# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 3e120d70-5f19-4fdf-8b7e-9985c4c4089a
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2019
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1987, war ab 1. Mai
2016 bei der
Y._
angestellt und bei der Suva gegen die Folgen von Berufs- und Nichtbe
rufsunfällen versichert. Mit Bagatellunfall-Meldung UVG vom 13. September 2016 wurde die Suva davon in Kenntnis gesetzt, dass
sich die Versicherte
am 10. Septem
ber 2016 anlässlich einer Wanderung im
Z._
an der rechten Schulter beziehungsweise am ganzen Körper (systemische Wirkung) verletzt habe (Urk. 8/1/1).
Der Sachverhalt wurde folgendermassen geschildert (Urk. 8/1/2): «Wan
dern/Spa
zie
ren: Frau
X._
ist bei einer Wanderung in den Bergen bei unver
hofft auf
kommendem Gewitter mehrmals gestolpert, hat sich an der Schulter ver
letzt und konnte wegen Unterkühlung den
Restweg
von 700 Höhenmetern durch unweg
sames Gelände nicht mehr gehen. Sie musste mit der Rega ins Spital ge
flogen wer
den, wo sie erstversorgt wurde.»
1.2
Die medizinische Erstversorgung fand im Regionalspital
A._
statt
, wo
zu
nächst
einzig eine leichte Hypothermie diagnostiziert wurde (Urk. 8/11). In der Folge wurde die Versicherte in der
B._
Klinik behandelt (Urk. 8/3; Diag
nose: «Schulter- und
Thoraxkontusion
rechts nach mehrfachen Stürzen vom 10. September 2016»). Am 25. November 2016 wurde die Versicherte im Röntgeninstitut
Q._
radiologisch untersucht (Urk. 8/15). Am 20. Dezember
2016 un
ter
suchte Chefarzt
Dr.
med.
C._
vom
D._
die Ver
sicherte (Urk. 8/18).
Weitere Untersuchungen fanden in der Universitätsklinik
E._
(Schultersprechstunde), in der Klinik
F._
und erneut im
D._
statt (Urk. 8/24, 8/26 und 8/32). Schliesslich wurde die Ver
sicherte am 12. Februar 2018 im
D._
operiert («Schulter
arthroskopie, Bizepstenodese [1x2.9mm
JuggerKnot
] rechts»), wo sie noch bis zum 16. Februar hospitalisiert war (Urk. 8/35
; vgl. auch Urk. 8/71/2-3
).
1.3
Am 3. März 2018 blieb die Versicherte beim Aufstehen mit dem rechten Arm in der Decke hängen. Sie suchte gleichentags die Notfallstation des
D._
auf, wo ein proximaler Abriss der langen Bizepssehne diagnostiziert wurde (Urk. 2 S. 2
lit
. B).
1.4
Kreisärztin
Dr.
med.
G._
, Fachärztin für Chirurgie, gab am 19. April 2018 ihre Beurteilung ab (Urk. 8/74).
Dr.
C._
erstattete am 27. April 2018 erneut Bericht (Urk. 8/75).
1.5
Mit Verfügung vom 2. Mai 2018 (Urk. 8/77) verneinte die Suva ihre Leistungs
pflicht mit der Begründung, dass zwischen den Gesundheitsbeeinträchtigungen an der rechten Schulter und dem Ereignis vom 10. September 2016 kein sicherer oder
wahrscheinlicher Kausalzusammenhang bestehe. Die dagegen erhobene Ein
sprache der Versicherten (Urk. 8/80) wies die Suva mit Entscheid vom 30. August 2018 (Urk. 2) ab.
2.
Gegen den genannten
Einspracheentscheid
liess die Versicherte mit Eingabe vom 1. Oktober 2018 (Urk. 1) Beschwerde erheben mit folgenden Anträgen:
1.
Der Einsprache-Entscheid vom 30.8.2018 sei aufzuheben und es seien der Beschwerdeführerin weiterhin die gesetzlichen Leistun
gen zuzusprechen.
2.
Eventualiter ist der Einsprache-Entscheid vom 30.8.2018 aufzu
heben und die Sache zu weiteren medizinischen Abklärungen an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen;
unter Entschädigungsfolgen zulasten der Beschwerdegegnerin.
Die Suva schloss in ihrer Beschwerdeantwort vom 24. Oktober 2018 (Urk. 7) auf
Abweisung der Beschwerde.
Replicando
liess die Versicherte an ihren Anträgen festhalten (Urk. 13). Die Suva verzichtete auf die Erstattung einer Duplik (Urk. 17).
Auf die Ausführungen der Parteien ist, soweit für die Entscheidfindung erforder
lich, in den Erwägungen einzugehen.
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Am 1. Januar
2017 sind die geänderten Bestimmungen des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG) und der Verordnung über die Unfallversicherung (UVV) in Kraft getreten.
Gemäss den allgemeinen übergangsrechtlichen Regeln sind der Beurteilung jene Rechtsnormen zu Grunde zu legen, die in Geltung standen, als sich der zu den materiellen Rechtsfolgen führende und somit rechtserhebliche Sachverhalt ver
wirklicht hat (vgl. BGE 127 V 466 E. 1, 126 V 134 E. 4b). Dementsprechend sehen die Übergangsbestimmungen zur Änderung vom 25. September 2015 des UVG vor, dass Versicherungsleistungen für Unfälle, die sich vor dem 1. Januar 2017 ereignet haben, und für Berufskrankheiten, die vor diesem Zeitpunkt ausgebro
chen sind, nach bisherigem Recht gewährt werden (Absatz 1 der genannten Über
gangsbestimmungen).
1.2
Das
hier zu beurteilende
Ereignis
(
beziehungsweise
die Wanderu
ng im
Z._)
hat
am 10.
September 2016
stattgefunden,
weshalb die bis 31. Dezember
2016 gültig gewesenen Normen auf den vorliegenden Fall Anwen
dung finden und in dieser Fassung zitiert werden.
Das Ereignis vom 3. März 2018 (Abriss der langen Bizepssehne rechts; vgl. Sach
verhalt Ziff. 1.3) war hingegen weder Gegenstand der Verfügung vom 2. Mai 2018 (vgl. dazu Urk. 2 S. 3
lit
. D e contrario) noch - soweit erkennbar - des an
gefochtenen
Einspracheentscheids
(Urk. 2). Es ist demzufolge auch nicht Gegen
stand des vorliegenden Beschwerdeverfahrens.
2.
2.1
Ein Unfall ist gemäss
Art.
4
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG)
die plötzliche, nicht beabsichtigte schädigende Einwirkung eines ungewöhnlichen äusseren Faktors auf den menschlichen Kör
per, die eine Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Ge
sundheit oder den Tod zur Folge hat (BGE 129 V 402 E. 2.1).
2.2
2.2.1
Gemäss Art. 6 Abs. 2 UVG kann der Bundesrat Körperschädigungen, die den Folgen eines Unfalles ähnlich sind, in die Versicherung einbeziehen. Von dieser Kom
pe
tenz hat der Bundesrat in Art. 9 Abs. 2 UVV Gebrauch gemacht und fol
gende Körperschädigungen, sofern sie nicht eindeutig auf eine Erkrankung oder eine Degeneration zurückzuführen sind, auch ohne ungewöhnliche äussere Ein
wirkung den Unfällen gleichgestellt:
a.
Knochenbrüche;
b.
Verrenkungen von Gelenken;
c.
Meniskusrisse;
d.
Muskelrisse;
e.
Muskelzerrungen;
f.
Sehnenrisse;
g.
Bandläsionen;
h.
Trommelfellverletzungen.
Diese Aufzählung der den Unfällen gleichgestellten Körperschädigungen ist ab
schliessend (BGE 116 V 136 E. 4a, 147 E. 2b, je mit Hinweisen; Maurer, Schwei
zerisches Unfall
versicherungsrecht, 2. Aufl., 1989, S. 202).
2.2.2
Bei unfallähnlichen Körperschädigungen nach Art. 9 Abs. 2 UVV müssen zur Be
gründung der Leistungspflicht des Unfallversicherers mit Ausnahme der Unge
wöhn
lichkeit sämtliche Tatbestandsmerkmale des Unfallbegriffs erfüllt sein. Be
sondere Bedeutung kommt dabei der Voraus
setzung eines äusseren Ereignis
ses zu, das heisst eines ausserhalb des K
örpers liegenden, objektiv fest
stellbaren, sinnfälligen, eben unfallähnlichen Vorfalles (BGE 129 V 466 E. 2.2).
Wo ein sol
ches Ereignis mit Ein
wirkung auf den Körper nicht statt
gefunden h
at, und sei es auch nur als Aus
löser eines in Art.
9 Abs. 2
lit
. a
h UVV aufgezähl
ten Gesund
heitsschadens, liegt eine eindeutig krankheits- oder degenerativ bedingte Ge
sundheitsschädigung vor. Kein unfallähnliches Ereignis liegt in all jenen Fällen vor, in denen der äussere Faktor mit dem (erstmaligen) Auftreten der für eine der in Art. 9 Abs. 2
lit
. a-h UVV enthaltenen Gesund
heitsschäden typischen Schmer
zen gleichge
setzt wird. Auch nicht erfüllt ist das Erfordernis des äusseren schä
digenden Faktors, wenn das (erstmalige) Auftreten von Schmerzen mit einer blos
sen Le
bensverrichtung einhergeht, welche die versi
cherte Person zu beschreiben in der Lage ist; denn für die Bejahung eines äusseren auf den menschlichen Kör
per schädigend einwirkenden Faktors ist stets ein Geschehen verlangt, dem ein ge
wisse
s gesteigertes Gefährdungspoten
zial innewohnt. Das ist zu bejahen, wenn die zum einschiessenden Schmerz führende Tätigkeit im Rahmen einer allge
mei
n gesteigerten Gefahrenlage vor
genommen wird, wie dies etwa für viele sportliche Betätigungen zutreffen kann. Wer hingegen beim Aufstehen, Absit
zen, Abliegen, der Bewegung im Raum, Handreichungen und so weiter einen einschiessenden Schmerz erleidet, welcher sich als Symptom einer Schädigung nach Art. 9 Abs. 2 UVV herausstellt, kann sich nicht auf das Vorliegen einer unfallähnlichen Kör
perschädigung berufen (BGE 129 V 466 E. 4.2.2). Erfüllt ist demgegenüber das Erfor
dernis des äusseren schädigenden Faktors bei Änderungen der Körperlage, die nach unfallmedizi
nischer Erfahrung häufig zu körpereigenen Traumen führen können, also im Sinne der bisherigen Rechtsprechung das plötzliche Aufstehen aus der Hocke, die heftige und/oder belastende Bewegung und die durch äussere Einflüsse unkontrollierbare Änderung der Körperlage
im Sinne der von der Recht
spre
chung positiv beurteilten Sachverhalte (BGE 126 V 466 E. 2.2 und 4.2).
2
.2.3
Im bereits erwähnten Entscheid BGE 129 V 468 hat das Eidgenössische Versi
che
rungsgericht seine Rechtsprechung zur unfallähnlichen Kör
perschädi
gung in Be
zug auf die einzelnen „sinnfälligen
Vorfälle“ kasuistisch zusammen
gestellt. Das Gericht hat das Vorliegen eines äusseren Faktors insbesondere in folgenden Fäl
len bejaht: Fehls
chlag beim Fussballspiel; Aufheben oder Abstel
len von Gewich
ten von 40 bis 50 kg; Ver
schieben eines schweren Wäsche
korbes mit dem linken Fuss; Sprung von einer Verpa
ckungskiste; Misstritt beim Vol
leyballspiel mit ein
schiessendem Zwick im linken Knie; Sprung aus einer Höhe von 60 cm aus einem Bahngepäckwagen;
Zerrung der Adduktoren
muskeln im Rahmen eines Fussball
trainings; brüskes Umdrehen beim Kochen in Richtung Küchenschrank mit ein
schiessenden Schmerzen im Knie; Verstau
chung des Knöchels als Folge einer Ro
tationsbewegung (E. 4.1).
Hingegen verneinte das damalige Eidgenössische Versicherungsgericht das Vor
lie
gen eines äusseren Faktors etwa bei vermehrter Arbeitsbelastung, die zu einer kontinuierlichen Zu
nahme und Verschlechterung von Kniebeschwerden führten, bei wiederholten Anstrengun
gen (Arbeiten mit Hammer oder Bohrer) und beim Auftreten von Schmerzen „nachts bei Drehbewegungen und nach längerem Ge
hen“ (E. 4.1). Im Urteil U 148/04 vom 2. Dezember 2004 E. 2.3 hatte das Eidge
nössische Versicherungsgericht bezüglich eines Mannes das Anheben einer ca. 20
kg schweren Waage und anschliessendes Abdrehen zu beur
teilen; es hat er
kannt, dass von einer im Rahmen der üblichen Arbeit und unter normalen Bedingungen erfolgten Bewegung auszugehen sei, sodass der äussere Faktor infolge fehlenden gesteigerten Schädigungspotenzials und somit ein unfall
ähnli
ches Ereignis zu verneinen sei
. Im Urteil 8C_656/2008 vom 13. Februar 2009 E. 3.3 hat das Bun
desgericht entschieden, beim Heben eines bepackten ca. 20 kg schweren Koffers durch eine Frau sei ein äusserer Faktor rechtsprechungsgemäss zu verneinen; es feh
le an einem gesteigerten Schädi
gungspotenzial.
2.3
2.3.1
Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss UVG setzt voraus, dass zwi
schen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Invalidität, Tod) ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht. Ursachen im Sinne des na
türlichen Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne deren Vorhandensein der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der gleichen Weise beziehungsweise nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann. Ent
sprechend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des natürlichen Kausalzu
sammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleinige oder un
mittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schädi
gende Ereignis zusammen mit anderen Bedingungen die körperliche oder geis
tige Integrität der versicherten Person beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht weg
gedacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene ge
sundheitliche Störung entfiele (BGE 129 V 177 E. 3.1, 402 E. 4.3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, worüber die Ver
waltung beziehungsweise im Beschwerdefall das Gericht im Rahmen der ihm
obliegenden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Be
weisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse Mög
lichkeit eines Zusammenhangs genügt für die Begründung eines Leistungs
an
spruches nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
2.3.2
Die Leistungspflicht des Unfallversicherers setzt im Weiteren voraus, dass zwi
schen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden ein adäquater Kausal
zusammenhang besteht. Nach der Rechtsprechung hat ein Ereignis dann als adä
quate Ursache eines Erfolges zu gelten, wenn es nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge und nach der allgemeinen Lebenserfahrung an sich geeignet ist, einen Er
folg von der Art des eingetretenen herbeizuführen, der Eintritt dieses Erfolges also durch das Ereignis allgemein als begünstigt erscheint (BGE 129 V 177 E. 3.2, 402 E. 2.2, 125 V 456 E. 5a).
2.4
2.4
.1
Die Verwaltung als verfügende Instanz und – im Beschwerdefall – das Gericht dürfen eine Tatsache nur dann als bewiesen annehmen, wenn sie von ihrem Be
stehen überzeugt sind. Im Sozialversicherungsrecht hat das Gericht seinen Ent
scheid, sofern das Gesetz nicht etwas Abweichendes vorsieht, nach dem Beweis
grad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu fällen. Die blosse Möglichkeit eines bestimmten Sachverhalts genügt den Beweisanforderungen nicht. Das Ge
richt folgt vielmehr jener Sachverhaltsdarstellung, die es von allen möglichen Gesche
hensabläufen als die wahrscheinlichste würdigt (BGE 126 V 353 E. 5b mit Hin
weisen; vgl. BGE 130 III 321 E. 3.2 und 3.3).
Im Sozialversicherungsrecht besteht kein Rechtsgrundsatz des Inhalts, dass die Verwaltung oder das Gericht im Zweifelsfall zugunsten der versicherten Person zu entscheiden hätte (ARV 1990 Nr. 12).
2.4
.2
Der Untersuchungsgrundsatz schliesst die Beweislast im Sinne der Beweisfüh
rungslast begriffsnotwendig aus, da es Sache des Sozialversicherungsgerichts (oder der verfügen
den Verwaltungsstelle) ist, für die Zusammentragung des Be
weismaterials besorgt zu sein (BGE 115 V 111 E. 3d/
bb
; Maurer, Sozialversiche
rungsrecht, Bd. I, 2. unveränderte Aufl., Bern 1983, S. 438
Ziff.
7a). Im Sozial
versicherungsprozess tragen mithin die Parteien in der Regel eine Beweislast nur insofern, als im Falle der Beweislosigkeit der Entscheid zu Ungunsten jener Partei ausfällt, die aus dem unbewiesen gebliebenen Sachverhalt Rechte ableiten wollte (BGE 115 V 133 E. 8a). Diese Beweisregel greift allerdings erst Platz, wenn es sich als unmöglich erweist, im Rahmen des Untersuchungsgrundsatzes aufgrund einer
Beweiswürdigung einen Sachverhalt zu ermitteln, der zumindest die Wahrschein
lichkeit für sich hat, der Wirklichkeit zu entsprechen (BGE 117 V 261 E. 3b).
2.4
.3
Praxisgemäss stellen die Gerichte im Bereich des Sozialversicherungsrechts in der Regel auf die «Aussagen der ersten Stunde» ab, denen in beweismässiger Hinsicht grösseres Gewicht zukommt als späteren Darstellungen, die bewusst oder unbe
wusst von nachträglichen Überlegungen versicherungsrechtlicher oder anderer Art beeinflusst sein können (BGE 121 V 45 E. 2a, 115 V 133 E. 8c mit Hinweis).
3.
3.1
Im angefochtenen
Einspracheentscheid
vom 30. August 2018 (Urk. 2)
verneinte die Beschwerdegegnerin ihre Leistungspflicht gestützt auf den Bericht von
Dr.
G._
mit dem Argument, dass der Unfall vom 10. September 2016 mit über
wiegender Wahrscheinlichkeit nur zu einer vorübergehenden Verschlimmerung des degenerativen Vorzustandes an der rechten Schulter geführt habe und die beim Unfall zugezogene Zerrung/Prellung innerhalb von ein paar Tagen/Wochen folgenlos abgeheilt sei. Demzufolge habe die Beschwerdegegnerin ihre Leistungs
pflicht hinsichtlich der Operation vom 12. Februar 2018 zu Recht verneint und die Ausrichtung weiterer Versicherungsleistungen abgelehnt.
Anlässlich dieses Prozesses
stellte sich die Beschwerdegegnerin in erster Linie auf den Standpunkt, dass sich die Beschwerdeführerin am 10. September 2016 nicht an der rechten Schulter verletzt habe. Insbesondere sei es zu keinem Sturz auf die rechte Schulter gekommen. Angesichts dessen, dass kein Sturzereignis stattge
funden habe, sei ein Kausalzusammenhang zwischen der
Bizepssehnenproblema
tik
und dem Ereignis vom 1
0.
September 2016 klar zu verneinen (Urk. 7).
3.2
Demgegenüber liess die Beschwerdeführerin im Wesentlichen vortragen (Urk. 1), dass
sie seit einem Sturz am 10. September 2016 an Schulterschmerzen leide (S. 3). Weiter liess sie ausführen, dass eine unfallähnliche Körperschädigung vor
liege und dass nach den novellierten Bestimmungen, die seit dem 1. Januar 2017 in Kraft seien, ein «sinnfälliges Ereignis» nicht mehr Voraussetzung für die Leis
tungspflicht sei; es reiche eine Listendiagnose (S. 4 f.). Die Beschwerdeführerin sei nie beschwerdefrei gewesen; es hätte immer Brückensymptome gegeben. In medizinischer Hinsicht sei ein Behandlungsabschluss nicht erfolgt und auch kein Status quo sine
vel
ante dokumentiert (S. 5). Das äussere Ereignis sei in der neu
eren Regelung explizit nicht mehr Voraussetzung. Werde folgend an ein Unfall
ereignis eine Listendiagnose gestellt, sei die Unfallversicherung in der Pflicht (S. 6). Es treffe absolut nicht zu, dass die Beschwerdeführerin init
ial keinerlei ob
jektivierbare
B
efunde an der Schulter gehabt habe
. Der Beschwerdegegnerin und der Kreisärztin seien der nunmehr ins Recht gelegte Verlaufsbericht (vgl. Urk. 3) ganz offensichtlich nicht vorgelegen. Aus diesem Bericht gehe hervor, dass die Beschwerdeführer
in
von Beginn an über Schmerzen im Bereich des rechten Knies und der rechten Schulter geklagt habe. Zudem sei eine leichte Schwellung über dem proximalen Humerus festgestellt worden. Die kreisärztliche Beurteilung ohne Berücksichtigung der Verlaufsberichte des initial behandelnden Spitals respektive ohne Einbezug der echtzeitlichen Befunde erweise sich ohne Weiteres als man
gelhaft. Auf den Bericht von
Dr.
G._
könne nicht abgestellt werden (S. 10).
In der Replik vom 6. Februar 2019 (Urk. 13) liess die Beschwerdeführerin zu
nächst die
von der Beschwerdegegnerin angerufene
Beweismaxime der «Aussage der ersten Stunde»
als wenig geeignet rüge
n (S. 2 ff.). Des Weiteren lägen
gar keine formal gültigen Aussagen der ersten Stunde vor; es seien Aussagen von Dritten. Aus einer unvollständigen Anamnese könne nicht ohne Weiteres ge
schlossen werden, dass überhaupt kein Sturz stattgefunden habe. Vielmehr habe sich Folgendes zugetragen: Die Beschwerdeführerin habe einen «Absturz aus einer gewissen Höhe» vermeiden können. Unverletzt sei sie aber nicht gewesen; aber das habe das Spital
H._
nicht interessiert
(S. 4). Sie sei «ausgerutscht und gestürzt, aber nicht abgestürzt» (S. 5).
Die Schulterbeschwerden seien nach dem Unfallereignis aufgetreten; juristisch liege eine «UKS-Verletzung nach altem Recht» vor. Die Beschwerdeführerin sei nicht abgestürzt; sie sei aber mehrfach ausgerutscht und gestürzt, wobei sie sich habe auffangen können (S. 6).
3.3
Strittig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdeführerin ihre Leistungspflicht zu Recht verneint hat, weil zwischen den Gesundheitsbeeinträchtigungen an der rech
ten Schulter der
Beschwerdeführerin und dem Ereignis vom 10. September
2016 kein Kausalzusammenhang besteht beziehungsweise
ob
am 10. September
2016 gar nichts stattgefunden hat, was die Leistungspflicht der Beschwerdegeg
nerin aus
lösen könnte.
Weshalb auf den vorliegenden Fall - entgegen der teilweise von der Beschwerde
führerin vertretenen Auffassung - das bis Ende Dezember 2016 gültig gewesene Recht zur Anwendung gelangt, wurde bereits oben in E. 1 dargelegt.
4.
4.1
Den Akten lassen sich folgende Sachverhaltsdarstellungen entnehmen:
-
Im Bericht des Spitals
H._
vom 10. September 2016 (Urk. 8/11) wird Folgen
des festgehalten: «Die Patientin war alleine
im
Z._
unterwegs, als sie
von einem starken lokalen Gewitter überrascht wurde. Sie ist mit dem bereits 2 x voroperierten linken Knie ausgerutscht, konnte einen Sturz jedoch vermei
den.»
-
Gemäss Bagatellunfall-Meldung UVG vom 13. September 2016 (Urk. 8/1) ge
schah Folgendes: «Wandern/Spazieren: Frau
X._
ist bei einer Wanderung in den Bergen bei unverhofft aufkommendem Gewitter mehrmals gestolpert, hat sich an der Schulter verletzt und konnte wegen Unterkühlung den
Restweg
von 700 Höhenmetern durch unwegsames Gelände nicht mehr gehen. Sie muss
te mit der Re
ga ins Spital geflogen werden, w
o sie erstversorgt wurde.
»
-
Im Bericht der
B._
Klinik vom 15. September 2016 (Urk. 8/3) ist davon die Rede, dass die Beschwerdeführerin «
beim Abst
ieg mehrmals auf die rechte Seite gestürzt» sei.
-
Im Bericht der
B._
Klinik vom 7. Dezember 2016 (Urk. 8/14) wird eine Schulter-Kontusion rechts
nach mehrfachen Stürzen vom 10.
September 2016 diagnostiziert.
-
Die Beschwerdegegnerin gab am 11. April 2018 ein mit der Beschwerdeführe
rin geführtes Telefonat folgendermassen wieder (Urk. 8/67): «Beim Wandern bin ich einmal gestolpert, und weil mein Knie nicht sehr stabil ist, bin ich auf die Schulter links gefallen. Ich wollte mich eigentlich auffangen; leider gelang es mir nicht; daher bin ich auf die Schulter gestürzt.»
-
In ihrem E-Mail vom 11. November 2018 (Urk. 14/1) erklärte die Beschwerde
führerin, dass sie einen «Absturz aus einer gewissen Höhe» vermieden habe
. Unverletzt sei sie nicht gewesen, aber das habe das Spital
H._
«nicht interes
siert». Sie sei einfach nur ausgerutscht und gestürzt, aber nicht abgestürzt.
4.2
4.2.1
Was sich am 10. September 2016 tatsächlich abgespielt hat, bleibt aufgrund der Akten beziehungsweise der in E. 4.1 wiedergegebenen Sachverhaltsdarstellungen unklar.
Beim Aussageverhalten der Beschwerdeführerin beziehungsweise der Ent
wicklung
der Sachverhaltsdarstellungen fällt auf, dass die Schilderu
ngen stetig an Dramatik gewonnen habe
n
.
Ist anfangs noch von Ausrutschen und dem Ver
meiden eines Sturzes und dann von Stolpern die Rede, kommt es schliesslich zu mehrfachen Stürzen auf die rechte Schulter und zur Vermeidung eines Absturzes aus einer gewissen Höhe, aber immerhin zum Ausrutschen und einem Sturz.
Zu
konzedieren
ist zwar
, dass
die meisten Schilderungen nicht direkt von der Be
schwerdeführerin stammen, sondern von Drittpersonen festgehalten wurden und es deshalb zu
«Übermittlungsfehlern» oder dergleichen gekommen sein könnte.
Die Häufung dieser «Übermittlungsfehler» oder anderweitiger «Fehler» ist aller
dings
augenfällig
.
Insbesondere
fällt auf, dass anfangs und insbesondere auch in der Bagatellunfall-Meldung niemals von einem Sturz die Rede war. Im Bericht des Spitals
H._
wurde sogar ausdrücklich festgehalten, dass ein Sturz habe vermieden werden können. Die Erklärung, die die Beschwerdeführerin dafür abgibt, dass sie nicht abgestürzt, aber sehr wohl gestürzt sei,
vermag nicht zu überzeugen
. Es wider
spricht jeder Erfahrung, dass eine Person, die auf die Schulter gestürzt ist, das nicht erwähnt, weil sie ja lediglich gestürzt und nicht abgestürzt sei. Ebenso un
wahrscheinlich ist, da
ss Drittper
sonen das entsprechend notieren, wenn es nicht so geschildert wird.
Es ist unerklärlich, dass jemand einen Sturz nicht erwähnt, aber dafür ein weniger gravierendes «Stolpern».
Gestützt auf die vorliegenden Akten gelingt es der Beschwerdeführerin
jedenfalls
nicht
,
mit überwiegender Wahrscheinlichkeit zu belegen
, dass sie am 10. Septem
ber 2016 gestürzt ist und sich dabei an der rechten Schulter verletzt hat.
Replicando
liess die Beschwerdeführerin noch zwei Editionsbegehren (Fragebo
gen Rega für das Ereignis vom 10. September 2016 sowie vollständige Kranken
geschichte inklusive Telefonnotizen des
Spitals
H._
) stellen (Urk. 13 S. 5 f.). Es erscheint zwar äusserst zweifelhaft, ob durch die Edition dieser Dokumente die Frage, ob die Beschwerdeführerin am 10. September 2016 nicht doch zu Fall kam, definitiv und zweifelsfrei beantwortet werden kann
, zumal dem bereits bei den Akten liegenden Rega-Bericht «HEMS Medizinischer Rapport Heli» (Urk. 8/58) zu entnehmen ist, dass die Beschwerdeführerin gemäss Einschätzung der Rega «unverletzt» war. Angesichts dessen, dass die Sache - wie noch zu zeigen sein wird - aus medizinischen Gründen an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen ist, er
scheint es angezeigt, die Akten durch die genannten Dokumente zu ver
vollstän
digen.
4.2.2
Wie soeben dargelegt wurde, ist gestützt auf die vorliegenden Akten nicht erstellt, dass am 10. September
2016 ein Sturz stattgefunden hat. Mithin ist nicht davon auszugehen, dass die Beschwerdeführerin am 10. September 2016 einen Unfall erlitten hat.
Überwiegend wahrscheinlich ist, dass die Beschwerdeführerin
am 10. September 2016 in ein Gewitter kam, eine Unterkühlung erlitt und in gebirgigem Gelände ausrutschte und stolperte. Damit liegt
zweifelsfrei
ein sogenanntes sinnfälliges Ereignis vor. Zudem ist zu Recht unbestritten, dass die streitgegenständliche Verletzung der Bizepssehne
sowie des superioren glenohumeralen Ligamentes
(
Urk.
8/75/1 unten)
Listenverletzung
en
im Sinne von Art. 9 Abs. 2 UVV
sind
(vgl. dazu oben E. 2.2.1).
Zu klären
bleibt
, ob sich die Beschwerdeführerin die Verletzung an der rechten Schulter anlässlich dieses Ausrutschens und Stolperns zugezogen hat.
5.
5.1
Assistenzarzt
Dr.
med.
I._
und der Leitende Arzt
Dr.
med.
J._
von der
B._
Klinik diagnostizierten am 15. September 2016 eine Schulter- und
Thoraxkontusion
rechts nach mehrfachen Stürzen (Urk. 8/3).
5.2
Diese Diagnose hielten Assistenzarzt
Dr.
med.
K._
und
Dr.
J._
in ihrem Bericht vom 7. Dezember 2016 (Urk. 8/14) im Wesentlichen aufrecht: Schulter-Kontusion rechts nach mehrfachen Stürzen vom 10.
September 2016 mit jetzt
scapulo
-thorakaler Dysbalance
und Bursitis subacromialis.
5.3
Chefarzt
Dr.
med.
C._
vom
D._
äusserte sich in seinem Bericht vom 20. Dezember 2016 (Urk. 8/18) dahingehend, dass sich klinisch ein relativ blandes Gelenk mit allenfalls leichtem
capsulitischem
Muster zeige. Auf
fallend seien die positiven
Bizepssehnentests
. MR-tomographisch zeigten sich kleine Zysten im Insertionsbereich des Infra- und Supraspinatus. Diese seien un
spezifisch, möglicherweise im Rahmen der früheren Schwimmtätigkeiten zu in
terpretieren. Die Supraspinatussehne sei struktu
r
alteriert. Der
Bizepsanker
sei bei mässig guter Darstellung möglicherweise im ventralen Bereich desinseriert. Auch
Dr.
C._
ging davon aus, dass die Beschwerdeführerin gestürzt sei.
5.4
Der Leitende Arzt Prof.
Dr.
med.
L._
und Assistenzarzt
Dr.
med.
M._
von der Universitätsklinik
E._
führten in ihrem Bericht vom 14. August
2017 (Urk. 8/24) aus, dass bei der Beschwerdeführerin seit dem Sturzereignis vom Sep
tember 2016 Schmerzen in der rechten Schulter bestünden. In der klinischen Un
tersuchung zeige sich ein schmerzhafter
Jerk
-Test, woraus sich der
Verdacht
auf eine hintere Instabilität ergebe. Auch das
Arthro
-MRI vom 25. November
2016 sei damit gut vereinbar.
5.5
PD
Dr.
med.
N._
, Facharzt FMH für Orthopädische Chirurgie und Trau
matologie des Bewegungsapparates, von der Klinik
F._
diagnostizierte in seinem Bericht vom 24. November 2017 (Urk. 8/26) eine
Bicepstendinopathie
, eine SLAP-Läsion oder ein
postero
-superiores
Glenoidrandimpingement
bei zu
sätzlicher AC-Arthropathie bei Status nach Sturz am 10. September 201
6.
Die Beschwerdeführerin sei konservativ austherapiert.
5.6
Assistenzarzt
Dr.
med.
O._
und Oberarzt
Dr.
med.
P._
vom
D._
führten in ihrem Bericht vom 6. Dezember 2017 (Urk. 8/32) aus
, dass
die lange Bizepssehne in der intraartikulären Portion degenerative Veränderun
gen aufweise mit irregulärer Kontur am Übergang zum
Bizepsseh
n
enanker
. Das Bizepssehnen-
Pulley
erscheine ebenfalls degenerativ verändert mit Aufrauhung des superioren glenohumeralen Ligaments.
5.7
Kreisärztin
Dr.
G._
erklärte am 11. April 2018, die geltend gemachten Be
schwerden an der rechten Schulter und die Operation vom 12. Februar 2018 seien nur möglicherweise auf das Ereignis vom 10. September 2016 zurückzuführen, denn im MRI vom 25. November
2016 sei keine frische traumatische strukturelle Verletzung nachweisbar und anlässlich der Konsultation vom 15. September 2016 sei kein Hämatom festgestellt worden
. Die
Bizepssehne
sei unauffällig ge
wesen.
Im Rega-Bericht seien keine
Schulterschmerzen dokumentiert (Urk. 8/68).
5.8
In ihrem Bericht vom 19. April 2018 (Urk. 8/74) hielt
Dr.
G._
fest, dass aus den vorliegenden echtzeitlichen Dokumentationen (Rega-Bericht und Bericht des Spitals
H._
) keine Problematik im Bereich der rechten Schulter hervorgehe. Erst
mals seien Schulterbeschwerden am 15. September 2016 durch
Dr.
J._
von der
B._
Klinik dokumentiert worden. Im vorliegenden Fall seien echt
zeitlich kein Hämatom und auch keine Druckschmerzen über dem
Sulcus
bici
pi
talis
entlang der Sehne dokumentiert. In Zusammenschau der vorliegenden Fak
ten seien die Veränderungen im Bereich der langen Bizepssehne intraartikulär nicht mit der geforderten überwiegenden Wahrscheinlichkeit auf das Unfallereig
nis vom
1
0.
September 2016 zurückzuführen, da in der echtzeitlich vorliegenden bildgebenden Diagnostik keine Verletzung/
Rissbildung im Bereich der langen Bi
zepssehne beziehungsweise Begleitverletzungen der Weichteile nachweisbar seien. Die beschriebenen Veränderungen
im Bereich der langen Bizepssehne int
raarti
kulär imponierten degenerativer Natur durch die irregulären Konturverän
de
rungen am Übergang zum
Bizepssehnenanker
sowie die ausgefranste
Aufrau
ung
des superioren glenohumeralen Ligaments, welche sich im zeitlichen Verlauf nur unwesentlich verändert habe. Die vorliegenden Veränderungen der Bi
zepssehne könnten durch das intensive Training,
das die Beschwerdeführerin frü
her als Wettkampfschwimmerin absolviert habe, erklärt werden. Sie gehe davon aus, dass die Zerrung/Prellung, welche sich die Beschwerdeführerin am 10. Sep
tember 2016 im Bereich der rechten Schulter
zugezogen habe, ohne nachweisbare strukturelle Verletzung in der durchgeführten Bildgebung, innerhalb von ein paar Tagen/Wo
chen folgenlos abgeheilt sei. Die Beschwerden im Bereich der rechten Schulter sei
en degenerativer Natur und könnten nicht mit der geforderten über
wiegenden
Wahrscheinlichkeit auf das Ereignis vom 10. September
2016 zurück
geführt wer
den.
5.9
Dr.
C._
äusserte sich am 27. April
2018 dahingehend, dass der Entscheid der Beschwerdegegnerin, ihre Leistungspflicht zu verneinen, nicht nachvollziehbar sei
. Die Beschwerdeführerin habe bis zum Ereignis vom 1
0.
September 2016 keine Beschwerden am rechten Schultergelenk gehabt. Danach hätten die Beschwerden, die sowohl bildgebend als auch objektiv intraoperativ dokumentiert seien, persis
tiert. Die Beschwerden seien mit hoher Wahrscheinlichkeit unfallkausal, wenn
gleich der eigentliche Unfallmechanismus wahrscheinlich aufgrund der Bewusst
losigkeit nicht mehr zu 100 % rekonstruiert werden könne
(Urk. 8/75)
.
5.10
Im Rahmen des vorliegenden Prozesses liess die Beschwerdeführerin ihre vom Regionalspital
A._
H._
geführte Krankengeschichte (Urk. 3) ins Recht rei
chen. In diesem Dokument wurden folgende Diagnosen festgehalten:
-
leichte Hypothermie
-
Kniekontusion rechts
-
Schulterkontusion rechts
Unter dem Datum vom 11. September 2016, 09.54 Uhr, wurde festgehalten: «Se
l
bstvorstellung der
Patientin
. Die Patientin wurde gestern wegen eine
r Hypo
thermie eingeliefert. N
ach notfallmässiger Behandlung berichtet die Patientin, dass sie gestern Abend und heute Morgen Schmerzen im Bereich des rechten Knies sowie der rechten Schulter habe.»
Es wurde folgender «Lokalstatus Schulter rechts» festgehalten: «Integument in
takt, keine sichtbare Rötung, leichte Schwellung über dem proximalen Humerus. SC Gelenk, Clavicula sowie AC Gelenk indolent. Diffuse Schmerzen über dem proximalen Humerus, Bizepssehne im Bereich des Humeruskopfs mit minimaler Schmerzangabe. Keine Instabilität, Painful Arc positiv, Flexion/Extension nicht eingeschränkt, Abduktion bis 110°, dann Schmerzzunahme. Äussere sowie innere Rotation intakt, gegen Widerstand mit min
imaler Kraftminderung bei Aussenro
tation
die aber schmerzbedingt ist.
Druckdolenz
über de
m M. supraspinatus.
pDMS
intakt
»
6.
6.1
Aufgrund der vorliegenden Arztberichte kann die Frage, ob die Gesundheitsbe
ein
trächtigungen an der rechten Schulter der Beschwerdeführerin auf das Ereignis vom 10. September 2016 zurückzuführen sind, nicht beantwortet werden. Dieje
nigen Ärzte, welche die Kausalität explizit bejahen oder zumindest implizit zu bejahen scheinen, gehen durchwegs davon aus, dass die Beschwerdeführerin am 10. September 2016 auf die rechte Schulter
gestürzt sei. Teilweise wird sogar da
von ausgegangen, dass die Beschwerdeführerin mehrfach auf die rechte Schulter gestürzt sei. Es kann insoweit auf die
Feststellungen
in E. 5.1-5.4
und E. 5.9
ver
wiesen werden. Wie oben in E. 4 dargelegt wurde, ist im vorliegenden Fall ge
stützt auf die derzeitige Aktenlage
jedoch
nicht von einem Sturzereignis auszu
gehen, sondern lediglich von einem Ausrutschen und Stolpern. Die genannten Arztberichte sind demzufolge insoweit als Beweismittel nicht von Nutzen.
Sie gehen von einem nicht erstellten Sturz/von nicht erstellten Stürzen auf die rechte Schulter aus.
Entsprechendes gilt jedoch
mutatis mutandis
auch für die Beurteilungen von
Dr.
G._
(vgl. E. 5.7 und 5.8). Sie legte ihrer Kausalitätsbeurteilung nämlich im Wesentlichen auch zugrunde, dass echtzeitlich kein Hämatom und auch keine Druckschmerzen dokumentiert worden seien. Schulterbeschwerden seien erst
mals am 15. September 2016 von
Dr.
J._
festgehalten worden (Urk.
8/74/5). Das ist klarerweise
aktenwidrig. Aus der Krankengeschichte des Regionalspitals
A._
H._
(Urk. 3; vgl. oben E. 5.10) geht eindeutig hervor, dass die Schul
terbeschwerden bereits am 11. September 2016 um 09.54 Uhr, mithin zeitnah nach dem Ereignis vom Vortag, ärztlich festgehalten und beschrieben wurden.
Auch die anamnestische Angabe der Beschwerdeführerin, dass sie bereits am Abend des 10. September 2016 Schmerzen an der rechten Schulter und im rech
ten Knie gehabt habe, erscheint glaubhaft. Es bedarf keiner weiteren Erläuterun
gen, dass auf die Kausalitätsbeurteilung von
Dr.
G._
, die in Unkenntnis der Krankengeschichte abgegeben wurde und somit auf unzutreffenden Grundlagen basiert, nicht abgestellt werden kann.
Zusammenfassend kann festgehalten werden, dass keine beweiskräftige Kausali
tätsbeurteilung vorliegt.
6.2
Die Sache erweist sich demzufolge als nicht spruchreif. Der
Einspracheentscheid
vom 30. August 2018 (Urk. 2) ist aufzuheben und die Sache an die Beschwerde
gegnerin zurückzuweisen, damit sie die erforderlichen Abklärungen veranlasse und hernach neu über ihre Leistungspflicht verfüge.
Falls sich die Aktenlage durch die beizuziehenden Dokumente (vgl. oben E. 4.2.1
a.E
.) nicht wesentlich verändern sollte, ist bei der weiteren medizinischen Abklä
rung
davon auszugehen, dass die Beschwerdeführerin am 10. September 2016 nicht gestürzt, sondern ausgerutscht und gestolpert ist. Es wird
unter anderem
Aufgabe der medizinischen Experten sein
, zu beurteilen, ob die streitgegenständ
liche Verletzung überhaupt durch ein solches Ausrutschen und Stolpern hervor
gerufen werden kann. Angesichts der Umstände erscheint es angezeigt, ein ver
sicherungsunabhängiges Gutachten einzuholen.
7.
Nach
§
34
Abs.
1
des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht (
GSVGer
)
hat die obsiegende Beschwerde führende Person Anspruch auf Ersatz der Parteikos
ten. Diese werden ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache, der Schwierigkeit des Prozesses und dem Mass des Obsiegens bemes
sen (
§
34
Abs.
3
GSVGer
).
Nach ständiger Rechtsprechung gilt die Rückweisung der Sache an die Verwaltung zur weiteren Abklärung und neuen Verfügung als vollständiges Obsiegen (BGE 137 V 57 E. 2.2), weshalb
die
vertretene Beschwer
de
führer
in
Anspruch auf eine Prozessentschädigung hat.
Demzufolge ist die Beschwerdegegnerin zu verpflichten, der Beschwerdeführerin eine angemessen erscheinende Prozessentschädigung in der Höhe von Fr.
2'400.
(inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) zu bezahlen.