# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** c907e55c-a387-4a40-806a-d00c7e87fc09
**Court:** GR_VG
**Chamber:** GR_VG_003
**Year:** 2022
**Language:** de
**Jurisdiction:** GR / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

I. Sachverhalt:
1. A._ bezieht seit dem Jahr 2009 eine Altersrente der AHV. Per
1. Dezember 2019 verlegte sie ihren Wohnsitz ins Ausland nach D._,
Bulgarien. Mit Schreiben vom 27. November 2019 teilte sie der C._
AG (nachfolgend: C._) mit, sie sei aufgrund ihres Wegzugs nach
Bulgarien gezwungen, ihre Krankenkasse per Ende November 2019 zu
kündigen. Auf entsprechende Aufforderung hin liess sie der C._ in der
Folge den "Fragebogen bei Wegzug ins Ausland" zukommen, worin sie
angab, eine Schweizer AHV-Rente zu beziehen.
2. Mit Schreiben vom 3. Dezember 2019 teilte die C._ A._ mit, ihr
Vertrag betreffend die obligatorische Krankenpflegeversicherung werde
aufgrund ihres Umzugs in ein EU-Land und des Bezugs einer Rente aus
der Schweiz per 1. Dezember 2019 angepasst (monatliche Prämie der
Grundversichersicherung im Auslandtarif: CHF 226.-- mit Unfall).
3. Mit E-Mails vom 24. April 2020 und 9. Juni 2020 teilte A._ der
C._ mit, sie habe ihre Krankenversicherung bei der C._ im
November 2019 fristgerecht gekündigt und in Bulgarien eine
Krankenversicherung abgeschlossen. Sie sei berechtigt, hier (in
Bulgarien) bei Bedarf freiberuflich therapeutisch tätig zu sein bzw. arbeite
teilzeitlich hier. Dies bekräftigte der frühere Beistand von A._ mit E-
Mail vom 3. Juni 2020 und Schreiben vom 16. August 2020.
4. Mit E-Mail vom 25. August 2020 teilte die C._ dem früheren Beistand
von A._ was folgt mit:
"Wir haben gesehen, dass Frau A._ bereits im Rentenalter ist. Im Normallfall
werden Schweizer Bürger in die bilaterale Versicherung umgeteilt[,] da nur die
Schweizer Rente bezogen wird. Als Frau A._ uns informiert hat, dass eine
Erwerbstätigkeit in Bulgarien besteht, haben wir ihr eine Mail gesendet. Diese Mail
ist ebenfalls angehängt. Somit entfällt die Versicherungspflicht zum Erwerbsbeginn
in Bulgarien. Hierzu haben wir nie eine Rückmeldung erhalten. Daher hat sich am
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Vertrag nichts geändert. Wenn sie uns das Startdatum der Erwerbstätigkeit
mitteilten können, werden wir die Situation neu prüfen."
5. In der Folge reichte A._ eine Bestätigung ihrer Unterkunft in D._,
Bulgarien, ein, worin u.a. festgehalten wurde, sie sei gewillt, bei Bedarf
Patienten mit Schmerzen nach einer Operation auf privater Basis zu
unterstützen. Sie arbeite im Bereich "Vitaltuning" oder "Vieva" und habe
ein kleines Homeoffice. Ihren ersten "check" habe sie am 10. Januar 2020
durchgeführt. Mit E-Mail vom 4. September 2020 bekräftigte der frühere
Beistand von A._, dass sie ihre Krankenversicherung bei der C._
per Ende 2019 gekündigt habe und in D._ im Januar 2020 ihre frühere
Tätigkeit als selbständige Gesundheitsberaterin wiederaufgenommen und
dort eine Krankenversicherung abgeschlossen habe.
6. Im Oktober 2020 liess die C._ A._ die neue Police
Grundversicherung für das Jahr 2021 zukommen (monatliche Prämie der
Grundversichersicherung im Auslandtarif: CHF 226.-- mit Unfall). Letztere
schickte diese mit dem Vermerk "gekündigt seit Nov. 2019" an die
C._ zurück. Zudem wies der frühere Beistand von A._ in einer
E-Mail vom 14. November 2020 erneut daraufhin, dass sie ihre
Erwerbstätigkeit in Bulgarien bereits Ende 2019, kurz nach ihrer Abreise
nach D._, aufgenommen habe. Zu diesem Zeitpunkt habe sie ihre
Krankenversicherung bei der C._ bereits gekündigt gehabt.
7. Mit Schreiben vom 2. Dezember 2020 teilte die C._ A._ mit, sie
sei seit dem 1. Dezember 2019 über die bilateralen Verträge CH-BG als
Rentnerin bei ihr versichert. Ihr Versicherungsschutz könne nur
aufgehoben werden, wenn sie ihr die Kopie des Arbeitsvertrages von
Bulgarien (mit dem Beginndatum) zusende. Gemäss Art. 31 ATSG habe
sie gegenüber Versicherungen die Mitteilungspflicht bei Veränderungen
von Verhältnissen im Voraus.
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8. Am 8. Februar 2021 teilte der frühere Beistand von A._ der C._
erneut mit, sie verfüge in Bulgarien über den erforderlichen
Versicherungsschutz. Durch Nachweis ihrer selbständigen
Erwerbstätigkeit habe sie sich zu Beginn des Jahres 2020 für Krankheits-
und Unfallfolgen in Bulgarien versichern lassen können. Die Kopien der
entsprechenden Versicherungsdokumente seien der C._ bereits
übermittelt worden. Ihre Krankenversicherung bei der C._ habe
A._ ordnungsgemäss gekündigt, weshalb sie der C._ nichts
mehr schuldig sei.
9. In der Zwischenzeit hatte die C._ A._ die Prämienrechnungen
für die Monate Dezember 2019 bis April 2021 zugestellt. Nachdem auch
die entsprechenden Erinnerungen, Mahnungen und letzten Mahnungen
erfolglos geblieben waren, stellte die C._ A._ mit Schreiben vom
12. August 2021 die "Letzte Mahnung und Verfügung nach Art. 49 ATSG"
zu (Prämienausstand gesamt: CHF 3'785.95 zzgl. Mahngebühr von
CHF 730.-- und aufgelaufener Zinsbetrag von CHF 145.65).
10. Hiergegen erhob A._ am 11. September 2021 Einsprache.
Begründend hielt sie fest, zwischen der C._ und ihr bestehe seit Ende
2019 gar kein Vertragsverhältnis mehr. Der Versicherungsvertrag sei mit
Einschreiben vom 27. November 2019 gekündigt worden. Dieser
Kündigung sei von Seiten der C._ nie widersprochen worden und
einem neuen Vertragsverhältnis habe sie nie zugestimmt. Im Gegenteil:
Sie habe sich stets dagegen gewehrt und dargetan, dass sie in Bulgarien
eine – wenn auch bescheidene – selbständige Tätigkeit ausübe und dort
auch krankenversichert sei.
11. Am 19. November 2021 nahm die C._ zur Einsprache von A._
Stellung. Sie hielt fest, dass für Personen mit Wohnsitz im EU/EFTA-
Raum, welche eine Rente aus der Schweiz bezögen, eine
Versicherungspflicht in der Schweiz bestehe. Rentner seien
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dementsprechend in dem Staat krankenversicherungspflichtig, aus
welchem sie eine Rente bezögen. Aus diesem Grund könne sie zurzeit die
Versicherungsdeckung von A._ nicht aufheben.
12. Mit Einspracheentscheid vom 27. Januar 2022 entschied die C._ was
folgt:
1. Soweit die angefochtene Verfügung Mahnkosten betrifft, wird die Einsprache gutgeheissen. In allen übrigen Punkten wird die Einsprache abgewiesen.
2. Die Einsprecherin wird verpflichtet, der Einsprachegegnerin zu bezahlen:
CHF 3'785.95 Hauptforderung nebst 5 % Zins seit 12. August 2021
CHF 300.-- Mahnkosten (reduziert)
[...]
In ihrer Begründung hielt sie insbesondere fest, A._ sei mit Brief vom
2. Dezember 2020 darüber informiert worden, dass sie den
Versicherungsschutz nur aufheben könne, wenn eine Kopie des
Arbeitsvertrages in Bulgarien (mit dem Beginndatum) vorhanden sei. Eine
solche Kopie habe sie nie erhalten. Zudem wiederholte sie die
Ausführungen in ihrer Stellungnahme vom 19. November 2021.
13. Hiergegen erhob A._ (nachfolgend: Beschwerdeführerin) am
23. Februar 2022 (Poststempel) Beschwerde an das Verwaltungsgericht
des Kantons Graubünden. Sie stellte folgende Anträge:
1. Der Einspracheentscheid sei aufzuheben.
2. Die darin geltend gemachte Forderung sowie die seit 1. April 2021 fakturierten, von A._ aber nie anerkannten Krankenkassenprämien, seien zu annullieren.
Begründend hielt sie im Wesentlichen fest, sie habe ihre
Krankenversicherung bei der C._ im Hinblick auf die damals
bevorstehende Auswanderung nach Bulgarien mit eingeschriebenem
Brief vom 27. November 2019 gekündigt. Sie sei in Bulgarien als
selbständigerwerbende Therapeutin tätig und verfüge dort über eine
Krankenversicherung. Darüber hinaus hielt sie fest, das Schreiben der
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C._ vom 3. Dezember 2019 nicht erhalten zu haben. In einem
ergänzenden Schreiben vom 1. März 2022 (Poststempel) machte sie
zudem Ausführungen zu ihrem beruflichen Werdegang. Demnach habe
sie zunächst im Bereich der Radiologie gearbeitet und sich in der Folge im
Bereich der Alternativtherapie weitergebildet. Nach einem Burn-out habe
sie frühzeitig in Pension gehen müssen, weshalb sie nun mit der
Minimalrente von CHF 1'600.-- auskommen müsse, was nur in Bulgarien
möglich sei. Sie sei glücklich, dass sie hier [in Bulgarien] bei Bedarf noch
ihre Bioresonanztests Vieva anbieten könne.
14. In ihrer Vernehmlassung vom 31. März 2022 beantragte die C._
(nachfolgend: Beschwerdegegnerin) die Abweisung der Beschwerde vom
22. Februar 2022. Begründend hielt sie insbesondere fest, die
Beschwerdeführerin übe mit überwiegender Wahrscheinlichkeit keine
Erwerbstätigkeit aus; ihre Tätigkeit als Gesundheitsberaterin sei vielmehr
als Liebhaberei oder Hobby anzusehen. So könne sie in keiner Art und
Weise nachweisen, dass sie tatsächliche Einnahmen durch ihre Tätigkeit
als Gesundheitsberaterin generiere. Es fehle namentlich an Bank- oder
Kontoauszügen, Rechnungen an Kunden oder entsprechenden
Auftragsnachweisen. Da sie ausschliesslich eine Rente aus der Schweiz
beziehe, sei sie somit gemäss Art. 24 Abs. 1 der Verordnung (EG)
883/2004 in der Schweiz nach KVG versicherungspflichtig. Dass sie eine
Krankenversicherung in Bulgarien abgeschlossen habe, eine "ID Card
Bulgariens" besitze, und ihrem Kündigungsschreiben vom 27. November
2019 nie widersprochen worden sei, ändere hieran nichts.
15. Am 11. April 2022 (Poststempel) hielt die Beschwerdeführerin replicando
an ihren Anträgen fest. Sie ergänzte ihre bisherigen Ausführungen damit,
dass sie erst nach entsprechender Anfrage beim Bundesamt für
Gesundheit (BAG) bzw. mit Datum vom 18. November 2019 über die
Krankenversicherungsmöglichkeiten bei einem Wegzug ins Ausland
informiert worden sei. In der Folge habe sie sich für ein Angebot der
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J._ entschieden. Ein Versicherungsabschluss mit der J._ habe
sich jedoch aus verschiedenen Gründen in die Länge gezogen. Als die zu
unterzeichnenden Dokumente am 23. Januar 2020 schliesslich
vorgelegen hätten, habe sie in D._ die geplante selbständige
Nebenerwerbstätigkeit bereits aufgenommen und dort eine
Krankenversicherung abgeschlossen gehabt. Weiter hielt sie fest, zur
Ausübung ihrer selbständigen Nebenerwerbstätigkeit, die sie in einem
kleinen Raum neben der Rezeption des Hotels E._ ausüben könne,
benötige sie neben ihrem bereits früher erworbenen Fachwissen und dem
im Jahr 2018 erworbenen "Vieva-Vital-Analyse-Gerät samt Zubehör"
keinerlei Einrichtung. Zudem beschränke sich ihre Buchführung auf das
Quittieren der für ihre Dienstleistung kassierten Entschädigungen.
16. Mit Duplik vom 21. April 2022 hielt die Beschwerdegegnerin an ihrem
bisherigen Antrag fest. Zusammenfassend machte sie zudem geltend,
dass die Beschwerdeführerin ausschliesslich eine Rente aus der Schweiz
beziehe, keiner Erwerbstätigkeit im Wohnland nachgehe und damit der
schweizerischen Versicherungspflicht nach KVG unterstehe. Weil sie auch
tatsächlich keine anderweitige Grundversicherung nach KVG
abgeschlossen habe, sei sie über den Auswanderungszeitpunkt vom
November 2019 nach wie vor bei ihr versichert und schulde die
ausstehenden Prämienforderungen.
Auf die weiteren Ausführungen in den Rechtsschriften, den angefochtenen
Einspracheentscheid sowie die übrigen Akten wird, soweit erforderlich, in
den nachstehenden Erwägungen eingegangen.
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## Considerations

II. Die Einzelrichterin zieht in Erwägung:
1. Die vorliegende Beschwerde richtet sich gegen den Einspracheentscheid
der Beschwerdegegnerin vom 27. Januar 2022, worin die
Beschwerdeführerin verpflichtet wurde, der Beschwerdegegnerin
CHF 3'785.95 (Hauptforderung nebst 5 % Zins seit 12. August 2021) zzgl.
CHF 300.-- Mahnkosten zu bezahlen. Der Streitwert beläuft sich somit auf
CHF 4'085.95. Da für die Beurteilung der vorliegenden Streitsache keine
Fünferbesetzung vorgeschrieben ist und der Streitwert CHF 5'000.-- nicht
überschreitet, ist die Einzelrichterin für die Beurteilung der vorliegenden
Streitsache zuständig (vgl. Art. 43 Abs. 3 lit. a des Gesetzes über die
Verwaltungsrechtspflege [VRG; BR 370.100]).
2.1. Im Beschwerdeverfahren vor Verwaltungsgericht müssen die
Prozessvoraussetzungen – darunter auch die örtliche Zuständigkeit –
erfüllt sein, damit das Gericht auf eine Beschwerde eintritt, die Sache
materiell prüft und einen Sachentscheid fällt. Die angerufene Behörde
prüft von Amtes wegen, ob die Prozessvoraussetzungen erfüllt sind. Fehlt
es an einer dieser Voraussetzungen, führt dies zu einem
Nichteintretensentscheid (vgl. KIENER/RÜTSCHE/KUHN, Öffentliches
Verfahrensrecht, 3. Aufl., Zürich/St. Gallen 2021, Rz. 1652; DAUM, in:
Herzog/Daum [Hrsg.], Kommentar zum Gesetz über die
Verwaltungsrechtspflege im Kanton Bern, 2. Aufl., Bern 2020, Art. 20a
Rz. 33 ff., insb. 43; BERTSCHI, in: Griffel [Hrsg.], Kommentar VRG, 3. Aufl.,
Zürich/Basel/Genf 2014, Vorbemerkungen zu §§ 19-28a Rz. 50 und 52).
2.2. Gemäss Art. 1 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Krankenversicherung
(KVG; SR 832.10) i.V.m. Art. 56 Abs. 1 und 58 Abs. 1 des
Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des
Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) kann gegen einen
Einspracheentscheid Beschwerde an das Versicherungsgericht
desjenigen Kantons erhoben werden, in dem die versicherte Person oder
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der Beschwerde führende Dritte zur Zeit der Beschwerdeerhebung
Wohnsitz hat. Befindet sich der Wohnsitz der versicherten Person oder
des Beschwerde führenden Dritten im Ausland, so ist das
Versicherungsgericht desjenigen Kantons zuständig, in dem sich ihr letzter
schweizerischer Wohnsitz befand oder in dem ihr letzter schweizerischer
Arbeitgeber Wohnsitz hat; lässt sich keiner dieser Orte ermitteln, so ist das
Versicherungsgericht desjenigen Kantons zuständig, in dem das
Durchführungsorgan seinen Sitz hat (Art. 58 Abs. 2 ATSG). Dieser
Gerichtsstand ist nur subsidiär massgebend (KIESER, ATSG-Kommentar,
4. Auflage, Zürich/Basel/Genf 2020, Art. 58 Rz. 38).
3. Vorliegend steht fest, dass sich der Wohnsitz der Beschwerdeführerin seit
dem 1. Dezember 2019 in D._, Bulgarien, befindet. Es stellt sich
somit die Frage, wo sich ihr letzter schweizerischer Wohnsitz befand.
3.1.1. Gemäss Art. 13 Abs. 1 ATSG bestimmt sich der Wohnsitz einer Person
nach den Art. 23-26 des Schweizerischen Zivilgesetzbuches (ZGB;
SR 210). Der zivilrechtliche Wohnsitz einer Person befindet sich an dem
Ort, wo sie sich mit der Absicht dauernden Verbleibens aufhält (Art. 23
Abs. 1 Satz 1 ZGB). Für die Begründung des Wohnsitzes müssen somit
ein objektives und ein subjektives Merkmal erfüllt sein: der tatsächliche
physische Aufenthalt und die Absicht dauernden Verbleibens. Bei
Letzterem kommt es nicht auf den inneren Willen, sondern darauf an,
welche Absicht objektiv erkennbar ist (BGE 137 II 122 E.3.6).
Entscheidend ist, dass der Ort des Wohnsitzes aufgrund sämtlicher
objektiver Umstände als Mittelpunkt der Lebensinteressen erscheint. Der
Lebensmittelpunkt befindet sich im Normalfall am Wohnort, das heisst an
dem Ort, wo man schläft, die Freizeit verbringt und wo sich die
persönlichen Effekten befinden, wo man üblicherweise einen
Telefonanschluss und eine Postadresse hat. Die nach aussen erkennbare
Absicht muss auf einen dauernden Aufenthalt im Sinne von "bis auf
Weiteres" ausgerichtet sein. Nicht massgeblich, sondern nur Indizien für
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die Beurteilung der Wohnsitzfrage sind die Anmeldung und Hinterlegung
der Schriften, die Ausübung der politischen Rechte, die Bezahlung der
Steuern, fremdenpolizeiliche Bewilligungen sowie die Gründe, die zur
Wahl eines bestimmten Wohnsitzes veranlassen (Urteile des
Bundesgerichts 2C_211/2021 vom 8. Juni 2021 E.5.2.2 und 4A_695/2011
vom 18. Januar 2012 E.4.1).
3.1.2. Vorliegend ist den Akten zu entnehmen, dass sich die Beschwerdeführerin
in den letzten fünf Jahren vor ihrem Wegzug ins Ausland aus
gesundheitlichen Gründen in einem Pflegeheim in F._ GR (bzw.
zunächst für rund drei Monate in einem Pflegeheim in G._ SG)
aufhielt, wobei sie seit dem Jahr 2009 in H._ SG wohnte (vgl. Bf-
act. 2, Anhang).
3.2.1. Gemäss Art. 23 Abs. 1 Satz 2 ZGB begründet die Unterbringung einer
Person in einer Erziehungs- oder Pflegeeinrichtung, einem Spital oder
einer Strafanstalt für sich allein keinen Wohnsitz. Nach der
Rechtsprechung wird dadurch eine widerlegbare Vermutung begründet,
wonach der Aufenthalt in einer Pflegeeinrichtung nicht bedeutet, dass
auch der Lebensmittelpunkt an den fraglichen Ort verlegt wurde. Diese
Vermutung kann umgestossen werden, wenn eine Person freiwillig und
selbstbestimmt, allenfalls vom "Zwang der Umstände" diktiert, in eine
Pflegeeinrichtung, die sie selbst gewählt hat, eintritt und sich dort im Sinne
von Art. 23 Abs. 1 Satz 1 ZGB mit der Absicht dauernden Verbleibens
aufhält. Unter dieser Voraussetzung kann die Begründung eines
Wohnsitzes am Ort der Pflegeeinrichtung bejaht werden (BGE 138 V 23
E.3.1.2 und 135 III 49 E.6.2; Urteil des Bundesgerichts 9C_295/2019 vom
18. Juni 2019 E.2.2.1). Bei einer Anstaltseinweisung durch Dritte und bei
einem Aufenthalt in der Anstalt, der nicht aus eigenem Willen erfolgt, wird
man regelmässig eine Wohnsitznahme von vornherein ausschliessen
müssen (BGE 133 V 309 E.3.1).
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3.2.2. Vorliegend ist den Akten zu entnehmen, dass die Kindes- und
Erwachsenenschutzbehörde I._ (KESB I._ [SG]) mit Beschluss
vom 8. Juli 2015 für die Beschwerdeführerin eine
Vertretungsbeistandschaft mit Einkommens- und Vermögensverwaltung
nach Art. 394 Abs. 1 i.V.m. Art. 395 Abs. 1 ZGB errichtet hatte (vgl. Bf-
act. 2). Obschon sich die Beschwerdeführerin seit Februar 2015 bis zu
ihrem Wegzug nach D._, Bulgarien, per 1. Dezember 2019 in einem
Pflegeheim in F._ GR aufhielt, wurde die Vertretungsbeistandschaft
im November 2019 wiederum durch die KESB I._ (SG) mit Beschluss
vom 13. November 2019 per 31. Dezember 2019 aufgehoben (vgl. Bf-
act. 2, inkl. Anhang; Bg-act. 80, Anhang 1). Aufgrund dessen und aus dem
Umstand, dass der Aufenthalt der Beschwerdeführerin in einem
Pflegeheim in F._ GR nicht zu einer Übertragung der Massnahme
von der KESB I._ (SG) an die KESB K._ (GR) geführt hatte (vgl.
dazu Art. 442 Abs. 5 ZGB), lässt sich ableiten, dass die
Beschwerdeführerin sich nicht mit der Absicht dauernden Verbleibens im
Pflegeheim in F._ GR aufhielt bzw. dass deren nach aussen
erkennbare Absicht nicht auf einen dauernden Aufenthalt im Sinne von
"bis auf Weiteres" ausgerichtet war. So hielt die KESB I._ (SG) in
ihrem Beschluss vom 1. Mai 2020 betreffend "Genehmigung
Schlussrechnung und Schlussbericht (1. Januar 2019 bis 31. Dezember
2019)" denn auch fest, vor der Aufhebung der Massnahme bzw. dem
Wegzug nach Bulgarien habe die Beschwerdeführerin ihren
zivilrechtlichen Wohnsitz in der Gemeinde H._ SG, mithin im
Zuständigkeitsbereich der KESB I._ (SG), gehabt (vgl. Bf-act. 2, E.1;
vgl. auch den Beschluss vom 13. November 2019 betreffend "Aufhebung
einer Massnahme" [Bg-act. 80, Anhang 1]; vgl. ferner auch die Angaben
des früheren Beistands der Beschwerdeführerin zu deren zivilrechtlichem
Wohnsitz [Bf-act. 2, Anhang; Bf-act. 14]). Dafür, dass sich die
Beschwerdeführerin nicht mit der Absicht dauernden Verbleibens im
Pflegeheim in F._ GR aufgehalten hatte, spricht denn auch der
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Umstand, dass sie dieses, nachdem sich ihr gesundheitlicher Zustand ab
dem Jahr 2016 laufend gebessert und in der Berichtsperiode vom
1. Januar 2017 bis zum 31. Dezember 2018 stabilisiert hatte, wobei sie
sich damals noch nicht in der Lage dazu sah, einen eigenen Haushalt zu
führen, bereits per 1. Dezember 2019 (mit dem Wegzug nach D._,
Bulgarien) wieder verliess (vgl. Bf-act. 2, Anhang; Bf-act. 14). Ein Indiz
dafür, dass sich der letzte schweizerische Wohnsitz der
Beschwerdeführerin in H._ SG befand, ist denn auch die Tatsache,
dass sie vom 1. September 2007 bis zum 30. November 2019 bzw. ihrem
Wegzug nach Bulgarien in H._ SG gemeldet war (vgl. Bg-act. 3, inkl.
Anhang; vgl. auch vorstehende Erwägung 3.1.1). Im Gegensatz dazu lässt
sich den Akten im Übrigen nichts entnehmen, was die durch Art. 23 Abs. 1
Satz 2 ZGB begründete Vermutung, wonach der Aufenthalt in einer
Pflegeeinrichtung nicht bedeutet, dass auch der Lebensmittelpunkt an den
fraglichen Ort verlegt wurde, umzustossen vermöchte.
3.2.3. Nach dem Gesagten befand sich der letzte schweizerische Wohnsitz der
Beschwerdeführerin im Kanton St. Gallen, weshalb das
Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen für die Behandlung der
vorliegenden Beschwerde vom 23. Februar 2022 zuständig ist. Lediglich
der Vollständigkeit halber gilt es zudem darauf hinzuweisen, dass das
Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden selbst dann nicht zuständig
wäre, wenn auf den Sitz des Versicherers hätte abgestellt werden müssen
(vgl. dazu vorstehende Erwägung 2.2 sowie Art. 58 Abs. 2 ATSG). Denn
entgegen den Angaben der Beschwerdegegnerin in der