# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 954af849-4c30-436f-aeca-096a2e920d15
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2016
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
X._, geboren 1971, war von 2005 bis 2013 als Aussenisoleur bei Y._ AG in Z._ tätig (Urk. 6/11 Ziff. 2.7). Unter Hinweis auf eine Diskushernie meldete er sich am 17. Juni 2014 bei der Invalidenversi
cherung zum Leistungsbezug an (Urk. 6/2). Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, klärte die medizinische und erwerbliche Situation ab und leistete Kostengutsprachen für ein Hilfsmittel (Urk. 6/24) und für eine Frühinter
vention in Form eines Ausbildungskurses (Urk. 6/36).
Nach durchgeführtem Vorbescheidverfahren (Urk. 6/61, Urk. 6/66-70, Urk. 6/74,
Urk. 6/76-77) verneinte die IV-Stelle mit Verfügung vom 6. April 2016 (Urk. 6/78
= Urk. 2) einen Rentenanspruch.
Der Versicherte erhob am 2. Mai 2016 Beschwerde gegen die Verfügung vom 6. April 2016 (Urk. 2) und beantragte, diese sei aufzuheben und es sei ihm eine Rente zuzusprechen, eventuell seien vom Gericht medizinische Abklärungen in Auftrag zu geben (Urk. 1 S. 2). Die IV-Stelle beantragte mit Beschwerdeantwort vom 6. Juni 2016 (Urk. 5) die Abweisung der Beschwerde, was dem Beschwer
deführer am 12. Juli 2016 zur Kenntnis gebracht wurde (Urk. 7).
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG
). Erwerbsunfähig
keit ist
der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesund
heit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verblei
bende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Be
tracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Er
werbs
unfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwi
ndbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vor
akten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zu
sammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuch
tet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
1.3
Das Gericht kann die Angelegen
heit zu neuer Entscheidung an die Vorinstanz zurückweisen, besonders wenn mit dem angefochtenen Entscheid nicht auf die Sache eingetreten oder der Sachverhalt ungenügend festgestellt wurde (§ 26 Abs. 1 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht, GSVGer). Gemäss stän
diger Rechtsprechung ist in der Regel von der Rückweisung – da diese das Ver
fahren verlängert und verteu
ert – abzusehen, wenn die Rechtsmittelinstanz den Prozess ohne wesentliche Weiterungen erledigen kann. In erster Linie kommt eine Rückweisung in Frage, wenn der Versicherungsträger auf ein Begehren über
haupt nicht eingetreten ist oder es ohne materielle Prüfung abgelehnt hat, wenn schwierige Ermessensent
scheide zu treffen sind, oder wenn der ent
scheid
relevante Sachverhalt ungenü
gend abgeklärt ist (vgl. Urteil des Bundesgerichts U 209/02 vom 10. September 2003 E. 5.2).
Von der Rückweisung der Sache an den Versicherungsträger zur Gewährung des rechtlichen Gehörs ist nach dem Grundsatz der Verfahrensökonomie dann abzu
sehen, wenn dieses Vorgehen zu einem formalistischen Leerlauf und damit zu unnötigen Verzögerungen führen würde, die mit dem gleichlaufenden und der Anhörung gleichgestellten Interesse der versicherten Person an einer möglichst beförderlichen Beurteilung ihres Anspruchs nicht zu vereinbaren sind (vgl. zum Ganzen BGE 137 I 195 E. 2.3.2; BGE 136 V 117 E. 4.2.2.2; BGE 133 I 201 E. 2.2).
Bei ungenügenden Abklärungen durch den Versicherungsträger holt die Be
schwer
deinstanz im Regelfall ein Gerichtsgutachten ein, wenn sie einen (im Ve
r
waltungsverfahren anderweitig erhobenen) medizinischen Sachverhalt über
haup
t für gutachtlich abklärungsbedürftig hält oder wenn eine Administrativ
expertise
in einem rechtserheblichen Punkt nicht beweiskräftig ist. Die betref
fende Beweis
erhebung erfolgt alsdann vor der
–
anschliessend
reformatorisch entschei
den
den
–
Beschwerdeinstanz selber statt über eine Rückweisung an die Verwaltung. E
ine Rückweisung an den Versicherungsträger
bleibt hingegen möglich, wenn sie allein in der notwendigen Erhebung einer bisher vollständig ungeklärten
Frage begründet
ist.
Ausserdem
bleibt es dem kantonalen Gericht (unter dem Aspekt der Verfahrensgarantien) unbenommen, eine Sache zurück
zuweisen, wenn lediglich eine Klarstellung, Präzisierung oder Ergänzung von gutacht
lichen Ausführungen erforderlich ist (B
GE
137 V 210
E.
4.4.1.
4 mit Hin
weisen; Urteil des Bundesgerichts
8C_815/2012 vom 21.
Oktober 2013 E.
3.4
,
publi
ziert in SVR 1/2014 UV Nr. 2 S.
3)
.
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin ging in der angefochtenen Verfügung (Urk. 2) gestützt auf die medizinischen Abklärungen davon aus, dass dem Beschwerdeführer eine angepasste Tätigkeit, unter Berücksichtigung des Belastungsprofils (leichte ange
passte wechselbelastende oder sitzende Tätigkeit mit der Möglichkeit bei Bedarf aufzustehen, ohne Heben oder Tragen von Lasten) zu 100 % zumutbar sei (S. 2 oben). Gestützt darauf ermittelte sie einen nicht rentenbegründenden In
validitätsgrad von 12 % (S. 2 Mitte).
2.2
Demgegenüber vertrat der Beschwerdeführer den Standpunkt (Urk. 1), dass er nur sehr reduziert arbeitsfähig sei, da sich sein Gesundheitszustand trotz diver
sen Therapien nicht verbessert (S. 4 Ziff. 2) und sich in der Zwischenzeit auch sein psychischer Zustand massiv verschlechtert habe (S. 5 Ziff. 4). Zudem bean
standete er den Bericht des Arztes des Regionalen Ärztlichen Dienstes (RAD; S. 5 Ziff. 3) und die Berechnung des Invalideneinkommens (S. 6 f. Ziff. 5).
2.3
Strittig und zu prüfen ist ein allfälliger Rentenanspruch.
3.
3.1
Die Ärzte der Klinik für Neurochirurgie des A._, nannten im Austrittsbericht vom 31. März 2014 (Urk. 6/12/6-7) als Diag
nosen eine Diskusher
nie L5/S1 links und einen anamnestischen Protein-C-Mangel mit Status nach Thrombose rechtes Bein (seit ca. zwei Jahren keine Antikoagu
la
tion). Am 28. März 2014 sei eine mikrochirurgische Sequestrektomie und Nuk
leo
tomie L5/S1 links erfolgt (S. 6).
3.2
Die Ärzte der Klinik für Viszeral- und Thoraxchirurgie des A._, nannten im Austrittsbericht vom 10. April 2014 (Urk. 6/13/10-11) folgende Diagnosen:
unspezifische Abdominalschmerzen
symptomatische Koprostase
Diskushernie L5/S1 links
Status nach mikrochirurgischer Sequestrektomie und Nukleotomie L5/S1 links am 28. März 2014
anamnestisch Protein-C-Mangel
Status nach Thrombose rechtes Bein (seit zirka zwei Jahren keine Antikoa
gulation)
Die Ärzte führten aus, dass nach abführenden Massnahmen eine deutliche Beschwerdebesserung eingetreten sei und der Beschwerdeführer nach einer Hospitalisation vom 6. April am 7. April 2014 entlassen worden sei.
3.3
Dr. med. B._, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, führte in seinem Bericht vom 16. Juli 2014 (Urk. 6/12/1-4) aus, dass er den Beschwerde
führer seit 8. Januar 2014 ambulant behandle (Ziff. 1.2), und nannte als Diag
nosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (Ziff. 1.1) eine Diskushernie L5/S1 links, Status nach einer
Sequestrektomie
und
Nukleotomie
vom 28. März 2014, sowie neuropathische Schmerzen an der Fusssohle links im Rahmen der Diskushernie. Sodann nannte er als Diagnose ohne Auswirkung auf die Arbeits
fähig
keit einen anamnestischen Protein-C-Mangel mit Status nach Thrombose rech
tes Bein (Ziff. 1.1). Der Beschwerdeführer sei, sofern der Fuss nicht gebraucht werde, im Rahmen einer behinderungsangepassten Tätigkeit voll leistungsfähig (Ziff. 1.7). Durch Physiotherapie,
Schmerztherapie und Einlagen für die Schuhe/Orthese könne eine Verbesserung erfolgen (
Ziff.
1.8).
3.4
Dr. med. C._, Facharzt für Neurochirurgie, A._, nannte im Bericht vom 5. August 2014 (Urk. 6/13/1-5) als Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit neuropathische Restschmerzen und einen Status nach der Operation der Diskushernie L5/S1 links vom 28. März 2014 (Ziff. 1.1). Als Diag
nose ohne Auswir
kung auf die Arbeitsfähigkeit (Ziff. 1.1) nannte er einen anam
nestischen Protein-C-Mangel mit Status nach Thrombose rechtes Bein. Er habe den Beschwerdeführer vom 19. März bis 9. Juli 2014 ambulant behandelt (Ziff. 1.2). Die Fussheber-, Fusssenkerparese und die neuropathischen Schmer
zen würden sich auf die Arbeit einschränkend auswirken, weshalb ein Job-Assessment indiziert sei (Ziff. 1.7). Eine adäquate Schmerztherapie, gegebenen
falls Physiotherapie, sei sinnvoll, deren Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit könne man jedoch nicht zu 100 % voraussehen (Ziff. 1.8).
3.5
Dr. med. D._, Fachärztin für Allgemeine Innere Medizin, führte in ihrem Bericht vom 17. Juni 2015 (Urk. 6/44/1-4) aus, dass sie den Beschwer
deführer seit dem 8. Januar 2014 im Rhythmus von vier bis sechs Wochen behand
le (Ziff. 3.1), und nannte als Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeits
fähigkeit (Ziff. 1.2) ein progredientes motorisches Ausfallsyndrom L5/S1 links unklarer Ätiologie sowie neuropathische Schmerzen und Rückenschmerzen bei Status nach einer
Sequestrektomie
und
Nukleotomie
L5/S1 links am 28. März 2014. Trotz intensiver Physiotherapie und Ergotherapie sei eine Verschlechte
rung der neuropathischen Schmerzen, insbesondere im Bereich Fusssohle und
Achillessehne links, erfolgt (Ziff. 1.3). Der Beschwerdeführer sei seit Januar 201
4 vollständig arbeitsunfähig. Eine Wiederaufnahme der Tätigkeit als Bauar
beiter sei nicht realistisch. Denkbar sei eine angepasste, sitzende Tätigkeit ohne kör
per
liche Belastung mit Möglichkeit zu regelmässigem Positionswechsel (Ziff. 2.1)
. Die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers könne möglicherweise durch die im Juni 2015 begonnene Opiattherapie, die Fortsetzung der Physio
therapie und even
tuell orthopädische Abklärungen verbessert werden (Ziff. 4.1).
3.
6
Dr. med. E._, Fachärztin für
Anästhesiologie
, A._, führte in ihrem Bericht vom 4. September 2015 (Urk. 6/52) aus, dass sie den Beschwer
de
führer vom 14. April bis 24. August 2015 behandelt habe (Ziff. 1.2) und nannte als Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (Ziff. 1.1) ein chroni
sches residuelles, radikuläres Schmerz- und sensomotorisches Ausfallsyn
drom L5/S1 links, ein chronisches lumbosakrales Schmerzsyndrom sowie als Ver
dachts
diagnose eine Tendopathie der Achillessehne links. Sodann nannte sie als Diagnose ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (Ziff. 1.1) rezidivierend auftretende Abdominalschmerzen und Diarrhoen unklarer Ätiologie. Die bishe
rige Arbeitstätigkeit sei aus medizinischer Sicht nicht mehr zumutbar. Aktuell könne der Beschwerdeführer zwei Stunden pro Tag mit Pause in einer behinde
rungsangepassten in Form einer wechselbelastenden Tätigkeit, mit wenig Gehen auf ebenem Boden und gelegentlichen Sitzen, ohne Heben und Tragen von Lasten tätig sein (Ziff. 1.7).
3.7
RAD-Arzt med. pract. F._, Facharzt für Arbeitsmedizin, führte in seiner Stellungnahme vom 23. September 2015 (Urk. 6/60) aus, dass der Be
schwerdeführer mit überwiegender Wahrscheinlichkeit seit Januar 2014 in der bisherigen Tätigkeit als Fassadenisoleur arbeitsunfähig sei. In angepasster Tätigkeit sei aus medizin-theoretischer Sicht nicht von einer dauerhaf
ten/langandauernden Einschränkung der Arbeitsfähigkeit auszugehen. Diagnostik/
Therapie seien noch nicht abgeschlossen (S. 5 Mitte).
3.
8
Dr. med. G._, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie, und H._, Psychologin MSc FSP, Schmerzzentrum des A._, diagnos
tizierten in ihrem Bericht vom 11. Februar 2016 (Urk. 6/74) eine chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren (ICD-10 F45.41)
und eine Anpassungsstörung (ICD-10 F43.22; Ziff. 1). Der Beschwerdeführer leide
an einer starken psychischen Beeinträchtigung mit pessimistischen Zu
kunfts
perspektiven, einem verminderten Selbstwertgefühl, einer stark reduzier
ten Kon
zentration, er dissoziiere und habe gelegentliche Suizidgedanken. Am 8. Januar 2016 sei eine freiwillige Einweisung zur stationären Therapie erfolgt, welche vom Beschwerdeführer am 11. Januar 2016 wieder abgebrochen worden sei (Ziff. 4).
3.9
Med. pract. F._ gab in seiner nach erfolgtem Einwand des Beschwerde
füh
rers verfassten Stellungnahme vom 12. März 2016 (Urk. 6/76) an, dass es sich aus versicherungsmedizinischer Sicht bei einer Anpassungsstö
rung um ein behandelbares Krankheitsbild handle. Der Beschwerdeführer solle sich deshalb zunächst in adäquate fachpsychiatrische Behandlung begeben. In einer ange
passten Tätigkeit sei nach Abschluss der psychiat
risch/psychotherapeutischen Behandlung wieder von einer vollen Arbeitsfähig
keit auszugehen (S. 2 unten).
4.
4.1
Der Beschwerdeführer litt an einer Diskushernie L5/S1 links; am 28. März 2014 erfolgte deswegen eine mikrochirurgische Sequestrektomie und Nukleotomie L5/S1 links (vorstehend E. 3.1). Im Juli 2014 wurde ebenfalls eine Diskushernie L5/S1 links, nebst neuropathischen Schmerzen an der Fusssohle links im Rahmen der Diskushernie, festgestellt. Es wurde von einer 100%igen Arbeits
fähig
keit des Beschwerdeführers in behinderungsangepasster Tätigkeit ausge
gangen (vorstehend E. 3.3). Im August 2014 wurde festgehalten, dass der Be
schwerde
führer an neuropathischen Restschmerzen, Status nach der Operation der Dis
kushernie L5/S1 links vom 28. März 2014, leide und sich die Fussheber-, Fuss
senkerparese und die neuropathischen Schmerzen auf die Arbeit ein
schrän
kend auswirken würden (vorstehend E. 3.4).
4.2
Rund ein Jahr später, im Juni 2015, wurde ein motorisches Ausfallsyndrom L5/S1 links
unklarer Ätiologie festgestellt, das als progredient charakteri
siert wurde. Es wurde festgestellt, dass der Beschwerdeführer seit Ja
nuar 2014 in der angestammten Tätigkeit als Bauarbeiter vollständig arbeits
unfähig sei. Die Arbeitsfähigkeit in angepasster Tätigkeit wurde nun zurückhaltender beurteilt. So wurde als denkbar erachtet, dass der Beschwerdeführer eine angepasste, sitzende Tä
tigkeit ohne körperliche Belastung mit Möglichkeit zu regelmässigem Positi
onswechsel ausüben könne, dies ohne Bezeichnung eines möglichen Pen
sums und unter Hinweis darauf, dass die Arbeitsfähigkeit möglicherweise durch die im Juni 2015 begonnene Opiattherapie, die Fortsetzung der Physiotherapie und eventuell orthopädische Abklärungen verbessert werden könne (vorstehend E. 3.5). In der aktuellsten somatischen Beurteilung im September 2015 wurden ein chronisches residuelles, radikuläres Schmerz- und sensomotorisches Aus
fallsyn
drom L5/S1 links und
ein chronisches lumbosakrales Schmerzsyndrom genannt. Die bisherige Arbeitstätigkeit wurde als aus me
dizinischer Sicht nicht mehr zumutbar beurteilt. Die Arbeitsfähigkeit in angepasster Tätigkeit wurde nun
mehr so beurteilt, dass der Beschwerdeführer gar aktuell nur noch zwei Stunden pro Tag mit Pause in einer behinderungsangepassten wechselbe
lastenden Tätigkeit, mit wenig Gehen auf ebenem Boden und gelegentlichen Sitzen, ohne Heben und Tragen von Lasten tätig sein könne (vorstehend E. 3.6).
Ferner kam noch eine psychische Problematik hinzu. So wurden im Februar 2016 erstmals eine chronische Schmerzstörung mit somati
schen und psychi
schen Faktoren (ICD-10 F45.41) und eine Anpassungsstörung (ICD-10 F43.22) diagnostiziert (vorstehend E. 3.8).
4.3
Der RAD-Arzt ging in seiner Stellungnahme von September 2015 von einer 100%igen Arbeitsunfähigkeit des Beschwerdeführers in seiner bisherigen Tätig
keit als Fassadenisoleur aus. In angepasster Tätigkeit ging er hingegen unter Hinweis darauf, dass die Diagnostik/Therapie noch nicht abgeschlossen sei, nicht von einer dauerhaften/langandauernden Einschränkung der Arbeitsfähig
keit aus (vorstehend E. 3.7). Eine Begründung für diese Annahme fehlt gänzlich. Zudem setzte er sich nicht mit dem Umstand auseinander, dass nunmehr ledig
lich eine Arbeitsfähigkeit von zwei Stunden pro Tag attestiert worden war. Auch äusserte er sich, wie der Beschwerdeführer zu Recht ins Feld führt, nicht zu den von den Ärzten zuvor diagnostizierten neuropathischen Schmerzen. Des Weiteren erfolgte auch keine Stellungnahme zu den übrigen Diagnosen.
4.4
Bezüglich der psychischen Problematik bestehen zwei Diagnosen, eine chroni
sche Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren (ICD-10 F45.41) und eine Anpassungsstörung (ICD-10 F43.22). Die ohnehin knappe Stellungnahme des RAD-Arztes von März 2016 bezieht sich jedoch nur auf eine dieser beiden Diagnosen. Wohl dürfte seine Beurteilung, dass es sich bei einer Anpas
sungsstörung definitionsgemäss um ein behandelbares Krankheitsbild handle, zutreffen. Dies ändert jedoch nichts an der Tatsache, dass er sich mit der diag
nostizierten chronischen Schmerzstörung nicht auseinandergesetzt hat. Seine Beurteilung, dass der Beschwerdeführer nach Abschluss der psychiat
risch/psychotherapeutischen Behandlung in einer angepassten Tätigkeit wieder voll arbeitsfähig sei (vorstehend E. 3.9), ist deshalb nicht vollständig und in der Folge nicht nachvollziehbar.
4.5
Auf die vorliegenden Beurteilungen durch den RAD kann nach dem Gesagten mangels Plausibilität nicht abgestellt werden, haben sie sich doch als ausge
sprochen lückenhaft erwiesen. Umgekehrt kann vorliegend nicht alleine auf die attestierte Arbeitsfähigkeit von zwei Stunden pro Tag in angepasster Tätigkeit (vorstehend E. 3.6) abgestellt werden, und von den Fachpersonen, welche die psy
chischen Störungen festgestellt haben, liegen keine Angaben zur Arbeits
fähigkeit vor
(vorstehend E. 4.3).
4.6
Zusammenfassend erweist sich die vorliegende Aktenlage für eine abschlies
sen
de Beurteilung des Leistungsanspruchs in Bezug auf den Gesundheitszustand und die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers als unzulänglich, weshalb die an
ge
fochtene Verfügung aufzuheben und die Sache an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen ist, damit diese nach ergän
zender Abklärung in geeigneter Weise eine neue Beurteilung vornehme und über den Leistungsanspruch des Beschwerdeführers neu verfüge. In diesem Sinne ist die Beschwerde gutzuheis
sen.
5.
5.1
Da es im vorliegenden Verfahren um die Bewilligung oder Verweigerung von IV-Leistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG) und auf Fr. 700.-- anzusetzen. Entsprechend dem Aus
gang des Verfahrens sind sie der unterliegenden Beschwerdegegnerin aufzuerle
gen.
5.2
Nach ständiger Rechtsprechung gilt die Rückweisung der Sache an die Verwal
tung zur weiteren Abklärung und neuen Verfügung als vollständiges Obsiegen (BGE 137 V 57 E. 2.2), weshalb
der
vertretene Beschwerdeführer Anspruch auf eine Prozessentschädigung hat. Die Prozessentschädigung ist gemäss Art. 62 lit. g ATSG in Verbindung mit § 34 GSVGer – ohne Rücksicht auf den Streitwert – nach der Bedeutung der Streitsache, nach der Schwierigkeit des Prozesses und dem Mass des Obsiegens zu bemessen.
Unter Berücksichtigung der vorgenannten Bemessungskriterien und beim ab
1. Januar 2015 für Rechtsanwälte gerichtsüblichen Stundenansatz von Fr. 220.--
ist die Prozessentschädigung vorliegend auf Fr. 1‘500.-- (inkl. Barauslagen und MWSt) festzusetzen.