# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** eff19203-5ef0-49fa-902b-28c8aada785d
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2020
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
1.1
Der 1957 geborene
X._
hat in den Vereinigten Staaten von Amerika (USA) ein Studium in Organisationsmanagement absolviert und war nach seiner Einreise in die Schweiz im Jahr 2002 als Sprachlehrer für verschie
dene Arbeitgeber tätig (Urk. 2/7/1 f., 2/7/29). Unter Hinweis auf eine psychische Beeinträchtigung meldete er sich am 20. Dezember 2012 bei der Invalidenver
si
cherung zum Leistungsbezug an (Urk. 2/7/3). Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, holte nebst einem Auszug aus dem individuellen Konto (IK-Auszug, Urk. 2/7/11) insbesondere Arbeitgeberberichte (Urk. 2/7/12, 2/7/14) sowie diverse Arztberichte (Urk. 2/7/18/5 ff., 2/7/21 und 2/7/23 f.) ein. Nach durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(vgl. Urk. 2/7/27, 2/7/31 und 2/7/33) wies sie das Leistungsbe
gehren mit Verfügung vom 13. Februar 2014 mit der Begrün
dung ab, dass der Versicherte bereits in den USA arbeitsunfähig gewesen und mit dem Gesundheits
schaden in die Schweiz eingereist sei, weshalb er die versiche
rungsmässigen Voraussetzungen nicht erfülle (Urk. 2/7/35). Dieser Entscheid blieb unangefochten.
1.2
Mit an die IV-Stelle gerichteter Eingabe vom 29. Dezember 2014 ersuchte der Versicherte gestützt auf Art. 53 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG) rückwirkend per 1. Juli 2013 um Zuspre
chung einer ganzen Rente der Invalidenversicherung (Urk. 2/7/48). Nach Kennt
nis
nahme von Berichten der behandelnden Ärzte (Urk. 2/7/40, 2/7/55) gab die IV-Stelle bei der MEDAS
Y._
ein polydisziplinäres Gutachten in Auftrag (MEDAS-Gutachten vom 9. Mai 2016, Urk. 2/7/74). Nach Eingang einer ergän
zenden gut
achterlichen Stellungnahme vom 28. Februar 2017 (Urk. 2/7/85) stellte sie dem Versicherten mit Vorbescheid vom 27. April 2017 sowohl die wie
dererwägungs
weise Aufhebung der Verfügung vom 13. Februar 2014, als auch die Abweisung des Leistungsbegehrens in Aussicht (Urk. 2/7/89). Dagegen erhob jener am 29. Mai 2017 Einwand (Urk. 2/7/92), worauf die IV-Stelle am 16. Juni 2017 wie angekündigt verfügte (Urk. 2/7/94 = Urk.
2/
2).
2.
2.1
Gegen die Verfügung vom 1
6.
Juni 2017
erhob
X._
am 8. Au
gust 2017 Beschwerde mit dem Rechtsbegehren, die IV-Stelle sei zu verpflichten, ihm ab Juli 2013 eine ganze Invalidenrente auszurichten; unter Kosten- und Ent
schädigungsfolge zuzüglich der Kosten des Privatgutachtens von Dr. med.
Z._
, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie, vom 6. Juli 2017 in Höhe von
Fr. 8'250.-- plus Mehrwertsteuer (Urk. 2/1 S. 2). Letzteres reichte der Versicherte als Beilage zur Beschwerdeschrift ein (Urk. 2/3/5). Mit Beschwerdeantwort vom 12. September 2017 schloss die IV-Stelle auf Abweisung der Beschwerde (Urk. 2/6), worüber der Versicherte mit Verfügung vom 13. Sep
tember 2017 in Kenntnis gesetzt wurde (Urk. 2/8).
Mit Urteil IV.2017.00816 vom 1
0.
Januar 2019 wies das Sozialversicherungsgericht die Beschwerde ab (
Urk.
2/9).
2.2
Mit Urteil 8C_111/2019 vom 1
4.
Juni 2019
hiess das Bundesgericht die dagegen erhobene Beschwerde teilweise gut, hob den Entscheid des Sozialversicherungs
gerichts vom 1
0.
Januar 2019 auf und wies die Sache
an dieses zurück, damit es den Invaliditätsgrad
sowie den Rentenanspruch prüfe und neu darüber befinde, ob der Beschwerdegegnerin die Kosten des Privatgutachtens von
Dr.
Z._
zu überbinden
seien
. Im Übrigen wies es die Beschwerde ab (
Urk.
2/16 =
Urk.
1).
2.3
Mit Verfügung vom 1
7.
Januar 2020 wurde den Parteien Frist angesetzt, um zur Rechtsprech
ungsänderung des Bundesgerichts, wonach grundsätzlich bei sämtli
chen psychischen Leiden samt Suchterkrankungen die tatsächliche Arbeits- und Leistungsfähigkeit mittels eines strukturierten Beweisverfahrens zu ermitteln ist, schriftlich Stellung zu nehmen (
Urk.
3). Während sich der Beschwerdeführer nicht vernehmen liess, teilte die Beschwerdegegnerin mit Eingabe vom 3
1.
Januar 2020 mit, dass sie auf das Einreichen einer Stellungnahme verzichte (Urk. 5).
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allge
meinen Teil des
Sozialversicherungsrechts, ATSG
). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom
menden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG)
Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen
wieder herstellen
, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
Die Annahme eines psychischen Gesundheitsschadens im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG sowie Art. 3 Abs. 1 und Art. 6 ATSG setzt eine psychiatrische, lege
artis
auf die Vorgaben eines anerkannten Klassifikationssystems abgestützte Diagnose voraus (vgl. BGE 145 V 215 E. 5.1, 143 V 409 E. 4.5.2, 141 V 281 E. 2.1, 130
V
396
E. 5.3 und E. 6). Eine fachärztlich einwandfrei festgestellte psychische Krank
heit ist jedoch nicht ohne weiteres gleichbedeutend mit dem Vorliegen einer Invalidität. In jedem Einzelfall muss eine Beeinträchtigung der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit unabhängig von der Diagnose und grundsätzlich unbesehen der Ätiologie ausgewiesen und in ihrem Ausmass bestimmt sein. Entscheidend ist die nach einem weitgehend objektivierten Massstab zu beurteilende Frage, ob es der versicherten Person zumutbar ist, eine Arbeitsl
eistung zu erbringen (BGE 145 V
215 E. 5.3.2, 143 V 409 E. 4.2.1, 141 V 281 E. 3.7, 139 V 547 E. 5.2, 127 V 294 E. 4c; vgl. Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.4
Versicherungsträger und das Sozialversicherungsgericht haben den Sachverhalt von Amtes wegen festzustellen und die Beweise frei, das heisst ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Sie haben alle Beweismittel, unabhängig davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverläs
sige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruches gestatten. Insbesondere dürfen sie bei einander widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzu
geben, warum sie auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellen (BGE 125 V 351 E. 3a).
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist also entscheidend, ob er für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch
die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten begründet sind. Ausschlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Her
kunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a).
2.
2.1
Verweist das Dispositiv eines Rückweisungsentscheides ausdrücklich auf die Erwägungen, werden diese zu dessen Bestandteil und haben, soweit sie zum Streitgegenstand gehören, an der formellen Recht
skraft teil. Dementsprechend sind
die Motive, auf die das Dispositiv verweist, für die Behörde, an welche die Sache zurückgewiesen wird, verbindlich (vgl. Urteile des Bundesgerichts 8C_743/2018 vom 2
7.
Mai 2019 E. 1.2 und 9C_591/2008 vom
8.
September 2008 E. 2.1 mit Hinweisen).
2.2
Ziffer 1 des Dispositivs des Rückweisungsurteils des Bundesgerichts 8C_111/2019 vom 14. Juni 2019
(
Urk.
1)
verweist auf die Erwägungen. Diese haben
folglich an der formellen Rechtskraft teil und sind für das Sozialversicherungsgericht verbindlich. In
seinen
Erwägungen befand das Bundesgericht,
dass sich das hie
sige Gericht nicht mit der Frage des Invaliditätsgrades befasst habe, da es die Voraussetzungen der Wiedererwägung der Verfügung der Beschwerdegegnerin vom 1
3.
Februar 2014 und das Vorliegen eines neuen Versicherungsfalles verneint habe. Daran könne nicht festgehalten werden, weshalb zu prüfen bleibe, ob die Beschwerdegegnerin zu Recht von einem Invaliditätsgrad von unter 40
%
ausgegangen sei. Sollte
das Sozialversicherungsgericht zum Schluss gelangen, ein Rentenanspruch sei entstanden, so werde
es
auch darüber zu entscheiden haben, wann der Versicherungsfall Rente eingetreten sei und ob die versicherungsmäs
sigen Voraussetzungen zu diesem Zeitpunkt erfüllt gewesen seien. Hierfür werde es die Sache allenfalls zu weiteren Abklärungen an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen haben. Ausserdem habe das kantonale Gericht neu darüber zu befinden, ob der Beschwerdegegnerin die Kosten des Privatgutachtens von
Dr.
Z._
zu überbinden seien (E. 6).
3.
3.1
In Nachachtung des bundesgerichtlichen Rückweisungsurteils
ist zu prüfen, ob ein rentenbegründender Invaliditätsgrad vorliegt. I
m Zuge der Abklärung
des Gesundheitszustandes des Beschwerdeführers holte die Beschwerdegegne
rin zunächst einen Bericht der i
ntegrierten Psych
iatrie
A._
vom 27.
No
vember 2014 ein, welchem folgende psychiatrische
n
Diagnosen zu entnehmen sind (
Urk.
2/7/40):
-
komplexe posttraumatische
Belastungsstörung nach Mehrfach
traumati
sierungen sowohl in Kindheit als auch im Er
wachsenenalter
(ICD-10 F 43.1)
-
anhaltende somatoform
e Schmerzstörung (ICD-10 F45.4)
-
Abhängigkeitssyndrom von Opiaten, gegenwärtig Teilnahme an einem ärztlich überwachten Ersat
zdrogenprogramm (ICD-10 F10.22)
-
Abhängigkeitssyndrom von Sedativa und Hypnoti
ka (ICD-10 F13.20)
-
rezidivierende depressive Störung, aktuell mittelgradige depressive Epi
sode (ICD-10 F33.1)
-
kombinierte Persönlichkeitsstörung (ICD-10 F61.0).
Insgesamt habe sich seit Sommer 2013 eine weitere Zustandsverschlechterung ergeben. Nebst den depressiven Symptomen mit wiederholter Suizidalität habe auch die Verwahrlosung des Versicherten zugenommen. Gegenüber früheren Beurteilungen des Jahres 2013 müsse festgehalten werden, dass die Kriterien einer kombinierten Persön
lichkeitsstörung erfüllt seien. Diese beeinträchtige den Beschwerdeführer in seiner gesamten Lebensführung und
sei durch
paranoide, schizoide, emotional instabile sowie narzisstische Persönlichkeitsmerkmale
gekennzeichnet
. Die vermutete
schizotype
Stö
rung habe sich hingegen nicht bestätigen lassen.
3
.2
Dem Bericht des K
antonsspitals
B._
vom 12. Mai 2015
sind
im Wesentlichen f
olgende
Diagnosen
zu entnehmen (Urk.
2/
7/55/1 f.):
-
s
moldering
Myeloma
IgG
lambda
(Ers
tdiagnose Juni 2013)
-
chronisch
e Niereninsuffizienz, Stadium 2
-
Diabetes mel
litus Typ 2 (Erstdiagnose 2011)
-
chronisches lumbales S
chmerzsyndrom mit
reffered
pain
-
komplexe posttraumatische
Belastungsstörung nach Mehrfach-
traumati
sierung sowohl in der Kindheit als auch im
Erwachsenenalter (ICD-10 F43.1)
-
rezidivierende depressive Störung mit soma
tischem Syndrom (ICD-10 F32.01)
-
Verdacht auf
schizotype
Störung, differentialdiagnostisch kombinierte Persön
lichkeitsstörung (ICD-10 F61.0)
-
Abhängigkeitssyndrom von Sedativa und Hypnotika (ICD-10 F13.20), wahrscheinlich im Rahmen der post
traumatischen Belastungsstörung
-
pruriginöse
Dermatose der Arme und Unterschenkel beidseits (Erstdiag
nose 2014).
Zu allfälligen Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit äusserten sich die Ärzte des
B._
in ihrem Bericht nicht.
Auch den diesem Bericht angehängten Berichten der Ärzte des
B._
über erfolgte bildgebende Untersuchungen und Schmerzabklärun
gen sind keine Darlegungen zu den Auswirkungen des diagnostizierten Leiden auf die Arbeitsfähigkeit (
Urk.
2/7/55/4 ff.).
3
.3
Im polydisziplinären MEDAS-Gutachten vom 9. Mai 2016 wurden nachstehende Diagnosen mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit
gestellt
(Urk.
2/
7/74/29):
-
lumbospondylogenes
Schmerzsyndrom bei Status nach dreimaliger Rücken
operation: Status nach Mikrodiskektomie L4/5 (1993, New York), Status nach Mikrodiskektomie L3/4 (2003), Mikrochirurgische
Teilhemila
minektomie
L4/5 rechts mit Entfernung eines Bandsch
eibensequesters (November 2007)
-
psychologische Faktoren und Verhaltensfaktoren bei andernorts klassifi
z
ierten Krankheiten (ICD-10 F54)
-
leichtes kognitives Defizit bei sonstigen näher bezeichneten psychischen Störungen aufgrund einer Funktionsstörung des Gehirns beziehungsweise einer körperlichen Krankheit (Behandlung mit Opioiden; ICD-10 F06.8).
Ein
Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit
wurde
demgegenüber
bezüglich folgender Diagnosen verneint
(Urk.
2/
7/74/30):
-
akzentuierte Per
sönlichkeitszüge (ICD-10 Z73.1)
-
Abhängigkeitssyndrom von Opioiden, gegenwärtig Teilnahme an einem ärztlich überwachten Programm (ICD-10 F11.22) mit medikamentös bedingtem
zentralem Schlaf-Apnoe-Syndrom
-
Albtraumstörung (ICD-10
F51.5)
-
monoklonale
Gammopathie
(Typ
IgG
Lambda) ohne Hinweise für Poly
neuropathie
-
Diabetes mellitus, rein diätetisch kontrolliert, ohne Hinweise für Polyneu
ropathie
-
latenter Diabetes mellitus II, aktuell normale
Glucosewerte
(keine Therapie erforderli
ch)
-
Myelom
IgG
Typ Lambda ohne derz
eitige Behandlungsnotwendigkeit
-
noch asymptomatischer (substitutionsbedürftiger) Vitamin B12-Mangel bei Typ C-Gastritis.
Dr.
med.
C._
, Facharzt für Neurologie,
äusserte sich
in seinem Teilgutachten
dahingehend
, dass
im Rahmen der Untersuchung keine Polyneuro
pathie habe festgestellt werden können. Sensomotorische Ausfälle hätten nicht bestanden. Trotz Degeneration der Lendenwirbelsäule seien beim Beschwerde
führer keine
radikulären
motorischen und sensiblen Ausfälle lumbaler Nerven
wurzeln vorhanden.
Die Angabe einer Rückenschmerzzunahme mit geringem Ansprechen auf Therapie korreliere mit der Zunahme der Degeneration. Eine erhebliche Neurokompression sei jedoch nicht feststellbar gewesen.
Trotz subjek
tiv ausserordentlich hoch skalierter Schmerzen behandle sich der Beschwerde
führer selbst durch Meditation und Ausruhen. Zur Einleitung akuter therapeuti
scher Massnahmen sei es dagegen nicht gekommen, was als Inkonsistenz zu werten sei. Die Angaben würden auch mit der normalen Tagesaktivität kontras
tieren. In Bezug auf die abnorme Müdigkeit und Erschöpfung lägen keine Hinweise für eine neurologische Ursache vor. Überwiegend wahrscheinlich sei dies medikamentös bedingt. Die stark reduzierte Mimik und Psychomotorik sei
en
im Rahmen der psychischen Befindlichkeitsstörung zu erklären. Insgesamt ergä
ben sich aufgrund
der neurologischen Befunde
keine Einschränkungen
des posi
tiven oder negativen Fähigkeitsprofils (
Urk.
2/7/74/21 f., 2/7/74/24).
Im Zuge der Exploration durch
Dr.
med.
D._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie,
habe der Beschwerdeführer insbesondere über rasche Ermü
dbarkeit, teilweise gedrückte Stimmung sowie einen schlechten Schlaf mit Alb
träumen geklagt. Wegen der Schmerzen und Schlafstörungen nehme er seit vielen Jahren Opiate und Benzodiazepine ein. Im Weiteren fühle er sich unkonzentriert und teilweise gestresst (
Urk.
2/7/74/34 f.).
Gemäss
Dr.
D._
hätten sich keine Hinweise auf Störungen der Orientierung oder des Ich-Bewusstseins ergeben. Die Aufmerksamkeit und Konzentration seien nicht relevant reduziert gewesen; stel
lenweise habe sich der Beschwerdeführer etwas ablenkbar gezeigt. Das Denken sei weder verlangsamt noch gehemmt gewesen
. Teilweise sei etwas umständlich, weitschweifig und ausweichend berichtet worden.
Psychomotorisch habe der Beschwerdeführer leicht unruhig gewirkt. Affektiv habe er sich durchaus adäquat verhalten und
eine
leicht
e Anspannung gezeigt
. Die Stimmungslage sei indiffe
rent gewesen, auch nachdenklich und besorgt, jedoch nicht niedergestimmt.
Geringfügig reduziert sei die Schwingungsfähigkeit erschienen. Bei erhaltener Modulationsfähigkeit habe keine affektive Instabilität beobachtet werden kön
nen.
In Bezug auf die Persönlichkeitsstruktur scheine möglicherweise in der Jugendzeit ein teilweise etwas impulsives, emotional instabiles und auch domi
nantes Verhalten bestanden zu haben. Gegenwärtig habe der Beschwerdeführer sein Verhalten jedoch adäquat steuern können, wobei nebst einer Verletzlichkeit
auch narzisstische,
histrionische
und abhängige Tendenzen bestünden. Leichte
Beeinträchtigungen seien schliesslich hinsichtlich Willensbildung und Realitäts
orientierung erkennbar gewesen (
Urk.
2/7/74/37).
Unter Berücksichtigung der Anamnese, der Aktenlage sowie der Verhaltensbeobachtung könne von einer Per
sönlichkeitsakzentuierung ausgegangen werden. Ferner führe die allgemeine Unzufriedenheit mit seinem Schicksal, der somatischen Erkrankung, der geschei
terten Beziehung, dem beruflichen Misserfolg und dem daraus resultierenden Geldmangel zu einer Verbitterung. Zusammen mit den reaktiven Erscheinungen und der regelmässigen Einnahme von Methadon verstärke sich beim Beschwer
deführer die teilweise etwas unbeständige und launische Stimmung, die auch als eine relevante, dauerhaft bestehende affektive Störung fehlgedeutet werden könne. Im Rahmen der Opiatbehandlung komme es zusätzlich zu ungünstigen Effekten mit Einfluss auf die Stimmungslage und die subjektive kognitive Leis
tungsfähigkeit.
Unter Berücksichtigung der Ergebnisse der neuropsychologischen Untersuchung sei aufgrund verlängerter Vor- und Nachbereitungszeiten sowie etwas erhöhtem Pausenbedarfs eine 20%ige Arbeitsunfähigkeit für die ange
stammte Tätigkeit als Sprachlehrer zu attestieren. In einer angepassten Tätigkeit sei die Leistungsfähigkeit um 10
%
reduziert. Dies sei spätestens seit dem Zeit
punkt der Anmeldung zum Bezug von Leistungen der Invalidenversicherung der Fall (Urk. 2/7/74/40, 2/7/74/44).
Dr.
med.
E._
, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, gelangte aus internistischer Sicht zum
Schluss, dass
weder der latent vorhandene Diabetes mel
litus
Typ 2
noch das
derzeit nicht
behandlungsbedürftige
Myelom
eine Einschrän
kung der Leistungsf
ähigkeit zur Folge hätten. Diese Beurteilung
gelte
abgesehen von Zeiten kurzer vorübergehender Arbeitsunfähigkeit
auch retrospektiv (Urk. 2/7/74/49 f.).
Dem Teilgutachten von
Dr.
med.
F._
, Fachärztin für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, ist zu entnehmen,
dass die geklagten chronischen Rückenprobleme teilweise nachvollziehbar seien. Momentan seien keine
radikulären
Zeichen vorhanden. Radiologisch seien dege
nerative Veränderungen sowie eine
osteodiskale
Foramenenge
L3/4 beidseits rechts betont nachweisbar.
Infolgedessen seien dem Beschwerdeführer nament
lich Arbeiten mit monotonen Zwangshaltungen und ausschliesslichem Gehen, Stehen oder Sitzen nicht zumutbar. Gleiches gelte in Bezug auf das Heben und Tragen von Lasten von über fünf Kilogramm. Aufgrund einer verminderten Leis
tungsfähigkeit und eines erhöhten Pausenbedarfs sei aus orthopädischer Sicht sowohl für die angestammte Tätigkeit als Englischlehrer als auch für jede Ver
weistätigkeit seit dem Begutachtungszeitpunkt von einer 70%igen Arbeitsfähig
keit auszugehen (
Urk.
2/7/74/57 f.).
Lic
. phil.
G._
, Fachpsychologe für Neuropsychologie, gelangte in seiner Teilexpertise zur Auffassung, dass
sich zwar Hinweise auf eine zeitweise reduzierte Leistungsbereitschaft ergeben hätten. Insgesamt seien die Testresultate trotzdem glaub
haft
; der klinische Eindruck und die objektivierten Befunde seien ansonsten stimmig. Der Beschwerdeführer sei insgesamt etwas verlangsamt und weniger reaktiv. Er ermüde zudem geistig etwas rascher. Er lerne etwas weniger gut und lasse sich relativ leicht durch widersprüchliche Informationen ablenken
. Diese Einschränkungen seien im Alltag als Lehrer hinderlich, weshalb sich aus rein neuropsychologischer Sicht infolge verlängerter Vor- und Nachbearbei
tungszeiten sowie etwas verlängerter Pausen eine Leistungsminderung von 20
%
ergebe.
Von einer 10%igen Einschränkung könne bei einem angepassten Arbeits
platz (kleine Sprachklassen, keine «schwierigen» Schüler) ausgegangen werden
(
Urk.
2/7/74/65 f.).
Im interdisziplinären Konsens hielten die Gutachter fest, dass sich die
Arbeitsfä
higkeit für die angestammte Tätigkeit als Sprachlehrer auf integral 60
% belaufe
. Bezüglich einer
körperlich
leichten
(
Gewichtslimite
5 kg)
und wechselbelasten
den Verweistätigkeit
ohne Gehen auf unebenem Gelände und ohne häufiges Treppen
steigen, ohne das Besteigen von Leitern und Gerüsten und ohne hohe Anforde
rungen an
konzentratives
Arbeiten
bestehe
bei voller zeitlicher Präsenz eine Leistungsfähigkeit von 70 %. Die gegenwärtig attestierte Arbeitsfähigkeit gelte seit dem Zeitpunkt des Gesuches um Zusprechung von Leistungen der Invaliden
versicherung (20. Dezember 2012; Urk.
2/
7/74/30 ff.).
Diese Beurteilung bekräf
tig
t
en die Gutachter mit ergänzender Stellungnahme vom 2
8.
Februar 2017 (
Urk.
2/7/85).
3
.4
Dem von Dr.
Z._
verfassten
psychiatrischen
Privatgutachten vom 6. Juli 2017 lassen sich folgende Diagnosen mit Au
swirkungen auf die Arbeitsfähig
keit entnehmen (Urk.
2/
3/5 S. 25):
-
posttraumatische B
elastungsstörung (ICD-10 F43.1)
-
sonstige andauernde Persönlich
keitsveränderung (ICD-10 F62.8)
-
rezidivierende depressive Störung,
chronifiziert
, aktuell am ehesten mit
telschwere de
pressive Episode (ICD-10 F33.1)
-
Abhängigkeitssyndrom, aktue
ll substituiert (ICD-10 F11.22)
-
chronischer Schmerz mit psychischen u
nd somatischen Anteilen (ICD-10-GM
F45.41).
Nicht beeinträchtigt sei die Arbeitsfähigkeit
gemäss
Dr.
Z._
durch einen Status nach schädlichem Alkohol- und
Benzodiazepin
gebrauch
(ICD-10 F10.1, F13.1).
Im Rahmen der Exploration
sei der Beschwerdeführer bewusstseinsklar und all
seits orientiert gewesen. Im Primärkontakt sei er freundlich, zugewandt und sicht
lich bemüht gewesen, die Fragen zu beantworten. Er schien Mühe zu haben, die Konzentration aufrechtzuerhalten.
Auch das Benennen von Jahreszahlen sei ihm schwergefallen. Subjektiv habe er eine grosse Vergesslichkeit und rasch abfal
lende Konzentration angegeben. Die damit verbundene Anstrengung führe zu einer grossen Erschöpfung.
Diese Selbsteinschätzung sei jedoch etwas von der objektiven Einschätzung abgewichen, da er es geschafft habe, über zwei Stunden gut im Kontakt zu bleiben. Der formale Gedankengang habe sich eher verlang
samt und schleppend dargestellt, wobei subjektiv
ein sehr ermüdendes, perma
nentes Gedankenkreisen beklagt worden sei.
Affektiv sei der Beschwerdeführer kaum spürbar gewesen bei emotional kaum herstellbarem Rapport. Über weite Strecken habe er
emotional unbeteiligt und abgeflacht gewirkt mit vereinzelten impulsiven Durchbrüchen mit Gereiztheit und dem Gefühl, missverstanden zu werden. Die Stimmung sei zum depressiven Pol hin verschoben gewesen mit eingeschränkter affektiver Schwingungsfähigkeit.
Lebensüberdrüssige Gedanken habe es immer wieder gegeben, aber keine Suizidversuche und aktuell auch keine Suizidgedanken.
Er leide zudem unter permanenten Rücken- und Kopfschmerzen der Stärke 5 bis 6.5 auf einer Schmerz-Analogskala von 1 bis 1
0.
Dadurch und aufgrund seit Jahren bis Jahrzehnten bestehender Albträume mit Inhalten frühe
rer traumatischer Erlebnisse träten auch Durchschlafstörungen auf.
Flashbacks habe der Beschwerdeführer bezogen auf Traumatisierungen im Kinderhe
im
, aber auch auf Kriegserlebnisse in Laos geschildert (
Urk.
2/3/5 S. 22 f.).
Zusammengefasst sei es ab 2006 respektive 2007 sukzessive schleichend zur Aus
bildung diverser Symptome im Rahmen der psychiatrischen Diagnosen geko
m
men.
Mit dem aktuell ausgeübten Pensum als Englischlehrer fühle sich der Beschwerdeführer am Limit seiner Belastbarkeit angelangt. Gesamthaft ergebe sich das Bild eines multimorbiden, psychiatrisch
komorbid
schwer erkrankten Mannes, bei dem es trotz zahlreicher Behandlungsversuche nicht gelungen sei, die Symptomatik in relevanter Weise zu verbessern und damit die Leistungs- und Arbeitsfähigkeit zu steigern.
Nach lang
jähriger Progredienz der Beschwerden hätten diese in den letzten Monaten gewissermassen stagniert (Urk.
2/
3/5 S. 29 f.).
Das
Störungsbild
sei insgesamt
wahrscheinlich zum heutigen Zeitpunkt eher weniger stark ausgeprägt, als es dies in den letzten fünf bis sieben Jahren oder zumindest seit Stellung des Antrags auf Leistungen der Invalidenversicherung der Fall gewesen sei. Aufgrund der Symptomatik und der konkreten Einschränkungen sei der Beschwerdeführer aktuell jedoch nicht in der Lage, seinen Beruf als Eng
lischlehrer in einem höheren Pensu
m als den momentan zwei Mal 1.5
Stunden
[pro Woche] nachzugehen. Davon sei mit Blick auf die früheren ärztlichen Beur
teilungen auch retrospektiv ab dem Jahr 2010 auszugehen (Urk.
2/
3/5 S. 32).
4
.
In rein somatischer Hinsicht
zogen
beide Parteien
das MEDAS-Gutachten nicht substantiiert in Zweifel (vgl.
Urk.
2/1
S.
4,
Urk.
2/2 S. 2).
Die einzelnen Teilgut
achten erfüllen die vom Bundesgericht statuierten Anforderungen an eine beweiswerte medizinische Expertise (vgl. E. 1.4 vorstehend) und vermögen insbesondere im Hinblick auf die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit zu überzeugen.
So leuchtet ein, dass aus neurologischer Sicht unter anderem bei Fehlen senso
motorischer Ausfälle und einer erheblichen Neurokompression im Bereich der Lendenwirbelsäule keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit bescheinigt wurde (
Urk.
2/7/74/21 f.). Abgestellt werden kann zudem auf die orthopädische Ein
schätzung, wonach die Arbeitsfähigkeit
angesichts der progredienten degenerati
ven Veränderungen an der Lendenwirbelsäule
generell
infolge erhöhten Pausen
bedarfs
und verminderter Leistungsfähigkeit
zu 30
%
eingeschränkt ist (
Urk.
2/7/74/57
f.
). Aktuelle f
achärztliche Berichte, welche eine a
bweichende
Betrachtungsweise nahelegen, sind nicht vorhanden.
5.
5.1
Umstritten ist allerdings,
ob die Arbeitsfähigkeit zusätzlich
aus
ps
ychiatrisch-neuropsychologischen
Gründen
beeinträchtigt ist. Die Beschwerdegegnerin ver
tritt die Auffassung, dass
die in diesem Kontext von den MEDAS-Gutachtern attestierte Einschränkung nicht nachvollziehbar sei und diese ohnehin in der aus somatischer Sicht bescheinigten Arbeitsunfähigkeit aufgehen würde (
Urk.
2/2 S. 2 f.). Auch der Beschwerdeführer argumentiert, dass die Beurteilung der MEDAS-Gutachter nicht zu überzeugen vermöge. Vielmehr sei in Anbetracht der Ausführungen von
Dr.
Z._
erstellt, dass weder in der bisherigen noch in einer adaptierten Tätigkeit eine massgebliche Arbeitsfähigkeit bestehe (
Urk.
2/1 S. 3 ff.).
5.2
5.2.1
Den von Versicherungsträgern im Verfahren nach Art. 44 ATSG eingeholten, den Anforderungen der Rechtsprechung entsprechenden Gutachten externer Spezial
ärzte (sogenannte Administrativgutachten) ist Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 135 V 465 E. 4.4; Urteil des Bundesgerichts 9C_823/2018 vom 11. Juni 2019 E. 2 mit Hinweisen).
E
in
Privatgutachten
hingegen besitzt
als Parteigutachten nicht den gleichen Rang wie ein vom Gericht oder Sozialversicherungsträger nach dem vorgegebenen Ver
fahrensrecht eingeholtes Gutachten. Es gibt auch keinen Anspruch der versicher
ten Person, abschliessend nach einem Parteigutachten beurteilt zu werden, genauso wenig wie die rechtsanwendenden Behörden ein solches allein mit Blick auf diese Eigenschaft unbeachtet lassen dürfen. Bei der Beweiswürdigung ist
sodann
zu beachten, dass die psychiatrische Exploration von der Natur der Sache her nicht ermessensfrei erfolgen kann. Sie eröffnet dem begutachtenden Psychiater daher praktisch immer einen gewissen Spielraum, innerhalb dessen verschiedene medizinisch-psychiatrische Interpretationen möglich, zulässig und zu respektieren sind, sofern der Experte lege
artis
vorgegangen ist (Urteil des Bundesgerichts 8C_200/2018 vom
7.
August 2018 E. 6.2 f. mit Hinweisen).
5.3
Im Gegensatz zu
Dr.
D._
gelangte
Dr.
Z._
zur Auffassung, dass für die angestammte Tätigkeit als Sprachlehrer seit 2010 eine Arbeitsfähigkeit von höchstens zwei M
al 1.5 Stunden pro Woche bestehe. Zudem sei nicht davon aus
zugehen, dass der Beschwerdeführer in einer anderen Tätigkeit eine relevante Arbeitsfähigkeit erreichen könne
(
Urk.
2/3/5 S. 32).
M
it Blick auf de
n
Umstand, dass
sich grundsätzlich keine s
chwerwiegende
n
Befunde objektivieren
liessen, ist die Beurteilung kritisch zu hinterfragen
.
Laut Dr.
Z._
sei d
er Beschwer
deführer
bewusstseinsklar und allseits orientiert
gewesen. Trotz berichteter Mühe, die Konzentration aufrechterhalten zu können, sei er in der Lage gewesen, über zwei Stunden gut im Kontakt zu bleiben. Der formale Gedankengang sei eher verlangsamt und schleppend gewesen.
Bei kaum herstellbarem affektiven Rapport sei die Stimmung zum depressiven Pol hin verschoben gewesen
,
mit einge
schränkter affektiver Schwingungsfähigkeit. Dissoziative Zustände hätten nicht beobachtet werden können.
Der Antrieb sei primär ungestört erschienen
,
mit wei
testgehend geregeltem, aber eher rudimentärem Tagesablauf.
Beschrieben worden seien seit Jahren bis Jahrzehnten bestehende Albträume, wodurch der auch infolge chronischer Schmerzen beeinträchtigte Schlaf gestört sei.
Ferner seien Flashbacks bezogen auf Traumatisierungen im Kinderheim und Kriegserlebnisse in Laos vorhanden.
Zwangsgedanken und -handlungen seien ebenso wie kon
krete Suizidgedanken verneint worden
. Der Appetit sei aktuell
bei stabilem Gewicht
als gut bezeichnet worden (
Urk.
2/3/5 S. 22 f.).
Insgesamt
sind
keine erheblichen Differenzen zum von
Dr.
D._
erhobenen psy
chopathologischen Befund
erkennbar
(vgl.
Urk.
2/7/74/37)
.
Die jeweils von den Gutachtern erstellten Fähigkeitsprofile (
Urk.
2/3/5 S. 31 f.,
Urk.
2/7/74/44) unter
scheiden sich ebenfalls nicht in grundlegender Weise.
Soweit divergierende Einschätzungen vorliegen,
wie etwa in Bezug auf die
Beeinträchtigung
der Durch
haltefähigkeit sowie die Fähigkeit zur Planung und Strukturierung,
ist dies
zur
Hauptsache
als andere Beurteilung des gleichen medizinischen Sachverhalts zu interpretieren. Konkrete Indizien für die Unzuverlässigkeit des MEDAS-Teilgutacht
ens
oder eine tendenziöse Beurteilung von
Dr.
D._
lassen sich daraus nicht ab
leiten.
Die
deutlich
abweichende Di
agnosestellung
von
Dr.
Z._
(
Urk.
2/3/5 S. 25)
ist
sodann
nicht
ausschlaggebend, da nicht die diagnostische Einordnung eines Gesundheitsschadens entscheidend ist, sondern dessen konkreten Auswirkungen auf die Arbeits- und Leistungsfähigkeit (Urteil des Bundesgerichts 9C_228/2013 vom 2
6.
Juni 2013 E. 4.1.4 mit Hinweis
; vgl. diesbezüglich die
Standardindikatorenprüfung
in nachfolgender E. 6
).
Davon abgesehen legte
Dr.
D._
entgegen der Argumentation der Privatgutachterin und derjenigen des Beschwerdeführers
überzeugend
dar, weshalb er weder von einer
posttraumatischen
Belastungsstörung
noch von eine
r Persönlichkeits
störung ausgeht
. Er verwies dabei einerseits auf die gemäss ICD-10 geforderten Kriterien, welche er
bei
gezielter Befragung
mangels Schilderung einer Flashback-Symptomatik und ausgeprägter Verdrängungsmechanismen
als nicht erfüllt erachtete
(
Urk.
2/7/74/35, 2/7/74/39)
. Andererseits
merkte er an, dass für eine spezifische Persönlichkeitsstörung stärkere persönliche und soziale Beeinträchti
gungen in der Vergangenheit hätten bestand
en haben müssen (
Urk.
2/7/74/43;
vgl.
in diesem Kontext
den Lebenslauf und die unauffälligen Arbeitszeugnisse,
Urk.
2/7/29). In der Tat hätte sich die Störung gemäss ICD-10-Kriterien bereits in der Kindheit und Jugend entwickeln und danach im Erwachsenenalter manifes
tieren müssen (
Dilling
/
Mombour
/Schmidt [Hrsg.], ICD-10,
Internationale
Klassi
fikation psychischer Störungen, ICD-10 Kapitel V (F), Klinisch-diagnostische Leit
linien, 1
0.
Auflage, S.
277; vgl. auch Urteil des Bundesgerichts 8C_882/2017 vom
9.
Mai 2018 E. 3.3.2
)
.
Zusammenfassend
besteht
auf der Grundlage des Privatgutachtens von Dr.
Z._
kein begründeter Anlass, das psychiatrische Teilgutachten der MEDAS in Frage zu stellen.
Diesem ist auch nicht aus formellen Gründen der Beweiswert abzusprechen, wie der Beschwerdeführer zu Unrecht vorbringt (Urk. 2/1 S. 4).
Wie soeben ausgeführt, legte
Dr.
D._
in schlüssiger
Weise ins
besondere dar, weshalb weder die Diagnose einer Persönlichkeitsstörung noch einer posttraumatischen Belastungsstörung zu stellen ist. Es mag zutreffen, dass
von gutachterlicher Seite mit ergänzender Stellungnahme vom 2
8.
Februar 2017 (
Urk.
2/7/85) nicht näher
auf den Bericht der
A._
vom 1
0.
Oktober 2016 einge
gangen wurde.
In diesem
wurde einerseits daran festgehalten, dass eine kombi
nierte Persönlichkeitsstörung mit relevanten Auswirkungen auf die Arbeitsfähig
keit vorliege. Andererseits wurde dem psychiatrischen Gutachter beigepflichtet, dass weder die Symptome einer schweren affektiven Störung noch das Vollbild einer posttraumatischen Belastungsstörung vorlägen. Ferner wurde bestätigt, dass eine eher leichte
kognitive Leistungsminderung bestehe
und dass es sinnvoll sei, die aktuelle Medikation nach Mögl
ichkeit weiter anzupassen (Urk.
2/7/79).
Dem Bericht sind insgesamt
somit
keine
,
nicht rein subjektiver Interpretation entsprin
genden Aspekte zu entnehmen, welche bei der Begutachtung unerkannt oder ungewürdigt geblieben wären. Unter weiterer Berücksichtigung der Erfahrungs
tatsache, dass behandelnde Arztpersonen beziehungsweise Therapiekräfte mitun
ter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patientinnen und Patienten aussagen (
BGE 135 V 465 E. 4.5, 125 V 351 E. 3b/cc
), vermag der Bericht der
A._
das psychiatrische Teil
gutachten
folglich
nicht in Frage zu stellen.
6
.
6
.1
Für den Rechtsanwender ist eine medizinische Einschätzung der Arbeitsunfähig
keit aus psychischen Gründen nicht ohne Weiteres verbindlich. Es kann davon abgewichen werden, ohne dass ein Gutachten seinen Beweiswert verliert (vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_106/2015 vom
1.
April 2015 E. 6.3 mit Hinweis). Grundsätzlich soll f
ür sämtliche psychischen Leiden
ein
indikatorengeleitetes
Beweisverfahren gemäss BGE 141 V 281 Anwendung finden (vgl. BGE 143 V 409 E. 4.5.3 und 143 V 418 E. 7.1), das Aufschluss über
das tatsächlich erreichbare Leistungsvermögen geben soll (BGE 141 V 281 E. 2, E. 3.4-3.6 und 4.1; vgl. statt vieler: Urteil des Bundesgerichts 9C_590/2017 vom 15.
Februar 2018 E. 5.1).
Dabei
ist im Rahmen einer gesamthaften Prüfung des Einzelfalls mit seinen spe
zifischen Gegebenheiten und den erhobenen Rügen entscheidend, ob ein abschliessendes Abstellen auf die vorhandenen Beweisgrundlagen vor Bundes
recht standhält (BGE 141 V 281 E. 8 unter Hinweis auf BGE 137 V 210 E. 6). Mithin ist im konkreten Fall zu klären, ob die beigezogenen Gutachten – allenfalls zusammen mit weiteren fachärztlichen Berichten – eine schlüssige Beurteilung anhand der massgeblichen Indikatoren erlauben oder nicht (vgl. Urteile des Bun
desgerichts 8C_604/2017 vom 15. März 2018 E. 5.2.2 und 8C_300/2017 vom 1. Februar 2018 E. 4.2).
6
.2
Die für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit bei psychischen Erkrankungen im Regelfall beachtlichen Standardindikatoren (BGE 143 V 418, 143 V 409, 141 V 281) hat das Bundesgericht wie folgt systematisiert (BGE 141 V 281 E. 4.3.1):
-
Kategorie «funktioneller Schweregrad» (E. 4.3)
-
Komplex «Gesundheitsschädigung» (E. 4.3.1)
-
Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde (E. 4.3.1.1)
-
Behandlungs- und Eingliederungserfolg oder -resistenz (E. 4.3.1.2)
-
Komorbiditäten (E. 4.3.1.3)
-
Komplex «Persönlichkeit» (Persönlichkeitsdiagnostik, persönliche Res
sourcen, E. 4.3.2)
-
Komplex «Sozialer Kontext» (E. 4.3.3)
-
Kategorie «Konsistenz» (Gesichtspunkte des Verhaltens, E. 4.4)
-
gleichmässige Einschränkung des
Aktivitätenniveaus
in allen vergleich
baren Lebensbereichen (E. 4.4.1)
-
behandlungs- und eingliederungsanamnestisch ausgewiesener Leidens
druck (E. 4.4.2)
Beweisrechtlich entscheidend ist der verhaltensbezogene Aspekt der Konsistenz (BGE 141 V 281 E. 4.4; vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_604/2017 vom 1
5.
März 2018 E. 7.4).
Die Standardindikatoren erlauben
unter Berücksichtigung leistungshindernder äusserer Belastungsfaktoren einerseits und Kompensationspotenzialen (Ressour
cen) andererseits
das tatsächlich erreichbare Leistungsvermögen einzuschätzen (BGE 141 V 281 E. 3.4-3.6 und E. 4.1; vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_260/2017 vom
1.
Dezember 2017 E. 4.2.3). Die Anerkennung eines rentenbegründenden Invaliditätsgrades ist nur zulässig, wenn die funktionellen Auswirkungen der medizinisch festgestellten gesundheitlichen Anspruchsgrundlage im Einzelfall anhand der Standardindikatoren schlüssig und widerspruchsfrei mit (zumindest) überwiegender Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sind. Fehlt es daran, hat die Folgen der Beweislosigkeit (nach wie vor) die materiell beweisbelastete versi
cherte Person zu tragen (BGE 141 V 281 E. 6; 141 V 547 E. 2).
6
.3
6
.3.1
Zum Komplex «Gesundheitsschädigung» ist festzuhalten, dass
durch
Dr.
D._
keine
schwergradigen
psychischen Beeinträchtigungen eruiert
werden konnten.
Laut
fachärztlichem Befund ergaben sich keine Anhaltspunkte für Störungen der Orientierung oder des Bewusstseins. Bei stellenweise vorhandener Ablenkbarkeit erschienen auch die Aufmerksamkeit und die Konzentration nicht relevant reduziert (
Urk.
2/7/74/37). Insgesamt leichte kognitive Einschränkungen liessen sich durch die neuropsychologische Zusatzuntersuchung
objektivieren
(Urk. 2/7/74/65).
Aus psychiatrischer Sicht wurden des Weiteren leichte Beein
trächtigungen der Willensbildung sowie des Realitätsorientierungssinns und des Realitätsbezugs festgestellt. Psychomotorisch verhielt sich der Beschwerdeführer im Rahmen der Exploration leicht unruhig.
Die Stimmungslage erschien indiffe
rent, auch nachdenklich und besorgt, aber nicht niedergestimmt. Einen leicht reduzierten Eindruck hinterliess die emotionale Schwingungsfähigkeit. Eine
affektive Instabilität konnte in der Untersuchungssituation nicht beobachtet wer
den (
Urk.
2/7/74/37).
Die bestehende Symptomatik habe gemäss
Dr.
D._
zur Folge, dass dem Beschwerdeführer eigenverantwortliche Entscheidungen zeitwei
lig schwerfallen. Zudem erscheine er in seiner Aktivität und Kreativität sowie
der
Widerstands- und Durchhaltefähigkeit leicht red
uziert (
Urk.
2/7/74/40).
Entscheidend und zusätzlich zu prüfen ist rechtsprechungsgemäss allerdings, ob nach den übrigen Standardindikatoren auf einen funktionellen Schweregrad der psychischen Störung zu schliessen ist, der sich nach dessen konkreten Auswir
kungen und insbesondere danach beurteilt, wie stark die versicherte Person in sozialen, beruflichen oder anderen wichtigen Funktionsbereichen dadurch beein
trächtigt ist (BGE 143 V 418 E. 5.2.3).
6
.3.2
Mit Blick auf den Gesichtspunkt der «Therapieresistenz» ist zu berücksichtigen, dass aus psychiatrischer Sicht nicht alle Behandlungsmöglichkeiten ausgeschöpft sind. Von gutachterlicher Seite wurde
in diesem Zusammenhang angeraten, die gegenwärtige Methadonbehandlung auf längere Sicht durch eine andere Schmerztherapie zu ersetzen.
Nebst einem Resilienz- und Stressbewältigungs
training wurde ausserdem ein Konzentrations- und Aufmerksamkeitstraining empfohlen (
Urk.
2/7/74/
31, 2/7/74/
40).
Zum Eingliederungserfolg respektive zur Eingliederungsresistenz ist festzuhalten, dass d
er Beschwerdeführer
sein Arbeitspensum in der angestammten Tätigkeit als Sprachlehrer seit 2007 stetig bis auf 1.5 Unterrichtsstunden pro Woche reduziert hat (
Urk.
2/7/9/2,
2/7/74/17).
Bei subjektiver Krankheits- und Behinderungsüber
z
eugung
(vgl.
Urk.
2/7/9/4, 2/7/74/17)
hat er
keine Anstrengungen unternom
men,
das Pensum wieder zu erhöhen oder
sich in einer
anderen
leidensadaptierten Tätigkeit auf dem Arbeitsmarkt einzugliedern
.
Von einer Eingliederungsresistenz kann folglich nicht gesprochen werden.
6
.3.3
In Bezug auf den Indikator «Komorbiditäten»
ist festzuhalten,
dass
diverse
psy
chische und somatische Erkrankungen diagnostiziert wurden, welche
sich gegen
seitig
in nachteiliger Weise
beeinflussen.
Aus gutachterlicher Sicht kommt es insbesondere im Rahmen der Opiatbehandlung mit Methadon zu ungünstigen Effekten mit Einfluss auf die Stimmungslage und die subjektive kognitive Leis
tungsfähigkeit (
Urk.
2/7/74/40).
Ferner wurde mit Blick auf die schmerztherapeu
tische und psychopharmakologische Behandlung darauf aufmerksam gemacht, dass bei einer kombinierten Einnahme erhebliche Störwirkungen resultieren kön
nen, was
Einschränkungen der kognitiven Leistungsfähigkeit gut nachvollziehen lasse
(
Urk.
2/7/85/2).
6
.3.4
Was den Komplex «Persönlichkeit» anbelangt, gilt es zu beachten, dass von gut
achterlicher Seite
keine Persönlichkeitsstörung
diagnostiziert
werden konnte
. In diesem Zusammenhang
wurde in überzeugender Weise darauf hingewiesen, dass für eine spezifische Persönlichkeitsstörung bereits in der Vergangenheit stärkere persönliche und soziale Beeinträchtigungen hätten bestanden haben müssen, was in Anbetracht des beruflichen Werdegangs des Beschwerdeführers in den USA nicht ausgewiesen sei (
Urk.
2/7/74/43
).
Als leicht ressourcenhemmender Faktor ist
indes
zu berücksichtigen, dass anlässlich der psychiatrischen Begutachtung nebst einer
Verletzlichkeit
auch
narzisstische,
histrionische
sowie
abhängige Tendenzen
eruiert werden konnten
und insoweit auf akzentuierte Persönlichkeits
züge geschlossen wurde.
Gemäss
Dr.
D._
konnte
der Beschwerdeführer sein Verhalten
im Rahmen der Exploration
trotzdem
adäquat steuern (
Urk.
2/7/74/37)
.
6
.3.5
Betreffend den
sozialen Lebenskontext
teilte der Beschwerdeführer anlässlich der Begutachtung mit, dass er recht zufrieden sei in der Wohngemeinschaft, in wel
cher er lebe (
Urk.
2/7/74/21). Ferner pflege er
die Beziehung
zu seiner Ex-Frau und einigen Freunden (
Urk.
2/7/74/34
, 2/7/74/51
f.
).
Mit der stundenweisen Tätigkeit als Sprachlehrer geht des Weiteren ein Kontakt mit den Schülern einher.
Insgesamt
verfügt der Beschwerdeführer somit über ein intaktes Beziehungsnetz, was als stützende Ressource zu bewerten ist. Ein krankheitsbedingter sozialer Rückzug ist nicht erkennbar. Auch von gutachterlicher Seite wurde festgehalten, dass der Beschwerdeführer über gute soziale Kompetenzen verfüge. Auch wenn die Reflexion der eigenen Aussenwirkung gegenwärtig Mängel aufweise, erweise sich die Kontaktfähigkeit zu Dritten als gut, zumal der in einer Wohngemein
schaft wohnende Beschwerdeführer sich mit anderen Personen vertragen und sich anpassen müsse. Die Gruppenfähigkeit sei ebenfalls erhalten (
Urk.
2/7/74/40).
Ergänzend bleibt anzumerken, dass der Beschwerdeführer per 2
5.
Mai 2017 aus der Wohngemeinschaft ausziehen musste, da ihm aufgrund von Eigenbedarf gekündigt worden war
(
Urk.
2/3/5 S. 21). Gewisse soziale Strukturen gingen ihm dadurch verloren, w
obei
dafür
jedoch
nicht die psychische Erkrankung und damit allfällig verbundene Probleme in der sozialen Interaktion ursächlich waren.
6
.3.6
Im Kontext der beweisrechtlich entscheidenden Kategorie «Konsistenz» ist einer
seits
darauf hinzuweisen, dass im Rahmen der neuropsychologischen Teilbegut
achtung Anhaltspunkte für eine zeitweise reduzierte Leistungsbereitschaft zu fin
den waren. So standen die Leistungen im verbalen Gedächtnistest im Widerspruch zur klinischen Beobachtung, der Selbsteinschätzung sowie der verbalen Merk
spanne
. Insgesamt wurden die Resultate aber als glaubwürdig eingestuft
(
Urk.
2/7/74/
64).
Dem psychiatrischen Gutachter fiel des
Weiteren auf, dass die
in Bezug auf die Diagnose einer posttraumatischen Belastungsstörung
relevanten Symptome
im Rahmen der aktuellen Untersuchung
abweichend geschildert
worden seien, als dies
gegenüber dem behandelnden Psychiater
geschehen
sei
(
Urk.
2/7/74/41).
Andererseits
fällt ins Gewicht, dass keine signifikanten krankheitsbedingten Ein
schränkungen in allen vergleichbaren Lebensbereichen erkennbar sind.
So
ist der Beschwerdeführer in der Lage, seinen Haushalt selbständig zu erledigen, Einkäufe zu tätigen, sich Mahlzeiten zuzubereiten und
Reinigungs
arbeiten auszuführen.
Des Weiteren untern
immt
er morgens jeweils ausgiebige Spaziergänge, m
editiert mittags und schaut
nachmittags fern oder l
iest
. Abends s
ieht
er ebenfalls fern
gerne auch Videos aus seiner grossen S
ammlung
oder hört
Musik (Urk. 2/7/74/17, 2/7/74/36
und 2/7/74/52
).
Sportliche Aktivitäten
übt
er aufgrund von Hüft- und Rückenbeschwer
den zurzeit nicht aus. Er spielt
aber Gitarre und Mundharmonika
. Zudem beschäftigt
er sich in der Freizeit mi
t Fahrradfahren und interessiert
sich für Astronomie respektive Kosmologie (Urk. 2/7/74/34, 2/7/74/45
).
Der Beschwerdeführer verfügt somit im Wesentlichen über einen strukturierten Tagesablauf und ist in der Lage, vielfältigen Aktivitäten und Inte
ressen nachzugehen. Diskrepant dazu erscheint bei diesen Gegebenheiten seine Selbsteinschätzung,
aufgrund seiner gesundheitlichen Leiden nicht mehr arbeits
fähig zu sein (
Urk.
2/7/74/17
, 2/7/74/36
).
Ein Leidensdruck ist
insofern
ausgewiesen
, als der Beschwerdeführer über meh
rere Jahre
eine psychiatrische Behandlung in Anspruch nahm
. Zum Zeitpunkt der MEDAS-Begutachtung suchte er zu d
iesem Zweck alle zwei Wochen die
A._
auf (
Urk.
2/7/40, 2/7/74/35). Nachweislich nahm er auch die ihm verordneten Psychopharmaka ein
, was die von den Gutachtern veranlasste Laboruntersuchung ergab
(
Urk.
2/7/74/36)
.
In die Würdigung einzubeziehen ist allerdings auch der Umstand, dass der Beschwerdeführer
offenbar kurze Zeit nach der Begutachtung diverse Medikamente wie unter anderem die Antidepressiva absetzte und
die
psychiatrische Behandlung
nicht fortführte
. Selbst wenn diese Massnahmen aus sub
jektiver Sicht keine
befriedigende
Wirkung gezeigt haben (
Urk.
2/3/5 S. 20), lässt dieses Verhalten an einem erheblichen Leidensdruck zweifeln.
6
.3.7
Zusammenfassend ergibt sich aus der Prüfung der Standardindikatoren und deren Gesamtwürdigung, dass
der Schweregrad der objektiven Befunde leicht ausge
prägt ist und
keine
Therapie- oder Eingliederungsresistenz
vorliegt. Den vorhan
denen Komorbiditäten
ist
wie auch der Persönlichkeitsstruktur
eine
ressour
cenhemmende
Wirkung zuzusprechen
.
Im sozialen Lebenskontext ist kein
krank
heitsbedingter Rückzug erkennbar.
Für die Beurteilung ausschlaggebend ist schliesslich, dass
keine
gleichmässige Einschränkung des
Aktivitätenniveaus
in allen vergleichbaren Lebensbereichen
vorliegt. Ein Leidensdruck ist in Anbetracht
des Abbruchs der psychiatrischen Behandlung nur bedingt ausgewiesen
. Vor die
sem Hintergrund erweist sich die von
Dr.
D._
unter Berücksichtigung der Ergebnisse der neuropsychologischen Untersuchung
statuierte
80
%ige Arbeits
fähigkeit für
die angestammte Tätigkeit als Sprachlehrer beziehungsweise die 90%ige Arbeitsfähigkeit für leidensangepasste Tätigkeiten
(
Urk.
2/7/74/44)
als nachvollziehbar, welche
auch
in die Konsensbeurteilung
Eingang fand
(Urk. 2/7/74/30).
Damit wurde
insbesondere dem
vom Beschwerdeführer
im Alltag gezeigten tatsächlichen Leistungsvermögen gebührend Rechnung getra
gen.
Einleuchtend ist ausserdem, dass sich die kognitiven Leistungsmängel in der Tätigkeit als Lehrer stärker auswirken als in einer leidensadaptierten Tätigkeit, da
E
rstere
ein h
öheres
Konzentrationsvermögen voraussetzt
(Urk. 2/7/74/29
, 2/7/85/1 f.
)
.
7
.
7
.1
Auf der Grundlage der obigen Erkenntnisse ist der Invaliditätsgrad festzulegen.
Bei erwerbstätigen Versicherten ist
dieser
gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
gegliche
ner Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der Einkommensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkom
men ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad bestim
men lässt (sog. allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2, 128 V 29 E. 1).
7
.2
Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist für die Ermittlung des
Validen
einkommens
entscheidend, was die versicherte Person im Zeitpunkt des frühest
möglichen Rentenbeginns nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrschein
lichkeit als Gesunde tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung angepassten Verdienst angeknüpft, da es empirischer Erfahrung entspricht, dass die bisherige Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden fortgesetzt worden wäre. Aus
nahmen müssen mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt sein (
BGE 139 V
28 E. 3.3.2; 135 V 58 E. 3.1; 134 V 332 E. 4.1 mit Hinweis).
Der Beschwerdeführer war seit 2005 bei verschiedenen Arbeitgeber
n
als Sprach
lehrer angestellt (vgl.
Urk.
2/7/2/2 f., 2/7/11/1) und übt diese Tätigkeit nach wie vor für wenige Stu
nden pro Woche aus (
Urk.
2/7/9/2, 2/7/74/15
). Es bestehen keine Anhaltspunkte dafür, dass er
ihr
im Gesundheitsfall nicht in einem 100%-Pensum nachgehen würde.
Aus dem IK-Auszug ergibt sich, dass der Beschwer
deführer als Sprachlehrer
ein maximales jährliches
Bruttoeinkommen von
Fr.
34'846.-- erzielt hat (
Jahr 2006,
Urk.
2/
7/11/1).
Eindeutige Angaben zum dabei absolvierten Arbeitspensum finden sich nicht. Der Beschwerdeführer betonte einerseits
mehrfach
,
in den Jahren 2005 und 2006
(
nahezu
)
in einem Vollzeitpensum
erwerbs
tätig gewesen zu sein
und danach krankheitsbedingt das Pensum reduziert zu haben
(
Urk.
2/7/9/5, 2/7/
74/15,
Urk.
2/
3/5 S. 17). Anderer
seits führte er wiederholt aus,
zwischen 60 und 100
%
beziehungsweise deutlich über einem 60%-Pensum gearbeitet zu haben (
Urk.
2/7/48/6, 2/7/74/34 und 2/7/74/51).
Bei dieser Ausgangslage rechtfertigt es sich, für das Jahr 2006
mit überwiegender Wahrscheinlichkeit
vom Mittelwert eines 80%-Pensums auszuge
hen.
Der Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbeginns ist unter Berücksichti
gung der Ausführungen der Gutachter, wonach die attestierte Arbeitsunfähigkeit von 40
%
für die angestammte Tätigkeit seit dem Zeitpunkt der Anmeldung zum Leistungsbezug
Dezember 2012
gilt (
Urk.
2/7/74/31
f.
), auf Dezember 2013 festzulegen. Damals war die sechsmonatige Karenzfrist seit der Geltendmachung des Leistungsanspruchs (vgl.
Art.
29
Abs.
1 IVG) ebenfalls bereits abgelaufen. Unter Berücksichtigung der Nominallohnentwicklung
beträgt
das
Validenein
kommen
hochgerechnet auf ein im Gesundheitsfall hypothetisch ausgeübtes Voll
zeitpensum folglich
Fr.
47'666.70 (
Fr.
34'846.-- / 80 * 100 / 2'014 * 2'204).
7
.3
Für die Festsetzung des trotz Gesundheitsschädigung
zumutbarerweise
noch realisierbaren Einkommens (Invalideneinkommen) ist nach der Rechtsprechung primär von der beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die ver
sicherte Person konkret steht. Übt sie nach Eintritt der Invalidität eine Erwerbs
tätigkeit aus, bei der – kumulativ – besonders stabile Arbeitsverhältnisse gegeben sind und anzunehmen ist, dass sie die ihr verbliebene Arbeitsfähigkeit in zumut
barer Weise voll ausschöpft, und erscheint zudem das Einkommen aus der Arbeitsleistung als angemessen und nicht als Soziallohn, gilt grundsätzlich der tatsächlich erzielte Verdienst als Invalidenlohn (BGE 139 V 592 E. 2.3; 135 V 297 E. 5.2; 129 V 472 E. 4.2.1; 126 V 75 E. 3b/
aa
).
Wie bereits ausgeführt, übt der Beschwerdeführer seine Tätigkeit als Sprachlehrer nur noch während
einzelnen
Stunden pro Woche aus.
Mangels Ausschöpfung der aus medizinischer Sicht verbliebenen Arbeitsfähigkeit rechtfertigt es sich
daher
, das Invalideneinkommen nach den Lohnstrukturerhebungen des Bun
desamtes für Statistik (LSE
)
zu bestimmen
.
Inwiefern die vom Beschwerdeführer in den USA
absolvierte universitäre Ausbildung
(Bachelor
of
Science in Organisations
management, vgl. Urk. 2/7/2/6
) in der Schweiz anerkannt wird, kann
dabei angesichts des
Ergebnisses des nachfolgenden
Einkommensvergleichs
offenblei
ben.
Es wirkt sich jedenfalls nicht zu Lasten des Beschwerdeführers aus, wenn
unter Berücksichtigung des Belastungsprofils (vgl.
Urk.
2/
7/74/30) auf den monatlichen Bruttolohn für einfache Tätigkeiten körperlicher oder handwerkli
cher Art männlicher Angestellter in der Höhe von
Fr.
4'901.-- abgestellt wird (LSE 2010, TA1, Monatlicher Bruttolohn [Zentralwert] nach Wirtschaftsabteilun
gen, Anforderungsniveau des Arbeitsplatzes und Geschlecht, Total, Anforde
rungsniveau 4). Aufgerechnet auf die durchschnittliche betriebsübliche Arbeits
zeit von 41.7 Stunden pro Woche (vgl. Bundesamt für Statistik, Betriebsübliche Arbeitszeit nach Wirtschaftsabteilungen, A-S) und angepasst an die Entwicklung der Nominallöhne für männliche Arbeitskräfte von 2
'151 Punkten im Jahr 2010 auf 2'204 Punkte im Jahr 2013 ergibt dies bei einer Arbeitsfähigkeit von 70
%
ein Bruttoeinkommen von
Fr.
43'975.55 jährlich (Fr. 4'901.-- / 40 * 41.7 * 12 / 2'151 * 2'204 * 0.7).
7
.4
Nach dem Gesagten ist für den Einkommensvergleich von einem
Validenein
kommen
von
Fr.
47'666.70 und einem Invalideneinkommen von Fr.
43'975.55
auszugehen, womit sich ein nicht rentenbegründender Invaliditätsgrad von
7.74 beziehungsweise 8
%
ergibt ([
Fr.
47'666.
70 .
/. Fr.
43'975.55
] * 100 /
Fr.
47'666.70; vgl. E. 1.2 vorstehend).
Der Vollständigkeit halber bleibt festzuhal
ten, dass
selbst
ein
maximaler leidensbedingter Abzug vom Invalideneinkommen in der Höhe von 25
%
(vgl. BGE
135 V 297 E. 5.2)
zu
k
einem Invaliditätsgrad von
mindestens
40
%
führen würde.
Ob ein
Leidensabzug
überhaupt
gerechtfer
tigt
ist, kann vor diesem Hintergrund dahingestellt bleiben.
8
.
Zusammenfassend ist festzuhalten, dass
die Beschwerdegegnerin den Renten
anspruch des Beschwerdeführers
im Ergebnis zu Recht
verneint hat
, weshalb die angefochtene
Verfügung vom 1
6.
Juni 2017 (
Urk.
2/2)
nicht zu beanstanden und die dagegen erhobene Beschwerde abzuweisen ist.
Ergänzend bleibt anzumerken, dass
angesichts der beweiskräftigen medizinischen Aktenlage
von weiteren Beweismassnahmen wie dem vom Beschwerdeführer beantragten psychiatrischen Obergutachten (Urk. 2/1 S. 6) keine anderen
entscheidrelevanten
Erkenntnisse zu erwarten sind, weshalb davon abzusehen ist
(an
tizipierte Beweiswürdigung; BGE
124 V 90 E. 4b, 122 V 157 E. 1d, 136 I 229 E. 5.3
.
9
.
9
.1
Da die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen zu prüfen war, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfah
rensaufwand sowie unabhängig vom Streitwert festzulegen (
Art.
69 Abs. 1
bis
I
VG) und ermessensweise auf
Fr.
9
00.-- anzusetzen.
Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind sie
dem
unterliegenden Beschwerde
führer
aufzuerlegen
.
9
.2
Der Beschwerdeführer beantragt, dass die Beschwerdegegnerin zur Übernahme der Kosten des Privatgutachtens von
Dr.
Z._
vom
6.
Juli 2017
, welche sich auf
Fr.
8'250.-- (zzgl. Mehrwertsteuer) belaufen, zu verpflichten sei (
Urk.
2/1 S. 2 und S. 7
).
Die Kosten eines von einer versicherten Person veranlassten Gutachtens sind vom Versicherungsträger dann zu übernehmen, wenn sich der medizinische Sachver
halt erst aufgrund des neu beigebrachten Untersuchungsergebnisses schlüssig feststellen lässt und dem Sozialversicherer insoweit eine Verletzung der ihm im Rahmen des Untersuchungsgrundsatzes obliegenden Pflicht zur
rechtsgenügli
chen
Sachverhaltsabklärung vorzuwerfen ist (Urteil des Bundesgerichts 8C_68/2019 vom 2
2.
Juli 2019 E. 4.3 mit Hinweisen).
Das vom Beschwerdeführer eingeholte Gutachten erweist sich nach dem Gesagten für die
Entscheidfindung
nicht als unerlässlich, weshalb er die in diesem Zusam
menhang entstandenen Kosten selbst zu tragen hat. Die Voraussetzungen für eine Kostenübernahme durch die Beschwerdegegnerin sind nicht erfüllt.