# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** cb38bb70-23b4-5b55-93b3-714a61fd4ab7
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2014
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** 

## Facts

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1946,
und
Y._
, geboren 1945, sind seit
7.
November 1980 verheiratet und Eltern zweier Kinder, geboren 1981 und 1983 (
Urk.
10/1).
X._
hatte
für die
Schweizerische Eidgenos
senschaft
vo
n
Mai 1990 bis Dezember 1998
ein Mandat
bei
der Organisation A._
in
Z._
, Kanada
, inne (
Urk.
10/21
). Von Juli
1990
bis August 1998
hatte auch
Y._
ihren Wohnsitz
in
Kanada
, wo sie k
einer Erwerbstätigkeit
nachging
(
Urk.
1 S. 2,
Urk.
1
4
/7
).
Auf entsprechende Anmeldung hin (
Urk.
1
4
/7), sprach die GastroSocial Aus
gleichskasse m
it Verfügung vom 2
6.
August 2009
Y._
mit Wirkung ab 1. September 2009
eine
Altersrente
im Betrag
von Fr.
1‘345.--
pro Monat
auf der Basis einer Beitragsdauer von 35 Jahren, eines massgebenden durchschnittlichen Jahreseinkommen von
Fr.
36‘936.-- sowie der Rentenskala 36
zu
(
Urk.
1
4
/5).
X._
erklärte a
m 30.
Juni 2011
, er wolle den Bezug seiner
Altersrente
aufschieben
(Urk.
10/8)
, beantragte
a
m 8.
Sep
tember 2012
indes
die rückwirkende Auszahlung
der
Alters
rente ab 1.
Novem
ber 2011
(
Urk.
10/
9
).
Nachdem die GastroSocial Ausgleichskasse
X._
a
m 17.
Oktober 2012
gestützt auf ein massge
bendes durchschnittliches Jahreseinkommen von
Fr.
101‘616.--, eine Beitrags
dauer von 44 Jahren und die Rentenskala 44 mit Wirkung ab
1.
November 2011 eine Altersrente von
Fr. 1‘834
.--
pro Monat
(plafoniert)
zugesprochen hatte
(
Urk.
10/20)
,
s
etzte sie die Rente von
Y._
mit Verfügung vom 17.
Oktober 2012 gestützt
auf
ein massgebendes durchschnittliches Jahres
einkom
men von
Fr.
82‘128.--, eine Beitragsdauer von 35 Jahren sowie die Rentenskala 36 mit Wirkung ab
1.
No
vember 2011
neu
auf monatlich
Fr.
1‘488.-- fest (
Urk.
1
4
/1
). Dagegen
erhob
X._
am
7.
November 2012 Einsprache (
Urk.
10/22), welche die GastroSocial Aus
gleichskasse m
it Ent
scheid vom 2
9.
Mai 2013
ab
wies
(
Urk.
2).
2.
Dagegen erhob
X._
am 2
6.
Juni 2013 Beschwerde und beantragte,
in Aufhebung des angefochtenen Einspracheentscheids seien die Jahre, welche seine Ehefrau
in Kanada
verbracht habe, voll anzurechnen (
Urk.
1 S. 3).
Die Be
schwerdegegnerin beantragte m
it Beschwerdeantwort vom 17. Juli 2013 Abweisung der Be
schwerde (Urk. 6
). Mit Eingabe vom 1
9.
August 2013 reichte sie die
Kassenakten des
Beschwerdeführers (
Urk. 10/1-29)
ein
.
Mit Verfügung vom 2
2.
August 2013
(
Urk.
11
)
wurden die Kassenakten
von
Y._
(
Urk.
1
4
/1-9) beigezogen
und dem Beschwerdeführer das Doppel der Beschwerdeantwort
(
Urk.
6)
zur Kenntnisnahme zugestellt.
Y._
wurde mit Verfügung vom
2.
September 2013 zum Prozess beigeladen (
Urk.
1
5
).
Innert angesetzter Frist reichte die Beigeladene keine Stellungnahme ein, was den Verfahrensbeteiligten mit Mitteilung vom 15. Oktober 2013 zur Kenntnis gebracht wurde (
Urk.
1
7
).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
Das Abkommen über die Soziale Sicherheit zwischen der Schweizerischen Eid
genossenschaft und Kanada vom 2
4.
Februar 1994 ist am
1.
Oktober 1995 in Kraft getreten. Dessen
Art.
7
Abs.
1 bestimmt, dass eine Person
,
die eine un
selbständige Erwerbstätigkeit
(vgl. hierzu
Art.
1
Abs.
2 des Abkommens)
ausübt und von einem Unternehmen mit einer Be
triebsstätte im Gebiet des einen Staa
tes für eine Dauer von voraussichtlich längstens 60 Monaten in das Gebiet des anderen Staates
entsandt
wird
, der Ge
setz
gebung über die Versicherungspflicht des ersten Staates unterstellt bleibt, als wäre sie im Gebiet dieses Staates beschäftigt. Gemäss Ziffer 5 des Schluss
protokolls zu diesem Abkommen blei
ben der Ehegatte und die Kinder, die eine nach
Art.
7 des Abkommens nach Kanada entsandte Person begleiten, nach der schweizerischen Gesetzgebung versichert, sofern sie in Kanada keine Er
werbs
tätigkeit ausüben.
Gemäss Auszug vom 1
4.
September 2011 ist im
Individuellen Konto (IK)
des Beschwerdeführers in den Jahren 1990 bis 1998 auch die
Firma
B
._
als Arbeitgeberin eingetragen
(
Urk.
10/6)
.
Das Bundesamt für Zivilluft
fahrt
(
BAZL
)
bestätigte am
1.
November 2011 die Anstellung des Beschwerde
führer
s
vo
n
Mai 1990 bis Dezember 1998
im Sinne eines diplomatischen Einsat
zes
(
Urk.
10
/21). Gemäss den Angaben des Beschwerde
führers war er seit 1974 bei der
Firma C
._
beschäftigt.
Nach Antritt des Mandats bei der
Organisation A._
per
1.
Mai 1990 habe ihm das BAZL den Lohn und die Beiträge für die Pensionskasse der
Firma C._
bezahlt. Um die AHV-Beitragszahlungen zu verein
fachen, habe die
Firma C._
weiterhin die Beiträge auf seinem letzten Lohn bei der
Firma C._
und das BAZL die Beiträge auf der Differenz zwischen diesem letzten Lohn und dem Lohn für seine Tätigkeit für das BAZL bezahlt (
Urk.
1 S. 1 bis 2).
Nach dem Gesagten war der Beschwerdeführer im vorliegend massgebenden Zeitraum von 1990 bis 1998
nicht für die
Firma B._
, sondern
für die Schweizerische Eid
ge
nossen
schaft in Kanada tätig, weshalb Art. 7 Abs. 1
sowie Ziff. 5 des Schluss
protokolls des Abkommens über die Soziale Sicherheit zwischen der Schweize
rischen Eid
genossenschaft und Kanada – für den Z
eit
raum nach Inkrafttreten des
Ab
kommens –
vorliegend
nicht zur Anwendung kommen.
2.
2
.1
Der Betrag der ordentlichen Altersrente wird durch zwei Elemente bestimmt:
E
inerseits durch das Verhältnis zwischen der Beitragsdauer der versicherten
Per
son und jener ihres Jahrgangs (Rentenskala) sowie anderseits auf Grund ih
res
durchschnittlichen Jahreseinkommens. Anspruch auf eine ordentliche Voll
rente haben Versicherte mit vollständiger Beitragsdauer (
Art.
29
Abs.
2 lit. a des Bun
des
gesetz
es über die Alters- und Hinterla
ssenenversicherung [
AHVG
]
), die zwi
schen dem
1.
Januar nach Vollendung des 2
0.
Altersjahres und dem 3
1.
Dezem
ber vor Eintritt des Versicherungsfalles während gleich viele
r Jahre
wie ihr Jahrgang Beiträge geleistet haben (
Art.
29
bis
Abs.
1 und
Art.
29
ter
Abs.
1 AHVG), wobei die Jahre, während welcher die verheiratete Frau auf Grund von
altArt.
3
Abs.
2 lit. b AHVG
(
in der bis End
e 1996 gültig gewesenen Fassung)
keine Bei
träge entrichtet hat, als Beitragsjahre gezählt werden (
Art.
29
bis
Abs.
2 AHVG, in der bis Ende 1996 gültig gewesenen Fassung, in Verbindung mit
Ziff.
1 lit. g
Abs.
2 der Schlussbestimmungen der Änderung vom
7.
Oktober 1994,
1
0.
AHV-Revision).
Denn altArt. 3 Abs. 2 lit. b AHVG
bestimmt
e
, dass die nichter
werbs
tätigen Ehefrauen von Versicherten von der Beitragspflicht befreit
waren.
2
.2
Obligatorisch versichert nach Massgabe des AHVG in der seit
1.
Januar 1997 gültigen Fassung sind natürliche Personen mit Wohnsitz in der Schweiz (
Art.
1
a
Abs. 1 lit. a AHVG), natürliche Personen, die in der Schweiz eine Erwerbstätig
keit
ausüben (
Art.
1
a
Abs.
1 lit. b AHVG) sowie
namentlich
Schweizer Bürger, die im Aus
land i
m Dienste der Eidgenossenschaft
tätig sind (
Art.
1
a
Abs.
1 lit. c
Ziff.
1
AHVG). Vor der 1
0.
AHV-Revision waren gemäss
altArt.
1
Abs.
1 lit. c AHVG
auch Schweizer Bürger obligatorisch versi
chert, die im Ausland für einen Arbeitgeber in der Schweiz tätig waren und
von diesem entlöhnt wurden.
2
.3
Nach der Rechtsprechung des damaligen Eidgenössischen Ver
sicherungsgerichts (EVG) zu altArt.
29
bis
Abs.
2 AHVG konnte der sozialversicherungsrechtliche Grund
satz der Einheit des Ehepaares nur in jenen Fällen eine Ausdehnung der Versicherteneigenschaft des Ehemannes auf die Ehefrau nach sich ziehen, in denen die Versicherteneigenschaft des Ehemannes
entweder auf seinem schwei
zerischen Wohnsitz oder auf seiner Zugehörigkeit zur freiwilligen Versicherung für Ausland
schweizer beruhte.
Der Schutz der Ehefrau eines nach
altArt. 1
Abs. 1 lit. c AHVG
obligatorisch Versicherten beschränkte sich nach der Recht
sprechung auf die Ausrichtung der Ehepaarrente und
auf die Möglichkeit, der
freiwilli
gen Versicherung
beizutreten
, dies im Wissen darum, dass sich daraus unbefriedigende Fol
gen ergeben können (BGE 126 V 217 E. 1d, 107 V
1
f. E. 1 f.; ZAK 1981 S. 338 f.
E. 3).
Eine Ausdehnung der Versicherteneigenschaft des infolge seiner Tätigkeit
im Aus
land für einen Arbeitgeber in der Schweiz
obligatorisch versicherten Ehe
mannes (Art. 1 Abs. 1 lit. c AHVG, in der bis zum 31. Dezember 1996 gültig gewesenen Fassung) auf dessen Ehefrau ist auch nach Inkrafttreten der 10. AHV-Revision nicht gerechtfertigt. Zeiten, in welchen die Ehefrau
–
ohne der freiwilligen Versicherung beigetreten zu sein
–
mit ihrem nach Massgabe von altArt. 1 Abs. 1 lit. c AHVG obligatorisch versicherten Ehemann Wohnsitz im Ausland hatte, können nicht als Beitragsjahre berücksichtigt werden (BGE 126 V 217). Dass eine Frau kraft ihrer Ehe in einem solchen Fall ebenfalls als versichert zu gelten hat, hat das höchste Gericht auch unter der vor der
10. AHV-Revision geltenden Rechtslage klar verworfen (vgl. BGE 126 V 21
7
E.
1d
mit Hinweisen).
2.4
Die Versicherteneigenschaft ist persönlich und von jeder Person, auch von Ehe
gatten, persönlich zu erfüllen
(
Art. 1a AHVG;
BGE 126 V
217
E. 3 mit Hinwei
sen
).
Von der Unter
stellung ist die beitragsrechtliche Erfassung der Ehe
gatten zu unterscheiden. Dabei ist in Art. 3 Abs. 3 lit. a AHVG vorgesehen, dass bei nicht
erwerbstätigen Ehegatten von erwerbstätigen Versicherten die e
igenen Beiträge als bezahlt gel
ten, sofern der Ehegatte Beiträge von mindestens der doppelten Höhe des Min
dest
beitrages bezahlt hat. Ist bei internationalen Verhältnissen nur der eine Ehegatte der schweizerischen AHV unterstellt, kann sich aufgrund des Erforder
nisses der persönlichen Ver
sicherteneigenschaft die Frage, ob die Bei
träge des anderen Ehegatten als bezahlt gelten, nicht stellen (vgl. Kieser
,
Rechtsprechung des Bundesgerichts zum Sozialversicherungsrecht, Alters- und Hinterlassenen
versicherung, 3. Auflage, 2012, Rz 22 und 24 zu Art. 3 AHVG).
3
.
3.1
Die Beigeladene hatte
v
on Juli 1990 bis August 1998 ihren Wohnsitz in Kanada
(
Urk.
1 S. 2, Urk. 14/7
). Der Beschwerdeführer war w
ährend dieser Zeit
für das BAZL beziehungsweise die Schweizerische Eidgenossenschaft in Kanada tätig
(E. 1)
und damit nach Massgabe von altArt. 1
Abs.
1 lit. c AHVG
als Schweizer Bürger, der
im Ausland für einen
Arbeit
geber in der Schweiz
(
Art. 1
Abs.
1 lit. c AHVG
in der bis 3
1.
Dezember 1996 gültigen Fassung)
beziehungsweise
für die Schweizerische
Eidgenossenschaft (
Art. 1
Abs.
1 lit. c AHVG
in
der
ab
1.
Januar 1997
gültigen Fassung)
täti
g war
, weiterhin obligatorisch versichert. Eine frei
willige Versicherung war für ihn nicht erforderlich.
3.
2
Die
Beigeladene
war während des Auslandaufenthaltes unbestritte
ner
massen nicht erwerbstätig und nicht freiwillig versichert.
R
echtsprechungsgemäss ver
mochte sich die Versicherteneigenschaft eines Ehemannes nur dann auf die Ehefrau auszu
deh
nen, wenn die Versicherteneigenschaft des Ehemannes entwe
der auf seinem schweizerischen Wohnsitz oder auf seiner Zugehörigkeit zur freiwilligen Versi
cherung für Auslandschweizer beruhte
(vgl. BGE 126 V 217; vor
stehende E.
2
.3).
Dies war vorliegend nicht der Fall, denn der Wohnsitz des Beschwerdeführers befand sich
in Kanada
und auch er ge
hörte nicht der frei
willigen Versicherung an. Die
Beigeladene
war somit während ihres Aus
lan
d
aufenthaltes nicht versichert
.
3.
3
Die beitragsfreien Jahre gemäss altArt. 29
bis
Abs. 2 AHVG in Verbindung mit altArt. 3 Abs. 2 lit. b AHVG
(jeweils in der bis 3
1.
Dezember 1996 gültig gewe
senen Fassung)
, wonach die nichterwerbstätige Ehefrau eines Ver
sicherten von der Beitragspflicht befreit war, können aufgrund der fehlenden
Ver
sichertenei
genschaft der
Beigeladenen
nicht angerechnet wer
den
(BGE 107 V
1
E.
1 mit Hinweis).
Daran ändert auch nichts, dass der Beschwerdeführer in den
Jahren
seines Aufenthalts in Kanada
den doppelten Mindestbeitrag ent
richtete
(vgl.
Urk.
1 S. 2)
, denn eine darauf gründende Mitbezahlung der Beiträge der
Beige
ladenen
ist an die Voraussetzung geknüpft, dass
sie
in diesen Jahren selbst ver
sichert war (E.
2
.4
vorstehend
).
3.
4.
D
ie Beitragszeiten der
Beigeladenen
sind
in den Jahren
1990
(
August
bis Dezem
ber
),
1991 bis 199
6 und 1997 (Januar bis November)
lückenhaft
(vgl. Acor-Berechnungsblatt,
Urk.
14/4)
und
lassen
sich weder mittels der Anrech
nung
von
vor dem 20. Altersjahr zurückgelegte
n
Bei
tragszeiten (
Art.
52b
der Verordnung über die Alters- und Hinterlassenen
versicherung [
AHVV
]
)
,
von fehlenden Beitragsjahren vor dem 1. Januar 1979 (
Art.
52d AHVV)
oder
von Beitragszeiten im Jahr der Entstehung des Renten
anspruches
(
Art.
52c AHVV)
– die Beschwerdegegnerin hat diese
, soweit möglich,
bereits
angerechnet
(
Urk.
14/4,
Urk. 1
4
/6) –
noch
mittels Bei
tragszeiten des Beschwerdeführers schliessen.
Aus
seinen
Vorbringen, dass ihm die Bestimmungen des AHVG
zur freiwilligen Versicherung
nic
ht bekannt gewesen seien und er
auch von seinem Arbeitgeber nicht auf diese aufmerksam gemacht worden sei (
Urk.
1
S. 2
), kann der Beschwerdeführer nichts zu seinen Gunsten ableiten
. Aus der Norm betreffend freiwillige Versicherung selbst heraus, kann keine Pflicht abgeleitet werden, die Betroffenen auf diese Möglichkeit aufmerksam zu machen (Urteil des Bundes
gerichts 9C_485/2012 vom 1
0.
Dezember 2012 E. 3.3). Schliesslich kann nie
mand aus der Unkenntnis des Gesetzes Vorteile für sich beanspruchen (Urteil des Bundesgerichts H 9/00 vom
8.
März 20
0
1 E. 2 mit Hinweis).
4
.
Demnach erweist sich der angefochtene Einspracheentscheid als rechtens.
Diese Erwägungen führen zur Abweisung der Beschwerde.