# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 907ac9c5-5edf-4ae3-a6f3-6c27826d45ab
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2019
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
1.1
Die 1964 geborene
X._
, ohne Berufsausbildung, übte verschiedenste Erwerbstätigkeiten aus (u.a.
Serviceaushilfe
bei einer Tankstelle und in Restau
rants/
Verkäuferin
bei
Y._
; vgl. Auszug aus dem individuel
len Konto,
Urk. 12
/166).
Sie erlitt am 17. Juni 2004 einen Unfall (
Sturz aus dem Fenster;
Urk.
12
/10/112)
und bezog bis
Anfang
April 2006 Leistungen der
S
uva
.
1.2
Am 29. Juni 2005 meldete sich die Versicherte mit dem Hinweis auf den Unfall vom 17. Juni 2004 bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug (berufli
che Massnahmen) an (Urk.
12
/4). Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, tätigte medizinische sowie erwerbliche Abklärungen und zog die Akten der
Suva bei.
Mit
Einspracheentscheid
vom 22. August 2006 bestätigte die Suva ihre Verfü
gung vom 19.
April 2006, mit der sie der Versicherten eine Integritätsentschädi
gung von Fr. 5'340.-- zuges
prochen und Rentenleistungen ab
gelehnt hatte (Urk.
12
/24/3-4; Urk.
12
/27).
Eine dagegen gerichtete Beschwerde wies das hie
sige Gericht mit
Urteil vom 22. August 2007 ab (Prozessnummer UV.2006.00358;
Urk. 12
/4
9
).
Mit
Verfügung vom 26. März 2008 wies die IV-Stelle das Leistungsbegehren ab (
Urk. 12
/65). Die
dagegen gerichtete Beschwerde
hiess
das hiesige Gericht mit Urteil vom 30. November 2009 in dem Sinne gut, als es
die Sache mit der Fest
stellung, dass die Versicherte ab dem 1. Juni 2005 Anspruch auf eine ganze Rente der Invalidenversicherung hat, an die IV-Stelle zwecks weiterer Abklä
rung be
treffend Rentenbefristung oder -herabsetzung zurückwies
(Prozessnummer IV.2008.00528;
Urk. 12
/83).
1.3
1.3.1
Am 30. November 2009 meldete sich die Versicherte unter Hinweis auf Schmer
zen im Hüftbereich, beidseits im Becken, Ausstrahlung ins linke Bein und De
pres
sion erneut zum Leistungsbezug (berufliche Integration/Rente) an (
Urk. 12
/79). Mit Vorbescheid vom 15. Februar 2010 (
Urk. 12
/86) stellte die IV-Stelle das Nichteintreten auf das Leistungsbegehren in Aussicht, da eine erneute Prüfung des Gesuchs erst möglich sei, wenn sie glaubhaft darlege, dass sich die tatsächli
chen Verhältnisse nach dem Datum der Abweisung des Leistungsbe
gehrens (26. März 2008) in einer für den Anspruch erheblichen Weise verändert hätten.
1.3.2
Nachdem der Gerichtsentscheid mittlerweile zugestellt worden war, holte die IV-Stelle medizinische Berichte ein (
Urk. 12
/92,
Urk. 12
/94) und gab eine polydis
zi
plinäre Abklärung bei der Medizinischen Abklärungsstelle der
Invalidenversi
che
rung (MEDAS)
Z._
in Auftrag. Das Gut
achten wurde am 2. September 2011 (
Urk. 12
/99) erstattet. Weiter führte die IV-Stelle ein Standortgespräch mit der Versicherten (
Urk. 12
/102), zog Berufsun
ter
lagen (
Urk. 12
/103) und weitere medizinische Berichte (
Urk. 12
/104-105) bei.
1.3.3
Am 1. Juli 2011 hatte die Versicherte eine komplizierte Unterschenkelfraktur er
litten, wobei sich der Heilungsverlauf unter anderem aufgrund zusätzlicher Er
krankungen schwierig gestaltete (vgl. Urk. 1 S. 4; vgl. auch
Urk. 12
/104/5). In der Folge musste die Versicherte mehrmals operiert werden, insbesondere auch nach einer
Refraktur
im April 2012 (Urk. 1 S. 4;
Urk. 12
/135).
1.3.4
Mit Vorbescheid vom 16. Januar 2012 (
Urk. 12
/110) stellte die IV-Stelle die
Zu
sprache
einer ganzen Rente vom 1. Juni 2005 bis 28. Februar 2006 in Aus
sicht. Dagegen erhob die Versicherte am 13. Februar 2012 (
Urk. 12
/119) Ein
wand, den sie mit Schreiben vom 14. März 2012 (
Urk. 12
/125) ergänzte.
Mit Schreiben vom 28. März 2012 (
Urk. 12
/131) teilte die Rechtsvertreterin der Versicherten mit, dass diese aufgrund einer Entzündung am Fuss – für dessen Behandlung - in das Kantonsspital
A._
habe eintreten müssen, und reichte mit Schreiben vom 4. April 2012 den entsprechenden provisorischen Austrittsbe
richt ein (
Urk. 12
/132-133). Am 18. April 2012 (
Urk. 12
/134) teilte die Rechtsver
treterin mit, dass sich der Gesundheitszustand der Versicherten erheb
lich ver
schlechtert habe und sie erneut in das Kantonsspital
A._
habe eintreten müssen (vgl. hierzu auch den provisorischen Austrittsbericht vom 18. Mai 2012 [
Urk. 12
/135]). In der Folge reichte die Rechtsvertreterin weitere medi
zinische Be
richte (
Urk. 12
/141,
Urk. 12
/145 und
Urk. 12
/150) und Schreiben des Unfallver
sicherers (
Urk. 12
/146-147) ein. Die IV-Stelle zog sodann weitere Akten des Un
fallversicherers bei (
Urk. 12
/139,
Urk. 12
/148 und
Urk. 12
/152-153).
1.3.5
Mit neuem Vorbescheid vom 25. September 2013 (
Urk. 12
/158), welcher denjeni
gen vom 16. Januar 2012 (vgl.
Urk. 12
/110) ersetzt, stellte die IV-Stelle unverän
dert den Anspruch auf eine ganze Rente vom 1. Juni 2005 bis 28. Februar 2006 in Aussicht. Dagegen erhob die Versicherte am 24. Oktober 2013 (
Urk. 12
/162) unter Beilage von Unterlagen (
Urk. 12
/159-161) Einwand, welchen sie mit Schrei
ben vom 13. Dezember 2013 (
Urk. 12
/165) unter Beilage weiterer medizi
nischer Unterlagen (
Urk. 12
/164) ergänzte. Die IV-Stelle zog in der Folge einen Auszug aus dem individuellen Konto (
Urk. 12
/166) sowie weitere Akten des Un
fallversi
cherers (
Urk. 12
/167) bei. Mit Verfügung vom 26. November 2014 sprach sie der
Versicherten wie angekündigt eine vom 1. Juni 2005 bis 28. Februar 2006 befris
tete ganze Rente zu (
Urk. 12/170 f., Urk. 12/174 f.
).
Die dagegen geführte Be
schwerde hiess das hiesige Gericht mit Urteil vom 18. Januar 2017 (Prozess Nr. IV.2015.0021; Urk.
12/
186) in dem Sinne teilweise gut, als es für den Anspruch ab 1. Oktober 2011 die Sache
zur weiteren Prüfung
an die Verwaltung zurück
wies. Im Übrigen wies es die Beschwerde ab.
1.4
In Umsetzung des Urteils vom 18. Januar 2017 tätigte die Verwaltung weitere medizinische Abklärungen und veranlasste insbesondere
eine po
lydisziplinäre Begutachtung beim
Begutachtungsinstitut
B._
(Ex
pertise vom 16. Juli 2018;
Urk.
12/222).
Nach dur
ch
geführtem
Vorbescheidver
fahren
(Urk. 12/225) – im Rahmen dessen die Verwaltung eine ergänzende Stel
lungnahme des rheumatologischen Fachgutachters (
Schreiben vom 10. Ap
ril 2019;
Urk. 12/244/1-3) einholte – wies die IV-Stelle einen über Februar 2006 hinaus bestehenden Rentenanspruch der Versicherten mit Verfügung vom 24. Juni 2019 (Urk. 2) ab.
2.
Hiergegen erhob die Versicherte
mit Eingabe vom 22. August 2019 (Urk. 1) Be
schwerde und beantragte, die Verfügung der IV-Stelle Zürich vom 24. Juni 2019 sei aufzuheben und ihr seien mit Wirkung ab Oktober 2011 Leistungen der Inva
lidenversicherung zuzusprechen
(1.); unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten der Beschwerdegegnerin (2.). In prozessualer Hinsicht beantragte sie, es sei auf Kosten der IV-Stelle ein medizinisches Obergutachten durch das Gericht anzuordnen (3.) und ihr sei die unentgeltliche Rechtspflege (unentgeltlicher Rechtsbeistand sowie unentgeltliches Verfahren) zu gewähren. Über dieses Ge
such sei vorab zu entscheiden (4.; S. 2).
Die IV-Stelle schloss am 25. Oktober 2019 (Urk. 11) auf Abweisung der Be
schwerde, was der Beschwerdeführerin am 29. Oktober 2019 zur Kenntnis ge
bracht wurde.
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den allge
meinen Teil des Sozialversicherungsrechts;
ATSG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit
verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom
menden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der ge
sundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung;
IVG).
1.3
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusam
menhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin erwog in der angefochtenen Verfügung vom 24. Juni 2019 (Urk. 2) zur Hauptsache, am 1. Juli 2011 sei aufgrund eines Unfalls eine Verschlechterung des Gesundheitszustandes eingetreten. Das Wartejahr sei somit im Juli 2011 neu eröffnet worden. Seit Ablauf des Wartejahres bestehe in einer leichten Arbeit eine Arbeitsfähigkeit von 70 % (S. 1). Basierend auf einem Einkommensvergleich resultiere somit ein
rentenausschliessender
Invaliditäts
grad von
32 % (S. 2).
2.2
Dagegen wendet die Beschwerdeführerin (Urk. 1) im Wesentlichen ein,
obwohl die Sachlage ab Oktober 2011 zu klären gewesen wäre, gehe aus dem
B._
-Gutachten nun in erster Linie die medizinische Beurteilung für den Gutachtens
zeitpunkt im Jahr 2018 hervor. Das Gutachten sei bereits aus diesem Grund für die Beurteilung der hier massgeblichen Sachverhaltsfrage einer (Teil-)Arbeitsun
fähigkeit ab Oktober 2011 in einer angepassten Tätigkeit nicht aussagekräftig und genüge den Anforderungen an ein genügendes Gutachten diesbezüglich nicht (S. 7). Auch wenn die Situation ab Juli 2011 urteilswidrig im neuen Gutachten
ungeprüft geblieben sei, so führten doch bereits die in den Akten liegenden An
gaben zur Arbeitsunfähigkeit ab Juli 2011 sowie die gutachterlich bestätigte 100%ige Arbeitsunfähigkeit nach dem erneuten Unfall vom Mai 2016 bis anfangs 2017 zum Anspruch auf eine (allenfalls befristete) ganze Rente mit Wirkung ab Oktober 2011 und jedenfalls erneut ab August 2016 und zu einer Rentensenkung oder Befristung
frühestens
per Mai 2017 (S. 10).
3.
3.1
Das hiesige Gericht wies mit Entscheid vom 18. Januar 2017 (
Urk.
12/186 E. 4.6.4) die Sache an die Beschwerdegegnerin zurück, damit diese den Gesund
heitszustand
der Beschwerdeführerin und dessen Verlauf seit dem Unfall am
1.
Juli 2011 umfassend abkläre (insbesondere bezüglich der Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit) und über einen allfälligen Anspruch letzterer ab 1. Oktober 2011 neu befinde. Hierzu sind folgende medizinische Unterlagen zu berücksichtigen:
3.2
3.2.1
Die
Z._
-Ärzte hielten in ihrem polydisziplinären Gutachten vom
2.
September 2011 (
Urk. 12
/99), gestützt auf ihre Untersuchungen vom 1
6.
beziehungsweise 1
8.
Mai 2011, nachfolgende Diagnosen fest (S. 26):
-
Rezidivierende depressive Störung leicht bis mittleren Grades, zurzeit leich
ten Grades ICD-10 F33.0/1
-
Dysthymie
ICD-10 F34.1
-
Alkoholabhängigkeitssyndrom ab 2002 mit
ethylischer
Hepatopathie,
Anta
bus
2010 bis Februar 2011, zurzeit nicht abstinent ICD-10 F10.1 (schädlicher Gebrauch)
-
Lumbospondylogenes
und links
pelvines
Schmerzsyndrom mit Ausstrah
lung in den
Tractus
iliotibialis
links mit/bei
-
Beginnend degenerativen Veränderung L4/5 und L5/S1 bei
Spondylar
throsen
-
St. n.
Prozessus
transversus
-Fraktur LWK 3-5 links und LWK 4 rechts, ISG-Arthrose
bds
. (MRI LWS 13.12.2006)
-
Polytrauma 19.06.2004 mit instabil komplexer Beckenfraktur mit obe
rer und unterer Schambeinastfraktur rechts, ISG-Sprengung links, ALA-Fraktur rechts und
transforaminal
Sakrumfraktur
rechts, post
traumatische ISG-Arthrose
bds
. (MRI 13.12.2006), stabile BWK 5-lmpressionsfraktur, Abrissfraktur im
Prozessus
transversus
LWK 3-5 links und LWK 4 rechts
-
Myostatische
Dysbalance
und Überlastungszeichen
-
Thoraxtrauma
mit Rippenserienfrakturen rechts
-
Mehrfragmentäre
Olecranon
-Fraktur rechts mit Plattenosteosynthese 19.06.2004,
Pseudoarthrosebildung
,
Pseudoarthroseresektion
und
Re
o
steosynthese
mit
Beckenspongiosaplastik
19.04.2005 und Me
tallentfer
nung 14.11.2006
Als ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit gaben sie folgende Diagnosen an (S. 26 f.):
-
Schädel-Hirn-Trauma 06.06.2009 mit Commotio cerebri und Schädel-Ka
lot
ten-Fraktur
-
Cannabismissbrauch und Nikotinabusus ICD-10 F12.1 und ICD-10 F17
-
Chronisch aktive Hepatitis C unklarer Ätiologie
-
DD Tattoo-Werkzeug, Partner
-
Reflux und Dyspepsie bei St. n.
Antrumgastritis
-
Emphysemthorax
bei Nikotinabusus (30-40
py
)
-
Leicht ausgeprägte Polyneuropathie bei Zustand nach Alkoholabusus
-
Leicht ausgeprägtes Carpaltunnelsyndrom rechts
-
Rez
. vasomotorisch bedingte Kopfschmerzen
-
Osteoporose Schenkelhals,
Osteopenie
der Lendenwirbelsäule (Erstdiag
nose Juni 2011)
-
Risikofaktor: Malnutrition,
Aethylabusus
, Rauchen
3.2.2
Aus rheumatologischer Sicht
konnte
Dr.
C._
eine
hemipelvine
links
sei
tige Beschwerdekonstellation objektivieren mit Zeichen der Überlastung im
lumbosakralen
und
iliosakralen
Gelenksbereich mit
lumbospondylogener
Aus
strahlung und
Myotendinosezonen
gluteal
sowie im
Tractus
itiotibialis
links. Diese seien bedingt durch die Fehlstatik bei
Beckenverwringung
und konsekuti
ver Mehrbelastung auf der linken Seite. Diese Symptomatik sei kausal auf das Un
fallgeschehen vom 1
7.
Juni 2004 zurückzuführen. Die Frakturen im Bereiche der Brustwirbelsäule sowie der
Processi
transversi
und der Lendenwirbelsäule seien folgenlos abgeheilt. Die
Spondylarthrosen
seien nicht kausal auf das Un
fallge
schehen zurückzuführen, sondern entsprächen einem altersgemässen Ver
lauf. Eine Beschwerdesymptomatik im Bereich der Lendenwirbelsäule sei nur intermit
tierend vorhanden und beeinträchtige die Arbeitsfähigkeit für eine leichte und mittelschwere Arbeitstätigkeit nicht. Die
myostatische
Dysbalance
sei therapeu
tisch teilweise gut
angehbar
und zeige durch Selbsttherapie der Be
schwerdefüh
rerin mit einem Massageball, im Sinne einer Akupressur, Linde
rung. Dies sollte zwingend intensiviert werden, um die körperliche Belastungs
fähigkeit und Leis
tungsfähigkeit auch unabhängig von der Arbeitsbelastung zu optimieren. Aus
rheumatologischer Sicht könne einerseits ein Integritätsscha
den, wie bereits fest
gehalten, objektiviert werden, jedoch auch eine Einschrän
kung der Belastbarkeit konsekutiv auf das Unfallgeschehen.
Nach mehrfrag
mentärer
Olecranonfraktur
auf der rechten Seite,
Nearthrosebildung
und Präos
teosynthese zeigten sich nun ein Extensionsdefizit von 20-25° auf der rechten Seite sowie eine leichte Über
empfindlichkeit am Ellenbogen rechts, insbesondere auf Schläge. Funktionell ge
sehen bestehe lediglich das Extensionsdefizit, eine Auswirkung auf die Oberarm- oder Unterarm- oder Handfunktion bestehe nicht. In der aktuellen
triplanaren
MRT des Ellenbogens rechts zeige sich
ulnar
eine grosse
osteophytäre
Dekonfi
guration
des
Olecranons
mit perifokaler Weichteil
reaktion
sowie eine
Chondro
malazie
der
Trochlea
mit minimem
Knochen
marksoedem
. Dies könne als Resi
du
alzustand interpretiert werden. Ob hier eine chirurgische Sanierung sinnvoll sei, müsse separat beurteilt werden. Eine Ver
besserung der Arbeitsfähigkeit für eine leichte Tätigkeit sei aber dadurch nicht zwingend zu erwarten
(S. 29)
.
3.2.3
Anlässlich der Konsensbesprechung hielten die
Dres
.
D._
,
E._
und
C._
in
Kenntnis der jeweiligen Fachgutachten fest, massgeblich für die somatische Beurteilung sei die rheumatologische Expertise. Die Beurteilun
gen aus somatischer Sicht divergierten, einerseits attestiere die Rehaklinik
F._
eine 100%ige Arbeitsfähigkeit für leichte bis mittelschwere Tätigkeiten im Jahr 200
5.
Zwei Jahre später durch die Rheumatologie am Kantonsspital
A._
werde eine 50%ige Arbeitsfähigkeit für eine leichte Tätigkeit attestiert. Insgesamt könne im somatischen Bereich eine Einschränkung von 20 % für eine leichte Ar
beitstätigkeit attestiert werden. Aus psychiatrischer Sicht könne eine 10%ige Be
einträchtigung aktuell und für den Zeitpunkt ab dem 2
1.
November 2005 attes
tiert werden. Die Beschwerdeführerin sehe sich maximal in einem 50 %-Pensum im Arbeitsmarkt beschäftigt. Die Hausärztin attestiere sogar eine in der Zukunft 100%ige Arbeitsunfähigkeit. Diese Einschätzungen könnten von den Gutachtern mit objektiven Gründen nicht bestätigt werden. Die Arbeitsfä
higkeit aus gut
achterlicher Sicht bestehe für eine leichte Tätigkeit zu 80 % mit einer Leistungs
minderung sowie Minderung der Belastbarkeit um 10 % aus psy
chiatrischer Sicht, welche nicht additiv
gerechnet werden könne (S. 30).
Verweistätigkeiten in einer leichten, wechselbelastenden Tätigkeit mit Traglas
ten von nicht mehr als sieben Kilogramm und unter Vermeidung von Traglasten im Bereiche des rechten Armes bei Extensionsdefizit, seien ebenfalls in einem Pen
sum zu 80 % durchführbar. Die Alkoholproblematik habe keinen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit. Aus psychiatrischer Sicht sei empfehlenswert, keine Arbeiten im Gastgewerbe mit Alkoholausschank auszuführen sowie Schichtar
beiten aufgrund
der
Dysthymie
zu vermeiden. Der Beginn der Arbeitsunfähig
keit entspreche dem Unfalldatum vom 1
7.
Juni 2004 (S. 31).
3.3
Laut den Austrittsberichten der zuständigen Ärzte am
A._
vom
2
7.
Juli (
Urk. 12
/104/5-7) und 2
3.
August 2011 (
Urk. 12
/104/14-16)
war die Beschwer
deführerin vom 1. Juli bis 15. Juli zur Behandlung ihres am 1. Juli 2011 erlitte
nen Beinbruchs
sowie
vom
1
8.
August bis 1
9.
August 2011 infolge Ausbildung einer Wundheilungsstörung über dem medialen Zugang
prätibial
hospitalisiert
.
Diesbezüglich attestierte Dr.
G._
, Oberarzt Chirurgie am
A._
, in seine
m Bericht vom
1
1.
November 2011 (
Urk. 12
/104/1-4)
eine 100%ige Arbeitsunfähig
keit ab 1. Juli 201
1.
3.4
Nachdem am 27. März 2012 die vollständige
Osteosynthesematerialentfernung
am Unterschenkel rechts samt Fistelexzision und
Débridement
tibial
erfolgt war (Austrittsbericht des
A._
vom 30. März 2012, Urk. 8/133), musste die Be
schwer
deführerin bereits am 14. April 2012 wieder hospitalisiert werden; sie wurde mit einer offenen, blutenden Wunde am Boden sitzend aufgefunden und vom Ret
tungsdienst zugewiesen (Urk. 8/135/3). In der Folge wurde am 17. April 2012 ein erneutes
Débridement
mit Spülung und Neuanlage des Vakuumver
bandes am me
dialen Unterschenkel rechts durchgeführt (Urk. 8/141) und die Beschwerdeführe
rin Mitte Mai 2012 in gutem Allgemeinzustand mit reizlosen Wundverhältnissen entlassen (Urk. 8/135/3).
Schliesslich
wurde die Beschwerdeführerin vom
12. De
zember bis 13. Dezember 2013
abermals zur
Osteosynthesematerialentfernung
am rechten
Tibiamarknagel
hospitalisiert. Gemäss dem Austrittsbericht vom 19. Dezember 2013 (Urk. 12/239/6-8) wurde sie schmerzfrei bei reizlosen Wund
verhältnissen und einer attestierten vollständigen Arbeitsunfähigkeit bis 20. De
zember 2013 entlassen.
3.5
3.
5
.1
Die für das polydisziplinäre
(rheumatologisch, allgemeininternistisch, psy
chi
atrisch, neurologisch,
gastroenterologisch
, neuropsychologisch)
B._
-Gutachten vom 16. Juli 2018 (Urk. 12/222) verantwortlich zeichnenden Fachgutachter stell
ten folgende Hauptdiagnosen mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit (S. 8 f.):
-
Chronisches
lumbospondylogenes
bis
lumbosakrales
Schmerzsyndrom (ICD-10 M54.5)
-
Chronische Restbeschwerden bei Status nach distaler dislozierter
Tibia
fraktur
rechts 07/2011 mit Osteosynthese,
Osteosynthesematerialentfer
nung
03/2012, Re-Fraktur
II
o
-ig
offen distale Tibia bei
low
grad Infekt 04/2012 mit mehrfachen Operationen mit Marknagelosteosynthese und Defektdeckung am rechten Unterschenkel mit einem Lappen 05/2012
-
Osteoporose im gesamten Becken sowie im Schenkelhalsbereich, fortge
schrittene
Osteopenie
im LWS-Bereich (ICD-10 M85/M80)
-
Chronische Nausea unklarer Ätiologie (ICD-10 R11)
Als
ohne
Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit diagnostizierten sie zur Hauptsache (S. 9):
-
Undifferenzierte Somatisierungsstörung (ICD-10 F45.1)
-
Störung durch multiplen Substanzgebrauch, gegenwärtig Alkohol und Cannabis (ICD-10 F19.24)
-
Chronische Hepatitis C (ICD-10 B18.2)
-
Klinisch chronisch obstruktive Lungenkrankheit (ICD-10 J44.9)
-
Hyperurikämie, asymptomatisch (ICD-10 E79.0)
3.5
.2
Hinsichtlich des Bewegungsapparates führten die Experten aus, rheumatologisch und neurologisch evaluiert beeinflussten das chronische
lumbospondylogene
bis
lumbosakrale
Schmerzsyndrom, die neuropathischen Schmerzen am rechten Un
terschenkel und die Osteoporose die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin. Für körperlich mittelschwere und schwer belastende Tätigkeiten bestehe eine Arbeits
unfähigkeit. Es seien grundsätzlich nur körperlich leichte und wechselbelastende berufliche Tätigkeiten unter folgenden Arbeitsplatzbedingungen durchführbar. Idealerweise sollten mehrheitlich sitzende Tätigkeiten an einem ergonomisch gut eingestellten Arbeitsplatz durchgeführt we
rden. Vermieden werden sollten s
t
e
reotype Rotationsbewegungen der LWS, Arbeiten in anhaltender Oberkörpervor
neige- oder
-
rückhalteposition
, das Tragen und Heben von Lasten
sei
bis zur Taille auf
10 kg
, über Taille auf 5 kg zu limitieren (S. 9 f.).
3.5
.3
Zum zeitlichen Verlauf der Entwicklung dieser Arbeitsfähigkeit notierten sie, im Nachgang zur erlittenen
Sakrumfraktur
vom Mai 2016 könne für circa maximal sechs Monate eine 100%-
ige
Arbeitsunfähigkeit für jegliche berufliche Tätigkeit postuliert werden. Unter Berücksichtigung
, dass in der nachfolgenden
rheumato
logischen Untersuchung vor allem in einem Bericht vom Juni 2017 keine rele
vanten pathologischen Befunde
h
ätten
objektiviert werde
können
, würden die obigen Angaben retrospektiv seit spätestens anfangs 2017 gelten. Vor Mai 2016 könne retrospektiv über die Zeit gemittel
t auf die Einschätzung des
Z._
-Gutachtens
von
2011 abgestützt werden (S. 11).
3.6
Dr.
H._
, Facharzt FMH für Rheumatologie, Facharzt FMH und European Board ESPRM für Physikalische Medizin und Rehabilitation,
be
urteilte am 12. März 2019 (Urk. 12/242) die medizinische Situation
und führte aus
, es handle sich um das Hauptproblem eines komplexen Schmerzsyndroms betreffend meh
rere Kö
r
perregionen. Dabei zeige sich seitens der komplexen mehrfachen
Retrau
matisierung
des rechten Unterschenkels und Fusses ab Juli 2011 eine richtungs
w
eisende Verschlechterung
des Gesundheitszustandes. Die
s
sei durch die bisheri
gen begutachtenden Ärzte und auch durch die Vertrauensärzte der Versicherun
gen nicht entsprechend gewürdigt worden.
Danebst
zeige sich im Verlaufe der letzten 3-4 Jahre auch eine zunehmende, kaum noch gezielt therapeutisch ange
hbare komplexe Schmerzproblematik des Beckens. Auch diese Problematik könne als sogenannte
s
«Mixed
pain
Syndrom» bezeichnet werden. Dabei spielten soma
tisch
nozizeptive
, wie auch chronisch zentrale neuropathische Schmerzmechanis
men mithinein. Diese Schmerzprobleme
hätten
sich in den letzten Jahren, trotz der diversen Versuche mit verschiedenen Therapiemodalitäten, kaum noch adä
quat behandeln lassen. Entsprechend leide die Beschwerdeführerin in den letzten 2 Jahren zunehmend hierunter. Auch dies s
e
i in den bisherigen ärztlichen Beur
teilungen und Begutachtu
ngen zu wenig gewürdigt worden (S. 2).
4.
4.1
Die Beschwerde
führerin
(Urk. 1) führt an, das Gutachten beantworte weder die vom Gericht gestellten Fragen und zudem sei es weder umfassend noch schlüssig, insbesondere berücksichtige es die Entwicklung im langjährigen Verlauf nicht genügend
(S. 7)
.
Dieser Einwand ist begründet.
Wie dargelegt (
E. 1
.3
hievor
), hat ein medizinisches Gutachten gewissen juristischen Anforderungen zu genügen, die für den Beweiswert des in Frage stehenden Arzt
berichtes entscheidend sind. Im Rahmen dieser formellen Kriterien ist es Aufgabe des Arztes oder der Ärztin, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stel
lung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die ver
sicherte Person arbeitsunfähig ist. In diesem Sinne lautet die normativ bestimmte Gutachterfrage, wie die sach
verständige Person das Leistungsvermögen ein
schätzt (BGE 132 V 93 E. 4 mit Hinweisen, BGE 141 V 281 E. 5.2.2).
Der rheumatologische
G
utachter
(Urk. 12/222 S. 31-41)
setzte sich detailliert mit den von der
Beschwerdeführerin geklagten Beschwerden auseinander (S. 31 ff.), erstellte seine Beurteilung in Kenntnis der wesentlichen
Vorakten
(S. 14-24, S. 31) und die daraus unter Nennung der medizinischen Zusammenhänge gezo
genen Schlussfolgerungen leuchten grundsätzlich ein. Namentlich zeigte er an
hand der objektivierbaren Befunde auf, dass eine eindeutige Einschränkung der A
rbeits- und Leistungsfähigkeit
besteht (S. 36 f., S. 38), woraus eine verbleibende Leistungsfähigkeit
nurmehr
für körperlich leichte und wechselbelastende
, mehr
heitlich sitzende Tätigkeiten an einem ergonomisch gut eingestellten Arbeitsplatz
bei Vermeidung von
s
tereotype
n
Rotationsbewegungen der LWS,
von
Arbeiten in anhaltender Oberkörpervorneige- oder
rückhalteposition
,
ohne
t
ragen und
h
e
ben
von Lasten bis zur Taille über 10 kg, über Taille über 5 kg resultiert (E. 3.5.2
hievor
). Allerdings lässt sich – entgegen dem gerichtlich erteilten Abklärungsauf
trag – den gutachterlichen Ausführungen die gesundheitliche Entwicklung der Beschwerdeführerin und daraus abgeleitet ihre jeweilige Leistungsfähigkeit nur ungenügend entnehmen. So folgerte
n
die Gutachter in der Konsensbeurteilung
in Bezug auf den Verlauf und die Entwicklung der Arbeitsfähigkeit lediglich, dass vor Mai 2016 retrospektiv über die Zeit gemittelt auf die Einschätzung des
Z._
-Gutachtens von 2011 abgestützt
werden kann (E. 3.5.3
hievor
), nach welchem eine Einschränkung für leichte körperliche Arbeiten von 20 % sowie eine
nicht additiv zu berücksichtigende
Minderung der Belastbarkeit um 10 % aus psy
chiatrischer Sicht
postuliert wurde (E. 3.2.3
hievor
). Der rheumatologische Gut
achter selbst enthält sich über Mai 2016 (
Sakrumfraktur
) hinaus jeglicher retro
spektiven Beurteilung. Bereits
daraus erhellt, dass
im Rahmen der Frage der retrospektiven Entwicklung seit Oktober 2011 nicht auf das Gutachten abgestellt werden kann. Darüber hinaus war die Beschwerdeführerin bis zum Gutachtens
zeitpunkt mehrfach hospitalisiert (E. 3.3 f.
hievor
), was dem Gutachter – wie er
wähnt – bekannt war. Insbesondere im Hinblick auf
die der
Untersuchungen durch die
Z._
-Gutachter
nachgehende
Hospitalisation
zufolge eines Beinbruchs (E. 3.3
hievor
)
ist der Schluss
«
im Mittel
auf die Schätzung der
Z._
-Gutachter
abzustellen
»
nicht nachvollziehbar und hätte eine eingehendere Erörterung er
heischt.
Nach
dem Gesagten erweist sich das rheumatologische Teilgutachten
für die an dieser Stelle massgebenden medizinischen Aspekte
als nicht aussagekräftig, wes
halb nicht darauf abgestellt werden kann.
4.2
Ebenso wenig kann gestützt auf die übrigen medizinischen Unterlagen in rechts
genügender Weise retrospektiv
in rheumatologischer Hinsicht
auf die Arbeits- und Leistungsfähigkeit der Beschwerdeführerin geschlossen werden.
N
amentlich fand die bis
September 2013 bekannte med
izinische Aktenlage bereits im Urteil des hiesigen Gerichts vom 18. Januar 2017 (Prozess Nr. IV.2015.0021; Urk. 12/186) Berücksichtigung, weshalb daraus keine neuen Erkenntnisse zu ge
winnen sind und auf die entsprechenden Erwägungen
zu
verw
ei
sen
ist
(E.3.3, E. 4.6)
.
Schon deshalb
ist mangels aussagekräftiger medizinischer
Akten nach wie vor kein Entscheid hinsichtlich eines allfälligen Anspruchs der Beschwerdeführe
rin ab 1. Oktober 2011 möglich.
Im Übrigen ist anzufügen, dass
auch die im vorliegenden Verfahren neu aufge
legten medizinischen Unterlagen keine abschliessende Beurteilung eines An
spruchs der Beschwerdeführerin erlauben. Soweit den Berichten des behandeln
den Rheumatologen Dr.
H._
(Urk. 12/199, Urk. 12/209/3 f., Urk. 12/20
9
/8 f., Urk. 12/209/54
f.
,
Urk. 12/239/9 f., Urk. 12/242) Angaben zur Arbeits- und Leis
tungsfähigkeit der Beschwerdeführerin zu entnehmen sind,
fehlt es an einer nach
vollziehbaren Befunderhebung, einer differenzierten Auseinandersetzung mit den daraus gewonnenen Erkenntnissen sowie den abzuleitenden funktionellen Ein
schränkungen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit. Zudem
begründet
Dr.
H._
weder die Diskrepanz zwischen der von ihm ab 2017 attestierten verbesserten Leistungsfähigkeit im Umfang von 30 % (vgl. Urk. 12/199) und der demgegenüber
postulierten
stetigen Verschlechterung des Gesundheitszustandes (E. 3.6
hievor
) nachvollziehbar, noch
inwiefern trotz der jeweiligen Entlassungen aus der
Hospitalisation
in gutem Allgemeinzustand (E. 3.4
hievor
) fortgesetzt bis 2017 von einer vollständigen Arbeitsunfähigkeit auszugehen war.
4.3
Zusammenfassend ist festzuhalten, dass gestützt auf das
B._
-Gutachten vom 16. Juli 2018 bereits aus rheumatologischer Sicht keine schlüssige Beurteilung des Gesundheitszustandes und dessen Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin möglich ist.
5.
5.1
Das Gericht kann die Angelegenheit zu neuer Entscheidung an die Vorinstanz zurückweisen insbesondere, wenn mit dem angefochtenen Entscheid nicht auf die Sache eingetreten oder der Sachverhalt ungenügend festgestellt wurde (
§
26
Abs.
1 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht,
GSVGer
). Gemäss der Rechtsprechung ist eine Rückweisung an die IV-Stelle möglich, wenn sie in der notwendigen Erhebung einer bisher vollständig ungeklärten Frage begründet ist, oder wenn lediglich eine Klarstellung, Präzisierun
g oder Ergänzung der medizi
nischen Akten beziehungsweise von gutachtlichen Ausführungen erforderlich ist (BGE 139 V 99 E. 1.1 und 137 V 210 E. 4.4.1.4).
5.2
Vorliegend erweist sich der medizinische Sachverhalt in Bezug auf die retrospek
tive
Beurteilung der Leistungs- und Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin ab Oktober 2011 bereits in rheumatologischer Hinsicht als
nicht
abgeklärt. Die Sache ist daher unter Aufhebung der angefochtenen Verfügung vom 24. Juni 2019 an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen, damit sie weitere medizinische Abklä
rungen im Sinne der Erwägungen tätige und gestützt darauf erneut über die Sa
che entscheide.
Die Beschwerde ist gutzuheissen.
6.
6.1
Die Kosten des Verfahrens gemäss Art. 69 Abs. 1
bis
IVG sind auf Fr.
1’0
00.-- fest
zusetzen und ausgangsgemäss der Beschwerdegegnerin
aufzuerlegen
.
6.2
Nach ständiger Rechtsprechung gilt die Rückweisung der Sache an die Ver
wal
tung zur weiteren Abklärung und neuen Verfügung als vollständiges Obsiegen (BGE 137 V 57). Der Beschwerdeführerin steht
ausgang
sgemäss eine Prozessent
schädigung zu. Diese ist – nach Einsicht in die
Kostennote
vom 7. Novem
ber 2019 (Urk. 15) – auf Fr. 1‘32
2
.-- (inkl. Bar
auslagen und
MWSt
) festzusetzen.
6.3
Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege (Urk. 1 S. 2) erweist sich damit als gegenstandslos.
Das Gericht
erkennt
:
1.
Die Beschwerde wird in dem Sinne
gutgeheissen
, dass
die
angefochtene
Verfügung vom 24. Juni 2019
aufgehoben und die Sache an die Beschwerdegegnerin zurückgewie
sen wird, damit diese, nach erfolgte
n
Ergänzungen i
m Sinne der Erwägungen, über den Leistungsanspruch
der
Beschwerdeführer
in
neu verfüge.
2.
Die Gerichtskosten von
Fr.
1’000
.-- werden
der Beschwerdegegnerin
auferlegt.
Rech
nung und Einzahlungsschein werden
der
Kostenpflichtigen nach Eintritt der Rechtskraft zugestellt.
3.
Die Beschwerdegegnerin wird
verpflichtet,
der Beschwerdeführerin
eine Prozessent
schädigung von
Fr.
1’322
.-- (inkl. Barauslagen und
MWSt
) zu bezahlen.
4.
Zustellung gegen Empfangsschein an:
-
Rechtsanwältin Stephanie Schwarz
-
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
-
Bundesamt für Sozialversicherungen
sowie an:
-
Gerichtskasse (im Dispositiv nach Eintritt der Rechtskraft)
5.