# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** af041a6a-f016-5d19-8b4a-532a84d91fb6
**Court:** ZH_BRK
**Chamber:** ZH_BRK_001
**Year:** 2018
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

hat sich ergeben:
A.
Mit Beschluss vom 27. Februar 2018 erteilte die Bausektion des Stadtrates
der Stadt Zürich der X Immobilien AG die baurechtliche Bewilligung für die
Erstellung eines Mehrfamilienhauses [....] an der K.-Strasse in Zürich. In
Dispositivziffer I.B.1.d wurde verfügt, die Bauherrschaft habe vor Baube-
ginn im Sinne der Erwägungen lit. F.a. (Grenzabstand) abgeänderte Pläne
einzureichen und bewilligen zu lassen oder entsprechende Näherbaurechte
nachzuweisen.
B.
Gegen diesen Entscheid erhob die X Immobilien AG mit Eingabe vom
4. April 2018 fristgerecht Rekurs beim Baurekursgericht des Kantons Zürich
und beantragte die Aufhebung der Nebenbestimmung gemäss Dispositivzif-
fer I.B.1.d unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten der Vor-
instanz.
C.
Mit Verfügung vom 5. April 2018 wurde der Rekurseingang vorgemerkt und
das Vernehmlassungsverfahren eröffnet.
D.
Mit Eingabe vom 8. Mai 2018 beantragte die Vorinstanz die Abweisung des
Rekurses unter Zusprechung einer angemessenen Parteientschädigung.
E.
Mit Replik vom 31. Mai 2018 bzw. Duplik vom 25. Juni 2018 hielten die Par-
teien an ihren Anträgen fest.
R1S.2018.05023 Seite 3
F.
Auf die Vorbringen der Parteien wird, soweit zur Entscheidbegründung er-
forderlich, in den nachfolgenden Erwägungen Bezug genommen.

## Considerations

Es kommt in Betracht:
1.
Die Rekurrentin ist als Eigentümerin des streitbetroffenen Grundstücks und
als Adressatin des angefochtenen Beschlusses im Sinne von § 338a des
Planungs- und Baugesetzes (PBG) ohne Weiteres zur Rekurserhebung le-
gitimiert. Da auch die übrigen Prozessvoraussetzungen erfüllt sind, ist auf
den Rekurs einzutreten.
2.
Die Rekurrentin plant die Errichtung eines Mehrfamilienhauses, dessen
Baukörper auf der Nord- wie auf der Südseite abgeschrägte Fassaden auf-
weist. In der Erwägung lit. F.a. des angefochtenen Beschlusses wird aus-
geführt, bei seitlich gegliederten Fassaden werde die für den Mehrlängen-
zuschlag massgebende Länge für jeden Fassadenteil für sich bestimmt
(§ 24 Abs. 1 Allgemeine Bauverordnung [ABV]). Zurückliegende Fassaden-
teile würden durch vorspringende Teile hindurch bis zur äussersten sichtba-
ren Gebäudekante in oder vor der Fassadenflucht gemessen (Abs. 2). Zu-
dem werde bei abgewinkelten oder abgerundeten Fassaden die für den
Mehrlängenzuschlag massgebende Länge gleich wie bei den seitlich ge-
gliederten Fassaden bestimmt; dabei sei die Abwinklung oder Abrundung
als seitlich gegliederte Fassade mit unendlich kleinen Abtreppungen zu be-
trachten (Abs. 3). Dieser Mechanismus sei bei den abgeschrägten Fassa-
den des streitbetroffenen Gebäudes nicht berücksichtigt worden. Die
Grenzabstände zu den Grundstücken Kat.-Nrn. [....] 0001 und 0002 würden
deshalb nur ca. 5,30 m statt 6,88 m (Art. 13 und 14 BZO, § 24 ABV) betra-
gen. Dies sei entsprechend zu korrigieren oder es seien die entsprechen-
den Näherbaurechte einzureichen.
R1S.2018.05023 Seite 4
Abb. 1: Streitbetroffenes Projekt. Schematische Dar-
stellung der für die Grenzabstände massgebenden
Fassaden im Grundriss
3.1.
Die Rekurrentin ist der Auffassung, die Vorinstanz habe die Abstandsvor-
schriften nicht korrekt angewendet. Bei der Süd- wie bei der Nordfassade
handle es sich klarerweise um einen besonderen Fassadenverlauf im Sinne
von § 24 Abs. 3 ABV. Bei einer abgewinkelten Fassade werde die für den
Mehrlängenzuschlag massgebende Länge für jeden Fassadenteil für sich
bestimmt. Gemäss Absatz 3 sei die Abwinklung als seitlich gegliederte
Fassade mit unendlich kleinen Abtreppungen zu betrachten. Für den gera-
de verlaufenden, 12 m langen Teil der Fassade sei kein Mehrlängenzu-
schlag zu rechnen. Nach 12 m beginne die Abwinklung und sei somit die in
§ 24 Abs. 3 ABV vorgesehene Treppe vorzusehen. In jenem Bereich ab
12 m Gebäudelänge sei der Mehrlängenzuschlag von 1/3 der Mehrlänge
zum Grundabstand hinzuzurechnen. Das Projekt halte die Abstandsvor-
schriften ein.
Die Auffassung der Vorinstanz lasse sich nicht mit dem Wortlaut von § 24
ABV in Verbindung bringen und finde keine Grundlage im Gesetz. Die Vor-
instanz lege auch nicht dar, wie sie ihre Berechnungsweise damit in Ein-
klang bringe. Der angefochtene Entscheid sei deshalb auch ungenügend
begründet. Im Weiteren sei gemäss der Berechnungsweise der Vorinstanz
nicht der effektive Verlauf der Fassade massgebend, die für das Nachbar-
grundstück von Bedeutung sei, sondern eine fiktiv verschobene Parallellinie
zur abgewinkelten Fassade. Dies führe z.B. dazu, dass irgendein Punkt in
der Westfassade für die Berechnung des Grenzabstandes massgebend
werde. Für die Nachbarparzelle sei dieser Punkt aber völlig irrelevant.
R1S.2018.05023 Seite 5
3.2.
Die Vorinstanz führt aus, bemängelt würden die Grenzabstände der kürze-
ren, abgewinkelten Fassaden an der Südwest- bzw. Nordostseite. Wie in
der Skizze im Anhang der ABV zur Ermittlung des Grenzabstandes eines
komplizieren Baukörpers handle es sich dabei, wie im konkret zu beurtei-
lenden Fall, um einen abgewinkelten Baukörper.
Abb. 2: Grenzabstandsbild eines komplizierten Baukörpers im
Anhang der ABV (ergänzt mit Bezeichnung der Eckpunkte)
Die Konstellation mit den abgeschrägten, durch die Eckpunkte F, E und D
definierten Fassaden in der Skizze entspreche den abgewinkelten Fassa-
den des streitbetroffenen Projekts.
R1S.2018.05023 Seite 6
Gemäss Skizze im Anhang der ABV löse die durch die Eckpunkte D und E
begrenzte Fassade einerseits den Grundabstand G und den Mehrlängen-
zuschlag MLZ1 aus. Für die Eigentümerschaft der benachbarten Parzelle
trete visuell jedoch nicht nur die von D nach E verlaufende Fassade in Er-
scheinung, sondern auch die von den Eckpunkten E nach F verlaufende. In
Anwendung von § 24 Abs. 2 ABV werde dies berücksichtigt, indem die
Fassade D-E bis zur Gebäudekante F projiziert werde. Entsprechend löse
die Fassade F-D' nebst dem Grundabstand den Mehrlängenzuschlag MLZ2
aus:
Abb. 3
Die Fassade F-E löse den Grundabstand G plus den Mehrlängenzuschlag
MLZ3 aus. Für die Nachbarschaft trete aber auch die Fassade E-D in Er-
scheinung. Die Fassade F-E werde bis zur Gebäudekante D projiziert.
Demzufolge löse die Fassade F'-D den Grundabstand G sowie den Mehr-
längenzuschlag MLZ3 (recte MLZ4) aus:
R1S.2018.05023 Seite 7
Abb. 4
Dementsprechend sei beim hier zu beurteilenden Vorhaben die Fassade
A-B (s. Abb. 1) parallel durch die Ecke C zu projizieren. Diese Fassade
A'-C sei ca. 17,65 m lang, was einen Mehrlängenzuschlag von 1,88 m
(= 1/3 der Mehrlänge von 5,65 m) und somit einen Grenzabstand von
6,88 m ergebe. Das in der Abbildung (s. Abb. 5 = act. 10.5) blau angelegte
Dreieck rage in die Nachbarparzelle hinein. In diesem Bereich werde der
erforderliche Grenzabstand von 6,88 m nicht eingehalten. Analog verhalte
es sich hinsichtlich der Fassade E-D.
R1S.2018.05023 Seite 8
Abb. 5: Ausschnitt aus Beilage 10.5 der Rekursantwort
3.3.
In ihrer Replik bestreitet die Rekurrentin, dass die Figur 7.7. im Anhang der
ABV auf ihr Projekt anwendbar sei; diese sei nicht einschlägig. Die Skizzen
im Anhang der ABV hätten lediglich erläuternden Charakter, massgebend
sei der Wortlaut des Gesetzes. Figur 7.8. zeige auf, wie bei einem abge-
rundeten bzw. abgewinkelten Baukörper vorzugehen sei. Diese sei auf ihr
Projekt anzuwenden. Andernfalls wäre § 24 Abs. 3 ABV toter Buchstabe,
weil dann nicht ersichtlich sei, auf welche Art von abgewinkelten Fassaden
die Bestimmung anwendbar sein soll. Im Bereich der abgewinkelten Fas-
sade müsse nach der Lesart der Vorinstanz ein kleinerer Grenzabstand
eingehalten werden, als dies mit der Betrachtung der Rekurrentin der Fall
sei. Schon dies zeige, dass die Argumentation der Vorinstanz nicht korrekt
sein könne. Sodann führe die Auffassung der Vorinstanz dazu, dass dort,
wo die Fassade parallel zur Grenze verlaufe, ein unterschiedlicher Grenz-
abstand eingehalten werden müsste (an der Ecke C 7,88 m und an der
R1S.2018.05023 Seite 9
Ecke B 5 m). Dies könne mit Blick auf den wohnhygienischen Zweck der
Abstandsvorschriften nicht Sinn und Zweck des Gesetzes sein.
3.4.1.
Nach § 10 Abs. 1 des Verwaltungsrechtspflegegesetzes (VRG) sind unter
anderem schriftliche Anordnungen (Verfügungen) begründungspflichtig. Im
Rahmen des baurechtlichen Verfahrens kommt diese Pflicht namentlich bei
der Verweigerung von Baubewilligungen zum Tragen. Diese sind regel-
mässig begründungspflichtig. Nebenbestimmungen sind jedenfalls insoweit
zu begründen, als sie nicht selbsterklärend sind. Regelmässig begrün-
dungspflichtig ist ferner die Erteilung von Ausnahmebewilligungen (§ 320
PBG).
Die Begründung von Bauverweigerungen oder Nebenbestimmungen muss
so abgefasst sein, dass sich der Betroffene über die Tragweite des Ent-
scheids Rechenschaft zu geben vermag und in die Lage versetzt wird, al-
lenfalls ein Rechtsmittel zu ergreifen bzw. die Anfechtung zu begründen. In
diesem Sinne müssen kurz die wesentlichen Überlegungen genannt wer-
den, von denen sich die Behörde hat leiten lassen und auf welche sich ihr
Entscheid stützt. Der Betroffene muss die Ausführungen der Behörde
nachvollziehen und in einem allfälligen Rechtsmittelverfahren substantiiert
bestreiten können (Kaspar Plüss, in: Kommentar VRG, 3. Aufl., Zürich/Ba-
sel/Genf 2014, § 10 Rz 25).
Die Aufhebung des baurechtlichen Entscheides zufolge fehlender bzw. un-
genügender Begründung fällt namentlich dann in Betracht, wenn die An-
fechtung durch den Begründungsmangel erheblich erschwert wurde und
dieser Mangel im Rekursverfahren nicht geheilt werden konnte.
3.4.2.
In Erwägung F.a. des angefochtenen Entscheides legte die Vorinstanz dar,
bei welchen Fassaden und gegenüber welchen Grundstücken die Grenz-
abstände nicht eingehalten werden und wieviel der Grenzabstand betragen
müsste. Auch geht aus den Erwägungen hervor, dass bei den betreffenden
Fassaden der Mehrlängenzuschlag nicht richtig berücksichtigt worden sei.
Die entsprechende Bestimmung von § 24 ABV wird zitiert und auf Art. 13
und 14 BZO wird verwiesen.
R1S.2018.05023 Seite 10
Aus Ziffer 6 der Rekurseingabe ergibt sich, dass sich die Rekurrentin "im
Vorfeld" vom zuständigen Kreisarchitekten die Ermittlung des Mehrlängen-
zuschlags erklären liess (s. auch die Skizze in act. 5.5, die der Vertreter der
Vorinstanz im Rahmen einer Besprechung angefertigt habe). Demnach
werde der Verlauf der abgewinkelten Fassade soweit parallel verschoben
bis sich diese verschobene Linie mit dem Eckpunkt der Fassaden schnei-
de. Somit wusste die Rekurrentin, wie die Vorinstanz den Mehrlängenzu-
schlag berechnet. Darin, dass die Rekurrentin diese Berechnung nicht
nachvollziehen kann bzw. nicht versteht, wie sich diese aus § 24 ABV er-
geben soll, liegt indes kein Begründungsmangel. Sie war offensichtlich in
der Lage, die Berechnungsweise der Vorinstanz substantiiert zu bestreiten.
Ein Begründungsmangel liegt daher nicht vor.
3.4.3.
Im Weiteren geht die Rekurrentin fehl in der Annahme, der Grenzabstand
richte sich nach den Grundstücksgrenzen, weshalb es nicht sein könne,
dass entlang einer parallel zur Fassade verlaufenden Grenze ein unter-
schiedlicher Grenzabstand eingehalten werden müsse. Der Grenzabstand
bestimmt die nötige Entfernung zwischen Fassade und massgebender
Grenzlinie (§ 260 Abs. 1 PBG). Der (nötige) Grundabstand wird rechtwinklig
zu den Fassaden und radial über die Gebäudeecken gemessen (§ 22
Abs. 1 ABV). Der Mehrlängenzuschlag wird rechtwinklig zu den Fassaden
gemessen; über die Gebäudeecken fällt er ausser Ansatz (§ 23 Abs. 2
ABV). Auch die Skizzen im Anhang zur ABV zeigen, dass es für die erfor-
derlichen Abstände nicht auf den Grenzverlauf ankommt.
3.4.4.
Die Messweise des Mehrlängenzuschlags wird in § 23 f. ABV geregelt. Wie
bei einem besonderen Fassadenverlauf vorzugehen ist, bestimmt § 24
ABV, veranschaulicht in den dazugehörigen Skizzen bzw. Figuren im An-
hang der ABV. Ob die "Skizzen" in der alten Fassung der ABV oder die "Fi-
guren" in der neuen, am 1. März 2017 in Kraft getretenen Fassung an-
wendbar sind, kann offenbleiben, da sich an den §§ 23 und 24 ABV nichts
geändert hat und die betreffenden, vorliegend relevanten Darstellungen
identisch sind.
Entgegen der Auffassung der Rekurrentin ist im vorliegenden Fall nicht von
einem abgerundeten Baukörper auszugehen, wie er im Anhang der ABV
dargestellt ist. Das geplante Gebäude weist keine abgerundeten, sondern
R1S.2018.05023 Seite 11
abgewinkelte Fassaden auf. Die Vorinstanz geht daher zu Recht von einem
"komplizierten Baukörper" im Sinne der Darstellung "Grenzabstandsbild ei-
nes komplizierten Baukörpers" aus und sie wendet die dort dargestellte
Messweise korrekt an. Mit der Vorinstanz ist festzuhalten, dass die abge-
winkelten Fassaden des streitbetroffenen Vorhabens (Fassaden A-B/B-C
bzw. D-E/E-F gemäss Abb. 1) den abgewinkelten Fassaden D-E/E-F im
Grenzabstandsbild eines komplizierten Baukörpers (s. oben Abb. 2) ent-
sprechen. Was die Vorinstanz als Projektion einer Fassade bezeichnet
(s. die Linien F-D' und D-F' in Abb. 3 bzw. Abb. 4), ergibt dasselbe wie die
Betrachtung der Abwinklung als seitlich gegliederte Fassade mit unendlich
kleinen Abtreppungen im Sinne von § 24 Abs. 3 ABV, wobei zurückliegen-
de Fassadenteile durch vorspringende Teile hindurch bis zur äussersten
sichtbaren Gebäudekante in oder vor der Fassadenflucht gemessen wer-
den (§ 24 Abs. 2 ABV). Die Messweise der Vorinstanz ist rechtmässig,
ebenso die Anwendung auf den konkreten, hier zu beurteilenden Fall.
Die Rekurrentin übersieht, dass der Mehrlängenzuschlag nicht nur durch
die längeren Fassadenteile B-C bzw. E-F mit den jeweils abgewinkelten
kürzeren Fassadenteilen A-B bzw. D-E (als seitlich gegliederte Fassaden
mit unendlich kleinen Abtreppungen) ausgelöst wird, wie sie es in ihrem
Abstandsbild korrekt darstellen (act. 5.4.1., s. auch das "Schema betreffend
Abtreppung bei angewinkelter Fassade" in act. 5.6.). Vielmehr wird ein wei-
terer Mehrlängenzuschlag dadurch ausgelöst, dass die längeren Fassaden-
teile B-C bzw. E-F als gegenüber den kürzeren Fassadenteilen A-B bzw.
D-E abgewinkelt bzw. unendlich klein abgetreppt und in diesem Sinne als
zurückliegende Fassadenteile betrachtet werden, womit wiederum die für
den Mehrlängenzuschlag massgebende Länge wie bei den seitlich geglie-
derten Fassaden bestimmt wird (§ 24 Abs. 2 ABV). Dies ergibt sich aus
§ 24 Abs. 1 ABV, wonach bei seitlich gegliederten Fassaden die für den
Mehrlängenzuschlag massgebende Länge für jeden Fassadenteil für sich
bestimmt werden muss. Wie das Grenzabstandsbild eines komplizierten
Baukörpers zeigt, ergeben sich die Grenzabstände aus den sich überla-
gernden Abständen aller Fassaden. Im vorliegenden Fall wäre es willkürlich
und mit § 24 ABV nicht zu vereinbaren, nur die kürzeren, gegenüber den
Nachbarparzellen zurückweichenden Fassaden A-B bzw. E-D als massge-
bend für die Mehrlängenzuschläge zu betrachten, die bei den Abständen
gegenüber den südlich bzw. nördlich benachbarten Grundstücken hinzuzu-
rechnen sind.
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Die Vorinstanz hat die fraglichen Mehrlängenzuschläge im Grundrissplan
(act. 10.5, s. Abb. 5) korrekt eingetragen. Schematisch gezeichnet ergibt
sich mit der Vorinstanz bezüglich der Fassade B-C als zurückliegende Fas-
sade folgendes Abstandsbild (s. Abb. 6):
Abb. 6
Für die Fassade B-C als gegenüber der Fassade A-B abgewinkelte Fassa-
de wird die für den Mehrlängenzuschlag massgebende Länge wie bei zu-
rückliegenden Fassaden durch die vorspringenden Teile hindurch bis zur
äussersten sichtbaren Gebäudekante in oder vor der Fassadenflucht ge-
messen (§ 24 Abs. 2 und 3 ABV), hier die Linie C-A'. Der einschliesslich
Mehrlängenzuschlag resultierende Abstand wird rechtwinklig zur Linie C-A'
gemessen. Dies ergibt sich aus der Betrachtungsweise als seitlich geglie-
derte Fassade mit unendlich kleinen Abtreppungen (vgl. Grenzabstandsbild
eines komplizierten Baukörpers im Anhang ABV). Demgegenüber wird der
Grundabstand rechtwinklig zur (tatsächlichen) Fassade (und radial über die
Ecken; in Abb. 6 nicht dargestellt) gemessen (§ 22 Abs. 1 ABV). Im hier zu
beurteilenden Fall ergibt sich im Bereich der Mehrlänge von ca. 5,65 m ein
gegenüber dem Grundabstand von 5 m (graue Fläche) um bis zu ca.
1,88 m (Mehrlängenzuschlag) erhöhter Abstand (horizontal schraffiertes
R1S.2018.05023 Seite 13
Dreieck). Da der Abstand der Grundstücksgrenze zur südlichen Nachbar-
parzelle Kat.-Nr. [....] 0001 genau dem Grundabstand von 5 m entspricht,
wird der Grenzabstand im Bereich des in Abbildung 6 horizontal schraffier-
ten Dreiecks verletzt. Analoges gilt auf der Nordseite des Gebäudes in Be-
zug auf die Fassade E-F und das nördliche Nachbargrundstück Kat.-Nr.
[....] 0002.
Somit erweist sich die im angefochtenen Bauentscheid zur Behebung der
Abstandsverletzung verfügte Nebenbestimmung als rechtmässig.
4.