# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 058d3573-1047-5ab2-b137-712d0ac540c1
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2019
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
1.1
Die 1956 geborene
X._
meldete sich am 24. März
1992 unter Hinweis auf einen Bandscheibenvorfall erstmals bei der Sozialversiche
rungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, zum Leistungsbezug an (Urk. 8/5).
Diese tätigte erwerbliche und medizinische Abklärungen. Mit Verfügung vom
2.
November 1994 sprach sie der Versicherten eine halbe Rente der Invalidenver
sicherung zu (Urk. 8/32). Nachdem die Versicherte dagegen Beschwerde erhoben hatte, sprach ihr die IV-Stelle mit Verfügung vom 10. Januar 1995 wiedererwä
gungsweise vom
1.
März 1991 bis 3
1.
März
1992 eine ganze Rente sowie ab dem
1.
April 1992 eine
Viertelsrente
der Invalidenversicherung zu (Urk. 8/40). Das Be
schwerdeverfahren am hiesigen Sozialversicherungsgericht wurde daraufhin mit Verfügung vom 19. April
1995 als gegenstandslos geworden abgeschrieben (Urk. 8/42).
1.2
Im November
1996 wurde ein Revisionsverfahren eröffnet (
Urk.
8/43). Da die Versicherte ihrer Mitwirkungspflicht nicht nachkam, wurde die Rente mit Verfü
gung vom 1
1.
April 1997 aufgehoben (Urk. 8/46).
1.3
Am 2
5.
November 2003 (Eingangsdatum) meldete sich die Versicherte erneut bei der IV-Stelle zum Leistungsbezug an (Urk. 8/48). Daraufhin tätigte diese medizi
nische Abklärungen (Urk. 8/51, 8/54) und sprach der Versicherten mit Verfügung vom
2
5.
Februar 2004 eine ganze Invalidenrente zu (Urk. 8/59
und 8/62
).
1.4
Im Mai 2007 wurde ein ordentliches Revisionsverfahren eingeleitet (Urk. 8/66). Nachdem die Versicherte den Fragebogen nicht
retourniert hatte
, wies die IV
Stelle sie darauf hin, dass bei fehlender Mitwirkung die Rente aufgehoben werde (Urk. 8/67). Mit Verfügung vom 22. August 2007 stellte die IV-Stelle die Renten
zahlungen per sofort ein (Urk. 8/68).
1.5
Nach erfolgter Früherfassung durch die Arbeitgeberin (Urk. 8/93) meldete sich die Versicherte am 3
0.
September 2013 (Eingangsdatum) erneut bei der IV-Stelle zum Leistungsbezug an (Urk. 8/99).
Diese lud die Versicherte zu einem Standortge
spräch ein, welches am
5.
November 2013 stattfand (Urk. 8/104). Zudem zog sie die Akten der zuständigen
Vorsorgeeinrichtung
(Urk. 8/109
, 8/141
)
sowie des Krankentaggeldversicherers (Urk. 8/114, 8/117)
bei
und holte Berichte der behan
delnden Ärzte ein (Urk.
8/115, 8/122, 8/127, 8/143). Sie veranlasste die Erstellung eines
bidisziplinären
Gutachtens
bei Prof.
Dr.
med.
Y._
, Facharzt FMH für Neurologie, Psychiatrie und Psych
otherapie sowie Dr. med. Z._
, Facharzt FMH für Rheumat
ologie
, welches am 27. November 2015 sowie am
8.
März 2016 erstattet wurde (Urk. 8/159,
8/161).
Mit Mitteilung vom 16. September 2016 wurde der Versicherten eine Schad
en
min
de
rungspflicht in Form der Intensivierung der fachpsychiatrischen Behand
lung, al
lenfalls mit stationärer Behandlung, auferlegt (Urk. 8/170).
Nach durch
geführtem
Vorbescheidverfahren
verneinte die IV-Stelle mit Verfügung vom 2. Januar 2018 einen Anspruch der Versicherten auf Leistungen der Invaliden
versicherung. Gleichzeitig wurde ihr die Schadenminderungspflicht im Form der Intensivierung der psychiatrischen Behandlung abgenommen (Urk. 2 [= 8/208]).
2.
Gegen die Verfügung vom
2.
Januar 2018 erhob die Versicherte mit Eingabe vom
1. Februar 2018 Beschwerde beim hies
igen Sozialversicherungsgericht
und bean
tragte, es sei ihr ab dem
1.
April 2014 eine
Viertelsrente
sowie ab dem 1. November 2014 eine ganze Rente der Invalidenversicherung zuzusprechen. In prozessu
aler Hinsicht ersuchte sie um Gewährung der unentgeltlichen Prozess
führung so
wie um Bestellung eines unentgeltlichen Rechtsvertreters in der Person von Rechtsanwalt Hanspeter
Riedener
(Urk. 1).
Mit Eingabe vom 1
6.
April
2018 reichte sie Unterlagen zum Nachweis der prozessualen Bedürftigkeit ein (Urk. 10
12).
Mit Beschwerdeantwort vom
8.
März 2018 schloss die IV-Stelle auf Abweisung der Beschwerde (Urk. 7), was der Beschwerdeführerin mit Verfügung vom 9. Mai
2018 angezeigt wurde. Gleichzeitig wurde ihr Gesuch um Gewährung der unent
geltlichen Prozessführung gutgeheissen und Rechtsanwalt Hanspeter
Riedener
als unentgeltlicher Rechtsvertreter bestellt (Urk. 13).
Mit Eingabe vom
1.
Juni 2018 informierte Rechtsanwalt
Riedener
über eine Än
derung in den finanziellen Verhältnissen der Beschwerdeführerin (Urk. 15). In der Folge teilte das hiesige Gericht Rechtsanwalt
Riedener
am
8.
Juni 2018 mit, die Voraussetzungen zur Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung sowie der unentgeltlichen Rechtsvertretung seien nach wie vor erfüllt (Urk. 17). Mit Eingabe vom 2
9.
Januar 2019 ersuchte Rechtsanwalt
Riedener
darum, ihn infolge Aufgabe seiner Berufstätigkeit aus dem Mandatsverhältnis zu entlassen und Rechtsanwäl
tin Gabriela
Gwerder
als unentgeltliche Rechtsvertreterin zu bestellen (Urk. 18). Zudem reichte er eine Honorarnote ein (Urk. 19). Mit Verfügung vom 1. Februar 2019 wurde seinem Gesuch vollumfänglich entsprochen (Urk. 20).
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Wurde eine Rent
e
wegen eines zu geringen Invaliditätsgrade
s
verweigert, so wird nach
Art.
87
Abs.
3
der Verordnung über die Invalidenversicherung
(
IVV
)
eine neue Anmeldung nur geprüft, wenn die Voraussetzungen gemäss
Abs.
2 dieser Bestimmung erfüllt sind. Danach ist im Revisionsgesuch glaubhaft zu machen, dass sich der Grad der Invalidität der versicherten Person in einer für den An
spruch erheblichen Weise geändert hat. Tritt die Verwaltung auf die Neuanmel
dung ein, so hat sie die Sache materiell abzuklären und sich zu vergewissern, ob die von der versicherten Person glaubhaft gemachte Veränderung des Invalidi
tätsgrades auch tatsächlich eingetreten ist; sie hat demnach in analoger Weise wie bei einem Revisionsfall nach
Art.
17
Abs.
1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (
ATSG
)
vorzugehen (BGE 117 V 198 E. 3a, vgl. auch BGE 133 V 108 E. 5.2). Stellt sie fest, dass der Invaliditätsgrad seit Erlass der früheren rechtskräftigen Verfügung keine Veränderung erfahren hat, so weist sie das neue Gesuch ab. Andernfalls hat sie zunächst noch zu prüfen, ob die festgestellte Veränderung genügt, um nunmehr eine anspruchsbegrün
dende Invalidität zu bejahen, und hernach zu beschliessen. Im Beschwerdefall obliegt die gleiche materielle Prüfungspflicht auch dem Gericht (BGE 117 V 198 E. 3a, 109 V 108 E. 2b).
1.2
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Sie kann Folge von Geburts
gebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung,
IVG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgegliche
nen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beein
trächtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.3
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie körperliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 8 ATSG bewirken. Rechtsprechungsgemäss ist bei psychi
schen Beeinträchtigungen zu prüfen, ob ein psychischer Gesundheitsschaden mit
Krankheitswert besteht, welcher die versicherte Person auch bei Aufbietung allen guten Willens daran hindert, ein rentenausschliessendes Erwerbseinkommen zu erzielen (vgl.
BGE 139 V 547
E. 5,
131 V 49
E. 1.2,
130 V 352
E. 2.2.1; vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_125/2015 vom 1
8.
November 2015 E. 5.4).
Die Annahme eines psychischen Gesundheitsschadens im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG sowie Art. 3 Abs. 1 und Art. 6 ATSG setzt eine psychiatrische, lege
artis
auf die Vorgaben eines anerkannten Klassifikationssystems abgestützte Diagnose voraus (vgl. BGE 143 V 409 E. 4.5.2, 141 V 281 E. 2.1, 130 V 396 E. 5.3 und E.
6). Eine fachärztlich einwandfrei festgestellte psychische Krankheit ist jedoch nicht ohne weiteres gleichbedeutend mit dem Vorliegen einer Invalidität. In jedem Ein
zelfall muss eine Beeinträchtigung der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit unabhängig von der Diagnose und grundsätzlich unbesehen der Ätiologie ausgewiesen und in ihrem Ausmass bestimmt sein. Entscheidend ist die nach einem weitgehend objektivierten Massstab zu beurteilende Frage, ob es der versicherten Person zu
mutbar ist, eine Arbeitsleistung zu erbringen (BGE 143 V 409 E. 4.2.1, 141 V 281 E. 3.7, 139 V 547 E. 5.2, 127 V 294 E. 4c, je mit Hinweisen; vgl.
Art.
7
Abs.
2 ATSG).
1.4
Gemäss BGE 143 V 418 sind grundsätzlich sämtliche psychischen Erkrankungen, nach BGE 143 V 409 namentlich auch leichte bis mittelschwere Depressionen, für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit einem strukturierten Beweisverfahren nach Massgabe von BGE 141 V 281 zu unterziehen (Änderung der Rechtsprechung). Speziell mit Bezug auf leichte bis mittelschwere depressive Störungen hielt das Bundesgericht in BGE 143 V 409 – ebenfalls im Sinne einer Praxisänderung – fest, dass eine invalidenversicherungsrechtlich relevante psychische Gesundheits
schädigung nicht mehr allein mit dem Argument der fehlenden Therapieresistenz auszuschliessen sei (E. 5.1; zur bisherigen Gerichtspraxis vgl. statt vieler: BGE 140 V 193 E. 3.3; Urteil des Bundesgerichts 9C_13/2016 vom 1
4.
April
2016 E. 4.2). Für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit sind somit auch bei den leichten bis mittelgradigen depressiven Störungen systematisierte Indikatoren beachtlich, die es – unter Berücksichtigung leistungshindernder äusserer Belastungsfaktoren einerseits und von Kompensationspotentialen (Ressourcen) andererseits – erlau
ben, das tatsächlich erreichbare Leistungsvermögen einzuschätzen (BGE 141 V 281 E. 2, E. 3.4-3.6 und 4.1). Die Therapierbarkeit ist dabei als Indiz in die ge
samthaft vorzunehmende allseitige Beweiswürdigung miteinzubeziehen (BGE 143 V 409 E. 4.2.2; vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_449/2017 vom
7.
März
2018 E.
4.2.1).
Die Anerkennung eines rentenbegründenden Invaliditätsgrades ist nur zulässig, wenn die funktionellen Auswirkungen der medizinisch festgestellten gesundheit
lichen Anspruchsgrundlage im Einzelfall anhand der Standardindikatoren schlüs
sig und widerspruchsfrei mit (zumindest) überwiegender Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sind. Fehlt es an diesem Nachweis, hat die materiell beweisbelastete versicherte Person die Folgen der Beweislosigkeit zu tragen (BGE 141 V 281 E. 6; vgl. BGE 144 V 50 E. 4.3).
Diese Rechtsprechung ist auf alle im Zeitpunkt der Praxisänderung noch nicht erledigten Fälle anzuwenden (Urteil des Bundesgerichts 9C_580/2017 vom 16. Januar 2018 E. 3.1 mit Hinweisen).
1.5
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, er
halten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.6
1.6.1
Sowohl bei der erstmaligen Prüfung des Rentenanspruchs als auch bei der Ren
tenrevision und im Neuanmeldungsverfahren ist die Methode der Invaliditätsbe
messung (
Art.
28a IVG) zu bestimmen (BGE 144 I 28 E. 2.2, 117 V 198 E. 3b).
Die für die Methodenwahl (Einkommensvergleich, gemischte Methode, Betäti
gungsvergleich) entscheidende Statusfrage, nämlich ob eine versicherte Person als ganztägig oder zeitweilig erwerbstätig oder als nichterwerbstätig einzustufen ist, beurteilt sich danach, was die Person bei im Übrigen unveränderten Umstän
den täte, wenn keine gesundheitliche Beeinträchtigung bestünde. Entscheidend ist somit nicht, welches Ausmass der Erwerbstätigkeit der versicherten Person im Gesundheitsfall zugemutet werden könnte, sondern in welchem Pensum sie hy
pothetisch erwerbstätig wäre. Bei im Haushalt tätigen Versicherten im Besonde
ren sind die persönlichen, familiären, sozialen und erwerblichen Verhältnisse ebenso wie allfällige Erziehungs- und
Betreuungsaufgaben gegenüber Kindern, das Alter, die beruflichen Fähigkeiten und die Ausbildung sowie die persönlichen Neigungen und Begabungen zu berücksichtigen. Massgebend sind die Verhält
nisse, wie sie sich bis zum Erlass der Verwaltungsverfügung entwickelt haben, wobei für die hypothetische Annahme einer im Gesundheitsfall ausgeübten (Teil
)Erwerbstätigkeit der im Sozialversicherungsrecht übliche Beweisgrad der über
wiegenden Wahrscheinlichkeit erforderlich ist (BGE 144 I 28 E. 2.3, 141 V 15 E. 3.1, 137 V 334 E. 3.2, 125 V 146 E. 2c, 117 V 194 E. 3b).
Die Beantwortung der Statusfrage erfordert zwangsläufig eine hypothetische Be
urteilung, die auch die hypothetischen Willensentscheidungen der versicherten Person zu berücksichtigen hat. Diese Entscheidungen sind als innere Tatsachen wesensmässig einer direkten Beweisführung nicht zugänglich und müssen in der Regel aus äusseren Indizien erschlossen werden (vgl. BGE 144 I 28 E. 2.4).
1.6.2
Bei einer hypothetisch im Gesundheitsfall lediglich teilerwerbstätigen versicher
ten Person
ohne
Aufgabenbereich im Sinne von
Art.
27 IVV
bemisst sich die In
validität rechtsprechungsgemäss nach der allgemeinen Methode des Einkom
mensvergleichs oder einer Untervariante (Schätzungs- oder Prozentvergleich, ausserordentliches Bemessungsverfahren) davon. Dabei ist das
Valideneinkom
men
nach Massgabe der ohne Gesundheitsschaden ausgeübten Teilerwerbstätig
keit festzulegen, wobei entscheidend ist, was die versicherte Person als Gesunde tatsächlich an Einkommen erzielen würde, und nicht, was sie bestenfalls verdie
nen könnte. Wäre sie gesundheitlich in der Lage, voll erwerbstätig zu sein, redu
ziert sie aber das Arbeitspensum, um mehr Freizeit zu haben, hat dafür nicht die Invalidenversicherung einzustehen. Das Invalideneinkommen bestimmt sich ent
sprechend den gesetzlichen Vorgaben danach, was die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und Durchführung allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte. Dabei kann das
–
ärztlich festzulegende
–
Arbeitspensum unter Umstän
den grösser sein als das ohne gesundheitliche Beeinträchtigung geleistete (BGE 131 V 51 E. 5.1.2; wiedergegeben in BGE 142 V 290 E. 5).
In Präzisierung dieser Rechtsprechung hat das Bundesgericht in BGE 142 V 290 entschieden, dass bei teilerwerbstätigen Versicherten ohne Aufgabenbereich die anhand der Einkommensvergleichsmethode zu ermittelnde Einschränkung im (allein versicherten) erwerblichen Bereich proportional – im Umfang der hypo
thetischen Teilerwerbstätigkeit – zu berücksichtigen ist (E. 7.3).
1.7
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Be
schwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebe
nenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arz
tes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versi
cherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 256 E. 4). Im Weiteren sind die ärzt
lichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden können (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E. 4b/cc).
2.
2.1
Im angefochtenen Entscheid wurde erwogen,
die medizinischen Abklärungen hätten gezeigt, dass die Versicherte aus rheumatologischer Sicht in ihrer Arbeits
fähigkeit nicht eingeschränkt sei. Aus psychiatrischer Sicht lägen unveränderte Diagnosen vor. Die
V
ersicherte habe sich bisher weder einer stationären noch einer teilstationären Behandlung unterzogen, weshalb die therapeutischen Mass
nahmen nicht ausgeschöpft seien. Da die gesundheitliche Problematik massge
blich durch invaliditätsfremde Faktoren
geprägt sei, bestehe kein Anspruch auf Leistungen der Invalidenversicherung (Urk. 2).
2.2
Demgegenüber macht die Versicherte
im Wesentlichen
geltend,
Prof.
Dr.
Y._
sei in seinem Gu
tachten zum Schluss gelangt,
sie
leide unter einer chro
nifizier
ten rezidivierenden depressiven Störung mit somatischem Syndrom, ge
genwärtig mittelschwer bis schwer und sei in ihrer Arbeitsfähigkeit vollständig einge
schränkt. Psychosoziale Faktoren hätten die Krankheit ausgelöst, würden nun je
doch im Hintergrund stehen und lediglich noch ungefähr 20 % der Ein
schrän
kung ausmachen. Aus diesem Grund stünde ihr ab April 2014 eine
Vier
telsrente
sowie ab November 2014 eine ganze Rente der Invaliden
ver
sicherung zu (Urk. 1).
3.
3.1
Im
bidisziplinären
Gutachten de
s
Prof.
Dr.
Y._
sowie des
Dr.
Z._
vom
27. Februar und
9.
März 2016 wurden folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit aufgeführt (Urk. 8/161 S. 59):
-
chronifizierte rezidivierende depressive Störung mit somatischem Syn
drom, gegenwärtig mittelschwer bis schwer (ICD-10: F 33.11/33.2)
-
chronifizierte, vor allem lumbale Rückenschmerzen bei
-
hyperlordotischer
Fehlhaltung
-
Osteochondrosen
L4/5 und L5/S1
-
Status nach
Diskushernienoperation
L5/S1
(
1990
)
Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit wurden folgende genannt (Urk. 8/161 S. 59):
-
chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren (ICD-10: F 45.41)
-
Schlafstörungen
-
m
uskuläre Dysbalance
-
i
nadäquates Schon- und Vermeidungsverhalten
-
psychosoziale und soziokulturelle Probleme mit/bei:
-
problematischen Wohnverhältnissen (ICD-10: Z 59), Vereinsamungs
problematik (ICD-10: Z 60.2), soziokulturelle Eingewöhnungsschwie
rigkeiten (ICD-10: Z 60.3) und finanziellen Problemen, Schulden (ICD
10: Z 59)
-
Übergewicht (BMI 28,5 kg/m
2
)
-
arterielle Hypertonie
-
Refluxbeschwerden
anamnestisch
3.2
Im rheumatologischen Teilgutachten wurde ausgeführt, die Evaluation der Funk
tionellen Leistungsfähigkeit zeige eine erhebliche Selbstlimitierung. Die Explo
randin limitiere sich bei 22 Tests selbst, bevor eine funktionelle
Leistungslimite
beobachtet werden könne. Aufgrund dessen könnten viele Tätigkeiten nicht ge
testet werden, weshalb diese Beurteilungen medizinisch-theoretisch erfolgen müssten (Urk. 8/161 S. 25-26).
Die Explorandin leide schon lange unter Depressionen, sei jedoch noch nie stati
onär behandelt worden, weil sie das nicht gewollt habe. Hinzu kämen Rücken
probleme sowie Knieschmerzen (Urk. 8/161 S. 28-29).
Der Wirbelsäulenbefund entspreche einer
hyperlordotischen
Fehlhaltung mit deutlicher Bewegungseinschränkung lumbal, was durch die Fehlhaltung sowie Degenerationen beim L4/5 sowie L5/S1 hinreichend erklärt werden könne. Die Fehlhaltung des Beckens gehe mit einer entsprechenden muskulären Dysbalance einher.
Ausstrahlende Irritationen würden sich nicht provozieren lassen. Ein radikuläres Syndrom liege nicht vor. Der links fehlende Achillessehnenreflex so
wie eine Dermatom bezogene Sensibilitäts
störung links seien als Residuen
der ope
rierten Diskushernie zu werten. Die im linken Fuss demonstrierte Schwäche sei inkonstant und lasse sich bei den erhaltenen Gangfunktionen nicht beob
ach
ten (Urk. 8/161 S. 47).
Die Kniegelenke seien reizlos, passiv frei und schmerzlos beweglich und ohne nachweisbare Instabilität oder positive Meniskuszeichen.
Retropatellär
zeige sich
rechtsbetont ein schmerzhaftes Reiben, das jedoch nicht auffällig sei. Das mediale und laterale
Kniekompartement
sei
indolent. Somit sei von einem gewissen
ret
ropatellären
Knorpelschaden im Sinne einer beginnenden
Femoropa
tella
rarthrose
auszugehen. Die Bildgebung des linken Knies habe im November 2014 eine
Femoropatellararthrose
bei
Chondropathie
Grad IV sowie eine leichte media
le Ge
lenkspaltverschmälerung bei diskreter, gleichmässiger Höhenminderung des Knorpels ohne Progredienz im konventionellen Röntgen vom Dezember 2014 ge
zeigt. Von einem gravierenden Knieleiden könne daher nicht gesprochen werden (Urk. 8/161 S. 48).
Zur Arbeitsfähigkeit wurde festgehalten, aus somatischer Sicht sei die Versicherte
für körperlich sehr leichte, wechselbelastende Tätigkeiten ohne grössere Kniebe
lastungen zu 100
%
arbeitsfähig (Urk. 8/161 S. 43).
3.3
Im psychiatrischen Teilgutachten wurde ausgeführt, die Versicherte
klage
über chronische Schmerzen und Depressionen. Sie leide unter gedrückter Stimmung und müsse häufig ohne Grund weinen. Sie habe keine Kraft und keinen Antrieb, sei rasch gereizt und habe am Morgen kaum Kraft aufzustehen (Urk. 8/161 S. 105).
Die Explorandin sei im Kontakt ängstlich zurückhaltend und wirke angespannt. Der Rapport könne befriedigend hergestellt werden, breche zeitweilig jedoch ab. Sie sei allseits orientiert. Es würden sich Hinweise auf Störungen des Kurz- und des Langzeitgedächtnisses zeigen. Die Aufmerksamkeit und Konzentration könn
ten während der zweistündigen Exploration nur schlecht gehalten werden. Der formale Gedankengang sei ungestört, das Denken sei verlangsamt. Inhaltlich sei die Explorandin auf die psychosozialen Probleme sowie die Schmerzen kon
zentriert. Die Schwingungsfähigk
eit sei deutlich eingeschränkt (Urk. 8/161 S.
111-112).
Die Explorandin leide unter einer rezidivierenden depressiven Störung mit soma
tischem Syndrom, gegenwärtig mittelschwer
bis
schwer (ICD-10: F 33.11/33.2). Psychosoziale Faktoren hätten die Störung ausgelöst, aktuell stünden sie jedo
ch im Hintergrund. Weiter leide
die Explorandin unter einer Schmerzverarbeitungs
störung in Form einer chronischen Schmerzstörung mit somatischen und psychi
schen Faktoren nach ICD-10: F 45.41 (Urk. 8/161 S. 117-118).
Zur Arbei
tsfähigkeit wurde festgehalten, aus den Akten gehe hervor, dass vom 4. April 2013 bis
5.
November 2014 eine mittelschwere rezidivierende depressive Episode vorgelegen habe. Für diesen Zeitraum sei von einer 50%igen Arbeitsun
fähigkeit bezogen
auf ein Vollpensum in angestammter Tätigkeit auszugehen. Abzuziehen wären zusätzlich die IV-fremden Anteile. Seit dem 5. November 2014 sei die Versicherte vollständig arbeitsunfähig, wobei sich die IV-fremden Anteile aus gutachterlicher Sicht auf ungefähr 20 % belaufen würden (Urk. 8/161 S.
122
123).
4.
Das
bidisziplinäre
Gutachten vom
2
7.
Februar und
9.
März 2016
vermag zu über
zeugen. Es beruht auf sorgfältigen und allseitigen Untersuchungen (Urk. 8/161 S. 35-39
, S.
110-112
), berücksichtigt die geklagten Beschwerden (Urk. 8/161 S. 28-29
, S. 105-107
)
und ist in Kenntnis der relevanten
Vorakten
abgegeben worden (Urk. 8/161 S. 6-24
, S. 68-100
).
Die
Gutachter
haben
detaillierte Befunde erhoben und hieraus begründete Diagnosen gestellt, die medizinischen Zustände und Zusammenhänge schlüssig dargelegt und
ihre
Schlussfolgerungen nachvoll
ziehbar begründet.
Das Gutachten
erfüllt daher die rechtsprechungsgemässen An
forderungen an beweistaugliche Entscheidungsgrundlagen.
Wie bereits erwähnt, sind gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung grundsätz
lich sämtliche psychischen Leiden einem strukturierten Beweisverfahren nach BGE 141 V 281 zu unterziehen (vgl. E. 1.
4
).
Prof. Dr.
Y._
nahm im psychi
atrischen Teilgutachten eine
Indikatorenprüfung
vor (Urk. 8/161 S. 118-121). Da
bei ging er auf alle vom Bundesgericht geforderten
Gesichtspunkte
ein
und kam unter dem – beweisrechtlich entscheidenden – Aspekt der Konsistenz zum Schluss, dass bei der Versicherten keine Diskrepanz zwischen dem privaten Akti
vitätsniveau und der beruflichen Leistungsfähigkeit erkennbar sei (
Urk.
8/161 S.
121). Da seine Ausführungen zu überzeugen vermögen, ist mit dem im Sozial
versicherungsrecht geltenden Beweismass der überwiegenden Wahrscheinlichkeit erstellt, dass die Beschwerdeführerin
vom
4.
April 2013 bis 4. November 2014
in ihrer angestammten Tätigkeit
zu 50
%
eingeschränkt war und
seit dem 5.
November 2014 zu 80
% arbeitsunfähig ist (Urk. 8/161 S. 123).
5
.
5.
1
Aus den Akten geht hervor, dass
die
Beschwerdeführer
in
bereits vor Eintritt des Gesundheitsschadens
während mehrerer Jahre
lediglich mit einem Pensum von
60
%
erwerbstätig war (
Urk.
8/104 S. 2,
8/
109 S. 103
).
Ihre Kinder wurden in den Jahren 1982 sowie 1987 geboren (Urk. 8/5 S. 2) und
wohnen
nicht bei ihr (Urk. 8/104 S. 2).
Da
her
übte sie
keine Tätigkeit in einem Aufgabenbereich im Sinne von
Art.
27 IVV
aus. Den Unterlagen ist zu entnehmen, dass sie mit einem Pensum von 60 % ein
Erwerbseinkommen von monatlich Fr. 4'200.-- netto er
zielte (Urk. 8/10
4 S. 2). Mit diesem Verdienst war es ihr gut möglich, ihren Lebensunterhalt zu bestreiten, weshalb erstellt ist,
dass
sie
aus freien Stücken auf ein höheres Erwerbseinkommen verzichtete und freiwillig teilerwerbstätig war.
5
.2
Bei der Invaliditätsbemessung kommt der allgemeinen Methode des Einkom
mensvergleichs gemäss
Art.
28a
Abs.
1 IVG in Verbindung mit Art. 16 ATSG grundsätzlich Vorrang zu. Insoweit die fraglichen Erwerbseinkommen ziffern
mässig nicht genau ermittelt werden können, sind sie indes nach Massgabe der im Einzelfall bekannten Umstände zu schätzen und die so gewonnenen Annähe
rungswerte miteinander zu vergleichen. Wird eine Schätzung vorgenommen,
so muss diese nicht unbedingt in einer ziffernmässigen Festlegung von Annähe
rungswerten bestehen. Vielmehr kann auch eine Gegenüberstellung blosser Prozentzahlen genügen. Das ohne eine Invalidität erzielbare hypothetische
Erwerbs
einkommen ist alsdann mit 100 % zu bewerten, während das Invaliden
einkom
men auf einen entsprechend kleineren Prozentsatz veranschlagt wird, so dass sich aus der Prozentdifferenz der Invaliditätsgrad ergibt (sog. Prozent
vergleich; Urteil des Bundesgerichts 8C_131/2011 vom 5. Juli 2011 E. 10.2.1 mit Hinweis auf BGE 114 V 310 E. 3a).
Der Invaliditätsgrad ist namentlich dann durch Prozentvergleich zu ermitteln, wenn Validen- und Invalideneinkommen sich nicht hinreichend genau oder nur mit unverhältnismässig grossem Aufwand bestimmen lassen und in letzterem Fall zudem angenommen werden kann, die Gegenüberstellung der nach Massgabe der im Einzelfall bekannten Umstände geschätzten, mit Prozentzahlen bewerteten hy
pothetischen Einkommen ergebe ein ausreichend zuverlässiges Resultat. Diese Berechnungsweise ist insbesondere anwendbar, wenn die konkreten Verhältnisse so liegen, dass die Differenz zwischen Validen- und Invalideneinkommen die für den Umfang des Rentenanspruchs massgebenden Grenzwerte von 70, 60, 50 und 40 % (Art. 28 Abs. 2 IVG) eindeutig über- oder unterschreitet (Urteil des Bundes
gerichts 8C_333/2013 vom 11. Dezember 2013 E. 5.3 mit Hinweisen).
5
.3
Vorliegend ist
erstellt
, dass
die
Beschwerdeführer
in
ohne Gesundheitsschaden auch heute noch einer Erwerbstätigkeit in einem
60
%
-
Pensum nachgehen würde. Daher ist das Einkommen, das
sie
in der zuletzt ausgeübten Tätigkeit als Sozial
arbeiter
in
erzielt hatte, als
Valideneinkommen
heranzuziehen.
Wie bereits ausge
führt ist ihr eine Tätigkeit in
einem
20
%-Pensum in
ihrem
angestammten Bereich zumutbar, weshalb es für die Ermittlung des Invaliditätsgrades genügt, die Pro
zentzahlen gegenüberzustellen.
5
.4
Bei teilerwerbstätigen Versicherten ohne Aufgabenbereich ist die anhand der Ein
kommensvergleichsmethode (
Art.
16 ATSG) zu ermittelnde Einschränkung im allein versicherten erwerblichen Bereich proportional – im Umfang der hypothe
ti
schen Teilerwerbstätigkeit – zu berücksichtigen (vgl. dazu E. 1.6
.2
). Der Invali
di
tätsgrad entspricht der proportionalen Einschränkung im erwerblichen Bereich. Vorliegend ergibt sich unter Annahme einer
80
%igen Arbeitsunfähigkeit somit ein Invaliditätsgrad von
4
0
%
([{60
%
-
2
0
%
}x 100 : 60] x 0.6).
6.
Gemäss gutachterlicher Beurteilung war
die
Beschwerdeführer
in
vom
4.
April
2013 bis
4.
November 2014 i
n ihrer angestammten Tätigkeit
zu 50
%
arbeitsun
fähig. Für diesen Zeitraum ergibt
sich ein Invaliditätsgrad von 1
0 %
([{60
%
-
5
0
%
}x 100 : 60] x 0.6
). Die IV-Stelle verneinte daher zu Recht einen Anspruch auf eine Invalidenrente. Ab dem 5. November 2014 erhöhte sich der Invaliditäts
grad – wie vorstehend dargelegt (E. 5)
-
auf 40
%
.
In Anwendung von
Art. 28
Abs.
2 IVG sowie
Art. 88a Abs. 2 IVV
hat die Beschwerdeführerin daher ab
1.
Februar 2015 Anspruch auf eine
Viertelsrente
der Invalidenversicherung.
7.
Nach dem Gesagten ist
die Beschwerde teilweise gutzuheissen. Der Beschwerde
führerin ist ab dem
1.
Februar 2015 eine
Viertelsrente
der Invalidenversicherung zuzusprechen.
8.
8.1
Die Kosten des Verfahrens sind auf
Fr.
700.-- festzulegen und ausgangsgemäss
von der
Beschwerdegegnerin
zu tragen (
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG)
.
8.2
Nach der Rechtsprechung ist bei bloss teilweisem Obsiegen dann eine ungekürzte Parteientschädigung zuzusprechen, wenn die versicherte Person im Grundsatz obsiegt und lediglich im
Masslichen
(teilweise) unterliegt. In Streitigkeiten um die Höhe einer Invalidenrente trifft dies zu, wenn nicht die beantragte ganze oder höhere Rente, sondern eine geringere Teilrente zugesprochen wird. Dahinter s
teht die Überlegung, dass eine «
Überklagung
»
eine Reduktion der Parteientschädigung nicht rechtfertigt, soweit das Rechtsbegehren keinen Einfluss auf den Prozessauf
wand
hat
(Urteil des Bundesgerichts 9C_995/2012 vom 1
7.
Januar 2013 mit wei
teren Hinweisen). Die
durch Rechtsanwältin Gabriela
Gwerder
vertretene
Be
schwerdeführerin hat somit Anspruch auf eine ungekürzte Parteientschädigung.
Zu
berücksichtigen ist vorliegend,
dass
der vormalige Rechtsvertreter der Be
schwerdeführerin, Recht
s
anwalt Hanspeter
Riedener
,
mit Verfügung vom 1. Februar 2019 (Urk. 20)
mit Fr. 2'955.80 aus der Gerichtskasse entschädigt
so
wie Recht
s
anwältin Gabriela
Gwerder
als unentgeltliche Rechtsvertreterin bestellt
wurde. Die Beschwerdegegnerin ist
daher
zu verpflichten,
den
Betrag
von Fr. 2'955.80
der Gerichtskasse zurückzuerstatten sowie Rechtsanwältin Gabriela
Gwerder
mit
Fr.
237.-- (inkl. Barauslagen und
MWSt
) zu entschädigen.