# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 4c39f6bc-ae92-4763-9ed6-e928805318be
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2014
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
1.1
Die
C._
mit Sitz in
D._
war der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, Ausgleichskasse, als beitragspflichtige Arbeitgeberin ange
schlossen und rechnete mit ihr die paritätischen und FAK-Beiträge ab (Urk. 13/423-424). Mit Verfügung vom 30. August 2006 eröffnete der Konkurs
richter des Bezirksgerichts
O._
über die Gesellschaft den Konkurs (Urk. 13/422). Am 17. Oktober 2006 meldete die Ausgleichskasse im Konkurs der
C._
eine Forderung von Fr. 216'829.25 zur Kollokation an (Urk. 13/179). Am 24. August 2007 wurden der Kollokationsplan und das In
ventar zur Einsicht aufgelegt (Urk. 13/186). Das Konkursamt
F._
teilte der Ausgleichskasse auf entsprechende Anfrage am 31. August 2007 mit, dass sie im Konkurs der
C._
vermutlich voll zu Schaden kommen werde (Urk. 13/188).
1.2
Mit Verfügungen vom 21. Februar 2008 (Urk. 13/190-193) verpflichtete die Aus
gleichskasse
X._
(damaliger Name:
E._
),
Z._
,
B._
und
Y._
, die ehemals als Verwaltungs
räte beziehungsweise als Geschäftsführer der Konkursitin amteten, in solidari
scher Haftung zur Bezahlung von Schadenersatz in der Höhe von Fr. 212'342.55. Die dagegen erhobenen Einsprachen (vgl.
Urk. 13/200, 13/202, 13/205, 13/217 und 13/227) hiess die Ausgleichskasse mit Entscheiden vom 11./12. Mai 2009 (Urk. 13/229-230 und 13/235-236) teilweise gut und redu
zierte die von den ehemaligen Organpersonen der Konkursitin geforderten (soli
darisch miteinander verbundenen) Schadenersatzforderungen folgendermassen: In Bezug auf
X._
und
Z._
wurde der zu leistende Schadenersatz auf Fr. 96'656.70 festgesetzt; in Bezug auf
B._
und
Y._
wurde die Höhe der Schadenersatzforderung auf
Fr. 211'616.15 reduziert.
1.3
Die dagegen von
X._
,
Z._
,
B._
und
Y._
erhobenen Beschwerden (Urk. 13/247-250) hiess das Sozialver
sicherungsgericht mit Urteil vom 11. März 2011 (Urk. 13/329) in dem Sinne gut, dass die angefochtenen Einspracheentscheide vom 11. und 12. Mai 2009 aufge
hoben wurden und die Sache - unter Feststellung der grundsätzlichen Haftung der Beschwerdeführenden - an die Ausgleichskasse zurückgewiesen wurde, da
mit sie die notwendigen Abklärungen im Sinne der Erwägungen vornehme und hernach über die Höhe des zu leistenden Schadenersatzes neu verfüge.
Auf die dagegen von
X._
und
Z._
erhobenen Beschwer
den trat das Bundesgericht mit Urteilen 9C_383/2011 und 9C_386/2011 vom 14. Juni 2011 (Urk. 13/336-337) nicht ein.
1.4
Am 5. Januar 2012 führte die Ausgleichskasse bei der Konkursitin eine ausseror
dentliche Arbeitgeberrevision durch (Urk. 13/346-347).
Mit Verfügungen vom 10. Februar 2012 (Urk. 13/348-351) verpflichtete die Aus
gleichskasse
Z._
,
X._
,
B._
und
Y._
in solidarischer Haftung zur Bezahlung von Schadenersatz in der Höhe von Fr. 212‘362.55. Während
B._
die gegen ihn gerichtete Schadenersatzverfügung – soweit ersichtlich – unangefochten in Rechtskraft erwachsen liess, erhoben
X._
,
Y._
und
Z._
mit Eingaben vom 9., 1
2.
und 14./15. März 2012 (Urk. 13/385, 13/397 und 13/404) Einsprachen. In teilweiser Gutheissung der Einsprachen reduzierte die Ausgleichskasse die Schadenersatzsummen mit Entscheiden vom 13. und 19. April 2012 sowie vom 6. Juni 2012 auf Fr. 96‘656.70 für
X._
(Urk. 2) und
Z._
(Urk. 9/2) sowie auf Fr. 211‘616.15 für
Y._
(Urk. 6/2).
2.
2.1
Dagegen liessen
X._
,
Y._
und
Z._
mit Eingaben vom 14. Mai 2012 (Urk. 1), 23. Mai 2012 (Urk. 6/1) und 12. Juli 2012 (Urk. 9/1; vgl. auch Urk. 7/1) Beschwerde erheben.
X._
liess dabei folgende Anträge stellen (Urk. 1):
1.
Der Einspracheentscheid vom 13.04.2012 sei aufzuheben.
2.
Es sei festzustellen, dass die Beschwerdeführerin keine Schadener
satzpflicht im Sinne von Art. 52 AHVG trifft.
3.
[...]
4.
Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der Be
schwerdegegnerin.
Y._
liess Folgendes beantragen (Urk. 6/1):
-
Der Einspracheentscheid der SVA Zürich, Ausgleichskasse vom 19. April 2012 sei ersatzlos aufzuheben.
-
Eventualiter sei der Beschwerdeführer zu Schadenersatz im Um
fang von höchstens Fr. 67‘464.20 zu verurteilen.
-
Alles unter Entschädigungsfolgen (zuzüglich MWSt.) zu Lasten der Beschwerdegegnerin.
Z._
liess sinngemäss beantragen, es sei der Einspracheentscheid vom 6. Juni 2012 (Urk. 9/2) aufzuheben beziehungsweise die Haftungssumme zu reduzieren (Urk. 9/1; vgl. auch Urk. 7/1 und Urk. 10).
2.2
Mit Verfügungen vom 13. Juli 2012 (Urk. 5) und 17. Juli 2012 (Urk. 8) wurden sämtliche Beschwerdeverfahren vereinigt. In ihrer Beschwerdeantwort vom 29. August 2012 (Urk. 12) schloss die Ausgleichskasse auf Abweisung der Be
schwerden. Replicando liessen
X._
(Urk. 25),
Y._
(Urk. 27) und
Z._
(Urk. 28) an den gestellten Anträgen festhal
ten. In ihrer Duplik vom 13. Februar 2013 (Urk. 32) reduzierte die Ausgleichs
kasse ihre Schadenersatzforderungen in Bezug auf
X._
und
Z._
auf Fr. 95‘156.70 und in Bezug auf
Y._
auf Fr. 210‘116.15.
Mit Verfügung vom 31. Mai 2013 (Urk. 35) wurde
B._
zum Pro
zess beigeladen. Am 5. September 2013 (Urk. 43) liess er seine Stellungnahme ins Recht reichen (Urk. 43).
Auf die Ausführungen der Parteien ist, soweit für die Entscheidfindung erforder
lich, in den Erwägungen einzugehen.
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Mit Urteil vom 11. März 2011 (Urk. 13/329) hob das Sozialversicherungsgericht – wie bereits ausgeführt – die damals angefochtenen Einspracheentscheide vom 11. und 12. Mai 2009 auf und wies die Sache - unter Feststellung der grund
sätzlichen Haftung der Beschwerdeführenden - an die Beschwerdegegnerin zu
rück, damit sie die notwendigen Abklärungen im Sinne der Erwägungen vor
nehme und hernach über die Höhe des zu leistenden Schadenersatzes neu ver
füge.
Im genannten Entscheid hielt das Sozialversicherungsgericht in E. 7 fest, dass die Haftungsvoraussetzungen von Art. 52 des Bundesgesetzes über die Alters- und Hinterlassenenversicherung (AHVG) in Bezug auf sämtliche Beschwerde
führenden gegeben seien (Schaden, Rechtswidrigkeit, qualifiziertes Verschulden und adäquater Kausalzusammenhang), es die herrschende Aktenlage aber nicht erlaube, die genaue Höhe der einzelnen Solidarforderungen zu bestimmen. Des
halb wurden die angefochtenen Einspracheentscheide vom 11. und 12. Mai 2009 unter Feststellung der grundsätzlichen Haftung der Beschwerdeführenden aufgehoben und die Sache an die Beschwerdegegnerin zurückgewiesen, damit sie die notwendigen Abklärungen im Sinne der Erwägungen vornehme und hernach über die Höhe des zu leistenden Schadenersatzes neu verfüge.
Daran ist festzuhalten. Für eine erneute Prüfung der generellen Haftungsvoraus
setzungen besteht vorliegend kein Anlass. Es kann auf die entsprechenden Er
wägungen im Urteil vom 11. März 2011 (Urk. 13/329) verwiesen werden.
1.2
Zu prüfen ist vorliegend demzufolge einzig, wie hoch der von den einzelnen Beschwerdeführenden, die grundsätzlich untereinander und zusammen mit dem Beigeladenen solidarisch haften, zu leistende Schadenersatz ist.
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin machte unter Berücksichtigung der in der Duplik vom 13. Februar 2013 (Urk. 32) erfolgten Reduktion gegenüber der Beschwerdefüh
rerin 1 und dem Beschwerdeführer 3 Forderungen in der Höhe von Fr. 95‘156.70 und gegenüber dem Beschwerdeführer 2 eine solche von Fr. 210‘116.15 geltend.
In den angefochtenen Einspracheentscheiden führte die Ausgleichskasse aus, dass sie in Nachachtung des Urteils des Sozialversicherungsgerichts vom 11. März 2011 am 5. Januar 2012 eine ausserordentliche Arbeitgeberkontrolle beziehungsweise eine Revision des Jahres 2005 durchgeführt habe. Der Revisor habe die Lohnausweise überprüft, sie mit der AHV-Deklaration sowie der SUVA-Deklaration verglichen und dabei festgestellt, dass die eingereichten Jahresabrechnungen korrekt seien. Es seien lediglich die Beitragszeiten „von bis“ bei den doppelt - nämlich bei der
C._
und bei der
G._
- aufgeführten Mitarbeitern in dem Sinne falsch gewesen, als dass jeweils die Beitragszeit 01 – 12 anstatt 07 – 12 aufgeführt worden sei. Durch die Lohnausweise und Excel-
Rekapitulationen sei eindeutig belegt, dass die auf beiden Jahresabrechnungen aufgeführten Personen von Januar bis Juni 2005 bei der
G._
und von Juli bis Dezember 2005 bei der
C._
angestellt gewesen seien und dass entsprechend abgerechnet worden sei. Deshalb sei klar, dass die Grundlagen der Schadenersatzsumme nicht zu beanstanden seien (Urk. 1, Urk. 6/2 und Urk. 9/2 jeweils E. 3a).
An diesen Ausführungen hielt die Beschwerdegegnerin auch noch in
d
er Be
schwerdeantwort vom 29. August 2012 fest (Urk. 12 S. 2 Ziffer 3).
Von diesem Standpunkt rückte
s
ie allerdings in
ihrer
Duplik vom 13. Februar 2013 (Urk. 32) ab: Aufgrund der von der Beschwerdeführerin 1 eingereichten Unterlagen (Zivilklage betreffend Löhne für September bis Dezember 2005) sei mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass sie für die Mo
nate September und Oktober 2005 effektiv keinen Lohn von der
C._
erhalten habe. Somit reduziere sich die Schadenssumme um die Beiträge bezüg
lich dieser zwei Monatslöhne von je Fr. 5‘000.--. Diese Beiträge beliefen sich „grob geschätzt auf ca. CHF 1‘500.00 (15 % von CHF 10‘000.00).“ Um diesen Betrag reduzierten sich die geforderten Schadenersatzsummen.
2.2
2.2.1
Die Beschwerdeführerin 1 liess zur Schadenshöhe im Wesentlichen vortragen, dass die Jahreslohnabrechnung 2005 nicht korrekt sei. Darin seien Lohnzahlun
gen deklariert, die nicht in dieser Höhe ausbezahlt worden seien. So habe der Beschwerdeführer 3 gar keine Zahlungen erhalten. Drei (namentlich genannte) Arbeitnehmer hätten nicht – wie deklariert – bis Oktober, sondern lediglich bis August 2005 Löhne bezogen. Einem Mitarbeiter sei per Ende Mai 2005 gekün
digt worden; auch sein Name tauche auf der Abrechnung bis August 2005 auf (Urk. 1 S. 7).
Die Beschwerdeführerin 1 habe lediglich bis August 2005 und nicht bis Oktober 2005 Lohn erhalten. Das habe im Übrigen eine arbeitsrechtliche Streitigkeit zur Folge gehabt (Urk. 25 S. 3; vgl. auch die entsprechenden Beilagen [Urk. 26/1-4]). Zu beachten sei zudem, dass der Beschwerdeführer 3 im Jahr 2005 weder von der
C._
noch von der
G._
Lohnzahlun
gen erhalten habe. Somit könne die Jahreslohnabrechnung beziehungsweise die AHV-Lohnbescheinigung 2005 nicht korrekt sein (Urk. 25 S. 4).
2.2.2
Der Beschwerdeführer 2 liess betreffend Schadenshöhe im Wesentlichen auf die Ausführungen der Beschwerdeführerin 1 verweisen und erklären, dass die de
klarierte Lohnsumme viel zu hoch sei, weil den Beschwerdeführenden 1 und 3
effektiv kein beziehungsweise sehr viel weniger Lohn ausbezahlt worden sei (Urk. 6/1 S. 5; vgl. dazu auch Urk. 27 S. 2).
2.2.3
Der Beschwerdeführer 3 liess diesbezüglich vortragen, dass er im Jahr 2005 keine Zahlungen von der
C._
erhalten habe (Urk. 9/1 S. 3; vgl. auch Urk. 28 S. 3).
2.2.4
Der Beigeladene liess im Wesentlichen geltend machen, dass die Beschwerdegeg
nerin die im Urteil des Sozialversicherungsgerichts vom 11. März 2011 geforderten Abklärungen nicht gemacht habe. Es sei Sache der Beschwer
degegnerin, den Schaden in rechtsgenügender Weise nachzuweisen (Urk. 43).
3.
3.1
Aus dem Revisionsbericht über die Arbeitgeberkontrolle vom 5. Januar 2012 (Urk. 13/346) ist ersichtlich, dass sich seinerzeit im Archiv des Konkursamtes
F._
umfangreiche Geschäftsakten der
C._
befanden. Es handelte es sich um 15 grosse Kartonschachteln mit Kreditoren
, Debitoren
, Bank
und Lohnunterlagen (Urk. 13/346/1). Eine telefonische Anfrage beim Konkursamt
F._
ergab, dass diese Akten nach wie vor im Archiv aufbe
wahrt werden (Urk. 45; vgl. auch Urk. 46).
Aus dem Revisionsbericht geht weiter hervor, dass der Revisor seinen Bericht lediglich auf einen Teil der vorhandenen Akten abstützte (Urk. 13/346/2): „Auf
grund der lückenlosen Prüfung der Lohnausweise mit der AHV-Deklaration (und SUVA-Deklaration) sind die eingereichten Jahresabrechnungen korrekt.“ Mit anderen Worten hat der Revisor den tatsächlichen, effektiven Geldfluss nicht überprüft. Er stellte im Wesentlichen auf die Deklarationen und die Lohn
buchhaltung der
C._
ab. Die – gemäss
seinen
Aussagen – vorhan
denen Bankbelege überprüfte er offenbar nicht.
3.2
Die Beschwerdegegnerin führte in den angefochtenen Einspracheentscheiden jeweils aus, dass die Schadenshöhe aufgrund der durchgeführten Revision „ein
deutig belegt“ sei und die Grundlagen der Schadensberechnung nicht zu bean
standen seien (vgl. etwa Urk. 1 S. 3). An dieser Auffassung hielt die Beschwer
degegnerin auch noch in ihrer Beschwerdeantwort vom 29. August 2012 fest (Urk. 12 S. 2); schliesslich musste sie duplicando einräumen, dass die Schadens
berechnung mit einem Fehler behaftet sei (Urk. 32 S. 2).
Wie die Beschwerdegegnerin zu Recht konzedierte (Urk. 32 S. 2), ergibt sich aus den von der Beschwerdeführerin 1 eingereichten Unterlagen (vgl. Urk. 26/1-4), dass sie entgegen den Feststellungen des Revisors in den Monaten September
und Oktober 2005 keine Lohnzahlungen von
der
C._
erhalten hatte. In den Akten finden sich allerdings entsprechende Lohnabrechnungen der
C._
für die Monate September und Oktober 2005 (Urk. 13/346/37-38). Das lässt nur den Schluss zu, dass die Lohnbuchhaltung und die Lohnaus
weise der
C._
keine sicheren Erkenntnisse über die tatsächlich aus
bezahlten Löhne erlauben. Indem der Revisor der Beschwerdegegnerin letztlich auf diese fraglichen Unterlagen der Gesellschaft abstellte, erlag er einem Zir
kelschluss. Er prüfte im Wesentlichen lediglich, ob die internen Aufzeichnungen der Gesellschaft mit den erfolgten Deklarationen übereinstimmten. Bei den vom Sozialversicherungsgericht im Urteil vom 11. März 2011 geforderten Abklärun
gen zur Schadenshöhe ging es jedoch nicht darum, die bereits seinerzeit erfolgte Revision zu wiederholen. Es sollte vielmehr festgestellt werden, wie hoch die von der
C._
tatsächlich und effektiv ausgerichteten (bezahlten bezie
hungsweise den Lohnempfängern überwiesenen) Lohnzahlungen waren.
Ob dies dem Revisor mit einem Abgleich zwischen den Abrechnungen der Gesell
schaft (beziehungsweise der Lohnbuchhaltung) und den im Archiv des Konkursamtes
F._
lagernden Bankbelegen (lückenlos) möglich gewesen wäre oder nicht, kann nicht entschieden werden. Festzuhalten ist allerdings, dass der Revisor beziehungsweise die Beschwerdegegnerin
auch
nicht
versucht haben, den Umfang der tatsächlich erfolgten Zahlungen (beispielsweise auf
grund der vorhandenen Bankbelege) festzustellen.
3.3
Aus dem Gesagten folgt, dass – entgegen der ursprünglich von der Beschwerde
gegnerin vertretenen Ansicht – die Schadenshöhe auch durch die erfolgte aus
serordentliche Revision vom 5. Januar 2012 nicht zuverlässig bestimmt werden kann. Wie aufgezeigt wurde, erweist sich das Revisionsergebnis in zwei Punkten (angebliche Lohnzahlungen an die Beschwerdeführerin 1 im September und Oktober 2005) als offensichtlich unrichtig
und
ist insoweit sogar durch Urkun
den belegt.
Dieser Umstand weckt auch im Hinblick auf die übrigen vom Revisor festgestell
ten Lohnzahlungen Zweifel, da bei der Revision – wie dargelegt –
gerade
nicht die tatsächlichen Zahlungs- beziehungsweise Bankbelege (Quittun
gen) überprüft wurden, sondern im Wesentlichen lediglich die Lohnbescheini
gungen und die Lohnbuchhaltung der
C._
gesichtet wurden. Diesen Dokumenten kann jedoch, nachdem die Unrichtigkeit von zwei Lohnabrech
nungen nachgewiesen worden ist, kein besonders hoher Beweiswert (mehr) zu
erkannt werden. Solange nicht alle Möglichkeiten der möglichst konkreten Schadensberechnung ausgeschöpft sind, darf jedenfalls nicht
allein
auf diese Unterlagen der Gesellschaft abgestellt werden. Im vorliegenden Fall sind diese
Möglichkeiten noch vorhanden, da die Geschäftsakten der
C._
(in
klusive Bankunterlagen) nachweislich noch beim Konkursamt
F._
lagern. Deshalb kann etwa das Vorbringen des Beschwerdeführers 3, wonach er im Jahr 2005 - entgegen den Angaben in der Jahresabrechnu
ng 2005 (Urk. 13/150
) gar keine Zahlungen der
C._
erhalten habe, nicht einfach als reine Schutzbehauptung qualifiziert werden. Das gilt auch für die entsprechenden Ausführungen der Beschwerdeführerin 1 in Bezug auf andere ehemalige
Be
schäftigte
der
C._
(vgl. dazu oben E. 2.2.1).
In diesem Zusammenhang ist auch zu beachten, dass die Beschwerdeführenden 1 und 3 für die Erstellung der Jahresabrechnung 2005 nicht mehr zuständig waren, weil sie bereits per 23. September 2005 aus dem Verwaltungsrat der
C._
ausgetreten waren (vgl. dazu
Urk. 13/422 sowie
E. 5.3.1 des Ur
teils vom 11. März 2011
[Urk. 13/329]
). Wenigstens ihnen kann insoweit nicht
vorgeworfen
werden, selbst
direkt
für die unzutreffende Deklaration
betreffend
das Jahr 2005 verantwortlich gewesen zu sein.
3.4
Im Übrigen erweist sich auch die Vorgehensweise der Beschwerdegegnerin in ihrer Replik vom 13. Februar 2013 (Urk. 32) als nicht korrekt. Bei einer Korrek
tur der Lohnsumme geht es nicht an, die daraus resultierende Verminderung des Schadens einfach zu schätzen („grob geschätzt“ [Urk. 32 S. 2]). Derartiges ist zu berechnen
.
Zudem führt
erfahrungsgemäss allein schon die vorgenommene Korrektur der Lohnsumme dazu, dass auch gewisse andere Schadenspositionen (etwa Verzugszinsabrechnungen oder Mahnungen) Änderungen erfahren kön
nen. Eine (grobe) Schätzung kann insoweit in einem justizförmigen Verfahren nicht genügen, wenn - wie
zumindest
vorliegend - noch konkrete Abklärungs- und Berechnungsmöglichkeiten gegeben sind.
3.5
Aus dem Gesagten folgt, dass die angefochtenen Einspracheentscheide vom 13. und 19. April 2012 sowie vom 6. Juni 2012 (Urk. 2, Urk. 6/2 und Urk. 9/2) auf
zuheben sind und die Sache an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen ist, damit sie die notwendigen Abklärungen im Sinne der Erwägungen (Klärung des Umfangs der effektiven Lohnzahlungen der
C._
)
vornehme, den Schaden neu berechne und hernach über die Höhe des von den Beschwerde
führern zu leistenden Schadenersatzes neu verfüge.
4.
4.1
Nach
§
34
Abs.
1 des Gesetzes über das Sozialver
sicherungsgericht (GSVGer) hat die obsiegende Beschwerde führende Person Anspruch auf Ersatz der Partei
kosten. Diese werden ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der
Streitsache, der Schwierigkeit des Prozesses und dem Mass des Obsiegens be
messen (
§
34
Abs.
3 GSVGer). Als Obsiegen gilt insoweit auch die Rückweisung an den Versicherungsträger zur weiteren Abklärung (BGE 110 V 57 E. 3a).
4.2
Das Sozialversicherungsgericht erläuterte bereits in seinem Urteil vom 11. März 2011 (Urk. 13/329), weshalb es sich – auch soweit die Beschwerdeführenden formell betrachtet obsiegten - nicht rechtfertigte, ihnen eine Prozessentschädi
gung zuzusprechen.
Denn d
ie Beschwerdeführenden und der Beigeladene haben es zu vertreten, dass auf die Lohndeklarationen und die Lohnunterlagen der
C._
nicht ohne Weiteres abgestellt werden kann. Es wäre an ihnen gewesen, der Beschwerdegegnerin die Lohnmeldungen rechtzeitig und korrekt einzureichen sowie für die korrekte Beitragsentrichtung zu sorgen. Dies gilt grundsätzlich auch für die Beschwerdeführenden 1 und 3, die zwar - wie aus
geführt - für die Erstellung der Jahreslohnabrechnung 2005 nicht mehr verant
wortlich waren, aber mit ihrer schwer nachvollziehbaren Anstellungs
- und Ab
rechnungs
praxis (wechselnde Abrechnungen über
die
C._
und die
G._
[vgl. dazu etwa die Ausführungen de
s
Beschwerde
führer
s 3
in Urk.
9/1 S. 3 Rz. 16
]) massgeblich zur unübersichtlichen Situation beigetragen haben. Deshalb wäre es der Sache nicht angemessen, sie im Resultat noch von ihren Pflichtversäumnissen profitieren zu lassen und ihnen eine Pro
zessentschädigung zuzusprechen. Daran ist auch im vorliegenden Verfahren vollumfänglich festzuhalten.