# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** f8e6268b-1623-4c58-8b3c-2843a860a50f
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2018
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
Der 1956 geborene X._ ist bei der
BVK Personalvorsorge des Kantons Zürich
(BVK) berufsvorsorgeversichert. Per 31. Juli 2018 lässt er sich vorzeitig pensionieren (Urk. 1 S. 4). Nachdem er die BVK Anfang Juli 2018 ersucht hatte, dass ihm Aufschub für den Entscheid erteilt werde, ob er eine Altersrente oder einen Kapitalbezug wünsche, teilte diese ihm mit, dass gemäss Reglement der Kapitalbezug spätestens einen Monat vor dem Altersrücktritt beantragt werden müsse. Da diese Frist verpasst worden sei, sei ein Kapitalbezug nicht mehr mög
lich (E-Mail vom 9. Juli 2018, Urk. 2/2).
2.
Mit Eingabe vom 10. Juli 2018 erhob der Versicherte Klage gegen die BVK und beantragte (Urk. 1):
„1.
Es sei die Vorinstanz zu verpflichten, die Auslösung des Vorsorgefalles (Rentenzahlungen oder Kapitalbezug) des Klägers während der provisori
schen Nachlassstundung zu sistieren,
2.
Je nach Ergebnis der Verhandlungen mit den Gläubigern während der Zeit der provisorischen Nachlassstundung von vier Monaten sei zu entschei
den, ob der Rentenbezug oder der Kapitalbezug auszulösen sein wird.
3.
Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen.“
In prozessualer Hinsicht beantragte der Kläger:
„1.
Es sei superprovisorisch und sofort zu entscheiden, insb. ohne vorgängige Anhörung der Vorinstanz,
2.
Es sei superprovisorisch die aufschiebende Wirkung zu erteilen.
3.
Es sei die unentgeltliche Rechtspflege zu bewilligen und Raphael
M. Schmid als unentgeltlicher Rechtsvertreter einzusetzen.“

## Considerations

Das Gericht zieht in Erwägung:
1.
Der Kläger erklärte zur Begründung seiner Klage im Wesentlichen (Urk. 1), er sei hochverschuldet und lasse sich per Juli 2018 frühpensionieren. Er möchte sein Altersguthaben einer allfälligen (gerichtlichen) Sanierung zur Verfügung stellen. Er werde nach seiner Auswanderung nach Ungarn von der AHV-Rente aus der Schweiz leben können. Er habe beim Bezirksgericht Y._ ein Gesuch um pro
visorische Nachlassstundung gestellt. Die Beklagte sei anzuhalten, das Kapital während den Vergleichsgesprächen mit seinen Gläubigern zur Verfügung zu hal
ten und es ihm sodann auch nach dem Erreichen der Alterspensionierung zu ermöglichen, frei je nach Ausgang der Nachlassverhandlungen zu entscheiden, ob er die Rente oder das Kapital beziehen möchte.
2.
Gemäss
Art.
37
des Bundesgesetzes über die berufliche Alters-, Hinterlassenen und Invalidenvorsorge (BVG)
werden Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenleis
tungen in der Regel als Rente ausgerichtet (
Abs.
1). Der Versicherte kann verlan
gen, dass ihm ein Viertel seines Altersguthabens, das für die Berechnung der tat
sächl
ich bezogenen Altersleistungen
massgebend ist, als einmalige Kapitalabfin
dung ausgerichtet wird (
Art.
37
Abs.
2 BVG).
Abs.
4 von
Art.
37 BVG sieht vor, dass die Vorsorgeeinrichtung in ihrem Reglement vorsehen kann, dass:
a)
die Anspruchsberechtigten eine Kapitalabfindung an Stelle einer Alters-,
Hinterlassenen- oder Invalidenrente wählen können;
b)
die Anspruchsberechtigten eine bestimmte Frist für die Geltendmachung
der Kapitalabfindung einhalten müssen.
3.
3.1
Gemäss den Angaben des Klägers lässt er sich per 1. August 2018 vorzeitig pen
sionieren (vgl. Art. 7 Abs. 2 des Vorsorgereglements der Beklagten, gültig ab 1. Januar 2017). Das Reglement der Beklagten räumt den Versicherten entspre
chend Art. 37 Abs. 4 BVG die Möglichkeit ein, bei Alterspensionierung anstelle einer Altersrente das vorhandene Sparguthaben ganz oder teilweise als Kapital zu beziehen (Art. 35 Abs. 1 des Reglements). Art. 35 Abs. 2 des Vorsorgeregle
ments der Beklagten sieht vor, dass die versicherte Person der Beklagten den Umfang des Kapitalbezugs bis spätestens einen Monat vor Beendigung des Arbeitsverhältnisses schriftlich mitzuteilen hat.
3.2
Die von der Beklagten in Art. 35 Abs. 2 ihres Reglements vorgesehene Frist findet in Art. 37 Abs. 4 lit. b BVG ihre gesetzliche Stütze. Die von der Beklagte in Art. 35 Abs. 2 ihres Reglements vorgesehene Frist erweist sich daher als rechtmässig.
Nach dem Gesagten ist bei einer vorzeitigen Alterspensionierung im Sinne von Art. 7 Abs. 2 des Reglements der Beklagten ein Aufschub des Wahlrechts, ob eine Altersrente oder das Kapital bezogen wird, nicht möglich (vgl. auch Art. 26 des Reglements der Beklagten). Die Klage erweist sich daher offensichtlich als unbe
gründet, weshalb sie ohne Einholung einer Stellungnahme der Beklagten abzu
weisen ist (vgl. § 19 Abs. 2 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht, GSVGer).
4.
4.1
In prozessualer Hinsicht beantragte der Kläger – unter anderem – die Bestellung von Rechtsanwalt Raphael M. Schmid als unentgeltlichen Rechtsvertreter (Urk. 1).
Die unentgeltliche Rechtspflege kann nur gewährt werden, wenn die Rechtsvor
kehr nicht aussichtslos ist. Als aussichtslos sind nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung Prozessbegehren anzusehen, bei denen die Gewinnaussichten (ex ante betrachtet) beträchtlich geringer sind als die Verlustgefahren und die deshalb kaum als ernsthaft bezeichnet werden können. Dagegen gilt ein Begehren nicht als aussichtslos, wenn sich Ge
winnaussichten und Verlustgefahren ungefähr die Waage halten oder jene nur wenig geringer sind als diese. Massgebend ist, ob eine Partei, die über die nötigen finanziellen Mittel verfügt, sich bei vernünftiger Überlegung zu einem Prozess entschliessen würde; eine Partei soll einen Prozess, den sie auf eigene Rechnung und Gefahr nicht führen würde, nicht deshalb anstrengen können, weil er sie nichts kostet (BGE 133 III 614 E. 5 mit Hinweisen).
Nachdem für die Geltendmachung des Kapitalbezugs im Reglement der Beklagten ausdrücklich eine Frist vorgesehen ist (Art. 35 Abs. 2 des Vorsorgereglements), welche im Gesetz ihre Stütze findet, ist die Klage vom 10. Juli 2018 als aussichtlos zu qualifizieren. Das Gesuch um Bestellung von Rechtsanwalt Raphael M. Schmid als unentgeltlichen Rechtsvertreter ist daher abzuweisen.
4.2
In Anbetracht des heutigen Urteils erweisen sich die Anträge des Klägers um Anordnung von superprovisorischen Massnahmen als gegenstandslos.