# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 6d5cdf4e-4d7e-4701-9872-16c5b70b35b7
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2022
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1980, arbeitete als Fassadenisolierer bei der
Y._
GmbH und war bei der Suva obligatorisch
gegen
Berufs- und Nichtberufs
unfälle versichert (
Urk.
8/1). Am 2
9.
September 2017 wurde
sein rechter Fuss von einem
Teleskops
tapler
(vgl.
Urk.
8/84/2-5 S. 1)
überrollt
, wobei er sich mehrfrag
mentäre Frakturen am Mittelfuss
und
eine Luxationsfraktur an der proximalen Phalanx
Dig
. V
mit anschliessendem
Kompartmentsyndrom
zuzog (
Urk.
8/15
,
Urk.
8/23
). Nach der
operativen Erstbehandlung
am 29.
September 2017 (
Urk.
8/
23; vgl. auch
die
Eingriffe vom
3.
und
7.
Oktober 2017,
Urk.
8/21-22
) wurden
am 1
9.
Oktober 2017
Osteosynthesen und
temporäre
Arthrodesen
durch
geführt
(
Urk.
8/20
). Die Suva kam für die Heilbehandlung auf und erbrachte Tag
gelder
.
Der Versicherte befand sich vom 2
2.
Februar bis 1
2.
April 2018 zur Rehabilitation in der
Rehaklinik Z._
(
Urk.
8/77). Am
2
4.
September 2018
erfolgte die Entfernung des
Osteosynthesematerials
(
Urk.
8/133).
Suva-
Kreisärztin
Dr.
med.
A._
, Fachärztin für Chirurgie, nahm am
2
3.
Mai 2019 die Abschlussunter
su
chung mit Schätzung des Integritätsschadens vor (
Urk.
8/219,
Urk.
8/218). Daraufhin kündigte die Suva mit Schreiben vom 2
7.
Mai 2019 an, die Taggelder und die Übernahme der Heilbehandlungskosten per 3
0.
September 2019 einzu
stellen (
Urk.
8/221).
Am 1.
November 2019
(
Urk.
8/258)
erfolgte
die
erneute Vorlage an die Kreisärztin (Angaben vom 1
1.
November 2019,
Urk.
8/261). Mit V
erfügung vom 18.
November 2019
hielt die Suva am Fallabschluss per 30. Sep
tember 2019 fest und sprach
dem Versicherten ab
1.
Oktober 2019 eine Invali
denrente für eine Erwerbsunfähigkeit von 19
%
und eine Integritätsentschädi
gung für eine Einbusse von 15
%
zu
(
Urk.
8/266)
. Die dage
gen erhobene Einspra
che vom 19.
Dezember
2019
(
Urk.
8/276)
wies die
Suva mit Entscheid vom
2
8.
Juli 2020
nach ergänzenden Abklärungen (
vgl.
Urk.
8/287
)
ab und hielt
vorab
fest, im Sinne einer
reformatio
in
pe
i
us
werde die Verfügung vom 18. November 2019 dahingehend geändert
,
als der Versicherte Anspruch auf eine Invalidenrente ab dem
1.
Oktober 2019 aufgrund eines Invaliditätsgrades von 13 % habe
(
Urk.
2)
.
2.
Gegen den Einspracheentscheid vom 2
8.
Juli 2020 richtet sich die Beschwerde des Versicherten vom 1
4.
September 2020 mit den Rechtsbegehren, der Einspracheentscheid und die zugrundeliegende Verfügung vom 1
8.
November 2019 seien aufzuheben und ihm seien Leistungen aus der obligatorischen Unfall
versicherung auszurichten. Namentlich seien ihm eine Rente auf der Basis eines
Invaliditätsgrades von mindestens 48 % sowie eine angemessene Integritäts
entschädigung auszurichten (
Urk.
1
S. 2
).
In der Beschwerdeantwort vom 2
1.
Oktober 2020 schloss die Suva auf Beschwerdeabweisung (
Urk.
7 S. 2). Darüber wurde der Versicherte am 2
8.
Oktober 2020 in Kenntnis gesetzt
(
Urk.
9)
. Mit Eingabe vom
4.
Mai 2021 reichte der Versicherte den Bericht der
Klinik B._
vom 1
1.
Februar 2021
ein und beantragte neu, es sei von Seiten des Gerichts ein polydisziplinäres Gutachten anzuordnen beziehungsweise
ablehnendenfalls
die Beschwerdegegnerin zu verpflichten, eine Rente auf der Basis eines Invaliditäts
grades von minde
stens 55
%
auszurichten (
Urk.
10
S. 13
,
Urk.
11
). Die Suva
schloss
in ihrer Stellungnahme vom 2
5.
Mai 2021 erneut
auf
Ab
weisung der Beschwerde
, was dem Beschwerdeführer am
2.
Juni 2021 mitgeteilt wurde
(
Urk.
14,
Urk.
15)
.
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss
dem Bundesgesetz über die Unfallversicherung (
UVG
)
setzt voraus, dass zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Invalidität, Tod) ein natürlicher Kausal
zusammenhang besteht. Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammen
hangs sind alle Umstände, ohne deren Vorhandensein der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der gleichen Weise beziehungsweise nicht zur gleichen Zeit e
ingetreten gedacht werden kann
(BGE 129 V 177 E. 3.1, 402 E. 4.3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E.
1b
, je mit Hinweisen).
1.2
1.2.1
Die Leistungspflicht des Unfallversicherers setzt im Weiteren voraus, dass zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden ein adäquater Kausalzusammenhang besteht. Nach der Rechtsprechung hat ein Ereignis dann als adäquate Ursache eines Erfolges zu gelten, wenn es nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge und nach der allgemeinen Lebenserfahrung an sich geeignet ist, einen Erfolg von der Art des eingetretenen herbeizuführen, der Eintritt dieses Erfolges also durch das Ereignis allgemein als
begünstigt erscheint (BGE 129 V
177 E. 3.2, 402 E. 2.2, 125 V 456 E.
5a
).
1.2.2
Bei objektiv ausgewiesenen organischen Unfallfolgen deckt sich die adäquate, das heisst rechtserhebliche Kausalität weitgehend mit der natürlichen Kausalität;
die Adäquanz hat hier gegenüber dem natürlichen Kausalzusammenhang prak
tisch keine selbständige Bedeutung (Urteil des Bundesgerichts 8C_75/2016 vom 18. April 2016 E. 2.2 mit Hinweis auf BGE 134 V 109 E. 2.1).
1.2.3
Für die Bejahung des adäquaten Kausalzusammenhanges zwischen dem Unfall und psychischen Gesundheitsschädigungen ist im Einzelfall zu verlangen, dass dem Unfall für die Entstehung der Arbeits- beziehungsweise Erwerbsunfähigkeit eine massgebende Bedeutung zukommt. Dies trifft dann zu, wenn er objektiv eine gewisse Schwere aufweist oder mit anderen Worten ernsthaft ins Gewicht fällt (vgl. RKUV 1996 Nr. U 264 S. 288 E. 3b; BGE 115 V 133 E. 7 mit Hinwei
sen).
Bei Unfällen aus dem mittleren Bereich lässt sich die Frage, ob zwischen Unfall und Folgen ein adäquater Kausalzusammenhang besteht, nicht aufgrund des Unfalles allein schlüssig beantworten. Es sind daher weitere, objektiv erfassbare Umstände, welche unmittelbar mit dem Unfall im Zusammenhang stehen oder als direkte beziehungsweise indirekte Folgen davon erscheinen, in eine Gesamt
würdigung einzubeziehen. Als wichtigste Kriterien sind zu nennen:
besonders dramatische Begleitumstände oder besondere Eindrücklichkeit des Unfalles;
die Schwere oder besondere Art der erlittenen Verletzungen, insbesondere ihre erfahrungsgemässe Eignung, psychische Fehlentwicklungen auszulösen;
ungewöhnlich lange Dauer der ärztlichen Behandlung;
körperliche Dauerschmerzen;
ärztliche Fehlbehandlung, welche die Unfallfolgen erheblich verschlimmert;
schwieriger Heilungsverlauf und erhebliche Komplikationen;
Grad und Dauer der physisch bedingten Arbeitsunfähigkeit (BGE 134 V 109 E. 6.1, 115 V 133 E.
6c
/
aa
).
Die
Würdigung des Unfalles zusammen mit den objektiven Kriterien führt zur Bejahung oder Verneinung der Adäquanz. Damit entfällt die Notwendigkeit, nach andern Ursachen zu forschen, die möglicherweise die psychisch bedingte Erwerbsunfähigkeit mitbegünstigt haben könnten (BGE 115 V 133 E.
6c
/
bb
, vgl. auch BGE 120 V 352 E.
5b
/
aa
; RKUV 2001 Nr. U 442 S. 544 ff., Nr. U 449 S. 53 ff., 1998 Nr. U 307 S. 448 ff., 1996 Nr. U 256 S. 215 ff.; SVR 1999 UV Nr. 10 E. 2).
1.3
Nach Art. 10 Abs. 1 UVG hat die versicherte Person Anspruch auf die zweck
mässige Behandlung ihrer Unfallfolgen. Ist sie infolge des Unfalles voll oder teil
weise arbeitsunfähig, so steht ihr gemäss
Art.
16 Abs. 1 UVG ein Taggeld zu. Wird sie infolge des Unfalles zu mindestens 10 Prozent invalid, so hat sie Anspruch auf eine Invalidenrente, sofern sich der Unfall vor Erreichen des
ordentlichen Rentenalters ereignet hat (
Art.
18 Abs. 1 UVG). Erleidet die versi
cherte Person durch den Unfall eine dauernde erhebliche Schädigung der körper
lichen, geistigen oder psychischen Integrität, so hat sie Anspruch auf eine ange
messene Integritätsentschädigung (Art. 24 Abs. 1 UVG).
Nach Gesetz und Rechtsprechung ist der Fall unter Einstellung der vorüber
ge
henden Leistungen und Prüfung des Anspruchs auf eine Invalidenrente und eine Integritätsentschädigung abzuschliessen, wenn von der Fortsetzung der ärztli
chen Behandlung keine namhafte Besserung des Gesundheitszustandes der versi
cherten Person mehr erwartet werden kann und allfällige Eingliederungs
mass
nahmen der Invalidenversicherung abgeschlossen sind (vgl. Art. 19 Abs. 1, Art. 24 Abs. 2 UVG; BGE 144 V 354 E. 4.1 mit Hinweisen; Urteil des Bundes
gerichts 8C_527/2020 vom 2. November 2020 E. 4.1 mit Hinweisen). In diesem Zeitpunkt ist der Unfallversicherer auch befugt, die Adäquanzfrage zu prüfen (Urteil des Bundesgerichts 8C_377/2013 vom 2. Oktober 2013 E. 7.2 mit Hinweis auf
BGE
134 V 109, vgl. auch Urteil 8C
_
674/2019 vom 3. Dezember 2019 E. 4.1).
Ob eine namhafte Besserung noch möglich ist, bestimmt sich insbesondere nach Massgabe der zu erwartenden Steigerung oder Wiederherstellung der Arbeits
fähigkeit, soweit diese unfallbedingt beeinträchtigt ist. Die Verwendung des Begriffes «namhaft» in Art. 19 Abs. 1 UVG verdeutlicht demnach, dass die durch weitere (zweckmässige) Heilbehandlung im Sinne von Art. 10 Abs. 1 UVG erhoffte Besserung ins Gewicht fallen muss. Weder eine weit entfernte Möglich
keit eines positiven Resultats einer Fortsetzung der ärztlichen Behandlung noch ein von weiteren Massnahmen – wie etwa einer Badekur – zu erwartender geringfügiger therapeutischer Fortschritt verleihen Anspruch auf deren Durch
führung. In diesem Zusammenhang muss der Gesundheitszustand der versi
cher
ten Person prognostisch und nicht aufgrund retrospektiver Feststellungen beurteilt werden (Urteil des Bundesgerichts 8C_64/2021 vom 14. April 2021 E. 3.2 mit Hinweisen, insbesondere auf BGE 134 V 109 E. 4.3). Grundlage für die Beurteilung dieser Rechtsfrage bilden in erster Linie die ärztlichen Auskünfte zu den therapeutischen Möglichkeiten und der Krankheitsentwicklung, die in der Regel unter dem Begriff Prognose erfasst werden (Urteil des Bundesgerichts 8C_44/2021 vom 5. März 2021 E. 5.2 mit Hinweisen).
Für die Einstellung der vorübergehenden Leistungen braucht der Entscheid der Invalidenversicherung über Eingliederungsmassnahmen nicht abgewartet zu werden, wenn von weiterer ärztlicher Behandlung keine namhafte gesundheit
liche Besserung mehr erwartet werden kann (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_588/2013 vom 16. Januar 2014 E. 3.3) und keine Anhaltspunkte dafür
vorliegen, dass durch allfällige Eingliederungsmassnahmen das der Invaliditäts
bemessung der Unfallversicherung gestützt auf die medizinischen Abklärungen zugrunde gelegte Invalideneinkommen verbessert und so der die Invalidenrente der Unfallversicherung bestimmende Invaliditätsgrad beeinflusst werden kann (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_588/2013 vom 16. Januar 2014 E. 3.5).
1.4
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schluss
folgerungen der Experten begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E.
3a
mit Hinweis).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin ging im Einspracheentscheid vom 2
8.
Juli 2020
(
Urk.
2)
davon aus, dem Beschwerdeführer verblieben
somatischerseits unfallbedingte Restbeschwerden i
m Bereich des rechten Fusses
(S. 7)
. Die psychischen Beschwer
den demgegenüber seien beim gegebenen mittelschweren Unfall nicht adäquat kausal zum Unfall vom 2
9.
S
eptember 2017
(S. 8 f.)
. Zu Recht seien die Kurzleis
tungen auf Ende September 2019 eingestellt und
sei
die Rentenfrage per
1.
Oktober 2019 geprüft worden
(S. 15)
.
Bei einem Valideneinkommen
für 2019
von Fr. 74'534.
--
und einem Invalideneinkommen von
Fr.
64'957.75 resultiere ein Invaliditätsgrad von 13
%
(S. 15 ff.). Der versicherte Verdienst sei zu hoch veranschlagt worden, weshalb sich die vom Beschwerdeführer beantragte weitere Erhöhung nicht rechtfertige (S. 17 f.). Mit der zugesprochenen Integritätsent
schädigung seien sowohl die funktionellen Beeinträchtigungen als auch die entsprechende Schmerzhaftigkeit berücksichtigt worden, weshalb bei der Integri
tätsschaden
s
bemessung eine zusätzliche Berücksichtigung der Schmerzen nicht angezeigt sei (S. 20).
In der Beschwerdeantwort führte sie aus, Grund für ein
zusätzliches (interdisziplinäres) G
utachten bestehe keiner (S. 4
, S. 8
, S. 12
). Der medizinische Endzustand sei erreicht (S. 5). Einzig das Kriterium der körperlichen Dauerschmerzen könne als erfüllt betrachtet werden
(S. 5). Da bereits im Frühjahr 2018 eine erhebliche psychische Überlagerung stattgefunden ha
b
e, könne auch das Kriterium der langen Arbeitsunfähigkeit nicht bejaht werden. Vielmehr hätte bereits damals in einer leidensangepassten beruflichen Tätigkeit wieder eine Arbeitsfähigkeit bestanden (S. 6).
2.2
Der Beschwerdeführer liess in der Beschwerde
geltend machen, die medizinischen Grundlagen seien nicht ausreichend erstellt un
d es bedürfe einer unabhängigen
Beurteilung aus fusschirurgischer und rheumatologischer Sicht und zusätzlicher psychiatrischer
Sicht (S. 7
; vgl. auch S. 13
)
.
Der Fallabschluss und damit auch die Adäquanzbeurteilung seien
unfundiert
und verfrüht
erfolgt
(S. 7 f.). Im Juni 2020 seien Abklärungen zur Schmerzbehandlung erfolgt, welche Akten beizuziehen seien (
Urk.
1 S. 8; vgl. auch S. 5, S. 9). Ohne weitere exakte Diagnostik könne nicht ausgeschlossen werden, dass die Schmerzen einem organischen Korrelat zuzuordnen seien (S. 9). Das Zumutbarkeitsprofil der Kreisärztin trage dem Umstand der Dauerschmerzen nicht angemessen Rechnung (S. 11
, vgl. auch S. 7
). Eine Differenzierung in psychisch bedingte Schmerzen und körperlich imponie
rende Schmerzen könne einzig mittels interdisziplinärer Begutachtung
erfolgen
. Solange die psychischen Beschwerden bezüglich des Schmerzgeschehens nicht im Vordergrund stünden, sei
bei der Adäquanzprüfung
die Praxis gemäss BGE
134 V 109 anzuwenden (S. 11).
Aufgrund der Schwere des Ereignisses und der Erfüllung praktisch sämtlicher Kriterien in ausgeprägtem Ausmass sei die Adä
quanz zu bejahen (S. 11). Es sei von einem Valideneinkommen von
Fr.
91'850
.--
und einem versicherten Verdienst von Fr. 93'567.-- auszugehen (S.
15 f.). Die Eingliederungsmassnahmen und namentlich die unzähligen Bewerbungen hätten gezeigt, dass
der Beschwerdeführer trotz erheblicher Anstrengungen nicht mehr in den Arbeitsmarkt habe integriert werden können (S. 22)
. Sollte bestritten werden, dass auf dem konjunkturell ausgeglichenen Arbeitsmarkt mit überwie
gender Wahrscheinlichkeit keine Anstellung offenstehe, so werde ein Grundsatz
gutachten zu dieser systemrelevanten Frage beantragt (S.
22). Bei der Bemessung des Invalideneinkommens sei ein Abzug von 25
%
vorzunehmen, womit ein Invaliditätsgrad von 48
%
resultiere (S. 27 f.).
Mit Eingabe vom
4.
Mai 2021
(
Urk.
10)
liess der Beschwerdeführer insbesondere geltend machen,
dass wenn bei ihm dennoch von einer Verwertbarkeit
der Restarbeitsfähigkeit au
sgegangen werde
, dann bei der Bemessung des Invalideneinkommens den neuesten Erkennt
nissen des Büro BASS Rechnung zu tragen
sei
und die statistischen Einkommen um 15
%
zu reduzieren
seien
(S. 8)
. Weitere Abzüge seien gerechtfertigt mangels Fortführung der angestammten Tätigkeit und wegen zwei volle
r
Jahre Absenz vom Arbeitsmarkt
;
insgesamt
sei der Abzug vom Tabellenlohn mit 40
%
zu veranschlagen. Dami
t resulti
ere ein Invaliditätsgrad von 55
%
(S. 12
f.
).
3.
3.1
Im Rahmen des Aufenthaltes in der
Rehaklinik Z._
vom 2
2.
Februar bis 12.
April 2018 wurden folgende Diagnosen gestellt
(
Urk.
8/77 S. 1)
:
Unf
all vom 29.09.2017: Rechter Fuss
sei von einem Stapler überrollt worden.
A1
:
Transnavikuläre
und
transkuboida
le
Chopart
-Luxationsfraktur Fuss
rechts mit/bei:
-
Begleitender
Lisfranc
-Verletzung mit Beteiligung der Basen der Mittelfuss
knochen II - IV
-
Absprengungen von den
Metatarsale
n
IV/V Köpfchen
-
Luxationsfraktur Basis des Grundglieds
Dig
. V
-
29.09.2017: Geschlossene Reposition und Anlage Fixateur Externe. Status nach:
Kompartmentsyndrom
Fuss
rechts im Rahmen der Frakturen mit Logenspaltung von allen 9 (10)
Muskellogen,
Epigard
auf Hautschnitten
-
03.10.2017 Sekundärverschluss medial
-
07.10.2017 Sekundärverschluss dorsal
-
19.10.2017
Schraubenosteosynthese Os
navic
ulare
, temporäre
Arthrodese
Os
naviculare
auf
Os kuneiforme intermedium und MT II, Rekonstruktion Os
kuboideum
mit
Allograft
und
temporäre
kalkaneometakarpale
V
Art
hro
dese
sowie
intramedulläre
Kirschnerdrahtosteosynthese
Phalanx
Dig
. V Fuss
rechts
-
05.12.201
7
OSME
Kirschnerdraht
Dig
.
V Fuss recht
s
-
17.01.2018 Röntgen rechter F
uss
: Regelrechte Stellung des
Osteosynthese
materials
. Fortschreitende
Konsolidierung bei noch flau abgrenzbaren Fraktur
spalten. Osteopenie.
-
13.02.2018 CT rechter Fuss
: Regelrechte Materiallage. Günstige Stellung der abgebildeten
Knochenstrukturen. Nur partielle Konsolidierung der Fraktur
fragmente des Os
naviculare
et
cuboideum
nach mehrfragmentärer Luxations
fraktur. Inaktivitätsosteoporose.
-
Entwicklung eines CRPS I
:
11.04.2018 Budapester Kriterien erfüllt (
Allodynie
, Asymmetrie Hauttemperatur, livide
wechselnde Hautfarbe
,
Schwäche des Fusses mit Zittern)
A2: Verdacht auf CRPS Typ
I
: 12.04.2018 RKB: Budapester Kriterien erfüllt
B: Mittelgradige depressive Episode mit
psychotraumatologischen
Symptomen (ICD-10
F32.1
), DD: PTBS (ICD-10 F43.1)
Der Verlauf habe sich aufgrund starker Schmerzen
im Bereich des rechten Fusses schwierig gestaltet. Die Schmerzen hätten sich trotz engmasch
iger medizinisch-medikamentöser
sowie psychotherapeutischer Betreuung schlecht kontrollieren lassen.
Bei nicht mehr durch das Anfangstrauma erklärbaren Schmerzen und positiven Budapesterkriterien sei die Diagnose eines CRPS des rechten Fusses
gestellt worden (S. 3 f.)
.
Das Ausmass der physischen Einschränkungen lasse sich mit den objektivierbaren pathologischen Befunden der klinischen Untersuchung und bildgebenden Abklärungen sowie den Diagnosen aus somatischer Sicht nicht mehr erklären (S. 4).
Die bisherige Tätigkeit als Fassadenisolierer sei dem Versi
cherten nicht mehr zumutbar. Zumutbar sei demgegenüber eine leichte bis mittelschwere Arbeit, ganztags, wobei diese bezüglich des
rechten Fusses
wech
selbelastend zu sein habe und keine Tätigkeiten länger dauernd in der Hocke und/oder auf den Knien sowie
kein
wiederholtes Treppen
-
und/oder Leitern
-
Steigen sowie
kein
wiederholtes
Gehen über
unebene Böden beinhalten sollte
(S.
2 f.)
.
Bei Austritt befinde sich der Versicherte noch in der medizinischen Phase, sodass vo
n einer 100%igen Arbeitsunfähigkeit
auszugehen sei (S. 5). Als w
eitere Behandlung empfählen sie eine Serie ambulanter Physiotherapie inklusive Medi
zinische
r
Trainingstherapie sowie die Fortsetzung des instruierten Heimpro
gramms und die Aufnahme einer Ausdauersportart (zum Beispiel: Nordic Walking). Sodann sei eine psychiatrisch-psychotherapeutische Begleitung mit Kontrolle/Anpassung der medikamentösen Behandlung indiziert
(S. 2).
3.2
Dr.
med.
C._
, Stellvertretender Chefarzt der Klinik für Allgemein-, Hand- und Unfallchirurgie, Stadtspital
D._
,
stellte
am 1
6.
Mai 2018 am rechten Fuss eine unveränderte Weichteilsituation ohne wesentliche Schwellung und mit schmerzhafter Pro-/Supination bei an sich guter Flexion/Extension im
OSG
, sowie eine
Druckdolenz
lateral bis a
uf Höhe des USG fest
. Die bildgebenden Abklärungen hätten einen
an sich
schönen Aufbau des Fussskelettes bei verheil
ten Frakturen und korrekt liegendem
Osteosynthesematerial
ohne Lockerungs
zeichen gezeigt. Die Situation sei unverändert mit Schmerzen im Bereich des Fussskelettes bei Belastung (
Ber
i
cht vom 1
7.
Mai 2018,
Urk.
8/89 S. 1 f.
; vgl. auch
Urk.
8/96
).
3.3
Dr.
med.
E._
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates FMH,
F._
, führte im Bericht vom 1
3.
Juni 2018 (
Urk.
8/104; Übersetzung:
Urk.
8/117) als Diagnosen eine posttrau
matische Arthrose im Bereich der
Tarsom
etatarsalgelenke
IV und V des linken (richtig: rechten) Fusses
bei
Status nach versuchter Osteosynthese des Os
navicu
lare
und des
Kuboids
vermittels
Einbringung einer Längsplatte medial und einer Längsplatte lateral im Bereich des rechten Fusses im November
(richtig: Oktober)
2017 an (
Urk.
8/117 S. 1).
Der Beschwerdeführer weise noch immer residuelle Schmerzen im Zusammenhang mit dieser schweren posttraumatischen Arthrose des TMT-IV und
des
TMT-V
-
Gelenks auf, wobei die Gelenkflächen in diesem Bereich vollständig zerstört seien. Er
empfehle
eine
Arthrodese
in diesem Bereich
und um die Wirksamkeit dieser Massnahme zu beurteilen, die
vorgängige
Durch
führung von Infiltrationen (S. 2
; vgl. dazu auch den Bericht von
Dr.
C._
vom 2
9.
Juni 2016,
Urk.
8/109
).
3.4
Gemäss den Angaben von
Dr.
C._
vom 2
6.
September
2018 hatte
sich der Beschwerdeführer
in der Folge
entschieden, allein die Metallentfernung durch
führen zu lassen, wobei er ihn darüber aufgeklärt habe, dass möglicherweise keine wesentliche Besserung eintreten werde (
Urk.
8/128 S. 2).
Während
des Aufent
haltes im Stadtspital
D._
vom 2
4.
bis 2
7.
September 2018 wurde das
Osteo
synthesematerial
entfernt. In der konventionell radiologischen Verlaufskontrolle hätten sich eine regelrechte Artikulation sowie die nicht vollständige Entfernung des
Osteosynthesematerials
aufgrund eines Materialbruches gezeigt (
Urk.
8/134 S. 1
,
Urk.
8/135
; vgl. auch
Urk.
8/157 S. 1
).
3.5
Dr.
med.
G._
, Leiterin Zentrum Schmerzmedizin,
Stadtspital D._
, hielt im Bericht vom
7.
März 2019 fest, Hinweise für ein CRPS bestünden keine. Die Schmerzen seien bewegungsabhängig und würden durch die Belastung auf den Fuss (Abrollen des Fusses) ausgelöst. Die Schmerzen seien hauptsächlich
nozi
zeptiv
und die Schmerzlokalisation passe zum pathologischen Befund im CT vom Februar 201
8.
Zusätzlich bestehe eine leichte sympathische Dysregulation mit neuropathisch lokalisiertem Schmerzanteil und zeitweiser Schwellung (
Urk.
8/182 S. 2). Im Vordergrund stehe aktuell
jedoch der Verdacht auf eine schwere reaktive depressive Episode, wobei auffällig die ausgeprägte Symptom
fixierung (Schmerz), Antriebsarmut und der hohe Leidensdruck seien
. Trotz langer Therapien habe der Beschwerdeführer keine Copingstrategien entwickelt
(
Anpassungsstörung;
Urk.
8/182 S. 2).
Sie habe
dem Beschwerdeführer
eine multimodale Schmerztherapie vorgeschlagen, wobei bei Ausbleiben eines sicht
baren Behandlungserfolgs die ambulante Therapie abgebrochen und nach erneu
ter Beurteilung eine stationäre psychiatrische Behandlung empfohlen würde (
Urk.
8/182 S. 2
; vgl. auch
Urk.
8/205 S. 1-5
).
3.6
Kreisärztin
Dr.
A._
diagnostizierte am 2
4.
Mai 2019
Restbeschwerden im Bereich des rechten Fusses bei Status nach
Ü
berrolltrauma mit einem Stapler mit
transnavikulärer
und
transkuboidaler
Chopart
-Luxationsfraktur rechts mit Betei
ligung der Mittelfussknochen II-IV, Luxationsfraktur Basis Grundgelenk
Dig
. V sowie eine mittelgradige depressive Episode mit
psychotraumatologischen
Symp
tomen (
Rehaklinik Z._
;
Urk.
8/219 S. 7). Sie hielt fest,
i
nsgesamt lieg
e
aufgrund der Schwere der Verletzung ein gutes postoperatives rehabilitiertes Ergebnis
vor.
Aus ihrer Sicht seien die
konservativ
en Massnahmen mit Schuh
einlagen und
orthopädischer Anpassung ausgereizt und konservativ
seien
keine weiteren Therapiemassnahmen
zielführend. Die empfohlene
Arthrodese
des
Metatarsalgelenk
s
IV und V k
önne
zu einer Schmerzlinderung
führen, der Ausgang
sei
jedoch im Voraus nicht absehbar.
A
us somatischer Sicht
liege
ein Endzustand vor.
Die persistierenden Beschwerden im Bereich des rechten Sprung
gelenkes und Fusses seien aufgrund der Schwere der Verletzung nachvollziehbar und unfallkausal.
Die bisherige Tätigkeit als
Fassadenisoleur
sei
nicht mehr zumutbar.
In Zusammenschau der vorliegenden Befunde und der klinischen Untersuchung schätze
sie den Beschwerdeführer
in einer leichten, wechsel
belastenden,
überwiegend sitzenden Tätigkeit als ganztags arbeitsfähig ein. Dabei bestünden Einschränkungen beim repetitiven
Gehen über 200-300
Meter und beim
Stehen an
Ort und Stelle über 10 Minuten.
Sitzen in Zw
angshaltung für den rechten Fuss könne er nicht. Kniende oder kauernde Tätigkeiten,
Tätigkeiten
mit Besteigen von Leitern oder Gerüsten oder mit Gehen auf unebener Unterlage seien nicht
zumutbar
. Trepp
engehen sei nur selten möglich (
Urk.
8/219 S. 8).
3.7
Dr.
med.
H._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie FMH, diagnostizierte im Bericht vom
3.
Juli 2019 eine schwere depressive Episode ohne psychotische Symptome (ICD-10 F32.2) und eine posttraumatische Belastungsstörung (ICD-10 F43.1). Durch die
(beschriebene) Veränderung der Medikation sei es zur leichten, aber nicht kontinuierlichen Verbesserung der depressiven Symptomatik gekom
men. Der Beschwerdeführer gebe Fussschmerzen an, die depressive und posttrau
matische Symptomatik sei weiterhin vorhanden. In den psychotherapeutischen Gesprächen sei auch der Umgang mit Schmerzen thematisiert worden (
Urk.
8/235
S. 2
; vgl. auch
Urk.
8/240/5-11
).
3.8
Dr.
med.
I._
, Leitende Är
z
t
in Fusschirurgie,
J._
Klinik
, diagnostizierte nach der Untersuchung vom 2
4.
Oktober 2019 invalidisierende chronische Fuss
schmerzen rechts.
Die Schmerzen habe der Beschwerdeführer dauerhaft, das heisse sowohl in Ruhe als auch bei Belastung. Diese rührten ihres Erachtens nicht nur von den posttraumatischen Veränderungen der Mittelfussgelenke bezie
hungsweise der
Lisfranc
-Gelenkreihe, sondern auch von den beim Unfall gequetschten und durch die Operationen mehrfach kompromittierten Weichteile
n
her
. Wie er glaubhaft berichte, werde auch längeres Sitzen aufgrund der sich aufbauenden Schmerzen und Spannungen im Fuss kaum toleriert. Bei
behand
lungsbedürftigen
Arthrosen der
Lisfranc
-Gelenke 4 und 5 führten sie anstelle der von
Dr.
E._
vorgeschlagenen
Arthrodese
eher
Resektionsarthroplastiken
durch. In diesem speziellen Fall allerdings mit chronischem diffusem Schmerz
zustand seit zwei Jahren sei ein operatives Vorgehen nicht indiziert. Um festzu
stellen, ob der Hauptteil der Beschwerden tatsächlich vom
Lisfranc
4 und 5 ausgehe, könnte man im Prinzip diagnostische Infiltrationen durchführen.
In Anbetracht der Gesamtsituation sei fraglich, ob dies überhaupt Sinn mache (
Urk.
8/256 S. 3).
3.9
Kreisärztin
Dr.
A._
führte am 1
1.
November 2019 aus, die durch
Dr.
C._
am 2
4.
September 2019 und durch
Dr.
I._
am 2
4.
Oktober 2019 erhobenen klinisch objektiven Befunde seien im Vergleich zur kreisärztlichen Untersuchung vom Mai 2019
unverändert
. In Zusammenschau der medizinisch-somatischen Aktenlage könne man von einem Endzustand ausgehen und die von ihr postulierte Arbeits
fähigkeit/Zumutbarkeit und die Restfolgen behielten weiterhin ihre Gültigkeit
(
Urk.
8/261). Die Frage, ob dem Versicherten tatsächlich eine überwiegend sitzende Tätigkeit zumutbar sei, auch wenn er längeres Sitzen offenbar kaum toleriere, bejahte
Dr.
A._
am 1
4.
Mai 2020 und führte zur Begründung aus, gemäss der von ihr erhobenen Anamnese anlässlich der kreisärztlichen Unter
suchung vom Mai 2019 verbringe der Versicherte viel Zeit im Sitzen und mache mittellange Spaziergänge (700 m). Bereits im Zeitpunkt der kreisärztlichen Untersuchung vom Mai 2019 habe klinisch die gleiche Situation mit Schmerzen in Ruhe als auch bei Belastung bestanden (
Urk.
8/287 S. 1).
4.
4.1
Vorab ist festzuhalten, dass vorliegend für die Frage des Zeitpunktes des Fallab
schlusses unter Einstellung von Taggeld und der Übernahme von Heilbehand
lungskosten einzig massgeblich ist, ab wann
von einer Fortsetzung der auf die somatischen Leiden gerichteten ärztlichen Behandlung keine namhafte Besserung mehr erwartet werden kann
(BGE 134 V 109 E. 6.1).
Für die Prüfung der Adä
quanz psychischer Unfallfolgen sind weiter die Kriterien anwendbar, wie sie für
psychische Fehlentwic
klungen nach Unfall entwickelt worden sind
(vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_605/2010 vom
9.
November 2010 E. 6). Soweit der Beschwer
deführer geltend machen lässt, e
s
sei die Praxis gemäss BGE 134 V 109 anzu
wenden und auf eine Differenzierung zwischen organischen und psychi
schen
Komponenten zu verzichten,
kann ihm nicht gefolgt werden
(
Urk.
1 S. 11
, vgl. auch S. 7
)
. Die Anwendung der Praxis nach BGE 134 V 109 setzt eine spezi
fische beim Unfall erlittene Verletzung voraus; diese
findet gemäss Recht
sprechung
Anwendung bei Schleudertrauma
ta
, schleudertraumaähnlichen
Verletzungen
oder Schädelhirntrauma
ta
(vgl.
Rumo
/
Jungo
, Rechtsprechung des Bundesgerichts zum Unfallversicherungsrecht,
4.
Auflage, Zürich 2012,
Art.
6 S. 59; BGE 134 V 109 E. 2.1). Eine solche
beim Unfall eingetretene
Verletzung, welche durch ein komplexes und vielschichtiges Beschwerdebild mit eng inei
nander verwobenen, einer Differenzierung kaum zugänglichen Beschwerden physischer und psych
i
scher Natur gekennzeichnet ist
(vgl. BGE 134 V 109 E. 7.1), lag beim Beschwer
deführer
mit den
erlittenen
Fussfraktur
en
nicht vor.
Daran ändert nichts, dass
mittlerweile – wie der Beschwerdeführer ausführt - die physi
schen und psychi
schen Beschwerd
en in einem Zusammenhang stünden
und sich gegenseitig beeinfluss
t
en (vgl.
Urk.
1 S. 11)
.
Da keine entsprechende spezifische Verletzung
vorlag
oder überhaupt
auch
nur in Betracht fällt, ist auch die Durch
führung einer interdisziplinären Begutachtung nicht (zwingend) erforderlich (vgl. BGE 134 V
109 E. 9.3
und Urteil des Bundesgerichts 8C_240/2016
vom 1
3.
Juli 2016
E.
5.2). Die
Beantwortung der
Frage, inwieweit das
beim Beschwerdeführer vorliegende
Schmerzgeschehen durch organisch objektiv ausgewiesene Unfall
folgen erklärbar ist, obliegt
vielmehr grundsätzlich allein
den somatischen Ärzten und Ä
rztinnen.
4.2
Die Beschwerdegegnerin stellte für die zu beantwortenden Fragen
der verbleiben
den somatischen Unfallfolgen,
des medizinischen Endzustandes, der Arbeits
fähigkeit und des Integritätsschadens auf die Beurteilungen von Kreisärztin
Dr.
A._
, namentlich auf diejenige vom 2
4.
Mai 2019 ab.
Entgegen den Ausführungen des Beschwerdeführers besteht kein Anhalt dafür, dass
Dr.
A._
als
für die Suva tätige
Fachärztin für Chirurgie nicht über
ausreichende Fach
kenntnisse ver
fügt (vgl.
Urk.
1 S. 7).
Ihre
Beurteilungen erfolgten i
n Kenntnis der Vorakten und nach einer eingehenden Untersuchung des Beschwerdeführers, wobei die vom Beschwerdeführer angegebenen Beschwerden berücksichtigt wurden.
Auch die
am 2
4.
Mai 2019
verfügbaren Unterlagen des Zentrums für Schmerzmedizin
,
Stadtspital D._
,
sowie die Angaben des Beschwerdeführers
, wonach w
eder die Metallentfernung
noch
die
Schmerztherapie eine wirklich positive Veränderung gebracht hätten, flossen in die Beurteilung mit ein (
Urk.
8/219 S. 4, S. 8). Dass sich am Effekt der Schmerztherapie – nach der kreis
ärztlichen Untersuchung – noch etwas geändert hätte, wurde
weder
geltend gemacht
noch belegt (vgl.
Urk.
1 S. 5
, S. 8)
.
Damit erübrigt sich auch der
Beizug
ergänzender Unterlagen, da davon keine relevanten
Erkenntnisse zu erwarten sind (antizipierte Beweiswürdigung;
vgl.
BGE 144 V 361 E. 6.5, 136 I 229 E. 5.3, je mit Hinweisen
).
Gemäs
s der Einschätzung von Kreisärztin
Dr.
A._
vom
2
4.
Mai 2019 lag
somatischerseits
ein medizinischer Endzustand vor
, wobei die Folgen eines weiteren operativen Vorgehens nicht absehbar seien (E. 3.6)
.
Dies
deckt sich
n
amentlich
mit der
im Nachgang zur kreisärztlichen Untersuchung vom 2
4.
Mai 2019 erfolgte
n
erneute
n
Prüfung eines weiteren operativen
Vorgehens
durch Dr.
I._
. Letztere empfahl,
von einem weiteren operativen Vorgehen abzusehen und es bei der medikamentösen Behandlung zu belassen (
Urk.
8/256 S. 3).
Gemäss diesen Beurteilungen
war
nach dem
3
0.
September 2019
von einer
Fortsetzung
der ärztlichen Behandlung
der somatischen Unfallfolgen
keine
namhafte
Besse
rung
des
Gesundheitszustands
und der Arbeitsfähigkeit
zu erwarten
.
Die
allfällige
Möglichkeit, dass
die
organisch objektiv ausgewiesenen Schmerzen
dank der
psychiatrische
n
Behandlungen
besser toleriert werden könnten
, reicht für die Annahme einer namhaften Besserung
jedenfalls
nicht aus
(
vgl.
Urk.
1 S.
8
)
.
Die persistierenden Beschwerden im Bereich des rechten Sprunggelenkes und Fusses wurden durch
Dr.
A._
als nachvollziehbar und unfallkausal beurteilt (
E.
3.6
). Auch insoweit besteht Übereinstimmung mit
der neusten Beurteilung
von
Dr.
I._
(E. 3.8)
.
Dr.
A._
verwies zur Begründung pauschal au
f
die Schwere der erlittenen Verletzung, während
Dr.
I._
festhielt,
neben den Gelenken seien
auch die beim Unfall gequetschten und mehrfach kompromittierten Weichteile für die Schmerzen verantwortlich.
Dass
beim Unfall und bei der Behandlung
Weichteilverletzungen
entstanden waren, ist unbestritten. Aktuelle neue
unfall
bedingte
Weichteilverletzungen liegen nicht vor. Bei grundsätzlich anerkanntem Schmerzzustand und ausgeheilten Verletzungen ist nicht erkennbar, welche neuen Erkenntnisse von
den beantragten (
Urk.
1 S. 9)
weiteren apparativen und bildgebenden Abklärungen zu erwarten sind, womit darauf in antizipierter Beweiswürdigung zu verzichten ist.
Dr.
A._
zeigte
sodann
auf, dass sie bei der Formulierung des Zumutbarkeits
profils den vom Versicherten
anlässlich der kreisärztlichen Untersuchung
geschil
derten
konkreten Möglichkeiten i
m Alltag Rechnung getragen hatte
(
Urk.
8/287 S. 1
). Ihre Einschätzung ist
damit
nachvollziehbar und vermag zu überzeugen.
Der Umstand, dass der Beschwerdeführer – nach
bereits
angekündigte
m
Fallab
schluss (vgl.
Urk.
8/225)
-
gegenüber
Dr.
I._
angab, längere
s Sitzen werden kaum toleriert, welche Angaben
seitens
Dr.
I._
’
als glaubhaft eingeschätzt wurde
n
, vermag
keine
auch nur geringen
Zweifel
an der
auf einer umfassenden Untersuchung und Befragung fussenden
Beurteilung von Kreisärztin
Dr.
A._
zu wecken
(
BGE 142 V 58 E. 5.1; 139 V 225 E. 5.2; 135 V 465 E. 4.4 und E. 4.7
)
.
Ei
ne
widersprechende ärztliche Beurteilung der Arbeitsfähigkeit liegt sodann nicht vor.
Festzuhalten ist zudem, dass
die
psychogene
n
Schmerzanteile
nicht zu berücksichtigen sind
.
Die Berichte von Kreisärztin
Dr.
A._
stellen damit auch eine geeignete Grundlage für die Festlegung der verbleibenden Arbeitsfähigkeit dar.
4.3
Konkrete Anhaltspunkt
e
dafür, dass allfällige
künftige
Eingliederungsmass
nahmen
der Invalidenversicherung
sich auf den Rentenanspruch auswirken
,
bestehen keine
(vgl.
E. 1.3;
Geertsen
, in: Kommentar zum Bundesgesetz über die
Unfallversicherung, Bern 2018,
Art.
19 Rz 29)
.
Die Einstellung der vorüberge
henden Leistungen per 3
0.
September 2019 und die Prüfung des Rentenanspruchs per
1.
Oktober 2019 erweisen sich damit als rechtens.
5.
5.1
Beim Beschwerdeführer liegt auch ein psychisches Leiden vor. Im Rahmen der diesbezüglich notwendigen Adäquanzprüfung ging die Beschwerdegegnerin
von einem eigentlichen mittelschweren Unfall aus
, was zu Recht unbestritten blieb
. Damit müss
t
en mindestens drei der Adäquanzkriterien erfüllt sein oder eines in besonders ausgeprägter Weise
,
um von einem adäqu
a
ten Kausalzusammenhang auszugehen
(Urteil des Bundesgerichts 8C_769/2011 vom 3
1.
Januar 2012 E. 6.1).
Die Beschwerdegegnerin b
ejahte das Kriterium der körperlichen Dauerschmerzen
(
Urk.
1 S. 9)
. Der Beschwerdeführer liess insbesondere geltend machen, es sei auch von einer besonderen Eindrücklichkeit des Unfalls,
von einer
langen
ärztlichen Behandlung und
von einem schwierigen Heilungsverlauf mit erheblichen Komplikationen
sowie
einer erheblichen Arbeitsunfähigkeit auszugehen (
Urk.
1 S.
9 ff.).
5.2
Ob besonders dramatische Begleitumstände oder eine besondere Eindrücklichkeit des Unfalls vom
2
9.
September 2017
vorliegen, beurteilt sich objektiv und nicht aufgrund des subjektiven Empfindens bzw. Angstgefühls der versicherten Person (BGE 140 V 356 E. 5.6.1). Zu beachten ist, dass jedem mindestens mittelschweren Ereignis eine gewisse Eindrücklichkeit eigen ist, welche somit noch nicht für eine Bejahung des Kriteriums ausreichen kann (Urteil des Bundesgerichts 8C_344/
2021 vom
7.
De
zember 2021 E. 10.1
).
Der Beschwerdeführer geriet mit seinem rechten Fuss unter das rechte Hinterrad eines rückwärtsfahrenden Tele
skopstaplers. Es sei ihm nicht mehr möglich gewesen rechtzeitig auszuweichen (
Urk.
8/84
/2-5
S. 3).
Der Staplerfahrer realisierte den Vorfall umgehend, sodass weiterer Schaden vermieden werden konnte.
Beim Eintreffen der Polizei war der Beschwerdeführer bereits ärztlich versorgt
(
Urk.
8/84/2-5 S. 2 f.
)
. Dem mass
geblichen Ereignis kommt eine gewisse
Eindrücklichkeit zu.
Von der recht
sprechungsgemässen
besonderen Eindrücklichkeit ist aber nicht auszugehen
und auch
dramatische Begleitumstände sind zu verneinen.
5.3
Der Beschwerdegegnerin ist beizupflichten, dass die
erlittene
Fussverletzung grundsätzlich nicht geeignet ist, eine psychische Fehlentwicklung auszulösen (vgl. BGE 140 V 356 E. 5
.5
mit Hinweis insbesondere auf das Urteil 8C_432/2009 vom
2.
November 2009 E. 5.3).
5.4
Das Krite
rium der ungewöhnlich langen Dauer der ärztlichen Behandlung
setzt
eine länger dauernde, kontinuierliche und zielgerichtete Behandlung einzig von somatisch begründbaren Beschwerden voraus (BGE 140 V 356 E. 5.6.2 mit Hinweisen), wobei dies auch nicht allein nach einem zeitlichen Massstab zu beurteilen ist. Von Bedeutung sind auch Art und Intensität der Behandlung sowie der Umstand, inwieweit noch eine Besserung des Gesundheitszustandes zu erwar
ten ist (Urteil 8C_473/2019 vom 1
1.
November 2019 E. 5.4). Blosse medizinische Abklärungen, ärztliche Verlaufskontrollen sowie physiotherapeutische und medikamentöse Behandlungen stellen keine ärztliche Behandlung im Sinne dieses Kriteriums dar (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_542/2020 vom 1
3.
November 2020 E 6.3).
Im Monat direkt nach dem Unfall
vom 2
9.
S
ept
ember 2017
erfolgten verschiedene operative Eingriffe
zur Behandlung der
erlittenen
Fussverletzung (vgl. E. 3.1). Bei den weiteren zwei operativen Eingriffen vom
5.
Dezember 2017 (E.
3.1
) und
insbesondere
vom 2
4.
September 2018 (E.
3.4
) wurde das
Osteo
synthesematerial
entfernt. Nach dem Aufenthalt des Versicherten
in
der
Rehaklinik Z._
vom 22.
Februar bis 1
2.
April 2018 (E. 3.1) erschöpfte sich die Behandlung – abgesehen von den erwähnten Eingriffen zur
Materialentfernung
und der multimodalen Schmerztherapie mit Infiltrationstherapie bei
Dr.
G._
ab März 2019
(E. 3.5)
- in ärztlichen Verlaufskontrollen und medizinischen Abklärungen zur Prüfung eines allfälligen weiteren operativen Vorgehens, Physiotherapie und medikamentöser Schmerzbehandlung
, was keine relevante ärztliche Behandlung im Sinne des Kriteriums darstellt
. D
as Kriterium kann in Übereinstimmung mit der Beschwerdegegnerin nicht als erfüllt betrachtet werden.
5.5
Gemäss Bundesgericht kann aus einem
Implantatbruch
nicht auf eine ärztliche Fehlbehandlung geschlossen werden (vgl.
Urteil des Bundesgerichts
8C_496/2014
vom 2
1.
November 2014
E. 4.7). In den Akten finden sich
zudem
auch keine Hinweise darauf, dass die abgebrochene
n
Schraube
n
, welche nicht entfe
rnt
werden konnten,
die Unfallfolgen
erheblich verschlimmern
(vgl. E. 3.4)
.
5.6
Beim Kriterium schwieriger Heilungsverlauf oder erhebliche Komplikationen müssen die
beiden Teilaspekte nicht kumulativ erfüllt sein (BGE 117 V 359 E. 7b S. 369). Aus der ärztlichen Behandlung und den erheblichen Beschwerden darf nicht auf einen schwierigen Heilungsverlauf und/oder erhebliche Komplikationen geschlossen werden. Es bedarf
hiezu
besonderer Gründe, welche die Heilung beeinträchtigt haben. Die Durchführung verschiedener Therapien genügt nicht zur Bejahung dieses Kriteriums. Gleiches gilt für den Umstand, dass trotz regel
mässiger Therapien weder eine Beschwerdefreiheit noch eine Arbeitsfähigkeit erreicht werden konnte (Urteil 8C_80/2009 vom
5.
Juni 2009 E. 6.5 mit Hinwei
sen).
Das direkt nach dem Unfall
festgestellte
Kompartmentsyndrom
ist
eine
begleitende Weichteilverletzung der
unfallbedingen
Frakturen (vgl.
Urk.
1 S. 10 Ziffer
24; vgl.
https://flexikon.doccheck.com/de/Kompartmentsyndrom
)
und
nicht
eine
Komplikation
im Heilungsverlauf
. Der Heilungsverlauf gestaltete sich in Anbetracht der Verletzungen
nicht als besonders schwierig. Bereits beim Aufenthalt in der
Rehaklinik Z._
vom
2
2.
Februar bis 1
2.
April 2018
zeigte sich
zudem
, dass auch
unfallfremde
psychische Faktoren den H
eilungsverlauf negativ mitbeeinflussten. Das Kriterium ist nicht erfüllt.
5.7
Hinsichtlich des Kriteriums der nach Grad und Dauer erheblichen, physisch bedingten Arbeitsunfähigkeit ist darauf hinzuweisen, dass dieses praxisgemäss in der Regel nicht erfüllt ist, wenn - wie vorliegend - die körperlichen Einschrän
kungen die Ausübung einer angepassten Tätigkeit im Rahmen einer vollen Arbeitsfähigkeit zulassen (
Urteil
e
des Bundesgerichts 8C_657/2012 vom 1
8.
Oktober 2012 E.
4
und
U 56/00
vom 3
0.
August 2001
E.
3d
/
aa
).
Die
vorgängige
vollständige Arbeitsunfähigkeit
in jeglicher Tätigkeit
dauerte nach dem Aufenthalt in der
Rehaklinik Z._
noch an. Die beteiligten Fach
personen wiesen darauf hin, dass der Versicherte
– obwohl somatischerseits eine volle Arbeitsfähigkeit
grundsätzlich
für möglich erachtet wurde -
sich noch in der Behandlungsphase befinde (
E. 3.1
).
Der
weitere Verlauf
war
auch
durch das psychische Leiden geprägt. Spätestens gut ein Jahr nach dem Unfall
, nach der Metallentfernung
vom 2
4.
September 2018
und
mit der Einschätzung von Dr.
A._
vom 2
7.
November 2018 (
Urk.
8/143)
,
ist anzunehmen, dass der Beschwerdeführer eine leidensangepasste Tätigkeit wieder hätte aufnehmen können. Bei einer vollen Arbeitsunfähigkeit von maximal 14 Monaten ist das Kriterium höchstens als knapp erfüllt zu betrachten.
5.8
Die Parteien gingen
sodann
übereinstimmend davon aus, dass das Kriterium Dauerschmerzen
gegeben
ist, wobei die Beschwerdegegnerin festhielt, eine besondere Ausprägung liege nicht vor (
Urk.
2 S. 9).
Dabei ist
massgebend, ob über den gesamten Zeitraum andauernde Beschwerden vorlagen. Die zwar körperlich imponierenden, organisch objektiv jedoch nicht hinreichend nachweisbaren Beschwerden haben dabei ausser Acht zu bleiben (Urteil des Bundesgerichts 8C_632/2018 vom 1
0.
Mai 2019 E. 10.2 mit Hinweisen).
Bei vorliegend doch mehrheitlich berichteten Grundschmerzen und verstärkten Schmerzen bei Belas
tung über den ganzen Zeitraum seit dem Unfall
konnte
das Kriterium Dauer
schmerzen als erfüllt betrachtet
werden
(vgl.
Urk.
8/77 S. 2,
E. 3.1
;
Urk.
8/117 S. 1, E. 3.3
;
Urk.
8/182 S. 1
,
E. 3.5
;
Urk.
8/
219 S. 5
, E. 3.6
;
Urk.
9/256
S. 2, E. 3.8
).
Da im Verlauf auch von
massgeblichen
psychogenen Schmerzanteilen
(vgl. auch den im Beschwerdeverfahren eingereichten Bericht der Fachpersonen von der
Klinik B._
vom 1
1.
Februar 2021 mit der Diagnose unter anderem einer chroni
schen Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren [ICD-10 F45.41],
Urk.
11)
auszugehen ist, liegt es
aber
jedenfalls
nicht in ausgeprägter Weise vor.
Da
somit
neben den körperlichen Dauerschmerzen ein zusätzliches Kriterium knapp erfüllt ist, reicht dies nicht aus,
den adäquaten Kausalzu
sammenhang zwischen dem Unfall vom 2
9.
September 2017 und einem psychi
schen Leiden zu bejahen.
Bei der Festlegung von Invalidenrente und Integritäts
entschädigung sind somit nur die Folgen am rechten Fuss zu berücksichtigen.
6.
6.1
Zur Bestimmung des Invaliditätsgrades wird gemäss Art. 16
des
Bundesgesetz
es
über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG)
das Erwerbs
einkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der (unfallbedingten) Inva
lidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgegliche
ner Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (sog. Valideneinkommen).
6.2
6.2.1
Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung
wird
für die Ermittlung des Validen
einkommens in der Regel am zuletzt erzielten, nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung angepassten Verdienst angeknüpft, da es empi
rischer Erfahrung entspricht, dass die bisherige Tätigkeit ohne Gesundheits
schaden fortgesetzt worden wäre. Ausnahmen müssen mit überwiegender Wahr
scheinlichkeit erstellt sein (BGE 145 V 141 E. 5.2.1, 139 V 28 E. 3.3.2, 135 V 58 E. 3.1, 134 V 322 E. 4.1).
Ist mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass die versicherte Person die bisherige Tätigkeit unabhängig vom Eintritt der Invalidität nicht mehr ausgeübt hätte, kann das Valideneinkommen auf Grundlage der vom
Bundesamt
für Statistik herausgegebenen Schweize
rischen Lohnstrukturerhebung (LSE) berechnet werden (BGE 139 V 28 E. 3.3.2; Meyer/Reichmuth, Bundesgesetz über die Invalidenversicherung, 3. Auflage 2014, Rn 55 f. zu Art.
28a
).
6.
2
.
2
Nachdem die Beschwerdegegnerin für die Bemessung de
s Valideneinkommens vorerst vom Lohn gemäss der Auskunft
der Arbeitgeberin
vom Jul
i 2018 (vgl.
Urk.
8/116) ausgegangen war
,
was
unter Berücksichtigung der Nominallohn
entwicklung
ein Valideneinkommen von
Fr.
79'043.25 ergeben hatte (
Urk.
8/242
,
Urk.
8/266
), stellte sie im angefochtenen Einspracheentscheid neu auf LSE-
Tabellenlöhne ab und ermittelte
so
ein Valideneinkommen von Fr.
74'
534.--
(
Urk.
2 S. 15 f.).
6.
2
.
3
Einziger Gesellschafter und Geschäftsführer der
Y._
GmbH
(
CHE
-414.825.658)
war
vorerst
K._
, der Bruder des Versicherten;
im
Dezem
ber 2016
übernahm
L._
als
einzige Gesellschafterin und Geschäfts
führerin mit Einzelunterschrift (
S
chweizerisches Handelsamtsblatt [S
HAB
]
Tages
register-Nr.
...
vom 20.12.2016 /
Publikation Nr.
...
vom 2
3.
Dezember 2016
). Gemäss der SHAB-
Publikation
vom 1
5.
Oktober 2018
wurden die Anteile verkauf
t
. N
eu
war als
einziger Gesellschafter und Geschäftsführer
M._
eingetragen
(
SHAB
Tagesregister-Nr.
...
vom 1
0.
Oktober 2018, Publikation Nr.
...
)
. Am
8.
Januar 2019 wurde die Namensänderung in
N._
GmbH mit begleitender Statutenänderung vollzogen (
SHAB-Tagesregister Nr.
...
vom
3.
Januar 2019, Publikation Nr.
...
vom
8.
Januar 2019
).
I
m
Kündigungsschreiben der
Y._
GmbH vom 2
5.
J
anuar 2018 wurde ausgeführt
,
sie seien a
ufgrund des Unfalls vom 2
9.
September 2017
gezwungen, das A
rbeitsverhältnis per 31.
März 2018 aufzulösen. Da
die Firma
keinen Ersatz für ihn
(
den Beschwerdeführer
)
habe finden können, hätten sie beschlossen, die Firma stillzulegen (
Urk.
8/240 S. 78; vgl. auch das Arbeitszeugnis vom 2
5.
April 2018,
Urk.
8/240
S. 88
).
Auch i
m Rahmen des Telefonats vom 15.
August 2019 gab der Bruder des Versicherten an, der Betrieb habe wegen des Unfalls
vor über einem Jahr eingestellt werden müss
en
(
Urk.
8/241)
.
Im Arbeit
geberbericht gegenüber der Invalidenversicherung wurde
sodann
bereits
am 28.
Mai 2018 erklärt, die Firma sei stillgelegt (
Urk.
8/
240/95-101).
Aufgrund die
ser teilweise zeitnahen Angaben
ist ohne weitere
s
anzunehmen, dass
die Stilllegung
und der Verkauf
des
offenbar familienintern geführten Be
triebs mit dem Unfall
und dem Ausfall
des Beschwerdeführers
im Zusammenhang stan
d
en
. Damit ist aber davon auszugehen,
dass die
Tätigkeit der GmbH
ohne Unfall weitergeführt und
diese
den Beschwerdeführer weiterbeschäftigt hätte
; Gegentei
liges ist jedenfalls nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt
. Grundlage für die Bestimmung des Valideneinkommens
bildet damit
das Einkommen, das der Beschwerdeführer in dieser
konkreten
Tätigkeit erzielt hätte
(
vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_134/2021 vom
8.
September 2021 E. 3.2 und E. 5).
6.2.4
Der Versicherte hatte
bis zu seinem
Unfall vom 2
9.
September 2017
monatlich
Fr.
5'700.
--
verdient, wobei Anspruch auf ein 1
3.
Gehalt und somit
ein
Jahres
lohn von
Fr.
74’100
.-- (
Fr.
5'700.-- x 13
)
bestand
(
Urk.
8/1)
.
Zur hypothetischen Lohnentwicklung im Jahr 2018 liegen widersprüchliche Angaben vor: Einerseits wurde im Arbeitgeberbericht gegenüber
der Invalide
nversicherung am 2
8.
Mai 2018
angegeben
, dass der Beschwerdeführer 2018
im Gesundheitsfall
ein Einkommen von
Fr.
6'180.
--
im Monat, beziehungsweise
Fr.
80'340.
--
(13 x
Fr.
6'180.--)
im Jahr erzielt hätte (
Urk.
8/240/95-101 S.
4).
Im Juli 2018 erfolgte seitens der
Y._
GmbH
die
A
uskunft
, der Versicherte hätte im Gesundheitsfall im Jahr
2018 neu Fr. 6
’
050.-- x 13, mithin im Jahr
Fr.
78'650.
-
-
verdient
(
Urk.
8/116
S. 5
).
Der
beigelegte Lohnausweis des
Bruder
s
des Versicher
ten
, aus welchem sich ein Monatslohn für Juni 2018 von Fr. 6'050
.--
für die Tätigkeit als Gipser-Vorarbeiter für die Firma
O._
AG ergibt,
vermag
die
se
hypothetische Lohnentwicklung nicht zu belegen (
vgl.
Urk.
8/116
S. 6
).
In
Anbe
tracht der gesamten Umstände,
der widersprüchlichen Angaben und
namentlich der bereits im Januar 2018
(vgl.
Urk.
8/240 S. 78
)
festgestandenen Stilllegung des Betriebs
ist eine
individuell
e
und weit über die Nominallohnentwicklung hinaus
gehende
Lohnentwicklung
(vgl.
Bundesamt für Statistik, Entwicklung der Nomi
nallöhne, der Konsumentenpreise und der Reallöhne, 2010-2020, T 39,
Männer, 2017: 2249, 2018: 2260
)
für das Jahr 2018 nicht
mit überwiegender Wahrschein
lichkeit
ausgewiesen.
6.2.5
Bereits im Jahr 2015
war dem Beschwerdeführer ein Lohn von
grundsätzlich
F
r.
5'700.
--
pro Monat ausbezahlt worden.
Die Lohnübersicht der Jahre 2015 und 2016
(
Urk.
8/240 S. 104-105)
zeigt weiter auf, dass in den Monaten Januar bis April 2016 anstelle des Grundlohns von
Fr.
5'700.
--
lediglich je
Fr.
1'500.-- entrichtet worden waren.
Im Dezember 2016 erfolgten
sodann
ausserordentliche Zahlungen, die den Betrag des Monatslohns und eines dreizehnten Gehalts von
je
Fr.
5'700.
--
um
Fr.
7'200.-- überstiegen (
Fr.
18'600.-- abzüglich [2 x
Fr.
5'700.--] = F
r.
7'200.--
; vgl. auch
Urk.
8/116 S. 10
).
Der Beschwerdeführer liess
diesbezüglich
geltend machen, die im Dezember 2016 ausbezahlten
«anderen Zulagen»
im Betrag von
Fr.
7'200.
--
seien beim Valideneinkommen zu berück
sichtigen
(
Urk.
1 S. 16)
. Anders als beim versicherten Verdienst ist
jedoch
beim Valideneinkommen nicht der im Jahr vor dem Unfall erzielte konkrete Verdienst massgeblich, sondern der hypothetisch im Gesundheitsfall ausgerichtete Lohn.
Womit
die
ausserordentlichen Zahlungen vom Dezember 2016 zusammenhängen, kann offenbleiben.
Sodann wurde der Minderverdienst in den ersten vier Mona
ten des Jahres nicht ausgeglichen.
J
edenfalls bestehen aufgrund der
verschie
denen A
uskünfte
zum Lohn des J
ahres 2017 und zum
künftigen L
ohn
ab 2018 keine Hinweise dafür, dass auch weiterhin mit der
Auszahlung von
«anderen Zulagen
»
(vgl.
Urk.
1
S.
16)
hätte gerechnet werden können.
6.
2
.
6
Damit ist Basis für die Bemessung des Valideneinkommens der vor dem Unfall im Jahr 2017 erzielte Loh
n von
Fr.
5'700.
--
(x 13).
Beim für die
Y._
GmbH als Fassadenisolierer tätig gewesenen Beschwerdeführer ist von einer Unterstellung unter den allgemein verbindlich erklärten Gesamtarbeitsvertrag
(GAV)
im Schweizerischen Gebäudehüllengewerbe auszugehen
(
Bundesblatt [
BB
l
] 2014
S.
6491
ff.;
vgl. die entsprechenden
Hinweise auf einen GAV
in den Lohn
ausweisen ab Januar 2017,
Urk.
8/116 S. 11 ff.)
.
Dieser sah
in Ziffer 27
und Anhang 6
für den Beschwerdeführer, dessen Lohn
unter dem maximalen Lohn von Fr. 6'751.25 lag (höchster
Mindestlohn aller Kategorien von
Fr.
5'401.
—zuzüglich 25
%
, v
gl. Anhang 6
Art.
2
GAV
)
, eine jährliche
Real-
Lohnerhöhung von
Fr.
40.-- pro Monat sowie eine Anpassung an die Jahresteuerung (Indexstand Oktober) bis zum Wert vo
n 1.5 % vor. Ab
1.
J
anuar 2019 bestand
zusätzlich
Anspruch auf eine individuelle leistungsabhängige Lohnerhöhung von durch
schnittlich
Fr.
20.--
im Monat (
Verlängerung und Änderung des GAV vom 1
7.
September 2018,
B
B
l
2018 S
.
6095
f.
). Per
1.
Januar 2018
hätt
e sich das Einkommen von Fr. 74'100.-- somit um
Fr.
520.--
(13 x Fr.
40.--) sowie um die Jahresteuerung von
Fr.
443.
30
(
Bundesamt für Statistik, LIK-Teuerungsrechner, 12.2015 = 100, Oktober 2016 = 100.3, Oktober 2017 = 100.9)
erhöht
, was einen Betrag von
Fr.
75'
063
.30 ergibt. Per
1.
Januar 2019 ist sodann von Erhöhungen von
Fr.
780.—
(13 x
Fr.
60.--)
und von
Fr.
892.70
(
LIK-Teuerungsrechner, 12.2015 = 100,
Oktober 2017 = 100.9, Oktober 2018 = 102.1)
auszugehen
, was zu einem
E
inkommen für das Jahr 2019 von Fr. 76'736.
— führt.
6.2.7
Wie beim versicherten Verdienst ist auch
bei der Ermittlung des hypothetischen Valideneinkommens für den Einkommensvergleich nach
Art.
16 ATSG nur rele
vant, was zum massgebenden
Lohn gemäss AHVG zu zählen ist
.
Nicht zum massgebenden Lohn gehören
Unkosten
entschädigungen (
Art.
9
Abs.
1 Satz 2 der Verordnung über die Alters- und
Hi
nterlassenenversicherung
,
AHVV
). Dabei handelt es sich
gemäss
Art.
9
Abs.
1
Satz 1
AHVV
um
Auslagen, die dem Arbeit
nehmer bei der Ausführung seiner Arbeiten entstehen. Keine Unkostenentschä
di
gungen sind laut
Abs.
2 derselben Bestimmung regelmässige Entschädigungen für die Fahrt des Arbeitnehmers vom Wohnort zum gewöhnlichen Arbeitsort sowie für die übliche Verpflegung am Wohnort oder am gewöhnlichen Arbeitsort; sie gehören grundsätzlich zum massgebenden Lohn
(vgl. Urteil des Bundes
gerichts 8C_811/2010 vom 1
4.
März 2011 E. 4.2).
Nach der Rechtsprechung hat e
ine ausdrücklich als Spesenersatz deklarierte Entschädigung
sowohl beim versi
cherten Verdienst als auch beim mutmasslich entgangenen Lohn
ausser Betracht zu bleiben
, zumindest wenn kein Anlass besteht, diese als versteckte Lohnaus
schüttung zu qualifizieren (Urteil des Bundesgerichts 8C_330/2008 vom 2
4.
Oktober 2008 E. 5.5)
.
Vorliegend
wurde
n auf dem ausdrücklich unter dem Titel
«
Pauschalspesen
»
aufgeführten Betrag von
Fr.
500.--
(
Urk.
8/240 S. 103,
Urk.
8/116 S. 7
ff.)
für den Beschwerdeführer
ersichtlich
keine Beiträge abge
rech
net
. Dies war von ihm i
m Familienbetrieb
zudem nicht beanstandet worden
(vgl.
Kieser
, Rechtsprechung des Bundesgerichts zum AHVG,
4.
Auflage, Zürich 2020,
Art.
5 Rz 189).
Neben diesen Umständen
spricht auch die grosse Entfernung zwischen Wohn- und Einsatzort, der Beschwerdeführer war
namentlich
im Unfallzeitpunkt in Zürich wohnhaft und in Biel tätig
(
Urk.
8/1)
, für
das Anfallen effektiver
Unkosten.
Entsprechende
Zulagen bei auswärtiger Arbeit
sind zudem auch im massgeblichen
GAV vorgesehen (vgl.
E. 6.2.5,
Ziffern 29 und 30
GAV
).
Hinweise für eine versteckte Lohnausschüttung besteh
en unter diesen Umständen keine;
vielmehr deutet alles auf die Entschädigung effektiver Unkosten hin und
von
weitere
n
Abklärungen
sind keine neuen Erkenntnisse zu erwarten
.
Die Pau
schalspesen sind damit beim Valideneinkommen nicht zu berücksichtigen.
Zusammenfassend ist
damit
von einem
Valideneinkommen von
Fr.
76'736
.—auszugehen.
6.3
6.3.1
Für die Bestimmung des Invalideneinkommens können nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für Statistik periodisch herausge
gebenen Lohnstrukturerhebungen (LSE) herangezogen werden (BGE 139 V 592 E. 2.3, 135 V 297 E. 5.2, 129 V 472 E. 4.2.1). Dabei sind grundsätzlich die im Verfügungszeitpunkt aktuellsten veröffentlichten Tabellen der LSE zu verwenden (BGE 143 V 295 E. 4.1.3; zur Verwendung der aktuellsten statistischen Daten bei Rentenrevisionen vgl. BGE 143 V 295 E. 4.2.2, 142 V 178 E. 2.5.8.1, 133 V 545 E. 7.1). Die Verwendung der Tabellenlöhne ist subsidiär, das heisst deren
Beizug
erfolgt nur, wenn eine Ermittlung des Invalideneinkommens aufgrund und nach Massgabe der konkreten Gegebenheiten des Einzelfalles nicht möglich ist (vgl. BGE 142 V 178 E. 2.5.7, 139 V 592 E. 2.3, 135 V 297 E. 5.2; vgl. auch Meyer/Reichmuth,
Bundesgesetz über die Invalidenversicherung, 3. Auflage 2014, Rn 55 und 89 zu Art. 28a, mit weiteren Hinweisen auf die Rechtsprechung).
Wird das Invalideneinkommen auf der Grundlage von statistischen Durch
schnittswerten ermittelt, ist der entsprechende Ausgangswert (Tabellenlohn) allenfalls zu kürzen. Damit soll der Tatsache Rechnung getragen werden, dass persönliche und berufliche Merkmale, wie Art und Ausmass der Behinderung, Lebensalter, Dienstjahre, Nationalität oder Aufenthaltskategorie und Beschäfti
gungsgrad Auswirkungen auf die Lohnhöhe haben können (BGE 124 V 321 E.
3b
/
aa
). Aufgrund dieser Faktoren kann die versicherte Person die verbliebene Arbeitsfähigkeit auch auf einem ausgeglichenen Arbeitsmarkt möglicherweise nur mit unterdurchschnittlichem erwerblichem Erfolg verwerten. Der Abzug soll aber nicht automatisch erfolgen. Er ist unter Würdigung der Umstände im Einzelfall nach pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu schätzen und darf 25 %
nicht übersteigen (vgl. BGE 135 V 297 E. 5.2, 134 V 322 E. 5.2 und 126 V 75 E.
5b
/
aa
-cc).
Nach ständiger Rechtsprechung darf das (kantonale) Sozialversicherungsgericht sein Ermessen, wenn es um die Beurteilung des Tabellenlohnabzuges gemäss BGE 126 V 75 geht, nicht ohne triftigen Grund an die Stelle desjenigen der Verwaltung setzen; es muss
sich
auf Gegebenheiten abstützen können, welche seine abweichende Ermessensausübung als naheliegender erscheinen lassen (BGE 137 V 71 E. 5.2 und 126 V 75 E. 6).
6.3.2
E
ntgegen dem Beschwerdeführer ist für die Invaliditätsbemessung
nach
Art.
16 ATSG
nicht massgebend, ob eine invalide Person unter den konkreten Arbeits
marktverhältnissen vermittelt werden kann, sondern einzig, ob sie die ihr verbliebene Arbeitskraft noch wirtschaftlich nutzen könnte, wenn ein Gleich
gewicht von Angebot und Nachfrage nach Arbeitsplätzen bestünde (ausgegliche
ner Arbeitsmarkt,
Art.
16 ATSG;
Urteil
des Bundesgerichts
8C_330/2021
vom
8.
Juni 2021 E. 5.3.1
mit Hinweisen
). Das beantragte Grundsatzgutachten
zu einem allfälligen Strukturwandel im konkreten Arbeitsmarkt
erübrigt sich damit (vgl.
Urk.
1 S. 22).
Beim ausgeglichenen Arbeitsmarkt handelt es sich um eine theoretische Grösse, so dass nicht leichthin angenommen werden kann, die verbliebene Leistungsfähigkeit sei unverwertbar. Er umfasst auch sogenannte Nischenarbeitsplätze, also Stellen- und Arbeitsangebote, bei denen Behinderte mit einem sozialen Entgegenkommen des Arbeitgebers rechnen können. Unver
wertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit ist insbesondere dann anzunehmen, wenn die zumutbare Tätigkeit in nur so eingeschränkter Form möglich ist, dass sie der ausgeglichene Arbeitsmarkt praktisch nicht kennt oder sie nur unter nicht realis
tischem Entgegenkommen eines durchschnittlichen Arbeitgebers möglich wäre und das Finden einer entsprechenden Stelle daher zum Vornherein als ausge
schlossen erscheint (Urteil des Bundesgerichts 8C_416/2020
vom
2.
Dezember 2020 E. 4
).
6.3.3
Beim Beschwerdeführer bestehen einzig Einschränkungen aufgrund der Unfall
folgen am rechten Fuss
; namentlich kann er die oberen Extremitäten frei bewe
gen
. Er kann
grundsätzlich
leichte, überwiegend sitzende Tätigkeit
en
ohne Zwangshaltung für den rechten Fuss in einem vollen Pensum ausüben. Damit ist die Beschwerdegegnerin zu Recht von ausreichend Betätigungsmöglichkeiten auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt (vgl.
Urk.
2 S. 17) beim im Zeitpunkt des Renten
beginns
2019
gerade
mal
39
-
jährigen Beschwerdeführer ausgegangen.
6.3.4
Die Beschwerdegegnerin zog für die Ermittlung des Invalideneinkommens die Tabelle TA1
_tirage-skill_level
der LSE 2018 bei und berücksichtigte den Lohn
von Männern im Anforderungsniveau 1 von
Fr.
5'417.--.
Unter Berücksichtigung der durchschnittlichen wöchentlichen Arbeitszeit von 41.7 Stunden und einer seit 2019 eingetretenen Nominallohnentwicklung von 0.9
%
(vgl. BFS,
Entwicklung der Nominallöhne, der Konsumentenpreise un
d der Reallöhne, 2010-2020, T
39
) ermittelte
sie für das Jahr 2019 ein Invalideneinkommen von Fr.
68'376.
6
0.
Dies ist an sich nicht zu beanstanden.
Soweit der Beschwerdeführe
r
auf die Erkennt
nisse des Büro BASS
,
Büro für Arbeits- und Sozial
politische Studien
,
verweist,
wonach sich die in der LSE dargestellten Medianlöhne hauptsächlich aus Erhe
bungen bei gesunden Pe
rsonen ergä
ben und die Löhne von Personen mit gesund
heitlichen Beeinträchtigungen erheblich tiefer ausfallen würden, ist festzuhalten, dass das Bundesgericht bis anhin an der bisherigen Praxis der Festlegung des Invalideneinkommens festgehalten hat. Generelle Abzüge von 15 % von den statistischen Löhnen,
von 15
%
für Personen, die ihre bisherige Tätigkeit nicht mehr ausüben könne
n,
und von 5
%
für jedes volle Jahr Absenz vom Arbeits
markt sind dabei nicht vorgesehen
(vgl.
Urk.
10 S. 10).
Vielmehr wurde der Abzug auf 25
%
begrenzt (BGE 134 V 322 E. 5.2 mit Hinweis).
Wie sich aus dem mass
geblichen ärztlichen Zumutbarkeitsprofil
ergibt, ist der Beschwerdeführer auf eine
(mehrheitlich)
sitzende Tätigkeit angewiesen
(E. 3.6)
.
D
ie
Beschwerdegegnerin
, die von
der Zumutbarkeit einer leichten und
wechselbelastenden Tätigkeit
(
mit zusätzlichen
körperlichen
Einschränkungen
)
ausging,
hat
somit
den
wesentlichen
Kern des Belastungsprofil
s
nicht
berücksichtigt und der auf 5
%
festgesetzte
leidensbedingte
Abzug
vermag vor diesem Hintergrund nicht zu überzeugen
(
Urk.
2 S. 16)
. V
ielmehr erscheint ein leidensbedingter Abzug von 10
%
als angemessen
, zumal auch bei einer sitzenden Tätigkeit Einschränkungen bestehen beziehungsweise
Positionswechsel
nötig sind
(vgl. Urteil des Bundesgerichts
8C_273/2011 vom
5.
Sep
tember 2011 E. 3.2.2 und E. 5
)
.
Weitere abzugsrelevante Umstände fallen
entgegen den Vorbringen des Beschwerdeführers
daneben
nicht in Betracht
.
Wenn von einer Tätigkeit im Kompetenzniveau 1 ausgegangen wird, rechtfertigen
namentlich
die fehlende berufliche Ausbildung und die gegebenen Sprachkenntnisse keinen Tabellenlohnabzug (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_151/2020 vom 1
5.
Juli 2020 E. 6.3.4 mit Hinweis).
Das Invalideneinko
mmen beläuft sich somit auf Fr.
61'538.95
(
Fr.
68'376.60
x
0.9
).
6.4
Bei einem
Valideneinkommen
von
Fr.
76'736.--
und
einem
Invalideneinkommen von F
r.
61'538.95
resultiert ein Invaliditätsgrad von 19
.
8
%
und somit von gerundet 20
%
.
6.5
Gemäss Art. 15 UVG werden Taggelder und Renten nach dem versicherten Verdienst bemessen (Abs. 1). Als versicherter Verdienst gilt für die Bemessung der Taggelder der letzte vor dem Unfall bezogene Lohn, für die Bemessung der
Renten der innerhalb eines Jahres vor dem Unfall bezogene Lohn (Abs. 2).
Die Beschwerdegegnerin
ging
bei der Rentenberechnung
von einem
versicherten Verdienst von
Fr.
85'967.-- (vgl.
Urk.
8/300)
aus
.
Dabei berücksichtigte sie die
im Jahr vor dem Unfall vom 29.
September 2017 zur Auszahlung gelangten ausbe
zahlten Monatslöhne
von 11 x
Fr.
5'700.
--
und 1 x
Fr.
6'500.--
und die Kinder
zulagen von
monatlich
je F
r.
450.--.
Sie zeigte
auf,
dass die Gratifikation
und das 1
3.
Monatsgehalt
vom Dezember 2016
im Betrag von F
r.
12'100.--
auf eine Zeit
dauer von 94 Tagen und das 1
3.
Monatsgehalt
für 2017
von F
r.
5'700.-- auf 271 Tage umgerechnet
worden sei
, womit dem versicherten Verdienst ein Betrag von
Fr.
7'348.20 zugerechnet worden sei (
Urk.
2 S. 18 und Anhang).
Insgesamt ergebe sich so ein versicherter Verdienst von
Fr.
81'949.--, welcher unter dem verfü
gungsweise festgelegten liege (
Urk.
2 S. 18).
Dieses Vorgehen ist
korrekt. Eine hypothetische Lohnentwicklung wird beim für die Rente massgeblichen versi
cherten Verdienst – anders als beim Taggeld gemäss
Art.
23
Abs.
7 der Verord
nung über die Unfallversicherung (UVV) -, nicht berücksichtigt (Urteil des Bundesgerichts 8C_722/2012 vom
4.
Dezember 2012 E. 5).
Die
Aufrechnung
der
ausbezahlten Pauschalspesen
fällt zudem ausser Betracht (E.
6.2.7).
Der
von der Beschwerdegegnerin festgelegte
versicherte Verdienst von
Fr.
85'967.— (Urk. 8/266 S. 1,
Urk.
2 S. 18)
ist somit nicht zu beanstanden.
Die Beschwerde ist damit bezüglich der angefochtenen Invalidenrente teilweise gutzuheissen. Es besteht Anspruch auf eine Invalidenrente für einen Invaliditäts
grad von 20
%
.
7.
7.1
7.1.1
Erleidet die versicherte Person durch den Unfall eine dauernde erhebliche Schädigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Integrität, so hat sie Anspruch auf eine angemessene Integritätsentschädigung (Art. 24 Abs. 1 UVG). Die Integritätsentschädigung wird in Form einer Kapitalleistung gewährt. Sie darf den am Unfalltag geltenden Höchstbetrag des versicherten Jahresverdienstes nicht übersteigen und wird entsprechend der Schwere des Integritätsschadens abgestuft (Art. 25 Abs. 1 UVG).
Nach Art. 25 Abs. 2 UVG regelt der Bundesrat die Bemessung der Entschädigung. Von dieser Befugnis hat er in Art. 36 UVV Gebrauch gemacht. Abs. 1 bestimmt, dass ein Integritätsschaden als dauernd gilt, wenn er voraussichtlich während des ganzen Lebens mindestens in gleichem Umfang besteht; er ist erheblich, wenn
die körperliche, geistige oder psychische Integrität, unabhängig von der Erwerbs
fähigkeit, augenfällig oder stark beeinträchtigt wird. Gemäss Abs. 2 gelten für die Bemessung der Integritätsentschädigung die Richtlinien des Anhangs
3.
Fallen mehrere körperliche, geistige oder psychische Integritätsschäden aus einem oder mehreren Unfällen zusammen, so wird die Integritätsentschädigung nach der gesamten Beeinträchtigung festgesetzt. Die Gesamtentschädigung darf den Höchstbetrag des versicherten Jahresverdienstes nicht übersteigen und bereits nach dem Gesetz bezogene Entschädigungen werden prozentual angerechnet (Abs. 3). Voraussehbare Verschlimmerungen des Integritätsschadens werden angemessen berücksichtigt. Revisionen sind nur im Ausnahmefall möglich, wenn die Verschlimmerung von grosser Tragweite ist und nicht voraussehbar war (Abs. 4).
7.1.2
Im Anhang 3 zur UVV hat der Bundesrat Richtlinien für die Bemessung der Integritätsschäden aufgestellt und in einer als gesetzmässig erkannten, nicht abschliessenden Skala (BGE 124 V 29 E. 1b mit Hinweisen) häufig vorkommende und typische Schäden prozentual gewichtet. Für die darin genannten Integritäts
schäden entspricht die Entschädigung im Regelfall dem angegebenen Prozentsatz des Höchstbetrages des versicherten Verdienstes (Ziff. 1 Abs. 1). Die Entschädi
gung für spezielle oder nicht aufgeführte Integritätsschäden wird nach dem Grad der Schwere vom Skalenwert abgeleitet (Ziff. 1 Abs. 2). Integritätsschäden, die gemäss der Skala 5 % nicht erreichen, geben keinen Anspruch auf Entschädigung (Ziff. 1 Abs. 3). Die völlige Gebrauchsunfähigkeit eines Organs wird dem Verlust gleichgestellt; bei teilweisem Verlust und teilweiser Gebrauchsunfähigkeit wird der Integritätsschaden entsprechend geringer, wobei die Entschädigung jedoch ganz entfällt, wenn der Integritätsschaden weniger als 5 % des Höchstbetrages des versicherten Verdienstes ergäbe (Ziff. 2).
7.1.3
Die Medizinische Abteilung der Suva hat in Weiterentwicklung der
bundesrät
lichen
Skala weitere Bemessungsgrundlagen in tabellarischer Form (sog. Fein
raster) erarbeitet. Diese von der Verwaltung herausgegebenen Tabellen stellen zwar keine Rechtssätze dar und sind für das Gericht nicht verbindlich, umso weniger als Ziff. 1 Abs. 1 von Anhang 3 zur UVV bestimmt, der in der Skala angegebene Prozentsatz des Integritätsschadens gelte im Regelfall, welcher im Einzelfall Abweichungen nach unten wie nach oben ermöglicht. Soweit sie jedoch lediglich Richtwerte enthalten, mit denen die Gleichbehandlung aller Versicher
ten gewährleistet werden soll, sind sie mit dem Anhang 3 zur UVV vereinbar (BGE 124 V 29 E. 1c, 116 V 156 E.
3a
).
7.2
Kreisärztin
Dr.
A._
schätzte den Integritätsschaden für die Funktions
einschränkung und verminderte Belastbarkeit des rechten Fusses auf 15 %. Zur
Begründung verwies sie auf die Tabelle 2.2, wo für schmerzhafte Funktions
störungen nac
h Luxationsfrakturen im
Chopart
und
Mittelfussfrakturen ein Wert
von 10 bis 20
%
angegeben werde
. Gemäss der Tabelle
4.3 gelte für den Verlust des gesamten Fusses 30
%
.
In Zusammenschau der beiden Tabellen sei der Fuss
wert du
rch die Unfallfolgen um die Hälfte eingeschränkt und entsprechend emp
fehle sie 15
%
.
Die Einschätzung von
Dr.
A._
leuchtet ein und wurde nachvollziehbar begründet
(vgl. auch den vergleichbaren Fall im Urteil des Bundesgerichts 8C_273/2011 vom
5.
September 2011 E. 6)
. Widersprechende ärztliche Einschät
zungen liegen sodann nicht vor. Soweit der Beschwerdeführer
auf die Suva-Tabelle 5 Integritätsschaden bei Arthrosen (Revision 2011)
verweist
und festhält
,
analog dem Wert für eine
Arthrodese
sei von einer
Einbusse von 25
%
auszu
gehen
, ist festzuhalten, dass weder für
Arthrodesen
d
es unteren Sprung
gelenk
s, noch für Fusswurzel-(
Chopart
)-
noch für
Lisfranc-Arthrodesen
ein Wert von 25
%
vorgesehen ist, sondern
Werte
von je 15
%
(
Urk.
1 S. 28
; vgl. Urteil des Bundes
gerichts 8C_69/2011 vom 2
0.
Juni 2011 Sachverhalt und E. 3).
Die Werte
bei mässigen
Fusswurzel
-
(
Chopart
)-
und
Lisfranc
-
Arthrose
n
liegen zwischen
5 und 10
%
und bei schweren zwischen 10 und
20
%
.
Auch in Anbetracht dieser
Zahlen
– bei
vorliegend
schwerer
A
rthrose
im Bereich der TMT-IV und TMT-V Gelenke entlang der
Lisfranc
-Linie
und beginnender Arthrose im lateralen Bereich des
Talonavikular
- und
navikulokuneiformen
Gelenks
(vgl.
Urk.
8/117 S. 2), ist die Fest
legung
des Integritätsschadens auf 15
%
nicht zu beanstanden.
Insoweit ist die Beschwerde abzuweisen.
8.
Nach § 34 Abs. 1
des
Gesetz
es
über das Sozialversicherungsgericht (GSVGer)
hat die obsiegende Partei Anspruch auf Ersatz der Parteikosten. Die Höhe der gericht
lich festzusetzenden Entschädigung bemisst sich nach der Bedeutung der Streit
sache, der Schwierigkeit des Prozesses und dem
Mass
des Obsiegens, jedoch ohne Rücksicht auf den Streitwert (§ 34 Abs. 3 GSVGer). Als weitere Bemessungs
kriterien nennt
§
7
GebV
SVGer den Zeitaufwand und die Barauslagen.
Der Beschwerdeführe
r obsiegt
in Bezug auf die Invalidenrente
lediglich teilweise
.
Da das ziffernmässig bestimmte Rechtsbegehren den Prozessaufwand mass
geblich beeinflusst hat (BGE 117 V 401 E. 2c; vgl. Urteile des Bundesgerichts 8C_449/2016 vom 2. November 2016 E. 3.1.1 und 8C_500/2020 vom 9. Dezem
ber 2020 E. 4.4) und die Beschwerde hinsichtlich der Integritätsentschädigung abzuweisen ist, steht dem
Beschwerdeführer eine reduzierte Prozessentschädi
gung
von eine
m Viertel
im Betrag von
Fr.
1’000
.--
zu.