# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 23dfb1a9-031b-42b6-bf8e-b5d74f39667a
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2017
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1958, arbeitete seit 1985 als Angestellter bei der
Z._
AG (Urk. 8/1 Ziff. 1 und 3) und ist dadurch bei der Suva obligatorisch gegen die Folgen von Unfällen und Berufskrankheiten versichert. Gemäss Schadenmeldung vom 19. März 2013 litt er seit 14. November 2012 an einer Lungenerkrankung (Urk. 8/1 Ziff. 4 und 6). Die Suva erbrachte in der Folge die gesetzlichen Leistungen und übernahm die Kosten der Heilbehandlung (vgl. Schreiben vom 8. Juli 2014, Urk. 8/70).
Am 31. Juli 2014 verfügte die Suva die
Nichteignung
des Versicherten für Arbeiten mit Exposition zu Getreidemehlstaub ab 1. September 2014 (Urk. 8/84).
1.2
Mit Verfügung vom 26. Februar 2015 sprach die Suva dem Versicherten sodann bei einer Erwerbsunfähigkeit von 15 % eine Invalidenrente
ab 1.
Januar 2015
sowie eine Integritätsentschädigung bei einer
Integritätsein
busse
von 12.5 % zu (Urk. 8/181
=
Urk.
8/190
). Dagegen erhob der Versi
cherte am 30. März 2015 Einsprache (Urk. 8/191).
Mit Verfügung vom
10. April 2015
(
Urk.
8/198) übernahm die Suva den 50%igen berufskrankheitsbedingten Anteil an der Arbeitsunfähigkeit vom 16. April 2014 (Einstellung der Taggeldzahlungen der
Krankentaggeldversi
cherung
) bis 3
1.
August 2014 (Erlass der Nichteignungsverfügung) und sprach dem Versicherten ein Übergangstaggeld für den Monat September 2014
zu
(S. 2).
Der an sich bestehende Anspruch auf eine
Übergangsentschä
digung
sei ab
1.
Oktober 2014 nicht gegeben, weil ab diesem Zeitpunkt
auf
grund der weiterhin ausgewiesenen, jedoch nicht berufskrankheitsbedingten Arbeitsunfähigkeit kein Anspruch mehr auf Leistungen der Arbeitslosenversi
cherung bestehe (S. 3).
Auch hiergegen erhob der Versicherte am 13. Mai 2015 Einsprache (Urk. 8/199).
Mit
Einspracheentscheid
vom
7.
September 2015 (Urk.
8/
210 = Urk. 2) hiess die Suva die erhobenen Einsprachen dahingehend teilweise gut, dass dem Versicherten für die Zeit vom 16. April bis 31. August 2014 Taggelder auf
grund einer Arbeitsunfähigkeit von 75 % sowie ab 1. Oktober 2014 eine Invalidenrente aufgrund eines Invaliditätsgrades von 18 % auszurichten seien. Im Übrigen wies
sie
die Einsprachen ab (S. 20 Ziff. 1 und 2).
2.
Gegen den
Einspracheentscheid
vom 7. September 2015 (Urk. 2) erhob der Versicherte am 8. Oktober 2015 Beschwerde und beantragte die
Zusprache
von Überga
ngstaggeldern vom 1. September
bis 31. Dezember 2014 sowie die Durchführung weiterer medizinischer Abklärungen zur Prüfung des Rentenanspruchs (Urk. 1 S. 2 Ziff. 2-4), eventu
ell
die Ausrichtung einer Invalidenrente von 28 % (S. 2 Ziff. 5). Mit Beschwerdeantwort vom 19. No
vember 2015 schloss die Beschwerdegegnerin auf Abweisung der Be
schwerde, soweit darauf einzutreten sei (Urk. 7 S. 2), was dem Beschwer
deführer am 8. Dezember 2015 mitgeteilt wurde (Urk. 10).
3.
Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
, sprach
dem Beschwerdeführer mit
Verfügung vom 1
7.
September 2015
bei einem
Invali
ditätsgrad
von 4
2
%
eine
Viertelsrente
mit Wirkung ab 1. Juni 2013
zu (Urk. 8/220), wobei sie von einer Arbeitsfähigkeit von 75
%
in angepasster Tätigkeit ausging
(S. 10).
Die dagegen erhobene Beschwerde wurde mit Urteil des hiesigen Gerichts vom
8.
Januar 2016 im Verfahren Nr. IV.2015.01072 gutgeheissen und die Sache - auf Antrag beider Parteien - zu ergänzenden Abklärungen an die IV-Stelle zurückgewiesen.
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Am 1. Januar 2017 sind die am 25. September 2015 beziehungsweise am 9. November 2016 verabschiedeten geänderten Bestimmungen des Bundes
gesetzes über die Unfallversicherung (UVG) und der Verordnung über die Unfallversicherung (UVV) in Kraft getreten.
Gemäss den allgemeinen übergangsrechtlichen Regeln sind der Beurteilung jene Rechtsnormen zu Grunde zu legen,
die in Geltung standen, als sich der zu den materiellen Rechtsfolgen führende und somit rechtserhebliche Sach
verhalt verwirklicht hat
(vgl. BGE 127 V 466 E. 1, 126 V 134 E. 4b, je mit Hinweisen). Dementsprechend sehen die Übergangsbestimmungen zur Ände
rung vom 25. September 2015 des UVG vor, dass Versicherungsleistungen für Unfälle, die sich vor dem 1. Januar 2017 ereignet haben, und für Berufskrankheiten, die vor diesem Zeitpunkt ausgebrochen sind, nach bisherigem Recht gewährt werden (Absatz 1 der genannten Übergangs
be
stimmungen).
Die hier zu beurteilende Berufskrankheit ist vor dem 1. Januar 2017 ausge
brochen, weshalb die bis 31. Dezember 2016 gültig gewesenen Normen auf den vorliegenden Fall Anwendung finden und in dieser Fassung zitiert wer
den.
1.2
Gemäss
Art.
6
Abs.
1
UVG
werden – soweit das Gesetz nichts anderes bestimmt – die Versicherungsleistungen bei Berufsunfällen,
Nichtberufsun
fällen
und Berufskrankheiten gewährt.
1.3
Nach
Art.
9
Abs.
1 UVG gelten als Berufskrankheiten Krankheiten die bei der beruflichen Tätigkeit ausschliesslich oder vorwiegend durch schädigende Stoffe oder bestimmte Arbeiten verursacht worden sind. Der Bundesrat erstellt die Liste dieser Stoffe und Arbeiten sowie der arbeitsbedingten Erkrankungen. Gestützt auf diese Delegationsnorm und Art. 14 UVV hat er in Anhang I zur UVV eine Liste der schädigenden Stoffe und der
arbeitsbe
dingten
Erkrankungen erstellt. Nach der Rechtsprechung ist eine „vorwie
gende" Ver
ursachung von Krankheiten durch schädigende Stoffe oder bestimmte Arbeiten nur dann gegeben, wenn diese mehr wiegen als alle andern mitbeteiligten Ursachen, mithin im gesamten Ursachenspektrum mehr als 50 % ausmachen. „Ausschliessliche" Verursachung hingegen meint prak
tisch 100 % des ursächlichen Anteils der schädigenden Stoffe oder bestimm
ten Arbeiten an der Berufskrankheit (BGE 119 V 200 E. 2a mit Hinweis).
Als Berufskrankheiten gelten nach
Art.
9
Abs.
2 UVG auch andere Krankhei
ten, von denen nachgewiesen wird, dass sie ausschliesslich oder stark über
wiegend durch berufliche Tätigkeit verursacht worden sind. Diese General
klausel bezweckt, allfällige Lücken zu schliessen, die dadurch ent
stehen könnten, dass die
bundesrätliche
Liste gemäss An
hang I zur UVV entweder einen schädigenden Stoff, der eine Krankheit verursachte, oder eine Krank
heit nicht aufführt, die durch die Arbeit verursacht wurde (BGE 119 V 200 E. 2b mit Hinweis). Nach der Rechtsprechung ist die Voraussetzung des „ausschliesslichen oder stark überwiegenden" Zusammenhangs gemäss Art. 9 Abs. 2 UVG erfüllt, wenn die Berufskrankheit mindestens zu 75 % durch
die berufliche Tätigkeit verur
sacht worden ist (BGE 126 V 183 E. 2b, 119 V 200 E. 2b mit Hinweis; RKUV 2000 Nr. U 408 S. 407).
Soweit nichts anderes bestimmt ist, sind gemäss
Art.
9
Abs.
3 UVG Berufs
krankheiten von ihrem Ausbruch an einem Berufsunfall gleichgestellt. Sie gelten als ausgebrochen, sobald die betroffene Person erstmals ärztlicher Behandlung bedarf oder arbeitsunfähig
ist.
1.4
Ist die versicherte Person infolge des Unfalles zu mindestens 10 % invalid, so hat sie gemäss
Art.
18
Abs.
1 UVG Anspruch auf eine Invalidenrente. Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (
Art.
8
des Bundesgesetzes über den All
gemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG
). Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (
Art.
16
ATSG
; vgl. BGE 130 V 121).
1.5
Für die Bestimmung des Invalideneinkommens ist primär von der beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte Person konkret steht. Ist kein solches tatsächlich erzieltes Erwerbseinkommen gegeben, namentlich weil die versicherte Person nach Eintritt des Gesundheitsschadens keine oder jedenfalls keine ihr an sich zumutbare neue Erwerbstätigkeit auf
genommen hat, so können nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für Statistik periodisch herausgegebenen
Lohnstruk
turerhebungen
(LSE) herangezogen werden (BGE 126 V 75 E. 3b/
aa
und
bb
, vgl. auch BGE 129 V 472 E. 4.2.1). Für die Invaliditätsbemessung wird
pra
xisgemäss
auf die standardisierten Bruttolöhne (Tabellengruppe A) abgestellt (BGE 129 V 472 E. 4.2.1 mit Hinweis), wobei jeweils vom soge
nannten
Zen
tralwert
(Median) auszugehen ist. Bei der Anwendung der Tabellengruppe
A gilt es ausserdem zu berücksichtigen, dass ihr generell eine Arbeitszeit von 40 Wochenstunden zugrunde liegt, weshalb der massgebliche Tabellenlohn auf die entsprechende betriebsübliche Wochenarbeitszeit aufzurechnen ist (BGE 129 V 472 E. 4.3.2, 126 V 75 E. 3b/
bb
, 124 V 321 E.
3b/
aa
; AHI 2000 S. 81 E. 2a).
1.6
Wird das Invalideneinkommen auf der Grundlage von statistischen Durch
schnittswerten ermittelt, ist der entsprechende Ausgangswert allenfalls zu kürzen. Mit dem sogenannten Leidensabzug wurde ursprünglich berücksich
tigt, dass versicherte Personen, welche in ihrer letzten Tätigkeit körperliche Schwerarbeit verrichteten und nach Eintritt des Gesundheitsschadens auch für leichtere Arbeiten
nurmehr
beschränkt einsatzfähig sind, in der Regel das entsprechende durchschnittliche Lohnniveau gesunder Hilfsarbeiter nicht erreichen. Der ursprünglich nur bei Schwerarbeitern zugelassene Abzug ent
wickelte sich in der Folge zu einem allgemeinen behinderungsbedingten Abzug, wobei die Rechtsprechung dem Umstand Rechnung trug, dass auch
weitere persönliche und berufliche Merkmale der versicherten Person wie Alter, Dauer der Betriebszugehörigkeit, Nationalität oder
Aufenthaltskate
gorie
sowie Beschäftigungsgrad Auswirkungen auf die Höhe des Lohnes haben können. Ein Abzug soll aber nicht automatisch, sondern nur dann erfolgen, wenn im Einzelfall Anhaltspunkte dafür bestehen, dass die versi
cherte Person wegen eines oder mehrerer dieser Merkmale ihre gesundheit
lich bedingte (Rest-)Arbeitsfähigkeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt nur mit unterdurchschnittlichem Einkommen verwerten kann. Bei der Bestimmung der Höhe des Abzuges ist der Einfluss aller in Betracht fallenden Merkmale auf das Invalideneinkommen unter Würdigung der Umstände im Einzelfall gesamthaft zu schätzen und insgesamt auf höchstens 25
%
des Tabellenlohnes zu begrenzen (vgl. zum Ganzen BGE 126 V 75).
1.7
Gemäss
Art.
83
Abs.
1
der Verordnung über die Verhütung von Unfällen und Berufskrankheiten (Verordnung über die Unfallverhütung, VUV; SR 832.30) erhält die von einer Arbeit befristet oder dauernd ausgeschlossene versicherte Person Übergangstaggeld, wenn sie wegen des Ausschlusses für kurze Zeit in erhebliche erwerbliche Schwierigkeiten gerät, insbesondere den Arbeitsplatz unverzüglich verlassen muss und keinen Lohn mehr beanspruchen kann.
Gemäss
Art.
84
Abs.
2 VUV wird das Übergangstaggeld
während höchstens vier Monaten entrichtet
.
1.8
Gemäss
Art.
86
Abs.
1 VUV erhält die versicherte Person, die von einer Arbeit befristet oder dauernd ausgeschlossen oder nur als bedingt geeignet erklärt worden ist, eine Übergangsentschädigung, wenn sie
durch die Nichteignungsverfügung trotz persönlicher Beratung, trotz Bezuges von Übergangstaggeld und trotz des ihr zumutbaren Einsatzes, den ökonomischen Nachteil auf dem Arbeitsmarkt wettzumachen, in ihrem wirtschaftlichen Fortkommen erheblich beeinträchtigt bleibt;
in einem Zeitraum von zwei Jahren unmittelbar vor Erlass der Verfügung oder vor einem medizinisch notwendigen und tatsächlich vollzogenen Wechsel der Beschäftigung bei einem der Versicherung unterstellten Arbeitgeber mindestens 300 Tage lang die gefährdende Arbeit ausgeübt hat;
innert zweier Jahre, nachdem die Nichteignungsverfügung in Rechtskraft erwachsen oder ein Anspruch auf Übergangstaggeld erloschen ist, beim Versicherer jenes Arbeitgebers, bei dem sie zur Zeit des Erlasses der Ver
fügung gearbeitet hat, ein entsprechendes Gesuch stellt.
1.9
Gemäss
Art.
87
Abs.
1 VUV beträgt die Übergangsentschädigung 80 Prozent der Lohneinbusse, welche die versicherte Person wegen des Ausschlusses von der sie gefährdenden Arbeit oder infolge der Verfügung auf bedingte Eig
nung auf dem Arbeitsmarkt erleidet.
Erhält eine versicherte Person, der eine Übergangsentschädigung zugespro
chen wurde, für die Folgen einer mit dieser zusammenhängenden Berufs
krankheit eine Rente, so kann die Übergangsentschädigung daran ganz oder teilweise angerechnet werden (
Art.
87
Abs.
2 VUV).
Die
Übergangsentschädigung
wird
während höchstens vier Jahren ausgerich
tet
(
Art.
87
Abs.
3 VUV)
.
1.10
Mit der Übergangsentschädigung soll die versicherte Person einen teilweisen finanziellen Ausgleich von wirtschaftlichen Nachteilen erhalten, die sie im Voraus zur Verhütung einer Schädigung in Kauf nehmen muss. Insoweit liegen der Übergangsentschädigung und der Unfallinvalidenrente
verschiede
ne Risiken zugrunde (BGE 138 V 41 E. 4.2).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin ging im angefochtenen Entscheid (
Urk.
2) davon aus, die Adäquanz eines allfälligen Kausalzusammenhangs zwischen
den diagnostizierten psychischen Beeinträchtigungen und der
Berufskrankheit sei aus näher dargelegten Gründen zu verneinen (S. 5
Ziff.
2.2.2).
Ein Anspruch auf ein Übergangstaggeld könne nur vom
1.
September bis 3
1.
Dezember 2014 bestehen (S. 9
Ziff.
6.1). Für die vollständige Arbeitsunfähigkeit ab
1.
September 2014 sei nicht die Nichteignungsverfügung vom 3
1.
Juli 2014 ursächlich, weshalb nach Ende September 2014 kein Anspruch auf
Über
gangstaggeld
bestehe (S. 9 f.
Ziff.
6.3-4). Das hypothetische
Invalidenein
kommen
sei aus näher dargelegten Gründen im Jahr 2014 mit rund
Fr.
56‘218.-- zu beziffern (S. 14 f.
Ziff.
8.4) und der Invaliditätsgrad betrage 18
%
(S. 15 f.
Ziff.
8.5). Ein Anspruch auf eine Übergangsentschädigung bestehe nicht
; zwar erfülle der Beschwerdeführer die Voraussetzungen von
Art.
86
lit
. b und c
VUV (vorstehend E. 1.
8
), infolge der ab
1.
September 2014 attestierten vollen Arbeitsunfähigkeit nicht aber diejenige von
lit
. a
(S.
17 f.
Ziff.
10).
2.2
Der Beschwerdeführer stellte sich demgegenüber auf den
Standpunkt (
Urk.
1), der adäquate Kausalzusammenhang zwischen seinen psychischen Beschwer
den und der Berufskrankheit sei gegeben (S.
2 f.
Ziff.
2.1) und die rechtlichen
Voraussetzungen für die
Zusprache
eines Übergangtaggeldes und einer
Über
gangsentschädigung
seien erfüllt (S. 3 f.
Ziff.
2.2). Der Umfang der noch ver
bleibenden Arbeitsfähigkeit sei ungenügend abgeklärt (S. 4 ff. 2.3
lit
. a) und das angenommene Invalideneinkommen sei nicht zutreffend (S. 6 f.
lit
. b).
2.3
Strittig und zu prüfen ist somit, inwieweit die gesundheitlichen Beeinträchti
gungen der festgestellten Be
rufskrankheit zuzurechnen sind und
wie es sich mit der verbleibenden Arbeitsfähigkeit und allfälligen Leistungsansprüchen (Übergangstaggeld, Übergangsentschädigung, Invalidenrente) verhält.
3.
3.1
Dr.
med.
A._
, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin und für Pneumo
logie, führte mit Bericht vom 1
0.
November 2009 (
Urk.
8/37/2-3) aus, er habe den Beschwerdeführer vom 2
6.
August bis
2.
November 2009 betreut
,
und nannte folgende Diagnosen (S. 1 Mitte):
chronische obstruktive Lungenerkrankung, GOLD-Stadium II
schwere bronchiale Hyperreagibilität
chronischer Zigarettenkonsum
Mehlstaubexposition
3.2
Am
1
6.
April 2012 erlitt der Beschwerdeführer einen Herzinfarkt und am
19.
April 2012 erfolgte eine Bypass-Operation (
Urk.
8/40).
3.3
Am
6.
November 2012 berichtete
Dr.
A._
über
seine Betreuung des Beschwerdeführers vom 1
1.
September bis 2
9.
Oktober 2012 (
Urk.
8/44
=
Urk.
8/110
) und führte unter anderem aus, die Arbeitsfähigkeit könne er nur erschwert beurteilen. Der Verdacht auf ein arbeitsbedingtes Lungenleiden könnte allenfalls als Berufskrankheit gemeldet werden. Zusammen mit der koronaren Herzkrankheit finde er es gerechtfertigt, eine Arbeitsunfähigkeit von 50
%
zu attestieren (S. 2 oben).
Am 1
4.
November 2012 wurde
ärztlicherseits
eine Berufskrankheit angemel
det (
Urk.
8/38
; vgl. Arbeitgeberin,
Urk.
8/219
).
Am 1
8.
Januar 2013 fand eine arbeitsmedizinische Abklärung am Arbeits
platz statt (
Urk.
8/21).
3.4
Mit Bericht vom
2.
Juli 2013 (
Urk.
8/12) stellten die Ärztinnen der
Allergie
station
der Dermatologischen Klinik des
B._
die folgenden, hier verkürzt angeführten Diagnosen (S. 1):
mittelschwere bronchiale
Hyperregiabilität
COPD (
chronic
obstructive
pulmonary
disease
) Gold II
koronare Herzkrankheit
Sie führten aus, dass es sich in Zusammenschau der Befunde eher nicht um eine allergische Genese bei Mehlstaubexposition handle (S. 2 Mitte).
3.5
Med.
pract
.
C._
, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, nannte in seinem Bericht vom 2
2.
November 2013 an die Taggeldversicherung (Urk.
8/131/4-6) als Diagnosen eine koronare Dreigefässerkrankung, eine COPD GOLD I, einen pulmonalen
Rundherd
Unterlappen links und eine
Hypertriglyceridämie
(S. 1
Ziff.
1-4). Ferner nannte er die folgenden psychiatrischen Diagnosen (S. 1 unten):
reaktive Depression (ICD-10 F32.1)
Panikstörung (ICD-10 F41.0)
Die Arbeitsfähigkeit betrage 25
%
(S. 3
Ziff.
7.3 und 8).
3.
6
Der Oberarzt der Abteilung für Pneumologie des
D._
nannte mit Bericht vom 2
4.
Januar 2014 (
Urk.
8/80) die folgenden, hier gekürzt angeführten Diagnosen (S. 1 Mitte):
mittelschwere chronisch obstruktive
Pneumopathie
GOLD Grad 2
koronare 3-Gefässerkrankung mit subtotaler
Hauptstammbifunktions
stenose
Adipositas, BMI 33.4
Hypertriglyzeridämie
Er führte unter anderem aus, aufgrund de
r Lungenerkrankung sei sicherlich die Arbeitsstelle in einer Getreidemühle unter der Staubexposition nicht optimal (S. 4 oben).
3.7
Dr.
med.
E._
, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin und für Arbeitsmedizin, Abteilung Arbeitsmedizin der Beschwerdegegnerin, führte am
4.
Februar 2014 unter Bezugnahme auf die Beurteilung der Ärztinnen des
B._
(vorstehend E. 3.4)
aus, es seien bei den berufliche
n
Einflüssen, die den nicht-beruflichen gegenüber stünden, keine von allergischer Art zu berück
sichtigen. Es stehe der Irritation der Atemwege durch die Stäube am Arbeits
platz diejenige durch Tabakrauch gegenüber (
Urk.
8/52).
3.
8
Am 1
6.
Juni 2014 berichtete
Dr.
med.
F._
, Facharzt für
Oto
-
Rhino
-Laryngologie, für Allergologie und klinische Immunologie und für Arbeits
medizin, Abteilung Arbeitsmedizin der Beschwerdegegnerin, über seine am 2
7.
Mai 2014 erfolgte Untersuchung (
Urk.
8/63). Er führte unter anderem aus,
es handle sich um eine chronische
irritative
Rhinitis bei persistierender Exposition gegenüber organischen
Stäuben
am Arbeitsplatz. Die schwere chronisch obstruktive Ventilationsbehinderung dürfte am Arbeitsplatz doch zumindest erheblich verschlimmert worden sein. In diesem Sinne würde er den Schadenfall als Erkrankung der Atmungsorgane durch Getreidestäube zur Anerkennung empfehlen (S. 3 oben).
Mit Verfügung vom 3
1.
Juli 2014 erklärte die Beschwerdegegnerin den Beschwerdeführer als nicht geeignet für Arbeiten mit Exposition zu
Getrei
demehlstaub
(
Urk.
8/84).
3.9
Med.
pract
.
C._
attestierte mit einem undatierten Zeugnis (
Urk.
8/127/3 =
Urk.
8/127/6) eine Arbeitsunfähigkeit infolge Berufskrankheit von 100
%
vom
1.
bis 3
0.
September 2014.
Mit Zeugnis vom 1
6.
September 2014 (
Urk.
8/127/2) attestierte er eine Arbeitsunfähigkeit von 100
%
infolge Krankheit vom
1.
bis 3
1.
Oktober 2014.
Gegenüber der Arbeitslosenversicherung erklärte er am 1
6.
September 2014 (
Urk.
8/127/4), es bestehe eine Arbeitsunfähigkeit von 100
%
ab
1.
September 201
4.
Es könne keine Tätigkeit mit Staubexposition mehr ausgeübt werden; aufgrund der Lungenkrankheit und des Herzens sei keine anstrengende kör
perliche Tätigkeit mehr möglich.
3.10
Im Zwischenbericht der Klinik für Kardiologie des
D._
vom 5.
November 2014 (
Urk.
8/1
29) wurden weitgehend die gleichen Diagnosen wie bisher genannt (S. 1
Ziff.
1). Die Therapie sei am
1.
November 2014 abgeschlossen worden (S. 2
Ziff.
3d). Zur Arbeitsaufnahme werde keine Stellung genommen (S. 2
Ziff.
4).
3.11
Dr.
E._
berichtete am 1
9.
November 2014 über seine am 1
2.
November 2014 erfolgte Untersuchung (
Urk.
8/137
=
Urk.
8/142 =
Urk.
8/143/3-7
).
In seiner Beurteilung führte er aus, der Beschwerdeführer sei 29 Jahre lang bei seiner Arbeit gegenüber Getreidestäuben exponiert gewesen; die
pneumolo
gische
Abklärung habe eine COPD GOLD II ergeben. Hinsichtlich der Ursache seien die berufliche Exposition gegenüber Getreidestäuben und der lang
jährige
Nikotinabusus
zu berücksichtigen (S. 3 oben). Die Atembeschwerden seien durch die
irritative
Wirkung von Getreidestäuben verschlimmert wor
den; eine solche Verschlimmerung sei normalerweise nach Beendigung der Exposition reversibel. Dass die Lungenfunktion 2014 gegenüber 2009 den
noch abgenommen habe, überrasche aber nicht, weil der Beschwerdeführer
bis
- je nach Quelle -
August/September oder Ende 2011
geraucht
habe (S. 3 Mitte). Nachdem die letzten Lungenfunktionen konstante Werte gezeigt hätten, könne auch in Anbetracht der nur noch geringen beruflichen Exposi
tion von einem weitgehend stabilen Zustand ausgegangen werden (S. 3 unten).
Aufgrund der pulmonalen Einschränkungen sei der Versicherte im Rahmen der Nichteignungsverfügung - also ohne Arbeiten mit Exposition gegenüber Getreidestaub - geeignet für sitzende Tätigkeiten. Entsprechend der Auftei
lung in einen beruflichen und nicht beruflichen Anteil sei die Arbeitsunfä
higkeit zu
r
Hälfte der Berufskrankheit anzulasten (S. 4 Mitte).
Die berufliche Exposition gegenüber Getreidestaub habe eine Verschlimme
rung der nicht beruflich bedingten COPD bewirkt. Diese Verschlimmerung sei - da der berufliche Anteil 50
%
betrage - weder ausschliesslich noch über
wiegend für das aktuelle Ausmass der COPD verantwortlich (S. 4).
3.12
Ergänzungsfragen beantwortete
Dr.
E._
am
3.
Dezember 2014 wie folgt (
Urk.
8/140):
Die gesamte Einschränkung der Arbeitsfähigkeit sei der pulmo
nal bedingten, also der durch die COPD verursachten
Leistungsein
schränkung
, nicht den Herzbeschwerden, anzulasten (S. 1 Ziff.
1). Es könne von einem medizinischen Endzustand ausgegangen werden (S. 1
Ziff.
2). Es liege eine Berufskrankheit im Sinne einer erheblichen beruflichen Ver
schlimmerung einer nicht beruflichen COPD vor. Diese beruflich bedingte Verschlimmerung der COPD, nicht aber die COPD selber, sei durch die Tätig
keit in einer Mühle mit Getreidestaub ver
ursacht worden (S. 1
Ziff.
3).
3.13
Med.
pract
.
C._
führte in seinem Attest vom 1
7.
Februar 2015 (
Urk.
8/176 =
Urk.
8/177) nebst den schon 2013 (vorstehend E. 3.5) genannten Diagnosen einen Hochton beidseits und Knieschmerzen rechts (S. 1
Ziff.
4-5) sowie ein posttraumatisches Belastungssyndrom (ICD-10 F43.1)
-
ausgelöst durch den Herzinfarkt und die Lungenerkrankung
-
(S. 2
lit
. b) an.
Es bestünden beim Patienten multiple Beschwerden (mittelschwere Depres
sion, Lungenerkrankung, Angst vor einem neuen Herzinfarkt) von allen Seiten, körperlich und psychisch. Deswegen sei er von ihm (med.
pract
.
C._
) seit langer Zeit zu 75
%
arbeitsunfähig geschrieben und nur zu 25
%
arbeitsfähig. Dies sei seine Einschätzung und daran halte er fest (S. 2 oben).
4.
4.1
In somatischer Hinsicht sind zwei Gesundheitsprobleme belegt. Erstens erlitt der Beschwerdeführer im Frühjahr 2012 einen Herzinfarkt, der zu einer Bypass-Operation Anlass gab (vorstehend E. 3.2); die Nachbehandlung wurde im Herbst 2014 - ohne Angaben zur Arbeitsfähigkeit - abgeschlossen (vor
stehend E. 3.10). Zweitens besteht - als COPD diagnostiziert - ein chronisches Lungenleiden, das durch die berufliche Exposition gegenüber Getreidestaub verschlimmert wurde (vorstehend E. 3.11).
Gemäss der einleuchtenden Beurteilung durch
Dr.
E._
(vorstehend E.
3.11-12)
sind Einschränkungen der Arbeitsfähigkeit nicht durch die Herz
beschwerden, sondern das Lungenleiden bedingt.
Dabei ist die Beeinträchti
gung der Arbeitsfähigkeit hälftig dem berufsfremden ursprünglichen Lungen
leiden und hälftig dessen Verschlimmerung aus beruflichen Gründen zuzu
schreiben. In diesem letztgenannten Umfang besteht demnach eine Berufs
krankheit
.
Vorliegend zu beurteilen sind die Leistungsansprüche für die
erwerbliche
n
Folgen
dieser (anteiligen) Berufskrankheit.
4.2
Infolge des Lungenleidens ist der Beschwerdeführer nur noch beschränkt belastbar.
Dr.
E._
hat diese Einschränkung dahingehend konkretisiert, dass dem Beschwerdeführer nur sitzende Tätigkeiten und solche ohne Exposition gegenüber Getreidestaub zumutbar sind. Die so umschriebene Einschränkung ist hälftig durch das berufsfremde ursprüngliche Lungenleiden und hälftig durch die genannte Berufskrankheit bedingt (vorstehend E. 3.11).
4.3
Der Beschwerdeführer machte geltend, die Formulierung des
Belastungspro
fils
durch
Dr.
E._
sei zu unbestimmt ausgefallen (
Urk.
1 S.
4 ff.
Ziff.
2.3
lit
. a).
Daraus, dass
Dr.
E._
keine quantitative Reduktion der Arbeitsfähigkeit postulierte, ist ohne weiteres zu schliessen, dass er von einer Arbeitsfähigkeit von 100
%
ausging, unter der Voraussetzung eben, dass die Tätigkeit den Restriktionen des Belastungsprofils
Rechnung
trägt. Von mangelnder Bestimmtheit kann diesbezüglich nicht gesprochen werden.
Auch die vom Beschwerdeführer angeführten ärztlichen Stellungnahmen, in denen von einer Arbeitsfähigkeit von rund 50
%
die Rede war, führen zu keinem anderen Schluss, denn diese bezogen sich auf die damals vom Beschwerdeführer ausgeübte Tätigkeit. Diesbezüglich gingen
Dr.
E._
und die Beschwerdegegnerin sogar deutlich weiter als die vom Beschwerdeführer zitierten behandelnden Ärzte,
erachteten
sie
doch
für die angestammte
Tätigkeit gar keine Arbeitsfähigkeit
mehr als gegeben
, weshalb denn auch die Nichteignungsverfügung erging.
Auf die Angaben des
H
ausarztes ist geson
dert einzugehen (vgl. nachstehend E. 4.
4
).
Als Zwischenfazit ist festzuhalten, dass das von
Dr.
E._
formulierte Belastungsprofil nicht zu beanstanden ist und somit als Grundlage der
Inva
liditätsbemessung
Verwendung finden kann.
4.4
Der
Hausarzt
med.
pract
.
C._
nannte im November 2013 eine reaktive Depression
(F32.1) und eine Panikstörung (F41.0) als weitere Diagnosen (vorstehend E. 3.5). Im Februar 2015 diagnostizierte er zusätzlich eine post
traumatische Belastungsstörung (PTBS, F43.1), ausgelöst durch den Herzin
farkt und die Lungenerkrankung (vorstehend E. 3.13).
Die 2015 erstmals gestellte Diagnose einer PTBS ist nicht nachvollziehbar, denn sie setzt unter anderem voraus, dass die versicherte Person einer
Situa
tion aussergewöhnlicher Bedrohung oder katastrophenartigen Ausm
asses ausgesetzt war
, die bei fast jedem eine tiefe Verzweiflung hervorrufen würde
(
BGE 142 V 342
E. 5.1).
Die
s
ist bezogen auf die vom Hausarzt genannte Lungenerkrankung klarerweise nicht der Fall. Im November 2013 diagnosti
zierte med.
pract
.
C._
(noch) keine PTBS, womit ausgeschlossen ist, dass der im April 2012 erlittene Herzinfarkt - wie nunmehr im Februar 2015 postuliert - eine PTBS ausgelöst haben sollte.
Die
ebenfalls diagnostizierte Depression wurde als reaktiv charakterisiert und (mit F32.1) als mittelgradig eingestuft. Rechtsprechungsgemäss gelten depressive Störungen
nur als invalidisierend, wenn sie schwer und therapeu
tisch nicht (mehr)
angehbar
sind, was namentlich bei noch nicht lange
chro
nifizierten
Krankheitsgeschehen voraussetzt, dass keine therapeutische Option mehr und somit eine Behandlungsresistenz besteht
(
BGE 141 V 281
E. 4.3.1.2; v
gl. Urteile des Bund
esgerichtes 8C_614/2015 vom 15. Dezember 2015 E. 5 und 9C_125/2015 vom 18. November 2015 E.
7.2.1).
L
eichte bis höchstens mittelschwere Störungen aus dem depressiven Formenkreis
sind
in der Regel therapierbar und
vermögen
invalidenversicherungsrechtlich keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit
zu begründen
(vgl. Urteile des Bund
es
gerichtes 9C_836/2014 vom 23. März 2015 E. 3.1, 9C_474/2013 vom 20.
Februar 2014 E. 5.4, 9C_696/2012 vom 19.
Juni 2013 E.
4.3.2.1, 9C_250/201
2 vom 29. November 2012 E.
5, 9C_736/2011 vom 7.
Februar 2012 E. 4.2.2.1 sowie 9C_917/2012 E. 3.2 vom 14.
Augus
t 2013)
.
Nach der Rechtsprechung fallen
sie
einzig dann als invalidisierende Krankheiten in Betracht, wenn sie
erwiesenermassen
therapieresistent sind (statt vieler:
BGE
140 V 193
E.
3.3 mit Hinweis). Nur in einer solchen - seltenen, da nach gesicherter psychiatrischer Erfahrung Depressionen im Allgemeinen therapeu
tisch gut
angehbar
sind - gesetzlich verlangten Konstellation ist den no
rma
tiven Anforderungen des Art. 7 Abs.
2 zweiter Satz ATSG für eine objekti
vierende Betrachtungs- und Prüfungsweise Genüge getan (
BGE 141 V 281
E. 3.7.1 bis 3.7.3
). Ein solcher Sachverhalt muss überwiegend wahr
scheinlich und darf nicht lediglich nicht
auszuschliessen
sein. Es kommt dazu, dass die Therapie in dem Sinne konsequent gewesen sein muss, dass die aus fachärztlicher Sicht indizierten zumutbaren (ambulanten und statio
nären) Behandlungsmöglichkeiten in kooperativer Weise optimal und nach
haltig ausgeschöpft wurden (
BGE 140 V 193
E. 3.3
;
BGE
137 V 64
E.
5.2 mit Hinweis; vgl. Urteile des Bun
desgerichts 9C_13/2016 vom 14. April 2016 E. 4.2 und 9C_89/2016 vom 12. Mai 2016 E.
4.1).
Es sind den Akten keine Hinweise zu entnehmen, die darauf schliessen liesse
n
, dass eine Behandlung der Depression erfolgt
wäre
oder
auch nur
versucht wurde. Vor diesem Hintergrund erweist sich die entsprechende Diagnose als nicht anspruchsrelevant, womit sich auch die Frage erübrigt, inwiefern sie mit der festgestellten Berufskrankheit zusammenhänge
n
könnte.
Med.
pract
.
C._
begründete auch die von ihm attestierte Arbeitsunfähigkeit von 75
%
unter anderem mit der diagnostizierten Depression (vorstehend E. 3.13). Nachdem diese als nicht anspruchsrelevant ausser Betracht fällt, kann auch
auf
die genannte Angabe der Arbeitsunfähigkeit
im Rahmen der Invaliditätsbemessung
nicht abgestellt werden.
Nicht nachzuvollziehen ist schliesslich, dass med.
pract
.
C._
die
Lungen
erkrankung
lediglich dem GOLD-Stadium I zuordnete, während in sämtlichen anderen Beurteilungen das Stadium II genannt wurde.
5.
5.1
Mit Eintritt der Rechtskraft der Nichteignungsverfügung (
1.
September 2014) bestand während maximal vier Monaten ein Anspruch auf ein
Übergangs
taggeld
(vorstehend E. 1.7).
Ebenfalls ab
1.
September 2014 wurde dem Beschwerdeführer eine Arbeitsunfähigkeit von 100
%
attestiert (vorstehend E.
3.9).
Mit dem angefochtenen Entscheid sprach die Beschwerdegegnerin dem Beschwerdeführer sodann ab
1.
Oktober 2014 eine Rente bei einem Invaliditätsgrad von 18
%
zu
(
Urk.
2 S
.
20
Ziff.
1).
5.2
Im Rahmen der Invaliditätsbemessung
stellte
die Beschwerdegegnerin auf das Kompetenzniveau 1 der Tabellenlöhne gemäss LSE
2012 ab und
nahm
vom so ermittelten Einkommen einen Abzug von 1
5
%
vor, womit ein
Invalidi
tätsgrad
von gerundet 1
8
%
resultierte (
Urk.
2 S. 14 f.
Ziff.
8.4.2
).
D
ie Beschwerdegegnerin
hat
somit
die Erwerbseinbusse, die sich aus der beeinträchtigten Lungenfunktion ergibt,
berücksichtigt, indem sie vom tiefsten Tabellenlohn ausging und diesen zusätzlich um 15
%
verminderte. Auf diese Weise schlägt sich nicht nur die rund hälftige berufsbedingte Beeinträchtigung der Lungenfunktion im entsprechend tieferen
Invalidenein
kommen
nieder, sondern auch die ebenfalls rund hälftige nicht berufsbe
dingte
Beeinträchtigung
.
Die Beschwerdegegnerin begründete dies damit, dass die berufsfremden Anteile der Lungenerkrankung vor Ausbruch der Berufskrankheit die Erwerbsfähigkeit nicht vermindert hätten (
Urk.
2 S. 14
Ziff.
8.3.3).
Dies
e Bestimmung des Invalideneinkommens
ist im Sinne einer pflicht
gemässen Ermessensbetätigung durch die Beschwerdegegnerin nicht zu beanstanden, zumal
es
sich zugunsten des Beschwerdeführers auswirkt, dass nicht nur die im engeren Sinne berufsbedingte Staubunverträglichkeit berück
sichtigt wurde, sondern darüber hinausgehend eine Beschränkung auf ausschliesslich sitzend
e Tätigkeiten angenommen wurde.
Damit erweist sich die
Zusprache
einer Rente entsprechend einer
Erwerbsein
busse
von 1
8
%
als korrekt.
Angesichts des unstrittig erreichten medizinischen Endzustands und dem vollen Einkommensersatz
(Krankentaggeld der Arbeitslosenversicherung plus Übergangstaggeld)
für den Monat September 2014 ist auch der Rentenbeginn per
1.
Oktober 2014 nicht zu beanstanden.
5.3
Aufgrund der ab
1.
September 2014 attestierten vollumfänglichen Arbeits
unfähigkeit (vorstehend E. 3.9) konnte der Beschwerdeführer gegenüber der Arbeitslosenversicherung lediglich während eines Monats Krankentaggelder beanspruchen; ab Oktober 2014 scheiterten weitergehende Ansprüche an seiner fehlenden Vermittlungsfähigkeit. Daran änderte sich bis Ende De
zember 2014 nichts. Der Beschwerdegegnerin ist darin zuzustimmen, dass die fehlende Anspruchsberechtigung gegenüber der Arbeitslosenversicherung nicht durch die ergangene Nichteignungsverfügung verursacht wurde, son
dern durch die
(wenn auch
zeitlich damit zusammenfallende
)
Krankschrei
bung, womit es an der massgebenden Anspruchsvoraussetzung für einen fortgesetzten Anspruch auf Übergangstaggelder (vor
s
tehend E. 1.7) fehlte.
Die beschwerdeweise postulierte Analogie zur Übergangsfrist bei lang anhal
tender Arbeitsunfähigkeit im Sinne von
Art.
6 Satz 2 ATSG (
Urk.
1 S. 4 oben) ändert ebenfalls nichts daran, dass im konkreten Fall ab Oktober 2014 die erforderlichen Anspruchsvoraussetzungen nicht mehr erfüllt sind.
5.4
Der Anspruch auf eine Übergangsentschädigung setzt unter anderem voraus, dass die versicherte Person durch die Nichteignungsverfügung in ihrem wirtschaftlichen Fortkommen erheblich beeinträchtigt bleibt, dies trotz des ihr zumutbaren Einsatzes, den wirtschaftlichen Nachteil auf dem Arbeits
markt wettzumachen (vorstehend E. 1.8).
Das Vorliegen ernsthafter
Arbeits
bemühungen
durch die
v
ersicherte
Person
bildet
somit
eine der Anspruchs
voraussetzungen für den Bezug einer Übergangsentschädigung (
Urteil 8C_656/2007 vom
5.
August 2008
E.
3.2.2
).
Gleiches gilt für den Nachweis eben solcher Bemühungen (Urteil 9C_416/2011 vom 1
9.
Juli 2011, E. 4.2).
Die Beschwerdegegnerin hat darauf hingewiesen, dass es an der genannten Anspruchsvoraussetzung fehlt, solange der Beschwerdeführer vollumfänglich arbeitsunfähig ist, weil sich dies nicht auf die Nichteignungsverfügung zurückführen lässt
(
Urk.
2 S. 17
Ziff.
10.2)
, und dass er - sollte er wieder ganz oder teilweise arbeitsfähig sein - gehalten wäre, sich um das Wettma
chen des wirtschaftlichen Nachteils zu bemühen, mithin Arbeitsbemühungen zu tätigen und nachzuweisen
habe
(
Urk.
2 S.
11
Ziff.
10.3). Sie verneinte den Anspruch denn auch lediglich bezogen auf die Verhältnisse im
Entscheid
zeitpunkt
und stellte eine erneute Überprüfung auf entsprechendes Begehren
hin
in Aussicht (
Urk.
2 s. 18
Ziff.
10.4-5).
Mit dieser Begründung ist der von der Beschwerdegegnerin vertretene Stand
punkt zu bestätigen.
5.5
Damit erweist sich der angefochtene Entscheid als insgesamt zutreffend, was zur Abweisung der dagegen erhobenen Beschwerde führt.
D
as Gericht
erkennt
:
1.
Die
Beschwerde
wird abgewiesen.
2.
Das Verfahren ist kostenlos.
3.
Zustellung gegen Empfangsschein an:
AXA-ARAG Rechtsschutz AG
Rechtsanwalt
Dr.
Beat Frischkopf
Bundesamt für Gesundheit
4.