# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 17bf8e3b-aecd-4e33-9379-11be0b91e591
**Court:** GR_KG
**Chamber:** GR_KG_007
**Year:** 2022
**Language:** de
**Jurisdiction:** GR / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt
A. A._ trat gemäss dem am 20. September 2001 mit der C._ AG unterzeichneten Arbeitsvertrag per 1. Dezember 2001 die Stelle als Hoteldirektor des B._ in D._ an, wobei ein monatlicher Bruttolohn von CHF 7‘000.00 vereinbart wurde. Dieser Vertrag wurde später von der B._ AG als Betreiberin des gleichnamigen Hotels in D._ übernommen. Die neuen Vertragsparteien verständigten sich auf einen Lohn von CHF 5‘000.00 pro Monat. Zu den Aufgaben von A._ gehörten unter anderem die laufende Buchführung des Hotels sowie die Erstellung der Jahresabschlüsse.
B. Nachdem zwischen A._ und seinem Bruder E._, einzigem Verwaltungsrat der B._ AG, über längere Zeit neben privaten Spannungen auch solche bezüglich der Führung des Hotels und der Arbeit von A._ aufgetreten waren, erachtete die B._ AG das Vertrauensverhältnis als zerstört. Anlässlich einer Sitzung zwischen E._ und A._ am 12. September 2008 kündigte die B._ AG den Arbeitsvertrag mit A._ auf den 31. März 2009, stellte A._ sofort frei und erteilte ihm ein Hausverbot.
C. Die Parteien konnten sich nicht über die Folgen der Auflösung des Arbeitsverhältnisses einigen, weshalb A._ am 2. Dezember 2008 beim damals zuständigen Kreisamt G._ ein Vermittlungsbegehren einreichte. Nach erfolgloser Sühneverhandlung vom 16. Januar 2009 bezog er am 23. Januar 2009 den Leitschein, der folgendes klägerisches Rechtsbegehren enthielt:
1. Es sei die Beklagte zu verurteilen, der Klägerin [recte: dem Kläger] den Betrag von Fr. 292‘726.70 nebst Zins zu 5 % auf Fr. 67‘708.30 seit dem 02. Dezember 2008 und Zins zu 4.5 % auf Fr. 225‘018.40 seit dem 16.01.2009 zu bezahlen.
2. Es sei in der Betreibung Nr. F._ über den Betrag von Fr. 53‘983.60 nebst Zins zu 5 % seit dem 02. Dezember 2008 und Fr. 100.-- Betreibungskosten Rechtsöffnung zu gewähren.
3. Unter vollumfänglicher amtlicher und ausseramtlicher Kosten- und Entschädigungsfolge zuzüglich 7.6 % MwSt zu Lasten der Beklagten.
An der Vermittlungsverhandlung beantragte die B._ AG die kostenfällige Abweisung der Klage, sofern auf diese eingetreten werden könne. Gleichzeitig machte sie eine Widerklage mit folgendem Rechtsbegehren geltend:
1. Der Widerbeklagte sei zu verpflichten, der Widerklägerin CHF 1‘500‘000.-- nebst Zins zu 5 % seit 1. Januar 2008 zu bezahlen.
2. Unter voller Kosten- und Entschädigungsfolge zuzüglich MwSt. zu Lasten des Widerbeklagten.
A._ beantragte die kostenfällige Abweisung der Widerklage.
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D. Mit Prozesseingabe vom 16. Februar 2009 prosequierte A._ die Streitsache an das Bezirksgericht Maloja. Dabei reduzierte er die Klage wie folgt:
1. Es sei die Beklagte zu verurteilen, dem Kläger den Betrag von Fr. 279‘565.90 nebst Zins zu 5 % auf Fr. 54‘547.50 seit dem 02. Dezember 2008 und Zins zu 4.5 % auf Fr. 225‘018.40 seit dem 16.01.2009 zu bezahlen.
2. Es sei in der Betreibung Nr. F._ über den Betrag von 53‘983.60 nebst Zins zu 5 % seit dem 02. Dezember 2008 und Fr. 100.-- Betreibungskosten Rechtsöffnung zu gewähren.
3. Die Widerklage sei vollumfänglich abzuweisen.
4. Unter vollumfänglicher amtlicher und ausseramtlicher Kosten- und Entschädigungsfolge zuzüglich 7.6 % MwSt zu Lasten der Beklagten.
A._ stützte die eingeklagte Forderung auf Lohnausstände, geschuldete Kinderzulagen und eine noch nicht bereinigte Schuld aus Kontokorrent, in welchem nach seinen Angaben unter anderem seine Privatbezüge und seine Einlagen in die B._ AG verbucht worden waren.
In der Prozessantwort vom 4. Mai 2009 beantragte die B._ AG nach wie vor die kosten- und entschädigungspflichtige Abweisung der Klage, soweit darauf eizutreten sei. Widerklageweise begehrte sie, A._ sei unter Kosten- und Entschädigungsfolge zu verpflichten, ihr CHF 1‘207‘821.05 nebst 5 % Zins seit dem 16. Januar 2009 zu bezahlen. Die B._ AG warf ihrem ehemaligen Direktor insbesondere eine pflicht- und ordnungswidrige Buchführung, Privateinkäufe über Kassa, Privatzahlungen über Kreditoren, die Einsetzung von Hotelpersonal für private Reinigungsdienste und nicht gerechtfertigte Lohnzahlungen an O._ vor. Ausserdem sollte A._ für die Kosten eines Treuhandbüros in Anspruch genommen werden.
E. In seiner Widerklageantwort vom 6. Juli 2009 hielt A._ an seinen Rechtsbegehren vollumfänglich fest. In formeller Hinsicht verlangte er, seinen Brüdern E._ und P._ sowie seiner Mutter Q._ den Streit zu verkünden. Dies erfolgte mit Schreiben des Gerichts vom 9. Juli 2009. Mit Widerklagereplik vom 17. September 2009 reduzierte die B._ AG ihre Widerklage auf CHF 1‘176‘456.25 und beantragte betreffend das Verfahren insbesondere, O._, der Ehefrau von A._, den Streit zu verkünden. Diesem Antrag kam das Gericht mit Schreiben vom 25. September 2009 nach. Keiner der Streitberufenen liess sich in der Folge vernehmen. Am 15. Dezember 2009 reichte A._ eine Widerklageduplik ein und am 29. Januar 2010 die B._ AG eine Stellungnahme gemäss Art. 87 Abs. 2 ZPO-GR.
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F. Am 5. Februar 2010 erliess der Bezirksgerichtspräsident Maloja die Beweisverfügung, welche er am 5. März 2010 ergänzte, nachdem sie von der B._ AG in verschiedenen Punkten beanstandet worden war. Die von A._ am 1. März 2010 gegen die Beweisverfügung erhobene Beschwerde hiess der Bezirksgerichtsausschuss Maloja am 4. Mai 2010 teilweise gut und verpflichtete die B._ AG zur Edition weiterer Urkunden.
G. Nach Abschluss des Beweisverfahrens und mehrfacher Verschiebung der Hauptverhandlung wurde diese am 27. März 2012 durchgeführt. Mit Urteil vom selben Tag, mitgeteilt am 14. Juni 2012, erkannte das Bezirksgericht Maloja:
1. Die Klage wird teilweise gutgeheissen und die Beklagte wird verpflichtet, dem Kläger CHF 255‘793.68 nebst Zins zu 5 % auf Fr. 54‘547.50 seit dem 2. Dezember 2008 und Zins zu 4.5 % auf CHF 201‘246.18 seit dem 16. Januar 2009 zu bezahlen.
2. Dem Kläger wird in der Betreibung Nr. F._ des Betreibungsamtes G._ über den Betrag von CHF 53‘983.60 nebst Zins zu 5 % seit dem 2. Dezember 2008 Rechtsöffnung gewährt.
3. Die Verfahrenskosten, bestehend aus einer Gerichtsgebühr von CHF 10‘000.-, Schreibgebühren von CHF 3‘500.- und einem reduzierten Streitwertzuschlage von CHF 10‘000.-, sowie die vermittleramtlichen Kosten von CHF 300.- werden zu 13/14 der Beklagten und zu 1/14 dem Kläger auferlegt.
4. Die Beklagte hat den Kläger mit CHF 126‘629.50 inkl. MWSt. ausseramtlich zu entschädigen.

## Considerations