# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** e09869c3-ced4-4ce1-bac8-be3397e9752a
**Court:** ZH_SRK
**Chamber:** ZH_SRK_001
**Year:** 2009
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** Tax

## Facts

hat sich ergeben:
A. Die im Ausland (C) wohnhafte B (nachfolgend die Pflichtige) ist Miteigen-
tümerin von zwei Mehrfamilienhäusern in D und im Kanton Zürich diesbezüglich be-
schränkt steuerpflichtig. In der Steuererklärung 2006 deklarierte sie einen anteiligen
Liegenschaftenertrag von netto Fr. 170'331.- sowie an die F bezahlte und mit Bank-
auszügen belegte Hypothekarzinsen von Fr. 78'934.-. Daneben machte sie weitere
Schuldzinsen von Fr. 43'092.- auf einem Darlehen von Fr. 615'600.- geltend. Unter
Einbezug der übrigen Einkünfte und Abzüge gab sie ein steuerbares Einkommen von
Fr. 0.- (- Fr. 4'895.-) an.
Im Einschätzungsverfahren für die Steuerperiode 2006 verlangte die Steuer-
kommissärin mit Auflage und Mahnung vom 7. Dezember 2007 bzw. 29. Januar 2008
u.a. den Nachweis der deklarierten Schuldzinsen. Die Pflichtige liess darauf am 6. Feb-
ruar 2008 durch ihren Treuhänder u.a. ein in einer Fremdsprache gehaltenes Doku-
ment vom 8. Januar 2008 einreichen, welches jedoch nicht die Schuldzinszahlungen
betraf. Die Steuerkommissärin erachtete daher die Darlehenszinsen von Fr. 43'092.-
nicht als nachgewiesen und liess nur die an die F entrichteten Hypothekarzinsen von
Fr. 78'934.- zum Abzug zu. Nach Vornahme von weiteren, im vorliegenden Verfahren
nicht mehr streitigen Korrekturen schätzte sie die Pflichtige am 19. Februar 2008 mit
einem steuerbaren Einkommen von Fr. 68'200.- (satzbestimmend Fr. 92'000.-) und
einem um das fragliche Darlehen von Fr. 615'600.- erhöhten steuerbaren Vermögen
von Fr. 756'000.- (satzbestimmend Fr. 772'000.-) ein. In die Einschätzung zog sie da-
bei auch den Ehemann der Pflichtigen A mit ein.
B. Hiergegen liess die Pflichtige am 3. März 2008 durch ihren Treuhänder
Einsprache erheben u.a. mit dem Antrag, die Darlehenszinsen von Fr. 43'092.- zum
Abzug zuzulassen. Der Einsprache legte sie eine undatierte Darlehensvereinbarung
mit H über ein Darlehen von Fr. 615'600.- mit einer Verzinsung von 7% bei.
Mit Einschätzungsvorschlag im Einspracheverfahren vom 4. September 2008
hielt die Steuerkommissärin an der Aufrechnung von Darlehen samt Zinsen fest mit
dem Hinweis, weder sei die eingereichte Darlehensvereinbarung datiert noch sei nach-
gewiesen, dass der Darlehensgeber und die Darlehensnehmerin den Vertrag erfüllt
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hätten. Daraufhin liess die Pflichtige am 28. Oktober 2008 eine weitere Version der
Darlehensvereinbarung vorlegen, die datiert war und die Bemerkung enthielt, das Dar-
lehen sei für den Kauf von Miteigentumsanteilen an den zwei Liegenschaften in D be-
stimmt. Die Steuerkommissärin antwortete, diese Version trage das Datum vom
22. September 2008 und habe deshalb für die Steuerperiode 2006 keine Gültigkeit.
Dem widersprach die Pflichtige.
Das kantonale Steueramt hiess die Einsprache am 6. Januar 2009 bezüglich
eines vorliegend nicht mehr streitigen Punkts gut und wies sie hinsichtlich des Darle-
hens und der Darlehenszinsen ab. Es erwog, zwar seien Zahlungen im behaupteten
Umfang von Fr. 43'092.- nachgewiesen, jedoch gehe aus den Bankbelegen nicht her-
vor, dass es sich dabei um Zinszahlungen handle. Zudem sei nicht belegt, dass die
behauptete Darlehenssumme von Fr. 615'600.- tatsächlich geflossen sei, und entfalte
der Darlehensvertrag vom 22. September 2008 keine rückwirkende Gültigkeit.
C. Mit Rekurs vom 2. Februar 2009 liessen die Pflichtige und ihr Ehemann
durch den neu zugezogenen Anwalt M. Czitron beantragen, Darlehensschuld und Zin-
sen zum Abzug zuzulassen. Zur Begründung liessen sie vorbringen, das Darlehen sei
schon am 1. Juli 2005 aufgenommen worden und zwar im Hinblick auf den Kauf der
Miteigentumsanteile an den fraglichen Liegenschaften in D vom 23. Juli 2005. Mithin
handle es sich bei der nachgereichten Version des Darlehensvertrags vom
22. September 2008 nicht um einen neuen Vertrag, da an letzterem Datum nur deren
Unterzeichnung erfolgt sei und die Vertragsparteien nicht den Anschein hätten erwe-
cken wollen, als ob sie die Version schon vor Jahren unterzeichnet hätten. Demnach
stelle sich die Frage der Rückwirkung gar nicht. Das Darlehen habe sie, die Pflichtige,
zusammen mit einem andern Miteigentümer von G aufgenommen, weshalb das von
diesem insgesamt gewährte Darlehen Fr. 1'134'200.- ausmache. Die zusammen mit
dem andern Eigentümer geleisteten Zinszahlungen seien durch Bankauszüge belegt.
Das kantonale Steueramt schloss am 1. April 2009 auf Abweisung des Rekur-
ses. Die Pflichtige habe weder die Auszahlung des Darlehensbetrags durch Bankkon-
toauszüge noch die Zinszahlungen nachgewiesen. Zwar seien mit den Auszügen der F
gewisse Geldleistungen belegt, jedoch gehe daraus ihr Zahlungsgrund nicht hervor.
Zudem handle es sich bei diesem Bankkonto um ein Gemeinschaftskonto dreier Per-
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sonen und werde eine Person nur mit "A" angegeben, sodass unklar sei, ob dies die
Pflichtige sei. Letztere habe das Konto zudem auch gar nicht deklariert.
Auf Anordnung eines zweiten Schriftenwechsels hin hielten die Pflichtige und
ihr Ehemann mit Replik vom 25. Mai 2009 am Rekursantrag fest. Um jeden Zweifel am
Bestand des Darlehens auszuräumen, habe der Darlehensgeber das Darlehen und die
Zinszahlungen am 10. Mai 2009 nochmals bekräftigt. Zudem bestätige die F in einem
weiteren Schreiben, dass es sich bei der Kontoinhaberin "A" um die Pflichtige handle.
Das kantonale Steueramt verzichtete auf eine Duplik.

## Considerations

Der Einzelrichter zieht in Erwägung:
1. a) Gegen den Einspracheentscheid des kantonalen Steueramts können der
Steuerpflichtige und die Gemeinde gemäss § 147 Abs. 1 des Steuergesetzes vom
8. Juni 1997 (StG) innert 30 Tagen nach Zustellung schriftlich Rekurs bei der Rekurs-
kommission erheben. Das Rekursrecht steht demnach regelmässig dem Steuerpflichti-
gen zu, auf dessen Steuerrechtsverhältnis sich der Einspracheentscheid bezieht (Pat-
rick Oesch, Rekurs und Beschwerde gegen zürcherische Staatssteuereinschätzungen,
1990, S. 14 f.). Dritte sind nur insoweit rekurslegitimiert als sie beschwert sind, mithin
ein steuerrechtliches bzw. schutzwürdiges Interesse an einem Rekurs haben (Rich-
ner/Frei/Kaufmann/Meuter, Kommentar zum harmonisierten Zürcher Steuergesetz, 2.
A., 2006, § 147 N 10). Fehlt die Legitimation des Rekurrenten, mangelt es an einer
Gültigkeitsvoraussetzung des Rechtsmittels und darf die Rekurskommission auf den
Rekurs nicht eintreten (Richner/Frei/Kaufmann/Meuter, § 147 N 5 u. § 149 N 4).
Obwohl in ungetrennter Ehe lebende Ehegatten gemeinsam besteuert wer-
den, indem ihre Einkommen und Vermögen ohne Rücksicht auf den Güterstand zu-
sammengerechnet werden (§ 7 Abs. 1 StG), ist jeder Ehegatte ein eigenes Steuersub-
jekt (Richner/Frei/Kaufmann/Meuter, § 7 N 7, auch zum Folgenden). Beide sind
selbstständige und gleichberechtigte Steuerpflichtige. Deshalb fällt die gemeinsame
Veranlagung nur bei unbeschränkter Steuerpflicht beider Ehegatten, d.h. bei deren
persönlicher Zugehörigkeit zum Kanton, ausnahmslos in Betracht (vgl. Regula Lanz,
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Grenzen der gemeinsamen Steuerpflicht, StR 1990, 56, auch zum Folgenden). Bei
bloss wirtschaftlicher Zugehörigkeit, d.h. bei beschränkter Steuerpflicht, ist jeder Ehe-
gatte selbstständig steuerpflichtig. Diesfalls setzt die gemeinsame Veranlagung voraus,
dass auch beide hier (beschränkt) steuerpflichtig sind. Wer also beispielsweise Eigen-
tümer einer Liegenschaft oder Teilhaber bzw. Inhaber einer Unternehmung im Kanton
ist, unterliegt kraft dieser wirtschaftlichen Zugehörigkeit der hiesigen Besteuerung für
die entsprechenden Vermögenswerte und Erträge daraus. Der Ehepartner dagegen,
dem eine entsprechende Beziehung fehlt, ist der Steuerhoheit des Kantons nicht un-
terworfen und mithin hier nicht steuerpflichtig. Demnach fällt eine gemeinsame Veran-
lagung ausser Betracht.
b) Vorliegend hat die Pflichtige ihren Wohnsitz mit ihrem Ehemann im Ausland
(C). In E ist lediglich sie Miteigentümerin von Liegenschaften; daher ist hier nur sie be-
schränkt steuerpflichtig. Hinsichtlich ihres Gatten fehlt demgegenüber ein entspre-
chender Anknüpfungspunkt, sodass er der Steuerhoheit des Kantons Zürich nicht un-
tersteht. Ist der Ehemann der Pflichtigen somit im Kanton nicht steuerpflichtig, wurden
im Einspracheentscheid zu Unrecht beide Ehegatten erfasst. Eine gemeinsame Veran-
lagung verbietet sich. Damit steht aber zugleich fest, dass der Ehemann der Pflichtigen
vorliegend zum Rekurs nicht berechtigt ist: Weder ist er im Kanton Zürich steuerpflich-
tig, noch ist er als Dritter durch den Einspracheentscheid in seinen eigenen steuer-
rechtlichen Interessen tangiert. Auf den Rekurs des Ehemanns der Pflichtigen ist daher
mangels Legitimation nicht einzutreten.
Immerhin sei angemerkt, dass nicht nur der Einspracheentscheid sondern
auch der Einschätzungsentscheid 2006 unrichtigerweise beide Gatten aufführt. Da es
hier um einen – offenbar systematischen – Fehler geht (vgl. die diesbezügliche Aus-
kunft der Steuerkommissärin), ist das kantonale Steueramt gehalten, diesen Mangel
inskünftig zu beheben und lediglich die im Kanton beschränkt steuerpflichtige Person
ins Recht zu fassen.
2. a) Gemäss § 31 Abs. 1 lit. a StG werden von den Einkünften die privaten
Schuldzinsen im Umfang der nach §§ 20 f. StG steuerbaren Vermögenserträge und
weiterer Fr. 50'000.- abgezogen. Schuldzinsen sind alle Vergütungen, welche der
Steuerpflichtige einer Drittperson für das ihm zur Verfügung gestellte Kapital zu leisten
hat, sofern dieses Entgelt nach der Zeit und als Quote des Kapitals in Prozenten be-
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rechnet wird. Das Vorhandensein einer Kapitalschuld (als Geldschuld) ist Vorausset-
zung für die Abzugsfähigkeit von Schuldzinsen (vgl. Richner/Frei/Kaufmann/Meuter,
§ 31 N 7 f.). Voraussetzung für einen Abzug ist demgemäss, dass der Steuerpflichtige
Schulden hat und dass er dafür Schuldzinsen bezahlt.
b) Schulden und Schuldzinsen stellen steuermindernde Umstände dar. Daher
sind sie vom Steuerpflichtigen darzutun und nachzuweisen (RB 1987 Nr. 35, auch zum
Folgenden). Der Nachweis ist spätestens vor Rekurskommission durch eine substanzi-
ierte Sachdarstellung in der Rekursschrift anzutreten und im Verfahren zu leisten. Sub-
stanziiert ist eine Sachdarstellung dann, wenn aus ihr die tatsächlichen Behauptungen
in der Weise detailliert hervorgehen, dass bereits gestützt auf diese Vorbringen eine
zweifelsfreie rechtliche Beurteilung des behaupteten Sachverhalts möglich ist. Fehlt es
an einer in diesem Sinn genügenden Substanziierung, die gemäss Rechtsprechung im
Beweisverfahren nicht nachgeholt werden kann, hat die Rekurskommission keine wei-
tere Untersuchung zu führen, um sich die erforderlichen Grundlagen zu beschaffen.
Ein Beweisverfahren hat mithin unter solchen Umständen zu unterbleiben. Für die von
ihr verfochtene, hinreichend substanziierte Sachverhaltsschilderung hat die beweisbe-
lastete Partei sodann von sich aus zum Beweis geeignete Unterlagen einzureichen
oder diese wenigstens unter genauer Bezeichnung anzubieten. Ihre Ausführungen
bzw. die angerufenen Beweismittel müssen sich schliesslich nach vorgenommener
freier Beweiswürdigung als beweiskräftig erweisen. Mit andern Worten müssen sie den
Richter davon überzeugen, dass der vorgetragene Sachverhalt zutrifft.
Um eine Schuld von den Aktiven und Schuldzinsen von den Einkünften abzie-
hen zu können, hat der Steuerpflichtige somit nachzuweisen, dass er Schulden hat und
dafür Schuldzinsen bezahlt. Kann er keinen solchen Beweis erbringen, trägt er die Fol-
ge der Beweislosigkeit, d.h. der Abzug vom Einkommen wird nicht vorgenommen. Wie
ein solcher Beweis zu erbringen ist, hat ihm die Steuerverwaltung mitzuteilen.
3. a) Die Pflichtige führte im Schuldenverzeichnis zur Steuererklärung 2006
zunächst zwei Schuldbetreffnisse gegenüber F samt entsprechenden Schuldzinsen
auf. Den beigehefteten Belegen war zu entnehmen, dass es sich dabei um Hypotheken
(Flex-Rollover-Hypothek und variable Hypothek) auf den zwei Liegenschaften an der
strasse 7 - 13 und der strasse 6a - c in D mit den diesbezüglichen Sollzinsen handelt
(vgl. Zins- und Kapitalbescheinigungen der F). Der Zusammenhang zu dem auf zwei
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Objekte verteilten hiesigen Grundeigentum der Pflichtigen und zu den darauf lastenden
Hypothekarschulden war damit offensichtlich.
b) Als weiteres Schuldbetreffnis deklarierte die Pflichtige sodann ein Darlehen
von Fr. 615'600.- samt diesbezüglichen Schuldzinsen von Fr. 43'092.-. Belege hierzu
fehlten jedoch im Gegensatz zu den andern Schulden. Insbesondere konnte dem mit-
gelieferten Auszug der F über ein Privatkonto, welches auf drei Personen lautete und
neben den Zahlungen der Hypothekarzinsen an die F weitere Belastungen auswies,
nicht entnommen werden, dass sich unter diesen weiteren Belastungen die deklarier-
ten Zinszahlungen von Fr. 43'092.- befanden. Demnach schritt die Steuerkommissärin
folgerichtig zu einer entsprechenden Untersuchung und verlangte mit Auflage vom
7. Dezember 2007 bzw. Mahnung vom 29. Januar 2008 den Nachweis der geltend
gemachten Schuldzinsen.
Die Pflichtige liess zwar Auflage und Mahnung beantworten und erwähnte
in der Eingabe vom 6. Februar 2008 als Beilage u.a. einen "Zinsnachweis". Eine ent-
sprechende Beilage reichte sie jedoch nicht ein und gesteht sie denn auch im Rekurs
selber ein, Auflage und Mahnung seien in dieser Hinsicht unerfüllt geblieben. Damit
musste die steuermindernde Berücksichtigung der fraglichen Darlehenszinsen im Ein-
schätzungsverfahren ohne weiteres am fehlenden Nachweis scheitern.
Die Steuerkommissärin hatte den Nachweis der Schuld selber nicht verlangt
und rechnete beim Vermögen gleichwohl das Schuldbetreffnis von Fr. 615'600.- auf.
Dies war insofern vertretbar, als bei nicht nachgewiesenen Schuldzinsen auch der Be-
stand der Schuld als wenig glaubhaft erscheint, selbst wenn kein entsprechender
Nachweis eingefordert wurde.
c) aa) Mit der Einsprache reichte die Pflichtige sodann ein als Loan Contract
bezeichnetes undatiertes Dokument in englischer Sprache ein, worin sie und H unter-
schriftlich bestätigen, dass ihr Letzterer die Summe von Fr. 615'600.- geborgt und sie
sich verpflichtet hat, diesen Betrag mit Zins von 7% zurück zu zahlen. Angaben über
den Zeitpunkt der Darlehensgewährung fehlten jedoch ebenso wie Angaben über die
Rückzahlung des Darlehens und die Fälligkeit der Zinsen. Mit Einschätzungsvorschlag
vom 4. September 2008 bemerkte die Steuerkommissärin daher zu Recht, dieser Dar-
lehensvertrag sei wenig aussagekräftig, weil damit der Bestand des fraglichen Darle-
hens per Ende 2006 in keiner Art und Weise nachgewiesen war.
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Zusätzlich wies die Steuerkommissärin im Einschätzungsvorschlag darauf hin,
dass die Erfüllung des Vertrags durch den Darlehensgeber bzw. Darlehensnehmer
nicht belegt sei. Der Darlehensgeber erfüllt den Darlehensvertrag durch Hingabe bzw.
Auszahlung der Darlehenssumme (vg. Art. 312 und 315 OR). Demnach wusste die
durch eine Treuhandfirma vertretene Pflichtige spätestens ab diesem Zeitpunkt, dass
die Steuerkommissärin den Nachweis der Darlehensauszahlung als erforderlich erach-
tete.
bb) Daraufhin legte die Pflichtige einen weiteren, ebenfalls in englischer Spra-
che gehaltenen Darlehensvertrag (Loan Agreement) vor, der das Datum vom 22. Sep-
tember 2008 trägt und erstmals Abmachungen über die Rückzahlung der Darlehens-
summe und die Fälligkeiten der Zinsen enthält. Zudem wird als Verwendungszweck
der Darlehenssumme der Kauf der Liegenschaften in D erwähnt. Die Pflichtige fügte im
Begleitschreiben an, dieser Darlehensvertrag sei im Nachhinein erstellt worden, weil
der Loan Contract als zu wenig aussagekräftig betrachtet werde. Ausführungen über
die Auszahlung der Darlehenssumme machte sie indessen nicht. Auf Entgegnung der
Steuerkommissärin, dieser Vertrag sei per 22. September 2008 unterzeichnet worden
und daher für die Steuerperiode 2006 nicht gültig, antwortete die Pflichtige am 25. No-
vember 2008, der neue Vertrag beruhe auf dem bereits existierenden Vertrag und sei
nur deshalb erstellt worden, weil der erste offenbar nicht genüge.
Das neu produzierte Loan Agreement überzeugt indessen ebenfalls nicht. Es
trägt das Datum vom 22. September 2008 und enthält nirgends den Hinweis, dass der
tatsächliche Abschluss des Darlehensvertrags schon früher erfolgt ist. Insbesondere
nimmt es nicht einmal Bezug auf den früher vereinbarten Loan Contract, den die Pflich-
tige mit der Einsprache eingereicht hatte. Zwar behauptete die Pflichtige in den folgen-
den Eingaben des Einspracheverfahrens, dass es sich um eine nachträgliche Verur-
kundung der früher geschlossenen Vereinbarung (Loan Contract) handle, jedoch hatte
sie diese Behauptung in keiner Art und Weise belegt. Zudem hatte sie es überhaupt
unterlassen, den Zeitpunkt der Darlehensgewährung zu nennen. Demnach musste die
Einleitung im Loan Agreement "Whereby it was agreed today that the lender will lend
the borrower as follows..." so verstanden werden, dass das Darlehen von Fr. 615'600.-
erst am Tag der Unterzeichnung, dem 22. September 2008, vereinbart worden war.
Für den Abzug von Darlehen und Darlehenszinsen in der Steuerperiode 2006 fehlte es
daher weiterhin an einer verlässlichen Grundlage, sodass das kantonale Steueramt im
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Einspracheentscheid vom 6. Januar 2009 zu Recht an den diesbezüglichen Aufrech-
nungen festhielt.
d) aa) Mit dem Rekurs liess die Pflichtige keine neuen Dokumente einreichen,
sondern lediglich bekräftigen, dass der Darlehensvertrag vom 22. September 2008 als
Datum den Zeitpunkt der Unterschrift dieser Vereinbarung durch die Vertragsparteien
wiedergebe. Erstmals nannte sie aber immerhin das effektive Datum der Darle-
hensaufnahme, nämlich den 1. Juli 2005. Da sie dieses Datum jedoch nicht belegte,
blieb auch diese Behauptung unbewiesen. In der Rekursantwort zweifelte das kantona-
le Steueramt daher den Bestand der Darlehensschuld weiter zu Recht an. Gleichzeitig
hielt es der Pflichtigen vor, dass sie den Fluss bzw. die Überweisung des Darlehensbe-
trags an sie nicht nachgewiesen habe. Es lägen keine diesbezüglichen Bankkontoaus-
züge vor. Auch fehle der Nachweis dafür, dass die Pflichtige Mitinhaberin des Bank-
kontos sei, über das die streitigen Zinszahlungen bezahlt worden seien.
Mit der Replik liess die Pflichtige ein Schreiben von H vom 10. Mai 2009 vor-
legen, worin dieser die Gewährung eines Darlehens an die Pflichtige von Fr. 615'600.-
am 1. Juli 2005 und die Bezahlung von entsprechenden Schuldzinsen von Fr. 43'092.-
durch die Pflichtige im Jahr 2006 erstmals bestätigte. In einem weiter eingereichten
Schreiben der F vom 20. Mai 2009 wurden sodann die Inhaber des Bankkontos aufge-
führt, welchem die fraglichen Zinszahlungen von Fr. 43'092.- belastet wurden. Dabei
handelt es sich um die Pflichtige und drei weitere Personen. Zum Vorwurf des man-
gelnden Zahlungsnachweises der Darlehenssumme äusserte sich die Pflichtige dage-
gen wiederum nicht.
bb) Zur Diskussion steht eine Schuld der im Ausland wohnhaften Pflichtigen
gegenüber einer Person, welche ebenfalls im Ausland (I) wohnt. Zudem handelt es
sich bei dieser Person um H, mit der ein weiterer Miteigentümer oder eine weitere Mit-
eigentümerin der Liegenschaften namens J möglicherweise verwandt ist. Gemäss den
Ausführungen der Pflichtigen im Rekurs soll diese weitere Person sodann von H für
den Liegenschaftenerwerb ebenfalls ein Darlehen erhalten haben. Damit geht es um
Rechtsbeziehungen eines hierorts Steuerpflichtigen zu einer Person im Ausland und ist
in diese Beziehungen eine weitere Person involviert, die mit der ersteren Person allen-
falls in einem verwandtschaftlichen Verhältnis steht. Daher sind an den Nachweis von
steuermindernden Umständen, welche in diesem Zusammenhang geltend gemacht
werden, strengere Anforderungen zu stellen, fehlen doch den hiesigen Steuerbehörden
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in solchen Fällen regelmässig entsprechende Überprüfungsmöglichkeiten (vgl.
StE 1987 B 92.3 Nr. 2 und 1999 B 92.3 Nr. 9).
cc) In diesem Licht betrachtet, erweist sich das streitige Darlehen trotz der
neuesten Bestätigung durch H als nicht nachgewiesen:
Ein gültig abgeschlossener Darlehensvertrag wird seitens des Darlehensge-
bers – wie erwähnt – durch Auszahlung der Darlehenssumme an den Darlehensneh-
mer erfüllt. Wird dann das Darlehen nicht ausbezahlt, schuldet der Darlehensnehmer
keine Darlehenszinsen und muss er auch die Darlehenssumme nicht zurück erstatten.
Vorliegend bestätigt nun zwar der Darlehensgeber erstmals die Hingabe eines Darle-
hens von Fr. 615'600.- an die Pflichtige per 1. Juli 2005, jedoch weist Letztere weder
die Auszahlung dieser Summe noch deren Zeitpunkt nach. Das Beharren auf dem
Nachweis der Darlehensauszahlung durch die Steuerbehörden ist angesichts der
mangelnden Überprüfungsmöglichkeiten bei dem im Ausland wohnhaften, hier nicht
steuerpflichtigen Darlehensgeber gerechtfertigt.
Die Steuerkommissärin hat der Pflichtigen erstmals im Einspracheverfahren
den fehlenden Nachweis der Vertragserfüllung durch den Darlehensgeber (= Auszah-
lung der Darlehenssumme) vorgehalten. Im Einspracheentscheid und in der Rekurs-
antwort hat das kantonale Steueramt diesen Vorhalt wiederholt, indem es in Letzterer
das Fehlen des Nachweises für die Auszahlung einer Darlehenssumme an die Pflichti-
ge zu einem bestimmten Zeitpunkt bemängelte und auf diesbezüglich fehlende Bank-
auszüge hinwies. Trotz Anordnung eines zweiten Schriftenwechsels hat die im Rekurs-
verfahren anwaltlich vertretene Pflichtige in der Replik diesen Vorwurf weder
kommentiert noch durch Leistung eines entsprechenden Zahlungsnachweises entkräf-
tet. Demnach ist aber die Darlehenshingabe nicht bewiesen. Nach dem Gesagten ist
Voraussetzung für den Abzug von Schuldzinsen, dass überhaupt eine Schuld besteht
und dass diese nachgewiesen wird. Die Auszahlung der streitigen Darlehenssumme ist
nicht nachgewiesen, sodass auch die geltend gemachten Schuldzinsen nicht als nach-
gewiesen gelten.
Der Darlehensvertrag zwischen der Pflichtigen und H kann zwar durchaus
gültig zustande gekommen sein, verlangt das Obligationenrecht doch keine bestimmte
Form des Vertrags, wenn nicht ausdrücklich bestimmte Formvorschriften wie Schrift-
lichkeit oder öffentliche Beurkundung vorgesehen sind. Will dieser Vertrag jedoch im
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Fall von Streitigkeiten gegenüber einem Vertragspartner oder gegenüber Dritten gel-
tend gemacht werden, ist sowohl der Vertrag selber wie unter Umständen auch dessen
Erfüllung zu beweisen. Im Fall der Pflichtigen kann der Darlehensvertrag aufgrund der
letzten Bestätigung von H als Darlehensgeber zwar nun als nachgewiesen betrachtet
werden, nicht jedoch, dass das Darlehen tatsächlich ausbezahlt und der Darlehensver-
trags seitens des Darlehensgebers damit erfüllt worden ist. Dieser Nachweis ist auf-
grund der beschränkten Überprüfungsmöglichkeiten der Steuerbehörden beim Darle-
hensgeber erforderlich. Somit ist es der Pflichtigen nicht gelungen, den Beweis für das
Bestehen einer Schuld zu erbringen. Es fehlt damit auch an einem Beweis, dass die
von ihr und anderen Mitbeteiligten über das Konto der F geleisteten Zahlungen
Schuldzinsen darstellen. Die Voraussetzungen für den Abzug von Schuld und Schuld-
zinsen sind deshalb nicht erfüllt.
4. Diese Erwägungen führen zur Abweisung des Rekurses. Ausgangsgemäss
sind die Kosten der Pflichtigen aufzuerlegen (§ 151 Abs. 1 StG).