# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** dfe30a84-0e24-49df-bc8f-1395848b49b2
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2016
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1975, meldete sich am 21. Oktober 2008 erstmals
zum Bezug von Hilfsmitteln (Hörgerät) bei der Invalidenversicherung an (Urk. 8/2).
Nachdem die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, die medizinische Situation abgeklärt hatte, verneinte
sie
mit Verfügung vom 5. Juni
2009
einen Anspruch des Versicherten auf
Kostengutsprache für Hilfsm
ittel der Invali
denversicherung
, da die Ohrprobleme bereits
zu einem
Zeit
punkt
bestanden hätten, als
er noch keine Aufenthaltsberechtigung
von einem Jahr
in der Schweiz gehabt
habe
(Urk. 8/12).
1.2
Am 24. September 2010 meldete sich der Versicherte
zum Renten
bezug an (Urk. 8/17).
Nachdem die IV-Stelle wiederum die medizinische Situation abge
klärt hatte (Urk. 8/20-22; Urk. 8/24-27), verneinte sie mit Verfügung vom 7. März
2011 einen Rentenanspruch des Versicherten (Urk. 8/35).
1.3
Am 10. November 2014 füllte der Versicherte erneut eine Anmeldung für Hilfs
mittel (Hörgerät) aus (Urk. 8/3
7). Nach durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(Urk. 8/38) trat
die IV-Stelle
mit Verfügung vom 27. Januar 2015 auf das neue
Leistungs
begehren
nicht ein, da sich die tatsächlichen Verhältnisse seit der Ver
fügung vom 5. Juli 2009 nicht geändert hätten (Urk. 8/41 = Urk. 2).
2.
Der
Versicherte erhob am
25. Februar 2015
Beschwerde gegen die Verfügung vom
27. Januar 2015
(
Urk.
2) und beantragte
sinngemäss, diese sei aufzuheben und aufgrund einer deutlichen Verschlechterung seiner Hörproblematik sei auf seine Neuanmeldung einzutreten und der Anspruch auf eine
Hörgeräteversor
gung
zu prüfen
(
Urk.
1).
Die IV-Stelle beantragte mit Beschwerdeantwort vom
21. Mai 2015
(Urk.
7
) die Abweisung der Beschwerde. Dies wurde dem Beschwerdeführer am
26. August 2015
zur Kenntnis gebracht (Urk.
9
).
Der Einzelrichter

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Da der Streitwert
Fr.
20’000.-- nicht übersteigt, fällt die Beurteilung der
Be
schwerde
in die einzelrichterliche Zuständigkeit (
§
11
Abs.
1 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht).
1.2
Invalide oder von einer Invalidität (Art. 8 des Bundesgesetzes über den Allge
meinen Teil des Sozialversicherungsrechts; ATSG) unmittelbar bedrohte Versi
cherte haben Anspruch auf
Eingliederungsmassnahmen
, soweit diese notwendig und geeignet sind, die Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgaben
bereich zu betätigen, wieder herzustellen, zu erhalten oder zu verbessern; der Anspruch auf
Eingliederungsmassnahmen
besteht unabhängig von der Aus
übung einer Erwerbstätigkeit vor Eintritt der Invalidität. Dabei ist die gesamte noch zu erwartende Dauer des Erwerbslebens zu berücksichtigen. Nach
Mass
gabe
der Artikel 13 und 21 besteht der Anspruch auf Leistungen unabhängig von der Möglichkeit einer Eingliederung ins Erwerbsleben oder in den Aufga
benbereich (Art. 8 Abs. 1 und 2 des Bundesgesetzes über die Invalidenversi
che
rung; IVG). Zu den
Eingliederungsmassnahmen
gehören unter anderem me
dizi
ni
sche
Massnahmen
sowie die Abgabe von Hilfsmitteln (Art. 8 Abs. 3
lit
. a und
lit
. d IVG).
1.3
Nach der Rechtsprechung tritt der Versicherungsfall, der für jede Leistungsart einzeln festzustellen ist (BGE 126 V 241 E. 4, 121 V 264 oben), hinsichtlich Hilfsmitteln ein, wenn der Gesundheitsschaden objektiv erstmals ein solches Gerät notwendig macht, wobei dieser Zeitpunkt nicht etwa mit der erstmaligen Behandlungsbedürftigkeit des Gesundheitsschadens übereinzustimmen braucht (BGE 108 V 61 E. 2b, 105 V 58 E. 2a mit Hinweisen, Urteil des Bundesgerichts I 134/00 vom 28. Juni 2002). Für die Beurteilung des Eintritts des Versiche
rungs
falls ist nicht eine allgemeine Zielsetzung von Hilfsmitteln, sondern nur deren spezifisches Eingliederungsziel massgebend (AHI 1998 S.
203 E. 3a, ZAK 1992 S. 363 E. 3d).
1.4
Der Anspruch auf Eingliederungsmassnahmen entsteht gemäss
Art.
9 IVG frühestens mit der Unterstellung unter die obligatorische oder die freiwillige Versicherung und endet spätestens mit dem Ende der Versicherung (
Abs.
1
bis
). Personen, die der Versicherung nicht oder nicht mehr unterstellt sind, haben höchstens bis zum 20. Altersjahr Anspruch auf Eingliederungsmassnahmen, sofern mindestens ein Elternteil:
a.
freiwillig versichert ist; oder
b.
während einer Erwerbstätigkeit im Ausland obligatorisch versichert ist:
1.
nach Artikel 1a Absatz 1 Buchstabe c AHVG,
2.
nach Artikel 1a Absatz 3 Buchstabe a AHVG, oder
3.
aufgrund einer zwischenstaatlichen Vereinbarung (
Abs.
2).
Ausländische Staatsangehörige mit Wohnsitz und gewöhnlichem Aufenthalt
(
Art.
13 ATSG) in der Schweiz, die das 20. Altersjahr noch nicht vollendet haben
, haben Anspruch auf Eingliederungsmassnahmen, wenn sie selbst die Vo
raus
setzungen nach Artikel 6 Absatz 2 erfüllen oder wenn:
a.
ihr Vater oder ihre Mutter, falls sie ausländische Staatsangehörige sind, bei Eintritt der Invalidität während mindestens eines vollen Jahres Bei
träge geleistet oder sich ununterbrochen während zehn Jahren in der Schweiz aufgehalten haben; und
b.
sie selbst in der Schweiz invalid geboren sind oder sich bei Eintritt der Invalidität seit mindestens einem Jahr oder seit der Geburt ununter
brochen in der Schweiz aufgehalten haben. Den in der Schweiz invalid ge
borenen Kindern gleichgestellt sind Kinder mit Wohnsitz und gewöhn
li
chem Aufenthalt in der Schweiz, die im Ausland invalid geboren sind und deren Mutter sich dort unmittelbar vor der Geburt während höchs
tens zwei Monaten aufgehalten hat. Der Bundesrat regelt, in welchem Umfang die Invalidenversicherung die Kosten zu übernehmen hat, die sich im Ausland wegen der Invalidität ergeben (
Abs.
3).
1.5
Mit
Art.
87
Abs.
3 in Verbindung mit
Abs.
2
der Verordnung über die Inva
lidenversicherung (IVV)
soll verhindert werden, dass sich die Verwaltung nach
vorangegangener rechtskräftiger Leistungsverweigerung immer wieder mit gleich
lautenden und nicht näher begründeten, das heisst keine Veränderung des Sachverhalts darlegenden Gesuchen befassen muss (BGE 109 V 108 E. 2a, 264 E.
3). Hingegen kann diese
Eintretensvorschrift
nicht dahingehend ausge
legt werden, dass die glaubhaft zu machende Änderung gerade jenes
An
spruchs
element
betreffen muss, welches die Verwaltung der früheren rechts
kräftigen Leistungsabweisung zugrunde legte. Vielmehr muss es genügen, wenn die ver
sicherte Person zumindest die Änderung eines Sachverhalts aus dem ge
samten für die Rentenberechtigung erheblichen Tatsachenspektrum glaubwürdig dartut. Trifft dies zu, ist die Verwaltung verpflichtet, auf das neue
Leistungsbe
gehren
einzutreten und es in tatsächlicher (wie selbstverständlich auch in recht
licher) Hinsicht allseitig zu prüfen (BGE 117 V 198 E.
3a und E. 4b; vgl. auch BGE 130 V 64 E. 5.2, 72 E. 2.2 mit Hinweisen).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin ging in der angefochtenen Verfügung (Urk. 2) davon aus,
seit der letzten Verfügung vom 5. Juli 2009 hätten sich die tatsächlichen Verhältnisse nicht wesentlich verändert, weshalb auf das Leistungsbegehren nicht einzutreten sei (Urk. 2).
Dazu führte sie in der Beschwerdeantwort (Urk. 7) ergänzend aus, mit Verfü
gung vom 5. Jun
i 2009 sei das Leistungsbegehren für eine Hörgeräteversorgung abgewiesen worden, da der Beschwerdeführer bereits mit dem
Gesundheitsscha
den
in die Schweiz eingereist sei (Ziff. 1). Der Umstand einer Akzentuierung des Gehörsschadens führe nun nicht zum Eintritt eines neuen Versicherungsfalles und sei somit nicht anspruchserheblich. In Bezug auf Hilfsmittel sei der Versi
cherungsfall in dem Moment eingetreten, in welchem der Gesundheitsschaden objektiv erstmals ein solches Hilfsmittel notwendig mache. Sei für eine be
stimmte Leistungskategorie - wie vorliegend jene der Hörgeräte - einmal die erforderliche Invalidität erreicht, sei damit der Versicherungsfall eingetreten. Den Versicherungsfall bei gleichartigen Leistungsansprüchen immer wieder neu eintreten zu lassen, sei weder mit dem Wortlaut noch dem Sinn und Zweck von Art. 4 Abs. 2 IVG zu vereinbaren (Ziff. 3).
Somit sei - trotz Verschlechterung - kein neuer Versicherungsfall eingetreten (Ziff. 4).
2.2
Demgegenüber stellte sich der Besc
hwerdeführer auf den Standpunkt
,
seine gesundheitliche Situation bezüglich seines Hörvermögens habe sich seit der letz
ten Ablehnung im Jahr 2009 deutlich verschlechtert, was zwei
Reinto
n
au
dio
gramme
vom Mai 2012 und Oktober 2014 belegen würden. Er beantrage daher die erneute Prüfung seines Gesuchs (Urk. 1).
2.3
Streitig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegnerin zu Recht nicht auf das erneute Gesuch um Hörmittelversor
g
ung eingetreten ist.
3.
3.1
Mit Verfügung vom 5. Juni 2009 wurde das erste Leistungsgesuch um Kosten
gutsprache für ein Hörgerät von der Beschwerdegegnerin abgewiesen, da der Be
schwerdeführer - welcher am 26. September 2007 in die Schweiz ein
ge
reist
war
(Urk. 8/2/1 Ziff. 1.6) - bereits vor
diesem Zeitpunkt
an der
Schwerhörigkeit
ge
litt
en hatte
. Die damalige Ablehnung des Leistungsanspruchs erfolgte dem
nach
zufolge Fehlens der versicherungsmässigen Voraussetzungen (vgl. Urk. 8/12).
Der Beschwerdeführer selbst gab an, dass er
circa
seit dem Jahr 1997 an
Hör
proble
men
leide (Urk. 8/2/5 Ziff. 4.3
; vgl. auch Urk. 8/17/7 Ziff. 6.2 f.
).
Dr.
med.
Y._
, Facharzt für
Oto
-
Rhino
-Laryngologie, merkte in seiner Stellungnahme
vom 7. April 2009 ebenfalls an, dass die Hörprobleme bereits vor der Einreise in die Schweiz bestanden hätten (vgl. Urk. 8/7).
Dasselbe geht auch aus dem Bericht des
Z._
vom 22. Dezember 2014 hervor, worin ebenso festgehalten wurde, dass
die Hörprobleme
bereits vor der Einreise in die
Schweiz, nämlich seit
mindestens
dem Jahr 2003
beziehungs
weise
2006 bestanden
hätten
(Urk. 8/39/1).
3.2
Da der Beschwerdeführer
- worüber mit Verfügung vom 5. Juni 2009 rechts
kräftig entschieden wurde -
im Zeitpunkt des Eintritts des Versicherungsfalles noch nicht während mindestens eines vollen Jahres Beiträge geleistet oder sich ununterbrochen während zehn Jahren in der Schweiz aufgehalten hat
te
, hat
te und hat
er keinen Anspruch auf Übernahme der Kosten für die
Hörgeräteversor
gung
. Daran ändert auch
die
zwischenzeitlich
unbestrittermassen
eingetretene Ver
schlechterung der Hörproblematik nichts.
3.3
Nach dem Gesagten ist die Beschwerdegegnerin zu Recht nicht auf das erneute Leistungsgesuch des Beschwerdeführers eingetreten.
Die Beschwerde ist demzufolge abzuweisen.
4.
Da es im vorliegenden Verfahren um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichts
kosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert fest
zulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG) und auf Fr.
4
00.-- anzusetzen. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind sie
dem Beschwerdeführer
aufzuerlegen.