# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** c8b73bde-39b6-55f7-bb45-f0004e5a1a73
**Court:** SG_VG
**Chamber:** SG_VG_001
**Year:** 2017
**Language:** de
**Jurisdiction:** SG / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Das Verwaltungsgericht stellt fest:
A. A.Y., geboren 1993 in Z., ist kosovarischer Staatsangehöriger. Wie seine Eltern, B.Y.
und C.Y., verfügt er über eine Niederlassungsbewilligung. Seine Geschwister D.Y.,
geboren 1989, und E.Y., geboren 1991, sind Schweizer Bürger. A.Y. besuchte bis zur
zweiten Primarschule die Regelklasse und wurde anschliessend wegen
Verhaltensauffälligkeiten in eine Kleinklasse, in der sechsten Klasse in die Timeout
Klasse, versetzt. In der neunten Klasse wurde er von der Schule ausgeschlossen,
nachdem er ein Mädchen mit einem Messer verletzt hatte. Am 28. November 2008
entzog die damalige Vormundschaftsbehörde Q. den Eltern von A.Y. die Obhut über
ihren Sohn und platzierte ihn im Jugendheim Platanenhof, Oberuzwil. Gleichzeitig
wurde A.Y. verbeiständet. Am 17. August 2011 hob die Vormundschaftsbehörde die
Beistandschaft auf, nachdem der Obhutsentzug bereits am 24. Juni 2009 aufgehoben
und A.Y. nach Beendigung der obligatorischen Schulzeit im Platanenhof im
Sommer 2009 ins Elternhaus zurückgekehrt war. Am 14. August 2013 schloss A.Y. eine
Lehre zum Strassenbauer EFZ ab. Er ist nicht verheiratet und hat keine Kinder
(Vorakten Migrationsamt A.Y. [fortan: Dossier], S. 5, 9, 12, 15, 18, 21-23, 127, 129,
131-133, 140, 484, 525, 562, 577, 584, 593-595, 648, 728 f., 775, 789).
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B. In den Jahren 2006 bis 2014 wurde A.Y. wie folgt strafrechtlich verurteilt (Dossier, S.
78 f., 123 f., 490-524, 528-570, 572 f., 721-724):
- Mit Urteil der Jugendanwaltschaft Altstätten vom 5. Oktober 2006 wurde er wegen
unberechtigter Verwendung eines Motorfahrzeuges, mehrfachen Führens eines
Motorfahrrades ohne Führerausweis, Führens eines unversicherten Motorrades,
Führens eines nicht zum Verkehr zugelassenen Motorrades sowie Nichttragens des
Schutzhelmes als Fahrer eines Motorfahrrades zu einer Arbeitsleistung von zwei
Halbtagen verpflichtet.
- Mit Urteil der Jugendanwaltschaft Altstätten vom 10. Mai 2007 wurde er wegen
unberechtigten Verwendens eines Motorfahrrades, Führens eines Motorfahrrades ohne
den erforderlichen Führerausweis und vor Erreichen des Mindestalters von 14 Jahren,
Führens eines Motorfahrrades in nichtbetriebssicherem und nichtvorschriftsgemässem
Zustand, Führens eines ungelösten und nicht versicherten Motorfahrrades,
Nichttragens des Schutzhelmes als Motorfahrradlenker, Nichtmitführens des
Fahrzeugausweises sowie Mitführens einer über sieben Jahre alten Person auf dem
Motorfahrrad mit einer persönlichen Leistung von vier Halbtagen bestraft.
- Mit Entscheid des Kantonsgerichts St. Gallen vom 1. Oktober 2013 wurde er
jugendstrafrechtlich wegen versuchter vorsätzlicher Tötung, mehrfachen Angriffs,
mehrfachen Raubes, Diebstahls, mehrfacher Sachbeschädigung, Hausfriedensbruchs,
mehrfacher Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz und mehrfacher
Widerhandlung gegen das Waffengesetz zu einem Freiheitsentzug von 27 Monaten und
einer Busse von CHF 80, ersatzweise zu einer Freiheitsstrafe von einem Tag, verurteilt.
Davon waren drei Monate unter Anrechnung der Untersuchungshaft von 28 Tagen
vollziehbar. Bei 24 Monaten wurde der Vollzug mit einer Probezeit von zwei Jahren
aufgeschoben. Gleichzeitig bestätigte das Kantonsgericht unter anderem die vom
Jugendgericht Werdenberg-Sarganserland mit Entscheid vom 27. September 2012
angeordnete ambulante Massnahme.
- Am 6. Januar 2014 büsste ihn die Kantonspolizei St. Gallen wegen Übertretung des
Betäubungsmittelgesetzes mit CHF 100.
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- Mit Strafbefehl des Untersuchungsamtes Altstätten vom 13. März 2014 wurde er
wegen Führens eines Personenwagens in nicht fahrfähigem Zustand und Übertretung
des Betäubungsmittelgesetzes mit einer Geldstrafe von 50 Tagessätzen zu je CHF 70,
ersatzweise zu einer Freiheitsstrafe von 50 Tagen, sowie einer Busse von CHF 300,
ersatzweise zu einer Freiheitsstrafe von fünf Tagen, verurteilt. Gleichzeitig wurde die
vom Kantonsgericht St. Gallen am 1. Oktober 2013 angeordnete Probezeit um ein Jahr
verlängert.
C. Mit Verfügung vom 10. Juni 2014 widerrief das Migrationsamt die
Niederlassungsbewilligung von A.Y. und ordnete dessen Wegweisung aus der Schweiz
unter Ansetzung einer Ausreisefrist bis 16. August 2014 an (Dossier, S. 789-796).
Dagegen rekurrierte A.Y. am 23. Juni 2014 durch seinen Rechtsvertreter beim
Sicherheits- und Justizdepartement (act. 17/1). Mit Entscheid vom 18. August 2015
wies das Departement den Rekurs ab und forderte das Migrationsamt auf, A.Y. eine
neue Ausreisefrist anzusetzen (act. 3). Zur Begründung führte es im Wesentlichen aus,
A.Y. habe in der Vergangenheit mehrfach, auch nach der vom Kantonsgericht
angeordneten ambulanten Behandlung, Gewaltdelikte begangen. Sein
ausländerrechtliches Verschulden wiege schwer, zumal unbestritten sei, dass er am 19.
Januar 2014 erneut gewalttätig geworden sei und einen Barbetreiber mit der Faust ins
Gesicht geschlagen habe, wodurch dieser einen Kieferbruch erlitten habe. Auch wenn
A.Y. in der Schweiz aufgewachsen sei und die Straftaten als Jugendlicher bzw. als
junger Erwachsener beging, könne angesichts der verübten Gewaltdelikte nicht von
einer erfolgreichen Integration gesprochen werden. Ihm könne zugemutet werden, in
sein Heimatland zurückzukehren.
D. Gegen den Entscheid des Sicherheits- und Justizdepartements (Vorinstanz) vom 18.
August 2015 liess A.Y. (Beschwerdeführer) durch seinen Rechtsvertreter am 4.
September 2015 Beschwerde beim Verwaltungsgericht erheben (act. 1). Mit Entscheid
des Kreisgerichts Werdenberg-Sarganserland vom 10. September 2015 wurde der
Beschwerdeführer wegen versuchter schwerer Körperverletzung zu einer
Freiheitsstrafe von 15 Monaten verurteilt (Ziffer 1 und 2 des Dispositivs). Gleichzeitig
wurde die mit Entscheid des Kantonsgerichts St. Gallen bedingt ausgesprochene
Freiheitsstrafe von 24 Monaten vollziehbar erklärt (Ziffer 3). In Ziffer 4 des Dispositivs
wurde festgestellt, dass der Beschwerdeführer gegenüber der Privatklägerin für die
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Folgen der versuchten schweren Körperverletzung dem Grundsatz nach haftet (act. 7).
Am 30. September 2015 ersuchte der Beschwerdeführer um Sistierung des
Beschwerdeverfahrens (act. 6). Mit Eingabe vom 5. Oktober 2015 beantragte die
Vorinstanz, das Sistierungsgesuch abzuweisen (act. 9). Mit Verfügung vom 15. Oktober
2015 wies der Präsident des Verwaltungsgerichts das Sistierungsgesuch ab (act. 10).
Am 4. Dezember 2015 ergänzte der Beschwerdeführer seine Beschwerde mit einer
Begründung und dem Rechtsbegehren, es sei der angefochtene Entscheid unter
Kosten- und Entschädigungsfolgen aufzuheben. Eventualiter sei der Widerruf der
Niederlassungsbewilligung lediglich anzudrohen oder der angefochtene Entscheid
aufzuheben und die Sache zur Neubeurteilung an die Vorinstanz zurückzuweisen (act.
13). Mit Vernehmlassung vom 15. Dezember 2015 schloss die Vorinstanz auf
Abweisung der Beschwerde (act. 16). Am 8. November 2016 liess sich der
Beschwerdeführer abschliessend vernehmen (act. 21), nachdem das Kantonsgericht
St. Gallen mit Entscheid vom 7. November 2016 Ziffern 1 bis 3 des Dispositivs des
Entscheids des Kreisgerichts Werdenberg-Sarganserland vom 10. September 2015
aufgehoben und Ziffer 4 des Dispositivs bestätigt hatte (act. 22/12).
Auf die weiteren Ausführungen der Verfahrensbeteiligten zur Begründung ihrer Anträge
und die Akten wird, soweit wesentlich, in den Erwägungen eingegangen.

## Considerations

Darüber zieht das Verwaltungsgericht in Erwägung:
1. (...).
2. Soweit der Beschwerdeführer beantragt (act. 13, S. 11 Ziff. II/D/21 ff., S. 15 Ziff. II/F/
29), es seien die Verfahrensakten ST.2015.26-WS1SK-HWI beim Kreisgericht
Werdenberg-Sarganserland und die Akten des Migrationsamtes ZEMIS-Nr.
0001906334 beizuziehen sowie ein aktuelles Gutachten über seine Rückfallgefahr und
eine Auskunft seiner Arbeitgeberin über sein Verhalten und die Leistungen am
Arbeitsplatz einzuholen, ist nicht ersichtlich, inwiefern dadurch zusätzliche
entscheidrelevante Erkenntnisse gewonnen werden könnten, welche sich nicht bereits
aus den vorliegenden Akten ergeben. Folglich ist darauf zu verzichten (vgl. hierzu BGer
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2C_564/2014 vom 20. April 2015 E. 3.1 mit Hinweisen), zumal es dem
Beschwerdeführer freigestanden hätte, von sich aus ein Zwischenzeugnis seiner
Arbeitgeberin einzureichen, und die vom Beschwerdeführer erwähnte Verfügung des
Migrationsamtes vom 5. Juli 2012 offenbar keiner gerichtlichen Kontrolle unterzogen
wurde.
3. Soweit der Beschwerdeführer der Vorinstanz vorwirft (act. 13, S. 16 Ziff. II/G/32), sie
habe den Aspekt seines jugendlichen Alters bei der Begehung der Gewaltdelikte im
Rahmen der Interessenabwägung nicht berücksichtigt, verkennt er, dass die Vorinstanz
darauf in Erwägung 3d des angefochtenen Entscheides (act. 3, S. 13) einging. Eine
Verletzung des Anspruchs auf rechtliches Gehörs im Sinne von Art. 29 Abs. 2 der
Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft (SR 101, BV) und Art. 58
Abs. 1 in Verbindung mit Art. 24 Abs. 1 lit. a VRP liegt nicht vor. Durch die von der
Vorinstanz vorgenommene Interessenabwägung wurde der Beschwerdeführer in die
Lage versetzt, sich über die Tragweite des Entscheids Rechenschaft zu geben und ihn
in voller Kenntnis der Sache weiterzuziehen (vgl. BGE 140 II 262 E. 6.2 mit Hinweis).
4. Das Migrationsamt hat die Niederlassungsbewilligung des Beschwerdeführers mit
Verfügung vom 10. Juni 2014 und damit vor Inkrafttreten der revidierten Bestimmungen
des Bundesgesetzes über die Ausländerinnen und Ausländer (Ausländergesetz; SR
142.20, AuG) am 1. Oktober 2016 widerrufen. Wie es sich damit intertemporalrechtlich
verhält (vgl. hierzu Art. 126 Abs. 1 AuG, Art. 2 des Schweizerischen Strafgesetzbuches,
SR 311.0, StGB, und Botschaft des Bundesrates zur Änderung des Strafgesetzbuches
und des Militärstrafgesetzes vom 26. Juni 2013, BBl 2013 5975 ff. [nachfolgend:
Botschaft], 6011), kann offen bleiben, da die Beschwerde so oder anders abzuweisen
ist. Insbesondere wurde der Widerruf nicht mit einem Delikt begründet, für das ein
Strafgericht bereits eine Strafe oder Massnahme verhängt hat, jedoch von einer
Landesverweisung abgesehen hat (vgl. Art. 63 Abs. 3 AuG).
5. Zunächst anerkennt der Beschwerdeführer ausdrücklich (act. 13, S. 5 Ziff. II/A/12),
dass er mit seiner Verurteilung durch das Kantonsgericht St. Gallen vom 1. Oktober
2013 zu einer Freiheitsstrafe von 27 Monaten den Widerrufsgrund nach Art. 63 Abs. 1
lit. a in Verbindung mit Art. 62 Abs. 1 lit. b AuG erfüllt hat (vgl. hierzu auch Art. 63 Abs.
2 AuG). Damit kann offen bleiben, ob das Verhalten des Beschwerdeführers subsidiär
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als schwerer oder wiederholter Verstoss gegen die öffentliche Sicherheit und Ordnung
im Sinne von Art. 62 Abs. 1 lit. c AuG zu werten ist (vgl. BGE 135 II 377 E. 4.2.).
Hingegen vertritt der Beschwerdeführer unter Berufung auf die EGMR-Urteile Maslov ./.
Österreich vom 23. Juni 2008 (Nr. 1638/03) und Emre ./. Schweiz vom 22. Mai 2008
(42034/04) sowie die Urteile BGer 2C_406/2014 vom 2. Juli 2015, BGer 2C_361/2014
vom 22. Oktober 2014 sowie BGer 2C_94/2016 vom 2. November 2016 die Ansicht,
der angefochtene Entscheid verstosse gegen den Verhältnismässigkeitsgrundsatz (act.
13, S. 6 ff. Ziff. II/A/6 ff., act. 21). Er sei beim relevanten Geschehen nicht die treibende
Kraft gewesen. Die übrigen Verurteilungen würden kaum ins Gewicht fallen, da diese
eher Bagatellcharakter hätten und teilweise schon viele Jahre zurücklägen. Die jüngste
Verurteilung durch das Kreisgericht Werdenberg-Sarganserland vom 10. September
2015 sei sodann aufgehoben worden. Im Weiteren sei er in der Schweiz geboren und
aufgewachsen. Sehr gewichtige Gründe, welche die Wegweisung rechtfertigen
könnten, seien nicht ersichtlich, zumal er den weit überwiegenden Teil der dem
Widerruf zugrunde gelegten Straftaten in jugendlichem Alter verübt habe. Seit den im
Jugendalter verübten Straftaten habe er sich keine Gewaltdelikte mehr zuschulden
kommen lassen. Auf den Vorfall vom 19. Januar 2014 könne nicht abgestützt werden,
da es diesbezüglich an einer rechtskräftigen Verurteilung fehle. Auch die positive
Legalprognose spreche dafür, dass er seine Deliktsbereitschaft im jungen Alter nicht
ins Erwachsenenalter weiterführen werde. Er sei nicht drogenabhängig und gehe einer
geregelten Arbeit nach. Sein Arbeitgeber sei mit seiner Arbeit sehr zufrieden. Er sei
zuverlässig und verhalte sich gegenüber Mitarbeitern und Vorgesetzten stets korrekt.
Er habe hier die Schule besucht und eine Berufsausbildung abgeschlossen. Er sei der
schriftdeutschen Sprache mächtig und beherrsche den schweizerischen Dialekt
perfekt. Er sei nach schweizerischen Grundsätzen erzogen worden und sei gut
integriert. Insbesondere sei er Mitglied im örtlichen Fussballclub. Seine Freunde seien
überwiegend Schweizer. Er habe seit längerem eine Schweizer Freundin. Er empfinde
die Schweiz als seine Heimat. Hier habe er seine familiären, sozialen und kulturellen
Beziehungen und Wurzeln. Trotz Volljährigkeit sei er von seinen Eltern abhängig. Er sei
nicht in der Lage, in einem fremden Land ein eigenständiges Leben zu führen. Auch
seine Eltern würden ihm nicht zutrauen, selbständig ohne Unterstützung seiner Familie
und Freunde in einer für ihn fremden Umgebung zurecht zu kommen. Zudem hätten
seine Eltern im Sommer 2013 in Z. ein Haus gebaut, in dem die ganze Familie wohne.
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Eine Ausweisung ihres Sohnes würde sie hart treffen. Sein Vater wolle ihm sein
Gipsergeschäft nach seiner Pensionierung übergeben. Zum Kosovo habe er keine enge
Bindung. Er habe den Kosovo nur sporadisch zu Ferienzwecken besucht. Nur sein
Onkel und seine Grossmutter würden noch dort leben. Die Verhältnisse dort seien
keineswegs einfach. Sein Onkel sei arbeitslos und komme nur mit Mühe und Not über
die Runden. Seine alte Grossmutter würde ihm bei der Integration kaum behilflich sein
können. Er spreche die albanische Sprache nur gebrochen. Schriftlich beherrsche er
sie nicht, was eine Integration zusätzlich erschwere. Durch seine den schweizerischen
Verhältnissen angepasste Erziehung sei er mit der Kultur seines Heimatlandes nicht
vertraut. Im übrigen sei gegen ihn vorgängig keine fremdenpolizeiliche Verwarnung
ausgesprochen worden.
5.1. Der Beschwerdeführer ist in der Schweiz geboren und aufgewachsen. Als
Ausländer der zweiten Generation kann er sich auf den kombinierten Schutzbereich
(Privat- und Familienleben) von Art. 8 der Europäischen Konvention zum Schutze der
Menschenrechte und Grundfreiheiten (SR 0.101, EMRK) und Art. 13 BV berufen. Das in
Art. 8 EMRK bzw. in Art 13 BV geschützte Recht ist berührt, wenn eine staatliche
Entfernungs- oder Festhaltemassnahme eine nahe, echte und tatsächlich gelebte
familiäre Beziehung einer in der Schweiz gefestigt anwesenheitsberechtigten Person
beeinträchtigt, ohne dass es dieser von vornherein ohne Schwierigkeiten möglich bzw.
zumutbar wäre, das entsprechende Familienleben andernorts zu pflegen. Für die
Rechtfertigung eines Eingriffs in das durch Art. 8 Ziff. 1 EMRK geschützte Rechtsgut ist
konventionsrechtlich eine Interessenabwägung erforderlich, welche die individuellen
Interessen an der Erteilung bzw. am Erhalt des Anwesenheitsrechts und der
öffentlichen Interessen an dessen Verweigerung in Betracht zieht (Art. 8 Ziff. 2 EMRK).
Das öffentliche Interesse überwiegt, wenn die Massnahme durch ein "herausragendes
soziales Bedürfnis" gerechtfertigt und in Bezug auf das rechtmässig verfolgte Ziel
verhältnismässig erscheint bzw. einer "fairen" Interessenabwägung entspricht. Die
anzuwendenden Kriterien stimmen inhaltlich mit denjenigen überein, welche nach
innerstaatlichem Recht zur Prüfung der Verhältnismässigkeit einer
aufenthaltsbeendenden Massnahme (Art. 5 Abs. 2 BV; Art. 96 AuG) zur Anwendung
kommen, und bestehen aus: (1) Art und Schwere der vom Betroffenen begangenen
Straftaten, wobei besonders ins Gewicht fällt, ob er diese als Jugendlicher oder als
Erwachsener begangen und es sich dabei um Gewaltdelikte gehandelt hat oder nicht;
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(2) Dauer des Aufenthalts im Land; (3) seit der Tatbegehung verstrichene Zeit und das
Verhalten des Betroffenen während dieser; (4) sozialen, kulturellen und familiären
Bindungen zum Aufenthaltsstaat und zum Herkunftsland; (5) gesundheitlichem Zustand
sowie (6) mit der aufenthaltsbeendenden Massnahme verbundenen Dauer der
Fernhaltung (vgl. BGer 2C_445/2014 vom 2. Dezember 2014 E. 2.3 mit zahlreichen
Hinweisen).
Treten Jugendliche oder junge Erwachsene, die im Aufnahmestaat sozialisiert worden
sind, strafrechtlich in Erscheinung, so besteht im Falle überwiegend nicht gewalttätiger
Delikte grundsätzlich nur wenig Raum für eine Aufenthaltsbeendigung. Diese
Altersgruppe lässt sich in ihrer Entwicklung noch wesentlich beeinflussen, und die
meisten der "Frühdelinquenten" werden nicht mehr straffällig, weshalb ihre
Wiedereingliederung im Vordergrund steht. Das Wohl eines Jugendlichen oder eines
jungen Erwachsenen und dessen Wiedereingliederungschancen, die gefährdet
erscheinen, wenn die familiären und sozialen Bande aufgelöst werden und er im
Aufnahmestaat seine Wurzeln verliert, sind bei der Interessenabwägung jeweils von
besonderem, aber nicht allein ausschlaggebendem Gewicht, falls den Jugendlichen
oder den jungen Erwachsenen mit seinem Heimatstaat nicht mehr verbindet als
lediglich (noch) seine reine (weitgehend nicht mehr gelebte) Staatsbürgerschaft.
Handelt es sich bei den begangenen Straftaten jedoch um Gewaltdelikte, so vermag
das öffentliche Interesse an einer Ausreise des Straftäters, je nach Gewichtung der
übrigen, ebenfalls bei der Interessenabwägung zu berücksichtigenden Elemente,
dessen privates Interesse an einem Verbleib im Aufnahmestaat zu überwiegen. Selbst
eine einmalige Straftat kann eine aufenthaltsbeendende Massnahme rechtfertigen,
wenn die Rechtsgutsverletzung schwer wiegt (vgl. BGer 2C_896/2014 vom 25. April
2015 E. 2.2 f. mit zahlreichen Hinweisen).
Die Niederlassungsbewilligung eines Ausländers, der sich schon seit langer Zeit hier
aufhält, soll zwar nur mit besonderer Zurückhaltung widerrufen werden, doch ist dies
bei wiederholter bzw. schwerer Straffälligkeit selbst dann nicht ausgeschlossen, wenn
er hier geboren ist (Ausländer der "zweiten Generation", vgl. hierzu M. Spescha,
Migrationsrecht, 4. Aufl. 2015, Art. 63 N 6 ff.) und sein ganzes bisheriges Leben im
Land verbracht hat . Bei schweren Straftaten und bei Rückfall bzw. wiederholter
Delinquenz besteht regelmässig ein wesentliches öffentliches Interesse daran, die
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Anwesenheit eines Ausländers zu beenden, der die Sicherheit und Ordnung derart
beeinträchtigt (vgl. BGer 2C_103/2014 vom 13. Januar 2015 E. 3.2 mit Hinweisen). Bei
schweren Straftaten, insbesondere bei Gewalt- und Drogendelikten, muss zum Schutz
der Öffentlichkeit ausländerrechtlich selbst ein geringes Restrisiko weiterer
Beeinträchtigungen wesentlicher Rechtsgüter nicht in Kauf genommen werden (vgl.
BGE 139 I 16 E. 2.2.1 mit Hinweisen). Ausgangspunkt und Massstab für die
migrationsrechtliche Interessenabwägung ist die Schwere des Verschuldens, die sich in
der Dauer der verfahrensauslösenden Freiheitsstrafe niederschlägt (vgl. BGer
2C_1076/2013 vom 2. Juni 2014 E. 4.1 mit Hinweis auf BGE 129 II 2015 E. 3.1). Für
das migrationsrechtliche Verschulden ist allerdings nicht nur das für die Anlasstat
verhängte Strafmass ausschlaggebend, sondern die Gesamtbetrachtung des
deliktischen Verhaltens bis zum angefochtenen Urteil (vgl. BGer 2C_1046/2014 vom 5.
November 2015 E. 4.1 mit Hinweisen).
5.2. Im Entscheid vom 1. Oktober 2013 (Dossier, S. 490-524, S. 515 ff.) hielt das
Kantonsgericht St. Gallen zum strafrechtlichen Verschulden des Beschwerdeführers
anlässlich der Tat vom 27. Februar 2011 fest, dass das Opfer durch die Schläge gegen
den Kopf schwere Verletzungen davongetragen habe. So habe es eine bleibende
Augenschädigung, eine schwere Gehirnerschütterung und diverse Prellungen erlitten.
Die Art und Weise des Vorgehens bezeichnete es als roh, äusserst brutal und
empathielos. Der vollumfänglich schuldfähige Beschwerdeführer und seine Mittäter
seien dem stark alkoholisierten Opfer gegenüber zahlenmässig und somit auch
physisch überlegen gewesen. Sie hätten selbst dann noch auf das Opfer
eingeschlagen, als es wehr- bzw. bewusstlos am Boden lag. Auch wenn der
Beschwerdeführer nicht die treibende Kraft der Geschehnisse gewesen sei, zeuge sein
Verhalten von einer bedenklichen Rücksichtslosigkeit gegenüber Mitmenschen. Dass
der Tötungserfolg ausgeblieben sei, sei letztlich dem Umstand zu verdanken, dass die
Polizei und Sanität von Dritten alarmiert worden seien. Straferhöhend wertete das
Gericht, dass der Beschwerdeführer den Begleiter des Opfers nur deshalb angriff und
mit Fusstritten traktierte, wodurch dieser eine Gehirnerschütterung und diverse
Prellungen erlitten habe, weil dieser ein Freund des Opfers gewesen sei. Damit habe er
ein erschreckendes Mass an Brutalität und sinnloser Gewaltbereitschaft gezeigt.
Wegen weiterer Angriffe und mehrfachen Raubes – die Opfer erlitten dabei
Körperverletzungen (Nasenbeinfraktur, Rissquetschwunde am Nasenrücken,
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Zahnabsplitterung, multiple Hämatome und Schwellungen im Gesicht, Verlust von drei
Frontzähnen) – am 29. August 2010, 25. September 2010 und 6. Februar 2011, welche
einmal mehr zeigten, dass der Beschwerdeführer über eine niedrige Hemmschwelle
betreffend Gewaltanwendung verfüge, erhöhte das Gericht die Strafe weiter. Überdies
erhöhte das Gericht die Strafe, weil der Beschwerdeführer mit zwei Mittätern am
19./20. November 2010 mit einem Brecheisen in ein Restaurant eingebrochen sei,
dabei CHF 5150 erbeutet und einen Sachschaden von CHF 2000 verursacht habe
sowie am 25. September 2010 ohne ersichtlichen Grund eine Bierflasche auf ein
wartendes Postauto geworfen habe, wodurch eine Seitenscheibe in die Brüche
gegangen und ein Sachschaden von CHF 5000 entstanden sei. Schliesslich
berücksichtigte es straferhöhend, dass der Beschwerdeführer mehrfach gegen das
Waffengesetz (Besitz von Schlagring und Schmetterlingsmessern) verstiess und
während laufender Strafuntersuchung erneut straffällig wurde. Der Beschwerdeführer
zeige nur eingeschränkt Reue und Einsicht. Immerhin habe er einige seiner Taten
gestanden. Auch könne ihm aufgrund des Therapieberichts vom 15. August 2012
(Dossier, S. 774-776) eine positive Legalprognose attestiert werden.
5.3. Wie die Vorinstanz in Erwägung 3c des angefochtenen Entscheides (act. 3, S. 12)
zutreffend ausgeführt hat, wiegt das ausländerrechtliche Verschulden des
Beschwerdeführers angesichts der versuchten vorsätzlichen Tötung sowie der
mehrfachen Gewaltdelikte (Angriff, Raub) und der jugendstrafrechtlich verhängten
Freiheitsstrafe von 27 Monaten – bei einem Strafrahmen vom Verweis bis höchstens 48
Monate Freiheitsentzug (vgl. Art. 22 bis Art. 25 des Bundesgesetzes über des
Jugendstrafrecht, SR 311.1, JStG) – schwer. Durch eine derartige Delinquenz
demonstrierte der Beschwerdeführer eine ausgeprägte Geringschätzung der
schweizerischen Rechtsordnung. Dabei handelt es sich um Anlasstaten, welche, wären
sie nach dem 1. Oktober 2016 und ausserhalb des Anwendungsbereichs des JStG (vgl.
zum Verzicht auf die Landesverweisung im Jugendstrafrecht Botschaft, 6013 f.)
begangen worden, grundsätzlich zu einer obligatorischen strafrechtlichen
Landesverweisung geführt hätten (Art. 121 Abs. 3 lit. a BV; Art. 66a Abs. 1 lit. a bis d
StGB). Dies unterstreicht die Schwere seiner Taten, auch wenn die entsprechende
Bestimmung auf das vorliegende Verfahren nicht anwendbar ist. Negativ ins Gewicht
fällt weiter, dass die verfahrensauslösende Verurteilung nicht die erste und auch nicht
die letzte Strafe gegen den Beschwerdeführer darstellt. Er liess sich von den Vorstrafen
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mit warnendem Charakter in den Jahren 2006 und 2007 nicht von weiteren Straftaten
abhalten, sondern steigerte seine Delinquenz – im Gegenteil – drastisch. Sodann wurde
er nach seiner Verurteilung am 1. Oktober 2013 am 6. Januar und am 13. März 2014 –
nach Erreichen des Mündigkeitsalters – erneut straffällig. Zudem hob das
Kantonsgericht St. Gallen mit Entscheid vom 8. November 2016 (act. 22/12) die
Verurteilung des Beschwerdeführers wegen versuchter schwerer Körperverletzung
(Dispositiv Ziff. 1 bis 3) durch das Kreisgericht Werdenberg-Sarganserland vom
10. September 2015 (act. 7) zwar auf. Gleichzeitig bestätigte es aber Ziffer 4 des
Entscheides des Kreisgerichts, wonach der Beschwerdeführer für die Folgen seines
gewalttätigen Verhaltens hafte. Damit ist erstellt, dass der Beschwerdeführer nach
seiner Verurteilung vom 1. Oktober 2013 und der angeordneten ambulanten
Behandlung am 19. Januar 2014 den objektiven Tatbestand einer leichten
Körperverletzung erfüllt hat, indem er einem Barbetreiber – ohne Vorliegen eines
Rechtfertigungsgrundes, insbesondere einer Notwehrsituation (vgl. act. 13, S. 11
Ziff. II/D/21) – mittels eines Faustschlages den Kiefer brach, selbst wenn es sich dabei
in strafrechtlicher Hinsicht nicht um eine versuchte schwere Körperverletzung handelte
(vgl. Dossier, S. 674-678, 718-720, act. 17/14/1) und das Opfer den Strafantrag am 24.
Juli 2014 zurückzog (act. 17/1/8). Anders als im Strafverfahren, wo vor einer
rechtskräftigen Verurteilung die Unschuldsvermutung gilt, muss im administrativen
Verfahren mangels Verurteilung nicht davon ausgegangen werden, der
Beschwerdeführer habe sich nichts zuschulden kommen lassen (vgl. VerwGE
B 2012/140 vom 8. November 2013 E. 4.2.4 mit Hinweis auf BGer 2C_318/2010 vom
16. September 2010 E. 2.1 und 3.2, www.gerichte.sg.ch). Angesichts dieser erneuten
Gewalttätigkeit hat sich die ihm vom Kantonsgericht im Entscheid vom 1. Oktober 2013
gestützt auf den Therapiebericht vom 15. August 2012 (Dossier, S. 774-776) und den
Verlaufsbericht vom 16. September 2013 (Dossier, S. 772 f.) der Stiftung Kinder- und
Jugendpsychiatrie Graubünden, Chur, attestierte positive Legalprognose nicht
bewahrheitet (vgl. zur Vermutungsumkehr nach Art. 42 Abs. 1 StGB BGE 134 IV 1 E.
4.2.2 mit Hinweisen). Vor diesem Hintergrund kann nicht davon ausgegangen werden,
dass er sich künftig wohlverhalten und Verantwortung für sein Handeln übernehmen
wird. Das Risiko, dass er weitere Gewalttaten begehen wird, muss ausländerrechtlich
nicht hingenommen werden. Strafrecht und Ausländerrecht verfolgen unterschiedliche
Ziele und sind unabhängig voneinander anzuwenden. Der Straf- und
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Massnahmenvollzug hat nebst der Sicherheitsfunktion eine resozialisierende bzw.
therapeutische Zielsetzung; für die Fremdenpolizeibehörden steht demgegenüber das
Interesse der öffentliche Ordnung und Sicherheit im Vordergrund, woraus sich ein im
Vergleich mit den Straf- und Strafvollzugsbehörden strengerer Beurteilungsmassstab
ergibt (vgl. BGE 137 II 233 E. 5.2.2 mit Hinweisen). Im Weiteren darf ausserhalb des
Geltungsbereichs des Abkommens vom 21. Juni 1999 zwischen der Schweizerischen
Eidgenossenschaft einerseits und der Europäischen Gemeinschaft und ihren
Mitgliedstaaten andererseits über die Freizügigkeit (SR 0.142.112.681, FZA) auch
generalpräventiven Gesichtspunkten Rechnung getragen werden (vgl. BGer
2C_28/2014 vom 21. Juli 2014 E. 6.6.3). Insofern kann der Beschwerdeführer aus dem
Urteil BGer 2C_406/2014 vom 2. Juli 2015, welchem das FZA zugrunde lag, nichts zu
seinen Gunsten ableiten. Sodann kann das Vorgehen des Beschwerdeführers
spätestens seit seiner Gewalttat am 19. Januar 2014 nicht mehr als
Sozialisationsschwierigkeit während der Adoleszenz betrachtet werden. Damit stösst
sein Hinweis auf die EGMR-Urteile Emre ./. Schweiz vom 22. Mai 2008 (42034/04) und
11. Oktober 2011 (5056/10) ins Leere, welche auf Straftaten basierten, die als
Jugenddelinquenz qualifiziert wurden, wobei sich deutliche Symptome einer
psychischen Erkrankung zeigten. Des Weiteren lag dem EGMR-Urteil Maslov ./.
Österreich vom 23. Juni 2008 (Nr. 1638/03) die Konstellation zugrunde, dass ein
Drogenabhängiger im jungen Alter, abgesehen vom Verprügeln eines anderen
Jugendlichen, ausschliesslich Straftaten nicht gewalttätiger Natur beging. Auch dieses
Urteil ist für den vorliegenden Fall nicht einschlägig. Soweit der Beschwerdeführer
unter Berufung auf die bundesgerichtliche Rechtsprechung geltend macht, es handle
sich nicht um besonders schwere Straftaten resp. es lägen keine wichtigen Gründe für
eine Wegweisung vor, lässt er ausser Acht, dass das von ihm zitierte Urteil BGer
2C_361/2014 vom 22. Oktober 2015 nicht auf einer versuchten vorsätzlichen Tötung,
sondern auf einer fahrlässigen Tötung basierte und keine weiteren Verurteilungen
vorlagen, und das Urteil BGer 2C_94/2016 vom 2. November 2016 ebenfalls keine
versuchte vorsätzliche Tötung betraf und darin ein aussergewöhnlicher
Gesinnungswandel des mehrfach delinquierenden Beschwerdeführers festgestellt
werden konnte, dessen Ehefrau und Sohn über die Schweizer Staatsbürgerschaft
verfügten.
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Insgesamt besteht ein erhebliches öffentliches Interesse am Widerruf der
Niederlassungsbewilligung des Beschwerdeführers, welches nur durch entsprechend
gewichtige private Interessen aufgewogen werden kann.
5.4. Der gesunde Beschwerdeführer ist in der Schweiz geboren und hält sich sein
ganzes Leben, mithin seit über 23 Jahren hierzulande auf, weshalb er ein gesteigertes
privates Interesse an einem weiteren Verbleib in der Schweiz hat. Als in der Schweiz
besonders gut integriert kann er aber nicht betrachtet werden. Trotz des langen
Aufenthalts hat er es nicht geschafft, sich der herrschenden Rechtsordnung
anzupassen. Die ihm gebotenen Chancen wusste er nicht zu nutzen. Ohne Not (er ist
seit 2010 erwerbstätig, Dossier S. 728, und nach eigenen Angaben nicht
drogenabhängig) und trotz seiner familiären Verankerung (seine Eltern und Geschwister
leben in der Schweiz, Dossier, S. 525) hat er regelmässig Straftaten, insbesondere
schwere Gewaltdelikte, begangen. Auch hat er sich nicht nennenswert in die Schweizer
Gesellschaft eingebracht. In Verletzung seiner weitreichenden Mitwirkungspflicht
gemäss Art. 90 AuG hat er nicht nachgewiesen, dass er Schweizer Freunde resp. eine
Schweizer Freundin hat und Mitglied in einem Fussballverein ist. Seine schweren
Gewaltdelikte hat er zusammen mit Landsleuten und weiteren Ausländern begangen
(Dossier, S. 383 f.). Gemäss den Abklärungen von Dr. phil. X.S. vom 31. August 2011
kennt und grüsst er zwar viele Schweizer, „aber sonst laufe nicht viel
miteinander“ (Dossier, S. 604). Sodann kann nicht gesagt werden, dass ihn nur noch
die Staatsbürgerschaft mit dem Kosovo verbinde (vgl. BGer 2C_406/2014 vom 2. Juli
2015 E. 5.4 mit Hinweisen). Durch seine Eltern ist er mit der Kultur im Herkunftsland
vertraut, zumal er selber einräumt, den Kosovo in den Ferien besucht zu haben.
Überdies leben sein Onkel und seine Grossmutter im Kosovo. Insofern ist er seinem
Herkunftsland auch sozial verbunden. Er spricht, wenn auch angeblich nur gebrochen,
die im Kosovo gesprochene albanische Sprache, was ihm erlaubt, sich in seiner
Heimat zu verständigen. Auch wird es ihm mit etwas Anstrengung möglich sein, die
albanische Sprache schriftlich zu erlernen. Sein in der Schweiz erworbenes Wissen
wird es ihm erlauben, in der Heimat mit Unterstützung von Verwandten und Freunden
Fuss zu fassen. Er wird in seiner Heimat nicht auf unüberwindbare
Integrationsschwierigkeiten stossen, selbst wenn ihm sein Heimatland nicht die
gleichen beruflichen Perspektiven bieten kann wie die Schweiz. Durch die
Anwesenheitsbeendigung wird keine objektiv feststellbare positive
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Persönlichkeitsentwicklung beeinträchtigt. Seine verwandtschaftlichen Beziehungen in
der Schweiz kann er über die Grenzen hinweg besuchsweise bzw. allenfalls täglich
über die neuen Medien pflegen. Wie die Vorinstanz in Erwägung 3d des angefochtenen
Entscheides (act. 3, S. 13) zu Recht festgehalten hat, überwiegt das öffentliche
Interesse an seiner Entfernung auch unter Berücksichtigung seiner langen Anwesenheit
sein privates Interesse an einem weiteren Verbleib im Land. Nachdem er nach seiner
Verurteilung am 1. Oktober 2013 erneut straffällig wurde, fällt im Übrigen eine
Verwarnung, welche zumindest bei Vorliegen einer schweren Delinquenz einem
Bewilligungswiderruf nicht zwingend vorangehen muss (vgl. BGer 2C_446/2014 vom
5. März 2015 E. 4.1 mit Hinweisen), als mildere Massnahme ausser Betracht. Der
Widerruf der Niederlassungsbewilligung erweist sich als verhältnismässig und
völkerrechtskonform. Die Beschwerde ist abzuweisen.
6. (...).