# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** c934d55e-73bd-4509-83f4-963078225cb1
**Court:** ZH_VG
**Chamber:** ZH_VG_001
**Year:** 2013
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** 

## Facts

hat sich ergeben:
I.
A.
Der Gemeinderat der Stadt Zürich beschloss am 8. Juli 2009 eine neue Verordnung über das Taxiwesen (Taxiverordnung, TaxiV) zur Ablösung der Taxivorschriften der Stadt Zürich vom 20. September 2000. Hinsichtlich der Tarife regelte er in Art. 16 Abs. 1 TaxiV, dass der Stadtrat nach Anhörung der Taxikommission eine verbindliche Tarifordnung erlässt. Auf Beschwerde hin hob der Bezirksrat Zürich Art. 16 Abs. 1 TaxiV mit Beschluss vom 15. April 2010 auf. Dieser Entscheid wurde im Ergebnis vom Verwaltungsgericht und vom Bundesgericht bestätigt (VGr, 28. Oktober 2010, VB.2010.00245, bzw. BGr, 17. Mai 2011, 2C_940/2010).
B.
Mit Gemeinderatsbeschluss vom 25. Mai 2012 wurde Art. 16 TaxiV wie folgt angepasst:
1
Der Stadtrat erlässt nach Anhörung der Taxikommission eine Tarifordnung mit verbindlichen Höchsttarifen.
2
Die wesentlichen Elemente des Tarifs sind aussen, der vollständige Tarif ist innen am Fahrzeug gut sichtbar bekannt zu geben. Der Stadtrat regelt nach Anhörung der Taxikommission die Details.
(...)
Diese Änderung wurde am 30. Mai 2012 amtlich publiziert. Das fakultative Referendum wurde nicht ergriffen.
II.
Gegen den Gemeinderatsbeschluss vom 25.
Mai 2012 erhoben A, B, C und D am 28. Juni 2012 Gemeindebeschwerde beim Bezirksrat Zürich. Sie beantragten die Aufhebung von Art. 16 Abs. 1 und
2 der geänderten Taxiverordnung. Der Bezirksrat wies die Beschwerde mit Beschluss vom 11. April 2013 ab, soweit er darauf eintrat.
III.
Dagegen reichten A, B, C und D am 15. Mai 2013 Beschwerde beim Verwaltungsgericht ein und beantragten die Aufhebung von Ziff. I und II des Bezirksratsbeschlusses vom 11. April 2013 sowie von Art. 16 Abs. 1 und 2 der mit Gemeinderatsbeschluss vom 23. Mai 2012 geänderten Taxiverordnung; alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten der Stadtkasse Zürich.
Der Bezirksrat Zürich verzichtete mit Eingabe vom 5. Juni 2013 auf eine Vernehmlassung. Auf Einladung des Gemeinderats beantragte der Stadtrat Zürich am 3. Juli 2013 die Abweisung der Beschwerde unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten der Beschwerdeführer.
Mit Eingabe vom 23. August 2013 hielten die Beschwerdeführer an ihren Anträgen fest.
Die Kammer

## Considerations

erwägt:
1.
1.1
Im Streit liegt eine generell-abstrakte kommunale Verordnung und damit ein Erlass im Sinn von § 19 Abs. 1 lit. d des Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959 (VRG). Beschwerden gegen solche Akte beurteilt als letzte kantonale Instanz das Verwaltungsgericht (§ 41 Abs. 1 VRG in Verbindung mit § 19 Abs. 1 VRG). Über Rechtsmittel gegen Erlasse entscheidet das Gericht in Fünferbesetzung (§ 38a Abs. 1 VRG).
1.2
Beschlüsse des Grossen Gemeinderats können nach § 151 Abs. 1 des Gemeindegesetz
es
vom 6. Juni 1926
unter anderem von denjenigen Personen, die gemäss §
21
VRG
dazu berechtigt sind, durch Beschwerde angefochten werden, wenn sie gegen übergeordnetes Recht verstossen,
oder
wenn sie offenbar über die Zwecke der Gemeinde hinausgehen und zugleich eine erhebliche Belastung der Steuerpflichtigen zur Folge haben
,
oder wenn sie Rücksichten der Billigkeit in ungebührlicher Weise verletzen
.
Gemäss § 49 in Verbindung mit § 21 Abs. 1 VRG ist zur Beschwerde berechtigt, wer durch die Anordnung berührt ist und ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung oder Änderung hat. Zur Erhebung eines Begehrens um abstrakte Normenkontrolle ist gemäss der bundesgerichtlichen Rechtsprechung legitimiert, wer zumindest virtuell in schutzwürdigen tatsächlichen Interessen berührt ist. Virtuelles Berührtsein setzt voraus, dass die beschwerdeführende Person von der angefochtenen Regelung früher oder später einmal mit einer minimalen Wahrscheinlichkeit unmittelbar betroffen ist (BGE 137 I 77 E. 1.4).
Die Beschwerdeführer verfügen unbestrittenermassen alle über eine Taxibetriebs
bewilligung der Stadt Zürich. Damit sind sie von der angefochtenen Änderung der Taxiverordnung betroffen und somit zur Beschwerde legitimiert. Da auch die übrigen Prozessvoraussetzungen erfüllt sind, ist auf die Beschwerde einzutreten.
2.
Die Beschwerdeführer beantragen die Durchführung einer mündlichen Verhandlung.
N
ach § 59 Abs. 1 VRG
kann auf Antrag der Parteien oder von Amtes wegen eine mündliche Verhandlung angeordnet werden. Diese Bestimmung verleiht den
Beteiligten
indes
keinen Rechtsanspruch auf Durchführung einer mündlichen Verhandlung. Da das Gericht den Entscheid vorliegend aufgrund der Akten fällen kann, besteht kein Anlass zur Anordnung einer mündlichen Verhandlung im Sinn von § 59 Abs. 1 VRG.
In
individuell-konkreten zivil- oder strafrechtlichen Streitverfahren
gewährt
Art. 6 Abs. 1 der
Europäischen Menschenrechtskonvention
(EMRK)
grundsätzlich
ein
Recht
auf mündliche Verhandlung
. Ob eine Betroffenheit der Beschwerdeführer im Verfahren der abstrakten Normenkontrolle gemäss Art. 6 Abs. 1 EMRK einen Anspruch auf mündliche Verhandlung bewirkt, ist davon abhängig, ob die Norm auf ihre zivilrechtlichen Ansprüche unmittelbar einwirkt (vgl. BGE 132 V 299 E. 4.3.2; 132 V 6 E. 2.3.2). Dies ist im vorliegenden Verfahren der abstrakten Kontrolle einer Delegationsnorm nicht der Fall. Konkrete Beeinträchtigungen ergeben sich allenfalls durch den Erlass der Tarifordnung.
Im Übrigen kann auch aus dem Anspruch auf rechtliches Gehör nach Art. 29 Abs. 2 BV kein
Recht
auf eine persönliche mündliche Anhörung
oder
auf Durchführung einer öffentlichen Verhandlung abgeleitet werden (vgl.
VGr, 13. Januar 2013, VB.2012.00641, E. 1.2;
RB 1998 Nr. 38).
D
em Antrag auf Durchführung einer öffentlichen Verhandlung ist somit nicht zu entsprechen.
3.
3.1
Das Bundesgericht hat entschieden, dass die Festsetzung von verbindlichen Tarifen für das Taxiwesen sich direkt gegen den Wettbewerb richtet und eine Abweichung von der Wirtschaftsfreiheit darstellt (BGr, 17. Mai 2011, 2C_940/2010, E. 4.7). Die Beschwerdeführer rügen, dass trotz dieses Entscheids, die Beschwerdegegnerin weiterhin auf den Taxitarif vom 5. Mai 2008 abstelle und die fixen Tarife
(Grundtaxe von Fr. 6.- und Fahrtaxe von Fr. 3.80 pro Kilometer)
einfach in Höchsttarife umwandle.
Der Taxitarif (Verfügung der Vorsteherin des Polizeidepartements) vom 5. Mai 2008 stützt sich auf die Taxivorschriften der Stadt Zürich (nachfolgend: Taxivorschriften). Nach deren
Art. 17
ist
der Stadtrat ermächtigt, auf Antrag der Vorsteherin oder des Vorstehers des Polizeidepartements nach Anhörung der Taxikommission eine verbindliche Tarifordnung zu erlassen.
Mit Schreiben vom 14. Juni 2011 informierte die Stadtpolizei Zürich die Inhaber von Taxibetriebsbewilligungen, dass die in der Verfügung der Vorsteherin des Polizeidepartements vom 5. Mai 2008 festgelegten Tarife aufgrund des genannten Bundesgerichtsentscheids neu im Sinn von Höchsttarifen gelten würden. Am
1. Januar 2013
trat die
neue
Taxiverordnung
(mit Ausnahme von Art. 16 Abs. 1 und 2) in Kraft. Entgegen der Ansicht der Beschwerdeführer ist jedoch Art. 17 Abs. 1 der bisherigen Taxivorschriften weiterhin gültig (vgl. Fussnote 2 der TaxiV), womit auch die darauf beruhende Tarifordnung in Kraft bleibt.
3.2
Die
von der Beschwerdegegnerin vorgenommene
Auslegung
von Art. 17 Abs. 1 der Taxivorschriften
im Sinn des genannten Bundesgerichtsurteils ist
im vorliegenden Verfahren nicht zu überprüfen. Die Beschwerdeführer sind gegen das Schreiben der Stadtpolizei vom 14. Juni 2011 nicht vorgegangen. Dieses