# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 99cfad2e-c543-4708-9859-36b49c6f63c7
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2011
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** 

## Facts

Sachverhalt:
1.
1.1 Der 1984 geborene X._ war seit 28. September 2006 durch ein Temporärbüro an die Y._ GmbH als Bauarbeiter vermittelt (Urk. 9/5) und bei der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt (SUVA) obligatorisch gegen die Folgen von Unfällen versichert, als er am 9. Oktober 2006 während der Arbeit von einem Gerüst auf beide Hände stürzte. In seiner Schadenmeldung vom 16. Oktober 2006 gab er an, dass er sich am linken Daumen verletzt habe (Urk. 9/1). Der erstbehandelnde Arzt Dr. med. Z._, Allgemeine Medizin FMH, verordnete bei Diagnose einer Daumendistorsion links mehr als rechts Physiotherapie (Urk. 9/2) und berichtete am 4. Januar 2007 über eine Ruptur des ulnaren Kollateralbandes am rechten Daumen bei bisher symptomloser Grundgelenksarthrose sowie starke Daumenschmerzen links (Bericht vom 4. Januar 2007, Urk. 9/7). Die SUVA anerkannte ihre Leistungspflicht für die Folgen dieses Ereignisses und erbrachte die gesetzlichen Leistungen. Eine Arbeit hat X._ seither nicht mehr aufgenommen.
Nachdem X._ von Kreisarzt Dr. med. A._, Facharzt für Chirurgie FMH, am 25. Oktober 2007 untersucht worden war (Urk. 9/37), teilte die SUVA dem Versicherten mit Schreiben vom 19. Dezember 2007 (Urk. 9/38) und 17. März 2008 (Urk. 9/44) mit, dass die im B._ Spital vorgeschlagene Operation am rechten Daumen (Arthrodese) zumutbar sei und sie lediglich diejenigen Leistungen gewähren werde, die beim erwarteten Erfolg dieser Massnahmen wahrscheinlich hätten entrichtet werden müssen. Die Bedenkzeit wurde letztmals bis zum 4. April 2008 gewährt (Urk. 9/44). Mit Schreiben vom 4. April 2008 (Urk. 9/46) äusserte X._ Einwände gegen die Zumutbarkeit der vorgeschlagenen operativen Massnahme. Nachdem Kreisarzt Dr. A._ am 14. Mai 2008 zur Einschränkung der Arbeitsfähigkeit Stellung genommen hatte (Urk. 9/51), teilte die SUVA dem Versicherten am 14. Mai 2008 mit, dass sie die Heilbehandlungs- und Taggeldleistungen per 31. Mai 2008 einstelle (Urk. 9/52). Nach Abklärung der erwerblichen Situation (Urk. 9/53-60) sprach sie ihm mit Verfügung vom 25. August 2008 ab dem 1. Juni 2008 eine Invalidenrente aufgrund einer unfallbedingten Erwerbseinbusse von 14 % zu (Urk. 9/69), wogegen X._ am 25. September 2008 durch Rechtsanwalt Christoph Häberli Einsprache erhob (Urk. 9/76). Mit Verfügung vom 24. Oktober 2008 lehnte die SUVA einen Anspruch auf eine Integritätsentschädigung ab (Urk. 9/80/3-4). Dagegen liess X._ am 26. November 2008 durch seinen Rechtsvertreter erneut Einsprache erheben (Urk. 9/80/1).
1.2 Nachdem X._ am 26. Januar 2010 von Dr. med. C._, Facharzt für Chirurgie FMH, kreisärztlich untersucht (Bericht vom 7. Juli 2010, Urk. 9/119) und verschiedene Arztberichte bzw. die Krankenkassenakten betreffend Behandlungen des rechten Daumens seit 2001 beigezogen worden waren (Urk. 9/101, Urk. 9/108, Urk. 9/111-118) machte ihn die SUVA mit Schreiben vom 12. Juli 2010 (Urk. 9/120) auf eine mögliche reformatio in peius aufmerksam und teilte ihm mit, dass die Verfügung vom 25. August 2008 zu seinen Ungunsten in dem Sinne abzuändern sei, dass ihm ein Anspruch auf eine Invalidenrente gänzlich abzusprechen sei und die gestützt auf diese Verfügung in der Zwischenzeit ausgerichteten Rentenbetreffnisse zurückzufordern seien; mangels Unfallfolgen sei zudem ein Anspruch auf eine Integritätsentschädigung zu verneinen, weshalb die Einsprache gegen die Verfügung vom 24. Oktober 2008 ohne Weiteres abzuweisen sei. Gleichzeitig räumte sie ihm Frist zur Stellungnahme beziehungsweise zum Einspracherückzug ein.
Mit Eingabe vom 15. September 2010 (Urk. 9/124) hielt X._ durch seinen Rechtsverterer unter Beilage eines Berichtes von Dr. Z._ vom 10. September 2010 (Urk. 9/123/1) an seinen Einsprachen fest. Mit Einspracheentscheid vom 15. Dezember 2010 wies die SUVA diese ab und hielt fest, dass die Verfügung vom 25. August 2008 in dem Sinne abgeändert werde, dass ein Anspruch auf eine Invalidenrente gänzlich verneint werde und die bisher ausgerichteten Rentenbetreffnisse zurückgefordert würden (Urk. 9/127 = Urk. 2).
2. Am 28. Januar 2011 erhob X._ durch seinen Rechtsverterer dagegen Beschwerde und beantragte unter Beilage eines Berichtes von Dr. med. D._, Chirurgie FMH, spez. Handchirurgie, vom 12. Februar 2007 (Urk. 3/4), der angefochtene Entscheid sei aufzuheben und das Verfahren sei zur Festlegung der weiteren Versicherungsleistungen, insbesondere einer angemessenen Invalidenrente sowie einer Integritätsentschädigung an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen; unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten der Beschwerdegegnerin (Urk. 1).
Nachdem die Beschwerdegegnerin mit Beschwerdeantwort vom 6. April 2011 (Urk. 7) unter Beilage einer Stellungnahme des Kreisarztes Dr. C._ vom 28. März 2011 (Urk. 8/2) um Abweisung der Beschwerde ersucht hatte, wurde ein zweiter Schriftenwechsel angeordnet (Urk. 10). Der Beschwerdeführer hielt mit Replik vom 24. Juni 2011 an seinen Anträgen fest (Urk. 14). Die Beschwerdegegnerin verzichtete am 25. Juli 2011 auf eine (ausführlichere) Duplik und hielt an der beantragten Abweisung der Beschwerde fest (Urk. 17), was dem Beschwerdeführer am 26. Juli 2011 angezeigt wurde (Urk. 18).

## Considerations

Das Gericht zieht in Erwägung:
1.
1.1 Nach Art. 10 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG) hat die versicherte Person Anspruch auf die zweckmässige Behandlung ihrer Unfallfolgen. Ist sie infolge des Unfalles voll oder teilweise arbeitsunfähig, so steht ihr gemäss Art. 16 Abs. 1 UVG ein Taggeld zu. Wird sie infolge des Unfalles invalid, so hat sie Anspruch auf eine Invalidenrente (Art. 18 Abs. 1 UVG in der bis 30. Juni 2001 gültig gewesenen Fassung). Der Rentenanspruch entsteht, wenn von der Fortsetzung der ärztlichen Behandlung keine namhafte Besserung des Gesundheitszustandes erwartet werden kann und allfällige Eingliederungsmassnahmen der Invalidenversicherung abgeschlossen sind. Mit dem Rentenbeginn fallen die Heilbehandlung und die Taggeldleistungen dahin (Art. 19 Abs. 1 UVG).
Nach Art. 24 Abs. 1 UVG hat die versicherte Person Anspruch auf eine angemessene Integritätsentschädigung, wenn sie durch den Unfall eine dauernde erhebliche Schädigung der körperlichen oder geistigen Integrität erleidet. Die Integritätsentschädigung wird in Form einer Kapitalleistung gewährt. Sie darf den am Unfalltag geltenden Höchstbetrag des versicherten Jahresverdienstes nicht übersteigen und wird entsprechend der Schwere des Integritätsschadens abgestuft (Art. 25 Abs. 1 UVG).
1.2 Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss UVG setzt zunächst voraus, dass zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Invalidität, Tod) ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht. Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne deren Vorhandensein der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der gleichen Weise beziehungsweise nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann. Entsprechend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des natürlichen Kausalzusammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleinige oder unmittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schädigende Ereignis zusammen mit anderen Bedingungen die körperliche oder geistige Integrität der versicherten Person beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht weggedacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene gesundheitliche Störung entfiele (BGE 129 V 177 E. 3.1, 406 E. 4.3.1, 123 V 45 E. 2b, 119 V 335 E. 1, 118 V 289 E. 1b, je mit Hinweisen).
Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, worüber die Verwaltung beziehungsweise im Beschwerdefall das Gericht im Rahmen der ihm obliegenden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt für die Begründung eines Leistungsanspruches nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
1.3 Wird durch den Unfall ein krankhafter Vorzustand verschlimmert oder überhaupt erst manifest, fällt der natürliche Kausalzusammenhang dahin, wenn und sobald der Gesundheitsschaden nur noch und ausschliesslich auf unfallfremden Ursachen beruht. Dies trifft dann zu, wenn entweder der Gesundheitszustand, wie er unmittelbar vor dem Unfall bestanden hat (Status quo ante) oder aber derjenige Zustand, wie er sich nach dem schicksalsmässigen Verlauf eines krankhaften Vorzustandes auch ohne Unfall früher oder später eingestellt hätte (Status quo sine), erreicht ist (RKUV 1992 Nr. U 142 S. 75 E. 4b mit Hinweisen; nicht publiziertes Urteil des Bundesgerichts U 172/94 vom 26. April 1995). Das Dahinfallen jeder kausalen Bedeutung von unfallbedingten Ursachen eines Gesundheitsschadens muss mit dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sein (RKUV 2000 Nr. U 363 S. 45; BGE 119 V 7 E. 3c/aa). Da es sich hiebei um eine anspruchsaufhebende Tatfrage handelt, liegt aber die entsprechende Beweislast - anders als bei der Frage, ob ein leistungsbegründender natürlicher Kausalzusammenhang gegeben ist - nicht bei der versicherten Person, sondern beim Unfallversicherer (RKUV 1994 Nr. U 206 S. 328 f. E. 3b, 1992 Nr. U 142 S. 76).
1.4 Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
Auch den Berichten und Gutachten versicherungsinterner Ärzte und Ärztinnen kommt Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen. Die Tatsache allein, dass der befragte Arzt oder die befragte Ärztin in einem Anstellungsverhältnis zum Versicherungsträger steht, lässt nicht schon auf mangelnde Objektivität und auf Befangenheit schliessen. Es bedarf vielmehr besonderer Umstände, welche das Misstrauen in die Unparteilichkeit der Beurteilung objektiv als begründet erscheinen lassen. Im Hinblick auf die erhebliche Bedeutung, welche den Arztberichten im Sozialversicherungsrecht zukommt, ist an die Unparteilichkeit des Gutachters oder der Gutachterin allerdings ein strenger Massstab anzulegen (BGE 125 V 351 f. E. 3b/ee mit Hinweis).
2.
2.1 Die Beschwerdegegnerin verneinte eine Leistungspflicht mit der Begründung, es sei gestützt auf die kreisärztliche Beurteilung von Dr. C._ vom 7. Juli 2010 (Urk. 9/119) davon auszugehen, dass beim Beschwerdeführer vor dem Unfall vom 9. Oktober 2006 im Bereich des rechten Daumens ein pathologischer Vorzustand vorgelegen und dieser Unfall nur zu einer vorübergehenden Verschlimmerung geführt habe. Der Zustand, wie er sich nach dem schicksalsmässigen Verlauf auch ohne den Unfall früher oder später eingestellt hätte, der Status quo sine, könne als im Verlaufe des Frühjahres 2007 erreicht gelten. Somit sei erstellt, dass keine Unfallfolgen mehr vorlägen, weshalb kein Anspruch auf Versicherungsleistungen mehr bestehe. Entsprechend sei auch ein Anspruch auf eine Invalidenrente gemäss Art. 18 UVG gänzlich zu verneinen, ohne dass geprüft werden müsse, inwiefern die Beschwerden im Bereich des rechten Daumens die Erwerbsfähigkeit beeinträchtigten. Die bisher ausgerichteten Rentenbetreffnisse seien zurückzufordern. Mangels Unfallfolgen sei zudem ein Anspruch auf eine Integritätsentschädigung im Sinne von Art. 24 UVG ohne Weiteres zu verneinen (Urk. 2 S. 8).
2.2 Dem hielt der Beschwerdeführer entgegen, kein Bericht aus den Akten belege eine angeblich vorbestehende Ruptur des ulnaren Kollateralbandes am rechten Daumengrundgelenk. Im Bericht vom 12. Februar 2007 (Urk. 3/4) halte Dr. D._ nicht nur die ulnare Seitenband- und Kapselruptur des rechten Metakarpophalangealgelenkes (MCP
-
Gelenkes) fest, sondern äussere auch den dringenden Verdacht auf subkapitale Metakarpale I Köpfchenfraktur am rechten Daumen. Sei es am 9. Oktober 2006 nicht nur eindeutig zu einem Bänderriss, sondern auch zu einer Fraktur im Bereich des rechten Daumengrundgelenkes gekommen, so sei die Behauptung von Dr. C._, das Ereignis habe keinen zusätzlichen strukturellen Schaden verursacht, offensichtlich unrichtig. Damit seien die daraus abgeleiteten Folgerungen der Beschwerdegegnerin im Entscheid vom 15. Dezember 2010 (Urk. 2) schlicht falsch. Ferner sei die mehrfach geforderte Begutachtung in die Wege zu leiten, damit eine brauchbare und gerechte Beurteilung einerseits der therapeutischen Möglichkeiten zur Verbesserung der Funktionsfähigkeit der rechten Hand, andererseits zur seriösen Beurteilung allenfalls bleibender Folgen vorgenommen werde (Urk. 1 S. 7 f.).
2.3 Streitig und zu prüfen ist damit, ob aus dem Unfall vom 9. Oktober 2006 über das Frühjahr 2007 hinaus Anspruch auf Leistungen der obligatorischen Unfallversicherung besteht. In diesem Zusammenhang stellt sich allenfalls die Frage nach einer vorbestehenden Schädigung.
3.
3.1 Bis zum Unfall vom 9. Oktober 2006 präsentierte sich der medizinische Sachverhalt aufgrund der von der Beschwerdegegnerin nach den Verfügungen vom 25. August und 24. Oktober 2008 (Urk. 9/69, Urk. 9/80/3) eingeholten medizinischen Unterlagen (Urk. 9/108-112) wie folgt:
3.1.1 Aus den Akten der Helsana Versicherungen AG (Urk. 9/108/2-9) geht zunächst hervor, dass der Beschwerdeführer bei ihr einen Unfall vom 21. August 2001 gemeldet hatte. In der Unfallmeldung vom 2. November 2001 (Urk. 9/108/2-3) gab er an, dass er allein Basketball gespielt und sich dabei am grossen Daumen verletzt habe.
3.1.2 Aus den Berichten der E._ Klinik (Urk. 9/111-116) ergeben sich eine ambulante Untersuchung vom 24. Februar 2003 und die Diagnose eines Verdachtes auf eine Exostose des rechten Daumens (Bericht der E._ Klinik vom 6. April 2010, Urk. 9/114). Anamnestisch führten die Ärzte auf, dass es vor 1 1⁄2 Jahren zu einer Distorsion am rechten Daumen beim Volleyballspielen gekommen sei; aufgrund der zunehmenden Schwellung sei ungefähr 6 Monate später der Daumen vorübergehend ohne Abschwellung ruhiggestellt worden. Der Beschwerdeführer als Rechtshänder sei nicht nur aufgrund der Schwellung, sondern auch von belastungsabhängigen Schmerzen gestört. Aktuell bestehe eine 2 x 1 cm grosse Schwellung ulnar des Metakarpalköpfchens I rechts. Die Röntgenaufnahmen vom 24. Februar 2003 gäben keine Hinweise für eine Arthrose des MCP
-
Gelenkes; der proximale Ansatz des ulnaren Seitenbandes sei unauffällig. Ein Zusammenhang mit dem Unfall sei unklar. Dem Bericht ist weiter zu entnehmen, dass der Beschwerdeführer mit einer chirurgischen Resektionsbiopsie einverstanden und die Operation für den 21. März 2003 geplant sei. Er werde 1 Woche vorher für eine präoperative Vollmachtsabklärung, eine Handröntgenaufnahme zur Abklärung des Grundes der Schwellung vom MCP
-
Gelenk Dig. II und III sowie für eine Anästhesiesprechstunde in der Klinik angemeldet (Urk. 9/114 S. 2).
Bei einer ambulanten Voruntersuchung vom 19. März 2003 in der E._ Klinik stellten die Ärzte die Diagnose einer überschiessenden Kallusbildung des Metakarpalköpfchens Dig. I rechts sowie eine ulnare Seitenbandinstabilität im MP-Gelenk Dig. I rechts (Bericht der E._ Klinik vom 6. April 2010, Urk. 9/113). Anamnestisch wird von weiter bestehenden Schmerzen nach einem Schlag in eine Wand vor drei Monaten berichtet. Die Röntgenaufnahmen vom 19. März 2003 hätten zusätzlich zu der schon bekannten überschiessenden Kallusbildung ulnar am Metakarpalköpfchen keinen Anhalt für eine frische ossäre Läsion gezeigt. Zusätzlich zu dem vorbestehenden Knochenvorsprung ulnarseitig am Metakarpalköpfchen Dig. I rechts sei aktuell eine ulnare Seitenbandinstabilität im MP-Gelenk Dig. I rechts aufgefallen. Es sei davon auszugehen, dass die beschriebenen Beschwerden hauptsächlich durch diese Instabilität zustande kämen. Aufgrund der nun komplexeren Operation werde der Beschwerdeführer über diesen Eingriff im Rahmen seiner Familie nachdenken und der Klinik bei positivem Entscheid für eine Operation Bescheid geben; der geplante Operationstermin für den 21. März 2003 werde gestrichen (Urk. 9/113/2).
Anlässlich einer ambulanten Untersuchung an der E._ Klinik vom 31. März 2003 (Bericht der E._ Klinik vom 6. April 2010, Urk. 9/112) brachte der Beschwerdeführer vor, dass er von Seiten des Metakarpalköpfchens Dig. I und der diagnostizierten fraglichen Seitenbandinstabilität keine Probleme mehr habe; er wünsche diesbezüglich keine Operation und möchte noch zuwarten. In der Zwischenzeit habe er jedoch bei einer Schlägerei eine erneute Verletzung der Mittelhand mit deutlicher Schwellung erlitten, welche ihm nun Schmerzen bereite, diesbezüglich erfolge die Vorstellung zum Ausschluss einer Fraktur. Die Ärzte diagnostizierten einen Status nach Kontusionstrauma Metakarpale II/III rechts und gaben als Befund eine ca. 2 x 2 cm grosse hämatöse Schwellung über dem Metakarpale II/III der rechten Hand mit Druckdolenzen an. Eine vermutete Fraktur Metakarpale II könne konventionell röntgenologisch ausgeschlossen werden. Am ehesten handle es sich um eine Kontusion der Mittelhand über MC-II/III. Der Beschwerdeführer werde mit einem Rezept für Voltaren-Gel zur lokalen Behandlung versorgt; es liege keine Arbeitsunfähigkeit vor (Urk. 9/112).
3.1.3 An einer weiteren ambulanten Untersuchung der E._ Klinik vom 19. August 2004 (Bericht vom 6. April 2010, Urk. 9/111) gab der Beschwerdeführer an, dass er am vorherigen Tag seine rechte Mittelhand angeschlagen und starke Schmerzen bei Belastung habe. Dr. med. H._, Oberarzt bei der E._ Klinik, diagnostizierte ein Kontusionstrauma Metakarpale-II, III rechts sowie einen Status nach mehreren Kontusionen und führte als Befund auf: Metakarpale-III mit leichter harter Schwellung (bekannt); kein Hämatom, keine Weichteilschwellung, Beweglichkeit aller Gelenke frei. Die Röntgenaufnahmen der rechten Hand vom 19. August 2004 ergäben keine Anhaltspunkte für frische ossäre Läsionen.
3.1.4 Aus einem Bericht des Spitals F._ vom 19. Mai 2005 (Urk. 9/118) ergibt sich, dass dem Beschwerdeführer am gleichen Tag ein schweres Werkzeug auf die rechte Hand gefallen sei. Initial lägen eine Schwellung und Bewegungseinschränkung im Daumengrundgelenk vor. Als Diagnose wurde eine Daumengrundgelenkkontusion der rechten Hand (Distorsion?) gestellt und als Therapie beziehungsweise Prozedere eine Ruhigstellung in Daumenrinne für 5 Tage angegeben. Die Röntgenaufnahmen vom 19. Mai 2005 (Urk. 9/116) ergäben keine Anhaltspunkte für frische traumatische ossäre Läsionen.
3.1.5 Am 9. Oktober 2006 stürzte der Beschwerdeführer während der Arbeit von einem Gerüst und verletzte sich laut seiner Schadenmeldung vom 16. Oktober 2006 am linken Daumen (Urk. 9/1).
Der erstbehandelnde Arzt Dr. Z._ diagnostizierte am 16. Oktober 2006 eine Daumendistorsion links>rechts beim Sturz vom 9. Oktober 2006 (Urk. 9/2). In einem weiteren Bericht vom 4. Januar 2007 (Urk. 9/7) stellte er als Diagnose eine Ruptur des ulnaren Kollateralbandes am rechten Daumen sowie eine bisher symptomlose Grundgelenksarthrose. Es bestehe eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit ab 9. Oktober 2006 bis voraussichtlich Mitte Februar 2007.
Das MRI (magnetic resonance imgaging) der rechten Mittelhand sowie die Röntgenaufnahmen der rechten Hand in zwei Ebenen im G._ Zentrum vom 21. November 2006 (Urk. 9/6) ergaben eine mässige Arthrose im Grundgelenk des Daumens mit starker Verbreiterung des Metatarsale-Köpfchens mit kleinen subchondralen Geröllzystenbildungen und ein Status nach Ruptur des ulnaren Kollateralbandes, leichte Subluxationsstellung nach ulno-palmar.
Auf Veranlassung von Dr. Z._ wurde der Beschwerdeführer am 9. Februar 2007 von Dr. D._ ambulant untersucht, der in seinem Bericht vom 12. Februar 2007 (Urk. 3/4) einen dringenden Verdacht auf subcapitale Metatarsale I Köpfchenfraktur des rechten Daumens sowie eine ulnare Seitenband- und Kapselruptur des rechten MCP
-
Gelenkes I diagnostizierte. Dr. D._ gab als Vorbemerkung an, dass er bei Fehlen jeglicher Akten die Situation lediglich aus aktuellem Blickfeld beurteilen könne und sich ausschliesslich auf seine eigenen Erhebungen stütze. Er empfahl dem Beschwerdeführer eine Seitenbandplastik, um dem Gelenk ausreichend Stabilität zu verschaffen, und hielt fest, dass eine Teilarbeitsfähigkeit im Rahmen gewisser Restbeschwerden durchaus zumutbar sei, anfangs zumindest 50 % halbtags als Gipser (Urk. 3/4 S. 2).
Am 16. Januar 2007 erfolgte auf Zuweisung von Dr. Z._ eine weitere handchirurgische Untersuchung im B._ Spital. Als Diagnosen wurden eine Instabilität des MCP
-
Gelenkes I nach ulnar und palmar mit Subluxationsstellung sowie eine mässiggradige Arthrose gestellt und dem Beschwerdeführer eine Arthrodese im MCP
-
Gelenk empfohlen (Urk. 9/9).
Eine MRI-Untersuchung des B._ Spitals vom 27. August 2007 (Urk. 9/26 = 9/123/3) ergab eine Defektzone am Metakarpaleköpfchen Dig I palmar respektive radial mit ausgebrochener Knochensubstanz. Dieser Befund sei vereinbar mit posttraumatischen Veränderungen.
In einem Zwischenbericht vom 5. Oktober 2007 zuhanden der Beschwerdegegnerin (Urk. 9/30) wiederholte Dr. Z._ seine bisherigen Feststellungen und informierte, dass das B._ Spital eine operative Arthrodese des rechten Daumengrundgelenkes vorgeschlagen habe.
Anlässlich der kreisärztlichen Untersuchung vom 25. Oktober 2007 (Urk. 9/37) stellte Dr. med. A._, Facharzt für Chirurgie FMH, fest, dass der Verlauf über ein Jahr nach Unfallereignis eindeutig nicht der Verletzung angepasst sei. Er habe dem Beschwerdeführer ausführlich dargelegt, dass die Arthrodese des Grundgelenkes wohl die einzige Option sei, wieder eine einigermassen vernünftige Greiffunktion mit dem Daumen zu erreichen. Die Beschwerdegegnerin werde noch zwei Monate ohne Operation Geduld haben und nachher die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers festlegen. Dr. A._ berichtete weiter, dass die Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit als Bauarbeiter/Automechaniker für kraftvolle Tätigkeiten nicht gegeben sei. Wenn die Operation nicht durchgeführt werde, sei eine Wiedereingliederung auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt für mittelschwere Tätigkeiten gegeben (Urk. 9/37 S. 3).
Mit Schreiben vom 4. April 2008 (Urk. 9/46) teilte der Beschwerdeführer der Beschwerdegegnerin mit, dass er eine Arthrodese ablehne, da er auch nach einer erfolgreichen Operation noch zu 100 % arbeitsunfähig wäre, und ersuchte sie um alternative Lösungsvorschläge für eine Wiedereingliederung ins Erwerbsleben.
3.1.6 Am 14. Mai 2008 stellte die Beschwerdegegnerin die Heilbehandlungs- und Taggeldleistungen per 31. Mai 2008 ein (Urk. 9/52). Mit Verfügung vom 25. August 2008 (Urk. 9/69) sprach sie dem Beschwerdeführer ab dem 1. Juni 2008 eine Invalidenrente aufgrund einer unfallbedingten Erwerbseinbusse von 14 % zu. Weiter hielt sie fest, dass dieser aus medizinischer Sicht trotz den verbleibenden Unfallrestfolgen am rechten Daumen sowie der leichten Einschränkung der linken Hand noch jede mittelschwere Arbeit ganztags ausführen könne; schwere Gegenstände (10-15 kg) dürften manchmal gehoben und getragen werden (Urk. 9/69).
Mit einem Bericht vom 19. September 2008 (Urk. 9/76/5) teilte Dr. Z._ dem Rechtsvertreter des Beschwerdeführers mit, dass sich die Daumenform rechts nicht normalisiert habe. Bei Fehlstellung und ulnarer Aufklappbarkeit erscheine ihm eine mögliche Belastung von 10-15 kg unmöglich, zumal starke Druckschmerzen und eine Kraftminderung auch von Dr. A._ festgestellt worden seien.
Im Rahmen des Einspracheverfahrens berichtete Dr. Z._ am 19. März 2010 (Urk. 9/102), dass der Beschwerdeführer einen Arbeitsversuch wegen Daumenschmerzen rechts habe unterbrechen müssen und ab 22. April 2009 wieder zu 100 % arbeitsunfähig sei. Er habe sich am 1. Mai 2009 bei einem Sturz in einer Parkgarage in Zürich eine Hyperextension an der rechten Hand zugezogen; am 27. August 2009 sei er beim Fussball auf die rechte Schulter gestürzt und ausserdem befinde er sich seit Mitte September 2009 "wegen betrunkener Schlägerei" in Haft. Dr. Z._ habe ihn letztmals am 23. Dezember 2009 wegen eines grippalen Infektes gesehen.
Bei der Röntenaufnahmen der beiden Daumen im G._ für medizinische Radiologie vom 22. März 2010 (Urk. 9/110) wurde ein Verdacht auf posttraumatische Residuen im Daumengrundgelenk beziehungsweise im Köpfchen des Metakarpale I rechts ohne signifikante Befundänderung seit der MRI-Untersuchung vom 22. November 2006 gestellt.
3.1.7 Nach einer kreisärztlichen Untersuchung vom 26. Januar 2010 (Urk. 9/119) sowie Einblick in die nachträglich bekannt gewordenen Arztberichte und bildgebenden Befunde hielt Dr. C._ am 7. Juli 2010 zusammenfassend fest, dass die Zerreissung des ulnaren Bandes am rechten Daumengrundgelenk zum Zeitpunkt des Ereignisses am 9. Oktober 2006 vorbestehend gewesen sei. Dem Beschwerdeführer sei bereits 2003 in der E._ eine Operation zur Rekonstruktion des ulnaren Daumenbandes empfohlen worden. Die im Oktober 2006 diagnostizierte Arthrose des rechten Daumengrundgelenkes sei eine Spätfolge der seit mindestens drei Jahren vorbestehenden ulnaren Daumenbandruptur rechts. Das Unfallereignis vom 9. Oktober 2006 habe einen vorbestehenden posttraumatischen Zustand am rechten Daumengrundgelenk verschlimmert. Auf der Grundlage der vorliegenden Bildgebung im Verlauf sei diese Verschlimmerung lediglich vorübergehend und nicht richtunggebend. In Anbetracht der vorbestehenden Daumengrundgelenksarthrose und der Instabilität des Daumengrundgelenkes mit einer Subluxationsstellung sei im vorliegenden Fall von einer verlängerten Rekonvaleszenzzeit auszugehen. Auch unter Berücksichtigung des Vorzustandes sei ein Zeitpunkt zum Erreichen des Status quo sine aber nach 12 bis 16 Wochen zu erwarten. Nach diesem Zeitraum nach dem Unfall dürfte der Zustand, wie er als Folge des Unfallereignisses 2003 oder gegebenenfalls auch eines bis dato nicht näher bezeichneten Unfalles beim Volleyballspiel 2001 bestanden habe, wieder erreicht gewesen sein (Urk. 9/119 S. 11-12).
3.1.8 Am 10. September 2010 informierte Dr. Z._ den Rechtsvertreter des Beschwerdeführers (Urk. 9/123), dass er diesen seit 30. Oktober 2002 kenne und ihm von einer Volleyball-Daumendistorsion vom Jahr 2001 keine Unterlagen bekannt seien. Als 2005 ein Werkzeug auf seine rechte Hand gefallen sei, sei der rechte Daumen nicht speziell betroffen gewesen. Vom Oktober 2002 bis zum Gerüststurz am 9. Oktober 2006 sei in der Krankengeschichte über den rechten Daumen nichts erwähnt worden und sei also kein Thema gewesen, aber umso mehr danach. Ihm sei unklar, auf welches MRI sich der SUVA-Arzt Dr. C._ beziehe, in dem das Band nicht mehr dargestellt sei. Es erscheine also nicht so eindeutig, dass dieses Daumenband schon 2001 oder 2005 gerissen sei; es sei wohl eher überdehnt, was zu einem Schlottergelenk mit Arthrose geführt habe, welche aber bis zum Bandriss am 9. Oktober 2006 klinisch nicht relevant in Erscheinung getreten sei. Ein Sturz aus 5 m Höhe scheine für ein solches Trauma durchaus adäquat. Die vorhergehenden Unfälle seien eher nicht in der Lage gewesen, einen vollen Bandriss am rechten Daumen zu verursachen, wohl aber eine Überdehnung, eine Zerrung.
3.1.9 In einer ärztlichen Stellungnahme vom 28. März 2011 (Urk. 8/3) gab Dr. C._ unter Beilage von Röntgenaufnahmen der E._ vom 24. Februar 2003, 19. März 2003 und 19. August 2004 (Urk. 8/3 S. 5-7) an, dass in der Zwischenzeit ein weiteres Röntgenbild der rechten Hand des Beschwerdeführers aus dem Jahr 2004 vorliegend sei, welches eine Veränderung des knöchernen Befundes zeige und den Schluss zulasse, dass es sich nicht um eine Exostose, sondern um einen Kallus unterhalb des Köpfchens des Mittelhandknochens handle. Rückblickend aus der Distanz von sieben Jahren sei in Anbetracht des bildgebend dokumentierten Verlaufes davon auszugehen, dass neben der ligamentären Instabilität auch eine knöcherne Verletzung am ersten Mittelhandknochen vorgelegen habe. Unabhängig von der Ätiologie dieser bildgebend dargestellten knöchernen Veränderung am Köpfchen des ersten Mittelhandknochens sei festzuhalten, dass diese bereits vor dem Unfallereignis vom 9. Oktober 2006 bildgebend nachgewiesen sei (Urk. 8/3 S. 3). Der von Dr. D._ im Jahr 2007 geäusserte „dringende Verdacht auf subcapitale Metatarsale I Köpfchenfraktur Daumen rechts“ müsse in Anbetracht der jetzt zusätzlich vorliegenden Bildgebung aus dem Jahr 2004 bestätigt werden. Die Folgen dieser Fraktur seien allerdings zum hier in Rede stehenden Unfallzeitpunkt 9. Oktober 2006 bereits existent, d.h. die Fraktur des ersten Metatarsaleköpfchens seiner rechten Hand hat der Beschwerdeführer mit stark überwiegender Wahrscheinlichkeit vor dem 9. Oktober 2006 erlitten (Urk. 8/3 S. 4).
3.2 Es steht zunächst fest und ist unbestritten, dass die Beschwerdegegnerin den natürlichen Kausalzusammenhang zwischen dem Unfallereignis vom 9. Oktober 2006 und den in der Folge aufgetretenen Beschwerden am rechten Daumengrundgelenk anerkannte und dafür bis zum 31. Mai 2008 die gesetzlichen Leistungen erbrachte (vgl. Urk. 9/52).
Aufgrund der medizinischen Akten kann zudem als erstellt gelten, dass der Beschwerdeführer im Rahmen des ersten Unfallereignisses vom 21. August 2001 eine Verletzung am Daumen (Urk. 9/108/2-3) beziehungsweise eine Distorsion am rechten Daumen (Urk. 9/114) erlitten hat. Nachdem er sich bei einer Schlägerei im Jahr 2003 weitere Verletzungen zugezogen hatte, diagnostizierten die Ärzte der E._ bei der klinischen Untersuchung vom 19. März 2003 eine überschiessende Kallusbildung des Metakarpaleköpfchens Dig. I rechts sowie neu eine ulnare Seitenbandinstabilität im MP-Gelenk Dig. I rechts. Aufgrund dieses neuen Befundes planten sie eine komplexere Operation mit (1) ossärer Abtragung ulnarseitig mit eventueller Teilabtragung des radialen Seitenbandes und Refixaton mit einem Mitek-Anker sowie (2) die Exploration des ulnaren Seitenbandes und Rekonstruktion des ulnaren Seitenbandes mit eventueller Raffung oder Rekonstruktion mit einer Palmaris longus-Sehne (Urk. 9/113 S. 2). Im August 2004 schlug der Beschwerdeführer erneut seine rechte Mittelhand an und beklagte starke Schmerzen, wobei die Ärzte ein Kontusionstrauma Metakarpale-II, III rechts und Status nach mehreren Kontusionen diagnostizierten (Urk. 9/111). Aufgrund dieses Ablaufs kann damit der Beurteilung von Dr. C._ vom 25. März 2011 (Urk. 8/3) gefolgt werden, dass vor dem Unfallereignis vom 9. Oktober 2006 neben der ligamentären Instabilität auch eine knöcherne Verletzung am ersten Mittelhandknochen vorgelegen hat (Urk. 8/3 S. 3)
.
Die Kritik des Beschwerdeführers unter Beilage der Berichte von Dr. D._ vom 12. Februar 2007 (Urk. 3/4) und von Dr. Z._ vom 10. September 2010 (Urk. 9/123) vermag die versicherungsmedizinischen Schlussfolgerungen (Urk. 9/119, Urk. 8/3) auch nicht substantiiert in Frage zu stellen. Im Übrigen ist zwischen der Beurteilung von Dr. C._ und derjenigen von Dr. D._ (dringender Verdacht auf subcapitale Metatarsale I Köpfchenfraktur des rechten Daumens und eine ulnare Seitenband- und Kapselruptur des rechten MCP
-
Gelenkes I, Urk. 3/4) keine Diskrepanz festzustellen. Dr. C._ ging in seiner Stellungnahme vom 25. März 2011 (Urk. 8/3) von gleichen Diagnosen aus, betrachtete sie allerdings aufgrund des neuen Röntgenbildes als aus dem Jahr 2004 herrührend, was nicht zu beanstanden ist. Die von Dr. Z._ nach dem Unfall vom 9. Oktober 2006 diagnostizierte Ruptur des ulnaren Kollateralbandes am rechten Daumen (Urk. 9/7) widerspricht diesen Einschätzungen auch nicht, obwohl Dr. Z._ einen krankhaften Vorzustand verneint hat.
Dr. C._ führte die notwendige Untersuchungen durch (Urk. 9/119/7-8), berücksichtigte die geklagten Beschwerden (Urk. 9/119/5-6) und kam in Kenntnis der Vorakten (Urk. 9/119/2-5, Urk. 8/3 S. 5-7) zu seinen Schlussfolgerungen. Seine Diagnosen stimmen mit den übrigen Berichten überein, wobei seine Beurteilungen insbesondere im Lichte der neu beigezogenen Röntgenaufnahmen der E._ vom 24. Februar 2003, 19. März 2003 und 19. August 2004 (Urk. 8/3 S. 5-7) einleuchten.
Demgegenüber ist die Auffassung von Dr. Z._ vom 10. September 2010, dass beim Beschwerdeführer vom Oktober 2002 bis zum Gerüststurz am 9. Oktober 2006 die Probleme am rechten Daumen kein Thema gewesen seien (Urk. 9/123), nicht überzeugend. Der Hausarzt wies zwar auf seine langjährige Behandlung des Beschwerdeführers seit 30. Oktober 2002 hin. Aus einer Telefonnotiz mit der Praxis von Dr. Z._ vom 26. März 2010 (Urk. 9/103) ergibt sich jedoch, dass der Beschwerdeführer bei ihm im Jahr 2003 nicht in Behandlung gewesen und im Jahr 2002 einmal erschienen sei, dabei nicht wegen des Daumens. Offensichtlich verfasste Dr. Z._ seine Berichte auch nicht in Kenntnis der Vorakten (vgl. Urk. 9/123). Aus dem Bericht von Dr. D._ vom 12. Februar 2007 (Urk. 3/4) geht ebenfalls hervor, dass er beim Fehlen jeglicher Akten die Situation lediglich aus aktuellem Blickfeld heraus beurteilen und sich ausschliesslich auf die eigenen Erhebungen stützen musste. Damit ist nachvollziehbar, dass die beiden Ärzte keinen Vorzustand beziehungsweise vorbestehende Verletzungen am rechten Daumen feststellen konnten.
Nach dem Gesagten ist mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass im Zeitpunkt des Unfalls vom 9. Oktober 2006 ein relevanter Vorzustand in Form einer ligamentären Instabilität und einer knöchernen Verletzung am ersten Mittelhandknochen der rechten Hand vorlag. Nicht zu beanstanden ist dabei die Auffassung der Beschwerdegegnerin, dass der Unfall vom 9. Oktober 2006 nur zu einer vorübergehenden Verschlimmerung geführt habe (Urk. 2).
Bereits im Bericht vom 25. Oktober 2007 (Urk. 9/37) hat Dr. A._ überzeugend dargelegt, dass, auch wenn die geplante Operation nicht durchgeführt werde, eine Wiedereingliederung auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt für mittelschwere Tätigkeiten gegeben sei (Urk. 9/37 S. 3 und Urk. 9/51). Der Beschwerdeführer verzichtete bereits im Jahr 2003 auf eine Operation (vgl. Urk. 9/113) und lehnte eine solche – trotz der auferlegten Mitwirkungspflicht (Urk. 9/44 und Urk. 9/38) ‐ mit Schreiben vom 4. April 2008 (Urk. 9/46) ab, da er sich auch nach einer erfolgreichen Operation noch zu 100 % arbeitsunfähig erachtete (Urk. 9/46). Unter diesen Umständen konnte per 31. Mai 2008 von der Fortsetzung der ärztlichen Behandlung keine namhafte Besserung des Gesundheitszustandes erwartet werden (vgl. Urk. 9/52). Der Beschwerdeführer hat damit in diesem Zeitpunkt denjenigen Zustand erreicht, wie sich dieser nach dem schicksalsmässigen Verlauf des krankhaften Vorzustandes auch ohne dem Unfall vom 9. Oktober 2006 - aber mit gemahnter Operation - spätestens zu diesem Zeitpunkt eingestellt hätte (Status quo sine).
Aufgrund der versicherungsmedizinischen Beurteilung von Dr. C._ vom 7. Juli 2010 (Urk. 9/119) hat die Beschwerdegegnerin mit Einspracheentscheid vom 15. Dezember 2010 zu Recht einen Anspruch auf eine Invalidenrente und Integritätsentschädigung verneint (Urk. 2).
4.
4.1 Nach dem Gesagten stehen dem Beschwerdeführer weder eine Invalidenrente noch eine Integritätsentschädigung zu. Insofern die Beschwerdegegnerin ihm ‐ gestützt auf die nicht in Rechtskraft erwachsene Verfügung vom 25. August 2008 (Urk. 9/69) ‐ für die Zeit ab 1. Juni 2008 Rentenleistungen basierend auf eine Erwerbseinbusse von 14 % erbracht hat, stellt sich die Frage, ob diese zurückzuerstatten sind (vgl. Urk. 2 Ziff. 5b S. 8).
4.2 Nach Art. 25 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG) in Verbindung mit Art. 1 UVG sind unrechtmässig bezogene Leistungen zurückzuerstatten. In der Sozialversicherung ist eine Rückforderung von unrechtmässig bezogenen Geldleistungen nur unter den für die Wiedererwägung oder die prozessuale Revision formell rechtskräftiger Verfügungen massgebenden Voraussetzungen zulässig (BGE 130 V 384 E. 2.3.1 mit Hinweisen). Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung (Urteil des Bundesgerichtes 8C_468/2007 vom 6. Dezember 2007, E. 6) bedarf es für den Fall, wo über die zu Unrecht ausgerichteten Rentenbetreffnisse nie rechtskräftig befunden wurde, keines Rückkommenstitels, um die betreffenden Renten zurückfordern zu können.
4.3 In Abänderung der Verfügung vom 25. August 2008 (Urk. 9/69) verneinte die Beschwerdegegnerin mit dem angefochtenen Einspracheentscheid vom 15. Dezember 2010 (Urk. 2) den Anspruch auf eine Rente. Da der (materielle) Einspracheentscheid an die Stelle der Verfügung vom 25. August 2008 tritt (vgl. Kieser, ATSG-Kommentar, Art. 52 Rz 39), fehlt es den dem Beschwerdeführer mit der (nicht rechtskräftigen) Verfügung vom 25. August 2008 ausgerichteten Rentenleistungen an einer rechtlichen Grundlage, weshalb diese im Sinne der obigen Erwägungen zu Unrecht bezogen wurden und demzufolge grundsätzlich zurückzuerstatten sind.
Die Beschwerde ist daher auch in diesem Punkt abzuweisen, als dass der Beschwerdegegnerin für die ab 1. Juni 2008 basierend auf eine Erwerbseinbusse von 14 % geleisteten Rentenbetreffnissen ein Rückerstattungsanspruch zusteht, welcher in masslicher Hinsicht noch zu bestimmen bleibt. Der angefochtene Einspracheentscheid vom 15. Dezember 2010 erweist sich demzufolge als rechtens, was zur Abweisung der Beschwerde führt.