# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 15285379-2b70-4959-97e8-b8fca0126fba
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2020
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
1.1
Der 1982 geborene
X._
verfügt über
eine abgeschlossene KV-Lehre und arb
eitete von Dezember 2004 bis Fe
bruar 2009 bei der
Y._
AG (
zuvor
:
Z._
AG)
als Mitarbeiter Fracht Export und war anschliessend vom 1. März 2009 bis 31. Oktober 2010 bei der
A._
bei einem 100%-Pensum als
Cargo
Agent tätig (Urk. 7/8 und Urk. 7/15-16). Am 1. Dezember 2010 meldete sich der Versicherte
wegen Epilepsie
bei der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, zur Früherfassung (Urk. 7/2) und reichte - auf deren entsprechende Aufforderung hin (Urk. 7/6) - seine Anmeldung zum Leistungsbezug (berufliche Massnahmen) ein (Eingangs
datum: 5. Januar 2011, Urk. 7/8).
Die IV-Stelle tätigte in der Folge erwerbliche und medizinische Abklärungen
. Mit
Schreiben vom
28. März 2011
teilte sie
X._
mit, dass zurzeit
aufgrund
der
geplanten medizinischen Untersuchungen
keine
berufliche
n
Eingliederungs
massnahmen
möglich
seien
(
Urk. 7/25).
Mit Verfügung vom 21. September 2011 wies die IV-Stelle einen Leis
tungsanspr
uch des Versicherten bei einem I
nvaliditätsgrad von 0
% ab
(Urk. 7/33).
1.2
Nach Temporär-Anstellungen bei der
B._
AG und der
C._
AG als Sachbearbeiter Einkauf respektive Logistik (Urk. 7/36 S. 1-2) trat
X._
am 1. September 2012 bei der
D._
AG eine 100%-Stelle als Disponent an
, wobei dieses Arbeitsverhältnis am 11. Dezember 2012
endete, nachdem der Versicherte tags zuvor arbeitsunfähig geworden war (Urk.
7/36 S. 5).
Vom 11. bis 17. Dezember 2012 respektive vom 7. Januar bis 27. Februar 2013 befand er sich in
stationärer Behandlung in der i
ntegrierten Psychiatrie
E._
(Urk
. 7/41 und Urk. 7/46 S. 5 ff.), vom 23. April bis 11. Juli 2013 befand er sich dort in der Tagesklinik (Urk. 7/93).
Am 21. Januar 2013 (Eingangsdatum) meldete sich
X._
erneut zum Leistungs
bezug an und beantragte berufliche Massnahmen in Form von Arbeitsvermittlung und Job-Coaching (Urk
.
7/37 sowie Begleitschreiben
der
Klinik
F._
vom 14. Januar 2013, U
rk. 7/35
). Die IV-Stelle tätigte daraufhin medizinische und erwerbliche Abklärungen und zog die Akten
der
Generali
Allgemeine Versicherungen AG (nachfolgend:
Generali
) bei, welche als Krankentaggeldversicherung Taggeldleistungen erbrachte (nach Ablauf der 60-tägigen Wartefrist ab dem 8. Februar 2013, Urk. 7/46) und den Versicherten am 18. Februar 2013 bei der IV-Stelle zur Früherfassung meldete (Urk. 7/40).
Die IV-Stelle gewährte
X._
ein Aufbautraining
vom 29. Juli bis 28. Oktober 2013 (Kostengutsprache vom 25. Juli
2013, Urk.
7/50). Da diese Massnahme nicht zielführend gewesen sei, wurde sie per 20. Oktob
er
2013
abgebrochen (Urk. 7/63, vgl.
auch Schlussbericht der
G._
GmbH vom 28. Oktober 2013, Urk. 7/67).
Mit Mitteilung vom 13. November 2013 übernahm die IV-Stelle die Kosten für
Arbeitsvermittlung und Personalverleih (Try and
Hire
) vom 11. November 2013 bis 31. März 2014 (Kostengutsprache vom
13. November 2013, Urk. 7/69); ein Arbeitsversuch bei
H._
scheiterte (Urk. 7/79
S. 8-10).
Mit Schreiben vom 2. Juli 2015 teilte die IV-Stelle dem Versicherten mit, dass aufgrund seines Gesundheitszustandes (stationärer Eintritt in die
Klinik
F._
) keine beruflichen Eingliederungsmassnahmen möglich seien (Urk. 7/87).
Nach einer telefonischen Besprechung eines Eingliederungsplans für die berufliche Integration übernahm die IV-Stelle mit Mitteilung vom 18. September 2015 die Kosten einer Potenzialabklärung bei
I._
(Urk. 7/97-98, vgl. Schlussbericht
I._
vom 28.
Oktober 2015, Urk. 7/105) und hernach die
Kosten
für ein Arbeits
training bei
I._
vom 2. November 2015 bis 30. April 2016 (Urk. 7/110-114)
. Da der Versicherte per 1. Dezember 2015 einen Arbeitsversuch bei der
Klinik J._
antreten konnte, wurde das Arbeitstraining
I._
vorzeitig abge
schlossen (Urk. 7/118-122, vgl. auch Schlussbericht
I._
vom 17. Dezember 2015, Urk. 7/126).
Anschliessend folgte dort eine bis zum 31. Dezember 2016 befristete Anstellung als Mita
rbeiter Archiv bei einem 8
0%-Pensum (Urk. 7/138). Mit Schreiben vom 19. Oktober 2016 schloss die IV-Stelle die beruflichen Mass
nahmen angesichts der befristeten Anstellung als erfolgreich ab (Urk. 7/143), wo
gegen
X._
einwendete, der Abschluss der beruflichen Mass
nahmen sei verfrüht erfolgt (vgl. Schreiben vom 11. November 2016, Urk. 7/152). Per 1. Januar 2017 erhielt der Versicherte bei der
Klinik
J._
eine Festan
stellung als Mitarbeiter Krankengeschichten-Archiv bei einem Beschäftigungs
grad von 60 % (Urk. 7/168). Nach dem Beizug weiterer Berichte, teilte die IV-Stelle
X._
mit, dass aufgrund der medizinischen Abklärungen im Zusammenhang mit der bevorstehenden Operation die Eingliederungs
be
mü
hungen vorerst einzustellen seien (Urk. 7/180). Am 10. Juli 2017 erbat die IV-Stelle
im Hinblick auf die Rentenprüfung nach Abschluss der Eingliederungsmass
nah
men per Mai 2017 weitere Angaben vom Versicherten (Urk. 7/182), welche dieser mit Eingabe vom 18. Juli 2017
liefer
te (Urk. 7/186). Im Anschluss an
eine
inva
sive prächirurgische Diagnostik (Urk. 7/192 und Urk. 7/201 f.) stellte
X._
am 10. November 2017 ein Gesuch um Wiederaufnahme der beruf
lichen Massnahmen (Urk. 7/203).
Im Rahmen eines Arbeitsversuches trat der Versicherte am 1. April 2018 eine
befristete
100%-
Stelle als Mitarbeiter Logistik
im
Spital K._
an (Urk. 7/212, Urk. 7/214 und Urk. 7/216 S. 2, sowie Verlänge
rung bis 31. August 2018, Urk. 7/224). Per 1. September 2018 stellte das
Spital K._
X._
vollzeitlich und befristet bis 31. August 2020
als
Magaziner
an (Urk. 7/228)
.
Das Arbeitsverhältnis wurde noch während laufender Probezeit arbeitgeberseitig per 30.
September 2018 aufgelöst, nachdem der Versi
cherte am Arbeitsplatz Drohungen ausgesprochen hatte (Urk. 7
/
230-231)
. An
sch
liess
end befand er sich bis am 13. S
eptember 2018 stationär
in der
Klinik F._
(Urk. 7/233-234) und ab dem 4. Oktober 2018 in einem ambulanten tageskli
ni
schen Behandlungsprogramm in der
E._
(Urk. 7/251)
. Mit Mitteilung vom 6. November 2018 wurde das Dossier in der beruflichen Eingliederung abge
schlossen und zur Rentenprüfung weiterge
leitet (Urk. 7/246). Nachdem PD
Dr.
med. univ.
L._
, Facharzt Neurologie, Zertifizierter Medizinischer Gut
achter SIM und Vertrauensarzt SGV, vom Regionalen Ärztlichen Dienst (RAD) am 6. Dezember 201
8 Stellung genommen hatte (vgl.
Feststellungsblatt für den Beschluss vom
8. Januar 2019,
Urk. 7/256 S. 13
f.),
sprach
die IV-Stelle
- nach
durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(Urk. 7/258) - mit Verfügung vom 28. M
ärz 2019
X._
ab
dem
1. Dezember 2018 (nach Ablauf des Warte
jahres) eine ganze Invalidenrente zu (
Urk. 2
/1-2
).
2.
Hiergegen
erhob
X._
am 13.
Mai
2019 Beschwerde und be
antragte, es sei ihm unter Aufhebung der angefochtenen Verfügung ab dem
1. Dezember 2013 eine ganze Invalidenrente zuzusprechen (Urk. 1).
Die Beschwer
degegnerin schloss mit Beschwerdeantwort vom 12. Juni 2019 auf Abweisung der Beschwerde (Urk. 6, unter Beilage ihrer Akten, Urk. 7/1-275), was dem Be
schwerdeführer am 13. Juni 2019 mitgeteilt wurde (Urk. 8).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird - soweit erforderlich - im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allge
meinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom
menden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit
liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Die Annahme eines psychischen Gesundheitsschadens im Sinne von Art. 4 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) sowie Art. 3 Abs. 1 und Art. 6 ATSG setzt eine psychiatrische, lege artis auf die Vorgaben eines aner
kannten Klassifikationssystems abgestützte Diagnose voraus (vgl. BGE 145 V 215 E. 5.1, 143 V 409 E. 4.5.2, 141 V 281 E. 2.1, 130 V 396 E. 5.3 und E. 6). Eine fachärztlich einwandfrei festgestellte psychische Krankheit ist jedoch nicht ohne weiteres gleichbedeutend mit dem Vorliegen einer Invalidität. In jedem Einzelfall muss eine Beeinträchtigung der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit unabhängig von der Diagnose und grundsätzlich unbesehen der Ätiologie ausgewiesen und in ihrem Ausmass bestimmt sein. Entscheidend ist die nach einem weitgehend objektivierten Massstab zu beurteilende Frage, ob es der versicherten Person zumutbar ist, eine Arbeitsleistung zu erbringen (BGE 145 V 215 E. 5.3.2, 143 V 409 E. 4.2.1, 141 V 281 E. 3.7, 139 V 547 E. 5.2, 127 V 294 E. 4c; vgl. Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.3
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betä
tigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.4
Wurde eine Rente wegen eines zu geringen Invaliditätsgrades verweigert, so wird nach Art. 87 Abs. 3 der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV) eine neue Anmeldung nur geprüft, wenn die Voraussetzungen gemäss Abs. 2 dieser Bestimmung erfüllt sind. Danach ist im Revisionsgesuch glaubhaft zu machen, dass sich der Grad der Invalidität der versicherten Person in einer für den Anspruch erheblichen Weise geändert hat.
Ergibt die Prüfung durch die Verwaltung, dass die Vorbringen der versicherten Person nicht glaubhaft sind, so erledigt sie das Gesuch ohne weitere Abklärungen durch Nichteintreten. Tritt die Verwaltung auf die Neuanmeldung ein, so hat sie die
Sache materiell abzuklären und sich zu vergewissern, ob die von der versi
cherten Person glaubhaft gemachte Veränderung des Invaliditätsgrades auch tat
sächlich eingetreten ist; sie hat demnach in analoger Weise wie bei einem Revi
sionsfall nach Art. 17 Abs. 1 ATSG vorzugehen (BGE 117 V 198 E. 3a, vgl. auch BGE 133 V 108 E. 5.2). Stellt sie fest, dass der Invaliditätsgrad seit Erlass der früheren rechtskräftigen Verfügung keine Veränderung erfahren hat, so weist sie das neue Gesuch ab. Andernfalls hat sie zunächst noch zu prüfen, ob die festgestellte Veränderung genügt, um nunmehr eine anspruchsbegründende Inva
lidität zu bejahen, und hernach zu beschliessen. Im Beschwerdefall obliegt die gleiche materielle Prüfungspflicht auch dem Gericht (BGE 117 V 198 E. 3a, 109 V 108 E. 2b).
1.5
Versicherungsträger und das Sozialversicherungsgericht haben den Sachverhalt von Amtes wegen festzustellen und die Beweise frei, das heisst ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Sie haben alle Beweismittel, unabhängig davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuver
lässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruches gestatten. Insbesondere dürfen
sie bei einander widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzu
geben, warum sie auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellen (BGE 125 V 351 E. 3a).
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist also entscheidend, ob er für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten begründet sind. Ausschlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Her
kunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin erwog im angefochtenen Entscheid (Urk. 2), dem Be
schwer
deführer seien diverse berufliche Eingliederungsmassnahmen (Aufbautrai
ning, Potenzialabklärung, Arbeitstraining, Arbeitsversuch) gewährt worden. Per 1. Januar 2017 sei (im Archiv der
Klinik
J._
) eine Festanstellung bei einem 60%-Pensum erfolgt. Während weiteren Abklärungen habe ein Arbeits
ver
such im Logistikbereich des
Spitals
K._
per April 2018
- befristet bis Ende August 2020 -
stattfinden können. Aufgrund einer Verschlechterung des Gesund
heitszustandes sei es zu einer arbeitgeberseitigen Aufhebung des Arbeitsver
hältnisses gekommen. Eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit sei auf Dezember 2017 formal attestiert worden. Aufgrund der medizinische
n
Beurteilung sei dem Be
schwerdeführer weder die angestammte noch eine angepasste Tätigkeit im
ersten Arbeitsmarkt zumutbar. B
ei einem Invaliditätsgrad von 100 % resultiere ab dem 1. Dezember 2018 eine ganze Invalidenrente.
2.2
Der Beschwerdeführer beantragt dagegen, dass ihm die ganze Invalidenrente be
reits ab dem 1. Dezember 2013 zuzusprechen sei.
So sei er seit dem 10. Dezember 2012 mindestens zu
50 % arbeitsunfähig. Da er im Zeitpunkt des Ablaufs des Wartejahres im Dezember 2013 weder in einer Eingliederungsmassnahme ge
standen habe noch eingliederungsfähig gewesen sei, sei ab 1. Dezember 2013 ein Rentenanspruch entstanden. Während den nachfolgenden Zeiträumen des Tag
geldbezugs seien die Rentenzahlungen mit den bereits ausbezahlten Taggeldern zu verrechnen
.
Massgeblich für die ärztliche Einschätzung der Arbeitsunfähigkeit sei nicht die Tatsache, dass er an Epilepsie leide. Die die Arbeitsfähigkeit ein
schränkende Problematik sei im Wesentlichen die organisch bedingte psychopa
thologische und neuropsychologische Beeinträchtigung, welche sich schon früh im Krankheitsverlauf manifestiert habe (Urk. 1).
3.
3.1
Im Bericht der
E._
vom 5. März 2013 (Urk. 7/41)
zuhanden der Be
schwerdegegnerin
wurden folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeits
fähigkeit gestellt:
-
Mi
ttelgradige depressive Episode (
ICD-10: F32.1) im Rahmen
psycho
sozialer Belastung
-
Epilepsie unklarer Ätiologie mit einfach-fokalen (Auren) und komplex-
fokalen und seltenen sekundär generalisierten tonisch-klinischen Anfällen
(Erstdiagnose: 1996)
-
anamnestisch anfallsfreie Phase bis circa 2010
Der Beschwerdeführer habe sich
v
om 11. bis 17. Dezember 2012 respektive vom 7. Januar bis 27. Februar 2013
dort
in stationärer Behandlung
befunden. Der Beschwerdeführer habe nach neunjä
hriger Schulbildung erfolgreich
ein
e
KV-Lehre mit Berufsmatur absolviert. Im Anschluss sei er während eines Jahres in der Rekruten- u
nd Unteroffiziersschule gewesen.
Von 2004 bis 2009 habe er zu 10
0
% als Agent Cargo Export am Flughafen
M._
gearbeitet und dann zur
A._
gewechselt, wo er bis Oktober 2010 tätig gewesen sei. Diese Arbeitsstelle habe
wegen der Fahruntauglichkeit im Zusammenhang mit den wiederauf
ge
tretenen epileptischen Anfällen aufgeben müssen. Seither habe er nur drei mehrmonatige Anstellungen gehabt, wobei diese jeweils seitens der Arbeitgeber gekündigt worden seien; mündlich zwar wegen epileptischen Anfällen, im Aus
tritt
s
zeugnis sei jedoch «im gegenseitigen Einverständnis» verme
r
kt worden. Zwischen den kurzzeitigen Anstellungen sei der Beschwerdeführer jeweils beim RAV angemeldet gewesen.
1996 sei die Erstdiagnose des Epilepsieleidens erfolgt. Während einer längeren Phase (circa 2003 bis 2009) sei er anfallsfrei gewesen. Im Herbst 2010 sei es zu einem Wiederauftreten von Absenzen gekommen. Die aktuellen depressiven Symptome seien im Herbst 2012 im Zusammenhang mit mehrfachen, kurz aufeinanderfolgen Stellenverlusten aufgetreten
. Als geistig-psychische Einschränkungen seien eine depressive Niedergestimmtheit mit
Sui
zid
a
lität
, innerer Unruhe und
Schlafstörungen
zu nennen
.
Die bisherige Tätigkeit im KV-Bereich sei aus medizinischer Sicht noch zumutbar
, wenn auch aktuell noch eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit
seit dem 11. Dezember 2012
bestehe.
Nach Abschluss der stationären und tagesklinischen Behandlung der aktuellen depres
siven Symptomatik sei mit einer Wiederherstellung der 100%igen Arbeitsfähig
keit im
ursprünglich
erlernten Berufsfeld (KV) zu rechnen, wobei die Ein
satz
möglichkeit und Leistungsfähigkeit durch die Epilepsie-Diagnose in Bezug auf
Konzentration
und kontinuierlicher Aufmerksamkeit deutlich eingeschränkt sei.
3.2
Das
Institut N._
nannte in seinem Bericht vom 6. Juni 2013 (Urk. 7/48 S. 3-4) zuhanden der
Generali
folgende Diagnosen:
-
Mittelgradige depressive Episode (ICD-10: F32.1) bei Belastungssituation
durch somatische Erkrankung (ICD-10: Z73.3)
-
Akzentuierte Persönlichkeit mit emotional instabilen Tendenzen (ICD-10:
Z73.1)
-
Epilepsie (Erstdiagnose: 1996)
Die aktuelle psychische Dekompensation sei auf die psychosoziale Belastungs
si
tuation zurückzuführen.
Aktuell werde eine integrierte ambulante psychia
trisch-psychotherapeutische Behandlung inklusive medikamentöser Therapie durchge
führt sowie parallel dazu eine tagesklinische Behandlung und Case Management in der
E._
.
Der Beschwerdeführer sei im angestammten Beruf
aktuell
zu 100 % krankgeschrieben. Das Belastungsprofil in einer leidensadaptierten
Tätigkeit sei mittels IV-Arbeitstraining respektive Arbeitseinsatz abzuklären (geschützter Arbeitsplatz). Der Zeitpunkt einer Wiederaufnahme der beruflichen Tätigkeit sei abhängig vom Genesungsprozess und aktuell noch nicht definitiv beurteilbar. Unter Voraussetzung einer weiteren kontinuierlichen Zunahme der psychischen Stabilität sei davon auszugehen, dass die ersten Schritte zur beruf
lichen Integration in einem
geschützten Rahmen bald erfolgen könn
t
e
n
. Es spiel
ten keine krankheitsfr
emden Faktoren eine ungünstige R
olle in Behandlung und Heilverlauf.
3.3
Im Austrittsbericht der
E._
vom 21. August 2013 wurde festgehalten,
dass im Anschluss an den Austritt am 11. Juli 2013 ab dem 22. Juli 2013 der Start
eines Arbeitsintegrationsprogramm geplant sei. Bis zum 31. Juli 2013 sei eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit attestiert worden (Urk. 7/93).
3.4
Im Bericht der
F._
vom 31.
August 2015 (
Urk. 7/95 S. 6-14) zuhanden der Beschwerdegegnerin wurden folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeits
fähigkeit gestellt:
-
Epilepsie unklarer Ätiologie (nach MRI-Kriterien nicht-
läsionelle
Epilepsie)
mit kom
p
lex-
f
okalen und seltenen generalisiert tonisch-klonischen
An
fällen
-
Anpassungsstörung be
z
üglich Epilepsie-Erkrankung im Kontext einer
chronisch
depressiv-dysphorischen Entwicklung (teils psychoreaktiv,
mehrheitlich organisch bedingt im Sinne einer
interiktal
dysph
o
ric
disorder
(IDD)
)
-
Neuropsychologische Funktionsbeeinträchtigung bei komplexen
Anforderungen
an
die soziale Kognition und das E
ntscheidungsverhalten
(
Erstdiagnose. 11.
März 2015) bei dis
kreter Beeinträchtigung
attenti
onal
-
exekutiver Funktionen sowie bei visuell-räumlich konstruktiven
Anforderungen
, bei einem anso
nsten unauffälligen kognitiven
L
eistungsprofil und einem kognitiven
Leistungsniveau im unteren
Durchschnittsberei
ch
(
Erstdiagnose. 8.
Juni 2011)
Der Beschwerdeführer werde seit dem 26.
Mai 2011
in der
F._
ambulant behandelt
;
vom 26. Juni bis 9. Juli 2015
sei er dort
st
ationär hospitalisiert ge
wesen, weshalb für diesen Zeitraum eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit resultiere. Die aktive Epilepsie mit teilweise vom Beschwerdeführer nicht selbst bemerkten komplex-fokalen Anfällen, welche monatlich mehrfach aufträten, stelle die Arbeitsfähigkeit im kaufmännischen respektive Büro-Bereich nicht grundsätzlich in Frage. Ein Einsatz im Front-Office-Bereich oder mit häufiger telefonischer Kommunikation sollte aber vermieden werden
. Bedeutsamer als die epileptischen Anfälle selbst seien aber hierbei die neuropsychologischen Funktionsbe
ein
trächtigungen bei komplexeren Anforderungen an die
soziale Kognition und das E
ntscheidungsverhalten bei diskreten Beeinträchtigungen
attentional
-exekutiver Funktionen sowie bei visuell-räumlich konstruktiven Anforderungen, b
e
i einem ansonsten unauffälligen kognitiven Leistungsprofil und einem kognitiven Leis
tungsniveau im unteren Durchschnittsbereich. Diese stellten zusammen mit der
psychiatrischerseits
zu diagnostizierenden Anpassungsstörung bezüglich Epilepsie-
Erkrankung im Kontext einer chronisch depressiv-dysphorischen Entwicklung (teils psychoreaktiv,
mehrheitlich organisch bedingt im Sinne einer
interiktal
dysphoric
disorder
, IDD)
eine
bedeutsame
Einschränkung der
Einsatzfähigkeit
des Beschwerdeführers im angestammten
Bereich
dar und erklärten das bisherige Scheitern im beruflichen Bereich. Die Kombination von im
Einzelnen
eher subtil imponierenden Befunden führe zu einer organisch bedingten Persönlich
keits
ak
zentuierung, die im
Umgang
mit dem Beschwerdeführer stets spürbar
gewesen
sei und die auch
soziale
Interaktionen
in einem beruflichen Kontext erheblich beein
trächtigen dürfte. Nur bei gut
strukturierter
Arbeit mit möglichst wenig sozialen
Interaktionen
könne eine nennenswerte Arbeitsleistung erbracht werden.
Dabei sei der zeitliche Rahmen nicht das entscheidende, da unter Einhaltung der for
mulierten Bedingungen auch eine vollzeitliche Tätigkeit möglich sein sollte.
Die Leistungsfähigkeit sei vermindert, da durch die Anfälle mit den anschliessenden Erholungszeiten mit «Ausfällen» zu rechnen sei und da die Produktivität
durch die neuropsychologischen Funktionsstörungen eingeschränkt sein dürfte. Eine behinderungsangepasste Tätigkeit sei ab sofort möglich, wobei mit einem redu
zierten Pensum von circa 50
% begonnen werden könnte. Die Prognose sei bei
pharmakoresistenter
Epilepsie mit weit fortgeschrittenem pharmakologischen
Behandlungsstand und fehlender Möglichkeit epilepsiechirurgischer Optionen ohne
Nachweis einer fokalen epileptogenen
Läsion im
cMRI
vom 27. März 2015 als ungünstig einzuschätzen, das heisse die Wahrscheinlichkeit, dass der Beschwer
de
führer in den
n
ächsten Jahren anfallsfrei werde, s
e
i
sehr gering. Mit weiteren Umste
llungen der Pharmakotherapie allenfalls mit Stimulationsverfahren seien allenfalls Verbesserungen
der Anfallssituation und des A
llgemeinbefindens mög
lich, die
nicht von sozialmedizinischer R
elevanz seien.
Prognostisch sei bei
den sozialmedizinisch relevanten neuropsychologischen und psychiatrischen Symp
to
men
/
Diagnosen in den nächsten
Jahren weder mit relevanten Verb
esserungen noch mit Verschlechterungen zu rechnen.
3.5
Am 27. Februar 2017 nahm die
Klinik
F._
zuhanden der Beschwerdegegnerin Stellung zum Verlauf
(
Urk. 7/170) und führte aus, dass aus
epileptologischer
Sicht seit dem letzten ausführlichen Bericht vom 31
. August 2015 (vgl. E. 3.3
) keine für die Arbeitsfähigkeit relevante Veränderungen des Gesundheitszustandes in Bezug auf die Erkrankung Epilepsie eingetreten seien. Seither sei nach Anpassung der antikonvulsiven
Medikation keine Anfallsfreiheit
erzielt worden, sodass die im vorherigen Bericht festgehaltenen qualitativen Einschränkungen der Arbeits
fähig
keit weiterhin fortbeständen. Wie schon festgehalten, sei für die Ein
schrän
kung der Arbeitsfähigkeit in quantitativer Hinsicht der psychopathologische und neuropsychologische Befund des Beschwerdeführers zu berücksichtigen. Auch
diesbezüglich hätten sich aus den
epileptologischen
Konsultationen keine erkenn
baren
neuen Gesichtspunkte ergeben. Es
sei beim derze
it behandelnden Psychia
ter ein separater
Bericht einzufordern. Bei der letzten Konsultation am 28. Dezember 2016 habe der Beschwerdeführer berichtet, er sei derzeit mit einem 60%-Pensum in einer Klinik im Bereich Logistik (Bürotätigkeit) tätig, wobei ihm selbst diese Aufgabe im Hinblick auf Belastung und Zeitpensum angemessen erscheine.
3.6
Im Bericht der
Klinik
F._
vom 18. September 2017 (Urk. 7/194) wurden folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit genannt.
-
Epilepsie unklarer Ätiologie (nach MRI-Kriterien bisher nicht-
läsionell
) mit
komplex-fokalen und seltenen generalisierten tonisch-klonischen
Anfällen
-
Anpassungsstörung bezüglich Epilepsieerkrankung im Kontext einer
chronischen depressiv-dysphorischen Entwicklung (teils psychoreaktiv,
mehrheitlich organisch bedingt im Sinne einer IDD)
Der Beschwerdeführer habe sich schon mehrfach stationär in der
F._
aufgehalten, zuletzt vom 17. bis 30. Mai 201
7.
S
ie
würden die
epilepsie
chirur
gische Diagnostik im Rahmen
einer invasiven prächirurgischen
Diagnostik mit
Implantation von intrakraniellen Tiefenelektroden beidseits
mesio
-temporal sowie
je eine in der vorderen und hinteren Inselregion rechts
weiterführen
.
Aktuell sei der Beschwerdeführer an einer über die IV respektive
O._
vermittelten und fin
an
ziell unterstützten Arbeitsstelle bei der
Klinik
J._
tätig (medizinisches Archiv/Logistik); seit Dezember 2015 bei einem 80%-Pensum und seit Januar
2017 bei einem 60%-Pensum. Einschränkungen ergäben sich vor allem im Rahmen
der Epilepsie bezüglich qualitativer Einschränkungen der Arbeitsfähigkeit
. So sei das Führen von Fahrzeugen, das Arbeiten in Höhe, auf Lei
t
ern oder Gefahren
bereichen nicht
gestattet ebenso wie das allein
ige Beaufsichtigen von Schutzbe
fohlenen. Zusätzlich könnten sich kurzfristige Einschränkungen auf der Arbeits
stelle durch einen unmittelbar erlebten Anfall und der sich anschliessenden pos
tiktalen Phase mit verlängerter
Reorientierungszeit
, Konzentrations- und Auf
merk
samkeitsstörungen ergeben. Neuropsychologische Einschränkungen bestän
den jedoch nicht.
Die bisherige Tätigkeit - wie im aktuellen angepassten Rahmen - sei aus medizinscher Sicht noch zumutbar. Wann mit einer Wiederaufnahme der beruflichen Tätigkeit gerechnet werden könne, könne noch nicht beantwortet werden.
Dem beiliegenden definitiven Austrittsbericht vom 1. Juni 2017 im Nachgang zur stationären Hospitalisation vom 17. bis 30. Mai 2017 (Urk. 7/194 S. 11-14) ist der psychiatrischen Anamnese zu entnehmen, dass der Beschwerdeführer seit März 2017 wieder in der
F._
selbst psychiatrisch
behandelt werde, nachdem es mit dem vorbehand
elnden Psychiater med.
pract
.
P._
(
Klinik
Q._
)
zu einem Dissens zur
Frage der Arbeitsfähigkeit gekommen sei, da der Beschwerdeführer diese als gegeben erachtet habe, der Therapeut hingegen eine Berentung präferiert habe.
3.7
Der Psychiater
me
d.
pract
.
P._
von der
Klinik
Q._
st
ellte in seinem Bericht vom 17. O
ktober 2017 (Urk. 7/200
) zuhanden der Beschwerdegegnerin folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die
Arbeitsfähigkeit
:
-
Rezidivierende
depressive Störung, gegenwärtig schwere Episode (ICD-10:
F33.2), teils organisch bedingt (im Sinne einer IDD, ICD-10
:
F07.8)
-
Hoh
er Verdacht auf kombinierte Persönlichkeitsstörung mit narzisstischen
und anankastischen Zügen (ICD-10: F61.0)
-
Neuropsychologische Funktionsbeeinträchtigungen bei komplexeren
Anforderungen an die
soziale
Kognition und das
Entscheidverhalten
(Erstdiagnose März 2015) bei diskreter Beeinträchtigung
attentional
-
exekutiver Funktionen sowie bei visuell-räumlich konstruktiven
Anforderungen, bei einem ansonsten unauffälligen kognitiven
Leistungsprofil und einem kognitiven Leistungsniveau im unteren
Durchschnittsbe
reich (
ICD-10: F07.8)
-
Therapierefraktär
e Epilepsie unklarer Ätiologie (nach MRI-Kriterien
nicht
-
läsionelle
Epilepsie) mit einfachen fokalen (A
uren) und komplex-fokalen
und selteneren
sekundär generalisierten tonisch-klonischen Anfällen
(
ICD-10: G40.2)
Der Beschwerdeführer sei von November 2013 bis Mai 2017 bei ihm in Be
handlung gewesen
. Bei allen Therapeuten hätten jeweils aktuelle Konflikt- und Krisensituationen im Umgang mit Arbeitgebern, Institutionen und Behörden im Vordergrund gestanden. Eigentliche psychotherapeutische Interventionen zur Be
handlung der zugrundeliegenden Persönlichkeitsstörung seien nur begrenz
t
mög
lich gewesen. Für die angestammte Tätigkeit als kaufmännischer Angestellter bestehe bis auf Weiteres eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit
, wobei diese Tätigkeit aus medizinischer Sicht auch nicht mehr zumutbar sei.
Beim Beschwerdeführer beständen leichte Auffassungsstörungen, Zwanghaftigkeit mit entsprechender Verlangsamung, erhebliche Probleme in der Interaktion bei narzisstischer Proble
matik. Eine behinderungsangepasste Tätigkeit sei im Umfang von circa 80 % mindestens seit Beginn der aktuellen Behandlung möglich. Der Beschwerdeführer könne einfache Büroarbeiten mit klaren Abläufen erledigen. Komplexe Aufgaben in seinem angestammten KV-Beruf könne er aufgrund der neuropsychologischen Funktionsbeeinträchtigungen und aufgrund seiner Persönlichkeitsproblematik nicht bewältigen. An seinem Arbeitsplatz benötige er klare Regeln und klare Vorgesetz
t
enverhältnisse. Auch die Verhältnisse zu den Mitarbeitern auf dersel
ben Stufe müssten klar geregelt sein. Diese Voraussetzungen seien an seinem jetzigen Arbeitsplatz, wo er inzwischen eine Festanstellung erhalten habe, mit einem
Arbeitspensum von 60 % erfüllt.
Im Vordergrund stehe beim Beschwerde
führer eine narzisstisch-zwanghafte Persönlichkeitsproblematik, die aufgrund seiner rigiden, unflexiblen Vorstellung häufig zu Schwierigkeiten in der Lebens
gestaltung und dann wegen seines geringen Selbstwertgefühls jeweils zu de
pressiven Einbrüchen, teilweise auch mit Suizidalität, führe.
Psychopharmako
thera
pe
u
tisch
könne
diese Problematik mit stimmungs
stabilisierenden
Medika
menten
angegangen werden, wobei der Beschwerdeführer bereits seit Jahren aufgrund seiner komorbiden
Epilepsie
ents
prechende Therapeutika einnehme.
Eher zielführend in der Behandlung der Persönlichkeitsstörung wären jedoch vor allem psychotherapeutische M
assnahmen. Leider sei eine solc
h
e
aufgrund der begrenzten kognitiven Fähigkeiten, der
mangelnden
Intros
p
ektionsfähigkeit und
aufgrund
des ausgeprägten externalen Attributio
nsstils bisher kaum möglich gew
es
e
n. Damit sei bezüglich Therapi
erbarkeit der P
ersönlichkeitsstörung von einer schl
e
chten P
r
ognose auszugehen
. D
ie Persönlichkeitsstörung bilde
aus psychiatrischer Sicht die Haupteinschränkung in Bezug auf die Arbeitsfähigkeit. Der
Beschwerdeführer
werde somit auch langfristig nur an geschützten
Arbeits
stellen einsetzbar sein
oder an solchen wie der aktuellen Stel
l
e in der
Klinik
J._
, wo seine psychische Behinderung in besonderer Weise
(einfache und
klare
Aufgaben, kein K
undenkontakt, keine eigentliche Teamarbeit, klare
Vorge
setz
t
en
verhältnisse, V
erständnis für die psychische Erkran
kung und die vermin
derte Leistungsfähigkeit) berücksichtigt werde.
Die Einschränkungen liessen sich durch medizinische Massnahmen nicht verringern.
Es seien bereits mehrere Ein
gliederungsversuche durchgeführt worden und eine weitere Verbesserung der Arbeits
fähigkeit mit sofortiger Eingliederung sei nicht mehr zu erwarten.
Auf
grund der auffälligen Persönlichkeitsstruktur
und der
dokumentierten neuropsy
chologischen Einschränkungen, die zu
einer
deutlichen Verminderung der Anpas
sungsfähigkeit, zu Leistungseinschränkungen und einer verminderten Belastbar
keit führten, werde der Beschwerdeführer wahrscheinlich zeitlebens nicht mehr in der Lage sein, ohne Unterstützung in einer Arbeitsstelle auf dem ersten Arbeits
markt zu bestehen. Auch die aktuelle temporäre Anstellung in der
Klinik
J._
sei nur durch Vermittlung durch die
O._
zustande gekommen. Es handle sich hier um einen informierten und wohlwollenden Arbeitgeber, der für eine begrenzte Zeit (bis Ende 2016) bereit sei, einen Beitrag zur Wiedereingliederung eines psychisch Kranken mit Epilepsie zu leisten, ähnlich einem geschützten Arbeitspatz. Selbst wenn der Beschwerdeführer die aktuelle Arbeitsstelle behalten könnte, bestehe die Gefahr, dass er die Stelle in absehbarer Zeit wieder kündigen und damit wieder
vor der Schwierigkeit stehen würde, eine passende Stelle zu finden, wozu er aufgrund seiner Einschränkungen aber gar nicht in der Lage wäre. Auch das seit 2011 bestehende Engagement der IV mit
entsprechenden beruflichen Massnahmen habe bis heute keinen nachhaltigen und stabilen Zu
stand im Beruf herzustellen vermocht. Insofern seien die beruflichen Massnah
men nicht respektive nur teilweise erfolgreich gewesen. Der Beschwerdeführer sei zwar in der Lag
e, mit einem Pensum von 80-100
% in einer geschützten Arbeits
stelle zu arbeiten, nicht aber unter den dynamischen und Flexibilität erfordernden Bedingungen des ersten Arbeitsmarktes.
3.8
Dem definitiven Austrittsb
ericht der
Klinik
F._
vom 30. Oktober 2017 (Urk. 7/202
)
, wo der Beschwerdeführer vom 25. bis 30. Oktober 2017 nach der am 24. Oktober 2017 durchgeführten invasiven prächirurgischen Diagnostik mittels Anbringung von intrakraniellen Tiefenelektroden hospitalisiert war,
ist folgende Hauptdiag
nose zu entnehmen:
-
Epilepsie unklarer Ätiologie (nach MRI-Kriterien nicht-
läsionell
) mit
komplex-fokalen und seltenen sekundär generalisierten tonisch-
klonischen Anfällen
-
Status nach Implantation von Tiefenelektroden (Amygdala, anterior
Hippocampus,
entorhinaler
Kortex beidseits sowie anteriore Insel
rechts und
posteriorer
Hippocampus rechts) am 24. Oktober 2017,
Neurochirurgie des Universitätsspitals (
R._
)
Als Nebendiagnose ist eine Anpassungsstörung bezüglich Epilepsieerkrankun
g im Kontext einer chronischen d
epressiv-dysphorischen Entwicklung (teils psychore
aktiv, mehrheitlich organisch bedingt im Sinne einer IDD) erwähnt.
Gestützt auf das aktuelle invasive Video-EEG Intensivmonitoring könne aufgrund des Nach
weises von 2 Anfallsursprungszonen - eine in der rechten Insel und eine im linken Hippocampus - mit ebenfalls 2 unterschiedlichen
Semiologien
leider keine Indikation für eine
n
kurativen Eingriff gestellt werden.
Der Beschwerdeführer sei vom 23. Oktober bis 5. November 2017 arbeitsunfähig.
3.9
Im Verlaufsbericht der
F._
vom 29. Dezember 2017
(Urk. 7/208) zuhanden der Beschwerdegegnerin wurden folgende
zusätzliche
n
Diagnosen aufgeführt:
-
Chronisch depressiv-dysphorische Entwicklung (vor allem organisch
bedingt im Sinne einer IDD, teils auch psychoreaktiv), mit rezidivierenden
suizidalen Phasen (ICD-10: F06.32 / F34.8)
-
Organisch bedingte Persönlichkeits- und Verhaltensproblematik (ICD-10:
F07.8)
Der Beschwerdeführer arbeite seit Januar 2017 als Mitarbeiter im Archiv der
Klinik
J._
und sei dort ungekündigt.
Epileptologisch
- und
neurolo
gischerseits
- zeige sich aufgrund der rezidivierenden komplex-fokalen oder generalisierten tonisch-klonischen Anfällen eine Einschränkung der qualitativen Arbeitsfähigkeit. Hier sei insbesondere das Führen von Fahrzeugen, das Arbeiten in Gefahrenbereichen, auf
Leitern, in Höhe oder mit Schutzbefohlenen nicht ge
stattet. Quantitativ ergebe sich wahrscheinlich auch eine Einschränkung aufgrund rezidivierender Anfälle mit nachfolgender postiktaler Phase. In dieser Zeit könn
t
e
n
neben einer Verwirrtheit auch eine länger anhaltende Konzentrations- und Auffassungsstörung sowie eine Müdigkeit
resultieren, die sich auf die q
uan
titative Arbeitsfähigkeit auswirken könn
t
e
n
. Aus psychologisch-psychiatrischer Sicht könne in der Zusammenschau der bisherigen Tätigkeiten Folgendes fest
gehalten werden: nebst den zuvor genannten anfallsassoziierten Faktoren sei im Wesentlichen die organisch bedingte Persönlichkeits- und Verhaltensproblematik des Beschwerdeführers als limitierender Faktor bei der Arbeitsfähigkeit zu be
trachten.
Arbeitsrelevant sei
en
hierbei eine stark verminderte Flexibilität, eine reduzierte Konflikt- und Spannungstoleranz, eine verminderte Selbstkritik sowie eine deutliche Neigung zu interpersonellen Konflikten. Bei optimalen Bedin
gungen (das
heisse wohlwollende Vorgesetzte,
klare Aufgabenbereiche, ein wenig kompetitives kollegiales Umfeld) sei davon auszugehen, dass der Beschwerde
führer in seiner angestammten beruflichen Tätigkeit im kaufmännischen Bereich sicherlich zu 60 %, gegebenenfalls auch zu 80 % oder mehr arbeitsfähig sein könne (mit einer dem ersten Arbeitsmarkt entsprechenden Produktivität). Der Arbeitsversuch 2016 in der
Klinik
J._
(mit einem 80%-Pensum) und die daraus hervorgegangene Festanstellung ab Januar 2017 mit einem 60%-Pensum bestätigten diesen Eindruck. Es sei allerdings davon auszugehen, dass die jetzige Anstellung sicherlich partiell Aspekte eines geschützten Arbeitsplatzes aufweise, was nicht repräsentativ für den ersten Arbeitsmarkt sei. Bei einem durch
schnitt
lich zu erwartenden Arbeitsplatz-Umfeld sei aufgrund der dargelegten organisch-bedingten Persönlichkeits- und Verhaltensproblematik mit einer eingeschränkten
Arbeitsfähigkeit zu rechnen.
Nach Durchführung einer invasiven prächirurgi
schen Epilepsiediagnostik mit initialer neurochirurgischer Implantation von intra
krani
ellen Tiefenelektroden beidseits in den Schläfenlappen hätten jeweils 2 un
ab
hän
gige Anfallszonen beim Beschwerdeführer gesichert werden können. Auf
grund dessen habe sich keine Ind
ikation für einen kurativen epil
epsiechirur
gi
schen Ein
griff ergeben. Im Vordergrund der weiteren neurologischen Behandlung stehe so
mit die weitere medikamentöse Optimierung und Anpassung der Medikation, wo
bei sich hierbei j
edoch lediglich eine circa 5-10
%ige Chance auf vollständige Anfallsfreiheit des Beschwerdeführers biete. Des Weiteren könnten im Verlauf
sogenannte palliative epilepsiechirurgische Behandlungsoptionen (wie der Vagus-
Nerv-Stimulator oder die Tiefenhirnstimulation) eruiert werden, wobei hierbei lediglich 50 % der behandelten Patienten ansprechen und eine vollständige Anfallsfreiheit nicht erreicht werden könne. Die beschriebene, überwiegend orga
nisch-bedingte Psychopathologie
erscheine aus psychologisch-psychiatrischer Sicht - unter Berücksichtigung der bisherigen therapeutischen Massnahmen - nur in sehr geringem Ausmass modifizierbar, eine weitere supportive Behandlung sei aber in jedem Fall indiziert.
3.10
Im definitiv
en
Austrittsbericht der
Klinik
F._
vom 25. Oktober 2018 (Urk. 7/234) ist als Hauptdiagnose eine Epilepsie unklarer Ätiologie (nach MRI-Kriteri
en bisher nicht-
läsionell
) mit k
omplex-fokalen und seltenen sekundär generalisierten tonisch-klonischen Anfällen (ICD-10: G40.2) mit einem Status nach Implantation von Tiefenelektroden (Amygdala, anteriorer Hippocampus,
entorhinaler
Kortex beidseits sowie anteriore Insel rechts und
posteriorer
Hippcampus
rechts) am 24. Oktober 2017, Explantation am 30. Oktober 201
7
aufgeführt
.
Zudem wurden folgenden Nebendiagnosen
aufgelistet
:
-
Aktuell: bei Eintritt klinisch im Vordergrund stehendes agi
ti
ertes, paranoid
gefärbtes präpsychotisches Zustandsbild, differentialdiagnostisch im
Rahmen eines nonkonvulsiven Status epilepticus, differentialdiagnostisch
im Rahmen einer
peri
- und/oder postiktalen
Aggravierung
der
Persönlichkeits- und Verhaltensproblematik
-
Organisch-bedingte Persönlichkeits- und Verhaltensproblematik (ICD-10:
F07.8)
-
Anpassungsstörung bezüglich Epilepsieerkrankung sowie chronisch
depressiv-dysphorischer Entwicklung.
Der Eintritt sei notfallmässig zur Krisenintervention bei Anfallshäufung und neuropsychiatrischer B
efundverschlechterung erfolgt. D
ie Hospitalisation habe vom 3
0. August bis 13. September 2018
gedauert. Der Zwischenanamnese
ist
zu entnehmen, dass gemäss letzter regulärer Ambulanzkonsultation im Juni 2018 nach Einschätzung des Beschwerdeführers seit circa Dezember 2017 keine Anfälle mehr aufgetreten seien. Bei Eintritt habe der Beschwerdeführer jedoch von einem möglichen, nicht genauer beschreibbaren Anfall in der Nacht berichtet. Am Morgen sei er desorientiert aufgewacht und habe nicht gewusst, warum er den Wecker gestellt habe. Er habe auch am Vorabend die anfallspräventive Medika
tion nicht eingenommen, vermutlich habe er auch die Morgenmedikation ver
gessen. Die Medikation richte er selber und es könne durchaus vorkommen, dass er die Einnahme vergesse. Der Beschwerdeführer habe berichtet, dass er am 27. August 2018 von der Polizei am Arbeitsplatz verhaftet und am 29. August 2018 aus der U-Haft entlassen worden sei. Man habe ihm mitgeteilt, dass er am 23.
August
2018 auf dem morgendlichen Arbeitsweg einem Arbeitskollegen ge
genüber geäussert habe, er wolle ein Attentat im Bundeshaus verüben und den Bunde
srat erschiessen. S
päter am gleichen Tag (um die Mittagszeit) vermutlich nach einem Anfall
,
habe er demselben Arbeitskollegen mitgeteilt, er werde am Abend zuhause sein Gewehr
holen und den direk
ten Vorgesetzten erschiessen. Er
könne sich an diese Vorfälle
in keiner Weise erinnern
. Zudem sei er sehr irritiert über diese ihm berichteten Vorfälle, da er nie jemanden umbringen würde und dies auch in der Vergangenheit nie habe tun wollen. Er halte seit April den Job in der Logistik des
S
pitals
K._
inne, der ihm grundsätzlich gut gefalle. Es gebe keine vordergründigen Konflikte am Arbeitslatz, er fühle sich aber teilweise durch die Arbeit stark belastet. Er denke nun, dass er zu früh mit dem vollen Pensum wieder eingestiegen sei. Gemäss fremdanamnestischer Mitteilung des Ressort
leiters Logistik
S
pital
K._
, der den Integrationsversuch engmaschig begleitet habe, bestehe seit circa Mai 2018 eine problematische Entwicklung im interper
sonellen Bereich (bei persistierenden guten fachlichen Leistungen) mit zuneh
men
der und zuletzt unzumutbarer Belastung des Arbeitsteams durch stark negative Äusserungen und Vorwürfe des Beschwerdeführers bei aus Sicht des Vorgesetzten prinzipiell wohlwollender Haltung
dem Beschwerdeführer gegen
über. Am 23. August 2018 (Tag der erwähnte
n
Bedrohungen) sei es um die Mittagszeit zu einem anfallsartigen Ereignis gekommen. Eine direkte telefonische Befragung des anwesenden Mitarbeiters lege einen symptomarmen komplex-
fokalen
Anfall nahe: Der B
eschwerdeführer habe in der Werk
h
alle plötzlich
innegehalten, habe auf Ansprache nicht reagiert und habe wie «verloren» gewirkt. Er habe gewirkt, als wisse er
nicht
, was er zu tun ha
be, wobei keine verbalen Äusser
ungen zu vernehmen gewesen seien
. Nach Wiederaufnahme der Handlung sei es dann auch wiederholt zu Äusserungen mit Kraftausdrücken mit scheinbar aggressiver Grundstimmung gekommen. In den zwei Wochen davor (seit Mitte August) seien vier oder fünf sehr ähnliche anfallsartige Ereignisse am Arbeitsplatz von Kollegen beobachtet worden. Eine aggressive Grundstimmung habe es bereits seit Anfang August gegeben.
3.11
Die behandelnden Ärzte der
Klinik
F._
nahmen im Anschluss an den «Round Table» vom 23. Oktober 2018 (vgl. Verlaufsprotokoll der Eingliederungsberatung vom 27. November 2018, Urk. 7/249 S. 7 f.) in ihrem Bericht vom 25. Oktober 2018 Stellung zum aktuellen Stand und zur prognostischen Einschätzung der Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers auf dem Hintergrund der stattgehabten Entwicklung der letzten Monate (Urk. 7/233) und legten den Austrittsbericht über die dortige stationäre Behandlung des Beschwerdeführers vom 30. August bis 13. September 2018 bei (Urk. 7/234). Aktuell und bis auf Weiteres sei von einer 100%igen Arbeitsunfähigkeit des Beschwerdeführers auszugehen. Der Arbeits
inte
grationsversuch in der Logistik des Stadtspitals
K._
(seit April 2018) habe unter bestmöglichen Bedingungen stattgefunden. In der Zusammenschau der im Austrittsbericht dargelegten Ereignisse hätten in erster Linie die bekannten, orga
nisch-bedingten interpersonellen und sozialen Schwierigkeiten des Beschwerde
führers zum Abbruch geführt. Eine zu vermutende
epileptologische
und konse
kutiv psychiatrische Verschlechterung des Krankheitsbildes dürf
t
en zur Eskalation
und damit zum Abbruch des Arbeitsversuches mitbeigetragen haben. Im Bereich des motivationalen Engagements und der Kooperation seitens des Beschwerde
führers sei kein ungünstiger Beitrag ersichtlich, so wirke der Beschwerdeführer im Rahmen seiner Möglichkeiten angemessen in der
epileptologischen
und psy
chol
ogisch-psychiatrischen Behandlu
ng mit. Zuletzt sei Ende 2017 aus psychia
trischer Sicht eine 60-80%ige Arbeitsfähigkeit attestiert worden, dies während einer laufenden 60%-Anstellung im Archiv der
Klinik
J._
. Der Be
schwer
deführer habe damals dezidiert die Erhöhung seines Arbeitspensums auf 80 % (zur Vermeidung einer Abhängigkeit der Sozialhilfe) gewünscht, was sich nicht habe realisieren lassen. Die damalige Einschätzung habe auf diesem Wunsch des Beschwerdeführers und auf einer schriftlichen Arbeitsbeurteilung der
Klinik
J._
, welche auf rein fachlicher Ebene gute Leistungen attestiert habe, beruht. Aufgrund der Schilderungen des Beschwerdeführers sei zu vermuten gewesen, dass im interpersonellen Bereich am Arbeitsplatz eine prekär kompensierte Situa
tion vorliegen könnte, wobei eine objektive Überprüfung dieser Vermutung nicht möglich gewesen sei. Aus 2017 liege eine Beurteilung des damals behandelnden Psychiaters med.
pract
.
P._
vor, der dem Beschwerdeführer aus psychia
trischer Sicht eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit attestiert habe. Damit habe sich 2017 eine stark divergierende Einschätzung der Arbeitsfähigkeit des Beschwerde
führers ergeben. Übereinstimmend sei von einer schwerwiegenden organisch-psychiatrischen Morbidität auszugehen; die Differenz habe sich einzig bei der Frage ergeben, wie stark diese Morbidität die Arbeitsfähigkeit tangieren würde. Aus heutiger Sicht lasse sich festhalten,
dass das Ausmass der organisch-psy
chiatrischen Persönlichkeitsproblematik und der damit assoziierten interpers
o
nellen und sozialen Konflikte längerfristig eine Arbeitstätigkeit auf dem ersten Arbeitsmarkt - auch unter optimalen Rahmenbedingungen - vorläufig, aber ver
mutlich längerfristig, verunmögliche. Ein erneuter Integrationsversuch auf dem ersten Arbeitsmarkt sei aktuell und bis auf
Weiteres nicht indiziert. Therapeutisch sei - nebst der bereits eingeleiteten
neuroleptischen
Behandlung, einer Fort
setzung der psychotherapeutischen Gespräche sowie selbstverständlich weitere Optimierungsversuche der antikonvulsiven Behandlung - ein sozialpsychiatri
sches Vorgehen mit baldmöglichster Etablierung einer geeigneten betreuten Wohn - und Arbeitssituation
indiziert
. In einem solchen milieutherapeutischen Rahmen könnten die interpersonellen/sozialen Schwierigkeiten des Beschwerde
führers längerfristig bearbeitet und modifiziert werden. Aufgrund der glaubhaft gegebenen Motivation
des Beschwerdeführers und seiner (auch vom letzten Arbeitgeber erneut attestierten) guten fach-beruflichen Leistungen sei in prog
nostischer Sicht offenzulassen, ob zu einem späteren Zeitpunkt eine Reintegration in den ersten Arbeitsmarkt doch gelingen könnte. auch bei günstigem Verlauf könnte dies möglicherweise erst in einigen Jahren zu erwägen sein.
3.12
Im Bericht der
E._
vom 28. November 2018 (Urk. 7/251) zuhanden der Be
schwerdegegnerin wurden folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeits
fähigkeit gestellt:
-
Organisch bedingte Persönlichkeits- und Verhaltensstörung im Rahmen
der Epilepsie (ICD-10: F07.8)
-
R
ezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode
(ICD.10: F32.1)
-
Epilepsie unklarer Ätiologie mit komplex-fokalen und seltenen sekundär
generalisierten tonisch-klonischen Anfällen (ICD-10: G40.2)
Der Beschwerdeführer sei aktuell sowohl in angestammter als auch angepasster Tätigkeit
zu 100 % arbeitsunfähig. Die Prognose
hänge vom weiteren Krankheits
verlauf ab und sei aktuell nicht abschliessend zu beurteilen. Insbesondere die längerfristige Auswirkung der Epilepsie auf die Arbeitsfähigkeit sei
somatischer
seits
zu beurteilen. Der Beschwerdeführer weise schwere Beeinträchtigungen in der Planung und Strukturierung von Aufgaben, der Flexibilität und Umstellungs
fähigkeit sowie bei der Selbstbehauptungsfähigkeit (verletzten von sozialen Normen) auf. Die Anwendung fachlicher Kompetenzen, die Durchhaltefähigkeit, die Kontaktfähigkeit zu Dritten sowie die Gruppenfähigkeit seien mittelgradig eingeschränkt.
3.13
RAD
-Arzt
Dr.
L._
fasste in seiner Stellungnahme vom 6. Dezember 2018 die Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit folgendermassen zusammen
(Urk. 7/256/11-12)
:
-
Epilepsie unklare Ätiologie (nach MRI-Kriterien nicht-
läsionell
) mit
Komplex-fokalen und seltenen sekundär generalisierten tonisch-
klonischen Anfällen (Status nach Implantation von Tiefenelektroden vom
2
4.
bis 30.
Oktober 2017)
-
Organisch bedingte Persönlichkeits- und Verhaltensproblematik (ICD-10:
F07.8)
-
Anpassungsstörung bezüglich Epilepsieerkrankung im Kontext einer
chronisch-depressiv-dysphorischen Entwicklung (teils psychoreaktiv,
mehrheitlich organisch bedingt) im Sinne einer IDD
-
R
ezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode
(ICD-10: F32.1)
-
Hoher Verdacht auf kombinierte Persönlichkeitsstörung mit narzisstischen
und an
ankastischen Zügen (
ICD-10: F61.0)
Einschränkend in Bezug auf
die bisherige Tätigkeit wirkten sich die epileptischen Ereignisse sowie di
e Persönlichkeitsveränderung aus
. Das Belastungsprofil für den 1. Arbeitsmarkt sei nicht formulierbar. Die 100%ige Arbeitsunfähigkeit sei for
m
al seit Ende 2017 attestiert. Bei der Grunderkrankung langjährige Epilepsie mit Persönlichkeitsveränderung sei die genannte Einschränkung der Arbeits
f
ähigkeit als bereits langjährig
bestehend anzunehmen, sodass auf das tatsächlich geleistete Pensum abgestellt werden könne. Eine rententangierende Verbesserung des Gesundheitszustandes sei überwiegend wahrscheinlich nicht zu erwarten.
4
.
4
.1
Aufgrund der ausführlichen Aktenlage ist ausgewiesen und überdies unbestritten, dass der Beschwerdeführer an einer Epilepsie und in deren Kontext an einer orga
nisch bedingten Persönlichkeits- und Verhaltensstörung leidet.
Die Beschwer
degegnerin sprach denn dem Beschwerdeführer - gestützt auf die versicherungs
medizinische Beurteilung von RAD-Arzt
Dr.
L._
vom 6. Dezember 2018 (vgl. Urk. 2 S. 2) - ab dem 1. Dezember 2018 eine ganze Invalidenrente zu. Gemäss
Dr.
L._
sei die 100%ige Arbeitsunfähigkeit formal seit Ende 2017 attestiert und es sei bei der Grunderkrankung langjährige Epilepsie mit Persönlichkeits
ver
änderung anzunehmen, dass diese Einschränkung der Arbeitsfähigkeit sowohl in der bisherigen als auch in einer angepassten Tätigkeit bereits langjährig bestehe,
sodass auf das tatsächlich geleistete Pensum abgestellt werden könne (vgl. E
. 3.13).
Diese Beurteilung erscheint aufgrund des Verlaufs der Krankheitsgeschichte und der Eingliederungsbemühungen plausibel, weshalb nachfolgend zu prüfen ist,
seit wann sich
die
Funktionsbeeinträchtigung rentenbegründend auf die Arbeits
fähigkeit des Beschwerde
führers auswirkt (vgl. dazu beschwerdeweises Vorbrin
gen, Urk. 1).
4
.2
Nachdem der Beschwerdeführer
ab Dezember 2012
zu 100 % arbeitsunfähig geschrieben war (vgl. E. 3.1-2)
,
besserte sich sein Gesundheitszustand
–
erwar
tungs
gemäs
s - soweit, dass ab Juli 2013
Eingliederungsbemühungen unternom
men
werden konnten. Indes wurde das am 29. Juli 2013 begonnene Aufbautraining bereits per 20. Oktober 2013 wieder abgebrochen, insbesondere weil sich be
züg
lich der Beziehungsgestaltung Schwierigkeiten gezeigt hätten. Empfohlen wurde als Zwischenschritt ein Arbeitstraining im KV-Bereich, wo schwerpunktmässig die Punkte «Kommunikation», «Umgang mit Kritik» und «Grenzen anderer Wahr
nehmen» angegangen werden könnten (Schlussbericht der
G._
AG vom
28.
Oktober 2013, Urk. 7/67/2-3). Im Anschluss an die Zusprache von Arbeitsver
mittlung (Mitteilung vom 13. November 2013, Urk. 7/69) mündete ein Arbeits
versuch bei
H._
am 29. Januar 2014 in einen Eintritt ins
Zentrum S._
und zu daran anschliessenden psychiatrischen Behand
lungen, während welcher mit Arbeitsvermittlung fortgefahren wurde (Urk. 7/79/10-
11). Im Spätsommer des Jahres 2014 erfolgte eine Anmeldung bei der
Stelle T._
, die um die Jahreswende einen Inte
grationsplan verfasste (Urk. 7/80). Per 22. Juni 2015 wurde der Beschwerdeführer durch die
I._
zu einer Potenzialerhebung aufgeboten (Urk. 7/85), die er allerdings aus gesundheitlichen Gründen nicht antrat, da er sich stationär in die
Klinik
F._
begab (Urk. 7/87). Im
Bericht der
F._
vom 31.
August 2015 (vgl. E. 3.
4
)
wurde
festgehalten, dass der Beschwerdeführer aus
epileptologischer
Sicht in seiner Arbeitsfähigkeit
qualitativ
eingeschränkt
sei. Bedeutsamer seien aber die neuropsychologischen Funktionsbeeinträchtigungen
, welche zu einer quantitativen Einschränkung der Arbeitsfähigkeit führten. Deshalb sei dem Be
schwerdeführer ab sofort (August 2015) eine behinderungsangepasste Tätigkeit
(gut strukturierte Arbeit mit möglichst wenig sozialen Interaktionen)
zu 50
% möglich.
Im Bericht v
on 27. Februar 2017 (vgl. E. 3.5
) wurde weder in
epileptolo
gischer
noch in neuropsychologischer Hinsicht eine für die Arbeitsfähigkeit rele
vante Veränderung des Gesundheitszustandes festgehalten. Bezüglich der Arbeits
fähigkeit wurde auf die 60%-Anstellung in der
Klinik
J._
verwiesen; dem Beschwerdeführer selbst erscheine diese Aufgabe im Hinblick auf Belastung und Zeitpensum angemessen.
Med
.
pract
.
P._
, welcher den Beschwerdeführe von 2013 bis 2017
psy
chia
trisch
behandelte
, attestierte dem Beschwerdeführer hingegen eine 100%ige
Arbeitsunfähigkeit in seiner angestammten kaufm
ännischen Tätigkeit (vgl. E. 3.
7
). Aufgrund der ausführlich dargelegten neuropsychologischen Funktionsbeein
trächtigungen
und aufgrund seiner Persönlichkeitsproblematik - welche die Haupteinschränkung in Bezug auf die Arbeitsfähigkeit darstellten - sei der Beschwerdeführer auch langfristig nur an geschützten Arbeitsstellen (maximal zu 80 %) einsetzbar. Den dynamischen und Flexibilität
erfordernden Bedingungen des 1. A
rbeitsmarktes sei er dagegen nicht gewachsen; was auch die nicht erfolg
reich durchgeführten Eingliederungsmassnahmen zeigten. Dabei führte
med.
pract
.
P._
nachvollziehbar aus, dass es sich bereits bei der Stelle in der
Klinik
J._
angesichts der
angepassten und wohlwollenden Arbeitsbedin
gungen um eine solche geschützte Arbeitsstelle gehandelt habe; und dennoch habe der Beschwerdeführer lediglich zu 60 % arbeiten könne
n. Eben im Zu
sammenhang mit d
er Frage der Arbeitsfähigkeit oder einer notwendigen Beren
tung sei es schliesslich zum Zerwürfnis mit
dem Beschwerdeführer gekommen (
vgl. E. 3.6
, Urk. 7/194 S. 11-14).
Im weiteren Verlaufsbericht der
F._
vom 29. Dezember 2017 (vgl. E. 3.9) wurde seitens der behandelnden Ärzte ebenfalls
dafürgehalten
, dass die Arbeits
fähigkeit des Beschwerdeführers aufgrund der organisch bedingten
Persönlich
keits
- und Verhaltensproblematik quantitativ eingeschränkt sei - nebst den fort
bestehenden qualitativen Einschränkungen aus
epileptologischer
Sicht.
Nur bei optimalen Bedingungen, vergleichbar mit einem geschützten Arbeitsplatz, könne der Beschwerdeführer zu 60 % arbeiten, wobei dieser Eindruck durch die 60%-Anstellung bei der
Klinik
J._
bestätigt werde.
Nachdem es im August respektive September 2018 - noch während laufend
er Probe
zeit der Festanstellung -
zur arbeitgebersei
ti
gen Auflösung des Arbeitsver
hältnisses wegen den vom Beschwerdeführer ausgesprochenen Amoklauf-Dro
hungen gekommen war (vgl. E. 3.10 und E. 4.5), hielten die Ärzte der
F._
im Anschluss an einen durchgeführten «Round Table» fest, dass der Beschwer
deführer aktuell und bis auf Weiteres zu 100 % arbeitsunfähig sei. Trotz best
möglichen Bedingungen sei es aufgrund der bekannten,
organisch
-bedingten interpersonellen und sozialen Schwierigkeiten - vermutlich im Rahmen einer
epileptologischen
und konsekutiv psychiatrischen Verschlechterung des Krank
heits
bildes - zur erwähnten Eskalation gekommen. Rückblickend - und nachträg
lich in Übereinstimmung mit der Beurteilung von
med.
pract
.
P._
vom Frühling 2017 - wurde nun überzeugend dargelegt, dass die schwerwiegende organisch-psychiatrische Persönlichkeitsproblematik eine Arbeitsfähigkeit bereits längerfristig verunmögliche
(vgl. E.
3.11).
Bezüglich der anfänglichen Divergenz bei der Beurteilung der Arbeitsfähigkeit weist die
F._
nachvollziehbar darauf hin, dass die von ihnen doch noch attestierte 60%ige Arbeitsfähigkeit auf dem stark geäusserten Wunsch des Beschwerdeführers zur Vermeidung einer Abhängigkeit von Sozialhilfe beruhte. Mit
med.
pract
.
P._
kam es denn gerade bezüglich dieser Frage
,
ob eine weitere Arbeitstätigkeit oder doch eine Berentung angebracht sei, zum Zerwürfnis. Entscheidend ist jedenfalls die tat
sächliche - medizinisch-theoretische - Einschätzung der Arbeitsfähigkeit und nicht
das subjektive Empfinden des Beschwerdeführers selbst.
4
.3
Zusammenfassend ist festzuhalten, dass seit erstmalig attestiertem Eintritt der Arbeitsunfähigkeit im Dezember 2012 sich der Beschwerdeführer wiederkehrend in
epileptologischer
und psychiatrischer Behandlung befand, sämtliche berufli
chen Integrationsversuche jeweils nach kurzer Zeit scheiterten und med.
pract
.
P._
, der den Beschwerdeführer langjährig behandelte,
psychiatrischer
seits
von einem im Verlauf im Wesentlichen unveränderten Befund berichtete und den Beschwerdeführer zeitlebens nicht mehr in der Lage sah, ohne Unter
stützung in
einer Arbeitsstelle auf dem ersten Arbeitsmarkt zu bestehen (Bericht vom 17.
Oktober 2017, Urk. 7/200).
M
it dem Beweisgrad der überwiegenden Wahr
scheinlichkeit
ist deshalb ausgewiesen, dass der Beschwerdeführer
seit Dezember 2012
auf dem 1. Arbeitsmarkt nicht mehr arbeitsfähig
- und ent
sprechend sowohl in bisheriger als auch in angepasster Tätigkeit vollständig arbeitsunfähig -
war.
5
.
5
.1
Vorweg ist festzuhalten, dass Rentenleistungen erst dann auszurichten sind, wenn keine zumutbaren
Eingliederungsmassnahmen
mehr in Betracht fallen (vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_689/2019 vom 20. Dezember 2019 E. 3.1 und Urteil 9C_108/2912 vom 5. Juni 2012 E. 2.2.1). Der in der Invalidenversicherung geltende Grundsatz «Eingliederung vor Rente» bewirkt, dass die Rente hinter einer
Eingliederungsmassnahme
beziehungsweise dem damit verbundenen
Taggeld
zurücktritt (so Art. 28 Abs. 1
lit
. a IVG). Ein Rentenanspruch kann erst nach Beendigung der
Eingliederungsmassnahmen
entstehen, und zwar selbst dann, wenn diese nur einen Teilerfolg brachten oder scheiterten. Vor diesem Zeitpunkt
ist eine Invalidenrente, gegebenenfalls auch rückwirkend, nur zuzusprechen, w
enn die versicherte Person nicht oder noch nicht eingliederungsfähig ist (vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_450/2019 vom 14. November 2019 E. 3.3.1 mit Hinweis auf BGE 121 V 190 E. 4c, d und e S. 192 ff.; auch Meyer/Reichmuth Recht
sprechung des Bundesgerichts zum IVG,
3.
Aufl. 2014
N.
7 zu
Art.
28 IVG).
Es steht fest, dass
der
Beschwerdeführerin
zwar
ab Apri
l 2013 bis Ende August 2018 diverse
M
assnahmen
zur beruflichen Eingliederung
in Anspruch nahm, wo
für ihm zeitweise
Taggeld
er respektive infolge einer Anstellung ein Lohn ausge
richtet wurden.
Obwohl damit von einer grundsätzlichen Eingliederungsfähigkeit des Beschwerdeführers auszugehen wäre, womit ein
Rentenanspruch für diesen Zeitraum ohne Weiteres
ausser
Betracht
fallen würde
(Art. 29 Abs. 2 IVG)
, ist im vorliegenden Fall aufgrund des ausführlich
dargelegten Krankheitsverlaufes.
Die vom Beschwerdeführer dennoch verrichteten
jeweils
nur
kurze A
rbeitseinsätze
sind als Arbeitsversuche im Rahmen der Wiedereingliederungsbemühungen zu qualifizieren.
5
.2
Wie zuvor
festgestellt,
ist
der Beschwerdeführer
seit
Dezember 2012
vollständig arbeitsunfähig, weshalb ab dem 1.
Dezember 2013
ein Anspruch auf eine ganze Invalidenrente resultiert.
Die Koordination mit bereits bezogenen Taggeldern wird Sache der Beschwerdegegnerin sein.
6
.
Zusammenfassend ist die Beschwerde teilweise
gutzuheissen
, und die angefoch
tene Verfügung insoweit abzuändern, als festgestellt wird, dass
der Beschwerde
führer
bereits
ab dem
1.
Dezember 2013
Anspruch auf eine
ganze
Invalidenrente hat.
7
.
7
.1
Die Gerichtskosten werden nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- und Fr. 1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG). Vorliegend sind die Kosten auf Fr. 600.-- anzusetzen
.
Ausgangsgemäss
sind diese der Beschwerdegegnerin
aufzuerlegen.
7
.2
Dem
anwaltlic
h vertretenen Beschwerdeführer
steht gestützt auf Art. 61
lit
. g ATSG und § 34 Abs. 1 und 3 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht eine Prozessentschädigung zu, welche ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache und der Schwierigkeit des Proze
sses zu bemessen und auf Fr. 2
'
1
00.-- (inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) festzusetzen ist.