# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 7a2e3d5a-744f-4166-8d9b-a936b1573c02
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2020
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
1.1
Die 1960 geborene
X._
ist gelernte Tiefbauzeichnerin (Urk.
7/2,
Urk.
7/3/4
). Ab dem 1. Oktober 1998 arbeitete sie zu 70 % als Kreditoren
buch
halterin bei der
Y._
AG (Urk.
7/3/4
), nachdem sie
zuvor eine Umschulung
zur Buchhalterin
absolviert hatte (Urk. 1 S.
4
,
Urk.
7/86
/12
). Am 8. März 2015 meldete sie sich unter Hinweis auf ein Burnout und ihre Krankschreibung ab dem 1
0.
November 2014 bei der Invaliden
ver
si
che
rung zum Leistungsbezug an (Urk.
7
/3
/3,
Urk.
7/3/5
). Die Sozialversiche
rungs
anstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, traf erwerbliche (Urk.
7
/8
-
9
,
Urk.
7/14
) und medizinische
(Urk.
7
/13, Urk.
7
/22)
Abklärungen und holte die Akten des Kran
kentaggeldversicherers ein
(Urk.
7
/11
, Urk. 7
/24).
Nach Durchführung des
Vorbe
scheidverfahrens
(Urk.
7/
27
,
Urk.
7/31,
Urk.
7/34; vgl. auch
Urk.
7/25)
verneinte
s
ie mit Verfügung vom 1
7.
November 2015
eine
n
Anspruch auf Invalidenver
sicherungsleistungen
, da keine Gesundheitsschäden vorlägen, welche die Arbeits
fähigkeit dauerhaft einschränkten
(
Urk.
7/35
).
Die von der Versicherten dagegen erhobene Beschwerde (
Urk.
7/42/3-10) wurde mit dem Urteil des Sozialversiche
rungsgerichts des Kantons Zürich IV.2016.00007 vom 1
0.
November 2016 gutge
heissen mit der Feststellung, dass die Versicherte ab dem
1.
November 2015 Anspruch auf eine ganze Rente ha
b
e (
Urk.
7/51
). Diesen Entscheid focht die IV-Stelle am 1
5.
Dezember 2016 beim Bundesgericht an (
Urk.
7/55).
Dieses hiess die Beschwerde mit dem Urteil 8C_841/2016 vom 3
0.
November 2017 teilweise gut und wies die Sache zur Einholung eines psychiatrischen Gutachtens und neuer Verfügung an die IV-Stelle zurück (
Urk.
7/63/10-11).
1.2
Die IV-Stelle holte daraufhin zunächst Verlaufsberichte der behandelnden Ärzte
(
Urk.
7/66,
Urk.
7/68,
Urk.
7/71-72) und danach das psychiatrische Gutachten des
Dr.
med.
Z._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie,
vom 2
2.
November 2018
ein
(
Urk.
7/86).
Danach nahm sie eine Ressourcenprüfung aus Rechtsan
wendersicht vor (
Urk.
7/93/6-8). Nach Durchführung
des
Vorbescheidverfahrens
(
Urk.
7/
92-98)
verneinte
sie
mit Verfügung vom
2
1.
April 2020
erneut eine
n
Rentenanspruch
(
Urk.
2).
2.
Dagegen erhob die Versicherte, vertreten durch Rechtsanwalt Tobias
Figi
, mit Eingabe vom 2
5.
Mai 2020 Beschwerde mit dem Rechtsbegehren, es sei ihr spätestens ab dem
1.
November 2015 eine – eventuell abgestufte – angemessene IV-Rente auszurichten
; eventualiter sei ein psychiatrisches Gerichtsgutachten
anzuordnen
(
Urk.
1 S. 2).
Mit Beschwerdeantwort vom 3
0.
Juni 2020 beantragte die IV-Stelle die Abweisung d
er Beschwerde (
Urk.
6).
Eine Kopie der Beschwerde
antwort wurde der Beschwerdeführerin zur Kenntnisnahme zugestellt
(
Urk.
8).
Die
Beiladung der AXA Winterthur Berufliche Vorsorge, c/o AXA Leben AG,
mit Verfügung vom 1
6.
Oktober 2020
(
Urk.
9)
wurde
vom Gericht am
1
7.
November 2020
wiedererwägungsweise rückgängig gemacht
(
Urk.
12)
, nachdem
der Rechts
dienst Vorsorge der AXA mit Eingabe vom 1
1.
November 2020 erklärt hatte, die Bezeichnung
AXA Winterthur Berufliche Vorsorge
entspreche keiner registrierten Vorsorgeeinrichtung und die eigentlich beizuladende
Columna
Sammelstiftung Client
Invest
, Winterthur, erkläre den Teilnahmeverzicht am Beschwerdever
fahren (
Urk.
11).
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 des
Bundesgesetz
es
über den Allge
meinen Teil
des Sozialversicherungsrechts [ATSG]). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesund
heit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verblei
bende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom
menden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beur
teilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der ge
sundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähig
keit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Mit BGE 143 V 418 entschied das Bundesgericht, dass grundsätzlich sämtliche psychischen Erkrankungen für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit einem struk
turierten Beweisverfahren nach BGE 141 V 281 zu unterziehen sind (E. 6 und 7, Änderung der Rechtsprechung; vgl. BGE 143 V 409 E. 4.5.2 speziell mit Bezug auf leichte bis mittelschwere Depressionen).
Das strukturierte Beweisverfahren definiert systematisierte Indikatoren, die es
–
unter Berücksichtigung leistungshindernder äusserer Belastungsfaktoren einer
seits und von Kompensationspotentialen (Ressourcen) andererseits
–
erlauben, das tatsächlich erreichbare Leistungsvermögen einzuschätzen (BGE 141 V 281 E. 2, E. 3.4-3.6 und 4.1; vgl. statt vieler: Urteil des Bundesgerichts 9C_590/2017 vom
15.
Februar 2018 E. 5.1). Die Anerkennung eines rentenbegründenden Inva
liditätsgrades ist nur zulässig, wenn die funktionellen Auswirkungen der medizi
nisch festgestellten gesundheitlichen Anspruchsgrundlage im Einzelfall anhand der Standardindikatoren schlüssig und widerspruchsfrei mit (zumindest) überwie
gender Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sind. Fehlt es an diesem Nachweis, hat die materiell beweisbelastete versicherte Person die Folgen der Beweislosigkeit zu tragen (BGE 141 V 281 E. 6; vgl. BGE 144 V 50 E. 4.3).
Diese Rechtsprechung ist auf alle im Zeitpunkt der Praxisänderung noch nicht erledigten Fälle anzuwenden (Urteil des Bundesgerichts 9C_580/2017 vom 16. Januar 2018 E. 3.1 mit Hinwei
sen).
Die für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit bei psychischen Erkrankungen im Regelfall beachtlichen Standardindikatoren (BGE 143 V 418, 143 V 409, 141 V
281) hat das Bundesgericht wie folgt systematisiert (BGE 141 V 281 E. 4.3.1):
-
Kategorie «funktioneller Schweregrad» (E. 4.3)
-
Komplex «Gesundheitsschädigung» (E. 4.3.1)
-
Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde (E. 4.3.1.1)
-
Behandlungs- und Eingliederungserfolg oder -resistenz (E. 4.3.1.2)
-
Komorbiditäten (E. 4.3.1.3)
-
Komplex «Persönlichkeit» (Persönlichkeitsdiagnostik, persönliche Res
sourcen, E. 4.3.2)
-
Komplex «Sozialer Kontext» (E. 4.3.3)
-
Kategorie «Konsistenz» (Gesichtspunkte des Verhaltens, E. 4.4)
-
gleichmässige Einschränkung des Aktivitätenniveaus in allen vergleich
baren Lebensbereichen (E. 4.4.1)
-
behandlungs- und eingliederungsanamnestisch ausgewiesener Leidens
druck (E. 4.4.2)
Beweisrechtlich entscheidend ist der verhaltensbezogene Aspekt der Konsistenz (BGE 141 V 281 E. 4.4; vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_604/2017 vom 1
5.
März 2018 E. 7.4).
1.3
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 des
Bundesgesetz
es
über die Invalidenversicherung (IVG)
Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betä
tigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
Der Rentenanspruch entsteht gemäss Art. 29 Abs. 1 IVG frühestens nach Ablauf von sechs Monaten nach Geltendmachung des Leistungsanspruchs nach Artikel 29 Abs. 1 ATSG. Die Rente wird vom Beginn des Monats an ausbezahlt, in dem der Rentenanspruch entsteht (Art. 29 Abs. 3 IVG).
1.4
Ändert sich der Invaliditätsgrad eines Rentenbezügers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (
Art.
17
Abs.
1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen seit Zuspre
chung der Rente, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Renten
anspruch zu beeinflussen (BGE 141 V 9 E. 2.3, 134 V 131 E. 3).
Nach der Recht
sprechung sind bei rückwirkender Zusprechung einer abgestuften oder befristeten Invalidenrente die für die Rentenrevision geltenden Bestimmungen analog anzu
wenden (BGE 133 V 263 E. 6.1 mit Hinweisen; Urteil des Bundesgerichts 9C_399/2016 vom 18. Januar 2017 E. 4.8.1).
Gemäss Art. 88a Abs. 1
der Verordnung über
die Invalidenversicherung (IVV)
ist eine Verbesserung der Erwerbsfähigkeit oder der Fähigkeit, sich im Aufgaben
be
reich zu betätigen, für die Herabsetzung oder Aufhebung der Leistung von dem Zeitpunkt an zu berücksichtigen, in dem angenommen werden kann, dass sie voraussichtlich längere Zeit dauern wird. Sie ist in jedem Fall zu berücksichtigen, nachdem sie ohne wesentliche Unterbrechung drei Monate angedauert hat und voraussichtlich weiterhin andauern wird.
B
ei rückwirkender Zusprechung einer abgestuften oder befristeten Rente
wendet d
as Bundesgericht in der Regel den zweiten Satz
von Art. 88a Abs. 1 IVV analog
an und gewährt oder bestätigt eine höhere Rente drei Monate über die Veränderung des Gesundheitszustandes hinaus (Urteil des Bundesgerichts 8C_670/2011 vom 10. Februar 2012 E. 5.1 mit Hin
weisen; vgl. statt vieler auch Urteil des Bundesgerichts 8C_626/2017 vom 9. Mai 2018 E. 4).
2.
2.1
Die IV-Stelle begründete die erneute Ablehnung des Rentenbegehrens in der angefochtenen Verfügung damit, der
beauftragte
psychiatrische Gutachter
habe
zwar
ein psychisches Leiden festgestellt und eine Einschränkung der Arbeits
fähig
keit attestiert. Die Prüfung der Standardindikatoren gemäss bundesgericht
licher Rechtsprechung habe jedoch ergeben, dass die medizinisch-theoretische Arbeitsunfähigkeit aus rechtlicher Sicht nicht übernommen werden könne. Das psychische Leiden sei leichtgradig
;
die gestellten Diagnosen
seien
aus rechtlicher Sicht keine Erkrankungen, welche zu einem länger dauernden Ausfall der Erwerbsfähigkeit führten. Die Beschwerdeführerin nehme sodann seit zwei Jahren nicht mehr an stationären oder teilstationären Behandlungen teil und habe die
psychopharmakologische Therapie selbst abgesetzt.
Die aktuelle Therapie mittels körperorientierter Psychotherapie sei weniger auf die Behebung von psychischen Einschränkungen ausgerichtet als auf Selbstfindung. Besser geeignet wäre eine
erneute medikamentöse Therapie oder eine Kombinationstherapie. Insgesamt lasse
dies nicht auf einen erheblichen Leidensdruck schliessen. Weiter bestünden psy
chosoziale Belastungsfaktoren wie etwa eine Entfremdung vom Arbeitsmarkt und eine innere Umorientierung, welche die Aufnahme einer Erwerbstätigkeit er
schwer
t
en.
Im Rahmen einer Gesamtwürdigung habe die IV-Stelle kein stimmiges Gesamtbild erkennen können, welches auf ein invalidenversicherungsrechtlich relevantes psychisches Leide
n
hindeute.
Somit sei es der Beschwerdeführerin zumutbar, trotz ihrer Beschwerden einer Erwerbstätigkeit nachzugehen. Das Gesuch um Gewährung von IV-Leistungen müsse deshalb abgewiesen werden
(
Urk.
2; vgl. auch
Urk.
6).
2.2
Die Beschwerdeführerin stellt sich
demgegenüber auf den Standpunkt, sie habe spätestens ab dem
1.
November 2015 Anspruch auf eine – allenfalls abgestufte – Invalidenrente (
Urk.
1 S. 2).
Die von der IV-Stelle getroffene Annahme, mit der von
Dr.
Z._
diagnostizierten
Dysthymia
und der Persönlichkeitsakzentuierung
lägen
lediglich leichte Gesundheitsschädigung
en
vor, sei
unzutreffend
. Dass sowohl
Dr.
Z._
als auch
Dr.
med.
A._
, Facharzt für Psychiatrie und Psy
cho
therapie vom Regionalen Ärztlichen Dienst RAD, ab Dezember 2016 eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit in angepasster Tätigkeit anerkannt hätten, spreche dafür, dass die Diagnose
Dysthymia
klar falsch sei und eine mindestens mittel
gradige
de
pressive Störung
beziehungsweis
e ein mittelschweres psychisches
Leiden
vorliege
(
Urk.
1 S. 14
und 18
)
. Diese Störung sei ferner therapieresistent, habe sie doch in den letzten fünf Jahren sämtliche Therapieoptionen
- einschliesslich zwei
er
mehr
monatige
r
stationäre
r
Therapien und eines mehrmonatigen teils
t
ationären Klinik
aufenthalts
–
wahrgenommen
(
Urk.
1 S. 14 f.)
. Die Ressour
cen seien massiv
eingeschränkt; es sei ihr während Jahren nicht gelungen, an ihr früheres Leben anzuknüpfen, es habe eine «Flucht in die Krankheit» stattgefunden (
Urk.
1 S. 14 und 20).
Psychosoziale Faktoren lägen nicht vor. Die Entfremdung vom Arbeits
markt sei eine Folge des Stellenverlusts wegen der schweren seelischen
Erkrankung
(
Urk.
1 S. 14).
Ferner
sei unzutreffend, dass
die aktuelle körper
orientierte Psychotherapie mehr auf die Selbstverwirklichung ausgerichtet
sei;
h
ierbei handle es sich um eine
eidgenössisch anerkannte Therapieform mit nach
gewiesener Wirksamkeit (
Urk.
1 S. 14-16).
Aus diesen Gründen
genügten
sowohl das Gutachten des
Dr.
Z._
wie auch die Ressourcenprüfung der IV-Stelle
den Anforderungen nicht
.
In ihren
Stellungnahme
n
vom 1
0.
Juli 2019
und 1
1.
Mai
2020 hätten
Dr.
B._
und die behandelnde Psychologin
Dr.
C._
dargelegt, dass in den letzten fünf Jahren klare depressive Episoden mittelschweren bis schweren Ausmasses vorgelegen hätten
.
G
l
eichzeitig
hätten sie
der gutachter
lichen Einschätzung einer
aktuell
50%igen Arbeitsfähigkeit zugestimmt (
Urk.
1 S.
15 und
17).
Damit liege klar eine invalidenversicherungsrechtlich relevante Erkr
ankung vor. Demnach habe sie nach Ablauf des Wartejahrs ab
1.
November 2015 Anspruch auf eine ganze Rente. Da
Dr.
Z._
ab Dezember 2016 eine mindestens 50%ige Arbeitsunfähigkeit attestiert habe, bestehe auch ab diesem Zeitpunkt ein Rentenanspruch
(
Urk.
1 S. 18-21).
Eventuell sei
aufgrund der Mängel des psychiatrischen Gutachtens von
Dr.
Z._
ein neutrales psychia
tri
sches Gerichtsgutachten einzuholen (
Urk.
1 S. 21 f.).
2.3
Strittig und zu prüfen ist der Anspruch der Beschwerdeführerin auf eine Inva
lidenrente.
3.
3.1
Im
Austrittsbericht
der
K
linik
D._
vom
10. April 2015
, wo die Be
schwerdeführerin vom 15. Januar bis zum 28. März 2015 hospitalisiert war, wurden
die Diagnosen einer mittelgradigen depressiven Episode mit somatischen Symptomen (ICD-10: F32.1) und eines Erschöpfungssyndroms (ICD-10: Z73.0; Burn-out-Syndrom)
gestellt
(Urk.
7
/13/6).
Die Ärzte hielten fest, z
u Beginn der Behandlung habe sich die Beschwerdeführerin in einem äusserst instabilen Zu
stand befunden. Bis zum Austritt habe sie sich psychisch und physisch stabili
sieren können. Der Leidensdruck
habe sich deutlich reduziert, s
ie habe ihre Ängste abbauen können (Urk.
7
/13/8). Am 28. März 2015 sei sie in deutlich gebessertem Zustand entlassen worden (Urk.
7
/13/9).
Die Beschwerdeführerin
sei
seit dem 1
5.
Januar 2015 und bis auf Weiteres
100%ig arbeitsunfähig
(
Urk.
7/
13/
2
).
Dr. med.
E._
, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie,
behandelte die Beschwerdeführerin anschliessend ambulant im wöchentlichen Rhythmus mit
verhaltenstherapeutischen und tiefenpsychologischen Elementen
sowie
antide
pres
siver Medikation
(
Urk.
7/22
/2
,
Urk.
7/24/2,
Urk.
7/
24/21
,
Urk.
7/68/8
)
. In ihrem
Bericht vom
6.
August 2015
wiederholte
sie
die in der
Kl
inik
D._
gestellten Diagnosen und attestierte eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit in der bis
herigen Tätigkeit
. Die Prognose sei längerfristig grundsätzlich gut, die Arbeits
fähig
keit könne trainiert und al
lmählich gesteigert werden
(
Urk.
7/22
).
3.2
Im Auftrag
des Krankentaggeldversicherers
wurde die Beschwerdeführerin am
9.
Dezember 2015
durch
Dr.
med.
F._
, Facharzt für Psychiatrie und Psy
chotherapie, begutachtet
(
Urk.
7/68/4)
.
Gemäss Angaben in der Expertise vom 2
9.
Dezember 2015 erhob
Dr.
F._
eine eingeschränkte Konzentrationsdauer, formale Denkstörungen mit eingeschränkter geistiger Flexibilität, eine allgemeine Ängstlichkeit, Deprimiertheit, eine reduzierte affektive Schwingungsfähigkeit, Antriebsstörungen und eine verlangsamte Psychomotorik. Dieser Befund sei mit einer mittelgradigen depressiven Symptomatik und mittelgradigen bis schweren Beeinträchtigungen d
er Flexibilität, D
u
r
chhaltefähigkeit, Selbstbehauptungs
fähigkeit sowie Anwendung fachlicher Kompetenzen
vereinbar
(
Urk.
7/68/8-9). Die Beschwerdeführerin
habe bis zu ihrer Erkrankung während 17 Jahren zu 70
%
als Kreditorenbuchhalterin gearbeitet. Seiner Einschätzung nach sei es infolge einer
während
drei Jahren bestehenden beruflichen Überlastung zu einer Störung der Stressmodulationsfähigkeit (fehlende Erholung bei Schlafstörungen) mit an
schliessendem Ausbruch einer generalisierten Angststörung gekommen. Dies habe
die psychische Belastbarkeit der Beschwerdeführerin zunehmend einge
schränkt, bei stressbedingter Schwächung des Immunsystems
zu häufigen Erkältungen und im November 2014 zum Ausbruch einer Anpassungsstörung mit depressiver Reaktion sowie einer deutlichen psychophysischen Erschöpfung geführt. Deshalb sei ihr ab 1
0.
November 2014 eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit attestiert worden. Eine vollständige Arbeitsunfähigkeit in sämtlichen Tätigkeiten könne aufgrund der aktuell erhobenen psychopathologischen Befunde bestätigt werden. Trotz der
in der
Folge
absolut fachgerecht
unter Mitwirkung der Beschwerdeführerin
durchgeführten therapeutischen Massnahmen (
Urk.
7/68/10,
Urk.
7/68/12) habe sich der psychische Zustand nur intermittierend gebessert, wobei die Krebser
krankung der Tochter im Sommer 2015 zu einer massiven Verschlechterung geführt habe. Den anamnestischen Angaben sei eine Ve
r
besserung der psy
chischen und körperlichen V
erfas
sung seit Mitte November 2015 zu entnehmen.
A
ls weitere therapeutische Mass
nahme
sei nun eine
stationäre
psychosomatische Rehabilitation
von vier bis sechs Wochen
zu empfehlen
.
Danach sei von einer 50%igen
Arbeitsfähigkeit
auszugehen (
Urk.
7/68/10).
Anschliessend
könne
mit einer monatlichen Steigerung
der Arbeitsfähigkeit
zwischen 20 und 25
%
bis zur
Wiederherstellung der vollen Arbeitsfähigkeit
in d
er angestammten Tätigkeit
gerechnet werden
(
Urk.
7/68/11
).
Gemäss
Kurzaustrittsbericht vom 1
2.
Februar 2016
absolvierte die Beschwerde
führerin v
om 1
1.
Januar bis 1
3.
Februar 2016 in der Klinik
G._
eine psychoso
matische Rehabilitation (
Urk.
7/68/13).
Laut dem
Austrittsbericht vom 10. März 2016 hatte
sie
beim Eintritt im Beck Depressionsinventar (BDI II)
, einem Selbst
beurteilungsinstrument,
eine Punktzahl von 28 erreicht, was auf eine mittel
gra
dige Ausprägung der depressi
ven Symptomatik hinwies. Beim Austritt erreichte
si
e nur noch die Punktzahl von 14, was
auf eine rückläufige Tendenz der de
pres
siven Symptomatik hinwies (
Urk.
7/68/22)
.
Die Ärzte der Klinik
G._
legten
dar,
im Verlauf
habe
eine erfreuliche Stabilisierung des psychischen und physi
schen
Zustan
dsbildes erzielt werden können mit
Teilremission der Konzentra
ti
ons
stö
rung, Aufhellung der Stim
mung, Rückgang der inneren Unruhe, Verbes
se
ru
ng des Antriebs
sowie vermehrter
Pflege von sozialen Kontakten
.
Die vorbe
stehende antidepressive Medikation mit Trittico sei mit gutem Effekt auf den Schlaf
beibehalten worden. Eine Wiedereinführung des von der Beschwerdeführerin vor Eintritt abgesetzten Cipralex, respektive die Einnahme eines anderen Antide
pressivums zur Kombination, sei von der Beschwerdeführerin aktuell nicht ge
wünscht worden (
Urk.
7/68/14).
Aus
Rekon
valeszenzgründen
sei die Beschwerde
führerin noch
bis Ende
Februar 2016 zu 100 % arbeitsunfähig
. D
ie ambulante Psychotherapie
sollte
weitergeführt werden, für die weitere Stabilisierung sei der Besuch einer Tagesklinik zu empfehlen (Urk.
7/68/14).
Auf Zuweisung der Klinik
G._
(
Urk.
7/68/25)
wurde die Beschwerdeführerin in der Folge vom
4.
April bis 3
0.
November 2016 in der
Tagesklinik der
p
sychia
trischen
Kl
inik
H._
teilstationär
behandelt. Die Therapie erfolgte
während vier halben Tagen pro Woche multimodal
unter anderem mit Körper
psychotherapie,
aber ohne Abgabe von M
edikamenten
(
Urk.
7/68/30
,
Urk.
7/68/33-34
)
.
Dem
Austrittsbericht vom
9.
Dezember 2016
ist in diagnos
tischer Hinsicht eine mittelgradige depressive
Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode, zu entnehmen (
Urk.
7/68/30).
D
ie Ä
rzte
hielten fest
, im Verlauf der Behandlung habe sich das Zustandsbild leicht stabilisiert. Fortschritte hätten vor allem hinsichtlich des Denk- und Konzentrationsvermögens, der Aktivität und des Antriebes erzielt werden können.
Auch die initial bestehende depressive Stimmung, die Insuffizienz- und Schuldgefühle sowie die Schlafstörungen hätten sich leicht
regredien
t
gezeigt
(
Urk.
7/68/33).
Die Ärzte bescheinigten
der Be
schwerdeführerin
in
Zeugnis
sen
vom 2
0.
Oktober 2016
und
8.
November 2016
ab dem
9.
November 2016 eine 20%ige Arbeitsfähigkeit im angestammten Bereich in der Buchhaltung oder in einer anderen einfachen Tätigkeit
(
Urk.
7/68/
28-
29).
Am 3
0.
November 2016 beendete die Beschwerdeführerin die Behandlung bei
Dr.
E._
. Am
1.
Januar 2017 begann sie
, betreut durch
die
Psychologin
C._
,
eine körperorientierte Psychotherapie
in knapp wöchentlichem Rhythmus
(
Urk.
7/68/1
,
Urk.
7/71/2,
Urk.
7/71/6-7,
Urk.
7/72/3
-5
; vgl. auch Urk.7/86/13
).
Im Verlaufsbericht vom 1
5.
Mai 2018 diagnostizierten
die Psychologin
C._
sowie die Psychiaterin
Dr.
B._
, welche die Beschwerdeführerin gemeinsam im Ambulatorium
I._
behandelt
en,
eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig schwere Episo
de (ICD-10: F33.2) mit Erschöpf
ungssyndrom (ICD-10: Z73.0). Sie hielten fest, aufgrund des bisherigen Verlaufes, der langen Dauer und der kaum erkennbaren Verbesserung des psychischen Zustandsbildes sähen sie keine Integrationsmöglichkeit auf dem
1.
Arbeitsmarkt. Es müsse von einer lang
fristigen vollständigen Arbeitsunfähigkeit ohne ausreichendes Besserungspoten
tial ausgegangen werden (
Urk.
7/72/3-6,
Urk.
7/72/9).
3.3
Das Bundesgericht hielt in Erwägung
4.5.2 und
5.1-2 des Rückweisungsurteils 8C_841/2016 vom 3
0.
November 2017 fest, aufgrund der Aktenlage könne nicht auf eine rentenbegründende Invalidität geschlossen werden. Weder der Gutachter
Dr.
F._
noch die Ärzte der Klinik
G._
hätten schlüssig und nachvollziehbar dargelegt, warum sie trotz der von ihnen klinisch festgestellten Verbesserung der diagnostizierten Leiden weiterhin eine vollständige Arbeitsunfähigkeit in sämt
lichen Tätigkeitsbereichen attestiert hätten.
Dem Austrittsbericht der Klinik
G._
lasse sich nicht entnehmen, weshalb die Ärzte – bei einem seit November 2015 gebesserten Zustand und im Rahmen der Selbstbeurteilung nach BDI leichter Symptomatik – selbst in einer leidensangepassten Tätigkeit überhaupt kein funk
tionelles Leistungsvermögen mehr angenommen hätten.
Die Sache sei daher an die IV-Stelle zurückzuweisen, damit sie ein psychia
t
risches Gutachten mit beson
derem Augenmerk auf Therapieerfolg oder –
resistenz
einhole. Dabei sei es Auf
gabe des medizinischen Sachverständigen, nachvollziehbar aufzuzeigen, weshalb trotz lediglich leichter bis mittelschwerer Depression und an sich guter Therapier
barkeit im Einzelfall funktionelle Leistungseinschränkungen resultierten, die sich auf die Arbeitsfähigkeit auswirkten. Gestützt darauf habe die IV-Stelle in Be
rücksichtigung des medizinischen Verlaufs neu zu entscheiden (
Urk.
7/63/10).
3.4
Das
psychiatrische Gutachten von
Dr.
Z._
vom 2
2.
N
ovember 2018 basiert auf de
r
Exploration der Beschwerdeführerin am 1
1.
Oktober 2018 sowie
den Akten der IV-Stelle (
Urk.
7/86/2).
Laut
Dr.
Z._
bezeichnete sich die Beschwerdeführerin ihm gegenüber
als eine zwanghaft-perfektionistische Person
(
Urk.
7/86/14-15).
Ihr Vater sei besonders der Mutte
r
gegenüber gewalttätig gewesen,
habe sie als ein «Störobjekt» in der Familie betrachtet und mit 20 Jahren des Hauses verwiesen (
Urk.
7/86/10-11).
S
ie
kenne
depressive Symptome seit ihrer Jugendzeit
; d
iese habe
sie
mit Hilfe ihrer zwanghaft-perfektionistischen Seite in Schach halten können (
Urk.
7/86/15,
Urk.
7/86/17)
. Verstärkt seien
die
Stimmungsschwan
kung
en mit Beginn des Klimakteriums 2010 aufgetreten. 2012 seien vegetative Symp
tome wie Schwindel und Übelkeit sowie Rückenschmerzen und Panikattacken hinzuge
kommen
.
Etwa in dieser Zeit habe die Firma, für die sie während 16
Jahren
mit grossem Engagement
als Buchhalterin tätig gewesen sei, massiv expandiert. Ihre Aufgaben hätten zugenommen, ohne dass das Personal auf
ge
stockt worden
sei
, und das Betriebsklima habe sich verschlechtert (
Urk.
7/86/16).
Der Auszug ihrer zwei erwachsenen Kinder 2013 habe eine weitere Belastung dargestellt und eine grosse Leere hinterlassen. In der Folge habe sie sich umso mehr in die Arbeit gestürzt. Im Sommer 2014 sei es zu einem Bandscheibenvorfall gekommen, den sie rück
blickend
als Signal des «Zusammenbruchs» deute (
Urk.
7/86/15-16).
Die
von den behandelnden Ärzte
n
in der Folge
diagnostizierte
mittelgradige
depressive
Episode mit somatischen Symptomen und einem Erschöp
fungssyndrom
sei
auf
ihre Überforderung und eine schwere Kränkung am Arbeitsplatz
zurückgeführt worden
:
Die Firma sei für sie wie eine zweite Familie gewesen
, in der sie sich wichtig und geschätzt gefühlt habe
. Nachdem sie ihren Chef über ihr Burn-out-Syndrom informiert habe, habe er sie auf den finanziellen Charakter ihrer Beziehung hingewiesen und ihr gekündigt. Dies habe sie furchtbar enttäuscht (
Urk.
7/86/8-9,
Urk.
7/86/12
,
Urk.
7/86/18
).
Im Jahr 2015 sei ihre Tochter an Darmkrebs erkrankt, was sie
ebenfalls
sehr bedrückt habe. Seit einer Operation sei die Tochter nun aber tumorfrei (
Urk.
7/86/11,
Urk.
7/86/17).
Nach Angaben
der Beschwerdeführerin
habe sich trotz
der verschiedenen ambulanten und stationären Behandlungsversuche in den letzten Jahren
an der Symptomatik mit Müdigkeit, Antriebslosigkeit, Lustlosigkeit, Deprimiertheit und Schlafstö
rungen
wenig geändert
(
Urk.
7/86/16)
. Die verordneten Psychopharmaka habe sie deshalb abgesetzt und nehme nur noch
Baldrian oder sonstige
pflanzliche Mittel
(
Urk.
7/86/9,
Urk.
7/86/16)
. Lobend habe sie hervorgehoben, dass sie im statio
nären Rahmen ihre kreativen
und handwerklichen Interessen
wiederentdeckt habe. Sie beschäftige sich seither regelmässig mit Töpfern und könne sich eine berufliche Tätigkeit im gestalterischen Bereich mit einem stark eingeschränkten Beschäftigungsgrad von 20
%
vorstellen. Zudem empfinde sie die
körperorien
tierte
psychotherapeutische Behandlung
als hilfreich. Stationäre und teilstatio
näre Behandlungen fänden seit zwei Jahren nicht mehr statt (
Urk.
7/86/16-
17).
Diese Umstände wie auch der Wegfall der damaligen Belastungen in Beruf und Familie sprächen für eine Besserung des depressiven Zustands (
Urk.
7/86/17).
Das Gefühl der Erschöpfung sei wahrscheinlich weniger eine Folge konkreter Überarbeitung als eine solche des Verlusts ihrer bisher vertrauten Bezie
hungs
formen: So, wie ihre Kinder selbständig geworden seien und das Elternhaus ver
lassen hätten, sei die Firma gewachsen und habe ihr das frühere Gefühl der Geborgenheit verweigert (
Urk.
7/86/18
). Im Fall einer positiv verlaufenen Be
hand
lung wäre eine zumindest teilweise innere Distanzierung von diesen krän
kenden Trennungserfahrungen zu erwarten gewesen. Dazu sei es offenbar nur ansatzweise gekommen. Die Beschwerdeführerin
habe sich in einer narzisstischen Gegenwelt eingerichtet, ohne Absicht, zu einer regelässigen
Berufstätigkeit zu
rückzukehren, ohne wesentliche soziale Kontakte und verbunden mit projektiven Schuldzuweisungen. Es sei zweifelhaft, ob die von
ihr
favorisierte Körperthe
rapie diesen Tendenzen entgegen
wirken könne; diese Therapieform sei von ihrer Kon
zeption her eher regressionsfördernd und weniger auf eine Auseinandersetzung mit Grenzen, Verzicht und Konfliktbewältigung gerichtet als auf eine narzisstisch geprägte Selbstfindung und gegen die
Anpassung an die Forderungen des Alltags
(
Urk.
7/86/18
,
Urk.
7/86/22
)
.
Laut
Dr.
Z._
wies die
Beschwerdeführerin
anläss
lich seiner Untersuchung
auf Schlafstörungen (sie schlafe erst morgens ein), vegetative Beschwerden und Panikattacken hin, welche schon als Folge der Einladung zur Begutachtung aufgetreten seien. Die geklagte Müdigkeit habe sich im Gespräch aber nicht gezeigt; während
der
zweistündigen
Exploration sei s
ie wach und aufmerks
am geblieben (
Urk.
7/86/14-15).
Das subjektive Gefühl der Erschöpfung, Müdigkeit und Traurigkeit habe in deutlicher Diskrepanz zu dem intakten psychomotorischen Antrieb und den gut erhaltenen intellektuellen und kognitiven Funktionen gestanden. Die Stimmung der Beschwerdeführerin sei nicht nur depressiv, sondern auch gekränkt-vorwurfsvoll gewesen. Aktuell seien die diagnostischen Kriterien einer depressiven Störung nach ICD-10: F32-33 nicht erfüllt. Vielmehr sei eine
Dysthymia
(ICD-10: F34.1)
zu diagnostizieren
(
Urk.
7/86/18-19).
Hierbei handle es sich gemäss ICD-10 um eine chronische depressiv
e
Verstimmung,
wobei die Betroffenen in der Regel fähig seien, mit den wesentlichen Anforderungen des täglichen Lebens fertig zu werden. Die Symp
tome würden häufig schon in der Adoleszenz beginnen und dauerten manchmal lebenslang
. Im Rahmen der genannten Belastungen sei diese Störung 2014 in eine regelrechte
, offenbar schwere
Depression übergegangen, es habe dann eine so
genannte «double
depression
» vorgelegen. Diese habe nach Auffassung der Mehr
heit der Behandler das Ausmass einer mittelgradigen bis schweren depressiven Störung gehabt. Die soziophobischen Ängste der Beschwerdeführerin rechtfertig
ten seiner Ansicht nach nicht die Diagnose einer zusätzlichen Angststörung; sie liessen sich mit ihrer Depression und der ebenfalls zu diagnostizierenden akzen
tuierten Persönlichkeit
mit vorwiegend anankastischen Zügen (ICD-10: Z73.1) vereinbaren.
Die Depression sei mit überwiegender Wahrscheinlichkeit inzwi
schen weitgehend abgeheilt, so dass wieder die
Dysthymia
vorherrsche. Die vom
Ambulatorium
I._
am 1
5.
Mai 2018 gestellte Diagnose einer chronischen schweren Depression sei nicht nachvollziehbar und werde im
entsprechenden
Bericht auch nicht kritisch diskutiert
(
Urk.
7/86/15,
Urk.
7/86/18-19
,
Urk.
7/86/24
)
.
Eine hohe
Motivation zur Arbeitsaufnahme sei schon aus äusseren Gründen kaum zu erwarten. Die Beschwerdeführerin habe
bei einer eher geringen Umstel
lungsfähigkeit und Trennungsängsten eine langjährige Arbeit verloren, welche ihren Bedürfnissen offenbar optimal angepasst gewesen sei. Nach vierjähriger Arbeitsunfähigkeit
sei sie, nunmehr 58 Jahre alt, deutlich vom Arbeitsmarkt entfremdet. Ihr Ehemann habe sich inzwischen vorzeitig pensionieren lassen, und die Eheleute seien offenbar dabei, ihr
e
Bedürfnisse so weit einzuschränken, dass sie auch mit reduzierten Einkünften ihren gemeinsamen Lebensabend gestalten könnten
. Auch ihre Interessen hätten sich in eine andere Richtung verlagert, nachdem sie ihre kreativen Fähigkeit
en
wieder
entdeckt habe. Diese Beweggründe
stellten keinen psychischen Krankheitszustand dar,
erklärten
allerdings
eine gewisse Tendenz der Beschwerdeführerin, auf ihrer Symptomatik zu beharren be
ziehungsweise diese zu verdeutlichen.
Darauf deute beispielsweise
die
Anwen
dung der ICF-Kriterien zur Quantifizierung von Fähigkeitsstörungen im Kontext psychischer Störungen
(vgl. auch
Urk.
7/86
/
1
9) hin:
Aufgrund der Angaben der Beschwerdeführerin müsste davon ausgegangen werden, dass unverändert wie bereits im
Gutachten von
Dr.
F._
im Jahr 2015 festgestellt (
Urk.
7/68/9) mittelgradige bis schwere Beeinträchtigungen der Flexibilität, Durchhalte
fähig
keit, Selbstbehauptungsfähigkeit und Anwendung fachlicher Kompetenzen bestünden. Allerdings handle es sich bei diesen Einschränkungen jeweils um komplexe Konstrukte aus tatsächlichen Defiziten
, Ängsten, geringer Motivation und mangelnden konkreten Erfahrungen, so dass die Anwendung dieser Kriterien im Fall der Beschwerdeführerin kaum zusätzliche
Erkenntnisse
zur objektiven Beurteilung der A
rbeitsfähigkeit ergebe (Ur. 7/86
/20).
Mit Bezug auf die Res
sourcen und Belastungen könne festgehalten werden, dass
die Beschwerde
füh
rerin sich aufgrund ihres manifesten Verhaltens bis zu ihrer aktuellen Erkrankung als sozial wie beruflich gut angepasst, intelligent und einsatzfreudig erwiesen habe. Die
schwere
psychopathologische Symptomatik infolge der genannten
Be
lastungen sei aus objektiver Sicht inzwischen wieder deutlich zurückgegangen. Wegen der inneren Umorientierung sei die Rück
kehr zur früheren Arbeitstätigkeit höchstens noch sehr eingeschränkt möglich.
Die Ausrichtung auf einen gemein
samen Ruhestand mit ihrem Ehemann reduziere die Motivation für die Wieder
aufnahme einer
Erwerbstätigkeit in relevantem Ausmass.
Es
könne
aber
davon ausgegangen werden, dass sowohl die prämorbide Persönlichkeit als auch die kognitiven
Funktionen im Wesentlichen erh
alten geblieben seien (
Urk.
7/86
/20).
In der bisherigen Tätigkeit als Buchhalterin betrage die Arbeits
un
fähigkeit seit 2014 überwiegend 100
%
; aktuell gehe er
,
Dr.
Z._
,
von einer höchstens 20%igen Arbeitsfähigkeit in der bisherigen Tätigkeit aus. Optimal leidensangepasst seien Tätigkeiten am Schreibtisch und PC ohne viel Publikumsverkehr, ohne besondere
Anforderungen an die Konzentration oder Übernahme besonderer Verantwor
t
ung, ohne Zeitdruck und ohne Schichtarbeit.
In einer solchen Tätigkeit bestehe nach
anfänglicher vollständiger Arbeitsunfähigkeit ab November 2014 seit zwei Jahren
, nachdem die Beschwerdeführerin selbst die medikamentöse Behandlung abge
setzt und die hauptsächlich der Selbstverwirklichung dienende körperorientierte Psychotherapie aufgenommen habe,
wieder eine 50%ige Arbeitsfähi
gkeit.
Es müsse mit einer Einarbeitungszeit von sechs Monaten gerechnet werden (
Urk.
7/86/21-22
,
Urk.
7/86/24
). Im Haushaltsbereich sei die Beschwerdeführerin in den Bereichen
Grosseinkauf und weitere Besorgungen (Post, Versicherungen, Amtsstellen) auf die Mithilfe ihres Ehemanns angewiesen. Für die Pflege von Kindern oder anderen Angehörigen fehle der Beschwerdeführerin zudem zurzeit die notwendige Empathie. Die attestierte Restarbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit werde durch die Beanspruchung im Haushalt nicht eingeschränkt (
Urk.
7/86/23).
3.5
Der RAD-Psychiater
Dr.
A._
wies in seiner Stellungnahme zum Gutachten von
Dr.
Z._
vom 2
9.
November 2018 darauf hin, im Prinzip gelte weder die Diagnose einer
Dysthymia
noch die Z-Diagnose einer Persönlichkeitsakzentuierung als Gesundheitsschaden, der zu anhaltender Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit führe. Aufgrund der Ausführungen des Gutachters könne aber nachvollzogen werden, weshalb er in der bisherigen Tätigkeit der
Beschwerdeführerin
als Buch
halterin eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit ab November 2014 attestiert habe. Gestützt auf die Expertise könne davon ausgegangen werden, dass die Be
schwerdeführerin in einer leidensangepassten Tätigkeit von November 2014 bis November 2016 vollständig und ab Dezember 2016 zu 50
%
arbeitsunfähig gewesen sei
(
Urk.
7/93/5; vgl. auch
Urk.
7/98/3).
3.6
I
m Bericht vom 1
0.
Juli 2019
hielt
en
die behandelnde
Psychologin
C._
und die Psychiaterin
Dr.
B._
vom Ambulatorium
I._
(
Urk.
7/96)
zum
Behandlungsverlauf fest, der Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin sei nach dem Austritt aus der Klinik
G._
im Februar 2016 gebessert gewesen und habe durch die anschliessende Behandlung in der Tagesklinik
der
p
sychiatrischen
K
linik
H._
noch mehr an Stabilität gewonnen. Unzutreffend sei, dass es bei
der anschliessenden
körperorientierte
n
Behandlung
ausschliesslich um Selbstfindung gehe
(
Urk.
7/96/2)
.
Anlässlich der Wiederaufnahme der Psycho
therapie nach der Rückkehr von
C._
aus dem Mutterschaftsurlaub
(nach einer Unterbrechung
vo
m
1.
Juni bis 1
4.
November 2017; vgl.
Urk.
7/68/1
)
habe die Beschwerdeführerin ein schwer depressives Zustandsbild gezeigt. Berufliche Unsicherheiten beim Ehemann und eigene fehlende finanzielle Ressourcen hätten einen negativen Effekt auf ihren Genesungsprozess gehabt.
Da die Beschwer
de
führerin über
Jahre hinweg kaum auf die psychopharmakologische Behandlung reagiert habe, sei nach einer Evaluation mit den beiden Therapeutinnen ent
schieden worden, sich auf der homöopathischen Ebene Unterstützung zu holen. Insgesamt könne nun festgestellt werden, dass die Beschwerdeführerin an psy
chophysisch
er Stabilität dazugewonnen habe,
wieder
mehr V
italität besitze, mehr um soziale Kontakte bemüht sei
und den Haushalt mehrheitlich mit wieder
kehrenden Pausen verrichten könne
(
Urk.
7/96/3)
.
Die depressiven Episoden hätten im ambulanten R
ahmen aufgefangen werden können
.
Trotzdem liege nach wie vor eine rezidivierende Depression vor, wobei sich in Belastungssituation
en
die fragile psychische Resilienz manifestiere und
ein
Rückfall im Sinne einer erneuten mittelschweren bis schweren
depressiven Episode
möglich bleibe. Der
zeit sei die depressive Episode remittiert. In den letzten fünf Jahren hätten jedoch klare depressive Episod
en mittelschweren bis schweren A
usmasses vorgelegen
(
Urk.
7/96/4).
Im
Bericht vom 1
1.
Mai 2020 hielt
die behandelnde Psychologin
C._
fest,
d
er psychische Zustand sei vom Sommer 2019 bis Februar 2020 wieder deutlich besser gewesen. Ab Sommer 2019 könne deshalb mit dem Gutachter von einer
maximal
50%ige
n
Arbeitsfähigkeit ausgegangen werden.
Die Beschwerdeführerin selbst sei auch dieser Meinung
(
Urk.
3
S. 2 f.
).
4.
4.1
Das psychiatrische Gutachten des
Dr.
Z._
ist in Kenntnis der
medizinischen
Vorakten
und der übrigen IV-Akten
abgegeben worden (
Urk.
7/
8
6/
2-7)
. Es
basiert auf eine
r
ausführliche
n
Befragung der Beschwerdeführerin zur Anamnese
sowie
ihren
aktuellen Beschwerden
(
Urk.
7/
8
6/7- 14) und der Befundaufnahme durch den Sachverständigen (
Urk.
7/86/14-15) im Rahmen eines zweistündigen Explo
rationsgesprächs (
Urk.
7/86/2).
Dr.
Z._
hat die Krankheits
ursachen
und –
dyna
mik
nachvollziehbar
dargelegt und die gestellten Diagnosen
einer
Dysthymia
(ICD-10: F34.1) und einer akzentuierten Persönlichkeit mit vorwiegend anan
kastischen Zügen (ICD-10: Z73.1)
überzeugend
anhand der Untersuchungsbe
funde
begründet
(
Urk.
7/86/15-20)
.
Insbesondere lässt sich d
ie von
Dr.
Z._
erhobene leichte depressive Symptomatik gut mit den diagnostischen Leitlinien für eine
Dysthymia
(ICD-10: F34.1)
vereinbaren,
hingegen sehr schlecht mit der von der Beschwerdeführerin behaupteten
(
Urk.
1 S. 14)
mindestens mittel
schwe
ren depressiven Störung (
ICD-10: F32.1/F33.1;
vgl.
Dilling
/
Mombour
/Schmidt [Hrsg.],
Internationale
Klassifikation psychischer Störungen, ICD-10 Kapitel V [F], Klinisch-diagnostische Leitlinien, 1
0.
Auflage 2015, Bern 2015, S. 173, 179 und 183 f.).
Insofern kann auf die Expertise abgestellt werden (vgl. BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a mit Hinweis).
Soweit die Beschwerdeführerin bemängelt,
Dr.
Z._
habe im Gegensatz zu den vorberichtenden Ärzten keine psychometrischen Tests durchgeführt
(
Urk.
1 S.
12)
,
kann ihr nicht gefolgt werden
. Seinen Ausführungen im Gutachten ist zu ent
nehmen, dass er
die Angaben der Beschwerdeführerin mit den ICF-Kriterien abgeglichen
hat
, dann aber zum Schluss gelangt ist, dass das Ergebnis aufgrund der Symptomverdeutlichung seitens der Beschwerdeführerin keine zusätzlichen Aufschlüsse zur objektiven Beurteilung der Arbeitsfähigkeit lieferte (
Urk.
7/86/19-20).
Im
Übrigen liegt es im Ermessen
der medizinischen Fachper
son, ob sie psychologische Tests durchführen will. Einem
testmässigen
Erfassen der Psychopathologie im Rahmen der psychiatrischen Exploration kann generell nur ergänzende Funktion beigemessen werden, während die klinische Untersu
chung mit Anamneseerhebung, Symptomerfassung und Verhaltensbeobachtung ausschlaggebend bleibt (Urteil des Bundesgerichts 9C_276/2016 vom 19. August 2016 E. 3.2).
Die
Beschwerdeführerin
wendet sodann ein
(
Urk.
1 S. 12 und 16), dass s
ie die
antidepressive
medikamentöse Behandlung entgegen der
Angabe in der Expertise nicht in Eigenregie (
Urk.
7/86/20), sondern in Absprache mit ihren Therapeu
t
inn
en absetzte (
Urk.
7/96/3). Für die Beurteilung ihres Leistungsanspruchs ist dies
aber
, wie nachfolgend noch aufzuzeigen ist, nicht entscheidend
, zumal kein Grund zur Annahme besteht, die Beschwerdeführerin habe dem Gutachter nicht effektiv angegeben, sie habe die Medikamente abgesetzt (
Urk.
7/86/14).
Ebenfalls ohne Einfluss auf den
Ausgang ist, wie sich zeigen wird, die zwischen dem Gutachter
Dr.
Z._
und den Therapeutinnen der Beschwerdeführerin strittige Frage nach der Wirksamkeit der zuletzt absolvierten körperorientierten Psycho
therapie (
Urk.
7/86/18,
Urk.
7/86/22,
Urk.
7/96/2).
4.2
4.2.1
Dr.
Z._
bescheinigte
der Beschwerdeführerin aus psychiatrischer Sicht
zunächst
eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit in sämtlichen Tätigkeiten ab
November 201
4
.
Z
wei Jahre vor sein
er gutachterlichen Untersuchung habe wieder
eine 80%ige Arbeitsunfähigkeit in der bisherigen Buchhaltertätigkeit und eine 50%ige Rest
arbeitsfähigkeit in einer leidensangepassten Tätigkeit
bestanden
(
Urk.
7/86/21-22)
. Zu prüfen ist, ob die vom begutachtenden Psychiater bescheinigte Arbeits
unfähigkeit im Lichte der
massgeblichen
Standar
dindikatoren (vorstehend E. 1.2) überzeugt.
4.2.2
Der Expertise von
Dr.
Z._
ist zu entnehmen, dass der Gutachter
aufgrund der
Angaben der Beschwerdeführerin und
gestützt auf
die
medizinischen
Vorakten
davon ausging
, dass s
ie
bereits in der Adoleszenz unter einer
Dysthymia
litt, welche im November 2014 aufgrund äusserer Belastungsfaktoren in eine
«
double
depression
»
mit einer mittelschweren bis schweren depressiven Symptomatik mit somatischen Symptomen und
ein
Erschöpfungssyndrom überging. Mithin ist für
die
Zeit
ab November 2014
von einer schwer ausgeprägten psychischen Symp
to
matik auszugehen (
Urk.
7/86/16-17,
Urk.
7/86/19-20
,
Urk.
7/86/24
).
Am 1
1.
Oktober 2018 erhob
Dr.
Z._
hingegen nur noch eine depressive und ge
kränkt-vorwurfsvolle Stimmung, bei zugleich intaktem psychomotorischem An
trieb und gut erhaltenen intellektuellen und kognitiven Funktionen. Auch die von der Beschwerdeführerin geklagte Müdigkeit konnte er aufgrund seiner Beobach
tungen nicht bestätigen
(
Urk.
7/86/14-15,
Urk.
7/86/18).
D
ie behandelnden Thera
peut
innen
Dr.
B._
und
C._
bemerkten in ihrem Verlaufsbericht vom 1
0.
Juli 2019
ebenfalls
, die
Depression sei derzeitig remittiert (
Urk.
7/96/4).
Auf
grund der Angaben der Beschwerdeführerin schloss der Sachverständige
des Weiteren
auf eine zwanghaft-perfektionistische Persönlichkeitsstruktur, die er
wegen
des anamnestisch während Jahrzehnten guten sozialen und beruflichen Funktionsniveaus als akzentuierte Persönlichkeit interpretierte. Ebenfalls vorhan
dene soziophobische Ängste führte der Gutachter auf die depressive Symptomatik
und die akzentuierten Persönlichkeitszüge zurück
(
Urk.
7/86/15,
Urk.
7/86/19-20)
.
E
s kann also angenommen werden, dass diese nicht besonders ausgeprägt waren
, zumal die Beschwerdeführerin dem Gutachter selbst angab, leichte soziopho
bische Symptome hätten immer schon bestanden (
Urk.
7/86/16)
.
Des Weiteren wird im Gutachten eine geringe Umstellungsfähigkeit beziehungsweise Flexibili
tät erwähnt, die aber nach
Massstab
der ICF-Kriterien nicht mehr schwer war (
Urk.
7/86/19-20).
Dr.
Z._
ging davon aus, dass die seit November 2014 b
e
stehende deutliche p
sychopathologische Symptomatik z
wei Jahre vor der Begut
ach
tung
den
von ihm
beobachtete
n
deutlich geringeren Schweregrad erreicht hatte, nachdem
berufliche und familiäre Belastungen weggefallen waren
und die Beschwerdeführerin nur noch ambulant und ohne Antidepressiva behandelt wurde (
Urk.
7/86/16-17,
Urk.
7/86/20). Laut seiner Einschätzung hatte sie sowohl hinsichtlich der Persönlichkeit als auch der kognitiven Funktionen im Wesent
lichen wieder das prämorbide Niveau erreicht, so dass wieder die
Dysthymia
vorherrschte (
Urk.
7/86/19-20).
Damit
sind
zwei Jahre vor der Begutachtung
nur noch
leicht bis sehr leicht ausgeprägte diagnoserelevante
pathologische Befunde
ausgewiesen
.
Zu keiner anderen Einschätzung führt die von den behandelnden Therapeutinnen
Dr.
B._
und
C._
in ihren Berichten vom
1
5.
Mai 2018
und vom
1
0.
Juli 2019
erwähnte schwer
depressive Phase von
Dezember 2016 bis mindes
tens April 2017
(
Urk.
7/72/5,
Urk.
7/96/3
; vgl. auch
Urk.
7/68/1).
E
inerseits
wies
Dr.
Z._
zu
Recht darauf hin, dass in den Berichten der behandelnden Thera
peutinnen eine kritische Diskussion der Angaben der Beschwerdeführerin fehlt
(
Urk.
7/86/19)
. Zum anderen
handelt es sich
bei den erwähnten Auslösern der schwer depressiven Episode, den damaligen beruflichen Unsicherheiten beim Ehe
mann und eigenen fehlenden finanziellen Ressourcen (
Urk.
7/96/3),
um invaliden
versicherungsrechtlich
grundsätzlich
nicht zu berücksichtigende psychosoziale Belastungsfaktoren
.
Dr.
Z._
erwähnte eine innere Umorientierung hin zu kreativen und hand
werk
li
chen Interessen und die Neuausrichtung auf den gemeinsamen Ruhestand mit dem
Ehemann, welche zur subjektiven Annahme der Beschwerdeführerin beige
tragen hätten, sie sei nicht mehr in relevantem
Ausmass
erwerbsfähig
, bezie
hungsweise ihre Motivation zur Arbeitsaufnahme einschränkten
(
Urk.
7/86/19-20). Diese Beweggründe besitzen keinen Krankheitswert, wie
Dr.
Z._
zu Recht festgehalten hat (
Urk.
7/86/19), und dürfen deshalb nicht – wie dies
Dr.
Z._
offenbar trotz
dem ge
tan
hat (
Urk.
7/86/20) – bei der Beurteilung der zumutbaren Arbeits
fähig
keit berücksichtigt
werden.
Die Beschwerdeführerin war
zwischen dem 1
5.
Januar 2015 und dem 1
3.
Februar 2016
zweimalig
während insgesamt rund dreieinhalb Monaten stationär
hospita
lisiert
(
Urk.
13/13/6,
Urk.
13/68/13), erhielt Antidepressiva (
Urk.
7/68/8,
Urk.
7/
68/14
)
und wurde im Anschluss an die letzte Hospitalisation
in der Klinik
G._
bis zum 3
0.
November 2016
in der p
sychiatrischen
K
linik
H._
teilstationär
weiter
behandelt
(
Urk.
7/68/30).
Sowohl die im Austrittsberich
t der Klinik
G._
festgestellte Zustandsbesserung
(
Urk.
7/68/14,
Urk.
7/68/22)
als auch die T
atsache, dass die Beschwerdeführerin
bereits bei Eintritt in die Klinik
G._
eine
antidepressive Medikation
nicht
mehr
wünschte
(
Urk.
7/68/14)
– ungeachtet dessen, ob sie diese in Eigenregie oder nach Absprache mit
ihren
ambulanten
Therapeuten absetzte – und
nach Klinikaustritt
nur noch ambulanter Psycho
therapie bedurfte, sprechen für einen Erfolg
der intensiven
therapeutischen
Mass
nahmen
.
Diese Auffassung vertraten auch die behandelnden Therapeutinnen
Dr.
B._
und
C._
in ihrem Verlaufsbericht vom 1
0.
Juli
2019 (
Urk.
7/96/2).
Die
anschliessende
homöopathische Behandlung und die körper
orientierte Psychotherapie bewirkten
hingegen offenbar
keine
weitere Besserung der Arbeitsfähigkeit, ging
Dr.
Z._
doch davon aus, dass die Beschwerdeführerin bereits zwei Jahre vor dem Begutachtungstermin in gleichem Umfang
arbeits
(
un
)fähig war (
Urk.
7/86/17,
Urk.
7/86/
22,
Urk.
7/86/24
)
.
Zu den persönlichen Ressourcen hielt der Gutachter fest, die Beschw
erdeführerin sei
trotz ihrer zwanghaft-perfektionistischen Persönlichkeitsstruktur
vor Beginn der Erkrankung im November 2014 beruflich und sozial gut angepasst gewesen
.
Inzwischen
habe
sie
– nach weitgehender Abheilung der Depression
–
hinsichtlich der Persönlichkeit und der kognitiven Funktionen wieder das prämorbide Niveau erreicht (
Urk.
7/86/19-20).
Zum sozialen Kontext ist der Expertise zu entnehmen, dass die Beschwerdeführerin in einer stabilen Ehe lebt und über intakte Bezie
hungen zu ihren Kindern
verfügt.
Ausserhalb
der Familie hat sie nur wenige Kontakte (
Urk.
7/86/12-13).
Damit
sind hinsichtlich der Persönlichkeit und des sozialen Kontexts keine besonders ressourcenhemmenden Faktoren ausgewiesen.
Wie bereits dargelegt hat
Dr.
Z._
die ICF-Kriterien
zur Quantifizierung von Fähigkeitsstörungen im Fall der Beschwerdeführerin als nicht
h
ilfreich
zur objektiven Bemessung der zumutbaren Arbeitsfähigkeit erachtet. Seinen Ausfüh
rungen kann aber dennoch entnommen werden, dass er die
Feststellung
von
Dr.
F._
, dem vom Krankentaggeldversicherer beauftrag
t
en psychiatrischen Vorgutachter,
dass
Ende 2015
mittelschwere bis schwere
Fähigkeitsstörungen
bestanden
(
Urk.
7/68/9)
,
nicht bezweifelte;
aufgrund der von ihm erhobenen ge
ringgradigeren Beeinträchtigungen
konnte er
das Fortbestehen solcher Funktions
einschränkungen
aber
nicht
mehr
bestätigten
(
Urk.
7/86/19-20)
.
Zum
beweisrechtlich entscheidenden verhaltensbezogenen Aspekt der Konsistenz
(vgl. vorstehend E.
1.2)
führte
Dr.
Z._
aus
, er habe eine deutliche Diskrepanz zwischen den subjektiven Beschwerdeangaben und seinen Beobachtungen wäh
rend der Exploration bemerkt (
Urk.
7/86/18).
Weiter
wies er darauf hin
, die aktu
ellen Lebensumstände bewegten die Beschwerdeführerin wohl dazu, auf ihrer Symptomatik zu beharren beziehungsweise diese zu verdeutlichen (
Urk.
7/86/
19)
. Dementsprechend ging
Dr.
Z._
bei seiner Beurteilung von einer
leichtgradigeren
Symptomatik aus, als dies beim unkritischen Abstellen auf die subjektiven An
gaben der Beschwerdeführerin der Fall gewesen wäre. Ebenfalls
da
für
,
dass die psychische Symptomatik die Beschwerdeführerin nur leichtgradig e
inschrä
nkte,
spricht ein
Seitenblick auf
ihre
aussererwerbliche
n
Aktivität
en
in den letzten Jahren.
Bereits den sie teilstationär behandelnden Ärzten der
p
sychiatrischen
K
linik
H._
gab sie an,
ihre Freizeitinteressen seien Sport (Joggen, Pilates, Snowboard fahren), Lesen und Handarbeiten (
Urk.
7/68/31).
D
em Gut
achter
schilderte sie
, im stationären Rahmen
ihre kreativen und handwerklichen Interessen wieder entdeckt zu haben, seither regelmässig zu töpfern und sich eine berufliche Tätigkeit im kreativen Bereich (mit stark eingeschränktem Beschäfti
gungsgrad) vorstellen zu können (
Urk.
7/86/
16).
Auch absolvierte sie die körper
orientierte Psychotherapie offenbar mit grossem Interesse,
wobei aufgrund der diesbezüglichen Ausführungen von
Dr.
Z._
davon ausgegangen werden kann, dass diese Therapieform zumindest teilweise auch der Selbstfindung dient (
Urk.
7/86/18). Dies spricht für weitgehend erhaltene
persönliche
Interessen und
im Umkehrschluss
– bei ebenfalls erhaltenem Antrieb -
gegen eine erhebliche depressive Symptomatik (vgl. auch
Dilling
/
Mombour
/Schmidt, a.a.O., S. 169).
Wie bereits eingangs erwähnt, ging
Dr.
Z._
gestützt auf die Berichte der behan
delnden Ärzte davon aus, dass die Beschwerdeführerin anfänglich fachgerecht und intensiv mit stationären und teilstationären Rehabilitationen und antide
pressiver Medikation behandelt wurde (
Urk.
7/86/16,
Urk.
7/86/22,
Urk.
7/86/24
).
Dr.
F._
hielt
in seiner Expertise vom 2
9.
Dezember 2015 denn auch
aus
drücklich fest,
die bisherigen therapeutischen
Massnahmen
seien absolut
f
achge
recht erfolgt, unter Mitwirkung der Beschwerdeführerin (
Urk.
7/68/10,
Urk.
7/68/12).
Damit ist für die erste, von
Dr.
Z._
als schwer eingestufte Krank
heitsphase ein behandlungsanamnestischer Leidensdruck ausgewiesen. Die vom Bundesgericht aufgeworfene Frage
nach einer (weitgehenden) Therapieresistenz
der Symptomatik
in diesem Zeitraum
(vorstehend E. 3.3) ist folglich zu bejahen.
Für die letzten zwei Jahre vor der Begutachtung durch
Dr.
Z._
fällt demge
gen
ü
ber auf, dass die Beschwerdeführerin ihre antidepressive Medikation nicht mehr einnahm und auch nicht mehr (teil-)stationär hospitalisiert war.
Sie
macht
zwar
geltend, die antidepressive Medikation sei abgesetzt worden, weil sie nicht wirk
sam gewesen sei
, und nicht wegen einer
Besserung
der Depression (
Urk.
1 S.
12 und 16)
.
Dem ist
aber
zu entgegnen, dass die fehlende Wirksamkeit durchaus als Indiz für das Fehlen einer erheblichen depressiven Symptomatik gewertet werden kann, zumal
zur Behandlung von Depressionen
verschiedene
M
edikamente zur Verfügung stehen;
dies
verringert
die Wahrscheinlichkeit,
dass für einen Patien
ten keine wirksame Therapie existiert
.
Bereits die Klinik
G._
bot der Be
schwerdeführerin, die
bei Klinikeintritt
das Medikament Cipralex abgesetzt hatte, die Einnahme eines anderen Antidepressivums
an. Die
Beschwerdeführerin
lehnte dies aber ab
(
Urk.
7/68/14). Auch laut dem
Gutachter
Dr.
Z._
bestanden noch medikamentöse
Therapieoptionen (
Urk.
7/86/22).
Mithin ist nicht hinreichend erstellt
und
erstellbar
, dass
die fehlende
Wirksamkeit
antidepressiver Medikation für die Absetzung der Medikament
e
ursächlich war.
Insg
esamt spricht die im Verlauf geringere Therapieintensität durchaus für eine Abnahme des Leidens
drucks.
4.2.3
Eine Gesamtbetrachtung ergibt, dass aufgrund des Gutachtens von
Dr.
Z._
eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit in sämtlichen Tätigkeiten während der ersten Krank
heitsphase
ab
November 2014 ausgewiesen ist. Damals bestand
trotz adäquater intensiver Therapie
eine schwere Symptomatik mit mittelschweren bis schweren Funktionseinschränkungen und einem behandlungsanamnestisch
ausgewiesenen erheblichen Leidensdruck.
Dr.
Z._
äusserte
sich zum Ende dieser schweren Krankheitsphase zwar etwas vage, indem er angab, diese sei zwei Jahre vor der Begutachtung bereits beendet gewesen. Ausgehend vom Gutachtensdatum vom 2
2.
November 2018 und dem Ende der teilstationären Behandlung in der
p
sy
chiatrischen
K
linik
H._
am 3
0.
November
2016
(
Urk.
7/68/30)
, welches von
Dr.
Z._
im Zusammenhang mit der gesundheitlichen Besserung erwähnt wird (
Urk.
7/86/17)
, rechtfertigt es sich, das Ende der schweren Krank
heitsphase auf den 3
0.
November 2016 anzusetzen.
Diese Einschätzung entspricht auch der Beurteilung des RAD-Psychiaters
Dr.
A._
in seiner Stellungnahme vom 2
9.
November 2018 (
Urk.
7/93/5).
Für die darauffolgende Zeit stehen leichte bis sehr leichte psychopathologische Befunde
einer nicht krankheitsbedingten, geringen Motivation zur Wiederauf
nahme einer Arbeit in erheblichem
Ausmass
gegenüber.
Das Fehlen eines stimmigen Gesamtbildes wurde von
Dr.
Z._
zwar nachvollziehbar aufgezeigt,
bei der Festsetzung der zumutbaren Arbeitsfähigkeit
aber
nicht angemessen berücksichtigt
. Insbesondere
darf
die von ihm erwähnte, nicht krankheitsbedingte innere Umorientierung
, welche der Wiederaufnahme einer Arbeit hinderlich war,
bei einer objektiven Festsetzung der zumutbaren Arbeitsfähigkeit nicht berück
sichtigt werden.
Damit
hat
sich
der Gutachter für die Zeit ab
Dezember 2016
nicht an die massgebenden normativen Rahmenbedingungen gehalten (vgl. vorstehend E.
1.2)
.
Die von ihm attestierte 80%ige Einschränkung in der angestammten Tätigkeit sowie 50%ige Arbeitsunfähigkeit in angepassten Tätigkeiten hält einer juristischen Überprüfung nicht stand
;
mithin
liegt
ein tri
ftiger Grund vor, davon abzuweich
en (
vg
l
.
BGE 145 V 361 E. 4.3
sowie 144 V 50 E. 4.3
).
Angesichts der von
Dr.
Z._
erhoben
en
leichten bis sehr leichten psychopathologischen
Befunde und der deshalb gestellten Diagnosen
einer
Dysthymia
und einer akzentuierten Persönlichkeit mit vorwiegend anankastischen Zügen
,
welche
üblicherweise nicht mit einer erheblichen Einschränkung der Arbeitsfähigkeit einhergehen (vgl.
Dilling
/
Mombour
/Schmidt, a.a.O., S. 183 f.
),
sind von der beantragten Einholung
eines psychiatrischen Gerichtsgutachtens
(
Urk.
1 S. 2) keine neuen Erkenntnisse zu er
warten. Deshalb kann
in antizipierter Beweiswürdigung darauf verzichtet werden. Der Beweis einer auf die
psychische Symptomatik
zurückzuführenden Arbeitsunfähigkeit
ab
Dezember
2016
ist damit nicht erbracht und auch nicht zu erbringen; dies wirkt sich nach den Regeln über die materielle Beweislast zuun
gunsten der Beschwerdeführerin aus (vgl. BGE
145 V
361
E. 4.4
sowie
144 V 50 E. 4.3
und 6.1
mit weiteren Hinweisen).
Aufgrund des Gesagten kann ebenfalls nicht von einer erheblichen psychisch bedingten Einschränkung bei der Verrich
tung der Haushaltarbeit ausgegangen werden.
4.3
Soweit ersichtlich gingen die behandelnden Therapeuten
Dr.
B._
und
C._
vom Ambulatorium
I._
davon aus, dass die Beschwerdeführerin
von November 2014
bis Mitte 2019 in jeder Tätigkeit vollständig arbeitsunfähig war
.
M
it Blick auf die Angaben in ihren Verlaufsberichten
vom 1
5.
Mai 2018, 1
0.
Juni
2019 sowie 1
1.
Mai
2020
ist aber
festzustellen
,
dass
eine
kritisch
e Diskussion
der subjektiven Beschwerdeangaben
beziehungsweise der Versuch einer Objektivierung
der geklagten Einschränkungen nicht stattgefunden hat
(
Urk.
7/73/3-9
,
Urk.
7/96,
Urk.
3).
Darauf hat bereits
Dr.
Z._
hingewiesen
(
Urk.
7/86/19).
Da
es zudem einer Erfahrungstatsache entspricht, dass behandeln
de
Arztpersonen beziehungsweise Therapiekräfte
mitunter im Hinblick auf ihre auf
tragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patien
tinnen und Patienten aussagen (BGE 135 V 465 E. 4.5, 125 V 351 E. 3b/cc),
sind ihre Berichte für sich allein nicht geeignet, den Beweis für eine erhebliche Arbeitsunfähigkeit in der
massgeblichen
Zeitspanne zu erbringen.
Sie vermögen daher ein Abweichen vom Verlauf der
zumutbaren Arbeitsfähigkeit im Sinne der vorstehenden Erwägung nicht zu begründen
und geben keinen Anlass zu weite
ren Abklärungen
.
5.
5.1
Die 100%ige Arbeitsunfähigkeit bestand ab dem 1
0.
November 2014 (
Urk.
7/3/3
)
.
Die einjährige Wartezeit im Sinne von Art. 28 Abs. 1
lit
. b IVG war folglich am
1
0.
November
2015 abgelaufen. Da sich die Beschwerdeführerin bereits am
8.
März 2015
zum Leistungsbezug angemeldet hatte (Urk. 7/2), war am 1
0
.
November 2015
auch die sechsmonatige Karenzfrist nach der Anmeldung
gemäss
Art. 29
Abs.
1
IVG abgelaufen.
5.2
Für die
anschliessende
Zeit vollstän
diger
Arbeitsunfähigkeit in sämtlichen Tätig
keiten
vom 1
0.
November 2015
bis
zum
3
0.
November
2016
kann zur Ermittlung des Invaliditätsgrades
im Erwerbsbereich
auf die
ziffernmässig
genaue Ermittlung des Einkommens, welches
die Beschwerdeführerin
ohne ihren Gesundheits
scha
den
hätte verdienen können (
Valideneinkommen
)
,
verzichtet werden. Bei einem Invalideneinkommen von Null beträgt der
gemäss
Art.
16 ATSG und
Art.
28a
Abs.
1 IVG mittels eines Einkommensvergleichs zu ermittelnde
Invaliditätsgrad
im Erwerbsbereich
auf jeden Fall 100 %.
Die IV-Stelle ging davon aus, dass die Beschwerdeführerin als zu mindestens 70
%
erwerbstätig zu qualifizieren sei (
Urk.
7/98/1; vgl. auch
Urk.
7/14/2
,
Urk.
7/25/2)
.
Es kann offen bleiben, ob
dane
ben ein
mit
bis zu
30
%
zu
gewichte
nder Aufgabenbereich
Haushalt
besteht
. Ebenfalls nicht näher zu prüfen ist die Höhe der Einschränkung in einem solchen Aufgabenbereich
in
der Zeit von November 2015 bis November 2016
, zumal sich der Gutachter
Dr.
Z._
hierzu nicht
äusserte
(
Urk.
7/86/22-23)
.
Selbst wenn
ange
nommen würde, dass damals keine
Einschränkung
im
mit 30
%
gewichteten Auf
gabenbereich
Haushalt bestand,
resultiert
e
aufgrund der mit 70
%
zu gewich
tenden Einschränkung im Erwerbsbereich ein
Gesamti
nvaliditätsgrad
von
70
%
, der zum Anspruch auf eine ganze Rente führt
(vorstehend E. 1.3)
.
Für die darauffolgende Zeit braucht mangels eines invalidisierenden, zu einer Arbeitsunfähigkeit führenden Gesundheitsschadens
k
ein
Einkommensvergleich
vorgenommen zu werden. Auch auf
ein
en
Betätigungsvergleich nach
Art.
28a
Abs.
2 IVG
zur Ermittlung der Einschränkung
in einem allfälligen Aufgabenbe
reich
Haushalt kann verzichtet werden, ergibt sich doch sowohl aus der Expertise von
Dr.
Z._
als auch aus dem Bericht der behandelnden Therapeutinnen vom
1
0.
Juli 2019
, dass die Beschwerdeführerin bei der Haushaltarbeit durch die psy
chische Symptomatik nicht mehr wesentlich beeinträchtigt wurde
.
Insbesondere
fehlen
Anhaltspunkte, dass sie sich um Angehörige kümmern musste
, in welchem Bereich ihr
Dr.
Z._
eine gewisse Limitierung attestierte
(
Urk.
7/86/
23
,
Urk.
7/96/3).
5.3
D
er Rentena
nspruch ist im November 2015 entstanden, so dass die ganze Rente
gestützt auf
Art.
29
Abs.
3 IVG
ab
1.
November 2015
auszuzahlen ist (vorstehend E.
1.3).
Diese
Rente
ist
in analoger Anwendung von
Art.
88a
Abs.
1 IVV
drei Monate nach der Verbesserung des Gesundheitszustandes ab
dem
1.
Dezember
2016, welche einen Revisionsgrund im Sinne von
Art.
16 ATSG darstellt (vor
stehend E.
1.4
)
,
per
1.
März
2017
aufzuheben
(vgl. das Urteil des Bundesgerichts
8C_626/2017 vom 9. Mai 2018 E. 4
)
. Mithin ist
der Beschwerdeführerin
in teil
weiser
Gutheissung
ihrer Beschwerde für die Zeit
von
November 2015 bis
Februar
2017
rückwirkend
eine
befristete ganze Rente
zuzusprechen.
6.
6.1
Es rechtfertigt sich, von einem
rund hälftigen
Obsiegen der Beschwerdeführerin auszugehen
,
weil ihr zwar eine befristete ganze Rente für
15
Monat
e
zuz
u
sprechen,
gleichzeitig aber
die beantragte
Ausrichtung
einer unbefristeten Rente für die darauffolgende Zeit abzuweisen ist
. Die Verfahrenskosten von
Fr.
8
00
.-- (
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG)
sind deshalb je zur Hälfte
der Beschwerdeführerin und
der Beschwerdegegne
rin aufzuerlegen.
6.2
Nach § 34 Abs. 1 des
Gesetz
es
über das Sozialversicherungsgericht (
GSVGer
)
hat die obsiegende Beschwerde führende Person Anspruch auf Ersatz der Partei
kos
ten. Diese werden ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache, der Schwierigkeit des Prozesses und dem Mass des Obsiegens be
messen (§ 34 Abs. 3
GSVGer
).
Ist das Quantitative einer Leistung strittig, rechtfertigt eine
Überklagung
nach der in Rentenangelegenheiten ergangenen Rechtsprechung eine Reduktion der Par
teientschädigung nur, wenn das ziffernmässig bestimmte Rechtsbegehren den Prozessaufwand beeinflusst hat (
Urteil des Bundesgerichts 8C_568/
2010 vom 3. Dezember 2010 E. 4.1). Dies ist hier der Fall, da sich nur
rund die Hälfte
der Ausführungen in der Beschwerdeschrift mit dem befristeten Anspruch auf eine ganze Rente vom
1.
November 2015 bis 3
1.
Januar 2017 befasst
(vgl. Urk. 1). Die unter
Berücksichtigung der übrigen Kriterien gemäss § 34 Abs. 3
GSVGer
auf Fr.
2'600.
-- (inkl. Barauslagen und
MWSt
)
zu bemessende Prozessentschädigung ist deshalb um
die Hälfte
auf Fr.
1’300
.-- zu kürzen.