# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 3a7a1cc0-ab7b-4265-b32d-80f3829f39d4
**Court:** GR_VG
**Chamber:** GR_VG_003
**Year:** 2022
**Language:** de
**Jurisdiction:** GR / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

I. Sachverhalt:
1. Bei A._ besteht seit mehreren Jahren eine
Abhängigkeitsproblematik, weshalb er sich in den vergangenen Jahren für
kürzere oder längere Zeiträume in der Klinik D._ in E._,
im Wohnheim F._ in G._, im begleiteten Wohnen
H._ in I._, im Kantonsspital Q._, im
Rehazentrum J._ sowie im Wohnheim K._ in
L._ aufhielt. Seit September 2020 befindet er sich in einer
Langzeit-Suchttherapie in der Einrichtung M._ in N._;
Therapie und Aufenthalt finanzierte er zunächst aus eigenen Mitteln.
Nachdem diese erschöpft waren, garantierte das Kantonale Sozialamt
Graubünden als Verbindungsstelle IVSE (Interkantonale Vereinbarung für
soziale Einrichtungen) im Kanton Graubünden am 21. April 2021 auf
Gesuch der Einrichtung M._ eine Kostenübernahme.
2. Mit Schreiben vom 18. Mai 2021 ersuchte das Kantonale Sozialamt
Graubünden die Gemeinde B._ um Anerkennung ihrer
Unterstützungspflicht für A._ bzw. im Falle der Nichtanerkennung
um Erlass einer entsprechenden Verfügung mit A._ als
Adressaten.
3. Am 28. Juli 2021 verfügte die Gemeinde B._ die Ablehnung der
Kostenübernahmegarantie für A._ bzw. dessen Aufenthalt in der
Einrichtung M._ mangels Zuständigkeit. Begründend hielt sie im
Wesentlichen fest, dass A._ seinen zivilrechtlichen Wohnsitz
nicht in B._ habe. Zudem befinde sich in der Gemeinde
B._ kein Anknüpfungspunkt für dessen Aufenthaltsort. Mehr als
einzelne sporadische Besuche bei seinen Eltern in O._
(Gemeinde B._) seien nicht festgestellt worden. Ausserdem
nehme A._ weder aktiv am Vereinsleben noch an
gesellschaftlichen Anlässen in der Gemeinde teil; weder in P._
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(Gemeinde B._) noch in O._ (Gemeinde B._)
verfüge er über ein soziales Umfeld.
4. Hiergegen erhob A._ (nachfolgend: Beschwerdeführer) am
25. August 2021 (Poststempel) Beschwerde beim Verwaltungsgericht des
Kantons Graubünden. Er beantragte sinngemäss die Aufhebung der
angefochtenen Verfügung und die Bestimmung der Gemeinde
B._, eventualiter die Bestimmung einer anderen Gemeinde, als
unterstützungspflichtige Gemeinde.
5. Die zum Verfahren beigeladene Gemeinde C._ (nachfolgend:
Beigeladene) beantragte in ihrer Vernehmlassung vom 7. Oktober 2021
die Gutheissung der Beschwerde und die Aufhebung der angefochtenen
Verfügung. Weiter sei die Gemeinde B._ zu verpflichten, das
Unterstützungsgesuch des Beschwerdeführers als zuständige Gemeinde
materiell zu behandeln und die Kostenübernahmegarantie für den
Aufenthalt in der Einrichtung M._ zu erteilen. Im Übrigen sei die
Beschwerde, soweit die Gemeinde C._ für unterstützungspflichtig
erklärt werden solle, abzuweisen; alles unter gesetzlicher Kosten- und
Entschädigungsfolge. Begründend hielt sie fest, der Beschwerdeführer
habe sich schon die letzten vier Jahre vor seinem Eintritt in die Einrichtung
M._ nicht mehr in C._ aufgehalten und er verfüge hier
auch über keine Wohngelegenheit. Vielmehr habe er zwischen seinen
Klinikaufenthalten und an den Wochenenden jeweils bei seinen Eltern in
O._ (Gemeinde B._) gelebt, womit für die Festlegung
des Unterstützungswohnsitzes sehr wohl ein massgeblicher
Anknüpfungspunkt in der Gemeinde B._ bestehe.
6. In ihrer Vernehmlassung vom 11. Oktober 2021 beantragte die Gemeinde
B._ (nachfolgend: Beschwerdegegnerin), auf die Beschwerde sei
nicht einzutreten. Eventualiter sei die Beschwerde abzuweisen bzw. die
Beigeladene als Unterstützungswohnsitz zu bestimmen; alles unter
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Kostenfolge zu Lasten des Beschwerdeführers. Die Beschwerdegegnerin
begründete ihr Hauptbegehren damit, dass die Beschwerde nicht
begründet und das Rechtsbegehren unklar sei. Ihr Eventualbegehren
begründete sie damit, dass sich der zivilrechtliche Wohnsitz des
Beschwerdeführers gemäss dem Schreiben des Kantonalen Sozialamtes
Graubünden vom 18. Mai 2021 in C._ befinde; ein neuer
Wohnsitz sei offenbar nicht begründet worden, weshalb derjenige in
C._ gestützt auf Art. 24 Abs. 1 ZGB bestehen bleibe.
7. Die Frist für die Einreichung einer Replik liess der Beschwerdeführer
unbenutzt verstreichen.
Auf die weiteren Ausführungen der Parteien in ihren Rechtsschriften und
die eingereichten Beweismittel wird, soweit erforderlich, in den
nachstehenden Erwägungen eingegangen.

## Considerations

II. Das Gericht zieht in Erwägung:
1.1. Die vorliegende Beschwerde richtet sich gegen die Verfügung der
Gemeinde B._ vom 28. Juli 2021, worin diese die
Kostenübernahmegarantie für den Beschwerdeführer bzw. dessen
Aufenthalt in der Einrichtung M._ mangels Zuständigkeit
abgelehnt hat. Gegen Entscheide von Gemeinden, die bei keiner anderen
Instanz angefochten werden können und weder nach kantonalem noch
nach eidgenössischem Recht endgültig sind, kann gemäss Art. 49 Abs. 1
lit. a des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege (VRG; BR 370.100)
beim Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden Beschwerde geführt
werden. Die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde fällt demzufolge in
die Zuständigkeit des angerufenen Gerichts. Als Adressat der
angefochtenen Verfügung ist der Beschwerdeführer davon überdies
berührt und er weist ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung
oder Änderung auf, weshalb er zur Beschwerde legitimiert ist (vgl. Art. 50
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VRG). Auf die im Übrigen frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde
(vgl. Art. 38 und Art. 52 Abs. 1 VRG sowie nachstehende Erwägungen
1.2.1 f.) ist somit einzutreten.
1.2.1. Die Gemeinde beantragt ein Nichteintreten auf die Beschwerde des
Beschwerdeführers wegen fehlender Begründung und unklaren
Rechtsbegehrens. Es könne weder ihr noch dem streitberufenen Gericht
zugemutet werden, sich selber aufgrund der Akten zusammenzureimen,
aus welchen Gründen der Beschwerdeführer wohl den angefochtenen
Entscheid als falsch erachte und welche Rügen er diesbezüglich
möglicherweise vorbringen wolle. Das Verwaltungsgericht habe bereits mit
Entscheid vom 4. Januar 1977 (PVG 1977 Nr. 104) entschieden, dass eine
fehlende Begründung nicht durch Verweis auf Aktenstücke im
vorausgegangenen Verfahren ersetzt werden könne.
1.2.2. Mit Bezug auf das Rechtsbegehren gilt es festzuhalten, dass es für den
Beschwerdeführer – anders als für die Beschwerdegegnerin und die
Beigeladene – weniger eine Rolle spielt, welche Gemeinde
unterstützungspflichtig ist, als dass eine solche unterstützungspflichtig ist.
Vor diesem Hintergrund ist das Rechtsbegehren des Beschwerdeführers
in dessen Laienbeschwerde – "Ich, A._, erhebe hiermit
Beschwerde gegen die Verfügung der Gemeinde B._. Sollte die
Gemeinde B._ nicht unterstützungspflichtig sein, so sei durch das
Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden die unterstützungspflichtige
Gemeinde gemäss Art. 5 Kantonales Unterstützungsgesetz zu
bestimmen" – unschwer dahingehend zu verstehen, dass er in erster Linie
(Hauptbegehren) die Aufhebung der angefochtenen Verfügung und die
Bestimmung der Beschwerdegegnerin als unterstützungspflichtige
Gemeinde und in zweiter Linie (Eventualbegehren) die gerichtliche
Bestimmung einer anderen Gemeinde als unterstützungspflichtige
Gemeinde beantragt. Das Rechtsbegehren des Beschwerdeführers ist
somit hinreichend klar. In diesem Kontext kann auch die Begründung der
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Laienbeschwerde als genügend betrachtet werden, wenngleich der
Beschwerdeführer auf das Schreiben des Kantonalen Sozialamtes
Graubünden an die Beschwerdegegnerin vom 18. Mai 2021 verweist und
festhält, darin werde begründet, weshalb die Beschwerdegegnerin als
zuständige Unterstützungsgemeinde anzusehen sei. So hält er zudem
fest, er sei auf subsidiäre öffentlich-rechtliche Unterstützung angewiesen,
weil ihm die Mittel für die anfängliche Eigenfinanzierung der Langzeit-
Suchttherapie ausgingen.
2. Streitig und nachfolgend zu prüfen ist die Frage nach dem
Unterstützungswohnsitz des Beschwerdeführers.
3.1. Gemäss Art. 115 der Bundesverfassung der Schweizerischen
Eidgenossenschaft (BV; SR 101) werden Bedürftige von ihrem
Wohnkanton unterstützt. Der Bund regelt die Ausnahmen und
Zuständigkeiten. Das Bundesgesetz über die Zuständigkeit für die
Unterstützung Bedürftiger (ZUG; SR 851.1) bestimmt, welcher Kanton für
die Unterstützung eines Bedürftigen, der sich in der Schweiz aufhält,
zuständig ist (Art. 1 Abs. 1 ZUG). Im innerkantonalen Verhältnis legt das
Gesetz über die Unterstützung Bedürftiger (Kantonales
Unterstützungsgesetz [UG]; BR 546.250) das zuständige Gemeinwesen
fest (vgl. BGE 143 V 451 E.8.2; Urteile des Bundesgerichts 8C_523/2020
vom 29. April 2021 E.3, 8C_701/2013 vom 14. März 2014 E.3.2).
3.2. Gemäss Art. 5 Abs. 1 UG obliegt die Unterstützungspflicht derjenigen
politischen Gemeinde, in welcher der Bedürftige seinen Wohnsitz hat. Die
Begründung und Aufgabe des Wohnsitzes richten sich nach den
Grundsätzen, die gemäss ZUG im interkantonalen Verhältnis gelten (vgl.
Art. 6 Abs. 1 UG). Gemäss Art. 4 Abs. 1 ZUG hat der Bedürftige seinen
Wohnsitz in dem Kanton, in dem er sich mit der Absicht dauernden
Verbleibens aufhält. Dieser Kanton wird als Wohnkanton bezeichnet (vgl.
auch Art. 5 Abs. 2 UG). Die polizeiliche Anmeldung gilt als
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Wohnsitzbegründung, wenn nicht nachgewiesen ist, dass der Aufenthalt
schon früher oder erst später begonnen hat oder nur vorübergehender
Natur ist (Art. 4 Abs. 2 ZUG). Sie begründet eine gesetzliche
Wohnsitzvermutung, welche umgestossen werden kann (vgl. Merkblatt
der Schweizerischen Konferenz für Sozialhilfe [SKOS] "Örtliche
Zuständigkeit in der Sozialhilfe", Bern 2019, Kapitel 3). Der Aufenthalt in
einem Heim, einem Spital oder einer anderen Einrichtung und die
behördliche Unterbringung einer volljährigen Person in Familienpflege
begründen keinen Unterstützungswohnsitz (Art. 5 ZUG; vgl. auch Art. 6
Abs. 3 UG). Zudem vermögen sie einen bestehenden
Unterstützungswohnsitz auch nicht zu beendigen (vgl. Art. 9 Abs. 3 ZUG).
Beendigt wird der bisherige Unterstützungswohnsitz, wenn der Bedürftige
aus dem Wohnkanton wegzieht (Art. 9 Abs. 1 ZUG). Letzteres ist dann der
Fall, wenn er seine Wohngelegenheit aufgibt, seinen Wohnort verlässt und
ohne konkrete Rückkehrabsicht von dannen zieht (vgl. Merkblatt der
SKOS "Örtliche Zuständigkeit in der Sozialhilfe", Bern 2019, Kapitel 6). Im
Gegensatz zum zivilrechtlichen Wohnsitz (vgl. Art. 24 Abs. 1 des
Schweizerischen Zivilgesetzbuches [ZGB; SR 210]) bleibt der einmal
begründete Unterstützungswohnsitz nicht bis zum Erwerb eines neuen
bestehen; er endet vielmehr mit dem Wegzug (Urteile des Bundesgerichts
8C_530/2014 vom 7. November 2014 E.3.3, 8C_223/2010 vom 5. Juli
2010 E.4.1).
4. Der Unterstützungswohnsitz entspricht also nicht zwingend dem
zivilrechtlichen Wohnsitz, er knüpft aber wie dieser am Ort an, wo sich eine
Person mit der Absicht dauernden Verbleibens aufhält (Art. 4 Abs. 1 ZUG
und Art. 23 Abs. 1 ZGB; vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_530/2014 vom
7. November 2014 E.3.1). Diese Definition enthält sowohl ein objektives
Element (Aufenthalt) wie auch ein subjektives (Absicht dauernden
Verbleibens), die untrennbar miteinander verbunden sind:
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4.1. Unter "Aufenthalt" ist das faktische Verweilen an einem bestimmten Ort zu
verstehen, wobei körperliche Anwesenheit in der Regel zur Begründung
und Aufrechterhaltung des einmal begründeten Wohnsitzes erforderlich ist
(vgl. auch Art. 9 ZUG; THOMET, Kommentar zum Bundesgesetz über die
Zuständigkeit für die Unterstützung Bedürftiger [ZUG], Zürich 1994,
Rz. 96).
4.2. Die "Absicht dauernden Verbleibens" ist zweifellos dann erfüllt, wenn sich
eine Person auf unbestimmte Zeit an einem Ort aufhalten will und dies
auch durchführbar ist. Die Absicht, einen Ort zu einem späteren Zeitpunkt
wieder zu verlassen, steht einer Wohnsitzbegründung nicht entgegen.
Entscheidend ist allein, dass die Absicht nicht auf einen bloss
vorübergehenden Aufenthalt zielt; es genügt der Wille, an einem Ort zu
bleiben, bis durch jetzt nicht mit Bestimmtheit vorauszusehende Umstände
eine Änderung des Aufenthalts veranlasst werden kann (THOMET, a.a.O.,
Rz. 97 m.w.H.). Für die Ermittlung der subjektiven Absicht des dauernden
Verbleibens sind alle Elemente der äusserlichen Gestaltung der
Lebensverhältnisse zu berücksichtigen (Urteil des Bundesgerichts
8C_530/2014 vom 7. November 2014 E.3.4; THOMET, a.a.O., Rz. 97).
Massgebend ist, auf welche Absicht die erkennbaren äusseren Umstände
schliessen lassen, d.h. die Beantwortung der Frage, ob nach den
gesamten Umständen anzunehmen ist, dass die betreffende Person den
Ort ihres Verweilens zum Mittel- oder Schwerpunkt ihrer
Lebensbeziehungen gemacht hat (THOMET, a.a.O., Rz. 97 m.w.H.).
Weniger stark als im Zivilrecht kommt es auf den Willen des Betroffenen
als auf die gesamten Lebensverhältnisse an (Urteil des Bundesgerichts
8C_530/2014 vom 7. November 2014 E.3.1).
Gemäss Rechtsprechung dürfen weder an die Absicht noch an die Dauer
des Verbleibens zu strenge Anforderungen gestellt werden. Bei unsteten
Personen bildet bereits der länger andauernde Aufenthalt an einem Ort
ein Indiz für die Wohnsitzbegründung. Das Fehlen gefestigter sozialer und
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ökonomischer Beziehungen ist insbesondere bei suchtkranken Personen
typisch und kann für sich allein nicht ausschlaggebend sein. Andernfalls
könnten solche Personen kaum je einen Unterstützungswohnsitz
begründen (Urteile des Bundesgerichts 8C_530/2014 vom 7. November
2014 E.3.4, 8C_79/2010 vom 24. September 2010 E.7.3 [nicht publ. in
BGE 136 V 346], 8C_223/2010 vom 5. Juli 2010 E.4.1). Dass eine Person
auf Dauer keinen Unterstützungswohnsitz hat, ist nach der Konzeption des
Zuständigkeitsgesetzes zwar grundsätzlich möglich, darf aber nicht
leichthin angenommen werden. Dies würde nicht nur dem Sinn und Zweck
der Fürsorgegesetzgebung, sondern auch den richtig verstandenen
Interessen der bedürftigen Person und der betroffenen Gemeinwesen
widersprechen (Urteile des Bundesgerichts 8C_530/2014 vom
7. November 2014 E.3.4, 8C_223/2010 vom 5. Juli 2010 E.4.1).
5.1.1. Wie die Beschwerdegegnerin zu Recht festhält, befindet sich der
zivilrechtliche Wohnsitz des Beschwerdeführers gemäss dem Schreiben
des Kantonalen Sozialamtes Graubünden vom 18. Mai 2021 in
C._. Den Akten ist allerdings zu entnehmen, dass der
Beschwerdeführer letztmals im Jahr 2016 mit einer eigenen Wohn- und
Zustelladresse bei den Einwohnerdiensten der Gemeinde C._
registriert war (vgl. Beilage 1 der Beigeladenen). Seit August 2016 gilt als
"Zustelladresse" diejenige der Berufsbeistandschaft R._ (vgl.
Beilage 1 der Beigeladenen). Als "Hauptadressen" sind seit Oktober 2016
nur noch solche von Institutionen und Heimen in E._,
G._, I._ und L._ aufgeführt, wobei der jüngste
Eintrag einer "Hauptadresse" des Beschwerdeführers vom 2. Mai 2020 auf
die Wohnadresse seiner Eltern in O._ (Gemeinde B._)
lautet (vgl. Beilage 1 der Beigeladenen).
5.1.2. Unbestritten ist, dass die Aufenthalte des Beschwerdeführers in der Klinik
D._ in E._, im Wohnheim F._ in G._, im
begleiteten Wohnen H._ in I._, im Kantonsspital
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Q._, im Rehazentrum J._ sowie im Wohnheim
K._ in L._ keinen Unterstützungswohnsitz begründeten
und einen (allfälligen) bestehenden Unterstützungswohnsitz in
C._ auch nicht beendigten (vgl. Art. 5 und Art. 9 Abs. 3 ZUG
sowie vorstehende Erwägung 3.2). Nach Angaben des
Beschwerdeführers begab er sich nach seinem Austritt aus dem
Wohnheim K._ in L._ allerdings nicht mehr nach
C._, sondern zu seinen Eltern nach O._ (Gemeinde
B._), wo er sich vom 1. Mai 2020 bis zu seinem Eintritt in die
Einrichtung M._ im September 2020 aufgehalten habe (vgl.
beschwerdeführerische Akten [Bf-act.] 5 [Chronologie der Aufenthalte]
sowie Bf-act. 3). Die (auf angeblichen Beobachtungen der
Gemeindeverwaltung beruhende) Behauptung der Beschwerdegegnerin,
der Beschwerdeführer habe sich in den letzten Jahren höchstens für
einzelne sporadische Besuche in der Gemeinde B._ aufgehalten
(vgl. Vernehmlassung sowie Bf-act. 2), vermag die Angaben des
Beschwerdeführers nicht in Zweifel zu ziehen; so ist denn auch im
Einwohnerregister der Gemeinde C._ ab dem 2. Mai 2020 als
"Hauptadresse" des Beschwerdeführers die Wohnadresse seiner Eltern in
O._ (Gemeinde B._) aufgeführt (vgl. Beilage 1 der
Beigeladenen sowie vorstehende Erwägung 5.1.1). Jedenfalls ist
unbestritten, dass der Beschwerdeführer spätestens nach seinem Austritt
aus dem Wohnheim K._ in L._ aus C._
weggezogen ist, zumal er dort u.a. auch über keine Wohngelegenheit
(mehr) verfügte, was ebenfalls unbestritten ist (vgl. dazu auch THOMET,
a.a.O., Rz. 146). Ein allfälliger bestehender Unterstützungswohnsitz in
C._ wäre damit spätestens per Mai 2020 beendigt worden (vgl.
Art. 9 Abs. 1 ZUG); und zwar – entgegen den Vorbringen der
Beschwerdegegnerin – unabhängig davon, ob andernorts ein neuer
Wohnsitz begründet wurde oder nicht (vgl. dazu vorstehende
Erwägung 3.2).
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5.2. Vorliegend lassen die erkennbaren äusseren Umstände bzw. die
gesamten Lebensverhältnisse des Beschwerdeführers darauf schliessen,
dass sich der Schwerpunkt seiner Lebensbeziehungen spätestens seit
dem Austritt aus dem Wohnheim K._ in L._ bzw. seit
dem 1. Mai 2020 in der Gemeinde B._ befindet, wo er familiäre
Bindungen hat. So hielt er sich vor seinem Eintritt in die Einrichtung
M._ im September 2020 für mindestens vier Monate bei seinen
Eltern in O._ (Gemeinde B._) auf (vgl. Bf-act. 5,
Beilage 1 der Beigeladenen sowie vorstehende Erwägung 5.1.2). Auch
nach seinem Eintritt in die Einrichtung M._ ist den Akten nichts
Anderes zu entnehmen, als dass er sich für (regelmässige oder
sporadische) Wochenendbesuche nach O._ (Gemeinde
B._) begab bzw. begibt. Der Umstand, dass er in der Gemeinde
B._ in keinerlei Vereinen aktiv ist und nicht an gesellschaftlichen
Anlässen teilnimmt, ändert nichts an der Wohnsitzbegründung des
Beschwerdeführers in der Gemeinde B._, zumal das Fehlen
gefestigter sozialer (und ökonomischer) Beziehungen insbesondere bei
suchtkranken Personen typisch ist und für sich allein nicht
ausschlaggebend sein kann (vgl. vorstehende Erwägung 4.2). Selbst
wenn der Beschwerdeführer weder in der Gemeinde B._ noch in
einer anderen Gemeinde einen (neuen) Wohnsitz begründet hätte, so
obläge der Beschwerdegegnerin als Aufenthaltsgemeinde die
Unterstützungspflicht für den Beschwerdeführer (vgl. Art. 11 Abs. 1 und
Art. 12 Abs. 2 ZUG; Art. 5 Abs. 3 UG).
6. Im Ergebnis erweist sich die Beschwerde somit als begründet, weshalb sie
gutzuheissen und der angefochtene Entscheid der Beschwerdegegnerin
aufzuheben ist. Es wird festgestellt, dass die Gemeinde B._
Unterstützungswohnsitz des Beschwerdeführers ist und die Sache wird
zur Neubeurteilung im Sinne der Erwägungen an sie zurückgewiesen.
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7. Bei diesem Ausgang des Verfahrens gehen die Gerichtskosten zulasten
der Beschwerdegegnerin (vgl. Art. 73 Abs. 1 VRG). Gestützt auf Art. 75
Abs. 2 VRG rechtfertigt es sich vorliegend, die Staatsgebühr auf
CHF 1'000.-- festzulegen (vgl. auch Urteile des Verwaltungsgerichts des
Kantons Graubünden U 20 107 vom 13. April 2021, U 19 68 vom
22. Januar 2020). Dem nicht anwaltlich vertretenen Beschwerdeführer
steht praxisgemäss keine Parteientschädigung zu. Auch der in ihrem
amtlichen Wirkungskreis obsiegenden Beigeladenen wird keine
Parteientschädigung zugesprochen (vgl. Art. 78 Abs. 2 VRG).