# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** dfddd8c7-f216-4c88-975e-bb5b3c4b00bf
**Court:** GR_VG
**Chamber:** GR_VG_005
**Year:** 2021
**Language:** de
**Jurisdiction:** GR / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

I. Sachverhalt:
1. Die E._ AG ist Eigentümerin der in C._ gelegenen Parzelle
G._ und betreibt dort seit 2001 das D._. Einziges Mitglied des
Verwaltungsrates ist F._. Die Parzelle G._ befindet sich in der
Äusseren Dorfzone gemäss Art. 78 des kommunalen Baugesetzes (BG).
2. Am 6. Juni 2011 erteilte der Gemeindevorstand B._ die Bewilligung
für die energetische Sanierung des D._. Das Baugesuch beinhaltete
unter anderem die Verglasung der bestehenden Balkone und die
Verkleidung der Fassade mit Natursteinen. Anlässlich der Bauabnahme
vom 27. Dezember 2011 stellte das kommunale Bauamt fest, dass in
Abweichung von den bewilligten Plänen die bestehenden thermischen
Verglasungen abgebrochen und an die Fassade versetzt und damit die
Balkone in die dahinterliegenden Hotelzimmer integriert worden waren,
womit die (altrechtliche) bestehende Übernutzung der Parzelle G._
von 493 m2 Bruttogrundfläche (BGF) um weitere 260 m2 BGF vergrössert
und eine Übernutzung von neu 753 m2 BGF erreicht wurde.
3. In der Folge reichte die E._ AG das geforderte nachträgliche
Baugesuch nicht ein, sondern versuchte erfolglos, die fehlende BGF zu
erwerben. Eine beabsichtigte Teilrevision der Ortsplanung zur
Überführung der Parzelle G._ in eine "Hotelzone" unter gleichzeitiger
Erhöhung der Nutzungsmöglichkeiten wurde vom Stimmvolk am
26. November 2017 an der Urne abgelehnt.
4. Am 25. Juni, mitgeteilt am 10. Juli 2018, lehnte der Gemeindevorstand
B._ das Baugesuch der E._ AG betreffend "nachträgliches
Baubewilligungsverfahren betr. Rückbau Abschlüsse zwischen Balkonen
und Hotelzimmern / Erweiterung Hotelzimmer und Aufhebung Balkone" im
Sinne der Erwägungen kostenpflichtig ab, da die nachgesuchten
- 4 -
Erweiterungen von total 260 m2 BGF nicht bewilligt werden konnten. Diese
Verfügung erwuchs unangefochten in Rechtskraft.
5. Am 30. November 2018 teilte der Gemeindevorstand B._ der
E._ AG mit, er sehe sich gestützt auf den rechtskräftigen
Baubescheid vom 25. Juni 2018 gezwungen, die Wiederherstellung des
rechtmässigen Zustandes gemäss beiliegendem Verfügungsentwurf zu
verfügen und gewährte ihr dazu das rechtliche Gehör. Am 12. Februar
2019 beantragte die E._ AG, es sei anstelle der vom
Gemeindevorstand beabsichtigten Wiederherstellungsverfügung eine
Duldungsverfügung im Sinne von Art. 94 Abs. 4 KRG zu erlassen.
6. Mit Wiederherstellungsverfügung vom 13., mitgeteilt am 17. Mai 2019,
forderte der Gemeindevorstand B._ die E._ AG auf, den
rechtmässigen Zustand auf Parzelle G._ bis am 29. November 2019
wiederherzustellen.
7. Dagegen erhob die E._ AG am 17. Juni 2019 (Poststempel)
Beschwerde beim Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden
(Verfahren R 19 44) mit dem Antrag, die Wiederherstellungsverfügung sei
aufzuheben. Nach einem doppelten Schriftenwechsel zwischen den
Parteien (mit Vernehmlassung der Gemeinde [Beschwerdegegnerin] vom
29. August 2019; Replik E._ AG [Beschwerdeführerin] vom
11. Oktober 2019; Duplik Beschwerdegegnerin vom 14. November 2019
sowie Entgegnung zur Duplik der Beschwerdeführerin vom 25. November
2019) wurde der Schriftenwechsel abgeschlossen, das Urteil stand jedoch
noch aus.
8. Ebenso liess die E._ AG am 2. Dezember 2019 gegen die Einleitung
einer Teilrevision des Quartierplans Bäderzentrum Einsprache erheben.
- 5 -
9. Die Gemeinde B._ beabsichtigt, gemäss vom Stimmvolk am
24. November 2019 angenommener Teilrevision der Ortsplanung mit
entsprechender Anpassung der Nutzungsordnung im Bereich I._,
zusammen mit den Gemeinden J._ und K._ auf den Parzellen
L._ und M._ in B._ das Alterszentrum I._ zu erstellen.
Gegen dieses Vorhaben reichten am 3. Januar 2020 unter anderem die
O._, deren einziges Mitglied des Verwaltungsrates F._ ist, bei
der Regierung Planungsbeschwerde ein.
10. Anfang Januar 2020 legte die Gemeinde B._ im Hinblick auf den
Neubau des Alterszentrums I._ das Strassenbauprojekt "Rückbau
und Neubau mit veränderter Linienführung Erschliessungsstrasse Via
N._, Werkleitungsumlegungen und Anschlüsse Areal I._"
öffentlich auf. Dagegen erhob die O._ am 28. Januar 2020
Einsprache, im Wesentlichen mit dem Antrag, die von der Gemeinde
nachgesuchte Baubewilligung sei zu verweigern.
11. Am 17. April 2020 erhob die O._ zudem Einsprache gegen das am
31. März 2020 publizierte Baugesuch der Gemeinde B._ für den
Neubau des Alterszentrums I._.
12. Am 27. bzw. 29. April 2020 schloss die Gemeinde B._ mit F._
bzw. mit dessen verfahrensbeteiligten Gesellschaften E._ AG und
O._ eine Vereinbarung betreffend Beilegung diverser Streitigkeiten
mit folgenden Hauptpunkten:
– Rücknahme der durch den Gemeindevorstand erlassenen
Wiederherstellungsverfügung in Sachen D._. Verzicht auf die gemäss Ziff.
I.1. der Vereinbarung umschriebenen Wiederherstellungsmassnahmen, solange
das Hotel als solches geführt wird und Erlass einer Duldungsverfügung.
– Rückzug der von der O._ erhobenen Planungsbeschwerde vom 3. Januar
2020 gegen die Teilrevision der Ortsplanung Areal I._.
- 6 -
– Rückzug der von der O._ am 28. Januar 2020 erhobenen Einsprache gegen
das im Zusammenhang mit dem geplanten Alterszentrum I._ stehende
Strassenumlegungsprojekt der Via N._.
– Verzicht der O._, der E._ AG und F._ auf Ergreifung von
Rechtsmitteln gegen das Bauprojekt Alterszentrum I._ und Rückzug der von
der O._ am 17. April 2020 erhobenen Einsprache gegen das Baugesuch
des geplanten Alterszentrums I._.
13. Am 4., mitgeteilt am 5. Mai 2020, verfügte der Gemeindevorstand
B._ was folgt:
1. Die Wiederherstellungsverfügung vom 13. Mai 2019 wird aufgehoben.
2. Der Gemeindevorstand verzichtet auf die in Ziff. I.1. im Einzelnen umschriebenen
Wiederherstellungsmassnahmen und duldet den jetzigen rechtlichen Zustand.
Diese Duldung wird solange gewährt, als das D._ als solches geführt wird.
Diese Duldungsverfügung ist auf dem Grundstück Nr. G._ als öffentliche
Eigentumsbeschränkung anzumerken. Die vorliegende Verfügung gilt als
Anmeldungstitel für diese Anmerkung.
3. Der Gemeindevorstand behält sich vor, auf die in der Verfügung vom 13. Mai
2019 im einzelnen umschriebenen Wiederherstellungsmassnahmen
zurückzukommen für den Fall, dass die Hotelnutzung auf dem Grundstück
Nr. G._ aufgegeben wird.
(4. Kosten).

## Considerations