# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** ed5cde3f-0bc9-4793-addf-ec072be012d4
**Court:** GR_KG
**Chamber:** GR_KG_006
**Year:** 2014
**Language:** de
**Jurisdiction:** GR / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

hat sich ergeben:
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I. Sachverhalt
A. X._, welche derzeit durch A._ von der Berufsbeistandschaft Plessur verbeiständet ist, leidet seit vielen Jahren an paranoider Schizophrenie. In der Vergangenheit musste sie immer wieder mittels fürsorgerischer Freiheitsentziehung (heute fürsorgerische Unterbringung, FU) in die Klinik B._ eingeliefert werden. Am 26. Mai 2012 trat sie zum bereits fünften Mal in die Klinik B._ ein resp. wurde durch Rückhaltebeschluss der Psychiatrischen Dienste Graubünden vom 30. Mai 2012 gegen ihren Willen dort zurückbehalten. Im Rahmen eines Beschwerdeverfahrens, in welchem X._ die Entlassung aus dieser fürsorgerischen Unterbringung in der Klinik B._ beantragt hatte, wies das Kantonsgericht von Graubünden die Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde Nordbünden (KESB) mit Entscheid vom 28. Januar 2013 an, hinsichtlich Krankheitsdiagnose und gegenwärtigem Zustand von X._ ein aktuelles Gutachten bei einem unabhängigen Sachverständigen einzuholen und anschliessend einen neuen Entscheid über die FU zu fällen (vgl. Urteil der I. Zivilkammer des Kantonsgerichts von Graubünden ZK1 12 90).
B. In ihrem umfassenden Gutachten vom 19. April 2013 (vgl. KESB act. 189) bestätigte Dr. med. C._ die Diagnose der paranoiden Schizophrenie. Die Grundanerkennung bestehe schon seit über zehn Jahren und beeinträchtige alle wichtigen Lebensbereiche der Explorandin wie die privaten Beziehungen, das berufliche Leben, das Aktivitätsniveau in der Freizeit, die kognitive Leistungsfähigkeit oder die kognitive Flexibilität nachhaltig. Diese psychische Störung führe zwar nicht zu einer automatischen Einschränkung der Urteilsfähigkeit oder gar Handlungsfähigkeit. Nur in akuten Krankheitsphasen sei sie zeitlich begrenzt urteilsunfähig, während ihre Urteilsfähigkeit im Residualzustand nur teilweise eingeschränkt sei. Ihre Objektivität und die Fähigkeit, so für sich zu entscheiden, dass sie sich nicht schade, seien jedoch deutlich eingeschränkt. Insbesondere stellte die Gutachterin fest, dass die Explorandin betreffend die Wohnsituation nicht ausreichend urteilsfähig sei. In diesem Zusammenhang wies sie auf die ungünstige Krankheitsprognose hin, da der damals problematische Zustand der Explorandin und deren Entwicklung in den letzten Jahren leider nicht auf eine bessere Prognose in Zukunft schliessen liessen. Die Krankheit sei zwingend lebenslang und umfassend behandlungsbedürftig, wozu insbesondere eine engmaschige psychosoziale Begleitung zähle. Die Fähigkeit, ihren Lebensalltag − beispielsweise hinsichtlich Körperpflege, Nahrungsaufnahme und sinnvoller Tagesstruktur − unter
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Berücksichtigung ihrer behindernden Krankheitssymptome zu gestalten, sollte gefördert und, etwa durch eine ambulante Wohnbegleitung, überwacht werden. Sobald die Explorandin mehr persönliche Freiheiten habe, sei es nämlich wahrscheinlich, dass sie sich einer adäquaten Behandlung und Betreuung entziehen könnte, was mit höchster Wahrscheinlichkeit eine erneute akute Phase der Grunderkrankung zur Folge hätte. Aus diesem Grunde empfahl die Gutachterin konkret einen Aufenthalt in einer Aussenwohngruppe (D._ oder E._) in O.1_, wobei die fachpsychiatrische Behandlung in der gleichen Intensität weitergeführt und seitens der KESB gegebenenfalls eine vollumfängliche Betreuung betreffend die finanziellen Angelegenheiten, die Behandlung und den Aufenthaltsort geprüft werden sollte. Gestützt auf die Annahme, dass die Explorandin sich gegen eine solche Wohnform wehren wird, schlug die Gutachterin vor, einen Zeitraum von beispielsweise zwei Jahren zu definieren, in welchem sie sich unter engmaschiger Betreuung weiter stabilisieren und positiv entwickeln könne. Bei gutem Verlauf könnten anschliessend dann weniger betreute Wohnformen geprüft werden.
C. Gestützt auf dieses Gutachten hob die KESB Nordbünden mit Entscheid vom 1. Mai 2013 die FU in der Klinik B._ auf und ordnete stattdessen eine FU im Wohnheim F._ der Klinik B._ an, in welchem X._ bereits seit 1. Februar 2013 wohnte (vgl. KESB act. 204). Begründet wurde dieser Schritt damit, dass die Voraussetzungen für den nächsten Schritt − der Übertritt in eine geeignete betreute Wohngruppe ausserhalb der Klinik B._ und die Sicherstellung der Nachbetreuung − noch nicht erfüllt waren und für X._ nur unter den Rahmenbedingungen im Wohnheim F._ die nötige Betreuung und Behandlung sichergestellt werden konnte. Die von der Gutachterin empfohlene Unterbringung in einer betreuten Wohngruppe sei jedoch von allen Beteiligten als nächstes Etappenziel anzustreben. Eine gegen diese Unterbringung eingereichte Beschwerde wurde vom Kantonsgericht mit Entscheid vom 18. Juni 2013 abgewiesen (vgl. Entscheid der I. Zivilkammer des Kantonsgericht ZK1 13 56; KESB act. B-3).
D. Am 9. Oktober 2013 hob die KESB Nordbünden die FU im Wohnheim F._ auf und brachte X._ auf Antrag der Beiständin (vgl. KESB act. 222) zur Behandlung und persönlichen Betreuung − ebenfalls per FU − in der Sozialtherapeutischen Wohngemeinschaft G._ in O.1_ unter (vgl. KESB act. 228). Dieser Entscheid blieb unangefochten.
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E. Im Rahmen der gesetzlich vorgeschriebenen periodischen Überprüfung der FU gemäss Art. 431 des Schweizerischen Zivilgesetzbuches (ZGB; SR 201) hat die KESB Nordbünden bei der WG G._ einen Bericht über X._ eingeholt (vgl. Standortprotokoll vom 10. März 2014; KESB act. 249). Im gleichen Zusammenhang erstattete die Beiständin am 13. März 2014 einen Zwischenbericht, in welchem sie sinngemäss die Verlängerung der FU in der WG G._ für mindestens drei Monate beantragte (KESB act. 250). Sodann fand am 16. April 2014 vor der KESB − im Beisein ihres neuen Rechtsvertreters, Rechtsanwalt Andri Hotz − die Anhörung von X._ statt (KESB act. 257).

## Considerations