# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** ad2ada3e-8908-434f-ab3b-fd831b8fc2da
**Court:** GR_KG
**Chamber:** GR_KG_006
**Year:** 2010
**Language:** de
**Jurisdiction:** GR / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

hat sich ergeben:
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I. Sachverhalt
A. Z., geboren am 17. September 1956, und Y., geboren am 11. Februar 1962, heirateten am 01. Juni 1990 vor dem Zivilstandsamt X. SG. Aus der Ehe ging der Knabe W. hervor. Er starb jedoch noch am Tag der Geburt, am 21. Dezember 1994.
Nach der Heirat bezogen die Eheleute in V. ein eigenes Haus, in welchem sie von 1996 bzw. 1998 an für zwei Pflegekinder aus U. sorgten, für den am 17. Februar 1986 geborenen T. und die am 24. Mai 1988 geborene S.. Die beiden sind heute erwachsen und nicht mehr von den Pflegeeltern abhängig.
Seit dem 01. Juni 2005 leben Z. und Y. getrennt. Die Ehefrau verblieb vorerst im bisher benützten Wohnhaus, zügelte dann aber auf den 01. März 2006 nach R. und auf den 01. Dezember 2006 an die Q. in P. in eine Vier-Zimmer-Wohnung, für welche sie einen Mietzins von Fr. 1'650.00 monatlich bezahlt. Der Ehemann lebte demgegenüber für kurze Zeit bei seiner Mutter und übersiedelte in der Folge (im Spätsommer 2005) in eine 31⁄2-Zimmer-Wohnung am O. in N., für die er (inklusive Garage) pro Monat einen Mietzins von Fr. 1'580.00 entrichtet. Die Liegenschaft in V. wurde in der Zwischenzeit verkauft.
Y., die über eine Ausbildung im Marketingbereich verfügt, blieb auch während der Ehe neben der Betreuung der Pflegekinder teilweise erwerbstätig. Seit Jahren ist sie nun aber praktisch vollständig arbeitsunfähig. Sie bezieht von der Invalidenversicherung und der Pensionskasse Renten in der Höhe von mindestens Fr. 3'000.00 monatlich. Der als Ingenieur arbeitende Z. wechselte auf den 01. August 2005 von der M. in L. zur K. in L.. Er sollte dort die Leitung der Produktionsabteilung übernehmen, musste sich dann aber wegen einer bösartigen Erkrankung mit einem Assistentenposten begnügen. Nach seiner Genesung und der Überführung des Geschäftsbereichs Maschinensicherheit & Automation in die I. auf den 01. Januar 2008 konnte Z. eine neue Funktion mit einem erweiterten Aufgabenbereich übernehmen. Sein Monatslohn belief sich fortan auf Fr. 12'200.00 brutto. Hieran änderte sich grundsätzlich auch nichts, als die I. in der H. aufging. Er musste zwar aus wirtschaftlichen Gründen vorübergehend sowohl beim Gehalt wie bei der Arbeitszeit Einbussen hinnehmen. Diese Beschränkungen sind in der Zwischenzeit indessen weggefallen.
B. In einem von Y. angestrengten Eheschutzverfahren vor der Präsidentin des Kreisgerichts Werdenberg-Sargans wurde Z. mit Entscheid vom 21. April 2006
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unter anderem verpflichtet, der Ehefrau ab März 2006 einen Unterhaltsbeitrag von Fr. 1'800.00 monatlich zu bezahlen und ihr ausserdem die für die Kinder bestimmten Ausbildungszulagen zukommen zu lassen. Weiter wurde mit Wirkung ab dem 25. Oktober 2005 die Gütertrennung angeordnet.
Ein hiergegen gerichteter Rekurs des Ehemannes vom 22. Mai 2006 konnte am 21. August 2006 vom Einzelrichter im Familienrecht des Kantonsgerichts St. Gallen gestützt auf einen zwischen den Parteien abgeschlossenen Vergleich als erledigt abgeschrieben werden. Z. wurde ermächtigt, seine Forderung auf Erstattung der durch ihn für die Ehefrau erbrachten Leistungen (Begleichung von Steuerschulden) mit den von ihm zu entrichtenden Unterhaltsbeiträgen zu verrechnen.
C. Weil Z. seinen finanziellen Verpflichtungen gemäss Eheschutzverfahren auch unter Berücksichtigung der eben genannten Verrechnungsmöglichkeit nicht in vollem Umfang nachkam, betrieb ihn Y. am 18. Juni 2007 für einen Betrag von Fr. 33'656.10 nebst Zins zu 5% seit 01. März 2006. Gegen den am 22. Juni 2007 zugestellten Zahlungsbefehl Nr. 2071696 des Betreibungsamtes Fünf Dörfer erhob der Schuldner am 22. Juni 2007 Rechtsvorschlag.
Mit Entscheid vom 03. August 2007, mitgeteilt am 07. September 2007, hiess das Bezirksgerichtspräsidium Landquart ein entsprechendes Gesuch der Gläubigerin teilweise gut und erteilte ihr für einen Betrag von Fr. 30'284.05 nebst Zins zu 5% seit 01. Juni 2006 die definitive Rechtsöffnung.
Auf Beschwerde von Z. hin reduzierte der Kantonsgerichtsausschuss den Betrag, für welchen die definitive Rechtsöffnung gewährt werden könne, auf Fr. 29'155.10 (Urteil vom 30. Oktober 2007, mitgeteilt am 03. Januar 2008).
D. In einem Eheschutzverfahren vor Bezirksgerichtspräsidium Landquart stellte Y. am 15. Juni 2007 das Begehren, es sei die Arbeitgeberin von Z. anzuweisen, von dessen Lohn monatlich einen Betrag von Fr. 1'800.00 abzuzweigen und auf ein von der Ehefrau bezeichnetes Konto einzuzahlen.
Mit Entscheid vom 10. September 2007, mitgeteilt am 21. September 2007, wies der angerufene Richter das Gesuch ab. Ein Rechtsmittel wurde nicht eingelegt.
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E. Mit einer am 14. bzw. 20. Juni 2007 unterzeichneten Erklärung, welche am 26. Juni 2007 dem Bezirksgerichtspräsidium Landquart übermittelt wurde, beantragten Y. und Z. die Durchführung des Scheidungsverfahrens nach Art. 111 bzw. 112 ZGB. Anlässlich der getrennten Anhörung vom 28. August 2007 bestätigten beide ihren Scheidungswillen. Ausserdem erklärten sie, sie würden solches auch an einer gemeinsamen Anhörung tun. Sie entfiel indessen, weil die Ehefrau hiervon dispensiert werden musste.
Nachdem ihnen hierzu mit Verfügung vom 11. März 2008 Gelegenheit gegeben worden war, hielten Z. und Y. in getrennten Erklärungen vom 13. bzw. 17. März 2008 fest, dass sie ihr Scheidungsbegehren aufrechterhalten würden.
Da zu den Scheidungsfolgen keine Vereinbarung vorlag, hatte das Bezirksgerichtspräsidium Landquart mit Verfügung vom 07. März 2008 die Durchführung eines entsprechenden Schriftenwechsels angeordnet.
F. In ihrer Prozesseingabe vom 21. April 2008 stellte Y. die folgenden Rechtsbegehren:
„1. Scheidung der Ehe der Parteien.
2. Der Ehemann sei zu verpflichten, an den Unterhalt der Ehefrau einen monatlichen, monatlich im Voraus zahlbaren Unterhaltsbeitrag in Höhe von Fr. 2'500.00 zu bezahlen. Vorbehalt: Sollte das Beweisverfahren ergeben, dass der Ehemann bedeutend mehr als Fr. 8'000.00 netto verdient, behalten wir uns ausdrücklich vor, einen höheren Unterhaltsbeitrag geltend zu machen. Im Urteil ist der Vorbehalt von Art. 129 Abs. 3 ZGB festzuhalten, wonach keine zur Deckung des gebührenden Unterhalts ausreichende Rente festgesetzt werden kann. Der Unterhaltsbeitrag sei zu indexieren.
3. Hälftige Aufteilung der während der Ehe erworbenen Austrittsleistungen, resp. Bezahlung einer angemessenen Entschädigung im Sinne von Art. 124 ZGB.
4. Güterrechtliche Auseinandersetzung gemäss Gesetz.
5. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge zulasten des Ehemannes.“
G. Z. beantragte demgegenüber mit Prozessantwort vom 12. Juni 2008:
„1. Scheidung der Ehe der Parteien.
2. Es sei Vormerkung davon zu nehmen, dass der Ehemann bereit ist, der Ehefrau eine nacheheliche Rente von maximal 1'200.00 pro Monat bis längstens 31.12.2010 zu bezahlen.
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3. Güterrechtliche Auseinandersetzung gemäss Gesetz.
4. Vom gemäss Art. 122 ZGB massgeblichen Pensionskassenguthaben des Ehemannes sei lediglich ein Viertel an die Vorsorgeeinrichtung der Ehefrau zu überweisen.
5. Unter gerichtlicher und aussergerichtlicher Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten der Ehefrau.
H. In ihrer Replik vom 27. August 2008 präzisierte Y. ihre Rechtsbegehren wie folgt:
„1. Der Ehemann sei zu verpflichten, an den Unterhalt der Ehefrau einen monatlichen, monatlich im Voraus zahlbaren Unterhaltsbeitrag in Höhe von Fr. 4'500.00 zu bezahlen.
Der Unterhaltsbeitrag sei zu indexieren.
2. Im übrigen unverändert gemäss Eingabe vom 21. April 2008.
3. Die Anträge des Ehemannes seien, soweit sie nicht mit den unsrigen übereinstimmen, abzuweisen.
4. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge zulasten des Ehemannes.“
I. In seiner Duplik vom 14. Oktober 2008 hielt Z. seine Anträge gemäss Prozessantwort aufrecht.
Nachdem am 04. November 2008 die Beweisverfügung ergangen war und weitere prozessleitende Anordnungen getroffen worden waren, überwies das Bezirksgerichtspräsidium Landquart die Angelegenheit am 20. Januar 2009 zur Beurteilung der streitigen Punkte dem Bezirksgericht Landquart.
J. In Gutheissung eines entsprechenden Gesuchs hatte das Bezirksgerichtspräsidium Landquart Y. mit Wirkung ab 31. März 2008 zulasten der Stadt P. die unentgeltliche Rechtspflege erteilt, wobei als Rechtsbeistand ihr heutiger Anwalt ernannt wurde (Verfügung vom 02. Juli 2008).
K. Mit Urteil vom 11. März 2009, mitgeteilt am 06. April 2009, erkannte das Bezirksgericht Landquart:
„1. Die am 01. Juni 1990 vor dem Zivilstandsamt X. (SG) zwischen Y. und Z. geschlossene Ehe wird auf beidseitiges Begehren hin gerichtlich geschieden.
2. Z. wird gerichtlich verpflichtet, an Y. ab Rechtskraft des vorliegenden Urteils einen monatlichen, je auf den ersten des Monats zahlbaren nachehelichen Unterhaltsbeitrag von Fr. 3'000.00 auszurichten bis zum 30. September 2021. Ab dem 1. Oktober 2021 reduziert sich der
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Unterhaltsbeitrag auf Fr. 1'000.00 pro Monat, welcher geschuldet ist bis zum Eintritt des ordentlichen AHV-Alters der Ehefrau. Danach erlischt die Zahlungsverpflichtung von Z. unter dem Titel nachehelicher Unterhalt definitiv.
3. Die Unterhaltsbeiträge gemäss vorstehender Ziffer III/2 gründen auf dem Landesindex der Konsumentenpreise (Indexbasis Dezember 2005 = 100 Punkte, Stand Februar 2009 = 102.7 Punkte). Sie sind jährlich auf den 1. Januar, erstmals auf den 1. Januar 2010, nach Massgabe des Indexstandes per November des Vorjahres anzupassen, es sei denn, Z. weist nach, dass sein Einkommen nicht im gleichen Verhältnis angestiegen ist. Für diesen Fall sind die Unterhaltsbeiträge im prozentualen Umfang der Lohnerhöhung anzupassen. Die massgebende Formel lautet wie folgt:
Neuer UB = ursprünglicher UB x neuer Indexstand Basisindexstand
Der jeweils aktuelle Indexstand wird unter anderem im Internet unter www.bfs.admin.ch publiziert.
4. Z. wird gerichtlich verpflichtet, an Y. unter dem Titel Güterrecht Fr. 53'266.50 zu bezahlen. Mit dem Vollzug dieser Zahlungsverpflichtung sind die Parteien in güterrechtlicher Hinsicht per Saldo aller Ansprüche auseinandergesetzt.
5. Die Pensionskasse der H. wird gestützt auf Art. 22b FZG gerichtlich angewiesen, vom Vorsorgekonto von Z., Personal-Nummer 50'000, geb. am 17.09.1956, den Betrag von Fr. 130'000.00 auf Anrechnung an die angemessene Entschädigung im Sinne von Art. 124 ZGB auf ein von Y. frei zu bezeichnendes Konto zu übertragen, ohne dass es sich beim Empfängerkonto um ein solches der gebundenen Vorsorge handeln muss.
6. Die Kosten des Verfahrens vor dem Bezirksgerichtspräsidium bzw. dem Bezirksgericht Landquart, bestehend aus
- einer Gerichtsgebühr von Fr. 5'000.00 - einer Schreibgebühr von Fr. 1'329.00 - Barauslagen von Fr. 871.00 - einem Streitwertzuschlag von Fr. 3'000.00 - Total Fr. 10'200.00
werden zu einem Viertel Y. und zu drei Vierteln Z. auferlegt, welcher Y. zudem eine reduzierte ausseramtliche Entschädigung in Höhe von Fr. 10'000.00 zuzüglich die gesetzliche Mehrwertsteuer zu bezahlen hat.
Da Y. über eine Bewilligung zur unentgeltlichen Prozessführung zu Lasten der Stadt P. verfügt, wird ihr Gerichtskostenanteil der Kostenträgerin unter Vorbehalt des Rückforderungsrechts in Rechnung gestellt.

## Considerations