# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 63222aa5-a838-46f5-b96e-8cd51b5a96c9
**Court:** GR_KG
**Chamber:** GR_KG_004
**Year:** 2011
**Language:** de
**Jurisdiction:** GR / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

hat sich ergeben:
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I. Sachverhalt
A. X. wurde am _ in B. geboren und wuchs zusammen mit einer Schwester bei seinen Eltern auf. Nach der Primarschule absolvierte er das Wirtschaftsgymnasium. Anschliessend studierte er während 6 Jahren Phil. I an der Universität H., ohne jedoch das Studium abzuschliessen. X. ist – wie bereits während des Studiums – als Kameramann und Filmemacher tätig. Gemäss Steuererklärung 2008 versteuert er im Kanton H. ein Einkommen von Fr. 14’223.– netto bzw. ein Vermögen von Fr. 68'134.–. Er hat keine Schulden. X. ist ledig und hat eine Tochter (Jahrgang 1987), welche er monatlich mit Fr. 300.– unterstützt.
X. ist weder im Schweizerischen Zentralstrafregister noch im  verzeichnet.
B. Mit Strafmandat bei Vergehen und Verbrechen gemäss Art. 49 Abs. 1 lit. a des Gesetzes über die Strafrechtspflege (StPO; BR 350.000) vom 4. September 2009, mitgeteilt am 7. September 2009, wurde X. vom Kreispräsidenten des Kreises C. der groben Verletzung von Verkehrsregeln gemäss Art. 32 Abs. 1 des Strassenverkehrsgesetzes (SVG; SR 741.01) und Art. 4a Abs. 1 lit. b der Verkehrsregelnverordnung (VRV; SR 741.11) in Verbindung mit Art. 90 Ziff. 2 SVG schuldig gesprochen und zu einer Geldstrafe von 10 Tagessätzen zu je Fr. 60.–, bedingt bei einer Probezeit von 2 Jahren, sowie zu einer Busse von Fr. 400.–, ersatzweise zu einer Freiheitsstrafe von 6 Tagen, verurteilt. Gegen dieses Strafmandat liess X. am 21. September 2009 durch Rechtsanwalt lic. iur. René Schuhmacher Einsprache beim Kreisamt C. erheben.
C. Mit Anklageverfügung der Staatsanwaltschaft Graubünden vom 15. Dezember 2009 wurde X. nach Ergänzung der Untersuchung wegen grober Verletzung von Verkehrsregeln gemäss Art. 32 Abs. 1 SVG und Art. 4a Abs. 1 lit. b VRV in Verbindung mit Art. 90 Ziff. 2 SVG in Anklagezustand versetzt. Gemäss Anklageschrift vom gleichen Tage wurde der Anklage folgender Sachverhalt zugrunde gelegt:
„Am Sonntag, _, fuhr der Angeklagte X. auf der E. mit seinem Personenwagen _ in Richtung I. bzw. F.. Um 11:42 Uhr des besagten Tages geriet er ausgangs von G. anlässlich eines Überholmanövers, wo die allgemeine Höchstgeschwindigkeit 80 km/h beträgt, in eine Geschwindigkeitskontrolle der Kantonspolizei Graubünden. Die mit dem Laser Gerät Typ Riegl FG 21-P, METAS Nr. 408592 festgestellte und registrierte Fahrgeschwindigkeit betrug 115 km/h. Nach Abzug der
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Sicherheitsmarge von 4 km/h beläuft sich die massgebende Fahrgeschwindigkeit auf 111 km/h.
Bei der Messstelle ist die E.- bzw. Hauptstrasse zweispurig ausgebaut sowie rund 7.0 Meter breit und weist in Richtung K. eine lange und übersichtliche Gerade auf. Die beiden Fahrspuren werden durch eine Leitlinie getrennt. Es herrschten damals gute Strassen- und Sichtverhältnisse sowie mittleres Verkehrsaufkommen. Konkret gefährdet wurde durch das Verhalten des Angeklagten niemand.“
D. An der Hauptverhandlung vor dem Bezirksgerichtsausschuss Y. am 19. Oktober 2010 war der Angeklagte X. ohne seinen privaten Verteidiger, RA lic. iur. René Schuhmacher, anwesend.
In der Ergänzung zur Anklageschrift stellte und begründete die Staatsanwaltschaft Graubünden folgende Anträge:
1. X. sei der groben Verletzung von Verkehrsregeln gemäss Art. 32 Abs. 1 SVG und Art. 4a Abs. 1 lit. b VRV in Verbindung mit Art. 90 Ziff. 2 SVG schuldig zu sprechen.
2. Dafür sei er zu verurteilen zu einer Geldstraffe von 10 Tagessätzen zu je Fr. 60.00, bedingt bei einer Probezeit von 2 Jahren, sowie einer Busse von Fr. 400.00, ersatzweise zu einer Freiheitsstrafe von 6 Tagen.
3. Kostenfolge sei die gesetzliche.
Der Angeklagte verlass die schriftliche Stellungnahme seines Rechtsvertreters vom 8. Oktober 2010. Darin stellte dieser den Antrag, der Angeklagte sei im Sinne der Anklage der Verletzung der Verkehrsregeln schuldig zu sprechen, wobei in Abweichung vom Antrag der Staatsanwaltschaft nur von einer Widerhandlung gegen Art. 90 Ziff. 1 SVG (statt Ziff. 2) auszugehen sei.
E. Mit Urteil vom 19. Oktober 2010, per Dispositiv eröffnet am 21. Oktober 2010, mitgeteilt am 22. Dezember 2010, erkannte der Bezirksgerichtsausschuss Y. was folgt:
1. X. ist schuldig der Verletzung von Verkehrsregeln gemäss Art. 32 Abs. 1 SVG und Art. 4a Abs. 1 lit. b VRV in Verbindung mit Art. 90 Ziff. 1 SVG.
2. Dafür wird X. mit einer Busse von CHF 600.00, ersatzweise bei schuldhafter Nichtbezahlung mit 6 Tagen Freiheitsstrafe, bestraft.
3. Die Kosten des Verfahrens bestehend aus:
Kosten des Kreisamtes C. CH 250.00
Untersuchungskosten der Staatsanwaltschaft CHF 1'150.00
Gerichtsgebühren CHF 2'000.00
insgesamt CHF 3'400.00
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gehen zulasten von X. und sind innert 30 Tagen mittels beiliegenden Einzahlungsscheines zu bezahlen.

## Considerations