# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 625ab38a-bcd3-4867-99e9-f3767cf1626d
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2014
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
1.1
Der 1968 geborene
X._
meldete sich am 1
0.
Dezember 2007 (Ein
gangs
datum) bei der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, zum Leistungsbezug (Berufsberatung, Rente) an (
Urk.
8/7). Die IV-Stelle nahm in der Folge erwerbliche und medizinische Abklärungen vor, wobei sie unter an
derem ein Gutachten bei
Dr.
med.
Y._
, Facharzt FMH für Psy
chiatrie und Psychotherapie, einholte (Gutachten vom 1
0.
November 2008,
Urk.
8/32). Nach durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(Vorbescheid vom 19. März
2009,
Urk.
8/37, Einwand vom
4.
Mai 2009,
Urk.
8/40, und Ergänzung dazu vom
8.
Juni 2009,
Urk.
8/44), in deren Rahmen
Dr.
Y._
eine ergän
zende Stellungnahme abgab (Stellungnahme vom 1
6.
Juni 2009, Urk. 8/46, und Stellungnahme des Versicherten hierzu vom
8.
September 2009,
Urk.
8/50), ver
neinte die IV-Stelle mit Verfügung vom 1
9.
Oktober 2009 einen Rentenan
spruch des Versicherten (
Urk.
8/52).
Hiergegen erhob der Versicherte am 20. November 2009 Beschwerde (
Urk.
8/53/3-8). Nachdem die IV-Stelle mit Beschwerdeantwort vom 1
5.
Dezem
ber 2009 (
Urk.
8/54) die Abweisung der Beschwerde beantragt hatte, reichte der Versicherte mit Replik vom 2
9.
April 2010 (
Urk.
8/57/3-8) ein Gut
achten von
Dr.
med.
Z._
, Facharzt FMH für Psychiatrie und Psycho
the
rapie
, vom
8.
Februar 2010 ein (
Urk.
8/57/11-27). Mit Urteil vom 31. Januar 2011
(
Pr
.-Nr. IV.2009.01127)
wies das hiesige Gericht die Beschwerde ab (
Urk.
8/69 =
Urk.
2).
1.2
Am 2
8.
März 2011 (Eingangsdatum) ersuchte der Versicherte die IV-Stelle um Gewährung von beruflichen Massnahmen (
Urk.
8/71), worauf die IV-Stelle am 2
8.
Juni 2011 Kostengutsprache für eine Abklärung in der BEFAS
A._
erteilte (
Urk.
8/81). Diese Abklärung wurde in der Folge vom 2
9.
August bis 22. September 2011 durchgeführt (vgl. Schlussbericht vom 2
1.
Oktober 2011,
Urk.
8/100). Mit Mitteilung vom 1
3.
Oktober 2011 schloss die IV-Stelle die be
ruf
lichen Massnahmen ab und hielt fest, dass der Versicherte eine Überprüfung des medizinischen Sachverhalts wünsche (
Urk.
8/97). In der Folge nahm die IV-Stelle medizinische Abklärungen vor, wobei sie am 1
8.
Juli 2012 bei
Dr.
med.
B._
, Spezialarzt FMH für Psychiatrie und Psychotherapie, ein Gutachten in Auftrag gab (
Urk.
8/115), welches dieser am 2
4.
Oktober 2012 erstattete (
Urk.
8/123). Mit Vorbescheid vom 1
4.
November 2013 stellte die IV-Stelle die Abweisung des Rentenbegehrens in Aussicht (
Urk.
8/135). Nachdem dem Versi
cherten am 15. November 2013 die Akten samt dem Gutachten von
Dr.
B._
zugestellt worden waren (Schreiben der IV-Stelle vom 1
5.
November 2013,
Urk.
8/131), erhob er am 2
3.
Dezember 2013 Einwand (
Urk.
8/139).
2.
Am 1
3.
Februar 2014 reichte der Versicherte, vertreten durch Rechtsanwältin Christina Ammann, beim hiesigen Gericht ein Revisionsgesuch gegen das Urteil des hiesigen Gerichts vom 3
1.
Januar 2011 ein und beantragte, es sei ihm in Gutheissung des Revisionsgesuchs in Aufhebung des Urteils vom 3
1.
Januar 2011 rückwirkend ab
1.
Januar 2008 eine ganze Invalidenrente zuzusprechen. In prozessualer Hinsicht beantragte er die Gewährung der unentgeltlichen
Pro
zessführung
und die Bestellung von Rechtsanwältin Christina Ammann als un
entgeltliche Rechtsvertreterin (
Urk.
1). Die
Gesuchsgegnerin
schloss mit
Ge
suchsantwort
vom 2
0.
März 2014 auf Abweisung des Revisionsgesuchs (Urk. 7), was dem Gesuchsteller am 2
5.
März 2014 mitgeteilt wurde (
Urk.
9).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Akten wird, soweit erfor
derlich, im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Der Gesuchsteller bringt zur Begründung seines Revisionsgesuchs im Wesentli
chen vor (
Urk.
1), das Urteil des hiesigen Gerichts vom 3
1.
Januar 2011 stütze sich ausschliesslich auf das Gutachten von
Dr.
Y._
vom 1
0.
November 2008, gemäss welchem er zu 100
%
arbeitsfähig sei. Die von
Dr.
Z._
genannte
Verdachtsdiagnose einer impulsiven Persönlichkeitsstörung werde als nicht über
zeugend qualifiziert. Gutachter
Dr.
B._
gelange aufgrund seiner Erhe
bungen
zum Ergebnis, dass das Gutachten von
Dr.
Y._
auf einer offensicht
lich mangel
haften familiären und beruflichen Anamnese beruhe. Ein weiterer Mangel
des Gutachtens sei, dass diesem das
MADRS-Fremdbeurteilungsverfah
ren
zu
grun
de gelegt worden sei.
Dr.
B._
kritisiere weiter, dass sich
Dr.
Y._
einzig auf einer rein
nosologischen
Ebene aufgehalten habe.
Dr.
Y._
habe übersehen, dass in der schulischen Anamnese, aber auch in seiner
Berufsanam
nese
ge
nü
gend Element vorlägen, die ohne jeden Zweifel darauf hinwiesen, dass eine erhebliche Auffälligkeit in seiner Persönlichkeitsstruktur vorliege, die als regel
rechte Persönlichkeitsstörung zu diagnostizieren sei.
Dr.
B._
habe ent
sprech
end für sämtliche Tätigkeiten eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit attestiert.
Im Gutachten von
Dr.
B._
tauchten neue Elemente tatsächlicher Natur auf,
die im Hauptverfahren nicht bekannt gewesen seien. Die von Gutachter Dr.
B._
sorgfältig eruierte Diagnosestellung einer emotional instabilen
Per
sönlichkeitsstörung
, impulsiver Typus sowie rezidivierende depressive Störung,
gegenwär
tig mittelgradige Episode hätte
zu einem anderen Resultat im
Be
schwer
deverfahren
geführt, wäre sie damals bekannt gewesen. Die Vorausset
zungen für eine revisionsweise Aufhebung der ablehnenden IV-Verfügung seien somit erfüllt.
Dr.
B._
gelange zum gleichen Ergebnis wie
Dr.
Z._
, wobei aufgrund
der Akten davon auszugehen sei, dass er das Gutachten von
Dr.
Z._
nicht
gekannt habe.
1.2
Die
Gesuchsgegnerin
wendet hiergegen ein (
Urk.
7),
Art.
53
Abs.
1 des Bundes
gesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG) lasse als Revisionsgrund nur Beweismittel zu, deren Beibringung zuvor nicht möglich gewesen sei. Ein Gutachten, das die Mangelhaftigkeit des seinerzeit vorgelegten Gutachtens von
Dr.
Y._
beweise, hätte bereits damals beigebracht werden können. Im Übrigen könne auch nicht gesagt werden, mit dem Gutachten von
Dr.
B._
liege eine revisionsrechtlich relevante, neue Tatsache vor. Denn das betreffende Sachverhaltselement dürfe im Zeitpunkt der
Entscheidfällung
nicht
bekannt gewesen sei. So werde eine Tatsache dann nicht als neu betrachtet, wenn
das im Revisionsverfahren vorgebrachte Element lediglich eine neue Wür
digung einer bereits bekannten Tatsache in sich schliesse. Der Gesundheits
zustand des Gesuchstellers sei aber im betreffenden Verfahren eine bekannte Tatsache ge
wesen, die nun mit dem Gutachten von Dr.
B._
lediglich über
wiegend wahr
scheinlich anders beurteilt worden sei. Die Voraussetzungen für eine Revision nach
Art.
53
Abs.
1 ATSG seien daher nicht gegeben.
2.
2.1
G
emäss
Art.
61
lit
. i ATSG muss die Revision von Entscheiden wegen Entde
ckung neuer Tatsachen oder Beweismittel oder wegen Einwirkung durch Ver
brechen oder Vergehen gewährleistet sein.
Art.
61
lit
. i ATSG legt die für das kantonale Gerichtsverfahren massgebenden Revisionsgründe fest, überlässt aber die Ausgestaltung des Revisionsverfahrens im Übrigen dem kantonalen Recht (
Kieser
, ATSG-Kommentar,
2.
Auflage,
Art.
61 N 134).
2.2
Nach
§
29 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht (
GSVGer
) kann ge
ge
n rechtskräftige Entscheide des hiesigen Gerichts von den am Verfahren Be
teiligten Revision verlangt werden, wenn sie neue erhebliche Tatsachen erfahren oder Beweismittel auffinden, die sie im früheren Verfahren nicht beibringen konnten (
lit
. a), wegen Einwirkung durch Verbrechen oder Vergehen (
lit
. b) oder wenn der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte oder das Ministerkomitee des Europarates eine Individualbeschwerde wegen Verletzung der Konvention
vom
4.
November 1950 zum Schutze der Menschenrechte und Grundfreiheiten (EMRK) und deren Protokolle gutheisst und eine Wiedergutmachung nur durch eine Revision möglich ist (
lit
. c).
2.3
Beweismittel im Sinne von
§
29
lit
. a
GSVGer
haben entweder dem Beweis der die Revision begründenden neuen erheblichen Tatsachen oder dem Beweis von
Tatsachen zu dienen, die zwar im früheren Verfahren bekannt gewesen, aber zu
m
Nachteil der gesuchstellenden Person unbewiesen geblieben sind. Entscheidend ist ein Beweismittel, wenn angenommen werden muss, es hätte zu einem andern
Urteil geführt, falls das Gericht im Hauptverfahren
hievon
Kenntnis gehabt hätte.
Ausschlag
g
ebend ist, dass das Beweismittel nicht bloss der
Tatbestands
würdi
gung
, sondern der Tatbestandsermittlung dient. Es genügt daher bei
spielsweise nicht, dass ein neues Gutachten den Sachverhalt anders bewertet, vielmehr be
darf es neuer Element tatsächlicher Natur, welche die
Entschei
dungsgrundlagen
als objektiv mangelhaft erscheinen lassen. Für die Revision eines Entscheids ge
nügt es nicht, dass ein Gutachter aus den im Zeitpunkt des Haupturteils be
kannten Tatsachen nachträglich andere Schlussfolgerungen zieht als das Gericht.
Auch ist ein Revisionsgrund nicht schon gegeben, wenn das Gericht bereits im Hauptverfahren bekannte Tatsachen möglicherwiese unrichtig gewürdigt hat. Notwendig ist vielmehr, dass die unrichtige Würdigung erfolgte, weil für den Entscheid wesentliche Tatsachen nicht bekannt waren oder unbe
wiesen blieben (Spross in:
Zünd/Pfiffner
Rauber
[Hrsg.],
GSVGer
,
2.
Auflage, Zürich 2009
,
§
29 N 8).
2.4
Gemäss
§
30
GSVGer
ist das Revisionsgesuch innert 90 Tagen, von der Entde
ckung des Revisionsgrundes an gerechnet, beim Gericht schriftlich einzureichen (
Abs.
1). Nach Ablauf von zehn Jahren seit der Mitteilung des Entscheids ist ein Revisionsgesuch nur noch aus
den
in
§
29
lit
. b und c
GSVGer
genannten Gründen zulässig (
Abs.
2).
3.
Der Gesuchsteller stützt sein Revisionsgesuch auf das Gutachten von
Dr.
B._
vom 2
4.
Oktober 2012 (
Urk.
8/123; vgl. E. 1.1). Dieses Gutachten wurde ihm bzw. seiner Rechtsvertreterin am 1
5.
November 2013 zugestellt (8/131). Das
Re
visionsgesuch
vom 1
3.
Februar 2014 (
Urk.
1) wurde somit rechtzeitig gestellt (vgl. E. 2.4).
4.
4.1
Das hiesige Gericht kam im Urteil vom 3
1.
Januar 2011 (
Urk.
2) zum Schluss, dass der Gesuchsteller aus somatischer Sicht ab Januar 2007 zunächst zu 100
%
arbeitsunfähig gewesen sei. Spätestens seit Januar 2008 sei er in einer
behin
derungsangepassten
Tätigkeit aber wie
der
zu 100
%
arbeitsfähig. In psychia
tri
scher Hinsicht sei der Gesuchsteller zu 100
%
arbeitsfähig. Das hiesige Gericht stützte sich dabei aus psychiatrischer Sicht hauptsächlich auf das Gutachten von
Dr.
Y._
vom 1
0.
November 2008, welcher als einzige Diagnose eine
Dysthy
mia
(ICD-10 F34.1) nannte
(
Urk.
8/32).
4.2
Dr.
B._
diagnostizierte mit Gutachten vom 2
4.
Oktober 2012 (
Urk.
8/123) mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit (1) eine emotional instabile
Persönlich
keitsstörung
, impulsiver Typus (ICD-10 F60.30) und (2) eine rezidivierende de
pressive Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode (ICD-10 F33.1).
Dr.
B._
attestierte dem Gesuchsteller eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit. Diese bestehe woh
l
seit November 200
8.
Dr.
B._
nahm in seinem Gutachten vom 2
4.
Oktober 2012 ausführlich zum Gutachten von
Dr.
Y._
vom 1
0.
November 2008 Stellung. Er erklärte dabei, dass im Gutachten von
Dr.
Y._
die Anamnese zu kurz gegriffen und zu kur
sorisch erfasst worden sei. Es sei insbesondere nicht gewürdigt worden, dass der
Gesuchsteller in der Oberstufe eine Hilfsklasse habe besuchen müssen, weil seine
schulischen Leistungen für die Regelklasse offenbar nicht mehr ausge
reicht hätten. Es sei auch nicht erwähnt, dass 1985 bzw. 1986 neben den Eltern auch
alle drei Geschwister des Gesuchstellers im selben Zeitraum in die
C._
zurück
gekehrt seien und der Gesuchsteller im Alter von 18 Jahren alleine in der Schwei
z zurückgeblieben sei. Es sei auch nicht erhoben worden, dass der Ge
suchsteller eine konstante Angst vor dem immer wieder gewalttätigen Vater ge
habt habe. Es sei also keinerlei Diskussion zu
den frühen Beziehungsgestaltun
gen
des Ge
suchstellers geführt geworden. Die Berufsanamnese sei ebenfalls äusserst kur
sorisch festgehalten worden, insbesondere ohne zu vertiefen, ob es Konflikte bei den Arbeitsstellen gegeben habe. Die Konflikte und Stellenwechsel seien aber von hoher Relevanz, wolle man die Persönlichkeitsstruktur des Ge
suchstellers ver
stehen.
Dr
.
Y._
habe
sich nicht damit auseinandergesetzt, mit welchen
Persönlich
keits
merkmalen
allenfalls die von ihm angeführte „Alles-ist-Schlecht-Haltung“ beim Ausfüllen des SCL 90-R-Tests in Verbindung gebracht werden könne bzw.
ob dies allenfalls auf bewusstseinsferne Gründe zurückzuführen sei. Beim MADRS
handle es sich nur deshalb um einen sogenannten Fremdbeurteilungsbogen, weil es nicht der Patient sei, der den Fragebogen ausfülle, sondern der Exami
na
tor. Eigentlich sei aber nur eines der zehn Items eine Fremdbeurteilung. Es sei nicht nachvollziehbar, dass
Dr.
Y._
einen normalen oder verstärkten Appetit angekreuzt habe, während der Gesuchsteller bspw. beim BDI angekreuzt habe, dass er überhaupt keinen Appetit mehr habe. Dass im MADRS praktisch nur
blande
Werte eingetragen worden seien, zeige, dass Dr.
Y._
seine objektive Beurteilung habe einfliessen lassen, die sich nicht an die subjektiven Angaben des Gesuchstellers gehalten habe. Die Psychometrie sei in Gutachtenssituationen sowieso mit Vorbehalt anzuwenden. Bei Persönlichkeitsstörungen sollte es im Übrigen auch nicht erstaunen, wenn beim Vorliegen einer emotional instabilen Persönlichkeitsstörung psychometrische Erhebungen auch einmal
bland
ausfal
len könnten, da sich solche Persönlichkeitsstörungen gerade durch eine Ich-Fragmentierung auszeichneten und Patienten je nach Situation und Gegenüber auch über ganz unterschiedliche Befindlichkeiten berichten könnten. Und ge
rade an diesem Punkt greife das Gutachten von
Dr.
Y._
wohl am kürzesten, nämlich in der fehlenden Würdigung der zugrunde liegenden Persönlichkeits
struktur des Gesuchstellers.
Dr.
Y._
habe sich zudem auf einer rein
nosolo
gischene
Ebene aufgehalten, er habe es unterlassen, sich mit der
innerpsychi
schen
Struktur des Gesuchstellers auseinanderzusetzen.
Die Behauptung, dass eine Kündigung und die Heirat der Ex-Frau mit dem bes
ten
Kollegen des Gesuchstellers keine Ereignisse seien, die eine
Anpassungsstö
rung
auslösen könnten, bedürfe keines Kommentars (
Urk.
8/123/25-29).
5.
Dr.
B._
führte in seinem Gutachten an, dass
Dr.
Y._
sich nicht mit
den
frühen Beziehungsgestaltungen des Gesuchstellers auseinander
ge
setzt
habe
. Hie
raus lässt sich aber nicht folgern, dass
Dr.
Y._
bzw. das hiesige Gericht bei einer ausführlicheren Aufführung der Anamnese inklusive damals nicht be
kannter Elemente zu einer anderen Einschätzung gekommen wären. So berück
sichtigte
Dr.
Y._
in seinem Gutachten die Aggressionen des Gesuchstellers durchaus (vgl. bspw.
Urk.
8/32/7+11). Die Erfahrungen in der Kindheit und Adoleszenz können zwar für die Entwicklung einer Persönlichkeitsstörung rele
vant sein. Falls im Erwachsenenalter das Vorhandensein einer
Persönlichkeits
störung
zu verneinen ist, was Dr.
Y._
implizit machte, ist aber auch nicht
entscheidend, ob in der Kindheit bzw. Adoleszenz allenfalls eine
Persönlich
keits
störung
begründende Faktoren verstärkt vorhanden waren, hätten diese mangels
Ausprägung im Erwachsenenalter doch nicht zu einer relevanten psy
chischen Störung geführt.
Wie von
Dr.
B._
beanstandet, führte
Dr.
Y._
in seinem Gutachten vom 10. November 2008 (
Urk.
8/32) tatsächlich nicht aus, dass der Gesuchsteller die guten schulischen Leistungen in der Oberstufe lediglich in einer Hilfsklasse er
brachte. Aufgrund der Aktenlage und den Ausführungen von
Dr.
Y._
zu den Leistungen des Gesuchstellers in der Primarschule und seinem beruflichen Wer
degang steht jedoch fest, dass Dr.
Y._
Kenntnis davon hatte, dass der Ge
such
steller ganzheitlich betrachtet unterdurchschnittliche schulische Leistungen erbrachte (
Urk.
8/32/2). Der Besuch der Hilfsklasse war denn auch aktenkundig (
Urk.
8
/7/4) und stellt somit keine Tatsache dar, welche bei Erlass des Urteils vom 3
1.
Januar 2011 (
Urk.
2) nicht bekannt war. Es ist im Übrigen auch nicht ersichtlich, inwieweit der Besuch der Hilfsklasse Auswirkungen auf die Arbeits
fähigkeit aus psychiatrischer Sicht haben soll.
Die von
Dr.
Y._
durchgeführten Tests waren im Zeitpunkt des Erlasses des Urteils vom 3
1.
Januar 2011 ebenfalls aktenkundig, weshalb sie von vornherein keine neue Tatsachen oder Beweismittel im Sinne von
§
29
lit
. a
GSVGer
sein können. Dass
Dr.
Y._
den MADRS-Test nicht korrekt ausgefüllt hätte, ist eine reine Behauptung von
Dr.
B._
, war er doch bei der Befragung des Ge
suchstellers betreffend die verschiedenen Items
nicht anwesend. Hinsichtlich d
e
r
von
Dr.
B._
vorgebrachte
n
unzulässige
n
Würdigung der Testresultate durch
Dr.
Y._
und gestützt darauf auch durch das hiesige Gericht gilt es zu beach
ten,
dass – wie ausgeführt (E. 2.3) - ein Gerichtsurteil nicht gestützt auf eine andere Würdigung bekannter Tatsache durch einen neuen Sachverständigen re
vidiert werden kann. Entsprechend kann auch die von Dr.
B._
behauptete feh
lende Würdigung der Persönlichkeitsstruktur des Gesuchstellers durch Dr.
Y._
nicht zur Revision des Urteils vom 31. Januar 2011 führen, handelt es sich doch
im Ergebnis ebenfalls lediglich um eine andere Würdigung bekannter Tat
sachen.
Betreffend den Einwand von
Dr.
B._
,
Dr.
Y._
habe das Vorliegen einer
An
passungsstörung
zu Unrecht verneint, ist darauf hinzuweisen, dass Dr.
Y._
eine Anpassungsstörung nicht nur wegen des seines Erachtens feh
lenden aus
lösenden Ereignisses, sondern insbesondere auch mangels Manifes
tierung ent
spre
ch
end
er Symptome
verneinte (
Urk.
8/32/10). Die Verneinung der
Anpass
ungs
störung
durch
Dr.
Y._
und die von ihm hierfür angeführten Gründe waren im Zeitpunkt des Erlasses des Urteils vom 3
1.
Januar 2011 im Übrigen be
kannt, weshalb eine andere Würdigung dieser Grundlagen ebenfalls keine Revision des Urteils begründen kann.
Nach dem Gesagten handelt es sich beim Gutachten von
Dr.
B._
vom 24. Oktober 2012 im Vergleich zum Urteil des hiesigen Gerichts vom 3
1.
Januar 2011 lediglich um eine andere Würdigung bekannter Tat
sa
chen. Neue Element
e
tatsächlicher Natur, welche die damalige Entscheidungsgrundlage, insbesondere das Gutachten von
Dr.
Y._
vom 1
0.
November 2008, als objektiv mangelhaft erscheinen liessen, gehen aus dem Gutachten nicht hervor. Das
Revisi
onsgesuch
ist daher abzuweisen.
6.
6.1
Da es im vorliegenden Verfahren um die Bewilligung oder Verweigerung von IV-Leistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig
(vgl. Urteil des Bundes
ge
richts 9F_16/2013 vom 28. Februar 2014)
. Die Gerichtskosten sind nach dem
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (
Art.
69
Abs.
1
bis
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung, IVG) und auf
Fr.
500.-- anzusetzen. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind sie dem Gesuch
steller aufzuerlegen.
6.2
Mit Revisionsgesuch vom 1
3.
Februar 2014 stellte der Gesuchsteller ein Gesuch um unentgeltliche Prozessführung und unentgeltliche Rechtsvertretung (
Urk.
1). Da der vorliegende Prozess
knapp
nicht als von vornherein aussichtslos be
zeich
net werden kann und der Gesuchsteller bedürftig ist (Bestätigung der Ge
mein
de
D._
vom 1
9.
Dezember 2013,
Urk.
3/6), ist ihm die unent
gelt
liche
Pro
zessführung
zu bewilligen. Die Gerichtskosten sind daher einstweilen auf die Gerichtskasse zu nehmen.
6.3
Vorliegend sind auch die Voraussetzungen zur Bestellung einer unentgeltlichen Rechtsvertreterin gemäss
§
16
Abs.
2
GSVGer
erfüllt, weshalb dem Gesuchsteller
in der Person von Rechtsanwältin Christina Ammann eine unentgeltliche Rechts
vertreterin zu bestellen ist. Rechtsanwältin Christina Ammann machte mit Honorarnote vom 1
5.
Dezember 2014 einen Aufwand von
12,42 Stunden und Barauslagen von Fr. 61.90 geltend (
Urk.
10). Dieser Aufwand erweist sich noch als angemessen, weshalb Rechtsanwältin Christina Ammann mit Fr. 2‘749.55 aus der Gerichtskasse zu entschädigen ist.
6.4
Kommt der
Gesuchsteller
künftig
in
günstige
wirtschaftliche Verhältnisse, so kann ihn das Gericht zur Nachzahlung der Auslagen für die
u
nentgeltliche Rechtspflege verpflichten (§ 16 Abs. 4
GSV
G
er
).