# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 52772e44-e19b-4526-aa74-a67bfddc5b1a
**Court:** GR_VG
**Chamber:** GR_VG_002
**Year:** 2013
**Language:** de
**Jurisdiction:** GR / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

unfallkausal seien. Im Übrigen lasse sich der Sachverhalt aus den Akten
genügend nachvollziehen. Damit könne auf die Einholung des
beantragten ophthalmologischen Gutachtens verzichtet werden.
10. Dagegen erhob A._ (nachfolgend Beschwerdeführer) am 10. Juni
2013 Beschwerde beim Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden, mit
dem Antrag auf Aufhebung des angefochtenen Einspracheentscheids.
Zudem sei die verfügte Integritätseinbusse auf mindestens 14 % zu
erhöhen. Überdies sei ihm eine Invalidenrente von mindestens 25 %
auszurichten. Eventualiter sei die Angelegenheit zur näheren Abklärung
und zum erneuten Entscheid an die SUVA zurückzuweisen. Zur
Begründung brachte der Beschwerdeführer vor, gemäss dem ärztlichen
Bericht der Rehaklinik G._ vom 15. Mai 2012 sei ihm eine
Wiederaufnahme seiner angestammten Tätigkeit nicht mehr zumutbar.
Diesbezüglich sei auf den medizinischen Zwischenbericht von Dr. med.
D._ abgestellt worden. Darin sei ihm die Arbeitsfähigkeit als
Kanalreiniger aufgrund des Brennens im rechten Auge abgesprochen
worden. Ferner brachte der Beschwerdeführer vor, vorliegend sei
entscheidend, ob der eingeschränkte Visus rechts und das entsprechend
eingeschränkte Gesichtsfeld, welches gemäss Arztbericht von Dr. med.
F._ vom 30. Juli 2012 zur Fahruntauglichkeit für LKW’s geführt habe,
unfallkausal oder unfallfremd seien. Gleiches gelte auch hinsichtlich des
Brennens und Stechens, das Dr. med. F._ auf die Sicca-
Symptomatik zurückführe. Gemäss Dr. med. D._ sei zumindest ein
Teil der Beschwerden, welche das Führen eines LKW’s nicht mehr
- 6 -
erlaubten, auf den Unfall vom 23. August 2011 zurückzuführen. Sollte das
Gericht bezweifeln, dass die Fahrtauglichkeit aus unfallbedingten
Gründen herabgesetzt sei, sei entweder ein Gerichtsgutachten
einzuholen oder die Angelegenheit zur Neubeurteilung an die SUVA
zurückzuweisen.
11. Mit ärztlicher Beurteilung vom 10. Juni 2013 hielt Dr. med. D._ fest,
die Sicca-Symptomatik am rechten Auge sei im Zusammenhang mit dem
Unfall zu sehen. So habe der Beschwerdeführer einen schweren Unfall
erlitten, wodurch eine Katarakt-Operation notwendig geworden sei. Die
Sicca-Symptomatik könne durch diese Operation verursacht worden sein.
12. Mit Beschwerdeantwort vom 8. August 2013 beantragte die SUVA
(nachfolgend Beschwerdegegnerin) die Abweisung der Beschwerde. Zur
Begründung wurde vorgebracht, in Würdigung der ärztlichen
Beurteilungen sei erstellt, dass der eingeschränkte Visus mit
Pseudophakie (Kunstlinse) rechts unfallbedingt sei. Demgegenüber sei
die diagnostizierte Gesichtsfeldeinschränkung auf die Dermatochalase,
welche beim Beschwerdeführer zu hängenden Augenliedern geführt
habe, unfallfremd. Gemäss ärztlichen Beurteilungen von Dr. med.
E._ vom 27. September 2012 sowie von Dr. med. F._ vom 30.
Juli 2012 sei auch die Sicca-Symptomatik unfallfremd. Daran ändere auch
die ärztliche Beurteilung von Dr. med. D._ vom 10. Juni 2013 nichts;
schliesslich gehe daraus hervor, dass die Sicca-Symptomatik lediglich
möglicherweise, nicht aber höchstwahrscheinlich, auf den Unfall und die
damit einhergehende Katarakt-Operation zurückzuführen sei. Sodann
habe Dr. med. E._ in seiner ärztlichen Beurteilung vom 21.
Dezember 2012 festgehalten, dass der Beschwerdeführer aufgrund
Erreichens eines Visus rechts von 0.6 wieder LKW’s lenken dürfe. Damit
sei der Beschwerdeführer wieder 100 % arbeitsfähig. Dr. med. D._
- 7 -
stütze sich in seiner medizinischen Beurteilung vom 8. März 2013
ausschliesslich auf die subjektiven Angaben des Beschwerdeführers und
nicht auf objektive Befunde. Ferner sei darauf hinzuweisen, dass
ausschliesslich die nicht unfallbedingte Gesichtsfeldeinschränkung sowie
die brennenden und stechenden Augen den Beschwerdeführer daran
hinderten, sich am Steuer eines LKW’s sicher zu fühlen. Da die
Einschätzung von Dr. med. D._ vom 8. März 2013 nicht begründet
sei und an den Beurteilungen von Dr. med. F._ und Dr. med.
E._ keine erheblichen Zweifel zu wecken vermöge, könne auf die
Einholung eines Gutachtens verzichtet werden. Hinsichtlich der
beantragten Erhöhung der Integritätsentschädigung auf mindestens 14 %
verwies die Beschwerdegegnerin auf die Ausführungen im angefochtenen
Einspracheentscheid.
Auf die Ausführungen der Parteien in den Rechtsschriften sowie auf den
angefochtenen Einspracheentscheid wird, soweit erforderlich in den
nachstehenden Erwägungen eingegangen.

## Considerations

Das Gericht zieht in Erwägung:
1. Anfechtungsobjekt dieses Verfahrens bildet der Einspracheentscheid vom
13. Mai 2013. Streitig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegnerin den
Anspruch des Beschwerdeführers auf eine Invalidenrente mangels
Einschränkung in der Erwerbstätigkeit zu Recht abgelehnt hat und ob die
dem Beschwerdeführer zugesprochene Integritätsentschädigung von 8 %
rechtens ist.
2. a) Die Leistungspflicht des Unfallversicherers setzt nach dem Bundesgesetz
über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrecht (ATSG; SR
- 8 -
830.1) sowie nach dem Gesetz über die Unfallversicherung (UVG; SR
832.20) voraus, dass zwischen dem Unfallereignis und der damit
verursachten Arbeits- beziehungsweise Erwerbsunfähigkeit ein natürlicher
und adäquater Kausalzusammenhang besteht. Der Beschwerdeführer
bringt in seiner Beschwerde vor, dass vorliegend entscheidend sei, ob der
eingeschränkte Visus rechts und das entsprechend eingeschränkte
Gesichtsfeld, welches zur Fahruntauglichkeit für LKW’s führe, unfallkausal
oder unfallfremd sei. Gleiches habe auch für das Brennen und Stechen,
welches auf die Sicca-Symptomatik zurückzuführen sein, zu gelten.
Daraus ergibt sich, dass im vorliegenden Verfahren ausschliesslich die
natürliche Kausalität zu prüfen ist. Ursachen im Sinne des natürlichen
Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne deren Vorhandensein
der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten weggedacht werden kann.
Entsprechend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des natürlichen
Kausalzusammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleinige
oder unmittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt,
dass das schädigende Ereignis zusammen mit anderen Bedingungen die
körperliche oder geistige Integrität der versicherten Person beeinträchtigt
hat, der Unfall mit anderen Worten nicht weggedacht werden kann, ohne
dass auch die eingetretene gesundheitliche Störung entfiele. Ob zwischen
einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen Störung ein
natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, worüber die
Verwaltung und im Beschwerdefall der Richter nach dem im
Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden
Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Diese blosse Möglichkeit eines
Sachzusammenhanges genügt für die Begründung eines
Leistungsanspruches noch nicht (BGE 129 V 177 E.3.1 mit weiteren
Hinweisen).
- 9 -
b) Zur Beurteilung des natürlichen Kausalzusammenhangs sind
Sozialversicherungsträger und Sozialversicherungsrichter auf Unterlagen
angewiesen, die ihnen vorab von Ärzten zur Verfügung zu stellen sind.
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichts ist entscheidend, ob der
Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen
Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt,
in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der
Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge einleuchtet und ob die
Schlussfolgerungen des Experten begründet sind. Ausschlaggebend für
den Beweiswert ist grundsätzlich weder die Herkunft eines Beweismittels
noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen
Stellungnahmen als Bericht oder Gutachten (BGE 134 V 231 E.5.1, 125 V
351 E.3a).
3. a) Vorliegend ist unbestritten, dass der Beschwerdeführer durch den Unfall
vom 23. August 2011 am rechten Auge eine schwere Contusio bulbi
erlitten und sich in der Folge ein posttraumatischer Katarakt entwickelt
hatte. Auch ist unbestritten, dass der posttraumatische Katarakt die
operative Einsetzung einer Kunstlinse bedingt hatte, wodurch sich am
rechten Auge ein Irvine-Gass-Syndrom mit Wasseransammlung in der
Netzhautmitte bildete, was beim Beschwerdeführer zu einem reduzierten
Visus rechts von 0.32 geführt hatte. Streitig ist hingegen die Frage, ob
das eingeschränkte Gesichtsfeld sowie das Brennen und Stechen im
Auge auf den Unfall vom 23. August 2011 zurückzuführen und somit
natürlich kausal sind.
b) Im Arztbericht vom 30. Juli 2012 diagnostizierte Dr. med. F._ beim
Beschwerdeführer beidseits eine ausgeprägte Dermatochalase. Dr. med.
F._ gelangte ferner zur Einschätzung, dass sich beim durchgeführten
binokularen Gesichtsfeld eine Einschränkung gegen oben sowie auch
- 10 -
beidseits gegen lateral hin zeige. Diese Gesichtsfeldeinschränkung sei
auf die bestehende Dermatochalase zurückzuführen (UV-act. 66). In
diesem Sinne wurde auch im ärztlichen Bericht von Dr. med. E._
vom 27. September 2012 festgehalten, dass beim Beschwerdeführer
beidseits eine ausgeprägte Dermatochalase bestehe. Diese verursache
eine Gesichtsfeldeinschränkung. Das Gesichtsfeld sei binokular horizontal
weniger als 140°. Die Dermatochalase stehe jedoch in keinem
Zusammenhang mit dem Unfall vom 23. August 2011 (UV-act. 77). Dass
die beim Beschwerdeführer bestehende Dermatochalase nicht
unfallbedingt ist, wird im Übrigen auch durch den ärztlichen Bericht von
Dr. med. D._ vom 10. Juni 2013 bestätigt. Darin wird nämlich
festgehalten, dass die beidseits bestehende Blepharochalase (oder
Dermatochalase) nicht auf den Unfall vom 23. August 2011
zurückzuführen sei (beschwerdeführerische Akten [Bf-act] 3).
In Würdigung der soeben erwähnten Arztberichte ist das Gericht zur
Überzeugung gelangt, dass die diagnostizierte Dermatochalase
unfallfremd und somit nicht natürlich kausal ist. Sowohl Dr. med. F._
als auch Dr. med. E._ führen sodann auch die
Gesichtsfeldeinschränkung gegen oben sowie auch beidseits gegen
lateral hin ausschliesslich auf die bestehende – unfallfremde -
Dermatochalase zurück bzw. bezeichnen die Gesichtsfeldeinschränkung
als durch die Dermatochalase verursacht. Damit kann gestützt auf diese
ärztlichen Einschätzungen auch die Gesichtsfeldeinschränkung nicht auf
den Unfall vom 23. August 2011 zurückgeführt werden, mithin ist sie als
nicht natürlich kausal zu qualifizieren. Diesbezüglich kann auch
festgehalten werden, dass den Akten im Übrigen keine anderslautenden
ärztlichen Beurteilungen entnommen werden können.
- 11 -
c) Aus den bei den Akten liegenden Arztberichten geht
unbestrittenermassen hervor, dass der Beschwerdeführer an einer
beidseits diagnostizierten Sicca-Symptomatik mit herabgesetzter
Tränenaufrisszeit leidet. Auch geht daraus hervor, dass das vom
Beschwerdeführer angegebene Brennen und Stechen in den Augen
ausschliesslich auf die diagnostizierte Sicca-Symptomatik zurückzuführen
ist.
Hinsichtlich der zu beurteilenden natürlichen Kausalität wird im ärztlichen
Bericht von Dr. med. F._ vom 30. Juli 2012 festgehalten, dass das
vom Beschwerdeführer angegebene Brennen und Stechen, welches auf
die Sicca Symptomatik zurückzuführen sei, nicht mit dem Unfall vom 23.
August 2011 sowie der damit einhergehenden Katarakt-Operation im
Zusammenhang stehe (UV-act. 66). Auch Dr. med. E._ gelangte in
seinem Arztbericht vom 27. September 2012 zur Einschätzung, dass das
vom Beschwerdeführer angegebene Brennen und Stechen
ausschliesslich auf die Sicca-Symptomatik zurückzuführen sei und in
keinem Zusammenhang mit dem Unfall vom 23. August 2011 stehe (UV-
act. 77). Demgegenüber führte Dr. med. D._ in seinem Arztbericht
vom 10. Juni 2013 aus, die Sicca-Symptomatik sei im Zusammenhang mit
dem Unfall zu sehen; schliesslich hätte der Beschwerdeführer einen
schweren Unfall erlitten, was am rechten Auge eine Katarakt-Operation
bedingt hätte. Die Katarakt-Operation könne die Sicca-Symptomatik
ebenfalls verursacht haben – so Dr.med. D._ weiter (Bf-act. 3).
Damit hat Dr. med. D._ indessen lediglich festgehalten, dass der
Unfall vom 23. August 2011 und die damit einhergehende Katarakt-
Operation die Sicca-Symptomatik möglicherweise, nicht aber mit
überwiegender Wahrscheinlichkeit verursacht haben könnte. Der im
Sozialversicherungsrecht geltende Beweisgrad der überwiegenden
Wahrscheinlichkeit wird damit nicht erreicht (vgl. dazu vorne E.2). Dr.
- 12 -
med. D._ setzte sich im Übrigen nicht damit auseinander, dass der
Beschwerdeführer beidseits an einer Sicca-Symptomatik leidet. Der
ärztliche Bericht vom 10. Juni 2013 ist für die streitigen Belange somit
nicht umfassend, weshalb ihm ohnehin nur beschränkter Beweiswert
zukommt.
Nach dem Ausgeführten ergibt sich, dass ein natürlicher
Kausalzusammenhang zwischen dem Unfall und dem geklagten Brennen
und Stechen respektive der Sicca-Symptomatik nicht mit dem
notwendigen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit erstellt
ist.
d) Zusammenfassend kann damit festgehalten werden, dass die Berichte
von Dr. med. F._ und Dr. med. E._ umfassend, schlüssig und
widerspruchsfrei sind und ihnen voller Beweiswert zukommt (BGE 125 V
351; vgl. vorne E.2b). Es ist damit nicht zu beanstanden, dass die
Beschwerdegegnerin auf die Beurteilungen dieser Ärzte abgestellt und
festgehalten hat, dass der eingeschränkte Visus mit Pseudophakie rechts
als unfallbedingt, die Dermatochalase und das beidseitige Sicca-Syndrom
und damit auch das Brennen und Stechen unfallfremd sind.
4. a) Laut Art. 18 Abs. 1 UVG hat der Versicherte Anspruch auf eine
Invalidenrente, wenn er wegen eines Unfalls zu mindestens 10 % invalid
geworden ist. Unter Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder
längere Zeit dauernde oder teilweise Erwerbsunfähigkeit zu verstehen
(Art. 8 ATSG). Die Erwerbsunfähigkeit ihrerseits ist der durch
Beeinträchtigung der körperlichen oder geistigen Gesundheit verursachte
und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze
oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht
kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 ATSG).
- 13 -
b) Der Beschwerdeführer macht geltend, dass er in seiner angestammten
Tätigkeit nicht mehr arbeitsfähig sei. So habe Dr. med. D._ in seinem
Arztbericht vom 8. März 2013 (vgl. UV-act. 107) festgehalten, dass er am
rechten Auge eine deutliche Einschränkung der Akkommodation habe, da
er eine künstliche Linse trage. Der Einsatz als Lastwagenchauffeur sei
ihm deshalb nicht mehr zumutbar.
c) In seinem Arztbericht vom 27. September 2012 kam Dr. med. E._
zur Einschätzung, dass dem Beschwerdeführer die Ausübung seiner
angestammten Tätigkeit - mit Ausnahme des Führens eines
Lastenwagens - ganztags zumutbar sei (UV-act. 77). Auch Dr. med.
F._ stellte in ihrem Arztbericht vom 30. Juli 2012 fest, dass die LKW-
Fahrtauglichkeit nicht gegeben sei (UV-act. 66). Die LKW-Fahrtauglichkeit
wurde von genannten Ärzten deshalb verneint, weil wegen des Irvine-
Gass-Syndroms damals noch ein eingeschränkter Visus rechts von 0.3
bestanden hatte. Zufolge der medikamentösen Behandlung und der
Ausheilung des Irvine-Gass-Syndroms resultierte beim Beschwerdeführer
schliesslich ein Visus rechts von 0.6; dies wurde von Dr. med. D._ in
seinem Arztbericht vom 23. November 2012 bestätigt (UV-act. 87).
Gestützt auf diesen Arztbericht gelangte Dr. med. E._ am 21.
Dezember 2012 zur Einschätzung, dass der Beschwerdeführer wieder
Lastwagen führen dürfe. Damit sei der Beschwerdeführer wieder 100 %
arbeitsfähig (UV-act. 92). Führt Dr. med. D._ mit Schreiben an das
Strassenverkehrsamt des Kantons Graubünden vom 18. Dezember 2012
demgegenüber aus, die LKW-Fahrtauglichkeit des Beschwerdeführers sei
nicht gegeben (UV-act. 93), ist dies angesichts von Anhang 1 der
Verordnung über die Zulassung von Personen und Fahrzeugen zum
Strassenverkehr (VZV; SR 741.51) nicht nachvollziehbar. Gestützt auf
den genannten Anhang ist nämlich festzuhalten, dass der
Beschwerdeführer mit einem damals bestandenen Visus rechts von 0.6
- 14 -
die medizinischen Mindestanforderungen für das Führen von Lastwagen
(mithin der Gruppe 2) erfüllt hatte. In seinen Arztberichten vom 8. März
2013 sowie vom 10. Juni 2013 führte Dr. med. D._ zudem aus, der
Beschwerdeführer habe gemäss Eigenangaben grosse Schwierigkeiten
beim Lenken eines Lastwagens; dies bedeute, dass sich der
Beschwerdeführer nicht mehr sicher führe und das Führen von
Lastwagen nicht mehr verantworten könne (UV-act. 107 S. 1 und Bf-act.
3). Daraus ergibt sich, dass die Zweifel von Dr. med. D._ an der
LKW-Fahrtauglichkeit ausschliesslich auf den subjektiven Angaben des
Beschwerdeführers und nicht auf objektiven Befunden beruhen. Dr. med.
D._ begründet denn auch die von ihm erhobenen Zweifel an der
LKW-Fahrtauglichkeit auch nicht weiter. Im Gegenteil hält er im Bericht
vom 8. März 2013 fest, dass die Sehschärfe für die 2. Gruppe (also
Lastwagen) reiche. Die Einschätzungen von Dr. med. D._ vermögen
die Beurteilungen der Dres. med. F._ und E._ und die attestierte
100%ige Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers somit nicht in Zweifel zu
ziehen.
Aufgrund der schlüssigen und nachvollziehbaren Berichte von Dr. med.
E._ sowie von Dr. med. F._ kommt das Gericht zum Schluss,
dass die LKW-Fahrtauglichkeit aus unfallbedingten Gründen nicht
herabgesetzt ist und der Beschwerdeführer in seiner angestammten
Tätigkeit 100 % arbeitsfähig ist. Dies hat umso mehr zu gelten, als
gemäss der letzten Einschätzung von Dr. med. D._ vom 10. Juni
2013 der Beschwerdeführer über einen Visus rechts von 0.7 – 0.8 verfügt
(Bf-act. 3). Auf die vom Beschwerdeführer beantragte Einholung eines
Gutachtens kann somit verzichtet werden, da hiervon keine
entscheidrelevanten neuen Erkenntnisse zu erwarten sind (antizipierte
Beweiswürdigung; BGE 134 I 140 E.5.3, 124 V 90 E.4b).
- 15 -
5. a) Nach Art. 24 Abs. 1 UVG hat der Versicherte Anspruch auf eine
angemessene Integritätsentschädigung, wenn er durch den Unfall eine
dauernde erhebliche Schädigung der körperlichen, geistigen oder
psychischen Integrität erleidet. Gemäss Art. 36 Abs. 1 der Verordnung
über die Unfallversicherung (UVV; SR 832.202) gilt ein Integritätsschaden
als dauernd, wenn er voraussichtlich während des ganzen Lebens
mindestens im gleichen Umfang besteht. Erheblich ist er, wenn die
körperliche, geistige oder psychische Integrität, unabhängig von der
Erwerbsfähigkeit, augenfällig oder stark beeinträchtigt wird.
Die Bemessung der Integritätsentschädigung richtet sich nach den
Richtlinien des Anhangs 3 zur UVV (Art. 36 Abs. 2 UVV). Darin hat der
Bundesrat in einer nicht abschliessenden Skala häufig vorkommende und
typische Schäden prozentual gewichtet (BGE 124 V 29 E. 1b S. 32 mit
Hinweisen). Gemäss Ziff. 1 Abs. 2 der Richtlinien im Anhang 3 wird die
Entschädigung für spezielle oder nicht aufgeführte Integritätsschäden
nach dem Grad der Schwere vom Skalenwert abgeleitet. In
Weiterentwicklung der bundesrätlichen Skala hat die SUVA in diesem
Zusammenhang weitere Bemessungsgrundlagen in tabellarischer Form
erarbeitet. Diese Tabellen stellen keine Rechtssätze dar. Soweit sie
lediglich Richtwerte enthalten, mit denen die Gleichbehandlung aller
Versicherten gewährleistet werden soll, sind sie mit dem Anhang 3 zur
UVV vereinbar (BGE 124 V 29 E. 1c S. 32 mit Hinweis).
Gemäss Art. 25 Abs. 1 UVG darf die Integritätsentschädigung den am
Unfalltag geltenden Höchstbetrag des versicherten Jahresverdienstes
nicht übersteigen (vgl. Art. 22 Abs. 1 UVV) und wird entsprechend der
Schwere des Integritätsschadens abgestuft. Dabei wird die Schwere des
Integritätsschadens nach dem medizinischen Befund beurteilt. Der
Integritätsschaden wird abstrakt und egalitär bemessen. Er ist bei
- 16 -
identischem medizinischem Befund für alle Versicherten gleich. Somit
hängt die Bemessung des Integritätsschadens nicht von den besonderen
Umständen des Einzelfalls ab. Es obliegt den ärztlichen
Sachverständigen, die einzelnen Integritätseinbussen zu beurteilen. Da
die Ausschöpfung des in den Tabellen offen gelassenen
Bemessungsspielraums entsprechende Fachkenntnisse voraussetzt, ist
es dem Gericht nicht möglich, die Beurteilung aufgrund der
aktenkundigen Diagnosen selber vorzunehmen (Urteil des
Bundesgerichts U 121/06 vom 23. April 2007 E.4). Somit handelt es sich
bei der Bestimmung des Schweregrades einer gesundheitlichen
Beeinträchtigung um eine Tatfrage, für deren Beantwortung Verwaltung
und Gericht auf fachärztliche Mithilfe angewiesen sind (vgl. Urteil des
Bundesgerichts U 191/00 vom 14. Januar 2002 E.2c).
b) Der Beschwerdeführer beantragt, es sei die Integritätseinbusse aus
mindestens 14 % zu erhöhen.
Zunächst ist festzuhalten, dass der Beschwerdeführer seinen Antrag auf
Erhöhung der Integritätseinbusse nicht begründet. Noch in der ergänzten
Einsprache vom 17. April 2013 an die Beschwerdegegnerin begründete
der Beschwerdeführer seinen Antrag auf Erhöhung der
Integritätseinbusse damit, dass er nicht nur an einer Pseudophakie,
sondern auch an zusätzlichen Befunden leide, die eine ständige
Behandlung erforderten. So sei insbesondere sein Gesichtsfeld
eingeschränkt und er leide an Brennen und Stechen in den Augen.
c) Die Beschwerdegegnerin hat sich bezüglich der Höhe der
Integritätsentschädigung auf die medizinische Einschätzung von Dr. med.
E._ vom 15. Februar 2013 gestützt (UV-act. 97). Darin führte Dr.
med. E._ aus, dass beim Beschwerdeführer eine Pseudophakie
- 17 -
einseitig und verminderter Visus (Sehschärfe) rechts nach Contusio bulbi
mit sekundärer Karaktentwicklung bestehe. Der korrigierte Visus rechts
betrage 0.6, der korrigierte Visus links betrage 1.25. Daher werde der
Integritätsschaden gestützt auf die SUVA-Tabelle 11.3 auf 8 % geschätzt.
Diese von Dr. med. E._ vorgenommene Einschätzung ist nicht zu
beanstanden, zumal auch keine anderslautenden ärztlichen
Einschätzungen bei den Akten liegen.
d) Insofern der Beschwerdeführer geltend macht, die
Integritätsentschädigung sei wegen des eingeschränkten Gesichtsfeldes
und des Brennens und Stechens in den Augen auf 14 % zu erhöhen, ist
dies nicht zu hören. Diesbezüglich verhält es sich nämlich so, dass
sowohl die Gesichtsfeldeinschränkung als auch das Brennen und
Stechen in den Augen nicht unfallkausale Beschwerden sind (vgl.
vorstehend E.3). Für diese unfallfremden Befunde ist keine
Integritätsentschädigung geschuldet, wie die Beschwerdegegnerin im
angefochtenen Einspracheentscheid zu Recht ausgeführt hat.
6. a) Der angefochtene Einspracheentscheid vom 13. Mai 2013 ist damit zu
bestätigen und die Beschwerde ist abzuweisen.
b) Gerichtskosten werden nicht erhoben, da das kantonale
Beschwerdeverfahren nach Art. 61 litt. a ATSG grundsätzlich kostenlos
ist. Eine aussergerichtliche Entschädigung steht der obsiegenden
Beschwerdegegnerin nicht zu (Umkehrschluss aus Art. 61 lit. g ATSG).