# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 614dc2b3-b7c5-4acf-902c-aa52b2a20b03
**Court:** SG_VGN
**Chamber:** SG_VGN_001
**Year:** 2018
**Language:** de
**Jurisdiction:** SG / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Das Verwaltungsgericht stellt fest:
A. X._ besitzt den Führerausweis der Kategorien A1, B, D1 und D1E seit 26. März
1991. Im Administrativmassnahmen-Register (ADMAS-Register) ist er nicht
verzeichnet.
B. Am 4. Oktober 2015, 17 Uhr, war X._ auf der Autobahn A1 in Richtung Bern
unterwegs. Auf der Höhe von Lindau ZH lenkte er seinen Personenwagen auf der
Normalspur rechts an einem auf dem ersten Überholstreifen fahrenden zivilen
Patrouillenfahrzeug der Kantonspolizei Zürich und einem weiteren Fahrzeug vorbei,
schwenkte anschliessend – ohne Anzeige des Richtungswechsels – auf den ersten
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Überholstreifen, überholte zwei Fahrzeuge von links und wechselte schliesslich auf die
Normalspur zurück. Mit Urteil der Einzelrichterin des Bezirksgerichts Pfäffikon vom
3. Oktober 2016 wurde X._ deswegen der einfachen Verletzung der Verkehrsregeln
(Nichtanzeigen der Richtungswechsel sowie Rechtsüberholen) schuldig gesprochen
und zu einer Busse von CHF 600 verurteilt. Das Urteil ist rechtskräftig.
Das Strassenverkehrs- und Schifffahrtsamt des Kantons St. Gallen leitete wegen des
Vorfalls vom 4. Oktober 2015 ein Administrativmassnahmeverfahren gegen X._ ein. Es
gewährte ihm mit Schreiben vom 13. Januar 2016 das rechtliche Gehör, worauf er am
28. Januar 2016 um Sistierung des Administrativmassnahmeverfahrens bis zum
rechtskräftigen Abschlusses des Strafverfahrens ersuchte. Mit Schreiben vom
7. November 2016 informierte das Strassenverkehrsamt X._ über die Fortsetzung des
Verfahrens und gab ihm die Möglichkeit, eine abschliessende Stellungnahme
einzureichen; diese erfolgte am 8. Dezember 2016. Mit Verfügung vom 16. Dezember
2016 entzog das Strassenverkehrsamt X._ den Führerausweis für einen Monat wegen
mittelschwerer Widerhandlung gegen die Strassenverkehrsvorschriften. Einen dagegen
erhobenen Rekurs wies die Verwaltungsrekurskommission mit Entscheid vom
30. November 2017 ab. Soweit das Strassenverkehrsamt bereits den Zeitpunkt der
Abgabe des Führerausweises angeordnet hatte, wurde die Verfügung in diesem Punkt
zufolge Gegenstandslosigkeit aufgehoben.
C. X._ (Beschwerdeführer) erhob gegen den am 5. Dezember 2017 zugestellten
Entscheid der Verwaltungsrekurskommission (Vorinstanz) mit Eingabe vom
19. Dezember 2017 (Datum Postaufgabe) Beschwerde beim Verwaltungsgericht mit
den Anträgen, unter Kosten- und Entschädigungsfolge seien der angefochtene
Entscheid sowie die ihm zugrunde liegende Verfügung des Strassenverkehrsamts
(Beschwerdegegner) aufzuheben und auf jegliche Massnahme zu verzichten. Allenfalls
sei eine Verwarnung auszusprechen. Gleichzeitig ersuchte er um Gewährung der
unentgeltlichen Rechtspflege. Mit Verfügung vom 20. Dezember 2017 wies der
Verfahrensleiter das entsprechende Gesuch zufolge Aussichtslosigkeit ab; auf eine
dagegen erhobene Beschwerde trat das Bundesgericht mit Urteil vom 23. Januar 2018

## Considerations

nicht ein. Unter Verweis auf die Erwägungen des angefochtenen Entscheides
beantragte die Vorinstanz am 6. März 2018 die Abweisung der Beschwerde. Der
Beschwerdegegner verzichtete am 14. März 2018 auf eine Vernehmlassung.
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Auf die Ausführungen der Vorinstanz im angefochtenen Entscheid und des
Beschwerdeführers zur Begründung seiner Anträge sowie die Akten wird, soweit
wesentlich, in den Erwägungen eingegangen.
Darüber zieht das Verwaltungsgericht in Erwägung:
1. Das Verwaltungsgericht ist zum Entscheid in der Sache zuständig (Art. 59 Abs. 1 des
Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege; sGS 941.1, VRP). Der Beschwerdeführer,
dessen Rekurs gegen den vom Beschwerdegegner verfügten Führerausweisentzug die
Vorinstanz mit dem angefochtenen Entscheid abgewiesen hat, ist zur Erhebung der
Beschwerde befugt (Art. 64 in Verbindung mit Art. 45 Abs. 1 VRP). Die Beschwerde
gegen den am 5. Dezember 2017 zugestellten Rekursentscheid wurde mit Eingabe
vom 19. Dezember 2017 rechtzeitig erhoben und erfüllt in formeller und inhaltlicher
Hinsicht die gesetzlichen Anforderungen (Art. 64 in Verbindung mit Art. 47 Abs. 1 und
Art. 48 Abs. 1 VRP). Auf die Beschwerde ist deshalb einzutreten.
Unbeachtlich bleibt der pauschale Verweis in der Beschwerde auf die früheren
Eingaben. Da aus einem solchen Verweis nicht hervorgeht, in welchen Punkten und
weshalb der vorinstanzliche Entscheid fehlerhaft sein soll, genügt er den
Anforderungen an eine Rechtsmittelbegründung nicht (vgl. statt vieler VerwGE B
2013/76 vom 16. April 2014 E. 1, B 2012/19 vom 29. August 2012 E. 2.3;
www.gerichte.sg.ch).
2.
2.1. Nach Art. 16 Abs. 2 des Strassenverkehrsgesetzes (SR 741.01, SVG) wird nach
Widerhandlungen gegen die Strassenverkehrsvorschriften, bei denen das Verfahren
nach dem Ordnungsbussengesetz (SR 741.03, OBG) ausgeschlossen ist, der Lernfahr-
oder Führerausweis entzogen oder eine Verwarnung ausgesprochen. Das Gesetz
unterscheidet in Art. 16a bis 16c SVG zwischen leichten, mittelschweren und schweren
Widerhandlungen. Eine leichte Widerhandlung begeht, wer durch Verletzung von
Verkehrsregeln eine geringe Gefahr für die Sicherheit anderer hervorruft und ihn dabei
nur ein leichtes Verschulden trifft (Art. 16a Abs. 1 Ingress und lit. a SVG). Eine schwere
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Widerhandlung liegt vor, wenn durch eine grobe Verletzung von Verkehrsregeln eine
ernstliche Gefahr für die Sicherheit anderer hervorgerufen oder in Kauf genommen wird
(Art. 16c Abs. 1 Ingress und lit. a SVG). Die mittelschwere Widerhandlung (Art. 16b Abs.
1 Ingress und lit. a SVG) stellt einen Auffangtatbestand dar. Sie liegt vor, wenn nicht
alle privilegierenden Elemente einer leichten Widerhandlung und nicht alle
qualifizierenden Elemente einer schweren Widerhandlung gegeben sind (vgl. BGE 135
II 138 E. 2.2.2). Auf eine Administrativmassnahme ist zu verzichten, wenn den Lenker
ein besonders leichtes Verschulden trifft und er durch die Verletzung der Verkehrsregel
nur eine besonders geringe Gefahr für die Sicherheit anderer geschaffen hat. Zu prüfen
ist, ob der Beschwerdeführer Verkehrsregeln verletzt hat (dazu nachfolgend Erwägung
3), die Widerhandlung als mittelschwer zu beurteilen (dazu nachfolgend Erwägung 4)
und der Entzug des Führerausweises für die Dauer eines Monats gerechtfertigt ist
(dazu nachfolgend Erwägung 5).
2.2. Mit der Beschwerde an das Verwaltungsgericht kann sich der Beschwerdeführer
darauf berufen, die angefochtene Verfügung oder der angefochtene Entscheid beruhe
auf einem unrichtig oder unvollständig festgestellten Sachverhalt (Art. 61 Abs. 2 VRP).
Unrichtig ist ein Sachverhalt festgestellt, wenn aus den vorhandenen Beweismaterialien
unrichtige Schlüsse gezogen werden, insbesondere indem der Sachverhalt falsch oder
aktenwidrig festgestellt wird oder indem Beweise unrichtig gewürdigt werden (Cavelti/
Vögeli, Verwaltungsgerichtsbarkeit im Kanton St. Gallen, 2. Aufl. 2003, Rz. 587). Im
Übrigen ist die Administrativbehörde (Strassenverkehrs- und Schifffahrtsamt) nach der
bundesgerichtlichen Rechtsprechung grundsätzlich an die tatsächlichen Feststellungen
der Strafbehörde gebunden (vgl. BGer 1C_446/2011 vom 15. März 2012, E. 5.1 mit
Hinweisen unter anderem auf BGE 137 I 363 E. 2.3.2 und 136 II 447 E. 3.1).
3.
3.1. Gemäss Art. 35 Abs. 1 SVG ist links zu überholen, woraus sich ein Verbot des
Rechtsüberholens ergibt. Ein Überholen liegt vor, wenn ein schnelleres Fahrzeug ein in
gleicher Richtung langsamer vorausfahrendes einholt, an ihm vorbeifährt und vor ihm
die Fahrt fortsetzt, wobei weder das Ausschwenken noch das Wiedereinbiegen eine
notwendige Voraussetzung des Überholens bildet (BGE 142 IV 93 E. 3.2 mit
Hinweisen). Ausnahmen vom Verbot des Rechtsüberholens sehen Art. 8 Abs. 3 Satz 1
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der Verkehrsregelnverordnung (SR 741.11, VRV) allgemein und Art. 36 Abs. 5 VRV für
Autobahnen und Autostrassen vor (BGer 1C_201/2014 vom 20. Februar 2015 E. 3.1).
Zulässig ist das Rechtsvorbeifahren auf Autobahnen und Autostrassen gemäss Art. 36
Abs. 5 Ingress und lit. a VRV beim Fahren in parallelen Kolonnen, jedoch lediglich in der
Weise, dass bloss das Rechtsvorbeifahren an anderen Fahrzeugen gestattet ist (vgl.
BGer 6B_19/2011 vom 23. Mai 2011 E. 1.1). Verboten bleibt auch im Kolonnenverkehr
das Rechtsüberholen durch Ausschwenken und Wiedereinbiegen (Art. 8 Abs. 3 Satz 2
VRV; BGer 6A.45/2002 vom 5. September 2002 E. 1.3; BGE 115 IV 244 E. 3). Paralleler
Kolonnenverkehr ist dann anzunehmen, wenn es auf der linken (und mittleren)
Überholspur zu einer derartigen Verkehrsverdichtung kommt, dass Fahrzeuge auf der
Überholspur faktisch nicht mehr schneller vorankommen als diejenigen auf der
Normalspur, mithin die gefahrenen Geschwindigkeiten annähernd gleich sind (BGE 142
IV 93 E. 4.2.1).
3.2. Aufgrund des in Rechtskraft erwachsenen Strafurteils vom 3. Oktober 2016
(act. 11/6/17 ff.) und des diesem zugrunde liegenden Sachverhalts ist unbestritten
davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer am 4. Oktober 2015 um 17 Uhr auf der
Autobahn seinen Personenwagen auf der Normalspur rechts an einem auf dem ersten
Überholstreifen fahrenden zivilen Patrouillenfahrzeug der Kantonspolizei Zürich und
einem weiteren Fahrzeug vorbeilenkte, anschliessend – ohne Anzeige des
Richtungswechsels – auf den ersten Überholstreifen schwenkte, zwei Fahrzeuge von
links überholte und schliesslich auf die Normalspur zurückwechselte. Gemäss eigenen
Angaben fuhr der Beschwerdeführer unter Einhaltung der Höchstgeschwindigkeit auf
der Normalspur „allein auf weiter Flur“ weiter. Es kann daher nicht die Rede davon
sein, dass die Fahrzeuge links über längere Zeit parallel in geschlossenen Kolonnen
gefahren sind. Damit überholte der Rekurrent zwei Fahrzeuge rechts, indem er an
diesen vorbeifuhr und anschliessend auf den linken Fahrstreifen wechselte, auf
welchem sich auch die überholten Fahrzeuge fortbewegten.
3.3. Damit hat der Beschwerdeführer Art. 8 Abs. 3, Art. 35 Abs. 1 und Art. 36 Abs. 5
VRV (Rechtsüberholen) verletzt, weshalb von einer Administrativmassnahme nicht
abgesehen werden kann.
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4. Zu klären bleibt, ob vorliegend die Vorinstanz die rechtliche Würdigung des
Sachverhalts korrekt vorgenommen und zu Recht eine mittelschwere Widerhandlung
gegen die Strassenverkehrsvorschriften gemäss Art. 16b Abs. 1 lit. a SVG
angenommen hat. Wie die Vorinstanz im angefochtenen Entscheid zu Recht erkannt
hat, werden von Art. 90 Abs. 1 SVG sowohl leichte als auch mittelschwere
Widerhandlungen erfasst (vgl. E. 3b des angefochtenen Entscheids).
4.1. Verstösse gegen Verkehrsregeln stellen abstrakte Gefährdungsdelikte dar. Im
Unterschied zu den konkreten Gefährdungsdelikten enthalten sie die Gefahr nicht als
Deliktsmerkmal, sondern bedrohen ein Verhalten vielmehr wegen seiner typischen
Gefährlichkeit mit einer Sanktion. Es ist damit grundsätzlich unmassgeblich, ob im
Einzelfall tatsächlich ein Rechtsgut gefährdet wurde. Aus der dogmatischen
Einordnung der Gefährdungsdelikte wird in Bezug auf die Geschädigtenstellung
gefolgert, dass es bei bloss abstrakten Gefährdungsdelikten keine Geschädigten im
Sinn von Art. 115 Abs. 1 der Schweizerischen Strafprozessordnung (SR 312.0, StPO)
gibt, es sei denn jemand werde als Folge der Begehung eines solchen Deliktes,
vorliegend einer Verkehrsregelverletzung doch konkret gefährdet (vgl. BGE 138 IV 258
E. 3.1.2; R. Schaffhauser, Die neuen Administrativmassnahmen des
Strassenverkehrsgesetzes, in: R. Schaffhauser [Hrsg.], Jahrbuch zum
Strassenverkehrsrechts 2003, St. Gallen 2003, Rz. 44). Entsprechend Art. 16 Abs. 2
SVG ziehen Verkehrsregelverletzungen, welche im Ordnungsbussenverfahren
behandelt werden können, unabhängig vom Ausmass des Verschuldens keine
Administrativmassnahme nach sich. Verkehrsregelverletzungen im Geltungsbereich
des Ordnungsbussengesetzes können strafrechtlich gemäss Art. 2 Ingress und lit. a
OBG nur dann im Ordnungsbussenverfahren erledigt werden, wenn der Täter dadurch
keine Personen gefährdet oder verletzt hat. Nach der Rechtsprechung zu dieser
Bestimmung ist das Ordnungsbussenverfahren nicht nur bei einer konkreten, sondern
bereits bei einer erhöhten abstrakten Gefährdung von Personen ausgeschlossen (BGer
6B_520/2015 vom 24. November 2015 E. 1.3 mit Hinweis auf BGE 114 IV 63 E. 3).
Ordnungsbussenverfahren finden nur auf Widerhandlungen Anwendung, die objektiv
höchstens eine abstrakte Gefährdung anderer Verkehrsteilnehmer geschaffen haben.
Die Anordnung eines Warnungsentzugs setzt eine vom Lenker verschuldete, konkrete
oder jedenfalls erhöhte abstrakte Gefährdung anderer Personen voraus. Ob eine
konkrete, eine erhöhte abstrakte oder ein abstrakte Gefährdung geschaffen worden ist,
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kann nicht aufgrund der blossen Feststellung einer Verkehrsregelverletzung beurteilt
werden, sondern hängt von der konkreten Situation ab, in welcher sie begangen wurde.
Eine abstrakte Gefährdung als solche reicht nicht aus. Eine erhöhte abstrakte Gefahr
besteht, wenn die Möglichkeit einer konkreten Gefährdung oder Verletzung naheliegt
(vgl. BGer 2C_267/2010 vom 14. September 2010 E. 3.2 mit Hinweisen).
Nach der Rechtsprechung zu Art. 35 Abs. 1 SVG handelt es sich beim Verbot des
Rechtsüberholens um eine für die Verkehrssicherheit objektiv wichtige Vorschrift, deren
Missachtung eine erhebliche Gefährdung der Verkehrssicherheit mit beträchtlicher
Unfallgefahr nach sich zieht und daher objektiv schwer wiegt. Wer auf der Autobahn
fährt, muss sich darauf verlassen können, dass er nicht plötzlich rechts überholt wird.
Das Rechtsüberholen auf der Autobahn, wo hohe Geschwindigkeiten gefahren werden,
stellt eine erhöht abstrakte Gefährdung dar (BGer 6B_263/2016 vom 24. Mai 2016
E. 1.3).
4.2. Angesichts seiner Fahrgeschwindigkeit von 120 km/h – der Beschwerdeführer
macht nicht geltend, langsamer als die geltende Höchstgeschwindigkeit gefahren zu
sein, sondern diese lediglich eingehalten zu haben (vgl. act. 1) – schuf er eine
erhebliche Gefährdung der anderen Verkehrsteilnehmer. Unter Berücksichtigung, dass
der Beschwerdeführer danach „allein auf weiter Flur“ weiterfuhr, musste er ausserdem
damit rechnen, dass die auf der ersten Überholspur voranfahrenden Personenwagen
die Fahrbahn korrekterweise jederzeit freigeben würden oder könnten. Dennoch
überholte er beide Fahrzeuge mit Höchstgeschwindigkeit. Damit ging er volles Risiko
ein. Zu bedenken ist dabei, dass der Verkehr in hohem Masse an klaren und einfachen
Regeln interessiert ist, die Beachtung wichtiger Grundregeln aber ins freie Ermessen
des einzelnen Fahrers gestellt würde, wenn auf Autobahnen – unabhängig, ob
Kolonnenverkehr herrscht oder nicht – nicht nur links, sondern auch rechts überholt
werden dürfte. Auch liegt auf der Hand, dass von dieser Möglichkeit vor allem
verwegene Fahrer Gebrauch machen würden (vgl. BGer 6B_263/2016 vom 24. Mai
2016 E. 1.4). Daran ändert auch die von Thierry Burkart am 18. September 2017
eingereichte, von National- und Ständerat angenommene Motion, wonach das
Rechtsvorbeifahren auf Autobahnen und Autostrassen erlaubt werden soll, nichts; das
Rechtsüberholen soll nach wie vor verboten bleiben (vgl. Motion 17.3666, https://
www.parlament.ch/de/ratsbetrieb/suche-curia-vista/geschaeft?AffairId=20173666). Es
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ist schliesslich nicht ersichtlich, was der Beschwerdeführer aus seinem Einwand, er
habe sich an das Rechtsfahrgebot gehalten, zu seinen Gunsten ableiten könnte. Eine
Irritation der Fahrzeuglenker, die unvermittelt rechts überholt werden, ist offensichtlich
und bedarf keiner weiteren Begründung. Indem sich der Beschwerdeführer durch
Ausschwenken und Wiedereinbiegen freie Fahrt verschaffte, ohne dass hierfür ein
besonderer Grund ersichtlich wäre, schuf er eine erhöhte abstrakte Gefährdung für die
anderen Verkehrsteilnehmer (vgl. BGer 6B_558/2017 vom 21. September 2017 E. 1.5).
4.3. Unter diesen Umständen ist nicht zu beanstanden, dass die Vorinstanz bzw. der
Beschwerdegegner den Vorfall vom 4. Oktober 2015 als mittelschwere Widerhandlung
gegen die Strassenverkehrsvorschriften im Sinn von Art. 16b Abs. 1 lit. a SVG
qualifizierte.
5. Nach einer mittelschweren Widerhandlung wird der Führerausweis für mindestens
einen Monat entzogen (Art. 16b Abs. 2 lit. a SVG). Bei der Festsetzung der Dauer des
Lernfahr- oder Führerausweisentzugs sind die Umstände des Einzelfalls zu
berücksichtigen, namentlich die Gefährdung der Verkehrssicherheit, das Verschulden,
der Leumund als Motorfahrzeugführer sowie die berufliche Notwendigkeit, ein
Motorfahrzeug zu führen. Die gesetzliche Mindestentzugsdauer darf jedoch nicht
unterschritten werden (Art. 16 Abs. 3 SVG; vgl. BGE 141 II 220 E. 3.3.3, 135 II 334 E.
2.2, 138 E. 2.4, 132 II 234 E. 2). Die vom Beschwerdegegner verfügte und von der
Vorinstanz zu Recht nicht beanstandete Entzugsdauer von einem Monat ist daher nicht
zu beanstanden.
6. (...).