# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** b9adfe85-d04e-4add-ab7a-9d8db3d4a0b0
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2015
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** 

## Facts

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren
1964
,
meldete sich am 21. März 2006 bei der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, zum Leistungsbezug an (Urk. 6/4).
Nach Abklärung der
erwerblichen und medizinischen Verhältnisse
(vgl. Urk. 6/9 und 6/13
bis 6/
24)
sprach
die IV-Stelle
der Versicherten mit Ver
fügung vom
21. Februar 2008
, ausgehend von
einem
Invaliditätsgrad von 100
%
, ab
dem 1. März 2006
eine ganze Invalidenrente zu
(Urk. 6/41)
.
1.2
Im
November 2009
wurde von Amtes wegen eine Rentenüberprüfung eingelei
tet
, bei der die Versicherte eine Verschlechterung ihres Gesundheitszustandes geltend machte (Urk. 6/42). Die IV-Stelle
zog
darauf
einen aktuellen IK-Auszug bei
(Urk. 6/43) und
tätigte diverse
medizinische
Abklärungen
(Urk. 6/44
bis 6/48
).
Überdies
holte sie ein psychiatrisches Gutachten von
Dr.
med.
Y._
, Facharzt FMH für Psychiatrie und Psychotherapie
,
vom 23. August 2010 ein (Urk. 6/54)
.
Sie wandte sich
mit
Ergänzungsfragen an den Gutachter (vgl. Urk. 6/55), welche diese
r
am 15. September 2010 beantwortete (Urk. 6/56
).
Hernach teilte die IV-Stelle der Versicherten mit
Schreiben vom
21. September 2010
mit, das
s
sich
keine rentenrelevanten Änderungen
ergeben hätten und sie
weiterhin Anspruch auf
die bisherige
ganze Invalidenrente habe
(Urk. 6/59)
.
Zudem
ordnete
die IV-Stelle
mit gleichentags erlas
senem Schreiben im Rahmen der Schadenminderungspflicht eine
adäquate
psychiatrisch-psychotherapeuti
sche Behandlung
an
, deren Inanspruchnahme durch die Versicherte sie im Rahmen einer amtlichen Revision per November 2011 prüfen werde
(Urk.
6
/
58
)
.
1.
3
Wie angekündigt
leitete die IV-Stelle
im November 2011 erneut ein
Revisions
-
ver
fahren ein, indem sie der Versicherten den Fragebogen zur Revision der Invalidenrente zusandte (Urk. 6/64).
Hernach
zog
sie
verschiedene
Arztbe
richte
bei
(U
rk.
6/65
und 6/66) und stellte mit Vorbescheid vom 1
2.
März 2013 die Aufhebung der Invalidenrente in Aussicht (Urk. 6/78). Dagegen liess die Versicher
te Einwand erheben (Urk. 6/84), worauf die IV-Stelle weitere medizi
nisch
e Auskünfte einholte (Urk. 6/89)
.
Die
Rechtsvertreterin der Versicherten
verzichtete darauf, dazu Stellung zu nehmen
(Urk. 6/91)
.
M
it Verfügung vom
2.
September 2014
hob die IV-Stelle die Rente
auf Ende des der Zustellung der Verfügung folgenden Monats auf. Einer Beschwerde gegen diese Verfügung entzog sie die aufschiebende Wirkung (Urk. 2 = 6/95).
2.
Gegen die Verfügung vom
2.
September 2014 liess die Versicherte mit Eingabe vom 3. Oktober 2014 Beschwerde erheben mit dem Antrag, es sei die ange
fochtene Verfügung aufzuheben und der Beschwerdeführerin weiterhin eine ganze Invalidenrente nach Massgabe eines Invaliditätsgrades von 100
%
auszu
richten; unter Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten der
Beschwerdegeg
nerin
(Urk. 1 S. 2). Die IV-Stelle schloss am 3. November 2014 auf Abweisung der Beschwerde (Urk. 5), wovon der Gegenpartei mit Schreiben vom 5. Novem
ber 2014 Kenntnis gegeben wurde (Urk. 7).
Mit Verfügung vom 18. August 2015 wurde die Pensionskasse der Beschwerdeführerin zum Prozess beigeladen (Urk. 8). Diese verzichtete am 2
2.
September 2015 auf das Einreichen einer Stellungnahme (Urk. 10).
Auf die einzelnen Ausführungen in den Rechtsschriften wird, soweit erforder
lich, in den Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG
). Die Invalidität kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4
Abs.
1
des Bun
desgesetzes über die Invalidenversicherung, IVG
).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beur
teilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfä
higkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertels
rente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (Art. 28 Abs. 2 IVG).
1.3
Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines Renten
-
bezügers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für
die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (Art. 17 Abs. 1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tat
sächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente nicht nur bei einer wesentlichen Änderung des Gesundheitszustandes, sondern auch dann
revidier
bar
, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen des an sich gleich gebliebenen Gesundheitszustandes erheblich verändert haben (BGE 130 V 343 E. 3.5 mit Hinweisen). Eine Veränderung der gesundheitlichen Verhältnisse liegt auch bei gleich gebliebener Diagnose vor, wenn sich ein Leiden in seiner Intensität und in seinen Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit verändert hat (Urteile des Bun
desgerichts 9C_261/2009 vom 11. Mai 2009 E. 1.2 und I 212/03 vom 28. August 2003 E. 2.2.3). Dagegen stellt die bloss unterschiedliche Beurteilung der Auswirkungen eines im Wesentlichen unverändert gebliebenen Gesund
heitszustandes auf die Arbeitsfähigkeit für sich allein genommen keinen
Revisi
onsgrund
im Sinne von Art. 17 Abs. 1 ATSG dar. Zeitliche Vergleichsbasis für die Beurteilung einer anspruchserheblichen Änderung des Invaliditätsgrades bilden die letzte rechtskräftige Verfügung oder der letzte rechtskräftige
Ein
spracheentscheid
, welche oder welcher auf einer materiellen Prüfung des Rentenanspruchs mit rechtskonformer Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und Invaliditätsbemessung beruht (BGE 133 V 108; vgl. auch BGE 130 V 71
E. 3.2.3; Urteil des Bundesgerichts 9C_438/2009 vom 26. März 2010 E. 1 mit Hin
weisen).
Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung ist eine Verfügung verzichtbar, wenn bei einer von Amtes wegen durchgeführten Revision keine
leistungsbe
einflussende
Änderung der Verhältnisse festgestellt wurde (Art. 74
ter
lit
. f
der Ver
ordnung über die Invalidenversicherung;
IVV) und die bisherige Invaliden
rente daher weiter ausgerichtet wird. Wird auf entsprechende Mitteilung hin keine Verfügung verlangt (Art. 74
quater
IVV), ist jene in Bezug auf den
Ver
gleichszeitpunkt
einer (ordentlichen) rechtskräftigen Verfügung gleichzustellen (Urteile des Bundesgerichts 9C_771/2009 vom 10. September 2010 E. 2.2 und 9C_586/2010 vom 15. Oktober 2010 E. 2.2 mit Hin
weisen).
1.4
Nach
lit
. a Abs. 1 der am 1.
Januar 2012 in Kraft getretenen
Schlussbestimmun
gen
der Änderung vom 18. März 2011 des IVG (6. IV-Revision, erstes
Mass
nahmenpaket
; kurz:
lit
. a Abs. 1
SchlB
IVG 6. IV-Revision
) werden Renten, die bei
pathogenetisch
-ätiologisch unklaren
syndromalen
Beschwerdebildern ohne nachweisbare organische Grundlage gesprochen wurden, innerhalb von drei Jahren nach Inkrafttreten dieser Änderung überprüft. Sind die Voraussetzungen nach Artikel 7 ATSG nicht erfüllt, so wird die Rente herabgesetzt oder aufgeho
ben, auch wenn die Voraussetzungen von Artikel 17 Absatz 1 ATSG nicht
erfüllt sind. Diese Bestimmung ist verfassungs- und EMRK-konform (BGE 139 V 547 E. 3).
Die in
lit
. a Abs. 1
SchlB
IVG
6. IV-Revision
vorgesehene Rentenherabsetzung beziehungsweise -aufhebung ist nicht auf vor dem 1. Januar 2008 zugespro
chene Renten beschränkt. Erging die fragliche
Rentenzusprache
aber bereits in Beachtung der jeweils relevanten Rechtsprechung zu
pathogenetisch
-ätiologisch unklaren
syndromalen
Beschwerdebildern ohne nachweisbare organische Grundlage, bleibt kein Raum für ein Rückkommen unter dem Titel der
Schluss
bestimmung
(BGE 140 V 8 E. 2).
2.
Die Beschwerdegegnerin zog in der angefochtenen Verfügung
im Wesentlichen
in Betracht, dass die rentenzusprechende Verfügung
vom 21. Februar 2008
auf dem interdisziplinären Gutachten des
Z._
vom 13.
Juni 2007 beruht habe
, welches als Diagnosen mit Einfluss auf die Arbeits
fähigkeit eine hypochondrische Störung (ICD-10: F45.2), eine rezidivierende depressive Störung, aktuell leichte depressive Episode (ICD-10: F32.0)
,
und eine akzentuierte Persönlichkeit im Sinne einer gemischt
anankastischen
abhängigen Persönlichkeit (ICD-10: Z73.1)
aufgeführt habe
. Demnach sei die Arbeitsfähig
keit der Beschwerdeführerin lediglich aus psychiatrischer Sicht
als
einge
schränkt
beurteilt worden
.
Das
im Rahmen des ersten
Revisionsverfahrens ein
geholte psychiatrische
Gutachten
von
Dr.
Y._
vom 23. August 2010
enthalte
die Diagnosen einer
h
ypochondrischen Störung
(ICD-10: F45.2)
, einer
Somati
sierungsstörung
(ICD-10: F45.0)
bei akzentuierter Persönlichkeit mit
anankasti
schen
Zügen
(ICD-10: Z73.0)
und einer rezidivierenden depressiven Episode, gegenwärtig remittiert
(ICD-10: F33.4)
. Überdies
werde darin festgehalten
, dass das Beschwerdebild psychotherapeutisch behandelbar sei.
Aus den im
aktuellen Revisionsverfahren
zu den Akten genommenen
Unterlagen
gehe hervor
, dass
k
eine fachärztliche psychiatrische Behandlung stattfinde. Im Frühjahr 2012 sei eine psychotherapeutische Behandlung aufgenommen worden, welche gemäss telefonischer Rückmeldung der Versicherten vom 1
2.
März 2013 abgebrochen worden sei.
Die gesundheitliche Situation sei seit dem Erlass der
rentenzuspre
chenden
Verfügung am 21. Februar 2008 im Wesentlichen unverändert. Die Rente sei
aber
nach den Schlussbestimmungen der Änderung vom 18. März 2011 aufzuheben, da sie bei einem
path
ogenetisch
-ätiologisch unklaren
Beschwerdebild
ohne nachweisbare organische Grundlage gesprochen worden sei, welches als überwindbar zu betrachten sei. Auch
die Erfüllung der
Schadenminderungspflicht würde an der Rentenaufhebung
nichts ändern (Urk.
2).
In
der Beschwerdeschrift
wird
der Standpunkt vertreten,
eine Rentenrevision gemäss Art. 17 ATSG falle ausser Betracht, weil sich der Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin nicht verbessert, sondern versch
lechtert habe (Urk. 1 S.
6 ff.). Ebenso wenig sei eine Revision in Anwendung von
lit
. a Abs. 1
SchlB
IVG 6. IV-Revision
zulässig, zumal die sogenannten Foerster-Kriterien bereits bei der letzten Revision im Jahr 2010 geprüft und als erfüllt betrachtet worden seien (Urk. 1 S. 8 ff.). Darüber hinaus mangle es an den Voraussetzungen für eine Wiedererwägung im Sinne von Art. 53 Abs. 2 ATSG
(Urk
. 1 S. 10 f.).
Ferner sei die Beschwerdeführerin ihrer Schadenminderungspflicht nachge
kommen (Urk. 1 S. 11 f.).
3.
3.1
Die letzte materielle Rentenüberprüfung wurde mit der sch
riftlichen Mitteilung vom 21. September 2010 (Urk. 6/59) abgeschlossen, mit welcher keine
renten
relevanten
Änderungen und dementsprechend weiterhin ein Anspruch auf eine ganze Invalidenrente festgestellt
worden waren
. Sie bildet daher die zeitliche Vergleichsbasis für die Prüfung der Frage, ob bis zum Erlass der angefochtenen Verfügung vom
2.
September 2014 eine anspruchsrelevante Änderung einge
treten ist.
3.2
Die schriftliche Mitteilung vom 21. September 2010 stützte sich in medizini
scher Hinsicht auf
das psychiatrische Gutachten von
Dr.
Y._
vom 23. August 2010 samt dessen Ergänzung vom
15. September 2010
(Urk
. 6/54 und 6/56; vgl. das Feststellungsblatt für den Beschluss vom 21. September 2010; Urk. 6/57). Dieses enthält folgende Diagnosen mit Auswirkung
auf die Arbeits
fähigkeit (Urk.
6/54/14):
Differentialdiagnose:
Hypochondrische Störung (ICD-10: F45.2)
Somatisierungsstörung
(ICD-10: F45.0)
Bei akzentuierter Persönlichkeit mit
anankastischen
Zügen (ICD-10: Z73.1)
Rezidivierende depressive Episode, gegenwärtig remittiert (ICD-10: F33.4).
Es bestehe eine vollständige Arbeitsunfähigkeit (Urk. 6/54/17).
3.3
Zur Entwicklung der medizinischen Verhältnisse lässt sich den Akten entneh
men, dass die Beschwerdeführerin bis zum 16. Januar 2012 bei
Dr.
med.
A._
, Fachärztin FMH für Neurologie, in Behandlung war, die ihren Gesundheitszustand als stationär beurteilte. Im Frühling 2012 begab
sich die
Beschwerdeführerin
in der Praxis von
Dr.
A._
zu
Ph
.
B._
in
psycho
therapeutische Behandlung (vgl. Urk. 6/65).
Dr.
A._
hatte
die Beschwerdeführerin überdies
Dr.
med.
C._
, Ober
arzt und Lehrbeauftragter Psychosomatische Medizin an der Klinik für Allge
meine Innere Medizin des
D._
, zur Be
handlung zu
gewiesen
. D
essen Bericht vom 30. Mai 2012 (
Urk.
6/66) zufolge
sei
die
Beschwerdeführe
rin mit dem Wunsch nach einer psychotherapeutisch-verhaltenstherapeutischen Unterstützung zu ihm gekommen. Die
ambulante Behandlung
habe
vom 30. Mai 2011 bis zum 14. Mai 2012 in Abständen von fünf bis sechs Wochen statt
gefunden
. Er
habe
eine chronische Schmerzproblematik multifaktorieller Ätio
logie, einhergehend mit allgemein erhöhter Reizempfindlichkeit für chemische und physikalische Reize (gener
alisierte
Hypersensivität
, inkl.
MCSS), gener
eller Hyperalgesie, Phonophobie und
Photophobie
diagnostiziert
. Zentraler und initialer Beschwerdekomplex seien
migräniforme
und Cluster
headach
e
-ähnliche Dauer-Kopfschmerzen. In dem von ihm überblickbaren Zeitraum
habe
er eine in etwa unverändert
e
Situation fest
gestellt
.
Ab dem 8. April 2013 war die Beschwerdeführerin bei
Dr.
med. E._
, Facharzt FMH für Psychiatrie und Psychotherapie
,
in Behandlung. Dieser ver
merkte in seinem Bericht vom 4. April 2014 (
Urk.
6/89) als Diagnosen mit Aus
wirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine chronische (
zoenästhetische
)
Wahnstö
rung
(ICD-10: F22.8) bei vorbestehender
schwerer
Somatisierungsstörung
(ICD-10: F45.0) /
h
ypochondrischer Störung (ICD-10: F45.2), eine akzentuierte Per
sönlichkeit mit
anankastischen
Zügen (ICD-10: Z73.1) und eine leicht bis mittelgradig depressive Störung (ICD-10: F33.11). Er attestierte
eine
bis auf Weiteres
bestehende
100%ige Arbeitsunfähigkeit. Die Prognose sei
wegen der
Chronifizierung
seit dem Kindesalter und dem Fehlen von Therapiemethoden mit dokumentierter Wirkung schlecht.
3.4
Eine Verbesserung des psychischen Gesundheitszustandes der Beschwerdeführe
rin, insbesondere eine Zunahme
von
der
en
Arbeits- und Erwerbsfähigkeit
geht aus den vorhandenen Arztberichten somit nicht hervor. Die Parteien haben folglich richtig erkannt, dass
sich
gestützt auf Art. 17 ATSG
keine Aufhebung der Invalidenrente
rechtfertigen lässt
, zumal
nicht nur in medizinischer Hin
sicht, sondern
auch sonst keine rentenrelevante Änderung
,
insbesondere
Ver
besserung
ersichtlich ist
.
4.
4.1
Sowohl die
Somatisierungsstörung
(ICD-10: F45.0) als auch die
h
ypochondri
sche Störung (ICD-10: F45.2)
gehören
zum Symptomenkomp
lex der
somatofor
men
Störungen. Beide unterlagen der Rechtsprechung zu den
pathogenetisch
-
ätiologisch unklaren
syndromalen
Beschwerdebildern ohne nachweisbare organische Grundlage (vgl.
die Urteile des Bundesgerichts 9C_726/2014 vom
25. Februar 2015 E. 3.1.1
,
8C_698/2014 vom 11. Dezember 2014 E. 7 und
9C_
170/2009 vom 6. Mai 2009 E. 2.2, je mit weiteren Hinweisen)
welche zwischenzeitlich aufgegeben wurde (vgl. BGE 141 V 281).
Demnach bestand eine Vermutung, dass die betreffenden Leiden und ihre Folgen mit
einer zumutbaren Willensanstrengung überwindbar sind
und sie in der Regel keine lang dauernde, zu einer Invalidität im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG führende Einschränkung der Arbeitsfähigkeit zu bewirken vermögen
.
Nur im Ausnahmefall, wenn die sogenannten Foerster-Kriterien in einem hinrei
chenden Ausmass erfüllt waren, wurden die Voraussetzungen für eine zumut
bare Willensanstrengung
verneint und ein Wiedereinstieg in den Arbeitsprozess als unzumutbar erachtet (vgl.
BGE 139 V 547 E. 3
,
131 V 49 E. 1.2
und
130 V 352).
4.2
Es trifft zwar zu, dass bei Erlass der rentenzusprechenden Verfügung vom 21. Februar 2008 die nach dem 1. Januar 2008 ergangene Rechtsprechung zu den unklaren Beschwerdebildern nicht berücksichtigt wurde (vgl. das
Feststel
lungsblatt
für den Beschluss vom 19. Oktober 2007;
Urk.
6/
2
9).
In der Beschwerdeschrift wird jedoch auch richtig bemerkt, dass im Rahmen des ersten Revisionsverfahrens die sogenannten Foerster-Kriterien geprüft und eine
Über
windbarkeit
verneint wurden (
Urk.
1 S. 9; vgl. das Feststellungsblatt für den Beschluss vom 21. September 2010,
Urk.
6/57, insbesondere 6/57/4
, vgl. auch
Urk.
6/54/17 und 6/54/19 f.).
Die
in diesem Zusammenhang ergangene
schriftli
che Mitteilung vom 21. September 2010, mit welcher der Rentenanspruch der Beschwerdeführerin bestätigt
wurde
,
erfolgte somit
auf der Grundlage der
damals
massgebenden Überwindbarkeitsrechtsprechung
. Unter diesen Umstän
den
bleibt
von vorneherein
kein Raum für ein Rückkommen unter dem Titel von
lit
. a Abs. 1
SchlB
IVG 6. IV-Revision
, da
diese Norm
nicht für eine noch
malige Überprüfung unter denselben Vorzeichen Hand bieten soll. Eine solche ist einer allfälligen Wiedererwägung mit den Voraussetzungen der zweifellosen Unrichtigkeit und der erheblichen Bedeutung der Berichtigung vorbehalten
(vgl. BGE 140 V 8 E. 2.2.1.3).
Diese
Voraussetzungen
sind – wie die Parteien richtig erkannt haben (vgl.
Urk.
1 und 2) – vorliegend nicht erfüllt.
Darüber
hinaus
ist der Vollständigkeit halber
zu bemerken, dass sich die Beschwerde
-
gegnerin, insoweit korrekt, zur Begründung ihrer Verfügung nicht auf eine Verletzung der Schadenminderungspflicht berufen hat (vgl.
Urk.
2).
5.
Zusammenfassend ergibt sich somit, dass die Beschwerdegegnerin die Invaliden
rente zu Unrecht aufgehoben hat. Dies führt zur Gutheissung der Beschwerde.
6.
6.
1
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem
Verfahrens
aufwand
und unabhäng
ig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis 1‘000.-- festzulegen
(
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG)
und auf Fr. 6
00.--
fest
zusetzen.
Entsprechend dem Ausgang des
Verfahrens sind die Kosten der unterliegenden
Beschwerde
gegnerin
aufzuerlegen.
6
.2
Überdies hat die obsiegende Beschwerdeführerin
Anspruch auf
den Ersatz der Parteikosten (§ 34 Abs. 1
des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht;
GSVGer
)
.
Die Höhe der gerichtlich festzusetzenden Ent
schädigung wird ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streit
sache, der Schwierigkeit des Prozesses und dem Mass des Obsiegens be
messen (
§ 34 Abs.
3
GSVGer
). Vor
liegend erscheint eine Prozessentschädigung von Fr. 1‘
3
00.-- (inklusive
Barausla
gen
und Mehrwertsteuer) als angemes
sen.