# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** a40e970e-02b3-404c-8ee9-f28d52344e22
**Court:** GR_VG
**Chamber:** GR_VG_003
**Year:** 2022
**Language:** de
**Jurisdiction:** GR / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

I. Sachverhalt:
1. A._, geboren am B._, war zuletzt als Kommissionierer in der
Verteilzentrale der C._ tätig. Mit Bericht vom 7. November 2012 wies
sein Hausarzt, Dr. med. D._, unter anderem ein leichtgradiges
obstruktives Schlafapnoesyndrom, ein chronisches
Lumbovertebralsyndrom bei einer Chondrose L4 bis S1, einen St. n.
medialer Teilmeniskektomie links im 2012, leichtgradige Gonarthrosen
sowie eine posttraumatische Belastungsstörung mit vorwiegender Störung
des Sozialverhaltens aus. Bei progredienten Knieschmerzen
diagnostizierten die behandelnden Orthopäden, Dres. med. E._ und
F._, im Bericht vom 26. Juli 2017 eine mediale Femorotibialarthrose
links bei St. n. medialer Teilmeniskektomie links im 2012 und zweimaliger
therapeutischer Infiltration im April und Juni 2017 mit kurzzeitig positivem
Ansprechen, sowie einen Verdacht auf eine beginnende mediale
Femorotibialarthrose rechts. Daraufhin wurde A._ am 28. Juli 2017
operiert und mit einer unikompartimentellen Knieprothese medial links
versorgt. Im postoperativen Verlauf berichtete Dr. med. F._ ein
halbes Jahr nach dem Eingriff von einem deutlich beschwerdeärmeren
Patienten sowie einer guten Kniefunktion. Sie erachtete eine körperlich
leichte, wechselbelastende Tätigkeit für möglich.
2. Im Januar 2018 meldete sich A._ bei der IV-Stelle des Kantons
Graubünden (nachfolgend IV-Stelle) zum Leistungsbezug an. Diese tätigte
erwerbliche und medizinische Abklärungen. Ab dem 21. Februar 2018
führte A._ ein von der IV-Stelle unterstütztes Aufbautraining in der
Küche der O._ durch, das sein Hausarzt Dr. med. D._ zu 50 %
möglich erachtete. Daneben gewährte die IV-Stelle A._ Beratung und
Unterstützung bei der Stellensuche. Ab dem 2. August 2018 wurde der
Einsatz bei der O._ im Sinne eines Arbeitstrainings bzw. einer
Vorbereitungsmassnahme verlängert.
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3. Mit Bericht vom 10. September 2018 wies der behandelnde Diabetologe
Dr. med. G._ einen Diabetes mellitus Typ 2 aus. Zudem berichtete
der Hausarzt Dr. med. D._ am 20. September 2018 von beidseitigen
Kniebeschwerden sowie hinzutretenden Rückenproblemen infolge des
bestehenden Lumbovertebralsyndroms. In psychischer Hinsicht
diagnostizierte Dr. med. H._ sodann mit Bericht vom 8. Oktober 2018
eine Anpassungsstörung mit gemischter Störung von Gefühlen und
Sozialverhalten und teilweise schweren depressiven Episoden. Daraufhin
wurden die beruflichen Massnahmen per Ende Dezember 2018 beendet.
4. Am 28. Februar 2019 wies der neu behandelnde Psychiater Dr. med.
M._ eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig
mittelgradige Episode, sowie psychische und Verhaltensstörungen durch
Sedativa oder Hypnotika, Abhängigkeitssyndrom, aus. Zudem nahm
A._ eine tagesklinische Behandlung auf und arbeitete in der Gärtnerei
der P._.
5. Bei persistierenden, vor allem belastungsabhängigen Kniebeschwerden
antero-medial und antero-lateral auf der linken Seite wurde am 9. April
2019 eine Kniegelenksarthroskopie mit Meniskoidresektion medial und
bakteriologischem Sampling durchgeführt, die jedoch keinen
Keimnachweis ergab und wovon er nicht wirklich profitieren konnte.
Sodann erfolgte am 13. Januar 2020 eine Konversion auf eine
Knietotalendoprothese links. Ein halbes Jahr postoperativ zeigte sich ein
langsamer, aber kontinuierlicher Aufwärtstrend.
6. In der Folge liess die IV-Stelle A._ polydisziplinär in den
Fachdisziplinen Allgemeine Innere Medizin, orthopädische Chirurgie und
Traumatologie des Bewegungsapparats sowie Psychiatrie und
Psychotherapie begutachten, wobei der Auftrag der PMEDA AG zugeteilt
wurde (nachfolgend PMEDA-Gutachten). In dem am 1. April 2021
erstatteten Gutachten wiesen die Experten folgende Diagnosen mit
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Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit aus: Knie-TEP links 01/2020,
leichtgradige Gonarthrose rechts, Rotatorenmanschettenläsion,
Bizepstendinose und ACG-Arthrose beider Schultergelenke. Während sie
die bisherige Tätigkeit als nicht mehr zumutbar erachteten, wiesen sie in
einer leidensangepassten Tätigkeit eine Arbeitsfähigkeit von 100 % aus.
Letzteres präzisierte der Arzt des Regionalen Ärztlichen Dienstes
(nachfolgend RAD), Dr. med. I._, in seiner Abschlussbeurteilung vom
15. April 2021 dahingehend, dass die 100%ige Arbeitsfähigkeit bereits seit
August 2020 angenommen werden könne, da Ende Juli 2020 die
postoperative Behandlung des linken Kniegelenks abgeschlossen worden
sei und danach keine weiteren relevanten medizinischen Entwicklungen
eingetreten seien.
7. Mit Vorbescheid vom 15. April 2021 stellte die IV-Stelle A._ die
Zusprache einer befristeten ganzen Invalidenrente in Aussicht. Sie befand
dabei namentlich, dass er als Kommissionierer gemäss den
umfangreichen medizinischen Abklärungen nicht mehr arbeitsfähig sei.
Eine leichte körperliche, wechselbelastende Tätigkeit in geordnetem
Rahmen sei aus medizinischer Sicht hingegen seit August 2020 zu 100 %
möglich. Dabei sei auf die eingeschränkte Belastbarkeit beider Beine,
beider Schultergelenke und des Rückens zu achten. Zudem sei ein Heben
und Tragen mittelschwerer bis schwerer Lasten, Arbeiten über der
Horizontalen, in ständig vorgeneigten Körperhaltungen oder in
Zwangshaltungen genauso zu vermeiden wie überwiegendes Gehen und
Stehen. Gestützt auf ein Jahreseinkommen ohne gesundheitliche
Einschränkung von CHF 66'833.35 und einem anhand der Tabellenlöhne
der Lohnstrukturerhebung des Bundesamts für Statistik (nachfolgende
LSE) im Kompetenzniveau 1 – ohne Leidensabzug – errechneten Lohn
mit gesundheitlichen Beeinträchtigungen von CHF 68'446.-- errechnete
die IV-Stelle einen rentenausschliessenden Invaliditätsgrad von 0 %. Mit
Verfügung vom 12. Juli 2021 entschied die IV-Stelle wie vorbeschieden
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und sprach A._ ab dem 1. Juli 2018 bis zum 31. August 2018 sowie
vom 1. Januar 2019 bis zum 31. November 2020 eine ganze
Invalidenrente zu.
8. Dagegen liess A._ (nachfolgend Beschwerdeführer) am
7. September 2021 (Poststempel) Beschwerde beim Verwaltungsgericht
des Kantons Graubünden erheben. Er beantragte die Aufhebung der
Verfügung vom 12. Juli 2021 sowie die Zusprechung einer unbefristeten
ganzen Invalidenrente ab dem 1. Juli 2018 (unter Berücksichtigung der
vom 2. August 2018 bis zum 31. Dezember 2018 erhaltenen Taggelder),
eventualiter die Rückweisung der Angelegenheit im Sinne der
Erwägungen an die IV-Stelle. In prozessualer Hinsicht ersuchte er um
unentgeltliche Rechtspflege und Verbeiständung. Zur Begründung
brachte er im Wesentlichen vor, er habe keine formell korrekte
Leistungsverfügung erhalten, da die Verfügung vom 12. Juli 2021 weder

## Considerations