# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 169d0e7c-9ba5-559b-a94c-214c6600ee6e
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2015
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
Die 1951 geborene
X._
, ohne
Berufsa
usbildung und Mutter zweier erwachsen
er Söhne
,
arbeitete
ab
1.
Juli 1998 als Wäschereimitarbeiterin bei der
Y._
, als ihr a
m 25.
April 2007
am Arbeitsplatz ein
Metall
blech
auf
die linke Hand fiel (Urk. 9/12/81). Nebst Rissquetschwunden an den distalen Phalangen der
Dig
. III-V
palmar
zog sie sich dabei eine
undislozierte
offene Längsfraktur der distalen Phalanx des Ringfingers (
Dig
. IV) zu, welche mit
tels
einer Fingerschiene konservativ behandelt wurde (Urk. 9/9/12). Im wei
teren Verlauf
trat
en
ein
komplexes regionales Schmerzsyndrom
(
Complex
Regi
onal
Pain
Syndrome
[CRPS],
Algodystrophie
)
an der linken Hand
(Urk. 9/12/78)
und psychische Probleme
auf (
Urk. 9/
9/15-18, Urk. 9/10/10-11
).
Am 12. Februar 2008 (Urk.
9/3) meldete sich
X._
unter Hinweis auf die am 25.
April 2007 erlittene Verletzung der linken Hand mit
Algodystrophie
und eine Depression bei der Invalidenversicherung zum Rentenbezug an. Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, zog die Akt
en des Unfallversicherers
bei
(Urk. 9/12, Urk. 9/18, Urk. 9/20, Urk. 9/26, Urk.
9/30)
und holte nebst Auszügen aus dem individuellen Konto (IK;
Urk.
9/8, Urk.
9/37)
verschiedene Arztberichte (Urk. 9/9-10, Urk.
9/19) sowie Auskünfte
der letzten Arbeitgeberin (Urk.
9/
11) ein.
Nach Durchführung des
Vorbescheidverfahrens
(Vorbescheid vom 8. Februar 2012 [Urk. 9/41], Einwand vom 9. Februar und 12. März 2012 [Urk. 9/42, Urk. 9/44]), in dessen Verlauf das vom
Unfallversi
cherer
in Auftrag gegebene polydisziplinäre Gutachten der MEDAS vom 25. Juni 2012 erging (Urk. 9/46), verneinte die IV-Stelle mit Verfügung vom 10. Januar 2013 (Urk. 2) einen Rentenanspruch gestützt auf einen
Invali
ditätsgrad
von 17 %.
2.
Hier
gegen erhob
X._
am 6. Februar 2013 (Urk.
1) Beschwerde und beantragte die
Zusprache
einer Invalidenrente. In prozessualer Hinsicht ersuchte sie um Sistierung des Verfahrens bis zum Abschluss des
unfallversicherungs
rechtlichen
Verfahrens.
Die IV-Stelle schloss in
ihrer Beschwerdeantwort vom 3.
Mai 2013 (Urk.
8) auf Abweisung der Beschwerde, was der Beschwerdeführe
rin mit Verfügung vom 2. Juli 2013 (Urk.
10) zur Kenntnis gebracht wurde. Zu
gleich wurde ihr Sistierungsbegehren abgewiesen.
3.
Mit Verfügung vom 12.
August 2013, bestätigt du
rch Einspracheentscheid vom 27.
Januar 2014, sprach die Schweizerische Unfallversicherungsanstalt (SUVA)
der Versicherten eine Entschädigung aufgrund e
iner Integritätseinbusse von 40
% zu, wogegen sie einen Rentenanspruch mangels einer unfallbedingten Be
einträchtigung der Erwerbsfähigkeit von mindestens 10
% verneinte. Die dage
gen erhobene Beschwerde
wies das hiesige Gericht
mit Urteil vom heut
igen Tag ab
(Prozess Nr. UV.2014.00052).
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8
Abs.
1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts
, ATSG
). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Ge
sundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung ver
bleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Be
tracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7
Abs.
1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Er
werbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7
Abs.
2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss Art. 28
Abs.
1 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu be
tä
tigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder her
stellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich min
destens 40 % arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (Art. 8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertels
rente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (Art. 28
Abs.
2 IVG).
1.3
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a
Abs.
1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu
bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog.
Invalideneinkom
men
), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der
Einkom
mensvergleich
hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypo
thetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und ein
ander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt (allgemeine Methode des
Einkommensver
gleichs
; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
1.4
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorak
ten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zu
sammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
Auch den Berichten und Gutachten versicherungsinterner Ärzte kommt
Beweis
wert
zu, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit beste
hen (BGE 125 V 351 E. 3b/
ee
).
2.
2.1
Strittig und zu prüfen ist, ob der Beschwerdeführerin eine Rente der Invaliden
versicherung zusteht.
2.2
Die Beschwerdegegnerin
begründete ihren abschlägigen Rentene
ntscheid damit, dass
die
Beschwerdeführerin die bisherige Tätigkeit als Wäschereiange
stellte seit dem Unfall vom 25.
April 2007 nicht mehr
ausüben könne
. Dagegen
sei ihr eine behinderungsangepasste
Tätigkeit wen
n nicht in einem Pensum von 100
%, dann jedenfalls in einem solchen von 80
%
zumutbar
, was im Rahmen des
Ein
kommensvergleichs
zu einem Invaliditätsgrad von 0 % respektive 17
% führ
e (Urk. 2 S. 1 f., Urk.
8).
2.3
D
agegen brachte
die Beschwerdeführerin
vor
,
gemäss Einschätzung
des im Rah
men der MEDAS-Begutachtung mit ihr befassten Handchirurgen betrage die zumutbare Leistungsfähigkeit
aus rein körperlicher Sicht 50
%, was ebenso wie
die gutachterlich attestierte psychische Einschränkung von 20
%
zu Unrecht
nicht berücksichtigt
worden sei
.
Darüber hinaus sei b
ei der Berechnung der Rente ei
n leidensbedingter Abzug von 15
% zu
gewährten
, um den Lohn mit gesunden Arbeitnehmern vergleichen zu können. Es sei nicht nachvollziehbar, weshalb die Beschwerdegegnerin beim Einkommensvergleich von einer 100%
igen Arbeitsfähigkeit in angepasster Tätigkeit ausgehe und keinen weite
ren Ab
zug
vom Referenzwert zulasse (Urk. 1 S. 2
f.).
3.
3.1
Die
am
Unfalltag
erstbehandelnden Ärzte der
Notfallstation des Spitals
Z._
(Urk.
9/9/12)
diagnostizierten
eine
Einklemmung der linken Hand mit
Riss
quetschwunden
an den distalen Phalangen
Dig
.
III-V
palmar
und
undislozierter
offener Längsfr
aktur der distalen Phalanx
des Ringfingers (
Dig
.
IV
)
. Sie ver
sorgten die Wunde
n
und verordneten
nebst einer zehntägigen
Antibiotikathera
pie
eine
Fingerschiene
zur konservativen Behandlung der Fingerfraktur wäh
rend vier Wochen
.
3.2
Der nachbehandelnde Hausarzt
Dr.
med.
A._
, FMH Innere Medizin und Rheumatologie,
berichtete
a
m 3.
August 2007
(Urk.
9/12/78)
von einem Status nach Schnittverletzung
der
Dig
. III-V links mit nachfolgendem CRPS
Stadium
II-III, welches ergotherapeutisch und medikamentös behandelt werde.
Eine Ar
beitsaufnahme könne bis auf weiteres nicht erfolgen.
3.3
Kreisarzt Dr. med.
B._
, Facharzt FMH für Chirurgie, ging anlässlich der Stand
ortbestimmung vom 28. August 2007 (Bericht vom selben Datum [Urk. 9/12/74-76 S. 2 unten]) von einem CRPS Stadium II und einer aktuell fehlenden Einsatzfähigkeit der linken oberen Extremität aus. Eine Arbeitsunfä
higkeit von 100 % sei ausgewiesen.
Diese Einschätzung wurde am
25. September 2007
(Bericht vom 2
7.
September 2007 [Urk. 9/12/61-62]) im Rahmen einer ambulanten Untersuchung in der Re
h
aklinik
C._
durch
Dr. med.
D._
, Orthopädische Chirurgie FMH,
Medizinischer Leiter Orthopädische und Handchirurgische Rehabilitation,
im Wesentlichen bestätigt
.
Er
befand, rechtsseitig könne die Beschwerdeführerin si
che
r normale Tätigkeiten ausführen, und empfahl
eine stationäre Rehabilitation mit den üblichen therapeutischen Optionen
und einer psychosomatischen Ab
klärung
.
3.4
Die v
om 31.
Oktober bis 16.
November 2007
mit der
Beschwerdeführerin
befass
ten Ärzte
der Rehaklinik
C._
stellten
im Austr
ittsbericht vom 20.
November 200
7
insbesondere
die folgenden Diagnosen (Urk.
9/9/19-25
S. 1
; vgl. auch psychosomatisches Konsilium [Urk. 9/9/15-18]
):
Unfall vom 25.
April 2007 mit Schnittverletzung
Dig
. III-V links an den Endgliedern
palmar
, im Verlauf CRPS Typ I Stadium II Hand links und Schmerzsyndrom Hand-Arm-Schulter-Nacken links
Anpassungsstörung mit Angst und depressiver Reaktion gemischt (ICD-10 F43.22), ausgeprägter maladaptiver Umgang mit den Schmerzen und Funktionseinschränkungen
Sie berichteten von einer Selbstlimitierung und Therapieverweigerung, weshalb die zu erwartenden Verbesserungen bezüglich Funktion und Belastbarkeit der linken Hand nicht hätten erreicht werden können und die Behandlung vorzeitig abgebrochen worden sei.
Aus unfallkausaler funktionell-somatischer Sicht –
psychiatrischerseits
bestünden keine darüber hinausgehenden Einschränkungen – könne die Beschwerdeführerin die angestammte Tätigkeit in einer Wäscherei aktuell nicht ausführen, da diese beidhändigen Handeinsatz erfordere. An einem von der Arbeitgeberin angebotenen Schonarbeitsplatz (vgl.
dazu
Urk.
9/12/54)
mit praktisch einhändig rechts auszuführender Tätigkeit sei sie dagegen – zu Beginn halbtags – einsatzfähig. In ihrem invalidisierenden Schonverhalten werde sie jedoch einen Arbeitseinsatz voraussichtlich rundweg ablehnen, ob
wohl vorsich
tig dosierte, sehr leichte Aktivitäten mit der linken Hand entschei
dend für eine Zustandsverbesserung wären (S. 2-4).
Ergänzend hielten die Ärzte der Rehaklinik
C._
am 7.
Februar 2008
fest
(Urk.
9/12/4)
,
zum Zeitpunkt des Rehabilitationsaufenthalt
e
s habe
medizinisch
gesehen noch kein Endzustand bestanden
. Es
habe ein CRPS Typ I Stadium
II
der linken Hand
vorgelegen, welches
grundsätzlich ausheilen oder – was bei der Beschwerdeführerin eher zu erwarten sei – in ein Stadium III übergehen könne. Der medizinische Zustand sei dringend therapiebedürftig. Es fehle jedoch an der nötigen Kooperation und der Bereitschaft der Beschwerdeführerin, auch gewisse Unannehmlichkeiten einer therapeutischen Massnahme zu akzeptieren.
3.
5
Dr.
A._
beri
chtete am 15. Januar 2008 (Urk.
9/12/14) von einem weiter
hin ausgeprägten CRPS
Stadium
II-III an der linken Hand, welche funktionell nicht einsatzfähig sei. Ein Arbeitsversuch nur mit der rechten Hand
sei
nicht durchgeführt
worden
, weil die
Arbeitgeberin
keinen entspre
chenden
Schonar
beitsplatz
habe
anbieten könne
n.
3.
6
Die ab Ende Dezember 2007 behandelnde Dr. med.
E._
, Psychiatrie und Psy
chotherapie FMH, berichtete am 16. März 2008 (Urk. 9/10/10-11), die bis zum Unfall vom April 2007 seelisch und psychisch gesund gewesene Beschwerde
führerin leide an einem reaktiven depressiven Zustand, welcher am ehesten ICD-10 F32.0 bis F32.01 zuzuordnen sei. Grundsätzlich wurzle die Arbeitsunfä
higkeit im somatischen Leiden, jedoch stelle die psychiatrische depressive Er
krankung eine weitere Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit dar. Der weitere Verlauf der psychiatrischen Erkrankung sei davon abhängig, ob das somatisch bedingte Leiden geheilt werden könne.
3.
7
Nach der vorläufig letzten Untersuchung vo
m März 2008
wies
Dr.
med.
F._
, Facharzt für Chirurgie, Leitender Arzt Schmerz- und Komplementärmedizin im Spital
Z._
,
am 28.
August
2008 (
Urk.
9/19)
darauf
hin, dass die Beschwer
deführerin nicht alle Behandlungsmöglichkeiten wahrnehme. Er diag
nostizierte einen
chronischen Schmerzzustand der linken Hand bei Status nach
CRPS nach Quetschtrauma am 25.
April 2007 und ging davon aus, die
linke Hand könne in Zukunft sicher nur noch a
ls Hilfshand eingesetzt werden. Mithin sei
die Be
schwerdeführerin funktionelle
Einhänderin
. Die bisherige Tätigkeit sei ihr nicht mehr zumutbar. In einer angepassten Tätigkeit beste
he eine Arbeitsfä
higkeit von
maximal
50
%.
Gleichzeitig gab Dr.
F._
an, er könne die physischen Ressourcen der Beschwerdeführerin nicht beurteilen.
3.
8
Dr.
med.
G._
, Facharzt für A
llgemeinmedizin,
Regionaler Ärztlicher Dienst
(RAD) der Beschwerdegegnerin,
hielt am 24.
N
ovember 2008 fest (Urk. 9/39 S.
3), aus versicherungsmedizinischer Sicht spreche nichts gegen eine 100%ige Arbeitsfähigkeit in einer angepassten, vo
rwiegend einhändigen Tätig
keit.
3.
9
Nachdem die Beschwerdeführerin m
it Schreiben
der SUVA
vom
18. März 2008 (Urk. 9/12/2-3)
aufgefordert
worden war
, an den ihr zumutbaren
Behandlungs
massnahmen
zur Milderung der Unfallfolgen und Steigerung der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit
mitzuwirken und innerhalb eines Monats eine intensive ergo- und physiotherapeutische Behandlung zu beginnen
, absolvierte sie
Ergothera
pie, insbesondere Spiegeltherapie, im Spital
Z._
(Urk. 9/18/2-3, Urk. 9/18/5, Urk. 9/18/7, Urk. 9/26/2, Urk. 9/26/7-8, Urk. 9/30/29).
Daraufhin führte
Dr.
F._
a
m 7.
April 2009
aus (
Urk.
9/30/28
), es habe ein erfreulicher Effekt eingesetzt, indem die Schmerzen deutlich rückläufig seien. Er habe der Beschwerdeführerin mitgeteilt, dass sich am Zustand ihrer Finger nichts mehr ändern werde und sie die linke Hand durchaus als Hilfshand einset
zen könne, sofern die Schmerzen dies zuliessen. Er habe den Eindruck, dass bei ihr eine gewisse Akzeptanz vorhanden sei.
Eine weitere
Regredienz
der Be
schwerden sei durchaus möglich. Funktionell werde die linke Hand jedoch auch in Zukunft lediglich als Hilfshand eingesetzt werden können.
Am 1.
September 2009 (Urk.
9/3
0/21) berichte
te Dr.
F._
von einem un
veränderten Zustand, sodass im Bereich der Finger von einem Endzustand aus
zugehen sei
und er die Behandlung abgeschlossen habe
. Die Finge
r
III-V wür
den nicht eingesetzt
.
3.1
0
Im Bericht vom 24. September 2009
betreffend die kreisärztliche
Abschluss
unter
suchung
vom selben
Datum
fü
hrte Dr.
B._
aus
(Urk. 9/30/12-15 S. 3 f.)
,
immerhin gebe es nun Phasen, in denen die Beschwerdeführerin zumindest in Ruhe beschwerdefrei sei. An der linken Schulter müsse er leider im Vergleich zu den Vorbefunden eine erhebliche Verschlechterung feststellen, wobei sich diese organisch nicht erklären lasse und wohl auf die Folgen der
Schmerzsymptoma
tik
, verbunden mit einer Schonhaltung, zurückzuführen sein dürfte. Die
Ellen
bogenfunktion
weise keine erhebliche Funktionseinschränkung auf. An der lin
ken Handbestehe noch eine minimale Beweglichkeit von Daumen und Zeigefin
ger. Die Finger III-V befänden sich in einer fixierten Stellung von 90° in den PIP-Gelenken. In den MP-Gelenken bestehe eine minimale Beweglichkeit. Der
Pinzettengriff
zum Zeigefinger sei mit Mühe durchführbar, jedoch ohne
Kraft
entwicklung
. Eine Atrophie der Haut sei nicht sichtbar. Eine Zyanose liege nicht vor, die Temperatur sei seitengleich. Aufgrund der Steifigkeit der Gelenke liege ein CRPS Typ I Stadium III vor.
Der
Endzustand
sei eingetreten
, wobei die Beschwerdeführerin als funktionelle Rechtshänderin zu betrachten sei. Zumutbar sei ihr eine sehr leichte Tätigkeit
ganztags
, welche ausschliesslich mit der rechten dominanten oberen Extremität durchgeführt werden könne. Die linke Hand könne höchstens spora
disch als Hilfshand im Sinne einer stützenden und fixierenden Funktion eines Gegen
standes eingesetzt werden. Manipulative Tätigkeiten seien ausgeschlos
sen. Gründe, welche eine zeitliche Limitierung auf den halben Tag rechtfertigen würden,
habe
er aufgrund seiner aktuellen Untersuchung nicht
gefunden
.
3.1
1
Nachdem der Schadenfall bei der SUVA
ohne erkennbaren Grund
längere Zeit offen
g
eblieben war, erging am 25.
Juni 2012
in ihrem Auftrag das
polydiszip
linäre
Gutachten der MEDAS
(Urk.
9/46/2-44
; vgl. auch
Teilgutach
te
n
Psychiatrie
,
Rheumatologie und Handchirurgie [Urk. 9/46/45
-67]
sowie er
gänzende Stellungnahme des psychiatrischen Sachverständigen vom 27. No
vember 2012 [
Urk.
9/53/3-4]
). Darin
wurden
die folgenden Diagnosen mit Aus
wirkung auf die Arbeitsfähigkeit
gestellt
(S. 27 f.):
Fixierte Kontraktur
Digiti
III-V links (ICD-10 M67.14)
, sich entwickelnd seit dem 25.
April 2007 mit/bei
Status nach abgelaufenem CRPS Typ I Hand links (ICD-10 M89.04)
Status nach Rissquetschwunden
Digiti
III-V Höhe Mittelphalanx links (ICD-10 S61.0)
Schulter-Hand-Syndrom mit sekundärer
myofaszialer
Schmerzsympto
ma
tik
am linken Schultergürtel (ICD-10 M79.01), sich entwickelnd seit 2007
Dysthymia
(ICD-10 F34.1), sich entwickelnd seit 2007
Differentialdiagnose (DD): zurückliegende depressive Erkrankung im Stadium der behandlungsbedingten Remission (ICD-10 F33.4)
Entwicklung körperlicher Symptome aus psychischen Gründen (ICD-10 F68.0)
Die Sachverständigen befanden,
die handchirurgischen und rheumatologischen Befunde seien sicher auf den Unfall vom 25. April 2007 zurückzuführen, nicht aber die psychischen Beschwerden (S. 35). Krank
hafte somatische
Gesundheits
beeinträchtigungen
lägen nebst den festgestellten Unfallrestfolgen nicht vor (S. 36).
Aufgrund der somatischen Unfallrestfolgen sei die Handfunktion links praktisch gänzlich eingeschränkt. Eine Greif- oder Haltefunktion bestehe nicht mehr. Die Extremität könne allenfalls als Widerstand und zum Bewegen von Objekten be
nutzt werden. Tätigkeiten, welche eine beidhändige Fingermotorik benötigten, seien der Beschwerdeführerin nicht mehr möglich. Grundsätzlich könne sie mit einer Extremität zu verrichtende Arbeiten ganztags und mit voller Leistungsfä
higkeit ausüben. Die zumutbare Leistungsfähigkeit werde vom begutachtenden Handchirurgen jedoch auf 50 % eingeschätzt, dies bezogen auf den allgemeinen Arbeitsmarkt (S. 37 f.).
Von (unfallfremder) psychiatrischer Seite werde davon ausgegangen, dass die
Chronifizierung
des Schmerzzustands und die depressive Verstimmung im Sinne einer
Dysthymia
eine leichte Einschränkung der Arbeitsfähigkeit nach sich zö
gen, weil die Kombination beider Befunde die willentliche Überwindbarkeit der durch Schmerzen bedingten qualitativen Leistungseinschränkung reduziere. Die damit verbundene Erhöhung der Fehlerquote beim Arbeiten sei mit einer quali
tativen Leistungseinbusse von 20 % der noch erhaltenen Restarbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin verbunden (S. 41).
Die prozentualen Einschränkungen der Leistungsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit würden sich teilweise kumulieren. Die laut psychiatrischem und rheu
matologischem Teilgutachten eingeschränkte Leistungsfähigkeit von 20 % sei in der aus handchirurgischer Sicht gewerteten Leistungseinschränkung von 50 %
enthalten und berücksichtigt. Die 20%ige Einschränkung der
Restarbeitsfähig
keit
aus psychiatrischer Sicht sei jedoch zusätzlich zu berücksichtigen. Insge
samt könne von einer 60%igen Einschränkung der Arbeitsfähigkeit ausgegan
gen werden, in erster Linie bedingt durch das Unfallleiden (50 %; S. 42).
3.1
2
Der RAD-Arzt Dr.
G._
erklä
rte am 27. November 2012 (Urk. 9
/56 S.
2
) nach Einsicht in das MEDAS-Gutachten, es seien relevante Gesundheitsschäden vor
handen, im Wesentlichen in Form einer
unfallbedingten weitgehenden Ein
schränkung der linken oberen Extremität und einer unfallfremden
chronifizier
ten
Dysthymie
mit körperlichen Symptomen. Damit sei die angestammte Tätig
keit seit dem Unfall vom April 2007 bleibend nicht mehr zumutbar, während aber in leidensangepasster weitgehend einarmiger Tätigkeit spätestens seit dem Ablauf der Wartezeit eine Restarbeitsfähigkeit von 80
% ausgewiesen sei.
4.
4.1
Im Hinblick auf einen allfälligen Rentenanspruch der Invalidenversicherung ist zunächst zu prüfen, inwiefern die Beschwerdeführerin aufgrund gesundheitli
cher Beeinträchtigungen in ihrem beruflichen Leistungsvermögen eingeschränkt ist.
4.2
In somatischer Hinsicht ist vorwegzuschicken, dass nebst den organischen Un
fall
folgen unstreitig keine körperlichen Gesundheitsschäden mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit vorliegen.
Sodann
steht aufgrund der medizinischen Akten fest und ist unbestritten, dass die Beschwerdeführerin
in somatischer Hinsicht
seit dem Unfall vom 25. April 2007 von Seiten ihrer linken oberen Extremität, insbesondere der
adominanten
linken Hand, dahingehend eingeschränkt ist, dass für die angestammte, beid
händige
n
Handeinsatz erfordernde Tätigkeit als Mitarbeiterin in einer Wäscherei keine Einsatzfähigkeit mehr besteht. Sodann steht – zu Recht – ausser Frage, dass ihr eine vorwiegend mit der dominanten rechten Hand, allenfalls mit zeit
weiser unterstützender Zuhilfenahme der linken Hand, zu bewältigende Ver
weisungstätigkeit grundsätzlich zumutbar ist.
4.3
4.3.1
Strittig und zu prüfen ist dagegen, in welchem Umfang sie in einer solchen an
gepassten Tätigkeit arbeits- beziehungsweise leistungsfähig ist. Anlass zur Kontroverse gibt in diesem Zusammenhang namentlich der handchirurgische Teil des MEDAS-Gutachtens (vgl. E. 3.
11
hiervor), welches im Übrigen nicht kritisiert wurde und grundsätzlich – insbesondere in diagnostischer Hinsicht –
eine beweiskräftige medizinische Entscheidungsgrundlage (vgl. E. 1.
4
hiervor) darstellt.
4.3.2
Der handc
hirurgische MEDAS-Gutachter Dr. med.
G._
führte in seiner
Teilex
pertise
vom 8. Mai 2012 aus (Urk. 9/
46/64-67
S. 3), die Handfunktion links sei praktisch gänzlich eingeschränkt. Eine Greif- oder Haltefunktion bestehe nicht mehr. Die Extremität könne allenfalls als Widerstand zum Bewegen von Objek
ten benutzt werden. Tätigkeiten, welche eine beidhändige Fingermotorik benö
tigten, seien der Beschwerdeführerin nicht mehr möglich (Ziff. 6.1). Grundsätz
lich könne sie Arbeiten, welche mit einer Extremität ausgeführt werden könn
ten, ganztags und mit voller Leistungsfähigkeit durchführen (Ziff. 6.2). Die noch zumutbare Leistungsfähigkeit schätze er auf 50 % ein (Ziff. 7).
4.3.3
Diese abschliessende Schlussfolgerung von
Dr.
G._
steht klar im Widerspruch zu seinen übrigen gutachterlichen Feststellungen und insbesondere zu seiner vorangehenden Beurteilung, wonach für einarmig rechts zu verrichtende Tätig
keiten
grundsätzlich
eine uneingeschränkte Arbeits- und Leistungsfähigkeit be
stehe. Einen
plausiblen
Grund für die Annahme eines gleichwohl nur hälftigen beruflichen Leistungsvermögens nannte der Handchirurg nicht und ergibt sich auch nicht aus dem Hauptgutachten. Infolgedessen ist seine
Arbeitsfähig
keitseinschätzung
nicht nachvollziehbar und kann der
medizinische
Sachverhalt nicht als in diesem Sinne erstellt gelten. Allenfalls hat Dr.
G._
den Begriff des allgemeinen Arbeitsmarktes (vgl. Frage 7 des somatischen Fragenkatalogs der Beschwerdegegnerin [
Urk. 9/35/
3-4 S. 2
]) missverstanden oder einen Vergleich mit beidhändig einsatzfähigen Personen angestellt. Wie es sich damit tatsäch
lich verhält, kann indes offenbleiben.
4.3.4
Angesichts der
weitgehend übereinstimmenden Befunde der Ärzte somatischer Fachrichtung
steht hinreichend zuverlässig fest, dass in einer den körperlichen Unfallfolgen angepassten Tätigkeit, welche vorwiegend mit der dominanten rechten oberen Extremität erbracht werden kann, weder zeitliche noch
leis
tungsmässige
Einschränkungen bestehen. Diesbezüglich kann insbesondere auf den beweiskräftigen Abschlussbericht von Dr.
B._
vom 24. September 2009
(
vgl. E. 3.
10
hiervor)
verwiesen
werden, welcher von der Beschwerdeführerin
denn auch
nicht kritisiert wurde. Mit dem Kreisarzt ist davon auszugehen, dass keine Gründe vorliegen
, welche
den Schluss auf
ein nur hälftiges Pensum rechtfertig
en würden.
Diese Einschätzung wurde durch den
RAD-Arzt Dr.
G._
(vgl. E. 3.8 und E. 3.12 hiervor) und de
n
Versicherungsmediziner Dr. med.
I._
, Facharzt für Chirurgie FMH (vgl. Urk. 7/239 im Prozess UV.2014.00052)
be
kräftigt.
4.3.5
In den übrigen medizinischen Akten finden sich keine
hinreichenden
Anhalts
punkte, welche die kreisärztliche Einschätzung von Dr.
B._
ernsthaft in Frage zu stellen
vermöchten. Dies gilt nicht nur für das MEDAS-Gutachten, sondern auch für die
Berichte
von Dr.
F._
vom 26. Januar (Urk. 9/26/8), 7. April (Urk. 9/30/28), 12. Mai (Urk. 9/30/27) und 1. September 2009 (Urk. 9/30/21).
Insbesondere ist auch
der Arbeitsfähigkeitseinschätzung
von Dr.
F._
vom
28. August 2008 (
vgl. E. 3.7 hiervor) nichts abzugewinnen,
da
er
ausdrücklich erklärte, dass er nicht in der Lage sei, sich zu den zumutba
ren Tätigkeiten zu äussern.
Er nannte denn auch keinen Grund, weshalb die von ihm als funktio
nelle
Einhänderin
eingestufte Beschwerdeführerin in einer ange
passten, mit der unversehrten oberen Extremität zu verrichtenden Tätigkeit nicht uneinge
schränkt einsatzfähig sein soll. Mangels Begründung kann sodann auch nicht auf den
Bericht
von
Dr.
A._
vom
28. Februar 2008 (Urk. 9/9/1-6 S. 6 Ziff. 5.2)
, worin eine Arbeitsfähigkeit gänzlich ausgeschlossen wurde, abgestellt werden.
Im Übrigen bleibt anhand seiner
Ausführungen un
klar, ob er auch die psychischen Beschwerden mitberücksichtigte
, zu deren Beurteilung er als fach
fremder Spezialarzt nicht kompetent ist.
Schliesslich bezieht sich das von den Ärzten der Rehaklinik
C._
(vgl. E. 3.4 hiervor)
befürwortete
Halbtagespen
sum
lediglich auf die Phase der
bereits
damals emp
fohlenen Arbeitsaufnahme.
Sodann ist zu berücksichtigen, dass das im Rahmen der CRPS-Erkrankung auf
getretene Schulter-Hand-Syndrom mit sekundärer,
myofaszialer
Schmerzsymp
tomatik
am linken Schultergürtel gemäss Einschätzung des rheumatologischen MEDAS-Gutachters Dr. med.
J._
(vgl. Teilgutachten vom 2. Mai 2012 [Urk. 9/46/58-63 S. 5]) in einer angepassten Tätigkeit ohne Einsatz der linken oberen Extremität keine Einschränkung des beruflichen Leistungsvermögens zeitigt. Der Rheumatologe begründete die von ihm attestierte Arbeitsunfähigkeit von maximal 20 % ausschliesslich mit einer
Dekonditionierung
, welche aller
dings mittels entsprechender Therapie behoben werden könne. Dies ist der Be
schwerdeführerin im Rahmen ihrer
Schadenminderungspflicht durchaus zumut
bar, weshalb auch in rheumatologischer Hinsicht von einer vollen Arbeits- res
pektive Leistungsfähigkeit in angepasster Tätigkeit
auszugehen ist
.
4.3.
6
Soweit der RAD-Arzt Dr.
G._
in seiner Stellungnahme vom 27. November 2011 (Urk. 9/56 S. 2) davon ausging, seine Einschätzung habe spätestens seit dem Ablauf der einjährigen Wartezeit (vgl. E. 1.2 hiervor) per 24. April 2008 Gültigkeit, gibt dies ebenfalls zu keiner Kritik Anlass, da sich nach Lage der medizinischen Akten die
gesundheitliche Situation
der Beschwerdeführerin –
abgesehen von
ihrer im Zeitlauf verbesserten Behandlungsbereitschaft und der unter adäquater Therapie eingetretenen Verbesserung
der Schmerzsituation
(vgl.
E. 3.4, E. 3.7 und E. 3.9 hiervor) –
mit dem massgebenden Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit im
relevanten
Zeitraum
nicht wesentlich verändert zu haben scheint
. Etwas anderes wurde beschwerdeweise nicht gel
tend gemacht.
4.4
Als Zwischenfazit ist somit mi
t der Beschwerdegegnerin (Urk. 2 S. 2 oben
) festzu
halten, dass für eine den somatischen Unfallfolgen angepasste Tätigkeit eine volle Arbeits- und Leistungsfähigkeit besteht.
5.
5.1
Uneins sind sich die Parteien
im Weiteren
in der Frage, ob zusätzlich eine psy
chisch bedi
ngte Arbeitsunfähigkeit besteht
.
5.2
Gemäss unbestritten gebliebene
r
Einschätzung
des psychiatrischen MEDAS-
Sach
verständigen
Dr. med.
K._
(vgl. E. 3.11 hiervor; vgl. auch Teilgutachten Psychiatrie vom 6. Juni 2012 [Urk. 9/46/45-57 S. 11)
leidet die Beschwerde
führerin an einer depressiven Verstimmung im Sinne einer
Dysthymie
und
an
einer Entwicklung körperlicher Sy
mptome aus psychischen Gründen, wobei – bei eindeutiger Befundlage – keine Hinweise auf das Vorliegen einer ernsthaften psychiatrischen Erkrankung oder einer psychischen Störung mit Krankheitswert vorl
ie
gen (S. 11 unten).
Wenn Dr.
K._
dennoch – infolge Unzumutbarkeit der willentlichen Schmerzüberwindung – von einer qualitativen
Leistungsminde
rung
von 20
%
ausgeht, so kann dem nicht stattgegeben werden.
Eine
Dysthy
mie
gilt nach der Rechtsprechung (Urteil
des Bundesgerichts
9C_98/2010 vom 2
8.
April 201
0 E. 2.2.2, in: SVR 2011 IV Nr.
17 S. 44) von hier nicht relevanten Ausnahmen abgesehen regelmässig nicht als Gesundheitsschaden im Sinne des Gesetzes.
Ebenso wenig handelt es sich bei der Diagnose „
Entwicklung körperli
cher Symptome aus psychischen Gründen
“
um ein psychisches Leiden von Krankheitswert im
invalidenversicherungsrechtlichen Sinne. Eigenen Angaben zufolge sucht die
Beschwerdeführer
in
ihre Psychiaterin
Dr.
E._
(vgl.
Bericht von Dr.
B._
vom 24. September 2009 [Urk. 9/30/12-15 S. 1 unten],
MEDAS-
G
ut
achten
vom 25. Juni 2012 [Urk. 9/46/2-44 S.
22
oben
]
) nur
einmal pro Mo
nat
auf, was nicht für einen erheblichen Leidensdruck respektive gegen ein gra
vie
rendes psychisches Leiden spricht.
Hieran vermögen die Ausführungen von
Dr.
E._
, welche von einem reaktiven depressiven Zustand leichten Grades, allenfalls mit somatischem Syndrom (ICD-10 F32.0 respektive F32.01) ausgeht (vgl. E. 3.6 hiervor), nichts zu ändern
, zumal sie den Hauptgrund für die Ar
beitsunfähigkeit
ebenfalls
im somatischen Leiden erblickt
.
Demzufolge
besteht kein Raum für die Anerkennung einer psychisch bedingten
Leistungs
einbusse
.
6
.
6
.1
Zu prüfen bleiben die erwerblichen Auswirkungen der gesundheitsbedingten Einschränkungen der Arbeitsfähigkeit
.
6
.2
6.
2.1
I
m Rahmen des
richtigerweise
für das Jahr 2008 (mutmasslicher Rentenbeginn
nach Ablauf der ei
njährigen Wartezeit, vgl. E. 1.2
hiervor
) vorgenommenen
Einkommensvergleichs
(vgl. E. 1.3 hiervor)
ermittelte die Beschwerdegegnerin
(vgl. im Einzelnen Urk. 9/38 und Urk. 9/55)
gestützt auf den von der
Y._
angegebenen Stundenlohn (Urk.
9/11)
ein
Valideneinkom
men
von Fr.
44‘460.--
.
6
.2.2
Dieses
liegt in der Grössenordnung der von der Beschwerdeführerin in den Jah
ren vor dem Unfall erzielten Verdienstes (vgl. IK-Auszug ([Urk. 9/8, Urk. 9/37]) und blieb beschwerdeweise unangefochten,
gibt jedoch Anlass zur Bemerkung, dass zur Ermittlung des massgebenden Erwerbseinkommens die entsprechenden Zeiten für Ferien und Feiertage von der Jahresarbeitszeit abgezogen werden müssen, falls – wie vorliegend – im Stundenlohn Ferien- und
Feiertagsentschä
digungen
enthalten sind (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_749/2013 vom 6. März 2014 E. 3.3.2 mit Hinweisen). Laut den von der SUVA eingeholten Lohnangaben der
Y._
(
vgl. Urk.
7/160 S. 1 und Urk.
7/208
im Prozess UV.2014.00052
) hätte ihr
Einkommen
im Jahr 2008
ohne gesund
heitliche Beeinträchtigung Fr. 43‘400.-- betragen. Insofern
ist der
von der
Be
schwerdegegnerin
ermittelte
Validen
lohn
jedenfalls nicht zu Ungunsten der Beschwerdeführerin ausgefallen.
6.3
6
.3.1
Zur Ermittlung des Invalideneinkommens sind unbestrittenermassen die
Tabellen
löh
ne
der Schweizerischen Lohnstrukturerhebung (
LSE
)
heranzuziehen
, da die Beschwerdeführerin keine ihr zumutbare Erwerbtätigkeit aufgenommen hat.
Dabei erweist es sich als gerechtfertigt, auf den nicht nach Branchen differen
zier
ten standardisierten monatlichen Bruttolohn (Zentralwert) für weibliche Ar
beitskräfte an Arbeitsplätzen des niedrigsten Anforderungsniveaus im privaten Sektor von monatlich Fr. 4'116.-- (LSE 2008, Tabelle TA1
, Total
) abzustellen.
Angepasst an die betriebsübl
iche Wochenarbeitszeit von 41.6
Stunden (
vgl. Ta
belle B 9.2, Total, in:
Die
Volkswirtschaft 3-4/2015 S. 88
) resultiert für das J
ahr 2008 ein Jahreslohn von Fr.
51‘367.70
(Fr. 4‘116.
-- :
40 x 41.6 x 12)
für ein
der Beschwerdeführerin zumutbares Vollzeitpensum
.
6
.3.2
Entgegen
dem
Standpunkt
der Beschwerdeführerin (Urk. 1 S.
3) sah die
Be
schwer
degegnerin
nicht gänzlich von einem Abzug vom Tabellenlohn ab, son
dern gewährte aufgrund des eingeschränkten Anforderungsprofils einen solchen vo
n 10
%, mithin einen um fünf
Prozentpunkte tieferen als den
beschwerde
weise
–
mit derselben Begründ
ung
–
geforderten Abschlag von 15
%.
Weitere lohnmindernde Umstände wurden nicht geltend gemacht und sind nicht er
sichtlich.
Im Gegenteil
wirkt sich
das Lebensalter bei Frauen
im Segment von 50 bis 64/65 Jahren – die Beschwerdeführerin war im Verfügungszeitpunkt
62
Jahre alt –
(auch) im LSE-Anforderungsniveau 4
lohnerhöhend
aus (vgl. LSE 2010 Tabelle TA9
).
6
.3.3
Zu berücksichtigen ist in diesem Zusammenhang, dass das kantonale
Versiche
rungsgericht
sein Ermessen nicht ohne triftigen Grund an die Stelle desjenigen der Verwaltung setzen darf und
diesfalls
Gegebenheiten darlegen muss, welche seine abweichende Ermessensausübung als naheliegender erscheinen lassen (BGE
126 V 75 E.
6 mit Hinweisen). Ein Abweichen ist grundsätzlich nur bei Unangemessenheit mögli
ch (BGE
137 V 71 =
Pra
2011 Nr.
91 E.
5.2).
Seit BGE 126 V 75 hat die Praxis bei Versicherten, welche ihre dominante Hand gesundheitlich bedi
ngt nur sehr eingeschränkt,
beispielsweise
als unbelastete
Zudienhand
, einsetzen können, regel
mässig einen Abzug von 20 % oder sogar 25
% vorgenommen respektive als angemessen bezeichnet. Dies bedeutet
aller
dings
noch nicht, dass eine rechtsfehlerhafte Ermessensausübung vorliegt, wenn das k
antonale Gericht weniger als 20
% annahm, zumal in den
Bundesgerichts
u
rteilen
I
348/04 vom 19.
Nov
ember 2004 und U
122/05 vom 3
0.
August 2005 ein Abzug von 10 % bis 15
% als angemessen bezeichnet wur
de (Urteile
des Bundesgerichts
9C_418/2008 vom 17.
September 2008 E. 3.3.2 f. und 8C_971/2008 vom 23. März 2009 E.
4.2.6.2).
Ob der gewährte Abzug von 10
% einer Ang
emessenheitskontrolle standhält
, kann offenbleiben.
Denn bei Gewährung eines maximal zulässigen Abzuges von 25 % vom Tabellenlohn (BGE 126 V 75 E. 5b/cc) beliefe sich das
Invalidenein
kommen
auf Fr. 38‘525.7
5
(Fr. 51‘367.70 x 0.75), womit im Vergleich mit dem
Valideneinkommen
von Fr. 44‘460.-- eine
Erwerbseinbusse von Fr. 5‘934.25
entsprechend einem
Invaliditätsgrad von 13 % (zur Rundung vgl. BGE 130
V 121 E. 3.2) resultierte.
7
.
Folglich erweist sich die angefochtene Verfügung vom
10. Januar 2013
(U
rk.
2) als rechtens, was zur Abweisung der Beschwerde führt.
8
.
Die Gerichtskosten im Sinne von
Art. 69 Abs. 1
bis
IVG sind ermessensweise auf Fr.
8
00.-- festzusetzen und entsprechen
d dem Ausgang des Verfahrens der
Be
schwerdeführer
in
aufzuerlegen
.