# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 6428c0b0-bf14-43f2-9fd4-d3ef0cb21e60
**Court:** GR_KG
**Chamber:** GR_KG_006
**Year:** 2014
**Language:** de
**Jurisdiction:** GR / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

hat sich ergeben:
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I. Sachverhalt
A. X._ und Y._ heirateten am 28. April 2000 vor dem Zivilstandsamt O.1_ und sind Eltern der Söhne A._, geboren am _2000, B._, geboren am _2002, und C._, geboren am _2004. Bis zur Trennung am 1. November 2011 lebte die Familie in O.1_. Durch den Eheschutzentscheid des Bezirksgerichts Landquart vom 31. Oktober 2012 wurden die Kinder für die Trennungsphase unter die Obhut der Mutter gestellt, während das elterliche Sorgerecht bei beiden Elternteilen gemeinsam verblieb. Durch diesen Entscheid wurde Y._ zudem das Recht eingeräumt, seine Söhne jeweils am zweiten und vierten Wochenende jedes Monats zu sich auf Besuch zu nehmen und mit ihnen während dreier Wochen pro Jahr gemeinsame Ferien zu verbringen.
B. Bei der Ausübung des Besuchsrechts kam es insofern zu erheblichen Problemen, als Y._ gegenüber seinen Söhnen als Bestrafungs- und Erziehungsmassnahme wiederholt handgreiflich geworden war. Auf entsprechende Meldung von Dr. med. D._, Leiter der Kinderschutzgruppe am Kantonsspital Graubünden, hin sistierte die Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde (KESB) Nordbünden mit Entscheid vom 18. Juni 2013 das Recht von Y._ auf persönlichen Verkehr mit seinen Kindern befristet für die Dauer der Begutachtung und die anschliessende Beurteilung der Situation. Gleichzeitig beauftragte sie Dr. med. E._ mit der Erstellung eines fachärztlichen Gutachtens über Y._ hinsichtlich dessen Gewaltpotential und der damit verbundenen Gefährdung der Kinder. Zudem sollte das Gutachten konkrete Empfehlungen für die Gestaltung des erneuten Kontaktaufbaus und die Ausübung des Besuchsrechts beinhalten.
C. In seinem Gutachten vom 12. Oktober 2013 stellte Dr. med. E._ fest, dass die Kinder aufgrund der langandauernden schwierigen Trennungssituation und der massiven Kommunikationsschwierigkeiten der Eltern unter starken Loyalitätskonflikten leiden würden. Auf die altersüblichen Geschwisterrivalitäten reagiere Y._ laut und mit Strafandrohungen, welche unter Einsatz von Tätlichkeiten hin und wieder auch umgesetzt würden. Es bestehe eine hohe Gefahr, dass der Vater gegenüber den Kindern erneut tätlich werde, da er die Züchtigung seiner Söhne gemäss eigenen Aussagen weiterhin nicht ausschliessen könne und keine wirkliche Alternative zu diesen körperlichen Massregelungen sehe. So hätten die drei Kinder – obschon möglicherweise unter
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gegenseitiger Beeinflussung – anlässlich der persönlichen Befragung durch den Gutachter denn auch angegeben, keinen Kontakt mit dem Vater haben zu wollen. Dr. med. E._ empfahl Y._ die Teilnahme an einem Programm für häusliche Gewalt, nötigenfalls in Kombination mit einer psychotherapeutischen Behandlung. Den Kindern solle eine Vertrauensperson zur Seite gestellt werden, um mit dieser Therapiegespräche bezüglich künftiger Kontaktwünsche und Beziehungspflege zum Vater führen zu können. In Bezug auf das Besuchsrecht empfahl er, dass die Kontakte zwischen dem Vater und den Kindern langsam und schrittweise sowie zunächst in Begleitung erfolgen sollen. Zudem sollen zunächst keine Übernachtungen stattfinden und zwecks Vermeidung von gegenseitigen Überforderungen sollen nicht alle drei Kinder gleichzeitig zum Vater auf Besuch gehen.
D. Gestützt auf dieses Gutachten vom 12. Oktober 2013 und auf die Äusserungen von X._ und Y._ anlässlich einer persönlichen Anhörung sowie an der Sitzung der KESB Nordbünden vom 17. Dezember 2013 entschied diese gleichentags was folgt:
"1. A._, B._ und C._ und den Eltern wird die Weisung erteilt, per sofort mit Dr. phil. F._ Therapiegespräche bezüglich zukünftiger Kontaktwünsche und der Beziehungspflege zum Vater zu führen. Die Eltern werden angewiesen, nach Massgabe von Dr. F._ an den Therapiegesprächen mitzuwirken. Der Therapeut ist befugt, innerhalb des Therapieprozesses die von den Kindern gewünschten Besuchskontakte zu ihrem Vater zu planen und umzusetzen. Sobald das Vertrauensverhältnis zwischen den Kindern und dem Vater aufgebaut ist, können Besuchswochenenden erprobt und ausgewertet werden. Wenn nach Einschätzung von Dr. F._ zukünftige Besuchskontakte unbelastet und unbegleitet stattfinden können, wird er ersucht, der KESB Bericht zu erstatten und Antrag zu stellen. Falls massgebliche Veränderungen der Situation erfolgen (bspw. Abbruch der Therapiegespräche) oder spätestens nach einem Jahr ist von Dr. F._ ebenfalls ein Verlaufsbericht an die KESB einzureichen.
2. Die Verfahrenskosten werden auf total Fr. 6'382.50 (Grundgebühr Fr. 300.--, aufwandbezogene Gebühr Fr. 612.50, Gutachten Fr. 5'470.--) festgesetzt und je zur Hälfte den Eltern von A._ (X._ (Mutter): Fr. 3'191.25 / Y._ (Vater): Fr. 3'191.25) auferlegt. Sie sind innert 30 Tagen zu bezahlen.

## Considerations