# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 9055a0fd-b37b-44e2-8ad5-49cbdb754e03
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2016
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1976, meldete sich am 1
3.
Dezember 2005 bei der Inva
lidenversicherung zum Leistungsbezug an (
Urk.
7/1). Die IV-Stelle
Y._
sprach ihr
mit Verfügungen vom 1
8.
März 2009
von Januar 2006 bis März 2007 eine ganze
Rente und ab April 2007 eine
Viertelsrente
sowie
- für den 2005 gebore
nen Soh
n (
Urk.
7/58) -
eine Kinderrente zu (
Urk.
7/88 =
Urk.
7/89,
Urk.
7/90). Die da
gegen von der
GastroSocial
Pensionskasse
am 1
7.
April 2009 erhobene Beschwerde (
Urk.
7/96) wurde vom Verwaltungsgericht des Kantons
Y._
mit Urteil vom 2
6.
August 2010 abgewiesen (
Urk.
7/109).
Mit Wirkung ab
März
2010 wurde der Versicherten eine weitere Kinderrente zugesprochen (
Urk.
7/110)
.
1.2
Die
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, leitete im Mai 2011
ein Revisionsverfahren ein (vgl.
Urk.
7/120) und veranlasste unter ande
rem eine psychiatrische (
Urk.
7/130) und eine orthopädische (
Urk.
7/131) Un
tersuchung durch den Regionalen Ärztlichen Dienst (RAD). Die
GastroSocial
Pensionskasse
beantragte am 1
6.
November 2012
, die Rente sei aufzuheben und der
Inva
lidi
tätsgrad
sei neu festzulegen (
Urk.
7/139 =
Urk.
7/140)
, dies unter Hinweis auf zwei von ihr eingeholte Gutachten (
Urk.
7/135,
Urk.
7/136 =
Urk.
7/137)
.
Mit Vorbescheid vom 1
3.
September 2013
stellte
die IV-Stelle einen unverän
der
ten Rentenanspruch
in Aussicht
(
Urk.
7/150), wogegen die
GastroSocial
Pen
sionskasse
am 1
4.
Oktober 2013 (
Urk.
7/154) und die Versicherte am 2
8.
Januar 2014 (
Urk.
7/162) Einwände erhob.
Mit Verfügung vom
23
.
September 2014 hielt die IV-Stelle einen unveränderten Rentenanspruch fest (
Urk.
7/
175
=
Urk.
2).
2.
Gegen die Verfügung vom
23
.
September 2014 (
Urk.
2) erhob die
GastroSocial
Pen
sionskasse
am 2
3.
Oktober 2014 Beschwerde und beantragte, die Verfügung und die Rente seien aufzuheben (
Urk.
1 S. 2 oben
Ziff.
1-2).
Die IV-Stelle beantragte mit Beschwerdeantwort vom 2
6.
November 2014 (
Urk.
6)
die Abweisung der Beschwerde.
D
ie beigeladene Versicherte
beantragte am
4.
Mai 2015
die Abweisung der Be
schwerde (
Urk.
13), was den Verfahrensbeteiligten am
7.
Mai 2015 zur Kenntnis gebracht wurde (
Urk.
14).
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze
oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den All
g
emeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG
). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Ge
sundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung ver
bleibende
ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom
menden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der ge
sundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Er
werbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines
Rentenbezü
gers
erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (
Art.
17
Abs.
1
ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tat
säch
lichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Ren
tenanspruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente nicht nur bei einer wes
entlichen Änderung des Gesundheitszustandes, sondern auch dann
revidier
bar
,
wenn sich die erwerblichen Auswirkungen des an sich gleich gebliebenen Ge
sund
heitszustandes erheblich verändert haben (BGE 130 V 343 E. 3.5 mit Hin
wei
sen). Eine Veränderung der gesundheitlichen Verhältnisse liegt auch bei gleich
gebliebener Diagnose vor, wenn sich ein Leiden in seiner Intensität und in
seinen Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit verändert hat (Urteile des Bun
des
gerichts 9C_261/2009 vom 1
1.
Mai 2009 E. 1.2 und I 212/03 vom 28. August 2003
E. 2.2.3).
Dagegen stellt die bloss unterschiedliche Beurteilung der Auswirkungen eines im
Wesentlichen unverändert gebliebenen Gesundheitszustandes auf die Ar
beits
fähig
keit für sich allein genommen keinen Revisionsgrund im Sinne von
Art.
17
Abs.
1 ATSG dar.
Zeitliche Vergleichsbasis für die Beurteilung einer anspruchserheblichen Ände
rung des Invaliditätsgrades bilden die letzte rechtskräftige Verfügung oder der
letzte rechtskräftige
Einspracheentscheid
, welche oder welcher auf einer materi
ellen Prüfung des Rentenanspruchs mit rechtskonformer Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und Invaliditätsbemessung beruht (BGE 133 V 108; vgl. auch
BGE 130 V 71 E. 3.2.3; Urteil des Bundesgerichts 9C_438/2009 vom 26. März 2010
E. 1 mit Hinweisen).
1.3
Das Sozialversicherungsgericht hat den Sach
verhalt von Amtes wegen festzu
stellen und alle Beweismittel objektiv zu prüfen, unabhängig davon, von wem
sie stammen, und danach zu entscheiden, ob sie eine zuverlässige Beurteilung des
strittigen Leistungsanspruches gestatten. Ins
besondere darf es beim Vorlie
gen einander widersprechender medizinischer Be
richte den Prozess nicht erledigen,
ohne das gesamte Beweisma
terial zu würdi
gen und die Gründe anzugeben, wa
rum
es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt (ZAK 1986 S.
188 E.
2a). Hinsichtlich des
Beweis
wertes
eines ärztlichen Gutachtens ist im Lichte dieser Grundsätze ent
scheidend, ob es für die Beantwortung der ge
stellten Fragen umfassend ist, auf den erfor
derlichen allseitigen Untersuchun
gen beruht, die geklagten Beschwerden be
rücksichtigt und sich mit diesen sowie dem Verhalten der untersuchten Person auseinander setzt - was vor allem bei psychischen Fehlent
wicklungen nö
tig ist -, in Kenntnis der und gegebenenfalls
in Auseinander
setzung mit den
Vorakten
abgegeben worden ist, ob es in der Dar
legung der medizinischen Zustände und Zusammenhänge ein
leuchtet, ob die Schluss
folgerungen der medizinischen Ex
per
ten in einer Weise begründet sind, dass die rechtsanwendende Person sie prüfend nachvollziehen kann, ob der Experte oder die Expertin nicht auszu
räu
mende Unsicherheiten und Unklar
heiten, welche die Be
antwortung der Fragen erschweren oder verunmöglichen, gegebe
nenfalls deutlich macht (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E.
3a, 122 V
157 E. 1c; U. Meyer-Blaser, Die Rechtspflege in der Sozialversicherung, BJM 1989, S.
30 f.; derselbe in H.
Fredenhagen
, Das ärztliche Gutachten,
3.
Aufl. 1994,
S. 24 f.).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin ging in der angefochtenen Verfügung (
Urk.
2)
davon aus, eine Verbesserung des Gesundheitszustandes sei nicht ausgewiesen
;
das von
der Beschwerdeführerin eingereichte Gutachten sei punkto Beurteilung der medi
zinischen Zusammenhänge nicht nachvollziehbar und die medizinischen Schluss
f
olgerungen seien nicht hinreichend begründet (S.
1). Es sei gegenwärtig von
einem weitgehend stationären Gesundheitszustand auszugehen (S.
1 unten). Wo
möglich sei im Zeitpunkt der Begutachtung die depressive Störung nur
leicht
gradig
gewesen. Massgebend seien jedoch die funktionellen Auswirkun
gen; da
es sich um eine chronische Störung handle, würde eine Steigerung der Arbeits
fähigkeit über 50
%
infolge reduzierter Ressourcen und erhöhter Vulne
rabilität zu einer erneuten Verschlechterung der psychischen Symptomatik führen (S. 2).
2.2
Die Beschwerdeführerin machte demgegenüber geltend (
Urk.
1), es sei - aus nä
her dargelegten Gründen (S.
10 ff.
Ziff.
3) - auf das von ihr eingeholte
psychi
a
trische
Gutachten abzustellen (S. 17 f.
Ziff.
4.2). Aus psychiatrischer Sicht
habe sich der Gesundheitszustand spätestens seit Dezember 2011 derart verbessert, dass
die Arbeitsunfähigkeit lediglich noch 30
%
betrage
(S. 18
Ziff.
4.4), womit ein Invaliditätsgrad von
35
%
resultiere (S. 18 f.
Ziff.
5.2).
2.3
Die beigeladene Versicherte stellte sich auf den Standpunkt (
Urk.
13), dass - aus näher dargelegten Gründen (S. 5 ff.
Ziff.
6.2 ff.) - auf das von der Beschwerde
führerin eingeholte Gutachten nicht abgestellt werden könne (S. 12 oben).
2.4
Strittig und zu prüfen ist, ob sich der Gesundheitszustand der beigeladenen Versicherten seit der
Rentenzusprache
im März 2009 so verbessert hat, dass ein Revisionsgrund im Sinne von
Art.
17
Abs.
1 ATSG vorliegt.
3.
3.1
Am 1
4.
Juli 2006 erstattete
Dr.
med.
dipl.
-
psych
.
Z._
, Facharzt für Psy
chiatrie und Psychotherapie, ein Gutachten im Auftrag des
Taggeldversi
cherers
(
Urk.
7/19).
Er stützte sich auf die ihm überlassenen Akten (S. 2), die Angaben der Versicherten (S.
2
ff.) und
die
von ihm am
4.
Mai
2006 (S.
1) erhobe
nen Befunde (S. 5).
Er führte unter anderem aus, diagnostisch sei von einer rezidivierenden de
pressiven Störung, gegenwärtig mittelgradig bis
schwergradig
ausgeprägt und mit somatischem Syndrom (ICD-10 F32.1)
,
auszugehen (S. 6 oben).
Zum Untersuchungszeitpunkt liege gesamthaft eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit aufgrund eines gehemmt-depressiven Zustandsbildes, mittel- bis
schwergradig
aus
geprägt, vor (S. 6 Mitte, S. 7
Ziff.
1c).
Es sei von einer verhaltenen Prognose au
szugehen. Ab August 2006 dürfte
der Versicherten medizinisch-theoretisch eine 50%ige Arbeitsfähigkeit in einer ruhigen, stressfreien Tätigkeit mit kleinem Mitarbeiterstab und unterstützender Arbeitsatmosphäre zumutbar sein (S. 7 oben, S. 8
Ziff.
3a).
3.2
Die zuständige IV-Stelle ging in ihrer Verfügung vom 1
8.
März 2009 (
Urk.
7/88) gestützt auf das Gutachten von
Dr.
Z._
unter anderem von einer Arbeits
fähigkeit von 50
%
ab Januar 2007 aus (Verfügungsteil 2 S. 5 oben) und sprach
der Versicherten bei einem Invaliditätsgrad von 44
%
ab April 2007 eine
Vier
telsrente
zu (
Urk.
7/90)
3.3
Dr.
med.
A._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, er
stattete am
7.
April 2009 zuhanden der Beschwerdeführerin ein Aktengutachten (
Urk.
7/94).
Er führte unter anderem aus, es gebe in diesem Dossier verschiedene Inkon
si
sten
zen. Die verschiedenen Psychiater stellten immer wieder dieselbe Di
agnose, obwohl sie im Verlauf mehrfach eine Besserung dokumentierten. Immer wieder werde auch die schwierige psychosoziale Situation als alleinerziehende Frau ge
schildert (S. 10 oben).
Als seines Erachtens zutreffende Diagnose nannte er eine rezidivierende de
pressive Störung leichten Grades, psychosoziale Belastungen (S. 11
Ziff.
4). Aus
psychiatrischer Sicht seien verschiedene (von der Auftraggeberin erfragte) Tä
tig
keiten vollzeitig mit etwa 30-40
%
verminderter Leistung zumutbar (S.
12
f.
Ziff.
10-13).
3.4
Das Verwaltungsgericht des Kantons
Y._
würdigte in seinem Urteil vom 2
6.
August
2010 (
Urk.
7/109) die genannten und weitere medizinische Berichte und kam zum Schluss, die Annahme einer Arbeitsfähigkeit von 50
%
ab Januar 2007 sei aufgrund der medizinischen Akten nachvollziehbar; auf den nur auf den Akten basierenden Bericht von
Dr.
A._
(vorstehend E. 3.3) sei nicht ab
zustellen (S. 22 f. E. 8.1).
4.
4.1
Am 2
6.
Juli 2012 berichtete
Dr.
med.
B._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie sowie für Neurologie, RAD, über seine am 1
8.
Juli 2012 erfolgte Untersuchung der Versicherten (
Urk.
7/130).
Bei den
Angaben der Versicherten (S. 2 f.)
führte er unterem aus, sie sei 6 1⁄2
Jahre
in
ambulanter Psychotherapie gewesen; seit 6 Monaten habe sie eine Paus
e einge
legt, da sie festgestellt habe,
von
der Therapie nicht mehr weiter zu pro
fitieren. Jetzt habe sie anderweitig einen Termin zur Psychotherapie ausgemacht und warte dort auf einen freien Termin (S. 4 unten). Nach Wiedergabe der
erhobe
nen Befunde (S. 5 ff.) nannte er folgende Diagnosen (S. 7
Ziff.
9):
psychiatrische Diagnosen nach ICD-10 mit Auswirkung auf die Arbeits
fähigkeit
rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige depres
sive Episode mit somatischem Syndrom (F33.11)
psychiatrische Diagnosen nach ICD-10 ohne Auswirkung auf die Arbeits
fähigkeit
anhaltende
somatoforme
Schmerzstörung (F45.4)
atypische Migräne, Differentialdiagnose (DD) Analgetika-induzierte Kopfschmerzen
allergisches Asthma bronchiale
Heuschnupfen
In seiner Beurteilung führte er unter anderem aus, subjektiv stünden bei der Versicherten psychosoziale und motivationale Aspekte ganz im Vordergrund. Zusammenfassend sei - mit der rezidivierenden depressiven Störung - ein
Ge
sundheitsschaden
ausgewiesen; die nach heutiger psychiatrischer Untersuchung attestierte Arbeitsunfähigkeit gehe ausschliesslich darauf zurück (S. 8 Mitte).
Es sei eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit für alle Tätigkeiten auf dem freien Ar
beits
markt seit der
Rentenzusprache
2007 ausgewiesen; es ergebe sich somit keine Veränderung des Gesundheitszustands (S.
8).
Die Auferlegung einer
Scha
den
min
derungspflicht
im Sinne einer regelmässigen psychiatrischen-psycho
thera
peu
tischen Behandlung erscheine sinnvoll (S. 9 oben).
4.2
Dr.
med.
C._
, Facharzt für orthopädische Chirurgie und Traumato
logie, RAD, berichtete am 2
7.
Juli 2012 über seine am 1
8.
Juli 2012 erfolgte Un
tersuchung (
Urk.
7/131). Als Diagnose auf orthopädischem Fachgebiet mit Aus
wirkung auf die Arbeitsfähigkeit nannte er ein seit 1997 bekanntes chroni
sches
Fibromyalgiesyndrom
- Hauptproblem: Belastungsschmerz der
Lenden
wir
bel
säule
(LWS) und der Schultergelenke - (S.
6
Ziff.
8). Anzeichen einer zu
sätz
li
chen somatischen Gesundheitsstörung auf
orthopädisch
em Gebiet lägen nicht vor (S. 7
Ziff.
9). In der bisherigen beruflichen Tätigkeit als
Coiffeuse
bestehe wei
terhin unverändert eine Arbeitsfähigkeit von 50
%
; in optimal angepasster Tä
tigkeit wäre jedoch aus orthopädischer Sicht unter - näher genannten
–
Be
din
gungen eine Arbeitsfähigkeit von 100
%
gegeben. Infolge der Fibromyalgie gelte aus rechtlichen Gründen die Arbeitsfähigkeit als nicht eingeschränkt, ob
wohl sich am somatischen Gesundheitszustand seit 2006 nichts geändert habe (S. 7
Ziff.
10).
4.3
Dr.
med.
D._
, Fachärztin für Neurochirurgie, erstattete am 3
0.
Okto
ber
2012 ein Gutachten im Auftrag der Beschwerdeführerin (
Urk.
7/136 =
Urk.
7/137). Sie nannte folgende Diagnosen (S. 15 f.
Ziff.
4):
generalisiertes Schmerzsyndrom mit Betonung Wirbelsäule und Schul
tergelenke mit / bei
Status nach
Deflektionstrauma
Halswirbelsäule (HWS)
am
2
2.
Novem
ber 2006
neurologisch: unauffällige Untersuchungsbefunde
radiologisch: minime Fehlhaltung LWS, ganz geringe degenerative Ver
änderungen HWS / Brustwirbelsäule (BWS) / LWS
weitere Diagnosen:
Status nach Tonsillektomie
Allergie auf Aspirin, Heuschnupfen, Asthma bronchiale
Kiefergelenksaffektion 2009
Nierenstein rechts 2012
allfälliges psychisches Leiden: wird im psychiatrischen Gutachten darge
legt
Aus neurochirurgischer Sicht sei jede nicht extrem körperlich belastende Tätig
keit uneingeschränkt zumutbar
, auch diejenige einer
Coiffeuse
(S. 16 unten).
All
e Verweistätigkeiten, welche kein repetitives Heben von Gewichten über 10-15 kg erforderlich machten, seien zumutbar (S. 20
Ziff.
21).
Die Arbeitsunfähigkeit aus somatischer Sicht dürfte sich seit der
Rentenzuspra
che
nicht verändert haben (S. 18
Ziff.
6).
4.4
Am
9.
November 2012 erstattete
Dr.
med.
E._
, Facharzt für Psy
chia
trie und Psychotherapie, ein Gutachten im Auftrag der Beschwerdefüh
rerin (
Urk.
7/135).
Nach Wiedergabe der ihm überlassenen Akten (S.
2 ff.), der An
ga
ben der Versicherten (S. 4 ff.) und der
am 2
9.
Oktober 2012 (S. 1 unten)
erho
be
nen Befunde (S. 6 f.) nannte er folgende Diagnosen gemäss ICD-10 (S. 7
Ziff.
4):
anhaltende
somatoforme
Schmerzstörung (F45.4)
rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig
leichtgradige
Episode (F33.0)
persönliche und familiäre Schwierigkeiten (Z63)
In seiner Beurteilung führte er unter anderem aus, ob eine anhaltende
somato
forme
Schmerzstörung die Arbeitsfähigkeit beeinträchtige, sei anhand verschie
dener Kriterien zu prüfen (S. 9 unten). Mehrere der verlangten Kriterien träfen zu. Die Arbeitsfähigkeit
sei
zu höchstens 30
%
eingeschränkt (S. 10 M
i
tte
).
Der Verlauf sei wechselhaft. Es sei früher zu mittelgradigen, gelegentlich schwer
gradigen Episoden gekommen; seit Dezember 2011 bestehe eine
leicht
gradige
Episode (S. 11
Ziff.
9).
4.5
Dr.
B._
, RAD, präzisierte die Stellungnahme vom 2
5.
Juli 2012 (
Urk.
7/141 S. 4
Mitte) am 3
0.
November 2012 dahingehend, dass aus psychiatrischer Sicht eine Arbeitsunfähigkeit von 50
%
bestehe (
Urk.
7/141 S. 5 Mitte).
Am
8.
Januar 2013 nahm
Dr.
B._
, RAD, zum Gutachten von
Dr.
E._
Stel
lung (
Urk.
7/141 S. 7 f.) und führte unter anderem aus, die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit sei, aus verschiedenen Gründen, nicht nachvollziehbar (S.
7 Mitte).
Das Gutachten sei widersprüchlich, indem von einer leichten depressiven Störung ausgegangen und gleichzeitig eine psychiatrisch-psychotherapeutische Behandlung vorgeschlagen werde (S.
7 unten). Eine Verbesserung
des Gesund
heitszustands im Vergleich zur letzten Beurteilung sei aus fachärztlicher Sicht im Längsschnitt anhand der gutachterlichen Untersuchung durch
Dr.
E._
(Momentaufnahme) nicht ausgewiesen (S.
7 f.).
Gegenwärtig sei von einem weit
gehend stationären Gesundheitszustand auszugehen (S. 8 oben).
4.6
Dr.
C._
, RAD, nahm a
m 1
0.
Januar 201
3
zum Gutachten von
Dr.
D._
Stel
lung (
Urk.
7/141 S. 8 f.). Dazu äusserte sich
Dr.
D._
am 2
7.
September 2013 noch einmal (
Urk.
7/153).
4.7
Dr.
E._
führt
e
in seiner Stellungnahme vom
1.
Oktober 2013 (
Urk.
7/152) unter anderem aus, im Dezember 2011 sei eine entscheidende Besserung einge
treten; die Versicherte habe anlässlich der Begutachtung vom 2
9.
Oktober 2012
glaubhaft angegeben, dass sie seither deutlich weniger depressiv sei und deswe
gen
die ambulante psychiatrische Behandlung aufgegeben habe (S.
2 unten).
Parallel zur Besserung der Depression sei es zu einer Verstärkung der
Schmerz
symptomatik
gekommen; seither seien die Kriterien einer anhaltenden
somato
formen
Schmerzstörung erfüllt (S. 3 Mitte).
Sein Vorschlag, mittels einer wieder aufzunehmenden ambulanten psychiatri
schen
Behandlung die Arbeitsfähigkeit zu verbessern, ziele dahin, den auch bei
einer leichten depressiven Episode vorhandenen Leidensdruck zu vermindern (S.
4
Mitte).
4.8
Dipl. med.
F
._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie sowie für Neurologie, RAD, nahm am 2
9.
August 2014 zu den Ausführungen von
Dr.
E._
Stellung (
Urk.
7/166 S. 2) und führte unter anderem aus, dieser möge
Recht haben, dass bei seiner Begutachtung nur ein leichter Schweregrad vorgelegen habe, verkenne aber die Schwere der funktionellen Einschränkun
gen; da es sich um eine chronische Störung handle, würde eine Erhöhung der Arbeitsfähigkeit über 50
%
zu einer erneuten Verschlechterung der psychischen Symptomatik führen, da die Versicherte reduzierte Ressourcen und eine erhöhte Vulnerabilität besitze.
5.
5.1
In somatischer Hinsicht ist keine Änderung ausgewiesen: Gemäss der Beurtei
lung durch RAD-Arzt
Dr.
C._
bestand im Juli 2012 unverändert eine Arbeits
fähigkeit von 50
%
(vorstehend
E.
4.2), und auch die von der Beschwerde
füh
r
erin beauftragte Gutachterin hielt fest, aus somatischer Sicht dürfte sich die Ar
beitsfähigkeit seit der
Rentenzusprache
nicht verändert haben (vorstehend E.
4.3).
5.2
Die
Rentenzusprache
(ab April 2007) basierte auf der Feststellung des psy
chia
trischen Gutachters, wonach aufgrund der diagnostizierten mittelgradig bis
schwergradig
ausgeprägten rezidivierenden
depressiven
Störung vorübergehend eine
voll
ständige Arbeitsunfähigkeit und sodann ab August 2006 eine Arbeits
fähigkeit von 50
%
anzunehmen sei (vorstehend E.
3.1), wobei die
Beschwer
de
gegnerin
aus näher dargelegten Gründen von einer solchen Arbeitsfähigkeit ab Januar 2007 ausging (vorstehend E. 3.2).
Die
Beschwerdeführerin
vertrat schon damals einen anderen Standpunkt und führte ein von i
hr veranlasstes Aktengutachten
an, dem zufolge die depressive Störung lediglich
leichtgradig
sei und die Leistungsminderung 30-40
%
betrage (vorstehend E.
3.3). Das damals angerufene Gericht kam nach Würdigung sämt
licher medizinischer Akten zum Schluss, dass dem nicht gefolgt werden könne, und bestätigte die
Rentenzusprache
(vorstehend E. 3.4).
5.3
Wohl lässt sich der Standpunkt vertreten, die damalige
Rentenzusprache
sei rück
blickend beurteilt eher schwach fundiert gewesen.
Als zweifellos unrichtig kann sie jedoch nicht taxiert werden, dies - war sie doch jedenfalls vertretbar - aus inhaltlichen Gründen, und weil die entsprechende Verfügung gerichtlich bestä
tigt worden ist.
Somit ist der Gesundheitszustand und dessen Beurteilung im
Verfügungszeit
punkt
(März 2009) der Massstab für die Frage der revisionsrelevanten Verän
derung (vgl. vorstehend E. 1.2).
5.4
Der RAD-Psychiater
Dr.
B._
untersuchte die Versicherte im Rahmen des von Amtes wegen eingeleiteten Revisionsverfahrens im Juli 2012 und gelangte mit entsprechender Begründung zum Schluss, es sei weiterhin eine Arbeitsunfähig
keit von 50
%
ausgewiesen
,
und es ergebe sich keine Veränderung des Gesund
heitszustands seit der
Rentenzusprache
(vorstehend E. 4.1).
Der von der Beschwerdeführerin beauftragte Gutachter
Dr.
E._
unter
suchte
die Versicherte rund 4 Monate später und kam zum Schluss, es liege ak
tuell eine
nur
leichtgradige
depressive Episode vor und die Arbeitsfähigkeit sei zu höchs
tens 30
%
eingeschränkt (vorstehend E.
4.4).
Dass im Dezember 2011 eine
Ver
besserung
eingetreten sei, b
egründete er damit, die Versicherte
habe glaubhaft angegeben, seither deutlich weniger depressiv zu sein; zudem habe sie die am
bu
lante psychiatrische Behandlung aufgegeben (vorstehend E. 4.7).
5.5
Die Ausführungen im Gutachten von
Dr.
E._
erscheinen nicht als geeig
net, auf eine revisionsrelevante Verbesserung des Gesundheitszustandes in psy
chischer Hinsicht zu schliessen. Sollte die Depressivität im Zeitpunkt seiner Untersuchung nur
leichtgradig
ausgeprägt gewesen
sein
, wovon ausgegangen
werden darf, lässt dies alleine angesichts des anerkannt fluktuierenden Verlaufs
noch keine weiterreichende
n
Schlussfolgerungen zu.
Die von ihm berichtete (und
ar
gumentativ verwendete) Selbsteinschätzung der Versicherten, wonach es seit
Dezember 2011 zu einer Besserung gekommen sei, ist zwar nicht
per se
un
mass
geb
lich; bemerkenswert ist jedoch, dass
die Versicherte
im Rahmen der nur
4
Mo
nate früher erfolgten RAD-Untersuchung nichts dergleichen angegeben hatte.
Schliesslich erweist sich auch die Angabe
von
Dr.
E._
, die Versicherte habe - weil es ihr besser gegangen sei - die ambulante Behandlung aufgegeben, als zumindest ungenau. Im Bericht von
Dr.
B._
ist von einer Pause die Rede
und davon, dass eine Fortsetzung andernorts bevorstehe (vorstehend E.
4.1). Dass
Dr.
E._
diese Unklarheit nicht thematisiert hat, lässt den vermeintli
chen
Behandlungsabschluss als Argument für die postulierte Verbesserung da
hin
fallen
.
5.6
Zusammenfassend bleibt
deshalb
festzuhalten, dass die von der Beschwerde
führerin geltend gemachte revisionsrelevante Verbesserung des Gesundheitszu
stands der Versicherten nicht
rechtsgenüglich
nachgewiesen ist. Vielmehr hat die Beschwerdegegnerin zu Recht ange
nommen, der Gesundheitszustand -
und damit der Rentenanspruch
-
sei
en
im Vergleich zur früheren
Rentenzusprache
unverändert.
Demnach ist die angefochtene Verfügung zu bestätigen und die dagegen erho
bene Beschwerde abzuweisen.
6.
6.1
Die Verfahrenskosten gemäss
Art.
69
Abs.
1
bis
des Bundesgesetzes über die In
va
lidenversicherung (IVG) sind ermessensweise auf
Fr.
700.-- festzusetzen und ausgangsgemäss der Beschwerdeführerin aufzuerlegen.
6.2
Der anwaltlich vertretenen beigeladenen Versicherten steht eine
Prozessent
schä
digung
zu, die beim praxisgemässen Stundenansatz von
Fr.
220.-- (zuzüg
lich Mehrwertsteuer) ermessensweise auf
Fr.
2‘300.--
(inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) zu bemessen und von der Beschwerdeführerin zu bezahlen ist.