# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 53ed3b6e-0e06-577f-ac03-f8dd709a2738
**Court:** SG_VG
**Chamber:** SG_VG_001
**Year:** 2009
**Language:** de
**Jurisdiction:** SG / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

hat das Verwaltungsgericht festgestellt:
A./ Im ehemaligen Forstkreis Werdenberg (heute Waldregion II) verursachen Wildtiere,
namentlich Rotwild, seit Jahren Schäden an Waldbäumen. In den Achtziger- und
Neunzigerjahren wurden immer wieder verschiedene Forderungen zur Verhütung von
Wildschäden und für Verhütungsmassnahmen gestellt. 1997 wurden von Waldbesitzern
Forderungen von über Fr. 350'000.-- gestellt. Der Kanton St. Gallen erklärte sich
damals im Rahmen eines Vergleichs zu einer Entschädigungszahlung von
Fr. 100'000.-- bereit, ohne dass die Schäden einzeln erhoben worden waren. Zudem
traf der kantonale Forstdienst im Rahmen des Projekts "effor2 Wald- und Wildschutz"
lebensraumrelevante und jagdliche Massnahmen zur Verhütung weiterer
Schälschäden. Im Winter 2005/ 2006 kam es im ehemaligen Forstkreis Werdenberg
erneut zu einer überdurchschnittlichen Häufung von Schälschäden und
Verbissschäden durch Rotwild. In der Folge reichten verschiedene Ortsgemeinden
sowie private Waldeigentümer zwischen Mai und Juli 2006 Entschädigungsgesuche für
Wildschäden und Verhütungsmassnahmen ein. Karl Wessner, Felix Wessner und Ernst
Lenherr sowie die Ortsgemeinden Buchs, Grabs, Gams und Sax stellten
Entschädigungsforderungen für Wildschäden von insgesamt Fr. 79'969.85 und
Forderungen für Schadenverhütungsmassnahmen von insgesamt Fr. 102'010.50.
Gesuchsteller Wildschaden Verhütungsmassnahmen Total
Karl Wessner 663.20 0.00 663.20
Felix Wessner 1'228.80 0.00 1'228.80
Ernst Lenherr 504.80 0.00 504.80
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St.Galler Gerichte
Ortsgemeinde Buchs 30'000.00 15'270.00 45'270.00
Ortsgemeinde Grabs 5'737.00 35'865.00 41'602.00
(Forstrevier West)
Ortsgemeinde Grabs 18'592.85 31'714.50 50'307.35
(Forstrevier Ost)
Ortsgemeinde Gams 14'899.30 9'180.00 24'079.30
Ortsgemeinde Sax 8'343.90 9'981.00 18'324.90
Total 79'969.85 102'010.50 181'980.35
Der zuständige Wildschadenschätzer entschied am 18. Mai 2007 über die
Entschädigungsbegehren. In den ausführlich begründeten Verfügungen hielt er die
gesetzlichen Grundlagen sowie die kantonalen Richtlinien für die Schätzung und
Beurteilung der Wildschäden und Verhütungsmassnahmen fest. Insbesondere verwies
er auf die vom Kantonsforstamt gemeinsam mit der Jagd- und Fischereiverwaltung
erlassene Anleitung zuhanden der Wildschadenkommissionen des Kantons St. Gallen
vom Januar 1999 über die Beurteilung von Wildschäden und Wildschadenverhütung im
Wald (abgekürzt: Anleitung). Weiter hielt der Wildschadenschätzer in seinen
Verfügungen fest, er habe bei der Beurteilung der Entschädigungsbegehren folgende
Kriterien berücksichtigt: Waldfunktion oder Vorrangfunktion der Waldflächen, Standort/
Waldgesellschaft der Waldflächen, Naturverjüngung oder Pflanzung, früher getroffene
bzw. entschädigte Wildschadenverhütungsmassnahmen oder entschädigte
Wildschäden, Ausmass der Schädigung, Verkehrswert des Waldes, geplante
Massnahmen zur Wiederherstellung, Entschädigung von neuen
Wildschadenverhütungsmassnahmen sowie Angemessenheit. Hinsichtlich
Waldfunktion erwog der Wildschadenschätzer, grundsätzlich solle der Schaden am
Wald nach der Beeinträchtigung der ihm zukommenden Funktion definiert werden. Im
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Vordergrund stehe also nicht mehr die Frage, wieviele Bäume in einem Wald vom Wild
beschädigt worden seien, sondern vielmehr, ob die Art und Anzahl der unbeschädigten
Bäume genüge, um das waldbauliche Ziel zu erreichen (vgl. Anleitung Ziff. 3.2.1
Abs. 3). Solange Schälungen die Schutzfunktion des Waldes nicht beeinträchtigten,
könne nur bedingt von Wildschaden gesprochen werden. Auch die
Verhütungsmassnahmen seien auf das Schutzziel auszurichten. Entschädigungen
müssten diesem Sachverhalt angepasst sein. Die fehlenden Angaben zu öffentlichen
Abgeltungen würden es unmöglich machen, eine "Doppelfinanzierung" zu verhindern.
Weiter führte der Wildschadenschätzer hinsichtlich des Standortes sowie der
Waldgesellschaft der Waldflächen fest, Beiträge an die Jungwaldpflege würden nur
ausgerichtet, wenn sich diese an die Regeln des naturnahen Waldbaus halten würden
und den Grundsatz der minimalen Pflege berücksichtigten. Naturnaher Waldbau
beinhalte standortgerechte, in der Regel autochthone Baumarten. Diese Vorgabe solle/
müsse auch beim Wildschaden gelten. Er habe versucht, eine Wertung der Gesuche für
die Wildschäden zu erstellen. Es zeige sich, dass vor allem im Schutzwald - da die
Schutzfunktion infolge Schälungen nicht wesentlich beeinträchtigt werde - sowie in
nichtstandortgerechten Beständen die Forderungen tendenziell zu hoch seien. Die
Entschädigung berücksichtige daher die Vorgaben der Wald- und Jagdgesetzgebung.
In Bezug auf die Kriterien Naturverjüngung oder Pflanzung hielt der
Wildschadenschätzer fest, von Seiten Forst ergebe sich folgender grundsätzlicher
Handlungsbedarf für alle Gebiete und unabhängig von den jeweiligen forstlichen
Projektkategorien. Es solle überwiegend mit Naturverjüngung gearbeitet werden,
Auspflanzungen und Zäune müssten die begründete Ausnahme bleiben. Es solle
waldbaulich darauf geachtet werden, dass ein angemessener Nebenbestand an
"Verbissgehölzen", eine standortgerechte Strauch- und Krautschicht sowie stufige
Waldränder entstehen würden.
Zu den früheren Entschädigungen und Verhütungsmassnahmen hielt der
Wildschadenschätzer fest, die Schutzmass-nahmen hätten nur einen beschränkten
Erfolg gezeigt. Eine Erfolgskontrolle fehle. Aus den Gesuchsunterlagen gehe nicht
hervor, ob die Schadensfläche in solchen Projekt-gebieten liegen würde und früher
ausgeführte Schutzmassnahmen entschädigt worden seien. Es würde keine
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Entschädigung ausgerichtet, wenn Betroffene die zumutbaren Verhütungsmassnahmen
nicht ergriffen hätten, und die Entschädigung könne reduziert werden, wenn bereits
Schadenverhütungsmassnahmen abgegolten worden seien.
Hinsichtlich des Ausmasses der Schädigung gehe aus den Gesuchen nicht hervor,
welche Baumart wie stark geschädigt sei. Bei einem Schadenausmass von 10 % stelle
sich grundsätzlich die Frage, ob überhaupt ein Schaden vorliege. Zudem habe sich die
Entschädigung auch nach dem Verkehrswert zu richten; die Entschädigung solle den
Verkehrswert nicht übersteigen.
Bezüglich der geplanten Massnahmen zur Wiederherstellung stützte sich der
Wildschadenschätzer auf Erfahrungen in Deutschland und Österreich, bei denen sich
gezeigt habe, dass Räumungen von Schadenflächen in Wildeinstandsgebieten wenig
sinnvoll seien. Mit der Räumung und Wiederherstellung von geschädigten Waldflächen
werde das Problem der Schälung nicht behoben, sondern zeitlich verlagert. Darum
sollte auf Räumungen verzichtet werden. Anstelle der Räumung sollte mit speziellen
Pflegeeingriffen versucht werden, das waldbauliche Ziel zu erreichen.
Hinsichtlich der Entschädigung von neuen Verhütungsmassnahmen hielt der
Wildschadenschätzer fest, die Kosten für Massnahmen zur Verhütung von
Wildschäden über Fr. 400.-- seien erheblich. Bei der Bemessung der Entschädigung
werde berücksichtigt, ob die ergriffene Massnahme zur Schadensverhütung tauge oder
taugen werde bzw. eine kostengünstigere Massnahme ausgereicht hätte oder
ausreichen werde. Die Entschädigung von Massnahmen zur Verhütung von
Wildschäden am Wald werde herabgesetzt oder ausgeschlossen, wenn der
Waldbestand nicht standortgemäss sei, Massnahmen zur Verbesserung des
Lebensraumes oder zum Schutz der Tiere vor Störungen nicht oder nicht im möglichen
Ausmass ergriffen worden seien oder ergriffen würden, wenn eine standortgemässe
Naturverjüngung ohne Schutz aufkommen könne oder nicht standortgemässe Pflanzen
geschützt werden oder geschützt werden sollen. Die eingereichten Unterlagen gäben
nur teilweise Auskunft, welche Massnahmen wo und in welchem Umfang geplant seien.
Das Verfahren habe gezeigt, dass zum Teil nicht dem Waldstandort entsprechende
Pflanzen geschützt worden seien, dass die Verjüngung teilweise nicht den Grundsätzen
des naturnahen Waldbaus entspreche, dass keine übersichtliche Zusammenstellung
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der ergriffenen Verhütungsmassnahmen vorhanden sei, dass nicht ersichtlich sei, wo
bereits Verhütungsmassnahmen, auch durch Projekte, entschädigt worden seien und
dass Erfolgskontrollen ganz oder teilweise fehlen würden. Die Prüfung der
Schutzmassnahmen zeige, dass vor allem bei Einzelschutzmassnahmen im
Halbendabstand enorme Kosten entstünden, brutto unter normalen Verhältnissen
Fr. 9'000.--, unter schwierigen Verhältnissen Fr. 12'000.-- pro ha. In den letzten Jahren
seien unter Mitwirkung der Jägerschaft mit viel Aufwand Bäume mit Polynet-Netzen
geschützt worden. Diese Massnahmen hätten aber nur sehr beschränkten Erfolg. Es
stelle sich die Frage, ob die Netze tauglich seien. Das effor2-Projekt sowie weitere
Waldbauprojekte würden derzeit noch laufen. Darin seien auch Entschädigungen für
Wildschadenverhütungsmassnahmen enthalten. In standortfremden Beständen kämen
Entschädigungen für Schutzmassnahmen grundsätzlich nicht in Frage.
Zusammenfassend hielt der Wildschadenschätzer fest, die Entschädigungsforderung
für Wildschadenverhütungsmassnahmen allein genüge nicht; sie müsse eine
ausreichende Begründung enthalten. Sodann werde Wildschaden nicht voll, sondern
lediglich angemessen entschädigt; 80 % seien als angemessene Entschädigung zu
betrachten. Für Verhütungsmassnahmen würden 50 % als angemessen erachtet,
zumal vom Betroffenen erwartet werde, zumutbare Verhütungsmassnahmen selbst zu
ergreifen.
In seinen Verfügungen vom 18. Mai 2007 sprach der Wildschadenschätzer in teilweiser
Gutheissung der Begehren folgende Entschädigungen zu:
Gesuchsteller Wildschaden Verhütungsmassnahmen Total
Karl Wessner 310.60 0.00 310.60
Felix Wessner 534.50 0.00 534.50
Ernst Lenherr 221.90 0.00 221.90
Ortsgemeinde Buchs 15'292.45 0.00 15'292.45
Ortsgemeinde Grabs 1'251.65 1'725.00 2'976.65
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(Forstrevier West)
Ortsgemeinde Grabs 4'567.60 0.00 4'567.60
(Forstrevier Ost)
Ortsgemeinde Gams 5'818.25 0.00 5'818.25
Ortsgemeinde Sax 2'952.25 0.00 2'952.25
Total 30'949.20 1'725.00 32'674.20
B./ Gegen die Verfügungen des Wildschadenschätzers erhoben die Ortsgemeinden
Buchs, Grabs und Gams sowie die Waldeigentümer Ernst Lenherr, Felix Wessner und
Karl Wessner Rekurs bei der Verwaltungsrekurskommission. Sie beantragten im
wesentlichen, ihre Entschädigungsgesuche seien vollumfänglich gutzuheissen. Auch
das Amt für Jagd und Fischerei (heute Amt für Natur, Jagd und Fischerei, abgekürzt
ANJF) erhob gegen sämtliche Verfügungen des Wildschadenschätzers Rekurs bei der
Verwaltungsrekurskommission und beantragte, die Gesuche um Entschädigung von
Wildschaden und Kosten von Verhütungsmassnahmen seien allesamt abzuweisen.
Eventualiter seien den Ortsgemeinden Buchs, Grabs, Gams und Sax Entschädigungen
in ziffernmässig genau bestimmter Höhe, insgesamt Fr. 17'388.40, zuzusprechen. Ernst
Lenherr sowie Karl Wessner und Felix Wessner seien keine Entschädigungen
zuzusprechen; auch seien keine Leistungen für Verhütungsmassnahmen zuzusprechen.
Im einzelnen lauteten die Anträge wie folgt:
Gesuchsteller Wildschaden Verhütungsmassnahmen Total
Karl Wessner 0.00 0.00 0.00
Felix Wessner 0.00 0.00 0.00
Ernst Lenherr 0.00 0.00 0.00
Ortsgemeinde Buchs 5'646.05 0.00 5'646.05
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Ortsgemeinde Grabs 1'385.65 0.00 1'385.65
(Forstrevier West)
Ortsgemeinde Grabs 3'923.25 0.00 3'923.25
(Forstrevier Ost)
Ortsgemeinde Gams 4'481.20 0.00 4'481.20
Ortsgemeinde Sax 1'952.25 0.00 1'952.25
Total 17'388.40 0.00 17'388.40
Die Verwaltungsrekurskommission führte in verschiedenen Schadengebieten einen
Augenschein durch. Die Verfahrensbeteiligten hatten Gelegenheit, daran teilzunehmen.
Mit Entscheid vom 23./27. Mai 2008 wies die Verwaltungsrekurskommission den
Rekurs des Amts für Natur, Jagd und Fischerei ab (Ziff. 2). Die Rekurse der
Ortsgemeinden Buchs, Grabs und Gams sowie von Ernst Lenherr und Felix Wessner
hiess sie teilweise gut und hob die angefochtenen Verfügungen auf (Ziff. 1). Sie setzte
die Entschädigungen auf insgesamt Fr. 63'573.55 für Wildschaden und Fr. 75'067.80
für Kosten für Verhütungsmassnahmen fest. Sie setzte dabei auch die
Entschädigungen für die Ortsgemeinde Sax und für Karl Wessner, der seinen Rekurs
nicht weiter verfolgte, neu fest. Die amtlichen Kosten von Fr. 7'500.-- zuzügl.
Barauslagen von Fr. 300.-- wurden zu einem Fünftel den Ortsgemeinden Buchs, Grabs
und Gams sowie Ernst Lenherr und Felix Wessner auferlegt; vier Fünftel der Kosten
gingen zulasten des ANJF. Der Staat wurde verpflichtet, die Ortsgemeinden Buchs,
Grabs und Gams sowie Ernst Lenherr und Felix Wessner mit Fr. 13'546.-- inkl. MWSt
ausseramtlich zu entschädigen. Im einzelnen wurden folgende Entschädigungen
zugesprochen:
Gesuchsteller Wildschaden Verhütungsmassnahmen Total
Karl Wessner 522.55 0.00 522.55
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Felix Wessner 935.05 0.00 935.05
Ernst Lenherr 459.85 0.00 459.85
Ortsgemeinde Buchs 23'108.10 5'676.00 28'784.10
Ortsgemeinde Grabs 5'251.00 28'692.00 33'943.00
(Forstrevier West)
Ortsgemeinde Grabs 15'491.85 25'371.00 40'862.85
(Forstrevier Ost)
Ortsgemeinde Gams 10'776.10 7'344.00 18'120.10
Ortsgemeinde Sax 7'029.05 7'984.80 15'013.85
Total 63'573.55 75'067.80 138'641.35
C./ Mit Eingabe vom 28. August 2008 erhob das Amt für Natur, Jagd und Fischerei
Beschwerde beim Verwaltungsgericht. In seiner Beschwerdeergänzung vom
12. September 2008 beantragte es, der Rekursentscheid vom 23./27. Mai 2008 sei
aufzuheben und den Beschwerdegegnern seien folgende Entschädigungen für
Wildschäden und Verhütungsmassnahmen zuzusprechen:
Gesuchsteller Wildschaden Verhütungsmassnahmen Total
Karl Wessner 350.05 0.00 350.05
Felix Wessner 510.50 0.00 510.50
Ernst Lenherr 249.90 0.00 249.90
Ortsgemeinde Buchs 6'425.95 0.00 6'425.95
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Ortsgemeinde Grabs 1'759.20 0.00 1'759.20
(Forstrevier West)
Ortsgemeinde Grabs 5'193.90 0.00 5'193.90
(Forstrevier Ost)
Ortsgemeinde Gams 4'330.55 0.00 4'330.55
Ortsgemeinde Sax 2'312.20 0.00 2'312.20
Total 21'132.25 0.00 21'132.25
Eventuell seien die Gesuche betreffend Entschädigung von Verhütungsmassnahmen
zur Ergänzung des Sachverhalts und zur Neubeurteilung an die Vorinstanz
zurückzuweisen und die Entschädigung des Kantons durch die Rothirsch
Hegegemeinschaft I sei bei 50 % der zugesprochenen Entschädigungssummen für
Wildschaden und Verhütungsmassnahmen zu belassen, alles unter Kosten- und
Entschädigungsfolgen zulasten der Beschwerdegegner.
Die Verwaltungsrekurskommission beantragte in ihrer Vernehmlassung vom
23. September 2008 die Abweisung der Beschwerde. Sie verweist im wesentlichen auf
die Erwägungen des angefochtenen Entscheids und äussert sich lediglich dazu, dass
auch die Entschädigungen zugunsten der Ortsgemeinde Sax und von Karl Wessner
erhöht wurden, obwohl diese nicht Rekurs erhoben bzw. am Rekurs nicht festhielten.
Die Ortsgemeinden Buchs, Grabs und Gams sowie Ernst Lenherr und Felix Wessner
beantragen mit Eingabe ihres gemeinsamen Rechtsvertreters vom 27. November 2008,
die Beschwerde sei abzuweisen, soweit auf sie eingetreten werden könne, unter
Kostenfolge.
Die Ortsgemeinde Sax, Karl Wessner sowie die Rothirsch Hegegemeinschaft I liessen
sich zur Beschwerde nicht vernehmen.
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Am 1. Dezember 2008 stellte das Verwaltungsgericht dem ANJF die
Vernehmlassungen der Vorinstanz und der Beschwerdegegner zu und hielt fest, ein
zweiter Schriftenwechsel sei nicht vorgesehen.
Mit Eingabe vom 18. Dezember 2008 reichte das ANJF unaufgefordert eine weitere
Eingabe ein. Diese wurde der Vorinstanz und den Beschwerdegegnern zur
Stellungnahme unterbreitet. Die Vorinstanz verzichtete auf eine Stellungnahme, und die
Beschwerdegegner beantragten mit Eingabe ihres Rechtsvertreters vom 13. Januar
2009, die Replik sei aus dem Recht zu weisen. Im übrigen hielten die
Beschwerdegegner an ihrem Antrag fest.
Die Erwägungen des angefochtenen Rekursentscheids sowie die Vorbringen der
Verfahrensbeteiligten werden, soweit wesentlich, in den nachstehenden Erwägungen
dargelegt und gewürdigt.

## Considerations

Darüber wird in Erwägung gezogen:
1. Die Sachurteilsvoraussetzungen sind von Amtes wegen zu prüfen (Art. 6 Abs. 1 des
Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege, sGS 951.1, abgekürzt VRP).
1.1. Die sachliche Zuständigkeit des Verwaltungsgerichts ist gegeben (Art. 59 Abs. 1
VRP). Die Beschwerdeeingaben vom 28. August und 12. September 2008 wurden
rechtzeitig eingereicht und entsprechen formal und inhaltlich den gesetzlichen
Anforderungen (Art. 64 Abs. 1 in Verbindung mit Art. 47 Abs. 1 und Art. 48 Abs. 1 und
2 VRP).
1.2. Das ANJF erhob die Beschwerde im Namen des Kantons St. Gallen. Die
Beschwerdegegner machen geltend, das ANJF sei nach dem Jagdgesetz (sGS 853.1,
abgekürzt JG) und der Jagdverordnung (sGS 853.11, abgekürzt JV) die zuständige
Stelle des Kantons, welche Entscheide über Wildschäden etc. mittels Beschwerde
weiterziehen könne. Die Beschwerde sei aber nicht vom dazu legitimierten Amt
selbständig erhoben worden, sondern vom Kanton St. Gallen. Dieser sei zur
Beschwerde nicht legitimiert, und es sei auf das Rechtsmittel nicht einzutreten.
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Nach Art. 60bis VRP ist die Regierung zur Erhebung der Beschwerde berechtigt, wenn
eine Verfügung oder ein Entscheid einer Verwaltungsbehörde des Staates aufgehoben
oder geändert wurde. Als Sondernorm bestimmt Art. 57 Abs. 1 JG, dass die zuständige
Stelle des Kantons Entscheide über die Entschädigung für Verhütungsmassnahmen
und Wildschaden sowie über die Rückerstattung nach diesem Erlass mit Rekurs und
Beschwerde weiterziehen kann. Diese Bestimmung wurde mit dem II. Nachtragsgesetz
zum JG erlassen. Sie bezweckt, den Weiterzug sämtlicher Wildschadenfälle durch die
Verwaltung zuzulassen. Dafür wurde der zuständigen Verwaltungsstelle die Möglichkeit
zur Beschwerde an das Verwaltungsgericht eingeräumt (Botschaft der Regierung, in:
ABl 2003, S. 2681). Die Behördenbeschwerde ist somit ausnahmsweise einer
untergeordneten Verwaltungsinstanz übertragen, während im allgemeinen nur die
Regierung befugt ist, Entscheide unterer Gerichte an das Verwaltungsgericht
weiterzuziehen (Art. 60bis VRP). Auch bei der sogenannten Behördenbeschwerde wird
das Rechtsmittel stets im Namen des Gemeinwesens ausgeübt. Zu Recht hat daher
der Beschwerdeführer das Rechtsmittel im Namen des Kantons St. Gallen ergriffen.
Dies bedeutet, dass auf die Beschwerde einzutreten ist.
1.3. Dem Beschwerdeführer wurden am 1. Dezember 2008 die Vernehmlassungen der
Vorinstanz und der Beschwerdegegner übermittelt und angezeigt, dass der
Schriftenwechsel abgeschlossen sei. Dessen ungeachtet reichte der Beschwerdeführer
unaufgefordert eine Replik ein und begründete diese, die Beschwerdegegner hätten in
ihrer Beschwerdeantwort neue Anträge gestellt, zu denen er sich bisher nicht habe
äussern können.
Grundsätzlich besteht im streitigen Verwaltungsverfahren das Recht, sich zu den
Eingaben der Gegenpartei zu äussern. Das Bundesgericht hat in seiner neueren
Rechtsprechung das Recht der Verfahrensbeteiligten auf Replik grundsätzlich
anerkannt (BGE 132 I 42 E. 3.3.4 mit Hinweis auf BGE 131 I 291 ff.). Das Recht auf
Replik stützt sich im Grundsatz auf Art. 6 Ziff. 1 der Europäischen
Menschenrechtskonvention sowie auf Art. 29 Abs. 2 der Schweizerischen
Bundesverfassung (SR 101). Ob dieser Grundsatz bei der Behördenbeschwerde
ebenfalls generell gilt, kann offen bleiben. Im Streitfall war der Beschwerdeführer
spezialgesetzlich zur Legitimation ausdrücklich ermächtigt. Daher ist ihm grundsätzlich
die Berechtigung zuzuerkennen, sich zu den Vernehmlassungen der Vorinstanz und der
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Beschwerdegegner zu äussern. Die Eingabe vom 18. Dezember 2008 ist daher
zuzulassen.
1.4. Im Beschwerdeverfahren vor Verwaltungsgericht ist die sogenannte
Anschlussbeschwerde nicht vorgesehen (vgl. Cavelti/Vögeli,
Verwaltungsgerichtsbarkeit im Kanton St. Gallen, St. Gallen 2003, Rz. 640). Soweit die
Beschwerdegegner in ihrer Beschwerdeantwort Anträge stellen sollten, die über den
angefochtenen Rekursentscheid hinausgehen, wäre somit grundsätzlich nicht darauf
einzutreten. Die Beschwerdegegner beantragen, die Beschwerde sei abzuweisen,
soweit auf sie eingetreten werden könne. Damit ist kein über den Streitgegenstand
hinausgehendes Rechtsbegehren verbunden. Soweit sie in der Begründung einzelne,
vom Beschwerdeführer nicht angefochtene Punkte beanstanden, ist nicht darauf
einzugehen, da eine Anschlussbeschwerde wie erwähnt nicht zulässig ist.
1.5. In Ziff. 3 seines Rechtsbegehrens beantragte das ANJF, die Entschädigung des
Kantons durch die Rothirsch Hegegemeinschaft I sei bei 50 % der zugesprochenen
Entschädigungssummen für Wildschaden und Verhütungsmassnahmen zu belassen.
Die Vorinstanz hat in ihrem Entscheid aber die Entschädigung des Kantons durch die
Rothirsch Hegegemeinschaft I nicht beurteilt. Im angefochtenen Entscheid ist
ausdrücklich festgehalten, dass die Rückerstattungsquote der Rothirsch
Hegegemeinschaft I nicht angefochten worden sei (E. 3, S. 7). Ziff. 3 des Antrags des
ANJF geht damit am Streitgegenstand vorbei. Insoweit ist auf die Beschwerde nicht
einzutreten.
1.6. Der Beschwerdeführer beanstandet weiter, die Vorinstanz habe die
Entschädigungen an Karl Wessner und an die Ortsgemeinde Sax geändert, obwohl
diese Waldeigentümer ihren Rekurs zurückgezogen bzw. nicht daran festgehalten
hätten. Die entsprechenden Verfügungen waren indes auch vom Beschwerdeführer
angefochten worden. Da aber die Vorinstanz nicht an die Anträge der Parteien
gebunden war, erweist sich die Änderung der Verfügungen als zulässig.
2. Die gesetzlichen Grundlagen für die Entschädigung von Wildschäden und von
Kosten für Wildschaden-Verhütungsmassnahmen finden sich in den kantonalen
Vorschriften wie auch im Bundesrecht.
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2.1. Art. 52 Abs. 1 JG bestimmt, dass Wildschaden nach der eidgenössischen
Jagdgesetzgebung entschädigt wird, sofern der Schaden nicht gestützt auf einen
anderen Rechtsgrund hätte geltend gemacht werden können. Nach Art. 52 Abs. 2 JG
wird die Entschädigung herabgesetzt, wenn der Geschädigte für Umstände
einzustehen hat, die auf die Entstehung oder Vergrösserung des Schadens eingewirkt
haben. Art. 53 JG bestimmt, dass der Kanton Wildschaden entschädigt (Abs. 1) und
die Bestimmung des JG über die Rückerstattung von Kosten für Massnahmen zur
Verhütung von Wildschäden sachgemäss angewendet wird (Abs. 2).
Nach Art. 49 Abs. 1 JG trifft der Besitzer zur Verhütung von Wildschaden Massnahmen,
soweit diese nötig, zumutbar und mit den jagdlichen Zielen vereinbar sind.
Nach Art. 50 Abs. 1 JG werden Massnahmen durch den Kanton angemessen
entschädigt, wenn der Wildschaden zu entschädigen wäre (lit. a) und die Kosten
erheblich sind (lit. b). Nach Art. 50 Abs. 2 JG werden Leistungen, die der Besitzer im
zumutbaren Rahmen selbst erbringen kann, nicht entschädigt.
2.2. Nach Art. 13 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Jagd und den Schutz
wildlebender Säugetiere und Vögel (Jagdgesetz, SR 922.0, abgekürzt JSG) wird der
Schaden, den jagdbare Tiere an Wald, landwirtschaftlichen Kulturen und Nutztieren
anrichten, angemessen entschädigt. Nach Art. 13 Abs. 2 JSG ist die Entschädigung
von den Kantonen zu regeln. Entschädigungen sind aber nach dieser Bestimmung nur
insoweit zu leisten, als es sich nicht um Bagatellschäden handelt und die zumutbaren
Massnahmen zur Verhütung von Wildschaden getroffen worden sind. Aufwendungen
für Verhütungsmassnahmen können bei der Entschädigung von Wildschaden
berücksichtigt werden.
Hinsichtlich der Schadenverhütung schreibt Art. 48 Abs. 1 JV vor, dass mechanische
Schutzvorrichtungen und chemische Vergrämungsmittel eingesetzt werden können,
wenn sie dem Lebensraum und dem Schutz der Tiere angemessen Rechnung tragen.
Dazu ist befugt, wem Wildschaden droht oder widerfahren ist. Art. 57 JV bestimmt,
dass Wildschaden innert nützlicher Frist durch Augenschein festgestellt wird.
Hinsichtlich der Entschädigung von Verhütungskosten schreibt Art. 58 JV vor, dass
Kosten für Massnahmen zur Verhütung von Wildschaden, die Fr. 400.-- überschreiten,
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erheblich sind. Bei der Bemessung der Entschädigung wird nach Art. 58 Abs. 2 JV
insbesondere berücksichtigt, ob die ergriffene Massnahme zur Schadensverhütung
taugt oder taugen wird (lit. a), eine kostengünstigere Massnahme ausgereicht hätte
oder ausreichen wird (lit. b) oder die Massnahme den Wert des Grundeigentums
verändert hat oder verändern wird (lit. c).
Die Entschädigung von Massnahmen zur Verhütung von Wildschaden am Wald wird
herabgesetzt oder ausgeschlossen, wenn der Waldbestand, in dem die Massnahme
ergriffen wird, nicht standortgemäss ist (Ziff. 1), Massnahmen zur Verbesserung des
Lebensraumes und zum Schutz der Tiere vor Störungen nicht oder nicht in möglichem
Ausmass ergriffen wurden oder werden (Ziff. 2), standortgemässe Naturverjüngung
ohne Schutz aufkommen kann (Ziff. 3) oder nicht standortgemässe Pflanzen geschützt
werden oder werden sollen (Ziff. 4).
Nach Art. 59 JV wird Wildschaden von nicht mehr als Fr. 400.-- im Wald und
landwirtschaftlichen Kulturen und Fr. 200.-- an Nutztieren nicht entschädigt. Bei der
Bemessung der Entschädigung werden nach Art. 60 Abs. 1 JV insbesondere der
entfallende Pflege- und Ernteaufwand (lit. a) sowie mögliche Ersatz- oder
Nachpflanzungen berücksichtigt (lit. b). Nach Art. 60 Abs. 2 JV wird die Entschädigung
herabgesetzt oder ausgeschlossen, wenn der Geschädigte für Umstände einzustehen
hat, die auf die Entstehung oder Vergrösserung des Schadens eingewirkt haben, vor
allem wenn er die ihm obliegenden Massnahmen zur Verhütung von Wildschaden
unterlassen hat (Ziff. 1), wenn er die zumutbare Sorgfalt zur Verhinderung des
Schadens nicht vorgekehrt hat (Ziff. 2), die Bodenerzeugnisse ohne triftigen Grund
erheblich über die gewöhnliche Erntezeit hinaus auf dem Feld gelassen hat (Ziff. 3), die
zumutbare Sorgfalt zur sofortigen Feststellung des Schadens nicht walten liess oder
nach Wahrnehmung des Schadens die ihm billigerweise zumutbaren Vorkehrungen
nicht getroffen hat und sich der Schaden dadurch vergrösserte (Ziff. 4) oder der
Waldbestand, in dem der Schaden aufgetreten ist, nicht standortgemäss ist (Ziff. 5).
2.3. Im Beschwerdeverfahren vor Verwaltungsgericht können unrichtige oder
unvollständige Sachverhaltsfeststellungen oder fehlerhafte Rechtsanwendungen gerügt
werden (Art. 61 Abs. 1 und 2 VRP). Nicht zulässig ist hingegen die Rüge der
fehlerhaften Ermessensausübung, wenn nicht geradezu ein Missbrauch oder eine
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Überschreitung des Ermessens geltend gemacht wird. Das Verwaltungsgericht ist nach
der gesetzlichen Ordnung nicht befugt, die Ermessensausübung der Vorinstanz zu
überprüfen (Cavelti/Vögeli, a.a.O., Rz. 740). Demgegenüber verfügte die Vorinstanz
über die Befugnis zur Ermessensprüfung (Art. 46 Abs. 1 VRP).
Der Wildschaden wird durch Schätzung ermittelt. Schätzungen beruhen auf
Tatsachenfeststellungen (vgl. F. Gygi, Bundesverwaltungsrechtspflege, 2. Aufl., Bern
1983, S. 279). Sie führen zu annäherungsweise ermittelten Zahlen. Das
Verwaltungsgericht übt daher gegenüber Schätzungen dieselbe Zurückhaltung wie
gegenüber verwaltungsbehördlichen Ermessensentscheiden, und es schreitet nur ein,
wenn eine Schätzung im Ergebnis offensichtlich unrichtig erscheint bzw. wenn der
Rekursinstanz offenkundige Fehler oder Irrtümer unterlaufen sind oder wenn sie bei der
Schätzung wesentliche Gesichtspunkte übergangen oder falsch gewürdigt hat (GVP
1995 Nr. 27 mit Hinweisen auf die Rechtsprechung; VerwGE B 2003/159 vom 1. April
2004 i.S. P.B., publiziert in: www.gerichte.sg.ch).
2.4. Gesetz und Verordnung enthalten lediglich allgemeine Bestimmungen über die
Schätzung von Wildschaden und die Abgeltung von Kosten für
Verhütungsmassnahmen. Allein aufgrund der gesetzlichen Vorschriften liesse sich eine
rechtsgleiche und sachgerechte Entschädigungspraxis nicht durchführen. Die
kantonalen Behörden, nämlich das Kantonsforstamt und die damalige Jagd- und
Fischereiverwaltung (der heutige Beschwerdeführer) haben daher im Januar 1999 eine
Anleitung zur Beurteilung von Wildschäden und Wildschadenverhütung im Wald
zuhanden der (damaligen) Wildschadenkommission des Kantons St. Gallen erlassen.
Diese Anleitung hat nicht den Charakter einer gesetzlichen Vorschrift. Es handelt sich
vielmehr um eine Verwaltungsverordnung, die aber für den einzelnen Gesuchsteller
erhebliche Auswirkungen haben kann. Verwaltungsverordnungen und Richtlinien bzw.
Weisungen gelangen häufig bei der Anwendung unbestimmter Rechtsbegriffe bzw. bei
der Anwendung von Vorschriften mit erheblichem Ermessensspielraum der Verwaltung
zur Anwendung. Wo Dienstanweisungen und Verwaltungsverordnungen die Interessen
der Betroffenen direkt tangieren, haben sie den Charakter von verbindlichen
Vorschriften (vgl. dazu Imboden/Rhinow, Schweizerische Verwaltungsrechtsprechung,
Bd. 1, Basel 1976, Nr. 9; Rhinow/Krähenmann, a.a.O., Ergänzungsband, Basel 1990,
Nr. 9b IV).
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2.5. In tatsächlicher Hinsicht ist davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer die
vom Wildschadenschätzer und von der Vorinstanz festgestellten Brutto-
Schadensummen und Verhütungskosten nicht substantiiert angefochten hat. Sowohl
der Wildschadenschätzer als auch die Vorinstanz haben die geltend gemachten
Schäden unter anderem anlässlich eines Augenscheins festgestellt. Der
Wildschadenschätzer hält fest, er habe die einzelnen Revierförster zu den Gesuchen
befragt, eine schriftliche Stellungnahme des zuständigen Wildhüters zu den einzelnen
Entschädigungsgesuchen eingeholt, die Jagdverwaltung zu einer schriftlichen
Stellungnahme betreffend Abschussplan und Wildfütterung eingeladen und das
Kantonsforstamt um Unterlagen bzw. eine Zusammenstellung bereits früher erfolgter
Entschädigungen ersucht, einzelne Teilflächen besichtigt und eine Fachperson zur
Klärung forstlicher Grundlagen beigezogen. Der Wildschadenschätzer hält fest, es sei
nicht möglich gewesen, alle Flächen zu besichtigen und im Detail zu werten, zumal die
detaillierten Angaben über getroffene Schutzmassnahmen etc. gefehlt hätten. Deshalb
habe er die Schadenforderungen als Grundlage übernommen.
Die in den Gesuchen gemachten Angaben wurden damit offenbar vom zuständigen
Schadenschätzungsorgan als taugliche Grundlage für die Feststellung der
tatsächlichen Verhältnisse qualifiziert. Auch für die Vorinstanz bestand kein Anlass, an
den geltend gemachten Beträgen zu zweifeln. Der Beschwerdeführer bezieht sich
ebenfalls auf die von der Vorinstanz und vom Wildschadenschätzer herangezogenen
Zahlen. Streitig sind indessen namentlich die verschiedenen Abzüge sowie die
Ablehnung von Entschädigungen infolge Doppelentschädigungen. Bei sämtlichen
Schadenflächen wurden die geschätzten Ertragsausfälle sowie die geschätzten
Aufwendungen für erhöhten Pflegeaufwand in der Beschwerde nicht substantiiert
angefochten und sind in den tatsächlichen Ausführungen der Beschwerde gegenüber
den Feststellungen im angefochtenen Entscheid identisch.
Einzig bei der Entschädigung der Ortsgemeinde Sax, Schadenfläche Nr. 1 bis 9, ging
die Vorinstanz von einem Ertragsausfall von Fr. 4'391.30 aus, während der
Beschwerdeführer diesen auf Fr. 3'668.40 bezifferte. Die Vorinstanz hielt fest, dass sich
diese Entschädigung aus Ertragsausfällen bei neun verschiedenen Teilflächen
zusammensetze. Diese wurden anlässlich des Augenscheins besichtigt (Entscheid S.
61). Der Beschwerdeführer rügt in diesem Zusammenhang einen Verstoss gegen die
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Begründungspflicht. Er habe im Rekurs geltend gemacht, es sei mit einer zu hohen
Wertstufe und teilweise zu hohen Bestandesaltern gerechnet worden. Die Vorinstanz
sei auf diese Kritik überhaupt nicht eingegangen, sondern habe im Gegenteil den
Ertragsausfall erhöht. Aus dem Entscheid sei jedoch nicht ersichtlich, wie sie den
Ertragsausfall berechnet bzw. welche Parameter sie der Berechnung zugrunde gelegt
habe.
In diesem Bereich liegt die Abweichung bei der Schadenschätzung bei rund 16 % und
damit noch im Rahmen des Ermessensspielraums der Vorinstanz. Eine
Ermessensüberschreitung kann in einer solchen Abweichung nicht erblickt werden.
Zudem hat die Vorinstanz die geschätzten Schäden auf den einzelnen Teilflächen
detailliert aufgeführt. Angesichts der Vielzahl der Teilflächen kann es nicht als Verstoss
gegen die Begründungspflicht betrachtet werden, wenn pauschal auf die Anleitung
verwiesen wird. Die Schäden wurden aufgrund einer unmittelbaren Besichtigung
festgelegt. Somit ist bei den Schadenflächen 1 bis 9 der Ortsgemeinde Sax von einem
Ertragsausfall von Fr. 4'391.30 auszugehen. Der Antrag des Beschwerdeführers um
Reduktion ist unbegründet. Demgegenüber sind der Aufwand für Wiederherstellung
sowie der erhöhte Pflegeaufwand unbestritten. Bei sämtlichen übrigen Schätzungen
des Ertragsausfalls, der Kosten der Wiederherstellung sowie des erhöhten
Pflegeaufwands hat der Beschwerdeführer die von der Vorinstanz bzw. vom
Wildschadenschätzer festgestellten Werte übernommen.
2.6. Der Wildschadenschätzer berücksichtigte die Waldfunktion und hielt fest,
grundsätzlich solle der Schaden am Wald nach der Beeinträchtigung der ihm
zukommenden Funktion definiert werden. Im Vordergrund stehe also nicht die Frage,
wie viele Bäume vom Wild beschädigt worden seien, sondern vielmehr, ob die Art und
Anzahl der unbeschädigten Bäume genüge, um das waldbauliche Ziel zu erreichen.
Solange Schälungen die Schutzfunktion des Waldes nicht beeinträchtigen, könne nur
bedingt von Wildschaden gesprochen werden. Auch die
Wildschadenverhütungsmassnahmen seien auf das Schutzziel auszurichten.
Entschädigungen müssten diesem Sachverhalt angepasst sein. Weiter berücksichtigte
der Wildschadenschätzer den Standort bzw. die Waldgesellschaft der Waldflächen. Er
hielt fest, er habe versucht, eine Wertung der Gesuche für die Wildschäden zu
erstellen. Es habe sich gezeigt, dass vor allem im Schutzwald, da die Schutzfunktion
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infolge Schälungen nicht wesentlich beeinträchtigt werde, sowie in nicht
standortgerechten Beständen die Forderungen tendenziell zu hoch seien. Eine
Entschädigung berücksichtige die Vorgaben der Wald- und Jagdgesetzgebung.
2.6.1. Aufgrund von Funktion und Standort nahm der Wildschadenschätzer
Reduktionen der Entschädigung bis zu 50 % für die Funktion und bis zu 50 % für nicht
standortgerechte Bestockung vor. Die Vorinstanz hielt dazu fest, der
Wildschadenschätzer gehe vom Waldschadenbegriff der Anleitung aus und definiere
den Schaden am Wald nach der Beeinträchtigung der ihm zukommenden Funktionen.
Er halte als Fazit fest, solange Schälungen die Schutzfunktion des Waldes nicht
beeinträchtigen würden, könne nur bedingt von Wildschaden gesprochen werden. Aus
der Anleitung ergebe sich jedoch nicht ausdrücklich, dass im Schutzwald allgemein die
Entschädigung herabzusetzen sei. Der Schutzwald schütze Menschen, Siedlungen und
Verkehrswege vor Naturkatastrophen wie Lawinen und Steinschlag. Die Gesellschaft
sei auf den Schutz des Waldes angewiesen, weshalb im Schutzwald keine Lücken
entstehen dürften. Der Waldeigentümer sei verpflichtet, die Schutzfunktion seines
Waldes aufrechtzuerhalten. Er müsse für den Schutz von Menschen und erheblichen
Sachwerten besorgt sein. Diese Schutzfunktion könne in den betroffenen
Schutzwaldflächen nur durch Pflege aufrechterhalten werden. Diese habe der
Eigentümer aus dem Ertrag seines Schutzwaldes zu finanzieren. Schälschäden würden
die Holzqualität vermindern und hätten einen negativen Einfluss auf die Vitalität und
Widerstandskraft eines Baumes, was den Verlust der Schutzfunktion zur Folge haben
könne. Durch die eingetretenen Wildschälungen sei der Schutzwald geschwächt und in
seiner Schutzfunktion eingeschränkt worden. Es möge sein, dass in einem Schutzwald
die Schadenschwelle höher anzusetzen sei als in einem Nutzwald. Im vorliegenden Fall
sei diese Schwelle jedoch überschritten worden, zumal sich am Augenschein auch
bestätigt habe, dass die Eigentümer nur geschädigte Kernflächen gemeldet und nicht
jeden Kleinstschaden geltend gemacht hätten. Die betroffenen Schutzwaldflächen
seien in ihrer Funktion beeinträchtigt, weshalb im Sinn der Anleitung von einem
entschädigungspflichtigen Schadenereignis auszugehen sei.
2.6.2. Der Beschwerdeführer erachtet die Abzüge wegen der Schutzwaldeigenschaft
als gerechtfertigt. Die vom Wildschadenschätzer vorgenommenen Abzüge liessen sich
zudem auch dann begründen, wenn der Schadenbegriff unzutreffend interpretiert
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worden wäre. Der Wildschadenschätzer habe für die Berechnung des Ertragsausfalls
auf die Werte in Anhang 1 der Anleitung abgestellt. Anhang 1 unterscheide
Ertragsausfall zwischen den Baumarten und den Bodengüten und lege den
Ertragsausfall pro Are fest. Hingegen werde nicht nach der Art des Waldes
unterschieden. Wie die Vorinstanz selber feststelle, sei der Ertrag im Schutzwald kleiner
als im Nutzwald, da die Bewirtschaftung aufwendiger sei. Dem sei hinzuzufügen, dass
im Schutzwald nicht nur die Bewirtschaftung aufwendiger, sondern auch der Holzertrag
pro Flächeneinheit geringer sei. Da die Schutzfunktion des Schutzwaldes jederzeit
bestehen bleiben müsse, könne jeweils nur eine beschränkte Anzahl Bäume geerntet
werden. Es sei deshalb klar, dass der Ertrag im Schutzwald geringer sei als der Ertrag
aus einem Nutzwald, weshalb die Durchschnittswerte aus Anhang 1 der Anleitung bei
Schäden im Schutzwald gekürzt werden müssten. Als Beweisofferte wird auf ein
Expertengutachten verwiesen.
2.6.3. In der Anleitung des Kantonsforstamts und der Jagd- und Fischereiverwaltung
wird festgehalten, dass der Schaden am Wald grundsätzlich nach der Beeinträchtigung
der diesem zukommenden Funktionen definiert werden solle und im Vordergrund also
nicht die Frage stehe, wie viele Bäume in einem Bestand vom Wild beschädigt worden
seien, sondern vielmehr, ob die Art und Anzahl der unbeschädigten Bäumchen genüge,
um das waldbauliche Ziel zu erreichen. Diese Ausführungen finden sich unter dem Titel
Schaden-begriff (Ziff. 3.2.1). Dort wird weiter festgehalten, es gehöre zum Lebensraum
Wald, dass darin auch Wildtiere vorkämen, welche ihre Spuren an der Vegetation
hinterlassen würden. Solange sich diese auf die Beschädigung oder den Ausfall
einzelner Pflanzen beschränkten und dabei ohne waldbauliche Bedeutung seien, sei
nicht von einem Schaden auszugehen. Bei zunehmender Intensität der
Verbissbelastung werde irgendwann die Schwelle erreicht, bei der ein Schaden
vorliege. Dem Begriff Schaden liege immer eine menschliche Wertvorstellung
zugrunde. Es sei daher nicht einfach, den Schwellenwert, bei dem die Wildeinwirkung
zum Schaden werde, genau zu definieren. Es hänge vorerst davon ab, ob die
Wertvorstellung und damit der Schadenbegriff mehr wirtschaftlich, ökologisch oder
gesellschaftlich-soziologisch geprägt sei. Selbst bei einer rein wirtschaftlichen
Betrachtungsweise könne die Schadengrenze je nach Waldfunktion, Baumart und
Standortqualität variieren.
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2.6.4. Im Anhang 1 zur Anleitung werden die Wertstufen nach Bodengüte für
verschiedene Baumarten bestimmt, und die Ansätze für Ertragsausfall sind in Franken
je Are nach der massgebenden Bemessungsdauer in Jahren aufgeführt. Bei den
Richtwerten für Wiederherstellungsarbeiten wird nach den Verhältnissen bezüglich
Zugang, Lage und Bestandesstruktur unterschieden. In den Musterformularen für
Entschädigungsgesuche werden verschiedene Angaben für die Bestimmung des
Schadens verlangt. Die Berücksichtigung der Waldfunktion hat nach der Anleitung aber
generelle Bedeutung für die Beurteilung von Schäden. Die Erwägungen der Vorinstanz
(S. 18) sind in der allgemeinen Form nicht zu beanstanden. Dies ändert aber nichts
daran, dass bei der Bemessung des Schadens der Waldfunktion Rechnung zu tragen
ist. Unzutreffend ist der im Rekursverfahren vertretene Standpunkt des
Beschwerdeführers, wonach in einem Schutzwald überhaupt kein Schaden entstehen
könne. Auch in einem Schutzwald ist eine Holznutzung möglich, und diese kann durch
Wildschäden beeinträchtigt werden. Bei extensiver Bewirtschaftung in schwierigen
Lagen ist der wirtschaftliche Schaden aber nach anderen Kriterien zu bestimmen als
bei gut erschlossenen Gebieten mit hoher Produktivität. Indem die Anleitung eine
Berücksichtigung der Waldfunktion gebietet, sieht sie eine Schadensbemessung nach
sachlichen und haltbaren Kriterien vor. Die Ausführungen der Vorinstanz zu den
Besonderheiten des Schutzwaldes sind zwar im Grundsatz nachvollziehbar. Die
Vorinstanz hat allerdings nur den im Rekursverfahren geäusserten Standpunkt des
ANJF geprüft, wonach in den im Schutzwald liegenden Flächen überhaupt keine
Schäden vorliegen. Nachdem die Vorinstanz zum Schluss kam, dass auch in solchen
Flächen Schäden verursacht worden sind, hätte sie prüfen müssen, inwieweit aufgrund
der in der Anleitung gebotenen Berücksichtigung der Waldfunktion eine Reduktion
vorzunehmen ist. Dies hat sie nicht getan und damit ihren Entscheidungsspielraum
nicht ausgenutzt. Die Beschwerde erweist sich in diesem Punkt als begründet.
2.7. Streitig ist im weiteren die Reduktion der Entschädigung wegen nicht
standortgerechter Bepflanzung. Wie erwähnt, lässt Art. 60 Abs. 2 Ziff. 5 JV eine
Herabsetzung oder einen Ausschluss der Entschädigung zu, wenn der Geschädigte für
Umstände einzustehen hat, die auf die Entstehung oder Vergrösserung des Schadens
eingewirkt haben, vor allem wenn der Waldbestand, in dem der Schaden aufgetreten
ist, nicht standortgemäss ist.
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2.7.1. Die Vorinstanz erwog, es liege durchaus im Sinne der Zwecksetzung von Art. 1
Abs. 1 lit. b des Waldgesetzes, wenn die Forstbehörden auf eine standortgerechte
Zusammensetzung des Waldes hinarbeiten würden. Diese moderne Auffassung des
naturnahen Waldbaus sei jedoch erst wenige Jahrzehnte alt und damit, gemessen am
Lebensrhythmus des Waldes, neu. Bei der in der Streitsache vorwiegend geschädigten
Fichte handle es sich um eine einheimische Baumart, die im Gebiet Werdenberg
grundsätzlich standortgerecht sei. Sie habe auch in einem naturverjüngten Mischwald
ihren Platz. Monokulturen seien waldbaulich jedoch nicht erwünscht. Die geschädigten
Flächen seien überwiegend 20 bis 40 Jahre alt und stammten also aus einer Zeit, in
welcher der moderne naturnahe Waldbau noch nicht aktuell gewesen sei. Dieser
Baumbestand könne heute nicht einfach ausgetauscht werden. Zudem nehme
normalerweise die Schälintensität bei zunehmendem Entwicklungsalter ab. In solchen
älteren Beständen sei daher eine Herabsetzung der Entschädigung aufgrund nicht
standortgerechter Bestockung nicht gerechtfertigt. Die Standortkartierung sei im Jahr
2003 abgeschlossen worden. In älteren Waldbeständen könne daher diese
Waldstandortkarte nicht zulasten der Waldeigentümer vorgebracht werden.
2.7.2. Entgegen den Vorbringen des Beschwerdeführers bedeutet die Erwägung der
Vorinstanz nicht, dass die Fichtenmonokulturen nicht bewusst angepflanzt worden,
sondern aufgrund von Wildverbiss entstanden seien. Dies ist aber nicht von
entscheidender Bedeutung. Vielmehr fällt in Betracht, dass die Reduktion der
Entschädigung wegen nicht standortgemässen Waldbeständen in der Verordnung
ausdrücklich vorgesehen ist. Dies bedeutet nicht, dass den Geschädigten ein subjektiv
vorwerfbares Verschulden am Schaden trifft. Der nicht standortgerechte Baumbestand
ist ein Faktum, welches nach der gesetzlichen Vorschrift bei der Bemessung der
Entschädigung zu berücksichtigen ist. In diesem Punkt steht der angefochtene
Entscheid im Widerspruch zu Art. 60 Abs. 2 Ziff. 5 JV.
2.7.3. Die Beschwerdegegner vertreten ebenfalls den Standpunkt, dass Abzüge wegen
nicht standortgerechter Bepflanzung nur bei subjektiv vorwerfbarem Verhalten der
Waldeigentümer zur Anwendung kommen könnten. Dies ist insoweit verständlich, als
Art. 60 Abs. 2 Ziff. 1 bis 4 JV solche subjektiv vorwerfbaren Tatbestände enthält. Bei
Ziff. 5 ist aber lediglich auf das objektive Merkmal der fehlenden Standortgerechtigkeit
abzustellen. Insbesondere aufgrund des Wandels der Anschauungen bezüglich
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Standortgerechtigkeit und des sehr langsamen Erneuerungszyklus' des Waldes
rechtfertigt es sich nicht, bei diesem Kriterium zusätzliche subjektive Gesichtspunkte
zu berücksichtigen, welche weder in der Verordnung noch in der Anleitung eine Stütze
finden.
Die Abzüge für fehlende Standortgerechtigkeit sind dort vorzunehmen, wo sie vom
Wildschadenschätzer verfügt wurden. Die Ausführungen im angefochtenen Entscheid
(E. 7, h, cc, S. 21) vermögen nicht darzutun, dass die Feststellungen des
Wildschadenschätzers bezüglich der Standortgerechtigkeit fehlerhaft sind. Daran
vermag auch nichts zu ändern, dass die Vorinstanz in ihren Ausführungen eine
grossflächige, nicht einzelbaumweise Betrachtung fordert. Ausschlaggebend ist einzig,
ob die Bestände standortgerecht sind oder nicht. Die Beschwerde erweist sich daher in
diesem Punkt als begründet.
2.8. Zu prüfen ist weiter, ob der Abzug für früher getroffene bzw. entschädigte
Verhütungsmassnahmen oder abgegoltene Wildschäden von der Vorinstanz zu Recht
als unzulässig qualifiziert wurde.
2.8.1. Die Vorinstanz erwog, die Beweislast für Doppelentschädigungen liege beim
Beschwerdeführer. Das AJNF hält fest, es habe in der Rekursbegründung bei den
einzelnen Schadenflächen ausdrücklich auf früher erfolgte Zahlungen hingewiesen. Es
habe damit seine Substantiierungs-pflicht erfüllt. Eine weitergehende Substantiierung
könne von ihm nicht verlangt werden, da ihm nicht im Detail bekannt sei, auf welchen
Parzellen wann welche Massnahmen erfolgt seien. Offenbar sei nicht einmal das
Kantonsforstamt in der Lage, hierzu zuverlässige Angaben zu machen. Dennoch stelle
der Hinweis der Vorinstanz, die Zahlungen liessen sich nicht mehr mit zumutbarem
Aufwand abklären, keine genügende Sachverhaltsabklärung dar. Die Vorinstanz hätte
bei den Waldeigentümern detaillierte Auskünfte einholen müssen, wofür die im Rahmen
der verschiedenen Waldprojekte vom Staat erhaltenen Mittel eingesetzt worden seien,
und diese Angaben mit den Zahlungen des Kantonsforstamtes vergleichen müssen.
Nur dann hätte die Vorinstanz davon ausgehen dürfen, dass mit den früher
ausgerichteten Zahlungen nicht die aktuell betroffenen Parzellen finanziert worden
seien. Der Entscheid der Vorinstanz beruhe in diesem Punkt auf einem ungenügend
abgeklärten Sachverhalt.
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2.8.2. Der Wildschadenschätzer hielt fest, es seien in den letzten Jahren unter
Mitwirkung der Jägerschaft mit viel Aufwand Bäume mit Netzen geschützt worden. Die
Schutzmassnahme hätte nur einen beschränkten Erfolg gezeigt. Eine Erfolgskontrolle
fehle. Aus den Gesuchsunterlagen gehe nicht hervor, ob die Schadenflächen in solchen
Projektgebieten liegen würden und früher ausgeführte Schutzmassnahmen entschädigt
worden seien.
2.8.3. Bei der Doppelentschädigung bzw. bei der früher erfolgten Abgeltung handelt es
sich um eine Tatsache, welche die aufgrund der ordentlichen Faktoren ermittelte
Entschädigung mindert. Falls der Nachweis einer Doppelentschädigung nicht erbracht
wird, kommen die ordentlichen Ansätze zur Anwendung.
Zu prüfen ist, wer die Doppelentschädigung nachzuweisen hat. Grundsätzlich ist der
Sachverhalt von Amtes wegen zu ermitteln (Art. 12 Abs. 1 VRP). Der
Wildschadenschätzer hat verschiedene Sachverhaltsfeststellungen getroffen
(Verfügung Ziff. 1.1). Er hielt ausdrücklich fest, eine detaillierte Auflistung über früher
gestellte Wildschadenforderungen, abgeschlossene Vergleiche oder Abgeltung von
Schäden bzw. Verhütungsmassnahmen fehle. Vom Kantonsforstamt habe er einen
Ordner zum Selbststudium erhalten. Es sei schlichtweg unmöglich, die darin
ausgewiesenen Zahlungen konkreten Entschädigungsgesuchen zuzuordnen. Eine
Kontrolle resp. Erfolgskontrolle über ausgeführte Schutzmassnahmen fehle.
Die Verwaltung war offenbar nicht in der Lage, die in früheren Perioden ausbezahlten
Entschädigungen festzustellen. Bei dieser Sachlage kann weder dem
Wildschadenschätzer noch der Vorinstanz eine unrichtige oder unvollständige
Sachverhaltsabklärung vorgehalten werden. Auch konnten die Beschwerdegegner
nicht verpflichtet werden, den Nachweis zu erbringen, dass die gemeldeten Schäden
nicht bereits früher entschädigt wurden. Solche negativen Beweise lassen sich nicht
erbringen. Wenn die Behörden keine Übersicht und Kontrolle über die Verwendung der
eingesetzten Mittel haben, darf sich dies nicht zu Ungunsten der privaten Gesuchsteller
auswirken. Diese hätten wohl vom Wildschadenschätzer über allfällige frühere
Entschädigungen befragt werden können. Die Angaben hätten sich aber gar nicht
überprüfen lassen. Der Verwaltung gelang es offenbar nicht, Leistungen früherer Jahre
in einer Art und Weise offenzulegen, welche die Zuordnung zu den vorliegend streitigen
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Schadenfällen erlaubt hätte. Es ist daher nicht zu beanstanden, dass
Wildschadenschätzer und Vorinstanz davon ausgingen, es seien mit den fraglichen
Entschädigungsbegehren keine Doppelentschädigungen verbunden. Mangels
Nachweis' einer Doppelentschädigung hat die Vorinstanz die entsprechenden
Reduktionen zu Recht aufgehoben.
2.8.4. Der Beschwerdeführer macht weiter geltend, gestützt auf Art. 13 Abs. 2 Satz 2
JSG könnten Aufwendungen für Verhütungsmassnahmen bei der Entschädigung von
Wildschaden berücksichtigt werden.
Das Bundesrecht lässt eine solche Reduktion zu; allerdings schreibt es sie nicht
zwingend vor. Es obliegt also dem kantonalen Gesetzgeber bzw. der kantonalen
Praxis, diesen Umstand zu berücksichtigen. Weder die Jagdverordnung noch die
Anleitung sehen eine Reduktion der Entschädigung zufolge Verhütungsmassnahmen
vor. Überdies ist auch in diesem Punkt eine exakte Zuordnung früherer
Entschädigungs- und Verhütungsleistungen bei den streitigen Schadenplätzen nicht
gegeben. Auch in diesem Punkt erweist sich die Beschwerde somit als unbegründet.
2.9. Der Wildschadenschätzer kürzte bei verschiedenen Gesuchen die
Wiederherstellungskosten um bis zu 50 % mit der Begründung, der Pflanzabstand
liege bei weniger als 2 x 2 m.
Die Vorinstanz erwog, gemäss der Anleitung werde bei einer vollständigen
Neubepflanzung mit einem Pflanzabstand von rund 1,2 x 1,2 m gerechnet. Seien aus
waldbaulichen Gründen andere Pflanzabstände erforderlich, könnten diese Werte
angepasst werden. Zusätzlich vorhandene oder zu erwartende Naturverjüngung sollte
dabei berücksichtigt werden. Solche waldbaulichen Gründe seien nicht ersichtlich.
Der Beschwerdeführer macht geltend, der Wildschadenschätzer gebe der
Naturverjüngung den Vorrang. Der erhöhte Pflanzabstand solle die zusätzliche
Naturverjüngung ermöglichen und erscheine gerechtfertigt.
Die Anleitung geht von einem Pflanzabstand von 1,2 x 1,2 m aus und lässt
Anpassungen zu. Solche Anpassungen sind Ermessensentscheide. Der
Wildschadenschätzer hat den erhöhten Pflanzabstand bei der Neuanpflanzung von
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Schadenflächen auf 2 x 2 m festgelegt und dies damit begründet, dass überwiegend
mit Naturverjüngung gearbeitet werden sollte. Auspflanzungen und Zäune müssten die
begründete Ausnahme bleiben. Es sollte waldbaulich darauf geachtet werden, dass ein
angemessener Nebenbestand an "Verbissgehölzen", eine standortgerechte Strauch-
und Krautschicht sowie stufige Waldränder entstehen.
Die Vorinstanz hielt dazu lediglich fest, waldbauliche Gründe (für eine Erhöhung des
Pflanzabstands) seien nicht ersichtlich. Diese Folgerung rechtfertigt sich aufgrund der
Beurteilung des Wildschadenschätzers nicht. Dessen Bevorzugung der
Naturverjüngung erscheint gerechtfertigt. Die Vorinstanz hat in diesem Punkt ihren
Ermessensspielraum nicht ausgeschöpft. Die Erhöhung des Pflanzabstandes wurde
vom Wildschadenschätzer mit sachlichen Argumenten begründet. Die Vorinstanz hat
sich mit diesen eingehender auseinanderzusetzen und die Abweichungen einlässlich zu
prüfen.
In diesem Punkt erweist sich die Beschwerde als begründet.
2.10. Die Reduktion der Entschädigung um generell 20 % wurde vom
Beschwerdeführer nicht angefochten. Soweit die Beschwerdegegner die Reduktion
beanstanden, gehen diese Ausführungen am Streitgegenstand vorbei. Die
Beschwerdegegner beantragten Abweisung der Beschwerde; eine
Anschlussbeschwerde wäre ohnehin nicht zulässig gewesen.
2.11. Die Vorinstanz sprach für Wildschadenverhütungsmassnahmen insgesamt
Fr. 75'067.80 zu. Der Beschwerdeführer beantragt, überhaupt keine Zahlungen für
Schadenverhütungsmassnahmen auszurichten.
2.11.1. Der Wildschadenschätzer wies lediglich der Ortsgemeinde Grabs eine
Entschädigung für chemische Schadenverhütungsmassnahmen im Jahr 2005 von
Fr. 1'725.-- zu. Alle übrigen Forderungen für Verhütungsmassnahmen lehnte er ab. Er
bemängelte, dass detaillierte Angaben über getroffene Schutzmassnahmen fehlen
würden. In den angefochtenen Verfügungen ist festgehalten, die Voraussetzungen für
eine Entschädigung seien nicht erfüllt. Die eingereichten Unterlagen gäben nur zum Teil
Auskunft, welche Massnahmen wo und in welchem Umfang geplant seien. Das
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Wildschadenverfahren habe gezeigt, dass zum Teil nicht dem Waldstandort
entsprechende Pflanzen geschützt worden seien, die Verjüngung teilweise nicht den
Grundsätzen des naturnahen Waldbaus entspreche, keine übersichtliche
Zusammenstellung ergriffener Wildschadenverhütungsmassnahmen vorhanden sei,
nicht ersichtlich sei, wo bereits Verhütungsmassnahmen mit welchem Betrag
entschädigt worden seien und Erfolgskontrollen ganz oder teilweise fehlten. Die
Prüfung der Schutzmassnahmen habe ergeben, dass vor allem bei
Einzelschutzmassnahmen im Halbendabstand enorme Kosten entstehen würden. Die
Bruttokosten betrügen unter normalen Umständen Fr. 9'000.--, unter schwierigen
Verhältnissen Fr. 12'000.-- pro Hektare. Fraglich sei, ob Polynetnetze als Massnahme
zur Schadensverhütung tauglich seien. Das Projekt effor2 laufe zur Zeit noch. Darin
seien auch Entschädigungen für Wildschadenverhütungsmassnahmen enthalten. In
standortfremden Beständen kämen Entschädigungen für Schutzmassnahmen
grundsätzlich nicht in Frage. Zur Beurteilung der Entschädigung müssten all diese
Punkte berücksichtigt werden. Die Entschädigungsforderung allein genüge nicht.
2.11.2. Die Vorinstanz erwog, das Gesetz sehe vor, dass Wildschäden primär durch die
Regulierung des Wildbestandes durch die Jagd verhindert werden sollten. Vorliegend
sei die Regulierung des Wildbestandes ausreichend, lokal sei die Konzentration der
Rothirsche im geschädigten Gebiet jedoch hoch. Aufgrund des hohen Wilddruckes im
gesamten Schadengebiet reiche die jagdliche Regulierung nicht aus, um die
Wildschäden in einem zumutbaren Rahmen zu halten. Der Lebensraum der Wildtiere
werde durch den Menschen eingeengt. Das gezielte Abschiessen einzelner Tiere
vermöge auch keine Abhilfe zu schaffen. Insgesamt würden die in Art. 52 Abs. 1 JV
aufgezählten Massnahmen für das Schadengebiet nicht ausreichen, weshalb die
Ergreifung von Schutzmassnahmen nötig sei. Ohne Verhütungsmassnahmen könne
kein genügender Anteil standortgerechter Bäume aus der Naturverjüngung
auswachsen. Der Ansicht des ANJF, wonach die natürliche Verjüngung genüge, um die
geschädigte Waldbestockung ohne Schutzmassnahmen naturnah wieder aufkommen
zu lassen, könne deshalb nicht gefolgt werden. Vielmehr müssten die neu freigestellten
Auslesebäume neu geschützt werden, um erneute Schälschäden zu vermeiden. In der
Streitsache hätten die jagdlichen, forstlichen und raumplanerischen Massnahmen
offensichtlich nicht ausgereicht, weshalb technische Massnahmen zu ergreifen seien.
Bei der Bemessung der Entschädigung ging die Vorinstanz von der Anleitung aus und
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brachte eine Reduktion von 20 % in Abzug. Bei der Ortsgemeinde Buchs wurden
bereits geleistete Zahlungen 1999 von Fr. 8'175.-- zusätzlich in Abzug gebracht.
2.11.3. Der Beschwerdeführer macht geltend, die Vorinstanz behaupte erneut einen
Zusammenhang zwischen Schälschäden und Naturverjüngung. Ein solcher bestehe
jedoch nicht. Ein hoher Wilddruck könne zu Verbissschäden an Jungpflanzen führen,
was die Naturverjüngung erschweren oder verunmöglichen könne. Es habe aber mit
dem Schutz von Jungpflanzen wegen Verbissschäden nichts zu tun, wenn neu
freigestellte Auslesebäume mittels Schutznetzen gegen Schälschäden geschützt
werden sollen. Zudem bestehe im Gebiet Werdenberg gar kein dauerhafter Wilddruck,
insbesondere kein derart hoher, der die Verjüngung verunmögliche. Die Schälschäden
aus dem Winter 2005/2006 seien ein singuläres Ereignis. Die Vorinstanz hätte bei
jedem Gesuch einzeln prüfen müssen, ob der normale Wildbestand einen Schutz
gegen Schälschäden erfordere. Der normale Wilddruck rechtfertige keine
Schutzmassnahmen von über Fr. 75'000.--. Zudem könnten neue Erfahrungen über die
Wirksamkeit der Polynetnetze nicht einfach mit dem Verweis auf die Anleitung
übergangen werden. Im weiteren seien auch bei den Verhütungsmassnahmen die
entsprechenden Abzüge, wie sie bei den Schäden vorgenommen würden, zu
berücksichtigen. Zudem sei die Erhöhung der Entschädigung von 50 % auf 80 %
sachlich nicht begründbar und stelle einen Ermessensmissbrauch dar. Im Ergebnis
beantragt der Beschwerdeführer in seinem Rechtsbegehren, überhaupt keine
Entschädigungen für Verhütungsmassnahmen zuzusprechen, eventuell seien die
Gesuche zur Ergänzung des Sachverhalts und zur Neubeurteilung an die Vorinstanz
zurückzuweisen.
2.11.4. Nach Art. 50 Abs. 1 JG werden Verhütungsmassnahmen durch den Kanton
angemessen entschädigt, wenn der Wildschaden zu entschädigen wäre (lit. a) und die
Kosten erheblich sind. Leistungen, die der Besitzer im zumutbaren Rahmen selbst
erbringen kann, werden nicht entschädigt (Art. 50 Abs. 2 JG). Verhütungsmassnahmen
werden zudem nur dann angemessen entschädigt, wenn sie zur Verhütung von
Wildschaden nötig, zumutbar und mit den jagdlichen Zielen vereinbar sind (Art. 49
Abs. 1 JG). Entschädigungen werden zudem nur insoweit geleistet, als die zumutbaren
Massnahmen zur Verhütung von Schaden getroffen worden sind (Art. 13 Abs. 2 JSG).
Art. 52 Abs. 2 JV führt als Massnahme zur Verhütung von Wildschaden die Regulierung
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des Wildbestandes (lit. a), die Verbesserung des Lebensraumes (lit. b), den Schutz der
Tiere vor Störungen (lit. c) und den Abschuss einzelner Tiere auf Anordnung des
Finanzdepartements (lit. d) an.
Bei den Forderungen für die Abgeltung von Verhütungsmassnahmen geht aus den
Gesuchen nicht klar hervor, welche Massnahmen geplant sind. Insbesondere ist nicht
ersichtlich, inwiefern es sich um Entschädigungsforderungen für erhöhten
Pflegeaufwand oder um Forderungen für künftige Schutzmassnahmen handelt. Der
Wildschadenschätzer ging offenbar davon aus, dass die Verhütungsmassnahmen im
Einbinden von Bäumen mit Polynetnetzen bestehen. Er wies die Gesuche im
wesentlichen mit der Begründung ab, das Einbinden mit Polynetnetzen zeige nur einen
beschränkten Erfolg, und das Projekt effor2 sowie weitere Waldbauprojekte würden
noch laufen, weshalb auf das Einbinden mit Netzen zu verzichten sei.
2.11.5. Die Vorinstanz übernahm die Entschädigungsforderungen für
Verhütungsmassnahmen, ohne dass ersichtlich ist, ob sie die Forderungen im
einzelnen überprüfte und welche Massnahmen vorgesehen sind. Zwar ist zu
berücksichtigen, dass die einzelnen Revierförster zu den Gesuchen Stellung nahmen
und weder die vorgesehenen Massnahmen noch die geforderten Beträge zu Fragen
Anlass gaben. Die Vorinstanz hielt fest, im Rahmen des effor2-Folgeprojekts seien vor
allem Massnahmen zur Verbesserung des Lebensraums (z.B. Waldrandpflege)
finanziert worden. Auch wenn in einzelnen Fällen Materialfehler aufgetreten seien,
handle es sich bei den Polynetnetzen um ein taugliches und zweckmässiges Mittel, um
Schälschäden zu verhindern. So gehe auch die Anleitung davon aus, dass es sich beim
mechanischen Einzelschutz um die zuverlässigere Methode als beim chemischen
Einzelschutz handle. Es sei daher widersprüchlich, wenn das ANJF geltend mache,
dass diese Massnahmen nichts nützen würden. Die Vorinstanz qualifizierte die
Entschädigungsforderungen aufgrund der Anleitung (Anhang 1, Tabelle D) als
angemessen (S. 66).
Die Gesuche für Verhütungsmassnahmen lassen eine genaue Beurteilung der
Zweckmässigkeit und Wirksamkeit nicht zu. Forderungen für Verhütungsmassnahmen
stellten ausschliesslich die Ortsgemeinden.
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Die Ortsgemeinde Buchs bezifferte in der Rubrik "weiteres" im Formular Wildschaden
einen Betrag von Fr. 30'000.--, der nicht näher spezifiziert war. In einer Aufstellung des
Revierförsters wurden Schutzmassnahmen für Fr. 15'270.-- ausgewiesen, aufgeteilt
nach den einzelnen Schadenflächen. Ob es sich um Kosten für erhöhten
Pflegeaufwand oder um solche für Schutzmassnahmen handelt, geht aus den
Aufstellungen nicht zweifelsfrei hervor.
Die Ortsgemeinde Gams stellte ein Gesuch für die Entschädigung von
Schutzmassnahmen im Betrag von Fr. 9'180.--. Die Art der Massnahmen wurde für die
einzelnen Schadenflächen in Fr./a Fläche beziffert. Die Art der vorgesehenen
Schutzmassnahmen wurde indes nicht näher begründet.
Die Ortsgemeinde Grabs stellte Gesuche für die Entschädigung von
Schutzmassnahmen von Fr. 27'225.-- für das Revier West und von Fr. 31'714.05 für
das Revier Ost. Bei diesen Gesuchen wurde ähnlich verfahren wie bei den vorstehend
geprüften Begehren. Die Forderungen beruhen auf Beträgen je Fläche, ohne dass
genau angegeben wird, welche Schutzmassnahmen beabsichtigt werden.
Bei den Gesuchen wurde die Art der vorgesehenen Schutzmassnahmen jeweils in der
Zusammenstellung näher konkretisiert (E/AA1 etc.). Diese Zusammenstellungen sind
bei den verschiedenen Gesuchstellerinnen genau gleich gestaltet, weshalb sie offenbar
vom Wildschadenschätzer erstellt wurden. Dieser hat offenbar auch die einzelnen
Schutzmassnahmen konkret bezeichnet.
Die Bezifferung der Schutzmassnahmen mit fixen Beträgen je Fläche entspricht der
Anleitung. Die Entschädigung von Schutzmassnahmen rechtfertigt sich aber
grundsätzlich nur für solche Vorkehrungen, deren Tauglichkeit und Effizienz
hinreichend ausgewiesen ist. Dies ist beim Schutz mittels sog. Polynetnetze nicht der
Fall. Deren Tauglichkeit wird aufgrund der bisherigen Erfahrungen angezweifelt. Die
Anleitung wurde vor rund zehn Jahren erlassen. Wenn nach neueren Erkenntnissen
Zweifel an der Tauglichkeit der Polynetnetze bestehen, so kann diesbezüglich dem
Beschwerdeführer nicht vorgehalten werden, er argumentiere widersprüchlich.
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Die Tauglichkeit des Schutzes mittels Polynetnetzen ist eingehend abzuklären.
Ausserdem sind genauere, konkrete und örtlich spezifizierte Angaben der Gesuch-
steller über die vorgesehenen Schutzmassnahmen zu machen. Für
Schutzmassnahmen sind nicht im voraus pauschale Leistungen je Fläche und
Schutzmethode zuzusprechen. Ist die Tauglichkeit einer Massnahme hinreichend
belegt, so ist nicht eine Entschädigung zuzusprechen, sondern eine
Beitragszusicherung zu machen. Leistungen sind erst auszurichten, wenn die
Schutzmassnahmen ausgeführt und überprüft worden sind. Die Vorinstanz erwog, es
könne darauf verzichtet werden, im Entscheid festzuhalten, dass die Auszahlung erst
nach der fachgerechten Ausführung erfolgen dürfe. Selbst wenn an der Absicht der
Gesuchsteller, die geplanten Massnahmen umzusetzen, nicht zu zweifeln ist, so sind
solche Leistungen generell nur auszurichten, wenn die Massnahmen umgesetzt
wurden. Es steht nicht im Belieben der Gesuchsteller, die Massnahmen durchzuführen.
Inwiefern prozessökonomische Gründe eine Kontrolle der Massnahmen entbehrlich
machen sollten, wie die Vorinstanz festhielt, ist nicht einzusehen.
2.11.6. Bei der Frage der Reduktion um 20 % oder um 50 % macht der
Beschwerdeführer nachvollziehbare Gründe geltend, weshalb bei Schutzmassnahmen
eine stärkere Reduktion angebracht ist als bei der Abgeltung von Schäden. Namentlich
die Überlegung, dass bei Schutzmassnahmen ein höherer Anteil zulasten des
Eigentümers gerechtfertigt ist, weil er auch in vollem Umfang vom Nutzen der
Schutzmassnahmen profitiert, ist überzeugend. Die Vorinstanz begründete im übrigen
nicht näher, weshalb sie generell eine Reduktion von lediglich 20 % veranschlagte.
Hinsichtlich der Kürzungen wegen nicht standortgerechter Bepflanzung ist auf die
Erwägungen zur Abgeltung der Schäden zu verweisen. In diesem Punkt ist eine
Reduktion gerechtfertigt. Art. 58 Abs. 3 Ziff. 1 JV sieht ausdrücklich vor, dass die
Abgeltung für Schutzmassnahmen herabzusetzen ist, wenn der Waldbestand, in dem
die Massnahme ergriffen wird, nicht standortgemäss ist. Die Beschwerde erweist sich
somit auch in diesem Punkt als begründet.
2.12. Zusammenfassend ergibt sich aus den vorstehenden Erwägungen, dass der
Entscheid der Vorinstanz vom 23./27. Mai 2008 aufzuheben ist. Als fehlerhaft bzw.
ungenügend begründet erweist sich die angefochtene Schätzung dahingehend, dass
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die Waldfunktion nicht berücksichtigt wurde (E. 2.6.4.), dass keine Abzüge wegen
fehlender Standortgerechtigkeit der Bestockung gemacht wurden (E. 2.7.3.), dass
generell von einem Pflanzabstand von 1,2 x 1,2 m ausgegangen wurde (E. 2.9.), dass
die Tauglichkeit der Verhütungsmassnahmen nicht näher geprüft wurde (E. 2.11.5.) und
dass die Reduktion der Ansätze bei der Abgeltung von Schutzmassnahmen generell
auf 20 % festgelegt wurde (E. 2.12.). Die Angelegenheit ist gestützt auf Art. 64 Abs. 1 in
Verbindung mit Art. 56 Abs. 2 VRP zur weiteren Feststellung des Sachverhalts und zur
neuen Beurteilung und Entscheidung im Sinne der Erwägungen an die
Verwaltungsrekurskommission zurückzuweisen. Im übrigen ist die Beschwerde
abzuweisen, soweit darauf einzutreten ist.
3. Der Ausgang des Verfahrens entspricht einer überwiegenden Gutheissung der
Beschwerde. Dementsprechend sind die amtlichen Kosten des Beschwerdeverfahrens
zu drei Vierteln den Beschwerdegegnern und zu einem Viertel dem Staat aufzuerlegen
(Art. 95 Abs. 1 VRP). Eine Entscheidgebühr von Fr. 4'000.-- ist angemessen (Art. 13,
Ziff. 622 Gerichtskostentarif, sGS 941.12). Auf die Erhebung des staatlichen Anteils ist
zu verzichten (Art. 95 Abs. 3 VRP). Die Beschwerdegegner haften solidarisch für den
Betrag von Fr. 3'000.--. Die Gebühr wird gesamthaft bei der Ortsgemeinde Buchs
erhoben.
Der Beschwerdeführer hat als Behörde keinen Anspruch auf eine ausseramtliche
Entschädigung (R. Hirt, Die Regelung der Kosten nach st. gallischem
Verwaltungsrechtspflegegesetz, Diss. St. Gallen 2004, S. 176). Die Beschwerdegegner
sind mehrheitlich unterlegen (Art. 98bis VRP). Somit sind keine ausseramtlichen Kosten
zu entschädigen.
Die amtlichen Kosten des Rekursentscheids von Fr. 7'500.-- zuzügl. Barauslagen von
Fr. 300.-- sind ebenfalls zu drei Vierteln den Beschwerdegegnern und zu einem Viertel
dem Staat aufzuerlegen, wobei auf die Erhebung des Anteils des Staates zu verzichten
ist (Art. 95 Abs. 1 und 3 VRP).
Entsprechend der Regelung im Beschwerdeentscheid sind auch für das
Rekursverfahren keine ausseramtlichen Kosten zu entschädigen.
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Demnach hat das Verwaltungsgericht