# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 72c37af7-81c1-4f5a-bed7-2137d248d2ad
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2015
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
Der Anspruch der 1960 geborenen
X._
auf Leistungen der Invalidenver
sicherung wurde ein erstes Mal mit
Verfügung der IV-Stelle des Kantons Thur
gau vom 2
2.
März 2002 (
Urk.
11
/31), bestätigt durch
Entscheid der damaligen
AHV
/IV-
Rekurskommission
des Kantons Thurgau vom 7. November 2002 (Urk. 11/37)
,
wegen eines nicht rentenbegründenden Invaliditätsgrades
und ein zweites Mal
m
it Verfügung der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, vom 4. August 2004 (Urk. 11/53)
mangels einer gesundheitlichen Veränderung seit dem ersten ablehnenden Entscheid
verneint
.
Am 26. Juni 2006
meldete sich die
nun
als Empfangsdame in
einem Erotik
club
beschäftigte
Versicherte
unter Hinweis auf eine seit 1997 bestehende, nicht näher genannte Behinderung erneut zum Leistungsbezug an (Urk. 11/58).
In der Folge führte die IV-Stelle Abklärungen in medizinischer und erwerblicher Hin
sicht durch.
Insbesondere gab sie
bei
der MEDAS
Y._
eine polydisziplinäre Begutachtung in Auftrag (
Y._
-Gu
tachten vom 24. November 2009
, Urk. 11/87/1-24).
Zur Abklärung einer möglichen Verschlechterung infolge eines
nach den
gutachterlichen Untersuchung
en
erlit
tenen
Überfalls am Arbeitsplatz
beauftragte
die IV-Stelle
die MEDAS
Z._
mit einem polydisziplinären
Verlaufsgut
achten
(
Z._
-Gutachten vom 11. Januar 2012, Urk. 11/109/2-27). Im Rahmen des
Vorbescheidverfahrens
(Urk.
11
/112 ff.) veranlasste sie sodann ein
e zweite
polydisziplinäre Verlaufs
begutachtu
n
g
bei der gleichen MEDAS (
Z._
-Gutachten vom 28. Januar 2014, Urk. 11/154/2-34). Gestützt darauf
wies
sie
mit Verfü
gung vom
28. April 2014
das Leistungsbegehren der Versicherten erneut ab
(Urk. 2)
.
2.
Dagegen erhob
X._
am
28. Mai 2014
Beschwerde mit dem
Rechtsbe
gehren
um
Zusprechung einer
Invalidenr
ente
. In prozessualer Hinsicht ersuchte sie um Durchführung eines zweiten Schriftenwechsels
, eventualiter um
gericht
liche Anordnung weiterer medizinischer Abklärungen, insbesondere im psychi
atrischen Bereich,
und um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege
(Urk. 1 S. 2).
Mit
Beschwerdeantwort vom 7. Juli 2014 (Urk. 10)
schloss die Verwaltung auf
Abweisung
der Beschwerde
.
Daraufhin wurde der Beschwerdeführerin m
it Verfügung vom 13. August 2014 (Urk. 12) die unentgeltliche Prozessführung gewährt und Rechtsanwältin Sigg als unentgeltliche Rechtsvertreterin für das vorliegende Verfahren bestellt. Weiter wurde ein zweiter Schriftenwechsel an
geordnet. Mit Replik vom 18. November 2014
machte die Beschwerdeführerin weitere Ausführungen und
ersuchte um Sistierung des Verfahrens bis zum Vor
liegen des Berichts
über
eine
n bei
Dr. med.
A._
, Facharzt für Psychiatrie und
Psychotherapie,
in Auftrag gegebenen konsiliarischen Untersuch (Urk. 16). Am 11. November 2014 teilte die Beschwerdegegnerin ihren Verzicht auf eine Dup
lik mit (Urk. 20)
, was der Beschwerdeführerin am 1
2.
Dezember 2014 (
Urk.
21) zur Kenntnis gebracht wurde
.
Mit Eingabe vom 10. April 2015 (Urk. 22) erneu
erte die Beschwerdeführerin ihren Sistierungsantrag, verzichtete jedoch nach telefonischer Erläuterung der hiesigen Gerichtspraxis auf
dessen
formelle Behandlung (Urk. 23). Am 15. Juni 2015
legte
sie sodann die in Aussicht gestellte konsiliarische Beurteilung
ins
Recht. Weiter stellte sie den Eventual
antrag auf Einholung eines Gerichtsgutachtens und ersuchte um Auferlegung der Kosten für die konsiliarische Beurteilung durch Dr.
A._
an die
Beschwer
degegnerin
(Urk. 24, Urk. 25/1).
Am
31. Juli 2015
teilte die Beschwerdegegnerin ihren Verzicht auf eine
Stellungnahme
mit (Urk. 2
9
)
, worüber die Beschwerde
führerin am 18. August 2015 orientiert wurde (Urk. 30)
.
Mit Eingabe vom 28. August 2015
reichte
Rechtsanwältin Sigg
ihre Kostennote
ein
(Urk. 31).
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts; ATSG
).
Sie kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung; IVG
).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beein
trächtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verur
sachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommen
den ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesund
heitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie kör
perliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 8 ATSG bewirken. Nicht als Folgen eines psychischen
Ge
sundheitsschadens
und damit invalidenversicherungsrechtlich nicht als rele
vant gelten Einschränkungen der Erwerbsfähigkeit, welche die versicherte Per
son bei Aufbietung allen guten Willens, die verbleibende Leistungsfähigkeit zu
verwerten, abwenden könnte; das Mass des
Forderbaren
wird dabei weitgehend objektiv be
stimmt. Festzustellen ist, ob und in welchem Umfang die Ausübung einer Er
werbstätigkeit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt mit der psychi
schen Beein
trächtigung vereinbar ist. Ein psychischer Gesundheitsschaden führt also nur so
weit zu einer Erwerbsunfähigkeit (Art. 7 ATSG), als angenommen werden kann, die Verwertung der Arbeitsfähigkeit (Art. 6 ATSG) sei der versi
cherten Person sozial-praktisch nicht mehr zumutbar (BGE 131 V 49 E. 1.2 mit Hinweisen).
1.3
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertels
rente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.4
War eine Rente wegen eines zu geringen Invaliditätsgrades verweigert worden und ist die Verwaltung auf eine Neuanmeldung eingetreten (Art. 87 Abs. 3
der Verordnung über die Invalidenversicherung [IVV]
, bis 31.11.2011:
Abs.
4
), so ist im Beschwerdeverfahren zu prüfen, ob im Sinne von
Art.
17 ATSG eine für den Rentenanspruch relevante Änderung des Invaliditätsgrades eingetreten ist (BGE 117 V 198 E. 3a mit Hinweis).
Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines
Rentenbe
zügers
erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (
Art.
17
Abs.
1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tat
sächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente nicht nur bei einer wesentlichen Änderung des Gesundheitszustandes, sondern auch dann
revidier
bar
, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen des an sich gleich gebliebenen Gesundheitszustandes erheblich verändert haben (BGE 130 V 343 E. 3.5 mit Hinweisen). Eine Veränderung der gesundheitlichen Verhältnisse liegt auch bei gleich gebliebener Diagnose vor, wenn sich ein Leiden in seiner Intensität und in seinen Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit verändert hat (Urteile des Bun
desgerichts 9C_261/2009 vom 1
1.
Mai 2009 E. 1.2 und I 212/03 vom 28. August 2003 E. 2.2.3). Dagegen stellt die bloss unterschiedliche Beurteilung der Auswirkungen eines im Wesentlichen unverändert gebliebenen Gesund
heitszustandes auf die Arbeitsfähigkeit für sich allein genommen keinen
Revisi
onsgrund
im Sinne von
Art.
17
Abs.
1 ATSG dar. Zeitliche Vergleichsbasis für die Beurteilung einer anspruchserheblichen Änderung des Invaliditätsgrades bilden die letzte rechtskräftige Verfügung oder der letzte rechtskräftige
Ein
spracheentscheid
, welche oder welcher auf einer materiellen Prüfung des Ren
tenanspruchs mit rechtskonformer Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und Invaliditätsbemessung beruht (BGE 133 V 108; vgl. auch BGE 130 V 71 E.
3.2.3; Urteil des Bundesgerichts 9C_438/2009 vom 26. März 2010 E. 1 mit Hinweisen).
1.5
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gege
benenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeits
unfähig ist (BGE 125 V 256 E.
4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person no
ch zugemutet werden kön
nen (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E.
4b/cc).
1.6
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Gutachtens ist ent
scheidend, ob es für die Beantwortung der gestellten Fragen umfassend ist, auf den erforderli
chen allseitigen Untersuchun
gen beruht, die geklagten Beschwerden berück
sich
tigt und sich mit diesen sowie dem Verhalten der untersuchten Person aus
ein
an
der setzt - was vor allem bei psychischen Fehlent
wicklungen nö
tig ist -, in Kenntnis der und gegebenenfalls in Auseinander
setzung mit den
Vorakten
abgegeben worden ist, ob es in der Darlegung der medizinischen Zustände und Zusammenhänge ein
leuchtet, ob die Schlussfolgerungen der medizinischen Exper
ten in einer Weise begründet sind, dass die rechtsanwendende Person sie prüfend nachvollziehen kann, ob der Experte oder die Expertin nicht auszu
räu
mende Unsicherheiten und Unklarheiten, welche die Be
antwortung der Fragen erschweren oder verunmöglichen, gegebe
nenfalls deutlich macht (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c; U. Meyer-Blaser, Die Rechtspflege in der Sozialversicherung, BJM 1989, S. 30 f.; derselbe in H.
Fredenhagen
, Das ärztliche Gutachten,
3.
Aufl. 1994, S. 24 f.).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründet die Leistungsablehnung damit, dass der
im Gesundheitsfall als Kassiererin im Detailhandel erwerbstätige
n
Beschwerdefüh
rerin die zuletzt ausgeübte Tätigkeit als Bardame
sowie jede weitere körperlich leichte Tätigkeit
zu einem Pensum von
zunächst
70 %
(
Y._
-Gutachten vom 24. November 2009)
und später, nach einer Verbesserung des psychischen und somatischen Gesundheitszustandes,
von
80 %
(
Z._
-Gutachten vom 11. Januar 2012 und vom
28. Januar
2014)
zumutbar sei (Urk. 2
, Urk. 10, Urk. 11/111, Urk. 11/158
).
2.2
Demgegenüber stellt sich die Beschwerdeführerin
unter Berufung auf die Aus
führungen von Dr.
A._
auf den Standpunkt, dass
auf
d
as
Z._
-Gutachten vom 28. Januar 201
4 nicht abgestellt werden dürfe und die Voraussetzungen für die
Zusprache
einer ganzen Rente erfüllt seien
(Urk.
24
).
2.3
Zeitlicher Referenzpunkt für die Prüfung einer allfälligen
anspruchs
be
grün
denden
Änderung bildet vorliegend die
auf medizinischen Abklärungen (
Urk.
11/45-46) und einem Bericht über die beeinträchtigte Arbeitsfähigkeit in Beruf und Haushalt (vom 1
6.
Juli 2004,
Urk.
11/51) beruhende leistungsabwei
sende Verfügung vom
4.
August 2004 (
Urk.
11/53).
3.
3.1
Die ursprüngliche -
mit
Entscheid der AHV/IV-
Rekurskommission
des Kantons Thurgau vom 7. November 2002
(Urk.
11/37
)
bestätigte
-
rentenablehnende
Ver
fügung
der IV-Stelle des Kantons Thurgau vom 22. März 2002 (Urk. 11/31) beruhte auf dem
Gutachten der MEDAS
B._
vom 28. Dezember 2001 (Urk. 11/27; vgl. Urk. 11/31 und
Urk. 11/37 S. 11; vgl. ferner
Urk. 11/51
-
53), worin folgende
Diagnosen
gestellt wurden (S. 11)
:
1.
Periarthropathia
genu
rechts (ICD-10 M17.2) bei/mit:
-
beginnender Retropatellararthrose rechts
-
St. n. Patellarkontusion und
Knorpelshaving
1997
-
St. n. operativer
Patellazentrierung
01/98
2.
Lumbospondylogenes
Sy
ndrom rechts (ICD-10 M54.4) bei/
mit:
-
Wirbelsäulenfehlform/-
f
ehlhaltung
-
degenerativen Veränderungen der LWS
-
muskulärer
Dysbalance
3.
Rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittelgradig (ICD-10 F33.1)
Zusammenfassend wurde der Beschwerdeführerin eine aus psychischen
Gründen
auf
70 %
reduzierte Arbeitsfähigkeit
für körperlich leichte wechselbelastende Tätigkeit
en
attestiert.
3.2
3.2.1
Im Rahmen der Neuanmeldung vom
9.
September 2003 (
Urk.
11/40) berichtete der von Februar 1998 bis November 2002 handelnde
Dr.
med.
C._
, All
gemeine Medizin FMH, am
3.
Oktober 2003 (
Urk.
11/45) und verwies auf die bekannten Diagnosen (chronische Knieschmerzen, Lumbago sowie depressive Entwicklung). Er attestierte eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit.
3.2.2
Der seit November 2003 behandelnde
Dr.
med.
D._
, Arzt für Allgemeine Medizin FMH, diagnostizierte im Bericht vom
1.
Dezember 2003 (
Urk.
11/46) eine Gonarthrose rechts sowie eine Schulterarthrose, jeweils bestehend seit 199
9.
Er hielt - unter anderem unter Hinweis auf den Bericht von
Dr.
med.
E._
, Facharzt für orthopädische Chirurgie FMH, vom 2
7.
Oktober 2003 (
Urk.
11/46/5-6), welcher ein Schulterschmerzsyndrom bei
Humeruskopfdys
plasie
und einen Verdacht auf eine
kartilaginäre
Läsion des Limbus im Bereich der rechten Schulter diagnostiziert hatte - fest, die Beschwerdeführerin sei auf Grund ihrer psychischen und physischen Entwicklung nicht mehr arbeitsfähig. Zur Zeit habe sie einen Job als Empfangsdame in einem Club für 50
%
, eine bessere Möglichkeit sei kaum zu erwarten. Die Rente sollte auf jeden Fall auf mehr als 2/3 angehoben werden. Er ging von einer Arbeitsfähigkeit „halbtags“ im Umfang von 15 Stunden pro Woche aus.
3.2.3
Gestützt darauf wies die Beschwerdegegnerin am
4.
August 2004 das
Leistungs
begehren
erneut ab (
Urk.
11/53).
4.
4.1
Im Bericht des
F._
, Rheumaklinik und Institut für Physi
kalische Medizin, vom 26. Juli 2005 (Urk. 11/62/2-4) wurden folgende Diagno
sen gestellt:
-
Generalisiertes Weichteilschmerzsyndrom
-
DD: beginnende undifferenzierte Kollagenose (Raynaud-Syndrom,
Sicca
-Symptomatik, Morgensteifigkeit der Hand- und Fingergelenke von 2 Std., ANA 1:1280)
-
Panvertebralsyndrom
-
Epicondylopathia
humeri
radialis
-
Dysplasie des
Humeruskopfes
und Verdacht auf dorsale
kartilaginäre
Limbus-Läsion (
Artro
-MRI des rechten Schultergelenkes vom 10.10.03)
-
Geringe mediale Gonarthrose und beginnende
Femoropatellararthrose
re
-
St.n
. Knieoperation 1997 Spital
G._
nach Sturz
-
St.n
.
Magenbanding
1998 wegen Adipositas per magna
-
50 kg Gewichtsverlust
Weiter führten die berichtenden Ärzte aus, insgesamt hätten sich keine sicheren Anhaltspunkte für eine undifferenzierte Kollagenose
ergeben
. Der erhöhte ANA-Titer könne ohne ein Vorliegen
kollagenosentypischer
klinischer Symptome diagnostisch nicht verwertet werden. Ein Raynaud-Syndrom und eine
Sicca
-Symptomatik träten zudem ohne diagnostischen Wer
t
gehäuft auch bei Patien
ten mit generalisiertem Weichteilschmerzsyndrom auf. Zudem bestehe bei der Beschwerdeführerin als weitere mögliche Ursache ein
Nikotinabusus
.
4.2
Der Hausarzt der Beschwerdeführerin,
Dr.
D._
,
mass im Bericht
vom 7. August 2006 (Urk. 11/63
/1-2
)
folgenden
Diagnosen
eine
Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
bei
:
-
Gonarthrose nach Trauma Knie rechts und operativer Knorpelentfernung, beste
hend seit 1993
-
Dysplasie des
Humeruskopfes
Schulter rechts, bestehend seit 2003
Laut Bericht haben dagegen folgende weiteren Diagnosen
keinen Einfluss
auf die Arbeitsfähigkeit:
-
Generalisiertes Weichteilschmerzsyndrom, bestehend seit 1997
-
Panvertebralsyndrom
, bestehend seit Jahren
-
St. n.
Magenbanding
, St. n. Straffung der Mammae, Bauch, Flanke, Hüfte und Augenlieder, bestehend seit 2001
-
Arterielle Hypertonie, bestehend seit 2005
Weiter gab Dr.
D._
an, die Beschwerdeführerin leide unter chronischen lumbalen Rückenschmerzen sowie Schulterschmerzen und sei als
Empfangs
dame in einem Erotikclub
zu
50 %
arbeitsunfähig.
4.3
Zweieinhalb
Jahre später, i
m
Bericht
vom 3. Februar 2009 (Urk. 11/75
/1-5
)
,
änderte
Dr.
D._
seine Beurteilung und mass nunmehr folgenden Diagnosen eine
Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
bei
:
-
Generalisiertes Weichteilschmerzsyndrom, bestehend seit 2005
-
Kollagenose behandelt mit
Metothrexat
-
Dysplasie des
Humeruskopfes
Schulter rechts, bestehend seit 2003
Sodann nannte er folgende
Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähig
keit:
-
Geringe mediale Gonarthrose rechts (Operation 1997)
-
St. n.
Magenbanding
1998
-
Depressive Verstimmung mit Krankheitsverarbeitungsstörung, bestehend seit Jahren
-
Verdacht auf chron. Bronchitis bei ausgeprägtem
Nikotinabusus
, bestehend seit 2008
Aufgrund der Schmerzen attestierte er der Beschwerdeführerin ab sofort eine Arbeitsunfähigkeit von 70 %
unter Verweis auf ihre aktuell vollzeitliche Arbeitstätigkeit.
4.
4
Im
Y._
-Gutachten vom 24. November 2009 (Urk. 11/87
/1-24
)
wurden folgende
Diagnosen mit
Einfluss
auf die Arbeitsfähigkeit
gestellt
(S. 19)
:
-
Mögliche
oligosymptomatische
Kollagenose undifferenzierter Zuordnung (ICD-10 M35.9)
-
Raynaud-
Symptomatik
seit zirka 2006
-
Sicca
-Symptomatik
okular
und
enoral
-
undulierend intensive Myalgien und Arthralgien mit teils peripherer Beto
nung DD unspezifischer Weichteilschmerz
-
ANA-Titer 1:1‘280, ENA negativ (Bestimmung 200
5)
-
keine Hinweise auf intermedizinische Organmanifestationen
-
Chronische Schulterschmerzen rechts mit Ausstrahlung in den rechten Arm
-
klinisch Verdacht auf
Rotatorenmanschettentendopathie
rechts mehr als links (ICD-10 M75.1)
-
Humeruskopfdysplasie
rechts (Röntgen vom 19.05.2008) und
cartilaginäre
dorsale
Limbusläsion
rechts (
Arthro
-MRI 2003; ICD-10 M24.12)
-
Chronisches leichtes
lumbovertebrales
und chronisches
cervicales
Schmerz
syndrom
(ICD-10 M54.2, M54.97)
-
minime
Osteochondrosen
Th11 bis L1 und L4/L5, keine degenerativen Ver
änderungen der HWS (Röntgen vom 19.05.2008)
-
Rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig leichte Episode ohne soma
tisches Syndrom (ICD-10 F33.0)
Für folge
nde Diagnosen wurde dagegen eine Auswirkung
auf die Arbeitsfähig
keit
verneint
(S. 19 f.)
:
-
Leichte
olygosymptomatische
mediale Gonarthrose rechts und beginnende
femoropatelläre
Arthrose bei Knie-
Valgusform
rechts mehr als links
-
leichte signifikante Beweglichkeitseinschränkung,
periartikuläre
Weich
teildolenzen
rechts
-
mediale Gelenkspaltverschmälerung um 1/3 (Röntgen vom 19.05.2008)
-
Status nach operativen Eingriffen 1997 und 1998 mit
Knorpelshaving
retro
patellär
und operativer
Patellazentrierung
-
Verdacht auf COPD bei chronisch-persistierendem Nikotinkonsum (50
py
)
-
beginnende
Uhrglasnägeldeformitäten
-
Appendektomie 1973 (anamnestisch)
-
Sektio
1976 (anamnestisch)
-
EUG 1977 (anamnestisch)
-
1980/1982 Curettage
-
1982 anamnestisch
Sektio
-
1984 anamnestisch dreimal Laparotomie wegen
rupturierter
Ovarialzyste
-
1987 dreimalige Laparotomie mit
Adhäsiolyse
(anamnestisch)
-
1988 Laparotomie bei
rupturierter
Ovarialzyste
-
1995
Adhäsiolyse
, abdominelle Hysterektomie und
Adnexektomie
beidseits
-
1998 Status nach erfolgreich
er Gewichtsreduktion nach
Magenbanding
-
1998
Magenbanding
bei morbider Adipositas, St. n. plastischem Eingriff mit Straffung der Mammae, Bauch, Flanke, Hüfte und Augenlieder 2001 (anam
nestisch)
-
Zustand nach anamnestisch Diabetes mellitus Typ
II
-
Anamnestisch rezidivierende gastrointestinale Ulzera
-
Ausgeprägte
s
kardiovaskuläres Risikoprofil
-
Anamnestisch unklare Synkopen
Weiter führten die Gutachter aus, die Beschwerdeführerin klage über seit 2002 bestehende, progrediente starke Schmerzen
an wechselnden Körperstellen
.
Seit dem Vorgutachten
im Jahre
2001 sei eine konstitutionelle Schulterdysplasie mit zusätzlich wahrscheinlich instabilitätsbedingter
Limbusläsion
diagnostiziert wor
den.
Im Schulterbereich bestünden keine Einschränkungen der aktiven oder passiven Beweglichkeit bei jedoch endphasig angegebenen Schmerzen. In den
Röntgenbildern des Achsenskelettes 2008 (Untersuchungsbericht des
H._
vom 21. Mai 2008, Urk. 11/81) zeigten sich die
vorbe
ste
henden
mässigen degenerativen Segmentveränd
erungen im
thorakolumbalen
Berei
ch, während im Bereich der Halswirbelsäule nach wie vor keine signifi
kan
ten Segment-degenerativen Korrelate zu sehen seien.
Trotz dieser Diskre
panz zwischen subjektiv geäusserten Beschwerden und objektivierbaren Be
fun
den sei der Beschwerdeführerin eine leichte Verschlechterung des Gesund
heits
zustandes gegenüber 2001 zuzuerkennen. Es bestünden aber keine eindeutigen
Hinweise auf ein entzündlich-rheumatisches Leiden. In der Gesamtschau der zu er
hebenden Befunde sei das Bestehen einer
leichtgradigen
undifferenzierten Kol
lagenose, res
pektive eines p
rimären
oligosymptomatischen
Sjö
gren
-Syndroms nicht sicher von der Hand zu weisen.
Jedoch zeigten sich keine sekundären
organläsionellen
Aktivitätskorrelate
von behinderndem Ausmass. Dies erkläre auch die Unsicher
heit
bei
der Diagnosestellung
durch die
Rheuma
tologie des
F._
(
Bericht
e
vom 26. Juli 2005, Urk. 11/62/2-4
, und
10. Oktober 2008, Urk. 11/75/6-7). Der Grad der zumutbaren Arbeitsfähigkeit aus rheumatologi
scher Sicht habe sich gegenüber 2001 geringfügig reduziert
(S. 20 ff.)
.
Aus psychiatrischer Sicht imponiere gesamthaft ein depressives Syndrom leich
ter Ausprägung, was auch mit den aktuell durchgeführten psychometrischen Testergebnissen übereinstimme. Diese depressive Episode werde als eigenstän
dige, klinisch bedeutsame psychische Störung gewertet. Obwohl seit 2001 keine längerfristige psychiatrisch-psychotherapeutische Behandlung stattgefunden habe, bilde sich die depressive Symptomatik heute in geringerer Ausprägung als im Vorgutachten attestiert ab. Weitere psychiatrische Stellungnahmen lägen nicht vor
(S. 22)
.
Nach Meinung der Gutachter war d
ie von Dr.
D._
am 3. Februar 2009
(Urk. 11/75/1-5)
bescheinigte 70%ige Verminderung der Leistungsfähigkeit auf
grund
der
Schmerzen
im damaligen Zeitpunkt
nicht nachvollziehbar. Arbeits
anteile, die mit vermehrtem Stehen oder Umherlaufen einhergingen, kämen bei der
damaligen
Tätigkeit nicht vor. Auch wenn die Beschwerdeführerin ihre Beschwerden etwas akzentuiert darstelle, sei eine Aggravation oder Simulation zu verneinen (S. 22).
Abschliessend stellten die Gutachter fest, die Beschwerdeführerin sei
als Emp
fangsdame sowie für jede
weitere
körperlich leichte T
ätigkeit ohne repetitives Sich-b
ücken-
m
üssen, ohne signifikant über Kopf zu verrichtende Tätigkeitsan
teile, ohne repetitives Heben, Stossen oder Ziehen von Lasten von mehr als 5 kg, ohne ausgeprägte Nässe- oder Kälteexposition, ohne kniende oder repeti
tive stufen- oder treppenbenutzende Tätigkeitsanteile
im Umfang von 70 % arbeitsfähig (S. 22 f.).
4.
5
Dr. med.
I._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, behandelt die Beschwerdeführerin seit 3. Februar 201
1.
Im Bericht vom 16. Mai 2011 (Urk. 11/102) stellte
er
folgende psychiatrischen
Diagnosen:
-
Rezidivierende Depression, gegenwärtig mittelgradige Episode (ICD-10 F33.1)
-
Chronische posttraumatische Belastungsstörung (ICD-10 F43.1)
Am 12. September 2009 sei die Beschwerdeführerin am letzten Arbeitsort von Kunden gewalttätig angegangen worden. Sie leide an a
usgeprägte
r
Schlafstö
rung, Albträume
n
, Flashbacks, Erschöpfung,
Anspannung,
Anhedonie
, sozialem
Rückzug, Verzweiflung, Resignation, Reizbarkeit,
Konzentrationsschwierigkei
ten
,
Vergesslichkeit, Gefühle der Leere, Vermeidungsverhalten, gedrückte
r
Stimmung, schnelle
r
emotionelle
r
Labilisierung
mit
katastrophisierender
Attri
bution, Suizidgedanken, Scham- und Insuffizienzgefühle
n und
Verunsicherung
. Insgesamt bestehe eine
Einschränkung der psychophysischen Belastbarkeit
. Die gesundheitliche Störung ergebe sich aus der Interaktion der psychiatrischen Störungen und einem chronischen Schmerzsyndrom. Aus rein psychiatrischer Sicht sei von einer Arbeitsunfähigkeit von 50 % auszugehen. Für die Einschät
zung der Arbeitsunfähigkeit insgesamt sei erneut eine interdisziplinäre Beurtei
lung notwendig. Dabei gelte es, den sich gegenseitig verstärkenden Charakter der psychischen und somatischen Anteile zu berücksichtigen.
4.
6
Dr. med.
J._
, Facharzt für
Physikalische Medizin und Rehabilitation
sowie
Rheumatologie
, Klinik
K._
stellte im Bericht vom 28. Juli 2011 (Urk. 11/109/29-31) folgende Diagnosen:
-
Generalisiert
es weichteilrheumatisches Schmerzsyndrom mit/bei
-
DD primäre Fibromyalgie
-
Differenzierte Kollagenose mit/bei
-
Polyarthralgien/
Polysynovitiden
-
Reynaudsyndrom
-
positivem ANA-Titer (1:
1‘
280)
-
St.
n
.
Methotrexat
- und
Plaquenil
-Therapie, sistiert wegen Nebenwirkun
gen
-
aktuell klinisch/laborchemisch und
immunoserologisch
fehlenden
Aktivi
tätsnachweisen
-
St. n. verschiedenen bariatrischen Eingriffen
-
laparoskopisches
Magenbanding
bei
morbidisierender
Adipositas (BMI 41.1 kg/m
2
) 1998
-
anteriorem
Magenbandslipping
mit
Passagestörung
und Aussackung des
Magenpouches
-
laparoskopisches
Debanding
und Anlage eines proximalen
Magenbypas
ses
am 06.12.2010
Weiter gab Dr.
J._
an, die Beschwerdeführerin erfülle die
Diagnosekrite
rien
für ein Fibromyalgie-Syndrom. Für eine sekundäre Fibromyalgie im Rah
men einer Erkrankung aus dem entzündlich-rheumatischen Formenkreis bestünden zurzeit keine konkreten Verdachtsmomente. Insbesondere konnte Dr.
J._
anhand des Untersuchs und der ergänzenden
immunoserologi
schen
Abklärungen die von den Kollegen des
F._
diag
nostizierte undifferenzierte Kollagenose nicht bestätigen.
4.
7
Im
Verlaufsg
utachten
des
Z._
vom 11. Januar 2012 (Urk. 11/109
/2-26
)
wurden folgende
Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
gestellt (S. 2
3
)
:
1.
Rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig leichte Episode (ICD-10 F33.0)
-
DD:
myofasziales
Schultergürtelsyndrom rechtsbetont mit sekundärer Gene
ralisierung, Fibromyalgie-Syndrom
2.
Oligosymptomatische
Gonarthrose rechts (ICD-10 M17.3)
-
St
. n. OP 1997 und 1998 mit
Knorp
e
lshaving
retropatella
r und operativer
Patellazentrierung
3.
Leichtes
lumbovertebrales
Schmerzsyndrom (ICD-10 M54.5)
-
geringe degenerative Veränderungen der unteren LWS (konventionelles Röntgen 05/2008)
Keinen
Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit
massen die Gutachter dagegen folgen
den Diagnosen
bei
(S. 2
3
)
:
1.
Chronisches multilokales Schmerzsyndrom des Bewegungsapparates (ICD-10 R52.9)
-
keine Hinweise für eine entzündlich-rheumatologische Systemaffektion trotz (gemäss Aktenlage) positiven ANA
-
DD:
myofasziales
Schultergürtelsyndrom rechtsbetont mit sekundärer Genera
lisierung, Fibromyalgie-Syndrom
-
Arthro
-MRI rechts 2003 mit Dysplasie des
Humeruskopfes
und V.a.
karti
laginäre
dorsale
Limbusläsion
2.
Somatisierungsstörung
(ICD-10 F45.0)
3.
Status nach
Magenbanding
bei morbider Adipositas 1998
-
St. n. Magenbandentfernung und
Bypassoperation
12/2010
4.
Fortgesetzter Nikotinkonsum, schädlicher Gebrauch (zirka 37
py
; ICD-10 F17.1)
Bei der rheumatologischen Untersuchung sei die Diagnose eines
multilokulären
Schmerzsyndroms gestellt worden, welches im Rahmen der psychiatrisch diag
nostizierten
Somatisierungsstörung
gesehen werden könne. Die früher postu
lierte und mit
Methotrexat
behandelte
undifferenzierte Kollagenose habe nicht
diagnostiziert
werden können. Hinweise für eine entzündlich-rheumatologische Systemaffektion bestünden nicht.
Des
Weiteren
seien eine
oligosymptomatische
Gonarthrose rechts und ein leichtes
lumbovertebrales
Schmerzsyndrom bei radiologisch dokumentierten, geringen degenerativen Veränderungen diagnosti
ziert worden. Aus rheumatologischer Sicht seien der Beschwerdeführerin kör
perlich schwere Tätigkeiten nicht mehr und körperlich mittelschwere Tätigkeiten nur mit grossen Einschränkungen zumutbar. Für eine körperlich leichte,
wech
selbelastende
Tätigkeit bestehe aus rheumatologischer Sicht keine Einschrän
kung der Arbeitsfähigkeit (S. 2
4
).
Aus allgemein-internistischer
S
icht sei die Arbeitsfähigkeit nicht eingeschränkt. Die Restbeschwerden nach der
Magenbypassoperation
im Dezember 2010 seien klinisch nicht stark ausgeprägt und im
R
ahmen einer Dumping-Symptomatik einzuordnen. Die verstärkte subjektive Beschwerdeempfindung bestehe im Rah
men der
Somatisierungsstörung
. Mangelerscheinungen könnten auch
labor
mäs
sig
nicht festgestellt werden. Die allfälligen postoperativen
Resorptionsstö
run
gen
seien mit der medikamentösen Substitution kompensiert (S. 2
4
).
Bei der psychiatrischen Untersuchung sei die bereits früher gestellte Diagnose einer rezidivierenden depressiven Störung bestätigt
worden
. Gegenwärtig bestehe eine leichte depressive Episode. Diese schränke die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin um 20 % ein. Aufgrund weiterer subjektiver Beschwerden, welche somatisch weitgehend nicht erklärt werden könnten, sei die Diagnose einer
Somati
sierung
s
s
törung
gestellt worden, die aber keinen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit habe (S. 2
4
).
D
ie Diagnose einer posttraumatischen
Belas
tungsstörung
könne nicht gestellt werden. Die Beschwerdeführerin habe zwar darunter gelitten, dass sie von ihren Männern wiederholt geschlagen worden sei. Diese Misshandlungen
seien aber
k
ein hinreichendes Ereignis, aufgrund dessen die Diagnose
einer posttraumatischen Belastungsstörung gemäss ICD-10 gestellt werden könnte. Sie träume auch nicht von diesen Misshandlungen und erinnere sich tagsüber nicht spontan an sie. Gelegentlich träume sie von dem 2009 erlittenen Überfall. Durch die Erinnerung sei sie aber im Alltag nicht ein
geschränkt. Der Überfall habe knapp 10 Minuten gedauert und sie habe dabei keine schwerwiegenden Verletzungen erlitten. Auch dieser Überfall sei kein hinreichendes Ereignis, um eine posttraumatische Belastungsstörung diagnosti
zieren zu können (S. 1
6
f.).
Zusammengefasst sei die Beschwerdeführerin aus polydisziplinärer Sicht für eine körperlich leichte, wechselbelastende Tätigkeit zu 80
%
arbeits- und leis
tungsfähig. Das Pensum könnte vollschichtig mit erhöhtem Pausenbedarf von 5-10 Minuten pro
S
tunde und leicht reduzier
tem Rendement umgesetzt werden.
Diese Arbeitsunfähigkeit bestehe seit mehreren Jahren. Früher sei allerdings bei d
en MEDAS-Begutachtungen eine 30
%ige Arbeitsunfähigkeit angegeben wor
den. Die rezidivierende depressive Störung beinhalte auch mittelgradige depres
sive Episoden, weshalb die Arbeitsunfähigkeit zeitweise höher ausfallen könne. Mit Sicherheit bestehe die im
Z._
festgestellte Arbeitsfähigkeit ab dem
Untersu
chu
ngsdatum
im November 2011 (S. 24
f.).
4.
8
Im
Bericht
vom 21. Mai 2012 (Urk. 11/124/1-5) attestierte Dr.
D._
der Beschwerdeführerin eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit. Dies begründete er mit den Komplikationen der Magenband-Entfernung und der Bypass-Operation sowie vor allem mit der rheumatologischen Geschichte der Beschwerdeführerin mit völliger muskulärer
Dekonditionierung
, chronischen Schmerzen und abso
luter Nichtbelastbarkeit.
4.
9
D
ie delegiert behandelnde Psychotherapeutin
MSc
.
L._
,
dipl.
analytische Psychologin Psychotherapeutin ASP
,
wiederholte
i
m
Bericht
vom 8. Juni 2012 (Urk. 11/124
/
6
-9
)
die
bereits vom Psychiater
Dr.
I._
gestellten Diagnosen, insbesondere d
i
ejenige einer posttraumatischen Belastungsstörung.
Weiter
hielt sie fest, die Tatsache, dass die Beschwerdeführerin sie zu therapeutischen Zwecken aufgesucht habe,
deren
Angaben und die Indizien, dass ein hoch dys
funktionales kernfamiliäres System vorliege, sowie die während langer Zeit gewonnenen Erkenntnisse über
die Patientin
liesse
n
sie an der Diagnose und an der Einschätzung der damit in Zusammenha
ng stehenden Einschränkung der
Leistungsfähigkeit um 40 % festhalten.
4.
10
Im
Bericht
des
F._
, Rheumaklinik, vom 7. Februar 2013 (Urk. 11/129/1-5)
wurden
folgende Diagnosen
gestellt
:
-
Undifferenzierte Kollagenose
-
Polyarthralgie
dd
: Polyarthritis, Raynaud-Syndrom, ANA 1:1280
-
Kapillarmikroskopie 2
/05
:
unauffällig
-
Kapillarmikroskopie
8/11
:
Mikroangiopathie
leichten Grades, vereinbar mit Kollagenose
-
Kapillarmikroskopie 6/12: ganz vereinzelt Dilatation von Kapillaren, aktuell keine sicheren AP für
organ
.
Mikroangiopathie
-
keine AP für entzündliche oder degenerative Veränderungen (
Skelettszin
tigraphie
04/2005)
-
Therapien
-
MTX zirka 2006
-
Ende 2009, sistiert wegen grippeähnlichen Sympto
men
-
MTX zirka 3/10-3/11 (via HA)
-
MTX erneut seit 1/12, aktuell 12.5 mg s/c wöchentlich mit Pausen nach 5-6 Wochen
-
Generalisiertes Weichteil-Schmerzsyndrom
-
Fibromyalgie ACR 2010 Kriterien:
Widespread
pain
index
(WPI) 19/19,
se
verity
symptome
scale
score 12/12
-
Vitamin D Mangel, 17.7
ug
/l (08/11)
-
unter Substitution Wert im Normbereich 1/13
-
Dysplasie des
Humeruskopfes
und Verdacht auf dorsale
kartilaginäre
Limbus-Läsion
-
(
Arthro
-MRI des rechten Schultergelenkes vom 10.10.03)
-
Geringe mediale Gonarthrose und beginnende
Femoropatellararthrose
re
-
St. n. Knieoperation 1997 Spital
G._
nach Sturz
-
St. n. Magenbypass-Operation 12/10
-
St. n.
Magenbanding
1998 wegen Adipositas per magna
-
mind. 50 kg Gewichtsverlust
-
Depression
Sodann gaben
die berichtenden Spitalärzte
an, es bestehe eine komplexe Schmerzsituation mit klaren Hinweisen auf eine Schmerzverarbeitungsstörung sowie Anteilen einer undifferenzierten Kollagenose. Hinweise dafür seien der erhöhte ANA-Titer und das positive Ansprechen auf
Methotrexat
(MTX).
Am
14. Februar 2013 (Urk. 11/131/1-7) ergänzten
dieselben Ärzte
, dass eine
Aussage
zur Arbeitsfähigkeit
nur im Rahmen eines interdisziplinären Gutach
tens (Rheumatologie, Gastroenterologie, Psychiatrie) möglich
sei.
4.
11
Im
Z._
-Gutachten
vom 28. Januar 2014 (Urk. 11/154
/2-34
)
wurden folgende
Diagnosen mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit
gestellt (S. 30)
:
-
Rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig leichte Episode (ICD-10 F33.0)
-
Geringe mediale Gonarthrose und beginnende
Femoropatellararthrose
rechts (ICD-10 M17.1)
-
Status nach Knieoperation 1997 und 1998 mit
Knorpelshaving
retropa
tellär
und operativer
Patellazentrierung
-
Leichtes
lumbovertebrales
Schmerzsyndrom (ICD-10 M54.5)
-
geringe degenerative Veränderungen der unteren LWS (konventionelles Röntgen 05/2008)
Keine Auswirkung auf
die Arbeitsfähigkeit
massen die Gutachter dagegen folgen
den Diagnosen
bei
(S.
30 f.)
:
-
Chronisches multilokales Schmerzsyndrom (ICD-10 R52.9)
-
Fibromyalgie-Syndrom
-
Anamnestisch undifferenzierte Kollagenose mit wiederholt erhöhten
anti
nukleären
Antikörper-Titer (21.1.2013 1:320, ENA-Screen negativ; ICD-10 M35.9)
-
anamnestisch Verdacht auf kälteinduziertes Raynaud-Syndrom
-
immunsupprimierende Therapie mit
Methotrexat
2006 bis Ende 2009, März 2010 bis März 2011 und erneut Januar 2012 bis heute mit 12.5 mg subkutan einmal wöchentlich
-
Dauer-NSAR-Therapie
sowie intermittierende
Analgeti
k
a
therapie
-
Soziale Belastungssituation (ICD-10 Z65.8)
-
Status nach
Magenbypassoperation
12.10 (ICD-10 K31.9)
-
Status nach
Magenbanding
1998
-
aktuell normalgewichtig, BMI 20.5 kg/m2
-
normale Vitamin B12- und Vitamin D-Spiegel unter Substitutionstherapie
-
atypische rezidivierende Schwinde
l
attacken, DD: funktionell bedingt
-
Anamnestisch chronisch rezidivierende Diarrhoe (ICD-10 K52.9)
-
anamnestisch bisherige Abklärungen ohne Nachweis einer Pathologie
Weiter führten die Gutachter aus,
die Beschwerdeführerin leide an Schmerzen wechselnder Intensität an Schultern, Rücken, Händen und Füssen. Zusätzlich leide sie seit der
Magenbypassoperation
im Jahr
2010 an rezidivierenden, sehr imperativen Durchfällen, mit einer Frequenz von zirka ein- bis dreimal pro Woche.
Ausserdem könne es zum
T
eil mehrfach täglich zu Episoden mit einem akuten Zittern un
d einem starken Schwindelgefühl
kommen (S. 14).
A
us psychiatrischer Sicht bestehe aufgrund der rezidivierenden depressiven Stö
rung, gegenwärtig leichte Episode, eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit von 20 % in sämtlichen Erwerbstätigkeiten. Eine
höhergradige
Arbeitsunfähig
keit könne aus psychiatrischer Sicht nicht
attestiert werden (S. 31).
Der psychi
atri
sche Konsiliararzt gab an
, im Laufe der zahlreichen erlebten sozialen
Belas
tungs
faktoren
sei es immer wieder zum Auftreten von depressiven Vers
t
immungen gekommen, die erstmalig vor 20 Jahren behandelt worden seien. In Abständen von jeweils mehreren Jahren sei
die
psychiatrische Behandlung neu aufgenom
men worden. Aktuell würden im Wesentlichen Schlafstörungen, Antriebsman
gel, nachlassende Lebensfreude und resignative Verstimmungen angegeben. Die Vorgeschichte im Zusammenhang mit dem jet
z
igen Befund erfülle die Kriterien einer
leichtgradigen
depressiven Episode. Hinweise für eine posttraumatische Belastungsstörung seien nach den geforderten Kriterien des ICD-10 und DSM-IV gegenwärtig nicht zu obje
k
tivieren
(S. 21)
.
Aus rheumatologischer Sicht sei die Arbeitsfähigkeit aufgrund der Gonarthrose
rechts und des
lumbovertebralen
Schmerzsyndroms eingeschränkt. Für körper
lich schwer belastende Tätigkeiten bestehe eine Arbeitsunfähigkeit. Für eine mit
telschwer belastende Tätigkeit liege eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit von 70 % vor.
Für k
örperlich leichte und wechselbelastende Tätigkeiten
bestehe
eine uneingeschränkte Arbeits- und Leistungsfähigkeit
, unter der Vorausset
zung, dass die Beschwerdeführerin ihre Arbeitsposition regelmässig nach eige
nem Gutdünken wechseln könne, insbesondere unter Vermeidung von anhal
ten
den
Oberkörper-Vorneigepositionen, der Durchführung von stereotypen Rotationen von Hals- und Lendenwirbelsäule oder repetitiven Überkopfbewegungen (S. 31).
Aus allgemeininternistischer Sicht liege
k
eine relevante Einschränkung der Arbeitsfähigkeit vor. Die Beschwerdeführerin sollte aufgrund der anamnestisch rezidivierenden Diarrhoe an ihrem Arbeitsplatz die Möglichkeit haben, jederzeit rasch nach eigenem Gutdünken eine Toilette aufsuchen zu können. Die von der Beschwerdeführerin geschilderten nahrungsunabhängigen Schwindelepisoden seien abgeklärt worden ohne Nachweis einer klaren Pathologie. Mangelerschei
nungen hätten nicht nachgewiesen werden können (S. 32).
Insgesamt könne aus polydisziplinärer Sicht eine Arbeits- und Leistungsfähig
keit von 80 % in körperlich leichten, adaptierten Tätigkeiten festgestellt werden. Aufgrund der anamnestischen Angaben, der Untersuchungsbefunde, der vorlie
genden Dokumente sowie der früher attestierten Arbeitsunfähigkeiten gingen die Gutachter davon aus, dass analog
zu ihrem letzten
Gutachten vom 11. Januar 2012 eine
Einschränkung der Arb
e
i
tsfähigkeit im oben erwähnten Ausmass seit Jahren angenommen werden könne. Eine Verschlechterung des Gesundheitszustandes seit dem letzten Gutachten habe nicht objektiviert werden können (S. 32).
4.12
Die Psychotherapeutin
L._
und
Dr.
med.
M._
, FMH für Psychiatrie und Psychotherapie,
erklärten sich in einer Stellungnahme vom 15. August 2014 (Urk. 17/1) mit dem psychiatrischen Teilgutachten des
Z._
nicht einver
standen. Bei der Beschwerdeführerin liege eine schwere psychosoziale Belas
tungssituation durch schwierige familiäre Verhältnisse vor (kontinuierlich unzureichende elterliche Aufsicht und Steuerung [ICD-10 Z62.0], Schuldzuwei
sung an das Kind [ICD-10 Z62.3]
,
emotionelle und physische Misshandlung der Beschwerdeführerin
innerhalb der Familie [ICD-10 Z
61.4] sowie ungenügende Zuwendung innerhalb der Herkunftsfamilie). Die Beschwerdeführerin habe sich als Kind und Jugendliche in einem invalidisierenden Umfeld befunden, welches unberechenbar und unkontrollierbar gewesen sei und in welchem sie jeder Laune ihrer Bezugspersonen ausgeliefert gewesen sei. In der Therapie habe sie narzisstische, ausbeuterische Eigenschaften ihres Vaters und ähnliches Verhal
ten ihrer zwei Ehemänner geschildert
, welche wiederholt ihre körperliche Unversehrtheit bedroht hätten. Dies erfülle das Kriterium A1 einer posttrauma
tischen Belastungsstörung. Die erste Ehe sei von der Beschwerdeführerin auch aus Angst vor den Drohungen des Ehemannes jahrelang aufrechterhalten wor
den. Dies erfülle das Kriterium A2 einer posttraumatischen Belastungsstörung. Mit Bezug auf das Kriterium B DSM-IV habe die Beschwerdeführerin in der Therapie wiederholt Flashbacks wie das Erdbeben in der
N._
und den Überfall vom 12. August 2009 geschildert.
Zum Kriterium C1 führten sie aus, die Beschwerdeführerin zeige ein bewusstes Vermeiden von Gedanken, Gefühlen und Gesprächen, die mit den Traumata in Verbindung stünden. Zu ihrem Vater
sei
die Beziehung distanziert geblieben.
Sodann sei die
chronifizierte
ausge
prägte Schlafstörung im
Z._
-Gutachten vom 28. Januar 2014 nicht als Teil der posttraumatischen Belastungsstörung dargestellt worden (Kriterium D1), son
dern al
s
Teil einer affektiven Störung. Alle psychopharmakologischen Versuche hätten keine Verbesserung der Schlafstörung gebracht. Die Beschwerdeführerin lebe sozial isoliert mit ihrem Hund (Kriterium F
; S. 2 f.
).
Zusätzlich könne bei der Beschwerdeführerin eine komplexe posttraumatische Belastungsstörung nach DSM diagnostiziert werden. Die Beschwerdeführerin leide an chronischen, prolongierten und multiplen Traumatisierungen und dis
soziativen Zuständen.
Für die Diagnose einer komplexen Belastungsstörung gemäss ICD-10 F62.0 zeige sie alle erforderlichen Persönlichkeitsstörungen (S. 3). Ausserdem sei sie
gemäss Testergebnissen erheblich konzentrationsgestört (S. 5).
4.13
Seit 26. November 2013 ist die Beschwerdeführerin bei Dr. med.
O._
, Fach
arzt für innere Medizin und Rheumatologie, in Behandlung. Im Bericht vom 6. September 2014 (Urk. 17/2) diagnostizierte dieser eine
seronegative
anerosive
Polyarthritis und attestierte
der Beschwerdeführerin eine 50
%ige Arbeitsunfä
higkeit aus rheumatologischer Sicht
sowie eine 50%ige gemäss psychiatrischer Einschätzung, mithin 100
%
.
4.14
Dr. med.
A._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, stellte in seiner konsiliarischen psychiatrischen Beurteilung vom 9. Juni 2015 (Urk. 25/1)
fol
gende Diagnosen (S. 6):
-
Chronifizierte
posttraumatische Belastungsstörung (ICD-10 F43.1)
-
DD: Andauernde Persönlichkeitsveränderung nach Extrembelastung (ICD-10 F62.1)
-
Somatoforme
Schmerzstörung (ICD-10 F45.4)
-
Rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode (ICD-10 F33.1)
Weiter führte Dr.
A._
aus, die Beschwerdeführerin weise gemäss ihren Schilde
rungen und den von ihm erhobenen Befunden sowohl die Ursachen als auch das symptomatische Vollbild einer posttraumatischen Belastungsstörung auf.
Es sei davon auszugehen, dass die stark belastete Zeit
von
Kindheit, Jugend und
frühem Erwachsenenalter
die Vulnerabilität für das Auftreten einer post
traumatischen Belastungsstörung zu einem späteren Zeitpunkt massiv verstärkt habe. Vor diesem Hintergrund sei spätestens nach dem 2009 erfolgten gewalt
samen Übergriff vom Vorliegen einer posttraumatischen Belastungsstörung aus
zugehen. Die Beschwerdeführerin zeige den gesamten, quälenden, zum weitge
henden sozialen Ausschluss führenden Symptomenkomplex. Diese Symptome klinisch zu erheben und zu würdigen, erfordere einiges an spezialisierter Erfahrung und sehr viel Einfühlungsvermögen (S. 7 f.).
Die Arbeitsunfähigkeit schätzte Dr.
A._
auf 70 % bis 80 % ein. Zur Begrün
dung führte er aus, die Beschwerdeführerin sei aufgrund ihres psychiatrisch bedingten Schmerzsyndroms immer wieder stark beeinträchtigt. Sie leide an massiven Schlafstörungen, begleitet von Alpträumen und dissoziativen Zustän
den, welche ihren Tag/Nacht-Rhythmus ausgeprägt störten und Erschöpfungs
zustände erzeugten. Sie leide an sozialen Ängsten, unvermittelt einsetzenden Gefühlen der Insuffizienz in sozialen Situationen, situativ einsetzenden Flash
backs, gestörter Aufmerksamkeit und Konzentration.
Ausserdem bestünden wechselnd ausgeprägte depressive Symptome, welche die allgemeine Leis
tungsfähigkeit stark beeinträchtigen könnten (S. 10).
5.
5.1
Den vorliegenden ärztlichen Stellungnahmen lässt sich entnehmen, dass die Beschwerdeführerin wie bereits zur Zeit der ersten Rentenablehnung
im Jahre 2002
an generalisierten Schmerzen
und einer rezidivierenden depressiven Stö
rung
leidet
.
Nach wie vor
lassen sich die Schmerzen im rechten Knie und an der Lendenwirbelsäule objektivieren
.
Ihnen wird
in beiden
Z._
-Gutachten
denn auch eine
Auswirkung
auf die
Arbeitsfähigkeit in qualitativer Hinsicht zuer
kannt
(Urk. 11/109
/2-26
S. 2
4
, Urk. 11/154/2-34 S. 31)
.
Die rezidivierende depressive Störung, welche
2001 als mittelgradig eingestuft wurde (Gutachten der ME
DAS
B._
vom 28. Dezember 2001
[
Urk. 11/27 S. 11
]
)
,
wird aktuell als leicht (
Y._
-
Gutachten vom 24. November 2009
[
Urk. 11/87
/1-24
S. 19
]
,
Z._
-Gutachten vom 11. Januar 2012
[
Urk. 11/
109
/2
-26
S. 2
3
]
und
28. Januar 2014
[
Urk. 11/154/2-34 S. 30
]
)
beziehungsweise
mittel
gradig (Bericht von
Dr.
I._
vom 16. Mai 2011
[
Urk. 11/102
]
) eingeschätzt. Eine wesentliche Verschlechterung d
es
affektiven Leidens
lässt sich auch nicht dem über ein Jahr nach Erlass der angefochtenen Verfügung vom 28. April 2014 verfassten Privatgutachten von Dr.
A._
vom 9. Juni 2015 (Urk. 25/1 S. 6) entnehmen.
Insoweit ist
eine relevante Verschlechterung des Gesundheits
zustandes somit zu verneinen
.
5.2
Mit Bezug auf die generalisierten Schmerzen
wird
zwar
seit 2005
wiederholt
die Diagnose einer
Kollagenose
genannt. Unter den berichtenden Fachärzten
bestand
jedoch
vom Anfang an
eine gewisse Unsicherheit in der
Diagnosestel
lung
(vgl. dazu
die Berichte des
F._
vom 26. Juli 2005
[
Urk. 11/62/2-4
], 9. Januar 2009
[
Urk. 11/75/6-7
]
,
17. Februar 2009
[
Urk. 11/94/2-5
]
und vom 7. Februar 2013
[
Urk. 11/129/1-5
]
; ferner Bericht von Dr.
J._
vom 28. Juli 2011
[
Urk. 11/109/29-31
] und
Z._
-Gutachten
vom 11. Januar 2012
[
Urk. 11/109/2-26 S. 2
3
]
)
.
Nach verschiedenen Abklärungen und Behandlungsversuchen im
Verlauf der Jahre wurde diese Diagnose auf
rechterhalten
und schliesslich von den Ärzten des
Z._
im Gutachten vom 28. Januar 2014 anerkannt
(Urk. 11/154/2-34 S. 30)
.
Dass dieser Diagnose eine Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit aberkannt wurde, vermag zu überzeugen, handelt es sich dabei
doch
um ein
en
Erklärungsversuch für
das
offenbar
seit
1997 bestehende
generalisierte Weichteil
schmerz
syndrom
(vgl. Bericht des
F._
vom 26. Juli 2005
[
Urk. 11/62/2-4
]
sowie Bericht von
Dr.
D._
vom 7. August 2006
[
Urk. 11/63/1-2
]
).
E
ine wesentliche Ver
schlechterung des
Gesundheitszustandes der Beschwerdeführerin
durch die neu gestellte
Diagnose einer Kollagenose
ist demzufolge nicht ausgewiesen.
Gleiches gilt für die Folgen der bariatrischen Eingriffe, welche gemäss der
nach
vollziehbaren
Einschätzung
des internistischen Konsiliararztes des
Z._
(Urk. 11/154/2-33 S. 16) lediglich eine qualitative Einschränkung der Arbeitsfä
higkeit nach sich ziehen
(Möglichkeit des Besuchs einer Toilette während der Arbeit bei Bedarf
wegen Diarrhoe
).
5.3
Die
auf eine
r
allseitige
n
Untersuchung beruhenden Schlussfolgerung
en der
Z._
-Gutachter
werden
auch nicht durch die von Dr.
D._
im Zeugnis vom 21. Mai 20
12 (Urk. 11/124/1-5) geäusserte
Einschätzung einer 100%igen Arbeits
unfähigkeit in Frage gestellt. Denn
der Hausarzt begründete seine Mei
nung
hauptsächlich
mit der völligen muskulären
Dekonditionierung
der Beschwerdeführerin
, was
bei der Beurteilung der Invalidität praxisgemäss ausser Acht zu lassen,
ist
da sie mit zumutbarer Willensanstrengung und aktiven Therapien innert weniger Wochen verbessert werden kann
(Urteil des damaligen Ei
d
genössischen Versicherungsgerichts I 884/05 vom 1
5.
März 2006 E. 2.2)
.
5.
4
Der die Beschwerdeführerin seit November 2013 behandelnde Rheumatologe
Dr.
O._
attestierte eine Arbeitsunfähigkeit von 50 %
(aus seinem Fachbe
reich)
und begründete dies mit der Diagnose einer
seronegativen
anerosiven
Polyarthritis (Bericht vom 6. September 2014, Urk. 17/2). Seinem stichwortartig verfassten Bericht lässt sich
allerdings
nicht entnehmen, ob diese neue Diagnose eine Verschlechterung des Gesundheitszustandes d
er Beschwerdeführerin dar
stellt
,
was
– da erstmals nach
Verfügungerlass
diagnostiziert
im Rahmen einer Neuanmeldung geltend gemacht werden müsste
,
o
der ob es sich um einen weiteren Erklärungsansatz für die bereits bekannten Schmerzen handelt. Seine Stellungnahme vermag somit die Beweiskraft der drei polydisziplinären Gut
achten nicht in Frage zu stellen.
5.5
Hinsichtlich der Beurteilung des Gesundheitszustandes aus psychiatrischer Sicht äussert die Beschwerdeführerin zunächst Zweifel an der fachlichen Qualifikation und der Unabhängigkeit der am
Z._
Gutachten vom 28. Januar 2014 (Urk. 11/154/2-34) mitwirkenden psychiatrischen
Konsiliarärztin
(Urk. 1 S. 5 f.)
.
Dem ist zu entgegnen, dass sich den Akten keine Anhaltspunkte für eine
man
gelnde Fachkompetenz
dieser Ärztin
ergeben. N
eben einer fachärztlichen Wei
terbildung in
Physikalische
r
Medizin und Rehabilitation
weist sie
auch eine solche in
Psychiatrie und Psychotherapie
auf
.
D
arüber
hinaus ist sie
zertifizierte
medizinische
Gutachter
in
SIM
.
In ihrem Teilgutachten
setzt sie sich mit den Angaben der behandelnden Psychologin beziehungsweise de
m
delegierenden Psychiater ausführlich auseinander. Ihre
nachvollziehbare
Beurteilung deckt sich im Wesentlichen mit den früheren psychiatrischen
Einschä
t
z
ungen, insbe
sondere
i
m
Y._
-Gutachten vom 24. November 2009 (Urk. 11/87
/1-24
) und
i
m
Z._
-Gutachten vom 11. Januar 2012 (Urk. 11/109/2-26).
Die Rüge der mangelnden
finanzielle
n
Unabhängigkeit der
zumindest
in der Schweiz le
d
i
glich als Gutachterin tätigen Ärztin (Urk. 1 S. 6)
kann schliesslich analog dem Vorbringen, die Abgeltung der Gutachten aus Mitteln der Invali
denversicherung führe zu einer Befangenheit der MEDAS, nicht gehört werden
, wenn sie – wie hier (
Urk.
11/136,
Urk.
11/137) – im vom Bundesgeric
ht
vor
ge
ge
benen Zufalls
v
erfahren beauftragt wurde (Urteil des Bundesgerichts 8C
_
467/2014 vom 2
9.
Mai
2015 E.
4;
BGE 137 V 210 E. 3.4.2.7).
Es besteht somit kein Grund, an der Kompetenz und Objektivität der Gutachte
rin des
Z._
zu zweifeln.
5.6
Mit Bezug auf die Diagnose einer
sich auf die Arbeitsfähigkeit auswirkenden
posttraumatischen Belastungsstörung
ist zunächst festzuhalten, dass sich die
von der behandelnden Psychotherapeutin
L._
und der Psychiaterin Dr.
M._
angewendeten Kriterien
gemäss
DSM-IV 309.81
(Stellungnahme vom 15. August 2014 [Urk. 17/1])
nicht wesentlich von denjenigen nach ICD
10 F43.1
unterscheiden
(vgl.
Sass
/
Wittchen
/
Zaudig
/
Houben
, Diagnostisches und Statistisches Manual Psychischer Störungen
Textrevision
DSM-IV-TR, Göt
tingen 2003, S. 515 ff.).
Danach
wird eine posttraumatische Belastungsstörung anerkannt, wenn sie
als eine verzögerte oder protrahierte Reaktion auf ein belastendes Ereignis oder eine Situation aussergewöhnlicher Bedrohung oder katastrophenartigen Ausmasses entsteht, die in fast jedem eine tiefe Verzweif
lung hervorrufen würde. Hierzu gehören eine durch Naturereignisse oder von Menschen verursachte Katastrophe, eine Kampfhand
lung, ein schwerer Unfall oder der Umstand, Zeuge des gewaltsamen Todes anderer oder selbst Opfer von Folterung, Terrorismus, Vergewaltigung oder an
derer Verbrechen zu sein.
Diese Störung soll nur dann diagnostiziert werden, wenn sie innerhalb von sechs Monaten nach einem traumatisierenden Ereignis von aussergewöhnlicher Schwere aufgetreten ist. Eine „wahrscheinliche“ Diagnose kann auch dann gestellt werden, wenn der Abstand zwischen dem Ereignis und dem Beginn der Störung mehr als sechs Monate beträgt, vorausgesetzt, die klinischen Merkmale sind typisch, und es kann keine andere Diagnose (wie Angst- oder
Zwangsstö
rung
oder depressive Episode) gestellt werden
(ICD-10
F43.1
; Weltgesundheits
organisation, Internationale Klassifikation psychischer Störungen, ICD-10 Kapi
tel V (F), Klinisch-diagnostische Leitlinien,
9
. Auflage, Bern 2
014
, S.
207 f.
).
Unzweifelhaft
l
e
i
de
t die Beschwerdeführerin unter
den multiplen
Gewalt
er
fah
run
gen
in der
Kindhei
t und Jugendzeit sowie unter der
ersten
ebenfalls
durch Gewalt und
Bed
rohungen
gezeichneten Ehe
.
Bis 2009 konnte
s
ie jedoch trotz wiederholten psychiatrischen Behandlungen einer geregelten Erwerbstätigkeit nachgehen.
Ihre psychischen Symptome wurden im Rahmen einer rezidivieren
den depressiven Störung interpretiert (vgl. insbes. Gutachten der MEDAS
B._
vom 28. Dezember 2001 [Urk. 11/27 S. 10]).
Hinsichtlich des am Arbeitsplatz erlittenen Überfalls im September 2009 gab die Beschwerdeführerin bei der zweiten Begutachtung im
Z._
an, diese Erlebnisse insgesamt schon weggesteckt zu haben (
Z._
-Gutachten vom 28. Januar 2014 [Urk. 11/154/2-34 S. 18]). Dass sie sich gemäss ihren weiteren Ausführungen oft niedergeschlagen und manchmal auch einsam fühle, kann auf die depressive Störung beziehungsweise die unbestrittenermassen belastende psychosoziale Situation zurückgeführt werden.
Es ist somit nachvollziehbar, wenn die Gut
achter des
Z._
in beiden Verlaufsgutachten eine posttraumatische
Belastungs
störung
verneinen
und stattdessen weiterhin von einer rezidivierenden depressi
ven Störung ausgehen. Daran vermögen die
anderslautende
n Beurteilungen von Dr.
A._
, Dr.
M._
und der Psychotherapeutin
L._
nichts zu ändern.
5.7
Darüber
hinaus kann die von
der Psychotherapeutin
L._
und der Psychiate
rin
Dr.
M._
(Bericht vom
8. Juni 2012 [
Urk. 11/124/6-9
] und
Stellung
nahme vom 15. August 2014 [Urk. 17/1]
) angegebene erhebliche
Konzentrati
onsstörung
nicht
nachvollzogen
werden, zumal die Beschwerdeführerin nach wie vor
Auto fä
hrt und auch längere Strecken (so zu
r
g
utachterlichen Unter
suchung
in
P
._
; vgl. dazu
Z._
-Gutachten vom 28. Januar 2014 [Urk. 11/154/2-24 S. 20
)
zurücklegt
, was eine erhebliche Konzentrationsfähig
keit voraussetzt.
Dementsprechend vermögen die gutachterlichen Feststellungen einer regelrechten Konzentration mehr zu überzeugen (
Y._
-Gutachten vom 24. November 2009 [Urk. 11/87/1-24 S. 22],
Z._
-Gutachten vom 11. Januar 2012 [Urk. 11/109/2-27 S. 15] und vom 28. Januar 2014 [Urk. 11/154/2-34 S
. 20]). Dieser Umstand
verdeutlicht
die in stän
diger Rechtsprechung aner
kannte
Verschiedenheit von
Behand
lungs
und Begutachtungsauftrag (vgl. BGE 137 V 210 E. 1.2.4 mit Hinweisen). Rechtsprechungsgemäss verfolgen die Berichte der behandelnden Ärzte nicht den Zweck einer den abschliessenden Entscheid über die Versicherungs
ansprüche erlaubenden objektiven Beurteilung des Gesundheitszustandes und erfüllen deshalb kaum je die von der Rechtspre
chung aufgestellten materiellen Anforderungen an ein Gutachten. Sodann ist
auch der Erfahrungstatsache Rechnung zu tragen, dass die behandelnden Ärzte mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung im Zwei
felsfall eher zu Gunsten ihrer Patienten aussagen (BGE 135 V 465 E. 4.5).
Demgegenüber verschaffen die interdisziplinäre Ausrichtung von
Y._
und
Z._
als MEDAS, die auf umfassender, die Teilergebnisse verschiedener medizinischer Disziplinen integrierender Grundlage beruhende Einschätzung der Leistungsfä
higkeit, die mitunter schwierige Abgrenzung von invaliditätsfremden Faktoren, sowie die auf die IV-spezifischen Tatfragen zugeschnittenen Schlussfolgerungen den drei Gutachten einen entscheidenden Vorteil gegenüber den Berichten der behandelnden Ärzte welche aus therapeutischen Zusammenhängen erstattet wurden (vgl. dazu BGE 137 V 210 E. 1.2.4 mit Hinweisen).
5.8
Mit Bezug auf
Dr.
A._
Privatgutachten vom
9. Juni 2015 (Urk. 25/1) ist
schliesslich
festzuhalten
, dass der Gutachter den lebensgeschichtlichen Angaben der Beschwerdeführerin
eigene Vermutungen
über deren psychischen Zustand beimischt. So soll die Beschwerdeführerin während der ersten Ehe in einem Dauerzustand weitgehender Ohnmacht, Hilf- und Hoffnungslosigkeit und Ver
zweiflung gelebt haben (S. 5)
.
Hinsichtlich der Diagnose einer während der ers
ten Ehe aufgetretenen p
osttraumatische
n
Belastungsstörung stellt
Dr.
A._
sodann auf die statistische
Prävalenz der posttraumatischen Belastungsstörung nach Vergewaltigung
ab (S. 7)
, obwohl die Beschwerdeführerin nach Lage der Akten nie von einer Vergewaltigung berichtet hatte
.
5.9
Aus diesen Gründen ist eine sich auf die Arbeitsfähigkeit relevant auswirkende Veränderung des Gesundheitszustandes der Beschwerdeführerin nicht ausge
wiesen, weshalb die Beschwerdegegnerin das erneute Leistungsbegehren zu Recht abgewiesen hat.
6.
6.1
Die Kosten des Verfahrens sind auf Fr.
800
.-- festzulegen und ausgangsgemäss von der Beschwerdeführerin zu tragen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG)
, jedoch zufolge Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung einstweilen auf die Gerichts
kasse zu nehmen.
6.2
6.2.1
Nach § 34 Abs.
3 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht (
GSVGer
) bemisst sich die Höhe der gerichtlich festzusetzenden Entschädigung nach der Bedeutung der Streitsache, der Schwierigkeit des Prozesses und dem Mass des Obsiegens, jedoch ohne Rücksic
ht auf den Streitwert. Gemäss §
8 in Verbindung
mit §
7 Abs. 1 der
Verordnung über die Gebühren, Kosten und Entschädigungen vor dem Sozialversicherungsgericht (
GebV
SVGer
) wird
auch im Rahmen der unentgeltlichen Rechtsvertretung
namentlich für unnötigen Aufwand kein Ersatz gewährt.
6
.
2.
3
Der von
Rechtsanwältin
Sigg
mit Eingabe vom
28. August 2015
(nicht weiter spezifiziert)
geltend gemachte Aufwand von
insgesamt 19 Stunden und Fr. 118.
Barauslagen (Urk. 31
) ist der Bedeutung der Streitsache und der Schwierigkeit des Prozesses nicht angemessen, insbesondere aufgrund der Tat
sache, dass
sie die
Beschwerdeführer
in
schon im
Vorbescheidverfahren
vertrat un
d die Akten somit bekannt waren
.
Angesichts der zu
rekapitulierenden
Aktenstücke de
r Beschwerdegegnerin, der etwa 9
-
, 5-, 2-
und
3-
seitigen Rechtsschriften, den Aufwendungen im Zusam
menhang mit dem Gesuch um unentgeltliche
Rechtsverbeiständung
sowie der in ähnlichen Fällen zugesprochenen Beträgen ist die Entschädigung von
Rechts
anwältin Sigg
bei Anwendung des gerichtsü
blichen Stundenansatzes von Fr.
200.
bis 31. Dezember 2014
sowie von
Fr. 220.
ab 1. Januar 2015
(zuzüglich Mehrwert
steuer) auf Fr. 3‘200.
(inklusive Barauslagen und Mehr
wertsteuer) festzusetzen.
6.2.4
Mit Bezug auf den Antrag auf Erstattung der Kosten für die konsiliarische psy
chiatrische Beurteilung durch Dr.
A._
(Urk. 24 S. 4)
ist festzuhalten, dass sich dieses Privatgutachten
für die Beurteilung
des
Rentenanspruches
der Beschwer
deführerin
nicht als unerlässlich erweist. Wie dargelegt genügten die von der Beschwerdegegnerin eingeholten
polydisziplinären Gutachten
zur Erstellung des der Verfügung vom
28. April 2014
zugrunde gelegten medi
zi
nischen Sachver
haltes. Auf die
von der
Beschwerdeführerin in Auftrag gegebene Beurteilung
von Dr.
A._
konnte dagegen nicht abgestellt werden
Die
Beschwerdegegne
rin
kann demnach nicht verpflichtet werden, die Kosten für
das Privatgutachten von Dr.
A._
zu ersetzen
zumal die Beschwerdeführerin unterliegt. Da unnöti
ger Aufwand nicht entschädigt wird (§
8 in Verbindung mit §
7
Abs.
1 der Ver
ordnung über die Gebühren, Kosten und Entschädigungen vor dem
Sozialversi
cherungsgericht
), fällt auch eine Entschädigung im Rahmen der unentgeltlichen Rechtspflege ausser Acht
(vgl.
Zünd/Pfiffner
Rauber
[Hrsg.], Kommentar zum Gesetz über das Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich, 2. Auflage, Zürich 2009,
§ 34
Rz
11 mit Hinweisen auf die einschl
ägige Rechtsprechung).