# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 425f9fc0-c0ab-4bfa-99b6-d3821c0c73a7
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2020
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1955, verfügt über eine kaufmännische Ausbil
dung (Urk.
12
/1/4). Im Januar 1997 stürzte er während eines epileptischen Anfalls auf die Geleise, wurde vom Zug erfasst und zog sich eine Commotio cerebri sowie Verletzungen im Arm-/Schulterbereich rechts zu (Urk.
12/4/1
). Hernach arbeitete er von September 1999 bis August 2002 als Sachbe
arbeiter bei der
Y._
(Urk.
12/6
). Im Februar 2004 meldete sich der Versicherte erstmals bei der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, zum Leistungsbezug an (Urk.
12
/1). Diese ver
neinte mit Verfügung vom 29. September 2004
einen
Anspruch auf eine Berufs
beratung oder
eine
Rente (Urk.
12/11
). Es folgten befris
tete Arbeitsverh
ältnisse bei der
Z._
im Jahr 2005, der
A._
im Jahr 2006 und der
B._
im Jahr 2007 (
Urk. 12
/14/
6,
Urk.
12/18/1,
Urk.
12/23,
Urk.
12
/30/7).
1.2
V
on
November 2007 bis Juni 2009
bezog der Versicherte
Taggelder der
Arbeits
losenversicherung
und war dadurch bei der Stiftung Auffangeinrichtung BVG
(nachfolgend: Vorsorgestiftung)
berufsvorsorge
versichert (
Urk. 2/1,
Urk. 12/17
). Am 27. November 2008
hatte er sich
erneut
bei der
IV-Stelle
zum Leistungsbezug an
gemeldet
(Urk. 12/14).
Diese beauftrage i
m Rahmen ihrer Abklärungen
lic
. phil. C._
, Fachpsychologe für Psychoth
erapie FSP, und Dr. med.
D._
, Facharzt FMH für Psychiatrie und Psychotherapie, mit der psychiatri
schen und testpsychologischen Begutachtung des Versicherten (Urk. 12/24, Urk. 12/26). Das betreffende Gutachten wurde am 18. Juni 2009 erstattet (Urk. 12/27). Mit Verfügung vom 19. Januar 2011
wies die IV-Stelle das Renten
begehren des Versicherten ab (IV-Grad: 17 %; Urk. 12/54).
1.3
Am 11. Juni 2013 meldete sich der Versicherte erneut bei der IV-Stelle zum Leis
tungsbezug an (Urk. 12/56).
Nach materieller Prüfung (
vgl.
Urk. 12/84) stellte die IV-Stelle dem Versicherten mit Vorbescheid vom 28. Mai 2014 die Abweisung seines Leistungsbegehrens in Aussicht (Urk. 12/85). Am
6. Juni 2014 erhob
der Versicherte dagegen Einwand (Urk. 12/88) und ergänzte diesen mit Einga
be vom 26. Juni 2014 (Urk. 12/91
).
Daraufhin beauftragte die IV-Stel
le Prof. Dr. med. E._
, Facharzt FMH für
Neurologie und
Psychiatrie und Psychotherapie
,
mit der Begutachtung des Versicherten in den Fachgebieten
Psychi
atrie, Neurologie und
Neuropsychologie (Urk. 12/93, Urk. 12/95).
Die Fach
gut
achten
wurde
n
am
3.
und
22. September
beziehungsweise am 18. Oktober
2014 erstattet (Urk. 12/99).
Mit
Schreiben
vom
25. Juni 2015
nahm
Prof
.
E._
Stellung zu
Ergänzungsfragen
d
er IV-Stelle
(Urk. 12/109-110)
.
Nach durchge
führtem
Vorbescheidverfahren
(Vorbescheid vom 28. September 2015 [Urk. 12/120], Einwand vom 23. Oktober 2015 [Urk. 12/124
]
) sprach die IV-Stelle dem Versicherten mit Verfügung vom 10. Dezember 2015 eine halbe Rente ab dem 1. Dezember 2013 zu (
IV-Grad: 54 %)
.
Dieser Entscheid wurde der
Vorsor
gestiftung
nicht eröffnet (Urk. 12/133, vgl. Urk. 12/131).
Gegen die Verfügung vom 10. Dezember 2015
erhob der Versicherte am 28. Januar 2016
Beschwerde
beim hiesigen
Gericht (Urk. 12/140/3-8).
Neben der Pensionskasse der
B._
(Schweiz; Urk. 12/142) wurde auch die
Stiftung Auffangeinrichtung BVG
zum Prozess beigeladen (Urk. 12/146).
Mit Beschluss vom 19. Oktober 2017 wurde der Versicherte vom hiesigen Gericht auf eine mögliche Schlechterstellung im Falle eines Urteils (Viertels- statt halbe Rente) aufme
rksam gemacht (Urk. 12/150),
woraufhin er
seine
Beschwerde mit Eingabe vom 14. November 2017 zurück
zog
(Urk. 12/152/5).
1.4
Am 22. September 2016 meldete der Versicherte bei der
Vorsorgestiftung
Ansprüche auf eine I
nvalidenrente aus BVG an (Urk. 2
/2). Die Vorsorgestif
tung lehnte in der Folge im Rahm
en der zwischen den Parteien einsetzenden Korres
pondenz die Ausrichtung von
Invalidenleistungen ab (Urk. 2/3
-5).
2.
Am
9. August 2018 erhob
X._
beim hiesigen Gericht Klage gegen die
Stiftung Auffangeinrichtung BVG
und beantragte:
«1.
Die Beklagte sei zu verpflichten, dem Kläger ab 1. Dezember 2013 eine
halbe Invalidenrente gestützt auf BVG auszuzahlen zuzüglich Verzugszins
von 5 % ab 9. August 2018
.
2.
Unter Entschädigungsfolgen
zu Lasten der
Beklagten
.
»
Die Beklagte beantragte mit Klageantwort vom
25. September 2018 die Abwei
sung der Klage (Urk. 8). Mit Verfügung vom 26. September 2018 zog das Gericht die Akten der Invalidenversicherung bei (Urk. 10). Im Rahmen des zweiten Schrif
tenwechsels (Replik vom 7. Dezember 2018 [Urk. 16] und Duplik vom 14. Januar 2019 [Urk. 19], dem Kläger zugestellt mit Verfügung vom 15. Januar 2019 [Urk. 20]) hielten die Parteien an ihren Anträgen fest.
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Nach Art.
24
Abs.
1
des
Bundesgesetz
es
über die berufliche Alters-, Hinterlasse
nen- und Invalidenvorsorge (BVG)
hat der Versicherte Anspruch auf eine volle Invalidenrente, wenn er im Sinne der Invalidenversicherung mindestens zu 70 %, auf eine
Dreiviertelsrente
, wenn er mindestens zu 60 %, auf eine halbe Rente, wenn er mindestens zur Hälfte und auf eine
Viertelsrente
, wenn er mindestens zu 40 % invalid ist. Gemäss
Abs.
1 von
Art.
26 BVG gelten für den Beginn des Anspruchs auf Invalidenleistungen sinngemäss die entsprechenden Bestimmun
gen des Bundesgesetzes über
die Invalidenversicherung (Art.
29 IVG). Die Invali
denleistungen nach BVG werden von derjenigen Vorsorgeeinrichtung geschuldet, welcher die den Anspruch erhebende Person bei Eintritt des versicherten Ereig
nisses angeschlossen war. Im Bereich der obligatorischen beruflichen Vorsorge fällt dieser Zeitpunkt nicht mit dem Eintritt der Invalidität nach IVG, sondern mit dem Eintritt der Arbeitsunfähigkeit zusammen, deren Ursache zur Invalidität geführt hat (vgl.
Art.
23 BVG). Auf diese Weise wird dem Umstand Rechnung getragen, dass die versicherte Person meistens erst nach einer längeren Zeit der Arbeitsunfähigkeit (nach einer Wartezeit von einem Jahr gemäss
Art.
28
Abs.
1
lit
. b IVG in Verbindung mit
Art.
26 BVG) invalid wird. Damit nämlich der durch die zweite Säule bezweckte Schutz zum Tragen kommt, muss das Invaliditätsri
siko auch dann gedeckt sein, wenn es rechtlich gesehen erst nach einer langen Krankheit eintritt, während welcher die Person unter Umständen aus dem Arbeitsverhältnis ausgeschieden ist und daher nicht mehr dem
Obligatorium
unterstanden hat (BGE 123 V 262 E. 1b, 121 V 97 E. 2a, 120 V 112 E. 2b, je mit Hinweisen).
1.2
Art.
23 BVG kommt auch die Funktion zu, die Haftung mehrerer Vorsorgeein
richtungen gegeneinander abzugrenzen, wenn eine in ihrer Arbeitsfähigkeit bereits beeinträchtigte versicherte Person ihre Arbeitsstelle (und damit auch die Vorsorgeeinrichtung) wechselt und ihr später eine Rente der Invalidenversiche
rung zugesprochen wird. Der Anspruch auf Invalidenleistungen nach
Art.
23 BVG entsteht in diesem Fall nicht gegenüber der neuen Vorsorgeeinrichtung, sondern gegenüber derjenigen, welcher die Person im Zeitpunkt des Eintritts der invalidi
sierende
n Arbeitsunfähigkeit angehörte.
Damit eine Vorsorgeeinrichtung, der eine Arbeitnehmerin oder ein Arbeitnehmer beim Eintritt der Arbeitsunfähigkeit angeschlossen war, für das erst nach Been
digung des
Vorsorgeverhältnisses eingetretene Invaliditätsrisiko aufzukommen hat, ist indes erforderlich, dass zwischen Arbeitsunfähigkeit und Invalidität ein enger sachlicher und zeitlicher Zusammenhang besteht (BGE 130 V 270 E. 4.1). In sachlicher Hinsicht liegt ein solcher Zusammenhang vor, wenn der der Invali
dität zu Grunde liegende Gesundheitsschaden im Wesentlichen derselbe ist, der zur Arbeitsunfähigkeit geführt hat. Sodann setzt die Annahme eines engen zeit
lichen Zusammenhangs voraus, dass die versicherte Person nach Eintritt der Arbeitsunfähigkeit nicht während längerer Zeit wieder arbeitsfähig wurde. Die frühere Vorsorgeeinrichtung hat nicht für Rückfälle oder Spätfolgen einer Krank
heit einzustehen, die erst Jahre nach Wiedererlangung der vollen Arbeitsfähigkeit eintreten.
Bei der Prüfung dieser Frage sind die gesamten Umstände des konkre
ten Einzelfalles zu berücksichtigen, namentlich die Art des Gesundheitsschadens, dessen prognostische Beurteilung durch den Arzt sowie die Beweggründe, welche die versicherte Person zur Wiederaufnahme oder Nichtwiederaufnahme der Arbeit veranlasst haben.
Zu den für die Beurteilung des
zeitliche
n Konnexes relevanten Umständen zählen auch die in der Arbeitswelt nach aussen in Erscheinung tretenden Verhältnisse (BGE 134 V 20 E. 3.2.1 mit Hinweisen).
Mit Bezug auf die Dauer der den
zeitlichen Konnex unterbrechenden Arbeitsfähigkeit kann die Regel von Art. 88a Abs. 1 der Verordnung über
die Invalidenversicherung (IVV)
als Richtschnur gel
ten. Nach dieser Bestimmung ist
eine anspruchsbeeinflussende Verbesserung der Erwerbsfähigkeit in jedem Fall zu berücksichtigen, wenn sie ohne wesentliche Unterbrechung drei Monate gedauert hat und voraussichtlich weiterhin andauern wird. Bestand während mindestens drei Monaten wieder volle Arbeitsfähigkeit und erschien gestützt darauf eine dauerhafte Wiedererlangung der Erwerbsfähigkeit als objektiv wahrscheinlich, stellt dies ein gewichtiges I
ndiz für eine Unterbrechung des
zeitliche
n
Zusammenhangs dar. Anders verhält es sich, wenn die fragliche, allenfalls mehr als
dreimonatige Tätigkeit als
Eingliede
rungsversuch zu werten ist oder massgeblich auf sozialen Erwägungen des Arbeitgebers beruhte und eine dauerhafte Wiedereingliederung aber unwahr
scheinlich war (BGE 134 V 20 E. 3.2.1 mit Hinweisen).
1.3
Aus der engen Verbindung zwischen dem Recht auf eine Rente der Invalidenver
sicherung und demjenigen auf eine Invalidenleistung nach BVG ergibt sich, dass der Invaliditätsbegriff im obligatorischen Bereich der beruflichen Vorsorge und in der Invalidenversicherung grundsätzlich der gleiche ist (BGE 123 V 269 E. 2a, 120 V 106 E. 3c, je mit Hinweisen).
Praxisgemäss sind daher die Vorsorgeeinrichtungen im Bereich der gesetzlichen Mindestvorsorge (
Art.
6 BVG) an die Feststellungen der IV-Organe (Eintritt der invalidisierenden Arbeitsunfähigkeit, Eröffnung der Wartezeit, Festsetzung des Invaliditätsgrades) gebunden, soweit die IV-rechtliche Betrachtung aufgrund einer gesamthaften Prüfung der Akten nicht als offensichtlich unhaltbar erscheint (BGE 126 V 309 E. 1 in
fine
). Diese Konzeption fusst auf der Überlegung, die Organe der (obligatorischen) beruflichen Vorsorge von eigenen aufwändigen Abklärungen freizustellen, und gilt nur bezüglich Feststellungen und Beurteilun
gen der IV-Organe, welche im invalidenversicherungsrechtlichen Verfahren für die Festlegung des Anspruchs auf eine Invalidenrente entscheidend waren (BGE 132 V 1 E. 3.2). So hat beispielsweise eine verspätete Anmeldung zum Leistungs
bezug bei der Invalidenversicherung rechtsprechungsgemäss die freie Überprüf
barkeit des leistungserheblichen Sachverhaltes durch die Vorsorgeeinrichtung beziehungsweise das Berufsvorsorgegericht zur Folge (Urteil des Bundesgerichts 9C_49/2010 vom 2
3.
Februar 2010 E. 2.1).
Diese Bindungswirkung setzt voraus, dass die Vorsorgeeinrichtung (spätestens) ins
Vorbescheidverfahren
(
Art.
73
ter
IVV) einbezogen und ihr die Rentenverfügung formgültig eröffnet wurde (Urteil des Bundesgerichts 9C_81/2010 vom 1
6.
Juni 2010 E. 3.1, mit Hinweisen). Dem BVG-Versicherer steht ein selbständiges Beschwerderecht im Verfahren nach IVG zu. Unterbleibt ein solches Einbeziehen der Vorsorgeeinrichtungen, ist die IV-rechtliche Festsetzung des Invaliditätsgra
des (grundsätzlich,
masslich
und zeitlich) berufsvorsorgerechtlich nicht verbind
lich (BGE 130 V 270 E. 3.1).
Stellt die Vorsorgeeinrichtung auf die invalidenversicherungsrechtliche Betrach
tungsweise ab, muss sich die versicherte Person diese entgegenhalten lassen, soweit diese für die Festlegung des Anspruchs auf eine Invalidenrente entschei
dend war, und zwar ungeachtet dessen, ob der Vorsorgeversicherer im Verfahren der Invalidenversicherung beteiligt war oder nicht. Vorbehalten sind jene Fälle, in denen eine gesamthafte Prüfung der Aktenlage ergibt, dass die Invaliditätsbe
messung der Invalidenversicherung offensichtlich unhaltbar war (BGE 130 V 270 E. 3.1).
1.4
Im
Sozialversicherungsrecht hat das Gericht seinen Entscheid, sofern das Gesetz nicht etwas Abweichendes vorsieht, nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu fällen. Die blosse Möglichkeit eines bestimmten Sachver
halts genügt den Beweisanforderungen nicht. Das Gericht folgt vielmehr jener Sachverhaltsdarstellung, die es von allen möglichen Geschehensabläufen als die
wahrscheinlichste würdigt (BGE 126 V 353 E. 5b
mit Hinweisen; vgl. BGE 130 III
321 E. 3.2 und 3.3).
2.
2.1
Der Kläger erklärte zur Begründung seiner Klage im Wesentlichen (Urk. 1 und Urk. 16), dem Gutachten von
lic
. phil.
C._
und Dr.
D._
vom 18. Juni 2009 lasse sich – unter Bezugnahme auf die Tätigkeit des Klägers bei der
F._
(25. Juni 2008 bis 31. Dezember
2008)
–
eine echtzeitliche und auch zuverlässige Bestätigung der Einschränkung in der angestammten Tätigkeit um 30 % ableiten.
Mi
t dem Bericht von Dr. med.
G._
, Facharzt FMH für Arbeitsmedizin und Allgemeine Innere Medizin vom 17. Dezember 2008 sei die Arbeitsleistung des Klägers von der
F._
beurteilt worden. Damit bestehe
zudem
eine echtzeitliche Bestätigung, wonach er nicht nur in seiner angestammten, sondern auch in einer behinderungsangepassten Tätigkeit erheb
lich eingeschränkt gewesen sei. Auch Prof.
E._
habe in seinem Gutachten retrospektiv ausdrücklich bestätigt, dass bereits damals in einer angepassten Tätigkeit eine wesentliche Einschränkung der Arbeitsfähigkeit vorgelegen habe. Dass sich dieser Zustand nach dem Einsatz in der
F._
wieder verbes
sert hätte, gehe aus den IV-Akten nicht hervor und sei auch nicht anzunehmen. Insbesondere habe der Kläger auch keine Arbeitsstelle mehr gefunden, in welcher er über längere Zeit 100 % arbeitsfähig gewesen wäre. Damit sei der zeitliche Zusammenhang zwischen der während des Zeitraums der Versicherungsdeckung eingetretenen Einschränkung der Arbeitsfähigkeit und der heutigen Invalidität gegeben und es
bestehe gegenüber der Beklagten ab 1. Dezember 2013, analog zum Beginn der IV-Rente
,
Anspruch a
uf eine Invalidenrente aus BVG.
2.2
Die Beklagte erklärte zur Begründung ihres Antrages auf Ablehnung ihrer Leis
tungspflicht
(Urk. 8 und Urk. 19)
,
a
us dem Gutachten von
lic
. phil.
C._
und
Dr.
D._
habe
sich erstmals eine Einschränkung für die bisherige Tätigkeit im Umfang von 30 % aufgrund einer diskreten kognitiven Störung
ergeben
; die Gutachter hätten jedoch eine 100%ige Arbeitsfähigkeit für angepasste Tätigkeiten attestiert.
Zumindest am 9. Mai 2009 habe der Kläger noch Taggelder der Arbeits
losenversicherung bezogen und sei deshalb im Grundsatz bei der Beklagten berufsvorsorgeversichert gewesen.
Gestützt darauf habe
die IV-Stelle mit Verfü
gung vom 19. Januar 2011 den Anspruch des Klägers auf eine Invalidenrente bei einem IV-Grad von
17 % rechtskräftig verneint
,
womit auch
für die Beklagte verbindlich
festgestellt worden
sei
, dass bis zum Verfügungszeitpunkt (Januar 2011) keine Arbeitsunfähigkeit für angepasste Tätigkeiten bestanden habe.
M
an
gels echtzeitlichem Attest
sei
bis Ende 2013
keine
Arbeitsunfähigkeit für eine angepasste Tätigkeit ausgewiesen
.
Erst aus dem Gutachten von Prof.
E._
vom 22. September und 18. Oktober 2014 ergebe sich auch für eine angepasste Tätigkeit eine Einschränkung. So werde darin eine angepasste Tätigkeit mit einem Pensum von schätzungsweise 80 % bei einer Leistung von 60 % als möglich erachtet. Dass Einschränkungen wahrscheinlich bereits 2008 evident gewesen seien
,
genüge nicht
. Mit überwiegender Wahrscheinlichkeit seien die Einschrän
kungen fr
ühestens im August 2013 belegt.
Damit sei der zeitliche Zusammenhang offensichtlich unterbrochen. Der Kläger sei lediglich vom 22. November 2007 bis am 7. Juni 2009 bei der Beklagten versichert gewesen, weshalb eine Leistungs
pflicht der Beklagten für die von der IV-Stelle ab Dezember 2013 attestierte Invalidität ausser Betracht falle
.
3.
3.1
3.1.1
In sei
nem Bericht vom 17. Dezember 200
8 stellte der Hausarzt des Klägers,
Dr.
G._
,
folgende Diagnosen
(Urk. 12/19/2)
:
-
Epilepsie mit komplex-fokalen und generalisierten Anfällen seit dem 7. Lebensjahr nach
hypoxischer
Hirnschädigung bei Krupp im Alter von 2 Jahren
-
St
atus nach Zugunfall mit leichtem
Schädelhirntr
auma und schwerer Schulter-Arm-V
erletzung rechts im Rahmen eines epileptischen Anfal
les im Januar 1997
-
Generalisierter Anfall im Februar 1998, seither unter Medikation anfallsfrei bis zum letzten Anfall
generalisiert
am 7. Oktober 2008 (im Rahmen einer
Exkose
[gemeint wohl: Exsikkose]
)
-
Status nach Teilmeniskusresektion rechts 2001
-
Septumplastik
-
Status nach Tonsillektomie als Kind
-
Arachnoidalzyste
mit raumfordernder Wirkung im Bereich der
Sella
turcica
Dr.
G._
führte aus, d
er
Kläger
fühle sich eigentlich gesund, die Leistungsfä
higkeit sei aber reduziert. Es würden eine gewisse Verlangsamung und gewisse Merkfähigkeits- und Konzentrationsstörungen wegen Medikamenten bestehen. Laut den Angaben von Frau
H._
der
F._
lägen
beim
Kläger
eine Selbstüberschätzung,
ein verlangsamtes Arbeitstempo sowie
Aufnahmefähig
keits
- und Konzentrationsstörungen
vor
. Nach ihrer Meinung könne er nur einfache Arbeiten bewältigen, repetitive Arbeiten ohne Druck, Kopieren oder Telefonate entgegennehmen
.
Es bestehe auch eine Kraftverminderung im rechten Arm und eine verminderte Beweglichkeit.
Dr.
G._
ging p
rognostisch
nicht von einer zu erwartenden Verbesserung aus.
In der zuletzt ausgeübten Tätigkeit bestehe kein
e begründete Arbeitsunfähigkeit.
Zwar
sei der
Kläger
durch eine Verlangsamung
psychischer Art sowie eine ver
minderte körperliche Belastbarkeit im rechten Arm eingeschränkt. Tätigkeiten seien aber zu 100 % zumutbar. Die berufliche Tätigkeit sei möglichst bald wie
deraufzunehmen. Es werde dringend eine neuropsychologische Abklärung emp
fohlen wegen der Diskrepanz der Selbsteinschätzung
zur
Beurteilung durch Personen von der
F._
(Urk. 12/19/3
-4
).
3.1.2
Lic
. phil.
C._
und Dr.
D._
diagnostizierten in ihrem psychiatrischen und testpsych
ologischen
Gutachten vom 18.
Juni 2009
mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine diskrete
kognitive Störung
vor allem im Bereich des Gedächtnisses für sprachliches und für figural-räumliches Material unter Ablen
kungsbedingungen. Der
diagnostizierten
Epilepsie massen sie keine Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit bei
(Urk. 12/27
/8
)
.
Auf dem Hintergrund eines prämorbiden durchschnittlichen bis überdurch
schnittlichen Intelligenzniveaus würden defizitäre Testergebnisse im Bereich des Gedächtnisses für sprachliches und figural-räumliches Material unter Ablen
kungsbedingungen bestehen.
Die Gutachter erhoben im Wesentlichen folgende Befunde: Der
Kläger
sei wach, allseits orientiert, psychomotorisch ruhig. Er wirke während der Gespräche zurückhaltend, antworte oft unklar und es sei nic
ht immer nachvollziehbar, wozu
er referiere. Klinisch
würden
bloss diskrete
Auf
merksamkeits
-, Konzentrations- und Gedächtnisstörungen
bestehen
. Nach etwa 1.5 Stunden wirke er sichtlich erschöpft. Während der T
estuntersuchung habe er gut mitgearbeitet
und habe versucht, eine entsprechende Testleistung zu erbrin
gen. Affektiv wirke der
Kläger
ausgeglichen, es seien keine Anzeichen für eine depressive Störung sichtbar. Eine schwere Psychopathologie wie formale oder inhaltliche Denkstörungen, Sinnestäuschungen, Ängste oder Zwänge
hätten nicht festgestellt werden können
.
Der
Kläger
sei aufgrund der diskreten kognitiven Beeinträchtigungen in der Arbeitsfähigkeit in seinem angestammten Beruf als Bankbeamter oder Buchhalter leicht beeinträchtigt. Die Gutachter schätzten eine 30%ige Arbeitsunfähigkeit in der
angestammten Tätigkeit. In einer angepassten Tätigkeit, beispielsweise in einer einfachen repetitiven Bürotätigkeit, bestehe beim
Kläger
eine 100%ige Arbeitsfähigkeit. Die Arbeitsfähigkeit lasse sich mit medizi
nisc
hen Massnahmen kaum verbessern
(Urk. 12/27/
7-8
).
3.2
3.2.1
Am 9. August 2013 wurde in der Klinik für Neurologie des
I._
eine neuropsychologische Untersuchung durchgeführt. Die Ärzte hielten fest, es hätten sich bei subjektiver Beschwerdefreiheit deutliche Defizite der frontal lokalisierten exekutiven Hirnfunktionen gezeigt, insbesondere sei eine im Vordergrund stehende hochgradige Störung der verbalen Ideenproduktion mit vielen Repetitionen und häufigen Regelbrüchen aufgefallen. Insgesamt habe sich eine deutlich erhöhte Störanfälligkeit sowie eine deutlich verminderte Hand
lungskontrolle und Umstellfähigkeit gezeigt. Dagegen hätten sich lediglich leich
tere, asymmetrisch linksbetonte Defizite in den mnestischen Funktionen (für verbale Inhalte) bei ansonsten intakter Merkfähigkeit und Gedächtnisfunktion für figurale Inhalte gezeigt. Die Ursache der festgestellten kognitiven Defizite sei unklar, eine Bildgebung des Gehirns liege aktuell nicht vor. Insbesondere auf
grund der erheblich eingeschränkten Interferenzkontrolle und Fehleranfälligkeit sei aus neuropsychologischer Sicht eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit für den angestammten Beruf als Bankkaufmann
zu attestieren (Urk. 12/72/7).
3.2.2
Im
Gutachten
von
Prof
.
E._
vom 22. September
beziehungsweise
vom
18. Oktober
2014
wurden folgende Diagnosen
mit Auswirkungen auf die Arbeits
fähigkeit
festgehalten
(
Urk. 12/99/40,
Urk. 12/99
/
77):
-
MR-tomographisch gesicherte Temporallappenepilepsie mit partiell-kom
plexen und generalisierten Anfällen nach
hypoxischer
Hirnschädigung im Alter von 2 Jahren mit neuropsychologischen Ausfällen
-
Status nach Schulterverletzung rechts nach Zugunfall Januar 1997 im Rahmen eines
Anfallereignisses
mit Reststörungen der Elevation und Abduktion des rechten Armes
-
Feinschlägiger
Tremor beider Hände
-
Sonstige andere andauernde Persönlichkeitsänderung bei langjähriger Epilepsie (epileptische Wesensänderung; ICD-10 F62.88)
Daneben wurde folgende Diagnose
ohne Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit
gestellt
(Urk. 12/99/77):
-
Persönlichkeitsakzentuierung mit
anankastischen
Zügen (ICD-10 Z73.0)
Anlässlich der
im Rahmen der Begutachtung bei
dipl.
p
sych.
J._
, Fach
psychologin für Neuropsychologie FSP, in Auftrag gegebenen neuropsychologi
schen Abklärungen ergab sich eine leichte bis mittelschwere neuropsychologische Funktionsstörung mit im Vordergrund stehenden exekutiven Defiziten (Aufmerk
samkeitskontrolle, Problemlösefähigkeit) sowie Störungen im Lernen und Abru
fen von neu gelernten, vorwiegend verbalen Gedächtnisinhalten mit vermehrt falsch abgerufenen Items. Ebenso würden deutliche Auffälligkeiten im Verhalten mit perseverierendem Gesprächsverhalten und der Unfähigkeit, Relevantes von Irrelevantem zu unterscheiden, bestehen. Diese Schwierigkeiten dürften die Fähigkeiten des Klägers, sich auf wechselnde komplexere Aufgabenstellungen einzustellen und diese zuverlässig zu bearbeiten, deutlich negativ beeinflussen. Ebenso erscheine eine Tätigkeit mit häufigem Kundenkontakt,
zum Beispiel
in der Kundenberatung, nicht möglich. Im angestammten Beruf als Bankkaufmann bestehe aus neuropsychologischer Sicht eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit. Aus kognitiver Sicht möglich wäre eine angepasste Tätigkeit im Bereich einfacher Büroarbeiten ohne Kundenkontakt. Aufgrund der leicht verminderten
konzentra
tiven
Belastbarkeit sei davon auszugehen, dass der Kläger auch bei einer einfa
chen Tätigkeit kein volles Arbeitspensum bewältigen könnte. Aufgrund des Tremors wäre er auch bei längerer Tätigkeit am PC vermutlich eingeschränkt (Urk. 12/99/88).
Aus rein neurologischer Sichtweise sei der
Kläger
aufgrund der neuropsycholo
gische
n Fähigkeitsstörungen
in der zuletzt ausgeübten Tätigkeit als Bankkauf
mann
nicht mehr
einsetzbar. Die diesbezügli
chen Fähigkeitsstörungen würden
in objektivierter Weise spätestens
seit der neuropsychologischen Testung vom 9. August 2013 vorliegen. Allerdings sei anzumerken, dass entsprechend
e
Fähig
keitsstörungen bereits bei der
Tätigkeit
in der
F._
im Jahre 2008 aufgefallen seien und zur IV-Anmeldung geführt hätten. Aus gutachterlicher Sicht sei sehr wahrscheinlich, dass die Fähigkeitsstörungen bereits zu jenem Zeit
punkt evident gewesen seien.
Aufgrund eines Status nach schwerer Schulterver
letzung rechts mit Abriss eines dorsalen Astes des
Nervus
axillaris
sowie Abriss der
Musculi
Deltoideus
und
Triceps
würden Reststörungen in der Abduktions- und Elevationsfähigkeit des rechten Armes bestehen. Daher könne der Kläger keine schweren Arbeiten mehr verrichten und keine Überkopfarbeiten. Aufgrund des Tremors, der gegebenenfalls unter einer Abänderung der antikonvulsiven Therapie (jedoch eher aus
epileptologischer
Sicht nicht angezeigt) medizinisch-theoretisch (weniger klinisch-praktisch) leicht besserbar wäre, sollte der
Kläger keine feinmotorischen Arbeiten erledigen. Diese qualitative Einschränkung gelte seit dem Unfallereignis aus dem Januar 1997 (Urk. 12/99/78).
Auch aus psychiatrischer Sichtweise sei die zuletzt ausgeübte Tätigkeit
nicht mehr vom
Kläger
leistbar. Dies
infolge deutlicher qualitativer
Einschränkungen insbe
sondere in Kernkompetenzen einer höherwertigen beruflichen Tätigkeit mit Einschränkungen in der Planung und Strukturierung von Aufgaben, der Umstell
fähigkeit und der Anpassungsfähigkeit
.
Auch die sozialen Interaktionsfähigkeiten des
Klägers
seien reduziert (Urk. 12/99/76
, Urk. 12/99/78
).
Aus
bidisziplinärer
Sicht bestehe ein Restleistungsvermögen, wobei nur noch einfache Tätigkeiten unter Berücksichtigung der obgenannten Spezifikationen mög
lich seien. Eine voll adaptierte Tätigkeit wäre aufgrund der eingeschränkten Durchhaltefähigkeit und der reduzierten Konzentrationsfähigkeit allfällig mit einem Pensum von schätzungsweise 80 % bei einer Leistung von 60 % (jeweils bezogen auf ein vollschichtiges Pensum) leistbar. Eine solche Tätigkeit hätte seit dem Zeitpunkt des Beginns der Arbeitsunfähigkeit in der zuletzt ausgeübten Tätigkeit aufgenommen werden können (Urk. 12/99/79).
Am 25. Juni 2015 ergänzte
Prof
.
E._
auf Rückfrage der IV-Stelle F
olgendes:
Er gehe davon aus, dass sich der Gesundheitszustand im Verlauf verschlechtert habe. Als Gutachter stütze er sich auf objektive Befunde, welche die
handica
pierenden
Fähigkeitsstörungen belegen würden. Dies sei mit Datum vom August 2013 sicher anzunehmen. Aufgrund der Aktenlage gehe er jedoch davon aus (Plausibilitätsprüfung), dass die Fähigkeitsstörungen bereits geraume Zeit vor der Objektivierung bestanden hätten, nämlich seit 200
8.
Dies werde aufgrund der im IV-Dossier beschriebenen Probleme des Klägers bei der Ausübung seiner berufli
chen Tätigkeit deutlich. Medizinisch objektivierende Befunde aus dieser Zeit würden im IV-Dossier nicht vorliegen. Daher sehe er die Beurteilung des Beginns der Fähigkeitsstörung als juristische Aufgabe. Aus medizinischer Sicht gehe er davon aus, dass beim Kläger die Fäh
igkeitsstörungen seit 2008 bestü
nden und nachvollziehbar seit
August 2013 objektiviert seien
(Urk. 12/110).
4.
Die Verfügung der IV-Stelle vom
10. Dezember 2015
wurde der Beklagten nicht zugestellt (Urk.
12/133, vgl. Urk. 12/131
).
Die Beklagte
ist damit
– wie sie kor
rekterweise ausführt (Urk. 8 S.
9 Ziff.
IV.
1 und S. 12 f. Ziff.
IV.
5) –
nicht an die in der Rentenverfügung getroffenen Feststellungen gebunden
(E. 1.3)
.
Nichts daran zu
ändern vermag, dass die Beklagte z
um
anschliessenden
Beschwerdever
fahren beigeladen wurde und sich diesbezüglich äussern konnte,
kann doch eine
mangelhafte Verfügungseröffnung nicht durch eine spätere Beiladung der Vorsorgeeinrichtung im kantonalen Bes
chwerdeverfahren geheilt werden
(Urteil des Bundesgerichts I 416/06 vom 3. Januar 2007 E. 3.3.1).
Hinzu kommt, dass die verspätet erfolgte Anmeldung zum Leistungsbezug bei der Invalidenversicherung ebenfalls die freie Überprüfbarkeit des leistungserheblichen Sachverhalts im vor
liegenden berufsvorsorgerechtlichen Verfahre
n zur Folge hat (vgl. E. 1.3
).
Anders verhält es sich mit der Verfügung der IV-Stelle vom 19. Januar 2011 (Urk. 12/54)
:
Hier stellt sich
das Problem des Nichteinbezugs der Beklagten in das IV-Verfahren
von vornherein
nicht, zumal sich diese auf das von der IV-Stelle Verfügte stützt (
Urk. 8 S. 10 f. Ziff. IV.
4.1, Urk. 19 S. 2 f. Ziff. II.2
).
Den mit der Verfügung vom 19. Januar 2011 getroffenen IV-rechtlichen Feststellungen
kommen somit
Ver
bindlichkeitswirkung für den vorliegenden Prozess zu, sofern diese nicht offen
sichtlich unrichtig sind
, was nachfolgend zu prüfen ist
(vgl. E. 1.3).
5.
5.1
Wie unter den Parteien unbestritten blieb, ist beim Kläger während des Vorsor
geverhältnisses eine Arbeitsunfähigkeit von 30 % in der bisherigen Tätigkeit und somit eine im Sinne von Art. 23
lit
. a BVG massgebliche
Einbusse an funktionel
lem Leistungsvermögen eingetreten (Urteil des Bundesgericht 9C_536/2012 vom 28. Dezember 2012 E. 2.1.3 mit Hinweisen; E. 2).
Zu klären ist
,
ob zwischen
dieser
Arbeitsunfähigkeit und der
mittlerweile
eingetretenen Invalidität ein enger zeit
licher Zusammenhang besteht. Dabei stellt sich insbesondere die Frage, ob der
Kläger
nach Eintritt der Arbeitsunfähigkeit
für längere Zeit wieder arbeitsfähig
war
und der zeitliche Konnex zur später eingetreten Invalidität damit unterbro
chen wurde
(E. 1.2)
.
Der zeitliche Konnex ist unterbrochen, wenn die versicherte Person in einer angepassten Tätigkeit eine Arbeitsfähigkeit von mindestens 80
%
erlangt, welche ihr gestattet, ein rentenausschliessendes Einkommen zu erzielen (
SVR 2014 BVG Nr. 1 E. 4.1).
5.2
5.2
.1
Folgt man den Ausführungen des Klägers, so ist er seit seinem Arbeitse
insatz bei der
F._
vom
25. Juni bis
am 31. Dezember 2008
in einer leidensan
gepassten Tätigkeit erheblich eingeschr
änkt und
es
hat sich seither keine
Verbes
serung der funktionellen Leistungsfähigkeit ergeben.
Der Kläger
stützt sich dabei auf den Bericht von Dr.
G._
vom 17. Dezember 2008 und die retrospektive Einschätzung aus dem Gutachten von Prof.
E._
vom 22. September bezie
hungsweise
vom
18. Oktober 2014 (E. 2.1).
Die Beklagte
erachtet eine Beeinträch
tigung in einer leidensangepassten Tätigkeit als
frühestens ab
August 2013 ausgewiesen (E. 2.2
).
5.2
.2
Dr.
G._
ging in seinem Bericht vom 17. Dezember 2008 von einer
un
einge
schränkten Arbeitsfähigkeit
aus
(E. 3.1.1).
Diese Einschätzung
wurde
sodann auch durch PD Dr. med.
K._
, Facharzt FMH für Neurologie,
in seinem Bericht vom 18. Dezember 2008 bestätigt (Urk. 12/20/
4-6).
Soweit sich der Kläger zur Begründung einer
Arbeitsunfähigkeit
in einer angepassten Tätigkeit
auf im
Bericht von Dr.
G._
zitierte
Aussagen
von Frau
H._
der
F._
stützt
(vgl. Urk. 16 S. 2 f. Ziff. 2)
, ist darauf hinzuweisen, dass d
ie Frage nach den noch zumutbaren Tä
tigkeiten und Arbeitsleistungen
rechtsprechungsgemäss
nach Massgabe der objektiv feststellbaren Gesundheitsschädigung in erster Linie durc
h die Ärzte und nicht durch die
Eingliederungsfachleute
auf der Grundlage der von ihnen erhobenen, subjektiven
Arbeitsleistung zu beantworten
ist
(Urteil des Bun
desgerichts 8C_334/2018 vom 8. Januar 2019 E. 4.2.1 mit Hinweisen).
Dies hat vorliegend umso mehr zu gelten, als
eine ausgeprägte Skepsis des Klägers in Bezug auf die betreffende Massnahme
und Differenzen mit Frau
H._
akten
kundig
sind
(Urk. 12/19/9
, Urk. 12/49
, Urk. 12/51/2
), welche sich negativ auf
seine
Leistungsbereitschaft
ausgewirkt haben könnte
n
. Zudem sprach sich Frau
H._
– soweit ersichtlich – nicht für eine
Pensumseinschränkung
in einer angepassten Tätigkeit aus
(
Urk. 12/19/3
)
.
Einschränkung
en
in einer angepassten Tätigkeit lassen sich sodann auch dem
Gutachten
von
lic
. phil.
C._
und Dr.
D._
vom 18. Juni 2009 nicht entnehmen (E. 3.1.2
, vgl. auch RAD-Stellungnahme vom 29. Juli 2009 Urk. 12/42/4
)
.
5.2
.3
In seinem Gutachten vom 22. September beziehungsweise 18. Oktober 2014 erachtete
Prof.
E._
den Kläger
in
seiner
bisherigen Tätigkeit
als nicht mehr arbeitsfähig
. In einer adaptierten Tätigkeit
attestierte er
ein Restleistungsvermö
gen mit einem Pensum von schätzungsweise 80 % bei einer Leistung von 60 % (jeweils bezogen auf ein vollschichtiges Pensum
). Retrospektiv erachtete Prof.
E._
die Einschränkungen spätestens als seit dem August 2013, sehr wahrscheinlich aber bereits seit der Tätigkeit bei der
F._
im Jahr 2008 als gegeben (E. 3.2.2).
Seine
Einschätzung
, wonach die Einschränkungen sehr wahrscheinlich bereits seit 2008 bestehen würde
n
,
stützte
Prof
.
E._
auf
während
des Arbeitseinsatzes
bei der
F._
aufgetretene Fähigkeitsstö
rungen. Damit setzt er sich in Widerspruch zu den echtzeitlichen Beurteilungen der behandelnden Ärzte
und
zum Gutachten
von
lic
. phil.
C._
und
Dr.
D._
vom
18. Juni 2009
, wonach sich die präsentierten Einschränkungen nicht auf die Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit
ausgewirkt hätten
(vgl.
davor
E. 5.
2
.2
).
Selbst
Prof.
E._
wies
aber
darauf hin, dass die
handicapierenden
Fähigkeitsstörungen erst
ab
August 2013 sicher anzunehmen seien und
davor keine medizinisch objektivierenden Befunde vorliegen würden (E. 3.2.2).
Damit erweist sich seine Annahme einer
bereits vor August 2013
bestehenden
massge
bliche
n Einschränkung
der Arbeitsfähigkeit
als spekulativ und vermag den
rechtsgenüglichen
Nachweis einer berufsvorsorgerechtlich relevanten Einbusse an funktionellem Leistungsvermögen
in einer angepassten Tätigkeit
nicht zu erbringen (vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_765/2018 vom 6. Mai 2019 E. 3.3.1).
5.
2
.4
Auch den weiteren medizinischen Akten lassen
sich
keine Hinweise auf
massge
bliche Einschränkungen in einer angepassten Tätigkeit
vor August 2013
entneh
men
.
So wurden denn – wie
auch
von
Prof
.
E._
vertreten
– erstmals im Bericht des
I._
vom 9. August 2013 neuropsychologische Befunde erhoben, welche
relevante
Beeinträchtigung
en
des Klägers
objektivieren
könnten
(E. 3.2.1
, vgl. auch
Urk. 12/72/2).
Wie es sich damit genau verhält kann – mangels
Ent
scheidrelevanz
(vgl. E. 5.3) – indes offenbleiben.
5.3
In Würdigung der medizinischen Aktenlage ergibt sich
somit
keine offensichtli
che
Unrichtigkeit der Verfügung der IV-Stelle vom 19. Januar 201
1.
Ferner
ist mit überwiegender Wahrscheinlichkeit
(E. 1.4)
davon auszugehen, dass
der Kläger
zumindest bis August 2013 nicht massgeblich in einer angepassten Tätigkeit ein
geschränkt war. Dies
führt zur Unterbrechung des
zeitlichen Zusammenhang
s
zur während der Dauer des Vorsorgeverhältnisses mit der Beklagten
eingetretenen
Arbeitsunfähigkeit
(E. 1.2)
.
Nichts daran zu ändern vermag, dass der Kläger auf dem ersten Arbeitsmarkt nicht mehr Fuss zu fassen vermochte, da dies nicht mit dem Vorliegen einer Arbeits
unfähigkeit gleichzusetzen ist.
5.4
Zusammengefasst steht dem Kläger gegenüber der Beklagten kein Anspruch auf Invalidenleistungen zu. Dies führt zu
r
Abweisung der Klage.
6.
Praxisgemäss werden den Trägern der beruflichen Vorsorge keine Prozessent
schädigungen zugesprochen. So ist auch hier zu verfahren. D
ie obsiegende Beklagte hat denn
auch keinen entsprechen
den Antrag gestellt (vgl. Urk. 8
S. 2).