# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 158609a3-e378-4045-93f0-2c2130f9ae42
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2021
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1956, war von 1993 bis August 2004 als Elektromon
teur/
Geschäftsführer für die
Y._
AG tätig gewesen (Urk. 9/10). Im Februar
2006 meldete er sich unter Hinweis auf eine morbide Adipositas (BMI über 50
k
g/m
2
) zum Leistungsbezug bei der Invalidenversicherung an und beantragte die Ausrichtung einer Rente (Urk. 9/1). Nach Durchführung des
Vorbescheid
ver
fahrens
wies
die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle,
das Leistungsbegehren des Versicherten mit Verfügung vom 7. März
2007 ab (Urk.
9
/14). Die gegen diese Verfügung erhobene Beschwerde hiess das hiesige Gericht mit Urteil vom 16. Dezember 2008 (Prozess IV.2007.00542) in dem Sinn gut, dass es die Sache zur Durchführung einer interdisziplinären medizinischen Abklärung und
zu
anschliessender Neuverfügung an die IV-Stelle zurückwies (Urk. 9/22). Nach Einholung diverser ärztlicher Berichte - insbesondere eines interdisziplinären Gutachtens des Medizinischen Zentrums
Z._
vom 4. Dezember 2010 (Urk.
9
/44) - wies die IV-Stelle das Leistungsbegehren des Ver
sicherten mit Verfügung vom 25. März 2011 erneut ab (Urk. 9/54). Die dagegen erhobene Beschwerde vom 5. Mai 2011 (Urk. 9/55/3-15) wurde mit Urteil des hiesigen Gerichts vom 21. Februar 2012 (Urk. 9/60) abgewiesen (Prozess IV.2011.00474). Das Bundesgericht wies eine dagegen erhobene Beschwerde mit Urteil 8C_372/2012 vom 13. Juni 2013 ausgehend von einem Invaliditätsgrad von 31 % ab (Urk. 9/65).
1.2
Am 1. Juni 2014 (Urk. 9/76) meldete sich der Versicherte unter Hinweis
insbe
sondere auf
Unkonzentriertheit, Angststörung und Depression
bestehend seit 2004
erneut bei der Invalidenversicherung zum Leis
tungsbezug an.
Die IV-Stelle tätigte in der Folge Abklärungen in erwerblicher und medizinischer Hinsicht. Nach durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(Urk.
9
/138-139
,
Urk.
9
/143) wies die IV-Stelle mit Verfügung vom 20. April 2017 (Urk.
9/145
) das Leistungsbegehren ab.
Die dagegen erhobene Beschwerde hiess das hiesige Gericht mit Urteil vom 5. Dezember 2018 (Prozess IV.2017.00574) in dem Sinne gut, als es
die
Sache zur Durchführung einer Begutachtung
und anschliessender Neuverfügung an die IV-Stelle zurückwies (Urk. 9/
153
).
Die IV-Stelle holte in der Folge bei der
A._
, ein internis
tisch
-rheumatologisch-psychiatrisches Gutachten ein, das am 12. Dezember 2019
er
stattet wurde
(Urk.
9/173
/1; Gutachten vom 10. Dezember 2019 [Urk. 9/173/3
2
-168]
)
.
Mit Vorbescheid vom 12. Februar 2020 (Urk. 9/175) stellte die IV-Stelle die Abweisung des Leistungsbegehrens in Aussicht.
Nach
dagegen erhobenem Ein
wand (Urk. 9/178, Urk. 9/180) stellte die IV-Stelle den
A._
-Gutachtern ergän
zende Rückfragen, welche diese am 14. September 2020
(Urk. 9/182) und am
6
. Oktober 2020 (Urk. 9/
185
) beantworteten.
Am 10. Mai 2021 (Urk. 9/191)
äusserte sich
der Versicherte zu den ergänzenden Stellungnahmen der
A._
-Gutachter und hielt an seinem Einwand fest. Mit Verfügung vom 19. Mai 2021 (Urk. 2) verneinte die IV-Stelle einen Leistungsanspruch.
2.
Dagegen erhob der Versicherte am
17
.
Juni
2021
Beschwerde (Urk. 1) mit den Anträgen, es sei die Verfügung vom
19
.
Mai
2021
aufzuheben und ihm eine
an
gemessene
Rente zuzusprechen; eventualiter
sei die Sache zwecks ergänzender medizinischer Abklärungen (neues Gutachten in den Fachrichtungen Rheuma
to
logie, Psychiatrie, Neurologie, Neuropsychologie und Allgemeine Innere Medizin) an die IV-Stelle zurückzuweisen
(S. 2).
Die IV-Stelle beantragte am
5
.
August 2021
(Urk.
8
) Abweisung der Beschwerde, was dem Beschwerdeführer
mit Verfügung vom
9
.
August
20
21
(Urk.
10
) zur Kenntnis gebracht wurde.
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allge
meinen Teil des Sozialversicherungsrechts; ATSG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom
menden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der ge
sundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss Art. 28 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betä
tigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen
wieder herstellen
, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (Art. 8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (Art. 28 Abs. 2 IVG).
1.3
War eine Rente wegen eines zu geringen Invaliditätsgrades verweigert worden und ist die Verwaltung auf eine Neuanmeldung eingetreten (Art. 87 Abs. 3 der Verordnung über die Invalidenversicherung [IVV]) so ist im Beschwerdeverfahren zu prüfen, ob im Sinne von Art. 17 ATSG eine für den Rentenanspruch relevante Änderung des Invaliditätsgrades eingetreten ist (BGE 117 V 198 E. 3a mit Hin
weis).
Anlass zur Rentenrevision gemäss Art. 17 ATSG gibt jede wesentliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen seit Zusprechung der Rente, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente bei einer wesentlichen Änderung des Gesundheits
zu
standes revidierbar (BGE 141 V 9 E. 2.3, 134 V 131 E. 3).
1.4
UV170510
Beweiswert eines Arztberichts
01.2021
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schluss
folgerungen der Experten begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a mit Hinweis).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete ihre leistungsabweisende Verfügung vom 19. Mai 2021 (Urk. 2) gestützt auf die gutachterliche Beurteilung der
A._
damit, dass keine gesundheitliche Einschränkung vorliege, welche sich mittel- oder
langfristig auf die Arbeitsfähigkeit auswirke. Dem Beschwerdeführer sei eine
Arbeit
in einem Pensum von
100 % zumutbar. Auch rückwirkend sei keine
dauerhafte beziehungsweise invalidisierende Einschränkung ausgewiesen (S. 1 f
.).
In der Beschwerdeantwort vom 5. August 2021 (Urk. 8) ergänzte die Beschwer
degegnerin, es liege keine wesentliche Veränderung des Gesundheitszustandes vor,
welche revisionsweise einen Rentenanspruch begründen würde (S. 3).
2.2
Der Beschwerdeführer stellte sich in seiner Beschwerde vom 17. Juni 2021
(Urk. 1)
- aus näher dargelegten Gründen -
auf den Standpunkt, dass die
Teil
gut
achten der
A._
(psychiatrisch, rheumatologisch, internistisch) die Beweiskri
terien nicht erfüllten und daher auf diese nicht abgestellt werden könne. Es werde daher die
Zusprache
einer angemessenen Rente gestützt auf die vorliegenden medizinischen Akten beantragt. Dabei sei auch sein aktuelles Alter und die damit einhergehend fehlende
n
Umstellungs- und Flexibilitätsfähigkeiten für eine neue, dem Leiden angepasste Tätigkeit zu berücksichtigen (S. 5-14).
Eventuell seien ergänzende medizinische Abklärungen nötig.
2.3
Umstritten ist vorliegend, ob
sich der Gesundheitszustand des
Beschwerdef
ührer
s
seit der letzten rechtskräftigen Beurteilung seines Leistungsanspruchs
verschlech
tert hat, sodass ihm
nunmehr eine Invalidenrente zusteht.
Vorliegend sind die aktuellen Verhältnisse zu vergleichen mit denjenigen, wie sie sich im Zeitpunkt des Erlasses der Verfügung vom 25. März 2011 (Urk.
9
/54) ge
zeigt haben.
Bei am
1. Juni 2014 (Urk. 9/76)
erfolgter Anmeldung kann ein allfälliger Ren
ten
anspruch frühestens
am 1.
Dezember 2014 entstanden sein (Art. 29 IVG). Zudem ist ein Rentenanspruch des am
9. März 19
56
(Urk. 9/1)
geborenen Beschwerde
führers nach dem
31.
März 2021 aufgrund der V
ollendung des 65.
Altersjahres ausgeschlossen (Art. 30 IVG).
Massgebend
ist daher für die Beurteilung eines allfällig
en
Rentenanspruches unter Berücksichtigung des Wartejahres nach Art. 28 Abs. 1
lit
. b IVG der Gesundheitszustand des Beschwerdeführers im Zeit
raum
vom
1. Dezember 2013 bis 31. März 2021
(vgl. E. 1.
2
)
.
3.
Das Bundesgericht stützte sich in seinem Urteil 8C_372/2012 vom 13. Juni 2013 (Urk.
9
/65) über den bezüglich der Verfügung der Beschwerdegegnerin
vom
25. März 2011 (Urk.
9
/54) zu beurteilenden Leistungsanspruch
nach erfolgter Auseinandersetzung mit den medizinischen Unterlagen
in erster Linie auf
das interdisziplinäre Gutachten des
Z._
vom 4. Dezember 2010 (Urk. 9/44
und
Urk.
9
/65 E. 3
).
Die Gutachter des
Z._
ste
llten in ihrem Gutachten
keine Diagnosen mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit.
Aus psychiatrischer Sicht stellten sie überhaupt keine Diagnose, weder mit noch ohne Auswirkung auf die
Arbeitsfähig
keit (vgl. Urk. 9/44 S. 24).
Keinen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit hat ihrer Auf
fassung nach insbe
sondere die von ihnen diagnostizierte morbide Adipositas. Die Gut
achter
hielten fest, dass der Beschwerdeführer unter Berücksichtigung aller Ge
gebenheiten und Befunde aus interdisziplinärer Si
cht in seiner Arbeits- und Leis
tungsfähigkeit nicht eingeschränkt sei. In d
er zuletzt ausgeübten Erwerbstä
tig
keit als Elektriker respektive Geschäftsführer sei
der Beschwerdeführer als zu 100
% arbeitsfähig einzustufen. Seinem al
lgemeinen Leistungsspektrum ent
spre
chend sei er auch für alle Verweistätigkei
ten ohne repetitives Gewichthe
ben über 20
kg respektive monotone Arbeitsste
llungen in flektierter LWS-Stellung zu 100
% arbeitsfähig. Das aktuell ermittelte Belastungspro
fil gelte ab sofort. Auch retro
spektiv habe zu keinem Zeitpunkt ein Gesundheitsschaden bestanden, der eine dauerhafte Einschränkung der Arbeitsfähigkeit hätte begründen können (
S.
28
f.).
Das Bundesgericht erwog
in
seinem Urteil vom 13. Juni 2013, dass bezüglich des somatischen Leidens die Sachverhaltsfeststellung des hiesigen Gerichts im Urteil vom 21. Februar 2012 im Prozess IV.2011.00474 (Urk.
9
/
60
), wonach
es sich auf das
Z._
-Gutachten stütze und
dem Beschwerdeführer sämtliche
Tätigkeiten ohne repetitives Gewichtheben über 20
kg respektive monotone Arbeitshaltungen in flektierter
LWS
-Stellung vollzeitig zumutbar s
eien
, nicht offensichtlich unrich
tig oder bundesrechtsverletzend und mithin für das Bundesgericht bindend
sei (Urk. 9/65 E. 3.1 f.). Ebenso wenig beanstandete das Bundesgericht bezüglich des psychischen Leidens das Abstellen des hiesigen Gerichts auf das
Z._
-Gutachten und schloss, dass
in
psychischer Hinsicht ein invalidenversicherungsrechtlich relevanter Gesundheitsschaden nicht erstellt sei (E. 3.3)
.
Es stellte zu
sammen
fassend fest, dass
die Adipositas weder körperliche noch geistige Schäden verur
sacht
habe,
noch Folge eines bereits bestehend
en Gesundheitsschadens dar
stelle
und eine vollständige Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit gege
ben
sei (E. 3.4)
.
Das Bundesgericht bestätigte den vom hiesigen Gericht durchgeführte
n
Einkommensvergleich und den dabei errechneten Invaliditätsgrad von 31 % (E. 4).
4.
4.1
Dr. med.
B._
, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, Dr. med.
C._
, Fach
arzt
für Physikalische Medizin und Rehabilitation FMH
,
und Dr. med.
D._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie FMH, von der
A._
nannten in ihrem von der Beschwerdegegnerin in Auftrag gegebenen inter
nis
tisch-rheumatologisch-psychiatrischen Gutachten vom 10. Dezem
ber 2019 (Urk. 9/173/32-168) in ihrer
interdisziplinären Gesamtbeurteilung folgende Dia
gnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
(S. 7)
:
-
Flachbogig rechtskonvexe
Rotations
skoliose mit mehrsegmentaler Len
den
wirbelsäulen (LWS)-
Degeneration,
Lendenwirbelkörper (LWK)
5/
Sakral
wir
belkörper (SWK)
1 mit
breitbasiger
Diskusextrusion, schwerer
Facet
ten
ge
lenksarthrose rechts und konsekutiv schwerer
Foramenstenose
mit
Kom
pression der austretenden Nervenwurzel L5 rechts. Mögliche
Spon
dylolyse
LWK5 links. Fortgeschrittene
Osteochondrose
LWK 3/4 mit kleiner,
subkortikaler
Bandscheibenherniation
in
kranio
dorsale
Wirbel
kör
perkante
LWK 4
Zudem stellten
sie
folgende Diagnosen ohne Auswirkungen auf die Arbeits
fähig
keit (S.
7
):
-
Arterielle Grenzwerthypertonie
-
Schlafapnoesyndrom
-
Adipositas Grad I (BMI
33
,
2 kg/m
2
)
nach Magen-Bypass
-
Rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig leichtgradig depressive Episode (ICD-10 F33.0)
Die Gutachter hielten
fest, die anamnestisch
erhobenen
Indikatoren und die ob
jek
tiven Befunde deuteten auf eine erhaltene Selbständigkeit, Selbstversor
gungs
fähigkeit und soziale Integration hin. Die aktenkundigen psychiatrischen Ein
schät
zungen seien uneinheitlich. Im Jahr 2010 sei im Rahmen eines Gutachtens keine namhafte Minderung der Arbeitsfähigkeit aus psychiatrischen Gründen atte
stiert worden, seitens der Behandler
sei
jedoch eine schwerwiegende depres
sive Erkrankung sowie eine Pers
ö
nlichkeitsauffälligkeit mit einer
resultierenden
Aufhebung der Arbeitsfähigkeit angegeben worden, was sich mit den aktuellen Befunden nicht nachzeichnen lasse (S. 6 oben). Z
u den funktionellen Auswir
kungen der Befunde/Diagnosen
berichteten die Gutachter
,
die spinale Fehlbildung mit konsekutiven degenerativen Veränderungen bedinge eine reduzierte spinale Belastbarkeit
.
Zur Arbeitsfähigkeit führten sie aus, der Beschwerdeführer sei in der bisherigen und einer angepassten Tätigkeit zu 100 % arbeitsfähig (S. 7 f.).
Dr.
B._
berichtete in seinem internistischen Teilgutachten,
auch rückblickend sei nach 2012 anamnestisch und aktenkundig keine internistische Gesund
heits
störung mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit zu erkennen respektive betreffend eine angepasste Tätigkeit keine Minderung der Arbeitsfähigkeit ersichtlich (S. 45 f.)
Im rheumatologischen Teilgutachten erklärte Dr.
C._
, dass aus rheumato
lo
gischer Sicht dem Gutachten aus dem Jahr 2010 zugestimmt werden könne. Eine wesentliche klinische Befundänderung, ausser der Gewichtsreduktion, sei nicht zu erkennen (S. 88). In angepasster Tätigkeit sollten hebende Belastungen über zehn Kilogramm vermieden werden, ebenso Tätigkeiten mit Anforderungen an
eine
statodynamische
Belastung der Wirbelsäule, insbesondere
eine
inklinato
ri
sche
Zwangshaltung und repetitiv dauernde Rotationsbewegungen des Rumpfes. Darüber hinaus bestünden keine Einschränkungen und Limitationen der Arbeits
fähigkeit (S. 90).
Dr.
D._
führte in seinem psychiatrischen Teilgutachten aus,
die rekla
mierten und in der Exploration präsentierten ausgeprägten mnestischen und kog
nitiven Störungen seien durch die psychiatrische Erkrankung nicht erklärbar, sodass hier eine tendenzielle interessengeleitete Präsentation von Limitationen und Beschwerden zu diskutieren sei (S. 128 Mitte). A
ktenkundig fänden sich keine Hinweise für eine psychiatrische Erkrankung, die dauerhafte Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit gehabt hätte. Die aktenkundigen Berichte einer
höher
gradigen
Depressivität liessen sich anhand des aktuellen Befundes nicht mehr nachzeichnen. Dies
e seien allenfalls als passager
anzusehen (S. 134).
4.2
A
m 14. September 2020 (Urk. 9/182)
gaben
die
A._
-Gutachter
auf
Rückfrage
der Beschwerdegegnerin
an
, dass
sie
ihrer Beurteilung eine
Tätigkeit als ge
sch
äfts
führender Elektriker zu Grunde gelegt
hätten
. Soweit die weit
e
re Prüfung der seinerzeitigen Tätigkeit ergeben würde, dass ein namhafter körperlich schwe
rer Anteil tatsächlich bestanden habe, würde zumindest die gutachterliche Bewer
tung hinsichtlich angepasster Arbeiten unverändert greifen (S. 1 f.).
4.3
In ihrer Stellungnahme vom 6. Oktober 2020 (Urk. 9/185) auf Rückfrage der Be
schwerdegegnerin führten
die
A._
-Gutachter
aus, die Darstellung der Vorbe
richte sei integraler Bestandteil des Gutachtens. Es sei also eine umfassende Berücksichtigung der Vorgeschichte erfolgt.
Dies betre
ffe auch deren Bewertung. So werde schlüssig ausgeführt, dass anhand des gutachterlichen Befunds nach AMDP keine erhebliche Erkrankung im psychiatrischen Fachgebiet
attestierbar
sei (S. 16). Da keine behinderungsrelevante psychiatrische Störung mehr zu erhe
ben gewesen sei, lasse sich - konkludent - auch rückblickend keine dauer
hafte/
invalidisierende psychiatrische Erkrankung attestieren (S. 18).
Eine vorangehende
höhergradige
Depressivität werde mithin nicht in Abrede gestellt, sondern, basie
rend auf dem gutachterlichen Befund und der Analyse des Behandlungsstatus, eine anhaltende und dauerhafte erhebliche psychiatrische Störung schlüssig als nicht
attestierbar
eingeschätzt (S. 20).
4.
4
Stadtarzt Dr. med.
E._
nannte in seinem Bericht vom 1. Juli 2020 (Urk. 3/5) nach einem Hausbesuch
im Auftrag der Stadt Zürich zur Abklärung der Urteils
fähigkeit des Beschwerdeführers in Bezug auf seine Einflussnahme und Blockade bezüglich der Abwicklung einer Erbschaft
am 29. Juni 2020
als D
iagnose einen dringenden Verdacht auf kognitive Defizite,
anterograde
Amnesie und Exekutiv
funk
tionsstörungen; differenzialdiagnostisch im Rahmen einer Demenz vom Alz
heimer-Typ (S. 1 unten).
5.
5.1
Das Gutachten
der
A._
vom
10. Dezember 2019
(E.
4.1
) beinhaltet
inter
nistische, rheumatologische
und psychiatrische Untersuchungen und beruht auf den erforderlichen allseitigen klinischen und notwendigen labortechnischen
so
wie bildgebenden Erhebungen
. Das Gutachten wurde in Kenntnis der und in Aus
einandersetzung mit den
Vorakten
– insbesondere
auch hinsichtlich der von den Behandlern zeitweise attestierten Auswirkungen der psychischen Leiden (vgl. E. 5.
3
nachstehend)
- erstattet
und auf
Rückfr
age
-
besonders
zu den
dem
Gut
achten
zugrunde gelegten
Arbeitsprofilen und
zur
Verlaufsbeurteilung der psy
chischen Leiden -
ergänzt
respektive erläuter
t
(
E. 4.2-3
). Es
berücksichtigt die
in den begutachteten Disziplinen
geklagten Beschwerden und setzt sich mit diesen sowie dem Verhalten
des Beschwerdeführers
auseinander (
Urk. 9/173/3
2
-168 S.
5 f.,
S. 30 f., S. 33, S. 38 f., S. 42-44, S. 68, S. 71, S. 76-78
).
Die Gutachter legten
die medizinischen Zustände und Zusammenhänge
aus inter
nistischer, rheumatologischer und psychiatrischer Sicht
einleuchtend dar und begründete
n
ihre
Schlussfolgerung nachvollziehbar.
So zeigten sie
insbesondere auch
auf, dass eine schwerwiegende depressive Erkrankung sowie eine Persön
lichkeitsauffälligkeit mit den von ihnen erhobenen Befunden nicht vorliegt und einzig
die spinale Fehlbildung mit konsekutiven degenerativen Veränderungen
wegen der
reduzierte
n
spinale
n
Belastbarkeit
Auswirkungen auf die Arbeits
fähig
keit hat, sodass diesbezüglich das vom rheumatologischen Gutachter formulierte Belastungsprofil zu beachten ist, jedoch im Rendement eine
100%
ige Arbeits
fähigkeit geben ist (E. 4.1-3
).
5.2
5.2.1
Der Beschwerdeführer kritisierte
insbesondere
das psychiatrische Teilgutachten
von Dr.
D._
(Urk. 1 S. 7-12 Ziff. 3-6)
.
5.2.2
Das
psychiatrische
Teilgutachten
von Dr.
D._
enthält eine klinische Untersuchung mit Anamneseerhebung, Symptomerfassung und Verhaltensbeo
bachtung (Urk.
9/
173/32-
168
S. 93-173; vgl. insbesondere S. 113, S. 121-136)
und entspricht somit den bundesgerichtliche
n Vorgaben
an ein psychiatrisches Gutachten (Urteil des Bundesgerichts 8C_47/2016 vom 15. März 2016 E. 3.2.2).
Dr.
D._
erhob einen
im Wesentlichen
unauffälligen Befund nach AMDP (
Urk.
9/
173/32-
168
S. 125 f.)
. So zeigte er
gestützt auf seine Erhebung
auf
,
dass die Stimmung des Beschwerdeführers situationsadäquat unauffällig, strecken
weise zum
dysthymen
Pol hin verschoben war, die affektive Modulationsfähigkeit jedoch nicht beeinträchtigt war und die Auslenkung zum positiven Pol gelang. Ebenso
hielt er fest
, dass zwar eine leichte
Grübelneigung
sowie nachfühlbare Existenz- und Zukunftsängste bestanden, klinische Zeichen einer
schwerer
gra
digen
Depressivität, wie eine vitale Antriebs-, Freud- und Interessenreduktion
,
jedoch nicht nachzuweisen waren und sich keine Hinweise für eine eigenständige Angst oder Zwangserkrankung, eine Störung aus dem psychotischen Formenkreis oder eine Persönlichkeitsstörung feststellen liessen. Dr.
D._
diagnos
ti
zier
t
e daher plausibel eine leichtgradige depressive Episode
ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit
(S. 127 f.).
5.2.3
Der Beurteilung von Dr.
D._
entgegenstehende medizinische Berichte liegen keine vor. Der Beschwerdeführer nahm denn auch seit
dem Jahr 2016
keine psychotherapeutische Behandlung mehr in Anspruch (vgl.
Urk.
9/
173/32-
168 S.
127 Mitte
).
Auch der von Dr.
E._
anlässlich eines Hausbesuches am 29. Juni 2020
- über
11
Monate nach der psychiatrischen Begutachtung (
vgl. Urk. 9/166
S. 1) -
zur Abklärung der Urteilsfähigkeit des Beschwerdeführers
(E. 4.4)
erhobene
psychische
Befund weist auf
keine depressive Störung mit
Aus
wirkung auf die Arbeitsfähigkeit
hin
.
Dieser
zeigte sich
im Wesentlichen unauf
fällig
(Urk. 3/5 S. 3 Mitte) und bestätigt
damit
die Beurteilung von
Dr.
D._
.
Die von Dr.
E._
festgestellten
kognitive
n
Defizite
sah
dieser
denn auch am wahrscheinlichsten
im Rahmen einer Demenz
(S. 2 oben).
5.2.
4
Entgegen dem Vorbringen des Beschwerdeführers (Urk. 1 S. 9 f. Ziff. 4) begrün
dete Dr.
D._
die fehlende Auswirkung der von ihm diagnostizierten leichten depressiven Episode auf die Arbeitsfähigkeit nicht alleine mit der man
gelnden in Anspruch genommenen Therapie und den offenen Behandlungsop
tio
nen,
sondern
vielmehr
mit dem von ihm anhand des AMDP festgestellten
weitest
gehend
unauffälligen Befund (vgl. E. 5.2.2 vorstehend)
. Er
untermauerte
lediglich
seine Schlussfolgerung mit dem Hinweis auf die Nichtinanspruchnahme einer
Therapie bei vorhandenen Behandlungsoptionen (Urk. 9/173/32-168 S. 128 unten
).
Auch kann dem Beschwerdeführer nicht beigepflichtet werden, der Gutachter ha
be einen allfälligen sozialen Rückzug
und
die
vorgebrachte
fehlende Tages
struktur
nicht
berücksichtigt
(
Urk. 1 S. 10 f. Ziff. 5) oder es versäumt, d
ie spezi
fischen Persönlichkeitsmerkmale zu erheben (
S. 11 f.
Ziff. 6).
So waren
Dr.
D._
sowohl Lebensumstände wie auch der vom Beschwerdeführer beschriebene Tages
ablauf
und seine Persönlichkeitsmerkmale
durch seine Erhebung
(Urk. 9/173/32-168 S. 113, S. 121-124)
und
aus den
Akten
(S. 97-113)
bekannt
und flossen dementsprechend in seine Beurteilung der Arbeitsfähigkeit mit ein
.
Allein aus dem Umstand eines verringerten
Aktivitätenlevels
des Beschwerde
führers (Aufgabe eigenes Geschäft, Gemeinderat, Zunft und
Kochclub
[vgl. Vor
bringen in der Beschwerde Urk. 1
S. 11]) auf einen ressourcenhemmenden krank
heitsbedingten sozialen Rückzug zu schliessen, greift zu kurz.
So verringerte sich der Bewegungsradius des Beschwerdeführers
insbesondere
, weil er nicht mehr auf das Auto als Fortbewegungsmittel zurückgreifen
konnte
, da er seinen Führer
ausweis abgeben musste
(
S. 43 unten,
S. 121 unten).
Er pflegt
nach eigenen Angaben zwar wenige aber gute Sozialkontakte (S. 39). Seine Ex-Partnerin be
sucht ihn
regelmässig
und unterstützt ihn beim Reinigen und
beim
Einkaufen. Zudem steht er in Kontakt mit seinem Beistand (S. 39, S. 123 f.).
Auch
deutet
die
vom Beschwerdeführer angegebene Tages
struktur
auf
keine
psychisch bedingten,
ressourcenmindernden
Einschränkungen
hin.
Er steht zwischen 6:00 und 9:00 Uhr morgens auf und verbringt die meiste Zeit zuhause. Die Zeit vertreibt er sich mit Kochen
kleiner
Gerichte,
gelegentlichem
F
ernsehen,
L
esen
;
oder
er betreibt
Internetrecherche. Abends geht er zwischen 23:00 und 24:00 Uhr zu Bett (S. 123 f.).
Seine Wäsche besorgt er selbst. Besorgungen erledigt er zu Fuss oder mit dem öffentlichen Verkehr (S. 43 unten).
Auch kümmert er sich um seinen Garten
und
gab er an, beim Rasenmähen nicht eingeschränkt zu sein (S. 77).
Was die Persönlichkeitsaspekte angeht,
schlossen
die Gutachter eine eigentliche Per
sönlichkeitsstörung
aus
(S. 7 unten)
. A
uch
konnte
Dr.
D._
in seinem be
weiskräftigen Gutachten (E. 52.2) in seinem nach
AMDP
erhoben Befund keine
Hinweise auf ressourcenrelevante einschränkende Persönlichkeitsaspekte
fest
stellen
(S. 125 f.).
Gerade i
m
Zusammenhang
mit
der diagnostizieren leichten depressiven Episode
ist
daran zu erinnern, dass
regelmässig
nur schwere psychische Störung
en
renten
relevante Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit zeitigen
. Eine leicht- bis mittel
gradige depressive Störung ohne nennenswerte Interferenzen durch psychia
tri
sche Komorbiditäten lässt sich im Allgemeinen nicht als schwere psychische
Krankheit definieren (Urteil des Bundesgerichtes
8C_280/2021 vom 17. Novem
ber
2021 E. 6.2.2).
Da beim Beschwerdeführer keine psychiatrischen Komorbiditäten
vorliegen, bestehen entsprechend der gutachterlichen Einschätzung keine Anhalt
s
punkte dafür, dass sich die
im Zeitpunkt der Begutachtung
leichtgradige depres
sive Störung
im
August 2019
in rentenrelevantem Ausmass auf
seine A
rbeits
fähig
keit
im Hinblick auf
Tätigkeiten ausgewirkt hat, die seinen Kenntnissen und Fertigkeiten entsprechen
.
Somit ist unter Berücksichtigung der gesamten medi
zinischen Aktenlage spätestens ab August 2019 davon auszugehen, dass
beim Beschwerdeführer
wie im Vergleichszeitpunkt im März 2011
keine psychiatri
schen Erkrankungen mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit vorliegen.
5.
3
5.3.1
Es stellt sich damit die Frage, wie sich der Verlauf der Arbeitsfähigkeit aus psy
chiatrischer Sicht im relevanten Beurteilungszeitraum gestaltet.
Der Beschwerde
führer
bemängelte
diesbezüglich
,
dass sich
die
Gutachte
r
mit dieser Frage
nicht
genügend
auseinander
ge
setzt
hätten.
Die gutachterliche S
chlussfolgerung
, dass retrospektiv lediglich von einer vorübergehenden
höhergradigen
Arbeitsunfähig
keit auszugehen sei, erachtete der Beschwerdeführer angesichts
der
stationäre
n
und medikamentöse
n
Behandlungen, Suizidandrohungen und
der
Verbeistän
dung
als nicht nachvollziehbar
(Urk. 1 S. 7-9 Ziff. 3).
Di
e Gutachter
stellten hinsichtlich
des
Verlauf
s
zwar
nicht in Abrede, dass in der
Vergangenheit zwischenzeitlich eine
höhergradige
Depressivität vorgelegen
haben
könnte als im Begutachtungszeitpunkt. Eine anhaltende und dauerhafte erheb
liche psychiatrische Störung konnten die Gutachter aber explizit nicht attestieren
(E. 4.1, E. 4.3)
.
Tatsächlich
schlossen sie
aufgrund der
Tatsache
, dass zum Begut
achtungszeit
punkt
keine invalidisierende psychiatrische Erkrankung vorlag, eine solche
ohne weitere Begründung
auch für die Vergangenheit aus.
Auch wenn
dieser Schluss nicht ohne Weiteres plausibel ist
,
führt dies
entgegen der Ansicht des Beschwerdeführers
nicht zur Unverwertbarkeit des psychiatrischen Teilgut
achtens
;
der
Verlauf der Arbeitsfähigkeit aus psychiatrischer Sicht
lässt sich gestützt darauf aber nicht direkt beurteilen
.
5.3.2
Das hiesige Gericht hat in seinem Urteil vom
5.
Dezember
2018 (Urk. 9/153)
festgestellt, dass sich der Gesundheitszustand des Beschwerdeführers seit der ursprünglich rentenabweisenden Verfügung vom 25. März 2011 in einer sich auf die A
rbeitsfähigkeit auswirkende
n
Weise verändert hat
(E. 5).
Es
wies
die
Sache
aber
zur weiteren Abklärung
an die Beschwerdegegnerin
zurück
, da unklar war
,
ob die sich auf die Arbeitsfähigkeit auswirkenden Leistungseinschränkungen auf rein psychosoziale Belastungsfaktoren zurückzuführen waren oder ob diese in
der
psychischen Erkrankung
des Beschwerdeführers
gründeten
(E. 6).
[Bestimmen psychosoziale oder soziokulturelle Faktoren das Krankheitsgeschehen mit, dürfen die Beeinträchtigungen nicht einzig von den belastenden invaliditätsfremden Faktoren herrühren, sondern das Beschwerdebild hat davon psychiatrisch zu unterscheidende Befunde zu umfassen. Solche von der soziokulturellen oder psy
chosozialen Belastungssituation zu unterscheidende und in diesem Sinne ver
selbständigte psychische Störungen mit Auswirkungen auf die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit sind unabdingbar, damit überhaupt von Invalidität gesprochen werden kann (BGE 141 V 281 E. 4.3.3; 127 V 294 E. 5a; Urteil des Bundesgerichts 9C_543/2018 vom 21. November 2018 E. 2.2).
5.3.3
Das psychiatrische Teilgutachten der
A._
äusserte sich
in seiner Beurteilung über den Verlauf des psychischen Gesundheitszustandes (vgl.
Urk.
9/
173/32-
168 S. 93-173)
nicht zu den psychosozialen Faktoren.
Feststeht
, dass i
m Zeitpunkt der Begutachtung
sowie bei der Untersuchung von Dr.
E._
ein im Wesentlichen unauffälliger Psychostatus
ohne Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit
vorlag
(E. 5.2.2-
4
).
5.3.4
Den
für einen allfälligen befristeten Rentenanspruch relevanten
A
kten lässt sich
zum Verlauf und insbesondere bezüglich der Rolle
der
psychosozialer Faktoren
Folgendes
entnehmen
:
Dr. med.
F._
und
Dr
. med.
G._
,
Facharzt
für Psychiatrie und Psy
chotherapie, vom Zentrum
H._
,
welche in ihrem Bericht vom 25
.
Juli
201
4
(Urk.
9
/
82)
eine gegenwärtig schwere Episode der depressiven Störung diagnostizierten, sahen den Auslöser dafür in Problemen in Bezug
auf die
Arbeit und in der Familie (
Ziff. 1.1
). Sie wiesen darauf hin, dass die Lebenssituation des Beschwerdeführers diesen weiter ins Grübeln bringen
und
Hoffnungslosigkeit, Suizidgedanken, Verzweiflung sowie Scham- und Schuldgefühle auslösen würde, wodurch sich sein psychischer Zustand weiter verschlechtere (Ziff. 1.11).
Zuletzt behandelt wurde der Beschwerdeführer von den Fachpersonen des
Zentrums H._
im Juni 2014 (Urk. 9/123)
.
Der Beschwerdeführer wurde danach in der
Psychiatrischen Universitätsklinik
I._
in der
Periode
zwischen dem
20. Juni 2014 bis
1
0.
August
2016
fünfmal
stationär
,
einmal teilstationär
und ambulant
im
Hometreatment
behan
delt
(vgl. Urk. 9/123, Urk. 9/136 S. 3)
.
Seit Mitte August 2016
fand keine psy
chiatrische Behandlung mehr st
att.
Im
Bericht vom 6. November 2014 (Urk. 9/107)
über die Behandlungsphase vom 20. Juni bis 19. September 2014
, in welchem unter anderem eine mittelgradige Episode der depressiven Störung diagnostiziert wurde (S. 1),
gaben die Fachärzte der
Psychiatrischen Universitätsklinik I._
an
,
der Eintritt sei wegen einer schweren psychosozialen Belastungs
situation erfolgt (S. 1 unten). Es sei deutlich geworden, dass sich der Beschwer
deführer durch finanzielle und berufliche Schwierigkeiten in einer komplexen psychosozialen Situation befunden habe, welche zu einer Aggravation der de
pressiven Grundgedanken geführt habe (S. 2 oben). Durch den Eintritt in die Klinik
habe sich der Beschwerdeführer erleichtert und geschützt gefühlt, denn
nach seinen Aussagen
sei die Polizei auf der Suche nach ihm gewesen wegen unbe
zahlter Rechnungen. Während des teilstationären
Aufenthaltes sei der Konkurs seiner Firma vollzogen worden. Im Rahmen der durchgeführten Pfändung sei es zu einer Verschlechterung des affektiven Zustandes gekommen, sodass am 26. August 2014 im Rahmen einer Krisenintervention eine erneute
stationäre Aufnahme erfolgt sei
(S. 4 f.). Am 19. September 2014
sei der Beschwerdeführer
in
gebesserter Verfassung aus der Klinik aus
getreten
(S. 5 unten).
Hinsichtlich der Behandlungsphase vom 8. April bis 1. Mai 2015 find
e
t
sich im
Psychiatrie I._
-Bericht vom 12. Mai 2015 (Urk. 9/125)
, worin wiederum eine mittelgradige Episode der depressiven Störung diagnostiziert wurde (S. 1),
als Zuweisungsgrund die Ex
a
zerbation der depressiven Störung vor dem Hintergrund der seit längerer
Zeit
bestehenden psychosozialen Belastungsfaktoren (S. 1 unten). Die Fachärzte hielten fest, der Beschwerdeführer habe angegeben, dass seine Firma vor einem halben Jahr schlussendlich geschlossen worden sei, er ab
er
trotzdem täglich ins Büro gehe, dort etwas mache, sich dies jedoch deutlich sinnlos anfühle. Er fühle sich zudem von den Ämtern geplagt. Sein ganzer Besitz
,
den er in 20 Jahren aufgebaut habe, sei nun verloren. Finanziell gehe es ihm schlecht (S. 2 oben).
Im Verlauf sei deutlich geworden, dass der Beschwerdeführer bezüglich seiner finan
ziellen und organisatorischen Problematiken zu Vermeidungsverhalten neige, woraufhin sozialdienstlich die Organisation einer Beistands
chaft geplant wurde (S. 4 oben). Diese wurde
am 5. Mai 2015 (Urk. 9/115)
dann auch
errichtet (Vertre
tungsbeistandschaft mit Vermögensverwaltung).
Die Fachärzte zogen daher in ihrer Beurteilung das Fazit,
dass insgesamt eine
rezidivierende
depressive Störung bestehe mit aktuell mittelgradige
r
depressive
r
Episode vor dem Hintergrund einer finanziellen Belastungssituation
(
Urk. 9/125
S. 4 Mitte)
.
Was die Behandlung
s
phase im Sommer 2016 (
Hometreatment
vom 15. Juni bis 22. Juli 2016 mit anschliessendem stationären Aufenthalt bis zum 10. August 2016)
angeht,
lässt sich dem
Psychiatrischen Universitätsklinik I._
-Bericht vom
18.
August
2016 (Urk. 9/134)
, worin eine schwere Episode der depressiven Störung diagnostiziert wurde (S. 1),
entnehmen, dass auch der Thai-I
mbiss der Ehefrau
des Beschwerdeführers
bank
rottgegangen
sei
,
er sich mit seiner Ehefrau in
Scheidung
befunden
habe
(S. 2 unten) und
aufgrund
seiner
Schulden
die
Pfändung des Hauses
im Raum
gestan
den
sei
(S. 3 oben).
So werteten die Fachärzte
neben der erhöhten Kränkbarkeit, geringen Frustrationstoleranz, Selbstüberschätzung und Impulsivität auch
die
psychosoziale Situation als
den schlechten psychischen Gesundheitszustand
auf
rechterhaltend (S. 4 oben)
.
Der Beschwerdeführer
selbst
gab in der
gutachterlichen
Exploration von Dr.
D._
im August 2019
an, dass er in der Zeit der Trennung von seiner Ehefrau lebensmüd
e Gedanken gehabt habe und dies nun
nicht mehr der Fall sei (Urk. 9/173/32-168 S. 121 Mitte)
, wobei die
Trennung von ihr aus finanziellen Gründen
erfolgt sei
(S. 123)
.
5.3.5
Die vormals zugespitzte Situation hat sich nach dem letzten
stationären Aufent
halt in der
Psychiatrischen Universitätsklinik I._
vom
22. Juli bis 10
. August 2016
insgesamt
beruhigt, sodass keine
rlei
psychische
Behandlungen
mehr
in Anspruch genommen wurden - weder
in
der Form eines
erneuten stationären
Aufenthaltes
noch
einer
regelmässigen Therapie
. Es ist davon auszugehen, dass auch die vorangehenden akuten Phasen mit verschiedentlichen stationären Aufenthalten in erster Linie durch psycho
so
ziale Momente (
2014: familiäre Probleme,
Konkurs
der
Firma
und anschliessende
Pfändung
; 2015:
allgemeine
finanzielle Belastung
mit Ernennung eines Beistan
des; 2016: Bankrott des Imbisstandes der Ehefrau,
Trennungssituation
und im Raum stehende Pfändung des Hauses
) belastet waren.
So stabilisierte sich d
er
psychische Gesundheitszustand nach diesen angespannten Lebensphasen
auch
wieder. Dementsprechend nahm der Beschwerdeführer, welcher sich
vorher ge
häuft in
stationäre Aufenthalte
begab
, keine solchen
und überhaupt keine psy
chotherapeutische Behandlung mehr
in Anspruch.
Es kann
daher
im Nachhinein aufgrund der Umstände darauf geschlossen werden, dass auch in den Akutphasen die psychosoziale
n
Belastungssituation
en
das Beschwerdebild dominierte
n
und eine eigenständige, invalidisierende psychische Erkrankung nicht vorlag, da die Befundlage seit der Stabilisierung keine Hinweise
mehr
auf eine depressive
Störung
mit relevanter Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
enthält.
D
amit
ist
eine wesentliche
invalidenversicherungsrelevante
Verschlechterung des Gesund
heits
zustandes
aufgrund einer von der psychosozialen Belastungssituation unter
scheidbaren eigenständigen psychischen Erkrankung
in der
massgeblichen
Zeit ab Dezember 2014 (vgl. E. 2.3)
nicht mit
dem
im Sozialversicherungsrecht not
wendigen Mass der überwiegenden Wahrscheinlichkeit
(BGE 144 V 427 E. 3.2)
ausgewiesen
.
5.3.
6
Anzumerken bleibt, dass
sich gestützt auf die vorliegenden Akten
selbst unter Annahme
einer zwischenzeitlichen Verschlechterung
aufgrund
einer eigen
stän
digen
psychischen
Erkrankung im Zeitpunkt der Beurteilung
retrospektiv
nicht mehr
rechtsgenüglich
nachweisen liesse
, wann
genau
von welcher Verschlech
terung in welchem Ausmass auszugehen wäre.
Ein befristeter Rentenanspruch fällt deshalb
auch
aus diesem Grund ausser Betracht, denn d
ie Folgen
der ge
nannten
Beweislosigkeit hätte
der Beschwerdeführer zu tragen
,
der
aus dem un
bewiesen gebliebenen Sachverhalt Rechte ableiten w
ill (Urteil des Bundes
gerichts 8C_602/2019 E. 5.2.
3
mit Hinweisen).
Im Sozialversicherungsrecht besteht kein Rechtsgrundsatz des Inhalts, dass die Verwaltung oder das Gericht im Zweifelsfall zugunsten der versicherten Person zu entscheiden hätte (
Urteil des Bundesge
richts C 281/02 vom 24. Sept
ember 2003 E. 1.3.2 mit Hinweis
).
5.
4
5.4.1
Was die somatischen Beschwerden betrifft
,
entspricht
d
as
rheumatologische
Teil
gutachten von Dr.
C._
(
Urk. 9/173/32-168
S. 48-92)
den
bundesgerichtlichen Vorgaben an ein beweiskräftiges Gutachten und enthält insbesondere eine Funk
tionsdiagnose, welcher bei somatisch begründeten Funktio
nseinschränkungen zentrale Bedeutung zukommt (S.
78-84
; Urteil des Bundesgerichts 9C_33
5/2015 vom 1. September 2015 E.
4.2.2)
.
Dr.
C._
hat
die dem Beschwerdeführer zu
mutbaren Tätigkeiten in seinem beweiskräftigen Gutachten exakt umschrieb
en. Wie der Gutachter aufzeigte, entspricht das Anforderungsprofil an eine zumut
bare Tätigkeit der Einschätzung zum Zeitpunkt der letzten rechtskräftigen Beur
teilung im März 2011.
Dr.
C._
hielt
insbesondere
fest, dass abgesehen von der Gewichtsreduktion - was einer Verbesserung gleichkommt - keine wesentliche Befundveränderung zu erkennen war
.
Da aus
rheumatologischer Sicht
damit im Vergleich zur letzten rechtskräftigen Verneinung einer Invalidenrente
keine revi
sionsrelevante Veränderung vorliegt, ist es entgegen der Ansicht des Beschwerde
führers
(Urk. 1 S. 12 f. Ziff. 7)
unerheblich, ob sich
das Anforderungsprofil
nur auf eine angepasste
bezieht
oder auch auf die angestammte Tätigkeit
beinhaltet
.
Gerade was die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit in angestammter Tätigkeit an
geht, ist darauf hinzuweisen, dass auch im Urteil des hiesigen Gerichts
21. Febru
ar 2012 die Frage über eine Arbeitsfähigkeit in angestammter Tätigkeit
offen
ge
lassen wurde und ein
Leistungsanspruch
mit der Restverwertbarkeit in ange
pass
ter
Tätigkeit unter Berücksichtigung des im
Z._
-Gutachten formulierten Be
las
tungs
profils
und der darin für eine angepasste Tätigkeit festgestellten Arbeits
fähigkeit verneint
worden war
(
vgl. E. 3
).
Von einer wesentlichen Verschlechterung
aus
rheumatologischer Sicht ist nach dem Gesagten nicht auszugehen.
5.4.2
In Bezug auf das allgemein-internistische Teilgutachten
kritisierte der Beschwer
deführer
ferner
die mangelnden Abklärungen bei Hinweisen auf kognitive
Defi
zite, eine
anterograde
Amnesie und Exekutivfunktionsstörungen (Urk. 1 S. 13 Ziff. 8).
D
ie
se
Kritik
erweist sich als
berechtigt
.
Bereits in den Berichten der
Psychiatrischen Universitätsklinik I._
aus den Jahren 2014 bis 2016 finden sich Hinweise auf Einschränkungen der Merk
fähigkeit und
der
Konzentration (vgl.
Bericht vom 6. November 2014 [
Urk.
9/107 S. 3 oben], Bericht vom 12. Mai
2015 [Urk. 7/125 S. 3 oben]; Bericht vom 20. September 2016 [Urk. 9/136 S. 4 unten und S. 6 Mitte]
)
.
Am 5. Mai 2015 (Urk. 9/115) wurde
eine
Vertretungsbeistandschaft mit Vermögensverwaltung errich
tet, was zumindest eine Berufstätigkeit mit Geschäftsführungsaufgaben oder ähnlichen Tätigkeiten, welche eine vergleichbare kognitive Leistungs
fähig
keit erfordern, fraglich erscheinen
lässt
. Auch im
A._
-Gutachten aus dem Jahr 2019
fanden
sich Hinweise auf
Störungen der
Mnestik
,
für welche eine psy
chische Ursache ausgeschlossen werden konnte (
Urk. 9/32-168 S.
125 Mitte, S. 130 Mitte
). Schliesslich
äusserte auch Dr.
E._
nach seiner Untersuchung im Sommer 2020 - fast ein Jahr nach der
A._
-Begutachtung - einen drin
genden Verdacht auf kognitive Defizite, eine
anterograde
Amnesie und Exeku
tivfunktionsstörungen, welche er diffe
re
ntialdiagnostisch im Rahmen einer Demenz
vom Alzheimertyp
einordnete (E. 4.4).
Abklärungen dazu hat die Be
schwerdegegnerin keine vorgenommen
, wären aber für
die Beurteilung des Rentenanspruchs des Beschwerdeführers
erforderlich gewesen
.
Damit erweist sich der medizinische Sachverhalt als unvollständig abgeklärt.
5.
5
Zusammengefasst
ist
gestützt auf das
A._
-Gutachten
und die
weiteren medizinischen Berichte
zwar
davon auszugehen
, dass weder aus psychiatrischer
noch aus
rheumatologischer Sicht eine
wesentliche Veränderung
des Gesund
heitszustandes
seit der leistungsabweisenden
Verfügung
vom 25. März 2011
ausgewiesen ist
(vgl. E. 5.1
-4
)
. Es liegen jedoch
für den hier massgebenden Beur
teilungszeitraum
Hinweise
auf
somatisch bedingte, kognitive
Beeinträchtigungen
mit möglicher Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
vor, welche ergänzende Ab
klä
rungen
erforderlich machen
(E. 5.4
.2
vorstehend)
.
Nachdem der Sachverhalt aus neurologischer allenfalls neuropsychologischer Sicht
nicht
ausreichend abgeklärt ist, ist die angefochtene Verfügung vom
19
.
Mai
2021 aufzuheben und die Sache an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. Diese
wird die notwendigen
neurologischen allenfalls neuropsychologischen
Abklä
rung
veranlassen müssen, um anschliessend neu über den Rentenanspruch
zu befin
den.
Das einzuholende neurologische und allenfalls auch neuropsychologische Gutachten wird sich
- ausgehend vom
Status quo -
unter Berücksichtigung der vorhandenen Akten insbesondere zum Verlauf einer allfälligen kognitiven Beein
trächtigung im hier massgeblichen Beurteilungszeitraum vom 1. Dezember 2013 bis zum 31. März 2021 (Erreichen des Rentenalters) zu äussern haben.
6.
Nach ständiger Rechtsprechung gilt die Rückweisung der Sache an die Verwal
tung zur weiteren Abklärung und neuen Verfügung als vollständiges Obsiegen (BGE 137 V 57).
Die Kosten gemäss Art. 69 Abs. 1
bis
IVG sind ermessensweise auf Fr. 800.
--
festzusetzen und entsprechend dem Ausgang des Verfahrens der unter
liegenden Beschwerdegegnerin aufzuerlegen.