# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 814695ed-e496-4812-a843-1023464c7991
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2017
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1960, war
von Januar 1991 bis M
a
i
2014 als
Pack
aging
Clerk
bei der
Firma
Y._
(
Urk.
10/14,
Urk.
10/21/3)
. Unter Hinweis auf einen erlittenen Herzin
farkt meldete sich die Versicherte am
2
9.
November 2013
bei der Invaliden
versi
cherung zum Leistungsbezug
an (
Urk.
10/1)
. Die Sozialversicherungsan
stalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, klärte die medizinische und erwerbl
iche
Situa
tion ab.
Nach durchgeführtem
Vorbescheid
verfahren
(
Urk.
10/42,
Urk.
10/50
,
Urk.
10/91,
Urk.
10/96
)
verneinte
sie
mit
Verfügung vom
4.
Januar 2016
ei
ne
n
Anspruch der Versicherten auf Leistungen der Invalidenver
siche
rung
(
Urk.
10/111
=
Urk.
2)
.
2.
Die Versicherte erhob am
7.
Februar 2016
Beschwerde
gegen die Verfügung vom
4.
Januar 2016
(
Urk.
2) und beantragte, diese sei aufzuheben und es sei ihr
eine
Dreiviertelsrente
zuzusprechen, eventuell sei
die Sache zu weiteren Abklärungen an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen (
Urk.
1 S. 1 f.
).
Am 1
4.
Februar 2016 reichte die Beschwerdeführerin einen aktuellen Arztbericht (
Urk.
7)
zu den Akten
(
Urk.
6).
Die IV-Stelle beantragte mit Beschwerdeantwort vom
1
1.
März 2016
(
Urk.
9
)
die Abweisung der Beschwerde. Dies wurde der Beschwerdeführerin am
2
1.
März
2016
zur Kenntnis gebracht (
Urk.
11
).
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts,
ATSG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind aus
schliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksich
tigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Zur Annahme der Invalidität nach
Art.
8 ATSG ist – auch bei psychischen Erkrankungen – in jedem Fall ein medizinisches Substrat unabdingbar, das (fach-)ärztlicherseits schlüssig festgestellt wird und nachgewiesenermassen die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit wesentlich beeinträchtigt. Je stärker psy
chosoziale und soziokulturelle Faktoren wie beispielsweise Sorge um die Familie oder Zukunftsängste (etwa ein drohender finanzieller Notstand) im Ein
zelfall in den Vordergrund treten und das Beschwerdebild mitbestimmen, desto ausgeprägter muss eine fachärztlich festgestellte psychische Störung von Krankheitswert vorhanden sein. Das bedeutet, dass das klinische Be
schwerdebild nicht einzig in Beeinträchtigungen, welche von den belasten
den soziokulturellen Faktoren herrühren, bestehen darf, sondern davon psy
chiatrisch zu unterscheidende Befunde zu umfassen hat, zum Beispiel eine von depressiven Verstimmungszuständen klar unterscheidbare andauernde De
pression im fachmedizinischen Sinne oder einen damit vergleichbaren psychischen Leidenszustand. Solche von der soziokulturellen Belastungssi
tuation zu unterscheidende und in diesem Sinne verselbständigte psychische Störungen mit Auswirkungen auf die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit sind un
abdingbar, damit überhaupt von Invalidität gesprochen werden kann. Wo die begutachtende Person dagegen im Wesentlichen nur Befunde erhebt, welche in den psychosozialen und soziokulturellen Umständen ihre hinreichende Erklärung finden, gleichsam in ihnen aufgehen, ist kein invalidisierender psy
chischer Gesundheitsschaden gegeben (BGE 127 V 294 E. 5a; Urteil des Bun
desgerichts 8C_730/2008 vom 23. März 2009 E. 2).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin ging in der angefochtenen Verfügung (
Urk.
2) da
von aus,
dass das Leiden der Beschwerdeführerin in seiner Art, Schwere und Dauer die Voraussetzungen für eine Invalidenrente nicht erfülle (S. 1 unten). Es liege kein invalidenversicherungsrechtlich relevanter Gesundheitsschaden vor (S. 2 unten).
2.2
Die Beschwerdeführerin machte
in ihrer Beschwerde (
Urk.
1)
demgegenüber geltend, s
ie habe im Juli 2013 einen schweren Herzinfarkt erlitten und sei deswegen operiert worden. Seitdem leide sie an Herzbeschwerden und Pani
k
attacken. Zudem sei sie an einer mittelgradigen depressiven Episode er
krankt und stehe in ständiger psychiatrischer Behandlung. Da die Ge
sprächstherapie nicht geholfen habe, sei sie stationär in der Klinik
Z._
be
handelt
worden.
Weiter habe sie sich einer Knieoperation unterziehen müs
sen und sei des
wegen nicht in der Lage, stehende oder gehende Arbeit durch
zuführen. Aus dem Sozialleben habe sie sich vollumfänglich zurückgezogen
(S. 2 f.)
. Der Fall sei medizinisch nicht rechtsgenügend abgeklärt worden. Aufgrund der Schwindelattacken brauche es no
ch eine neurolog
ische Ab
klärung (S. 3
).
2.3
Strittig und zu prüfen ist der Renten
anspruch der Beschwerdeführerin und
in diesem Zusammenhang die Frage, ob
sich dieser gestützt auf die vorliegen
den medizinischen Akten beurteilen lässt.
3.
3.1
Vom 1
7.
bis 2
4.
Juli 2013 war die Beschwerdeführerin im
A._
, Medizinbereich
Herz
-Gefäss-Thorax, hospitalisiert
, wo gemäss
Au
strittsbericht vom 2
4.
Juli 2013 (
Urk.
10/15/22-
24)
eine koronare
Einge
fässerkrankung
mit Zustand nach
Nicht-ST-Hebungsinfarkt (
NSTEMI
)
diag
nostiziert und
die Indikation zur minimal invasiven chirurgischen
Revasku
larisatio
n
der Vorderwand gestellt wurde
(S. 1
). Dieser Eingriff erfolgte am 1
8.
Juli 2013 (vgl. Operationsbericht,
Urk.
10/15/20-21).
Als Nebendiagnosen nannten die Ärzte
aktenanamnestisch
einen Verdacht auf
einen somatofor
me
n Schwindel mit/bei
Angst- und Panikstörung sow
i
e
ein panvertebrales Schmerzsyndrom mit/bei Verdacht auf Medikam
entenübergebrauchskopf
schmerzen (
Urk.
10/15/20 unten).
3.2
In seinem Bericht vom 2
3.
November 2013 (
Urk.
10/15/43-44) nannte
Dr.
med.
B._
, Spezialarzt für Neurologie, folgende Diagnosen (S.
1 unten
):
-
Verdacht auf
Restless
-
Legs
-Syndrom (RLS) mit schmerzhaften
Dysäs
thesien
ohne Zeichen einer Polyneuropathie
-
koronare
Eingefässerkrankung
mit Status nach MIDCAB (AC-Bypass)
-
arterielle Hypertonie, gemischte
Hyperlipidämie
-
Tagesschläfrigkeit
Dr.
B._
führte aus, sämtliche untersuchten Nerven hätten normale Leitge
schwindigkeiten, unauffällige
distalmotorische
Latenzen
und sensible Reiz
antworten
gezeigt,
ohne
derzeitigen
Hinweis auf eine
demyelinisierende
oder
axonale
Polyneuropathie (S. 2).
3.3
Dr.
med.
C._
, Facharzt für Rheumatologie und
für
Allgmeine
Innere Medizin, berichtete am 1
3.
Dezember
2013 (
Urk.
10/15/37-38). Er nannte folgende Di
agnosen (S. 1 Mitte):
-
chronifizierendes
lumbospondylogenes
Syndrom beidseits mit/bei
-
myofaszialen
Schmerzen der paravertebralen und
glutealen
Mus
kulatur beidseits
-
fortgeschrittener Segmentdegeneration L5/S1, leichter L4/5 (Rönt
gen vom 2
2.
Mai 2007)
-
Verdacht auf leichtgradige psychosoziale Belastungsfaktoren (Sta
tus nach Herzinfarkt und AC-Bypass 2013)
Dr.
C._
führte aus, aufgrund der Dauerschmerzen ohne klare mechanische Komponente müsse an eine psychosoziale Belastungssituation gedacht werden.
Im Rahmen der ambulanten kardiologischen Rehabilitation sei der Be
schwerdeführerin von den Ärzten des
D._
ab
9.
Dezember
2013
eine 50%ige Arbeitsfähigkeit attestiert worden (vgl.
Urk.
10/15/16 oben). Die Beschwerdeführerin sei eher der Überzeugun
g, dass eine Steigerung auf 100
% im Verlauf kaum möglich sein werde. Er habe ihr mitgeteilt, dass aus rheumatologischer Sicht mittelfristig eine volle Arbeits
fähigkeit durchaus zumutbar sein dürfte, nun aber der weitere Verlauf abge
wartet werde müsse (S. 2 oben).
3.4
Dr.
med.
E._
,
Fachärztin für Kardiologie, berichtete am
1
7.
Janu
ar 2014 (
Urk.
10/15/10-11)
und nannte folgende Di
agnosen (S. 1 Mitte):
-
1-
Gefäss-KHK; RIVA proximal hochgradig
stenosiert
-
Vorhofflimmern, belastungsinduziert
, Erstdiagnose (ED) Juli 2012
-
arterielle Hypertonie, rezidivierende
h
ypertensive
Entgleisungen im Au
gust und Oktober
2008
-
Panikstörung (episodisch paroxysmale Angst), psychiatrische Betreu
ung (
ICD-10
F41.0)
-
Adipositas durch übermässige Kalorienzufuhr, Grad 2, BMI 35
Dr.
E._
führte aus, die Beschwerdeführerin zeige ein halbes Jahr nach
minimal invasiver
aortokoronarer
Bypass-Operation in der Echokardiogra
ph
ie normale Befunde. Eine Ursache der vermehrten
Anstrengungsdispnoe
könne nic
ht eruiert werden (S. 2 Mitte).
3.5
Am
6.
März 2014 berichtete
Dr.
med.
F._
, Facharzt für Allge
meine Innere Medizin (
Urk.
10/16). Er nannte
die von
Dr.
E._
(vorste
hend E.
3.4)
und von
Dr.
C._
(vorstehend E. 3.3) genannten sowie zusätz
lich
folgende (
Haupt
-)
Diagnosen (
Ziff.
1.1):
-
Diabetes mellitus Typ 2
-
Hypersomnie
mit Tagesschläfrigkeit seit etwa
2011
-
unklare chronische Schmerzen Unterschenkel und Füsse beidseits
(
D._
Angiologie
November 2013)
Dr.
F._
führte aus, aufgrund der vielen verschiedenen Krankheiten, vor allem der KHK, mit multiplen Beschwerden könne er keine schlüssigen An
gaben zur Arbeitsfähigkeit machen (
Ziff.
1.4 am Ende).
3.
6
In seinem Bericht vom
4.
April 2014 (
Urk.
10/18)
nannte
Dr.
med.
G._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, folgende
Diagno
s
en
(
Ziff.
1.1):
-
mittelgradige depressive Episode mit somatischem Syndrom (
ICD-10
F32.11), bestehend seit Sommer 2013
Dr.
G._
führte aus, die aktuelle Behandlung habe erst begonnen und
bestehe aus psychiatrisch-psychotherapeutischen Gesprächen einmal pro W
oche und einer Psychopharmakotherapie (
Ziff.
1.5). Da die Beschwerde
führerin kürzlich ihre Arbeitsstelle verloren habe, was die Genesung erfah
rungsgemäss erschwere, seien sehr wahrscheinlich berufliche Massnahmen nötig (
Ziff.
1.4 am Ende). In der zuletzt ausgeübten Tätigkeit als
Mitarbeiterin
Packerei
attestierte
Dr.
G._
der Beschwerdeführerin eine volle Ar
beits
unfähigkeit seit
Behandlungsbeginn (
Ziff.
1.2) am
2
0.
Februar 2014 (
Ziff.
1.6
).
3.7
In seiner Stellungnahme vom 1
6.
Mai 2014 (
Urk.
10/41/4 Mitte) führte
Dr.
med.
H._
, Facharzt für Allgemein
e Innere M
edizin, Regionaler
Ärzt
licher Dienst (RAD), aus, bei der Beschwerdeführerin bestünden keine Diag
nosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit. Ohne Auswirkung auf die Arbeits
fähigkeit seien die Diagnosen einer mittelgradigen depressiven Epi
sode mit somatischem
Syndrom, eine kompensierte koronare Herzkrankheit und ein
chronifiziertes
lumbospondylogenes
Syndrom. Die der Beschwerde
führerin seit Februar 2014 attestierte volle Arbeitsunfähigkeit in der ange
stammten Tätigkeit sei nicht ausgewiesen. Körperlich leichte und wechselbe
lastende, häufig
sitzende Tätigkeiten, bei welchen keine Lasten über 5 kg gehoben werden müssten, die ruhig und geordnet seien und keinen Kunden
kontakt beinhalteten
,
seien der Beschwerdeführerin zumutbar.
Damit sei in Art, Schwere und Dauer noch kein Gesundheitsschaden ausgewiesen, der einen Rentenanspruch zu begründen vermöchte.
3.
8
Am 2
5.
September 2014
(
Urk.
10/35)
berichtete
Dr.
G._
,
trotz der von der Beschwerdeführerin geklagten zahlreichen somatischen Beschwerden sei es zu einer leichten Besserung vor allem der depressiven Symptome ge
kommen (
Ziff.
1.4).
Eine weitere Besserung sei mittelfristig zu erwarten. Dabei wäre eine Begleitung der Beschwerdeführerin im Rahmen beruflicher Mass
nahmen wichtig (
Ziff.
1.8). Für die zuletzt ausgeübte Tätigkeit als Mitar
beiterin Packerei
attestierte
Dr.
G._
der Beschwerdeführerin bis auf Weiteres weiterhin eine volle Arbeitsunfähigkeit (
Ziff.
1.6).
3.
9
Dr.
med.
I._
, l
eitend
er
Arzt Kardiologie,
D._
, berichtete am
1
6.
Okto
ber 2014 (
Urk.
10/37
/1-11
)
. Er nannte folgende Diagnosen mit Aus
wirkung
auf die Arbeitsfähigkeit
(
Ziff.
1.1):
-
NSTEMI am 1
2.
Juli
2013 bei koronarer
Eingefässerkrankung
mit in der Folge mi
nimal invasiver
Bypassoperation
-
belastungsinduziertes Vorhofflimmern
, ED Juli
2011
-
Angst- und Anpassungsstörungen
Dr.
I._
führte aus, von kardio
logischer Seite
bestünden keinerlei Ein
schrän
kungen. Es bestehe keine verminderte Leistungsfähigkeit (
Ziff.
1.7). Spätestens seit Februar 2014 bestehe wieder eine 100%ige Arbeitsfähigkeit (
Ziff.
1.9).
3.
10
Am
1
0.
November 2014 (
Urk.
10/40)
berichtete
Dr.
F._
, seit seinem letz
ten Bericht vom
6.
März 2014 (vorstehend E. 3.
5
) habe sich
die Situation nicht verbessert (
Ziff.
1.4).
3.
11
Am 1
2.
Dezember 2014 unterzog sich die Beschwerdeführerin im
D._
einer Kniearthroskopie (KAS) mit
Teilmeniskektomie
(TME) des medialen
Hinter
horns
links. Im Bericht vom gleichen Tag (
Urk.
10/53) nan
nten
die Ärzte
des
D._
als
Diagnose
n
eine
medialbetonte
Chondromalazie
Grad III
des
media
le
n
Tibiaplateau
s
und
eine
degenerative radiäre Rissbildun
g
des
me
dialen
Meniskus
im
Knie links
.
Für die Zeit vom 1
2.
bis 3
1.
Dezember
2014
attes
tierten
sie
der Beschwerdeführeri
n eine volle Arbeitsunfähigkeit.
3.
12
PD
Dr.
med.
J._
,
Facharzt für Kardiologie,
nannte in seinem Bericht vom
2
0.
Februar
2015
(
Urk.
10/77/11-17)
gleichlautende Diagnosen wi
e
Dr.
E._
(vorstehend E.
3.4
; S.
1 Mitte). Er führte aus, bei der körperlichen Untersuchung habe eine zentrale Adipositas bestanden. Das mediale Ende der
Thorakotomienarbe
sei druckschmerzhaft, der kardiopul
monale Untersu
chungs
befund ansonsten normal gewesen (S.
2 unten). Es finde sich kein
Hin
weis für eine KHK-Progression. Die Beschwerden der Be
schwerdeführerin
seien
muskuloskelettaler
Natur und hätten bei der körperli
chen Untersuchung auch durch Druck auf den linken
Hemithorax
reprodu
ziert werden können (S.
3).
3.13
Am
4.
April 2015 (
Urk.
10/69) berichtete
Dr.
G._
,
im Sommer 2014 sei eine Besserungstendenz vor allem der depressiven Symptomatik feststell
bar gewesen. Auch die Panikattacken
seien seltener aufgetreten und
in ihrem Ausmass für die Beschwerdeführerin erträglicher gewesen. Anfangs Septem
ber 2014 sei es aber zu einer Zunahme verschiedener Schmerzen (Brust,
Magen, Beine, Knie) gekommen, worauf die Beschwerdeführerin sehr empfind
lich reagiert habe. Die Panikattacken zusammen mit hohen Blutdruckwerten hätten aus unklaren Gründen stark zugenommen. Die Zunahme der Schmer
zen habe sich auf das psychische Zustandsbild sehr negativ ausgewirkt.
T
rotz der konsequenten ambulanten Therapie
sei es zu einem Rückfall der depres
siven und Angstsymptome
gekommen.
Um einen therapeutischen Durch
bruch beziehungsweise eine Besserung zu erzielen, sei eine psychosomatische stationäre Therapie dringend nötig (
Ziff.
1.4
am Anfang
).
Aufgrund der aktu
ellen Beschwerden und Symptome sei die Beschwerdeführerin nicht in der Lage, irgendwelche Tätigkeiten aufzunehmen (
Ziff.
1.4 am Ende
).
3.1
4
Am
1
5.
Mai 2015 (
Urk.
10/77
/1-3
)
berichtete
Dr.
F._
, seit seinem letz
ten Bericht
vom
1
0.
November 2014 (
vorstehend E. 3.10
) habe sich die Situ
a
tion nicht verbessert
. Kardial sei die Beschwerdeführerin stabil. Sie gehe weiterhin zu ihrem Psychiater
(
Ziff.
1.4).
3.1
5
Vom 1
0.
März bis 1
0.
April 2015 weilte die Beschwerdeführerin zur statio
nären psychosomatischen Rehabilitation in der Klinik
Z._
. In ihrem Bericht vom 2
3.
Juni 2015 (
Urk.
10/87/7-12)
nannten die dortigen Ärzte folgende Diagnosen (S. 1 Mitte):
-
Panikstörung, episodisch paroxysmale Angst
(
ICD-10
F41.0),
Differen
tialdiagnose: Agoraphobie (ICD-10 F40.0)
-
mittelgradi
ge depressive Episode (ICD-10 F32.1)
-
koro
nare
Eingefässerkrankung
-
Status nach NSTEMI Vorderwand Juli 2013
-
Vorhofflimmern belastungsinduziert (ED Juli 2012)
-
kar
diovaskuläre Risikofaktoren:
-
Nikotinabusus 20
py
, seit zwei Jahren sistiert
-
gemischte
Hyperlipidämie
-
Adipositas
-
Status nach
Teilmeniskektomie
mediales
Hinterhorn
links
-
Chon
d
romalazie
Grad III mediales
Tibiaplateau
und degenerative Riss
bildung Meniskus Knie links
-
panvertebrales Schmerzsyndrom
Für die zuletzt ausgeübte Tätigkeit als Fabrikangestellte attestierten die Ärzte der Klinik
Z._
der Beschwerdeführerin eine 10
0%ige Arbeitsunfähigkeit vom 1
0.
März bis 1
5.
April 2015, für die weitere Beurteilung
verwiesen sie an die nachbehandelnden Ärzte (
Ziff.
1.6).
Sie führten aus, i
m Falle eines günstigen Krankheitsverlaufs sei eine Wiederherstellung einer Teilarbeitsfähigkeit im Umfang von 50
%
denkbar
(
Ziff.
1.4 am Ende). Die bisherige Tätigkeit als Fabrikangestellte sei der Beschwerdeführerin maximal im Umfang von 50
%
zumutbar (
Ziff.
1.7).
3.
1
6
In seinem Bericht vom
8.
Juli 2015 (
Urk.
10/84) führte
Dr.
med.
K._
, Assistenzarzt, Departement Chirurgie
D._
,
aus, Arbeiten im Stehen bereiteten der Beschwerdeführerin sicherlich Schmerzen. Falls sie in
der bis
herigen Tätigkeit im Stehen habe arbeiten müssen, sei ihr diese nicht mehr zumutbar (
Ziff.
1.7). Rein
sitzende
Tätigkeiten seien ihr ganztags zumutbar (S. 5)
.
3.1
7
In seiner
Stellungnahme
vom
2.
November 2015 (
Urk.
10/110/3-4)
führte
pract
.
med.
L._
, Facharzt für Arbeitsmedizin, RAD,
aus, an der RAD-Stellungnahme vom
1
6.
Mai
2014 (vorstehend E.
3.7
) könne festge
halten werden.
3.1
8
Am
4.
Februar 2016
erstattete
Dr.
G._
einen weiteren Bericht
(
Urk.
7) und nannte folgende aktuelle Diagnosen (S. 1 Mitte):
-
rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode mit somatischem Syndrom (ICD-10 F33.11)
-
Panikstörung
Er
führte aus, der bisherige Verlauf habe sich sehr schwankend gezeigt. Trotz der intensiven ambulanten und einer stationären Behandlung sei es leider nicht zu einer Auf
h
ellung der Depression gekommen
(S. 1 unten).
Aufgrund der psychischen Einschränkungen könne die Beschwerdeführerin auf längere Si
cht höchstens bis 40
%
arbeiten (S. 2).
4.
4.1
Bei der Beschwerdeführerin wurde im Jahr 2013 eine koronare
Einge
fäss
er
kran
kung
diagnostiziert. Im Juli 2013
musste sie sich e
ine
r
mini
mal-inva
sive
n
Bypass-Operation
unterziehen (
vorstehend E. 3.1).
Die in der Folge
durchgeführten kardiologischen Untersuchungen
ergaben normale Befunde ohne Hinweis auf eine Progression der koronaren
Herzkrankheit (vorstehend E.
3.4 und E.
3.1
2
).
RAD-Arzt
Dr.
H._
bezeichnete die
koronare
Herzkrank
heit
der Beschwerdeführerin dementsprechend als kompensiert
(vorstehend E.
3.7
)
.
Im Oktober 2014 verneinte
Dr.
I._
das Vorliegen von Einschrän
kungen aus kardiologischer Sicht und attestierte der Beschwerde
führerin spätestens ab
Februar 2014 eine uneingeschränkte Arbeitsfähigkeit
(vorsteh
end E. 3.9
)
.
Darauf ist abzustellen. Das Herzleiden der Beschwerde
führerin ist somit invalidenversicherungsrechtlich ohne Relevanz.
4.2
Aus den medizinischen Akten geht des Weiteren hervor, dass bei der Be
schwer
deführerin ein
auf degenerative Veränderungen zurückzuführendes
L
eiden
im linken Knie besteht
, welches im Dezember 2014
zu einem
opera
tiven Eingriff
führte
(vorstehend E. 3.11
). Gemäss
der Beurteilung durch
Dr.
K._
sind der Beschwerdeführerin aufgrund ihres Knieleidens im Stehen zu verrichtende Arbeiten nicht mehr zumutbar. Für sitzende Tätig
keiten hingegen attestierte
Dr.
K._
der Beschwerdeführerin eine un
eingeschränkte Arbeitsfähigkeit (vo
rstehend E. 3.16
).
Damit im Einklang steht die Beurteilung durch RAD-Arzt
Dr.
H._
, welcher
körperlich leichte und
wechselbelastende, häufig sitzende Tätigkeiten
als zumutba
r bezeichnete (vor
stehend E. 3.7
).
Somit
ist davon auszugehen, dass die Beschwerdeführerin i
n einer knieschonenden
beziehungsweise dem von RAD-Arzt
Dr.
H._
for
mu
lierten Belastungsprofil entsprechenden
Tätigkeit
voll arbeitsfähig ist
.
4.3
Gestützt auf den Bericht von
Dr.
C._
(vorstehend E. 3.3) ist sodann davon auszugehen, dass die von ihm im Bereich der Lendenwirbelsäule beschriebe
nen degenerativen Befunde der Ausübung einer Tätigkeit entsprechend dem
von RAD-Arzt
Dr.
H._
formulierten Belastungsprofil (vorstehend E.
3.7) nicht
entgegenstehen.
4.4
Die Beschwerdeführerin machte geltend, sie leide
überdies
unter Schwindel
atta
cken
und forderte diesbezüglich eine neurologische Abklärung.
In ihrem Bericht vom 2
4.
Juli 2013 über die vom 1
2.
bis 1
7.
Juli 2013 dau
ernde
Hospitalisation
der Beschwerdeführerin (
Urk.
10/15/27-30) erwähnten die Ärzte des
D._
in der persönlichen Anamnese multifaktorielle Schwin
delepisoden, psychovegetativ, bei
orthostatischer
Komponente (S.
3 oben).
Die Kardiologen des
A._
erwähnten in ihrem Bericht vom Juli 2013
dem
entsprechend
aktenanamnestisch einen Verdacht auf einen somatoformen Schwindel (vorsteh
end E. 3.1).
Die Ärzte der Klinik
Z._
führten in ihrem Be
richt vom Juni 2015 (vorstehend E. 3.15) aus, die Beschwerdeführerin habe
unter anderem angegeben, unter psychovegetativen Beschwerden wie Schweiss
ausbrüchen, Schwindel, einem Gefühl von „Nebel vor den Augen“ und unscharfem Sehen zu leiden (
Urk.
10/87/8 oben).
Weder die Ärzte des
A._
und des
D._
noch die Ärzte der Klinik
Z._
sahen sich veranlasst, hinsi
chtlich der
von der Beschwerdeführerin geklagten
Sch
windelbeschwerden
neurologisch
e Abklä
r
ungen
in die Wege
zu leiten, was darauf schliessen lässt, dass sie n
icht
vo
n einer
neurologischen Proble
m
atik
ausg
ingen.
Der von den Ärzten der Klinik
Z._
erhobene Neurostatus fiel denn auch unauffällig aus (
Urk.
10/87/8
unten). Die Ärzte
bezeichneten
den Schwindel
vielmehr
als
psychovegetativ
beziehungsweise somatoform
. Abgesehen davon wurde die Beschwerdeführerin in den Jahren 2012 und 2013 durch
Dr.
B._
und im
A._
, Klinik für Neurologie, mehrfach neuro
logisch untersucht, dies im Zusammenhang mit von ihr geklagten Schmerzen in den Beinen, Kopfschmerzen und Schlafstörungen. Diese Untersuchungen ergaben
allesamt
keine Hinweise auf ein neurologisches Leiden (vgl.
Urk.
10/15/39-53 sowie vorstehend E. 3.2).
Vor diesem Hintergrund sind von einer ne
u
rologischen Abklärung keine
mass
geblichen
neuen Erkenntnisse zu erwarten, weshalb
d
avon abzusehen ist
(antizipier
te
Beweiswürdigung,
BGE 122 V 157
).
D
ass sich der
p
sychovegeta
tive Schwindel
der Beschwerdeführerin
invalidisierend auswirkt, ist sodann nicht überwiegend wahrscheinlich nachgewiesen,
4.5
Was den psychischen Gesundheitszustand anbelangt,
so geht aus den
medizi
nischen Akten
hervor
, dass
die Beschwerdeführerin nach dem im Sommer 2013 erlittenen Herzinfarkt depressive und Angstsymptome entwickelte (
Urk.
10/18
Ziff.
1.4) und sie seit
Februar 2014
bei
Dr.
G._
in psy
chiatrische
r
Behandlung
steht
.
Im Frühjahr 2015
weilte sie
zudem
während eines Monats stationär in der Klinik
Z._
zur psychosomatischen Rehabili
tation.
Dr.
G._
und die Ärzte der Klinik
Z._
diagnostizierten
eine
mittelgradige depressive Episode (mit somatischem Syndrom) beziehungs
weise
eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode mit somatischem Syndrom, und eine Panikstörung, wobei
Dr.
G._
der
Beschwerdeführerin eine höchstens 40%ige
und die Ärzte der Klinik
Z._
- soweit ersichtlich unter Berücksichtigung auch der von ihnen genannten somatischen Diagnosen -
eine höchstens 50%ige
Rest
arbeitsfähigkeit a
tte
stierten
(vorstehend E. 3.6, E. 3.15, E. 3.18).
4.
6
Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts
werden leicht- bis
mittelgra
dige Episoden einer De
pression und selbst mittelgradige depressive Episoden regelmässig nicht als von depressiven Verstimmungszuständen klar un
ter
scheidbare andauernde Depres
sion im Sinne eines verselbständigten Gesund
heitsschadens betrachtet. Daran ändert nichts, wenn die depressive Episode v
or dem Hintergrund einer rezidi
vierenden depressiven Störung diagnosti
ziert worden ist (Urteil des Bund
esgerichts 8C_104/2014 vom 2
6.
Juni 2014 E.
3.3.4 mit Hinweisen; vgl.
auch Urteil 9C_856/2013 vom
8.
Oktober 2014 E.
5.1.2).
L
eichte bis mittelgradige depressive Störungen, seien sie im Auftreten rezidi
vierend oder episodisch,
fallen
einzig
dann als invalidisierende Krankheiten in Betracht, wenn sie
erwiesenermassen
therapieresistent sind (statt vieler:
BGE 140 V 193
E.
3.3 mit Hinweis). Nur in einer solchen - seltenen, da nach gesicherter psychiatrischer Erfahrung Depressionen im Allgemeinen thera
peu
tisch gut
angehbar
sind - gesetzlich verlangten Konstellation ist den no
r
mativen Anforderungen des Art. 7 Abs.
2
zweiter Satz ATSG für eine ob
jek
tivierende Betrachtungs- und Prüfungsweise Genüge getan (
BGE 141 V 281
E. 3.
7.1 bis 3.7.3
). Ein solcher Sachverhalt muss überwiegend wahr
scheinlich und darf nicht lediglich nicht
auszuschliessen
sein. Es kommt dazu, dass die Therapie in dem Sinne konsequent gewesen sein muss, dass die aus fach
ärzt
licher Sicht indizierten zumutbaren (ambulanten und statio
nären) Behand
lungs
möglichkeiten in kooperativer Weise optimal und nach
haltig ausge
schöpft wurden (
BGE 140 V 193
E. 3.3
;
BGE
137 V 64
E.
5.2 mit Hinweis; vgl. Urteile des Bun
desgerichts 9C_13/2016 vom 14. April 2016 E. 4.2 und 9C_89/2016 vom 12. Mai 2016 E.
4.1).
4.7
Den
Bericht
en von
Dr.
G._
(vorstehend E.
3.6, E.
3.8
und
E. 3.13
) ist zu entnehmen, dass
bei der Beschwerdeführerin
mittels der im Frühjahr 2014 eingeleiteten psychiatrisch-psychotherapeutischen Therapie
im Verlauf des Jahres
2014
eine Besserung vor allem der depressiven aber auch der Angst
symptomatik erzielt werden konnte
. D
ie
Depression der
Beschwerdeführerin
sprach mithin auf die Behandlung an, wie es
bei
einer entsprechenden
Diag
nose
nach gesich
erter psychiatrischer Erfahrung
im Allgemeinen
auch
üblich
ist
(vorstehend E. 4.6)
. Dieser Umstand spricht
gegen das Vorliegen einer in
validisierenden depressiven Störung
.
Ab Herbst 2014 ist zwar wiederum eine Verschlechterung des psychischen Zustandsbildes
der Beschwerdeführerin
beschrieben, weshalb
Dr.
G._
einen Aufenthalt
in der Klinik
Z._
veranlasste.
A
us
den Berichten von
Dr.
G._
(vorstehend E. 3.8 und E. 3.13)
und auch aus
dem Bericht der Ärzte der Klinik
Z._
(vorstehend E. 3.15)
geht
hervor
, dass die
bei der
Beschwerdeführerin
erhobenen
ps
ychiatrischen Symptome
eng verwoben sin
d
mit den von
ihr
geklagten
zahlreichen
kö
rper
l
ich
en Schmerzen
, welche - wie dargelegt
(vorstehend E. 4.1-4)
- jedoch nur bedingt ein organisches Korre
lat haben.
Soweit die Ärzte der Klinik
Z._
im Psychostatus (
Urk.
10/87
Ziff.
1.4 Mitte) Symptome einer - gemäss ihrer Diagnoseliste mittelgradigen
–
de
pressiven Episode beschrieben, ist festzuhalten, dass diesbezüglich eine für die Annahme einer invalidisierenden Krankheit vorausgesetzte Therapiere
sis
tenz (vorstehend E.
4.6) nicht überwiegend wahrscheinlich ist,
vor allem auch, weil
die Bes
chwerdeführerin
wie dargelegt
unlängst
bereits
einmal
p
o
sitiv auf Therapiemassnahmen reagiert h
at.
Inwiefern sich die
diagnostizierte Panikstörung, welche sich gemäss dem von
den Ärzten der Klinik
Z._
erhobenen Psychostatus (
Urk.
10/87
Ziff.
1.4 Mitte
)
darin äussert, dass die Beschwerdeführerin mit Panikzuständen rea
giert, wenn
sie ein Druckgefühl in der Herzregion verspürt, sie Beifahrerin beim Auto
fahren ist oder wenn sie alleine draussen unterwegs ist,
sich mass
geblich auf die
Arbeits- und Erwerbsfähigkeit
der Beschwerdeführerin aus
wirken soll, ist nicht ersichtlich,
zumal die Beschwerdeführerin letzteren Si
tuationen am Arbeitsplatz kaum ausgesetzt sein dürfte.
Abgesehen
davon geht aus dem Bericht der Ärzte der Klinik
Z._
hervor, dass das Beschwerdebild der Beschwerdeführerin nicht zuletzt auch von verschie
denen,
teilweise seit langer Zeit bestehende
n
invaliditätsfremden
psychosozi
ale
n
Belastungsfaktoren
wie der
Behinderung der zweitgeborenen Tochter
, dem
Tod einer Schwester vor zwei Jahren, ein
em
Konflikt mit der anderen Schwester, Unterstützungsverpflichtungen dem Ehemann, den Töchtern und der
Mutter gegenüber, dem
im J
uli 2013
erlittene Herzinfarkt sowie der
im Februar 2014 nach über 20 Jahren Arbeitsverhältnis erhaltene
n
und als kränkend erlebte
n
Kündigung der Arbeitsstelle (
Urk.
10/87/8 Mitte)
mitbe
stimmt wird
. Um einen invalidisierenden psychischen Gesundheitsschaden bejahen zu können, müsste daher eine
fachärztlich festgestellte psychische
Störung von Krankheitswert in ausgeprägter Weise vorliegen (vgl.
vorste
hend
E. 1.2).
Davon
ist vorliegend
mit Blick auf den
von den Ärzten der Kli
nik
Z._
beschriebenen Psychostatus
nicht auszugehen
.
Nach dem Gesagten ist ein invalidisierender psychischer Gesundheitsschaden im Sinne einer verselbständigten, krankheitswertigen psychische
n
Störung mit Auswirkungen auf die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit nicht ausgewiesen.
4.
8
Zusammenfassend ist der Sachverhalt als dahingehend erstellt zu erachten, dass die Beschwerdeführer
in
für behinderungsangepasste Tätigkeiten ent
sprechend dem von RAD-Arzt
Dr.
H._
formulierten Belastungsprofil (vor
stehend E. 3.7) v
oll arbeitsfähig ist
.
Ein invalidenversicherungsrechtlich rele
vanter psychischer Gesundheitsschaden ist nicht ausgewiesen.
5
.
5.1
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Invaliden
ver
sicherung (IVG) aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und all
fälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der Einkommens
ver
gleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothe
tischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und ei
nan
der gegenübergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des Einkom
mensvergleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
5.2
D
ie Beschwerdegegnerin
hat
keinen Einkommensvergleich durchgeführt. An
ge
sichts dessen, dass die Beschwerdeführerin aufgrund ihres Knieleidens nur jene Tätigkeiten ausüben kann, die dem von RAD-Arzt
Dr.
H._
formu
lierten Belastungsprofil Rechnung tragen (vgl. vorstehend E. 4.2 und E. 4.8), ist aber eine Prüfung der erwerblichen Auswirkungen angezeigt.
5.3
Nachdem
kein Arbeitgeberfragebogen a
ktenkundig ist und auch aus dem
Arbeitszeugnis der Firma
Y._
vom 3
1.
Mai 2014 (
Urk.
10/21/3
-4
) nicht her
vorgeht, ob die angestammte Tätigkeit der Beschwerdeführerin als
Packa
ging
Clerk einer leidensangepassten Tätigkeit entsprach, ist
(zu Gunsten der Beschwerdeführerin) davon auszugehen, dass sie die angestammte Tätigkeit nicht mehr ausüben kann.
5.4
Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist für die Ermittlung des
Vali
den
einkommens
entscheidend, was die versicherte Person im Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbeginns nach dem Beweisgrad der überwiegen
den Wahrscheinlichkeit als Gesunde tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der
Regel am zuletzt erzielten, nötigenfalls der Teuerung und der realen Ein
kommensentwicklung angepassten Verdienst angeknüpft, da es empirischer Erfahrung entspricht, dass die bisherige Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden
fort
gesetzt worden wäre. Ausnahmen müssen mit überwiegender Wahr
sch
ein
lichkeit erstellt sein (BGE 139 V 28 E. 3.3.2; BGE 135 V 58 E. 3.1; BGE
134 V 322 E. 4.1 mit Hinweis).
5.5
Für die Bestimmung des Invalideneinkommens können nach der Rechtspre
chung Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für Statistik periodisch herausgegebenen Lohnstrukturerhebungen (LSE) herangezogen werden (BGE 139 V 592 E. 2.3, BGE 135 V 297 E. 5.2; BGE 129 V 472 E. 4.2.1; BGE 126 V 75 E. 3b). Dabei sind grundsätzlich die im Verfügungszeitpunkt aktuellsten veröffentlichten Tabellen der LSE zu verwenden (Urteile des Bundesgerichts 9C_699/2015 vom 6. Juli
2016 E. 5.2, 8C_78/2015 vom 10. Juli
2015 E. 4 und 9C_526/2015 vom 11. September
2015 E. 3.2.2; zur Verwendung der aktu
ellsten statistischen Daten bei Rentenrevisionen vgl. BGE 142 V 178 E. 2.5.8.1 und BGE 133 V 545 E. 7.1). Der Griff zur Lohnstatistik ist subsidiär, das heisst deren
Beizug
erfolgt nur, wenn eine Ermittlung des Invalidenein
kommens aufgrund und nach Massgabe der konkreten Gegebenheiten des Einzelfalles nicht möglich ist (vgl. BGE 142 V 178 E. 2.5.7; BGE 139 V 592 E. 2.3, BGE 135 V 297 E. 5.2; vgl. auch Meyer/
Reichmuth
, IVG, 3. Aufl., N 55 und 89 zu Art. 28a, mit weiteren Hin
weisen auf die Rechtsprechung).
5.6
Wird das Invalideneinkommen auf der Grundlage von statistischen Durch
schnittswerten ermittelt, ist der entsprechende Ausgangswert allenfalls zu kür
zen. Mit dem sogenannten Leidensabzug wurde ursprünglich berück
sich
tigt, dass versicherte Personen, welche in ihrer letzten Tätigkeit körperli
che Schwerarbeit verrichteten und nach Eintritt des Gesundheitsschadens auch für leichtere Arbeiten
nurmehr
beschränkt einsatzfähig sind, in der Re
gel das entsprechende durchschnittliche Lohnniveau gesunder Hilfsarbeiter nicht errei
chen. Der ursprünglich nur bei Schwerarbeitern zugelassene Abzug ent
wickel
te sich in der Folge zu einem allgemeinen behinderungsbedingten Abzug, wobei die Rechtsprechung dem Umstand Rechnung trug, dass auch weitere persönliche und berufliche Merkmale der versicherten Person wie Alter, Dauer der Betriebszugehörigkeit, Nationalität oder Aufenthaltskatego
rie sowie Beschäftigungsgrad Auswirkungen auf die Höhe des Lohnes haben können. Ein Abzug soll aber nicht automatisch, sondern nur dann erfolgen, wenn im Einzelfall Anhaltspunkte dafür bestehen, dass die versicherte Person wegen eines oder mehrerer dieser Merkmale ihre gesundheitlich bedingte (Rest-)Arbeitsfähigkeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt nur mit unter
durch
schnittlichem Einkommen verwerten kann. Bei der Bestimmung der Höhe des Abzuges ist der Einfluss aller in Betracht fallenden Merkmale auf das Invalideneinkommen unter Würdigung der Umstände im Einzelfall ge
samthaft zu schätzen und insgesamt auf höchstens 25
%
des Tabellenlohnes zu begrenzen (vgl. zum Ganzen BGE 126 V 75).
5.
7
Gemäss Arbeitszeugnis der Firma
Y._
vom 3
1.
Mai 2014 (
Urk.
10/21/3
-4
)
wurde
das Arbeitsver
hältnis mit der Beschwerdeführerin aufgrund einer Um
strukturierung aufge
löst (S. 2). Allerdings war die Beschwerdeführerin zuvor bereits seit längerer Zeit krankgeschrieben (vgl.
Urk.
10/25/6-16
)
, weshalb nicht auszuschliessen ist, dass sie im Gesundheitsfall die bisherige Tätigkeit
nicht
verloren hätte, wovon (zu Gunsten der Beschwerdeführerin) auszu
gehen
ist.
Gemäss Auszug aus dem individuellen Konto (
Urk.
10/6) erzielte die Beschwerdeführerin im Jahr 2012 ein Einkommen von
Fr.
64‘
982.--. Im Jahr 2011 hatte sie zwar rund
Fr.
4‘500.-- mehr verdient. In
den Jahren davor war ihr Verdienst je
doch jeweils tiefer als das für das Jahr 2012 ausgewiesene Einkommen, wes
halb es sich rechtfertigt, das im Jahr 2012 erzielte Ein
kommen als
Validen
einkommen
heranzuziehen.
5.8
Für die Ermittlung des Invalideneinkommens
rechtfertigt
es
sich
vorliegend
auf den standardisierten Durchschnittslohn für einfache Tätigkeiten körperli
cher oder handwerklicher Art in sämtlichen Wirtschaftszweigen des privaten Sektors
gemäss
LSE
abzustellen. Das im Jahr
2012
von
Frauen
im Durch
schnitt aller einfachen Tätigkeiten körperlicher oder handwerklicher Art in sämtlichen Wirtschaftszweigen erzielte Ein
kommen betrug pro Monat
Fr.
4‘112
.-- (
LSE
2012
, S.
35, Tabelle
TA1, Monatlicher Bruttolohn nach Wir
t
schaftszeigen,
Kompetenzniveau
und Geschlecht, Privater Sektor,
Kom
pe
tenz
niveau 1, Total Frauen), mithin
Fr.
49‘344
.-- pro J
ahr bei einem
der Be
schwerdeführerin zumutbaren
Pensum von 100
%
.
Unter Berücksichtigung der
durchschnittlichen wöchen
tlichen Arbeitszeit im Jahr 2012
von
41.7
Stunden
(Betriebsübliche Arbeitszeit nach Wirtschaftsabteilungen, herausge
geben vom
Bundesamt für Statistik, T03.02, 2012 Total) resultiert somit ein Invaliden
ei
n
kommen von rund
Fr.
51‘441.-- für das Jahr 2012 (
Fr.
49‘344.
-- :
40 x 41.7).
5.9
Beim Vergleich
des
Valideneinkommens
von
Fr.
64‘982.-- mit dem Inva
li
de
n
einkommen
resul
tiert
vorliegend
selbst dann
ein
Invaliditätsgrad von weni
ger als 40
%
, wenn
vom
Invalideneinkommen
ein
-
im Falle der Be
schwer
deführerin als zu hoch erscheinender - L
eidensabzug von 20
%
ge
währt
würde
.
Daran vermag auch die Berücksichtigung der allgemeinen Lohn
ent
wick
lung
nichts zu ändern.
Damit ist
ein ren
tenanspruchsbegründender Invaliditätsgrad zu verneinen
.
Die
Beschwerde
ist dementsprechend
abzuweisen.