# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** f20eba93-7cb9-4cbd-9be9-e5251c2893b6
**Court:** GR_KG
**Chamber:** GR_KG_007
**Year:** 2022
**Language:** de
**Jurisdiction:** GR / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt
A. Die A._ GmbH – bzw. deren Rechtsvorgänger A._ – und B._ schlossen im Oktober 2007 einen Architektur- und Bauleitungsvertrag (nachfolgend Architekturvertrag) ab. Darin verpflichtete sich die A._ GmbH unter anderem zu der Ausarbeitung eines Vorprojekts, Detailstudien zum Bauprojekt, der Durchführung des Bewilligungsverfahrens und der Ausarbeitung der Ausführungspläne sowie zur Bauleitung. Das Einfamilienhaus wurde im Herbst 2008 fertiggestellt und abgenommen. Anlässlich eines Treffens im März 2013 wurden Feuchtigkeitsschäden am erbauten Haus festgestellt. Die Parteien konnten sich in der Folge nicht einigen, ob die A._ GmbH in irgendeiner Form für die aufgetretenen Schäden zu haften habe.
B. Im Rahmen einer vorsorglichen Beweisabnahme vor dem Regionalgericht Surselva (Proz. Nr. 135-2017-263) erstellte der Gutachter K._ am 22. August 2017 eine Expertise betreffend die erwähnten Schäden. Am 19. April 2018 und 18. Mai 2018 erfolgten die Ergänzungsgutachten. Die Gerichtskosten des vorsorglichen Beweisverfahrens in Höhe von insgesamt CHF 24'990.00 (Entscheidgebühr CHF 2'000.00, Kosten der Beweisführung/Begutachtung CHF 22'990.00) auferlegte das Regionalgericht Surselva B._ und sprach der A._ GmbH eine ausseramtliche Entschädigung in Höhe von CHF 3'000.00 zu. Vorbehalten blieb ein abweichender Entscheid des Gerichts über die endgültige Kostentragung in einem allfälligen Hauptverfahren (vgl. Entscheid des Regionalgerichts Surselva vom 8. Juni 2018, Dispositivziffer 3).
C. Nach erfolglos durchgeführter Schlichtungsverhandlung vom 17. August 2018 wurde das Verfahren vor dem Vermittleramt Surselva zwecks Weiterführung von Einigungsverhandlungen sistiert. Nachdem die Einigungsversuche gescheitert waren, stellte der Vermittler auf Verlangen des Rechtsvertreters von B._ am 11. Dezember 2019 die Klagebewilligung mit den folgenden Rechtsbegehren aus:
1. Die Beklagte sei zu verpflichten, dem Kläger Fr. 280'000.00 zuzüglich 5 % Zins seit dem 11. Juni 2018 zu bezahlen.
2. Unter vermittleramtlicher, gerichtlicher und aussergerichtlicher Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten der Beklagten.
D. B._ prosequierte seine Klage gegen die A._ GmbH mit Eingabe vom 14. März 2019 beim Regionalgericht Surselva mit den leicht abgeänderten Rechtsbegehren:
1. Die Beklagte sei zu verpflichten, dem Kläger CHF 290'505.35, zuzüglich 5 % Zins auf CHF 280'000.00 seit dem 11. Juni 2018 und 5 % Zins auf CHF 10'505.35 seit Klageeinreichung zu bezahlen.
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2. Es sei der Rechtsvorschlag in der Betreibung Nr. E._ (Zahlungsbefehl vom 17.12.2018) für den Betrag von CHF 280'000.00, zuzüglich 5 % Zins seit dem 11. Juni 2018 zu beseitigen und definitive Rechtsöffnung zu erteilen.
3. Unter vermittleramtlicher, gerichtlicher und aussergerichtlicher Kosten- und Entschädigungsfolge.
E. Nachdem das Gesuch der A._ GmbH um Vereinfachung des Prozesses mit prozessleitender Verfügung vom 21. Mai 2019 vom Regionalgericht Surselva abgewiesen worden und der A._ GmbH eine neue Frist zur Einreichung der Klageantwort angesetzt worden war, reichte diese innert Nachfrist mit Eingabe vom 15. August 2019 ihre Beschwerdeantwort (recte Klageantwort) mit den folgenden Anträgen ein:
1. Die Klage sei vollumfänglich abzuweisen.
2. Das Rechtsöffnungsbegehren für die Betreibung Nr. E._ sei abzuweisen.
3. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge (inkl. MWST) zu Lasten des Klägers.
Ferner erkläre ich hiermit die Streitverkündung an:
- C._, F._strasse 55, D._;
- L._, M._ 17, N._.
F. In seiner Replik vom 30. September 2019 änderte B._ seine Rechtsbegehren wie folgt leicht ab:
1. Die Beklagte sei zu verpflichten, dem Kläger CHF 288'522.60, zuzüglich 5 % Zins auf CHF 280'000.00 seit dem 11. Juni 2018 und 5 % Zins auf CHF 8'522.60 seit Klageeinreichung zu bezahlen.
2. Es sei der Rechtsvorschlag in der Betreibung Nr. E._ (Zahlungsbefehl vom 17.12.2018) für den Betrag von CHF 280'000.00, zuzüglich 5 % Zins seit dem 11. Juni 2018 zu beseitigen und definitive Rechtsöffnung zu erteilen.
3. Unter vermittleramtlicher, gerichtlicher und aussergerichtlicher Kosten- und Entschädigungsfolge.
G. Mit Eingabe vom 28. November 2019 reichte die A._ GmbH ihre Duplik mit unveränderten Rechtsbegehren ein.
H. Mit prozessleitender Verfügung vom 12. Dezember 2019 erliess das Regionalgericht Surselva die Beweisverfügung. Darin wurden den Parteien die verschiedenen Beweisthemen auferlegt und die verschiedenen Beweismittel bezeichnet.
I. Die Einvernahmen der in der Beweisverfügung vom 12. Dezember 2019 bezeichneten Zeugen und die Parteibefragungen fanden am 6. Februar 2020 statt.
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J. Die Hauptverhandlung vor dem Regionalgericht Surselva fand am 19. Mai 2020 in Anwesenheit von B._, dessen Rechtsvertreter, des Vertreters der A._ GmbH sowie deren Rechtsvertreter statt. Mit Entscheid gleichen Datums (Proz. Nr. 115-2019-6), mitgeteilt am 14. August 2020, erkannte das Regionalgericht Surselva was folgt:
1. Die Klage wird teilweise gutgeheissen und die A._ GmbH wird verpflichtet, B._ CHF 288'522.60 zuzüglich Zins von 5 % auf CHF 280'000.00 seit dem 11. Juni 2018 sowie Zins von 5 % auf 8'522.60 seit dem 14. März 2019 zu bezahlen.
2. Der Rechtsvorschlag in der Betreibung Nr. E._ des Betreibungsamtes Surselva wird im Umfang von CHF 280'000.00 zuzüglich 5 % Zins seit dem 11. Juni 2018 beseitigt.
3. a)Die Gerichtskosten in Höhe von CHF 18'000.00 gehen zu Lasten der A._ GmbH und werden aus dem vom Kläger geleisteten Vorschuss in gleicher Höhe bezogen.
Die A._ GmbH ist verpflichtet, B._ den Betrag von CHF 18'350.00 (CHF 18'000.00 Gerichtskosten sowie CHF 350.00 Pauschale für das Schlichtungsverfahren) zu ersetzen/zu bezahlen.
b) Die A._ GmbH ist verpflichtet, B._ eine Parteientschädigung von CHF 26'474.05 (inkl. Barauslagen, Interessenwertzuschlag und MwSt.) zu bezahlen.

## Considerations