# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** d97c3f1c-35fd-47d4-b8cc-d9548f8e9938
**Court:** AG_SVWG
**Chamber:** AG_SVWG_001
**Year:** 2020
**Language:** de
**Jurisdiction:** AG / Northwestern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Das Gericht entnimmt den Akten:
A.1.
In der Gemeinde Q. befindet sich der vor Jahrzehnten privat erstellte C-
Weg (Parzellen E, F und G) in einem lamentablen Zustand und soll wieder
instand gestellt werden (Protokoll der Verhandlung vom 10. Juni 2020 im
Parallelverfahren 4-EV.2019.34 [im Folgenden: Protokoll], S. 5 und 7).
Vorab waren die eigentlichen Strassengrundstücke von der Gemeinde zu
übernehmen, was mit Abtretungsvertrag vom 28. März 2019 (Grundbuch-
eintrag am 3. April 2019) geschah.
A.2.
Die bestehende Strasse übermarcht die übernommenen Strassenparzellen
an mehreren Stellen. Diese Flächen sind zusätzlich zu erwerben. Zudem
soll der C-Weg geringfügig ausgebaut werden, wofür weitere Teilflächen
abgetreten werden müssen.
A.3.
Ein Enteignungstitel, der Erschliessungsplan H (beschlossen vom Gemein-
derat am 6. Juni 2005, genehmigt vom Regierungsrat am 10. August 2005),
liegt vor (§ 132 Abs. 1 lit. c des Gesetzes über Raumentwicklung und Bau-
wesen [BauG; SAR 713.100] vom 19. Januar 1993). Das Bauprojekt für die
Instandstellung wurde ausgearbeitet, aber noch nicht förmlich öffentlich
aufgelegt.
B.1.
Der Gemeinderat Q. ersuchte das Spezialverwaltungsgericht, Abteilung
Kausalabgaben und Enteignungen (SKE), mit Protokollauszug vom 19. No-
vember 2018 um Einleitung des Enteignungsverfahrens. Die Vorausset-
zungen dafür sind gegeben (A.3.).
B.2.
Die Enteignungsakten lagen auf Anordnung des Gerichts vom 10. Januar
2019 bis 9. Februar 2019 auf der Gemeindekanzlei Q. zur Einsichtnahme
auf. Das Instandstellungsprojekt lag orientierungshalber (A.3.) bei. Die Auf-
lage wurde vorgängig im Publikationsorgan der Gemeinde (Der Landanzei-
ger) angekündigt. Die von der Enteignung Betroffenen wurden von der Ge-
meinde zudem mit Schreiben vom 11. Dezember 2018 auf die bevorste-
hende Auflage hingewiesen.
B.3.
Nach Ablauf der Frist bestätigte der Gemeinderat Q. mit Schreiben vom
13. Februar 2019, dass die Auflage ordnungsgemäss stattgefunden habe.
Er übermittelte dem Gericht zwei fristgerecht eingegangene Eingaben (be-
treffend das Parallelverfahren 4-AV.2018.50, I-Strasse) und ersuchte um
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Sistierung der Verfahren, damit Einigungsgespräche geführt und Übernah-
meverträge abgeschlossen werden könnten.
C.1.
Der Gemeinderat verhandelte während des laufendenden Enteignungsver-
fahrens mit den damaligen Eigentümern der Strassenparzellen E, F und G
über die Abtretung der Strassengrundstücke. Mit dem bereits erwähnten
Abtretungsvertrag vom 28. März 2019 (A.1.) wurde die Übernahme besie-
gelt. Die zusätzlich beabsichtigte vollständige Bereinigung der privaten
Fahrwegrechte auf der künftig öffentlichen Strasse scheiterte am Wider-
stand einzelner Wegrechtsberechtigter. Die Gemeinde übernahm die
Strassengrundstücke schliesslich mit einigen "Restlasten" (Teilabwei-
sungsverfügung des Grundbuchamts T. vom 10. September 2019 und Ver-
zichtserklärung des Gemeinderats Q. [Beilagen zum Schreiben der Bau-
verwaltung vom 8. Oktober 2019]).
C.2.
Im Mai 2019 führte der Gemeinderat Q. sodann Einigungsgespräche mit
den beiden Grundeigentümern, die Entschädigungsbegehren gestellt hat-
ten (Parallelverfahren; vorne B.3.). Im einen Fall kam eine Einigung zu-
stande, deren Festschreibung sich bis in den Herbst 2019 hinein verzö-
gerte.
Schliesslich waren auf Ersuchen des Gerichts noch einige Unklarheiten für
das weitere Vorgehen in den beiden Enteignungsverfahren (I-Strasse und
C-Weg) zu klären (E-Mail der Bauverwaltung vom 11. November 2019).
D.1.
Nachdem die Ausgangslage bereinigt war, gelangte das Gericht mit Schrei-
ben vom 18. November 2019 an all jene Grundeigentümer (Anstösser C-
Weg), die innert der Auflagefrist kein Entschädigungsbegehren gestellt hat-
ten. Es räumte diesen eine zweite Frist bis 17. Dezember 2019 ein, um
allfällige Entschädigungsbegehren einzureichen, diesmal jedoch mit der
Androhung, dass ohne Eingabe innert Frist die beantragte Landabtretung
sowie das Entschädigungsangebot der Gemeinde als akzeptiert gälten und
das Verfahren auf dieser Basis abgeschrieben werde.
D.2.
Ein solches Schreiben erhielten auch A. und B., Gesamteigentümer (einfa-
che Gesellschaft) der überbauten Parzelle J, von der nach Landerwerbs-
plan ca. 3 m2 abzutreten sind. Mit Einschreiben vom 13. Dezember 2019
verlangten sie, es sei ihnen das abzutretende Land mit Fr. 350.00/m2 zu
entschädigen.
D.3.
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Der Gemeinderat Q. nahm aufforderungsgemäss (Schreiben SKE vom 23.
Januar 2020) Stellung zum Entschädigungsbegehren. Er beantragte, die
Forderung abzuweisen (Schreiben vom 17. Februar 2020).
Das Schreiben des Gemeinderats wurde A. und B. am 20. Februar 2020
zur Kenntnis gebracht. Diese liessen sich am 12. März 2020 dazu verneh-
men. Sie hielten an ihrer Forderung fest. Dieses Schreiben wurde dem Ge-
meinderat Q. am 16. März 2020 zur Kenntnis gebracht. Damit war der
Schriftenwechsel abgeschlossen.
E.1.
Das Gericht beabsichtigte, den Fall am 10. Juni 2020 mit den Parteien zu
verhandeln. Die Gesuchgegner verzichteten jedoch auf eine Teilnahme
(Schreiben vom 23. April 2020).
Daraufhin wurde ihnen mit Schreiben vom 27. Mai 2020 die Zusammenset-
zung des Gerichts mitgeteilt.
E.2.
Am 10. Juni 2020 wurde der Fall ohne Parteibeteiligung gestützt auf die
Akten beraten und entschieden.

## Considerations

Das Gericht zieht in Erwägung:
1.
1.1.