# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** d2c6e9af-e43b-4339-9595-df4bc800a9ba
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2019
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1957, Mutter eines 1984 geborenen Sohnes und seit 2003 verwitwet (
Urk.
7/3/1-2,
Urk.
7/4/1-2, Urk. 7/28/2), meldete sich 1997 erstmals bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an (Urk.
7
/2). In der Folge sprach die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, der Versicherten
gestützt auf die erfolgten Abklärungen (vgl.
Urk.
7/6 ff.)
mit Wirkung ab 1. Januar 1998 eine ganze Rente zu (Urk.
7
/11, Urk.
7/15
).
In den Jahren
1999 und 2004 bestätigte die IV-Stelle
diesen Rentenanspruch
(Urk. 9/23
, Urk.
7/42
).
1.2
Im Juni 2008 leitete die IV-Stelle eine weitere Revision ein, indem sie
der Ver
si
cherten einen Revisionsfragebogen zustellte (Urk. 7/59) und Arztberichte
ein
holte, insbesondere das Gutachten des
Y._
vom 19. August 2009 (Urk. 9/62, Ur
k. 9/67, Urk. 9/76). Nach durch
geführtem
Vorbescheidverfahren
(Urk. 9/79, Urk. 9/85,
Urk.
7/93) setzte die IV-Stelle
mit Verfügung vom 2
6.
April
2010
die bisherige ganze Rente per 1. Juni 2010 auf eine
Viertelsrente
herab (Urk. 7/96
; vgl. auch
Urk.
7/95 f.
).
Gegen diese Verfügung erhob die Versicherte am 2
6.
Mai 2010 Beschwerde (Urk. 7/99). In Abweisung dieser Beschwerde änderte das Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich den angefochtenen Entscheid
mit Urteil IV.2010.00511 vom 7.
September 2012 dahingehend ab, dass die Versicherte mit Wirkung
ab dem 1.
Juni 2010 keinen Anspruch auf eine Invalidenrente mehr
habe
(
Dispositiv-
Ziff.
1;
Urk. 7/124).
Die dagegen erhobene Beschwerde (Urk. 7/125/1-19) hiess das Bundesgericht mit Urteil 9C_032/2012 vom 1
7.
April 2013 gut und hob
Dis
positiv-Ziffer 1 des vorinstanzlichen Urteils auf (Urk. 7/131).
Die Versicherte hatte somit Anspruch auf
die
verfügte
Viertelsrente
, wobei zufolge Verwitwung gestützt auf
Art.
43 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) eine ganze Rente
zur Auszahlung kam
(vgl. Urk.
7/140 f.).
1.3
Am 1
1.
April 2013
hatte
die Versicherte den ihr zugesandten Revisionsfrage
bogen aus
gefüllt
(Urk.
7/133) und die
IV-Stelle
hatte
einen Arztbericht ein
geholt
(Urk.
7/137). Ferner beschloss sie im Januar 2014 die Einholung eines polydis
ziplinären Gutachtens (Urk. 7/161). Dieses erstattete
die Begutachtungsstelle
Z._
am 2
3.
Juni 2014 (Urk. 7/178).
Am
8.
August 2014 erliess die IV-Stelle einen Vorbescheid, mit dem sie der Versicherten die Zusprechung einer ganzen Rente ab dem
1.
Dezember 2012 sowie einer halben Rente ab dem
1.
Sep
tember 2014 in Aussicht stell
t
e (Urk. 7/182). Dagegen erhob die Versicherte am 1
5.
September 2014, ergänzt am 2
2.
Oktober 2014, Einwände (Urk. 7/187,
Urk.
7/191).
Am 2
7.
November 2014
erliess die IV-Stelle einen weiteren Vorbe
scheid,
mit dem sie zunächst die Ausrichtung einer halben Rente per
1.
Dezember 2012 (ausbezahlt als ganze Rente aufgrund der Verwitwung) und hernach die Aufhebung der Rente auf das Ende des auf die Zustellung
des Entscheides
folgenden Monats in Aussicht stellte
(Urk. 7/204). Erneut erhob die Versicherte dagegen Einwände (Urk. 7/209).
Mit Verfügung vom 1
8.
März 2016 entschied die IV-Stelle im Sinne des Vorbescheids vom 2
7.
November 2016 (Urk. 7/218; vgl. auch
Urk.
7/212 f.).
Dagegen erhob die Versicherte am
3.
Mai 2016 Beschwerde (Urk. 7/223/3-21). Nachdem die IV-Stelle die angefochtene Verfügung
pendente
lite
wiedererwägungsweise aufgehoben hatte (Urk. 7/226)
,
schrieb das Sozialver
sicherungsgericht die Beschwerde mit Verfügung IV.2016.00515 vom 1
7.
Juni 2016 als gegenstandslos geworden ab (Urk. 7/229).
Die Wiedererwägung erfolgte mit der Begründun
g, vor der Rentenaufhebung sei
bei der über 55 Jahre alten Versicherten, die mehr als 15 Jahre eine Rente bezogen habe,
die
Eingliederungs
fähigkeit
zu prüfen
.
1.4
In der Folge
richtete die IV-Stelle der Versicherten weiterhin die ganze Rente aus (Urk. 7/234 ff.) und
leitete
Eingliederung
smassnahmen ein. Namentlich
veran
lasste
sie
bei der Institution Beratungsbuffet in
A._
ein Assessment mit nachfolgendem
Arbeitstraining
(vgl.
Urk.
7/
246 f
f.). Per 1
7.
März 2017 erfolgte
der formelle Abbruch der Massnahme (Urk. 7/251). Nachdem die IV-Stelle zwei Verlaufsberichte bei den behandelnden Ärzten
Dr.
med.
B._
, Facharzt FMH für Psychiatrie und Psychotherapie, und
Dr.
med.
C._
, Fach
arzt
FMH für Allgemeine Medizin, eingeholt hatte (Urk. 7/255-256)
,
erliess sie am 2
6.
Mai 2017 einen Vorbescheid, mit dem sie wiederum zunächst
die
Ausrichtung einer halben Rente
per
1.
Dezember 2012 (ausbezahlt als ganze Rente aufgrund der Verwitwung) und
hernach die Aufhebung der Rente auf das Ende des auf die Zustellung
des Entscheides
fo
lgenden Monats
in Aussicht stellte
(Urk. 7/258). Einwände gegen den vorgesehenen Entscheid erhob die Versicherte am 2
8.
Juni 2017 (Urk. 7/261). Mit Verfügung vom 1
7.
August 2017 entschied die IV-Stelle im Sinne des Vorbescheides (Urk. 2 =
Urk.
7/264).
Da die Verfügung dem Rechts
vertreter der Beschwerdeführerin gemäss Eingangsvermerk
am 2
1.
August 2017
zugegangen
war
(
Urk.
2 S. 1), endete der Rentenanspruch per 3
0.
S
eptember 201
7.
2.
Gegen die Verfügung vom 1
7.
August 2017 erhob die Versicherte am
20.
Sep
tember 2017 Beschwerde mit dem Antrag, es sei
ihr
in Aufhebung des angefoch
tenen Entscheids über den 3
0.
September 2017
hinaus
basierend auf
einem Inva
liditätsgrad
von 100
%
eine ganze Rente
zu bezahlen
. Eventualiter sei auch bei einem Invaliditätsgrad von unter 70
%
eine ganze Rente auszurich
ten (Urk. 1).
Die IV-Stelle beantragte in der Beschwerdeantwort vom 2
7.
Oktober 2017 die Abweisung der Beschwerde (Urk. 6).
Am
1
2.
Dezember 2017 bewilligte das Gericht die unentgeltliche Prozessführung und
bestellte den Vertreter der Ver
sicherten,
Rechtsanwalt Stephan K
übler, Winterthur, als
unentgeltlichen Rechts
vertreter
(Urk. 13). Dieser reichte am 2
0.
Januar 2018 seine Honorarnote ein (Urk. 15
f.
).
Auf die Ausführungen der Parteien und die Akten wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Der Anspruch auf eine Rente
setzt eine Invalidität voraus
(Art. 8 Abs. 1
des Bun
desgesetzes über den Allgemeinen Teil
des Sozialversicherungsrechts;
ATSG)
.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
tels
rente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung
;
IVG)
Witwen, Witwer und Waisen, welche sowohl die Anspruchsvoraussetzungen für eine
Hinterlassenen
rente
der Alters- und Hinterlassenenversicherung als auch für eine Rente der Invalidenversicherung erfüllen, haben Anspruch auf eine ganze Invalidenrente. Es wird aber nur die höhere der beiden Renten ausgerichtet (Art. 43
Abs.
1 IVG).
Ändert sich der Invaliditätsgrad eines Rentenbezügers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht,
her
abgesetzt oder aufgehoben (
Art.
17
Abs.
1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen seit
der
Zusprechung der Rente, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Ren
tenanspruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente bei einer wesentlichen Änderung des Gesundheitszustandes revidierbar
.
1.2
Die Beschwerdegegnerin hat gestützt auf die durchgeführten Abklärungen den Rentenanspruch der Beschwerdeführerin einer Revision unterzogen. In der
ange
fochtenen Verfügung
vom
1
7.
August 2017
führte die Beschwerdegegnerin
aus,
vor der in Aussicht gestellten Rentenaufhebung seien
Eingliederungsmassnah
men
eingeleitet
und hernach abgebrochen worden. Zum Abbruch habe geführt, dass
die Beschwerdeführerin
sich
aus gesundheitlichen Gründen ausserstande
gesehen habe
, einer Erwerbstätigkeit nachzugehen, obschon die vorhandene Rest
arbeitsfähigkeit eine Verwertung auf dem ersten Arbeitsmarkt erlaube. Die
medi
zinischen Akten seien nach Abbruch der Massnahmen aktualisiert worden. Im Vergleich zur Verfügung vom 1
6.
(
richtig
: 18.) März 2016 habe sich keine Ver
änderung gezeigt. Somit sei am
seinerzeitigen
Entscheid, das heisst an der Ein
stellung der Rente nach vorhergehender befristeter Erhöhung
festzuhalten (Urk. 2 S. 1 f.).
1.3
Die Beschwerdeführerin macht geltend, aufgrund des Alters von über 55 Jahren und der Rentenbez
ugsdauer von mehr als 15 Jahren
habe die Beschwerdegegnerin die Eingliederungsfähigkeit geprüft. Gemäss den Feststellungen der
Berater der Eingliederungsi
nsti
tution Beratungsbuffet sei die Kooperation einwandfrei gewe
sen. Selbst den Fachleuten sei es nicht möglich gewesen, ein realistisches Tätig
keitsfeld zu definieren und ein entsprechendes Arbeitstraining durchzuführen. Fest stehe, dass eine Verletzung der Mitwirkungspflicht nicht vorliege.
Vielmehr habe es die Beschwerdegegnerin zu vertreten, dass keine einzige in Frage kom
mende Tätigkeit konkret aufgezeigt worden sei. Von einer rechtsgenüglichen Durchführung der Eingliederungsmassnahme könne nicht gesprochen werden.
M
it der Niederlegung des Mandates durch das Beratungsbuffet
habe sich
gezeigt, dass aufgrund der gesamten Umstände eine Eingliederung in den ersten Arbeits
markt nicht realistisch sei. Selbst den Fachleuten sei es nicht gelungen,
eine Ein
gliederung auf dem Arbeitsmarkt zu ermöglichen
(Urk. 1 S. 6 ff.
Ziff.
1).
Zu beachten sei
sodann, dass sich die Beschwerdegegnerin mit den
Haupteinwän
den
nicht ausreichend auseinandergesetzt habe. Die ungenügende Begründung des
angefochtenen
Entscheides verletz
e den Anspruch auf rechtliches Gehör. Die Verletzung des Gehörsanspruchs sei vorliegend als schwerwiegend einzustufen. Es rechtfertige sich somit, die angefochtene Verfügung
bereits
aus formellen Gründen auszuheben (Urk.
1 S. 18
lit
.
bb
).
2
.
2
.1
Verfügungen der Versicherungsträger müssen, wenn sie den Begehren der Par
teien nicht voll entsprechen, eine Begründung enthalten, das heisst eine Darstel
lung des vom Versicherungsträger als relevant erachteten Sachverhaltes und der rechtlichen Erwä
gungen (
Art.
49
Abs.
3 Satz 2 ATSG). Die Begründung eines Ent
scheides muss so abgefasst sein, dass die betroffene Person ihn gegebenenfalls anfechten kann. Dies ist nur dann möglich, wenn sowohl sie als auch die Rechts
mittelinstanz sich über die Tragweite des Entscheids ein Bild machen können. In diesem Sinne müssen wenigstens kurz die Überlegungen genannt werden, von denen sich der Versicherungsträger leiten liess und auf welche sich der Entscheid stützt. Dies bedeutet indessen nicht, dass sich die Verwaltung ausdrücklich mit jeder
tatbeständlichen
Behauptung und jedem rechtlichen Einwand auseinander
setzen muss; vielmehr kann sie sich auf die für den Entscheid wesentlichen Gesichtspunkte beschränken (BGE 126 V 75 E. 5b/
dd
mit Hinweis, 118 V 56
E. 5b).
Der Mangel eines nicht oder nur ungenügend begründeten Entscheides kann gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung im Rechtsmittelverfahren geheilt werden, sofern die fehlende Begründung in der Vernehmlassung der entscheiden
den Behörde zum Rechtsmittel enthalten ist oder den
beschwerdeführenden
Par
teien auf andere Weise zur Kenntnis gebracht wird, diese dazu Stellung nehmen können und der Rechtsmittelinstanz volle Kognition zukommt (BGE 107
Ia
1).
2
.2
Die Beschwerdeführerin macht
unter Hinweis auf ihre detaillierten Darlegungen
zur Sache
in
Ziff.
2
lit
. b und c der Beschwerdeschrift (vgl.
Urk.
1 S. 9 ff.)
geltend
, die Beschwerdegegnerin habe sich
m
it diesen auch zuvor schon dargelegten Standpunkten, aus denen sich ergebe, dass
eine leistungsrelevante Besserung des gesundheitlichen Zustandes nicht rec
htsgenüglich nachgewiesen sei
,
weder im angefochtenen Entscheid noch im
Vorbescheidverfahren
hinreichend a
useinan
dergesetzt und habe
dazu
nicht
Stellung genommen
(Urk. 1 S. 17 f.
lit
.
d/
aa
u.
bb
).
Richtig ist, dass die Beschwerde
gegn
erin in der Verfügungsbegründung (Urk. 2
S. 1 f.) in erster Linie auf das Ergebnis der zuvor durchgeführten Eingliederungs
abklärungen
Bezug
genommen hat.
Sodann kam sie zum Schluss, es hätten sich in medizinischer Hinsicht seit dem Erlass der Verfügung vom
1
6.
(richtig: 18.) März 2016
(
Urk.
7/218) keine Veränderungen ergeben, weswegen auf selbige zu verweisen sei
. In der Begründung zu dieser Verfügung (Urk. 7/213) nahm die Beschwerdegegnerin auf das medizinische Abklärungsergebnis Bezug und ging auf die aus ihrer Sicht relevanten Aspekte und die sich daraus für sie ergebenden Konklusionen ein. Sodann nahm sie zu verschiedenen Argumenten der Beschwer
deführerin
Stellung. Dass sie nicht auf sämtliche Vorbringen näher einging, begründet noch keine Verletzung des rechtlichen Gehörs oder der Begründungs
pflicht. Aus der Verfügungsbegründung erschliesst sich, von welchen Überlegun
gen sich die Beschwerdegegnerin bei ihrem Entscheid hat leiten lassen. Eine sach
gerechte Anfechtung des Entscheides w
ar vor diesem Hintergrund ohne
W
eiteres
möglich.
3
.
3
.1
E
ine medizinisch attestierte Verbesserung der Arbeitsfähigkeit
ist
grundsätzlich auf dem Weg der Selbsteingliederung zu verwerten. Wenn die versicherte Person das 5
5.
Altersjahr zurückgelegt oder die Rente mehr als 15 Jahre bezogen hat, muss sich die Verwaltung aber vor der Herabsetzung oder Aufhebung einer Invalidenrente in jedem Fall vergewissern, ob sich ein medizinisch-theoretisch wiedergewonnenes Leistungsvermögen ohne Weiteres in einem entsprechend tieferen Invaliditätsgrad niederschlägt oder ob dafür ausnahmsweise im Einzelfall eine erwerbsbezogene Abklärung oder die Durchführung von Eingliederungs
massnahmen
im Rechtssinn vorausgesetzt ist.
Aus den beiden Kriterien können die Betroffenen im Kontext einer Revision oder Wiedererwägung jedoch nicht ohne Weiteres einen Besitzstandsanspruch ableiten, sondern es wird ihnen lediglich zugestanden, dass infolge des fortgeschrittenen Alters oder der langen Ren
tendauer die Selbsteingliederung grundsätzlich als nich
t mehr zumutbar einzu
stufen ist.
Entzieht oder widersetzt sich die versicherte Person Eingliede
rungs
massnahmen, können ihr die Leistungen
gekürzt oder verweigert werden (Urteil des Bundesgerichts 8C_842/2016 vom 1
8.
Mai 2017 E. 5.3.1 mit Hinweisen).
3
.2
Zur Feststellung der für die Frage der zumutbaren Selbsteingliederung einer versicherten Person massgebenden Eckwerte des Rentenbezugs
von mehr als 15 Jahren respektive
des Erreichens des 5
5.
Altersjahres wird auf den Zeitpunkt der rentenaufhebenden Verfügung oder auf den darin verfügten Zeitpunkt
der
Ren
tenau
fhebung ab
gestellt (BGE 141
V 5
).
Bei der Aufhebung der Rente mit Verfü
gung vom 1
8.
März 2016 (Urk. 7/218) war die
am
7.
Februar 1957 geborene Beschwerdeführerin
etwas
über
59
Jahre alt und sie bezog seit mehr als 15 Jahren eine Rente. Diese war ihr mit Verfügung vom 1
4.
Juli 1998 mit Wirkung ab dem
1.
Januar 1998 zugesprochen worden (Urk. 7/11).
Zu Recht gelangte die
Beschwerdegegnerin
somit
zur Auffassung
, vor einer Aufhebung der Rente seien Eingliederungsmassnah
men zu prüfen (vgl.
Urk.
7/227),
kam
auf die
bereits
beschlossene
Rentenaufhebung
pendente
lite
zurück und
hob die
Verfügung vom 1
8.
März 2016
wiedererwägungsweise auf (Urk. 7/
226; vgl. auch
Urk.
7/229/1-4).
Hernach richtete
sie die Rente wiederum aus und
leitete Abklärungen zur Prüfung der Selbsteingliederungsfähigkeit der Beschwerdeführerin ein (
Urk.
7/234 ff.
).
3
.3
3
.3.1
Das fortgeschrittene Alter wird, obgleich an sich ein invaliditätsfremder Faktor, in der Rechtsprechung als Kriterium anerkannt, welches zusammen mit weiteren persönlichen und beruflichen Gegebenheiten dazu führen kann, dass die einer versicherten Person verbliebene Resterwerbsfähigkeit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt realistischerweise nicht mehr nachgefragt wird, und dass ihr deren Verwertung gestützt auf die Selbsteingliederungspflicht nicht mehr zumutbar ist. Der Einfluss des Lebensalters auf die Möglichkeit, das verbliebene Leistungsver
mögen auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt zu verwerten, lässt sich nicht nach einer allgemeinen Regel bemessen, sondern hängt von den Umständen des
Ein
zelfalles ab. Massgebend können die Art und Beschaffenheit des Gesundheits
schadens und seiner Folgen, der absehbare Umstellungs- und Einarbeitungsauf
wand und in diesem Zusammenhang auch Persönlichkeitsstruktur, vorhandene Begabungen und Fertigkeiten, Ausbildung, beruflicher Werdegang oder Anwend
barkeit von Berufserfahrung aus dem angestammten Bereich sein (BGE 138 V 457 E. 3.1 mit Hinweisen). Die Möglichkeit, die verbliebene Arbeits
fähigkeit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt zu verwerten, hängt nicht zuletzt davon ab, welcher Zeitraum der versicherten Person für eine berufliche Tätigkeit und vor allem auch für einen allfälligen Berufswechsel noch zur Verfügung steht (BGE 138 V 457 E. 3.2 mit Hinweisen; vgl. statt vieler: Urteil des Bundesgerichts 8C_645/2017 vom 23. Januar 2018 E. 3.1 mit Hinweisen). Gemäss BGE 138 V 457 richtet sich der Zeitpunkt, in welchem die Frage nach der Verwertbar
keit der Restarbeitsfähigkeit bei vorgerücktem Alter beantwortet wird, nach dem Feststehen der medizinischen Zumutbarkeit einer (Teil-)Erwerbstätigkeit (E. 3.3). Als ausgewiesen gilt die medizinische Zumutbarkeit einer (Teil-)Erwerbstätigkeit, sobald die medizinischen Unterlagen diesbezüglich eine zuverlässige Sachver
haltsfeststellung erlauben (BGE 143 V 431 E. 4.5
.1; vgl. BGE 138 V 457 E. 3.4).
3
.3.2
Eine gesundheitliche Besserung mit der Folge einer höheren Restarbeitsfähigkeit
attestierten
die
Z._
-Experten im Gutachten vom 2
3.
Juni 2014 (
Urk.
7/178)
. Damals
hatte
die Beschwerdeführerin
das
5
7.
Altersjahr zurückgelegt
.
Die ver
bleibende Aktivitätsdauer
bis zum Erreichen des AHV-Alters
schloss die Verwer
tung der erwerblichen Ressourcen allein auf dem Weg der Se
lbsteingliederung grundsätzlich
noch
nicht aus.
Weitere
hemmende Faktoren
fallen aber ins Gewicht
.
D
ie Beschwerdegegnerin
bezog bei der Erstattung des Gutachtens bereits im 16. Jahr
eine Rente
und war in dieser Zeit keiner
Erwerbstätigkeit mehr
nachge
gangen
(vgl.
Urk.
7/60 =
Urk.
7/102 =
Urk.
7/103 =
Urk.
7/105,
Urk.
7/123 =
Urk.
7/129 =
Urk.
7/142
,
Urk.
7/178/
3,
Urk.
7/178/55
). Die Rente war stets als
ganze Rente
ausgerichtet worden
, zunächst gestützt auf einen
Invaliditätsgrad
von 100
%
, hernach aufgrund der Verwitwung im Jahr 2003
gestützt auf
Art.
43
Abs.
1 IVG
(vgl.
Urk.
7/11,
Urk.
7/15,
Urk.
7/31
f.,
Urk.
7/98,
Urk.
7/141, Urk.
7/146,
Urk.
7/234,
Urk.
7/238
).
In
ihrem Herkunftsland
hatte die Beschwerdeführerin den
Beruf
einer
Buchhalte
rin
ausgeübt. Nach ihrer Niederlassung
in der Schweiz
im Jahr 1988 (vgl.
Urk.
7/2) hat sie diesen Beruf nicht meh
r ausüben können und fortan
als Reini
gungskraft
fast
ausschliess
lich für denselben Arbeitgeber
gearbeitet
(
ab 1991 im Altersheim
O._
in
P._
;
Urk.
7/8,
Urk.
7/178/55)
. Hinzu kommt, dass die Beschwerdeführerin nur über unzureichende Deutschkenntnisse verfügt
. Für die Begutachtung durch die Ärzte des
Z._
und auch
für die
Kontakt
e
mit der Beschwerdegegnerin und
mit
den involvierten Integrationsstellen
war s
ie auf
eine
Übersetzung angewiesen
(
Urk. 7/178/50
Urk. 7/250/1
,
Urk.
7/252/3 ff.
).
Gemäss dem
Z._
-Gutachten
sodann besteht ganz generell ein
erheblich
e
inge
schränktes
Ressourcenprofil. N
ach Einschätzung der Gutachter
sind
nur
körper
lich
leichteste bis maximal leichte Tätigkeiten
möglich. Diese Tätigkeiten müssen
zudem wechselbelastend sein und zu
vermeiden sind insbesondere längeres Sitzen
sowie
weitere statisch ungünstige Belastungen (vorgeneigtes S
tehen, Knien,
Kau
ern
und repetitive Rumpfbewegungen;
Urk.
7/
178/27). Aus somatischer Sicht sind solche Tätigkeiten grundsätzlich uneingeschränkt möglich. Eine zeitliche Ein
schränkung von 20
%
erachteten die Gutachter aus psychiatrischer Sicht auf
grund des diagnostizierten depressiven Leidens für gegeben (Urk. 7/178/20 f.,
Urk.
7/178/23,
Urk.
7/178/27).
Obwohl
die Beschwerdegegnerin aufgrund der
Ausprägung der
Depression, der vorhandenen Ressourcen und wegen bestehender Inkonsistenzen zum Schluss kam, es sei von einer zeitlich nicht eingeschränkten Verwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit auszugehen (Urk. 7/203/4 f.)
, was nicht nur bestritten, sondern auch zu relativi
eren ist (vgl. nachstehende E. 3
.3.3)
,
ist insgesamt von
erheblich
eingeschränkten erwerblichen Möglichkeiten auszu
gehen
,
bei gleichzeitig
16
-jähriger
vollständige
r
arbeitsmarktliche
r
Desintegra
tion
(bezogen auf den Zeitpunkt der
Z._
-Begutachtung)
. Aufgrund der gesam
ten Umstände ist damit auch für eine leichte Hilfstätigkeit von einem maximalen Umstellungs- und Einarbeitungsaufwand auszugehen (vgl. Urteil des Bundesge
richts 9C_183/2017 vom 3
0.
Oktober 2017 E. 5.2.1)
3
.3.3
Die Beschwerdegegnerin veranlasste zunächst eine Abklärung bei der Eingliede
rungsstelle
D._
. Indessen verlief dort bereits der Erstkontakt
nach den von der Beschwerdegegnerin im Verlaufsprotokoll zur Eingliederungsberatung wiederge
gebenen Angaben der Beschwerdeführerin unerfreulich
.
Entgegen früherer Zusicherung war kein Türkisch sprechender Sachbearbeiter zugegen. Dieser arbeitete bereits seit einem Monat nicht mehr dort. Eine vorgängige Information an die Beschwerdeführerin erfolgte nicht. Die von der Beschwerdeführer
in
zuvor
eingereichten Unterlagen hatte der neue Sachbearbeiter nicht zur Hand (Urk. 7/252/6). Die
se Angaben bestätigte die
D._
in der Folge und teilte
zusätzlich
mit, man sei zur Einschätzung gelangt, dass die Deutschkenntnisse der Beschwerdeführerin für eine erfolgreiche Arbeitsvermittlung nicht ausreichend seien (Urk. 7/252/8).
In der Folge vermittelte die Beschwerdegegnerin ein
Assessment beim Beratungs
buffet. Es fanden insgesamt fünf
Termine
im Beisein einer Übersetzerin statt (Urk. 7/252/11). Dem Bericht der Verantwortlichen des Beratungsbuffets vom
6.
März 2017 ist zu entnehmen,
aufgrund des
durch die Ärzte beurteilte
n
Gesund
heitsz
ustand
es, der zur Zusprechung der Rente geführt habe
und wegen Schul
terbeschwerden, über die die Beschwerdeführerin zusätzlich berichtet habe,
sei es
unmöglich
gewesen
, eine Funktion im beruflichen Alltag zu definieren.
Hinzu komme, dass sich die Beschwerdeführerin auch nicht in der Lage fühle
,
eine Erwerbstätigkeit aufzunehmen. Eine Rückkehr in den in der Türkei einst ausge
übten Beruf als Buchhalterin sei nicht denkbar. In der Schweiz habe die
Beschwerdeführerin ausschliesslich im Reinigungsbereich gearbeitet.
Ein Arbeits
versuch im zuletzt ausgeübten Umfeld sei aber aus Gründen der eingeschränkten Mobilität nicht umsetzbar.
Während des Assessments habe sich die Beschwerde
führerin im Rahmen
ihrer Möglichkeiten engagiert und
sei jederzeit hilfsbereit und informativ gewesen. Gewissenhaft und mit grossem Willen habe sich die
Beschwerdeführerin trotz der schwierigen Ausgangslage bemüht, aktiv am
Pro
zess teilzunehmen.
Die gegenwärtig vorhandenen Skills und der gesund
heitlich schlechte Zustand erlaubten es
indessen
nicht, einen Arbeitsversuch im Berufs
alltag zu finden
(Urk. 7/25
0)
.
3
.3.4
Der Erstkontakt mit
D._
war für die
Beschwerdeführerin
aus nicht von ihr zu vertretenden Gründen
wenig zufriedenstellend und eine weitere Zusammenarbeit unterblieb in der Folge. A
ufgrund der mangelnden Deutschkenntnisse der Beschwerdeführerin
nahm die
Institution
konkrete
Eingliederungsleistungen
von
vornherein nicht an die Hand
.
Beim Beratungsbuffet fanden verschieden
e
Gespräche statt, wobei auch diese Institution von konkreten Massnahmen, insbesondere von einem Arbeitstraining absah. Die Gründe erläuterte sie in ihrem Bericht. Dieser
enthält
indessen gewisse
Unklarheiten. Einerseits
wurde
dar
auf
hingewiesen, die Beschwerde
führ
erin fühle sich nicht in der Lage
,
eine Erwerbstätigkeit aufzunehmen, andererseits
findet sich die Bestätigung
, trotz vorhandener Motivation liessen es die insgesamt zu geringen beruflichen Fähigkeiten (Skills) und der gesundheitliche Zustand nicht zu, einen Arbeitsversuch durchzuführen.
In Bezug auf Letzteres ist allerdin
gs offen
, in welchem Umfang die Verantwort
lichen beim Beratungsbuffet über den aktuellen gesundheitlichen Zustand der Beschwerdeführerin im Bilde waren.
Sie nahmen Bezug auf den Zustand, der zur Zusprechung der Rente führte. Anlass zu den erwerblichen Abklärungen aber gab die von den
Z._
-Gutachtern attestierte Besserung. Ferner erwähnte die Beschwerdeführerin neu aufgetretene Schulterbeschwerden. Diese fanden im her
nach bei
Dr.
C._
eingeholten Bericht
jedoch
keine Bestätigung (Urk. 7/256).
In dieser Situation
hätten sich
Rückfragen
zur Klärung der offen gebliebenen Punkte
aufgedrängt
. Stattdessen schloss die Beschwerdegegnerin die Eingliede
rungsabklärungen ab (Urk. 7/252/11 f.) und stellte sich in der angefochtenen
Ver
fügung auf den Standpunkt, für die aus Sicht der Beschwerdeführerin in Frage kommenden Tätigkeiten erfülle sie die Anforderungen nicht, was indessen inva
liditätsfremder Natur
sei,
und im Übrigen mangle es an der Eingliederungsbereit
schaft (Urk. 2 S. 2).
3.3.5
In die Beurteilung der Selbsteingliederungsfähigkeit haben nicht nur unmittelbar invaliditätsrelevante Aspekte einzufliessen. Neben der Art und der Beschaffenheit des Gesundheitsschadens und seiner Folgen sind der absehbare Umstellungs- und Einarbeitungsaufwand, die Persönlichkeitsstruktur, vorhandene Begabungen und Fertigkeiten, die Ausbildung, der berufliche Werdegang und die Berufserfahrung aus dem angestammten Bereich m
assgebend (vgl. vorstehende E. 3
.3.1).
Den Unterlagen zur Eingliederungsabklärung
ist wohl zu entnehmen, dass die Beschwerdeführerin äusserte, sich nicht in der Lage zu fühlen, eine Erwerbstätig
keit aufzunehmen. Aufgrund der gleichzeitig attestierten Motivation und der aktiven Teilnahme an den Abklärungen und insbesondere am Assessment, greift der Standpunkt zu kurz, die Beschwerdeführer
in
lehne die Aufnahme einer Erwerbstätigkeit
von
vornherein ab.
Hinzu kommt, dass gemäss
Z._
-Gutachten die von der Beschwerdeführerin geschilderten Beschwerden durchaus eine organische Ursache haben. Entsprechend zurückhaltend fiel das Profil der
über
haupt noch zumutbaren Tätigkeiten aus.
Nach langjähriger
Absenz vom Arbeits
markt, angesichts der äusserst einseitigen beruflichen Erfahrung und der
erheb
lichen
sprachlichen Probleme, ist es
sodann
nachvollziehbar, dass
sich
die Beschwerdeführerin
ausser Stande sieht
, konkrete
berufliche
Perspektiven zu formulieren. Genau an dieser Stelle
hatte
die Eingliederungsberatung anzusetzen. Sowohl die Mitarbeiter von
D._
als auch die diejenigen des
Beratungbuffets
erachteten eine Eingliederung
aufgrund der gesam
ten Umstände aber bereits nach kurzer Abklärung
als
nicht durchführbar.
3
.4
Zusammengefasst
führen die Eingliederungsabklärungen zu folgenden
Schlüssen:
Selbst wenn entsprechend dem
umstrittenen
Z._
-
Gutachten davon ausgegangen würde
, es bestehe aufgrund einer gesundheitlichen Besserung medizinisch-theoretisch wieder eine Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätig
keit, ist
aufgrund des
fortgeschrittenen Alter
s,
aufgrund der weiterhin gegebenen gesundheitlichen Beeinträchtigungen, aufgrund der
langjährigen
vollständigen Absenz vom Arbeitsmarkt als Folge des Rentenbezugs,
aufgrund erheblicher sprachlicher Defizite und in Ermangelung
konkret verwer
tbarer beruflicher Fähigkeiten
für die in Frage kommenden Tätigkeiten
die Selbsteingliederungs
fähigkeit
als Voraussetzung für die Einstellung der Rente
nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit gegeben.
Auf eine Klärung der erwähnten noch offenen Aspekte ist zu verzichten. Die Beschwerdeführerin
wäre bei einer Rückweisung zur Vervollständigung der Ein
gliederungsmassnahmen
bereits über 62 Jahre alt. Es verbleiben ihr damit klar weniger als zwei Jahre bis zum Erreichen des AHV-Alters. Eine berufliche Ein
gliederung ist daher als unrealistisch anzusehen
(Urteil des Bundesgerichts 9C_183/2017 vom 3
0.
Oktober 2017 E. 5.2.3)
. Überdies hätte es die Beschwerde
gegnerin in der Hand gehabt,
bereits
nac
h Vorliegen des
Z._
-Gutachtens
vom 2
3.
Juni 2014
Eingliederungsmass
n
a
hmen an die Hand zu nehmen. Dies ist indessen unterblieben.
Wird die Restarbeit
sfähigkeit
- wovon aufgrund der gesamten Umstände auszu
gehen ist -
auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt realistischerweise nicht mehr nachgefragt, liegt eine vollständige Erwerbsunfähigkeit vor (Urteil
des Bundes
gerichts
9C_446/2012 vom 1
6.
November 2012 E. 5.2). Davon ist hier auszu
gehen,
denn auch eine
Rückweisung zur Durchführung beruflicher Massnahmen
entfällt
aus Altersgründen.
Aus den genannten Gründen ist die Beschwerde gut
zuheissen.
Die Beschwerdeführerin
hat ab Oktober 2017
Anspruch auf eine ganze Rente.
4.
4
.1
Gemäss
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um die Bewilligung oder die Verweigerung von Leistungen der Invalidenversicherung vor dem kantonalen Versicherungsgericht in Abweichung von
Art.
61
lit
. a ATSG kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensaufwand und unabhän
gig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis
Fr.
1'000.-- festgesetzt. Vorlie
gend erweist si
ch eine Kostenpauschale von Fr. 800
.-- als angemessen. Aus
gangsgemäss sind die Kosten
der Beschwerdegegnerin
aufzuerlegen.
4
.2
Ausgangsgemäss hat
die Beschwerdeführerin
gestützt auf
§
34
Abs.
1 und 3 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht (
GSVGer
) Anspruch auf eine Pro
zessentschädigung.
Der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin reichte am
20.
Januar 2018
eine Honorarnote ein (Urk.
15 f.
).
Darin macht
er eine Entschä
digung von insgesamt
Fr.
3'252.10
inklusive
Auslagenersatz und Mehrwertsteuer geltend.
Der beantragten
Entschädigung
liegt zur Hauptsache
der Zeitaufwand für
die Redaktion der Beschwerdeschrift
im Umfang von 10 Stunden zu Grunde
(Urk. 16 S. 1). Die Ausführungen in der Beschwerdeschrift decken sich
weit
gehend
mit denjenigen
in
der Beschwerdeeingabe im Verfahren IV.2016.00515 (Urk.
7/223/3
-23).
Bei der Abschreibung
jenes
Verfahrens
aufgrund
der Wieder
erwägungsverfügung der Beschwerdegegnerin zu Gunsten
von Eingliederungs
massnahmen belief sich die Prozessentschädigung auf Fr.
3'497.90 (Urk. 7/229/3)
.
Im laufenden Beschwerdeverfahren hatte der Rechtsvertreter neu zu den Eingliederungsmassnahmen (Urk. 7/247-254) und zu den Verlaufsberich
ten der
Dres
.
B._
und
C._
(Urk. 7/255 f.) Stellung
zu nehmen. Die
s recht
fertigt nicht
erneut einen Zeitaufwand und
eine Entschädigung in annähernd
der gleichen
Höhe.
Für das Studium der zusätzlichen Akten und die Darlegungen zu den neu
en
Aspekte
n
ist
ein Aufwand von insgesamt
3
Stunden
angemessen
. Hinzu kommt der Aufwand für die Instruktion mit der Klientin und derjenige für Korrespondenz
und sonstiges
gemäss Aufstellung
(
Urk.
16 S. 1 f.).
Der geltend gemacht
e
Aufwand von total 13 Stunden und 15 Min
uten ist
somit
um 7 Stunden auf 6 Stunden und 15 Minute zu kürzen.
Ausgehend vom
praxisgemässen Stun
denansatz von
Fr.
220.--
ergibt dies eine Entschädigung von
Fr.
1'375.--. Hinzu kommen die Auslagen
in der Höhe von
Fr.
96.2
0.
Da sämtlicher Aufwand auf das Jahr 2017 entfiel
,
ist wie beantragt eine Mehrwertsteuer von 8
%
zu berücksich
tigen. Diese beläuft sich auf
Fr.
117.70
(8
% auf
Fr.
1'471.20).
Die Entschädigung beläuft sic
h auf total Fr.
1'588.9
0.
Die
Beschwerdegegnerin
ist zu verpflichten, die Entschädigung direkt an den
unentgeltlichen
Rechtsvertreter, Rechtsanwalt Stephan Kübler, Winterthur, auszubezahlen.