# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** a284a18b-e2e9-409f-a701-5f0acf11c246
**Court:** ZH_OG
**Chamber:** ZH_OG_001
**Year:** 2013
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

betreffend Eheschutz (Besuchsrecht, Unterhaltsbeiträge, Prozesskostenbeitrag), Kostenfolgen
Berufung gegen eine Verfügung und ein Urteil des Einzelgerichts im summarischen Verfahren am Bezirksgericht Meilen vom 2. November 2012 (EE120022)
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Rechtsbegehren:
Der Gesuchstellerin (Urk. 11):
" 1. Es sei festzustellen, dass die Parteien zum Getrenntleben be-
rechtigt sind, und es sei davon Vormerk zu nehmen, dass sie seit 1. Juli 2011 getrennt leben.
2. Es sei die Obhut über die gemeinsamen Söhne C._, geb. tt.mm.2003, und D._, geb. tt.mm.2006, der Gesuchstellerin allein zuzuteilen.
3. Es sei der Gesuchsgegner für berechtigt zu erklären, die Söhne C._ und D._ alternierend wie folgt auf eigene Kosten zu sich oder mit sich auf Besuch zu nehmen:
- an einem Wochenende von Samstagabend nach Arbeitsschluss bis Montagmorgen Schulbeginn
- am darauffolgenden Wochenende von Sonntag, 11 Uhr, bis Montagabend, 17.30 Uhr.
Überdies sei dem Gesuchsgegner ein gerichtsübliches  einzuräumen, nämlich alternierend an Weihnachten / Neujahr bzw. über die Oster- und Pfingstfeiertage.
Schliesslich sei der Gesuchsgegner für berechtigt zu erklären, C._ und D._ in den Schulferien für drei Wochen pro Jahr auf eigene Kosten zu sich oder mit sich in die Ferien zu nehmen, wobei er zu verpflichten sei, die Ausübung dieses  mindestens drei Monate im Voraus schriftlich anzukündigen.
4. Es sei der Gesuchsgegner zu verpflichten, der Gesuchstellerin rückwirkend ab 1. Juli 2011 für sich persönlich und an den  der gemeinsamen Söhne angemessene, nach Vorlage der sachdienlichen Unterlagen des Gesuchsgegners und Erstattung der Klageantwort zu beziffernde, monatliche Unterhaltsbeiträge zu bezahlen, wobei allfällig bereits geleistete Zahlungen  seien.
5. Es sei per Eingang dieses Begehrens Gütertrennung anzuordnen.
unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (zuzügl. MWSt) zu Lasten des Gesuchsgegners."
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Des Gesuchsgegners (Urk. 23 S. 3 ff., sinngemäss): Es sei das Gesuch der Gesuchstellerin um Feststellung der  der Parteien zum Getrenntleben abzuweisen. Eventualiter: Es sei den Parteien die geteilte elterliche Obhut über die beiden , C._, geb. tt.mm.2003, und D._, geb. tt.mm.2006, .
Der Prozessbeiständin (Urk. 46): " 1. Es seien die beiden Söhne C._, geb. tt.mm.2003, und D._,
geb. tt.mm.2006, für die Dauer des Getrenntlebens unter die elterliche Obhut der Gesuchstellerin zu stellen.
1. Es sei der Gesuchsgegner berechtigt zu erklären, die beiden Söhne C._ und D._ auf eigene Kosten wie folgt mit sich oder zu sich auf Besuch zu nehmen: − am Wochenende jeder geraden Woche von Freitag nach Schul-
schluss bis Sonntag 19:00 Uhr, − wöchentlich unter Berücksichtigung der Wünsche und Bedürfnis-
se von C._ und D._ am Mittwoch-Nachmittag nach Schulschluss bis 19:00 Uhr,
− in Jahren mit gerader Jahreszahl über Ostern (Karfreitagmorgen, 10:00 Uhr, bis Ostermontagabend, 19:00 Uhr) und an  vom 26. Dezember, 12:00 Uhr, bis 2. Januar 1200 Uhr sowie in Jahren mit ungerader Jahreszahl über Pfingsten (Freitag nach Schulschluss bis Pfingstmontagabend, 19:00 Uhr) und  vom 23. Dezember, 12:00 Uhr oder nach Schulschluss, bis 26. Dezember, 12:00 Uhr;
− während den Schulferien 4 Wochen, jedoch nicht mehr als 2  nacheinander, auf 3monatige vorherige Ankündigung durch den Gesuchsgegner, wobei auf zuvor von der Gesuchstellerin  Ferientermine Rücksicht zu nehmen ist.
2. Die Parteien seien darauf hinzuweisen, dass für C._ und D._ die Pflege des Kontaktes und der Beziehung zu beiden Eltern für die psychische und soziale Entwicklung von grosser Bedeutung ist, und sie seien im Sinne von Art. 308 Abs. 2 ZGB anzuweisen, alles zu , damit diesem Anliegen Rechnung getragen wird.
3. Dem Gesuchsgegner sei im Sinne von Art. 307 Abs. 3 ZGB die  zu erteilen, eine Erziehungsberatung bei der Jugend- und  E._ in Anspruch zu nehmen und dabei das Thema
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"Umgang mit Kindern in Trennungssituationen" sowie "Gefahren von Parentifizierung" aufzuarbeiten.
4. Sodann sei eine Beistandschaft im Sinne von Art. 308 Abs. 2 ZGB  und der Beistand damit zu beauftragen, − eine Familienbegleitung für die Unterstützung und Begleitung der
Mutter im Erziehungsalltag zu installieren und zu überwachen, − den Vollzug der angeordneten Erziehungsberatung des Vaters zu
überwachen, − eine schulpsychologische Abklärung für C._ einzuleiten und
zu überwachen unter Einschränkung der elterlichen Sorge der  im Umfange dieses Auftrages (Art. 308 Abs. 3 ZGB),
− die Eltern darin zu unterstützen, auch in ihrer Situation als  lebende Eltern gemeinsam für das Wohl ihres Kindes zu sorgen, insbesondere die Besuchsrechtsmodalitäten  zu regeln,
− bei Bedarf Anträge für die Ausdehnung/Abänderung des  zu stellen."
Urteil des Einzelgericht im summarischen Verfahren am Bezirksgericht Meilen:
1. Der Gesuchsgegner wird verpflichtet, der Gesuchstellerin einen Prozesskos-
tenbeitrag in der Höhe von CHF 5'000.– zu bezahlen.
2. Es wird festgestellt, dass die Parteien zum Getrenntleben berechtigt sind.
3. Die Kinder der Parteien, C._, geb. tt.mm.2003, und D._, geb.
tt.mm.2006, werden für die Dauer des Getrenntlebens unter die Obhut der
Gesuchstellerin gestellt.
4. Der Gesuchsgegner sowie die Kinder C._ und D._ haben nach
Massgabe nachfolgender Anordnungen gegenseitig Anspruch auf angemes-
senen persönlichen Verkehr. Der Gesuchsgegner ist berechtigt, die beiden
Kinder auf eigene Kosten wie folgt mit sich oder zu sich auf Besuch zu neh-
men:
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- am Wochenende jeder geraden Woche von Samstag 12:00 bis Sonn-
tag 19:00 Uhr, unter der Auflage, dass die Betreuung der Kinder vom
Gesuchsgegner persönlich gewährleistet sein muss und ausserhalb
seiner Geschäftslokalitäten stattfindet;
- in Jahren mit gerader Jahreszahl über Ostern (Karfreitagmorgen,
10:00 Uhr, bis Ostermontagabend, 19:00 Uhr) und an Weihnachten
vom 26. Dezember, 12:00 Uhr, bis 2. Januar 12:00 Uhr sowie in Jahren
mit ungerader Jahreszahl über Pfingsten (Freitag nach Schulschluss
bis Pfingstmontagabend, 19:00 Uhr) und Weihnachten vom 23. De-
zember, 12:00 Uhr oder nach Schulschluss, bis 26. Dezember, 12:00
Uhr;
- während den Schulferien 4 Wochen, jedoch nicht mehr als 2 Wochen
nacheinander, auf 3monatige vorherige Ankündigung durch den Ge-
suchsgegner, wobei auf zuvor von der Gesuchstellerin bekanntgege-
bene Ferientermine Rücksicht zu nehmen ist.
5. Die Parteien werden darauf hingewiesen, dass für C._ und D._ die
Pflege des Kontaktes und der Beziehung zu beiden Eltern für die psychische
und soziale Entwicklung von grosser Bedeutung ist, und sie werden ange-
wiesen, alles zu unternehmen, damit diesem Anliegen Rechnung getragen
wird.
6. Dem Gesuchsgegner wird die Weisung erteilt, eine Erziehungsberatung bei
der Jugend- und Familienberatung E._ in Anspruch zu nehmen und da-
bei das Thema "Umgang mit Kindern in Trennungssituationen" sowie "Ge-
fahren von Parentifizierung" aufzuarbeiten.
7. Für die gemeinsamen Kinder der Parteien, C._, geboren am
tt.mm.2003, und D._, geboren am tt.mm.2006, wird eine Beistandschaft
im Sinne von Art. 308 Abs. 2 ZGB errichtet. Dem Beistand bzw. der Bei-
ständin werden folgende Aufträge erteilt:
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- Eine Familienbegleitung für die Unterstützung und Begleitung der Ge-
suchstellerin im Erziehungsalltag zu installieren und zu überwachen.
- Den Vollzug der angeordneten Erziehungsberatung des Gesuchsgeg-
ners zu überwachen.
- Eine schulpsychologische Abklärung für C._ einzuleiten und zu
überwachen. Im Umfang dieses Auftrages wird hiermit die elterliche
Sorge der Parteien beschränkt und dem Beistand bzw. der Beiständin
die Kompetenz erteilt, den Auftrag nötigenfalls auch ohne Mitwirkung
bzw. gegen den Willen der Parteien zu erfüllen.
- Die Parteien darin zu unterstützen, auch in ihrer Situation als getrennt
lebende Eltern gemeinsam für das Wohl ihrer Kinder zu sorgen, insbe-
sondere die Besuchsrechtsmodalitäten einvernehmlich zu regeln.
- Bei Bedarf Anträge für die Ausdehnung/Abänderung des Besuchs-
rechts zu stellen.
Die diesbezüglichen Kosten sind von den Parteien je hälftig zu tragen.
Die Vormundschaftsbehörde F._ wird hiermit ersucht, den Beistand
bzw. die Beiständin zu ernennen.
8. Der Gesuchsgegner wird verpflichtet, der Gesuchstellerin für die Dauer des
Getrenntlebens für die Kinder C._ und D._ Unterhaltsbeiträge von
je CHF 1'300.– pro Monat (zuzüglich allfälliger Familien- oder Ausbilungszu-
lagen) zu bezahlen, zahlbar monatlich im Voraus, je auf den Monatsersten,
rückwirkend ab 1. Juli 2011.
9. Der Gesuchsgegner wird verpflichtet, der Gesuchstellerin für die Dauer des
Getrenntlebens für sich persönlich Unterhaltsbeiträge von CHF 1'500.– pro
Monat zu bezahlen, zahlbar monatlich im Voraus, je auf den Monatsersten,
rückwirkend ab 1. Juli 2011.
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10. Zwischen den Parteien wird mit Wirkung ab 20. April 2012 die Gütertren-
nung angeordnet.
11. Die Entscheidgebühr wird festgesetzt auf:
CHF 5'000.– ; die weiteren Auslagen betragen:
CHF 6'038.60 Kosten für die Vertretung der Kinder
CHF 11'038.60 Total
Wird auf eine Begründung verzichtet, ermässigt sich die Entscheidgebühr
auf zwei Drittel.
12. Die Entscheidgebühr wird der Gesuchstellerin zu 1⁄4 und dem Gesuchsgeg-
ner zu 3⁄4 auferlegt. Die Kosten für die Vertretung der Kinder werden den
Parteien je hälftig auferlegt.
13. Die Gerichtskosten werden mit dem von der Gesuchstellerin geleisteten
Kostenvorschuss in der Höhe von CHF 5'000.– verrechnet, sind ihr aber
entsprechend der Regelung in Dispositiv Ziff. 12 hievor vom Gesuchsgegner
zu ersetzen.
14. Der Gesuchsgegner wird verpflichtet, der Gesuchstellerin eine reduzierte
Parteientschädigung in der Höhe von CHF 3'000.– (8% MWST in diesem
Betrag eingeschlossen) zu bezahlen.
15. (Mitteilung)
16. (Rechtsmittel)
Berufungsanträge:
Des Gesuchsgegners und Berufungsklägers (Urk. 64, sinngemäss):
1. Dispositiv-Ziffer 1 der Verfügung vom 2. November 2012 sei  und von der Pflicht zur Leistung eines  sei abzusehen.
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2. Dispositiv-Ziffer 4 sei wie folgt anzupassen: Der Gesuchsgegner sowie die Kinder C._ und D._  nach Massgabe nachfolgender Anordnungen gegenseitig Anspruch auf angemessenen persönlichen Verkehr. Der  ist berechtigt, die beiden Kinder auf eigene Kosten wie folgt mit sich oder zu sich auf Besuch zu nehmen:
- am Wochenende jeder geraden Woche von Sonntag 10:00 bis
19:00 Uhr, unter der Auflage, dass die Betreuung der Kinder vom
Gesuchsgegner persönlich gewährleistet sein muss und aus-
serhalb seiner Geschäftslokalitäten stattfindet;
- in Jahren mit gerader Jahreszahl über Ostern (Karfreitagmorgen,
10:00 Uhr, bis Ostermontagabend, 19:00 Uhr) und an Weihnach-
ten vom 26. Dezember, 12:00 Uhr, bis 2. Januar 12:00 Uhr sowie
in Jahren mit ungerader Jahreszahl über Pfingsten (Freitag nach
Schulschluss bis Pfingstmontagabend, 19:00 Uhr) und Weihnach-
ten vom 23. Dezember, 12:00 Uhr oder nach Schulschluss, bis
26. Dezember, 12:00 Uhr;
- während den Schulferien 4 Wochen, jedoch nicht mehr als 2 Wo-
chen nacheinander, wobei auf zuvor von der Gesuchstellerin be-
kanntgegebene Ferientermine Rücksicht zu nehmen ist.
3. Dispositiv-Ziffer 8 und 9 des Urteils vom 2. November 2012 seien aufzuheben und von einer Unterhaltsverpflichtung des  sei abzusehen.
4. Dispositiv-Ziffer 12 des Urteils vom 2. November 2012 sei  und die Entscheidgebühr den Parteien je hälftig .
Der Gesuchstellerin und Berufungsbeklagten (Urk. 75):
" Es sei die Berufung vollumfänglich abzuweisen, soweit darauf  sei,
unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (zuzüglich MWSt) zu Lasten des Gesuchsgegners und Berufungsklägers."
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## Considerations

Erwägungen:
I.
1. Die Parteien standen vor Vorinstanz seit April 2012 in einem Eheschutzver-
fahren (Urk. 1). In diesem Rahmen wurde mit Verfügung vom 25. Juli 2012 (Urk.
25) für die beiden gemeinsamen Kinder der Parteien eine Prozessbeiständin be-
stellt und der Gesuchsgegner und Berufungskläger (fortan Gesuchsgegner) zur
Leistung eines Prozesskostenvorschusses im Betrag von Fr. 5'000.– verpflichtet.
Nach Durchführung des Hauptverfahrens fällte die Vorinstanz am 2. November
2012 das eingangs wiedergegebene Urteil (Urk. 65).
2. Gegen dieses Urteil erhob der Gesuchsgegner mit Eingabe vom 14. De-
zember 2012 innert Frist Berufung, wobei er sinngemäss die oben angeführten
Anträge stellte (Urk. 64). Ebenso stellte er ein Gesuch um Gewährung der unent-
geltlichen Prozessführung. Unter dem Datum vom 22. Januar 2012 zeigte
Rechtsanwalt lic. iur. X._ die Vertretung des Gesuchsgegners an und er-
suchte um Ansetzung einer Frist zur Ergänzung der Berufungsschrift, eventualiter
um Anordnung eines zweiten Schriftenwechsels sowie um Gewährung der unent-
geltlichen Rechtspflege (Urk. 72). Mit Beschluss vom 28. Januar 2013 wurde das
gesuchsgegnerische Begehren um Fristansetzung zur Berufungsergänzung ab-
gewiesen und vom Gesuchsgegner Unterlagen zu seinen finanziellen Verhältnis-
sen einverlangt (Urk. 74). Die Berufungsantwort der Gesuchstellerin und Beru-
fungsbeklagten (fortan Gesuchstellerin) datiert vom 30. Januar 2013 und enthält
unter anderem das Gesuch um Zusprechung eines weiteren Prozesskostenvor-
schusses für das Berufungsverfahren im Betrag von Fr. 4'000.–, eventualiter um
Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege (Urk. 75). Mit Verfügung vom
1. Februar 2013 wurde dem Gesuchsgegner die Berufungsantwort zur Kenntnis-
nahme zugestellt und gleichzeitig Frist zur Stellungnahme zum Begehren um Zu-
sprechung eines Prozesskostenvorschusses, ev. Gewährung der unentgeltlichen
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Rechtspflege angesetzt (Urk. 78). Unter dem Datum vom 20. Februar 2013 reich-
te der Gesuchsgegner die einverlangten Unterlagen ins Recht. Die Frist zur Stel-
lungnahme zum gesuchstellerischen Antrag um Zusprechung eines Prozesskos-
tenvorschusses bzw. Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege liess er indes
unbenutzt verstreichen.
3. Die Vertreterin der Kinder nahm zu den gemachten Ausführungen der Par-
teien hinsichtlich des Besuchsrechts mit Eingabe vom 9. April 2013 Stellung (Urk.
86).
II.
1. Vorbemerkungen
1.1 Gegenstand des vorliegenden Verfahrens sind das Besuchsrecht des Ge-
suchsgegners und der beiden gemeinsamen Kinder der Parteien, die Unterhalts-
beiträge an die Gesuchstellerin persönlich und die beiden Kinder sowie die erstin-
stanzlichen Kosten- und Entschädigungsfolgen inklusive den vom Gesuchsgegner
zu leistenden Prozesskostenbeitrag, während die übrigen Regelungen zum Ge-
trenntleben der Parteien (Berechtigung zum Getrenntleben, Obhut, Kindes-
schutzmassnahmen, Anordnung der Gütertrennung) unangefochten blieben. Die
Dispositiv-Ziffern 2, 3, 5, 6, 7, 10 und 11 des angefochtenen Urteils sind damit
rechtskräftig geworden (Art. 315 Abs. 1 ZPO), was vorzumerken ist.
1.2 Gemäss Art. 272 ZPO gilt in eherechtlichen Summarverfahren der Untersu-
chungsgrundsatz. Dies bedeutet, dass das Gericht den Sachverhalt von Amtes
wegen feststellt und grundsätzlich nicht an die Parteivorbringen gebunden ist (DI-
KE-Komm-ZPO, Art. 272 N 109). Betreffend die Bindung an die Parteianträge gilt
für die Belange der Ehegatten untereinander indes die Dispositionsmaxime (DIK-
E-Komm-ZPO, Art. 272 N 105, Art. 58 Abs. 1 ZPO). Dies bedeutet, dass das Ge-
richt – auch im Rechtsmittelverfahren – an die Parteianträge gebunden ist. Das
Gericht kann mithin weder mehr zusprechen, als eine Partei verlangt, noch weni-
ger, als eine Partei anerkannt hat. Art. 296 Abs. 3 ZPO erklärt demgegenüber in
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Kinderbelangen den Offizialgrundsatz für anwendbar, weshalb das Gericht in die-
sem Bereich ohne Bindung an die Parteianträge entscheidet. Gestützt auf Art.
296 Abs. 1 ZPO erforscht das Gericht hinsichtlich der Kinderbelange den Sach-
verhalt von Amtes wegen, die Untersuchungsmaxime ist in diesem Bereich somit
nicht eingeschränkt.
1.3 In prozessualer Hinsicht ist weiter zu bemerken, dass aufgrund des summa-
rischen Charakters des vorliegenden Verfahrens blosses Glaubhaftmachen ge-
nügt. Das Gericht darf weder blosse Behauptungen genügen lassen noch einen
stichhaltigen Beweis verlangen (BGE 120 II 398).
1.4 Neue Tatsachen und Beweismittel sind im Berufungsverfahren nur noch zu
berücksichtigen, wenn sie - kumulativ - ohne Verzug vorgebracht werden (Art. 317
Abs. 1 lit. a ZPO) und trotz zumutbarer Sorgfalt nicht schon vor erster Instanz
vorgebracht werden konnten (Art. 317 Abs. 1 lit. b ZPO). Die Tatsache, dass es
sich beim Eheschutzverfahren um ein summarisches Verfahren handelt und nach
Art. 272 ZPO der Untersuchungsgrundsatz gilt, ändert daran nichts (BGE 138 III
625, insbesondere Erw. 2.2. S. 628 [für vereinfachtes Verfahren]). Vor diesem
Hintergrund sind die vom Gesuchsgegner mit seiner Berufungsschrift eingereich-
ten Urk. 67/2, 4 und 5 unbeachtlich.
1.5 Gemäss Art. 311 Abs. 1 ZPO ist die Berufung der Rechtsmittelinstanz
schriftlich und begründet einzureichen. Die Berufungsanträge müssen eingangs
oder am Ende der Berufungsschrift aufgeführt werden. Es genügt nicht, lediglich
die Aufhebung des angefochtenen Entscheids zu beantragen, sondern es muss
ein Antrag in der Sache gestellt werden, und zwar grundsätzlich im Rechtsbegeh-
ren selber und nicht bloss in der Begründung (vgl. dazu BGE 133 III 489, Erw.
3.1). Dieses muss so bestimmt sein, dass es im Falle der Gutheissung der Klage
unverändert zum Urteil erhoben werden kann; die auf Geldzahlung gerichteten
Berufungsanträge sind zu beziffern. Auf eine Berufung mit einem formell mangel-
haften Rechtsbegehren ist ausnahmsweise einzutreten, wenn sich aus der Be-
gründung, allenfalls in Verbindung mit dem angefochtenen Entscheid, ergibt, was
der Berufungskläger in der Sache verlangt bzw. welcher Geldbetrag zuzuspre-
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chen ist. Entsprechend sind Rechtsbegehren im Lichte der Begründung auszule-
gen (BGE 137 III 617 E. G. 2). Bei rechtsunkundigen Parteien sind an die formel-
len Voraussetzungen der Berufungsschrift geringere Anforderungen zu stellen.
Ob die vom Gesuchsgegner gestellten Anträge den gesetzlichen Anforderungen
genügen, ist in der Folge einzeln zu prüfen.
1.6 Auf die Parteivorbringen ist im Folgenden insoweit einzugehen, als dies für
die Entscheidfindung erforderlich ist.
2. Besuchsrecht
2.1 Die Vorinstanz hat dem Gesuchsgegner neben einem gerichtsüblichen Fei-
ertags- und Ferienbesuchsrecht ein zweiwöchentliches Wochenend-Besuchsrecht
von Samstag 12:00 Uhr bis Sonntag 19:00 Uhr eingeräumt unter der Auflage,
dass die Betreuung der gemeinsamen Kinder persönlich und ausserhalb der Ge-
schäftslokalitäten stattzufinden habe (Urk. 65 S. 12 ff.).
2.2 Der Gesuchsgegner wehrt sich im Rahmen seiner Berufung gegen den Um-
fang des Wochenend-Besuchsrechts sowie die Tatsache, dass er die Ausübung
des Ferienbesuchsrechts drei Monate im Voraus anzukündigen hat (Urk. 1 S. 1
f.). Er beantragt ein zweiwöchentliches Wochenend-Besuchsrecht von Sonntag
10:00 Uhr bis 19:00 Uhr. Da er samstags arbeite, sei er nicht in der Lage, die Kin-
der in dieser Zeit zu beaufsichtigen. Am Samstag Abend sei er sodann sehr er-
schöpft und könne den Kindern daher nicht die benötigte Aufmerksamkeit geben.
Aus diesem Grund sei es nicht zum Wohle der Kinder, wenn er sie bereits am
Samstag beaufsichtigen müsse (Urk. 1 S. 2). Bezüglich des Ferienbesuchsrechts
könne es vorkommen, dass er kurzfristig Ferien beziehen wolle, weshalb er die
Ausübung des Ferienbesuchsrechts nicht drei Monate im Voraus ankündigen
möchte (Urk. 1 S. 2).
2.3 Zunächst kann festgehalten werden, dass die Anträge des Gesuchsgegners
hinsichtlich des Besuchsrechts den gesetzlichen Anforderungen an eine Beru-
fungsschrift genügen.
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2.4 Die Gesuchstellerin stellt sich im Wesentlichen auf den Standpunkt, am vo-
rinstanzlichen Wochenend-Besuchsrecht sei festzuhalten, da es für die Aufrecht-
erhaltung der Vater-Kind-Beziehung sehr wichtig sei, dass die Söhne ihren Vater
nicht nur an jedem zweiten Sonntag für einige wenige Stunden sähen. Dass der
Gesuchsgegner am Samstag-Abend so erschöpft sein soll, dass er seine Kinder
nicht betreuen könne, sei vor dem Hintergrund, dass er noch Ende Juli die ab-
wechslungsweise erfolgende Betreuung der Kinder an vier Tagen bei ihm und drei
Tagen bei der Gesuchstellerin als mit der Arbeit vereinbar beschrieb, völlig un-
glaubhaft (Urk. 75 S. 20).
Mit Bezug auf die Vorankündigung der Ausübung des Ferienbesuchsrechts stelle
die Behauptung, es könne auch vorkommen, dass der Gesuchsgegner kurzfristig
Ferien beziehen möchte, eine neue Behauptung dar, welche nicht zu berücksich-
tigen sei (Urk. 75 S. 20).
2.5 Die Kindervertreterin steht in ihrer Stellungnahme zum Besuchsrecht eben-
falls für die Beibehaltung des erstinstanzlich verfügten zweiwöchentlichen Be-
suchsrechts mit Übernachtung ein. Der Gesuchsgegner arbeite wie andere be-
rufstätige Eltern während fünf Tagen die Woche, nur dass seine Woche von
Dienstag bis Samstag und nicht wie üblicherweise von Montag bis Freitag dauere.
Vor diesem Hintergrund sei nicht ersichtlich, weshalb der Gesuchsgegner nicht in
der Lage sein sollte, die Kinder jeden zweiten Samstag teilweise zu betreuen
(Urk. 86 S. 3). Sodann werde das zweiwöchentliche Wochenend-Besuchsrecht
mit Übernachtungsbesuch dank der Mitwirkung der eingesetzten Beiständin vom
Gesuchsgegner seit einigen Wochen ausgeübt, was eine sehr positive Entwick-
lung der beiden Kinder hinsichtlich ihres Verhaltens im Schulalltag bewirkt habe
(Urk. 86 S. 4).
Mit Bezug auf die Ankündigung des Ferienbesuchsrechts führt die Kindervertrete-
rin aus, eine solche liege im Interesse aller Familienmitglieder und sei bei getrennt
lebenden Eltern unabdingbar. Nur so könnten die Ferien in der geplanten Form
durchgeführt werden, ohne dass die Planung ständig vom anderen Elternteil
durchkreuzt werde (Urk. 86 S. 4).
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2.6 Was die allgemeinen Erwägungen zum Besuchsrecht anbelangt, kann auf
die zutreffenden Ausführungen der Vorinstanz verwiesen werden (Urk. 65 S. 12).
2.7 Mit der Vorinstanz ist festzuhalten, dass es für die Aufrechterhaltung der Va-
ter-Kind-Beziehung, welche offenbar als gut bezeichnet werden kann, wichtig und
notwendig ist, dass ein regelmässiger Kontakt zwischen dem Gesuchsgegner und
den Kindern installiert wird. Im Rahmen dieser Besuchskontakte ist es ebenso
wichtig, dass die Kinder mit dem Gesuchsgegner ein Stück Alltag erleben können,
was Übernachtungsbesuche unabdingbar macht. Nur so ist es möglich, dass der
Gesuchsgegner mit den Kindern Alltägliches wie "Abendessen kochen" oder "ins
Bett bringen" erleben kann. Das Vorbringen des Gesuchsgegners, er sei am
Samstag Abend jeweils müde, vermag daran nichts zu ändern. Dies umso mehr,
als dass - wie die Kindervertreterin zutreffend ausführt - die Arbeitswoche des
Gesuchsgegners nicht länger dauert als bei anderen berufstätigen Eltern und dem
Gesuchsgegner nach wie vor der freie Montag ohne Kinderbetreuung zur Erho-
lung verbleibt. Überdies scheint das zweiwöchentliche Wochenend-Besuchsrecht
mittlerweile von der Parteien umgesetzt zu werden, was nach Auskunft der zu-
ständigen Schulsozialarbeiterin und der Lehrerin von C._ einen positiven
Einfluss auf die Kinder gezeitigt habe (vgl. Urk. 86 S. 4). Dies zeigt eindrücklich,
wie wichtig ein regelmässiges Besuchsrecht für die Entwicklung der Kinder ist.
Vor diesem Hintergrund hat es in Nachachtung des Kindeswohl beim vorinstanz-
lich festgesetzten zweiwöchentlichen Wochenend-Besuchsrecht mit Übernach-
tung beim Gesuchsgegner sein Bewenden.
Allerdings ist die Ausgestaltung des Besuchsrechts von Samstag 12:00 Uhr bis
Sonntag 19:00 Uhr unzweckmässig. Die Arbeitszeit des Gesuchsgegners am
Samstag spricht entgegen den Ausführungen der Vorinstanz sehr wohl gegen ein
Besuchsrecht ab Samstag Mittag. Dies zumindest dann, wenn die Ausübung des
Besuchsrechts mit der Auflage versehen wird, die Betreuung der Kinder persön-
lich und ausserhalb der Geschäftslokalitäten wahrzunehmen. Offensichtlich arbei-
tet der Gesuchsgegner am Samstag bis 16:00 Uhr, was er auch bereits vor Vo-
rinstanz geltend gemacht hat (Urk. 51 S. 7). Dass der Gesuchsgegner seine Ar-
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beitszeiten flexibel gestalten könnte, liegt sodann entgegen den vorinstanzlichen
Ausführungen nicht auf der Hand. Zwar hat er mehrfach angegeben, die Betreu-
ung der Kinder auch unter der Woche gewährleisten zu können, da er beabsichti-
ge, sein 100% Pensum durch die Beschäftigung von Mitarbeitern zu reduzieren
(Urk. 23 S. 4; Urk. 26 S. 1). Dies hat er aber offensichtlich nicht getan und auch
die Vorinstanz scheint in ihrem Urteil unverändert von einem 100%-Pensum des
Gesuchsgegners auszugehen. Wie die Ausübung des Besuchsrechts persönlich
und ausserhalb der Geschäftslokalität indes während der Geschäftszeiten des
Gesuchsgegners umgesetzt werden soll, ist nicht ersichtlich. Entsprechend modi-
fizierte auch die Kindervertreterin ihren ursprünglichen Antrag auf ein Wochen-
end-Besuchsrecht von Freitag Abend bis Sonntag Abend dahingehend, dass das
Besuchsrecht erst am Samstag nach Arbeitsende aufgenommen werden sollte
(Urk. 54 S. 10). Dies erscheint sinnvoll. Entsprechend ist in Abänderung der Dis-
positiv-Ziffer 4 des angefochtenen Urteils ein Wochenend-Besuchsrecht von
Samstag, 16:00 Uhr bis Sonntag, 19:00 Uhr festzulegen. Klar festzuhalten ist an
dieser Stelle erneut, dass es sich beim Anspruch auf Kontakt auf ein gegenseiti-
ges Recht handelt und die Kinder genau so einen Anspruch haben, ihren Vater in
regelmässigen Abständen in ausreichendem Umfang sehen zu können.
Hinsichtlich der Vorankündigung der Ausübung des Ferienbesuchsrechts kann
ohne grosse Weiterungen festgehalten werden, dass eine solche Regelung ge-
richtsüblich ist und der beidseitigen Planung und Vorbereitung der Feriengestal-
tung dient. Der Gesuchsgegner tut nicht substantiiert dar, weshalb im vorliegen-
den Fall davon abzuweichen wäre. Es bestehen keine Gründe, weshalb der Ge-
suchsgegner seine Ferien nicht vorzeitig planen könnte, anstatt sie kurzfristig zu
beziehen.
3. Unterhaltsbeiträge
3.1 Die Vorinstanz hat den Gesuchsgegner dazu verpflichtet, rückwirkend per
1. Juli 2011 Unterhaltsbeiträge für die Gesuchstellerin persönlich im Betrag von
Fr. 1'500.– und solche für die Kinder von je Fr. 1'300.– zuzüglich allfälliger Fami-
lien- oder Ausbildungszulagen zu bezahlen. Der Unterhaltsberechnung legte sie
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einen Bedarf des Gesuchsgegners von Fr. 3'375.50 zu Grunde und ging von ei-
nem Einkommen des Gesuchsgegners aus selbständiger Erwerbstätigkeit als
G._ von Fr. 7'470.– pro Monat aus. Der vom Gesuchsgegner geltend ge-
machte Verkauf seiner H._-Geschäfte mit gleichzeitiger Anstellung im ehe-
mals eigenen Betrieb erachtete die Vorinstanz als unglaubhaft und stellte zur Ein-
kommensermittlung auf die Einkommenszahlen des Gesuchsgegners als Selb-
ständigerwerbender der Jahre 2009 bis 2011 ab (Urk. 65 S. 21 ff.) Unbestritten
blieb der Bedarf des Gesuchsgegners sowie der Beginn der Zahlungspflicht rück-
wirkend ab dem 1. Juli 2011. Hiervon ist im Folgenden auszugehen.
3.2 Der Gesuchsgegner macht in seiner Berufung mit Verweis auf die im Recht
liegenden Unterlagen geltend, er sei nicht in der Lage, die festgesetzten Unter-
haltsbeiträge zu bezahlen. Der Verkauf seiner H._ sei entgegen den vo-
rinstanzlichen Erwägungen nicht fingiert. Er habe seinen Betrieb an I._ ver-
kauft, da er mit seinem Geschäft in den letzten Jahren überfordert gewesen sei
und sich mit Bezug auf die Eröffnung eines zweiten Geschäfts verspekuliert habe.
Für die Eröffnung des zweiten Geschäfts in J._ habe er sich bei I._ ver-
schuldet und diese Schulden mit dem Verkauf der beiden Geschäften beglichen.
I._ habe ihn sodann in seinem ehemaligen Betrieb als G._ angestellt. Er
verdiene als Angestellter der K._ Fr. 3'525.– netto zuzüglich Kinderzulagen
von Fr. 250.– pro Kind (Urk. 64 S. 2 f.).
Überdies habe er während der Zeit des Getrenntlebens verschiedene Beiträge für
die Gesuchstellerin und die Kinder bezahlt; auch heute bezahle er noch die Kran-
kenkassenprämein der Gesuchstellerin und der Kinder (Urk. 64 S. 2).
3.3 Vorab ist mit Bezug auf die gesuchstellerischen Anträge hinsichtlich seiner
Unterhaltspflicht festzuhalten, dass Rechtsbegehren, die eine Summe Geld zum
Gegenstand haben, zu beziffern sind. Auf nicht bezifferte Anträge ist - wie bereits
erwähnt - ausnahmsweise einzutreten, sofern sich aus der Berufungsbegründung,
allenfalls in Verbindung mit dem angefochtenen Entscheid, ohne weiteres ergibt,
was der Berufungskläger in der Sache verlangt (BGer 5A_667/2011 mit Verweis
auf BGE 134 III 235). Im vorliegenden Fall ergibt sich aus der Begründung, dass
- 18 -
der (bei Berufungseinreichung unvertretene und rechtsunkundige) Gesuchsgeg-
ner keinerlei Unterhaltsbeiträge bezahlen will. Es ist in diesem Punkt daher - ent-
gegen dem Antrag der Gesuchstellerin (vgl. Urk. 75 S. 11) - auf die Berufung ein-
zutreten.
3.4 Inhaltlich stellt sich die Gesuchstellerin auf den Standpunkt, der Gesuchs-
gegner habe mit seiner Behauptung, er sei seit 1. September 2012 Angestellter
bei der K._, gleichzeitig anerkannt, dass er bis zu diesem Zeitpunkt das von
der Vorinstanz errechnete Einkommen als Selbständigerwerbender von Fr.
7'470.– erzielt habe. Zumindest mache er nichts Gegenteiliges geltend. Somit
könne für die Zeit vom 1. Juli 2011 bis zum 31. August 2012 von der Leistungsfä-
higkeit des Gesuchsgegners im vorinstanzlich festgestellten Umfang ausgegan-
gen werden (Urk. 75 S. 12).
Für die Zeit ab dem 1. September 2012 habe die Vorinstanz zutreffend dargelegt,
dass die Umstände rund um den angeblichen Verkauf des Geschäfts unglaub-
würdig erschienen. Der eingereichte Kaufvertrag zwischen dem Gesuchsgegner
und I._ (Urk. 67/1) sowie die von I._ verfassten Bestätigungsemails
(Urk. 67/2) seien als Gefälligkeitsschreiben unter Freunden zu werten. Auch eine
Analyse der im Recht liegenden Kontoauszüge und Lohnabrechnungen müsse
zum Schluss führen, dass der Verkauf der H._ nur vorgeschoben sei (Urk. 75
S. 13-18).
Die vom Gesuchsgegner angeführten geleisteten Zahlungen zu Gunsten der Ge-
suchstellerin und der gemeinsamen Kinder würden sodann bloss von Relevanz
sein, sofern sie die Unterhaltsleistungspflicht nach dem 1. Juli 2011 betreffen
würden, und seien im Übrigen bestritten (Urk. 75 S. 13).
3.5 Zunächst ist anzumerken, dass der vom Gesuchsgegner mit seiner Beru-
fung ins Recht gereichte Arbeitsvertrag zwischen ihm und der K._ GmbH
vom 14. September 2012 (Urk. 67/4) ein neues Beweismittel darstellt, welches
verspätet eingereicht wurde (vgl. Erw. II.1.4). Mit Blick auf das geltende Noven-
- 19 -
recht ist der Arbeitsvertrag daher nicht zu beachten. Gleiches gilt für die einge-
reichten Bestätigungsemails von I._ vom 29. Oktober 2012 (Urk. 67/2).
Weiter ist die Ansicht der Gesuchstellerin zutreffend, dass der Gesuchsgegner in
seiner Berufung lediglich die Annahme der Vorinstanz, der Verkauf seines
H._-Geschäfts sei fingiert, kritisiert. Das von ihm vor dem angeblichen Ver-
kauf der H._ erzielte Einkommen von Fr. 7'470.– moniert er nicht, womit es
dabei sein Bewenden hat. Somit ist für die Zeit vom 1. Juli 2011 bis zum 31. Au-
gust 2012 ohne grosse Weiterungen von der Leistungsfähigkeit des Gesuchsgeg-
ners im von der Vorinstanz festgesetzten Umfang auszugehen und die Berufung
in diesem Umfang abzuweisen.
Im Übrigen ist für die Zeitspanne ab dem 1. September 2012 in Übereinstimmung
mit der Vorinstanz festzuhalten, dass der Verkauf der K._ an I._ und die
Anstellung des Gesuchsgegners in derselben Unternehmung unglaubhaft ist.
Hierzu ist Folgendes auszuführen:
- Die Chronologie des angeblichen Verkaufs ist unstimmig. Gemäss Kaufver-
trag wurde die H._ am 29. August 2012 an I._ verkauft. In seiner
Eingabe vom 4. September 2012 - und demnach zeitlich nach dem behaup-
teten Verkauf - erwähnte der Gesuchsgegner einen solchen indes nicht und
berichtete im Gegenteil davon, dass er in seinen beiden Geschäften zwei
Arbeitnehmer sowie einen Angestellten habe (Urk. 35 S. 1). Auch gab er an,
sein Einkommen sei anhand der Durchschnittseinkommen der Jahre 2010,
2011 und 2012 zu ermitteln, wobei zu beachten sei, dass er momentan (da-
mit war das Jahr 2012 gemeint) die von der Gesuchstellerin geltend ge-
machten Erfolge nicht erzielen könne. Der Gesuchsgegner ging am 4. Sep-
tember 2012 damit offensichtlich selber von seiner Selbständigkeit aus.
Auch in seiner Eingabe vom 24. September 2012 erwähnte der Gesuchs-
gegner mit keinem Wort, die selbständige Erwerbstätigkeit aufgegeben zu
haben (Urk. 43). Weshalb der Gesuchsgegner diese einschneidende Verän-
derung seiner persönlichen Verhältnisse dem Gericht nicht mitteilte, bleibt
unklar. Der Gesuchsgegner äussert sich hierzu zumindest nicht.
- 20 -
- Der Gesuchsgegner äussert sich auch widersprüchlich zum Grund der Ge-
schäftsaufgabe. Während er vor Vorinstanz den geplanten Wegzug nach
L._ [Staat in Europa] dafür angab (Urk. 51 S. 6), nennt er im Beru-
fungsverfahren persönliche und finanzielle Überforderung (Urk. 64).
- Die vom Gesuchsgegner eingereichten Lohnabrechnungen der Monate Sep-
tember 2012 bis Februar 2013 werfen Fragen auf. Die im vorinstanzlichen
Verfahren ins Recht gereichten Lohnabrechnungen der Monate September
und Oktober 2012 (Urk. 48/2 und 3) stimmen von der grafischen Gestaltung
und der Datierung nicht mit den im Berufungsverfahren für die selben Mona-
te eingereichten Lohnabrechnungen überein (Urk. 82/4). Offensichtlich han-
delt es sich um zwei unterschiedliche Dokumente, welche denselben Sach-
verhalt bezeugen sollen. Weshalb der Gesuchsgegner zwei unterschiedliche
Lohnabrechnungen erhalten haben soll, ist nicht ersichtlich. Die im Beru-
fungsverfahren ins Recht gereichten Lohnabrechnungen (September 2012
bis Februar 2013) sind sodann allesamt am 12. Februar 2013 ausgestellt
worden. Dies erstaunt und legt den Schluss nahe, dass diese nachträglich
(wohl zu Beweiszwecken) erstellt worden sind. Gesamthaft muss davon
ausgegangen werden, dass die Lohnabrechnungen fingiert sind.
- Schliesslich sprechen auch die im Recht liegenden Kontoauszüge des Ge-
suchgegners gegen die Aufgabe der Selbständigkeit. Zum einen erscheint
der angebliche Lohn als angestellter G._ im Betrag von Fr. 3'525.65 nur
gerade ein Mal in den Auszügen; nämlich am 31. Oktober 2012 auf dem
Konto bei der ... (Urk. 82/18). In den übrigen Monaten wurde kein entspre-
chender Betrag auf eines der Konti des Gesuchsgegners einbezahlt.
Umgekehrt erscheinen nach dem 1. September 2012 und somit nach dem
angeblichen Verkauf des Geschäfts mehrfach Gutschriften auf dem ge-
suchsgegnerischen Konto bei der ..., welche aus der Einlieferung von Wa-
renbezügen für K._ herrühren (vgl. Urk. 82/18). Demnach sind nach
dem angeblichen Verkauf der H._ auf dem Konto des Gesuchsgegners
regelmässig Zahlungseingänge im Zusammenhang mit dem Warenverkauf
- 21 -
in der H._ zu verzeichnen. Weshalb diese Gutschriften auf dem Konto
des Gesuchsgegners in seiner Position als Angestellter erfolgten, ist nicht
klar. Es liegt auf der Hand, dass normalerweise die erzielten Gewinne aus
Warenbezügen auf das Konto des Geschäftsinhabers und nicht auf das
Konto eines Angestellten überwiesen werden.
Schliesslich resultieren in den Kontoauszügen des gesuchsgegnerischen
Kontos nach dem 1. September 2012 diverse Gutschriften der M._.
Dabei handelt es sich nach unbestritten gebliebener Angabe der Gesuch-
stellerin (vgl. Urk. 75 S. 17) um ein Unternehmen, welches im Bereich der
elektronischen Zahlungsabwicklung tätig ist und vom Gesuchsgegner für die
Entgegennahme von Kreditkartenzahlungen in der H._ beansprucht
wird. Wiederum ist nicht ersichtlich, weshalb die Eingänge von Kreditkarten-
zahlungen für Waren oder Dienstleistungen in der H._ auf das Konto
eines Angestellten fliessen sollten.
In Anbetracht der gemachten Ausführungen muss davon ausgegangen werden,
dass der Gesuchsgegner seine selbständige Arbeitstätigkeit nach dem 1. Sep-
tember 2012 unverändert fortgeführt hat. Aus diesem Grund ist auch nach dem
1. September 2012 von einem Einkommen als Selbständigerwerbender im Betrag
von netto Fr. 7'470.– pro Monat auszugehen. Die vorinstanzliche Unterhaltsbei-
tragsberechnung ist somit nicht zu beanstanden. Nach der Deckung des (unange-
fochten gebliebenen) Bedarfs des Gesuchsgegners von Fr. 3'375.50 verbleibt ihm
ein Überschuss von rund Fr. 4'100.–, welcher entsprechend der ebenfalls unan-
gefochten gebliebenen Aufteilung der Vorinstanz im Betrag von Fr. 1'500.– auf die
Gesuchstellerin persönlich und im Betrag von je Fr. 1'300.– auf die beiden ge-
meinsamen Kinder entfällt.
3.6 Die vom Gesuchsgegner im Rahmen der Berufung geltend gemachten Zah-
lungen an die Gesuchstellerin und die Kinder sind sodann nicht zu beachten. Es
handelt sich dabei um neue Behauptungen, bei welchen nicht ersichtlich ist, wes-
halb es dem Gesuchsgegner nicht zumutbar gewesen sein sollte, diese Behaup-
tungen bereits vor Vorinstanz zu erheben (vgl. Erw. II.1.4). Es sei an dieser Stelle
- 22 -
aber angemerkt, dass die vom Gesuchsgegner seit 1. Juli 2011 tatsächlich geleis-
teten Zahlungen an den Unterhalt der Gesuchstellerin und der beiden gemeinsa-
men Kinder an die Unterhaltspflicht des Gesuchsgegners angerechnet werden
können.
4. Prozesskostenbeitrag für das erstinstanzliche Verfahren
4.1 Die Vorinstanz hat den Gesuchsgegner im Endentscheid verpflichtet, der
Gesuchstellerin zusätzlich zum bereits geleisteten Prozesskostenvorschuss im
Betrag von Fr. 5'000.– einen Prozesskostenbeitrag in der selben Höhe zu bezah-
len. Sie begründete dies mit der offensichtlichen Mittellosigkeit der Gesuchstelle-
rin, deren Position im Prozess nicht aussichtslos sei, und der Tatsache, dass der
Gesuchsgegner gemäss eigenen Aussagen über Vermögen im Betrag von rund
Fr. 64'000.– verfüge (Urk. 65 S. 26).
4.2 Der Gesuchsgegner macht berufungsweise geltend, er sei nicht in der Lage,
den Prozesskostenbeitrag zu bezahlen. Dies sei anhand seiner Einkommens- und
Vermögensverhältnisse eindeutig (Urk. 64 S. 1).
4.3 Vorab ist mit Bezug auf den gesuchstellerischen Antrag festzuhalten, dass
dieser den gesetzlichen Anforderungen genügt. Die Berufung erweist sich indes
mit Blick auf die Begründung als zu wenig substantiiert. Die Begründung eines
Rechtsmittels hat zu erklären, weshalb der erstinstanzliche Entscheid in den an-
gefochtenen Punkten unrichtig sein soll. Der Berufungskläger hat sich dement-
sprechend mit den Entscheidgründen der Vorinstanz auseinanderzusetzen. Im
vorliegenden Fall setzt sich der Gesuchsgegner in keiner Weise mit dem vo-
rinstanzlichen Entscheid und den entsprechenden Ausführungen zum Prozess-
kostenbeitrag auseinander. Er erhebt keine substantiierten Rügen bezüglich der
Tatsachenfeststellung, dass die Gesuchstellerin mittellos und der Prozess nicht
aussichtslos sei und er zum Urteilszeitpunkt über ein Vermögen von rund Fr.
64'000.– verfügt haben und somit leistungsfähig gewesen sein soll. Mit dem Vor-
bringen, dass er zur Leistung des Prozesskostenbeitrages nicht in der Lage sei,
tut er nicht dar, wieso dem vor dem Hintergrund seines Vermögens von Fr.
- 23 -
64'000.– so sein soll. Die Berufung ist daher in diesem Punkt schon deshalb ab-
zuweisen.
Überdies wäre der Gesuchstellerin beizupflichten, dass es sich bei der (sehr ru-
dimentär) geltend gemachten Mittellosigkeit des Gesuchsgegners um eine neue
Behauptung handelt, welche aufgrund des geltenden Novenrechts nicht zu hören
wäre. Der Gesuchsgegner legt nicht dar, weshalb es ihm nicht bereits vor Vo-
rinstanz zumutbar gewesen sein soll, seine angebliche Zahlungsunfähigkeit gel-
tend zu machen.
4.4 Zusammenfassend ist der vorinstanzliche Entscheid mit Blick auf die Zu-
sprechung eines Prozesskostenbeitrages von Fr. 5'000.– an die Gesuchstellerin
zu bestätigen.
5. Erstinstanzliche Kosten- und Entschädigungsfolgen
5.1 Die Vorinstanz hat die Gerichtskosten zu drei Vierteln dem Gesuchsgegner
und zu einem Viertel der Gesuchstellerin auferlegt. Sie begründet dies damit,
dass die Kosten des Verfahrens in Bezug auf Kinderbelange - welche im vorlie-
genden Fall (ohne Kosten der Kindesvertreterin) rund die Hälfte der Entscheidge-
bühr ausmachten, von den Parteien je hälftig zu tragen seien. Bezüglich den übri-
gen Anträgen obsiege die Gesuchstellerin vollumfänglich, weshalb sich die obge-
nannte Kostenverteilung rechtfertige. Die Kosten der Kindesvertretung hat die Vo-
rinstanz sodann separat ausgewiesen und den Parteien hälftig auferlegt (Urk. 65
S. 25).
5.2 Der Gesuchsgegner beantragt berufungsweise, die Kosten des Verfahrens
seien den Parteien je zur Hälfte aufzuerlegen. Er begründet seinen Antrag damit,
dass er die Kindervertreterin nicht aus Schikane eingesetzt habe (Urk. 64 S. 2).
5.3 Es besteht kein Anlass, die vorinstanzliche Regelung der Kosten- und Ent-
schädigungsregelung zu korrigieren. Sie erweist sich mit Blick auf das Verhältnis
von Obsiegen und Unterliegen der Parteien im erstinstanzlichen Verfahren als zu-
treffend. Der Gesuchsgegner scheint sodann zu verkennen, dass die von ihm kri-
- 24 -
tisierten Kosten für die Kindervertretung den Parteien bereits zur Hälfte auferlegt
worden sind und das vorinstanzliche Urteil daher in diesem Punkt seinem Beru-
fungsantrag entspricht.
III.
1. Abschliessend ist über die Kosten- und Entschädigungsfolgen im Beru-
fungsverfahren zu entscheiden.
2. Der Gesuchsgegner unterliegt mit seiner Berufung hinsichtlich der Unter-
haltsfrage, des Prozesskostenbeitrags sowie der Regelung der erstinstanzlichen
Kosten- und Entschädigungsfolgen vollumfänglich. Mit Blick auf das angefochtene
Besuchsrecht unterliegt der Gesuchsgegner ebenfalls zum grössten Teil. Vor dem
Hintergrund, dass die Gerichtskosten mit Bezug auf Kinderbelange gemäss stän-
diger Praxis der urteilenden Kammer den Parteien je zur Hälfte aufzuerlegen sind,
wenn sie gute Gründe für ihre Rechtsposition, hatten und diese Kosten vorliegend
auf einen Drittel der Gesamtkosten zu veranschlagen sind, rechtfertigt es sich,
dem Gesuchsgegner fünf Sechstel und der Gesuchstellerin einen Sechstel der
zweitinstanzlichen Gerichtskosten aufzuerlegen. Die Gerichtsgebühr für das Beru-
fungsverfahren ist in Anwendung von § 2 lit. a, c und d sowie § 12 Abs. 1 in Ver-
bindung mit Abs. 2 und § 5 Abs. 1 und § 6 Abs. 2 lit. b der Gebührenverordnung
des Obergerichts (GebV OG) auf Fr. 5'500.– festzusetzen. Die Parteientschädi-
gung ist in Anwendung von § 5 Abs. 1, § 6 Abs. 3, § 11 und § 13 der AnwGebV
auf Fr. 3'000.– festzusetzen und der Gesuchsgegner in Anbetracht des Verfah-
rensausgangs zu verpflichten, die Gesuchstellerin mit einer auf 2/3 reduzierten
Parteientschädigung im Betrag von Fr. 2'000.– zuzüglich 8% Mehrwertsteuer zu
entschädigen.
3. Der Gesuchsgegner ersucht für das Berufungsverfahren um Gewährung der
unentgeltlichen Rechtspflege (Urk. 1 S. 1 und Urk. 72 S. 1). Eine Person hat An-
spruch auf unentgeltliche Rechtspflege, wenn sie mittelos und ihr Prozessstand-
punkt nicht aussichtslos ist (Art. 117 lit. a und b ZPO) und sie zur Wahrung ihrer
- 25 -
Interessen auf eine rechtskundige Vertretung angewiesen ist (Art. 118 Abs. 1 lit. c
ZPO).
Vorliegend verbleiben dem Gesuchsgegner von seinem Einkommen nach
Bezahlung der Unterhaltsbeiträge keinerlei finanzielle Mittel. Gemäss seiner
Steuererklärung für das Jahr 2012 verfügte er indes am 31. Dezember 2012 über
ein Vermögen von rund Fr. 30'000.– (Urk. 82/1). Dieses setzte sich zusammen
aus einem Wertschriftenvermögen in der Höhe von Fr. 10'622.–, dem Betrag von
Fr. 2'044.– auf dem Privatkonto bei der ... (welches am 11. Februar 2013 noch
einen Betrag von rund Fr. 375.– auswies, Urk. 82/11) sowie einem Guthaben von
Fr. 16'876.– auf den Geschäftskonti bei der ... per 31. August 2012. Die erwähn-
ten Geschäftskonti liess der Gesuchsgegner einerseits aufheben (...konto Nr. ...,
Urk. 82/17) und andererseits in Privatkonti umwandeln (...konto Nr. ..., Urk.
82/19). Gemäss Kontoübersicht vom 14. Februar 2013 wies das in ein Privatkonto
umgewandelte Geschäftskonto per diesem Datum noch ein Guthaben von rund
Fr. 650.– auf. Von dem am 31. Dezember 2012 vorhandenen Vermögen von rund
Fr. 30'000.– scheint somit Mitte Februar 2013 nur noch ein Betrag von rund Fr.
11'500.– als Vermögen vorhanden zu sein. Diese Vermögensreduktion ist vor
dem Hintergrund, dass der Gesuchsgegner einen Prozesskostenbeitrag an die
Gesuchstellerin von Fr. 5'000.– zu bezahlen hatte (Urk. 24) und ihm auch eigene
Anwaltskosten erwachsen sind (Urk. 15 und Urk. 59), nachvollziehbar. Der ver-
bleibende Betrag von rund Fr. 11'500.– ist dem Gesuchsgegner sodann als soge-
nannter Notgroschen zu belassen. Der Gesuchsgegner ist somit als mittellos zu
bezeichnen. Obwohl der Gesuchsteller mit seiner Berufung grossmehrheitlich un-
terliegt, kann sein Standpunkt - gerade mit Blick auf sein teilweises Obsiegen hin-
sichtlich der zeitlichen Ausgestaltung des Besuchsrechts - nicht als vollkommen
aussichtslos gewertet werden. Damit sind die Voraussetzungen für die Befreiung
von den Gerichtskosten nach Art. 117 ZPO erfüllt und dem Gesuchsteller ist die
unentgeltliche Prozessführung zu gewähren. Die Nachzahlungspflicht gemäss Art.
123 ZPO bleibt vorbehalten. Da die Gewährung der unentgeltlichen Rechtsfüh-
rung die entschädigungspflichtige Partei nicht von der Bezahlung der Parteient-
schädigung an die Gegenpartei befreit, ist der Gesuchsgegner entsprechend der
- 26 -
Kostenverteilung zu verpflichten, der Gesuchstellerin die oben erwähnte Partei-
entschädigung von Fr. 2'000.– zuzüglich 8% Mehrwertsteuer zu bezahlen.
Von der Bestellung eines unentgeltlichen Rechtsbeistandes - wie sie von Rechts-
anwalt lic. iur. X._ in der Eingabe vom 22. Januar 2013 begehrt wird (Urk. 72
S. 1) - ist hingegen abzusehen. Der Gesuchsteller hat die Berufung am 14. De-
zember 2012 in begründeter Fassung eigenständig erhoben und auch selbständig
um die Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung ersucht (Urk. 64). Ein wei-
terer Schriftenwechsel war nicht erforderlich, ausser mit Bezug auf die Stellung-
nahme zum von der Gesuchstellerin begehrten Prozesskostenvorschuss, zu wel-
cher es der Gesuchsteller aber unterliess, eine Stellungnahme einzureichen. Vor
diesem Hintergrund erscheint die Bestellung von Rechtsanwalt lic. iur. X._
am 27. Dezember 2012 nicht notwendig. Das Gesuch um Gewährung der unent-
geltlichen Rechtspflege ist daher mit Bezug auf die Bestellung eines unentgeltli-
chen Rechtsvertreters abzuweisen.
4. Die Gesuchstellerin stellt im Berufungsverfahren den prozessualen Antrag
um Zusprechung eines Prozesskostenvorschusses, eventualiter um Gewährung
der unentgeltlichen Rechtspflege (Urk. 75 S. 3).
4.1 Gemäss konstanter Praxis der Kammer besteht für die Zusprechung eines
Prozesskostenvorschusses im Endentscheid kein Raum mehr. Bei Vorliegen der
entsprechenden Voraussetzungen hat indes die angesprochene Partei der an-
sprechenden Partei die Aufwendungen des Verfahrens bzw. für die Rechtsvertre-
tung gestützt auf Art. 159 Abs. 3 ZGB zu ersetzen. Voraussetzung hierfür ist - wie
auch bei der subsidiär zu gewährenden unentgeltlichen Rechtspflege -, dass die
ansprechende Partei nicht über die finanziellen Mittel verfügt, um den Prozess
ohne Beeinträchtigung des angemessenen Lebensunterhalts binnen nützlicher
Frist zu finanzieren und dass der Prozessstandpunkt nicht aussichtslos erscheint.
Zudem muss die angesprochene Partei zur Leistung des Prozesskostenvor-
schusses in der Lage sein. Letzteres ist - wie unter Ziff. III.3 vorstehend ausge-
führt - nicht der Fall, da der Gesuchsteller als mittellos anzusehen ist. Das ge-
- 27 -
suchstellerische Begehren um Leistung eines Prozesskostenvorschusses ist vor
diesem Hintergrund abzuweisen.
4.2 Das Eventualbegehren der Gesuchstellerin um Gewährung der unentgeltli-
chen Rechtspflege ist hingegen gutzuheissen. Die Gesuchstellerin ist - wie bereits
ausgeführt - mittellos und ihr Prozessstandpunkt nicht aussichtslos. Damit sind
die Voraussetzungen für die Befreiung von den Gerichtskosten nach Art. 117 ZPO
erfüllt. Des weiteren erscheint die Bestellung einer rechtskundigen Vertretung zur
gehörigen Wahrung der Rechte der Gesuchstellerin im Rechtsmittelverfahren vor-
liegend sachlich notwendig (Art. 118 Abs. 1 lit. c ZPO). Die der Gesuchstellerin
auferlegten Gerichtskosten sind demnach unter Hinweis auf das Nachforderungs-
recht des Staats gemäss Art. 123 ZPO einstweilen auf die Gerichtskasse zu neh-
men. Sollte sich herausstellen, dass der Entschädigungsanspruch der Gesuch-
stellerin uneinbringlich ist, ist die der Gesuchstellerin zuzusprechende Parteient-
schädigung von Fr. 3'000.– aus der Gerichtskasse zu bezahlen (Art. 122 Abs. 2
ZPO).