# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 6ddd19a9-cddf-4289-8643-bb076e1c90c7
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2014
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
Die 1963
geborene
X._
meldete sich am 1
5.
Februar 2011 bei der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, zum
Bezug von Leistungen der Invalidenversicherung
an (
Urk.
7/2). Zur Klärung der er
werblichen und medizinischen Verhältnisse zog die IV-Stelle einen Auszug aus dem individuellen Konto bei (
Urk.
7/9) und holte einen Arbeitgeberbericht (
Urk.
7/10) sowie Bericht
e
der behandelnden Ärzte ein (
Urk.
7/19, 7/27 und 7/31). Zusätzlich liess sie die Versicherte am 2
6.
Januar 2012 durch
Dr.
med.
Y._
, Facharzt FMH für Psychiatrie und Psychotherapie, begutachten (Exper
tise vom 23 März 2012 [
Urk.
7/37]). Mit Vorbesche
id vom 5. April 2012 stellte die Verwaltung
die Abweisung des Leistungsbegehrens in Aussicht (Urk. 7/40). Daran hielt sie – auf Einwand
von
X._
(Urk.
7/41-43 und
Urk.
7/56-57)
hin
und nach Einholung einer Stellungnahme von
Dr.
Y._
(Urk. 7/60) – mit Verfügung vo
m 1
3.
September 2012 fest (Urk.
7/62 =
Urk.
2).
2.
Dagegen erhob
die Versicherte
mit Eingabe vom 1
0.
Oktober 2012 Beschwerde und beantragte sinngemäss, es ihr nach Einholung eines psychologischen Gut
achtens eine Rente der Invalidenversicherung zuzusprechen (
Urk.
1). Mit Be
schwerdeantwort vom 2
1.
November 2012 schloss die IV-Stelle auf Abweisung der Beschwerde (
Urk.
6). Am 2
2.
November 2012 wurde der Beschwerdeführerin das Doppel der Beschwerdeantwort zugestellt (
Urk.
8).
Die Beschwerdeführerin hat am 7. Februar 2014 (Urk. 9) Unterlagen nachgereicht (Urk. 10/1-3).
3.
Auf die Ausführungen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (
Art.
8
Abs.
1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG]). Die Invalidität kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (
Art.
4
Abs.
1 des Bun
desgesetzes über die Invalidenversicherung [IVG]). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende
ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (
Art.
7
Abs.
1 ATSG). Für die Beur
teilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsun
fä
hig
keit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (
Art.
7
Abs.
2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betä
tigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich min
destens 40 Prozent arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 Prozent invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Die seit dem 1. Januar 2004 massgeblichen Rentenabstufungen geben bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 Prozent Anspruch auf eine Viertelsrente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 Prozent Anspruch auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 Prozent Anspruch auf eine Dreiviertelsrente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 Prozent Anspruch auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie körperliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von
Art.
4
Abs.
1 IVG in Verbindung mit
Art.
8 ATSG bewirken. Nicht als Folgen eines psychischen Gesundheitsschadens und damit invalidenversicherungsrechtlich nicht als rele
vant gelten Einschränkungen der Erwerbsfähigkeit, welche die versicherte Per
son bei Aufbietung allen guten Willens, die verbleibende Leistungsfähigkeit zu verwerten, abwenden könnte; das Mass des Forderbaren wird dabei weitgehend objektiv bestimmt. Festzustellen ist, ob und in welchem Umfang die Ausübung einer Erwerbstätigkeit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt mit der psychi
schen Beeinträchtigung vereinbar ist. Ein psychischer Gesundheitsschaden führt also nur soweit zu einer Erwerbsunfähigkeit (
Art.
7 ATSG), als angenommen werden kann, die Verwertung der Arbeitsfähigkeit (
Art.
6 ATSG) sei der versi
cherten Person sozial-praktisch nicht mehr zumutbar (BGE 131 V 49 E. 1.2 mit Hinweisen).
1.4
Zur Annahme der Invalidität nach
Art.
8 ATSG ist - auch bei psychischen Erkran
kungen - in jedem Fall ein medizinisches Substrat unabdingbar, das (fach-)ärztlicherseits schlüssig festgestellt wird und nachgewiesenermassen die
Arbeits- und Erwerbsfähigkeit wesentlich beeinträchtigt. Je stärker psychoso
ziale und soziokulturelle Faktoren wie beispielsweise Sorge um die Familie oder Zukunftsängste (etwa ein drohender finanzieller Notstand) im Einzelfall in den Vordergrund treten und das Beschwerdebild mitbestimmen, desto ausgeprägter muss eine fachärztlich festgestellte psychische Störung von Krankheitswert vor
handen sein. Das bedeutet, dass das klinische Beschwerdebild nicht einzig in Beeinträchtigungen, welche von den belastenden soziokulturellen Faktoren herrühren, bestehen darf, sondern davon psychiatrisch zu unterscheidende Befunde zu umfassen hat, zum Beispiel eine von depressiven Verstimmungs
zuständen klar unterscheidbare andauernde Depression im fachmedizinischen Sinne oder einen damit vergleichbaren psychischen Leidenszustand. Solche von der soziokulturellen Belastungssituation zu unterscheidende und in diesem Sinne verselbstständigte psychische Störungen mit Auswirkungen auf die Ar
beits- und Erwerbsfähigkeit sind unabdingbar, damit überhaupt von Invalidität gesprochen werden kann. Wo die begutachtende Person dagegen im Wesentli
chen nur Befunde erhebt, welche in den psychosozialen und soziokulturellen Umständen ihre hinreichende Erklärung finden, gleichsam in ihnen aufgehen, ist kein invalidisierender psychischer Gesundheitsschaden gegeben (BGE 127 V 294 E. 5a; Urteil des Bundesgerichts 8C_730/2008 vom 23. März 2009 E. 2).
1.5
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Be
schwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebe
nenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 256 E. 4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden kön
nen (BGE 125 V 261 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E. 4b/cc).
1.
6
Das Sozialversicherungsgericht hat den Sachverhalt von Amtes wegen festzu
stellen und alle Beweismittel objektiv zu prüfen, unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden, ob sie eine zuverlässige Beurteilung des strittigen Leistungsanspruches gestatten. Insbesondere darf es beim Vorlie
gen einander widersprechender medizinischer Be
richte den Prozess nicht erledi
gen, ohne das gesamte Beweisma
terial zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt (ZAK 1986 S. 188 E. 2a). Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Gut
achtens ist im Lichte dieser Grundsätze ent
scheidend, ob es für die Beantwor
tung der gestellten Fragen umfassend ist, auf den erforderlichen allseitigen Untersuchun
gen beruht, die geklagten Beschwerden berücksichtigt und sich mit
diesen sowie dem Verhalten der untersuchten Person auseinander setzt
was vor allem bei psychischen Fehlent
wicklungen nö
tig ist
, in Kenntnis der und gegebenenfalls in Auseinander
setzung mit den Vorakten abgegeben worden ist, ob es in der Darlegung der medizinischen Zustände und Zusammenhänge ein
leuchtet, ob die Schlussfolgerungen der medizinischen Exper
ten in einer Weise begründet sind, dass die rechtsanwendende Person sie prüfend nachvollziehen kann, ob der Experte oder die Expertin nicht auszu
räumende Unsicherheiten und Unklarheiten, welche die Be
antwortung der Fragen erschweren oder ver
unmöglichen, gegebe
nenfalls deutlich macht (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c; U. Meyer
Blaser, Die Rechtspflege in der Sozialversi
cherung, BJM 1989, S. 30 f.; derselbe in H. Fredenhagen, Das ärztliche Gutach
ten,
3.
Aufl. 1994, S. 24 f.).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete die Rentenablehnung – unter Hinweis auf das Gutachten von
Dr.
Y._
vom 2
3.
März 2012 (samt Ergänzung vom 20. August 2012 [
Urk.
7/37 und
Urk.
7/60]) – damit, es liege kein invalidisie
render Gesundheitsschaden vor. Aus medizinischer Sicht sei de
r
Beschwerde
führer
in
die Ausübung der bisherigen wie auch einer
angestammten
(richtig:
behinderungsangepassten
)
Tätigkeit uneingeschränkt zumutbar (
Urk.
2).
2.2
Die Beschwerdeführerin stellte sich demgegenüber auf den Standpunkt, auf das Gutachten von
Dr.
Y._
könne nicht abgestellt werden, denn der Gutachter habe ihre Krankheit nicht erkannt. Obwohl sie gesundheitlich eingeschränkt sei, habe sie – in Begleitung ihres Freundes – nach
O._
reisen müssen. Unter die
sen Umständen sei die Einholung eines neuen Gutachtens angezeigt (
Urk.
1).
3.
3.1
Der die Beschwerdeführerin seit April 2008 behandelnde
Dr.
med.
Z._
, Fach
arzt FMH für Psychiatrie und Psychotherapie, stellte am
6.
Mai 2011 (Urk. 7/19/5-8) folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (S. 1):
Dysthymia (ICD-10 F34.1)
Benzodiazepinabhängigkeitssyndrom, ständiger Substanzgebrauch (ICD-10 F13.25)
Er äusserte den Verdacht auf eine rezidivierende depressive Störung (ICD-10 F33). Dem Tabakabhängigkeitssyndrom bei ständigem Substanzgebrauch (ICD-10 F17.25) mass er keinen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit bei (S. 1).
Dr.
Z._
berichtete von wiederholt depressiven Zuständen, welche mit Selbst
wert
problemen, Überforderungsgefühlen und Schlafstörungen einhergegangen seien. Das Vollbild einer entsprechenden Persönlichkeitsstörung habe die Be
schwerdeführerin nie aufgewiesen (S. 2). Er hielt angesichts der Dauer und Schwere der psychischen Störungen und der Benzodiazepinabhängigkeit sowie der Neigung, den Konflikten immer wieder auszuweichen
,
eine stationäre psy
chotherapeutische Behandlung für indiziert (S. 3). Er attestierte ab April 2011 eine 50%ige Arbeitsfähigkeit und hielt die Wiedererlangung der uneinge
schränkten Arbeitsfähigkeit bei gutem Verlauf für möglich (S. 2 f.). Im August 2011 wurde die Therapie beendet (
Urk.
7/31).
3.2
Med. prakt.
A._
diagnostizierte am
8.
Juli 2011 mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit ein rezidivierendes depressives Zustandsbild bei einem Status nach Parasuizid 200
8.
Unter Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähig
keit notierte er eine rezidivierende Wirbelsäulen- und Rippenblockade und einen Status nach einer Ruptur des vorderen Kreuzbandes. Er führte aus, seit Jahren bestehe ein rezidivierendes depressives Zustandsbild, das häufig durch Belastungssituationen im familiären und beruflichen Umfeld ausgelöst werde. Die Ausübung der bisherigen Tätigkeit sei der Beschwerdeführerin zu 50
%
zu
mutbar. Die Frage nach dem zeitlichen Umfang einer behinderungsangepassten Tätigkeit beantworte
te
er nicht, sondern verwies auf
Dr.
Z._
(Urk. 7/27).
3.3
Nachdem
Dr.
Y._
die
Beschwerdeführer
in
am 2
6.
Januar 2012 im Auftrag der Beschwerdegegnerin untersucht hatte, stellte er in seinem Gutachten vom 23. März 2012 (
Urk.
7/37) folgende Diagnosen (S. 8):
Dysthymia (ICD-10 F34.1)
bei rezidivierender depressiver Störung, gegenwärtig remittiert (ICD-10 F33.4)
mit Abhängigkeitssyndrom von Benzodiazepinen, gegenwärtiger Sub
stanzgebrauch (ärztlich verordnet: Lorazepam [ICD-10 F13.24])
mit Abhängigkeitssyndrom von Tabak, gegenwärtiger Substanzge
brauch (ICD-10 F17.24)
Der Gutachter berichtete, die Beschwerdeführerin sei im Bewusstsein wach und allseits orientiert. Es bestünden keine Hinweise auf inhaltliche Denk-, Wahr
nehmungs- und Ich-Störungen. Intelligenz, Auffassung, Merkfähigkeit und Konzentration seien während der Begutachtung in der Norm gewesen. Er schil
derte die Versicherte als im Affekt ausgeglichen, ernst und dysthym (S. 6). Die ICD-10-Kriterien einer depressiven Episode seien nicht erfüllt, denn der Schwe
regrad erreiche nicht das notwendige Ausmass. Die dysthyme Verstimmung erkläre sich vollständig als Folge der psychosozialen Faktoren wie finanzielle Sorgen, partnerschaftliche Konflikte und Erwerbslosigkeit und begründe für sich alleine keine depressive Störung gemäss ICD-10 (S. 9 f.). Die Dysthymia – so der Experte weiter – führe aus versicherungsmedizinischer Sicht zu keiner Arbeits
unfähigkeit. Aus psychiatrisch-psychotherapeutischer Sicht seien keine Hinweise vorhanden, die der Beschwerdeführerin die Überwindung des Gesund
heitsschadens verunmöglichen würden (S. 12). Es sei mit überwiegender Wahr
scheinlichkeit anzunehmen, dass der Konsum von Benzodiazepinen als Teil der Akuttherapie einer allfälligen depressiven Episode bestehe. Der Konsum sei somit Folge der Therapie eines psychischen Leidens („sekundär“ [S. 16]).
3.4
Dem Bericht von Prof.
Dr.
med.
B._
, Facharzt FMH für Psychiatrie und Ps
ycho
therapie, vom 2
6.
Juli 2012
kann über die seit dem 2
9.
September 2011 durchgeführte Behandlung entnommen werden, dass die Beschwerdeführerin unter einem komplexen psychischen Störungsbild leidet. Klinisch imponiere eine bipolare Störung mit depressiven Phasen bei nicht psychotischen Sympto
men mit deutlich depressiv-ängstlichen Anteilen. Es bestünden zunehmend neurasthenische Störungsbilder mit psychosomatischen
Überlagerungen und es seien
wiederkehrende reaktive Anpassungsstörungen aufgetreten, die weitge
hend durch das private Umfeld hervorger
ufen worden seien. Hieraus dürft
e ein sekundärer Benzodiazepin-Abusus resultiert haben. Er attestierte eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit seit Beginn der Behandlung am 29.
September 2011 bis
vor
erst
2
6.
Juli 2012 und führte weiter aus, angesichts des klinisch unveränderli
chen Zustandsbildes sei die Beschwerdeführerin gegenwärtig und für längere Zeit auf dem ersten Arbeitsmarkt nicht vermittelbar. Aus diesem Grund bestehe bis 3
1.
Dezember 2013 eine vollständige Arbeitsunfähigkeit und es sollte eine Umschulung geprüft werden. Denn trotz ihrer eingeschränkten gesundheitlichen Möglichkeiten sei die Beschwerdeführerin für die Kurse im Rahmen der Ausbil
dung zur Spielgruppenleiterin ausreichend belastbar (
Urk.
7/56 = Urk. 3/1).
3.5
In seiner ergänzenden Stellungnahme vom 2
0.
August 2012 (
Urk.
7/60) führte der Gutachter
Dr.
Y._
zum
B
ericht von
Dr.
B._
aus, die frei formulierten Diagnosen würden nicht differenziert beschrieben respektive diskutiert und auch die Einschätzung der Arbeitsunfähigkeit sei widers
prüchlich. Einerseits attestier
e
Dr.
B._
eine vollständige Arbeitsunfähigkeit. Andererseits halte er den Besuch von Ausbildungskursen für zumutbar (S. 3).
4.
Von der Beschwerdeführerin wird die Unparteilichkeit des Gutachters in Frage gestellt.
Nach der Rechtsprechung gelten für Sachverständige grundsätzlich die gleichen Ausstands- und Ablehnungsgründe, wie sie für Richter vorgesehen
sind. Danach ist Befangenheit anzunehmen, wenn Umstände vorliegen, die geeignet sind, Misstrauen in die Unparteilichkeit zu erwecken. Bei der Befan
genheit handelt es sich allerdings um einen inneren Zustand, der nur schwer bewiesen werden kann. Es braucht daher für die Ablehnung nicht nachgewiesen zu werden, dass die sachverständige Person tatsächlich befangen ist. Es genügt vielmehr, wenn Umstände vorliegen, die den Anschein der Befangenheit und die Gefahr der Voreingenommenheit zu begründen vermögen. Bei der Beurteilung des Anscheins der Befangenheit und der Gewichtung solcher Umstände kann jedoch nicht auf das subjektive Empfinden einer Partei abgestellt werden. Das Misstrauen muss vielmehr in objektiver Weise als begründet erscheinen. Im Hinblick auf die erhebliche Bedeutung, welche den Arztgutachten im Sozialver
sicherungsrecht zukommt, ist an die Unparteilichkeit des Gutachters ein stren
ger Massstab anzusetzen. Voreingenommenheit und Befangenheit werden angenommen, wenn sich im Einzelfall anhand aller tatsächlichen und verfah
rensrechtlichen Umstände Gegebenheiten ergeben, die geeignet sind, Misstrauen in die Unparteilichkeit des Gutachters zu erwecken. Diese können namentlich in einem bestimmten Verhalten des betreffenden Gutachters begründet sein (Urteil des Bundesgerichts 8C_474/2009 vom 7. Januar 2010 E. 7.2 f. mit weiteren Hinweisen).
Die Beschwerdeführerin legte keine besonderen Umstände dar, die ein Miss
trauen in die Unparteilichkeit des Gutachters als begründet erscheinen lassen
,
und die vorliegenden Akten enthalten diesbezüglich auch keine Hinweise. Ihre Begründung erschöpfte sich vielmehr in der Wiedergabe verschiedener, die Arbeit von
Dr.
Y._
kritisch bewertender
,
pauschaler Meinungsäusserungen.
Was die erstmals im Rechtsmittelverfahren geltend gemachten Rügen betreffend die Person des Gutachters und den Ort der Begutachtung anbelangt (
Urk.
1), ist zudem festzuhalten, dass Ausstands- und Ablehnungsgründe nach der Recht
sprechung so früh wie möglich geltend gemacht werden müssen. Es verstösst gegen Treu und Glauben, Einwendungen dieser Art erst im Rechtsmittelver
fahren vorzubringen, wenn dies schon vorher hätte getan werden können. Wird die betreffende Person nicht unverzüglich als befangen abgelehnt, wenn die versi
cherte Person vom Ablehnungsgrund Kenntnis erhält, verwirkt sie den An
spruch auf spätere Anrufung der Verfahrensgara
ntie (vgl. BGE 132 V 93 E. 7.4.2
mit Hinweisen).
Das Gutachten von
Dr.
Y._
vom 2
3.
März 2012 (samt Ergänzung vom 2
0.
August 2012 [
Urk.
7/37 und
Urk.
7/60]), auf welchem die am 1
3.
September 201
2
verfügte Leistungsabweisung in medizinischer Hinsicht basiert, ist demnach im üblichen Rahmen auf seine Beweiseignung hin zu über
prüfen.
5.
5.1
Das Gutachten von
Dr.
Y._
äussert sich umfassend zu den vorhandenen Ge
sundheitsstörungen und deren Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit. Es basiert auf einer eingehenden psychiatrischen Untersuchung, berücksichtigt die von der Beschwerdeführerin geklagten Beschwerden und erging in Kenntnis der medizi
nischen Vorakten. Der Gutachter legte anhand der von ihm erhobenen Befunde und den durchgeführten Tests in nachvollziehbarer und schlüssiger Weise dar, dass bei der Beschwerdeführerin aus psychiatrischer Sicht keine gesundheitsbe
dingte Einschränkung der Arbeitsfähigkeit besteht. Die Expertise von
Dr.
Y._
entspricht damit den rechtsprechungsgemässen Anforderungen an eine beweis
kräftige medizinische Ent
scheidungsgrundlage (vgl. E. 1.6
).
5.2
Die Berichte der behandelnden Ärzte stellen die Beweiskraft des Gutachtens nicht in Frage.
Med. prakt.
A._
äusserte sich zur Frage der Arbeitsfähigkeit in einer Verweistätigkeit nicht. Die von ihm in der angestammten Tätigkeit auf 50
%
veranschlagte Arbeitsfähigkeit ist nicht weiter begründet. Zudem kann nicht ausgeschlossen werden, dass er die von ihm genannten Belastungssituati
onen (Urk. 7/27
Ziff.
1.4) entgegen der bundesgerichtlichen Rechtsprechung (vorstehend E. 1.4) in die Zumutbarkeitsbeurteilung miteinbezogen hat.
Die von
Dr.
Z._
gestellten Diagnosen lassen sich mit denjenigen von
Dr.
Y._
ohne Weiteres vereinbaren und der betreffende Arzt
hielt
schon im Mai 2011 die Wiedererlangung der vollständigen Arbeitsfähigkeit
durchaus für möglich
. Hin
sichtlich der umstrittenen Qualifikation der depressiven Symptomatik kann offen bleiben, ob die fraglichen Beschwerden im Rahmen einer Dysthymia – die
allein diagnostiziert regelmässig nicht invalidisierend und damit unbeachtlich ist
(Urteil des Bu
ndesgerichts 9C_98/2010 vom 28.
April 2010 E. 2.2.2 mit weiteren Hinweisen) – zu interpretieren sind, wie der begutachtende Psychiater mit einleuchtender Begründung annahm oder vor dem Hintergrund einer rezidi
vierenden depressiven Störung zu sehen sind, wie es die Berichte von med. prakt.
A._
und von
Dr.
B._
nahe legen, kann letztlich offen bleiben. Sofern die depressive Symptomatik nicht ohnehin in – invalidenversicherungsrechtlich irrelevanten – ungünstigen psychosozialen Faktoren ihre hinreichende Erklä
rung findet, ist nämlich darauf hinzuweisen, dass selbst eine mittelgradige depressive Episode keine von depressiven Verstimmungszuständen klar unter
scheidbare Depression darstellt. Leichte bis höchstens mittelschwere psychische Störungen aus dem depressiven Formenkreis gelten auch grundsätzlich als therapeutisch angehbar
(vgl. Habermeyer/Venzlaff, Affektive Störungen, in: Psychiatrische Begut
achtung, 5. Aufl. 2009, S. 193; vgl. dazu etwa Urteil des Bundesgerichts 8C_68/2013 vom 1
4.
Mai 2013 E. 3.5 mit weiterem Hinweis). Im Übrigen werden im Bericht von
Dr.
B._
ohne jegliche Begründung Diagnosen
gestellt
– so werden unter anderem die für eine bipolare affektive Störung charakteristischen Episoden nicht beschrieben (vgl. Dilling/Mombour/Schmidt [Hrsg.], Internationale Klassifikation psychischer Störungen, ICD-10 Kapitel V [F],
9.
Auflage, Bern
2014, S.
164 ff.)
–
und er nahm keine einleuchtende und durch Befunde untermauerte medizinisch-theoretische Beurteilung der Arbeits
fähigkeit vor.
In diesem Zusammenhang und angesichts der gestellten Diagno
sen ist zudem nicht nachvollziehbar, wie der behandelnde Psychiater bereits im Juli 2012 eine bis E
nde 2013 – d.h. einen Zeitraum
von anderthalb Jahren umfassende – andauernde 100%ige Arbeitsfähigkeit attestieren konnte und
g
leich
wohl die Ausbildung zur Spielgruppenleiterin
für
möglich
hielt
. In diesem Zusammenhang ist ausserdem darauf hinzuweisen, dass das Gericht der Erfah
rungstatsache, dass Hausärzte und behandelnde Spezialärzte (so etwa das Urteil des damaligen Eidgenössischen Versicherungsgerichts I 570/04 vom 21. Februar 2005 E. 5.1 mit Hinweisen) mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patienten aussagen, Rechnung tragen soll und darf (BGE 125 V 353 E. 3b/cc).
5.3
Bei dieser Sachlage ist nicht ersichtlich, inwiefern weitere Abklärungen neue, für die Beurteilung des vorliegenden Falls entscheidende Erkenntnisse liefern könnten, sodass darauf zu verzichten ist (antizipierte Beweiswürdigung; BGE 122 V 162 E. 1d).
5.4
Nach dem Gesagten ist gestützt auf die Beurteilung von
Dr.
Y._
mit dem im Sozialversicherungsrecht massgebenden Beweisgrad der überwiegenden Wahr
scheinlichkeit erstellt, dass kein
die Arbeitsfähigkeit einschränkender Gesund
heitsschaden von Krankheitswert vorliegt, weshalb auch der Benzodiazepi
nabusus invalidenversicherungsrechtlich
nicht relevant ist (vgl. Urteil des Bun
desgerichts 8C_694/2008 vom
5.
März 2009 E. 2
).
An dieser Beurteilung ändern die am 7. Februar 2014 nachgereichten
Unterlagen nichts.
6.
Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die angefochtene Verfügung nicht zu beanstanden und die Beschwerde abzuweisen ist.
7.
Die Kosten des Verfahrens sind auf
Fr.
600.-- festzulegen und ausgangsgemäss der Beschwerdeführerin aufzuerlegen (
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG).