# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 556afe99-d066-4f12-91a9-b7e8500e43fc
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2016
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
1.1
Die 1962 geborene X._ absolvierte nach der Grund
schule in Y._ keine Berufsausbildung, sondern arbeitete ab 1975 als Pro
duk
tionsmitarbeiterin, namentlich in einer Kartonagenfabrik (Urk. 11/20/1, Urk. 11/32/3). Nach einer Saisonniertätigkeit als Haus- und Zimmermädchen in einem Hotel in Z._ im Jahr 1987, reiste sie im folgenden Jahr zusammen mit ihrem Ehemann in die Schweiz ein, wo sie anfänglich im Haushalt tätig war und die 1983 und 1989 geborenen Kinder betreute und später als Küchenge
hil
fin, Hausdienstangestellte und Zimmermädchen arbeitete (Urk. 11/1/1, Urk. 11/20/1, Urk. 11/20/6, Urk. 11/32/3). Sie war sodann ab 10. Januar 2005 bei der A._ AG in einem Pensum von 35 Stunden pro Woche als Raumpflegerin angestellt und war in dieser Eigenschaft bei der Sammelstiftung
Vita berufsvorsorgeversichert (Urk. 11/4/1-2, Urk. 9/2, Urk. 10/15-16). Ihre Haus
ärztin, Dr. med.
B._
, Allgemeine Medizin, attestierte ihr ab 24. Feb
ru
ar 2011 aufgrund akuter Lumbago mit degenerativen Zeichen eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit (vgl. Urk. 11/4/8, Urk. 11/3/5). Das Arbeitsver
hält
nis mit der A._ AG wurde per 31. Okto
ber 2011 (letzter effektiver Arbeitstag: 10. März 2011) aufgelöst (Urk. 11/4/1). Hernach bezog X._ ab 1. Februar 2012 während der zweijährigen Rahmen
frist Taggelder der Arbeitslosenversicherung (vgl. Urk. 11/27/1).
1.2
X._ meldete sich am 16. September 2011 bei der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, zum Leistungsbezug an (Urk. 11/1-2). Gestützt auf die medizinischen und beruflichen Abklärungen,
ins
be
sondere das von der Krankentaggeldversicherung eingeholte Gutachten von
Dr. med. C._, Facharzt FMH für Innere Medi
zin, speziell Rheumaer
krankungen, vom 22. September 2011 (Urk. 11/3/5-10), lehnte die IV-Stelle das Leistungs
be
gehren mit Verfügung vom 19. März 2012 ab (Urk. 11/9). Auf das erneute Leistungsbegehren der Versicherten vom 5. Juli 2012 (Urk. 11/12) trat die IV-Stelle mit Ver
fügung vom 21. September 2012 mit der Begründung, dass eine Veränderung der tatsächlichen Verhältnisse seit Erlass der letzten Ver
fü
gung nicht glaubhaft dargelegt worden sei, nicht ein (Urk. 11/17). Auf Neuan
meldung vom 21. Februar 2013 (Urk. 11/22-23) hin sprach die IV-Stelle, ge
stütz
t auf die orthopädische Untersuchung durch ihren Regionalen Ärztlichen Dienst (RAD) vom 14. Juni 2013 (Urk. 11/32), der Versicherten mit Verfügung vom 25. Oktober 2013 mit Wirkung ab 1. August 2013 eine ganze Invaliden
rente zu (Urk. 11/38 und Urk. 11/40).
1.3
In der Folge wandte sich
X._
mit einem vom 25. Okto
ber 2013 datierten Schreiben an den Rückversicherer der Sammel
stif
tung Vita und beantragte die Aus
rich
tung einer Rente der beruflichen Vorsorge (Urk. 10/14). Dieser lehnte das Leistungsbegehren von X._ am 12. März 2014 mit der Begründung ab, dass die Verschlech
terung des Gesundheitszustandes acht Monate nach dem Ende des Arbeitsver
hältnisses mit der A._ AG per 31. Oktober 2011 eingetre
ten und der zeitliche Zusammenhang mithin unterbrochen worden sei (Urk. 10/16).
2.
Am 23. Dezember 2014 erhob X._ Klage gegen die Sammelstiftung Vita und liess beantragen, dass die Beklagte zu verpflichten sei, ihr mindestens Fr. 6‘896.-- pro Jahr, das heisse Fr. 574.60 pro Monat, ab 24. Februar 2011, zuzüglich 5 % Verzugszins ab Klageanhebung zu bezahlen (Urk. 1 S. 2). Die Beklagte beantragte mit Klageantwort vom 3. März 2015 Abwei
sung der Klage (Urk. 8 S. 2, unter Beilage von Urk. 9/1-3, Urk. 10/1-16 so
wie der IV-Akten [Urk. 11/1-40]). Die Parteien hielten replicando (Urk. 16) und duplicando (Urk. 21) jeweils an ihren Anträgen fest. Mit Verfügung vom 17. November 2015 wurde der Klägerin eine Kopie der Duplik der Beklagten vom 16. November 2015 (Urk. 21) zugestellt (Urk. 22).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die Akten wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
Gemäss Art. 73 Abs. 3 des Bundesgesetzes über die berufliche Alters-, Hinter
lassenen und Invalidenvorsorge (BVG) bestimmt sich der Gerichtsstand nach dem schwei
zerischen Sitz oder Wohnsitz des Beklagten oder dem Ort des Be
trie
bes, bei dem der Versicherte angestellt worden war.
Die Beklagte hat ihren Sitz in Zürich (Urk. 2/1). Das angerufene Gericht ist für die Beurteilung der Klage örtlich und sachlich zuständig.
2.
2.1
Nach Art. 24 Abs. 1 BVG hat der Versicherte Anspruch auf eine volle Invaliden
rente, wenn er im Sinne der Invalidenversicherung mindestens zu 70 %, auf eine Drei
viertelsrente, wenn er mindestens zu 60 %, auf eine halbe Rente, wenn er mindestens zur Hälfte und auf eine Viertelsrente, wenn er mindestens zu 40 % invalid ist. Gemäss Abs. 1 von Art. 26 BVG gelten für den Beginn des An
spruchs auf Invalidenleistungen sinngemäss die entsprechenden Bestimmungen des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (Art. 29 IVG). Die Invaliden
leistungen nach BVG werden von derjenigen Vorsorgeeinrichtung geschuldet, welcher die den Anspruch erhebende Person bei Eintritt des versicherten Ereig
nisses angeschlossen war. Im Bereich der obligatorischen beruflichen Vorsorge fällt dieser Zeitpunkt nicht mit dem Eintritt der Invalidität nach IVG, sondern mit dem Eintritt der Arbeitsunfähigkeit zusammen, deren Ursache zur Invali
di
tät geführt hat (vgl. Art. 23 BVG). Auf diese Weise wird dem Umstand Rech
nung getragen, dass die versicherte Person meistens erst nach einer längeren Zeit der Arbeitsunfähigkeit (nach einer Wartezeit von einem Jahr gemäss Art. 28 Abs. 1 lit. b IVG in Verbindung mit Art. 26 BVG) invalid wird. Damit näm
lich der durch die zweite Säule bezweckte Schutz zum Tragen kommt, muss das Invaliditätsrisiko auch dann gedeckt sein, wenn es rechtlich gesehen erst nach einer langen Krankheit eintritt, während welcher die Person unter Um
ständen aus dem Arbeitsverhältnis ausgeschieden ist und daher nicht mehr dem Obligatorium unterstanden hat (BGE 123 V 262 E. 1b, 121 V 97 E. 2a, 120 V 112 E. 2b, je mit Hinweisen).
2.2
Nach Art. 23 BVG versichertes Ereignis ist einzig der Eintritt der relevanten Ar
beitsun
fähigkeit, unabhängig davon, in welchem Zeitpunkt und in welchem Masse daraus ein Anspruch auf Invalidenleistungen entsteht. Die Versicher
ten
eigenschaft muss nur bei Eintritt der Arbeitsunfähigkeit gegeben sein, da
gegen nicht notwendigerweise auch im Zeitpunkt des Eintritts oder der Ver
schlimme
rung der Invalidität. Diese wörtliche Auslegung steht in Einklang mit Sinn und Zweck der Bestimmung, nämlich denjenigen Arbeitnehmerinnen und Arbeit
nehmern Versicherungsschutz angedeihen zu lassen, welche nach einer länge
ren Krankheit aus dem Arbeitsverhältnis ausscheiden und erst später invalid werden. Für eine einmal aus
während der Versicherungsdauer aufge
tretene
Arbeitsunfähigkeit geschuldete Invalidenleistung bleibt die Vor
sorge
einrichtung somit leistungspflichtig, selbst wenn sich nach Beendigung des Vorsorgever
hältnisses der Invaliditätsgrad ändert. Entsprechend bildet denn auch der Weg
fall der Versicherteneigenschaft kein Erlöschungsgrund (Art. 26 Abs. 3 BVG e contrario; BGE 123 V 262 E. 1a, 118 V 35 E. 5).
2.3
2.3.1
Damit eine Vorsorgeeinrichtung, der eine Arbeitnehmerin oder ein Arbeit
neh
mer beim Eintritt der Arbeitsunfähigkeit angeschlossen war, für das erst nach Be
endigung des Vorsorgeverhältnisses eingetretene Invaliditätsrisiko aufzu
kom
men hat, ist sodann erforderlich, dass zwischen Arbeitsun
fähig
keit und Inva
li
di
tät ein enger sachlicher und zeitlicher Zusammenhang besteht (BGE 130 V 270 E. 4.1). In sachlicher Hinsicht liegt ein solcher Zusammenhang vor, wenn der der Invalidität zu Grunde liegende Gesundheitsschaden im Wesentlichen der
selbe ist, der zur Arbeitsunfähigkeit geführt hat. Sodann setzt die Annahme
eines engen zeitlichen Zusammenhangs voraus, dass die ver
sicherte Person nach
Eintritt der Arbeitsunfähigkeit nicht während längerer Zeit wieder ar
beitsfähig wurde. Die frühere Vorsorgeeinrichtung hat nicht für Rück
fälle oder Spätfolgen einer Krankheit einzustehen, die erst Jahre nach Wiederer
langung der vollen Arbeitsfähigkeit eintreten. Demnach darf nicht bereits eine Unterbre
chung des zeitlichen Zusammenhangs angenommen werden, wenn die Person bloss für kurze Zeit wieder an die Arbeit zurückgekehrt ist. Ebenso wenig darf die Frage des zeitlichen Zusammenhangs zwischen Arbeitsun
fähig
keit und In
validität in schematischer (analoger) Anwendung der Regeln von Art. 88a Abs. 1 der Ver
ord
nung über die Invalidenversicherung (IVV) beurteilt wer
den, wonach eine an
spruchsbeeinflussende Verbesserung der Er
werbs
fähig
keit in je
dem Fall zu be
rücksichtigen ist, wenn sie ohne wesentliche Unterbrechung drei Monate gedauert hat und voraussichtlich andauern wird. Zu berücksichtigen sind vielmehr die gesamten Umstände des konkreten Einzel
falles, namentlich die Art des Gesund
heitsschadens, dessen prognostische ärztliche Beurteilung und die Beweggründe, die die versicherte Person zur Wiederaufnahme der Ar
beit ver
an
lasst haben (BGE 123 V 262 E. lc, 120 V 112 E. 2c/aa und 2c/bb mit Hinweisen).
2.3.2
Ferner ist darauf hinzuweisen, dass zwar f
ür den Eintritt der Arbeitsunfähigkeit im Sinne von
Art. 23 lit. a BVG
die Einbusse an funktionellem Leistungsver
mö
gen im bisherigen Beruf massgeblich
ist; sie ist relevant, wenn sie min
destens 20
%
beträgt und sich auf das Arbeitsver
hältnis sinnfällig auswirkt oder ausge
wirkt hat. Der zeitliche Zusammenhang zur später eingetretenen Invalidi
tät als weitere Voraussetzung für den Anspruch auf Invalidenleistungen der damaligen Vorsorgeeinrichtung beurteilt
sich hin
gegen nach der Arbeits
un
fähigkeit
res
pek
tive Arbeitsfähigkeit
in einer der ge
sundheitlichen Beein
träch
tigung ange
passten zumutbaren
Tätigkeit. Diese Be
schäftigung muss
be
zogen auf die an
ge
stammte Arbeit die Erzielung eines rentenausschliessenden Einkommens erlau
ben
(BGE 134 V 20 E. 5.3
).
2.4
Aus der engen Verbindung zwischen dem Recht auf eine Rente der Inva
li
den
ver
sicherung und demjenigen auf eine Invalidenleistung nach BVG ergibt sich, dass der Invaliditätsbegriff im obligatorischen Bereich der be
ruf
li
chen Vorsorge und in der Invalidenversicherung grundsätzlich der gleiche ist (BGE 123 V 269 E. 2a, 120 V 106 E. 3c, je mit Hinweisen).
Praxisgemäss sind daher die Vorsorgeeinrichtungen im Bereich der gesetzlichen Mindestvorsorge (Art. 6 BVG) an die Feststellungen der IV-Organe (Eintritt der invalidisierenden Arbeitsunfähigkeit, Eröffnung der Wartezeit, Festsetzung des
Invaliditätsgrades) gebunden, soweit die IV-rechtliche Betrachtung aufgrund einer
gesamthaften Prüfung der Akten nicht als offensichtlich unhaltbar er
scheint (BGE 126 V 309 E. 1 in fine). Diese Konzeption fusst auf der Über
legung, die Organe der (obligatorischen) beruflichen Vorsorge von eigenen auf
wän
digen Abklärungen freizustellen, und gilt nur bezüglich Feststellungen und Beurtei
lungen der IV-Organe, welche im invalidenversicherungsrechtlichen Ver
fahren für die Festlegung des Anspruchs auf eine Invalidenrente ent
schei
dend waren (BGE 132 V 1 E. 3.2). So hat beispielsweise eine verspätete Anmeldung zum Leistungsbezug bei der Invalidenversicherung rechtspre
chungsgemäss die freie Überprüfbarkeit des leistungserheblichen Sachverhaltes durch die Vorsor
ge
ein
richtung beziehungsweise das Berufsvor
sorgegericht zur Folge (Urteil des Bun
desgerichts 9C_49/2010 vom 23. Februar 2010 E. 2.1).
Diese Bindungswirkung setzt voraus, dass die Vorsorgeeinrichtung (spätestens) ins Vorbescheidverfahren (Art. 73
ter
IVV) einbezogen und ihr die Rentenverfü
gung formgültig eröffnet wurde (Urteil des Bundesgerichts 9C_81/2010 vom 16. Juni 2010 E. 3.1, mit Hinweisen). Dem BVG-Versicherer steht ein selbstän
diges Beschwerderecht im Verfahren nach IVG zu. Unterbleibt ein solches Ein
beziehen der Vorsorgeeinrichtungen, ist die IV-rechtliche Festsetzung des Inva
li
ditätsgrades (grundsätzlich, masslich und zeitlich) berufsvorsorgerechtlich nicht
verbindlich (BGE 130 V 270 E. 3.1).
Stellt die Vorsorgeeinrichtung auf die invalidenversicherungsrechtliche Betrach
tungsweise ab, muss sich die versicherte Person diese entgegenhalten lassen, soweit diese für die Festlegung des Anspruchs auf eine Invalidenrente ent
schei
dend war, und zwar ungeachtet dessen, ob der Vorsorgeversicherer im Verfah
ren der Invalidenversicherung beteiligt war oder nicht. Vorbehalten sind jene Fälle, in denen eine gesamthafte Prüfung der Aktenlage ergibt, dass die Invali
ditätsbemessung der Invalidenversicherung offensichtlich unhaltbar war (BGE 130 V 270 E. 3.1).
2.5
Allfällige reglementarische Invaliditätsleistungen der Beklagten richten sich im vorliegenden Fall nach dem Vorsorgeplan der A._ AG, D._, so
wie dem Vorsorgereglement der Sammel
stiftung Vita, Zürich, Ausgabe 1/2011 (Urk. 9/2). Der Invaliditätsbegriff wird in Ziff. 4.6.1 des Vorsorgereglements ge
stützt auf Art. 8 des Bun
desgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialver
si
cherungsrechts (ATSG), mithin gleich wie in der Invalidenver
sicherung (Art. 4
IVG) und im obli
gatorischen Bereich der beruflichen Vorsorge (E. 2.4 vor
ste
hend
) definiert. Ab
weichend davon sind gemäss Vorsorgereglement jedoch be
reits bei einer Teilin
validität von 25 % Invaliditätsleistungen geschuldet. Der Anspruch auf die ver
sicherten Leistungen entsteht, nachdem die versicherte Person länger als die festgelegte Wartefrist ganz oder teil
weise erwerbsunfähig gewesen ist. Die Er
werbsunfähigkeit wird im Reglement wie in Art. 7 ATSG umschrieben,
dem
nach als durch Beeinträchtigung der körper
lichen, geistigen oder psychi
schen
Gesundheit verursachter und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibender ganzer oder teilweiser Verlust der Erwerbs
möglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Urk. 9/2). Im Vor
sorge
plan der A._ AG, D._, wurde stipuliert, dass die Warte
frist für die Invaliditätsleistungen 24 Monate beträgt (Urk. 9/2). In Ziff. 4.6.1 des Vor
sor
gereglements wird sodann festgehalten, dass, falls die versicherte Person ab
wechslungsweise erwerbsfähig und erwerbsunfähig und die Perioden der vollen Erwerbsfähigkeit nicht länger als ein Jahr dauern, Perio
den der Erwerbsun
fähig
keit aus gleicher Ursache zu
sammengezählt und an die Warte
frist ange
rechnet werden. Dauert die volle Erwerbsfähigkeit mehr als ein Jahr, so be
ginnt die Warte
frist erneut zu laufen (Urk. 9/2).
3.
3.1
Die Klägerin lässt im Wesentlichen vorbringen, dass sie bereits am 24. Februar 2011 arbeitsunfähig gewesen sei (Urk. 16 S. 7). Damals sei sie auf
grund ihrer Anstellung bei der A._ AG bei der Beklagten ver
sichert gewesen (Urk. 1 S. 5). Die Klägerin habe sich sodann am 23. Dezember 2011 mit kom
p
lett blockiertem Rücken zu Dr. B._ begeben. Trotz der von der Hausärztin verabreichten Infiltrationen habe danach aber keine wesentliche Verbesserung des Gesundheitszustandes mehr erreicht werden können. Diese Verschlechterung des Gesundheitszustandes habe schliesslich auch zur Aner
kennung der Ver
schlech
terung der Arbeitsfähigkeit und der In
validität durch die Invali
denversi
cherung geführt (Urk. 1 S. 5, 8). Der zeitliche Zusam
menhang zwischen der Arbeitsunfähigkeit und der Invalidität sei nicht unter
bro
chen worden. Aufgrund der Schmerzexazerbation im Dezember 2011 sei es zu einer Ver
schlechterung des Gesundheitszustandes gekommen, welcher sich nicht mehr gebessert habe (Urk. 16 S. 7). Die IV-Stelle habe den Zeitpunkt der Ver
schlech
terung nicht näher ab
klären müssen (Urk. 16 S. 6). Der Beginn der letztlich zur Be
ren
tung füh
renden Verschlechterung des Gesundheitszustandes sei im De
zember 2011 an
zusetzen (Urk. 16 S. 10).
3.2
Demgegenüber lässt die Beklagte im Wesentlichen ausführen, dass die Verfü
gungen der IV-Stelle nachvollziehbar und schlüssig sowie für die Beklagte ver
bindlich seien (Urk. 8 S. 7, Urk. 21 S. 3). Gestützt darauf habe sich der Ge
sund
heitszu
stand der Klägerin erst zu Beginn des Jahres 2013 - mithin nach dem Ende des Arbeitsverhältnisses mit der A._ AG - so weit ver
schlechtert, dass er sich auf ihre Arbeitsfähigkeit ausgewirkt habe (Urk. 21 S. 3). Aufgrund der vorhandenen Akten sei erstellt, dass die Klägerin selber bis An
fang 2013 von einer 100%igen Arbeitsfähigkeit ausgehe, was sich auch mit den vorhandenen Arztberichten weitestgehend decke (Urk. 21 S. 5-6). Die Klägerin habe sich ab Herbst 2011 bei der Arbeitslosenkasse als zu 100 % ver
mittlungs
fähig gemeldet (Urk. 8 S. 7). Erst ab Februar 2013 habe sich die Klägerin nur noch als zu 50 % arbeitsfähig erachtet (Urk. 8 S. 7-8, Urk. 21 S. 6). Aufgrund der gesamten Umstände sei von einer Unterbrechung des er
for
derlichen zeitli
chen Zusammenhangs zwischen der Arbeitsunfähigkeit im Rah
men der Tätigkeit bei der A._ AG und der Invalidität auszugehen (Urk. 8 S. 7, Urk. 21 S. 8).
4.
Mit Blick auf die Neuanmeldung vom 21. Februar 2013 (Urk. 11/22) konnte ein Anspruch auf eine Rente der Eidgenössischen Invalidenversicherung frühestens im August 2013 entstehen (Art. 29 Abs. 1 IVG). Damit war für die IV
Stelle
lediglich der Verlauf der gesundheitlich bedingten Arbeitsunfähigkeit ab 1. August
2012 (Beginn der einjährigen Wartezeit im Hinblick auf den frühest
möglichen Zeitpunkt des Leistungsbeginns) relevant (Art. 28 Abs. 1 lit. b IVG). Feststellungen und Beurteilungen der IV
Stelle hinsichtlich weiter zurücklie
gen
der Zeiten vermögen deshalb keine Bindungswirkung zu entfalten.
5.
5.1
5.1.1
In den Akten lassen sich folgende entscheidrelevante medizinische Unterlagen finden:
5.1.2
Dr. B._ hat in die Krankenkarte der Krankentaggeldversiche
rung der A._ AG, der Schweizerischen National-Versicherungs-
Gesellschaft AG
(nachfolgend: National
)
, vom 24. Februar 2011 bis 31. Oktober 2011 eine 100%ige Arbeitsun
fähig
keit der Klägerin eingetragen (Urk. 11/4/8).
Im ärztlichen Zeugnis zuhanden der National vom 9. Mai 2011 nannte Dr.
B._
die Diagnose akute Lumbago bei degenerativen Zeichen (wieder
gegeben im Gutachten von Dr. C._ vom 22. September 2011, Urk. 11/3/5).
In ihrem Bericht zuhanden der National vom 21. Juli 2011 führte Dr. B._ sodann aus, dass sich die Klägerin bei der Untersuchung vom 27. Juni 2011 ge
sundheitlich stabil präsentiert habe. Die einzigen Probleme kämen von Seiten
der Lendenwirbelsäule (LWS). Bei den bildgebenden Untersuchungen vom 22. März
2011 (ap und seitlich) hätten sich ausgeprägte degenerative Verän
de
rungen (dif
fuse Verkalkungen der Bandscheiben und Fehlhaltung) gezeigt. Eine Rückkehr an diesen Arbeitsplatz - bei der A._ AG - sei nicht denk
bar. Eine andere, der Klägerin zumutbare Arbeit sei möglich, diese solle vom Vertrauensarzt festgelegt werden (wiedergegeben im Gutachten von Dr. C._ vom 22. September 2011, Urk. 11/3/6).
Alsdann nannte Dr. B._ im Bericht an die IV-Stelle vom 30. Oktober 2011 als Diagnosen mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit ein seit 24. Februar 2011 bestehendes chronisches Panvertebralsyndrom, eine bekannte Erhöhung der Transaminasen sowie ein cervicospondylogenes Schmerzsyndrom links (Urk. 11/3/1). Die Klägerin sei in der zuletzt ausgeübten Tätigung als Reini
gungskraft seit 24. Februar 2011 bis auf weiteres zu 100 % arbeitsunfähig (Urk. 11/3/2).
Im bei der IV-Stelle am 8. April 2013 eingegangen Arztbericht führte Dr. B._ namentlich aus, dass rein theoretisch eine 30%ige Arbeitstätigkeit der Klägerin sinnvoll wäre. Die Klägerin könne jedoch nur auf Tischhöhe arbei
ten. Diese Tätigkeit solle nicht repetitiv sein und die Klägerin müsse Pausen einlegen können (Urk. 11/30/3).
Des Weiteren schrieb Dr. B._ der Rechtsvertreterin der Klägerin am 6. September 2014, dass die Klägerin von 2010 bis schliesslich zur wiederholten Überweisung an die Klinik E._ vom 16. Januar 2012 stets zu 100 % arbeitsunfähig gewesen sei, da sie starke Schmerzen gehabt habe und immer noch habe. Die Klägerin sei am 23. Dezember 2011 mit komplett blockiertem Rücken in ihrer Praxis erschienen (Urk. 2/6).
5.1.3
Dr. C._ stellte im Gutachten für die National vom 22. September 2011 die Diagnosen chronisches Panvertebralsyndrom begleitet von Arm- und Bein
schmer
zen beidseits bei hyperostotischer Spondylose der Brustwirbelsäule (BWS)
(DISH) und leichten degenerativen Veränderungen der LWS, seit 2007 wieder
holt erhöhte Gamma-Glutamyl
transferase (GGT) und Gamma-Gluta
myltrans
pepti
dase (GTP) unklarer Genese (medikamentös/diätisch) sowie Adipositas (Urk. 11/3/8).
Der Klägerin seien leichte bis mittelschwere körperliche Tätigkeiten stehend, gehend, sitzend und auch mit vereinzeltem Bücken und Heben von Lasten bis 10 kg zu 100 % zumutbar (Urk. 11/3/8).
5.1.4
Dem Bericht von Dr. med. F._, Oberarzt Rheumatologie an der Klinik E._, vom 21. Juni 2012 ist unter anderem die Diagnose chronisches lumbo
spondy
lo
genes Schmerzsyndrom mit/bei Schmerzausstrahlung nach gluteal rechts, radi
ologisch Spondylarthrosen Lendenwirbelkörper (LWK) 3 - Sakral
wirbel
körper (SWK) 1 beidseits, keinen Hinweisen auf das Vorliegen einer Spondyl
arthropa
thie zu entnehmen. Bei der Klägerin bestünden schon seit über zwei Jahren be
lastungsabhängige und tieflumbale Rückenschmerzen. Seit eini
gen Monaten seien diese stark exazerbiert (Urk. 11/11/1). Die Klägerin sei schon vorgängig auf der Wirbelsäulenchirurgie mittels Röntgenbild und MRI abgeklärt worden. Dort hätten sich vor allem Spondylarthrosen der unteren LWS-Seg
mente ge
zeigt. Es hätten sich keine Hinweise auf eine relevante radikuläre Kom
pression oder Spondylarthropathie finden lassen (Urk. 11/11/2).
Im Bericht vom 11. Dezember 2012 hielt Dr. F._ fest, dass eine erneute Kon
sultation bei dem schon abgeklärten lumbospondylogenen Schmerzsyndrom erfolgt sei. Wie schon festgehalten, bestünden keine Hinweise auf eine lumbo
radikuläre Schmerzgenese oder auch eine entzündlich rheumatologische Pro
b
le
matik (Urk. 11/30/16). Sicherlich bestünden die schon beschriebenen Spon
dyl
arth
rosen der unteren Segmente, diese könnten aber nicht das gesamte Aus
mass der Beschwerden erklären. Aufgrund des Verlaufs müsse nun von einer chroni
fi
zierten Schmerzproblematik ausgegangen werden, mit aktuell auch deutlicher Schmerzausweitung (Urk. 11/30/17).
Dr. F._ führte im Bericht vom 8. Februar 2013 sodann aus, dass weiterhin ein ausgeprägtes und chronifiziertes thorakales und lumbales Schmerzsyndrom bestehe, welches praktisch therapierefraktär sei (Urk. 11/30/14). Aus rein rheu
matologischer Sicht bestehe zumindest anamnestisch eine Verschlechterung der Schmerzproblematik mit auch gescheitertem Arbeitsversuch. Medizinisch-theo
retisch sei kaum von einer raschen und relevanten Verbesserung der Schmerz
problematik auszugehen. Somit sei von einer Restarbeitsfähigkeit von aktuell maximal 50 % für eine leichte körperliche Tätigkeit auszugehen (Urk. 11/30/15).
5.1.5
RAD-Arzt Dr. med. G._, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie, führte in seinem Untersuchungsbericht vom 19. Juni 2013 als Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine massiv schmerzhafte Bewegungseinschränkung der gesamten BWS und LWS bei aktenkundig be
ste
henden degenerativen Veränderungen sowie aktuell dringen
dem Verdacht auf aktivierte Facettenarthropathie der unteren LWS-Segmenten an. Als Diag
nosen ohne Aus
wirkungen auf die Arbeitsfähigkeit nannte er ein reaktives Cervical
syndrom mit Bewegungsein
schränkung der Halswirbelsäule (HWS) so
wie eine Hepatopathie unklarer Ätiologie (Urk. 11/32/8).
Dr. G._ hielt sodann fest, dass unter Berücksichtigung insbesondere der beiden Arztberichte der Klinik E._/Abteilung Rheumatologie vom 21. Juni 2012 und 8. Februar 2013 aufgrund des offenkundig akut exazerbierten Schmerz
bildes bei nachgewiesenen degenerativen Veränderungen der LWS die Angaben der Klinik E._ (Arbeitsfähigkeit 50 %) beziehungsweise der Hausärztin Dr. B._ (Arbeitsunfähigkeit 70 %) im Moment (RAD-Untersuchung vom 14. Juni 2013) definitiv nicht mehr zutreffend seien. Die Klägerin sei in ihrer bisheri
gen Tätigkeit als Reinigungskraft, aber auch in jeder anderen Tätigkeit, seit dem 14. Juni 2013 zu 100 % arbeitsunfähig. Für den zurückliegenden Zeit
raum ab Juni 2012 müsse von einer maximal 50%igen Arbeitsfähigkeit aus
ge
gangen werden. Dementsprechend habe sich der Gesundheitszustand seit März (Bericht der Hausärztin) ver
schlech
tert (Urk. 11/32/8).
6.
6.1
6.1.1
Die Hausärztin Dr. B._ attestierte der Klägerin ab 24. Februar 2011 eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit in der angestammten Tätigkeit als Reinigungskraft (Urk. 11/4/8). In ihrem Bericht vom 21. Juli 2011 an den Krankentaggeldver
si
cherer führte sie indes aus, dass der Klägerin trotz der geklagten Rückenbe
schwerden eine adaptierte Tätigkeit möglich sei, und wies darauf hin, dass das Zumutbarkeitsprofil vom Vertrauensarzt des Versicherers festzulegen sei (Urk. 11/3/6). Am 19. September 2011 wurde die Klägerin von Dr. C._ im Auftrag des vertrauensärztlichen Dienstes des Taggeldversicherers gutachterlich untersucht (Urk. 11/3/5). Gestützt auf die erforderlichen allseitigen Unter
su
chungen (Urk. 11/3/7-8), in Kenntnis der relevanten medizinischen Vorakten (Urk. 11/3/5-6) und unter Berücksichtigung der geklagten Beschwerden (Urk. 11/3/6-7) legte er in nachvollziehbarer Weise dar, dass der Klägerin leichte bis mittelschwere körperliche Tätigkeiten stehend, gehend, sitzend und mit ver
einzeltem Bücken und Heben von Lasten bis 10 kg zu 100 % zumutbar seien (Urk. 11/3/8-9). Wenn die Hausärztin in der Folge - ohne sich mit dem Gutach
ten auseinanderzusetzen - in ihrem Bericht an die IV
Stelle vom 31. Oktober 2011 ausführt, leichte wechselbelastende Tätigkeiten seien der Versicherten wegen notwendigen Pausen bloss im Umfang von ungefähr 50 % möglich (Urk. 11/3/4), vermag dies die gutachterliche Beurteilung nicht in Frage zu
stellen. Unbehelflich ist sodann, wenn die Hausärztin Einschränkungen des Kon
zentrations- und Auffassungsvermögens sowie der psychischen Belast
bar
keit attestiert, ohne einen Verdacht auf das Vorliegen einer psychischen Krank
heit zu äussern respektive die Überweisung an eine Fachärztin oder einen Fach
arzt zu veranlassen (vgl. Urk. 11/3/1-4). Es ist daher mit dem im Sozial
versiche
rungs
recht massgebenden Beweisgrad der überwiegenden Wahr
schein
lichkeit erstellt, dass der Klägerin seit spätestens Juli 2011 eine adaptierte Tätig
keit mit dem von Dr. C._ formulierten Zumutbarkeitsprofil zu 100 % zu
mutbar war.
Die Klägerin macht weiter geltend, dass es in der Folge ab 23. Dezember 2011 zu einer Verschlimmerung der Rückenbeschwerden gekommen sei (Urk. 1 S. 3), und legt dazu das Schreiben ihrer Hausärztin vom 6. September 2014 auf. Dr. B._ führte darin im Widerspruch zu ihren früheren Berichten aus dem Jahr 2011 aus, dass die Klägerin ab 2010 "stets 100 % arbeitsunfähig" gewesen sei, "da sie starke Schmerzen hatte und immer noch hat". Am 23. Dezember 2011 habe sie sich mit "komplett blockiertem Rücken" in ihrer Praxis vor
ge
stellt. Sie habe Voltaren 75 mg "notfallmässig" spritzen müssen, damit sich die Patientin "überhaupt noch" habe bewegen können (Urk. 2/6). Entgegen der Auf
fassung der Klägerin lässt sich mit dem erwähnten Bericht ihrer Hausärztin nicht mit dem erforderlichen Beweisgrad erstellen, dass sich ihr Gesund
heits
zustand im Dezember 2011 verschlechtert haben sollte. Die Klägerin, welche bereits vor Auflösung des Arbeitsverhältnisses mit der A._ AG bloss einer ausserhäuslichen Erwerbstätigkeit mit einem Pensum von rund 80 % nachgegangen war, meldete sich am 1. Februar 2012 bei der Arbeitslosen
kasse zum Bezug von Taggeldleistungen an und gab eine Vermittlungsfähigkeit von 80 % an. Eine Einschränkung der Vermittlungsfähigkeit aus gesund
heitlichen Gründen gab sie erst per Februar 2013 an und reichte dem zustän
digen Regio
na
len Arbeitsvermittlungszentrum (RAV) das entsprechende Arbeits
unfähig
keits
attest ihrer Hausärztin vom 31. Januar 2013 ein (Urk. 11/27). Entsprechend kann
ohne weiteres davon ausgegangen werden, dass die Klägerin ihre Haus
ärztin am
23. Dezember 2011 aufgrund einer vor
übergehenden und behandel
baren Erschei
nung aufgesucht hatte, welche nicht geeignet war, ihre Arbeitsfä
higkeit für eine rückenadaptierte Tätigkeit an
dauernd zu beein
trächtigen. Dies steht im Einklang mit der Beurteilung der IV
Stelle, welche mit Verfügung vom 19. März 2012 einen Rentenanspruch der Klägerin verneinte, da ihr eine adap
tierte Tätigkeit ohne weitere Einschränkung zumutbar sei und sie ein renten
ausschliessendes Einkommen erzielen könne (Urk. 11/9).
6.1.2
In der Folge begab sich die Klägerin in die Klinik E._, wo in deren Abtei
lung für Wirbelsäulenchirurgie bildgebende Untersuchungen durchgeführt wurden und die Klägerin am 12. Juni 2012 von Dr. F._ untersucht wur
de.
Da
nach empfahl Dr.
F._
der Klägerin in seinem Bericht vom 21. Juni 2012 die
Wiederaufnahme der Physiotherapie. Eine Arbeitsunfähigkeit attestierte er ihr allerdings nicht. Ebenso wenig sprach er von einer Verschlechterung der Be
funde (vgl. Urk. 11/11). Auf die Beurteilung von RAD-Arzt Dr. G._, welcher in seinem Bericht vom 19. Juni 2013 - unter Hinweis auf diesen Bericht der Klinik E._ - ausführte, dass ab Juni 2012 von einer maximal 50%igen Arbeitsfähigkeit der Klägerin in einer Ver
weisungstätigkeit auszugehen sei (Urk. 11/32/8), kann mangels eines echtzeit
lichen Arbeitsunfähigkeitszeugnisses daher nicht abgestellt werden (vgl. Ur
teil des Bundesgerichts 9C_420/2015 vom 26. Januar 2016 E. 4.2.1 mit weiteren Hinweisen). Im Übrigen war die Klä
gerin auch in dieser Zeit bei der Arbeits
losenversicherung für leichte bis maxi
mal
mittelschwere körper
liche Tätigkeiten als vermittlungsfähig gemeldet (vgl.
Urk. 11/18/1). Erst nach der Konsultation bei Dr.
B._
vom 31. Januar 201
3 attestierte diese der Klägerin eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit (Urk. 11/18/3). In seinem Bericht vom 8. Februar 2013 hielt Dr. F._ sodann fest, dass aus rein rheumatologischer Sicht „zumindest anamnestisch eine Ver
schlechterung der Schmerzproblematik mit auch gescheitertem Arbeitsversuch“ bestehe, weshalb er von einer Restarbeitsfähigkeit der Klägerin von aktuell ma
ximal 50 % für eine leichte körperliche Tätigkeit ausgehen würde (Urk. 11/30/15).
6.1.3
Nach dem Gesagten ist zumindest vom Juni 2011 bis Ende Januar 2013 von einer 100%igen Arbeitsfähigkeit der Klägerin in einer Verweisungstätigkeit auszugehen. Die IV-Stelle ermittelte mit Verfügung vom 19. März 2012 im Erwerbs
bereich durch Einkommensvergleich (Valideneinkommen: Fr. 45‘090.60, Invalidenkommen: Fr. 43‘712.55) einen Invaliditätsgrad von 3 % (Urk. 11/9/2). Somit erlaubte die zumutbarerweise verwertbare Leistungs
fähigkeit der Klägerin ein den Anspruch auf eine Invalidenrente der obliga
torischen beruflichen Vor
sorge ausschliessendes Einkom
men zu erzielen. Dass die Klägerin diese Arbeits
fähigkeit nicht effektiv ver
wertet hat, ist nicht entschei
dend (vgl. BGE 134 V 20 E. 6). Damit ist der zeit
liche Zusammenhang zwischen dem Eintritt der Arbeits
unfähigkeit vom 24. Februar 2011, als die Klä
gerin noch bei der Be
klag
ten berufs
vorsorgeversichert war (Sachverhalt E. 1.1 und E. 5.1.2 vorstehend), und der von der IV-Stelle mit Verfügung vom 25. Oktober 2013 (Urk. 11/40) festge
stellten Invalidität unterbrochen worden. Eine Leistungs
pflicht der Beklagten aus obli
gatorischer beruflicher Vorsorge be
steht nicht. Weil die Klägerin über ein Jahr erwerbsfähig war, wurde auch die Wartefrist für die reglementarischen Invaliditätsleistungen der Beklagten unterbrochen (E. 2.5 vorstehend). Hernach be
stand bei Eintritt der zur Invalidität führenden Arbeitsunfähigkeit kein Vor
sorgeverhältnis mit der Beklagten mehr, so dass auch keine reglementa
rischen Invaliditäts
leistungen geschuldet sind.
7.
Diese Erwägungen führen zur Abweisung der Klage.
8.
Die Beklagte beantragte keine Prozessentschädigung und
in ihrer Funktion als Trägerin der beruflichen Vorsorge
steht ihr auch,
trotz ihres Obsiegens
,
keine Prozessentschädigung zu (§ 34 Abs. 2
GSVGer
; vgl. statt vieler: BGE 128 V 124 E. 5b).