# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 10e76d2e-aadb-55d1-8ac4-2e8feeaadfad
**Court:** SG_VG
**Chamber:** SG_VG_001
**Year:** 2021
**Language:** de
**Jurisdiction:** SG / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Das Verwaltungsgericht stellt fest:
A.
Im Weiler A._ (Gemeinde Q._) befindet sich das Skigebiet A._ mit drei Skiliften, die
der Verein Y._ (Verein) bzw. die X._ AG (Skilift AG), (beide nachfolgend:
Beschwerdeführer) betreiben. Das Skigebiet erstreckt sich über mehrere Grundstücke
in der Landwirtschaftszone, die von einer Zone für Skiabfahrts- und Skiübungsgelände
überlagert werden. Im Perimeter dieser Skiabfahrtszone liegen u.a. die Grundstücke
Nrn. 000_ und 001_ im Eigentum des Landwirts Z._ (Beschwerdegegner).
B.
Der Skibetrieb durch die Beschwerdeführer – insbesondere die Pistenpräparierung –
auf den Grundstücken des Beschwerdegegners ist Gegenstand einer langwierigen
rechtlichen Auseinandersetzung zwischen den beiden Parteien. Streitgegenstand im
vorliegenden Verfahren ist eine Verfügung des Gemeinderates der Politischen
Gemeinde Q._ (Beschwerdebeteiligte) vom 5. April 2016, womit der
Beschwerdegegner verpflichtet wurde, auf den erwähnten Parzellen alle Handlungen zu
unterlassen, welche die Ausübung des Skisports erschweren oder verunmöglichen. Es
wurde ihm insbesondere untersagt, Hindernisse (Zäune und ähnliches) aufzustellen, die
das Skifahren und das Befahren mit Pistenmaschinen erschweren oder
verunmöglichen. Weiter wurde ihm untersagt, während der Wintersaison, solange das
Skifahren auf den betreffenden Grundstücken möglich ist, zu düngen oder Mist
auszuführen (Ziff. 1). Ferner gestattete die Beschwerdebeteiligte den
Beschwerdeführern – gestützt auf Art. 117 des Einführungsgesetzes zum
Schweizerischen Zivilgesetzbuch (sGS 911.1, EG-ZGB) –, die Skipisten auf den
Grundstücken des Beschwerdegegners mit den notwendigen Pistenfahrzeugen zu
befahren und zu präparieren (Ziff. 2). Den gegen diese Verfügung beim Sicherheits- und
Justizdepartement (Vorinstanz) erhobenen Rekurs hiess dieses gut und hob die
Verfügung der Beschwerdebeteiligten auf (Entscheid vom 22. Dezember 2017). Auf die
von den Beschwerdeführern dagegen erhobene Beschwerde trat das
Verwaltungsgericht zunächst mangels Zuständigkeit nicht ein (Entscheid vom
18. Januar 2019 im Verfahren B 2018/27). Das Bundesgericht bejahte indessen die
Zuständigkeit des Verwaltungsgerichts, kassierte dessen Entscheid und wies die
Sache zu neuem Entscheid an dieses zurück (Entscheid vom 8. November 2019 im
Verfahren 1C_141/2019).
C.
Mit Zwischenverfügung vom 19. Februar 2020 wies der Abteilungspräsident des
Verwaltungsgerichts das Gesuch der Beschwerdeführer vom 11. Dezember 2019, es
quater
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sei dem Beschwerdeverfahren die aufschiebende Wirkung zu entziehen und die Ziffern
1 und 2 des Beschlusses der Beschwerdebeteiligten 5. April 2016 seien für
vollstreckbar zu erklären, ab. Ebenso wies er das sinngemäss gestellte Gesuch um
Erlass vorsorglicher Massnahmen ab.
D.
Am 3. September 2020 führte der Abteilungspräsident des Verwaltungsgerichts mit den
Beschwerdeführern, dem Beschwerdegegner und der Beschwerdebeteiligten eine
Verständigungsverhandlung durch. Diese führte zu keinen konkreten Ergebnissen.
Nach weiteren direkten Verhandlungen zwischen den Parteien teilten die
Beschwerdeführer am 25. Mai 2021 mit, eine einvernehmliche Lösung habe nicht
gefunden werden können und das Verfahren sei weiterzuführen. Am 6. Juli 2021 reichte
der Rechtsvertreter des Beschwerdegegners eine Aufstellung seiner Aufwendungen zur
Bemessung der Parteientschädigung ein.
Auf die Eingaben der Beschwerdeführer und des Beschwerdegegners und die Akten
wird, soweit wesentlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.

## Considerations

Darüber zieht das Verwaltungsgericht in Erwägung:
1.
Das Verwaltungsgericht entscheidet grundsätzlich reformatorisch, kann aber auch eine
Sache zu neuer Entscheidung an die Vorinstanz zurückweisen (Art. 64 in Verbindung
mit Art. 56 Abs. 2 Satz 1 des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege, sGS 951.1,
VRP). Eine reformatorische Entscheidung setzt insbesondere voraus, dass die Sache
entscheidungsreif ist und die Entscheidung nicht in unzulässiger Weise den
Rechtsmittelweg verkürzt (vgl. Cavelti/Vögeli, Verwaltungsgerichtsbarkeit im Kanton St.
Gallen, 2. Aufl. 2003, Rz. 1028). Für das Beschwerdeverfahren ist es charakteristisch,
dass das Verwaltungsgericht in erster Linie die Rechtmässigkeit eines angefochtenen
Entscheides überprüft und nicht eine neue tatsächliche Grundlage erstmals rechtlich
würdigt. Deshalb ist bei einer mangelhaften Feststellung des Sachverhalts in der Regel
auf Rückweisung zu erkennen (Cavelti/Vögeli, a.a.O., Rz. 1029).
Aus dem Urteil des Bundesgerichts ergibt sich, dass das Verwaltungsgericht mit
Entscheid vom 18. Januar 2019 zu Unrecht nicht auf die Beschwerde eingetreten ist.
Das Bundesgericht hob diesen Entscheid auf und wies die Sache zur Prüfung der noch
offen gelassenen Eintretensvoraussetzungen und – bei ihrer Bejahung – zur materiellen
Behandlung der kantonalen Beschwerde an das Verwaltungsgericht zurück.
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2.
Der Beschwerdegegner macht geltend, die Beschwerde sei verspätet erhoben worden
(B 2019/267 act. 8 S. 6. Ziff. 10, B 2018/24 act. 22 Ziff. III. lit. A S. 2 f.). Innerhalb der
vierzehntägigen Beschwerdefrist hätten die Beschwerdeführer am 17. Januar 2018
einzig einen Antrag um Ansetzung einer Frist gestellt, ohne jedoch inhaltliche Anträge
zu stellen. Ihr Antrag beschränke sich auf die Erstreckung einer gesetzlichen Frist. Ein
solcher Antrag sei genauso unzulässig wie die vom Verwaltungsgericht geübte Praxis,
wonach innerhalb der Beschwerdefrist lediglich eine Beschwerdeerklärung eingehen
müsse. Gesetzliche Fristen seien nicht erstreckbar. Die Verbesserungsmöglickeit von
Art. 64 in Verbindung mit Art. 48 Abs. 2 VRP sei auf jene Fälle beschränkt, in denen
versehentlich eine mangelhafte Eingabe eingereicht worden sei. Bewusst eine
unzureichende Eingabe zu verfassen, um sich sodann die Nachfrist von Art. 48 Abs. 2
zu Nutze zu machen, widerspreche dem Gesetzeszweck. Eine Partei, die
Gültigkeitserfordernisse der Beschwerde bewusst nicht erfüllt habe, könne keine
Nachfrist beanspruchen. Selbst wenn das Verwaltungsgericht an dieser
Erstreckungspraxis festhalte, so hätten die Beschwerdeführer – entgegen den
Anforderungen dieser Praxis – innert der Beschwerdefrist nicht deutlich gemacht, dass
sie den als angefochten bezeichneten Entscheid aufheben oder ändern wollten. Antrag
sei einzig ein Fristerstreckungsgesuch, Anträge in der Sache fehlten gänzlich.
Die Betrachtungsweise des Beschwerdegegners verfängt nicht. Nach der langjährigen
Praxis des St. Galler Verwaltungsgerichts bestimmt Art. 48 Abs. 2 VRP für das
Rekursverfahren und in Verbindung mit Art. 64 VRP auch für das Beschwerdeverfahren,
dass ein Rechtsmittel innert der Rechtsmittelfrist auch ohne Begründung erhoben
werden kann (vgl. Cavelti/Vögeli, a.a.O., Rz. 910 f.). Aus der Rechtsmitteleingabe hat
zumindest der Wille hervorzugehen, dass Rekurs bzw. Beschwerde erhoben wird. Eine
ausdrückliche oder sinngemässe Erklärung, wonach der Rechtsmittelkläger mit dem
vorinstanzlichen Entscheid nicht einverstanden ist, genügt (vgl. Staub/Günthardt, in:
Rizvi/Schindler/Cavelti, Gesetz über die Verwaltungsrechtspflege, Praxiskommentar,
Zürich/St. Gallen 2020, N 5 zu Art. 48 VRP mit Hinweisen; ferner U.P. Cavelti, in: ebd.,
N 11 zu Art. 64 VRP mit Hinweisen). Diese etablierte Praxis ist vor dem Hintergrund,
dass die Rechtsmittelfrist lediglich 14 Tage beträgt, zu verstehen. Der st. gallische
Gesetzgeber hat denn auch die entsprechende verwaltungsgerichtliche Praxis unlängst
ausdrücklich bestätigt, indem die bei der Schaffung des neuen Planungs- und
Baugesetzes des Kantons St. Gallen im Rahmen der Übergangsbestimmungen
geplante Erhöhung der Rechtsmittelfrist auf 30 Tage (vgl. Botschaft und Entwurf der
Regierung vom 11. August 2015 zum Planungs- und Baugesetz S. 25 f. und 189 f.,
2.1.
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www.ratsinfo.sg.ch, Geschäft Nr. 22.15.08) durch den Kantonsrat aus dem Gesetz
gestrichen bzw. in die Beratungen über den VIII. Nachtrag zum Gesetz über die
Verwaltungsrechtspflege verschoben wurden. Bei Letzteren wurden die
vorgeschlagenen Änderungen – und damit insbesondere die Verlängerung der
Rechtsmittelfrist von 14 auf 30 Tagen – mit grosser Mehrheit abgelehnt (vgl. Protokoll
der zweiten Sitzung der vorberatenden Kommission VRP vom 11. Mai 2016 S. 21 f. und
Unterlagen zu dieser Kommissionssitzung, www.ratsinfo.sg.ch, Geschäft
Nr. 22.15.16/23.15.01). Die Rechtmässigkeit der zitierten Praxis wurde vom
Bundesgericht in einem jüngeren Entscheid bestätigt (vgl. BGer 2C_764/2019 vom
4. Februar 2020 E. 3.5.2 und 3.5.3; VerwGE B 2019/67 vom 28 Juni 2019 E. 2.5).
Die Eingabe vom 17. Januar 2018 (B 2018/27 act. 1) ist zwar betont minimalistisch
gehalten, erfüllt aber die Anforderungen an eine Beschwerdeerklärung. Unter dem Titel
"Beschwerde" werden die Verfahrensbeteiligten und der angefochtene Entscheid
bezeichnet. Des Weiteren enthält die Eingabe eine kurze Begründung der
Beschwerdelegitimation und einen Verweis auf den beiliegenden angefochtenen
Rekursentscheid. Unter diesen Umständen war es richtig, den Beschwerdeführern eine
Nachfrist zur Ergänzung von Anträgen, Darstellung des Sachverhalts und Begründung
anzusetzen (B 2018/27 act. 4).
2.2.
Weil die Sachurteilsvoraussetzungen erfüllt sind – das Verwaltungsgericht ist zum
Entscheid in der Sache zuständig (vgl. BGer 1C_141/2019 vom 8. November 2019), die
Beschwerdeführer sind zur Beschwerdeerhebung befugt (Art. 64 in Verbindung mit Art.
45 Abs. 1 VRP), und die Beschwerde wurde rechtzeitig eingereicht und erfüllt
zusammen mit der Ergänzung vom 1. Februar 2018 (B 2018/27 act. 5) die gesetzlichen
Anforderungen in formeller und inhaltlicher Hinsicht (Act. 64 in Verbindung mit Art. 47
Abs. 1 und Art. 48 Abs. 1 und 2 VRP) – ist auf die Beschwerde einzutreten.
2.3.
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3.
Die Beschwerdeführer machen geltend, indem der Beschwerdegegner bewusst (und