# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** c0660b74-2c31-428c-8385-0c3830572f88
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2019
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
Der 1980 geborene
X._
hat keine berufliche Ausbildung absolviert und war
ab
März 2005
als
Geschäftsführer und
Lüftungsmonteur
bei der
Y._ GmbH
tätig
, als er
sich
am 1
0.
November 2008
bei einem Sturz von einem Gerüst insbesondere Verletzungen an der Wirbelsäule und am rechten Fuss zuzog (
Urk.
7/6, 7/17 und 7/10/71 ff.
). Die Suva erbrachte die gesetzlichen Leis
tungen (Heilbehandlung und Taggelder
, vgl.
Urk.
7/10/13 und 7/21/18
).
Unter Hinweis auf Rücken- und Fussbeschwerden meldete
sich der Versicherte
am 8.
September 2009 bei der Invalidenversicherung zum Leistungs
bezug an (Urk.
7/6). Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle,
holte nebst Auszügen aus dem individuellen Konto (IK-Auszug,
Urk.
7/12, 7/19) namentlich einen Arbeitgeberbericht (
Urk.
7/17)
,
Berichte der behandelnden Ärzte (
Urk.
7/13/6 f., 7/15, 7/
22, 7/24/6 ff., 7/25, 7/30/5 ff und
7/34
) sowie die Akten des Unfallversicherers ein (
Urk.
7/10, 7/21, 7/23, 7/33 und 7/35 ff.).
Mit Schreiben vom 1
2.
April 2011 teilte sie dem Versicherten mit, dass keine beruf
lichen Eingliederungsmassnahmen notwendig seien und der Rentenanspruch geprüft werde
(
Urk.
7/38).
Im Folgenden holte die IV-Stelle weitere IK-Auszüge (
Urk.
7/50, 7/65 und 7/72) sowie Arztberichte ein (
Urk.
7/40 f., 7/46, 7/51
und 7/53). Ferner zog sie erneut Akten des Unfallversicherers hinzu, welche unter anderem einen Observations
bericht
(
Urk.
7/47/78 ff., 7/52)
, zwei orthopädische
Expertisen
(Urk. 7/57, 7/64/33 ff.)
sowie ein polydisziplinäres Gutachten der MEDAS
Z._
(MEDAS-Gutachten vom 1
2.
Januar 2017,
Urk.
7/66 ff.) beinhalteten.
Mit Verfügung vom 1
2.
Mai 2017 sprach die Suva dem Versicherten
eine Integritätsentschädigung von
Fr.
31'500.-- sowie -
ausgehend von einem Invaliditäts
grad von 29
%
-
ab
dem
1.
Juli 2017 eine
Rente der Unfallver
sicherung
zu (Urk. 7/80).
Die IV-Stelle stellte dem Versicherten demgegenüber m
it Vorbescheid vom 2
1.
August 2017 die Abweisung des Leistungsbegehrens in Aussicht
(Urk.
7/76), wogegen dieser am 1
1.
September 2017 Einwand erhob (
Urk.
7/81). Am 9. Oktober 2017 verfügte die IV-Stelle im angekündigten Sinne (
Urk.
7/85 = Urk. 2).
2.
Dagegen erhob
X._
am
7.
November 2017 Beschwerde mit dem sinnge
mässen Rechtsbegehren, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben und es sei ihm entsprechend einem Invaliditätsgrad von 59
%
eine Rente der Invalidenver
sicherung zuzusprechen (
Urk.
1 S. 2).
Mit Beschwerdeantwort vom 1
5.
Dezember 2017 schloss die IV-Stelle auf Abweisung der Beschwerde (
Urk.
6).
Mit Verfügung vom 1
1.
Januar 2018 (
Urk.
9) wurde den Parteien die Möglichkeit eröffnet, zur Praxisänderung des Bundesgerichts in Bezug auf die invalidisierende Wirkung
psychischer Leiden Stellung zu nehmen.
Während der Versicherte mit
Eingabe
vom 2
3.
Januar 2018
den Antrag stellte, dem psychiatrischen MEDAS-Gutachter seien in diesem Kontext Zusatzfragen zu unterbreiten (
Urk.
11), schloss die IV-Stelle mit Stellungnahme vom 2
6.
Februar 2018 weiterhin auf Abweisung der Beschwerde (
Urk.
13).
Diese
Eingaben wurden den Parteien m
it Schreiben vom 2
7.
Februar 2018 jeweils
gegenseitig zur Kenntnis gebracht (Urk.
14).
Mit Eingabe vom 2
0.
März 2018 (
Urk.
15) reichte der Versicherte die Verfügung der Suva vom
9.
März 2018 ein, wonach die Verfügung vom 1
2.
Mai 2017 (
Urk.
7/80) zurück
gezogen und ihm neu ab dem
1.
Juli 2017 ausgehend von einem Invaliditätsgrad von 40
%
eine Rente der Unfallversicherung zugesprochen werde (
Urk.
16).
Diese Dokumente wurden der IV-Stelle mit Schreiben vom 2
2.
März 2018 zur Kennt
nisnahme zugestellt (
Urk.
17).
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allge
meinen Teil des
Sozialversicherungsrechts [ATSG]).
Sie kann Folge von Geburts
gebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes
über die Invalidenversicherung [
IVG
]
)
.
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgegliche
nen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beein
trächtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen
wieder herstellen
, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente,
bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie körperliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 8 ATSG bewirken. Rechtsprechungsgemäss ist bei psychi
schen Beeinträchtigungen zu prüfen, ob ein psychischer Gesundheitsschaden mit Krankheitswert besteht, welcher die versicherte Person auch bei Aufbietung allen guten Willens daran hindert, ein rentenausschliessendes Erwerbseinkommen zu erzielen (vgl.
BGE 139 V 547
E. 5,
131 V 49
E. 1.2,
130 V 352
E. 2.2.1; vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_125/2015 vom 1
8.
November 2015 E. 5.4).
Die Annahme eines psychischen Gesundheitsschadens im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG sowie Art. 3 Abs. 1 und Art. 6 ATSG setzt eine psychiatrische, lege
artis
auf die Vorgaben eines anerkannten Klassifikationssystems abgestützte Diagnose voraus (vgl. BGE 143 V 409 E. 4.5.2, 141 V 281 E. 2.1, 130 V 396 E. 5.3 und E. 6). Eine fachärztlich einwandfrei festgestellte psychische Krankheit ist jedoch nicht ohne weiteres gleichbedeutend mit dem Vorliegen einer Invalidität. In jedem Einzelfall muss eine Beeinträchtigung der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit unabhängig von der Diagnose und grundsätzlich unbesehen der Ätiologie ausge
wiesen und in ihrem Ausmass bestimmt sein. Entscheidend ist die nach einem weitgehend objektivierten Massstab zu beurteilende Frage, ob es der versicherten Person zumutbar ist, eine Arbeitsleistung zu erbringen (BGE 143 V 409 E. 4.2.1, 141 V 281 E. 3.7, 139 V 547 E. 5.2, 127 V 294 E. 4c, je mit Hinweisen; vgl.
Art.
7
Abs.
2 ATSG).
Die für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit bei psychischen Erkrankungen im Regelfall beachtlichen Standardindikatoren (BGE 143 V 418, 143 V 409, 141 V 281) hat das Bundesgericht wie folgt systematisiert (BGE 141 V 281 E. 4.3.1):
-
Kategorie «funktioneller Schweregrad» (E. 4.3)
-
Komplex «Gesundheitsschädigung» (E. 4.3.1)
-
Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde (E. 4.3.1.1)
-
Behandlungs- und Eingliederungserfolg oder -resistenz (E. 4.3.1.2)
-
Komorbiditäten (E. 4.3.1.3)
-
Komplex «Persönlichkeit» (Persönlichkeitsdiagnostik, persönliche Res
sourcen, E. 4.3.2)
-
Komplex «Sozialer Kontext» (E. 4.3.3)
-
Kategorie «Konsistenz» (Gesichtspunkte des Verhaltens, E. 4.4)
-
gleichmässige Einschränkung des
Aktivitätenniveaus
in allen vergleich
baren Lebensbereichen (E. 4.4.1)
-
behandlungs- und eingliederungsanamnestisch ausgewiesener Leidens
druck (E. 4.4.2)
Beweisrechtlich entscheidend ist der verhaltensbezogene Aspekt der Konsistenz (BGE 141 V 281 E. 4.4; vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_604/
2017 vom 1
5.
März 2018 E. 7.4).
1.4
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusam
menhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin zog in der angefochtenen Verfügung vom
9.
Oktober 2017 (
Urk.
2)
zusammengefasst
in Erwägung,
die Suva habe umfangreiche Abklärungen getätigt. Auf die medizinischen Beurteilungen könne abgestellt wer
den. Die angestammte Tätigkeit als Lüftungsmonteur sei dem Beschwerdeführer nicht mehr zumutbar. Ab dem Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbeginns - November 2009 - sei allerdings in Bezug auf eine leichte, wechselbelastende Ver
weistätigkeit keine langandauernde Arbeitsunfähigkeit
mehr
ausgewiesen.
Die leichte depressive Episode sei aus versicherungsrechtlicher Sicht behandelbar und werde sich bei weiterer fachpsychiatrischer Behandlung stabilisieren.
Ausgehend von einem
Valideneinkommen
von
Fr.
79'638.-- und einem gestützt auf die vom Bundesamt für Statistik herausgegebene Schweizerische Lohnstrukturerhebung (LSE) berechneten Invalideneinkommen von
Fr.
61'238.45 resultiere ein Invalidi
tätsgrad von 23
%
. Ein leidensbedingter Abzug vom Tabellenlohn sei nicht gerechtfertigt. Folglich bestehe kein Anspruch auf eine Rente der Invalidenver
sicherung.
2.2
In seiner Beschwerdeschrift vom
7.
November 2017 machte der Versicherte im Wesentlichen geltend,
dass auf das MEDAS-Gutachten vom 1
2.
Januar 2017 abgestellt werden könne.
Demgemäss sei ihm die angestammte Tätigkeit aus somatischer Sicht nicht mehr zumutbar.
Die im psychiatrischen Teilgutachten attestierte Arbeitsunfähigkeit von 15
%
für angepasste Tätigkeiten sei anzuerken
nen.
Basierend auf den Ausführungen der Suva belaufe sich der Invaliditätsgrad unter
zusätzlicher
Berücksichtigung der somatisch bedingten Einschränkungen
auf 44
%
. Da er ausserdem nicht mehr als Bauarbeiter tätig sein könne, nun als Hilfsarbeiter in ein Anstellungsverhältnis treten müsse und in einer Verweis
tätigkeit auf
Sprachkenntnisse angewiesen sei - welche nur begrenzt vorhanden seien - rechtfertige sich ein leidensbedingter Abzug vom Invalideneinkommen in der Höhe von 15
%
. Bei einem Invaliditätsgrad von gesamthaft 59
%
bestehe folglich ein Anspruch auf eine halbe Rente der Invalidenversicherung (zum Ganzen
Urk.
1 S. 4 ff.).
2.3
Bezugnehmend auf die vom Bundesgericht in BGE 143 V 409 und 418 statuierte Praxisänderung
betreffend
die invalidisierende Wirkung psychischer Leiden
äusserte sich
der Versicherte mit Stellungnahme vom 2
3.
Januar 201
8 dahin
gehend
, dass
dem psychiatrischen MEDAS-Gutachter vom Gericht Zusatzfragen zu den Standardindikatoren zu
unterbreiten
seien. Allenfalls habe dieser eine Zusatzuntersuchung durchzuführen (
Urk.
12 S. 2 f.).
2.4
In ihrer Stellungnahme vom 2
6.
Februar 2018 (
Urk.
13) vertrat die Beschwerde
gegnerin unter Hinweis auf die bereits von ihrer Seite vorgenommene
Indikato
renprüfung
die Auffassung, dass aufgrund der beim Versicherten vorhandenen Ressourcen eine Ar
beitsunfähigkeit aus psychischen
Gründen
nicht nachvollzieh
bar sei.
2.5
Mit Schreiben vom 2
0.
März 2018 (
Urk.
15) ersuchte
der Versicherte um Berück
sichtigung der
Verfügung der Suva vom
9.
März 2018 im vorliegenden Verfah
ren. Demgemäss habe er basierend auf einem Invaliditätsgrad von 40
%
Anspruch auf eine Rente der Unfallversicherung (vgl.
Urk.
16).
3.
3.1
Der Beschwerdeführer
zog sich
am 1
0.
November 2008 bei einem
Sturz von einem Gerüst
insbesondere Verletzungen am rechten Sprunggelenk und an der Lenden
wirbelsäule zu (vgl.
Urk.
7/10/1 ff., 7/10/73).
Aufgrund der Fraktur am Sprung
gelenk wurden in den Jahren 2008, 2010 und 2012 in der Universitätsklinik
A._
sowie in
der Uniklinik
B._
operative Eingriffe
durchgeführt
(vgl.
Urk.
7/10/69, 7/35/11 f. und 7/51).
Zur Beurteilung des Gesundheitszustandes des Versicherten gab die Suva
zwei monodisziplinäre
orthopädische
Expertisen
in Auftrag (
Urk.
7/57, 7/64/33 ff.).
Im weiteren Verlauf erachtete sie eine polydis
ziplinäre Abklärung für notwendig, wobei das MEDAS-Gutachten vom 1
2.
Januar 2017 auch von der Beschwerdegegnerin als
massgebliche
medizi
nische Grundlage für die
Entscheidfindung
herangezogen wurde.
Dieser Expertise
sind folgende Diagnosen zu entnehmen (
Urk.
7/66/13 f.):
-
versteifte untere Sprunggelenke rechts mit
subfibularem
Impingement
nach:
-
Mehrfragment-Fraktur des
Calcaneus
rechts am 1
0.
November 2008,
-
Calcaneus
-Osteosynthese rechts am 2
5.
November 2008,
-
Entfernung des
Osteosynthesematerials
am 3
0.
August 2010,
-
Double-
Arthrodese
(
Arthrodesen
der
Subtalar
- und der
Chopart
-Gelenksreihe) rechts am 1
2.
September 2012),
-
Läsion des
Nervus
suralis
links nach Osteosynthese der
Calcaneusfraktur
am 2
5.
November 2008,
-
Keildeformation der Wirbelkörper L1 und L3 nach Deckplatten-Impres
sionen L1 und L3 am 1
0.
November 2008,
-
Formvariante der Lendenwirbelsäule mit sechs Lendenwirbeln,
-
Hyperkyphose der Brustwirbelsäule,
-
Weichteilnarbe am linken distalen Vorderarm volar nach Verletzung in der Jugend,
-
chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren (ICD-10 F45.41),
-
chronische, gegenwärtig leichte depressive Episode ohne somatisches Syndrom (ICD-10 F32.0) bei komplizierter, protrahierter Trauerreaktion (ICD-10 F38.8),
-
teilweise remittierte, aktuell noch
subsyndromale
bis leichte posttrauma
tische Belastungsstörung vom
reexperiencing
/
hyperaroused
Subtyp (ICD-10 F43.1),
-
Asthma bronchiale.
3
.2
Im Zuge der Untersuchung durch
die Gutachterin
Dr.
med.
C._
, Fach
ärztin für Neurologie, habe der Beschwerdeführer
über starke Schmerzen im Bereich des oberen Sprunggelenks sowie im Fussaussenbereich rechts geklagt. Vor allem bei Belastung verspüre er ein Stechen, zunehmend bis zu einem Bren
nen. Er habe subjektiv weniger Kraft im Fuss, könne nicht mehr rennen und auch keine grösseren Gewichte mehr tragen. Im Weiteren bestünden lumbal betonte Rückenschmerzen mit teilweiser Ausstrahlung in das Gesäss rechts. Teilweise komme es zu Blockaden und er könne sich plötzlich nicht mehr gut bewegen
.
Seit Anfang Jahr trete ferner ein Ganzkörperschmerz mit einem innerlichen Hitzege
fühl auf
, welches für einige Tage
vorhanden
sei
und dann wieder nach
lasse
. Seitens der Ärzte des Universitätsspitals
D._
sei in diesem
Kontext
auf ein psychisches Problem geschlossen worden. Eine stationäre Therapie in der Klinik
E._
, wobei
Saroten
eingesetzt worden sei, habe zu einer deutlichen Schmerzreduktion geführt
. Das Medikament habe indes aufgrund verschwomme
nen Sehens wieder abgesetzt werden müssen
(
Urk.
7/67/2).
Gemäss
Dr.
C._
habe kein
lumbo-radikuläres
Reiz- und Ausfallsyndrom nach
gewiesen werden können; es hätten sich jedoch eine lumbal betonte Fehlhaltung sowie eine diskret verminderte Dehnfähigkeit der Muskulatur eruieren lassen.
Zusätzlich bestehe eine leichte Hypotrophie der Wadenmuskulatur rechts bei symmetrischem Oberschenkelumfang. Klinisch-neurologisch seien ausser einer Sensibilitätsstörung im Ausbreitungsbereich der Narbe rechts und etwas ausstrah
lend nach proximal und auch distal - am ehesten dem
Nervus
suralis
entspre
chend - keine weiteren Auffälligkeiten vorhanden gewesen.
Weder lägen Paresen
noch eine periphere Läsion eines motorischen Nervs oder ein neuropathischer Schmerz vor. Im Gehen sei
aufgrund einer leicht eingeschränkten Fussbeweglich
keit
ein
Hinkmechanismus
rechts vorhanden. In Anbetracht dieser Befunde sei die Arbeitsfähigkeit im angestammten Beruf als Lüftungsmonteur aus neurolo
gischer Sicht durch das Trauma am Fuss beeinträchtigt, wobei dies von anderer ärztlicher Seite
abschliessend
zu beurteilen sei. Die Arbeitsfähigkeit in einer wechselbelastenden Tätigkeit sei demgegenüber nicht eingeschränkt (
Urk.
7/67/5).
3.3
Anlässlich der psychiatrischen Exploration durch
Dr.
med.
F._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie,
habe der Beschwerdeführer eben
falls von seinen Schmerzen berichtet. Darüber hinaus
leide er unter Schlafstörun
gen und erwache häufig aufgrund von Schmerzen oder Albträumen. Er
sei
ausserdem
oft traurig, unabhängig von der Tageszeit. Er fühle sich wertlos
. Seit dem Unfall sei er zudem reizbarer und nervöser. Im Weiteren sei er sehr vergess
lich geworden. Er habe abgenommen;
der
Appetit sei allerdings normal. Er habe Angst vor der Zukunft und denke manchmal an den Tod. Seine grösste Freude seien seine Familie und der Sport (
Urk.
7/68/2 ff.).
Laut
Dr.
F._
habe der Versicherte einen wachen Eindruck
hinter
lassen
und sei sowohl zeitlich als auch örtlich, situativ und autopsychisch orien
tiert gewesen.
Anhaltspunkte für klinisch relevante
Aufmerksamkeits
,-
Konzent
rations
- oder Gedächtnisstörungen hätten sich nicht ergeben, ausser dass der Explorand bei Aufregung schneller gesprochen und dabei teilweise Gedanken nicht fertiggemacht und Sätze anders vollende
t habe, als er sie begonnen hab
e. Auch einer längeren Diskussion habe er folgen können. Das formale Denken sei unauff
ällig gewesen. Inhaltlich sei das Denken
auf die Schmerzen, depressive Themen und seine schwierige Situation eingeengt gewesen, wobei sich der Ver
sicherte
auch
auf andere Themen habe einlassen können.
Eine gewisse Introspek
tionsfähigkeit mit Zugang zu Gefühlen habe sich feststellen lassen. Hinweise auf Wahnideen, Sinnestäuschungen, übermässige Befürchtungen und Ängste oder Ich-Störungen hätten sich nicht ergeben.
In affektiver Hinsicht sei der Beschwer
deführer erreichbar, moduliert, nachdenklich, resigniert, aber nicht eigentlich
depressiv gewesen.
Teilweise habe er traurig gewirkt, zum Teil aber auch gelöst, vor allem, wenn er von seinen Kindern erzählt habe. Im Hintergrund sei
en
eine gewisse Enttäuschung, Frustration, Wut und Hoffnungslosigkeit spürbar gewe
sen.
Die Stimme sei normal laut und moduliert erschienen; Mimik und Gestik hätten ebenfalls lebhaft gewirkt. Ausser einem vereinzelten, unwillkürlichen Ver
ziehen des Gesichts seien kaum Schmerzzeichen wie Stöhnen oder Seufzen auf
gefallen (
Urk.
7/68/4 f.).
Aus psychiatrischer Sicht sei mit Blick auf die klinischen Befunde und die Krite
rien gemäss ICD-10 von einer leichten bis höchstens mittelgradigen Depression auszugehen
, welche sich trotz Behandlung schleichend
chronifiziert
habe (
Urk.
7/68/10 ff.). Aufgrund der vom Versicherten geschilderten Albträume und
der
sich aufdrängenden Erinnerungen an den Unfall sei im Weiteren eine post
traumatische Belastungsstörung in Erwägung zu ziehen
. Fehlen würden in diesem Zusammenhang allerdings insbesondere andauernde Gefühle von
Betäubtsein
und emotionaler Stumpfheit. Abgesehen von einer leichten psychovegetativen Erregung hätten sich im Gespräch zudem kaum Hinweise auf unwillkürliche, dissoziative Reaktionen beobachten lassen.
Aktuell würden die Symptome nur mehr knapp die Diagnose «posttraumatische Belastungsstörung» rechtfertigen, zumal diese eher zu oft gestellt werde. Jedenfalls
sei eine Überaktivierung im Sinne einer permanenten Alarmreaktion vorhanden
, welche eventuell die anhal
tende Verunsicherung nach sich ziehe (
Urk.
7/68/12).
Überdies liege eine chroni
sche Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren vor.
Der Versicherte habe die Schmerzen als anhaltend und quälend beschrieben. Die Schmerzen seien ferner unabhängig vom zeitlichen Verlauf der depressiven Symptomatik
und könnten zu einem wesentlichen Teil auf körperliche Verände
rungen zurückgeführt werden. Psychische Faktoren und Belastungen wie etwa der Verlust des Arbeitsplatzes hätten wahrscheinlich das Auftreten und den Ver
lauf der Beschwerden beeinflusst.
Unter Berücksichtigung der funktionellen Aus
wirkungen auf den Haushalt und den Tagesablauf sei von einer mittelgradigen Schmerzstörung auszugehen (
Urk.
7/68/8 f.).
Aufgrund der psychischen Störun
gen sei insgesamt von einer Beeinträchtigung des Antriebs, der Ausdauer, der kognitiven Fähigkeiten, des Selbstvertrauens, des Arbeitstempos sowie der Kon
takt- und Verkehrsfähigkeit auszugehen.
Ausserdem schlafe der Versicherte schlecht, was seine Regeneration erschwere und zu vermehrter Müdigkeit tags
über führe. Eine Präsenzzeit von 8 1⁄4 Stunden beziehungsweise 100
%
sei
im angestammten Tätigkeitsbereich
möglich; die effektiv nutzbare Arbeitszeit sei durch die vermehrt notwendigen kurzen Pausen jedoch auf etwa 95
%
einge
schränkt.
Einzubeziehen sei überdies eine
Leistungseinschränkung
in der Höhe von etwa 20
%
. Für die bisherige Tätigkeit resultiere demnach gesamthaft eine
Arbeitsunfähigkeit von 25
%
. In einer Verweistätigkeit, die keine besonderen Anforderungen an die psychische Belastbarkeit stelle oder besondere Fähigkeiten verlange, sei die Arbeitsfähigkeit nur im Ausmass von rund 15
%
beeinträchtigt. Dies sei vor allem Folge der Konzentrations- und Antriebsstörungen, der Ver
langsamung und der erhöhten Müdigkeit (
Urk.
7/68/15 f.).
3.4
Der orthopädisch-
traumatologischen
Teilexpertise von
Dr.
med.
G._
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, ist zu entnehmen, dass
der Versicherte über dauernde Schmerzen im Knöchel rechts und hinter dem
Malleolus
lateralis
geklagt habe.
Nach Belastungen seien die Schmerzen stärker, wie Messerstiche im Knöchel. In Ruhe seien die Schmerzen eher brennender Natur. Auf Nachfrage habe der Beschwerdeführer zudem von belastungsabhängigen, wechselhaften lumbalen Rückenschmerzen berichtet. Im Stehen seien diese mehr vorhanden; zu Ausstrah
lungen komme es nicht (
Urk.
7/69/4 f.).
Nach den am rechten Fuss durchgeführten Operationen bestünden heute Rest
beschwerden am lateralen
Fussrand
in Form eines
Impingements
des lateralen
Malleolus
mit dem
Calcaneus
. Von einer weiteren Behandlung sei keine namhafte Besserung mehr zu erwarten. Die beim Sturz ausserdem erlittenen Wirbelimpres
sionen seien konservativ behandelt worden. Es
zeige
sich eine leichte Keilwirbel
bildung auf
beiden Etagen
. Die Summe der unfallbedingten Deformationen betrage 10 °, wodurch die vorbestehende hochthorakale Kyphose leicht verstärkt werde. Die muskuläre
Dysbalance
werde dadurch ebenfalls akzentuiert. Die heute vorhandenen belastungsabhängigen Rückenschmerzen vermöge der Versicherte mittels regelmässiger Gymnastik
allerdings
in Grenzen zu halten.
Im Bereich der Halswirbelsäule seien keine Beschwerden mehr vorhanden, nachdem der Ver
sicherte am 1
2.
Juli 2010 einen Auffahrunfall mit Halswirbelsäulen-Distorsion erlitten habe. Vor diesem Hintergrund sei dem Versicherten die Ausübung der angestammten Tätigkeit als Lüftungsmonteur im Akkord-Modus nicht mehr mög
lich. Ein volles Arbeitspensum sei aus orthopädisch-
traumatologischer
Sicht für wechselbelastend
e Tätigkeiten mit ausnahmsweisem
Heben und Tragen von Lasten bis zehn Kilogramm zumutbar (
Urk.
7/69/11 f.).
3.5
Im interdisziplinären Konsens gelangten die Sachverständigen zum Schluss, dass
in Bezug auf
die angestammte Tätigkeit als Lüftungsmonteur aus orthopädisch-
traumatologischen
Gründen
eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit bestehe
.
Wechselnd sitzend-stehend-gehend auszuübende Tätigkeiten mit ausnahmsweisem Heben und Tragen von Lasten bis zehn Kilogramm seien dagegen zumutbar. Aus psychiatrischer Sicht seien dabei Arbeiten zu vermeiden, welche die Schmerzen
verstärken. Nicht geeignet seien ferner Arbeitsstellen mit ungünstigem Arbeits
klima oder konfliktträchtiger Struktur. Die Arbeitsfähigkeit sei jedoch auch für solche leidensangepasste
n
Tätigkeiten infolge Konzentrations- und Antriebs
störungen, Verlangsamung und erhöhter Ermüdbarkeit um etwa 15
%
einge
schränkt (
Urk.
7/66/14).
4.
4.1
Strittig und zu prüfen ist, ob der Beschwerdeführer Anspruch auf eine Rente der Invalidenversicherung hat. Da das polydisziplinäre MEDAS-Gutachten vom 12. Januar 2017 als
massgebliche medizinische Grundlage für die angefochtene Verfügung diente, ist zunächst auf dessen Beweiswert einzugehen.
Die Expertise basiert auf umfassenden neurologischen, psychiatrischen und orthopädisch-
traumatologischen
Untersuchungen und wurde in detaillierter Kenntnis der
Vorakten
erstellt (
Urk.
7/66/1 ff.). Der Versicherte konnte gegenüber den einzelnen Sachverständigen seine aktuellen Beschwerden schildern und wurde von diesen jeweils - soweit fachspezifisch erforderlich - eingehend befragt. Namentlich
anlässlich
der psychiatrischen Exploration konnte er sich
ausführlich
zu diversen Themenbereichen wie dem beruflichen Werdegang und den familiä
ren Verhältnissen äussern (
Urk.
7/67/2 f., 7/68/1 ff. und 7/69/3 ff.).
Die geklagten Leiden fanden sodann im Rahmen der Feststellung der Diagnosen Berücksichti
gung, wobei sowohl diese als auch die aus medizinischer Sicht resultierenden Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit dargelegt und erläutert wurden. Dabei wurde von psychiatrischer Seite detailliert zu den Standardindikatoren Stellung genommen (
Urk.
7/66/13 f., 7/67/4 f., 7/68/5 ff. und 7/69/10 ff.).
Soweit möglich erfolgte ausserdem eine Auseinandersetzung mit vorangegangenen ärztlichen Beurteilungen (
Urk.
7/68/16 ff.,
7/69/11 f.).
Gesamthaft erfüllt das polydiszipli
näre Gutachten somit die formellen Kriterien für eine beweiswerte medizinische Expertise (vgl.
vorstehende
E. 1.4).
4.2
Zwischen den Parteien ist unbestritten, dass der Beschwerdeführer seine ange
stammte Tätigkeit als Lüftungsmonteur aus somatischen Gründen nicht mehr ausüben kann (vgl.
Urk.
1 S. 4,
Urk.
2 S. 2).
In Bezug auf dem körperlichen Belastungsprofil angepasste Tätigkeiten überzeugt die Feststellung der MEDAS-Gutachter, wonach diese zu 100
%
zumutbar
sind
(vgl. E. 3.5).
Weiterungen erübrigen sich in diesem Zusammenhang
einerseits
in Anbetracht des Umstands, dass
keine aktuellen fachärztlichen Stellungnahmen vorliegen, welche dieser Beurteilung widersprechen.
Insbesondere gelangte Prof.
Dr.
H._
, Fach
arzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, in seinem Gutachten vom 1
5.
Juni 2015 eb
enfalls zur Auffassung, dass der
Beschwerdeführer
als Lüftungsmonteur nicht mehr arbeitsfähig sei
,
und
er
empfahl eine Umschulung auf eine sitzend-stehende Tätigkeit (
Urk.
7/64/87).
Andererseits
geht die Beschwerdegegnerin von einer 100%igen Arbeitsfähigkeit in einer leidensa
daptierten Tätigkeit aus (
Urk.
2
S.
2). Der Versicherte
führte in der Beschwerdeschrift zwar an, gemäss Suva belaufe sich die Einschränkung in einer Verweistätigkeit aus somatischen Gründen auf 29
%
, wovon auszugehen sei
(
Urk.
1 S. 5).
Allerdings
handelt es sich beim erwähnten Prozentsatz nicht um die von der Suva anerkannte Einschränkung der Arbeitsfähigkeit in somatischer Hin
sicht
, sondern um den Invaliditätsgrad
. Vielmehr ging auch
die Suva
davon aus, dass der Beschwerdeführer je
gliche
leichte Tätigkeit ganztags ausführen könne (Urk. 7/80/2,
Urk.
16 S. 2).
Insgesamt besteht somit kein Anlass, die Feststellung der MEDAS-Gutachter in Frage zu stellen, zumal der Versicherte nicht substanti
iert darlegt, weshalb seine
Leistungs
fähigkeit in einer Verweistätigkeit aus körperlichen Gründen eingeschränkt sein sollte.
4.3
Uneinigkeit besteht
sodann
bezüglich der Frage, ob die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers in einer körperlich angepassten Tätigkeit aus psychischen Gründen eingeschränkt ist.
Während die Beschwerdegegnerin die von Dr.
F._
attestierte Beeinträchtigung der Leistungsfähigkeit auf der Grundlage einer von ihr durchgeführten Ressourcenprüfung nicht anerkennt (
Urk.
2 S. 2,
Urk.
7/75/14 f.), vertritt der Beschwerdeführer den Standpunkt,
auf die Beurteilung des psychiatrischen Gutachters könne
abgestellt werden (
Urk.
1 S. 6
f.).
Dr.
F._
hat sich sehr ausführlich und in nachvollziehbarer Weise zu den für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit bei psychischen Erkrankungen im Regelfall beachtlichen Standardindikatoren geäussert (vgl. diesbezüglich E. 1.3).
Er nahm
zunächst
detailliert Stellung zum Schweregrad der von ihm diagnos
tizierten psychisch
en Störungen, wobei er auch auf allfällige Differentialdiag
nosen einging
.
Er legte
unter Berücksichtigung der ICD-Kriterien
insbesondere
überzeugend dar, weshalb die
chronische
depressive
Erkrankung
einen durch
schnittlich leichten bis mittleren Schweregrad e
rreiche
(
Urk.
7/68/8 ff.).
Im Wei
teren äusserte sich
Dr.
F._
zur Persönlichkeitsstruktur des Versicher
ten. Im Rahmen der Exploration konnte namentlich eine Intelligenz im oberen Niveau, ein ausgeprägtes
Gerechtigkeitsgefühl sowie eine starke Leistungsorien
tiertheit festgestellt werden (
Urk.
7/68/6 f.). Eine
pathologische Akzentuierung oder Störung der Persönlichkeit verneinte der Gutachter
(Urk.
7/68/13).
Überdies nahm er zum Indikator der Komorbiditäten Stellung, wobei er auf Wechsel
wirkungen zwischen den chronischen Schmerzen, der Depression und der noch
subsyndromalen
posttraumatischen Belastungsstörung aufmerksam machte.
Vor diesem Hintergrund bejahte e
r
eine Komorbidität von erheblicher Dauer und einer gewissen Intensität
(
Urk.
7/68/14).
Schliesslich bezog
Dr.
F._
a
uch
Stellung
zum beweisrechtlich entscheidenden Aspekt der Konsistenz, wobei er einerseits
invaliditätsfremde psychosoziale und soziokulturelle Faktoren wie unter anderem die lange Abwesenheit vom Arbeitsmarkt sowie die fehlende Berufsausbildung aus
klammerte
und eine leichte Tendenz zur Verdeutlichu
ng in seine Beurteilung miteinbezog.
Andererseits
wird im psychiatrischen Teilgutach
ten überzeugend festgehalten
, dass in Anbetracht der vom Versicherten
lege
artis
wahrgenommenen ambulanten psychiatrisch-psychotherapeutischen Behand
lung
ein Leidensdruck ausgewiesen
ist
.
Überdies
gelangte
Dr.
F._
zur Auffassung, dass die
geschilderten
Beschwerden
sowie die Einschränkung
im
Aktivit
ätsniveau
mit den
erhobenen Befunden
verein
bar
seien
und
auf die
gestellten Diagnosen
zurückgeführt werden könnten
(
Urk.
7/
68/13
f.).
Die Beschwerdegegnerin vermag in der von ihr durchgeführten Ressourcenprü
fung
(
Urk.
7/75/14 f.)
nicht aufzuzeigen, weshalb auf die
Einschätzung
des Sach
verständigen nicht abgestellt werden kann.
Ihren Ausführungen lassen sich ins
besondere keine Hinweise auf vom Gutachter zu Unrecht berücksichtigte oder ausser Acht gelassene
, für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit
entscheidende Gesichtspunkte entnehmen. Vielmehr fasste die Beschwerdegegnerin die Erkennt
nisse von
Dr.
F._
zusammen und schloss
auf dieser Grundlage
im Ergebnis auf eine uneingeschränkte Arbeitsfähigkeit in einer leidensadaptierten Tätigkeit.
Dies geht jedoch nicht an, da keine losgelöste juristische Parallelprü
fung nach Massgabe des strukturierten Beweisverfahrens stattfinden soll (Urteil des Bundesgerichts 8C_635/2018 vom 2
1.
Dezember 2018 E. 6.1
mit Hinweisen
).
In Anbetracht der umfassenden und schlüssigen Darlegungen des psychiatrischen Gutachters besteht kein Anlass, von der von ihm attestierten 15%igen Arbeits
unfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit abzuweichen.
Ergänzend bleibt anzu
merken, dass
es sich
entgegen dem vom Versicherten mit Eingabe vom
2
3.
Januar 201
8 gestellten Antrag (
Urk.
11 S.
2)
nicht als notwendig erweist
,
dem Gutachter
Zusatzfragen zu
den
Standardi
ndikatoren zu unterbreiten. Zwar hat das Bundes
gericht
mit BGE 143 V
409 und 418
das
in BG
E
141 V 281 festgelegte struktu
rierte Beweisverfahren grundsätzlich in Bezug auf sämtliche psychischen Leiden für anwendbar erklärt.
In d
er
von ihm vorge
nommenen
Indikatorenprüfung
hat Dr.
F._
indes
bereits sämtliche von ihm diagnostizierten psychischen Störungen - namentlich die depressive Symptomatik -
und deren konkrete Aus
wirkungen auf die Arbeitsfähigkeit
einbezogen.
Es erübrigt sich folglich, in diesem Zusammenhang weitere Abklärungen zu tätigen
, da von diesen keine
ent
scheidrelevanten
neuen
Erkenntnisse zu erwarten sind.
4.4
Nach dem Gesagten ist im Sinne eines Zwischenfazits festzuhalten, dass der Beschwerdeführer seine angestammte Tätigkeit als Lüftungsmonteur aus somati
schen Gründen nicht mehr ausüben kann.
Für
leidensa
daptierte
Tätigkeit
en
im
Sinne des von den MEDAS-Gutachtern umschriebenen Belastungsprofils besteht demgegenüber aufgrund der psychischen Störungen eine um 15
%
einge
schränkte Leistungsfähigkeit.
5.
5.1
Es bleibt zu prüfen, ob die Beschwerdegegnerin den Invaliditätsgrad korrekt fest
gelegt hat.
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensver
gleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Per
son nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalidenein
kommen), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der Einkom
mensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypo
thetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des Einkommensver
gleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
5.
2
5.2
.1
Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist für die Ermittlung des
Validen
einkommens
entscheidend, was die versicherte Person im Zeitpunkt des frühest
möglichen Rentenbeginns nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrschein
lichkeit als Gesunde tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung angepassten Verdienst angeknüpft, da es empirischer Erfahrung entspricht, dass die bisherige Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden fortgesetzt worden wäre. Aus
nahmen müssen mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt sein (BGE 139 V 28 E. 3.3.2; 135 V 58 E. 3.1; 134 V 322 E. 4.1 mit Hinweis).
5.2
.2
Der Beschwerdeführer meldete sich am
8.
September 2009 bei der Invalidenver
sicherung zum Leistungsbezug an (
Urk.
7/6). Der frühestmögliche Rentenbeginn war demnach in Anwendung von
Art.
29
Abs.
1 IVG im März 201
0.
Die Beschwerdegegnerin
hat zu Recht am vom Versicherten vor dem Unfall zuletzt bei der
Y._
GmbH erzielten Einkommen von
Fr.
78'000.-- angeknüpft (vgl.
Urk.
7/65
, 7/74/1
).
Angepasst an die
Entwicklung der Nominallöhne für männ
liche Arbeitskräfte von 2’
092
Punkten im
Jahr 2008 auf 2’151 Punkte im Jahr
2010
(vgl.
www.bfs.admin.ch
)
ergibt dies
ein
Valideneinkommen
von Fr.
80‘199.80
jährlich (Fr.
78‘000.-- / 2'092
* 2
‘151
).
5.3
5.3
.1
Für die Festsetzung des trotz Gesundheitsschädigung
zumutbarerweise
noch realisierbaren Einkommens (Invalideneinkommen) ist nach der Rechtsprechung primär von der beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die ver
sicherte Person konkret steht. Übt sie nach Eintritt der Invalidität eine Erwerbs
tätigkeit aus, bei der – kumulativ – besonders stabile Arbeitsverhältnisse gegeben sind und anzunehmen ist, dass sie die ihr verbliebene Arbeitsfähigkeit in zumut
barer Weise voll ausschöpft, und erscheint zudem das Einkommen aus der Arbeitsleistung als angemessen und nicht als Soziallohn, gilt grundsätzlich der tatsächlich erzielte Verdienst als Invalidenlohn
.
Ist die Ermittlung des Invaliden
einkommens aufgrund und nach
Massgabe
der konkreten Gegebenheiten des Ein
zelfalles nicht möglich, können die Tabellenlöhne
gemäss
LSE
herangezogen wer
den (BGE 139 V 592 E. 2.3, 135 V 297 E. 5.2, 129 V 472 E. 4.2.1).
5.3
.2
Da der Beschwerdeführer seine nach dem Unfall verbliebene Arbeitsfähigkeit nicht in zumutbarer Weise ausgeschöpft hat
, hat die Beschwerdegegnerin zur Ermittlung des Invalideneinkommens berechtigterweise auf die
LSE zurückge
griffen.
Aufgrund der fehlenden beruflichen Ausbildung des Versicherten sowie angesichts des
medizinischen
Belastungsprofils (vgl. Urk.
7/
66/14)
ist auf den monatlichen Bruttolohn für einfache Tätigkeiten körperlicher oder handwerk
licher Art männlicher Angestellter von Fr.
4‘806
.-- abzustellen (LSE 20
08
, TA1, Monatlicher Bruttolohn [Zentralwert] nach Wirtschaftszweigen, Kompetenz
niveau und Geschlecht, Privater Sektor, Total,
Anforderungsniveau 4
). Aufge
rechnet auf die durchschnittliche betr
iebsübliche Arbeitszeit von 41.6
Stunden pro Woche (vgl. Bundesamt für Statistik, Betriebsübliche Arbeitszeit nach Wirt
schaftsabteilungen, A-S) und angepasst an die Entwicklung der Nominallöhne für männliche Arbeitskräfte von 2’
092
Punkten im
Jahr 2008 auf 2’151 Punkte im Jahr 2010
(vgl. www.bfs.admin.ch) ergibt dies bei einem zumutbaren Arbeits
pensum von
85
% ein Bruttoeinkommen von Fr.
52‘419.88
jährlich (Fr.
4‘806.-- / 40 * 41.6
* 12 / 2'
092
* 2
‘
151
* 0.85
).
5.3
.3
Zu prüfen bleibt, ob ein leidensbedingter Abzug
vom Invalideneinkommen zu gewähren ist.
Der Beschwerdeführer erachtet einen solchen als gerechtfertigt, da er nicht mehr auf dem Bau tätig sein
und nur noch einfache und leichte Hilfsar
beiten ausüben
könne
.
Hinzu komme, dass er in einer körperlichen Tätigkeit ohne weitere Sprachkenntnisse ein gewisses Einkommen habe erzielen können. In einer Verweistätigkeit wäre er hingegen auf solche Sprachkenntnisse angewiesen.
Im Übrigen sei einzubeziehen, dass er lange Zeit in seinem eigenen Unternehmen
tätig gewesen sei und nun in ein Anstellungsverhältnis treten müsse. Gesamthaft rechtfertige sich ein Leidensabzug in der Höhe von 15
%
(Urk. 1 S. 6 f.).
Dem
Beschwerdeführer
sind wechselbelastende Tätigkeiten mit nur ausnahms
weisem Heben und Tragen von Lasten bis 15 Kilogramm zumutbar.
Zu vermeiden sind aus psychiatrischer Sicht Arbeiten, die besondere Anforderungen an die psy
chische Belastbarkeit stellen oder besondere Fähigkeiten verlangen. Geeignet
ist
eine Tätigkeit mit Gestaltungsmöglichkeiten sowie
Kontakt zu
eher gesunden als kranken Menschen (
Urk.
7/66/16).
Der ausgeglichene Arbeitsmarkt hält grund
sätzlich
ein genügend breites Spektrum an zumutbaren Verweisungstätigkeiten
bereit
, weshalb unter dem Titel leidensbedingter Abzug grundsätzlich nur Umstände berücksichtigt werden können, die als ausserordentlich zu bezeichnen sind (
Urteil des Bundesgerichts 9C_366/2015 vom 22. September 2015 E. 4.3.1 mit Hinweisen; vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_826/2015 vom 13. April 2016 E. 3.2.1).
Solche besonderen Gegebenheiten liegen entgegen der Argumentation des Versicherten nicht vor. Der Umstand allein, dass nur mehr leichte Arbeiten zumutbar sind, stellt selbst bei eingeschränkter Leistungsfähigkeit keinen Grund für einen leidensbedingten Abzug dar, da der
Tabellenlohn
bei Tätigkeiten mit geringeren Anforderungen
bereits eine Vielzahl von leichten Tätigkeiten umfasst (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_61/2018 vom 2
3.
März 2018 E. 6.5.2 mit Hin
weisen).
Ebenfalls nicht abzugsrelevant sind die angeführten sprachlichen Schwierigkeiten, da Hilfsarbeitertätigkeiten keine guten Kenntnisse der deutschen Sprache erfordern (Urteil des Bundesgerichts 9C_266/2017 vom
29.
Mai 2018 E.
3.4.4 mit Hinweisen).
In diesem Zusammenhang
bleibt anzumerken
, dass die Deutschkenntnisse des Versicherten
für die MEDAS-Begutachtung ausreichend waren, sodass auf einen Dolmetscher verzichtet werden konnte (
Urk.
7/68/4, 7/69/2).
Soweit der Versicherte überdies auf die
Z
ugehörigkeit
zum
eigenen Unternehmen hinweist, ist festzuhalten, dass
selbst einer langen Betriebszuge
hörigkeit im Rahmen des Anforderungsniveaus 4 praxisgemäss
keine relevante Bedeutung
zukommt (Urteil des Bu
ndesgerichts 9C_874/2014 vom 2.
September 2015 E. 3.3.2 mit Hinweisen).
Ein leidensbedingter Abzug rechtfertigt sich im Übrigen auch nicht mit Blick auf die aus psychiatrischer Sicht für
leidens
ange
passte Tätigkeiten attestierte Arbeitsun
fähigkeit von 1
5
%
, da
der Beschwerde
führer diese vollschichtig umsetzen kann
und im Ergebnis eine leicht erhöhte Pausenbedürftigkeit resultiert
(
Urk.
7/68/15; vgl. Urteile des Bundesgerichts
8C_7/2014 vom 10. Juli 2014 E.
9.2 und 8C_924/2014 vom
2.
April 2015 E. 5.2.2, jeweils mit Hinweisen).
5.4
Nach dem Gesagten ist für den Einkommensvergleich von einem
Valideneinkom
men
von
Fr.
80'199.80
und e
inem Invalideneinkommen von Fr.
52'419.88
aus
zugehen, womit sich ein Invaliditätsgrad von
34.64 respektive 35
%
ergibt
(
[
Fr.
80'199.
80 .
/.
Fr.
52'419.88] * 100 /
Fr.
80'199.80; zum Runden: BGE 130 V 121
).
Die Beschwerdegegnerin hat den Rentenanspruch folglich
mangels eines Invali
ditätsgrades von mindestens 40
%
(vgl. E. 1.2)
zu
Recht verneint.
In Bestätigung der angefochtenen Verfügung vom
9.
Oktober 2017 (
Urk.
2) ist die dagegen erhobene Beschwerde folglich abzuweisen.
6
.
Da die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen zu prüfen war, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfah
rensaufwand sowie unabhängig vom Streitwert festzulegen (
Art.
69 Abs. 1
bis
IVG) und auf
Fr.
8
00.-- anzusetzen. Entsprechend dem Aus
gang des Verfahrens sind sie dem
unterliegenden Beschwerde
führer
aufzuerlegen.