# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 0fc9b2d2-c193-4ac6-abaa-40a75011bd79
**Court:** GR_VG
**Chamber:** GR_VG_003
**Year:** 2020
**Language:** de
**Jurisdiction:** GR / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Vorbringens, wonach A._ bereits aufgrund dieses Sachverhalts ein
- 8 -
Intensivpflegezuschlag von 2 bis 4 Stunden zustehe, sei darauf
hinzuweisen, dass ein Mehraufwand von 2 bis 4 Stunden noch keine
Auszahlung auslöse. Bis zur Sistierung des Intensivpflegezuschlags per 1.
Januar 2018 seien die Leistungen der Spitex vergütet und ein
Intensivpflegezuschlag von 4 bis 6 Stunden ausbezahlt worden, was eine
unerwünschte Doppelentschädigung darstelle. Um eine solche zu
vermeiden, seien Leistungen der Kinderspitex, welche im Rahmen der
Behandlungspflege erfolgten, praxisgemäss von dem vor Ort erfassten
Aufwand für den Intensivpflegezuschlag abzuziehen. Der Abklärungsdienst
habe alle Einsätze der Kinderspitex für die Monate Januar bis April 2018
überprüft und bereits im Vorbescheid detailliert erfasst. Nach Abzug der
Kinderspitexleistungen entfalle ein Intensivpflegezuschlag von 4 bis 6
Stunden. Auch werde im Vorbescheid festgehalten, dass A._ im Mai
und Juni 2018 in der Stiftung C._ gelebt habe und daher ein
Intensivpflegezuschlag grundsätzlich hinfällig sei. Ebenso werde
ausgeführt, dass für die Monate Juli und August 2018 ein
Intensivpflegezuschlag von 4 bis 6 Stunden ausgewiesen sei. Aufgrund der
nachträglich eingereichten Spitexzeiten sei der Aufwand ab 1. Januar 2018
bis 31. August 2018 erneut überprüft worden. Dabei habe sich in Bezug auf
den Intensivpflegezuschlag kein vom Vorbescheid abweichender
Sachverhalt ergeben.
23. Dagegen erhob A._ (nachfolgend: Beschwerdeführer) am 18. Februar
2019 Beschwerde beim Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden mit
dem Antrag auf Aufhebung der angefochtenen Verfügung. Zudem sei
festzustellen, dass ihm ab 1. Januar 2018 ein Intensivpflegezuschlag von
mehr als 8 Stunden pro Tag zustehe. Eventualiter sei die IV-Stelle
anzuweisen, die in der Bedarfsklärung mit ärztlicher Anordnung
aufgeführten medizinischen Vorkehrungen als Mehraufwand
anzuerkennen, entsprechend neu zu verfügen oder zu begründen, weshalb
die ärztlich angeordnete Behandlungspflege, welche durch die Eltern
- 9 -
geleistet werde, als Mehraufwand beim Intensivpflegezuschlag keine
Berücksichtigung finden solle. In prozessualer Hinsicht wurde beantragt,
dass der Beschwerde die aufschiebende Wirkung zu entziehen sei, damit
der nicht strittige Teil des Intensivpflegezuschlags zur Auszahlung
gelangen könne. Ausserdem sei dem Beschwerdeführer wegen eines
Auslandaufenthalts seines Vertreters eine angemessene Nachfrist zur
ergänzenden Beschwerdebegründung und Nachreichung entsprechender
Akten einzuräumen. Eventualiter sei ein zweiter Schriftwechsel
durchzuführen. Begründend wurde im Wesentlichen ausgeführt, dass der
erhobene Mehraufwand nicht den tatsächlichen Verhältnissen entspreche.
24. Mit Schreiben der damals zuständigen Instruktionsrichterin vom 19.
Februar 2019 wurde dem Begehren des Beschwerdeführers um Ansetzung
einer angemessenen Nachfrist zur ergänzenden Beschwerdebegründung
nicht entsprochen.
25. In ihrer Vernehmlassung vom 7. März 2019 schloss die IV-Stelle
(nachfolgend: Beschwerdegegnerin) auf Abweisung der Beschwerde. Zur
Begründung wurde primär auf die angefochtene Verfügung verwiesen.
Ergänzend hielt die Beschwerdegegnerin fest, sie habe gestützt auf die
ausführliche Abklärung vor Ort vom 7. August 2018 festgestellt, dass der
Beschwerdeführer weiterhin in mittlerem Grad hilflos sei und grundsätzlich
einen Anspruch auf einen Intensivpflegezuschlag von 4 bis 6 Stunden
habe. Der Beschwerdeführer bringe pauschal vor, dass der erhobene
Mehraufwand nicht den tatsächlichen Verhältnissen entspreche. Mangels
konkreter Vorbringen sei nicht ersichtlich, inwiefern die angefochtene
Verfügung nicht rechtens sein sollte.
26. Mit ergänzender Stellungnahme zur Vernehmlassung vom 7. März 2019
führte die Beschwerdegegnerin bezüglich des vom Beschwerdeführer
beantragten Entzugs der aufschiebenden Wirkung am 11. März 2019 aus,
- 10 -
dass die verfügten Leistungen praxisgemäss jeweils auch bei einer
Beschwerde ausbezahlt würden.
27. Am 25. März 2019 hielt der Beschwerdeführer replicando fest, dass der
Antrag auf Entzug der aufschiebenden Wirkung entfalle. Bei ihm liege eine
medizinische Dauerüberwachung über 24 Stunden mit
Interventionsbereitschaft vor, was auch von der Beschwerdegegnerin
anerkannt werde. Daher seien die Spitexleistungen gemäss IV-
Rundschreiben Nr. 362 zu vergüten, was die Beschwerdegegnerin letztlich
auch eingesehen habe. Vor diesem Hintergrund würden die durch die
Beschwerdegegnerin im Abklärungsbericht vom 7. Februar 2018 (recte: 14.
März 2018) erhobenen Vorkehren der Kinderspitex irrelevant. Bei der
Berechnung des Intensivpflegezuschlags sei allein auf die medizinische
Dauerüberwachung während 24 Stunden abzustellen und die
durchschnittlichen Spitexeinsätze über 24 Stunden in Abzug zu bringen.
Unbestritten sei, dass es sich beim Beschwerdeführer um ein
schwerstbehindertes Kind handle, bei welchem eine medizinische
Dauerüberwachung mit Interventionsbereitschaft über 24 Stunden seit
Geburt vorliege. Der Beschwerdeführer habe zu Hause Anspruch auf eine
24-Stunden-Anwesenheit von Pflegefachfrauen. Die Eltern würden
sämtliche Pflegemassnahmen übernehmen und ersetzten damit die
entsprechenden Massnahmen einer Intensivstation. Es könne nicht
angehen, dass sie dafür lediglich mit einem Intensivpflegezuschlag von 4
Stunden pro Tag entschädigt würden. Der Abklärung vom 7. Februar 2018
stehe die ärztliche Anordnung, die Bedarfsklärung der mit der Pflege
beauftragten Pflegefachfrauen und die Aufstellung der Mutter des
Beschwerdeführers entgegen. Diese Unterlagen habe die
Beschwerdegegnerin in ihren Abklärungsberichten nicht gewürdigt und
damit ihre Abklärungspflichten verletzt. Zur Bestimmung des
Intensivpflegezuschlags müsse der durch die Eltern zu leistende
Pflegeaufwand als Mehraufwand berücksichtigt werden. Das
- 11 -
Krankheitsbild des Beschwerdeführers verlange eine besonders intensive
Überwachung, weshalb ihm gemäss ärztlicher Anordnung eine
Überwachungspauschale von 4 Stunden pro Tag zustehe. Per Ende
August 2018 sei die Pflege durch die Kinderspitex eingestellt und der
Beschwerdeführer in die Stiftung C._ verlegt worden. Bei Aufenthalt
zu Hause sei jedoch weiterhin ein Intensivpflegezuschlag von mehr als 8
Stunden pro Tag zu vergüten. Schliesslich könne von einer
gesundheitlichen Verbesserung, wie sie im Abklärungsbericht vom 7.
Februar 2018 (recte: 14. März 2018) mit Hinweis auf die Reduktion der
Epilepsieanfälle festgehalten werde, keine Rede sein.
28. Am 29. März 2019 führte die Beschwerdegegnerin duplicando aus, dass
die vom Arzt mitunterzeichneten Anträge für Kinderspitexleistungen und
die Bedarfserhebungen für die Kinderspitex nicht im Zusammenhang mit
der Frage nach einer Hilflosenentschädigung und eines
Intensivpflegezuschlags stünden. Zudem sei die Beschwerdegegnerin mit
umfassenden Kostendächern (Anspruch auf medizinische
Dauerüberwachung und 24-Stunden-Kostengutsprache für Kinderspitex)
betreffend Kinderspitex nicht einverstanden und habe auch vorliegend nur
die tatsächlich geleisteten Kinderspitexeinsätze übernommen. Sodann
gehe aus der pauschalen Rüge des Beschwerdeführers nicht hervor, in
welchem Punkt der Abklärungsbericht vom 7. August 2018 (recte: 17.
Oktober 2018) nicht korrekt sein sollte. Ferner seien die Aussagen der
Mutter des Beschwerdeführers bzw. der von den Eltern geleistete
Pflegeaufwand im erwähnten Abklärungsbericht berücksichtigt worden.
Hinsichtlich der Überwachungspauschale sei des Weiteren darauf
hinzuweisen, dass eine besonders intensive Überwachung vor 8 Jahren in
der Regel nicht in Betracht zu ziehen sei. Schliesslich seien die von der
Kinderspitex für die Monate Januar bis April 2018 erbrachten und
entschädigten Hilfeleistungen bei der Ermittlung des Mehraufwands der
Eltern zu Recht in Abzug gebracht worden, zumal es nach
- 12 -
bundesgerichtlicher Rechtsprechung zu vermeiden gelte, dass die gleichen
Leistungen im Rahmen sowohl des Intensivpflegezuschlags als auch
medizinischer Massnahmen bei Geburtsgebrechen vergütet würden.
Zusammenfassend erweise sich die angefochtene Verfügung als rechtens.
Die pauschalen Rügen des Beschwerdeführers vermöchten den
Abklärungsbericht nicht zu erschüttern.
Auf die weiteren Vorbringen und Argumente der Parteien wird, soweit
erforderlich, im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen eingegangen.

## Considerations

Das Gericht zieht in Erwägung:
1. Nach Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die
Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20) sind Verfügungen der kantonalen
IV-Stellen direkt vor dem Versicherungsgericht am Ort der IV-Stelle
anfechtbar. Die Verfügung der IV-Stelle des Kantons Graubünden vom 16.
Januar 2019 stellt eine solche anfechtbare Verfügung und folglich ein
taugliches Anfechtungsobjekt für ein Verfahren vor dem
Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden dar. Die sachliche
Zuständigkeit des Verwaltungsgerichts ergibt sich aus Art. 57 des
Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts
(ATSG; SR 830.1) in Verbindung mit Art. 49 Abs. 2 lit. a des Gesetzes über
die Verwaltungsrechtspflege (VRG; BR 370.100). Als Adressat der
strittigen Verfügung ist der Beschwerdeführer berührt und er weist ein
schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung oder Änderung auf (Art. 59
ATSG). Auf die im Übrigen frist- und formgerecht (Art. 1 Abs. 1 IVG i.V.m.
Art. 60 und Art. 61 lit. b ATSG) eingereichte Beschwerde ist somit
einzutreten.
- 13 -
2. Streitgegenstand bildet die Frage, ob die Beschwerdegegnerin das Gesuch
um Erhöhung der Hilflosenentschädigung bzw. des
Intensivpflegezuschlags mit Verfügung vom 16. Januar 2019 zu Recht
abgewiesen hat. Unbestritten ist, dass der Beschwerdeführer in vier
alltäglichen Lebensverrichtungen (An- und Auskleiden,
Aufstehen/Absitzen/Abliegen, Essen und
Fortbewegung/Kontaktaufnahme) regelmässig in erheblicher Weise auf
Hilfe Dritter angewiesen ist und seit der Geburt der dauernden persönlichen
Überwachung bedarf, womit er weiterhin Anspruch auf eine Entschädigung
wegen Hilflosigkeit mittleren Grades hat (vgl. Art. 37 Abs. 2 lit. a und b der
Verordnung über die Invalidenversicherung [IVV; SR 831.201], vgl. auch
nachstehende E.3.4). Demgegenüber ist streitig und zu beurteilen, ob der
Beschwerdeführer ab 1. Januar 2018 Anspruch auf einen
Intensivpflegezuschlag für einen invaliditätsbedingten Betreuungsaufwand
von mindestens 8 Stunden pro Tag hat.
3.1. Versicherte mit Wohnsitz und gewöhnlichem Aufenthalt in der Schweiz, die
hilflos sind, haben nach Art. 42 Abs. 1 Satz 1 IVG Anspruch auf eine
Hilflosenentschädigung. Als hilflos gilt, wer wegen der Beeinträchtigung der
Gesundheit für alltägliche Lebensverrichtungen dauernd der Hilfe Dritter
oder der persönlichen Überwachung bedarf (Art. 9 ATSG).
3.2. Die massgebenden alltäglichen Lebensverrichtungen betreffen sechs
Bereiche: An- und Auskleiden, Aufstehen/Absitzen/Abliegen, Essen,
Körperpflege, Verrichten der Notdurft sowie Fortbewegung (vgl. Rz. 8010
des Kreisschreibens über Invalidität und Hilflosigkeit in der
Invalidenversicherung, KSIH, Stand: 1. Januar 2018). Der Bedarf nach
Hilfeleistungen muss regelmässig und in erheblicher Weise bestehen.
Regelmässig werden Hilfeleistungen benötigt, wenn sie täglich oder
eventuell täglich erbracht werden müssen (vgl. Rz. 8025 KSIH). Erheblich
sind Hilfeleistungen, wenn die versicherte Person mindestens eine
- 14 -
Teilfunktion einer alltäglichen Lebensverrichtung nicht mehr, nur noch mit
unzumutbarem Aufwand oder nur noch auf unübliche Art und Weise selbst
ausführen kann oder wegen ihres psychischen Zustandes ohne besondere
Aufforderung nicht vornehmen würde, oder wenn sie sie selbst mit Hilfe
Dritter nicht erfüllen kann, weil sie für sie keinen Sinn hat (vgl. Rz. 8026
KSIH).
3.3. Der Begriff der dauernden persönlichen Überwachung bezieht sich nicht
auf die alltäglichen Lebensverrichtungen. Hilfeleistungen, die bereits als
direkte oder indirekte Hilfe in einem Bereich der alltäglichen
Lebensverrichtung Berücksichtigung gefunden haben, können bei der
Beurteilung der Überwachungsbedürftigkeit nicht nochmals ins Gewicht
fallen. Vielmehr ist darunter eine Hilfeleistung zu verstehen, welche infolge
des Gesundheitszustandes der versicherten Person notwendig ist. Eine
solche persönliche Überwachung ist beispielsweise dann erforderlich,
wenn eine versicherte Person wegen geistiger Absenzen nicht während
des ganzen Tages allein gelassen werden kann. Die persönliche
Überwachung muss ein gewisses Mass an Intensität aufweisen. Ob
dauernde Hilfe oder persönliche Überwachung nötig sind, ist objektiv, nach
dem Zustand der versicherten Person zu beurteilen. Eine
Überwachungsbedürftigkeit darf angenommen werden, wenn die
versicherte Person ohne Überwachung mit überwiegender
Wahrscheinlichkeit sich selbst oder Drittpersonen gefährden würde (vgl.
Rz. 8035 KSIH).
3.4. Gemäss Art. 42 Abs. 2 IVG ist zu unterscheiden zwischen schwerer,
mittelschwerer und leichter Hilflosigkeit. Bei Minderjährigen gilt die
Hilflosigkeit als mittelschwer, wenn die versicherte Person trotz der Abgabe
von Hilfsmitteln in den meisten (mindestens vier, vgl. Rz. 8009 KSIH)
alltäglichen Lebensverrichtungen regelmässig in erheblicher Weise auf die
Hilfe Dritter angewiesen ist oder in mindestens zwei alltäglichen
- 15 -
Lebensverrichtungen regelmässig in erheblicher Weise auf die Hilfe Dritter
angewiesen ist und überdies einer dauernden persönlichen Überwachung
bedarf (Art. 37 Abs. 2 lit. a und b IVV; lit. c gilt nur für volljährige versicherte
Personen, vgl. Art. 42bis Abs. 5 IVG und Art. 38 Abs. 1 IVV).
3.5. Die Hilflosenentschädigung für Minderjährige, die zusätzlich eine intensive
Betreuung brauchen, wird um einen Intensivpflegezuschlag erhöht; dieser
Zuschlag wird nicht gewährt bei einem Aufenthalt in einem Heim. Der
monatliche Intensivpflegezuschlag beträgt bei einem invaliditätsbedingten
Betreuungsaufwand von mindestens 8 Stunden pro Tag 100 %, bei einem
solchen von mindestens 6 Stunden pro Tag 70 % und bei einem solchen
von mindestens 4 Stunden pro Tag 40 % des Höchstbetrages der
Altersrente nach Artikel 34 Absätze 3 und 5 des Bundesgesetzes über die
Alters- und Hinterlassenenversicherung (AHVG; SR 831.10). Der Zuschlag
berechnet sich pro Tag (Art. 42ter Abs. 3 IVG). Eine intensive Betreuung
liegt bei Minderjährigen vor, wenn diese im Tagesdurchschnitt infolge
Beeinträchtigung der Gesundheit zusätzliche Betreuung von mindestens
vier Stunden benötigen (Art. 39 Abs. 1 IVV). Anrechenbar als Betreuung ist
der Mehrbedarf an Behandlungs- und Grundpflege im Vergleich zu nicht
behinderten Minderjährigen gleichen Alters. Nicht anrechenbar ist der
Zeitaufwand für ärztlich verordnete medizinische Massnahmen, welche
durch medizinische Hilfspersonen vorgenommen werden, sowie für
pädagogisch-therapeutische Massnahmen (Art. 39 Abs. 2 IVV). Bedarf
eine minderjährige Person infolge Beeinträchtigung der Gesundheit
zusätzlich einer dauernden Überwachung, so kann diese als Betreuung
von zwei Stunden angerechnet werden. Eine besonders intensive
behinderungsbedingte Überwachung ist als Betreuung von vier Stunden
anrechenbar (Art. 39 Abs. 3 IVV). Gemäss den bundesrätlichen
Erläuterungen zu den Änderungen der IVV vom 21. Mai 2003 (vgl. AHI-
Praxis 5/2003 S. 311 ff., S. 330) entsteht ein Anspruch auf den
Intensivpflegezuschlag im Sinne von Art. 39 Abs. 3 IVV nicht bereits dann,
- 16 -
wenn ein Kind bloss während bestimmter Stunden am Tag pflegerische
Unterstützung benötigt. Abgegolten werden soll vielmehr die für die Eltern
extrem belastende Tatsache einer darüberhinausgehenden, rund um die
Uhr notwendigen invaliditätsbedingten Überwachung, sei es aus
medizinischen Gründen (z.B. Gefahr epileptischer Anfälle), sei es infolge
einer spezifischen geistigen Behinderung oder wegen Autismus.
3.6. Gemäss Art. 69 Abs. 2 IVV kann die IV-Stelle zur Prüfung eines
Leistungsanspruchs unter anderem Abklärungen an Ort und Stelle
vornehmen. Nach der Rechtsprechung hat ein Abklärungsbericht unter
dem Aspekt der Hilflosigkeit (Art. 9 ATSG) oder des Pflegebedarfs
folgenden Anforderungen zu genügen: Als Berichterstatterin oder
Berichterstatter wirkt eine qualifizierte Person, welche Kenntnis der
örtlichen und räumlichen Verhältnisse sowie der aus den seitens der
Mediziner gestellten Diagnosen sich ergebenden Beeinträchtigungen und
Hilfsbedürftigkeiten hat. Bei Unklarheiten über physische oder psychische
Störungen und/oder deren Auswirkungen auf alltägliche
Lebensverrichtungen sind Rückfragen an die medizinischen Fachpersonen
nicht nur zulässig, sondern notwendig. Weiter sind die Angaben der Hilfe
leistenden Personen zu berücksichtigen, wobei divergierende Meinungen
der Beteiligten im Bericht aufzuzeigen sind. Der Berichtstext schliesslich
muss plausibel, begründet und detailliert bezüglich der einzelnen
alltäglichen Lebensverrichtungen sowie den tatbestandsmässigen
Erfordernissen der dauernden Pflege, der persönlichen Überwachung und
der lebenspraktischen Begleitung sein. Schliesslich hat er in
Übereinstimmung mit den an Ort und Stelle erhobenen Angaben zu stehen.
Das Gericht greift, sofern der Bericht eine zuverlässige
Entscheidungsgrundlage im eben umschriebenen Sinne darstellt, in das
Ermessen der die Abklärung tätigenden Person nur ein, wenn klar
feststellbare Fehleinschätzungen vorliegen. Das gebietet insbesondere der
Umstand, dass die fachlich kompetente Abklärungsperson näher am
- 17 -
konkreten Sachverhalt ist als das im Beschwerdefall zuständige Gericht
(vgl. BGE 140 V 543 E.3.2.1; Urteile des Bundesgerichts 8C_573/2018 vom
8. Januar 2019 E.3.2, 8C_756/2011 vom 12. Juli 2012 E.3.2). Diese
Grundsätze gelten entsprechend auch für die Abklärung der Hilflosigkeit
unter dem Aspekt des Intensivpflegezuschlags (vgl. Urteile des
Bundesgerichts 8C_573/2018 vom 8. Januar 2019 E.3.2, 8C_741/2017
vom 17. Juli 2018 E.5.1, 8C_308/2016 vom 6. September 2016 E.5.1).
4.1. Im Rahmen der am 7. Dezember 2016 vor Ort durchgeführten Abklärung
betreffend Hilflosenentschädigung für Minderjährige inkl.
Intensivpflegezuschlag ermittelte die Abklärungsperson einen täglichen
invaliditätsbedingten Mehraufwand von 5 Stunden und 5 Minuten (vgl.
beschwerdegegnerische Akten [Bg-act.] 71 S. 10). Gestützt auf dieses
Abklärungsergebnis sprach die Beschwerdegegnerin dem
Beschwerdeführer mit Verfügung vom 9. Februar 2017 bei Aufenthalt zu
Hause ab 1. Juni 2016 (Spitalaustritt) einen Intensivpflegezuschlag für
einen Betreuungsaufwand von 4 bis 6 Stunden pro Tag zu (vgl. Bg-act. 76
S. 1 f.). In der Folge stellte die Beschwerdegegnerin den
Intensivpflegezuschlag mit Zwischenverfügung vom 14. Mai 2018 per
1. Januar 2018 vorsorglich ein. Zur Begründung wurde festgehalten,
aufgrund der zusätzlichen Unterstützung durch die Kinderspitex seit 14.
Februar 2017 bestehe die Möglichkeit, dass sich der tägliche
behinderungsbedingte Mehraufwand reduziert habe. Bis zum Erlass der
definitiven Verfügung betreffend Kinderspitex könne der
Intensivpflegezuschlag nicht weiter ausbezahlt werden (vgl. Bg-act. 219
S. 1). Am 7. August 2018 wurde im Rahmen eines auf
beschwerdeführerisches Gesuch hin Mitte März 2018 eingeleiteten
Revisionsverfahrens betreffend Hilflosenentschädigung inkl.
Intensivpflegezuschlag erneut eine Abklärung vor Ort durchgeführt. Dabei
ermittelte die Abklärungsperson neu und ohne Abzug der
Kinderspitexleistungen einen invaliditätsbedingten Mehraufwand von 6
- 18 -
Stunden und 2 Minuten (recte: 6 Stunden) pro Tag (vgl. Bg-act. 269).
Daraufhin lehnte die Beschwerdegegnerin unter Berücksichtigung der in
den Monaten Januar bis April 2018 effektiv geleisteten Spitexeinsätze
einen Anspruch des Beschwerdeführers auf einen Intensivpflegezuschlag
für diesen Zeitraum mit Verfügung vom 16. Januar 2019 ab
(Intensivpflegezuschlag von 4 bis 6 Stunden pro Tag abzüglich
Spitexeinsätze Januar bis April 2018 von durchschnittlich 5 Stunden pro
Tag = Intensivpflegezuschlag von unter 4 Stunden pro Tag). Gleichzeitig
wurde dem Beschwerdeführer für die Monate Mai und Juni 2018 mit der
Begründung, dass er sich während dieser Zeit mehrheitlich in der Stiftung
C._ aufgehalten habe, ein Intensivpflegezuschlag nur für diejenigen
Tage zugesprochen, an denen er zu Hause übernachtet hat. Schliesslich
bejahte die Beschwerdegegnerin unter Berücksichtigung der im Juli und
August 2018 effektiv geleisteten Spitexeinsätze bei Aufenthalt zu Hause
einen Anspruch auf einen Intensivpflegezuschlag für einen täglichen
Betreuungsaufwand von 4 bis 6 Stunden ab 1. Juli 2018 bis 1. April 2022
(Revision) (Intensivpflegezuschlag von neu 6 Stunden und 2 Minuten
[recte: 6 Stunden] pro Tag abzüglich Spitexeinsätze Juli und August 2018
von durchschnittlich 37 Minuten pro Tag = Intensivpflegzuschlag von 4 bis
6 Stunden pro Tag) (vgl. Bg-act. 325 S. 1 f.).
4.2. Der Beschwerdeführer ist der Auffassung, dass der von der
Beschwerdegegnerin erhobene Mehraufwand nicht den tatsächlichen
Verhältnissen entspreche. Bei ihm liege eine medizinische
Dauerüberwachung über 24 Stunden mit Interventionsbereitschaft vor.
Dies werde auch von der Beschwerdegegnerin in der angefochtenen
Verfügung anerkannt. Demzufolge seien die Spitexleistungen gemäss IV-
Rundschreiben Nr. 362 zu vergüten, was die Beschwerdegegnerin letztlich
mit Erlass der Verfügung vom 9. Januar 2019, in welcher sie alle
Präsenzstunden der Kinderspitex gutgesprochen habe, auch eingesehen
habe. Vor diesem Hintergrund würden die im Abklärungsbericht vom
- 19 -
7. Februar 2018 (recte: 14. März 2018) erhobenen Vorkehren der
Kinderspitex irrelevant. Bei der Berechnung des Intensivpflegezuschlags
sei allein auf die medizinische Dauerüberwachung während 24 Stunden
abzustellen und die durchschnittlichen Spitexeinsätze über 24 Stunden in
Abzug zu bringen. Unbestritten und von der Beschwerdegegnerin
anerkannt sei, dass es sich beim Beschwerdeführer um ein
schwerstbehindertes Kind handle, bei welchem eine medizinische
Dauerüberwachung mit Interventionsbereitschaft über 24 Stunden seit
Geburt vorliege. Zu Hause habe er Anspruch auf eine 24-Stunden-
Anwesenheit von Pflegefachfrauen. Seine Eltern würden nach Anleitung,
Begleitung und Instruktion der Kinderspitex sämtliche Pflegemassnahmen
übernehmen und ersetzten damit die entsprechenden Massnahmen einer
Intensivstation. Es könne nicht angehen, dass sie dafür lediglich mit einem
Intensivpflegezuschlag von 4 Stunden pro Tag entschädigt würden. Der
Abklärung vom 7. Februar 2018 stehe die ärztliche Anordnung, welche
darlege, welche Pflegemassnahmen nebst der Überwachung geleistet
werden müssten und wie hoch der Zeitbedarf hierfür sei, die
Bedarfsklärung der mit der Pflege beauftragten Pflegefachfrauen sowie die
Aufstellung der Mutter des Beschwerdeführers, welche die
Pflegemassnahmen täglich ausführe, entgegen. Diese Unterlagen habe die
Beschwerdegegnerin in ihren Abklärungsberichten nicht gewürdigt und
damit ihre Abklärungspflichten verletzt. Die Höhe des Mehraufwandes
stimme auch deshalb nicht, weil die Beschwerdegegnerin den durch die
Eltern geleistete Pflegeaufwand nicht berücksichtigt habe. Das IV-
Rundschreiben Nr. 362 halte fest, dass der Elternanteil im
Abklärungsverfahren festgehalten werden müsse. Zur Bestimmung des
Intensivpflegezuschlags müsse der durch die Eltern zu leistende
Pflegeaufwand als Mehraufwand berücksichtigt werden. Das
Krankheitsbild des Beschwerdeführers verlange eine besonders intensive
Überwachung. Gemäss ärztlicher Anordnung stehe ihm eine
Überwachungspauschale von 4 Stunden pro Tag und nicht nur von täglich
- 20 -
2 Stunden zu. Selbst wenn nur die im Abklärungsbericht vom 7. Dezember
2016 (recte: 5. Januar 2017) festgestellten 115 Minuten für die Grundpflege
angerechnet würden, ergebe sich folgendes Bild: 295 Minuten
Behandlungspflege, 115 Minuten Grundpflege, 120 Minuten
Überwachungspauschale = 530 Minuten bzw. 8 Stunden und 50 Minuten.
Per Ende August 2018 sei die Pflege durch die Kinderspitex eingestellt und
der Beschwerdeführer in die Stiftung C._ verlegt worden. Bei
Aufenthalt zu Hause sei jedoch weiterhin ein Intensivpflegezuschlag von
mehr als 8 Stunden pro Tag zu vergüten. Schliesslich habe die Mutter des
Beschwerdeführers anlässlich der am 7. Februar 2018 durchgeführten
Abklärung mitgeteilt, dass sich der Gesundheitszustand ihres Sohnes seit
Herbst 2017 verschlechtert habe. Von einer gesundheitlichen
Verbesserung, wie sie im Abklärungsbericht vom 7. Februar 2018 (recte:
14. März 2018) mit Hinweis auf die Reduktion der Epilepsieanfälle
suggeriert werde, könne daher keine Rede sein.
5.1. Die Invalidenversicherung sieht verschiedene medizinische Leistungen
vor. Gemäss Art. 13 Abs. 1 IVG haben versicherte Personen bis zum
vollendeten 20. Altersjahr Anspruch auf die zur Behandlung von
Geburtsgebrechen (Art. 3 Abs. 2 ATSG) notwendigen medizinischen
Massnahmen. Diese umfassen insbesondere die Behandlung, die vom Arzt
selbst oder auf seine Anordnung durch medizinische Hilfspersonen in der
Haus- oder Anstaltspflege vorgenommen wird (Art. 14 Abs. 1 lit. a IVG).
Neben den medizinischen Massnahmen nach Art. 13 f. IVG sieht die
Invalidenversicherung die Hilflosenentschädigung (Art. 42 IVG) vor, welche
bei Minderjährigen, die zusätzlich eine intensive Betreuung benötigen, um
einen Intensivpflegezuschlag erhöht wird. Beim Intensivpflegezuschlag ist
der Mehrbedarf an Behandlungs- und Grundpflege im Vergleich zu nicht
behinderten Minderjährigen gleichen Alters als Betreuung anrechenbar
(Art. 42ter Abs. 3 IVG und Art. 39 Abs. 2 Satz 1 IVV). Die von der
Invalidenversicherung vorgesehenen Leistungsarten unterscheiden sich
- 21 -
insbesondere dadurch, dass als medizinische Massnahmen nach Art. 13 f.
IVG nur Leistungen in Betracht fallen, die eine medizinische Qualität
aufweisen und zwingend von medizinisch ausgebildeten Fachpersonen
erbracht werden müssen (sog. medizinische Pflegemassnahmen; vgl. Art.
14 Abs. 1 lit. a IVG i.V.m. Art. 39 Abs. 2 Satz 2 IVV). Dagegen setzt die in
den Anwendungsbereich der Hilflosenentschädigung bzw. des
Intensivpflegezuschlags fallende Grundpflege, also die sog. nicht
medizinischen Pflege- und Betreuungsmassnahmen, keine medizinische
Berufsqualifikation voraus und kann demnach auch von Personen ohne
medizinische Fachkenntnisse erbracht werden (vgl. das IV-Rundschreiben
Nr. 362 vom 23. März 2017 mit Verweis auf BGE 136 V 209 E.7 und E.10).
Mit anderen Worten werden die von der Invalidenversicherung zu
übernehmenden Leistungsarten zweigeteilt: Einerseits in medizinische
Pflegemassnahmen, welche in Art. 13 f. IVG geregelt sind, und anderseits
in nicht medizinische Pflegemassnahmen (Grundpflege), welche (nach der
Intention des Gesetzgebers) über die Hilflosenentschädigung bzw. den
Intensivpflegezuschlag nach Art. 42 ff. IVG abgedeckt sind. Vor diesem
Hintergrund ist mit der Beschwerdegegnerin festzuhalten, dass die vom
behandelnden Kinderarzt unterzeichnete Verordnung für Spitexleistungen
gemäss Art. 13 und 14 IVG (vgl. Bg-act. 132) sowie die durch die
Pflegefachfrauen vorgenommene Bedarfsabklärung für die Pflege zu
Hause samt ärztlicher Anordnung (vgl. Bg-act. 216 S. 4 ff.) nicht im
Zusammenhang mit der Frage nach einer Hilflosenentschädigung bzw.
eines Intensivpflegezuschlags stehen. Gleichermassen zielt auch das
Vorbringen, wonach der Abklärung vom 7. Februar 2018 die ärztliche
Anordnung, die Bedarfsklärung der mit der Pflege beauftragten
Pflegefachfrauen sowie die Aufstellung der Mutter des Beschwerdeführers
entgegenstehe, am Streitgegenstand vorbei. Der Beschwerdeführer kann
daraus für den vorliegenden Fall nichts zu seinen Gunsten ableiten.
- 22 -
5.2. Der Beschwerdeführer beruft sich ausserdem auf die Notwendigkeit einer
24-Stunden Dauerüberwachung mit Interventionsbereitschaft. Dabei
handelt es sich gemäss IV-Rundschreiben Nr. 362 vom 23. März 2017 um
"Situationen, in welchen während 24 Stunden pro Tag mit medizinischen
Notfallinterventionen zu rechnen ist" (vgl. Bg-act. 132 S. 5). Abgesehen
davon, dass die Beschwerdegegnerin mit Verfügung vom 9. Januar 2019
betreffend Kinderspitexleistungen ohnehin nur die ab März 2017 bis Ende
August 2018 tatsächlich geleisteten Einsätze übernommen hat (vgl. Bg-act.
323), liegt entgegen der Auffassung des Beschwerdeführers ein solcher
Sachverhalt nicht bereits dann vor, wenn die versicherte Person einer
dauernden persönlichen Überwachung im Sinne von Art. 37 Abs. 2 lit. b
IVV (mittelschwere Hilflosigkeit) bedarf (vgl. Urteile des Bundesgerichts
9C_366/2018 vom 19. Oktober 2018 E.5.1, 9C_370/2018 vom
21. September 2018 E.3.2.1). Vielmehr bezieht sich die dauernde
persönliche Überwachung – wie bereits dargelegt – auf invaliditätsbedingt
notwendige Hilfeleistungen (vgl. E.3.3 hiervor) während die medizinische
Behandlungspflege Massnahmen umfasst, für deren Durchführung es
einer medizinischen Pflegefachperson bedarf (vgl. IV-Rundschreiben
Nr. 362 vom 23. März 2017). Diesbezüglich kann der Beschwerdeführer
daher aus der angefochtenen Verfügung vom 16. Januar 2019, in welcher
von einer dauernden persönlichen Überwachung seit der Geburt
ausgegangen wird (vgl. Bg-act. 325 S. 2), nichts zu seinen Gunsten
ableiten. Überdies ist zu beachten, dass die vorerwähnte Verfügung vom
9. Januar 2019 unbestrittenermassen in Rechtskraft erwachsen ist. Da
insofern die von der Kinderspitex tatsächlich erbrachten Leistungen bereits
abgegolten worden sind und somit im Rahmen des
Intensivpflegezuschlags nicht noch einmal berücksichtigt werden können
(vgl. Art. 39 Abs. 2 Satz 2 IVV und E.5.7 hernach), vermag der
Beschwerdeführer auch mit seinem Eventualantrag nicht durchzudringen
(vgl. dazu auch nachfolgende E.5.3 und 5.4).
- 23 -
5.3. Sodann macht der Beschwerdeführer lediglich pauschal geltend, der
anlässlich der am 7. August 2018 vor Ort durchgeführten Abklärung
erhobene Mehraufwand für die Intensivpflege entspreche nicht den
tatsächlichen Verhältnissen bzw. es könne nicht angehen, dass seine
Eltern für ihren gesamten Pflegeaufwand lediglich mit einem
Intensivpflegezuschlag von 4 bis 6 Stunden pro Tag entschädigt würden.
Dabei zeigt er jedoch nicht konkret auf, inwiefern es sich bei der
Einschätzung der Abklärungsperson betreffend Mehraufwand für die
Intensivpflege um eine Fehleinschätzung handeln sollte. Dasselbe gilt in
Bezug auf die ebenfalls nicht konkret begründete Rüge des
Beschwerdeführers, wonach der bei der Abklärung vom 7. Dezember 2016
festgestellte Mehraufwand für die Grundpflege von 115 Minuten pro Tag
auch im Rahmen der zuletzt am 7. August 2018 vor Ort durchgeführten
Abklärung hätte berücksichtigt werden müssen. Nach dem Gesagten
vermag der Beschwerdeführer den massgebenden Abklärungsbericht vom
17. Oktober 2018 nicht in Zweifel zu ziehen.
5.4. Im Übrigen kann dem Beschwerdeführer nicht gefolgt werden, wenn er
anführt, die Beschwerdegegnerin habe den von seinen Eltern geleisteten
Pflegeaufwand bei der Bestimmung des Intensivpflegezuschlags als
Mehraufwand nicht berücksichtigt. Wie nachfolgend dargelegt wird (vgl.
nachstehende E.5.5), ist dem Abklärungsbericht vom 17. Oktober 2018 zu
entnehmen, dass der von den Eltern des Beschwerdeführers zu leistende
Pflegeaufwand bei der Ermittlung der Höhe des Intensivpflegezuschlags
berücksichtigt und gewürdigt wurde (vgl. Bg-act. 269 S. 1 ff.).
5.5. Soweit der Beschwerdeführer ferner vorbringt, dass die
Beschwerdegegnerin die Ausführungen der Mutter des Beschwerdeführers
(vgl. Bg-act. 192) in ihren Abklärungsberichten nicht gewürdigt und damit
ihre Abklärungspflichten verletzt habe, ist ihm entgegenzuhalten, dass die
von seiner Mutter anlässlich der am 7. August 2018 vor Ort durchgeführten
- 24 -
Abklärung gemachten Angaben im Abklärungsverfahren berücksichtigt und
gewürdigt wurden. So hat die Abklärungsperson im entsprechenden
Abklärungsbericht vom 17. Oktober 2018 hinsichtlich jeder einzelnen
alltäglichen Lebensverrichtung die Zeitangaben der Mutter des
Beschwerdeführers festgehalten, den davon anrechenbaren Mehraufwand
festgestellt und hiervon eine allfällige altersentsprechende Hilfe abgezogen
(vgl. Bg-act. 269 S. 1 ff.; vgl. auch Anhang IV zum KSIH). Dass die
Abklärungsperson die Angaben der Mutter des Beschwerdeführers nicht
vollständig übernommen hat, ist mit Blick auf die im Anhang IV zum KSIH
festgelegten anrechenbaren zeitlichen Maximalwerte nicht zu
beanstanden. Denn selbst für die Hilfe leistenden Personen ist es
schwierig, den jeweils benötigten Zeitbedarf zuverlässig einzuschätzen.
Die wissenschaftlich evaluierten und praxiserprobten Minutenwerte
ermöglichen es daher, die allenfalls persönlichen bzw. subjektiv gefärbten
Einschätzungen der Hilfe leistenden Personen einer Plausibilitätskontrolle
zu unterziehen. Würde stets unbesehen einer Gegenprüfung auf die
Angaben der Hilfe leistenden Person abgestellt, könnte dies je nach
Wahrnehmung der Beteiligten bei ähnlich gelagerten Beschwerdebildnern
und vergleichbaren funktionellen Einschränkungen zu unterschiedlichen
Ergebnissen und damit zu einer nicht zu rechtfertigenden
Ungleichbehandlung von Versicherten führen (vgl. Urteile des
Bundesgerichts 8C_161/2016 vom 26. August 2016 E.3.1.2.3,
8C_226/2014 vom 21. November 2014 E.8.2).
5.6. Im Weiteren ist bezüglich des Einwands des Beschwerdeführers, wonach
gemäss ärztlicher Anordnung eine besonders intensive Überwachung
vorliege (vgl. Bg-act. 132 S. 5) und ihm daher eine
Überwachungspauschale von 4 Stunden pro Tag zustehe, festzuhalten,
dass eine besonders intensive Überwachung vor 8 Jahren in der Regel
nicht in Betracht zu ziehen ist (vgl. Anhang III zum KSIH). Zudem wird in
Randziffer 8079 des KSIH als Beispiel für eine besonders intensive
- 25 -
Überwachung ein Kind, welches an einer schweren Form von Epilepsie
leidet und täglich mehrere Serienanfälle hat, welche plötzlich auftreten und
bei denen jeweils die Atmung unterbricht, genannt (vgl. Rz. 8079 KSIH).
Davon kann vorliegend nicht die Rede sein. Aus mehreren Berichten des
behandelnden Kinderarztes Dr. med. Keller, Leitender Arzt Kinder- und
Jugendmedizin Neuropädiatrie, Kantonsspital Graubünden, geht nämlich
hervor, dass sich die Situation bezüglich der epileptischen Anfälle aufgrund
der im August 2017 begonnenen Cannabidiol-Therapie deutlich gebessert
und der Beschwerdeführer aktuell noch ein bis zwei Anfälle pro Tag hat
(vgl. Bg-act. 144, 163 und 167). Dem stimmt denn auch die Mutter des
Beschwerdeführers zu (vgl. Bg-act. 148 S. 1, 204 S. 1 und 269 S. 1). Somit
ist der im Abklärungsbericht vom 17. Oktober 2018 berücksichtigte
behinderungsbedingte Überwachungsbedarf von 2 Stunden pro Tag nicht
zu beanstanden (vgl. Bg-act. 269 S. 7).
5.7. Soweit der Beschwerdeführer zudem (sinngemäss) bemängelt, dass ihm
für die Monate Januar bis April 2018 kein Intensivpflegezuschlag
zugesprochen worden sei, ist darauf hinzuweisen, dass es zu vermeiden
gilt, dass die gleichen Leistungen im Rahmen sowohl des
Intensivpflegezuschlags (Art. 42ter Abs. 3 IVG und Art. 39 IVV) als auch
medizinischer Massnahmen bei Geburtsgebrechen (Art. 13 Abs. 1 und Art.
14 Abs. 1 lit. a IVG sowie Art. 2 Abs. 3 der Verordnung über
Geburtsgebrechen [GgV; SR 831.232.21]) vergütet werden (vgl. Urteil des
Bundesgerichts 9C_366/2018 vom 19. Oktober 2018 E.5.3.1; vgl. ferner
Art. 39 Abs. 2 Satz 2 IVV). Vor diesem Hintergrund hat die
Beschwerdegegnerin die von der Kinderspitex im erwähnten Zeitraum
durchschnittlich pro Tag erbrachten und seitens der Beschwerdegegnerin
entschädigten Leistungen der Behandlungspflege (vgl. Bg-act. 267 S. 1,
269 S. 7, 309 S. 2 und S. 5 f. sowie 323 S. 1 f.) zu Recht vom erfassten
Intensivpflegezuschlag von 4 bis 6 Stunden pro Tag in Abzug gebracht,
womit für die Monate Januar bis April 2018 kein Intensivpflegezuschlag
- 26 -
ausgewiesen ist (vgl. Bg-act. 325 S. 1 ff.). Dass dem Beschwerdeführer
bezüglich der Monate Mai und Juni 2018 aufgrund des Umstands, dass er
während dieser Monaten unstreitig mehrheitlich in der Stiftung C._
übernachtet hat, nur für diejenigen Tage ein Intensivpflegezuschlag
zugesprochen wurde, an denen er zu Hause übernachtet hat, ist ebenfalls
nicht zu beanstanden (vgl. Rz. 8004 KSIH und Bg-act. 267 S. 2, 269 S. 7
sowie 309 S. 2 und S. 6). Auch wurden die von der Kinderspitex in den
Monaten Juli und August 2018 durchschnittlich pro Tag erbrachten und
entschädigten Leistungen (vgl. Bg-act. 267 S. 2, 269 S. 7, 309 S. 2 und S.
7 sowie 323 S. 1 f.) zu Recht vom anlässlich der Abklärung vor Ort am 7.
August 2018 neu ermittelten Mehraufwand für die Intensivpflege von
6 Stunden und 2 Minuten (recte: 6 Stunden) pro Tag in Abzug gebracht,
womit ab Juli 2018 ein Intensivpflegezuschlag von 4 bis 6 Stunden pro Tag
resultiert (vgl. Bg-act. 325 S. 1 ff.). Soweit der Beschwerdeführer
schliesslich ausführt, dass die Pflege durch die Kinderspitex per Ende
August 2018 eingestellt worden sei (vgl. Bg-act. 267 S. 3 und 309 S. 2), ist
auf die angefochtene Verfügung vom 16. Januar 2019 hinzuweisen, in
welcher festgehalten wird, dass bei zukünftigem Verzicht auf weitere
Spitexeinsätze auf Meldung hin eine allfällige Erhöhung des
Intensivpflegezuschlags geprüft werde (vgl. Bg-act. 325 S. 2).
5.8. Schliesslich ist dem Einwand des Beschwerdeführers kein Erfolg
beschieden, wenn er (sinngemäss) vorbringt, dass die
Beschwerdegegnerin von einer Verbesserung seines
Gesundheitszustandes ausgehe. Soweit er diesbezüglich auf den
Abklärungsbericht Kinderspitex vom 7. Februar 2018 (recte: 14. März 2018)
verweist, gilt es festzuhalten, dass vorliegend der Abklärungsbericht vom
17. Oktober 2018 betreffend Hilflosenentschädigung inkl.
Intensivpflegezuschlag massgebend ist. Darin berücksichtigt und würdigt
die Abklärungsperson sowohl die aktenmässig nachgewiesene
Verbesserung der epileptischen Anfälle (vgl. E.5.6 hiervor) als auch die sich
- 27 -
ebenfalls aus den Akten ergebende Verschlechterung der Spastik (vgl. Bg-
act. 148, 167 S. 1 und 269 S. 1). Insbesondere wird bei der alltäglichen
Lebensverrichtung An- und Auskleiden bzw. Aufstehen/Absitzen/Abliegen
ein Zusatzaufwand von 10 resp. 15 Minuten für hochgradige Spastizität
gewährt (vgl. Bg-act. 269 S. 1 f., vgl. auch Anhang IV zum KSIH).
Insgesamt geht die Abklärungsperson von einem gleichgebliebenen
Gesundheitszustand aus (vgl. Bg-act. 269 S. 1), was nicht zu beanstanden
ist. Der behandelnde Kinderarzt Dr. med. Keller bestätigt in seinem Bericht
vom 23. März 2018 zuhanden der Beschwerdegegnerin nämlich lediglich
den von der Mutter des Beschwerdeführers dokumentierten
Betreuungsaufwand, ohne jedoch eine Verschlechterung des
Gesundheitszustandes zu beschreiben (vgl. Bg-act. 201 f.). Auch aus den
übrigen im Recht liegenden Arztberichten lässt sich diesbezüglich nichts
Konkretes entnehmen. Der Vollständigkeit halber ist noch darauf
hinzuweisen, dass die Abklärungsperson anlässlich der am 7. August 2018
vor Ort durchgeführten Abklärung (grundsätzlich) einen höheren
Mehraufwand für die Behandlungspflege ermittelt hat als noch im Rahmen
der am 7. Dezember 2016 durchgeführten Abklärung (vgl. Bg-act. 71 S. 10
und 269 S. 7).
6. Im Ergebnis erweist sich die angefochtene Verfügung vom 16. Januar 2019
als rechtens, was zur Bestätigung derselben und zur Abweisung der
dagegen erhobenen Beschwerde vom 18. Februar 2019 führt.
7. Es bleibt über die Kosten zu befinden. Nach Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das
Beschwerdeverfahren – in Abweichung von Art. 61 lit. a ATSG – bei
Streitigkeiten um die Bewilligung oder Verweigerung von Leistungen der
Invalidenversicherung vor dem kantonalen Versicherungsgericht
kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensaufwand und
unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.--
festgelegt. Aufgrund des Ausgangs des Beschwerdeverfahrens rechtfertigt
- 28 -
es sich vorliegend, dem unterliegenden Beschwerdeführer gestützt auf Art.
73 Abs. 1 VRG die Gerichtskosten von Fr. 700.-- zu überbinden. Der
obsiegenden Beschwerdegegnerin steht keine Parteientschädigung zu
(Art. 61 lit. g ATSG e contrario).