# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 32a6a3c5-0a9f-4eff-ac3a-c9015c8f48df
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2014
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
,
geboren
1965,
meldete sich am
4. April 1997
unter Hinweis auf
ein im Jahre 1995 erlittenes
Verhebetrauma
und ein
l
umbospondylogenes
Syn
drom
bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an (Urk.
5/2 Ziff. 7.2)
. Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, sprach ihm mit Verfügung
en
vom
26. Februar 1999 (
Urk.
5/39-40) für die Zeit vom 1. Februar bis 31. Juli 1998
bei einem Invaliditätsgrad von
55
%
eine
halbe
Rente
(
Urk.
5/39
)
und für die Zeit
ab
1. August
1998
bei einem Invaliditätsgrad von 100
%
eine ganze Rente (
Urk.
5/40)
zu.
Mit Mitteilungen vom
8. Oktober 1999 (
Urk
5/48), vom 24. März 2003 (Urk. 5/56) und vom 6. Juli 2006 (
Urk.
5/63)
teilte die IV-Stelle dem Versicher
ten mit, der Rentenanspruch sei unverändert.
1.2
Nach Eingang eines
im August 2010 versandten (undatierten)
ausgefüllten
Revisi
onsfragebogens
(
Urk.
5/68)
holte
die IV-Stelle unter anderem beim
Y._
, Rheumaklinik und Institut für Physikalische Medizin, ei
nen Bericht über die Evaluation der arbeitsbezogenen funktionellen Leistungs
fähigkeit (Bericht vom 2
2.
Juni 2011;
Urk.
5/86/1-10)
und
ein
rheumatologi
sches Gutachten (Gutachten vom
16. August 2011
;
Urk.
5/87/1-27
)
sowie bei
Dr.
med.
Z._
ein psychiatrisches Gutachten
(Gutachten vom
8. Februar 2012
;
Urk.
5/99/1-15)
ein. Mit Mitteilung vom 24. August
2012 (Urk.
5/105) verneinte die IV-Stelle einen Anspruch des Versicherten auf berufliche Mass
nahmen.
Nach durchgefüh
rtem
Vorbescheidverfahren
(Urk.
5/109-110
;
Urk.
5/111
)
stellte
die IV-Stelle
mit Verfügung vom 6. Dezember 2013 (
Urk.
5/118 =
Urk.
2) einen Invaliditätsgrad von 50
% fest und setzte die bisher ausgerichtete ganze Rente
wiedererwägungs
weise
per
1. Februar 2014 auf eine halbe Rente herab.
2.
Der Versicherte erhob am
27. Januar 2014
Beschwerde (
Urk.
1) gegen die Verfü
gung vom
6. Dezember 2013
(
Urk.
2) und beantragte, diese sei aufzuheben und es sei
ihm weiterhin eine ganze Rente auszurichten
(Urk. 1
S. 2)
.
Die IV-Stelle beantragte mit Beschwerdeantwort vom
26. Februar 2014
(
Urk.
4
) die Abweisung der Beschwerde. Dies wurde dem Beschwerdeführer am
3. April 2014
zur Kenntnis gebracht (
Urk.
6
).
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allge
meinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG). Die Invalidität kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 des Bun
desgesetzes über die Invalidenversicherung, IVG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beur
teilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfä
higkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines
Rentenbezü
gers
erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (Art. 17 Abs. 1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tat
sächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente nicht nur bei einer wesentlichen Änderung des Gesundheitszustandes, sondern auch dann
revidier
bar
, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen des an sich gleich gebliebenen Gesundheitszustandes erheblich verändert haben (BGE 130 V 343 E. 3.5 mit Hinweisen). Eine Veränderung der gesundheitlichen Verhältnisse liegt auch bei gleich gebliebener Diagnose vor, wenn sich ein Leiden in seiner Intensität und in seinen Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit verändert hat (Urteile des Bun
desgerichts 9C_261/2009 vom 11. Mai 2009 E. 1.2 und I 212/03 vom 28. Au
-
gust
2003 E. 2.2.3). Dagegen stellt die bloss unterschiedliche Beurteilung der Auswirkungen eines im Wesentlichen unverändert gebliebenen Gesund
heitszustandes auf die Arbeitsfähigkeit für sich allein genommen keinen
Revi
si
onsgrund
im Sinne von Art. 17 Abs. 1 ATSG dar. Zeitliche Vergleichsbasis für die Beurteilung einer anspruchserheblichen Änderung des Invaliditätsgrades bilden die letzte rechtskräftige Verfügung oder der letzte rechtskräftige
Ein
spracheentscheid
, welche oder welcher auf einer materiellen Prüfung des Ren
tenanspruchs mit rechtskonformer Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und Invaliditätsbemessung beruht (BGE 133 V 108; vgl. auch BGE 130 V 71 E. 3.2.3; Urteil des Bundesgerichts 9C_438/2009 vom 26. März 2010 E. 1 mit Hinweisen).
1.3
Zeitlicher Referenzpunkt für die Prüfung einer anspruchserheblichen Änderung bildet die letzte (der versicherten Person eröffnete) rechtskräftige Verfügung,
welche auf einer materiellen Prüfung des Rentenanspruchs mit rechtskonformer Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und Durchführung eines
Einkom
mensvergleichs
(bei Anhaltspunkten für eine Änderung in den erwerblichen Auswirkungen des Gesundheitszustands) beruht; vorbehalten bleibt die Recht
sprechung zur Wiedererwägung und prozessualen Revision (BGE 134 V 131 E. 3 S. 132 f. und 133 V 108 E. 5.4 S. 114 mit Hinweis). Nach der
bundesgerichtli
chen
Rechtsprechung ist eine Verfügung verzichtbar, wenn bei einer von Amtes wegen durchgeführten Revision keine leistungsbeeinflussende Änderung der Verhältnisse festgestellt wurde (Art. 74
ter
lit
. f
der Verordnung über die Invali
denversicherung,
IVV) und die bisherige Invali
denrente daher weiter ausgerich
tet wird. Wird auf entsprechende Mitteilung hin keine Verfügung verlangt (Art. 74
quater
IVV), ist jene in Bezug auf den
Ver
gleichszeitpunkt
einer (ordentli
chen) rechtskräftigen Verfügung gleichzustellen (Urteile des Bundesgerichts 9C_771/2009 vom 10. September 2010 und 9C_586/2010 vom 15. Oktober 2010, je E. 2.2, mit Hinweisen).
1.4
Fehlen
die
in Art. 17 ATSG genannten Voraussetzungen, so kann die
Ren
-
tenver
fügung
lediglich nach den für die
Wie
dererwägung
rechtskräftiger Verwaltungsverfügungen geltenden Regeln abge
ändert werden. Danach ist die Verwaltung befugt, auf eine formell rechtskräf
tige Verfügung, welche nicht Ge
genstand materieller richterlicher Beurteilung gebildet hat, zurückzukommen, wenn sich diese als zweifellos unrichtig erweist und ihre Berichtigung von er
heblicher Bedeutung ist (Art. 53
Abs.
2 ATSG). Sie ist verpflichtet, darauf zu
rückzukommen, wenn neue Tatsachen oder neue Be
weismittel entdeckt werden, die geeignet sind, zu einer andern rechtlichen Be
urteilung zu führen (BGE 110 V 176 E. 2a, 292 E. 1 mit Hinweisen). Das Gericht kann eine zu Unrecht ergan
gene Revisionsverfügung gegebenenfalls mit der substituierten Begründung schützen, dass die ursprüngliche Rentenverfügung zweifellos unrichtig und die Berichtigung von erheblicher Bedeutung ist (BGE 125 V 368 E. 2 mit Hinwei
sen; vgl. auch BGE 128 V 272 E. 5b/
bb
; Urteil des Bundesgerichts 9C_562/2008 vom 3. November 2008 E. 2.2 mit Hinweis). Nach der Rechtsprechung lässt sich eine allgemein gültige
betragliche
Grenze für die Voraussetzung der Erheblich
keit der Berichtigung nicht festlegen. Massgebend sind vielmehr die gesamten Umstände des Einzelfalles. Bei periodischen Leis
tungen ist die Erheblichkeit der Berichtigung zu bejahen (BGE 119 V 475 E. 1c; Urteil des Bundesgerichts 9C_11/2008 vom 29. April 2008 E. 4.2 mit Hinweisen.
1.5
Eine wiedererwägungsweise Herabsetzung oder Aufhebung der Rente erfolgt in der Regel frühestens vom ersten Tag des zweiten der Zustellung der Verfügung folgenden Monats an (Wirkung ex
nunc
et pro
futuro
; Art. 88
bis
Abs.
2
lit
. a IVV). Eine zweifellose Unrichtigkeit der ursprünglichen Rentenverfügung hat
die Rechtsprechung etwa angenommen, wenn bis zum damaligen
Verfügungs
zeitpunkt
keine Einschätzung der Leistungsfähigkeit in einer zumutbaren Ver
weistätigkeit vorlag und der Invaliditätsgrad allein nach Massgabe der Arbeits
fähigkeit festgelegt wurde, bei der erstmaligen Anspruchsprüfung also die Inva
lidität der Arbeitsunfähigkeit gleichgestellt und damit von einem rechtlich fal
schen Invaliditätsbegriff ausgegangen wurde, und wenn gestützt auf eine recht
lich korrekte Invaliditätsbemessung ohne Zweifel eine tiefere Rente zugespro
chen worden wäre (Urteil des Bundesgerichts 8C_676/2011 vom 31. Januar 2012 E. 5.1; in BGE 135 I 1 nicht publizierte E. 5.3 des Urteils des Bundesge
richts 9C_342/2008 vom 20. November 2008; Urteil des Bundesgerichts 8C_846/2010 vom 10. Dezember 2010 E. 1.4 mit Hinweisen).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin ging in der angefochtenen Verfügung vom
6. Dezem
ber
2013 (Urk. 2
Verfügungsteil 2
) davon aus, dass
dem Beschwerde
führer zum Zeitpunkt bei Erlass der ursprünglichen rentenzusprechenden Verfügung vom
26. Februar 1999
die Ausübung einer
behinderungsange
passten
Tätigkeit im Umfang eines Beschäftigungsgrades von 100
%
zuzumuten
gewesen sei
, dass sich sein Gesundheitszustand in der Folge seit De
zember 2009 verschlechtert habe
,
und dass
dem Beschwerdeführer
seither die Ausübung einer
behinde
rungsangepassten
Tätigkeit im Umfang eines
Arbeits
pensums
von 60
%
zuzu
muten sei, woraus ein Invaliditätsgrad von 50
%
resul
tiere. Da sich die ur
sprüngliche rentenzusprechende Verfügung vom 20. No
vember 1998 als zwei
fellos unrichtig erweise, sei die dem Beschwerdeführer bisher ausgerichtete ganze Rente wiedererwägungsweise per 1. Februar 2014 auf eine halbe Rente herabzusetzen (S. 3).
2.2
Der Beschwerdeführer stellte sich demgegenüber auf den Standpunkt, dass
die ursprüngliche rentenzusprechende Verfügung vom
26. Februar 1999
nicht zweifellos unrichtig gewesen sei, da sein behandelnder Arzt ihm eine vollstän
dige Arbeitsunfähigkeit hinsichtlich körperlich leichter Tätigkeiten attestiert habe (
Urk.
1 S. 5), weshalb die Voraussetzungen für eine Wiedererwägung nicht erfüllt seien
. Da es zwischenzeitlich sowohl im Januar 2005 als auch im Dezem
ber 2009 zu einer Verschlechterung seines Gesundheitszustandes gekommen sei, seien zudem auch die Voraussetzungen einer Rentenrevision nicht erfüllt
(
Urk.
1 S. 6).
3.
3.1
Nach Erlass der ursprünglichen Rentenverfügungen vom
26. Februar 1999 (Urk.
5/39-40), womit dem Beschwerdeführer für die Zeit vom 1. Februar bis
31. Juli 1998
bei einem Invaliditätsgrad von
55
%
eine
halbe
Rente
(
Urk.
5/39) und für die Zeit
ab
1. August
1998
bei einem Invaliditätsgrad von 100
%
eine ganze Rente (Urk. 5/40) zu
gesprochen wurde
,
klärte die
Beschwerdegegnerin den Sachver
halt
vor Erlass der angefochtenen Verfügung vom 6. Dezember 2013 (
Urk.
2) letztmals anlässlich eines im April 2006 von Amtes wegen eingeleiteten Revisionsverfahrens in materieller Hinsicht neu ab und teilte dem Beschwerde
führer
mit Mitteilung
vom
6. Juli 2006 (
Urk.
5/63)
mit,
dass sich sein
Renten
anspruch
nicht verändert habe
.
Für eine Rentenrevision im Sinne von
Art. 17 Abs. 1 ATSG wäre vorliegend
daher die Entwick
lung des
anspruchs
relevanten
Sachverhalts im
Vergleichszeit
raum
ab Erlass der Mitteilung vom
6. Juli 2006 (
Urk.
5/63) bis zum Erlass der angefochtenen Verfügung vom
6. Dezember 2013 (
Urk.
2) massgebend. Demgegenüber müsste für eine wiedererwägungsweise Herabsetzung der Rente die ursprüngliche Rentenverfügung vom 26. Februar 1999 (
Urk.
5/39-40)
zweifellos unrichtig
gewesen
sein.
3.2
Die Fragen, ob die ursprüngliche rentenzusprechende Verfügung vom 26. Feb
ruar 1999 (
Urk.
5/39-40)
zweifellos unrichtig war, und ob sich der Gesundheits
zustand seither beziehungsweise seit der
Mitteilung
vom
6. Juli 2006 (
Urk.
5/63)
in einer für den Rentenanspruch
massgebende
n
Weise wesentlich verändert hat, k
önnen
vorliegend indes, wie im Folgenden zu zeigen ist, offen bleiben.
4.
4.1
Gemäss
lit
. a
Abs.
1 der Schlussbestimmungen zur Änderung des IVG vom
18. März 2011, gültig seit 1. Januar 2012 (
SchlB
IVG), werden Renten, die bei
pa
thogenetisch-ätiologisch
unklaren
syndromalen
Beschwerdebildern ohne nach
weisbare organische Grundlage gesprochen wurden, innerhalb von drei Jahren nach Inkrafttreten dieser Änderung überprüft. Sind die Voraussetzungen nach Art. 7 ATSG nicht erfüllt, so wird die Rente herabgesetzt oder aufgehoben, auch wenn die Voraussetzungen einer ordentlichen Rentenrevision nach Art. 17
Abs.
1 ATSG nicht erfüllt sind. Dabei sollen Renten auch gekürzt oder aufgeho
ben werden, wenn sich der Invaliditätsgrad der versicherten Person nicht er
heblich geändert hat.
Demgegenüber sieht
lit
. a
Abs.
4
SchlB
IVG vor, dass
Abs.
1 dieser Bestimmung keine Anwendung findet auf Personen, die im Zeitpunkt des Inkrafttretens die
ser Änderung das 55. Altersjahr zurückgelegt haben oder im Zeitpunkt, in dem die Überprüfung eingeleitet wird, seit mehr als 15 Jahren eine Rente der Invali
denversicherung beziehen.
Nach der Rechtsprechung (BGE 139 V 442 E. 4.3) gilt als relevanter
An
-
knüpfungs
punkt
für den über 15-jährigen Rentenbezug gemäss
lit
. a
Abs.
4 (in Verbindung mit
Abs.
1)
SchlB
IVG der Beginn des Rentenanspruchs und nicht das Datum der (rechtskräftig erlassenen) Rentenverfügung.
4.2
Die
Beurteilung einer Erwerbsunfähigkeit nach Art. 7
Abs.
2 ATSG
richtet sich
ausschliesslich nach
den gesundheitlichen Beeinträch
tigungen, was auch im
Re
visionsfall
(Art. 17
Abs.
1 ATSG) gilt; nicht gesund
heitlich bedingte
Eingliede
rungshindernisse
hab
en daher bei der Invaliditätsbe
messung auch im
Revisions
zusammenhang
ausser Acht zu bleiben. Daher geht die ständige Rechtsprechung vom Regelfall aus,
der darin besteht, dass eine medi
zinisch attestierte Verbes
serung der Arbeitsfähigkeit grundsätzlich auf dem Weg der Selbsteingliederung verwertbar ist. Dennoch hat die Rechtspre
chung in ganz besonderen Ausnah
mefällen nach langjährigem Rentenbezug trot
z medizinisch (wieder) ausge
wie
sener Leis
tungsfähigkeit vorderhand weiterhin eine Rente
zugesprochen, bis mit Hilfe medi
zinisch-rehabilitativer und/oder beruflich-e
rwerblicher Massnah
men das theo
retische Leistungspot
ential ausgeschöpft werden kann
(Urteil des Bun
desgerichts 9C_163/2009 vom 10. September 2010 E. 4.2.2 mit Hinweisen).
4.3
Nach der
Rechtsprechung (nicht in BGE 139 V 442
publ
. E. 5.2 des Urteils des Bundesgerichts 8C_324/2013)
sind im Sinne einer analogen Anwendung von
lit
. a
Abs.
4
SchlB
IVG
Ausnahmen vom Regelfall der
Selbstein
gliederung
grund
sätzlich auf Sachverhalte zu beschränken, in denen die revisions- oder
wieder
erwägungsweise
Herabsetzung oder Aufhebung der IV-Rente eine versicherte Person trifft, die das 55. Altersjahr zurückgelegt oder die Rente seit mehr als 15 Jahren bezogen hat.
Eine (
analoge) Übernahme der beiden Kriterien von
lit
. a
Abs.
4
SchlB
IVG
erlaubt
es den darunter fallenden Rentnerinnen und Rentner im revisions- (Art. 17
Abs.
1 ATSG)
beziehungsweise
gegebenenfalls
wiederer
wägungsrechtlichen
(Art. 53
Abs.
2 ATSG) Kontext
indes nicht
, ohne weiteres einen Besitzstandsanspruch geltend zu machen. Es wird ihnen
diesfalls
lediglich zugestanden, dass infolge des fortgeschrittenen Alters oder einer langen
Ren
tendauer
die Selbsteingliederung grundsätzlich - von Ausnahmen abgesehen - als nicht mehr zumutbar einzustufen ist (Urteile des Bundesgerichts 9C_367/2011 vom 10. August 2011 E. 3.3,
publ
. in: Plädoyer 2011/6 S. 63, und 9C_228/2010 vom 26. April 2011 E. 3,
publ
. in: SVR 2011 IV Nr. 73 S. 220).
Eine medizinisch attestierte Verbesserung der Arbeitsfähigkeit ist mithin im Re
gelfall auf dem Weg der Selbsteingliederung zu verwerten. Nach langjährigem Rentenbezug können jedoch ausnahmsweise Erfordernisse des Arbeitsmarktes der Anrechnung einer medizinisch vorhandenen Leistungsfähigkeit und medizi
nisch möglichen Leistungsentfaltung entgegenstehen, wenn aus den Akten ein
wandfrei hervorgeht, dass die Verwertung eines bestimmten Leistungspotenzials ohne vorgängige Durchführung befähigender Massnahmen allein vermittels
Ei
genanstrengung
der versicherten Person nicht möglich ist (Urteil des Bundesge
richts 9C_363/2011 vom 31. Oktober 2011 E. 3.1 mit Hinweis,
publ
. in: SVR 2012 IV Nr. 25 S. 104).
4.4
Der am
2.
September 1965 geborene Beschwerdeführer (
Urk.
5/1/1) war
zum Zeitpunkt bei Erlass der angefochtenen rentenherabsetzenden Verfügung vom
6. Dezember 2013 (
Urk.
2) 48 Jahre alt und bezog seit dem 1. Februar 1998 (Urk. 5/39/1) und
mithin
seit mehr als 15 Jahren
eine In
validenrente
. Damit f
ällt
er
nach der erwähnten Rechtsprechung
unter
diejenigen Rentenbezüger und Ren
tenbezügerinnen,
welchen
im revisions-
und
wiedererwägungsrechtlichen Kontext
eine Selbsteingliederung - von Ausnahmen abgesehen -
infolge
ihres
fortgeschrittenen Alters
beziehungsweise
einer
langen Renten
bezugs
dauer die Selbsteingliederung grundsätzlich
nicht mehr zuzumuten ist.
Der
Ausnahmetat
bestand der Notwendigkeit (vorgängiger) befähigender beruflicher Massnahmen
ist auf Grund des Umstandes,
dass der Beschwerdeführer eine
Invalidenrente seit
mehr als 15 Jahren bezogen hat
und seit 1997 keiner Erwerbstätigkeit mehr nachging (vgl.
Urk.
5/106/2)
, daher als erfüllt zu betrachten.
5.
5.1
Entzieht oder widersetzt sich eine versicherte Person einer zumutbaren Behand
lung oder Eingliederung ins Erwerbsleben, die eine wesentliche Verbesserung der Erwerbsfähigkeit oder eine neue Erwerbsmöglichkeit verspricht, oder trägt sie nicht aus eigenem Antrieb das ihr Zumutbare dazu bei, so können ihr die Leistungen vorübergehend oder dauernd gekürzt oder verweigert werden. Sie muss vorher schriftlich gemahnt und auf die Rechtsfolgen hingewiesen werden; ihr ist eine angemessene Bedenkzeit einzuräumen (
Art.
21
Abs.
4 ATSG
; Urteil des Bundesgerichts 9C_497/2013 vom 3
0.
November 2013 E. 3.2.2).
5.
2
Den Akten ist zu entnehmen, dass
die Beschwerdegegnerin am 2
2.
August 2012 mit dem Beschwerdeführer ein Gespräch betreffend
dessen
berufliche Einglie
derung geführt hat (
Urk.
5/106 S. 2-3). Anlässlich
dieses Gesprächs
hat die
Be
rufsberaterin
der
Beschwerdegegenerin
dem Beschwerdeführer mitgeteilt, dass die Beschwerdegegnerin davon ausgehe, dass er im Umfang eines Beschäfti
gungsgrades von 60
%
eine (behinderungsangepasste) Erwerbstätigkeit ausüben könne, und dass es im Rahmen der Rentenrevision zu einer Kürzung der Rente kommen werde. Der Beschwerdeführer habe sich als nicht eingliederungsfähig empfunden und habe angegeben, dass er nicht in der Lage sei, an einer berufli
chen Massnahme im Umfan
g eines Arbeitspensums von 50 %
teilzunehmen
. Die
b
eruflichen Massnahmen
seien anschliessend
abgeschlossen worden.
5.
3
Auf Grund einer fehlende
n
Eingliederungswilligkeit beziehungsweise einer fehlen
den
Motivation
des Beschwerdeführers für berufliche Massnahmen
wäh
rend des Eingliederungsgesprä
chs durfte die Beschwerdegegnerin indes nicht direkt eine Herabsetzung der Rente verfügen.
Denn es lassen sich in den Akten
keine Hinweise dafür erkennen, dass dem Beschwerdeführer trotz eines
Renten
bezugs
von mehr als 15 Jahren eine Selbsteingliederung ausnahmsweise zuzu
muten wäre,
beziehungsweise
dass
die Ausschöpfung seiner verbliebenen Leis
tungsfähigkeit
auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt ohne berufliche Einglie
derungsmassnahmen
zuzumuten gewesen wäre
(vgl. Urteil
des Bundesgerichts
9C_68/2011 vom 1
6.
Mai 2011 E. 3.3).
5.4
Die
Beschwerdegegnerin
wäre
nach dem ergebnislos verlaufenen
Eingliede
-
rungs
gespräch
vom 2
2.
August 2012
daher verpflichtet gewesen, e
in Mahn- und
Bedenkzeit
verfahren
durchzuführen
(Urteile
des Bundesgerichts 9C_497/2013 vom 3
0.
November 2013 E. 3.3;
9C_128/2013 vom
4.
November 2013 E. 4.3; 9C_368/2012 vom 2
8.
Dezember 2012 E. 3.3; 8C_338/2012
vom 2
8.
August 2012 E. 4.2.2).
Erst nach einem erfolglos durchgeführten Mahn- und
Bedenk
-
zeit
verfahren
wäre die Beschwerdegegnerin berechtigt gewesen, eine Renten
-
herabsetzung zu verfügen.
Folglich ist
davon
auszuge
hen, dass der Be
schwerdeführer eine allfällige Restarbeitsfähigkeit
weiterhin
nicht verwerten
k
ann
beziehungsweise, dass es ihm an der Fähigkeit fehlt, seine allenfalls ver
bleibende
Leistungsfähigkeit ohne berufliche Eingliederungs
massnahmen auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt auszuschöpfen
.
Dies führt im Ergebnis zur Gutheissung der Beschwerde mit der Feststellung, dass der Beschwerdeführer
einstweilen
weiterhin Anrecht auf eine ganze Rente der Invalidenversicherung hat.
6
.
Gemäss
Art. 69 Abs. 1
bis
IVG ist das Beschwerdeverfahren vor dem kan
tonalen Versicherungsgericht bei Streitigkeiten um die Bewilligung oder die Ver
weige
rung von IV-Leistungen kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem
Ver
fahrens
aufwand
und unabhängig vom Streitwert unter Berücksichti
gung des gesetz
li
chen Rahmens (Fr. 20
0.-- bis Fr. 1'000.--) auf Fr. 7
00.-- fest
zusetzen
und
aus
gangsgemäss
der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen.
7
.
Nach § 34 Abs. 1 des Gesetzes über das Sozialver
sicherungsgericht (
GSVGer
) hat die obsiegende Beschwerde führende Person Anspruch auf Ersatz der
Partei
kosten
. Diese werden ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache, der Schwierigkeit des Prozesses und dem Mass des Obsiegens be
messen (§ 34 Abs. 3
GSVGer
).
Ausgangsgemäss hat der
obsiegende
Beschwerdeführer Anspruch auf eine
Pro
zess
ent
schädi
gung
, welche in Berücksichti
gung der Bedeutung der Streit
sache und der Schwier
igkeit des Prozesses mit Fr. 2‘4
00.-- (inklusive
Baraus
lagen
und Mehr
wertsteuer) zu bemessen ist.