# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** c6ee73d2-4bad-58a6-8d09-88b25514ece5
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2021
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
Die 1956 geborene
X._
war ab 1
1.
März
2014 als
Selbständigerwer
bende
im Bereich Unternehmensberatung und Schadenmanagement tätig und ihm Rahmen dieser Tätigkeit bei der AXA Winterthur gegen die Folgen von Un
fällen versichert. Mit Unfallmeldung UVG vom 5. August
2014 liess sie dieser mitteilen,
dass sie am
1.
August 2014 mit dem Fahrrad gestürzt sei und sich dabei unter anderem ein Schädelhirntrauma, Rippenfrakturen und Prellungen zuge
zogen habe (
Urk.
8/1).
Infolgedessen wurde die Versicherte mittels
Rega
ins
Spital Y._
gebracht (
Urk.
9
/
M5
) und am
6.
August 2014 ins
Spital Z._
verlegt (
Urk.
9
/
M4
), wo sie zwei Mal operiert wurde (Minithora
kotomie mit Anlage von zwei
Thoraxdrainagen
sowie Mini-Kranioto
mie links temporal und
epidurale
Häm
a
tomevakuation
samt Entleerung eines
epiduralen
Hämatoms,
Urk.
9/M4
). Ab dem 10. September
2014 bis
3.
Oktober 2014 erfolgte eine Behandlung in de
r
Klinik A._
(
Urk.
9/M10
) und schliesslich bis April
2015 eine ambulante Behandlung am
Institut Q._
(
Urk.
9/M29/2
). Die AXA Winterthur AG
er
brachte die gesetzlichen Leistungen.
Aufgrund zunehmender psychischer Be
schwerden und einer nicht erfolgreichen Arbeitsintegration, legte die Versicherte ihre Tätigkeit ab September
2016 gänz
lich nieder. Die AXA Winterthur tätigte medizinische
Abklärungen und veran
lasste eine interdisziplinäre Begutachtung in der Rehaklinik
B._
(Expertise vom 6. Juni 2018;
Urk.
9/
M
43). Mit Schrei
ben vom 2
8.
Juni 2018 (
Urk.
8/167) teilte sie der Versicherten die Einstellung der Leistungen per 3
1.
Juli 2018 mit. Aufgrund
von
Einwände
n
der Versicherten (
Urk.
8/171) liess die AXA Winterthur die Gutachter Rückfragen beantworten (
Urk.
8/174),
was
a
m
4.
Dezember 2018 (
Urk.
9/
M
45)
erfolgte
. Mit Verfügung vom
5.
März 2019 (
Urk.
8/185)
stellte
die AXA Winterthur ihre Leistung
en
per 3
1.
Juli 2018
ein
und lehnte den Anspruch auf eine Rente oder Integritätsent
schädigung ab.
Die dagegen erhobene Einspra
che (
Urk.
8/191) wies sie mit Ent
scheid
vom 1
1.
Juni 2020 (
Urk.
2)
ab
.
2.
Dagegen erhob die Versicherte mit Eingabe vom 1
3.
Juli 2020 (
Urk.
1) Be
schwerde und beantragte, der angefochtene Entscheid sei aufzuheben und ihr sei mit Wirkung ab
1.
August 2018 eine angemessene Invalidenrente sowie eine an
gemessene Integritätsentschädigung zuzusprechen (S. 2).
Die AXA Winterthur schloss am 1
0.
November 2020 (
Urk.
7) auf Abweisung der Beschwerde, was der Beschwerdeführerin am 1
2.
November 2020 (
Urk.
11) zur Kenntnis gebracht wurde.
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Nach Art. 42
des
Bundesgesetz
es
über den Allgemeinen Teil des Sozialversiche
rungsrechts (ATSG)
haben die Parteien Anspruch auf rechtliches Gehör, wobei sie vor Erlass von Verfügungen, die durch Einsprache anfechtbar sind, nicht ange
hört werden müssen.
Ein Bestandteil des Anspruchs auf rechtliches Gehör, wie er neben der expliziten gesetzlichen Regelung in Art. 42 ATSG auch in Art. 29 Abs. 2 der Bundesver
fas
sung der Schweizerischen Eidgenossenschaft (BV) garantiert wird (vgl. BGE 124 V 180 E. 1a), ist das Recht der versicherten Person, sich vor Erlass eines in ihre Rechtsstellung eingreifenden Entscheids zur Sache zu äussern, erhebliche Beweise beizubringen, Einsicht in die Akten zu nehmen, mit erheblichen Beweis
anträgen gehört zu werden und an der Erhebung wesentlicher Beweise entweder mitzuwir
ken oder sich zumindest zum Beweisergebnis zu äussern, wenn dieses geeignet ist, den Entscheid zu beeinflussen (BGE 132 V 368 E. 3.1). Der Ge
hörsanspruch verpflichtet die Behörde, die Vorbringen der betroffenen Person auch tatsächlich zu hören, zu prüfen und in der
Entscheidfindung
zu berücksich
tigen, weshalb sie ihren Entscheid zu begründen hat (BGE 134 I 83 E. 4.1). Die Pflicht der Behörde, ihre Verfügungen – sofern sie den Begehren der Parteien nicht voll entsprechen (Art. 49 Abs. 3 Satz 2 ATSG) – zu begründen, bezweckt insbesondere, die be
trof
fene Person in die Lage zu versetzen, eine Verfügung gegebenenfalls sachge
recht anfechten zu können (BGE 124 V 180 E. 1a, vgl. auch BGE 134 I 83 E. 4.1 mit Hinweisen).
Um den verfassungsrechtlichen Anforderungen zu genügen, muss die Begrün
du
ng wenigstens kurz die Überlegungen nennen, von denen sich die Behörde bei ihrem Entscheid hat leiten lassen und auf die sich der Entscheid stützt. Aus der Begrün
dung muss jedenfalls ersichtlich werden, ob und warum die Behörde ein Vorbrin
gen einer Partei für unzutreffend beziehungsweise unerheblich hält. Es muss er
kennbar sein, ob die Behörde es überhaupt in Betracht gezogen hat. Sie darf sich nicht auf den Hinweis beschränken, die Überlegungen der versicherten Person seien zur Kenntnis genommen und geprüft worden. Die Begründung muss so ab
gefasst sein, dass eine Anfechtung des Entscheids möglich ist (
Kieser
, ATSG-Kommentar, 4. Aufl. 2020, N 66 zu Art. 49 ATSG mit Hinweis auf BGE 124 V 180).
1.2
Der Anspruch auf rechtliches Gehör ist formeller Natur. Daher führt dessen Ver
letzung ungeachtet der Erfolgsaussichten der Beschwerde in der Sache selbst zur Aufhebung des angefochtenen Entscheids. Vorbehalten bleiben praxisgemäss
Fälle, in denen die Verletzung des Begründungsrechts nicht besonders schwer wiegt und dadurch geheilt wird, dass die Partei, deren rechtliches Gehör verletzt wurde, sich vor einer Instanz äussern kann, welche sowohl Tat- als auch Rechts
fragen uneingeschränkt überprüft. Von einer Rückweisung der Sache zur Gewäh
rung des rechtlichen Gehörs an die Verwaltung ist im Sinne einer Heilung des Mangels selbst bei einer schwerwiegenden Verletzung des rechtlichen Gehörs dann abzusehen, wenn und soweit die Rückweisung zu einem formalistischen Leerlauf und damit zu unnötigen Verzögerungen führen würde, die mit dem (der Anhörung gleichgestellten) Interesse der betroffenen Partei an einer
beförder
li
chen
Beurteilung der Sache nicht zu vereinbaren wären (BGE 132 V 387 E. 5.1 mit Hinweisen).
1.3
Die Beschwerdegegnerin stützte sich bei ihrem Entscheid insbesondere auf
das
interdisziplinäre
Gutachten der Rehaklinik
B._
vom
6.
Juni
2018 (
Urk.
9/
M
43), die beantworteten Rückfragen zum Gutachten vom
4.
Dezember 2018 (Urk. 9/
M
45) sowie diverse Stellungnahme
n
der beratenden Ärzte, zu wel
chen auch
jene
von
Dr.
C._
vom 2
5.
April 2020 (
Urk.
9/
M
48) gehört. Die Be
schwerdeführerin brachte diesbezüglich vor, dass ihr der Bericht von Dr.
C._
nie zur Kenntnis vorgelegt wurde und sie vor Erlass des
Einspracheentscheids
keine Gelegenheit hatte, dazu Stellung zu nehmen (
Urk.
1 S. 21 f.) Die Beschwer
deführerin rügte in diesem Zusammenhang zu Recht eine Verletzung des rechtli
chen Gehörs (Urk. 1 S. 21). Im Beschwerdeverfahren konnte sie sich jedoch um
fassend zu den Berichten äussern und das hiesige Gericht kann sowohl Tat- als auch Rechtsfragen uneingeschränkt überprüfen. Im Sinne einer Heilung des
Man
gels ist deshalb von einer
Rückweisung der Sache zur Gewährung des rechtlichen Gehörs abzusehen, da dies zu einem formalistischen Leerlauf und damit zu wei
teren unnötigen Verzögerungen führen würde, die mit dem (der Anhörung gleich
gestellten) Interesse der Beschwerdeführerin an einer
beförderlichen
Beurteilung der Sache nicht zu vereinbaren wäre
n
(BGE 132 V 387 E. 5.1 mit Hinweisen). Eine Rückweisung der Sache an die Beschwerdegegnerin wurde von ihr denn auch nicht beantragt.
2.
2
.1
UV170760
Übergangsrecht UVG-Revision, in Kraft seit 1. Januar 2017
09.2019
Am 1. Januar 2017 sind die geänderten Bestimmungen des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG) und der Verordnung über die Unfallversicherung (UVV) in Kraft getreten.
Gemäss den allgemeinen übergangsrechtlichen Regeln sind der Beurteilung jene Rechtsnormen zu Grunde zu legen, die in Geltung standen, als sich der zu den materiellen Rechtsfolgen führende und somit rechtserhebliche Sachverhalt ver
wirklicht hat (vgl. BGE 127 V 466 E. 1, 126 V 134 E. 4b). Dementsprechend sehen die Übergangsbestimmungen zur Änderung vom 25. September 2015 des UVG vor, dass Versicherungsleistungen für Unfälle, die sich vor dem 1. Januar 2017 ereignet haben, und für Berufskrankheiten, die vor diesem Zeitpunkt ausgebro
chen sind, nach bisherigem Recht gewährt werden (Absatz 1 der genannten Über
gangsbestimmungen).
Der hier zu beurteilende Unfall hat sich am 1. August 2014 ereignet, weshalb die bis 31. Dezember 2016 gültig gewesenen Normen auf den vorliegenden Fall An
wendung finden und in dieser Fassung zitiert werden.
2
.2
Gemäss Art. 6 UVG werden -
soweit das Gesetz nichts
anderes
bestimmt - die Versicherungsleistungen bei Berufsunfällen, Nichtberufsunfällen und Berufs
krankheiten gewährt (Abs. 1). Der Bundesrat kann Körperschädigungen, die den Folgen eines Unfalles ähnlich sind, in die Versicherung einbeziehen (Abs. 2). Aus
serdem erbringt die Versicherung ihre Leistungen bei Schädigungen, die den Ver
unfallten bei der Heilbehandlung zugefügt werden (Abs. 3).
2
.3
Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss UVG setzt voraus, dass zwi
schen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Invalidität, Tod) ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht. Ursachen im Sinne des na
türlichen Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne deren Vorhanden
sein der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der gleichen Weise beziehungsweise nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann. Ent
sprechend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des natürlichen Kausal
zu
sammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleinige oder un
mittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schädi
gende Ereignis zusammen mit anderen Bedingungen die körperliche oder geis
tige Integrität der versicherten Person beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht weg
gedacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene ge
sundheitliche Störung entfiele (BGE 129 V 177 E. 3.1, 402 E. 4.3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, worüber die Ver
waltung beziehungsweise im Beschwerdefall das Gericht im Rahmen der ihm obliegenden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Be
weisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse Mög
lichkeit eines Zusammenhangs genügt für die Begründung eines Leis
tungsan
spruches nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
2
.4
Die Leistungspflicht des Unfallversicherers setzt im Weiteren voraus, dass zwi
schen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden ein adäquater Kausal
zusammenhang besteht. Nach der Rechtsprechung hat ein Er
eignis dann als adä
quate Ursache eines Erfolges zu gelten, wenn es nach dem ge
wöhnlichen Lauf der Dinge und nach der
allgemeinen Lebens
erfahrung an sich geeignet ist, einen Erfolg von der Art des eingetretenen herbeizuführen, der Ein
tritt dieses Er
folges also durch das Ereignis allgemein als begünstigt erscheint (BGE 129 V 177 E. 3.2, 405 E. 2.2, 125 V 456 E. 5a).
2
.5
UV170080
Kausalzusammenhang adäquat und Gesundheitsbeeinträchtigung organisch
01.2009
Bei objektiv ausgewiesenen organischen Unfallfolgen deckt sich die adäquate, das heisst rechtserhebliche Kausalität weitgehend mit der natürlichen Kausalität; die Adäquanz hat hier gegenüber dem natürlichen Kausalzusammenhang prak
tisch keine selbständige Bedeutung (BGE 134 V 109 E. 2.1).
2
.6
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusam
menhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
2.7
Nach der Rechtsprechung kommt auch den Berichten und Gutachten versiche
rungsinterner Ärztinnen und Ärzte Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig er
scheinen, nachvollziehbar begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen (BGE 125 V 351 E. 3b/
ee
). Das Anstellungsverhältnis einer versicherungsinternen Fachperson zum Versiche
rungsträger alleine lässt nicht schon auf mangelnde Objektivität und Befangen
heit schliessen (BGE 137 V 210 E. 1.4, 135 V 465 E. 4.4).
3.
3.1
Die Beschwerdegegnerin begründete ihren
Einspracheentscheid
(
Urk.
2) damit, dass
das Gutachten sowie die zusätzlichen Angaben der Rehaklinik
B._
den rechtsprechungsgemässen Voraussetzungen an eine beweistaugliche medizini
sche
Entscheidgrundlage
genüg
t
en und zusammen mit den ergänzenden Stel
lungnahmen der beigezogenen Sachverständigen bei der Erörterung der Befunde ein schlüssige
s
Ergebnis
aufzeige
(S. 7
)
. Die geltend gemachten Schlafstörun
gen/Müdigkeit und deren Folgen ständen nicht im überwiegend wahrscheinlichen kausalen Zusammenhang zum U
n
fall vom 1. August 201
4.
Sämtliche Abklärun
gen hätten ergeben, dass
es
dafür kein organisches Korrelat
gäbe
noch hätten
klinische neurologische Ausfälle nachgewiesen werden können. Auch aus psy
chiatrischer Sicht habe für die subjektive Schlafstörung keine unfallbedingte Kau
salität hergeleitet werden können (S. 9).
Mangels
erklärender objektivierbarer Befunde sowie des im Vordergrund stehenden unfallfremden Faktors
sei
für die an
gestammte Tätigkeit
von
eine
r
volle
n
Arbeitsfähigkeit
auszugehen
. Eine Ren
ten
prüfung respektive ein Einkommensvergleich erübrige sich somit (S. 11).
Die un
fallbedingten somatischen Leiden seien vorliegend folgenlos abgeheilt und wür
den keine weiteren Leistungsansprüche aus dem UVG mehr rechtfertigen. Die gel
tend gemachten kognitiven Defizite seien der psychischen Symptoma
tik/Schlaf
störung zuzuordnen und seien folglich ebenfalls unfallfremd. Die an
erkannten unfallbedingten minimalen Restfolgen (Aphasie und rechtsseitige Geruchsstörungswahrnehmung) würden keinen Anspruch auf eine Integritätsent
schädigung rechtfertigen (S. 11 f.).
In ihrer Beschwerdeantwort (Urk.
7
) hielt sie ergänzend fest, dass die
Kritik der
Beschwerdeführerin
am
Gutachten jeglicher Grundlage einer schlüssigen fachme
dizinischen Beurteilung entbehre und auf ihrer eigenen (aus medizinischer Sicht laienhaften) Beurteilung beruhe (S. 2).
Keiner der involvierten Gutachter habe eine leichte bis mittelgradige Restaphasie festgestellt und es sei deutlich gemacht worden, dass in der angestammten Tätigkeit keine Einschränkungen erkennbar seien. Die Schlafstörungen seien als überwiegend wahrscheinlich unfallfremd be
trachtet worden und würden sich durch die ungünstige Schlafhygiene und einen erhöhten Alkoholkonsum
begründen
lassen. Dass keine
Polysomnographie
durch
geführt worden sei, bedeute keine Unterlassung. Vielmehr gehe aus den Ak
ten hervor, dass eine solche medizinisch explizit als nicht notwendig erachtet worden sei, weil keine pathologische Schlafstörung habe diagnostiziert werden können (S. 3).
Die Argumentation der Beschwerdeführerin beruhe lediglich auf dem unzulässigen «
post
hoc -
propter
hoc» Argument. Dazu komme, dass die neuropsychologische Testung auf einen möglichen «
Go
o
d
old
times
» - Bias hin
weise, bei welchem vorbestehende Beschwerden ausgeblendet und als kausal zum späteren Ereignis betrachtet werden (S. 4).
Es sei nicht nachvollziehbar, wie die Beschwerdeführerin ohne jegliche fachmedizinische Grundlage und entgegen allen anderen Beurteilungen eine Arbeitsfähigkeit von 20-30
%
begründen wolle. Aufgrund der interdisziplinären Begutachtung stehe fest, dass die Arbeitsfähig
keit aufgrund des Unfalls nicht mehr eingeschränkt sei (S. 5).
Auch hinsichtlich des Integritätsschadens könne der Beschwerdeführerin nicht gefolgt werden, da die Gutachter nachvollziehbar festgehalten hätten, dass kein Integritätsschaden bestehe. Es sei keine fundierte fachmedizinische Beurteilung ersichtlich, die einen Integritätsschaden begründen würde (S. 5).
3.2
Die Beschwerdeführerin stellte sich demgegenüber auf den Standpunkt (Urk. 1), dass
Dr.
D._
in seiner vertrauensärztlichen Beurteilung zu Recht zum Schluss gelangt sei, die Rest-Aphasie
liege
noch in einem leichten bis mit
telgra
digen Schweregrad vor
(S. 12). Die Beurteilung bzw. Verneinung der natürlichen Kausalität der Insomnie durch die Gutachter sei nicht schlüssig oder wider
spruchsfrei. Eine Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit sei nicht geprüft worden, da sie als unfallfremd eingestuft worden sei. Eine solche habe aufgrund einer genauen beruflichen Anamnese zu erfolgen, die die Gutachter nicht vorgenom
men hätten. Es sei nicht einzusehen, warum eine Insomnie mit erhöhter Ermüd
barkeit in einem hochqualifizierten Job bei einem 100
%
Pensum nicht zu einer Einschränkung der Arbeitsfähigkeit führen solle.
Es
habe
bei ihr kein Vorzustand bestanden und die Beschwerden seien zeitnah nach dem Unfall aufgetreten und würden zu den typischen Symptomen bei dem als unfallbedingt diagnostizierten organischen Psychosyndrom gehören (S. 16 f.).
Dem Gutachten könne
insgesamt
- aus näher dargelegten Gründen -
nicht gefolgt werden (S. 17
ff.).
Die fehlende bzw. sehr unvollständige Fragebeantwortung verunmögliche es
,
die Meinung der Gutachter zu eruieren und zu überprüfen, ob das Konsensgutachten mit den Teil
gutachten übereinstimme. Daraus würden sich Widersprüche und offene Fragen ergeben (S. 18).
Durch das Gutachten und die medizinischen Akten sei eine un
fallbedingte Arbeitsunfähigkeit in der angestammten Tätigkeit, welche sehr hohe kognitiv
e Ansprüche stelle,
in einem Grad von mindestens 20
-30
%
ausgewiesen. Die Gutachter hätten zum Grad der
Leistungs
fähigkeit in der angestammten Tä
tigkeit
jedoch
keine Stellung genommen (S. 22 f.
, S. 25
). Mangels Fragebeant
wortung sei dem Gutachten auch nicht schlüssig zu entnehmen, ob die natürliche Kausalität für das verlangsamte Arbeitstempo gegeben sei. Es könne dem Gut
achten somit auch nicht entnommen werden, ob das verlangsamte Arbeitstempo als Symptom des diagnostizierten psychoorganischen Psychosyndroms nach Schädelhirntrauma zu betrachten sei (S. 24 f.).
Aufgrund des rechtsseitigen Ver
lusts des Geruchssinns liege ein teilweiser, nämlich hälftiger Verlust eines Organs vor, weshalb ihr hierfür eine Integritätsentschädigung auf der Basis eines Integ
ritätsschadens von 7.5
%
zustehe (S. 27 f.). Offen sei der zusätzliche Integritäts
schaden für die bildgebend nachgewiesenen Schädigungen im Gehirn und
für das organische
Psychosyndrom, wozu es ergänzender Abklärungen bedürfe. Auch für die nachgewiesene leichte Aphasie stehe ihr eine angemessene Integritätsentschä
digung
von mindestens 10 %
zu (S. 28
f.
).
3.3
Strittig und zu prüfen ist der Anspruch
der
Beschwerdeführer
in
auf eine Rente und eine Integritätsentschädigung. In diesem Zusammenhang ist insbesondere strittig, ob
unfallbedingte Restfolgen
mit relevanten Auswirkungen auf die
Ar
beits
- und Leistungsfähigkeit bestehen
.
4.
4.1
Der Unfallmeldung vom
5.
August 2014 (
Urk.
8/1) ist zu entnehmen, dass die Beschwerdeführerin
am
1.
August 2014 mit dem Fahrrad
stürzte
und sich dabei ein Schädelhirntrauma, Rippenfrakturen und Prellungen zuzog. In der Folge
wurde
sie mit der
Rega
ins
Spital Y._
gebracht (S. 1).
4.2
Die zuständigen Fachärzte der Klinik für Unfallchirurgie
Spital Z._
stellten
in ihrem Bericht vom
1.
September 2014 (
Urk.
9/
M
6) folgende Diagnosen (S. 1):
-
Schädel-Hirn-Trauma vom
1.
August 2014
-
Dislozierte
dorsolaterale
Rippenserienfraktur links
Costae
IV-VII vom 1. August 2014
-
Harnwegsinfekt vom 1
6.
August 2014
Die Beschwerdeführerin sei dem
Spital Z._
am
6.
August
2014 aus dem
Spital Y._
zugewiesen worden. Nach dortiger Diagnostik mittels CCT und CT
Traumaspirale
habe sich ein
Epiduralhämatom
und eine Rippenserienfraktur links gezeigt. Bei stabilem Allgemeinzustand sei eine unauffällige intensivmedizinische Überwachung erfolgt. Eine
Hämatomevakuation
sei nicht notwendig gewesen
(S.
1)
. Im
Spital Z._
habe sich neben den intrakraniellen Verletzungen im Röntgen-Thorax neben der Rippenserienfraktur ein ausgedehnter Erguss auf der linken Seite ge
zeigt. Bei beginnender Ateminsuffizienz sei in der Nacht auf den
7.
August
2014 die Anlage einer
Thoraxdrainage
links in
Analgosedation
bei aus
gedehntem
Hä
mathorax
erfolgt. Sodann sei bei klinisch persistierender Desori
entiertheit und
Dysphasie
,
am ehesten bedingt durch das raumfordernde
epidurale
Hämatom temporal links, die Indikation zur Kraniotomie und
Hämatom
eva
kuation
gestellt worden
(S. 3). Bei einer wachen,
extubierten
Beschwerdeführerin habe sich kli
nisch eine Aphasie mit Wortfindungsstörungen, eine eingeschränkte zeitliche Wahrnehmung und eine
geringgradige
Pronation im Armvorhalte
ver
such links gezeigt. Im Verlauf sei schrittweise eine Besserung der neurologischen Sympto
matik erfolgt, jedoch bestehe noch keine vollständige Erholung bezüglich Apha
sie. Am 1
4.
August 2014 sei die Entfernung der zweiten
Thoraxdrainage
mit ra
diologischem Nachweis eines Rest-
Pleuraergusses
linksseitig, jedoch vollstän
dig resorbiertem Pneumothorax
,
erfolgt (S. 4).
Im durchgeführten EEG vom 1
1.
Au
gust 2014 hätten sich keine epilepsietypischen Potentiale sowie eine er
hal
tene hirnelektrische Reagibilität gezeigt. Am
1.
September
2014 habe die Be
schwer
de
führerin bei gutem Allgemeinzustand in die
Klinik A._
verlegt werden können (S. 4).
4.3
Dr.
med.
E._
und
Dr.
F._
von der
Klinik A._
hielten in ihrem Bericht vom 2
9.
Oktober 2014 (
Urk.
9/
M
13) neben den bereits bekannten Diagnosen
ein
SIRS (Systemisches
inflammatorisches
Response-Syndrom)
wegen
Pleuraempyen
links am
3.
September
2014 sowie eine unklare Schwellung der Weichteile der Hüfte links
fest
(S. 1).
Zudem gaben sie an, die Beschwerdeführerin sei in ein multimodales, leistungsabgestimmtes Neuro-Rehabilitationsprogramm eingegliedert worden. Im Verlauf habe sich die Mobilität und die Gangsicherheit deutlich verbessert, die Muskulatur habe kon
ditioniert werden können und die Gehstrecke habe sich kontinuierlich verlängert. Treppensteigen sei auch gut möglich gewesen, wobei die Schmerze
n
weniger ge
worden
seien
und die Schmerz
medikation habe reduziert werden können. Der Verlauf habe sich positiv gestaltet und die Beschwerdeführerin sei zunehmend belastbar und im Alltag selbständig geworden; lediglich im kognitiven Bereich hätten noch leichte Defi
zite vorgelegen. Entsprechend habe die Beschwerdefüh
rerin ein kognitives Trai
ning erhalten (S. 2).
4.4
Dr.
phil.
G._
,
zertifizierter Spezialist für Schlafmedizin, und
Dr.
med.
H._
, FMH Facharzt für Innere Medizin und speziell Lungenkrankheiten, vom Zentrum für Schlafmedizin der Klinik
I._
hielten in ihrem Bericht vom 2
8.
September 2015 (
Urk.
9/
M
30)
als Diagnosen ungünstige Schlafge
wohnheiten bei
mehrphasischem
Schlafmuster mit Bedarf an Tagesschlaf in
folge reduzierter Aktivität/Stimulation sowie einen Zustand nach schwerem Schädelhirntrauma fest (S. 1).
Sie
führten aus
, die Beschwerdeführerin
habe
keine Hinweise auf eine körperliche Ursache ihrer Durchschlafprobleme gelie
fert. Es würden keine An
halts
punkte für eine Atem- oder Bewegungsstörung bestehen und sie habe keine gesundheitlichen Beschwerden oder Schmerzen beklagt, die ihre regel
mässige Wach
phase in der Nacht erklären könnten. Eine erhöhte Einschlafnei
gung bei körperlicher Inaktivität in der zweiten Tages
hälfte, das frische Erwachen in der Nachtmitte nach kurzem Schlaf sowie das schnelle Anwachsen einer Schlaf
bereit
schaft während des Tages seien Symp
tome, die auf ein sogenanntes
mehrphasi
sches
Schlafmuster schliessen lassen würden. Ein
mehrphasisches
Schlafverhalten mit 1-2
Tagesnickerchen
werde in verschiedenen Kulturen ge
pflegt und ent
spreche einer Normvariante des menschlichen Schlaf-Wach-Rhythmus. Ein
mehr
phasisches
Schlafmuster komme bei Personen mit reduzierter Aktivität, in zuneh
mende
m
Alter, in we
nig stimulierenden Lebenssituationen und bei Anpassung an neue Gegeben
heiten verstärkt zum Ausdruck. Das bisherige Schlaf-Wach-Verhal
ten der Be
schwerdeführerin sei durch die Idealisierung eines
monophasischen
Schlaf
musters geprägt, denn sie habe versucht
,
die Wachzeiten in der Nachtmitte zu verdrängen und tagsüber Zeiten mit Schläfrigkeit durch Stimulation zu über
winden. Ein solches Bestreben sei bei
mehrphasischer
Schlaf
struk
tur als un
günstige Schlafhygiene zu betrachten, denn bei Durchführung von 1-2 kurzen Ruhepausen während des Tages seien die Schläfrigkeitssymptome ein
fach un
ter Kontrolle zu bringen. Bei Fehlen einer Entspannungs- oder Schlaf
pause während des Tages entstehe bei Personen dieses Schlaftyps zudem eine abend
liche Erschöpfung, die den Schlafprozess in der Nach beeinträchtige (S.
2
f.).
Zur Verbesserung seien der Beschwerdeführerin
(näher ausgeführte)
Verhal
tens
mass
nahmen empfohlen worden
(S.
3
).
4.5
Dr.
med.
C._
, Facharzt für Neurologie FMH,
beratender Arzt der Beschwerde
gegnerin,
hielt in seiner Stellungnahme vom
6.
Oktober 2016 (
Urk.
9/
M
37) fest, dass die Symptomatik der Beschwerdeführerin nicht erklärt werden könne. Die posttraumatischen strukturellen Schädigungen seien sehr diskret. Die Beschwer
deführerin habe nach dem Unfall im Umfang von 25
%
gearbeitet und arbeite zurzeit nicht mehr. Diese sekundäre Verschlechterung könne
er
aufgrund des Un
falls am
1.
August 2014 nicht erklär
en
. Es sei wahrscheinlich, dass hier psycho
gene Gründe mitspiel
t
en. Auch die Schlafproblematik dürf
t
e den Verlauf beein
flusst haben, obwohl die
se
per se nicht pathologisch sei
(S. 4).
4.6
Dr.
med.
J._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie FMH,
medizinischer Dienst der Beschwerdegegnerin,
gab in seiner Stellungnahme vom 1
2.
Dezember 2016 (
Urk.
9/
M
39) an,
dass bei der Beschwerdeführerin nach angemessener medizinischer Akutversorgung und Neurorehabilitation bei Austritt anfangs Oktober 2014 nur noch leichte bis mittelschwere neurokognitive Schwierigkeiten aufge
führt worden seien. Es sei eine ambulante neuropsychologische Diagnostik und Therapie erfolgt, wobei als Anfangsbefunde eine deutliche Minderung der
kon
zentrativen
B
elastbarkeit mit rascher Ermüdung, einem Abbau der Aufmerk
sam
keitskapazität, einer verminderten Gedächtnisleistung sowie redu
zier
te exe
ku
tive Funktionen aufgeführt worden seien. Schon Ende November 2014 habe aber eine deutliche Besserung dokumentiert werden können, wobei die Beschwer
deführerin selber keine kognitiven Defizite und auch eine deutlich verminderte Müdigkeit angegeben habe. Bei unauffälliger Aufmerksamkeit und unauffälliger Verhaltens
beobachtung sei die Fahreignung wiedergegeben gewe
sen.
Die zeit
nahe Doku
mentation nach dem Unfallereignis zeige
damit ein
en
insgesamt erfreuliche
n
Ver
lauf. In psychiatrischer Hinsicht seien keine psychopatho
lo
gi
schen Befunde mit Krankheitswert, keine Verhaltensveränderungen und keine Hinweise dokumen
tiert worden, welche auf eine posttraumatische reaktive Beeinträchtigung mit Krankheitswert hinweisen würden.
Es würden sich weder Hinweise auf eine durchgeführte konsiliarische Exploration finden noch auf das Vorliegen einer psychoorganischen Symptomatik im Rahmen der erlittenen Schädel-Hirn-Verlet
zung. Im September 2015 sei auf ein vollständiges unauf
fälliges neuropsycholo
gisches Profil hingewiesen worden und gleichzeitig sei das Vorliegen einer An
passungsstörung erwähnt worden.
D
ie Symptomatik
unter
schrei
te
jedoch die Schwelle einer Störung mit Krankheitswert (S.
5 f.
).
Es könne festgehalten werden, dass es nach einer anfänglichen Besserung der Müdigkeit nach dem Umzug nach
K._
im März 2015 wieder zu einer Zunahme der Müdigkeit und der Schlafstö
rungen gekommen sei, was belege, dass diese Schaf
problematik in Zusammen
hang mit unfallfremden Umständen gesetzt werde. Da ein solcher Verlauf einer erneuten Verschlechterung gegen eine unfallbedingte Störung spreche, da bei schon klar eingetretener Verbesserung im November mit einer weiteren Besserung habe gerechnet werden dürfen, da zudem weder von neurologischer Seite noch von schlafmedizinischer Seite auf eine somatisch struk
turelle Schädigung ver
wiesen werde, welche die Entstehung dieser Schlaf
stö
rung plausibel erklären könne
,
und
da
zudem auch von den behan
deln
den Psychologen diagnostisch auf eine nicht organische Insomnie hingewiesen wor
den sei, sei ein natürlicher Kau
salzusammenhang zwischen dem Unfall
ereig
nis und der derzeit ganz im Vorder
grund stehenden Symptomatik im Rahmen der Insomnie nicht ausgewiesen (S. 6 f.).
E
ine posttraumatische Belastungsstörung könne aus versicherungspsychiatrischer Sicht nicht mit dem Unfallereignis vom
1.
August 2014 begründet
w
erden. Sicher sei der erfolgte Unfall, in welchen die Beschwerdeführerin unvorbereitet geraten sei, eine plötzliche und äusserst unangenehme Erfahrung gewesen, doch habe ein solcher Unfall nicht dasjenige katastrophale Ausmass gehabt, wie es für die Diagnosestellung erforderlich sei. Auch das weitere Kardinalsymptom des wieder
holten Erlebens des Traumas aufgrund von sich unvermittelt aufdrängenden Nachhallerinnerungen sei nicht dokumentiert, sodass das Vorliegen einer Symp
tomatik, welches diese Diagnose begründen würde, klar verneint werden könne.
Es
habe kein psychiatrischer Erkrankungszustand mit Einschränkung der Arbeits
fähigkeit vorgefunden werden können, welcher in einem nachvollziehbaren na
türlichen Kausalzusammenhang mit dem Unfallereignis stehe (S. 7).
4.7
4.7
.1
D
ie zuständigen Fachärzte der Rehaklinik
B._
,
Dr.
med.
L._
, Facharzt für Neurologie, Psychiatrie und Psychotherapie,
Dr.
med.
M._
, Facharzt für Allge
mein- und Unfallchirurgie,
lic
. phil.
N._
, Fachpsychologe für Neuropsycholo
gie FSP und der Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie
O._
erstellten am
6.
Juni 2018 ein interdisziplinäres Gutachten (
Urk.
9/
M
43). In der neurologischen Beurteilung wurde zusammengefasst dargelegt, dass bei der Beschwerdeführerin
mit den vorliegenden objektivierbaren organischen Unfallfolgen keine Leistungs
minderungen auf körperlichem oder geistigem (intellektuellem) Gebiet begründet werden könnten, welche das Ausmass einer namhaften Einschränkung einer Ar
beitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit oder in angepassten Tätigkeiten an
nehmen würden. Unter Berücksichtigung der früheren und der aktuellen medizi
nischen Bildgebungen, der Elektroenzephalographie, der Laborbefunde und der neuropsychologischen Untersuchungsbefunde wäh
rend de
n
stationären Begut
achtungen
seien zusätzliche
,
wahrscheinlich krankheitsbedingte Gesundheitsbe
einträchtigungen aus neurologischer Sicht beschrieben. So sei aus neurologischer Sicht die auswärtige Diagnose eines (wahrscheinlich krankheitsbedingten) «
mehr
phasischen
Schafmusters» zu bestätigen. Dies könne, falls die Beschwerdeführerin die Empfehlungen zur Schlafhygiene nicht einhalte, zu einem oft nicht erholsa
men Schlaf führen
(S.
2
).
Auf orthopädisch-somatischem Fachgebiet würden zusammengefasst weder Be
schwerden noch Funktionseinschränkungen vorliegen. Somit gebe es auch keine funktionellen Einschränkungen der Leistungsfähigkeit. Die zuletzt ausgeführte Tätigkeit als selbständige Case Managerin/Schadensberaterin könne problemlos ganztägig ohne Einschränkungen weiterhin durchgeführt werden. Auch andere berufliche Tätigkeiten des allgemeinen Arbeitsmarktes seien ihr ganztägi
g
ohne Einschränkungen zumutbar. Eine Einschränkung der körperlichen Integrität ent
falle somit ebenfalls (S. 2).
Die Resultate und Beobachtungen in der standardisierten ergotherapeutischen Befunderhebung hätten sich an den drei Untersuchungstagen konsistent gezeigt. Die subjektiven Beschwerden (Müdigkeit und kognitive Minderleistungen) oder Min
derleistungen aufgrund einer «Blockade» hätten in den ergotherapeutischen Ab
klärungen nicht beobachtet werden können. Ausser einem verlangsamten Ar
beitstempo hätten auch keine der subjektiven Beschwerden beobachtet werden können. Zusätzlich sei eine leicht erschwerte Kommunikation aufgefallen. Bei leichten bis mittelschweren kognitiven Aufgaben habe über drei Stunden eine Leistungsfähigkeit festgestellt werden können und es könne von einer höheren verwertbaren Leistung
sfähigkeit
ausgegangen werden (S. 2 f.).
Aufgrund der von neuropsychologischer Seite durchgeführten Tests, mit zumeist unauffälligen Leistungen, könne keine erhebliche Einschränkung einer berufli
chen Funktionsfähigkeit abgeleitet werden. Es sei möglich, dass bei Tätigkeiten mit sehr hohen kognitiven Anforderungen an die sprachlichen Funktionen die Leistungsfähigkeit leicht eingeschränkt sein könn
t
e (S.
3
).
In den fachärztlich-psychiatrischen Explorationen hätten keine krankheitswerti
gen psychischen Störungen diagnostiziert werden können. Die Folgen des Schä
del-Hirn-Traumas hätten temporär zu schweren ausgeprägten kognitiven Defizi
ten im Rahmen eines sogenannten organischen Psychosyndroms gemäss ICD-10 F07.2 geführt.
Die kognitiven Defizite hätten seit März 2015 nicht mehr objekti
viert werden können, so dass diese psychiatrische Störung zum gegenwärtigen Zeitpunkt keine Rolle mehr spiele. Eine nach dem Unfall des Jahres 2014 be
schrie
be
ne
Anpassungsstörung bzw. in den Berichten dokumentierte posttrauma
tische Belastungsstörung oder depressive Störung habe zum Begutachtungszeit
punkt klinisch nicht (mehr) vorgelegen.
Auch wenn sie vorgelegen haben sollten, seien diese nicht dauerhaft gewesen und würden auch in der Wahrnehmung der Beschwerdeführerin keine Rolle spielen. Aufgrund der durchgeführten Laborana
lyse würden sich zumindest in den Wochen vor der Begutachtung im Dezember 2017 und aufgrund der anamnestischen Angaben zum Zeitpunkt der Abklärung im Zentrum für Schlafmedizin
I._
ein erhöhter Alkoholkonsum als Quelle bzw. Teilfaktor der beklagten Durchschlafstörungen neben einer ebenfalls mög
licherweise vorliegenden ineffektiven Schlafhygie
ne/Schlafwahrneh
mungs
stö
rung nicht ausschliessen lassen. Zusammenfassend sei auf dem Gebiet der Psy
chia
trie keine gravierende unfallkausale Gesundheits
störung und/oder psychische Beeinträchtigung mit Auswirkung auf die ange
stammte oder eine angepasste Tätigkeit festzustellen (S. 3).
Die Experten führten nach interdisziplinärer Besprechung schliesslich folgende Diagnosen auf (S. 3
f.
):
-
Velo-Unfall am
1.
August 2014 mit:
-
Dislozierter,
dorsolateraler
Rippenserien-Fraktur links
Costae
IV-X (ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit)
-
Ausgeprägtem
Hämatothorax
links (ohne Auswirkung auf die Arbeits
fähigkeit)
-
Hämatom/
Serom
des proximalen lateralen Oberschenkels links (ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit)
-
Schädel-Hirn-Trauma (ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit)
:
-
EDH
fronto
-temporal links;
Contre
-coup-Kontusionsblutung
tem
poro-polar
rechts;
fronto
-basale Hirnschädigungen;
Kalottenfraktur
parietal links; Schädelbasis-Fraktur links mit Einstrahlung in den Sinu
s
sphenoidalis
und den
Canalis
caroticus
links; Fraktur des Arcus
zygomaticus
links; RQW parietal links, Status nach passagerer
aphasischer
Störung; Status nach organischem Psychosyndrom nach Schädelhirntrauma (ICD-10: F07.2); einseitige Anosmie (ICD
10: R43.0); thorakale Sensibilitätsstörungen; jeweils ohne Krank
heitswert
-
Verdacht auf einmaligen epileptischen Anfall am
7.
August 2014; kein Hinweis auf Epilepsie-Leiden (ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähig
keit)
Es bestehe zudem keine neuropsychologische Störung bei diskreten Minderleis
tungen im Bereich der verbal phonematischen Wortflüssigkeit, bei subjektiven Angaben von Durchschlafstörungen und persistierender Tagesmüdigkeit bei Sta
tus nach erlittener traumatischer Hirnverletzung vom 1. August 2014 (ohne Aus
wirkung auf die Arbeitsfähigkeit).
Als unfallunabhängige Diagnosen wurden die Folgenden genannt (S. 4):
-
Insomnie (ICD-10: F51.0) mit ungünstigen Schlafgewohnheiten bei
mehr
phasischem
Schlafmuster, mit Bedarf an Tagesschlaf infolge reduzierter Aktivität/Stimulation (ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit)
-
Anamnestisch Status nach Anpassungsstörung (ICD-10: F43.2)
, DD: depressive Episode (ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit)
-
Anamnestisch Verdacht auf posttraumatische Belastungsstörung (ICD-10: F43.2)
-
Verdacht auf schädlichen Gebrauch von Alkohol ICD-10: F10.1, bei Hin
weisen für Alkoholüberkonsum in den letzten 2-3 Wochen vor der Begut
achtung (ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit)
-
Beginnende
Hallux
valgus
-Deformität rechts (ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit)
-
COPD Gold Stadium I, Risikoklasse A (ohne Auswirkung auf die Arbeits
fähigkeit)
-
Status nach Nikotin-Abusus (ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit)
-
Leichte Fehlsichtigkeit (ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit)
-
Bruxismus (Zähneknirschen) (ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit)
In Beantwortung der durch die Beschwerdegegnerin gestellten Fragen hielten die Gutachter ausserdem fest, dass nach gemeinsamer neuropsychologischer und neu
ro
logischer Einschätzung die am
1.
August 2014 erlittenen Verletzungen bzw. deren Folgen nicht mit Wahrscheinlichkeit geeignet seien, die angegebene Va
ri
an
te des Schlafmusters oder eine andere (subjektive) Schlafstörung zu verursa
chen
(S. 5 f.).
Die beschriebene Variante des Schlafverhaltens der Beschwerde
führerin sei nicht in eine
n
überwiegend wahrscheinlichen, natürlichen Kausalzu
sammenhang mit dem Unfall des Jahres 2014 zu stellen. Das Schlafverhalten der Beschwerdeführerin sei entweder ähnlich einer sogenannten «
Dekonditionierung
» zu werten oder unterliege einer nicht realistischen Wahrnehmung. Bei beiden Hintergründen sei durch eine Willensanstrengung der Beschwerdeführerin durch eine langfristige Verhaltensänderung und veränderte Selbstwahrnehmung bzw. Interpretation der subjektiv wahrgenommenen störenden Schlafunterbrüche ein Abklingen der subjektiven Schlafstörung zu erwarten.
Zudem könne eine Absti
nenz oder deutliche Reduktion des Alkoholkonsums zu einer verbesserten Schlaf
qualität führen (S. 6).
Es stelle den Konsens der Begutachtenden dar, dass weder eine teilweise noch eine hochgradige oder vollständige Arbeitsunfähigkeit mit Unfallfolgen begründet werden könne.
Es seien mit den nachweisbaren somati
schen und psychischen Unfallfolgen keine namhaften Beeinträchtigungen in der Ausübung der angestammten oder angepassten Tätigkeit begründbar. Es sei vor
stellbar, dass eine minimale Rest-Aphasie bei der Beschwerdeführerin eine Ar
beitstätigkeit (oder Umschulung) in einen sprachlich hoch anspruchsvollen Beruf beeinträchtigen würde. Das Ausmass einer Beeinträchtigung in diesen ausserge
wöhnlichen Arbeitstätigkeiten könne jedoch nur grob eingeschätzt werden und müsse als «leicht bis mittelgradig» geschätzt werden. Die Beschwerdeführerin habe in den neuropsychologischen Untersuchungen während der Begutachtung eine gute kognitive Leistungsfähigkeit gezeigt. Es sei somit keinerlei Minderung der Leistungsfähigkeit in der Arbeitstätigkeit zu begründen (S. 8).
Aus neurologi
scher und psychiatrischer Sicht könne rückblickend kein Zeitpunkt der Wieder
herstellung der Arbeitsfähigkeit festgelegt werden. Die beschriebene Arbeitsfähig
keit gelte mindestens sei
t
dem Begutachtungszeitpunkt. Aus orthopä
disch/unfall
chirurgischer Sicht sei von einer Arbeitsfähigkeit sechs Monate nach dem Unfall auszugehen (S. 9).
Hinsichtlich der ärztlichen Behandlung gaben sie an, dass die Beschwerdeführerin seit längerer Zeit keine Heilbehandlungen in Anspruch nehme. Nach ihrer Ein
schätzung seien Behandlungen weder in Bezug auf Unfallfolgen noch in Bezug auf relevante Erkrankungen medizinisch indiziert. Es sei keine ärztliche Behand
lung und keine Pflege zum Erhalt der uneingeschränkten Arbeitsfähigkeit erfor
derlich (S. 9).
Zur Frage nach einer dauernden erheblichen Schädigung der körperlichen Integ
rität hielten die Experten fest, dass insgesamt keine dauernde oder erhebliche Schädigung der körperlichen oder geistigen Integrität mit Unfallfolgen begründ
bar sei
(
S. 9).
4.7.2
In Beantwortung von Rückfragen seitens der Beschwerdegegnerin hielt
Neurologe und Psychiater
Dr.
L._
in seiner Stellungnahme vom
7.
Dezember
2018 (
Urk.
9/
M
45) fest, dass zunächst präzisiert werden müsse, dass die fachärztlichen Begutachter in Bezug auf das sprachliche Ausdrucksvermögen der Beschwerde
führerin keine «Rest-Aphasie» in einem Schweregrad von «leicht bis mittelschwer» beschrieben und/oder als dauerhafte Unfallfolge festgestellt hätten. Es sei in der fachärztlichen Zusammenfassung lediglich eine «minimale Rest-Aphasie» diag
nostiziert worden, welche keine Schätzung eines Integritä
tsschadens gerechtfer
tigt hätte (S. 1).
Während der ausführlichen neurologischen Anamnese, der psy
chiatrischen Exploration und der neuropsychologischen Befragung seien keine sprachlichen Einbussen deutlich aufgefallen. Nach gutachterlicher Einschätzung sei für die Tätigkeit
als «Case-Manager» (welche den Begutachtenden wegen häu
figer beruflicher Kontakte gut bekannt sei) keine ausgesprochen hohe Anforde
rung an eine dauerhafte exakte sprachliche Ausdrucksfähigkeit erforderlich, im Gegensatz zum Beruf Simultan-Dolmetscher oder Telefonist
(S. 2).
A
us
diesen Ausführungen sei deutlich abzuleiten, dass keine Leistungsminderung in der an
gestammten Tätigkeit als «Case-Managerin» mit nachweisbaren Unfallfolgen be
gründbar sei (S. 3).
4.8
Dr.
med.
C._
hielt in einer weiteren Stellungnahme vom 2
5.
April
2020 (Urk. 9/
M
48) fest, dass er das interdisziplinäre Gutachten der Rehaklinik
B._
für umfassend, begründet und nachvollziehbar halte. Er sehe nicht, wie eine Teil- oder gar vollständige Arbeitsunfähigkeit weiterhin unfallkausal gerechtfertigt werden soll. Er habe schon 2016 keineswegs ausgeschlossen, dass auch eine volle Arbeitsfähigkeit erreich
t
werden könne. Einen für die Bemessung der Integritäts
entschädigung erheblichen Integritätsschaden könne er nicht sehen. Die «mini
male Restaphasie» erlaube nicht die Festlegung eines erheblichen Integritätsscha
dens, ebenso wie die diskreten SWI-Läsionen. Die einseitige Anosmie könne nicht einfach als die Hälfte der totalen Anosmie bewertet werden. Bei einer Riechstö
rung (
Hirnnerv
I) müsse ein Tri
geminusreizstoff (
Hirnnerv
V) doch wahrgenom
men werden. Es sei anzunehmen, dass hier die Angaben der Beschwerdeführerin nicht zuverlässig seien. Olfaktorisch-evozierte Potentiale würden nicht vorliegen. Bei paarigen Sinnesorganen sei ein einseitiger Ausfall nicht mit einem hälftigen Sinnesausfall gleichzusetzen. So werde eine
traumakausale
Blindheit einseitig mit einem Integritätsschaden von 30
%
gleichgesetzt, bei beidseitiger Blindheit 100
%
. Ein voller Hörverlust einseitig werde mit einem Integritätsschaden von 15
%
gleichgesetzt, bei beidseitigem Hörverlust betrage dies 85
%
. Bei einem ein
seitigen Geruchssinnverlust sei der Geruchssinn auf der anderen Seite noch in
takt, weder Entsprechungen von Tiefenwahrnehmung noch Richtungshören seien beim Geruchssinn relevant. Der Integritätsschaden sei also - relativ gesehen - kleiner als beim einseitigen im Vergleich zum beidseitigen Hörverlust festzuset
zen. Ein beidseitiger Geruchssinnverlust werde mit
einem Integritätsschaden von
15
%
bewertet, ein einseitiger Geruchssinnverlust mit <17.6
%
von 15
%
also <2.6
%
, was wiederum unter der
Erheblichkeitsgrenze
liege (S. 9).
Zudem gab
Dr.
C._
an, die Beschwerdeführerin habe sich deutlich besser erholt, als sie dies subjektiv glaube und es bestehe eine erhebliche Diskrepanz zwischen der subjektiven Einschätzung und den objektivierbaren Befunden. Die minimale Restaphasie sei im Beruf als Case Managerin nicht relevant für die Festlegung der Arbeitsfähigkeit. In einem Call-Center oder in einer sprachbetonten Tätigkeit könne eine diskrete Einschränkung der Arbeitsfähigkeit gesehen werden (S. 10).
5.
5
.1
Vorwegzuschicken ist, dass es sich beim Gutachten der Rehaklinik
B._
vom
6.
Juni 2018 (E. 4.7.1 hiervor) um eine externe spezialärztliche Einschätzung han
delt. Rechtsprechungsgemäss ist der Expertise also volle Beweiskraft zuzuerken
nen, solange sie den allgemeinen Anforderungen an den Beweiswert ärztlicher Berichte genügt und nicht konkrete Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit sprechen (BGE 125 V 351, E. 3b/
bb
).
5.2
5.2
.1
Das interdisziplinäre Gutachten der Rehaklinik
B._
vom 6. Juni 2018 beruht auf den notwendigen internistischen, neurologischen, orthopädisch-somatischen, neuropsychologischen und psychiatrischen Untersuchungen und erweist sich so
mit für die streitigen Belange als umfassend. Die Gutachter setzten sich detailliert mit den
von der
Beschwerdeführer
in
geklagten Beschwerden auseinander (vgl. Urk.
9/
M
43 S. 9 [orthopädisch-unfallchirurgisches
Teilg
utachten], S. 24 ff. [neu
rologisches
Teilg
utachten], S. 34 ff. [psychiatrisches
Teilg
utachten], S. 5 [neu
ropsychologisches
Teilg
utachten]
), erstellten ihre Beurt
eilung in Kenntnis der we
sentli
chen
Vorakten
(vgl. Urk.
9/
M
43 jeweils S. 2 ff. der jeweiligen Teilgutachten
) und die daraus unter Nennung der medizinischen Zusammenhänge gezogenen Schlussfolgerungen leuchten ein. Namentlich legten sie dar, dass
aus orthopä
disch-somatischer Sicht weder Beschwerden noch Funktionseinschränkungen vorliegen und spätestens sechs Monate nach dem Unfall die Rippenserienfraktu
ren und die Folgen des
Lungen
-Eingriffes vollständig abgeheilt waren
, was sich auch mit dem ergotherapeutischen Assessment deckt, wobei keine
Einschränkung der
Leistungsfähigkeit festgestellt werden konnte (
Urk.
9/
M
43, or
thopädisch-
un
fallchirurgisches Teilg
utachten)
.
Auch der neurologische Teilgutachter,
Dr.
L._
,
beschrieb nachvollziehbar, dass unter Berücksichtigung der erhobe
nen
Befunde mit den Hirn
parenchym-Schädigungen als Folge des Unfalls vom August
2014 keine
höhergradigen
kognitiven Leistungsminderungen
und
keine erheblichen klinisch-neurologischen Ausfälle erklärbar sei
e
n. Die MR-Bildgebung des Gehirns vom Januar 2018 erkläre eine - ausschliesslich auf der rechten Seite- vorhandene Geruchs-Wahrnehmungsstörung, bei erhaltener Geruchs-Wahrneh
mung links. Als weitere Unfallfolge nannte er Schädigungen peripherer sensibler Nerven im Bereich des Thorax,
wobei er keine
Hinweis
e
für ein dort lokalisiertes neuro
pathisches Schmerz-Syndrom
erheben konnte
. Er beschrieb zudem
schlüs
sig
, dass
zwar
eine minimale Rest-Aphasie vorhanden ist, welche jedoch keine kognitiven Einbussen begründet. Auch die
subjektive Schlafstörung konnte we
der auf neuro
lo
gi
schem noch auf
pulmologischem
/
pneumologischen
Gebiet eine organische Begründung finden (
Urk.
9/
M
43 S. 35 ff., neurologisches Teilg
utach
ten).
Sodann zeigte der psychiatrische Gutachter
O._
unter Hinweis auf das neurologische und neuropsychologische Teilgutachten
auf, dass
die Untersu
chungsergebnisse die unfallbedingten hirnorganischen (eher minimen Rest-) Sub
stanzdefekte die geklagten S
chlafstörungen nicht erklär
en können und die be
klagten kognitiven Beeinträchtigungen und die angegebene Erschöpfung mit Müdigkeit sich nicht objektivieren lassen.
So führte er aus, dass die direkten Me
thoden zur Erfassung von Hirnläsionen (bildgebende Verfahren wie MRT) zwar noch (Rest-)Läsionen gezeigt hätten, diese aber als Quelle von Schlafstörungen anhand ihrer Ausprä
gung und Lokalisation unwahrscheinlich
seien
und
sich
auf
grund der neuropsy
chologischen Abklärungsergebnisse und der klinischen Be
obachtungen keine Hirnfunktionsbeeinträchtigungen (mehr)
objektivieren liessen
(
Urk.
9/M43 S.
45
,
psychiatrisches Teilgutachten).
Des Weiteren legte auch der neuropsy
chologische Gutachter schlüssig dar, dass bei der Beschwerdeführerin keine neuro
psycho
lo
gische Störung festgestellt werden konnte und aufgrund der durchge
führten Tests mit zumeist unauffälligen Leistungen keine erhebliche Ein
schrän
kung einer be
ruf
li
chen Funktionsfähigkeit abgeleitet werden kann (
Urk.
9/
M
43 S. 14 ff., neuropsychologisches Teilgutachten).
Die Gutachter ge
langten sodann zum aus
führlich begründeten und nachvollziehbaren Schluss, dass
mit Unfallfol
gen
we
der eine teilweise noch eine hochgradige oder vollstän
dige Arbeitsun
fähigkeit sowie mit
den
kognitiven Einbussen keine Minderung der Leis
tungs
fähigkeit
be
grün
det werden kann (
Urk.
9/
M
43 S. 8).
Das Gutachten ent
spricht damit den rechtsprechungsgemässen Anforderungen an eine beweiskräf
tige me
di
zinische Entscheidungsgrundlage (vgl. E.
2.6
hiervor)
.
5.2.2
Die Beschwerdeführerin moniert insbesondere die Kausalitätsbeurteilung hin
sichtlich der für sie im Vordergrund stehenden
Schlafstörung
. Die Beschwerde
führerin beanstandete diese g
utachterliche Schlussfolgerung
unter dem Hinweis auf eine zu Unrecht angenommene zeitliche Latenz sowie de
m
Umstand, dass der psychiatrische Gutachter einen Einfluss des hirnorganischen Psychosyndroms auf die Schlafstörungen nicht gänzlich ausschloss (
Urk.
1 S. 14 ff.). Hierzu ist festzu
halten, dass der Gutachter die Schlafstörung vorweg als unspezifisch bezeichnete und darauf hinwies, dass diese als Symptom bei nahezu sämtlichen psychischen Störungen oder isoliert ohne Kran
k
heitswert auftreten kann (
Urk.
9/M43 psychi
atrisches Teilgutachten S. 48 f.). Dass er eine Latenz von einem Jahr annahm (S.
59
Ziff.
5.2), obwohl die Schlafstörung schon früher beklagt wurde (
Urk.
9/M44 S. 3), ändert hieran nichts. Aus dem von der Beschwerdeführerin erwähnten (
Urk.
8/177 S. 2) Bericht von
lic
. phil.
P._
vom
Institut Q._
vom
8.
Oktober 2015 (
Urk.
9/M31) ist nicht ersichtlich, wann die Beschwerdeführerin zum ersten Mal über Schlafstörungen klagte (S. 6 unten: «Auch behindere Frau
X._
eine Durchschlafstörung, die sie regelmässig um 3.30 Uhr wach werden lasse»; dies bei ambulanter Therapie vom 2
0.
Oktober 2014 bis
1.
April 2015 ohne Hinweis auf ein konkretes Datum). Relevant ist vielmehr der Umstand, dass auch
lic
.
phil.
P._
im Zusammenhang mit dem Umzug von einer verstärkten Ermüdbarkeit be
richtete und die Schlussfolgerung der Gutachter, dass ein Zusammenhang zum Unfall damit als wenig wahrscheinlich erscheint, einleuchtet. Dass vom Gut
achter ein Zusammenhang zum hirn
organischen Psychosyndrom als möglich bezeichnet wurde, führt nicht zur überwiegend wahrscheinlichen Annahme einer Kausalität, zumal die
dagegen sprechenden
Gründe ausführlich beschrieben wurden.
5.
2.3
Zur einseitigen Geruchswahrnehmungsstörung (Anosmie) lässt sich dem neuro
logischen Teilgutachten entnehmen, dass es möglich sei, dass die rechtsseitige Anosmie eine Folge des Schädelhirntraumas darstellt. Die Beurteilung der MRT/MRI des Kopfes aus dem Jahr 2014 und der erneuten MR-Aufnahmen vom
4.
Januar 2018 zeigten rechtsseitig eine Schädigung des
Nervus
olfactorius
, was die rechtsseitige Geruchswahrnehmungsstörung erklärt. Dr.
L._
hält dazu aus
serdem fest, dass mangels linksseitiger Anosmie in Bezug auf das Geruchssystem keine Schätzung eines Integritätsschadens gerechtfertigt ist (S. 35 f., neurologi
sches Teilgutachten). Es ist nicht ersichtlich, inwiefern die einseitige Anosmie eine Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit haben soll, was im Übrigen von der Be
schwerdeführerin auch nicht substantiiert dargelegt wurde.
5.2.
4
In ihrer Beschwerde stellt sich die Beschwerdeführerin auf den Standpunkt, die jeweiligen Gutachter hätten die gestellten Fragen in ihren Teilgutachten nicht
beantwortet, wodurch sich ihre Meinungen nicht eruieren lassen würden (
Urk.
1 S. 17 f.).
Aus den jeweiligen Teilgutachten geht klar hervor, dass sich die Gut
achter mit den Ausführungen und Beschwerden der Beschwerdeführerin ausführ
lich auseinandergesetzt haben und jeweils eine entsprechende Beurteilung vor
genommen haben.
Weder im Au
ftrag an die Gutachter (
Urk.
8/129
) noch
gemäss Rechtsprechung wird vorausgesetzt, dass die gestellten Fragen auch in den ein
zelnen Teilgutachten beantwortet werden müss
en. Sowohl in der interdiszipli
n
ären Zusammenfassung und Fragebeantwortung als auch in den Teilgutachten ist die Beurteilung und medizinische Einschätzung der geklagten Beschwerden
durch die jeweiligen Experten
klar ersichtlich und
eruierbar
.
5.2.
5
Der weitere Vorwurf der Beschwerdeführerin, die Gutachter hätten sich nicht ge
nügend mit der Erhebung des Stellenprofils auseinandergesetzt, läuft ebenfalls ins Leere. Die Gutachter mussten explizit auf die Frage antworten, wieviel die maximale zumutbare tägliche und wöchentliche Arbeitszeit in der bisherigen Tä
tigkeit als selbständige Case Managerin und Unternehmensberaterin beträgt. Dazu wurde ihnen die entsprechende Stellenbeschreibung (vom 2
6.
Februar 2015) beigelegt (
Urk.
9/
M
43 S. 7). Die Gutachter kamen übereinstimmend zum Schluss, dass weder eine teilweise noch eine hochgradige oder vollständige Arbeitsunfä
higkeit mit Unfallfolgen begründet werden
konnte
. Es konnten mit den nachweis
baren somatischen und psychischen Unfallfolgen
sodann
keine namhaften Be
einträchtigungen in der Ausübung der angestammten oder in einer angepassten Tätigkeit begründet werden. In den neuropsychologischen Untersuchungen zeigte die Beschwerdeführerin eine gute Leistungsfähigkeit, womit kognitive Einbussen bei der Leistung ausgeschlossen werden konnten.
Sowohl in der neurologischen Anamnese
wie
der psychiatrischen Exploration als auch in der neurologischen Befragung
f
ielen keine sprachlichen Einbussen au
f
. Zur Konkretisierung der be
reits dargelegten Ansicht gab
Dr.
L._
in Beantwortung der Rückfragen explizit an, dass im Gutachten zwar die Rede von einer «minimalen Rest-Aphasie»
sei
, diese jedoch nur eine Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit hätte, wenn
die Be
schwerdeführerin
in einem sprachlich hoch anspruchsvollen Beruf mit dauerhaft exakter sprachlicher Ausdrucksfähigkeit tätig wäre. Dies sei bei der Tätigkeit als Case Managerin im Gegensatz zum Beruf eines Simultan-Dolmetscher
s
oder Telefonisten nicht der Fall (
Urk.
9/
M
45).
Dass bei der Tätigkeit als Case Managerin durchaus persönliche Gespräche und Abklärungen dazugehören, wurde nicht in Frage gestellt und lässt im Hinblick auf die möglicherweise vorhandene minimale Rest-Aphasie keine weitergehenden Einschränkungen begründen. Unter diesen Umständen ist nicht ersichtlich, inwiefern die Gutachter von einem falschen Stel
lenprofil ausgegangen wären.
5.2.
6
Soweit die Bes
chwerdeführerin geltend macht,
die Gutachter würden sich nicht
präzis
zum Grad der Arbeitsfähigkeit äussern (
Urk.
1 S.
21 ff.) kann ihr
ebenfalls
nicht gefolgt werden.
In Beantwortung
der Fragen 8.2-8.5 (
Urk.
9/
M
43 S.
7 f.) gaben die Gutachter unmissverständlich an, dass weder eine teilweise noch eine hochgradige oder vollständige Arbeits
un
fähigkeit vorliegt. Auch unter Fra
ge 9.3 und bei der Zusatzfrage 3
hielten die Experten fest, dass eine uneingeschränkte Arbeitsfähigkeit besteht, diese aus orthopädischer/unfallchirurgischer Sicht spä
testens 6 Monate nach dem Unfall bereits bestanden hat, in den anderen Diszi
plinen jedoch sicherlich ab dem Begutachtungszeitpunkt ebenfalls gegeben ist (S.
9).
Weitere Ausführungen zu einer nicht
gegebenen
Arbeitsunfähigkeit
sind
somit entbehrlich.
5.2.
7
Sodann
ist darauf hinzuweisen, dass
die beratenden Ärzte Dr. med.
D._
, Facharzt für Innere Medizin, Physikalische Medizin und Rehabilitation, sowie
Dr.
C._
ausführlich zum Gutachten und dessen Ergänzung Stellung nahmen und dieses als nachvollziehbar, medizinisch schlüssig und gut begründet bewer
teten (
Urk.
9/
M
44,
Urk.
9/
M4
7 und
Urk.
9/
M
48).
5.3
Es sind
insgesamt
keine Anhaltspunkte
ersichtlich, welche Zweifel
am Gutachten
und dessen Zuverlässigkeit
zu erwecken
vermögen.
Was die Beschwerdegegnerin dagegen vorbringt, vermag
die
Schlüssigkeit der gutachterlichen Einschätzungen
nicht
zu
erschüttern
.
Dem Gutachten k
ommt somit volle Beweiskraft zu.
Bei die
ser Aktenlage sind weitergehende medizinische Erhebungen nicht erforderlich (antizipierte Beweiswürdigung; BGE 136 I 229 E. 5.3 mit Hinweis), da hiervon keine neuen Erkenntnisse zu erwarten sind.
5.4
Gestützt darauf ist der medizinische Sachverhalt dahingehend erstellt, dass die objektivierbaren Unfallfolgen spätestens im Zeitpunkt der Begutachtung abge
heilt waren respektive keine
wesentlichen
funktionellen Auswirkungen mehr zeigten. Anzufügen bleibt, dass der Beweis des Wegfalls des natürlichen Kausal
zusammenhangs nicht durch den Nachweis unfallfremder Ursachen erbracht wer
den muss. Ebenso wenig geht es darum, vom Unfallversicherer den negativen Beweis zu verlangen, dass kein Gesundheitsschaden mehr vorliege oder die ver
sicherte Person nun bei voller Gesundheit sei. Entscheidend ist allein, ob unfall
bedingte Ursachen des Gesund
heitsschadens ihre kausale Bedeutung verloren haben, also dahingefallen sind (Urteil des Bundesgerichts 8C_160/2012 vom 13. Juni 2012 E. 2 mit weiteren Hinweisen), was nach dem Gesagten zu bejahen ist.
Beim Fehlen von Unfallfolgen im Zeitpunkt des Fallabschlusses resultiert selbst
redend kein Anspruch auf eine Rente der Invalidenversicherung (E.
1.6).
6.
6.1
6.1.1
Erleidet die versicherte Person durch den Unfall eine dauernde erhebliche Schä
digung der körperlichen, geistigen oder psychischen Integrität, so hat sie An
spruch auf eine angemessene Integritätsentschädigung (Art. 24 Abs. 1 UVG). Die Integritätsentschädigung wird in Form einer Kapitalleistung gewährt. Sie darf den am Unfalltag geltenden Höchstbetrag des versicherten Jahresverdienstes nicht übersteigen und wird entsprechend der Schwere des Integritätsschadens abgestuft (Art. 25 Abs. 1 UVG).
Nach Art. 25 Abs. 2 UVG regelt der Bundesrat die Bemessung der Entschädigung. Von dieser Befugnis hat er in Art. 36 UVV Gebrauch gemacht. Abs. 1 bestimmt, dass ein Integritätsschaden als dauernd gilt, wenn er voraussichtlich während des ganzen Lebens mindestens in gleichem Umfang besteht; er ist erheblich, wenn die körperliche, geistige oder psychische Integrität, unabhängig von der Erwerbs
fähigkeit, augenfällig oder stark beeinträchtigt wird. Gemäss Abs. 2 gelten für die Bemessung der Integritätsentschädigung die Richtlinien des Anhangs
3.
Fallen mehrere körperliche, geistige oder psychische Integritätsschäden aus einem oder mehreren Unfällen zusammen, so wird die Integritätsentschädigung nach der ge
samten Beeinträchtigung festgesetzt. Die Gesamtentschädigung darf den Höchst
betrag des versicherten Jahresverdienstes nicht übersteigen und bereits nach dem Gesetz bezogene Entschädigungen werden prozentual angerechnet (Abs. 3). Voraussehbare Verschlimmerungen des Integritätsschadens werden angemessen be
rücksichtigt. Revisionen sind nur im Ausnahmefall möglich, wenn die Ver
schlim
merung von grosser Tragweite ist und nicht voraussehbar war (Abs. 4).
6.1.2
Im Anhang 3 zur UVV hat der Bundesrat Richtlinien für die Bemessung der In
tegritätsschäden aufgestellt und in einer als gesetzmässig erkannten, nicht ab
schliessenden Skala (BGE 124 V 29 E. 1b mit Hinweisen) häufig vorkommende und typische Schäden prozentual gewichtet. Für die darin genannten Integritäts
schäden entspricht die Entschädigung im Regelfall dem angegebenen Prozentsatz des Höchstbetrages des versicherten Verdienstes (Ziff. 1 Abs. 1). Die Entschädi
gung für spezielle oder nicht aufgeführte Integritätsschäden wird nach dem Grad der Schwere vom Skalenwert abgeleitet (Ziff. 1 Abs. 2). Integritätsschäden, die gemäss der Skala 5 % nicht erreichen, geben keinen Anspruch auf Entschädigung (Ziff. 1 Abs. 3). Die völlige Gebrauchsunfähigkeit eines Organs wird dem Verlust gleichgestellt; bei teilweisem Verlust und teilweiser Gebrauchsunfähigkeit wird der Integritätsschaden entsprechend geringer, wobei die Entschädigung jedoch ganz entfällt, wenn der Integritätsschaden weniger als 5 % des Höchstbetrages des versicherten Verdienstes ergäbe (Ziff. 2).
6.1.3
Die Medizinische Abteilung der Suva hat in Weiterentwicklung der
bundesrätli
chen
Skala weitere Bemessungsgrundlagen in tabellarischer Form (sog. Feinras
ter) erarbeitet. Diese von der Verwaltung herausgegebenen Tabellen stellen zwar keine Rechtssätze dar und sind für das Gericht nicht verbindlich, umso weniger als Ziff. 1 Abs. 1 von Anhang 3 zur UVV bestimmt, der in der Skala angegebene Prozentsatz des Integritätsschadens gelte im Regelfall, welcher im Einzelfall Ab
weichungen nach unten wie nach oben ermöglicht. Soweit sie jedoch lediglich Richtwerte enthalten, mit denen die Gleichbehandlung aller Versicherten gewähr
leistet werden soll, sind sie mit dem Anhang 3 zur UVV vereinbar (BGE 124 V 29 E. 1c, 116 V 156 E. 3a).
6.2
Vorwegzuschicken ist, dass s
oweit die Beschwerdeführerin im Zusammenhang mit der Bemessung des Integritätsschadens auf ihre Schlafstörung sowie ihre
neu
ropsychologischen
Beschwerden verweist (Urk. 1 S. 22), diese mangels natürli
cher Kausa
lität zum Unfallereignis (E. 5.
2
.1-5.2.2
) bei der Bemessung eines In
tegritätsschadens nicht berücksichtigt werden können.
6.3
Dr.
C._
konnte in seiner nachvollziehbaren Stellungnahme vom 2
5.
April 2020 (Urk. 9/
M
48) keinen für die Bemessung der Integritätsentschädigung erheb
lichen Integritätsschaden feststellen. Weder die minimale Rest-Aphasie noch die diskreten SWI-Läsionen sind für eine Festsetzung eines Schadens zu berücksich
tigen. Hinsichtlich der einseitigen
Ansomnie
zeigte
Dr.
C._
schlüssig auf, dass bei paarigen Sinnesorganen ein einseitiger Ausfall nicht mit einem hälftigen Sin
nesausfall gleichzusetzen ist.
So nannte er das Beispiel des Hörverlustes, wo ein voller Hörverlust mit einem Integritätsschaden von 85
%
entschädigt wird und ein einseitiger mit 15
%
, was einem Prozentsatz von 17.6 % zu 100
%
von ein
seitig zu beidseitig entspricht.
Dabei verunmöglicht ein einseitiger Hörverlust auch das Richtungshören, was als zusätzliche Einschränkung gewertet werden kann.
Nach der Skala der Integritätsentschädigung von Anhang 3 UVV wird der Verlust des Geruchs- oder Geschmacksinns im Regelfall mit 15
%
bewertet. Dar
aus lässt sich jedoch nicht ableiten, dass der einseitige Verlust des Geruchsinns mit 7.5
%
zu bewerten wäre. Vielmehr ist in Anlehnung an die
Ausführungen von
Dr.
C._
davon auszugehen, dass von einem einseitigen Geruchssinnver
lust keine zusätzlichen Einschränkungen respektive Auswirkungen ausgehen und die Integritätsentschädigung im Sinne der Berechnung beim einseitige Hörverlust zu erfolgen hat. Bei 17.6
%
von 15
%
resultiert eine Integritätsentschädigung von 2.64
%
, S. 9)
.
Es liegt zudem keine medizinische Einschätzung vor, welche die Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der Feststellungen von Dr.
C._
in Zweifel zu ziehen vermöchte.
Anzumerken ist an dieser Stelle, dass auch der neurologische Gutachter
Dr.
L._
hinsichtlich der einseitigen Anosmie
von keine
m
entschä
digungspflichtigen
Integritäts
schaden
ausging (S. 36, neurologisches Teilgut
ach
ten).
Inwiefern die körperliche Integrität der Beschwerdeführerin anderweitig augenfällig oder stark beeinträchtigt sein soll (E. 1.6), ist nicht ersichtlich, wes
halb es an der Erheblichkeit jedenfalls fehlt.
6.4
Zusammenfass
end ist nicht zu beanstanden
, dass die Beschwerdegegnerin einen Anspruch auf eine Integritätsentschädigung verneinte. So rechtfertigen die minimale Rest-Aphasie oder die diskreten SWI-Läsionen keine Festlegung eines Integritätsschadens, der einseitige Geruchssinnverlustes kann mit 2.64
%
bewer
tet werden und es ist keine sonstige dauerhafte Schädigung der körperlichen In
tegrität auszumachen.
7.
Dies
e Erwägungen
führ
en
zur Abweisung der Beschwerde.