# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 0dd39055-0c1f-4170-8cc2-ec127ce5bf14
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2020
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
Der 1963 geborene
X._
war zuletzt vom 1. Januar
2013 bis 3
1.
März 2015 als Maurer bei der
Y._
an
gestellt. Am 3
1.
Januar 2015 meldete er sich bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an (
Urk.
6/3). Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, tätigte medizinische und erwerbliche Abklärungen
und stellte dem Versicherten mit Vorbescheid vom 26. Februar 2016 (Urk. 6/71) die Ablehnung des Leistungsbegehrens in Aussicht.
Auf Einwand vom
14. März (Urk. 6/78) mit ergänzender Begründung
vom 20. Mai 2016 (Urk.
6/
88)
hin
tätigte die IV-Stelle weitere medizinische Abklärungen und
zeigte dem Versicher
ten mit neuem Vor
bescheid vom 9. März 2017 (Urk. 6/111)
die
Zusprache
einer
vom
1. August 2015 bis 31. August 2016 befristete
n
ganze
n
Invalidenrente
an.
Dagegen
erhob
der Versicherte
am
27. April 2017
Einwand
(Urk. 6/115)
,
worauf
hin
die IV-Stelle
eine polydisziplinäre Begutachtung beim
Z._
veranlasste
(Expertise vom 14. Juni 2019; Urk. 6/150)
.
A
m 13. November 2019 (Urk. 2)
verfügte sie
im angekündigten Sinne.
2.
Dagegen erhob der Versicherte am
23. Dezember 2019 (Urk. 1)
Beschwerde und beantragte,
in teilweiser Aufhebung der Verfügung vom 13. November 2019 seien die gesetzlichen Leistungen zu erbringen und für die Zeit von August 2015 bis August 2016
sei
eine ganze Rente, für die Zeit ab September 2016 bis Juli 2017 eine halbe Rente sowie ab August 2017 wieder eine unbefristete ganze Rente zuzusprechen; alles unter
Kosten- und Entschädigungsfolge
n (zuzüglich 7.7 % Mehrwertsteuer) zulasten der Beschwerdegegnerin (S. 2).
Die IV-Stelle schloss am 4. Februar 2020 (Urk. 5) auf Abweisung der Beschwerde, was dem Beschwerdeführer mit Verfügung vom 6.
Februar 2020
(
Urk.
7)
zur Kenntnis gebracht wurde.
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des
Bundesgesetz
es
über den All
gemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts
[ATSG]
). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesund
heit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbs
unfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Die Annahme eines psychischen Gesundheitsschadens im Sinne von Art. 4 Abs. 1
des
Bundesgesetz
es
über die Invalidenversicherung (IVG)
sowie Art. 3 Abs. 1 und Art. 6 ATSG setzt eine psychiatrische, lege
artis
auf die Vorgaben eines aner
kannten Klassifikationssystems abgestützte Diagnose voraus (vgl. BGE 145 V 215 E. 5.1, 143 V 409 E. 4.5.2, 141 V 281 E. 2.1, 130 V 396 E. 5.3 und E. 6). Eine fachärztlich einwandfrei festgestellte psychische Krankheit ist jedoch nicht ohne weiteres gleichbedeutend mit dem Vorliegen einer Invalidität. In jedem Einzelfall muss eine Beeinträchtigung der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit unabhängig von der Diagnose und grundsätzlich unbesehen der Ätiologie ausgewiesen und in ihrem Ausmass bestimmt sein. Entscheidend ist die nach einem weitgehend ob
jektivierten Massstab zu beurteilende Frage, ob es der versicherten Person zu
mut
bar ist, eine Arbeitsleistung zu erbringen (BGE 145 V 215 E. 5.3.2, 143 V 409 E. 4.2.1, 141 V 281 E. 3.7, 139 V 547 E. 5.2, 127 V 294 E. 4c; vgl. Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.3
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen
wieder
herstellen
, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und
bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin erwog in
der
angefochtenen Verfügung vom 13. November 2019 (Urk. 2) in der Hauptsache,
aus medizinischer Sicht sei dem Beschwerdeführer ab 25. August 2015 keine Tätigkeit mehr zumutbar gewesen. Somit entstehe eine Erwerbseinbusse von 100 %.
Diese 100 % entsprächen dem Invaliditätsgrad und ergäben den Anspruch auf eine ganze Rente.
Erfreulicher
weise habe sich die gesundheitliche Situation des Beschwerdeführers ab dem 1. Juni 2016 erheblich verbessert. Es sei davon auszugehen, dass er seine bisherige Tätigkeit als Maurer (Hilfsarbeiter) nicht mehr ausführen könne. Eine angepasste Tätigkeit sei ihm jedoch zu 100 % zumutbar
(S.
2
)
.
Basierend auf einem Einkommensvergleich ergebe sich eine Erwerbseinbusse 10 % und somit kein Anspruch mehr auf eine Rente
(S. 3)
.
Auf den Einwand vom 27. April 2017 hin
ergänzte die
Beschwerdegegnerin
, die psychische Problematik sei auf psychosoziale Faktoren zurückzuführen. Solche Faktoren müssten bei der Leistungsabklärung abgegrenzt werden. Bezüglich der neurologischen Beurteilung könne der IV-Grad mit einem Prozentvergleich berechnet werden. Folglich liege dieser bei 30 %. Ein leidensbedingter Abzug werde aufgrund der bereits berücksichtigten Leistungseinschränkung nicht gewährt. Der IV-Grad liege ab Juni 2016, beziehungsweise nach der drei
monatigen Wartezeit (per September 2016), unter 40 % (S. 3).
Schliesslich hielt die
Beschwerdegegnerin
unter Hinweis auf die bundes
gerichtliche Rechtsprechung mit Beschwerdeantwort vom 4. Februar 2020 (Urk. 5) fest, dass Anpassungsstörungen definitionsgemäss lediglich ein vorüber
gehendes
L
eiden darstellten. Es sei d
aher nicht zu beanstanden, dass
von keinem invalidisierenden psychischen Leiden ausgegangen
werde
. Definitionsgemäss handle es sich im Weiteren um ein reaktives Geschehen und nicht um einen verselbständigten Gesundheitsschaden.
2.2
Dagegen wendet der Beschwerdeführer (Urk. 1) im Wesentlichen ein,
das
Z._
-Gutachten erfülle die Anforderungen des Bundesgerichts hinsichtlich des Beweis
wertes eines Gutachtens vollumfänglich. Dem Gesagten zufolge könne uneingeschränkt auf die Schlussfolgerungen der
Z._
-Gutachter abgestützt werden (S. 7).
Entgegen der Auffassung des Arztes des Regional
en
Ärztlichen Dienstes
(RAD)
der Beschwerdegegnerin
Dr.
med.
A._
,
Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie
, und damit auch der in der
angefochtenen Verfügung der
Beschwerdegegnerin
gemachten Ausführungen sei
en
von den
Z._
-Gutachtern keine invaliditätsfremden Faktoren berücksichtigt worden. Entsprechend falsc
h sei die Feststellung in der angefochtenen Verfügung, dass die aus psychiatrischer Sicht attestierte Arbeitsunfähigkeit psychosozial bedingt
sei
(S. 8). Hinsichtlich der Bestimmung des Invaliditäts
grades sei im vorliegenden Fall ein Prozentvergleich vorzunehmen und ein leidensbedingter Abzug im höchstmöglichen Umfang von 25 % zu gewähren (S. 9).
Unter Verweis auf die Eingabe vom 4. September 2019 sei sodann darauf hinzuweisen, dass bei dem von den
Z._
-Gutachtern beschriebenen, aufgrund der somatischen und psychiatrischen Beschwerden sehr eingeschränkten Belastungs
profil kein ausgeglichener Arbeitsmarkt mehr vorliege beziehungsweise die theoretische Restarbeitsfähigkeit im Umfang von vier Stunden täglich mit einer langen Pause nicht mehr verwertbar sei. Somit wäre selbst dann ab Januar 2019 eine unbefristete ganze Invalidenrente zuzusprechen, wenn kein leidensbedingter Abzug gewährt werden würde (S. 9 f.).
3.
Der angefochtenen Verfügung vom 13. November 2019 lag vornehmlich folgende medizinische Aktenlage zugrunde:
3.1
3.1.1
Die
für das rheumatologische
Gutachten
des
B._
vom 9. Juni 2016 (Urk. 6/100) zuhanden des Vertrauensarztes des
beschwerdeführerischen
Kranken
versicherers
verantwortlich zeichnenden Ärzte diagnostizierten
mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (S.
14):
-
Lumbospondylogenes
Schmerzsyndrom links mit/bei:
-
Mikrodiskektomie Lendenwirbelkörper (LWK) 4/5 Oktober 2014 bei Diskushernie LWK 4/5 links
-
Rezidivhernienoperation
LWK 4/5 links August 2015
-
Magnetresonanztomographie Lendenwirbelsäule Januar 2016: Bildung von Narbengewebe im Operationsgebiet, narbig umgebene Wurzel L5 links, keine eindeutige Nervenwurzelkompression jedoch enge
neuroforaminale
Verhältnisse
-
Dekonditionierung
,
myofasziale
Schmerzkomponente und periphere Schmerzsensibilisierung
Ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit diagnostizierten sie (S. 14):
-
Diabetes mellitus Typ 2, unter oralen Antidiabetika
-
Arterielle Hypertonie, medikamentös behandelt
-
Adipositas
3.1.2
Sie konstatierten, in der aktuellen Untersuchung fänden sich Hinweise auf eine periphere Schmerzsensibilisierung bei auffälligem Schmerzverhalten mit zum Teil vegetativer Begleitsymptomatik. Eindeutige Hinweise auf eine Neurokompression könnten in den Nervendehn
tests nicht nachgewiesen werden
, die senso
motorische Prüfung sei unauffällig. Die Reproduzierbarkeit einiger Untersuchungen
sei nicht gegeben, die Untersuchungsbefunde der ärztlichen Untersuchung deckten sich ziemlich genau mit den Befunden der Evaluation der funktionellen Leistungsfähigkeit (EFL) vom 10./11. Mai 201
6.
Der
Beschwerde
führer
sei infolge der länger dauernden Immobilisation muskulär
dekonditioniert
, eine physiotherapeutische Mobilisation und eine ambulante
musk
ul
oskelettale
Rehabilitation wären sicherlich indiziert.
3.1.3
Die Experten attestierten dem
Beschwerdeführer
eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit bezüglich schwerer körperlicher Arbeit, er sei als Bauarbeiter (Maurer, Platten
leger, Allrounder auf der Baustelle) ungeeignet. Für eine leichte bis mittelschwere, wechselbelastende Tätigkeit sei der
Beschwerdeführer
100 % arbeitsfähig (S. 13).
3.2
3.2.1
Im
polydisziplinäre
n
(allgemein-internistisch, psychiatrisch, neurologisch, wirbelsäulenchirurgisch)
Gutachten
der
Z._
vom
14. Juni 20
19
(Urk. 6/150) stellten
die Fachgutachter
aus interdisziplinärer Sicht folgende
Hauptd
iagnosen mit Auswi
rkung auf die Arbeitsfähigkeit
(Urk. 6/150/1-11
S. 5):
-
Längere d
epressive Reaktion (ICD-10 F43.2
1)
-
Chronisches
l
umbospondylogenes
Schmerzsyndrom mit
radikulärer
und
pseudoradikulärer
Ausstrahlung L5 links, ES
(richtig wohl: ED = Erst
diagnose)
August
2014
-
Metabolisches Syndrom
Als ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit diagnostizierten sie
zur Hauptsache
(S. 6):
-
Verdacht auf REM-Schlaf-Verhaltensstörung, ES
(richtig: ED)
circa 2017
-
Status nach
Vari
cocelenoperation
2018
3.2
.2
Die
chronischen lumbalen Schmerzen
seien
auf ein
lumbospondylogenes
Sch
merzsyndrom mit pseudo- und
radikulärer
Ausstrahlung
L5 links zurück
zuführen
. Die diesbezüglich angegebenen Beschwerden des
Beschwerdeführer
s
hätten
sich in der klinischen Untersuchung im Sinne eines pseudopositiven
Lasègue
-Tests links reproduzieren lassen. Die subjektive Angabe einer Schwäche des linken Beines sei nach Einschätzung des
Beschwerdeführer
s und unter Berücksichtigung der klinischen Untersuchung mit schmerzbedingter
Giving
-
way
-Symptomatik und seitengleich erhaltenen Reflexen als schmerzbedingt im
Rahmen der
Lumboischialgien
anzusehen. Dies verhalte sich auch kongruent zur elektrophysiologischen Untersuchung vom November 201
6.
Auch bild
morphologisch fänden sich diesbezüglich im letzten MRT der Lendenwirbelsäule vom 13. Juni 2018 keine Hinweise auf eine
Stenosierung
oder Tangierung der Nervenwurzeln. Die Ätiologie der vom
Beschwerdeführer
beschriebenen diskreten
Hyp
- und Kribbelparästhesien seien auch unter Berücksichtigung der verlängerten
Tibialis
-SEPs (
November 2016
C._
, Zürich) am ehesten im Rahmen eines leichten,
residuellen
sensiblen Defizits nach
Bandscheibenprotrusion
L5 links mit zweimaliger Operation zu sehen (S. 3 f.).
Diese körperlichen Beschwerden und deren Konsequenzen seien primäre und aus
schlaggebende Faktoren zur Entwicklung der
psychiatrischerseits
diagnostizierten längeren depressiven Reaktion, wobei es sich aktuell nicht mehr um eine mittelschwere bis schwere depressive Episode wie noch zwischen August 2017 und August 2018 handle, sondern
n
och um eine depressive Anpassungs
störung. Dazu passe die Aussage des
Beschwerdeführer
s, dass er mit der Ein
nahme des
Psychopharmak
a
s
(
Escitalopram
10 mg) eine deutliche Verbesserung hinsichtlich Stimmung, formale
m
Denken und Affektko
ntrolle empfinde, Suizidgedanken seien verschwunden und auch der Lebensüberdruss und Todes
wünsche seien gewichen, dies seit Einsatz dieses Medikaments im Januar 201
9.
Wie im psychiatrischen Fachgutachten ausführlich begründet
,
fänden sich keine Anhaltspunkte für eine somatoforme Schmerzstörung oder eine chronische Schmerzstörung mit somatische
n
und psychischen Faktoren
(S. 5).
Aus internistischer Sicht bestehe ein metabolisches Syndrom mit einer qualitativen Einschränkung der Arbeitsfähigkeit. Der Diabetes sei bei einem HbA1c von 7.4 % recht gut eingestellt, wohingegen in der Untersuchungs
situation ein doch deutlich erhöhter Blutdruckwert
habe gemessen werden könn
e
n
(S. 5).
3.
2.
3
Zu den funktionellen Auswirkungen führten sie aus, aufgrund des chronischen
spondylogenen
Schmerzsyndroms mit
pseudoradikulärer
und
radikulärer
Aus
strahlung L5 links mit damit einhergehender
Schmerzexazerbation
bei Bewegung, insbes
ondere
des Rumpfes und der Wirbelsäule sowie Heben von Gewichten, und schmerzbedingt fehlender Möglichkeit einer vollen Kraftentfaltung im Bereich des linken Beines, bestünden deutliche Einschränkungen in der körperlichen Belast
barkeit, vor allem in einer körperlich anstrengenden Tätigkeit.
Aufgrund der längeren depressiven Reaktion bestehe eine schwere schmerz
bedingte Einschränkung der Flexibilität, der Umstellungsfähigkeit sowie der
Durchhaltefähigkeit. Auch die Selbstbehauptungsfähigkeit und die Kontakt
fähigkeit zu Dritten sei
en
aufgrund des geringen Selbstwertgefühls eingeschränkt. Zudem sei
en
die Gruppenfähigkeit sowie die Fähigkeit, ausserhalb beruflicher oder sozialer Pflichten Spontanverhalten zu initiieren, Freizeitaktivitäten wahr
zunehmen und in seinem Alltag zu integrieren, beeinträchtigt
(S. 6)
.
3.
2.
4
Hinsichtlich der Arbeitsfähigkeit schlossen sie, für seine bisherige körperlich schwere Tätigkeit als Bauarbeiter sei der
Beschwerdeführer
aufgrund nach wie vor vorhandene
r
lumbaler Beschwerden nach zweimaliger Bandscheiben
operation
seit der Aufgabe seiner Tätigkeit am 25. August 2014 bleibend nicht mehr
arbeitsfähig.
Aus
muskuloskelettaler
Sicht sollte es sich um eine körperlich leichte, wechsel
belastende Tätigkeit mit regelmässigen Pausen ohne erforderliches Heben/Tragen über 4-5 kg, übermässiges Bewegen des Rumpfes und der Wirbelsäule und ohne lange Gehstrecken, ohne Über-Kopf-Arbeiten, ohne Arbeiten
in
kniender oder bückender Position handeln. Aus psychiatrischer Sicht sollte es sich um Arbeit handeln, welche stressarm sein sollte und wegen der verminderten Durchhalte
fähigkeit
sollten regelmässig
längere Pausen eingelegt werden.
Wegen des Diabetes bestehe eine qualitative Einschränkung der Arbeitsfähigkeit,
insoweit
Tätigkeiten mit Absturzgefahr (Leitern, Arbeiten auf Dächern) sowie Arbeiten mit möglicher Fremdgefährdung (Carchauffeur, Lastwagenfahrer) wegen der Gefahr von Synkopen bei Hypoglykämien nicht geeignet seien.
Eine solche wie oben beschriebene Tätigkeit könne der
Beschwerdeführer
aus gesamt
medizinischer Sicht in einem Pensum von vier Stunden pro Tag mit einer längeren Pause ausführen. Dies
e
Beurteilung gelte seit Januar 2019, als sich die psychische Situation durch die Änderung der medikamentösen psychiatrischen Therapie verbessert habe (S. 7).
In einer Verweistätigkeit bestünden
respektive hätten
gemäss Akten und Anamnese folgende Arbeitsfähigkeiten
bestanden
:
Von August 2014 bis zum Februar 2016 dürfte eine volle Arbeitsunfähigkeit bestanden haben; begründet sei dies durch die Rückenbeschwerden mit den beiden Diskushernien-Operationen im Oktober 2014 und August 2015 und den darauffol
genden jeweils mindestens sechs
monatigen Rehabilitationsphasen. Vom März 2016 bis zum August 2017 dürfte danach eine volle Arbeitsfähigkeit mit 30 % Leistungseinbusse für eine leichte körp
erliche Arbeit wie oben beschrie
ben bestanden haben; zu dieser Zeit hätten noch keine psychischen Symptome bestanden. Vom August
2017 bis zum Januar 2019 sei der
Beschwerdeführer
aus psychischen Gründen (mittelschwere bis schwere depressive Episode) nicht
arbeitsfähig gewesen. Aufgrund des verbesserten psychischen Zustandes nach Änderung der psychopharmakologischen Therapie bestehe sei
t
Januar 2019 nun die aufgeführte Arbeitsfähigkeit von vier Stunden täglich in einer beschriebenen optimal angepassten Tätigkeit (S. 8)
.
3.
2.
5
Führend für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit sei die längere depressive Reaktion, also die psychische Störung, welche die Einschränkung auf vier Stunden täglich begründe. Die höhere Arbeitsfähigkeit aus somatischer Sicht (100 % mit Leistungseinschränkung von 30 %) könne aktuell wegen der depressiven Reaktion nicht verwertet werden. Falls allerding
s
die Schmerzen deutlich besser würden, könne sich die psyc
h
ische Funktionseinschränkung auch wieder bessern (S. 8).
4.
4.1
Mit Blick
auf die vorliegende Aktenlage ist unbestritten, dass
beim
Beschwerde
führer infolge des somatischen Geschehens
mindestens
eine Leistungsfähigkeit
von
70 %
bei vollzeitiger Anwes
enheit in einer angepassten – das heisst
eine
r
körperlich leichte
n
, wechselbelastende
n
Tätigkeit mit regelmässigen Pausen ohne erforderliches Heben/Tragen über 4-5 kg, übermässiges Bewegen des Rumpfes und der Wirbelsäule und ohne lange Gehstrecken, ohne Über-Kopf-Arbeiten, ohne Arbeiten
in
kniender oder bückender Position
– Tätigkeit
besteht, während
er
in seiner bisherigen Tätigkeit als Bauarbeiter nicht mehr arbe
itsfähig ist
, wobei bedingt durch notwendige Rückenoperationen
sowie anschliessende Rehabilitations
phasen mindestens von August 2014 bis Februar 2016 eine voll
ständige Arbeitsunfähigkeit
für jegliche
Tätigkeit bestand
(vgl. Urk. 1 S.
7, Urk. 2 S. 6, Urk. 6/156 S. 6 ff.).
4.2
4.2
.1
Uneinigkeit besteht
hingegen
bei der Beurteilung der Arbeitsfähigkeit des
Beschwerde
führer
s in psychiatrischer Hinsicht.
So verneinte
die
Beschwerde
gegnerin
die gutachterlich postulierte verbleibende Leistungsfähigkeit des Beschwerdeführers von vier Stunden täglich in einer optimal angepassten Tätig
keit mit der Begründung, einerseits sei die psychische Problematik
auf psycho
soziale Faktoren zurückzuführen, andererseits handle es sich bei Anpassungs
störungen definitionsgemäss lediglich um ein vorübergehendes und reaktives Geschehen und nicht um einen verselbständigten Gesundheitsschaden (E. 2.1).
Rechtsprechungsgemäss liegt es nicht allein
in der Zuständigkeit der mit dem konkreten Einzelfall (gutachterlich) befassten Arztpersonen
,
abschliessend und
für die rechtsanwendende Stelle
(Verwaltung, Gericht) verbindlich über die Beeinträchtigung der Arbeitsfähig
zufolge eines medizinisch festgestellten Leidens zu entscheiden (vgl. dazu etwa Urteil des Bundesgericht 9C_505/2018 vom 17. Oktober 2018 E. 5.1).
4.2.
2
Mit BGE 143 V 418 entschied das Bundesgericht, dass grundsätzlich sämtliche psychischen Erkrankungen für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit einem strukturierten Beweisverfahren nach BGE 141 V 281 zu unterziehen sind (E. 6 und
7, Änderung der Rechtsprechung). Dies gilt gemäss BGE 143 V 409 speziell auch mit Bezug auf leichte bis mittelschwere Depressionen, wobei
eben diesem
Entscheid gleichermassen eine längere depressive Reaktion (ICD-10 F43.21)
zu
grunde lag
.
Dass insbesondere auch bei der Diagnose Anpassungsstörung mit längerer depressiver Reaktion (ICD-10 F43.21) nicht von vornherein eine arbeits
fähigkeitseinschränkende Wirkung ausgeschlossen werden kann, ergibt sich auch aus dem Urteil des Bundesgerichts 8C_551/2015 vom 1
7.
März 2016 (E. 5). Darin hat das Bundesgericht erwogen, dass unter F43.2 Störungen erfasst werden, deren Symptome meist nicht länger als sechs Monate anhalten, es sich bei den längeren depressiven Reaktionen (F43.21) jedoch anders verhält.
4.2.
3
Das strukturierte Beweisverfahren definiert systematisierte Indikatoren, die es
–
unter Berücksichtigung leistungshindernder äusserer Belastungsfaktoren einer
seits und von Kompensationspotentialen (Ressourcen) andererseits
–
erlauben, das tatsächlich erreichbare Leistungsvermögen einzuschätzen (BGE 141 V 281 E. 2, E. 3.4-3.6 und 4.1; vgl. statt vieler: Urteil des Bundesgerichts 9C_590/2017 vom 15.
Februar 2018 E. 5.1). Die Anerkennung eines rentenbegründenden Invaliditätsgrades ist nur zulässig, wenn die funktionellen Auswirkungen der medizinisch festgestellten gesundheitlichen Anspruchsgrundlage im Einzelfall anhand der Standardindikatoren schlüssig und widerspruchsfrei mit (zumindest) überwiegender Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sind. Fehlt es an diesem Nach
weis, hat die materiell beweisbelastete versicherte Person die Folgen der Beweis
losigkeit zu tragen (BGE 141 V 281 E. 6; vgl. BGE 144 V 50 E. 4.3).
4.2.
4
Die für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit bei psychischen Erkrankungen im Regelfall beachtlichen Standardindikatoren (BGE 143 V 418, 143 V 409, 141 V 281) hat das Bundesgericht wie folgt systematisiert (BGE 141 V 281 E. 4.3.1):
-
Kategorie «funktioneller Schweregrad» (E. 4.3)
-
Komplex «Gesundheitsschädigung» (E. 4.3.1)
-
Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde (E. 4.3.1.1)
-
Behandlungs- und Eingliederungserfolg oder -resistenz (E. 4.3.1.2)
-
Komorbiditäten (E. 4.3.1.3)
-
Komplex «Persönlichkeit» (Persönlichkeitsdiagnostik, persönliche Res
sourcen, E. 4.3.2)
-
Komplex «Sozialer Kontext» (E. 4.3.3)
-
Kategorie «Konsistenz» (Gesichtspunkte des Verhaltens, E. 4.4)
-
gleichmässige Einschränkung des
Aktivitätenniveaus
in allen vergleich
baren Lebensbereichen (E. 4.4.1)
-
behandlungs- und eingliederungsanamnestisch ausgewiesener Leidens
druck (E. 4.4.2)
Beweisrechtlich entscheidend ist der verhaltensbezogene Aspekt der Konsistenz (BGE 141 V 281 E. 4.4; vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_604/2017 vom 1
5.
März 2018 E. 7.4).
4.2.
5
Es genügt demnach nicht,
dass der medizinisch-psychiatrische Sachverständige vom diagnostizierten depressiven Geschehen direkt auf eine Arbeitsunfähigkeit, welchen Grades auch immer, schliesst; vielmehr hat er darzutun,
inwiefern und inwieweit wegen der von ihm erhobenen Befunde die beruflich-erwerbliche Arbeits
fähigkeit eingeschränkt ist, und zwar - zu Vergleichs-, Plausibilisierungs- und Kontrollzwecken - unter Miteinbezug der sonstigen persönlichen, familiären und sozialen Aktivitäten der rentenansprechenden Person.
Im Sinne des Aus
geführten ist nachfolgend zu beurteilen
, ob der Experte dieser Aufgabe unter Berücksichtigung der genannten Standardindikatoren überzeugend nach
gekommen ist
und ob aufgrund
der diagnostizierten längeren depressiven Reaktion (ICD-10 F43.21) eine Arbeitsunfähigkeit im gutachterlich attestierten Ausmass nachvollziehbar erscheint (
vgl. BGE 145 V 361 E. 4.3
).
4.2.
6
Zum Komplex Gesundheitsschädigung ist in Bezug auf den Indikator Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde festzuhalten, dass
die
psychiatrische Fach
gutachter
in
bei der Diagnose einer
längeren depressiven Reaktion (ICD-10 F43.21) abgesehen von einer extremen Einschränkung der Merkfähigkeit nur leichte Defizite ersah.
Namentlich
ist der Antrieb nicht wesentlich vermindert,
Konzentration und Aufmerksamkeit sind erhalten
. Das Gedächtnis ist hinsichtlich biographischer Ereignisse nicht grob gestört und psychomotorisch ist der Beschwerdeführer nur hinsichtlich seiner durchgehenden körperlichen Schon
haltung auffällig. Schliesslich bestehen gemäss Eigenangaben Ein- und Durch
schlafstörungen (Urk. 6/150/24-42 S. 10 f.). Ebenso kann dem Mini-ICF
Rating entnommen werden, dass psychisch bedingt die Flexibilität und Umstellungs
fä
higkeit schwer sowie die Selbstbehauptungsfähigkeit, die Kontaktfähigkeit und die Gruppenfähigkeit durch ein geringes Selbstwertgefühl leicht bis mittelmässig beeinträchtigt sind. Weiter
e
funktionelle Einschränkungen sind ausschliesslich auf die empfundenen Schmerzen zurückzuführen (S. 12 f.). Dagegen ist an dieser
Stelle auch den psychosozialen und soziokulturellen Belastungsfaktoren (schwierige soziale Situation der Familie, Arb
eitslosigkeit
, finanzielle Situation
) Rechnung zu tragen.
Diese unterhalten das Krankheitsempfinden des Be
schwer
deführers in ausgeprägter Weise, ist doch sein geringes Selbstwertgefühl massgeblich auf seine Arbeitslosigkeit, und auf die hierdurch empfundene Un
fähig
keit zum Familienunterhalt beizutragen, zurückzuführen.
Die begut
achtende Psychiaterin hielt denn auch fest, es sei mit einer Auflösung der Anpassungsstörung zu rechnen, wenn der Versicherte wieder in der Lage sei, zum Lebensunterhalt der Familie beizutragen (S. 39).
Demnach erweist sich der Indikator der diagnoserelevanten Befunde in Bezug auf den funktionellen Schwere
grad
in ausschliesslich psychiatrischer Hinsicht nicht als erheblich ausgeprägt.
In Bezug auf den Indikator Behandlungs- und Eingliederungserfolg oder -resistenz zeigt sich, dass
sich
der Beschwerdeführer
erst seit August 2017
in psychiatrische
r Behandlung befindet
bei circa einem wöchentlichen Termin
.
P
harmakologisch
wurde er
mit
einmal täglich
Mirtazepin
30 mg und/oder
Pregabalin
in unbekannter Dosierung
behandelt
beziehungsweise seit dem 14
. Januar 2019 mit täglich 10 mg
Escitalopram
(Urk. 6/127 f., Urk. 6/135, Urk. 6/150/24-42 S. 8 f.).
In Anbetracht der niederfrequenten Psychotherapie
, des Umstandes, dass bei richtiger Medikation sich innerhalb von 10 Tagen subjektiv eine erhebliche Verbesserung erzielen liess
und dass
– wie die Gutachterin selber kritisch anmerkt
e
–
weder teilstationäre noch stationäre Therapien
trotz im Zeit
raum vom August 2017 bis Januar 2019 diagnostizierter schwere
r
depressive
r
Episode
durchgeführt wurden
(Urk. 6/150/24-42 S
.
16)
, ist nicht von einer Therapieresistenz auszugehen. Auch
Eingliederungsmassnahmen
sowie ein Versuch der Selbsteingliederung fanden bisher nicht statt
.
Als
Komorbidität zu b
erücksichtigende krankheitswertige Störungen sind mit den so
matischen Gesundheitsschäden (E. 3.2.1
) ausgewiesen. Allerdings wurden diese
n eine maximale Auswirkung von 30
% auf die Arbeitsfähigkeit zuerkannt,
wobei die Gutachter keine Kumulation nahelegten
.
Beim Komplex Persönlichkeit ergibt sich, dass beim Beschwerdeführer keine Persönlichkeitsstörungen erkannt wurden.
In diesem Sinne sind keine Einflüsse ersichtlich, welche die Reintegration in den Arbeitsprozess wesentlich behindern würden.
Vielmehr
weisen die
neurol
ogischen Gutachter auf die prinzipiell vor
handene Arbeitsmotivation sowie den Wunsch
,
die Familie zu unterstützen
,
hin (Urk. 6/150/43-54 S. 7).
Alsdann
ist zum sozialen Kontext festzuhalten, dass der Beschwerdeführer ver
heiratet ist, zwei Kinder hat und im Gutachtenszeitpunkt zusammen mit seiner Ehefrau
sowie seinem 24-jährigen Sohn i
n einer
zwei-Zimmer-
Wohnung lebt
e
. Zudem verfügt der Beschwerdeführer über einen weitgehend geregelten Tages
ablauf. So steht
er gegen sieben Uhr auf, nimmt
ein von seiner Frau zubereitetes Frühstück ein und wird anschliessend von ihr
auf dem Weg zur Arbeit
im Auto zur Wohnung der Tochter gefahren, wo er jeweils den Tag verbringt.
Oft begleitet der Beschwerdeführer seine Enkel zur Sch
ule oder holt diese von dort ab; ansonsten beschäftig
t
er sich tagsüber zur Hauptsache mit fernsehen.
Das Mittagessen wird von der Tochter zubereitet und gemeinsam mit dieser
und seinen
Enkel
n
oder nur seine
n
Enkel
n
einge
nommen. Nach Rückkehr seiner Ehe
frau wird
gemeinsam zu Abend gegessen
. Gegen 22.00
Uhr begibt sich der Beschwerdeführer zu Bett.
An den
Wochenende
n
werden gelegentliche Ausflüge in den Park unternommen
. Zudem besteht zwischen dem Beschwerdeführer und seiner Familie – bestehend aus seiner Ehefrau, einer Tochter (30-jährig), einem Sohn (24-jährig), drei Enkeln (13-, 8- und 2.5-jährig) einem Bruder (wohnhaft in der Schweiz) sowie zwei Schwestern (wohnhaft in Frankreich und Deutschland) – ein sehr enges und gutes Verhältnis
(
Urk. 6/150/18-23 S. 3,
Urk. 6/150/24-42 S. 5
f
f
.
, Urk. 6/150/43-54 S.
6
)
.
Damit sind weder erheblich limitierende Persönlichkeitsmerkmale noch ein ausgeprägter sozialer Rückzug erkennbar. Vielmehr fällt es dem Beschwerdeführer geradezu schwer, alleine zu Hause zu bleiben und durch die Einbettung in die Familie enthält sein sozialer Lebens
kontext bestätigende, sich potenziell günstig auf die Ressourcen auswirkende Faktoren.
Zu prüfen ist weiter die Konsistenz.
Hinsichtlich des Gesichtspunktes des Aktivitätsniveaus in allen vergleichbaren Lebensbereichen fällt auf, dass sich der Beschwerdeführer eine Arbeitstätigkeit nicht mehr vorstellen kann (Urk. 6/150/18-23 S. 4,
Urk. 6/150/24-42 S. 9, Urk. 6/150/43-54 S. 6 f., Urk. 6/150/55-63 S. 4)
. Das oben geschilderte Tagesaktivitätsniveau ist zwar i
n gewissem Umfang eingeschränkt. Dennoch ist der Beschwerdeführer in der Lage, an den Wochenenden Ausfl
üge in den Park zu unternehmen sowie im August und an Weihnachten regelmässig nach Portugal zu fliegen um dort Zeit mit der Familie zu verbringen
. Ferner
gilt es
zu berücksichtigen, dass bei
der
erfahrenen
erheblichen familiären Unterstützung ein sekundärer Krankheitsgewinn nicht von der Hand zu weisen ist.
Denn auch das Abwälzen jeglicher Haushaltstätigkeit auf die Ehefrau und die
Kinder
ist in medizinischer Hinsicht nicht nachvollziehbar und kann nicht a
ls konsistent betrachtet werden, zumal
sich der Beschwerdeführer bezüglich seiner Einschränkungen vornehmlich auf das
Schmerzgeschehen beruft
(
vgl.
Urk. Urk.
6/150/43-54 S.
6)
, indes
wiederholt seinen Unterstützungswillen der Familie gegenüber betont und medizinisch
aus somatischer Sicht
eine verbleibende Leistungsfähigkeit von
mindestens
70 % für angepass
te Tätigkeiten erstellt ist. Zudem wurde
aus psychiatrischer Sicht eine Schmerzstörung gerade ausgeschlossen (
E.3.2.2
).
Im Rahmen des Indikators ausgewiesener Leidensdruck kann auf vorstehende Ausführungen zur Therapie und Medikation verwiesen werden.
In Anbetracht einer – ausschliesslich ambulant durchgeführten – Therapiedauer im Verfügungs
zeitpunkt von
zwei
Jahren sowie der
geringdosigen
pharmakologischen Behandlung ist eingliederungsanamnestisch nicht von einem gesteigerten Leidensdruck auszugehen.
Zu berücksichtigen ist ferner
, dass
die psychiatrische Behandlung
erst nach
Zustellung des zweiten leistungsableh
nenden Vorbescheids vom
9.
März
2017 (Urk. 6/111)
,
erhobenem Einwand
mit
Hinweisen
auf eine Schmerzverarbeitungsstörung
vom 27.
April
2017 (
Urk.
6/115
S. 2
)
und
wieder
holtem Nachfragen der Beschwerdegegnerin
nach dem behandelnden Therapeuten (Schreiben vom 9. Mai
[
Urk.
6/117
]
sowie Schreiben v
om 1
9.
Juni 20
17 [
Urk.
6/120]
)
am 17. August 2017 (Urk. 6/124)
aufgenommen wurde.
D
ie Inanspruchnahme von therapeutischen Optionen
weist jedoch
nur solange auf den tatsächlichen Leidensdruck hin, als das betreffende Verhalten nicht durch das laufende Versicherungsverfahren beeinflusst ist (BGE 141 V 281 E. 4.4.2).
Die gesamthafte Betrachtung der rechtserheblichen Indikatoren führt somit zum Schluss, dass ein gewisser Leidensdruck besteht, jedoch insbesondere mit Blick auf die Kategorie Konsistenz nur wenig ausgeprägte Einschränkungen aus
gewiesen sind. Auch die Komplexe Persönlichkeit und sozialer Kontext, aus welchen sich durchaus mobilisierende Ressourcen ergeben, lassen nicht auf einen
rechtsgenüglichen
Bezug zwischen den gestellten Diagnosen und deren funktionellen Auswirkungen im Sinne einer erheblich eingeschränkten Arbeits
fähigkeit auch in adaptierter Tätigkeit schliessen
, weshalb die psychiat
rische Einschätzung der
Arbeits
(
un
)
fähigkeit
im Lichte der massgeblichen Indikatoren nicht überzeugt.
4.2.
7
In zeitlicher Hinsicht gilt es zu beachten,
dass gemäss den Ausführungen im Gut
achten retrospektiv vom Beginn der ambulanten psychiatrischen Behandlung im August 2017 bis zum Begutachtungszeitpunkt im Januar 2019 aus psychiat
rischen Gründen eine vollständig herabgeminderte Arbeitsfähigkeit gelten soll
.
Hierbei kann im Wesentlichen auf vorstehende
Ausführungen ver
wiesen werden (
E. 4.2.
6
).
Abgesehen davon
schilderte
der behandelnde Facharzt am 1
4.
November 2017 (Urk. 6/127)
zwar
ausgeprägte
Konzentrations-,
Auf
merk
sa
m
keits
- und Gedächtnisstörungen
(S. 2), was
grundsätzlich auf
eine
weiter
gehende
Reduktion der Leistungsfähigkeit schliessen
l
assen würde,
ohne jedoch nachvollziehbar vom Zuweisungsgrund einer
psychosoziale
n
Belastungs
situation mit daraus resultierender Depression mit grossen existenziellen Ängsten
zu differenzieren.
E
in invalidisierender psychischer Gesundheitsschaden
kann
indes
nur gegeben sein, wenn das klinische Beschwerdebild nicht einzig in psycho
sozialen und soziokulturellen Umständen seine Erklärung findet, sondern davon psychiatrisch unterscheidbare Befunde umfasst (Urteil des Bundesgerichts 9C_732/2017 vom
5.
März 2018 E. 4.3.1).
Dies gilt umso mehr, als die
psychiat
risch
erstbehandelnden medizinischen Fachpersonen im Bericht vom 17. August 2017 (Urk. 6/124) noch ein weitgehend unauffälliges psycho
pathologisches Befundbild bei höchstens leichtgradigen Beeinträchtigung
en
aus
wiesen (S. 2) und der Beschwerdeführer die arbeits
bedingte finanzielle und emotionale
Situation als vorrangige Belastung
nannte
(S. 1). Darüber hinaus bestehen auch keine Anhaltspunkte für eine veränderte Alltagsgestaltung, zumal der Beschwerdeführer bereits in diesem Zeitpunkt oft von seiner Frau zu seinen Enkelkindern gebracht wurde (Urk. 6/128 S. 2).
S
omit
bestehen
erheblichen
Zwei
fel an der für diesen Zeitraum attestierten voll
ständigen Arbeits
un
fähigkeit, was zu Lasten des Beschwerdeführers geht, der aus dem
unbewiesen gebliebenen Sa
chverhalt Rechte ableiten will (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_602/2019 vom 29. Oktober 2019 E. 5.2.3, mit Hinweisen
).
4.3
Zusammenfassend ist festzuhalten, dass
unter
Berücksichtigung der
rechts
erheblichen Indikatoren
aus psychiatrischer Sicht keine wesentlichen
Gesichts
punkte der Wiederaufnahme einer
Arbeitstätigkeit
entgeg
enstanden oder -stehen
. Limitierend wirken sich
vornehmlich
die Schmerzen aus, welchen bereits bei Fest
legung der somatisch bedingten Leistungseinschränkungen ausreichend Rechnung getragen wurde. Dies gilt umso mehr, als eine Schmerzstörung
gut
achterse
its
ausgeschlossen werden
konnte
.
Damit ist eine 70%ige Arbeitsfähigkeit überwiegend wahrscheinlich erstellt.
5.
Zu prüfen bleibt, wie sich das Leistungsvermögen des
Beschwerdeführer
s in
erwerblicher
Hinsicht auswirkt.
5.1
Der für die Invaliditätsbemessung und damit den Rentenanspruch massgebende Einkommensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt (BGE 130 V 343 E. 3.4.2).
Sind indessen Validen-
und Invalideneinkommen ausgehend vom gleichen Tabellenlohn zu berechnen, erübrigt sich deren genaue Ermittlung.
Diesfalls
entspricht der Invaliditätsgrad dem Grad der Arbeitsunfähigkeit unter Berücksichtigung eines allfälligen Abzugs vom Tabellenlohn. Dies stellt keinen «Prozentvergleich» dar, sondern eine rein rechnerische Vereinfachung (Urteil des Bun
desgerichts 8C_148/2017 vom 19.
Juni 2017 E. 4 unter Hinweis auf Urteil 9C
_675/2016 vom 1
8.
April 2017 E.
3.2.1
)
5.2
Vorwegzuschicken ist, dass die Aufhebung des Arbeitsverhältnisses mit dem letzten Arbeitgeber nicht aus gesundheitlichen, sondern gemäss diesem aus wirt
schaftlichen Motiven erfolgt ist (Fragebogen für
Arbeitgebende
vom 9. März 2015; Urk. 6/20).
Als
Valideneinkommen
fällt der bisher erzielte Lohn demgemäss ausser Betracht.
Der Beschwerdeführer absolvierte keine Berufs
ausbildung und verrichtete
bisher allgemeine schwere Arbeiten auf dem Bau (vgl.
Urk. 6/100 S. 13,
Urk. 6/150/24-42 S. 6).
In Anbetracht dessen drängt sich die Berücksichtigung der Löhne für Hilfsarbeitertätigkeiten auf, und es ist davon aus
zugehen, dass
er
ohne gesundheitliche Beeinträchtigungen weiterhin solche Tätigkeiten ausführen würde.
Da somit sowohl hinsichtlich des (hypothetischen)
Valideneinkommens
als auch bezüglich des Invalideneinkommens derselbe Tätigkeitsbereich (Hilfsarbeitertätigkeiten) zugrunde gelegt werden kann, ist
– in Übereinstimmung mit den Parteivorbringe
n (Urk. 1 S. 9, Urk. 2 S. 4 f.) –
sowohl für die Ermittlung des
Valideneinkommens
als auch des Invalideneinkommens auf die Tabellen der Lohnstrukturerhebungen (LSE) des Bundesamtes für Statistik (BFS) abzustellen und von dens
elben Zentralwerten auszugehen. Der Invaliditäts
grad entspricht demnach
dem Grad der Arbeitsunfähigkeit.
5.3
Vorliegend ist von einem genügend breiten Spektrum an zumutbaren Verweisungstätigkeiten auszugehen (
E
. 3.2.4
), sodass unter dem Titel leidens
bedingter Abzug grundsätzlich nur Umstände zu berücksichtigen sind, die auch auf einem ausgeglichenen Arbeitsmarkt (
Art.
16 ATSG) als ausserordentlich zu bezeichnen sind (Urteil des Bundesgerichts 9C_366/2015 vom 2
2.
September 2015 E. 4.3.1). Solche bestehen vorliegend nicht
,
das Merkmal «Alter»
wir
kt
sich
insbesondere im Bereich der Hilfsarbeiten
auf dem hypothetischen ausgeglichenen Arbeitsmarkt nicht zwingend lohnsenkend aus, werden auf dem massgebenden ausgeglichenen Stellenmarkt Hilfsarbeiten doch altersunabhängig nachgefragt (
Urteile des Bundesgerichts 8C_
403/2017 vom 2
5.
August 2017 E.
4.4.1 und 8C_805/2016 vom 2
2.
März 2017 E. 3.4.3
).
Sodann rechtfertigt auch der Umstand
, dass der Beschwerdeführer zwar ganztags arbeitsfähig
jedoch nur reduziert leistungsfähig ist, keinen Abzug vom Tabellenlohn
(Urteil des Bundes
gerichts 9C_421/2017 vom 1
9.
September 2017 E. 2.1.1 unter Hinweis auf Urteil
9C_581/2016 vom 2
4.
Januar 2017 E. 3)
.
Auch m
angelnde Sprachkenntnisse oder ungenügende Ausbildung sind nicht abzugsrelevant, da diesen Aspekten bei der Wahl des Kompetenzniveaus Rechnung zu tragen ist (vgl. Urteil des Bundes
gerichts 8C_549/2019 vom 2
6.
November 2019 E. 7.7).
Schliesslich vermag auch die Nationalität beziehungsweise die Aufenthaltsbewilligung B des Beschwerde
führers bereits deshalb keinen Tabellenabzug zu begründen, da ein allfälliger genereller Minderverdienst von ausländischen Staatsangehörigen auch in Bezug auf das
Valideneinkommen
zu berücksichtigen wäre (vgl. Urteil des Bundes
gerichts 9C_318/2015 vom 10. Dezember 2015 E. 4.3).
5.4
Nach dem Gesagten besteht kein triftiger Grund, die Ermessensausübung der Verwaltung zu korrigieren (
vgl.
BGE 126 V 75), zumal k
eine Anhaltspunkte bestehen
,
welche
einen
Abzug von
mehr als
10 %
aufdrängten und sich ein Ab
zug in dieser Höhe
ohnehin rechnerisch nicht
renten
relevant auswirkt – so resultiert auch bei Gewährung eines Abzuges
in der Höhe von 10 % ein maximaler Invaliditätsgrad von 37
%
.
5.
5
Auch das Alter des Beschwerdeführers spricht nicht gegen ein
e Verwertbarkeit der 70
%igen Restarbeitsfähigkeit. So wies er im diesbezüglich massgebenden (vgl. BGE 138 V 457 E. 3.3) Zeitpunkt der Arbeitsfähigkeitseinschätzung durch die Gutachter der
Z._
noch eine Resterwerbszeit von mehr als
acht
Jahren
auf
.
Da Hilfsarbeiter
wie ausgeführt
auf dem hypothetisch ausgeglichenen Arbeitsmarkt grundsätzlich altersunabhängig nachgefragt werden und angesichts der relativ hohen Hürden, die das Bundesgericht fü
r die Unverwertbarkeit der Rest
arbeitsfähigkeit älterer Menschen entwickelt hat (vgl. hie
r
zu Urteil des Bundes
gerichts 9C_253/2017 vom
6.
Juli 2017 E. 2.2.2 in
fine
mit Hinweisen), ist ein in
validenversicherungsrechtlich erheblicher fehlender Zugang zum Arbeitsmarkt trotz der vorliegend diesbezüglich erschwerenden Um
stände (wenig Schul
bil
dung, mangelhafte Sprachkenntnisse,
bisherige schwere Tätigkeiten auf dem Bau
) zu verneinen.
6.
In der Gesamtschau
können nach Prüfung der Ressourcen anhand der recht
erheblichen Standardindikatoren die attestierten psychiatrischen Leistungs
einbussen nicht bestätigt werden. Da auch in somatischer Hinsicht in jedem Fall ein rentenausschliessender Invaliditätsgrad resultiert, ist auch nicht zu beanstanden, dass die Beschwerdegegnerin
zugunsten des Beschwerdeführers eine Verbesserung des Gesundheitszustandes auf
Mai 2016 nach Durchführung der EFL
(E. 3.1) datierte und demgemäss u
nter Berücksichtigung der sechs
monatigen Wartefrist nach Anmeldung am 31. Januar 2015 (Eingang bei der
Beschwerdegegnerin 9. Februar 2015)
sowie einer drei monatigen Wartefrist nach Eintritt der Verbesserung eine vom
1.
August 2015 bis 3
1.
August 2016
befristete ganze Invalidenrente gewährte.
Dies führt zur Abweisung der Beschwerde.
7
.
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind unabhängig vom Streit
wert festzulegen (
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG) und auf
Fr.
800.-- anzusetzen. Ent
sprechend dem Ausgang des Verfahrens sind sie dem unterliegenden Beschwerdeführer aufzuerlegen.