# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 50bdb7ef-3ce7-4c26-9088-0b1403910452
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2019
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
Die 1966 geborene und zuletzt in der Reinigung im Altersheim und beim Mit
tagstisch
Z._
tätige
X._
meldete sich am 24. September 2010 (Eingangsdatum, Urk. 7/9) bei der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, zum Bezug von Leistungen (Rente) an. Nach erwerblichen und medizinischen Abklärungen sprach ihr die IV-Stelle mit Verfü
gung vom 17. April 2012 (Urk. 7/39, Urk. 7
/44) ab dem 1. März 2011 eine ganze Rente zu.
Anlässlich einer im Jahr 2013 von Amtes wegen durchgefüh
rten Revision (Revi
sionsfrageb
ogen vom 2. Februar 2013,
Urk.
7
/57) tätigte die IV-Stelle medizini
sche und erwerbliche Abklärungen und hob die Rente der Versicherten mit Ver
fügung vom 22. Mai 2014 (Urk. 7/76) mit Wirkung auf Ende des nach Zustellung der Verfügung folgenden Monats auf.
Die Versicherte erhob hiergegen am
4.
Juni 2014 Beschwerde am hiesigen Gericht (
Urk.
7/78), welche mit Urteil IV.2014.00613 vom 1
4.
Dezember 2015 (
Urk.
7/92) in dem Sinne gutgeheissen wurde, dass die angefochtene Verfügung aufgehoben und die Sache an die
IV-Stelle zurückgewiesen wurde, damit diese, nach weiteren Abklärungen im Hin
blick auf die Arbeitsfähigkeit der Versicherten, neu über den Rentenanspruch entscheide.
Die IV-Stelle tätigte daraufhin weitere Abklärungen und holte insbesondere das interdiszipl
inäre Gutachten der A._
vom 1
9.
Juni 2017 ein (
Urk.
7/155). Nach durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(Vorbescheid vom 2
9.
August 2017,
Urk.
7/161; Einwand vom 1
1.
Oktober 2017,
Urk.
7/164) stellte die IV-Stelle die Rente mit Verfügung vom
6.
September 2018 auf Ende des der Zustellung folgenden Monats ein (
Urk.
2).
2.
Hiergegen erhob die Versicherte am
8.
Oktober 2018 Beschwerde und beantragte, es sei die angefochtene Verfügung aufzuheben und es sei ihr weiterhin eine ganze Rente zuzusprechen. Eventualiter sei die berufliche Leistungsfähigkeit abzuklären und allenfalls danach die notwendige Unterstützung und Begleitung bei der Wie
dereingliederung zu gewä
h
ren.
Bis nach den erfolgten Abklärungen und Unter
stützung zur Wiedereingliederung sei ihr eine ganze Invalidenrente zu bezahlen. In prozessualer Hinsicht ersuchte sie um Wieder
h
erstellung der aufschiebenden Wirkung
der Beschwerde
(
Urk.
1). Mit Beschwerdeantwort vom 1
5.
November 2018 schloss die Beschwerdegegnerin auf Abweisung der Beschwerde (
Urk.
6 unter Beilage ihrer Akten,
Urk.
7/1-176), worüber die Beschwerdeführerin am 2
0.
November 2018 in Kenntnis
gesetzt wurde (
Urk.
8). Mit Schreiben vom 1
5.
Dezember 2018 teilte die Beschwerdeführerin mit, ihr Gesundheitszustand habe sich verschlechtert und sie habe entsprechend eine Revision bei der Beschwerdegegnerin beantragt (
Urk.
9 und
Urk.
10), worüber die Beschwerdegeg
nerin am 1
9.
Dezember 2018 informiert wurde (
Urk.
11).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, soweit erforderlich, im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
In der angefochtenen Verfügung hielt die Beschwerdegegnerin dafür, dass
gestützt auf das
A._
-Gutachten in der bisherigen Tätigkeit aufgrund einer Ver
besserung der gesundheitlichen Situation aus internistischer Sicht keine Arbeits
unfähigkeit mehr vorliege.
Aus psychiatrischer Sicht sei die Angst und Depression nicht in einer Schwere nachweisbar, welche eine Arbeitsunfähigkeit begründen würde. Des Weiteren habe die Beschwerdeführerin ein Alkoholproblem. Aus neu
rologischer Sicht habe nie eine dauerhafte Arbeitsunfähigkeit vorgelegen. Ent
sprechend werde di
e Rente aufgehoben (Urk.
2).
Die Beschwerdeführer
in
brachte demgegenüber im Wesentlichen vor, dass das
A._
-Gutachten nicht beweiskräftig sei. Es berücksichtige die Einschränkungen jeweils einzeln, so dass die geforderte Gesamtwürdigung nicht gelinge. So bestä
tige auch die behandelnde Ärztin
Dr.
med. B._
, praktische Ärztin FMH Schwerpunkt
psychosomotische
Medizin und Psychotherapie
, dass die Beschwerdeführerin voll arbeitsunfähig sei. Bereits die periphere arterielle Ver
schlusskrankheit (
pAVK
) führe zu einer massiven Arbeitsunfähigkeit. Hinzu komme, dass die Beschwerdeführerin aufgrund ihrer Angst und Depressionen auf Medikamente angewiesen sei, um den Alltag zu meistern. Diese würden aber mit ihren Nebenwirkungen die Arbeitsfähigkeit erheblich einschränken.
Daneben leide sie unter
epileptischen Anfälle
n, Müdigkeit,
körperliche
r Erschöpfung und
massive
m Untergewicht, was
eine Arbeitsfähigkeit
ebenfalls verunmöglichen würde
. Die Beschwerdegegnerin sei auf
die Vorbringen
der Beschwerdeführerin nicht eingegangen, so dass sie der Möglichkeit beraubt worden
sei,
auf die Argu
mente der Beschwerdegegnerin einzugehen. Dies
stelle
eine Verletzung des recht
lichen Gehörs
dar
(
Urk.
1).
2.
2.1
Ändert sich der Invaliditätsgrad eines Rentenbezügers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, her
abgesetzt oder aufgehoben (
Art.
17
Abs.
1
des
Bundesgesetz
es
über den Allge
meinen Teil
des Sozialversicherungsrechts,
ATSG)
Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen seit Zusprechung der Rente, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente bei einer wesentlichen Änderung des Gesundheitszustandes revidierbar. Weiter sind, auch bei an sich gleich gebliebe
nem Gesundheitszustand, veränderte Auswirkungen auf den Erwerbs- oder Auf
gabenbereich von Bedeutung (BGE 141 V 9 E. 2.3, 134 V 131 E. 3). Ferner kann ein Revisionsgrund unter Umständen auch in einer wesentlichen Änderung hin
sichtlich des für die Methodenwahl massgeblichen (hypothetischen) Sachverhalts bestehen (BGE 144 I 28 E. 2.2, 130 V 343 E. 3.5, 117 V 198 E. 3b, je mit Hinwei
sen). Hingegen ist die lediglich unterschiedliche Beurteilung eines im Wesentli
chen gleich gebliebenen Sachverhalts im revisionsrechtlichen Kontext unbeacht
lich (BGE 141 V 9 E. 2.3 mit Hinweisen).
Liegt in diesem Sinne ein Revisionsgrund vor, ist der Rentenanspruch in rechtli
cher und tatsächlicher Hinsicht umfassend («allseitig») zu prüfen, wobei keine Bindung an frühere Beurteilungen besteht (BGE 141 V 9 E. 2.3 mit Hinweisen).
2.2
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Sie kann Folge von Geburts
gebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des
Bundesgesetz
es
über die Invalidenversicherung,
IVG)
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgegliche
nen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beein
trächtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
2.3
2.3.1
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie körperliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 8 ATSG bewirken. Rechtsprechungsgemäss ist bei psychi
schen Beeinträchtigungen zu prüfen, ob ein psychischer Gesundheitsschaden mit Krankheitswert besteht, welcher die versicherte Person auch bei Aufbietung allen guten Willens daran hindert, ein rentenausschliessendes Erwerbseinkommen zu erzielen (vgl.
BGE 139 V 547
E. 5,
131 V 49
E. 1.2,
130 V 352
E. 2.2.1; vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_125/2015 vom 1
8.
November 2015 E. 5.4).
Die Annahme eines psychischen Gesundheitsschadens im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG sowie Art. 3 Abs. 1 und Art. 6 ATSG setzt eine psychiatrische, lege
artis
auf die Vorgaben eines anerkannten Klassifikationssystems abgestützte Diagnose voraus (vgl. BGE 143 V 409 E. 4.5.2, 141 V 281 E. 2.1, 130 V 396 E. 5.3 und E. 6). Eine fachärztlich einwandfrei festgestellte psychische Krankheit ist jedoch nicht ohne weiteres gleichbedeutend mit dem Vorliegen einer Invalidität. In jedem Einzelfall muss eine Beeinträchtigung der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit unabhängig von der Diagnose und grundsätzlich unbesehen der Ätiologie ausge
wiesen und in ihrem Ausmass bestimmt sein. Entscheidend ist die nach einem weitgehend objektivierten Massstab zu beurteilende Frage, ob es der versicherten Person zumutbar ist, eine Arbeitsleistung zu erbringen (BGE 143 V 409 E. 4.2.1, 141 V 281 E. 3.7, 139 V 547 E. 5.2, 127 V 294 E. 4c, je mit Hinweisen; vgl.
Art.
7
Abs.
2 ATSG).
2.3.2
Mit BGE 143 V 418 entschied das Bundesgericht, dass grundsätzlich sämtliche psychischen Erkrankungen für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit einem struk
turierten Beweisverfahren nach BGE 141 V 281 zu unterziehen sind (E. 6 und 7, Änderung der Rechtsprechung; vgl. BGE 143 V 409 E. 4.5.2 speziell mit Bezug auf leichte bis mittelschwere Depressionen).
Das für somatoforme Schmerzstörungen und vergleichbare psychosomatische Leiden entwickelte strukturierte Beweisverfahren definiert systematisierte Indika
toren, die es
–
unter Berücksichtigung leistungshindernder äusserer Belastungs
faktoren einerseits und von Kompensationspotentialen (Ressourcen) andererseits
–
erlauben, das tatsächlich erreichbare Leistungsvermögen einzuschätzen (BGE 141 V 281 E. 2, E. 3.4-3.6 und 4.1; vgl. statt vieler: Urteil des Bundesge
richts 9C_590/2017 vom 1
5.
Februar 2018 E. 5.1). Die Anerkennung eines ren
tenbegründenden Invaliditätsgrades ist nur zulässig, wenn die funktionellen Aus
wirkungen der medizinisch festgestellten gesundheitlichen Anspruchsgrundlage im Einzelfall anhand der Standardindikatoren schlüssig und widerspruchsfrei mit (zumindest) überwiegender Wahrscheinlichkeit
nachgewiesen sind. Fehlt es an diesem Nachweis, hat die materiell beweisbelastete versicherte Person die Folgen der Beweislosigkeit zu tragen (BGE 141 V 281 E. 6; vgl. BGE 144 V 50 E. 4.3).
Diese Rechtsprechung ist auf alle im Zeitpunkt der Praxisänderung noch nicht erledigten Fälle anzuwenden (Urteil des Bundesgerichts 9C_580/2017 vom 16. Januar 2018 E. 3.1 mit Hinweisen).
2.3.3
Aus Gründen der Verhältnismässigkeit kann dort von einem strukturierten Beweisverfahren nach BGE 141 V 281 abgesehen werden, wo es nicht nötig oder auch gar nicht geeignet ist. Ein Beweisverfahren bleibt daher entbehrlich, wenn im Rahmen beweiswertiger fachärztlicher Berichte (vgl. BGE 125 V 351) eine Arbeitsunfähigkeit in nachvollziehbar begründeter Weise verneint wird und all
fälligen gegenteiligen Einschätzungen mangels fachärztlicher Qualifikation oder aus anderen Gründen kein Beweiswert beigemessen werden kann (BGE 143 V 409 E. 4.5.3; vgl. BGE 143 V 418 E. 7.1). Insbesondere in Fällen, in welchen nach der Aktenlage überwiegend wahrscheinlich von einer bloss leichtgradigen depressi
ven Störung auszugehen ist, die nicht schon als chronifiziert gelten kann und auch nicht mit Komorbiditäten einhergeht, bedarf es in aller Regel keines struk
turierten Beweisverfahrens (BGE 143 V 409 E. 4.5.3; vgl. Urteil des Bundesge
richts 9C_580/2017 vom 1
6.
Januar 2018 E. 3.1).
2.4
Das Sozialversicherungsgericht hat den Sachverhalt von Amtes wegen festzustel
len und alle Beweismittel objektiv zu prüfen, unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden, ob sie eine zuverlässige Beurteilung des strittigen Leistungsanspruches gestatten. Insbesondere darf es beim Vorliegen einander widersprechender medizinischer Berichte den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt (ZAK 1986 S. 188 E. 2a). Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Gutachtens ist im Lichte dieser Grundsätze entscheidend, ob es für die Beantwortung der gestell
ten Fragen umfassend ist, auf den erforderlichen allseitigen Untersuchungen beruht, die geklagten Beschwerden berücksichtigt und sich mit diesen sowie dem Verhalten der untersuchten Person auseinander setzt – was vor allem bei psychi
schen Fehlentwicklungen nötig ist –, in Kenntnis der und gegebenenfalls in Aus
einandersetzung mit den
Vorakten
abgegeben worden ist, ob es in der Darlegung der medizinischen Zustände und Zusammenhänge einleuchtet, ob die Schlussfol
gerungen der medizinischen Experten in einer Weise begründet sind, dass die rechtsanwendende
Person sie prüfend nachvollziehen kann, ob der Experte oder die Expertin nicht auszuräumende Unsicherheiten und Unklarheiten, welche die Beantwortung der Fragen erschweren oder verunmöglichen, gegebenenfalls deut
lich macht (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c; Ulrich Meyer, Die Rechtspflege in der Sozialversicherung, BJM 1989, S. 30 f.; derselbe in: Hermann
Fredenhagen
, Das ärztliche Gutachten, 4. Auflage 2003, S. 24 f.).
3.
Vorab ist zu prüfen, ob die Rüge der Verletzung des Anspruchs auf rechtliches Gehör durchdringt, da diesfalls die angefochtene Verfügung ungeachtet der Erfolgsaussichten der Beschwerde aufzuheben wäre.
Die Beschwerdeführerin brachte vor, dass
die Beschwerdegegnerin in der ange
fochtenen Verfügung nicht auf die mit dem Einwand gemachten Vorbringen ein
gegangen sei, so dass es für sie nicht nachvollziehbar sei, weshalb ihre Argumente unbeachtlich geblieben oder sachfremd beantwortet worden seien. Sie sei somit der Möglichkeit beraubt worden, auf die Argumente der Beschwerdegegnerin ein
zugehen und diese zu widerlegen (
Urk.
1 S. 11).
Die Begründungspflicht als Ausfluss des Anspru
chs auf rechtliches Gehör bedeu
tet nicht, dass sich die Behörde mit allen Parteistandpunkten einlässlich ausei
nandersetzen und jedes einzelne Vorbringen ausdrücklich widerlegen muss. Es genügt, wenn die Begründung kurz die Überlegungen nennt, auf die sich der Entscheid stützt und dieser sachgerecht angefochten werden kann (Urteil des Bundesgerichts 8C_511/2007 vom 22. November 2007 E. 4.2.2 mit weiteren Hin
weisen). Nach der Rechtsprechung kann eine nicht besonders schwerwiegende Verletzung des rechtlichen Gehörs als geheilt gelten, wenn die betroffene Person die Möglichkeit erhält, sich vor einer Beschwerdeinstanz zu äussern, die sowohl den Sachverhalt wie auch die Rechtslage frei überprüfen kann (BGE 133 I 201 E.2.2 mit we
iteren Hinweisen). Inwiefern die Beschwerdeführerin
die angefoch
tene Verfügung nicht sachgerecht anfechten konnte, ist nicht ersichtlich und wird auch nicht näher dargetan. Eine Verletzung der Begründungspflicht und damit des Anspruchs auf rechtliches Gehör liegt daher nicht vor.
4
.
4
.1
Im Urteil IV.2014.00613
vom 1
4.
Dezember 2015
des hiesigen Gerichts wurde ausgeführt, dass sich die
Rentenzusprache
vom 1
7.
April 2012 auf das Gutachten von
Dr.
med.
C._
, Facharzt für Neurologie, vom 2
2.
Februar 2011 gestützt habe. Zwischenzeitlich hätten weitere neurologische Abklärungen statt
gefunden und es seien die epileptischen Anfälle medikamentös eingestellt wor
den, sodass eine stabilere gesundheitliche Situation vorliege, die zu einer Zunahme der Leistungsfähigkeit führe.
Damit
sei ein Revisionsgrund erstellt
(
Urk.
7/92/10)
. Demnach ist ein Revisionsgrund mit überwiegender Wahrschein
lichkeit erstellt, was auch seitens der Parteien unbestritten blieb, so dass folgend lediglich die aktuelle medizinis
che Aktenlage dargestellt wird.
4
.2
4.2.1
Die Beschwerdegegnerin stellte in der angefochtenen Verfügung vom
6
.
Septem
ber 2018
(
Urk.
2) im Wesentlichen auf das
interdisziplinäre
A._
-Gutachten vom 1
9.
Juni 2017
ab. Darin werden die bis zur Begutachtung der Beschwerde
führerin aktenkundigen medizinischen Berichte zusammengefasst (Urk.
7/155/5 ff
.), weshalb sie an dieser Stelle nicht noch einmal wiedergegeben werden. Soweit erforderlich, wird in den nachfolgenden Erwägungen aber darauf Bezug genom
men.
4
.2.2
Die begutachtenden Ärzte hielten keine Diagnosen mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit fest. Ohne Relevanz für die Arbeitsfähigkeit beurteilten sie fol
gende Diagnosen (
Urk.
7/155/28):
-
Generalisierte
Makroangiopathie
-
Mit Status nach
ischämischem Schlaganfall im Mediastromgebiet links 06/2009 beim
-
V
erschluss der
Arteria
carotis
interna
links
-
kvRF
: Arterielle Hypertonie, Nikotinkonsum
-
Periphere arterielle Verschlusskrankheit (
pAVK
)
-
Symptomatische Stenose der
Arteria
mesenterica
superior
-
Sekundäre Hypertonie bei
aufgedehnter
Nierenarterienstenose rechts
-
Symptomatische Epilepsie (unter Kombinationstherapie mi
t
Levetiracetam
und
Lamotrigin
),
mit einfach-fokalen und seku
ndär generalisierten Anfäl
len,
aktuell geringe Anfallsfrequenz
-
Untergewichtigkeit
-
Durchgemachte Hepatitis C
-
Angst und Depression gemischt
(
ICD-10
F41.2
)
-
Alkoholabhängigkeit
(
ICD-10 F10
.24
)
-
Schädlicher Gebrauch von
Oxazepam
(
ICD-10 F13.1
)
, differentialdiagnos
tisch
Abhängigkeit
-
Heroinabhängigkeit, abstinent
(
ICD-10
F16.21
)
Als objektivierbare Diagnosen und deren Funktionsausw
irkungen bestünden
ins
besondere eine
generalisierte
Makroangiopathie
mit Status nach
i
schämischem Schlaganfall im Mediastromgebiet links 06/2009 beim Verschluss der
Arteria
carotis
interna
links (bei
zerebrovaskulären
Risikofaktoren
a
rterielle Hypertonie und Nikotinkons
um). Versicherungsmedizinisch kö
nn
e
aber weder hinsichtlich der zerebral ischämischen Symptomatik bei praktisch nicht objektivierbarer sig
nifikanter neuro
l
ogischer Defizitsymptomatik (bis auf
eine
minime sensible
Stö
rung und der
diskreten Refle
xanhebung rechts) keine Arbeits
relevanz festgestellt werden.
Des
Weiteren finde sich eine p
eriphere arterielle Verschlusskrankheit (
pAVK
) mit angegebener Gehstreckeneinschränkung,
welche
für die zuletzt aus
geübten Tätigkeiten und für Haushaltstätigkeit
en
jedoch ebenfalls nicht relevant
sei. Es bestehe
auch eine symptomatische Stenose der
Arteria
mesenterica
supe
rior
mit entsprechenden
postprandialen
Abdominalbeschwerden
,
welche
eben
falls nicht arbeitsrelevant
seien. Ohne Arbeitsrelevanz
sei auch eine s
ekundäre Hypertonie bei
aufgedehnter
Nierenarter
i
enstenose rechts. Es besteh
e
eine symp
tomatische Epilepsie (unter Kombinationstherapie mit
Levetiracetam
und
Lamotrigin
) mit einfach-fokalen und sekundär generalisierten Anfällen, jedoch aktuell mit nur ge
ringer Anfallsfrequenz. Dabei wü
rden t
agsüber allenfalls ein
fach-fokal
e Anfallsäquivalente (also ohne Bewusstseinstrübung oder Bewusst
seinsverlust) genannt, und lediglich nachts seltene (alle 2 Monate)
generalisierte Anfälle. Es ergä
ben sich hieraus zwar Einschränkungen des Fähigkeitsprofils, welches aber hinreichend sein dürfte
,
um auch - medizinisch-theoretisch - die ehemals ausgeübte Tätigkeit (Bürohilfe) und die stundenweise ausgeübten Tätig
keiten (Reinigung, Mittagstisch) auszuüben. Mindestens g
e
lt
e
, dass leidensadap
tierte Tätigke
iten vollumfänglich möglich seien
. Auch seitens Untergewichtigkeit un
d durchgemachte Hepatitis C ergä
ben sich keine Einschränkungen der
Arbe
its
fähigkeit. Der Hypertonus sei
gut eingestellt, die Hepatitis C-
lnfektion
, die die
Beschwerdeführerin
in den
80iger Jahren durchgemacht habe
,
sei
nicht aktiv, das pathologische Leberlabor mit einer deutlich erhöhten G-GT und einer Erhöhung der GOT bei normaler GP
T und normaler
Cholinesterase
lie
ssen am ehesten auf eine medikamentöse oder alkoholtoxische Hepatopathie als Ursache schliessen (siehe nachfolgende psychiatrische Bewertung). In psychiatrischer Hinsicht könn
t
en
die Diagnosen einer Angst und Depression gemischt
nach
ICD-10
F41.2 gestellt werden,
es fä
nden sich keine Hinweise für eine rezidivierende depressive Störung und auch keine Anhaltspunkte für eine Persönlichkeitsstörung.
Es bestehe
aber Suchtverhalten mit Alkoholabhängigkeit
, ein s
c
hädlicher Gebrauch von
Oxazepam
, differentialdiagnostisch
Abhängigkeit, und früher eine
Heroinab
hängigkei
t, derzeit langjährig abstinent
. Es könn
t
en dabei keine versicherungs
psychiatrisch relevanten schwerwiegenden primären Ursachen für das Suchtver
halten festgestellt werden,
es mü
ss
e
von einer primären Sucht
problematik ausge
gangen werden
,
die
somit versicherungsmedizinisch als nicht relevant zu werten
sei
. Wohl mö
gen teilweise aber die von der Beschwerdeführerin angegebene - in der kli
nischen Untersuchung aber nicht feststellbare - Müdigkeit damit erklärbar sein.
Entsprechend kö
nn
e
auch aus psychiatrischer Sicht keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit aus diesen
Diagnosen abgeleitet werden (
Urk.
7/155/25 f.).
Die Gutachter beurteilten die Beschwerdeführerin als voll arbeitsfähig in der angestammten als auch in einer leidensadaptierten Tätigkeit.
Das psychi
atrische Fachgebiet betreffend fänden sich l
eichte Einschränkungen in Bezug auf Flexibi
lität und Umst
ellungsfähigkeit, Durchhaltefähi
gkeit und Selbstbehauptungsfähig
keit. Nicht durchgeführt werden sollten Arbeiten mit Gefährdungspotential im Falle von Bewusstseinstrübung oder Bewu
sstseinsverlust. Dieses betreffe
insbe
sondere Tätigkeiten an gefährlichen laufenden Maschinen, expon
i
erte Tätigkeiten auf Leitern und Gerüsten, Arbeiten an offenem Wasser oder Feuer, Starkstrom, Überwachungstät
i
gkeiten mit Gefährdung anderer (Kran,
Stellwerk usw.) und
es sollte
möglichst keine Schichtdiensttätigkeit abverlangt werden. Bei bestehen
der Abhängigkeitserkrankung seien
Tätigkeiten mit Verfügbarkeit alkoholischer Getränke, beispielweise im Gastronomiebereich
,
sicher zu vermeiden
(
Urk.
7/155/28 f.)
.
5.
5.1
Beim
interdisziplinären
A._
-
Gutachten vom
1
9.
Juni 2017 waren Ärzte der Fachrichtungen Neurologie, Psychiatrie und Allgemeine Innere Medizin beteiligt, womit es sich für
die
vorliegend zu beantwortenden Fragen als umfassend erweist. Es
erfüllt sämtliche rechtsprechungsgemäss erforderlichen Kriterien für beweiskräftige ärztliche Entscheidungsgrundlagen (vgl. E. 2.5). Es beruht auf fachärztlichen Untersuchungen durch die Gutachter (
Urk.
7/155/15 f.;
Urk.
7/155/36 ff.;
Urk.
7/155/43 ff.
) und wurde in Kenntnis der relevanten Vorak
ten (
Urk.
7/155/f ff.)
abgegeben. Es würdigt die vorhandenen Arztberichte sor
g
fältig
(
Urk.
7/155/19 f.
;
Urk.
7/155/47
)
, berücksichtigt die von der
Beschwerde
führer
in
geklagten Beschwerden und setzt sich mit diesen hinreichend auseinan
der. Die Darlegung der medizinischen Zusammenhänge ist einleuchtend und das Gutachten ist schlüssig.
5.2
5.2.1
Die Beschwerdeführe
rin führte hiergegen aus, dass die Gutachter die Befunde zwar erhoben, allerdings nicht richtig gewürdigt hätten. So würden die Befunde zeigen, dass sie die Tätigkeit als Reinigungskraft nicht ausüben könne
.
E
ine not
wendige gesamthafte Beurteilung der somatischen und allfälligen psychiatrischen Einschränkungen unterbleibe (
Urk.
1 S. 4).
Dem ist entgegenzuhalten, dass die abschliessende gutachterliche Beurteilung in einem Konsensgespräch zustande kam (
Urk.
7/155/1 f.) und sämtliche erhobe
nen Befunde und Diagnosen in die interdisziplinäre
Beurteilung miteinflossen
(U
rk. 7/155/22 ff.).
5.2.2
Die Beschwerdeführerin bringt des Weiteren vor, dass die periphere arterielle Ver
schlusskrankheit
für sich alleine bereits zu einer massiven Einschränkung der Arbeitsfähigkeit führe (
Urk.
1 S. 5). Die Gutachter führten diesbezüglich aller
dings schlüssig aus, dass keine längeren Gehstrecken möglich seien, die Beschwerdeführerin aber ansonsten nicht eingeschränkt sei (
Urk.
7/155/39). Daraus resultiert – entgegen den Ausführungen der Beschwerdeführerin keine massive Einschränkung der Arbeitsfähigkeit.
Hinzu kommt, dass auch die behandelnden Ärzte der
D._
in ihrem von der Beschwerdegegnerin eingeholten Bericht vom 1
3.
April 2016 konstatierten, dass aus
angiologischer
Sicht keine Arbeitsun
fähigkeit bestehe (
Urk.
7/100/2).
5.2.3
Der psychiatrische Gutachter stellte ausführlich und nachvollziehbar dar,
dass es bei der Beschwerdeführerin
im Rahmen von Belastungssituationen
zum Auftreten von depr
essiven Symptomen kommen könne
. Diese seien aber reaktiv, durch äussere Einflüsse ausgelöst zu interpretieren, also im Rahmen einer Anpassungs
störung und nicht im Sinne einer eigenständigen rezidivierenden depressiven Störung. Die geringe Behandlungsaktivität (keine antidepressive Behandlung, keine stationären Massnahmen) und auch die Angaben der Beschwerdeführerin (sie brauche keine Medikation, Gespräche seien ausreichend) liessen keine
höher
gradige
Ausprägung der affektiven Symptome annehmen und sprächen gegen die von
Dr.
B._
angenommene Diagnose einer rezidivierenden depressiven Stö
rung. Jedoch neige die
Beschwerdeführerin dazu, in belastenden Situationen wie
der verstärkt Alkohol zu konsumieren, wobei sich dieser nach der letzten Ent
zugsbehandlung in gewissen Grenzen halte. Eine Entzugssymptomatik in Phasen von vermindertem Alkoholkonsum oder in Phasen der Abstinenz l
a
sse sich nicht erfragen. Es sei in der Vergangenheit zu keinem Zeitpunkt eine fachärztlich psy
chiatrische Behandlung erfolgt. Die Psychotherapie beziehe sich – nach Angaben der behandelnden Hausärztin und Psychotherapeutin –
auf stützende
supportive
Gespräche, die ressourcenorientiert zu sein schienen. Dies sei bei der einfach strukturierten Beschwerdeführerin mit ängstlich
en
, selbstunsicheren und abhän
gigen Zügen sicher auch sinnvoll, begründe
aber per se keine Arbeitsunfähigkeit über einen längeren Zeitraum (
Urk.
7/155/47).
Damit ist – entgegen den Ausführungen der Beschwerdeführerin – nicht mit über
wiegender Wahrscheinlichkeit erstellt, dass sie aus psychischer Sicht dauerhaft in ihrer Arbeitsfähigkei
t eingeschränkt ist.
Da eine Arbeitsunfähigkeit aus psychiatrischen Gründen nachvollzieh
bar und schlüssig verneint wurde
, kann auf ein
strukturiertes Beweisverfahren nach BGE 141 V 281 verzichtet werden (vgl. E. 2.3.3).
5.2.4
Die Beschwerdeführerin reichte im Rahmen des Beschwerdeverfahrens den Bericht von
Dr.
B._
vom 1
9.
September 2018 ein (
Urk.
3/3).
Diesbezüglich
ist auf die bundesgerichtliche Rechtsprechung hinzuweisen, wonach der Umstand allein, dass behandelnde Fachärzte eine vom eingeholten Gutachten abweichende Meinung äussern, nicht Anlass zu weiteren Abklärungen gibt oder das Gutachten in Frage zu s
tellen
vermögen
; anders würde es sich verhalten, wenn die behan
delnden Ärzte konkrete, objektiv fassbare Aspekte namhaft machen, die dem ärzt
lichen Experten entgangen sind oder mit denen er sich nicht befasst hat (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom
2.
August 2006 U 58/06 E. 2.2) - was vorliegend allerdings nicht der Fall ist.
5.3
Nach ständiger Rechtsprechung beurteilt das Sozialversicherungsgericht die Gesetzmässigkeit des angefochtenen Entscheids in der Regel nach dem Sachver
halt, der zur Zeit des Abschlusses des Verwaltungsverfahrens gegeben war. Tat
sachen, die jenen Sachverhalt seither verändert haben, sollen im Normalfall Gegenstand einer neuen Verwaltungsverfügung sein (BGE 131 V 242 E. 2.1, 121 V 362 E. 1b).
Damit ist die mit Schreiben vom 1
5.
Dezember 2018
geltend gemachte
Ver
schlechterung des Gesundheitszustandes im vorliegenden Verfahren nicht zu dis
kutieren bzw. unbeachtlich (vgl.
Urk.
9 und
Urk.
10)
5.
4
Zusammenfassend ist d
as
A._
-Gutachten vom 1
9.
Juni 2017
voll beweiskräf
tig. Von weiteren Abklärungen, wie von der Beschwerdeführerin gefordert, sind keine zusätzlichen Erkenntnisse zu erwarten, weshalb darauf in antizipierter Beweis
würdigung (vgl. BGE 122 V 157 E. 1d mit Hinweisen) verzichtet wird.
6.
Gestützt auf die gutachterlichen Ausführungen ist der Beschwerdeführerin ihre angestammte oder eine angepasste Tätigkeit vollumf
änglich möglich. E
ntgegen den Ausf
ührungen der Beschwerdeführerin erübrigt sich demnach
ein Einkom
mensvergl
eich
.
7.
7.1
Die Beschwerdeführerin beantragte des Weiteren «Unterstützung und Begleitung bei der Wiedereingliederung in den Arbeitsmarkt».
Im verwaltungsgerichtlichen Beschwerdeverfahren sind grundsätzlich nur Rechtsverhältnisse zu überprüfen beziehungsweise zu beurteilen, zu denen die zuständige Verwaltungsbehörde vorgängig verbindlich – in Form einer Verfü
gung – Stellung genommen hat. Insoweit bestimmt die Verfügung den beschwer
deweise weiterziehbaren Anfechtungsgegenstand. Umgekehrt fehlt es an einem Anfechtungsgegenstand und somit an einer Sachurteilsvoraussetzung, wenn und insoweit keine Verfügung ergangen ist (BGE 131 V 164 E. 2.1; 125 V 413 E. 1a).
Allfällige
Eingliederungsmassnahmen
sind nicht Gegenstand der
angefochtenen Verfügung vom
6.
September 2018
und entsprechend auch nicht Gegen
stand des vorliegenden Beschwerdeverfahrens (Urk. 2), womit nicht auf diesen Antrag ein
zutreten ist.
7.2
Der Antrag auf Wiederherstellung der aufschiebenden Wirkung der Beschwerde erweist sich
mit dem Urteil heutigen Datums
als gegenstandslos.
8.
Zusammenfassend erweist sich die angefochtene Verfügung als rechtens und die Beschwerde ist vollumfänglich abzuweisen, soweit darauf einzutreten ist.
9.
Gestützt auf
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG ist das Besc
hwerdeverfahren vor dem kantona
len Versicherungsgericht bei Streitigkeiten um die Bewilligung oder die Verwei
gerung
von IV-Leistungen kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem Verfahrens
aufwand und unabhängig vom Streitwert unter Berücksichtigung des
gesetzlichen Rahmens (Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.--) auf Fr. 600.-- festzusetzen und
der
unterlie
genden Beschwerdeführer
in
aufzuerlegen.