# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 2f08fabc-d97a-51a6-ae27-fe5ad5d53ba5
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2014
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1973, war ab 11. Juni 2009 als Reinigungsangestellte (mit einem Pensum von 100 %) bei der
Z._
GmbH in
A._
(heute:
B._
) und daneben bereits ab 2. März 2009 ebenfalls als Reinigungsmitarbeiterin bei der
C._
AG in
D._
(mit einem
Pensum von 11 Wochenstunden) angestellt (Urk. 8/1 und 8/3). Infolge der bei
den
Anstellungen war sie bei der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt (SUVA
) gegen die Folgen von Berufs- und Nichtberufsunfällen versichert, als
sie
am
31. Juli 2009 beim Putzen von einer Leiter fiel und sich dabei am linken Knie ver
letzte (Urk. 8/1).
Die medizinische Erstversorgung fand bei med.
pract
.
E._
, Spezialarzt FMH
für Allgemeine Medizin, statt; er stellte die Verdachtsdiagnose einer
Knie
gelenksbinnenläsion
nach Kniedistorsion links (
Urk.
8/4). Am 7. September 2009
wurde eine MRI-Untersuchung des linken Knies durchgeführt (Urk. 8/9
/6
).
Dr.
med.
F._
, Facharzt FMH für Chirurgie, empfahl am 11. September 2009,
die konservative Therapie weiterzuführen (Urk. 8/9
/5
). In der Folge wurde die Ver
sicherte in der Klinik
G._
betreut (Urk. 8/9
/3-4
).
Dr.
med.
H._
, Fach
arzt FMH für Orthopädische Chirurgie, operierte die Versicherte am 3. Feb
ru
ar 2010 (Arthroskopie und vordere Kreuzbandplastik; Urk. 8/18). Am 26. Augus
t 2010 fand eine weitere Operation statt (Urk. 8/32
/2-3
). Am
2
. März 2011 wurde die Versicherte von Kreisarzt
Dr.
med.
I._
, Facharzt FMH für Chirur
gie, untersucht (Urk. 8/49). Am 28. September 2011 musste sich die Ver
sicherte einem weiteren operativen Eingriff am linken Knie unterziehen, der
von
PD
Dr.
med.
J._
von der
K._
ausgeführt wurde
(„
Knie
arthroskopie
links,
Debridement
, Auffüllen des
tibialen
Bohrkanales mit
ipsi
la
teralem
Beckenkammzylinder, Entfernung der
tibialen
Schraube“; Urk. 8/74
/3-4
).
Am 24. Februar 2012 nahm
Dr.
J._
eine Rekonstruktion
des vorderen Kreuzbandes vor (Urk. 8/105). Vom 8. August bis 12. September 2012
war die Versicherte in der
Klinik L._
hospitalisiert (
Urk.
8/154). Kreisarzt
Dr.
I._
erklärte am 3. Oktober 2012, dass keine
Integritätsent
schä
digung
geschuldet sei (Urk. 8/156).
1.2
Am 9. Oktober 2012 teilte die SUVA der Versicherten mit, dass gemäss den Ein
schätzungen der
Klinik L._
von weiteren Behandlungsmassnahmen
keine namhafte Besserung des Zustandes mehr zu erwarten sei, weshalb die Heil
kosten- und Taggeldleistungen per 30. November 2012 eingestellt würden (Urk. 8/158).
Mit Verfügung vom
12. März 2013
(Urk. 8/179) verneinte die SUVA die An
sprü
che der Versicherten auf eine Invalidenrente und
eine
Integritätsent
schädi
gung
mit
der Begründung
, dass ein rentenausschliessender Invaliditätsgrad von
2,01 % vorliege
beziehungsweise
kein erheblicher Integritätsschaden gegeben sei.
Die dagegen erhobene Einsprache vom 3. April 2013 (Urk. 8/184) wies die SUVA
mit Entscheid vom 13. Juni 2013 (Urk. 2 = Urk. 8/197) ab.
2.
Dagegen liess die Versicherte mit Eingabe vom 5. Juli 2013 (Urk. 1) Beschwerde erheben mit dem Antrag, es sei die SUVA zu verpflichten, der Versicherten eine Invalidenrente und eine Integritätsentschädigung zuzusprechen sowie weiterhin für die Behandlungskosten aufzukommen. Die SUVA schloss in ihrer
Beschwer
deantwort
vom 25. Juli 2013 (Urk. 7) auf Abweisung der Beschwerde, was der Be
schwerdeführerin am 30. Juli 2013 zur Kenntnis gebracht wurde. In der Folge äusserte sich die Beschwerdeführerin verschiedentlich und legte weitere
Arztbe
richte
auf (Urk. 10 und Urk. 12-15), wovon die Beschwerdegegnerin in Kenntnis gesetzt wurde (Urk. 11 und Urk. 16).
Auf die Ausführungen der Parteien ist, soweit für die
Entscheidfindung
erfor
der
lich, in den Erwägungen einzugehen.
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Nach Art. 10 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG) hat die versicherte Person Anspruch auf die zweckmässige Behandlung ihrer Un
fallfolgen. Den gesetzlich umschriebenen Anspruch auf Heilbehandlung hat die versicherte Person so lange, als von der Fortsetzung der ärztlichen Behandlung
eine namhafte Verbesserung ihres Gesundheitszustandes erwartet werden kann und allfällige Eingliederungsmassnahmen der Invalidenversicherung (IV) noch nicht
abgeschlossen sind (Art. 19 Abs. 1 UVG e
contrario
).
1.2
Ist die versicherte Person infolge des Unfalles zu mindestens 10 Prozent invalid (
Art.
8
des
Bundesgesetz
es
über den Allgemeinen Teil des
Sozialversicherungs
rechts
,
ATSG), so hat sie gemäss
Art.
18
Abs.
1 UVG Anspruch auf eine Invali
denrente. Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (
Art.
8
ATSG
). Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung
und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit be
i ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt zum
Er
werbseinkommen
, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre
(
Art.
16 ATSG; vgl. BGE 130 V 121).
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der
Invaliditäts
grad
aufgrund eines
Einkom
mensvergleichs
zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versi
cherte Person nach Ein
tritt der Invalidität und nach Durchführung allfälliger Ein
gliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgegliche
ner Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt zum
Erwerbsein
kommen
, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (
Art.
16
ATSG). Der
Einkom
mensvergleich
hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass
die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffern
mässig möglichst ge
nau er
mittelt und einander gegenüber
gestellt werden, worauf sich aus der
Ein
kommens
differenz
der Invaliditätsgrad bestimmen lässt. Insoweit die frag
lichen
Erwerbs
einkommen
ziffernmässig nicht genau ermittelt werden können, sind sie nach Mass
gabe der im Einzelfall bekannten Umstände zu schätzen und die so ge
wonnenen Annä
herungswerte miteinander zu vergleichen. Wird eine Schät
zung
vorgenommen, so muss diese nicht unbedingt in einer ziffernmässigen Festle
gung
von Annäherungswerten be
stehen. Vielmehr kann auch eine Gegen
über
stellung blosser
Prozent
zahlen
genügen. Das ohne Invalidität erzielbare hy
po
the
tische Erwerbseinkommen ist alsdann mit 100 % zu be
werten, während das
In
valideneinkommen
auf einen entsprechend klei
neren Prozentsatz veran
schlagt wird, so dass sich aus der Prozentdifferenz der Invaliditätsgrad ergibt (so ge
nan
n
ter Prozentvergleich; BGE 128 V 29 E.
1, 114 V 310 E.
3a mit Hin
weisen; AHI 2000
S.
309 E.
1a mit Hinweisen).
1.3
1.3.1
Nach Art. 24 Abs. 1 UVG hat die versicherte Person Anspruch auf eine ange
messene Integritätsentschädigung, wenn sie durch den Unfall eine dauernde er
hebliche Schädigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Integrität er
leidet. Die
Inte
gritätsentschädigung
wird in Form einer Kapitalleistung gewährt. Sie darf den am Unfalltag geltenden Höchstbetrag des versicherten
Jahresver
dienstes
nicht übersteigen und wird entsprechend der Schwere des
Integritäts
schadens
ab
ge
stuft (Art. 25 Abs. 1 UVG).
Gemäss Art. 25 Abs. 2 UVG regelt der Bundesrat die Bemessung der Entschädi
gung. Von dieser Befugnis hat er in Art. 36
der
Verordnung über die Un
fall
ver
sicherung (UVV)
Gebrauch gemacht. Abs. 1 dieser Vorschrift bestimmt, dass ein
Integritätsschaden als dauernd gilt, wenn er voraussichtlich während des ganzen
Lebens minde
stens in gleichem Umfang besteht. Er ist erheblich, wenn die kör
perliche oder geistige Integrität, unabhän
gig von der Erwerbsfähigkeit, augen
fällig oder stark beeinträchtigt wird. Ge
mäss Abs. 2 gelten für die Bemessung der
Integri
tätsentschädigung
die Richtli
nien des Anhanges
3.
Fallen mehrere körper
liche oder geistige
Integritätsschä
den
aus einem oder mehreren Unfällen zu
sammen, so wird die
Integri
tätsent
schädigung
nach der gesamten Beeinträch
ti
gung fest
gesetzt (Abs. 3).
1.3.2
Die Bemessung der Integritätsentschädigung richtet sich laut Art. 25 Abs. 1 UVG nach der Schwere des
Integri
tätsschadens
. Diese beurteilt sich nach dem medizinischen Befund. Bei gleichem
medizinischen
Befund ist der
Integri
täts
schaden
für alle Versicherten gleich; er wird abstrakt und egalitär bemessen. Die Integritätsentschädigung der Unfallversicherung unterscheidet sich daher von der privat
rechtlichen Genugtuung, mit welcher der immaterielle Nach
teil indivi
duell unter Würdigung der besonderen Umstände bemessen wird. Es lassen sich im Gegensatz zur Bemessung der Genugtuungssumme im Zivilrecht (vgl. BGE 112 II 131 E. 2) ähnliche Unfallfolgen miteinander vergleichen und auf medizi
nischer Grundlage allgemein gültige Regeln zur Bemessung des
Integritätsscha
dens
aufstellen; spezielle Behinderungen der Betroffenen durch den
Integritäts
schaden
bleiben dabei unberücksichtigt. Die Bemessung des
Integri
tätsschadens
hängt somit nicht von den besonderen Umständen des Einzelfalles ab; auch geht
es bei ihr nicht um die Schätzung erlittener Unbill, sondern um die medi
zinisch-theoretische Ermittlung der Beeinträchtigung der körper
lichen oder geistigen Integrität, wobei subjektive Faktoren ausser Acht zu lassen sind (BGE 115 V 147 E. 1, 113 V 218 E. 4b mit Hinweisen; RKUV 2001 Nr. U 445 S. 555 ff.).
1.3.3
Im Anhang 3 zur UVV hat der Bundesrat Richtlinien für die Bemessung der
In
tegritätsschäden
aufgestellt und in einer als gesetzmässig erkannten, nicht ab
schliessenden Skala (BGE 124 V 29 E. 1b mit Hinweisen) wichtige und typische Schäden prozentual gewichtet (RKUV 2004 Nr. U 514 S. 416). Für die darin ge
nannten Integritätsschäden entspricht die Entschädigung im Regelfall dem an
gegebenen Prozentsatz des Höchstbetrages des versicherten Verdienstes (
Ziff.
1
Abs.
1). Die Entschädigung für spezielle oder nicht aufgeführte
Integritätsschä
den
wird nach dem Grad der Schwere vom Skalenwert abgeleitet (
Ziff.
1
Abs.
2).
Integritätsschäden, die gemäss der Skala 5 Prozent nicht erreichen, ge
ben keinen
Anspruch auf Entschädigung (
Ziff.
1
Abs.
3). Die völlige
Gebrauchs
unfähigkeit
eines Organs wird dem Verlust gleichgestellt; bei teilweisem Verlust und teil
weiser Gebrauchsunfähigkeit wird der Integritätsschaden entsprechend geringer,
wobei die Entschädigung jedoch ganz entfällt, wenn der
Integritäts
schaden
weni
ger als 5 Prozent des Höchstbetrages des versicherten Verdienstes ergäbe (
Ziff.
2).
Die Medizinische Abteilung der
SUVA
hat in Weiterentwicklung der
bundes
rät
lichen
Skala weitere
Bemes
sungsgrundlagen
in tabellarischer Form (sog.
Fein
raster
) erarbeitet. Diese von der Verwaltung herausgegebenen Tabellen stellen
zwar
keine Rechtssätze dar und sind für die Parteien nicht verbindlich, umso mehr als
Ziff.
1 von Anhang 3 zur UVV bestimmt, dass der in der Skala an
ge
gebene Prozentsatz des
Integri
tätsschadens
für den «Regelfall» gilt, welcher im Einzelfall Abweichungen nach unten wie nach oben ermöglicht. Soweit sie je
doch lediglich Richtwerte enthal
ten, mit denen die Gleichbehandlung aller Ver
sicherten gewährleistet werden soll, sind sie mit dem Anhang 3 zur UVV verein
bar (BGE 124 V 29 E. 1c, 116 V 156 E. 3a).
1.4
Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss UVG setzt zunächst voraus, dass zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit,
Invalidität, Tod) ein natürlicher Kausalzusamm
enhang besteht. Ursachen im
Sin
ne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind alle Um
stände, ohne deren Vor
handensein der eingetretene Erfolg nicht als einge
treten oder nicht als in der gleichen Weise beziehungsweise nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann. Entspre
chend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des na
türli
chen Kau
salzusammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die al
leinige oder unmittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schä
digende Ereignis zu
sammen mit anderen Bedingungen die kör
perliche oder geistige Integrität der versicherten Person beein
trächtigt hat, der Unfall mit an
dern Worten nicht wegge
dacht werden kann, ohne dass auch die ein
getretene gesund
heitliche Störung entfiele (BGE 129 V 177 E.
3.1, 406 E.
4.3.1, 123 V 45 E.
2b, 119 V 335 E. 1, 118 V 289 E. 1b, je mit Hinweisen).
Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesund
heitlichen Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang be
steht, ist eine Tatfrage, worüber die Ver
waltung beziehungsweise im
Be
schwerdefall
das Gericht im Rahmen der ihm ob
liegenden
Be
weis
würdigung
nach dem im Sozialversicherungsrecht übli
chen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt für die Begründung eines
Leistungs
anspruches
nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinwei
sen).
1.5.
1.5.1
Die Leistungspflicht des Unfallversicherers setzt im Weiteren voraus, dass zwi
schen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden ein adäquater Kau
salzusammenhang besteht. Nach der Rechtsprechung hat ein Ereignis dann als
adäquate Ursache eines Erfolges zu gelten, wenn es nach dem ge
wöhnlichen Lauf
der Dinge und nach der allgemeinen Lebens
erfahrung an sich geeignet ist, einen Erfolg von der Art des eingetretenen herbeizuführen, der Eintritt dieses Er
folges
also durch das Ereignis allgemein als begünstigt erscheint (BGE 129 V 177 E. 3.2,
405 E.
2.2, 125 V 456 E.
5a).
1.5.2
Bei objektiv ausgewiesenen organischen Unfallfolgen deckt sich die adäquate, d.h. rechtserhebliche Kausalität weitgehend mit der natürlichen Kausalität; die Adäquanz hat hier gegenüber dem natürlichen Kausalzusammenhang praktisch keine selbständige Bedeutung (BGE 134 V 109 E. 2.1).
1.5.3
Für die Beurteilung der Frage, ob ein Unfall nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge und der allgemeinen Lebenserfahrung geeignet ist, eine psychische
Ge
s
undheitsschädigung
herbeizuführen, ist nach der in BGE 115 V 133 ergange
nen
Rechtsprechung auf eine weite Bandbreite von Versicherten abzustellen. Dazu gehören auch jene Versicherten, die aufgrund ihrer Veranlagung für psy
chische Störungen anfälliger sind und einen Unfall seelisch weniger gut ver
kraften als
Ge
sunde, somit im Hinblick auf die erlebnismässige Verarbeitung des Unfalles zu
einer Gruppe mit erhöhtem Risiko gehören, weil sie aus
versiche
rungsmässiger
Sicht auf einen Unfall nicht optimal reagieren (BGE 115 V 133 E. 4b).
Für die Bejahung des adäquaten Kausalzusammenhanges zwischen dem Unfall und psychischen Gesundheitsschädigungen ist im Einzelfall zu verlangen, dass dem Unfall für die Entstehung der Arbeits- beziehungsweise Erwerbsunfähigkeit
eine massgebende Bedeutung zukommt. Dies trifft dann zu, wenn er objektiv eine
gewisse Schwere aufweist oder mit anderen Worten ernsthaft ins Gewicht fällt
(vgl. RKUV 1996 Nr. U 264 S.
288 E. 3b; BGE 115 V 133 E.
7 mit Hinwei
sen). Für
die Beurteilung dieser Frage ist an das Unfallereignis anzuknüpfen, wobei - aus
gehend vom augenfälligen Geschehensablauf - folgende Einteilung vorge
nom
men wurde: banale beziehungsweise leichte Unfälle einerseits, schwere Unfälle anderseits und schliesslich der dazwischen liegende mittlere Bereich (BGE 115 V 133 E.
6; vgl. auch BGE 134 V 109 E.
6.1, 120 V 352 E.
5b/
aa
; SVR 1999 UV Nr.
10 E. 2).
Bei der Einteilung der Unfälle mit psychischen Folgeschäden in leichte, mittel
schwere und schwere Unfälle ist nicht das Unfallerlebnis des Betroffenen mass
gebend, sondern das objektiv erfassbare Unfallereignis (vgl. BGE 120 V 352
E.
5b/
aa
, 115 V 133 E.
6; SVR 1999 UV Nr.
10 E.
2; RKUV 2005 Nr.
U
549 S. 237,
1995 Nr. U 215 S.
91).
Bei Unfällen aus dem mittleren Bereich lässt sich die Frage, ob zwischen Unfall und Folgen ein adäquater Kausalzusammenhang besteht, nicht aufgrund des Unfalles allein schlüssig beantworten. Es sind daher weitere, objektiv erfassbare
Umstände, welche unmittelbar mit dem Unfall im Zusammenhang stehen oder als
direkte beziehungsweise indirekte Folgen davon erscheinen, in eine
Ge
samt
wür
digung
einzubeziehen. Als wichtigste Kriterien sind zu nennen:
besonders dramatische Begleitumstände oder besondere Eindrücklichkeit des Un
falls;
die Schwere oder besondere Art der erlittenen Verletzungen, insbesondere ihre
er
fahrungs
gemässe
Eignung, psychische Fehlentwicklungen auszulösen;
ungewöhnlich lange Dauer der ärztlichen Behandlung;
körperliche Dauerschmerzen;
ärztliche Fehlbehandlung, welche die Unfallfolgen erheblich verschlimmert;
schwieriger Heilungsverlauf und erhebliche Komplikationen;
Grad und Dauer der physisch bedingten Arbeitsunfähigkeit (BGE 134 V 109 E. 6.1, 115 V 133 E.
6c/
aa
).
Der Einbezug sämtlicher objektiver Kriterien in die Gesamtwürdigung ist nicht in jedem Fall erforderlich. Je nach den konkreten Umständen kann für die Be
ur
teilung des adäquaten Kausalzusammenhangs ein einziges Kriterium genügen. Dies trifft einerseits dann zu, wenn es sich um einen Unfall handelt, welcher zu
den schwereren Fällen im mittleren Bereich zu zählen oder sogar als Grenzfall zu
einem schweren Unfall zu qualifizieren ist (vgl. RKUV 1999 Nr. U 346 S.
428, 1999 Nr.
U 335 S.
207 ff.; 1999 Nr.
U 330 S.
122 ff.; SVR 1996 UV Nr.
58). An
der
seits kann im gesamten mittleren Bereich ein einziges Kriterium genügen, wenn es in besonders ausgeprägter Weise erfüllt ist, wie zum Beispiel eine auf
fallend lange Dauer der physisch bedingten Arbeitsunfähigkeit infolge schwieri
gen
Heilungsverlaufes. Kommt keinem Einzelkriterium besonderes beziehungs
weise ausschlaggebendes Gewicht zu, so müssen mehrere unfallbezogene Krite
rien herangezogen werden. Dies gilt umso mehr, je leichter der Unfall ist. Han
delt
es sich beispielsweise um einen Unfall im mittleren Bereich, der aber dem Grenz
bereich zu den leichten Unfällen zuzuordnen ist, müssen die weiteren zu berücksichtigenden Kriterien in gehäufter oder auffallender Weise erfüllt sein,
damit die Adäquanz bejaht werden kann. Diese Würdigung des Unfalles zu
sam
men
mit den objektiven Kriterien führt zur Bejahung oder Verneinung der
Adäquanz. Damit entfällt die Notwendigkeit, nach andern Ursachen zu for
schen
, die möglicherweise die psychisch bedingte Erwerbsunfähigkeit
mitbe
günstigt
haben könnten (BGE 115 V 133 E.
6c/
bb
, vgl. auch BGE 120 V 352 E.
5b/
aa
; RKUV 2001 Nr. U 442 S.
544 ff., Nr. U 449 S.
53 ff., 1998 Nr. U 307 S.
448 ff., 1996 Nr. U 256 S. 215 ff.; SVR 1999 UV Nr.
10 E.
2).
1.6
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorak
ten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zu
sammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 125 V 351 E.
3a, 122 V 157 E.
1c).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete im angefochtenen
Einspracheentscheid
(Urk.
2) die Einstellung der Taggeld- und Heilbehandlungsleistungen per Ende
November 2012 im Wesentlichen gestützt auf den Austrittsbericht der
Klinik L._
vom 20. September 201
2.
Die Klinikärzte hätten festgestellt, dass die
Be
schwerdeproblematik
durch therapeutische Massnahmen nicht mehr ver
bessert
werden könne. Weitere physiotherapeutische Behandlungen hätten somit höchs
tens noch einen stabilisierenden Einfluss auf den Gesundheitszustand der Be
schwerdeführerin. Der medizinische Endzustand sei erreicht gewesen, weshalb die
Einstellung der Taggeld- und Heilbehandlungsleistungen zu Recht erfolgt sei. Den
Anspruch auf eine Invalidenrente verneinte die Beschwerdegegnerin mit dem Ar
gument, dass hinsichtlich des Haupterwerbs der Beschwerdeführerin ein
Inva
liditätsgrad
von 1,1 % und in Bezug auf den Nebenerwerb ein
Invalidi
tätsgrad
von 3,88 % vorliege. Da sowohl in Bezug auf den Haupterwerb als auch auf den Nebenerwerb keine Invalidität im
Erheblichkeitsgrad
von mindes
tens 10 % gegeben sei, bestehe kein Anspruch auf eine Invalidenrente. Die Be
schwerde
füh
rerin habe auch keinen Anspruch auf eine
Integritätsentschädi
gung
; Kreis
arzt
Dr.
I._
habe keine Integritätseinbusse erkannt (vgl. auch Urk. 7).
2.2
Demgegenüber liess die Beschwerdeführerin im Wesentlichen ausführen, dass sie
weiterhin an den Folgen des Unfalls vom 31. Juli 2009 leide. Die
Beschwer
de
geg
nerin
könne die enorme Differenz zwischen den Einschätzungen der SUVA-Ärzte und denjenigen der behandelnden Ärzte nicht erklären. Der Ent
scheid der Beschwerdegegnerin sei nicht nachvollziehbar und könne sich nicht auf über
zeugende medizinische Grundlagen stützen. Die Beschwerdeführerin habe ange
sichts der Gesundheitsbeeinträchtigungen im linken Knie Anspruch auf eine Invalidenrente von 20 oder 30 %. Hinzu kämen die Beschwerden an der
Len
den
wirbelsäule
; vor dem Unfall habe sie nie derartige Beschwerden ge
habt. Inso
weit sei die Frage der Unfallbedingtheit nicht abgeklärt worden. Die durch
geführten Operationen hätten zu keiner Besserung geführt; im Gegenteil hätten sie ihr physisch und psychisch geschadet. Zu berücksichtigen sei auch, dass der
Beschwerdeführerin eine Integritätsentschädigung von mindestens 25 % zustehe;
das hätten die behandelnden Ärzte mündlich verlauten lassen (Urk.
1; vgl. auch Urk.
10 und 12).
2.3
Strittig und zu prüfen ist zunächst, ob die Beschwerdegegnerin die
vor
über
gehenden
Versicherungsleistungen (insbesondere Heilbehandlungsleistungen) zu Recht per Ende November 2012 einstellte, weil ab diesem Zeitpunkt von einer
weiteren Behandlung keine namhafte Verbesserung des Gesundheitszustandes
mehr
zu erwarten war (Erreichen des sogenannten medizinischen Endzustan
des). Weiter ist umstritten, ob die Beschwerdeführerin Anspruch auf eine Invali
den
rente und eine Integritätsentschädigung hat. Diesbezüglich stellt sich zum einen
die Frage der Unfallkausalität der einzeln
en Gesundheitsbeeinträchtigungen (und
ob dadurch ein Integritätsschaden verursacht wurde)
; zum anderen ist die Be
mes
sung des I
nvaliditätsgrades zu überprüfen.
3.
Nachfolgend werden aus den umfangreichen medizinischen Akten nur diejeni
ge
n
Berichte auszugsweise wiedergegeben, die Aufschluss über die
streitent
schei
den
den
Punkte geben können:
3.1
Teamleiter-
Stv
.
PD
Dr.
med.
J._
und
Assistenzarzt
Prakt. med.
pract
.
M._
von der
K._
führten in ihrem Bericht vom 19. September 2012 (Urk
. 8/153/2-3) aus, dass noch ein
hinkendes
Gangbild
bestehe. Zehen
spitzen
, Fersen- und
Einbeinstand
seien möglich.
Sie hielten fest:
„
Inspek
to
risch
reizlos, kein Erguss, keine Schwellung. Flexion/Extension 135-0-5°.
Druckdol
enz
medial und lateral des Kniegelenkes, unspezifisch sowie distal der Oberschenkel medial und proximaler Unterschenkel medial. Seitenbänder stabil, Lachmann mit gutem Anschlag. Schubladentest ebenfalls mit gutem Anschlag,
Meniscus
zeichen
ne
gativ.“
3.2
Assistenzarzt
Dr.
med.
N._
und Oberarzt med.
pract
.
O._
, Facharzt für Physi
kalische Medizin und Rehabilitation
,
von der
Klinik L._
stellten
in ihrem Bericht vom 20. September 2012 (Urk. 8/154) folgende Diagnosen (S. 1)
:
A.
Unfall vom 31.07.2009: Sturz von Leiter
-
07.09.2009 MRI Knie links: Ruptur vorderes Kreuz- mediales Seitenband
-
03.02.2010 VKB-Rekonstruktion (BTB)
-
26.08.2010
Arthroskopische
Ganglionresektion
-
28.09.2011 Kniearthroskopie links, Auffüllen des
tibialen
Bohr
kanales
mit
ipsilateralem
Beckenkammzylinder, Entfer
nung
tibiale
Schraube
-
24.02.2012
Arthroskopisch
-assistierte vordere
Kreuzbandre
konstruktion
Knie links
-
10.09.2012 MRI Knie links:
Vd
. a.
Impingement
in der Pars
in
termedia
bei St. n. vorderer Kreuzband-Plastik. Leichte
Chondropathie
und
leichtgradige
mukoide
Degeneration des lateralen Meniskus
B.
Degenerative Wirbelsäulenveränderungen
-
09.09.2010 MRI LWS: Mediane
Protrusion
L2/3, zirkuläre Aus
weitung mit kleinem medianem Prolaps L4/5, keine
radikuläre
Kompression, keine
Foraminalstenosen
-
10.09.2012 MRI LWS:
Leichtgradige
, linksbetonte bilaterale
Fa
cettengelenksarthrose
LWK 4/
5.
Breitbasige
zirkuläre
Protrusion
LWK 4/5 mit Kontakt zu den Nervenwurzeln L5
re
zessal
bds
.
Breitbasige
zirkuläre
Protrusion
LWK 4/5 mit klei
nem Prolaps medial ohne Neurokompression
C.
Leichte bis mittelgradige depressive Episode (ICD-10: F32.0)
Akzentuierte Persönlichkeitszüge (perfektionistisch, zwanghaft) (ICD-10: Z73.1)
Bei Austritt aus der Klinik seien folgende Probleme vorhanden gewesen:
belas
tungsabhängige
Knieschmerzen links bei eher laxen Bandverhältnissen an bei
den Knien, ausgeprägte Parästhesie im Kniegelenk links, belastungsverstärkte Schmerzen im LWS-Bereich und Kraftverminderung im gesamten linken Bein.
Es sei aber eine erhebliche Symptomausweitung beobachtet worden. Diese sei teil
weise auf die psychische Störung zurückzuführen. Das Ausmass der de
mon
strierten physischen Einschränkungen lasse sich mit den objektivierbaren patho
logischen Befunden der klinische Untersuchung und der bildgebenden Abklä
rung sowie den gestellten Diagnosen nur ungenügend erklären. Die fest
gestellte psychische Störung begründe keine arbeitsrelevante
Leistungsminde
rung
.
Unter dem Untertitel „Zumutbarkeit für die berufliche Tätigkeit als
Reinigungs
mitarbeiterin
“ wurde Folgendes festgehalten (S. 2):
Arbeitszeit: Ganztags.
Spezielle Einschränkungen (Knie links): Gewichtslimit Heben und Tragen von 15 kg, wechselbelastend, keine repetitive Einnahme von Zwangshaltungen wie Knien, Kauern und Hocken, kein wiederholtes Treppen- und Leitersteigen.
Rücken (unfallfremd): keine längerdauernde Einnahme von
Zwangs
haltungen
des Rückens, z.B. längerdauernd vorgeneigt.
Die Zumutbarkeit für andere berufliche Tätigkeiten wurde folgendermassen um
schrieben (S. 3):
(Mindestens) leichte Arbeit
Spezielle Einschränkungen (Knie links):
w
echselbelastend, kein Ge
hen in unebenem Gelände, keine repetitive Einnahme von
Zwangs
haltungen
wie Knien, Kauern und Hocken, kein wiederholtes Trep
pen- und Leitersteigen.
Rücken (unfallfremd): keine längerdauernde Einnahme von
Zwangs
haltungen
des Rückens, z.B. längerdauernd vorgeneigt.
Weiter hielten
Dr.
N._
und med.
pract
.
O._
fest, dass während der
Hospi
talisation
der Beschwerdeführerin in der
Klinik L._
die
Beschwer
de
problematik
durch therapeutische Massnahmen nicht habe verbessert werden
können. Auch durch weitere medizinische Massnahmen sei keine Besserung zu erwarten; man empfehle die Prüfung der Frage des Fallabschlusses (S. 4).
3.3
Kreisarzt
Dr.
I._
verneinte
am 3. Oktober 2012 die ihm gestellte Frage, ob
eine Integritätsentschädigung geschuldet sei. Er verwies auf den Bericht der
K._
vom 14. August 2012 (richtig
wohl
: 19. September 2012 [Urk. 8/153/2; vgl. oben E.
3.1]). Eine weitere Begründung ist der Mei
nungs
äusse
rung von
Dr.
I._
nicht zu entnehmen (Urk. 8/156).
3.4
PD
Dr.
J._
und Assistenzärztin
Dr.
med.
P._
von der
K._
äusserten sich in ihrem Bericht vom 31. Oktober 2012 (Urk. 8/163) da
hingehend, dass weiterhin ein subjektives Instabilitätsgefühl und Schmerzen
an
terior
sowie
retropatellär
bestünden. Radiologisch zeige sich ein intaktes Trans
plantat ohne weitere Anhaltspunkte für eine Pathologie. Insgesamt bestehe eine leicht vermehrte
Laxität
. Die physiotherapeutischen Massnahmen zur Kräf
ti
gung der Kniemantelmuskulatur links sollten weitergeführt werden. Aus
knie
chirurgischer
Sicht bestehe keine Möglichkeit
mehr
zur Verbesserung.
3.5
Am 9. Januar 2013 stellte die Beschwerdegegnerin Kreisarzt
Dr.
I._
die Frage
,
ob der Beschwerdeführerin rein unfallbedingt auch eine zusätzliche - das
Zumut
barkeitsprofil
berücksichtigende - Nebenbeschäftigung im Ausmass von elf Wochenstunden (wie vor dem Unfall) zumutbar wäre. Kreisarzt
Dr.
I._
ent
ge
gnete darauf, dass diese Frage überflüssig sei und nicht medizinischer
Art.
Die Umsetzung des Belastungsprofils habe administrativ zu erfolgen. Ohne fest
ge
legte zeitliche Einschränkung könne man unbeschränkt im Rahmen der fest
ge
legten Belastungen arbeiten. Allerdings dürfe ein gewisses Mass nicht über
schritten werden, da sonst die Erholungszeit fehle (Urk. 8/173).
3.6
PD
Dr.
J._
und Assistenzärztin med.
prac
t
.
Q._
von der
K._
führten in ihrem Bericht vom 13. November 2013 (Urk. 13) aus, dass
die Beschwerdeführerin über gleichbleibende Beschwerden in Form einer chron
i
schen Schmerzproblematik sowie einer Instabilitätsproblematik klage. Sie gebe an,
sich bei jedem Schritt konzentrieren zu müssen, da ihr linkes Kniege
lenk sowohl in sagittaler als auch koronarer Ebene instabil erscheine. Bei der klini
schen Untersuchung zeige sich eine verlängerte AP-Translation; jedoch sei der Anschlag hart. Dies
lasse
auf die Integrität des vorderen Kreuzbandes schliessen. Das MRI, das letztes Jahr angefertigt worden sei, habe weiterhin ein intaktes
Transplantat sowie eine minime
Femoropatellararthrose
gezeigt. Auf chirurgi
schem
Wege gebe es kein Verbesserungspotential. Durch Muskelaufbau könne
die Beschwerdeführerin die subjektive Instabilität verbessern. Aufgrund der
Knie
gelenksproblematik
sei es ihr nicht mehr möglich, als Raumpflegerin zu arbei
ten. Es sei ihr aber durchaus wieder möglich, Tätigkeiten, die das Knie nicht
belasten würden, auszuführen: Dabei kämen vor allem sitzende Tätigkei
ten in Be
tracht.
3.7
Dr.
med. univ.
R._
, Fachärztin FMH für Psychiatrie und Psychotherapie, diagnostizierte in ihrem Bericht vom 15. Dezember 2013 (Urk. 15) eine rezidi
vie
rende depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige depressive Episode (ICD-10 F33.1). Dieses Krankheitsbild sei für sich in der Regel gut behandelbar.
Als ungünstige
Komorbidität
komme jedoch die Knieproblematik hinzu, welche die
depressive Symptomatik
aufrechterhalte
. Weiter wirkten sich die psychoso
zialen Umstände (Verlust der Arbeitsstelle, schwierige finanzielle Situation und Migrationshintergrund) negativ aus. Die Beschwerdeführerin sei
in
einer andau
ernden psychischen
Belastungssituation
. Die Prognose bezüglich Wiedererlan
gung der Arbeitsfähigkeit müsse in Anbetracht der erwähnten
Chronifizie
rungs
faktoren
als eher ungünstig bezeichnet werden.
4.
4.1
Aus den wiedergegebenen Arztberichten ist ersichtlich, dass bei der Beschwer
d
e
führerin nach wie vor erhebliche Gesundheitsbeeinträchtigungen vorliegen, die zum Teil auf den Unfall vom 31. Juli 2009 zurückzuführen sind. Die medi
zini
schen Akten zeichnen im Wesentlichen ein einheitliches und übereinstim
men
des Bild. Dies gilt nicht nur in Bezug auf die Kausalitätsbeurteilungen
,
son
dern insbesondere auch hinsichtlich der Frage, ob der medizinische Endzustand er
reicht worden ist.
4.2
Gestützt auf die Berichte von
Dr.
N._
, med.
pract
O._
, PD
Dr.
J._
,
Dr.
P._
und med.
pract
.
Q._
(Urk. 8/154, 8/163 und 13; vgl. oben E. 3.2, 3.
4
und 3.6) ist erstellt, dass am linken Knie der Beschwerdeführerin, an dem sie sich
beim Unfall vom 31. Juli 2009 verletzte, der medizinische Endzustand
ein
ge
treten
ist. Sowohl die behandelnden Ärzte des
K._
als auch
die Ärzte der
Klinik L._
vertraten die Ansicht, dass durch weitere me
dizinische Massnahmen keine namhafte Besserung des Gesundheitszustandes mehr zu erreichen sei. Gegenteilige medizinische Meinungsäusserungen liegen nich
t vor.
Demgemäss war
der sogenannte medizinische
Endzustand
am linken Knie er
reicht,
weshalb
die Beschwerdegegnerin die Taggeld- und
Heilbehandlungs
leis
tunge
n
zu Recht per Ende November 2012 eingestellt hat. Die Beschwerde er
weist sich insoweit als unbegründet.
4.3
Aus dem Bericht von
Dr.
N._
und med.
pract
.
O._
vom 20. September 2012 (Urk. 8/154; vgl. auch E.
3.2
) geht deutlich hervor, dass die festgestellten
Wirbelsäulenveränderungen (mediane
Protrusion
L2/3 sowie
leichtgradige
,
links
betonte
bilaterale Facettengelenksart
h
rose LWK 4/5) nicht unfallbedingt hervor
gerufen wurden, sondern
degenerativ
bedingt sind
(S.
2)
. Auch insoweit beste
hen
keine abweichenden Kausalitätseinschätzungen. Da der Bericht von
Dr.
N._
und med.
pract
.
O._
sämtliche in E. 1.6 wiedergegebene Anforde
rungen der
höchstrichterlichen Praxis an Arztberichte erfüllt, kann darauf ab
gestellt werden.
Hinsichtlich der festgestellten degenerativen
Wirbelsäulenver
änderungen
fällt
somit
die Leistungspflicht der Beschwerdegegnerin ausser Be
tracht.
4.4
4.4.1
Dr.
R._
diagnostizierte in ihrem Bericht vom 15. Dezember 2013 (Urk. 15)
eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige de
pressive Episode (ICD-10 F33.1); bereits in der
Klinik L._
(Urk. 8/154)
war eine Di
agnose aus dem depressiven Formenkreis gestellt worden (leichte bis mittel
gra
dige depressive Episode [ICD-10 F32.0]).
Dr.
R._
stellte aber einen kau
sa
len Zusammenhang zwischen der diagnostizierten psychischen
Beeinträchti
gung
und dem Unfall vom 31. Juli 2009 her. Sie vertrat die Ansicht, dass die
un
fallbedingten
Kniebeschwerden
die depressive Symptomatik
aufrechter
h
ie
lte
n
.
Vorliegend muss der Frage, ob zwischen der psychischen
Gesundheitsbe
ein
träch
tigung
und dem Unfallereignis vom 31. Juli 2009 tatsächlich ein natür
licher Kausalzusammenhang besteht, nicht weiter nachgegangen werden, da auf jeden Fall zwischen erlittenem Unfall und psy
chischen Beschwerden kein adäquater
Kausalzusammenhang gegeben ist:
4.4.2
Am 31. Juli 2009
verletzte
sich die Beschwerdeführerin am linken Knie, als sie beim Putzen einer Lampe von einer Leiter fiel (Urk. 8/1). Demzufolge ist von ei
nem Unfall im mittleren Bereich auszugehen, und zwar - ohne den Unfall zu bagatellisieren - um einen mittelschweren Unfall an der Grenze zu den leichten.
Bei mittelschweren Unfällen im Grenzbereich zu den leichten Unfällen ist zur Be
jahung der Adäquanz erforderlich, dass mindestens vier
praxisgemässe
Kri
terien
erfüllt sind oder eines in besonders ausgeprägter Weise gegeben ist (vgl. etwa
Bun
desge
richtsurteile
8C_131/2010 vom 8. April 2010 E. 4
.1 sowie 8C_816/2011
vom 26. Januar
2012, je mit Hinweisen).
Der Unfall vom 31. Juli 2009 war weder besonders dramatisch noch eindrück
lich. Es handelte sich um einen alltäglichen Arbeitsunfall. Die erlittenen Verlet
zungen waren weder schwer noch von besonderer
Art.
Die Dauer der ärztlichen Behandlung war nicht ungewöhnlich lange. Anzeichen für eine ärztliche
Fehl
behandlung
sind nicht ersichtlich. Dagegen sind die Kriterien „körperliche
Dau
erschmerzen
“ sowie „Grad und Dauer der physisch bedingten Arbeitsunfähig
keit“ (bis zu einem gewissen Grad) als erfüllt anzusehen. Offen
bleiben
kann, ob
–
an
gesichts der wiederholten Operationen - bereits von einem schwierigen
Heil
ver
lauf
und erheblichen Komplikationen gesprochen werden kann. Selbst wenn dies
der Fall wäre, wären vorliegend nur drei Adäquanzkriterien erfüllt (keines je
doch
in besonders ausgeprägter Weise), was - wie dargelegt - nicht ausreicht, um die Adäquanz zu begründen.
Daraus folgt, dass die Beschwerdegegnerin hinsichtlich der bei der Beschwerde
führerin vorliegenden psychischen Gesundheitsbeeinträchtigung nicht
leis
tungs
pflichtig
ist.
4.5
Zusammenfassend ist festzuhalten, dass eine Leistungspflicht der
Beschwerde
gegnerin
ausschliesslich in Bezug auf die unfallbedingte Verletzung am linken Knie der Beschwerdeführerin besteht und dass insoweit der medizinische End
zustand per Ende November 2012 erreicht war, weshalb die Beschwerde
gegnerin
die Taggeld- und Heilbe
h
an
dlungsleistungen zu Recht zum genannten Zeit
punk
t einstellte und die Ansprüche auf eine Invalidenrente und eine
Integritäts
ent
schädigung
prüfte.
5.
5.1
Im angefochtenen
Einspracheentscheid
vom 13. Juni 2013 (Urk. 2) berechnete die Beschwerdegegnerin die ihres Erachtens vorliegenden Invaliditätsgrade ge
trennt hinsichtlich des Haupterwerbs und des Nebenerwerbs. In Bezug auf den Haupterwerb ging sie von einem Invaliditätsgrad von 1,14 % aus (Urk. 2 S. 10); im
Nebenerwerb
kam sie auf einen Invaliditätsgrad von 3,88 % (Urk. 2 S. 11). Dabei ging die Beschwerdegegnerin davon aus, dass es der Beschwerdeführerin nach wie vor zumutbar sei, neben einer Haupttätigkeit (100 %) weiterhin auch eine Nebentätigkeit (Pensum von 26 %) auszuüben.
5.2
5.2.1
Die Berechnung des
Invaliditätsgrades wurde im
angefochtenen
Entscheid
nicht
rechtskonform durchgeführt. Anstatt zwei Invaliditätsgrade bezüglich des Haupt-
und des Nebenerwerbs zu berechnen, hätte die Beschwerdegegnerin das
Vali
den
ei
nkommen
durch die Addition
sämtliche
r
Erwerbseinkommen, für wel
che eine AHV-Beitragspflicht besteht (mithin den Haupt- und Nebenerwerb),
bestimmen
müssen (vgl. dazu
Kieser
, ATSG-Kommentar, 2. Auflage,
Zürich
2009, N 13 zu Art. 16 ATSG
; ferner etwa Bundesgerichtsurteil 8C_922/2012 vom 26. Februar
2013 E.
5.2)
. Anschliessend hätte sie gestützt auf ein aussage
kräftiges
Zumutbar
keitsprofil
ein (einziges) Invalideneinkommen ermitteln und schliesslich - wie
üblich - anhand der beiden Einkommenswerte die
Einkom
menseinbusse
be
ziehungs
weise den In
validitätsgrad berechnen müssen (vgl. hierzu auch
Rumo-Jungo
/
Holzer, Rechtsprechung über die
Unfallvericherung
, S. 127).
5.2.2
Angesichts der herrschenden Aktenlage kann diese Berechnung im vorliegenden Beschwerdeverfahren nicht nachgeholt werden. Es fehlt ein aussagekräftiges be
ziehungsweise klares Zumutbarkeitsprofil. Das von
Dr.
N._
und med.
pract
.
O._
in ihrem Bericht vom 20. September 2012 (Urk. 8/154; vgl. oben E. 3.2)
aufgestellte Profil ist zwar vordergründig einleuchtend und nachvollziehbar; den
Besonderheiten, die der vorliegende Fall aufweist, wird es aber nicht ge
recht.
Dr.
N._
und med.
pract
.
O._
waren der Ansicht, dass die Beschwer
de
füh
rerin (bei Beachtung der genannten Einschränkungen) auch weiterhin ganztags
als Reinigungsmitarbeiter
in
arbeiten könne. Es kann offen bleiben, ob dies ange
sichts der gestellten Diagnosen und der festgehaltenen Einschränkun
gen, nach
voll
ziehbar ist. In Bezug auf die Ausübung einer leidensangepassten Tätigkeit wurde keine zeitliche Beschränkung genannt. Es ist daraus wohl zu schliessen,
dass eine solche ebenfalls ganztags ausgeübt werden könnte. Ob der Be
schwer
deführerin aber weiterhin auch noch eine (erhebliche) Nebenbeschäfti
gung (Pensum von 26 %) zumutbar ist, wovon die Beschwerdegegnerin ohne
Weiteres
ausging, ist dem Bericht von
Dr.
N._
und med.
pract
.
O._
nicht zu ent
nehmen.
Der Beschwerdegegnerin war diese Inkonsistenz in den Akten aufgefallen, wes
halb sie
diesbezüglich
Kreisarzt
Dr.
I._
zu Rate zog (vgl. Urk. 8/173). Kreis
arzt
Dr.
I._
vertrat jedoch die - unzutreffende - Auffassung, dass die Frage der zeitlichen Begrenzung einer zumutbaren Arbeitstätigkeit nicht medizinischer
Natur sei. Seines Erachtens gebe es keine zeitliche Begrenzung für eine zumut
bare
Arbeitstätigkeit. Diese Auffassung ist unhaltbar; sie widerspricht ständiger Praxis der Verwaltungs- und der Gerichtsbehörden.
Die medizinischen Experten haben sich insbesondere auch darüber auszusprechen, in welchem zeitlichen
Rahmen eine an sich zumutbare Tätigkeit ausgeübt werden kann.
Falls Dr.
I._
davon ausgegangen sein soll
te
, dass der Beschwerdeführerin eine angepasste Tätigkeit zeitlich unbeschränkt – auch über ein Pensum von 100 % hinaus – zu
mutbar ist, findet dies in den Akten mangels entsprechenden Äusserungen der Fachärzte keine Stütze.
Aus dem Gesagten folgt, dass der angefochtene
Einspracheentscheid
im
Renten
punkt
nicht rechtskonform ist, weshalb er insoweit aufzuheben und die Sache an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen ist, damit sie die erforderlichen Ab
klärungen veranlasse und hernach neu verfüge. Angesichts der Umstände er
scheint es angezeigt, dass Zumutbarkeitsprofil von einer - bisher noch nicht in
vol
vierten - verwaltungsunabhängigen Fachperson erstellen zulassen.
6.
6.1
Auch hinsichtlich der Frage, ob die Beschwerdeführerin Anspruch auf eine
Inte
gritätsentschädigung
hat, erweist sich die Sache als nicht spruchreif. Als einzige
medizinische Fachperson hat sich zum Vorliegen beziehungsweise
Nichtvorlie
gen
einer relevanten Integritätseinbusse Kreisarzt
Dr.
I._
geäussert.
Dr.
I._
be
antwortete die ihm gestellte Frage, ob in diesem Fall eine
Integri
tätsent
schä
di
gung
geschuldet sei, kurz und ohne Begründung mit „nein“ (
Urk.
8/156). Er ver
wies integral auf den Bericht der
K._
vom 14. August 2012 (richtig wohl: 19. September 2012). Im genannten Bericht (Urk. 8/153/2-3; vgl. E. 3.1) wird allerdings das Thema
Integritätsein
busse
nicht behandelt.
Im Rahmen des vorliegenden Prozesses versuchte die Beschwerdegegnerin zu begründen, weshalb ihres Erachtens ein Anspruch auf eine
Integritätsentschädi
gung
zu verneinen sei (vgl. Urk. 7 S. 4). Diese Ausführungen sind zwar bis zu einem gewissen Grade einleuchtend, können aber
in einem justizförmigen Ver
fahren
eine medizinische Beurteilung
durch einen Facharzt
nicht erset
zen. Es bleibt festzuhalten, dass in den medizinischen Akten - abgesehen von der unbe
gründeten und deshalb ungenügenden - Meinungsäusserung von
Dr.
I._
keine ärztliche Beurteilung der fraglichen Integritätseinbusse vor
handen ist.
6.2
Aus dem Gesagten folgt, dass die Sache auch betreffend
Integritätsentschädi
gung
ungenügend abgeklärt worden ist. Der angefochtene
Einspracheentscheid
ist demzufolge auch insoweit aufzuheben und die Sache an die
Beschwerdegeg
nerin
zurückzuweisen. Angesichts der Umstände erscheint es auch diesbezüglich angezeigt, die Schätzung des Integritätsschadens durch eine
verwaltungsunab
hängige
Fachperson vornehmen zu lassen.
7.
Nach § 34 Abs. 1 des Gesetzes über das Sozialver
sicherungsgericht (
GSVGer
) hat
die obsiegende Beschwerde führende Person Anspruch auf Ersatz der
Partei
kosten
. Diese werden ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der
Streitsache, der Schwierigkeit des Prozesses und dem Mass des Obsiegens be
messen
(§ 34 Abs. 3
GSVGer
). Als Obsiegen gilt auch die Rückweisung an den Versicherungsträger zur weiteren Abklärung (BGE 110 V 57 E. 3a).
Unter Berücksichtigung
, dass die Beschwerdeführerin vorliegend nur betreffend Invalidenrente und Integritätsentschädigung als obsiegend zu betrachten ist und hinsichtlich ihres Antrages, die Beschwerdegegnerin sei zu verpflichten, weiter
hin die Behandlungskosten zu tragen, unterliegt, ist die ihr zuzusprechende
Pro
zessentschädigung
angemessen
zu kürzen. Weiter ist zu beachten, dass die un
aufgefordert eingereichten Eingaben der Beschwerdeführerin nicht
notwendig waren, weshalb dafür
keine Entschädigung zu leisten ist.