# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** ff862b80-c808-5f20-a529-4bde8edab728
**Court:** BE_VB
**Chamber:** BE_VB_001
**Year:** 2015
**Language:** de
**Jurisdiction:** BE / Espace_Mittelland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** Urban Planning and Environmental

## Facts

I. Sachverhalt
1. Der Beschwerdegegner ist Eigentümer einer Liegenschaft am Z._gässli, in
der er vor rund 30 Jahren ohne Baubewilligung eine kleine Autoreparaturwerkstätte
einrichtete. Die Parzelle Biel Gbbl. Nr. A._ hat eine Fläche von 94 m2 und liegt in
der Mischzone A. Die Beschwerdeführerin, die gegenüber eine neue Wohnsiedlung
erstellte, reichte am 15. März 2013 eine baupolizeiliche Anzeige gegen den
Beschwerdegegner ein. Am 25. April 2014 verfügte die Stadt Biel, dass kein
baupolizeiliches Verfahren zur Wiederherstellung des rechtmässigen Zustandes
durchgeführt werde. Die BVE hiess die dagegen erhobene Beschwerde am 10. September
2
2014 teilweise gut und hob die angefochtene Verfügung auf.1 Sie wies die Vorinstanz an, in
Bezug auf die Einhaltung der umweltrechtlichen Immissionsvorschriften, den Brandschutz
und das Parkieren ein baupolizeiliches Verfahren mit weiteren Abklärungen durchzuführen.
Am 17. Februar 2015 teilte der Beschwerdegegner der Vorinstanz mit, dass er die
Geschäftstätigkeit per 31. Dezember 2014 aufgegeben habe. Er habe das Händlerschild
BE B._ U dem Strassenverkehrsamt Orpund zurückgegeben und das Eichamt
informiert, dass er keine Abgastests mehr durchführe. In Zukunft werde er die Liegenschaft
als privaten Lagerraum nützen.
2. Am 10. April 2015 erliess die Stadt Biel folgende Verfügung: 1. Die Abklärung, ob die umweltrechtlichen Immissionsvorschriften eingehalten sind, ist mit
der Einstellung des Autoreparaturbetriebs hinfällig geworden.
2. Der Brandschutz ist in allen Teilen der Liegenschaft Z._gässli 4 gewährleistet.
3. Das Parkieren eines Fahrzeuges auf der Privatparzelle Nr. A._ auf dem
Z._gässli ist zulässig.
4. Die Abteilung Stadtplanung schliesst das baupolizeiliche Verfahren gegen Herrn
X._ ab.
5. Die Kosten dieser Verfügung betragen Fr. 1'000.00 (...) und werden der
Y._Genossenschaft (...) auferlegt. (...).
3. Gegen diese Verfügung reichte die Beschwerdeführerin am 8. Mai 2015 Beschwerde
bei der Bau-, Verkehrs- und Energiedirektion des Kantons Bern (BVE) ein. Sie beantragt,
die Verfügung der Vorinstanz vom 10. April 2015 sei aufzuheben. Eventualiter seien die
Verfahrenskosten angemessen herabzusetzen.
4. Das Rechtsamt, welches die Beschwerdeverfahren für die BVE leitet2, holte die
Vorakten ein und führte den Schriftenwechsel durch. Der Beschwerdegegner nahm mit
Eingabe vom 3. Juni 2015 zu den einzelnen Rügen Stellung und beantragt sinngemäss die
Abweisung der Beschwerde. Die Stadt Biel beantragt mit Beschwerdevernehmlassung vom
1 BDE vom 10. September 2014, RA Nr. 120/2014/29 2 Art. 7 der Verordnung vom 18. Oktober 1995 über die Organisation und die Aufgaben der Bau-, Verkehrs- und Energiedirektion (OrV BVE; BSG 152.221.191)
3
5. Juni 2015, die Beschwerde sei abzuweisen und die angefochtene Verfügung sei zu
bestätigen.
Auf die Rechtsschriften wird, soweit für den Entscheid wesentlich, in den nachfolgenden
Erwägungen eingegangen.

## Considerations

II. Erwägungen
1. Sachurteilsvoraussetzungen
Gemäss Art. 49 Abs. 1 BauG3 können baupolizeiliche Verfügungen nach Art. 45 bis 48
BauG innert 30 Tagen seit Eröffnung mit Beschwerde bei der BVE angefochten werden.
Die Beschwerdeführerin kann als Anzeigerin Parteistellung beanspruchen (Art. 46 Abs. 2
Bst. a BauG). Sie ist durch die angefochtene Verfügung beschwert und daher zur
Beschwerde legitimiert. Auf ihre form- und fristgerecht eingereichte Beschwerde ist
einzutreten.
2. Nutzung, Brandschutz
a) Die Beschwerdeführerin bringt vor, es sei nicht klar, ob die Liegenschaft nun als
Einstellhalle für private Autos oder für die Instandstellung von Gebrauchtwagen genutzt
werde. Die heute zulässige Nutzung müsse im Hinblick auf eine künftige Vermietung der
Liegenschaft oder eine Rechtsnachfolge klar definiert und begrenzt werden. Nur so sei
gewährleistet, dass eine Überschreitung der zulässigen Nutzung oder eine künftige
Umnutzung in einem Verfahren geprüft werden könnten. Der Beschwerdegegner bringt
dagegen vor, das Z._gässli sei im Jahr 2014 durch die Bautätigkeit der
Beschwerdeführerin mehrmals tage- bis wochenlang gesperrt oder nur schwer passierbar
gewesen. Er habe dadurch viel Kundschaft verloren und das Geschäft aufgeben müssen.
Zurzeit sei er ein bis zwei Mal pro Woche während einer bis fünf Stunden in der Werkstatt
und arbeite an seinen Oldtimern und PW. Die Vorinstanz macht geltend, seit der Aufgabe
der gewerblichen Tätigkeit diene das Gebäude nur noch als Lager, wie es ursprünglich im
3 Baugesetz vom 9. Juni 1985 (BauG; BSG 721)
4
Jahr 1905 bewilligt worden sei. Selbst wenn der Beschwerdegegner die Liegenschaft als
private Werkstatt für Revisionen an seinen Fahrzeugen nutze, liege keine
Nutzungsänderung vor.
b) Der Beschwerdegegner hat seinen Gewerbebetrieb unbestritten Ende 2014
aufgegeben und nutzt das Gebäude nun zeitweilig als Werkstatt für Reparaturen an seinen
eigenen Fahrzeugen sowie als Lagerraum. Er ist daran, die Werkstatt aufzulösen und die
Gerätschaften zu verkaufen. Es besteht kein Anlass, an den Angaben des
Beschwerdegegners zu zweifeln. Die heutige Nutzung erfolgt nur noch privat und ist
demnach weniger intensiv als zu Zeiten des Betriebs einer Autoreparaturwerkstätte. Die
Auswirkungen auf Raum und Umwelt (Immissionen, Verkehrsbelastung) haben
entsprechend abgenommen. Von der Art und der zeitlichen Dimension her wird der Raum
heute noch im Rahmen eines Hobbys gebraucht. Es besteht kein Rechtsschutzinteresse
daran, im Hinblick auf die Nachfolge alle zulässigen Nutzungen zu definieren, da es sich
um hypothetische Fragen handelt. Die Nutzungsmöglichkeiten werden durch die
Zonenvorschriften begrenzt. Ob sich die künftige Nutzung eines Mieters oder
Rechtsnachfolgers im Rahmen bewegt, der 1905 für dieses Gebäude bewilligt wurde, wird
dann zu beurteilen sein, wenn ein konkretes Vorhaben besteht. Soweit die
Beschwerdeführerin verlangt, dass die Nutzung des Gebäudes präzisiert und begrenzt
werden müsse, kann nicht auf die Beschwerde eingetreten werden.
c) Die Beschwerdeführerin bezweifelt, dass die Gebäudeversicherung des Kantons
Bern (GVB) die Einhaltung der Brandschutzvorschriften für die aktuelle Nutzung als
Privatwerkstatt abgeklärt habe. Nach unbestritten gebliebenen Ausführungen der
Vorinstanz hat die GVB die damals noch gewerblich betriebene Autoreparaturwerkstätte
am 2. Juli 2013 eingehend geprüft und keine Mängel festgestellt. Am 3. März 2015 führte
die GVB zusammen mit einem Vertreter der Baupolizeibehörde der Stadt Biel eine
Besichtigung vor Ort durch und bestätigte am 12. März 2015, dass sie keine
Brandschutzmängel festgestellt habe. Sie hielt fest, einer "Umnutzung der
Autoreparaturwerksatt in ein Lager [steht] aus brandschutztechnischer Sicht nichts im
Wege. Diese Stellungnahme gilt nicht auf weitere Umnutzung des Lagers. Sollte sich
diesbezüglich etwas ändern, bitten wir Sie, die entsprechenden Instanzen zu
kontaktieren."4
4 Schreiben der GVB vom 12. März 2015, Vorakten der Stadt Biel, vor Register 1
5
Der GVB ist aus der diesjährigen Besichtigung der Liegenschaft bekannt, dass der Raum
immer noch als Werkstatt eingerichtet ist, die zwar nicht mehr gewerblich genutzt wird, in
der der Beschwerdegegner jedoch ab und zu Reparaturen an seinen eigenen Autos
ausführt. Der Beschwerdegegner informierte die GVB nach dem Erhalt des Schreibens
vom 12. März 2015 zudem telefonisch und schriftlich, dass er weiterhin Reparaturen und
Revisionen an seinen Privatfahrzeugen durchführe und verlangte eine Berichtigung,5 was
von der GVB jedoch unbeantwortet blieb. Mit der Formulierung, dass eine "weitere
Umnutzung" gemeldet werden müsse, hat die GVB demnach die Aufnahme einer neuen
gewerblichen Tätigkeit gemeint und nicht die private Weiternutzung der Werkstatt im
Umfang eines Hobbys. Die GVB hat das Gebäude in dem Zustand besichtigt, in dem es
eingerichtet ist und heute gebraucht wird, nämlich als private Werkstatt. Wären bei dieser
Besichtigung brandschutzrelevante Mängel festgestellt worden, hätte die GVB diese gerügt
und deren Behebung verlangt. Dies war aber nicht der Fall, im Gegenteil bestätigte die
GVB im zweiten Satz ihrer Stellungnahme vom 12. März 2015, dass sie keine
Brandschutzmängel festgestellt habe. Dementsprechend sah sie sich auch nach der
"Richtigstellung" des Beschwerdegegners vom 7. April 2015 nicht veranlasst, ihre
Beurteilung zu ändern. Der von der GVB formulierte Vorbehalt betrifft eine zukünftige
(gewerbliche) Umnutzung, welche nicht erfolgt ist. Die Rüge der Beschwerdeführerin
erweist sich somit als unbegründet.
d) Die Beschwerdeführerin weist darauf hin, dass die Liegenschaft trotz fehlendem
Kanalisationsanschluss über einen Wasseranschluss verfüge, was negative Folgen für die
Umwelt haben könne. Das Vorbringen der Beschwerdeführerin ist nur sehr allgemein
gehalten und enthält keinen Hinweis, wo sich dieser Wasseranschluss befinden soll und ob
dadurch verschmutzte Abwässer entstehen, die unrechtmässig entsorgt werden. In den
Akten deutet nichts auf einen Wasseranschluss hin. Dem Protokoll des früheren Wasser-
und Energiewirtschaftsamtes (WEA, heute Amt für Wasser und Abfall, AWA) vom 21. Juni
1991 ist zu entnehmen, dass das Gebäude weder über einen
Wasserversorgungsanschluss noch über einen Kanalisationsanschluss verfügt und dass
die Wascharbeiten durch Drittfirmen ausgeführt werden. Dem AWA ist kein anderer
Zustand bekannt, hat es doch der Vorinstanz auf deren Anfrage hin am 2. April 2013
kommentarlos das Protokoll des WEA vom 21. Juni 1991 zugestellt.6 Der
5 Schreiben vom 7. April 2015, Vorakten der Stadt Biel, vor Register 1 6 Vorakten, Register 1
6
Beschwerdegegner hat im Jahr 2005 verneint, dass er einen Wasseranschluss hat.7
Unbestritten gibt es in der Werkstatt keine Sanitäranlagen.8 Es deutet auch nichts darauf
hin, dass der Beschwerdegegner in der Zwischenzeit eine Wasserleitung eingezogen
hätte. Ausserdem ist davon auszugehen, dass dem Vertreter der Baupolizeibehörde der
Stadt Biel anlässlich des Augenscheins im März 2015 ein Wasseranschluss in dieser doch
kleinen Liegenschaft wohl aufgefallen wäre. Für dessen Bewilligung wäre die Gemeinde
zuständig (vgl. Art. 11 Abs. 2 Bst. a KGSchG9). Die Beschwerdeführerin macht auch nicht
geltend, dass der Beschwerdegegner Autos, Motoren oder dergleichen waschen oder
sonst wie verschmutzte Abwässer entsorgen würde. Es bestehen somit keine konkreten
Anzeichen, dass ein Wasseranschluss vorhanden ist und durch dessen Gebrauch
verschmutzte Abwässer entstehen. Die Rüge ist somit unbegründet. Die
Baupolizeibehörde kann aber jederzeit einschreiten, sollte sich der Verdacht auf einen
unbewilligten Wasseranschluss erhärten oder verschmutztes Abwasser unrechtmässig
entsorgt werden (vgl. Art. 6 und 7 GSchG10).
3. Parkieren
a) Die Beschwerdeführerin rügt, dass der Beschwerdegegner sein Auto vor der
Werkstatt parkiere und teilweise auch fremden Grund als Parkplatz beanspruche. Auch
wenn es sich nicht um eine öffentliche Strasse im Sinne des SG11 und des
Strassenverkehrsrechts handle, sei ein Autoabstellplatz baubewilligungspflichtig. Auf der
Parzelle Nr. A._ sei nie ein Autoabstellplatz bewilligt worden; ein solcher wäre
auch nicht bewilligungsfähig, da der Platz nicht den Normen entspreche. Ausserdem
schränke das parkierte Fahrzeug die Fahrbahnbreite ein und erschwere für die Feuerwehr
und Sanität den Zugang zur Siedlung. Aufgrund der fehlenden Manövrierfläche müsse der
Beschwerdegegner rückwärts aus dem Gässli fahren, was die Verkehrssicherheit
gefährde. Für Nutzungen ohne bauliche Massnahmen bestehe auch keine
Besitzstandsgarantie. Es sei Sache der Behörden, die unrechtmässige Nutzung des
7 Brief des Anwalts des Beschwerdegegners vom 23. Februar 2005 S. 2, Vorakten Register 2 8 BDE vom 10. September 2014, E. 4e, RA Nr. 120/2014/29 9 Kantonales Gewässerschutzgesetz vom 11. November 1996 (KGSchG; BSG 821.0) 10 Bundesgesetz vom 24. Januar 1991 über den Schutz der Gewässer (Gewässerschutzgesetz, GSchG; SR 814.20) 11 Strassengesetz vom 4. Juni 2008 (SG; BSG 732.11)
7
Vorplatzes auf der Parzelle Nr. A._ zu unterbinden, zum Beispiel durch ein
Benützungsverbot.
Der Beschwerdegegner wendet dagegen ein, er parkiere sein Auto nur dann auf seinem
Vorplatz, wenn er in der Werkstatt arbeite, was ein bis zwei Tage pro Woche der Fall sei.
Bevor die Siedlung der Beschwerdeführerin erstellt worden sei, habe er im sogenannten
Hinterhof von der Vorinstanz zwei Parkplätze mieten können. Den Vorplatz habe er jedoch
auch früher zum Ein- und Ausladen von Ersatzteilen genutzt. Das von der
Beschwerdeführerin ins Recht gelegte Foto zeige das Aufladen des schweren Autolifts auf
das Fahrzeug des Käufers. Es handle sich somit um Warenumschlag und nicht um
Parkieren. Der Vorplatz vor seinem Gebäude sei genügend gross, um seinen Wagen
darauf abzustellen. Es treffe zu, dass er seit dem Wegfall des Wendeplatzes im Hinterhof
rückwärts aus dem Z._gässli ausfahren müsse. Dies sei aber für die Besucher,
Handwerker und Lieferanten der Siedlung nicht anders. Das Z._gässli sei vor dem
Bau der neuen Wohnsiedlung ca. 5,5 m breit gewesen. Nun betrage die Strassenbreite nur
noch 4 m.
Die Vorinstanz macht geltend, das Z._gässli diene heute zur Erschliessung der
Gebäude Z._gässli Nr. 1, 2 und 4. Es handle sich um eine Privatstrasse mit
Wegrechten, die über Privatparzellen verlaufe. Streitigkeiten seien deshalb unter den
Anliegern zu regeln. Das Abstellen eines Fahrzeuges sei zulässig und stehe nicht im
Widerspruch zur zonenrechtlichen Ordnung. Dies beeinträchtige weder die
Verkehrssicherheit noch schränke es den Zugang zur Siedlung in irgendeiner Weise ein.
Ein Unterbinden jeglichen Abstellens eines Fahrzeuges auf der Parzelle des
Beschwerdegegners wäre unverhältnismässig und komme zumindest im heutigen
Zeitpunkt unter keinem Titel in Frage. Anders könnte die Situation aussehen, wenn
dereinst der planerisch angedachte Verbindungsweg zwischen D._gasse,
E._strasse und F._strasse erstellt würde, was allerdings auch die
Aussenbestuhlung bei der Wohnsiedlung betreffen würde. Die Realisierung dieses
öffentlichen Durchganges stehe aber im heutigen Zeitpunkt nicht zur Diskussion.
b) Es ist unbestritten, dass auf der Parzelle Nr. A._ kein Parkplatz bewilligt ist
und dafür auch kein Baugesuch eingereicht wurde. Ziffer 3 der angefochtenen Verfügung,
wonach das Parkieren eines Fahrzeugs auf der Privatparzelle Nr. A._ auf dem
Z._gässli zulässig sei, ist nicht so zu verstehen, dass damit ein Parkplatz bewilligt
8
wird − eine Baubewilligung ohne Baugesuch ist nicht möglich. Für die Auslegung von Ziffer
3 ist die Begründung heranzuziehen. Die Vorinstanz geht davon aus, dass der Parkplatz
unter die Besitzstandsgarantie fällt, da der Vorplatz seit rund 30 Jahren und bereits vor der
Einführung des Baugesetzes vom 9. Juni 1985 zum Abstellen eines Autos genutzt wurde.
Die Beschwerdeführerin bringt zu Recht dagegen vor, dass eine reine Nutzung nicht unter
der Besitzstandsgarantie von Art. 3 BauG steht, da diese − abgeleitet aus der
Eigentumsgarantie − nicht die Nutzung als solche, sondern nur den Schutz für die
getätigten Investitionen bezweckt.12 Die Nutzung des Areals vor der Werkstatt als Parkplatz
fällt nicht unter die Besitzstandsgarantie.
c) Bei Bauvorhaben, die einen Parkplatzbedarf verursachen, muss auf dem Grundstück
oder in der Nähe eine ausreichende Anzahl von Abstellplätzen für Motorfahrzeuge und
Fahrräder errichtet werden. Wenn es die Verhältnisse erfordern, können Eigentümer auch
verpflichtet werden, nachträglich eine ausreichende Anzahl Parkplätze zu erstellen (Art. 16
BauG). Die Berechnung der Anzahl Parkplätze nach Art der Nutzung bzw. des
Bauvorhabens ergibt sich aus Art. 51 und 52 BauV13. So ist für das Wohnen, für
gewerbliche bzw. kommerzielle Tätigkeiten und Bauvorhaben, die einem grossen
Benutzerkreis offenstehen, wie Restaurants, Spitäler oder Schulen, der Parkplatzbedarf
gesondert zu berechnen. Solange der Beschwerdegegner die Autoreparaturwerkstätte
gewerblich betrieb, hatte sein Betrieb einen Parkplatzbedarf gemäss der Kategorie
Arbeiten, Gewerbe, Dienstleistungen. Heute besteht der Gewerbebetrieb nicht mehr. Wie
oben dargelegt, nutzt der Beschwerdegegner seine Werkstatt ein bis zwei Mal pro Woche
im Rahmen eines Hobbys. Ausserdem ist er daran, die Werkstätte aufzulösen. Eine solche
Nutzung fällt weder unter die Rubrik Wohnen, noch unter gewerbliche Tätigkeiten oder
öffentliche Freizeitangebote. Die aktuelle Nutzung als Hobbyraum löst somit keinen
Parkplatzbedarf aus. Der Beschwerdegegner muss daher weder auf dem Grundstück noch
anderswo einen Parkplatz nachweisen.
d) Damit stellt sich die Frage, ob das gelegentliche Parkieren vor der Werkstatt zulässig
ist. Das Gebäude des Beschwerdegegners verfügt über keinen eigenen Vorplatz oder
Vorland, sondern steht direkt an der Strasse. Der Beschwerdegegner parkiert sein Auto
12 Aldo Zaugg/Peter Ludwig, Kommentar zum Baugesetz des Kantons Bern, 4. Aufl., Band I, Bern 2013, Art. 3, N. 1 und 2a; VGE 2013/55 vom 10. März 2014 E. 4.2.2 13 Bauverordnung vom 6. März 1985 (BauV; BSG 721.1)
9
demnach nicht auf einem abgetrennten oder abtrennbaren Teil seines Grundstücks,
sondern auf der Fahrbahn.
Das Z._gässli ist keine eigene Strassenparzelle, sondern verläuft über die
Grundstücke Biel Gbbl. Nr. G._, Nr. A._ sowie Nr. H._ mit
Baurecht Nr. I._. Die Parzelle Nr. H._ ist im Eigentum der
Einwohnergemeinde Biel, Baurechtsnehmerin des Grundstücks Nr. I._ ist die
Beschwerdeführerin. Nach übereinstimmender Meinung der Beteiligten ist das
Z._gässli eine altrechtliche Privatstrasse geblieben, die mit Wegrechten belastet
ist. Soweit aus den Vorakten erkennbar, besteht keine Widmung zugunsten der
Öffentlichkeit. Das Z._gässli ist somit keine öffentliche Gemeindestrasse. Dies
schliesst aber nicht aus, dass es sich dennoch um eine öffentliche Strasse im Sinne des
SVG14 handelt, da im Strassenverkehrsrecht andere Kriterien ausschlaggebend sind. Für
das Strassenverkehrsrecht ist einzig massgebend, ob die Verkehrsfläche dem Verkehr
dient und tatsächlich einem unbestimmbaren Kreis von Verkehrsteilnehmenden zur
Benützung offen steht.15 Bei einer nicht dem Gemeingebrauch gewidmeten Strassenfläche,
die von der Allgemeinheit tatsächlich benützt werden kann, sind für das Parkieren die
Bestimmungen des SVG anwendbar.16
e) Die Vorinstanz hat in der angefochtenen Verfügung erwogen, gemäss der
Baulinienordnung der Stadt Biel befinde sich das umstrittene Parkfeld im öffentlichen
Verkehrsraum. Der öffentliche Verbindungsweg sei jedoch noch nicht erstellt worden. Das
Z._gässli sei heute eine private Sackgasse, die ausschliesslich privatem
Gebrauch bzw. der Erschliessung der Gebäude Nr. 1, 2 und 4 diene. Die
Beschwerdeführerin teilt diese Meinung. Der Beschwerdegegner ist der Ansicht, es handle
sich immer noch um eine öffentliche Sackgasse, die im Moment als Privatstrasse genutzt
werde.
f) Der Begriff der öffentlichen Strasse wird von der Rechtsprechung im Hinblick auf die
Verkehrssicherheit und Gefahrenabwehr extensiv interpretiert, damit die Verkehrsregeln
des SVG und seinen Nebenerlassen umfassend zur Geltung kommen. Neben den
14 Strassenverkehrsgesetz des Bundes vom 19. Dezember 1958 (SVG; SR 741.01) 15 Adrian Haas, Staats- und verwaltungsrechtliche Probleme bei der Regelung des Parkierens von Motorfahrzeugen auf öffentlichem und privatem Grund, insbesondere im Kanton Bern, 1994, S. 29 16 Adrian Haas, a.a.O. S. 99
10
öffentlichen Fahrverkehrsflächen gehören auch die der Allgemeinheit zur Verfügung
stehenden Fussverkehrsflächen dazu. Alle Strassen, die jedermann zugänglich sind bzw.
nicht ausschliesslich (erkennbar) privatem Gebrauch dienen, sind öffentlich (Art. 1 SVG
i.V.m. Art. 1 Abs. 1 und 2 VRV17). Nach der Rechtsprechung ist eine Verkehrsfläche
öffentlich, wenn sie einem unbestimmten Benutzerkreis von Verkehrsteilnehmenden offen
steht, wozu auch Fussgänger und Fussgängerinnen zählen.18 Selbst das eingezäunte
Areal eines Güterbahnhofs, zu dem nur Fahrzeuge Zutritt haben, die Waren abholen oder
bringen, gilt nach der Rechtsprechung als öffentlich, da die Lieferanten einem
unbestimmten Personenkreis angehören, ebenso der private Vorplatz einer Fabrik, dessen
privater Gebrauch für Dritte weder mit einer Abschrankung noch einem Verbot
gekennzeichnet ist. Auch eine Zufahrtsstrasse im Privateigentum, an der ein Wegrecht
zugunsten der Anwohner besteht, ist eine öffentliche Strasse im Sinne des SVG.19
g) Im Baulinienplan der Stadt Biel20 ist das Z._gässli als öffentlicher
Verkehrsraum bezeichnet. Dass die Strasse nie als Verbindungsstrasse realisiert wurde,
sondern bislang eine Sackgasse geblieben ist, ändert nichts an dieser Qualifikation,
ebenso wenig der Bau der Wohnsiedlung mit der vermehrten privaten Beanspruchung der
Verkehrsfläche. Aus den Akten geht nicht hervor, und dies wird auch von keiner Partei
geltend gemacht, dass das Z._gässli für Dritte klar erkennbar mittels
Abschrankung und signalisiertem Verbot als ausschliesslich privater Bereich
gekennzeichnet und mit einem Durchgangsverbot für Fahrzeuge und Fussgänger belegt ist
(vgl. Art. 1 Abs. 2 VRV, Art. 5 SVG, Art. 113 SSV21).22 Das Z._gässli dient zur
Erschliessung von drei Gebäuden, wovon zwei nicht zur autofreien Siedlung gehören
(Z._gässli 2 und 4), und der Zugang ist mit Wegrechten sichergestellt. Die
Situation ist daher vergleichbar mit obgenannter Konstellation einer Zufahrtsstrasse im
Privateigentum mit Wegrechten, die eine öffentliche Strasse im Sinne des SVG darstellt.
Die Strasse wird von Besuchern, Lieferanten oder früher auch von den Kunden der
17 Verkehrsregelnverordnung vom 13. November 1962 (VRV; SR 741.11) 18 Fabian Voegtlin, Abgrenzung der öffentlichen von der privaten Verkehrsfläche, in Strassenverkehr 2/2014 S. 25ff, S. 26; Christoph J. Rohner, Schutz von Verkehrsflächen im Privateigentum, insbesondere Parkplätzen, in Strassenverkehr 4/2014, S. 65 ff., S. 66 und Fussnote 6; BGE 107 IV 55 E. 2a 19 Christoph J. Rohner, a.a.O., S. 66; BGE 104 IV 105, E. 3; Giger Hans, SVG Kommentar, 8. Aufl. 2014, Art. 1 S. 29; Fabian Voegtlin, a.a.O., S. 27ff, mit zahlreichen Hinweisen auf die Gerichtspraxis 20 Baulinienordnung der Stadt Biel, genehmigt am 20. Oktober 2004 21 Signalisationsverordnung des Bundesrates vom 5. September 1979 (SSV; SR 741.21) 22 Vgl. Adrian Haas, a.a.O., S. 29, 45; Christoph J. Rohner, a.a.O., S. 66
11
Autoreparaturwerkstätte benutzt, sei es mit Fahrzeugen oder zu Fuss, und ist auch für
Dritte ohne weiteres zugänglich. Faktisch steht das Z._gässli somit einem
unbestimmten Personenkreis offen, auch wenn dieser zahlenmässig begrenzt ist. Das
Z._gässli stellt somit eine öffentliche Strasse im Sinne von Art. 1 Abs. 1 SVG dar.
Das Halten und Parkieren auf dem Z._gässli untersteht deshalb dem
Strassenverkehrsrecht23 und ist grundsätzlich zulässig, auch wenn keine spezielle
Parkfeldmarkierung angebracht ist (vgl. Art. 37 Abs. 2 SVG i.V.m. Art. 18 und 19 VRV).24
h) Ein Parkierungs- bzw. Benutzungsverbot kann sich auch nicht aus dem Umstand
ergeben, dass seit dem Neubau der Wohnsiedlung die Wendemöglichkeit auf dem
Hinterhof entfallen ist, so dass nur noch rückwärts aus dem Z._gässli ausgefahren
werden kann. Dieser Umstand hat mit der Frage der Zulässigkeit des Haltens und
Parkierens auf dem Z._gässli keinen direkten Zusammenhang. Da das
Z._gässli drei Liegenschaften erschliesst, betrifft die erschwerte Ausfahrt nicht nur
den Beschwerdegegner, sondern auch alle anderen Automobilisten, seien es Besucher,
Handwerker, Lieferanten oder andere. Das Rückwärtsfahren muss in solchen Fällen mit
der im Verkehr gebotenen Vorsicht erfolgen (Art. 36 Abs. 4 SVG). Falls die
Verkehrssicherheit bei der Ausfahrt aus dem Z._gässli beeinträchtigt wäre, hätte
dies auch der Bewilligung des Bauvorhabens der Beschwerdeführerin entgegenstehen
müssen.
i) Zusammenfassend löst die heutige Nutzung auf der Parzelle Nr. A._ keinen
Parkplatzbedarf aus. Das Z._gässli ist eine öffentliche Verkehrsfläche im Sinne
des SVG, auf der das Parkieren im Rahmen der Bestimmungen des
Strassenverkehrsrechts zulässig ist. Hinzu kommt, dass die Beschwerdeführerin dem
Beschwerdegegner im Rahmen der Vereinbarung vom 7. Juni 2012 zusicherte, dass sie
die Zufahrt mit Motorfahrzeugen zur Autoreparaturwerkstätte "dulde".25 Eine solche Zufahrt
beinhaltet nach dem allgemeinen Verständnis zwangsläufig auch das Abstellen des
Fahrzeugs. Falls das Parkieren die Baurechtsdienstbarkeit der Beschwerdeführerin
tangieren sollte, ist sie auf die zivilrechtlichen Rechtsbehelfe verwiesen.
23 Vgl. auch VGE Nr. 21305 vom 14. März 2002 E. 4b/bb 24 Adrian Haas, a.a.O., S. 36 f. 25 Vorakten der Stadt Biel, Register 1
12
4. Verfahrenskosten der Vorinstanz
a) Die Beschwerdeführerin beantragt eine angemessene Herabsetzung der verfügten
Gebühren. Sie begründet dies damit, dass die Vorinstanz den Verwaltungsaufwand selber
veranlasst habe, das Verfahren in deren Interesse liege und es ihre Sache sei, für die
Einhaltung der gesetzlichen Bestimmungen zu sorgen. Nach dem Rückweisungsentscheid
der BVE sei die Vorinstanz verpflichtet gewesen, das Wiederherstellungsverfahren
durchzuführen. Im Übrigen habe die Vorinstanz ihren Aufwand dadurch minimiert, dass sie
nach der Geschäftsaufgabe des Beschwerdegegners darauf verzichtet habe, das
Wiederherstellungsverfahren in vollem Umfang durchzuführen. Die Vorinstanz wendet
dagegen ein, das Verfahren sei durch die baupolizeiliche Anzeige der Beschwerdeführerin
ausgelöst worden. Bei einem Gebührenrahmen zwischen Fr. 800.− und Fr. 5'000.− sei die
festgelegte Gebühr von Fr. 1'000.− eher zu tief als zu hoch angesetzt.
b) Der Antrag der Beschwerdeführerin lautet nur auf Herabsetzung der vorinstanzlichen
Verfahrenskosten. Aus der Begründung ergibt sich aber, dass die Beschwerdeführerin
nicht die Höhe der Kosten beanstandet, sondern vielmehr den Umstand, dass ihr diese
Kosten auferlegt wurden.
Die Behörde setzt allfällige Verfahrenskosten in der Verfügung fest (Art 107 Abs. 1
VRPG26). Anders als für das Beschwerdeverfahren enthält das VRPG für das
Verwaltungsverfahren keine allgemeine Regel über die Kostenverlegung. Wer diese
Kosten zu tragen hat, bestimmt sich nach den verschiedenen Sacherlassen und, falls diese
keine Regelung enthalten, nach dem Verursacherprinzip.27 Die Gemeinde kann für ihre
Tätigkeit im Baubewilligungs- und Baupolizeiverfahren gestützt auf ihren Gebührentarif
Verfahrenskosten erheben (Art. 51 Abs. 1 und 3 BewD28). Das Dekret regelt aber nur für
das Baubewilligungsverfahren, wer die Kosten tragen muss (Art. 52 Abs. 1 BewD); für das
Baupolizeiverfahren ohne nachträgliches Baubewilligungsverfahren fehlt eine
entsprechende Bestimmung. Mangels spezialgesetzlicher Regelung ist die
Kostenverlegung bei baupolizeilichen Anzeigen daher nach dem Verursacherprinzip
vorzunehmen. Demnach soll diejenige Person den Aufwand bezahlen (oder sich
26 Gesetz vom 23. Mai 1989 über die Verwaltungsrechtspflege (VRPG; BSG 155.21) 27 Merkli/Aeschlimann/Herzog, Kommentar zum bernischen VRPG, Bern 1997, Art. 107 N. 1 28 Dekret vom 22. März 1994 über das Baubewilligungsverfahren (Baubewilligungsdekret, BewD; BSG 725.1)
13
angemessen daran beteiligen), welche die Amtshandlung veranlasst oder verursacht hat,
wobei kein Verschulden erforderlich ist. Die Kostentragungspflicht entfällt im Allgemeinen
nur für Verfahren, deren Durchführung einzig der Öffentlichkeit dient, wie beispielsweise
beim Steuerveranlagungsverfahren.29 Das Verursacherprinzip ist im Gebührenreglement
der Stadt Biel umgesetzt (Art. 3 und 4 Abs. 2 aGebR30).
c) Das Baupolizeiverfahren wurde durch die baupolizeiliche Anzeige der
Beschwerdeführerin ausgelöst. Die Anzeige war zwar nicht in jeder Hinsicht begründet,
kann aber dennoch nicht als mutwillig oder rechtsmissbräuchlich bezeichnet werden. Die
Umnutzung zur damals noch betriebenen Autoreparaturwerkstätte war nie bewilligt worden,
so dass ein formell unrechtmässiger Zustand bestand.31 Demnach hat der
Beschwerdegegner die Ursache für das baupolizeiliche Verfahren gesetzt.32 Andererseits
ist zu berücksichtigen, dass dieser Zustand damals bereits 30 Jahre andauerte, die
Vorinstanz seit mindestens 23 Jahren Kenntnis davon hatte und in dieser Zeit nie
baupolizeilich eingeschritten ist.33 Hinzu kommt, dass sich die Situation mit dem Neubau
der autofreien Wohnsiedlung massgeblich verändert hat, was nicht dem
Beschwerdegegner angelastet werden kann: Durch die neue Nutzung des Hinterhofs
entfielen die zwei Parkplätze, die er bis anhin von der Stadt Biel hatte mieten können.
Insofern wäre wünschbar gewesen, wenn die Vorinstanz auch den damaligen (und wohl
zukünftigen) Parkplatzbedarf der Liegenschaft des Beschwerdegegners geregelt hätte, als
sie der Beschwerdeführerin das Baurecht einräumte (BR I._). Die Frage nach der
Einhaltung des umweltrechtlichen Immissionsschutzes wurde ebenfalls erst mit dem Bau
der Wohnsiedlung aktuell, da das Gebiet vorher offenbar eine "Industriebrache" war, in der
die Autoreparaturwerkstätte nicht störte.34 Unter diesen Umständen wäre es unbillig, die
29 Merkli/Aeschlimann/Herzog, Kommentar zum bernischen VRPG, 1997, Art. 107 N. 1 f.; Wiederkehr/Richli, Praxis des allgemeinen Verwaltungsrechts, Bd. II, 2014, S. 308 Rz. 755 ff. 30 Stadt Biel, Reglement vom 17. Oktober 1990 über die Erhebung von Gebühren, in Kraft bis 30. Juni 2015 (aGebR, SGR 670.1) 31 BDE vom 10. September 2014, E. 3, RA Nr. 120/2014/29 32 Vgl. BDE vom 27. Dezember 2010, E. 5, RA Nr. 120/2010/50; BDE vom 30. Juni 2010, E. 8e, RA Nr. 120/2009/36 33 Vgl. BDE vom 10. September 2014, E. 3, RA Nr. 120/2014/29 34 Vgl. Schreiben der Beschwerdeführerin vom 4. Oktober 2013 an den Stadtpräsidenten, S. 3, Vorakten Register 1; vgl. Luftaufnahme auf google maps, zuletzt besucht am 6. August 2015
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vorinstanzlichen Verfahrenskosten dem Beschwerdegegner anzulasten (vgl. Art. 4 ZGB35).
Diese Kosten trägt demnach die Vorinstanz. Insoweit ist die Beschwerde gutzuheissen.
5. Kosten
a) Die Verfahrenskosten werden bestimmt auf eine Pauschalgebühr von Fr. 900.–
(Art. 103 Abs. 2 VRPG i.V.m. Art. 19 Abs. 1 GebV36). Sie werden der unterliegenden Partei
auferlegt, es sei denn, das prozessuale Verhalten einer Partei gebiete eine andere
Verlegung oder die besonderen Umstände rechtfertigten, keine Verfahrenskosten zu
erheben (Art. 108 Abs. 1 VRPG).
Bei diesem Ausgang des Verfahrens dringt die Beschwerdeführerin mit ihrem Hauptantrag
nicht durch. Sie obsiegt lediglich in Bezug auf die Verlegung der vorinstanzlichen
Gebühren. Die Beschwerdeführerin gilt daher zu 2/3 als unterliegend und hat Fr. 600.− der
Verfahrenskosten zu bezahlen. Da die vorinstanzlichen Gebühren nicht dem
Beschwerdegegner auferlegt werden können, unterliegt er nicht. Die restlichen
Verfahrenskosten trägt somit der Kanton.
b) Die Parteien waren nicht anwaltlich vertreten. Parteikosten werden daher keine
gesprochen (Art. 104 Abs. 1 i.V.m. Art. 108 Abs. 3 VRPG).