# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** a6f2746d-77c8-5bbc-9d7d-503f22a7dc65
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2021
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1964, war
zuletzt
bis August 1997 als Hilfsarbeiterin bei der
Y._
AG angestellt (
Urk.
11/2
Ziff.
1 und 5).
Unter Hinweis auf eine Epilepsie meldete sie sich am 2
3.
Februar 1998 bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an (
Urk.
11/1
Ziff.
7.2). Mit Verfü
gung
vom
2.
Oktober 1998 (
Urk.
11/12) sprach die Sozialversicherungsanstalt des
Kantons Zürich, IV-Stelle, der Versicherten ab dem
1.
März 1998 eine ganze R
ente, eine Zusatzrente für den Ehegatten und
zugehörige
Kinderrenten zu.
In der Folge wurde die Rente 1999 (
Urk.
11/16), 2003 (
Urk.
11/21) und 2008 (
Urk.
11/27) be
stätigt.
A
nlässlich
einer im Oktober 2013 eingeleiteten Rentenrevision (vgl.
Urk.
11/31 S.
3)
holte die IV-Stelle
ein polydisziplinäres Gutachten (
Urk.
11/53) ein.
Am 1
9.
Januar 2016 teilte sie der Versicherten mit, dass
die
Eingliederungsberatung abgeschlossen werde (
Urk.
11/76).
Mit Ver
fügung vom 2
0.
Januar 2016
hob
die
IV-Stelle
die Verfügung vom
2.
Oktober
199
8
wiedererwägungsweise auf
und st
ellte die
ausgerichtete Rente
für die Zukunft
ein
(
Urk.
11/78 S. 5).
Die
se
Ver
fügung erwuchs unangefochten in Rechtskraft.
1.2
Die
Sozialbehörde
Z._
meldete die Versicherte am
1
3.
April 2018 erneut bei der Invalidenversicherung an (
Urk.
11/103). Die IV-Stelle trat auf die Neuan
mel
dung ein und holte ein polydisziplinäres Gutachten (
Urk.
11/
121) ein. Am
8.
Juli 2019 (
Urk.
11/12
4) erliess sie den Vorbescheid, wogegen die Versicherte Ein
wände (
Urk.
11/134) vorbrachte.
Mit Verfügung vom 2
0.
März 2020 (
Urk.
11/139 =
Urk.
2) verneinte die IV-Stelle einen Anspruch
auf Leistungen der Invalidenversicherung.
2.
2.1
Die Versicherte erhob am 1
1.
Mai 2020 Beschwerde gegen die Verfügung vom 2
0.
März 2020 (
Urk.
2) und beantragte, es seien
ihr
die geset
z
lichen Leistungen zu erbringen.
Insbesondere sei ihr
ab dem 1
4.
Oktober
2018 eine unbefristete ganze Rente zuzusprechen. Eventuell sei die Sache zur weiteren Sachverhalts
abklärung an die IV-Stelle zurückzuweisen (
Urk.
1 S. 2
Ziff.
1-2
Mitte).
Die IV-Stelle beantragte mit Beschwerdeantwort vom 1
7.
Juni 2020 (
Urk.
10) die Abweisung der Beschwerde. Am 2
3.
Juni 2020 (
Urk.
12) nahm sie
zu einem wei
teren
von der Beschwerdeführerin eingereichten
Bericht (
Urk.
7) Stellung. Kopien
der
Beschwerdeantwort vom 1
7.
Juni 2020 und der Stellungnahme vom 2
3.
Juni 2020
wurden der Beschwerdeführerin am
1.
Juli 2020 zugestellt (
Urk.
13).
Am
7.
Juli 2020 reichte der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin die Honorar
note
ein
(
Urk.
14).
2.2
Mit Verfügung vom
9.
Oktober 2020 wurde der Beschwerdeführerin in Bewilli
g
ung des Gesuchs vom 1
1.
Mai 2020
(vgl.
Urk.
1 S.
Ziff.
1-2
unten
)
die unentgeltliche Prozessführung und die unentgeltliche Rechtsvertretung gewährt (
Urk.
16 Dis
po
si
tiv
Ziff.
1).
Am
2.
November 2020 (
Urk.
17) reichte die Beschwerdeführerin weitere medizi
nische Bericht
e
(
Urk.
18/1-8) ein.
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allge
meinen Teil des Sozialversicherungsrechts,
ATSG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom
menden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der ge
sundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Ändert sich der Invaliditätsgrad eines Rentenbezügers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, her
abgesetzt oder aufgehoben (Art.
17 Abs
.
1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen seit Zusprechung der Rente, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente bei einer wesentlichen Änderung des Gesundheitszustandes revidierbar. Weiter sind, auch bei an sich gleich geblie
be
nem Gesundheitszustand, veränderte Auswirkungen auf den Erwerbs- oder Auf
gabenbereich von Bedeutung (BGE 141 V 9 E. 2.3, 134 V 131 E. 3). Ferner kann ein Revisionsgrund unter Umständen auch in einer wesentlichen Änderung hin
sichtlich des für die Methodenwahl massgeblichen (hypothetischen) Sachverhalts bestehen (BGE 144 I 28 E. 2.2, 130 V 343 E. 3.5, 117 V 198 E. 3b, je mit Hinweisen). Hingegen
ist die lediglich unterschiedliche Beurteilung eines im Wes
entlichen gleich gebliebenen Sachverhalts im revisionsrechtlichen Kontext unbe
achtlich (BGE
141 V 9 E. 2.3 mit Hinweisen).
Liegt in diesem Sinne ein Revisionsgrund vor, ist der Rentenanspruch in recht
licher und tatsächlicher Hinsicht umfassend («allseitig») zu prüfen, wobei keine Bindung an frühere Beurteilungen besteht (BGE
141 V 9 E. 2.3 mit Hinweisen).
1.3
Zeitlicher Referenzpunkt für die Prüfung einer anspruchserheblichen Änderung bildet die letzte (der versicherten Person eröffnete) rechtskräftige Verfügung, welche auf einer materiellen Prüfung des Rentenanspruchs mit rechtskonformer Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und Durchführung eines Einkommens
vergleichs (bei Anhaltspunkten für eine Änderung in den erwerblichen Auswir
kungen des Gesundheitszustands) beruht; vorbehalten bleibt die Rechtsprechung zur Wiedererwägung und zur prozessualen Revision (BGE 133 V 108 E. 5.4)
.
Dabei braucht es sich nicht u
m eine formelle Verfügung (Art.
49 ATSG) zu han
deln. Ändert sich nach durchgeführter Rentenrevision als Ergebnis einer mate
riellen Prüfung des Rentenanspruchs nichts und eröffnet die IV-Stelle deswegen das Revisionsergebnis gestützt auf Art. 74
ter
lit
. f
der Verordnung über die Inva
lidenversicherung (
IVV
)
auf dem W
eg der blossen Mitteilung (Art. 51 ATSG), ist im darauf
folgenden Revisionsverfahren zeitlich zu vergleichender Ausgangs
sach
verhalt derjenige, welcher der Mitteilung zugrunde lag (Urteil des Bun
des
gerichts 9C_599/2016 vom 29. März
2017 E.
3.1.2 unter Hinweis auf 8C_441/2012 vom 25. Juli 201
3 E.
3.1.2).
1.4
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (
IVG
)
Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betä
tigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin hielt im angefochtenen Entscheid (
Urk.
2) fest, die nach der Neuanmeldung der Beschwerdeführerin erfolgten medizinischen Abklärungen hätten ergeben, dass sie seit Januar 2016 durchschnittlich zu 25
%
(20 - 30
%
) arbeitsunfähig sei. Lediglich während
der stationären Klinikaufenthalte
habe
aus
gewiesen eine
volle Arbeitsunfähigkeit bestanden. Angepasste Hilfstätigkeiten seien ihr seit Januar 2016 mit einem Pensum von 75
%
(Durchschnitt von 70 - 80
%
) zumutbar (S. 2 oben).
Die Beschwerdegegnerin äusserte sich sodann zu einem Bericht der
Klinik
A._
vom
8.
Oktober 201
9.
Die von den Ärzten
der
Klinik
A._
gestellte Diagnose könne aus versicherungsrechtlicher Sic
ht nicht nachvollzogen werden.
Ein
subjektive
s
Stimmenhören
allein
sei
nicht hin
rei
chend und beweisbildend
für die Diagnose
einer rezidivierenden depressiven Störung, gegenwärtig schwere Episode mit psychotischen Symptomen
. Die Dia
gnose einer somatoformen Schmerzstörung sei ebenfalls nicht begründe
t
(S.
2 Mitte)
.
2.2
Die
Beschwerdeführerin brachte vor, nach Erlass der Verfügung der Beschwer
degegnerin vom 2
0.
Januar 2016 habe sich ihr Gesundheitszus
tand zusehends verschlechtert. Eine erste stationäre Behandlung sei vom
1
8.
Januar bis
9.
Febru
ar 2016 erfolgt (
Urk.
1 S. 4
Ziff.
11).
Das
polydiszip
linäre Gutachten des
B._
vom 2
4.
Mai 2019
vermöge nicht zu überzeugen (S. 9
Ziff.
28).
Sie
sei seit Januar 2016
wegen schwerer psychischer Beschwerden und aufgrund mehrerer Suizidversuche insgesamt acht Mal hospitalisiert worden. In den letzten vier Jahren habe sie sich während
insgesamt
zirka 15 Monaten in stationärer
psychiatrische
r
Behandlung befunden. Eine depressive Störung sei von den Ärzten
der Klinik
C._
und den psychiatrischen Diensten des Spitals
D._
bestätigt worden
.
Auf
die Berichte dieser Institutionen
sei die Beschwerde
geg
nerin
mit keinem Wort eingegangen
(S. 10
Ziff.
29).
Die behandelnden Ärzte des Zentrums
E._
beziehungsweise
F._
hätten ebenfalls durchgehend eine Arbeitsunfähigkeit von 100
%
sowohl in angestam
mter als auch in angepasster Tätigkeit attestiert (S. 10
Ziff.
31).
Eine von den Gutachtern behauptete Aggravation sei während der insgesamt acht stationären Aufenthalten nie festgestellt worden (S. 11
Ziff.
33). Die psychiatrische Begut
achtung habe sodann nur eine Stunde gedauert (S. 11
Ziff.
37).
2.3
Nach der Neuanmeldung der Beschwerdeführerin vom 1
3.
April 2018 ist im vor
liegenden Verfahren zu prüfen, ob sich
der
Gesundheitszustand
der Beschwerde
führerin
seit der Aufhebung der zuvor ausgerichteten R
ente
mit Verfügung vom 2
0.
Januar 2016
massgeblich verändert hat und ob neu ein Rentenanspruch besteht.
3.
3.1
Dr.
med.
G._
, Fachärztin für Neurologie,
nannte
im Bericht vom 1
4.
März 1997 (
Urk.
11/7/1-2)
als
Diagnosen
eine
fokale Epilepsie mit partiellen, komplex
-
partiellen und sekundär generalisierten Anfällen und eine Migräne (S. 1).
3.2
Dr.
G._
attestierte im Bericht vom
3.
November 1999 (
Urk.
11/15/1-2) für die bisherige Tätigkeit als Textildruckarbeiterin
seit dem
1
6.
März 1998 bis auf Wei
teres eine Arbeitsunfähigkeit von 70
%
(S. 1
Ziff.
1.5
und 2).
3.3
Im Bericht vom 2
3.
April 2003 (
Urk.
11/19/3-4) nannte
Dr.
G._
als Diagnosen (S. 1
lit
. A):
-
fokale Epilepsie mit partiellen, komplex-partiellen und sekundär genera
lisierten An
f
ällen
-
unklare
zerebrale
Läsion im Bereich des linken
Pulvinar
, Differential
dia
gnose: Low Grade Gliom
-
Migräne
-
depressive Entwicklung
Die behandelnde Ärztin bestätigte für die zuletzt ausgeübte Tätigkeit eine Arbeits
unfähigkeit von 70
%
(S. 1
lit
. B; vgl. auch den Bericht von
Dr.
G._
vom 3
1.
Oktober 2013,
Urk.
11/32
/5-7
).
3.4
3.4.1
Die Gutachter der
H._
erstatte
ten am
2.
Oktober 2014 (
Urk.
11/53) im Auftrag der Beschwerdegegnerin ein polydisziplinäres Gutachten.
Es
ist von
Dr.
med.
I._
, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin,
Dr.
med.
J._
, Facharzt für Neurologie,
Dr.
med.
K._
, Facharzt für
Neurologie und für
Psychiatrie und Psy
chotherapie, Dipl.-Psych.
L._
, Neuropsychologie
,
und Prof.
Dr.
med.
M._
,
Facharzt für Neurologie,
unterzeichnet (S. 35 f.) und beruht auf den am
3.
und 1
1.
Juni 2014 erfolgten Untersuchungen (S. 1 f.).
Zur internistischen Untersuchung durch
Dr.
I._
wurde ausgeführt
,
die Be
schwerdeführerin beklage, dass sie sehr vergesslich und leicht angespannt sei. Die Konzentration sei seit vielen Jahren schlecht. Gelegentlich lasse sie Gegenstände fallen und
sie
schneide sich schnell. Seit vielen Jahren sei eine Epilepsie bekannt. Laut Aktenlage seien die ersten Anfälle in der Kindheit aufgetreten (S. 6
Ziff.
2.1.1 oben).
Vor drei Monaten sei sie für einen Monat in die Türkei gereist und habe dort den Ehemann besucht. Sie sie alleine gereist (S. 7 Mitte).
Dr.
I._
ver
neinte
, dass
eine behinderungsrelevante internistische Erkrankung
vorliege
(S. 9
Ziff.
2.1.3). Die von der Beschwerdeführerin vorgeführten Zuckungen verschiede
ner Körperteile
hätten einen demonstrativen Charakter und träten in abgelenkten Situationen nicht auf (S. 9
Ziff.
2.1.4 unten).
3.4.2
Dr.
J._
gab zur neurologischen Untersuchung an
, die Beschwerdeführerin
habe berichtet
, dass sie seit vielen Jahren vergesslich sei. Dies habe zirka zwischen 1987 und 1989 begonnen (S. 10
Ziff.
2.2.1 oben).
I
m Rahmen der Begutachtung sei
en
weder eine muskuläre Erschöpfung noch eine tonische Verkrampfung der Muskulatur nachweisbar gewesen. Es hätten sich unrhythmische Myoklonien im Bereich der linken Halsregion gezeigt mit Anspannung des Platysmas, teilweise auch grobe
kloniforme
Entäusserungen an Armen und Beinen (S. 13
Ziff.
2.2.2 oben). Die Beschwerdeführerin sei dem Gespräch konze
ntriert und aufmerksam gefolgt und sei durch
äussere Reize nicht ablenkbar
gewesen
(S. 15 unten).
Dr.
J._
nannte als neurologische Diagnose ein mögliches zerebrales Anfalls
leiden mit
einem
Verdacht auf zumindest anteilige psychogene Anfälle und eine mögliche fokale Dystonie (S
.
16
Ziff.
2.2.3).
Die angegebene Empfindungsstörung der linken Körperhälfte sei bereits 1997 dokumentiert worden. In mehrfachen
Untersuchungen (
zerebrales
MRI)
finde sich
aber
kein organisches Korrelat für
die Empfindungsstörung. Eine Minderung der Arbeitsfähigkeit resultiere somit nicht
. Im Rahmen der neurologischen Begutachtung seien
sodann
weder Störun
gen der
M
n
estik
noch der Konzentration evident gewesen.
Dagegen seien
widersprüch
liche Angaben der Beschwerdeführerin aufgefallen. So habe sie angegeben, dass sie das Lesen und Schreiben vergessen habe. Eine Schriftprobe habe sie jedoch problemlos und grammatikalisch korrekt abgeliefert. Weiter hätten widersprüch
liche Angaben zu den Alltagsgewohnheiten bestanden (S. 17 oben).
Eine deut
liche
Beschwielung
der Hände und Füsse spreche für eine tatsächlich sehr rege Aktivität, was mit den reklamierten Einschränkungen nicht in Einklang zu brin
gen sei
. Hier sei zumindest ein anteilig wesentlicher bewusstseinsnaher, demon
strativer Anteil an der Beschwerdedarstellung wahrscheinlich
(S. 17 Mitte). Die Diagnose einer Epilepsie mit namhaftem Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit sei aus neurologischer Sicht nicht ausreichend wahrscheinlich. Weder die dokumen
tier
ten medizinischen Daten noch die Anamnese liessen eine eindeutige semio
lo
gische Zuordnung zu (S. 17 unten).
Es werde eine leitliniengerechte
epileptolo
gische
Betreuung empfohlen (S. 18 oben).
3.4.3
Zur psychiatrischen Untersuchung wurde ausgeführt,
die Beschwerdeführerin
l
eide gemäss ihren Angaben unter «kleinen Krisen», die fast täglich auftreten würden und
die
vor allem
von
Konzentrationsstörungen, ganz starker Vergess
lich
keit, einem verzerrten Sehen und einer veränderten Wahrnehmung begleitet
seien
(S. 18
Ziff.
2.3.1.1).
Auch sei sie häufig verwirrt und desorientiert.
Dann habe sie beispielsweise
Probleme, wieder nach Haus zu finden. Psychisch gehe es ihr gut (S. 19 oben). Die Beschwerdeführerin sei in ihrem Leben psy
chisch immer gesund gewesen und
noch nie in ambulanter oder stationär-psychiatrischer Be
handlung gestanden (S. 20
Ziff.
2.3.1.3).
Es fänden sich keine Hinweise
für das Vorliegen von akustischen, optischen, gustatorischen, olfaktorischen, taktilen oder
zoenäs
thetischen
Halluzinationen. Ich-Störungen seien nicht zu eruieren (S. 23 unten).
Gutachter
Dr.
K._
verneinte das Vorliegen einer behinderungsrelevanten psychiatrischen Erkran
kung
(S. 24
Ziff.
2.3.3). Die Beschwerdeführerin habe etwas unsicher, ausweichend und wenig konkret über ihre Beschwerden und ihren Werdegang berichtet. Die vor
gebrachten Gedächtnisstörungen hätten insgesamt wenig glaubhaft und selektiv gewirkt (S. 24
Ziff.
2.3.4 unten). Beim gesamten Beschwerdevortrag hätten deut
liche Züge einer bewusstseinsnahmen, demonstrativen Darbietung von Ein
schrän
kungen und Beschwerden bestanden (S. 25 oben).
Zur neuropsychologischen Untersuchung wurde ausgeführt, während der testpsy
chologischen Erhebung hätten sich deutliche Hinweise
für
eine Selbstlimitierung, eine suboptimale Testanstrengung und Aggravation
ergeben
. Die Beschwerde
führerin habe betont langsam gearbeitet, abgebrochen, Beschwerde
n
beklagt und Positionswechsel vorgenommen (S. 28 f.
Ziff.
2.4.2.3). Die neuropsychologische Untersuchung habe kein behinderungsrelevantes hirnorganisch bedingtes kogni
tives Leistungsdefizit gezeigt. Eine hirnorganisch begründete zerebrale Leistungs
minderung könne
mit der gebotenen Wahrscheinlichkeit
nicht attestiert werden (S. 29
Ziff.
2.4.4).
3.4.4
Zur Konsensbeurteilung
der Gutachter wurde ausgeführt, die Gutachter seien zum Schluss gekommen, dass die Arbeitsfähigkeit in der zuletzt ausgeübten und in einer anderen
Tätigkeit
per sofort mit 100
%
einzuschätzen sei. Ausgenommen seien das Führen von Kraftfahrzeugen, Arbeiten in gefährde
nd
en Höhen und an gefährde
nd
en Maschinen. Eine namhafte psychiatrische Erkrankung liege aus
weislich des psychiatrischen Befundes nicht vor (S. 30
Ziff.
3 Mitte). Ein zere
brales Anfallsleiden sei zwar als möglich anzusehen, jedoch nicht näher belegt. Ein solches sei vor allem hinsichtlich der Ausprägung
und Häufigkeit von An
fällen zweifelhaft. Der klinische
Gesamteindruck spreche für eine rege Alltags- und soziale Aktivität und widerspreche den anamnestisch reklamierten Limita
tionen (S. 30
Ziff.
3 unten).
Die Gutachter nannten als Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit ein mögliches zerebrales Anfallsleiden mit
einem
Verdacht auf zumindest anteilige psychogene Anfälle. Als Diagnose ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit nannte
n
sie eine mögliche fokale Dystonie (S. 34
Ziff.
3). Der Gesundheitszustand sei wahrscheinlich unverändert. Die Beurteilung der Gutachter beruhe hinsicht
lich der Vorbewertungen auf einer anderen Interpretation des Störungsbildes (S.
34
Ziff.
5.1).
3.5
Dipl. med.
N._
, Facharzt für Neurologie und für Psychiatrie und Psy
chotherapie, Regionaler Ärztlicher Dienst (RAD) der Beschwerdegegnerin, nahm am 2
0.
Oktober 2014 (
Urk.
11/58 S. 4) Stellung zum Gutachten der
H._
. Er führte aus, das Gutachten erfülle die formalen Qualitätskriterien und sei nach
vollziehbar und in den Schlussfolgerungen plausibel.
E
ine Epilepsie
könne ge
mäss den Gutachtern
nicht
mit
ausreichender Wahrscheinlichkeit angenommen
werden. Es sei von einem unveränderten Gesundheitszustand auszugehen. Ab dem
Zeitpunkt des Gutachtens sei für eine angepasste Tätigkeit von einer Arbeitsfähig
keit von 100
%
auszugehen (S. 4 oben).
3.6
Mit Verfügung vom 2
0.
Januar 2016 (
Urk.
11/78) hob die Beschwerdegegnerin die bisher ausgerichtete ganze Rente
gestützt auf das Gutachten der
H._
vom
2.
Oktober 2014
für
die Zukunft auf.
4.
4.1
Dem Austrittsbericht der Ärzte der
i
ntegrierten Psychiatrie
O._
,
Klinik
C._
, vom
5.
Januar 2018 (
Urk.
11/107/1-4
=
Urk.
18/6
) sind der
Austrittsbericht
der Ärzte des Spitals
D._
,
Klinik
P._
,
vom
2
4.
Januar 2017 (
Urk.
11/107/12-18
=
Urk.
18/5
) über einen Klini
k
aufenthalt der Beschwerdeführerin vom
1.
November 2
016 bis 2
4.
Januar 2017 (S. 1) und weitere
medizinische Berichte beigelegt
.
Die Ärzte
der Klinik
P._
nannten als Hauptdiagnosen (S. 1):
-
rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode
(ICD-10 F33.1)
-
posttraumatische Belastungsstörung (ICD-10 F43.1)
-
Epilepsie seit 20 Jahren
-
Verdacht auf emotional instabile Persönlichkeitsstörung:
Borderline
-Typ (
ICD 10 F60.31)
Zur Anamnese wurde ausgeführt, die Beschwerdeführerin habe über einen frü
heren stationären Aufenthalt in
der Klinik
C._
berichtet.
Der Auslöser für die damalige Behandlung
sei ein Suizidversuch mittels Tablettenintoxikation ge
wesen (S. 3 oben).
Im Dezember 2016
sei ein weiterer
(einmaliger)
Suizidversuch
erfolgt
(S. 6 oben).
4.2
Die Ärzte des
F._
erstatteten am
9.
Oktober 2017 (
Urk.
11/102) einen Bericht
.
Sie gaben an
, die psychiatrische Situation habe sich seit 2014 verschlechtert. Im Jahr 2014 seien als Symptome Angst vor Lärm, Vergesslichkeit, eine Epilepsie, Probleme mit Lesen und Schreiben, Schlafstörungen und ein Gefühl
der
Leere beschrieben worden.
Ein 2014 behauptetes mögliches partielles
Anfallsleiden
habe sich
heute als partielle Epilepsie bei cerebraler Läsion
und
als
chronische
Müdigkeit (zwei bis drei Mal pro Monat über zwei Tage) etabliert. Die Situation habe sich schon
aus diesem Grund
verschlechtert
.
Die Verdachtsdiagnose und die
damals
behauptete demonstrative Darbietung der Einschränkungen und Beschwer
den
seien
nicht mehr aufrecht zu erhalten
(S. 2
Ziff.
1-
2 oben). 2016 und 2017 sei es zu
mehreren
stationären Aufenthalten
über mehrere Monate
gekommen, wobei neu und durchgängig mittelgradige bis schwere Depressionen und 2017 zusätzlich eine posttraumatische Belastungsstörung diagnostiziert worden seien (S. 2
Ziff.
3).
Die Patientin sei äusserlich gepflegt, altersentsprechend, bewusstseinsklar u
nd allseits orientiert. In der
Kontaktaufnahme sei sie zurückhaltend, gehemmt, sachlich und aktiv im Spontanverhalten. Die Stimmung sei
deutlich depressiv-resigniert und es bestehe
eine deu
tliche Störung des Vitalgefühls. In der Konzen
tration, der Merkfähigkeit und dem Gedächtnis sei sie verlangsamt beziehungs
weise deutlich eingeschränkt
(S. 2
Ziff.
6).
Die Ärzte des
F._
nannten als Diagnosen (S. 3
Ziff.
7):
-
rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig schwere depressive Episode
(ICD-10
F
33.2)
-
posttraumatische Belastungsstörung (ICD-10 F43.1)
-
Störung durch Medikamente und Tabak (ICD-10 F13.2, F17.2)
-
Status nach vier Suizidversuchen 1982, 1997, 2016, 2017
-
fokale Epilepsie
mit/bei
-
partiell komplexe
n
, sekundär generalisierte
n
Anfälle
n
-
fokale
n
Anfälle, zwei bis drei Mal pro Woche (gemäss den Angaben der
Patientin
)
-
Migräne
-
Verwirrtheitszustände
n
-
unklare
r
Läsion im Bereich des
Pulvinar
links, Differentialdiagnose
:
low
-grade-Gliom
Der Langzeitverlauf stationär sowie auch ambulant zeige eine therapieresistente Situation mit Auss
chöpfung aller Therapieoptionen.
Im Vergleich zu 2014 seien klinisch relevante Diagnosen vorhanden (S. 3
Ziff.
8).
4.3
Die Ärzte des
F._
gaben im Bericht vom
1.
September 2018 (
Urk.
11/108/7-9) an,
d
er Zustand der Beschwerdeführerin sei nach wie vor durch depressive Symp
tome wie eine traurige Stimmung, innere Unruhe,
eine
Antriebs- und Lustlosig
keit
, Konzentrationsschwierigkeiten, Vergesslichkeit, Rückzug, Gedankenkreisen etc. geprägt. Die Patientin sei auch für leidensangepasste Tätigkeiten zu 100
%
arbeitsunfähig (S. 1 oben). Die Prognose sei ungünstig. Eine vollständige Gene
sung sei unwahrscheinlich (S. 1 Mitte).
Aufgrund der Depression und der weiteren Symptome
könne sich die Patientin nicht auf eine Arbeit konzentrieren (S. 2
Ziff.
2.7).
Die Ärzte
des
F._
nannten neu als Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittelgra
dige dep
ressive Episode (ICD-10 F33.1, S. 2
Ziff.
2.5).
4.4
4.4.1
Die Gutachter des
B._
erstatteten am 2
4.
Mai 2019 (
Urk.
11/121)
im Auftrag der Beschwerdegegnerin
ein polydisziplinäres Gutachten. Das Gutachten ist von
Dr.
med.
Q._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie,
Dr.
med.
R._
, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, Prof.
Dr.
med.
S._
, Facharzt
für Allgemeine Innere Medizin
,
Dr.
med.
T._
, Facharzt fü
r Neurologie,
Dr.
med.
U._
und
V._
, Mitglieder der Geschäftsleitung,
unterzeichnet (S. 11). Es
beruht auf den fachärztlichen Untersuchungen in der Zeit vom 2
2.
März bis 1
0.
April 2019 (S. 3
Ziff.
2).
4.4.2
Im psychiatrischen Teilgutachten
wurde ausgeführt, die Beschwerdeführerin habe angegeben, dass sie vergesslich sei und unter Konzentrationsproblemen leide. Sie habe keine Lust, etwas zu unternehmen und sei unglücklich (S. 24
Ziff.
3.1).
Aktuell sei sie durch eine schwierige finanzielle Situation belastet
. Ihr Mann sei seit längerem arbeitslos
(S. 24
Ziff.
3.2 Mitte).
Im Alter von acht bis neun Jahren habe sie einen sexuellen Missbrauch
durch einen damals erwachsenen Neffen
erlebt.
N
achdem sie mit 16 Jahren in die Schweiz gekommen sei,
sei sie
von den Schwiegereltern ausgenutzt worden
(S. 24
Ziff.
3.2 unten).
Die Auffassung sei
bei der Untersuchung
nicht erschwert
gewesen. Die Konzen
tration sei zumindest nicht stärker beeinträchtigt gewesen. Ein übliches Gespräch habe problemlos geführt werden können (S. 27
Ziff.
4.3 unten).
Die Beschwer
deführerin habe sich in bedrückt-dysphorischer Stimmung gezeigt. Die affektive Schwingungsfähigkeit sei nicht beeinträchtigt gewesen. Es bestünden
leichte agoraphobische Ängste. Hinweise für eine Persönlichkeitsakzentuierung oder
eine Persönlichkeitsstörung hätten nicht vorgelegen.
Die Beschwerdeführerin traue
sich a
ufgrund vielfältiger körperlicher Probleme sowie einer Beeinträchtigung der Konzentration keine berufliche Tätigkeit
mehr
zu (S. 28 unten). Gemäss der neuropsychologischen Untersuchung vom 2
7.
März 2019 seien sämtliche Para
meter der formalisierten Beschwerdevalidierung hoch auffällig
gewesen
. Es habe sich ein unplausibles Profilmuster gezeigt mit besseren Leistungen
bei schwie
rigeren
als
bei
einfacheren Aufgaben
. Mehrere Kennwerte hätten im Zufallsbe
reich gelegen
(S. 29 oben).
4.4.3
Die diagnostische
psychiatrische
E
inschätzung des Krankheitsbildes sei
durch
eine
Beschwerdebetonung und Aggravation deutlich erschwert.
Hinweise darauf hätten sich
auch
in der psychiatrischen Untersuchung ergeben. Die Ergebnisse der neuropsychologischen Untersuchun
g seien
zudem
sehr auffällig gewesen, wobei sich
unplausible Profilmuster gezeigt
hätten
. Gemäss der Neuropsycho
login stünden nicht-authentische neuropsychologische Störungen im Vorder
grund.
In der Vergangenheit hätten sich ähnliche Auffälligkeiten gezeigt (S. 29
Ziff.
6 unten). Eine rezidivierende depressive Störung sei zwar plausibel. Nach Abzug der Beschwerdebetonung und Aggravation ergebe sich bezüglich des Schwere
grades
jedoch allenfalls
eine leichte
bis
mittelgradige depressive Symptomatik. Die aktuelle Diagnose laute daher rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig leichte bis mittelgradige Episode.
Die Beschwerdeführerin habe
weiter
über ein traumatisches Erlebnis in der Kindheit
im Sinne eines sexuellen Missbrauchs
berichtet.
Eine posttraumatische Symptomatik liege durchaus vor, sei aber mässig ausgeprägt. Der Schweregrad einer posttraumatischen Belastungsstörung sei
daher
nicht erfüllt. Typische Merk
male einer
solchen Störung seien
das wiederholte Erleben des Traumas in sich aufdrängenden Erinnerungen oder in Träumen vor dem Hintergrund eines an
dauernden Gefühls von
Betä
ubtsein
, emotionaler Stumpfheit,
Gleichgültigkeit gegenüber anderen Menschen und Teilnahmslosigkeit gegenüber der Umgebung. Ein solches Bild ergebe sich bei der Beschwerdeführerin nicht (S. 30
Ziff.
6
oben).
Gutachter
Dr.
Q._
nannte als Diagnose mit Relevanz für die Arbeitsfähigkeit
in der letzten Tätigkeit
eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig leichte bis
mittelgradige depressive Störung (ICD-10 F33.0/F33.1). Als Diagnose ohne Relevanz für die Arbeitsfähigkeit nannte er eine Reaktion auf eine schwere Belastung, nicht näher bezeichnet (ICD-10 F43.9, S. 30
Ziff.
6
Mitte).
Die Beschwerdeführerin sei in der Schweiz zunächst in
einer
Näherei, dann in einer Weberei und im Detailhandel tätig gewesen
. Zuletzt habe sie 1998 als Hilfs
arbeiterin gearbeitet
. Im Rahmen einer polydisziplinären Begutachtung
im Jahr
2014
sei keine Epilepsie mit einer
daraus folgenden
Minderung der Arbeits
fähigkeit mehr festgestellt worden (S. 30 f.
Ziff.
7.1).
Warum es ab 2015 und insbesondere ab 2016 zu einer derartigen Intensivierung von Therapien gekommen sei, sei schwer nachvollziehbar. Die Lebenssituation der Beschwerdeführerin habe sich an sich eher verbessert. Die Belastungen mit den Schwiegereltern lägen lange zurück und die lange Zeit
belastete
Ehe habe sich deutlich verbessert (S. 31
Ziff.
7.2 oben). Es sei bekannt, dass bei einem Rentenverfahren mit einer neu beantragten Rente oft gezielt ambulante und stationäre Therapiemassnahmen in Anspruch genommen würden, um einen Schweregrad einer psychischen Störung zu demonstrieren
. Gemäss der Literatur sei die Intensität und Inanspruchnahme des Gesundheitswesens
ein Hinweis auf den aus den Akten gut extrahierbaren
Schweregrad
indikator
. Ab dem Zeitpunkt, in dem ein Rentenverfahren eingeleitet werde, sei dies allerdings nicht mehr valide, da dann oft gezielt und bewusst gesteuert Ärzte aufgesucht würden, um einen Schweregrad zu demonstrieren
(S. 31
Ziff.
7.2 unten).
Im Zusammenhang mit der
erfolgten
Aufhebung der Rente sei eine gewisse Verschlechterung
der Depression
durchaus plausibel, aber nicht in dem Ausmass, wie dies insbesondere die Häufigkeit der stationären psychiatrischen Aufenthalte suggerierten (S. 32
Ziff.
7.2).
Die Beschwerdeführerin sehe sich zu keiner beruflichen Tätigkeit in der Lage. Dies sei diskrepant zum Aktivitätsniveau in den Bereichen Freizeit und Haushalt.
Nach den
vorliegenden Akten sei nicht zu erkennen, dass die Problematik des laufen
den Versicherungsverfahrens
bezüglich der subjektiven Beschwerdeangaben
sowie
die Beschwerdebetonung und Aggravation
kritisch hinterfragt und
berücksichtig
t
worden sei
en
.
Eine posttraumatische Belastungsstörung
sei
des Weiteren
nicht durchgehend diagnostiziert worden (S. 32
Ziff.
7.3 oben). Bezüglich der Res
sourcen und Belastungen habe die Beschwerdeführerin eine gute Beziehung zu den erwachsenen Töchtern angegeben. Auch die langjährig belastete Ehe habe sich inzwischen stabilisiert. Der familiäre Hintergrund sei
daher
insgesamt als Ressource anzusehen. Fähigkeitsstöru
ngen bestünden in den Bereichen
Durch
halte
fähigkeit, Flexibilität, Umstellungsfähigkeit sowie der Selbstbehauptungs
f
ähigkeit. Geeignet seien überwiegend sachbetonte, gut strukturierte, regel
mässig
e Tätigkeiten, ohne
besonderen
Zeitdruck,
ohne
eine
erhöhte Anforderung an die emotionale Belastbarkeit
und ohne einen Bezug zu Gewalt
(S. 32
Ziff.
7.4). In der bisherigen Tätigkeit bestehe bei einer Anwesenheit von 8.5 Stunden
pro Tag
eine Einschränkung der Leistungsfähigkeit von 20-30
%
. Die
Arbeitsfähigkeit werde daher auf
70-80
%
geschätzt (S. 33
Ziff.
8 oben). Zum Zeitpunkt des Gutachtens der
H._
vom
2.
Oktober 2014 habe keine psychiatrisch bedingte Arbeits
un
fähigkeit vorgelegen. Eine Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit lasse sich
mit ausreichender
Sicherheit erst mit dem ersten stationären Aufenthalt vom 1
8.
Janu
ar bis
9.
Februar 2016 nachweisen. Während
dieses
Aufenthaltes und der weiteren Klinikaufenthalte sei die Arbeitsfähigkeit aufgehoben gewesen. Zwi
schen den Aufenthalten und aktuell liege nach Abzug der Beschwerdebetonung und Aggravation eine Arbeitsfähigkeit von 70-80
%
vor (S. 33
Ziff.
8 Mitte).
4.4.4
Im neurologischen Teilgutachten
wurde ausgeführt, im März 1997
sei
eine fokale Epilepsie mit partiellen, komplexpartiellen und sekundär generalisierten Anfällen diagnostiziert worden (S. 39
Ziff.
3.2 Mitte). Vor über 20 Jahren sei die Ver
dachtsdiagnose einer Epilepsie gestellt worden. In den Akten und im weiteren Verlauf fänden sich
indes
keine ausreichenden Belege
für die Diagnose
. Ein MRI des Gehirns von 1997 zeige einen geringen Befund mit kleinen T2-hyperintensen
Signalveränderungen
. Diese seien nach der Beschreibung unspezifisch und keines
falls für epileptische Anfälle verantwortlich (S.
42
Ziff.
6 Mitte).
Gutachter
Dr.
T._
nannte als neurologische Diagnose ohne Relevanz für die Arbeits
fähigkeit eine fokale Dystonie in der linken Halsregio
n. Eine Diagnose mit Rele
vanz für die Arbeitsfähigkeit stellte er nicht
(S. 43
Ziff.
6 oben).
Eine Ursache für ein zerebrales Anfallsleiden sei nie objektiviert worden. In den Unterlagen sei keine Rede von einem epilepsietypischen EEG-Resultat.
In einem MRI fänden sich einzig unspezifische Veränderungen.
Die Schilderung des An
f
allsleidens durch die Beschwerdeführerin spreche nicht für eine organische Genes
e (S
.
43
Ziff.
7.1 Mitte). Auf neurologischer Ebene habe zu keinem Zeitpunkt eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit bestanden (S. 44
Ziff.
8 unten).
4.4.5
Prof.
S._
stellte keine internistische Diagnose mit Relevanz für die Arbeits
fähigkeit. Als Diagnose ohne Relevanz für die Arbeitsfähigkeit nannte er eine Hypercholesterinämie (S. 56
Ziff.
6).
4.4.
6
Die Gutachter nannten gesamthaft als Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeits
fähigkeit eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig leichte bis mittel
gradige depressive Störung (ICD-10
F33.0/F33.1)
.
Als Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit nannten sie (S.
7
Ziff.
4.2):
-
Reaktion auf schwere Belastung, nicht näher bezeichnet (ICD-10 F43.9)
-
fokale Dystonie linke Halsregion
-
Hypercholesterinämie
Von psychiatrischer Seite liege eine ausgeprägte Beschwerdebetonung sowie eine
Aggravation vor.
Die Beschwerdeführerin habe in der
neuropsychologischen Unter
suchung ein hoch auffälliges Verhalten gezeigt (S. 8
Ziff.
4.6). Gesamthaft bestehe in der bisherigen Tätigkeit bei einer Anwesenheit von 8.5 Stunden täglich eine Arbeitsfähigkeit von 70-80
%
(S. 9
Ziff.
4.7 oben). In leidensangepassten Tätigkeiten bestehe ebenfalls eine Arbeitsfähigkeit von 70-80 % (S. 9
Ziff.
4.8).
4.5
RAD-Arzt
d
ipl.
med.
N._
führte in der Stellungnahme vom 1
1.
Juni 2019 (
Urk.
11/123 S. 3 f.) aus, das Gutachten vom 2
4.
Mai 2019 erfülle die formalen Qualitätskriterien und sei nachvollziehbar und plausibel (S. 3 unten). Für die bis
herige Tätigkeit
der Beschwerdeführerin
als Hilfsarbeiterin und Weberin bestün
den eine reduzierte Durchhalte- und Selbstbehauptungsfähigkeit und eine Ein
schränkung der Flexibilität und der Umstellungsfähigkeit.
Gemäss dem Gutachten seien sachbetonte, gut strukturierte, regelmässige Tätigkeiten möglich, ohne einen besonderen Zeitdruck,
ohne
eine erhöhte Anforderung an die emotionale Belastbarkeit und ohne einen Bezug zu Gewalt. In der bisherigen Tätigkeit als Hilfsarbeiterin bestehe seit Januar 2016 eine Arbeitsunfähigkeit von 20-30
%
. Während der stationären Klinikaufenthalte habe
eine Arbeitsunfähigkeit von 100
% bestanden. In einer angepassten Tätigkeit bestehe eine Arbeitsfähigkeit von 70-80
%
(S. 4 oben).
Nach
Abzug der Aggravation und der nicht-authen
tischen Beschwerdepräsentation in der neuropsychologischen Testung verbleibe aufgrund der depressiven Störung eine geringe funktionelle Leistungsein
schrän
kung (S. 4 unten).
4.6
Die Ärzte der
Klinik
A._
erstatteten am
8.
Oktober 2019 (
Urk.
3/6 =
Urk.
11/133) einen Verlaufsbericht zuhanden des Rechtsvertreters der Beschwer
deführerin.
Sie ste
llten folgende Diagnosen (S. 1
Ziff.
1):
-
rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig schwere Episode mit psy
cho
tischen Symptomen (ICD-10 F33.3)
-
anhaltende somat
oforme Schmerzstörung (ICD-10 F45.40)
-
Verdacht auf generalisierte Angststörung (ICD-10 F41.1)
-
Verdacht auf posttraumatische Belastungsstörung (ICD-10 F43.1)
-
Psychische und Verhaltensstörung durch Tabak; Abh
ängigkeitssyndrom (ICD-10 F17.2)
Anamnestisch bestünden eine Migräne ohne Aura (gewöhnliche Migräne), eine lokalisationsbezogene fokale, partielle, symptomatische Epilepsie, epileptische Syndrome mit einfachen foka
len Anfällen und Heberden-Knoten (S. 1
Ziff.
1)
.
Als Befund wurde
angegeben
, die Patientin sei bewusstseinsklar und allseits orientiert. Im Denken sei sie leicht gehemmt, verlangsamt, umständlich und eingeengt und es bestehe ein mittelgradiges Grübeln und
ein
Gedankendrängen. Weiter bestehe ein Stimmenhör
en (befehlend,
S. 1 f.
Ziff.
2).
Die Ärzte der
Klinik
A._
gaben zur Arbeitsfähigkeit an, während des stationären Aufenthaltes werde eine Arbeitsunfähigkeit von 100
%
geschätzt. Grundsätzlich sei von einer geringen psychischen Belastbarkeit und einer redu
zierten Stressfähigkeit auszugehen. Die Beschwerdeführerin sei unter anderem
kognitiv und mnestisch reduziert und es bestünden eine starke innere Unruhe, Sorgen und Ängste und eine Selbstwertproblematik. Eine Wiedereingliederung in den ersten Arbeitsmarkt sei eher unwahrscheinlich (S. 2
Ziff.
3).
Im Rahmen der stationären Behandlung sei keine Beschwerdebetonung oder
eine
Aggravation festgestellt worden (S. 3
Ziff.
4).
4.7
Die Beschwerdeführerin reichte dem Gericht am
2.
November 2020 (
Urk.
17) den
Austrittsbericht der Ärzte
der Klinik
A._
vom
9.
Dezember
2019 (
Urk.
18
/7
) nach.
4.8
Dipl. med.
N._
führte in einer Stellungnahme vom 2
8.
Januar
2020 (
Urk.
11/138 S. 3 Mitte
) aus,
die von den Ärzten
der
Klinik
A._
im Bericht vom
8.
Oktober 2019
gestellten Diagnosen seien nicht begründet
.
Eine schwere Depression mit psychotischen Sympt
omen sei nicht nachvollziehbar und ein
subjektives Stimmenhören allein nicht beweisbildend
für die Diagnose
. Für die Diagnose einer somatoformen Schmerzstörung fehlten ebenfalls eine Begründung und
entsprechende
Befunde. Zudem lägen keine Angaben zur durchgeführten Therapie vor.
4.9
Am
2.
März 2020 (
Urk.
3/7/1-7 =
Urk.
11/140/1-7) erstatteten d
ie Ärzte der
Klinik
A._
den Austrittsbericht über
eine
stationäre Behandlung vom 1
7.
Dezem
ber 2019 bis 1
9.
Februar 2020 (dritte Hospitalisation, S. 1). Sie nannten als psy
chia
trische Hauptdiagnose eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig schwere Episode mit psychotischen Symptomen (ICD-10 F33.3, S. 1
Ziff.
1). Wei
ter stellten sie die folgenden psychiatrischen Nebendiagnosen (S. 1
Ziff.
1):
-
posttraumatische Belastungsstörung (ICD-10 F43.1)
-
anhaltende somatoforme Schmerzstörung (ICD-10 F45.40)
-
psychische und Verhaltensstörungen durch Tabak: Abhängigkeits
syn
drom
(ICD-10 F17.2)
Die Ärzte der
Klinik
A._
führten weite
r
aus,
nach der letzten Hospita
lisierung vom 2
9.
August bis 2
1.
November 2019 sei die Patientin zunächst zwei bis drei Tage
psychisch stabil gewesen. Im Verlauf sei es erneut zu depressiven
Symptomen
(sozialer Rückzug, vermehrtes Weinen, teilw
e
ise Suizidgedanken)
,
psychotischen sowie Symptomen mit Ganzkörperschmerzen
vor dem Hintergrund von körperlichen Erkrankungen und Existenzängsten
gekommen. Weiter
hätten sich zunehmend Streitereien mit Familienangehörigen ereignet mit
anschliessen
dem
Rückzug
.
Die Beschwerdeführerin
habe in suizidaler Absicht 6-8 Tabletten Temesta eingenommen und sich oberflächlich am Handgelenk g
eritzt
(S. 2
Ziff.
2 oben).
Bei der Aufnahme habe eine Störung der Vitalgefühle
bestanden. Die Beschwer
deführerin sei deprimiert, hoffnungslos, ängstlich, dysphorisch, gereizt und inner
lich unruhig gewesen und es hätten Insuffizienz- und Schuldgefühle bestanden. Weiter habe
ein sozialer Rückzug bestanden. G
egenüber
ihrer Familie
sei sie
leicht aggressiv gewesen (S. 3
Ziff.
4 Mitte). Im Verlauf hätten sich primär Symptome einer rezidivierenden depressiven Episode gezeigt mit einem Verlust an Inte
res
sen, Niedergeschlagenheit, Suizidgedanken und einem Rückzug. Die Sympto
me einer anhaltenden somatoformen Schmerzstörung hätten während dieses Aufent
halts nicht im Vordergrund gestanden (S. 4
Ziff.
5 Mitte).
Als Auslöser für die Verschlechterung des Zustandes
hätten
sich eine Vernachlässigung der Selbst
fürsorge
und
zunehmende Ängste vor der Polizei gezeigt. Es sei zu einer Haus
durchsuchung gekommen und die Beschwerdeführerin sei verhört worden (S. 4
Ziff.
5 unten).
Zum Zeitpunkt des Austrittes aus der Klinik hätten sich die Ängste reduziert und die Stimmung habe sich stabilisiert (S. 5
Ziff.
6).
4.10
RAD-Arzt
d
ipl.
med.
N._
gab in einer ergänzenden Stellungnahme vom
3
0.
März 2020 (
Urk.
11/144) an, im aktuellen Bericht der Ärzte der
Klinik
A._
werde eine vorübergehende Verschlechterung der bekannten rezidivierenden depressiven Störung beschrieben. Die
darin
beschriebene Selbstverletzung und die Einnahme von Tabletten
wirkten
sehr demonstrativ. Die
angegebenen
Ängste vor der Polizei seien normalpsychologisch nachvollziehbar, nachdem es eine Hausdurchsuchung und ein Verhör im Haushalt der Beschwerdeführerin gegeben habe. Zum Zeitpunkt des Austrittes habe sich der Gesundheitszustand
aber
wieder deutlich gebessert. Daraus könne keine anhaltende Verschlechterung des Gesund
heitszustandes abgeleitet werde
n
.
4.11
Die Ärzte der
Klinik
A._
führten in einer Stellungnahme vom
9.
April 2020 (
Urk.
3/9) aus, die Kriterien einer schweren depressiven Episode seien wäh
rend des letzten stationären Aufenthaltes der Beschwerdeführerin erfüllt ge
wesen. Es hätte
n
eine gedrückte Stimmung, ein Verlust an Interessen und Freude, eine Agitiertheit und eine erhöhte Ermüdbarkeit bestanden. Zudem habe die Be
schwerdeführerin unter starken Konzentrationsstörungen, einem verminderten
Selbstwertgefühl,
Schuldgefühlen, Suizidgedanken und an Schlafstörungen ge
litten
. Psychotische Symptome hätten sich dahingehend gezeigt, dass sie stets von Stimmen berichtet habe, die sie zu gewissen Handlungen aufforderten. Zu
dem höre sie teilweise, dass ihre Kinder ihren Namen rufen würden, obwohl sie nicht anwesend seien. Während des letzten Aufenthaltes habe die Beschwerde
führerin zudem Halluzinationen beschrieben.
Die Diagnose einer posttraumatischen Belastungsstörung sei bereits früher dia
gnostiziert worden. Während des letzten Aufenthaltes habe
die Beschwerde
füh
rerin
auch
Symptome
einer posttraumatischen Belastungsstörung gezeigt, wie Flashbacks, Albträume, eine erhöhte
Hypervigilanz
und die Vermeidung von Reizen, die eine Wiedererinnerung auslösen könnten (S. 1). Die Symptome einer anhaltenden somatoformen Schmerzstörung hätten
sich
in Form
von andau
ern
den
Schmerzen gezeigt (Kopf- und Rückenschmerzen), welche mit emotio
na
len Konflikten (Verhaftung, Konfrontation mit Traumainhalten) verstärkt auftre
ten würden. Die Behandlung einer anhaltenden somatoformen Schmerzstörung sei während des letzten Aufenthaltes jedoch nicht im Vordergrund gestanden (S. 2).
4.12
Dr.
med.
W._
, Facharzt für Neurologie, erstattete am
5.
Juni 2020 (
Urk.
7) einen ärztlichen Bericht
zuhanden des Rechtsvertreters der Beschwerde
führerin
. Er gab an, die Beschwerdeführerin sei seit dem 2
0.
Februar 2020 bei ihm in Behandlung. Im Alter von 7 und 9 Jahren hätten sich in der Türkei angeblich zwei epileptische Grand-mal-Anfälle ereignet. In den achtziger Jahren sei der Verdacht einer fokalen Epilepsie aufgrund rezidivierender psychomotorisch
,
se
kundär generalisierter Anfälle gestellt worden
.
Bereits
1997 habe die Patientin über Gedächtnisstörungen geklagt, welche neuropsychologisch bestätigt worden seien. Seit 1997 sei eine cerebrale Läsion bekannt, die seit Jahren unverändert sei (S. 1 unten). Inwieweit aufgrund
der medikamentösen Behandlung eine Anfalls
freiheit
bestehe, lasse sich nicht sicher sagen, da vermutlich ein Teil der Anfälle einen psychogenen Ursprung haben könne. Dies aufgrund einer seit Jahren be
stehenden schlechten psychischen Verfassung
der Beschwerdeführerin
. Hinweise auf sichere epilepsietypische Potenziale hätten sich in der Mehrheit der EEG-
Untersuchungen nicht gezeigt. Aufgrund der Anfallsbeschreibung und der Fremd
beobachtung könne
jedoch
angenommen werden, dass rezidivierende epileptische Anfälle, teilweise mit Bewusstseinsstörungen, bestünden. Aufgrund dessen be
stehe sowohl in der angestammten als auch in einer optimal angepassten Tätig
keit keine Arbeitsfähigkeit (S. 2).
4.13
Die Ärzte der
Klinik
A._
erstatteten am 1
4.
Juli 2020 (
Urk.
18/8) den Austrittsbericht über ein
e we
itere stationäre Behandlung
der Beschwerdeführerin
vom 1
5.
Juni bis
4.
Juli 202
0.
5.
5.1
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusam
menhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
5.2
Die Annahme eines psychischen Gesundheitsschadens im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG sowie Art. 3 Abs. 1 und Art. 6 ATSG setzt eine psychiatrische, lege artis auf
die Vorgaben eines anerkannten Klassifikationssystems abgestützte Diagnose vor
aus (vgl. BGE
145 V 215 E. 5.1, 143 V 409 E. 4.5.2, 141 V 281 E.
2.1, 130 V 396
E. 5.3 und E.
6). Eine fachärztlich einwandfrei festgestellte psychische Krankheit ist jedoch nicht ohne weiteres gleichbedeutend mit dem Vorliegen einer Inva
lidität. In jedem Einzelfall muss eine Beeinträchtigung der Arbeits- und Erwerbs
fähigkeit unabhängig von der Diagnose und grundsätzlich unbesehen der Ätio
logie ausgewiesen und in ihrem Ausmass bestimmt sein. Entscheidend ist die nach einem weitgehend objektivierten Massstab zu beurteilende Frage, ob es der ver
sicherten Person zumutbar ist, eine Arbeitsleistung zu erbringen (BGE
145 V 215 E. 5.3.2,
1
43 V 409 E. 4.2.1, 141 V 281 E.
3.7, 13
9 V 547 E. 5.2, 127 V 294 E. 4c; vgl. Art. 7 Abs. 2 ATSG).
5.3
Gemäss BGE 143 V 418 sind grundsätzlich sämtliche psychischen Erkrankungen, nach BGE 143 V 409 namentlich auch leichte bis mittelschwere Depressionen, für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit einem strukturierten Beweisverfahren nach Massgabe von BGE 141 V 281 zu unterziehen (Änderung der Rechtsprechung). Speziell mit Bezug auf leichte bis mittelschwere depressive Störungen hielt das Bundesgericht in BGE 143 V 409 – ebenfalls im Sinne einer Praxisänderung – fest, dass eine invalidenversicherungsrechtlich relevante psychische Gesundheits
schädigung nicht mehr allein mit dem Argument der fehlenden Therapieresistenz auszuschliessen sei (E. 5.1; zur bisherigen Gerichtspraxis vgl. statt vieler: BGE
140 V 193 E. 3.3; Urteil des Bundesgerichts 9C_13/2016 vom 1
4.
April 2016 E. 4.
2). Für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit sind somit auch bei den leichten bis mittelgradigen depressiven Störungen systematisierte Indikatoren beachtlich, die es – unter Berücksichtigung leistungshindernder äusserer Belastungsfaktoren
einerseits und
von Kompensationspotentialen (Ressourcen) andererseits – erlau
ben
, das tatsächlich erreichbare Leistungsvermögen einzuschätzen (BGE 141 V 281 E.
2, E. 3.4-3.6 und 4.1). Die Therapierbarkeit ist dabei als Indiz in die gesamthaft vorzunehmende allseitige Beweiswürdigung miteinzubeziehen (BGE 143 V 409 E.
4.2.2; vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_449/2017 vom
7.
März 2018 E. 4.2.1).
Die Anerkennung eines rentenbegründenden Invaliditätsgrades ist nur zulässig, wenn die funktionellen Auswirkungen der medizinisch festgestellten gesundheit
lichen Anspruchsgrundlage im Einzelfall anhand der Standardindikatoren schlüssig
und widerspruchsfrei mit (zumindest) überwiegender Wahrschein
lich
keit nachgewiesen sind. Fehlt es an diesem Nachweis, hat die materiell beweis
belastete versicherte Person die Folgen der Beweislosigkeit zu tragen (BGE 141 V 281 E. 6; vgl. BGE 144 V 50 E. 4.3).
Diese Rechtsprechung ist auf alle im Zeitpunkt der Praxisänderung noch nicht erledigten Fälle anzuwenden (Urteil des Bundesgerichts 9C_580/2017 vom 16. Januar
2018 E. 3.1 mit Hinweisen).
5.4
Rechtsprechungsgemäss liegt regelmässig kein versicherter Gesundheitsschaden vor, soweit die Leistungseinschränkung auf Aggravation oder einer ähnlichen Konstellation beruht. Dies trifft namentlich zu, wenn: eine erhebliche Diskrepanz zwischen den geschilderten Schmerzen oder Einschränkungen und dem gezeigten Verhalten oder der Anamnese besteht; intensive Schmerzen angegeben werden, deren Charakterisierung jedoch vage bleibt; keine medizinische Behandlung und Therapie in Anspruch genommen wird; demonstrativ vorgetragene Klagen auf den Sachverständigen unglaubwürdig wirken oder wenn schwere Einschrän
kun
gen im Alltag behauptet werden, das psychosoziale Umfeld jedoch weitgehend intakt ist. Nicht per se auf Aggravation weist blosses verdeutlichendes Verhalten hin (BGE 141
V 281 E. 2.2.1, BGE 131 V 49 E.
1.2; vgl. Urteil des Bundesgerichts 9
C_899/2014 vom 29. Juni 2015 E.
4.1).
Eine auf Aggravation oder vergleichbaren Konstellationen beruhende Leistungs
einschränkung vermag einen versicherten Gesundheitsschaden nicht leichthin auszuschliessen, sondern nur, wenn im Einzelfall Klarheit darüber besteht, dass nach plausibler ärztlicher Beurteilung die Anhaltspunkte für eine klar als solche ausgewiesene Aggravation eindeutig überwiegen und die Grenzen eines bloss verdeutlichenden Verhaltens zweifellos überschritten sind, ohne dass das
aggra
va
torische
Verhalten auf eine verselbständigte, krankheitswertige psychische Stö
rung zurückzufüh
ren wäre (vgl. BGE 143 V 418 E. 8.2
; vgl. Urteile des Bundes
gerichts 8
C_604/2017 vom 15. März 2018 E. 6.1 und 9C_899/2014 vom 29.
Juni 2015 E. 4.2).
Steht fest, dass eine anspruchsausschliessende Aggravation oder ähnliche Kon
stel
lation im Sinne der Rechtsprechung gegeben ist, erübrigt sich die Durch
führung eines strukturierten Beweisverfahrens nach BGE 141 V 281 (vgl.
BGE
141 V 281 E. 2.2.2; Urteil des Bundesgerichts 9C_899/
2014 vom 2
9.
Juni 2015 E. 4.4).
6.
6.1
Die Gutachter der
H._
nannten im Gutachten
vom
2.
Oktober 2014 als Dia
gnose
mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit ein mögliches zerebrales An
fallsleiden mit
einem
Verdacht auf zumindest anteilige psychogene Anfälle. Als Diagnose ohne Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit nannten sie eine mögliche fokale Dystonie. Die Gutachter attestierten für die
zuletzt ausgeübte und für eine
angepasste Tätigkeit eine zumutbare Arbeitsfähigkeit von 100
%
(E. 3.4.4 hiervor
).
Die Gutachter des
B._
nannten
in dem im laufenden Revisionsverfahren ein
geholten
Gutachten vom 2
4.
Mai 2019 als Diagnose mit Auswirkung
auf die Arbeitsfähigkeit eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig leichte bis mittelgradige depressive Störung. Als Diagnosen ohne Auswirkung auf die
Arbeitsfähigkeit nannten sie eine Reaktion auf eine schwere Belastung, nicht näher
bezeichnet, eine fokale Dystonie der linken Halsregion und eine Hypercho
le
s
terinämie.
Die
Gutachter
wiesen
auf eine ausgeprägte Beschwerdebetonung und Aggravation hin. Nach Abzug
der Beschwerdebetonung und Aggravation
atte
stierten
sie
für die bisherige und für eine leidensangepasste Tätigkeit eine Arbeitsfähigkeit von 70-80
%
(E. 4.4.
6
).
Seit 2016 sind mehrere stationäre Behandlungen
der Beschwerdeführerin
in psy
chiatrischen Kliniken aktenkundig.
Die Ärzte der Klinik
P._
nannten im
Austrittsbericht
vom 2
4.
Januar 2017 als
psychiatrische
Dia
gnosen eine rezidivierende depressive Störung, ge
genwärtig mittelgradige Episod
e,
eine posttraumatische Belastungsstörung und einen Verdacht auf eine emotional instabile Persönlichkeitsstörung,
Borderline
-Typ (E.
4.1). Die Ärzte der Klinik
A._
stellte
n
anlässlich weiterer Klinikaufenthalte im Wesentlichen
die Diagnosen einer rezidivierenden depressiven Störung, gegenwärtig schwer
e
Epi
sode mit psychotischen Symptomen, eine
r
anhaltende
n
somatoforme
n
Sch
merz
störung und
nannten einen
Verdacht auf eine generalisierte Angststörung u
nd einen Verdacht auf eine posttraumatische Belastungsstörung (vorstehend E. 4.6 und 4.9). Die behandelnden Ärzte des
F._
stellten im
Wesentlichen
die psy
chia
trischen
Diagnosen einer rezidivierenden depressiven Störung, gegenwärtig schwe
re beziehungsweise mittelgradige depressive Episode
,
und eine
r
posttrau
ma
tische
n
Belastungsstörung (E. 4.2-4.3).
6.2
Das Gutachten des
B._
erfüllt die Anforderungen an den Beweiswert
eines medizinischen Gutachtens (
vgl.
E. 5.
1
).
Es
erweist sich für die s
treitigen Belange als umfassend, beruht auf den erforderlichen Untersuchungen und
die Gutachter trugen den geklagten Beschwerden ausreichend
Rechnung.
Das Gutachten
erlaubt
sodann
die Durchführung eines s
trukturierten Beweis
verfahrens und
es lässt sich
anhand des Gutachtens
entscheiden, ob sich der Gesundheitszustand der Be
schwer
deführerin verglichen mit dem Zeitpunkt der Verfügung der Beschwerde
gegnerin vom 2
0.
Januar 2016 massgeblich verändert hat.
Gutachter
Dr.
Q._
legte
unter anderem
dar,
dass
die
Kriterien
für die Diagnose
einer posttrau
ma
tischen Belastungsstörung hinsichtlich der erforderlichen Schwere nicht erfüllt
seien
und dass von einer leichten bis mittelgradigen depressiven Episode und nicht von einer schweren
depressiven
Episode auszugehen sei
. Der psychiatrische Gutachter ging
sodann
auf die stationären Behandlungen
der Beschwerdeführerin
ein, wobei er die
Intensivierung
der
Behandlungen
ab 2016
vor dem Hintergrund des
laufenden Rentenverfahren
s
kritisch hinterfragte
(E. 4.4.3). Der Gutachter ist daher durchaus auf die abweichende Beurteilung der behandelnden Ärzte ein
gegangen. Dass
Dr.
Q._
auf die Berichte der behandelnden Institutionen nicht
näher
eingegangen wäre (
Urk.
1 S. 10
Ziff.
29), trifft daher nicht zu.
Das G
utachten des
B._
vermag
schliesslich
hinsichtlich der Beurteilung
der medizinischen Situation und
der
Schlussfolgerungen
der Gutachter
zu über
zeu
gen
.
Entgegen
den Ausführungen in der Beschwerde
(
Urk.
1 S. 9
ff.
)
kann auf das Gutachten
abgestellt werden.
6.3
Zu
den
Berichten über mehrere
Klinikaufenthalte der Beschwerdeführerin
ist zu sagen, dass
darin
im Wesentlichen über eine kurzzeitige Verschlechterung berich
tet wurde
. Für den Zeitpunkt des Austrittes aus der Klinik
gaben die behandelnden Ärzte
jeweils
wieder
ein
en
verbesserten
Gesundheitszustand
an
(vgl. E. 4.
9
)
.
Eine längerfristige Einschränkung der Arbeitsfähigkeit
lässt sich
daraus
gemäss
der Beurteilung des RAD der Beschwerdegegnerin
nicht ableiten (E. 4.10 hiervor)
.
Nachdem sich die Beschwerdeführerin ab 2016
wiederholt
in stationäre Behand
lung begeben hatte, hätte eine schwere depressive Episode
, wie von den be
handelnden Ärzten diagnostiziert,
anlässlich der Begutachtung im
B._
festge
stellt werden müssen. Die Gutachter des
B._
wiesen
jedoch auf eine Beschwer
debetonung und Aggravation hin
und konnte
n
eine schwere depressive Episode gerade nicht
bestätigen
(E. 4.4.3).
RAD-Arzt
d
ipl.
med.
N._
konnte die von den behandelnden Ärzten gestellten Diagnosen
ebenfalls nicht bestätigen
(E. 4.8 und 4.10 hiervor)
.
Auf die
von den behandelnden Ärzten gestellten Diagnosen
kann daher nicht unbesehen abgestellt werden.
Weiter ist darauf
hinzuweisen, dass die behandelnden Ärztinnen und Ärzte in einem auftragsrechtlichen Verhältnis zur versicherten Person stehen. Sie haben sich zudem in erster Linie auf die Behandlung zu konzentrieren. Ihre
Berichte verfolgen daher nicht den Zweck einer den abschliessenden Entscheid über die Versicherungsansprüche erlaubenden objektiven Beurteilung des Gesundheitszu
standes und erfüllen deshalb kaum je die materiellen Anforderungen an ein Gutachten gemäss BGE 125 V 351 E 3a.
Aus diesen Gründen und aufgrund der Erfahrungstatsache, dass Hausärzte - beziehungsweise regelmässig behandelnde Spezialärzte (vgl. Urteil des Bundesgerichts I 551/06 vom
2.
April 2007 E. 4.2) - mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung im Zweifels
fall eher zu Gunsten ihrer Patienten aussagen, kommt im Streitfall ein direktes Abstellen einzig gestützt auf die Angaben der behandelnden Ärzte nur selten in Frage (
vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_1055/2010 vom 1
7.
Februar 2011 E. 4.1).
Der Bericht von
Dr.
W._
vom
7.
Juni 2020 über
eine
neurologische Behand
lung der Beschwerdeführerin
(E. 4.12 hiervor)
führt zu
keiner anderen Beurtei
lung,
nachdem die neurologischen
Abklärungen
im
H._
und
durch
die Gut
achter des
B._
jeweils keine sicheren Hinweise
für das
Vor
liegen einer Epilepsie
ergaben
(vgl. E. 3.4.2 und E. 4.4.4).
Es ist daher auf die Beurteilung im Gutachten des
B._
abzustellen.
6.4
Der psychiatrische Gutachter
Dr.
Q._
nannte als
Einschränkungen
Störungen in der Durchhaltefähigkeit, der Flexibilität und der Umstellungs- und Selbstbe
haup
tungsfähigkeit (
vorstehend
E. 4.4.3).
Die festgestellten
funktionellen
Einschrän
kun
gen erweisen
sich
nicht
als
schwerwiegend ausgeprägt.
Sie erlauben es der
Beschwerdeführerin
,
die zuletzt ausgeübte
n Tätigkeiten
oder eine angepasste Tätigkeit mit einem Pensum von 70-80
%
zu verrichten
.
Dr.
Q._
wies darauf hin, dass
ihre
Familie mittlerweile eine Stütze und Ressource
der Beschwerdeführerin darstelle
(E. 4.4.3)
, was zu ihren Gunsten zu berücksichtigen ist
. Nach Prüfung der Standardindikatoren
kann ihr in den zuletzt ausgeübten Tätigkeiten und in
einer angepassten Tätigkeit
eine Arbeitsfähigkeit von 70-80
% zugemutet wer
den
. Bei der festgestellten Aggravation handelt es sich zudem um einen Aus
schluss
grund
(E. 5.4 hiervor)
. Eine gesundheitliche Verschlechterung wäre daher bereits aus diesem Grund
zu verneinen.
6.5
Die Gutachter der
H._
attestiert
en anlässlich der Begutachtung im Jahr 2
014 für die zuletzt ausgeübten Tätigkeiten eine Arbeitsfähigkeit von 100
%
. Gestützt auf das Gutachten des
B._
sind der Beschwerdeführerin diese
Tätigkeiten
und eine angepasste Tätigkeit
noch
mit einem Pensum von 70-80
%
möglich. Bei einer zumutbaren Arbeitsfähigkeit von 70-80
%
vermag sie ein rentenaus
schlies
sendes
Einkommen zu erwirtschaften
. Die Durchführung eines Einkommen
sver
gleichs erü
brigt sich daher und es besteht
u
nverändert kein Rentenanspruch der Beschwerdeführerin.
6.6
Zusammenfassend hat sich der Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin ver
glichen mit dem Zeitpunkt der Verfügung der Beschwerdegegnerin vom 2
0.
Janu
ar 2016 nicht massgeblich verändert. Die angefochtene Verfügung vom 2
0.
März 2020 erweist sich nach dem Gesagten als rechtens. Die Beschwerde ist daher abzuweisen.
7.
7.1
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfah
rens
aufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG). Vor
liegend sind die Kosten auf
Fr.
700.-- festzusetzen und der Beschwerdeführerin aufzuerlegen. Zufolge Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung sind
sie
einstweilen auf die Gerichtskasse zu nehmen.
7.2
Der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin reichte
dem Gericht
am
8.
Juli 2020
(
Urk.
15)
die Honorarnote in Höhe von
Fr.
1'931.40 (
Urk.
14) ein.
Der geltend gemachte Aufwand erweist sich
als
der Bedeutung der Streitsache und der Schwierigkeit des Prozesses
angemessen. Der Rechtsvertreter ist daher mit
Fr.
1'931.40
(inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer)
zu entschädigen.