# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 7ff40c2f-bdd3-4c09-96e3-7e3f0782d3cf
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2020
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
Dr.
A._
benötigte altersbedingt Hilfe. Zu diesem Zwecke ging er Arbeitsverhältnisse ein
(
Urk.
7/71).
Mit seinem Tod
am
6.
April 2018
fielen
diese
dahin (
Urk.
7/74-77).
Die beiden
Angestellten
Y._
und
Z._
,
die ihn zuletzt betreuten,
erhielten eine Abfindung von
Fr.
50'000.-- beziehungsweise
Fr.
5'000.-- (
Urk.
7/76/6). Mit Verfügung vom
5.
Juli 2018 erhob die
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich,
Aus
gleichskasse
,
AHV-Beiträge auf diese Zahlungen (
Urk.
7/82). Daran hielt sie mit
Einspracheentscheid
vom 3
1.
Mai 2019 fest (
Urk.
2).
2.
Dagegen liess
der von
Dr.
A._
eingesetzte Willensvollstrecker,
Dr.
X._
, mit Eingabe vom 2
0.
Juni 2019 Beschwerde erheben und die Aufhebung des angefochtenen Entscheids beantragen (
Urk.
1 S. 2).
Die Ausgleichskasse
schloss
am 28. August 2019
auf Abweisung der Beschwerde (
Urk.
6). Mit Verfügung vom 2
4.
September 2019 wurden
Y._
und
Z._
zum Verfahren beigeladen, s
ie
verzichteten beide
auf eine Stellungnahme (
Urk.
11, 13).
Die Einzelrichterin

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
Da der Streitwert Fr. 20’000.-- nicht übersteigt, fällt die Beurteilung der B
e
schwerde in die einzelrichterliche Zuständigkeit (§ 11 Abs. 1 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht
,
GSVGer
).
2.
Streitig ist, ob die Abfindungen an
Y._
und
Z._
von
Fr.
50'000.-- beziehungsweise
Fr.
5'000.-- der AHV-Beitragspflicht
unter
liegen.
Der Beschwerdeführer hält dafür, dass diese Zahlungen als Leistungen bei Entlassungen aus betrieblichen Gründen zu behandeln seien. Damit unterlägen sich nicht der Beitragspflicht (
Urk.
1). Demgegenüber stellt sich die Ausgleichs
kasse auf den
Standpunkt, die beiden Beigeladenen hätten
Dr.
A._
gepflegt,
d
ie Arbeitsverhältnisse
somit
mit Rücksicht auf seine Person eingegang
en worden. Mit seinem Tod seien sie
dahingefallen. Darin könne jedoch keine Entlassung aus betrieblichen Gründen erblickt werden. Davon spreche man
nur
bei
Betriebsschliessungen, -zusammenlegungen und -restrukturierungen, also bei kollektiven Entlassunge
n
(
Urk.
2, 6).
3
.
3
.1
Nach
Art.
5
Abs.
1 und
Art.
14
Abs.
1
des Bundesgesetzes über die Alters- und
Hinterlassenenversicherung
(
AHVG
)
werden vom Einkommen aus unselbst
stän
diger Erwerbstätigkeit, dem massgebenden Lohn, Beiträge erhoben. Als massge
bender Lohn gemäss
Art.
5
Abs.
2 AHVG gilt jedes Entgelt für in unselbst
ständiger Stellung auf bestimmte oder unbestimmte Zeit geleistete Arbeit. Zum massgebenden Lohn gehören begrifflich sämtliche Bezüge der Arbeitnehmerin und des Arbeitnehmers, die wirtschaftlich mit dem Arbeitsverhältnis zusammen
hängen, gleichgültig, ob dieses Verhältnis fortbesteht oder gelöst worden ist und ob die Leistungen geschuldet werden oder freiwillig erfolgen. Als beitragspflich
tiges Einkommen aus unselbstständiger Erwerbstätigkeit gilt somit nicht nur unmittelbares Entgelt für geleistete Arbeit, sondern grundsätzlich jede Entschä
digung oder Zuwendung, die sonst wie aus dem Arbeitsverhältnis bezogen wird, soweit sie nicht kraft ausdrücklicher gesetzlicher Vorschrift von der Beitrags
pflicht ausgenommen ist. Grundsätzlich unterliegen nur Einkünfte, die tatsächlich geflossen sind, der Beitragspflicht (BGE 13
3 V 153 E. 3.1 mit Hinweisen).
3
.2
3
.2.1
In
Art.
8
ff.
der Verordnung
über die Alters- und
Hinterlassenenversicherung
(AHVV)
hat der Bundesrat von der ihm gemäss
Art.
5
Abs.
4 AHVG zustehenden Befugnis Gebrauch gemacht und bestimmte Sozialleistungen sowie Zuwen
dung
en des Arbeitgebers anlässlich besonderer Ereignisse vom Einbezug in den mass
gebenden Lohn ausgenommen
.
3
.2.2
Nicht zum massgebenden Lohn geh
ö
ren gemäss
Art.
8
lit
. c AHVV
Zuwendungen des Arbeitgebers beim Tod Angehöriger von Arbeitnehmern, an Hinterlassene von Arbeitnehmern, bei Firmenjubiläen, Verlobung, Hochzeit oder Bes
tehen von
be
ruflichen Prüfungen
. Unter Zuwendungen im Sinne dieser Bestimmung fall
en
auch
Vermächtnisse des Arbeitgebers zugunsten der Belegschaft, sofern die ein
zelne Zuwendung ei
nen Monatslohn nicht übersteigt (BGE 101 V 1; vgl. ferner
Wegleitung des Bundesamtes für Sozialversicherungen (BSV) über den mass
ge
benden Lohn (WML
)
, gültig ab
1.
Januar 2019, Stand:
1.
Januar 2020,
Rz
2159).
3
.2.3
Art.
8
ter
AHVV sieht vor, dass
Leistungen des Arbeitgebers bei Entlassungen aus bet
rieblichen Gründen
bis zur Höhe des viereinhalbfachen Betrages der maxi
malen
jährlichen Altersrente vom massgebenden Lohn ausgenommen
sind (
Abs.
1).
Als betriebliche Gründe gelten Betriebsschlie
ssungen, -zusammen
legungen und -
restrukturierungen. Eine Betriebsrestrukturierung liegt vor
,
wenn die Voraussetzungen nach Artikel 53b Absatz 1 Buchstabe a oder b des B
undes
gesetzes
über die berufliche Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenvorsorge
(BVG)
für eine Teilliquidation der Vorsorgeeinrichtung, welche die obligatorische beruf
liche Vorsorge durchführt, erfüllt sind
(
Abs.
2
lit
. a
); oder
im Falle einer durch Sozialplan geregelten kollektiven Entlassung
(
Abs.
2
lit
. b
).
3
.3
3
.3.1
Zu
Art.
8
ter
AHVV hält das BSV in Randziffer 2133 ff. der WML fest,
dass
Leis
tungen, mit denen einzelne
Arbeitnehmende
individ
uell begünstigt werden, zum massgebenden Lohn gehören.
Nach objektiven und sozial
en Kriterien abgestufte Leistun
gen (z.B. nach Alter, Dienstjahren un
d letztem Lohn) kön
nen hi
ngegen davon ausgenommen werden (
Rz
2134).
Bei Entlassungen aus bet
rieblichen Gründen gehört derje
nige Teil der Leistungen der
Arbeitgebenden
, welcher die Höhe des viereinhalbfache
n Betrages der maximalen jährli
chen Altersrente über
steigt,
zum massgebenden Lohn (
Rz
2136).
Als betriebliche Gründe ge
lten Be
triebsschliessungen, -zusammenlegungen und -restrukturierungen (
Rz
2137). Eine
Betriebsrestrukturier
ung liegt vor, wenn bei der Vor
sorgeeinrichtung, welche di
e obligatorische berufliche Vor
sorge durchführt, die Vorau
ssetzungen für eine Teil
liquida
tion nach
Art.
53b
Abs.
1 B
st. a oder b BVG erfüllt sind o
der im Falle einer durch
einen Sozialplan geregelten kollektiven Entlassung (
Rz
2138).
Wird trotz Entlassungen kei
ne Teilliquidation der Vorsorge
einrichtung vorgenommen,
liegt eine Betriebsrestrukturie
rung im Sinne von
Art.
8
ter
AHVV auch dann vor, wenn eine durch Sozialplan geregelte
kollektive Entlassung erfolgt (
Rz
2142).
Als Sozialplan gilt eine Vere
inbarung, in welcher die
Arbeit
gebenden
und die
Arbe
itnehmenden
die Massnahmen fest
legen, mit denen Kündi
gungen vermie
den, deren Zahl be
schränkt sowie deren Folgen gemildert werden (vgl.
Art.
335h
Abs.
1
des Obligationenrechts,
OR
;
Rz
2143
).
Als kollektiv gilt eine Entlassung, von der ein grösserer Teil der Belegschaft betroffen
ist. Die Arbeitnehmerzahlen ge
mäss
Art.
335i OR können al
s Richtwert herangezogen werden (
Rz
2144).
3
.3.2
Verwaltungsweisungen richten sich an die Durchführungsstellen und sind für das Sozialversicherungsgericht nicht verbindlich. Dieses soll sie bei seiner Entschei
dung aber berücksichtigen, sofern sie eine dem Einzelfall angepasste und gerecht werdende Auslegung der anwendbaren gesetzlichen Bestimmungen zulassen. Das Gericht weicht
also nicht ohne triftigen Grund von Verwaltungsweisungen ab, wenn diese eine überzeugende Konkretisierung der rechtlichen Vorgaben dar
stellen. Insofern wird dem Bestreben der Verwaltung, durch interne Weisungen eine rechtsgleiche Gesetzesanwendung zu gewährleisten, Rechnung getragen (BGE 1
39 V 122 E. 3.3.4 mit Hinweisen).
4.
4.1
A
ls betriebliche Gründe
gemäss
Art.
8
ter
AHVV gelten
Betriebsschliessungen, -zusammenlegungen und -restrukturierungen.
Einzig der
Begriff der Betriebs
re
struk
turierung wird im Gesetz näher umschrieben.
Auch die WML definiert die Begriffe der Betriebsschliessung und -zusammenlegung nicht näher. Bei den ver
schiedenen Konstellationen, die als betriebliche Gründe zusammengefasst werden,
handelt es sich um
gleichgelag
erte Tatbestände
(BGE 133 V 153). Aus der Ent
stehungsgeschichte von
Art.
8
ter
AHVV ergibt sich, dass davon
Entschädigungen
erfasst werden sollen, die
im Rahmen von Sozialplänen, kollektiven Entlassungen oder ähnlic
hen Sachverhalten geleistet werden
(Erläuterungen AHVV [2008] zu
Art.
8
ter
AHVV, vgl. auch BGE
133 V 153). Davon g
eht auch die WML aus, indem sie
individuelle Begünstigungen an einzelne Arbeitnehmer vom Geltun
gsbereich von
Art.
8
ter
AHVV
ausnimmt. Triftige Gründe, die gegen diese Konkretisierung sprechen, sind keine erkennbar.
4.2
Die in Frage stehenden Abfindungen können nicht als Sozialplan, Entschä
di
gungen infolge kollektiver Entlassungen oder Ähnliches qualifiziert werden.
Der Ausgleichskasse ist beizupflichten, dass die Abfindungen
als Zuwendungen vom Arbeitgeber anlässlich besonderer Ereignisse und damit
unter
Art.
8
lit
. c AHVV zu subsu
mieren sind
(
Urk.
2 S. 2)
.
I
hren Grund
haben sie
im Tod
des Arbeitgebers.
Dabei ist die
Treue zum Arbeitgeber von wesentlicher Bedeutung, da sich die Höhe der Zuwend
ung an der Dauer des
Anstellung
sverhältnisses
bemisst.
Ob die Leistungen aufgrund einer letztwilligen Verfügung zur Ausrichtung gelangten oder von den Erben so bestimmt wurde, geht aus Akten nicht hervor
. Der Unter
schied der Leistungen liegt aber
bloss
im
zugrundeliegenden Rech
tsgeschäftes, nicht dagegen in B
ezug auf den für die Beitragspflicht massgebenden wirt
schaftlichen Tatbestand
und ist daher ohne Belang (BGE 101 V 1 E. 3c).
4.3
Laut WML,
Rz
2159 f., fallen
Zuwendungen
beim Tod des Arbeitgebers
dann nicht unter den massgebenden Lohn, wenn sie einen Monatslohn nicht übersteigen;
andernfalls ist der gesamte Wert der Zuwendung beitragspflichtig.
Die
se
Be
schränkun
g der Beitragsbefreiung
ist nicht zu beanstanden. Das Bundesgericht hat wiederholt
vergleichbare Regelungen
für rechtmässig erklärt
(BGE
111 V 78,
106 V 133, AHI 2004 S
. 164).
Da
d
ie
in Frage stehenden Zuwendungen
unbestrittenermassen
mehr als einen Monatslohn betragen
, sind sie von der Beitragspflicht nicht ausgenommen. Damit erweist sich der angefochtene
Einspracheentscheid
als rechtens. Dies führt zur Abweisung der Beschwerde.