# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 2adb69f8-865c-5137-ad9b-872be3ac90d0
**Court:** SG_VG
**Chamber:** SG_VG_001
**Year:** 2016
**Language:** de
**Jurisdiction:** SG / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Das Verwaltungsgericht stellt fest:
A.
a. In der am 4. Januar 2011 eingereichten Steuererklärung 2009 deklarierte das
Ehepaar A.Y. und B.Y. unter anderem den Erwerb von diversen Fahrzeugen im Betrag
von Fr. 300‘000.-- (act. G 14/10 1.0). Mit Schreiben vom 22. Oktober 2012 und 11. Juni
2013 ersuchte die Veranlagungsbehörde das Ehepaar A.Y. und B.Y. um Erläuterung
der Anschaffungen, wobei sie darauf hinwies, dass für 2009 ein Einkommensmanko
von rund Fr. 145‘000.-- bestehe. Für den Säumnisfall stellte sie eine Steuerveranlagung
nach pflichtgemässem Ermessen in Aussicht (act. G 14/10 5.8 und 5.10). In der Folge
teilte das Ehepaar A.Y. und B.Y. mit, der Vater von A.Y. habe im Jahr 2009 ein
Darlehen von Fr. 270‘000.-- gewährt, welches in der Steuererklärung 2009 nicht
aufgeführt worden sei (act. G 14/10 5.3). Am 26. November 2013 wurde das Ehepaar
A.Y. und B.Y. für die Kantons- und Gemeindesteuern 2009 mit einem steuerbaren
Einkommen von Fr. 231‘700.-- (ohne steuerbares Vermögen) und für die direkte
Bundessteuer mit einem solchen von Fr. 209‘700.-- nach Ermessen veranlagt. Dabei
erfolgte unter anderem eine Einkommensaufrechnung von Fr. 142‘000.-- wegen
unbegründeter „Vermögensentwicklung“ (act. G 14/10 2.16 f.).
b. Die gegen diese Veranlagungen erhobene Einsprache (act. G 14/10 2.14 und 2.12)
hiess das Kantonale Steueramt mit Entscheiden vom 25. März 2014 teilweise gut,
indem es eine vorerst nicht anerkannte Spesenposition zum Abzug vom Einkommen
aus selbständigem Haupterwerb zuliess. Die Aufrechnung von Fr. 142‘000.-- wurde
demgegenüber bestätigt mit dem Hinweis, dass die Vermögensentwicklung im Umfang
des aufgerechneten Betrags nicht nachgewiesen sei. Insbesondere sei das Darlehen
des Vaters des Steuerpflichtigen im Betrag von Fr. 270‘000.-- nicht belegt worden; eine
Barauszahlung in dieser Grössenordnung sei nicht glaubwürdig (act. G 14/10 2.8-2.11).
Die gegen diese Einspracheentscheide erhobenen Rechtsmittel (Rekurs [Kantons- und
Gemeindesteuern] und Beschwerde [direkte Bundessteuer]) wies die
Verwaltungsrekurskommission des Kantons St. Gallen mit Entscheid vom 24. Februar
2015 ab (act. G 2).
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B.
a. Gegen diesen Entscheid erhob das Ehepaar A.Y. und B.Y. mit Eingabe vom 29. März
2015 Beschwerde und beantragte dessen Aufhebung bzw. den Verzicht auf eine
Einkommensaufrechnung (act. G 1, 9).
b. In der Vernehmlassung vom 7. Juli 2015 beantragte die Vorinstanz Abweisung der
Beschwerde. Zur Begründung verwies sie auf die Erwägungen des angefochtenen
Entscheids (act. G 13). Am 27. Juli 2015 teilte der Beschwerdegegner den Verzicht auf
eine Vernehmlassung mit und beantragte Abweisung der Beschwerde (act. G 16). Die
Beschwerdebeteiligte verzichtete auf eine Vernehmlassung (act. G 17).
c. Auf die Ausführungen in der Beschwerde wird, soweit für den Entscheid relevant, in
den nachstehenden Erwägungen eingegangen.

## Considerations

Darüber zieht das Verwaltungsgericht in Erwägung:
1. Da die steuerrechtlichen Vorschriften des Bundes und der Kantone zur Veranlagung
des Einkommens und Vermögens vereinheitlicht sind, hat die Vorinstanz den Rekurs
betreffend die Kantons- und Gemeindesteuern einerseits und die Beschwerde
betreffend die direkte Bundessteuer anderseits zu Recht im gleichen Urteil, aber mit
getrennten Dispositivziffern erledigt; unter diesen Umständen durften auch die
Beschwerdeführer die Beschwerden in einer gemeinsamen Rechtsschrift erheben (BGE
135 II 260 E. 1.3). Ebenso ist es zulässig, dass das Verwaltungsgericht über die
Beschwerden im gleichen Akt entscheidet (vgl. BGer 2C_440 und 441/2014 vom 10.
Oktober 2014 E. 1.2; VerwGE B 2014/222 und 223 vom 25. Februar 2016, E. 1;
www.gerichte.sg.ch).
Die sachliche Zuständigkeit des Verwaltungsgerichts ist gegeben (Art. 59 Abs. 1 des
Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege, sGS 951.1, VRP; Art. 229 in Verbindung
mit Art. 196 Abs. 1 des Steuergesetzes, sGS 811.1, StG; Art. 1 Abs. 3 und Art. 7 Abs. 2
der Verordnung zum Bundesgesetz über die direkte Bundessteuer, sGS 815.1; Art. 145
des Gesetzes über die direkte Bundessteuer, SR 642.11, DBG). Die Beschwerdeführer
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sind zur Beschwerde legitimiert, und ihre Eingabe vom 29. März 2015 (act. G 1 und 9)
entspricht zeitlich, formal und inhaltlich den gesetzlichen Anforderungen (Art. 229 in
Verbindung mit Art. 194 Abs. 1 StG in Verbindung mit Art. 64 und Art. 48 Abs. 1 VRP;
Art. 145 in Verbindung mit Art. 140 Abs. 1 und 2 DBG). Auf die Beschwerden ist somit
einzutreten.
Die Kognition des Verwaltungsgerichts ist auf Rechtsverletzungen beschränkt; die
beschwerdeführende Person kann sich sodann auch darauf berufen, die angefochtene
Verfügung oder der angefochtene Entscheid beruhe auf einem unrichtig oder
unvollständig festgestellten Sachverhalt (Art. 61 VRP).
2.
2.1. Streitig ist, ob die Vorinstanz zu Recht die Einspracheentscheide des
Beschwerdegegners vom 25. März 2014 bestätigte, mit welchen dieser die für 2009
nachträglich deklarierte Zahlung des Vaters des Beschwerdeführers von Fr. 270‘000.--
als nicht nachgewiesen erachtete und eine Einkommensaufrechnung von Fr. 142‘000.--
vornahm. Im Schreiben vom 8. April 2014 hatte der Vater des Beschwerdeführers
bestätigt, dass er seinem Sohn im Jahr 2009 ein zinsloses Darlehen in der erwähnten
Höhe ohne Amortisationsverpflichtung gewährt habe (act. G 14/10 2.6 Beilage).
2.2. Art. 130 Abs. 2 DBG und Art. 177 StG bestimmen, dass eine Veranlagung nach
pflichtgemässem Ermessen vorgenommen wird, wenn Steuerfaktoren oder
Steuersubstrat mangels zuverlässiger Unterlagen nicht einwandfrei ermittelt werden
können oder der Steuerpflichtige seine Verfahrenspflichten trotz Mahnung nicht erfüllt.
Die Veranlagungsbehörde kann dabei Erfahrungszahlen, Vermögensentwicklung und
Lebensaufwand der steuerpflichtigen Person berücksichtigen. Die
Verfahrenspflichtverletzung kann darin bestehen, dass eine steuerpflichtige Person die
Steuererklärung nicht einreicht, einem Auskunftsbegehren der Veranlagungsbehörde
nicht nachkommt oder die eingeforderten Unterlagen nicht einreicht (Richner/Frei/
Kaufmann/Meuter, Handkommentar zum DBG, 2. Aufl. 2009, Rz. 32 zu Art. 130 DBG).
Für den Fall des Fehlens zuverlässiger Unterlagen ist entscheidend, dass der
Sachverhalt nicht abklärbar und daher ungewiss ist. Folglich darf der Steuerpflichtige
nicht ohne vorgängige Untersuchung durch die Steuerbehörden ermessensweise
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veranlagt werden. Auch bei einer Ermessensveranlagung müssen alle Abklärungen
getroffen werden, die sich aufgrund der Aktenlage aufdrängen und ohne grossen
Aufwand durchführbar sind. Erst wenn sich die Ungewissheit im Sachverhalt trotz
dieser Untersuchungen nicht beseitigen lässt, ist eine Ermessensveranlagung
vorzunehmen (Zweifel/Athanas, Kommentar zum Schweizerischen Steuerrecht, Bd. I/
2b, 2. Aufl. 2008, Rz. 43 zu Art. 130 DBG). Eine Androhung der Veranlagung nach Art.
130 Abs. 2 DBG sowie ein Hinweis auf die Rechtsnachteile derselben gemäss Art. 132
Abs. 3 DBG (Nachweis der offensichtlichen Unrichtigkeit im Einspracheverfahren,
„Umkehr der Beweislast“) müssen sowohl in der ersten Aufforderung als auch in der
Mahnung enthalten sein (vgl. Richner/Frei/Kaufmann/Meuter, a.a.O., Rz. 48 zu Art. 130
DBG). Auch nach Art. 180 Abs. 2 StG kann eine Ermessensveranlagung nur wegen
offensichtlicher Unrichtigkeit angefochten werden (Satz 1); die Einsprache ist zu
begründen und muss allfällige Beweismittel nennen (Satz 2). Die Voraussetzungen einer
Ermessensveranlagung werden in Art. 46 Abs. 3 und Art. 48 Abs. 2 des
Steuerharmonisierungsgesetzes (SR 642.14, StHG) gleich umschrieben.
2.3. Im Steuerverfahren kommt der Untersuchungsgrundsatz zur Anwendung (Art. 176
StG). Die Veranlagungsbehörde ist verpflichtet, die für die Besteuerung relevanten
Tatsachen von Amtes wegen abzuklären (Zigerlig/Oertli/Hofmann, Das St. Gallische
Steuerrecht, 7. Aufl. 2014, VII. Rz. 19), wobei sie die steuerpflichtige Person auffordert,
die erforderlichen Sachdarstellungen und Beweismittel beizubringen (Richner/Frei/
Kaufmann/Meuter, a.a.O., Rz. 7 zu Art. 123 DBG). Der Untersuchungsgrundsatz wird
durch die Mitwirkungspflicht der Parteien relativiert. Eine Mitwirkungspflicht besteht
insbesondere für die Beschaffung von Unterlagen, welche nur die Parteien liefern
können, und für die Abklärung von Tatsachen, welche eine Partei besser kennt als die
Behörde (vgl. Richner/Frei/Kaufmann/Meuter, a.a.O., Rz. 9 zu Art. 123 DBG; Zigerlig/
Oertli/Hofmann, a.a.O., VII. Rz. 25). Die Mitwirkungspflicht besteht ungeachtet der
Verteilung der objektiven Beweislast. Die steuerpflichtige Person ist auch hinsichtlich
steuererhöhender Tatsachen mitwirkungspflichtig (Richner/Frei/Kaufmann/Meuter,
a.a.O., Rz. 5 zu Art. 126 DBG).
Nach Art. 166 StG werden die von der steuerpflichtigen Person angebotenen Beweise
abgenommen, soweit sie geeignet sind, die für die Veranlagung erheblichen Tatsachen
festzustellen (vgl. auch Art. 41 Abs. 2 StHG). Der Steuerpflichtige hat Anspruch darauf,
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dass die Veranlagungsbehörde die von ihm eingereichten Belege und Unterlagen auf
ihre Richtigkeit und Aussagekraft überprüft (Zigerlig/Oertli/Hofmann, a.a.O., VII. Rz. 43
mit Hinweis auf SGE 2009 Nr. 19 und 2004 Nr. 26).
3.
3.1. Im angefochtenen Entscheid kam die Vorinstanz zum Schluss, gemäss der
nachvollziehbaren Berechnung des Beschwerdegegners (act. G 14/10 2.16 Beilage)
belaufe sich der Fehlbetrag auf Fr. 142‘443.--. Dabei sei jedoch zu berücksichtigen,
dass im Einspracheverfahren ein Betrag von Fr. 35‘000.-- als Spesen qualifiziert und
auf dessen Aufrechnung bei den Einkünften aus selbständigem Haupterwerb verzichtet
worden sei. Somit sei von einem Fehlbetrag von Fr. 177‘443.-- auszugehen. Die
Beschwerdeführer selbst hätten einen Fehlbetrag von Fr. 270‘000.-- errechnet (vgl. act.
G 14/10 5.1 Beilage „Zuflüsse/Abflüsse ..“). Weitere Belege als das Schreiben des
Vaters des Beschwerdeführers vom 8. April 2014 (act. G 14/10 2.6 Beilage) hätten die
Beschwerdeführer nicht eingereicht, obwohl gemäss ihrem Schreiben vom
23. Dezember 2013 (act. G 14/10 2.14) ein Darlehensvertrag errichtet worden sei.
Wenn, wie die Beschwerdeführer vorbringen würden, aufgrund der Übergabe des
Betrages in bar Bankbelege zur Bestätigung der Zahlung nicht verfügbar seien, müsste
zumindest ein Auszahlungsbeleg der Bank des Darlehensgebers vorliegen, welcher den
Geldbezug belegen könnte. Dass das Geld den Beschwerdeführern zugeflossen sei,
wäre damit allerdings noch immer nicht rechtsgenüglich nachgewiesen, zumal es sich
um eine Zahlung aus dem Ausland handle. Ausserdem verhielten sich die
Beschwerdeführer widersprüchlich. Anfänglich hätten sie die angeblich erhaltene
Summe als Darlehen bezeichnet (act. G 14/10 5.3 und 2.14). Später hätten sie jedoch
vorgebracht, es könne sich auch um eine Schenkung bzw. einen Erbvorbezug handeln
(act. G 10/14 2.12, 5). Dass eine derart grosse Summe ohne klare – zumindest
mündliche – Vereinbarung darüber, ob es sich um einen Erbvorbezug, eine Schenkung
oder ein Darlehen handle, transferiert werde, sei nicht glaubhaft. Damit sei es den
Beschwerdeführern nicht gelungen, die offensichtliche Unrichtigkeit des
ermessensweise veranlagten Einkommens nachzuweisen. Die Aufrechnung von
Fr. 142‘000.-- erscheine angemessen, zumal die Beschwerdeführer selbst von einem
Fehlbetrag von Fr. 270‘000.-- ausgehen würden (act. G 2 S. 6 f.).
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3.2. Die Beschwerdeführer machen geltend, sie hätten immer den Standpunkt
vertreten, dass es sich bei der strittigen Zahlung um ein Darlehen gehandelt habe, und
dies im Laufe des Verfahrens schriftlich nachgewiesen. Eine Ermessensveranlagung
dürfe nur durchgeführt werden, wenn Steuerfaktoren mangels zuverlässiger Unterlagen
nicht einwandfrei ermittelt werden könnten. Diese Voraussetzung sei nicht erfüllt. Im
Weiteren sei die Ertragslage ihrer Unternehmensbeteiligung in den letzten Jahren
extrem ungenügend gewesen. Immer wieder hätten sie mit privaten Geldern aushelfen
müssen. In diesem Zusammenhang hätten sie immer wieder Unterstützung vom Vater
des Beschwerdeführers erhalten. Im Jahr 2009 hätten sie von ihm Fr. 270‘000.-- in
Form eines Darlehens erhalten. Die fehlende Dokumentation der Unterstützung sei mit
der Einreichung der schriftlichen Bestätigung des Vaters vom 8. April 2014 „geheilt“
worden. Es treffe nicht zu, dass sie den Betrag einmal als Darlehen, einmal als
Schenkung und einmal als Erbvorbezug bezeichnet hätten. Die Schlussfolgerung der
Vorinstanz betreffend die Transferierung einer grossen Summe ohne klare
Vereinbarung sei unbeachtlich, zumal die Vorinstanz auch eine mündliche Vereinbarung
als valabel taxiere. Der Vertrag mit dem Vater des Beschwerdeführers sei mündlich
geschlossen worden (act. G 1).
3.3. Zu prüfen ist vorweg, ob die Ermessensveranlagung zu Recht vorgenommen
wurde bzw. ob eine ziffernmässig genaue Ermittlung des Einkommens und Vermögens
2009 trotz vorgängiger Untersuchung nicht möglich war. Der Beschwerdegegner war
von einem statischen Vermögenszuwachs von Fr. 170‘191.-- ausgegangen und hatte
gestützt auf einen Vergleich von Einnahmen und Ausgaben eine „unbegründete
Vermögensentwicklung“ von Fr. 142‘000.-- dem steuerbaren Einkommen zugerechnet
(act. G 14/10 2.16 Beilage). Dies nachdem er die Beschwerdeführer aufgefordert hatte,
die nachträglich geltend gemachte Darlehensgewährung zu belegen und die
Beschwerdeführer solche Belege nicht beizubringen vermochten (act. G 14/10 5.1-5.10
sowie G 14/10 2.6., 2.12 und 2.14). Trotz mehrmaliger Abklärungsversuche des
Beschwerdegegners führten somit die Darlegungen der Beschwerdeführer nicht zu
einer Klärung der Situation in dem Sinn, dass eine ziffernmässig genaue Ermittlung des
Einkommens und Vermögens 2009 möglich geworden wäre. Die vorinstanzliche
Feststellung, dass zu Recht eine Ermessensveranlagung erfolgt und im
Einspracheverfahren bestätigt worden sei (act. G 2 S. 4 f.), lässt sich daher nicht
beanstanden.
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Eine Ermessensveranlagung kann vom Steuerpflichtigen nur wegen offensichtlicher
Unrichtigkeit angefochten werden (Art. 132 Abs. 3 DBG, Art. 180 Abs. 2 StG). Erfolgte
zu Recht eine Ermessensveranlagung, so hat der Betroffene die Unrichtigkeit der
Veranlagung nachzuweisen. Die offensichtliche Unrichtigkeit der
Ermessensveranlagung kann vom Steuerpflichtigen auf zwei Arten nachgewiesen
werden. Zum einen kann er den wirklichen Sachverhalt dartun und beweisen. Damit
entfallen die Voraussetzungen einer Ermessensveranlagung, weil die Steuerfaktoren im
Rahmen einer ordentlichen Veranlagung einwandfrei ermittelt werden können. Als
zweite Art des Unrichtigkeitsnachweises steht es dem Steuerpflichtigen auch offen zu
beweisen, dass die Schätzung an sich offensichtlich unrichtig ist. Die
Veranlagungsbehörde ist im Rahmen der Einsprache verpflichtet, die Höhe der
Schätzung zu überprüfen (Zweifel/Athanas, a.a.O., Rz. 39 und 51 zu Art. 132 DBG).
Offensichtlich unrichtig ist eine Schätzung dann, wenn sie willkürlich ist (vgl. StE 2004
B 92.3 Nr. 13, E. 4c). Offensichtlich unrichtig sind jene Schätzungen, die sachlich nicht
begründbar sind, insbesondere erkennbar pönal oder fiskalisch motiviert sind, sich auf
sachwidrige Schätzungsgrundlagen, -methoden oder -hilfsmittel stützen oder sonst mit
den aktenkundigen Verhältnissen des Einzelfalls aufgrund der Lebenserfahrung
vernünftigerweise nicht vereinbart werden können (vgl. Richner/Frei/Kaufmann/Meuter,
a.a.O., Rz. 68 zu Art. 132 DBG; Zweifel/Athanas, a.a.O., Rz. 52 zu Art. 132 DBG). Dabei
sind auch die Unterlagen, welche im Beschwerdeverfahren beigebracht werden, zu
berücksichtigen. Ziel der Ermessensveranlagung ist die bestmögliche Annäherung an
den wirklichen Sachverhalt (vgl. Richner/Frei/Kaufmann/Meuter, a.a.O., Rz. 67 ff. zu
Art. 130 DBG; vgl. auch GVP 1973 Nr. 5, 1987 Nr. 22). Die Veranlagungsbehörde ist
gehalten, das vom Pflichtigen deklarierte Einkommen mit dessen Lebensaufwand zu
vergleichen. Ein vom Steuerpflichtigen nicht erklärter Widerspruch zwischen dem
deklarierten Einkommen und dem Privatverbrauch erlaubt es, die Einschätzung des
Einkommens nach dem Aufwand vorzunehmen. Dem Steuerpflichtigen bleibt der
Nachweis vorbehalten, dass der Aufwand aus steuerfreien Einkünften oder aus
Vermögensverzehr bestritten wurde (Richner/Frei/Kaufmann/Meuter, a.a.O., Rz. 71 zu
Art. 130 DBG m.w.H.).
3.4. Die Vorinstanz begründete ihren Standpunkt nachvollziehbar und überzeugend.
Kann von einer Privatperson nach den Umständen eine Handlung oder eine Äusserung
über Umstände, die sie besser kennt als die Behörde, erwartet werden und bleibt eine
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solche aus, so haben die Behörden nicht nach Tatsachen zu forschen, die nicht
aktenkundig sind (vgl. BGE 130 II 493, E. 3.2, und BGE 128 II 139, E. 2b). Vorliegend
hätte der – beweisbelastete (vgl. vorstehende E. 3.3) – Beschwerdeführer, wie die
Vorinstanz zu Recht ausführte, in den vorinstanzlichen Verfahren aussagekräftige
Bestätigungen beschaffen müssen, um seinen Standpunkt zu untermauern. Zu
beachten ist in diesem Zusammenhang, dass nach der Rechtsprechung besonders
strenge Beweiserfordernisse zu beachten sind, wenn es um internationale Geschäfts-
und Rechtsbeziehungen geht, weil sich die Verhältnisse des ausländischen
Leistungserbringers (vorliegend des Geldgebers mit Wohnsitz in Liechtenstein) der
Kontrolle durch die inländischen Steuerbehörden entziehen. Bei Zahlungen aus dem
Ausland ist somit nicht nur der Vertragspartner (Geldgeber) zu nennen, sondern es sind
die gesamten Umstände darzulegen, die im konkreten Fall zur Ausrichtung des
Geldbetrags geführt haben. Es sind die Verträge der jeweiligen Grundgeschäfte
vorzuweisen sowie allfällige schriftliche Vereinbarungen, ferner die Korrespondenz mit
den Zahlungsempfängern und den allenfalls involvierten Banken (vgl. BGer
2C_797/2012 vom 31. Juli 2013, E. 2.2.2 mit Hinweisen).
In den Schreiben vom 16. August und 23. Dezember 2013 deklarierten die
Beschwerdeführer nachträglich einen im Jahr 2009 erhaltenen Betrag als Darlehen (act.
G 14/10 5.3 und 2.14). Nachdem der Beschwerdegegner diesbezüglich weitere Belege
verlangte (act. G 14/10 2.13), gaben sie am 31. Januar 2014 bekannt, dass die
„Darlehenszahlung“ in bar erfolgt und dementsprechend keine Belege vorhanden
seien. Die „Zahlungen“ könnten auch als Schenkung angesehen werden; solche seien
im Fürstentum Liechtenstein steuerfrei (act. G 14/10 2.12). In einer vom Vater des
Beschwerdeführers unterzeichneten Bescheinigung vom 8. April 2014 wurde
demgegenüber explizit die Gewährung eines unverzinslichen, nicht zu amortisierenden
Darlehens bestätigt (act. G 14/10 3/3), ohne allerdings die Zahlungsart (bar oder
Überweisung) und ein Zahlungsdatum zu vermerken. Am 15. Juni 2014 räumten die
Beschwerdeführer ein, dass sie die erhaltene finanzielle Unterstützung
fälschlicherweise nicht als Schuld deklariert hätten; ebenso wenig hätten sie einen
allfälligen Erbvorbezug oder eine allfällige Schenkung deklariert (act. G 14/10 5).
Unklar bleiben bei diesem Sachverhalt sowohl die Zahlungsart und der
Zahlungszeitpunkt als auch der Zahlungsgrund, zumal ein Darlehensvertrag während
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des ganzen Verfahrens – obschon in Aussicht gestellt bzw. als Beilage zu einem
Schreiben erwähnt (act. G 14/10 2.14) – nie eingereicht wurde. In diesem Verfahren
berufen sich die Beschwerdeführer zudem nicht mehr auf einen (schriftlichen) Vertrag,
sondern auf eine mündliche Darlehensvereinbarung (act. G 1 S. 2). Eine Pflicht des
Beschwerdegegners und der Vorinstanz, beim Vater des Beschwerdeführers zum
Beweis von steuermindernden Tatsachen weitere schriftliche Auskünfte einzuholen,
bestand aufgrund der geschilderten beweisrechtlichen Gegebenheiten nicht. Insgesamt
erscheint die geltend gemachte finanzielle Hilfe (vgl. act. G 1 S. 1 unten) durch den
Vater des Beschwerdeführers im Jahr 2009 zwar grundsätzlich möglich. Ein
zureichender Nachweis oder auch nur eine Plausibilisierung des Geldflusses (Datum
der Zahlung, Barzahlung in einem Betrag oder in Tranchen, Angaben zur Mittelherkunft
beim Zahler) und des Zahlungsgrundes kann jedoch aufgrund der geschilderten
Gegebenheiten nicht als erbracht gelten. Die Folgen dieser Beweislosigkeit haben die
Beschwerdeführer zu tragen. Der vorinstanzliche Entscheid lässt sich
dementsprechend nicht beanstanden.
4. Ergänzend bleibt noch auf Folgendes hinzuweisen: Der vom Beschwerdegegner
erlassene Einspracheentscheid datiert vom 25. März 2014. Die vom Vater des
Beschwerdeführers unterzeichnete Darlehens-Bescheinigung vom 8. April 2014 - als
Beleg des Beschwerdeführers für die von ihm geltend gemachte offensichtliche
Unrichtigkeit der Ermessensveranlagung - lag dem Beschwerdegegner somit im
Zeitpunkt des Einspracheentscheids noch nicht vor. Prozessvoraussetzung für die
materielle Anhandnahme der Einsprache bildet jedoch grundsätzlich der formell
gehörige „Antritt des Unrichtigkeitsnachweises“ in der Einsprachebegründung (vgl.
dazu M. Looser/H. Fenners, Besonderheiten bei der Anfechtung der
Ermessensveranlagung, in: Festgabe Prof. Dr. Ulrich Cavelti, St. Gallen 2012, S. 180;
BGer 2C_579/2008 vom 29. April 2009, E. 2.1). Konkret lag dieser Nachweis im
Zeitpunkt des Einspracheentscheids nicht vor, weshalb der Beschwerdegegner
insoweit - die Einsprache umfasste noch weitere Aspekte - auf die Einsprache gar nicht
hätte eintreten müssen. Im Rahmen des ihm zustehenden Ermessens nahm er
zugunsten der Beschwerdeführer dennoch eine umfassende materielle Prüfung der
Einsprache vor. Deren Ergebnis ist im vorliegenden Verfahren wie dargelegt zu
bestätigen.
5.
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5.1. (...).
5.2. (...).