# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** a0dafc19-aed5-48b6-9166-26366c8419d4
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2019
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
1.1
Die 1963 geborene
X._
ist verheiratet und Mutter von zwei Kindern (
Jhg
. 1992 und
19
86). Sie
war
in ihrem
Heimatland
Kroatien
Musiklehrerin
, ging -
nach der Einreise in die Schweiz im Jahr 1994
-
seit 1998 einer Tätigkeit als Haus
an
gestellte
/Reinigungsangestellte
nach. Im Jahr 2000 meldete sie sich unter Hinweis auf Diskushernien erstmals bei der Sozialversicherungsanstalt des Kan
tons Zürich, IV-Stel
le, zum Leistungsbezug an (Urk.
6/3)
,
worauf die IV-Stelle nach getätigten Abklärungen in erwerblicher wie medizinischer Hinsicht den A
nspruch auf eine Invalidenrente nach Ermittlung
eines Invaliditätsgrades von 34.6
%
mit Verfügung 4.
März 2002 verneinte (Urk.
6/22).
1.2
Am
5.
Mai 2
005 gelangte die Versicherte
, welche zwischenzeitlich einer
(befristeten)
Erwerbstätigkeit nachgegangen war (vgl.
Urk.
6/32),
unter Hinweis darauf, dass sich der Gesundheitszustand verschlechtert habe,
erneut an die IV
Stell
e und beantragte die
Zusprache
einer Invalidenrent
e (Urk.
6/30).
N
achdem
die IV-Stelle
einen Anspruch zunächst vern
eint
hatte
(Verfügung vom 1
5.
Juli 20
05;
Urk.
6/
37)
-
wogegen
die Versicherte
opponiert
hatte
(Urk.
6/47)
-
tätigte die IV-Stelle
wiederum Abkl
ärungen in erwerblicher
Hinsicht und veranlasste medizinische Begutachtung
en
der Versicherten
(
vgl.
Gutachten
des
Y._
vom
5.
April 2007; Urk. 6/62
sowie ergänzendes Gut
achten des
Z._
vom 1
5.
Februar 2008; Urk.
6/82
)
.
Gestützt auf deren Ergebnisse sprach die IV-Stelle der Versicherten m
it Verfü
gung vom 19. November 2009 mit
Wirkung ab 1.
Januar
2006 eine halbe Rente der Invalidenversicherung
nach Massgabe eines errechneten Invaliditäts
grades von 50 %
(zuzüglich Kind
errente) zu (Urk.
6/122). Im Rahmen eines
von Amtes wegen durchgeführten
Revisionsverfahrens teilte die IV-Stelle der Ver
sicherten
, welche zwischenzeitlich eine teilzeitliche Erwerbstätigkeit als Haus
dienstange
stellte
in einem Alterszentrum
aufgenommen hatte (vgl.
Urk.
6/134)
,
am 4. April 2013 mit, dass weiterhin Anspruch auf die bisherige Rente bestehe (Urk. 6/157).
1.3
Im August 2013 teilte die Versicherte
,
die
ihre
Stelle
im Altersheim
per Ende August 2012 selber fristlos
gekündigte hatte
(Ur
k.
6/147 S. 4
)
,
der IV-Stelle mit,
dass sie per 1.
Se
ptember 2013 eine neue Stelle im Umfang von 70
% als Reini
gungskraft
wiederum in einem Altersheim
antreten werde (Urk
.
6/163). Die IV
Stelle leitete
darauf
ein
Revisionsverfahren in die Wege
(
Urk.
6/164 ff.)
und stellte der Versicherten mit Vorbescheid vom
24. Januar 2014 die Einstellung der Inva
lidenrente nach Massgabe
eines neu errechneten Invaliditätsgrades von 30
% in Aussicht (Urk.
6/168). Dageg
en erhob die Versicherte am 17.
Februar 2014 Ein
wand unter Hinweis darauf, dass sie ihr Pensum
, wie bereits angekündigt,
aus gesundheitlichen Gründen
auf 50 %
habe
reduzieren müssen (Urk.
6/171). Die IV
Stelle tätigte hierauf ergänzende Abklärungen, veranlasste namentlich eine psychiatrische Abklärung der Versicherten
, mit welcher die
A._
beauf
tragt wurde
(Gutachten von 20. August 2014; Urk.
6/181).
Unter Hinweis darauf
,
dass keine
Einschränkung der
Arbeit
s
fähigkeit mehr ausgewiesen sei, erliess
die IV-Stelle
am 2
9.
August 2014
einen
neuen Vorbescheid
, mit welchem sie
der Ver
sicherten
die Einstellung der bisher ausgerichteten
halben
Rente
in Aussicht stellte
(Urk.
6/183)
.
Da
ran
hielt sie
mit Verfügung vom
8.
Oktober 2014
fest
(Urk.
1/184)
. Diese
Verfügung
blieb
unangefochten.
1.4
A
m 9. September 2015
meldete sich die Versicherte, welche ihre
letzte
Stelle im März 2015
selber
gekündigt hatte und im April /Mai 2015 während drei
W
ochen statio
n
är psychiatrisch hospitalis
i
ert worden war,
unter Hinweis auf eine erneute Verschlechterung ihres Gesundheitszustandes
abermals
bei der IV-Stelle
zum Leistungsbezug an (Urk.
6/186)
.
Die IV-Stelle trat zunächst
mit Verfügung vom 1
4.
März 2016
auf das neue Leistungsbegehren nicht ein
(
Urk.
6/196)
, kam jedoch
am 28.
April 2016 wiedererwägungsweise
darauf zurück
(
Urk.
6/20
4), und
ver
anlasste
nach getätigten weiteren Abklärungen und nachdem bei der Versicherten
zwischenzeitlich zusätzlich
eine Hepatitis diagnostiziert worden war,
eine poly
disziplinäre
Begutachtung
,
mit welcher
die Begutachtungsstelle
B._
, Begutach
tung
C._
,
beauftragt
wurde
(Urk. 6/229)
. Gestützt auf das
ent
sprechende Gutachten vom 15.
Juni 2017 (Urk. 6/233) verneinte die IV-Stelle mit Vorbescheid vom 2
8.
August 2017 den Anspruch auf eine Invalidenrente (Urk. 6/237) und hielt daran
nach erhobenem Einwand vom 2
6.
September 2017 (
Urk.
6/240) mit Verfügung vom 1
8.
Oktober 2017 fest (Urk.
2).
2.
Dagegen lässt
X._
hierorts mit Eingabe vom 2
0.
November 2017
(Urk. 1)
Beschwerde erheben und beantragen, die Verfügung der Beschwerde
gegner
in vom 18.
Oktober 2017 sei aufzuheben (1.), der Beschwerdeführerin seien Rentenleistungen zuzusprechen ab dem
frühest
möglichen Zeitpunkt (2.), even
tualiter sei die Angelegenheit zu weiteren Abklärungen an die Beschwerde
gegne
rin zurückzuweisen (3.)
,
unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (zuzüglich der gesetzlichen Mehrwertsteuer) zulasten der Beschwerdegegnerin (4.
;
Urk.
1 S. 2)
.
Die IV-Stell
e
beantragte
mit Vernehmlassung vom
1
1.
Januar 2018
Abweisung der Beschwerde (
Urk.
5), was der Beschwerdeführerin mit Verfügung vom 18.
Januar 2018
zur Kenntnis gebracht wurde (Urk. 7).
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allge
meinen Teil des Sozialversicherungsrechts,
ATSG). Sie kann Folge von Geburts
gebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung,
IVG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgegliche
nen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beein
trächtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie körperliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 8 ATSG bewirken. Rechtsprechungsgemäss ist bei psychi
schen Beeinträchtigungen zu prüfen, ob ein psychischer Gesundheits
schaden mit Krankheitswert besteht, welcher die versicherte Person auch bei Auf
bietung allen guten Willens daran hindert, ein rentenaus
schliessendes Erwerbs
einkommen zu erzielen (vgl.
BGE 139 V 547
E. 5,
131 V 49
E. 1.2,
130 V 352
E. 2.2.1; vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_125/2015 vom 1
8.
November 2015 E.
5.4).
Die Annahme eines psychischen Gesundheitsschadens im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG sowie Art. 3 Abs. 1 und Art. 6 ATSG setzt eine psychiatrische, lege
artis
auf die Vorgaben eines anerkannten Klassifikationssystems abgestützte Diagnose voraus (vgl. BGE 143 V 409 E. 4.5.2, 141 V 281 E. 2.1, 130 V 396 E. 5.3 und E.
6). Eine fachärztlich einwandfrei festgestellte psychische Krankheit ist jedoch nicht ohne weiteres gleichbedeutend mit dem Vorliegen einer Invalidität. In jedem Ein
zelfall muss eine Beeinträchtigung der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit unabhängig von der Diagnose und grundsätzlich unbesehen der Ätiologie ausgewiesen und in ihrem Ausmass
bestimmt sein. Entscheidend ist die nach einem weitgehend objektivierten Massstab zu beurteilende Frage, ob es der versicherten Person zumutbar ist, eine Arbeitsleistung zu erbringen (BGE 143 V 409 E. 4.2.1, 141 V 281 E. 3.7, 139 V 547 E. 5.2, 127 V 294 E. 4c, je mit Hinweisen; vgl.
Art.
7
Abs.
2 ATSG).
1.3
War eine Rente wegen eines zu geringen Invaliditätsgrades verweigert worden und ist die Verwaltung auf eine Neuanmeldung eingetreten (Art. 87 Abs. 3 IVV), so ist im Beschwerdeverfahren zu prüfen, ob im Sinne von
Art.
17 ATSG eine für den Rentenanspruch relevante Änderung des Invaliditätsgrades eingetreten ist (BGE 117 V 198 E. 3a mit Hinweis).
1.
4
Ändert sich der Invaliditätsgrad eines Rentenbezügers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, her
abgesetzt oder aufgehoben (
Art.
17
Abs.
1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen seit Zusprechung der Rente, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente bei einer wesentlichen Änderung des Gesundheitszustandes revidierbar. Weiter sind, auch bei an sich gleich gebliebe
nem Gesundheitszustand, veränderte Auswirkungen auf den Erwerbs- oder Auf
gabenbereich von Bedeutung (BGE 141 V 9 E. 2.3, 134 V 131 E. 3). Ferner kann ein Revisionsgrund unter Umständen auch in einer wesentlichen Änderung hin
sichtlich des für die Methodenwahl massgeblichen (hypothetischen) Sachverhalts bestehen (BGE 144 I 28 E. 2.2, 130 V 343 E. 3.5, 117 V 198 E. 3b, je mit Hinwei
sen). Hingegen ist die lediglich unterschiedliche Beurteilung eines im Wesentli
chen gleich gebliebenen Sachverhalts im revisionsrechtlichen Kontext unbeacht
lich (BGE 141 V 9 E. 2.3 mit Hinweisen).
Liegt in diesem Sinne ein Revisionsgrund vor, ist der Rentenanspruch in rechtli
cher und tatsächlicher Hinsicht umfassend («allseitig») zu prüfen, wobei keine Bindung an frühere Beurteilungen besteht (BGE 141 V 9 E. 2.3 mit Hinweisen).
1.
5
Das Sozialversicherungsgericht hat den Sachverhalt von Amtes wegen festzu
stellen und alle Beweismittel objektiv zu prüfen, unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden, ob sie eine zuverlässige Beurteilung des strittigen Leistungsanspruches gestatten. Insbesondere darf es beim Vorliegen einander widersprechender medizinischer Berichte den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt (ZAK
1986 S. 188 E. 2a). Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Gutachtens ist im Lichte dieser
Grundsätze entscheidend, ob es für die Beant
wortung der gestell
ten Fragen umfassend ist, auf den erforderlichen allseitigen Untersuchungen beruht, die geklagten Beschwerden berücksichtigt und sich mit diesen sowie dem Verhalten der untersuchten Person auseinander setzt – was vor allem bei psychi
schen Fehlentwicklungen nötig ist –, in Kenntnis der und gegeben
enfalls in Aus
einandersetzung mit den
Vorakten
abgegeben worden ist, ob es in der Darlegung der medizinischen Zustände und Zusammenhänge einleuchtet, ob die Schlussfol
gerungen der medizinischen Experten in einer Weise begründet sind, dass die rechtsanwendende Person sie prüfend nachvollziehen kann, ob der Experte oder die Expertin nicht auszuräumende Unsicherheiten und Unklarheiten, welche die Beantwortung der Fragen erschweren oder verun
möglichen, gegebenenfalls deut
lich macht (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c; Ulrich Meyer, Die Rechtspflege in der Sozialversicherung, BJM 1989, S. 30 f.; derselbe in: Hermann
Fredenhagen
, Das ärztliche Gutachten, 4. Auflage 2003, S. 24 f.).
2.
2.1
Die IV-Stelle
trat auf die Neuanmeldung ein und begründete die angefochtene Verfügung zur Hauptsache damit, dass
im
B._
-
Gutachten
, welches als
Ent
scheidgrundlage
diene,
eine Einschränkung im Umfang von 50 % attestiert
wor
den sei.
D
ie
Haupteinschränkung
bestehe
aus psychiatrischen Gründen
, was
mit Blick auf die positiven Ressourcen nicht in diesem Masse nachvollziehbar sei.
Die
Beurteilung der Arbeitsfähigkeit durch die Gutachter und den Regionalen Ärztli
chen Dienst
sei
für die Rec
htsanwender nicht bindend,
da d
ie Frage der Zumutung (wohl: Zumutb
arkeit) der Arbeitsleistung
eine rechtliche Fragestellung
sei
.
Die 10%ige Einschränkung aufgrund der Hepatitis werde anerkannt, dement
spre
chend betrage der Invaliditätsgrad 10
%
(
Urk.
2)
.
2.2
Die Beschwerdeführerin hält im Wesentlichen dagegen, dass für die Beurteilung auf das
B._
-Gutachten abzustellen sei
. Die Vorgehensweise der IV-Stelle,
gemäss welcher
bloss teilweise – in Bezug auf die Hepatitis – auf das schlüssige Gutach
ten
abgestellt werde
, sei zu kritisieren. Wenn die psychiatrische Einschä
tzu
ng
aus Sicht der IV-Stelle
nicht nachvollziehbar sei, so habe von Amtes wegen eine Nachfrage bei den Gutachtern zu erfolgen. Ein Abweichen rechtfertige sich nicht, zumal das Gutachten den bundesgerichtlichen Vorgaben genüge (
Urk.
1
).
2.3
Vergleichsbasis im vorliegenden Neuanmeldeverfahren bildet die Verfügung vom
8. Oktober 2014 (Urk. 1/184).
Diese stützte sich in medizinischer Hinsicht
auf das Gutachten der
A._
v
om 20. August 2014 (
Urk.
6/181). Darin hatte
der verantwortlich zeichnende Psychiater
Dr.
med.
D._
,
Facharzt für
Psychiatrie und Psychotherapie FMH
,
mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine rezidi
vierende depressive Störung, gegenwärtig remittiert (ICD-10 F 33.4)
,
sowie ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine Somatisierungsstörung (ICD
-10 F
45.0) sowie
akzentuierte zwanghafte Persönlichkeits
züge (ICD-10 Z 73.1) diagnostiziert und die Versicherte aus psychiatrischer Sicht sowohl in der angestammten als auch in adap
t
ierten Tätigkeiten als
zu
100
% arbeitsfähig bezeichnet (
Urk.
6/181 S. 10 ff.).
3.
3.1
Die für das
polydisziplinäre (versicherungsmedizinisc
h
e/internistische, psychiatri
s
che,
gastroenterologische
)
B._
-Gutachten vom
15. Juni 2017 verant
wortlich zeichnenden Fachärzte stellten
aus interdisziplinärer Sicht die folgenden Diagnosen (Urk. 6/233 S. 12):
mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit:
1.
Rezidivierende depressive Störung, aktuell leichtgradige depressive Epi
sode (ICD-10 F33.0) bei narzisstischen, perfektionistischen Persönlich
keitszügen (ICD-10 F61.1)
2.
Cholestatische
Hepatitis (DD Autoimmunhepatitis,
medikatmentös
-toxisch) in Remission (ICD-10 K71.0, K74.6)
3.
Panikstörung (ICD-10 F41.0)
4.
Chroni
sche Schmerzstörung mit somatis
c
h
en und psychischen Faktoren (ICD-10 F45.41)
o
hne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit:
1.
Cho
lezystolithi
asis
(ICD-10 K80.20)
2.
St. n. Ulcus
duodeni
(ICD-10 K26.4)
3.
St. n.
Kolonpolypenentfernung
(ICD-10 D12)
In
ihrer
interdisziplinären
medizinischen Beurteilung führten sie im Wesentlichen aus, au
f somatische
m
Fachgebiet bestehe der Status nach
cholestatischer
Hepati
tis, wobei differentialdiagnostisch eine Autoimmunhepatitis oder eine medika
mentös-toxische Genese der
cholestatischen
Hepatitis erwogen werden müsse. Bei aktuell unauffälligem klinischem Untersuchungsbefund und unauffälligen Labor
werten
könne derzeit davon ausgegangen werden, dass die Erkrankung sich in Remission befinde. Die Genese bleibe letztlich unklar. Doch erscheine die Wahr
scheinlichkeit einer toxisch-medikamentösen Genese hoch, sodass aus
gastro
enterologischer
Sicht bezüglich der noch laufenden immunsuppressiven Therapie ein Auslassversuch unter Kontrolle der Laborwer
te verantwortet werden könne. Es
erscheine denkbar, dass die von der Explorandin geklagte Müdigkeitssymp
t
o
matik zu einem g
e
wis
sen Teil durch die
g
astroenter
o
lo
gische
Erkr
ankun
g mitbe
dingt sei; da jedoch die geklagte Symptomatik eher unspezifisch sei, als stark fluktuierend beschrieben werde und derzeit unauffällige Laborwerte bestünden, erscheine es wahrscheinlicher, dass die Beschwerden im Rahmen des psychiatri
schen Krankheitsbildes zu erklären seien. Insgesamt könne geschätzt werden, dass die Lebererkrankung in einer Grössenordnung von maximal 10
% für die unspe
zifische Allgemeinsymptomatik verantwortlich sei, der grössere Anteil der Beschwerden
sei
im Rahmen der psychiatrischen Erkrankung zu erklären
(S. 12
)
.
Bezüglich der psychiatrischen Diagnosen könne aktuell eine leichtgradige depressive Episode beschrieben werden. Des Weiteren liege eine affektive Symp
tomatik im Rahmen einer Panikstörung vor. Zudem würden körperliche Beschwerden bestehen, die aus psychiatrischer Sicht im Rahmen einer chroni
schen Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren interpretiert würden. Die Schmerzsymptomatik stehe jedoch nicht im Vordergrund
(S. 13)
.
Weiter führten die Gutachter aus, bei der Explorandin bestünden Persönlichkeits
akzentuierungen mit narzisstischen und perfektionistischen Persönlichkeitszü
gen, wodurch die Neigung, depressiv zu kompensieren, erhöht sei. Die Exploran
din verarbeite Kränkungen, die sie im Rahmen ihrer beruflichen Tätigkeit erlebte, dysfunktional im Sinne einer Entwicklung einer depressiven Symptomatik. Sie sei jedoch auch
reflektionsfähig
, es seien Ressourcen vorhanden, insbesondere werde die Arbeit als stärkend erlebt. Es bestünden keine Persönlichkeitszüge die das Ausmass einer Persönlichkeits
störung erreichen oder die Integration in den Arbeitsprozess wesentlich behindern würden. Die Explorandin lebe alsdann in einem stabilen Umfeld und scheine die Unterstützung ihrer Familie zu erhalten. Aktuell sei sie durch die fortbestehende Arbeitslosigkeit belastet. Es bestünden keine psychosozialen Belastungsfaktoren, die für sich genommen ein Krankheits
bild verursachen oder aufrechterhalten würden, das die Arbeitsfähigkeit beein
flusse. Weder bei der somatischen noch bei der psychiatrischen Untersuchung hätten sich Hinweise auf Inkonsistenzen ergeben, die von der
Explorandin geschilderten Beschwerden
,
die geschilderte Alltagsfunktionalität und die objek
tivierbaren Befunde seien weitestgehend konsistent (S. 13 f.).
Im Vergleich zum Zeitpunkt der psychiatrischen Vorbegutachtung durch die
A._
vom 20. August 2014 – damals sei die psychiatrische affektive Symp
tomatik als remittiert beschrieben worden - könne eine Verschlechterung der psychiatrischen Situation attestiert werden. Im weiteren Verlauf sei es durch destabilisierende externe Faktoren, in erster Linie im Rahmen des Arbeitsplatz
verlustes, zu einer zunehmenden depressiven Symptomatik mit Exazerbation von psychischen Beschwerden gekommen, sodass im Jahr 2015 eine teilstationäre Behandlung notwendig geworden sei. Insgesamt habe sich das psychiatrische Zustandsbild ab dem Frühjahr 2015, spätestens zum Zeitpunkt der Krankschrei
bung im März 2015 resp. der psychiatrischen
Hospitalisation
im April 2015 ver
schlechtert. Im Verlauf habe eine teilweise Stabilisierung erreicht werden können, es bestehe jedoch noch immer ein schlechterer Zustand als im Jahr 2014 (S. 13).
Zur Arbeitsfähigkeit führten sie im Wesentlichen aus, retrospektiv bestehe seit März 2016
– nach Abklingen der Akutphase der Hepatitis -
und auch aktuell aus psychiatrischer Sicht eine Arbeitsfähigkeit für
die
angestammten und angepasste Tätigkeiten
im Umfang von 50 %, wobei der mögliche Anteil der
cholestatischen
Hepat
itis bereits berücksichtigt sei. Wesentliche somatische Einschränkungen bestünden nicht, d
.
h. die Explorandin sei im Umfang von 50
% arbeitsfähig für die von ihr zuletzt ausgeübte Tätigkeit und alle anderen denkbaren körperlich leichten
bis mittelschweren Tätigkeiten.
Dazu gehörten die Tätigkeiten als Haus
dienstmitarbeiterin, Verkäuferin und Reinigungsmitarbeiterin.
Die
E
in
schränkung gegenüber einem Vollpensum könne mit der psychiatrischen Erkrankung und der erhöhten Vulnerabilität für eine Exazerbation der psychischen Symptomatik begründet werden. Es erscheine denkbar, dass die Arbeitsfähigkeit bei gutem Ver
lauf auf 70
%
steigerbar
sei, wobei ein Pensum von 70
% derzeit als Leistungs
maximum vermutet werden könne
. Da die Versicherte ihre Arbeitstätigkeit immer als stützend erlebt habe und motiviert sei für eine berufliche Integration, sei sie durch berufliche Massnahmen zu unterstützen
(S.
15)
.
4.
Das Gutachten des
B._
beruht auf
i
nternisti
schen,
gastroenterologischen
so
w
i
e psychiatrischen Untersuchu
ngen. Es
ist für die streitigen Belange umfassend und wurde in Kenntnis
und in Auseinandersetzung mit den fallrelevanten
Vorakten
erstellt. Die Gutachter legten die medizinischen Zusammenhänge einleuchtend dar, beurteilten die medizinische Situation überzeugend und setzten sich mit den ge
k
lagten Beschwerden und dem Verhalten der Beschwerdeführerin auseinander.
In
somatischer Hinsicht zeigten sie auf, dass bei der Versicherten eine
-
in der Genese
unklare
- Hepatitis vorliegt, welche in Remission is
t, und dass die Aus
wirkung
dieses Leidens auf die Arbeitsfähigkeit
(
infolge Müdigkeit
und Abge
schlagenheit
)
maximal 10
% beträgt
(
S
. 12)
.
In psychiatrischer Hinsicht
hielten sie fest,
dass
verglichen mit dem Zeitpunkt der Be
gutachtung durch die
A._
im Jahr 2014 von einer Verschlechterung des Gesundheitszusta
n
des aus
zugehen sei, wobei – nach vorübergehend
stärkerer
Aus
p
r
ägung
des depressiven Geschehens
ab März 2015
– im
Be
gutachtungszeitpunkt noch
eine leichte depres
sive
Episode
zu diagnostizieren
sei
(
S
. 12 f
.
)
. Sie wiesen dar
a
uf hin, dass als Belastungsfaktor vor allem die fortbestehende Arbeitslosigkeit geg
e
ben sei
und
die Versicherte
infolge
Persönlichkeitsakzentuierungen dazu neige, im Rahmen ihrer
b
eruflichen T
ätig
k
eit erlebte Kränkungen
dysfunktional im Sinne einer depressiven Entwicklung zu ver
arbeiten. Auch wiesen sie darauf hin, d
ass die Versicherte aufgrund der
bestehenden Fu
nktionseinsch
r
änkungen auf psychiatri
sche
m
Fachgebiet
in Ko
nzentrat
i
o
n, Durchhaltefähigke
i
t, emotionaler Belastbar
keit und erhöhter
Ermüdbarkeit eingeschränkt sei
,
womit
aus
medizinisch
er Sicht
eine Arbeitsunfähigkeit von 50
% in angestammter wie auch angepasster Tätig
keit
zu begründ
en
sei
.
Das Gutachten entspricht damit
-
was zwischen den Par
teien
denn
grundsätzlich
auch unstreitig ist und namentlich von der Beschwer
deführerin nicht in Frage
ge
stellt wird - den rechtsprechungs
gemässen Anforde
rungen an eine beweiskräftige medizinische Grundlage
(E. 1.5
hiev
o
r
)
.
5
.
5
.1
Mit Blick
auf das
B._
Gutachten ist soweit ersichtlich
denn
auch unstreitig, dass
sowohl in somatischer
(aufgrund der Hepatitis)
wie auch in psychiatrischer Hin
sicht
von einer
gewissen
Verschlechterung des Gesundheitszustandes
auszugehen ist,
wobei die psychiatrische Einschränkung im Vordergrund steht
.
St
reitig und zu prüfen
ist
hingegen
insbesondere
die
Auswirkung de
s psychischen
Gesund
heitszustandes
auf die
Arbeitsfähigkeit.
Vorwegzuschicken ist dabei, dass
- ent
gegen der Meinung der Beschwerdeführerin –
ein Abweichen
der IV-Stelle von der ärztlichen Einschätzung
der Arbeitsunfähigkeit
im als beweiswertig erkann
ten
B._
-
Gutachten
nicht
grundsätzlich
un
zulässig
ist
und auch nicht dazu führt, dass das Gutachten seinen Beweiswert verliert.
Denn
rechtsprechungs
gemäss
liegt es
nicht allein in der Zuständigkeit der mit dem konkreten Einzelfall (gutachter
lich) befassten Arztpersonen, abschliessend und
für die rechtsan
wendende Stelle
verbindlich zu entscheiden, ob das medizinisch festgestellte Leiden zu einer Arbeitsunfähigkeit führt (vgl.
dazu
etwa
auch
Urteil des Bundes
gerichts 9C_505/2018 vom 1
7.
Oktober 2018 E. 5.1).
5.2
Mit BGE 143 V 418 entschied das Bundesgericht, dass grundsätzlich sämtliche psychischen Erkrankungen für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit einem struk
turierten Beweisverfahren nach BGE 141 V 281 zu unterziehen sind (E. 6 und 7, Änderung der Rechtsprechung; vgl. BGE 143 V 409 E. 4.5.2 speziell mit Bezug auf leichte bis mittelschwere Depressionen).
Das für somatoforme Schmerzstörungen und vergleichbare psychosomatische Leiden entwickelte strukturierte Beweisverfahren definiert systematisierte Indika
toren, die es
-
unter Berücksichtigung leistungshindernder äusserer Belastungs
faktoren einerseits und von Kompensationspotentialen (Ressourcen) anderer
seits
erlauben, das tatsächlich erreichbare Leistungsvermögen einzuschätzen (BGE 141 V 281 E. 2, E. 3.4-3.6 und 4.1; vgl. statt vieler: Urteil des Bundesge
richts 9C_590/2017 vom 1
5.
Februar 2018 E. 5.1). Die Anerkennung eines ren
tenbegründenden Invaliditätsgrades ist nur zulässig, wenn die funktionellen Aus
wirkungen der medizinisch festgestellten gesundheitlichen Anspruchsgrundlage im Einzelfall anhand der Standardindikatoren schlüssig und widerspruchsfrei mit (zumindest) überwiegender Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sind. Fehlt es an diesem Nachweis, hat die materiell beweisbelastete versicherte Person die Folgen der Beweislosigkeit zu tragen (BGE 141 V 281 E. 6; vgl. BGE 144 V 50 E. 4.3).
Diese Rechtsprechung ist auf alle im Zeitpunkt der Praxisänderung noch nicht erledigten Fälle anzuwenden (Urteil des Bundesgerichts 9C_580/2017 vom 16. Januar 2018 E. 3.1 mit Hinweisen).
5.3
Die für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit bei psychischen Erkrankungen im Regelfall beachtlichen Standardindikatoren (BGE 143 V 418, 143 V 409, 141 V 281) hat das Bundesgericht wie folgt systematisiert (BGE 141 V 281 E. 4.3.1):
-
Kategorie «funktioneller Schweregrad» (E. 4.3)
-
Komplex «Gesundheitsschädigung» (E. 4.3.1)
-
Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde (E. 4.3.1.1)
-
Behandlungs- und Eingliederungserfolg oder -resistenz (E. 4.3.1.2)
-
Komorbiditäten (E. 4.3.1.3)
-
Komplex «Persönlichkeit» (Persönlichkeitsdiagnostik, persönliche Res
sourcen, E. 4.3.2)
-
Komplex «Sozialer Kontext» (E. 4.3.3)
-
Kategorie «Konsistenz» (Gesichtspunkte des Verhaltens, E. 4.4)
-
gleichmässige Einschränkung des
Aktivitätenniveaus
in allen vergleich
baren Lebensbereichen (E. 4.4.1)
-
behandlungs- und eingliederungsanamnestisch ausgewiesener Leidens
druck (E. 4.4.2)
Beweisrechtlich entscheidend ist der verhaltensbezogene Aspekt der Konsistenz (BGE 141 V 281 E. 4.4; vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_604/2017 vom 1
5.
März 2018 E. 7.4).
6.
6.1
Was den Komplex
«
Gesundheitsschädigung
»
betrifft
,
ist bezüglich des Indikators Ausprägung der diagnoserel
e
vanten Befunde festz
u
stellen, dass die Versicherte
aus psychiatrischer Sicht
im Rahmen der rezidivierenden depressiven Störung an einer leichten depressiven Episode
leidet, w
elcher Diagnose
kein
schw
eres Aus
mass der Ausprägung inn
ewohnt.
Alsdann
wurden zwar weitere psychiatrische Diagnosen gestellt, jedoch stehen
die entsprechenden
Pr
o
blematiken
nicht im Vordergrund
(
betreffend
Schmerzpr
o
ble
matik
vgl.
Urk.
6/233 S. 8
) bzw
.
erschei
nen
nach Lage
der Akten
jedenfalls
nicht
sehr
ausgeprägt
(
betreffend
Panikstö
rung vgl
.
psychiatri
s
ches Teilgutachten, Urk.
6/233
S.
63
)
,
weshalb sie
nicht als
ressourcenhemmend
einzuschätzen
sind
.
Zum Aspekt Be
h
a
n
d
lungs
- und Ein
gliederungs
erfolg
ist festzustellen, dass
die
Versicherte
infolge
Exazerbation
der depr
e
ssiven Proble
m
ati
k
im April/Mai 2015
während
drei Wochen
s
tationä
r
(vgl.
Urk.
6/201 S.
3)
,
und
vom
19.
August
bis 20.
November 2015 ta
g
eskl
inisch
(vgl. Urk
.
6/20
S.
6 f.
1)
behandelt
worden war
und auch
weiterhin
in
psychiatrischer
Behan
d
lung
steht
(
Urk.
6/233 S. 67
)
, wobei die
Behandlungen
eine
deutliche
Ver
bess
e
rung
und danach Stabilisierung
der
zuvor
exa
ze
rbierten
Symptomatik gebracht
haben.
M
it
Blick
da
r
auf
ist
nicht von einer leistungs
hindern
den
C
hro
nifizierung
der psychischen Problematik aus
zu
gehen
oder
davon,
dass eine inva
lidisierende
schwere
p
sychische Störung vor
liegt
,
welche th
erapeutisch nicht mehr
angehbar
wäre
.
Alsdann bestehen zwar somatische Komorbiditäten,
wobei namentl
i
ch
die
Hepatitis
im Vordergrund steht. Doch
befand
sich diese
im Gut
achtenszeitpunkt
unter Therapie
in Remission
und
wurde
dieser
lediglich
noch
eine maximale Auswirkung von 10
% auf die Arbeitsfähigk
eit zuerkannt
,
weshalb
sie
nicht ausgeprägt
e
rschei
nt
.
6.2
Bei den Komplexen
«
Persönlichkeit
»
und
«
sozialer Kontext
»
ergibt sich
F
olgende
s: Bei der Beschwerdeführerin bestehen Persönlichkeitsakzentuierungen
mit narzisstischen und perfektionistischen Persönlichkeitszügen, wodurch die Nei
gung, depressiv zu kompensieren, erhöht ist.
Gemäss Angaben im
B._
Gutach
ten bestehen jedoch keine Persönlichkeitszüge, die das Ausmass einer Persönlich
keitsstörung erreichen oder die Reintegration in den Arbeitsprozess wesentlich behindern würden (Urk. 6/233 S. 13). Alsdann
ist
die Versicherte
nach Angaben im Gutachten
ref
lektionsfähig
, was
nicht zuletzt auch
da
durch
zum Ausdruck gelangt, dass sie
stabilisierende psychotherapeutische
Massnahmen
in Anspruch nimmt
.
Auch
verfügt
die Beschwerdeführerin
über verschiedene Ressourcen
, gab sie doch an, sie erfahre Entspannung durch Spazierengehen, Beten, Lesen, und wenn sie sich mit Freund
innen treffe (Urk. 6/233 S.
63)
. Weiter wohnt die Beschwerdeführerin mit ihrem Ehemann zusammen und liegt familiär eine unterstützende Situation
(durch Ehemann und Kinder)
vor
(
Urk.
6/233 S.
66 und
71)
;
auch
unterhält sie Kontakte mit Nachbarn (
Urk.
6/233 S.
66
). Damit sind weder
erheblich
limitierende Persönlichkeits
merkmale noch ein ausgeprägter sozialer Rückzug erkennbar und enthält
d
er soziale Lebenskontext bestätigende, sich potentiell günstig auf die Ressourcen auswirkende Faktoren.
6.3
In der Kategorie
«
Konsistenz
»
ist bezüglich des Indikators gleichmässige Ein
schränkung des Aktivitätsniveaus in allen vergleichbaren Lebensbereichen fest
zustellen, dass die Versicherte sich nur
zu einem
sehr
reduzierten Pensum
(30
%
50
%
) arbeitsfähig sie
h
t
(Urk.
6/233 S.
66)
. Jedoch ist ihre Tagesgestaltung regel
mässig und
ihr Aktivitätsniveau
nur bedingt
eingeschränkt. So fü
h
r
t sie
den Haushalt
ohne Inanspruchnahme von Hilfe
selber
, wenn au
ch
«
immer nur
soviel
wie ihr gut
tue
und sie könne»
. Sie kocht einmal pro Tag ein warmes Essen, geht regelmässig
bzw.
täglich
spazieren, trifft sich mit Kolleginnen und einmal pro Monat mit anderen Frauen zum Beten. Auch tätigt sie die Einkäufe selber, wozu sie
mitunter
das Auto b
enutzt (zum Ganzen Urk. 6/233 S.
8). Eine erhebliche Ein
schränkun
g im Alltag ist
damit nicht ersichtl
i
c
h
.
Bezüglich des Indikators behandlungs- und eingliederungsanamnestisch ausgewiesener Leidensdruck ist festzustellen, dass die Versicherte
im April
/Mai
2015
stationär und danach tages
klinisch behandelt worden war und auch danach
in regelmässiger
(zwei wöchent
licher)
psychotherap
eut
i
scher
und
psychopharmakologischer
Behandlung st
and
(Urk.
6/233 S. 67)
. Dies deutet
auf
einen gewissen Leidensdruck
hin, was
insofern konsistent erscheint
.
6.4
Die g
esamthafte Betrachtung der
recht
s
erheblichen Indikatoren
führt
somit
zum Schluss
, dass zwar ein gewisser Leidensdruck ausgewi
e
sen ist.
Jedoch
ist
mit Blick auf die
übrigen Indikatoren, vora
b
die
nur wenig
ausgeprägte Einschränkung im Alltag
in der Kategorie «Konsistenz»
, aber auch
mit Blick auf
die
Komplexe
«Per
sönlichkeit»
und
«
sozialer Kontext
»
, aus welchen sich
durchaus
mobilisierbare
Ressourcen
er
geben
,
nicht auf einen
rechtsgenügliche
n
Bezug zwischen den gestellten Diagnosen und deren funktionellen Auswirkungen im Sinne einer
erheblich (
hälftig
)
eingeschränkten Arbeitsfähigkeit
zu schliessen
.
Vor diesem Hintergrund
ist
die Verwaltung
zu Recht
insofern
von der Einschätzung
der
medizinischen
Experten abgegangen
, als
sie festgestellt hat,
dass
aus rechtlicher Sicht
eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit aus psychiatrischen Gründen
nicht
mit dem erforderlichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit
besteht
.
Eine medizinisch-gesundheitliche Anspruchsgrundlage, welche zur Anerkennung einer Invalidität aus psychischen G
ründen führen könnte, ist mit
hi
n nicht
rechtsgenüglich
erstellt.
Damit ist davon auszugehen, dass
eine Ein
schränkung der Arbeitsfähigkeit in angestammter wie auch einer Verweis
tätigkeit
ausschliesslich aus somatische
n
Gründen
–
aufgrund der
abklingenden
Hepatitis
(
wegen Müdigkeit und Abgeschlagenheit)
– und zwar im Umfang
von 10 %
besteht.
7.
Die Verwaltung
nahm
im angefochtenen Entscheid
bei der Inval
i
ditätsbemessung
de facto einen Prozentvergleich vor
(zum
sog. Prozentvergleich vgl.
Urteil des Bundesgerichts 8C_131/2011 vom 5. Juli 2011 E. 10.2.1 mit Hinweis auf BGE 114 V 310 E. 3a
). Dieses Vorgehen wurde
seitens der Beschwerdeführerin nicht in Frage gestellt.
Da die Versicherte seit ihrer Einreise
in die Schweiz
ausschliesslich
Hilfsarbeiten
(vor allem
als
Hausangestellte/
Reinigung
sangestellte, aber auch als Betriebsmitarbeiterin
)
versah
und
letztmals
bis
im März 2015
eine Erwerbs
tätig
keit
ausgeübt hat
, welche Stelle sie selber gekündigt hat
(vgl. dazu Urk.
6/233 S.
7
)
,
und ihr schliesslich sowohl die bisherigen wie auch andere Hilfstätigkeiten mit genannter Einschränkung zumutbar sind,
sind
sowohl Validen
-
als auch Invali
deneinkommen anhand der identischen Tabellen
werte zu bestimmen. Dem
ent
sprechenden
Vorgehen der Verwaltung
(vgl. zum Ein
kommens
vergleich auch Urk. 6/235)
ist
daher
im
Ergebni
s beizupflichten
.
Der
Inval
i
ditätsgrad
entspricht damit
dem Arbeits
un
fähigkeitsgrad
von 10
%
,
womit selbst bei
– vorliegend nicht gerechtfertigter -
Gewährung eines
maximal möglichen Abzuges vom Tabellen
lohn
beim Invalideneink
ommen (von 25
%, vgl. zum Ganzen BGE 126 V 75
)
k
ein renten
begründender
Invaliditätsgrad resultiert. Dies führt zur Abweisung der Beschwerde.
8
.
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind unabhängig vom Streit
wert festzulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG) und auf Fr.
8
00.-- anzusetzen. Entspre
chend dem Ausgang des Verfahrens sind sie de
r
unterliegenden Beschwerde
führer
in
aufzuerlegen.