# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 74093fa9-c0d5-537e-90cd-054f636f948e
**Court:** SG_VG
**Chamber:** SG_VG_001
**Year:** 2018
**Language:** de
**Jurisdiction:** SG / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Das Verwaltungsgericht stellt fest:
A. X.Y., geb. 1959, griechischer Staatsangehöriger, reiste am 20. November 2013 in die
Schweiz ein (vgl. Vorakten Migrationsamt, nachfolgend Dossier, S. 4). Am 1. März 2014
trat er eine (unbefristete) Stelle als Office-Mitarbeiter bei der Q. AG an (Dossier, S. 7f.)
und erhielt zum Zweck der Erwerbstätigkeit eine Aufenthaltsbewilligung EU/EFTA,
gültig bis 28. Februar 2019 (vgl. Dossier, S. 12). Nachdem X.Y. seinen Wohnort im
Februar 2017 von A. nach B. verlegt hatte (Dossier, S. 14), teilte das Sozialamt B. dem
Migrationsamt am 10. März 2017 erstmals mit, dass X.Y. seit seinem Zuzug
vollumfänglich von der Sozialhilfe der Gemeinde B. unterstützt werde. Die darauf
folgenden Abklärungen des Migrationsamtes ergaben, dass er nur im März/April 2014
bei der Q. AG gearbeitet hatte und seit Juni 2014 Sozialhilfe bezieht (Dossier, S. 17 ff.).
Aus welchem Grund das Arbeitsverhältnis aufgelöst wurde, ist unklar. Seit dem
20. Oktober 2014 geht X.Y. bei der P. GmbH einer Beschäftigung im zweiten
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Arbeitsmarkt nach. Ende März 2017 waren beim Sozialamt B. rund CHF 75‘000 offen
(ohne Krankheitskosten). Am 10. April 2017 wurden X.Y. von der P. GmbH implizit gute
Leistungen attestiert (Dossier, S. 45). Am 5. Mai 2017 wurde er nach wie vor
vollumfänglich von der Sozialhilfe unterstützt.
B. Nach Gewährung des rechtlichen Gehörs (Dossier, S. 40 ff.) widerrief das
Migrationsamt die Aufenthaltsbewilligung EU/EFTA von X.Y. mit Verfügung vom
28. April 2017 und wies ihn an, die Schweiz spätestens 60 Tage nach Rechtskraft der
Verfügung zu verlassen (Dossier, S. 57 ff.).
C. Mit Eingabe vom 15. Mai 2017 erhob X.Y. Rekurs gegen die Verfügung und
beantragte, die Verfügung sei aufzuheben und die Aufenthaltsbewilligung EU/EFTA
nicht zu widerrufen. Eventualiter sei die Aufenthaltsbewilligung unter Auflagen zu
verlängern. Subeventualiter sei aufgrund des Gesundheitszustands von X.Y.,
subeventualiter aus humanitären Gründen vom Widerruf abzusehen. Das Sicherheits-
und Justizdepartement wies den Rekurs mit Entscheid vom 19. Oktober 2017 ab.
D. X.Y. (Beschwerdeführer) erhob gegen den am 20. Oktober 2017 versandten
Entscheid des Sicherheits- und Justizdepartements (Vorinstanz) durch seinen
Rechtsvertreter mit Eingabe vom 2. November 2017 (Postaufgabe: 03.11.17)
Beschwerde beim Verwaltungsgericht mit den Rechtsbegehren, unter Kosten- und
Entschädigungsfolge, eventuell unter Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege und
-verbeiständung sei der angefochtene Entscheid aufzuheben und von einer
Wegweisung aus humanitären Gründen, eventuell zufolge Aufnahme einer
selbständigen Tätigkeit unter der Auflage, innert Jahresfrist das Geschäft betreffend
Refinanzierung von Solaranlagen existenzsichernd aufzubauen, vorläufig abzusehen.
Am 6. November 2017 entsprach der zuständige Abteilungspräsident dem Gesuch des
Beschwerdeführers um unentgeltliche Rechtspflege und -verbeiständung.
Mit Vernehmlassung vom 13. November 2017 verwies die Vorinstanz auf die
Erwägungen im angefochtenen Entscheid und beantragte die Abweisung der
Beschwerde. Auf die Ausführungen des Beschwerdeführers zur Begründung seiner
Begehren und die Akten wird, soweit wesentlich, in den Erwägungen eingegangen.
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## Considerations

Darüber zieht das Verwaltungsgericht in Erwägung:
1. (...).
2. Der Widerruf beziehungsweise das Erlöschen einer Aufenthaltsbewilligung EU/EFTA
ist im Abkommen zwischen der Schweizerischen Eidgenossenschaft einerseits und der
Europäischen Gemeinschaft anderseits über die Freizügigkeit (SR 0.142.112.681, FZA)
nicht geregelt. Deshalb ist diesbezüglich das Landesrecht massgebend (so Art. 2
Abs. 2 des Bundesgesetzes über die Ausländerinnen und Ausländer [Ausländergesetz;
SR 142.20, AuG]). Die landesrechtlichen Voraussetzungen dürfen aber nicht derart
ausgestaltet sein, dass sie einen staatsvertraglich gewährleisteten Anspruch auf
Aufenthalt vereiteln (BGer 2C_52/2014 vom 23. Oktober 2014 E. 3.2 mit weiteren
Hinweisen). Gemäss Art. 4 der Verordnung über die schrittweise Einführung des freien
Personenverkehrs zwischen der Schweizerischen Eidgenossenschaft und der
Europäischen Union und deren Mitgliedstaaten sowie unter den Mitgliedstaaten der
Europäischen Freihandelsassoziation (Verordnung über die Einführung des freien
Personenverkehrs; SR 142.203, VEP) erhalten EU-/EFTA-Angehörige eine
Aufenthaltsbewilligung EU/EFTA gestützt auf Art. 33 AuG und Art. 58 f. der Verordnung
über Zulassung, Aufenthalt und Erwerbstätigkeit vom 24. Oktober 2007 (SR 142.201,
VZAE). Gemäss Art. 23 Abs. 1 VEP können Aufenthaltsbewilligungen EU/EFTA
widerrufen oder nicht verlängert werden, wenn die Voraussetzungen für ihre Erteilung
nicht mehr erfüllt sind.
Als griechischer Staatsangehöriger hat der Beschwerdeführer grundsätzlich das Recht,
sich in der Schweiz aufzuhalten und einer Erwerbstätigkeit nachzugehen (so Art. 4 FZA
in Verbindung mit Art. 2 Ziff. 1 Anhang I FZA). Gemäss Art. 6 Ziff. 6 Anhang I FZA darf
einem Arbeitnehmer wie dem Beschwerdeführer die gültige Aufenthaltsbewilligung
nicht alleine deshalb entzogen werden, weil er keine Beschäftigung mehr hat, entweder
weil er infolge von Krankheit oder Unfall vorübergehend arbeitsunfähig ist oder weil er
unfreiwillig arbeitslos geworden ist, sofern letzteres vom zuständigen Arbeitsamt
ordnungsgemäss bestätigt wird. Wie die Vorinstanz richtig ausführt, kann nach
bundesgerichtlicher Rechtsprechung eine unselbständig erwerbstätige Person
hingegen ihren freizügigkeitsrechtlichen Status verlieren, wenn sie freiwillig arbeitslos
geworden ist, wenn aufgrund ihres Verhaltens feststeht, dass keinerlei ernsthafte
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Aussichten (mehr) darauf bestehen, dass sie in absehbarer Zeit eine andere Arbeit
finden wird, oder wenn ihr Verhalten gesamthaft als rechtsmissbräuchlich bezeichnet
werden muss, da sie ihre Bewilligung (etwa) gestützt auf eine fiktive beziehungsweise
zeitlich kurze Erwerbstätigkeit einzig zum Zweck erworben hat, von günstigeren
Sozialleistungen als im Heimat- oder einem anderen Vertragsstaat zu profitieren (vgl.
BGE 141 II 1 E. 2.2.1 mit weiteren Hinweisen). Der Unterbruch der Erwerbstätigkeit
infolge Krankheit oder Unfall, die von der zuständigen Behörde bestätigte Zeit
unfreiwilliger Arbeitslosigkeit und der unfreiwillige Erwerbsunterbruch von
unselbständig Erwerbstätigen gelten als Beschäftigungszeiten (BGE 141 II 1 E. 2.1.2).
Arbeitslosenversicherungsrechtliche Beschäftigungsmassnahmen hingegen sind nicht
geeignet, die Arbeitnehmereigenschaft der betroffenen Person zu begründen
beziehungsweise fortdauern zu lassen (BGE 141 II 1 E. 2.2.4 und 2.2.5 mit weiteren
Hinweisen).
2.1. Diesbezüglich bringt der Beschwerdeführer vor, dass er deshalb nur kurz im
primären Arbeitssektor tätig gewesen sei, weil er Opfer des Mobbings seines
Vorgesetzten geworden sei. Der Vorgesetzte habe nicht zur Kenntnis genommen, dass
der Beschwerdeführer lungenkrank sei. Anstatt sich um das seelische Wohl des
Arbeitnehmers zu bemühen, wie es Art. 328 des Schweizerischen Obligationenrechts
(SR 220, OR) verlange, habe er den Beschwerdeführer noch mehr unter Druck gesetzt.
Der Beschwerdeführer habe beim RAV C. insgesamt rund 1‘600 Offerten für Tätigkeiten
als Koch, Kellner, Krankenpfleger und für die Tätigkeit in einer Fabrik, in welcher
Holzspielzeug hergestellt werde, versandt. Er habe lauter Absagen erhalten, meistens
mit der Begründung, dass er zu alt sei. Die Absagen hätten sein Selbstwertgefühl
schwer beeinträchtigt. Zu den physischen Problemen hätten sich psychische
Störungen in Form einer schweren Depression gesellt. Er beabsichtige, in der Schweiz
selbständig tätig zu werden. Es sei zwar derzeit noch nicht im Handelsregister
eingetragen, aber er habe einen Businessplan erstellt. Seine Idee bedürfe noch der
Verfeinerung, aber es sollte ihm möglich sein, sein Projekt innerhalb eines Jahres zur
Marktreife zu entwickeln. Es sei deshalb von der Wegweisung abzusehen und ihm die
Auflage zu erteilen, sein Geschäft innert Jahresfrist existenzsichernd aufzubauen.
Die Vorinstanz führte zu dieser Thematik aus, dass der Beschwerdeführer lediglich zwei
Monate bei der Q. AG gearbeitet habe und danach keiner Erwerbstätigkeit im ersten
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Arbeitsmarkt mehr nachgegangen sei. Er habe keinen Anspruch auf
Arbeitslosentaggeld und beziehe seit dem 1. Juni 2014 Sozialhilfe. Seit Oktober 2014
sei er im zweiten Arbeitsmarkt tätig. Solche Beschäftigungen würden jedoch keine
Arbeitnehmereigenschaft auslösen. In Anbetracht des Alters des Beschwerdeführers,
seiner sehr kurzen Erwerbsdauer in der Schweiz sowie des Umstands, dass er seit
über drei Jahren keine Arbeitstätigkeit auf dem ersten Arbeitsmarkt mehr ausgeübt
habe, sei kaum davon auszugehen, dass er in absehbarer Zeit eine Stelle auf dem
hiesigen Arbeitsmarkt finden werde. Aufgrund der Akten sei unklar, warum der
Beschwerdeführer lediglich zwei Monate lang bei der Q. AG gearbeitet habe und ob er
die Stelle freiwillig aufgegeben habe oder nicht. Konkrete, eindeutige Hinweise auf ein
vorwerfbares, rechtsmissbräuchliches Verhalten bestünden keine. Dennoch stehe bei
gesamthafter Betrachtung der beruflichen Entwicklung des Beschwerdeführers fest,
dass dieser keine ernsthaften Aussichten auf eine Arbeitsstelle auf dem ersten
Arbeitsmarkt in der Schweiz mehr habe. Selbst wenn der Wille und ernsthafte
Bemühungen zur Arbeitssuche vorliegen würden, sei das Fortbestehen des
Anwesenheitsanspruchs vorliegend zu verneinen. Da der Beschwerdeführer entgegen
Art. 24 Ziff. 1 und 2 Anhang I FZA über keine eigenen Mittel verfüge, könne er sich
nicht auf einen freizügigkeitsrechtlichen Anspruch ohne Erwerbstätigkeit
beziehungsweise auf ein Verbleiberecht berufen. Betreffend die beabsichtigte
Selbständigkeit sei zu sagen, dass der Beschwerdeführer nicht im Handelsregister
verzeichnet sei. Auch Geschäftsbücher oder ähnliche Unterlagen, die eine operative
Tätigkeit belegen würden, seien nicht vorhanden. Angesichts des fehlenden Kapitals
und des noch unausgereiften Businessplans sei nicht davon auszugehen, dass die
Errichtung eines Unternehmens unmittelbar bevorstehe beziehungsweise erscheine die
Realisierung des Vorhabens nicht innert eines absehbaren Zeitraumes machbar. Der
Beschwerdeführer gebe an, er stehe betreffend die Kapitalbeschaffung in
Verhandlungen mit seiner Schwester. Diese Behauptung werde weder belegt, noch
würde das Vorhandensein von Kapital allein ausreichen, um eine selbständige
Erwerbstätigkeit im Sinne des FZA zu begründen. Dem Beschwerdeführer könne
deshalb auch unter diesem Titel keine Aufenthaltsbewilligung erteilt werden.
2.2. Unbestritten ist, dass der Beschwerdeführer unbefristet angestellt wurde und
damit ein Arbeitsverhältnis von mindestens einem Jahr gemäss Art. 6 Ziff. 1 Anhang I
FZA eingegangen ist. Unklar ist hingegen, ob er gemäss Art. 6 Ziff. 1 Anhang I FZA
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unfreiwillig arbeitslos geworden ist. Aus den dem Gericht vorliegenden Absagen geht
der Grund für das Ende des Arbeitsverhältnisses mit der Q. AG nicht hervor (Dossier,
S. 21 ff.). Hingegen liegt eindeutig keine Bestätigung des Arbeitsamtes vor, dass der
Beschwerdeführer unfreiwillig arbeitslos geworden ist. Dies überrascht nicht, denn die
Behauptung des Beschwerdeführers (Mobbing zufolge Lungenprobleme) erscheint
zweifelhaft: Die Lungenprobleme des Beschwerdeführers liegen entsprechend den
dem Gericht vorliegenden Akten erst seit dem Umzug in ein altes Haus vier Wochen
vor dem 5. April 2017 vor (Dossier, S. 47). Zudem hätte der Beschwerdeführer bei
Vorliegen einer Kündigung im Nachgang von Mobbing auf Anraten des RAV gewiss
deren Missbräuchlichkeit im Sinne von Art. 336 OR geltend gemacht. Eine Einsprache
im Sinne von Art. 336b OR liegt dem Gericht aber nicht vor. Und auch betreffend die
nachfolgenden Bemühungen und damit Bewerbungen ist unklar, wie unfreiwillig die
Arbeitslosigkeit des Beschwerdeführers wirklich ist, liegen dem Gericht doch nur
einzelne Bewerbungen vor und finden sich in den dem Gericht vorliegenden
Bewerbungen doch keinerlei Hinweise darauf, dass der Beschwerdeführer infolge
seines Alters keine Stelle gefunden hätte. Es scheint in einem Fall vielmehr so, als dass
der Beschwerdeführer nicht alle üblichen beziehungsweise erforderlichen
Bewerbungsunterlagen geschickt hätte („CV fehlt im Schreiben“; Dossier, S. 21). Hinzu
kommt, dass der Beschwerdeführer bisher nur zwei Monate und damit eine extrem
begrenzte Zeit in der Schweiz gearbeitet hat (vgl. dazu BGer 2C_412/2014 vom 27. Mai
2014 E. 3.2, wonach ein derart begrenzter Zeitraum zusammen mit anderen Hinweisen
dafür sprechen kann, dass das Verhalten gesamthaft als rechtsmissbräuchlich
bezeichnet werden muss, da die Bewilligung offenbar nur zum Zweck erworben wurde,
von günstigeren Sozialleistungen als im Heimat- oder einem anderen Vertragsstaat zu
profitieren) und dieses Arbeitsverhältnis unter unbekannten Umständen beendet wurde,
wobei die Erklärung des Beschwerdeführers, wie bereits ausgeführt, nicht überzeugt.
Dies alles deutet in ausreichendem Ausmass darauf hin, dass der Beschwerdeführer
nicht etwa alters- oder gesundheitsbedingt vergeblich versucht hat, eine Stelle zu
finden, sondern alleine aufgrund seines Verhaltens (vor allem bisheriger Werdegang mit
diversen Stellenwechseln in sehr unterschiedlichen Sparten, zudem die unvollständige
Bewerbung sowie Spontanbewerbungen [dem Wortlaut der Absagen nach allenfalls
teilweise auch auf unpassende Stellen]) feststeht, dass keinerlei ernsthafte Aussicht
darauf besteht, dass er in absehbarer Zeit eine andere Arbeit finden wird (M. Spescha
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et al., Kommentar Migrationsrecht, 4. Aufl. 2015, N 4 zu Art. 6 Anhang I FZA).
Anzumerken ist in diesem Zusammenhang, dass das Bundesgericht in BGE 141 II 1
E. 2.2.1 zwar verlangt, dass es aufgrund des Verhaltens der betroffenen Person nicht
möglich sein soll, dass diese in absehbarer Zeit eine andere Arbeit findet, dass aber
dies aus dem Urteil des Gerichtshofs der Europäischen Union (EuGH), auf das sich das
Bundesgericht bezieht, so nicht hervorgeht (EuGH, Urteil vom 26. Mai 1993, C-171/91,
Tsiotras, Rz. 14).
Die Erteilung einer Bewilligung auf Basis von Art. 24 Anhang I FZA ist angesichts der
fehlenden Mittel nicht möglich. Auch die Erteilung einer Bewilligung auf Basis von
Art. 12 Anhang I FZA (selbständige Erwerbstätigkeit) ist ausgeschlossen, liegt doch
kein Nachweis einer selbständigen Erwerbstätigkeit (d.h. Gründung eines
Unternehmens oder Nachweis einer entsprechenden Geschäftstätigkeit; vgl. Spescha
et al., a.a.O., N 1 zu Art. 12 Anhang I FZA) vor (das Einreichen eines Businessplans und
die Beteuerung, dass der Beschwerdeführer in einem Jahr sein Projekt zur Marktreife
entwickeln werde, reichen hierfür nicht aus). Im Übrigen verlieren selbst tatsächlich
selbständig Erwerbstätige ihr freizügigkeitsrechtliches Aufenthaltsrecht, wenn sie von
der Fürsorge abhängig sind beziehungsweise werden, wie dies beim Beschwerdeführer
der Fall ist (vgl. Spescha et al., a.a.O., N 7 zu Art. 5 Anhang I FZA und N 3 zu Art. 12
Anhang I FZA).
Die Bewilligungsvoraussetzungen für die Erteilung einer EU/EFTA-Bewilligung liegen
damit nicht (mehr) vor.
3. Der Widerruf der Aufenthaltsbewilligung EU/EFTA bei nicht mehr gegebenen
Bewilligungsvoraussetzungen liegt nach Art. 23 VEP im pflichtgemässen Ermessen der
zuständigen Behörden. Diese berücksichtigen bei der Ermessensausübung sowohl die
öffentlichen Interessen als auch die persönlichen Verhältnisse sowie den Grad der
Integration der ausländischen Person (Art. 96 Abs. 1 AuG). Wenn eine Massnahme
begründet, aber den Umständen nicht angemessen ist, kann die betroffene Person
unter Androhung der Massnahme verwarnt werden (Art. 96 Abs. 2 AuG).
3.1. Diesbezüglich bringt der Beschwerdeführer vor, dass er an zwei
Krankheitssymptomen leide, an Lungenproblemen und eventuell einer Allergie,
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eventuell bedingt durch Asbestrückstände. Für ihn wäre es sehr schwer, seine
Lungenkrankheit und die Allergie auszukurieren. Es sei bekannt, dass in Griechenland
viele Patienten Mühe hätten, die richtigen Medikamente zu bekommen, weil Patienten,
die kein Geld hätten, in Griechenland gar nicht behandelt würden. Er sei chronisch
krank und leide an einer Lungenunterfunktion. Deshalb liege ein Härtefall vor.
3.2. Laut den dem Gericht vorliegenden Akten leidet der Beschwerdeführer erst seit
dem Umzug in ein altes Haus vier Wochen vor dem 5. April 2017 an schweren
Atemproblemen (Dossier, S. 47). Eine abschliessende Diagnose blieb seitens der
Radiologie Nordost aus, festgestellt wurde nichts Gravierendes, sondern v.a. eine
leichte chronische Bronchitis. Ein Pricktest betreffend die gängigen Allergene fiel
negativ aus (Dossier, S. 95). Dr. med. R.W. schrieb den Beschwerdeführer am 12. Mai
2017 für einen Tag arbeitsunfähig (vgl. Dossier, S. 94). Der Grund hierfür geht aus den
Akten nicht hervor. Angesichts der Einladung zur Polygraphie für den 23. Mai 2017
(act. 10/7/3.2) dürfte der Grund für die Arbeitsunfähigkeit der allenfalls verschobene
Untersuch gewesen sein. Ein anderer Grund ist jedenfalls nicht ersichtlich. Auch diese
Untersuchung dürfte jedoch keine Diagnose nach sich gezogen haben, ansonsten der
Bericht von Dr. med. R.W. gewiss ins Recht gelegt worden wäre. Nachweise für
gravierende physische oder gar psychische Probleme fehlen damit gänzlich. Es kann
deshalb offen bleiben, welcher Art und Qualität die Gesundheitsversorgung in
Griechenland ist. Andere Anhaltspunkte für die Unverhältnismässigkeit des Widerrufs
der Bewilligung liegen nicht vor. Damit ist der Widerruf der Bewilligung
verhältnismässig, denn er steht angesichts der finanziellen Fürsorgeabhängigkeit des
Beschwerdeführers zweifelsohne im öffentlichen Interesse.
4. Zusammenfassend ist festzuhalten, dass weder das FZA noch andere
Rechtsgrundlagen dem Beschwerdeführer einen Anspruch auf einen weiteren Verbleib
in der Schweiz verschaffen können. Der vorinstanzliche Entscheid verletzt damit keine
Rechtsnormen und erweist sich im Übrigen auch als verhältnismässig. Die Beschwerde
ist deshalb abzuweisen.
5. (...).
(...).
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