# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** bc1adc2e-8636-443d-a13e-2e024272b216
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2022
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1960,
ehemals
bei der
Y._
AG angestellt und als Vorarbeiter und Baggerfahrer tätig
gewesen
(vgl. Urk. 9/8, 9/14, 9/89/12), bezieht seit 1. Juli 2011 aufgrun
d einer am 16. April 2007
beim Ski
fahren
erlit
tenen Schulterverletzung rechts eine Rente der
Schweizerischen Unfallversicherung (
Suva
)
auf der Basis einer Erwerbsunfähigkeit von 17
% (Urk.
9/12/61).
Ab
zirka Anfang 2012 arbeitete er im selben Betrieb im Magazin und als Chauffeur zu 83 %; daneben installierte er
in selbständiger Tätigkeit ab
2007 Notstromgruppen (Urk. 9/8/2, 9/10). Die Arbeitgeberin sprach am 23. April 2014 die K
ündigung per 31. Juli 2014 aus.
Am 9. März 2015 meldete sich der Versicherte unter Hinweis auf eine seit 26. November 2014 bestehende Diskus
hernie und auf die beim Skiunfall vom 16. April 2007 erlittene Schulterverletzun
g rechts bei der Sozialversiche
rungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle (im Fol
genden: IV-Stelle), zum Leistungsbezug an (Urk. 9/3).
Die IV-Stelle klärte in der Folge die beruflichen und medizinischen Verhältnisse ab und holte die Akten der Suva und diejeni
gen des Krankentaggeldversicher
ers
Sympany
Versicherungen AG (im Folgenden:
Sympany
) ein (Urk. 9/8-19, 9/39-46
, 9/59-62, 9/71). Am 21. April 2016 untersuchte Dr. med.
Z._
, Facharzt für Ortho
pädische Chirurgie und Traumatologie
,
des Regionalen Ärztlichen Dienstes (RAD) den Versicherten (Urk. 9/47).
Im Rahmen des
Vorbescheidverfahrens
zog die IV-Stelle den
von der Suva ei
ngeholten Bericht des
Zentrums
A._
v
om 7. Februar 2017 (Urk. 9/89) bei. Mit Ver
fügungen vom 13. November 2017 und vom 22. Februar 2018 sprach die IV-Stelle
dem Versicherten ab 1. September 2015 eine halbe Invalidenrente zu.
Die dagegen von der zuständigen Pensionskasse des Versicherten erhobene Be
schwerde hiess das Sozialversicherungsgericht mit Urteil vom 26. Juni 2019 gut und hob die Verfügungen auf
, indem es
einen Anspruch auf eine Invalidenrente
verneinte
(Verfahren Nr. IV.2017.
0
1356
vereinigt
mit IV.2018.00219
; Urk. 9/126
)
.
1.2
Am 4. Oktober 2019 meldet
e
der Versicherte
der
IV-Stelle
eine Verschlechterung des G
esundheitszustandes
(Urk. 9/140).
Es
wurden verschiedene medizinische
Bericht
e
eingereicht und
in der Folge von der IV-Stelle
beigezogen, darunter der
jenige der
Klinik
B._
vom 1. Oktober 2019 über eine Verlaufsuntersuchung mittels
Arthro
-MRI der linken und rechten Schulter (Urk. 9/137)
,
diejenigen
des behandelnden
Rheumatologen
Dr. med.
C._
an die Suva
vom 8. November 2019 (Urk. 9/145)
un
d vom 2. März 2020 (Urk. 9/168)
und
die Akten der Suva (Urk. 9/177/1-160)
.
Mit Vorbescheid
vom 23. April 2020 stellte die IV-Stelle
in
Aussicht,
de
n
Anspruch auf eine Invalidenrente mangels einer gesundheitlichen Verschlechterung
zu verneinen
(Urk. 9/180).
Dagegen wehrte sich der Versicherte
(Urk.
9/190)
und reichte einen Bericht von Dr.
C._
vom 18.
Mai
2020 (Urk.
9/189
) ein.
Die
IV-Stelle gab in der Folge
ein
interdisziplinäre
s
Gutachten
bei der MEDAS
D._
(
Zentrum E._
) in Auftrag, das am 4. Februar 2021 erstattet wurde (Urk. 9/207).
Sie
unterbreitete
es
Dr.
Z._
, der am 17. Februar
und am 23.
April
2021
dazu Stellung
nahm (Urk.
9/235
/6+9
).
Mit Verfügung vom 22. Juli 2021 wies die IV-Stelle das erneute Rentenbegehren mangels einer
gesundheitlichen
Verschlechterung ab (Urk. 2).
2.
Dagegen reichte der Versicherte am 15. August 2021 Beschwerde ein
und stellte
verschiedene Begehren, darunter sinngemäss
das
Rechtsbegehren
auf
Zuspre
chu
ng einer Invalidenrente (Urk. 1
S. 4
)
,
und
er
legte seiner Beschwerde verschiedene Arztberichte bei (Urk
.
3/1-4). Er gelangte am 27. August 2021 mit einer weiteren Eingabe
und Unterlagen
an das Gericht (Urk. 5
, Urk. 6/1-2
)
.
In der Beschwer
de
antwort vom 24. September 2021 beantragte die IV-Stelle die Abweisung der Beschwerde (Urk. 8). Der Versicherte reichte am 31. Oktober 2021 eine weitere Eingabe
mit Unterlagen
ein (Urk. 11
, Urk. 12/1-3
), die IV-Stelle verzichtete
mit Eingabe vom 24. November 2021
auf eine Stellungnahme dazu (Urk. 14).
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
Am 1. Januar 2022 sind die geänderten Bestimmungen des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG), der Verordnung über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSV), des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) sowie der Verordnung über die Invaliden
versicherung (IVV) in Kraft getreten.
In zeitlicher Hinsicht sind
vorbehältlich besonderer übergangsrechtlicher Rege
lungen
grundsätzlich diejenigen Rechtssätze massgebend, die bei Erfüllung des rechtlich zu ordnenden oder zu Rechtsfolgen führenden Tatbestandes Geltung haben (BGE 146 V 364 E. 7.1, 144 V 210 E. 4.3.1, je mit Hinweisen). Da das Sozialversicherungsgericht bei der Beurteilung eines Falles in der Regel auf den bis zum Zeitpunkt des Erlasses der streitigen Verfügung eingetretenen Sachver
halt abstellt (BGE 144 V 210 E. 4.3.1, 132 V 215 E. 3.1.1, je mit Hinweisen), sind vorliegend die bis 31. Dezember 2021 gültig gewesenen Rechtsvorschriften an
wendbar, die nachfolgend auch in dieser Fassung zitiert werden.
2.
2.1
Das Urteil des Sozialversicherungsgerichts vom 26. Juni 2019
wurde
nicht ange
fochten und
ist
damit
rechtskräftig.
Die
bereits wenige Monate
nach dem gefällten Urteil
im Oktober 2019 gemeldete Verschlechterung des Gesund
heitszu
standes
stellt
somit
eine Neuanmeldung
im Sinne von Art. 87 Abs. 3 IVV
dar.
2.2
War eine Rente wegen eines zu geringen Invaliditätsgrades verweigert worden und ist die Verwaltung auf eine Neuanmeldung eingetreten (Art. 87 Abs. 3 IVV), so ist im Beschwerdeverfahren zu prüfen, ob im Sinne von Art. 17 ATSG eine für den Rentenanspruch relevante Änderung des Invaliditätsgrades eingetreten ist (BGE 117 V 198 E. 3a mit Hinweis).
Ein Revisionsgrund im Sinne von Art. 17 Abs. 1 ATSG betrifft Änderungen in den persönlichen Verhältnissen der versicherten Person (BGE 133 V 454 E. 7.1). Dazu gehört namentlich der Gesundheitszustand. Dabei ist nicht die Diagnose
massgebend, sondern in erster Linie der psychopathologische Befund und der Schweregrad
der Symptomatik. Aus einer anderen Diagnose oder einer unter
schiedlichen Einschätzung der Arbeitsfähigkeit aus medizinischer Sicht allein kann somit nicht auf eine für den Invaliditätsgrad erhebliche Tatsachenänderung geschlossen werden (Urteil des Bundesgerichts 9C_602/2016 vom 14. Dezember 2016 E. 5.1 mit weiteren Hinweisen).
Eine revisionsbegründende Änderung kann nach der Rechtsprechung des Bundes
gerichts auch gegeben sein, wenn sich ein Leiden bei gleicher Diagnose in seiner Intensität und in seinen Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit verändert hat oder wenn es der versicherten Person gelungen ist, sich besser an das Leiden anzupassen (vgl. BGE 141 V 9 E. 2.3 und 6.3.2; vgl. Urteile des Bundesgerichts 8C_339/2015 vom 25. August 2015 E. 3.1 und 9C_330/2014 vom 23. Juli 2014 E. 5.2, je mit Hinweisen).
Das Hinzutreten einer neuen Diagnose stellt nicht per se einen Revisionsgrund
dar, weil damit das quantitative Element der (erheblichen) Gesundheits
ver
schle
ch
terung nicht zwingend ausgewiesen ist (BGE 141 V 9 E. 5.2 mit Hin
weisen). Massgebend ist einzig, ob bzw. in welchem Ausmass – unabhängig von der Dia
gnose und grundsätzlich unbesehen der Ätiologie – den medizinischen Akten eine Verschlechterung der Arbeits- bzw. Erwerbsfähigkeit im relevanten Zeitraum entnommen werden kann (vgl. Urteile des Bundesgerichts 8C_664/2017 vom 25. Januar 2018 E. 9 und 9C_799/2016 vom 21.
März
2017 E. 5.2.1 mit weiteren Hinweisen).
Zeitlicher Referenzpunkt für die Prüfung einer anspruchserheblichen Änderung bildet die letzte (der versicherten Person eröffnete) rechtskräftige Verfügung, welche auf einer materiellen Prüfung des Rentenanspruchs mit rechtskonformer Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und Durchführung eines Einkommens
ver
gleichs (bei Anhaltspunkten für eine Änderung in den erwerblichen Auswir
kun
gen des Gesundheitszustands) beruht.
2.3
Die Verwaltung hat die Neuanmeldung des Beschwerdefü
hrers entgegen
ge
nom
men
,
hat Abklärungen getätigt und einen materiellen Sachentscheid gefällt.
Sie
ist
somit auf die Neuanmeldung eingetreten.
Damit ist
vorliegend
zu prüfen, ob
sich
seit
der Beurteilung durch das Gericht,
der
die medizinische Situation
, wie sie sich
bis zur Verfügung
vom 13. November 2017
entwickelt hatte,
zugrunde lag
,
bis
zur vorliegend angefochtenen Verfügung
vom
22. Juli 2021
mit
überwiegender Wahrscheinlichkeit eine Verschlechterung in den persönlichen
Verhältnissen
eingestellt hat
, die einen rentenrelevanten Invalidi
t
ätsgrad
zur Folge
hat.
2.4
Nicht
behandelt werde
n
kann hingegen der
Antrag des Beschwerdeführers
auf
Verpflichtung der ehemaligen Arbeitgeberin
Y._
AG zu
r
Be
zahlung von Fr. 5'000'000.
--
. Ein solches
Begehren
wäre auf dem zivil
rechtlichen
Weg gegen diese Partei anhängig zu machen und betrifft das vorliegende Ver
fahren, in dem es um die Frage eines Invalidenrentenanspruchs geht, nicht. Auf
diesen
Antrag ist somit nicht einzutreten.
3.
3.1
Die medizinische Situation bis zur Verfügung vom 13. November 2017 hat das Gericht so beurteilt, dass dem Beschwerdeführer seine
angestammte
schwere
Tätig
keit im Tiefbau spätestens seit Dezember 2014 nicht mehr zumutbar war.
Grund dafür war gemäss der Darlegung des Gerichts die diesbezüglich überein
stimmende medizinische Aktenlage mit
gezeigten
funktionel
len Schulter
schmer
zen
(
bei beginnender
Humeruskopfnekrose
rechts und
bei einem
subacromialen
Impingement
links sowie einem Schulterblatt-/Handsyndrom
mehr links als rec
hts
)
und
mit
lumbalen Probleme
n
bei einem Verdacht auf
Meralgie
parästhetica
linksseitig (DD: rezidivierende
Lumboischialgien
L5 links bei
Rezessusstenose
L4/5)
.
Gleichzeitig kam das Gericht
aber
zum Schluss, dass de
r
Beschwerdeführer
-
in Überein
stimmung mit den
Beurteilung
en
der Ärzte
und
Abklärer
des
A._
im
Bericht vom 7. Februar 2017,
von Dr.
med.
F._
im Bericht
vom 22. Mai 20
15
zu Händen der
Sympany
so
wie auch
der Kreisärztin
Dr.
med.
G._
im Bericht vom 7. Oktober 2016
-
im massgeblichen Zeitraum
,
respektive spätestens ab Mitte
Januar 2015 in einer wechselbelastenden leichten bis knapp mittel
schweren Tätig
keit mit einer
Gewichtslimite
von maximal 15 kg ohne Zwangs
haltungen der Wirbelsäule und ohne repetitive Rumpftorsionen respektive ohne repetitiven Ein
satz der Arme und ohne Überkopfarbeiten zu 100 % arbeitsfähig ist
.
Es stellte sich dabei gegen die
vor allem in quantitativer H
insicht
abweichende
Auffassung von Dr.
Z._
, der nur eine Teilarbeitsfähigkeit von 50-60 %
als zumutbar erach
tete,
und es bemängelte dabei, dass die wiederholten Hinweise in den Akten auf Inkonsistenzen, Divergenzen, Selbstlimitierungen und Symptom
ausweitungen im Verhalten des
Beschwerdeführers
von diesem Arzt nicht beach
tet worden
waren
. Auch den
unterschiedlichen und teilweise nicht nachvollzieh
ba
ren
Einschätzungen
einer nur
reduzierten Arbeitsfähigkeit
durch den
behan
deln
den A
rzt
Dr.
C._
folgte das Gericht nicht (Urk. 9/126
/18
).
Es ermittelte so einen rentenaus
schliess
enden Invaliditätsgrad von 29 % (Urk. 9/126/22).
3.2
3.2.1
Im Rahmen des Neuanmeldungsverfahrens
bei der IV-Stelle wurden die Suva-Akten eingereicht. Auch im unfallversicherungsrechtlichen Verfahren hatte der Beschwerdeführer über seinen behandelnden Arzt Dr.
C._
im Mai 2019 eine Verschlechterung der Schultersituation angemeldet und wiederum Heilbehand
lungen
beantragt
(Urk. 9/177/139).
Die Suva verlangte MRI-Untersuchungen der beiden Schultern (Urk. 9/177/127), was am
30.
September
2019 in der Klinik
B._
geschah
(Urk. 9/177/114).
Es wurde auf der linken Seite eine im Vergleich zur Situation im Jahr 2016 leicht progredient interstitielle Partialruptur der
Supraspinatussehne
festgestellt (Urk. 9/177/115).
Dr.
C._
berichtete der Suva am 3. Dezember 2019
ausführlich
über rechts
seitige Schmerzen bei der Aussenrotation mit einer massiven Beweglichkeitsein
schränkung um die Hälfte, über Schmerzen bei Überkopfarbeiten und beim Liegen auf der Rechtslage und eine mögliche Abduktion des Oberarmes bis knapp 80°.
Auf der linken Seite sei
en
eine Abduktion des Oberarmes bis 90° und eine Elevation bis 110° möglich (Urk. 9/177/106).
Im Januar 2019 seien die l
umbalen Rückenschmerzen akzentu
iert in den Vordergrund getreten
und im Verlauf sei es nun auch zu
cervicospondylogenen
Beschwerden gekommen
(Urk. 9/177/107).
Er diagnostizierte ein
lumbospondylogenes
Schmerzsyndrom beidseits mit/bei einer
Diskushernie LWK 4/5
mit Nervenwurzel L5 links, eine
Periarthritis
humero
scapularis
links mit/bei einer Partialruptur des
Musculus
supraspinatus
, einer AC-Gelenksarthrose, einer
Tendinopathie
der
Bicepssehne
, und auf der rechten Seite eine Periarthritis
humer
oscapularis
tendinopatica
mit/bei einer AC-Gelenks
ar
throse,
eine
Partialruptur
des
Musculus
supraspinatus
und einer Nekrose des
Humeruskopfes
(Urk. 9/144). Weiter wehrte er sich dagegen, dass der Beschwer
deführer in einer mittelschweren bis leichten Tätigkeit 100 % arbeitsfähig sei. Für eine schulterbelastende insbesondere auch mittelschwere Tätigkeit sei der Be
schwerdeführer gänzlich arbeitsunfähig. Für eine leichte Tätigkeit, die der Be
schwerdeführer
abwechselnd
si
t
zend oder auch stehend ausführen könne,
wäre er theoretisch in einem höheren Grad arbei
tsfähig, dies müsse jedoch noch
mals evaluiert werden (Urk. 9/177/108).
Der Kreisarzt
der Suva,
Dr. med.
H._
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie
,
würdigte die Akten in seinem Bericht vom 14. Januar 2020. Er kam zum Schluss, dass
aufgrund der
neuen MRI-Aufnahmen keine richtungs
weisende Verschlimmerung objektiviert worden sei,
es bestehe
im W
esentlich
en
der gleiche Status wie 2016, einzig eine minime nicht namhafte Progression sei festgestellt worden. Die V
erschlechterung der Situation mit attestierten hohen Arbeitsunfähigkeiten werde mit Befunden aus den Jahren 2013 und 2016 begrün
det. Die lumbale Problematik sei sodann nicht unfallkausal (Urk. 9/177/97).
Dr.
C._
berichtete erneut
in
einem Schreiben vom 2. März 2020
über den Gesundheitszustand des Beschwerdeführers. Er erwähnte eine neue MRI-Unter
suchung vom 2. März 2020, wo eine bilaterale ISG-Arthrose mit etwas Knochen
marksödem auf der rechten Seite dokumentiert werde. Zusätzlich lägen eine stationäre
Discusprotrusion
auf der Höhe L3/4, eine stationäre
Recessusstenose
links auf der Höhe L4/5 mit Kontakt der Wurzel L
5 links
, vereinbar mit der
lumbospondylogenen
bis
lumboradikulären
Schmerzsymptomatik L5 vor.
Es be
stehe eine generelle Abnahme der Belastbarkeit im Bereich der Schultern und der lumbalen Wirbelsäule (Urk. 9/177/75).
Kreisarzt Dr.
H._
würdigte diesen Be
richt in einer Stellungnahme vom 10. März 2020 aus Sicht des Unfallversicherers und stellte fest, die tatsächlichen Verhältnisse hätten sich aufgrund dieses Be
richts nicht verändert (Urk. 9/177/57).
Dr.
C._
äusserte sich in einem Bericht vom 18. Mai 2020 nochmals zur Sache. Er hielt fest, die rechte Schulter sei bildgebend nicht wesentlich verändert, jedoch habe sich funktionell eine Verschlechterung in der Beweglichkeit gegeben, wie dies im Bericht vom 2. März 2020 dargestellt worden sei. Sodann sei klar von einer bildgebend nachgewiesenen Verschlechterung im linken Schultergelenk
auszugehen, wo eine Progredienz der Degeneration erstellt sei. Anders als im früheren Gutachten, als
der Versicherte
die Arme noch bis über 100°
habe heben können, sei dies
jetzt nur noch bis 90° möglich
(Urk. 9/189).
3.2.2
Entsprechend dem Antrag des Beschwerdeführers im
Vorbescheidverfahren
(Urk.
9/190)
und nach Empfehlung des RAD
-
Arztes Dr.
Z._
(Urk. 9/235/5)
und auch auf Anraten des behandelnden Arztes Dr.
C._
erfolgte eine
polydis
zi
plinäre
B
egutachtung zwischen dem 27
. Oktober und 9.
November
2020
zur Ermittlung der Leistungsfähigkeit des Beschwerdeführers
(Urk. 9/202).
Dr. med.
I._
, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, Endokrinologie-Dia
betologie und für Kardiologie, stellte in seinem internistischen Gutachten vom 10. November 2020 keine Befunde fest und
stellte
auch keine Diagnosen, die die Arbeitsfähigkeit einschränkten (Urk. 9/207/74 ff.)
. Ebenso verneinte Dr. med.
J._
, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie, in ihrem Teilgutachten vom 5. November 2020 das Vorliegen einer psychiatrischen Erkrankung, im Besonde
ren auch einer somatoformen Schmerzstörung,
es
lägen weder emotionale Kon
flikte noch psychosoziale Probleme vor, die den Verlauf oder die Entstehung der geklagten Schmerzen bestimmt hätten (Urk. 9/207/69).
Im orthopädisch/
traumatologischen
Hauptg
utachten
von Dr. med.
K._
, Fach
ärztin für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie,
vom 9. Januar 2021
wurden auch die Resultate der eigens veranlassten, zweitägigen Evaluation der funktionellen Leistungsfähigkeit (EFL) des
Zentrums L._
einbezogen (Urk. 9/207
/84-95
)
.
Die Gutachterin
berichtete
über
von S
eiten
des Beschwerdeführers geklagten Beschwerden beider Schultergelenke mit
Arthrose
be
schwerden
und Bewegungseinschränkungen und von Schmerzen im Ber
eich
der
L
endenwirbelsäule mit Ausstrahlung entlang der Aussenseite des linken Ober
schenkels bis zum K
niegelenk, manchmal bis in den link
en Fuss,
von
ständige
n
K
opfschmerzen und einer
morg
e
ndliche
n
Taubheit und zeitweise
r
Kraftlosigkeit in den Händen (Urk. 9/207/38).
Die bildgebende Untersuchung der
Halswirbelsäule (
HWS
)
vom 4. November 2020
brachte eine
Atlantodental
-Arthrose
hervor. Diese erklärte – gemäss Dr.
K._
– teilweise die Kopfschmerzen. Das Taubheitsgefühl und die zeitweise Kraftlosigkeit in den Händen würden hingegen keinem
Dermatom
entsprechen
und könnten nicht nachvollzogen werden. Die Beweglichkeit beider Schultergelenke
werde
in sämtlichen Bewegungsrichtungen eingeschränkt vorgeführt.
Es b
e
stünden jedoch Diskrepanzen zwischen dem demonstrierten Ausmass
und der
spontanen Beweg
lichkeit
. In den
Arthro
-MRI Untersuchungen der Schultern vom 30. September 2019 stellten sich in der linken Schulter lediglich geringe Partialrupturen der
Supraspinatussehne
, eine
regrediente
Obliteration des
Rotatorenmanschetten
in
tervalles
sowie
eine unveränderte AC
-
Gelenksarthrose und
eine
Tendinopathie
der langen
Bizepssehne
im intraartikulären Verlauf dar. Rechts sei die Nekrose am
Humeruskopf
unverändert, die Partialruptur der
Supraspinatussehne
sei un
verändert,
es bestünden
eine
Tendinopathie
der
S
ubscapularissehne
, eine
O
bli
tera
tion des
Rotatorenmanschettenintervalles
und eine unveränderte leichte AC-Gelenksarthrose.
Aufgrund der radiologischen Untersuchungsbefunde seien eine Bewegungseinschränkung und die Schmerzen bei der Untersuchung beider Schul
tergelenke nachvollziehbar, jedoch nicht in dem angegebenen bzw. demonstrier
ten Ausmass.
Während die Beweglichkeit der Lendenwirbelsäule mit vermehrter Lordose eingeschränkt demonstriert werde, sei die spontane Beweglichkeit frei
.
Im MRI der
Lendenwirbelsäsule
(
LWS
)
vo
m
2. März 2020 stellten sich unver
än
derte Degenerationen mehrerer lumbaler Segmente mit einer leichten
Rezessus
stenose
links mit Kontakt des
Discus
LWK 4/5 zur linken Nervenwurzel L5 dar. Hinweise auf eine Reizung lumbaler Nervenwurzeln hätten nicht bestanden.
Die geklagte Schmerzausstrahlung in das linke Bein entspreche keinem
Dermatom
und werde daher als
pseudoradikulär
eingeschätzt (Urk. 9/207/38 f.).
Aus ortho
pädisch-
traumatologischer
Sicht bestehe
eine anhaltende 100%ige Arbeitsun
fähigkeit in der angestammten Tätigkeit als Vorarbeiter/Baggerführer/Maschinist.
In der Tätigkeit als Kurier für Kleinteile der
M._
als auch in einer anderen leidensadaptierten, dem Belastungsprofil entsprechenden Tätigkeit werde von einer 100%igen Arbeitsfähigkeit ausgegangen (Urk. 9/207/46).
Im neurologischen Gutachten vom 16. November 2020
hielt Dr. med.
N._
, Facharzt für Neurologie, fest, der Beschwerdeführer leide an
muskuloskelettalen
Beschwerden in beiden Schultern, im lumbalen Bereich und linksbetont an den unteren Extremitäten. Eine Mitbete
iligung der neuralen Strukturen
könne nicht festgestellt werden, eine
Radikulopathie
liege nicht vor, trotz radiologisch be
schriebene
r
degenerative
r
Veränderungen im LWS-Bereich.
Es bestünden keine neurologischen Di
a
gnosen mit Relevanz für die Arbeitsfähigkeit
. Die Migräne sei ohne Bedeutung für die Arbeitsfähigkeit
(Urk
.
9/207/58 ff.).
In der
konsensualen
Gesamtbetrachtung stellten die Gutachter die Diagnosen einer mässigen Bewegungseinschränkung beider Schultergelenke bei stationärer
Humeruskopfnekrose
rechts
und
Akromioklavikulargelenksarthrose
beidseits, links stärker als rechts, und eines
pseudoradikulären
Lumbalsyndroms links
.
Diesen Diagnosen sprachen sie eine Bedeutung für die Arbeitsfähigkeit
zu,
die körperliche Belastbarkeit für körperlich leichte bis mittelschwere Tätigkeiten mit Zwangshaltungen der Lendenwirbelsäule und Über-Kopf
-
Arbeiten sei dadurch eingeschränkt. Dagegen hätten
das
Zervikokranialsyndrom
bei der
Atlanto
den
talarthrose
, die Migräne, die leicht erhöhten Blutdruckwerte, die Hyperchole
ste
rinämie und das Übergewicht (BMI 27 kg/m
2
)
keine Bedeutung
für die Arbeits
fähigkeit.
Das Belastungsprofil bestehe in einer körperlich leichten, wechselbe
lastenden Tätigkeit ohne Zwangshaltungen der Lendenwirbelsäule und ohne Über-Kopf-Arbeiten
, darin bestehe eine 100%ige Arbeitsfähigkeit (Urk. 9/207/8).
3.3
Dr.
Z._
vom RAD, dem das Gutachten zur Bewertung unterbreitet wurde, schloss sich der Schlussfolgerung im Gutachten in der Stellungnahme vom 17. Februar 2021 an (Urk. 9/235/6)
und äusserte sich nochmals am 23. April 2021 zu den Einwänden des Beschwerdeführers (Urk. 9
/235/9).
4.
4.1
Versicherungsträger und das Sozialversicherungsgericht haben den Sachverhalt von Amtes wegen festzustellen und die Beweise frei, das heisst ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Sie haben alle Beweismittel, unabhängig davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuver
lässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruches gestatten. Insbesondere dürfe
n sie bei einander widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzu
geben, warum sie auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellen (BGE 125 V 351 E. 3a).
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist also entscheidend, ob er für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten begründet sind. Ausschlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a).
Den von Versicherungsträgern im Verfahren nach Art. 44 ATSG eingeholten, den Anforderungen der Rechtsprechung entsprechenden Gutachten externer Spezial
ärzte (sogenannte Administrativgutachten) ist Beweiskraft zuzuerkennen, solange
nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE
137 V 210 E. 1.3.4, 135 V 465 E. 4.4; Urteil des Bundesgerichts 8C_77/2021 vom 20. April 2021 E. 3 mit Hinweisen).
4.2
Der Beschwerdeführer
wirft gegen das Gutachten
zusammengefasst
ein,
es beruhe nicht auf aktuellen bildgebenden Verfahren (Urk. 1 S. 3) und es sei ohne die Mitwirkung des behandelnden Arztes Dr.
C._
entstanden
, der von einer gänz
l
i
chen Arbeitsunfähigkeit ausgehe
. E
s sei ihm
– dem Beschwerdeführer -
sodann
nicht möglich, im Umfang von 100 %
Gewicht
e
von 15 kg zu heben, das Heben solcher Gewichte sei ihm nur mit starken Medikamenten und
Cortison
in
filtra
tio
nen
möglich
.
Handlangerarbeiten mit
Gewichteheben
über maximal 7.5 kg seien ihm ohne Cortison nicht möglich (Urk. 1 S. 5).
Er sei auch Taxi gefahren und zwar maximal drei bis vier Stunden pro Tag mit einem speziellen Fahrzeug. Mehr sei nicht möglich gewesen wegen Kindern von über 35 kg und Koffern von über 20 kg Gewicht
, die er
habe
heben müsse
n
(Urk. 1 S. 3).
Die letzte Tätigkeit als Chauffeur eines VW Tuareg mit Kleinteilen über eine längere Distanz von 30 km sei nur mit Pausen möglich gewesen und mit
einem speziellen
, fast liegenden Sitz
und L
uftfahrwerk,
dies in einem Umfang von ca. 20 % und auf Abruf (Urk. 1 S. 3).
Zu wenig Beachtung hätten sodann die heftigen Migräneanfälle gefunden, wegen denen er schon ganze Lieferungen vergessen und Autounfälle produziert habe (Urk. 1 S. 4
, Urk. 11
).
Seit September 2021 werde er durch den Neurologen Dr.
O._
mit
Antieptileptika
therapiert (Urk. 11, Urk. 12/1, 12/2).
Er habe so
heftige
Schmerzen und Bewegungseinschränkungen
mit Lähmungserscheinungen i
n den Schultern, dass Dr.
C._
beide Schultern
mit künstlichen Gelenken
habe
ver
sehen
lassen
wollen (Urk. 1 S. 5
, Urk. 11
).
Anders als die Ärzte des
E._
hätten die Ärzte der Klinik
P._
die heftigen Schmerzen in den Schultern erkannt
(Urk. 5 S. 1).
4.3
4.3.1
Soweit der Beschwerdeführer in seiner Beschwerde und seiner Eingabe vom 27. August 2021 (Urk. 5) das rechtskräftige Urteil des Gerichts und auch Entscheide der Suva rügt, sind
seine Vorbringen
in diesem Verfahren nicht zu hören, weil sie nichts mit dem vorliegenden Streitgegenstand
in der Invalidenversicherung
, nämlich der
geltend gemachten
Verschlechterung des gesundheitlichen Zu
standes seit 2017 zu tun haben.
Die Gutachter der
E._
haben entsprechend der Rechtsprechung des Bun
des
gerichts den Beschwerdeführer selber untersucht, die
Vorakten
berücksichtigt und mit der Veranlassung einer funktionellen Leistungsfähigkeitsprüfung auch noch eine weitergehende Abklärung getätigt, die Aufschluss über die objektivierte Leistungsfähigkeit des Besc
hwerdeführers
geben kann.
4.3.2
Bildgebend sind an den Schultern kaum Veränderungen erkennbar, wie sich aus den medizinischen Akten einhellig ergibt und wie auch die Gutachter erkannt haben. Veränderung
en
im Vergleich zu
den Bildern von Juni 2016
ergab
en
sich
einzig
für die linke Schulter, wo das
Arthro
-MRI
2019 neue und leicht progre
diente P
artialrupturen
der
Supraspinatussehne
hervorbrachte, was schon die Ärzte der Klinik
B._
festgestellt hatten
und
womit
sich auch Dr.
C._
einig zeigte
(Urk. 9/177/114+115
, Urk. 9/189
).
Dass diese bildgebenden Untersuchun
gen für den vorliegenden Entscheid – wie der Beschwerdeführer vorbringt
–
ver
altet wären,
kann nicht gesagt werden
, nachdem sich nur sehr geringe Verän
derungen seit 2016 gezeigt haben.
Das von den Gutachtern erstmals veranlasste Röntgenbild der HWS vom 4. November 2020 ergab eine Arthrose, die Eingang in die Diagnostik
mit der Diagnose eines
Zervikokranialsyndroms
bei
Atlan
toden
talarthrose
fand. Ebenso nahmen sie die neue Diagnose einer Migräne zur Kenntnis (Urk. 9/207/8).
D
ie LWS wurde am 2. März 2020 einem neuen MRI unterzogen.
Die so gezeigten Degenerationen an der Lendenwirbelsäule betitelte auch Dr.
C._
als stationär gegenüber der Situation von 2016, so im Bereich de
r
Niveaus L1/2 und L2/3, L3/4
;
und auch die
e
rosive
n
Endplatten
verän
de
rungen
an der Bodenplatte von L4
und die
Rezessusstenose
links auf Höhe L4/5
mit Kontakt zur Wurzel L5
bezeichnete er als stationär (Urk. 9/177/75).
Von einem eigentlichen neurologischen Problem bei den Wirbelsäulendegenerationen sprach auch Dr.
C._
nicht. Die Gutachter
,
und vor allem auch der neurologische Spezialist,
äusserten sich dahingehend, die zeitweise Schmerzausstrahlung in das linke Bein teilweise bis in den linken Fuss, entspreche keinem
D
ermatom
, eine
Radikulopathie
k
önne
nicht nachgewiesen werden
,
und die Schmerzen
wurde
n
daher als
pseudoradikulär
bezeichnet, da auch keine anderen Hinweise auf eine Reizung lumbaler N
ervenwurzeln bestanden (Urk. 9/207/57 f.).
Mit Blick auf die
zusätzlich gestellten
Diagnosen
ist somit von einer
gewissen
Verschlechterung
gegenüber der Vorsituation
zu sprechen. Allerdings
ist
nicht die Anzahl der Diagnosen entscheidend,
relevant
sind
vielmehr
deren
veränderte
Auswirkungen auf die Arbeits-
und Leistungsfähigkeit.
4.3.3
Die vom Beschwerdeführer geklagten hauptsächlichen Beschwerden im Schulter-Armbereich und im Bereich der Lendenwirbelsäule erachteten die Gutachter
bei den
erhobenen
radiologischen
Befunden
zwar im Grundsatz als nachvollziehbar, allerdings nicht im geklagten Ausmass, das ihm – so der Beschwerdeführer – keine Tätigkeit mehr erlaube (Urk. 9/207/9).
Dr.
K._
untersuchte den
Beschwerdeführer
im Hinblick auf den orthopädischen Status
eingehend.
Sie erkannte ein seitengleiches Muskelrelief des Schulter
gür
tels, keine Atrophien,
eine
normal entwickelte Armmuskulatur, wobei der rechte Arm normgerecht eine gering kräftigere Muskulatur aufwies aufgrund der Rechts
händigkeit. Die in sämtlichen Bewegungsrichtungen gezeigte schmerzhaft einge
schränkte Schulterbeweglichkeit versuchte sie zu objektivieren und das effektive
Ausmass durch verschiedene Bewegungsabläufe, die der Beschwerdeführer durc
h
zuführen hatte, zu erkunden. Dabei erkannte sie, dass
der Nackengriff
möglich war, obwohl die Aussenrotation rechts mit maximal 20°
und links mit maximal 30° vorgeführt worden war, was eine Diskrepanz darstellt. Auch der Schürzengriff bis zum 4. Lendenwirbelkörper war möglich, so dass die gezeigten Einschrän
kungen der Innenrotation und Rückwärtsbewegung
(10° und 20°; Urk. 9/207/51)
beider Arme nicht nachvoll
ziehbar waren (Urk. 9/207/38).
Die Adduktion war beidseits
schmerzfrei bis zur Horizontalen
möglich (Urk. 9/207/38).
Für Läh
mungserscheinungen in der
rechten Schulter (Urk. 9/234)
ergaben
sich aus der Schulteruntersuchung keine Hinweise.
Auch bei der Beweglichkeit der LWS zeigten sich Diskrepanzen, indem diese eingeschränkt
demonstriert
wurde,
die spontane B
eweglichkeit jedoch frei war
(Urk. 9/207/39).
Im Rahmen der Testung der arbeitsbezogenen funktionellen Belastbarkeit
kamen die
Abklärer
ebenfalls zur Auffassung, der Beschwerdeführer
selber
schätze seine Leistungsfähigkeit
gegenüber der getesteten Leistungsfähigkeit zu tief ein (Urk.
9/207/92). Dennoch gingen sie davon aus, dass eine Überkopfarbeit nicht mehr möglich sei. Hingegen fanden sie, dass eine
Kurier-
Tätigkeit, wie sie der Beschwerdeführer im Rahmen eines kleinen P
ensums auf Abruf ausüb
e,
nämlich 15-20 Minuten Auto fahren, Kleinteile bis 6 kg auf Bauchhöhe einladen und die damit verbundenen Anforderungen an Sitzen, Handkraft, Handkoordination, Tragen vorne, Tragen einhändig, Heben
vom
Boden
bis
Taillenhöhe und Heben horizontal, dem Beschwerdeführer zumutbar sei. Es handle sich dabei um eine wechselbelastende, den Beschwerden angepasste Tätigkeit. Im Allgemeinen sei ihm eine leichte, wechselbelastende Tätigkeit ganztags zumutbar (Ur
k
. 9/207/85).
Wenn
die Gutachter
unter Berücksichtigung der gezeigten, durchaus
aktuellen
radiologischen Befunde, der objektivierten Untersuchungsresultate durch die ein
zelnen Fachärzte, der
Vorakten
und der Resultate der funktionellen Belastbar
keitsprüfung und unter Abgleichung des vom Beschwerdeführer vorgetragenen
,
nur
sehr
eingeschränkt möglichen Erwerbsleben
s
mit seinem doch normalen
Aktivitätsniveau im Alltag (Urk. 9/207/9) zum übereinstimmen
d
en Schluss k
amen
,
eine
leichte
wechselbelastende T
ätigkeit
ohne Zwangshaltungen der Lenden
wirbelsäule und ohne Überkopf-Arbeiten
sei
ihm vollzeitlich
zumutbar
,
so über
zeugt dies
.
Entgegen der
Darstellung
des Beschwerdeführers war damit nicht von der Zumutbarkeit, grössere Gewichte zu heben oder von stundenlangem, anhal
tendem Sitzen die Rede. Vielmehr ist bei diesem allgemeinen Profil auch an
Kontroll- oder Überwachungstätigkeiten
in einer Produktion
zu denken
, die wech
selbelastend ausgeübt werden können
, also abwechselnd stehend und sitzend
,
ohne dass dabei Schläge oder grössere körperliche Anstrengungen auf die Schul
tern
oder den restlichen Stützapparat
wirken würden (Urk. 9/230).
Denkbar und zumutbar wäre auch -
wie darg
elegt und auch von ihm ausgeübt -
ein Kurier
dienst von leichten
Gegenständen
über nicht allzu
weite Distanzen.
Die Migräneepisoden
wurden
von den Gutachtern als die Arbeitsfähigkeit nicht
weiter einschränkend eingestuft. Der Beschwerdeführer hatte
dem
neurologischen
Gutachter
Dr.
N._
gegenüber von
linksseitigen
Migräneattacken berichtet, die alle zwei Wochen auftreten
würden
mit einer Dauer von drei Tagen.
Mit
Dafalgan
bessere sich die Akutsituation (Urk. 9/207/55). Der damit geltend gemachte, erhebliche
Paracetamolkonsum
von 12-20 Stücken innerhalb von drei Tagen (Urk. 9/207/34) wurde von den Gutachtern
-
weil leberschädigend
-
kritisiert
, gleichzeitig aber auch aufgrund der
sich im Referenzbereich befindlichen Leberwerte angezweifelt (Urk. 9/207/10).
Wenn der
nun
behandelnde Neurologe Dr.
O._
die M
igrän
emedikation ab September 2021
auf das Medikament
Topa
max
, das auch für die Behandlung von Epilepsien zugelassen ist (vgl.
www.com
pendium.ch
),
umgestellt hat (Urk.
11, 12/3), ist das nur folgerichtig, sagt aber nichts aus über eine
deswegen
weitergehende Einschränkung in der Arbeits
fähig
keit.
4.3.4
Der Beschwerdeführer beruft sich für die Unzumutbarkeit der adaptierten gänz
lichen Arbeitsfähigkeit auch auf Dr.
C._
. Dieser äusserte sich in einem Schreiben vom 23. März 2021 und nach Durchsicht der EFL vom 3. November 2020 dahingehend, dass es ihm unklar sei, weshalb
-
gemäss Aussagen des B
e
schwerdeführers -
diesem
H
eben und Tragen von
L
asten bis zu 15 kg möglich sein sollten, dies
habe er im Bericht so nicht gefunden
und das würde er deshalb monieren
(Urk. 9/220/5). Auch der Beschwerdeführer selber bringt diesen Ein
wand immer wieder in seinen
Rechtss
chriften (Urk. 1 S. 3, Urk. 5).
In der Tat geht dies
aus dem Bericht nicht hervor und es wurde von den Gutachtern auch nicht so
dargestellt
. Aus dem Schreiben von Dr.
C._
ist allerdings zu schliessen, da er sich
ausdrücklich
auf den Bericht
über die
EFL bezieht und
ihn
inhaltlich nicht kritisiert,
dass er das darin festgelegte angepasste Profil
nicht für unzumutbar erachtet; er selber hat die Möglichkeit einer umfassenderen leichten Tätigkeit in Aussicht gestellt,
die
Festlegung doch einer
f
unktionellen Leistungsfähig
keits
prüfung überlassen (Urk. 9/177/108)
, die – wie gezeigt – vorgenommen wurde.
Auch Dr.
Z._
vom RAD schloss sich der Auffassung der Gutachter des
E._
an.
Somit ergeben sich keine
medizinisch belegten
Zweifel an der Schlüssigkeit des Gutachtens.
4.3.5
Damit
bleibt es dabei, dass beim
Beschwerdeführer
seit dem
Vergleichszeitpunkt eine gewisse Verschlechterung in der Diagnostik
eingetreten ist. Diese hat zu einer gewissen Verminderung der körperlichen Belastbarkeit geführt,
so dass das angepasste, ganztägige Tätigkeitsprofil, wie von den Gutachtern dargestellt, nur mehr
körperlich
leichte wechselbelastende Arbeiten
ohne Zwangshaltung der Lendenwirbelsäule und ohne Überkopf-Arbeiten beinhaltet (Urk. 9/207/11
, 9/207/
45
).
Insofern kann
– entgegen der Ansicht der Beschwerdegegnerin (Urk.
9/235, Urk.
2) -
auch von einer gewissen Verschlechterung in den funktio
nellen Auswirkungen ausgegangen werden, wenn auch nur in geringem Ausmass und vor allem nicht
hinsichtlich
der quantitativen Z
umutbarkeit
einer Arbeits
tätigkeit
.
In der ursprünglichen
schweren
Tätigkeit als
Vorarbeiter und Bagger
fahrer ist er seit Jahren gänzlich arbeitsunfähig, daran hat sich nichts geändert.
Auf ergänzende Abklärungen kann in antizipierter Beweiswürdigung vorliegend verzichtet werden
, im Besonderen waren auch die unteren Extremitäten und so auch die Sprunggelenke von Dr.
K._
untersucht und als frei beweglich erkannt worden (Urk. 9/207/36; Urk. 11)
;
darauf kann abgestellt werden.
5.
5.1
Zu prüfen ist nun, ob diese quantitative Verschlechterung
in der angepassten Tätigkeit
zu einer Veränderung im I
nvaliditätsgrad geführt hat.
5.2
5.2.1
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie
nicht in
valid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der Einkommens
vergleich
hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegen
übergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditäts
grad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2, 128 V 29 E. 1).
5.2.
2
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (Art. 28 Abs. 2 IVG).
5.3
5.3.1
Seinem Urteil vom 26. Juni 2019 unterlegte das Gericht für das
hypothetische
Valideneinkommen
das E
inkommen, das der Beschwerdeführer 2011 und damit vor dem Auftreten der ersten gesundheitlichen Beeinträchtigungen
und dem Erhalt der Suva-Unfallrente gemäss I
K-Auszug
er
zielt
hatte
,
und passte dieses
bis ins Jahr 2015
entsprechend der
Nominallohnentwicklung bei Männern
an. Es
resul
tiert
e
daraus ein hypothetisches
Einkommen im Gesundheitsfall von Fr. 83'957.40
für das
damals relevante
Jahr 2015
.
Das Gericht
liess das Ein
kommen aus der Selbständigkeit des Beschwerdeführers
ausser Acht
, weil er diese
Tätigkeit erst nach dem Skiunfall von 2007 aufgenommen hatte (Urk. 9/126 E.
7.2.2
).
Von diesen Grundsätzen ist auch für den vorliegend massgebenden, frühest
mög
lichen Renten
beginn
am 1. April 2020,
sechs Monate nach der Neuanmeldung (
Art. 29 Abs. 1 und 3 IVG), auszugehen
und dabei ist das für 2015 ermittelte Einkommen von Fr. 83'957.40 mittels der Nominallohnentwicklung bei Männern von 2226 Punkten im Jahr 2015 (Bundesamt für Statistik, Schweizerischer Lohn
index, T 39, Entwicklung der Nominallöhne, der Konsum
entenpreise und der R
eallöhne
) per 2020 (2298 Punkte) hochzurechnen, was ein
Valideneinkommen
für
das Jahr
2020 von Fr. 86’673.
--
ergibt.
5.3.2
Für die Bestimmung des Invalideneinkommens können nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für Statistik periodisch herausgege
benen Lohnstrukturerhebungen (LSE) herangezogen werden (BGE 139 V 592 E. 2.3, 135 V 297 E. 5.2, 129 V 472 E. 4.2.1, 126 V 75 E. 3b). Dabei sind grund
sätzlich die im Verfügungszeitpunkt aktuellsten veröffentlichten Tabellen der LSE zu verwenden (BGE 143 V 295 E. 4.1.3; zur Verwendung der aktuellsten statisti
schen Daten bei Rentenrevisionen vgl. BGE 143 V 295 E. 4.2.2, 142 V 178 E. 2.5.8.1, 133 V 545 E. 7.1). Der Griff zur Lohnstatistik ist subsidiär, das heisst deren
Beizug
erfolgt nur, wenn eine Ermittlung des Invalideneinkommens auf
grund und nach Massgabe der konkreten Gegebenheiten des Einzelfalles nicht möglich ist (vgl. BGE 142 V 178 E. 2.5.7, 139 V 592 E. 2.3, 135 V 297 E. 5.2; vgl. auch
Meyer
/
Reichmuth
,
Bundesgesetz über die Invalidenversicherung,
3.
Auflage 2014,
Rz
55 und 89 zu Art. 28a, mit weiteren Hin
weisen auf die Rechtsprechung).
Eine
konkrete
Tätigkeit, die der Beschwerdeführer unter voller Ausnützung seiner zumutbaren Arbeitsfähigkeit
bereits
ausübt, besteht nicht. Es ist somit
aufgrund des ermittelten Tätigkeitsprofils
auf die Tabellenlöhne abzustellen, wie es das Gericht auch in seinem Urteil vom 26. Juni 2019 getan hat.
Auch vorliegend ist das Einkommen
zu ermitteln
, das der Beschwerdeführer für einen branchen
u
nab
hängigen Hilfsarbeiterlohn
er
zielen würde
. Dieses wird
gestützt auf
den Durch
schnittslohn für einfache Tätigkeiten körperlicher und handwerklicher Art gemäss der Lohnstrukturerhebung des Bundesamtes für Statistik (
LSE 2018
, Tabelle T1_tirage_skill-Level, Total, Kompetenzniveau 1
Männer
: Fr. 5'417.--
),
angepasst an die durchschnittliche
Arbeitszeit
über alle Branchen im Jahr 2020
von
41,7
Stunden und
an die
Nominal
lohnentwicklung
zwischen 2018 und 2020
,
berech
net
, was
zu einem Invalideneinkommen
im Jahr
20
20
von Fr.
68’906.--
(Fr. 5'
417
.—
x 12 x
41,7
: 40 : 22
60
x 22
98
) führt.
5.3.3
Wird das Invalideneinkommen auf der Grundlage von statistischen Durch
schnitts
werten ermittelt, ist der entsprechende Ausgangswert (Tabellenlohn) allenfalls zu kürzen. Damit soll der Tatsache Rechnung getragen werden, dass persönliche und berufliche Merkmale, wie Art und Ausmass der Behinderung, Lebensalter, Dienstjahre, Nationalität oder Aufenthaltskategorie und Beschäftigungsgrad Aus
wirkungen auf die Lohnhöhe haben können (BGE 124 V 321 E. 3b/
aa
). Aufgrund dieser Faktoren kann die versicherte Person die verbliebene Arbeitsfähigkeit auch auf einem ausgeglichenen Arbeitsmarkt möglicherweise nur mit unterdurch
schnittlichem erwerblichem Erfolg verwerten. Der Abzug soll aber nicht auto
matisch erfolgen. Er ist unter Würdigung der Umstände im Einzelfall nach pflicht
gemässem Ermessen gesamthaft zu schätzen und darf 25 % nicht übersteigen (vgl. BGE 135 V 297 E. 5.2, 134 V 322 E. 5.2 und 126 V 75 E. 5b/
aa
-cc). Die Rechtsprechung gewährt insbesondere dann einen Abzug auf dem Invalidenein
kommen, wenn eine versicherte Person selbst im Rahmen körperlich leichter Hilfsarbeitertätigkeit in ihrer Leistungsfähigkeit eingeschränkt ist (BGE 126 V 75 E. 5a/
bb
). Zu beachten ist jedoch, dass allfällige bereits in der Beurteilung der
medizinischen Arbeitsfähigkeit enthaltene gesundheitliche Einschränkungen nicht
zusätzlich in die Bemessung des leidensbedingten Abzugs einfliessen und so zu einer doppelten Anrechnung desselben Gesichtspunkts führen dürfen (BGE 146 V 16 E. 4.1 mit Hinweisen).
Der Beschwerdeführer hat die Möglichkeit ganztägig tätig zu sein, allerdings nur noch für leichte wechselbelastende Tätigkeiten und mit zusätzlichen qualitativen Anforderungen an den Arbeitsplatz. Rechtsprechungsgemäss ist der Umstand allein, dass nur noch leichte bis mittelschwere Arbeiten zumutbar sind, auch bei eingeschränkter Leistungsfähigkeit kein Grund für einen zusätzlichen leidens
bedingten Abzug, weil der Tabellenlohn im Kompetenzniveau 1 bereits eine Viel
zahl von leichten und mittelschweren Tätigkeiten umfasst (Urteil des Bundes
ge
richts 9C_507/2020 vom 29. Oktober 2020 E. 3.3.3.2 mit Hinweisen). Allerdings
können
die
zusätzlichen Anforderungen an den Arbeitsplatz und die Tatsache, dass
d
er
Beschwerdeführer
bereits 61 Jahre alt ist, als Umstände angesehen werden, die zu einer Reduktion eines Lohnes im Umfang von bis zu 15 %
führen dürften.
Daraus ergibt sich ein Invalideneinkommen von Fr.
58'570.
--
(Fr. 68’906.--
x 85
%
)
und damit ein rentenausschliessende
r
Invaliditätsgrad von 32
% (Fr.
86'673.-- - Fr. 58'570.-- = Fr. 28'103.
--
x 100 / Fr. 86'673.--).
Die Beschwerde ist daher abzuweisen
, soweit darauf einzutreten ist
.
6.
Das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten über IV-Leistungen vor dem
kan
to
nalen Versicherungsgericht ist kostenpflichtig.
Die Kosten werden nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von 200–10
00 Franken festgelegt (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG). Weil der Beschwerdeführer unterliegt, sind ihm die Kosten von Fr. 700.
--
aufzuerlegen.