# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 022b1309-e4ed-49d8-b526-8fcc548ebaee
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2022
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1967, arbeitete bei der
Y._
GmbH als Gipser in einem 100%-Pensum und war dadurch bei der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt
(Suva) gegen die Folgen von Unfällen versichert, als er am 4. August 2020 einen Arbeitsunfall hatte
. Gemäss Unfallmeldung verpasste
er
beim Hinuntergehen einer
Leiter
einen Tritt
und prallte dabei
mit der linken
Schulter gegen die Wand
(
Urk.
9/1).
Zwei Wochen später
fand die Erstunte
rsu
chung bei der Hausärztin Dr.
med.
Z._
statt
(vgl. Urk. 9/13)
. Gestützt auf bildgebende Befunde wurde ein ausgedehnter transmuraler Riss der Supraspinatussehne sowie eine Partial
ruptur der
Subscapularissehne
und insta
bile lange Bizepssehne mit Partialruptur sowie AC-Gelenksarthrose
diagnos
tiziert
(Urk. 9/6, Urk. 9/7), welche am 21.
Sep
tember 2020 operativ versorgt wurden (Urk. 9/16).
Die Suva erbrachte in der Folge die gesetzlichen Leistungen (Heilbe
handlung, Taggeld; Urk. 9/2).
Gestützt auf die kreisärztliche Beurteilung vom 15. Oktober 2020 (Urk. 9/18)
sowie vom 24. November 2020 (Urk. 9/39)
stellte die Suva die Taggeldleistungen per 25. November 2020 ein (vgl. Schreiben vom 11. November 2020, Urk. 9/28) und verneinte mit Verfügung vom
26. November 2020
einen Anspruch auf
wei
tere Versicherungsleistungen (Taggeld und Heilkosten;
Urk. 9/
41
)
. Dagegen erhob der Versicherte am 11. Januar 2021 (Urk. 9/47)
sowie - unter Beilage einer Stel
lungnahme von Dr. med.
A._
, FMH Chirurgie, spez. Trauma
to
lo
gie, orthopädische Schulterchirurgie - ergänzend am 22. März 2021 (U
rk.
9/52) Ein
sprache.
In der Folge nahm die Suva weitere Abklärungen vor und ersuchte den Kreisarzt um eine orthopädisch-chirurgische Beur
teilung (Urk. 9/57). Gestützt darauf wies die Suva die Einsprache mit Einspracheentscheid vom 31.
August
2021 ab (Urk. 9/60 = Urk. 2).
2.
Hiergegen erhob der Versicherte am 29. September 2021 Beschwerde und be
an
tragte, der Einspracheentscheid vom 31. August 2021 sei aufzuheben und die Be
schwerdegegnerin sei zu verpflichten, die gesetzlichen Versicherungs
leis
tun
gen über den 29. September 2020 hinaus zu erbringen. Eventualiter sei die Ange
legenheit zur Durchführung weiterer medizinischer Abklärungen an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen (Urk. 1).
Die Beschwerdegegnerin schloss mit Beschwerdeantwort vom 24. November 2021 (Urk. 8) unter Hinwies auf die von ihr eingereichten Akten (Urk. 9/1-66) und ins
besondere eine weitere kreisärztliche Beurteilung vom 11. November 2021 (Urk. 10) auf Abweisung der Beschwerde. Mit Verfügung vom 30. November 2021 wurde ein zweiter Schriftenwechsel angeordnet (Urk. 11). Am 20. Januar 2022 reichte der Beschwerdeführer eine Replik ein, wobei er an den bereits gestellten Rechtsbegehren vollumfänglich festhielt (Urk. 12) und eine weitere Stellung
nah
me von Dr.
A._
zu den Akten legte (Urk. 13). Unter Beilage einer weiteren
Stel
lungnahme des Kreisarztes vom 1. Februar
2022 (Urk. 17) reichte die Be
schwer
degegnerin am 15. Februar 2022 eine Duplik ein, in der sie weiterhin an ihrem Einspracheentscheid festhielt und die Abweisung der Beschwerde bean
tragte (Urk.
16), was dem Beschwerdeführer mit Verfügung vom 17. Februar 2022 zur Kennt
nis gebracht wurde (Urk. 18).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Akten wird, soweit erfor
derlich, im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Gemäss Art. 6 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG) werden –
soweit das Gesetz nichts anderes bestimmt – die Versicherungsleistungen bei Berufsunfällen, Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten gewährt (Abs. 1). Die Versicherung erbringt ihre Leistungen auch bei den im Einzelnen in Abs. 2 aufgeführten Körperschädigungen, sofern sie nicht vorwiegend auf Abnützung oder Erkrankung zurückzuführen sind. Ausserdem erbringt die Versicherung ihre Leistungen für Schädigungen, die der verunfallten Person bei der Heilbehandlung zugefügt werden (Abs. 3).
1.2
Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss UVG setzt voraus, dass zwi
schen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Invalidität, Tod) ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht. Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne deren Vorhan
densein der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der gleichen Weise beziehungsweise nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann. Entsprechend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des natürlichen Kausal
zusammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleinige oder un
mittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schädi
gende Ereignis zusammen mit anderen Bedingungen die körperliche oder geis
tige Integrität der versicherten Person beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht weg
gedacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene ge
sundheitliche Störung entfiele (BGE 129 V 177 E. 3.1, 402 E. 4.3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, worüber die Ver
waltung beziehungsweise im Beschwerdefall das Gericht im Rahmen der ihm obliegenden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt für die Begründung eines Leistungs
anspruches nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
1.3
Bei objektiv ausgewiesenen organischen Unfallfolgen deckt sich die adäquate, d.h. rechtserhebliche Kausalität weitgehend mit der natürlichen Kausalität; die Adäquanz hat hier gegenüber dem natürlichen Kausalzusammenhang praktisch keine selbständige Bedeutung (BGE 134 V 109 E. 2.1).
1.4
Ist die Unfallkausalität einmal mit der erforderlichen Wahrscheinlichkeit nachge
wiesen, entfällt die deswegen anerkannte Leistungspflicht des Unfallversicherers erst, wenn der Unfall nicht die natürliche und adäquate Ursache des Gesundheits
schadens darstellt, wenn also Letzterer nur noch und ausschliesslich auf unfall
fremden Ursachen beruht. Dies trifft dann zu, wenn entweder der (krankhafte) Gesundheitszustand, wie er unmittelbar vor dem Unfall bestanden hat (Status quo ante), oder aber derjenige Zustand, wie er sich nach dem schicksalsmässigen Ver
lauf eines krankhaften Vorzustandes auch ohne Unfall früher oder später einge
stellt hätte (Status quo sine), erreicht ist. Ebenso wie der leistungsbegründende natürliche Kausalzusammenhang muss das Dahinfallen jeder kausalen Bedeutung von unfallbedingten Ursachen eines Gesundheitsschadens mit dem im Sozialver
sicherungsrecht allgemein üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrschein
lichkeit nachgewiesen sein. Die blosse Möglichkeit nunmehr gänzlich fehlender ursächlicher Auswirkungen des Unfalls genügt nicht. Da es sich hierbei um eine anspruchsaufhebende Tatsache handelt, liegt die entsprechende Beweis
last
anders als bei der Frage, ob ein leistungsbegründender natürlicher Kausal
zusammenhang gegeben ist
nicht beim Versicherten, sondern beim Unfallver
sicherer. Diese Beweisgrundsätze gelten sowohl im Grundfall als auch bei Rückfällen und Spätfolgen und sind für sämtliche Leistungsarten massgebend (Urteile des Bundesgerichts 8C_600/2021 vom 3. März 2022 E. 3.2 und 8C_669/2019 vom 25. März 2020 E. 2.2, je mit Hinweisen).
Mit dem Erreichen des Status quo sine
vel
ante entfällt eine Teilursächlichkeit für die noch bestehenden Beschwerden. Solange jedoch dieser Zustand noch nicht wieder
erreicht
ist, hat der Unfallversicherer gestützt auf Art. 36 Abs. 1 UVG Leis
tungen zu erbringen (Urteil des Bun
desgerichts 8C_589/2017 vom 21. Februar
2018 E. 3.2.3 mit Hinweisen).
1.5
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schluss
folgerungen der Experten begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a mit Hinweis).
Einem reinen Aktengutachten kommt voller Beweiswert zu, sofern ein lücken
loser Befund vorliegt und es im Wesentlichen nur um die ärztliche Beurteilung eines an sich feststehenden medizinischen Sachverhaltes geht, mithin die direkte ärzt
liche Befassung mit der versicherten Person in den Hintergrund rückt (Urteil des Bundesgerichts 8C_780/2016 vom 24. März 2017 E. 6.1 mit Hinweisen). Akten
gutachten sind insbesondere dann von Belang, wenn die relevanten Befunde mehrfach und ohne wesentlichen Widerspruch bereits erhoben worden sind, aber die Zuordnung zu einer Diagnose oder der Kausalzusammenhang und das Aus
mass der Behinderung verschieden bewertet werden. In diesen Fällen kann in einem Aktengutachten das Für und Wider der verschiedenen Meinungen erwogen und die überwiegenden Wahrscheinlichkeit für eine bestimmte Beurteilung deut
lich gemacht werden (vgl. Urteil des Bun
desgerichts 8C_540/2007 vom 27.
März
2008 E. 3.2).
Nach der Rechtsprechung kommt auch den Berichten und Gutachten versiche
rungsinterner Ärztinnen und Ärzte Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen (BGE 125 V 351 E. 3b/
ee
). Das Anstellungsverhältnis einer versicherungsinternen Fachperson zum Versiche
rungsträger alleine lässt nicht schon auf mangelnde Objektivität und Befan
genheit schliessen (BGE 137 V 210 E. 1.4, 135 V 465 E. 4.4). Soll ein Versiche
rungsfall jedoch ohne Einholung eines externen Gutachtens entschieden werden, so sind an die Beweiswürdigung strenge Anforderungen zu stellen. Bestehen auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der versicherungs
internen ärztlichen Feststellungen, so sind ergänzende Abklärungen vorzu
nehmen (BGE 145 V 97 E. 8.5, 142 V 58 E. 5.1, 139 V 225 E. 5.2, 135 V 465 E. 4.4 und E. 4.7).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete den angefochtenen Entscheid im Wesent
lichen damit,
dass gestützt auf die medizinischen Akten davon auszugehen sei,
dass es beim Unfallereignis vom 4. August 2020 nicht mit dem mindestens erfor
derlichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu einer richtung
gebenden strukturellen Läsion an der linken Schulter gekommen sei. Vielmehr sei es unfallbedingt zu einer vorübergehenden Verschlimmerung der vorbestehenden anlagebedingten
,
degenerativen Problematik an der linken Schulter gekommen, welche als nach sechs bis acht Wochen abgeheilt zu gelten habe. Darüber
hinausgehende Beschwerden seien
degenerativ bedingt
. Somit sei mit der Opera
tion vom 21. September 2020 gemäss ver
siche
rungs
medizinischer Beurteilung ein unfallfremd
er Vorzustand behandelt worden
(Urk. 2 S. 10).
2.2
Demgegenüber machte der Beschwerdeführer zusammengefasst geltend, durch das Unfaller
eignis sei es zu einer richtung
gebenden Verschlimmerung gekom
men. Die Rissläsion sei durch den Unfall vergrössert worden und das Gleich
gewicht habe nicht mehr wiederhergestellt werden können, sodass schliesslich ein opera
tiver Eingriff notwendig wurde. Durch das Vorliegen einer richtunggeben
den Verschlimmerung könne entsprechend kein
status
quo ante
vel
sine mehr erreicht werden. Vorliegend sei eine (Teil-)Kausalität zwischen den geklag
ten Be
schwer
den in der Schulter und dem Unfallereignis zweifelsfrei gegeben, weshalb die Leistungspflicht des Unfallversicherers auch über den 29. Sep
tember 2020 hinaus zu bejahen sei
(Urk. 1)
.
2.3
Streitig und zu prüfen ist, ob der Beschwerdeführer infolge des Unfallereignisses vom 4. August 2020 über den 29. September 2020 hinaus Anspruch auf Leis
tun
gen der Beschwerdegegnerin hat.
3.
3.1
Nach dem Unfall vom 4. August 2020 verspürte der Beschwerdeführer laut eigenen Angaben
sofort einschiessende Schmerzen
in der linken Schulter
, welche in den folgenden 14 Tagen nicht zurückgegangen seien (vgl. Urk. 9/
7
).
Allerdings
arbeitete er zunächst weiter. Am 31. August 2020
suchte er seine Hausärztin Dr.
Z._
auf, die
ihn arbeitsunfähig schrieb (Urk. 9/4)
,
eine Magnetreso
nanz
tomografie (MRI) der linken Schulter veranlasste
(vgl. Urk. 9/6) und ihn in der Folge an Dr. med. univ.
B._
, Facharzt FMH für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungs
apparates, überwies. Dr.
B._
hielt in seinem Arztbericht vom 8. September 2020 folgende Diagnosen fest (Urk. 9/7):
-
Schulterkontusion und Distorsion links während der Arbeit am 4.
August
2020 mit/bei:
-
Ausgedehnter transmuraler Riss der Supraspinatussehne unmittelbar am Ansatz am Footprint mit nur noch im hinteren Drittel inserierenden,
morphologisch aufgetriebenen und signalalterierten Sehnenfasern. Keine Atrophie oder fettige Degeneration des Muskelbauches.
-
Insertionstendinopathie
/Partialruptur der kranialen Abschnitte der
Sub
scapularissehne
im Kontaktbereich zur langen Bizepssehne.
-
Nach ventral in Subluxation stehende lange Bizepssehne mit
Tendino
pathie
/Partialruptur proximal des Eintrittes in den
Sulcus
bicipitalis
.
-
Verdacht auf etwas
retraktile
Kapsulitis.
-
Deutlich aktivierte AC-Gelenksarthrose.
Er führte aus, die globale Schulterbeweglichkeit links sei im Vergleich zur Gegen
seite um einen Drittel reduziert.
Die Aussenrotation sei beidseitig kräftig, die Innenrotation deutlich schmerzhaft bei negativem Lift-off-Test. Der
Jobe
-Test sei positiv ausgefallen, ebenso die
Bizepszeichen
.
Weiter liege ein positiver
Painful
arc
und eine Beeinträchtigung der Elevation über 90° vor. Die ergänzende Unter
suchung habe
ausserdem
einen leichten Hochstand des Humeruskopfes und eine Hypersklerose im Bereich Footprint der Supraspinatussehne ergeben. Bei vor
lie
gender
transmuraler Ruptur
der Supraspinatussehne und
Ausdünnung sowie Partialruptur der
Subscapularisse
hne
, Instabilität der langen Biz
epssehne sowie AC-Gelenksarthrose stellte er die Indi
ka
tion einer operativen Versorgung
.
Am 21.
Sep
tember 2
020 erfolgte der Eingriff mit
Ak
romion
-Aufrichtosteotomie mit Osteosynthese, AC-Gel
enkresektion,
Bur
sek
to
mie
,
Biz
epssehnentenodese
, Rekon
struk
tion mit Doppelungsnaht
Rotatoren
manschette
x2 und
Reinsertion
im Be
reich des Footprint
(vgl. Opera
tions
bericht, Urk. 9/16).
Dr.
B._
berichtete von einem problemlosen postoperativen Ver
lauf. Bereits am zweiten postope
ra
ti
ven Tag habe das Gelenk ohne Probleme mobi
lisiert werden können. Er empfahl
zur Ruhigstellung
das Tragen des Abduk
tions
kissens für sechs Wochen (vgl. Aus
trittsbericht vom 25. September 2020, Urk. 9/17) und attestierte dem Be
schwer
de
führer eine dreimonatige Arbeitsun
fähig
keit als Gipser (Urk. 9/7
; vgl. auch Urk. 9/14-15, Urk. 9/25
).
3.2
Kreisarzt Dr.
C._
, Facharzt für Allgemeinmedizin, verneinte
in seiner Stellungnahme vom 15. Oktober 2020
einen Zusammenhang zwischen dem Unfall vom 4. August 2020 und den objek
ti
vierbaren strukturellen Läsionen. Der Schaden, der operiert
worden sei
, sei nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit auf den Unfall zurückzuführen, da
weder
eine zeitnah
e ärztliche Behandlung
noch eine zeitnah attestierte Arbeitsunfähigkeit ausgewiesen sei. Im Übrigen gebe es keine typischen Verletzungszeichen oder ossäre Begleitverletzungen. Vielmehr gebe es Hinweise auf Degeneration. Die Unfallfolgen würden sechs bis acht Wochen nach dem Ereignis keine Rolle mehr spielen (Urk. 9/18).
3.3
Im Zuge einer Verlaufskontrolle
am 3. November 2020
stellte Dr.
B._
eine fortgeschrittene Konso
li
dierung der
A
k
romion
-Osteotomie in der linken Schulter
fest. Der Beschwerde
führer habe ausserdem über einen guten Verlauf berichtet. Die Schmerzen hätten deutlich abgenommen, sodass er kaum noch Schmerzmittel einnehmen müsse. Zur Steigerung der Beweglichkeit empfahl Dr.
B._
Physiotherapie (Urk. 9/29).
Gegenüber der Beschwerdegegnerin äusserten Dr.
B._
und Dr.
A._
,
Praxisvorgänger von Dr.
B._
und bei der Operation des Beschwerdeführers als
Assistent beteiligt
(Urk. 9/16),
in ihrem Schreiben vom 18. November 2020 (Urk. 9/35)
, die Rehabilitation nach erfolgter
Rotatorenmanschetten
(RM)-Rekonstruktion benötige ein halbes Jahr und mehr. Den Fall per 25. November 2020 abzuschliessen, da ein Zustand «Status quo sine» erreicht worden sei, sei deshalb widersinnig.
3.4
In seiner ärztlichen Beurteilung vom 24. November 2020 (Urk. 9/39) hielt
Kreis
arzt D
r.
C._
an seiner Einschätzung vom 15. Oktober 2020 fest. Er führte aus, der Gesundheitszustand des Beschwerdeführers sei mit überwiegender Wahr
scheinlichkeit schon vor dem Unfallereignis in stummer oder manifester Weise an der linken Schulter beeinträchtigt gewesen. So würden die klinischen und bild
gebenden Befunde sowie auch der durchgeführte operative Eingriff in typi
scher Weise einem Vorgehen bei anlagebedingter
Impingementkonstellation
bei einem prominenten
Akromion
Typ II nach
Bigliani
und einer vorliegenden hypertrophen AC-Gelenksarthrose entsprechen. Hierzu passten auch im Sinne eines chronischen räumlichen Konfliktes und einer krankhaften Abnutzung die
Tendinopathien
der
Rotatorenmanschette
und langen Bizepssehne
,
mit einer zystisch-degenerativen Veränderung im Ansatzbereich der
Infraspinatussehne
sowie insbesondere einer Schädigung und Ablösung der Supr
aspinatu
ssehne mit einer reaktiven Hypersklerose am Footprint sowie ein Hochstand des Humerus
kopfs mit einer degenerativen glenohumeralen Chon
d
ropathie
. Derartige kom
plexe degenerative Veränderungen seien anlagebedingt, nicht wenige Wochen nach einem Anprall oder
einer
Distorsion der linken Schulter unfallursächlich erklär
bar, sondern stellten das Resultat eines langfristigen - Monate bis Jahre dauern
den - biologischen Umbauprozesses dar. Dementsprechend sei die im vor
liegen
den Fall operativ adressierte
subakromiale
Dekompression (mit einer
Bursekto
mie
,
Bizepssehnentenodese
, AC-Gelenksresektion und Aufrichtungs
oste
o
tomie des
Akromions
) als typischer Eingriff zur Beseitigung eines ursäch
lichen krank
heits
bedingten räumlichen Konflikts im Bereich des Schulterdachs, aber nicht als
Traumabehandlung
einzuordnen.
Im Falle einer akuten, richtunggebenden, funk
tionell relevanten traumatischen Schädigung mit einer akuten Zerreissung der Supraspinatussehne wäre eine unmittelbar ans Ereignis auftretende heftigste Schmerzsymptomatik und eine
ebenso akut auftretende funktionelle Bewegungs
beeinträchtigung, z. B. im Sinne einer Pseudoparalyse, zu erwarten gewesen.
Ebenso
wäre eine unmittelbare Arbeitsunfähigkeit und Arbeitsniederlegung der Tätigkeit als Gipser zu erwarten gewesen. Dies sei vorliegend nicht der Fall ge
wesen.
Eine ärztliche Behandlungs
vorstellung erst zwei Wochen nach dem Ereig
nis und mit einer Fortsetzung der körperlich robusten Arbeitstätigkeit wider
spreche einer akuten komplexen trau
matischen Schädigung des Schulter
gelenks. Vielmehr ent
spreche diese einem chronischen, natürlich-progredienten de
gene
ra
tiven Krank
heitsbild.
Weiter kämen unfalltypische ossäre Begleitver
letz
un
gen, wie eine
Bone
bruise
, eine Fraktur oder eine sonstige Weichteilläsion, nicht objek
ti
vierbar zur Darstellung. Schliesslich weise der Beschwerdeführer ein ent
spre
chendes Prädi
lek
tionsalter sowie robuste körperliche Belastungen mit häufigen Über
kopf
arbeiten als Risiko
faktoren für die Entstehung eines Schul
ter
verschleiss
schadens auf. Auch die klinische primäre Symptomatik mit einem
Painful
arc
und einer Elevations-/Abduktionseinschränkung über die Horizontale entspreche hier viel
mehr einem krankhaften, vorbe
stehen
den
Impingement
syn
drom
.
D
ie Unfall
folgen würden bei einer hier vorüber
gehenden, aber nicht objek
ti
vierbar rich
tung
gebenden Ver
schlimmerung des Vor
zustands, mit über
wie
gen
der Wahr
schein
lichkeit in sechs bis acht Wochen nach dem Ereignis keine Rolle mehr spie
len.
3.5
Im Rahmen des
Einspracheverfahrens
reicht der Beschwerdeführer die Stellung
nahme von Dr.
A._
vom 21. Januar 2021 (Urk. 9/52/7
-10)
zu den A
kten. Dieser konstatierte,
sicherlich habe der Beschwerdeführer bereits vorgängig eine RM-Ruptur oder -Läsion (asymptomatisch) gehabt. D
urch den Sturz und den A
nprall sei es
allerdings
zu einer richtung
gebenden Verschlechterung der
Ruptursituation
ge
kommen, sodass sich das vorher ein
gestellte biologische Gleichgewicht nicht mehr habe einstellen können.
Der Sturz von der Leiter mit seitlichem Anprall zur Wand sei
zwar kaum
geeignet die ganz
e
Rup
tursituation
zu erklären
. Durch das Verfehlen des Tritts und des damit verbundenen Sturzes nach unten und seitlicher Anprall mit der Schulter gegen eine Wand, komme es jedoch zu einer starken Zugbelastung an Hand, Arm und Schulter in hochgehaltener Position des Arms, was ein Nachreissen einer vorbestehenden R
issläsion gut erklären könne. Mithin sei es
durch den Unfall vom 4. August 2020
mit grosser Wahrscheinlichkeit
zu einem Nachreissen der Manschette mit Ver
grös
se
rung der Rissläsion gekommen. Die
RM
-R
uptur sei also teilweise Folge des Unfalls und Ursache der akuten Symp
to
matik.
Dr.
A._
hielt fest, dass
auch un
fallfremde Faktoren
bestünden
, die das Beschwerdebild beein
flus
sen.
Nach den MRI-Bildern sei nicht die ganze RM-Ruptur frisch entstanden, sondern es müsse vorgängig ein Trauma stattgefunden
haben. Auch degenerative Veränderungen könnten dazu beitragen, dass die
R
o
ta
torenmanschette
ihre Festigkeit mit den Jahren verliere und sie bereits bei geringerem Trauma vollständig einreisse. Dass die Manschette alleine durch die degenerativen Veränderungen gerissen wäre, sei vorliegend
allerdings
auszu
schliessen, da die MRI-
B
ilder keine wesentliche
n
Aus
dün
nungen der gerissenen Seh
n
e, keine Atrophien und insgesamt nur wenig
e
Hin
weise auf degenerative Ver
änderungen
zeigten
. Eine vorbestehende
Impinge
ment
symptomatik
sei wegen dem tief stehenden
A
k
romion
anzunehmen.
Diese Veränderungen begünstigten die degenerativen Veränderungen der Sehnenmanschette, aber verursachten die Ruptur nicht selber. Weiter erklärte Dr.
A._
, durch die Rissläsion sei es zu einer richtungsgebenden Verschlimmerung gekommen. E
inen Status quo ante oder sine
gebe es
nicht, da durch den Unfall die Indikation zur Operation entstanden sei.
Durch die Operation sei ein neuer Status quo erreicht worden, der normalerweise wieder eine Be
schwer
de
freiheit und Arbeitsfähigkeit zulasse. Dies sei nach einer RM-Rekonstruktion frühestens nach sechs Monaten der Fall.
3.6
Am 13. April 2021 erfolgte die Verlaufskontrolle neun Monate postoperativ (Urk. 9/54). Dr.
B._
berichtete von einem sehr guten Verlauf. Die Schulter
gelenksbeweglichkeit links sei uneingeschränkt und schmerzfrei.
Der Beschwer
deführer arbeite uneingeschränkt zu 100 %.
3.7
Im Rahmen einer weiteren kreisärztlichen Beurteilung nahm Dr. med.
D._
,
Facharzt für
Orthopädische Chirurgie und Traumatologie
des Bewegungs
apparates, am 1. Juni 2021
zu sämtlichen
Vorakten
Stellung (Urk. 9/57).
Dr.
D._
wies vorab darauf hin, dass die Hausärztin Dr.
Z._
in ihrem Bericht den Unfallhergang anders festgehalten habe, als er in der Unfallmeldung und von Dr.
B._
geschildert werde. Laut ihrem Bericht sei der Beschwerdeführer auf einer Leiter ins Ungleichgewicht gekommen und mit der flachen linken ausge
streckten Hand an die Wand «
getätscht
». Mithin sei der genaue Unfallhergang nicht eindeutig geklärt. Bemerkenswert sei jedoch, dass der Beschwerdeführer zunächst in der angestammten Tätigkeit weiter gearbeitet habe und erst am 31.
August
2020 die Hausärztin aufgesucht habe. Nach Auffassung der gängigen versicherungsmedizinischen Literatur sei eine frische Verletzung einer der Sehnen der
Rotatorenmanschette
stark schmerzhaft und veranlasse einen Verunfallten, unverzüglich ärztliche Hilfe aufzusuchen. Zudem sei von einer sofortigen Arbeitsunfähigkeit, insbesondere in körperlichen Berufen, auszugehen. Auch
die von Dr.
B._
geschilderten positiven
Rotatorenman
schetten
tests
liessen auf ein
Impingementsyndrom
schliessen.
Es gebe keine Hinweise dafür, dass der vorbestehende
Supraspinatussehnendefekt
durch das Ereignis richtunggebend verschlimmert worden sei. Vielmehr gebe es
Anhaltspunkte für eine vorbestehende Degeneration durch das Vorliegen von Geröllzysten im An
satzbereich von Supra- und
Infraspinatussehne
, glenohume
rale Knorp
el
schä
digungen, die AC-
G
elenka
rthrose und eine
Auffaserung
der
Bizepssehnenstruktur
im Bereich des
Sulcus
intertubercularis
-Eintritts. Auch spreche die beginnende Sub
luxation der Bizepssehne im Bereich des
Pulley
-Komplexes für verschleiss
be
dingte Schäden
, was
durch die starke berufliche Belastung des Be
schwer
de
führers in seiner Tätigkeit als Gipser zu erklären
sei
.
Dr.
D._
führte weiter aus, drei der fünf Operationsschritte von Dr.
B._
hätten dem anlagebedingten Engpass (
Impingement
) der
Rotatorenmanschette
unter dem zwischen
Akromion
und Humeruskopf sowie der verschleissbedin
gten Arthrose des ACG gegolten (
ACG-Resektion, Aufrichtungs
osteo
tomie des
Akro
mi
ons
,
Bursektomie
)
. Ein vierter Eingriff habe der vor dem
Sulcus
bicipitalis
dege
nerierten langen Bizepssehne gegolten, n
ämlich die Bizepstenotomie und
-
t
enodese
. Für die Degeneration der langen Bizepssehne spreche auch die Ober
randläsion der
Subscapularissehne
, welche Teil des
Pulley
-Systems, also des Rück
halteapparates der Bizepssehne im
Sulcus
bicipitalis
, sei.
Schliesslich äus
ser
te Dr.
D._
, bei Rupturen ab Footprint sei die
Bone
bruise
häufig zu sehen. Auch würde sich der Stumpf der Bizepssehne ödematös verändert zeigen. Vorliegend sei der Zeitraum zwischen dem Ereignis und dem MRI nicht so lange, als dass sich ein solches bereits zurückgebildet haben könnte. Somit sei eine richtung
ge
bende Verschlimmerung eines vorbestehenden Schadens an der Supraspinatus
sehne nicht überwiegend wahrscheinlich.
3.8
Im Rahmen des Beschwerdeverfahrens wurde die Stellungnahme von Dr.
A._
vom 14. September 2021 (Urk. 3/4) zu den Akten gereicht.
Dieser konstatierte, die Anmerkung
der Kreisärzte
, dass eine RM-Ruptur immer eine P
seudoparalyse und
starke Schmerzen
hervorrufe
,
was sofort
einen
Arzt
aufzu
suchen
notwendig
mache, sei
nur insofern vertretbar, wenn es sich um eine frische RM-Ruptur handle. Ein N
achreissen vo
n verbliebenen RM-Fasern, eine sekundäre
plötzliche
Ausdehnung der
Rupturgrösse
, zeige nicht dieselben
Symp
to
me
wie ein Erst-Riss.
Wenn Fasern nachrissen und die Läsion plötzlich ausge
dehnter werde, werde das Nachreissen als intensiver Schmerz, der sich aber nach Stunden wieder etwas beruhige, wahrgenommen. Die kontinuier
liche Zunahme der Schwäche des
A
rmes und das Verbleiben eines Dauer
schmer
zes, vor allem bei gewisser Belastung des Armes, sei aber typisch.
Es sei deshalb nicht
abwegig
, dass der Beschwerdeführer nach Abklingen der akuten Schmer
zen geglaubt habe, mit dem normalen Alltag weiterfahren zu können.
Das Nach
reissen einer bereits bestehenden Rissläsion, sei sie nun traumatisch oder degene
ra
tiv entstanden, sei ein bekannter Mecha
nismus.
Betreffend die Bemerkung des Kreisarztes Dr.
D._
,
wonach
anlässlich des Eingriffs drei der fünf Teilschritte der Operation lediglich den degenerativen Ver
än
de
run
gen galten, äusserte Dr.
A._
, werde eine RM-Ruptur saniert und rekon
struiert, müsse man immer das ganze Schultergelenk wieder in Ordnung bringen, ansons
ten der Patient später nicht beschwerdefrei werden könne.
Hinsichtlich
Bone
bruise
führte Dr.
A._
aus, dabei handle es sich um eine Prellung
des Kno
chengewebes mit Begleitö
dem. Da eine RM-Rissläsion praktisch immer durch Zerrkräfte auf die Sehnenmanschette zustande komme und zudem die Riss
läsio
nen der Fasern meist proximal des
Footprints
lokalisiert seien, seien
Bone
bruises
schwer nachzuvollziehen, es sei denn
,
das Trauma sei mit einer Kontusion des Knochens verbunden. Bei frischen RM-Rupturen erkenne man deswegen auch sehr häufig noch die kurzen Sehnenrissstümpfe am Footprint, wogegen bei fort
geschrittenen Rupturen dieselben fehl
ten, da sie sich zurückgebildet
hätten
oder durch das Schulterdach abgerieben
worden seien
.
Zusammenfassend sei festzuhalten, dass es zu einer richtungsgebenden Ver
schlimmerung der vorbestehenden Läsion durch Nachreissen intakt gebliebener dorsaler Restfasern mit Dekompensation des zuvor asymptomatisch eingestellten Gleichgewichts der
Rotatorenmanschette
gekommen sei. In diesem Kontext sei auch die nachfolgende, erfolgreiche Operation und Nachbehandlung zu werten, die letztlich in der Wiedererlangung der Arbeitsfähigkeit resultiert habe.
3.9
Die Beschwerdegegnerin reichte im vorliegenden Verfahren eine weitere kreis
ärzt
liche Stel
lung
nahme von Dr.
D._
vom 11. November 2021 zu den Akten (Urk. 10).
Dieser konstatierte, für die Beurteilung des Kausalzusammenhangs bei Schulterverletzungen hätten die Abläufe direkt nach dem Ereignis respektive das Verhalten des Versicherten einen hohen Stellenwert. Ein Riss einer
Rotatoren
sehne
, sei es nun partiell oder total, rufe starke Schmerzen hervor. Daher suche der Betroffene unverzüglich oder innerhalb weniger Tage nach dem Ereignis ärzt
liche Hilfe und stelle eine körperliche Arbeit sofort ein. Ausgedehnte Defekte, insbesondere der Supraspinatussehne, würden dazu führen, dass der Betroffene den Arm schmerzbedingt und aufgrund der Insuffizienz des Erfolgsorgans (der Sehne) nicht mehr bis oder über Schulterhöhe heben könne (sogenannte Pseudo
paralyse). Das sei vorliegend nicht geschehen.
Eine Arbeitsunfähigkeit sei erst ab dem 31. August 2020 attestiert worden. Eine Pseudoparalyse des Armes sei nicht dokumentiert, wobei dies bei später nachgewiesener Teilruptur der Supra
spina
tus
sehne auch nicht zu erwarten gewesen wäre. Bezüglich Verlauf der Schmerzen verwies Dr.
D._
auf die Fachliteratur, wonach ein Decrescendo-Verlauf der Schmerzen, also eine Abnahme innerhalb einiger Tage bis Wochen nach dem Ereignis, ein Hinweis auf eine frische R
M-S
chädigung, ein Crescendo-Verlauf,
also die Zunahme der Schmerzen,
hinge
gen
ein Zeichen für eine vorbestehende Schädigung im Sinne einer Degeneration sei. Im vorliegenden Fall müsse eher ein Crescendo-Verlauf angenommen werden, da den Akten zu entnehmen sei, dass der Beschwerdeführer ärztliche Behandlung wegen zuneh
men
der Schmerzen in Anspruch genommen habe.
Am 7. September 2020 habe sich der Beschwerdeführer erstmals in fachorthopä
discher Behandlung bei Dr.
B._
befunden. Diverse Schultertests für ein
Impingementsyndrom
, eine
Bizepsalteration
und eine AC-Gelenksarthrose seien positiv gewesen. Zudem habe Dr.
B._
im Nativröntgenbild einen leichten
Humeruskopfhochstand
, eine Hypersklerose im Bereich des Footprint sowie eine AC-Gelenksarthrose festgestellt.
Es
sei
auch deshalb
überwiegend wahr
scheinlich davon
auszugehen
, dass es bei dem Ereignis nicht zu frischen Teilrupturen der Supraspinatus- und
Subscapularissehne
gekommen sei.
Ebenso würden die Ausdünnung der Supraspinatussehne, die Zusammenhangstrennung direkt am Foot
print sowie die Sklerose am Tuberculum majus auf einen degene
ra
tiven Vor
zu
stand hindeuten. Befunde für eine akute Ruptur von Teilen der Supraspinatus
sehne respektive der
Subsca
pu
larissehne
könnten nicht nachgewiesen werden. Es würden keine verbliebenen Sehnenstummel am Tuberculum majus vorliegen und die Fasern der Supra
spina
tus
sehne würden weder ein
Kinking
noch ein Ödem aufweisen. Ein akutes Nach
reissen von Sehnenfasern sei damit nicht ausgewie
sen.
Im Übrigen gebe es auch im Operationsbericht keine Hinweise auf frisch rup
turierte Sehnenfasern. Im vor
liegenden Fall sei von einer Schädigung des Inter
valls und des
Pulley
-Komplexes durch häufige Mikrotraumatisierung im Rahmen der schweren körperlichen Ar
beit des Beschwerdeführers und bei vorbe
stehendem Defekt der Supraspinatus
sehne auszugehen.
Der vorbestehende Defekt der Supra
s
p
inatussehne habe sich sukzessive und überwiegend unmerklich weiter ausge
dehnt.
Dr.
D._
hielt zu
sam
menfassend fest, insgesamt würden sich Hinweise auf ein vorbestehendes, tätigkeitsbedingtes
Impingementsyndrom
beim Be
schwer
de
füh
rer ergeben. Dies sei der erheblichen hypertrophen ACG-Arthrose sowie dem bereits leichten
Hu
meruskopfhochstand
, welcher den
Subacromial
raum
einenge, geschuldet. Die Schädigung der Supraspinatussehne sowie der oberen
Subsca
pularissehne
seien beim Ereignis allenfalls zutage getreten, seien durch dieses aber nicht richtung
gebend verschlimmert worden. Die chronische Schädigung der
Rotatorenman
schet
te
sei die langfristige Folge eines
Impinge
ments
, welches die Supraspinatus
sehne sukzessive über einen langen Zeitraum geschädigt respektive aufgerieben habe.
Bei dem geltend gemachten Ereignis sei es also allenfalls zu
einer Kontu
sion der Schulter ohne richtung
gebende Verschlimmerung gekom
men. Das Erreichen des Vorzustands sei vier bis sechs Wochen nach dem Ereignis anzunehmen.
3.10
Hierzu nahm Dr.
A._
mit Schreiben vom 5. Januar 2022 Stellung (Urk. 13).
Er
gehe davon aus, dass dur
ch das Ereignis lediglich zusätzliche, wichtige RM-Fasern der Supraspinatus- sowie
Subscapularissehne
nachgerissen seien und danach oder gerade deswegen die glenohumerale Zentrierung nicht mehr habe aufrechterhalten werden können. Somit habe der Humeruskopf erst
zu diesem Zeitpunkt nach oben g
leiten können und deswegen sekundär mehr Schmerzen verursacht. Dass das Ereignis ein vorher eingestelltes Gleichgewicht zum Ent
glei
sen gebracht habe, werde durch die Tatsache unterstrichen, dass der Be
schwer
de
führer nach dem Unfall zunehmende Schmerzen und Funktions
ein
bussen der Schulter beklagt habe. Die Ursache des
Impingementsyndroms
des Beschwerde
führers entspreche derjenigen einer Konfiguration des
Akromions
Bigliani
Typ II. Degenerative Veränderungen im
Subacromialraum
infolge dieser
Akromionkon
figuration
seien beim Beschwerdeführer anzunehmen, ebenso die flach auslau
fende Läsion der Supraspinatussehne.
Entgegen der Behauptung von Dr.
D._
finde sich im Bereich der frisch gerissenen
Subscapularissehne
ein Ödem, das der Radiologe korrekt beschrieben habe. Schliesslich stellte Dr.
A._
fest, 80 % der Operation habe der Manschettenrekonstruktion und
Bizepsrekon
struktion
nach Luxation und nicht dem AC-G
elenk oder dem
Akromion
oder sonstigen degene
rativen Veränderung gegolten. Die Fasern des gerissenen
Sehnenpulleys
und der
Subscapularissehne
hätten intraoperativ nicht chronisch, degenerativ verändert ausgesehen, sondern eher frischeren Datums gerissen. Die Sehne sei in ihrer Kon
sistenz noch sehr elastisch und normal dick, analog dem MRI-Befund, gewesen.
3.11
Im Bericht vom 1. Februar 2022 (Urk. 17) hielt Dr.
D._
in Bezugnahme auf die Stellungnahme von Dr.
A._
vom 5. Januar 2022 fest, dass si
ch der
Unfallhergang tatsächlich nicht gen
au rekonstruieren lasse.
Aufgrund der Angaben in der Scha
denmeldung und im Arztzeugnis UVG sei jedoch davon auszugehen, dass es bei Unfall nicht zu einem Zugtrauma respektive einer Aussenrotations-Abduktions
verletzung (wie klassisch zitiert: Festhalten am Geländer, um einen Treppensturz zu vermeiden) gekommen sei. Somit sei insbesondere die
Subscapularissehne
beim Ereignis nicht überwiegend wahrscheinlich unter Stress geraten, sodass sie hätte einreisen können. Gerade die sukzessive Erweiterung eines degenerativen
Rotatorenmanschettendefekts
sei Ursache für das Eintreten eines
Humeruskopf
hochstands
. Kurzfristig zu einem
Humeruskopfhochstand
könne es nur bei akuter Massenruptur der
Rotatorenmanschette
kommen
, was beim Beschwerdeführer nicht der Fall
gewesen sei
.
Die von Dr.
A._
erwähnte
Ödembildung
sei überwie
gend wahrscheinlich auf die im Zusammenhang mit dem Defekt der
Subscapula
rissehne
stehende
Tendinose
zurückzuführen.
Sodann sei nicht nachzuvollziehen, wie Dr.
A._
anlässlich der Operation aus dem Zustand der Sehnenstrümpfe habe Zeichen für eine frische Ruptur entnehmen können, da auch zeitlich noch weiter zurückliegende Zusammenhangstrennungen sich in gleicher Form darstellten. Es seien keine Zeichen für eine frische Zusammenhangstrennung von Teilen der
Rotatorenmanschette
und dem Bizepssehnen-
Pulley
respektive dem
Rotatorenin
tervall
nachgewiesen.
4.
4.1
Vorweg ist auf die Behauptung des Beschwerdeführers in der Beschwerde einzu
gehen, wonach von
einem Vorliegen einer richtung
gebenden Verschlimmerung auszugehen sei. Dabei stützte er sich auf die Berichte von Dr.
A._
(Urk. 1 S. 5). Dessen Ausführungen sind indessen missverständlich. Trifft ein Unfall auf einen vorgeschädigten Körper und steht
medizinis
cherseits
fest, dass weder der
s
tatus
quo ante noch der
s
tatus
quo sine je wieder erreicht werden können, so handelt es sich n
ach der Rechtsprechung um eine «
r
ichtunggebende Verschlimmerung»
(Urteil des Bundesgerichts vom 8C_781/2017 vom 21. September 2018 E. 5.2). Dr.
A._
begründete die von ihm postulierte richtunggebende Verschlimmerung damit, dass der Unfall vom 4. August 2020 eine Operation notwendig gemacht habe (vgl. E. 3.5). Damit schloss er das Erreichen eines
status
quo ante aus. Gleich
zeitig ging er offensichtlich von einem
status
quo sine aus, da er ausführte, dur
ch die Operation sei ein neuer
s
tatus
quo erreicht worden, der normalerweise wieder eine Beschwerdefreiheit und Arbeitsfähigkeit zulasse. Dies sei nach einer RM-Rekonstruktion frühestens nach sechs Monaten der Fall (vgl. E. 3.5). Wie dem Bericht von Dr.
B._
vom 13. April 2021 zu entnehmen ist, erlangte der Beschwerdeführer in der Folge denn auch wieder eine volle Arbeitsfähigkeit als Gipser (vgl. E. 3.6).
Es stellt sich damit die Frage
nach dem Eintritt
des Status quo sine, deren Beant
wortung davon abhängt, ob der Unfall vom 4. August 2020 bloss zu einer Kon
tusion oder aber zu einer erheblichen traumatischen Verschlimmerung des degenerativen Vorzustands geführt hat.
4.2
Die Beschwerdegegnerin stützte sich im angefochtenen Entscheid im Wesent
li
chen auf
die aktenbasierte Einschätzung der Kreisärzte
Dr.
C._
vom 24. November 2020 (vgl. E. 3.4) und Dr.
D._
vom
31. Mai 2021 (vgl. E. 3.7
).
Im vor
liegenden Verfahren berief sie sich zudem auf die aktenbasierten
Einschätzungen von Dr.
D._
vom
11. November 2021 (vgl. E. 3.9) und 1.
Februar 2022 (vgl. E. 3.11).
Ein medi
zinischer Aktenbericht als
Entscheid
grundlage
ist zulässig, wenn die Akten ein vollstän
diges Bild über Anamnese, Verlauf und gegen
wärti
gen Status ergeben und diese Daten unbestritten sind; der Untersuchungs
befund muss lückenlos vorliegen, damit der Experte imstande ist, sich aufgrund der vor
hande
nen Unterlagen ein vollständiges Bild zu verschaffen (Urteil des Bun
des
ge
richts 8C_833/2009 vom 2
6.
J
anuar 2010 E. 5.1 mit Hin
weisen
; vgl. auch E. 1.5 hiervor
), was vorliegend der
Fall ist. Die medizi
nischen Akten im Dossier der Beschwerde
gegnerin (vgl. E. 3.1 - E. 3.3 + E. 3.5 -E. 3.6), welche den Kreisärzten für ihre Beurteilungen zur Ver
fügung standen (Urk. 9/39 S. 1-4), geben den medizinischen Sachverhalt zu den vom Beschwerdeführer geltend gemachten Schulter
be
schwer
den umfassend wie
der.
Der Umstand, dass die versicherungsinternen Ärzte keine eigene Unter
su
chung durchgeführt haben, vermag den Beweiswert ihrer Beur
tei
lungen nicht zu schmälern, zumal es mit der Frage nach der Unfallkausalität einen fest
stehen
den medizinischen Sachverhalt zu erörtern galt, ohne dass zu
sätzliche Untersu
chun
gen notwendig gewesen wären. Praxisgemäss können unter diesen Voraus
setz
ungen auch reine Akten
gutachten voll beweiswertig sein (vgl. etwa Urteil des Bun
des
gerichts 8C_325/2009 vom 23. September 2009 E. 3.4.1 mit Hinweisen).
4.3
Konkrete Indizien, die gegen die Zuverlässigkeit der kreisärztlichen Beurteilungen sprechen, sind nicht ersichtlich
. Die Vorbringen von Dr.
A._
sind nicht geeignet, auch nur geringe Zweifel an der Einschätzung von Dr.
C._
und Dr.
D._
zu wecken. Zunächst ist festzuhalten, dass Dr.
A._
von einem Unfallhergang ausging, der so in den Akten keine Grundlage findet. Er postulierte,
dass
es beim Verfehlen eines Trittes auf der Leiter und seitlichem Anprall mit der Schulter gegen die Wand zu einer starken Zugb
elastung an Hand, Arm und Schulter in hoch
gehaltener Position des Armes ko
mme, was ein Nachreissen einer vor
beste
henden Rissläsion gut erkläre (vgl. Urk. 9/52/7 f.).
Der genaue Unfallhergang ist unklar. Die Hausärztin des Beschwer
deführers vermerkte, dass der Beschwerde
füh
rer auf einer Leiter das Gleich
gewicht verloren habe und mit der flachen linken ausgestreckten Hand an die Wand geprallt sei. Seitdem habe er Schmerzen nachts und ein bisschen bei Bewegung (Urk. 9/13). Demgegenü
ber ergibt sich aus der Schaden
meldung sowie dem Bericht von Dr.
B._
vom 8. Septembe
r 2020, dass es zu einem Direkt
anprall an der linken S
chulter gekommen ist (vgl. Urk.
9/1 und Urk. 9/7).
So oder anderes ist aufgrund
U
nfallschilderungen
auf ein Auf
pralltrauma zu schliessen. Den Schluss auf eine Zugbelastung der
linken
Schulter, wie dies Dr.
A._
annimmt, lassen sie
nicht zu.
4.4
Als wesentlich sehen die Kreisärzte an, dass der Beschwerdeführer erst
ca. zwei Wochen nach dem Ereignis ärztliche Hilfe aufge
sucht und in seiner ange
stammten Tätigkeit als Gipser bis zum 31. August 2021 weiter gearbeitet habe (E.
3.2, E. 3.4, E. 3.9; vgl. auch Urk. 9/57 S. 2
).
Dazu führte Dr.
D._
gestützt auf di
e Fachliteratur aus, dass ein D
ec
resc
endo-Verlauf der Schmerzen, also eine Abnahme innerhalb weniger Tage bis Wochen nach dem Ereignis, ein Hinweis auf eine frische Schädigung, ein Crescendo-Verlauf, also die Zunahme der Schmerzen, hingegen ein Zeichen für eine vorbestehende Schädigung im Sinne einer Degeneration sei (E. 3.9, Urk. 10). Diese Feststellung erachtete Dr.
A._
als erwähnenswert und stellte ihre Richtigkeit auch nicht grundsätzlich in Abrede.
Hingegen beurteilte er sie vorliegend nicht als valide. Vor dem Unfall habe beim Beschwerdeführer ein labiles Gleichgewicht vorgelegen. Ein solches könne völlig asymptomatisch sein und nur wenig könne zur plötzlichen Entgleisung des Gleichgewichts und zum
Humeruskopfhochstand
führen. Er gehe davon aus, dass durch den Unfall wichtige RM-Fasern nachgerissen seien und danach oder gerade deswegen die glenohumerale Zentrierung nicht mehr habe aufrechterhalten werden können und somit erst jetzt der Humeruskopf habe nach oben gleiten und damit sekundär mehr Schmerzen habe verursachen können
. Weiter führte Dr.
A._
aus, dass bloss ein unfallnahes Röntgenbild
der Schulter vor dem Unfall zu
verlässig zeigen würde, ob vor dem Unfall eine Dislokation des H
umeru
sk
o
pfs bestanden habe (Urk. 13). Der von Dr.
A._
postulierte Mechanismus ist zwar nicht aus
zuschliessen, jedoch lässt sich daraus nichts
Entscheidwesentliches
ableiten
, vermögen doch blosse Möglichkeiten und Hinweise dem im Sozialver
sicherungsrecht massgeblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrschein
lichkeit nicht standzuhalten. Das Gericht folgt vielmehr je
ner Sachverhaltsdar
stellung
,
die
es von allen möglichen Geschehensablaufen als die wahrscheinlichste würdigt (BGE 126 V 353 E. 5b mit Hinweisen; vgl. BGE 130 III 321 E. 3.2 u. 3.3)
. Dr.
D._
hat
nachvollziehbar ausgeführt, dass gerade die sukzessive Erweiterung eines degenerativen
Rotatorenmanschettendefekts
Ursa
che für das Eintreten eines
Humueruskopfhochstands
sei. Kurzfristig zu einem
Humeruskopfhochstand
könne es nur bei akuter Massenruptur der
Rotatorenman
schette
kommen (Urk. 17). Letzteres war soweit unbestritten nicht der Fall.
4.5
Laut Einschätzung von Dr.
D._
lassen die von Dr.
B._
geschilderten
Rotatorenmanschettentests
mit den erhobenen Bewegungsamplituden
auf ein
Impingementsyndrom
schliessen (E. 3.7, Urk. 9/57). Eine vorbestehende
Impinge
mentsymptomatik
wird von Dr.
A._
denn auch nicht verneint.
Vielmehr sei eine solche aufgrund des tief stehenden
Akromion
anzunehmen, was die degenerati
ven Veränderungen der Sehnenma
nschette begünstigt, aber
die Ruptur
selber
nicht
verursacht habe (Urk. E. 3.5, Urk. 9/52/7-10). In diesem Zusammenhang wies Dr.
A._
nochmals wiederum darauf hin, dass eine RM-Rissläsion praktisch immer durch Zerrkräfte auf die Sehnenmanschet
te zustande komme (E. 3.8, Urk.
3/4). Von einem solchen Vorgang kann indessen, wie ausgeführt, nicht aus
ge
gangen we
rden. Als einleuchtend erscheinen
vielmehr die Ausführung
en
von Dr.
D._
,
wonach beim Beschwerdeführer ein vorbestehendes, tätigkeits
be
ding
tes
Impingementsyndrom
bestanden habe
,
dies
bei einer e
rheblichen hyper
trophen ACG-Arthrose sowie einem bereits leichten
Humeruskopfhochstand
, welcher den
Subacromialraum
eingeengt habe. Die Schädigung der Supra
spi
na
tussehne sowie der ober
en
Subscapularissehne
sei
bei dem Ereignis allenfalls zutage getreten, aber durch dieses nicht richtunggebend verschlimmert worden.
Hinweise für frische Teilrupturen der Supraspinatus- und
Subscapularissehne
infolge des Unfallereignisses fehlten
(E. 3.9, Urk. 10). Dr.
A._
stellte sich zwar auf den Stand
punkt, dass die Fasern des gerissenen Sehnen-
Pulleys
und der
Subscapularissehne
sich eher als frischen Datums da
rgestellt hätten (E. 3.10, Urk.
13). Abgesehen davon, dass
Dr.
A._
bei dieser Aussage vage blieb
und
diese bildgebend nicht
belegt ist
, zog Dr.
D._
die Möglichkeit einer solchen Fest
stellung
in einer Konstellation wie der vorliegenden
nachvollziehbar in Zweifel, indem er
unter Bezug
nahme auf die Literatur
darauf hinwies, dass auch weiter zurückliegende Zusam
menhangstrennungen sich in gleicher Form darstellten. Gerade Zusam
men
hangstrennungen des oberen Bereichs der
Subscapularissehne
wiesen auf eine Degeneration hin (E. 3.11, Urk. 17). Es ist mithin der Ansicht zu folgen, dass die
chronische Schädi
gung der
Rotatorenmanschette
langfristige Folge eines
Impin
gements
gewesen
war
, welche die
Supraspinatussehene
suk
zessive über einen langen Zeitraum geschädigt respektive
aufgerieben hatte und es b
eim Unfall vom 4.
August 2020
allenfalls zu einer Kontusion der Schulter ge
kommen
war
, womit das Erreichen des Vorzustands vier bis sechs Wochen nach dem
Ereignis anzu
nehmen ist.
Demnach ist die Beschwerde abzuweisen.