# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** a8ce96e7-0914-5960-9b9a-a111c32fd1d8
**Court:** BE_VB
**Chamber:** BE_VB_001
**Year:** 2005
**Language:** de
**Jurisdiction:** BE / Espace_Mittelland
**Law Area:** Public
**Law Sub-area:** $law_sub_area

## Facts

I. Sachverhalt
1. Die Beschwerdeführenden sind Eigentümer des Landwirtschaftsbetriebs
E._ 1 in Büren an der Aare. Am 7. Mai 1999 stellten sie ein Baugesuch für die
„provisorische Einrichtung eines Campingplatzes für Ferien und Aufenthalt auf dem
Bauernhof während der EXPO 01 inkl. Auf- und Abbau der Ausstellung. Einrichten von
Nassräumen im ehemaligen Schweinestall“, alles auf dem Grundstück Nr. D._,
das in der Landwirtschaftszone liegt. Mit dem Baugesuch stellten sie auch ein
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Ausnahmegesuch nach Art. 24 RPG1 für das zonenfremde Bauen in der
Landwirtschaftszone. Das Amt für Landwirtschaft äusserte sich am 20. Mai 1999 zuhanden
des Regierungsstatthalter von Büren dahingehend, dass das Vorhaben weder als
zonenkonform noch als „innere Betriebsaufstockung“ betrachtet werden könne. Es sei
deshalb „vollumfänglich im Lichte von Art. 24 RPG zu beurteilen“. Der Erteilung einer
befristeten Ausnahmebewilligung stehe aus landwirtschaftlicher Sicht nichts entgegen. Das
Amt für Gemeinden und Raumordnung (AGR) war aber anderer Ansicht: Eine Bewilligung
nach Art. 24 RPG komme nicht in Frage. Die Beschwerdeführenden und die involvierten
Behörden einigten sich danach darauf, eine Überbauungsordnung auszuarbeiten. Weil
diese aber schliesslich von der Gemeinde als wenig aussichtslos beurteilt wurde, schlug
der Gemeinderat von Büren den Beschwerdeführenden mit Brief vom 23. Juli 1999 vor,
das Vorhaben im Sinne eines Versuchs auf einen Zeltplatz mit maximal zehn Plätzen zu
reduzieren, weil dies auch vom Regierungsstatthalter als baubewilligungsfrei betrachtet
werde. Die Beschwerdeführenden hielten aber an ihrem Gesuch fest. Am 17. September
1999 erteilte der Regierungsstatthalter von Büren den Bauabschlag.
2. Am 10. April 2001 stellten die Beschwerdeführenden ein Baugesuch für das
Einrichten eines „Hofbeizlis“ in ehemaligen Schweinestall. Ein Ausnahmegesuch befindet
sich nicht in den von der Gemeinde eingereichten Akten. Mit Gesamtentscheid vom 18. Juli
2001 erteilte der Regierungsstatthalter von Büren den Beschwerdeführenden die Bau- und
Ausnahmebewilligung nach aArt. 24 Abs. 2 RPG für das Einrichten eines „Hofbeizlis“ mit
maximal 30 Sitzplätzen. Am 16. August 2001 erfolgte die Bauabnahme. Dem
Abnahmeprotokoll können keine Hinweise auf irgendwelche unbewilligte Nutzungen
entnommen werden. Es wurde festgestellt, dass das Ausgeführte den bewilligten Plänen
entspreche.
3. Im August 2004 fragte ein Angestellter der Gemeindeverwaltung von Büren per
E-Mail beim AGR an, ob für den in der Zwischenzeit auf dem Hof der
Beschwerdeführenden erstellten Campingplatz eine nachträgliche Bewilligung in Aussicht
gestellt werden könne. Der Sachbearbeiter des AGR verneinte die Frage (mit E-Mail vom
10. August 2004, p. 12 der Vorakten Nr. 38/1999). Mit Brief vom 13. August 2004 teilte die
Gemeinde Büren a.A. den Beschwerdeführenden mit, dass das Erstellen eines
1 Bundesgesetz vom 22. Juni 1979 über die Raumplanung (SR 700)
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Campingplatzes eine Baubewilligung und eine Ausnahmebewilligung nach Art. 24 ff. RPG
erfordere. Sie gab den Beschwerdeführenden Gelegenheit, innert 30 Tagen ein
nachträgliches Baugesuch einzureichen bzw. zum Sachverhalt Stellung zu nehmen. Die
Beschwerdeführenden antworteten, sie hätten gemäss Auskunft von 1999 einzig einen
baubewilligungsfreien Campingplatz mit 10 Plätzen eingerichtet. Auf dem Platz seien nie
mehr als drei bis fünf Zelte und fünf bis sieben Wohnwagen mit Vorzelten aufgestellt. Die
Aufforderung, ein Baugesuch einzureichen, müsse wohl auf einem Missverständnis
beruhen. Eine Besprechung zwischen Gemeinde und Beschwerdeführenden führte zu
keinem Ergebnis. Am 28. Oktober 2004 erliess der Gemeinderat von Büren a.A. gegen die
Beschwerdeführenden eine Wiederherstellungsverfügung. Diese enthielt die Aufforderung,
die Wohnwagen auf Parzelle Nr. D._ bis spätestens Ende September 2005 zu
entfernen, sowie eine Strafandrohung für den Widerhandlungsfall, die Androhung der
Ersatzvornahme und den Hinweis auf die Möglichkeit eines nachträglichen Baugesuchs.
4. Diese Verfügung haben die Beschwerdeführenden mit Beschwerde vom 29.
November 2004 bei der Bau-, Verkehrs- und Energiedirektion des Kantons Bern (BVE)
angefochten. Sie beantragen, die Wiederherstellungsverfügung sei aufzuheben. Zur
Begründung führen sie (zusammengefasst) Folgendes aus: Sie hätten im Sommer 1999
die Auskunft erhalten, dass ein Campingplatz für maximal 10 Plätze baubewilligungsfrei
sei. Deshalb hätten sie 1999 einen Campingplatz mit 10 Plätzen eingerichtet. Das
Baugesuch für das Hofbeizli sei 2001 vorbehaltlos bewilligt worden. Von 1999 bis 2004 sei
der Campingplatz nie beanstandet worden. Die Gemeinde habe vorher zwischen dem Wort
„Zeltplatz“ und dem Wort „Campingplatz“ nie einen Unterschied gemacht (wird ausgeführt).
Dass die Baubewilligungsfreiheit nur für einen (zeitlich beschränkten) „Versuch“ gelten
sollte, treffe nicht zu. Der Campingplatz sei vom Gemeinderat bewilligt worden. Die
Infrastruktur für den Campingplatz - das Hofbeizli - sei 2001 ebenfalls vorbehaltlos bewilligt
worden. Die Investitionen für dieses Beizli seien nicht unerheblich gewesen (Einbau eines
Wasch- und Abwaschraums, von Dusche und Toilette). Die Wiederherstellung könne
deshalb nicht auf Art. 46 BauG abgestützt werden, wie dies die Vorinstanz getan habe. Die
Verfügung sei somit ungenügend begründet. Die Voraussetzungen für den Widerruf der
Bewilligungen seien nicht erfüllt. Der Campingplatz habe mehr als fünf Jahre
unangefochten bestanden, weshalb auch die Regelung von Art. 46 Abs. 3 BauG der
Wiederherstellung entgegenstehe.
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5. Die Gemeinde Büren a.A. beantragt, die Beschwerde sei abzuweisen. Sie weist
darauf hin, dass für einen Campingplatz ein rechtskräftiger Bauabschlag vorliege und dass
immer nur davon die Rede gewesen sei, dass ein versuchsweiser Betrieb eines Zeltplatzes
mit zehn Plätzen baubewilligungsfrei wäre. Von Wohnwagen mit Vorzelten, Gartengrill und
Satellitenschüsseln sei mit Sicherheit nie die Rede gewesen. Gemäss Art. 4 Bst. f BewD
sei das Aufstellen von Zelten für mehr als drei Monate klarerweise baubewilligungspflichtig.
Bei der Bauabnahme für das Hofbeizli seien keine Wohnwagen aufgestellt gewesen. Der
Campingplatz sei mit Sicherheit erst nach dem 16. August 2001 (als diese Bauabnahme
stattfand) eingerichtet worden.
6. Das Rechtsamt, welches die Beschwerdeverfahren für die BVE leitet, hat einen
Fachbericht des Amts für Gemeinden und Raumordnung (AGR) eingeholt und einen
Augenschein mit Instruktionsverhandlung durchgeführt. Danach ist das
Beschwerdeverfahren sistiert worden, weil die Gemeinde bereit war, noch einmal die Frage
einer planerischen Lösung zu prüfen. Am 27. Mai 2005 teilte die Gemeinde Büren a.A. mit,
dass sie auf eine planerische Lösung verzichte. Sie sei aber bereit, die Frist für die
Wiederherstellung des rechtmässigen Zustands bis maximal zum 31. Dezember 2006 zu
verlängern. Nach dieser Mitteilung haben die Beteiligten Gelegenheit zu
Schlussbemerkungen erhalten. Die Beschwerdeführenden haben in ihren
Schlussbemerkungen beantragt, dass im Falle der Bestätigung der
Wiederherstellungsverfügung die Frist zur Wiederherstellung des rechtmässigen Zustands
auf den 31. Dezember 2010 festzulegen sei. Die Gemeinde hat keine
Schlussbemerkungen eingereicht.

## Considerations

II. Erwägungen
1. Prozessvoraussetzungen
Angefochten ist eine Wiederherstellungsverfügung nach Art. 46 BauG. Solche
Verfügungen sind gestützt auf Art. 49 BauG2 mit Verwaltungsbeschwerde bei der BVE
2 Baugesetz vom 9. Juni 1985 (BSG 721)
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anfechtbar. Die Beschwerdeführenden sind als Adressaten der
Wiederherstellungsverfügung zur Beschwerdeführung legitimiert. Auf ihre form- und
fristgerecht eingereichte Beschwerde ist einzutreten.
2. Baubewilligungspflicht
a) Die Beschwerdeführenden haben bei ihrem Bauernbetrieb einen Campingplatz
eingerichtet, auf dem nach ihren eigenen Angaben jeweils drei bis fünf Zelte und fünf bis
sieben Wohnwagen mit Vorzelten abgestellt sind. Anlässlich des Augenscheins mit
Instruktionsverhandlung waren sieben Wohnwagen mit Vorzelten auf dem Grundstück
vorhanden. Die Beschwerdeführenden erklärten aber, dass während des Winters jeweils
zwei weitere Wohnwagen abgestellt würden. Die Fläche des Campingplatzes beträgt cirka
1500 m2.
b) Laut Art. 22 RPG3 dürfen Bauten und Anlagen nur mit behördlicher Bewilligung
errichtet werden. Auch das BauG unterstellt in Art. 1 grundsätzlich „alle Bauten, Anlagen
und Vorkehren, die unter die Bestimmungen der Baugesetzgebung fallen“ der
Baubewilligungspflicht. Das Bundesgericht erklärt seit langem in konstanter
Rechtsprechung als baubewilligungspflichtige Bauten und Anlagen „jedenfalls jene
künstlich geschaffenen und auf Dauer angelegten Einrichtungen, die in bestimmter fester
Beziehung zum Erdboden stehen und die Nutzungsordnung zu beeinflussen vermögen,
weil sie entweder den Raum äusserlich erheblich verändern, die Erschliessung belasten
oder die Umwelt beeinträchtigen. Dazu gehören auch Fahrnisbauten, welche über nicht
unerhebliche Zeiträume ortsfest verwendet werden.“4 Der kantonale Gesetzgeber hat
versucht, diese Praxis in Art. 4 BewD in eine - beispielhafte - Aufzählung der
baubewilligungspflichtigen Tatbestände umzusetzen. Laut Art. 4 Abs. 1 Bst. e BewD5
unterstehen Campingplätze - unabhängig von ihrer Grösse - der Baubewilligungspflicht.
Auch das Aufstellen von mobilen Wohnheimen, Wohnwagen, Zelten und dergleichen
ausserhalb eines bewilligten Campingplatzes für die Dauer von mehr als drei Monaten im
Kalenderjahr am gleichen Ort, ist baubewilligungspflichtig (Art. 4 Abs. 1 Bst. f BewD).
Einzig das Aufstellen von einzelnen Fahrnisbauten ist - bis zu einer Dauer von drei
3 Bundesgesetz vom 22. Juni 1979 über die Raumplanung (SR 700) 4 BGE 119 Ib S. 226, 118 Ib, S. 9f. und 51f., 113 Ib S. 315 5 Dekret über das Baubewilligungsverfahren vom 22. März 1994 (BSG 725.1)
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Monaten - baubewilligungsfrei (Art. 5 Abs. 1 Bst. i BewD sowie Art. 4 Abs. 1 Bst. f BewD e
contrario). Der von den Beschwerdeführenden erstellte Campingplatz, der seit mehreren
Jahren immer wieder zum Campieren benützt wird und auf dem mehrere Wohnwagen rund
ums Jahr abgestellt sind, untersteht somit zweifelsfrei der Baubewilligungspflicht. Dabei
spielt es keine Rolle, ob Wohnwagen oder Zelte aufgestellt werden. Die
Baubewilligungspflicht wäre auch für einen Zeltplatz von dieser Grösse klar zu bejahen.
3. Vertrauensschutz
a) Die Beschwerdeführenden berufen sich darauf, der Gemeinderat von Büren a.A.
habe ihnen schriftlich zugesichert, dass ein Campingplatz mit 10 Plätzen nach der
Beurteilung des Regierungsstatthalters baubewilligungsfrei sei. In den Akten befindet sich
tatsächlich ein Brief des Gemeinderates von Büren vom 23. Juli 1999 an den
Projektverfasser des ursprünglichen Projekts, der die Aussage enthält, ein „Zeltplatz mit
max. 10 Plätzen“ sei baubewilligungsfrei. Ob sich der Regierungsstatthalter von Büren
tatsächlich je entsprechend geäussert hat, kann den Akten hingegen nicht entnommen
werden und konnte auch am Augenschein mit Instruktionsverhandlung nicht geklärt
werden.
b) Das in Art. 9 BV verankerte Recht auf Vertrauensschutz kann bewirken, dass die
Zusicherung einer Behörde eine vom materiellen Recht abweichende Behandlung des
Rechtssuchenden gebietet (BGE 127 I 31 E. 3a). Voraussetzung dafür ist, (1) dass die
Behörde in einer konkreten Situation mit Bezug auf bestimmte Personen gehandelt hat, (2)
sie für die Erteilung der betreffenden Auskunft zuständig war oder der Bürger sie aus
zureichenden Gründen als zuständig betrachten konnte, (3) der Bürger die Unrichtigkeit
der Auskunft nicht ohne weiteres erkennen konnte, (4) er im Vertrauen auf die Richtigkeit
der Auskunft Dispositionen getroffen hat, die nicht ohne Nachteil rückgängig gemacht
werden können und (5) die gesetzliche Ordnung seit der Auskunftserteilung keine
Änderung erfahren hat (BGE 121 II 473 E. 2c mit Hinweisen).
c) Es kann vorliegend offen bleiben, ob die betroffenen Regierungsstatthalterämter,
kurz vor und während der Expo 2001 die Baubewilligungspflicht von Bauten, die im
weitesten Sinn der Expo dienen sollten, weniger streng gehandhabt haben. Falls der
Regierungsstatthalter von Büren a.A. der Gemeinde und den Beschwerdeführenden
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Auskünfte erteilt haben sollte, die der Regelung des BewD widersprechen - was nicht
eindeutig bewiesen ist - so konnten sich diese Auskünfte jedenfalls im vorliegenden Fall
nur auf die Zeit während der Expo beziehen, weil sich ja auch die damalige Anfrage der
Beschwerdeführenden nur auf die Expo bezog: Im Baugesuch vom 7. Mai 1999 haben die
Beschwerdeführenden ausdrücklich um die Bewilligung für die „Provisorische Einrichtung
eines Campingplatzes für Ferien und Aufenthalt auf dem Bauernhof während der Expo 01
inkl. Auf- und Abbau der Ausstellung“ ersucht. Die von den Beschwerdeführenden
angeführte Auskunft der Gemeinde vom 23. Juli 1999 bezog sich auf dieses Baugesuch.
Dass auch nach Ablauf der Expo noch entsprechende Auskünfte von der Gemeinde oder
vom Regierungsstatthalter erteilt worden wären, machen die Beschwerdeführenden nicht
geltend. Aus dem erwähnten Brief der Gemeinde können somit die Beschwerdeführenden
nicht ableiten, dass der Campingplatz auch nach Ablauf der Expo ohne Baubewilligung
weitergeführt werden kann.
d) Weiter machen die Beschwerdeführenden geltend, die Baubewilligung für das
Hofbeizli sei im Juli 2001 vom Regierungsstatthalter vorbehaltlos erteilt worden. Auch
daraus können sie aber nichts zu ihren Gunsten ableiten. Die Baubewilligung für das
Hofbeizli stellt keine Zusicherung dafür dar, dass der Campingplatz nicht
baubewilligungspflichtig sei. Weder das von den Beschwerdeführenden eingereichte
Baugesuch noch die erteilte Baubewilligung für das Hofbeizli enthalten einen Hinweis auf
den Campingplatz. Einzig im Gastgewerbegesuch und im Gewässerschutzgesuch haben
die Beschwerdeführenden auf den Campingplatz hingewiesen. Im Gastgewerbegesuch
haben sie unter der Rubrik „Beherbergungsangebot“ handschriftlich eingetragen: „Camping
Schlafen im Stroh“. Im Gewässerschutzgesuch haben sie unter „Zusatzfragen“ in der
Rubrik „Campingplätze“ eine Fläche von 15 m2 deklariert und die Anzahl der
Übernachtungen pro Jahr mit 12 angegeben. Bei „max. Übernachtungen pro Tag“ haben
sie nichts ausgefüllt. Diese Angaben im Gewässerschutzgesuch entsprechen nicht den
Tatsachen. Würden sie zutreffen, könnte über die Bewilligungspflicht wohl tatsächlich
diskutiert werden, weil es sich dann tatsächlich um eine sehr kleine, unbedeutende Anlage
handeln würde, die die Nutzungsordnung kaum zu beeinflussen vermöchte. Der
Campingplatz weist aber eine Fläche von 15 Aren (= 1500 m2) auf, und die Anzahl
Übernachtungen pro Jahr beträgt angesichts der Tatsache, dass normalerweise etwa
sieben, im Winterhalbjahr aber sogar bis zu 10 Wohnwagen abgestellt sind, mit Sicherheit
ein Mehrfaches von 12 pro Jahr. Angesichts dieser eigenen falschen Angaben können die
Beschwerdeführenden sich heute nicht darauf berufen, der Regierungsstatthalter habe
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dadurch, dass er in der Baubewilligung nichts dazu sagte, den Campingplatz von der
hundertfachen Grösse (in Vergleich zum damals deklarierten Platz) als bewilligungsfrei
akzeptiert.
e) Zusammenfassend kann gesagt werden, dass der von den Beschwerdeführenden
betriebene Campingplatz für 10 Wohnwagen der Baubewilligungspflicht unterliegt und dass
auch keine gegenteilige Zusicherung vorliegt, auf die sich die Beschwerdeführenden mit
Erfolg berufen könnten.
4. Vorliegen einer Baubewilligung?
a) Die Beschwerdeführenden berufen sich weiter darauf, der Gemeinderat von Büren
a.A. habe mit seinem bereits erwähnten Schreiben vom 23. Juli 1999 die Bewilligung für
die Errichtung eines Campingplatzes mit zehn Plätzen erteilt. In diesem Brief, in dem den
Beschwerdeführenden (bzw. ihrem Projektverfasser) in erster Linie mitgeteilt wurde, dass
eine Zonenplanänderung für den Campingplatz wohl kaum in Frage komme, heisst es
abschliessend wörtlich: „Der Betrieb eines Zeltplatzes mit max. 10 Plätzen ist gemäss Beurteilung des
Regierungsstatthalters von Büren baubewilligungsfrei. Somit könnten Sie im Sinne
eines Versuchs Ihre Idee unter Beachtung der üblichen lebensmittel- und
gewerbepolizeilichen Vorschriften trotzdem verwirklichen und mit einem Zeltplatz von
bis zu 10 Plätzen starten. Sollte der Bedarf für eine Erweiterung auf mehr als 10 Plätze
ausgewiesen sein, könnte nochmals ein entsprechendes Gesuch eingereicht werden.“
Mit diesem Schreiben vom 23. Juli 1999 wird entgegen der Meinung der
Beschwerdeführenden nicht einmal andeutungsweise eine Baubewilligung erteilt. Es
enthält einzig die - nach dem oben Gesagten falsche - Auskunft, dass ein Versuch mit
einem Zeltplatz mit zehn Plätzen baubewilligungsfrei sei.
b) Die Beschwerdeführenden bringen weiter vor, mit dem Hofbeizli sei auch der
Campingplatz bewilligt worden, weil ja das Hofbeizli als Infrastruktur für den Campingplatz
diene. Aufgrund des Gastgewerbegesuchs für das Hofbeizli, in dem auf „Camping“ und
„Schlafen im Stroh“ hingewiesen wird, wäre ein Nachfragen seitens der Gemeinde oder
des Regierungsstatthalters sicherlich angezeigt gewesen. Dass die Gemeinde und der
Regierungsstatthalter nicht nachgefragt haben, weil sie den Hinweis möglicherweise
übersehen haben, bedeutet aber nicht, dass mit der Bewilligung des Hofbeizlis auch der
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Campingplatz bewilligt worden wäre. Was Gegenstand eines Baubewilligungsverfahrens
bildet, ist im Baugesuch und in den Projektplänen zu bezeichnen. Weder im
Baugesuchsformular (Formular 1.0 und 1.0.1) noch in den Projektplänen für das Hofbeizli
wurde der Campingplatz als Gegenstand des Baugesuchs deklariert. Der Campingplatz ist
somit auch mit der Baubewilligung für das Hofbeizli nicht mit bewilligt worden.
c) Die Beschwerdeführenden bringen auch vor, 1999 hätten sie - im Hinblick auf den
Campingplatz - ein Baugesuch für eine Jauchegrube von 280 m3 eingereicht. Für den
bestehenden Hof und den damals ebenfalls geplanten Zimmeranbau wäre nur ein Volumen
von zusätzlich 120 m3 erforderlich gewesen.
Das Baugesuch vom 17. März 1999 für das Aufstellen der Jauchegrube mit 280 m3 Inhalt
enthält nicht den geringsten Hinweis auf den Campingplatz. Die Bewilligung für die
Jauchegrube stellt damit ebenfalls keine Bewilligung für den Campingplatz dar.
d) Als Zwischenergebnis ist festzuhalten, dass der Campingplatz der
Baubewilligungspflicht unterliegt, dass aber keine Baubewilligung dafür vorliegt.
5. Wiederherstellung des rechtmässigen Zustands
a) Laut Art. 46 Abs. 1 und 2 BauG verfügt die Baupolizeibehörde die Wiederherstellung
des rechtmässigen Zustands innert angemessener Frist, wenn ein
baubewilligungspflichtiges Bauvorhaben ohne Baubewilligung oder in Überschreitung einer
Baubewilligung ausgeführt worden ist. Die Baupolizeibehörde hat dabei die Grundsätze der
Verhältnismässigkeit und des Vertrauensschutzes zu berücksichtigen (Art. 47 Abs. 2
BewD).
b) Dass der Campingplatz baubewilligungspflichtig ist und dass keine Baubewilligung
vorliegt, wurde soeben dargelegt. Die formelle Rechtswidrigkeit des Campingplatzes ist
damit gegeben. Eine rein formelle Rechtswidrigkeit rechtfertigt indessen noch keine
Wiederherstellung des rechtmässigen Zustands. Wäre der Campingplatz in materieller
Hinsicht bewilligungsfähig, so wäre es unverhältnismässig, allein aus formellen Gründen
die Wiederherstellung des ursprünglichen Zustands zu verlangen. Die
Beschwerdeführenden haben allerdings kein nachträgliches Baugesuch eingereicht,
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obwohl sie in der Wiederherstellungsverfügung auf diese Möglichkeit aufmerksam gemacht
worden sind (vgl. Ziff. 3 der Wiederherstellungsverfügung). Es kann daher nur summarisch
geprüft werden, ob der Campingplatz allenfalls bewilligungsfähig wäre.
c) Der Standort des Campingplatzes liegt in der Landwirtschaftszone. Der Betrieb eines
Campingplatzes ist dort nicht zonenkonform, weil ein Campingplatz weder der
landwirtschaftlichen Bewirtschaftung des Bodens dient noch zur Erfüllung der
verschiedenen Aufgaben der Landwirtschaft benötigt wird (vgl. Art. 16 RPG). Der
Campingplatz erfordert auch nicht einen Standort ausserhalb der Bauzone, er ist somit
auch nicht standortgebunden im Sinne von Art. 24 RPG. Die Art. 24a bis 24d RPG können
ebenfalls nicht angewendet werden, weil keine bestehende Baute geändert werden soll,
sondern eine neue Anlage erstellt worden ist. Weiter liegt der Standort des Campingplatzes
auch in einem Landschaftsschutzgebiet. Es ist fraglich, ob die Beeinträchtigung der
Landschaft durch die Anpflanzung einer Hecke behoben werden könnte. Insgesamt zeigt
die summarische Prüfung, dass der Campingplatz materiell rechtswidrig und damit nicht
bewilligungsfähig ist.
d) Die Aufhebung des ganzen Campingplatzes ist zur Erreichung eines materiell
rechtmässigen Zustandes sowohl erforderlich als auch geeignet. Sie ist auch zumutbar, ist
sie doch mit nur sehr geringem finanziellen bzw. personellen Aufwand verbunden: Sobald
die Besitzer ihre Wohnwagen abtransportiert haben, müssen die Beschwerdeführenden
einzig noch den Grillplatz, evtl. Zäune (soweit sie nicht von den Wohnwagenbesitzern
mitgenommen werden) und die Holzschnitzel am Boden entfernen. Danach kann der
ursprünglich Zustand des Bodens durch Umpflügen und Ansäen wieder hergestellt werden.
Diese Arbeiten sind weder besonders aufwändig noch gehen dadurch grosse Investitionen
verloren. Im Hofbeizli werden nach den am Augenschein mit Instruktionsverhandlung
gemachten Aussagen der Beschwerdeführenden sowieso in erster Linie Passanten
bedient, währenddem die Campingplatzbenützer ihr Essen eher selber zubereiteten. Auch
hier ist somit nicht mit einer grossen Umsatzeinbusse zu rechnen. Die Jauchegrube muss
nicht verkleinert werden, ebenso wenig müssen die beim Hofbeizli erstellten sanitären
Anlagen abgebrochen werden. Dass die Jauchegrube im Hinblick auf den Campingplatz
grösser erstellt worden ist, als für den Landwirtschaftsbetrieb selbst erforderlich, und dass
auch eine Dusche eingerichtet wurde, die für das Hofbeizli nicht nötig gewesen wäre, ist
nicht relevant. Die Erstellung der zu grossen Jauchegrube und der Dusche haben die
Beschwerdeführenden auf eigenes Risiko vorgenommen. Im Übrigen könnte
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möglicherweise ein Baugesuch für Schlafen im Stroh, falls die Beschwerdeführenden die
Voraussetzungen von Art. 24b RPG nachweisen können, bewilligt werden. Dann wären
diese Investitionen nicht umsonst gewesen. Zusammenfassend kann festgehalten werden,
dass die Verhältnismässigkeit der Wiederherstellung des rechtmässigen Zustands, d.h. der
vollständigen Wegräumung aller Wohnwagen, Zelte und Nebenanlagen dazu und der
Wiederurbarmachung des Bodens, zu bejahen ist.
e) Die Beschwerdeführenden berufen sich weiter darauf, die Fünfjahresfrist von Art. 46
Abs. 2 BauG, innert welcher die Wiederherstellung des rechtmässigen Zustands verlangt
werden könne, sei bereits abgelaufen gewesen, als die Gemeinde die Wiederherstellung
des rechtmässigen Zustands verfügt habe. Die Gemeinde macht demgegenüber geltend,
die Wohnwagen seien 2001, bei der Bauabnahme für das Hofbeizli noch nicht dort
gestanden. Die Frage, wie lange der Campingplatz schon betrieben wird, kann indessen
offen bleiben. Die kantonale Regelung betreffend Fristablauf kommt in der
Landwirtschaftszone, wo Bundesrecht anzuwenden ist, ohnehin nicht zur Anwendung. Das
RPG kennt keine Art. 46 Abs. 2 BauG entsprechende Regelung.
f) Nachdem unter Erw. 3 Ausgeführten steht auch der Vertrauensschutz einer
Wiederherstellung des rechtmässigen Zustands nicht entgegen.
6. Wiederherstellungsfrist
a) Die Gemeinde führt in ihren Schlussbemerkungen aus, sie sei damit einverstanden,
dass den Beschwerdeführenden eine grosszügige Wiederherstellungsfrist bis Ende 2006
gewährt werde. Die Beschwerdeführenden selbst beantragen, dass die Frist, falls die
Wiederherstellung des rechtmässigen Zustandes von der BVE bestätigt werde, bis Ende
2010 erstreckt werde.
b) Angesichts der Geringfügigkeit der erforderlichen Wiederherstellungsmassnahmen
und der betroffenen öffentlichen Interessen (zonenwidrige Anlage in Landwirtschaftszone,
Beeinträchtigung des Landschaftsschutzgebiets) erscheint eine Verlängerung der
Wiederherstellungsfrist bis Ende 2006 als zu grosszügig. Die BVE erachtet eine
Verlängerung der Wiederherstellungsfrist bis Ende 2005 als angemessen, wobei die
Wiederurbarmachung des Bodens dann im Frühling 2006, sobald es die Witterung zulässt,
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zu erfolgen hat.
7. Kosten
Die Beschwerdeführenden unterliegen somit mit ihren Anträgen vollkommen. Sie haben
demzufolge gestützt auf Art. 108 Abs. 1 VRPG die Verfahrenskosten zu tragen. Diese
werden auf eine Pauschalgebühr von Fr. 1'200.-- festgelegt. Darin ist der Fachbericht des
AGR angemessen berücksichtigt. Dazu kommen die Kosten des Augenschein mit
Instruktionsverhandlung von Fr. 200.--. Das Total beträgt somit Fr. 1'400.--. Parteikosten
sind keine zu sprechen.