# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 00df5b09-65d1-4571-be55-2bbf074af5fa
**Court:** GR_KG
**Chamber:** GR_KG_006
**Year:** 2013
**Language:** de
**Jurisdiction:** GR / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

hat sich ergeben:
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I. Sachverhalt
A. Y., geboren am 30. März 1983, iranische Staatsbürgerin, und X., geboren am 9. Februar 1972, schweizerisch-iranischer Doppelbürger, heirateten am 15. Januar 2006 in Teheran (Iran). Im Oktober 2006 zog die Ehefrau zu ihrem Ehemann nach Chur. X. arbeitete während der Ehe und arbeitet auch heute noch bei der G. als Informatiker. Y. war Hausfrau. Die Ehe der Parteien blieb kinderlos.
B. Nach einem gemeinsamen Ferienaufenthalt im Mai 2011 blieb die Ehefrau alleine im Iran zurück, während der Ehemann wieder nach Chur reiste. Die Gründe hierfür werden von den Parteien unterschiedlich geschildert. Im Oktober 2011 kehrte die Ehefrau nach Chur zurück, wo sie anfänglich von der Stadt Chur unterstützt wurde. Seit Mitte Mai 2012 arbeitet Y. bei F., wobei sie im Stundenlohn entlöhnt wird und gemäss Arbeitsvertrag keinen Anspruch auf ein bestimmtes Arbeitspensum hat.
C. Am 12. Dezember 2011 reichte Y. beim Bezirksgericht Plessur ein Gesuch um Erlass von Eheschutzmassnahmen nach Art. 172 ff. ZGB mit folgenden Rechtsbegehren ein:
„1. Es sei gerichtlich Vormerk zu nehmen, dass die Parteien seit Mai 2011 getrennt leben.
2. Der Gesuchgegner sei zu verpflichten, der Gesuchstellerin an ihren Unterhalt rückwirkend seit dem 12. Oktober 2011 und für die künftige Dauer der ehelichen Trennung monatliche, jeweils im Voraus zahlbare Unterhaltsbeiträge von CHF 3‘500.00, zu leisten.
3. Es sei die Benützung des Hausrates zu regeln und der Gesuchgegner zu verpflichten, der Gesuchstellerin ihre Gegenstände herauszugeben.
4. Es sei die Gütertrennung anzuordnen.
5. Der Gesuchgegner sei zu verpflichten, der Gesuchstellerin an ihre Krankenkassenprämien vom 1. Mai 2011 bis 31. Dezember 2011, CHF 2‘738.80, zu leisten.
6. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten des Gesuchgegners.“
D. In seiner Stellungnahme vom 20. Januar 2012 liess X. die Abweisung des Gesuchs beantragen, soweit darauf einzutreten sei. Zusätzlich beantragte er die Sistierung des Verfahrens bis zum Entscheid über die von der Ehefrau im Iran anhängig gemachte Klage auf Aushändigung von 110 Ein-Bahare- (sogenannte Morgengabe), welche einer Scheidungsklage gleichkomme.
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E. Mit Schreiben vom 6. März 2012 ersuchten die beiden Parteien um Sistierung des Verfahrens um sechs Monate, woraufhin das Bezirksgericht Plessur dieses bis am 30. September 2012 sistierte.
F. Am 24. August 2012 reichte Y. sodann eine Scheidungsklage beim Bezirksgericht Plessur ein und beantragte parallel dazu am 27. August 2012, das bis zum 30. September 2012 sistierte Eheschutzverfahren als Verfahren betreffend vorsorgliche Massnahmen weiterzuführen. Aufgrund der eingereichten Scheidungsklage lud das Bezirksgericht Plessur die Parteien gestützt auf Art. 291 Abs. 1 ZPO zu einer Einigungsverhandlung auf den 10. Oktober 2012 ein.
G. Mit Schreiben vom 4. Oktober 2012 teilte der Rechtsvertreter von X. mit, dass seit dem 8. August 2012 im Iran ein vom Ehemann instanziertes Ehescheidungsverfahren anhängig sei, weshalb die Zuständigkeit der schweizerischen Gerichte sowohl für Eheschutzmassnahmen als auch für eine Scheidungsklage entfalle. Mit Eingabe vom 8. Oktober 2012 bestritt der Rechtsvertreter der Ehefrau die Beweiskraft des zum Nachweis der Rechtshängigkeit der Scheidungsklage im Iran eingelegten Dokuments und ersuchte unter Hinweis auf Art. 10 IPRG, welcher unabhängig von der Zuständigkeit für die Ehescheidung jedenfalls die Zuständigkeit des schweizerischen Massnahmegerichts begründe, um Durchführung der Verhandlung betreffend vorsorgliche Massnahmen.
H. Anlässlich der am 10. Oktober 2012 vor Bezirksgericht Plessur durchgeführten getrennten und gemeinsamen Anhörung kam es zu keinen eigentlichen Einigungsverhandlungen, da - wie dies das Bezirksgericht Plessur im Protokoll festhielt - noch Abklärungen bezüglich Rechtshängigkeit der Scheidungsklage zu machen seien. Aus diesem Grund kam es lediglich zu einer Befragung beider Parteien und zu einem Entscheid bezüglich vorsorglicher Massnahmen. Im Hinblick auf diesen Entscheid reichte Y. ein neues Rechtsbegehren ein, mit welchem sie ihre Anträge gemäss Eheschutzgesuch vom 12. Dezember 2011 erneuerte, unter Ziffer 2 jedoch neu was folgt beantragte:
„2.a)Der Gesuchgegner sei zu verpflichten, der Gesuchstellerin an ihren Unterhalt rückwirkend seit dem 12. Oktober 2011 bis zum April 2012 monatliche Unterhaltsbeiträge von CHF 3‘500.00 zu leisten.
b) Der Gesuchgegner sei zu verpflichten, der Gesuchstellerin an ihren Unterhalt vom 1. Mai 2012 an für die Dauer des Ehescheidungsverfahrens monatliche, im Voraus zahlbare Unterhaltsbeiträge von CHF 2‘700.00 zu leisten, unter Abzug der bisher geleisteten Zahlungen von total CHF 5‘000.00.“
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X. äusserte sich zu den Rechtsbegehren dahingehend, dass er Y. keinen Unterhalt schulde, da es sich um keine lebensprägende Ehe handle, er ihr bereits mehrmals Geld gegeben habe und sie zudem noch jung, gesund und kinderlos sei, womit sie ohne weiteres selber für ihren Unterhalt aufkommen könne.
I. Mit Entscheid vom 10. Oktober 2012, mitgeteilt am 30. Oktober 2012, erkannte der Einzelrichter in Zivilsachen am Bezirksgericht Plessur wie folgt:
„1. Y. und X. sind berechtigt ab dem 24. August 2012 getrennt zu leben.
2. Das Eheschutzverfahren (Proz. Nr. 135-2011-768) wird abgeschrieben.
3. X. wird verpflichtet, an den Unterhalt von Y. für die Dauer des Scheidungsverfahrens rückwirkend ab 24. August 2012 im Voraus monatlich CHF 2‘700.00 zu bezahlen.
4. Die Gütertrennung wird rückwirkend auf den 27. August 2012 angeordnet.
5. X. wird verpflichtet, Y. die Krankenkassenprämien vom Mai 2011 bis 31. Dezember 2011, in der Höhe von CHF 2‘738.80 zu bezahlen.
6.a) Die Gerichtskosten in der Höhe von CHF 1‘200.00 gehen zu 2/3 (CHF 800.00) zu Lasten von X. und zu 1/3 (CHF 400.00) zu Lasten von Y..
b) Die zu Lasten von X. gehenden Gerichtskosten in der Höhe von CHF 800.00 sind dem Gericht innert 30 Tagen mit beiliegendem Einzahlungsschein zu bezahlen.
c) Die zu Lasten von Y. gehenden Gerichtskosten in der Höhe von CHF 400.00 gehen - unter Vorbehalt von Art. 123 ZPO - zu Lasten des Kantons Graubünden und werden auf die Gerichtskasse genommen.
d) X. hat Y. mit CHF 500.00 (inkl. Barauslagen und MwSt.) aussergerichtlich zu entschädigen.

## Considerations