# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 931aba2b-0334-48d7-9c15-8e26181c4c8d
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2015
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** 

## Facts

Sachverhalt:
1.
1.1
Am
7. Mai 2009
meldete sich
die 1959
geborene
X._
unter Hin
weis auf
eine
Depression
sowie auf
rheumatologische Beschwerden
bei der Sozial
versicherungsan
stalt des Kantons Zürich, IV
-
Stelle, zum Leistungsbezug (
Beruf
liche Massnahmen/
Rente) an (Urk.
9/3
).
Nach
medizinischen
und er
werblichen Abklärungen
sowie
durchgeführter Eingliederungsberatung (Urk. 9/31)
wies die I
V-Stelle das Leistungsgesuch der Versicherten mit Verfü
gung vom
6. April 2011
(Urk.
9/42
) mit der Begründung ab,
die
Versicherte
sei seit Juni 2009 in der angestammten
Tätigkeit
wieder
zu 80 % arbeitsfähig.
Dieser
Entscheid
erwuchs unangefochten in Rechtskraft
.
1.2
Am
12. Juli 2013
meldete sich
die
Versicherte unter Hinweis auf
eine Depres
sion
sowie
auf
Rüc
kensc
hmerzen, seit Jahren bestehend,
erneut zum
Leistungs
bezug
bei der IV-Stelle
an
(Urk.
9/43
).
Nachdem die Versicherte trotz
Auffor
derung
durch die
IV-Stelle
(Urk. 9/44)
keine
aktuelle
n
Beweismittel
eingereicht hatte
, wurde ihr
mit Vorbe
scheid vom 20. September 2013
(Urk.
9/46
) ange
zeigt, dass auf
ihr
erneutes Leistungsgesuch nicht eingetreten werde
.
Hier
gegen erhob die Versicherte Einwand
und
legte innert
der von der IV-Stelle
erneut
angesetzten Frist
zur Einreichung von Beweismitteln
(Urk. 9/48, Urk. 9/51) mehrere
Arztberichte
a
uf
(Urk.
9/50, Urk.
9/52
)
.
M
it Verfügung vom 30. Januar 2014 (Urk. 2)
trat die IV-Stelle m
angels glaubhaft gemachter wesentlicher Ver
änderung der tatsächlichen Verhältnisse
auf die Neuanmeldung der
Versicherten nicht ein.
2.
Da
gegen erhob
X._
am
11
. Februar 2014
Beschwerde (Urk. 1/1) und beantragte
, die angefochtene Verfügung
sei aufzuheben und die
Beschwerde
gegnerin
sei zu verpflichten, auf die Neuanmeldung einzutreten.
Mit
Beschwer
deantwort
vom
2. Mai 2014
(Urk.
8
unter Beilage ihrer Akten, Urk.
9/1-61
)
schloss
die Beschwerdegegnerin
auf
Abweisung der Beschwerde, was de
r
Beschwerdeführer
in
mit Schreiben vom
6. Mai 2014
(Urk.
10
) zur Kenntnis gebracht wurde.
Das von der Beschwerdeführerin mit Eingabe vom
16
. Mai 2014 (Urk. 11) gestellte Gesuch um
Bestellung eines unentgeltlichen Rechtsbeistandes wies das hiesige Gericht mit Verfügung vom 3. Juni 2014 (Urk. 13) ab.
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Wurde eine Rente
wegen eines zu geringen Invaliditätsgrades
verweigert, so wird nach
Art.
87
Abs.
3 der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV) eine neue Anmeldung nur geprüft, wenn die Voraussetzungen gemäss
Abs.
2 dieser Bestimmung erfüllt sind. Danach ist im Revisionsgesuch glaubhaft zu machen, dass sich der Grad der Invalidität der versicherten Person in einer für den Anspruch erheblichen Weise geändert hat. Tritt die Verwaltung auf die Neuanmeldung ein, so hat sie die Sache materiell abzuklären und sich zu ver
gewissern, ob die von der versicherten Person glaubhaft gemachte Veränderung des Invaliditätsgrades auch tatsächlich eingetreten ist; sie hat demnach in analo
ger Weise wie bei einem Revisionsfall nach
Art.
17
Abs.
1 des Bundesge
setzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG) vorzu
gehen (BGE 117 V 198 E. 3a, vgl. auch BGE 133 V 108 E. 5.2). Stellt sie fest, dass der Invaliditätsgrad seit Erlass der früheren rechtskräftigen Verfügung keine Veränderung erfahren hat, so weist sie das neue Gesuch ab. Andernfalls hat sie zunächst noch zu prüfen, ob die festgestellte Veränderung genügt, um nunmehr eine anspruchsbegründende Invalidität zu bejahen, und hernach zu beschliessen. Im Beschwerdefall obliegt die gleiche materielle Prüfungspflicht auch dem Gericht (BGE 117 V 198 E. 3a, 109 V 108 E. 2b).
1.2
Mit
dem
Beweismass
des Glaubhaftmachens
im Sinne des
Art.
87
Abs.
2 und 3 IVV
sind herabgesetzte Anforderungen an den Beweis verbunden: Die
Tatsa
chenänderung
muss nicht nach dem im Sozialversicherungsrecht sonst üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit (BGE 126 V 353 E.
5b) erstellt sein. Es genügt, dass für das Vorhandensein des geltend gemachten rechtserheblichen Sachumstandes wenigstens gewisse Anhaltspunkte bestehen, auch wenn durchaus noch mit der Möglichkeit zu rechnen ist, bei eingehender Abklärung werde sich die behauptete Änderung nicht erstellen lassen (BGE 130 V 64 E. 5.2, 130 V 71 E. 2.2 mit Hinweisen). Erheblich ist eine
Sachverhaltsän
derung
, wenn angenommen werden kann, der Anspruch auf eine (höhere) Inva
lidenrente sei begründet, falls sich die geltend gemachten Umstände als richtig erweisen sollten (Urteil des Bundesgerichts 8C_844/2012 vom
5.
Juni 2013
E. 2.3 mit Hinweisen auf 8C_1009/2010 vom
7.
April 2011 E.
2.2 und 9C_838/2011 vom 2
8.
Februar 2012 E.
3.3.2).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin
erwog
in der
angefochtene
n
Verfügung
, die Beschwer
de
führerin habe nicht glaubhaft dargelegt, dass sich die tatsächlichen Verhältnisse seit der letzten
leistungsabweisenden
Verfügung wesentlich verän
dert hätten. Es sei
davon auszugehen, dass die Beschwerdeführerin an einem
chronifizierten
, somatisch kaum erklärbaren Schmerzsyndrom
leide
, welches
ihre
Arbeitsfähigkeit nicht längerdauernd einschränke (Urk. 2).
2.2
Demgegenüber machte
die
Beschwerdeführer
in
im Wesentlichen geltend,
aus den Berichten
der Klinik
Y._
und des
Z._
sei ersichtlich, dass
sich ihr Gesundheitszustand aus somatischer
Sicht ver
schlechtert habe und ihre
Schmerzen somatisch
erklärbar
seien (Urk. 1).
2.3
Strittig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegnerin zu Rech
t nicht auf die Neuanmeldung der Beschwerdeführerin
vom
12. Juli 2013
(Urk.
9/43
) eingetre
ten ist. Es stellt sich daher die Frage, ob d
ie
Beschwerdeführer
in
glaubhaft gemacht hat, dass
seit
dem Erlass der
leistungs
abweisenden Verfügung vom
6. April 2011
(Urk.
9
/
42
) eine anspruchserhebliche Änderung in
ihren
gesund
heitlichen Verhältnissen eingetreten ist.
3.
3.1
Die Beschwerdegegnerin stützte sich im leistungsabweisenden Entscheid vom 6. April 2011
(Urk. 9/42)
im Wesentlichen auf die Berichte
der
Dres
. med.
A._
, Psychiatrie und Psychotherapie FMH (Bericht vom 30. Mai 2009, Urk. 9/16/3-13) und med.
B._
, Spezialarzt FMH für Innere Medi
zin, speziell Rheumaerkrankungen (Bericht vom 20. Juni 2009,
Urk.
9/16/14-21
; vgl. Stellungnahmen des Regionalen Ärztlichen Dienstes, Urk. 9/33/4 und Urk. 9/41/2-4
), welche die Beschwerdeführerin auf Veranlassung des
Kranken
taggeldversicherers
untersucht hatten.
Dr.
A._
diagnostizierte einen Zustand nach Anpassungsstörung auf Stellenverlust, auf ein körperliches Schmerzsyndrom und auf diverse psychosoziale
krankheitsfremde Probleme (ICD-10 F43.22) und attestierte eine vollständige Arbeitsfähigkeit (Urk. 9/16/12). Dr.
B._
diagnostizierte insbesondere ein
Z
ervikalsy
ndrom
(bei
Osteochon
drose
bei
C5/6)
sowie
Lumbalgien (bei geringer
Diskusprotrusion
bei L3/4 und L4/5
mit Horizontalriss ohne
Hernienaustritt
bei L4/5 und L5/S1
und diskreter
foraminaler
Einengung
diskal
bei L3/4 und L4/5
ohne
Nervenwurzelkompres
sion
). Er erachtete eine 80%ige Arbeitstätigkeit
als zumutbar, wobei er das Zumutbarkeitsprofil wie folgt festlegte: Rückenschonende,
leicht bis knapp mittelschwere
Tätigkeit mit Lasthebegrenze repetitiv 8-10 kg, einmalig 16-18 kg Boden/Tisch, repetitiv 4 kg, einmalig 8 kg beidhändig Tisch-/Brusthöhe, in Wechselbelastung, ohne vorwiegend oder
ausschliesslich
stark vorgebeugtes oder gebücktes Arbeiten (Urk. 9/16/
18,
20
).
3.2
Aus den im Rahmen der Neuanmeldung eingereichten Berichten erhellt, dass die Beschwerdeführerin nach wie vor an zervikalen und lumbalen Beschwerden leidet (Urk. 9/50/3
, Urk. 9/52/6
). Im
Dezember 2012 und Februar 2013 liess sich die Beschwerdeführerin
diesbezüglich
in der
Klinik
Y._
untersuchen
(Bericht der
K
linik
Y._
,
Wirbelsäulenchirurgie
,
vom 5.
Dezember 2012
[
Urk. 9/50/8-9
]
und Bericht der
K
linik
Y._
,
Neurologie
,
vom 6. Februar 2013
[
Urk. 9/52/6-8
]
)
und konsultierte am 8. Oktober 2013 Dr. med.
C._
, Facharzt für Rheumatologie und Rehabilitation
,
Z._
(Bericht vom 11. Oktober 2013, Urk. 9/50/1-2)
.
Entgegen
ihren
Ausführungen vermag sie
jedoch
mit diesen Berichten keine relevante Verschlechterung
glaubhaft
darzutun: Gemäss den Ärzten der Klinik
Y._
zeigte
n
sich in der MRI-Untersuchung der Lendenwirbelsäule weitgehend altersentsprechende und unauffällige Befunde mit beginnenden
Diskopathien
bei L4/S1 und beginnenden
Spondylarthrosen
L3-L5
, ohne Kompression neuronaler Strukturen
(Urk. 9/50/9
, Urk. 9/52/6
). Im Bereich der
Hals
wirbelsäule
wurden sodann zwar Diskushernien bei C5/6 und C6/7 diagnosti
ziert, jedoch
wurden
eine
zervikoradikuläre
Symptomatik sowie sensomo
tori
sche Ausfälle verneint und bei gering ausgeprägter Klinik auf eine Infiltration verzichtet (Urk. 9/52/6-7, Urk. 9/50/8). Dr.
C._
hielt
seinerseits
fest, die degenerativen Veränderungen in der Lendenwirbelsäule seien moderat
und den
Diskushernien bei C5/6 und C6/7 komme
derzeit
keine klinische Bedeutung zu
. Die Schmerzproblematik sei somatisch-strukturell kaum erklärbar
(Urk. 9/50/1).
Angesichts dessen ist nicht ersichtlich, inwiefern eine relevante Verschlechte
rung eingetreten
sein sollte
, zumal die Beschwerdeführerin bereits
früher
unter ausgeprägten Rückenschmerzen litt (
Urk. 9/16/
16,
Urk. 9/31/2,
siehe
auch Urk. 9/40/6-9
) und
das
Belastbar
keitsprofil
sowie das
zumutbare
Arbeitspensum
im Rahmen der
letzten
leistungsabweisenden Verfügung
auch
entsprechend eingeschränkt
w
orden war
(E. 3.1
).
In der Neuanmeldung hatte die Beschwer
deführerin
denn
auch angegeben, „seit Jahren“ an Rückenschmer
zen zu leiden (Urk. 9/43/4-5).
3.3
Nach dem Gesagten wurde im Rahmen der Neuanmeldung
eine erhebliche
Ver
schlechterung des Gesundheitszustandes nicht glaubhaft dargetan, weshalb die
Verfügung der Beschwerdegegnerin nicht zu beanstanden und die Beschwerde abzuweisen ist.
4.
Die Kosten des Verfahrens sind auf Fr.
4
00.-- festzulegen und ausgangsgemäss von der Beschwerdeführerin zu tragen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG).