# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 6bc33d85-0d14-4998-926b-adc66562a0ea
**Court:** GR_KG
**Chamber:** GR_KG_006
**Year:** 2022
**Language:** de
**Jurisdiction:** GR / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt
A. B._, geboren am _ 1978, von C._, und A._, geboren am _ 1977, von C._, heirateten am _ 2000. Sie sind Eltern der zwischenzeitlich volljährig gewordenen Kinder D._, geboren am _ 2000, und F._, geboren am _ 2004, sowie der noch minderjährigen Kinder G._, geboren am _ 2006, H._, geboren am _ 2010, und I._, geboren am _ 2012.
B. Mit Eingabe vom 24. Februar 2021 stellte B._ bei der Einzelrichterin in Zivilsachen am Regionalgericht Plessur ein Gesuch um Erlass von Eheschutzmassnahmen mit superprovisorischen Anträgen. Ihre Rechtsbegehren lauteten wie folgt:
1. Die Gesuchstellerin sei zu berechtigen, vom Gesuchsgegner getrennt zu leben.
2. Die eheliche Mietwohnung sowie das Inventar und der Hausrat an der E._strasse 25 [recte: 31] in J._ seien der Gesuchstellerin und deren Kindern zur alleinigen Benützung zuzuweisen. Der Gesuchsgegner sei zu verpflichten, alle seine Haus- und Briefkastenschlüssel abzugeben.
3. Zuweisung der ehelichen Mietwohnung:
a) Die Zuweisung des alleinigen Benutzungsrechts an der ehelichen Wohnung an die Gesuchstellerin sei im Sinne einer Sofortmassnahme superprovisorisch ohne Anhörung des Gesuchsgegners anzuordnen. Der Gesuchsgegner sei superprovisorisch zu verpflichten, die Mietwohnung bis zum 05.03.2021, 16.00 Uhr, zu verlassen und die Haus- sowie Briefkastenschlüssel spätestens um 16.30 Uhr beim Regionalgericht Plessur zu hinterlegen. Eventualiter ist dem Gesuchsgegner lediglich eine sehr kurze Frist zur Stellungnahme zur Zuweisung der Mietwohnung an die Gesuchstellerin zu geben.
b) Die Verpflichtung, bis zum 05.03.2021, 16.00 Uhr, auszuziehen und die Haus- und Briefkastenschlüssel beim Regionalgericht Plessur zu hinterlegen, sei mit dem Hinweis auf die Straffolgen gemäss Art. 292 StGB zu verbinden, wonach mit Busse bestraft wird, wer einer von der zuständigen Behörde unter Hinweis auf diese Bestimmung gegen ihn erlassenen Anordnung zuwiderhandelt.
c) Als weitere Vollstreckungsmassnahme sei im Falle der Nichteinhaltung der Auszugsfrist mit Hinterlegung der Schlüssel beim Gericht die zuständige Polizeibehörde zu beauftragen, den Gesuchsgegner zwangsweise aus der Mietwohnung wegzuweisen und ihm alle seine Haus- sowie Briefkastenschlüssel abzunehmen und diese dem Gericht zu übergeben.
4. Der Gesuchsgegner sei zu ermächtigen, seine persönlichen Sachen aus der ehelichen Wohnung mitzunehmen.
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5. Die Kinder, namentlich F._, geb. _ 2004, G._, geb. _ 2006, H._, geb. _ 2010, und I._, geb. _ 2012, seien unter die Obhut der Gesuchstellerin zu stellen.
6. Es sei von Amtes wegen zu prüfen, ob zu Gunsten des Gesuchsgegners ein Besuchsrecht festgelegt werden kann.
7. Der Gesuchsgegner sei zu verpflichten, über seine Einkommensverhältnisse umfassend Auskunft zu erteilen, insbesondere mittels Edition von Arbeitsvertrag und Lohnabrechnungen anzugeben, zu welchen Konditionen er bei der K._ angestellt ist.
8. Der Gesuchsgegner sei zu verpflichten, an die Gesuchstellerin für die vier Kinder einen angemessenen Unterhaltsbeitrag, mindestens je Fr. 100.--, je zuzüglich der Kinderzulage zu bezahlen, zahlbar monatlich im Voraus auf den Ersten des Monats, beginnend mit Wirkung ab dem 01.03.2021.
9. Unter vollständiger Kosten- und Entschädigungsfolge zzgl. MwSt. zu Lasten des Ehemannes.
C. Mit Entscheid vom 24. Februar 2021 hiess das Regionalgericht Plessur das Gesuch von B._ um superprovisorische Zuweisung der ehelichen Wohnung gut und wies ihr diese sowie das Inventar und den Hausrat superprovisorisch zur alleinigen Benützung für sich und die minderjährigen Kinder zu. A._ wurde berechtigt, seine persönlichen Effekten mit sich zu nehmen. Ausserdem wurde er unter Androhung von Art. 292 StGB verpflichtet, die eheliche Wohnung bis spätestens 4. März 2021 um 16.00 Uhr zu verlassen und gleichentags bis 16.30 Uhr sämtliche sich in seinem Besitz befindlichen Schlüssel zur Wohnung inklusive Briefkasten und allfälligen Garagen beim Regionalgericht Plessur zu hinterlegen.
D. Anlässlich der mündlichen Verhandlung vom 8. März 2021 konnte zwischen den Parteien eine Teileinigung erzielt werden. Darin legten sie fest, dass die elterliche Sorge über die Kinder F._, G._, H._ und I._ für die Dauer des Getrenntlebens bei beiden Elternteilen verbleibe. Die Obhut sei für die Dauer der Trennung B._ zuzuteilen. A._ überlasse B._ und den Kindern die eheliche Wohnung zur vorläufigen Benützung während der Trennungszeit. Das Mobiliar und der Hausrat würden in der ehelichen Wohnung verbleiben.
E. Nachdem B._ mit prozessleitender Verfügung vom 15. März 2021 Frist zur Einreichung begründeter Anträge in den streitig gebliebenen Punkten angesetzt worden war, reichte sie am 12. April 2021 angepasste Rechtsbegehren ein, welche wie folgt lauteten:
1. Es sei auf die Festlegung eines praxisüblichen Besuchsrechts zu verzichten, solange der Gesuchsgegner über keine eigene kindsgerechte Wohnung verfügt. Der Gesuchsgegner sei zu
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ermächtigen, mit seinen Kindern unter der Woche mindestens zwei Mal zu telefonieren sowie einmal an den Wochenenden. Der Gesuchsteller sei im weiteren zu ermächtigen, mit seinen Kindern mindestens einmal pro Woche an deren schulfreien Nachmittagen oder an den Wochenenden Unternehmungen zu machen, sofern es die Witterungsverhältnisse zulassen.
2. Der Gesuchsgegner sei zu verpflichten, an die Gesuchstellerin für F._, geb. _ 2004, G._, geb. _ 2006, H._, geb. _ 2010, und I._, geb. _2012 einen Barunterhaltsbeitrag von je Fr. 513.--, total Fr. 2'052.--, je zuzüglich der Ausbildungs- und Kinderzulagen zu bezahlen, zahlbar monatlich im Voraus auf den Ersten des Monats, beginnend mit Wirkung ab dem 1.3.2021. Allfällige bisher geleisteten Unterhaltszahlungen seien anzurechnen.
3. Es sei ein Manko von Fr. 2'377.-- an Bar- und Betreuungsunterhalt festzustellen.
4. Unter vollständiger Kosten- und Entschädigungsfolge zzgl. MwSt. zu Lasten des Gesuchsgegners.
F. Mit Stellungnahme von 21. April 2021 beantragt A._ sinngemäss, den von ihm zu leistenden Unterhaltsbeitrag auf CHF 1'000.00 festzusetzen. Zu den weiteren Rechtsbegehren der Ehefrau äusserte er sich nicht.
G. Die Einzelrichterin am Regionalgericht Plessur verzichtete auf die Durchführung einer weiteren Verhandlung und erkannte mit Entscheid vom 26. Mai 2021, schriftlich mitgeteilt am 12. August 2021, wie folgt:
1. B._ wird für berechtigt erklärt, von A._ getrennt zu leben.
2. Die von B._ und A._ geschlossene Trennungsvereinbarung (Teileinigung) vom 08.03.2021, deren Wortlaut sich aus dem Buchstaben H der Sachverhaltsfeststellungen ergibt, wird gerichtlich genehmigt bzw. wird im Sinne der übereinstimmenden Anträge entschieden.
3.a) Solange A._ über keine eigene kindsgerechte Wohnung verfügt, wird auf die Festlegung eines praxisüblichen Besuchsrechts verzichtet. A._ ist derzeit berechtigt, mit seinen Kindern unter der Woche mindestens zwei Mal zu telefonieren sowie einmal an den Wochenenden. A._ ist überdies berechtigt, mit seinen Kindern mindestens einmal pro Woche an deren schulfreien Nachmittagen oder an den Wochenenden Unternehmungen zu machen, sofern es die Witterungsverhältnisse zulassen.
b) Sobald A._ über eine eigene kindsgerechte Wohnung verfügt, ist dieser berechtigt, mit seinen Kindern unter der Woche mindestens zwei Mal zu telefonieren sowie einmal an den Wochenenden. A._ ist ab diesem Zeitpunkt überdies berechtigt, seine Kinder unter Berücksichtigung seiner unregelmässigen Arbeitszeiten mindestens einmal pro Woche an einem schulfreien Tag – inklusive Übernachtung – zu sich auf Besuch zu nehmen.
c) Auf die Festlegung eines Ferienbesuchsrechts wird derzeit verzichtet.
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4.a) A._ wird verpflichtet, mit Wirkung ab 01.03.2021 für die Dauer des Getrenntlebens an den Unterhalt seiner Kinder F._, G._, H._ und I._ monatlich insgesamt CHF 2'052.00 (für jedes Kind CHF 513.00), je zuzüglich allfällig vertraglich geregelter und gesetzlicher Kinder- und Ausbildungszulagen, zu bezahlen. Die Unterhaltsbeiträge sind monatlich im Voraus jeweils auf den Ersten eines jeden Monats an B._ zu bezahlen. Allfällige bisher nachweislich geleistete Unterhaltszahlungen sind anzurechnen.
b) F._, G._ und H._ fehlt zur Deckung des gebührenden Unterhalts je ein monatlicher Betrag von CHF 644.25, I._ ein solcher von CHF 444.25 (Manko total CHF 2'377.00).
5.a) Die Gerichtskosten von CHF 2'635.00 gehen je hälftig zu Lasten von B._ und A._.
b) Jede Partei trägt ihre Parteikosten selber.
c) Die B._ auferlegten Gerichtskosten von CHF 1'317.50 und die Kosten ihrer unentgeltlichen Rechtsvertretung, Rechtsanwältin lic. iur. Diana Honegger, von CHF 4'124.65 (inkl. Barauslagen und MwSt.) gehen unter Vorbehalt von Art. 123 ZPO zu Lasten des Kantons Graubünden und werden auf die Gerichtskasse genommen.
d) Die A._ auferlegten Gerichtskosten von CHF 1'317.50 gehen unter Vorbehalt von Art. 123 ZPO zu Lasten des Kantons Graubünden und werden auf die Gerichtskasse genommen.

## Considerations