# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 7483cb84-73a5-4b45-8349-4f55ed8c6cd8
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2014
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren
19
1
7,
gestorben
am 10. Januar 2013, bezog
vom
Amt für Zusatz
leistungen zur AHV/IV der Stadt Zürich
(nachfolgend: AZL)
seit
dem Jahr 2002
Zusatzleistungen
(
ZL
;
Urk.
9/17
)
zu ihrer AHV-Rente (Urk. 9/A-E).
Ab November 2010 hatte die Versicherte
A._
für ihre Pflege
und Betreuung
zuhause eingestellt (Urk. 3/4), welche in derselben Liegenschaft wie die Ver
sicherte wohnte
(Urk. 9/64 S. 4, Urk. 9
).
Mit Ver
fügung vom 5. Januar 2012
stellte
das AZL
die Zusatz
leistungen bestehend aus kantonaler Beihilfe und Gemeindezuschüssen (Urk. 9/78/21 S. 3)
per Februar 2012
ein
, da es in der ZL-Berechnung neu nur noch die Hälf
t
e des Wohnungsmietzinses
berück
sich
tigte
(Urk.
9/78/22)
. Mit Ver
fügung vom 9. Januar 2012 verpflichtete das AZL die Versicherte
zudem
zur Rück
erstattung der
Zusatzleistungen für die Zeit von November 2010 bis Januar 2012
in der Höhe von
insgesamt
Fr. 10‘861.--
zuzüglich einer Einmalzulage von Fr. 600.--
mit der Begründung,
wegen einer nicht gemeldeten
Wohnge
mein
schaft
habe der ZL-Anspruch neu berechnet wer
den müssen
(Urk. 9/78/24).
Dage
gen erhob
der Sohn der
Ver
sicherte
n
mit Schrei
ben
vom
16. Januar 2012 Einsprache
(Urk.
9/68), welche das AZL m
it
Ein
sprache
entscheid
vom
18. Januar 2013
abwies
(Urk. 2).
2.
Gegen diesen Entscheid erhob
en die Söhne der inzwischen verstorbenen Ver
sicherten
mit Eingabe vom
15. Februar 2013
und unter Beilage eines
Miet
ver
trag
s
vom 15. September 2010 (
Urk.
3/5)
Beschwerde und beantragte
n
,
die Ver
fügung vom 5. Januar 2012 und
der
Einspracheentscheid
vom
18. Januar 2013
sei
en
aufzuheben (Urk. 1 S. 2). Die Beschwerdegegnerin schloss in der
Be
schwerdeantwort
vom 18. März
2013 auf Abweisung der Be
schwerde (Urk.
8
S. 2).
Die
Beschwerdeführe
nden
hielt
en
in der Replik vom
29. April 2013
an
ihren
Anträgen fest (Urk. 1
3
S. 2). Die Beschwerde
gegnerin reichte keine weitere Stellungnahme ein (Urk. 17).
Auf die Ausführungen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, so
weit erforderlich, in den Erwägungen eingegangen.

## Considerations

Das Gericht zieht in Erwägung:
1.
1
.1
Der Bund und die Kantone gewähren Personen, welche die gesetzlichen Vor
aussetzungen nach Art. 4-6 des seit dem 1. Januar 2008 gültigen Bundes
geset
zes über Ergänzungsleistungen zur Alters-, Hinterlassenen- und Invaliden
versi
cherung vom 6. Oktober 2006 (ELG) erfüllen, Zusatzleis
tungen bestehend aus Ergänzungsleistungen, Beihilfen und Zuschüssen zur Deckung ihres
Existenz
be
darfs
(Art. 2 Abs. 1 ELG; §§ 1, 13, 15 und 20 Abs. 1 des kantonalen Gesetzes über die Zusatz
leistungen zur eidgenös
sischen Alters-, Hinterlassenen- und Invaliden
versicherung, ZLG).
1
.2
Die Ergänzungsleistungen bestehen aus der jährlichen Ergänzungsleistung, wel
che monatlich ausbezahlt wird (Art. 3 Abs. 1
lit
. a ELG), sowie aus der Vergü
tung von Krankheits- und Behinderungskosten (Art. 3 Abs. 1
lit
. b ELG). Die jährliche Ergänzungsleistung hat dem Betrag zu entsprechen, um den die aner
kannten
Ausgaben
die
anrechenbaren Einnahmen übersteigen (Art. 9 Abs. 1 ELG).
Ergänzungsleistungen werden ausgerichtet, um Bezügerinnen und Bezü
gern von Renten der Alters- und Hinterlassenen- oder der Invaliden
ver
siche
rung das Existenzminimum zu gewährleisten, ohne dass die Ver
sicherten Sozial
hilfe beziehen müssen; mit ihnen soll der Grundbedarf gedeckt werden. Dabei besteht kein Anspruch auf volle Vergütung aller effektiv anfallenden Auslagen (
Urteil
des Bundesgerichts
9C_787/2011
vom 2
0.
April 2012
E. 4.2)
.
1
.3
1
.3.1
Die anrechenbaren Ausgaben werden nach Art. 10 ELG ermittelt.
D
er Mietzins einer Wohnung und die damit zusammenhängenden Nebenkosten werden bei alleinstehend
en Personen gemäss Art. 10 Abs. 1
lit
.
b ELG bis zu einem jährliche
n Höchstbetrag von Fr.
1
3'200.-- (Ziff. 1) als Ausgaben aner
kannt.
1
.3.2
Werden Wohnungen oder Einfamilienhäuser auch von Personen bewohnt, wel
che
nicht in die EL-Berechnung eingeschlossen sind, dann ist der Mietzins auf die einzelnen
Personen aufzuteilen. Die Mietzinsanteile der Per
sonen, welche nicht in die
EL-Berechnung eingeschlossen sind, werden bei der Berech
nung der jährlichen
Ergänzungsleistung ausser Betracht gelassen.
Die Auf
teilung hat grundsätzlich zu gleichen Teilen zu erfolgen
(Art. 16c der
Verordnung über
Er
gänzungsleistungen
zur Alters-, Hinterlassenen- und Inva
liden
versicherung,
ELV)
.
Unter diese Rege
lung fallen auch die mit dem Mietzins der Wohnung oder des Ein
familienhauses zusammenhängenden Nebenkosten nach
Art. 10 Abs. 1
lit
. b erster Satz ELG (vgl. BGE 127 V 10 E. 6b zum gleich
lautenden Art. 3b
Abs. 1
lit
.
b erster Satz
des bis Ende 2007 gültig gewesenen
ELG
vom 19. März 1965).
Die Regelung in Art. 16c ELV dient dazu, die indirekte Finanzierung von Personen, die nicht in die EL-Berechnung eingeschlossen sind, zu verhindern (BGE 127 V 10 E. 5d). Ein Abweichen von dieser Grundregel ist nur in engen Grenzen zugelassen, so vor allem wenn die Aufteilung des Gesamtmietzinses nach Köpfen im Einzelfall zu einem stossenden Ergebnis führen würde (BGE 127 V 10 E. 5d; AHI 1998 S. 34; vgl. auch
Carigiet
/Koch,
Ergän
zungsleistungen
zur AHV/IV, 2. Auflage, Zürich Basel Genf 2009, S. 139).
1
.4
1.4.1
Gemäss §§ 15 und 19a Abs. 3 des Gesetzes über die Zusatzleistungen zur eidge
nössischen Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenversicherung (ZLG) finden die Vorschriften, die für die jährliche
Ergänzungsleistung nach Art. 9
ff. ELG gel
ten, entsprechende Anwendung auf die Beihilfen und Zuschüsse, soweit im ZLG nichts Abweichendes bestimmt ist.
1.4.2
Nach
§
16 Abs.
1
ZLG beträgt d
er jährliche Höchstanspruch auf Beihilfe für
Alleinstehende
Fr.
2
‘
420
.--
. Laut
§
17 Abs. 1 ZLG wird f
ür die Berechnung der Bei
hilfe
auf die Bedarfs
rechnung für die jährliche Ergänzungsleistung abge
stellt, wobei
die tatsächlich ausgerichteten Ergänzungsleistungen als anrechen
bare Ein
nahmen behandelt werden
(
lit
.
a) und
der Betrag für den allgemeinen
Le
bens
bedarf
bei zu Hause woh
nenden Personen um den Höchstbetrag der Bei
hilfe erhöht wird
(
lit
. b)
.
§ 18 ZLG sieht vor, dass Be
i
hilfe gekürzt und verweigert werden kann, soweit
sie
für den Unterhalt nicht benötigt wird und der bundesrechtlich gewährleistete Anspruch auf Prämienverbilligung gewährt bleibt.
Die Zusatzleistungsverordnung des Kantons Zürich (ZLV) bestimmt in § 1
9
zu
dem, dass
bei Mehrpersonenhaushalten der rechnerische Anspruch auf Bei
hilfe um denjenigen Betrag gekürzt wird, um den die Nettoerwerbseinkünfte nicht invalider Familienmitglieder in der Berechnung der jährlichen
Ergän
zungs
leis
tung
herabgesetzt werden.
1.4.3
Gemäss § 20 Abs. 1 ZLG können die Gemeinden Gemeindezuschüsse zu den Beihilfen gewähren, die nicht als Einkommen anzurechnen sind.
Soweit für die Gemeindezuschüsse nichts Abweichendes bestimmt ist, gelten für diese laut § 20a ZLG die allgemeinen Verfahrensbestimmungen des Bundesge
setzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG;
Art. 27-61 ATSG).
1
.
5
1
.
5
.1
Die Stadt Zürich gewährt Gemeindezuschüsse nach Massgabe der
V
erordnung
der Stadt Zürich
über den Vollzug des
ZLG
und die Gewährung von
Gemeinde
zuschüssen
(
Art. 1 Abs. 1
Zusatzleistungsverordnung
; AS
831.110
)
.
Die
Ge
meinde
zuschüsse
be
ste
hen
gemäss Abs. 2 dieser Bestim
mung
aus
jährlichen
Ge
meindezuschüssen
(
a)
,
Pflegekosten
zuschüssen
(b),
Ein
mal
zulagen
(
c)
und
aus
ser
ordentlichen
Gemein
dezuschüssen
(d).
Eine angemessene Einmalzulage kann der Stadtrat
für Personen mit Anspruch auf den jährlichen
Ge
meinde
zuschuss
am
Ende
eines
jeden Kalenderjahres aus
richten
(Art. 10
Zusatz
leistungs
ver
ord
nung
)
.
1
.
5
.2
Der jährliche Gemeindezuschuss kann verwei
gert oder gekürzt werden, wenn
er für den Unterhalt nicht oder nur teilweise benötigt wird (
Art.
6
Zusatzleis
tungsverordnung
).
Die Frage, ob der jährliche Gemeindezuschuss für den Unter
halt
nicht oder nur teil
weise benötigt wird und daher eine Verweigerung oder Kürzung mangels Bedarf
s
angezeigt ist, ist
nach Art. 1 Abs. 1 der
Ausführungs
bestimmungen zur
Zusatz
leistungs
verordnung
der Stadt Zürich
(
AZVO
; AS 831.111
)
primär auf
g
rund
einer wirtschaftlichen Betrach
tungs
weise zu ent
scheiden.
Bei der Beur
teilung der wirtschaftlichen Situation werden sämtliche
Einnahmen voll
um
fänglich berücksichtigt
(Abs. 2)
.
Die Verweigerung geht der Kürzung vor (Abs. 3).
1
.
5
.3
Gemäss Art. 2
lit
. a
AZVO
ist d
er jährliche Gemeindezuschuss
b
ei
Allein
stehen
den
, die mit anderen volljährigen
Personen im gleichen Haus
halt leben, welche nicht in
der gleichen Berechnung der Zusatzleistungen einbe
zo
gen
sind und k
einen Anspruch auf eine Kinder-
beziehungsweise
Waisenrente
zur AHV/IV begründen, zu verweigern.
Auf eine Anwendung von Art. 2 AZVO kann ausnahmsweise verzichtet werden, wenn a) damit ein Sozialhilfebezug verhindert werden kann, oder b) die pau
schale Verweigerung des jährlichen Gemeindezuschusses zu einem stossenden Ergebnis führen würde (Art. 3 AZVO).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin stellte sich im angefochtenen Entscheid auf den Stand
punkt,
die von der verstorbenen
Versicherten
per November 2010 ange
stellte Betreuungsperson sei in ihrer Wohnung untergebracht worden. Da dies nicht gemeldet worden sei, sei nach einer routinemässigen Überprüfung der Wohn
-
si
tuation
eine Mietzinsaufteilung vorgenommen worden, was einen
Ein
nahme
n
überschuss
zur Folge gehabt habe.
Indem Kost und Logis Lohnbestandteile des Lohns an die Betreuungsperson gewesen seien, habe kein Unterschied zu
jenen Fällen
bestanden
, in denen zwecks Erfüllung eines Arbeitsvertrages eine
Wohn
mög
lichkeit
ge
sucht und finanziert werden müsse. Der Mietzinsanteil einer
Dritt
person
sei nicht über die
ZL
zu finanzieren
, auch
wenn
der
Beizug
einer 24-Stunden-Be
treuerin teuer sei.
Zudem sei die Ausnahme von
Art.
2 AZVO zur Verhinderung einer
Sozial
hilfe
abhängigkeit
nicht anzuwenden, da es sich bei den betreffenden Aufwen
dungen nicht um
sozialhilferechtlich anerkannte
Aus
gaben handle
(
Urk.
2)
.
2.2
Die Beschwerdeführenden bringen dagegen vor, die Betreuerin der
verstorbenen
Versicherten sei entgegen der Annahme der Beschwerdegegnerin nicht
in
deren
Wohnung im Erdgeschoss untergebracht worden, sondern
habe
le
diglich in demselben Haus im 2.
Obergeschoss
gewohnt
und die Versicherte
gemäss dem Vertrag vom 1. No
vember 2010 ganztägig
sowie
bei Bedarf nachts betreut.
Die Be
treuerin habe sich während der vertraglich geregelten Zeiten in der Wohnung im Erd
geschoss befunden
. Auch habe sie
während der Arbeitszeit zusammen mit
der Versicherten
ge
gessen
, nachdem sie für diese die Mahlzeiten zubereitet habe
.
Die Freizeit und die Wochenenden, während deren die Versicherte von ihren Verwandten betreut worden sei, habe
die Betreuerin
hingegen
in der eige
nen Woh
nung im 2.
Obergeschoss
verbracht
. Für Kost und Logis
in der Wohnung im 2.
Obergeschoss habe die Betreueri
n eine monatliche Miete von Fr.
850.-- bezahlt. Kost und Logis seien somit nicht als Ge
genleistung für die
Be
treuungsarbeit
vorgesehen
gewesen
. Dies sei (erst) nach münd
licher Ab
spra
che in Abänderung der ursprünglichen vertraglichen Be
stimmung kurz nach dem Arbeitsbeginn der Betreuerin geschehen
.
Die verein
barten Fr. 850.-- seien nach mündlicher Absprache mit ihrem Lohn ver
rechnet worden.
Entscheidend sei
des Weiteren
nicht die formelle Meldung der Betreuerin als Unter
mieterin, wie sie von der Versicherten in mangelnder Kennt
nis der
miet
recht
lichen
Fach
ausdrücke fälschlicherweise
vorgenommenn
worden sei, son
dern ob die Woh
nung im Erdgeschoss tatsächlich von beiden Personen bewohnt worden und die Wohnkosten aufge
teilt worden seien.
Die Versicherte habe auch nach der Anstel
lung der Be
treuerin nach wie vor den Mietzins für ihre Woh
nung im Erd
geschoss ganz be
zahlt.
Sie habe somit wäh
rend der Dauer des Leistungsbezuges nicht in einem Mehrpersonenhaushalt ge
lebt. D
ie ge
setzliche R
egelung von Art.
16c ELV
gelange
nicht zur Anwen
dung
und die Mietkosten seien vollum
fänglich als anerkannte Ausgaben zu berück
sichtigen.
Der
Leistungs
bezug
sei daher zu Recht erfolgt und es bestehe kein recht
licher
Rück
forderungsanspruch
der
Beschwerde
gegnerin
(Urk. 1 S. 4
ff.
, Urk. 13 S.
3
ff.
).
2.3
Strittig und zu prüfen ist, ob
die Beschwerdegegnerin in der Berechnung der ZL-Leistungen rückwirkend für die Zeit ab November 2010 revisionsweise und weiterhin ab Februar 2012 zu Recht lediglich die Hälfte des
Woh
n
ungs
m
iet
-
zinses
als Auslage berücksichtigte und aufgrund dessen den Anspruch auf Beihilfe und Gemeindezuschüsse ab November 2010 verneinte.
3.
3.1
Den Akten ist ein Mietvertrag der verstorbenen Versicherten
vom 15./22. Sep
tember 2009 zu entnehmen, der belegt, dass sie
ab
dem 1. Oktober 2009 am
B._
eine
4-Zimmer-Wohnung im Erdgeschoss
gemietet und hierfür einen monatlichen Mietzins von Fr. 1‘650.-- zu bezahlen hatte
(Urk. 9/57b). Aus einem weiteren Mietvertrag vom 20./30. Juni 2008 geht her
vor, dass
ihr
Sohn
, der Beschwerdeführende 2
,
an derselben Adresse eine 4-Zimmer-Wohnung im 2. Obergeschoss
gemietet hat
te
(Urk. 9/57c).
Der von den Beschwerdeführenden nunmehr eingereichte
Mietv
ertrag
vom 15. September 2010
beinhaltet eine
(Unter-)
Mietvereinbarung zwischen dem Beschwerdeführenden 2 und
A._
, der Betreuerin der Versicherten,
betreffend die Miete eines Zimmers in der Wohnung im 2. Obergeschoss a
m
B._
ab dem 1. Oktober 2010 für Fr. 850.-- pro Monat (Urk. 3/5).
Dem Anstellungsvertrag zwischen der verstorbenen Versicherten und
A._
vom 1. November 2010 betref
fend die Betreuung und Pflege der Ver
sicherten ab dem
1.
November 2010 ist zudem zu entnehmen, dass
eine Arbeits
zeit von 5 Tagen zu 8,5 Stunden von Sonntagnach
mittag bis Freitagnachmittag vorgesehen
war. D
ie Arbeit
nehmerin
werde
die nachts geleistete Arbeit kom
pensieren. Die Arbeitnehmerin werde am
B._
wohnen
und die Arbeitgeberin b
ei Bedarf auch nachts betreuen. Das Gehalt bestehe aus monat
lich Fr. 3‘800.--. Die Arbeitnehmerin habe Anspruch auf Kost und Logis. Die Arbeitnehmerin dürfe die Wohnung der Arbeitgeberin auch während ihrer Frei
zeit mitbenü
t
zen (Urk. 9/70).
3.2
3.2.1
Diesen vertraglichen Vereinbarungen und den Ausführungen der Beschwerde
führenden
(Urk. 1)
ist zu entnehmen, dass sich die Betreuerin der verstorbenen Ver
sicherten jeweils von Sonntagnachmittag bis Freitagnachmittag in deren Woh
nung
im Erdgeschoss
und Haushalt aufgehalten hatte
, dass sie dort die Mahl
zeiten zusammen mit der Versicherten einnahm und
dass sie
auch nachts in deren Wohnung weilte
. Zu letzterem wurde
im
Einspraches
chreiben
des Be
schwerde
führenden 1
vom
16. Januar 2012
ausgeführt, dass die Versicherte
rund um die Uhr Betreuung benötigt
habe
und insbesondere auch nachts nicht habe alleine zu Hause sein können (Urk. 9/68).
Ausser
dem durfte die Betreuerin gemäss dem An
stellungs
vertrag die Wohnung ihrer Arbeit
geberin auch während ihrer Freizeit mitbe
nützen
und es wurden ihr Kost und Logis zugesichert
(Urk. 9/70)
.
Wie aus dem Mietvertrag vom 15. September 2010 bezüglich des zusätz
lichen Zimmers im zweiten Obergeschoss hervorgeht (Urk. 3/5), bezog sich dieses Miet
verhältnis
dagegen
allein auf ein Zimmer ohne Mitbenützung der Küche und des Badezimmers oder weitere
r
Räume.
Es ist
bei dieser Akten
lage
daher zwar möglich, dass die Betreuerin dort jeweils von Freitag bis Sonn
tag über
nachtete
, jedoch ist nicht davon auszugehen, dass sie während dieser Zeit nie von ihrem Recht auf Mitbenützung der Wohnung im Erd
geschoss, nament
lich der Küche und des Badezimmers, machte. Unabhängig davon ist festzuhalten, dass die Be
treuerin
unter den gegebenen Umständen
zumindest
unter der Woche bei der Ver
sicherten wohnte.
Damit ist die Anwen
dung von
Art.
16c ELV geboten. Denn
Anknüpfungspunkt für die
grund
sätzliche
Anwen
dung von
Art.
16c ELV ist das ge
mein
same Bewohnen
(BGE 127 V 10 E. 6b)
,
und zwar unabhängig davon, ob
ein entgeltliches Miet
ver
hältnis
besteht
oder
ob - wie hier
-
ein anderes ver
tragliches Verhältnis
eine solche Wohnsituation
bedingt
.
3.2.2
Im
genannten BGE 127 V 10
hat das Bundesgericht
eine
grundsätzliche
Auf
teilung des Mietzinses nach
Art.
16c ELV
in
einem
Fall bejaht,
in welchem
eine
14
Jahre alte Enkelin in der Wohnung ihrer Grossmutter jeweils unter der Woche während der Schulzeit wohnte und an den Wochenenden und in den Ferien bei ihren Eltern weilte.
Das Bundesgericht sah
bei dieser Konstellation
v
on einer hälftigen Aufteilung des Mietzinses
der Wohnung
der Gross
mutter nach
Art.
16c
Abs.
2 ELV
ab und setzte den Anteil auf einen Drittel fest. Zur Begrün
dung führte es aus,
die Enkelin verbringe
gerade jene Zeit, in der sie ihr Zimmer und die Gemeinschaftsräume intensiv nutzen würde, bei ihren Eltern. Die Ge
mein
schaftsräume
würden
somit zum
grösseren
Teil der
Gross
mutter
dienen
. Diese
habe
auch nicht etwa wegen ihrer Mitbewohnerin eine teurere
oder
grössere
Wohnung bezogen. Vielmehr
sei
davon auszugehen, dass sie die
selbe Woh
nung auch gewählt hätte, wenn sie allein wohnen würde. Unter diesen Um
ständen
sei
davon auszugehen, dass die Wohnung von der Enkelin lediglich zu etwa einem Drittel genutzt
werde
.
Zudem sei
die eigentliche Herr
schaft über die Wohnung einzig bei der
Grossmutter
verblieben
(BGE 127 V 10 E. 6c).
Auch hier rechtfertigt sich angesichts dieser Rechtsprechung ein Abweichen vom Grundsatz der Aufteilung des Mietzinses nach gleichen Teilen
(Art.
16c Abs.
2 ELV)
. Denn auch hier hatte die verstorbene Versicherte die eigentliche Herr
schaft über die Woh
nung behalten und die
Nutzung der
Wohnung diente weiterhin
in erster Linie
ihr selber
.
Auch führte d
as besondere Arbeits
verhältnis
mit
Be
treuung der Versicherten dazu, dass die Gemeinschafts
räume auch bei Anwesenheit der Mit
be
wohnerin darin vorrangig der
Versicherten dienten.
Angesichts
dieser
besonderen
Umstände
ist der Anteil
der Betreuerin
auf einen Viertel festzusetzen, wobei
aber
auch der Anteil von einem Drittel zu demselben Ergebnis führen würde, wie sich aus dem Folgenden ergibt.
3.2.3
Drei Viertel oder zwei Drittel des Mietzinses
von
Fr. 1‘650.-- pro Monat respek
tive Fr. 19‘800.-- pro Jahr (Urk.
9/57b
) unterschreiten
mit Fr. 14‘850.-- (3/4) respek
tive Fr. 13‘200.-- (2/3)
nicht den
nach Art. 10 Abs. 1
lit
. b Ziff. 1
ELG maximal als Auslage anrechenbare
n
Betrag von Fr. 13‘200.--.
Damit ist die in der Ver
fügung vom 7. Dezember 2011 vorgenommene ZL-Rechnung (Urk. 9/78/21) an
stelle der in der Verfügung vom 5. Januar 2012
aufgeführten
Neuberechnung (Urk.
9/78/22
) massgeblich.
Die Aufhebung der ZL-Leistungen
per Februar 2012
(Urk. 9/78/22)
erfolgte damit zu Unrecht und
die
Rücker
-
stattungs
for
derung
von Fr. 10‘861.--
(Urk. 9/78/24)
besteht
nicht
.
3.3
In Gutheissung der Beschwerde
sind
der angefochtene
Einspracheentscheid
vom 18. Januar 2013
(
Urk.
2)
und die Verfügung vom 5. Januar
2012
(Urk. 9/78/22) folglich
aufzuheben
.
4.
Das Verfahren ist kostenlos.
Den Beschwerdeführenden steht eine
Prozess
entschä
digung
zu, welche nach Art. 61
lit
. g ATSG in Verbindung mit § 34 des Gesetzes über das
Sozialver
si
cherungsgericht
ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache, nach der Schwierigkeit des Prozesses, dem Zeitaufwand und den Barauslagen auf Fr. 2‘000.-- (inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) fest
zusetzen ist.