# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 904bafbf-3fa7-42b1-8693-738398b31ca8
**Court:** GR_VG
**Chamber:** GR_VG_005
**Year:** 2021
**Language:** de
**Jurisdiction:** GR / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

I. Sachverhalt:
1. A._ ist Miteigentümer (STW-Einheit Nr. E._) der
Stockwerkeigentümergemeinschaft (STWEG) Parzelle B._ in der
Gemeinde C._, Fraktion F._. Das Grundstück ist mit einem
mehrstöckigen Wohngebäude mit Hausanbau gegen Osten überbaut.
Weiter östlich davon befinden sich die Parzellen G._ (heutiger
Eigentümer H._, ehemals I._) sowie die Parzellen J._ und
K._ (beide im Eigentum von D._). Die drei genannten Parzellen
(K._–G._) sind mit einem zusammenhängenden
Gebäudekomplex und einer Anbaute (K._ B) überbaut. Die Balkone
an den Hausteilen auf den Parzellen J._ und K._ sind gegen
Süden ausgerichtet und befinden sich rund 11 m vom Hausdach der
Parzelle B._ von A._ bzw. der STWEG Parzelle B._
entfernt.
2. Am 21. Januar 2012 stellten A._ (mit Zustimmung der STWEG
Parzelle B._) ein Baugesuch um Erstellung einer Photovoltaikanlage
auf dem nordöstlichen Teil des bestehenden Hausdaches des
Mehrfamilienhauses Parzelle B._ bzw. dem Dach des angebauten
Holzschopfes. Nachdem dagegen keine Einsprachen erhoben wurden,
bewilligte die Gemeinde C._ das Gesuch am 21. Februar 2012.
Daraufhin wurde die Anlage (18 Solarpanels mit einer Gesamtdachfläche
von 35 m2) erstellt, wobei gegenüber den bewilligten Plänen eine
Verschiebung von ca. 75 cm in Richtung bergseitigem Dachabschluss
erfolgte.
3. Am 6. Dezember 2013 teilten die damaligen Eigentümer der
Parzelle G._, I._, der Gemeinde mit, dass sie die blendenden
und erhitzenden Lichtreflexionen, welche von der erwähnten
Photovoltaikanlage auf dem benachbarten Hausdach auf
Parzelle B._ ausgingen, nicht akzeptieren könnten. Sie hätten ein
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Reflexionsgutachten erstellen lassen, welches zum Schluss komme, dass
auf ihrer Terrasse, welche sich zur Photovoltaikanlage in einer Distanz von
2.7 resp. maximal 4.6 m befinde, von März bis Oktober zwischen 15.00
und 18.00 Uhr während 10–120 Minuten eine Reflexionswirkung bestehe.
Die Gemeinde habe den Sachverhalt abzuklären und zu diesem Zweck im
Frühjahr einen Augenschein durchzuführen.
4. Am 17. März 2014 reichten die Eigentümer der Nachbarparzellen
K._–J._, D._, gegen A._ sowie die STWEG der
Parzelle B._ beim Gemeindevorstand eine baupolizeiliche Anzeige
mit folgenden Anträgen ein: 1. Es sei gegen die Baugesuchsteller und die Grundeigentümer in Bezug auf die in
Abweichung zur Baubewilligung der Gemeinde C._ vom 21. Februar 2012 erstellte Solaranlage auf dem Dach des Wohnhauses auf Parzelle B._ ein Verfahren auf Wiederherstellung des rechtmässigen Zustands einzuleiten.
2. Die Baugesuchsteller und die Grundeigentümer seien zu verpflichten, ein nachträgliches Baugesuch für die in Abweichung zur Baubewilligung der Gemeinde C._ vom 21. Februar 2012 erstellte Solaranlage auf dem Dach des Wohnhauses auf Parzelle B._ einzureichen und dieses sei im ordentlichen Baubewilligungsverfahren zu publizieren.
3. Unter solidarischer Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten der Baugesuchsteller und Grundeigentümer.
5. Mit Entscheid vom 27. März 2014 wies die Gemeinde das Gesuch von
I._ vom 6. Dezember 2013 ab, wogegen dieselben am 28. Mai 2014
Beschwerde beim Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden erhoben.
6. Mit Verwaltungsgerichtsurteil vom 12. März 2015 (VGU R 14 53) wurde
der Entscheid der Gemeinde C._ vom 27. März 2014 aufgehoben
und die Angelegenheit zur weiteren Abklärung des Sachverhalts im Sinne
der Erwägungen und zu neuem Entscheid an die Gemeinde
zurückgewiesen. Das Gericht erwog im Wesentlichen, dass die
Baubehörde in einem ersten Schritt hätte prüfen müssen, ob die
umstrittene Anlage den umweltrechtlichen Bestimmungen widerspreche.
Gegebenenfalls hätten die Behörden in einem zweiten Schritt zu prüfen
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gehabt, ob die nachträgliche Anordnung von Massnahmen zur
Immissionsbegrenzung verhältnismässig sei. Die Vorinstanz habe mit dem
Verzicht auf die Durchführung eines Augenscheins auf dem Balkon der
Beschwerdeführer, der für die Ermittlung des Sachverhalts bzw. um sich
einen Eindruck über die umstrittene Blendwirkung zu machen, unerlässlich
sei, gegen Art. 29 Abs. 2 BV und Art. 3 KUSV verstossen. Die Baubehörde
habe deshalb zwischen April und Mai 2015 bei schönem Wetter zwischen
ca. 15.30 und 17.00 Uhr auf dem Balkon der Beschwerdeführer einen
Augenschein durchzuführen. Bei dieser Gelegenheit sei darüber zu
befinden, ob zur weiteren Ermittlung des Sachverhalts bzw. zur
Beurteilung der Möglichkeit, die Photovoltaikanlage auf die Westseite des
Daches zu verlegen, ein Gutachten einzuholen sei.
7. Mit Eingabe vom 30. Juni 2016 ergänzten D._ ihre baupolizeiliche
Anzeige vom 17. März 2014 um folgende Rechtsbegehren: 3.1 Die Eigentümer der Photovoltaikanlage auf dem Grundstück Nr. B._ in
F._, C._, seien anzuweisen, die Emissionen der Photovoltaikanlage im Sinne von Art. 11 Abs. 2 und 3 USG auf das zulässige Mass zu begrenzen.
3.2. Eventualiter sei festzustellen, dass die Immissionen auf dem Grundstück der Anzeiger Nr. K._ in F._, C._, ausgehend vom Grundstück Nr. B._ in F._, C._, gegen die Umweltschutzgesetzgebung verstossen.
8. An der Sitzung vom 8. Juni 2017 beschloss der Gemeindevorstand
C._ zur Abklärung des Sachverhaltes und zur Beantwortung der
entsprechenden Fragen ein Fachgutachten in Auftrag zu geben. Mit
Gutachten vom 19. Dezember 2018 erachteten die Lichtgestaltende
Ingenieure L._, Winterthur, die Dauer der Reflexion an der Voa
M._ in F._ mehrere Wochen über die Massen zu hoch, dass die
Anlage nicht reflexionsarm ausgeführt sei und eine unvertretbar hohe
Blendung bei der Nutzung des Balkons während der Reflexionsdauer
auftrete. Mit Schreiben vom 12. Februar 2019 nahm A._ Stellung zum
Gutachten, wobei er monierte, dass das Gutachten weder in formeller
Hinsicht noch von den wissenschaftlichen Grundlagen und Auswertungen
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her, den Anforderungen eines Gutachtens, welches für
Behördenentscheide benötigt werde, entspreche. Die Beschwerdegegner
hingegen erachteten in ihrer Eingabe vom 29. Mai 2019 das Gutachten als
vollständig und schlüssig. Mit Schreiben vom 23. September 2019 wurden
die sich aufgrund der Stellungnahme von A._ zum Gutachten
ergebenden ergänzenden Fragen der Gemeinde C._ durch den
Gutachter der Lichtgestaltende Ingenieure L._ beantwortet.
9. Mit Entscheid vom 20. Februar 2020 erkannte der Gemeindevorstand
C._ was folgt: 1. Es wird festgestellt, dass die Photovoltaikanlage auf Grundstück Nr. B._,
F._, Art. 11 Abs. 2 USG verletzt. Dieser Zustand ist von A._ und der Stockwerkeigentümergemeinschaft Grundstück Nr. B._, F._, zu beheben.
2. A._ und die Stockwerkeigentümergemeinschaft Grundstück Nr. B._, F._, werden verpflichtet, innert 30 Tagen seit Rechtskraft dieser Verfügung, ein Baugesuch für eine Aufständerung der bestehenden Anlage zur Publikation einzureichen. Das Baugesuch hat die erforderlichen Pläne sowie einen Bericht über die Reflexionswirkung der Anlage und die beleuchteten Areale zu enthalten. Im Falle der Entfernung der Anlage innert dieser Frist ist dem Bauamt Meldung zu erstatten.
3. Wird das Baugesuch nicht vollständig innert der angegebenen Frist eingereicht, geht die Baubehörde davon aus, die Betroffenen verzichten auf eine Behebung des Mangels, und wird nach Androhung die Entfernung der Anlage auf Kosten von A._ und der Stockwerkeigentümergemeinschaft Grundstück Nr. B._, F._, durch Dritte anordnen.
4. Die Verfahrenskosten im Betrag von CHF 15'223.40, bestehend aus den Staatsgebühren von CHF 2'360.00, den Kosten des Gutachtens von CHF 12'863.40, gehen zu Lasten von A._ und sind innert 30 Tagen seit der Mitteilung dieses Entscheides an die Finanzverwaltung C._ zu überweisen.
5. Aussergerichtlich werden keine Entschädigungen gesprochen.

## Considerations