# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 3ac3ebe0-96d9-456d-abf0-50f8c913a905
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2015
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
X._
ist der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich
(SVA)
, Ausgleichskasse,
seit 1. Februar 2015
als
Selbständigerwerbender
angeschlossen
(Urk. 6/13). Am 3.
März 2015
beantragte er bei der Familienausgleichskasse der SVA die Ausrichtung von Kinderzulagen
für
Selbständigerwerbende
für seine beiden Kinder
Y._
, geboren Dezember 2000 und
Z._, geboren
November 2003
, ab
dem 1.
Februar 2015
(Urk.
6/11). Mit Verfügung vom 23. März 2015 verneinte die Familienausgleichskasse einen Anspruch von
X._
auf Familienzulagen
,
was sie im Wesentlichen damit begründete, dass die Kinder
überwiegend bei der (von ihm geschiedenen und ebenfalls selbständig erwerbstätigen
)
Mutter leben würden
, weshalb die Zulagen
ihr
auszuzahlen seien (Urk.
6/15). Eine
am 31.
März 2015
gegen diese Verfügung
erhobene Einsprache (Urk.
6/16) wies die Familienausgleichskasse mit
Einspracheentscheid
vom
16.
April
2015 ab (Urk.
2).
2.
Hiegegen
erhebt
X._
hierorts mit Eingabe vom 5.
Mai 2015 Beschwerde mit dem sinngemässen Antrag auf Aufhebung des angefochtenen Entscheides sowie
Zusprache
der
Familienzulagen an
ihn
persönlich
; zudem seien die Kosten des
Verfahrens der Familienausgleichskasse aufzuerlegen
(Urk.
1).
Die Familienausgleichskasse stellt mit Vernehmlassung vom
2. Juni 2015
Antrag auf Abweisung der Beschwerde
. I
n verfahrensrechtlicher Hinsicht
beantragt sie alsdann
, es sei der Beschwerde die aufschiebende Wirkung zu entziehen (Urk. 5).
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
D
ie Vernehmlassung der Beschwerdegegnerin
vom 2. Juni 2015
enthält
in materieller Hinsicht
keine
wesentlichen neuen Aspekte, weshalb kein zweiter Schriftenwechsel
durchzuführen
ist
(
vgl.
dazu Ko
bel, in: Zünd/Pfiffner
Rauber
[Hrsg.], Kommentar zum Gesetz über das Sozial
versicherungsgericht des Kantons Zürich, 2. Auflage, Zürich/Basel/Genf 2009, N 20 zu § 19 sowie
zum Antrag um Entzug der aufschiebenden Wirkung der Beschwerde
E.
6
hienach
)
.
Da sich
der vorliegende
Prozess
alsdann
als spruchreif
erweist
, besteht
kein Anlass für Weiterungen
, we
s
h
alb
das Verfahren ohne Weiteres der Erledigung zugeführt und
die Vernehmlassung der Beschwerdegegnerin mit dem vorliegenden Endentscheid zu
ge
stell
t werden kann
.
2.
2.1
Familienzulagen sind einmalige oder periodische Geldleistungen, die ausgerichtet werden, um die finanzielle Belastung durch ein oder mehrere Kinder teilweise auszugleichen
(Art. 2 des Bundesgesetzes über die Familienzulagen,
FamZG
). Für das gleiche Kind wird nur eine Zulage derselben
Art ausgerichtet. Die Differenzzahlung nach Art. 7 Abs. 2
FamZG
bleibt vorbehalten
(Art. 6
FamZG
)
.
2.2
Haben mehrere Personen für das gleiche Kind Anspruch auf Familienzulagen nach eidgenössischem oder kantonalem Recht, so steht der Anspruch
nach Art. 7 Abs. 1
FamZG
in nachstehender Reihenfolge zu:
a.
der erwerbstätigen Person;
b.
der Person, welche die elterliche Sorge hat oder bis zur Mündigkeit des
Kindes hatte;
c.
der Person, bei der das Kind überwiegend lebt oder bis zu seiner
Mündigkeit lebte;
d.
der Person, auf welche die Familienzulagenordnung im Wohnsitzkanton
des Kindes
anwendbar ist;
e.
der Person mit dem höheren AHV-pflichtigen Einkommen aus
unselbstständiger Erwerbstätigkeit;
f.
der Person mit dem höheren AHV-pflichtigen Einkommen aus
selbstständiger Erwerbstätigkeit.
2.3
Anspruchsberechtigte Personen, die auf Grund eines Gerichtsurteils oder einer Vereinbarung zur Zahlung von Unterhaltsbeiträgen für Kinder verpflichtet sind, müssen die Familienzulagen zusätzlich zu den Unterhaltsbeiträgen entrichten
(Art.
8
FamZG
)
.
2.4
Werden die Familienzulagen nicht für die Bedürfnisse einer Person verwendet, für die sie bestimmt sind, so kann diese Person oder ihr gesetzlicher Vertreter verlangen, dass ihr die Familienzulagen in Abweichung von Artikel 20 Absatz 1 ATSG auch ohne Fürsorgeabhängigkeit ausgerichtet werden
(Art. 9
Abs.1
FamZG
)
.
3.
3.1
Die Familien
ausgleichskasse begründete den angefochtenen
E
insprachee
ntscheid
im Wesentlichen damit, dass die Mutter der Kinder aufgrund Art. 7 Abs. 1
lit
. c
FamZG
vorrangig anspruchsberechtigt sei. Daran vermöchten auch die
Regelungen
im Scheidungsurteil nichts zu ändern (Urk. 2).
3.2
Dagegen macht der Beschwerdeführer zur Hauptsache geltend, dass das Budget im Scheidungsurteil geregelt worden sei.
Er
komme für
alle Auslagen seiner Exfrau und Kinder
auf
, weshalb die Kinderzulagen
an ihn auszurichten seien
. Alsdann würden die Kinder hälftig
(„50/50“)
sowohl durch ihn wie auch seine Exfrau betreut. Schliesslich bestehe keine Anspruchskonkurrenz, da auch die Exfrau bei der Familienausgleichskasse schriftlich die Auszahlung
der Zulagen
an ihn verlangt habe (Urk. 1).
4.
4.1
Aus dem bei den Akten liegenden
Scheidungsurteil des Bezirksgeric
hts
A._
vom 28.
August 2013 bzw
.
der damit genehmigten Vereinbarung
vom 27. August 2013
über die Scheidungsfolgen (Urk. 6/14) geht
im hier interessierenden Zusammenhang
hervor, das
s
die Kinder
Y._
und
Z._
unter der gemeinsamen elterlichen Sorge belassen w
u
rden (
vgl.
Ziff. 2 des gerichtlichen
Erkenntnisses
). Weiter ist ersichtlich, dass die Kinder b
ei ihrer Mutter wohnen
,
wobei
der Beschwerdeführer
die Kinder
gemäss Betreuungsplan
an zwei Wochenenden im Monat sowie jeden Mittwochnachmittag
, Mittwochabend und Donnerstaga
bend
betreut
. Ausserdem verbringen die Kinder zwei Ferienwochen zusammen mit dem Beschwerdeführer (
vgl.
Ziff. 3 der
genehmigten
Vereinbarung
vom 27. August 2013
über die Scheidungsfolgen). Der Gesuchsteller verpflichtete sich alsdann, an die Kosten des Unterhalts und der Erziehung der Kinder
monatlich Kinderunterhaltsbeiträge
„
(zuzüglich gesetzlicher oder vertraglicher Kinderzulagen)
“
in Höhe von
Fr.
1
‘
000.
--
für jedes Kind ab Rechtskraft des Scheidungsurteils bis zum ordentlichen Abschluss einer angemessenen Ausbildung
zu bezahlen, zahlbar monatlich im Voraus jeweils auf den Ersten eines jeden Monats. Diese Zahlungsmodalitäten gelten auch über die Mündigkeit hinaus, solange die Kinder im Haushalt der Gesuchstellerin leben und keine eigenen Ansprüche gegenüber dem Gesuchsteller stellen bzw. keinen anderen Zahlungsempfänger bezeichnen
(
vgl.
Ziff. 4 der Vereinbarung über die Scheidungsfolgen vom 27. August 2013).
4.2
Da beide Eltern
selbständig
erwerbstätig sind und eine gemeinsame elterliche Sorge besteht, erlauben die Kriterien nach Art. 7 Abs. 1
lit
. a
und b
FamZG
keinen Entscheid bezüglich der
Anspruch
s
konkurrenz.
Wie die Verwaltung
zu Recht erkannte,
ist
jedoch
gestützt auf
Art. 7 Abs. 1
lit
.
c
FamZG
vom vorrangigen Anspruch der Mutter auszugehen
.
So kommt die
Bestimmung von Art. 7 Abs. 1
lit
. c
F
amZG
gerade
dort zum Zuge, wo die Eltern
– wie vorliegend –
nach der Ehescheidung die gemeinsame elterliche Sorge haben und nicht zusammen wohnen (
BBl
. 2004 S. 6905, sowie
Kieser
/
Reichmuth
, a.a.O.,
Rz
63 zu Art.
7). In
diesem Fall
geht
der Elternteil vor, bei dem das Kind wohnt (
BBl
.
2004 S. 6905).
W
ie aus der
im Scheidungsurteil
genehmigten Vereinbarung
üb
er die Scheidungsfolgen vom 27.
August 2013
ersichtlich ist
– und auch beschwerdeweise nicht
abweichend
geltend gemacht wird - werden
die Kinder
in den
vorerwähnten
Zeiten (jeden Mittwochnachmittag, Mit
twochabend und Donnerstaga
bend, an
zwei Wochenenden im Monat sowie
während
zwei Ferienwochen)
zwar
durch
den Beschwerdeführer betreut
(Ziff. 3)
.
Doch wohnen
sie
(
ausschliesslich
)
im Haushalt der Mutter
(vgl. auch Ziff. 4)
, was
sich auch
aus der An
meldung
des Beschwerdeführers
zum Bezug von Familienzulagen
ergibt
,
in welcher der Beschwerdeführer
bei beiden Kindern
ausdrücklich
verneinte
, dass
sie
in seinem („
im gemeinsamen
“)
Haushalt leben
würden
(Urk. 6/11 S. 2 und 3).
Die
Kinder
leben damit
fraglos
Sinne von Art. 7 Abs. 1
lit
.
c
FamZG
über
wiegend bei der Mutter
, welche dadurch
jedenfalls
im täglichen Umgang
auch
zumindest
überwiegend für
die Erfüllung der
Grundbedürfnisse
der Kinder sorg
en dürfte
(vgl.
Kieser
/
Reichmuth
,
a.a.O
,
Rz
. 61 zu Art. 7).
4.3
Soweit sich der Beschwerdeführer zur Begründung
seines
Begehrens
um Auszahlung an ihn
(
wie schon
einspracheweise
)
zur Hauptsache auf das Urteil des Bezirksgericht
s
vom 28. August 2013
sowie die darin genehmigte Konvention über die Scheidungsfolgen
vom 27.
August 2013
stütz
t
,
verkennt er deren Tragweite
.
So
setzt
der
darin
bezüglich
Kinderzulagen
enthaltene Passus „(zuzüglich gesetzlicher oder vertraglicher Kinderzulagen)“
l
edigli
ch
de
n
auch in
Art. 8
FamZG
statuierten Grundsatz um
,
wonach
– allfällige vom unterhaltspflichtigen Elternteil bezogene -
Zulagen zusätz
lich zu den Unterhaltsbeiträgen
zu leisten sind
(vgl. E. 2.3
hievor
)
.
Entgegen der offenbaren
Auffassung
des Beschwerdeführers
wird
damit
aber
nicht
de
r
Anspruch auf Familienzulagen
als solcher geregelt
beziehungswese
vorliegend
fest
gelegt
,
dass
d
er
Zulagena
nspruch
dem Beschwerdeführer
zustehen würde
.
E
in solcher Entscheid wäre
(im Scheidungsurteil)
unzulässig, handelt es sich bei
den Familienzulagen
doch
um einen
öffentlich-
rechtlichen Anspruch, über den ein Zivilgericht
nicht entscheiden kann (vgl. dazu
Kieser
/
Reichmuth
, Praxiskommentar
FamZG
,
Art. 8
, insbes.
Rz
4)
.
Aber auch die weiteren Ausführungen in der Beschwerde vermögen die Richtigkeit des angefochtenen Entscheides nicht in Frage zu stellen.
So änderte
a
m nachrangigen Anspruch
des Beschwerdeführers
auch nichts, wenn zutreffen sollte, dass
er
- wie er
(
wohl
)
im Hinblick
auf Art. 7 Abs. 1
lit
. f
FamZG
vorbringt
– über ein höheres Einkommen
als die
Kindsm
utter v
erfügte.
So sind
die in Art. 7 Abs. 1
FamZG
zur Bestimmung der vorrangig anspruchsberechtigten Per
son vorgesehenen Kriterien
in der durch das Gesetz vorgegebenen Reihenfolge zu prüfen; nur
wenn
das jeweils vorrangig
e
Kriterium keine Regelung der Anspruchskonkurrenz erlaubt
,
kann auf das jeweilig nachrangige zurückgegriffen werden (vgl.
Kieser
/
Reichmuth
, a.a.O., Art. 7
Rz
. 39 und 63
).
Vorliegend ist – wie erwähnt - der Anspruch nach Art. 7 Abs. 1
lit
. c
FamZG
zu bestimmen, weshalb für eine Anwendung von Art. 7 Abs. 1
lit
. f
FamZG
kein Raum verbleibt.
Aber auch soweit
der Beschwerdeführer geltend macht, dass gar keine Anspruchskonkurrenz bestehe, da auch die Mutter
der Kinder – im Einvernehmen mit
ihm
–
die Auszahlung
an ihn verlange
(
vgl.
deren
Schreiben vom
1.
April 2015
an die Familienausgleichskasse
, worin
auch
sie unter Hinweis auf das Scheidungsurteil die Auszahlung an den Beschwerdeführer verlangt
; vgl. Urk.
6/21
)
ändert
dies
nichts
. Wie da
s Bundesgericht in
BGE 1
3
9 V 429 klar festgehalten
hat, ist
aufgrund der Materialien ersichtlich
, dass
der Gesetzgeber kein Wahlrecht mehrerer anspruchsberechtigter Personen
einführen
wollte
, wer von
ihnen die Zulage beziehen soll
(vgl. E. 4.2 von BGE 129 V 429)
, weshalb auch das gemeinsame Begehren
keinen vorrangigen
Anspruch des Beschwerdeführers
ergibt
.
S
chliesslich
wird vorliegend auch keine Konstellation
geltend gemacht
,
die
eine Drittauszahlung
nach Art. 9
FamZ
G
rechtfertigen würde
.
4.
4
Zusammenfassend ergibt sich daher, dass die Verwaltung den
vorrangigen
Anspruch des Beschwerdeführers auf Familienzulagen
(beziehungsweis
e
eine Auszahlung derselben an ihn
)
ab 1. Februar 2015 zu Recht verneint hat, weshalb die Beschwerde abzuweisen ist.
5.
Mit Ausfällung des vorliegenden Entscheids wird der Antrag um Entzug der aufschiebenden Wirkung der Beschwerde gegenstand
s
los.
Das Gericht
erkennt
:
1.
Die Beschwerde wird abgewiesen.
2.
Das Verfahren ist kostenlos.
3
.
Zustellung gegen Empfangsschein an:
X._
, unter Beilage des Doppels von Urk. 5
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, Familienausgleichskasse
Bundesamt für Sozialversicherungen
4
.