# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 66410c6a-92d2-4dd0-bfdc-a64397ed16ea
**Court:** ZH_OG
**Chamber:** ZH_OG_002
**Year:** 2018
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

betreffend versuchte schwere Körperverletzung
Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichtes Dietikon vom 1. März 2017 (DG150041)
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Anklage:
Die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich vom
12. November 2015 (Urk. 24) ist diesem Urteil beigeheftet.
Urteil der Vorinstanz:
1. Der Beschuldigte ist schuldig der versuchten schweren Körperverletzung im
Sinne von Art. 122 StGB i.V.m. Art. 22 Abs. 1 StGB.
2. Der Beschuldigte wird bestraft mit 18 Monaten Freiheitsstrafe, wovon 40 Ta-
ge durch Untersuchungshaft erstanden sind.
3. Der Vollzug der Freiheitsstrafe wird aufgeschoben und die Probezeit auf
2 Jahre festgesetzt.
4. Die mit Verfügung der Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich vom 8. Juni
2015 beschlagnahmten Vermögenswerte (Buchgeld) in der Höhe von
Fr. 13'000.– (eingebucht bei der Bezirksgerichtskasse Dietikon; vgl. Beleg
Nr. ...) werden definitiv beschlagnahmt und zur Deckung der Verfahrenskos-
ten (ausgenommen die Kosten der amtlichen Verteidigung) verwendet. Ein
allfälliger Restbetrag wird nach Eintritt der Rechtskraft des Urteils dem Be-
schuldigten auf erstes Verlangen herausgegeben.
5. Die Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf:
Fr. 5'100.00 ; die weiteren Kosten betragen:
Fr. 3'000.00 Gebühr für das Vorverfahren;
Fr. 2'900.60 Auslagen (Gutachten);
Fr. 1'278.25 Auslagen (Gutachten);
Fr. 560.00 Auslagen Polizei;
Fr. 168.75 Entschädigung Übersetzerin (betr. Zeugin B._).
Allfällige weitere Auslagen bleiben vorbehalten.
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6. Rechtsanwalt lic. iur. X2._ wird für seine Aufwendungen als amtlicher
Verteidiger des Beschuldigten aus der Gerichtskasse mit Fr. 16'100.– (inkl.
Barauslagen und 8 % MwSt.) entschädigt.
7. Die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens, ausge-
nommen diejenigen der amtlichen Verteidigung, werden dem Beschuldigten
auferlegt.
8. Die Kosten der amtlichen Verteidigung werden auf die Gerichtskasse ge-
nommen; vorbehalten bleibt eine Nachforderung gemäss Art. 135 Abs. 4
StPO.
Berufungsanträge:
a) Der Verteidigung des Beschuldigten:
(Urk. 70 S. 2)
Die Berufung der Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich gegen das Urteil
des Bezirksgerichts Dietikon vom 1. März 2017 sei abzuweisen und das
erstinstanzliche Urteil zu bestätigen, indem der Beschuldigte zu einer Frei-
heitsstrafe von 18 Monaten zu verurteilen sei, unter Anrechnung der erstan-
denen Untersuchungshaft und unter Gewährung des bedingten Vollzugs mit
einer Probezeit von zwei Jahren.
Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen.
b) Der Vertreterin der Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich:
(Urk. 69 S. 1)
1. Es sei das Urteil des Bezirksgerichts Dietikon vom 1. März 2017 be-
züglich des Schuldpunkts, der Nebenfolgen des Urteils und den Kos-
ten- und Entschädigungsfolgen zu bestätigen.
2. Der Beschuldigte sei mit 30 Monaten Freiheitsstrafe zu bestrafen.
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3. Der Vollzug der Freiheitsstrafe sei im Umfang von 12 Monaten zu voll-
ziehen. Im Umfang von 18 Monaten sei die Freiheitsstrafe aufzuschie-
ben und die Probezeit auf zwei Jahre festzusetzen.
4. Die erstandene Haft sei dem Beschuldigten anzurechnen.
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## Considerations

Erwägungen:
I.
1. Mit Urteil vom 1. März 2017 sprach das Bezirksgericht Dietikon den Be-
schuldigten der versuchten schweren Körperverletzung schuldig, bestrafte ihn mit
einer bedingten Freiheitsstrafe von 18 Monaten, entschied über die Verwendung
beschlagnahmter Vermögenswerte und regelte die Kosten- und Entschädigungs-
folgen (Urk. 53 S. 31 f.).
2.1 Gegen das mündlich eröffnete Urteil (Prot. I S. 31) meldete die Staatsan-
waltschaft IV des Kantons Zürich am 6. März 2017 rechtzeitig Berufung an
(Urk. 44; Art. 399 Abs. 1 StPO) und reichte der erkennenden Kammer in der Fol-
ge auch fristwahrend ihre schriftliche Berufungserklärung ein (Urk. 54; vgl.
Urk. 52/2; Art. 399 Abs. 3 i.V.m. Art. 90 StPO). Der Beschuldigte erklärte mit Ein-
gabe vom 8. September 2017 Anschlussberufung (Urk. 57), zog diese am 10. Ja-
nuar 2018 jedoch wieder zurück und erklärte, nunmehr die Bestätigung des vo-
rinstanzlichen Urteils zu beantragen (Urk. 65).
2.2 Mit Verfügung vom 8. November 2017 wurde der bisherige amtliche Vertei-
diger, Rechtsanwalt lic. iur. X2._, auf Antrag des Beschuldigten entlassen
und Rechtsanwältin lic. iur. X1._ mit Wirkung ab 7. November 2017 als neue
amtliche Verteidigerin des Beschuldigten bestellt (Urk. 62). Mit Eingabe vom
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6. Dezember 2017 reichte Rechtsanwalt lic. iur. X2._ seine Schlussrechnung
ein (Urk. 64).
3. Die Berufungsverhandlung fand heute in Anwesenheit des Beschuldigten
statt (Prot. II S. 5 ff.).
II.
1.1 Vom Rückzug der Anschlussberufung des Beschuldigten ist Vormerk zu
nehmen.
1.2 Die Berufung der Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich richtet sich ge-
gen die Dispositivziffern 2 (Strafe) und 3 (Vollzug) des vorinstanzlichen Entschei-
des (Urk. 54). Nicht angefochten und in Rechtskraft erwachsen ist das Urteil des
Bezirksgerichts Dietikon damit hinsichtlich der Dispositivziffern 1 (Schuldspruch),
4 (Verwendung beschlagnahmter Vermögenswerte) sowie 5 bis 8 (Kostendisposi-
tiv), was vorab festzustellen ist.
2.1 Der Beschuldigte hat die zu beurteilende Straftat vor Inkrafttreten der seit
1. Januar 2018 geltenden neuen Bestimmungen des Allgemeinen Teils des Straf-
gesetzbuches (Änderung des Sanktionenrechts; AS 2016 1249) begangen. Das
geltende (neue) Recht ist daher auf diese nur anzuwenden, sofern es für den Be-
schuldigten im konkreten Fall zu einem günstigeren Ergebnis führt (Art. 2 Abs. 2
StGB; DONATSCH, in: Donatsch/Heimgartner/Isenring/Weder [Hrsg.], Kommentar
zum StGB, 20. Auflage 2018, Art. 2 N 10). Das ist nicht der Fall, da das geltende
(neue) Sanktionenrecht grundsätzlich keine mildere Bestrafung vorsieht und eine
Gesamtstrafenbildung gemäss Art. 46 Abs. 1 StGB, welche zu einem für den Tä-
ter günstigeren Ergebnis führt, vorliegend nicht zur Diskussion steht.
2.2 Art. 122 aStGB sieht für eine schwere Körperverletzung einen ordentlichen
Strafrahmen von Geldstrafe von mindestens 180 Tagessätzen bis zu 10 Jahren
Freiheitsstrafe vor. Innerhalb des Strafrahmens bemisst das Gericht die Strafe
nach dem Verschulden des Täters, wobei das Vorleben und die persönlichen
Verhältnisse des Täters sowie die Wirkung der Strafe auf dessen Leben zu be-
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rücksichtigen sind (Art. 47 Abs. 1 StGB). Das Verschulden wird dabei nach der
Schwere der Verletzung oder Gefährdung des betroffenen Rechtsguts, nach der
Verwerflichkeit des Handelns, den Beweggründen und Zielen des Täters sowie
danach bestimmt, wie weit dieser nach den gesamten Umständen in der Lage
war, die Gefährdung oder Verletzung zu vermeiden (Art. 47 Abs. 2 StGB). Für die
Zumessung der Strafe ist zwischen der Tat- und der Täterkomponente zu unter-
scheiden. Bei der Tatkomponente ist als Ausgangspunkt die objektive Schwere
des Delikts festzulegen und zu bewerten. Dabei ist anhand des Ausmasses des
Erfolgs sowie aufgrund der Art und Weise des Vorgehens zu beurteilen, wie stark
das strafrechtlich geschützte Rechtsgut beeinträchtigt wurde. Ebenfalls von Be-
deutung ist die kriminelle Energie sowie ein allfälliger Versuch, wobei ein solcher
nur dann verschuldensrelativierend wirkt, wenn der Täter aus eigenem Antrieb zu-
rückgetreten ist. Ansonsten ist ein Versuch als verschuldensunabhängige Tat-
komponente strafreduzierend zu berücksichtigen. Hinsichtlich des subjektiven
Verschuldens sind insbesondere das Motiv, die Beweggründe, die Willensrichtung
sowie das Mass an Entscheidungsfreiheit des Täters zu beurteilen. Dabei ist ge-
gebenenfalls insbesondere auch einer verminderten Schuldfähigkeit und dem
Handeln in Notwehrexzess verschuldensmindernd Rechnung zu tragen. Die Tä-
terkomponente umfasst die persönlichen Verhältnisse und das Vorleben, insbe-
sondere frühere Strafen oder Wohlverhalten, sowie das Verhalten nach der Tat
und im Strafverfahren, insbesondere Reue und Einsicht oder ein Geständnis
(BGE 123 IV 49 E. 2; BGE 136 IV 55).
3.1 Bei der Bewertung der objektiven Tatschwere ist gedanklich vom vollende-
ten Delikt und damit hinsichtlich des Taterfolges von schweren Verletzungen im
Sinne von Art. 122 aStGB auszugehen. Konkret nahm der Beschuldigte, wie die
Vorinstanz richtig erwog (Urk. 53 S. 8 ff., 15), durch einen Faustschlag insbeson-
dere schwere Kopf- bzw. Hirnverletzungen in Kauf, welche lebensgefährlich sein
und/oder zu schweren bleibenden Beeinträchtigungen führen können und somit
auch innerhalb des Tatbestandes von Art. 122 aStGB zu den schweren Verlet-
zungen gehören. Die Tat war sodann zwar nicht geplant, der Beschuldigte agierte
aus dem Moment heraus, und der Beschuldigte schlug nur einmal zu. Wie die Vo-
rinstanz richtig erwog, handelte es sich beim Faustschlag jedoch um einen Akt
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roher Gewalt, der den Geschädigten unvorbereitet traf. Mit seinem Verhalten of-
fenbarte der Beschuldigte objektiv ein erschreckendes Mass an Hemmungslosig-
keit und Brutalität. Objektiv ist das Tatverschulden vor diesem Hintergrund als mit-
telschwer zu gewichten.
3.2 In subjektiver Hinsicht ist relativierend zu berücksichtigen, dass sich die Tat
aus einer verbalen Konfrontation ergab, die Täter und Opfer gleichermassen ge-
sucht hatten und der Beschuldigte lediglich eventualvorsätzlich handelte (BGE
6P.119/2003 E. 7.5). Die Eskalation der Ereignisse hat der Beschuldigte aller-
dings alleine zu verantworten. Eine Notwehrlage war objektiv nicht gegeben. Fer-
ner verneinte die Vorinstanz auch das Vorliegen einer Putativnotwehrlage mit zu-
treffender Begründung (Urk. 53 S. 17 f.). Da der Beschuldigte ausserhalb einer
tatsächlichen oder vermeintlichen Notwehrsituation handelte, liegt auch kein Not-
wehrexzess im Sinne von Art. 16 StGB vor (vgl. BGE 6B_853/2016 E. 2.2.1 und
E. 3.2.3), dem verschuldensmindernd Rechnung zu tragen wäre. Ergänzend ist zu
betonen, dass dem Beschuldigten grundsätzlich nicht geglaubt werden kann,
wenn er behauptet, aus Angst bzw. einem Gefühl der Bedrohung heraus gehan-
delt zu haben (Prot. II S. 16). Bereits die Vorinstanz wies richtig daraufhin, dass
die unbeteiligte und in jeder Hinsicht glaubwürdige Tatzeugin B._ (Urk. 53
S. 7) die Ereignisse grundsätzlich glaubhaft geschildert (Urk. 53 S. 9) und unter
anderem angegeben hatte, dass der Geschädigte im Zeitpunkt des Angriffs des
Beschuldigten dort gestanden und seine beiden Hände in die Hüfte gestemmt ge-
habt habe (Urk. 53 S. 18 f. mit Hinweis auf Urk. 9/2 S. 5). Die Behauptung des
Beschuldigten, der Geschädigte habe seine linke Hand in einer komischen Positi-
on bzw. so versteckt gehalten, als habe er eine Waffe oder ein Messer in der
Hand (Urk. 7/1 S. 2; Prot. I S. 7 ff.; Prot. II S. 16), erweist sich damit als Schutz-
behauptung, zumal sie bereits in sich wenig überzeugend ist (vgl. dazu die Vor-
halte des Vorsitzenden in der gerichtlichen Befragung vor erster Instanz, Prot. I
S. 7 f.). Dazu kommt, dass der grosse und muskulöse Beschuldigte im Tatzeit-
punkt körperlich fit war und als ehemaliger Kickboxer grundsätzlich auch davon
ausgehen konnte, dass er einem Gegner in einer physischen Auseinandersetzung
ohne Waffen technisch nicht unterlegen sein würde (Urk. 7/3 S. 6; Prot. I S. 12,
25). Sein Gegner in der konkreten Situation, der Geschädigte, war zudem deutlich
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älter (Jahrgang 1962) als der Beschuldigte. Die Behauptung des Beschuldigten,
er habe aus Angst gehandelt, wobei er seine Angst wesentlich mit der Angst vor
einer Schnittverletzung begründete (Urk. 7/3 S. 5; Prot. I S. 25), fällt damit in sich
zusammen. Vielmehr liegt die Vermutung nahe, dass er aus Verärgerung und
Dominanzstreben bei gleichzeitiger Hilflosigkeit (vgl. Urk. 7/1 S. 2 ["Da ich in
Deutscher Sprache mich nicht so gut artikulieren und somit nicht so gut streiten
kann, gab ich keine Antwort auf seine Fragen"]) handelte. Letztlich kann und
muss das Motiv des Beschuldigten aber offen bleiben. Es ist einzig festzuhalten,
dass jedenfalls ein verschuldensrelativierendes Motiv nicht ersichtlich ist. Insge-
samt relativiert die subjektive Tatschwere die objektive Schwere des Delikts damit
nur leicht.
3.3 Ausgehend vom vollendeten Delikt ist daher das Tatverschulden des Be-
schuldigten insgesamt im Rahmen des Tatbestands der schweren Körperverlet-
zung als mittelschwer zu bewerten, womit eine hypothetische Einsatzstrafe von
um die vier Jahre Freiheitsstrafe als angemessen erscheint.
4.1 Diese hypothetisch schuldangemessene Einsatzstrafe ist jedoch aufgrund
des Umstandes zu reduzieren, dass es beim Delikt zum Nachteil des Geschädig-
ten beim Versuch geblieben ist. Dabei hängt das Mass der zulässigen Strafreduk-
tion unter anderem von der Nähe des tatbestandsmässigen Erfolgs und von den
tatsächlichen Folgen der Tat ab. Je näher der tatbestandsmässige Erfolg und je
schwerwiegender die tatsächlichen Folgen der Tat waren, desto weniger wird die
Strafe reduziert (BGE 121 IV 49 E. 1b).
4.2 Als Folge der Gewalteinwirkung erlitt der Geschädigte eine Gehirnerschütte-
rung mit begleitender Erinnerungslücke, einen verschobenen Unterkieferbruch
rechts, eine Riss-Quetschwunde am Hinterkopf rechtsseitig eine grossflächige
Weichteilschwellung der rechten Wange, diskrete kleinflächige Blutergüsse und
Hautabschürfungen an den Armen und eine Brustkorbprellung (Urk. 10/3 f.;
Urk. 10/11; Urk. 11/1 S. 6). Die Verletzungen (Gehirnerschütterung und Unterkie-
ferbruch) machten einen rund einwöchigen Spitalaufenthalt, der Unterkieferbruch
zusätzlich eine Operation nötig. Der Geschädigte war während gut drei Wochen
zu 100% und danach aufgrund von Schwindelbeschwerden noch mindestens
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rund zwei Monate teilweise arbeitsunfähig (Urk. 10/6 ff.; Urk. 10/13; Urk. 10/15;
vgl. auch Urk. 8/3 S. 4 ff.). Die dem Geschädigten tatsächlich zugefügten Verlet-
zungen liegen von ihrer Schwere her damit im oberen Bereich derjenigen Beein-
trächtigungen, die unter den Straftatbestand der einfachen Körperverletzungen
von Art. 123 StGB fallen. Dass es bei solchen blieb und es nicht zum Beispiel zu
schweren Kopf- und/oder Hirnverletzungen kam, welche lebensgefährlich werden
und/oder zu schweren bleibenden Schäden führen können, ist allerdings nur dem
Zufall zu verdanken. Anders als dies die Verteidigerin geltend machte, ist der Um-
stand, dass es nicht zu schwerwiegenderen Verletzungen insbesondere nicht auf
darauf zurückzuführen, dass der Beschuldigte als Rechtshänder den Geschädig-
ten nicht mit der rechten, sondern mit der linken Seite schlug (Urk. 70 S. 5; Prot. II
S. 19 f.). Als Kickboxer trainierte der Beschuldigte sowohl die linke als auch die
rechte Hand. Ausserdem konnte er die ausgeübte Kraft kontrollieren, wie er dies
selber sagte (Prot. II S. 21). Beim verabreichten Faustschlag handelte es sich um
einen Kinnhaken, durch welchen der Geschädigte sofort bewusstlos wurde (K.O.-
Schlag) und unkontrolliert stürzte. Der unkontrollierte Sturz barg aber das unkon-
trollierbare Risiko schwererer Verletzungen. Dass diese ausblieben, ist wie erwo-
gen und entgegen der Verteidigung (Prot. II S. 19 f.) allein dem Zufall zu verdan-
ken. Dass der Beschuldigte den Geschädigten aufzufangen versuchte bzw. den
Sturz zu mildern vermochte, ist durch die Aussagen der Zeugin B._ widerlegt
(Urk. 9/2 S. 3). Vor diesem Hintergrund scheint eine Reduktion der hypotheti-
schen Einsatzstrafe für das vollendete Delikt auf um die 38 - 40 Monate Freiheits-
strafe als angemessen.
5.1 Der Beschuldigte wurde am tt. November 1985 in Bosnien-Herzegowina ge-
boren und wuchs zusammen mit drei Brüdern und einer Schwester bei seinen El-
tern in einem Dorf in der Nähe von C._ auf. Mit Ausbruch des Krieges zog
die Familie für fünf Jahre in die Stadt C._, wobei ein Bruder des Beschuldig-
ten im Krieg sein Leben verlor. Der Beschuldigte durchlief die achtjährige Grund-
schule und besuchte anschliessend für vier Jahre eine Schule für Tourismus. In
Bosnien-Herzegowina absolvierte er ein Praktikum als Koch. Weitere Arbeitser-
fahrungen im Tourismusbereich hat er dagegen nicht. Am tt. September 2006 hei-
ratete er seine erste Ehefrau, worauf er im Dezember 2006 in die Schweiz kam.
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Die gemeinsamen Söhne leben bei der Exfrau, von der er seit Herbst 2015 ge-
schieden ist. Heute ist der Beschuldigte wieder verheiratet und hat mit seiner jet-
zigen Frau zwei gemeinsame Töchter. In der Schweiz arbeitete er zunächst auf
dem Bau sowie als Bodyguard eines Zürcher Diskothekenbesitzers. Anschlies-
send führte er während rund zwei Jahren eine eigene Firma als Betonbohrer.
Dann kam es zu einem Arbeitsunfall, bei welchem er sich einen Sehnenriss an
der Hand zuzog und daher für eine gewisse Zeit auf Leistungen der SUVA ange-
wiesen war. Danach arbeitete er als Bodenleger in einem 50 % Arbeitspensum.
Anlässlich der Berufungsverhandlung erklärte der Beschuldigte, seit November
2017 wieder 100 % zu arbeiten. Er sei Hilfsarbeiter in einer Elektrofirma und ver-
diene mit dieser Tätigkeit Fr. 5'100.– netto pro Monat. Seine Ehefrau ist ebenfalls
berufstätig und verdient ca. Fr. 5'000.– pro Monat. Für die Kinder aus der früheren
Ehe hat er Kinderunterhaltsbeiträge im Umfang von Fr. 1'200.– pro Monat zu leis-
ten. Zudem bezahlt der Beschuldigte für Kleinkreditschulden monatliche Tilgungs-
raten von Fr. 1'000.– sowie für seinen Range Rover monatliche Leasingraten von
Fr. 1'200.–. Über Vermögen verfüge er nach eigenen Angaben nicht mehr
(Urk. 7/4; Urk. 7/7; Prot. I S. 14 ff.; Prot. II S. 8 ff.). Aus der Biografie und den Le-
bensumständen des Beschuldigten ergibt sich nichts für die Strafzumessung Re-
levantes.
5.2 Der Beschuldigte weist zwei Vorstrafen auf (Urk. 18/1; Urk. 66; vgl. beigezo-
gene Akten), eine wegen grober Verletzung der Verkehrsregeln aus dem Jahre
2009 (Überschreitung der signalisierten Höchstgeschwindigkeit um 36 km/h) und
eine wegen versuchter Nötigung aus dem Jahre 2012 (Beteiligung am Versuch,
Geld unter Androhung von Gewalt einzutreiben). Diese Vorstrafen führen zu einer
Straferhöhung um 2 Monate auf 40 bis 42 Monate.
5.3.1 Was das Nachttatverhalten betrifft, gilt es festzuhalten, dass der Beschuldig-
te dem Geschädigten nach der Tat zwar zunächst Hilfe leistete, sich dann aber
vom Tatort entfernte, ohne eine professionelle Versorgung des Verletzten sicher-
zustellen und ohne seine Personalien zu hinterlassen. Die noch im Berufungsver-
fahren aufrechterhaltene Behauptung, er habe den Tatort erst verlassen, als der
Geschädigte ihm gesagt habe, er könne (ohne Angaben der Personalien) gehen
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(vgl. auch Prot. II S. 21; Prot. I S. 10, 28), überzeugt nicht. Der Geschädigte benö-
tigte auch noch Hilfe, nachdem der Beschuldigte den Ort verlassen hatte. Diese
wurde zunächst von der Zeugin B._ und einem (namentlich nicht bekannten)
jungen Mann sowie von einem privaten Sanitäter geleistet, bevor ein Notarzt und
Rettungssanitäter sich um den Verletzten kümmerten (Urk. 9/2 S. 4, 6; vgl. auch
Urk. 9/3 S. 6, 7; Urk. 1 S. 5). Später gab der Geschädigte im Spital gegenüber der
IRM-Ärztin an, starke Schmerzen am Kiefer zu haben und sich an das Ereignis
nicht erinnern zu können (Urk. 11/1 S. 2). Dass er unter diesen Umständen den
Beschuldigten von seiner Anwesenheit dispensierte bzw. überzeugend dispensie-
ren konnte, kann nicht angenommen werden. Aus den Aussagen der Zeugin
B._ ergibt sich denn auch, dass der junge Mann, der dem Geschädigten un-
mittelbar nach der Tat zunächst zusammen mit dem damals noch anwesenden
Beschuldigten half, sich an sie wandte, weil der Beschuldigte vom Tatort weglief
(Urk. 9/2 S. 4). Später übergab der junge Mann der Zeugin D._, welche die
Polizei alarmiert hatte, den Zettel mit der Autonummer des Beschuldigten mit der
Bemerkung, sie hätten die Autonummer des Herrn aufgeschrieben, der gegangen
sei (Urk. 9/3 S. 4). Hätte der Beschuldigte sich mit ausdrücklichem und überzeu-
gendem Einverständnis des Geschädigten entfernt, hätte der ebenfalls anwesen-
de junge Mann keine Veranlassung gesehen, die Autonummer aufzuschreiben
und sicherzustellen, dass diese auch der Polizei übergeben würde. Im Strafver-
fahren gestand der Beschuldigte den äusseren Sachverhalt in der Folge zwar von
Beginn an grundsätzlich ein (Urk. 7/1 S. 2), behauptet aber bis heute, er habe den
Geschädigten lediglich mit der offenen linken Hand und deshalb geschlagen, weil
er einen Angriff des Geschädigten befürchtet habe (vgl. Prot. I S. 6 ff.; Urk. 7/4
S. 2; Urk. 7/7 S. 6; Urk. 70 S. 5; Prot. II S. 15 f., 21). Dass er tatsächlich mit der
Faust zuschlug und nicht in einer (vermeintlichen) Notwehrlage aus Angst handel-
te, wurde bereits erwogen. Schliesslich behauptete er in der erstinstanzlichen
Hauptverhandlung auch, er habe nicht gewusst, dass ein Schlag von ihm einen
anderen Menschen bewusstlos oder zumindest unkontrolliert stürzen lassen kön-
ne (Prot. I S. 26), was angesichts des Umstandes, dass er einst Kickboxen und
Boxen trainierte (Prot. I S. 11), als geradezu absurd erscheint.
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5.3.2 Es ist folglich festzuhalten, dass der Beschuldigte den Geschädigten nach
der Tat zwar nicht einfach kaltblütig im Stich liess. Vor die Wahl gestellt, dem Ge-
schädigten weiter beizustehen oder möglichst unentdeckt zu bleiben, um die Ver-
antwortung für sein Handeln nicht übernehmen zu müssen, entschied er sich
letztlich jedoch für seine eigenen Interessen. Dieses Verhalten setzte sich im
Strafverfahren fort, indem er zwar den äusseren Sachverhalt grundsätzlich einge-
stand, sein Verhalten aber bagatellisierte bzw. rechtfertigte und den Normverstoss
bis zum erstinstanzlichen Urteil nicht anerkannte. Von einem umfassenden Ge-
ständnis bzw. tiefgehender (echter) Einsicht und Reue, kann vor diesem Hinter-
grund entgegen der Verteidigung (Urk. 70 S. 9 f.) bis zum Abschluss des erstin-
stanzlichen Verfahrens nicht die Rede sein. Gegen das erstinstanzliche Urteil ap-
pellierte der Beschuldigte sodann zwar nicht selbständig, erklärte aber zunächst
Anschlussappellation mit dem Antrag auf einen Freispruch, was impliziert, dass er
seine strafrechtliche Verantwortung für das Geschehene weiterhin nicht akzeptier-
te. Erst vier Monate später zog er die Anschlussberufung zurück, behauptet aber
in der Berufungsverhandlung weiterhin, mit der offenen Hand und aus Angst vor
dem Geschädigten geschlagen zu haben (Urk. 70 S. 5; Prot. II S. 15 f., 21). Dass
er von Beginn des Strafverfahrens an wiederholt und auch anlässlich der Beru-
fungsverhandlung (Prot. II S. 21) sein Bedauern über das Vorgefallene äusserte
und dem Geschädigten Schadenersatz bzw. Genugtuung in der Höhe von
Fr. 12'500.– leistete, ist bemerkenswert. Es ändert aber nichts daran, dass er sein
Verhalten bis zuletzt bagatellisierte, weshalb seine Reuebekundungen etc. nicht
uneingeschränkt als Ausdruck einer echten inneren Überzeugung erscheinen.
5.3.3 Zusammengefasst ist von einem für die Strafzumessung relevanten Teilge-
ständnis hinsichtlich des äusseren Tatablaufs, welche die Tatrekonstruktion zu-
mindest etwas erleichterte, auszugehen. Weiter sind ihm, obwohl er den Norm-
verstoss bis zum Abschluss des erstinstanzlichen Verfahrens nicht anerkannte
und er sein Verhalten trotz Nichtanfechtung des Schuldspruchs weiter bagatelli-
siert, ein gewisses Bewusstsein um das Unrecht seines Verhaltens und sein Be-
mühen, die Folgen der Tat gutzumachen, welche sich zusätzlich zu seinem Teil-
geständnis darin zeigt, dass er dem Geschädigten nach der Tat zunächst bei-
stand sowie später wiederholt erklärte, das Geschehene tue ihm leid und die Zivil-
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forderung des Geschädigten anerkannte und befriedigte, zuzugestehen. Insge-
samt rechtfertigen das Teilgeständnis und die offenbarte Reue eine Strafminde-
rung um ca. einen Fünftel. Aus der Desinteresserklärung des Geschädigten ergibt
sich dagegen bezüglich der Strafzumessung nichts zugunsten des Beschuldigten
(BGE 6B_521/2008 E. 6.4).
5.4 Zusammengefasst führt die Täterkomponente zu einer Reduktion der Ein-
satzstrafe auf um die 32 Monate Freiheitsstrafe.
6. Schliesslich ist zu berücksichtigen, dass zwischen dem Eingang der Anklage
bei der Vorinstanz bis zur Prüfung und Weiterleitung der Anklage durch den Prä-
sidenten an die Kanzlei zwecks Ansetzung eines Termins für die erstinstanzliche
Hauptverhandlung ein Jahr verging (Prot. I S. 2), was unter dem Aspekt des Be-
schleunigungsgebotes zu einer weiteren leichten Strafminderung führt.
7. Das Vorliegen einer besonderen Strafempfindlichkeit, wie sie die Verteidi-
gung geltend macht (Urk. 70 S. 8), ist hingegen zu verneinen. Zwar ist bei der
Festsetzung der Strafe auch die „Wirkung der Strafe auf das Leben des Täters“
(Art. 47 Abs. 1 a.E. StGB) zu berücksichtigen. Da aber jede Strafe Folgen für den
Täter hat, sind von vornherein nur solche zu berücksichtigen, welche den Täter
überdurchschnittlich treffen. Wie das Bundesgericht wiederholt festhielt (Urteile
des Bundesgerichts 6B_470/2009 vom 23. November 2009 E. 2.5; 6B_12/2012
vom 5. Juli 2012 E. 1.5; 6B_113/2013 vom 25. April 2013 E. 1.3; 6B_605/2013
vom 13. Januar 2014 E. 2.4.3; 6B_748/2015 vom 29. Oktober 2015 E. 1.3), stellt
selbst die Verbüssung einer langjährigen Freiheitsstrafe für jeden sogar in ein fa-
miliäres oder soziales Umfeld eingebetteten Verurteilten eine gewisse Härte dar;
trotzdem darf sie nur zurückhaltend und nur bei aussergewöhnlichen Umständen
berücksichtigt werden (vgl. BSK StGB-Wiprächtiger/Keller, Art. 47 N 150 ff.). Die
Bedenken der Verteidigung, dass der Beschuldigte seine erst kürzlich angetrete-
ne 100 % Anstellung durch eine Inhaftierung verlieren würde und er seine Familie
daher finanziell nicht mehr unterstützen könnte (Urk. 70 S. 8 f.), sind nicht zu tei-
len. Wie zu zeigen sein wird, besteht angesichts der Dauer des Strafteils, welcher
der Beschuldigte unbedingt zu verbüssen haben wird, die Möglichkeit des Voll-
zugs in Halbgefangenschaft. Da die Fortführung des Anstellungsverhältnisses des
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Beschuldigten daher nicht von Vornherein ausgeschlossen ist, liegen keine aus-
sergewöhnliche Umstände vor, welche bei der Strafzumessung zugunsten des
Beschuldigten zu berücksichtigen wären.
8. Der Beschuldigte ist folglich mit 30 Monaten Freiheitsstrafe zu bestrafen. Auf
die Freiheitsstrafe sind 41 Tage erstandener Untersuchungshaft anzurechnen
(Art. 51; Urk. 17/2; Urk. 17/20).
III.
1. Die Sanktionshöhe erlaubt einen in vollem Umfang bedingten Vollzug der
Freiheitsstrafe nicht (Art. 42 Abs. 1 StGB). Hingegen kann der Vollzug der Frei-
heitsstrafe teilweise aufgeschoben werden, sofern die materiellen Voraussetzun-
gen für die Gewährung des bedingten Strafvollzuges gemäss Art. 42 StGB erfüllt
sind, also insbesondere begründete Aussichten auf Bewährung bestehen (Art. 43
Abs. 1 StGB; BGE 134 V 1 E. 5.3.1; BSK StGB-Schneider/Garre, Art. 43 N. 11,
15). Der unbedingt vollziehbare Teil darf die Hälfte der Strafe nicht übersteigen
und sowohl der aufzuschiebende wie auch der zu vollziehende Teil der Strafe
müssen mindestens sechs Monate betragen (Art. 43 StGB). Das Verhältnis der
Strafteile ist dabei so festzusetzen, dass darin die Wahrscheinlichkeit der Legal-
bewährung des Täters einerseits und dessen Einzeltatschuld andererseits hinrei-
chend zum Ausdruck kommen (BGE 134 IV 1 E. 5.6). Schiebt das Gericht den
Vollzug einer Strafe teilweise auf, so bestimmt es dem Verurteilten eine Probezeit
von zwei bis fünf Jahren (Art. 44 Abs. 1 StGB).
2. Der Beschuldigte wurde bis heute zweimal bestraft; es wurden Geldstrafen
von 15 resp. 60 Tagessätzen ausgefällt. Das zweite Mal wurde die Strafe vollzo-
gen. Im Rahmen der zweiten Strafuntersuchung sass der Beschuldigte zudem
neun Tage in Untersuchungshaft (Urk. 18/1). Trotzdem wurde der Beschuldigte
erneut straffällig, was seine Legalprognose belastet. Allerdings ist auch zu be-
rücksichtigen, dass der Beschuldigte bis zur Eröffnung des vorliegenden Strafver-
fahrens nie länger in Haft war und daher bereits ein teilweiser Vollzug der heute
auszufällenden Strafe ihn von weiterer Delinquenz abhalten dürfte, zumal er über
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intakte soziale Bindungen verfügt. Eine unbedingte Strafe erscheint folglich trotz
belasteter Legalprognose nicht erforderlich, um den Beschuldigten von weiteren
Verbrechen und Vergehen abzuhalten. Die Freiheitsstrafe ist somit teilbedingt
auszufällen. Der unbedingt vollziehbare Teil der Freiheitsstrafe ist dabei auf
10 Monate festzusetzen. Die weiteren 20 Monate Freiheitsstrafe sind unter Anset-
zung einer Probezeit von drei Jahren aufzuschieben. Die Festsetzung des unbe-
dingt vollziehbaren Teils auf eine zwei Drittel über dem gesetzlichen Minimum lie-
gende Dauer trägt der Einzeltatschuld und der leicht belasteten Legalprognose,
die ein Jahr über der gesetzlichen Mindestdauer liegende Probezeit der leicht un-
günstigen Legalprognose Rechnung.
IV.
1. Die Staatsanwaltschaft dringt mit ihrer Berufung gegen den erstinstanzlichen
Entscheid durch. Die Abweichung von ihrem Antrag bezüglich der Ausgestaltung
des teilbedingten Vollzugs ist marginal und erfolgt im Rahmen eines Ermessens-
entscheides, wobei dem leicht ungünstig veränderten Verhältnis zwischen dem
vollziehbaren und aufgeschobenen Strafteil eine Erhöhung der Probezeit gegen-
übersteht. Der Beschuldigte hat seine Anschlussberufung zurückgezogen und gilt
damit in diesem Umfang als unterliegende Partei (Art. 428 Abs. 1 StPO). Die Kos-
ten des Berufungsverfahrens, mit Ausnahme derjenigen für die amtliche Verteidi-
gung, sind daher dem Beschuldigten aufzuerlegen. Die Kosten der amtlichen Ver-
teidigung im Berufungsverfahren sind auf die Gerichtskasse zu nehmen. Die
Rückzahlungspflicht des Beschuldigten ist vorzubehalten (Art. 428 StPO; Art. 426
Abs. 1 i.V.m. Art. 135 Abs. 4 StPO).
2.1 Rechtsanwalt lic. iur. X2._ ist für seine Bemühungen als amtlicher Ver-
teidiger des Beschuldigten im Berufungsverfahren im Zeitraum vom 6. März bis
10. November 2017 (Urk. 64/2) mit Fr. 2'320.– zu entschädigen
2.2 Rechtsanwältin lic. iur. X1._ ist für ihre Bemühungen als amtliche Ver-
teidigerin des Beschuldigten im Berufungsverfahren im Zeitraum ab dem 7. No-
vember 2017 (Urk. 68) mit Fr. 3'000.– zu entschädigen.
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