# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** cd71bfb7-e8a7-41f9-8e7b-d61cb742b375
**Court:** ZH_OG
**Chamber:** ZH_OG_001
**Year:** 2013
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

betreffend vorsorgliche Massnahmen (Unterhalt)
Berufung gegen ein Urteil des Einzelgerichts im ordentlichen Verfahren am Bezirksgericht Uster vom 8. August 2012 (FP120015)
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Urteil des Bezirksgerichtes Uster vom 8. August 2012:
1. In Abänderung von Dispositivziffer 3.3 des Scheidungsurteils vom 2. Dezember
2008 des Bezirksgerichts Bülach wird der Kläger verpflichtet der Beklagten ab
1. September 2012 für die Dauer des Verfahrens an die Kosten des Unterhalts
und der Erziehung der Kinder C._ und D._ monatliche Unterhaltsbei-
träge in der Höhe von je Fr. 254.–, zuzüglich allfällige gesetzliche oder vertrag-
liche Kinderzulagen, jeweils am Ersten eines Monats im Voraus zu bezahlen,
zahlbar erstmals per 1. September 2012.
2. Die Kosten und Entschädigungsfolgen werden im Endentscheid geregelt.
3. (Mitteilung)
4. (Rechtsmittel)
Berufungsanträge:
der Beklagten und Berufungsklägerin (Urk. 1 S. 2):
" 1. Ziffer 1. des vorinstanzlichen Urteils sei aufzuheben und das Begehren um
vorsorgliche Massnahmen sei abzuweisen. 2. Die Vollstreckung von Ziffer 1. des vorinstanzlichen Urteils sei aufzuschie-
ben. 3. Der Bk sei für das Berufungsverfahren die unentgeltliche Prozessführung zu
bewilligen und ihr sei in der Person des Unterzeichneten ein unentgeltlicher Rechtsbeistand beizugeben;
unter Kosten- und Entschädigungsfolge (zuzüglich MWSt) zulasten des Bb."
des Klägers und Berufungsbeklagten (Urk. 6 S. 2):
" 1. Es sei die Berufung vollumfänglich abzuweisen. 2. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (zuzüglich 8% MwSt) zu Lasten
der Beklagten und Berufungsklägerin.
Gesuch: Es sei dem Kläger und Berufungsbeklagten für das Berufungsverfahren die un-
entgeltliche Prozessführung zu gewähren und es sei ihm ihn der Person des  ein unentgeltlicher Rechtsbeistand zu bestellen."
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## Considerations

Erwägungen:
I.
1. Die Parteien wurden mit Urteil des Bezirksgerichts Bülach vom 2. Dezember
2008 geschieden. Am 21. März 2012 machte der Kläger und Berufungsbeklagte
(fortan Kläger) vor Vorinstanz ein Verfahren um Abänderung des vorgenannten
Scheidungsurteils anhängig und ersuchte gleichzeitig um Erlass vorsorglicher
Massnahmen (Urk. 4/1 S. 2). Mit Urteil vom 8. August 2012 entschied die Vor-
instanz über das Massnahmebegehren des Klägers wie vorstehend wiedergege-
ben (Urk. 2 S. 14).
2. Mit fristgerechter Eingabe vom 17. August 2012 erhob die Beklagte und Be-
rufungsklägerin (fortan Beklagte) rechtzeitig Berufung gegen den erstinstanzli-
chen Entscheid mit den eingangs wiedergegebenen Rechtsbegehren (Urk. 1
S. 2).
3. Mit Verfügung vom 6. September 2012 (Urk. 5) erteilte die Kammer der be-
klagtischen Berufung mit Bezug auf Dispositivziffer 1 des vorinstanzlichen Ent-
scheids antragsgemäss die aufschiebende Wirkung und setzte dem Kläger
gleichzeitig Frist zur Erstattung der Berufungsantwort an, welcher Aufforderung
dieser mit Eingabe vom 17. September 2012 (Urk. 6) innert Frist mit den vorste-
hend aufgeführten Rechtsbegehren nachkam.
4. Mit Eingabe vom 22. November 2012 nahm die Beklagte innert der ihr mit
Verfügung vom 30. Oktober 2012 (Urk. 9) angesetzten und einmal erstreckten
Frist Stellung zur Berufungsantwort des Klägers. Diese Eingabe wurde dem Klä-
ger am 23. November 2012 zur Kenntnisnahme zugestellt (Prot. S. 4).
5. Der Sachverhalt ist aufgrund der Eingaben der Parteien klar, der Prozess
erweist sich als spruchreif.
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II.
1. Der Kläger bezog bis zum 1. Juni 2012 Taggelder der Arbeitslosenkasse. Im
Anschluss daran reaktivierte er nach eigenen Angaben seine stillgelegte Einzel-
firma "E._", mit welcher er Transportaufträge nach F._ [Staat in Afrika]
durchführt.
2. Wie die Kammer bereits in der Verfügung vom 6. September 2012 festgehal-
ten hat, kommen vorsorgliche Massnahmen im Abänderungsverfahren nur unter
besonderen Umständen in Betracht, nämlich, wenn liquide tatsächliche Verhält-
nisse gegeben sind, die den voraussichtlichen Verfahrensausgang einigermassen
zuverlässig abschätzen lassen, und den Beteiligten schlechthin nicht zugemutet
werden kann, den Endentscheid abzuwarten (vgl. Urk. 5 S. 4). In derselben Ver-
fügung ist zudem festgehalten worden, dass der Sachverhalt insbesondere in Be-
zug auf die Frage, wie viel der Kläger effektiv verdient bzw. verdienen kann, der-
zeit nicht liquide sei (Urk. 5 S. 6). Daran hat sich auch nach Einreichung diverser
Unterlagen durch den Kläger (vgl. Urk. 8/1-16) nichts geändert. Eine zuverlässige
Einschätzung seiner tatsächlichen Einkünfte aus selbständiger Erwerbstätigkeit
mit seiner Transportfirma lässt sich weder gestützt auf die eingereichten "Quittun-
gen" (Urk. 8/4), welche nicht einmal ohne Weiteres der Einzelfirma des Klägers
("E._") zugeordnet werden können, noch auf die Ausgabenbelege mit teil-
weise handschriftlichen Notizen (Urk. 8/5-7), den Darlehensvertrag vom 1. April
2012 (Urk. 8/8) oder die übrigen Belege vornehmen. Selbst seine Steuererklärung
2011 hat der Kläger offenbar noch nicht fertiggestellt, jedenfalls nicht eingereicht
(Urk. 6 S. 10). Damit lässt sich der voraussichtliche Verfahrensausgang nicht zu-
verlässig abschätzen, weshalb die Anordnung vorsorglicher Massnahmen schon
deshalb nicht in Betracht kommt. Hinzu kommt, dass der Kläger keine Umstände
geltend macht, welche bewirken würden, dass ihm "schlechthin nicht zugemutet
werden" kann, den Endentscheid abzuwarten. Einzig das Auflaufen von Schulden
stellt keinen besonders schweren Nachteil für den Kläger dar, zumal nicht darge-
tan ist, dass der Kläger im Rahmen der gegenwärtigen Einkommenspfändung –
die wohl noch vor Anhängigmachung der Abänderungsklage aufgelaufene Unter-
haltsschulden betrifft (Urk. 8/15+16) – mehr als Fr. 300.– bezahlt (Urk. 8/14 in
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Verbindung mit den dem Betreibungsamt dargelegten Einnahmen und Ausgaben
für Juni bis August 2012 [Urk. 6 S. 4]), mitunter einen Betrag, den der Kläger
selbst mit reduzierter Unterhaltsverpflichtung gemäss angefochtenem Urteil für
die beiden Kinder noch leisten müsste (2 x Fr. 254.–). Mit anderen Worten ist kei-
ne Gefahr hinreichend glaubhaft gemacht, dass der Kläger riskiert, während lau-
fendem Verfahren zu hohe Beiträge zu bezahlen, welche er später unter Umstän-
den nur noch erschwert zurückerhalten könnte. Damit ist festzuhalten, dass vor-
liegend keine besonderen Umstände ersichtlich sind, welche es dem Kläger un-
zumutbar machen würden, auf den Endentscheid im vorinstanzlichen Verfahren
zu warten. In diesem (ordentlichen) Verfahren werden insbesondere die Einkom-
mensverhältnisse des Klägers zu klären sein, was im Rahmen des vorliegenden
(summarischen) Berufungsverfahrens - wie bereits ausgeführt - mangels Liquidität
nicht möglich ist. Es müssen hier auch die Interessen der Beklagten, die auf die
Kinderunterhaltsbeiträge für ihren laufenden Bedarf angewiesen ist, im Auge be-
halten werden. Der Beklagten würden – wie bereits in der Verfügung vom 6. Sep-
tember 2012 dargelegt (Urk. 5 S. 7) – die von der Alimentenstelle bevorschussten
Beträge bei einer vorsorglichen Herabsetzung umgehend gekürzt, was zu einem
Mehrbezug an Sozialhilfegelder ihrerseits führen und dementsprechend eine Äuf-
nung ihrer Schulden beim Sozialamt bewirken würde.
3. Nach dem Gesagten ist das Begehren des Klägers um Anordnung vorsorgli-
cher Massnahmen in Gutheissung der Berufung abzuweisen.
III.
1. In Anwendung von Art. 318 Abs. 3 ZPO wird das vorinstanzliche Kosten-
Dispositiv (Dispositiv-Ziffer 2) bestätigt.
2.1. Beide Parteien ersuchen die Berufungsinstanz um Bewilligung der unent-
geltlichen Rechtspflege gemäss Art. 117 ff. ZPO. Diese ist zu gewähren, wenn ei-
ne Person nicht über die erforderlichen Mittel verfügt und ihr Rechtsbegehren
nicht aussichtslos erscheint.
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2.2. Aus den Akten geht hervor, dass die Beklagte seit dem 1. März 2007 auf
Sozialhilfe angewiesen ist (Urk. 4/10/2; Urk. 4/14/1). Ebenso lässt sich diesen Un-
terlagen (Abrechnung 1. März 2012 bis 31. März 2012 der Sozialabteilung der
Stadt ..., Urk. 4/14/1) entnehmen, dass die Alimente der beiden Kinder D._
und C._ in der jeweils vollen Höhe von Fr. 591.15 bevorschusst werden. Der
Kläger bestätigte denn auch, dass er nicht in der Lage sei, für die beiden Kinder
aufzukommen und die Alimentenstelle die von ihm geschuldeten Unterhaltsbei-
träge von insgesamt Fr. 1'180.– bevorschusse (Urk. 4/1 S. 9). Damit ist die Mittel-
losigkeit der Beklagten ausgewiesen. Sodann ist das vorliegende Rechtsmittelver-
fahren nicht als aussichtslos zu bezeichnen. Schliesslich ist die Beklagte auf an-
waltliche Vertretung angewiesen, zumal auch die Gegenpartei anwaltlich vertreten
ist (Art. 118 Abs. 1 lit. c ZPO, BGer 4A_87/2008). Dementsprechend ist der Be-
klagten die unentgeltliche Rechtspflege für das Berufungsverfahren zu gewähren
und ihr in der Person von Rechtsanwalt lic.iur. X._ ein unentgeltlicher
Rechtsbeistand zu bestellen.
2.3. Obwohl die Einkommensverhältnisse des Klägers unklar sind, erscheint
nach summarischen Prüfung - insbesondere auch aufgrund der aktuell laufenden
Einkommenspfändung - wenigstens hinreichend klar, dass er nebst den Unter-
haltsbeiträgen für die beiden Kinder nicht auch noch Prozesskosten begleichen
kann. In Anbetracht des angefochtenen Entscheids konnte sein Standpunkt auch
nicht von vornherein als aussichtslos bezeichnet werden. Damit ist seinem Ge-
such um unentgeltliche Rechtspflege für das Berufungsverfahren zu entsprechen
und ihm in der Person von Rechtsanwalt lic.iur. Y._ ein unentgeltlicher
Rechtsbeistand zu bestellen.
3.1. Die Prozesskosten werden der unterliegenden Partei auferlegt (Art. 106
Abs. ZPO). Die Beklagte obsiegt vorliegend - wie bereits gesagt - vollständig,
weshalb der Kläger die Kosten des Berufungsverfahrens zu tragen hat.
3.2. Die Entscheidgebühr für das Berufungsverfahren ist gestützt auf die Gebüh-
renverordnung des Obergerichts (GebV OG) auf Fr. 2'000.– festzusetzen und
dem Kläger aufzuerlegen.
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3.3. Ausgangsgemäss ist der Kläger zudem zu verpflichten, der Beklagten eine
Prozessentschädigung zu bezahlen. Diese ist gestützt auf die Anwaltsgebühren-
verordnung (AnwGebV) auf Fr. 1'500.– zuzüglich 8% Mehrwertsteuer, also insge-
samt auf Fr. 1'620.– (Urk. 1 S. 2) festzulegen.