# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** b681967a-414c-4285-a0ac-e1e1fd762efe
**Court:** GR_KG
**Chamber:** GR_KG_006
**Year:** 2013
**Language:** de
**Jurisdiction:** GR / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

hat sich ergeben:
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I. Sachverhalt
A. X._, geboren am _1971, und Y._, geboren am _1966, heirateten am 3. August 2007 vor dem Zivilstandsamt O.1_. Aus dieser Ehe ging das gemeinsame Kind Z._, geboren am _2008, hervor. Während des Zusammenlebens der Ehegatten war Y._ vollzeitlich für die A._AG erwerbstätig. X._ ihrerseits bezog eine halbe Rente der Invalidenversicherung, arbeitete in einem 50 %-Pensum bei der B._AG in O.2_ und kümmerte sich um Z._. Am 31. Dezember 2008 trennten sich die Ehegatten und Y._ zog aus dem ehelichen Haus in O.3_ aus. Z._ lebt seither bei der Mutter, welche – wie auch Y._ – weiterhin unverändert ihrer Erwerbstätigkeit nachgeht. Während der Arbeitszeit wird Z._ von seiner Grossmutter mütterlicherseits betreut.
B.1. Am 31. Dezember 2008 stellte X._ beim Bezirksgerichtspräsidenten Hinterrhein ein Gesuch um Erlass eheschutzrichterlicher Massnahmen. Nach der gleichentags durchgeführten Anhörung der Ehegatten stellte der Bezirksgerichtspräsident Hinterrhein Z._ mit Verfügung vom 31. Dezember 2008 vorläufig unter die Obhut der Mutter und räumte dem Vater ein provisorisches Besuchsrecht ein.
2. Nach entsprechender Verfügung des Bezirksgerichtspräsidenten Hinterrhein liess X._ am 23. Februar 2009 ihre schriftlichen Rechtsbegehren stellen und begründen. Die Eingabe von Y._ erfolgte am 6. April 2009. Nach der Verhandlung vom 6. Mai 2009 erliess der Bezirksgerichtspräsident Hinterrhein am 25. Mai 2009 eine weitere Verfügung, in welcher er die Obhut über Z._ bei der Mutter beliess, das Besuchsrecht des Vaters erweiterte, die Unterhaltszahlungen regelte und anordnete, zur Frage der Erziehungsfähigkeit der Eltern ein Gutachten einzuholen. Der von X._ hiergegen erhobene Rekurs konnte vom Einzelrichter in Zivilsachen am Kantonsgericht von Graubünden mit Verfügung vom 3. September 2009 als durch gerichtlichen Vergleich erledigt abgeschrieben werden (ERZ 09 145).
3. In der Folge wurde von Dr. phil. E._, Fachpsychologe FSP, damaliger Kinder- und Jugendpsychiatrischer Dienst Graubünden (KJPD), ein Gutachten über die Zuteilung der Obhut und die Festlegung des Besuchsrechts zugunsten von Z._ erstellt, welches vom 9. Juli 2009 datiert. Zu diesem nahmen die Parteien am 24. Juli bzw. 3. August 2009 Stellung. Mit Eheschutzverfügung vom
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17. August 2009 beliess der Bezirksgerichtspräsident Hinterrhein die Obhut über Z._ bei X._ und ordnete eine Erziehungs- und Besuchsrechtsbeistandschaft nach Art. 308 Abs. 1 und 2 ZGB an. Y._ wurde berechtigt, den Sohn Z._ an jedem zweiten Wochenende von Samstag 09.00 Uhr bis Sonntag 18.00 Uhr zu sich auf Besuch zu nehmen sowie vier Wochen Ferien pro Jahr mit ihm zu verbringen, wobei vorerst lediglich eine Woche am Stück. Dagegen liess X._ Rekurs an das Kantonsgerichtspräsidium erheben. An der anschliessenden Einigungsverhandlung vom 4. Dezember 2009 vor dem Kantonsgerichtsvizepräsidenten schlossen die Parteien einen gerichtlichen Vergleich, wonach Y._ berechtigt ist, Z._ ab Januar 2010 bis zum vollendeten dritten Lebensjahr an jedem Wochenende am Sonntag von 08.00 Uhr bis 16.30 Uhr zu sich auf Besuch zu nehmen. Sodann ist Y._ berechtigt, Z._ nach dessen vollendetem dritten Lebensjahr an jedem zweiten Wochenende von Samstag 10.00 Uhr bis Sonntag 18.00 Uhr zu sich auf Besuch zu nehmen sowie drei Wochen Ferien pro Jahr mit ihm zu verbringen, wobei vorerst lediglich eine Woche am Stück (vgl. Verfügung des Einzelrichters in Zivilsachen ERZ 09 214 vom 4. Dezember 2009).
4. Nachdem X._ am 29. März 2010 beim Bezirksgerichtspräsidium Hinterrhein ein Eheschutzgesuch betreffend neue Berechnung der Unterhaltsbeiträge anhängig gemacht und gegen die anschliessende Verfügung des Bezirksgerichtspräsidiums Hinterrhein vom 30. Juni 2010 Rekurs erhoben hatte, lud der Vorsitzende der I. Zivilkammer des Kantonsgerichts von Graubünden die Parteien zu einer Einigungsverhandlung. Anlässlich dieser Verhandlung einigten sich die Parteien dahingehend, dass sich Y._ verpflichtete, X._ und dem gemeinsamen Sohn Z._ ab dem 1. April 2010 einen monatlichen Unterhaltsbeitrag von Fr. 1‘600.-- zuzüglich allfälliger gesetzlicher und/oder vertraglicher Kinderzulagen zu bezahlen (davon Fr. 850.-- für X._ und Fr. 750.-- für Z._; vgl. Ziffer 2 des Dispositivs der Verfügung ERZ 10 154 vom 6. Oktober 2010). Folgedessen konnte das Rekursverfahren als durch Vergleich erledigt abgeschrieben werden.
C. Am 19. Januar 2011 reichte X._ beim Bezirksgericht Hinterrhein die Scheidungsklage gemäss Art. 290 ZPO ein. In der Folge fand am 16. Februar 2011 eine Einigungsverhandlung statt, an welcher beide Parteien sowie deren Vertreter anwesend waren. Die Abklärungen im Rahmen dieser Verhandlung ergaben, dass der Scheidungsgrund gemäss Art. 114 ZGB zwar gegeben ist, die Instruktionsrichterin indes keine Einigung über die Scheidungsfolgen herbeiführen
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konnte. In Anwendung von Art. 291 Abs. 3 ZPO wurde X._ als klagender Partei Frist angesetzt, um eine schriftliche Klagebegründung nachzureichen. Diese liess sie innert erstreckter Frist am 29. März 2011 einreichen. Mit Eingabe vom 9. Mai 2011 liess Y._ dem Bezirksgericht Hinterrhein seine Klageantwort zukommen. Replik bzw. Duplik datieren vom 30. August bzw. 17. Oktober 2011.
D. Nach einer Instruktionsverhandlung vom 18. Januar 2012 erteilte das Bezirksgericht Hinterrhein lic. phil. C._, Kinder- und Jugendpsychiatrie (kjp), am 15. März 2012 einen Gutachtensauftrag. Das von ihm und Dr. med. D._, Chefarzt, verfasste Gutachten datiert vom 5. Juli 2012. Die Parteien behielten sich in ihren Schreiben vom 7. bzw. 16. August 2012 eine allfällige Stellungnahme hierzu im Rahmen der Hauptverhandlung vor.
E. Mit Entscheid vom 24. Oktober/14. November 2012, mitgeteilt am 25. Februar 2013, erkannte das Bezirksgericht Hinterrhein wie folgt:
„1. Die Ehe der Parteien wird geschieden.
2. Der gemeinsame Sohn Z._, geboren am _2008, wird unter die alleinige elterliche Sorge und Obhut von X._ gestellt.
3. a) Y._ wird das Recht eingeräumt, Z._ bis zum Zeitpunkt dessen Eintritt in die Primarschule an jedem zweiten Wochenende von Samstag, 9.00 Uhr, bis Sonntag, 17.00 Uhr, zu sich auf Besuch zu nehmen sowie drei Wochen Ferien pro Jahr (davon höchstens eine Woche am Stück) mit ihm zu verbringen.
b) Ab dem Schuleintritt von Z._ wird das Besuchsrecht auf jedes zweite Wochenende von Freitag, 18.00 Uhr, bis Sonntag, 18.00 Uhr, und das Ferienrecht auf fünf Wochen pro Jahr (davon höchstens zwei Wochen am Stück) ausgedehnt.
c) Ab der 2. Klasse der Primarschule kann das Ferienrecht sowohl hinsichtlich der Anzahl Ferienwochen insgesamt als auch der Anzahl zusammenhängender Ferienwochen erweitert werden.
d) In geraden Jahren soll Z._ das Osterwochenende beim Vater, das Pfingstwochenende bei der Mutter, Weihnachten beim Vater und Silvester/Neujahr bei der Mutter verbringen können. In ungeraden Jahren gilt dieselbe Regelung umgekehrt.
4. a) Die gerichtlich angeordnete Erziehungs- und Besuchsrechtsbeistandschaft gemäss Art. 308 Abs. 1 und 2 ZGB zugunsten von Z._ wird aufrechterhalten.
b) Die Beiständin ist mit der Aufgabe zu betrauen, mittels regelmässigen Kontakten zu prüfen, ob Z._ entsprechend den Kindesbedürfnissen betreut und in seinen altersgemässen Entwicklungsschritten gefördert wird. In diesem Zusammenhang hat sie zu prüfen, ob eine Erweiterung des Spielgruppenaufenthalts auf zweimal wöchentlich dem Wohl von Z._ entspricht, damit
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dieser mehr Gelegenheit erhält, soziale Kompetenzen zu erwerben. Anderseits ist sie damit zu beauftragen, für einen geregelten Ablauf des persönlichen Verkehrs zwischen Z._ und seinem Vater gemäss der gerichtlich festgelegten Regelung besorgt zu sein. In diesem Zusammenhang hat die Beiständin – allenfalls durch regelmässige Sitzungen – auf eine Erhöhung der Kooperationsbereitschaft zwischen den Eltern sowie auf die Entwicklung einer gemeinsamen Haltung zugunsten von Z._ hinzuwirken. Die Beiständin ist zu allen geeigneten Vorkehrungen befugt. Innerhalb des Rahmens der festgelegten Besuchsrechtsordnung hat sie unter Berücksichtigung des Kindeswohls freie Hand und ihr kommen in diesem Sinn gewisse Eigenkompetenzen zu. So kann sie z.B. die Übergabemodalitäten festlegen, Termine bestimmen sowie Ersatzlösungen und Nachholbedingungen festsetzen, falls ein Anspruch einmal nicht ordnungsgemäss wahrgenommen werden kann. Der Beiständin steht auch die Kompetenz zu, die Einzelheiten des Besuchsrechts an Feiertagen zu regeln, sofern diesbezüglich keine Einigung zwischen den Parteien erzielt werden kann.
5. a) Y._ wird verpflichtet, an den Unterhalt von Z._ einen monatlich im Voraus je auf den ersten des Monats zu leistenden Unterhaltsbeitrag von CHF 660.00 (zuzüglich allfälliger gesetzlicher und/oder vertraglicher Kinder- sowie Ausbildungszulagen) zu bezahlen, dies bis zum Abschluss der Erstausbildung von Z._.
b) Der Unterhaltsbeitrag basiert auf dem Landesindex der Konsumentenpreise des Bundesamtes für Statistik per Ende Oktober 2012 von 99.4 Punkten (Basis Dezember = 100 Punkte). Er ist jährlich auf den 1. Januar nach folgender Formel dem Indexstand per Dezember des Vorjahres anzupassen:
neuer Unterhaltsbeitrag = 660.00 x neuer Index
99.4
Bei negativer Teuerung erfolgt keine Anpassung.
6. a) Y._ wird verpflichtet, X._ einen monatlich im Voraus je auf den ersten des Monats zu leistenden nachehelichen Unterhaltsbeitrag von CHF 450.00 zu bezahlen, dies bis zum 2. Januar 2024.
b) Der Unterhaltsbeitrag basiert auf dem Landesindex der Konsumentenpreise des Bundesamtes für Statistik per Ende Oktober 2012 von 99.4 Punkten (Basis Dezember = 100 Punkte). Er ist jährlich auf den 1. Januar nach folgender Formel dem Indexstand per Dezember des Vorjahres anzupassen:
neuer Unterhaltsbeitrag = 450.00 x neuer Index
99.4
Bei negativer Teuerung erfolgt keine Anpassung.
7. a) X._ wird per Saldo aller Ansprüche zur Leistung einer güterrechtlichen Ausgleichsforderung zugunsten von Y._ in Höhe von CHF 82‘544.90 verpflichtet.
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b) Davon werden ihr für eine Summe von CHF 20‘000.00 jährliche Ratenzahlungen von CHF 5‘000.00 (inkl. Zins) gewährt. Die Forderung ist mit 5 % zu verzinsen.
8. Die F._ wird zulasten von Y._ (AHV-Nr. _) angewiesen, zugunsten von X._ (AHV-Nr. _) gestützt auf Art. 124 ZGB eine Entschädigung von CHF 6‘445.85 an die Vorsorgeeinrichtung G._ zu überweisen.
9. a) Die Gerichtskosten in Höhe von CHF 17‘275.00 (Entscheidgebühr CHF 12‘000.00, Kosten des Gutachtens CHF 5‘275.00) gehen je zur Hälfte (CHF 8‘637.50) zulasten der Parteien. Der von der Klägerin zu tragende Anteil wird mit dem von ihr geleisteten Vorschuss von CHF 7‘000.00 verrechnet. Den Fehlbetrag von CHF 1‘637.50 hat sie innert 30 Tagen seit Rechtskraft des Entscheids im Kostenpunkt auf das Konto des Bezirksgerichtes Hinterrhein CK_, Graubündner Kantonalbank, 7002 Chur, zu bezahlen.
Der vom Beklagten zu tragende Anteil von CHF 8‘637.50 geht zulasten des Kantons Graubünden und wird auf die Gerichtskasse genommen.
b) Die aussergerichtlichen Kosten werden wettgeschlagen. Der unentgeltliche Rechtsbeistand des Beklagten wird zu Lasten des Kantons mit CHF 14‘189.90 (inkl. Barauslagen und MwSt.) entschädigt. Die Entschädigung wird aus der Gerichtskasse bezahlt.

## Considerations