# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** a35bdec0-1d31-4f0b-bced-ac8fa9cda62b
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2022
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
1.1
Der 1970 geborene
X._
, welcher über keine Berufsausbildung verfügt, reiste 19
88 in die Schweiz ein und war
ab November 1999
bei der
Y._
AG als Lagerist tätig
(Urk. 7
/9
und Urk. 7
/23/1-2). Am 26. Januar 2010 (Eingangs
datum) meldete er sich bei der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, unter Hinweis auf
eine Arbeitsunfähigkeit
seit dem 21. Oktober 2009
infolge
Rückenbeschwerden erstmals
zum Leistungsbezug an (Urk. 7/9 [ohne Unterschrift], Urk. 7
/11
[mit Unterschrift]
). Die Arbeitsstelle wurde ihm per
31. Juli 2010 gekündigt (Urk. 7
/28/5). Nach getätigten medizinischen und erwerblichen Abklärungen hielt die IV-Stelle dafür, dass dem Versicherten eine wechselbelastende leichte Tätigkeit vollschichtig zumutbar sei und verneinte bei einem errechneten Invaliditätsgrad von 20 % mit Verfügung vom 20. Januar 20
11 einen Rentenanspruch (Urk. 7
/56). Nachdem auf zwei Neuanmeldungen mangels glaubhaft gemachter Verschlechterung der tatsächlichen Verhältnisse mit Verfügung
en vom 16. Februar 2012 (Urk. 7
/99) und
vom 24. September 2012 (Urk. 7
/107) nicht eingetreten worden war, mel
dete sich der Versicherte am 12
. April 2013
(Posteingang)
erneu
t zum Leistungsbezug an (Urk. 7
/109).
D
ie IV-Stelle
ordnete
eine bidisziplinäre me
dizinische Abklärung an (Urk. 7
/121). In der Folge erstatteten Dr. med. et Dr. sc. nat. ETH
Z._
, Fachärztin FMH Innere Medizin spez. Rheumaerkrankungen, das internistisch-rheumatologische Gutachten am 25. Januar
2014 (Urk. 7
/128) und Dr. med.
A._
, Facharzt FMH Psychiatrie und Psychotherapie, das psychiatrische Gutachten mit interdis
ziplinärer Zusammenfas
sung am 6. März 2014 (Urk. 7
/130). Gestützt auf die Schlussfolgerungen der Gutachter wurde ein Rentenanspruch mit Verfügung vom 20. November 2014 verneint (Urk. 11/146). Die vom
Versicherten
dagegen erho
bene Beschwerde vom 9. Januar 2015 (Poststempel
; Urk. 7/149/3-17
) wurde vom hiesigen Gericht mit Urteil vom 21. Dezember 2015 abgewiesen (Urk. 7/
153
).
1.2
Am 12. Februar 2016 (Eingangsdatum) stellte der Rechtsvertreter des Versi
cherten bei der IV-Stelle in dessen Namen den Antrag auf Integrationsmass
nahmen, im Speziellen auf Massnahmen zur sozialberuflichen Rehabilitation; der Beschwerdeführer fühle sich zu 50 % arbeitsfähig, obwohl ihm in den vergan
genen sechs Monaten eine
100%ige
Arbeitsunfähigkeit attestiert worden sei (Urk. 7/155). Die IV-Stelle
informierte den Rechtsvertreter des Versicherten mit Schreiben vom 16. März 2016, dass dieser ein Zusatzgesuch stellen könne, sobald er sich bereit und motiviert fühle, um an Integrationsmassnahmen teilzunehmen. Der Antrag werde nach seinem Eingang geprüft (Urk. 7/156).
Da der Versicherte kein Zusatzgesuch einreichte, stellte ihm die IV-Stelle m
it Vorbescheid vom
28. April 2016 in Aussicht, das Leistungsbegehren abzuweisen (Urk. 7/157). In der Folge legte der Versicherte medizinische Unterlagen auf
(Urk. 7/158 und Urk. 7/163)
und erhob mit Eingabe vom 23. Mai 2016 Einwand (Urk. 7/164).
Mit Schreiben vom 9. Juni 2016 forderte die IV-Stelle den Versicherten ein letztes Mal dazu auf, das
Zusatzg
esuch bis spätestens am 5. Juli 2016 einzureichen (Urk. 7/168). Dieses ging am 23. Juni 2016 bei der IV-Stelle ein (Urk. 7/170). Darin gab der Versicherte an, es bestehe seit dem 21. Oktober 2009 eine
100%ige
Arbeitsunfähigkeit. Er leide an einer Berufskrankheit (Differentialdiagnose Pneumokoniose [Silikose]) sowie an einer rezidivierenden Urtikaria.
Da der Versicherte am 30. Juni 2016 telefonisch zur Auskunft gab, er fühle sich in der Lage,
an den fünf Wochentagen lediglich je zwei Stunden
zu arbeiten (Urk. 7/172), erliess die IV-Stelle am 25. Juli 2016 einen neuen Vorbescheid und ersetzte denjenigen vom 28. April 201
6.
Für eine Arbeitsvermittlung durch die Invalidenversicherung im Rahmen von Integrationsmassnahmen sei eine
50%ige
Arbeitsfähigkeit Voraussetzung. Gemäss Telefonat könne der Versicherte zwei Stunden täglich an fünf Tagen in der Woche arbeiten, was nicht ausreichend sei (Urk. 7/174). Gegen diesen Vorbescheid erhob der Versicherte am 9. August 2016 Einwand (Urk. 7/175). Nach einem persönlichen Gespräch am 25. A
ugust 2016 sowie Vermittlung des Kontakts für eine durch die IV-Stelle unterstützte Arbeits
vermittlung teilte der Versicherte der IV-Stelle am 30. September 2016 telefo
nisch mit, er könne erst ab Januar 2017 arbeiten (Urk. 7/182). Vereinbarungs
gemäss (vgl. Urk. 7/182/5) schloss die IV-Stelle die Eingliederungsberatung mit Schreiben vom 3. Oktober 2016 ab und informierte den Versicherten darüber, dass er sich wieder an die Eingliederungsberatung der IV-Stelle wenden dürfe, sobald sich seine gesundheitliche Situation verändert habe und er Unterstützung und Beratung betreffend Arbeitsintegration wünsche (Urk. 7/181). Am 11. Januar 2017 unterzog sich der Versicherte einer Rückenoperation (Mikrochirurgische Revision,
Sequestrektomie
bei
L5
/
S1
links
; Urk. 7/190
)
. Die IV-Stelle tätigte medizinische Abklärungen und zog die Akten der Suva
bei (Urk. 7/198, Urk. 7/214). D
ie Suva verneint
e mit Verfügung vom 11. Juli 20
18 einen Anspruch auf Rentenleistungen sowie auf eine Integritätsentschädigung; unter Berücksich
tigung der aktuell vorlie
genden
pneumologischen
Befunde liege keine leidens
bedingte Einbusse bezogen auf die Berufskrankheit
(Silikose als Folge der Quarz
staubbelastung im Rahmen der beruflichen Tätigkeit in einem Kieswerk) vor (Urk. 7/215). Am 22. Januar 2019 teilte die IV-Stelle dem Versicherten mit, dass sie zur Klärung der Leistungsansprüche eine bidisziplinäre medizinische Unter
suchung in den Fachgebieten der Rheumatologie und der Psychiatrie als notwen
dig erachte und die Kosten hierfür übernehmen werde (Urk. 7/217). Auf Einwand
des Versicherten vom 5. Februar 2019, es sei auch eine
pneumologische
Untersu
chung angezeigt (Urk. 7/218), hielt die IV-Stelle mit Schreiben vom 14. Februar 2019 fest,
es werde am Gutachtensauftrag für eine bidisziplinäre Untersuchung festgehalten; das Gutachten vom 11. Mai 2017 in den Suva-Akten zeige keine Veränderung des Lungenbefunds seit 2013 (Urk. 7/221). Das Interdisziplinäre Gutachten wurde – nach einigen Schwierigkeiten im Zusammenhang mit der Aufbietung des Versicherten (vgl. Urk. 7/220, Urk. 7/223-227, Urk. 7/230-239
)
– von Dr. med.
B._
, Facharzt für Innere Medi
zin FMH, spez. Rheumatologie
, und Dr. med.
C._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie FMH, spez.
Konsi
liar
- und
Liaisonpsychiatrie
FMH
,
am 14. Mai 2019 erstattet (Urk. 7/243; inklusive rheumatologisches Fachgutachten vom 13. Mai 2019 [Urk. 7/
243/
12-32] sowie psychiatrisches Gutachten vom selben Datum [Urk. 7/243/33-100]). Nach durchgeführtem Vorbescheidverfahren (Vorbescheid vom 13. Januar 2020 [Urk. 7/254] sowie Einwand vom 21. Januar 2020 [Urk. 7/256] inklusive ergänzender Begründung vom 26. Februar 2020 [Urk. 7/257]
sowie Auflage
weiterer Arztberichte [
Urk. 7/260]) wies die IV-Stelle das Leistungsbegehren mit Verfügung vom 20. August 2020 ab (Urk. 2 [= Urk. 2/264]).
2.
Dagegen erhob der Versicherte am 4. September 2020 Beschwerde und bean
tragte, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben und es sei ihm eine halbe Rente ab dem 1. Januar 2019 zu gewähren (Urk. 1). Mit Beschwerdeantwort vom 13. Oktober 2020 schloss die Beschwerdegegnerin auf Abweisung der Beschwerde (Urk. 6), was dem Beschwerdeführer mit Verfügung vom 14. Oktober 2020 ange
zeigt wurde. Mit Eingabe vom 15. Juni 2021 reichte der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers seine Honorarnote ein (Urk. 9 f.).
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Am 1. Januar 2022 sind die geänderten Bestimmungen des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG), der Verordnung über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (
ATSV
), des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) sowie der Verordnung über die Invaliden
versicherung (IVV) in Kraft getreten.
In zeitlicher Hinsicht sind
vorbehältlich besonderer übergangsrechtlicher Rege
lungen
grundsätzlich diejenigen Rechtssätze massgebend, die bei Erfüllung des
rechtlich zu ordnenden oder zu Rechtsfolgen führenden Tatbestandes Geltung haben (BGE 146 V 364 E. 7.1, 144 V 210 E. 4.3.1, je mit Hinweisen). Da ferner das Sozialversicherungsgericht bei der Beurteilung eines Falles in der Regel auf den bis zum Zeitpunkt des Erlasses der streitigen Verfügung beziehungsweise des streitigen Einspracheentscheids eingetretenen Sachverhalt abstellt (BGE 144 V 210 E. 4.3.1, 132 V 215 E. 3.1.1, je mit Hinweisen), sind vorliegend die bis 31. Dezember 2021 gültig gewesenen Rechtsvorschriften anwendbar, die nach
folgend auch in dieser Fassung zitiert werden.
1.2
Wurde eine Rente wegen eines zu geringen Invaliditätsgrades
verweigert, so wird nach Art.
87 Abs.
3 IVV eine neue Anmeldung nur geprüft, wenn
die Vorausset
zungen gemäss Abs.
2 dieser Bestimmung erfüllt sind. Danach ist im Revisions
gesuch glaubhaft zu machen, dass sich der Grad der Invalidität der versicherten Person in einer für den Anspruch erheblich
en Weise geändert hat.
Ergibt die Prüfung durch die Verwaltung, dass
die Vorbringen
der versicherten Person nicht glaubhaft sind, so erledigt sie das Gesuch ohne weitere Abklärungen durch Nichteintreten.
Tritt die Verwaltung auf die Neuanmeldung ein, so hat sie die Sache materiell abzuklären und sich zu vergewissern, ob die von der versi
cherten Person glaubhaft gemachte Veränderung des Invaliditätsgrades auch tatsächlich eingetreten ist; sie hat demnach in analoger Weise wie be
i einem Revisionsfall nach Art. 17 Abs. 1 ATSG vorzugehen (BGE
117 V 198 E.
3a
, vgl. auch BGE 133 V 108 E. 5.2). Stellt sie fest, dass der Invaliditätsgrad seit Erlass der früheren rechtskräftigen Verfügung keine Veränderung erfahren hat, so weist sie das neue Gesuch ab. Andernfalls hat sie zunächst noch zu prüfen, ob die festgestellte Veränderung genügt, um nunmehr eine anspruchsbegründende Invalidität zu bejahen, und hernach zu beschliessen. Im Beschwerdefall obliegt die gleiche materielle Prüfungspflicht auc
h dem Gericht (
Urteil des Bundes
gerichts
9C_351
/2020 vom 21. September 2020 E. 3.1, insbesondere mit Hinweis auf
BGE 117 V 198 E.
3a
, 109 V 108 E.
2b
).
1.3
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurtei
lung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.4
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen
wieder herstellen
, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine Vier
telsrente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine Dreiviertelsrente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.5
1.5.1
Die Annahme eines psychischen Gesundheitsschadens im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG sowie Art. 3 Abs. 1 und Art. 6 ATSG setzt eine psychiatrische, lege artis auf die Vorgaben eines anerkannten Klassifikationssystems abgestützte Diagnose voraus (vgl. BGE
145 V 215 E. 5.1, 143 V 409 E. 4.5.2, 141 V 281 E.
2.1, 130 V
396
E. 5.3 und E.
6). Eine fachärztlich einwandfrei festgestellte psychische Krank
heit
ist jedoch nicht ohne W
eiteres gleichbedeutend mit dem Vorliegen einer Invalidität. In jedem Einzelfall muss eine Beeinträchtigung der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit unabhängig von der Diagnose und grundsätzlich unbesehen der Ätiologie ausgewiesen und in ihrem Ausmass bestimmt sein. Entscheidend ist die nach einem weitgehend objektivierten Massstab zu beurteilende Frage, ob es der versicherten Person zumutbar ist, eine Arbeitsleistung zu erbringen (BGE
145 V
215 E. 5.3.2,
1
43 V 409 E. 4.2.1, 141 V 281 E.
3.7, 13
9 V 547 E. 5.2, 127 V 294 E.
4c
; vgl. Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.5.2
Den von Versicherungsträgern im Verfahren nach Art. 44 ATSG eingeholten, den Anforderungen der Rechtsprechung entsprechenden Gutachten externer Spezial
ärzte (sogenannte Administrativgutachten) ist Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 137 V 210 E. 1.3.4, 135 V 465 E. 4.4; Urteil des Bundesgerichts
8C_77
/2021 vom 20. April 2021 E. 3 mit Hinweisen).
1.5.3
Wie in BGE 145 V 361 dargelegt, ist in allen Fällen durch die Verwaltung bezie
hungsweise das Gericht zu prüfen, ob und inwieweit die ärztlichen Experten ihre Arbeitsunfähigkeitsschätzung unter Beachtung der massgebenden Indikatoren (Beweisthemen) hinreichend und nachvollziehbar begründet haben. Dazu ist erforderlich, dass die Sachverständigen den Bogen schlagen zum vorausgehenden
medizinisch-psychiatrischen Gutachtensteil (mit Aktenauszug, Anamnese, Befun
den, Diagnosen usw.), das heisst sie haben im Einzelnen Bezug zu nehmen auf die in ihre Kompetenz fallenden erhobenen medizinisch-psychiatrischen Ergeb
nisse fachgerechter klinischer Prüfung und Exploration. Ärztlicherseits ist also
substanziiert
darzulegen, aus welchen medizinisch-psychiatrischen Gründen die erhobenen Befunde das funktionelle Leistungsvermögen und die psychischen Ressourcen in qualitativer, quantitativer und zeitlicher Hinsicht zu schmälern vermögen. Der psychiatrische Sachverständige hat darzutun, dass, inwiefern und inwieweit wegen der von ihm erhobenen Befunde die beruflich-erwerbliche Arbeitsfähigkeit eingeschränkt ist
, und zwar –
zu Vergleichs-, Plausibil
isierungs- und Kontrollzwecken –
unter Miteinbezug der sonstigen persönlichen, familiären und sozialen Aktivitäten der rentenansprechenden Person (E. 4.3; vgl. auch das zur Publikation vorgesehene Urteil des Bundesgerichts
8C_280
/2021 vom 17. November 2021 E. 6.2.1 mit Hinweis
).
2.
2.1
Die Abweisung des Leistungsbegehrens begründete die Beschwerdegegnerin
in der angefochtenen Verfügung nach Vornahme einer Indikatorenprüfung
damit,
dass aus
Rechtsanwendersicht der medizinisch attestierten Arbeitsun
fähigkeit nicht gefolgt werden
könne
, und e
s könne kein Anspruch auf Leistungen der Invalidenversicherung entstehen (Urk. 2).
2.2
Der
Beschwerdeführer
brachte indes
vor,
strittig sei die
Einschätzung der gutachterlich attestierten Arbeitsfähigkeit, mithin die Anwendung der Recht
sprechung nach BGE 141 V 28
1.
Dr.
C._
habe in Würdigung der Befunde, der stattgefundenen Therapie, der Konsistenz et
cetera
seine Einschätzung zur Einschränkung der Arbeitsfähigkeit ausführlich begründet. Die Beschwerde
gegnerin habe indessen keine Hinweise darauf gemacht, wo er die rechtlichen Vorgaben missachtet haben solle, sondern sich darauf beschränkt, seiner Einschätzung ihre abweichende Beurteilung gegenüberzustellen (Urk. 1 Rz
18 und
24
).
Eine gesamthafte Abhandlung des
Indikatorenrasters
(Urk. 1 Rz 24) ergebe betreffend den Schweregrad eine mittlere Einschränkung, was mit der weniger als hälftigen Teilarbeitsunfähigkeit von 40 % korreliere (Urk. 1 Rz 33). Vom Gutachter werde nicht erwähnt, dass die Therapie oder Medikation bisher nicht lege artis gewesen sein solle. Dasselbe gelte für den Vorwurf an den B
eschwerdeführer,
sich nicht um Alternativen mit unterschiedlichem therapeuti
schen Ansatz bemüht
zu haben. Überholt sei sodann die Argumentation, die
Einschränkungen seien grundsätzlich gut behandelbar. Einer fehlenden Therapie
resistenz sei als solcher und für sich alleine keine entscheidende Bedeutung beizumessen (Urk. 1 Rz 36 f.).
Hinsichtlich Komorbiditäten zeige die
Diagnosen
liste
des Gutachtens, dass neben den Hauptdiagnosen mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit noch zahlreiche Nebendiagnosen bestünden. Es liege auf der Hand, dass sich diverse Schmerzen, Schlafstörungen und Müdigkeit in Bezug auf die Hauptschmerzstörung sowie die Depression ressourcenhemmend auswirkten (Urk. 1 Rz 38). Im Gutachten sei zudem ausdrücklich ausgeführt worden, für die Einschätzung der Arbeitsfähigkeit würden die Ressourcen und Belastungen mitberücksichtigt (Urk. 1 Rz 40). Für negative funktionelle Folgen psychosozialer Faktoren gebe es im gesamten Gutachten keinen Hinweis (Urk. 1 Rz 41).
Der Gutachter habe bei seiner Einschätzung den Umstand, dass der Beschwerdeführer spazieren gehe, ab u
nd zu
im Haushalt mithelfe und manchmal versuche, etwas zu putzen und ab und zu TV schaue oder Inserate lese, berücksichtigt. Die Beschwerdegegnerin greife isoliert einzelne Tätigkeiten auf und schliesse daraus, dass die Tagesgestaltung des Beschwerdeführers nicht schwerwiegend beeinträch
tigt sei. Es sei weder ersichtlich noch dargetan, weshalb auch bei einer bloss
40%igen
Arbeitsunfähigkeit eine schwerwiegende Beeinträchtigung der Tages
gestaltung gefordert sein sollte (Urk. 1 Rz 43). Selbst wenn die Behandlungs
möglichkeiten als noch nicht in kooperativer Weise ausgeschöpft gelten würden, dränge dieser Aspekt die übrigen Indikatoren nicht derart in den Hintergrund, dass von der gutachterlich festgestel
lten Arbeitsunfähigkeit abzuweich
en wäre. Massgeblich sei stets eine Gesamtbetrachtung (Urk. 1 Rz 48). Der Gutachter habe schliesslich ausdrücklich festgehalten, dass er der Verdeutlichungstendenz bei der Beurteilung der Ausprägung der Symptomatik und der Arbeitsfähigkeit Rechnung getragen habe
, womit erneut nicht ersichtlich sei, inwiefern er sich nicht an die no
rmativen Vorgaben gehalten habe
(Urk. 1 Rz 50). Der Gutachter sei sich der Inkonsistenzen bewusst gewesen (Urk. 1 Rz 52). Die Beschwerdegegnerin habe eine juristische Parallelprüfung vorgenommen, ohne aufzuzeigen, inwiefern trif
tige Gründe für eine Abweichung vom Gutachten vorlägen (Urk. 1 Rz 54).
3.
3.1
Das hiesige Gericht stützte sich in seinem Urteil vom 21. Dezember 2015 auf d
as bidisziplinäre Gutachten
der
Dres
.
Z._
und
A._
vom 25. Januar 2014/6. März 2014 (Urk. 7/128 und Urk. 7/130)
, welchem es volle Beweiskraft zumass (Urk. 7/153/12 E. 4.1)
.
Die Gutachter hielten
in der interdisziplinären Zusammenfassung
fest, der Beschwerdeführer sei aus rheumatologischer Sicht durch die eingeschränkte Funktion der HWS und der LWS limit
iert. Er könne
Lasten bis zu 10
kg heben oder tragen (le
ichtes Belastungsniveau). Tätig
keiten, welche diesem Prof
il entsprächen, könne er zu 100
% beziehungsweise ganztags ausüben. Aus psychiatrischer Sich
t bestehe kein Bedarf nach adap
tierten Tätig
keiten, eine Arbeitsunfähigk
eit bestehe nicht (vgl. Urk. 7/
130/9
);
als Diagnosen ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit
wurden eine Anpassungsstörung mit Sorgen, Anspannungen, Stimmungseinbrüchen und Resignation (ICD-10
F43.23
) sowie posttraumatische Albträume (ICD-10
F43.8
)
aufgeführt (Urk. 7
/130/8).
3.2
In der interdisziplinären Gesamtbeurteilung des Gutachtens von Dr.
B._
und Dr.
C._
vom 14. Mai 2019 wurden die folgenden Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit festgehalten (Urk. 7/243/6 f.):
-
Chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren (ICD-10
F45.41
), bestehend seit 2010
-
Rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode (ICD-10
F33.1
), bestehend seit 2013
-
Chronisches Panvertebralsyndrom mit diffuser Ausstrahlung
-
Chronische Silikose
Als Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit wurden die folgenden festgehalten (Urk. 7/243/7):
-
Schädlicher Gebrauch von Tabak (ICD-10
F17.1
), bestehend seit Jahren
-
Chronisches, generalisiertes Schmerzsyndrom
-
Anamnestisch Reizmagen-Syndrom
Die Gutachter gelangten zum Schluss, aus rheumatologischer Sicht könne keine anhaltende Arbeitsunfähigkeit für die zuletzt ausgeübte berufliche Tätigkeit (bis 2010) sowie für eine angepasste Verweistätigkeit begründet werden. Aus psychi
atrischer Sicht bestehe eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit im Umfang von 40 % (Urk. 7/243/10).
4.
4.1
4.1.1
Das interdisziplinäre Gutachten von Dr.
B._
und Dr.
C._
vom 14. Mai 2019
beruht
auf den erforderlichen
rheumatologischen und
psychiatrischen
Unter
suchungen, ist für die streitigen Belange umfassend und wurde in Kenntnis der und in Auseinandersetzung mit den fallrelevanten Vorakten erstellt.
4.1.2
In
rheumatologischer
Hinsicht
liegt eine
– im V
ergleich zur gutachterlichen Einschätzung
von Dr.
Z._
–
unveränderte
Beurteilung
vor
,
gemäss welcher
dem
Beschwerdeführer
aufgrund der erhobenen Befunde
eine angepasste Tätig
keit in zeitlicher Hinsicht uneingeschränkt zumutbar ist.
Auch das Belastung
s
profil weicht
in rheumatologischer H
insicht
nicht wesentlich vom
bisherigen
ab
:
Gemäss
Dr.
B._
beschränkt sich eine zumutbare
Tätigkeit auf leicht- bis maximal mittelgradig körperlich belastende A
rbeiten
in einem temperierten Raum (Raum
luft)
, mit der Möglichkeit, zwischen sitzender, stehender und gehender Körper
haltung zu wechseln. Das Einhalten der Rückenergonomie sei wünschenswert
(Urk. 7/243/30)
.
Darüber hinaus
schloss
Dr.
B._
bei der Umschreibung des Belastungsprofils auch
pneumologische
Faktoren mit
ein: Dem Beschwerdeführer
seien berufliche Tätig
keiten, bei welchen
er
in staubbelasteter Umgebung arbeiten müsse und er gegenüber Quarzstäuben exponiert sei
, nicht mehr zumutbar
(Urk. 7/243/30).
Was den
pneumologischen
Gesundheitszustand des Beschwerdeführers anbe
langt, ist an dieser Stelle darauf hinzuweisen, dass
das hiesige Gericht
bereits im Urteil
vom 21. Dezember 2015 darauf Bezug
nahm
.
Es lag insbesondere ein Bericht
des
Universitätsspitals D._
, Klinik für Pneumologie,
vom 18. Dezember 2013 bei den Akten
, gemäss welchem
ein Verdacht auf
eine Staub
lunge beziehungsweise eine Pneumokoniose (Silikose) bestand,
wobei eine normale Lungenfunktion festgestellt wurde
(
vgl. Urk. 7/150/1-4,
vgl. auch die Erwägungen in
Urk.
7/153/13 E. 4.3
).
Die
aktuellen
Untersuchung
en
im I
nsel
spital
, Universitätsklinik für Pneumologie,
ergab
en
einen unveränderten Befund
mit lungenfunktionell und radiologisch stabilem Verlauf. Die Diagnose einer chronischen Silikose wurde zwar bestätigt, doch daraus ergab sich keine medi
zinisch theoretische Invalidität. Aus
pneumologischer
Sicht seien dem Beschwer
deführer leichte körperliche Arbeiten wie zum Beispiel leichte Lagerarbeiten (zuletzt ausgeübter Beruf) über acht Stunden täglich zumutbar. Dabei sei auf eine atemhygienisch saubere Umgebung zu achten
(
vgl. das Gutachten
zuhanden der Suva
vom 11. Mai 2017
[Urk. 7/198/221]
mit Ergänzung vom 13. Februar 2018
[
Urk. 7/214
]).
Nach dem Gesagten ist in somatischer Hinsicht keine
anhaltende
massgebliche Verschlechterung des Gesundheitszustandes
festzustellen
(eine vorübergehende Verschlechterung ergibt sich im Zusammenhang mit der am 11. Januar 2017 durchgeführten Rückenoperation; Urk. 7/190)
. Dies wurde
vom Beschwerdef
ü
hrer auch nicht bestritten
.
Ihm ist unverändert eine
körperlich
angepasste Tätigkeit
unter Berücksichtigung des Belastungsprofils
zumutbar.
4.1.3
Strittig ist
demgegenüber
, ob auf die gutachterlich attestierte Arbeitsunfähigkeit in psychiatrischer Hinsicht ab
gestellt werden kann
. Während die Beschwerde
gegnerin von der Einschätzung von Dr.
C._
abwich, berief
sich der Beschwer
deführer auf
eben
diese.
Den nachfolgenden Erwägungen ist vorauszuschicken, dass wegen des
verglei
chenden Charakters des revisionsrechtlichen Beweisthemas und des Erforder
nisses, erhebliche faktische Veränderungen von
bloss
abweichenden Bewertun
gen abzugrenzen, deutlich werden muss, dass die Fakten, mit denen die Veränderung begründet wird, neu sind oder dass sich vorbestandene Tatsachen in ihrer Beschaffenheit oder ihrem
Ausmass
substanziell verändert haben. Eine verlässliche Abgrenzung der tatsächlich eingetretenen von der nur angenom
menen Veränderung ist als erforderliche Beweisgrundlage nicht erreicht, wenn
bloss
nominelle Differenzen diagnostischer Art bestehen. Die Feststellung über eine seit der früheren Beurteilung eingetretene tatsächliche Änderung ist hinge
gen genügend untermauert, wenn die ärztlichen Sachverständigen aufzeigen, welche konkreten Gesichtspunkte in der Krankheitsentwicklung und im Verlauf der Arbeitsunfähigkeit zu ihrer neuen diagnostischen Beurteilung und Einschät
zung des Schweregrads der Störungen geführt haben (Urteil des Bundesgerichts
8C_618
/2014 vom 19. Dezember 2014 E. 2.3 mit Hinweisen).
Dr.
C._
nannte
als Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren (ICD-10
F45.41
), bestehend seit 2010, und eine rezidivierende depressive Störung,
beste
hend seit 2013,
gegenwärtig mittelgradige Episode (ICD-10
F33.1
).
Damit stellt
e
er
–
in Anbetracht des sich überschneidenden Beurteilungszeitraums
–
den von Dr.
A._
im Gutachten vom 6. März 2014
gestellten Diagnosen (vgl. E. 3.1)
seine eigenen, a
bweichenden Diagnosen gegenüber, ohne darzutun,
weshalb er zu einer anderen diagnostischen Beurteilung gelangte beziehungsweise
inwiefern eine Veränderung
eingetreten sein soll
.
Aufgrund dessen ist
grundsätzlich
von einer anderen Beurteilung eines unveränderten S
achverhalts
(beziehungsweise von nominellen Differenzen diagnostischer Art)
auszugehen
, zumindest was die Diagnose der chronischen Schmerzstörung anbelangt
.
Betreffend die Diagnose der depressiven Störung hielt Dr.
C._
fest,
es sei ihm auf Grund der Angaben des Beschwerdeführers, der ihm vorliegenden Dokumen
tation und des fluktuierenden Verlaufs nicht möglich, eine exakte
retrospektiv
e Einschätzung vorzunehmen; er gehe
ab Anfang 2018 von einer mittelgradigen Einschränkung der Arbei
tsfähigkeit aus (Urk. 7/243/86).
An anderer Stelle führte er
zudem
aus
,
zum Untersuchungszeitpunkt habe sich beim Beschwerdeführer ein
depressives Zustandsbil
d feststellen
lassen
. Haup
tsymptome seien
eine depri
mierte Stimmung, leichte Konzentrationsdefizite, leichte Gedächtnisdefizite, ein eingeengtes und verlangsamtes formales Denken, anamnestische Ein- und Durch
schlafstörungen, zeitweise auftretende Suizidgedanken, eine Affektarmut, eine eingeschränkte affektive Schwingungsfähigkeit, ein sozialer Rückzug, eine innere Unruhe und e
ine Reduktion des Antriebs. Beim Beschwerdeführer bestehe
seit mindestens 2013 ein
phasenhafter
Ver
lauf depressiver Episoden. Dr.
E._
habe im Jahr
2013 erstmals die Diagnose einer mittelgradigen depressiven Episode
gestellt
. Zwischenzeitlich
sei
in verschiedenen Arztbe
r
ichten und auch im Gutachten von
Dr.
A._
im Jahr
2014 eine Anpassungsstörung diagnosti
ziert
worden. Es sei
somit davon auszugehen, dass depressive Symptome in der Vergangenheit in unterschie
dlichem Ausmass aufgetreten seien
.
Der Beschwer
deführer
selber berichte, d
ass seine Traurigkeit seit 1-1 1⁄2
Jahren in diesem Ausmass wieder vo
rhanden sei. Zusammenfassend sei
diagnostisch von einer rezidivierenden depressiven Störung,
gegenwärtig mittelgradige
Episode (ICD-10 F 33.1
), bestehend seit 2013, auszugeh
en.
Das Ergebnis im ADS-L bestätige
das Vorhandensein einer ernsthaften depressiven Stör
ung. Das Ergebnis im MADRS weise
au
f eine mä
ssige Depression des Beschwerdeführers
hin
(Urk. 7/243/78)
.
Wenn bezüglic
h des Ausmasses beziehungsweise des Schweregrades der gutachterlich festgestellten
depressiven Verstimmung auf die Situation z
um Zeit
punkt der Beurteilung durch
Dr.
E._
im Jahr 2013 und
zum Zeitpunkt der Begutachtung durch
Dr.
A._
Bezug genommen
wird, vermag dies
die Diag
nose einer rezidivierenden depressiven Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode,
nicht zu untermauern, sondern bringt
erst recht
zum Ausdruck, dass es sich
auch
hierbei
um eine andere Beurteilung eines unveränderten Sachverhalts handelt.
Die Beurteilung von Dr.
A._
, welcher
dem Beschwerdeführer
aufgrund der damals erhobenen Befunde
keine
Arbeitsunfähigkeit attestiert hatte,
wurde vom hiesigen Gericht mit Urteil vom
21. Dezember 2015
als schlüssig qualifiziert. Alsdann wurde auf die Beurteilung
en
von Dr.
E._
nicht abge
stellt (Urk. 7/153/13 f. E. 4.4 f.).
Dr.
C._
zeigte jedoch auch hier
nicht auf,
welche konkreten Gesichtspunkte
zu seiner
neuen diagnostischen Beurteilung geführt haben
. Damit ist
k
eine
Veränderung der tatsächlichen Verhältnisse
erstellt (vgl. E.
4.
3
.1).
Obschon
betreffend die Einschätzung von Dr.
C._
von einer
andere
n
Beur
teilung eines unveränderten Sachverhalts
auszugehen ist,
führt dies nicht dazu, dass das Gutachten
damit
seine B
eweiskraft
verlöre.
Im Rahmen der freien Be
weiswürdigung
(Art. 61 lit. c ATSG) darf sich das Gericht weder
über die (den
beweisrechtlichen Anforderungen genügenden) medizinischen Tatsachenfest
stellungen hinwegsetzen noch sich die ärztlichen Einschätzungen und Schluss
folgerungen unbesehen ihrer konkreten sozialversicherungsrechtlichen Relevanz und Tragweite zu eigen machen
. Darin liegt kein Widerspruch
(
vgl. das Urteil des Bundesgerichts
9C_27
/2019
vom 27. Juni 2019 E. 4.1 mit Hinweisen
).
4
.2
4.2.1
Selbst
wenn eine Veränderung der
tatsächlichen Verhältnisse
erstellt
wäre
und eine depressive Störung
, gegenwärtig mittelgradige Episode,
vorläge
, vermöchte dies keinen R
entenanspruch zu begründen:
Es
ist
diesfalls
zu prüfen
, ob und in welchem Umfang die gutachterlichen Feststellungen anhand der Standardindi
katoren nach BGE 141 V 281 auf eine rechtlich relevante Arbeit
sunfähigkeit schliessen lassen. Aus
sozialversicherungsrechtlicher Sicht
ist
letztlich nicht die Schwere einer
Erkrankung entscheidend
, sondern deren Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit, zumal sie in beruflicher Hinsicht unterschiedliche F
olgen zeitigt
. Unabhängig von der
klassifikatorischen
Einordnung einer Krankheit
resultiert aus einer Diagnose –
mit oder ohne diagnosein
härentem Bezug zum Schweregrad –
allein keine verlässliche Aussage über das Ausmass der mit dem Gesundheits
schaden korrelierenden funktionellen Leistungseinbusse bei psychisc
hen Störun
gen
. Wie stark die versicherte Person in sozialen, beruflichen oder anderen wich
tigen Funktionsbereichen beeinträchtigt ist, ergibt sich aus dem funktionellen Schweregrad einer Störung. Dieser b
zw. die betreffende Kategorie («funktioneller Schweregrad»
) überschneidet sich dabei teilweise mit den fachärztlichen Angaben zur Dia
gnosestellung
. Auch bei als schwer bezeichneten psychischen Leiden lässt sich daher nicht automatisch auf eine ausgeprägte funktionelle Einschränkung schliessen. Hingegen kann grundsätzlich nur eine schwere psychische Störung invalidisierend im Rechtssin
n sein
. Eine leicht- bis mittelgradige depressive Störung ohne nennenswerte Interferenzen durch psychiatrische Komorbiditäten lässt sich im Allgemeinen nicht als schwere psychische Krankheit definieren. Besteht dazu noch ein bedeutendes therapeutisches Potential, so ist insbesondere auch die Dauerhaftigkeit des Gesundheitsschadens in Frage gestellt.
Diesfalls
müssen gewichtige Gründe vorliegen, damit dennoch auf eine invalidisierende Erkrankung geschlossen werden kann. Es ist Aufgabe der medizinischen Sach
verständigen, nachvollziehbar aufzuzeigen, weshalb trotz lediglich leichter bis mittelschwerer Depression und an sich guter Therapierbarkeit der Störung im Einzelfall funktionelle Leistungseinschränkungen resultieren, die sich auf die Arbeitsfähigk
eit auswirken
. Attestieren die psychiatrischen Fachpersonen bei diesen Konstellationen trotz Verneinung einer schweren psychischen Störung ohne (allenfalls auf Nachfrage hin erfolgte) schlüssige Erklärung eine namhafte
Einschränkung der Arbeitsfähigkeit, besteht für die Versicherung oder das Gericht Grund dafür, der medizinisch-psychiatrischen Folgenabschätzung die rechtliche Massgeblichkeit zu versagen
(
zur Publikation vorgesehenes Urteil des Bundes
gerichts
8C_280
/2021 vom 17. November 2021 E. 6.2.2 mit Hinweisen)
.
4.2.2
Zur Ausprägung der diagnoserelevanten
Befunde im Kontext der Gesundheits
schädigung lässt sich
feststellen, dass keine schwere
Beeinträchtig
ung
erhoben wu
rde
(
vgl.
Urk. 7/243/73 f.).
4.2.3
A
lsdann ist aktenkundig, dass die medikamentöse antidepressive Therapie durch
aus ausbaufähig ist und dass dem Beschwerdeführer eine Verhaltenstherapie empfohlen wurde (Urk. 7/243/87);
die Konsultation der Psychiaterin lediglich
einmal pro Monat (Urk. 7/243/71)
erweist sich als
ungenügend
.
Demgemäss
kann ke
ine Behandlungsresistenz festgestellt werden.
Eine Komorbidität zur depressi
ven Störung besteht nicht, da bezüglich der
chronischen Schmerzstörung
–
wie bereits erwähnt
–
von einer anderen Beurteilung eines unveränderten Sachver
halts auszugehen ist
, wurde diesbezüglich
doch
keine Verschlechterung aufge
zeigt
(E.
4.1.3
).
4.2.4
Was den
Komplex Persönlichkeit anbelangt, ist darauf hinzuweisen, dass
Dr.
A._
in seinem Gutachten festgehalten hatte, dass beim Beschwerdeführer aufgrund der anamnestischen Angaben weder eine genetische Vulnerabilität noch Persönlichkeitsfaktoren für die Entwicklung psychiatrischer Erkrankungen feststünden. Es ergäben sich keine Hinweise auf die Bildung einer Persönlich
keitsstörung. Der Suizid eines Kameraden während der Militärzeit habe bei ihm zwar intermittierende posttraumatische Albträume ausgelöst, jedoch ohne Hinweise auf die Bildung einer posttraumatischen Persönlichkeitsstörung. Der Beschwerdeführer
habe im Erwachsenenalter jahrelang eine konstante Arbeits
leistung erbracht, konstante zwischenmenschliche Beziehungen gepflegt und die Verantwortung seiner Familie gegenüber wahrgenommen. Anhaltende Störungen der Impuls- oder Affektkontrolle seien weder anamnestisch erhoben noch
akten
mässig
dokumentiert und damit könnten bei ihm prämorbide psychische Prob
leme mit Krankheitswert, abgesehen von posttraumatischen Albträumen, klar ausgeschlossen werden (Urk. 7/130/6 f.). Auch Dr.
C._
erwähnte, es ergäben sich weder klinisch noch anamnestisch Anhaltspunkte für das Vorliegen einer Persönlichkeitsstörung (Urk. 7/243/79).
4.2.5
Hinsichtlich des sozialen Kontexts kann auf zahlreiche Ressourcen des Beschwer
deführers geschlossen werden: Er lebt in einer stabilen Familiensituation,
geht tagsüber spazieren, ist in der Lage, seine Ehefrau zur A
rbeit zu begleiten (d
iese reinigte zum Begutachtungszeitpunkt zweim
al pro Woche Büroräumlichkeiten)
.
Sodann ist der Beschwerdeführer in der Lage,
einzukaufen, im Haushalt ab und zu mitzuhelfen, mittags zu kochen, Freundschaften zu zwei anderen Familien zu pflegen und
diese
in deren Schrebergarten zu besuchen
. Er schaut sodann fern und liest Stelleninserate
(Urk.
7/243/72
und Urk. 7/243/81
).
Auszuklammern sind sodann die vorhandenen
psychosoziale
n
Belastungsfaktoren
; der Beschwerde
führer berichtete von massiven finanziellen Problemen und dass seiner Ehefrau die Stelle kürzlich gekündigt worden sei (
Urk. 7/243/77
).
Auch a
ngesichts dieser Gegebenheiten ist insgesamt nicht auf eine Störung mit beachtlichem Schwere
grad zu
schliessen
.
4.2.6
D
ie Kategorie der Konsistenz
ist
schliesslich
als
besonders
auffällig
zu qualifi
zieren:
Dr.
C._
hielt in eindrücklicher Weise fest, es entstehe der Eindruck, dass der Beschwerdeführer sich mit mehr Engagement für eine materielle Entschädigung (i.e. für eine Rente) einsetze als für einen beruflichen Wieder
einstieg. Das integrale Gesamtstreben des Beschwerdeführers wende sich somit vom Rehabilitationsziel ab, um sich hauptsächlich auf finanzielle Versicherungs
leistungen auszurichten. So berichte der Beschwerdeführer sehr klar und direkt, dass er von der Invalidenversicherung eine finanzielle Unterstützung in Form einer Rente erwarte, wobei er sich lediglich eine Arbeitstätigkeit im Umfang von 40 %, aber nicht mehr, vorstellen könne. Der Beschwerdeführer habe aber seit dem Jahr 2010 nicht mehr gearbeitet, was eine gewisse final ausgerichtete Entschädigungshaltung deutlich mache. Es sei zudem von einem nicht unerheb
lichen Krankheitsgewinn des Beschwerdeführers auszugehen. Er erhalte durch seine Schmerzsymptomatik einen Zugewinn an Aufmerksamkeit und Zuwen
dung, eine Entlastung von unliebsamen Pflichten, aber auch Versicherungs
leistungen bis hin zu einer Berentung. Er (Dr.
C._
) gehe daher von einem nicht unerheblichen Krankheitsgewinn des Beschwerdeführers aus (Urk. 7/243/77). Darüber hinaus hielt Dr.
C._
fest, d
ie Beschwerdeschilderung seitens
des Beschwerdeführers
und die Schilderung seines Alltags u
nd seiner Alltagsaktivitäten würden
zahlreiche Inkonsistenzen auf
weisen
. So
bekunde er
zum einen massive Gedächtnisdefizite, die sich klinisch in di
esem Ausmass nicht bestätigen lie
ssen. So
habe der Beschwerdeführer
bei
der
Nachfrage nach
dem
Beginn von Symptomen oder dem Zeitpunkt von Operationen mehrfach
ange
geben, sich nicht erinnern zu können. Er sei
aber andererseits in der Lage
gewe
sen,
sehr detailliert die Entstehung seiner Schmerzsymptomatik zu berichten.
Er habe sich auch
sehr genau an Gesprächsinhalte
erinnert
, die vorher schon besprochen oder gefragt
worden seien
.
Der Beschwerdeführer habe
im Unter
suchungsgespräch
sodann
mehrfach
bekundet
, dass er sehr
starke Schmerzen habe. Er habe
aber nur zeitweise eine schmerzvermittelnde Mimik und Gestik
gezeigt
. Vor allem
falle auf,
dass
er die Praxis
hinkfrei
betreten habe und dann b
eim Aufstehen und auch
beim Verlassen der Praxis ein
massives Hinken
ge
zeigt
habe mit e
ine
r
sehr stark schmerzvermittelnde
n Mimik. Dieses Verhalten sei
inkonsistent
.
Zusammenfassend gewinne
der Gutachter
den Eindruck, dass
der Beschwerdeführer
die an sich bestehenden Beschwerden und Beeinträchtigungen zu Demonstrationszwecken üb
ertreibe. Dies lasse auf eine Verdeutlichung
s
tendenz schliessen. Dieses Verhaltensmuster
nehme aber nicht ein Ausmass an, welches
klar auf e
ine Aggravation schliessen lasse
. Diese Verdeutlichungstendenz
müsse
bei der Beurteilung der Ausprägung einer psychiatrischen Symptomatik und auch bei der Beurteilung der allfällig daraus resultierenden Einschränkung de
r Arbeitsfähigkeit zwingend mit
berücksic
htigt werden. Interessanterweise
sei
schon im Gutachten von
Dr.
Z._
vom 25. Januar
2015 auf Diskrepanzen hingewiesen
worden (Urk. 7/243/80).
Obwohl Dr.
C._
die Verdeutlichungs
tendenz zu berücksichtigen versuchte,
fehlt für die
von ihm
festgestellte
Einschränkung der Arbeitsfähigkeit von
immerhin 40 %
angesichts der erheb
lichen Inkonsistenzen, welche nach seiner eigenen Einschätzung sogar in eine Rentenbegehrlichkeit münden,
eine schlüssige Erklärung.
4.2.7
Damit besteht – entgegen den Vorbringen des Beschwerdeführers – Grund dafür, der medizinisch-psychiatrischen Folgenabschätzung die rechtliche
Massgeblich
keit
zu versagen.
Eine juristische Parallelprüfung, wie vom Beschwerdeführer geltend gemacht (Urk. 1 Rz 19 ff.), liegt
hier
nicht vor.
A
ngesichts des nicht erheblichen funktionellen Schweregrads der diagnostizierten Gesundheitsstörung sowie insbesondere der weitgehend intakten Ressourcen des Beschwerdeführers
sowie der deutlichen Inkonsistenzen
kann eine Einschränkung der Arbeitsfähig
keit
nicht als überwiegend wahrscheinlich erstellt erachtet werden, sondern
es
ist
unverändert
von einer
in zeitlicher Hinsicht
uneingeschränkten Arbeitsfähigkeit
in einer angepassten Tätigkeit
auszugehen.
Ergänzend ist anzufügen, dass
D
r.
C._
die funktionellen Einschränkungen des Beschwerdeführers anhand des
Mini-ICF-APP Ratings
dar
stellte
(Urk. 7/243/82 ff.).
Z
war
ist
nicht zu beanstanden, wenn d
ie Beurteilung der Arbeitsfähigkeit
unter ergänzender Verwendung des
Mini-ICF-APP Ratings
erfolgt (vgl. das
Urteil des Bun
desgerichts
9C_157
/2019 vom 28.
Oktober 20
19 E.
4.3
), doch kann dieses die Indikatorenprüfung nicht ersetzen oder an deren Stelle
treten.
Die Vorbringen
des Beschwerdeführers gehen
daher
fehl und die
Argumentation
in der Beschwerde
vermag nicht zu überzeugen.
4.2.8
Von einer medizinischen Einschätzung der Arbeitsunfähigkeit kann aus rechtli
cher Sicht abgewichen werden, ohne dass ein grundsätzlich beweiskräftiges
Gutachten dadurch seinen Beweiswert verlöre (vgl. etwa
das
Urteil des Bu
ndes
gerichts
9C_106
/2015 vom 1. April 2015 E.
6.3).
Da von weiteren medizinisch
en Abklärungen (vgl. Urk. 1 Rz 60 f.
) keine
entscheidrelevanten
Ergebnisse zum Gesundheitszustand des Beschwerdeführers in
der
hier
massgeblichen
Zeitspanne
zu erwarten sind, kann darauf verz
ichtet werden (BGE 144 V 361 E. 6.5, 136 I 229 E.
5.3).
4.3
Zusammenfassend ist festzuhalten, dass eine Veränderung des Gesundheits
zustandes mit Relevanz auf die Arbeitsfähigkeit seit der Verfügung vom
20. November 2014
nicht ausgewiesen ist, sondern - unverändert - eine Arbeits
fähigkeit von
10
0 % in
angepasster Tätigkeit besteht.
Die Durchführ
ung eines Einkommensvergleichs
hat somit zu entfallen.
Dies führt
im Ergebnis
zur Abweisung der Beschwerde.
5.
Da es im vorliegenden Verfahren um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichts
kosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert fest
zulegen (Art. 69 Abs.
1
bis
IVG), auf Fr. 800.-- anzusetzen und ausgangsgemäss dem Beschwerdeführer aufzuerlegen.