# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 90210507-4b98-4d81-96e8-8e09b093407b
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2015
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** 

## Facts

Sachverhalt:
1.
1.1
Der 1965 geborene
X._
m
usste infolge
eines
insulinpflichtigen
Diabetes
2003
seine Stelle als
Schienentraktorführer
bei der
Y._
aufgeben
. Nachdem eine interne Umplatzierung im Rahmen von beruflichen Eingliede
rungsmassnahmen gescheitert war, wurde das Arbeitsverhältnis per
31. Dezember 200
5 aufgelöst
(
Urk.
7/52/5-6)
.
Nach erfolgreicher Umschulung
des Versicherten
zum Logistikassistent
en
schloss die
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle,
mit Verfügung vom 13. Mai 2008 die
berufliche
n
Eingliederungsmassnahmen
ab (Urk. 7/88).
Am 1. Februar 2009 trat der Versi
cherte eine
v
ollzeitige
Anstellung als Fabrikationsmitarbeiter
an
, worauf
die IV-Stelle
auch die Arbeitsvermittlung
als
erfolgreich ab
ge
schloss
en erachtete
(Urk. 7/94-95).
1.2
Am 1. April 2010
meldete die Arbeitgeberin
X._
wegen psychi
schen Problemen zur Früherfassung bei der Invalidenversicherung an (Urk. 7/98). Nach Abschluss der Früherfassung am 25. Mai 2010 (Urk. 7/103)
wegen Nichteinreichens des Anmeldeformulars
stellte
der Versicherte am 11. Juni 2010
förmlich
Antrag auf
Leistung
en der Invalidenversicherung
(Urk. 7/105).
Daraufhin tätigte die IV-Stelle Abklärungen in erwerblicher und medizinischer Hinsicht
. Insbesondere liess sie den Versicherten durch Dr. med.
Z._
,
Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie FMH und
zertifizierter Gutachter SIM,
begutachten (
Expertise
vom 9. Juni 2011, Urk. 7/126). Mit Vor
bescheid vom 27. Juni 2011 stellte sie die Abweisung des Leistungsbegehrens
mangels Erfüllung des Wartejahres
in Aussicht (Urk. 7/
12
8).
Am 19. Juli 2011 und mit ergänzenden Eingaben vom 12. September und 24. November 2011 nahm der Versicherte dazu Stellung (Urk. 7/132, Urk. 7/137, Urk. 7/140)
. Vom 25. Januar bis 24. Februar 2012 befand
er
sich
in der
A._
in stationärer psychiatrischer Behandlung
(
Urk.
7/143)
.
In der Folge liess die IV-Stelle
den Versicherten
erneut psychiatrisch begutach
ten (Gutachten der
B._
vom 10. Dezember 2012, Urk. 7/168).
Wegen Widersprüchen zwischen den beiden bislang einge
holten Gutachten wurde Dr. med.
C._
, Fachärztin für Psychiatrie und Psy
chotherapie FMH, mit einer Oberbegutachtung beauftragt (
Expertise
vom 11. April 2013, Urk. 7/181).
Am 3. Juli 2013 teilte
die IV-Stelle
dem Versicher
ten den Abschluss der Arbeitsvermittlung
mit der Begründung
,
dass
eine solche zurzeit nicht möglich sei
(Urk. 7/189).
Mit Schreiben vom 27. August 2013 forderte sie
den Versicherten
unter Hinweis auf seine Schadenminderungspflicht auf, die psychiatrische und psychopharma
kologische Behandlung weiter zu führen (Urk. 7/195).
Mit
Vorbescheid vom
gleichen Tag
stellte sie
ihm sodann
die beabsichtigte Abweisung des Leistungs
begehrens
diesmal mangels eines invalidenversicherungsrechtlich relevanten Gesund
heitsschadens
in Aussicht (Urk. 7/197).
Nach Eingang der Stellung
nahme
des Versicherten
vom 26. September 2013 (Urk. 7/201) verfügte
die IV-Stelle
am
5. November 2013
im angekündigten Sinne
(Urk. 2).
2.
Dagegen
erhob
X._
am 4. Dezember 2012
(richtig: 2013)
Be
schwerde mit dem Rechtsbegehren
um Zusprechung einer ganzen Invaliden
rente, eventualiter um Rückweisung der Sache an die Verwaltung zwecks wei
terer Abklärungen (Urk. 1 S. 2). Mit Beschwerdeantwort vom 14. Januar 2014 schloss die Verwaltung auf Abweisung der Beschwerde (Urk. 6), worüber der Beschwerdeführer am 17. Januar 2014 orientiert wurde (Urk. 8).
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8
Abs.
1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts; ATSG).
Die Invalidität kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4
Abs.
1
des Bun
desgesetzes über die Invalidenversicherung; IVG
).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7
Abs.
1 ATSG). Für die Beur
teilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfä
higkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7
Abs.
2 ATSG).
1.2
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie körperliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von Art. 4
Abs.
1 IVG in Verbindung mit Art. 8 ATSG bewirken. Nicht als Folgen eines psychischen Gesundheitsschadens und damit invalidenversicherungsrechtlich nicht als rele
vant gelten Einschränkungen der Erwerbsfähigkeit, welche die versicherte Per
son bei Aufbietung allen guten Willens, die verbleibende Leistungsfähigkeit zu verwerten, abwenden könnte; das Mass des Forderbaren wird dabei weitgehend objektiv bestimmt. Festzustellen ist, ob und in welchem Umfang die Ausübung einer Erwerbstätigkeit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt mit der psychi
schen Beeinträchtigung vereinbar ist. Ein psychischer Gesundheitsschaden führt also nur soweit zu einer Erwerbsunfähigkeit (Art. 7 ATSG), als angenommen werden kann, die Verwertung der Arbeitsfähigkeit (Art. 6 ATSG) sei der versi
cherten Person sozial-praktisch nicht mehr zumutbar (BGE 131 V 49 E. 1.2 mit Hinweisen).
1.3
Zur Annahme der Invalidität nach Art. 8 ATSG ist - auch bei psychischen Erkran
kungen - in jedem Fall ein medizinisches Substrat unabdingbar, das (fach-)ärztlicherseits schlüssig festgestellt wird und nachgewiesenermassen die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit wesentlich beeinträchtigt. Je stärker psychosozi
ale und soziokulturelle Faktoren wie beispielsweise Sorge um die Familie oder Zukunftsängste (etwa ein drohender finanzieller Notstand) im Einzelfall in den Vordergrund treten und das Beschwerdebild mitbestimmen, desto ausgeprägter muss eine fachärztlich festgestellte psychische Störung von Krankheitswert vor
handen sein. Das bedeutet, dass das klinische Beschwerdebild nicht einzig in Beeinträchtigungen, welche von den belastenden soziokulturellen Faktoren herrühren, bestehen darf, sondern davon psychiatrisch zu unterscheidende Be
funde zu umfassen hat, zum Beispiel eine von depressiven Verstimmungszu
ständen klar unterscheidbare andauernde Depression im fachmedizinischen Sinne oder einen damit vergleichbaren psychischen Leidenszustand. Solche von der soziokulturellen Belastungssituation zu unterscheidende und in diesem Sinne verselbständigte psychische Störungen mit Auswirkungen auf die Ar
beits- und Erwerbsfähigkeit sind unabdingbar, damit überhaupt von Invalidität gesprochen werden kann. Wo die begutachtende Person dagegen im Wesentli
chen nur Befunde erhebt, welche in den psychosozialen und soziokulturellen Umständen ihre hinreichende Erklärung finden, gleichsam in ihnen aufgehen, ist kein invalidisierender psychischer Gesundheitsschaden gegeben (BGE 127
V 294 E. 5a; Urteil des Bundesgerichts 8C_730/2008 vom 23. März 2009 E. 2).
Wenn und soweit psychosoziale und soziokulturelle Faktoren zu einer eigentli
chen Beeinträchtigung der psychischen Integrität füh
ren, indem sie einen ver
selbst
ändigten Gesundheitsschaden aufrechterhalten oder den Wirkungsgrad seiner - unabhängig von den invaliditätsfremden Elementen bestehenden - Fol
gen verschlimmern, können sie sich mittelbar invaliditätsbegründend auswirken
(Urteil
des Bundesgerichts
9C_
537/2011
vom
28
. Juni 20
12
E. 3.2
mit Hinwei
sen
).
1.
4
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Be
schwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebe
nenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 256 E. 4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden kön
nen (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E. 4b/cc).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin verneint
e
den Rentenanspruch des Beschwerdeführers mit der Begründung, dass neben einer aktuell remittierten rezidivierenden de
pressiven Störung lediglich Diagnosen mit Z-Kodierungen ausgewiesen seien, welche
jedoch keinen rechtserheblichen Gesundheitsschaden darstellten
. Weiter lägen verschiedene invalidenversicherungsrechtlich nicht relevante psychosozi
ale Belastungsfaktoren vor
. Dem Beschwerdeführer sei es somit zumutbar, die gesundheitlichen Beschwerden zu überwinden
(Urk. 2).
2.2
Demgegenüber stellt sich der Beschwerdeführer auf den Standpunkt,
gemäss den Gutachten der
B._
und von Dr.
C._
sei erstellt, dass für sämtliche Tä
tigkeiten eine Arbeitsunfähigkeit von 70 % vorliege, die zumindest im Umfang von 50 % durch ein psychisches Leiden mit Krankheitswert bedingt sei, nämlich die akzentuierten narzisstischen
und passiv-aggressiven Persönlichkeitszüge im Zusammenspiel mit den depressiven Störungen und
d
er Diabeteserkrankung. Im Übrigen gehe die Arbeitsunfähigkeit auf psychosoziale Belastungsfaktoren zu
rück
. Da die Auswirkungen von Krankheit und psychosozialen Belastungsfak
toren nicht sauber auseinandergetrennt werden könnten, sei vorliegend der ge
samte Arbeitsunfähigkeitsgrad von 70 % massgebend. Weiter setze die Über
windbarkeit des psychischen Leidens ein optimales Arbeitsumfeld
voraus
, das in der realen Arbeitswelt nicht existiere. Selbst
unter diesen optimalen Bedingun
gen
bedürfe es der Begleitung durch einen Coach und es sei von einer vorläufig andauernden 50%igen Arbeitsunfähigkeit auszugehen. Da das IV-Verfahren ohne Veränderung im Gesundheitszustand nun bereits über drei Jahre andauere, müsse zumindest vorläufig eine Rente zugesprochen werden
(Urk. 1 S. 10
ff.
).
3.
3.1
Dr.
Z._
stellte in seinem Gutachten vom 9. Juni 2011 (
Urk.
7/126) keine Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit. Ohne Auswirkungen er
wähnte er eine rezidivierende depressive Episode, gegenwärtig remittiert (ICD-10 F33.4, S. 13 f.).
In anamnestischer Hinsicht berichtete er von geschilderten grossen Schwierigkei
ten mit Lesen und Schreiben, weshalb der Beschwerdeführer nach der zweiten Primarschulklasse in eine Sonderklasse gekommen sei. Er sei bis zum Abschluss der Schulzeit in einer Kleinklasse verblieben. Im zweiten Anlauf sei ihm eine Lehre zum Betriebsangestellten der
Y._
gelungen, nachdem eine Autolackiererlehre abgebrochen worden sei, weil er nach eigenen Angaben Lö
sungsmittel nicht vertragen habe. Er sei fast 25 Jahre bei der
Y._
geblieben, wobei der Beschwerdeführer einen Bruch im Jahre 2000 durch den Wegfall sei
nes bisherigen Berufes beschreibe. In seiner Wahrnehmung sei er daraufhin im Betrieb umhergeschoben worden. Offenbar sei er mit einer Teamleitung betraut gewesen, was möglicherweise zu einer Überforderung geführt habe. In der Folge habe der Versicherte somatische Probleme mit Entgleisung eines Diabetes mel
litus entwickelt. Das Ausscheiden aus der
Y._
sei im August 2005 erfolgt. Mit Hilfe der IV sei eine Umschulung zum Logistiker bei der
D._
gelungen. Dort habe er zweieinhalb Jahre als Briefträger zu einem 50%-Pensum gearbeitet. Die
D._
habe sich von ihm getrennt, weil man mit seinen Leistungen nicht zufrie
den gewesen sei. Auf den 1. Februar 2009 sei er zur
E._
gekommen, wo er nach attestierter Arbeitsunfähigkeit ab dem 1. März 2011 wieder zu 50
%
be
gonnen habe zu arbeiten. Das Kindheitserleben sei in der Beschreibung des Be
schwerdeführers sehr blass geblieben. Zwar hätten gute Beziehungen zu den Eltern und zum Bruder geherrscht, gleichzeitig berichte der Beschwerdeführer über Gewalterfahrungen in der Jugend, die er nicht näher ausführe. Im August 2004 habe der Beschwerdeführer erstmals psychiatrisch-psychotherapeutische Hilfe in Anspruch genommen, ab dem 21. Juni 2010 sei eine 100%ige Arbeits
unfähigkeit festgehalten worden (E. 3.3). Nach eigenen Angaben habe der Be
schwerdeführer ab dem 1. März 2011 erneut bei der Firma
E._
eine Tätig
keit aufnehmen können (S. 14 f.).
Dr.
Z._
hielt fest, abgesehen von einer leichten Angespanntheit und Nervosi
tät sowie der Äusserung von Zukunftsängsten hätten sich keine psycho
pathologische Symptome im engeren Sinne gefunden. Insbesondere sei die Stimmungslage ausgeglichen gewesen. Freud- und Interess
e
fähigkeit seien vor
handen gewesen. Der Beschwerdeführer habe von einem unauffälligen Tages
ablauf berichtet, dem Nachgehen mehrerer Hobbies und Vereinsaktivitäten so
wie einem uneingeschränkten lebhaften sozialen Verhalten. Aufgrund dieses unauffälligen klinischen Befundes und einer uneingeschränkten Alltagsbewälti
gung mit Arbeitstätigkeit könne von einer vollständigen Remission einer de
pressiven Episode ausgegangen werden (S. 15).
3.2
Die Ärzte der
A._
, wo sich der Beschwerdeführer vom 25. Ja
nuar bis 24. Februar 2012 in stationärer Behandlung befunden hatte, diagnosti
zierten in ihrem Bericht vom 27. März 2012 (
Urk.
7/143) eine rezidivierende de
pressive Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode (ICD-10 F33.1)
,
sowie ak
zentuierte Persönlichkeitszüge: narzisstisch und passiv
-
aggressiv (ICD-10 Z73.1). Sie berichteten über (seit einem Nervenzusammenbruch im Jahr 2003) geklagte wiederkehrende depressive Episoden und eine Exazerbation im Herbst 2011 mit erhöhter Ermüdbarkeit, Antriebsminderung, Schmerzen in den Armen sowie lebensmüden Gedanken, Energielosigkeit und Erschöpftheit. Als Belas
tungsfaktoren habe der Beschwerdeführer die erfolgte Kündigung der Arbeits
stelle und die aktuelle Arbeitslosigkeit genannt, dazu die Einstellung der Zah
lungen der Krankentaggeldversicherung sowie die Burn-out-Erkrankung seiner Ehefrau (
Ziff.
1.4).
Die Ärzte schlossen auf eine gute Heilungstendenz und führten aus, im Laufe des stationären Aufenthaltes sei es zu einer fast vollständigen Remission der depressiven Symptome gekommen und eine Wiedererlangung der Arbeitsfähig
keit sei im Rahmen von sechs bis acht Wochen für die Zeit nach dem Austritt aus der Tagesklinik zu erwarten. Viel schwieriger einzuschätzen sei, ob sich aus der Persönlichkeitsakzentuierung eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit er
gebe. Das Konfliktlöseverhalten und die Frustrationstoleranz seien sich
er
für eine Teamarbeit nicht ausreichend. Sie attestierten eine vollumfängliche Ar
beitsunfähigkeit vom 25. Januar bis 9. März 2012 (
Ziff.
1.6).
3.3
Die seit 2
2.
Oktober 2009 behandelnden Ärzte des
F._
diagnostizierten am
2.
Mai 2012 (
Urk.
7/144/5-9) eine mittel
gradige depressive Episode (ICD-10 F32.1) sowie Ausgebranntsein (ICD-10 Z73.0, S. 1). Sie führten aus, der Beschwerdeführer sei trotz medikamentöser und psychotherapeutischer Therapie sowie einem stationären Aufenthalt nach wie vor als labil einzustufen und nur gering belastbar. Längeres Sitzen wie Ste
hen bereiteten dem Beschwerdeführer Unruhe, Nervosität sowie Konzentrati
onsschwäche und führten zur Verschlechterung des Allgemeinzustandes, wes
halb die Leistungsfähigkeit massiv beeinträchtigt sei. Aufgrund dieses Leis
tungsprofils und den Diagnosen (rezidivierende Depression, Diabetes mellitus Typ II und akute Belastungsreaktion) sei der Beschwerdeführer in einem labilen Zustand zu
100
%
arbeitsunfähig für sämtliche Tätigkeiten in der freien Markt
wirtschaft (S. 3).
3.4
Die Spezialisten des
B._
führten in ihrem Gutachten vom 10. Dezember 2012 (
Urk.
7/168) aus, der Einbruch im Lebenslauf und der Krankengeschichte im Jahr 2000 scheine rückblickend in enger Verbindung zu den Veränderungen der Arbeitsplatzsituation und
zu
de
n
beginnenden Depressionen der Ehefrau zu ste
hen. Am Arbeitsplatz habe der Beschwerdeführer durch Veränderungen in der Führungshierarchie und Veränderungen des eigenen Arbeitsprofiles immer wie
der Kränkungen und Herabsetzungen erfahren, in denen er seine eigene Posi
tion und Wertigkeit nicht habe wieder finden können. Es seien zunehmend be
kannte passiv-aggressive Verhaltensmuster reaktiviert worden mit phasenweise depressiven Symptomen sowie starken inneren Spannungen, die wiederholt zu psychischen Ausnahmezuständen geführt hätten mit Verschlechterung der Blut
zuckerwerte. In den folgenden Stabilisierungs- und Integrationsbemühungen habe sich der Beschwerdeführer phasenweise immer wieder abgewertet gefühlt mit sich wiederholenden und potenzierenden Kränkungserfahrungen, was zu Überforderungssymptomen, Einbruch in Selbstwert und Selbstwirksamkeit und Stimmungskrisen mit Auswirkungen auf die Leistungs- und Arbeitsfähigkeit bis hin zu einer psychiatrischen Hospitalisation im Februar 2012 geführt habe
(S. 12 f.).
Die Experten gingen nach einer Zusammenschau aller Befunde davon aus, dass es beim Beschwerdeführer schon früh aufgrund diverser erschwerender psy
chosozialer Faktoren zu einer Beeinträchtigung der Selbstwertentwicklung im Sinne einer narzisstischen Vulnerabilität gekommen sei. Passiv-aggressive Re
aktionsmuster sowie Verweigerung und Vermeidung hätten in der Schulzeit die primären Reaktionsmuster dargestellt, um sich gegen Anfeindungen jeglicher Art zur Wehr zu setzen. Andererseits scheine der Beschwerdeführer aber über genug Ressourcen zu verfügen, die ihm unter klarer Wertschätzung und empa
thischer Führung das Einbringen von Kompetenzen, Selbstwirksamkeit und Ausdauer ermöglichten, was er immer wieder auch in den aktuellen Krisensitu
ationen durch zielgerichtetes Handeln und motivierten Neuanfang unter Beweis gestellt habe. Zur Dekompensation und depressiven Entgleisung sei es durch er
neute ausgeprägte Entwertungserfahrungen, dem Verlust von Selbstwirksamkeit und Einflussnahme gekommen, denen der Beschwerdeführer im bekannten Muster der passiv-aggressiven Reaktionsbildung zu begegnen versucht habe. Da sich die Aggressivität als Ventilfunktion im aktuellen sozialen Kontext als ob
solet gezeigt habe, hätten sich zunehmend passiv verweigernde und querulato
rische Verhaltensmuster manifestiert mit zunehmenden interaktionellen
Schwierigkeiten, weiterer Exposition für soziale Konflikte und Eintritt in den Teufelskreis aus Kränkungserfahrungen, zunehmender emotionaler Labilisierung und weiterer Fragmentierung von Selbstwert und Selbstwirksamkeit (S. 13).
Die Experten diagnostizierten eine rezidivierende depressive Störung (ICD-10 F33.1) mit verminderter Konzentration und Aufmerksamkeit, Phasen von Inte
ressenverlust und Freudlosigkeit sowie phasenweise Verminderung des Antriebs und erhöhte Ermüdbarkeit. Auffällig zeigten sich jedoch die Aufhellbarkeit der Stimmung mit Zeichen erhöhter innerer Aktivität und starker Überempfindlich
keit gegenüber subjektiv empfundener persönlicher Zurückweisung, wie sie bei atypischen Depressionen, die jedoch im ICD-10 ebenfalls keine Verschlüsselung fänden, charakteristisch seien. Die narzisstische Vulnerabilität, die sich bis zu den beruflichen Veränderungen 2000 weitgehend kompensiert gezeigt habe, sei als psychodynamischer Prozess und eigenständiges Krankheitsbild anzusehen, das sich in der ICD-10 Codierung jedoch lediglich als Akzentuierung von Per
sönlichkeitszügen im narzisstischen wie auch im passiv-aggressiven Bereich (ICD-10 Z73.1) verschlüsseln lasse (S. 13).
Zur Arbeitsfähigkeit hielten sie fest, aufgrund der rasch wechselnden Stimmungs
zustände bei struktureller Störung sei eine allgemeine Aussage schwierig. Zum jetzigen Zeitpunkt könne aber von einer mittleren Arbeitsfähig
keit von 20 bis 30
%
auch für angepasste Tätigkeiten ausgegangen werden
(S. 14).
3.5
Dr.
C._
hielt in ihrem Gutachten vom 11. April 2013 (
Urk.
7/181) fest, aus nosologisch-diagnostischer Sicht seien keinerlei psychischen Störungen für die kindliche und adoleszentäre Zeitachse zu eruieren, keine etwaigen Entwick
lungs-, Verhaltens-, Aufmerksamkeitsdefizit-, Intelligenz- oder Affektstörungen, keine Traumatisierungen, auch keine psychotische Entwicklung oder relevante Suchtanamnese. Auch im Erwachsenenalter seien bis 38-jährig (2003) keine psychischen Krankheitsphasen festzustellen, bis dann, primär als Reaktion auf erste einschneidende Kränkungen des Selbstwerterlebens bzw. der beruflichen Identifikation, erste depressive Phasen gefolgt seien, die in der Folge wiederholt, zuletzt im Herbst 2011 (mittelgradig) rezidiviert hätten. Bei der psychiatrischen Erstbegutachtung im Juni 2011 und nun auch aktuell anlässlich der Begutach
tung sei keine gegenwärtige Depressivität mit Krankheitsgrad nach ICD-10 fest
zustellen, wie im Psychostatus, mit uneingeschränktem affektivem Spektrum und ohne formale oder inhaltliche Denkstörungen, Störungen des Antriebs, der Psychomotorik, des Schlafs und der Appetenzen, und mit der Score auf der Ha
milton- Depressionsskala belegt werde. Die letzte dokumentierte (mittelgradige)
depressive Episode liege mittlerweile mehr als ein Jahr (bis Februar 2012, Kli
nikaustritt) zurück (S. 35).
Vielmehr arbeitsmedizinisch relevant erschienen die Persönlichkeitscharakteris
tika des Beschwerdeführers. Die verschiedenen biographischen Ebenen des Ver
sicherten liessen eine krankheitswerte überdauernde Persönlichkeitspathologie im Sinne einer Persönlichkeitsstörung ausschliessen bzw. seien die ICD-10 Ein
gangskriterien der Persönlichkeitsstörung (nach ICD-10 F60) nicht erfüllt: Die charakteristischen und dauerhaften inneren Erfahrungs- und Verhaltensmuster des Beschwerdeführers wichen im Laufe seiner Biographie nicht in erheblichem Mass von kulturell erwarteten und akzeptierten Vorgaben, „insbesondere in den Bereichen der Affektivität, Impulskontrolle/Bedürfnisbefriedigung und Art des Umgangs mit anderen Menschen" ab. Der Beschwerdeführer sei ja sehr wohl in der Lage gewesen, in seinen Arbeits- und Sozialbeziehungen jahrelang Aus
dauer und Verbindlichkeit an den Tag zu legen und Befriedigung zu finden. Auch eine überdauernd krankheitswertig gestörte Affektivität oder Impulskon
trolle sei keineswegs belegt, und seine Kognition sei (abgesehen von neuropsy
chologischen Funktionsstörungen im Sinne einer Legasthenie) ungestört. Nach der Zäsur durch die „Kränkung" der Wegrationalisierung seines
Y._
-Arbeits
platzes (2000-2003) mit gleichzeitiger Verunsicherung und „Kränkung" durch die beginnende Insulinpflichtigkeit seiner diabetischen Erkrankung (9/2003), seien nun aber akzentuierte Persönlichkeitszüge relevant, mit der nun manifes
ten Tendenz, ausgelöst durch Spannungs- und Überforderungssituationen ge
genüber seinen Bezugspersonen (Vorgesetzten und Teamkollegen) quasi trotzig und mit passiver Aggressivität zu reagieren bzw. auf dysfunktionelle Art ge
kränktes Selbstwertgefühl vermeintlich zu stabilisieren. Diese (narzisstische und passiv-aggressiven) Persönlichkeitszüge seien nicht als überdauernde, fixierte und unverrückbare Verhaltensmuster (wie dies bei der Persönlichkeitsstörung der Fall sei) zu werten, sondern träten in Wirkung bzw. manifestierten sich, wie auch schon vom
B._
-Gutachter bemerkt, unter bestimmten Ausl
ös
ern, insbe
sondere unter dem Stressor beruflicher Veränderungsprozesse, die die Selbstre
gulierungsmechanismen labilisierten. Daher sei auch die Schlussfolgerung des Vorgutachters (
B._
) richtig, dass aufgrund der Art der Störung, sprich aufgrund des dynamisch-reaktiven Charakters der Störung (v.a. der gestörten Selbstwert
regulierung), nicht die Tätigkeit an sich, sondern die Rahmenbedingungen das entscheidende Kriterium für die Festlegung der Arbeitsfähigkeit seien. Der Un
terschied zur Persönlichkeitsstörung liege konkret darin, dass dem Beschwer
deführer bei den akzentuiert unter Arbeits- und Interaktionsstress in Vorder
grund tretenden narzisstischen und passiv-
aggressiven dysfunktionalen Co
pingmechanismen zugemutet werden könne, auf seine an sich gesund angeleg
ten (keine Persönlichkeitsstörung) fundamentalen sozialen und interaktionellen Kompetenzen, wie er diese auf sonstigen Ebenen (Freizeit, Partnerschaft, Ver
einsleben, Freundschaften, Rivalitätswettkämpfe im Sport) sehr wohl aktiviere, zurückzugreifen. Es sei ihm zumutbar, die Einschränkungen seiner akzentuier
ten Persönlichkeitszüge zu überwinden, vorausgesetzt es werde ihm ein ange
passtes Arbeitssetting geboten. Dies setze einerseits, damit die an sich gegebene Arbeitsfähigkeit umgesetzt werden könne (eine hochgradige Arbeitsunfähigkeit liege nicht vor, da es sich nicht um eine tiefgreifende strukturelle Persönlich
keitsstörung oder sonstiges tiefgreifendes psychisches Leiden handle), eine Op
timierung der Rahmenbedingungen der Tätigkeit, andererseits ein (zumindest kurz- bis mittelfristig) begleitendes verhaltenstherapeutisches Coaching voraus, um die interaktionellen Probleme am Arbeitsplatz früh zu definieren, auszulo
ten, zu klären und zu lösen (S. 35 f.).
Die Gutachterin stellte folgende Diagnosen (S. 37):
-
Akzentuierte narzisstische und passiv-aggressive Persönlichkeitszüge (ICD-10: Z73.1)
-
Rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig remittiert (ICD-10: 33.4)
-
Anhaltende bzw. z.T. wiederkehrende psychosoziale Belastungssituation (belas
tende Lebensumstände, die das familiäre Umfeld bzw. Ehe und Haus
haltführung in Mitleidenschaft ziehen: psychische Störung der Ehefrau mit intensiver Behandlungs-/Betreuungsbedürftigkeit und Erwerbsunfähigkeit; Probleme mit Bezug auf die wirtschaftlichen Verhältnisse; Arbeitslosig
keit/Verlust der Arbeitsstelle; ICD-10: Z63.7, Z59, Z
56
)
-
Anamnestisch Legasthenie (ICD-10: F81.0)
Dr.
C._
ging von einer vorläufig andauernden aktuellen 50%igen Arbeitsfä
higkeit aus als Ausgangsbasis für eine dann aufzubauende und realis
tisch erreichbare langfristig vollständige Arbeitsfähigkeit. Als Rahmenbedin
gungen für die Tätigkeit (durchaus im angestammten Bereich als Logistiker) seien aus psychiatrischer Sicht ein überschaubares, sehr kleines, familiäres Team mit verständnisvoll und behutsam sowie klar kommunizierendem väterlichem Vorgesetzten, mit minimalem Zeit- oder Leistungsdruck bzw. klar voraussehba
rer Arbeitsdichte, ohne grosse Fluktuationen i
m
Arbeitsvolumen, ohne Publi
kum
s
- oder Kundenverkehr, sowie mit direkten Belohnungsincentives, im Sinne eines sichtbaren Endproduktergebnisses nach getaner Arbeit, zu nennen. Gleichzeitig sei die psychiatrisch-psychotherapeutische Behandlung konkret auf die zentrale Störung der arbeitsverbundenen Funktionen zu fokussieren. Für eine Stabilisierung der begleitenden Affekte sei eine gleichzeitige psychophar
makologische Behandlung mit niedrigdosierten Antidepressiva, wie dies auch heute geschehe, genügend und sinnvoll (S. 37).
4.
4.1
Die Parteien sind sich zu Recht insofern einig, dass der Diabetes mellitus keine Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit
in der vom Beschwerdeführer zuletzt ausgeübten Tätigkeit als Fabrikationsmitarbeiter
hat. Dies ergibt sich zweifels
frei aus den aufliegenden medizinischen Berichten.
4.2
4.2.1
In psychischer Hinsicht steht fest, dass der Beschwerdeführer an einer rezidivie
renden depressiven Störung mittelgradigen Ausmasses, gegenwärtig remittiert (ICD-10: 33.4) und an akzentuierten narzisstischen und passiv-aggressiven Persönlichkeitszügen (ICD-10: Z73.1) leidet. Daneben besteht unbestrittener
massen eine psychosoziale Belastungssituation mit verschiedenen Problemfel
dern (ICD-10: Z63.7, Z59, Z
5
6).
4.2.2
Vorweg ist zu bemerken, dass es nach der Rechtsprechung in sämtlichen Fällen gesundheitlicher Beeinträchtigungen, somit auch bei Depressionen, keineswegs allein Sache der mit dem konkreten Einzelfall (gutachtlich) befassten Arztperso
nen ist, selber abschliessend und für die rechtsanwendende Stelle (Verwaltung, Gericht) verbindlich zu entscheiden, ob das medizinisch festgestellte Leiden zu einer (andauernden oder vorübergehenden) Arbeitsunfähigkeit (bestimmter Höhe und Ausprägung) führt. Aufgrund dieser tatsächlichen und rechtlichen Gegebenheiten hat die Rechtsprechung seit jeher die Aufgaben von Rechtsan
wender und Arztperson im Rahmen der Invaliditätsbemessung wie folgt verteilt: Sache des (begutachtenden) Mediziners ist es erstens, den Gesundheitszustand zu beurteilen und wenn nötig seine Entwicklung im Laufe der Zeit zu beschrei
ben, d.h. mit den Mitteln fachgerechter ärztlicher Untersuchung unter Berück
sichtigung der subjektiven Beschwerden die Befunde zu erheben und gestützt darauf die Diagnose zu stellen. Hiermit erfüllt der Sachverständige seine genu
ine Aufgabe, wofür Verwaltung und im Streitfall Gericht nicht kompetent sind. Bei der Folgenabschätzung der erhobenen gesundheitlichen Beeinträchtigungen für die Arbeitsfähigkeit kommt der Arztperson hingegen keine abschliessende Beurteilungskompetenz zu (BGE 140 V 193 E. 3.1 und 3.2).
4.2.3
Nachdem die mittelgradige depressive Episode remittiert ist, besteht kein Grund für die Annahme einer andauernden Arbeitsunfähigkeit. So sah
Dr.
C._
nicht die depressive Problematik als relevant an, sondern die Persönlichkeits
charakteristika des Beschwerdeführers. Dies entspricht - mit Ausnahme der Fo
kussierung auf die auffälligen Persönlichkeitsaspekte - der Einschätzung von
Dr.
Z._
, welcher ebenfalls eine remittierte rezidivierende depressive Episode diagnostiziert und hieraus auch keine Arbeitsunfähigkeit abgeleitet hatte. Die
B._
-Ärzte begründeten ihr Arbeitsunfähigkeitsattest auch nicht hauptsächlich mit der depressiven Episode (welche sie als nicht remittiert beurteilten), sondern mit der narzisstischen Vulnerabilität, welche sie als psychodynamischen Prozess und eigenständiges Krankheitsbild ansahen. Die
F._
-Ärzte begründeten ihr Ar
beitsunfähigkeitsattest mit den gestellten Diagnosen mittelgradige depressive Episode sowie Ausgebranntsein.
Ob die rezidivierende mittelgradige depressive Episode zeitweise (in nicht remit
tierten Phasen) eine Arbeitsunfähigkeit hervorgerufen hat, ist aus folgenden Gründen nicht relevant: Nach der Rechtsprechung
stellen leichte bis mittelgra
dige depressive Episoden grundsätzlich keine von depressiven Verstimmungs
zuständen klar unterscheidbare andauernde Depression im Sinne eines verselb
ständigten Gesundheitsschadens dar, die es der betroffenen Person verunmög
lichten, eine angepasste Tätigkeit auszuüben. Leichte bis höchstens mittel
schwere psychische Störungen depressiver Natur gelten grundsätzlich als thera
peutisch angehbar (Urteil des Bundesgerichts 8C_68/2013 vom
14. Mai 2013 E.
3.5 mit Hinweisen). Dies hat auch dann Geltung, wenn die depressive Episode vor dem Hintergrund einer rezidivierenden depressiven Störung diagnostiziert worden ist (Urteil des Bundesgerichts 8C_195/2014 vom 1
2.
Juni 2014 E. 4.4 mit Hinweisen).
Angesichts dieser eindeutigen Rechtslage und dem Umstand, dass die
Depres
sion
mittlerweile ohnehin remittiert ist, kann aufgrund der depressiven Proble
matik jedenfalls nicht auf eine andauernde Arbeitsunfähigkeit geschlossen wer
den.
4.2.4
In Bezug auf die festgestellten Diagnosen aus den Z-Kodierungen ist auf die Rechtsprechung zu verweisen, wonach es sich dabei
um Faktoren handelt, die den Gesundheitszustand beeinflussen und zur Inanspruchnahme des Gesund
heitswesens führen. Die Kategorien Z00-Z999 sind für Fälle vorgesehen, in de
nen Sachverhalte als „Diagnosen" oder „Probleme" angegeben sind, die nicht als Krankheit, Verletzung oder äussere Ursache unter den Kategorien A00-Y89 klassifizierbar sind. Solche fallen nicht unter den Begriff der invaliditätsrecht
lich erheblichen Gesundheitsbeeinträchtigung und stellen grundsätzlich keinen invalidisierenden Gesundheitsschaden dar (
Urteil des Bundesgerichts 9C_537/2011 vom 28. Juni 2012 E. 3.1 mit Hinweisen).
Vorliegend kann nichts anderes gelten: Die von den Gutachtern erwähnte Diag
nose akzentuierte narzisstische und passiv-aggressive Persönlichkeitszüge (ICD-10: Z73.1) hat - auch nach der detaillierten Einschätzung der Gutachter - eben gerade nicht die Qualität, welche die Diagnose einer Persönlichkeitsstörung rechtfertigt. So legten die Gutachter dar, dass der Beschwerdeführer durchaus Ressourcen zur Bewältigung seiner Problematik hat. In diesem Sinne sprachen die Gutachter denn auch nicht von einer medizinisch-theoretischen Arbeitsun
fähigkeit, sondern verwiesen im Gegenteil auf die Anforderungen, welcher eine neue Arbeitsstelle genügen sollte. Dabei strichen sie namentlich ein verständ
nisvolles und förderndes Umfeld heraus.
Diese nachvollziehbaren Überlegungen zeigen gerade, dass der Beschwerdefüh
rer durchaus arbeitsfähig ist, indes ein entsprechendes Arbeitsumfeld förderlich ist. Hierzu ist indes zu bemerken, dass d
as Angewiesensein auf das Entgegen
kommen eines verständnisvollen Arbeitgebers praxisgemäss kein anerkanntes eigenständiges Abzugskriterium im Rahmen der Ermittlung des Invalidenein
kommens dar
stellt
(vgl.
Urteil
e
des Bundesgerichts 8C_176/2012 vom 3. September 2012 E. 8
und
8C_91/2013 vom 2
2.
August 2013 E. 3.3.4
)
. Umso weniger kann daraus auf eine medizinisch-theoretische Arbeitsunfähigkeit ge
schlossen werden.
4.2.5
Zu den weiter
erwähnten
psychosozialen Belastungsfaktoren ist festzuhalten, dass diese rechtsprechungsgemäss als invaliditätsfremd zu fassen und deshalb auszuklammern sind (BGE 127 V 294 E. 5a). Damit führen die geschilderten belastenden Lebensumstände (psychische Störung der Ehefrau mit intensiver Behandlungs-/Betreuungsbedürftigkeit und Erwerbsunfähigkeit; Probleme mit Bezug auf die wirtschaftlichen Verhältnisse; Arbeitslosigkeit/Verlust der Ar
beitsstelle) nicht zur Annahme einer medizinisch-theoretischen Arbeitsunfähig
keit des Beschwerdeführers.
4.2.6
Angesichts dieser Umstände ist erstellt, dass invalidenversicherungsrechtlich nicht von einer Arbeitsunfähigkeit des Beschwerdeführers auszugehen ist. An
zufügen bleibt, dass auch
Dr.
C._
- unter geeigneten Therapiemassnahmen - von einer langfristigen Arbeitsfähigkeit ausging und ihr Attest einer aktuell lediglich 50%igen Arbeitsfähigkeit ausgewiesenermassen als Ausgangsbasis zu verstehen ist. Da die Rechtsprechung bei Krankheiten aus dem genannten For
menkreis aufgrund der Therapierbarkeit - welche
Dr.
C._
im vorliegenden Fall denn auch ausdrücklich bestätigt - nicht auf eine andauernde Beeinträchti
gung schliesst, hat es mit den getroffenen Feststellungen sein Bewenden. Damit ergibt sich auch, dass nicht von einer sich durch das Zusammenspiel verschie
dener (invalidenversicherungsrechtlich) nicht relevanter Gesundheitsbeeinträch
tigungen ergebenden medizinisch-theoretischen Arbeitsunfähigkeit auszugehen ist. Bei diesem Ergebnis besteht auch keine Veranlassung für Überlegungen zur Überwindbarkeit der Problematik (
Urk.
1 S. 10 f.
Ziff.
28), besteht doch keine Krankheit aus dem somatoformen Formenkreis.
4.3
Zusammenfassend steht fest, dass beim Beschwerdeführer keine Krankheit vor
liegt, welche invalidenversicherungsrechtlich zur Annahme einer andauernden Arbeitsunfähigkeit führt. Damit ist der Beschwerdeführer nicht invalid, weshalb die Beschwerde gegen die leistungsverweigernde Verfügung der Beschwerde
gegnerin abzuweisen ist.
5.
Die Kosten des Verfahrens sind auf Fr. 800.-- festzulegen und ausgangsgemäss vom Beschwerdeführer (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG).