# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 51bcd0f5-fa20-4284-bec2-a3f67e7c7083
**Court:** SG_VGN
**Chamber:** SG_VGN_001
**Year:** 2013
**Language:** de
**Jurisdiction:** SG / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

hat das Verwaltungsgericht festgestellt:
A./ X.Y., geboren am 7. Februar 1985, Staatsangehöriger von Mazedonien, reiste im
Jahr 1991 im Rahmen des Familiennachzugs in die Schweiz ein. Er ist im Besitz der
Niederlassungsbewilligung, deren Kontrollfrist letztmals bis 18. Juni 2014 verlängert
wurde.
X.Y. wurde wie folgt verurteilt:
- mit Entscheid des Bezirksgerichtes Wil vom 24. Oktober 2002 wegen Raubes,
Raufhandels, mehrfachen Diebstahls, einfacher Körperverletzung sowie privilegierter
Widerhandlung gegen Art. 19a Ziffer 1 des Betäubungsmittelgesetzes (SR 812.121;
abgekürzt BetmG) zu einer Einschliessungsstrafe von sechs Monaten, bedingt
aufgeschoben bei einer Probezeit von zwei Jahren;
- mit Bussenverfügung des Untersuchungsamtes Gossau vom 30. Juli 2003 wegen
mehrfach begangener einfacher Verkehrsregelverletzung (Missachtung der zulässigen
Höchstgeschwindigkeit ausserorts, unvorsichtiges Überholen) zu einer Busse von Fr.
600.--;
- mit Strafbescheid des Untersuchungsamtes Gossau vom 4. August 2004 wegen
Führens eines Motorfahrzeugs in nicht fahrfähigem Zustand (unter Drogeneinfluss) und
Widerhandlung gegen das BetmG zu einer Freiheitsstrafe von zwei Wochen Gefängnis,
bedingt aufgeschoben bei einer Probezeit von vier Jahren, und einer Busse von Fr.
800.--; gleichzeitig wurde die Probezeit für die Freiheitsstrafe aus dem Urteil des
Bezirksgerichts Wil vom 24. Oktober 2002 um ein Jahr verlängert;
- mit Bussenverfügung des Untersuchungsamtes Gossau vom 10. März 2005 wegen
Übertretung des BetmG (Ankauf, Besitz und Konsum von Kokain) zu einer Busse von
Fr. 180.--;
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- mit Urteil der Gerichtskommission Münchwilen vom 19. April 2007 wegen mehrfachen
Diebstahls, mehrfacher sexueller Handlung mit einem Kind, Hinderung einer
Amtshandlung, mehrfacher Nichtanzeige eines Fundes, mehrfacher Widerhandlung
gegen das BetmG sowie Widerhandlung gegen das Waffengesetz (SR 514.54) zu einer
Geldstrafe von 300 Tagessätzen à Fr. 30.--, davon 150 Tagessätze bedingt bei einer
Probezeit von fünf Jahren, und einer Busse von Fr. 700.--; diese Strafe erging unter
Einbezug des gleichzeitigen Widerrufs der bedingten Einschliessungsstrafe von sechs
Monaten gemäss Urteil des Bezirksgerichtes Wil vom 24. Oktober 2002 und der
bedingten Gefängnisstrafe von zwei Wochen nach dem Strafbescheid des
Untersuchungsamtes Gossau vom 4. August 2004;
- mit Strafverfügung des Bezirksamtes Frauenfeld vom 7. November 2007 wegen
Verletzung von Verkehrsregeln zu einer Busse von Fr. 250.--;
- mit Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Zürich – Limmat vom 29. März 2011 wegen
falscher Anschuldigung, mehrfacher vorsätzlicher grober Verletzung der
Verkehrsregeln, fahrlässiger Verletzung einer Verkehrsregel, vorsätzlichen Fahrens in
fahrunfähigem Zustand, Vereitelung von Massnahmen zur Feststellung der
Fahrunfähigkeit, vorsätzlichen pflichtwidrigen Verhaltens bei Unfall, vorsätzlichen
Fahrens trotz Führerausweisentzugs und Nichttragens der Sicherheitsgurten zu einer
Geldstrafe von 180 Tagessätzen zu je Fr. 110.--, bedingt aufgeschoben unter
Ansetzung einer Probezeit von fünf Jahren, und einer Busse von Fr. 1'000.--.
Gleichzeitig wurde die bedingt ausgesprochene Geldstrafe von 150 Tagessätzen zu je
Fr. 30.—- gemäss Urteil der Gerichtskommission Münchwilen vom 19. April 2007
widerrufen.
Am 4. Oktober 2004 verwarnte das Ausländeramt (heute: Migrationsamt) X.Y. und teilte
ihm mit, wenn er sich in Zukunft nicht klaglos verhalte, müsse er mit weitergehenden
fremdenpolizeilichen Massnahmen rechnen (act. 115 des Migrationsamtes). Am 11.
Oktober 2007 wurde ihm die Ausweisung aus der Schweiz angedroht (act. 233-235 des
Migrationsamtes). Am 20. September 2011 widerrief das Migrationsamt die
Niederlassungsbewilligung von X.Y. und wies ihn an, die Schweiz bis spätestens 4.
Dezember 2011 zu verlassen.
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B./ Am 26. September 2011 erhob X.Y., vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. A.B.,
gegen die Verfügung des Migrationsamtes vom 20. September 2011 Rekurs beim
Sicherheits- und Justizdepartement. Er beantragte, die angefochtene Verfügung sei
aufzuheben und vom Widerruf der Niederlassungsbewilligung sei abzusehen. Am 7.
Januar 2012 heiratete X.Y. in Zürich die Schweizer Bürgerin S.O., geboren am 30. Mai
1986. Am 3. April 2012 teilte sein Rechtsvertreter mit, dass S.O. schwanger sei. Am
21. Mai 2012 informierte das Migrationsamt darüber, X.Y. sei per 15. Mai 2012 nach
Glattbrugg weggezogen. Am 29. Mai 2012 wies das Sicherheits- und
Justizdepartement den Rekurs von X.Y. ab und wies das Migrationsamt an, ihm eine
neue Ausreisefrist zu setzen.
C./ Am 13. Juni 2012 erhob X.Y. durch seinen Rechtsvertreter gegen den Entscheid
des Sicherheits- und Justizdepartements vom 29. Mai 2012 Beschwerde beim
Verwaltungsgericht. Er stellte die Rechtsbegehren, der angefochtene Entscheid sei
aufzuheben und vom Widerruf der Niederlassungsbewilligung sei abzusehen. Mit der
Beschwerdebegründung vom 6. August 2012 teilte X.Y. mit, weil der Kantonswechsel
nicht bewilligt worden sei, wohne er wieder in Wil. Zur Begründung der Beschwerde
wurde im Wesentlichen geltend gemacht, X.Y. habe eine Verhaltensänderung
vollzogen, er sei beruflich und sozial bestens integriert und er sei seinen finanziellen
Verpflichtungen immer nachgekommen. Sodann wäre die Vorinstanz gehalten
gewesen, zu prüfen, ob eine mildere Massnahme als der Widerruf der
Niederlassungsbewilligung in Frage komme.
Das Sicherheits- und Justizdepartement verzichtete am 16. August 2012 auf eine
Stellungnahme und beantragte, die Beschwerde sei unter Kostenfolgeabzuweisen.
Am 15. Oktober 2012 reichte T.Z., geboren am 20. September 2012, vertreten durch
seine Eltern, diese vertreten durch Rechtsanwältin lic. iur. C.D., eine Stellungnahme zur
Beschwerde ein und machte geltend, im Rahmen der Interessenabwägung sei zu
berücksichtigen, dass der Widerruf der Niederlassungsbewilligung zur Folge hätte,
dass er seinen Vater als Bezugsperson und seine finanzielle Sicherheit verlieren würde.
Die Beschwerde von X.Y. sei deshalb zu schützen. Am 20. November 2012 verzichtete
das Sicherheits- und Justizdepartement darauf, sich zu dieser Eingabe zu äussern.
Mit Eingabe vom 26. März 2013 reichte der Rechtsvertreter X.Y. weitere Unterlagen ein.
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## Considerations

Darüber wird in Erwägung gezogen:
1. (...).
2. Der Beschwerdeführer beantragt, er sei persönlich zu befragen und es seien die
Akten und ein Amtsbericht des Strassenverkehrs- und Schifffahrtsamtes einzuholen.
Der Anspruch auf rechtliches Gehör gebietet, dass rechtmässig und formrichtig
angebotene Beweismittel abzunehmen sind, es sei denn, diese betreffen eine nicht
erhebliche Tatsache oder seien offensichtlich untauglich, über die streitige Tatsache
Beweis zu erbringen (BGE 124 I 242 E. 2; 117 Ia 268 E. 4b).
Im vorliegenden Fall ergeben sich die rechtserheblichen Tatsachen aus den Akten,
weshalb auf die Abnahme der angebotenen Beweise verzichtet werden kann. Dazu
gehören die Verfügung des Strassenverkehrs- und Schifffahrtsamtes vom 22. Februar
2012 (act. 1 des Beschwerdeführers) und die Stellungnahme, die am 15. November
2012 für das am 20. September 2012 geborene Kind des Beschwerdeführers
eingereicht worden ist. Nachdem die Beschwerde, wie noch zu zeigen sein wird,
gutgeheissen wird, kann die Frage der Zulässigkeit dieser Eingabe, die im Namen eines
gut zwei Monate alten Kindes eingereicht worden ist, offen bleiben. In Betracht fällt
aber, dass die Vertragsstaaten nach Art. 12 der UN-Kinderrechtekonvention (SR 0.107),
auf den sich der Beschwerdeführer und seine Ehefrau im Namen von T.Z. u.a. berufen,
nur dem Kind, das fähig ist, sich eine eigene Meinung zu bilden, das Recht zusichern,
diese Meinung in allen das Kind berührenden Angelegenheiten bzw. Gerichts- oder
Verwaltungsverfahren unmittelbar oder durch einen Vertreter oder eine geeignete Stelle
frei zu äussern und angehört zu werden (BGE 124 II 368 E. 3c).
3. Der Beschwerdeführer macht sinngemäss geltend, im Gegensatz zur Auffassung der
Vorinstanz habe er den Widerrufsgrund nach Art. 63 Abs. 1 lit. b des Bundesgesetzes
über die Ausländerinnen und Ausländer (SR 142.20, abgekürzt AuG) nicht gesetzt. Er
begründet dies damit, die Vorinstanz hätte bereits bei der Prüfung des
Widerrufsgrundes eine Gesamtbeurteilung vornehmen und berücksichtigen müssen,
dass er sich verheiratet habe, über einen guten finanziellen Leumund verfüge und
beruflich integriert sei.
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3.1. X.Y. reiste im Jahr 1991 im Alter von rund sechs Jahren in die Schweiz ein. Er lebt
seit nunmehr 22 Jahren hier und verfügt über die Niederlassungsbewilligung. Die
Niederlassungsbewilligung von Ausländerinnen und Ausländern, die sich seit mehr als
15 Jahren ununterbrochen und ordnungsgemäss in der Schweiz aufhalten, kann nach
Art. 63 Abs. 2 AuG nur aus Gründen von Art. 63 Abs. 1 lit. b und Art. 62 lit. b AuG
widerrufen werden.
Der angefochtene Entscheid beruht auf der Annahme, der Beschwerdeführer habe den
Widerrufsgrund nach Art. 63 Abs. 1 lit. b AuG gesetzt. Danach kann die
Niederlassungsbewilligung widerrufen werden, wenn die Ausländerin oder der
Ausländer in schwerwiegender Weise gegen die öffentliche Sicherheit und Ordnung in
der Schweiz oder im Ausland verstossen hat oder diese gefährdet oder die innere oder
die äussere Sicherheit gefährdet. Nach Art. 80 Abs. 1 lit. a der Verordnung über
Zulassung, Aufenthalt und Erwerbstätigkeit (SR 142.201) liegt ein Verstoss gegen die
öffentliche Sicherheit und Ordnung unter anderem bei einer Missachtung von
gesetzlichen Vorschriften und behördlichen Verfügungen vor. Eine Person verstösst in
der Regel dann in schwerwiegender Weise gegen die öffentliche Sicherheit und
Ordnung, wenn durch ihre Handlungen besonders hochwertige Rechtsgüter wie
namentlich die körperliche, psychische und sexuelle Integrität eines Menschen verletzt
oder gefährdet werden. Vergleichsweise weniger gravierende Pflichtverletzungen
können beispielsweise dann als schwerwiegend bezeichnet werden, wenn sich eine
ausländische Person von strafrechtlichen Massnahmen nicht beeindrucken lässt und
damit zeigt, dass sie auch künftig weder gewillt noch fähig ist, sich an die
Rechtsordnung zu halten (BGE 137 II 304 E. 3.3 mit Hinweis auf BBl 2002 3709 zu
Art. 62 AuG). Ob der Ausländer willens und in der Lage ist, sich in die hier geltende
Ordnung einzufügen, kann nur anhand einer Gesamtbetrachtung seines Verhaltens
beurteilt werden. Hieraus folgert das Bundesgericht, dass auch eine Summierung von
Verstössen, die für sich allein genommen für einen Widerruf nicht ausreichen würden,
einen Bewilligungsentzug rechtfertigen könne; sogar das Bestehen von
privatrechtlichen Schulden könne gegebenenfalls einen schwerwiegenden Verstoss
gegen die öffentliche Sicherheit und Ordnung darstellen, wenn die Verschuldung
mutwillig erfolgt sei (BGE 137 II 304 E. 3.3).
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3.2. Nach den unbestritten gebliebenen Feststellungen der Vorinstanz ist der
Beschwerdeführer zwischen Oktober 2002, als er gut 17 Jahre alt war, und März 2011,
als er gut 26 Jahre alt war, insgesamt siebenmal verurteilt worden. Am 2. März 2001
beging er mit zwei Kollegen maskiert einen bewaffneten Raubüberfall, am 1. Februar
2002 schlug er aus nichtigem Grund einen Jugendlichen zusammen, im Frühjahr
desselben Jahres beging er mehrfach sexuelle Handlungen mit einem Kind. Auch hat er
in geringen Mengen Kokain und Ecstasy verkauft und 750 Gramm Drogenhanf
weitergegeben. Der Beschwerdeführer hat sich weder von Untersuchungshaft noch
von Verurteilungen beeindrucken lassen und während Probezeiten erneut delinquiert.
Ebenso hat er zwei Verwarnungen des Ausländeramtes in den Wind geschlagen. Nebst
regelmässigem Drogenkonsum hat er zudem in fahrunfähigem Zustand
Motorfahrzeuge geführt und dabei zahlreiche schwere Verkehrsverletzungen begangen,
welche Leben und Gesundheit der anderen Verkehrsteilnehmer gefährdeten. Unter
anderem lenkte er am 14. März 2008 in alkoholisiertem Zustand und unter
Drogeneinfluss ein Fahrzeug auf der Autobahn. Er entzog sich einer polizeilichen
Kontrolle und flüchtete mit krass übersetzter Geschwindigkeit unter Begehung
zahlreicher schwerer Verkehrsregelverletzungen, wobei er wusste, dass infolge des
Geschwindigkeitsexzesses die Möglichkeit eines Unfalls mit Verletzten oder
Todesopfern hoch war. Am 30. Dezember 2008 wurde dem Beschwerdeführer der
Führerausweis entzogen (Beilage 1 zur Beschwerdebegründung), was gemäss eigenen
Angaben des Beschwerdeführers vom 22. März 2008 bereits früher einmal wegen
Drogenkonsums der Fall war (act. 258 des Migrationsamtes).
3.3. Aufgrund dieser Vorkommnisse durfte die Vorinstanz ohne weiteres davon
ausgehen, der Beschwerdeführer habe durch sein Verhalten den Widerrufsgrund nach
Art. 63 Abs. 1 lit. b AuG gesetzt. Er hat die schweizerische Rechtsordnung über Jahre
hinweg immer wieder missachtet und damit gegen die öffentliche Sicherheit und
Ordnung in der Schweiz verstossen, wobei ihn strafrechtliche Massnahmen und
Verwarnungen des Ausländeramtes unbeeindruckt liessen. Damit hat der
Beschwerdeführer zum Ausdruck gebracht, dass er unverbesserlich, somit weder
gewillt noch in der Lage war, hier ein Leben zu führen, das zu keinen Klagen Anlass
gibt. Daran ändert Suchtmittelmissbrauch ebensowenig wie die Tatsache, dass er sich
beruflich und finanziell wohlverhalten hat und dass er geltend macht, im
Zusammenhang mit seiner Verheiratung am 7. Januar 2012 habe er eine nachhaltige
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Verhaltensveränderung vollzogen. Ein schwerwiegender Verstoss gegen die öffentliche
Sicherheit und Ordnung im Sinn von Art. 63 Abs. 1 lit. b AuG liegt nicht erst dann vor,
wenn die ausländische Person in allen Lebensbereichen zu Klagen Anlass gibt.
3.4. Die Rüge, die Vorinstanz sei zu Unrecht davon ausgegangen, der
Beschwerdeführer habe den Widerrufsgrund gemäss Art. 63 Abs. 1 lit. b AuG gesetzt,
erweist sich somit als unbegründet.
4. Der Beschwerdeführer hält weiter dafür, der Widerruf der Niederlassungsbewilligung
erweise sich als unverhältnismässig.
4.1. Der Beschwerdeführer macht vorab geltend, die Vorinstanz hätte eine mildere
Massnahme als den Widerruf der Niederlassungsbewilligung prüfen müssen. So wäre
es möglich gewesen, ihm den Widerruf der Niederlassungsbewilligung anzudrohen
oder ihm eine Aufenthaltsbewilligung mit Weisungen zu erteilen.
Nach Art. 34 Abs. 1 AuG wird die Niederlassungsbewilligung unbefristet und ohne
Bedingungen erteilt. Sodann war die Vorinstanz nicht gehalten, den Widerruf der
Niederlassungsbewilligung dem Beschwerdeführer vorerst nur anzudrohen, zumal er
bereits im Jahr 2004 verwarnt und ihm im Jahr 2007 die Ausweisung angedroht worden
war. Weiter ist es nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung ausgeschlossen,
anstelle der widerrufenen Niederlassungsbewilligung eine Aufenthaltsbewilligung zu
erteilen (BGer 2C_634/2011 vom 27. Juni 2012 E. 4.3 mit Hinweis auf BGer
2C_254/2010 vom 15. Juli 2010 E. 4.3 und BGer 2C_13/2011 vom 22. März 2011).
4.2. Der Beschwerdeführer begründet seinen Standpunkt weiter mit seiner langen
Anwesenheit in der Schweiz und damit, von ihm gehe keine Gefahr für die öffentliche
Sicherheit und Ordnung (mehr) aus, weil er sein Verhalten nachhaltig geändert habe
und in einer intakten Beziehung lebe. Es könne ihm eine gute Legalprognose gestellt
werden. Der Beschwerdeführer beruft sich auf Art. 8 der Europäischen
Menschenrechtskonvention (SR 0.101, abgekürzt EMRK) und macht geltend, sein
privates Interesse, mit Frau und Kind in der Schweiz zusammenleben zu können,
überwiege das öffentliche Interesse an seiner Wegweisung aus der Schweiz.
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4.2.1. Art. 63 AuG gewährt der zuständigen Behörde einen gewissen
Ermessensspielraum. Der Widerruf einer Niederlassungsbewilligung ist anzuordnen,
wenn er bei sorgfältiger Abwägung der sich widersprechenden Interessen
verhältnismässig erscheint (Art. 5 Abs. 2 der Bundesverfassung, SR 101). Dabei
berücksichtigen die Behörden nach Art. 96 Abs. 1 AuG die öffentlichen Interessen und
die persönlichen Verhältnisse sowie den Grad der Integration, wobei namentlich die
Schwere des Verschuldens, die Dauer der Anwesenheit in der Schweiz sowie die dem
Ausländer und seiner Familie drohenden Nachteile ins Gewicht fallen (BGer
2C_295/2009 vom 25. September 2009 E. 4.3). Ausschlaggebend ist die
Verhältnismässigkeit der Massnahme im Einzelfall, die praxisgemäss gestützt auf die
gesamten wesentlichen Umstände geprüft werden muss (BGer 2C_733/2012 vom 24.
Januar 2013 E. 7.2 mit Hinweis auf BGE 135 II 112 E. 2.1; BGer 160/2009 vom 1. Juli
2009 E. 3.1, BGer 2A.71/2007 vom 7. Mai 2007 E. 3.2).
Je länger eine ausländische Person in der Schweiz gelebt hat, desto strengere
Anforderungen sind an Fernhaltemassnahmen zu stellen. Aber selbst bei einer
ausländischen Person der zweiten Generation sind ausländerrechtliche Massnahmen
nicht ausgeschlossen (BGE 130 II 190 E. 4.4.2). Bei schweren Straftaten, insbesondere
bei Gewalt-, Sexual- und schweren Betäubungsmitteldelikten, und erst recht bei
wiederholter Delinquenz, besteht hieran ein wesentliches öffentliches Interesse (BGE
122 II 436 E. 2c).
4.2.2. Das durch Art. 8 Ziff. 1 EMRK geschützte Familienleben beschränkt sich in erster
Linie auf die Kernfamilie, d.h. die Gemeinschaft der Ehegatten mit ihren minderjährigen
Kindern (BGE 135 I 146 E. 1.3.2, 129 II 11 E. 2). Neben der eigentlichen Kernfamilie
werden auch weitere familiäre Verhältnisse erfasst, sofern eine genügend nahe, echte
und tatsächlich gelebte Beziehung besteht (BGE 135 I 148 E. 3.1).
Der Anspruch auf Achtung des Familienlebens im Sinn von Art. 8 Ziff. 1 EMRK gilt nicht
absolut. Gemäss Art. 8 Ziff. 2 EMRK ist ein Eingriff in das durch Ziff. 1 geschützte
Rechtsgut statthaft, soweit er gesetzlich vorgesehen und in einer demokratischen
Gesellschaft für die nationale oder öffentliche Sicherheit, für das wirtschaftliche Wohl
des Landes, zur Aufrechterhaltung der Ordnung, zur Verhütung von Straftaten, zum
Schutz der Gesundheit oder der Moral oder zum Schutz der Rechte und Freiheiten
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anderer notwendig ist. Die Konvention verlangt eine Abwägung der sich
gegenüberstehenden Interessen an der Erteilung der Bewilligung und der öffentlichen
Interessen an deren Verweigerung, wobei letztere in dem Sinn überwiegen müssen,
dass sich der Eingriff als notwendig erweist (BGE 135 I 147 E. 2.1 mit Hinweisen). Bei
der Interessenabwägung sind insbesondere die Schwere des begangenen Delikts, der
seit der Tat vergangene Zeitraum und das Verhalten der ausländischen Person
während dieser Periode zu berücksichtigen. Zu beachten ist auch die Qualität der
sozialen, kulturellen und familiären Beziehungen zum Gast- bzw. zum Heimatland
(BGer 2C_733/2012 vom 24. Januar 2013 E. 8.4 mit Hinweis auf BGE 2C_711/2011
vom 27. März 2012 E. 4.2). Ausgangspunkt und Massstab für die Schwere des
Verschuldens ist die vom Strafgericht ausgesprochene Strafe (BGE 129 II 216 E. 3.1).
4.2.3. Das strafrechtliche Verhalten des Beschwerdeführers belastet sein Ansehen
schwer. Er hat die öffentliche Sicherheit und Ordnung in der Schweiz, insbesondere
auch durch aggressives und rücksichtsloses Vorgehen, in schwerwiegender Weise
beeinträchtigt und damit sein Gastrecht missbraucht. Besonders ins Gewicht fällt, dass
ihn Verwarnungen des Ausländeramtes ebenso wie strafrechtliche Sanktionen
unbeeindruckt liessen. Allerdings spricht einiges dafür, dass es dem Beschwerdeführer
zwischenzeitlich gelungen ist, ein Leben zu führen, das nicht befürchten lässt, dass er
erneut eine Gefahr für die öffentliche Sicherheit und Ordnung in der Schweiz darstellen
könnte. In Betracht fällt, dass er - soweit bekannt - letztmals am 20. Juni 2009, somit
vor fast vier Jahren, straffällig geworden ist. Damals wurde anlässlich einer
Verkehrskontrolle festgestellt, dass der Beschwerdeführer einen Personenwagen
lenkte, obschon ihm der Führerausweis entzogen worden war. Zudem trug er keine
Sicherheitsgurte und gab eine falsche Identität an, weshalb er sich u.a. der falschen
Anschuldigung schuldig machte (act. 284 bis 287 des Migrationsamtes). Sodann hat
das Strassenverkehrs- und Schifffahrtsamt den Führerausweisentzug vom 20.
Dezember 2008 am 22. Februar 2012 aufgehoben und dem Beschwerdeführer den
Führerausweis unter Auflagen wiedererteilt (act. 1 des Beschwerdeführers). Gemäss
Beratungsberichten der Suchtberatung Region Wil vom 25. Juni 2012 und vom 24.
Oktober 2012 (act. 2 und 11 des Beschwerdeführers)gelingt es dem Beschwerdeführer,
sich adäquat zu verhalten und Verantwortung für seine junge Familie zu übernehmen.
Er ist weiterhin nachgewiesenermassen abstinent, beruflich integriert und die
Beziehung zu seinen Eltern und Geschwistern hat sich normalisiert. Auch der Hausarzt,
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der den Beschwerdeführer seit Dezember 2005 betreut, hat am 22. Juni 2012 bestätigt,
der Lebensstil des Beschwerdeführers habe sich seit dem Jahr 2009 merklich
verändert und er sei ruhiger geworden. Er trinke seit September 2010 keinen Alkohol
mehr, nachdem er bereits zu einem früheren Zeitpunkt aufgehört habe, Kokain zu
konsumieren (act. 3 des Beschwerdeführers). Weiter liegt ein Schreiben des vormaligen
Strafverteidigers des Beschwerdeführers vom 5. Juni 2012 bei den Akten, aus dem
hervorgeht, dass sich anlässlich von Gesprächen in den Jahren 2010 und 2011
ergeben habe, der Beschwerdeführer habe sich integriert und gezeigt, dass er nun
gewillt sei, die schweizerische Rechtsordnung zu achten; der Beschwerdeführer habe
"kapiert", welche Verhaltensweisen von ihm als Bewohner der Schweiz erwartet
würden (act. 4 des Beschwerdeführers). In Betracht fällt überdies, dass der nunmehr 28
Jahre alte Beschwerdeführer mit rund sechs Jahren im Rahmen des Familiennachzugs
nach Wil gekommen ist und seither in der Schweiz lebt. Somit hat er den weitaus
grössten Teil seines Lebens in der Schweiz verbracht, und seine Eltern und
Geschwister leben ebenfalls hier. Unbestritten ist sodann, dass der Beschwerdeführer
hier beruflich integriert und seinen finanziellen Verpflichtungen immer nachgekommen
ist. Aktenkundig ist, dass er vom 10. Mai 2010 bis zum 31. August 2012 bei der I. AG in
D. als Schlosser gearbeitet hat und dass er seit September 2012 bei der M. AG in U.
als Anlage- und Apparatebauer tätig ist. Sodann wurde ein Auszug aus dem
Betreibungsregister vom 25. März 2013 zu den Akten gegeben, mit welchem
bescheinigt wird, dass gegen den Beschwerdeführer in der Zeit vom 1. Januar 2010 bis
25. März 2013keine Betreibungen angehoben und keine Pfändungen vollzogen worden
sind, dass keine Verlustscheine ausgestellt wurden und dass keine offenen
Verlustscheine bestehen (act. 6 bis 8 und act. 10 des Beschwerdeführers).Schliesslich
ist von Bedeutung, dass der Beschwerdeführer am 7. Januar 2012 in Zürich eine
Schweizer Bürgerin bosnischer Herkunft geheiratet hat und dass er seit dem
20. September 2012 Vater eines Kindes mit Schweizer Bürgerrecht ist. Zutreffend ist
zwar, dass die Eheschliessung erfolgt ist, nachdem dem Beschwerdeführer die
Niederlassungsbewilligung bereits entzogen worden war, weshalb dem Ehepaar
bewusst gewesen sein muss, dass die Ehe möglicherweise nicht in der Schweiz würde
gelebt werden können. Die Umstände sprechen aber insgesamt dafür, dass es dem
Beschwerdeführer - soweit bekannt - nicht zuletzt dank seines stabilen familiären
Umfeldes trotz krimineller Vergangenheit gelungen ist, sich nunmehr in die Gesellschaft
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zu integrieren und sein Leben so zu gestalten, dass er weder in persönlicher noch in
strafrechtlicher Hinsicht zu Klagen Anlass gibt.
4.2.4. Zusammenfassend ergibt sich somit, dass das private Interesse des
Beschwerdeführers und seiner Familie an seinem Verbleib in der Schweiz zur Zeit das
öffentliche Interesse an seiner Entfernung überwiegt. Daran ändert nichts, dass
aufgrund der Tatsache, dass der Beschwerdeführer in der Vergangenheit über lange
Zeit hinweg weder willens noch in der Lage war, sich in die hier geltende Ordnung
einzufügen,nicht ausgeschlossen werden kann, dass er erneut gegen die öffentliche
Sicherheit und Ordnung verstossen oder anderweitig zu Klagen Anlass geben könnte.
Bei neuerlichem Fehlverhalten müssten er und seine Familie allerdings damit rechnen,
dass ihm das Recht auf Aufenthalt in der Schweiz ungeachtet der familiären Situation
abgesprochen wird.
5. (...).
5.1. (...).
5.2. (...).