# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 5026f784-922d-419f-a935-600ac9cee22e
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2016
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren
1971
,
seit 2010 nicht mehr erwerbstätig (vgl.
Urk.
7/6/2),
meldete sich u
nter Hinweis auf
Angstzustände, Depressionen und massive
Schlaf
probleme
am
1
6.
Oktober 2013
bei der Invalidenversicherung zum
Leis
tungs
be
zug
an (
Urk.
7/3
). Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, klärte die medizinische und erwerbliche Situation ab
und holte ein
bi
diszi
pli
nä
res
Gutachten ein, das am
4.
Juli 2014
erstattet wurde (
Urk.
7/29
).
Nach durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(
Urk.
7/31
;
Urk.
7/38
) verneinte die IV-Stelle mit Verfügung vom
1
8.
Mai 2015
einen
Leistungs
anspruch (
Urk.
7/43
=
Urk.
2)
.
2.
Die Versicherte erhob am
2.
Juni 2015
Beschwerde
gegen die Verfügung vom
1
8.
Mai 2015
(
Urk.
2) und beantragte, diese sei aufzuheben und es sei ihr
ab April 2014 eine ganze Rente
, eventuell eine
Viertelsrente
,
zuzu
sprechen
(
Urk.
1 S. 2).
Die IV-Stelle beantragte mit Beschwerdeantwort vom
2
5.
Juni 2015
(
Urk.
6
) die
Abweisung der Beschwerde.
Mit Gerichtsverfügung vom
4.
September
2015
wurde
antragsgemäss (vgl.
Urk.
1
S. 2)
die unentgeltliche Prozessführung be
wi
lligt und der Beschwerdeführerin die Beschwerdeantwort zugestellt (
Urk.
8
).
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG
). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beein
trächtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Ge
sundheit verur
sachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung ver
bleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Be
tracht kommen
den ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die
Folgen der gesund
heitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerb
s
unfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht über
wind
bar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie kör
perliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von Art. 4 Abs. 1
des
Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG)
in Verbindung mit Art. 8 ATSG bewirken. Nicht als Folgen eines psychischen
Ge
sundheitsschadens
und
damit invalidenversicherungsrechtlich nicht als rele
vant gelten Einschrän
ku
ngen der Erwerbsfähigkeit, welche die versicherte Per
son bei Aufbietung allen guten
Willens, die verbleibende Leistungsfähigkeit zu verwerten, abwenden könnte; da
s Mass des
Forderbaren
wird dabei weitgehend objektiv be
stimmt. Festzustellen ist, ob und in welchem Umfang die Ausübung einer Er
werbstätigkeit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt mit der psychi
schen Beein
trächtigung vereinbar ist. Ein psychischer Gesundheitsschaden führt also nur so
weit zu einer Erwerbs
unfähigkeit (Art. 7 ATSG), als angenommen werden kann, die Verwertung der Arbeitsfähigkeit (Art. 6 ATSG) sei der versi
cherten Person sozial-praktisch nicht mehr zumutbar (BGE 131 V 49 E. 1.2 mit Hinweisen).
1.3
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vor
akten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zu
sammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuch
tet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin ging in der angefochtenen Verfügung (
Urk.
2) gestützt auf die medizinischen Abklärungen, insbesondere
auf den psychiatrischen Teil des
b
i
di
sziplinären
Gutachtens
vom
4.
Juli 2014
(
Urk.
7/29)
, davon aus, dass
kein invalidisierender
Gesund
heitsschaden
vorliege.
2.2
Die Beschwerdeführerin machte demgegenüber im Wesentlichen geltend,
die Ver
fügung der Beschwerdegegnerin widerspreche den medizinischen Akten. Ge
stü
tzt auf den schlüssigen und nachvollziehbaren
B
ericht des behandeln
den Arztes sei eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit ausgewiesen
(
Urk.
1
S. 11
Ziff.
7 Mitte)
. Dem
gegenüber weise das
bidisziplinäre
Gutachten - insbesondere der psy
chiatrische Teil - Ungenauigkeiten und Fehler auf
(S. 10
Ziff.
6 unten)
.
Im Übrigen bestehe entgegen der Einschätzung der Beschwerdegegnerin auch bei Annahme
eines beweiskräftigen Gutachtens kein Raum, die vom psychiatri
schen Gutachter diagnostizierte Panikstörung und die entsprechende Einschät
zung der Arbeits
fähigkeit von 60
%
zu negieren und als nicht schwerwiegende psychische Be
schwer
den darzustellen (S. 11
Ziff.
7 unten).
2.3
Strittig und zu prüfen ist somit der Anspruch auf eine Invalidenrente und ob die Beschwerdegegnerin zu Recht einen invalidisierenden Gesundheitsschaden ver
neint hat.
3.
3.1
Die Ärzte
der
Klinik
Z._
, Wirbelsäulenchirurgie
,
nannten
im Bericht vom
7.
März 2012 (
Urk.
7/12/5-6)
als Diagnose ein chronisches
lumbos
pondylogenes
Schmerzsyndrom mit
/bei
erosiver
Osteochondro
se
L5/S1 (MRI 1
7.
Februar 2012
). Als weitere Diagnosen nannten sie
einen
Status nach Meningitis im Kin
desalter, einen Status nach Heroinkonsum (Inhalation zwischen 1
6.
und 2
1.
Lebens
jahr
) sowie eine
depressive Erkrankung unter Antidepressiva.
Dazu führten sie aus, bei der Beschwerdeführerin bestehe eine fortgeschrittene
Osteo
chondrose
mit wahr
scheinlich
Modicveränderungen
. Eine Operationsindikation bestehe nicht. Bei anhaltenden Beschwerden sei als nächstes eine
Facettenge
lenksinfiltra
tion
L5/S1 durchzuführen (S. 1
unten).
3.2
Dr.
med.
A._
, F
achärztin für
Allgemeine Innere Medizin,
führte im Bericht
vom 1
5.
November 2013 (7/12/1-4)
unter Bezugnahme (und Beilage) auf
die Diagnosen
des Berichtes der Klinik
Z._
(vorstehend E.
3.1)
aus, dass der Grund für die IV-Anmeldung die psychische Erkrankung gewesen sei
(
Ziff.
1.11)
.
3.3
Dr.
med.
B._
,
Facharzt
für Psychiatrie und Psychotherapie,
nannte im Bericht
vom
9.
Dezember 2013 (7/18
)
als Diagnose eine generalisierte Angst
störung (ICD-10 F41.1) sowie eine mittelgradige depressive Episode (ICD-10 F32.11) mit somatischem Syndrom
(
Ziff.
1.1)
. Seit dem 2
0.
Lebensjahr würden zunehmend Ängste und Phobien bestehen, ab 2009 auch depressive Symptome
mit immer längeren Arbeitsunterbrüchen (
Ziff.
1.4)
.
Alle vier Wochen komme die Beschwerdeführerin in eine stützende, verhaltensorientierte und
edukative
Psychotherapie (
Ziff.
1.5). Die
Konzentration, Auffassung und Aufmerksamkeit seien vermindert, zudem sei sie körperlich wegen
Rückenbeschwerden einge
schränkt
.
Die Beschwerdeführerin sei
seit dem 5. März 2012
vollständig arbeits
unfähig
(
Ziff.
1.6-
1.7)
.
3.4
Dr.
med.
C._
, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin und für Rheuma
tologie, sowie
Dr.
med.
D._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychothe
rapie,
führten
im
bidisziplinären
Gutachten des
E._
vom
4.
Juli 2014 (
Urk.
7/29)
aus, d
ie durch die
Beschwerdeführerin
geschilderten Angstsymptome
,
begleitet von Panikattacken
,
und die gedrückte Stimmung
seien
aktuell analog den ICD-10 Kriterien auf eine allenfalls
l
eicht
gradige depressive Störung
(
ICD-10 F32.0
)
,
differentialdiagnostisch auf die
Ne
benwirkung der Einnahme von Benzodiazepinen,
des
Konsum
s
von
Koka
in und zusätzlich von Alkohol zurückzuführen. Zudem
sei
aufgrund der in der Explo
ration und von der
Beschwerdeführerin
gemachten Angaben als auch der
Versi
cherungsakte
von einer
Panikstörung (episodisch paroxysmale Angst; ICD-10 F41.0) auszugehen
(
Urk. 7/29/22
oben)
.
Im Weiteren
seien
analog den ICD-10 Kriter
ien die Diagnosekriterien einer
p
sy
chischen und Verhaltensstörung durch psychotrope Substanzen, Störungen durch Sedativa oder Hypnotika, Abhängigkeitssyndrom, gegenwärtiger
Sub
stanzgebrauch
(aktive
iatrogene Abhängigkeit) (ICD-10
F13.24
), einer
p
sychi
sche
n
und Verhaltensstörung durch psychotrope Substanzen, Störungen durch Alkohol, ohne Komplikationen
(
ICD-10 F10.00
) sowie e
iner
p
sychische
n
und Verhaltensstörung durch psychotrope Substanzen, Störungen durch Tabak,
Ab
hängigkeitssyndrom
, gegenwärtiger
Substanzgebrauch (ICD-10
F17.24)
, erfüllt
(
Urk. 7/29/22
Mitte)
.
Aufgrund der im Rahmen der aktuellen psychiatrischen Untersuchung nachge
wiesenen aktiven
K
o
k
ain-Einnahme und der Tatsache, dass die Beschwerdefüh
rerin in der Vergangenheit
o
piatsabhängig
gewesen sei, sei rein formal analog den ICD-10 Krit
erien eine
Störung
durch multiplen Substanzgebrauch und Konsum sonstiger psychotroper Substanzen, gegenwärtige Substanzeinnahme
(
ICD-10
F
19.20
)
mit Konsum von Opiaten und Cannabis (in der Vergangenheit)
und aktuell
Kok
ain, Benzodiazepine
n
und Alkohol zu stellen (
Urk. 7/29/22
unten
)
.
Die Gutachter
führten aus, die wesentlichen Kennzeichen der Diagnose einer
Panik
störung
, episodisch paroxysmale Angst (ICD-10 F41.0), wie wiederkeh
rende
schwere Angstattacken (Panik), die sich nicht auf eine spezifische Situa
tion oder besondere Umstände beschränken würden und deshalb auch nicht vorhersehbar seien, seien bei der Beschwerdeführerin erfüllt (
Urk. 7/29/23
unten f.).
Die Gut
achter führten weiter aus, die Kriterien einer generalisierten Angststörung seien vorliegend nicht erfüllt. Die Nervosität
trete
bei der Beschwerdeführerin nur während der Panikattacken auf
und bei den
Konzentrationsstörungen
handle es sich
überwiegend wahrscheinlich um eine Nebenwirkung der
Ben
zodiazepin
ein
nahme
. Auch die übrigen Symptome in Form von motorischer Spannung und vegetativer Übererregbarkeit würden nur im Rahmen einer Pani
kattacke auf
treten, womit die diagnostischen Kriterien einer generalisierten Angststörung (ICD-10 F41.1) nicht erfüllt seien
(
Urk. 7/29/25
Mitte).
In rheumat
olog
ischer Hinsicht nannten die Gutachter als Diagnosen ein
l
um
bo
spondylogenes
Syndrom bei/mit
leicht
erosiver
Osteochondrose
L5/S1 (MRI 1
7.
Februar 2012)
,
leichter Fehlhaltung (Beckentiefstand links)
,
klinisch keinen Hinweisen für ein
radikuläres
Kompressionssyndrom
(
Urk.7/29/37
oben)
.
D
ie Gutachter
berichteten
weiter
über vorgetragenes Vermeidungsverhalten und
von
extremen Inkonsistenzen und Diskrepanzen (
Urk. 7/29/20
Mitte) sowie von ausge
spr
ochener Selbstlimitierung (
Urk. 7/29/29
oben).
Dazu führten sie weiter aus, anhand der gutachterlichen Konsistenzprüfung
ergäben sich
Hinweise auf nicht im ge
klagten Umfang vorhandene Fun
ktionsbeeinträchtigungen
.
Da
bei be
stünden D
iskrepanzen zwischen der subjektiv geschilderten Intensität der
Be
schwerden und der Vagheit der Beschwe
rden
;
Diskrepanzen zwischen massi
ven
subjektiven Beschwerden und der erkennbaren körperlich
-
psychischen Beein
träch
tigun
g in der Untersuchungssituation
;
Diskrepanzen zwischen dem Aus
mass der geschilderte Beschwerden und
der
Intensität der bisherigen Inan
spruch
na
hme therapeutischer Hilfe
;
Diskrepanzen zwischen den zeitnah zur Unter
su
chung als einge
nommen angegebenen Medikamente/
Substanzen u
nd deren Nachweis im Blutserum/
Urin. Es w
e
rd
e
insbesondere auf den positiven Nachweis von
K
o
k
a
in verwiesen. Die Einnahme von K
o
k
ain und anderen ille
galen Drogen wurde durch die
Beschwerdeführerin
strikt verneint;
Inkonsi
sten
zen innerhalb der Beschwerdeschilderung in Form wechselhafter, vager, unpräzis
ausweichen
der Schilderung der Beschwe
rden und des Krankheitsverlaufs;
Inkon
sistenz zwischen dem Ausmass der geschilderten Beschwerden und Intensität der bis
herigen Inanspruchnahme therapeutischer Hilfe (
p
sychiatrische Konsul
tationen al
l
e 2 Monate, keine stationäre Therapie
);
Inkonsistenzen zwischen subjektiver Beschwerdeschilderung und der objektiven Befunde
;
Inkonsistenz
zwischen be
hauptetem Leidensausmass und für den Gutachter fehlender Erkenn
barkeit des Leidensdruckes
(
Urk. 7/29/25
unten f.).
Weiter berichteten die Gutachter über diverse nicht IV-relevante psychosoziale Belastungsfaktoren (
Urk. 7/29/26
oben
Mitte) und hielten fest, dass vermutet werde, dass die psychosozialen Belastungsfaktoren einen erheblichen Anteil zur der von der Versicherten demonstrierten Störung beitrage
(
Urk. 7/29/29
Ziff.
2 Mitte)
. Sie
gingen
überdies davon aus, dass nach Umsetzung der vorgeschla
genen medizi
nischen Massnahmen (vgl.
Urk. 7/29/28
Mitte) innerhalb von 6
Mona
ten von e
ine
r
100%ige
n
Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit
auszugehen sei (
Urk. 7/29/25
oben). Es bestehe aktuell keine leitliniengerechte psychiatrisch-psychotherapeu
tische Behandlung und es sei nicht nachvollzieh
bar, dass trotz dem
vorgetrage
nen Leiden keine stationäre Behandlung stattge
funden habe. Es werde dringen
d
empfohlen die
Beschwerdeführerin
in einem ärztlich überwachten Programm von Benzodiazepinen zu entgiften und gleich
zeitig eine Behandlung der Angst
störung einzuleiten (
Urk. 7/29/30
oben).
Die Gutachter kamen zum Schluss, dass die
Beschwerdeführerin aus psychiatri
scher Sicht in der zuletzt ausgeführten Tätigkeit im Service aufgrund der erheb
lichen Suchterkrankung, insbesondere des iatrogenen
Benzodiazepinmiss
brauchs
,
des zusätzlichen Alkoholkonsums und der
K
o
k
ain-Einnahme
,
nicht mehr arbeits
fähig sei. Die zuletzt ausgeübte Tätigkeit in einer Bar mit
diversen
Alkoholika sei der Beschwerdeführerin nicht zumutbar (
Urk. 7/29/27
Mitte).
In z
eitlich flexi
ble
n
Tätigkeiten ohne permanenten Zeit- und Termindruck, kein Schicht
dienst, kein direkter berufliche
r
Kontakt zu
Alkohol und Suchtmitteln, bei nur
geringem Publikumsverkehr, keine Bedienung von gefährlichen Maschinen, keine
aktive Teilnahme am Strassenverkehr, keine Überwachung von Personen
sei
medi
zinisch-theoretisch in einer konflikta
r
men Arbeitsatmosphäre im ersten
Arbeitsmarkt von einer mindestens 60%igen Arbeitsfähigkeit auszugehen (
Urk.
7/29/27
unten f.).
Bei weiterhin positivem Krankheitsverlauf und zuneh
men
der Adap
tierung am Arbeitsplatz und Umsetzung der vorgeschlagenen medi
zinischen Massnahme
n
wäre ein Vollpensum innerhalb von 6 Monaten erreichbar (
Urk. 7/29/28
oben). Ab Untersuchungsdatum bestehe ab sofort eine mindestens 60%ige Ar
beitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit. Die Ein
schrän
kung der Arbeitsfä
higkeit sei auf die Angsterkrankung und den erheb
li
chen iatrogenen Benzodia
zepin-Konsum zurückzuführen (
Urk. 7/29/28
unten f.).
Aus rheumatologischer Sicht sei die Versicherte ab Untersuchungsdatum für jegliche Tätigkeit ganzschichtig voll arbeitsfähig mit Ausnahme weniger quali
ta
tiver Einschränkungen betreffen
d ausschliesslich
körperliche Schwerarbeit (Heben und Tragen schwerer Gewichte) sowie Tätigkeiten mit sehr häufigem Bücken und
A
ufrichten
(
Urk. 7/29/37
Mitte)
.
3.5
Dr.
med.
F._
,
Facharzt
für Psychiatrie und Psychotherapie,
Regionaler Ärztlicher Dienst (
RAD
)
,
führte in der
Stellungnahme vom 2
5.
Juli 2014 (
Urk.
7/30/4)
aus, d
as Gutachten sei ausführlich und gebe den medizini
schen Sachverhalt eindrücklich wieder. Aus versicherungsmedizinischer Sicht sei von einem gut behandelbaren psychischen Leiden auszugehen. Insbesondere
würden
keine psychischen Einschränkungen
bestehen
, die eine entsprechende Behandlung un
zumutbar erscheinen liesse.
Zu berücksichtigen seien zudem
Inkon
sistenzen, welche die Glaubhaftigkeit der
Beschwerdeführerin
vermindern
würden. Insge
samt liege daher kein Gesundheitsschaden vor, der die Arbeits
fähigkeit über
dauernd einschränken würde.
Eine weitere
Stellungnahme von
Dr.
F._
datiert vom
3
0.
März
2015 (
Urk.
7/41/2-3
)
.
4.
4.1
Entgegen der in der Beschwerdeschrift vertretenen Auffassung (
Urk.
1 S.
10
Ziff.
6
) vermag das von
Dr.
C._
und
Dr.
D._
erstattete Gutachten
(vorste
hend E.
3.4)
die an eine beweiskräftige ärztliche Expertise gestellten Anforde
rungen (E.
1.3
) vollumfänglich zu erfüllen. Die
Gutachter
tätigte
n
eigene, um
fassende Abklärungen, berücksichtigte
n
die beklagten Beschwerden und be
grün
dete
n
ihre Einschätzung in nachvollziehbarer Weise sowie in Auseinan
dersetzung mit den
Vorakten
.
So
führten
sie
in nachvollziehbarer Weise aus
, dass die Kriterien einer generalisierten Angststörung vorliegend nicht erfüllt
seien
und wiesen diesbezüglich auf eine nicht leitliniengerechte psychiatrisch-psychotherapeutische Behandlung hin
. Weiter
zeigten
die Gutachter in differen
zierter Weise das von der Beschwerdeführerin vorgetragene
Vermeidungsver
halten
,
extreme
Inkonsistenzen und Diskrepanzen auf und berichteten über au
s
gesprochene Selbstlimitierung, woraus sich Hinweise auf nicht im geklagten Um
fang vorhandene Funktionsbeeinträchtigungen ergeben
würden
.
Die
gut
achter
liche
Beurteilung leuchtet
daher
in der Darlegung der medizinischen Zu
stän
de sowie in Bezug auf die ge
zogenen Schlussfolgerungen ein und ist
nach dem Gesagten für die Beantwortung der gestellten Frage
n
umfassend, womit für die
Entscheidfindung
darauf abgestellt werden kann.
4.2
Hinsichtlich der
vorliegend strittigen
Frage
eines
invalidisierende
n
Gesundheits
schaden
s
ist zu
bemerken
, dass diese Beurteilung
eine Rechtsfrage ist und damit nicht
abschliessend
den Ärztinnen und Ärzten, sondern den rechtsanwendenden
Behörden obliegt (BGE 140 V 193 E.
3.1 f., Urteil des Bundesgerichts 9C_636/
20
07 vom 28. Juli 2008 E. 3.3.1).
Weil die Arbeitsfähigkeit somit keine medizinische, sondern eine rein juristische Frage ist, können sich Konstellatio
nen ergeben, bei welchen von der in einem medizinischen Gutachten festge
stellten Arbeitsunfähigkeit abzuweichen ist, ohne dass dieses seinen Beweiswert verlöre (Urteil des Bundesgerichts 9C_651/2014 vom 2
3.
Dezember 2014 E. 5.1 mit Hinweisen).
Die im Gutachten eingehend dargestellten Inkonsistenzen und Diskrepanzen und das von der Beschwerdeführerin anlässlich der Begutachtung vorgetragene Vermeidungsverhalten, die ausgesprochene Selbstlimitierung
sowie die diversen
psychosozialen Belastungsfaktoren
(vgl. vorstehend E
.
3.4)
sprechen in ihrer Vie
l
zahl und Ausprägung deutlich
gegen die Annahme einer
versicherte
n
Ge
sund
heitsschädigung
(zu den
sog.
Aus
s
chluss
gründen
vgl.
BGE
141 V 281 E. 2.2
).
Weiter ist zu berücksichtigen
, dass
rechtsprechungsgemäss
ein Rentenanspruch grundsätzlich nicht entstehen kann, solange zumutbare therapeutische und an
dere schadenmindernde Faktoren nicht ausgeschöpft werden. Solange durch eine tatsächlich realisierbare Veränderung der für die gesundheitliche Situation bedeutsamen Rahmenbedingungen eine wesentliche
Verbesserung des psychi
schen
Gesundheitszustandes und damit der dadurch eingeschränkten Arbeitsfä
higkeit bewirkt werden kann, liegt kein invalidisierender Gesundheitsschaden im Sinne des Gesetzes vor (Urteil 9C_947/2012 vom 1
9.
Juni 2013 E.
3.2.2 mit Hinweis). Dies folgt aus dem Grundsatz der Selbsteingliederungs- und
Scha
den
minderungspflicht
.
Diesbezüglich wurde im Gutachten
explizit fest
gehalten
, dass
vorliegend
keine leitliniengerechte psychiatrisch-psychotherapeutische Be
hand
lung erfolge und prognostisch von einer vollen Arbeitsfähigkeit in adap
tierter Tätigkeit aus
zugehen sei
.
Soweit die Beschwerdeführerin einwendet, dass ihr die „Diskrepanz zwischen dem Ausmass der geschilderten Beschwerden und Intensität der bisherigen Inanspruchnahme therapeutischer Hilfe“ fälschlicher
weise negativ angelastet werden (vgl.
Urk.
1 S. 10
Ziff.
6), ist zu bemerken,
dass auch eine Therapiefrequenz von „nur etwa alle vier Wochen“ (
Schreiben von
Dr.
B._
vom 13.
Oktober
2014;
Urk.
7/37 S.
1) hinsichtlich des von der Be
schwe
r
deführerin geschilderten
Beschwerdeausmas
ses
gleichwohl
keiner
leitli
nien
ge
rechten
Therapie
entspricht und
schliesslich
ebenso
gegen einen erheblichen Leidensdruck spricht.
A
us rechtlicher Sicht
ist mithin anzumerken
,
dass
die Schweregradbeurteilung klinisch erhobener psychiatrischer Befunde nicht allein auf den subjektiven Eindruck des Untersuchers abgestützt werden kann, sondern anhand überprüf
barer Informationen über die Alltagsbewältigung zu validieren
sind
.
Die von der Beschwerdeführerin vorgebrachte Kritik an der gutachterlichen Beurteilung der Wegefähigkeit (
Urk.
1 S. 11 oben) stösst insofern ins Leere, als dass
von der Beschwerdeführerin geklagte Beschwerdeausmass mit der von ihr gemachten Rundreise in
G._
und der im Jahr 2014 geplanten Reise
(vgl. Urk. 7/29/10 oben)
nicht vereinbar
ist
und einem erheblichen Leidensdruck
infolge Angst- und
Panik
störung
ebenfalls
entscheidend
entgegen
steht
.
4.3
Nach dem Gesagten bleibt kein Raum für die Annahme eines invalidisierenden
psychischen
Gesundheitsschadens. Die anderweitige Einschätzung des behan
deln
den Psychiaters
Dr.
B._
(vorstehend E.
3.3, vgl. auch
Urk.
7/37)
vermag daran nichts zu ändern und findet
auch
in der Erfahrungstatsache ihre Erklä
rung, dass behandelnde Arztpersonen mitunter auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patientinnen und Pati
enten aussagen. Die Gutachter führten bezüglich der abweichenden Beur
teilung
durch
Dr.
B._
ausführlich und nachvollziehbar aus, weshalb vorliegend
von kei
ner generalisierten Angststörung ausgegangen we
rden
könne
(vor
stehend
E. 3.4
).
W
egen
der unterschiedlichen Natur von Behandlungs- und
Begutachtungsauf
trag
ist es
rechtsprechungsgemäss
nicht geboten, ein Gutachten stets in Frage zu stellen und zum Anlass weiterer Abklärungen zu nehmen, wenn die behan
delnden Ärzte zu anderen Einschätzungen gelangen. Vorbehalten bleiben Fälle, in denen sich eine klärende Ergänzung des medizinischen Dossiers oder direkt eine abweichende Beurteilung aufdrängt, weil die behandelnden Ärzte wichtige, nicht rein subjektiver ärztlicher Interpretation entspringende Aspekte benennen, die im Rahmen der Begutachtung unerkannt oder ungewürdigt geblieben sind (vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_252/2012 vom 7. September 2012 E. 8.4). Solches liegt
vorliegend
nicht vor, berücksichtigen die Gutachter
doch sämtliche
von der
Beschwerdeführer
in
anlässlich der Untersuchung geklagten Beschwer
den sowie die von den behandelnden Ärzten erhobenen Befunde.
Im Übrigen
vermag die unterschiedliche
Ansicht hinsichtlich des Benzodiaze
pin-Missbrauchs
an der vorliegenden Beurteilung eines nicht invalidisierenden
psychischen
Gesundheitsschadens nichts zu ändern und kann im Ergebnis in
sofern offen bleiben,
als
die
Gutachter
in der Laboruntersuchung
trotz Vernei
nung von Seiten der
Beschwerdeführerin (vgl.
Urk.
7/29/14) auch einen Kokain- und A
lkoholkonsum festgestellt haben,
welcher
auf erhebliche Nebenwirkungen und ähnliche Symptome
wie die von der Beschwerdeführerin geschildert
en
schliessen
lasse (
Urk.
7/29/21 oben,
Urk.
7/29/23
Mitte
).
Soweit die Beschwerdeführerin
schliesslich
geltend macht, dass der RAD
vom Gutachten
abweichende Diagnosen aufführt (vgl.
Urk.
1 S.
8 Mitte), verkennt
sie, dass der RAD in seiner Stellungnahme nicht von Diagnosen mit Auswir
kung
auf die Arbeitsfähigkeit
,
sondern von Diagnosen mit
dauerhafter
Auswir
kung auf die Arbeitsfähigkeit spricht (
vgl.
Urk.
7/30/5 unten) und damit bereits
einer versicherungsmedizinischen
Beurteilung Rechnung trägt.
4.
4
Zusammenfassend
ist folglich festzuhalten, dass
die
Beschwerdegegnerin
zu Recht von keinem invalidisierenden
psychischen
Gesundheitsschaden aus
ging.
In somatischer Hinsicht ist unbestritten und
gemäss
vorliegender Aktenlage ausgewiesen, dass die Beschwerdeführerin für jegliche Tätigkeiten mit Aus
nahme weniger qualitativer Einschränkungen
-
betreffend
ausschliesslich
kör
per
liche Schwerarbeit (Heben und Tragen schwere Gewichte) sowie Tätigkeiten mit sehr häufigem Bücken und Aufrichten
-
ganzschichtig voll arbeitsfähig ist
(vgl. vorstehend E. 3.4)
.
4.5
Nach der Rechtsprechung darf ausnahmsweise von der ärztlich geschätzten Arbeitsfähigkeit ohne weiteres auf einen entsprechenden Invaliditätsgrad ge
schlossen werden (vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_994/2010 vom 12. April 2011 E.
3.2.3). Dies trifft beispielswiese dann zu, wenn die beiden
Vergleichs
einkommen
ausgehend vom selben Tabellenlohn zu ermitteln sind, was vor
liegend zu bejahen ist
, da die Beschwerdeführerin seit 2010 nicht mehr erwerbs
tä
tig ist und zur Bestimmung des
Valideneinkommens
ohnehin nicht vom Lohn der letzten Tätigkeit ausgegangen werden kann
.
Folglich entspricht der Invaliditätsgrad dem Grad der Arbeitsunfähigkeit unter Berücksichtigung eines allfälligen Abzugs vom Tabellenlohn, der höchstens 25 % betragen darf (BGE 135 V 297 E.
5.2). Da die Beschwerdeführerin in einer leidensangepassten Tätigkeit voll arbeitsfähig ist (vorstehend E.
4.4
)
,
kann vor
liegend offen bleiben, ob der Beschwerdeführerin ein Abzug gewährt werden müsste, da selbst bei der Gewährung des maximalen Abzugs kein
rentenbe
grün
dender
Invaliditätsgrad resultieren würde.
Nach dem Gesagten erweist sich die angefochtene Verfügung als rechtens, was zur Abweisung der Beschwerde führt.
5.
Da es im vorliegenden Verfahren um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichts
kosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert fest
zulegen (
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG) und auf
Fr.
600.-- anzusetzen. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind sie der unterliegenden Beschwerdeführerin aufzu
erlegen. Zufolge Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung werden diese jedoch einstweilen auf die Gerichtskasse genommen, dies mit Hinweis auf §
16
Abs.
4 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht (
GSVGer
).