# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** b52bcff2-b4f9-50a0-970b-941ec4776566
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2015
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** 

## Facts

Sachverhalt:
1.
1.1
Der 1956 geborene
X._
meldete sich am
2.
Mai
1996
(Eingangs
datum
)
bei der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, zum Leistungsbezug an (Urk.
12/
2-3). Nach Vornahme medizinischer und erwerbli
cher Abklärungen sprach ihm die IV-Stelle mit Verfügungen vom 27. Mai 1997 mit Wirkung ab 1. Mai 1995 bei einem Invaliditätsgrad von 100 % eine
ausser
ordentliche, ab
1.
Januar 1997 eine ordentlich
ganze Rente zu (Urk.
12/
17+
18).
Diese Rente wurde rückwirkend per
1.
Mai
1995
bis Ende 1997 als halbe Ehepaar-Invalidenrente ausgerichtet (Verfügungen vom 2
6.
Januar 1999,
Urk.
12/27-28).
Zwei in den Jahren 2000 und 2005 durchgeführte Revisionsverfahren ergaben jeweils keine Änderung des Invaliditätsgrades (Fragebogen vom
2./
17. Oktober 2010, Urk.
12/
29, Mitteilung vom 3. November 2000, Urk.
12/
31, Fragebogen vom
2
8.
Juli/
2. August 2005, Urk.
12/
3
9
, und Mitteilung vom 5. Oktober 2005, Urk.
12/
4
3
).
1.2
Im Oktober 2009 leitete die IV-Stelle erneut ein Revisionsverfahren ein (Fragebo
gen vom
2
3.
Oktober/
2. November 2009, Urk.
12/
4
4
).
Nach Vornahme erwerblicher und medizinischer Abklärungen, in deren Rahmen unter anderem ein Gutachten des
Y._
,
Z._
, ein
geholt wurde
(
Gutachten vom
5.
Juli 2010,
Urk.
12/
51
, und ergänzende Stellungnahme vom 30. August 2010, Urk.
12/
5
3
)
und nach durchgeführtem
Vorbescheidver
fahren
(
Vorbescheid vom 25. November 2010
,
Urk.
12/57, Einwand vom 2
6.
Januar 2011, Urk. 12/61, ergänzende Stellungnahme der Gutachter vom
4.
April 2011, Urk. 12/65, und Stellungnahme hierzu von
X._
vom 2
6.
Mai 2011,
Urk.
12/67)
setzte die IV-Stelle mit Verfügung vom 16. Juni 2011 die ganze Rente von
X._
auf das Ende des der Zustellung der Verfü
gung folgenden Monats
bei einem Invaliditätsgrad von 44
%
auf eine
Viertels
rente
herab (Urk.
12/72, Verfügungsteil 2, Urk.
12/71
).
Die von
X._
dagegen am 2
7.
Juli 2011
erhobene Beschwerde (
Urk.
12/78/3-12)
hiess das hiesige Gericht
mit Urteil vom 1
6.
Mai 2013 in dem Sinne gut, dass
es
die angefochtene Verfügung aufhob und die
Sache an die IV-Stelle zurück
wies, damit diese unter lückenloser Weiterausrichtung der bisherigen Rente die Ver
wertbarkeit der wiedergewonnenen 70%igen Arbeitsfähigkeit in
behinderungs
angepasster
Tätigkeit - die Motivation von
X._
vorausgesetzt – prüfe und die sich nach den konkreten Umständen als unerlässlich herausstellenden Eingliederungsmassnahmen an die Hand nehme, sofern und soweit deren Voraussetzungen erfüllt sind, und hernach über den Rentenanspruch von
X._
neu verfüge (
Pr
ozess
Nr.
IV.
2011.00792;
Urk.
12/86).
In Nachachtung des Urteils des hiesigen Gerichts richtete die IV-Stelle
X._
rückwirkend ab
1.
August 2011 wieder eine ganze Rente aus (Verfügun
gen vom 3
0.
September 2013,
Urk.
12/94-98)
und führte mit ihm am 2
3.
Dezember 2013 ein Eingliederungsberatungsgespräch durch (
Urk.
12/104). Mit Mitteilung vom 3
0.
Dezember 2013 hielt die IV-Stelle fest, dass zurzeit berufliche Massnahmen/Arbeitsvermittlung nicht möglich seien, da sich
X._
gemäss seinen Angaben nicht
als arbeitsfähig erachte (Urk.
12/103). In der Folge holte die IV-Stelle Arzt
berichte von
Dr.
med.
A._
, Facharzt für Neur
ologie, (Bericht vom 2
5.
Januar/
4.
Februar
2014,
Urk.
12/105) und von
Dr.
med.
B._
, Facharzt FMH für Allgemeine Medizin
,
(Bericht vom 25.
/2
6.
März 2014,
Urk.
12/106) ein. Mit Vo
r
bescheid vom 2
1.
Mai 2014 stellte die IV-Stelle
X._
in Aussicht, die ausgerichtete ganze Rente auf das Ende des der Verfügung folgenden Monats auf eine
Viertelsrente
herabzusetzen (
Urk.
12/111). Hiergegen erhob
X._
am 1
1.
August 2014 Einwand
und machte eine Verschlechterung seiner gesundheitlichen Situation geltend
(
Urk.
12/115), worauf die IV-Stelle beim
C._
ein
polydisziplinäres
Gutachten in Auftrag gab (Mitteilung vom
5.
November 2014,
Urk.
12/125), welches am
4.
Februar 2015 erstattet wurde (
Urk.
12/128).
Nachdem sich
X._
am 2
4.
März 2015 zum Gutachten hatte vernehmen lassen (
Urk.
12/132), setzte die IV-Stelle mit Verfügung vom
4.
Mai 2015 die ganze Rente von
X._
auf das Ende des der Verfü
gung folgenden Monats auf eine
Viertelsrente
herab (
Urk.
2).
2.
Hiergegen erhob
X._
am
3.
Juni 2015 durch Rechtsanwältin Ursula Reger-
Wyttenbach
Beschwerde und beantragte, die Beschwerdegegnerin sei zu verpfli
chten, ihm weiterhin eine ganze
, eventuali
t
er ab
1.
Juli
2015 eine halbe Invalidenrente
auszurichten
. In prozessualer Hinsicht beantragt
e
er die unent
gelt
liche Prozessführung und die Bestellung von Rechtsanwältin Ursula Reger-
Wyttenbach
als unentgeltliche Rechtsvertreterin (
Urk.
1). Die
Beschwerdegeg
nerin
schloss mit Beschwerdeantwort vom
8.
Juli 2015 auf Abweisung der Beschwerde (
Urk.
11), was dem Beschwerdeführer am 1
3.
Juli 2015 mitgeteilt wurde (
Urk.
13)
.
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Akten wi
rd, soweit erfor
derlich, im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Die Beschwerdegegnerin
geht
davon aus, dass
sich
der Gesundheitszustand des Beschwerdeführers spätestens seit 2010 erheblich gebessert
habe
und de
m
Beschwerdeführer eine körperlich leichte bis mittelschwere Arbeit, mit wenig sozialem Kontakt zu einem Pensum von 70
%
zumutbar sei. Anlässlich der
Ein
gliederungsberatung
habe der Beschwerdeführer nicht einmal zur Teilnahme an einem Deutschkurs motiviert werden können. Stattdessen seien weitere
Arztbe
richt
e
eingereicht worden, die belegen sollten, dass sich sein Gesundheitszu
stand soweit zusätzlich verschlechtert habe, dass ihm gar keine
Arbeitstätigkeit
mehr zumutbar sei. Eine weitergehende aktive Förderung der Wiedereingliede
rung sei vor diesem Hintergrund nicht möglich, respektive aufgrund der fehlen
den subjektiven Eingliederungsfähigkeit und der fehlenden Aussicht auf einen Eingliederungserfolg nicht zielführend durchführbar (
Urk.
2 und
Urk.
11).
1.2
Der Beschwerdeführer lässt zur Begründung seiner Beschwerde im Wesentlichen
vorbringen, gemäss
Dr.
A._
sei die gesundheitliche Situation unverändert. Aus dem Bericht von
Dr.
B._
und den von ihm eingereichten Untersuchungsbe
richten gehe hervor, dass seit dem Urteil des angerufenen Gericht vom 1
6.
Mai 2013 eine deutliche Verschlechterung
in Bezug auf die
lumbovertebralen
Beschwerden eingetreten sei. Die Beurteilung der
C._
-Gutachter, dass
seit der Begutachtung im
Y._
keine
Änderung des Gesundheitszustandes eingetreten sei,
stehe im Widerspruch zu den bildgebenden Unterlagen betreffend die
Len
denwirbelsäule
und d
er
von den Ärzten der Klinik
D._
abgegebenen Beurteilung.
Er habe die Durchführung von beruflichen Massnahmen nicht kategorisch abge
lehnt. Zwischenzeitlich stehe er in seinem 5
9.
Altersjahr.
Da
er
zudem
in der Schwe
iz nie erwerbstätig gewesen sei und
es an Deutschkenntnissen mangle, sei eine Realisierung der Restarbeitsfähigkeit nicht möglich.
Gemäss dem
C._
-Gutachten hätte ein
mindestens drei Monate dauerndes
Arbeits- und
A
bklä
rungstraining
stattzufinden
(
Urk.
1).
2.
Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines
Rentenbe
zügers
erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (
Art.
17
Abs.
1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts,
ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tat
sächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente nicht nur bei einer wesentlichen Änderung des Gesundheitszustandes, sondern auch dann
revidier
bar
, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen des an sich gleich gebliebenen
Gesundheitszustandes erheblich verändert haben (BGE 130 V 343 E. 3.5 mit Hinweisen). Eine Veränderung der gesundheitlichen Verhältnisse liegt auch bei gleich gebliebener Diagnose vor, wenn sich ein Leiden in seiner Intensität und in seinen Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit verändert hat (Urteile des Bun
desgerichts 9C_261/2009 vom 1
1.
Mai 2009 E. 1.2 und I 212/03 vom 28. August 2003 E. 2.2.3). Dagegen stellt die bloss unterschiedliche Beurteilung der Auswirkungen eines im Wesentlichen unverändert gebliebenen Gesund
heits
zustandes auf die Arbeitsfähigkeit für sich allein genommen keinen Revisionsgrund im Sinne von
Art.
17
Abs.
1 ATSG dar. Zeitliche Vergleichsbasis für die Beurteilung einer anspruchserheblichen Änderung des Invaliditätsgrades bilden die letzte rechtskräftige Verfügung oder der letzte rechtskräftige
Ein
spracheentscheid
, welche oder welcher auf einer materiellen Prüfung des Ren
tenanspruchs mit rechtskonformer Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und Invaliditätsbemessung beruht (BGE 133 V 108; vgl. auch BGE 130 V 71 E.
3.2.3; Urteil des Bundesgerichts 9C_438/2009 vom 26. März 2010 E. 1 mit Hinweisen).
3.
3.1
Bei der ursprünglichen
Rentenzusprache
im Jahre 1997
, bei welcher von einem Invaliditätsgrad von 100
%
ausgegangen wurde,
stützte sich die
Beschwerde
gegnerin
auf Berichte
von Ärzten
des
E._
, Klini
k für Rheu
ma
tologie und Rehabilitation (Bericht vom 3. Juni 1996, Urk.
12/9
),
von Ärzten des
F._
, Neurologische Klinik und Poliklinik (Bericht vom 14. Juni 1996, Urk. 1
2
/10), von Dr.
B._
(Bericht vom 19. Juli 1996, Urk. 1
2
/13) und von Dr.
A._
(Bericht vom 4. September 1996, Urk. 1
2
/15; vgl. Feststellungsblatt für den Beschluss, Urk. 1
2
/16).
Die Ärzte des
E._
attestierte
n
dem Beschwerdeführer dabei keine Arbeitsunfähigkeit,
sie
erklärte
n
aber, dass die Arbeitsfähigkeit durch medizini
sche Massnahmen verbessert werden könne (Urk. 1
2
/9/1
2)
.
Die Ärzte des
F._
hielt
en
fest, dass bei weitgehend unauffälligem neurologi
schem Status und nicht gesicherten Hinweisen für eine epileptische Genese aus neurologischer Sicht eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit bestehe, wobei die Arbeits
fä
higkeit wesentlich durch die Gesamtsituation inklusive psychiatrischem Hintergrund beeinflusst sein dürfte. Sie könnten daher keine schlüssigen Anga
ben zur gesamtmedizinischen Arbeitsfähigkeit machen (Urk. 1
2
/10/5)
.
Dr.
B._
erklärte, dass dem Beschwerdeführer leichtere körperliche Hilfsarbeiten ohne Stressbelastungen zumutbar seien, initial zu 50 %. Als Diagnosen nannte er
(Urk. 12/13/2-3)
:
Periarthro
pathia
humeroscapularis
(PHS)
Enchondrom
Humerus
links
Lumbove
rtebralsyndrom
bei Fehlhaltung
unklare Synkopen (zur Zeit neurologische Abklärung)
posttraumatische Belastungsreaktion
Dr.
A._
schliesslich hielt eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit fest. Er führte hierzu als psychiatrische Diagnosen
an (Urk. 12/15/4):
ausgeprägte depressive Entwicklung
anfallsartige Zustände mit vorwiegend Bewusstlosigkeit, höchstwahr
scheinlich psychogen bei soziokultureller Entwurzelung, mangelhafter Integration und Status nach schweren physischen und psychi
s
chen Traumata und Folterungen
eine emotional instabile Persönlichkeitsstörung (impulsiver Typ)
Als somatische Diagnosen nannte er unter Verweis auf Dr.
B._
und das
E._
eine PHS beidseits linksbetont und ein chronisches
Lumboverteb
ralsyndrom
.
3
.2
3
.2.1
Im Rahmen des im Jahr 2000 durchgeführten Revisionsverfahrens
, welches mit der Feststellung eines unveränderten Invaliditätsgrades abgeschlossen wurde
(
Urk.
12/31),
holte die Beschwerdegegnerin einzig einen Arztbericht von Dr.
A._
ein. Er nannte dabei als Diagnosen
(Bericht vom 26. Oktober 200
0, Urk. 12/
30
):
ausgeprägte,
chronifizie
rte
Depression
anfallsartige Zustände mit Bewusstseinsänderung, psychogener Ursache
therapieresistente diffuse und störende Juckreize unklarer Ursache
emotional instabile Persönlic
hkeitsstörung (impulsiver Typ)
PHS beidseits linksbetont
chr
onisches
Lumbovertebralsyndrom
Der Beschwerdeführer sei aus psychiatrischer und rheumatologischer Sicht weiter
hin zu 100 % arbeitsunfähig.
3
.2.2
Anlässlich des im Jahr 2005 durchgeführten Revisionsverfahrens
, welches eben
falls mit der Feststellung eines unveränderten Invaliditätsgrades von 100
%
abgeschlossen wurde (vgl.
Urk.
12/43),
zog die Beschwerdegegnerin Berichte von Dr.
A._
und von Dr.
B._
bei. Dr.
A._
erklärte dabei mit Bericht vom
24./25. August 2005, der Gesundheitszustand des Beschwerdeführers sei statio
när, es bestünden weiter
hin
die gleichen Diagnosen (Urk. 1
2
/
41
). Dr.
B._
hielt mit Bericht vom 30. September 2005 als zusätzliche Diagnosen eine chronische Prostatitis (Frühjahr 2005)
und eine chronische Gas
tritis, Status nach
Ulcus
krankheit
(Duodenum)
, seit 1993, fest. Dem Beschwer
deführer sei keine
Arbeits
tätigkeit
mehr zumutbar (Urk. 1
2
/
42
).
3
.3
3
.3.1
Im aktuellen Revisionsverfahren erklärte Dr.
A._
mit Bericht an die
Beschwer
de
gegnerin
vom 11./17. November 2009, es hätten sich keine Änderungen
in den
Diagnosen ergeben. Die Beschwerden bzw. Symptome, die der
Beschwerde
geg
nerin
bisher mitgeteilt worden seien, bestünden weiter. Es sei dem Beschwer
de
führer in der freien Wirtschaft weiterhin keine Tätigkeit zumutbar
(Urk.
12/46
).
3
.3.2
Dr.
B._
diagnostizierte mit Bericht an die Beschwerdegegnerin vom 11./12. Januar 2010 mit Auswirkungen auf die
Arbeitsfähigkeit
:
PHS beidseits, bestehend s
eit 1990
chronisches
Lumbovertebralsyndrom
bei Fehlhaltung, bestehend seit 1995
unklare Synkopen, wahrscheinlich psychogen,
bestehend seit 1995
posttraumatische Belastungsstörung, bestehend seit 198
7
Ohne Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit seien (1) eine chronische Prostati
tis, bestehend seit 2005, (2) eine chronische Gastritis und (3) ein Status nach
Ulcuskrankheit
, bestehend seit 1993. De
m Beschwerdeführer sei es zumut
bar, eine Arbeit mit leichter körperlicher Belastung täglich während etwa 4 Stunden auszuüben (Urk.
12/47
).
3
.3.3
Die
Y._
-Gutachter
hielt
en
mit Gutachten vom 5. Juli 2010 (Urk.
12/51
) als Diag
nosen mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit
fest
(
Urk.
12/51/22)
:
a
ndauernde Persönlichkeitsänderung nach Extrembelastung (ICD-10 F62.0)
posttraumatische Belastungsstöru
ng,
leichtgradig
(ICD-10 F43.1)
Verdacht auf dissoziativ
e Krampfanfälle (ICD-10 F44.5)
chronisches
subakromiales
Impingement
Sc
hulter beidseits (ICD-10 M75.4)
benigne
r
enchondral
wachsende
r
Knochentumor am proximalen
Hume
rus
links, im Verlauf unverändert, kein
Hinweis für Malignität
deutliche Fehlhaltung im Sinne einer
Protraktion
von Kopf und Schul
tern
symmetrische
, praktisch freie Schulterbeweg
lichkeit beidseits
chronisches panvertebrales Schmerzsyndrom ohne
radi
kuläre
Ausfälle (ICD-10 M54.80)
praktisch freie
Beweglichkeit sämtlicher Wirbelsäulenabschnitte
Oh
ne Auswirkungen auf die Arbeits
fähigkeit seien:
Verdacht auf arterielle Hypertonie (ICD-10 I10)
anamnestisch chronische Kopfschmerzen gemischter Ätiologie (ICD-10 G44.2)
anamnestisch eine chronische Prostatitis, E
rstdiagnose 2005 (ICD-10 N41.1)
anamnestisch rezidivierende Ma
krohämaturie unklarer Ätiologie
Verdacht auf periphere arterielle Verschlusskrankheit
(PAVK)
I der unte
ren Extremität rechts (ICD-10 73.9
)
Risikofaktor
:
Status nach
Nikotinabusus
, 60-90
packyear
Dem Beschwerdeführer könnten körperlich schwere Tätigkeiten bleibend nicht mehr zugemutet werden. Für körperlich leichte, adaptiere Tätigkeiten bestehe eine Arbeits- und Leistungsfähigkeit von 70 %, welche vollschichtig realisierbar sei. Aufgrund der anamnestischen Angaben, ihrer Unte
rsuchungs
befunde, der vorliegenden Dokumente sowie der früher attestierten Arbeitsunfähigkeiten gingen sie davon aus, dass die Einschränkung der Arbeitsfähigkeit aus medizi
nisch-theoretischer Sicht im genannten Ausmass spätestens seit der aktuellen Untersuchung bestehe. Das psychiatrische Zustandsbild habe sich seit der früheren Rentenzusprechung jedenfalls w
eitgehend verbessert. Eine rele
vante Depression sei nicht mehr nachweisbar, das Anfallsleiden habe sich als psycho
gen herausgestellt und beeinflusse die
Arbeitsfähigkeit nur noch quali
tativ, und am Bewegungsapparat bestünden ke
ine Befunde, welche die Arbeits
fähigkeit in leichten bis mittelschweren Tätigkeiten einschränkten (Urk.
12/51
/22-23). Am 30. August 2010 erklärte
n
die
Y._
-Gutachter
auf Frage der Beschwerdegegnerin hin, dass sich die festgestellte Verbesserung auf die primäre Berentung im Jahr 1997 beziehe, da zwischenzeitlich gar keine validen Zeugnisse mehr vorlägen (Urk.
12/53
).
Mit Stellungnahme vom 4. April 2011 erklärte
n
die
Y._
-Gutachter
, die Diag
nose anhaltende
somatoforme
Schmerzstörung, die in der psychiatrischen Beurteilung gestellt worden s
ei, sei aufgrund eines Versehen
s nicht in die
Diag
noseliste
aufgenommen und auch entsprechend bezüglich
ihrer Einflüsse auf die Arbeits
fähigkeit nicht kommentiert worden. D
ie Diagnose
somatoforme
Schmerz
störung
ändere aber nichts an der Einschätzung, dass für eine leichte bis mittelschwere, adaptierte Tätigkeit eine ganztägig realisierbare 70%ige Arbeits- und Leistungsfähigkeit bestehe (Urk. 1
2
/6
5
).
3
.3.4
Mit Bericht vom
2
8.
Januar/
4.
Februar 2014
wiederholte
Dr.
A._
, dass die Diagnosen des Beschwerdeführers unverändert seie
n. Dem Beschwerdeführer seien seit Jahren in der freien Wirtschaft keine Tätigkeiten mehr zumutbar
(Urk.
12/105
).
3
.3.5
Dr.
B._
führte mit Bericht vom 25.
/2
6.
März 2014 im Wesentlichen die glei
chen Diagnosen an wie
im Bericht
vom 11./12. Januar 2010 (E.
3
.3.2).
Neu führte
er lediglich ein
en
Status nach psychogenen Synkopen
an und
mass er auch der chronischen Prostatitis Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit zu
. Der Beschwerdeführer sei seit Oktober 1990 zu 100
%
arbeitsunfähig. In einer rein sitzenden oder wechselbelastenden Tätigkeit bestehe eine Arbeitsfähigkeit von 3
Stunden pro Tag mit einer 50%igen Leistungsfähigkeit
(
Urk.
12/106/1-7).
Dr.
B._
legte sei
nem Bericht
das Konsilium
von
G._
, Assist
enzarzt, und
Dr.
med.
H._
, Stellvertretender Oberarzt
Wirbelsäulenchi
rurg
i
e
, von der Klinik
D._
vom 1
0.
Februar 2012 bei. Diese erklärten, die während der Physiotherapie im Dezember 2011 plötzlich einsetzenden Schmer
zen im Bereich der lumbalen Wirbelsäule korrelierten mit der High
Intensity
Zone im Bereich LWK4/LWK5
,
die im Sinne einer Fissur des
Anulus
fibrosus
interpretiert werden könne. Letztere habe sich der Beschwerdeführer offensicht
lich während der Physio
therapie zugezogen. Ansonsten fi
nde sich kein radiolo
gisches Korrelat für die Beschwerden des Beschwerdeführers. Die
Schmerzthera
pie
sei beim Beschwerdeführer bereits sehr
gut ausgebaut, sodass sie hier keine Veränderung vornehmen würden (
Urk.
12/106/8-9)
.
3
.3.6
Die Ärzte des
C._
führten in ihrem Guta
chten vom
4.
Februar 2015 (Urk.
12/128) als Diagnosen mit Auswirkungen au
f die Arbeitsfähigkeit an (Urk.
12/128/54):
a
ndauernde Persönlichkeitsänderung nach Extrembelastung (ICD-10 F62.0)
Status nach posttraumatischer Belastungsstörung (ICD-10 F43.1)
d
issoziative Krampfanfälle (ICD-10 F44.5)
k
ein Epilepsie-Nachweis
c
hronisches Schmerzsyndrom der Schulter rechts und links
endgradiges
Impingement
beidseits
degenerative Veränderungen der
Rotatorenmanschetten
rechts und links mit Betonung einer degenerativen
Supraspinatus-Tendinose
beidseits, rechts mehr als links und A
-C Arthrose (Sonographie 12.
April 2012)
chronisches
lumbovertebrales
Schmerzsyndrom ohne
radikuläre
Ausfälle
bildgebend Verdacht auf kleine Rissbildung im
Anulus
fibrosus
der Bandscheibe L4/5 und
Bandscheibenprotrusion
L5/S1 ohne
Neu
ro
komp
ression
(MRT
6.
Februar 2012)
Als Diagnosen ohne Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit
nannten die Gutach
ter:
anhaltende
somatoforme
Schmerzstörung (ICD-10 F45.4)
multilokuläres
Schmerzsyndrom
episodischer Spannungskopfschmerz mit teils
migräniformer
Begleit
symptomatik
Polyarthralgien der Hände unklarer Genese
Tendomyopathie
der Obersc
henkel, zum Beispiel beginnende
Hüftproble
matik
k
linisch Verdacht auf beidseitige
Patell
a
chondropathie
Verdacht auf beginnenden PAVK I rechte untere Extremität
Gesamtmedizinisch könne der Beschwerdeführer – in Übereinstimmung mit dem
Y._
-Gutachten – schwere körperliche Arbeiten nicht mehr ausüben. Eine Änderung der gesundheitlichen Situation seit dem
Y._
-Gutachten könne nicht bestätigt werden. Leichte bis mittelschwere Tätigkeiten, ohne repetitive
Über
kopf-Arbeiten
, seien dem Beschwerdeführer bezogen auf ein vollschichtiges Arbeitsvolumen mit einer Einschränkung von 30
%
möglich (
Urk.
12/
128/
58
).
4.
4.1
Das hiesige Gericht kam im Urteil vom 1
6.
Mai 2013 zum Schluss, dass auf
grund der überzeugenden Beurteilung der
Y._
-Gutachter davon ausgegangen werden könne, dass sich der Gesundheitszustand des Beschwerdeführer
s
seit der ursprünglichen
Rentenzusprache
im Jahre 1997 verbessert habe und der Beschwerdeführer in einer körperlich leichten bis mittelschweren, adaptierten Tätigkeit nunmehr zu 70
%
(ganztags realisierbar) arbeits- und leistungsfähig sei (
Urk.
12/86/10 E. 3.5)
. Das Gericht hielt dabei fest, dass die Berichte von
Dr.
A._
vom 11./1
7.
November 2009 (E. 3.3.1) und von
Dr.
B._
vom 11.
/
1
2.
Januar 2010 (E. 3.3.2) die Einschätzung des
Y._
-Gutachtens nicht in Frage stellen könn
t
e
n
.
Die damalige Beurteilung hat auch unter der mit BGE 141 V 281 begründete
n
Änderung der Rechtsprechung betreffend invalidisie
rende Wirkung von
somatoformen
Schmerzstörungen noch Geltung, war – und ist - die
somatoforme
Schmerzstörung
des Beschwerdeführers
doch nur
gering
gradig
ausgeprägt (
Urk.
12/65/1-2; vgl. BGE 141 V 281 E. 4.3.1.1;
Urk.
12/86/9 E. 3.2;
Urk.
12/128/83).
4.2
Die Gutachter des
C._
beurteilten in ihrem Gutachten vom
4.
Februar 2015 die Leistungsfähigkeit des Beschwerdeführers gleich wie die
Y._
-Gutachter, hielten sie doch ebenfalls eine 70%ige Leistungsfähigkeit in einer leichten bis mittelschweren Tätigkeiten fest (E. 3.3.6). Die Gutachter
erklärten
dabei nicht nur explizit
, dass sie mit der Einschätzung der
Y._
-Gutachter übereinstimmten, sondern auch, dass es seit der Begutachtung im
Y._
zu keiner Veränderung des Gesundheitszustandes gekommen sei.
Das
C._
-Gutachten erfüllt – wie auch das
Y._
-Gutachten - die rechtsprechungsgemässen Anforderungen, welche an beweistaugliche medizinische Gutachten gestellt werden: Das Gutachten ist für die streitigen Belange umfassend, es beruht auf eingehender Untersuchung, es berücksichtigt auch die geklagten Beschwerden, es ist in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden, es leuchtet in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation ein und die darin enthaltenen Schlussfolgerungen sind nachvollziehbar begründet (vgl. BGE 125 V 351 E. 3a).
Es ist insbesondere auch schlüssig, dass die
C._
-Gut
achter betreffend Lendenwirbelsäule nicht von einer Verschlechterung des Gesundheitszustandes des Beschwerdeführers ausgingen, wiesen sie doch darauf
hin, dass die Rissbildung im
Anulus
fibrosus
der Bandscheibe L4/L5 dorsal win
zig
ist und dass sich im MRT vom 7.
Februar 2012 eine kleinste,
dorsomediane
Bandscheiben-
Protrusion
L5/S1 ohne Neurokompression ergeben habe (
Urk.
12/12
8
/73; vgl. MRI vom
6.
Februar 2012,
Urk.
12/128/107).
4.3
Dr.
A._
attestierte dem Beschwerdeführer mit Bericht vom
28. Ja
nuar/4.
Feb
ruar 2
014
unverändert
eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit (E.
3.3.4).
C._
-Gut
achter
I._
, Facharzt FMH für Psychiatrie und Psychotherapie, hielt hierzu fest, dass die von
Dr.
A._
gestellten Diagnosen
,
emotional instabile Persönlichkeitsstörung vom impulsiven Typ und langandauernde depressive Epi
sod
e mit Angst
,
nicht bestätigt werden
könnten
, denn bei einer
Persönlich
keitsstörung
müsste diese tatsächlich schon mindestens seit dem frühen Erwachsenenalter vorhanden gewesen sein, was aber nicht der Fall sei. Eine relevante depressive Symptomatik lasse sich z
urzeit ebenfalls nicht bestätig
en. Einzig bestätigt werden könne aufgrund der subjektiven Angaben die
Bewusst
seinsänderung
od
er angeblichen
Bewusstlosigkeiten
im Rahmen einer dissozia
tiven Störung, die allerdings nicht oft aufträten, und daher nur einen geringen Effekt auf die Arbeitsfähigkeit hätten (
Urk.
12/128/
39-
40).
Diese Ausführungen von
Dr.
I._
sind schlüssig. Wie bereits i
m Urteil vom 16.
Mai 2013 festge
halten gilt es bei der Würdigung der Berichte von
Dr.
A._
nicht nur zu berücksichtigen, dass er im Gegensatz zu den Gutachtern des
Y._
und des
C._
kein Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie ist, sondern auch dem
Umstand
Rechnung zu tragen
, dass behandelnde
Ä
rzte mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patienten aussagen (BGE 125 V 35
1
E. 3b/cc; vgl.
Urk.
12/86
/
10 E. 3.3).
4.4
Dr.
B._
attestierte dem Beschwerdeführer mit Bericht vom 25./2
6.
März 2014 ebenfalls eine 100%ige Arbeits
unf
ähigkeit
(E. 3.3.5)
.
F
ür rein sitzende und
wech
selbelastende
Tätigkeiten
hielt er jedoch
eine Restarbeitsfähigkeit
von drei
Stunden pro Tag bei 50%ige
r
Leistungsfähigkeit
fest (
Urk.
12/106/5)
. Da Dr.
B._
betreffend psychiatrische Befun
de lediglich auf
Dr.
A._
verwies
(Urk.
8
/106/2) und dessen Einschätzung,
wie ausgeführt
,
diejenige
der
C._
-Gut
achter nicht in Frage zustellen vermag, ist
aus dem Bericht von
Dr.
B._
eben
falls keine
, jedenfalls keine weiter
gehende
als die von den
C._
-Gut
achtern attestierte
,
psychisch bedingte Einschränkung der Arbeitsfähigkeit nach
vollziehbar
.
Aus somatischer Sicht beschränken sich die Befundangaben von
Dr.
B._
im Wesentlichen auf die subjektiven Schmerzangaben des Be
schwer
deführers, Bewegungseinschränkungen und Muskelhar
tspann (Urk.
8/106/2). Aus diesen Befunden lässt sich jedoch keine Einschränkung für eine leichte bis mittel
schwere körperliche Tätigkeit ableiten.
Die unterschiedli
che Einschätzung von
Dr.
B._
und den Gutachtern des
Y._
und des
C._
dürfte sich durch die Verschiedenheit von Behandlungs- und
Begutachtungs
auftrag
erklären lassen (vgl. dazu BGE 124 I 170 E. 4). Der Bericht von
Dr.
B._
vom 25./2
6.
März 2012 vermag daher die Einschätzung der
C._
-Gutachter – und auch der
Y._
-Gut
achter – nicht in Frage zu stellen.
4.5
Nach dem Gesagten
ging
die Beschwerdegegnerin
zu Recht davon
aus
, dass aus
medizinischer Sicht
keine gesundheitliche Verschlechterung seit dem
Y._
-Gut
ach
ten eingetreten ist und weiterhin
eine
Verbesserung des Gesund
heits
zu
standes
des Beschwerdeführers
im Vergleich zur ursprünglichen
Renten
zu
spra
che
im Jahr 1997 und
eine 70%ige
Arbeitsfähigkeit in einer
behinde
rungs
ange
passten
Tätigkeit
anzunehmen
ist.
Die Invaliditätsbemessung gibt hinsicht
lich der zugrunde gelegten Validen- und Invalideneinkommen keinen Anlass zur Beanstandung.
5.
5.1
Wie im Urteil vom 1
6.
Mai 2013 ausgeführt, geht das Bundesgericht in ständi
ger Rechtsprechung vom Regelfall aus, dass eine medizinisch attestierte Verbesserung der Arbeitsfähigkeit grundsätzlich auf dem Weg der
Selbsteinglie
derung
verwertbar ist (Meyer
/
Reichmuth
in: Stauffer/
Cardinaux
[Hrsg.],
Recht
sprechung des Bundesgerichts zum
Bundesgesetz über die Invalidenversiche
rung [
IVG
]
,
3
. Auflage, S.
436
). Praktisch bedeutet dies, dass aus einer medizinisch
attestierten Verbesserung der Arbeitsfähigkeit unmittelbar auf eine Verbesse
rung der Erwerbsfähigkeit geschlossen und damit ein entsprechender
Einkom
mensvergleich
(mit dem Ergebnis eines tieferen Invaliditätsgrades) vorgenom
men werden kann. In ganz besonderen Ausnahmefällen hat die Rechtsprechung dennoch nach langjährigem Rentenbezug trotz medizinisch (wieder) ausgewie
sener Leistungsfähigkeit vor
derhand weiterhin eine Rente zu
gesprochen, bis mit Hilfe von medizinisch-rehabilitativen und/oder beruflich-erwerblichen Mass
nahmen das theoretische Leistungspotential ausgeschöpft werden kann (Urteil des Bundesgerichts 9C_163/2009 vom 10. September 2010
E. 4.2.2).
Diese Rechtsprechung hat das Bundesgericht im Urteil 9C_228/2010 vom 26. April 2011 dahingehend präzisiert, dass die revisions- oder
wiedererwä
gungsweise
Herabsetzung oder Aufhebung der Invalidenrente bei versicherten Personen, die das 55. Altersjahr zurückgelegt oder die Rente seit mehr als 15 Jahren bezogen haben, nur zulässig ist, wenn die Verwaltung zuvor die Notwendigkeit von Eingliederungsmassnahmen geprüft hat (vgl. erwähntes Urteil E. 3.3). Damit wird dem Umstand Rechnung getragen, dass diese Personen aufgrund ihres fortgeschrittenen Alters oder der langen Rentendauer und der daraus folgenden langjährigen Arbeitsabstinenz in der Regel nicht selber in der Lage sind, sich dem Arbeitsmarkt zu stellen und sich dort selbständig wieder einzugliedern. Die Übernahme der beiden Abgrenzungskriterien bedeutet jedoch nicht, dass die Betroffenen einen Besitzstandsanspruch geltend machen können. Es wird ihnen lediglich, aber immerhin zugestanden, dass die
Selbsteingliede
rung
nicht mehr zumutbar ist (vgl. erwähntes Urteil E. 3.5).
5
.2
Der Beschwerdeführer, welcher am 2. August
1956 geboren wurde und im Zeit
punkt der Rentenherabsetzung durch die Beschwerdegegnerin im
Mai 2015
beinahe 5
9
Jahre alt war, bezieht seit Mai 1995 (Verfügungen vom 27. Mai 1997, Urk. 1
2
/18) – mithin nun seit
20
Jahren – eine ganze Invaliden
rente. Er fällt damit unter den vom Bundesgericht besonders geschützten
Bezü
gerkreis
.
M
it Urteil vom 1
6.
März 2013
stellte das hiesige Gericht fest, dass der Beschwerdeführer trotz der attestierten 70%igen Arbeitsfähigkeit in einer ange
passten Tätigkeit nicht auf den Weg der Selbsteingliederung verwiesen werden könne, weshalb die
Sache
an die Beschwerdegegnerin
zurückgewiesen
wurde
(vgl.
Urk.
12/86/12 E. 4.
2
). Die Beschwerdegegnerin lud den Beschwerdeführer in der Folge zu e
iner Eingliederungsberatung ein
(Einladung v
om
7.
November 2013,
Urk.
12/100
)
.
Am
2
3.
Dezember 2013 fand ein Beratungsgespräch statt (
Urk.
12/104)
.
Mit Mitteilung vom 3
0.
Dezember 2013 schloss die
Beschwerde
gegnerin
die beruflichen Massnahmen/Arbeitsvermittlung mit der Begründung, der Beschwerdeführer erachte sich aufgrund gesundheitlicher Probleme als
nicht
arbeitsfähig
,
ab (Urk.
12/103). Der Beschwerdeführer akzeptierte die Entschei
dung und verlangte keine anfechtbare Verfügung. In der Folge führte die
Be
schwerdegegnerin
keine weiteren Eingliederungsmassnahmen mehr durch und
reduzierte
– nach Vornahme weiterer medizinischer Abklärungen
(vgl. E. 3)
– die Rente
des Beschwerdeführers
mit der angefochtenen Verfügung vom
4.
Mai 2015
von einer ganzen auf eine
Viertelsr
ente
(
Urk.
2).
Ein Mahn- und
Bedenk
zeitverfahren
im Sinne von
Art.
21
Abs.
4 ATSG führte die Beschwerdegegnerin nicht durch.
Art.
21
Abs.
4 ATSG sieht vor, dass Leistungen vorübergehend oder dauernd gekürzt oder verweigert werden können, wenn sich eine versi
cherte Person einer zumutbaren Behandlung oder Eingliederung ins Erwerbsle
ben, die eine wesentliche Verbesserung der Erwerbsfähigkeit oder eine neue Erwerbsmöglichkeit verspricht, entzieht oder widersetzt oder wenn sie nicht aus eigenem Antrieb das ihr Zumutbare dazu beiträgt. Sie muss jedoch vorher schriftlich gemahnt und auf die Rechtsfolgen hingewiesen werden und ihr ist eine angemessene Bedenkzeit einzuräumen. Diese Bedenkzeit wurde im vorlie
genden Fall nicht eingeräumt. Wohl wurde der Beschwerdeführer während des Eingliederungsgesprächs unter
Beizug
eines Dolmetschers darauf hingewiesen, dass vermutlich die Rente herabgesetzt würde, wenn er sich auf keine berufliche Massnahme einlasse (
Urk.
12/104/2), und musste dem Beschwerdeführer auf
grund des Urteils des hiesigen Gerichts vom 1
6.
Mai 2013 klar sein, dass von einer medizinisch-theoretischen Arbeitsfähigkeit von 70
%
ausgegangen wird. Seine subjektive Überzeugung, arbeitsunfähig zu sein, ergibt sich ebenfalls klar aus
den
Vorbringen in Einwand und Beschwerde, wonach er unverändert seit jeher bzw. jedenfalls seit der
Y._
-Begutachtung infolge Verschlechterung des Gesundheitszustandes erneut zu 100
%
arbeitsunfähig sei. Das Mahn- und
Bedenkzeitverfahren
bezweckt jedoch gerade auch, der subjektiven
Krankheits
überzeugung
entgegenzuwirken und zu möglichen Perspektiven verhelfen. Der subjektive Eingliederungswille bzw. die Eingliederungsfähigkeit darf nur dann zum Vornherein verneint werden, wenn klare Äusserungen des Versicherten gegenüber der Verwaltung oder den Gutachtern dies aufzeigen und primär weniger eine subjektive Krankheitsüberzeugung, sondern andere Motive dem
Ein
gliederungswillen
entgegenstehen (vgl. Urteile des Bundesgerichts 9C_231/2015 vom
7.
September 2015 E. 4.2, 9C_474/2013 vom 2
0.
Februar 2014 E. 6.3). Der fehlende Eingliederungswille muss mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit feststehen (Urteil des Bundesgerichts 9C_368/2012 vom 2
8.
Dezember 2012 E. 3.1). Vorliegend bestreitet der Beschwerdeführer jedoch entsprechende Äusserungen seinerseits (vgl. auch seine Angaben gegenüber den Gutachtern,
Urk.
12/128/33,
Urk.
12/128/38) und erklärt – zwar erst beschwerdeweise – auf Eingliederungsmassnahmen ange
wiesen zu sein (
Urk.
1 S. 7f.). Angesichts dessen, dass der Beschwerdeführer bis
heute keine Anstrengungen unternahm, eine Landessprache zu erlernen und sich erwerblich zu betätigen, und auch mit einer
Viertelsrente
grundsätzlich weiterhin zum Bezug von Ergänzungsleistungen berechtigt wäre, besteht zwar wenig Aussicht auf eine Motivationsänderung. Die Praxis des Bundesgerichts verlangt jedoch gerade bei überwiegender, subjektiver Krankheitsüberzeugung (vgl.
Urk.
11 Ziff. 4) eine Abmahnung und das Einräumen einer Bedenkzeit (vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_497/2013 vom 3
0.
November 2013 E. 3.3 mit Hinweisen). Die Durchführung eines Mahn- und
Bedenkzeitverfahrens
nach
Art.
21
Abs.
4 ATSG ist
angesichts der unverändert bestehenden Unzumutbar
keit der Selbsteingliederung
für eine Rentenaufhebung bei Verneinung der sub
jektiven Einglie
der
ungsfähigkeit aufgrund ausgeprägter Krankheitsüberzeug bzw. (zumindest vorerst) fehlender Eingliederungsmotivation Voraussetzung (vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_68/2015 vom 24 April 2015 E. 5.1 mit Hin
weisen). Die angefochtene Verfügung ist daher aufzuheben und die Sache an die Beschwerdegegnerin
zurückzuweisen
, damit diese unter lückenloser
Weiter
ausrichtung
der bisherigen Rente
und
unter der schriftlichen Androhung der Renten
herabsetz
ung
im Weigerungsfall
(vgl.
Art.
21
Abs.
4 ATSG) die nach den konkreten
Umständen
notwendigen und zweckmässigen
Eingliederungs
massnahmen an die Hand nimmt und hernach über den Leistungsanspruch des Beschwerdeführers neu verfügt.
6
.
6
.1
Die Kosten des Verfahrens sind auf Fr. 700.-- festzulegen und ausgangsgemäss der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG).
Das Gesuch des Beschwerdeführers um unentgeltliche Prozessführung ist somit gegenstandslos geworden.
6
.2
Bei diesem Ausgang des Verfahrens hat der Beschwerdeführer Anspruch auf eine Prozessentschädigung (Art. 61
lit
. g ATSG)
und sein Gesuch um unentgelt
liche Rechtsvertretung ist gegenstandslos
. Die Entschädigung wird unabhängig vom Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen (§ 34 des Gesetzes über das Sozial
versicherungsgericht). Vorliegend erscheint eine Prozessentschädigung von Fr. 1‘
9
00.-- (inklusive
Bar
auslagen
und Mehrwertsteuer) als angemessen.