# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 6b8448fa-3edb-4e55-9588-a977944b0fce
**Court:** ZH_HG
**Chamber:** ZH_HG_001
**Year:** 2020
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

betreffend vorsorgliche Massnahmen
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Rechtsbegehren: (act. 1 S. 2)
"1. Es sei die Gesuchsgegnerin superprovisorisch, eventualiter , unter Androhung der Straffolgen des Art. 292 StGB  ihren Organen im Widerhandlungsfall zu verpflichten, den von der Gesuchstellerin am 17. November 2005  Franchise-Vertrag zu erfüllen.
2. Es sei die Gesuchsgegnerin superprovisorisch, eventualiter , unter Androhung der Straffolgen des Art. 292 StGB  ihren Organen im Widerhandlungsfall zu verpflichten, die Verteiler und Lieferanten von Vertragsprodukten in der Schweiz, insbesondere C1._ GmbH & Co. KG und C2._ SWISS AG, anzuweisen, die Gesuchstellerin mit Vertragsprodukten zu beliefern.
3. Es sei der Gesuchsgegnerin superprovisorisch, eventuell , unter Androhung der Straffolgen des Art. 292 StGB  ihren Organen im Widerhandlungsfall zu untersagen, die Verteiler und Lieferanten von Vertragsprodukten in der Schweiz, insbesondere C1._ GmbH & Co. KG und C2._ SWISS AG, anzuweisen, die Gesuchstellerin nicht mit Vertragsprodukten zu beliefern.
4. Es sei der Gesuchsgegnerin superprovisorisch, eventualiter , unter Androhung der Straffolgen des Art. 292 StGB  ihren Organen im Widerhandlungsfall zu untersagen, die angebliche Nichtverlängerung und/oder Beendigung des von der Gesuchstellerin am 17. November 2005 unterzeichneten -Vertrages per 16. November 2020 zu verbreiten,  die Verteiler und Lieferanten von Vertragsprodukten in der Schweiz, einschliesslich C1._ GmbH & Co. KG und C2._ SWISS AG, darüber zu informieren.
5. Die Gesuchsgegnerin habe die Prozesskosten (Gerichtskosten und Parteientschädigung zzgl. MWST) zu tragen."
Der Einzelrichter zieht in Erwägung:
1. Formelles
1.1. Prozessverlauf
Am 3. Juli 2020 (Datum Poststempel) reichte die Gesuchstellerin ein Gesuch um
Erlass superprovisorischer Anordnung vorsorglicher Massnahmen (ohne Anhö-
rung der Gegenpartei) mit obigem Rechtsbegehren und prozessualen Anträgen
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ein (act. 1). Mit Verfügung vom 6. Juli 2020 wurde das Dringlichkeitsbegehren ab-
gewiesen. Gleichzeitig wurde der Gesuchstellerin Frist zur Leistung eines Vor-
schusses für die Gerichtkosten und der Gesuchsgegnerin Frist zur Stellungnahme
zum Massnahmebegehren angesetzt (act. 4). Der Vorschuss für die Gerichtskos-
ten ging fristgerecht ein (act. 7). Die Gesuchsgegnerin erstatte sodann ihre Mass-
nahmeantwort mit Eingabe vom 28. Juli 2020 (Datum Poststempel: 29. Juli 2020).
Sie schliesst auf Abweisung des Massnahmebegehrens und der prozessualen
Anträge (act. 8 S. 2).
1.2. Sachverhaltsüberblick
Die Gesuchsgegnerin ist die für Europa zuständige Konzerngesellschaft der
B._ Corporation. Die Gesuchstellerin ist Franchisenehmerin und führt zwei
Schnell-Restaurants in Basel (Restaurant D._-vorstadt und Restaurant
E._-platz).
Die Parteien führen seit Längerem einen Prozess vor dem Handelsgericht des
Kantons Zürich (Verfahrens-Nr. HG180172). Im Wesentlichen ist strittig, ob die
Gesuchsgegnerin im Vertragsgebiet der Gesuchstellerin Preiswerbung betreiben
und so die Preise der Vertragsprodukte beeinflussen darf (so der Standpunkt der
Gesuchsgegnerin). Die Gesuchstellerin vertritt dagegen die Auffassung, dass die
Preiswerbung in die ihr zustehende Preishoheit eingreife und ihr Schaden verur-
sache.
Der Franchisevertrag vom 17. November bzw. 21. Dezember 2005 (fortan: Ver-
trag Central) hat eine Laufzeit von fünfzehn Jahren. Er räumt der Gesuchstellerin
eine Option auf Verlängerung nach Ablauf der ersten Vertragsdauer um weitere
fünf Jahre ein (Ziff. 2[3] Vertrag Central, act. 3/4). In diesem Massnahmeverfahren
ist strittig, ob die Gesuchstellerin dieses Optionsrecht rechtmässig ausgeübt hat.
Falls ja, würde sich die Laufzeit des Vertrags Central bis ins Jahr 2025 verlän-
gern. Die Parteien blieben einander solange entsprechend verpflichtet.
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1.3. Örtliche und sachliche Zuständigkeit
Die örtliche und sachliche Zuständigkeit des Handelsgerichts des Kantons Zürich
ist gegeben und unbestritten (Art. 17 ZPO i.V.m. Art. 13 lit. a ZPO; Art. 6 Abs. 1
und 2 ZPO i.V.m. Art. 6 Abs. 5 ZPO i.V.m. § 44 lit. b GOG).
1.4. Zuständiger Richter
Die Gesuchstellerin ersucht in prozessualer Hinsicht darum, dieses Massnahme-
verfahren dem für das Verfahren HG180172 zuständigen Richter zuzuteilen
(act. 1 N. 20). Die Gesuchsgegnerin wendet ein, die Gesuchstellerin verfüge über
keinen dahingehend lautenden Anspruch (act. 8 N. 16 f.).
Der Instruktionsrichter im Verfahren HG180172 ist gleichzeitig der Einzelrichter
am Handelsgericht des Kantons Zürich. Damit ist ihm dieses Verfahren zur Bear-
beitung zuzuweisen.
1.5. Fristwahrung
Mit Verfügung vom 6. Juli 2020 (act. 4) wurde der Gesuchsgegnerin eine einmali-
ge Frist bis 28. Juli 2020 angesetzt, um das Massnahmegesuch zu beantworten.
Ihre Massnahmeantwort trägt den Poststempel vom 29. Juli 2020. Sie wurde in-
des erstmals am 28. Juli 2020 bei der Post aufgegeben (ursprüngliche Sen-
dungsnummer: 1). Aufgrund fehlender Frankatur wurde sie am 29. Juli 2020 er-
neut bei der Post aufgegeben (neue Sendungsnummer: 2).
Gemäss Rechtsprechung des Bundesgerichts ist für die Fristwahrung bei nicht
oder mangelhaft frankierten Eingaben das Datum der ersten Postaufgabe mass-
geblich, sofern der Mangel behoben wird und die mittels erneuter Postaufgabe
zugstellte Eingabe nachweislich mit der ersten (retournierten) Sendung identisch
ist (Urteil 5A_536/2018 des Bundesgerichts vom 21. September 2018, E. 3.5
m.w.H.).
Die Massnahmeantwort wurde ursprünglich
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Gericht die ursprünglich am 28. Juli 2020 aufgegebene Postsendung vorliegt. Ge-
genteilige Anhaltspunkte bestehen nicht. Die Massnahmeantwort wurde damit
fristgerecht erstattet.
1.6. Rechtsschutzinteresse und Bestimmtheit der Rechtsbegehren
Die Gesuchsgegnerin macht geltend, die Rechtsbegehren der Gesuchstellerin
seien nicht genügend bestimmt. Namentlich fordere die Gesuchstellerin mit ihren
Rechtsbegehren nichts anderes als die Einhaltung der vertraglichen Verpflichtun-
gen durch die Gesuchsgegnerin während der Laufzeit des Vertrages Central (bis
16. November 2020). Da die Gesuchsgegnerin zu keinem Zeitpunkt kommuniziert
habe, den Vertrag Central während seiner Laufzeit nicht einzuhalten, verfüge die
Gesuchstellerin über kein entsprechendes Rechtsschutzinteresse (act. 8 N. 9 ff.).
Rechtsbegehren sind nach ihrem Sinngehalt und nach dem Grundsatz von Treu
und Glauben auszulegen (Art. 52 ZPO). Das Gericht kann dabei auch auf die
Rechtsschrift abstellen (NAEGELI/RICHERS, in: Kommentar zur schweizerischen Zi-
vilprozessordnung, Oberhammer/Domej/Haas [Hrsg.], 2. Aufl., Basel 2014,
Art. 221 N. 14a).
Aus der Begründung des Massnahmebegehrens geht deutlich hervor, dass die
Rechtsbegehren der Gesuchstellerin vor allem auf den Zeitraum nach dem
16. November 2020 (voraussichtliches Ende der ordentliche Laufzeit des Vertrags
Central) abzielen. Es ist evident, dass die Gesuchstellerin spätestens ab diesem
Zeitpunkt über ein Rechtsschutzinteresse an der Aufrechterhaltung des Vertrags
Central verfügt. Bringt doch die Gesuchsgegnerin in ihrer 37-seitigen Massnah-
meantwort zum Ausdruck, dass sie nicht gewillt sei, den Vertrag Central nach
dem 16. November 2020 weiterzuführen. Was das anbegehrte Verbot betreffend
die Information der Lieferanten und Verteiler von Vertragsprodukten in der
Schweiz über die Beendigung bzw. Nichtverlängerung des Vertrags Central ab
dem 16. November 2020 betrifft, so verfügt die Gesuchstellerin diesbezüglich be-
reits zum jetzigen Zeitpunkt über ein hinreichendes Rechtsschutzinteresse. Eine
dahingehende Information durch die Gesuchsgegnerin könnte jederzeit erfolgen.
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Inwiefern die Rechtsbegehren schliesslich zu wenig bestimmt sein sollen, ist we-
der dargelegt noch ersichtlich. Sie können in dieser Form zum Urteil erhoben
werden.
1.7. Rechtliches Gehör
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ständig obsiegt, kann ihr die Stellungnahme der Gesuchsgegnerin vom
28. Juli 2020 (act. 8) mit dem vorliegenden Entscheid zur Kenntnis zugestellt wer-
den. Das Verfahren ist spruchreif.
2. Materielles
2.1. Rechtliches
Das Gericht trifft die notwendigen vorsorglichen Massnahmen, wenn die gesuch-
stellende Partei glaubhaft macht, dass ein ihr zustehender Anspruch verletzt ist
oder eine Verletzung zu befürchten ist (Art. 261 Abs. 1 lit. a ZPO; Verfügungsan-
spruch) und ihr aus der Verletzung ein nicht leicht wiedergutzumachender Nach-
teil droht (Art. 261 Abs. 1 lit. b ZPO; Verfügungsgrund) (siehe zum Ganzen KOF-
MEL EHRENZELLER, in: Oberhammer/Domej/Haas [Hrsg.], Kommentar zur schwei-
zerischen Zivilprozessordnung, 2. Aufl., Zürich 2014, Art. 261 N. 4).
Die Gerichte müssen sodann vor der Anordnung von vorsorglichen Massnahmen
eine Interessenabwägung vornehmen, gar eine besonders sorgfältige, wenn es
nicht nur um Sicherung, sondern um vorläufige Vollstreckung geht, insbesondere
bei der Nachteildiskussion (BGE 138 III 378 E. 6.4 S. 381; BGE 131 III 473 E. 2.3
= Pra 95 Nr. 32; Urteil 4A_367/2008 des Bundesgerichts vom
14. November 2008, E. 4.2; ZÜRCHER, in: DIKE-Kommentar zur schweizerischen
Zivilprozessordnung, Brunner/Gasser/Schwander [Hrsg.], 2. Aufl., Zürich 2016,
Art. 261 N. 33).
2.2. Parteivorbringen
Die Gesuchstellerin macht geltend, innert der vertraglich vorgesehenen Frist am
23. März 2020 die Option auf Verlängerung des Vertrags Central um fünf Jahre
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also bis ins Jahr rechtsgültig ausgeübt zu haben (act. 1 N. 31, N. 40;
act. . Die Gesuchsgegnerin opponiere gegen die Ausübung dieses Opti-
onsrechts. Die Gesuchstellerin sei vertraglich verpflichtet, die in ihren Restaurants
zum Verkauf angebotenen Vertragsprodukte ausschliesslich von autorisierten Lie-
feranten und Verteilern C1._ GmbH & Co. KG und
C2._ SWISS AG Spätestens ab dem 16. November 2020
würde die Gesuchsgegnerin die genannten Lieferanten und Verteiler instruieren,
die Gesuchstellerin nicht mehr mit Vertragsprodukten zu beliefen (act. 1 N. 77).
Ferner sei absehbar, dass die Gesuchsgegnerin ihr die Nutzung des B._-
Systems verbieten werde (act. 1 N. 78). Ab November 2020 werde sie entspre-
chend das Schnell-Restaurant am E._-platz nicht mehr betreiben können,
was mit irreparablen Schäden verbunden sei (act. 1 N. 80 f.).
Die Gesuchsgegnerin stellt sich auf den Standpunkt, dass die Voraussetzungen
für die rechtsgültige Ausübung des Optionsrechts nicht erfüllt seien. Die Gesuch-
stellerin habe den Vertrag Central mehrfach verletzt. Seit Januar 2017 habe die
Gesuchstellerin jeden Monat die vertraglich geschuldeten Royalties mit Ver-
spätung bezahlt (act. 8 N. 24 ff.). Teilweise seien die Zahlungen gar mehr als 60
Tage zu spät erfolgt (act. 8 N. 27). Zudem bezahle die Gesuchstellerin seit Jahren
die vertraglich geschuldeten Werbekostenbeiträge (Ad Fund-Royalties) nicht mehr
(act. 8 N. 40 ff.). Schliesslich habe es die Gesuchstellerin in vertragswidriger Wei-
se unterlassen, lokale Werbemassnahmen (Local Store Marketing) zu betreiben
(act. 8 N. 48 ff.).
2.3. Würdigung
2.3.1. Verfügungsanspruch bzw. positive Hauptsachenprognose
Die Gesuchstellerin hat mit Schreiben vom 23. März 2020 (act. 3/10) das streitge-
genständliche Optionsrecht rechtzeitig ausgeübt. Etwas anderes behauptet auch
die Gesuchsgegnerin nicht. Zwischen den Parteien ist lediglich strittig, ob die ver-
traglichen Voraussetzungen hierfür erfüllt waren.
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Um das Optionsrecht rechtsgültig auszuüben, muss gemäss Ziff. 2(3) des Ver-
trags Central der Franchisenehmer die Bestimmungen des Vertrags eingehalten
und insbesondere den Geschäftsbetrieb in Übereinstimmung mit den Grundsät-
zen des Franchisesystems geführt haben (act. 3/4). Die Gesuchsgegnerin macht
geltend, dass diese Voraussetzungen nicht erfüllt gewesen seien. Die Gesuch-
stellerin habe ihre vertraglichen Pflichten verletzt, indem sie die Royalties stets zu
spät bezahlt, die Werbekostenbeiträge nicht mehr geleistet sowie die lokalen
Werbemassnahmen vernachlässigt habe. In ihrer Massnahmeantwort vom
28. Juli 2020 macht sie deutlich, dass sie aus diesem Grund den Vertrag Central
nach dem 16. November 2020 nicht mehr erfüllen werde (act. 8 N. 18 ff.).
Zu den zu spät bezahlten Royalties: Es ist unbestritten, dass die Gesuchstellerin
sämtliche Royalties bezahlt hat. In dieser Hinsicht liegt keine Vertragsverletzung
vor. Die Gesuchsgegnerin macht lediglich geltend, dass die Gesuchstellerin diese
Zahlungen regelmässig verspätet geleistet habe. Die Sachdarstellung der Ge-
suchstellerin bleibt, was die Rechtzeitigkeit der Zahlungen betrifft, zwar vage.
Dass es zu Zahlungsverzögerungen gekommen ist, bestreitet sie indes nicht
(act. 1 N. 47 ff., N. 64). Selbst wenn die Gesuchstellerin die Royalties regelmässig
verspätet bezahlt haben sollte, wäre aus diesem Grund die Option auf Verlänge-
rung des Vertrags nicht zwingend verfallen. In dieser Hinsicht gilt es nämlich zu
berücksichtigen, dass die Gesuchstellerin im Parallelverfahren HG180172 gegen-
über der Gesuchsgegnerin u.a. einen Schaden in der Höhe von CHF 1'033'271.35
geltend macht. Dieser Schaden sei ihr aufgrund vertragswidriger Preiswerbung,
welche die Gesuchsgegnerin in ihrem Vertragsgebiet betrieben haben soll, er-
wachsen (act. 1 N. 34 f.). Mit Bezug auf diesen im Parallelverfahren HG180172
vertretenen Rechtsstandpunkt wendet die Gesuchstellerin ein, der Gesuchsgeg-
nerin zu keinem Zeitpunkt Geld geschuldet zu haben (act. 1 N. 65). Wie es sich
damit im Einzelnen verhält, ist im Verfahren HG180172 zu klären. Im Verfahren
HG180172 gehen die Parteien jedenfalls unbestrittenermassen davon aus, dass
die Gesuchstellerin unter dem Vertrag Central berechtigt ist, die Preise für die
Vertragsprodukte selber festzusetzen (Klage im Verfahren HG180172 N. 87; Rep-
lik im Verfahren HG180172 N. 50; Klageantwort im Verfahren HG180172
N. 130 ff.; Duplik im Verfahren HG180172 N. 25). Für das Massnahmeverfahren
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ist damit einstweilen glaubhaft dargetan, dass die Preiswerbung der Gesuchs-
gegnerin die Preishoheit der Gesuchstellerin verletzt hat.
Es fragt sich, aufgrund von welchen Vertragsverletzungen die Option auf Verlän-
gerung des Vertrages Central vereitelt würde. Auch diese Rechtsfrage ist letztlich
Gegenstand des von der Gesuchstellerin in Prosequierung dieser vorsorglichen
Massnahmen einzuleitenden Hauptverfahrens. Für das Massnahmeverfahren ist
indes einstweilen von Folgendem auszugehen: Nach Darstellung der Gesuchs-
gegnerin ist es erst seit Januar sver-
zügen gekommen (act. 8 N. 24). Auch die Gesuchstellerin führt aus, die Ge-
suchsgegnerin am 12. bzw. 13. Januar 2017 aufgrund der streitgegenständlichen
Preiswerbung erstmals abgemahnt zu haben (act. 1 N. 62, N. 69; act. In
Anbetracht dieser zeitlichen Überschneidungen bestehen objektive Anhaltspunkte
für die Darstellung der Gesuchstellerin, wonach die Zahlungsverzüge in einem
engen Konnex mit ihren namhaften Schadenersatzforderungen gegenüber der
Gesuchsgegnerin bzw. mit der von ihr als vertragswidrig taxierten Preiswerbung
stehen. Damit ist einstweilen glaubhaft dargetan, dass es sich bei den verspätet
geleisteten Royalties um keine Vertragsverletzung handelt, welche die Option auf
Verlängerung des Vertrags Central vereiteln würde.
Zu den ausstehenden Werbekostenbeiträgen (Ad Fund-Royalties): Gemäss ein-
helligem Vorbringen der Parteien hat die Gesuchstellerin bereits seit März 2018
keine Werbekostenbeiträge (prozentualer Anteil basierend auf dem jeweils erziel-
ten Monatsumsatz) mehr bezahlt (act. 1 N. 35, N. 47, N. 62; act. 8 N. 40 ff.). Die
Gesuchstellerin macht diesbezüglich geltend, die Werbekostenbeiträge nicht
mehr zu schulden, da die Gesuchsgegnerin damit unzulässige Preiswerbung be-
treibe (act. 1 N. 35; Klage im Verfahren HG180172 N. 97; Replik im Verfahren
HG180172 N. 40 ff.).
Wie vorstehend festgehalten, ist für das Massnahmeverfahren einstweilen glaub-
haft gemacht, dass die streitgegenständliche Preiswerbung in unzulässiger Weise
in die Preishoheit der Gesuchstellerin eingegriffen hat. Ebenso ist mit Verweis auf
die vorstehenden Erwägungen glaubhaft dargetan, dass die Gesuchstellerin aus
diesem Grund die Werbekostenbeiträge seit geraumer Zeit zurückbehält. Ob sie
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dazu berechtigt war, ist im einzuleitenden Hauptverfahren vertieft zu prüfen. Na-
mentlich ist dort abschliessend zu klären, ob die betreffenden Leistungen der Par-
teien in einem Austauschverhältnis zueinander stehen. In diesem Massnahmever-
fahren ist indes einstweilen davon auszugehen, dass die Gesuchstellerin auf-
grund der andauernden Preiswerbung in ihrem Vertragsgebiet die Werbekosten-
beiträge i.S.v. Art. 82 OR zurückzubehalten durfte. Entsprechend dringt die Ge-
suchsgegnerin mit ihrem Einwand, wonach die Gesuchstellerin die Vertragsbe-
stimmungen nicht eingehalten habe, nicht durch.
Zu den vernachlässigten lokalen Werbemassnahmen (Local Store Marketing): Die
Gesuchsgegnerin wendet schliesslich ein, die Gesuchstellerin habe es in ver-
tragswidriger Weise unterlassen, lokale Werbemassnahmen vorzunehmen. Die
Gesuchstellerin habe keine
Auskunft über die Verwendung der Werbekostenbeiträge in Höhe von 2% für lo-
kale Werbemassnahmen erteilt (act. 8 N. 49, N. 52). Dabei handelt es sich um ei-
ne blosse Behauptung. Konkrete Hinweise, wonach die Gesuchstellerin die ihr ob-
liegenden lokalen Werbemassnahmen tatsächlich vernachlässigt hätte, sind we-
der dargetan noch ersichtlich. Selbst wenn eine diesbezügliche Vertragsverlet-
zung durch die Gesuchstellerin glaubhaft dargetan wäre, wäre einstweilen davon
auszugehen, dass es sich lediglich um eine untergeordnete, d.h. eine das Opti-
onsrecht nicht vereitelnde Vertragsverletzung gehandelt hätte.
Weitere Gründen, die dem Optionsrecht auf Verlängerung des Vertrags Central
entgegenstehen würden, sind weder dargelegt noch ersichtlich. Namentlich stel-
len blosse Meinungsverschiedenheiten zwischen den Parteien keinen solchen
Grund dar (vgl. act. 8 N. 20).
Zusammenfassend hat die Gesuchstellerin glaubhaft dargelegt, dass sie die Opti-
on auf Verlängerung des Vertrags Central um fünf Jahre rechtsgültig ausgeübt hat
und dass die Gesuchsgegnerin zu Unrecht dagegen opponiert.
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2.3.2. Verfügungsgrund bzw. Nachteilsprognose
Die Gesuchstellerin bringt vor, die zu verkaufenden Vertragsprodukte nur von au-
torisierten Lieferanten und Verteilern, insbesondere von der C1._ GmbH &
Co. KG und der C2._ SWISS AG, beziehen zu dürfen (act. 1 N. 77; Ziff. 5[6]
und Ziff. 5[16] des Vertrags Central, act. 3/4). Würde die Gesuchsgegnerin diese
Lieferanten und Verteiler über die bevorstehende Vertragsbeendigung informie-
ren, würde die Gesuchstellerin nicht mehr mit den benötigten Vertragsprodukten
beliefert (act. 1 N. 77). In diesem Fall würde sie das Schnell-Restaurant am
E._-platz nach dem 16. November 2020 nicht mehr betreiben können (act. 1
N. 79).
Die Gesuchstellerin beantragt in ihren Massnahmebegehren Ziff. 2 bis Ziff. 4, es
sei die Gesuchsgegnerin zu verpflichten, die autorisierten Lieferanten und Vertei-
ler, insbesondere die C1._ GmbH & Co. KG und die C2._ SWISS AG,
anzuweisen, die Gesuchstellerin mit Vertragsprodukten zu beliefern bzw. es sei
der Gesuchsgegnerin zu verbieten, diese über die Nichtverlängerung und/oder
Beendigung des Vertrags Central zu informieren (act. 1 S. 2). Es ist nicht klar, ob
die Gesuchsgegnerin mit den genannten Lieferanten und Verteilern in einer ver-
traglichen Beziehung steht. Indes gehen beide Parteien übereinstimmend davon
aus, dass die Gesuchsgegnerin den vorgenannten autorisierten Lieferanten und
Verteilern Weisungen betreffend die zu liefernden Vertragsprodukte erteilen kann
(act. 1 N. 77; act. 8 N. 11, N. 154). Die Gesuchsgegnerin führt dazu auch präzi-
sierend aus, dass sie die Lieferanten und Verteiler bis zum Ende der Vertrags-
laufzeit (16. November 2020) nicht entsprechend instruieren werde (act. 8
N. 154). Im Massnahmeverfahren kann offenbleiben, auf welcher Rechtsgrundla-
ge diese Weisungen erfolgen. Einstweilen ist glaubhaft dargetan, dass der Ge-
suchstellerin spätestens ab dem 16. November 2020 ein Lieferstopp droht.
Es ist evident, dass die Gesuchstellerin als Franchisenehmerin auf die Lieferung
der Vertragsprodukte durch die autorisierten Verteiler und Lieferanten angewie-
sen ist. Andernfalls müsste sie den Betrieb des Schnell-Restaurants am E._-
platz einstellen. Ebenso liegt auf der Hand, dass auch nur mit einer vorüberge-
henden Schliessung des Schnell-Restaurants E._-platz Kundenverluste, der
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Verlust des Mitarbeiterstamms, der Verlust des Standorts und nicht zuletzt erheb-
liche Umsatzeinbussen verbunden sind. Es mag zwar sein, dass einzelne Kunden
(act. 8 N. 132) stattdessen auf das
Schnell-Restaurant D._ ausweichen würden. Doch selbst wenn dies zuträfe,
wäre dieser Umstand vernachlässigbar; der Grossteil der eben genannten Nach-
teile würde dennoch drohen. Diese Nachteile sind im Einzelnen nur schwer nach-
zuweisen und mit Geld alleine nicht zu reparieren. Es würden vollendete Tatsa-
chen geschaffen, deren Auswirkungen ein Urteil in der Hauptsache nicht mehr
vollständig aus der Welt schaffen kann (vgl. dazu das Urteil 4A_611/2011 des
Bundesgerichts vom 3. Januar 2012, E. 4.1). Entsprechend ist glaubhaft gemacht,
dass der Verlust des Vertrags Central ab November 2020 für die Dauer des
Hauptverfahrens für die Gesuchstellerin wirtschaftlich nicht tragbar wäre.
Es ist überdies notorisch, dass ein ordentliches Verfahren in der Hauptsache bis
November 2020 nicht durchgeführt sein wird. Damit ist auch die zeitliche Dring-
lichkeit glaubhaft dargelegt.
2.3.2.1. Verhältnismässigkeit
Würde der Vertrag Central ab dem 16. November 2020 seitens der Gesuchsgeg-
nerin nicht mehr erfüllt, drohten der Gesuchstellerin schwerwiegende wirtschaftli-
che Nachteile. Wie dargelegt, handelt es sich nicht bloss um finanzielle Einbus-
sen. Vielmehr würde der Gesuchstellerin die gesamte Geschäftsgrundlage entzo-
gen. Würde die vertragliche Zusammenarbeit dagegen nach dem November 2020
weitergeführt, bliebe die Gesuchsgegnerin weiterhin am Umsatz des Schnell-
Restaurants E._-platz beteiligt. Die Gesuchsgegnerin wendet diesbezüglich
zwar ein, dass eine Fortführung des Vertragsverhältnisses sie in ihrer Vertrags-
freiheit einschränken würde (act. 8 N. 138). Diese Einschränkung wiegt im Ver-
hältnis zu den für die Gesuchstellerin auf dem Spiel stehenden Interessen deut-
lich weniger schwer. Namentlich gilt es hier zu berücksichtigen, dass die Ge-
suchsgegnerin Anlass für die vorliegende Auseinandersetzung geboten hat, in-
dem sie im Vertragsgebiet der Gesuchstellerin Preiswerbung betrieben hatte.
Diese Preiswerbung ist im vorliegenden Massnahmeverfahren aufgrund der
glaubhaften Darstellungen der Gesuchstellerin einstweilen als unzulässig zu qua-
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lifizieren. Durch eigenes Unrecht, das zwar einsteilen nicht erstellt, aber immerhin
glaubhaft gemacht wurde, darf die Gesuchsgegnerin keinen Nutzen ziehen. Damit
ist auch die Verhältnismässigkeit zu bejahen.
2.4. Zusammenfassung
Die Gesuchstellerin hat glaubhaft dargelegt, dass sie das Optionsrecht rechtsgül-
tig ausgeübt hat und dass ihr ein Anspruch auf eine Vertragsverlängerung bis ins
Jahr 2025 zusteht.
Aus den dargelegten Gründen ist dem Massnahmebegehren der Gesuchstellerin
zu entsprechen.
3. Prosequierung und weiteres Vorgehen
Der Gesuchstellerin ist Frist anzusetzen, um die Klage in der Hauptsache anhän-
gig zu machen (Art. 263 ZPO).
4. Kosten- und Entschädigungsfolgen
Die Regelung der Kosten- und Entschädigungsfolgen ist gestützt auf Art. 104
Abs. 3 ZPO dem Hauptsachengericht vorzubehalten. Nur für den Fall, dass die
Anordnung wegen Nichtanhängigmachens des Prozesses in der Hauptsache da-
hinfallen sollte, ist eine definitive (wenn auch bedingte) Anordnung zu treffen. So-
wohl die Festsetzung der Gerichtsgebühr als auch die Festsetzung der Parteient-
schädigung richten sich in erster Linie nach dem Streitwert (§ 2 Abs. 1
lit. a GebV OG; § 2 Abs. 1 lit. a AnwGebV).
Die Gesuchstellerin beziffert den Streitwert mit plausibler Begründung auf mindes-
tens CHF . Dabei soll es sich um den durchschnittlichen Jahresgewinn
handeln (act. 1 N. 4). Die Gesuchsgegnerin wendet mit Bezug auf ihre eigenen
Berechnungen ein, dass maximal von einem durchschnittlichen Jahresgewinn von
CHF auszugehen sei (act. 8 N. 64). Wie es sich damit im Einzelnen
verhält, ist ebenfalls im Hauptverfahren zu prüfen. Einstweilen ist von einem
Streitwert von CHF 580'000
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Die Gerichtsgebühr ist daher unter Berücksichtigung der Reduktion für das Sum-
marverfahren (§§ 4 und 8 Abs. 1 GebV OG) auf CHF 16'000 festzusetzen und
aus dem von der Gesuchstellerin geleisteten Kostenvorschuss zu decken. Unter
Berücksichtigung des Streitwertes und der summarischen Natur des Verfahrens
erscheint es angemessen, die Prozessentschädigung auf CHF t-
zen (§§ 4 und 9 AnwGebV).
Der Einzelrichter erkennt:
1. Die Gesuchsgegnerin wird verpflichtet, den von der Gesuchstellerin am
17. November 2005 unterzeichneten Franchise-Vertrag auch nach dem
16. November 2020 wie bis anhin zu erfüllen.
2. Die Gesuchsgegnerin wird verpflichtet, die Verteiler und Lieferanten von
Vertragsprodukten in der Schweiz, insbesondere C1._ GmbH & Co. KG
und C2._ SWISS AG, anzuweisen, die Gesuchstellerin auch nach dem
16. November 2020 mit Vertragsprodukten zu beliefern.
3. Der Gesuchsgegnerin wird untersagt, die Verteiler und Lieferanten von Ver-
tragsprodukten in der Schweiz, insbesondere C1._ GmbH & Co. KG
und C2._ SWISS AG, anzuweisen, die Gesuchstellerin nicht mit Ver-
tragsprodukten zu beliefern.
4. Der Gesuchsgegnerin wird untersagt, die angebliche Nichtverlängerung
und/oder Beendigung des von der Gesuchstellerin am 17. November 2005
unterzeichneten Franchise-Vertrags nach dem 16. November 2020 zu ver-
breiten, insbesondere die Verteiler und Lieferanten von Vertragsprodukten in
der Schweiz, einschliesslich C1._ GmbH & Co. KG und C2._
SWISS AG, darüber zu informieren.
5. Für den Fall der Widerhandlung gegen die Dispositiv-Ziffern 1 bis 4 dieses
Entscheids wird den Organen der Gesuchsgegnerin die Bestrafung wegen
Ungehorsams gegen eine amtliche Verfügung im Sinne von Art. 292 StGB
(Busse bis CHF 10'000.00) angedroht:
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Art. 292 StGB Ungehorsam gegen amtliche Verfügungen
Wer der von einer zuständigen Behörde oder einem zuständigen Beamten unter Hinweis auf die Strafdrohung dieses Artikels an ihn erlassenen  nicht Folge leistet, wird mit Busse bestraft.
6. Der Gesuchstellerin wird eine Frist bis 30. November 2020 angesetzt, um
den Prozess in der Hauptsache anhängig zu machen. Bei Säumnis würden
die Anordnungen gemäss Dispositiv-Ziffern 1 bis 5 ohne Weiteres dahinfal-
len.
7. Alle Fristen dieses Verfahrens laufen auch während der Gerichtsferien.
8. Die Gerichtsgebühr beträgt CHF 16'000 e-
suchstellerin geleisteten Vorschuss gedeckt. Fallen die vorsorglichen Mass-
nahmen wegen Säumnis dahin (vgl. Dispositiv-Ziffer 6), so wird der Kosten-
bezug definitiv. Kommt es zum Prozess in der Hauptsache, so bleibt die de-
finitive Regelung der Verteilung dem dortigen Verfahren vorbehalten.
9. Die Regelung der Parteientschädigung wird dem Prozess in der Hauptsache
vorbehalten. Fallen die vorsorglichen Massnahmen wegen Säumnis dahin
(vgl. Dispositiv-Ziffer 6), hat die Gesuchstellerin der Gesuchsgegnerin eine
Parteientschädigung von CHF zu bezahlen.
10. Schriftliche Mitteilung an die Parteien, an die Gesuchstellerin unter Beilage
eines Doppels von act. 8 und act. sowie einer Kopie des Couverts
der Massnahmeantwort vom 28. Juli 2020, auf dem die Sendungsnummern
ersichtlich sind.
11. Eine bundesrechtliche Beschwerde gegen diesen Entscheid ist innerhalb
von 30 Tagen von der Zustellung an beim Schweizerischen Bundesgericht,
1000 Lausanne 14, einzureichen. Zulässigkeit und Form einer solchen Be-
schwerde richten sich nach Art. 72 ff. (Beschwerde in Zivilsachen) oder
Art. 113 ff. (subsidiäre Verfassungsbeschwerde) in Verbindung mit Art. 42
und 90 ff. des Bundesgesetzes über das Bundesgericht (BGG). Der Streit-
wert beträgt CHF 580'000.00. Es liegt ein Entscheid gegen vorsorgliche
Massnahmen vor (Art. 98 BGG).
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## Considerations