# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 6bd7bdf4-1dd4-402c-a862-780e5a7b606e
**Court:** GR_KG
**Chamber:** GR_KG_005
**Year:** 2022
**Language:** de
**Jurisdiction:** GR / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** Criminal Procedure

## Facts

Sachverhalt
A. A._, von C._, reiste gemäss eigenen Angaben am 27. Januar 2015 illegal in die Schweiz ein und stellte gleichentags ein Asylgesuch. Mit Zuweisungsentscheid des Staatssekretariats für Migration (SEM) vom 12. Februar 2015 wurde er für die Dauer des Asylverfahrens dem Kanton Graubünden zugewiesen.
B. Mit Entscheid des SEM vom 19. Juli 2017 wurde das Asylgesuch abgelehnt und A._ aus der Schweiz weggewiesen. Der Kanton Graubünden wurde mit dem Vollzug der Wegweisung beauftragt. Eine von A._ gegen diesen Entscheid erhobene Beschwerde wies das Bundesverwaltungsgericht mit Urteil vom 2. Oktober 2017 ab. Mit Schreiben des SEM vom 6. Oktober 2017 wurde ihm eine neue Ausreisefrist bis zum 31. Oktober 2017 gewährt, um die Schweiz zu verlassen. Gleichzeitig wurde er auf die bestehende Mitwirkungspflicht betreffend Papierbeschaffung hingewiesen.
C. Anlässlich der Kurzbefragung zur Vorbereitung der Ausreise vom 13. Oktober 2017 teilte A._ dem Amt für Migration und Zivilrecht Graubünden (AFM GR) mit, er besitze keine heimatlichen Reisedokumente, er habe auch nicht versucht, solche zu beschaffen, er habe keine Vorbereitungshandlungen zu seiner Ausreise getroffen und er sei auch nicht gewillt, in sein Heimatland C._ zurückzukehren. Auch einer Rückkehr mit finanzieller Hilfe verwehrte er sich. Mit Schreiben vom 3. November 2017 stellte das AFM GR dem von A._ mandatierten Rechtsanwalt alle in der Datenhoheit des Amtes liegenden Akten zu.
D. In der Folge stellte A._ ein neuerliches Asylgesuch, woraufhin das SEM das AFM GR anwies, den Wegweisungsvollzug zu sistieren. Mit Entscheid vom 13. Juni 2018 wertete das SEM das Asylgesuch als Mehrfachgesuch und wies dieses ab. A._ wurde unter Androhung von Zwangsmassnahmen aufgefordert, die Schweiz bis zum 9. August 2018 zu verlassen. Eine von ihm gegen diesen Entscheid erhobene Beschwerde wies das Bundesverwaltungsgericht mit Urteil vom 13. September 2018 ab.
E. Anlässlich einer erneuten Kurzbefragung zur Vorbereitung der Ausreise teilte A._ dem AFM GR am 26. September 2018 wiederum mit, dass er keine heimatlichen Dokumente besitze und auch nicht versucht habe, solche zu beschaffen, sowie dass er keine Vorbereitungshandlungen zu seiner Ausreise getroffen habe und nicht in sein Heimatland C._ zurückkehren wolle. Auch einer Rückkehr mit finanzieller Hilfe verwehrte er sich.
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F. Am 6. November 2018 stellte A._ erneut ein Asylgesuch, woraufhin das SEM das AFM GR anwies, den Wegweisungsvollzug zu sistieren. Mit Asylentscheid des SEM vom 29. September 2020 wurde das Gesuch, welches wiederum als Mehrfachgesuch qualifiziert wurde, abgewiesen. A._ wurde erneut aus der Schweiz weggewiesen und aufgefordert, das Land bis am 24. November 2020 zu verlassen. Auch gegen diesen Entscheid reichte A._ beim Bundesverwaltungsgericht eine Beschwerde ein. Anlässlich einer neuerlichen Kurzbefragung vom 10. Dezember 2021 wurde A._ durch das AFM GR darüber informiert, dass er als Mehrfachgesuchsteller nicht erwerbsberechtigt sei und sich grundsätzlich in den Strukturen des AFM GR aufzuhalten habe. Mit Urteil vom 15. Juli 2022 wies das Bundesverwaltungsgericht die Beschwerde von A._ ab. Der negative Asylentscheid des SEM erwuchs in Rechtskraft.
G. Mit Schreiben vom 20. Juli 2022 lud das AFM GR A._ zu einer Kurbefragung auf den 26. Juli 2022 vor. Dessen Rechtsvertreter wurde über den Termin informiert. Anlässlich der Kurzbefragung bestätigte A._ erneut, dass er keine heimatlichen Dokumente besitze und auch nicht versucht habe, solche zu beschaffen, dass er keine Vorbereitungshandlungen zu seiner Ausreise getroffen habe und nicht in sein Heimatland C._ zurückkehren wolle. Auch einer Rückkehr mit finanzieller Hilfe verwehrte er sich. Ausserdem wurde ihm durch das SEM eine Ausreisefrist bis zum 15. August 2022 gesetzt. Mit Schreiben vom 18. August 2022 lehnte das SEM ein Gesuch um Verlängerung der Ausreise ab mit der Begründung, das Bundesverwaltungsgericht habe mit Urteil vom 15. Juli 2022 die Rückführung nach C._ als zumutbar, zulässig und möglich beurteilt. In der Folge wurde bei der zuständigen Flugbuchungsstelle des Bundes, swissREPEAT, ein Rückführungsflug auf den 14. September 2022 gebucht.
H. Am 24. August 2022 erliess das AFM GR gegen A._ einen Haftbefehl. Als Haftgründe wurden einerseits Art. 76 Abs. 1 lit. b Ziff. 1 AIG in Verbindung mit Art. 75 Abs. 1 lit. a AIG (Missachtung behördlicher Anordnungen im Asylverfahren) sowie Art. 76 Abs. 1 lit. b Ziff. 3 und 4 AIG (Verletzung der Mitwirkungspflicht, Rückschluss aufgrund des bisherigen Verhaltens, dass sich die Person behördlichen Anordnungen widersetzt) angegeben. Ebenfalls am 24. August 2022 gewährte ihm das AFM GR das rechtliche Gehör. A._ gab an, zu einer Rückreise nach C._ mit finanzieller Hilfe nicht bereit zu sein. Er bat darum, freigelassen zu werden, um in ein anderes Land ausreisen zu können.
I. Nach Durchführung einer mündlichen Hauptverhandlung erkannte das Zwangsmassnahmengericht des Kantons Graubünden mit Entscheid vom 26. August 2022, gleichentags mündlich eröffnet und schriftlich mitgeteilt, was folgt:
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1. Die vom Amt für Migration und Zivilrecht Graubünden gegen A._ bis zum 23.11.2022 angeordnete Ausschaffungshaft ist rechtmässig sowie angemessen und wird geschützt.
2.a) A._ hat die Verfahrenskosten von CHF 500.00 zu übernehmen. Da die Voraussetzungen zur Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung erfüllt sind, gehen diese Kosten – unter dem Vorbehalt der Rückforderung – zu Lasten des Kantons Graubünden und werden auf die Gerichtskasse genommen.
b) Die Kosten der Übersetzerin von CHF 445.00 gehen zu Lasten des Kantons Graubünden und werden auf die Gerichtskasse genommen.
3. A._ kann gemäss Art. 80 Abs. 5 AIG einen Monat nach der Haftüberprüfung ein Haftentlassungsgesuch beim Amt für Migration und Zivilrecht Graubünden einreichen.

## Considerations