# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 91c4c7ec-f6bd-4414-845f-d24245de3079
**Court:** ZH_OG
**Chamber:** ZH_OG_001
**Year:** 2019
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

betreffend arbeitsrechtliche Forderung
Berufung gegen ein Urteil des Arbeitsgerichtes Andelfingen vom 2. Dezember 2016 (AH150002-B)
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Rechtsbegehren der Klägerin: (Urk. 12 S. 1)
"1. Die Beklagte sei zu verpflichten, der Klägerin brutto CHF 19'677.40 nebst Zins zu 5 % seit 31.10.2014 zu bezahlen.
2. Die Beklagte sei zu verpflichten, der Klägerin ein Arbeitszeugnis, eine Arbeitsbestätigung und den Lohnausweis 2014 auszustellen; unter Androhung einer geeigneten Vollstreckungsmassnahme gemäss Art. 343 Abs. 1 ZPO im Unterlassungsfall.
3. Unter Entschädigungsfolgen (zuzüglich MWST) zu Lasten der Beklagten."
Rechtsbegehren der Klägerin,
anlässlich der Fortsetzung der Hauptverhandlung modifiziert: (Urk. 67 S. 1)
"1. Die Beklagte sei zu verpflichten, der Klägerin brutto CHF 19'677.40 nebst Zins zu 5 % seit 31.10.2014 zu bezahlen.
2. Die Beklagte sei zu verpflichten, der Klägerin ein Arbeitszeugnis mit dem Inhalt gemäss Beilage 12 [Urk. 68/6] und eine  auszustellen; unter Androhung einer geeigneten  gemäss Art. 343 Abs. 1 ZPO im .
3. Unter Entschädigungsfolgen (zuzüglich MWST) zu Lasten der Beklagten.
und den
Anträgen:
1. Die Klage sei bezüglich der Ausstellung des Lohnausweises 2014 zufolge Gegenstandslosigkeit als erledigt abzuschreiben.
2. Die Widerklage sei abzuweisen; 3. Unter Entschädigungsfolgen (zuzüglich MWST) zu Lasten der
Beklagten."
Rechtsbegehren der Beklagten: (Urk. 14 S. 1)
"1. Die Klage sei abzuweisen. 2. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der Klägerin.
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Gleichzeitig erhebe ich Widerklage mit folgenden
Anträgen:
1. Die Klägerin sei zu verpflichten, der Beklagten den Betrag von
CHF 6'969.– zu bezahlen. 2. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der Klägerin."
Urteil des Arbeitsgerichtes Andelfingen vom 2. Dezember 2016:
(Urk. 83 S. 23 f. = Urk. 87 S. 23 f.)
1. Die Beklagte wird verpflichtet, der Klägerin Fr. 966.95, zuzüglich 5 % Zins seit 31. Oktober 2014, zu bezahlen.
2. Die Beklagte wird verpflichtet, der Klägerin innert 30 Tagen ab Rechtskraft des vorliegenden Urteils ein Arbeitszeugnis und eine Arbeitsbestätigung auszustellen.
3. Die Widerklage wird vollumfänglich abgewiesen.
4. Es werden keine Gerichtskosten erhoben.
5. Die Klägerin wird verpflichtet, der Beklagten eine Parteientschädigung von Fr. 2'480.– zu bezahlen.
6. Rechtsanwalt lic. iur. X._, ... [Adresse], wird als unentgeltlicher  der Klägerin mit Fr. 12'994.25 (inkl. MwSt) aus der Gerichtskasse entschädigt.
7. (Mitteilungssatz).
8. (Rechtsmittelbelehrung: Berufung, Frist 30 Tage).
Berufungsanträge:
der Klägerin (Urk. 86 S. 2 f.):
" 1. Es sei vorzumerken, dass Dispositiv-Ziff. 1. und 3. des Urteils des Bezirksgerichts Andelfingen (Arbeitsgericht) vom 02.12.2017 [: 2016] (AH150002-B) insoweit in Rechtskraft erwachsen sind,
• als die Beklagte verpflichtet wurde, der Klägerin CHF 966.95, zuzüglich 5 % Zins seit 31.10.2014 zu bezahlen;
• als die Widerklage abgewiesen wurde.
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2. Es sei das Urteil des Bezirksgerichts Andelfingen (Arbeitsgericht) vom 02.12.2017 [recte: 2016] (AH150002-B) soweit es noch nicht in Rechtskraft erwachsen ist, aufzuheben und
• es sei die Beklagte zu verpflichten der Klägerin brutto CHF 19'323.85 (inkl. der CHF 966.95 gemäss Ziff. 1, ), zuzüglich 5 % Zins seit 31.10.2014 zu bezahlen;
• es sei die Beklagte zu verpflichten, der Klägerin ein  mit dem nachfolgenden Inhalt (act. 68/6) und eine  auszustellen; unter Androhung einer  Vollstreckungsmassnahme gemäss Art. 343 Abs. 1 ZPO im Unterlassungsfall.
"Arbeitszeugnis
A._, geb. tt. November 1990, ... [Adresse], war vom 20. Mai 2014 bis 31. Oktober 2014 mit einem Pensum von 100 % als Betriebsleiterin in unserem Betrieb C._, D._, tätig. Der Arbeitsbereich von Frau A._ umfasste hauptsächlich folgende Tätigkeiten:
• Einkauf
• Betriebsführung
• Vorbereitung der Abrechnung Wir haben Frau A._ als zuverlässige, einsatzfreudige und initiative Mitarbeiterin kennengelernt. Sie eignete sich schnell das erforderliche Fachwissen an und setzte es in ihrer täglichen Arbeit sehr gut ein. Frau A._ war , verantwortungsvoll und belastbar. Die ihr übertragenen Arbeiten erledigte sie gut, selbständig und speditiv. Unsere Gäste schätzten Frau A._ als freundliche,  und kundenorientierte Gastgeberin. Ihr Verhalten  Vorgesetzten und Mitarbeitenden war jederzeit . Frau A._ verliess uns per 31. Oktober 2014 auf eigenen Wunsch, was wir bedauern. Wir danken ihr für ihre Mitarbeit und wünschen ihr für ihre Zukunft alles Gute. 31.10.2014"
3. Unter Entschädigungsfolgen zu Lasten der Beklagten."
der Beklagten (Urk. 94 S. 2):
" 1. Die Berufung sei abzuweisen.
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2. Es sei vorzumerken, dass die Beklagte der Klägerin ein  und eine Arbeitsbestätigung ausgestellt hat.
3. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten der Klägerin."

## Considerations

Erwägungen:
1.1. Die Klägerin, Widerbeklagte und Berufungsklägerin (nachfolgend Klägerin)
arbeitete ab dem 16. Mai 2014 (Datum der Eröffnung) zunächst auf Stundenlohn-
basis im C._ in D._, einem Restaurationsbetrieb der Beklagten, Wider-
klägerin und Berufungsbeklagten (nachfolgend Beklagte) (Urk. 12 S. 3; Urk. 42
S. 3; Urk. 43 S. 4; Urk. 94 S. 7). Anfangs waren neben der Klägerin die Ge-
schäftsführerin der Beklagten, E._, und eine weitere Stundenlohnangestellte,
F._, im C._ tätig. Ab Mitte Juni 2014 führte die Klägerin den C._ als
alleinige Angestellte in der Funktion der Geschäftsführerin (Urk. 42 S. 3 und S. 8;
Urk. 43 S. 3 f.).
1.2. Nachdem der C._ nicht zum Laufen kam, kündigte die Klägerin das Ar-
beitsverhältnis Mitte Oktober 2014 (Urk. 42 S. 14). Im gemeinsamen Einverständ-
nis der Parteien wurde der Arbeitsvertrag der Klägerin per 31. Oktober 2014 auf-
gelöst (Urk. 43 S. 14).
1.3. Mit ihrer Klage macht die Klägerin Ansprüche im Zusammenhang mit aus-
gebliebenen Lohnzahlungen, Überstunden- und Ferienentschädigungen sowie die
Berichtigung des Arbeitszeugnisses und die Ausstellung einer Arbeitsbestätigung
geltend.
2.1 Am 27. Januar 2015 (Eingangsstempel Vorinstanz) reichte die Klägerin die
Klagebewilligung des Friedensrichteramtes D._ vom 20. Januar 2015 bei der
Vorinstanz ein (Urk. 1). Der weitere Prozessverlauf kann dem angefochtenen Ur-
teil entnommen werden (Urk. 87 S. 2 f.). Am 2. Dezember 2016 erging das vor-
instanzliche Urteil, welches den Parteien am 18. Dezember 2017 zugestellt wurde
(Urk. 87 S. 23 f.; Dispositiv eingangs wiedergegeben).
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2.2 Gegen dieses Urteil erhob die Klägerin mit Eingabe vom 1. Februar 2018
(Datum Poststempel) Berufung mit den eingangs aufgeführten Anträgen
(Urk. 84/1; Urk. 86). Mit einer weiteren Eingabe selbigen Datums stellte die Kläge-
rin ein Gesuch um Bestellung einer unentgeltlichen Rechtsvertretung (Urk. 89
S. 2). Mit Verfügung vom 7. März 2018 wurde der Beklagten Frist zur Einreichung
der Berufungsantwort angesetzt; gleichzeitig wurde die Klägerin im Hinblick auf
das Gesuch um Bestellung einer unentgeltlichen Rechtsvertretung zur Offenle-
gung ihrer aktuellen Einkommens- und Bedarfsverhältnisse aufgefordert (Urk. 93).
Am 12. April 2018 erstattete die Beklagte die Berufungsantwort (Urk. 94), welche
der Klägerin mit Verfügung vom 17. April 2018 zur Kenntnis gebracht wurde.
Gleichzeitig wurde ihr Frist zur Stellungnahme zu den neu eingereichten Unterla-
gen der Gegenseite angesetzt (Urk. 97). Die Klägerin äusserte sich mit Eingabe
vom 27. April 2018 (Datum Poststempel: 28. April 2018; Urk. 99); diese wurde der
Beklagten mit Verfügung vom 9. Mai 2018 zur Kenntnis gebracht (Urk. 99). Mit
Schreiben vom 25. Juni 2018 (Urk. 101) informierte die Beklagte das Gericht über
einen Anwaltswechsel und teilte gleichzeitig eine Adressänderung mit. Mit Schrei-
ben vom 20. Dezember 2018 setzte die neue Anwältin der Beklagten das Gericht
unter Beilage eines Handelsregisterauszugs darüber in Kenntnis, dass über die
Beklagte am tt. Oktober 2018 der Konkurs eröffnet worden sei und ersuchte um
eine Verfahrenssistierung (Urk. 102 und Urk. 104). Das Rubrum wurde entspre-
chend geändert. Mit Beschluss vom 14. Januar 2019 wurde von der Rechtskraft
von Dispositivziffern 1 und 3 des vorinstanzlichen Urteils sowie von der Kon-
kurseröffnung über die Beklagte Vormerk genommen (Urk. 105). Überdies wurde
das Verfahren in Anwendung von Art. 207 SchKG und Art. 126 ZPO sistiert sowie
die Akten dem Konkursamt Feuerthalen zugestellt (Urk. 105). Mit Eingabe vom
5. März 2019 teilte die Klägerin dem Gericht mit, dass der Konkurs über die Be-
klagte mangels Aktiven wieder eingestellt worden sei (Urk. 106). Gleichzeitig setz-
te sie das Gericht darüber in Kenntnis, dass sie gegenüber der Arbeitslosenkasse
des Kantons Zürich vorsorglich einen Antrag auf Insolvenzentschädigung gestellt
habe (Urk. 106 und Urk. 107). Auf telefonische Anfrage des Gerichts bestätigte
das Konkursamt Feuerthalen, dass das Konkursverfahren über die Beklagte mit
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Urteil des Bezirksgerichts Andelfingen vom 11. Februar 2019 mangels Aktiven
eingestellt wurde (Urk. 108 und Urk. 109).
2.3 Gemäss Schweizerischem Handelsamtsblatt (SHAB) wurde die Beklagte am
tt. mm.2019 im Handelsregister gelöscht (Urk. 110).
3. Wird das Konkursverfahren gemäss Art. 230 SchKG mangels Aktiven einge-
stellt, wird die Gesellschaft nach Ablauf einer dreimonatigen Frist von Amtes we-
gen gelöscht, es sei denn, es werde innerhalb von drei Monaten ein begründeter
Einspruch gegen die Löschung erhoben (Art. 159 Abs. 5 lit. a HRegV). Mit der Lö-
schung im Handelsregister verlor vorliegend die Beklagte ihre Parteifähigkeit. Die
Sistierung des Berufungsverfahrens ist daher aufzuheben, das Verfahren wieder
aufzunehmen und sogleich infolge der genannten Umstände als gegenstandslos
geworden abzuschreiben (Art. 242 ZPO).
4.1 Wie schon das erstinstanzliche Verfahren ist auch das Berufungsverfahren
aufgrund des Fr. 30'000.– nicht übersteigenden Streitwerts kostenlos (Art. 114
lit. c ZPO).
4.2 Parteientschädigungen für das Berufungsverfahren sind keine zuzuspre-
chen, der Beklagten nicht, da sie die Gegenstandslosigkeit des Verfahrens zu ver-
treten hat und der Klägerin nicht, da nach der Löschung der Beklagten keine Ge-
genpartei mehr vorhanden ist, welche eine Parteientschädigung bezahlen könnte.
4.3.1 Die Klägerin ersucht für das Berufungsverfahren um Bestellung eines un-
entgeltlichen Rechtsbeistandes (Urk. 89). Zu ihrer Mittellosigkeit führt sie an, ihr
Arbeitsverhältnis auf Stundenlohnbasis sei per Ende Februar 2018 gekündigt
worden, und sie habe sich beim Sozialamt angemeldet. Aufgrund einer Erkran-
kung sei sie momentan nicht in der Lage, konkrete Angaben über ihre finanzielle
Situation zusammenzutragen (Urk. 89 S. 3). Sie sei jedoch mittellos und könne
aktuell weder Wohnung, Essen noch Therapien bezahlen.
4.3.2 Belege und Angaben zur finanziellen Gesamtsituation der Klägerin fehlen
vollends und wurden trotz entsprechender Aufforderung (Urk. 93) auch innert er-
streckter Frist (Urk. 98) nicht beigebracht. Damit hat die anwaltlich vertretene Klä-
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gerin ihre Bedürftigkeit weder hinreichend behauptet noch belegt, weshalb ihr Ge-
such ohne Weiterungen abzuweisen ist.