# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** ac9310ba-6ef3-4737-b5cb-34723d247b51
**Court:** ZH_OG
**Chamber:** ZH_OG_001
**Year:** 2015
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

betreffend Eheschutz
Berufung gegen ein Urteil des Einzelgerichts im summarischen Verfahren am Bezirksgericht Zürich, 5. Abteilung, vom 27. Oktober 2014 (EE120111-L)
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Rechtsbegehren der Gesuchstellerin: (Urk. 1 S. 2)
"1. Es sei den Parteien gestützt auf Art. 175 ZGB das Getrenntleben auf unbestimmte Zeit zu bewilligen und es sei das Getrenntleben im Sinne von Art. 176 ZGB zu regeln.
2. ...
3. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten des ."
Ergänztes Rechtsbegehren der Gesuchstellerin: (Urk. 49)
"1. Der Gesuchstellerin sei gestützt auf Art. 175 ZGB das  zu bewilligen, und es sei festzustellen, dass die Parteien seit 4. Juli 2012 getrennt leben.
2. Der Sohn C._, geb. tt.mm.2008, sei unter die Obhut der  zu stellen.
Die von der Vormundschaftsbehörde der Stadt Zürich mit  vom 9. August 2011 angeordnete Beistandschaft sei .
3. Der Gesuchsgegner sei für berechtigt zu erklären, C._ an  zweiten Sonntag von 10 bis 18 Uhr zu sich oder mit sich auf Besuch zu nehmen.
3.1. Der Gesuchsgegner sei zu verpflichten, der Gesuchstellerin für C._ monatliche Unterhaltsbeiträge von Fr. 1'700.–, zuzüglich Kinderzulagen, zu bezahlen, zahlbar monatlich im Voraus auf den Ersten eines jeden Monats, rückwirkend ab 15. März 2012.
Solange C._ fremdplatziert ist, sei der Gesuchsgegner zu verpflichten, von diesen monatlichen Unterhaltsbeiträgen den  von Fr. 1'640.– an die Sozialen Dienste Zürich zu bezahlen.
3.2. Der Gesuchsgegner sei zu verpflichten, der Gesuchstellerin  Unterhaltsbeiträge von Fr. 1'500.– zu bezahlen, zahlbar monatlich im Voraus auf den Ersten eines jeden Monats, erstmals rückwirkend ab 4. Juli 2012.
Im Weiteren sei der Gesuchsgegner zu verpflichten, der  die Hälfte eines allfälligen Bonus und eines allfälligen Special Award zu bezahlen, zahlbar innert zehn Tagen nach . Der Gesuchsgegner sei zu verpflichten, der Gesuchstellerin
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die Lohnabrechnungen mit den Bonuszahlungen unaufgefordert und sofort nach Erhalt zuzustellen.
4. Es sei mit Wirkung ab 5. Juli 2012 die Gütertrennung anzuordnen.
Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (zuzüglich ) zu Lasten des Gesuchsgegners."
Modifiziertes Rechtsbegehren Gesuchstellerin: (Urk. 95)
"1. Der Gesuchstellerin sei gestützt auf Art. 175 ZGB das  zu bewilligen, und es sei festzustellen, dass die Parteien seit 4. Juli 2012 getrennt leben.
2. Die Unterbringung des Sohnes C._, geb. tt.mm.2008, im Kinder- und Jugendheim D._ gemäss Verfügung vom 18. April 2013 sei bis Ende Juli 2014 weiterzuführen.
Mit Wirkung ab 1. August 2014 sei der Sohn C._, geb. tt.mm.2008, unter die Obhut der Gesuchstellerin zu stellen. Der Beistand [sei] anzuweisen, frühzeitig die Modalitäten betreffend Umteilung der Obhut in die Wege zu leiten.
3. Die von der Vormundschaftsbehörde der Stadt Zürich mit  vom 9. August 2011 angeordnete Beistandschaft sei .
4. Mit Wirkung ab 1. August 2014 sei der Gesuchsgegner für  zu erklären, C._ an jedem zweiten Wochenende von Samstag 9.00 Uhr bis Sonntag 18.00 Uhr zu sich oder mit sich auf Besuch zu nehmen, sofern sich die Parteien nicht anders  können.
5. Der Gesuchsgegner sei zu verpflichten, für C._ monatliche Unterhaltsbeiträge wie folgt zu bezahlen:
5.1. Der Gesuchsgegner sei zu verpflichten, für die Zeit vom 15. März 2012 bis 30. April 2013 für C._ monatliche  von Fr. 1'700.–, zuzüglich allfällige Kinderzulagen, zu . Der Gesuchsgegner sei zu verpflichten, diese monatlichen Unterhaltsbeiträge von Fr. 1'700.–, zuzüglich allfällige , an die Sozialen Dienste zu bezahlen.
5.2. Der Gesuchsgegner sei zu verpflichten, für C._ mit Wirkung ab 1. Mai 2013 bis Ende 31. Mai 2014 monatliche  von Fr. 3'000.–, zuzüglich allfällige Kinderzulagen, zu , zahlbar monatlich im Voraus auf den ersten eines jeden Monats. Der Gesuchsgegner sei zu verpflichten, die  an die Sozialen Dienste Zürich zu bezahlen.
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5.3. Der Gesuchsgegner sei zu verpflichten, für C._ mit Wirkung ab 1. Juni 2014 bis 31. Juli 2014 bzw. für so lange, als C._ fremdplatziert ist, monatliche Unterhaltsbeiträge von Fr. 1'500.–, zuzüglich allfällige Kinderzulagen, zu bezahlen, zahlbar monatlich im Voraus auf den ersten eines jeden Monats. Der  sei zu verpflichten, diese Unterhaltsbeiträge an die Sozialen Dienste Zürich zu bezahlen.
5.4. Der Gesuchsgegner sei zu verpflichten, der Gesuchstellerin mit Wirkung ab 1. August 2014 bzw. mit Wirkung ab dem Zeitpunkte, ab welchem C._ unter der Obhut der Gesuchstellerin steht, monatliche Unterhaltsbeiträge von Fr. 2'000.–, zuzüglich allfällige Kinderzulagen, zu bezahlen, zahlbar monatlich im Voraus auf den Ersten eines jeden Monats.
6.1. Der Gesuchsgegner sei zu verpflichten, der Gesuchstellerin mit Wirkung ab 4. Juli 2012 bis 31. Mai 2014 monatliche  von Fr. 1'500.– zu bezahlen, zahlbar monatlich im  auf den ersten eines jeden Monats rückwirkend ab 4. Juli 2012. Im Weiteren sei der Gesuchsgegner zu verpflichten, der Gesuchstellerin einen Drittel seines Bonus und seines Special Award zu bezahlen, zahlbar bei Rechtskraft des Urteils. Der  sei zu verpflichten, der Gesuchstellerin die  mit dem Bonuszahlen und den Special Awards  zuzustellen.
6.2. Der Gesuchsgegner sei zu verpflichten, der Gesuchstellerin für die Zeit ab 1. Juni 2014 bis 31. Juli 2014 bzw. für solange, als C._ fremdplatziert ist, monatliche Unterhaltsbeiträge von Fr. 3'000.– zu bezahlen, zahlbar monatlich im Voraus auf den  eines jeden Monats.
6.3. Der Gesuchsgegner sei zu verpflichten, der Gesuchstellerin mit Wirkung ab 1. August 2014 bzw. sobald C._ unter de  Obhut der Gesuchstellerin steht, monatliche  von Fr. 2'500.– zu bezahlen, zahlbar monatlich im Voraus auf den Ersten eines jeden Monats ab 1. August 2014 bzw. ab dem Zeitpunkt, ab welchem C._ unter der Obhut der  steht.
7. Es sei mit Wirkung ab 5. Juli 2012 die Gütertrennung anzuordnen.
Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (zuzüglich ) zu Lasten des Gesuchsgegners."
Modifiziertes Rechtsbegehren Gesuchstellerin: (Urk. 110, S.4)
"In Abänderung der von der Gesuchstellerin anlässlich der  vom 13. März 2014, Abänderung von Antrag 5.3., sei der Ge-
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suchsgegner auch mit Wirkung ab 1. Juni 2014 für solange, als C._ fremdplatziert ist, zu verpflichten, für C._ monatliche  bzw. Elternbeiträge von Fr. 3'000.– zu bezahlen,  monatlich im Voraus auf den Ersten eines jeden Monates."
Rechtsbegehren des Gesuchsgegners: (Urk. 7 S. 2)
"1. Es sei dem Gesuchsteller [recte: Gesuchsgegner] die Aufhebung des gemeinsamen ehelichen Haushaltes zu bewilligen und es sei festzustellen, dass die Parteien bereits seit dem 26. Februar 2012 getrennt leben.
2. Das aus der Ehe der Parteien hervorgegangene Kind C._, geb. tt.mm.2008, sei unter die Obhut des Gesuchstellers [recte: Gesuchsgegners] zu stellen.
Die vorstehend beantragte Obhutszuteilung sei superprovisorisch zu verfügen.
3. Der Gesuchsgegnerin [recte: Gesuchstellerin] sei ein  Besuchsrecht einzuräumen.
4. Die Gesuchsgegnerin [recte: Gesuchstellerin] sei zu verpflichten, dem Gesuchsteller [recte: Gesuchsgegner] an den Unterhalt des Kindes monatliche, jeweils im Voraus zahlbare Beiträge in  Höhe zu bezahlen.
5. Es sei keinem Ehegatten ein persönlicher Unterhaltsbeitrag .
6. Die eheliche Wohnung an der ...strasse ... in ... Zürich sei für die Dauer der Trennung der Gesuchsgegnerin [recte: ] zuzuweisen.
7. Es sei zwischen den Parteien die Gütertrennung anzuordnen. 8. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten der Ge-
suchsgegnerin [recte: Gesuchstellerin]."
Ergänztes Rechtsbegehren des Gesuchsgegners: (Urk. 51; Prot. S. 10)
1. Es sei den Parteien die Aufhebung des gemeinsamen ehelichen Haushaltes zu bewilligen und es sei festzustellen, dass die  bereits seit dem 26. Februar 2012 getrennt leben.
2. Die mit Verfügungen vom 30. März 2012 und 5. April 2012  Fremdplatzierung des aus der Ehe der Parteien  Kindes C._, geb. tt.mm.2008, sei zu bestätigen.
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3. Die Regelung des Besuchsrechts der Parteien sei dem Beistand zu übertragen.
Ev.: Es sei die aktuell geltende Besuchsregelung ins Urteil zu übernehmen.
4. Es sei der Gesuchsgegner zu verpflichten, an die Kosten von  und Erziehung des Sohnes C._ an den Inhaber der Obhut einen monatlichen, jeweils im Voraus zahlbaren  von CHF 988.00 zu bezahlen.
5. Es sei keinem Ehegatten ein persönlicher Unterhaltsbeitrag .
6. Es sei zwischen den Parteien die Gütertrennung ab Datum der Einreichung des Begehrens anzuordnen.
7. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten der .
Modifiziertes Rechtsbegehren des Gesuchsgegners: (Urk. 97)
1. Es sei den Parteien die Aufhebung des gemeinsamen ehelichen Haushaltes zu bewilligen und es sei festzustellen, dass die  bereits seit dem 26. Februar 2012 getrennt leben.
2. Die mit Verfügung vom 18. April 2013 verfügte Fremdplatzierung des aus der Ehe der Parteien hervorgegangenen Kindes C._, geb. tt.mm.2008, sei zu bestätigen.
3. Die Regelung des Besuchsrechts der Parteien sei dem Beistand zu übertragen.
Ev.: Es sei die aktuell geltende Besuchsregelung ins Urteil zu übernehmen.
4. Es sei der Gesuchsgegner zu verpflichten, an die Kosten von  und Erziehung des Sohnes C._ an den Inhaber der Obhut bzw. an das Jugendamt der Stadt Zürich bzw. an die  Dienste einen monatlichen, jeweils im Voraus zahlbaren  von Fr. 1'000.– zu bezahlen.
5. Es sei keinem Ehegatten ein persönlicher Unterhaltsbeitrag .
6. Es sei zwischen den Parteien die Gütertrennung anzuordnen, mit dem Zeitpunkt Einreichung des Eheschutzbegehrens.
7. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (zzgl. 8% MWSt.) zulasten der Gesuchstellerin.
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Urteil des Einzelgerichts im summarischen Verfahren am Bezirksgericht Zürich, 5. Abteilung, vom 27. Oktober 2014:
1. Es wird festgehalten, dass die Parteien seit dem 4. Juli 2012 getrennt leben.
2. Der Antrag der Gesuchstellerin auf Obhutszuteilung wird abgewiesen. Die
Obhut über C._, geb. tt.mm.2008, bleibt beiden Parteien entzogen. Die
Fremdplatzierung von C._ im Kinder- und Jugendheim D._, ... [Ad-
resse], bleibt aufrechterhalten.
3. Die Parteien werden für berechtigt erklärt, C._
- jeweils jedes dritte Wochenende von Freitag- bis Sonntagabend, - jeweils zwei Wochen im Jahr
auf eigene Kosten zu sich oder mit sich auf Besuch zu nehmen
- sowie unter der Woche C._ unter Absprache mit dem Beistand bzw. dem Kinder- und Jugendheim D._ zu besuchen.
4. Die mit Beschluss Nr. ... vom 9. August 2011 der (damaligen) Vormund-
schaftsbehörde der Stadt Zürich für C._, geb. tt.mm.2008, errichtete
Beistandschaft wird weitergeführt.
Die bereits an den Beistand übertragenen Aufgaben bleiben bestehen und
durch folgende Aufgabe erweitert:
Das Besuchs- und Ferienrecht zu organisieren und bei Bedarf dem Kinds-
wohl anzupassen.
5. Der Antrag des Gesuchsgegners betreffend Zuteilung der Wohnung wird als
gegenstandslos abgeschrieben.
6. Die Gesuchstellerin wird verpflichtet an den Unterhalt und die Erziehung von
C._ wie folgt monatliche Unterhaltsbeiträge zu bezahlen:
- Fr. 494.– für die Dauer vom 15. März 2012 bis zum 19. April 2013;
- Fr. 702.– ab 20. April 2013 für die weitere Dauer der Fremdplatzierung von C._ im Kinder- und Jugendheim D._.
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Diese Unterhaltsbeträge sind zahlbar auf das Konto der sozialen Dienste der
Stadt Zürich monatlich im Voraus, jeweils auf den Ersten eines jeden Mo-
nats.
7. Der Gesuchsgegner wird verpflichtet, an den Unterhalt und die Erziehung
von C._ wie folgt monatliche Unterhaltsbeiträge zu bezahlen:
- Fr. 1'485.– für die Dauer vom 5. März 2012 bis zum 19. April 2013;
- Fr. 6'351.– ab 20. April 2013 für die weitere Dauer der Fremdplatzierung von C._ im Kinder- und Jugendheim D._.
Diese Unterhaltsbeträge sind zahlbar auf das Konto der sozialen Dienste der
Stadt Zürich monatlich im Voraus, jeweils auf den Ersten eines jeden Mo-
nats.
8. Die Parteien werden für berechtigt erklärt, die bis heute geleisteten Unter-
haltsbeiträge an die zu bezahlenden Unterhaltsbeiträge gemäss Ziffer 6 und
7 hiervor anzurechnen.
9. Der Antrag der Gesuchstellerin auf Verpflichtung des Gesuchsgegners zur
Bezahlung von Ehegattenunterhalt wird abgewiesen.
10. Es wird die Gütertrennung mit Wirkung ab 22. März 2012 angeordnet.
11. Die Entscheidgebühr wird festgesetzt auf:
Fr. 5'000.– ; die weiteren Auslagen betragen:
Fr. 918.75 Dolmetscherkosten
Fr. 5'918.75 Total
12. Die Kosten werden den Parteien je zur Hälfte auferlegt, der Anteil der Ge-
suchstellerin wird jedoch zufolge Bewilligung der unentgeltlichen Rechts-
pflege einstweilen auf die Gerichtskasse genommen. Die Gesuchstellerin
wird auf die Nachzahlungspflicht gemäss Art. 123 ZPO hingewiesen.
13. Die Parteientschädigungen werden wettgeschlagen.
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14. (Mitteilung)
15. (Rechtsmittel)
Berufungsanträge:
A. Erstberufungsverfahren:
Des Gesuchsgegners, Erstberufungsklägers und Zweitberufungsbeklagten (Urk. 121):
" 1. Die Dispositivziffern 6-8 des angefochtenen Urteils seien  und zur Beurteilung an die zuständige  zu überweisen.
2. Dispositivziffer 11 des angefochtenen Urteils sei entsprechend anzupassen.
3. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (zuzüglich ) zulasten der Gesuchstellerin/Berufungsbeklagten."
Der Gesuchstellerin, Erstberufungsbeklagten und Zweitberufungsklägerin
(Urk. 132):
"Die Berufung des Gesuchsgegners sei abzuweisen, unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (zuzügl. MWSt) zulasten des Gesuchsgegners, und die Anträge der Gesuchstellerin in ihrer Berufung vom 24.  2014 mit folgender Änderung ihres Berufungsantrages 3  gutzuheissen.
Gestützt auf die neuen Tatsachen stellt die Gesuchstellerin folgenden neuen Antrag gemäss ihres Antrages 3. in ihrer Berufung vom 24. November 2014:
3. Dispositiv Ziffer 7 des Urteils des Bezirksgerichts Zürich vom 27. Oktober 2014 sei aufzuheben und der Gesuchsgegner und Berufungsbeklagte sei zu verpflichten, der  und Berufungsklägerin für den Sohn C._ für die Dauer vom 15. März 2012 bis 19. April 2013 monatliche  von Fr. 1'631 und ab 20. April 2013 monatliche  von Fr. 3'000.– zu bezahlen, zahlbar monatlich im Voraus auf den Ersten eines jeden Monats."
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B. Zweitberufungsverfahren:
Der Gesuchstellerin, Erstberufungsbeklagten und Zweitberufungsklägerin
(Urk. 128/121):
" 1. Dispositiv Ziffer 6 des Urteils des Bezirksgerichts Zürich vom 27. Oktober 2014 sei ersatzlos aufzuheben.
Eventuell: Es sei davon Vormerk zu nehmen, dass die  und die Berufungsklägerin gemäss Vereinbarung mit den Sozialen Diensten Fr. 345.– pro Monat für den Sohn C._ .
Subeventuell: Die Gesuchstellerin und Berufungsbeklagte sei zu verpflichten, für den Sohn C._ Fr. 345.– pro Monat zu , zahlbar für die Dauer von 15. März 2012 bis und mit Mai 2014 und es sei festzustellen, dass die Gesuchstellerin und  mit Wirkung ab 1. Juni 2014 mangels  keine Zahlungen für den Sohn C._ leisten kann.
2. Dispositiv Ziffer 9 des Urteils des Bezirksgerichts Zürich vom 27. Oktober 2014 sei aufzuheben und der Gesuchsgegner und  sei zu verpflichten, der Gesuchstellerin und  monatliche Unterhaltsbeiträge wie folgt zu :
- Fr. 1'500.– pro Monat ab 4. Juli 2012 bis Ende Mai 2014 und - Fr. 3'000.– pro Monat ab 1. Juni 2014
zahlbar monatlich im Voraus auf den Ersten eines jeden Monats. 3. Dispositiv Ziffer 7 des Urteils des Bezirksgerichts Zürich vom 27.
Oktober 2014 sei aufzuheben und der Gesuchsgegner und  sei zu verpflichten, für den Sohn C._ für die Dauer vom 15. März 2012 bis 19. April 2013 monatliche Beiträge von Fr. 3'000.– zu bezahlen, zahlbar monatlich im Voraus auf den Ersten eines jeden Monats.
4. Dispositiv Ziffer 12 des Urteils des Bezirksgerichts Zürich vom 27. Oktober 2014 sei aufzuheben und die Kosten seien dem  und Berufungsbeklagten zu 3⁄4 und der  und Berufungsklägerin zu 1⁄4 aufzuerlegen, wobei ihr Anteil zufolge Bewilligung der unentgeltlichen Rechtspflege auf die  zu nehmen sei.
5. Dispositiv Ziffer 13 des Urteils des Bezirksgerichts Zürich vom 27. Oktober 2014 sei aufzuheben und der Gesuchsgegner sei zu , der Gesuchstellerin und Berufungsklägerin für das  Verfahren eine auf die Hälfte reduzierte , zuzüglich Mehrwertsteuer, zu bezahlen.
Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (zuzüglich ) zulasten des Gesuchsgegners und Berufungsbeklagten."
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Des Gesuchsgegners, Erstberufungsklägers und Zweitberufungsbeklagten (Urk. 128/130):
" 1. Die Anträge der Erstberufungsbeklagten und Zweitberufungsklägerin
seien vollumfänglich abzuweisen.
2. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten der Erstberu-
fungsbeklagten und Zweitberufungsklägerin (einschliesslich Mehrwert-
steuer)."

## Considerations

Erwägungen:
A. Sachverhalt und Prozessgeschichte
1. Die Parteien haben am tt. Mai 2008 geheiratet. Aus der Verbindung ging der
gemeinsame Sohn C._, geboren am tt.mm.2008, hervor. Mit Eingabe
vom 15. März 2012 ersuchte die Gesuchstellerin, Erstberufungsbeklagte und
Zweitberufungsklägerin (fortan Gesuchstellerin) um Regelung des Getrennt-
lebens. Nach Durchführung des Hauptverfahrens sowie eines Massnahme-
verfahrens, in dessen Rahmen beiden Parteien einstweilen die Obhut über
den gemeinsamen Sohn C._ entzogen wurde (C._ wurde zunächst
in einer Pflegefamilie und im Anschluss daran im Kinder- und Jugendheim
D._ platziert), erliess die Vorinstanz das eingangs wiedergegebene Ur-
teil (Urk. 122).
2. Hiergegen erhoben beide Parteien mit Eingaben vom 21. November 2014
(Urk. 121) bzw. 24. November 2014 (Urk. 128/121) innert Frist Berufung,
wobei sie oben angeführte Anträge stellten. Die Erstberufung des Gesuchs-
gegners wurde unter der Prozessnummer LE140075 und die Zweitberufung
der Gesuchstellerin unter der Prozessnummer LE140076 angelegt.
3. Mit Beschluss vom 13. Januar 2015 wurden die beiden Verfahren vereinigt
(Urk. 127). Die jeweiligen Berufungsantworten der Parteien datieren vom 26.
Januar 2015 (Urk. 130 und Urk. 132) und enthalten die ebenfalls eingangs
wiedergegebenen Anträge. Die Eingaben wurden der Gegenseite jeweils
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zugestellt. Die Gesuchstellerin reichte unter dem Datum vom 23. Februar
2015 eine weitere Stellungnahme ins Recht (Urk. 136), welche der Gegen-
seite zur Kenntnisnahme zugestellt wurde (Urk. 139).
B. Vorbemerkungen
1. Gegenstand des vorliegenden Verfahrens sind die Ehegatten- und Kinderun-
terhaltsbeiträge. Die Dispositiv-Ziffern 1 (Getrenntleben), 2 (Obhut über
C._), 3 (Besuchsrecht), 4 (Beistandschaft), 5 (Zuteilung der Wohnung)
sowie 10 (Anordnung Gütertrennung) blieben unangefochten, weshalb sie in
Rechtskraft erwachsen sind (Art. 315 Abs. 1 ZPO). Dies ist vorzumerken.
2. Neue Tatsachen und Beweismittel sind im Berufungsverfahren nur noch zu
berücksichtigen, wenn sie - kumulativ - ohne Verzug vorgebracht werden
(Art. 317 Abs. 1 lit. a ZPO) und trotz zumutbarer Sorgfalt nicht schon vor er-
ster Instanz vorgebracht werden konnten (Art. 317 Abs. 1 lit. b ZPO). Da im
Berufungsverfahren indes auch die Vorschriften über das erstinstanzliche
Verfahren sinngemäss anzuwenden sind, stellt sich die Frage, ob in denje-
nigen Verfahren, in denen der Sachverhalt von Amtes wegen abzuklären ist,
mithin in den Verfahren, die der Untersuchungsmaxime unterstehen, neue
Tatsachen und Beweismittel in analoger Anwendung von Art. 229 Abs. 3
ZPO bis zur Urteilsberatung vorgebracht werden können. Dies ist in der Lite-
ratur umstritten. Das Bundesgericht hat eine solche analoge Anwendung
abgelehnt und festgehalten, dass einzig Art. 317 Abs. 1 ZPO massgeblich
sei (BGE 138 III 626 f. E 2.2). Auch in den Verfahren, die der Untersu-
chungsmaxime unterstehen, ist deshalb Art. 317 Abs. 1 ZPO zu beachten.
Dies gilt auch bei Verfahren in Kinderbelangen, in denen gemäss Art. 296
Abs. 1 ZPO der Sachverhalt von Amtes wegen zu erforschen ist. Unechte
Noven können daher grundsätzlich nicht mehr vorgebracht werden, es sei
denn, eine Partei rüge, die Vorinstanz habe eine bestimmte Tatsache in Ver-
letzung der Untersuchungsmaxime nicht beachtet (F. Hohl, Procédure civile,
Tome II, Deuxième Edition, Bern 2010, Rz. 1214 und 2414 f.). Solche un-
echten Noven sind im Sinne von Art. 317 Abs. 1 lit. a ZPO ohne Verzug, d.h.
mit der Berufungsbegründung bzw. der Berufungsantwort vorzubringen.
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Nach Berufungsbegründung und -antwort können nur noch echte Noven
vorgebracht werden, und zwar längstens bis zum Beginn der Urteilsbera-
tung. Dies gilt - entgegen der Ansicht der Gesuchstellerin - auch für Verfah-
ren, die der Untersuchungsmaxime unterstehen (BGE 138 III 788 E 4.2; F.
Hohl, a.a.O., Rz 1172).
C. Zuständigkeit des Eheschutzgerichts zur Festsetzung von Kinderunterhalt
1. In Frage steht zunächst die Zuständigkeit des Eheschutzrichters mit Bezug
auf den Kinderunterhalt. Die Vorinstanz hat den Gesuchsgegner, Erstberu-
fungskläger und Zweitberufungsbeklagten (fortan Gesuchsgegner) verpflich-
tet, in einer ersten Phase (Fremdplatzierung in der Pflegefamilie vom 5.
März 2012 bis zum 19. April 2013) Kinderunterhaltsbeiträge in Höhe von
Fr. 1'485.– und in einer zweiten Phase (ab dem 20. April 2013 Fremdplatzie-
rung von C._ im Kinder- und Jugendheim D._) solche von
Fr. 6'351.– pro Monat zu bezahlen. Die Gesuchstellerin wurde verpflichtet,
sich in einer ersten Phase mit Fr. 494.– und in einer zweiten Phase mit
Fr. 702.– am Unterhalt von C._ zu beteiligen (Urk. 122 S. 42 f.).
2. Beide Parteien stellen sich im Berufungsverfahren auf den Standpunkt, die
Vorinstanz sei zur Regelung des Kinderunterhalts (teilweise) nicht zuständig
gewesen. Sie begründen dies jedoch unterschiedlich. Der Gesuchsgegner
hält dafür, dass der Eheschutzrichter im Falle einer Fremdplatzierung eines
Kindes keine Kinderunterhaltsbeiträge festsetzen könne, da weder das un-
terhaltsberechtigte Kind noch das Gemeinwesen, auf das der Unterhaltsan-
spruch mittels Legalzession im Sinne von Art. 289 Abs. 2 ZGB übergegan-
gen sei, Partei im Eheschutzverfahren sei. Er ist der Ansicht, dass das Ver-
fahren mit Bezug auf den Kinderunterhalt mit einem Nichteintretensent-
scheid hätte erledigt werden müssen (Urk. 121 S. 2 f.). Die Gesuchstellerin
ihrerseits stellt sich auf den Standpunkt, die Sozialen Dienste der Stadt Zü-
rich hätten mit ihr eine Vereinbarung über ihre Beteiligung an den Kinderkos-
ten von C._ getroffen. Es habe somit kein Regelungsbedarf bezüglich
der von der Gesuchstellerin für C._ zu bezahlenden Beiträge bestan-
den (Urk. 128/121 S. 4-6). Was die Festsetzung der vom Gesuchsgegner zu
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leistenden Kinderunterhaltsbeiträge anbelangt, erachtet die Gesuchstellerin
die Vorinstanz für zuständig (Urk. 132 S. 2-5).
3. Im Eheschutzverfahren geht es in erster Linie um die Grundbeziehung der
Ehegatten, weshalb dem gemeinsamen Kind keine Parteistellung zukommt.
In den allermeisten Fällen steht jedoch einem oder beiden Elternteilen die
Obhut über das Kind zu, sodass (zumindest) ein Elternteil als Prozessstand-
schafter für das unterhaltsberechtigte Kind im Eheschutzverfahren fungiert
(Hegnauer, AJP 1994, 889 N 11). Wird hingegen beiden Eltern die Obhut
und das Aufenthaltsbestimmungsrecht entzogen und das Kind fremdplat-
ziert, besteht im Rahmen des Eheschutzverfahrens keine Prozessstand-
schaft für das unterhaltsberechtigte Kind mehr. Im Falle einer Fremdplatzie-
rung befinden Vollzugsorgane des Gemeinwesens (Kindesschutzbehörde)
über die Leistung des unmittelbaren Unterhaltes (Unterbringung, etc.) und
verpflichten mit den dabei geschlossenen Platzierungsverträgen das Ge-
meinwesen. Im konkreten Fall haben die Sozialen Dienste der Stadt Zürich
die Platzierung von C._ in der Pflegefamilie und später im Kinder- und
Jugendheim D._ umgesetzt. Die aus den Platzierungsverträgen (vgl.
Urk. 39/11) resultierenden Kosten wurden durch das Gemeinwesen über-
nommen. Gestützt auf Art. 289 Abs. 2 ZGB ging damit der Unterhaltsan-
spruch des Kindes auf das Gemeinwesen über. Nachdem das Kind mangels
Prozessstandschaft der Eltern nicht mehr am Eheschutzverfahren teilneh-
men kann und dies dem Gemeinwesen von Vornherein verwehrt ist (SJZ
1991 74 Nr. 11), besteht keine Möglichkeit, den Kinderunterhalt für C._
im Eheschutzverfahren zu regeln (vgl. BK-Hegnauer, Art. 279-280, N 133-
136; Six, Eheschutz, ein Handbuch für die Praxis, 2. Aufl., Bern 2014, S.
92). Beim Kinderunterhalt für C._ handelt es sich zufolge der
Fremdplatzierung um einen verfahrensfremden Anspruch, über welchen der
Eheschutzrichter nicht befinden kann. Die Gesuchstellerin stützt ihre gegen-
teilige Ansicht auf einen Entscheid der hiesigen Kammer aus dem Jahr 1996
(ZR 95 [196] Nr. 53), worin die Zuständigkeit des Scheidungsrichters im Fal-
le eines beidseitigen Obhuts- oder Gewaltsentzuges ohne Begründung be-
jaht wurde. In Sinne des soeben Ausgeführten ist an dieser Praxis - wenn
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von einer solche nach einem einzigen Entscheid überhaupt gesprochen
werden kann - nicht festzuhalten.
4. Nach dem Gesagten ist der Eheschutzrichter für die Festsetzung von Kin-
derunterhaltsbeiträgen nicht zuständig, wenn das Kind fremdplatziert ist. In-
wiefern sich die Eltern an den Kosten für die Fremdplatzierung von C._
zu beteiligen haben, haben die Sozialen Dienste der Stadt Zürich mit den
Parteien im Rahmen eines Unterhaltsvertrages zu regeln. Kommt kein sol-
cher zustande, steht dem Gemeinwesen nur die Unterhaltsklage nach
Art. 279 Abs. 1 offen (BK-Hegnauer, Art. 279-280, N 133-136). Dass sich die
Gesuchstellerin im Laufe des Berufungsverfahrens den auf das Gemeinwe-
sen übergegangen Unterhaltsanspruch zedieren liess (Urk. 134/2), ändert
an dieser Einschätzung nichts. Der Anspruch des Kindes auf Unterhalt im
Falle einer Fremdplatzierung bleibt ein verfahrensfremder Anspruch, auch
wenn das anspruchsberechtigte Gemeinwesen den Anspruch an eine Partei
des Eheschutzverfahrens - gegen welche sie notabene unter Umständen ei-
nen Unterhaltsprozess zu führen hätte - abgetreten hat.
5. Die Dispositiv-Ziffern 6 und 7 des angefochtenen Entscheides sind demnach
aufzuheben und auf die Anträge beider Parteien zum Kinderunterhalt ist
nicht einzutreten.
D. Ehegattenunterhalt
1. Die Vorinstanz hat der Gesuchstellerin keinen Unterhaltsbeitrag zugespro-
chen. Zur Begründung erwog sie, dass die Gesuchstellerin mit ihrem Ein-
kommen von Fr. 4'066.– vom 1. Juni 2012 bis 31. Dezember 2012 resp. Fr.
4'429.– seit dem 1. Januar 2013 in der Lage sei, ihren Notbedarf sowie ei-
nen Teil ihres erweiterten Bedarfs - gerade mit Blick auf das der Gesuchstel-
lerin zusätzlich zum Einkommen zur Verfügung stehende Trinkgeld - zu de-
cken (Urk. 122 S. 38 f.).
2. Die Gesuchstellerin verlangt vor Obergericht die Zusprechung von Ehegat-
tenunterhaltsbeiträgen in Höhe von Fr. 1'500.– vom 4. Juli 2012 bis 31. Mai
- 16 -
2014 bzw. Fr. 3'000.– ab 1. Juni 2014. Es sei verfehlt, wenn die Vorinstanz
den ehelichen Unterhalt mit Blick auf Art. 125 ZGB beurteile. Vorliegend sei
der eheliche Unterhalt im Rahmen eines Eheschutzverfahrens zu beurteilen,
welcher sich nach Art. 163 ff. ZGB richte. Entsprechend habe sie Anspruch
auf den gleichen Lebensstandard, d.h. auf die Lebenshaltung, die der ande-
re sich leiste oder leisten könnte. Entgegen der Vorinstanz sei sie nicht in
der Lage, sich diesen Lebensstandard selber zu finanzieren (Urk. 121 S.
11).
3. Der Gesuchstellerin ist insofern zuzustimmen, als dass der Unterhaltsan-
spruch eines Ehegatten während der ganzen Dauer der Ehe seine Grundla-
ge ausschliesslich in Art. 163-165 ZGB hat. Die geltenden Kriterien gemäss
Art. 125 ZGB sind bei der Festsetzung von Unterhaltsbeiträgen im Ehe-
schutzverfahren aber miteinzubeziehen, wenn wie vorliegend eine Wieder-
vereinigung der Eheleute unwahrscheinlich ist. Aufgrund dessen kann sich
mit der Aufhebung des gemeinsamen Haushalts ungeachtet der noch for-
mellen Weiterdauer der Ehe schon eine Pflicht zur Wiederaufnahme oder
Aufstockung der Erwerbstätigkeit des an sich unterhaltsberechtigten Ehegat-
ten ergeben, was zur entsprechenden Aufrechnung eines hypothetischen
Einkommens bei diesem Ehegatten führen kann. Die Höhe des Unterhalts-
beitrages im Eheschutzverfahren richtet sich nach den Bedürfnissen der
Ehegatten sowie nach den persönlichen Umständen, das heisst nach der
Lebensstellung und Leistungsfähigkeit (Art. 163 Abs. 3 ZGB). Der Unterhalt
muss somit den konkreten Verhältnissen, der gegebenen Leistungsfähigkeit
und der tatsächlichen Lebensstellung der Ehegatten angemessen sein. Sie
haben Anspruch auf den gleichen Lebensstandard, d.h. auf die Lebenshal-
tung, die der andere sich leistet oder leisten könnte (Hegnauer/Breitschmid,
Grundriss des Eherechts, 4. Auflage, Bern 2000, § 16 N 16.03). Die Berech-
nung der Unterhaltsbeiträge richtet sich im Einzelnen nach den beidseitigen
Einkommens- und Bedarfsverhältnissen.
- 17 -
4. Einkommen Gesuchstellerin
4.1 Die Vorinstanz ist auf Seiten der Gesuchstellerin im unterhaltsrechtlich rele-
vanten Zeitraum von einem Einkommen aus Arbeitslosenentschädigung von
Fr. 4'066.45 vom 1. Juni 2012 bis 31. Dezember 2012 und ab 1. Januar
2013 von einem solchen von Fr. 4'429.– aus Arbeitslosenentschädigung (Fr.
2'371.–) und eines Zusatzverdienstes als Angestellte in der E._ Bar (Fr.
1'695.–) ausgegangen (Urk. 122 S. 27 f.).
4.2 Die Gesuchstellerin macht vor Obergericht geltend, sie sei im April 2014
schwer erkrankt und sei nicht in der Lage gewesen, ihrer Teilzeitarbeit in
E._ Bar nachzugehen. Entsprechend habe sie von E._ Bar ab 1.
Juni 2014 keinen Lohn mehr erhalten. Überdies habe sie sich auch nicht um
anderweitige Arbeit bemühen können, weshalb die Arbeitslosenversicherung
Einstelltage verfügt habe und im April 2014 nur noch eine reduzierte und im
Mai 2014 gar keine Arbeitslosenunterstützung mehr ausgerichtet habe (Urk.
128/121 S. 10).
Diese Behauptungen der Gesuchstellerin betreffen Geschehnisse vom April
2014 und sind damit verspätet. Es ist nicht ersichtlich, weshalb die Gesuch-
stellerin diese Vorbringen nicht bereits im erstinstanzlichen Verfahren hätte
einbringen können. Dass die Vorinstanz diese Tatsache in Verletzung der
Untersuchungsmaxime nicht beachtet habe (vgl. Erw. B. 2), rügt die Ge-
suchstellerin nicht. Mit Blick auf das geltende Novenrecht sind die neuen
Vorbringen daher unbeachtlich.
Aufgrund des Schreibens der Arbeitgeberin der Gesuchstellerin vom 19. No-
vember 2014 ist im Berufungsverfahren demgegenüber ausgewiesen, dass
Letztere in E._ Bar nicht mehr zur Arbeit aufgeboten werden wird. Ent-
sprechend kann der Gesuchstellerin ab 1. November 2014 kein Einkommen
aus der Tätigkeit in E._ Bar mehr angerechnet werden.
4.3 Weiter moniert die Gesuchstellerin, die Vorinstanz habe nicht berücksichtigt,
dass die Rahmenfrist für den Bezug von Arbeitslosentaggeldern am 31. Mai
2014 abgelaufen sei und die Gesuchstellerin ab 1. Juni 2014 keinen An-
spruch mehr auf Arbeitslosentaggelder gehabt habe. (Urk. 128/121 S. 9 f.).
- 18 -
In der Tat kann den im vorinstanzlichen Verfahren eingereichten Abrech-
nungen der UNIA Arbeitslosenversicherung entnommen werden, dass die
Rahmenfrist der Gesuchstellerin für den Bezug von Arbeitslosentaggelder
am 31. Mai 2014 abgelaufen ist (Urk. 93/1). Die Gesuchstellerin selber hat
darauf auch ausdrücklich hingewiesen (Urk. 95 S. 15). Vor diesem Hinter-
grund durfte die Vorinstanz nach dem 31. Mai 2014 nicht ohne weitere Be-
gründung von einem gleichbleibenden Einkommen der Gesuchstellerin aus
Arbeitslosenentschädigung ausgehen. Der Gesuchsgegner macht in diesem
Zusammenhang vor Obergericht geltend, die Vorinstanz habe nicht davon
ausgehen müssen, dass die Gesuchstellerin bis zum Ablauf der Rahmenfrist
keine neue Anstellung gefunden habe (Urk. 130 S. 6). Dass die Vorinstanz
in ihrem Urteil aber davon ausgegangen wäre, dass die Gesuchstellerin
nach dem 31. Mai 2014 eine neue Anstellung gefunden hätte, mit welcher
sie einen Verdienst in Höhe von Fr. 4'429.– erwirtschafte, ist der Begrün-
dung des angefochtenen Entscheides nicht zu entnehmen. Der Ablauf der
Rahmenfrist scheint untergegangen zu sein. Aus diesem Grund kann der
Gesuchstellerin ab 1. Juni 2014 die Arbeitslosenentschädigung von Fr.
2'734.– nicht mehr angerechnet werden und es ist einzig der Zwischenver-
dienst in E._ Bar zu berücksichtigen.
Die Gesuchstellerin anerkennt im Berufungsverfahren, dass sie seit 1. Au-
gust 2014 aufgrund des bei E._ Bar erzielten Zwischenverdienstes er-
neut Arbeitslosengelder mit einer neuen Rahmenfrist vom 29. Juli 2014 bis
28. Juli 2016 erhalte (Urk. 128/121 S. 10). Entgegen ihrer Darstellung be-
läuft sich die Arbeitslosenentschädigung bei durchschnittlich 21.7 Arbeitsta-
gen aber nicht auf Fr. 1'207.50 (so die Gesuchstellerin in Urk. 128/121
S. 10), sondern auf 1'388.50 (Taggeld von Fr. 69.50 x 21.7 ./. 5.15%
AHV/IV/EO ./. 2.63% NBU ./. Fr. 2.– eidg. Quellensteuer, vgl. Urk.
128/124/11-13).
4.4 Der Gesuchsgegner verlangt im Berufungsverfahren die Anrechnung eines
hypothetischen Einkommens auf Seiten der Gesuchstellerin. Bei gutem Wil-
- 19 -
len sei sie in der Lage, ihr zuletzt erzieltes Einkommen aus dem Jahr 2011
von Fr. 4'692.– zu erwirtschaften (Urk. 130 S. 6 f.).
Bei der Festsetzung von Unterhaltsbeiträgen darf vom tatsächlichen Leis-
tungsvermögen einer Partei, das Voraussetzung und Bemessungsgrundlage
der Beitragspflicht bildet, abgewichen und statt dessen von einem hypotheti-
schen Einkommen ausgegangen werden, falls und soweit der Betroffene bei
gutem Willen bzw. bei ihm zuzumutender Anstrengung mehr zu verdienen
vermöchte, als er effektiv verdient. Wo die reale Möglichkeit einer Einkom-
menssteigerung fehlt, muss eine solche ausser Betracht bleiben. Diesen
Grundsatz hat das Bundesgericht für sämtliche Matrimonialsachen festge-
halten (so in BGE 117 II 16 S. 17 f. E. 1b für den Eheschutz). In diesem Zu-
sammenhang ist Rechtsfrage, welche Tätigkeit aufzunehmen zumutbar ist;
Tatfrage bildet hingegen, ob die als zumutbar erkannte Tätigkeit möglich und
das angenommene Einkommen effektiv erzielbar ist (BGE 137 III 118 Erw.
2.3 S. 212 mit Hinweisen).
Im vorliegenden Fall ist in rechtlicher Hinsicht festzuhalten, dass die Ge-
suchstellerin eine langjährige Berufserfahrung im Gastronomiebereich vor-
weisen kann. Von 2006 bis Ende Mai 2012 arbeitete sie - mit einem Unter-
bruch von wenigen Monaten - als Barmaid im Cabaret F._ in ... und er-
zielte zuletzt ein Einkommen ohne Kinderzulagen von durchschnittlich Fr.
4'367.70 (Urk. 39/2). Nach dem Verlust dieser Stelle fand die Gesuchstelle-
rin eine neue Anstellung als Barmaid in E._ Bar und erwirtschaftete mit
einem Teilzeitpensum im Stundenlohn im Durchschnitt Fr. 1'695.– pro Mo-
nat. Vor diesem Hintergrund ist es der Gesuchstellerin zumutbar und mög-
lich, im entsprechenden Bereich (Gastronomie) eine Anstellung zu finden. In
tatsächlicher Hinsicht ist davon auszugehen, dass die heute 44-jährige Ge-
suchstellerin mit Blick auf die fehlenden Betreuungsaufgaben (C._ ist
fremdplatziert) uneingeschränkt arbeitsfähig ist. Eine Einschränkung in ge-
sundheitlicher Hinsicht ist nicht mehr auszumachen, nachdem lediglich für
die Zeitspanne vom 5. bis 30. November 2014 eine Arbeitsunfähigkeit im
Umfang von 20% belegt ist (Urk. 128/124/10). Mit Blick auf den statistisch
- 20 -
erfassten Durchschnittslohn für eine 44-jährige Angestellte in der Gastrono-
mie ohne Berufslehre mit neun Jahren Berufserfahrung von brutto Fr.
4'350.– pro Monat (Lohnstrukturerhebung, www.lohnrechner.ch, entspre-
chend Fr. 3'872.– netto) sowie in Anbetracht des durch die Gesuchstellerin
zuletzt erzielten Einkommens von monatlich netto Fr. 4'368.– sollte es für die
Gesuchstellerin möglich sein, monatliche Einkünfte von rund Fr. 4'000.– net-
to zu erwirtschaften.
Bei der Frage nach dem Zeitpunkt, ab wann der Gesuchstellerin ein hypo-
thetisches Einkommen angerechnet werden kann, gilt es zu berücksichtigen,
dass dem Betroffenen eine angemessene Übergangsfrist einzuräumen ist,
um die rechtlichen Vorgaben in die Wirklichkeit umzusetzen (BGE 129 III
417 Erw. 2.2 S. 421 m.H.; BGer 5P.388/2003 vom 7. Januar 2004). Eine
rückwirkende Festsetzung eines hypothetischen Einkommens ist grundsätz-
lich unzulässig, da eine reale Möglichkeit einer Einkommenssteigerung fehlt
(BGE 128 III 4 Erw. 4a S. 5; BGE 117 II 16 Erw. 1b S. 17). Eine rückwirken-
de Annahme eines hypothetischen Einkommens kommt höchstens in selte-
nen Ausnahmefällen in Betracht, wenn dem Unterhaltsschuldner ein unredli-
ches Verhalten vorzuwerfen wäre (BGer 5P.79/2004 vom 10. Juni 2004 Erw.
4.3). Ein solches treuwidriges Verhalten ist vorliegend nicht auszumachen.
Die Anrechnung eines hypothetischen Einkommens kann daher erst nach
einer angemessenen Übergangsphase in Betracht kommen. Diese ist im
vorliegenden Fall auf fünf Monate anzusetzen. Entsprechend ist bei der Ge-
suchstellerin ab 1. September 2015 ein Einkommen von Fr. 4'000.– netto
anzurechnen.
4.5 Zusammenfassend ist auf Seiten der Gesuchstellerin vom 1. Juni 2012 bis
31. Dezember 2012 von einem Einkommen von Fr. 4'066.– aus Arbeitslo-
senentschädigung auszugehen. Vom 1. Januar 2013 bis 31. Mai 2014 ist
der Unterhaltsberechnung ein Einkommen der Gesuchstellerin aus Arbeits-
losenentschädigung und dem Teilzeiterwerb bei E._ Bar von gesamt-
haft Fr. 4'429.– zu Grunde zu legen. Vom 1. Juni 2014 bis 31. Juli 2014 ist
lediglich der Verdienst bei E._ Bar in Höhe von Fr. 1'695.– zu berück-
- 21 -
sichtigen, da die Arbeitslosenunterstützung in dieser Phase entfallen ist. Ab
1. August 2014 ist die von der Gesuchstellerin anerkanntermassen neu er-
haltene Arbeitslosenentschädigung hinzuzurechnen, welche sich auf durch-
schnittlich Fr. 1'388.50 beläuft, womit ein Einkommen von Fr. 3'083.50 resul-
tiert. Ab 1. November 2014 ist zu berücksichtigen, dass der Verdienst aus
der Anstellung bei E._ Bar entfallen ist und daher nur die Arbeitslo-
senentschädigung von Fr. 1'388.50 anfällt. Ab 1. September 2015 ist auf
Seiten der Gesuchstellerin von einem hypothetischen Einkommen von
Fr. 4'000.– netto auszugehen.
5. Einkommen Gesuchsgegner
5.1 Die Vorinstanz ist auf Seiten des Gesuchsgegners von einem Einkommen
von Fr. 13'693.– pro Monat ausgegangen. Sie hat diesbezüglich erwogen,
der Gesuchsgegner arbeite seit dem Verlust seiner Anstellung bei der Bank
G._ als Free Lancer, wobei er zu diesem Zweck die bis anhin stillgeleg-
te H._ GmbH reaktiviert habe. Im Durchschnitt lasse sich der Gesuchs-
gegner von der H._ GmbH Fr. 7'914.– auf sein Privatkonto auszahlen.
Es falle aber auf, dass der Gesuchsgegner mit diesen Einnahmen haupt-
sächlich Steuerschulden oder wiederkehrende Ausgabe wie Krankenkas-
senrechnungen oder Mietzinse bezahlt habe. Ausgaben für den täglichen
Bedarf seien nach Angaben des Gesuchsgegners von einem ZKB-Konto
beglichen worden, wobei der Gesuchsgegner die Auszüge dieses ZKB-
Kontos trotz gerichtlicher Aufforderung nicht eingereicht habe. Hinzu kom-
me, dass auf dem Geschäftskonto des Gesuchsgegners Beträge von durch-
schnittlich Fr. 23'296.30 pro Monat von der Auftraggeberin I._ AG ein-
gegangen seien, ohne dass der Gesuchsgegner erhebliche Unkosten im
Zusammenhang mit seiner Unternehmung geltend gemacht habe. Wie viel
Lohn sich der Gesuchsgegner pro Monat tatsächlich auszahle resp. welche
Privatbezüge er beziehe oder welche Privatkosten er über seine Unterneh-
mung abrechne, sei völlig undurchsichtig. Da es der Gesuchsgegner ver-
säumt habe, glaubhaft darzulegen, dass sich sein Einkommen seit der Auf-
nahme seiner selbständigen Tätigkeit vermindert habe, sei vom letztbekann-
- 22 -
ten Einkommen bei der Bank G._ von Fr. 13'693.– auszugehen (Urk.
122 S. 29 f.).
5.2 Dieses Vorgehen der Vorinstanz ist nicht zu beanstanden. Die Einkom-
mensverhältnisse des Gesuchsgegners sind in der Tat völlig unklar. Auch im
Berufungsverfahren bemüht sich der Gesuchsgegner nicht, Licht ins Dunkel
zu bringen und erklärt mit keinem Wort, wie er die Ausgaben des täglichen
Lebens finanziert und woher die entsprechenden Mittel stammen. Auch lie-
gen nach wie vor weder Auszüge des erwähnten ZKB-Kontos noch die Bi-
lanz bzw. die Erfolgsrechnung der H._ GmbH im Recht. Der Gesuchs-
gegner belässt es dabei, auf seinen Lohn von Fr. 8'500.– zu verweisen (Urk.
130 S. 7), ohne sich mit den vorinstanzlichen Ausführungen, wonach die
vom Gesuchsgegner deklarierten Lohnbezüge mit seinen getätigten Ausga-
ben nicht in Einklang zu bringen sind, auseinanderzusetzen. Er bringt einzig
vor, die H._ GmbH schreibe seit Kurzem Verluste, nachdem die I._
AG den Beratungsvertrag per 21. November 2014 gekündigt habe (Urk. 130
S. 7). Gerade weil der Gesuchsgegner aber seine finanziellen Verhältnisse
nicht vollständig offenlegt, kann nicht beurteilt werden, inwiefern und in wel-
chem Ausmass sein Einkommen von diesem Beratungsvertrag abhängt.
Ausserdem wird im Kündigungsschreiben vom 10. November 2014 auf die
Zusammenarbeit bei zukünftigen Projekten verwiesen, weshalb nicht davon
auszugehen ist, dass die I._ AG als Auftraggeberin definitiv verloren ist.
Der Ansicht des Gesuchsgegners, wonach ihm lediglich ein Einkommen von
Fr. 8'500.– anzurechnen ist, kann daher nicht gefolgt werden.
Auf der anderen Seite ist auch dem Standpunkt der Gesuchstellerin, welche
von einem Einkommen von Fr. 15'000.– ausgeht, nicht zu folgen. Sie ver-
weist zur Begründung ihres Standpunktes einzig darauf, dass der Gesuchs-
gegner eine Festanstellung bei der UBS abgelehnt habe, weil seine erste
Priorität nach seinen eigenen Angaben die Tilgung seiner Schulden gewe-
sen sei, was sinngemäss bedeute, dass er möglichst viel verdienen wolle.
Dies sowie die hohen Eingänge auf seinem Geschäftskonto von monatlich
Fr. 23'296.– und die fehlenden Unkosten für das Betreiben der H._
- 23 -
GmbH seien gewichtige Indizien für einen weitaus höheren Verdienst, als
denjenigen bei einer Festanstellung, wie z.B. bei der Bank G._ (Urk.
121 S. 12 f.). Die Gesuchstellerin erklärt damit nicht, wie sie auf ein Ein-
kommen von Fr. 15'000.– kommt. Ebenso wenig legt sie dar, weshalb die
Schätzung der Vorinstanz, welche sich am zuletzt erzielten Nettolohn orien-
tiert, unzutreffend sein sollte. Die blosse Tatsache, dass der Gesuchsgegner
auf seine Priorität der Schuldentilgung hingewiesen hat, legt nicht den
Schluss nahe, dass er entsprechend mehr verdient, als bei seiner Anstellung
bei der Bank G._.
5.3 Zusammenfassend ist auf Seiten des Gesuchsgegners von einem Einkom-
men von Fr. 13'693.– netto auszugehen.
6. Bedarf der Gesuchstellerin
6.1 Die Vorinstanz bezifferte den erweiterten Bedarf der Gesuchstellerin auf
Fr. 4'836.80.
6.2 Die Gesuchstellerin verlangt im Berufungsverfahren die Berücksichtigung
von weiteren Fr. 300.–, welche sie ihrem 16-jährigen, vorehelichen Sohn
J._ in Thailand überweise. Sie macht in diesem Zusammenhang gel-
tend, entgegen der Vorinstanz bestünden nicht bloss Überweisungsbelege
aus dem Jahr 2012 (so die Vorinstanz in Urk. 122 S. 34), sondern es sei in
Urk. 101/1-3 ausgewiesen, dass sie am 8. November 2013 Fr. 550.–, am 15.
November 2013 Fr. 1'065.– und am 2. Januar 2014 Fr. 1'000.– mit Western
Union nach Thailand überwiesen habe (Urk. 121 S. 8).
6.3 Entgegen der Gesuchstellerin ist aus den im Recht liegenden Belegen (Urk.
101/1-3) nicht ersichtlich, dass nach dem Jahr 2012 Unterstützungsbeiträge
an ihren Sohn in Höhe von Fr. 300.– pro Monat geleistet worden sind. Tra-
gen die Banküberweisungen aus dem Jahr 2012 allesamt den Vermerk "For
my son", ist den Quittungen von Western Union aus den Jahren 2013 und
2014 nichts derartiges zu entnehmen. Als Empfänger wird ein Mal K._
(Urk. 101/1), ein anderes Mal L._ (Urk. 101/3) aufgeführt. Ob es sich
- 24 -
bei den Geldüberweisungen um Unterstützungsbeiträge an ihren Sohn
J._ gehandelt hat, ist damit nicht klar.
6.4 Gesamthaft gesehen hat es beim von der Vorinstanz auf Fr. 4'836.80 fest-
gesetzten, erweiterten Bedarf der Gesuchstellerin sein Bewenden.
7. Bedarf des Gesuchsgegners
7.1 Den erweiterten Bedarf des Gesuchsgegners setzte die Vorinstanz auf
Fr. 8'640.40 fest. Die Gesuchstellerin kritisiert einzig die Berücksichtigung
der Schuldentilgungsrate im Betrag von Fr. 1'300.–.
7.2 Die Berufung ist gemäss Art. 311 Abs. 1 ZPO bei der Rechtsmittelinstanz
schriftlich und begründet einzureichen ist. Dabei ist im Einzelnen darzule-
gen, aus welchen Gründen der angefochtene Entscheid falsch ist und des-
halb abgeändert werden muss. Der Berufungskläger muss sich also mit der
Begründung des vorinstanzlichen Entscheides substanziiert auseinander-
setzen (BGE 138 III 374, Erw. 4.3.1; Ivo Hungerbühler, DIKE-Komm-ZPO,
Art. 311 N 27 f. und 37; Seiler, Die Berufung nach ZPO, Basel 2013, N 893
ff., insb. N 896). Die Vorinstanz hat mit eingehender Begründung dargelegt,
weshalb sie im Bedarf des Gesuchsgegners einen Betrag von Fr. 1'300.– für
Schuldentilgung berücksichtigt habe. So sei ausgewiesen, dass der Ge-
suchsgegner offene Steuerschulden ratenweise abbezahle und er diese Ra-
ten auch tatsächlich regelmässig leiste. Zwar räume der Gesuchsgegner ein,
dass er momentan voreheliche Steuerschulden abbezahle, jedoch seien
Steuerschulden in der Reihenfolge ihrer Fälligkeit zu bezahlen, sodass die
ehelichen Steuerschulden noch dran kämen. Da auch die Gesuchstellerin
einräume, dass der Gesuchsgegner jahrelang die Steuern nicht beglichen
habe und dass aus der Zeit der Ehe noch Steuerausstände bestehen wür-
den, erscheine es realistisch, dass der Gesuchsgegner auch noch offene
eheliche Steuerschulden zu begleichen habe (Urk. 122 S. 36). Mit dieser
Begründung setzt sich die Gesuchstellerin nicht auseinander. Sie weist im
Rahmen ihrer Berufungsbegründung einzig darauf hin, dass es sich bei den
momentan vom Gesuchsgegner bezahlten Schulden um offene Steuerbe-
- 25 -
treffnisse aus der Zeit vor der Ehe handle. Genau damit hat sich die Vo-
rinstanz aber auseinandergesetzt. Inwiefern die diesbezüglichen Überlegung
der Vorinstanz falsch sein sollten, zeigt die Gesuchstellerin nicht auf. Sie
kommt damit ihrer Begründungspflicht nicht nach, weshalb nicht weiter auf
ihre diesbezügliche Kritik einzugehen ist.
7.3 Gesamthaft gesehen hat es beim von der Vorinstanz auf Fr. 8'640.40 fest-
gesetzten, erweiterten Bedarf des Gesuchsgegners sein Bewenden.
8. Konkrete Unterhaltsberechnung
8.1 Zeitspanne vom 4. Juli 2012 bis 31. Dezember 2012
a) Es ist von einem Bedarf der Parteien von Fr. 4'836.80 (Gesuchstellerin)
resp. Fr. 8'640.40 (Gesuchsgegner) auszugehen sowie von einem Einkom-
men des Gesuchsgegners von Fr. 13'693.– und der Gesuchstellerin aus Ar-
beitslosenentschädigung von Fr. 4'066.–. Die Unterhaltsberechnung präsen-
tiert sich damit wie folgt:
- Einkommen Gesuchstellerin CHF 4'066.– Einkommen Gesuchsteller CHF 13'693.– Total Einkommen CHF 17'759.–
Bedarf Gesuchstellerin CHF 4'837.– Bedarf Gesuchsgegner CHF 8'640.–
Total Bedarf CHF 13'477.–
Überschuss CHF 4'282.–
b) Der Überschuss ist unter den Parteien hälftig aufzuteilen. Damit resultiert
folgender Ehegattenunterhaltsbeitrag:
- Bedarf Gesuchstellerin Fr. 4'837.– Anteil Überschuss Fr. 2'141.– ./. Einkommen Gesuchstellerin Fr. 4'066.–
Unterhaltsbeitrag Fr. 2'912.–
- 26 -
c) Die Gesuchstellerin verlangt einen Unterhaltsbeitrag von Fr. 1'500.– pro Mo-
nat. Mit Verweis auf die Dispositionsmaxime ist der Gesuchstellerin daher
der Betrag von Fr. 1'500.– als Unterhalt zuzusprechen.
8.2 Zeitspanne vom 1. Januar 2013 bis 31. Mai 2014
a) Der Bedarf der Parteien sowie das Einkommen des Gesuchsgegners erfah-
ren in dieser Zeitspanne keine Änderungen. Das Einkommen der Gesuch-
stellerin steigt indes aufgrund des Zwischenverdienstes in E._ Bar auf
Fr. 4'429.–. Die Unterhaltsberechnung präsentiert sich damit wie folgt:
- Einkommen Gesuchstellerin CHF 4'429.– Einkommen Gesuchsteller CHF 13'693.–
Total Einkommen CHF 18'122.–
Bedarf Gesuchstellerin CHF 4'837.– Bedarf Gesuchsgegner CHF 8'640.–
Total Bedarf CHF 13'477.–
Überschuss CHF 4'645.–
b) Der Überschuss ist unter den Parteien hälftig aufzuteilen. Damit resultiert
folgender Ehegattenunterhaltsbeitrag:
- Bedarf Gesuchstellerin Fr. 4'837.– Anteil Überschuss Fr. 2'322.– ./. Einkommen Gesuchstellerin Fr. 4'429.–
Unterhaltsbeitrag Fr. 2'730.–
c) Die Gesuchstellerin verlangt einen Unterhaltsbeitrag von Fr. 1'500.– pro Mo-
nat. Mit Verweis auf die Dispositionsmaxime ist der Gesuchstellerin daher
der Betrag von Fr. 1'500.– als Unterhalt zuzusprechen.
8.3 Zeitspanne vom 1. Juni 2014 bis 31. Juli 2014
a) Der Bedarf der Parteien beträgt unverändert Fr. 4'836.80 (Gesuchstellerin)
resp. Fr. 8'640.40 (Gesuchsgegner). Aufgrund des Ablaufs der Rahmenfrist
für den Bezug von Arbeitslosenentschädigung ist der Gesuchstellerin indes
nur noch der Zwischenverdienst bei E._ Bar in Höhe von Fr. 1'695.– als
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Einkommen anzurechnen. Die Unterhaltsberechnung präsentiert sich damit
wie folgt:
- Einkommen Gesuchstellerin CHF 1'695.– Einkommen Gesuchsteller CHF 13'693.–
Total Einkommen CHF 15'388.–
Bedarf Gesuchstellerin CHF 4'837.– Bedarf Gesuchsgegner CHF 8'640.–
Total Bedarf CHF 13'477.–
Überschuss CHF 1'911.–
b) Der Überschuss ist unter den Parteien hälftig aufzuteilen. Damit resultiert
folgender Ehegattenunterhaltsbeitrag:
- Bedarf Gesuchstellerin Fr. 4'837.– Anteil Überschuss Fr. 2'955.– ./. Einkommen Gesuchstellerin Fr. 1'695.–
Unterhaltsbeitrag Fr. 4'097.–
c) Die Gesuchstellerin verlangt ab 1. Juni 2014 einen Unterhaltsbeitrag von
Fr. 3'000.– pro Monat. Mit Verweis auf die Dispositionsmaxime ist der Ge-
suchstellerin nicht mehr zuzusprechen, als sie verlangt. Der Unterhaltsbei-
trag ist daher auf Fr. 3'000.– festzusetzen.
8.4 Zeitspanne vom 1. August 2014 bis 31. Oktober 2014
a) Der Bedarf der Parteien beträgt unverändert Fr. 4'836.80 (Gesuchstellerin)
resp. Fr. 8'640.40 (Gesuchsgegner). Das Einkommen der Gesuchstellerin
beläuft sich neu auf Fr. 2'902.50, bestehend aus dem Zwischenverdienst bei
E._ Bar in Höhe von Fr. 1'695.– und den Beträgen der Arbeitslosenver-
sicherung von Fr. 1'388.50. Die Unterhaltsberechnung präsentiert sich damit
wie folgt:
- Einkommen Gesuchstellerin CHF 3'083.– Einkommen Gesuchsteller CHF 13'693.–
Total Einkommen CHF 16'776.–
- 28 -
Bedarf Gesuchstellerin CHF 4'837.– Bedarf Gesuchsgegner CHF 8'640.–
Total Bedarf CHF 13'477.–
Überschuss CHF 3'299.–
b) Der Überschuss ist unter den Parteien hälftig aufzuteilen. Damit resultiert
folgender Ehegattenunterhaltsbeitrag:
- Bedarf Gesuchstellerin Fr. 4'837.– Anteil Überschuss Fr. 2'1'649.– ./. Einkommen Gesuchstellerin Fr. 3'083.– Unterhaltsbeitrag Fr. 3'403.–
c) Die Gesuchstellerin verlangt einen Unterhaltsbeitrag von Fr. 3'000.– pro Mo-
nat. Mit Verweis auf die Dispositionsmaxime ist der Gesuchstellerin nicht
mehr zuzusprechen, als sie verlangt. Der Unterhaltsbeitrag ist daher auf
Fr. 3'000.– festzusetzen.
8.5 Zeitspanne vom 1. November 2014 bis 31. August 2015
a) Der Bedarf der Parteien beträgt unverändert Fr. 4'836.80 (Gesuchstellerin)
resp. Fr. 8'640.40 (Gesuchsgegner). Die Gesuchstellerin erzielt nach dem
ausgewiesenen Verlust der Anstellung bei E._ Bar ein Einkommen aus
Arbeitslosenentschädigung von Fr. 1'388.50. Die Unterhaltsberechnung prä-
sentiert sich damit wie folgt:
- Einkommen Gesuchstellerin CHF 1'388.– Einkommen Gesuchsteller CHF 13'693.–
Total Einkommen CHF 15'081.–
Bedarf Gesuchstellerin CHF 4'837.– Bedarf Gesuchsgegner CHF 8'640.– Total Bedarf CHF 13'477.–
Überschuss CHF 1'604.–
b) Der Überschuss ist unter den Parteien hälftig aufzuteilen. Damit resultiert
folgender Ehegattenunterhaltsbeitrag:
- 29 -
- Bedarf Gesuchstellerin Fr. 4'837.– Anteil Überschuss Fr. 2'1'80802.– ./. Einkommen Gesuchstellerin Fr. 1'388.–
Unterhaltsbeitrag Fr. 4'251.–
c) Die Gesuchstellerin verlangt einen Unterhaltsbeitrag von Fr. 3'000.– pro Mo-
nat. Mit Verweis auf die Dispositionsmaxime ist der Gesuchstellerin nicht
mehr zuzusprechen, als sie verlangt. Der Unterhaltsbeitrag ist daher auf
Fr. 3'000.– festzusetzen.
8.6 Zeitspanne vom 1. September 2015 für die weitere Dauer des Getrenntle-
bens
a) Der Bedarf der Parteien beträgt unverändert Fr. 4'836.80 (Gesuchstellerin)
resp. Fr. 8'640.40 (Gesuchsgegner). Auf Seiten der Gesuchstellerin ist ab 1.
September 2015 von einem hypothetischen Einkommen von Fr. 4'000.– pro
Monat auszugehen. Die Unterhaltsberechnung präsentiert sich damit wie
folgt:
- Einkommen Gesuchstellerin CHF 4'000.– Einkommen Gesuchsteller CHF 13'693.–
Total Einkommen CHF 17'693.–
Bedarf Gesuchstellerin CHF 4'837.– Bedarf Gesuchsgegner CHF 8'640.–
Total Bedarf CHF 13'477.–
Überschuss CHF 4'216.–
b) Der Überschuss ist unter den Parteien hälftig aufzuteilen. Damit resultiert
folgender Ehegattenunterhaltsbeitrag:
- Bedarf Gesuchstellerin Fr. 4'837.– Anteil Überschuss Fr. 2'12'108.– ./. Einkommen Gesuchstellerin Fr. 4'000.–
Unterhaltsbeitrag Fr. 2'945.–
Der Unterhaltsbeitrag für die Gesuchstellerin ist damit auf Fr. 2'945.– festzu-
setzen.
- 30 -
9. Zusammenfassung
9.1 Im Sinne der gemachten Erwägungen ist der Gesuchsgegner zu verpflich-
ten, der Gesuchstellerin folgende Unterhaltsbeiträge zu bezahlen:
- Fr. 1'500.– vom 4. Juli 2012 bis 31. Mai 2014;
- Fr. 3'000.– vom 1. Juni 2014 bis 31. August 2015;
- Fr. 2'945.– vom 1. September 2015 für die Dauer des Getrenntle-
bens.
9.2 Der Vollständigkeit halber ist an dieser Stelle anzumerken, dass mit der
Festlegung der Ehegattenunterhaltsbeiträge im vorliegenden Verfahren noch
nichts über die Leistungsfähigkeit der Parteien mit Blick auf die Beteiligung
an den Kinderkosten von C._ ausgesagt ist. Es wird Aufgabe der Kin-
desschutzbehörde sein, mit den Eltern eine derartige Beteiligung zu verein-
baren, wobei die Leistungsfähigkeit der Parteien gestützt auf eine Gegen-
überstellung des betreibungsrechtlichen Existenzminimums und den verfüg-
baren Mitteln nach Erhalt bzw. nach Bezahlung der Ehegattenunterhaltsbei-
träge zu ermitteln sein wird.
E. Kosten- und Entschädigungsfolgen
1. Abschliessend ist über die Kosten- und Entschädigungsfolgen des erst- und
zweitinstanzlichen Verfahrens zu befinden.
2. Die Vorinstanz hat die unangefochten auf Fr. 5'918.75 festgesetzten Ge-
richtskosten (inkl. Dolmetscherkosten) den Parteien je zur Hälfte auferlegt.
Umstritten waren im vorinstanzlichen Verfahren die Zuteilung der Obhut so-
wie die Frage der Ehegatten- und Kinderunterhaltsbeiträge. Mit Bezug auf
die Kinderbelange (ohne Unterhalt) sind die Gerichtskosten nach ständiger
Rechtsprechung der erkennenden Kammer unabhängig vom Ausgang des
Prozesses beiden Parteien je hälftig aufzuerlegen, wenn diese achtenswerte
Gründe für ihre Rechtspositionen hatten (ZR 84 Nr. 41). Hinsichtlich der
Ehegattenunterhaltsbeiträge obsiegt die Gesuchstellerin nach erfolgter Kor-
- 31 -
rektur des angefochtenen Urteils grossmehrheitlich. Auf die Anträge beider
Parteien zu den Kinderunterhaltsbeiträgen wird mangels Zuständigkeit des
Eheschutzgerichts nicht eingetreten, weshalb keine Partei mit ihrem Antrag
durchdringt. Im Ergebnis obsiegt die Gesuchstellerin im Umfang von 2/3,
weshalb dem Gesuchsgegner 2/3 und der Gesuchstellerin 1/3 der erstin-
stanzlichen Gerichtskosten aufzuerlegen sind. Der auf die Gesuchstellerin
entfallende Anteil an den Gerichtskosten wird zufolge Gewährung der un-
entgeltlichen Rechtspflege im erstinstanzlichen Verfahren einstweilen auf die
Staatskasse genommen. Die Nachzahlungspflicht gemäss Art. 123 ZPO
bleibt vorbehalten.
Im Weiteren ist der Gesuchsgegner zu verpflichten, der Gesuchstellerin eine
auf 1/3 reduzierte Parteientschädigung von Fr. 2'000.– zuzüglich 8% Mehr-
wertsteuer zu bezahlen (§ 5 Abs. 1, § 6 Abs. 3, § 9 und § 11 AnwGebV).
3. Für das zweitinstanzliche Verfahren rechtfertigt sich in Anwendung von § 2
lit. a, c und d sowie § 12 Abs. 1 in Verbindung mit Abs. 2 und § 5 Abs. 1, § 6
Abs. 2 lit. b und § 8 Abs. 1 der Gebührenverordnung des Obergerichts
(GebV OG) eine pauschale Entscheidgebühr von Fr. 5'500.–.
Umstritten waren im vorliegenden Berufungsverfahren im Wesentlichen die
Ehegatten- und Kinderunterhaltsbeiträge. Die Regelung der erstinstanzli-
chen Kosten- und Entschädigungsfolgen fiel aufwandmässig nicht ins Ge-
wicht, weshalb dieser Teil bei der Regelung der Kosten- und Entschädi-
gungsfolgen für das Berufungsverfahren vernachlässigbar ist. Mit Blick auf
die Kinderunterhaltsbeiträge obsiegt der Gesuchsgegner, während die Ge-
suchstellerin mit Bezug auf die Ehegattenunterhaltsbeiträge obsiegt. Vor
diesem Hintergrund rechtfertigt es sich, den Parteien die Gerichtskosten je
zur Hälfte aufzuerlegen und die Parteientschädigungen wettzuschlagen.
4.1 Die Gesuchstellerin ersucht für das Berufungsverfahren um Gewährung der
unentgeltlichen Rechtspflege. Eine Person hat Anspruch auf unentgeltliche
Rechtspflege, wenn sie mittellos und ihr Prozessstandpunkt nicht aussichts-
los ist (Art. 117 lit. a und b ZPO) und sie zur Wahrung ihrer Interessen auf
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eine rechtskundige Vertretung angewiesen ist (Art. 118 Abs. 1 lit. c ZPO).
Mittellosigkeit bzw. Bedürftigkeit ist dann zu bejahen, wenn die gesuchstel-
lende Partei trotz Ausschöpfung sämtlicher eigenen Hilfsmittel nicht in der
Lage ist, neben dem Lebensunterhalt für sich und ihre Familie auch den
Prozess zu finanzieren. Sie beurteilt sich nach der gesamten wirtschaftlichen
Situation des Rechtsuchenden im Zeitpunkt der Einreichung des Gesuchs.
Ein allfälliger Überschuss zwischen dem effektiv zur Verfügung stehenden
Einkommen und dem Notbedarf der gesuchstellenden Partei ist mit den für
den konkreten Fall zu erwartenden Gerichts- und Anwaltskosten in Bezie-
hung zu setzen und danach zu fragen, ob die gesuchstellende Partei mit
dem ihr verbleibenden Überschuss in der Lage ist, die anfallenden Gerichts-
und Anwaltskosten innert angemessener Frist selbst zu finanzieren. Im Sin-
ne einer groben Faustregel geht die Rechtsprechung davon aus, dass der
monatliche Überschuss es ihr ermöglichen sollte, die Prozesskosten bei we-
niger aufwendigen Prozessen innert eines Jahres, bei anderen innert zweier
Jahre zu tilgen (Bühler, Die Prozessarmut, in: Schöbi (Hrsg.), Gerichtskos-
ten, Parteikosten, Prozesskaution, unentgeltliche Prozessführung: SWR Bd.
3, Bern 2001, S. 182 f. und 185 f.).
4.2 Für die Beurteilung der Mittellosigkeit im Verfahren betreffend unentgeltliche
Rechtspflege ist nicht der angemessene Lebensstandard, sondern der not-
wendigen Lebensbedarf in Gestalt des strikten Existenzminimums massge-
bend. Dieser ist bei der Gesuchstellerin in Übereinstimmung mit der Vo-
rinstanz auf Fr. 3'727.– (erweiterter Bedarf abzüglich Schuldentilgung und
laufende Steuern, Urk. 122 S. 36) zu veranschlagen. Die Gesuchstellerin
weist damit in allen Phasen der Unterhaltsberechnung unter Berücksichti-
gung ihrer Bedarfskosten sowie den vom Gesuchsgegner zu leistenden Un-
terhaltszahlungen einen Überschuss in der Höhe zwischen Fr. 480.– und
Fr. 3'218.– auf. Angesichts der auf sie entfallenden Gerichtskosten von
Fr. 2'750.– und den zu erwartenden eigenen Anwaltskosten von Fr. 4'500.–
(§ 5 Abs. 1, § 6 Abs. 3, § 9, § 11 und § 13 Abs. 1 und 2 AnwGebV) ist es
der Gesuchstellerin bereits mit dem tiefsten Überschuss von Fr. 480.– pro
Monat möglich, die Prozesskosten in rund15 Monaten selbst zu finanzieren.
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Die Gesuchstellerin ist nicht als mittellos zu bezeichnen und das Gesuch um
Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege ist abzuweisen.