# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 8a0ecf65-b527-4e92-a22f-7e543049ed26
**Court:** GR_VG
**Chamber:** GR_VG_004
**Year:** 2020
**Language:** de
**Jurisdiction:** GR / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhaltsdarstellung fest und wies darauf hin, dass eine Entsorgung
des Kehrichts mit Wurf über den Zaun auch dann nicht zulässig gewesen
wäre, wenn das Tor zur Deponie – wie vom Beschwerdeführer behauptet
– bereits um 14:55 Uhr geschlossen gewesen wäre.
6. Am 5. Juni 2020 reichte der Beschwerdeführer eine Replik ein. Er hielt
sinngemäss an seinen Anträgen fest und machte geltend, dass das
Abfallgesetz der Beschwerdegegnerin nur auf romanisch publiziert werde,
dass er der romanischen Sprache aber nicht mächtig sei. Auch die
Beschwerdegegnerin hielt mit Schreiben vom 15. Juni 2020 duplicando an
ihren Anträgen fest.
Auf die weiteren Ausführungen der Parteien in ihren Rechtsschriften wird,
soweit erforderlich, in den nachstehenden Erwägungen eingegangen.

## Considerations

Der Einzelrichter zieht in Erwägung:
1.1. Das angerufene Gericht ist zuständig für die Beurteilung der vorliegenden
Beschwerde (vgl. Art. 4 Abs. 2 des Einführungsgesetzes zur
Schweizerischen Strafprozessordnung für den Kanton Graubünden
[EGzStPO; BR 350.100] i.V.m. Art. 49 Abs. 1 lit. a des Gesetzes über die
Verwaltungsrechtspflege für den Kanton Graubünden [VRG; BR
370.100)]). Anfechtungsobjekt des vorliegenden Verfahrens ist der
Entscheid der Beschwerdegegnerin vom 7. Mai 2020, worin dem
Beschwerdeführer eine Busse von Fr. 200.-- sowie Gebühren von Fr. 100.--
auferlegt wurden. Als Adressat des angefochtenen Entscheids ist der
Beschwerdeführer davon berührt und er weist ein schutzwürdiges
Interesse an dessen gerichtlichen Überprüfung auf (vgl. Art. 50 VRG). Auf
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die im Übrigen frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde ist somit
einzutreten (vgl. Art. 52 Abs. 1 und Art. 38 VRG).
1.2. Nach Art. 43 Abs. 3 lit. a VRG entscheidet das Verwaltungsgericht in
einzelrichterlicher Kompetenz, wenn der Streitwert Fr. 5'000.-- nicht
überschreitet und keine Fünferbesetzung vorgeschrieben ist. Der Streitwert
beläuft sich vorliegend auf Fr. 300.--. Da darüber hinaus für die Beurteilung
der vorliegenden Streitsache keine Fünferbesetzung vorgeschrieben ist,
gilt die Zuständigkeit des Einzelrichters als gegeben.
2.1. Gemäss Art. 32 Abs. 1 des Abfallgesetzes der Beschwerdegegnerin
(nachfolgend: Abfallgesetz) werden Widerhandlungen gegen die
Vorschriften des Abfallgesetzes mit Busse bis Fr. 5'000.-- bestraft, soweit
sie nicht unter die Gesetzgebung des Bundes oder des Kantons fallen. Die
Widerhandlung muss Vorschriften oder Anordnungen über das Sammeln,
Aufbewahren, Verwerten und Entsorgen von Abfällen betreffen (vgl. Art. 32
Abs. 1 Abfallgesetz). Gemäss Art. 7 Abs. 1 Satz 1 Abfallgesetz ist es
verboten, Abfälle aller Art ohne entsprechende Bewilligung auf öffentlichem
oder privatem Gelände abzustellen oder zu vergraben. Für die Entsorgung
von Abfall ist gemäss Art. 12 Abs. 1 Abfallgesetz die Verwendung von
gebührenpflichtigen Säcken der Gemeinde obligatorisch. Derjenige,
welcher seinen Abfall in nicht gebührenpflichtigen Säcken entsorgt, wird
folglich mit einer Busse belegt. Für die Auferlegung der Busse ist der
Gemeindevorstand zuständig. Er stellt den Sachverhalt und die
persönlichen Verhältnisse der betroffenen Person fest. Diese ist vor der
Bemessung der Busse anzuhören (vgl. Art. 32 Abs. 2 Abfallgesetz).
2.2. Der Beschwerdeführer macht geltend, dass er der romanischen Sprache
nicht mächtig sei. Er habe somit das Abfallgesetz, welches nur in
romanisch veröffentlicht sei, nicht verstehen können. Dies vermag den
Beschwerdeführer indessen nicht zu entlasten. Gemäss Art. 5 der
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Gemeindeverfassung der Beschwerdegegnerin ist "rumantsch vallader" die
Amtssprache der Gemeinde. Das Abfallgesetz ist in der Amtssprache
verfasst. Gemäss Rechtsprechung des Bundesgerichts hat, wer in ein
fremdes Sprachgebiet zieht, grundsätzlich die Konsequenzen zu tragen,
die sich daraus ergeben (vgl. BGE 122 I 236 E.2d f.; Urteil des
Verwaltungsgerichts des Kantons Graubünden U 00 84 vom 21. November
2000 E.2). Der Beschwerdeführer hatte somit keinen Anspruch darauf, das
Abfallgesetz in deutscher Sprache zu erhalten. Hingegen hätte er sich bei
der Gemeinde erkundigen und mündliche Auskünfte einholen können. Es
wäre ihm im Übrigen auch zumutbar gewesen, sich bei beiden Sprachen
mächtigen Bekannten die entsprechenden Bestimmungen des
Abfallgesetzes übersetzen zu lassen. Schliesslich ist an diesem Einwand
zu zweifeln, weil der Beschwerdeführer selber ausgeführt hat, dass er
bereits seit acht Jahren in der Gemeinde lebt. Die behauptete Unkenntnis
des "rumantsch vallader" vermag den Beschwerdeführer somit nicht zu
entlasten.
2.3. Vorliegend ist unbestritten, dass der Beschwerdeführer seinen Abfall in
mehreren nicht gebührenpflichtigen Abfallsäcken auf dem Gelände der
Deponie in B._ entsorgte. Der Beschwerdeführer wusste, dass er den
Abfall nur in gebührenpflichtigen Kehrichtsäcken entsorgen darf. Zudem
waren ihm die Öffnungszeiten der Deponie bekannt. Sein Vorbringen, dass
das Tor um 14:55 Uhr geschlossen war, ist unbeachtlich. Er hat die
"schwarzen", nicht gebührenpflichtigen Abfallsäcke über den Zaun auf die
Deponie geworfen. Damit hat er vorsätzlich gegen die Abfallvorschriften
verstossen, weshalb ihm die Gemeinde zu Recht – nach vorgängiger
Anhörung (Art. 32 Abs. 2 Abfallgesetz) – eine Busse auferlegte.
2.4. Die Höhe der Busse bemisst sich nach den Verhältnissen des Täters so,
dass dieser die Strafe erleidet, die seinem Verschulden angemessen ist
(vgl. Art. 106 Abs. 3 des Schweizerischen Strafgesetzbuches [StGB;
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SR 311.0] i.V.m. Art. 2 Abs. 1 EGzStPO). Vorliegend handelte der
Beschwerdeführer mit direktem Vorsatz. Die ausgesprochene Busse ist mit
Fr. 200.-- am unteren Ende des Strafrahmens des
beschwerdegegnerischen Abfallgesetzes. Die Bussenhöhe entspricht
mithin dem Verschulden und ist nicht zu beanstanden.
2.5. Die Beschwerdegegnerin kann gemäss beschwerdegegnerischer
Verfassung Verwaltungsgebühren erheben, welche nach dem
Kostendeckungs- und dem Äquivalenzprinzip bemessen werden (vgl.
Art 68 Abs. 2 und 3 Gemeindeverfassung der Beschwerdegegnerin).
Vorliegend betragen Schreib- und Umtriebsgebühr Fr. 100.--. Die Höhe und
Geltendmachung der Gebühren ist nicht zu beanstanden, weshalb sie dem
Beschwerdeführer zu Recht auferlegt wurden.
2.6. Die übrigen Vorbringen, betreffend angeblich strafbaren Verhaltens von
anderen Personen, bilden nicht Gegenstand des vorliegenden Verfahrens.
Sofern der Beschwerdeführer der Ansicht ist, dass strafbare Handlungen
vorliegen, kann er diese bei der Kantonspolizei oder der Staatsanwaltschaft
zur Anzeige bringen. Auf jeden Fall entbindet eine etwaige strafbare
Handlung eines anderen den Beschwerdeführer nicht davon, selbst die
gesetzlichen Vorschriften einzuhalten. Infolgedessen ist die Beschwerde
abzuweisen.
3. Bei diesem Ausgang gehen die Verfahrenskosten zulasten des
unterliegenden Beschwerdeführers (vgl. Art. 73 Abs. 1 VRG). Die
Staatsgebühr wird angesichts des geringen Verfahrensaufwands des
Einzelrichters gestützt auf Art. 75 Abs. 2 VRG auf Fr. 500.-- festgesetzt.
Gemäss Art. 78 Abs. 2 VRG wird Bund, Kanton und Gemeinden sowie mit
öffentlich-rechtlichen Aufgaben betrauten Organisationen in der Regel
keine Parteientschädigung zugesprochen, wenn sie in ihrem amtlichen
Wirkungskreis obsiegen. Vorliegend besteht kein Anlass, davon
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abzuweichen, weshalb der obsiegenden Beschwerdegegnerin keine
aussergerichtliche Entschädigung zuzusprechen ist.