# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 6bd3a967-642b-50b8-8c2a-6bad02ca7658
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2021
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1980, war seit dem 1. September 2000 bei der
Z._ AG
in Zürich
angestellt und damit bei der AXA Versicherungen AG
(nachfolgend: A
XA
)
versichert, als er sich am
9.
September 2016
bei
m Fussballspielen das linke Knie verletzte
(Urk. 10/1
).
D
ie AXA
erbrachte
die
obligatorischen Leistungen (Heilungskosten) bei stets voller Arbeitsfähigkeit des Versicherten.
1.2
Am
1
3.
August 2019
meldete der Versicherte
einen Rückfall zum Unfall vom
9.
September 2016
(Urk.
10
/
5
).
Nach getätigte
n Abklärungen verneinte die AXA
mit Verfügung vom
6.
März 2020
ihre Leistungspflicht für die als Rückfall gemeldeten
Knie
beschwerden links (Urk.
10
/
14
).
Die vom Versicherten am
3
0.
April 2020
erhobene Einsprache (Urk.
10
/
21) wies die AXA
am
1.
September 2020 ab (Urk. 10
/
27
= Urk. 2).
2.
Der Versicherte erhob am
2.
Oktober 2020
Beschwerde (Urk. 1) gegen den
Ein
sprache
entscheid
vom 1.
September 2020
(Urk. 2) und beantragte
, dieser sei auf
zuheben und
es seien ihm die gesetzlichen Versicherungsleistungen auszurichten, eventuell seien weitere Abklärungen zu treffen (S. 2).
Mit Beschwerdeantwort vom 2
1.
Januar 2021
(Urk.
9
) beantragte die
AXA
die Abweisung der Beschwerde.
Mit Replik vom 1
6.
Februar 2021 (
Urk.
14) hielt der Beschwerdeführer an seinem Antrag fest. Mit Eingabe vom
7.
Mai 2021 verzich
tete die Beschwerdegegnerin auf das Einreichen einer eigentlichen Duplik und hielt ebenfalls an ihrem Antrag fest (
Urk.
19). Dies wurde dem Beschwerdeführer am 1
0.
Mai 2021
zur Kenntnis gebracht (Urk.
20
).
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
UV170760
Übergangsrecht UVG-Revision, in Kraft seit 1. Januar 2017
09.2019
Am 1. Januar 2017 sind die geänderten Bestimmungen des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG) und der Verordnung über die Unfallversicherung (UVV) in Kraft getreten.
Gemäss den allgemeinen übergangsrechtlichen Regeln sind der Beurteilung jene Rechtsnormen zu Grunde zu legen, die in Geltung standen, als sich der zu den materiellen Rechtsfolgen führende und somit rechtserhebliche Sachverhalt ver
wirk
licht hat (vgl. BGE 127 V 466 E. 1, 126 V 134 E. 4b). Dementsprechend sehen die Übergangsbestimmungen zur Änderung vom 25. September 2015 des UVG vor, dass Versicherungsleistungen für Unfälle, die sich vor dem 1. Januar 2017 ereignet haben, und für Berufskrankheiten, die vor diesem Zeitpunkt ausge
bro
chen sind, nach bisherigem Recht gewährt werden (Absatz 1 der genannten Über
gangsbestimmungen).
Der hier zu beurteilende Unfall hat sich am 9. September 2016 ereignet, weshalb die bis 31. Dezember 2016 gültig gewesenen Normen auf den vorliegenden Fall An
wendung finden und in dieser Fassung zitiert werden.
1.2
Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss UVG setzt voraus, dass zwi
schen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Invalidität, Tod) ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht. Ursachen im Sinne des natür
lichen Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne deren Vorhandensein der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der gleichen Weise bezie
hungsweise nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann. Ent
sprechend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des natürlichen Kausalzu
sammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleinige oder un
mittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schädi
gende Ereignis zusammen mit anderen Bedingungen die körperliche oder geis
tige Integrität der versicherten Person beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht weg
gedacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene ge
sundheitliche Störung entfiele (BGE 129 V 177 E. 3.1, 402 E. 4.3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, worüber die Ver
waltung beziehungsweise im Beschwerdefall das Gericht im Rahmen der ihm obliegenden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt für die Begründung eines Leistungs
an
spruches nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
1.3
Die Leistungspflicht des Unfallversicherers setzt im Weiteren voraus, dass zwi
schen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden ein adäquater Kausal
zusammenhang besteht. Nach der Rechtsprechung hat ein Ereignis dann als adä
quate Ursache eines Erfolges zu gelten, wenn es nach dem ge
wöhnlichen Lauf der Dinge und nach der allgemeinen Lebens
erfahrung an sich geeignet ist, einen Erfolg von der Art des eingetretenen herbeizuführen, der Eintritt dieses Er
folges also durch das Ereignis allgemein als begünstigt erscheint (BGE 129 V 177 E. 3.2, 405 E. 2.2, 125 V 456 E. 5a).
1.4
Die Versicherungsleistungen werden auch für Rückfälle und Spätfolgen gewährt (Art. 11 UVV). Bei einem Rückfall handelt es sich um das Wiederaufflackern einer vermeintlich geheilten Krankheit, so dass es zu ärztlicher Behandlung, möglich
erweise sogar zu (weiterer) Arbeitsunfähigkeit kommt; von Spätfolgen spricht man,
wenn ein scheinbar geheiltes Leiden im Verlaufe längerer Zeit organische oder auch psychische Veränderungen bewirkt, die zu einem anders gearteten Krank
heitsbild führen können (BGE 118 V 293 E. 2c mit Hinweisen).
Rückfälle und Spätfolgen schliessen sich begrifflich an ein bestehendes Unfaller
eignis an. Entsprechend können sie eine Leistungspflicht der Unfallversicherung nur auslösen, wenn zwischen den erneut geltend gemachten Beschwerden und der seinerzeit beim versicherten Unfall erlittenen Gesundheitsschädigung ein natür
licher und adäquater Kausalzusammenhang besteht (BGE 118 V 293 E. 2c in
fine
).
Es obliegt der versicherten Person, das Vorliegen eines natürlichen Kausalzusam
menhangs zwischen dem neuen Beschwerdebild und dem Unfall mit dem im Sozialversicherungsrecht geltenden Beweisgrad der überwiegenden Wahrschein
lichkeit nachzuweisen. Je grösser der zeitliche Abstand zwischen dem Unfall und dem Auftreten der gesundheitlichen Beeinträchtigung ist, desto strengere Anfor
derungen sind an den Wahrscheinlichkeitsbeweis des natürlichen Kausalzusam
menhangs zu stellen. Bei Beweislosigkeit fällt der Entscheid zu Lasten der versicher
ten Person aus. Werden durch einen Unfall Beschwerden verursacht, über
nimmt die Unfallversicherung
den durch das Unfallereignis verursachten Schaden, spätere Gesundheitsstörungen dagegen nur, wenn eindeutige Brücken
symptome gegeben sind (Urteil des Bundesgericht 8C_113/2010 vom 7. Juli 2010 E. 2.3).
1.5
UV170510
Beweiswert eines Arztberichts
08.2018
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schluss
folgerungen der Experten begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a mit Hinweis).
UV170510
1.6
UV170530
Beweiswert von versicherungsinternen ärztlichen Einschätzungen
08.2018
Nach der Rechtsprechung kommt auch den Berichten und Gutachten versiche
rungsinterner Ärztinnen und Ärzte Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig erschei
nen, nachvollziehbar begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen (BGE 125 V 351 E. 3b/
ee
). Das Anstellungsverhältnis einer versicherungsinternen Fachperson zum Versiche
rungs
träger alleine lässt nicht schon auf mangelnde Objektivität und Befangen
heit schliessen (BGE 137 V 210 E. 1.4, 135 V 465 E. 4.4). Soll ein Versicherungs
fall jedoch ohne Einholung eines externen Gutachtens entschieden werden, so sind an die Beweiswürdigung strenge Anforderungen zu stellen. Bestehen auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der versicherungsin
ternen ärztlichen Feststellungen, so sind ergänzende Abklärungen vorzunehmen (BGE 142 V 58 E. 5.1, 139 V 225 E. 5.2, 135 V 465 E. 4.4 und E. 4.7).
UV170530
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin ging im angefochtenen En
tscheid (Urk. 2) davon aus, es sei unbestritten, dass der Beschwerdeführer am
9.
September 2016 ein Unfall
ereignis erlitten habe.
Die Aktenlage zeige auf, dass nach dem Ereignis vom
9.
September 2016 die letzte Behandlung am
8.
November 2016 stattgefunden und sich der Beschwerdeführer erst am
4.
Juli 2019 wieder bei
Dr.
A._
vor
gestellt
und dabei
über
rezidivierende Beschwerden im Bereich des
anterioren
Kompartiments geklagt habe, was einer behandlungsfreien Episode von nahezu
drei Jahren entspreche.
Somit könne als erstellt gelten, dass eine Rückfallkons
tellation vorliege, womit die Leistungspflicht der für die ab Juli 2019 geltend gemachten Beschwerden in beweisrechtlicher Hinsicht unter dem Gesichtspunkt eines Rückfalls zu prüfen seien
und die Beweislast beim Beschwerdeführer liege
.
Ihr beratender Arzt
Dr.
B._
sei zum Schluss gekommen, die Beschwerden am linken Knie könnten nicht überwiegend wahrscheinlich in einem natürlichen Kausalzusammenhang zum Ereignis vom
9.
September 2016 gesehen werden. Eine Traumatisierung des
femoropatellären
Gleitlagers
sei nicht überliefert, die zunehmende
femoropatelläre
Ch
o
ndropathie
lasse sich aufgrund des Dysplasie erklären.
Das Intervall von über zwei Jahren bis zur erneuten Arztkonsultation wegen
femoropatellären
Beschwerden sei zu lang, um einen posttraumatischen Knorpelschaden zu postulieren, bei dieser Genese wäre der oberste Zeitrahmen 12
Monate.
Hinzu komme, dass der vom Beschwerdeführer geschilderte Hergang mit einer Verdrehung des Knies ohne Sturz keinen Mechanismus erkennen lasse, der das
femoropatelläre
Gleitlager sehr hoch belaste. Die Fähigkeit, das Fussball
spiel zu beenden, spreche gegen eine akute Schädigung (S. 5).
Mit
den
Beurteilun
gen durch die versicherungsinternen Ärzte sei ohne Zweifel erwiesen, dass unfall
fremde Ursachen den bestehenden Gesundheitsschaden ausgelöst hätten und die ab Juli 2019 geltend gemachte Symptomatik nicht in einem natürlich kausalen Zusammenhang zum Ereignis vom
9.
September 2016 stehe.
In
casu
liege die Beweislast im Rahmen des Rückfalls beim Beschwerdeführer, mithin sei es ihm nicht gelungen, den natürlichen Kausalzusammenhang der bestehenden Sympto
matik mit dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwie
genden Wahrscheinlichkeit zu rubriziertem Ereignis darzutun (S. 6).
Daran hielt die Beschwerdegegnerin mit Duplik vom
7.
Mai 2021 fest (
Urk.
19).
2.2
Der Beschwerdeführer stellte sich demgegenüber auf den Standpunkt (Urk. 1), der
beratende Arzt der Beschwerdegegnerin
Dr.
B._
missachte die Tatsache, dass er gestürzt sei. Ein Sturz sei in den Akten klar festgehalten, da er anlässlich der Erstkonsultation in der
Klinik C._
am 1
4.
September 2016 einen Sturz auf die linke Seite mit Verdrehung des linken K
niegelenks erwähnt habe. Genau dieser Sturz habe zu einer hohen Belastun
g des
femoropatell
ä
ren
Gleitlagers
geführt
(S. 3)
.
Die beratenden Ärzte der Beschwerdegegnerin gingen von einem falschen Unfallmechanismus aus und verneinten aktenwidrig einen Sturz. Weiter würden sie aus den MRI-Untersuchungen die falschen Schlüsse ziehen. Obwohl ein
Bone
Bruise
in der Regel durch ein traumatisches Ereignis entstehe, würden die beratenden Ärzte ohne weitere Begründung behaupten, dass dieses nicht als
posttraumatisch kontusionsbedingt interpretiert werden könne, weil im aktuel
leren MRI eine praktisch unveränderte
Ödemzone
bestehe.
Dies sei nicht
zutref
fend,
d
er Knorpelspezialist habe ein Fortschreiten des Knorpelschadens festge
stellt
(S. 4)
.
Die Berichte der behandelnden Ärzte hingegen würden nach
vollzieh
bar begründen, warum die geltend gemachten Beschwerden überwiegend wahr
scheinlich auf den Unfall zurückzuführen seien (S. 5).
In der Replik
(
Urk.
14)
hielt der Beschwerdeführer fest,
das von der Beschwerde
gegnerin im Beschwerdeverfahren eingeholte Aktengutachten von
Dr.
D._
sei aus dem Recht zu weisen. Im Übrigen sei darin nicht schlüssig dargelegt worden, warum die heute geklagten Kniebeschwerden nicht in einem natürlichen Kausal
zusammenhang mit dem Unfallereignis vom
9.
September 2016 stünden, zumal mehr Indizien für eine Unfallkausalität sp
r
ächen
(
S.
2 ff.
Ziff.
4 ff.
).
2.3
Strittig und zu prüfen ist, ob die
ab Juli 2019 vom Beschwerdeführer geltend gemachten Beschwerden des linken Knies
im Sinne eines Rückfalls in
rechts
genüglichem
Zusammenhang mit dem Unfallereignis vom 9. September 2016 stehen und er somit Anspruch auf Versicherungsleistungen hat.
3.
3.1
Die Ärzte der
Klinik C._
führten in der Krankenakte des Beschwerde
führers vom 1
4.
September 2016 aus (
Urk.
11/1), es sei eine Selbstzuweisung nach einem Unfall erfolgt. Am
9.
September 2016 sei der Beschwerdeführer beim Fuss
ball bei einer Drehung und Körperkontakt mit dem Gegner auf die linke Seite gestürzt mit Verdrehung des linken Kniegelenks. Er habe einen sofort einschies
senden Schmerz verspürt sowie im
weiteren
eine eingeschränkte Beugungsfähig
keit. Seitdem bestehe immer wieder ein Blockadegefühl. Sie nannten als Diag
nosen eine Distorsion des linken Knies, eine
varische
Beinachse sowie einen Knick
Senkfuss beidseits.
3.2
Am 1
5.
September 2016 führten sie aus (
Urk.
11/5), die MRI-Untersuchung habe einen
Bone
Bruise
der Patella, eine retropatell
a
re
Chondropathie
Grad I, gegen medial übergehend in eine Grad II sowie eine mögliche Unterflächenruptur des medialen Meniskus
posteromedial
ergeben.
Am 2
1.
September 2016
(
Urk.
11/4 S. 1)
führten sie aus, es sei insgesamt besser, jedoch sei der Beschwerdeführer nach wie vor nicht völlig beschwerdefrei. Das MRI des Kniegelenks vom 1
5.
September 2016 habe ein diffuses K
n
ochenmarks
ödem in der P
atella
sowie
ein
en
signalalterierte
n
retropatell
ä
re
n
Knorpel in sämt
lichen Anteilen mit Höhenminderung medial
ergeben
.
Es bestehe ein möglicher kleiner Einriss an der Unterfläche des medialen Meniskus
posteromedial
.
Es zeige sich kein Gelenkserguss, die Form und Lage der Patella sowie die
Quadrizeps
-
und Patellarsehne
und d
er Knorpel im medialen lateralen Kompartiment sei
en
normal.
Es bestehe ein
Bone
Bruise
der P
atella sowie eine
retropatell
ä
re
Chond
ropathie
Grad I,
gegen medial übergehend in eine
Grad II
.
Die Ärzte der
Klinik C._
führten in der Krankenakte des Beschwerde
führers vom
8.
November 2016 aus (
Urk.
11/4 S. 2), es gehe dem Beschwerde
führer deutlich besser, er sei jedoch noch nicht völlig beschwerdefrei. Bei bestimmten Bewegungen bestehe noch eine leichte Beschwerdesymptomatik.
3.
3
Betreffend die im August 2019 zur Rückfallmeldung führenden Beschwerden (
Urk.
10/5) nahm
Dr.
med.
A._
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, am
4.
Juli 2019 (
Urk.
11/2)
Stellung
,
berichtete
über die gleichentags erfolgte Sprechstunde und nannte als Diagnose einen Verdacht auf einen
retropatellären
Knorpelschaden. Er führte aus,
der Beschwerdeführer
berichte
über eine Distorsion nach einem Zwei
kampf und einem Foul beim Fussballspielen im 201
6.
Seitdem bestünden rezidi
vierend immer wieder Beschwerden im Bereich des
anterioren
Kompartiments.
Teilweise müsse er das Fussballspielen sistieren. Der Beschwerdeführer zeige ein regelrechtes Gangbild sowie eine recht gut ausgebildete Muskulatur der unteren Extremität. Ein Druckschmerz bestehe im Bereich des inferioren
Patellapools
.
Die Patella sei stabil geführt (S. 1). D
as
MRI des
linken
Kniegelenks 2016 zeige einen deutlichen
Bone
Bruise
im Bereich der Patella bei Jägerhutpatella
sowie einen kleinen Einriss im Bereich der medialen
Patel
lafacette
, ein intaktes vorderes
und hinteres Kreuzband sowie einen intakten Innen- und Aussenmeniskus und intakte Kollateralbänder
.
Beim Beschwerdeführer
bestehe
auch nach drei Jahren noch ein
anteriorer
Knieschmerz bei Belastung bei initial nachgewiesenem Ödem und kleinem Einriss im Bereich der
Patellafacette
medial.
Zur Kontrolle der Knorpel
problematik, dass keine Vergrösserung aufgetreten sei
, werde wiederum ein M
RI durchzuführen sei
n
.
3.4
Die MRI-Untersuchung des linken Kniegelenks vom
8.
Juli 2019 im Swiss
Diag
nostic
Center ergab
eine
Chondropathie
retropatell
ä
r
, lateral betont, bei fokalem bis zum Knochen reichendem Knorpeldefekt mit
angrenzendem Knochenmark
ödem sowie Zeichen
einer
Trochleadysplasie
. Es zeigte sich keine Meniskus- oder Bandläsion (
Urk.
11/7).
3.
5
Dr.
A._
berichtete am 1
2.
Juli 2019 (
Urk.
11/3) über die am
9.
Juli 2019 erfolgte Sprechstunde und
nannte als Diagnose einen
retropatellären
Knorpel
schaden lateral mit angrenzendem Knochenmarksödem
im linken
Kniegelenk
.
Er
führte aus,
im MRI des linken Kniegelenks vom
8.
Juli 2019 zeige sich ein deut
licher Knorpelschaden
retropatellär
mit
einer Grösse von 5x2 mm bis auf den Knochen reichend. Angrenzend dazu bestünden kleine
subchondrale
Zysten und
eine
Ödembildung
.
Es bestünden leichte Zeichen einer
Trochleadysplasie
. Es sei weiterhin keine intraartikuläre Läsion erkennbar.
Beim Beschwerdeführer bestehe wie vermutet eine Knorpelschädigung posttraumatischer Genese, welche klassisch längere Zeit nach entsprechenden Unfällen auftrete.
Es werde nun
versucht, das Knie
muskulär
zu stabilisieren.
3.
6
Dr.
A._
berichtete am 2
8.
Oktober 2019 (
Urk.
11/8)
über die gleichentags erfolgte Sprechstunde, nannte als Diagnose einen
retropatellären
Knorpelschaden am linken Kniegelenk und führte aus, der Beschwerdeführer stelle sich zur klini
schen Verlaufskontrolle vor. Durch die Physiotherapie sowie die Einnahme von
Chondrosulf
sei eine deutliche Verbesserung der lokalen Symptomatik einge
tre
ten.
Lediglich kurz vor sportlichen Tätigkeiten sowie danach verspüre er einen leichten Druck, es bestehe keine Schwellneigung. Es zeige sich ein reizloses Kniegelenk und es bestehe kein intraartikulärer Erguss. Beim Beschwerdeführer bestehe aktuell ein asymptomatischer Knorpelschaden
retropatellär
posttrau
mati
scher Genese.
Da die klinische Symptomatik sehr gut sei, werde ein weiteres Zuwarten sowie ein Verlaufs-MRI im Sommer nächsten Jahres empfohlen.
3.7
Dr.
med.
B._
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Trauma
tologie des Bewegungsapparates, beratender Arzt der Beschwerdegegnerin, nahm am 1
3.
Januar 2020 Stellung (
Urk.
11/9) und führte aus,
bei den
geklagten
Beschwerden handle es sich nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit um einen Rückfall des Ereignisses vom
9.
September 201
6.
Eine Traumatisierung des
femoropatellären
Gleitlagers sei nicht überliefert. Die zunehmende
femoro
patelläre
Chondropathie
lasse sich aufgrund der Dysplasie erklären. Das Intervall von über zwei Jahren bis zur erneuten Arztkonsultation wegen
femoropatellären
Beschwerden sei zu lang, um einen posttraumatischen Knorpelschaden zu postu
lieren. Bei dieser Genese wäre der oberste Zeitrahmen zwölf Monate.
3.8
Dr.
B._
nahm am
5.
März 2020 erneut Stellung (
Urk.
11/10) und führte aus,
der vom Beschwerdeführer geschilderte Hergang mit einer Verdrehung des Knies ohne Sturz lasse keinen Mechanismus erkennen, der das
femoropatelläre
Gleitlager sehr hoch belaste. Die Fähigkeit, das Fussballspiel zu beenden, spreche gegen eine akute Schädigung. In diesem Zusammenhang sei nicht verständlich, weswegen
Dr.
A._
am 2
8.
Oktober 2019 bei einer asymptomatischen
femoro
patellären
Chondropathie
von einer traumatisch bedingten Genese sprechen könne.
3.9
Dr.
A._
berichtete am 3
0.
April 2020 (
Urk.
11/11) und führte aus, ob das diffuse Knochenmarksödem vom MRI vom 1
5.
September 2016 auf den Unfall vom
9.
September 2016 zurückzuführen sei, sei für ihn eindeutig. Eine
Chondro
pathie
I. Grades bedeute lediglich eine leichte Flüssigkeitsvermehrung im MRI
. Es bedeute noch keinen strukturellen Schaden des Kniegelenks.
Auch
da
s
s durch eine
Chondropathie
Grad I ein
subchondrales
Ödem
(das bedeute Flüssigkeit im Bereich des Knochenmarkes) auftreten könne, sei mehr als unwahrscheinlich, da
der Knorpel an sich absolut intakt erscheine. Dies wisse man von
arthrosko
pischen
Eingriffen.
Wie hoch die Wahrscheinlichkeit sei, könne er nicht genau klassifizieren. Jedoch gebe es sehr häufig Knorpelschäden, die erst im weiteren Verlauf nach Unfällen und direktem Anprall von Knorpeloberflächen aufeinander aufträten.
3.10
Dr.
med.
E._
, Facharzt für Chirurgie, beratender Arzt der Beschwerdegegnerin, nahm am 1
7.
August 2020 Stellung (
Urk.
11/12) und führte aus, die geltend gemachte Symptomatik stehe lediglich mit dem Beweisgrad der
Möglichkeit in einem natürlichen Kausalzusammenhang zum Ereignis vom
9.
September 201
6.
Einerseits sei das geschilderte Ereignis mit gegrätscht werden des linken Standbeins aus biomechanischer Sicht nicht geeignet, eine Überlastung des
Femoropatellargelenkes
zu bewirken.
Andererseits weise der Beschwerde
führer eine erhebliche Dysplasie des linken
Femoropatellargelenkes
auf, wobei eine solche Konstellation pathognomonisch sei für das konsekutive Auftreten
chondropathischer
und
arthrotischer
Veränderungen in diesem Gelenk.
Die im MRI sichtbare
Bone
Bruise
-Veränderung könne im vorliegenden Fall nicht als posttraumatisch kontusionsbedingt interpretiert werden, sondern stehe in Zusam
menhang mit der
Chondropathie
, die im
subchondralen
Bereich ebenso öde
mat
öse Veränderungen verursachen könne wie nach einer direkten Kontusion. Dafür spreche auch die Tatsache, dass im MRI vom
8.
Juli 2019 eine praktisch unverän
derte
suchondrale
Ödemzone
ohne vorgängiges Ereignis bestehe.
Von einer trau
matisch verursachten
Bone
Bruise
würde man ein Abklingen innerhalb weniger Monate erwarten (S. 1). Es sei davon auszugehen, dass es sich initial um eine banale Kniedistorsion gehandelt habe. Eine solche wiederum sei durchaus geeig
net, eine möglicherweise bis anhin stumme
Chondropathie
im
Femeropa
tellar
gelenk
temporär zu aktivieren. Dies über einen Zeitraum von zwei bis drei Monaten.
Das geschilderte Ereignis vom
9.
September 2016 sei nicht geeignet, das
Femoropatellargelenk
explizit zu belasten und die jetzt seit 2016 eher zuneh
mende
Chondropathie
zu verursachen
(S. 2)
.
3.11
Prof.
Dr.
med.
F._
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Trau
matologie des Bewegungsapparates, Leitender Oberarzt,
G._
Klinik,
Hüft- und Kniechirurgie, berichtete am
1.
Oktober 2020 (
Urk.
3/2)
über die gleichentag
s erfolgte Sprechstunde, nannte
als Diagnose ein
en
traumatisch bedingte
n
Knor
pel-/Knochenschaden an der proximalen Patella des linken Kniegelenks und f
ührte
aus,
im posttraumatisch durchgeführten MRI 2016 habe sich bereits eine Knorpelkontusion im Bereich der
Patellarückfläche
mit einem ausgeprägten Kno
chenmarködem
als Zeichen eines initialen Unfalls der
osteo
chondralen
Einheit im Bereich der Kniescheibenrückfläche
gezeigt
. Initial sei eine konservative Therapie erfolgt.
Bei persistierenden Beschwerden sei 2019 ein Verlaufs-MRI erfolgt. Darin habe sich ein deutlicher Progress des initial traumatisch bedingten Knorpel
schadens mit nun einem K
n
orpel-/Knochenschaden mit bereits Zystenbildung gezeigt
, was typisch sei nach initialer
Ödembildung
im Bereich der Kniescheiben
rückfläche
im Sinne eines ausgeprägten
osteochondralen
Defekts. Nun im zuletzt durchgeführten MRI des linken Kniegelenks vom 1
4.
August 2020 zeige sich ein noch ausgeprägter
osteochondraler
Defekt im Bereich der Kniescheibenrückfläche mit bereits ausgeprägter Zystenbildung und tiefgreifenden Knorpelschäden.
In der
klinischen Untersuchung des linken Kniegelenks zeige sich dieses aktuell frei
beweglich mit nur einer diskreten
patellofemoralen
Beschwerdesymptomatik.
Ansonsten bestehe ein unauffälliger Untersuchungsbefund des linken Kniege
lenks bei
varischer
Beinachse.
In der heute durchgeführten Röntgendiagnostik zeige sich keine Arthrose bei regelhafter
patellofemoraler
und
tibiofemoraler
Artikulation bei diskret
varischer
Beinachse. Der initiale Unfall habe zu dem Ödem geführt und aus dem Ödem habe sich der nun bestehende Knorpel-Knochenschaden entwickelt, welcher nun von selbst nicht mehr ausheilen werde und auf lange Sicht progrediente Beschwerden machen werde und eine hohe Gefahr bestehe, dass sich eine
patellofemorale
Arthrose entwickle.
Vor diesem Hinter
grund werde dem Beschwerdeführer eine eher zeitnahe Intervention des linken Kniegelenks mit initialer Arthroskopie der Kniescheibenrückfläche mit lateraler
Arthrotomie
empfohlen.
Es sei nochmals anzumerken, dass der Knor
pel
/Kno
chenschaden
,
welcher im Bereich der Kniescheibenrückfläche bestehe, ganz klar auf den Unfall 2016 zurückzuführen sei auf Grund der
T
atsache, dass man bereits 2016 ein Knochenmarköden und eine initiale Knorpelschädigung sehe.
3.12
Dr.
med.
D._
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des
Bewegungsapparates, beratender Arzt der Beschwerdegegnerin, nah
m
am 2
0.
Januar 2021 Stellung (
Urk.
11/14) und führte aus,
bezüglich des Schaden
mechanismus lägen widersprüchliche Angaben vor.
Dr.
H._
habe
am 1
4.
Sep
tember 2016 über
eine Kniedistorsion und Sturz auf die linke Seite nach gegne
rischem Körperkontakt mit sofort einschiessendem Schmerz
berichtet
. Gemäss Unfall
meldung vom 1
5.
September
2016 und Fragebogen vom
5.
Oktober
2016 sei
d
er
Beschwerdeführer
mit dem Rücken zum Tor gestanden, habe den Ball ange
nommen und sich Richtung Tor gedreht. In dieser Phase sei ein Gegner von hinten auf sein Standbein gegrätscht. Dadurch sei
das Knie leicht verdreht worden
, was aber im Vergleich zu anderen Fouls nicht aussergewöhnlich gewese
n sei.
Dr.
A._
hingegen habe
am
4.
Juli
2019 eine Kniedistorsion nac
h Zwei
kampf
protokolliert
. Die Rechtsanwältin
habe
am 3
0.
April
2020 fest
gehalten
: Beim Unfall sei es zu einem Schlag der Kniescheibe auf das Gleitlager und dadurch zu einem Knochenödem gekommen. Dieses könne durchaus zwei Jahre anhalten. Prof.
F._
habe sodann
am
1.
Oktober
2020 fest
gehalten
, dass der
Beschwerdeführer
eine ausgeprägte Kniegelenksdistorsion im Sinne eines trau
matischen Unfallereignisses im Jahr 2016 erlebt habe. Eine Manifestation des Knoch
ens am
Oberpol
der Patella lasse
auch an eine Zerrwirkung der
Quad
ricepssehne
denken.
Bilanzierend werde
eine unterschiedliche Unfalldramatik be
schrieben, die jeweils nicht begründet werde
. Aus Sicht des
Beschwerdeführers
habe
es sich beim Fuss
ballmatch in
der zwei
ten Halbzeit um ein «Dutzendfoul» ohne aussergewöhnliche Energieeinwirkung
gehandelt. Es werde nirgends präzisiert, wo der Beschwerde
führer
am Standbein getroffen w
o
rde
n sei
und ob eine direkte
beziehungsweise
indirekte Energie eingewirkt habe. Ein leichtes Abdrehen sei
nicht gleichbedeu
tend mit einer von Prof
.
F._
genannten ausgeprägten Kniedistorsion, die primär zu Band-
und Meniskusver
letzungen führen müsste. Es werde
nur von der
Rechtsanwältin eine Kniekontusion beschrieben. Falls gemäss Aussagen von
Dr.
H._
tatsächlich ein Sturz
erfolgt
sei
, so sei er gemäss ihrer Beschreibung auf die linke Seite und nich
t frontal auf das Knie passiert. Am glaubwürdigsten erscheine
die Primärdokumentation des
Beschwerdeführers mit der Einschät
zung eines nicht aussergewöhnlichen Schadensmechanismus und klinisch nicht rele
vanten Distorsionsfolgen, die keine Auswirkung auf die Fortsetzung der Sport
aktivität gehabt haben soll
(S. 5 f.)
.
Fünf Tage nach dem Ereignis
habe
Dr.
H._
einen
hinkfreien
Gang,
varische
Beinachsen, Knick-Senkfüsse beidseits und ein reizloses Knie ohne Schwellung
und Über
wärmung
dokumentiert
. Acht
Monate nach dem Ereignis finde
sie wie
derum e
in reizloses Kniegelenk. Sie habe
also nie eine
patelläre
Symptomatik klinisch reproduzieren können. Drei Jahre nach dem Ereignis finde
Dr.
A._
ebenfalls ein regelrechtes Gangbild mit gut ausgebildeter Muskulatur. Im Wisse
n um die MRI-Bilder von 2016 mit dem
Befund eines kleinen Knorpeleinrisses in der medialen
Patellafazette
und d
em deutlichen
Bone
Bruise
finde
er einen Druck
schmerz am
Patellaunterpol
, ein
leichtes
femoropatelläres
Krepitieren
und
ein
leicht positives
Zohlen
-Zeichen (Schmerzprovokationstes
t für die Kniescheibe). Er mache
keine Angaben zu einem Reizzustand. In einer Verlaufskontrolle nach Phy
siotherapie
habe er
am 2
0.
Oktober
2019 einen unauffälligen Lokalbefund
dokumentiert
. Viereinhal
b Jahre nach dem Ereignis finde
Prof.
F._
im Wissen um die MRI-Befunde 2016, 2019 und 2020 klinisch ein frei bewegliches, stabiles
und reizloses Knie mit nur dis
kreter
patellofemoraler
Beschwerdesymp
tomatik. Den Schaden lokalisiere
er im Gegensatz zum Befund am
Patellaunterpol
durch
Dr.
A._
an die proximale Patella
(S. 6 oben)
.
Bilanzierend erscheine
die intraartikuläre Sy
mptomatik (Entzündung, Erguss, Ü
ber
wärmung) nie derart, dass man von einer erheblichen intraarti
kulären Schä
digung ausgehen könne
.
In
der Primärdokumentation 2016 habe
keine
patelläre
Symp
tomatik dokumentiert werden kön
nen. Von einer Fachärztin für Rheuma
tologie und Sportmedizinerin hätte man erwarten müssen, dass sie spezifische Knie
symptome
erkennen und interpretieren könne
. Nach drei
Jahren ohne Arzt
kon
sul
tation habe
der orthopädische Facharzt
Dr.
A._
eine
patelläre
Sympto
matik reproduzieren können,
die sich all
erdings durch Physiotherapie weitge
hend
habe
zurückbilden können. Somit
sei
in erster Linie im
extraartikulären
Bereich (mus
ku
lär) unspezifisch ein
femoropatelläres
Schmerzsyndrom unklarer Genese behandelt
worden
. Klinisch
sei
durch die nicht konsistenten Befunde die Schmerz
ursache nicht erklärbar gewesen (Widerspruch der
Druckdolenz
am
Patel
launterpol
zum Befund am
Patellaoberpol
)
(S. 6 Mitte)
.
Der
Beschwerdeführer
ha
be
nach dem «Dutzend-Foul» die Fussballtätigkeit fort
gesetzt und die zweite Hälfte des Matches beendet. Erst auf dem He
imweg hätten die Schmerzen zuge
nommen, in den nachfolgenden Tagen aber wieder nachge
lassen und nach drei Wochen Pause sei der Heilungsprozess auf gutem Wege gewesen, dass er fast keine Schmerzen mehr gehabt habe und mutmassl
ich wieder Fussball gespielt habe
. Auch wenn im Verlauf der folgenden drei Jahre angeblich gelegentlich das Knie Beschwerden bereitet haben sollte,
habe
es nie Anlass zu einem Arztbesuch und offensichtlich auch nicht zum anhaltenden Abbruch der Fussballaktivität
gegeben
.
Prof.
F._
fokussiere
sich
nur auf die MRI-Bilder und mache
keine Angaben zum funktionellen Schadensbild.
Bilanzierend sei durch das vom Beschwerdeführer
geschilderte Erei
gnis initial keine sofortige Fä
higkeitsein
schränkung entstanden und es habe
sich im Ve
rlauf auch keine markante Behin
derung entwickelt. Die 2019 etwas verstärkte Schmerz
sympto
matik sei durch die unspezifi
s
chen Massnahmen am Gelenk beziehungsweise
durch die spezifischen Massnahmen an der
Muskulatur zeitgerecht wieder zurückgegangen, so dass die Fussballaktivität nie erheblich
habe eingeschränkt werden müssen (S. 6
unten
f.)
.
Im MRI vom 1
5.
September
2016 sei das Knochenödem in der Patella diffus, die Form und die Lage der Patella sei regelrecht. Der
retropatelläre
Knorpel sei medial etwas höhenvermindert und in sämtlichen Anteilen signalverändert. Im MRI vom
8.
Juli
2019 bestehe lateral an der Patella ein Knorpeldefekt mit angrenzendem Knochenmarködem maximal 1,7
cm, bis zum Knochen reichend. Auch in der medialen
Fazette
bestünden eine
Knorpelfibrillation
und
ein
subchondrales
Kno
chen
marködem. Die
Chondropathie
sei aber lateral betont. In der Einschät
zung von
Dr.
A._
sei der Knorpeldefekt
5x2
mm. Prof.
F._
berichte
über ein MRI vom 1
4.
Juni
2020, das einen noch
ausgeprägteren
os
teochondral
en
Defekt mit bereits ausgeprägter Zystenbil
dung und tiefgreifenden Knorpelschä
den zeige
(S. 7 oben)
.
Die
MRI-Bilder
von
2016
und
2019
seien
am 1
1.
Dezember
2020 dem auf Bewe
gungsapparat
spe
zialisierten Radiologen
Dr.
I._
, Radiologie
J._
in
K._
,
gezeigt
worden
(
vgl.
Urk.
11/14 S. 11
): Im MRI vom 2016
werde ein
Bone-Bruise
zentral am
Oberpol
als Ausdruck einer
trabekulären
Mikrofraktur,
relativ umschrieben.
Es bestehe ein l
eichtes Ö
dem im medialen
Retinaculum
als Aus
druck eines leichten lateralen Subluxationsstresses.
Es bestehe k
eine wesent
liche
Trochlea
- oder
Patelladysplasie
.
Der
Knorpel
retropatellär
sei
recht gut, zentral leicht signalalteriert,
es sei
kein wesentlicher Riss erkennbar. Aus radio
logischer Sicht
bestehe
eigentlich
eine
gute Prognose
mit einer
Abheilung innert weniger Wochen. Im MRI von 2019
bestünden
an
gleicher Stelle proximal Geröll
z
ysten und möglicherweise
eine
Nekrose,
der
Knorpel
sei
tief geschädigt,
es würden
Läsion umschrieben,
die
Kontaktzone mit
dem
Femur
sei
erst bei ca. 90 Grad Beugung.
Es bestehe k
ein Erguss.
Der
Knorpelschaden am
Oberpol
sei mä
s
sig bei sonst gutem Knorpel
femoropatellär
(S. 7
Mitte
)
.
Bilanzierend finde
man bei mutmasslich jahrelanger Fuss
ballexposition und angeblich un
auffälliger Knieanamnese ab
9.
September
2016 eine klinisch geri
nge Ausprägung einer Kniesympto
matik links ventral
patellär
nach einem funktionell nicht eindr
ücklichen und nicht spezifizier
ten
Traum
aereignis
beim Fussballmatch. Klinisch morphologisch bestehe
über Jahre hinweg eine wenig eindrückliche Symptomatik ohne
synoviale
Reizzeichen mit passagerer Ein
schränkung der Sportfähigkeit, jedoch ein topographisch kongruenter und pro
gredienter Schädigungsbefund am
Patellaoberpo
l
. Die Entstehung des im MRI diagnostizierten Kno
chenmarködems
sei
schwierig zu erklären, da die Schädi
gung am proximalen
Patellapol
liege
, der erst in einer deutlichen Beugestellung in Kontakt mit dem Femur komm
e
, wo die Kniescheibe bereits deutlich im
Sulcus
stabilisiert und nicht mehr
verrenkbar
sei
. Am ehesten lieg
e wegen des leichten Ö
dems im medialen
Retinaculu
m
eine geringe Distorsionsbelas
tung zu Grunde, wobei schwer vorstellbar
sei
, dass anlässlich eines «Dutzend-Fouls» eine derartige Knieschädigung mit einer nachvollziehbaren f
okalen Progredienz entstehen könne
. Die topographische kongruente Be
ziehung zwischen dem Schadensbil
d im M
RI vom Jahr 2016 und demjenigen vom Jahr 2019 sei offensichtlich vorhanden (S. 7
unten
).
Die zeitliche Beziehung zwischen dem Ereignis vom
9.
September
2016 und d
er Rückfallsymptomatik 2019 werde wohl postuliert, allerdings sei
das arztfreie Inter
vall knapp drei Jahre mit einer mehrheitlich gewährleisteten Sportfähigkeit für Fussball e
in klares Indiz gegen eine rele
v
a
nte Schädigung. Da die klinische Manifestation des angegebenen Ereignisses vom
9.
September 2016 auch aus Sicht des Beschwerdeführers
keiner aussergewöhnlichen Belastung («Dut
zend-Foul») entsprochen habe
und fünf Tage nach dem Ereignis keine klinische
n
spezifische
n
Schädigungszeichen erhoben worden
seien, müsse
man ernsthaft am später formulierten heftigen Schweregrad der Schädigung Zweifel anbringen
(S.
8 oben)
.
Als Schadensmechanismus k
äm
en entweder eine
distorsionelle
, eine
kontusio
nelle
oder Zerr
ungsart in Frage. Die Zeichen ei
ner durchgemachten
Patell
alu
xation
l
ä
gen sicher nicht vor. Im Zusammenhang mit der geschilderten leich
ten
Abdrehung
und dem Befund eines geringen
Ö
dems am medialen
Retinakulum
als Zeichen e
ines geringen Subluxationsstres
ses wäre die
distorsionelle
Hypothe
se naheliegender.
Ein
e Art Pseudoverrenkung im Patellargelenk gelinge
aber nur in
den ersten 40-50 Grad d
er Beugung. Mit zunehmender Beu
gung w
e
rd
e
die Kniesc
heibe im
Sulcus
stabiler und sei bei 90 Grad nicht mehr
subl
uxierbar
. Der Kontakt des
Patellaoberp
ols
trete
aber erst in dieser rec
htwinkligen Position in Erschei
nung. Ein
e prognoserelevante Schädigung dieser
Patellaoberpol
-Region könne
man sich also
traumabiologisch
nicht schlüssig erklären.
Auf Grund des Schadensbildes im MRI vom Jahr 2016 wären sich zweifellos alle Gutachter einig, dass diese Veränderung sich innert weniger Wochen, schlimms
tenfalls i
nnert sechs Monaten zurückbilde
. Eine w
esentliche Knorpelschädigung sei weder 2016, noch 2019 do
kumentiert, so dass es sich in erster Linie um eine Schädigung der
ossären
Komponente der
osteochondralen
Einheit handl
e
(S. 8
Mitte
)
.
Im Bericht von Prof.
F._
finde man keine medizinische Begründung für das Vorliegen einer tr
aumatischen Genese. Er verwende
den Betriff «traumatisch» aber auffallend oft, was den Ve
rdacht aufkommen lasse
, er müsse dieser
Hypo
these durch Kumulation Nach
druck verleihen.
Die Angabe einer ausgeprägten Knie
gelenksdistorsion wirk
e
völ
lig unpassend, schliesslich seien
femorotibial
und an den wesentlichen
patellastabilisierenden
Strukturen
keine Schädigungen ent
standen.
D
as «ausgeprägte» Knochenödem sei
oberpolseitig eng umschrieben,
eine wesentli
c
he Knorpelkontusion
sei
nicht doku
mentiert. Die Formulierung wirke
über
steigert.
Der «deutliche Progress» im MRI vom 2019 bezüglich des Knorpel
schadens und des
Knochenödems sei
nicht
nachvollziehbar. Die Läsion sei
immer noch eng umschrieben im Oberpolgebiet. Das Ödem ha
be
sich in eine zystische
Reaktion mit umgebendem Ödem um
gewandelt.
Klinisch finde
Prof.
F._
ein unauffälliges
Knie, was nicht diskutiert werde. Es sei
aber ein Hinweis darauf, dass diese Gewebsveränderun
gen klinisch wenig relevant seien
und somit kurz- und mittelfristig gesehen auch kein
Arthroserisiko
absehbar
sei
.
Es erscheine
etwas widersprüchlich, dass Prof.
F._
radiologisch (und auch klinisch) eine Arthrose verneine
, anderseits ein
Arthroserisiko
als Operationsindikation anführe
,
ohne dies genauer zu begründen.
Die Indikation zum geplanten Eingriff
sei
aus klinischer Sicht im Moment nicht gegeben und aus prophylaktischer Sicht prog
nostisch weder zweckmässig, noch wirtschaftlich
(S. 9)
.
In der Gesamtbilanz sei
die Indizienkette nicht derart überzeugend, dass mit überwiegender Wahrscheinlichkeit die jetzigen Veränderungen am
Patellaoberpol
kausal auf das Ereignis vom
9.
September
2016 zurückgeführt werden könn
t
en. Der
topographische und der initial
zeitliche Bezug l
ä
gen wohl vor, der Schadens
mechanismus, das klinische morphologische Scha
densbild und das Verl
aufsprofil des funktionellen Schadens
bildes im zeitlichen Ablauf zei
g
t
en nicht die erwar
teten Charakteristika an eine prognose
relevante Verletzung. Somit seien
die Indi
zien auf der Seite einer nur möglichen Unfallfolge. Auch die Hypothese einer zu früh aufgenommenen Sportaktivität als Grundvoraussetz
ung für eine Heilungs
störung sei mög
lich, gemäss Aktenlage aber nicht überwiegend wahr
scheinlich
(S. 10)
.
4.
4.1
4.1.1
Hinsichtlich des
Unfallhergang
s
liegen verschiedene Darstellungen vor (vgl. die diesbezügliche Zusammenstellung in
Urk.
11/14 S. 5), wobei der Beschwerde
führer – ausgehend vom Eintrag in der Krankenakte vom 1
4.
September 2016 (vgl. vorstehend E. 3.1) – geltend macht, es sei am
9.
September 2016 zu einem Sturz auf die linke Seite
mit Verdrehung des linken Kniegelenks
gekommen, welcher zu einer hohen Belastung des
femoropatellären
Gleitlagers geführt habe (
Urk.
1 S. 3
Ziff.
4,
Urk.
14).
4.1.2
Gemäss den Angaben des
Beschwerdeführer
s in seinem E-Mail vom
2.
Oktober 2016
habe er
sich
am
9.
September 2016 während eines Fussballspiels
verletzt.
E
r
sei
mit dem Rücken zum Tor gestanden und
habe
sich mit dem Ball in Richtung To
r drehen wollen
, als
plötzlich der G
egner von hinten
versucht habe, mit einer normalen Grätsche den Ball wegzuspielen. Dabei hab
e
der Gegner auch sein linkes Standbein erwischt, wodurch das linke Knie leicht verdreht worden sei. Er habe das Spiel mit leichten Schmerzen fortsetzen und zu Ende führen können.
Als er nach Hause gegangen sei
, hätten die Schmerzen zugenommen; einige Tage später hätten sie wieder nachgelassen.
Es habe sich nicht um ein aussergewöhn
liches Foulspiel gehandelt
(
Urk.
10/3)
.
4.1.3
Der genaue Unfallhergang, insbesondere die Frage, ob es zu einem Sturz gekom
men ist, lässt sich rund sechs Jahre
nach dem Ereignis
nicht mehr
mittels
neuer
Beweismassnahmen
er
stellen, zumal der Beschwerdeführer bereits im Oktober 2016 festhielt, aufgrund der Gewöhnlichkeit des Foulspiels gehe er nicht davon aus, dass
sich
die übrigen Feldspieler an das Ereignis erinnern würden (
Urk.
10/3).
Weitere Abklärungen drängen sich daher nicht auf (antizipierte Beweiswürdi
gung, BGE
124 V 90
)
, vielmehr ist
das Unfallereignis
in Würdigung der vorlie
genden Akten zu beurteilen
.
Die Angaben des Beschwerdeführers zum Unfallhergang im E-Mail vom
2.
Okto
ber 2016 sind zeitnah und sehr detailliert (vgl. E. 4.1.2).
Demgegenüber ist der –
ebenfalls zeitnahe – Eintrag in der Krankengeschichte vom 1
4.
September 2016, wonach es «bei Drehung und Körperkontakt mit dem Gegner» zu einem Sturz auf die linke Seite mit Verdrehung des linken Kniegelenks gekommen sei (
Urk.
11/1),
wesensgemäss knapp
. Ü
bereinstimmend ist, dass es
aufgrund eines Körperkon
taktes zu einem leichten Verdrehen des linken Knies gekommen
sei
, wobei das Foulspiel nicht aussergewöhnlich gewesen sei.
Davon ist grundsätzlich auszu
gehen.
Dass
es
darüber hinaus
zu einem Sturz
auf die linke Seite
gekommen ist,
ist aufgrund des zeitnahen entsprechenden Eintrags in die Krankheitsgeschichte mög
lich.
Die Umstände indes, dass der Beschwerdeführer diesen Sturz in seiner Beschreibung des Unfallhergangs
nicht erwähnte, dass das Foulspiel als gewöhn
lich bezeichnet wurde und er das Spiel mit leichten
Schmerzen fortsetzen und beenden konnte
(E. 4.1.2)
,
lassen
darauf schliessen, dass
ein allfälliger
Sturz auf die linke Seite
kein wesentlicher Bestandteil des Unfallmechanismus darstellte und damit insbesondere kein aussergewöhnlicher Schadenmechanismus eintrat, zumal auch als Erstdiagnose eine Distorsion des linken Knies und keine Kontu
sion diagnostiziert wurde (vgl. vorstehend E. 3.1)
.
4.2
Die behandelnden Ärzte nannt
en nach dem Unfall als Diagnose eine Distorsion des linken Knies. Die MRI-Untersuchung habe ein diffuses Knochenmarksödem in der Patella sowie ein signalalterierter
retropatell
ä
rer
Knorpel in sämtlichen Anteilen mit Höhenminderung medial ergeben
(vgl. E. 3.1
-3.2
)
.
Am 1
3.
August 2019 liess der Beschwerdeführer einen Rückfall mit dem Vermerk melden, seit dem Unfall vom
9.
September 2016 bestünden im Alltag immer wieder Schmer
zen (
Urk.
10/5).
Eine Untersu
chung (MRI) des Kniegelenks vom
8.
Juli 2019 ergab eine
Chondropathie
retropatell
ä
r
, lateral betont, bei fokalem bis zum Knochen reichendem Knorpeldefekt mit angrenzendem Knochenmarködem sowie Zeichen einer
Trochleadysplasie
(vgl. E. 3.4).
Nach Einschätzung
durch
Dr.
A._
(vgl. E. 3.5-3.6, E. 3.9) und
Prof.
F._
,
G._
Klinik
(vgl. E. 3.11)
, sind die Beschwerden am
linken
Knie auf den Unfall vom
9.
September
201
6
zurück
zuführen
.
Dr.
B._
(vgl. E. 3.7-3.8),
Dr.
E._
(vgl. E. 3.10) und
Dr.
D._
(vgl. E. 3.12)
verneinten dagegen, dass zwischen den Kniebeschwerden und dem Unfall vom
9.
September 2016
ein natürlicher
Kausalzusammenhang bestehe.
Dabei besteht - angesichts des vom Beschwerdeführer im Beschwerdeverfahren neu eingereichten Berichts von Prof.
F._
(E. 3.11) und des dadurch entste
henden Bedarfs nach Beurteilung durch einen beratenden Arzt der Beschwer
degegnerin - kein Grund, den ebenfalls im Beschwerdeverfahren eingeholten Bericht von
Dr.
D._
(E. 3.12) aus dem Recht zu weisen (
Urk.
14 S. 2
Ziff.
7).
Zu
dem
hatte der Beschwerdeführer im Rahmen der Replik (
Urk.
14) die Möglich
keit, hierzu Stellung zu nehmen.
4.
3
Den Berichten von
Dr.
B._
und
Dr.
E._
und
Dr.
D._
ist Beweiswert beizumessen. Sie erweisen sich in der medizinischen Beurteilung und in den Schluss
fol
ge
rungen der Fachärzte als schlüssig und in sich widerspruchsfrei. Mass
gebend ist mit
Dr.
B._
und
Dr.
E._
, dass erstmals
fast drei
Jahre nach
dem Unfall vom
9.
September 2016
Beschwerden am
linken
Knie erwähnt worden
sind.
Die Aktenlage zeig
t
auf, dass die letzte Behandlung nach dem Ereignis vom
9.
September 2016 im November 2016 stattgefunden ha
t
und sich der Beschwerdeführer erst am
4.
Juli 2019 wieder bei
Dr.
A._
vorgestellt ha
t (
Urk.
11/3-4)
.
Gemäss
Dr.
B._
können
d
ie Beschwerden am linken K
nie
nicht überwiegend wahrscheinlich in einem natürlichen Kausalzusammenhang zum Ereignis vom
9.
September 2016 gesehen werden, die zunehmende
femoro
patelläre
Chondropathie
lässt
sich aufgrund der Dysplasie erklären.
Das Intervall von über zwei Jahren bis zur erneuten Arztkonsultation wegen
femoropatellären
Beschwerden
ist
zu lang, um einen posttraumatischen Knorpelschaden zu postu
lieren. Auch die Fähigkeit, das Fussballspiel nach dem Ereignis zu beenden,
spricht
gegen eine akute Schädigung
(vgl. E. 3.7-3.8)
.
Auch
Dr.
E._
wies darauf hin, dass der Beschwerdeführer eine erhebliche Dysplasie des linken
Femo
ropatellargelenkes
aufweis
t
, was pathognomonisch für das konsekutive Auftreten
chondropathischer
und
arthrotischer
Veränderungen in diesem Gelenk
ist
.
Die im MRI sichtbare
Bone
Bruise
-Veränderung
kann
im vorliegenden Fall nicht als posttraumatisch kontusionsbedingt interpretiert werden, sondern steh
t
in Zusam
menhang mit der
Chondropathie
, die im
subchondralen
Bereich ebenso ödema
töse Veränderungen
verursachen
kann
wie nach einer direkten Kontusion. Dafür
spricht gemäss
Dr.
E._
auch die Tatsache, dass im MRI vom Juli 2019 eine praktisch unveränderte
subchondrale
Ödemzone
ohne vorgängiges Ereignis besteh
t
. Von einer traumatisch verursachten
Bone
Bruise
ist
sodann ein Abklin
gen innerhalb weniger Monate zu erwarten
(vgl. E. 3.10)
.
Auch
Dr.
D._
, welcher
seine Einschätzung
detailliert unter Berücksichtigung des Schadensmechanismus, des morphologischen und funktionellen Schadensbildes sowie der radiologischen Bildgebung
überzeugend
begründete
(
Urk.
11/14/8)
, kam zum Schluss, dass die mit Rückfallmeldung im Jahr 2019 geltend gemachten Veränderungen am
Patellaoberpol
nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit auf das Ereignis vom
9.
September 2016 zurückzuführen sind
.
So sprechen der Schadensmechanismus (vgl. vorstehend E. 4.1), das klinische morphologische Scha
densbild und das Verlaufsprofil des funktionellen Schadensbildes im zeit
lichen Ablauf nicht für eine prognoserelevante Verletzung.
Insbesondere konnte aufgrund der intraartikulären Symptomatik (Entzündung, Erguss, Überwärmung) nicht von einer erheblichen intraartikulären Schädigung ausgegangen werden, zumal in der zeitnahen Dokumentation im Jahr 2016 keine
patelläre
Sympto
matik dokumentiert werden konnte und im Jahr 2019 in erster Linie im
extra
artikulären
Bereich unspezifisch ein
femoropatelläres
S
chmerzsyndrom unklarer
Genese behandelt wurde
. Im Weiteren stell
en
die Tatsache, dass es sich um kein aussergewöhnliches Foulspiel handelte, das Spiel zu Ende geführt werden und kli
nisch initial kaum Befunde erhoben werden konnten, sowie
das arztfreie Inter
vall von knapp drei Jahren mit einer mehrheitlich gewährleisteten Sportfähigkeit für Fussball ein klares Indiz gegen eine relevante Schädigung
(vgl.
Urk.
14 S.
6,
S. 8
f.
, S.
10
sowie E. 3.1
-3.2
und E. 4.1
).
D
ie Berichte
der versicherungsinternen Ärzte
erscheinen
in ihrer Gesamtheit
schlüs
sig und nachvollziehbar, auf sie
kann demzufolge abgestellt werden
,
zumal
die Berichte der behandelnden Ärzte deren Schlussfolgerungen nicht in Zweifel zu ziehen
vermögen
.
4.
4
Soweit
Dr.
A._
betonte, es bestehe eine Knorpelschädigung posttrauma
tischer Genese (vgl. E.
3.5, E. 3.9), kann daraus
– insbesondere angesichts des Schadensmechanismus und des initialen Befundes (vgl. vorstehend E. 4.1 und E.
4.3) -
nicht auf unfallkausale Beschwerden geschlossen werden.
Es handelt sich dabei um eine anamnestische Feststellung und stellt keine hinreichende Begrün
dung der Kausalität dar. Seine Ausführungen werden denn von ihm auch nicht
konkret
begründet,
er machte vielmehr
allgemeine Aussagen über
die Häufigkeit von Knorpelschäden im weiteren
Verlauf nach Unfällen.
Der Beurteilung durch
Dr.
A._
kann zur Begründung eines Kausalzusammenhangs nicht gefolgt werden.
Auch die Beurteilung durch Prof.
F._
vermag zum Beweis des natürlichen Kausalzusammenhangs nicht zu genügen. In seinem
B
ericht
findet sich keine medizinische Begründung für das Vorliegen einer traumatischen Genese
des Knor
pelschadens
.
Er fokussiert auf die MRI-Bilder und macht keine Angaben zum funktionellen Schadensbild.
E
r findet klinisch ein unauffälliges Knie
und in der radiologischen Diagnostik zeigte sich
gemäss seinen Ausführungen
keine Arth
rose.
Es erscheint vorliegend nicht nachvollziehbar, weshalb er radiologisch und klinisch eine Arthrose verneint, hingegen ein
Arthroserisiko
als Operationsindi
kation anführt,
ohne dies konkret zu begründen.
Seine Begründung, der Knor
pel
/Knochenschaden sei klar auf den Unfall von 2016 zurückzuführen, weil bereits 2016 ein Knochenmarködem und eine initiale Knorpelschädigung bestan
den habe, vermag die Berichte der versicherungsinternen Ärzte nicht umzustos
sen.
4.
5
Nach dem Gesagten
kann der Beschwerdeführer den Nachweis, dass die ab Juli 2019 geltend gemachten Beschwerden überwiegend wahrscheinlich auf das Ereignis vom
9.
September 2016 zurückzuführen sind, nicht erbringen. Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt für die Begründung eines Leistungs
anspruchs nicht.
G
estützt auf die Berichte von
Dr.
B._
,
Dr.
E._
und
Dr.
D._
ist nicht mit über
wiegender Wahrscheinlichkeit nachgewiesen, dass die neu geklagten Kniebe
schwerden auf den Unfall vom
9.
September 2016
zurückzuführen sind. Ein natürlicher Kausalzusammenhang ist nach
den genannten Ärzten
ledig
lich möglich
. Für die Anerkennung eines Rückfalles fehlt es daher an der Vorausset
zung eines natürlichen Kausalzusammenhangs zwischen den aktuellen Beschwer
den und dem Unfall
.
Diese Beurteilungen stehen zudem i
n
Einklang mit dem
Umstand, dass während fast drei Jahren keine Knieproblematik dokumentiert worden und ein neues Ereignis nicht aktenkundig ist. Bei einem
so grossen zeitli
chen Abstand zwischen dem Unfall und dem Auftreten der gesund
heitlichen Beein
trächtigung sind strenge Anforderungen an den dem Beschwerde
führer obliegenden Wahrscheinlichkeitsbeweis des natürlichen Kau
salzusam
menhangs zu
stellen (vgl. vorstehend E. 1.4
)
, der vorliegend nicht gelingt. Somit fehlt es am mit überwiegender Wahrscheinlichkeit ausgewiesenen Kausal
zusammenhang der
ab Juli 2019 aufgetretenen Beschwerden und dem Ereignis vom September 2016. Der Beschwerdeführer hat die Folgen der Beweis
losigkeit zu tragen (vgl. vorstehend E. 1.4).
4.
6
Zusammenfassend fehlt es am Nachweis, dass die der Beschwerdegegnerin im
Juli
2019 gemeldeten Beschwerden am
linken
Knie auf den Unfall vom 9.
September 2016
zurückzuführen sind. Die Anerkennung eines Rückfalles zum Unfall vom
9.
September 2016
wurde daher zu Recht abgelehnt.
Der angefochtene
Einspracheentscheid
vom
1.
September 2020
erweist sich nach dem Gesagten als rechtens. Die Beschwerde ist daher abzuweisen.