# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** ad5db8e4-6542-422a-ae41-8ca66f1226c3
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2017
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
1.1
Der 1975 geborene
X._
meldete sich am 29. Dezember 2001 zum Bezug von Leistungen (Rente) der Eidgenössischen Invalidenversiche
rung (IV) an (Urk. 7/5). Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons St. Gallen, IV-Stelle, führte daraufhin medizinische, berufliche sowie erwerb
liche Abklärungen durch und liess den Versicherten am 25. September 2002 von den Ärzten der
J._
, Fachklinik für kardiale und psychosomati
sche Rehabilitation, psy
chiatrisch begutachten (Urk. 7/23). Mit Verfügungen vom 18. Februar 2004 (Urk. 7/38) sprach sie
dem Versicherten
mit Wirkung ab dem 1. November 2001 eine auf einem Invaliditätsgrad von 55 % beru
hende halbe Rente zu. Die
hiegegen
erhobene Einsprache (Urk. 7/41, Urk. 7/48, Urk. 7/49 S. 6 f.) hiess sie am 8. Dezember 2004 in dem Sinne teilweise gut, dass sie dem Versicherten zusätzlich berufliche Massnahmen (Arbeitsvermittlung) zusprach (Urk. 7/50). Seine gegen diesen
Einsprache
entscheid
am Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen erhobene Be
schwerde (Urk. 7/53 S. 4 ff.) zog
der Versicherte
am 27. September 2005 vor
behaltlos zurück; das entsprechende Verfahren wurde in der Folge mit Urteil vom 28. September 2005 (Urk. 7/62) abgeschrieben.
1.2
Nachdem sie am 8. Februar 2006 - unter Hinweis darauf, dass der Versicherte angegeben habe, sich nicht arbeitsfähig zu fühlen - den Abschluss der Ar
beitsvermittlung verfügt hatte (Urk. 7/75), traf die IV-Stelle St. Gallen
wiederum
berufliche, erwerbliche und medizinische Abklärungen und liess
den Versicherten
im Mai 2007 von den Ärzten des
Z._
polydisziplinär begutachten (Urk. 7/91). Daraufhin
schrieb
sie dem Versicherten
mit Mitteilung vom
7. September 2007, dass er mangels einer rentenrelevanten Veränderung weiterhin Anspruch auf
eine auf einem
Inva
liditätsgrad
von 55 % basierende halbe Rente habe (Urk. 7/93).
1.3
Unter Hinweis auf eine erhebliche Verschlechterung seines Gesundheitszustan
des ersuchte der Versicherte die IV-Stelle
St. Gallen
am 22. April 2008 um Ausrichtung einer ganzen Invalidenrente beziehungsweise - eventualiter - um Durchführung von Eingliederungsmassnahmen (Urk. 7/98). Mit Vorbescheid vom 14. August 2008 (Urk. 7/109) verneinte die
aufgrund eines Umzugs des Versicherten (Urk. 7/
86) neu zustän
dige - IV-Stelle Zürich
den Anspruch auf eine höhere Rente. Auf Ein
wand
des Versicherten (Urk. 7/110) hin und nach Einholung eines orthopädischen Gutachtens (Urk. 7/116) verfügte sie am 12. Februar 2009 - nunmehr (unter Gewährung eines leidensbedingten Abzugs
beim
Invalideneinkommen von 15 statt bis dahin 10 %) ausgehend von einem Invaliditätsgrad von 57 % - die Abweisung des Rentenerhöhungsgesuchs (Urk. 7/122).
Das hiesige Gericht wies die dagegen erhobene Beschwerde mit Urteil vom 19. Juli 2010 (Pro
zess-Nr. IV.2009.00272; Urk. 7/130) ab. Auf die dagegen erhobene Be
schwerde trat das Bundesgericht mit Urteil 9C_671/2010 vom 31. August 2010 (Urk. 7/133) nicht ein.
1.4
Im Juni 2012 leitete die IV-Stelle wiederum ein Revisionsverfahren ein (Urk. 7/138) und liess den Versicherten erneut polydisziplinär begutachten (Expertise der
A._
vom 15. Januar 2014, Urk. 7/174). Im September 2014 nahm der Versicherte an einem Belastbarkeitstraining teil, welches nach drei Tagen krankheitsbedingt abgebrochen werden musste (Urk. 7/187).
Nach durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(Urk. 7/195) hob
die IV-Stelle
die Invalidenrente mit Verfügung vom 8. Juli 2015 auf Ende des folgenden Monats nach Zustellung der Verfügung auf (Urk. 2). Einer gegen diesen Entscheid gerichteten Beschwerde entzog sie die aufschiebende Wir
kung.
2.
Dagegen erhob der Versicherte am
2.
September 2015 Beschwerde (Urk. 1) und beantragte, es sei die angefochtene Verfügung aufzuheben, die Rente sei nicht aufzuheben, eventualiter seien weitere Sachverhaltsabklärungen vom Gericht durchzuführen und
subeventualiter
sei die Sache zur weiteren Ab
klärung zurückzuweisen. Zudem sei ihm die unentgeltliche Prozessführung
sowie der
unentgeltliche Rechtsbeistand
in der Person des Unterzeichnenden
zu bewilligen und der Beschwerde sei die aufschiebende Wirkung zu belas
sen.
Am 6. Oktober 2015 (Urk. 6) beantragte die IV-Stelle die Abweisung der Beschwerde. Mit
Verfügung vom 21. Dezember 2015 (Urk. 12) wies das
hie
sige Gericht das Gesuch um Gewährung der aufschiebenden Wirkung ab,
ge
währte
dem
Beschwerdeführer
die
unentgeltliche Prozessführung und
be
stellte
ihm für das Verfahren Rechtsanwalt Bernhard
Zollinger
als unentgelt
liche
n
Rechtsvertreter. Mit Replik vom 3. Februar 2016 (Urk. 14) hielt der Beschwerdeführer an seinen Anträgen fest. Am 16. Februar 2016 (Urk. 17) teilte die Beschwerdegegnerin mit, dass sie auf das Einreichen einer Duplik verzichte. In seiner Stellungnahme vom 14. März 2016 (Urk. 19) hielt der Beschwerdeführer weiterhin an seinen Anträgen fest und reichte ein
ä
rztli
ches Zeugnis von Dr. med.
B._
, Psychiatrie und Psychotherapie, vom
21. Januar 2015 (Urk. 20) ein. Am 24. März 2016 (Urk. 22) verzichtete die
Be
schwerdegegnerin
auf eine Stellungnahme dazu, was dem Beschwerde
-
führer
mit Mitteilung vom 30. März 2016 (Urk. 23) zur Kenntnis gebracht wurde.
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG).
Sie kann
Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 IVG).
Erwerbs
unfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglich
keiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreivier
telsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28 Abs. 2 IVG).
1.3
Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines
Rentenbezü
gers
erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Ge
such hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (
Art.
17 Abs. 1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Än
derung in den tatsächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den
Invaliditäts
grad
und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente nicht nur bei einer wesentlichen Änderung des Gesundheitszustandes, sondern auch dann revidierbar, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen des an sich gleich gebliebenen Gesundheitszustandes erheblich verändert ha
ben (BGE 130 V 343 E. 3.5 mit Hinweisen). Eine Veränderung der gesund
heitlichen Verhältnisse liegt auch bei gleich gebliebener Diagnose vor, wenn sich ein Leiden in seiner Intensität und in seinen Auswirkungen auf die Ar
beitsfähigkeit verändert hat
(Urteile des Bundesgerichts 9C_261/2009 vom 11. Mai 2009 E. 1.2 und I 212/03 vom 28. August 2003 E. 2.2.3). Dagegen stellt die bloss unterschiedliche Beurteilung der Auswirkungen eines im We
sentlichen unverändert gebliebenen Gesundheitszustandes auf die Arbeitsfä
higkeit für sich allein genommen keinen Revisionsgrund im Sinne von
Art.
17
Abs.
1 ATSG dar. Zeitliche Vergleichsbasis für die Beurteilung einer anspruchserheblichen Änderung des Invaliditätsgrades bilden die letzte rechtskräftige Verfügung oder der letzte rechtskräftige
Einspracheentscheid
, welche oder welcher auf einer materiellen Prüfung des Rentenanspruchs mit rechtskonformer Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und
Invaliditäts
bemessung
beruht (BGE 133 V 108; vgl. auch BGE 130 V 71 E. 3.2.3; Urteil des Bundesgerichts 9
C_438/2009 vom 26. März 2010 E. 2.
1 mit Hinweisen).
1.4
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersu
chungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medi
zinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situa
tion einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete die angefochtene rentenaufhebende Verfü
gung vom 8. Juli 2015 (Urk. 2) damit, dass der Beschwerdeführer in ei
ner angepassten Tätigkeit voll arbeitsfähig sei. Es bestehe ein Invaliditätsgrad von 5
%
und damit kein Rentenanspruch mehr. Im
gerichtlichen
Verfahren ergänzte sie (Urk. 6), der Gesundheitszustand des Beschwerdeführers habe
sich seit der letzten Begutachtung gebessert. Selbst wenn dem nicht so wäre, würde die Rente mit der substituierten Begründung der
wiedererwägungs
weisen
Aufhebung für die Zukunft aufzuheben sein. Im Übrigen würde die Rente auch gestützt auf die Schlussbestimmungen der 6. IVG-Revision auf
zuheben sein.
2.2
Der
Beschwerdeführer stellte sich demgegenüber auf den Standpunkt
(Urk. 1)
,
dass sich sein Gesundheitszustand nicht geändert habe. Das psychiatrische Teilgutachten sei zudem nicht beweistauglich, da nicht nachvollziehbar.
Mit Replik bzw. Stellungnahme (
Urk. 14 und Urk. 19)
ergänzte er
, eine
wiederer
wägungsweise
Aufhebung der Rente sei nicht möglich. Auch mit der
6.
IV-Revision sei im Übrigen keine gesetzliche Grundlage für die Änderung des ursprünglichen Entscheides eingeführt worden, somatoforme Störungen könnten weiterhin die Ausschüttung einer Rente rechtfertigen.
3
.
Vergleichszeitpunkt für eine
revisionsrechtlich relevante
Veränderung
d
es Gesundheitszustands des Beschwerdeführers
bildet vorliegend die mit Urteil des
hiesigen Gerichts vom 1
9.
Juli 2010 bestätigte Verfügung der
Beschwer
degegnerin
vom 1
2.
Februar 2009
(Urk. 7/122)
, mit welcher sie das Gesuch um Erhöhung der bislang ausgerichteten halben Invalidenrente abwies
(vorne E. 1.3)
.
4.
4
.1
Der am 12. Februar 2009 verfügten (Urk. 7/122) und mit
Urteil des hiesigen Gerichts vom 1
9.
Juli 2010 (Urk. 7/130) bestätigten
Abweisung des
Renten
erhöhungsgesuchs
lagen nachstehende ärztliche Beurteilungen zugrunde:
4
.
1
.
1
Dr.
C._
, Facharzt FMH für Innere Medizin,
stellte am 30. Januar 2008 folgende Diagnosen (Urk. 7/95):
Periarthropathie
der rechten Hüfte mit/bei
beginnender
Coxarthrose
rechts
Panvertebralsyndrom
lumbalbetont mit/bei
Wirbelsäulenfehlform und -haltung, muskulärer
Dysbalance
Chondrose
L5/S1
Diskushernie L3/4 und L4/5 rechts
foraminal
Insertionstendinitis
gluteus
medius
rechts am Trochanter
Thrombozyten-Funktionsstörung vom Typ der verminderten
Aktivier
bar
keit
(Spital O._
_
1993)
Verdacht auf beginnende Arthrose im Sprunggelenk links
Arterielle Hypertonie
Status nach
Fingerkuppenamputation
Digitus
II links von 1 mm Tiefe, 29. September 2007
Depressives Zustandsbild: mittelgradige depressive Episode, Somatisie
rungs
störung, infantile, narzisstische Persönlichkeitsstruktur
Hinsichtlich der Rückenbeschwerden hätten entsprechende Abklärungen erge
ben, dass ein aktives Vorgehen nicht erforderlich sei; betreffend das rechte Hüftgelenk habe sich keine Besserung eingestellt. Als Bodenleger be
stehe weiterhin eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit. Inwieweit dem Beschwer
deführer eine leidensangepasste Tätigkeit zumutbar sei, hänge vom aktuellen psychiatrischen Befund ab (Urk. 7/95).
4
.
1
.2
Der behandelnde Psychiater Dr.
B._
, Facharzt FMH für Psychiatrie und Psychotherapie,
hielt am 8. April 2008 fest, der Gesundheitszustand des Be
schwerdeführers habe sich seit dem Jahr 2003 eher verschlechtert, sicher aber nicht verbessert. Nach wie vor bestehe - auch in einer leidensangepassten Tätigkeit - eine mindestens 50%ige Arbeitsunfähigkeit (Urk. 7/96 S. 1).
4
.
1
.3
Am 16. Dezember 2008 wurde der Beschwerdeführer von Dr.
D._
,
Fachärz
tin
FMH für
o
rthopädische Chirurgie,
untersucht. In ihrem Gutachten vom
17. Dezember 2008 stellte diese folgende Diagnosen (Urk. 7/116 S. 13):
Zervikovertebragenes
Schmerzsyndrom ohne Hinweis auf
Wurzelreizsyn
drom
Lumbales
vertebragenes
Schmerzsyndrom ohne Zeichen eines
Wurzel
reizsyndroms
Beginnende
Coxarthrose
rechts
Der Gesundheitszustand des Beschwerdeführers, der aus orthopädischer Sicht keine schweren Beeinträchtigungen aufweise, habe sich nicht verändert (Urk. 7/116 S. 14). Als Bodenleger bestehe seit September 2000 eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit. Eine den Rückenbeschwerden angemessen Rechnung tra
gende Tätigkeit mit wechselnder Körperhaltung sei dem Beschwerdeführer indes in vollem Pensum zumutbar (Urk. 7/116 S. 13).
4
.
1
.4
Dr.
B._
berichtete am 18. März 2009, der Beschwerdeführer mache - auf
grund erheblicher sozialer Beeinträchtigungen (vor dem Hintergrund einer zerrütteten Ehe und anspruchsvoller Kinder zu sehende Konflikte im
Rollen
bild
und im Selbstverständnis sowie - insbesondere - Suizid einer Person in der näheren Familienumgebung) - derzeit eine tiefe Krise durch. Dies habe nicht nur zu einer Verschlimmerung der depressiven Symptomatik, sondern auch zu einer massiven Verstärkung der inneren Unruhe und anderer vege
tativer und kognitiver Beschwerden geführt. Insofern erweise sich der am 8. April 2009 [richtig: 8. April 2008] verfasste Bericht (Urk. 7/96) hinsichtlich des aktuellen Zustandes nicht mehr als akkurat (Urk. 7/124).
4.
2
Der am
8.
Juli 2015
verfügten
Rentenaufhebung (Urk. 2)
lagen nachstehende ärztliche Beurteilungen zugrunde:
4.
2
.1
Dr.
B._
stellte in seinem Bericht vom 1
0.
Juli 2012 folgende Diagnosen (Urk. 7/140 S. 3):
ICD-10 F45.0 (Somatisierungsstörung)
ICD-10 F39 (nicht näher bezeichnete affektive Störung)
ICD-10 F60.9 oder 60.6 (Persönlichkeitsstörung, nicht näher bezeichnet, oder ängstlich [vermeidende] Persönlichkeitsstörung)
Dazu hielt er fest, dass der Beschwerdeführer einmal pro Monat bei ihm in Behandlung und auch in einer angepassten Tätigkeit nicht arbeitsfähig sei.
4.
2
.2
In ihrem Gutachten vom 1
5.
Januar 2014 (Urk. 7/174) hielten Dr. med.
E._
, Facharzt Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewe
gungsapparates FMH, Dr. med.
F._
M.H.A., Facharzt Psychiatrie und Psy
chotherapie
FMH
, und
lic
. phil.
G._
, Psychologe, von der
A._
folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit fest (S. 3):
Intermittierendes
Lumbovertebralsyndrom
Periarthropathie
der rechten Hüfte bei leichter Konfigurationsstörung des
Femurkopfes
rechts
Zudem stellten sie folgende Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähig
keit:
Asthma bronchiale
Status nach inkompletter Exzision eines
xanthomatösen
fibrösen
Histiozy
toms
am Unterschenkel links
Thrombozytenfunktionsstörung
Dysthymie
(ICD-10 F34.1)
Dazu hielten sie fest, dass sich die vom Beschwerdeführer beklagten subjekti
ven Beschwerden durch die Befunde nur teilweise hätten erklären lassen. An einer Einsatzfähigkeit für eine leichte bis mittelschwere Tätigkeit ganztä
g
ig dürfe aus orthopädischer Sicht nach wie vor festgehalten werden. Vor dem Hintergrund des neuropsychologischen Berichtes über eine unspezifische Störung aufgrund von eindeutigen Aggravations- oder
simulativen
Tenden
zen dürften die Klagen des Beschwerdeführers nur mit Zurückhaltung ge
wertet werden.
Auf psychiatrischer Ebene ha
be
sich eine Verbesserung des Gesundheitszustandes eingestellt. Heute k
önne
von einer
Dysthymie
(F34.1) gesprochen werden
.
Von einer depressiven Episode und insbesondere einem
mittelschweren Zustandsbi
l
d k
önne
heute nicht mehr gesprochen werden. Dies auch gestützt auf die neuropsychologische Abklärung und allgemeine Konsistenzprüfung. Auf orthopädischer Ebene
sei die
Situation
unverändert
, wobei aufgrund neuer Forschungsergebnisse bezüglich rechter Hüfte eine günstigere Prognose gestellt werden d
ü
rf
e
. Es
sei
nicht zwingend, dass sich dort eine progrediente
Coxarthrose
entwick
le
. An
e
iner Belastbarkeit für eine leichte bis mittelschwere Tätigkeit d
ü
rf
e
festgehalten werden. Gesamthaft
zeige sich eine
Verbesserung des Gesundheitszustandes auf psychischer Ebene, gleich bleibend im Bereich des Bew
egungsapparates.
In Anbetracht hoher Inkonsistenzen mit mehr oder weniger
bewusstseinsna
hen
Aggravationstendenzen bei einer weitgehend beschwerdeorientierten Di
agnostik, welche sich bereits ab 2002 im Längsschnitt wie im Querschnitt
abgezeichnet hätten
, besteh
e
aus gutachterlicher Sicht eine hohe Unsicherheit bei der Beurteilung, inwiefern eine klinisch bedeutsame Störung zu welchem Zeit
raum in welcher Ausprägung mit welchen
Auswirkungen auf die Arbeitsfä
higkeit jeweils vorgelegen
habe. Aktuell könne jedoch m
it überwiegender Wahrscheinlichkeit davon ausgegangen werden, dass aus psychiatrisch
-
gut
achter
l
icher Sicht seit der Begutachtung 2007 eine massgebliche Besserung des psychischen Zustandes stattgefunden ha
be
, und damit auch eine Besse
rung der Arbeitsfähigkeit, sodass aktuell mit überwiegender Wahrscheinlich
keit aus medizinisch
-
theoretischer Sicht keine Minderung der Arbeitsfäh
i
g
keit mehr begründet werden k
ö
nn
e
, weder in angestammter
noch in ange
passter Tätigkeit.
Aktuell führ
e
die
Diagnose nicht mehr zu einer Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit. Was die Prognose in Bezug auf eine adäquate Be
handlung und eine Eingliederung betr
e
ff
e
, so s
eien
es in erster Linie
medi
zi
nalfremde
Faktoren wie lange B
erentungsdauer und Arbeitsabstinenz, fragli
che Compliance bei der
Behandlung im Falle authentischer Beschwerden, klare Hinweise auf eine mehr oder weniger bewusstseinsnahe Aggravation und verminderte Leistungsbereitschaft, welche eine Umsetzung der hier er
mittelten Arbeitsfähigkeit erschwer
t
en oder verunmöglich
t
en. Für den Bewe
gungsapparat
sei die
Situation
unverändert
. Eine leichte bis mittelschwer
e
Täti
gkeit wechselbelastend erscheine
unverändert möglich.
Nach adäquater Re-Konditionierung seien Belastungen mit Gewichten bis
10 kg gut tolerierbar. Lange Gehstrecken über 500 m ohne Unterbruch und ins
besondere eine vornüber geneigte Haltung während mehr als zehn Minuten ohne Unterbruch seien zu vermeiden, eine wechselbelastende Tätigkeit sei zu fordern. In diesem Rahmen sei aus somatischer Sicht von einem
Ganztages
einsatz
auszugehen. Für die frühere Tätigkeit als Bodenleger bestehe keine Arbeitsfähigkeit (S. 4 f.). Beim Beschwerdeführer könne mit überwiegender Wahrscheinlichkeit von einer nicht authentischen Beschwerdepräsentation ausgegangen werden. Aufgrund der Ergebnisse in der klinisch-psychiatri
schen wie der neuropsychologischen Untersuchung sei davon auszugehen, dass eine bewusstseinsnahe Aggravation der kognitiven Beschwerden be
stehe. Für die psychiatrische Einschätzung sei dies berücksichtigt worden (S. 5).
4.
2
.3
Dr.
H._
, Innere Medizin, von der
I._
,
hielt in ihrem Bericht vom 1
2.
September 2014 (
Urk.
7/182/1-2) fol
gende Diagnosen fest:
COPD Gold Stadium I, Gruppe B
Aktuell: Exazerbation
Status nach Exazerbation 02/2014
Persistierender Nikotinkonsum 1 Packet pro Tag (30 bis 40 pack
years
)
4.
2
.4
Dr.
B._
hielt in seinem Zeugnis vom 2
1.
Januar 2015 (
Urk.
20) folgende Diagnosen fest:
Status nach Knieverletzung und Schleudertrauma;
s
omatoforme Störung mit Symptomausweitung
Chronifizierte
Depression
Verdacht auf ängstlich-hypochondrische, unreife Persönlichkeit
Dazu ergänzte er, dass die Prognose hinsichtlich Wiederherstellung der Ar
beitsfähigkeit in nennenswertem Umfang auf die Länge gesehen sehr un
günstig sei. Die
Chronifizierung
beziehungsweise Maladaptation seien bereits viel zu weit fortgeschritten.
5.
Das polydisziplinäre Gutachten der
A._
vom 15. Januar 2014
(E. 4.
2
.2) beruht auf den erforderlichen orthopädischen, psychiatrischen und neuropsychologischen Untersuchungen und wurde in Kenntnis der und in Auseinandersetzung mit den fallrelevanten
Vorakten
erstellt. Die Gutachter legten die medizinischen Zusammenhänge einleuchtend dar und setzten sich mit den geklagten Beschwerden und dem Verhalten des Beschwerdeführers auseinander.
So
zeigten sie auf,
dass die Situation des Bewegungsapparates seit der letzten Begutachtung unverändert ist, wobei bereits dannzumal von einer aus physischen Gründen uneingeschränkten Arbeitsfähigkeit in einer geeigneten Tätigkeit ausgegangen worden war. Zudem führten sie aus, dass eine Beeinträchtigung durch das Asthma im Rahmen der zumutbaren leich
ten bis mittelschweren Tätigkeit nicht zu erwarten ist (
Urk.
7/174/28). Weiter legten sie dar, dass sich die psychischen Beschwerden seit der letzten Begut
achtung gebessert haben und nunmehr keine klinisch relevante psychische Störung mehr besteht, welche die Arbeitsfähigkeit einschränkt. Dabei be
gründeten sie ausführlich, dass im Zeitpunkt der Untersuchung nicht mehr von einer
mittelgradige
n
depressive
n
Episode
, sondern von einer
Dysthymie
auszugehen war und weshalb weder die Diagnose einer somatoformen Stö
rung noch einer Persönlichkeitsstörung gestellt werden konnte (Urk. 7/174/57-62). Die Gutachter
wiesen darauf hin, dass aufgrund der Er
gebnisse in der klinisch-
psychiatrischen
und
der neuropsychologischen Un
tersuchung davon auszugehen ist, dass die Beschwerdepräsentation nicht authentisch ist und eine bewusstseinsnahe Aggravation der kognitiven Be
schwerden besteht.
Sie gelangten sodann zum ausführlich begründeten und für das Gericht nachvollziehbaren Schluss, dass der Beschwerdeführer in
sei
ner
bisherigen Tätigkeit als
Bodenleger nicht mehr, in einer angepassten, leichten bis mittelschweren, wechselbelastenden Tätigkeit mit Belastungen mit Gewichten bis 10 kg, ohne Gehstrecken von über 500 m ohne Unterbruch und ohne vornüber geneigte Haltung während mehr als zehn Minuten ohne Unterbruch hingegen zu 100
%
arbeitsfähig ist.
Das Gutachten entspricht damit den rechtsprechungsgemässen Anforderungen an eine beweiskräftige medizinische Ent
scheidungsgrundlage (vgl. E. 1.4
hievor
).
6.
6.1
Der Beschwerdeführer bestritt eine Verbesserung seines Gesundheitszustan
des, seien doch seine psychischen Krankheiten gemäss den Gutachtern immer noch da. Im
ursprünglichen
Vergleichszeitpunkt litt der Beschwerdeführer an einer
mittelgradige
n
depressive
n
Episode
, wohingegen die Gutachter der
A._
nur noch
eine
Dysthymie
diagnostizierten. Eine (erneute) Verschlechterung des psychischen Gesundheitszustandes bis zum Zeitpunkt der angefochtenen Verfügung ist nicht erstellt. Insbesondere vermag das Zeugnis von Dr.
B._
vom 21. Januar 2015 (E. 4.
2
.4) eine solche nicht nachzuweisen, da dieses weder Aussagen zum Verlauf, noch Ausführungen über die Befunde oder die angegebenen Beschwerden enthält. Ob Dr.
B._
die
Vorakten
bekannt waren, wird zudem aus
seinem
Bericht nicht
ersicht
lich, jedenfalls setzte
er
sich mit diesen, insbesondere dem Gutachten
der
A._
und den darin aufgeführten Diagnosen und Einschätzun
gen in Bezug auf die Arbeitsfähigkeit
des Beschwerdeführers
,
in keiner Weise
auseinander.
Seinem Bericht fehlt damit die Beweiskraft im Sinne der bun
desgerichtlichen Rechtsprechung. Es ist damit von der Diagnose einer
Dys
thymie
auszugehen, was verglichen mit der vormalig
diagnostizierten
mittel
gradigen depressiven Episode eine klare Verbesserung des Gesundheitszu
standes darstellt. Der Beschwerdeführer scheint denn auch auf eine regel
mässige antidepressive Medikation nicht mehr angewiesen zu sein. So zeig
ten sich die Psychopharmaka bei der Laboranalyse anlässlich der Begutach
tung mehrheitlich unterhalb des Referenzwertes beziehungsweise der
Nach
weisgrenze
(
Urk.
7/174/63 f.). Die Inkonsistenz im Verhalten des Beschwer
deführers wurde von den Gutachtern im Übrigen nicht aufgrund der unre
gelmässigen Einnahme der Medikamente oder weil er einmal die Woche Auto fährt
festgestellt
, wie dies der Beschwerdeführer monierte. Vielmehr zeigten sich anlässlich der neuropsychologischen Begutachtung eindeutige
Aggrava
tions
- oder
simulative
Tendenzen, weshalb aus neuropsychologischer Sicht keine valide Beurteilung der beruflichen Funktionsfähigkeit erfolgen konnte. Die Einwände des Beschwerdeführers vermögen
nach dem Gesagten
nichts an der Beweiskraft des Gutachtens der
A._
zu ändern.
6.2
Die nach der Begutachtung durchgeführte Operation am Fuss vom 14. Oktober 2014 führte lediglich während zwei Wochen zu einer vollständi
gen Arbeitsunfähigkeit (
Urk.
7/191). Der Beschwerdeführer wurde zudem am 12. September 2014 wegen einer Dyspnoe
i
n der
I._
ambulant behandelt (E. 4.
2
.3). Anlässlich der Begutachtung
durch die
A._
wurde ein Asthma bronchiale, welche
s
keinen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit hat, diagnostiziert. Im Bericht zur ambulanten Behandlung
der
I._
wurde hin
gegen die Diagnose einer leichtgradigen COPD mit vermehrten Symptomen (Stadium I, Gruppe B) gestellt. Zwar
führte Dr.
H._
von
der
I._
nicht aus, inwiefern der Beschwerdeführer durch die diagnostizierte COPD einge
schränkt ist, doch ist nicht davon auszugehen, dass diese in einer leichten bis mittelschweren Tätigkeit mit Heben und Tragen bis maximal 10 kg eine
ren
tenrelevante
Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit bewirkt.
Dies wurde denn auch
nicht
vom Beschwerdeführer behauptet. Eine
massgebliche Verschlech
terung
des Gesundheitszustandes zwischen der Begutachtung durch die
A._
und dem Zeitpunkt des Erlasses der angefochtenen Ver
fügung ist damit nicht erstellt. Somit ist nach wie vor davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer in einer angepassten, leichten bis mittelschweren, wechselbelastenden Tätigkeit mit Belastungen mit Gewichten bis 10 kg, ohne Gehstrecken von über 500 m ohne Unterbruch und ohne vornüber geneigte Haltung während mehr als zehn Minuten ohne Unterbruch zu 100
%
ar
beitsfähig ist.
6.3
Zu prüfen bleibt, wie sich dies in erwerblicher Hinsicht auswirkt. Die
Beschwer
degegnerin
bezifferte das
Valideneinkommen
mit Fr. 69‘668.75, das Invalideneinkommen mit
Fr.
66‘224.10 und errechnete daraus einen
renten
ausschliessenden
Invaliditätsgrad von 5
%
(
Urk.
2).
Die
diesbezüglichen
Ausführungen
der Beschwerdegegnerin
wurden vom Beschwerdeführer
nicht beanstandet und geben
zudem auch
zu keinen weiteren B
emerkungen An
lass.
Dies führt zur Abweisung der Beschwerde.
7.
7.1
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig und sind die Gerichtskosten gemäss Art. 69 Abs. 1
bis
IVG ermessensweise auf Fr.
8
00.-- festzusetzen.
Ausgangs
gemäss
sind die Gerichtskosten dem Beschwerdeführer aufzuerlegen, jedoch zufolge Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung einstweilen auf die Gerichtskasse zu nehmen.
7.2
Bei diesem Ausgang des Verfahrens ist der unentgeltliche Rechtsvertreter des Beschwerdeführers,
Rechtsanwalt Bernhard
Zollinger
, aus der Gerichtskasse zu entschädigen. Die Entschädigung ist – nach Einsicht in die Kostennote vom
3.
Februar 2017 (
Urk.
24) – auf
Fr.
2‘711.45 (inkl. Barauslagen und
MWSt
) festzusetzen.