# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 1eb10299-2d02-4bd5-bc25-69766505af89
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2014
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1957, war seit 1983 als Pflegehelferin tätig, wobei sie seit einem Unfall vom 6. Mai 2005 teilweise krankgeschrieben war (
Urk.
6/8). Am 2
2.
Januar 2008 meldete sie sich wegen aufgrund
dieses Unfalls
bestehender Handbeschwerden bei der Eidgenössischen Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an (
Urk.
6/3).
Im Laufe ihrer Abklärungen
teilte die IV-Stelle der Versicherten
am 21. März 2013
mit, dass sie eine polydisziplinäre Untersuchung in den Fachdisziplinen Allgemeine/Innere Medizin, Orthopädie, Neurologie und Psychiatrie als notwendig erachte (
Urk.
6/88). Zudem legte die IV-Stelle
ein
Merkblatt
zu polydisziplinären Gutachten
bei
und
führte von den Gutachtern zu beantwortende
Zusatzfragen
auf
(
Urk.
6/87). Die Versicherte liess mit
der
Stellungnahme vom 10. April 2013
einwenden, es
sei auch eine anäs
thesiologische
Begutachtung
notwendig. Zudem
schlug sie
den Gutachtern
zu stellende
Zusatzfrage
n
vor
. A
m 29. April 2013
wurde der Auftrag
durch das Zufallssystem
dem
Y._
zugeteilt (
Urk.
6/92). Die IV-Stelle teilte dem
Y._
mit Schreiben vom 29. April 2013 mit, die B
egutachtung sei entsprechend dem
Antrag der Versicherten zwingend auch in der Disziplin Anästhesie oder Schmerztherapie durchzuführen, wobei diese Disziplinen auf der Plattform nicht hätten angewählt werden können, im Kom
mentar aber erwähnt worden seien (
Urk.
6/93). Das
Y._
stellte am 14. Mai 2013 einen Antrag auf
„
nicht durchführbar
“
(
Urk.
6/94). Am 1
2.
August 2013 teilte die IV-Stelle der Versicherten mit, die
MEDAS-
Plattform ermögliche trotz ihrer Bemühungen organisatorisch keine zusätzliche Begutachtung in den Dis
ziplinen Anästhesie oder Schmerzmedizin (
Urk.
6/95). Mit Schreiben vom
16. August 2013 machte die Versicherte geltend, wenn die MEDAS-Stellen keine umfassende Abklärung sicherstellen könnten, müssten andere Stellen oder Ärzte beigezogen werden.
Sie schlug für die Begutachtung die Universitätsklinik für Anästhesiologie und S
chmerztherapie des S
pitals
Z._
vor (
Urk.
6/96). Mit
der
Mitteilung vom 27. August 2013 stellte sich die IV-Stelle auf den Stand
punkt
,
eine Begutachtung in Anästhesie oder Schmerzmedizin erscheine unter dem Blickwinkel, dass nur objektivierbare medizinische Sachverhalte invaliden
versicherungsrechtlich relevant seien, nicht zwingend für
eine MEDAS-
Begut
achtung erforderlich. Ergänzend werde die Disziplin Arbeits
-
medizin vorgeschla
gen und der Auftrag zur Vergabe des Gutachtens neu auf der med@p-Plattform ausgelost (
Urk.
6/98).
Die Versicherte liess mit Eingabe vom 3. September 2013 geltend machen, es sei nicht ersichtlich, weshalb sich ein Arbeitsmediziner
zu
anästhesiologischen und schmerzmedizinischen Frage
-
stellungen sollte äussern können. Auch in den Fachdisziplinen Anästhesiologie
und Schmerzmedizin könnten objektivierbare Befunde erhoben werden. Eine Beschränkung der Abklärungen auf die von den MEDAS angebotenen medizinischen Fachdiszipli
nen führe zu einer gesetzlich nicht vorgesehenen faktischen Beweismittelbe
schränkung (
Urk.
6/99). Mit Schreiben vom
26. September 2014 ersuchte die IV-Stelle die Versicherte
,
das definitive Aufgebot der MEDAS abzuwarten und wies darauf hin, dass die MEDAS weitere fachdisziplinäre Abklärungen durchführen könne (
Urk.
6/100). Mit Schreiben vom 30. September 2013 liess die Versicherte mitteilen, falls die vorgeschlagene MEDAS-Stelle keine Abklärungen in Anäs
thesie und Schmerzmedizin durch
-
führe, werde sie den Erlass einer gerichtlich anfechtbaren Zwischenverfügung verlangen (
Urk.
6/101). Gemäss Mail vom 1
2.
Dezember 2013 wurde das Gutachten durch das Zufallssyst
em
nunmehr
der
A._
GmbH Gutachtenstelle
O._
zugeteilt (
Urk.
6/103). Der Versicher
ten wurden mit Mitteilung vom 6. Januar 2014
die Namen der Gutachter mit
geteilt und sie wurde mit einer Mitteilung gleichen Datums zu Untersuchungen eingeladen (
Urk.
6/104,
Urk.
6/108). Mit Schreiben vom 9. Januar 2014 liess die Versicherte der Gutachte
r
stelle mitteilen, dass sie die vorgeschlagenen Termine aus verfahrens
-
rechtlichen und medizinischen Überlegungen nicht wahrnehmen werde (
Urk.
6/106). Mit einer Eingabe vom gleichen Datum liess sie die Anträge stellen, auf die angekündigte Begutachtung in der Gutachtensstelle
O._
sei z
u verzichten, es sei eine vollständige Abklärung unter Einbezug der Fach
disziplinen Handchirurgie, Schmerzmedizin und Anästhesie anzuordnen und die gutachterlichen Untersuchungen seien auf einen Zeitpunkt nach Abschluss der Rehabilitationsphase nach der
bei ihr
anstehenden Neurostimulatorenoperation anzusetzen. Sofern die Invalidenversicherung diesen Anträgen nicht nach
komme, werde der Erlass einer gerichtlich anfechtbaren Verfügung verlangt (
Urk.
6/107). Die
Neurostimulatorenoperation erfolgte am 20. Januar 2014 am
bulant in der Klinik
B._
, wobei anschliessend keine Rehabilitation not
wendig war (
Urk.
6/113,
Urk.
6/114).
Mit
Verfügung vom 19. Juni 2014
ordnete die IV-Stelle
eine polydisziplinäre Begutachtung an
,
führte
die einzubeziehen
den Fachdisziplinen auf
und kündigte an,
die Gutachterstelle werde nach Ein
tritt der Rechtskraft dieser Verfügung bekannt gegeben (
Urk.
2).
2.
Gegen diese Verfügung liess die Versicherte, vertreten durch Rechtsanwalt Kaspar Gehring, am 15. August 2014 Beschwerde erheben. Sie beantragte, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben und die IV-Stelle sei zu verpflichten, sich mit der Beschwerdeführerin über die Gutachterstelle und die Fragestellung zu einigen. Eventualiter sei die IV-Stelle zu verpflic
hten, die Begutachtung am S
pital
Z._
in Auftrag zu geben. Subeventualiter sei die IV-Stelle zu ver
pflichten, die Begutachtung bei der MEDAS-Stelle
C._
GmbH durchführen zu
lassen
,
unter Beizug eines Handchirurgen, eines Schmerzmediziners und eines Anästhesiologen (
Urk.
1). Die IV-Stelle schloss in ihrer Beschwerdeantwort vom 18. September 2014 auf Abweisung der Beschwerde (
Urk.
5).
Auf die Ausführungen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Anfechtungsgegenstand ist die Verfügung vom 19. Juni 2014
, mit welcher die Beschwerdegegnerin die Durchführung einer Begutachtung in den Fachdiszipli
nen Allgemeine Innere Medizin, Arbeitsmedizin, Neurologie, Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates sowie Psychiatrie und Psychotherapie
anordnete
.
D
ie Disziplinen Schmerzmedizin und Anästhesie
seien
medizinisch Unterdisziplinen, welche nicht explizit und gesondert begut
achtet werden müssten.
D
ie Gutachterstelle werde nach Eintritt der Rechtskraft
ihrer
Verfügung bekannt gegeben (
Urk.
2).
Bei dieser Verfügung vom 19. Juni 2014 handelt es sich um eine Zwischen
-
verfü
gung im Sinne von
Art.
55
Abs.
1 des Bundesgesetzes über den Allge
-
meinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG) in Verbindung mit
Art.
5
Abs.
2 und
Art.
46 des Bundesgesetzes über das Verwaltungsverfahren (VwVG), welche grundsätzlich
dann
selbständig mit Beschwerde angefochten werden kann, wenn sie einen nicht wieder gutzumachenden Nachteil bewirkt (
Art.
46
Abs.
1 lit. a VwVG, BGE 132 V 93).
1.2
Gemäss dem seit 1. März 2012 geltenden
neuen Artikel 72
bis
der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV) haben polydisziplinäre medizinische Gut
achten
-
das heisst medizinische Gutachten, an denen drei und mehr Fach
-
disziplinen beteiligt sind
-
ausschliesslich bei einer Gutachte
r
stelle zu erfolgen, mit welcher das Bundesamt für Sozialversicherungen (BSV) eine Vereinbarung getroffen hat (
Art.
72
bis
Abs.
1 IVV). Die Vergabe dieser Aufträge muss nach dem Zufallsprinzip erfolgen (
Art.
72
bis
Abs.
2 IVV). Ebenfalls auf den
1.
März 2012 hin wurde das Verfahren der durch die IV-Stelle vorzunehmenden Anord
nung von polydisziplinären Begutachtungen im Kreisschreiben über das Ver
fahren in der Invalidenversicherung (KSVI, Rz 2075 ff.)
neu geregelt und im August 2012 sowie im Februar 2013 und Januar 2014 zu einzelnen Punkten ergänzt beziehungsweise abgeändert.
2.
2.1
Zwar
kann
eine versicherte Person
schon
nach erstmaliger Mitteilung der geplan
ten polydisziplinären Begutachtu
ng unmittelbar Einwendungen anbrin
gen
, damit allenfalls eine gütliche Einigung gefunden werden kann. Die gerichtliche Überprüfung bestehender Differenzen kann jedoch erst nach der endgültigen zwischenverfügungsweisen Festlegung der Gutachterstelle und der an der Begutachtung beteiligten Fachpersonen erfolgen. Eine einmalige und gesamthafte Überprüfung sämtlicher im vorangegangenen Verfahren strittig gebliebener Aspekte unter allen Gesichtspunkten
erst
im Zeitpunkt nach der Bekanntgabe der mit der Begutachtung betrauten Stelle sowie der mit der Begutachtung betrauten Personen trägt
jedoch den
Mitwirkungsrechte
n
der versicherten Person genügend Rechnung (vgl. Urteile des Sozialversicherungs
gerichts des Kantons Zürich IV.2013.00040 vom 2
8.
März 2013, E. 4.3.
3.
und IV.2012.00729 vom 1
1.
Juni 2013, E. 2.3).
2.2
Das KSVI wurde seit
d
en soeben erwähnten Urteilen des hiesigen Gerichts per
1.
Januar 2014 insofern abgeändert, als eine
einzige
anfechtbare Zwischenver
fügung
nun
mehr
erst nach der abschliessenden zweiten Phase vorgesehen
ist
(KSVI Rz 2076, Rz 2081.3 und Rz 2081.5). Dabei umfasst die erste Phase den Entscheid über die Notwendigkeit einer polydisziplinären Begutachtung, die Festlegung der Fachdisziplinen sowie den Fragekatalog und die zweite Phase die Ermittlung des Begutachtungsinstituts durch Zufall sowie die Bekanntgabe der Namen und Fach
arzt
titel der mit der Begutachtung betrauten Personen (KSVI Rz 2076 ff.). Dieses Vorgehen entspricht dem vom Sozialversicherungsgericht in den
genannten
Urteilen erwähnten Ablauf.
2.3
Die angefochtene Zwischenverfügung vom 1
9.
Juni 2014
(
Urk.
2)
h
ält
nur fest, dass eine polydisziplinäre Begutachtung durchgeführt werde und welche Fach
disziplinen
dabei
berücksichtigt werden sollen. Die Fragen
an die Gutachter
stelle
, die Gutachterstelle
selber
und die Namen sowie Fach
arzt
titel der mit der Begutachtung zu betrauenden Personen w
u
rden darin nicht festgelegt
, obwohl die IV-Stelle der Versicherten vor Erlass der Verfügung
am
6.
Januar 2014 mit
tels Mitteilung formlos
an
ge
kündigt
hatte
, die Gutachtensstelle
A._
GmbH zu beauftragen und auch bereits die e
inzusetzenden
Gutachter benannt hatte
(
Urk.
6/104). Die Versicherte liess in ihrer Eingabe
an die IV-Stelle
vom
9.
Januar 2014
unter anderem
die ordnungsgemässe Durchführung des Zufalls
-
systems bezweifeln und machte gegen
Dr.
med.
D._
, Facharzt für Neurologie, Ausstandsgründe geltend (
Urk.
6/107)
, so dass
seitens der IV-Stelle
von keinem Einverständnis der Versicherten mit der zug
eteilten Gutachterstelle und den
eingesetzten Gutachter
n
ausgegangen werden durfte
. Zudem entschied die IV-Stelle
,
soweit ersichtlich
,
nie über die Zulassung der von der Versicherten
mit Eingabe vom 1
0.
April 2013
formulierten
Zusatzfrage (
Urk.
6/89). In der
Verfügung vom 1
9.
Juni 2014 wird
zudem
sogar
ausdrücklich
angekündigt, dass die Gutachterstelle erst nach Eintritt der Rechtskraft dieser Verfügung bekannt gegeben werde (
Urk.
6/115
).
2.4
Damit bewirkt die Verfügung vom 1
9.
Juni 2014
, welche sich nicht über sämtli
che Modalitäten (Notwendigkeit einer polydisziplinären Begutachtung, beteiligte Fachdisziplinen, Frage
n
katalog und Zusatzfragen, Gutachterstelle, beteiligte Fachärzte) des zu erstellen
den
Gutachtens äusserte,
keinen nicht wieder gutzu
machenden Nachteil, weshalb auf die dagegen gerichtete Beschwerde nicht ein
getreten werden kann. Die Überprüfung der Differenzen kann erst nach der endgültigen Festlegung der mit der Begutachtung betrauten Gutachterstelle so
wie der an der Begutachtung beteiligten Fachpersonen erfolgen.
Folglich
sind
die Anordnungen in der Verfügung vom 1
9.
Juni 2014
noch
nicht
gerichtlich überprüfbar
, sondern
eine allfällige Beschwerde ist erst
nach Verfügung über sämtliche Modalitäten der anzuordnenden Begutachtung
zulässig
.
3
.
Da es vorliegend nicht um die Bewilligung oder Verweigerung von Leistungen der Invalidenversicherung geht, ist das Beschwerdeverfahren kostenlos (
Art.
61 lit. a ATSG in Verbindung mit
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG).