# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** a052d170-1bee-45bb-a4f1-6a704dab9fcf
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2021
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
1.1
Die
1985
geborene
X._
,
Mutter zweier in den Jahren
2009 und 2012 geborene
r
Kinder (Urk. 8/2, Urk. 8/49/1
), war zuletzt von
2010
bis
2011
als
Prak
tikantin
bei der
Stiftung Y._
tätig
(Urk. 8/11)
. Am
26. März 2011
meldete sie sich unter Hinweis auf
eine psychische Krankheit
bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an (Urk.
8/5
). Die Sozial
ver
siche
rungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, tätigte medizinische und erwerbliche Abklärungen
und
schloss nach einem erfolgreichen Arbeitsversuch die Einglie
derungsmassnahmen am
7.
Mai 2012 ab (Urk. 8/47).
1.2
Am 1
0.
September 2012 meldete sich die Versicherte unter Hinweis auf eine
Psy
chose nach der Geburt
erneut zum Leistungsbezug an (Urk. 8/55).
Die IV-Stelle gewährte am 6. November 2013
eine
Kostengutsprache für
ein Arbeitstraining (Urk. 8/87)
und
schloss am 17.
Juni 2014 die Eingliede
rungsmassnahmen ab (Urk. 8/115). In der Folge
liess
sie
die Versicherte
psychiatrisch
begutachten (Ex
pertise vom
7.
Mai 2015;
Urk.
8/133/1-37
) und veranlasste eine Abklärung im Haushalt (Urk.
8/138
).
Mit Verfügung vom 30. November 2015 verneinte die IV-Stelle
bei
einer Qualifikation der Versicherten als zu 40
%
erwerbstätig und zu 60
%
im Haushalt tätig bei
einem Invaliditätsgrad von 17 %
einen Renten
an
spruch (Urk. 8/147).
1.3
Am 11.
Oktober 2017 meldete sich die Versicherte erneut zum Leistungsbezug an
(Urk. 8/153)
.
Die IV-Stelle tätigte medizinische und erwerbliche Abklärungen und zog die Akten der Krankentaggeldversicherung bei (Urk. 8/180). In der Folge
ge
währte die IV-Stelle
Kostengutsprache für ein
Belastbarkeitstraining (Urk. 8/196
)
, ein Aufbautraining (Urk. 8/205) und ein Job Coaching mit Arbeitsvermittlung (Urk. 8/229).
Am
1.
Oktober 2019 teilte die IV-Stelle der Versicherten mit, die
Arbeitsvermittlung
sei
erfolgreich abgeschlossen (Urk.
8/242)
.
In der Folge
ver
anlasste
sie
eine Abklärung im Haushalt (
Urk.
8/251)
.
Nach durchgefüh
rtem
Vor
bescheidverfahren
(Urk. 8/254,
Urk.
8/258, Urk. 8/262
) wies
die IV-Stelle
das Leistungsbegehren mit Verfügung vom
12
. Juni 2020 (Urk. 8/26
4
=
Urk.
2) ab.
2.
Die Versicherte erhob am
8. Juli 2020
Beschwerde gegen die Verfügung vom
12
. Juni 2020
(
Urk.
2) und beantragte eine Neubeurteilung ihres Rentenanspruchs (Urk. 1 S. 1)
. Am
25. August 2020 (Urk. 7
) beantragte die IV-Stelle die Abweisung der Beschwerde, was der Beschwerdeführerin mit Verfügung vom
28. August 2020
zur Kenntnis gebracht wurde (Urk.
9
).
Mit derselben Verfügung
wurde an
tragsgemäss (vgl. Urk. 1 S. 1
) die unentgeltliche Prozessführung bewilligt.
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allge
meinen Teil des
Sozialversicherungsrechts, ATSG
). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom
menden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der ge
sundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG)
Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betä
tigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen
wieder herstellen
, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
Wurde eine Rente wegen eines zu geringen Invaliditätsgrades verweigert, so wird nach Art. 87 Abs. 3
der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV)
eine neue Anmeldung nur geprüft, wenn die Voraussetzungen gemäss Abs. 2 dieser Bestimmung erfüllt sind. Danach ist im Revisionsgesuch glaubhaft zu machen, dass sich der Grad der Invalidität der versicherten Person in einer für den An
spruch erheblichen Weise geändert hat.
Ergibt die Prüfung durch die Verwaltung, dass
die Vorbringen
der versicherten Person nicht glaubhaft sind, so erledigt sie das Gesuch ohne weitere Abklärungen durch Nichteintreten. Tritt die Verwaltung auf die Neuanmeldung ein, so hat sie
die Sache materiell abzuklären und sich zu vergewissern, ob die von der ver
sicherten Person glaubhaft gemachte Ver
änderung des Invaliditätsgrades
auch tatsächlich eingetreten ist; sie hat demnach in analoger Weise wie bei einem Revisionsfall nach Art. 17 Abs. 1 ATSG vorzugehen (BGE 117 V 198 E. 3a, vgl. auch BGE 133 V 108 E. 5.2). Stellt sie fest, dass der Invaliditätsgrad seit Erlass der früheren rechtskräftigen Verfügung keine Veränderung erfahren hat, so weist sie das neue Gesuch ab. Andernfalls hat sie zunächst noch zu prüfen, ob die festgestellte Veränderung genügt, um nunmehr eine anspruchsbegründende Inva
lidität zu bejahen, und hernach zu beschliessen. Im Beschwerdefall obliegt die gleiche materielle Prüfungspflicht auch dem Gericht (
Urteil des Bundesgerichts 9C_351/2020 vom 21. September 2020 E. 3.1, insbesondere mit Hinweis auf
BGE 117 V 198 E. 3a, 109 V 108 E. 2b).
1.4
Ändert sich der Invaliditätsgrad eines Rentenbezügers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (Art. 17 Abs. 1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen seit Zuspre
chung der Rente, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Renten
an
spruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente bei einer wesentlichen Än
de
rung des Gesundheitszustandes revidierbar. Weiter sind, auch bei an sich gleich
gebliebenem Gesundheitszustand, veränderte Auswirkungen auf den Erwerbs- oder
Aufgabenbereich von Bedeutung (BGE 141 V 9 E. 2.3, 134 V 131 E. 3). Ferner kann ein Revisionsgrund unter Umständen auch in einer wesentlichen Änderung hinsichtlich des für die Methodenwahl massgeblichen (hypothetischen) Sachver
halts bestehen (BGE 144 I 28 E. 2.2, 130 V 343 E. 3.5, 117 V 198 E. 3b, je mit Hinweisen). Hingegen ist die lediglich unterschiedliche Beurteilung eines im Wes
entlichen gleich gebliebenen Sachverhalts im revisionsrechtlichen Kontext unbe
achtlich (BGE 141 V 9 E. 2.3 mit Hinweisen). Weder eine im Vergleich zu frü
he
ren ärztlichen Einschätzungen ungleich attestierte Arbeitsunfähigkeit noch eine unterschiedliche diagnostische Einordnung des geltend gemachten Leidens ge
nügt somit per se, um auf einen verbesserten oder verschlechterten Gesund
heits
zustand zu schliessen; notwendig ist in diesem Zusammenhang vielmehr eine veränderte Befundlage (Urteil des Bundesgerichts 9C_135/2021 vom 27. April 2021 E. 2.1 mit Hinweisen).
Liegt in diesem Sinne ein Revisionsgrund vor, ist der Rentenanspruch in recht
licher und tatsächlicher Hinsicht umfassend («allseitig») zu prüfen, wobei keine Bindung an frühere Beurteilungen besteht (BGE 141 V 9 E. 2.3 mit Hinweisen).
1.5
Gemäss dem in Art. 27
bis
Abs. 2–4 IVV per 1. Januar 2018 eingeführten neuen Berechnungsmodell für die Festlegung des Invaliditätsgrads von teilerwerbstä
tigen Versicherten nach der gemischten Methode (Art. 28a Abs. 3 IVG) werden der Invaliditätsgrad in Bezug auf die Erwerbstätigkeit und der Invaliditätsgrad in Bezug auf die Betätigung im Aufgabenbereich – weiterhin – summiert (
Art.
27
bis
Abs. 2 IVV). Die Berechnung des Invaliditätsgrads in Bezug auf die Erwerbs
tätig
keit richtet sich nach
Art.
16 ATSG, wobei das Erwerbseinkommen, das die ver
sicherte Person durch die Teilerwerbstätigkeit erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre, auf eine Vollerwerbstätigkeit hochgerechnet wird (Art. 27
bis
Abs. 3
lit
. a IVV) und die prozentuale Erwerbseinbusse anhand des Be
schäftigungsgrads,
den
die versicherte Person hätte, wenn sie nicht invalid ge
worden wäre, gewichtet wird (Art. 27
bis
Abs. 3
lit
. b IVV). Für die Berechnung des Invaliditätsgrads in Bezug auf die Betätigung im Aufgabenbereich wird der prozentuale Anteil der Einschränkungen bei der Betätigung im Aufgabenbereich im Vergleich zur Situation, wenn die versicherte Person nicht invalid geworden wäre, ermittelt. Der Anteil wird anhand der Differenz zwischen dem Beschäf
tigungsgrad nach Absatz 3
lit
. b und einer Vollerwerbstätigkeit gewichtet (
Art.
27
bis
Abs. 4 IVV).
1.6
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schluss
folgerungen der Experten begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a mit Hinweis)
.
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete die angefochtene leistungsabweisende Ver
fügung vom 1
2.
Juni 2020 (
Urk.
2) damit, dass
die Beschwerdeführerin
seit dem
1.
März 2014 in ihren Tätigkeiten, welche 60 % im Erwerbsbereich und 40 % im Haushalt entsprächen, eingeschränkt sei.
Inzwischen arbeite sie in einem Pensum von 50 % (S. 1).
Aufgrund der medizinischen Beurteilung entspreche die aktuelle Tätigkeit als Hilfsköchin auch
einer
angepassten Tätigkeit. Diese Tätigkeit
sei
ihr zu 50 % zumutbar.
Die Einschränkung im Haushalt betrage 18
%
. Insgesamt resultiere ein gewichteter
Invaliditätsgrad von 38 % (S. 2).
2.2
Die Beschwerdeführerin stellte sich demgegenüber auf den Standpunkt (
Urk.
1),
sie würde bei guter Gesundheit in einem Pensum von 80 % arbeiten.
Mit dem Einkommen eines Pensums von 60 % würde sie das sozialhilferechtliche Exi
stenz
minimum nicht erreichen.
Aus finanziellen Gr
ünden müsste sie mindestens 80 % erwerbstätig sein. Dies sei ihr bei der Haushaltsabklärung nicht bewusst gewesen. Diese Fehleinschätzung stehe auch im Zusammenhang mit ihren gesundheitlichen Einschränkungen (S. 1).
2.3
Strittig und zu prüfen ist der Anspruch auf eine Invalidenrente.
Da die Änderung der Qualifikation von zuletzt 40
%
Erwerbstätige und zu 60
%
im Haushalt Tätige zu 60
%
Erwerbstätige und zu 40
%
im Aufgabenbereich
Tätige einen Revisionsgrund darstellt (Urteil des Bundesgerichts 9C_915/2012 E.
2)
, hat – grundsätzlich unabhängig davon, ob es zusätzlich auch zu einer Verän
de
rung des Gesundheitszustandes gekommen ist – eine umfassende Neuüber
prü
fung
des Rentenanspruchs der Beschwerdeführerin zu erfolgen (BGE 141 V 9 E. 2.3; vgl. vorstehend E. 1.
4
).
3.
3.1
Der Verfügung vom
3
0.
November 2015 (Urk. 8/147)
lag im Wesentlichen fol
gender medizinischer Sachverhalt zu Grunde:
Dr.
med. Z._
, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie
, erstattete am 7. Mai 2015 ein
psychiatrisches
Gutachten
zuhanden der
Beschwerdegegnerin
(
Urk.
8/133/1-37)
und nannte
als
Diagnose
mit
Auswirkung
auf die Arbeits
fähig
keit (S. 31 Ziff. 1.1) eine
schizoaffektive
Störung, mit überdauernder Negativ
symptomatik (
ICD-10 F25.81).
Die Beschwerdeführerin
arbeite seit
1. Dezember 2014
zu 40
% im vertrauten Um
feld eines Altersheimes im angestammten Tätigkeitsbereich als Hauswirt
schaftsangestellte. Seit
1. März 2014
bestehe in einer optimal angepassten Tätig
keit eine Arbeitsfähigkeit zu 40 % (S. 33 Ziff. 3).
Als solche
gelte
ein familiäres Umfeld
eines relativ kleinen Teams, mit übersichtlichen wiederkehren
den/ste
reotypen Aufgaben o
hne Zeit-/Leistungsdruck
und einem präsenten, aber wohl
wollend interagierenden Vorgesetzten und mit regelmässigen Kontrollen und Führung (S. 32
Ziff.
2). Die a
ktuelle Tätigkeit gelte als optimal angepasste Tätig
keit
(S. 33 Ziff. 3)
.
Die Annahme einer 50
%
igen anhaltenden Arbeitsfähigkeit seitens der
behandelnde
n
Psychiaterin der
A._
AG als realistisches prognostisches Ziel
erscheine
heute aus gutachterlicher Sicht angesichts der überdauernden Psychopathologie
zu positiv
(S. 34 Ziff. 6).
3
.2
Dr.
med. B._
, Facharzt für Psychiatrie
und Psychotherapie
und
für
Neurologie, Regionaler
Ärztliche
r Dienst (RAD), führte mit Stellungnahme vom
22. Mai 2015
aus (Urk.
8/140/10)
, gemäss Gutachten von
Dr.
Z._
bestehe
seit März
20
14
eine
60%
ige Arbeitsunfähigkeit
als Hauswirtschafterin
.
3.3
D
ie Beschwerdegegnerin führte am 7. Juli 2015
eine Haushaltabklärung durch (Urk.
8/138
S.
1 oben). Die Abklärungsperson
führte
im Bericht vom
1
2.
August 2015
aus, die Beschwerdeführerin
wohne mit ihren Kindern seit März 2014 in der jetzigen
Wohnung
(S. 2 Ziff. 1)
. Ihre jetzige Arbeit
in einem Pensum von 40 % gefalle ihr gut. W
enn es weiterhin so gut laufe, möchte sie das Arbeitspen
sum im Sommer 2016 auf 60
%
auf
stocken. Dieses Arbeitspensum könne sie, mit Unter
stützung ih
rer Mutter bei der Kinderbetreu
ung, gut bewältigen (S. 3 Ziff. 2.3).
Die Beschwerdeführerin gebe an,
sie würde
heute bei guter Gesundheit
bis Som
mer 2016
in einem Pensum von
40
%
arbeiten
. Sobald
die
ältere Tochter
voraus
sichtlich
im August
20
16 in die
1.
Klasse komme, würde sie das Arbeit
spensum auf 60
%
erhöhen (S. 3 f. Ziff. 2.5).
Die Abklärungsperson legte die Qualifikation auf
4
0
%
Erwerbstätigkeit und
6
0
%
Haushalt fest (S.
4
Ziff.
2.6). Zur Begründung führte sie aus,
es sei nachvollziehbar und glaubhaft, dass die Beschwerdeführerin heute bei guter Gesundheit
in
ein
em
Arbeitspensum von
40
%
arbeiten würde. Dieses Pensum absolviere sie jetzt schon mit den gesundheitlichen Einschrän
kungen (S. 4 Ziff. 2.6
.
1). Die
Abklärungsperson ermittelte ab
1.
März 2014
eine
Einschränkung von 28.55
%
im Haus
halt
(S.
8 Ziff. 6.8)
.
3.4
Mit Verfügung vom 30. November 2015 (Urk.
8/147)
verneinte die Beschwerde
gegnerin einen Rentenanspruch. Die Beschwerdeführerin sei seit Januar 2011 in der Arbeitsfähigkeit
eingeschränkt.
Im
Erwerbsb
ereich
bestehe
keine Einkom
menseinbusse, da
die
Ausübung d
er angestammten Tätigkeit zu 40
% zumutbar
sei
. Im Haushalt
besteh
e eine Einschränkung von 28.55
%. Be
i einer Qualifikation von zu 40
%
als
im Erwerb und 60
% als im Haushalt tätig resultierte ein Inva
liditätsgrad von
17
%
(S. 2)
.
4.
4.1
I
m Zeitpunkt der angefochtenen Verfügung vom
12. Juni 2020
(
Urk.
2) lagen im Wesentlichen die folgenden Berichte vor:
Dr.
med. C._
, Fachärztin für
Psychiatrie und Psychotherapie
,
A._
AG
,
führte mit Bericht vom 1
6.
Januar 2017 (Urk.
8/150/1-2)
aus, aktuell bestehe eine 40
%
ige Arbeitsfähigkeit. In den letzten Monaten habe sich eine zunehmende Destabilisierung gezeigt, welche die Grenzen der aktuellen Belastbarkeit aufzeige.
Aktuell werde eine weitere
Stabilisierung
im bekannten und sehr unterstützenden Arbeitsumfeld als
vorrangig
erachtet (S. 1).
Dr.
C._
nannte mit Bericht vom
6.
November 2017
(
Urk.
8/160)
folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (Ziff. 1.1):
-
Bipolar-affektive Störung
mit Status nach zweimaligen
Puerper
alpsy
cho
sen
(2009/2012)
-
Differentialdiagnose
(DD)
schizoaffektive
Störung (ICD-10 F25.0)
-
e
infache Aktivitäts- und Aufmerksamkeitsstörung
(ICD-10 F90.0) seit Kindheit/Jugend
Mittel- bis la
ngfristig
sei eine
ma
ximale Arbeitsfähigkeit
von 50
%
auf dem ersten Arbeitsmarkt realistisch (Ziff. 1.4). Seit
1.
April 2014 bis auf weiteres bestehe für die zuletzt ausgeübte Tätigkeit als Hauswirtschafts-Angestellte eine 50
%
ige Arbeitsfähigkeit (Ziff. 1.6).
Für die bisherige
Tätigkeit
im Altersheim be
stehe eine fortlaufende Arbeitsfähigkeit von 40
%
(Ziff. 1.7).
4.2
Die Ärzte der
A._
AG
nannten
mit Bericht vom
2.
März
2018 (Urk. 8/168/1-2) zuhanden
de
s
Vertrauensarzt
es
des
Krankenversicherer
s
Allianz Suisse
als Diagnose eine bipolare affektive Störung, gegenwärtig manische Epi
sode mit psychotischen Symptomen (Ziff. 3).
Sie führten aus, vom 12.
Dezember 2017 bis 1
4.
Februar 2018 sei ein s
tationärer Aufenthalt
erfolgt (Ziff. 5).
Die Be
schwerdeführerin
sei per
Fürsorgerische Unterbringung (
FU
)
mit einem mani
schen
Zustandsbild aufgenommen worden (Ziff. 1).
Eine Prognose zur Arbeitsunfähig
keit könne nicht gemacht werden (Ziff. 6).
4.3
Aus dem S
chlussbericht
vom 2
0.
August 2018 (
Urk.
8/214) über ein vom 28.
Mai bis 17.
August 2018 durchgeführtes
Belastbarkeitstraining
geht hervor, die
Kinder der
Beschwerdeführerin seien
bisher von
ihren Eltern betreut worden und
würden
seit Mitte August in einer sozialpädagogischen Pflegefamilie betreut
werden. Sie selber
wohne al
leine und ziehe
ab September
20
18 in eine
Wohngemeinschaft (S. 1)
.
Aus dem
Schlussbericht
vom 2
8.
November 2018 (
Urk.
8/224) über ein vom 20. August bis 17. November 2018 durchgeführtes
Aufbautraining
geht hervor, die Beschwerdeführerin
wohne nun in
einer Wohngemeinschaft
in D._
. Das Aufbautraining sei erfolgreich gewesen (S. 1).
Zur Einschätzung der Integrations
möglichkeiten
wurde ausgeführt, wenn die Beschwerdeführerin weiterhin psy
chisch
so stabil bleibe, sei
die (hier wohl: Wahrscheinlichkeit der)
Eingliederung auf
dem
erste
n
Arbeitsmarkt hoch. Sie habe immer nur ein
Pensum von
50
%
gehabt, daher sei
ein
Belastbarkeits- und Aufbautraining auch für diesen Stel
lenumfang gesprochen worden.
Die
Kinder würden nun aber fremdbetreut und
die Beschwerdeführerin könnte
theoretisch mehr arbeiten. Vorerst solle sie aber eine 50%-Stelle suchen, um
den
Einstieg
auf dem ersten Arbeitsmarkt
behutsam anzugehen
(S. 2 f.)
.
4.4
Mit
E-Mail vom
1
9.
Dezember 2018 (
Urk.
8/226) erkundigte sich die beha
ndelnde Psychiaterin
Dr.
C._
,
A._
AG, ob eine Rentenprüfung statt
finde.
Eine weitere
Pensumssteigerung
(mehr als 50
%
) sei nicht realistisch.
4.5
Im
Abschlussbericht Coaching
vom 27.
August 2019
(Urk.
8/240)
wurde aus
ge
führt, es könne insgesamt von einem sehr positiven Verlauf gesprochen werden. Die
Beschwerdeführerin habe per 1.
Mai 2019 einen befristeten Arbeitsvertrag für 6 Monate in einem Pensum von 50 %
als Hilfsköchin
im Alterszentrum
E._
erhalten. Am 7.
August 2019 habe die Beschwerdeführerin mitgeteilt, sie habe
dort nun
eine Festanstellung ohne Laufzeitbeschränkung erhalten
(S. 2)
.
4.6
Dr.
C._
,
A._
AG, führte mit Verlaufsbericht vom 14. Oktober 2019 (Urk.
8/248/2-5)
aus, der Gesundheitszustand sei stationär (Ziff. 1.1). Es bestehe eine 50
%
ige Arbeitsfähigkeit
als Küchenangestellte.
Dieses Pensum stelle
aktuell die höchste Belastbarkeitsgrenze dar
(Ziff. 2.2)
.
Aufgrund des bisherigen Verlaufs nach drei schweren und langandauernden manisch-psychotischen Epi
soden (letztmals Dezember 2017) und nachfolgender Kündigung der Arbeitsstelle sowie Fremdplatzierung der zwei Töchter werde von einer bleibenden Einschrän
kung der Arbeitsfähigkeit zu 50 % ausgegangen (Ziff. 3.3).
4.7
Dr.
med. F._
, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie, RAD, führte mit S
tellungnahme vom 21.
November 2019 (Urk. 8/253/6-7) aus, ein d
auerhafter Gesundheitsschaden
sei
ausgewiesen.
Die v
orha
ndene
medizi
nisch-theoretische Arbeitsfähigkeit sei voll umgesetzt worden (S. 2).
B
ei der seit 1.
Mai 2019 angetretenen Arbeitsstelle als Hilfsköchin sei von einer angepassten Tätigkeit auszugehen (S. 1).
4.8
Die Beschwerdegegnerin führte am
25. Februar
2020
eine
Haushaltabklärung durch (Urk.
8/
251
S.
1 oben). Die Abklärungsperson führte im Bericht vom
26.
Februar 2020 aus, die Beschwerdeführerin gebe an, sie lebe seit Oktober 20
18
in G._
in einer nor
malen Wohngemeinschaft zu
d
ritt
.
Die
Kinder betreue sie seit Eintritt in die Klinik im
Dezember 2017 nicht mehr. Sie
seien jetzt seit Juli 2018 fremdpl
atziert im H._
.
Dies sei eine länger dauernde Unter
brin
gung (S. 2 Ziff. 1).
I._
sei in der
4.
Klasse, J._
in der
1.
Klasse
(Ziff. 2.3.1).
Die Beschwerdeführerin
habe angegeben, es könne sein, dass sie inskünftig jede Woche
zwei
Stunden bei jemandem reinigen könne. Ihr Lohn vom Altersheim
E._
gehe direk
t ans Sozialamt. Sie erhalte zirka Fr.
1'800.--, welche sie selber
verwalten könne
(Ziff. 2.4)
.
D
ie Beschwerdeführerin gebe an,
bei guter Gesund
heit
wären die Kinder bei ihr. Sie sei gerne Mutter und würde auch nicht 100
%
arbeiten wollen. Sie denke, dass sie im Rahmen von 60
%
tätig sein könnte. Mit den Alimenten und dem Lohn würde sie auskommen. Sie k
önne sparsam leben. Die Kinder könnten über Mittag, wenn sie arbeiten müss
t
e,
an den Mittagstisch oder in einen Hort. Mehr würde sie auch bei guter Gesundheit nicht arbeiten wollen. Die Kinder würden sie brauchen und finanziell käme sie so über die Runden
(Ziff. 2.6)
.
Die Abklärungs
person legte
die Qualifikation daher auf 60 % Erwerbstätigkeit und 40
% Haushalt fest
(Ziff. 2.6)
.
Die Qualifikation sei ein
ge
hend besprochen und erläutert worden
(Ziff. 2.6.1).
Die Abklärungsperson ermit
telte eine Einschränkung von 18
%
und gewichtet einen IV-Grad von 7.2
%
im Haushaltsbereich
(Ziff. 7)
.
4.9
Mit
Stell
ungnahme vom
8.
Juni 2020 (Urk.
8/263/2-3)
führte die Abklärungs
person aus, es werde auf die
Aussage der ersten Stunde
abgestellt. Die Beschwer
deführerin h
abe
die
Fragen genau und adäquat beantwortet.
Die
Budgetauf
stellung
(vgl. Urk. 8/262)
und
die
Angaben vor Ort würden sehr voneinander abweichen.
Vor Ort habe die Beschwerdeführerin angegeben, sie bezahle eine
Miete
von
Fr.
665.-
-. Die Annahme, sie müsste bei einem 3-Personenhaushalt
Fr.
1'800.-- bezahlen, entspreche nicht der jetzigen Situation, zumal sogar e
in Zimmer für die Kinder
in der WG
ausgebaut
werde und man dav
on ausgehen
könne
, dass
sie
auch mit den Kindern
in diesem grossen Haus
wohnen würde. Sodann
werde
nicht auf die SKOS Grundlinien
abgestellt
.
Bei der Berechnung des
Einkommen
s würde die Beschwerdeführerin bei einem Pensum von 60 %
Fr.
2'772.44 pro Monat
erhalten, was zu Einnahmen von
Fr.
4'411.-- führe. Bei
einer korrigierten Ausgabebudgetierung resultiere
Fr.
3'208.-- (Grundbedarf werde
übernommen).
An
der
Qualifikation solle festgehalten werden
(S. 1 f.)
.
5.
5.1
Vorab zu prüfen ist die Statusfrage beziehungsweise die Frage, ob die Beschwer
deführerin im Gesundheitsfall in einem Pensum von 60
%
oder 80 % erwerbstätig wäre.
5.2
Sowohl bei der erstmaligen Prüfung des Rentenanspruchs als auch bei der Ren
tenrevision und im Neuanmeldungsverfahren ist die Methode der Invaliditäts
bemessung (Art. 28a IVG) zu bestimmen (BGE 144 I 28 E. 2.2, 117 V 198 E. 3b).
Die für die Methodenwahl (Einkommensvergleich, gemischte Methode, Betäti
gungs
vergleich) entscheidende Statusfrage, nämlich ob eine versicherte Person als ganztägig oder zeitweilig erwerbstätig oder als nichterwerbstätig einzustufen
ist, beurteilt sich danach, was die Person bei im Übrigen unveränderten Um
ständen täte, wenn keine gesundheitliche Beeinträchtigung bestünde. Entschei
dend ist somit nicht, welches Ausmass der Erwerbstätigkeit der versicherten Person im Gesundheitsfall zugemutet werden könnte, sondern in welchem Pen
sum sie hypothetisch erwerbstätig wäre. Bei im Haushalt tätigen Versicherten im Besonderen (vgl. Art. 27 IVV) sind die persönlichen, familiären, sozialen und erwerblichen Verhältnisse ebenso wie allfällige Erziehungs- und Betreuungsauf
gaben gegenüber Kindern, das Alter, die beruflichen Fähigkeiten und die Aus
bildung sowie die persönlichen Neigungen und Begabungen zu berücksichtigen. Massgebend sind die Verhältnisse, wie sie sich bis zum Erlass der Verwaltungs
verfügung entwickelt haben, wobei für die hypothetische Annahme einer im Ge
sundheitsfall ausgeübten (Teil-)Erwerbstätigkeit der im Sozialversicherungsrecht übliche Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit erforderlich ist (BGE 144 I 28 E. 2.3, 141 V 15 E. 3.1, 137 V 334 E. 3.2, 125 V 146 E. 2c, 117 V 194 E. 3b).
Die Beantwortung der Statusfrage erfordert zwangsläufig eine hypothetische Be
urteilung, die auch die hypothetischen Willensentscheidungen der versicherten Person zu berücksichtigen hat. Diese Entscheidungen sind als innere Tatsachen wesensmässig einer direkten Beweisführung nicht zugänglich und müssen in der Regel aus äusseren Indizien erschlossen werden (vgl. BGE 144 I 28 E. 2.4; Urteil des Bundesgerichts 8C_178/2021 vom 11.
Mai
2021 E. 3.2 mit Hinweisen).
5.3
Gestützt auf die Haushaltabklärung vor Ort (vorstehend E. 4.8) qualifizierte d
ie Beschwerdegegnerin
die Beschwerdeführerin als zu 60
%
E
rwerbstätig
e
und zu 4
0
% im Haushalt
Tätige
(vgl. vorstehend E. 2.1).
Demgegenüber machte die
Beschwerdeführerin
geltend, sie müsste aus finanziellen Gründen mindestens zu 80 % erwerbstätig sein
(vorstehend E. 2.2).
Zur Beurteilung der Statusfrage sind die persönlichen, familiären, sozialen und erwerblichen Verhältnisse ebenso wie allfällige Erziehungs- und Betreuungs
auf
gaben gegenüber Kindern, das Alter, die beruflichen Fähigkeiten und die Aus
bildung sowie die persönlichen Neigungen und Begabungen zu berücksichtigen (vgl. vorstehend E.
5.2
).
5.4
Die Beschwerdeführerin ist 1985 geboren und Mutter zweier in den Jahren
2009 und 2012
geborene
r
Kinder. Die Kinder
sind
seit Juli 2018
fremdplatziert
(vgl. vorstehend E. 4.8)
.
Die Beschwerdeführerin
absolvierte von 2002 bis 2005
eine Ausbildung zur
Hauswirtschafterin
beim K._
(Urk.
8/3/3). Dort arbeitete sie zunächst noch ein Jahr weiter (
Urk.
8/3/1) und war danach von 2006 bis 2010 als Hauswirtschafterin bei der Stiftung
L._
tätig, zuerst zu 80
%
, und
nach dem
Mutterschaftsurlaub zu 50 % (
Urk.
8/3/2). Von
November
2010 bis April
2011
(letzter Arbeitstag 1
2.
Januar 2011; Urk. 8/11 Ziff. 2.3)
absolvierte die Be
schwerdeführerin ein
Praktikum Pflege
zu 80
%
(
Urk.
8/3/1,
Urk.
8/5/4 Ziff.
5.4,
Urk.
8/11),
welches sie
nicht beendet
hat, da sie krank geworden ist (
vgl.
Urk. 8/9 S. 5). In diesem Zusammenhang meldete sie sich 2011 erstmals zum Rentenbezug
an (Urk. 8/5). Danach arbeitete sie bei verschiedenen Arbeitgebern in Teilzeit
tä
ti
g
keiten
(
Urk.
8/102, Urk. 8/113, Urk. 8/127, Urk. 8/137, Urk. 8/236, Urk. 8/241/2-3)
.
A
nlässlich
der Haushaltabklärung
im Februar 2020
teilte die Beschwerdeführerin sodann mit, sie würde bei guter Gesundheit
mit ihren Kindern zusammenleben. Sie sei gerne Mutter und würde auch nicht 100 % arbeiten wollen. Sie denke, dass sie im Rahmen von 60
%
tätig sein könnte. Mit den Alimenten und dem Lohn würde sie auskommen. Sie könne sparsam leben. Die Kinder könnten über Mittag, wenn sie arbeiten müss
t
e, an den Mittagstisch oder in einen Hort. Mehr würde sie auch bei guter Gesundheit nicht arbeiten wollen. Die Kinder würden sie brauchen und finanziell käme sie so über die Runden (vorstehend E. 4.8).
5.5
Praxisgemäss stellen die Gerichte im Bereich des Sozialversicherungsrechts in der Regel auf die «Aussagen der ersten Stunde» ab, denen in beweismässiger Hinsicht grösseres Gewicht zukommt als späteren Darstellungen, die bewusst oder unbe
wusst von nachträglichen Überlegungen versicherungsrechtlicher oder anderer Art beeinflusst sein können (BGE 121 V 45 E. 2a, 115 V 133 E. 8c mit Hinweis).
Es ist festzuhalten, dass zur Frage
nach der beruflichen Situation ohne Gesund
heitsschaden
klare Aussagen vorliegen
.
Die Beschwerdeführerin
bestreitet nun ihre
gegenüber der Abklärungsperson geäusserte Angabe
betreffend
Erwerbs
tätig
keit im Ge
sundheitsfall
nicht
grundsätzlich. Es ist auch nachvollziehbar, dass sich
die
Beschwerdeführerin
dahingehend geäussert hat
, im Gesundheitsfall zu 60 % erwerbstätig zu sein
, hat sie doch bereits in der Vergangenheit
erklärt
, nebst der Kinderbet
reuung bis zu 60
% zu arbeiten (Urk.
8/90,
vorstehend E. 3.3). So
äusserte
sie bereits
anlässlich der Haushaltabklärung 2015, sobald die ältere Tochter
im Sommer 2016
in die
1.
Klasse
käme
, würde sie das Arbeitspensum auf 60 % erhöhen.
Zum Zeitpunkt der Haus
haltabklärung 2020 befanden sich beide Töchter in der Primarschule, so sind die
seitens der Beschwerdeführerin gemach
ten
Angaben stringent.
Soweit die Beschwerdeführerin
nun entgegen ihrer Aus
sagen der ersten Stunde beschwerdeweise geltend macht
, aus finanziellen Grün
den würde sie im Gesundhe
itsfall zu 80
%
arbeiten müssen, vermag dies nicht zu überzeugen.
Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung kommt der wirtschaftlichen Not
wendigkeit einer Erwerbstätigkeit alleine bezüglich der Beurteilung der Status
frage keine entscheidende Bedeutung zu
(
vgl.
Urteil 8C_185/2020 vom 2
1.
April 2020 E. 4.2.1; Urteil 8C_29/2020 vom 1
9.
Februar 2020 E. 5.3.3 und 8C_406/2017 vom
6.
September 2017 E. 4.3
). Entsprechend führt der Umstand, dass die Be
schwerdeführerin aufgrund bescheidener finanzieller Verhältnisse auf Sozialhilfe angewiesen ist und gemäss
unterstützender Gemeinde
ein
Pensum von 80 %
ausüben müsste, nicht automatisch auch zur Qualifikation als
80 % erwerbstätig
.
Inwiefern ihre Aussage zur
beruflichen Situation ohne Gesundheitsschaden
im Zusammenhang mit ihren gesundheitlichen Einschränkungen
stehen soll (vgl. vorstehend E. 2.2)
,
legte die Beschwerdeführerin nicht näher dar und erscheint aufgrund der Akten auch nicht überwiegend wahrscheinlich.
Schliesslich erweist sich das von ihr
anlässlich
der Haushaltabklärung genannte 60 %-Pensum im Gesundheitsfall in Anbetracht ihrer bisherigen Erwerbsbiografie mi
t vorwiegend Teilzeittätigkeiten als schlüssig und nachvollziehbar.
N
ach der Lehre
arbeitete sie
maximal, und dies nicht über einen langen Zeitraum, zu 80
%, obwohl sie damals keine Kinder hatte
. Auch aus diesem Grund
ist nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt, dass sie
im Gesundheitsfall mit zwei Kindern ein
Arbeitspensum
von 80 % aus
üben würde
.
5.6
Insgesamt ist mit dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der über
wiegenden Wahrscheinlichkei
t und gestützt auf die «
Aussagen der ersten Stunde
»
davon auszugehen, dass die Beschwerdeführerin ohne den Gesundheitsschaden in einem Pensum von 60
%
erwerbstätig wäre.
6.
6.1
Die Rentenabweisung im
November 2015 (vorstehend E. 3.4) erfolgte
im Wesentlichen gestützt auf das psychiatrische Gutachten von Dr.
Z._
vom
7.
Mai 201
5. Dr.
Z._
nannte damals a
ls Diagnose mit Auswi
rkung auf die Arbeitsfähigkeit
eine
schizoaffektive
Störung mit überdauernder Negativsympto
matik
.
Die Beschwerdeführerin arbeite
te
zu 40
%
in einem
Altersheim im angestammten Tätigkeitsbereich als Hauswirtschaftsangestellte.
Diese Tätigkeit galt als optimal angepasste Tätigkeit. In einer
optimal angepassten Tätigkeit
bestand keine höhere Arbeitsfähigkeit
(vorstehend E. 3.1)
.
6.2
Zur Beurteilung des aktuellen Gesundheitszustands der Beschwerdeführerin ging die Beschwerdegegnerin
davon aus, b
ei der seit 1. Mai 2019 angetretene
n Arbeitsstelle als Hilfsköchin
(vgl. Urk. 8/236)
, welche einer
a
n
gepassten Tätigkeit
entspricht
, bestehe
eine 50%ige Arbeitsfähigkeit
(vorstehend E. 2.1)
.
Mit dieser Tätigkeit schöpft die Beschwerdeführerin ihre Restarbeitsfähigkeit in zumutbarer Weise aus, was vorliegend unbestritten is
t.
Gemäss der behandelnden Psychia
terin leidet die Beschwerdeführerin an e
iner bipolar-affektiven Störung (Diffe
rentialdiagnose
schizoaffektive
Störung) und an einem
ADHS (vorstehend E. 4.1).
Die Frage, ob ein psychisches Leiden zu einer Arbeitsunfähigkeit führt, welche auch rechtlich bedeutsam ist, beurteilt sich in Nachachtung von
Art.
7
Abs.
2 ATSG grundsätzlich auf der Grundlage eines strukturierten Beweisverfahrens (
Standardindikatorenprüfung
) nach BGE 141 V 281 und BGE 143 V 418 (vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_568/2019 vom 2
2.
November 2019 E. 5.6). Vor
liegend erübrigt sich indessen die Durchführung eines strukturierten Beweis
verfahrens. Unabhängig davon, ob die
Ind
ikatorenprüfung
die seitens der behan
delnden Ärztin
bescheinigte Arbeitsunfä
higkeit von 5
0
% in einer behinde
rungs
angepassten Tätigkeit bestätigen würde, führt diese Einschränkung nicht zu einem
Anspruch der Beschwerdeführerin
auf eine Invalidenrente, wie nach
fol
gend
dar
gelegt wird.
7.
7.1
Ein Rentenanspruch entsteht gemäss
Art.
28
Abs.
1
lit
. b IVG unter anderem erst bei einer während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch bestehenden Arbeitsunfähigkeit von durchschnittlich mindestens 40
%
(vgl. vorstehend E. 1.2), frühestens jedoch sechs Monate nach Geltendmachung des Anspruchs (
Art.
29
Abs.
1 IVG). Nachdem sich die Beschwerdeführerin am 11. Oktober
2017
(Urk. 8
/153
) bei der Beschwerdegegnerin zum Leistungsbezug angemeldet hatte (Eingang bei der Beschwerdegegnerin am 13. Oktober 2017, vgl. Aktenver
zeich
nis zu Urk. 8/153), ist der frühestmögliche Rentenbeginn
grundsätzlich
im April 2018.
7.2
7.2.1
In einem ersten Schritt ist die anteilige Invalidität im Erwerbsbereich zu ermitteln.
Da die Beschwerdeführerin – wie
zuvor ausgeführt (vorstehend E. 5
) – als zu 6
0
% Erwerbstätige und zu 40
% im Haushalt Tätige zu qualifizieren ist, gelangt die gemischte Methode nach
Art.
28a
Abs.
3 IVG zur Anwendung (vgl. vorstehend E.
1.5).
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach
Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der Einkommensver
gleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegen
übergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditäts
grad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2, 128 V 29 E. 1).
7.2
.
2
Für den Einkommensvergleich sind die Verhältnisse im Zeitpunkt des hypothe
tischen Rentenbeginns massgebend. Validen- und Invalideneinkommen sind auf zeitidentischer Grundlage zu erheben; allfällige rentenwirksame Änderungen der
Vergleichseinkommen müssen bis zum Verfügungszeitpunkt berücksichtigt werden
(BGE 129 V 222 E. 4.1 und 4.2; Urteil des Bundesgerichts 9C_22/2014 vom 1
8.
Februar 2014 E. 4.3).
7.2.
3
Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist für die Ermittlung des
Validen
einkommens
entscheidend, was die versicherte Person im Zeitpunkt des frühest
möglichen Rentenbeginns nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrschein
lichkeit als Gesunde tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung angepassten Verdienst angeknüpft, da es empirischer Erfahrung entspricht, dass die bisherige Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden fortgesetzt worden wäre. Aus
nahmen müssen mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt sein (BGE 144 I 103 E. 5.3, 139 V 28 E. 3.3.2, 135 V 58 E. 3.1, 134 V 322 E. 4.1).
Ist
mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass die versicherte Person die bisherige Tätigkeit unabhängig vom Eintritt der Invalidität nicht mehr ausgeübt hätte, kann das
Valideneinkommen
auf Grundlage der vom Bundesamt für Statistik herausgegebenen Schweizerischen Lohnstrukturerhebung (LSE) be
rech
net werden, wobei die für die
Entlöhnung
im Einzelfall gegebenenfalls relevanten persönlichen und beruflichen Faktoren zu berücksichtigen sind (BGE 139 V 28 E. 3.3.2; Meyer/
Reichmuth
, Bundesgesetz über die Invalidenversi
che
rung, 3. Auflage 2014,
Rn
55 f. zu Art.
28a
).
7.2.
4
Die Beschwerdegegnerin
bestimmte das
Valideneinkommen
gestützt
auf das
effektiv
erzielte Einkommen
in der Hauswirtschaft bei
der Stiftung
L._
(vgl. Urk.
8/159) und ermittelte für das Jahr 2018 ein
Valideneinkommen
von
F
r.
33'437.25 bei einem im Gesundheitsfall hypothetisch anzunehmenden 60%igen
Pensum
respektive Fr. 55'728.75 bei einem auf 100 % aufgerechneten Pensum
(
Urk. 8/252)
. Dies ist nicht zu beanstanden und wurde von der Beschwerde
füh
rerin nur hinsichtlich der Höhe des Pensums respektive der Erwerbsqualifikation gerügt (dazu vorstehend E.
5
).
7.2.5
Für die Festsetzung des trotz Gesundheitsschädigung
zumutbarerweise
noch rea
lisierbaren Einkommens (Invalideneinkommen) ist nach der Rechtsprechung pri
mär von der beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die ver
sicherte Person konkret steht. Übt sie nach Eintritt der Invalidität eine Erwerbs
tätigkeit aus, bei der – kumulativ – besonders stabile Arbeitsverhältnisse gegeben sind und anzunehmen ist, dass sie die ihr verbliebene Arbeitsfähigkeit in zu
mutbarer Weise voll ausschöpft, und erscheint zudem das Einkommen aus der Arbeitsleistung als angemessen und nicht als Soziallohn, gilt grundsätzlich der tatsächlich erzielte Verdienst als Invalidenlohn (BGE 139 V 592 E. 2.3; 135 V 297 E. 5.2; 129 V 472 E. 4.2.1; 126 V 75 E. 3b/
aa
).
7.2.6
Nach der Durchführung von diversen Eingliederungsmassnahmen
(
vorstehend E. 4.3, E. 4.5) k
onnte di
e Beschwerdeführerin per
1.
Mai
2019 mit dem Alterszen
trum
E._
einen befristeten Arbeitsvertrag bis 3
0.
Oktober 2019 mit einem Pensum von 50 % als Hilfsköchin abschliessen (Urk. 8/236). P
er 1.
Novem
ber 2019 wurde
das befristete Arbeitsverhältnis in ein unbefristetes überführt (
Urk.
8/241/2-3).
Mit dieser Tätigkeit schöpft die Beschwerdeführerin ihre Restar
beitsfähigkeit in zumutbarer Weise au
s und die Beschwerdegegnerin stellte rich
tigerweise auf den tatsächlich erzielten Verdienst ab.
In dieser Tätigkeit erzielt
die Beschwerdeführerin ein monatliches E
inkommen von
Fr.
2'261.80 (Urk.
8/241/2-3).
Die Beschwerdegegnerin ging davon aus, der Lohn werde 12 Mal pro Jahr ausgerichtet und errechnete
ein Invalideneinkommen von Fr.
27'132.--
(vgl. Urk. 8/252)
. Gemäss Akten wird aber ein 1
3.
Mon
atslohn ausgerichtet (vgl. Urk. 8/236, Urk.
8/241/1). Somit ist von einem Invalideneinkommen von Fr. 29'403.40
auszugehen (13 x Fr.
2'261.80).
7.2.7
Bei einem
Valideneinkommen
von Fr.
55'728.75
(vgl. vorstehend E.
7.2.4
) sowie einem Invalideneinkommen in der Höhe von Fr.
29’403.40
(vgl. vorstehend E. 7.2.6
) ergibt sich somit eine
Erwerbseinbusse
von Fr.
26'325.35
, was einer Einschränkung im Erwerbsbereich von
47.2
% entspricht. Bei einem Anteil des erwerblichen Bereichs von 60 % ergibt dies anteilig einen Invaliditätsgrad von
28.32
% (
47.2
% x 0.6).
7.3
Der Haushaltsabklärungsbericht wurde von der Beschwerdeführerin
einzig hin
sichtlich der
Erwerbsquali
fikation bemängelt. A
uf diesen ist abzustellen.
Die Ein
schränkung im Haushaltsbereich beträgt
18
%
(vorstehend E. 4.8
), was bei einer
Gewichtung von
40
%
ein
em Teilinvaliditätsgrad von 7.20 % (18 % x 0.4
) ent
spricht.
7.4
Der Gesamtinvaliditätsgrad berechnet sich mittels Addition der Teilinva
liditäts
grade. Demnach resultiert bei einem Teilinvaliditätsgrad im Erwerbsbereich von
28.32
% (vgl. vorstehend E. 7.2.7
) und einem solchen von 7.
20
% im Haus
halts
bereich (
vgl. vorstehend E. 7.3
) ein Gesamtinvaliditätsgrad von
35.52
%.
D
a da
mit ein für den Anspruch auf eine Invalidenrente vorausgesetzter Invaliditätsgrad von mindes
tens 40
%
nicht erreicht wird, besteht kein
A
nspruch auf eine Inva
lidenrente.
7.5
Die Beschwerdegegnerin hat einen Rentenanspruch nach dem Gesagten zu Recht abgewiesen. Die angefochtene Verfügung vom
1
2.
Juni 2020
(
Urk.
2) erweist sich als rechtens, was zur Abweisung der Beschwerde führt.
8.
Da es im vorliegenden Verfahren um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichts
kosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG) und auf Fr. 800.-- anzusetzen. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind sie der unterliegenden Beschwerdeführerin aufzuerlegen. Zufolge Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung sind die Gerichtskosten einstweilen
auf die Gerichtskasse zu nehmen, dies unter Hinweis auf § 16 Abs.
4 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht (
GSVGer
).