# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 24e58cf3-4095-4815-8ba3-82bd53c631c5
**Court:** CH_BSTG
**Chamber:** CH_BSTG_001
**Year:** 2019
**Language:** de
**Jurisdiction:** CH / Federation
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
A. Die russischen Strafverfolgungsbehörden führen seit dem 14. Oktober 2013
gegen B., C., D., E. und F. ein Strafverfahren wegen des Verdachts des Be-
truges nach russischem Recht (Verfahrensakten, Ordner 1, Lasche 2,
Urk. 2).
B. Am 10. April 2015 erstattete die Bank G. bei der Meldestellte für Geldwä-
scherei (MROS) zwei Verdachtsmeldungen betreffend unter anderem auf B.
und die A. S.A., an welcher B. sowohl zeichnungsberechtigt als auch wirt-
schaftlich berechtigt ist, lautenden Konten. Am 21. April 2015, ergänzt am
21. September 2015, leitete die MROS die bei ihr eingereichten Verdachts-
meldungen der Staatsanwaltschaft des Kantons Zürich (nachfolgend
„StA ZH“) weiter (Verfahrensakten, blaues Dossier, Urk. 1 bis 5/1-5, 9).
C. Mit Schreiben vom 25. September 2015 erstattete das Bundesamt für Justiz
(nachfolgend „BJ“) im Auftrag der StA ZH bei der Generalstaatsanwaltschaft
der Russischen Föderation (nachfolgend „GStA RU“) eine Meldung nach
Art. 67a IRSG und setzte diese über den bei der StA ZH gemeldeten Sach-
verhalt in Kenntnis (Verfahrensakten, blaues Dossier, Urk. 6, 10).
D. Am 27. November 2015 gelangte die GStA RU mit Rechtshilfeersuchen vom
10. November 2015 an die Schweiz und ersuchte unter anderem um Infor-
mation, ob B. in der Schweiz Bankkonten habe und um Zustellung der ent-
sprechenden Bankunterlagen an die russischen Behörden sowie um Sper-
rung dieser Konten (Verfahrensakten, Ordner 1, Lasche 2, Urk. 2; Ordner 1,
Lasche 3, Urk. 3/2).
E. Am 3. Dezember 2015 übergab das BJ das russische Ersuchen der StA ZH
zum Vollzug (Verfahrensakten, Ordner 1, Lasche 3, Urk. 3/3). Mit Eintretens-
und Zwischenverfügung Nr. 2 vom 11. Dezember 2015 entsprach die StA ZH
dem Ersuchen und forderte die Bank G. auf, ihr Kontounterlagen zu den auf
B. und A. S.A. lautenden Konten einzureichen (Verfahrensakten, Ordner 1,
Lasche 4, Urk. 4; Ordner 1, Lasche 5, Urk. 5). Die Bank G. kam dieser Auf-
forderung am 31. Dezember 2015 nach (Verfahrensakten, Bankunterlagen
Bank G., Ordner 1/3, pag. 1 000 f.).
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F. Mit Schlussverfügung Nr. 2 vom 15. August 2018 verfügte die StA ZH die
Herausgabe der in der Verfügung genannten Unterlagen zum Konto bei der
Bank G. mit der Stammnummer 1, lautend auf die A. S.A. (act. 1.2).
G. Dagegen liess A. S.A. bei der Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts
am 20. September 2018 Beschwerde erheben. Sie beantragt zusammenge-
fasst, die Ziffer 2 der Schlussverfügung Nr. 2 sei unter Kosten- und Entschä-
digungsfolgen aufzuheben. Eventualiter sei die Schlussverfügung Nr. 2 auf-
zuheben und an die StA ZH zur Neubeurteilung zurückzuweisen, subeven-
tualiter sei bei der rechtshilfeersuchenden Behörde Rücksprache betreffend
die rechtskräftige Erledigung der Gerichtssache Nr. [...] am Simonovski Be-
zirksgericht der Stadt Moskau zu nehmen (act. 1).
H. Da die A. S.A. ihren Sitz auf den Britischen Jungferninseln hat, wurde sie am
25. September 2018 aufgefordert, dem Gericht Dokumente einzureichen,
welche ihre Existenz nachweisen und woraus die Identität des Vollmachts-
unterzeichners sowie dessen Berechtigung hervorgehen, die A. S.A. zu ver-
treten. Diese Aufforderung erfolgte unter Hinweis, dass bei Säumnis auf die
Beschwerde nicht eingetreten werde (act. 3).
I. Mit Eingabe vom 8. Oktober 2018 reichte die A. S.A. dem Gericht eine Kopie
des Passes von B., Basisdokumente der Bank G. sowie Gründungsunterla-
gen von A. S.A. aus dem Jahre 2008 zu den Akten. Zugleich merkte A. S.A.
an, dass sie bei der British Virgin Islands Financial Services Commission
Dokumente bestellt habe, insbesondere ein Certificate of Goodstanding
(act. 7).
J. Am 22. Oktober 2018 reichte die A. S.A. weitere Unterlagen zu den Akten,
die ihrer Angaben nach die Vertretungsberechtigung von B. als deren allei-
nigen Direktor und wirtschaftlich Berechtigten belegen, und wies darauf hin,
dass das bei der British Virgin Islands Financial Services Commission be-
stellte Dokument noch ausstehe (act. 9).
K. Sowohl die StA ZH als auch das BJ beantragten mit Eingaben vom 31. Ok-
tober und 2. November 2018 die kostenfällige Abweisung der Beschwerde,
soweit darauf eingetreten werden könne (act. 12, 13). Die A. S.A. liess sich
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hierzu innert erstreckter Frist mit Schreiben vom 26. November 2018 verneh-
men, ohne das bei der British Virgin Islands Financial Services Commission
bestellte Dokument einzureichen (act. 8, 10, 16).
Auf die Ausführungen der Parteien und die eingereichten Akten wird, sofern
erforderlich, in den folgenden rechtlichen Erwägungen Bezug genommen.

## Considerations

Die Beschwerdekammer zieht in Erwägung:
1.
1.1 Für die Rechtshilfe zwischen der Schweiz und der Russischen Föderation ist
das Europäische Übereinkommen vom 20. April 1959 über die Rechtshilfe in
Strafsachen (EUeR; SR 0.351.1) massgebend. Soweit der Staatsvertrag be-
stimmte Fragen weder ausdrücklich noch stillschweigend regelt, bzw. das
schweizerische Landesrecht geringere Anforderungen an die Rechtshilfe
stellt (sog. Günstigkeitsprinzip; BGE 142 IV 250 E. 3; 140 IV 123 E. 2; 136
IV 82 E. 3.1; 135 IV 212 E. 2.3; ZIMMERMANN, La coopération judiciaire inter-
nationale en matière pénale, 4. Aufl. 2014, N. 229), sind das Bundesgesetz
vom 20. März 1981 über internationale Rechtshilfe in Strafsachen (IRSG;
SR 351.1) und die dazugehörige Verordnung vom 24. Februar 1982 (IRSV;
SR 351.11) anwendbar (Art. 1 Abs. 1 IRSG; BGE 143 IV 91 E. 1.3; BGE 136
IV 82 E. 3.2; 130 II 337 E. 1; vgl. auch Art. 54 StPO). Vorbehalten bleibt die
Wahrung der Menschenrechte (BGE 139 II 65 E. 5.4 letzter Absatz; 135 IV
212 E. 2.3; 123 II 595 E. 7c; ZIMMERMANN, a.a.O., N. 211 ff., 223 ff., 680 ff.).
1.2 Auf das vorliegende Beschwerdeverfahren sind zudem die Bestimmungen
des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 1968 über das Verwaltungsverfah-
ren (Verwaltungsverfahrensgesetz, VwVG; SR 172.021; Art. 39 Abs. 2 lit. b
i.V.m. Art. 37 Abs. 2 lit. a StBOG; BGE 139 II 404 E. 6/8.2; ZIMMERMANN,
a.a.O., N. 273) anwendbar.
2.
2.1 Die Schlussverfügung der ausführenden kantonalen Behörde unterliegt der