# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 38058e11-6908-5968-8bff-d26cc21d6a68
**Court:** SG_VG
**Chamber:** SG_VG_001
**Year:** 2014
**Language:** de
**Jurisdiction:** SG / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

hat das Verwaltungsgericht festgestellt:
A./ Der am 20. Januar 1946 geborene Dr. X.Y., Q., erhielt am 30. September 1993 eine
unbefristete Ausnahmebewilligung zur selbständigen Berufsausübung als Zahnarzt
(act. 7/1). Sie wurde auf das Gebiet der Gemeinde Q. beschränkt.
B./ Am 2. April 2012 reichten B.D. und C.D. gegen Dr. X.Y. beim Kantonszahnarzt eine
Aufsichtsbeschwerde ein aufgrund im Jahr 2011 durchgeführter zahnärztlicher
Behandlungen (act. 7/2). In der Folge wurden beide im Auftrag des Kantonszahnarztes
von Dr. med. Dr. med. dent. F.G., U., begutachtet (act. 7/3 und 7/4).
Mit Schreiben vom 25. Juli 2012 informierte das Gesundheitsdepartement Dr. X.Y. über
die
Beschwerden sowie die beiden Begutachtungen. Gleichzeitig wurde auf zwei sich
bereits in den Akten befindliche Beschwerden aus den Jahren 2000 und 2001
verwiesen (act. 7/6). Das Gesundheitsdepartement teilte Dr. X.Y. sodann mit, es werde
der Erlass einer Disziplinarmassnahme sowie der Entzug der
Berufsausübungsbewilligung geprüft. Ausserdem wurde er zur Einreichung diverser
Unterlagen aufgefordert.
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 3/22
Publikationsplattform
St.Galler Gerichte
Am 20. August 2012 liess sich Dr. X.Y., mittlerweile vertreten durch Rechtsanwalt
Andreas Petrik, St. Gallen, zur Sache vernehmen (act. 7/13). Mit der Stellungnahme
wurden dem Departement diverse Unterlagen eingereicht (act. 7/13, S. 9 ff.).
Das Gesundheitsdepartement zeigte Dr. X.Y. in der Folge am 3. September 2012 die
Eröffnung eines ordentlichen Disziplinarverfahrens wegen Verdachts auf Verletzung von
Berufspflichten an (act. 7/14). Überdies stellte es einen vorsorglichen Entzug der
Berufsausübungsbewilligung in Aussicht. Es wurde ihm Gelegenheit geboten, sich bis
zum 10. September 2012 zur Frage des vorsorglichen Entzugs der
Berufsausübungsbewilligung zu äussern.
Am 12. September 2012 forderte das Gesundheitsdepartement vom Kantonszahnarzt
bzw. - falls aus dessen Sicht erforderlich - vom Gutachter Dr. med. Dr. med. dent. F.G.
eine Stellungnahme zu den Vorbringen von Dr. X.Y. in dessen Eingabe vom 20. August
2012 an (act. 7/18). Die diesbezüglich im Anschluss an den Kantonszahnarzt gerichtete
Stellungnahme von Gutachter Dr. med. Dr. med. dent. F.G. vom 19. Oktober 2012 ging
am 24. Oktober 2012 beim Gesundheitsdepartement ein (act. 7/20).
Am 18. Januar 2013 liess sich Dr. X.Y. abschliessend vernehmen (act. 7/24) und reichte
im Folgenden mit Eingaben vom 29. Januar 2013 (act. 7/25), 5. Februar 2013 (act.
7/26), 22. Februar 2013 (act. 7/27) und 26. März 2013 (act. 7/28) weitere Unterlagen
nach.
Mit Verfügung vom 4. April 2013 entzog das Gesundheitsdepartement Dr. X.Y. die am
30. September 1993 erteilte Ausnahmebewilligung zur selbständigen Berufsausübung
als Zahnarzt (act. 7/29, Ziff. 1 des Dispositivs). Er wurde unter Strafandrohung (Ziff. 5
des Dispositivs) aufgefordert, umgehend seine Bewilligungsurkunde einzureichen (Ziff.
1 des Dispositivs), zukünftig Ankündigungen zu unterlassen, die auf eine Tätigkeit im
Kanton St. Gallen hinweisen, und den Betrieb seiner Praxis an der A.-strasse 0 in Q.
unverzüglich einzustellen (Ziff. 2 des Dispositivs). Des Weiteren wurde ihm wegen
Verletzung der Fortbildungspflicht und aufgrund der Aufsichtsbeschwerden eine Busse
in Höhe von CHF 4`000 auferlegt (Ziff. 3 des Dispositivs). Einer allfälligen Beschwerde
wurde die aufschiebende Wirkung entzogen (Ziff. 4 des Dispositivs). Begründet wurde
dieser Entscheid im Wesentlichen damit, dass gestützt auf die Gutachten von Dr. med.
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 4/22
Publikationsplattform
St.Galler Gerichte
Dr. med. dent. F.G. von einer Gefährdung der öffentlichen Gesundheit durch die
Arbeitsweise von Dr. X.Y. auszugehen sei, wofür auch die zwei aktenkundigen Fälle aus
den Jahren 2000 und 2001 sprechen würden. Neben diesem Fehlverhalten im Bereich
der Berufspflicht sei auch die Vertrauenswürdigkeit von Dr. X.Y. gravierend
beeinträchtigt.
C./ Mit Eingabe seines Rechtsvertreters vom 6. April 2013 erhob Dr. X.Y. (nachfolgend
Beschwerdeführer) Beschwerde beim Verwaltungsgericht (act. 1) mit den
Rechtsbegehren, unter Kosten- und Entschädigungsfolge sei der Beschwerde die
aufschiebende Wirkung zu gewähren (Ziff. 3) und seien die Ziffern 1, 2 und 4 der
Verfügung des Gesundheitsdepartements (nachfolgend Vorinstanz) vom 4. April 2013
aufzuheben (Ziff. 1). Eventualiter sei betreffend der Behandlung von Herrn und Frau
B.D. und C.D. ein Gerichtsgutachten einzuholen (Ziff. 2).
Das Verwaltungsgericht erteilte der Beschwerde mit präsidialer Verfügung vom 24.
April 2013 die aufschiebende Wirkung und gestattete dem Beschwerdeführer bis zu
einem anderslautenden Entscheid über die aufschiebende Wirkung bzw. bis zum
Entscheid des Gerichtes über die Beschwerde die zahnärztliche Tätigkeit in Q. (act. 8,
Ziff. 1 und 2 des Dispositivs). Die amtlichen Kosten der Verfügung blieben bei der
Hauptsache und auch bezüglich des Entscheides über ausseramtliche
Entschädigungen wurden die Parteien auf das Hauptsacheverfahren verwiesen (Ziff. 4
des Dispositivs).
Die Vorinstanz beantragte in der Folge im Rahmen ihrer Stellungnahme vom 6. Mai
2013 die Abweisung der Beschwerde unter Kostenfolge (act. 9). Gestützt auf die
Begutachtung und die Stellungnahme von Dr. med. Dr. med. dent. F.G. in Sachen C.D.
und B.D. müsse davon ausgegangen werden, dass der Beschwerdeführer
grundlegende Arbeiten eines Zahnarztes nur ungenügend und somit nicht "lege artis"
beherrsche. Daneben müsse ihm die Vertrauenswürdigkeit als Medizinalperson
abgesprochen werden, weil es der Beschwerdeführer über Jahre unterlassen habe,
seiner Fortbildungspflicht nachzukommen, und er dieses offensichtliche Unterlassen
nun mit widersprüchlichen Angaben zu rechtfertigen suche. Sein Fehlverhalten wiege
überdies umso schwerer, als er in seiner Funktion als Schulzahnarzt zweifelsohne noch
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 5/22
Publikationsplattform
St.Galler Gerichte
eine zusätzliche Verantwortung trage, der er mit dem vorliegenden Verhalten in keiner
Art und Weise gerecht geworden sei.
Mit Schreiben vom 24. Mai 2013 reichte die Vorinstanz in der Folge die Kopie eines
Schreibens an den Beschwerdeführer zu den Akten ein, mit welchem letzterer
aufgefordert wurde, sich zu einer Mitteilung von Dr. med. stom. (RO) I.K. zu äussern,
wonach dieser beabsichtige, per 1. Juli 2013 die Zahnarztpraxis des
Beschwerdeführers zu übernehmen (act. 11). Eine Antwort des Beschwerdeführers auf
das betreffende Schreiben bzw. das Ergebnis dieser Abklärung von Seiten der
Vorinstanz liegt dem Gericht nicht vor.
Der Beschwerdeführer verzichtete stillschweigend darauf, zu den Eingaben der
Vorinstanz vom 6. Mai 2013 sowie vom 24. Mai 2013 Stellung zu beziehen und reichte
stattdessen mit Schreiben vom 2. Juli 2013 und vom 25. September 2013 weitere
Nachweise über besuchte Fortbildungen bzw. Kursbestätigungen ein (act. 13 und 15).
Die Vorinstanz verzichtete ihrerseits ebenfalls stillschweigend auf eine weitere
Vernehmlassung.

## Considerations

Darüber wird in Erwägung gezogen:
1. (...).
2. Der Beschwerdeführer rügt zunächst in formeller Hinsicht, die Vorinstanz habe
seinen Anspruch auf rechtliches Gehör verletzt. So sei die Vorinstanz in
Zusammenhang mit dem wesentlichen Vorwurf in Bezug auf die Behandlung des
Zahns Nr. 37 von C.D. nicht auf die von ihm behauptete Tatsache, der Patient hätte
erst nach anhaltenden Zahnschmerzen einer Behandlung zugestimmt, eingegangen.
Generell müsse aufgrund der mangelnden Auseinandersetzung der Vorinstanz mit
seinen Vorbringen davon ausgegangen werden, dass diese inhaltlich zutreffen und
folglich kein Behandlungsfehler vorliege.
2.1. Art. 29 Abs. 2 der Bundesverfassung (SR 101, abgekürzt BV) gewährt den Parteien
Anspruch auf rechtliches Gehör. Daraus leitet das Bundesgericht die Pflicht der
Behörde ab, ihre Verfügungen und Entscheide zu begründen (z.B. BGE 133 III 439
E. 3.3). Als persönlichkeitsbezogenes Mitwirkungsrecht verlangt dieser Grundsatz,
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 6/22
Publikationsplattform
St.Galler Gerichte
dass die Behörden die Vorbringen des vom Entscheid oder der Verfügung in seiner
Rechtsstellung Betroffenen auch tatsächlich hört, sorgfältig und ernsthaft prüft und in
der Entscheidfindung berücksichtigt (G. Steinmann, in: St. Galler Kommentar, 2. Aufl.,
Zürich/St. Gallen 2008, N 27 zu Art. 29 BV). Der von einem Entscheid oder einer
Verfügung Betroffene soll wissen, warum die Behörde entgegen seinem Antrag
entschieden hat; die Begründung muss deshalb so abgefasst sein, dass der Betroffene
den Entscheid oder die Verfügung gegebenenfalls sachgerecht anfechten kann (BGE
133 III 439 E. 3.3). Dies ist nur möglich, wenn sich sowohl der Betroffene als auch die
Rechtsmittelinstanz über die Tragweite des Entscheids oder der Verfügung ein Bild
machen können; in diesem Sinn müssen wenigstens kurz die Überlegungen genannt
werden, von denen sich die Behörde leiten liess und auf welche sich ihr Entscheid
stützt. Auf der anderen Seite bedeutet dies nicht, dass sich die Behörde ausdrücklich
mit jeder tatbeständlichen Behauptung und jedem rechtlichen Einwand
auseinandersetzen muss; vielmehr kann sie sich auf die für den Entscheid oder die
Verfügung wesentlichen Gesichtspunkte beschränken (BGE 133 I 270 E. 3.1).
2.2. Vorliegend hat sich die Vorinstanz im Rahmen ihres Entscheides ausführlich mit
den in Folge der beiden Aufsichtsbeschwerden angeordneten Gutachten und den
Stellungnahmen des Beschwerdeführers auseinandergesetzt (vgl. Erw. 6 des
angefochtenen Entscheides); so insbesondere auch mit der Behauptung des
Beschwerdeführers, das völlige Ausserachtlassen von Behandlungswünschen der
Patienten sowie das Ignorieren weiterer Faktoren, die sich auf den Zustand der Zähne
auswirken könnten, lasse die Begutachtungen durch Dr. med. Dr. med. dent. F.G. als
nicht objektiv erscheinen (Erw. 6.a.dd des angefochtenen Entscheides). Entsprechend
wird in diesem Zusammenhang von der Vorinstanz in ihrem Entscheid zutreffend
ausgeführt, der Umstand, dass die Patientin oder der Patient entscheide, welche
zahnärztliche Behandlung durchgeführt wird, sei einem Auftragsverhältnis inhärent, die
Verantwortung für die getreue und sorgfältige Ausführung der schlussendlich
vorgenommenen Arbeiten trage jedoch zweifelsohne immer der Zahnarzt. Es ist denn
auch gerade die effektive Ausführung der Arbeiten, welche von Seiten des Gutachters
beanstandet und dem Beschwerdeführer von der Vorinstanz als Verletzung der
ärztlichen Sorgfaltspflicht angelastet wird, nicht die verzögerte Ausführung selbiger. Die
Verletzung der Berufspflichten als Zahnarzt wiederum veranlasste die Vorinstanz primär
zur Anordnung der unangefochten gebliebenen Disziplinarmassnahme (Ziff. 3 des
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 7/22
Publikationsplattform
St.Galler Gerichte
Dispositivs des angefochtenen Entscheids). Sie bzw. insbesondere die als fehlerhaft
beanstandete Behandlung des Zahnes Nr. 37 von C.D. bildete darüber hinaus nicht
den einzigen, wesentlichen Grund für den angefochtenen Bewilligungsentzug, sondern
vielmehr die in der Vernachlässigung seiner Fortbildungspflicht und seinem in
Zusammenhang mit der Rechtfertigung seiner Nachlässigkeit an den Tag gelegten
Verhalten gründende Beeinträchtigung der Vertrauenswürdigkeit des
Beschwerdeführers. Für den Entscheid über den Entzug der
Berufsausübungsbewilligung des Beschwerdeführers war die Frage, ob C.D. allenfalls
eine (Mit-) Schuld am Zustand seiner Zähne (insbesondere Zahn Nr. 37) trägt, nicht
ausschlaggebend.
2.3. Zusammenfassend ist festzuhalten, dass sich dem angefochtenen Entscheid
grundsätzlich Antworten auf die fraglichen Vorbringen des Beschwerdeführers
entnehmen lassen. Es wird nachvollziehbar, welche Gründe die Vorinstanz zu ihrer
Ansicht veranlassten. Generell werden im angefochtenen Entscheid die wesentlichen
Entscheidgrundlagen angegeben, und es wird ersichtlich, inwiefern der Argumentation
des Beschwerdeführers gefolgt oder nicht gefolgt wurde. Von einer Verletzung des
Anspruchs des Beschwerdeführers auf rechtliches Gehör kann jedenfalls keine Rede
sein.
3. In materieller Hinsicht unter den Parteien strittig ist sodann die Frage, ob dem
Beschwerdeführer von der Vorinstanz zu Recht die am 30. September 1993 unbefristet
erteilte Ausnahmebewilligung zur selbständigen Berufsausübung als Zahnarzt in der
Gemeinde Q. entzogen und die Verpflichtung auferlegt wurde, den Betrieb seiner
Zahnarztpraxis unverzüglich einzustellen. Soweit die Vorinstanz gegenüber dem
Beschwerdeführer eine Busse von CHF 4`000 aussprach, blieb die Verfügung vom 4.
April 2013 dagegen unangefochten (vgl. act. 1, Rz. 12).
3.1. Seit dem Inkrafttreten des Bundesgesetzes über die universitären Medizinalberufe
(SR 811.11; abgekürzt MedBG) am 1. September 2007 werden die zuvor in den
kantonalen Gesundheitsgesetzen geregelten materiellen Voraussetzungen - die
fachlichen und die persönlichen Voraussetzungen - für die selbständige Ausübung
eines universitären Medizinalberufes abschliessend durch das Bundesrecht im MedBG
geregelt (BGer 2C_58/2008 vom 14. April 2008 E. 2.1; vgl. auch B. Etter,
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 8/22
Publikationsplattform
St.Galler Gerichte
Handkommentar MedBG, Bern 2006, N 1 zu Art. 36 MedBG). Als universitärer
Medizinalberuf gilt dabei insbesondere die Tätigkeit von Zahnärztinnen und Zahnärzten
(Art. 2 Abs. 1 lit. b MedBG). Für die selbständige zahnärztliche Tätigkeit bedarf es
daher gemäss Art. 34 MedBG einer Bewilligung des Kantons, auf dessen Gebiet die
Tätigkeit ausgeübt werden soll. Bewilligungsbehörde des Kantons St. Gallen ist das
Gesundheitsdepartement (Art. 3 Abs. 1 lit. b und lit. c des Gesundheitsgesetzes des
Kantons St. Gallen [sGS 311.1] i.V.m. Art. 26bis Abs. 1 lit. c des Geschäftsreglements
der Regierung und der Staatskanzlei [sGS 141.3]).
3.1.1. Die Bewilligung zur selbständigen Berufsausübung wird erteilt, wenn der
Gesuchsteller über die von Art. 36 MedBG vorausgesetzten Eigenschaften verfügt.
Neben dem Nachweis eines eidgenössischen Diploms (Abs. 1 lit. a; unter gewissen
Voraussetzungen werden auch Inhaber ausländischer Diplome zugelassen, vgl. Art. 15,
21 sowie 36 Abs. 3 MedBG) muss die Medizinalperson vertrauenswürdig sein sowie
physisch und psychisch Gewähr für eine einwandfreie Berufsausübung bieten (Abs. 1
lit. b).
3.1.2. Bei der Bewilligung zur selbständigen Tätigkeit als universitäre Medizinalperson
(sog. Praxisbewilligung) handelt es sich um eine klassische Polizeibewilligung (VerwGE
B 2010/24 vom 8. Juni 2010 E. 2.1, abrufbar unter www.gerichte.sg.ch; Etter, a.a.O., N
20 zu Art. 34 MedBG). Eine solche Bewilligung wird auf ein entsprechendes Gesuch hin
erteilt, nachdem festgestellt worden ist, dass die zum Schutz der Polizeigüter
aufgestellten gesetzlichen Voraussetzungen für die Ausübung der Tätigkeit erfüllt sind
(Häfelin/Müller/Uhlmann, Allgemeines Verwaltungsrecht, 6. Aufl., Zürich 2010,
Rz. 2523).
Die Bewilligungspflicht dient dem Schutz der Gesundheit, indem sie zum einen das
Publikum vor unfähigen und pflichtverletzenden Medizinalpersonen schützt und zum
andern dadurch, dass mit der Bewilligungspflicht das Vertrauen, das die Gesellschaft
dem Arztberuf entgegenbringt, gewahrt wird (vgl. O. Henggeler, Das Disziplinarrecht
der freiberuflichen Rechtsanwälte und Medizinalpersonen, Diss. Zürich 1976, S. 4 f.).
Wie es für eine Polizeibewilligung charakteristisch ist, besteht auf die Erteilung einer
Praxisbewilligung ein Rechtsanspruch, wenn die Voraussetzungen erfüllt sind (Häfelin/
Müller/Uhlmann, a.a.O., Rz. 2534).
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 9/22
Publikationsplattform
St.Galler Gerichte
3.2. Für den Entscheid wesentlich und daher zu erläutern ist vorliegend die Frage, aus
welchen Gründen die Bewilligung zur selbständigen Tätigkeit als Medizinalperson
wieder erlischt bzw. entzogen werden kann.
3.2.1. Die Bewilligung wird von Amtes wegen entzogen, wenn sich herausstellt, dass
eine Medizinalperson nach Erteilung der Berufsbewilligung die
Bewilligungsvoraussetzungen nach Art. 36 MedBG nicht mehr erfüllt oder nachträglich
Tatsachen festgestellt werden, aufgrund derer sie hätte verweigert werden müssen
(Art. 38 MedBG).
Gemäss Art. 40 MedBG haben sich Personen, die einen universitären Medizinalberuf
ausüben, bei Ausübung ihrer Tätigkeit ferner an verschiedene Berufspflichten zu halten.
Bei Verletzung dieser Berufspflichten, der Vorschriften des MedBG oder der
dazugehörigen Ausführungsbestimmungen kann die Aufsichtsbehörde gestützt auf Art.
43 Abs. 1 MedBG Disziplinarmassnahmen anordnen, wobei neben Verwarnungen
(lit. a), Verweisen (lit. b) und Bussen bis zu CHF 20`000 (lit. c) auch ein Verbot der
selbständigen Berufsausübung für längstens sechs Jahre (lit. d) oder ein unbefristetes
Verbot der selbständigen Berufsausübung für das ganze oder einen Teil des
Tätigkeitsspektrums (lit. e) ausgesprochen werden können. Beim Aussprechen einer
Massnahme sind immer die Umstände des Einzelfalles zu berücksichtigen. Die
Bemessung der Massnahme richtet sich insofern nach der Schwere des Verstosses
gegen eine Bestimmung des MedBG, dem beruflichen (und damit auch
disziplinarischen) Vorleben der Medizinalperson sowie dem Mass des Verschuldens,
das unter sinngemässer Anwendung strafrechtlicher Grundsätze festzulegen ist (T.
Poledna, in: Ayer/Kieser/Poledna/Sprumont, Kommentar zum Medizinalberufegesetz,
Basel 2009, N 14 zu Art. 43 MedBG). Die disziplinarische Verantwortlichkeit setzt dabei
entweder Vorsatz oder Fahrlässigkeit voraus. An die Sorgfaltspflicht wird ein objektiver
Massstab gelegt. Verlangt wird die durchschnittliche Sorgfalt, die in guten Treuen
verlangt werden darf und muss, wobei die Beweislast der Disziplinarbehörde obliegt
(Poledna, in: Ayer/Kieser/Poledna/Sprumont, a.a.O., N 3 zu Art. 43 MedBG).
3.2.2. Die Vorinstanz wirft dem Beschwerdeführer vor, er würde offenbar grundlegende
Arbeiten eines Zahnarztes wie die Füllungstherapie und die Kronenversorgung nur
ungenügend beherrschen und somit nicht "lege artis" arbeiten, sodass von einer
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 10/22
Publikationsplattform
St.Galler Gerichte
Gefährdung der öffentlichen Gesundheit durch seine Arbeitsweise auszugehen sei. Es
sei zudem erstellt, dass der Beschwerdeführer seit mindestens sechs Jahren seiner
Fortbildungspflicht nicht nachgekommen sei. Hierin sei insgesamt ein Verstoss gegen
Berufspflichten gemäss Art. 40 lit. a und lit. b MedBG zu sehen, weshalb es
gerechtfertigt sei, dem Beschwerdeführer gestützt auf Art. 43 Abs. 1 lit. c MedBG eine
Busse in Höhe von CHF 4`000 aufzuerlegen. Neben dem mit einer
Disziplinarmassnahme zu ahndenden Fehlverhalten im Bereich der Berufspflichten
stehe sodann fest, dass die Vertrauenswürdigkeit des Beschwerdeführers gravierend
beeinträchtigt sei. Gestützt auf Art. 38 MedBG dränge sich demnach – neben der
Anordnung einer Busse als Disziplinarmassnahme – der Entzug der
Berufsausübungsbewilligung für den Kanton St. Gallen auf.
Dem hält der Beschwerdeführer entgegen, dass ihm zwar eine Verletzung seiner
Berufspflichten zum Vorwurf gemacht werden könne und die angefochtene Verfügung
insofern unangefochten bleibe, als ihm wegen des Vernachlässigens seiner
Fortbildungspflicht und aufgrund der Aufsichtsbeschwerden eine Busse über
CHF 4`000 auferlegt werde. Die tatsächlichen Feststellungen der Vorinstanz würden
aber keineswegs genügen, um dem Beschwerdeführer die Vertrauenswürdigkeit
abzusprechen. Vor diesem Hintergrund erweise sich der Entzug der
Berufsausübungsbewilligung als rechtlich nicht haltbar, insbesondere lasse sich eine
Gefahr für die öffentliche Gesundheit nicht hinreichend begründen.
Im Zusammenhang mit der Beantwortung der Frage, ob der Entzug der
Berufsausübungsbewilligung des Beschwerdeführers als rechtlich zulässig einzustufen
ist, strittig und von Bedeutung ist somit nach dem Gesagten, ob der Beschwerdeführer
noch als vertrauenswürdig im Sinne von Art. 36 Abs. 1 lit. b MedBG anzusehen ist oder
ob ihm die Vertrauenswürdigkeit aufgrund seines Verhaltens während der letzten Jahre
abzusprechen ist.
3.3. Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung verlangt die Voraussetzung der
Vertrauenswürdigkeit im Sinne von Art. 36 Abs. 1 lit. b MedBG, dass der Gesuchsteller
gut beleumdet bzw. allgemein vertrauenswürdig ist. Das Erfordernis der
Vertrauenswürdigkeit dient dem Schutz der öffentlichen Ordnung und Gesundheit,
sodass an die Vertrauenswürdigkeit dementsprechend hohe Anforderungen gestellt
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 11/22
Publikationsplattform
St.Galler Gerichte
werden (BGer 2P.231/2006 vom 10. Januar 2007 E. 9.2; VerwGE B 2011/254 vom 29.
August 2012 E. 3, abrufbar unter www.gerichte.sg.ch). Die Voraussetzung der
Vertrauenswürdigkeit muss nicht nur im Verhältnis zum Patienten, sondern auch im
Verhältnis zu den Behörden erfüllt sein (BGer 2C_848/2009 vom 11. Mai 2010 E. 2 mit
Hinweisen). So hat die Medizinalperson ganz generell Gewähr für ein integres
persönliches Verhalten bei der Berufsausübung zu bieten (BGer 2C_68/2009 vom
14. Juli 2009 E. 2.3 mit Hinweisen).
In Zusammenhang mit der Prüfung der Vertrauenswürdigkeit einer Medizinalperson von
Bedeutung ist dabei unter anderem auch die Frage, ob sie grundlegend gegen ärztliche
Berufspflichten verstossen hat. Art. 40 MedBG enthält diesbezüglich eine
abschliessende Liste verschiedener Berufspflichten, die für alle selbständig tätigen
Medizinalpersonen gelten. Gemäss Art. 40 lit. a MedBG sind Medizinalpersonen unter
anderem verpflichtet, ihren Beruf sorgfältig und gewissenhaft auszuüben und sich an
die Grenzen der Kompetenzen, die sie im Rahmen der Aus-, Weiter- und Fortbildung
erworben haben, zu halten. Die Pflicht beinhaltet das Vorgehen nach allgemein
anerkannten Grundsätzen des medizinischen Berufes (Etter, a.a.O., Rz. 4 zu Art. 40
MedBG). Ferner werden der Medizinalperson Grenzen gesetzt. Es geht darum, ein
Übernahmeverschulden, d.h. die Übernahme einer Tätigkeit, für die man nicht
qualifiziert ist, und eine daraus allenfalls resultierende Haftung zu vermeiden (Etter,
a.a.O., Rz. 5 zu Art. 40 MedBG). Um während ihrer gesamten Berufslaufbahn Gewähr
für eine sorgfältige und gewissenhafte Berufsausübung bieten zu können, sind
Medizinalpersonen dabei unter anderem verpflichtet, ihre beruflichen Kenntnisse,
Fähigkeiten und Fertigkeiten durch lebenslange Fortbildung zu vertiefen, zu erweitern
und zu verbessern (Art. 40 lit. b MedBG). Die Anforderungen an die Fortbildung – etwa
bezüglich Inhalt und Dauer - sind im MedBG allerdings nicht geregelt (Etter, a.a.O., Rz.
11 zu Art. 40 MedBG). Weil Regelungen bezüglich des Fortbildungsumfangs fehlen,
sind – wie auch die Vorinstanz zutreffend ausführt - die Regelungen der
Schweizerischen Zahnärzte-Gesellschaft (SSO) als Richtwert heranzuziehen (vgl.
sachgemäss GVP 2009 Nr. 95; s. dazu Fortbildungsrichtlinien in Ausführung von Artikel
15 des Tarifvertrags vom Mai 2000, abrufbar unter www.sso.ch).
3.3.1. Die Vorinstanz kommt im Rahmen ihrer Beurteilung der Vertrauenswürdigkeit des
Beschwerdeführers zunächst zum Ergebnis, die Begutachtung von C.D. und B.D. habe
http://www.sso.ch
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 12/22
Publikationsplattform
St.Galler Gerichte
aufgezeigt, dass der Beschwerdeführer grundlegende Arbeiten eines Zahnarztes nur
ungenügend und somit nicht nach den Regeln der ärztlichen Kunst beherrsche.
Dadurch gefährde er das Patientenwohl in schwerwiegender Weise. Die von ihr
vertretene Meinung knüpft dabei an die fachmännische Beurteilung des
Sachverständigen Dr. med. Dr. med. dent. F.G. an, welcher in ihrem Auftrag sowohl
C.D. als auch B.D. untersucht hat.
Gestützt auf sein Gutachten betreffend B.D. vom 7. Juni 2012 (act. 7/4), die im
Zahnarztzentrum Zürich Nord angefertigten Röntgenbilder, die Krankengeschichte der
Patientin im Original sowie die Stellungnahmen des Beschwerdeführers vom
20. August 2012 (act. 7/13) und vom 24. September 2012 (act. 7/19) hielt Dr. med. Dr.
med. dent. F.G. im Rahmen seiner Stellungnahme vom 19. Oktober 2012 (act. 7/20)
abschliessend fest, dass die Zähne Nrn. 14, 16, 17 und 45 verfärbte Kompositfüllungen
mit Randimperfektionen aufweisen würden, wobei Randimperfektionen eine Folge von
Absplitterungen und undichten Füllungsrändern seien, wofür der behandelnde Zahnarzt
die Hauptverantwortung trage. Die vom Beschwerdeführer ausgeführten Arbeiten seien
in fachlicher Hinsicht als ungenügend zu qualifizieren. Dies gelte auch für die Keramik-
Kronen, welche auf die Zähne Nrn. 24, 25 und 26 gesetzt und so auch vom
Beschwerdeführer abgerechnet wurden. Sie würden allesamt teilweise massive
Kronenränder und Zementüberschüsse (v.a. Zahn Nr. 26) zeigen, was eine bereits
bestehende Parodontitis noch zu verstärken vermöge. Die Kronen Nr. 24 und 25
würden zudem eine Infraokklusion aufweisen.
Betreffend C.D. führte Dr. med. Dr. med. dent. F.G. sodann im Rahmen seiner
Stellungnahme vom 19. Oktober 2012 (act. 7/20) gleichfalls gestützt auf sein Gutachten
vom 7. Juni 2012 (act. 7/3), die im Zahnarztzentrum Zürich Nord angefertigten
Röntgenbilder, die Stellungnahmen des Beschwerdeführers sowie in Kenntnis der
Krankengeschichte des Patienten im Original aus, dass der Zahn Nr. 13 von C.D. einen
überschüssigen Kronenrand aufweise. Daneben zeige Zahn Nr. 36
Füllungsüberschüsse und Zahn Nr. 37 einen apikalen Entzündungsherd bei
unvollständiger Wurzelbehandlung. Der wurzelbehandelte Zahn sei überdies neu mit
einer definitiven Füllung versorgt worden, ohne dass der Entzündungsherd vorab
behandelt worden wäre. Darüber hinaus sei die im September 2009 auf Zahn Nr. 46
angebrachte Krone bereits Ende 2011, also nach knapp zwei Jahren, abgebrochen,
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 13/22
Publikationsplattform
St.Galler Gerichte
was nicht als gutes Langzeitresultat bezeichnet werden könne. Insgesamt müsse die
Arbeit des Beschwerdeführers auch hier als ungenügend qualifiziert werden.
Der Beschwerdeführer stellt sich dagegen auf den Standpunkt, dass es der Aussage
der Vorinstanz, wonach der Beschwerdeführer sein Handwerk nicht beherrsche, an
einer genügenden Grundlage fehle (vgl. act. 1, Rz. 19). So könne nicht auf das
Gutachten von Dr. med. Dr. med. dent. F.G. abgestellt werden und würden die
allenfalls zu kritisierenden Behandlungen in keinem Fall auf eine Gefährdung der
öffentlichen Gesundheit schliessen lassen. In Zusammenhang mit der Behandlung von
B.D. müsse diesbezüglich festgehalten werden, dass es sich bei den angebrachten
Keramik-Kronen lediglich um Provisorien handle und die Zementüberschüsse an Zahn
Nr. 26 überdies nur auf dem Röntgenbild zu sehen seien. Die Füllungen in den Zähnen
Nr. 16 und 17 seien daneben bereits vor über einem Jahrzehnt angebracht worden und
die festgestellten Randimperfektionen darauf zurückzuführen, dass die Füllungen
inzwischen nicht mehr intakt seien. Was das Gebiss von C.D. anbelange, hält der
Beschwerdeführer fest, dass der Stumpf des wurzelbehandelten Zahnes Nr. 37 zur Zeit
der Behandlung intakt gewesen sei (vgl. act. 1, Rz. 18). Zwar sei die Wurzel verkalkt
gewesen, der Zahn habe jedoch keine Schmerzen verursacht, sodass das Einbringen
der definitiven Füllung keinen Behandlungsfehler darstelle. Dass der Stumpf kariös
wurde, sei mitunter auf eine – auch vom Gutachter festgestellte – mangelnde
Mundhygiene des Patienten zurückzuführen. Auch bezüglich der Tatsache, dass die
Krone auf Zahn Nr. 47 nach rund zwei Jahren abgefallen sei, könne dem
Beschwerdeführer kein Vorwurf gemacht werden. Entsprechend werde auch von
Seiten der Vorinstanz und dem angerufenen Sachverständigen mit keinem Wort
begründet, weshalb das Abfallen der Krone auf einen Behandlungsfehler des
Beschwerdeführers zurückzuführen sein sollte.
Mit der Vorinstanz ist in diesem Zusammenhang vorab festzuhalten, dass keine
Anhaltspunkte dafür bestehen, weshalb auf die Gutachten bzw. die ergänzende
Stellungnahme vom 19. Oktober 2012 von Dr. med. Dr. med. dent. F.G. nicht abgestellt
werden dürfte. Die Feststellungen des Sachverständigen sind für die in Frage
stehenden Belange umfassend, wurden in Kenntnis der Vorakten abgegeben, beruhen
auf allseitigen Untersuchungen und berücksichtigen die von den Parteien
vorgebrachten Beschwerden ausreichend. Nicht zu beanstanden ist ferner das
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 14/22
Publikationsplattform
St.Galler Gerichte
gutachterliche Votum bei der Bewertung dessen, was einem sorgfältig behandelnden
Zahnarzt schlechterdings nicht unterlaufen darf, ist dieser Punkt einer externen
Nachprüfung doch kaum zugänglich und wird der Gutachter ihm zwangsläufig seine
persönliche Erfahrung zu Grunde legen. Im Hinblick auf eine bessere
Nachvollziehbarkeit der Gutachten wünschenswert gewesen wäre allerdings, die
zahnmedizinische Beurteilung hätte eindeutig auf die den Gutachten zur Illustration
beigelegten Röntgenbilder Bezug genommen (etwa durch das Anbringen von
Nummern o.ä.), sodass auch für den medizinischen Laien (Sachbearbeiter der
Vorinstanz, Verwaltungsrichter) nachvollziehbar wäre, was er auf den einzelnen
Röntgenbildern abgebildet sieht.
Dessen ungeachtet kann der Beurteilung von Dr. med. Dr. med. dent. F.G. - entgegen
der Darstellung der Vorinstanz - nicht entnommen werden, dass der Beschwerdeführer
in den beiden beurteilten Fällen durch seine Arbeitsweise das Patientenwohl in
schwerwiegender Weise gefährdet hätte. Die im Einzelnen ausgemachten
überschüssigen Füllungsränder, Randimperfektionen und Zementüberschüsse an den
Zähnen der beiden begutachteten Patienten zeugen nach Ansicht von Dr. med. Dr.
med. dent. F.G. ohne Zweifel von einer ungenügenden Qualität der Berufsausübung
durch den Beschwerdeführer. Gerade im Wissen um das auf ungenügende
Mundhygiene zurückzuführende erhöhte Parodontoserisiko von C.D. und B.D. hätte der
Beschwerdeführer auch nach Ansicht des Gerichts im Zusammenhang mit der
Behandlung ihrer Zähne besondere Sorgfalt walten lassen und derartige Überschüsse
und Imperfektionen, welche eine Parodontitis verstärken, vermeiden müssen, dies
selbst für den Fall, dass einige Zähne tatsächlich nur provisorisch versorgt worden
wären, das Provisorium aber für eine gewisse Zeit hätte genügen müssen. Gerade als
Schulzahnarzt muss sich der Beschwerdeführer denn auch seiner Verantwortung in
Bezug auf die Individualprophylaxe der von ihm behandelten Patienten verstärkt
bewusst sein. Die rechtfertigenden Ausführungen des Beschwerdeführers in
Zusammenhang mit der als ungenügend gerügten Behandlung der Zähne Nrn. 37 und
46 von C.D. vermögen daneben nicht zu überzeugen. Die Lebensdauer einer gut
gefertigten Keramik-Krone beträgt 15 oder mehr Jahre (vgl. Zähne, Patientenzeitung
der SSO, Nr. 21 Frühjahr 2003, S. 3, abrufbar unter http://www.sso.ch/doc/
doc_download.cfm?uuid=5EEFDFB9D9D9424
C4627BEC24ECDD7AB&&IRACER_AUTOLINK&&). Die Äusserung des
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 15/22
Publikationsplattform
St.Galler Gerichte
Sachverständigen, die Tatsache, dass eine Krone bereits nach rund zwei Jahren
abgebrochen sei, spreche nicht für ein gutes Langzeitresultat, kann daher - entgegen
der Vorbringen des Beschwerdeführers – nicht als krass unsachlich bezeichnet werden.
Sie stellt auch für einen medizinischen Laien zumindest ein Indiz für eine unsorgfältige
Zahnbehandlung dar. Dies gilt auch bezüglich der Probleme in Folge der
Wurzelbehandlung des Zahnes Nr. 37 von C.D. Gerade bei verkalkten Wurzeln, welche
ein Vordringen in alle Wurzelkanäle verhindern bzw. erschweren, muss besonders
sorgfältig gearbeitet werden und für eine effektive Wurzelbehandlung eine
desinfizierende Wurzelfüllung eingebracht und für einige Wochen oder gar Monate in
den Wurzelkanälen belassen werden, um die Bildung eines Entzündungsherdes
auszuschliessen (Qualitätsrichtlinie SSO, Schweizer Monatsschrift für Zahnmedizin,
Vol. 115, 7/2005, S. 96 f., abrufbar unter http://www.zmk .unibe.ch/unibe/medizin/zmk/
content/e6245/e9553/sso_qualitaetsleitlinien_reduzgroesse_ger.pdf). Der
Beschwerdeführer macht nichts dergleichen geltend. Er habe die verkalkte Wurzel wohl
bemerkt. Nachdem der Zahn dem Patienten im Zeitpunkt der Einbringung der
definitiven Füllung jedoch keine Schmerzen mehr verursacht habe, müsse die Karies
auf die mangelnde Mundhygiene von C.D. zurückzuführen sein und nicht auf eine
ungenügende Reinigung der Zahnwurzeln; eine Argumentation, welche als solche
ebenfalls nicht geeignet ist, den Vorwurf, er sei bei der Behandlung von C.D. und B.D.
nicht nach den allgemein anerkannten Grundsätzen des zahnmedizinischen Berufes
vorgegangen, zu entkräften. Nach dem Gesagten muss vielmehr davon ausgegangen
werden, dass der Beschwerdeführer grundlegende zahnärztliche Tätigkeiten nur
ungenügend beherrscht und statt Einsicht zu zeigen, die Schuld für hieraus
resultierenden Behandlungsfehler seinen Patienten zuzuweisen sucht. Es ist der
Meinung von Dr. med. Dr. med. dent. F.G. zu folgen, welcher nachvollziehbar darlegt,
dass der Beschwerdeführer bei der Behandlung von C.D. und B.D. eine aus fachlicher
Sicht mangelhafte, ungenügende zahnärztliche Leistung erbracht hat. Die von Seiten
des Beschwerdeführers zu verantwortenden Fehler sind derart elementar, dass sie ihm
schlechterdings nicht hätten unterlaufen dürfen. Er hat sich demzufolge ein grobes
Fehlverhalten im Sinne von Art. 40 lit. a MedBG vorwerfen zu lassen, das über den
Einzelfall hinaus wirkt, weil es seine Vertrauenswürdigkeit als Medizinalperson in Frage
stellt.
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 16/22
Publikationsplattform
St.Galler Gerichte
Es fragt sich, ob die dargetanen Behandlungsfehler im Sinne von Art. 40 lit. a MedBG,
welche als solche - auch nach Ansicht der Vorinstanz - nicht ausreichen, um dem
Beschwerdeführer die Vertrauenswürdigkeit als Medizinalperson gänzlich
abzusprechen, in Kombination mit dem übrigen dem Beschwerdeführer zur Last
gelegten Fehlverhalten geeignet sind, das in den Beschwerdeführer gesetzte Vertrauen
soweit zu beeinträchtigen, sodass ein Entzug der Berufsausübungsbewilligung, wie er
von der Vorinstanz verfügt wurde, letztendlich gerechtfertigt wäre.
3.3.2. Im angefochtenen Entscheid bringt die Vorinstanz weiter vor, dass der
Beschwerdeführer neben Art. 40 lit. a MedBG auch dessen lit. b verletzt habe, indem er
seit mindestens sechs Jahren seiner Fortbildungspflicht nicht nachgekommen sei. So
könnten für die Jahre 2010 und 2011 überhaupt keine Stunden externe Fortbildung
nachgewiesen werden und für die restlichen Jahre zwischen 2007 und 2012 nur ein
Bruchteil der gemäss der anwendbaren Richtlinien der SSO erforderlichen Stunden; ein
Vorwurf, welcher sich nicht nur in den Akten bestätigt sieht, sondern im
Beschwerdeverfahren von Seiten des Beschwerdeführers auch unbestritten geblieben
ist. Gleichzeitig weist der Beschwerdeführer allerdings rechtfertigend darauf hin, dass
er an Krebs erkrankt sei und sich im Jahr 2012 deshalb oft in medizinischer
Behandlung befunden habe (vgl. auch act. 7/11). Einem weiteren ärztlichen Zeugnis
kann entnommen werden, dass sich der Beschwerdeführer daneben auch wegen
Epilepsie und Rückenbeschwerden seit Jahren in ärztlicher Behandlung befindet und
ihm von den behandelnden Ärzten untersagt wurde, an Fortbildungen teilzunehmen
und längere Autofahrten zu unternehmen (act. 7/13).
Mit der Vorinstanz ist in diesem Zusammenhang festzustellen, dass die zu seiner
Rechtfertigung vorgebrachten Ausführungen des Beschwerdeführers nicht geeignet
sind, seine Versäumnisse während der letzten Jahre zu entschuldigen, zumal es ihm
seit Aufnahme des Verfahrens offenbar ohne Weiteres möglich ist, seiner
Fortbildungspflicht trotz seines Rückenleidens und seiner Epilepsieerkrankung
nachzukommen. Auch wirft Fragen auf, dass der Beschwerdeführer gemäss eigenen
Aussagen sowie nach dem ärztlichen Zeugnis seines behandelnden Neurologen vom
17. September 2012 jederzeit physische Gewähr für eine einwandfreie Berufsausübung
habe bieten können, der gleiche Arzt ihm aber handkehrum wegen der bei ihm im Jahr
2007 diagnostizierten Epilepsie von der Teilnahme an Fortbildungen abgeraten haben
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 17/22
Publikationsplattform
St.Galler Gerichte
soll (vgl. act. 7/ 19). Es erstaunt, dass der Beschwerdeführer aufgrund seiner Leiden
zwar in der Lage gewesen sein soll, diffizilste zahnmedizinische Arbeiten auszuführen,
welche nach höchster Konzentration verlangen und überwiegend in vornübergebeugter
Haltung erbracht werden müssen, er sich auf der anderen Seite aber ausser Stande
gesehen haben will, während der letzten sechs Jahre Fortbildungen zu besuchen und
bei dieser Gelegenheit mehrheitlich sitzend Vorträge anzuhören. Wie die Vorinstanz
zutreffend festhält, musste sich der Beschwerdeführer darüber im Klaren gewesen
sein, dass zu einer Berufsausübung als selbständiger Zahnarzt auch die Erfüllung der
Pflicht zur Fortbildung gehört und selbige ein wichtiges Instrument zur
Qualitätssicherung und Gewährleistung der Patientensicherheit in der Zahnmedizin
darstellt. Der Beschwerdeführer muss sich bei Ausübung seiner Arbeit weiter bewusst
gewesen sein, dass sein Wissen und seine berufliche Kompetenz aufgrund der
Tatsache, dass er während rund sechs Jahren kaum noch Fortbildungen besucht hat,
nicht mehr auf dem aktuellen Stand waren. Erschwerend kommt hinzu, dass der
Beschwerdeführer in der Gemeinde Q. das Amt des Schulzahnarztes bekleidete, von
dem gemäss Art. 28 der Schulzahnpflegeverordnung (sGS 213.13) erwartet wird, dass
er sein Wissen durch regelmässige Fortbildung den neuesten Erkenntnissen der
Zahnheilkunde anpasst.
Die Verletzung der Fortbildungspflicht durch den Beschwerdeführer ist folglich erstellt
und wird von diesem auch nicht bestritten. Sie allein reicht aber nicht aus, die
Vertrauenswürdigkeit des Beschwerdeführers als Medizinalperson in Abrede zu stellen,
kann doch bei einer Verletzung der Berufspflichten nach Art. 40 lit. b MedBG
grundsätzlich von Gesetzes wegen lediglich eine Verwarnung, ein Verweis oder eine
Busse verhängt werden (vgl. Art. 43 Abs. 2 MedBG). Vorliegend ist allerdings eine
Vernachlässigung besonderen Ausmasses festzustellen, welche in Verbindung mit dem
unter Erw. 3.3.1. dargelegten Verstoss gegen Art. 40 lit. a MedBG zu sehen ist. Ist
nämlich erwiesen oder besteht zumindest die nahe Möglichkeit, dass eine
Medizinalperson infolge der Missachtung der sie treffenden Fortbildungspflicht weitere
Berufspflichten verletzt hat, gilt die Beschränkung in Art. 43 Abs. 2 MedBG nicht mehr
(T. Poledna, in: Ayer/Kieser/Poledna/ Sprumont, a.a.O., N 33 zu Art. 43 MedBG).
Der unbestritten gebliebene Umstand, dass der Beschwerdeführer seine
Fortbildungspflicht über Jahre hinweg grob vernachlässigt hat, lässt insofern auch die
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 18/22
Publikationsplattform
St.Galler Gerichte
in Zusammenhang mit der Behandlung von C.D. und B.D. festgestellten
Behandlungsfehler in einem anderen Licht erscheinen. Zwar kann nicht als zweifelsfrei
erstellt angesehen werden, dass die betreffenden Fehler auf die unzureichende
Weiterbildung des Beschwerdeführers zurückzuführen sind. Eine Vernachlässigung der
Fortbildungspflichten im vorliegenden Umfang begünstigt jedoch regelmässig das
Auftreten von Behandlungsfehlern wie den vorliegenden. So erweckt sie zumindest den
Anschein, dass der Beschwerdeführer das Wohl seiner Patienten jahrelang hinter seine
eigenen Interessen stellte. Anstatt mit Blick auf seine angeschlagene Gesundheit etwas
kürzer zu treten und für eine adäquate Verteilung seiner Kräfte auf
Patientenbehandlung und Weiterbildung besorgt zu sein, hat sich der
Beschwerdeführer auf das einmal von ihm erworbene Wissen verlassen. Er scheint sich
offensichtlich bis heute der Bedeutung der Fortbildungspflicht für den Beruf des
Zahnarztes und der Risiken, denen seine Patienten durch sein Unterlassen ausgesetzt
waren, nicht bewusst zu sein. Nicht ohne Grund wird Zahnärzten eine kontinuierliche
Weiterbildung abverlangt. Sie trägt dazu bei, die Kenntnisse und Fähigkeiten des
praktizierenden Zahnarztes auf dem Gebiet der Zahn- und Mundgesundheit zu erhalten
und zu erweitern, um eine hohe Behandlungsqualität wie auch deren kontinuierliche
Verbesserung sicherzustellen. Sechs Jahre sind eine lange Zeit, weshalb sich ein
Fortbildungsunterbruch dieser Dauer mit grosser Wahrscheinlichkeit auch auf die
Qualität der zahnärztlichen Leistung des Beschwerdeführers ausgewirkt hat. Aus der
Vernachlässigung seiner Fortbildungspflichten resultiert nämlich, dass der
Beschwerdeführer in den letzten Jahren nicht mehr über eine adäquate Behandlung für
seine Patienten entscheiden konnte und damit in weiterer Folge gegen die ärztliche
Sorgfaltspflicht verstiess. Indem der Beschwerdeführer im Laufe der letzten Jahre in
Kenntnis seines ungenügenden Wissenstandes an Patienten unverändert teils
komplexe Zahnbehandlungen (vgl. etwa eine Wurzelbehandlung bei einem Zahn mit
verkalkten Wurzeln) vorgenommen hat, hat er diese bewusst einem erhöhten Risiko
ausgesetzt. Es spricht mitunter einiges dafür, dass sich dieses Risiko in den Fehlern,
welche dem Beschwerdeführer in Zusammenhang mit den Zahnbehandlungen von
C.D. und B.D. angelastet werden, verwirklicht hat. Dass im Laufe der letzten Jahre
nicht mehr Leute eine Aufsichtsbeschwerde eingereicht haben, sagt auf der anderen
Seite nichts darüber aus, welches Risiko der Beschwerdeführer mit der Behandlung
seiner Patienten eingegangen ist. Entgegen der Ausführungen des Beschwerdeführers
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 19/22
Publikationsplattform
St.Galler Gerichte
vermögen sodann auch die während des Verfahrens eingereichten
Fortbildungsnachweise die jahrelange Vernachlässigung der Fortbildungspflicht nicht
wiedergutzumachen.
3.3.3. In Kombination mit dem vom Beschwerdeführer zu verantwortenden groben
Verstoss gegen Art. 40 lit. b MedBG vermag die Verletzung von Art. 40 lit. a MedBG
demzufolge das mit der Bewilligungserteilung in ihn gesetzte Vertrauen zu erschüttern.
Angesichts der jahrelangen Vernachlässigung seiner Fortbildungspflicht sowie der von
Dr. med. Dr. med. dent. F.G. festgestellten Behandlungsfehler ist davon auszugehen,
dass der Beschwerdeführer über keine ausreichenden fachlichen Fähigkeiten zur
Tätigkeit als selbständiger Zahnarzt mehr verfügt, weshalb er eine Gefahr für die
Gesundheit seiner Patienten darstellt. Er hat es nachweislich während Jahren
unterlassen, seiner Fortbildungspflicht nachzukommen und sich im Jahr 2011 einige
Behandlungsfehler zu Schulden kommen lassen, wobei er sich bezüglich des ihm
anrechenbaren Verschuldens weitestgehend uneinsichtig zeigt und teilweise haltlose
Rechtfertigungsgründe für seine Verfehlungen vorschiebt. Durch sein ganzes Gebaren
gegenüber Behörden und Patienten legt der Beschwerdeführer ein derartiges Mass an
Geringschätzung für gesetzliche Vorschriften und öffentlich-rechtliche Verpflichtungen
an den Tag, dass seine Eignung für die selbständige, freiberufliche Tätigkeit als
Zahnarzt, nicht nur kurzfristig, sondern nachhaltig in Frage gestellt ist.
3.4. In Anbetracht der hohen Anforderungen, die an die Vertrauenswürdigkeit eines
selbständig praktizierenden Zahnarztes zu stellen sind, durfte die Vorinstanz nach dem
Gesagten zu Recht davon ausgehen, gestützt auf Art. 38 MedBG dränge sich der
Entzug der Berufsausübungsbewilligung des Beschwerdeführers für den Kanton
St. Gallen auf. Es kann auf die entsprechenden Ausführungen der Vorinstanz verwiesen
werden, denen nichts beizufügen ist vgl. Erw. 8 des angefochtenen Entscheides).
Ein solcher vollständiger Entzug, wie ihn die Vorinstanz angeordnet hat, ist freilich nur
dann zulässig, wenn er vor dem Grundsatz der Verhältnismässigkeit nach Art. 5 Abs. 2
BV standhält.
3.5. Auf den Bewilligungsentzug finden die allgemeinen Grundsätze des
Verwaltungsrechts, insbesondere das Verhältnismässigkeitsprinzip Anwendung, zumal
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 20/22
Publikationsplattform
St.Galler Gerichte
ein Entzug der Bewilligung regelmässig einen erheblichen Eingriff in die
Wirtschaftsfreiheit (Art. 27 BV) der betroffenen Medizinalperson zur Folge haben dürfte
(vgl. Etter, a.a.O., N 4 zu Art. 38 MedBG). Das in Art. 5 Abs. 2 BV verankerte
Verhältnismässigkeitsprinzip besagt dabei, dass Verwaltungsmassnahmen zur
Verwirklichung eines im öffentlichen Interesses liegenden Ziels geeignet und
erforderlich sein und in einem vernünftigen Verhältnis zu den den Privaten auferlegten
Freiheitsbeschränkungen stehen müssen (Etter, a.a.O., N 5 zu Art. 38 MedBG mit
Hinweisen).
3.5.1. Im Einzelnen ist der verfügte Entzug der Berufsausübungsbewilligung zunächst
sicherlich geeignet, das im öffentlichen Interesse liegende Ziel des Schutzes der
öffentlichen Gesundheit zu erreichen, wird dadurch doch die bisherige - zumindest
abstrakte - Gefährdung der Patienten des Beschwerdeführers gänzlich eliminiert.
3.5.2. Unter dem Aspekt der Erforderlichkeit ist zu prüfen, ob eine gleich geeignete,
aber mildere Massnahme für den angestrebten Erfolg ausreichen würde. Sind
staatliche Schutzaufträge oder -pflichten zu erfüllen, so ist das Übermassverbot durch
ein Untermassverbot zu ergänzen. Insofern sind auch jene Massnahmen
unverhältnismässig, welche zu wenig zur Erreichung des Schutzzwecks beitragen (vgl.
Häfelin/Müller/Uhlmann, a.a.O., Rz. 593 ff.). Anders als im Bereich der
Disziplinarmassnahmen, in dem ein Verbot der selbständigen Berufsausübung befristet
oder definitiv und diesfalls beschränkt auf ein Tätigkeitsgebiet ausgesprochen werden
kann (vgl. Art. 43 MedBG), sieht das Gesetz im Fall des Fehlens von
Bewilligungsvoraussetzungen zum Schutz der öffentlichen Gesundheit indes kein
milderes Mittel als den (definitiven) Bewilligungsentzug vor (BGer 2C_389/2012 vom
12. November 2012 E. 7.2. mit Hinweisen auf die Lehre; Botschaft vom 3. Dezember
2004 zum MedBG, BBl 2005 ff. Ziff. 2.6).
Nachdem dem Beschwerdeführer in Bestätigung des vorinstanzlichen Entscheides die
Vertrauenswürdigkeit für eine einwandfreie Berufsausübung abgesprochen werden
muss (vgl. Erw. 3.4.), liegt bei ihm eine der drei in Art. 36 Abs. 1 lit. b MedBG
genannten, kumulativ zu erfüllenden persönlichen Bewilligungsvoraussetzungen nicht
mehr vor. Dies führt gemäss Art. 38 MedBG zwingend zum Entzug der Bewilligung; ein
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 21/22
Publikationsplattform
St.Galler Gerichte
zeitlich limitierter Bewilligungsentzug oder eine andere, mildere Massnahme ist
ausgeschlossen.
3.5.3. Der Entzug der Bewilligung ist zu guter Letzt auch zumutbar. Nach dem
Dargelegten steht fest, dass der Beschwerdeführer nicht mehr über die erforderlichen
fachlichen Fähigkeiten verfügt, um von ihm angebotene Dienstleistungen
ordnungsgemäss zu erbringen. Dies und seine Unfähigkeit, die Tragweite seiner
Verfehlungen einzusehen, sprechen insgesamt nicht für seine Vertrauenswürdigkeit.
Der Beschwerdeführer hat das Wohl von Patienten in fahrlässiger Weise gefährdet. Das
öffentliche Interesse daran, Patienten vor gesundheitsgefährdenden Behandlungen zu
schützen, indem dem heute 68 Jahre alten Beschwerdeführer nicht mehr gestattet
wird, selbständig als Zahnarzt zu arbeiten, ist deshalb ausgewiesen. Sodann ist es
höher zu gewichten, als das private Interesse des Beschwerdeführers an der Erhaltung
einer positiven Reputation als Zahnarzt und daran, allenfalls weiterhin als selbständiger
Zahnarzt in der Gemeinde Q. praktizieren zu dürfen. An der Verhältnismässigkeit des
Berufsverbots vermag auch der Umstand nichts zu ändern, dass gegen den
Beschwerdeführer bisher noch nie aufsichtsrechtliche Massnahmen angeordnet
worden sind. Schliesslich wäre eine mildere Massnahme im Sinn eines teilweisen
Berufsverbots nicht zielführend, zumal es dem Beschwerdeführer an der
Vertrauenswürdigkeit fehlt, über die ein Zahnarzt, der seinen Beruf selbständig ausübt,
verfügen muss.
4. Zusammenfassend ergibt sich, dass der vorinstanzliche Entzug der
Berufsausübungsbewilligung als Eingriff in die Rechte des Beschwerdeführers
rechtmässig erfolgt und nicht zu beanstanden ist. Die Beschwerde ist abzuweisen.
5. Bei diesem Verfahrensausgang – die Beschwerde ist abzuweisen, das Gesuch des
Beschwerdeführers um vorsorgliche Erteilung der aufschiebenden Wirkung wurde
dagegen gutgeheissen - sind die amtlichen Kosten des Beschwerdeverfahrens zu
einem Viertel dem Staat und zu drei Vierteln dem Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art.
95 Abs. 1 VRP). Eine Entscheidgebühr von CHF 3'000 - darin enthalten die Kosten von
CHF 500.00 der Verfügung vom 24. April 2013 – ist angemessen (Art. 7 Ziff. 211 und
222 der Gerichtskostenverordnung, sGS 941.12). Der Anteil des Beschwerdeführers ist
mit seinem Kostenvorschuss in Höhe von CHF 3'000 bis zum Betrag von CHF 2'250 zu
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 22/22
Publikationsplattform
St.Galler Gerichte
verrechnen. Der Rest von CHF 750 ist ihm zurückzuerstatten. Auf die Erhebung des
Kostenanteils des Staates wird verzichtet (Art. 95 Abs. 3 VRP).
Der Beschwerdeführer hat keinen Anspruch auf Entschädigung seiner ausseramtlichen
Kosten (Art. 98 Abs. 1 in Verbindung mit Art. 98bis VRP). Mangels Anspruchs des
Gemeinwesens auf Kostenersatz (vgl. R. Hirt, Die Regelung der Kosten nach st.
gallischem Verwaltungsrechtspflegegesetz, St. Gallen 2004, S. 176) kann auch dem
Antrag der Vorinstanz auf "Kostenfolge" (act. 9, Ziff. I), welcher ein Begehren auf
Parteientschädigung beinhaltet (vgl. P. Oberhammer [Hrsg.], Kurzkommentar ZPO,
Basel 2010, N 3 zu Art. 105 ZPO), nicht entsprochen werden.
Demnach hat das Verwaltungsgericht