# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** ef34c25c-7158-40e5-a944-0869b2d0fb0b
**Court:** SG_VG
**Chamber:** SG_VG_001
**Year:** 2022
**Language:** de
**Jurisdiction:** SG / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Das Verwaltungsgericht stellt fest:
A.
M._ (Ledigname: ..., nachfolgend: M._), geboren 1972, Staatsangehörige der
Demokratischen Republik Kongo (Kinshasa), reiste am 15. Juli 2005 in die Schweiz ein.
Sie heiratete J._ und wohnte zusammen mit diesem und dem gemeinsamen Sohn
R._, geboren 2012, in B._, S._-strasse 00_. Nach der Ehescheidung am
29. August 2017 übersiedelte sie am 11. Oktober 2017 in die Demokratische Republik
Kongo (Kinshasa/Ngaliema). Am 18. Oktober 2018 teilte das Migrationsamt dem
Staatssekretariat für Migration SEM mit, dass die bis 17. Juli 2020 gültige
Niederlassungsbewilligung von M._ erloschen sei. Am 29. Juni 2018 reiste sie wieder
in die Schweiz ein und wohnte bei G._, geboren 1970, welche R._ betreut, an der
S._-strasse 00_ resp. offenbar bei einer Bekannten ("Frau Q._") in B._. Am
11. Juli 2018 übermittelte das Sozialamt Z._ dem Migrationsamt den
Ausländerausweis (Niederlassungsbewilligung) von M._. Am 7. August 2018 trat diese
mit der Diagnose Frühschwangerschaft ins Kantonsspital A._ ein. Nach ihrem
zwischenzeitlichen Spitalaustritt vom 15. August 2018 bis 17. August 2018 gebar sie
dort am 18. August 2018 ihre Tochter C._ (nachfolgend: C._, act. 6/1/1-4, act. 6/3/2,
4-6, 18, act. 6/10/4, 7 f., 13-15).
B.
M._ blieb bis am 23. August 2018 stationär im Kantonsspital A._. Vom
23. August 2018 bis 13. September 2018 hielt sie sich in der psychiatrischen Klinik Y._
auf. Während ihres anschliessenden Aufenthalts vom 13. September 2018 bis
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13. Dezember 2018 im Mutter-Kind-Heim in Degersheim (KiEL Bethanien St. Gallen)
musste sie mehrmals stationär (so vom 1. bis 8. und vom 15. bis 24. Oktober 2018)
sowie ambulant in der psychiatrischen Klinik Y._ behandelt werden. Mit Beschluss
vom 7. November 2018 entzog die Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde (KESB)
X._ M._ als alleinige Inhaberin der elterlichen Sorge das
Aufenthaltsbestimmungsrecht über C._ und errichtete für Letztere eine
Beistandschaft. Vom 13. Dezember 2018 bis 20. März 2019 musste M._ erneut in Y._
psychiatrisch hospitalisiert werden. Am 14. März 2019 wurde ihr vom Migrationsamt
eine Aufenthaltsbewilligung erteilt. Seit dem 19. oder 20. März 2019 wohnt sie in Y._,
wo sie von den Sozialen Diensten Y._ finanziell unterstützt wird.
C._ blieb bis am 17. September 2018 im Kantonsspital A._. Vom 17. September 2018
bis 13. Dezember 2018 hielt sie sich im Mutter-Kind-Heim in Degersheim und vom
13. Dezember 2018 bis 14. Januar 2019 im Schlupfhuus A._ auf. Seit dem
14. Januar 2019 ist sie gestützt auf einen entsprechenden Beschluss der KESB X._
vom 1. Februar 2019 bei einer Pflegefamilie in A._ fremdplatziert, wofür die Fachstelle
Pflegekinder St. Gallen und die Pflegeeltern am 27. Januar 2019 einen unbefristeten
Betreuungsvertrag abschlossen haben. Einmal wöchentlich darf ihre Mutter sie
begleitet während maximal einer Stunde besuchen. Am 2. April 2019 wurde ihr vom
Migrationsamt eine Aufenthaltsbewilligung im Familiennachzug zu ihrer Mutter erteilt
(act. 6/3/3 f., 6, 13, act. 6/9/1, act. 6/10, act. 6/10/7, 11, 14-16, 21, 27, act. 6/20,
act. 6/20/3-7).
C.
Am 4. November 2019 stellten die Sozialen Dienste A._ der Politischen Gemeinde
B._ eine Unterstützungsanzeige für C._ (recte: C._) ab 24. Januar 2019 zu. Die
dagegen vom Sozialamt B._ am 14. November 2019 erhobene Einsprache wiesen die
Sozialen Dienste A._ mit Beschluss vom 30. Juni 2020 ab (Dispositiv-Ziff. 1).
Gleichzeitig stellten sie fest, dass M._ am 29. Juni 2018 in B._ einen
Unterstützungswohnsitz begründet habe, welcher bis zur Begründung eines neuen
Unterstützungswohnsitzes am 20. März 2019 in Y._ bestehen geblieben sei (Ziff. 2),
und C._ (recte: C._) ab ihrer Geburt am 18. August 2018 einen von ihrer Mutter
abgeleiteten Unterstützungswohnsitz in B._ bzw. ab 13. Dezember 2018 für die Dauer
der Fremdplatzierung einen eigenen Unterstützungswohnsitz ebenfalls in B._ habe
(Ziff. 3). Sodann verpflichteten sie die Politische Gemeinde B._, sämtliche
Unterstützungskosten für C._ (recte: C._) ab 18. August 2018 zu tragen bzw. der
Stadt A._ die seit diesem Zeitpunkt bevorschussten Unterstützungskosten innert
30 Tagen ab Rechtskraft des Beschlusses zurückzuerstatten (Ziff. 4, act. 6/1/5,
act. 6/3/11 f.). Den dagegen von der Politischen Gemeinde B._ am 20. Juli 2020
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gestützt auf Art. 3 Abs. 2 des Sozialhilfegesetzes (sGS 381.1, SHG) in Verbindung mit
Art. 34 Abs. 2 des Bundesgesetzes über die Zuständigkeit für die Unterstützung
Bedürftiger (Zuständigkeitsgesetz; SR 851.1, ZUG) und Art. 43 Abs. 1 Ingress und
lit. a des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege (sGS 951.1, VRP) erhobenen
Rekurs – im angefochtenen Entscheid als "Beschwerde" im Sinne von Art. 44 ff. des
Bundesgesetzes über das Verwaltungsverfahren (Verwaltungsverfahrensgesetz; SR
172.021, VwVG) bezeichnet – hiess das Departement des Innern mit Entscheid vom
17. Februar 2022 insofern (teilweise) gut, als es Dispositiv-Ziffern 3 und 4 des
angefochtenen Beschlusses aufhob (Dispositiv-Ziff. 1). Gleichzeitig stellte es fest, dass
C._ seit ihrer Geburt am 18. August 2018 einen selbständigen Unterstützungswohnsitz
in A._ habe (Ziff. 2, act. 2, act. 6/1). Dieser Entscheid wurde auch den Sozialen
Diensten der Politischen Gemeinde Y._ eröffnet.
D.
Gegen den Entscheid des Departements des Innern (Vorinstanz) vom 17. Februar 2022
erhob die Politische Gemeinde A._ (Beschwerdeführerin), vertreten durch deren
Soziale Dienste, am 3. März 2022 Beschwerde beim Verwaltungsgericht mit dem
Rechtsbegehren, es sei der angefochtene Entscheid unter Kosten- und
Entschädigungsfolgen aufzuheben, soweit die Beschwerde teilweise gutgeheissen
worden sei (Antrag-Ziff. 1 und 4). Es sei festzustellen, dass C._ seit Geburt einen von
ihrer Mutter abgeleiteten Unterstützungswohnsitz in der Politischen Gemeinde B._
(Beschwerdegegnerin) habe (Ziff. 2). Die Beschwerdegegnerin sei zu verpflichten,
sämtliche Unterstützungskosten für C._ seit 18. August 2018 zu tragen und der
Beschwerdeführerin die von ihr bevorschussten Unterstützungskosten innert 30 Tagen
ab Rechtskraft dieses Entscheids zurückzuerstatten (Ziff. 3). Am 11. März 2022
verzichtete die Vorinstanz auf eine Vernehmlassung (act. 5). Mit Vernehmlassung vom
1. April 2022 schloss die Beschwerdegegnerin auf kostenfällige Abweisung der
Beschwerde (act. 8). Mit Eingabe vom 3. Mai 2022 behielt die Beschwerdeführerin das
letzte Wort (act. 10).
Auf die Erwägungen des angefochtenen Entscheids, die Ausführungen der
Verfahrensbeteiligten zur Begründung ihrer Anträge und die Akten wird, soweit
wesentlich, in den Erwägungen eingegangen.

## Considerations

Darüber zieht das Verwaltungsgericht in Erwägung:
bis
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1.
Die sachliche Zuständigkeit des Verwaltungsgerichts ist gegeben (Art. 3 Abs. 2 SHG in
Verbindung mit Art. 34 Abs. 2 ZUG und Art. 59 Abs. 1 VRP, vgl. dazu auch GVP 2006
Nr. 24). Die Beschwerdeeingabe vom 3. März 2022 erfolgte rechtzeitig und erfüllt
formal und inhaltlich die gesetzlichen Anforderungen (Art. 64 in Verbindung mit Art. 47
Abs. 1 und Art. 48 Abs. 1 VRP). Die Beschwerdeführerin ist zur Erhebung des
Rechtsmittels befugt (vgl. dazu Art. 64 in Verbindung mit Art. 45 Abs. 1 und 2 VRP
sowie Art. 5 Abs. 1 SHG; BGE 141 II 161 E. 2.1-2.3; VerwGE B 2021/93 vom
14. April 2022 E. 1; VerwGE B 2021/96 vom 26. Juni 2021 E. 1; VerwGE B 2016/189
vom 27. September 2018 E. 1, bestätigt mit BGer 8C_748/2018 vom 22. März 2019,
VerwGE B 2015/60 vom 27. September 2016 E. 1; VerwGE B 2004/63 vom 6. Juli 2004
E. 1b je mit Hinweisen). Auf die Beschwerde ist somit grundsätzlich einzutreten.
Nicht einzutreten ist auf das Feststellungsbegehren der Beschwerdeführerin (Antrag-
Ziff. 2), welches inhaltlich dem Hauptbegehren entspricht und daher im Rahmen des
vorliegenden rechtsgestaltenden Entscheids zu prüfen ist (vgl. dazu VerwGE
B 2019/151 vom 22. Oktober 2019 E. 1 und VerwGE B 2016/129 vom
21. November 2017 E. 2 je mit Hinweisen).
Das vorliegenden Beschwerdeverfahren wirkt sich auf die rechtliche oder tatsächliche
Position der Politischen Gemeinde Y._ bzw. deren Sozialen Dienste nicht aus,
weshalb von deren Beiladung ins Beschwerdeverfahren abgesehen werden konnte,
obgleich die Vorinstanz den angefochtenen Entscheid den Sozialen Diensten Y._
eröffnet hat (vgl. dazu U.P. Cavelti, in: Rizvi/Schindler/derselbe [Hrsg.], Gesetz über die
Verwaltungsrechtspflege, Praxiskommentar, Zürich/St. Gallen 2020, N 20 f. zu
Art. 8 VRP, VerwGE B 2015/36 und B 2016/117 vom 28. März 2017 E. 2.2 mit
Hinweisen, siehe dazu auch BGer 2C_1049/2020 vom 20. Dezember 2021 E. 4.3;
BGer 2C_57/2018 vom 23. Januar 2020 E. 1.4 je mit Hinweisen): Die
Beschwerdeführerin hat den Einspracheentscheid vom 30. Juni 2020 (act. 6/3/16)
lediglich der Beschwerdegegnerin sowie dem Amt für Soziales eröffnet. Soweit sie
darin festgestellt hat (Dispositiv-Ziff. 2), dass M._ am 20. März 2019 einen neuen
Unterstützungswohnsitz in Y._ begründet habe, ist dies für die Politische Gemeinde
Y._, welcher dieser Einspracheentscheid nicht zugestellt wurde, nicht weiter
beachtlich. Dies umso mehr, als sich der Rekursvernehmlassung der Politischen
Gemeinde Y._ vom 30. September 2020 (act. 6/9 mit Beilagen) entnehmen lässt, dass
deren Soziale Dienste am 6. November 2019 eine Unterstützungsanzeige der Sozialen
Dienste A._ für C._ ab 19. März 2019 erhalten hatten, gegen welche diese ihrerseits
am 19. November 2019 Einsprache erhoben haben. Diese Einsprache der Sozialen
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Dienste Y._ ist offenbar nach wie vor bei den Sozialen Diensten A._ hängig (vgl. dazu
Rekursduplik der Beschwerdeführerin vom 18. Dezember 2020, act. 6/16, S. 6
Rz. 26 f.).
2.
Die Beschwerdegegnerin rügt erstmals vor Verwaltungsgericht (act. 8, S. 2 f. Ziff. II/
2-4), der Unterstützungswohnsitz von M._ sei bis dato nicht rechtsverbindlich
festgestellt worden. Der Einspracheentscheid der Beschwerdeführerin vom
30. Juni 2020 (act. 6/1/5) sei wegen fehlender funktioneller und sachlicher
Zuständigkeit der Beschwerdeführerin nichtig, soweit er nicht den hier gemäss der
Unterstützungsanzeige der Beschwerdeführerin vom 4. November 2019 (act. 6/3/11)
einzig zur Diskussion stehenden Unterstützungswohnsitz von C._ betreffe. Damit
beanstandet die Beschwerdegegnerin einzelne von der Beschwerdeführerin nicht
angefochtene Punkte. Diese Rüge käme daher einer unzulässigen
Anschlussbeschwerde gleich, welche mittels eigener Rechtsmittelerhebung hätte
geltend gemacht werden müssen (vgl. dazu Art. 63 VRP und VerwGE B 2015/14 vom
20. Januar 2017 E. 1 mit Hinweisen). Die Beschwerdegegnerin hat es indessen
unterlassen, den angefochtenen Entscheid selbst mittels Beschwerde anzufechten,
insbesondere soweit darin (Dispositiv-Ziff. 1, Erwägung 4.2-4.3, act. 2, S. 10-14) der
Beschluss der Beschwerdeführerin vom 30. Juni 2020 hinsichtlich der – vollständigen –
Abweisung der Einsprache der Beschwerdegegnerin vom 14. November 2019
(Dispositiv-Ziff. 1) sowie der Feststellung, dass M._ am 29. Juni 2018 einen
Unterstützungswohnsitz in B._ begründet habe, welcher bis am 20. März 2019
bestehen geblieben sei (Dispositiv-Ziff. 2), implizit bestätigt worden ist. Damit setzte
sich die Beschwerdegegnerin erst in ihrer Beschwerdevernehmlassung vom
1. April 2022 (act. 8, Ziff. II/5 ff.) – nach Ablauf der Beschwerdefrist – auseinander. Weil
gegen den angefochtenen Entscheid diesbezüglich somit kein ordentliches
Rechtsmittel mehr ergriffen werden resp. die – implizite – teilweise Abweisung des
Rekurses der Beschwerdegegnerin nicht mehr Gegenstand des vorliegenden
Verfahrens bilden kann, wäre der in der beschwerdegegnerischen Rüge enthaltene
Antrag auf Feststellung der Nichtigkeit grundsätzlich an die erstinstanzlich verfügende
Beschwerdeführerin zu richten, wenngleich die Nichtigkeit grundsätzlich – allerdings
nur im Rahmen einer hängigen und zulässigen Beschwerde (vgl. dazu
BGer 5A_484/2019 vom 22. Juli 2020 E. 2.3 mit Hinweis auf BGE 145 III 436 E. 3) – von
jeder Behörde in jedem Verfahren festgestellt werden kann (vgl. dazu VerwGE
B 2018/27 vom 18. Januar 2019 E. 1.4.3 mit Hinweisen). Aus prozessökonomischen
Gründen – zu untersuchen ist vorliegend, ob der Unterstützungswohnsitz von C._ an
denjenigen ihrer Mutter anknüpft (vgl. E. 3 hiernach) – rechtfertigt es sich im konkreten
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Fall gleichwohl, nachfolgend auf den Antrag auf Feststellung der Nichtigkeit
einzugehen.
Fehlerhafte Entscheide sind nur dann nichtig, wenn der ihnen anhaftende Mangel
besonders schwer ist, wenn er offensichtlich oder zumindest leicht erkennbar ist und
wenn zudem die Rechtssicherheit durch die Annahme der Nichtigkeit nicht ernsthaft
gefährdet wird. Inhaltliche Mängel einer Entscheidung führen nur ganz ausnahmsweise
zur Nichtigkeit. Als Nichtigkeitsgründe fallen vorab die funktionelle oder sachliche
Unzuständigkeit der entscheidenden Behörde sowie krasse Verfahrensfehler in
Betracht. Die funktionelle oder sachliche Unzuständigkeit führt indes dann nicht zur
Nichtigkeit des Entscheids, wenn der verfügenden Behörde auf dem betreffenden
Gebiet allgemeine Entscheidungsgewalt zukommt oder der Schluss auf Nichtigkeit sich
nicht mit der Rechtssicherheit verträgt (vgl. dazu BGer 1C_13/2021 vom
10. Januar 2022 E. 4.2 mit Hinweisen).
2.1.
Fest steht, dass sich die Unterstützungsanzeige der Beschwerdeführerin vom
4. November 2019 nur auf das Kind C._ bezog (act. 6/3/11); ebenso, dass die
Beschwerdeführerin im Einspracheentscheid vom 30. Juni 2020 (act. 6/3/16,
Dispositiv-Ziff. 2) darüber hinaus festgestellt hat, dass M._, die Mutter von C._, ab
29. Juni 2018 in B._ einen Unterstützungswohnsitz begründet habe. Allerdings stand
bereits im erstinstanzlichen Einspracheverfahren der Zuständigkeitskonflikt in Bezug
auf die Mutter von C._ – ohne entsprechende diesbezügliche Unterstützungsanzeige
der Beschwerdeführerin – im Mittelpunkt der Auseinandersetzung. Dies zeigt sich
daran, dass sich die Beschwerdegegnerin in ihrer Einsprache vom 14. November 2019
sowie in ihren Eingaben im vorinstanzlichen Rekursverfahren (vgl. act. 6/1, 12 und 26)
einlässlich zur Frage geäussert hat, ob sich der Unterstützungswohnsitz von M._ in
B._ befinde. Dabei stellte sie die Zuständigkeit der Beschwerdeführerin zur
Feststellung des Unterstützungswohnsitzes von M._ trotz der fehlenden Anzeige zu
keinem Zeitpunkt in Frage. Auch wäre die Beschwerdeführerin grundsätzlich befugt
gewesen, der Beschwerdegegnerin den Unterstützungsfall M._ anzuzeigen, falls ihr in
Bezug auf diese Unterstützungskosten angefallen wären. Unter diesen Umständen
kann nicht gesagt werden, die Beschwerdeführerin sei für die Feststellung des
Unterstützungswohnsitzes von M._ offensichtlich oder zumindest leicht erkennbar
nicht zuständig gewesen bzw. ihr sei auf dem betreffenden Gebiet keine allgemeine
Entscheidungsgewalt zugekommen, zumal die Beantwortung dieser Frage in direktem
Zusammenhang mit der diesem Streit zugrundeliegenden Frage eines (abgeleiteten)
2.2.
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3.
Die Beschwerdeführerin macht geltend (act. 1, S. 3-7 Ziff. III), der Schluss der
Vorinstanz, mangels gemeinsamen letzten zivilrechtlichen Wohnsitzes der Eltern falle
ein abgeleiteter Unterstützungswohnsitz für C._ von vorneweg ausser Betracht, sei
überspitzt formalistisch. Sowohl die Mutter M._ als auch das Kind C._, dessen Vater
unbekannt sei, müssten bezüglich der Bestimmung des Unterstützungswohnsitzes des
minderjährigen Kindes so behandelt werden, als wäre der Vater des Kindes
vorverstorben. Des Weiteren teile C._, unabhängig von ihrem Aufenthaltsort, den
Unterstützungswohnsitz ihrer Mutter in B._. Es könne jedenfalls nicht gesagt werden,
das Kind habe nie mit seiner Mutter zusammengelebt, hätten die beiden doch vom
13. September 2018 bis 13. Dezember 2018 im Mutter-Kind-Heim in Degersheim
zusammengewohnt. Damit stehe fest, dass das Kind überwiegend bei seiner Mutter
gewohnt habe.
Unterstützungswohnsitzes für das Kind C._ steht. Dispositiv-Ziff. 3 des
Einspracheentscheids der Beschwerdeführerin vom 30. Juni 2020 erweist sich
deswegen nicht als nichtig. Vielmehr ist im Folgenden darauf abzustellen.
Die innerkantonale Zuständigkeit für die persönliche Sozialhilfe liegt gemäss Art. 3
Abs. 1 SHG bei den politischen Gemeinden. Zuständigkeit, Unterstützungswohnsitz
und Verfahren richten sich nach dem ZUG (Art. 3 Abs. 2 SHG). Wie im Zivilrecht (vgl.
Art. 25 Abs. 1 des Schweizerischen Zivilgesetzbuches; SR 210, ZGB) haben
minderjährige Kinder grundsätzlich einen abgeleiteten Wohnsitz: Gemäss Art. 7
Abs. 1 ZUG teilt das minderjährige Kind, unabhängig von seinem Aufenthaltsort, den
Unterstützungswohnsitz der Eltern. Von dieser Regel erfasst werden neben den Fällen,
in denen die Eltern zusammenwohnen und die elterliche Sorge gemeinsam ausüben
(gemeinsamer zivilrechtlicher Wohnsitz) auch jene Sachverhalte, in denen nur ein
Elternteil vorhanden ist (z.B. Witwen/Witwer, vgl. Botschaft zu einer Änderung des
Schweizerischen Zivilgesetzbuches [Kindesunterhalt] vom 29. November 2013,
BBl 2014 529 ff. [nachfolgend: Botschaft], 588 f.). Unter Art. 7 Abs. 1 ZUG gehört auch
der Fall, in welchem das Kind bei einem wiederverheirateten Elternteil wohnt (vgl. dazu
W. Thomet, Kommentar zum Bundesgesetz über die Zuständigkeit für die
Unterstützung Bedürftiger, Zürich 1994, Rz. 119). Gemeinsamer zivilrechtlicher
Wohnsitz kann auch bei getrenntlebenden Eltern, die aber am gleichen geographischen
Ort wohnen, begründet werden (vgl. dazu U. Vogel, Der Wohnsitz des minderjährigen
Kindes im Zivil- und Sozialhilferecht, in: Fankhauser/Reusser/Schwander [Hrsg.],
Brennpunkt Familienrecht, Festschrift für Thomas Geiser zum 65. Geburtstag,
3.1.
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Zürich 2017, S. 577 ff., S. 586). Haben die Eltern keinen gemeinsamen zivilrechtlichen
Wohnsitz, so hat das minderjährige Kind einen eigenständigen Unterstützungswohnsitz
am Wohnsitz des Elternteils, bei dem es überwiegend wohnt (Art. 7 Abs. 2 ZUG). Wenn
die Eltern keinen gemeinsamen zivilrechtlichen Wohnsitz haben, soll somit auf das
Zusammenleben abgestellt werden (vgl. dazu Botschaft zur Änderung des
Bundesgesetzes über die Zuständigkeit für die Unterstützung Bedürftiger vom
22. November 1989, BBl 1990 49 ff. [nachfolgend: Botschaft ZUG], S. 61, siehe zur
zivilrechtlichen Regelung auch D. Staehelin, in: Geiser/Fountoulakis [Hrsg.], Basler
Kommentar, Zivilgesetzbuch I, 6. Aufl. 2018, N 4 zu Art. 25 ZGB). Für wirtschaftlich
unselbständige, nicht bevormundete, aber dauernd bei keinem der Eltern wohnende
minderjährige Kinder gilt, dass sie eigenen Unterstützungswohnsitz entweder am
letzten Unterstützungswohnsitz nach Art. 7 Abs. 1 und 2 ZUG (Art. 7 Abs. 3 Ingress
und lit. c ZUG) oder an ihrem Aufenthaltsort (Art. 7 Abs. 3 Ingress und lit. d ZUG, vgl.
dazu auch Art. 11 Abs. 1 ZUG und Art. 25 Abs. 1 letzter Satzteil ZGB) haben. Als
eigener Unterstützungswohnsitz des minderjährigen Kindes gemäss Art. 7 Abs. 3
Ingress und lit. c in Verbindung mit Art. 7 Abs. 1 oder 2 ZUG gilt der Ort, an dem es
unmittelbar vor der Fremdplatzierung gemeinsam mit den Eltern oder einem Elternteil
gelebt bzw. Wohnsitz gehabt hat. Ein eigener Unterstützungswohnsitz am
Aufenthaltsort im Sinne von Art. 7 Abs. 3 Ingress und lit. d ZUG soll nur bestehen,
wenn kein "letzter gemeinsamer Wohnsitz" mit den Eltern oder einem Elternteil
vorhanden ist (vgl. dazu BGE 143 V 451 E. 8.4.2; VerwGE B 2019/52 vom 28. Juni 2019
E. 2.1; VerwGE B 2014/5 vom 24. März 2015 E. 2.2 je mit Hinweisen sowie Botschaft
ZUG, S. 61).
Wie die Vorinstanz in Erwägung 5.3.1 des angefochtenen Entscheids (act. 2, S. 15)
zutreffend dargetan hat, fällt vorliegend ein abgeleiteter Unterstützungswohnsitz im
Sinne von Art. 3 Abs. 2 SHG in Verbindung mit Art. 7 Abs. 1 ZUG ausser Betracht: Weil
der leibliche Vater von C._ unbekannt ist, fehlt es an einem gemeinsamen letzten
zivilrechtlichen Wohnsitz ihrer Eltern. Soweit sich die Beschwerdeführerin in diesem
Zusammenhang auf die Botschaft (S. 589) beruft, kann sie nichts zu ihren Gunsten
ableiten, weil die leiblichen Eltern des Kindes – anders als im Fall eines
vorverstorbenen Ehegatten – nie einen gemeinsamen zivilrechtlichen Wohnsitz in der
Schweiz begründet hatten. Zudem hat die Mutter der am 18. August 2018 geborenen
C._ nach der im Vorjahr am 29. August 2017 erfolgten Scheidung von J._, der als
rechtlicher Vater ausser Betracht fällt (vgl. Art. 255 Abs. 1 ZGB e contrario),
unbestrittenermassen nicht erneut geheiratet. Von überspitztem Formalismus kann in
3.2.
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diesem Zusammenhang keine Rede sein (vgl. dazu BGer 2C_534/2016 vom
21. März 2017 E. 4.3 mit Hinweisen).
Massgeblicher Zeitpunkt für die Beantwortung der Frage, ob C._ gestützt auf Art. 3
Abs. 2 SHG in Verbindung mit Art. 7 Abs. 2 ZUG einen eigenständigen
Unterstützungswohnsitz begründet hat, ist ihre Geburt am 18. August 2018 im
Kantonsspital A._. Zu diesem Zeitpunkt war ihre Mutter alleinige Inhaberin der
elterlichen Sorge (vgl. dazu Beschluss der Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde
X._ vom 7. November 2018, act. 6/20/3). Wie bereits unter Erwägung 2 hiervor
ausgeführt, ist Dispositiv-Ziff. 2 des Einspracheentscheids der Beschwerdeführerin
vom 30. Juni 2020 (act. 6/3/16), wonach M._ am 29. Juni 2018 in B._ einen
Unterstützungswohnsitz begründet hat, welcher bis am 20. März 2019 bestehen
geblieben ist, formell in Rechtskraft erwachsen. Demnach bestand der (fiktive)
Unterstützungswohnsitz ihrer Mutter zum Zeitpunkt der Geburt von C._ in B._. Der
Umstand, dass sich ihre Mutter für die Geburt im Kantonsspital in A._ aufhielt, vermag
daran nichts zu ändern (vgl. dazu Art. 9 Abs. 3 ZUG, wonach der Eintritt in ein Heim,
ein Spital oder in eine andere Einrichtung sowie die behördliche Unterbringung einer
volljährigen Person in Familienpflege einen bestehenden Unterstützungswohnsitz nicht
beendigen). Dies muss letztlich auch für ihre neugeborene Tochter gelten, die
naturgemäss zum Geburtszeitpunkt im Kantonsspital (noch) gar nicht im Sinne von
Art. 7 Abs. 2 ZUG "überwiegend bei ihrer Mutter in B._ wohnen" konnte. Solches war
ihr faktisch erst ab dem Zeitpunkt der Geburt überhaupt möglich. Entsprechend kann
diesem Kriterium bei Konstellationen wie der vorliegenden keine entscheidrelevante
Bedeutung zukommen. Vielmehr rechtfertigt es sich in solchen Fällen, an den im
Zeitpunkt der Geburt massgeblichen Unterstützungswohnsitz der Mutter, vorliegend
B._, anzuknüpfen. Demzufolge begründete C._ bei ihrer Geburt gestützt auf Art. 3
Abs. 2 SHG in Verbindung mit Art. 7 Abs. 2 ZUG einen eigenständigen
Unterstützungswohnsitz am damaligen Wohnsitz ihrer Mutter in B._.
Da demnach ein "letzter gemeinsamer Wohnsitz" mit ihrer Mutter ab Geburt bis zu
ihrer, soweit ersichtlich (vgl. dazu den unbefristeten Betreuungsvertrag vom
27. Januar 2019, act. 6/3/13), dauerhaften Fremdplatzierung bei einer Pflegefamilie in
A._ am 14. Januar 2019 vorhanden war, verlieb der Unterstützungswohnsitz von C._
auch nach ihrer Fremdplatzierung gemäss Art. 3 Abs. 2 SHG in Verbindung mit Art. 7
Abs. 3 Ingress und lit. c ZUG ebenfalls in B._. Entgegen der von der Vorinstanz in
Erwägung 5.3.2 des angefochtenen Entscheids (act. 2, S. 15) vertretenen Auffassung
liegt damit kein Anwendungsfall von Art. 7 Abs. 3 Ingress und lit. d ZUG (eigener
3.3.
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4.
Dem Ausgang des Verfahrens entsprechend sind die amtlichen Kosten des
Beschwerde- und des Rekursverfahrens der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen (vgl.
dazu Art. 95 Abs. 1 VRP sowie VerwGE B 2020/77 vom 12. November 2020 E. 3.2 mit
Hinweisen, wonach in der Regel die Kostenverlegung in Bezug auf die Beteiligten und
ihre Anteile im Rekursverfahren analog dem Beschwerdeentscheid vorgenommen
wird). Eine Entscheidgebühr für das Beschwerdeverfahren von CHF 2'000 ist
angemessen (Art. 7 Ziff. 222 der Gerichtskostenverordnung; sGS 941.12, GKV). Die
Vorinstanz hat die amtlichen Kosten des Rekursverfahrens auf insgesamt CHF 2'400
festgesetzt. Diese Bemessung ist von keiner Seite beanstandet worden. Überdies hat
das Amt für Soziales den ihr von der Vorinstanz auferlegten Kostenanteil von CHF 800
(ein Drittel von CHF 2'400) nicht angefochten. Der Beschwerdegegnerin sind
demgemäss die verbleibenden amtlichen Kosten des Rekursverfahrens in der Höhe
von CHF 1'600 (zwei Drittel von CHF 2'400) aufzuerlegen. Da die Beschwerdegegnerin
überwiegend finanzielle Interessen verfolgt, ist auf die Erhebung der amtlichen Kosten
nicht zu verzichten (Art. 95 Abs. 3 VRP).
Ausseramtliche Kosten sind weder für das Beschwerde- noch das Rekursverfahren zu
entschädigen (Art. 98 Abs. 1 und 2 sowie Art. 98 VRP): Weder der
Beschwerdeführerin noch der Beschwerdegegnerin, welche beide ohnehin nicht
berufsmässig vertreten waren, steht im Beschwerde- oder Rekursverfahren ein
Kostenersatz zu (vgl. dazu VerwGE B 2020/162 vom 26. November 2020 E. 4.3 mit
Hinweisen).