# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 4a6fb630-bc4c-4dac-bcc0-c45d2cd43a5b
**Court:** SG_VGN
**Chamber:** SG_VGN_001
**Year:** 2006
**Language:** de
**Jurisdiction:** SG / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

hat das Verwaltungsgericht festgestellt:
A./ M.H., geboren 1982, ist Staatsangehöriger von Serbien und Montenegro (Kosovo).
Er heiratete am 26. März 2003 in seinem Heimatstaat seine Landsfrau F., geboren
1983. Die Ehefrau ist in R. wohnhaft und verfügt über eine Niederlassungsbewilligung.
Am 28. Juli 2003 reiste M.H. in die Schweiz ein und erhielt aufgrund der
Eheschliessung mit einer Niedergelassenen eine Aufenthaltsbewilligung im Rahmen
des Familiennachzugs. Die Aufenthaltsbewilligung wurde letztmals bis Ende Juli 2005
verlängert.
Am 10. April 2005 trennten sich die Eheleute H. Am 13. April 2005 und am 7. Juni 2005
erhob die Ehefrau gegen ihren Ehemann Anzeige wegen Drohung und Tätlichkeit.
Mit Verfügung vom 12. September 2005 wies das Ausländeramt das Gesuch von M.H.
um Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung ab.
Mit Entscheid vom 28. November 2005 nahm das Kreisgerichtspräsidium Rheintal von
der Trennung der Ehegatten Vormerk und untersagte unter anderem dem Ehemann,
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sich der Ehefrau auf eine Distanz von weniger als 50 m zu nähern und das Grundstück
ihrer Mietwohnung zu betreten.
Gegen die Verweigerung der Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung erhob M.H.
durch seinen Rechtsvertreter Rekurs, der vom Justiz- und Polizeidepartement mit
Entscheid vom 6. Januar 2006 abgewiesen wurde.
C./ Mit Eingaben seines Rechtsvertreters vom 24. Januar und 21. Februar 2006 erhob
M.H. Beschwerde beim Verwaltungsgericht mit dem Antrag, der Rekursentscheid vom
6. Januar 2006 sei aufzuheben und das Justiz- und Polizeidepartement sei anzuweisen,
die Aufenthaltsbewilligung zu verlängern, unter Kosten- und Entschädigungsfolge. Zur
Begründung wird im wesentlichen vorgebracht, die Vorinstanz gehe in bezug auf eine
allfällige Wiederaufnahme der ehelichen Gemeinschaft von einem unrichtig
festgestellten Sachverhalt aus. Aufgrund des Eheschutzverfahrens dürfe nicht per se
darauf geschlossen werden, dass keinerlei Aussichten auf eine Wiederaufnahme der
ehelichen Gemeinschaft bestehen würden. Im übrigen habe der Beschwerdeführer
bereits im Rahmen eines Asylverfahrens längere Zeit in der Schweiz verbracht. Die
gesamte Aufenthaltsdauer betrage fünfeinhalb Jahre und könne damit entgegen den
Ausführungen der Vorinstanz nicht mehr als kurz betrachtet werden. Auf die weiteren
Vorbringen in der Beschwerde wird, soweit wesentlich, in den nachstehenden

## Considerations

Erwägungen eingegangen.
Die Vorinstanz schliesst in ihrer Vernehmlassung vom 23. Februar 2006 auf Abweisung
der Beschwerde.
Darüber wird in Erwägung gezogen:
1./ Die sachliche Zuständigkeit des Verwaltungsgerichts ist gegeben (Art. 59bis Abs. 1
des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege, sGS 951.1, abgekürzt VRP). Der
Beschwerdeführer ist zur Ergreifung des Rechtsmittels legitimiert (Art. 64 Abs. 1 in
Verbindung mit Art. 45 Abs. 1 VRP). Die Beschwerdeeingaben vom 24. Januar und 21.
Februar 2006 entsprechen zeitlich, formal und inhaltlich den gesetzlichen
Anforderungen (Art. 64 Abs. 1 in Verbindung mit Art. 47 Abs. 1 und Art. 48 Abs. 1 und 2
VRP). Auf die Beschwerde ist einzutreten.
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2./ Nach Art. 17 Abs. 2 des Bundesgesetzes über Aufenthalt und Niederlassung der
Ausländer (SR 142.20, abgekürzt ANAG) hat der Ehegatte einer in der Schweiz
niedergelassenen Ausländerin Anspruch auf Erteilung und Verlängerung der
Aufenthaltsbewilligung, solange die Ehegatten zusammen wohnen. Der
Rechtsanspruch des ausländischen Ehegatten einer in der Schweiz niedergelassenen
Ausländerin besteht also nur solange, als die Ehegatten nicht getrennt leben oder
geschieden sind.
a) Im vorliegenden Fall leben die Ehegatten unbestrittenermassen seit 10. April 2005
getrennt. Sodann erhob die Ehefrau am 13. April 2005 Strafantrag gegen ihren
Ehemann wegen Drohung und Tätlichkeit. Am 7. Juni 2005 äusserte die Ehefrau
gegenüber der Polizei, ihr Ehemann verfolge sie täglich und drohe sie umzubringen.
Zwar erstattete die Ehefrau nicht verschiedene Anzeigen wegen häuslicher Gewalt.
Insoweit ist der Einwand des Beschwerdeführers berechtigt. Die Ehefrau erstattete
aber am 13. April 2005 Strafantrag wegen Drohung und Tätlichkeit und äusserte am 7.
Juni 2005 wiederum, sie werde bedroht. Fest steht weiter, dass ein Eheschutzverfahren
eingeleitet wurde, in dessen Rahmen dem Beschwerdeführer gerichtlich untersagt
wurde, das Grundstück der Mietwohnung der Ehefrau zu betreten und sich dieser auf
weniger als 50 m zu nähern. Bei dieser Sachlage hat die Vorinstanz zu Recht
angenommen, es bestünden keine Aussichten auf die Wiederaufnahme der ehelichen
Gemeinschaft. Ohnehin ist bei der Ehe eines Ausländers mit einer Niedergelassenen
nicht entscheidend, ob Aussicht auf Wiederaufnahme der ehelichen Gemeinschaft
besteht. Das Gesetz verlangt ausdrücklich, dass die Eheleute zusammen wohnen;
wenn dies nicht der Fall ist, entfällt der Rechtsanspruch des Ehegatten der
niedergelassenen Ausländerin auf weiteren Aufenthalt.
b) Zu prüfen bleibt, ob die Behörde das ihr in Art. 4 ANAG eingeräumte Ermessen
pflichtgemäss wahrgenommen hat bzw. ob in der Verweigerung der Verlängerung der
Aufenthaltsbewilligung ein Ermessensmissbrauch zu erblicken ist.
Das Verwaltungsgericht übt lediglich eine Rechtskontrolle aus (Art. 61 Abs. 1 und 2
VRP). Im Streitfall kann somit nur geprüft werden, ob die Verwaltung ihr Ermessen
überschritten oder missbraucht hat und damit rechts¬widrig handelte, als sie die
Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung verweigerte. Das Verwaltungsgericht hat den
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Ermessensspielraum der Verwaltung zu respektieren, wenn diese bei ihrem Entscheid
von sachlichen und vernünftigen Ueberlegungen ausging, die im Einklang mit Sinn und
Zweck des Gesetzes stehen (GVP 1996 Nr. 9 und 1998 Nr. 71).
Die eheliche Gemeinschaft zwischen dem Beschwerdeführer und seiner Ehefrau
dauerte gesamthaft weniger als zwei Jahre. Der Beschwerdeführer hält sich seit Juli
2003 in der Schweiz auf. Zuvor weilte er während rund drei Jahren als Asylbewerber in
der Schweiz. Selbst wenn die Aufenthaltsdauer während des Asylverfahrens
angerechnet würde, beträgt die Dauer des bisherigen Aufenthalts in der Schweiz
lediglich rund fünf Jahre. Von einer langen Aufenthaltsdauer, welche im Rahmen der
Ermessensausübung in erheblichem Masse zugunsten des Beschwerdeführers
berücksichtigt werden könnte, kann daher nicht gesprochen werden. Ausserdem blieb
die Ehe kinderlos. Der Beschwerdeführer war als Betriebsmitarbeiter tätig und ist
derzeit arbeitslos. Somit besteht auch aufgrund der Wirtschafts- und Arbeitsmarktlage
kein Grund, der eine Verlängerung der Bewilligung nahe legt. Im übrigen ist eine
Rückkehr in den Herkunftsstaat nicht mit überdurchschnittlichen Schwierigkeiten
verbunden. Unter den gegebenen Umständen kann die Verweigerung der Bewilligung
aufgrund der ständigen Praxis des Verwaltungsgerichts (vgl. statt vieler VerwGE B
2005/141 vom 25. Oktober 2005 mit Hinweis auf VerwGE vom 25. Januar 2005,
publiziert in: www.gerichte.sg.ch) nicht als Missbrauch oder Ueberschreitung des
Ermessens qualifiziert werden. Die Beschwerde erweist sich daher als unbegründet
und ist abzuweisen.
3./ Dem Verfahrensausgang entsprechend sind die amtlichen Kosten des
Beschwerdeverfahrens dem Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 95 Abs. 1 VRP). Eine
Entscheidgebühr von Fr. 2'000.-- ist angemessen (Ziff. 382 Gerichtskostentarif, sGS
941.12). Sie ist mit dem geleisteten Kostenvorschuss in gleicher Höhe zu verrechnen.
Ausseramtliche Kosten sind nicht zu entschädigen (Art. 98bis VRP).