# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** b7ad73df-b719-4de7-a246-da84be894e86
**Court:** ZH_OG
**Chamber:** ZH_OG_001
**Year:** 2018
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

betreffend Ausweisung
Berufung gegen ein Urteil des Einzelgerichtes im summarischen Verfahren des Bezirksgerichtes Hinwil vom 5. Juli 2018 (ER180032)
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Rechtsbegehren: (act. 1)
"1. Es sei den Gesuchsgegnern 1, 2 und 3 zu befehlen,
• die 4.5 Zimmer-Wohnung im Erdgeschoss, an der E. ..., F._,
• den Abstellplatz 1 oben, E._-Strasse ..., F._, sowie
• den Bastelraum Nr. 4, E._-Strasse ..., F._, unverzüglich zu räumen, zu verlassen und der Gesuchstellerin ordnungsgemäss zu übergeben, unter der Androhung, dass die zuständige Behörde im Unterlassungsfall mit der zwangsweisen Räumung beauftragt wird.
2. Das zuständige Stadtammannamt sei anzuweisen, die  der Gesuchsgegner 1, 2 und 3 gemäss Ziffer 1 vorstehend nach Eintritt der Rechtskraft des Urteils und auf erstes Verlangen der Gesuchstellerin oder eines Bevollmächtigten zu vollstrecken, nötigenfalls unter Beizug der Polizei.
3. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (zzgl. 7.7% MWST) zu Lasten der Gesuchsgegner 1, 2 und 3."
Urteil des Einzelgerichtes des Bezirksgerichtes Hinwil: (act. 15)
1. Den Gesuchsgegnern wird befohlen, die 4.5 Zimmer-Wohnung im Erdge-
schoss, an der E._-Strasse ..., F._, den Abstellplatz 1 oben,
E._-Strasse ..., F._, sowie den Bastelraum Nr. 4, E._-Strasse
..., F._, bis spätestens Dienstag, 31. Juli 2018, 12.00 Uhr zu räumen und der Gesuchstellerin ordnungsgemäss zu übergeben, unter Androhung
der Zwangsvollstreckung im Unterlassungsfall.
2. Das Stadtammannamt F._ wird angewiesen, diesen Befehl auf Begeh-
ren der Gesuchstellerin zu vollstrecken. Die Kosten der Vollstreckung sind
von der Gesuchstellerin vorzuschiessen, sie sind ihr aber von den Gesuchs-
gegnern unter solidarischer Haftbarkeit zu ersetzen.
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3. Die Entscheidgebühr wird auf Fr. 600.– festgesetzt.
4. Die Kosten werden den Gesuchsgegnern solidarisch auferlegt aber aus dem
von der Gesuchstellerin geleisteten Kostenvorschuss bezogen. Die Ge-
suchsgegner werden solidarisch verpflichtet, der Gesuchstellerin diesen Be-
trag zu ersetzen. Im Mehrbetrag wird der Kostenvorschuss der Gesuchstel-
lerin herausgegeben.
5. Die Gesuchsgegner werden solidarisch verpflichtet, der Gesuchstellerin eine
Parteientschädigung in Höhe von Fr. 1'000.– (inkl. MwSt.) zu bezahlen.
6. Schriftliche Mitteilung
7. Rechtsmittelbelehrung: Beschwerde
Berufungsanträge:
der Berufungskläger (act. 16 S. 2):
"1. Ziffer 1 des angefochtenen Urteils sei aufzuheben und den Beschwerdefüh-
rern sei eine angemessene Frist zur Räumung der Wohnung zu gewähren.
2. Der Beschwerde sei die aufschiebende Wirkung zu erteilen.
3. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der Gegenpartei.
4. Den Beschwerdeführern sei die unentgeltliche Prozessführung zu gewähren."
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## Considerations

Erwägungen:
1. Mit Urteil vom 5. Juli 2018 hiess das Einzelgericht im summarischen Verfah-
ren des Bezirksgerichtes Hinwil das Ausweisungsbegehren der D._ AG
(Gesuchstellerin und Berufungsbeklagte, nachfolgend Berufungsbeklagte)
gut und verpflichtete 1. A._, 2. B._ und 3. C._ (Gesuchsgeg-
ner und Berufungskläger, nachfolgend Berufungskläger) die 4.5 Zimmer-
Wohnung im Erdgeschoss an der E._-Strasse ..., F._, den Auto-
abstellplatz 1 oben, E._-Strasse ..., F._, sowie den Bastelraum
Nr. 4, E._-Strasse ..., F._ bis spätestens Dienstag, 31. Juli 2018,
12.00 Uhr zu räumen und der Gesuchstellerin ordnungsgemäss zu überge-
ben, unter Androhung der Zwangsvollstreckung im Unterlassungsfall (act. 15
Dispositiv Ziffer 1). Das Stadtammannamt F._ wurde angewiesen, die-
sen Befehl auf Begehren der Gesuchstellerin zu vollstrecken (act. 15 Dispo-
sitiv Ziffer 2).
Mit Eingabe vom 17. Juli 2018 (Poststempel) fochten A._, B._ und
C._ dieses Urteil an mit vorerwähntem Rechtsbegehren (act. 16 S. 2).
2. Mit Verfügung vom 31. Juli 2018 zeigte das Gericht den Parteien an, dass
die Eingabe vom 17. Juli 2018 aufgrund des vorliegenden Streitwertes von
Fr. 13'728.– (6 Monatsmietzinse à Fr. 2'288.–, vgl. act. 2/1-3) als Berufung
entgegen genommen wurde. Auf das Gesuch um aufschiebende Wirkung
wurde nicht eingetreten, da der Berufung von Gesetzes wegen aufschieben-
de Wirkung zukommt (Art. 315 Abs. 1 ZPO, act. 18).
3. a) Die Berufungskläger beantragten unentgeltliche Prozessführung.
b) Anspruch auf unentgeltliche Rechtspflege hat eine Person, wenn sie nicht
über die erforderlichen Mittel verfügt und ihr Rechtsbegehren nicht aus-
sichtslos erscheint (Art. 117 ZPO). Wie sich aus nachfolgenden Erwägungen
ergibt, erweist sich die Berufung von Anfang an als aussichtslos, weshalb
das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege abzuweisen
ist.
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4. a) Die Vorinstanz führte in ihrem Entscheid u.a. aus, anlässlich der Verhand-
lung hätten die Gesuchsgegner anerkannt, die Mietzinszahlung vom März
2018 nicht innert 30 tägiger Nachzahlungsfrist beglichen zu haben und mit
vier weiteren Mietzinszahlungen dieses Jahres in Verzug zu sein. Sie hätten
weiter erklärt, trotz ernstlicher Suchbemühungen bis anhin keine neue Woh-
nung für ihre siebenköpfige Familie gefunden zu haben. Sie hätten sich
diesbezüglich bereits an das Sozialamt gewandt (vgl. act. 10 f.). Die erklä-
renden Vorbringen der Gesuchsgegner – so die Vorinstanz – blieben für das
vorliegende Verfahren ohne Relevanz und das betroffene Mietverhältnis sei
somit auf den 31. Mai 2018 rechtsgültig aufgelöst worden. Die Gesuchsgeg-
ner hätten die Mietobjekte ungeachtet der Kündigung bis heute nicht verlas-
sen. Dem Ausweisungsbegehren sei deshalb zu entsprechen und den Ge-
suchsgegnern sei zu befehlen, die Mietobjekte bis spätestens Dienstag,
31. Juli 2018, 12.00 Uhr, zu räumen, zu verlassen und der Gesuchstellerin
ordnungsgemäss zu übergeben (act. 15 Erw. 2.2 und 3).
b) In ihrer Rechtsmitteleingabe rügen die Berufungskläger, die Vorinstanz
habe bei der Festlegung der Ausweisungsfrist ihr Ermessen überschritten.
Ausserdem sei das rechtliche Gehör verletzt worden. Das rechtliche Gehör
verlange, dass auf die Argumente der Parteien ernsthaft eingegangen wer-
de, soweit sie nicht offensichtlich unerheblich seien. Bei einer Ausweisung
und der damit verbundenen Ansetzung einer Ausweisungsfrist seien sämtli-
che Umstände des konkreten Falles zu berücksichtigen. Diese Umstände
seien von der Mieterschaft anlässlich der Verhandlung vorgebracht worden,
von der Richterin jedoch pauschal als irrelevant abgetan worden. Für eine 7-
köpfige Familie mit schulpflichtigen Kindern sei es nicht möglich, kurzfristig
irgendwo bei Bekannten unterzukommen. Hinzu komme, dass die Familie
aus Libyen stamme und demzufolge hier in der Umgebung von F._
auch kein entsprechendes soziales Netz habe. Auch verfüge die Familie nur
über bescheidene finanzielle Mittel und müsse vom Sozialdienst F._ in
Form von Übernahme der Mietkosten unterstützt werden. Die Familie sei
daher auf eine günstige, für 7 Personen Platz bietende Wohnung angewie-
sen, was die Suche sehr erschwere. Auf diese Problematik gehe der ange-
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fochtene Entscheid mit keinem Wort ein. Darin liege eine Verweigerung des
rechtlichen Gehörs. Der Berufungskläger 1 arbeite als Taxifahrer bei der
Firma G._ in H._ und verdiene knapp Fr. 5'000.– netto im Monat
plus Kinderzulagen von CHF 1'150.–. Die Mutter sei nicht berufstätig. Das
zur Deckung des Unterhalts der Familie fehlende Geld werde vom Sozial-
dienst F._ ausbezahlt. Auch diese besonderen Umstände seien von der
Richterin nicht berücksichtigt worden, worin wiederum eine Verweigerung
des rechtlichen Gehörs zu sehen sei (act. 16 S. 2-3). Die Mahnung mit Be-
treibungsandrohung vom 13. März 2018 hätten sie nicht erhalten bzw. nicht
abgeholt, da sie keinen Abholschein gehabt hätten. Ob dieser zwischen an-
deren Papieren verloren gegangen sei, oder was dazu geführt habe, dass
sie ihn nicht erhielten, sei nicht bekannt. Da sie somit von der Mahnung kei-
ne Kenntnis gehabt hätten, seien sie durch die Kündigung vom 27. April per
Ende Mai 2018 völlig überrascht worden. Versuche, mit der Vermieterin eine
einvernehmliche Lösung zu finden, seien gescheitert. Auch das Schreiben
des Sozialdienstes F._, in welchem dieser der Vermieterin garantiert
habe, dass die laufenden Mieten ab Juni 2018 übernommen würden und
geprüft werde, ob die Mietausstände ebenfalls bezahlt würden, habe zu kei-
ner Lösung geführt. In der Folge hätten sich die Mieter intensiv um eine
neue Wohnung bemüht, wobei sie jedoch nur Absagen erhalten hätten.
Auch auf dieses Argument sei die Richterin nicht eingegangen. Der Sozial-
dienst der Stadt F._ verfüge über keine freie Wohnung, welche der Fa-
milie innert dieser kurzen Zeit zugewiesen werden könne. Auch in anderen
Unterkünften bestehe zur Zeit kein genügender Wohnraum für eine Gross-
familie. Die Mieter seien daher darauf angewiesen, selber eine Wohnung zu
finden, was innerhalb der gewährten Frist von 20 Tagen und den besonde-
ren Umständen nicht möglich sei. Da die Bezahlung der Miete ab Juni vom
Sozialdienst F._ garantiert worden sei, würde die Vermieterin bei einer
Verlängerung der Auszugsfrist auch keinen finanziellen Schaden erleiden.
Zusammenfassend sei festzuhalten, dass die Richterin ihr rechtliches Gehör
mehrfach verletzt habe, indem sie alle Argumente pauschal als irrelevant
abgetan habe. Da diese Argumente wesentliche Gesichtspunkte für den
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Entscheid über die Länge der Ausweisungsfrist gewesen wären, habe die
Richterin ihr Ermessen überschritten. Es sei ihnen eine angemessene Frist
zur Räumung der Wohnung zu gewähren. Sie würden sich bemühen, so
rasch als möglich eine Wohnung zu finden (act. 16 S. 3).
5. a) Kommt ein Mieter von Wohn- und Geschäftsräumen mit der Zahlung fälli-
ger Mietzinse in Rückstand, stehen dem Vermieter die Rechtsbehelfe von
Art. 257d Abs. 1 und 2 OR zur Verfügung. So kann der Vermieter schriftlich
eine Zahlungsfrist setzen und dem Mieter androhen, dass bei unbenütztem
Ablauf der Frist (für Wohnung und Geschäftsräume mindestens 30 Tage)
das Mietverhältnis gekündigt werde. Nach unbenütztem Fristablauf kann der
Vermieter bei Wohn- und Geschäftsräumen mit einer Frist von mindestens
30 Tagen auf Ende eines Monats kündigen. Hiefür ist das offizielle Formular
gemäss Art. 266l Abs. 2 OR zu verwenden und bei der Kündigung einer
Familienwohnung ist zusätzlich die separate Zustellung an den Ehegatten
(bzw. eingetragenen Partner) erforderlich (Art. 266n OR).
Der Ausweisungsrichter prüft vorfrageweise, ob form-, frist- und terminge-
recht gekündigt wurde (KUKO ZPO-Jent-Sørensen, 2 Auflage, Art. 257
N. 18). Dies wurde von der Vorinstanz bejaht (act. 15 Erw. 2.1).
b) Im vorinstanzlichen Verfahren wiesen die Berufungskläger auf ein hängi-
ges Verfahren bei der Schlichtungsbehörde in Mietsachen hin (Protokoll Vo-
rinstanz S. 6) und die Berufungsbeklagte reichte das gestellte Kündigungs-
schutzbegehren vor Vorinstanz ein (act. 2/14). Die Berufungskläger begrün-
deten ihr Schlichtungsbegehren mit der Nichtigkeit der Kündigung, da die
Kündigung vor Ablauf der in der Kündigungsandrohung, erhalten am 16. Ap-
ril 2018, erwähnten Zahlungsfrist von 30 Tagen erfolgt sei (act. 2/14). An-
lässlich der vorinstanzlichen Verhandlung hatte der Berufungskläger 1 er-
klärt, er wisse nicht, ob er die Mahnung vom März 2018 erhalten habe. Es
herrsche eine gewisse Unordnung bei ihm. Er habe zumindest erst auf die
Mahnung vom 12. April 2018 reagiert (Protokoll Vorinstanz S. 7). Mit Schrei-
ben vom 23. Mai 2018 an die Berufungsbeklagte hatten die Berufungskläger
unter Hinweis auf die Kündigungsandrohung vom 12. April 2018 "Protest
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gegen nichtige Kündigung" erhoben, mit der Begründung, die Zahlungsfrist
sei im Zeitpunkt der Kündigung nicht abgelaufen (act. 2/12). Im Berufungs-
verfahren machten sie nun geltend, sie hätten die Mahnung vom 13. März
2018 nicht erhalten bzw. nicht abgeholt, da sie keinen Abholschein gehabt
hätten (act. 16 S. 3 Ziff. 6). Ob die Berufungskläger mit ihren Ausführungen
geltend machen wollen, die Kündigungsandrohung vom 13. März 2018 sei
ihnen nicht korrekt zugestellt worden, kann offen gelassen werden. Diesbe-
züglich ist nämlich Folgendes festzuhalten:
6. a) Das Mietrecht, insbesondere Art. 257d OR, enthält keine Vorschriften,
was als Zustellung zu gelten hat. Es sind deshalb die allgemeinen Grund-
sätze über den Zugang empfangsbedürftiger Willenserklärungen heranzu-
ziehen. Im Zusammenhang mit der Zustellung der Kündigungsandrohung gilt
die "eingeschränkte" Empfangstheorie (vgl. MRA 2007 S. 24 f., BGE 119 II
147). Dies führt dazu, dass für den Beginn des Fristenlaufs nicht auf den
Zeitpunkt, in dem die Mitteilung in die Machtsphäre des Empfängers gelangt
ist, abzustellen ist, sondern der Tag massgebend ist, an dem der Mieter die
Zahlungsaufforderung tatsächlich in Empfang genommen hat. Wer zur Emp-
fangnahme berechtigt ist, wird nicht gesagt. Wird die Sendung nicht abge-
holt, wird die Zustellung im Sinne einer Fiktion als am letzten Tag der posta-
lischen Abholfrist von sieben Tagen als erfolgt angenommen (vgl. MRA 2007
S. 24 f).
Aus den vorinstanzlichen Akten ergibt sich, dass den Berufungsklägern 1-2
bereits mit Schreiben vom 13. März 2018 (für den Märzmietzins) je eine
Mahnung mit Kündigungsandrohung an ihre Wohnadresse gesandt worden
war. Allerdings wurden diese Postsendungen innert der 7tägigen Abholfrist
nicht abgeholt und am 23. März 2018 von der Post an den Absender zu-
rückgesandt (act. 2/4-5). Für den Mietzinsausstand Monat April sandte die
Berufungsbeklagte den Berufungsklägern 1-2 nochmals beiden separat eine
Mahnung mit Kündigungsandrohung zu, wobei ihnen diese am 16. April
2018 zugestellt werden konnten (act. 2/6-7). Die Kündigungen vom 26. April
2018 per 31. Mai 2018 wurden den Berufungsklägern 1-2 wiederum separat
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zugestellt und von ihnen am 27. April 2018 entgegen genommen (act. 2/8-
11).
b) Bei einer Kündigungsandrohung muss zwar der Vermieter die Zustellung
nachweisen (relative Empfangstheorie im Gegensatz zur absoluten bei der
Kündigung), es läge aber an den Mietern, eine entgegen Track & Trace nicht
erfolgte Zustellung darzutun. Dies unterliessen die Mieter vorliegend. Auch
das Bundesgericht hat bis anhin den Nachweis der Zustellung durch die Zu-
stellinformation der Post (Track & Trace) nicht angezweifelt. Es stellt selbst
bei seinen Entscheiden darauf ab (vgl. z.Bsp. 9C_571/2017 vom
26.10.2017). Es weist nur darauf hin, dass das Datum der effektiven Zustel-
lung bei Track & Trace nicht immer korrekt ausgewiesen werde (vgl. dazu
Bundesgerichtsentscheid vom 30. April 2008, 9C_222/2008, 9C_226/2008,
9C_229/2008; 5A_100/2018 vom 5.2.2018). Mit dem Zugeständnis vor Vor-
instanz, dass eine gewisse Unordnung beim Berufungskläger 1 herrsche, ist
es den Berufungsklägerin jedenfalls nicht gelungen, eine nicht korrekte Zu-
stellung nachzuweisen. Somit erfolgte die Kündigung der Mietobjekte unter
Einhaltung der Zahlungsfrist. Dass die Vermieterin mit Schreiben vom
12. April 2018 (act. 2/6-7) auch den Ausstand des Mietzinses für den Monat
April mahnte und mit einer Kündigungsandrohung versah, setzt die frühere
Kündigungsandrohung für den Monat März nicht ausser Kraft. Es wurde
denn auch explizit in den Schreiben vom 12. April 2018 darauf hingewiesen,
dass allfällige frühere Fristansetzungen nicht ausser Kraft gesetzt würden
(act. 2/6-7). Weder vor Vorinstanz noch im Berufungsverfahren behaupteten
die Berufungskläger, dass sie innert der ersten angesetzten Zahlungsfrist
bezahlt hätten.
Demzufolge fehlt es den Berufungsklägern seit 1. Juni 2018 an einer Be-
rechtigung über die Mietobjekte weiterhin zu verfügen.
7. a) Soweit die Berufungskläger eine Verletzung des rechtlichen Gehörs gel-
tend machen, weil die Vorinstanz ihre Einwendungen gegen die Ausweisung
nicht berücksichtigt habe und dementsprechend nicht eine längere Auswei-
sungsfrist angesetzt habe, kann ihnen nicht gefolgt werden. Ihre Einwen-
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dungen gegen die Ausweisung sind allesamt persönlicher Natur und un-
behelflich. Gemäss Art. 12 BV hat zwar, wer in Not gerät und nicht in der
Lage ist, für sich zu sorgen, Anspruch auf Hilfe und Betreuung und auf die
Mittel, die für ein menschenwürdiges Dasein unerlässlich sind. Daraus kön-
nen aber die Berufungskläger keinen direkten Anspruch auf ein Verbleiben
in dieser Wohnung ableiten. Der Vermieter hat keine soziale Verpflichtung,
dem Mieter weiterhin die Wohnung zur Verfügung zu stellen. Insbesondere
ist keine Güterabwägung bezüglich der Auswirkungen der Kündigung auf
den Mieter bzw. jener bei Aufrechterhaltung des Mietverhältnisses auf den
Vermieter vorzunehmen. Für eine Notwohnung werden sich der Berufungs-
kläger an die zuständige Sozialbehörde ihrer Wohngemeinde zu wenden
haben. Ferner ist zu bemerken, dass bei einer Kündigung wegen Zahlungs-
rückstandes des Mieters eine Erstreckung des Mietverhältnisses ausge-
schlossen ist (vgl. Art. 272a Abs. 1 lit. a OR).
b) Der die Zwangsvollstreckung anordnende Richter (Art. 236 Abs. 3,
Art. 343 Abs. 1 lit. d ZPO) kann unter Umständen vorsehen, dass diese erst
nach Ablauf einer gewissen Frist erfolgen darf, und so der verurteilten Partei
einen freiwilligen Vollzug ermöglichen; er kann aber auch davon absehen
(BGer 4A_391/2013 vom 17. Dezember 2013, Erw. 7 mit Hinweis auf BK
ZPO-Kellerhals, Art. 343 N 59). Die Verhinderung unvermittelter Obdachlo-
sigkeit oder ernsthafte und konkrete Anhaltspunkte für eine freiwillige Räu-
mung durch den Mieter können eine kurze Schonfrist des Vollzugs rechtfer-
tigen (BGer 4A_207/2014 vom 19. Mai 2014, Erw. 3.1 [übersetzt in MRA
2015 S. 54 ff.]). Bei der Vollstreckung eines Entscheides muss das Gericht
den Grundsatz der Verhältnismässigkeit beachten. Auf jeden Fall kann der
Aufschub aber nur relativ kurz sein, und er darf faktisch nicht einer Erstre-
ckung des Mietverhältnisses gleichkommen. Ausserdem ist zu beachten,
dass auch der Vollzugsbeamte (Gemeindeammann) bei der Vollstreckung
den Grundsatz der Verhältnismässigkeit zu beachten hat und den Betroffe-
nen nicht einfach auf die Strasse stellt. Gesundheit und Sicherheit der Beru-
fungskläger werden durch die vorinstanzliche Vollstreckungsmassnahme
nicht gefährdet. In einer Notsituation würden Fürsorgemassnahmen zur An-
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wendung gelangen. Das Urteil datiert vom 5. Juli 2018, und der freiwillige
Räumungszeitpunkt wurde auf den 31. Juli 2018 festgelegt (act. 15 Disposi-
tiv Ziffer 1). Damit gewährte die Vorinstanz eine angemessene Schonfrist.
8. Das Einzelgericht des Bezirksgerichts Hinwil ist demnach zu Recht von ei-
nem in rechtlicher und tatsächlicher Hinsicht klaren Fall ausgegangen. Der
erteilte Ausweisungsbefehl mit einer kurzen Schonfrist ist nicht zu beanstan-
den. Die Berufung erweist sich damit als unbegründet und ist abzuweisen.
Da der Berufung von Gesetzes wegen aufschiebende Wirkung zukommt
(Art. 315 Abs. 1 ZPO), sind die im vorinstanzlichen Entscheid aufgeführten
Räumungs- und Vollziehungsfristen neu anzusetzen (vgl. act. 15 Dispositiv
Ziffer 1).
9. a) Ausgangsgemäss sind die Kosten des vorliegenden Berufungsverfahrens
den Berufungsklägern aufzuerlegen (Art. 106 Abs. 1 ZPO). Der Streitwert im
Ausweisungsverfahren entspricht in der Regel sechs Monatsmietzinsen
(OGer ZH PF140002 vom 21. Februar 2014). Ausgehend von einem Streit-
wert von Fr. 13'728.– (vgl. Ziff. 2 vorstehend) ist die Entscheidgebühr auf
Fr. 750.– festzusetzen (§ 12 Abs. 1 und 2 i.V.m. § 4 Abs. 1 und 2, sowie
§ 8 Abs. 1GebV OG).
b) Die Berufungskläger verlangten die Zusprechung einer angemessenen
Entschädigung, da sie auf juristischen Beistand für die Ausarbeitung der Be-
schwerde angewiesen gewesen seien (act. 16 S. 4). Da die Berufungskläger
unterliegen, kann ihnen keine Parteientschädigung zugesprochen werden.
Der Berufungsbeklagten ist keine Entschädigung zu entrichten, da ihr keine
Umtriebe entstanden sind.
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