# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** c2cbea2c-e03d-4ea8-a543-10fd3846f2b7
**Court:** ZH_OG
**Chamber:** ZH_OG_001
**Year:** 2020
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

betreffend Eheschutz (vorsorgliche Massnahmen)
Berufung gegen eine Verfügung des Einzelgerichts im summarischen Verfahren am Bezirksgericht Dielsdorf vom 27. Februar 2020 (EE200002-D)
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Anträge betreffend vorsorgliche Massnahmen:
des Gesuchsgegners (Urk. 7/8/1 S. 2 f.):
1. [...] 2. Es seien die Kinder C._, geb. tt.mm.2003 und D._, geb.
tt.mm.2009 für die Dauer des Getrenntlebens unter die Obhut des  zu stellen.
3. Es sei dem Gesuchsgegner die eheliche Wohnung an der F. ... in G._ [Ort] samt Hausrat und Mobiliar für die Dauer des Getrenntlebens zur alleinigen Benutzung zuzuweisen und es sei die Gesuchstellerin zu verpflichten, die eheliche Wohnung sofort,  aber bis am 17. Februar 2020, zu verlassen und die  auf erstes Verlangen des Gesuchsgegners abzugeben.
4. Es sei der Gesuchstellerin ab ihrem Auszug aus der ehelichen  für die Dauer von sechs Monaten zu verbieten, den  sowie die Töchter C._ und D._ an ihrem Wohnort an der F._-strasse ... in G._ aufzusuchen.
5. [...] 6. Es sei der Gesuchstellerin betreffend die Betreuung von D._ ein
angemessenes Besuchsrecht einzuräumen, dessen konkrete  der Beiständin H._ in Absprache mit den Parteien  wird; eventualiter die Beiständin bei der KESB Dielsdorf einen Antrag auf konkrete Regelung des Besuchsrecht zu stellen hat. Auf die ausdrückliche Regelung der Betreuung von C._ durch die  sei mit Rücksicht auf deren Alter zu verzichten.
7. [...] 8. [...] 9. Es seien die vorgenannten Ziffern 2, 3, 4 und 6 für die Dauer des vor-
liegenden Verfahrens als vorsorgliche Massnahmen anzuordnen. 10. [...]
der Gesuchstellerin (Prot. I S. 9, 11): Es sei das Gesuch des Gesuchsgegners um Erlass vorsorglicher  abzuweisen, unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten des Gesuchsgegners.
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Verfügung des Einzelgerichts im summarischen Verfahren am  Dielsdorf vom 27. Februar 2020:
(Urk 7/22/1 = Urk. 2)
1. Die gemeinsamen Töchter, C._, geb. am tt.mm.2003 und D._,
geb. am tt.mm.2009, werden für die Dauer des vorliegenden Verfahrens un-
ter die Obhut des Gesuchsgegners gestellt.
2. Die eheliche Wohnung an der F._-strasse ... in G._ samt Hausrat,
Mobiliar und Auto (BMW 318i Touring) wird für die Dauer des vorliegenden
Verfahrens dem Gesuchsgegner zur alleinigen Benützung zugewiesen.
3. Die Gesuchstellerin wird verpflichtet, die eheliche Wohnung an der F._-
strasse ... in G._ bis spätestens 10. März 2020 zu verlassen und die
Wohnungsschlüssel anschliessend auf erstes Verlangen dem Gesuchsgeg-
ner abzugeben.
4. In Anbetracht des Alters der gemeinsamen Tochter C._ wird auf eine
Regelung des Besuchsrechts verzichtet.
5. Die Gesuchstellerin ist berechtigt und wird verpflichtet, D._ wie folgt auf
eigene Kosten zu betreuen:
- jedes zweite Wochenende ab Samstagmorgen, 10.00 Uhr, bis Sonn-
tagabend, 18.00 Uhr;
Für den Fall, dass die Gesuchstellerin lediglich ein einzelnes Zimmer mietet:
- jeder zweite Samstag und Sonntag, jeweils von 10.00 Uhr bis 18.00
Uhr.
6. Die bereits bestehenden Beistandschaften für C._ und D._ nach
Art. 308 Abs. 1 und 2 ZGB werden fortgeführt. Es wird für D._ zusätz-
lich eine Besuchsrechtsbeistandschaft nach Art. 308 Abs. 2 ZGB errichtet.
Es ist dem Besuchsrechtsbeistand die Kompetenz einzuräumen, die Aus-
übung des Besuchsrechts von D._ zu organisieren und die Parteien in
der Umsetzung zu unterstützen.
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7. Mit der Errichtung der Besuchsrechtsbeistandschaft im Sinne der vorste-
henden Ziff. 6 wird die Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde (KESB) des
Bezirks Dielsdorf beauftragt.
8. (Mitteilungssatz)
9./10. (Rechtsmittelbelehrung)
Berufungsanträge:
der Gesuchstellerin und Berufungsklägerin (Urk. 1 S. 2 ff.): "1. Es seien die Dispositiv-Ziffern 1–6 der Verfügung des Einzelgerichts im
summarischen Verfahren des Bezirks Dielsdorf vom 27. Februar 2020 (Geschäfts-Nr. EE200002) vollumfänglich aufzuheben.
2. Es sei das Einzelgericht im summarischen Verfahren des Bezirks Dielsdorf im Rahmen der Rückweisung des Entscheides anzuweisen, im Verfahren EE200002 die für den Entscheid über die Zuteilung der beiden ehelichen Kinder C._, geb. tt.mm.2003, sowie D._, geb. tt.mm.2009, massgeblichen aktuellen Sachverhalte umfassend abzuklären sowie vor dem Erlass eines neues Entscheides Anträge der Kindsvertretung der beiden ehelichen Kinder in Bezug auf die  und den persönlichen Verkehr einzuholen.
3. Die Kosten des Berufungsverfahrens seien dem Gesuchsgegner .
4. Der Gesuchsgegner sei zu verpflichten, der Gesuchstellerin für das  eine gestützt auf die AnwGebVo zu bemessende , zuzüglich 7,7% MWST, zu bezahlen.
Eventualiter: 5. Es seien Dispositiv-Ziffern 1–6 der Verfügung des Einzelgerichts im
summarischen Verfahren des Bezirks Dielsdorf vom 27. Februar 2020 (Geschäfts-Nr. EE200002) vollumfänglich aufzuheben und wie folgt zu ändern:
5.1. Es seien die ehelichen Kinder, C._, geb. tt.mm.2003, sowie D._, geb. tt.mm.2009, während der Dauer des Getrenntlebens  die alleinige Obhut der Gesuchstellerin zu stellen.
5.2. Es sei angesichts des Alters der ehelichen Tochter C._ von einer förmlichen Regelung eines sie betreffenden Besuchsrechts abzusehen.
5.3. Der Gesuchsgegner sei während der Dauer des Getrenntlebens für  und verpflichtet zu erklären, die eheliche Tochter D._ wie folgt auf eigene Kosten zu sich oder mit sich auf Besuch zu nehmen:
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5.3.1. in den geraden Kalenderwochen: jeweils von Freitag, 17.00 Uhr, bis Sonntag, 18.00 Uhr; 5.3.2. in den ungeraden Kalenderjahren: an Pfingsten (Freitag, 17.00 Uhr, bis Montag, 18.00 Uhr) sowie vom
24. Dezember, 14.00 Uhr, bis 25. Dezember, 14.00 Uhr sowie vom 30. Dezember, 14.00 Uhr, bis zum 2. Januar des darauf folgenden Jahres, 18.00 Uhr;
5.3.3. in den geraden Kalenderjahren: an Ostern (Donnerstag, 18.00 Uhr, bis Montag, 18.00 Uhr), sowie
vom 25. Dezember, 14.00 Uhr, bis 28. Dezember, 18.00 Uhr; 5.3.4. jährlich: während je der ersten Woche der Winter-, Frühlings-, und Herbst-
schulferien sowie während den letzten zwei Wochen während den Sommerschulferien der ehelichen Tochter D._;
Sollten sich die Parteien über den Bezug von Ferienwochen nicht  können, so sei der Gesuchstellerin in Jahren mit gerader  das diesbezügliche Entscheidungsrecht zuzuteilen, in den Jahren mit ungerader Jahreszahl dem Gesuchsgegner.
5.3.5. Sollte der Gesuchsgegner – aus welchen Gründen auch immer – nicht in der Lage sein, die Betreuung der ehelichen Tochter während den Besuchstagen persönlich zu übernehmen, sei er für verpflichtet zu erklären, für eine angemessene Betreuung durch hierfür geeignete Drittpersonen auf eigene Kosten besorgt zu sein.
5.4.1. Es sei der Gesuchsgegner zu verpflichten, bis zur effektiven  des Getrenntlebens der Parteien – mit Ausnahme der Auslagen für Lebensmittel, Haushaltswaren, Körperpflegeprodukte, Kleider und Schuhe – sämtliche die beiden ehelichen Töchter und/oder die  betreffenden Rechnungen und Auslagen – und zwar  vom effektiven Rechnungsadressaten – insbesondere (nicht abschliessend) zu bezahlen:
- den Mietzins für die eheliche Wohnung an der F._-strasse ... in G._ (einschliesslich Autoabstellplätze und Nebenkosten) und alle mit der Nutzung der Wohnung verbundenen Kosten wie Strom, Festnetz, Internet, Radio/TV,  etc.;
- die Krankenkassenprämien
- allfällige Franchise- und Selbstbehaltskosten
- die Mobilitätskosten (ZVV-Monatsabo C._ sowie Versicherung und  für den BMW 318i Touring, ZH ...)
- das Schulgeld für die von C._ besuchte Privatschule (I._ in Zürich)
- Steuerrechnungen der Parteien
5.4.2. Es sei der Gesuchsgegner zu verpflichten, der Gesuchstellerin an die Kosten des Unterhalts und der Betreuung der ehelichen Kinder, mo-
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natliche, jeweils per Ersten eines jeden Monats im Voraus zahlbare Unterhaltsbeiträge, zuzüglich gesetzliche und vertragliche , wie folgt zu bezahlen:
(a) Für die Zeit ab Aufnahme des Getrenntlebens der Parteien,  aber ab 1. Mai 2020 bis 31. August 2020 (Phase 2):
Für C._ insgesamt CHF 3'500.–* (CHF 3'500.– Barunterhalt und CHF 0.– Betreuungsunterhalt)
* vor Verrechnung des vom Gesuchsgegner zu bezahlenden Schulgeldes der von C._ besuchten Privatschule «I._ Zürich» von maximal CHF 2'580.– pro Monat
Für D._ insgesamt CHF 1'360.– (CHF 1'360.– Barunterhalt und CHF 0.– Betreuungsunterhalt)
(b) Für die Zeit ab 1. September 2020 (Phase 3): Für C._ insgesamt CHF 945.–
(CHF 950.– Barunterhalt und CHF 0.– Betreuungsunterhalt) Für D._ insgesamt CHF 2'800.–
(CHF 1'360.– Barunterhalt und CHF 0.– Betreuungsunterhalt) 5.4.3. Der Gesuchsgegner sei zu verpflichten, die Unterhaltsbeiträge für die
beiden ehelichen Kinder über deren Mündigkeit hinaus weiterhin der Gesuchstellerin zu bezahlen, solange sich das betreffende Kind noch in einer Erstausbildung befindet, nach wie vor bei der Gesuchstellerin wohnt und nicht selbständig Ansprüche gegenüber dem  geltend macht oder eine andere Zahlstelle bezeichnet.
5.4.4. Es sei davon Vormerk zu nehmen, dass in der Phase 2 der Bedarf der beiden ehelichen Kinder (Bar- und Betreuungsunterhalt) im  von je CHF 985.80 pro Monat, in der Phase 3 der  für D._ im Umfang von CHF 506.65 pro Monat nicht  ist.
5.4.5. Es sei davon Vormerk zu nehmen, dass der Gesuchsgegner zufolge seiner gegenwärtig nicht ausreichenden wirtschaftlichen  einstweilen noch nicht in der Lage ist, der Gesuchstellerin  persönlichen Unterhaltsbeitrag zu bezahlen.
5.5.1. Es sei die ehelichen Wohnung an der F._-strasse ..., G.._ [Ort], mitsamt dem darin befindlichen Hausrat, den  und dem Garagenplatz, und Auto (BMW 318i Touring), für die Dauer des Getrenntlebens der Gesuchstellerin zur alleinigen Nutzung und Kostentragung zuzuweisen.
5.5.2. Es sei der Gesuchsgegner zu verpflichten, die eheliche Wohnung an der F._-strasse ..., G._-J._, innert einer durch das  anzusetzenden, angemessenen Frist, spätestens aber bis , 30. April 2020, 14.00 Uhr, unter Mitnahme seiner  Effekten zu verlassen und der Gesuchstellerin sämtliche sich in
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seinem Besitz befindlichen Schlüssel für die eheliche Wohnung, für die Nebenräume, den Briefkasten und für das Fahrzeug BMW 318i Touring auf erstes Verlangen – gegen Quittung – auszuhändigen.
5.6. Die Kosten des Berufungsverfahrens seien dem Gesuchsgegner .
5.7. Der Gesuchsgegner sei zu verpflichten, der Gesuchstellerin für das Be- rufungsverfahren eine gestützt auf die AnwGebVo zu bemessende , zuzüglich 7,7% MWST, zu bezahlen.
Prozessuale Anträge: 1.1. Die Vollstreckbarkeit der im angefochtenen Entscheid aufgeführten
vorsorglichen Massnahmen sei gestützt auf Art. 315 Abs. 5 ZPO bis zur rechtskräftigen Erledigung des Berufungsverfahrens .
1.2. Über den Antrag betreffend den Aufschub der Vollstreckbarkeit des angefochtenen Entscheides sei vorab zu befinden.
2. Für den Fall, dass keine Rückweisung an die Vorinstanz erfolgen , seien vor dem Erlass eines Entscheides im Berufungsverfahren die Anträge der Kindsvertretung der beiden ehelichen Kinder in Bezug auf die Obhutszuteilung und den persönlichen Verkehr einzuholen und  den Parteien zur Stellungnahme vorzulegen.
3.1. Es sei der Gesuchsgegner zu verpflichten, der Gesuchstellerin für die Deckung der Aufwendungen ihrer anwaltschaftlichen Vertretung im  einen angemessenen Prozesskostenbeitrag von einstweilen CHF 3'000.– (zzgl. 7.7% MWST), sowie den vom  allenfalls festgesetzten Prozesskostenvorschuss zu bezahlen.
3.2. Eventualiter sei der Gesuchstellerin die unentgeltliche Prozessführung zu gewähren und ihr in der Person des Unterzeichneten ein  Rechtsbeistand zu bestellen."

## Considerations

Erwägungen:
I.
1. Die Parteien sind verheiratet. Sie haben zwei gemeinsame Töchter,
C._, geb. am tt.mm.2003, und D._, geb. am tt.mm.2009. Für die beiden
Töchter besteht seit dem 31. Dezember 2019 eine Beistandschaft im Sinne von
Art. 308 Abs. 1 und Abs. 2 ZGB (Urk. 7/4/1-2). Mit Eingabe vom 22. Januar 2020
reichte die Gesuchstellerin und Berufungsklägerin (nachfolgend Gesuchstellerin)
vor Vorinstanz ein Eheschutzgesuch ein (Urk. 7/1). Nachdem der Gesuchsgegner
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und Berufungsbeklagte (nachfolgend Gesuchsgegner) mit Eingabe vom
28. Januar 2020 seinerseits ebenfalls ein Eheschutzgesuch eingereicht und
gleichzeitig das eingangs wiedergegebene Massnahmebegehren gestellt hatte
(Urk. 7/8/1; Geschäfts-Nr. EE200003-D), vereinigte die Vorinstanz die beiden Ver-
fahren mit Verfügung vom 30. Januar 2020 (Urk. 7/5). Am 19. Februar 2020 wur-
den die beiden Töchter der Parteien durch das Gericht angehört (Urk. 24). Die
Hauptverhandlung sowie Verhandlung betreffend vorsorgliche Massnahmen fand
am 24. Februar 2020 statt (Prot. I S. 3 ff.). Am 27. Februar 2020 erliess die Vor-
instanz den eingangs wiedergegebenen Entscheid betreffend vorsorgliche Mass-
nahmen (Urk. 7/22/1 = Urk. 2).
2. Hiergegen erhob die Gesuchstellerin mit Eingabe vom 11. März 2020 innert
Frist Berufung mit den oben aufgeführten Anträgen (Urk. 1 S. 2 ff.). Das von der
Gesuchstellerin gleichzeitig gestellte Gesuch um Aufschub der Vollstreckbarkeit
wurde mit Verfügung vom 24. März 2020 abgewiesen (Urk. 9).
3. Mit (separater) Verfügung vom 27. Februar 2020 schlug die Vorinstanz den
Parteien E._ als Kindesvertreterin vor (Urk. 26), nachdem die Gesuchstelle-
rin mit Eingabe vom 26. Februar 2020 und C._ am 27. Februar 2020 (telefo-
nisch) den Antrag auf Bestellung einer Kindesvertretung gestellt hatten (Urk. 21,
Urk. 23). Mit Verfügung vom 16. März 2020 wurde für C._ und D._ eine
Kindesvertretung angeordnet und E._ als Kindesvertreterin bestellt (Urk. 31).
Die angefochtene Verfügung wurde am 8. April 2020 an die Kindesvertreterin ver-
sandt (Urk. 33).
4. Die vorinstanzlichen Akten wurden beigezogen (Urk. 7/1-33). Da sich die
Berufung - wie nachstehend zu zeigen ist - sogleich als offensichtlich unbegründet
erweist, kann auf die Einholung von Berufungsantworten des Gesuchsgegners
und der Verfahrensbeteiligten verzichtet werden (vgl. Art. 312 Abs. 1 ZPO).
II.
1. Bei Verfahren betreffend Kinderbelange ist der Sachverhalt nach Art. 296
ZPO von Amtes wegen zu erforschen. Infolgedessen können die Parteien im Be-
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rufungsverfahren auch dann neue Tatsachen und Beweismittel vorbringen, wenn
die Voraussetzungen nach Art. 317 Abs. 1 ZPO nicht erfüllt sind (BGE 144 III 349
E. 4.2.1). Das von der Gesuchstellerin im Berufungsverfahren neu eingereichte
Schreiben der Kammer vom 10. März 2020 samt der Beilage "Berufung" von
C._ vom 4. März 2020 (Urk. 5/26) sowie die daraus abgeleiteten Vorbringen
der Gesuchstellerin sind somit im Berufungsverfahren zu berücksichtigen.
2.1. Obschon die Vorinstanz im angefochtenen Entscheid keine Unterhaltsrege-
lung getroffen hat (vgl. Urk. 2), beantragt die Gesuchstellerin in ihrer Berufung
eventualiter die Zusprechung von Unterhaltsbeiträgen (vgl. Urk. 1, Eventualanträ-
ge Ziffern 5.4.1. ff).
2.2. Indes sind im Eheschutz vorsorglich angeordnete Geldzahlungen aus fol-
genden Überlegungen ausgeschlossen: Die Voraussetzungen für die Anordnung
vorsorglicher Massnahmen richten sich nach Art. 261 ff. ZPO. Bezüglich deren
Inhalts enthält Art. 262 ZPO eine Generalklausel - im Eheschutzverfahren einge-
schränkt durch Art. 172 Abs. 3 ZGB - und führt einzelne Massnahmen exempla-
risch auf (Art. 262 lit. a bis e ZPO). Ausdrücklich erwähnt ist die Leistung einer
Geldzahlung indes nur in den vom Gesetz bestimmten Fällen (Art. 262 lit. e ZPO).
Eine solche Regelung findet sich im Gesetz für das Scheidungsverfahren
(Art. 276 ZPO) und bei Unterhaltsklagen (Art. 303 ZPO), nicht aber für das Ehe-
schutzverfahren (Art. 271 ff. ZPO). Aus den Materialien zur Schweizerischen Zi-
vilprozessordnung erhellt, dass der Gesetzgeber bewusst von einer allgemeinen
Einführung vorsorglicher Akonto-Zahlungen abgesehen hat (vgl. Botschaft zur
Schweizerischen Zivilprozessordnung vom 28. Juni 2006, S. 7355). Folglich han-
delt es sich bei der fehlenden Bestimmung zu vorsorglichen Massnahmen im
Eheschutzverfahren nicht um eine planwidrige Unvollständigkeit innerhalb des
Gesetzes (vgl. BK-Emmenegger/Tschentscher, Art. 1 ZGB N 344; BSK ZGB I-
Honsell, Art. 1 N 27), sondern um qualifiziertes Schweigen des Gesetzgebers.
Entsprechend bleibt für richterliche Lückenfüllung und analoge Gesetzesanwen-
dung kein Raum. Die vorsorgliche Zusprechung von Unterhaltsbeiträgen im Ehe-
schutzverfahren mag daher bei langer Verfahrensdauer aus praktischer Sicht
wünschbar erscheinen, ist jedoch aus rechtlichen Erwägungen unzulässig (vgl.
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OGer ZH LE110069 vom 08.02.2012, E. 2.4.2; OGer ZH LE130032 vom
02.07.2013, E. II.3.2; OGer ZH LE130066 vom 05.05.2014, E. 4.3; OGer ZH
LE150003 vom 27.03.2015, E. II.5; OGer ZH LE160012 vom 15.11.2016, E. III.4;
OGer ZH LE160038 vom 07.09.2016, E. C.6; OGer ZH LE170033 vom
30.10.2017, E. III.3.1; OGer ZH LE180065 vom 30. Januar 2019, E. 3.3.2).
2.3. Auf die Eventualanträge gemäss den Ziffern 5.4.1 - 5.4.5 der Gesuchstelle-
rin (Urk. 1 S. 4 f.) ist deshalb von Vornherein nicht einzutreten.
3. Die Gesuchstellerin kritisiert in den Rz. 5.4 ff. ihrer Berufungsschrift (Urk. 1)
die Amtsführung der von der KESB Bezirk Dielsdorf mit Entscheid vom 31. De-
zember 2019 (Urk. 7/4/1-2) ernannten Beiständin H._ und macht geltend, die
Vorinstanz hätte die mit der Erfüllung der ihr von der KESB Bezirk Dielsdorf über-
tragenen Aufgaben offensichtlich völlig überforderte und gesetzeswidrig agieren-
de Beiständin in Nachachtung der uneingeschränkten Untersuchungs- und Offi-
zialmaxime von Amtes wegen entlassen und durch eine fähige Beistandsperson
ersetzen müssen. Diese unabdingbare Anordnung sei entweder im Fall einer
Rückweisung der Angelegenheit an die Vorinstanz von derselben nachzuholen
oder im Rahmen des Rechtsmittelverfahrens zu erlassen.
Die Gesuchstellerin verkennt, dass gemäss Art. 423 Abs. 1 ZGB die Kindes- und
Erwachsenenschutzbehörde (von Amtes wegen, vgl. FamKomm Erwachsenen-
schutz - Rosch, Art. 423 ZGB N 4) einen Beistand entlässt, wenn die Eignung für
die Aufgabe nicht mehr besteht oder wenn andere wichtige Gründe für die Entlas-
sung vorliegen. Gemäss Art. 423 Abs. 2 ZGB kann sodann von der betroffenen
Person oder einer ihr nahestehenden Person bei ebendieser Behörde die Entlas-
sung eines Beistandes beantragt werden. Demzufolge ist hinsichtlich eines Bei-
standswechsels die sachliche Zuständigkeit der Vorinstanz respektive der Kam-
mer zu verneinen, was ein Nichteintreten auf die Berufung in diesem Punkt zur
Folge hat (Art. 59 Abs. 1 und 2 lit. b ZPO).
4.1. Das Berufungsverfahren stellt keine Fortsetzung des erstinstanzlichen Ver-
fahrens dar, sondern ist nach der gesetzlichen Konzeption als eigenständiges
Verfahren ausgestaltet (BGE 142 III 413 E. 2.2.1 m.w.Hinw. auf die Botschaft zur
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Schweizerischen ZPO, BBl 2006, S. 7374). Mit der Berufung kann eine unrichtige
Rechtsanwendung und eine unrichtige Feststellung des Sachverhalts geltend
gemacht werden (Art. 310 ZPO). Die Berufungsinstanz verfügt über unbeschränk-
te Kognition bezüglich Tat- und Rechtsfragen, einschliesslich der Frage richtiger
Ermessensausübung (Angemessenheitsprüfung; BGer 5A_184/2013 vom 26. Ap-
ril 2013, E. 3.1). In der schriftlichen Berufungsbegründung (Art. 311 ZPO) ist hin-
reichend genau aufzuzeigen, inwiefern der erstinstanzliche Entscheid in den an-
gefochtenen Punkten als fehlerhaft zu betrachten ist bzw. an einem der genann-
ten Mängel leidet. Das setzt (im Sinne einer von Amtes wegen zu prüfenden Ein-
tretensvoraussetzung) voraus, dass der Berufungskläger die vorinstanzlichen Er-
wägungen bezeichnet, die er anficht, sich argumentativ mit diesen auseinander-
setzt und mittels genügend präziser Verweisungen auf die Akten aufzeigt, wo die
massgebenden Behauptungen, Erklärungen, Bestreitungen und Einreden erho-
ben wurden bzw. aus welchen Aktenstellen sich der geltend gemachte Beru-
fungsgrund ergeben soll. Die pauschale Verweisung auf frühere Vorbringen oder
deren blosse Wiederholung genügen nicht (vgl. BGE 138 III 374 E. 4.3.1; BGer
5A_247/2013 vom 15. Oktober 2013, E. 3.2; BGer 5A_751/2014 vom 28. Mai
2015, E. 2.1). Was nicht oder nicht in einer den gesetzlichen Begründungsanfor-
derungen entsprechenden Weise beanstandet wird, braucht von der Rechtsmittel-
instanz nicht überprüft zu werden; diese hat sich – abgesehen von offensichtli-
chen Mängeln – grundsätzlich auf die Beurteilung der Beanstandungen zu be-
schränken, die in der schriftlichen Begründung formgerecht gegen den erstin-
stanzlichen Entscheid erhoben werden (vgl. BGE 142 III 413 E. 2.2.4 m.w.Hinw.;
BGer 5A_111/2016 vom 6. September 2016, E. 5.3; BGer 4A_258/2015 vom
21. Oktober 2015, E. 2.4.3; BGer 4A_290/2014 vom 1. September 2014, E. 3.1
und E. 5). Insofern erfährt der Grundsatz "iura novit curia" (Art. 57 ZPO) im Beru-
fungsverfahren eine Relativierung (BK ZPO I-Hurni, Art. 57 N 21 und N 39 ff.;
Glasl, DIKE-Komm-ZPO, Art. 57 N 22). In diesem Rahmen ist insoweit auf die
Parteivorbringen einzugehen, als dies für die Entscheidfindung erforderlich ist
(BGE 134 I 83 E. 4.1 m.w.Hinw.).
4.2. Die Gesuchstellerin wiederholt in ihrer Berufungsschrift an mehreren Stellen
- mehrheitlich wörtlich - bloss, was sie bereits anlässlich der Verhandlung vom
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24. Februar 2020 vor Vorinstanz vorgetragen hat (insb. zur physischen Gewalt
gegenüber den Töchtern [Urk. 1 Rz. 1.1.3 f., vgl. Urk. 7/11 S. 8 f., 12]; zum Ver-
halten des Gesuchsgegners in Zusammenhang mit der weiteren Beschulung von
C._ im Sommer 2019 [Urk. 1 Rz. 1.1.6, vgl. Urk. 7/11 S. 11; Prot. I S. 5]). Ein
erkennbarer (geschweige denn näherer) Bezug zum vorinstanzlichen Entscheid
wird dabei nie hergestellt; es enthalten die sich deshalb in blossen Wiederholun-
gen erschöpfenden Ausführungen zwangsläufig auch keine erkennbare Mitteilung
von Überlegungen der Gesuchstellerin an die Rechtsmittelinstanz dazu, inwiefern
die Vorinstanz Recht falsch angewendet oder einen bestimmten Sachverhalt un-
richtig festgestellt hätte. Den entsprechenden Ausführungen kommt insoweit auch
keine selbständige Bedeutung zu. Nach dem Vorhin in E. II.4.1 Dargelegten er-
weist sich die Berufung in diesen Teilen deshalb als unbegründet.
III.
A) Obhutszuteilung
1. Die Vorinstanz stellte die beiden Töchter der Parteien als vorsorgliche Mass-
nahme für die Dauer des Eheschutzverfahrens unter die Obhut des Gesuchsgeg-
ners (Urk. 2, Dispositiv-Ziffer 1). Sie begründete die Notwendigkeit und Dringlich-
keit einer vorsorglichen Obhutszuteilung im Wesentlichen damit, dass sowohl aus
dem Abklärungsbericht des kjz J._ vom 19. November 2019 (Urk. 7/8/5/12)
als auch aus den Ausführungen der Beiständin der Töchter (Urk. 7/10 und 7/16)
hervorgehe, dass dringender Handlungsbedarf bestehe und bei einem Verbleib
der Töchter in der bisherigen Betreuungssituation (Hauptbetreuung durch die Ge-
suchstellerin) deren Wohl gefährdet wäre, weshalb eine vorsorgliche Obhutszutei-
lung vorzunehmen sei, zumal es bis zum Eheschutzendentscheid noch mehrere
Monate dauern könnte (Urk. 2 E. II.1.4). Betreffend die Zuteilung der Obhut erwog
die Vorinstanz zusammengefasst, dass die Behauptungen und Wahrnehmungen
der Parteien diametral auseinander gingen, weshalb auf die Einschätzungen der
Beiständin und die Ausführungen im Abklärungsbericht vom 19. November 2019
abzustellen und daher davon auszugehen sei, dass der Gesuchsgegner einstwei-
len besser in der Lage sei, auf die Bedürfnisse der Töchter einzugehen und die
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dringend notwendigen Massnahmen in die Wege zu leiten. Weiter hielt die Vo-
rinstanz fest, dass die beiden Töchter sich in einem massiven Loyalitätskonflikt
befänden und enorm unter Druck stünden, womit es ihnen nicht möglich sei, nach
ihrem freien Willen eine Entscheidung zu treffen, welche nur ihren Interessen (und
damit ihrem Wohl) diene (Urk. 2 E. II.2.3 ff.).
2.1. Die Gesuchstellerin beanstandet, die Vorinstanz habe den von den beiden
Kindern klar und wiederholt geäusserten Wunsch nach der Aufnahme des Ge-
trenntlebens der Parteien weiterhin bei ihr als bislang für die Betreuung verant-
wortlichen Person bleiben zu wollen, ignoriert (Urk. 1 Rz. 1.1.7). Wie Urk. 7/23 zu
entnehmen sei, habe C._ auch gegenüber dem Gericht explizit zum Aus-
druck gebracht, dass sie einerseits mit dem in Aussicht gestellten Entscheid des
Gerichts überhaupt nicht einverstanden und andererseits dringend auf eine Ver-
tretung angewiesen sei, die ihre Anliegen und Bedürfnisse - im Gegensatz zur
Beiständin H._ - ernst nehme und in das Verfahren einbringe. C._ habe
mit Schreiben an das Obergericht vom 4. März 2020 (Urk. 5/26) sogar persönlich
"Berufung" gegen die ihre Interessen und ihren noch einmal klar geäusserten und
bestätigten Willen sträflich missachtende vorinstanzliche Verfügung erhoben
(Urk. 1 Rz. 5.8).
Die Vorinstanz erwog bezüglich dem Kindeswillen im Wesentlichen, dass sich die
beiden Töchter in einem Loyalitätskonflikt befänden, weshalb aufgrund der für die
Töchter bestehenden Drucksituation nicht (bloss) auf deren Äusserungen abge-
stellt werden könne (Urk. 2 E. II.2.5 f.). Mit diesen Erwägungen setzt sich Ge-
suchstellerin im Rahmen der Berufungsschrift nicht auseinander, sondern wieder-
holt bloss ihren bereits vor Vorinstanz vertretenen Standpunkt, wonach die Kinder
in allen Befragungen und Gesprächen mitgeteilt hätten, dass sie bei ihr bleiben
wollten (Prot. I S. 20 ff.). Damit kommt die Gesuchstellerin ihrer Begründungs-
pflicht nicht nach (vgl. E. II.4.1). Vollständigkeitshalber bleibt darauf hinzuweisen,
dass sich der von der Vorinstanz angeführte Loyalitätskonflikt - wie auch in der
vorinstanzlichen Erwägung II.2.5 betont wird - auch aus dem Abklärungsbericht
des kjz J._ vom 19. November 2019 (Urk. 7/8/5/12 S. 3, 6) sowie den Aus-
führungen der Beiständin H._ vom 11. bzw. 20. Februar 2020 (Urk. 7/10)
- 15 -
ergibt, mithin objektive Anhaltspunkte dafür vorliegen. Ausdruck des Loyalitäts-
konfliktes, in dem die beiden Töchter stecken, ist denn auch, dass sie in den ver-
gangenen Monaten hinsichtlich der Obhutszuteilung bzw. ihres künftigen Aufent-
haltsortes sowohl gegenüber der Beiständin H._ (vgl. Urk. 7/10; Urk. 7/16)
als auch gegenüber den abklärenden Personen des kjz J._ (vgl. Urk.
7/8/5/12 S. 5) immer wieder unterschiedliche Standpunkte vertraten. Daher kann
die Gesuchstellerin auch weder aus der angeführten Aktennotiz vom 27. Februar
2020 (Urk. 7/23) noch aus dem den Titel "Berufung" tragenden Schreiben von
C._ vom 4. März 2020 (Urk. 5/25) etwas zu ihren Gunsten ableiten. Wie der
Gesuchsgegner bereits vor Vorinstanz zu Recht bemerkte (vgl. Prot. I S. 14, 18),
sprachen sich die beiden Töchter anlässlich der Anhörung durch die Vorderrichte-
rin sodann keineswegs deutlich für einen Verbleib bei der Gesuchstellerin aus,
sondern wollten vielmehr keine Entscheidung treffen müssen (vgl. Urk. 24 S. 8 f.,
13). Ohnehin gilt es zwar insbesondere bei älteren Kindern einen konstant und
nachdrücklich geäusserten Willen ernst zu nehmen und bei der Entscheidfindung
zu berücksichtigen (vgl. BGE 122 III 401 E. 3b; BGer 5A_107/2007 vom 16. No-
vember 2007, E. 3.2). Indes steht es gemäss der konstanten bundesgerichtlichen
Rechtsprechung letztlich nicht im Belieben des Kindes zu entscheiden, bei wel-
chem Elternteil es aufwachsen möchte (vgl. BGE 134 III 88 E. 4; BGer
5A_764/2009 vom 11. Januar 2010, E. 5.5; BGer 5A_799/2013 vom 2. Dezember
2013, E. 5.7). Weiter bildet der vom Kind geäusserte Wille nicht das alleinige
Element bei der richterlichen Entscheidfindung betreffend Obhutsregelung, an-
dernfalls der Kindeswille mit dem Kindeswohl gleichgesetzt würde, obwohl sich
die beiden Elemente durchaus widersprechen können (BGer 5A_719/2013 vom
17. Oktober 2014, E. 4.4; BGer 5A_528/2015 vom 21. Januar 2016, E. 5.2). Ins-
besondere kann es nicht darum gehen, dem Kind die Verantwortung für die Rege-
lung der Obhutszuteilung zu übertragen.
2.2. Die Gesuchstellerin rügt im Weiteren, die Vorinstanz habe den Parteien
zwar mit Verfügung vom 27. Februar 2020 Frist angesetzt, um sich zur vorge-
schlagenen Kindesvertretung zu äussern, doch unverständlicherweise bereits
gleichentags den Entscheid betreffend vorsorgliche Massnahmen erlassen. Mit
anderen Worten habe die Vorinstanz den beiden Kindern das ihnen gemäss
- 16 -
Art. 299 Abs. 3 ZPO zustehende Recht, ihre Anliegen und Bedürfnisse durch eine
Kindesvertretung in den Prozess einzubringen, verwehrt. Eine gesetzeskonforme,
d.h. wirkungsvolle Kindesvertretung sei freilich nur gewährleistet, wenn diese vor
dem Erlass eines derart präjudizierenden Entscheides auch tätig werden und sich
mit Anträgen betreffend die Kinderbelange einbringen könne. Indem die Vor-
instanz den Sachverhalt durch die Kindesvertretung nicht aktualisieren sowie ver-
vollständigen liess und von dieser auch keine Anträge bezüglich Obhutszuteilung
und persönlichen Verkehr einholte, habe sie nicht nur Art. 299 Abs. 3 ZPO ver-
letzt. Vielmehr habe sie den angefochtenen Entscheid auch gestützt auf einen
unkorrekten und unvollständigen Sachverhalt erlassen (Urk. 1 Rz. 5.9 ff.).
Dass die Vorinstanz nicht schon vor Eröffnung des angefochtenen Entscheids ei-
ne Kindesvertretung im Sinne von Art. 299 ZPO bestellte, ist wohl primär der hin-
sichtlich der zu erlassenden vorsorglichen Massnahmen bestehenden zeitlichen
Dringlichkeit zuzuschreiben, welche von der Gesuchstellerin im Berufungsverfah-
ren nicht substantiiert in Abrede gestellt wurde. Zwar ergibt sich aus dem von der
Gesuchstellerin zitierten bundesgerichtlichen Entscheid BGE 142 III 153, dass ei-
ne Kindesvertretung grundsätzlich bereits in ein vorsorgliches Massnahmeverfah-
ren einzubeziehen ist (vgl. E. 5.2.3.3). In E. 5.1.2 des besagten Entscheides wird
allerdings auch Folgendes festgehalten: "Im Lichte der für Kinderbelange gelten-
den strengen Untersuchungsmaxime und der Offizialmaxime ist die Kindesvertre-
tung grundsätzlich aber nur notwendig, wenn sie dem Gericht effektiv zusätzliche
Unterstützung und Entscheidhilfen bieten könnte bei der Frage, ob im jeweiligen
Einzelfall das Kindeswohl eine bestimmte Regelung oder Massnahme (Sorge-
recht, Obhut oder persönlicher Verkehr) erfordert oder einer solchen entgegen-
steht. Besteht beispielsweise eine Beistandschaft nach Art. 308 ZGB und liefert
der Beistand dem Gericht ein umfassendes, elternunabhängiges und neutrales
Bild von der konkreten Situation (örtlich, häuslich, schulisch, Interaktion zwischen
Kind und Eltern sowie Geschwistern etc.), bedarf es keiner Verdoppelung der In-
formationsquelle und entsprechend keines diesbezüglichen Beitrages der Kindes-
vertretung". In casu bestand nicht nur bereits die mit Entscheiden der KESB
Dielsdorf vom 31. Dezember 2019 errichtete Beistandschaft gemäss Art. 308
Abs. 1 und 2 ZGB für die beiden Töchter (vgl. Urk. 7/4/1-2). Die Beiständin
- 17 -
H._ wurde auch wiederholt ins vorliegende Eheschutzverfahren einbezogen.
So fanden am 11., 20. und 25. Februar 2020 diverse ausführliche Telefonate mit
der Vorderrichterin bzw. Angehörigen des Gerichts statt, in welchen die Beistän-
din nach mehreren Gesprächen mit den Kindern und den Parteien ein umfassen-
des Bild von der konkreten Situation der Kinder vermittelte und die Vorinstanz
über laufende Entwicklungen und von den Kindern geäusserte Wünsche unter-
richtete (vgl. Urk. 7/10; Urk. 7/16). Überdies konnte sich die Vorderrichterin im
Rahmen der Kinderanhörung vom 19. Februar 2020 einen persönlichen Eindruck
von der Verfassung der Kinder, von ihrem Verhältnis zu beiden Elternteilen und
ihren Anliegen verschaffen (Urk. 7/24). Schliesslich lag auch der erst vom 19. No-
vember 2019 datierende und somit sehr aktuelle Abklärungsbericht des kjz
J._ im Recht, der sich nach diversen Gesprächen mit den Parteien, den Kin-
dern, der Lehrperson von D._ und der Psychologin K._ sowie einem
Hausbesuch zur familiären Situation äussert, im Recht (Urk. 7/8/5/12). Vor diesem
Hintergrund ist nicht ersichtlich, dass die Vorinstanz ihren Entscheid gestützt auf
einen unvollständigen oder nicht mehr aktuellen Sachverhalt traf. Der beantragte
vorsorgliche Rechtsschutz im Eheschutzverfahren wurde mit dem Kindeswohl be-
gründet (Urk. 7/8/1 S. 10). Die Vorinstanz hat im Falle einer weiteren Verzögerung
nicht leicht wiedergutzumachende Nachteile im Sinne einer Kindeswohlgefähr-
dung (weitere Verschlechterung der psychischen und physischen Gesundheit) be-
jaht (Urk. 2 S. 7, S. 9 f.). Die Gesuchstellerin zeigt in der Berufungsschrift nicht
auf, welche konkreten Sachverhaltselemente eine Kindesvertretung eingebracht
hätte und die Vorinstanz unberücksichtigt liess. Die Gesuchstellerin stellte ihren
Antrag denn auch nicht an der Verhandlung vom 24. Februar 2020 (Prot. I S. 3 ff.,
Urk. 11) sondern erst, nachdem die Vorinstanz nach Eingang der Stellungnahmen
zu den Aussagen der Beiständin einen Entscheid in Aussicht gestellt hatte (Prot. I
S. 36). Als der Antrag gestellt war und auch C._ am 27. Februar 2020 einen
gleichlautenden Antrag gestellt hatte (Urk. 23), schritt die Vorinstanz unverzüglich
zur Einsetzung bzw. Ernennung der Kindesvertretung.
2.3 Demnach war für den vorliegenden Entscheid betreffend vorsorgliche Ob-
hutszuteilung für die Dauer des Eheschutzverfahrens weder der Einbezug einer
Kindesvertretung noch die Vornahme weiterer Abklärungen durch die Vorinstanz
- 18 -
geboten. Der Berufungshauptantrag Ziffer 2 der Gesuchstellerin auf Rückweisung
der Sache an die Vorinstanz zur Ergänzung des Verfahrens (Urk. 1 S. 2) ist damit
abzuweisen.
3.1. Die Gesuchstellerin moniert, im vorinstanzlichen Entscheid werde unter
Hinweis auf den Abklärungsbericht des kjz J._ vom 19. November 2019 aus-
geführt, dass C._ angeblich seit 2015 unter einer Anpassungsstörung und
einer längeren depressiven Reaktion leide und in der jetzigen Situation gefährdet
sei. Um die Situation verbessern zu können, brauche es dringend eine Klärung
der Wohnsituation sowie der elterlichen Paarbeziehung. Diese Sachverhaltsdar-
stellung der Vorinstanz sei offensichtlich aktenwidrig und willkürlich. Richtig sei,
wie sich aus dem Untersuchungsbericht der Klinik für Kinder- und Jugendpsychi-
atrie und Psychotherapie (KJPP) vom 11. August 2016 ergebe, dass C._
durch den vom Gesuchsgegner im Frühjahr 2015 ohne Rücksichtnahme auf die
Bedürfnisse und Wünsche der Familie kurzfristig durchgesetzten Umzug von
L._ BL [Ort] nach J._ erstmals in ihrem Leben mit erheblichen psychi-
schen Problemen zu kämpfen gehabt habe. Im Abklärungsbericht seien die Fach-
ärzte zum eindeutigen Befund gelangt, dass C._ "nach überstürztem Umzug
(von L._ BL nach J._) und unter hohem schulischen Druck vorüberge-
hend Symptome einer Anpassungsstörung mit einer verlängerten depressiven
Reaktion hatte". Eine ärztlich verordnete Verabreichung von Medikamenten sei in
der Folge ebenso wenig erfolgt wie eine Fortführung einer fakultativen, von
C._ und den Parteien auch nicht als gewinnbringend erachteten therapeuti-
schen Begleitung. Entgegen der unzutreffenden Mutmassung der Vorinstanz finde
sich in den Akten kein einziger Hinweis darauf, dass diese im Jahr 2016 aus den
vom Gesuchsgegner zu vertretenden Gründen manifestierten, vorübergehenden
psychischen Probleme von C._ aufgrund eines Fehlverhaltens ihrerseits zu
einem späteren Zeitpunkt oder gar aktuell wieder aufgetreten sein sollten (Urk. 1
Rz. 1.1.1. f.).
Während die Gesuchstellerin bereits anlässlich der vorinstanzlichen Verhandlung
vom 24. Februar 2020 ausführte, C._ befinde sich nicht mehr in psychologi-
scher Behandlung (vgl. Prot. I S. 24), gab der Gesuchsgegner bekannt, er habe
- 19 -
C._ nach einer riesigen Eskalation zwischen der Gesuchstellerin und
C._ vor einem Jahr wieder in der Psychiatrie angemeldet. C._ leide an
Panikattacken und er habe mit der Psychologin K._ herausfinden wollen,
woher diese Angst komme (Prot. I S. 29). Aus dem Abklärungsbericht des kjz
J._ vom 19. November 2019 geht denn auch hervor, dass die Gesuchstelle-
rin nicht über die Termine mit der Psychologin von C._ informiert worden sei
(Urk. 7/8/5/12 S. 4). Die Psychologin K._ vom Ambulatorium Zürich ... sah
sich am 27. September 2019 bzw. am 7. November 2019 schliesslich auch in der
Lage, gegenüber den abklärenden Fachpersonen des kjz J._ einen aktuellen
Bericht abzugeben (vgl Urk. 7/8/5/12 S. 1). Wie aus dem - im Gegensatz zum von
der Gesuchstellerin erwähnten Dokument lediglich wenige Monate alten - Abklä-
rungsbericht des kjz J._ vom 19. November 2019 hervorgeht, informierte die
Psychologin K._ in dieser aktuellen Auswertung darüber, dass sich die de-
pressive Episode herauszögere und sich ein depressiver Zustand entwickelt ha-
be, mit den Symptomen von Tagesmüdigkeit und Schlafbedürfnis, obwohl dafür
keine somatische Ursache gefunden worden sei. Das Bewältigen von alterstypi-
schen normalen Entwicklungsschritten wie Schule (längere Schulabsenz im Früh-
ling 2019), Freundschaften (nur 1-2 Freundschaften), Autonomie und Selbstwert
(C._ erscheint sehr zurückhaltend, spricht mit leiser Stimme, schnell verunsi-
chert) sei stark erschwert. Dies sei vor allem durch die starke Belastung des sozi-
alen Systems entstanden. Kognitiv habe sie zwar schlecht abgeschnitten in den
Tests, doch sei dies bei den familiären Belastungen nachvollziehbar. Den Wunsch
nach einem langsamen Tod mittels Verzicht auf Lebensmittel habe C._ ihr
gegenüber geäussert. Sie gehe deshalb davon aus, dass C._ mit dieser
Äusserung keine Fürsorge mehr für sich übernehmen wolle. Dies passe auch zur
Entwicklung, dass sich C._ wünsche, sich unauffällig zu machen und sich
von Gruppen zurückzuziehen. Sie sehe keine akute Gefahr von Suizid aufgrund
ihrer Äusserungen, doch C._ brauche ihrer Meinung nach dringend positive
Bindungserfahrungen. Sie sehe C._ in der jetzigen Situation als gefährdet.
Für eine Verbesserung der Situation brauche es dringend eine Klärung der
Wohnsituation sowie der elterlichen Paarbeziehung (Urk. 7/8/5/12 S. 3). Die Psy-
chologin K._ empfahl zudem auch eine Weiterführung der Therapie von
- 20 -
C._ zur Stärkung des Selbstvertrauens respektive Ablösung von den Eltern
(Urk. 7/8/5/12 S. 7). Überdies berichtete C._ selbst im Rahmen der vo-
rinstanzlichen Kinderanhörung davon, sie sei momentan ziemlich müde (Urk. 24
S. 3). Die vorinstanzlichen Feststellungen zur psychischen Verfassung von
C._ erweisen sich entgegen der Auffassung der Gesuchstellerin somit kei-
neswegs als aktenwidrig. Im Übrigen bleibt zu bemerken, dass die Gesuchstelle-
rin (wie bereits vor Vorinstanz, vgl. Urk. 7/11 S. 11) in Rz. 1.1.4 der Berufungs-
schrift (Urk. 1) selber ausführen lässt, C._ sei im Frühjahr 2019 erneut in ei-
ne depressive Verstimmung gefallen, habe sich nicht wohlgefühlt und ihre Motiva-
tion verloren und sei tageweise vom Schulunterricht ferngeblieben. Damit hat es
sein Bewenden.
3.2. Weiter bringt die Gesuchstellerin vor, die Vorinstanz gehe in Erwägung II.2.6
des angefochtenen Entscheides unter Berücksichtigung der gesamten Umstände
und Abklärungen davon aus, dass der Gesuchsgegner einstweilen besser in der
Lage sei, auf die Bedürfnisse der Kinder einzugehen und - nicht näher substanti-
ierte - dringend notwendige Massnahmen in die Wege zu leiten. Diese für den
vorinstanzlichen Entscheid offenbar wesentliche Annahme sei nicht nachvollzieh-
bar, ja schlicht willkürlich. Die Vorinstanz führe mit keinem Wort aus, welche drin-
gend notwendigen Massnahmen durch die Parteien in die Wege geleitet werden
sollten (Urk. 1 Rz. 1.1.5 f.).
Zwar trifft es zu, dass die dringend notwendigen Massnahmen in Erwägung 6 des
angefochtenen Entscheides (Urk. 2) nicht ausdrücklich aufgeführt wurden. Es liegt
indessen auf der Hand, was die Vorinstanz damit meinte. Gilt es nämlich, wie sich
insbesondere auch aus dem Abklärungsbericht des kjz J._ vom 19. Novem-
ber 2019 (Urk. 7/8/5/12 S. 6 f.) ergibt, für die unter der schwierigen familiären Ge-
samtsituation leidenden Töchter ein stabiles und unterstützendes Umfeld zu
schaffen, damit sie sich besser auf ihre eigenen Bedürfnisse und ihre Zukunft
konzentrieren können. Dies insbesondere auch durch eine Zusammenarbeit der
Parteien mit den involvierten Fachpersonen. Eine Bereitschaft hierzu und seine
konkreten Überlegungen hinsichtlich einer Verbesserung der Situation der Töch-
ter signalisierte der Gesuchsgegner anlässlich der vorinstanzlichen Verhandlung
- 21 -
vom 24. Februar 2020 deutlich. So führte er aus, er habe C._ in der Psychi-
atrie angemeldet, da er mit der Psychologin K._ den Ursachen der Panikat-
tacken von C._ habe auf den Grund gehen wollen (Prot. I S. 29). So könne
C._ keine Fachmittelschule machen. Er habe mit C._ auch die Privat-
schule M._ besichtigt. Sodann habe er mit der Beiständin H._ bespro-
chen, dass ein neuer Psychiater gefunden werden soll. Sie habe ihm N._
empfohlen. Es mache Sinn, den Therapeuten zu wechseln, damit man den Ängs-
ten auf den Grund gehen könne (Prot. I S. 29 f.). Weiter führte der Gesuchsgeg-
ner aus, er werde mit C._ sprechen, wenn sie eine Panikattacke habe. Er sei
auch an den Elternabenden gewesen, die Gesuchstellerin habe nicht mitkommen
wollen. Er versuche, C._ zu beruhigen und ihr Beispiele zu geben. Er sei
auch zu Beratungen für Privatschulen gegangen. C._ vermisse Harmonie
und Liebe. Was die Situation nach den Sommerferien anbelange, sei es extrem
schwierig. C._ habe alles abgelehnt, was mit dem Beruf zu tun habe, auch
heute noch. Er habe ihr verschiedene Sachen gezeigt. C._ habe kreative
Fähigkeiten. Er habe ihr Wege aufgezeigt. Es sei so schwierig, weil sie kein Ziel
habe. Sie sage immer, dass sie sich nicht konzentrieren könne, dass sie sehr
müde sei. Sie könne nicht lesen, weil sie sich nicht konzentrieren könne. Er habe
ihr vorgeschlagen, dass sie auf der französischen Seite etwas machen würden.
Es gäbe anscheinend auch Motivationssemester (Prot. I S. 31). Weiter gab der
Gesuchsgegner an, er habe mit der Beiständin gesprochen und wäre mit einer
Familienbegleitung einverstanden. Eine Familienbegleitung sehe die Situation von
aussen und er von innen. Dann könnten sich die Töchter auch mit der Familien-
begleitung austauschen. Es wäre Teamwork (Prot. I S. 32 f.). Demgegenüber
sucht man in den Ausführungen der Gesuchstellerin anlässlich der vorinstanzli-
chen Verhandlung vom 24. Februar 2020 vergeblich nach konstruktiven Lösungs-
vorschlägen für eine Verbesserung der Situation von C._. So gab sie bloss
zu Protokoll, C._ habe sie bezüglich der Therapie wie auch bezüglich der
von ihr initiierten Berufsberatung auf die Zeit nach der Trennung vertröstet (Prot. I
S. 24 f.). Die Gesuchstellerin beanstandete sodann das zu forsche Vorgehen und
die mangelnde Information durch die Beiständin H._ (Prot. I S. 26). Auf die
Frage der Vorderrichterin, ob sie sich in der Lage fühle, inskünftig wirklich adä-
- 22 -
quat zu handeln, gab die Gesuchstellerin folgende, sehr allgemein gehaltene
Antwort; "ja natürlich, wenn wir nicht mehr zusammen sind, habe ich weniger
Druck. Dann gibt es nur noch mich und die Kinder und ich habe mehr Kraft. Wir
schaffen es leider nicht unter einem Dach. Getrennt ist es ganz etwas anderes.
Ich habe es bis jetzt geschafft, die Kinder zu erziehen" (Prot. I S. 27 f.). Augenfäl-
lig ist in diesem Zusammenhang zudem, dass die Gesuchstellerin anlässlich der
vorinstanzlichen Verhandlung vom 24. Februar 2020 zwar ihre Bereitschaft signa-
lisierte, nach gewissen anfänglichen Schwierigkeiten inskünftig mit der Beiständin
H._ zusammenzuarbeiten (Prot. I S. 26). Demgegenüber liess sie aber be-
reits in der zwei Wochen später verfassten Berufungsschrift vom 11. März 2020
die Fachkompetenz und die Unvoreingenommenheit der Beiständin in Frage stel-
len und deren Auswechslung verlangen (Urk. 1 Rz. 5.4 ff.). Der aufgrund der vor-
instanzlichen Ausführungen der Parteien entstehende Eindruck deckt sich sodann
mit den Beurteilungen durch die involvierten Fachpersonen. So führte die Bei-
ständin H._ am 25. Februar 2020 gegenüber der Vorderrichterin aus, wäh-
rend die Mutter nicht zwischen ihren eigenen Gefühlen und Bedürfnissen und der-
jenigen der Kinder unterscheiden könne, sei der Vater in der Lage, zwischen sei-
nen und den Gefühlen der Kinder zu unterscheiden, und er erkenne die Not der
Kinder. Aus ihrer Sicht sei nach all den Gesprächen der Vater weniger in seiner
Sichtweise gefangen (Urk. 7/16 S. 2). Auch die Psychologin K._ beschreibt
hinsichtlich der Beziehung vom Kindsvater zu den Töchtern, dass seine Versu-
che, den Kontakt zu den Töchtern herzustellen und die Verantwortung zu über-
nehmen, sichtbar seien (Urk. 7/8/5/12 S. 5). Auch im Abklärungsbericht des kjz
J._ vom 19. November 2019 wird schliesslich im Ergebnis eine Obhutszutei-
lung an den Gesuchsgegner empfohlen (Urk. 7/8/5/12 S. 7).
3.3. Nach dem Gesagten erweisen sich die Vorbringen in der Berufung hinsicht-
lich der Obhutszuteilung als unbegründet. Vor diesem Hintergrund kann offen
bleiben, ob auf den (Eventual-) Berufungsantrag Ziffer 5.1 der Gesuchstellerin be-
treffend Obhut überhaupt einzutreten wäre, da dieser nach dem Wortlaut nicht als
vorsorgliche Massnahme ("für die Dauer des Verfahrens"), sondern als Antrag in
der Hauptsache ("für die Dauer des Getrenntlebens") gestellt wurde (vgl. Urk. 1
S. 2).
- 23 -
B) Persönlicher Verkehr / Zuteilung der ehelichen Wohnung
Für den Fall, dass die vorinstanzliche Obhutszuteilung bestätigt wird, hat die Ge-
suchstellerin keine Eventualanträge hinsichtlich der Regelung des persönlichen
Verkehrs sowie der Zuteilung der ehelichen Wohnung gestellt (vgl. Urk. 1 S. 2 ff.).
Es bleibt daher bei der - sachgerechten - Regelung der Vorinstanz.
C) Ergebnis
Die Berufung ist abzuweisen, soweit auf sie einzutreten ist, und die angefochtene
Verfügung vom 27. Februar 2020 ist zu bestätigen.
IV.
1. Die Gerichtsgebühr für das Berufungsverfahren ist in Anwendung von § 12
Abs. 1 und 2 in Verbindung mit § 5 Abs. 1 und § 6 Abs. 2 lit. b GebV OG auf
Fr. 1'200.– festzusetzen und ausgangsgemäss der Gesuchstellerin aufzuerlegen
(Art. 106 Abs. 1 ZPO). Für das Berufungsverfahren sind keine Parteientschädi-
gungen zuzusprechen; der Gesuchstellerin infolge ihres Unterliegens (Art. 106
Abs. 1 ZPO), dem Gesuchsgegner mangels Aufwendungen.
2. Die Gesuchstellerin ersucht um Verpflichtung des Gesuchsgegners zur Leis-
tung eines Prozesskostenbeitrages von Fr. 3'000.–, eventualiter um Gewährung
der unentgeltlichen Rechtspflege für das Berufungsverfahren (Urk. 1 S. 6, 30 ff.).
Diese Anträge sind jedoch zufolge Aussichtslosigkeit der Berufung (vgl. vorste-
hende Erwägungen) abzuweisen (Art. 117 lit. b ZPO; vgl. OGer ZH LY170026
vom 23.03.2018, E. IV.2.2).