# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** deef14a6-29c1-498a-a243-4a43b8f711ff
**Court:** ZH_OG
**Chamber:** ZH_OG_002
**Year:** 2016
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

betreffend Diebstahl etc.
Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichtes Horgen, III. Abteilung, vom
19. Februar 2016 (DG150034)
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Anklage:
Die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft Limmattal / Albis vom 28. September
2015 (Urk. 20) ist diesem Urteil beigeheftet.
Urteil der Vorinstanz:
1. Der Beschuldigte ist schuldig
− des mehrfachen, teilweise versuchten, bandenmässigen Diebstahls im
Sinne von Art. 139 Ziff. 1 in Verbindung mit Ziff. 3 Abs. 1 und Abs. 2
StGB, teilweise in Verbindung mit Art. 22 Abs. 1 StGB (Anklageziffern
1 - 11),
− der mehrfachen Sachbeschädigung im Sinne von Art. 144 Abs. 1 StGB
(Anklageziffern 1 - 11),
− des mehrfachen Hausfriedensbruchs im Sinne von Art. 186 StGB (Anklageziffern 1 - 11),
− der Entwendung eines Fahrzeugs zum Gebrauch im Sinne von Art. 94
Abs. 1 lit. b SVG (Anklageziffer 12).
2. Der Beschuldigte wird bestraft mit einer Freiheitsstrafe von 3 1⁄2 Jahren,
wovon bis und mit heute 377 Tage durch Haft sowie durch vorzeitigen
Strafantritt erstanden sind.
3. Die Freiheitsstrafe wird vollzogen.
4. Die mit Verfügung der Staatsanwaltschaft Limmattal / Albis vom 8.
September 2015 beschlagnahmten Ohrstecker (Asservat-Nr. A007'924'029
und A007'924'052, lagernd bei der Kasse des Bezirksgerichts Horgen,
werden der Privatklägerin 5 von der Kasse des Bezirksgerichts Horgen nach
Rechtskraft des Urteils auf erstes Verlangen herausgegeben. Verlangt die
Privatklägerin 5 die Ohrstecker nicht bis spätestens 30 Tage nach
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Rechtskraft des Urteils, werden sie eingezogen und der zuständigen
Behörde zur gutscheinenden Verwendung überlassen.
5. Die mit Verfügung der Staatsanwaltschaft Limmattal / Albis vom 8.
September 2015 beschlagnahmten Handnotizen mit Telefonnummern
(Asservat-Nr. A007'925'771, lagernd beim Bezirksgericht Horgen) werden
eingezogen und vernichtet.
6. Die folgenden mit Verfügung der Staatsanwaltschaft Limmattal / Albis vom
8. September 2015 beschlagnahmten Bargeldbeträge werden eingezogen
und zur Verfahrenskostendeckung verwendet:
− USD 251.01 zu 1/3 (Asservat-Nr. A008'171'639);
− GBP 170.– zu 1/3 (Asservat-Nr. A008'171'673);
− Fr. 20.10 zu 1/3 (Asservat-Nr. A008'171'708 und A008'171'741);
− Euro 44.30 zu 1/3 (Asservat-Nr. A008'171'753 und A008'173'124);
− CZK 100.– zu 1/3 (Asservat-Nr. A007'948'723);
lagernd bei der Kasse des Bezirksgerichts Horgen.
7. Die folgenden mit Verfügung der Staatsanwaltschaft Limmattal / Albis vom
8. September 2015 beschlagnahmten Gegenstände werden eingezogen und
der Kasse des Bezirksgerichts Horgen zur gutscheinenden Verwendung
überlassen:
− Venezuela 10 Bolivares (Asservat-Nr. 007'924'325);
− Herrenjacke 'Woolrich' mit Innenfutter, grau/schwarz, Grösse S,  eines allfälligen Verwertungserlöses zu 1/3 (Asservat-Nr.
A'007'982'789);
lagernd bei der Kasse des Bezirksgerichts Horgen. Ein allfälliger
Verwertungserlös wird zur Verfahrenskostendeckung verwendet.
8. Die folgenden mit Verfügung der Staatsanwaltschaft Limmattal / Albis vom
8. September 2015 beschlagnahmten Gegenstände werden eingezogen
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zwecks Bereithaltung für allfällige Drittansprecher für die Dauer von 5
Jahren ab Rechtskraft des Urteils:
− Schmuckanhänger Goldbarren, Silberbarren, Goldbarren,  ..., 2g FINE GOLD, 999.9 (Asservat-Nr. A007'923'719);
− Schmuckanhänger goldfarben, Würfel, Kantenlänge 5mm (. A007'923'764);
− Schmuckanhänger goldfarben, Motiv 'Herz' (Asservat-
Nr. A007'923'866);
− Schmuckanhänger goldfarben, Motiv 'PAULUS VI', Rückseite Maria mit
Jesuskind und zwei Engeln (Asservat-Nr. A007'923'899);
− Schmuckanhänger goldfarben, Motiv 'Kreuz', Grösse 11mm x 15mm (Asservat-Nr. A007'923'902);
− Schmuckanhänger goldfarben, Motiv 'Kreuz', Grösse 13mm x 21mm
(Asservat-Nr. A007'923'935);
− 2 Ohrringe Gold, mit je einem Diamant, zu 1/3 (Asservat-
Nr. A008'171'775);
− 1 Ohrstecker Gold, mit Blatt-Anhänger Gold/schwarz, zu 1/3 (Asservat-
Nr. A008'171'833);
− Fingerring Rotgold, Gravur '...', zu 1/3 (Asservat-Nr. A'008'171'991);
− Fingerring Gold, mit 3 Diamanten, zu 1/3 (Asservat-Nr. A'008'172'132);
− Fragmente aus Armkette, Gold, zu 1/3 (Asservat-Nr. A'008'172'314);
− Fragmente aus Armkette, Gold, zu 1/3 (Asservat-Nr. A'008'173'347);
lagernd bei der Kasse des Bezirksgerichts Horgen. Nach Ablauf von 5
Jahren werden die Gegenstände zugunsten der Staatskasse verwertet.
9. Es wird festgestellt, dass der Beschuldigte gegenüber den Privatklägern 3,
4, 5 und 6 aus dem eingeklagten Ereignis in solidarischer Haftung mit den
Mittätern B._ und C._ dem Grundsatze nach schadenersatz-
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pflichtig ist. Zur genauen Feststellung des Umfanges des Schadenersatz-
anspruches werden die Privatkläger 3, 4, 5 und 6 auf den Weg des
Zivilprozesses verwiesen.
10. Die Genugtuungsbegehren der Privatkläger 4, 5 und 6 werden abgewiesen.
11. Der amtliche Verteidiger, Rechtsanwalt Dr. iur. X._, wird für seine
Bemühungen und Auslagen mit Fr. 8'681.05 (inkl. Fr. 643.05 Mehrwert-
steuer) aus der Gerichtskasse entschädigt.
12. Die Entscheidgebühr wird angesetzt auf:
Fr. 3'000.00 Gerichtsgebühr; die weiteren Kosten betragen:
Fr. 7'069.95 Kosten Vorverfahren
Fr. 165.60 Abschlepp-/Überführungskosten zu 1/3
Fr. 8'681.05 Amtliche Verteidigung RA X._
Fr. 18'916.60 Total
Weitere Kosten bleiben vorbehalten.
13. Die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens werden dem
Beschuldigten auferlegt, aber abgeschrieben. Die Kosten der amtlichen
Verteidigung werden auf die Gerichtskasse genommen; vorbehalten bleibt
eine Nachforderung gemäss Art. 135 Abs. 4 StPO.
14. [Mitteilungssatz]
15. [Rechtsmittel]
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Berufungsanträge:
a) Der Verteidigung des Beschuldigten:
(Urk. 67 S. 1)
1. Der Beschuldigte sei des mehrfachen Diebstahls i.S.v. Art. 139 Ziff. 1
StGB und im Übrigen anklagegemäss schuldig zu sprechen.
2. Der Beschuldigte sei unter Anrechnung der Untersuchungshaft und des
vorzeitigen Strafvollzugs von total 606 Tagen mit einer bedingten Frei-
heitsstrafe von maximal 18 Monaten zu bestrafen.
Im Falle einer Verurteilung wegen bandenmässigen Diebsstahls sei
eventualiter eine bedingte Strafe von maximal 24 Monaten auszufällen.
3. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge.
b) Der Vertreterin der Staatsanwaltschaft Limmattal/Albis:
(Urk. 55; sinngemäss)
Verzicht auf Berufung und Anschlussberufung und Bestätigung des
vorinstanzlichen Urteils.
_

## Considerations

Erwägungen:
I. Prozessgeschichte / Prozessuales
1. Gegen das eingangs wiedergegebene Urteil des Bezirksgerichtes Horgen,
III. Abteilung, vom 19. Februar 2016 (DG150034), liess der Beschuldigte mit Ein-
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gabe vom 2. März 2016 (Urk. 43) innert Frist Berufung anmelden. Das vollständig
begründete Urteil (Urk. 46) wurde vom Beschuldigten am 22. Juni 2016 (Urk.
47/2) entgegengenommen. Am 12. Juli 2016 (Datum Poststempel) reichte der
amtliche Verteidiger die Berufungserklärung fristgerecht ein (Urk. 52). Mit Präsidi-
alverfügung vom 18. Juli 2016 wurde der Staatsanwaltschaft Limmattal/Albis so-
wie den Privatklägern 1-6 unter Hinweis auf die Berufungserklärung des Beschul-
digten Frist zur Erhebung einer Anschlussberufung bzw. zum Antrag auf Nichtein-
treten auf die Berufung angesetzt (Urk. 53). Mit Eingabe vom 25. Juli 2016 ver-
zichtete die Staatsanwaltschaft auf Anschlussberufung (Urk. 55). Die Privatkläger
liessen sich nicht vernehmen.
2. Mit Eingabe vom 28. September 2016 (Urk. 58) stellte die Verteidigung das
Gesuch, das Verfahren sei an die Vorinstanz zurückzuweisen, da das Verfah-
rensprotokoll der Vorinstanz nicht durch die Verfahrensleitung unterzeichnet wor-
den sei und in der Strafzumessung der Strafenvergleich mit den Mittätern des Be-
schuldigten fehle. Mit Präsidialverfügung vom 7. Oktober 2016 wurde der Antrag
abgewiesen (Urk. 59). Gleichzeitig wurden der Verfahrensleiter des vorinstanz-
lichen Verfahrens sowie die Gerichtsschreiberin als Zeugen vorgeladen (Urk. 57)
und am 4. November 2016 einvernommen (Urk. 64 und Urk. 66; Prot. II S. 4 ff.)
sowie die Akten des bezirksgerichtlichen Verfahrens gegen den Mitbeschuldigten
C._ (DG150035) beigezogen (Urk. 61/1-2).
Während die fehlende Unterschrift nicht nachträglich beigebracht werden kann,
konnten die Zeugen bestätigen, dass die erstinstanzliche Verhandlung und die
Beratung so abliefen, wie es im Protokoll festgehalten worden war (Urk. 64 S. 4 f.,
Urk. 66 S. 3 ff.; Prot. II S. 4 ff.). Gemäss Bundesgericht ist der Nachweis, dass
das Verfahren korrekt durchgeführt wurde, auf diese Weise erbracht (BGE
6B_157/2016 vom 8. August 2016 E. 3.4). Dass das Protokoll unrichtig sei, wurde
vom Beschuldigten ohnehin nie behauptet. Auf die Rüge des fehlenden
Strafenvergleichs mit den Mittätern ist im Rahmen der Strafzumessung einzuge-
hen, da eine inkorrekt vorgenommene Strafzumessung ohne Weiteres im Beru-
fungsverfahren korrigiert werden kann, ohne dass das Double-Instance-Prinzip
verletzt werden würde, da dies keinen so gravierenden Verfahrensmangel dar-
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stellt, der eine Rückweisung nach sich ziehen würde (vgl. BGer 6B_859/2013 vom
02. Oktober 2014 E. 3.3.3 f. und BGer 6B_401/2015 vom 16. Juli 2015 E. 1.1. f.).
Auch heute ist daher von einer Rückweisung abzusehen.
3. Beweisanträge wurden keine gestellt. Das Verfahren erweist sich als spruch-
reif.
4. Gemäss Art. 402 StPO hat die Berufung im Umfang der Anfechtung
aufschiebende Wirkung. Die Rechtskraft des angefochtenen Urteils wird somit im
Umfang der Berufungsanträge gehemmt, während die von der Berufung nicht
erfassten Punkte in Rechtskraft erwachsen (vgl. BSK StPO-Eugster, Art. 402
N 1 f.).
Der Beschuldigte lässt Dispositivziffern 1 teilweise (Schuldspruch betreffend
mehrfachen bandenmässigen Diebstahls), 2 (Strafe) und 3 (Vollzug) anfechten.
Damit erwächst das vorinstanzliche Urteil in Dispositivziffern 1 teilweise
(Schuldspruch betreffend mehrfache Sachbeschädigung, mehrfachen
Hausfriedensbruchs sowie Entwendung eines Fahrzeugs zum Gebrauch), 4-8
(Beschlagnahmungen), 9 und 10 (Zivilansprüche), 11 (Entschädigung amtlicher
Verteidiger) sowie 12 und 13 (Kostendispositiv) in Rechtskraft, was vorab mit
Beschluss festzustellen ist.
5. Anlässlich der heutigen Berufungsverhandlung liessen die Parteien die
eingangs erwähnten Anträge stellen.
II. Sachverhalt und rechtliche Würdigung
1. Der Beschuldigte hat den Sachverhalt gemäss Anklageschrift vollumfänglich
anerkannt (Urk. 8/7; Prot. I S. 39 und Prot. II S. 17). Sein Geständnis ist glaubhaft
und deckt sich mit dem übrigen Untersuchungsergebnis. Der Sachverhalt gemäss
Anklageschrift ist somit rechtsgenügend erstellt.
2. Die Vorinstanz erachtete den Tatbestand des mehrfachen, teilweise versuchten
bandenmässigen Diebstahls im Sinne von Art. 139 Ziff. 1 in Verbindung mit Ziff. 3
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Abs. 1 und Abs. 2 StGB, teilweise in Verbindung mit Art. 22 Abs. 1 StGB
(Anklageziffern 1-11), als erfüllt. Den Vorwurf des gewerbsmässigen Diebstahls
im Sinne von Art. 139 Ziff. 2 StGB verwarf sie mit einleuchtender Begründung, auf
welche vollumfänglich verwiesen werden kann (Urk. 49 S. 11-14). Die
Verteidigung ficht einzig die Qualifikation der Bandenmässigkeit im Sinne von
Art. 139 Ziff. 3 Abs. 1 und Abs. 2 StGB an (Urk. 67 S. 2 ff.).
3. Gemäss dem Bundesgericht ist Bandenmässigkeit anzunehmen, wenn
mehrere Täter sich mit dem ausdrücklich oder konkludent geäusserten Willen
zusammenfinden, inskünftig zur Verübung mehrerer selbstständiger, im Einzelnen
möglicherweise noch unbestimmter Straftaten zusammenzuwirken (BGE
6b_510/2013 vom 3. März 2014 E. 3.3.). Durch die Zusammenarbeit und die
dadurch mögliche Arbeitsteilung wird den Tätern sowohl das fortgesetzte
Delinquieren erleichtert und gefördert als auch der Ausstieg aus der Kriminalität
erschwert, da es ihnen naturgemäss schwerer fällt, eine solche enge Bindung
aufzugeben oder sich gegen ihre Mittäter, die über ihre Delikte Bescheid wissen,
zu stellen (vgl. BGE 135 IV 158 E. 2, 3.1 und 3.3 a.E., 132 IV 132 E. 5.2, 124 IV
86 E. 2b, 122 IV 265 E. 2b, 100 IV 219 E. 2 sowie Niggli/Riedo, in: Basler
Kommentar, Strafrecht II, 3. Aufl. 2013, Art. 139 N 119/127).
4. Die Verteidigung bringt diesbezüglich vor, da die eingeklagten Delikte nur an
einem Wochenende begangen worden seien, liege keine Bandenmässigkeit vor,
weil die deliktische Tätigkeit sich dafür über einen längeren Zeitraum erstrecken
müsse. Ferner fehle es an einem festen, stabilen und beständigen Zusammen-
schluss, weshalb nur von Mittäterschaft auszugehen sei (Urk. 37 S. 3 und Urk. 67
S. 2 f.).
5. Entgegen der Ansicht der Verteidigung ist die tatsächliche Dauer der Diebes-
tour des Beschuldigten und seiner Mittäter nicht relevant (vgl. BGer 6b_42/2016
vom 26. Mai 2016 E. 2.2.). Bandenmässigkeit ist vielmehr anzunehmen, wenn ei-
ne fortgesetzte Delinquenz wahrscheinlich ist. Vorliegend hörten der Beschuldigte
und seine Mittäter denn auch nicht freiwillig mit ihren Einbrüchen auf, sondern
wurden erst durch ihre Verhaftung gestoppt. Der Beschuldigte machte in der Un-
tersuchung diesbezüglich geltend, er habe bereits einen Flug nach Hause ge-
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bucht und das Ticket gehabt, mithin nicht geplant, noch weitere Delikte zu bege-
hen (Urk. 8/7 S. 16). Gleichzeitig brachte er aber auch vor, er habe die Delikte nur
begangen, um sich das für den Heimflug nötige Geld zu beschaffen (Urk. 8/4 S. 2
und S. 14 und S. 30). Entsprechende Belege für eine Buchung konnte er aber
keine vorweisen und solche wurden auch anlässlich der Verhaftung und der Si-
cherstellung seiner Effekten nicht gefunden. Zudem konnte er nicht erklären, wa-
rum er, nachdem er das nötige Geld bereits nach einem Tag erbeutet hatte, am
nächsten Tag weiter delinquierte, anstatt sich auf den Heimweg zu begeben. Er
sagte ferner aus, dass er die Delikte hätte begehen müssen, um einen Kredit zu-
rückzuzahlen (Urk. 8/6 S. 20). Angesichts dieser Widersprüche erweisen sich sei-
ne Aussagen als unglaubhaft. Auch die Aussagen der Mitbeschuldigten, wonach
diese keine Absicht gehabt hätten, weitere Einbrüche zu begehen, überzeugen
nicht und werden durch keine weiteren Beweismittel gestützt (Prot. I S. 38 f. und
S. 54). Dass der Beschuldigte und seine Mittäter nur zwei Übernachtungen im Ho-
tel bezahlt hatten, stellt ebenfalls keinen Beweis dafür dar, dass das Delinquieren
nur für diesen Zeitraum geplant war, da ursprünglich nur für eine Nacht bezahlt
worden war, es ihnen also ohne Weiteres möglich gewesen ist bzw. wäre, den
Aufenthalt zu verlängern oder auch auf ein anderes Hotel auszuweichen (Urk. 3
S. 8). Angesichts des beträchtlichen, nachfolgend aufgeführten Aufwandes, der
betrieben wurde, und in Anbetracht der Tatsache, dass während ihrer zwei
Streifzüge durch die Schweiz in jede Liegenschaft, die ihnen passend erschien,
eingebrochen wurde (Urk. 8/6 S. 9), ist davon auszugehen, dass noch weitere De-
likte geplant waren. Die Aussage des Beschuldigten, er habe am nächsten Tag
nach D._ [Staat in Südosteuropa] zurückkehren wollen, erweist sich daher
als blosse Schutzbehauptung.
6. Wie die Vorinstanz zutreffend festhielt (Urk. 49 S. 7-10), ist aufgrund des Un-
tersuchungsergebnisses erstellt, dass der Beschuldigte sich mit B._ und
C._, welche aus D._ angereist waren, in Barcelona getroffen hatte (Urk.
8/4 S. 29, Urk. 9/7 S. 6 f.; Prot. I S. 30, S. 41 und S. 49 f.). Sie fassten dort den
Entschluss, gemeinsam Einbruchsdiebstähle zu begehen, und setzten diesen
dann mit beachtlicher Planung und Geschick als auch grossem Einsatz um: Mit
einem gestohlenen Auto fuhren sie am 6. Februar 2015 zusammen nach Frank-
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reich, wo sie in E._ [Ortschaft in Frankreich] am 7. Februar 2015 zuvor ge-
stohlene Schweizer Kontrollschilder an das Fahrzeug montierten und gemeinsam
zwei Zimmer im Hotel ... im französischen F._ bezogen. Sie trugen die Kos-
ten dafür zu gleichen Teilen und hatten auch geplant, den Erlös vom Verkauf des
Diebesgutes gleichmässig aufzuteilen (Urk. 8/4 S. 31 f., Urk. 9/4 S. 12, Urk. 9/7 S.
4 und S. 6 f., Urk.10/4 S. 5, S. 15 und S. 20 f.; Prot. I S. 31, S. 34, S. 36 f., S. 44
und S. 51 f.). Vom Hotel aus reisten sie dann in die Schweiz weiter, wo sie am 7.
und 8. Februar 2015 die Einbruchsdelikte gemäss Anklageziffern 1-11 verübten.
Dabei gingen sie gut organisiert und arbeitsteilig, aber ohne hierarchische Unter-
ordnungen vor. Nachdem sie sich jeweils vergewissert hatten, dass sich niemand
in den ausgewählten Liegenschaften aufhielt, brachen zwei von ihnen ein, wäh-
rend der Dritte, meist C._, Schmiere stand.
Ihr Vorgehen zeugt von einem hohen Organisationsgrad und einer sehr engen
Zusammenarbeit. Von einem spontanen oder gar lockeren Zusammenschluss
kann angesichts des betriebenen Aufwandes keine Rede sein. Die zwei Mittäter
des Beschuldigten flogen von D._ nach Spanien, ehe alle drei hunderte
Kilometer weit gemeinsam in die Schweiz reisten und zur Verwischung ihrer
Spuren ein gestohlenes Auto verwendeten, das überdies zur besseren Tarnung
mit Schweizer Kennzeichen, die ebenfalls gestohlen waren, ausgestattet wurde.
In Frankreich wurde sodann ein Hotelzimmer als Basis für ausgedehnte, intensive
Diebeszüge in die Schweiz genutzt.
Die drei Personen reisten, wohnten und delinquierten zusammen im Ausland, wo
sie sich nur aufeinander verlassen konnten. Das dabei gezeigte, gegenseitige
Vertrauen und die intensive Delinquenz zeugen von der engen Bindung des
Beschuldigten zu seinen Mittätern, aus der sich offensichtlich auch eine Dynamik
entwickelte, welche bei einem losen Zusammenschluss von Mittätern nicht
vorhanden gewesen wäre und einem Ausstieg aus der Delinquenz zusätzlich
entgegenwirkte.
7. Die Voraussetzungen für die Annahme der Bandenmässigkeit sind daher
vorliegend erfüllt und der Beschuldigte ist auch des mehrfachen, teilweise
versuchten bandenmässigen Diebstahls im Sinne von Art. 139 Ziff. 3 Abs. 1 und
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Abs. 2 StGB, teilweise in Verbindung mit Art. 22 Abs. 1 StGB, schuldig zu
sprechen.
III. Strafzumessung
1. Das Gericht bemisst die Strafe nach dem Verschulden des Täters. Es
berücksichtigt das Vorleben, die persönlichen Verhältnisse sowie die Wirkung der
Strafe auf das Leben des Täters. Nach Art. 47 Abs. 2 StGB bestimmt sich die
Bewertung des Verschuldens nach der Schwere der Verletzung oder Gefährdung
des betroffenen Rechtsguts, nach der Verwerflichkeit des Handelns, den
Beweggründen und Zielen des Täters sowie danach, wie weit der Täter nach den
inneren und äusseren Umständen in der Lage war, die Gefährdung oder
Verletzung zu vermeiden.
2. Hat der Täter durch eine oder mehrere Handlungen die Voraussetzungen für
mehrere gleichartige Strafen erfüllt, so verurteilt ihn das Gericht zu der Strafe der
schwersten Straftat und erhöht sie angemessen. Es darf jedoch das Höchstmass
der angedrohten Strafe nicht um mehr als die Hälfte erhöhen und ist an das ge-
setzliche Höchstmass der Strafart gebunden (Art. 49 Abs. 1 StGB). Da vorliegend
indessen keine ausserordentlichen Gegebenheiten im Sinne der Rechtsprechung
bestehen, ist ein Verlassen des ordentlichen Strafrahmens nicht erforderlich (BGE
136 IV 55 ff.). Mit der Vorinstanz sind diese Strafzumessungsfaktoren innerhalb
des ordentlichen Strafrahmens straferhöhend bzw. strafmindernd obligatorisch zu
berücksichtigen. Bei der Bildung der Gesamtstrafe nach Art. 49 Abs. 1 StGB hat
der Richter in einem ersten Schritt den Strafrahmen für die schwerste Straftat zu
bestimmen und alsdann die Einsatzstrafe für diese Tat, unter Einbezug aller straf-
erhöhenden und strafmindernden Umstände, innerhalb dieses Strafrahmens fest-
zusetzen. In einem zweiten Schritt hat er diese Einsatzstrafe unter Einbezug der
anderen Straftaten in Anwendung des Asperationsprinzips angemessen zu einer
Gesamtstrafe zu erhöhen, wobei er ebenfalls den jeweiligen Umständen Rech-
nung zu tragen hat (BGE 127 IV 101 E. 2b mit Hinweis und Urteil 6B_460/2010
vom 4. Februar 2011 E. 3.3.4 mit Hinweis, nicht publ. in: BGE 137 IV 57).
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3. Als schwerste Tat gilt grundsätzlich jene, die mit dem schärfsten Strafrahmen
bedroht ist, und nicht jene, die nach den konkreten Umständen verschuldens-
mässig am schwersten wiegt (BSK Strafrecht I-Ackermann, 3. Aufl., Basel 2013,
Art. 49 N 116 mit weiteren Hinweisen). Bandenmässiger Diebstahl als schwerste
Tat wird mit Freiheitsstrafe bis 10 Jahre oder Geldstrafe nicht unter 180
Tagessätzen bestraft. Da die mehrfache Sachbeschädigung und der mehrfache
Hausfriedensbruch lediglich zur Durchführung der verschiedenen Einbrüche
vorgenommen wurden und einen integralen Teil dieser Delikte darstellen, drängt
es sich auf, die Strafzumessung für diese Taten gemeinsam durchzuführen.
Auszugehen ist deshalb für die eigentliche Verschuldensbemessung von diesem
Tatkomplex.
4. Bei der objektiven Tatschwere fällt zunächst der hohe Deliktsbetrag und die
intensive Delinquenz auf. In nur zwei Tagen wurden bei insgesamt elf Einbrüchen
Geld und andere Wertsachen im Betrag von ca. Fr. 102'000.– entwendet und ein
Sachschaden von ca. Fr. 26'500.– angerichtet. Dies zeugt von einer hohen
kriminellen Energie. Die Diebestour war sodann sorgfältig geplant, auch wenn die
spezifischen Tatobjekte nach kurzem Observieren relativ spontan ausgewählt
wurden. So reisten der Beschuldigte und seine Mittäter in einem gestohlenen
Auto an, bei dem die Kontrollschilder gegen Schweizerische ausgewechselt
worden waren, um weniger aufzufallen, und es wurde in Frankreich eine
eigentliche Basis für ihre Diebestouren eingerichtet. In diese Planung waren alle
involviert; der Beschuldigte selbst gab an, er habe die Idee gehabt, die
Kennzeichen des gestohlenen Fahrzeuges auszuwechseln (Prot. I S. 44). Bei den
jeweiligen Einbrüchen gingen die Täter dann mit grosser Professionalität vor,
indem einer Schmiere stand und die anderen rasch die Räumlichkeiten
durchsuchten. Dabei lag der Fokus auf Bargeld und leicht transportierbarer und
veräusserbarer Beute wie Schmuck und elektronischen Geräten. Der beim
Eindringen angerichtete Schaden war für solche Delikte allerdings nicht gross,
was im Einklang mit der Verteidigung (Urk. 67 S. 6) zu Gunsten des Beschuldig-
ten zu werten ist. Es ist jedoch nicht zu übersehen, dass der Beschuldigte bei
zehn von elf Einbrüchen in die jeweiligen Liegenschaften eindrang. Eine gewisse
Hartnäckigkeit ist ebenfalls offensichtlich, liessen sich der Beschuldigte und seine
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Mittäter doch nur durch äussere Umstände - einen Einbruchsalarm bzw. eine
bereits ausgeräumte Wohnung - davon abhalten, die Delikte durchzuziehen. Dass
es in diesen beiden Fällen beim blossen Diebstahlsversuch blieb, kann daher nur
marginal zu Gunsten des Beschuldigten gewertet werden. Dass die Bande nur in
Liegenschaften einbrach, in denen sich zur Tatzeit niemand aufhielt, mindert das
Verschulden nur unwesentlich, diente dieses Vorgehen doch primär dazu, das
eigene Risiko, ertappt und verhaftet zu werden, zu vermindern. Das objektive
Tatverschulden wiegt somit auch im Rahmen der bandenmässigen Begehung
keinesfalls mehr leicht.
Zur subjektiven Tatschwere ist auszuführen, dass der Beschuldigte mit direktem
Vorsatz und aus rein finanziellen Interessen handelte. Dass er sich nur das Geld
für ein Flugticket für die Rückreise nach D._ zusammenstehlen wollte, ist,
wie bereits dargelegt, eine blosse Schutzbehauptung. Ihm ging es, wie seine
fortgesetzte Delinquenz belegt, vielmehr darum, eine möglichst grosse Beute zu
machen. Eine eigentliche finanzielle Notlage war ebenfalls nicht vorhanden; die
geltend gemachten Schulden von Fr. 50'000.– für die Renovation eines Hauses
(Prot. I S. 19) genügen hierfür jedenfalls nicht. Ebenso wenig liegen - entgegen
der Ansicht der Verteidigung (Urk. 67 S. 10) - Anhaltspunkte für eine verminderte
Schuldfähigkeit durch Drogenkonsum vor. Zwar machte der Beschuldigte in der
Untersuchung geltend, er habe ununterbrochen zwei Tage lang Drogen
konsumiert (Urk. 8/6 S. 21). Anlässlich der vorinstanzlichen Hauptverhandlung
und in einer anderen Einvernahme jedoch sagte er aus, er habe vor der Abfahrt in
Spanien bzw. zwei Tage vor der Verhaftung letztmals Drogen konsumiert (Urk.
8/3 S. 6; Prot. I S. 46). Eine eigentliche Drogensucht erwähnte er nicht. Seine
diesbezüglichen Aussagen sind somit widersprüchlich und ausweichend. Ohnehin
machte er nie geltend, sein Drogenkonsum habe solche Ausmasse angenommen,
dass seine Delinquenz als Beschaffungskriminalität anzusehen wäre. Die von der
Verteidigung angeführten Erinnerungslücken des Beschuldigten (Urk. 37 S. 5 ff.)
wiederum stellen entgegen ihrer Ansicht keine Anzeichen für eine diesen
zugrunde liegende Drogensucht dar, sondern sind vielmehr auf den Versuch des
Beschuldigten in der Untersuchung, seine Teilnahme an mehreren Delikten zu
bestreiten und generell seine Tatbeteiligung herunterzuspielen, zurückzuführen.
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Solche plumpen Schutzbehauptungen führen nicht dazu, an seiner
Zurechnungsfähigkeit zu zweifeln. Im Einklang mit der Vorinstanz ist daher
festzuhalten, dass es keinen Anlass gibt, ein Gutachten zur Schuldfähigkeit des
Beschuldigten anzuordnen.
Das subjektive Tatverschulden vermag folglich das objektive nicht zu relativieren.
Die von der Vorinstanz festgelegte Einsatzstrafe von 36 Monaten ist demnach
nicht zu beanstanden.
Auch ein Vergleich der Verschuldensbewertung mit den Mitangeschuldigten
B._ und C._ führt zu keinem anderen Ergebnis. Die Rollen aller
Tatbeteiligten waren gemäss ihren eigenen Angaben austauschbar (Prot. I S. 33).
So wurde das gestohlene Auto auf der Reise in die Schweiz von allen drei
Beschuldigten gelenkt (Prot. I S. 35, S. 43), die Kontrollschilder wurden vom
Beschuldigten und dem Mitbeschuldigten B._ gemeinsam ausgetauscht
(Prot. I S. 44) und die Tatobjekte gemeinsam beobachtet (Prot. I S. 54). Dass der
Mitbeschuldigte C._ bei den eigentlichen Einbrüchen meist Schmiere stand,
während der Beschuldigte – mit einer Ausnahme – immer in die jeweiligen
Objekte einbrach (Prot. I S. 45), wirkt sich ohnehin nicht zu seinen Gunsten aus,
da dies, wenn überhaupt, auf eine stärkere Tatbeteiligung des Beschuldigten,
sicherlich aber nicht auf eine geringfügigere, schliessen lassen würde. Bezüglich
des subjektiven Tatverschuldens ist festzuhalten, dass bei keinem der drei Täter
eine eigentliche Notlage oder eine verminderte Schuldfähigkeit vorliegt. Da die
Tatbeiträge aller drei Mittäter und das jeweilige objektive und subjektive
Tatverschulden nicht wesentlich voneinander abweichen, ist die von der
Vorinstanz festgelegte Einsatzstrafe von 36 Monaten für alle Beschuldigten
(Urk. 49 S. 18, Urk. 61/2/54 und Urk. 68 S. 24 f. im Verfahren SB160286) nicht zu
beanstanden (vgl. BGE 135 IV 191 E. 3.2. f.).
5. Diese verschuldensangemessene Strafe ist aufgrund von Umständen, die mit
der Tat grundsätzlich nichts zu tun haben, zu erhöhen oder herabzusetzen. Mass-
gebend hierfür sind im Wesentlichen täterbezogene Komponenten wie die
persönlichen Verhältnisse, Vorstrafen, Leumund, Strafempfindlichkeit und
Nachtatverhalten (Geständnis, Einsicht, Reue etc.; vgl. BSK StGB I-Wiprächtiger/
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Keller, Art. 47 N 120 ff; Trechsel/Affolter-Eijsten, Schweizerisches Strafgesetz-
buch, Praxiskommentar, 2. Aufl., Art. 47 StGB N 22 ff.).
6. Bezüglich der persönlichen Verhältnisse kann auf die diesbezüglichen
Ausführungen der Vorinstanz verwiesen werden (Urk. 49 S. 19 f.). Demnach
wurde der Beschuldigte in G._, D._, geboren und wuchs mit seiner
Familie im ... H._ [Ortschaft in D._] auf, wo er auch heute noch mit
seinem Bruder, seiner Mutter und seiner Ehefrau lebt. Er verdient dort als Kellner
ca. Euro 150.– im Monat und im Sommer durch Handel mit landwirtschaftlichen
Erzeugnissen noch ca. Euro 800.– dazu. Er gab an, er unterstütze seine kranke
Mutter. Heute ergänzte der Beschuldigte, seine Frau verdiene noch ca. Euro
110.– dazu. Seine Familie besitze Grundstücke, aber sonst verfüge er über kein
Vermögen und habe ca. Fr. 8‘000.– Schulden (Prot. II S. 15 f). Aus diesen
persönlichen Verhältnissen ergeben sich keine strafzumessungsrelevanten
Umstände.
7. Der Beschuldigte weist in der Schweiz keine Vorstrafen auf (Urk. 16/2).
Demgegenüber verfügt er gemäss Interpol-Auskunft unter dem Namen A1._
über zwei Vorstrafen in Italien. Mit Urteil des Kollegialgerichts Verona vom
29. November 2011 wurde er für Raub und Körperverletzung mit einer bedingten
Freiheitsstrafe von 2 Jahren und einer Geldstrafe von Euro 600.– bestraft. Mit Urteil
des Einzelgerichts Lodi vom 14. Dezember 2012 folgte eine bedingte
Freiheitsstrafe von 1 Jahr und 2 Monaten und eine Geldstrafe von Euro 500.–
wegen eines Einbruchdiebstahls (Urk. 16/3/1-2 und Urk. 30/1).
Der Beschuldigte bestritt konstant, dass er mit der verurteilten Person identisch
sei (Prot. I S. 20 ff. und S. 59 f.). Die Verteidigung macht diesbezüglich geltend,
die Auskunft von Interpol Roma über den Fingerabdruckabgleich (Urk. 25) könne
nicht gegen den Beschuldigten verwendet werden, da sie anonym und nicht
unterzeichnet sei (Urk. 37 S. 6). Ferner finde sich im Pass des Beschuldigten kein
Einreisestempel Italiens (Urk. 67 S. 9). Dem ist entgegenzuhalten, dass solche
Auskünfte, die praxisgemäss - im Gegensatz zu ausländischen Strafregister-
auszügen - nicht unterzeichnet sind, der freien Beweiswürdigung unterliegen. Im
vorliegenden Fall liegt aber nicht nur ein Fingerabdruckabgleich aus Italien vor,
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sondern zudem eine - wenn auch ebenfalls nicht unterzeichnete - Auskunft von
Interpol I._, wonach der Beschuldigte seinen Namen von A1._ in
A._ ändern liess (Urk. 3 S. 19, Urk. 6/5 und Urk. 7/3). Sowohl "A1._" als
auch "A._" weisen nicht nur den gleichen Vornamen, sondern auch die
gleiche Nationalität und das gleiche Geburtsdatum auf. In den Auskünften wird
ferner auf die erkennungsdienstlichen Daten (Fingerabdrücke, DNA) Bezug
genommen. Zudem stimmt die Nummer des anlässlich der Verhaftung des
Beschuldigten sichergestellten ... [des Staates D._] Reisepasses sowie sein
Wohnort mit denjenigen in der Meldung von Interpol I._ überein. Die
entsprechenden Anfragen und die Antworten wurden von den Unter-
suchungsbehörden dokumentiert. Hinweise darauf, die auf ein Versehen oder gar
eine bewusste Manipulation der Auskünfte zum Nachteil des Beschuldigten
hindeuten würden, liegen keine vor und werden auch nicht geltend gemacht. Die
von der Verteidigung erwähnten Widersprüche bezüglich der Frage, ob ein
Falschname oder eine Namensänderung vorliege (Urk. 37 S. 6), sind
unbeachtlich, da die Bezeichnung durch die untersuchenden Polizisten nicht
verbindlich ist. Der Hinweis auf fehlende Einreiseangaben nach Italien im aktuel-
len Pass des Beschuldigten vermag sich auch nicht zu seinen Gunsten auszuwir-
ken, da dem Beschuldigten nach seiner Namensänderung ein neuer Pass ausge-
stellt wurde und er sich damals illegal in Italien aufgehalten hatte. Zur Frage des
rechtlichen Gehörs hat sich bereits die Vorinstanz geäussert, auf deren
entsprechende Erwägungen vollumfänglich zu verweisen ist (Urk. 49 S. 21).
Zusammengefasst ist rechtsgenügend erstellt, dass der Beschuldigte mit der
unter dem Namen A1._ in Italien verurteilten Person identisch ist.
Die zwei teilweise einschlägigen und erst wenige Jahre zurückliegenden Vorstrafen
des Beschuldigten sind daher bei der Strafzumessung zu berücksichtigen und
erheblich straferhöhend zu werten (vgl. BGer 1B_88/2015 vom 7. April 2015 betr.
Verwertbarkeit ausländischer Vorstrafen).
8. Was das Nachtatverhalten angeht, so ist der Versuch des Beschuldigten, sich
der Verhaftung durch Flucht - zuerst im Auto, dann nach einem Unfall zu Fuss -
zu entziehen, im Einklang mit der Vorinstanz und entgegen der Ansicht der Ver-
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teidigung, wonach es sich lediglich um das Verlassen des Tatorts gehandelt habe
(Urk. 67 S. 10), als straferhöhend zu werten, allerdings nur äusserst leicht.
Die dem Beschuldigten von der Vorinstanz attestierte Einsicht und Reue (Urk. 49
S. 21) ist hingegen bei näherer Betrachtung nicht auszumachen. In seiner
Einvernahme vom 4. Mai 2015 bot der Beschuldigte zwar an, sich bei den
Geschädigten zu entschuldigen, wobei aber aufgrund des Umstandes, dass er die
Behörden unmittelbar darauf bat, ihn so schnell wie möglich nach Hause zu
schicken, offensichtlich ist, dass er dies nur tat, um möglichst schnell nach
D._ zu kommen (Urk. 8/4 S. 8). In der Einvernahme vom 27. Mai 2015
entschuldigte er sich zwar für seine Taten, versuchte aber gleichzeitig, seine
Verantwortung hierfür wieder zu relativieren, indem er erklärte, er sei zu den
Einbrüchen gezwungen worden und dies nur getan zu haben, um die Zinsen für
seinen Kredit zu zahlen. Gleichzeitig führte er an, er leide darunter, dass er
fremde Sachen beschädigt habe, er sei im Gefängnis dafür (Urk. 8/6 S. 20). Auch
aus seinen in der Haft verfassten Briefen geht klar hervor, dass der Beschuldigte
die Folgen seiner Taten einzig für sich und seine Familie bereut (Urk. 12/18).
Ebenso sind seine Aussagen in der vorinstanzlichen Befragung entweder auf sich
bezogen, indem er um Vergebung bittet (Prot. I S. 23), oder erscheinen als
einstudierte pathetische Phrasen, indem er sich bei allen, auch den Geschädigten
und dem ganzen Schweizer Volk, entschuldigte (Prot. I S. 47). Demnach liegt in
casu keine auch nur leicht strafmindernd zu berücksichtigende Einsicht und Reue
vor.
Bezüglich seines Geständnisses hat die Vorinstanz zutreffend und ausführlich
dargelegt, dass die Zugaben des Beschuldigten nur schleppend und unter dem
Druck des übrigen Beweisergebnisses, namentlich gestützt auf das
sichergestellte Diebesgut und die Aussagen seiner Mitbeschuldigten, erfolgten
(Urk. 49 S. 22 f.). Es ist offensichtlich, dass er sich konstant bemühte, seine
Delinquenz und seinen Tatbeitrag als so gering wie möglich darzustellen. So gab
er anlässlich der Verhaftung am 8. Februar 2015 zunächst an, er und seine
Mittäter hätten drei bis vier Einbrüche verübt (Urk. 8/1 S. 3). Als ihm in der
Hafteinvernahme am 10. Februar 2015 vorgehalten wurde, der Mitbeschuldigte
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B._ spreche von sieben oder acht Einbrüchen, erklärte der Beschuldigte
wörtlich, dann werde er sich diesem anschliessen (Urk. 8/2 S. 3). Anlässlich der
Einvernahme vom 5. Mai 2015 erklärte er, die Gruppe sei in drei bis vier Gebäude
eingebrochen, habe aber dort nichts gefunden, wohingegen sie in zwei, drei
anderen Gold und Geld gefunden hätten (Urk. 8/4 S. 10). Den Sachverhalt
gemäss Anklageschrift anerkannte er erst in der Schlusseinvernahme am
6. August 2015 (Urk. 8/7). Von einem Geständnis, dass die Untersuchung
erleichtert hätte, kann unter diesen Umständen keine Rede sein. Das Gegenteil
ist der Fall: Indem er wiederholt falsche Angaben zu den Hintergründen der Taten
und deren Vorbereitung machte und Erinnerungslücken vorschob (Urk. 8/1 S. 1 f.,
Urk. 8/2 S. 3 f., Urk. 8/4 S. 13-20; Prot. I S. 39-44), erschwerte der Beschuldigte
die Untersuchung vielmehr. Sein Geständnis ist daher nur geringfügig straf-
mindernd zu berücksichtigen.
Weitere Straferhöhungs- oder Strafminderungsgründe sind nicht ersichtlich.
Namentlich liegt keine besondere Strafempfindlichkeit vor, lebt seine kranke
Mutter doch seinen eigenen Angaben zufolge mit seinem Bruder und seiner
Ehefrau zusammen, weshalb davon auszugehen ist, dass deren Betreuung
gewährleistet ist.
9. Unter Berücksichtigung der erwähnten Strafzumessungsgründe ist die
Einsatzstrafe für die Einbruchdiebstähle gemäss Dossiers 1-11 um 6 auf 42
Monate Freiheitsstrafe zu erhöhen.
10. Wie bereits erwähnt, ist diese Einsatzstrafe in einem zweiten Schritt unter
Einbezug der anderen Straftaten in Anwendung des Asperationsprinzips
angemessen zu einer Gesamtstrafe zu erhöhen, wobei ebenfalls den jeweiligen
Umständen Rechnung zu tragen ist.
11. Vorliegend hat der Beschuldigte sich zusätzlich des Mitfahrens in einem
entwendeten Fahrzeug gemäss Art. 94 Abs. 1 lit. b SVG schuldig gemacht,
welche Bestimmung einen Strafrahmen von einem Tagessatz Geldstrafe bis drei
Jahren Freiheitsstrafe vorsieht. Wie bereits die Vorinstanz zur objektiven
Tatschwere zutreffend festhielt, hat er dieses Fahrzeug nicht nur vorübergehend,
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sondern für zwei ausgedehnte Diebestouren in der Schweiz benutzt. Zudem hat
er persönlich die Kontrollschilder durch gestohlene Schweizer Kontrollschilder
ersetzt und damit die Herkunft des Fahrzeuges verschleiert, was geeignet war,
dessen Auffinden zu erschweren. Verschuldenserschwerend ist zu
berücksichtigen, dass das Fahrzeug im Rahmen einer sorgfältig geplanten
Einbruchsserie als Transport- und Fluchtfahrzeug genutzt wurde. Subjektiv fällt
ins Gewicht, dass er mit direktem Vorsatz handelte. Es ist vor dem Hintergrund
des weiten Strafrahmens aber insgesamt von einem noch leichten Tatverschulden
auszugehen, wofür eine hypothetische Einsatzstrafe von 4 Monaten angemessen
erscheint.
Wie bereits erwähnt, sind die persönlichen Verhältnisse des Beschuldigten
strafzumessungsneutral zu werten. Aufgrund seiner Vorstrafen, seines
Nachtatverhaltens sowie der Tatsache, dass es ihm angesichts der Umstände
seiner Verhaftung unmöglich war, seine Beteiligung abzustreiten, was die
Bedeutung seines Geständnisses erheblich relativiert, ist die hypothetische
Einsatzstrafe für das Mitfahren in einem entwendeten Fahrzeug mit Verweis auf
die obigen Erwägungen bei 4 Monaten zu belassen.
12. Bei der Asperation ist das Verhältnis der einzelnen Taten untereinander, ihr
Zusammenhang, ihre grössere oder geringere Selbständigkeit sowie die
Gleichheit oder Verschiedenheit der verletzten Rechtsgüter und
Begehungsweisen zu beachten. Der Gesamtschuldbeitrag des einzelnen Delikts
wird dabei geringer zu veranschlagen sein, wenn die Delikte zeitlich, sachlich
oder situativ in einem engen Zusammenhang stehen (BGer 6B_323/2010, Urteil
vom 23. Juni 2010).
Da der Verstoss gegen das SVG eng mit den Einbruchsdelikten, für die das
entwendete Fahrzeug gebraucht wurde, zusammenhängt, würde sich vorliegend
eine Asperation der Strafe um 2 Monate zu einer Freiheitsstrafe von 44 Monaten
als gerechtfertigt erweisen. Einer entsprechenden Erhöhung des Strafmasses der
Vorinstanz steht jedoch das Verschlechterungsverbot gemäss Art. 391 Abs. 2
StPO im Wege.
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13. Die von der Vorinstanz ausgefällte Strafe erweist sich auch im Vergleich mit
der gegen den Mitbeschuldigten C._ ausgesprochenen und bereits
rechtskräftigen vorinstanzlichen Freiheitsstrafe von 42 Monaten (vgl. Urk. 61/2/54)
als angemessen. C._ beteiligte sich im höchstens gleichen Ausmass an den
verübten Taten, weist jedoch weitaus mehr und schwerwiegendere Vorstrafen
auf, ohne dass dies durch stärker zu gewichtende Strafminderungsgründe
ausgeglichen worden wäre. Auch die heute gegen den Mitbeschuldigten B._
auszufällende Strafe von 48 Monaten lässt die Bestrafung des Beschuldigten
nicht als unangemessen erscheinen, da diese Strafe nur aufgrund des
Verschlechterungsverbots nicht deutlich erhöht wurde.
14. Der Beschuldigte ist demnach mit einer Freiheitsstrafe von 42 Monaten zu
bestrafen. Daran anzurechnen sind bis und mit heute insgesamt 643 Tage
Untersuchungshaft und vorzeitiger Strafvollzug.
15. Der (teil)bedingte Strafvollzug fällt vorliegend von vorneherein ausser
Betracht, da eine Strafe von über 3 Jahren Freiheitsstrafe ausgesprochen wird
(vgl. Art. 42 und Art. 43 StGB).
IV. Kosten- und Entschädigungsfolgen
Der Beschuldigte unterliegt mit seiner Berufung vollumfänglich. Dementsprechend
sind ihm die Kosten des Berufungsverfahrens, ausgenommen diejenigen der
amtlichen Verteidigung, aufzuerlegen (Art. 428 Abs. 1 StPO). Die Kosten der
amtlichen Verteidigung sind auf die Gerichtskasse zu nehmen (Art. 426 Abs. 1
StPO). Eine Nachforderung gemäss Art. 135 Abs. 4 StPO bleibt vorbehalten.