# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** ba2d8f04-ae1f-412a-bac0-5ab806ef7b45
**Court:** SG_VGN
**Chamber:** SG_VGN_001
**Year:** 2017
**Language:** de
**Jurisdiction:** SG / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Das Verwaltungsgericht stellt fest:
A. B.Y. (geb. 2011) und A.Y. (geb. 2009) wohnen zusammen mit ihren Eltern C.Y. und
D.Y. an der K.-strasse 1 (K.-weg/L.-strasse) im Gebiet Z. in X. Am 9. Juli 2013 wies der
Schulrat der politischen Gemeinde X. das Gesuch der Eltern um unentgeltlichen
Transport in den Kindergarten für A.Y. ab mit der Begründung, der Schulweg gelte
aufgrund der Berechnungen des geltenden Transportreglements nicht als unzumutbar.
Da die Route des damaligen Schulbusses aber ohnehin durch das Gebiet Z. führte,
wurde A.Y. der dortige Zustieg während der Kindergartenzeit gegen eine
Kostenbeteiligung der Eltern von CHF 200 ermöglicht. Am 20. Mai 2016 wies der
Schulrat ein entsprechendes Gesuch für B.Y. und (erneut) A.Y. ebenfalls ab. Da der
Schulbus auf das Schuljahr 2016/2017 durch ein grösseres Modell ersetzt wurde und
seither nicht mehr ganztags via Z. verkehrt, wurde den Eltern gegen eine
Kostenbeteiligung die Mitbenutzung des Schulbusses durch B.Y. und A.Y. ab der
Haltestelle K.-brücke angeboten (vgl. act. 13/7 Protokollauszug vom 4. April 2016).
B. Mit Entscheid vom 29. Juli 2016 hiess die Rekursstelle Volksschule Q. den von den
Eltern gegen die Verfügung des Schulrats vom 20. Mai 2016 erhobenen Rekurs gut und

## Considerations

verpflichtete diesen, im Sinne der Erwägungen für B.Y. und A.Y. einen Transport vom
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Wohnort oder einer anderen zumutbaren Einstiegsstelle bis zum Kindergarten bzw.
Schulhaus einzurichten. Zur Begründung führte sie im Wesentlichen aus, der Weg von
B.Y. zum Kindergarten sowie der Schulweg von A.Y. seien mit einer Dauer von 31
Minuten bzw. 30 Minuten und einer maximalen Distanz von 1.41 km – für sich alleine
und ohne zusätzliche Gefahrenquellen betrachtet – aufgrund ihrer körperlichen und
geistigen Konstitution zwar von beiden ohne Einschränkung zurücklegbar; allerdings
führe die Kumulation diverser ländlicher und städtischer Gefahrenquellen dazu, dass
die Wege insgesamt als unzumutbar eingestuft werden müssten. Insbesondere in
Bezug auf Letztere sei zu berücksichtigen, dass die Kinder zum Zeitpunkt, an dem sie
mit diesen konfrontiert würden, bereits zwei Drittel der Wegstrecke zurückgelegt hätten
und deshalb nicht mehr über volle Aufmerksamkeit und Konzentrationsfähigkeit
verfügten. Dennoch hätten sie diverse komplexe Übergänge und Verkehrssituationen
zu bewältigen, wobei die Strassen oftmals weder einen Gehsteig noch einen
Fussgängerstreifen oder sonstige Bodenmarkierungen aufweisen würden. Eine
zuverlässige Gefahreneinschätzung mit adäquatem Reaktionsverhalten bilde sich bei
Kindern mit durchschnittlichem Entwicklungsgrad zudem erst in einem Alter von ca.
acht Jahren. Mit der bestehenden Gefahrensituation rund um ihre Wohnadresse –
namentlich den engen Strassenverhältnissen, dem streckenweise geltenden
Tempolimit von 80 km/h, dem landwirtschaftlichen Verkehr sowie der unübersichtlichen
Kuppe im Bereich der Gabelung K.-/M.-strasse – seien die beiden Kinder wohl vertraut,
weswegen ihnen deren Bewältigung grundsätzlich zugemutet werden könne. Als
problematisch sei diesbezüglich jedoch die nicht ausreichende Strassenbeleuchtung zu
betrachten, welche die Gefahrensituation in den Wintermonaten mit schlechten
Sichtverhältnissen (Dunkelheit, Nebel, Regen, Schnee) dadurch verschärfe, dass
einerseits B.Y. und A.Y. übersehen werden könnten und andererseits ein Angstfaktor
bei den Kindern zu Verunsicherung und Verängstigung führen könne. In
Übereinstimmung mit den Eltern sei den Kindern der gesamte Schulweg nicht vor Ende
der zweiten Primarklasse zuzumuten. Der vom Schulrat vorgeschlagene Zustieg an der
Haltestelle K.-brücke falle sodann ausser Betracht, da dieser Weg nach der
gemeinsamen Begehung von allen Beteiligten als unzumutbar erachtet worden sei.
C. In Vertretung der politischen Gemeinde X. (Beschwerdeführerin) erhob der Schulrat
gegen den am 18. August 2016 versandten Entscheid der Rekursstelle Volksschule Q.
(Vorinstanz) mit Eingabe vom 26. August 2016 und Ergänzung vom 25. Oktober 2016
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Beschwerde beim Verwaltungsgericht mit dem Antrag, der vorinstanzliche Entscheid
sei kostenfällig aufzuheben.
Die Vorinstanz verzichtete – unter Verweis auf ihre Erwägungen im angefochtenen
Entscheid – am 9. November 2016 auf eine Stellungnahme. Die Beschwerdegegner
liessen sich mit Eingabe vom 2. Dezember 2016 vernehmen und beantragten
sinngemäss die Abweisung der Beschwerde.
Auf die Ausführungen der Verfahrensbeteiligten zur Begründung ihrer Anträge und die
Akten wird – soweit für die Entscheidfindung wesentlich – in den Erwägungen
eingegangen.
Darüber zieht das Verwaltungsgericht in Erwägung:
1.
1.1. Das Verwaltungsgericht ist zum Entscheid in der Sache zuständig (Art. 59 Abs. 1
des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege, sGS 951.1, VRP). Die
Beschwerdeführerin ist zur Erhebung des Rechtsmittels befugt (Art. 64 in Verbindung
mit Art. 45 Abs. 1 VRP; vgl. Cavelti/Vögeli, Verwaltungsgerichtsbarkeit im Kanton St.
Gallen, 2. Auflage 2003, Rz. 447). Die Beschwerde wurde mit Eingabe vom 26. August
2016 rechtzeitig erhoben und entspricht, zusammen mit der Ergänzung vom 25.
Oktober 2016, in formeller und inhaltlicher Hinsicht den gesetzlichen Anforderungen
(Art. 64 in Verbindung mit Art. 47 Abs. 1 und Art. 48 Abs. 1 und 2 VRP). Auf die
Beschwerde ist deshalb – unter nachfolgenden Vorbehalten – einzutreten.
1.2. Kein beim Verwaltungsgericht anfechtbarer Entscheid liegt hinsichtlich der
genauen Modalitäten des Schülertransports – insbesondere der konkreten
Einstiegsstelle – vor. Da die Vorinstanz die Angelegenheit zur Festlegung einer
zumutbaren Einstiegsstelle im Sinne ihrer Erwägungen an die Beschwerdeführerin
zurückgewiesen hat, wurde darüber noch nicht abschliessend entschieden.
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Selbst wenn aber – aufgrund des geringen Spielraums, welcher der
Beschwerdeführerin angesichts der vorinstanzlichen Ausführungen dabei noch
verbleibt – über diese Frage vorliegend zu entscheiden wäre, gilt es festzuhalten, dass
die Beschwerdeführerin selber vorbringt, der Schulbus könne an der M.-strasse vor der
Rollbrücke sicher wenden und ein morgendlicher Zustieg an der Verzweigung K.-/M.-
strasse (Z.) in den Wintermonaten sei für B.Y. möglich (vgl. act. 9 Ziff. 7 Punkt 3 und 4).
Diese Lösung – wie auch der ebenfalls vorgeschlagene Transport ab der Kreuzung P.-/
O.-strasse in der übrigen Zeit – liegt durchaus in dem von der Vorinstanz vorgegebenen
Rahmen. Unbeachtlich wäre das Vorbringen der Beschwerdegegner, dass ein
jederzeitiger Zu- und Ausstieg an der Verzweigung K.-/M.-strasse B.Y. mehr
Kontinuität und klare Orientierungspunkte bieten würde (vgl. act. 16 Punkt 2): Da die
Vorinstanz explizit ausführte, dass je nach Jahreszeit variierende Einstiegsstellen
möglich bzw. gar notwendig sind (vgl. angefochtener Entscheid E. 5g), hätte ein dem
entgegenstehender Antrag – sofern die Ausführungen der Beschwerdegegner
dahingehend zu verstehen sind – mit eigenem Rechtsmittel geltend gemacht werden
müssen (vgl. E. 1.3 hiernach). A.Y. hingegen besucht ab nächstem Herbst die 3.
Primarklasse und kann von da an nach Ansicht der Beschwerdegegner den Schulweg
ganzjährig selbständig bewältigen (vgl. act. 13/7 Antrag Schülertransport). Allfällige
winterliche Gefahren wären deshalb bei Festlegung der Einstiegsstelle für ihn nicht
mehr zu beachten.
1.3. Weiter ist festzuhalten, dass die Vorinstanz die Transportberechtigung von B.Y.
und A.Y. über den Mittag bereits verneint hat (vgl. angefochtener Entscheid E. 4c) und
der Entscheid diesbezüglich nicht beanstandet wurde. Der sinngemässe Antrag der
Beschwerdegegner, es sei den Kindern zur Wahrung des traditionellen Familienbildes
auch ein Transport am Mittag zu gewährleisten (vgl. act. 16 Punkt 2), stellt eine nach st.
gallischem Verwaltungsverfahrensrecht unzulässige Anschlussbeschwerde dar und
kann deshalb nicht berücksichtigt werden (vgl. VerwGE B 2015/14 vom 20. Januar
2017 E. 1, B 2014/99 vom 28. Juni 2016 E. 3.2, www.gerichte.sg.ch; Cavelti/Vögeli,
a.a.O., Rz. 640). Ein solches Begehren hätten die Beschwerdegegner mittels eigener
Rechtsmittelerhebung geltend machen müssen. Das Verwaltungsgericht darf nämlich
nicht über die Begehren der Beschwerdeführerin hinausgehen und die angefochtene
Verfügung oder den angefochtenen Entscheid nicht zu deren Nachteil ändern (Art. 63
VRP).
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2. Umstritten ist somit einzig, ob der Schulweg vom Wohnhaus der Beschwerdegegner
zum Primarschulhaus Dorf für den siebenjährigen A.Y. – welcher gegenwärtig die
zweite Primarklasse besucht – bzw. der Weg vom Wohnhaus der Beschwerdegegner
zum Kindergarten N. für die fünfjährige B.Y. unzumutbar ist und die Kinder deshalb
einen Anspruch auf unentgeltlichen Schülertransport haben.
Da sich die beiden Wege sowohl hinsichtlich der zurückzulegenden Distanz als auch
der Gefahrensituation nur unwesentlich unterscheiden und bei Verneinung der
Zumutbarkeit für A.Y. dasselbe auch für die jüngere B.Y. gelten muss, kann in den
nachfolgenden Erwägungen vorerst auf separate Ausführungen zur Situation von B.Y.
verzichtet werden.
2.1. Da die Vorinstanz keine richterliche Behörde ist (vgl. VerwGE B 2016/200 vom 20.
Januar 2017 E. 3, www.gerichte.sg.ch), sind nach Massgabe von Art. 110 des
Bundesgesetzes über das Bundesgericht (SR 173.110; BGG) auch die von den
Beteiligten im Laufe des Beschwerdeverfahrens eingereichten zusätzlichen
Ausführungen und Beweismittel zum Sachverhalt zu berücksichtigen (vgl. BGE 135 II
369 E. 3.3).
2.2. Gemäss Art. 20 lit. a des Volksschulgesetzes (sGS 213.1, VSG) sorgen die
Schulgemeinden für den Transport von Schülerinnen und Schülern mit unzumutbarem
Schulweg. Ein Anspruch auf zumutbaren Schulweg oder Transport bzw. Übernahme
der Transportkosten bei unzumutbarem Schulweg ergibt sich im Übrigen auch
unmittelbar aus Art. 19 der Bundesverfassung (SR 101, BV; vgl. BGE 133 I 156 E. 3.1
mit Hinweisen).
Die Frage, ob ein Schulweg als zumutbar oder unzumutbar gilt, stellt – entgegen der
Auffassung der Vorinstanz und der Beschwerdeführerin – keine Ermessensfrage dar.
Vielmehr handelt es sich bei dem Begriff der «Zumutbarkeit» nach Art. 20 lit. a VSG um
einen unbestimmten Rechtsbegriff. Dessen Handhabung durch die
rechtsanwendenden Behörden unterliegt als Rechtsfrage der freien Überprüfung durch
das Verwaltungsgericht (Art. 61 Abs. 1 VRP).
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2.3. Die Zumutbarkeit eines Schulwegs ist gestützt auf eine Würdigung der
Gesamtumstände im konkreten Einzelfall zu beurteilen. Insbesondere sind die Person
des Schülers (Alter, Entwicklungsstand, Gesundheit), die Art des Schulwegs – mithin
die physische Beanspruchung (Distanz, Marschzeit, Höhenunterschied, Beschaffenheit,
Witterungsverhältnisse) sowie die kognitive und emotionale Beanspruchung
(Angstfaktoren wie Tiere, Wälder, Dunkelheit, Gewitter, usw.) des Kindes – und die sich
daraus ergebende Gefährlichkeit zu berücksichtigen. Ausser Acht zu bleiben hat, ob
ein Weg subjektiv als lang, schlecht begehbar oder gefährlich empfunden wird;
abzustellen ist einzig auf objektivierte Kriterien (vgl. GVP 2014 Nr. 1; GVP 2008 Nr. 7
mit Hinweis auf BGer 2P.101/2004 vom 14. Oktober 2004 E. 4.1; S. Horvath, Der
verfassungsmässige Anspruch auf einen zumutbaren Schulweg, in: ZBl 108/2007, S.
655 f.).
Aus dem Dargelegten ergibt sich bereits, dass die Beurteilung der Zumutbarkeit eines
Schulwegs naturgemäss nur beschränkt einer zahlenmässigen Berechnung mittels
einer starren Excel-Tabelle zugänglich ist. Sofern die Beschwerdeführerin zur
Begründung ihrer Beschwerde pauschal auf das von ihr erlassene Transportreglement
mit integrierter Berechnungstabelle verweist, wonach A.Y. nicht transportberechtigt sei,
so ist festzuhalten, dass dies – in Anbetracht der Tatsache, dass die 11
berücksichtigten Punkte durchaus eine gewisse Parallelität zu einigen von der Lehre
und Rechtsprechung entwickelten Beurteilungskriterien aufweisen – wohl ein
zweckmässiges Instrument zur groben Abgrenzung zwischen zu- und unzumutbaren
Schulwegen sein kann, im Einzelfall aber eine umfassendere Würdigung der konkreten
Begebenheiten nicht zu ersetzen vermag.
2.3.1. Unumstritten ist zu Recht, dass der vorliegende Schulweg ohne gravierende
Höhenunterschiede – bei Ausserachtlassung der Gefahrensituation – alleine aufgrund
der Distanz von rund 1.45 km (gemessen auf www.geoportal.ch) und einer
durchschnittlichen Marschzeit von 30 Minuten A.Y. grundsätzlich noch zugemutet
werden kann (vgl. dazu auch die Rechtsprechungsübersicht bei Horvath, a.a.O., S.
649-651).
2.3.2. Die Beschwerdeführerin rügt vorab eine Verletzung des Rechtsgleichheitsgebots
(Art. 8 BV). Die Vorinstanz habe in ihrem Entscheid den älteren A.Y. ohne ersichtlichen
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Grund gleich behandelt wie seine jüngere Schwester B.Y. und dabei der
unterschiedlichen persönlichen Entwicklung der beiden Kinder keine Rechnung
getragen. Immerhin habe schon beobachtet werden können, wie A.Y. den angeblich
gefährlichen Schulweg mit dem Fahrrad problemlos bewältigt habe.
2.3.2.1. Die Vorinstanz führte in ihren Erwägungen aus, eine zuverlässige
Gefahreneinschätzung und ein adäquates Reaktionsverhalten würden sich bei Kindern
mit durchschnittlichem Entwicklungsgrad in einem Alter von ca. acht Jahren bilden.
Deswegen sei davon auszugehen, dass auch der siebenjährige A.Y. noch nicht
vollständig in der Lage sei, Geschwindigkeiten von Fahrzeugen und davon ausgehende
Gefahren zuverlässig abzuschätzen. Nach Erreichen dieser Altersgrenze würde sich die
Gefährlichkeit des Wegs wesentlich reduzieren (vgl. angefochtener Entscheid E. 5c).
2.3.2.2. Eine allgemeingültige Aussage darüber, ab wann genau ein Kind über die
entsprechenden Voraussetzungen (sensorische Wahrnehmung, Motorik, kognitive
Fähigkeiten) für ein verkehrssicheres Verhalten verfügt, kann kaum getroffen werden.
Die Einschätzung der Vorinstanz liegt jedoch durchaus im Rahmen des
diesbezüglichen verkehrs- und entwicklungspsychologischen Erkenntnisstandes. Eine
sichere Teilnahme am Strassenverkehr mit dem Fahrrad wird Kindern gar erst deutlich
später zugetraut (vgl. A. Uhr, Entwicklungspsychologische Grundlagen: Überblick und
Bedeutung für die Verkehrssicherheit, Bern 2015, www.bfu.ch; Horvath, a.a.O., S. 649,
S. 658 f., S. 661). Inwiefern in Bezug auf A.Y. konkret von einem anderen Sachverhalt
auszugehen wäre, legt die Beschwerdeführerin nicht dar; die blosse – und nicht weiter
belegte – Behauptung, dieser sei schon mit dem Fahrrad auf dem Schulweg
beobachtet worden, genügt nicht. Der Vorinstanz kann folglich nicht vorgeworfen
werden, sie habe zu wenig Rücksicht auf die persönliche Entwicklung von A.Y.
genommen. Eine rechtsungleiche Anwendung von Art. 20 lit. a VSG ist sodann auch
nicht dargetan mit der pauschalen – und ebenfalls nicht weiter belegten – Aussage der
Beschwerdeführerin, dass andere Kinder im Alter von A.Y., deren Schulweg ebenfalls
auf der P.-strasse verläuft, auch nicht transportberechtigt seien.
2.3.3. Weiter bestreitet die Beschwerdeführerin in diversen Punkten die
vorinstanzlichen Feststellungen zu den städtischen und ländlichen Gefahren, die A.Y.
auf seinem Schulweg zu bewältigen habe.
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Bei der Beurteilung der Gefährlichkeit des Weges spielt das subjektive Empfinden eine
erhebliche Rolle, was deren Objektivierung erschwert. Immerhin gelten Strassen ohne
Gehsteig, insbesondere enge Durchgangsstrassen mit Schwerverkehr oder
unübersichtlichen Kurven, Übergänge über belebte Strassen ohne Lichtsignale,
Fussgängerstreifen und dergleichen, wie auch das Passieren von Ein- und Ausfahrten,
Baustellen oder Parkplätzen als gefährlich (vgl. H. Plotke, Schweizerisches Schulrecht,
2. Aufl. 2003, S. 228 f.; Horvath, a.a.O., S. 652 f., S. 656 f.).
2.3.3.1. Der erste – ländlich geprägte – Streckenabschnitt des zur Diskussion
stehenden Schulwegs mündet in einer Entfernung von weniger als 100 Metern (alle
Distanzen gemessen auf www.geoportal.ch) vom Wohnhaus der Beschwerdegegner
bei der Gabelung K.-/M.-strasse in die P.-strasse. In diesem Bereich befindet sich eine
Kuppe, welche allerdings nach vorinstanzlicher Feststellung nicht so hoch ist, dass die
Kinder dahinter nicht gesehen werden können. Dass die Fahrzeuge an dieser Stelle –
wie von der Beschwerdeführerin auch bestritten wird – tatsächlich abheben, darf
durchaus bezweifelt werden (vgl. act. 13/11). Danach verläuft der Weg ca. 820 Meter
entlang der P.-strasse. Während auf den ersten rund 85 Metern der Gemeindestrasse
zweiter Klasse noch ein Tempolimit von 80 km/h gilt, beträgt die zulässige
Höchstgeschwindigkeit im Übrigen 50 km/h. Die Strassenverhältnisse gestalten sich
zwar übersichtlich, aber eng und mit beschränkten Ausweichmöglichkeiten. Der
landwirtschaftliche Verkehr stellt dabei zwar eine gewisse Gefahr dar; jedoch ist
aufgrund des geraden und ebenen Streckenverlaufs sowie der reflektierenden
Schulkleidung mit der Vorinstanz davon auszugehen, dass die Kinder von den
Fahrzeuglenkern allgemein genügend weit im Voraus wahrgenommen werden können.
Letztere sind zudem ohnehin angehalten, mit Licht zu fahren und bei schlechteren
Sichtverhältnissen ihre Geschwindigkeit entsprechend anzupassen (Art. 32 Abs. 1 und
41 Abs. 1 des Strassenverkehrsgesetzes, SR 741.01, SVG, in Verbindung mit Art. 4 und
30 der Verkehrsregelnverordnung, SR 741.11, VRV). Trotzdem stellt die morgendliche
Dunkelheit in der Winterzeit – bis auf Höhe P.-strasse 02 wird die Strasse von lediglich
drei Strassenlampen beleuchtet – einen risikoerhöhenden Faktor dar. Ob diese (nicht
zwingend vollständige) Dunkelheit bei A.Y. tatsächlich Ängste und Unsicherheiten
auszulösen vermag, kann vorliegend nicht beurteilt werden; dies wird von der
Beschwerdeführerin allerdings auch nicht bestritten. Nachvollziehbar legt diese dafür
dar, dass die Schneeräumung auf der P.-strasse aufgrund des um 06:35 Uhr (aktuell:
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06:30 Uhr, vgl. www.postauto.ch) einsetzenden Postautoverkehrs nach R.-V. bereits
abgeschlossen sein muss bis zum Zeitpunkt, an dem sich A.Y. von zu Hause auf den
Weg in die Schule begeben muss. Die Schneeräumfahrzeuge sind deshalb – zumindest
am Morgen – nicht als zusätzliche Gefahrenquelle zu betrachten. Zum
Verkehrsaufkommen auf der P.-strasse hielt die Vorinstanz fest, diese sei «im Morgen-
und Mittagsverkehr regelmässig und verhältnismässig gut frequentiert». Die
Beschwerdeführerin bringt dagegen vor, das Verkehrsaufkommen sei «deutlich
geringer», und reicht dazu eigene Aufzeichnungen ein, bei welchen an drei Tagen im
August über den Zeitraum von 20-30 Minuten, in dem sich A.Y. jeweils am Morgen und
am Mittag auf dem Weg zur Schule bzw. nach Hause befand, im Schnitt rund 8
Fahrzeuge gezählt wurden (vgl. act. 10/4). Insgesamt ist davon auszugehen, dass es
auf der P.-strasse zwar vereinzelt, aber immerhin mit einer gewissen Regelmässigkeit,
zu Begegnungen zwischen Fahrzeugen und Schulkindern kommt. Soweit die
Beschwerdeführerin vorbringt, A.Y. könne den Schulweg auf den ersten 250 Metern
zusammen mit B.Y. und dem ebenfalls jüngeren Nachbarskind E.J. begehen, wobei
sich ihnen nach wenigen Minuten weitere Kinder anschliessen würden, so ist
anzumerken, dass sich Gruppenbildung bei Kindern in Bezug auf den Strassenverkehr
nicht zwingend gefahrmindernd auswirkt, da diese dadurch auch leichter abgelenkt
sind (vgl. Horvath, a.a.O., S. 649). Potentielle Angstfaktoren, wie vorliegend die
morgendliche Dunkelheit, können damit hingegen reduziert werden.
Vom Rand des Dorfkerns sind es noch ca. 560 Meter bis zum Schulhaus. Die P.-
strasse geht nun in die S.-strasse über und kreuzt sich sogleich mit der T.-strasse.
Dieser Knotenpunkt verfügt weder über einen Gehsteig noch Bodenmarkierungen.
Aufgrund der Mauer und der dichten Bepflanzung entlang der rechten Strassenseite
sind von rechts kommende Fahrzeuge zudem erst spät erkennbar. Nur wenige Meter
weiter gilt es die U.-strasse – die Hauptverkehrsachse in Richtung R. – zu überqueren.
Diese verfügt zwar über einen Fussgängerstreifen samt Mittelinsel, jedoch über kein
Lichtsignal. Mit der Vorinstanz ist dazu festzuhalten, dass A.Y. an dieser Stelle nicht
bloss die Fahrzeuge auf der U.-strasse mit einer Maximalgeschwindigkeit von 50 km/h
im Auge zu behalten hat, sondern zugleich auch etwaige – immerhin nicht
vortrittsberechtigte – Fahrzeuge in seinem Rücken, die von der S.-strasse nach rechts
auf die U.-strasse abbiegen. Nach der Überquerung führt der Schulweg sodann auf die
W.-strasse und mittig durch die zahlreichen Parkplätze des Coop-Einkaufszentrums.
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Da dieses an den Wochentagen jeweils von 08:00 – 19:00 Uhr durchgehend geöffnet
ist (vgl. www.coop.ch Standorte & Öffnungszeiten), ist davon auszugehen, dass die
Parkplätze zumindest auf dem Heimweg von A.Y. gut frequentiert sind. Dass diese
Gefahrenquelle allenfalls dadurch umgangen werden könnte, indem der Schulweg
alternativ ein Stück weiter entlang der S.-strasse – welche ihrerseits über einen
Gehsteig verfügt – und anschliessend über den verkehrsfreien Platz bei der Kirche
geführt wird, wird von der Beschwerdeführerin nicht vorgebracht. Folglich ist auch die
Überquerung der W.-strasse beim Einbiegen auf die G.-strasse als zusätzliche
Gefahrenquelle zu betrachten, da diese Kreuzung weder einen Fussgängerstreifen
noch sonstige Bodenmarkierungen aufweist. Das gleiche gilt bei der anschliessenden
Überquerung der E.-strasse auf der Höhe F.-strasse, auf welcher A.Y. – gemäss
unbestritten gebliebener Feststellung der Vorinstanz – weitere rechtwinklig
angeordnete Parkplätze passieren muss, bevor er schliesslich auf das Schulareal
gelangt (vgl. zum Ganzen auch www.maps.google.com Streetview).
2.3.3.2. Die Gefahrensituation auf dem ländlichen Streckenabschnitt alleine ist zwar
nicht unbeachtlich, lässt den vorliegenden Schulweg für einen Schüler der zweiten
Primarklasse – über das ganze Jahr gesehen – jedoch noch nicht als unzumutbar
erscheinen. Mit der Vorinstanz ist davon auszugehen, dass A.Y. mit den Verhältnissen
rund um das Wohnhaus der Beschwerdegegner und insbesondere dem
landwirtschaftlichen Verkehr vertraut ist. Aufgrund der guten Übersicht auf der P.-
strasse ist A.Y. für die Fahrzeuglenker weit im Voraus erkennbar. Die engen
Strassenverhältnisse haben zudem auch zur Folge, dass es den Fahrzeuglenkern –
trotz anfänglich geltendem Tempolimit von 80 km/h – obliegt, ihre Geschwindigkeit
entsprechend anzupassen (vgl. E. 2.3.3.1 hiervor). Eine zusätzliche Sicherheit könnten
diesbezüglich beispielsweise die von der Beschwerdeführerin vorgeschlagenen
Polizeikontrollen zum Schulstart sowie eine Strassentafel mit dem Hinweis auf
Schulkinder bieten. Ob die morgendliche Dunkelheit in den Wintermonaten zu einer
anderen Beurteilung führen muss, kann angesichts der nachfolgenden Erwägungen
offenbleiben, da vorliegend einzig die Zumutbarkeit des gesamten Schulwegs zur
Diskussion steht (vgl. E. 1.2 hiervor).
Problematischer erscheint der Schulweg hingegen, wenn die verkehrsbedingten
Gefahren rund um das Dorfzentrum mitberücksichtigt werden. Nachvollziehbar sind die
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– unbestritten gebliebenen – Bedenken der Vorinstanz, dass die Aufmerksamkeit und
Konzentrationsfähigkeit bei Kindern im Alter von A.Y. nach rund 20 Minuten Gehzeit
nachlassen kann. Ebenfalls ist zu bedenken, dass sich A.Y. an die städtischen
Gefahren nicht gleichermassen gewohnt ist wie an die ländlichen rund um sein
Zuhause. Vor diesem Hintergrund, und unter Berücksichtigung des durchschnittlichen
Entwicklungsstandes eines siebenjährigen Kindes (vgl. E. 2.3.2 hiervor), sind das
Passieren etlicher Parkplätze beim Coop-Einkaufszentrum auf der W.-strasse – welche
über keinen Gehsteig verfügt – sowie auf der F.-strasse als gefährlich einzustufen.
Dasselbe gilt für das Überqueren der drei Knotenpunkte (P.-/T.-strasse, S.-/U.-strasse
und E./F.-strasse). Dabei ist hervorzuheben, dass es sich bei der U.-strasse um eine
Kantonsstrasse handelt, bei der – trotz der nicht weiter belegten Aussage der
Beschwerdeführerin, wonach X. nur wenig Pendlerverkehr kenne – angesichts der
Tatsache, dass diese als Hauptverkehrsachse in das Ski- und Wandergebiet R. dient,
von einem stetigen – wenn auch nicht übermässigen – Verkehrsaufkommen
auszugehen ist. Die anderen beiden Übergänge sind zwar weniger gut frequentiert,
stellen aber aufgrund der Absenz jeglicher Art von Bodenmarkierungen oder
Gehsteigen auch für einen Schüler der zweiten Primarklasse noch eine erhebliche
Herausforderung dar (vgl. dazu auch die Rechtsprechungsübersicht bei Horvath,
a.a.O., S. 652).
2.3.3.3. Zusammenfassend erscheint der vorliegende Schulweg – angesichts mehrerer
wesentlicher Gefahrenquellen und der nicht gänzlich unerheblichen Distanz – in seiner
Gesamtheit für einen Schüler der zweiten Primarklasse nicht zweifelsfrei zumutbar. Die
Beurteilung der Vorinstanz im Fall von A.Y. ist deshalb noch vertretbar und steht somit
für die jüngere B.Y. ausser Frage. Die Beschwerde ist folglich abzuweisen.
Die Beschwerdeführerin ist angehalten, die konkreten Modalitäten des
Schülertransports von B.Y. und A.Y. im Sinne der beiden Rechtsmittelentscheide
festzulegen. Entgegen ihrer Befürchtung haben die festgestellten städtischen Gefahren
allerdings keineswegs zur Folge, dass sogleich alle Kinder bis kurz vor das Schulhaus
transportiert werden müssen. Da die Zumutbarkeit eines Schulweges stets in
Würdigung der konkreten Gesamtumstände zu beurteilen ist, kann unter Umständen
einem gleichaltrigen, im Dorfkern wohnhaften Kind – beispielsweise aufgrund einer
besseren Vertrautheit mit den verkehrsbedingten Gefahren und einer kürzeren
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Gehdistanz – die Transportberechtigung abgesprochen werden. Schliesslich bleibt es
der Beschwerdeführerin auch nicht unbenommen, solche Gefahrenquellen durch
geeignete Massnahmen (raum)planerischer, verkehrstechnischer oder
organisatorischer Art zu entschärfen.
3. (...).
(...).