# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 3d4d508b-8f76-4ee0-855d-ee384dcfd33f
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2014
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1963, bez
ieht seit dem
1.
Juni 2008 eine
auf einem
Invali
ditätsgrad
von 4
6
%
beruhende
Viertelsrente
der
Invalidenversicherung
(vgl.
Urteil des hiesigen Gerichts vom 2
0.
März 2012 im Verfahren IV.2010.00710,
Urk. 3/
11
) und meldete sich am 2
3.
November 2012 zum Bezug von Zusatzleis
tungen zu seiner Invalidenrente an (Urk. 7/
12
).
Mit Verfügung vom 1
5.
Mai 2013 (
Urk.
7/5) wurde der Anspruch auf
Ergänzungs
leistungen
ab dem
1.
Januar 2013 auf
Fr.
740.-- pro Monat festge
legt.
Infolge Anpassung des Mietzinses wurde m
it Verfügung vom 2
8.
Mai 2
013 (
Urk.
7/4)
der Anspruch auf Ergänzungsleistungen rückwirkend ab dem 1.
Januar 2013 auf
Fr.
1‘397.
--
erhöht.
Gegen diese Verfügung erho
b der Versicherte
am
2
5.
Juni
2013 Einsprache (
Urk. 7/3 =
Urk.
3
/
3
),
wobei er
die
Höhe seines Invalideneinkommens bei der Berechnung des Invaliditätsgrades durch die IV-Stelle rügte.
Die Einsprache wurde von der Durchführungsstelle mit
Ein
spracheentscheid
vom
1
1
.
Juli 2013
abgewiesen (Urk. 2).
2.
Gegen den
Einspracheentscheid
vom 1
1
.
Juli
2013 (Urk. 2) erhob der Versi
cherte am
9
.
August
2013 Beschwerde (Urk. 1) und beantragte
sinngemäss
,
die Höhe der Invalidenrente sei gestützt auf die korrekt ermittelten Validen- und
Invalidenein
kommen
neu zu berechnen.
Mit Beschwerdeantwort vom 1
9
.
September
2013 beantragte die
Beschwerde
geg
nerin
die Abweisung der Beschwerde (Urk. 6
), was dem Beschwerdeführer am 25
.
September
2013 zur Kenntnis gebracht wurde (U
rk. 8
).
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Gemäss Art. 2 Abs. 1 des Bundesgesetzes über Ergänzungsleistungen zur
Al
ters
, Hinterlassenen- und Invalidenversicherung (ELG) haben Personen An
spruch
auf Ergänzungsleistungen
zur Deckung ihres Existenzbedarfs
, wenn sie
die Vo
r
aus
setzungen
nach den Art. 4-6 ELG
erfüllen.
Die Ergänzungsleistungen bestehen aus der jährlichen Ergänzungsleistung, wel
che monatlich ausbezahlt wird (Art. 3 Abs. 1
lit
. a ELG), und aus der Vergütung von Krankheits- und Behinderungskosten (Art. 3 Abs. 1
lit
. b ELG). Die jährliche Ergänzungsleistung hat dem Betrag zu entsprechen, um den die anerkannten Ausgaben die anrechenbaren Einnahmen übersteigen (Art. 9 Abs. 1 ELG).
1.2
Als anerkannte Ausgaben gelten bei Personen, die zu Hause wohnen, ein Betrag für den allgemeinen Lebensbedarf (Art. 10 Abs. 1
lit
. a ELG), der Mietzins einer Wohnung und die damit zusammenhängenden Nebenkosten (Art. 10 Abs. 1
lit
.
b ELG) sowie die zu entrichtenden Beiträge an die Sozialversicherungen des Bundes (Art. 10 Abs. 3
lit
. c ELG) und ein jährlicher Pauschalbetrag für die obligatorische Krankenpflegeversicherung (Art. 10 Abs. 3
lit
. c und d ELG).
1.
3
Als Einnahmen anzurechnen sind nebst den Erwerbseinkünften in Geld oder Na
tu
ralien
(Art. 11 Abs. 1
lit
. a ELG)
Einkünfte aus beweglichem oder unbe
weg
lichem Vermögen (Art. 11 Abs. 1
lit
. b ELG), Renten und Pensionen sowie an
dere wiederkehrende Leistungen, einschliess
lich Renten der AHV und IV
(Art. 11 Abs. 1
lit
. d ELG
), ein Fünfzehntel des Reinvermögens, soweit es bei alleinste
henden Personen Fr. 37'500.- übersteigt (Art. 11 Abs. 1
lit
. c ELG) und gemäss Art. 11 Abs. 1
lit
. g ELG auch die Einkünfte und Vermö
genswerte, auf die die ansprechende Person verzichtet hat (vgl. auch
Rz
3411.01 der Wegleitung des Bundesamtes für Sozialversicherungen über die
Er
gänzungsleistungen
zur AHV und IV; WEL).
1.
4
Gemäss Art. 14a Abs. 1 der Verordnung über Ergänzungsleistungen (ELV) wird Invaliden als Erwerbseinkommen grundsätzlich der Betrag angerechnet, den sie im massgebenden Zeitabschnitt tatsächlich verdient haben.
Ausgehend davon, dass Teilinvalide über eine Resterwerbsfähigkeit verfügen, wird angenommen, dass deren Nichtausübung eine Verletzung der
Schaden
minderungspflicht
darstellt. Zur Vereinfachung des Verfahrens wird vermutet, dass es dem
teilinvaliden
Versicherten möglich und zumutbar ist, im Rahmen des von der IV-Stelle festgestellten verbliebenen Leistungsvermögens die in Art. 14a Abs. 2 ELV festgestellten Grenzbeträge zu erzielen. Nach
lit
. b dieser Bestimmung wird Invaliden unter 60 Jahren
bei einem Invaliditätsgrad von 40
bis unter 5
0 Prozent der
um einen Drittel erhöhte
Höchstbetrag für den Lebensbedarf als
Erwerbsein
kommen
angerechnet. Praxisgemäss sind auch hypothetische Erwerbseinkünfte privilegiert,
also ohne den Freibetrag und nur zu zwei Dritteln,
anzurechnen (
Cari
giet
/Koch, Ergänzungsleistungen zur AHV/IV, 2. überarbeitete und ergänzte Auflage, Zürich/Basel/Genf 2009, S. 152 ff.; Ralph
Jöhl
, in: Koller/Mül
ler/
Rhi
now
/Zimmerli, Schweizerisches
Bundesver
wal
tungs
recht
, Band XIV Soziale Sicherheit, 2. A., Basel/Genf/Mün
chen 2007, N
187 ff. S. 1765).
1.5
Die Vermutung von Art. 14a ELV kann von der rentenberechtigten Person durch den Beweis des Gegenteils widerlegt werden. Sie kann hierfür objektive und subjektive Umstände geltend machen, welche die Realisierung eines Erwerbs
einkommens verhindern oder erschweren, und es können Gründe
berück
sichtigt werden, welche für die Bemessung der Invalidität unerheblich waren, wie Alter, mangelnde Ausbildung oder Sprachkenntnisse, persönliche Um
stände, Arbeitsmarkt, lange Abwesenheit vom Berufsleben oder
Betreuungs
auf
gaben
. Die Umkehr der Beweislast bedeutet, dass die berechtigte Person den Nachweis zu erbringen hat, dass sie wegen dieser Faktoren keine Arbeitsstelle findet (
Carigiet
/Koch, a.a.O., S. 154 f.). Als Beweis gelten insbesondere die Belege über die erfolglosen Stellenbemühungen, und auch der erfolglose Ver
such der Arbeitslosenversicherung, der Invalidenversicherung und der Sozial
hilfe, die Person in den Arbeitsprozess einzugliedern, wird in die Beurteilung einfliessen, ob es der EL-berechtigten Person gelingt, die Vermutung des Art. 14a ELV zu widerlegen (
Carigiet
/Koch, a.a.O., S. 156).
1.6
Soweit gesundheitliche Beeinträchtigungen geltend gemacht werden, welche es verunmöglichen sollen, die verbleibende Erwerbsfähigkeit zu verwerten, haben sich die EL-Stellen und das Sozialversicherungsgericht rechtsprechungsgemäss grundsätzlich an die Invaliditätsbemessung der IV-Stelle zu halten.
Diese Bin
dung ist deshalb angezeigt, weil die EL-Durchführungsorgane zum einen nicht über die fachlichen Voraussetzungen für eine selbstständige Beurteilung der Invalidität verfügen und es zum anderen zu vermeiden gilt, dass der gleiche Sachverhalt unter denselben Gesichtspunkten von verschiedenen Instanzen unter
schiedlich beurteilt wird. Davon ausgenommen ist eine vor Erlass der Verfü
gung oder des
Einspracheentscheides
eingetretene gesundheitliche Verän
derung, welche - unter Umständen - berücksichtigt werden darf, auch wenn sie der Verwaltung zum Zeitpunkt der Verfügung oder des
Einspracheentscheides
noch nicht bekannt oder noch nicht überwiegend wahrscheinlich war und damit nicht Gegenstand dieser Entscheide bildete. Sofern eine Veränderung des Ge
sundheitszustandes im
massgeblichen
Zeitpunkt (noch) nicht überwiegend wahrscheinlich ist, können neue revisionsrechtlich erhebliche Erkenntnisse über den Gesundheitszustand und deren Auswirkungen auf die Arbeits- und Erwerbs
fähigkeit (erst) im Rahmen eines EL
Anpassungsverfahrens (Art. 25 ELV) berücksichtigt werden (Urteil des Bundesgerichtes P 49/06 vom 16. Juli 2007 E.
4.1,
bestätigt mit Urteil des Bundesgerichtes 8C_172/2007 vom 6. Februar 2008 E. 7.1 und Urteil des Bundesgerichts 8C_140/2008 vom 25. Februar 2009 E. 8.2.3)
.
2.
2.1
Die Durchführungsstelle ging von anrechenbaren Einnahmen in der Höhe von insgesamt
Fr.
20‘752.-- aus. Diese setzen sich aus Erwerbseinkünften von
Fr.
16‘409.--, der IV-Rente des Beschwerdeführers von
Fr.
4‘332.-- sowie aus dem Vermögensertrag von
Fr.
11.-- zusammen (
Urk.
7/4).
Die anerkannten Ausgaben bezifferte die Beschwerdegegnerin auf
Fr.
37‘510.--, nämlich
Fr.
19‘210.-- allge
meiner Lebensbedarf, Fr.
4
‘
596
.-- Pauschale für obli
gatorische Krankenversicherung,
Fr.
504.-- Prämie an die Sozialversicherung sowie
Fr.
13
‘
200
.-- Mietzins und Nebenkosten.
Demnach resultierte ein
Manko
von Fr.
16
‘
758
.-- im Jahr 2013 (
Urk.
7/4
).
2.2
Dem hält der Beschwerdeführer entgegen, dass
die Durchführungsstelle zwar den richtigen Invalidenlohn eingesetzt habe, dies jedoch gerade zeige, dass die IV-Stelle die Rente mit falschen Werten berechnet habe, indem sie ihm ein höhere
s Invalideneinkommen angerechnet habe als die Durchführungsstelle. Deshalb sei die Höhe der Rente nun nicht korrekt
(
Urk.
1).
3.
3.1
Das System der Zusatzleistungen richtet sich nach den anerkannten Ausgaben (Art. 10 ELG) und den anrechenbaren Einnahmen (Art. 11 ELG) und deckt grundsätzlich daraus resultierende Fehlbeträge ab - sei es unter dem Titel Ergänzungsleistungen, kantonale Beihilfen oder Gemeindezuschüsse.
Zu beachten ist, dass sich aufgrund des Systems der
Er
gänzungs
leistungen
der massgebliche, als Ergänzungsleistung auszurichtende Betrag nicht nach den individuellen persönlichen Bedürfnissen der ansprechen
den Person richtet, son
dern eben im Rahmen der Art. 10 und 11 ELG gesetzlich fest
gelegt ist und von den
Durch
führungs
stellen
grundsätzlich gleich festgesetzt wird.
3.2
D
ie IV-Stelle
sprach
dem
Beschwerdeführer
m
it Verfügung vom
8. Juli
2010
ausgehend von einem
Invaliditätsgrad von
10
0
%
eine
befristete ganze
Rente
vom
1. Juni
200
8 bis 3
0.
Juni 2009
zu (
Urk.
3
/
8
)
. Dagegen erhob
der Bes
chwer
de
führer am
6
.
August
2010 bei
m hiesi
gen Gericht Beschwerde und
beantragte
sinngemäss
die Aufhebung der angefochtenen Verfügung und die Ausrichtung einer
unbefristeten
ganzen Rente der Invalidenversicherung
(
Urk.
3
/
9
;
Prozess
nummer
IV.2010.00710
).
Mit Urteil vom 2
0.
März 2012 hiess das hiesige Gericht die Beschwerde in dem Sinne gut, dass die angefochtene Verfügung vom
8.
Juli 2010 aufgehoben und festgestellt wurde, dass der Beschwerdeführer mit Wirkung ab
1.
Juli 2008 bei einem Invaliditätsgrad von 46
%
Anspruch auf eine unbefristete
Viertelsrente
der Invalidenversicherung hat (vgl.
Urk.
3/11).
Auf die vom Beschwerdeführer
dagegen erhobene Beschwerde trat das Bundesgericht nicht ein (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_350/2012 vom 3
0.
Mai 2012).
Das Urteil des hiesigen Gerichts vom 2
0.
März 2012 und die darin erfolgte Beur
teilung des Gesundheitszustandes des Beschwerdeführers ist somit für das vorliegende Verfahren verbindlich (vgl. vorstehend E. 1.6).
3.3
Das Vorgehen der Durchführungsstelle, indem sie auf die Beurteilung des Gesund
heitszustandes des Beschwerdeführers im
invalidenversicherungsrechtli
chen
Verfahren abstellte, wurde vom Beschwerdeführer weder gerügt noch
wurde
die Vermutung von Art. 14a ELV widerlegt. Die Beschwerdegegnerin hat damit - mangels tatsächlicher Erwerbstätigkeit des Beschwerdeführers - zu Recht den um einen Drittel erhöhte
n
Höchst
betrag für den Lebensbedarf von jährlich Fr. 19‘210.--, somit
Fr.
25‘614.--, als hypothetisches Ein
kommen fest
gelegt und diesen praxisgemäss nach Abzug des Freibetrags von Fr. 1‘000.-- zu zwei Dritteln, nämlich in der Höhe von Fr. 16‘409.--, angerech
net (vgl. vorste
hend E. 1.3-1.4).
3.4
Indem
der Beschwerdeführer
geltend macht,
dass auch die IV-Stelle das von der Durchführungsstelle ermittelte Invalideneinkommen bei der
Invaliditätsbe
messung
hätte einsetzen müsse
n
, rügt er
die Invaliditätsbemessung im
invali
denversicherungsrechtlichen
Verfahren
.
I
m verwaltungsgerichtlichen
Beschwer
deverfahren
sind aber
grundsätzlich nur Rechtsverhältnisse zu überprüfen
beziehungsweise
zu beurteilen, zu denen die zuständige Verwaltungsbehörde vorgängig verbindlich – in Form einer Verfügung
beziehungsweise
eines
Ein
spracheentscheids
- Stellung genommen hat. Insoweit bestimmt die Verfügung
beziehungsweise
der
Einspracheentscheid
den beschwerdeweise weiterziehbaren Anfechtungsgegenstand.
Umgekehrt fehlt es an einem Anfechtungsgegenstand und somit an einer Sachurteilsvoraussetzung, wenn und insoweit keine Verfü
gung
beziehungsweise
kein
Einspracheentscheid
ergangen ist (BGE 131 V 164 E. 2.1, BGE 125 V 413 E. 1a S. 414).
Mit dem angefochtenen
Einspracheentscheid
wurde ausschliesslich über die vom Beschwerdeführer beantragten Ergänzungsleistungen entschieden. Soweit er mehr oder anderes verlangt, wie vorliegend die Beurteilung der
Invaliditäts
bemessung
im invalidenversicherungsrechtlichen Verfahren, kann daher auf seine Beschwerde nicht eingetreten werden.
3.5
3.5.1
Zu
m
besseren Verständnis
ist trotzdem kurz auf die
U
nterschie
de im
ergän
zungs
- und invalidenversicherungsrechtlichen Verfahren zur Bestimmung des Invalideneinkommens einzugehen.
3.5.2
I
m invalidenversicherungsrechtlichen Verfahren
für die Bestimmung des
Invali
deneinkommens
ist
zwar primär auch von der beruflich-er
werblichen Situation auszugehen
, in welcher die versicherte Person konkret steht
;
gemäss Rechtspre
chung
werden jedoch
,
falls kein tatsächlich erzieltes Erwerbseinkommen gege
ben ist, namentlich weil die versicherte Person nach Eintritt des
Gesundheits
schadens
keine oder jedenfalls keine ihr an sich zumutbare neue Erwerbstätig
keit aufgenommen hat,
zur Bestimmung d
es Invalideneinkommens
Tabellen
löhne
gemäss den vom Bundesamt für Statistik periodisch herausgegebenen Lohnstrukturerhebungen (LSE) herangezogen
(BGE 126 V 75 E. 3b/
aa
und
bb
, vgl. auch BGE 129 V 472 E. 4.2.1) und für die Invaliditätsbemessung
praxisge
mäss
auf die standardisierten Bruttolöhne (Tabellengruppe A) abgestellt (BGE
129 V 472 E. 4.2.1 mit Hinweis)
. Ausserdem wird von einer ausge
glichenen Arbeitsmarktlage ausgegangen
, wobei d
er Begriff des a
usgeglichenen Arbeits
marktes
ein theoretischer und abstrakter Begriff
ist
, welcher dazu dient, den Leistungsbereich der Invalidenversicherung von jenem der Arbeitslosen
versi
cherung abzugrenzen. Er umschliesst einerseits ein bestimmtes Gleich
gewicht zwischen dem Angebot von und der Nachfrage nach Stellen; anderseits bezeichnet er einen Arbeitsmarkt, der von seiner Struktur her einen Fächer verschiedenartiger Stellen offen hält, und zwar sowohl bezüglich der dafür ver
langten beruflichen und intellektuellen Voraussetzungen wie auch hinsichtlich des körperlichen Einsatzes. Nach diesen Gesichtspunkten bestimmt sich im Ein
zelfall, ob die invalide Person die Möglichkeit hat, ihre restliche Erwerbsfähig
keit zu verwerten, und ob sie ein rentenausschliessendes Einkommen zu erzielen vermag oder nicht (BGE 110 V 273 E. 4b; ZAK 1991 S. 321 E. 3b und 1985 S. 462 E. 4b; vgl. auch BGE 130 V 343 E. 3.2). An die Konkretisierung von Arbeitsgelegenheiten und Verdienstaussichten sind praxisgemäss nicht über
mässige Anforderungen zu stellen; diese hat vielmehr nur
soweit
zu gehen, als im Einzelfall eine zuverlässige Ermittlung des Invaliditätsgrades gewährleistet ist. Für die Invaliditätsbemessung ist nicht darauf abzustellen, ob eine invalide Person unter den konkreten Arbeitsmarktverhältnissen vermittelt werden kann, sondern einzig darauf, ob sie die ihr verbliebene Arbeitskraft noch wirtschaft
lich nützen könnte, wenn die verfügbaren Arbeitsplätze dem Angebot an Arbeitskräften entsprechen würden (AHI 1998 S. 290 f. E. 3b; Urteile des Bun
desgerichts I
273/04 vom 29. März 2005, I 591/02 vom 5.
Mai 2004, I 285/99
vom
1
3.
März 2000 und U 176/98 vom 1
7.
April 2000).
Der ausgeglichene Arbeitsmarkt umfasst auch sogenannte Nischenarbeitsplätze, also Stellen- und Arbeitsangebote, bei welchen Behinderte mit einem sozialen Entgegenkommen vonseiten des Arbeitgebers rechnen können (Urteile des Bundesgerichts 9C_95/2007 vom 2
9.
August 2007 E. 4.3 und
9C_98/2014 vom 2
2.
April 2014 E. 3.1
, je mit Hinweisen).
3.5.3
I
m Berei
ch der Ergänzungsleistungen
dagegen ist
von den tatsächlichen Ver
hält
nissen, nicht nur der EL-berechtigten Personen, sondern auch des Ar
beits
marktes auszugehen. Wird der Nachweis erbracht, dass wegen der per
sönli
chen Situation und der Arbeitsmarktlage das hypothetische
Erwerbsein
kommen
nicht erzielt werden kann, muss die EL-Stelle dies auch anerkennen. Als Beweis gel
ten insbesondere Belege über erfolglose Stellenbemühungen, womit die EL
be
rech
tigte Person nachweisen kann, dass es ihr trotz Aufbietung allen guten Willens praktisch unmöglich ist, die in der ELV festgelegten hypo
theti
schen
Er
werbseinkommen
tatsächlich zu realisieren (
Carigiet
/Koch, a.a.O., S. 156
; BGE 140 V 267 E. 5.3
).
So hat auch das Bundesgericht festgehalten
, dass bei der Ermittlung des hypo
thetischen Verzichtseinkommens nicht auf schematische Werte, sondern auf die konkreten
persönlichen Verhältnisse und die
Arbeits
marktsituation
im fraglichen Zeitpunkt
in der Region des Wohnortes der be
treffenden Person abzustellen ist (Urteil des
Bundesgerichts P 6/04 vom 4. April 2005 E. 3.2.2, sowie AHI 2001 S. 133 und 136).
Dabei sind neben allfälligen
ge
sund
heitsbe
dingten
Einschrän
kungen einer
seits das Angebot an offenen und
ge
eig
neten Stellen für Personen, welche die persönlichen und beruflichen Vor
aus
set
zungen der betreffenden Per
son aufwei
sen, und andererseits die Zahl der Arbeit suchen
den Personen zu berücksichtigen (Urteil des Bundes
ge
richts
vom 9. Februar 2010 9C_539/2009 E.
5.1.1). Weiter darf auch eine be
reits
länger dauernde
Arbeitsab
stinenz
nicht ausser Acht ge
lassen wer
den.
Vom hypothetisch ermittelten Ein
kom
men sind
ebenso wie bei den hypothetischen Einkommen nach Art. 14a und 14b ELV
gemäss
Art. 11 Abs. 1
lit
. a ELG bei
alleinstehenden Personen
jährlich insge
samt Fr. 1'
0
00.-- abzuziehen und vom Rest zwei Drittel anzurech
nen. Insofern sind hypothetische Einkünfte in gleicher Weise zu privilegieren wie tatsächlich erzielte (AHI 2001 S. 134 f. mit Hinweis auf BGE 117 V 292 E. 3c).
4.
Nach dem Gesagten
erweist sich der angefochtene
Einspracheentscheid
als rechtens, was zur Abweisung der Beschwerde führt.