# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 0ea36d9e-fc11-41d6-a693-51ed35697390
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2019
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
1.1
Der 1970 geborene
X._
ist gelernter Mechaniker und arbeitete zuletzt seit Januar 1993 als Monteur bei der
Y._
, als er sich am 10. Juni 1993 unter Hinweis auf Handgelenk- und Rückenschmerzen bei der Eidgenössischen Invali
denversicherung zum Leistungsbezug anmeldete (Urk. 7/1). Die Sozialver
siche
rungsanstalt des Kantons St. Gallen, IV-Stelle, gewährte dem Versicherten beruf
liche Eingliederungsmassnahmen, namentlich eine Umschulung zum tech
ni
schen Kaufmann mit Einarbeitung und Übernahme des Vorbereitungskurses (Verfügun
gen vom 29. Juli 1993, 7. sowie 27. Februar 1995; Urk. 7/7, Urk. 7/21 und Urk. 7/24). Mit Verfügung vom 2. Februar 1996 schloss sie die beruflichen Ein
gliederungs
massnahmen ab (Urk. 7/30). Mit Verfügung vom 17. Dezember 2002 lehnte die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, das Begehren um Kostenübernahme für das Studium zum Ingenieur HTL im
Z._
mangels Invalidität oder drohender Invalidität ab (Urk. 7/48). Im weiteren Verlauf wurde dem Versicherten Arbeitsvermittlung gewährt, welche mit Verfügung vom 16. September 2003 aufgrund des Antretens einer neuen Arbeits
stelle als technischer/kaufmännischer Sachbearbeiter bei der
A._
abgeschlossen wurde (Urk. 7/57-58).
1.2
Nachdem er bis August 2005 bei der
A._
gearbeitet und hernach Arbeitslosenentschädigung bezogen hatte (Urk. 7/96/1), meldete sich der Ver
sicherte im September beziehungsweise Oktober 2007 erneut zum Bezug von Leistungen der Invalidenversicherung an (Urk. 7/66 und Urk. 7/70). Die Sozial
versicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, tätigte
berufliche sowie medizinische Abklärungen, wobei der Regionale Ärztliche Dienst
(RAD) in seiner Stellungnahme vom 12. April 2008 gestützt auf den Bericht des
B._
vom 5. März 2008 (Urk. 7/83) von einer
100%igen Arbeits
fähigkeit als technischer Kaufmann ausging (Urk. 7/85/2). D
em
entsprechend verneinte sie mit Verfügung vom 20. August 2008 den Anspruch des Versicherten auf Leistungen der Invalidenversicherung (Urk. 7/95). Diese Verfügung blieb unangefochten.
1.3
Es folgten
Phasen von Nichterwerbstätigkeit und solche mit Erwerbstätigkeiten, wobei der Versicherte letztmals von Januar 2011 bis Dezember 2013 als Sach
bearbeiter Einkauf/Verkauf bei der
C._
arbeitete (Urk. 7/114/4 und
Urk.
7/128/5). Hernach bezog er Arbeitslosenentschädigung (Urk. 7/114/3-4). Am 15. September 2015 meldete sich der Versicherte unter Beilage von erwerblichen sowie medizinischen Unterlagen und mit Hinweis auf Gelenk-, Muskel-, Sehnen- und Rückenschmerzen, Kraftlosigkeit und Schwächeanfälle mit Koordinationsverlust sowie Depressionen erneut zum Bezug von Leistungen der Invalidenversicherung an (Urk. 7/109-110). Die IV-Stelle liess Auszüge aus dem individuellen Konto des Versicherten erstellen (IK-Auszüge; Urk. 7/114 und Urk. 7/123). Der Versicherte reichte diverse Berichte ein (Urk. 7/126, Urk. 7/128/8-10, Urk. 7/128/11-13, Urk. 7/128/1-7, Urk. 7/130/1-2, Urk. 7/130/3-4,
Urk. 7/130/5-6). Dazu
nah
m RAD-Ärztin med.
pract
.
D._
, Fachärztin für orthopädische Chirur
gie und Traumatologie, am 28. Dezember 2015 dahingehend Stellung, dass
keine wesentliche Veränderung des Gesundheitszustands vorliege (Urk. 7/132
/3). Nach durchgeführtem
Vorbe
scheidverfahren
(Urk. 7/133 ff.) verneinte die IV-Stelle mit Verfügung vom 30. Mai 2016 den Anspruch des Versicherten auf Leistungen der Invalidenver
sicherung (Urk. 7/145).
Gegen die
se
Verfügung
erhob der Versi
cherte am
2
2.
Juni 2016
Beschwerde. Diese wurde vom Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich mit Urteil IV.20
16
.00
72
8 vom
9. Februar 2018
in dem S
inne gutgeheissen, dass die Ver
fügung vom
30. Mai 2016 aufgeho
ben und die Sache an d
ie IV-Stelle zur weiteren Abklärung und neuen Verfü
gung zurückgewiesen wurde (
Urk.
7/149
).
1.4
In Nachachtung dieses Urteils vom
9.
Februar 2018 nahm die IV-Stelle Berichte der behandelnden Ärzte zu den Akten (Urk. 7/156-157)
. Sodann gab sie ein
bidisziplinäres
Gutachten in Auftrag, bestehend aus dem internistisch-rheumato
logischen Teilgutachten von
Dr.
med. und
Dr.
sc. nat. ETH E._
, Fachärztin für Rheumatologie und für Allgemeine Innere Medizin, vom
25. August 2018
(
Urk.
7/165
/2-
11
4), aus dem psychiatrischen Teilgutachten von
PD
Dr.
med. F._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, vom
10. September 2018 (Urk. 7/166)
sowie aus der
interdisziplinären Gesamtbeurtei
lung vom 11. September 2018 (Urk. 7/167
).
Diesem Gutachten lagen weitere Berichte behandelnder Ärzte bei (Urk. 7/164).
Nach Vorlage des Dossiers bei ihrem
RAD-Arzt
Dr.
med. G._
, Facharzt für Orthopädie und Trauma
tologie, welcher am 1
7.
September 2018 Stellung nahm (Urk. 7/173/5-6), stellte die IV-Stelle dem Versicherten mit Vorbescheid vom 13. Dezember 2018 die Abweisung seines Rentenbegehrens in Aussicht (Urk. 7/174). Dagegen erhob der Versicherte am 1
8.
Dezember 2018 unter Beilage einer Stellungnahme seines Hausarztes Einwand (Urk. 7/176-177). Am 13. Februar 2019 verfügte die IV-Stelle im angekündigten Sinne (Urk. 7/184 = Urk. 2).
2.
Gegen die Verfügung vom 1
3.
Februar 2019 erhob der Versicherte am 14. März 2019 Beschwerde und beantragte, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben und es sei ihm ab wann rechtens eine Rente zuzusprechen. Eventualiter sei zur Abklärung des medizinischen Sachverhalts ein Gerichtsgutachten in Auftrag zu geben. In prozessualer Hinsicht ersuchte er um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung und Rechtsvertretung (Urk. 1 S. 2). Die Beschwerdegegnerin schloss in ihrer Beschwerdeantwort vom
6.
Mai 2019 auf Abweisung der Beschwerde (Urk. 6). Mit Gerichtsverfügung vom 1
4.
Mai 2019 wurde dem Beschwerdeführer die unentgeltliche Prozessführung gewährt und es wurde ihm Rechtsanwalt Stephan Kübler, Winterthur, als unentgeltlicher Rechtsvertreter für das vorliegende Verfahren bestellt (Urk. 8). In seiner Replik vom 16. Juli 2019 hielt der Beschwerdeführer an seinen in der Beschwerde gestellten Anträgen fest (Urk. 11 S. 2) und reichte einen Bericht seiner behandelnden Psychiater ein (Urk. 12/3). Die Beschwerdegegnerin verzichtete am
5.
August 2019 auf das Einreichen einer Duplik (Urk. 14), was dem Beschwerdeführer am
6.
August 2019 mitgeteilt wurde (Urk. 15).
Auf die Ausführungen der Parteien und die
eingereichten Akten
wird, soweit erforderlich, in den
nachfolgenden
Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des
Bundesgesetz
es
über den Allge
meinen Teil
des Sozialversicherungsrechts; ATSG
). Sie kann Folge von Geburts
gebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des
Bundesgesetz
es
über die Invalidenversicherung; IVG
). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgegliche
nen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beein
trächtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie körperliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 8 ATSG bewirken. Rechtsprechungsgemäss ist bei psychi
schen Beeinträchtigungen zu prüfen, ob ein psychischer Gesundheitsschaden mit Krankheitswert besteht, welcher die versicherte Person auch bei Aufbietung allen guten Willens daran hindert, ein rentenausschliessendes Erwerbseinkommen zu erzielen (vgl.
BGE 139 V 547
E. 5,
131 V 49
E. 1.2,
130 V 352
E. 2.2.1; vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_125/2015 vom 1
8.
November 2015 E. 5.4).
Die Annahme eines psychischen Gesundheitsschadens im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG sowie Art. 3 Abs. 1 und Art. 6 ATSG setzt eine psychiatrische, lege
artis
auf die Vorgaben eines anerkannten Klassifikationssystems abgestützte Diagnose voraus (vgl. BGE 143 V 409 E. 4.5.2, 141 V 281 E. 2.1, 130 V 396 E. 5.3 und
E. 6). Eine fachärztlich einwandfrei festgestellte psychische Krankheit ist jedoch nicht ohne weiteres gleichbedeutend mit dem Vorliegen einer Invalidität. In jedem Einzelfall muss eine Beeinträchtigung der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit unabhängig von der Diagnose und grundsätzlich unbesehen der Ätiologie ausge
wiesen und in ihrem Ausmass bestimmt sein. Entscheidend ist die nach einem weitgehend objektivierten Massstab zu beurteilende Frage, ob es der versicherten Person zumutbar ist, eine Arbeitsleistung zu erbringen (BGE 143 V 409 E. 4.2.1, 141 V 281 E. 3.7, 139 V 547 E. 5.2, 127 V 294 E. 4c, je mit Hinweisen; vgl.
Art.
7
Abs.
2 ATSG).
1.3
War eine Rente wegen eines zu geringen Invaliditätsgrades verweigert worden und ist die Verwaltung auf eine Neuanmeldung eingetreten (Art. 87 Abs. 3
der
Verordnung
über die Invalidenversicherung;
IVV
), so ist im Beschwerdeverfahren zu prüfen, ob im Sinne von Art. 17 ATSG eine für den Rentenanspruch relevante Änderung des Invaliditätsgrades eingetreten ist (BGE 117 V 198 E. 3a mit Hin
weis).
Ändert sich der Invaliditätsgrad eines Rentenbezügers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (
Art.
17
Abs.
1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen seit Zuspre
chung der Rente, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenan
spruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente bei einer wesentlichen Ände
rung des Gesundheitszustandes revidierbar. Weiter sind, auch bei an sich gleich gebliebenem Gesundheitszustand, veränderte Auswirkungen auf den Erwerbs- oder Aufgabenbereich von Bedeutung (BGE 141 V 9 E. 2.3, 134 V 131 E. 3). Fer
ner kann ein Revisionsgrund unter Umständen auch in einer wesentlichen Ände
rung hinsichtlich des für die Methodenwahl massgeblichen (hypothetischen) Sachverhalts bestehen (BGE 144 I 28 E. 2.2, 130 V 343 E. 3.5, 117 V 198 E. 3b, je mit Hinweisen). Hingegen ist die lediglich unterschiedliche Beurteilung eines im Wesentlichen gleich gebliebenen Sachverhalts im revisionsrechtlichen Kontext unbeachtlich (BGE 141 V 9 E. 2.3 mit Hinweisen).
Liegt in diesem Sinne ein Revisionsgrund vor, ist der Rentenanspruch in recht
licher und tatsächlicher Hinsicht umfassend («allseitig») zu prüfen, wobei keine Bindung an frühere Beurteilungen besteht (BGE 141 V 9 E. 2.3 mit Hinweisen).
1.4
Das Sozialversicherungsgericht hat den Sachverhalt von Amtes wegen festzustel
len und alle Beweismittel objektiv zu prüfen, unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden, ob sie eine zuverlässige Beurteilung des strittigen Leistungsanspruches gestatten. Insbesondere darf es beim Vorliegen einander widersprechender medizinischer Berichte den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt (ZAK 1986 S. 188 E. 2a). Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Gutachtens ist im Lichte dieser Grundsätze entscheidend, ob es für die Beantwortung der gestell
ten Fragen umfassend ist, auf den erforderlichen allseitigen Untersuchungen beruht, die geklagten Beschwerden berücksichtigt und sich mit diesen sowie dem Verhalten der untersuchten Person auseinander setzt – was vor allem bei psychi
schen Fehlentwicklungen nötig ist –, in Kenntnis der und gegebenenfalls in Auseinandersetzung mit den
Vorakten
abgegeben worden ist, ob es in der Darle
gung der medizinischen Zustände und Zusammenhänge einleuchtet, ob die Schlussfolgerungen der medizinischen Experten in einer Weise begründet sind, dass die rechtsanwendende Person sie prüfend nachvollziehen kann, ob der Experte oder die Expertin nicht auszuräumende Unsicherheiten und Unklarheiten, welche die Beantwortung der Fragen erschweren oder verunmöglichen, gegebe
nenfalls deutlich macht (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c; Ulrich Meyer, Die Rechtspflege in der Sozialversicherung, BJM 1989, S. 30 f.; derselbe in: Hermann
Fredenhagen
, Das ärztliche Gutachten, 4. Auflage 2003, S. 24 f.).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin stellte sich in der angefochtenen Verfügung gestützt auf das Gutachten vom 1
1.
September 2018 auf den Standpunkt, es lägen keine die Arbeitsfähigkeit als technischer Kaufmann einschränkenden Erkrankungen vor. Es bestünden einzig weiterhin die linksseitigen Handgelenksbeschwerden, welche im Jahr 1993 zur Umschulung zum technischen Kaufmann geführt hätten. Zum Einwand des Beschwerdeführers gegen das Teilgutachten von
Dr.
E._
hielt sie fest, das subjektive Erleben bei der Begutachtung ändere nichts am fachlichen Entscheid der IV-Stelle. Medizinisch neue Erkenntnisse habe der Beschwerde
füh
rer im
Einwandverfahren
nicht geltend gemacht (Urk. 2).
2.2
Der Beschwerdeführer brachte in seiner Beschwerde zusammengefasst vor,
das
oder die Gutachten von
Dr.
E._
und PD
Dr.
F._
sei(en) nicht beweisbil
dend. Unter anderem fehle es an der Durchführung eines strukturierten Beweis
verfahrens im Sinne von BGE 141 V 28
1.
Gestützt auf die im Recht liegenden medizinischen Berichte sei ein invalidisierender Gesundheitsschaden mit überwiegender Wahrscheinlichkeit ausgewiesen, welcher Anspruch auf eine Rente gebe. Eventualiter sei der Sachverhalt mittels Gerichtsgutachten rechts
genügend abzuklären (Urk. 1 S. 4).
Nach Erhalt und Studium der Akten kritisierte er das
bidisziplinäre
Gutachten von
Dr.
E._
und PD
Dr.
F._
in seiner Replik mit detaillierter Begründung (Urk. 11 S. 5-10).
3.
3.1
Zeitliche Vergleichsbasis für die Beurteilung einer anspruchserheblichen Ände
rung des Invaliditätsgrades bilden die letzte rechtskräftige Verfügung
,
welche auf einer mate
riellen Prüfung des Rentenanspruchs mit rechtskonformer Sachver
haltsabklä
rung, Beweiswürdigung und Invaliditätsbemessung beruht (BGE 133 V 108; vgl. auch BGE 130 V 71 E.
3.2.3; Urteil des Bundesgerichts 9
C_438/2009 vom 26. März 2010 E. 2.1 mit Hinweisen)
, mithin die Verfügung vom
20. August 2008
(Urk.
7/95
).
3.2
Diese Verfügung basierte auf
d
e
r
Einschätzung der gesundheitlichen Si
t
uation durch die
Ärzte des
B._
,
H._
. Diese
nannten in ihrem Bericht vom 5. März 2008
o
hne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
als technischer Kaufmann
eine Tendovaginitis der Handge
lenksextensoren links, eine
Epicondylitis
humeri
radialis
rechts, ein chronisches
Lumbovertebralsyndrom
sowie unklare Handgelenksschmerzen beidseits. Eine Arbeitsunfähigkeit attestierten sie dem Beschwerdeführer für die Zeit vom 5. November 2007 bis 23. März 2008 für manuell-repetitive Tätigkeiten. Sie führ
ten aus, für die Tätigkeit als technischer Kaufmann bestehe aus rheumatolo
gischer Sicht aufgrund der aktu
ellen Befunde keine Arbeitsunfähigkeit. Die Hand
gelenksbeschwerden könnten Einschränkun
gen im Beruf als Mechaniker bewirken
,
und aufgrund der
Exten
sorentendo
vaginitis
an der linken Hand sowie der
Epicondylitis
humeri
radialis
rechts ergäben sich aktuell Einschränkungen für manuell-hochrepetitive und/ode
r mittelschwere körperliche Tätigkeiten (Urk. 7/83/7). In ihrem anderen Bericht vom 5. März 2008 fassten sie zusammen, der aktuell arbeitslose Beschwerde
führer sei aus rheumatologischer Sicht für die zuletzt ausgeübte Tätigkeit als technischer Kaufmann arbeitsfähig. In seiner früheren Tätigkeit als Mechaniker sei er aufgrund der genannten Beschwerden eingeschränkt einsetzbar. Für die Dauer der Behandlung in ihrer Poliklinik (5. November 2007 bis 23. März 2008) hätten sie ihn für mittelschwere bis schwere, manuell repetitive Belastungen arbeitsunfähig geschrieben (Urk. 7/83/12-13).
Die
RAD-Ärztin Dr. med.
I._
, praktische
Ärztin, ging in ihrer Stellung
nahme vom 12. April 2008 gestützt auf den Bericht des
B._
vom 5. März 2008 ebenfalls von einer 100%igen Arbeitsfähigkeit als technischer Kaufmann aus (Urk. 7/85/2).
4.
4.1
I
n seiner Neuanmeldung vom 15. September 2015 nannte der Beschwerdeführer neu nebst verschiedenen Schmerzen auch Kraftlosigkeit und Schwächeanfälle mit Koordinationsverlust sowie Depressionen. Er gab an, die Schwächeanfälle und
Muskulaturbeschwerden
würden seit 2014 immer intensiver
(Urk. 7/
110/6).
4.2
Dr. med.
J._
,
Facharzt
für
Psychiatrie und Psychotherapie
,
K._
,
der den
Beschwerdeführer konsiliarisch untersuchte,
äusserte in seinem Bericht vom 26. August 2015 den Verdacht auf eine Anpassungsstörung mit Symptomen von Gereiztheit, Anspannung und Gedankenkreisen (ICD-10: F43.23) nach Aussteuerung vor einem Monat. Das Vorliegen eines psychotischen Gesche
hens sowie einer depressiven Störung verneinte er.
Er empfahl dem zuweisenden Hausarzt
eine medikamentöse Therapie sowie regelmässige
psychotherapeutische Gespräche
. Letztere im anfänglich wöchentlichen Setting mit Fokus
Copingstrate
gien
bezüglich Schmerz, Begleitung und Stützung in der aktuell angespannten psychosozialen Situation
(Urk. 7/
130/1-2).
4.3
Dr.
med.
L._
,
Facharzt
für Rheumatologie und Allgemeine Innere Medi
zin,
M._
, nannte in seinem Bericht vom 26. Nove
mber 2015 folgende Diag
nosen: Z
unehmend Handgelenksschmerzen und teilweise Schwellun
gen beid
seits seit vielen Jahren, zunehmendes
Panvertebralsyndrom
, zunehmend generali
sierte
muskuloskelettale
Beschwerden und eine zunehmende vegetative Begleit
symptomatik. Er führte aus, die genaue Festlegung der
Arbeitsunfähigkeit
sei für ihn schwierig, da beim Beschwerdeführer ein langjähriges komplexes Schmerzsyn
drom vorliege und er ihn im Sinne einer Zweitmeinung nur zweimal gesehen habe. Grundsätzlich bestehe beim Beschwerdeführer ein
chronifiziertes
Schmerzsyndrom mit sehr starker Ausprägung, über die Jahre langsam zunehmend mit aktuell auch ausgeprägter vegetativer Begleitsymptomatik. Aus rheumatologischer Sicht sei er aktuell aufgrund der ausgeprägten Schmerzen vollumfänglich arbeitsunfähig. Eine Anmeldung bei der Invalidenversicherung sei absolut erfor
derlich. Auch die Tätig
keit als technischer Kaufmann sei aktuell aufgrund der ausgeprägten generalisier
ten Schmerzen sowie der starken vegetativen Begleitsymptomatik nicht zumutbar
(Urk. 7/
126).
Gleichentags
berichtete er, es könne sicher von der Entwicklung eines
chronifizierten
myofaszialen
Schmerzsyndroms im Sinne eines Fibromyalgie-Syndroms ausgegangen werden. Dazu passten auch die in letzter Zeit deutlich zunehmenden vegetativen Begleitsymptome
(Urk. 7/
128/9).
4.4
RAD-Ärztin med.
pract
.
D._
führte am 24. Mai 2016 aus, laut Bericht der Physiotherapie vom 23. November 2015 habe die Blockade der Halswirbelsäule (HWS) erfolgreich behoben werden können, sodass keine dauerhafte Störung der HWS-
Funktion
vorgelegen habe. Unklare Schwind
elzustände seien nicht als gesi
cherte
Diagnose anzusehen. Dr.
L._
habe kein
Fibromyalgiesyndrom
diag
nostiziert. Die generalisierten
muskuloskelettalen
Schmerzen seien ohne entzünd
liche Manifestationen. Zusammenfassend handle es sich um ein Schmerzsyndrom ohne nachweisbares organisches Korrelat (Urk. 7/144/2-3).
4.5
Dr.
med. N._
, Facharzt für Allgemeinmedizin
und Hausarzt des Beschwerdeführers
, führte in seinem Bericht vom
9.
Mai 2018 aus, die Weichteil- und Gelenkschmerzen am gesamten Körper hätten in den letzten Jahren zuge
nommen (Urk. 7/156/2). Funktionseinschrän
kun
gen bestünden schmerzbedingt durch eine Schwäche an Händen, Nacken, Rücken und Fussgelenken. Der Beschwerdeführer könne nicht länger stehen (Urk. 7/156/3). Die bisherige Tätig
keit halte er
-
Dr.
N._
-
für zu 10 bis 15
%
zumutbar, indes nicht konstant. Eine dem Leiden angepasste Tätigkeit, die im Wechsel sitzend und stehend ausgeübt werden könne, sei dem Beschwerdeführer zu 50
%
zumutbar (Urk. 7/156/5).
4.6
Dr.
med.
O._
,
K._
,
der die psychiatrische Therapie durchführte,
berichtete am 2
4.
Mai 2018, die erstmals im September 2015 diagnostizierte Anpassungsstörung mit längerer depressiver Symptomatik (ICD-10: F43.21) habe sich nach dem Scheitern der Arbeitsintegration im
P._
im Früh
ling 2016 zu einer mittelgradigen bis schweren depressiven Symptomatik ver
schlechtert. Unter Citalopram sei eine Stabilisierung und leichte Besserung des Zustandsbildes sowie eine Besserung der seit Jahren chronischen Schmerzsymp
tomatik gelungen. Gefolgt sei ein fluktuierender Verlauf, der von depressiver Symptomatik sowie Angaben von körperlichen Beschwerden und Schmerzen vor allem in den oberen Extremitäten und im Nacken geprägt gewesen sei (Urk. 7/157/2). Dem von Dr.
O._
erhobenen Psychostatus ist zu entnehmen, der Beschwerdeführer leide an ausgeprägten Konzentrations- und Merkfähig
keitsstörungen sowie an leichten Gedächtnisstörungen. Im Affekt sei er leicht freudlos, affektarm, deprimiert, gereizt, affektlabil und affektstarr. Er empfinde ein leichtes Gefühl der Gefühllosigkeit, leichte Insuffizienzgefühle und Verar
mungsgefühle. Er sei ausgeprägt interessenlos, hoffnungslos und
affektinkonti
nent
. Er leide an ausgeprägten Schuldgefühlen, sei schwer ängstlich, innerlich unruhig, leicht antriebsarm, motorisch unruhig und habe sich sozial leicht zurückgezogen. Als Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit nannte er eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode (ICD-10: F33.1), sowie eine Fibromyalgie (Urk. 7/157/3). Weiter führte
Dr.
O._
aus, es finde eine wöchentliche bis zweiwöchentliche Einzelgesprächstherapie statt (Urk. 7/157/4). Er gelangte zum Schluss, eine dem Leiden angepasste Tätig
keit sei dem Beschwerdeführer während vier Stunden pro Tag zumutbar (Urk. 7/157/6).
4.7
4.7.1
Dr.
E._
stellte in ihrem Teilgutachten vom 2
5.
August 2018 folgende rheu
matologischen Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (Urk. 7/165/104):
-
verminderte Belastbarkeit und intermittierende Beschwerden des Handge
lenks der linken nicht-dominanten Hand bei
-
Status nach Arthroskopie des linken Handgelenks im März 1991 mit Nachweis einer chronischen
Synovitis
ohne mechanische Ursache mit
-
leichter
Synovitis
der
Extensorsehnen
links mit
Punctum
maximum
der Sehne des M.
extensor
carpi
ulnaris
(MRI vom Oktober 2008),
-
unauffälligen Ultraschalluntersuchungen beider Hände (Oktober 2015) und
-
unauffälliger Ganzkörper-Szintigraphie ohne Entzündungen (Novem
ber 2015) und
-
unauffälligen Röntgenuntersuchungen beider Hände (Februar 2017 und August 2018)
-
aktuell schmerzfrei.
Keine Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit mass sie unter anderem den intermit
tierenden ausgedehnten Schmerzen seit vielen Jahren
, einer Adipositas Grad I (BMI 34,8 kg/m
2
), einem Vitamin D-Mangel, einer Hypercholesterinämie, einem Beckentiefstand rechts (1.4 cm) ohne Skoliose und einer Prostatitis mit
pelvinem
Schmerzsyndrom
zu (Urk. 7/165/104).
In ihrer Beurteilung führte
Dr.
E._
aus, im Jahr 1990 seien beim Beschwer
deführer erstmals belastungsabhängige Schmerzen in der linken Hand aufgetre
ten, wobei eine chronische
Synovitis
vorgelegen habe. Allmählich sei es dann zur Ausweitung der Schmerzregionen gekommen. Der im Juli 1992 festgestellte leichte Beckentiefstand um circa anderthalb Zentimeter rechts sei mit einer Schuheinlage behandelt worden und weiterhin vorhanden. Die damals postulierte
Retrolisthesis
L5/S1 mit Bandscheibeninstabilität sei offensichtlich eine Fehldi
agnose gewesen, zumal sämtliche Bildgebungen
dagegen sprächen
. Auch die lumbalen Bandscheiben seien bildgebend unauffällig und die Befunde altersent
sprechend. Bei der klinischen Untersuchung seien Diskrepanzen aufgefallen. Der Beschwerdeführer habe oft wegen Schmerzen gestöhnt, wobei dieses Schmerz
stöhnen bei Ablenkung ausgeblieben sei. Intermittierend habe er einen hinkenden Gang gezeigt, der sich bei Ablenkung normalisiert habe. Die Beweglichkeit der Lendenwirbelsäule (LWS) sowie der Brustwirbelsäule (BWS) sei normal. Bei der direkten Prüfung der Beweglichkeit der Halswirbelsäule habe er deutliche Ein
schränkungen gezeigt, bei Ablenkung habe er die HWS indes normal bewegt (Urk. 7/165/105). Alle grossen peripheren Gelenke seien normal beweglich, auch beide Handgelenke. In der
Dolorimetrie
seien 16 der 18 Tender Points patholo
gisch, sowie sechs der acht Kontrollpunkte. Dies entspreche einem pathologischen
Dolorimetrie
-Befund im Sinne einer Schmerzausweitung. Die Bioimpedanz-Analyse zeige trotz der Adipositas eine erfreulich grosse Muskelmasse von 43
%
, welche den Normwert von 40
%
sogar übertreffe. Eine lang andauernde körper
liche Schonung, wie der Beschwerdeführer sie schildere, könne daraus nicht abgeleitet werden. Die Fingerkuppen des Daumens und des Zeigefingers zeigten beidseits deutliche Gebrauchsspuren. Diese stammten gemäss den Angaben des Beschwerdeführers von den Reparaturen des Velos seines Sohnes sowie des Autos eines Kollegen, was plausibel sei. Die Gebrauchsspuren zeigten, dass er auch aktuell beide Hände lang andauernd kraftvoll einsetz
t
e. Die Ganzkörperszinti
graphie vom November 2015 habe eine durchgemachte oder gar aktive entzünd
lich-rheumatische Erkrankung ausgeschlossen. Die degenerativen Veränderungen der Wirbelsäule seien altersentsprechend gewesen. An der linken Hand sei mittels MRI-Untersuchung eine leichte
Synovitis
um die
Extensorsehnen
sichtbar gewe
sen, am ehesten mechanisch durch eine Überlastung ausgelöst (Urk. 7/165/106). Das Antidepressivum Citalopram sei unterhalb des therapeutischen Bereichs im Blut des Beschwerdeführers nachweisbar gewesen. Vom
Psychopharmakum
Dipiperon
seien nur minimale Spuren vorhanden gewesen, sodass zu vermuten sei, dass er die Einnahme der Tablette am Vorabend des Untersuchungstages vergessen habe. In den Sommerferien 2018 sei der
Beschwerdeführer
zusammen mit seiner Familie mit dem Auto nach Istanbul gefahren, wobei er sich beim Lenken mit seiner Frau abgewechselt habe und sie die Fahrt auf fünf respektive auf dem Heimweg vier Tage verteilt hätten. Für das Lenken eines Autos sei eine zuverlässige Funktion beider Hände notwendig. Es handle sich um eine repetitive manuelle Tätigkeit. Offensichtlich könne der Beschwerdeführer eine solche lang andauernd erbringen. Die geringen strukturellen Befunde im linken Handgelenk könnten seine Leistungsfähigkeit einschränken. Die Befunde erklärten aber das Ausmass der angegebenen Beschwerden nur zum kleinen Teil. Eine angepasste Tätigkeit, welche die linke Hand wenig belaste, könne er zu 100 % ausüben (Urk. 7/165/107-108). Zu den abweichenden ärztlichen Einschätzungen merkte
Dr.
E._
an, weshalb
Dr.
L._
den Beschwerdeführer auch für die Tätigkeit als technischen Kaufmann oder für eine andere angepasste Tätigkeit als nicht mehr arbeitsfähig eingeschätzt habe, sei angesichts des Fehlens wesentlicher struktureller Befunde nicht nachvollziehbar. Gleiches gelte für die Beurteilung durch
Dr.
N._
, welcher die Arbeitsfähigkeit in angepasster Tätigkeit auf 50
%
eingeschätzt habe.
Dr.
N._
habe angegeben, der Beschwerdeführer könne nicht länger sitzen. Darüber habe der Beschwerdeführer anlässlich der Begutach
tung nicht geklagt und er habe immerhin mit dem Auto nach Istanbul fahren können in den Sommerferien 2018 (Urk. 7/165/109). Das Vorliegen wesentlicher invaliditätsfremder Faktoren verneinte
Dr.
E._
(Urk. 7/165/109).
Dr.
E._
gelangte in ihrer Beurteilung zum Schluss, die Tätigkeit als tech
nischer Kaufmann, auf welche der Beschwerdeführer umgeschult worden sei, sei angepasst. Diese könne er zu 100
%
und ohne eine Einschränkung der Leistungs
fähigkeit ausüben. In der ursprünglich angestammten Tätigkeit als Mechaniker sei wahrscheinlich ein Teilbereich vorhanden, den der Beschwerdeführer wegen zu grosser Belastung der linken Hand nicht mehr ausüben könne. Diese Einschränkung bestehe seit März 199
1.
Seine rechte dominante Hand könne er uneingeschränkt einsetzen. Dagegen könne er eine Tätigkeit mit besonderer Belastung der linken nicht-dominanten Hand nicht lang andauernd erbringen. Nicht zumutbar seien stark repetitive Tätigkeiten mit der linken Hand sowie solche mit hoher Gewichtsbelastung der linken Hand. Un
gün
stig seien auch Tätigkeiten mit Schlägen oder starken Vibrationen mit Einwirkung auf die linke Hand. Berufliches Autofahren sei für ihn zumutbar. Besonders günstig seien Transporte leichter Gegenstände wie Pizzas oder Medikamente über kurze Strecken (Urk. 7/165/111). Im Vergleich zur letzten Verfügung vom August
2018
(richtig: 2008) habe sich der Gesundheitszustand nicht verschlechtert. Es seien keine neuen wesentlichen strukturellen Befunde dokumentiert und auch
Dr.
L._
habe im Jahr 2015 darauf hingewiesen, dass keine neuen Erkrankun
gen fassbar seien (Urk. 7/165/112).
4.7.2
Dem psychiatrischen Teilgutachten von PD
Dr.
F._
vom 1
0.
September 2018 lässt sich entnehmen, dass der Beschwerdeführer angegeben hatte, er leide an verschiedensten Schmerzen (Urk. 7/166/8-9). Sodann schlage ihm die anhaltend enge finanzielle Situation aufs Gemüt und er sei tagsüber manchmal müde. Wenn er in seiner Werkstatt tätig sei, sei der Antrieb indes intakt und dann empfinde er - im Gegensatz zu sonst manchmal - auch keine Freud-, Interesse- und Lust
losigkeit (Urk. 7/166/9). Er könne sich vorstellen, zu 50
%
als Mechaniker zu arbeiten. Bürotätigkeiten seien nichts für ihn; Sitzen sei nicht vorteilhaft für seinen Nacken. Vor allem wegen seiner Schmerzen könne er nicht jeden Tag die volle Leistung erbringen (Urk. 7/166/10).
PD
Dr.
F._
hielt in seiner Beurteilung fest, die frühen, teilweise nicht einfachen Lebensumstände hätten nicht zu einer relevanten Pathologie der Persönlichkeit geführt. Bezüglich der Affektivität des Beschwerdeführers führte er aus, der Beschwerdeführer habe bisweilen eine diskrete Bedrücktheit im Sinne einer gewissen Subdepressivität gezeigt, indes zu keinem Zeitpunkt eine regelrechte depressive Grundstimmung (Urk. 7/166/14). Auch aufgrund der subjektiven Angaben des Beschwerdeführers könne keine relevante Affektpathologie und explizit keine depressive Episode diagnostiziert werden (Urk. 7/166/15). Unter Bezugnahme auf den Bericht von
Dr.
O._
vom 2
8.
Mai 2018 gab er an, die depressiven Symptome müssten danach dauerhaft vorhanden sein. Der von ihm erhobene objektive Psychostatus ohne relevante affektpathologische Befunde spreche klar gegen eine relevante und auch dauerhafte Affektpathologie. Anhand der
Vorakten
sei demnach nicht erstellt, dass jemals eine relevante Affektpatho
logie vorgelegen habe (Urk. 7/166/16). Das Vorliegen einer anhaltenden somato
formen Schmerzstörung beziehungsweise einer chronischen Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren verneinte PD Dr.
F._
mit der Begrün
dung, dass sich
der Beschwerdeführer
hauptsächlich wegen sozialer Belastungs
faktoren psychisch belastet fühle. Er habe in der hiesigen Begutachtung keine wahllose Auflistung von Körperschmerzen gezeigt und er sei im Alltag immer wieder mit mechanischen Arbeiten beschäftigt. Eine Affektpathologie könne wie vorstehend erwähnt ausgeschlossen werden. Der Beschwerdeführer sei einzig durch seine Situation ohne berufliche Tätigkeit und durch seine finanzielle Eng
pass-Situation belastet. Dies seien gemäss Swiss Insurance
Medicine
(SIM) invaliditätsfremde Belastungsfaktoren, die streng genommen nicht psychosoziale, sondern ausschliesslich soziale Belastungsfaktoren seien. Aufgrund der subjekti
ven Schwierigkeiten des Beschwerdeführers mit diesen äusseren sozialen Belas
tungen sei von Anpassungsproblemen auszugehen, welche als Z-Diagnose codiert werden könnten. Hierbei handle es sich einzig und allein um eine Würdigung sozialer Belastungen, die einen Menschen psychisch nachvollziehbar belasten könn
t
en, mit einer psychiatrischen Hauptdiagnose aber nicht verwechselt werden dürften (Urk. 7/166/16-17). Dementsprechend nannte PD
Dr.
F._
als einzige Diagnose Anpassungsprobleme bei Veränderungen der Lebensumstände (ICD-10: Z60.0), welchen er keinen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit zumass (
Urk.
7/166/12).
Inkonsistenzen liegen laut der Beurteilung von PD
Dr.
F._
insofern vor, als der Beschwerdeführer mitgeteilt habe, dass er zahlreichen Tagesaktivitäten nachgehen, jedoch nicht mehr als 50
%
arbeiten könne, wobei er hierfür seine Körperschmerzen verantwortlich mache (Urk. 7/166/17). Die angegebenen Tages
aktivitäten seien hingegen konsistent mit den objektiven Untersuchungsbefunden zur innerpsychischen Vitalität, welche
bland
ausgefallen seien (Urk. 7/166/18). Die qualitativen Funktionsfähigkeiten seien aus psychiatrischer Sicht vollständig erhalten (Urk. 7/166/18). Seine Fähigkeit zu ausserberuflichen Aktivitäten sei unbeeinträchtigt (Urk. 7/166/19). Folglich gelangte PD
Dr.
F._
zum Schluss, die Arbeitsfähigkeit sei aus psychiatrischer Sicht nicht eingeschränkt und auch nie eingeschränkt gewesen (Urk. 7/166/20).
4.7.3
In ihrer interdisziplinären Gesamtbeurteilung hielten Dr.
E._
und
PD
Dr.
F._
fest, in der Tätigkeit als technischer Kaufmann sowie in einer anderen angepassten Tätigkeit sei der Beschwerdeführer uneingeschränkt arbeitsfähig (Urk. 7/167/8). Bezüglich des Vorliegens von Belastungsfaktoren einigten sie sich darauf, dass keine wesentlichen objektiven invaliditätsfremden Faktoren bestün
den, dass der Beschwerdeführer aber subjektiv belastet sei durch seine Situation ohne berufliche Tätigkeit und mit finanziellem Engpass (Urk. 7/167/7).
4.8
RAD-Arzt
Dr.
G._
befand in seiner Stellungnahme vom 17. September 2018, man könne auf das
bidisziplinäre
Gutachten abstellen (Urk. 7/173/5-6).
4.9
Dr.
N._
führte am
2.
November 2018 aus, die Gebrauchsspuren an den Händen werte er positiv. Die Basteleien und Arbeiten mit den Motoren seien gut für die Psyche des Beschwerdeführers. Daraus, dass
Dr.
E._
die Fussnägel des Beschwerdeführers als normal bezeichnet habe, schliesse er, dass sie sich diese gar nicht angesehen habe (
Urk.
7/176/1).
4.10
Dr.
O._
und
Dr.
J._
hielten in ihrer Stellungnahme vom 2
6.
Februar 2019 fest, PD Dr.
F._
scheine das AMDP-System (Arbeitsgemeinschaft für Methodik und Dokumentation in der Psychiatrie) nicht geläufig zu sein. Sie kritisierten, die durch PD
Dr.
F._
erhobenen objektiven Befunde würden auf einmaligen Beobachtungen des Verhaltens des Beschwerdeführers basieren, wobei eine Antriebsarmut üblicherweise erst in fortgeschrittenen Ausprägungen ohne Anga
ben des Beschwerdeführers evident werde. PD
Dr.
F._
habe zwar eine Affekt
starre verneint, indes mit der «diskret verhaltenen affektiven Schwingungsfähig
keit» eine leichte Affektstarre beschrieben. Bei der subjektiven Einschätzung der Depressivität durch den Gutachter handle es sich nicht um einen objektiven Untersuchungsbefund (
Urk.
12/3 S. 1). Dass er behaupte, das Item «deprimiert» sei ohne Angabe von Schweregrad gelistet, könnte einer tendenziösen Berichterstat
tung entspringen (
Urk.
12/3 S. 1-2). Nach dem Scheitern der Arbeitsintegrations
massnahme im Frühling 2016 habe eine mittelgradige depressive Episode vorge
legen, die Ende Mai Anfang Juni 2016 kurzfristig (während gut zwei Wochen) als schwere Episode imponiert habe. In der Folge sei die depressive Symptomatik fluktuierend (subdepressiv, leicht, mittelgradig) gewesen, weshalb er (
Dr.
O._
) von einer rezidivierenden depressiven Störung ausgehe. Im Herbst 2015 habe er die Symptomatik aufgrund von Niedergestimmtheit und Antriebshemmung als Anpassungsstörung mit längerer depressiver Reaktion (ICD-10: F40.21) beurteilt gehabt (
Urk.
12/3 S. 2). Die Kriterien einer
somatoformen Schmerzstörung seien anhand der Angaben von PD
Dr.
F._
als erfüllt zu betrachten. Die laut ihm fehlende wahllose Auflistung von Körperschmerzen sei charakteristisch für die Somatisierungsstörung (ICD-10: F45.0) und nicht für die anhaltende
somato
forme Schmerzstörung
(ICD-10: F45.4;
Urk.
12/3 S. 2-3). Bezüglich der Behand
lung mit Citalopram hielten die
Dres
.
O._
und
J._
fest, bei einer rezidi
vierenden depressiven Störung sei die antidepressive Pharmakotherapie über mindestens zwei Jahre fortzuführen. Zudem hätten Reduktionsversuche zu einer Zunahme der Schmerzsymptomatik geführt. Diesbezüglich werde Citalopram Off-Label verwendet. Gemäss
www.swissmedicinfo.ch
(Internetseite der Schweizer Arzneimittelzulassungs
behörde) erfolge die Einnahme - entgegen d
er Behauptung des Gutachters –
«
grundsätzlich zu jeder Tageszeit
»
. Den mechanischen Betäti
gungen gehe der Beschwerdeführer eine bis drei Stunden pro Tag mit Pausen und im gemächlichen Tempo nach, wobei dies als
Copingmechanismus
eingesetzt werde. Insgesamt entstünden aufgrund der fehlerhaft dargestellten Ausgangslage Zweifel an der gutachterlichen Beurteilung (
Urk.
12/3 S. 3).
5.
5.1
Das
bidisziplinäre
Gutachten (Urk. 7/165-167)
, auf welches die IV-Stelle abstellte,
basiert auf fachärztlichen Untersuchungen sowie auf den anlässlich dieser Unter
suchungen erhobenen Befunden, auf den
Vorakten
, den Angaben des Beschwer
deführers sowie der erhobenen Anamnese.
Ferner beantwortet es d
ie gestellten
Fra
ge
n umfassend und setzt sich mit anderslau
tenden Beurteilungen
auseinander. Somit
erfüllt
es
die von der Recht
sprechung gestellten formellen Voraussetzungen an ein beweiskräftiges Gutachten (vgl. vorstehende E. 1.4).
5.2
5.2.1
Bezüglich der objektiv ausgewiesenen strukturellen Befunde ergibt sich folgende Zusammenschau der medizinischen Berichte ab dem Zeitpunkt der Neuanmel
dung:
In der 3-Phasen-Skelett-Szintigrafie vom
3.
November 2015 zeigten sich eine gering aktivierte Arthrose des
Acromioclaviculargelenk
s
(AC-Gelenk) beidseits sowie eine beginnende
Femoropatellararthrose
rechts (Differentialdiagnose: kleine
osteochondrale
Läsion). Ansonsten lagen unauffällige Verhältnisse vor, insbesondere keine Hinweise für eine aktive Arthritis/
Synovitis
/ISG-Arthritis. In Bezug auf die Hände (respektive einzelne MCP- und IP-Gelenke beidseits) wurden geringe, aktuell nicht aktive Arthritiden lediglich für möglich gehalten (Urk. 7/164/10). In Übereinstimmung damit wurden auch im Bericht der
M._
vom 19. August 2015 klinische sowie radiologische Anhalts
punkte für eine Arthrose oder eine Arthritis an den Handgelenken verneint (Urk. 7/164/19). Auch die Röntgenuntersuchung beider Hände im August 2018 hatte - wie bereits jene der Handgelenke im Februar 2017 (Urk. 7/164/24) - normale Befunde ergeben (
Urk.
7/164/1).
Die MR-Untersuchung des Plexus
brachialis
beidseits vom 1
1.
Mai 2017 zeigte eine regelrechte Darstellung der Nerven des Plexus
brachialis
beidseits ohne Kompression und ohne Neuropathie (Urk. 7/164/22).
Das Schädel-MRI vom 1
8.
September 2015 war ebenfalls unauffällig ausgefallen (Urk. 7/164/21).
Die radiologische Untersuchung der Halswirbelsäule in der Radiologie am Graben vom 1
3.
Dezember 2016 hatte mässige
Spondylarthrosen
der HWS sowie eine Segmentdegeneration C5/6 mit
Osteochondrose
und leichter
Unkovertebral
arth
rose
ergeben (
Urk.
7/157/16 = Urk. 7/164/20). Gemäss der von
Dr.
E._
veranlassten Röntgen-Untersuchung vom 2
1.
August 2018 in der
Q._
(vgl.
Urk.
7/167/3) liegen eine leichte Hyperkyphose der Brustwirbel
säule, diverse segmentale degenerative BWS-Veränderungen sowie
Osteochond
rosen
C5/6, C6/7 und L3/4 vor
. Ferner ein Beckentiefstand rechts um 14 Milli
meter
(Urk. 7/164/1).
Dr.
E._
mass dem Beckentiefstand sowie der BWS-Hyperkyphose keinen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit zu. Die übrigen Veränderungen hielt sie für altersentsprechend (Urk. 7/165/106). Diesen Angaben widersprechende ärztliche Beurteilungen liegen keine vor, weshalb nicht daran zu zweifeln ist. Von Dr.
L._
wurden die degenerativen Veränderungen am 26. November 2015 als beginnend respektive als eher leichtgradig bezeichnet. Hinweise auf aktiv ent
zündliche Veränderungen wurden anhand der Szintigraphie ebenfalls verneint. Es wurde festgehalten, eine entzündlich-rheumatologische Erkrankung als Ursache der gesamten Beschwerdesymptomatik könne praktisch ausgeschlossen werden und die Hinweise auf beginnende degenerative Veränderungen vermöch
ten nicht das gesamte Ausmass der ausgeprägten und generalisierten Schmerzen zu erklären. Demnach sei von einem Fibromyalgie-Syndrom auszugehen, wozu auch die vegetativen Begleitsymptome passten (Urk. 7/126/1,
Urk.
7/128/9). Auch die Ärzte des
R._
, Departement Chirurgie, beschrie
ben die
szintigraphisch
erhobenen degenerativen Veränderungen am 11. April 2017 als beginnend (Urk. 7/156/7). Angesichts des geringen Ausmasses der degenerativen Veränderungen ist es nicht manipulativ, dass
Dr.
E._
die Befunde in der interdisziplinären Zusammenfassung nicht mehr erwähnte (Urk. 7/167/6; vgl. den Einwand des Beschwerdeführers in
Urk.
11 S. 6).
Die in der Exploration erhobenen rheumatologischen Befunde stimmen weitge
hend mit den Ergebnissen der bildgebenden Untersuchungen überein. So beobachtete Dr.
E._
namentlich eine normale Beweglichkeit der gesamten Wirbelsäule, wobei sich die Beweglichkeit der HWS nur bei Ablenkung normali
sierte (Urk. 7/165/96). Auch die Gelenke waren frei beweglich (Urk. 7/165/97-98).
Vor dem geschilderten Hintergrund mit trotz intensiver bildgebender Abklärun
gen nur
geringgradigen
objektiv ausgewiesenen Befunde und in der gutachter
lichen Untersuchung weitgehend normalen
Beweglichkeiten
ist nachvollziehbar, dass Dr.
E._
den Beschwerdeführer aus rheumatologischer Sicht in einer die linke Hand nicht besonders belastenden Tätigkeit für voll arbeitsfähig hielt. Dementsprechend verneinte sie eine Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers in der Tätigkeit als technischer Kaufmann, auf welche er umgeschult worden war (Urk. 7/165/111), was schlüssig ist. Nach dem Gesagten steht fest, dass keine strukturellen Befunde vorhanden sind, welche den Beschwerdeführer nun auch in der Tätigkeit als technischer Kaufmann einschrän
ken würden.
5.2.2
Die Krankschreibung durch
Dr.
L._
erfolgte wegen der vom Beschwerdeführer geklagten Schmerzen sowie vegetativer Begleitsymptomatik respektive wegen eines langjährigen komplexen Schmerzsyndroms (Urk. 7/126), welches Dr.
L._
als durch eine Fibromyalgie bedingt einordnete (Urk. 7/128/9). Bei der Unter
suchung durch
Dr.
E._
waren 16 der sogenannten Tender Points patholo
gisch, jedoch auch 6 von 8 Kontrollpunkten (Urk. 7/165/99). Dementsprechend diagnostizierte
Dr.
E._
keine Fibromyalgie, was der Beschwerdeführer beanstandete (
Urk.
11 S. 7-8). Dazu reichte er einen Auszug aus dem Handbuch der Rheumaliga ein, welchem zu entnehmen ist, dass die Prüfung der Schmerz
haftigkeit an den Druckpunkten (Tender Points) gemäss neuen Kriterien nicht mehr notwendig ist, um eine Fibromyalgie zu diagnostizieren (Urk. 7/176/19-20,
Urk.
7/176/22,
Urk.
7/176/24, vgl. auch Urk. 7/176/28, Urk. 7/176/33-35).
Auswirkungen einer allfälligen Fibromyalgie sind wie jene anderer Schmerz
störungen im Rahmen einer
Indikatorenprüfung
anzuschauen (Urteil des Bundes
gerichts
9C_688/2016
vom 16. Februar 2017 E. 3.5, auch in diese Richtung: Urteil des Bundesgerichts 9C_221/2018 vom 16. Oktober 2018 E. 5.2.1), da die Fibro
myalgie gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung zu den «vergleichbaren psychosomatischen Leiden» zählt, für welche früher die Überwindbarkeits-Ver
mutung analog galt (BGE 132 V 65 E. 4, Urteil des Bundesgerichts 9C_726/2014 vom 2
5.
Februar 2015 E. 3.1.1), und nun die ergebnisoffene Prüfung anhand der Standardindikatoren vorgesehen ist. Dementsprechend kann auch bezüglich einer Fibromyalgie ein psychiatrisches Gutachten ausreichen
, wenn, wie vorliegend, keine massgebend einschränkende rheumatologische Diagnose vorliegt
(BGE 141 V 281 E. 10.2). Nach dem Gesagten bleiben die Auswirkungen der Schmerzen des Beschwerdeführers im Zusammenhang mit dem psychiatrischen Teilgutachten zu prüfen und den Einwendungen des Beschwerdeführers betreffend die Frage des Vorliegens einer Fibromyalgie (
Urk.
11 S. 8) ist nicht zu folgen.
5.2.3
Auch die Angabe einer
Arbeitsunfähigkeit
durch
Dr.
N._
am
9.
Mai 2018 erfolgte schmerzbedingt
(Urk. 7/
156/3), sodass diesbezüglich auf vorstehende E. 5.2.2 zu verweisen ist.
Ob
Dr.
E._
sich die Fussnägel des Beschwerdeführers angesehen hat (vgl. den Einwand in
Urk.
11 S. 7), ist nicht entscheidend, zumal die Fussnägel für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit ohne Belang sind. Gleich verhält es sich mit der Art der Abweichung vom Normalbefund der
Fussform
(vgl.
Urk.
11 S. 6-7 und
Urk.
7/165/98). Dafür, dass Dr.
E._
die kurze neurologische Prüfung, deren Befunde sie anführte
(Urk. 7/
165/99), nicht vorgenommen hätte, liegen keine objektiven Anhaltspunkte vor. Dem entsprechenden Einwand des Beschwerde
führers (
Urk.
11 S. 6) ist daher nicht zu folgen. Anhand dessen, dass die «Repara
tur» des Autos eines Kollegen im Gutachten dort auftaucht, wo der Beschwerde
führer die Ereignisse der vergangenen Tage schilderte
(Urk. 7/
165/92), ist davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer selber von einer Reparatur des Autos gesprochen und anschliessend präzisiert hat, dass es sich um eine Überbrückung gehandelt hatte. Dass Dr.
E._
dies übernommen hat,
schmälert
entgegen dem Einwand des Beschwerdeführers (
Urk.
11 S. 7)
den Beweiswert ihrer Beurtei
lung nicht
.
Hinzu kommt, dass der Beschwerdeführer auch an anderer Stelle
allgemein
angegeben hatte, er repariere Autos von Kollegen
(Urk. 7/
165/93).
Für die Reparatur eines Velos ist in der Regel ein gewisser Kraftaufwand notwendig, da das Velo gehoben werden muss, namentlich um die Reifen zu ersetzen (vgl.
Urk.
7/165/92). Obwohl Dr.
E._
mit «lang andauernd» etwas übertrieben
haben dürfte
(vgl. den Einwand in
Urk.
11 S. 7), ist ihre Beurteilung der Arbeits
fähigkeit angesichts der spärlichen erhobenen objektiven Befunde plausibel. Ähnlich verhält es sich mit der von ihr allenfalls zu Unrecht angeführten Diskre
panz, der Beschwerdeführer habe intermittierend gehinkt, was gemäss den Angaben des Beschwerdeführers davon abhängt, ob er barfuss geht oder die Schuheinlage trägt, um die Beinlängendifferenz auszugleichen (vgl. Urk. 11 S. 7). Sodann ist anzumerken, dass sie in ihrer Beurteilung von Konsistenz und Plausi
bilität nur auf die deutliche Diskrepanz zwischen den angegebenen Beschwerden und den sehr spärlichen strukturellen Befunden sowie auf die nur minimalen Spuren des
Psychopharmakum
Dipiperon
im Blut des Beschwerdeführers hin
ge
wiesen hat
(Urk. 7/
165/108), sodass die angegebene Diskrepanz betreffend den Gang des Beschwerdeführers nicht entscheidend massgebend
war
für ihre Beur
teilung.
D
er Fehler im Lebenslauf, wo Dr.
E._
die technische Beratung für das Elektromobil «
Hotzenblitz
» am falschen Ort angeführt hat
(Urk. 7/
165/91,
Urk.
11 S. 7), erlangte bei der Beurteilung der Arbeitsfähigkeit keine weitere Bedeutung.
Im Übrigen stammt die Bezeichnung als Projektmanager von der Visitenkarte des Beschwerdeführers
(Urk. 7/
164/46).
Insgesamt kann nach dem Gesagten die somatischen Belange betreffend auf das Teilgutachten von
Dr.
E._
abgestellt werden.
5.3
Am Teilgutachten von PD
Dr.
F._
wird vom Beschwerdeführer unter anderem beanstandet, dass er keine somatoforme Schmerzstörung diagnostiziert hat (Urk. 11 S. 9 und
Urk.
12/3 S. 2-3). Dass beim Vorliegen einer Schmerzaus
weitung immer eine Schmerzstörung zu diagnostizieren wäre, kann dem vom Beschwerdeführer angeführten Urteil des Bundesgerichts 9C_899/2014 vom 2
9.
Juni 2015 E. 4.2.1 (vgl.
Urk.
11 S. 8) nicht entnommen werden.
Z
wischen ärztlich gestellter Diagnose und Arbeitsunfähigkeit
besteht
keine unmittelbare Korrelation (BGE 140 V 193 E. 3.1 mit Hinweis; Urteil des Bundes
gerichts 9C_636/2018 vom 2
0.
Dezember 2018 E. 6.4). Massgebend sind vielmehr die konkreten funktionellen Auswirkungen auf das Leistungsvermögen der betroffenen Person (Urteil des Bundesgerichts 9C_570/2018 vom 1
8.
Februar 2019 E. 3.2.1; vgl. zum Ganzen Urteil des Bun
desgerichts 9C_851/2018 vom 23.
Mai 2019 E. 4.1.4).
Mithin sind sowohl eine allfällige Fibromyalgie als auch eventuelle weitere psychische Störungen nur als invalidisierend zu betrachten, wenn dadurch bedingte relevante funktionelle Einschränkungen anhand der Standardindikato
ren ausgewiesen sind.
5.4
In psychiatrische Behandlung begab sich der Beschwerdeführer erstmals
nach seiner Aussteuerung
, aufgrund welcher er
zunehmend gereizt war und an Hoff
nungslosigkeit und Existenzangst litt
.
Dr.
J._
äusserte dementsprechend in seinem Bericht vom 2
6.
August 2015 den Verdacht auf eine Anpassungsstörung (ICD-10: F43.23) nach Aussteuerung einen Monat zuvor. Das Vorliegen einer depressiven Störung wurde damals verneint (Urk. 7/130/1-2).
Zuvor war
d
er
Beschwerdeführer
bei der Arbeitslosenversicherung als zu 100 % vermittlungs
fähig angemeldet (Urk. 7/
109/6-8
,
Urk.
7/110/4
).
Vor seiner Arbeitslosigkeit war er drei Jahre beim selben Arbeitgeber tätig
gewesen, in den beiden letzten Jahren mit einem Jahreseinkommen von über Fr. 95'000.--
(Urk. 7/
114/4
). Nachdem sein
Leistungs
begehren im Jahr 2008 abgelehnt worden war (Urk. 7/
95
), konnte er
offenbar
trotzdem wieder
vollzeitlich
arbeiten. Dass er nicht durchgängig arbeits
tätig war, lag
weitgehend
an
invaliditätsfremden Faktoren. So
fand
er trotz Verschweigen von IV-Umschulung und gesundheitlichen Problemen keine Anstellung (Urk. 7/128/5,
Urk.
7/165/92,
Urk.
7/165/94) und auch das Fussfassen im Heimatland gelang aus wirtschaftlichen Gründen nicht (Urk. 7/
164/5,
Urk.
7/166/7).
PD
Dr.
F._
le
gte anhand des adäquaten Verhaltens des Beschwerdeführers in der Exploration
(Urk. 7/166/11)
sowie
in Würdigung seiner Biographie (Urk. 7/166/13-14) schlüssig dar, dass der Beschwerdeführer keine relevante Pathologie der Persönlichkeit aufweist (Urk. 7/166/14).
Dass PD
Dr.
F._
auch keine andere psychische Störung mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit diagnosti
zierte (Urk. 7/166/12), ist vor dem Hintergrund der erhobenen Befunde sowie in Anbetracht der
stets
vorhandenen Aktivitäten nachvollziehbar.
So war die Grundstimmung des Beschwerdeführers
zwar
euthym
bis leicht bedrückt im Sinne einer Subdepressivität, jedoch nicht regelrecht depressiv. Er
zeigte keine Affekt
verarmung, -
verflachung oder gar -starre. Seine affektive Schwingungs
fähigkeit war nur diskret verhalten. Seine kognitiven Ressourcen lagen in der guten Band
breite der Norm (Urk. 7/166/12,
Urk.
7/166/14).
Auch ist plausibel, dass selbst die subjektiven Angaben des Beschwerdeführers, wonach ihn insbesondere die finan
zielle Situation belastet und er mit Leidenschaft in seiner Werkstatt tätig ist, auf das Fehlen einer relevanten Affektpathologie schliessen lässt (Urk. 7/166/15).
Seine Aktivitäten beinhalten nebst dem genannten
Anfertigen von Bausteinen für Motoren
und deren Einbau in Fahrzeuge
,
Haushaltsarbeiten
,
Veloreparaturen
, das Erledigen von Einkäufen
auch im Ausland
,
regelmässige Moscheebesuche
sowie Gebete zuhause, das Lesen von deutsch
sprachigen sowie türkischen Nach
richten, Musikhören
, Treffen mit Freunden sowie
Auto-Reparaturen
(
Urk.
7/165/92
-93
,
Urk. 7/166/9, Urk. 7/166/
10-
11).
Er ist für seine Kinder da (Urk. 7/166/9)
,
kümmert sich um sie (Urk. 7/164/26)
, spielt draussen mit ihnen oder hilft ihnen bei den Hausaufgaben (Urk. 7/165/93
, Urk. 7/166/10
)
.
Auch hilft er
regelmässig
im Freundeskreis aus (Urk. 7/156/7)
und
unterstützt seine
er
krank
t
e Frau (Urk. 7/
156/4).
Ferner berichtete er über einen unauffälligen Appetit und ein erhaltenes Sexualleben (Urk. 7/166/9).
Auch reiste er mit dem Auto nach Istanbul, wobei er sich
zwar
beim Lenken mit seiner Frau abwechselte und die Fahrt auf vier respektive fünf Tage verteilt wurde
, dennoch vermochte er diese lange Reise
zu
prästieren
(Urk. 7/165/93).
Das
Töfffahren
hat er nicht krank
heitsbedingt aufgegeben, sondern seit
d
er Vater
schaft
(Urk. 7/166/9).
Insgesamt
fehlen Anhaltspunkte dafür, dass der Beschwerdeführer sich
bei seinen Aktivitäten
krankheitsbedingt
in relevanter Weise
einschränken würde.
Einzig legt er sich nach dem Mittagessen
- laut seinen Angaben wegen seiner Beschwer
den -
eine halbe bis z
wei Stunden hin (Urk. 7/165/93). Dies ist
indes nicht aussergewöhnlich, sondern
würde
vielleicht auch bei guter Gesundheit und
zugleich
fehlender Arbeit
sstelle
geschehen.
Ferner schliesst eine halbe Stunde liegen eine vollzeitliche Erwerbstätigkeit noch nicht aus.
Dass PD
Dr.
F._
auf
grund dieser Tagesaktivitäten vom Fehlen einer Beeinträchtigung von qualita
tiven Funktionsfähigkeiten ausging (Urk. 7/
166/18-19), überzeugt. Liegen keine funktionellen Einschränkungen vor, ist auch nachvollziehbar, dass PD
Dr.
F._
das Vorliegen einer
psychischen Störung mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit verneint
hat
.
Bei der Abwesenheit von Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit sind die Standardindikatoren nicht zu prüfen (Urteil
e
des Bundesgerichts
8C_270/219 vom
5.
September 2019 E. 4.2.3,
8C_309/2018 vom
2.
August 2018 E. 5.3.2). Der diesbezüglich
e
Einwand des Beschwerdeführers (
Urk.
11 S.
10
) geht
folglich
fehl.
Auch der Einwand,
die Durchführung eines Mini-ICF-APP fehle (
Urk.
11 S. 9), sticht ins Leere, nachdem PD
Dr.
F._
die qualitativen Funktionsfähigkeiten, die mit den ICF-Kriterien abgebildet sind, anschaulich diskutiert hat (Urk. 7/166/19).
Dass auch in der Vergangenheit keine längerdauernde Einschränkung der Arbeitsfähigkeit bestand (Urk. 7/166/20), begründete PD
Dr.
F._
plausibel damit, dass in den gegenteiligen Berichten der behandelnden Psychiater die subjektiven Angaben des Beschwerdeführers nicht von den objektiven Befunden abgegrenzt wurden (Urk. 7/166/15). Dies korreliert damit, dass behandelnde Ärzte
laut Rechtsprechung
erfahrungsgemäss
im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung mitunter eher zu Gunsten ihrer Patienten aussagen (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_900/2017 vom 3
0.
Mai 2018 E. 4.2.2 mit Hinweisen).
Des Weiteren beschrieb der Beschwerdeführer seine damalige Situation so, dass er permanent «gegrübelt» habe (Urk. 7/166/9),
ohne über daraus resultierende funk
tionelle Einschränkungen zu berichten.
Hinzu kommt, dass PD
Dr.
F._
ausführte, das
anlässlich der Exploration
weitgehende Fehlen affektpatholo
gischer Befunde spreche gegen eine relevante und dauerhafte Affektpathologie (Urk. 7/166/16), was nachvollziehbar ist.
5.5
I
n der interdisziplinären Gesamtbeurteilung wurde die allmähliche Ausweitung der Schmerzregionen angesprochen (Urk. 7/167/6). I
st weder im einen noch im anderen Fachgebiet eine relevante Einschränkung vorhanden, erübrigt sich die Diskussion des Zusammenspiels von Einschränkungen weitgehend (vgl. den Ein
wand in
Urk.
11 S. 10).
Nach dem Gesagten kann gestützt auf das
bidisziplinäre
Gutachten von
Dr.
E._
und PD
Dr.
F._
vom Fehlen einer weitergehenden Einschränkung der Arbeitsfähigkeit ausgegangen werden, als sie bereits im Vergleichszeitpunkt vorlag. Mithin ist
keine relevante Verschlechte
rung des Gesundheitszustands mit überwiegender Wahrscheinlich
keit ausgewie
sen
, sondern die Tätigkeit als technischer Kaufmann ist ihm weiterhin vollumfänglich zumutbar
. Dies führt zur Abweisung der Beschwerde.
6.
6.1
Der Streitgegenstand des Verfahrens betrifft die Bewilligung oder Verweige
rung von
L
eistungen
der Invalidenversicherung
. Das Verfahren ist daher kosten
pflich
tig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhän
gig vom Streitwert festzulegen (
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG) und ermes
sensweise auf
Fr. 8
00.
--
anzusetzen.
Entsprechend dem Ausgang des Ver
fahrens sind sie dem unterliegen
den Beschwerdeführer aufzuerlegen, zufolge der ihm gewährten un
entgeltlichen Prozessführung (vgl. Urk. 8) jedoch einstweilen auf die Gerichts
kasse zu nehmen; dies unter Hinweis auf die Nachzahlungspflicht gemäss § 16 Abs. 4 des Gesetzes über das Sozial
versi
cherungsgericht (
GSVGer
).
6.2
Mit Kostennote vom
1
4.
August 2019
machte der unentgeltliche Rechtsvertreter
des Beschwerdeführers
einen Aufwand von
20 Stunden und 5 Minuten, Spesen von Fr. 43.30 zuzüglich Mehrwertsteuer von 7,7
%
geltend (Urk. 1
6
), woraus eine Entschädigung von Fr.
4'805.10 resultiert
.
Der geltend gemachte Aufwand ist angesichts der Bedeutung der Streitsache und der Schwierigkeit des Prozesses
nicht
angemessen.
Ein Aufwand für die allgemein gehaltene, weil ohne Akten gemachte, kurze Beschwerde (
Urk.
1), zusammen mit der Instruktion des Beschwerdeführers von gesamthaft 2 Stunden 25 Minuten kann stehen gelassen werden (
Urk.
16), ebenso Telefonate mit dem Klienten von gesamthaft 35 Minu
ten. Hingegen ist der geltend gemachte weitere Aufwand für die eingereichte Replik von 10 Seiten (
Urk.
11) zusammen mit dem Aktenstudium von gesamthaft 16,5 Stunden nicht angemessen. Der Umfang der zu berücksichtigenden Akten ist nicht unüblich gross. Ein grosser Teil der Akten war zudem schon im Urteil vom
9.
Februar 2018 gewürdigt worden. Es rechtfertigt sich für diese Arbeit
(Rep
lik und Aktenstudium) ein Aufwand von 10 Stunden. Sodann ist eine Stunde zu berücksichtigen für das Studium des Urteils (
Urk.
16). Gesamthaft ist somit eine Stundenzahl von 14 Stunden angemessen und mit dem gerichtsüblichen Ansatz von
Fr.
220.--, zuzüglich Barauslagen von
Fr.
43.30 und der Mehr
wertsteuer von 7,7
%
zu begleichen, was eine Entschädigung von gerundet
Fr.
3’364.-- ergibt
.