# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 9881a030-72ef-4a75-94b5-e7ed8600e3e7
**Court:** ZH_OG
**Chamber:** ZH_OG_001
**Year:** 2021
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

betreffend Ehescheidung / vorsorgliche Massnahmen /  / unentgeltliche Rechtspflege
Berufung gegen eine Verfügung des Einzelgerichtes (3. Abteilung) des  Zürich vom 25. März 2021; Proz. FE200663
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Rechtsbegehren:
der Beklagten (act. 5/9 und 5/31)
" 1. Es sei der Kläger zu verpflichten, der Beklagten einen  in Höhe von CHF 20'000.00 zu . Die Beklagte behält sich vor, den Betrag im Laufe des Verfahrens zu erhöhen.
2. Eventualiter sei der Beklagten die unentgeltliche  zu bewilligen und der Beklagten in der Person von Dr. iur. Y._ ein unentgeltlicher Rechtsbeistand zu ."
des Klägers (act. 5/33 S. 1)
" 1. Das Gesuch der Beklagten um Leistung eines  durch den Kläger bzw. das Gesuch um  Rechtspflege sei abzuweisen.
2. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (zzgl.  MwSt.) zu Lasten der Beklagten."
Verfügung des Bezirksgerichts:
" 1. Der Kläger wird verpflichtet, der Beklagten einen  in der Höhe von Fr. 16'000.– zu bezahlen. Im darüber hinausgehenden Umfang wird das Gesuch um  abgewiesen.
2. Die Entscheidgebühr wird festgesetzt auf: Fr. 1'500.–; die weiteren Auslagen betragen: Fr. 390.– Dolmetscherkosten.
Allfällige weitere Auslagen bleiben vorbehalten. 3. Die Gerichtskosten betreffend Prozesskostenvorschuss wer-
den dem Kläger zu vier Fünfteln und der Beklagten zu einem Fünftel auferlegt.
4. Der Kläger wird verpflichtet, der Beklagten für das Verfahren betreffend Prozesskostenvorschuss eine auf drei Fünftel  Parteientschädigung in der Höhe von Fr. 1'200.– (inkl. allfällige Mehrwertsteuer) zu bezahlen.
5. / 6. Schriftliche Mitteilung / Rechtsmittelbelehrung"
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Berufungsanträge:
des Klägers (act. 2 S. 2 f.): " 1. Es sei das Urteil des Einzelgerichts, 3. Abteilung, des Be-
zirksgerichts Zürich vom 25.03.2021 betreffend Ehescheidung bzw. Prozesskostenvorschuss / unentgeltliche Rechtspflege (Geschäfts-Nr. FE200663) betr. Dispositiv-Ziffern 1, 3 und 4 aufzuheben und wie folgt neu zu entscheiden:
1.1. Das Gesuch der Berufungsbeklagten bzw. Beklagten auf Verpflichtung des Klägers, ihr einen  in der Höhe von CHF 20'000.00 zu , sei abzuweisen.
1.2. Die Gerichtskosten betreffend  seien der Berufungsbeklagten bzw. Beklagten aufzuerlegen.
1.3 Die Berufungsbeklagte bzw. Beklagte sei zu , dem Berufungskläger bzw. Kläger für das  betreffend Prozesskostenvorschuss eine  in der Höhe von mindestens CHF 2'000.- (zzgl. gesetzlicher MwSt.) zu zahlen.
2. Eventualiter sei das Urteil des Einzelgerichts, 3. Abteilung, des Bezirksgerichts Zürich vom 25.03.2021 betreffend  bzw. Prozesskostenvorschuss / unentgeltliche Rechtspflege (Geschäfts-Nr. FE200663) betr.  1, 3 und 4 aufzuheben und zur Neubeurteilung an die Vorinstanz zurückzuweisen.
3. Subeventualiter für den Fall, dass der Berufungskläger bzw. Kläger zur Leistung eines Prozesskostenvorschusses  werden sollte, sei er zur Leistung eines  von max. CHF 5'000.00 zu verpflichten und es sei im Massnahmeentscheid festzuhalten, dass der  des Berufungsklägers bzw. Klägers als Akontozahlung an allfällige güterrechtliche Ansprüche der  bzw. Beklagten bezahlt wird.
4. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (inkl. gesetzlicher MwSt.) zu Lasten der Berufungsbeklagten bzw. Beklagten."
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der Beklagten (act. 14 S. 2): " 1. Die Berufung des Klägers vom 8. April 2021 sei abzuweisen. 2. Eventualiter sei diese Sache an die Vorinstanz zur Neubeur-
teilung zurückzuweisen."
Prozessuale Anträge: " 1. Der Berufungskläger sei zu verpflichten, der Berufungsbe-
klagten für das Berufungsverfahren einen  in Höhe von CHF 4'000.– zu bezahlen.
2. Eventualiter sei der Berufungsbeklagten für das  die unentgeltliche Prozessführung zu bewilligen und der Berufungsbeklagten in der Person von Dr. iur. Y._ ein unentgeltlicher Rechtsbeistand zu .
Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (inkl. MwSt.) zu Lasten des Berufungsklägers."

## Considerations

Erwägungen:
I.
1.1. Die Parteien stehen sich seit dem 12. Oktober 2020 in einem Schei-
dungsverfahren vor dem Einzelgericht des Bezirksgerichts Zürich gegenüber
(act. 5/1). Mit Eingabe vom 20. Oktober 2020 beantragte die Berufungsbeklagte
und Beklagte (nachfolgend Beklagte), es sei der Berufungskläger und Kläger
(nachfolgend Kläger) zur Leistung eines Prozesskostenvorschusses für das
Scheidungsverfahren zu verpflichten, eventualiter sei ihr die unentgeltliche
Rechtspflege zu bewilligen (act. 5/9). Anlässlich der Verhandlung vom
11. Februar 2021 begründete die Beklagte diesen Antrag (act. 5/31; Prot. VI S. 4
f. und S. 7 ff.). Der Kläger beantragte die Abweisung der Gesuche der Beklagten
(act. 5/33; Prot. VI S. 5 ff. und S. 11). Am 25. Februar 2021 reichte der Kläger ei-
ne weitere Eingabe betreffend Prozesskostenvorschuss ein (act. 5/36).
1.2. Mit Verfügung vom 25. März 2021 verpflichtete die Vorinstanz den Kläger,
der Beklagten einen Prozesskostenvorschuss von CHF 16'000.– zu bezahlen.
Zudem wurden ihm vier Fünftel der Gerichtskosten auferlegt, und er wurde ver-
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pflichtet, der Beklagten für dieses Verfahren eine auf drei Fünftel reduzierte Par-
teientschädigung in der Höhe von CHF 1'200.– (inkl. allfällige MwSt.) zu bezahlen
(act. 4).
2.1. Gegen diesen Entscheid erhob der Kläger mit Eingabe vom 8. April 2021
rechtzeitig Berufung und beantragte im Wesentlichen die Aufhebung des Ent-
scheids bzw. Abweisung des Gesuchs der Beklagten um Prozesskostenvor-
schuss. Ferner ersuchte er um Erteilung der aufschiebenden Wirkung in Bezug
auf die Leistung des Prozesskostenvorschusses und der Parteientschädigung
sowie der Auferlegung der Gerichtskosten (act. 2 S. 2 f.).
2.2. Mit Verfügung der Kammer vom 16. April 2021 wurde der Berufung einst-
weilen aufschiebende Wirkung gewährt sowie der Beklagten Frist zur Stellung-
nahme dazu angesetzt. Dem Kläger wurde Frist angesetzt, um für die Gerichts-
kosten des Berufungsverfahrens einen Vorschuss von CHF 1'300.– zu leisten
(act. 6). Der Kostenvorschuss wurde innert Frist geleistet (act. 7 f.).
2.3. In ihrer Stellungnahme vom 29. April 2021 beantragte die Beklagte, es sei
der Berufung keine aufschiebende Wirkung zu gewähren. Zudem beantragte sie
für das Berufungsverfahren die Leistung eines Prozesskostenvorschusses durch
den Kläger, eventualiter die Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege (act. 9
S. 2). Mit Beschluss vom 18. Juni 2021 wurde die Anordnung der aufschiebenden
Wirkung bestätigt. Zudem wurde dem Kläger Frist angesetzt, um zum Antrag auf
Leistung eines Prozesskostenvorschusses für das Berufungsverfahren Stellung
zu nehmen, und der Beklagten, um die Berufung zu beantworten (act. 11).
3.1. Mit Eingabe vom 2. Juli 2021 reichte die Beklagte ihre Berufungsantwort
ein, die dem Kläger zur Kenntnisnahme zugestellt wurde (act. 14 und 16). Der
Kläger nahm mit seiner Eingabe vom 15. Juli 2021 unaufgefordert zur Berufungs-
antwort Stellung (act. 23). Mit Kurzbrief vom 4. August 2021 wurde die Stellung-
nahme der Beklagten zur Kenntnisnahme zugestellt (act. 29). Ihre darauffolgende
Stellungnahme vom 13. August 2021 wurde dem Kläger mit Kurzbrief zur Kennt-
nisnahme zugestellt (act. 31 f.).
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3.2. Zwischenzeitlich nahm der Kläger mit seiner Eingabe vom 12. Juli 2021
innert erstreckter Frist Stellung zum Gesuch der Beklagten um Leistung eines
Prozesskostenvorschusses für das Berufungsverfahren (act. 13 und 19). Diese
wurde der Beklagten zur Kenntnisnahme zugestellt, woraufhin sie ihrerseits eine
Stellungnahme zur Eingabe des Klägers einreichte (act. 26). Diese wurde dem
Kläger zur Kenntnisnahme zugestellt (act. 27).
4. Die vorinstanzlichen Akten wurden beigezogen (act. 5/1-41). Das Verfah-
ren erweist sich als spruchreif. Auf die Ausführungen der Parteien ist nur insoweit
einzugehen, als sie für den Berufungsentscheid relevant sind.
II.
1.1. Die Verpflichtung zur Leistung eines Prozesskostenvorschusses ist als
vorsorgliche Massnahme zu behandeln. Bei der Anordnung vorsorglicher Mass-
nahmen während des Scheidungsverfahrens sind die (materiell- sowie verfah-
rensrechtlichen) Bestimmungen über die Massnahmen zum Schutz der ehelichen
Gemeinschaft sinngemäss anwendbar (Art. 276 Abs. 1 ZPO i.V.m. Art. 271 ff.
ZPO und Art. 172 ff. ZGB; ANNETTE DOLGE, DIKE-Komm-ZPO, 2. Auflage 2016,
Art. 276 N 15). Es gelangt das summarische Verfahren zur Anwendung mit ent-
sprechender Beweismittel- und Beweismassbeschränkung, und es gilt die einge-
schränkte Untersuchungsmaxime (Art. 276 Abs. 1 ZPO i.V.m. Art. 272 ZPO).
1.2.1. Gegen erstinstanzliche Entscheide betreffend vorsorgliche Massnahmen
ist die Berufung zulässig (Art. 308 Abs. 1 lit. b ZPO). Mit ihr kann die unrichtige
Rechtsanwendung und die unrichtige Feststellung des Sachverhaltes geltend ge-
macht werden (Art. 310 ZPO). Neue Tatsachen und Beweismittel sind im Beru-
fungsverfahren grundsätzlich nur zuzulassen, wenn sie (a) ohne Verzug vorge-
bracht werden und (b) trotz zumutbarer Sorgfalt nicht schon vor erster Instanz
vorgebracht werden konnten (Art. 317 ZPO). Dies gilt auch im Bereich der einge-
schränkten Untersuchungsmaxime (BGE 144 III 349 E. 4.2.1. m.w.H.).
Die Berufung ist bei der Rechtsmittelinstanz innert der Rechtsmittelfrist
schriftlich und begründet einzureichen (Art. 311 Abs. 1 ZPO). Aus der Begrün-
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dungspflicht ergibt sich, dass die Berufung zudem (zu begründende) Rechtsmit-
telanträge zu enthalten hat. In der Begründung hat eine Berufung führende Partei
der Rechtsmittelinstanz daher im Einzelnen darzulegen, aus welchen Gründen
der angefochtene Entscheid falsch ist und abgeändert werden soll. Dazu hat sie
sich mit den Entscheidgründen der ersten Instanz auseinanderzusetzen und kon-
kret aufzuzeigen, was am angefochtenen Urteil oder am Verfahren der Vorinstanz
falsch gewesen sein soll. Die Begründung muss hinreichend genau und eindeutig
sein, um von der Berufungsinstanz mühelos verstanden werden zu können. Dies
setzt voraus, dass die Berufung führende Partei im Einzelnen die vorinstanzlichen
Erwägungen bezeichnet, die sie anficht, und die Aktenstücke nennt, auf denen ih-
re Kritik beruht. Wiederholungen des bereits vor der ersten Instanz Vorgetragenen
genügen den gesetzlichen Anforderungen an eine Begründung ebenso wenig wie
allgemeine Kritik am angefochtenen Entscheid bzw. an den erstinstanzlichen Er-
wägungen (vgl. zum Ganzen: ZR 110 [2011] Nr. 80, BGE 138 III 374 ff., E. 4.3.1 =
Pra 102 [2013] Nr. 4).
1.2.2. Die Berufung vom 8. April 2021 wurde innert Rechtsmittelfrist
(vgl. act. 5/40/1) schriftlich, mit Anträgen versehen und begründet bei der Kammer
als der zuständigen Rechtsmittelinstanz eingereicht. Der Kläger ist durch den an-
gefochtenen Entscheid beschwert und zur Berufung legitimiert. Es ist daher auf
die Berufung einzutreten.
2.1. Betreffend die Grundlagen und Voraussetzungen der Zusprechung eines
Prozesskostenvorschusses resp. der Gewährung der unentgeltlichen Rechtspfle-
ge kann auf die zutreffenden Ausführungen der Vorinstanz verwiesen werden
(vgl. act. 4 E. 3.1. f.). Zu ergänzen resp. hervorzuheben ist, dass die Beurtei-
lungskriterien für die Zusprechung eines Prozesskostenvorschusses dieselben
sind wie bei der unentgeltlichen Rechtspflege. Vorausgesetzt ist zunächst, dass
die ersuchende Partei mittellos ist und ihre Rechtsbegehren nicht aussichtslos er-
scheinen (BGer 5D_135/2010 vom 9. Februar 2011 E. 3.1). Dabei hat die ge-
suchstellende Partei sowohl ihre Einkommens- und Vermögensverhältnisse als
auch sämtliche finanziellen Verpflichtungen vollständig anzugeben und soweit
möglich zu belegen (BGE 120 Ia 179 E. 3a S. 181; 124 I 1 E. 2a S. 2, 97 E. 3b S.
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98; 118 Ia 369 E. 4a S. 370; BGer 4D_41/2009 vom 14. Mai 2009 E. 3). Bezüger
wirtschaftlicher Sozialhilfe gelten – ohne nähere Einkommens- und Auslagenbe-
rechnung – nicht ohne Weiteres als "mittellos" im zivilrechtlichen Sinne (BGer
9C_606/2013 vom 7. März 2014 E. 2.1.3.). Allerdings reicht ein von den sozialen
Diensten aktuelles und unterzeichnetes Budget aus, um die Mittellosigkeit über-
prüfen zu können (BGer 5A_761/2014 vom 26. Februar 2015 E. 3.4.1. f.). Die ge-
suchstellende Partei trifft eine umfassende Mitwirkungspflicht. Insbesondere ist
die mit dem Gesuch befasste Behörde weder verpflichtet, den Sachverhalt von
sich aus nach jeder Richtung hin abzuklären, noch muss sie unbesehen alles,
was behauptet wird, von Amtes wegen überprüfen (vgl. BGer 5A_447/2012
E. 3.1. mit Verweis auf BGer 5A_65/2009 vom 25. Februar 2009 E. 4.3 m.w.H.).
Die Geltung des eingeschränkten Untersuchungsgrundsatzes ändert nichts daran,
zumal sich das Gericht bei zwei anwaltlich vertretenen Parteien bei der Feststel-
lung des Sachverhalts wie im ordentlichen Prozess zurückzuhalten hat (vgl. OGer
ZH LY170046 vom 19. April 2018 E. II. 1.2. m.w.H.).
2.2. Gemäss dem sog. Effektivitätsgrundsatz sind für die Beurteilung der Mit-
tellosigkeit diejenigen Einkünfte und Vermögenswerte zu berücksichtigen, die tat-
sächlich vorhanden und effektiv für die gesuchstellende Partei verfügbar oder we-
nigstens realisierbar sind. Erst in der Zukunft allfällig an- bzw. wegfallende Ein-
künfte sind demnach unbeachtlich. Hypothetische Einkommensauf- bzw.
-abrechnungen haben – unter Vorbehalt der Fälle von Rechtsmissbrauch – zu un-
terbleiben (vgl. BK ZPO-BÜHLER, Art. 117 N 8; HUBER, DIKE-Komm-ZPO, a.a.O.,
Art. 117 N 20 je m.w.H.).
2.3. Es reicht, wenn die Voraussetzungen glaubhaft gemacht sind. Das Ge-
richt würdigt die Beweismittel frei (Art. 157 ZPO). Es verfügt bei der Prüfung des
Gesuchs und der Frage, ob die Voraussetzungen glaubhaft gemacht worden sind,
über einen grossen Ermessensspielraum, in welches die Rechtsmittelinstanz nur
mit Zurückhaltung eingreift (BSK ZPO-SPRECHER, 3. Auflage 2017, Art. 261 N 77).
3.1. Die Vorinstanz bejahte die Mittellosigkeit der Beklagten und führte dazu
zusammengefasst aus, dass diese seit November 2019 zu einem Pensum von
50 % angestellt sei und dabei ein Nettoeinkommen von CHF 1'927.– pro Monat
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(inkl. 13. Monatslohn) erziele. Zudem sei ihr durchgehend eine Arbeitsunfähigkeit
von 50 % wegen Krankheit bescheinigt worden. Schliesslich reiche sie einen Leis-
tungsentscheid der Sozialbehörde für die Zeit vom 1. April 2020 bis 28. Februar
2021 über wirtschaftliche Hilfe ein. Darüber hinaus verfüge die Beklagte auf diver-
sen Konten über ein Guthaben von insgesamt CHF 1'813.– (act. 4 E. 4.1.1.). Wei-
ter ständen Einzahlungen an einen Fonds und zwei Lebensversicherungen diver-
se Darlehenseingänge gegenüber; einem bestrittenen Rückkaufswert der Versi-
cherungen ständen glaubhafterweise beachtliche Schulden gegenüber, was be-
reits im Eheschutzverfahren festgehalten worden sei. Die Beklagte verfüge in Le-
bensversicherungen und Fonds in C._ [Land] nicht über liquide Vermögen,
die über einen Notgroschen hinausgehen würden (act. 4 E. 4.1.2.). Die Ausfüh-
rungen des Klägers zu früheren finanziellen Verhältnissen der Beklagten gingen
an der Sache vorbei und ständen im Widerspruch zu früheren gerichtlichen Ent-
scheidungen, namentlich im Eheschutzverfahren und der Gewährung der unent-
geltlichen Rechtspflege in Strafverfahren; neue oder zusätzliche Hinweise bringe
der Kläger im vorliegenden Verfahren nicht vor (act. 4 E. 4.2. ff.). Seine Editions-
anträge seien zeitlich sowie inhaltlich sehr weit gefasst und würden sich auf sämt-
liche Belege betreffend Anstellungsverhältnis der Beklagten bei der D._ AG,
sämtliche Konten der Beklagten, insbesondere bei der E._ AG, Bank
F._, G._ [Bank], H._ Bank, I._ [Bank], Unterlagen betreffend
Rückkaufswert sämtlicher Lebensversicherungen bei der J._ Ltd. etc. bezie-
hen. Dies sei Ausdruck davon, dass er von Geldabflüssen zu unbestimmten Zeit-
punkten zu unbestimmten Orten und nicht bekannten Einkünften ausgehe. Der
Kläger könne der Darlegung der Beklagten keine gegenteiligen konkreten An-
haltspunkte entgegensetzen. Dies zeige die Schwierigkeiten des Klägers auf, Be-
weise für seine Überzeugung nennen zu können, ohne in vollständigen Konten-,
Versicherungs- und Kreditkartenbelegen der Beklagten danach suchen zu können
(act. 4 E. 3.5).
3.2. Die Leistungsfähigkeit des Klägers bejahte die Vorinstanz und begründete
dies damit, dass die Stammanteile seiner Gesellschaften zwar keine liquiden
Vermögenswerte darstellen würden; zur Höhe seines liquiden Vermögens auf
dem E._-Konto und behaupteten Aktien äussere sich der Kläger hingegen
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nicht. Damit bestreite er die Behauptungen der Beklagten nicht konkret, die von
einem derzeitigen Vermögen von CHF 80'000.– ausgehe. Vielmehr offenbare er
mit dem Vorbringen, er sei nicht gehalten, sein Vermögen anzuzehren, dass er
über solches verfüge. In den Akten würden sich keine aktuellen Kontobelege oder
Steuerunterlagen befinden. Entsprechend sei beim Kläger von einem Barvermö-
gen in Höhe von rund CHF 80'000.– nebst Aktienbesitz auszugehen. Damit verfü-
ge er über ein liquides Vermögen, das weit über einen Notgroschen hinausgehe
und die Leistung eines angemessenen Prozesskostenvorschusses zulasse, ohne
seine eigene Prozessarmut nach sich zu ziehen (act. 4 E. 5.2.).
Aufgrund dessen setzte sich die Vorinstanz mit den im vorinstanzlich gel-
tend gemachten Einkommens- und Bedarfszahlen des Klägers nicht auseinander
(vgl. act. 4 E. 5.1. f.). Sie liess ausdrücklich offen, ob aufgrund der Darlegungen
des Klägers sowie eines Zwischenabschlusses einer seiner Gesellschaften seit
September 2020 ein dauerhafter Wegfall eines Salärs aus dieser Gesellschaft
glaubhaft sei (act. 4 E. 5.3.).
4. Der Kläger kritisiert in seiner Berufung die vorinstanzlichen Erwägungen
in Bezug auf die Leistungsfähigkeit beider Parteien und macht – teilweise in aus-
ufernder und pauschalisierender Weise (vgl. act. 2 Rz. 1.8.) – diverse Rechtsver-
letzungen geltend. Nachstehend wird zunächst auf die Leistungsfähigkeit der Be-
klagten und danach auf diejenige des Klägers eingegangen.
5.1.1. In Bezug auf die Leistungsfähigkeit der Beklagten rügt der Kläger, der
eingereichte Leistungsentscheid des Sozialzentrums sei nicht mehr aktuell und es
gebe kein aktuelles und unterzeichnetes Budget samt Angaben zum weltweiten
Einkommen und dem weltweiten Vermögen der Beklagten. Abrechnungen der
letzten drei Monate seien ebenfalls nicht eingereicht worden. Der eingereichte
Entscheid der Stellenleitung betreffend zu Unrecht bezogener Sozialhilfegelder
sei vorliegend nicht relevant; allerdings tangiere die Tatsache der Rückforderung
den Beweiswert des ursprünglichen Leistungsentscheids. Schliesslich komme
hinzu, dass die Sozialleistungen längstens bis 28. Februar 20[2]1 bewilligt worden
seien (act. 2 S. 7 f., Rz. 1.2). Zudem habe die Vorinstanz in keiner Weise seine
Ausführungen gewürdigt, dass sich die Unterstützungsleistungen des Sozialamtes
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lediglich auf die Ausführungen der Beklagten stützen würden. Es könne nicht ihm
zum Nachteil gereichen, wenn das Sozialzentrum K._ keine hinreichende
Abklärung zur Einkommens- und Vermögenssituation der Beklagten mache
(act. 2 S. 8 f., Rz. 1.3.).
5.1.2. In Bezug auf das Vermögen der Beklagten verfalle die Vorinstanz in Will-
kür und stelle den Sachverhalt falsch fest, wenn sie davon ausgehe, dass die Mit-
tellosigkeit der Beklagten glaubhaft sei. Belege, dass die Gelder der Beklagten
nicht mehr existieren bzw. zum Kläger und/oder des L._ Co. Ltd. geflossen
seien, seien keine eingereicht worden. Dabei wäre es problemlos möglich gewe-
sen, hierfür Belege einzureichen, würden ihre Behauptungen tatsächlich stimmen
(act. 2 S. 10 ff., Rz. 1.6.).
Indem die Vorinstanz festhalte, dass einem allenfalls bestehenden –
durch die Beklagte bestrittenen – Rückkaufswert der Versicherung beachtliche
Schulden gegenüber stünden, verfalle sie in Willkür, überschreite ihr Ermessen
und halte den Sachverhalt aktenwidrig bzw. falsch fest; weder seien zur Lebens-
versicherung noch zum Fonds irgendwelche Belege seitens der Beklagten einge-
reicht. Zudem seien weder der Rückkaufswert noch die angeblichen Schulden er-
stellt (act. 2 S. 24 ff., Rz. 2.1). Weiter verkenne die Vorinstanz die Ausführungen
des Klägers zu früheren finanziellen Verhältnissen der Beklagten, dass diese ihr
Gesuch hinreichend zu begründen habe und die Vorinstanz erneut zu prüfen ha-
be, ob die Mittellosigkeit vorliege (act. 2 S. 25, Rz. 2.2).
5.1.3. Ferner wende die Vorinstanz unzulässigerweise den Effektivitätsgrund-
satz an, obwohl sich die Beklagte hinsichtlich ihres Einkommens rechtsmiss-
bräuchlich verhalte (act. 2 S. 21 ff., Rz. 1.16).
5.1.4. Hinsichtlich seiner abgelehnten Editionsbegehren macht der Kläger gel-
tend, die Vorinstanz verletze die Beweislastverteilung, wenn der Kläger faktisch
gezwungen werde, den Gegenbeweis zu erbringen, dass die Beklagte nicht mit-
tellos sei. Die Beklagte hätte dies glaubhaft machen müssen. Könne der Kläger –
wie vorliegend – glaubhaft darlegen, dass die Beklagte ihre finanziellen Verhält-
nisse nicht offenlege, dann habe sie die Rechtsnachteile zu tragen und nicht er
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(act. 2 S. 17, Rz. 1.10 i.f.). Zu einigen Editionsanträgen des Klägers habe die Vor-
instanz gar nicht erst Stellung genommen (act. 2 S. 19, Rz. 1.12).
5.2.1. In Bezug auf die Sozialhilfeleistungen verkennt der Kläger, dass es sich
beim Leistungsentscheid vom 15. April 2020 nicht lediglich um ein "Schreiben"
handelt (vgl. act. 2 S. 7, Rz. 1.2.). Vielmehr handelt es sich um einen unterzeich-
neten Entscheid einer Sozialhilfebehörde, in welchem auch ein Monatsbudget
über belegte regelmässige Beträge festgehalten wurde (act. 5/24/3). Dieses
Budget ist – entgegen der Ansicht des Klägers – als aktuell zu bezeichnen, zumal
der Leistungsentscheid den Zeitraum vom 1. April 2020 bis 28. Februar 2021 und
damit auch die für die vorinstanzliche Prüfung der Mittellosigkeit der Beklagten re-
levante Periode umfasst. Dass das Sozialzentrum "offensichtlich keine hinrei-
chende Prüfung der weltweiten Einkommens- und Vermögensverhältnisse" der
Beklagten vorgenommen und sich dabei lediglich auf die Aussagen der Beklagten
gestützt habe, ist eine unbelegte Parteibehauptung. Der Leistungsentscheid vom
11. Juni 2019, auf den der Kläger verweist, befindet sich seit September 2019
nicht mehr in den beigezogenen Akten des Eheschutzverfahrens (act. 5/8/53/3
und 5/8/76). Allerdings geht aus dem aktuellen Leistungsentscheid hervor, dass
die Angaben der Beklagten im Unterstützungsantrag belegt gewesen seien
(act. 5/24 S. 1 unten). Im Übrigen sprechen die Umstände, dass die Beklagte be-
reits im Januar 2020 zur Rückerstattung von zu Unrecht bezogener Leistungen im
Betrag von über CHF 20'000.– verpflichtet wurde, ihr danach aber dennoch wirt-
schaftliche Hilfe zugesprochen wurde (vgl. act. 5/24/13 S. 2), dagegen, dass das
Sozialzentrum sich lediglich auf die Aussagen der Beklagten gestützt und selbst
keine Prüfungen vorgenommen hat. Im Gegenteil geht aus dem Entscheid vom
25. November 2020 hervor, dass der Unterstützungsanspruch der Beklagten lau-
fend überprüft wird (act. 5/24/13). Somit besteht auch kein Anlass, Abrechnungen
der letzten drei Monate einzufordern (vgl. act. 2 Rz. 1.2).
Entsprechend besteht auch kein Grund, die Akten des Sozialamtes bei-
zuziehen (vgl. act. 2 S. 9, Rz. 1.4). Im Übrigen stellt der Kläger diesen Antrag
erstmals im Berufungsverfahren und damit aufgrund von Art. 317 Abs. 1 ZPO
verspätet.
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5.2.2. Zwar wird im Budget vom 15. April 2020 das Einkommen der Beklagten
lediglich mit "variiert" festgehalten (act. 5/24/3). Allerdings geht aus dem Rückfor-
derungsentscheid vom 25. November 2020 hervor, dass das Sozialzentrum den-
noch ein Netto-Einkommen von CHF 1'850.– monatlich budgetiert hat
(act. 5/24/13). Dieses Einkommen bestätigen auch die eingereichten Lohnab-
rechnungen (act. 5/24/1). Auch der Kläger bestreitet in seiner Berufung nicht,
dass das Einkommen der Beklagten derzeit CHF 1'850.– netto monatlich bei ei-
nem 50 %-Pensum beträgt; er wiederholt im Grundsatz lediglich seine bereits im
vorinstanzlichen Verfahren vorgebrachten Argumente und stellt sich zusammen-
gefasst auf den Standpunkt, der Beklagten sei aufgrund ihres rechtsmissbräuchli-
chen Verhaltens ein hypothetisches Einkommen anzurechnen (act. 2 S. 21 f.,
Rz. 1.16; vgl. unbestritten gebliebene Zusammenfassung der Vorinstanz in act. 4
E. 3.4.). Wie er selbst vorbringt, gilt bei der Beurteilung der Mittellosigkeit der Ef-
fektivitätsgrundsatz. Ein rechtsmissbräuchliches Verhalten der Beklagten, das
diesen Grundsatz aushebeln würde, konnte der Kläger nicht glaubhaft machen.
Rechtsmissbrauch im vorliegend relevanten Zusammenhang liegt nur vor, wenn
eine gesuchstellende Partei gerade mit der – als innere Tatsache nur mittelbar
(durch Indizien) nachweisbaren – Absicht auf Einkommen verzichtet oder Vermö-
gen entäussert hat, um in einem zu führenden oder bereits rechtshängigen Pro-
zess in den Genuss des Prozesskostenvorschusses resp. der unentgeltlichen
Rechtspflege zu gelangen. Umgekehrt besteht aber auch keine Pflicht zum An-
sparen der erforderlichen Mittel und zwar auch dann nicht, wenn die Prozessfüh-
rung für einen Kläger nicht dringlich ist und damit ohne Rechtsnachteile noch zu-
gewartet werden könnte (OGer ZH LY130007 vom 22. Mai 2013 E. III.6. mit Ver-
weis auf BK ZPO I-BÜHLER, Vorbemerkungen zu Art. 117 – 123 N 66, mit Beispie-
len aus der Rechtsprechung; vgl. auch BGer 5P.218/2001 vom 3. September
2001 E. 2b). Dass die Beklagte ihr Einkommen reduziert haben soll, um im Schei-
dungsverfahren in den Genuss des Prozesskostenvorschusses resp. der unent-
geltlichen Rechtspflege zu gelangen, behauptet der Kläger gar nicht erst. Ent-
sprechend braucht nicht weiter darauf eingegangen zu werden.
5.2.3. In Bezug auf das Vermögen der Beklagten ist festzuhalten, dass dieses
auch im Rahmen der Gewährung von Sozialhilfe berücksichtigt und überprüft wird
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(vgl. § 16 Abs. 2 SHV; der derzeitige Vermögensfreibetrag beträgt CHF 4'000.–
pro Person, § 17 Abs. 1 SHV mit Verweis auf SKOS-Richtlinien, Kapitel D.3.1.
Abs. 4, Version vom 1. Januar 2021). Entsprechend erscheint es aufgrund des
aktuellen Leistungsentscheids der Sozialhilfebehörde einstweilen glaubhaft, dass
die Beklagte über kein Vermögen verfügt, welches sie zur Finanzierung des
Scheidungsverfahrens heranziehen könnte.
Daran vermögen auch die Ausführungen des Klägers nichts zu ändern.
Die Vorinstanz legte dar, dass die Beklagte auf diversen Konten ein Guthaben
von insgesamt rund CHF 1'800.– verfüge, was vom Kläger unbestritten blieb.
Dass sich die Vorinstanz bezüglich BMW X4, Eigentumswohnung und L._ im
Grundsatz auf den rechtskräftigen Entscheid betreffend Leistung eines Prozess-
kostenbeitrags im Eheschutzverfahren stützte, ist nicht zu beanstanden (vgl.
act. 4 E. 4.2. ff.). In Bezug auf den BMW X4 und die Eigentumswohnung (im Übri-
gen auch betreffend die Fonds und Lebensversicherungen) verwies der Kläger im
vorinstanzlichen Verfahren auf seine Ausführungen im Eheschutzverfahren, "um
unnötige Wiederholungen zu vermeiden"; einzig betreffend Wohnung merkt er in
rechtlicher Hinsicht an, dass diese – selbst wenn sie der Mutter der Beklagten ge-
hören würde – eine Anwartschaft darstelle (act. 5/33 S. 9 Mitte). Eine solche An-
wartschaft bliebe allerdings gestützt auf den Effektivitätsgrundsatz im vorliegen-
den Verfahren ohne Belang. In tatsächlicher Hinsicht brachte er weder neue Um-
stände vor noch offerierte er neue Beweismittel. Da keine neuen Tatsachenbe-
hauptungen aufgestellt wurden, durfte die Vorinstanz auf die Vorbringen und den
Entscheid des Eheschutzverfahrens verweisen. Eine abweichende Einschätzung
der Vorinstanz ohne das Vorliegen veränderter Verhältnisse aufgrund neuer Tat-
sachen und Beweismittel hätte im Widerspruch zur Rechtskraft einer Eheschutz-
resp. vorsorglichen Massnahme im Scheidungsverfahren gestanden.
In Bezug auf die Gesellschaft L._ ist – entgegen der Ansicht des
Klägers – bestritten, dass sich die Beklagte im Jahr 2018 Verwaltungskosten von
insgesamt CHF 130'000.– selbst ausgezahlt habe (Prot. VI S. 9 mit der Behaup-
tung, die Gesellschaft sei liquidiert worden). Der Kläger anerkennt, dass die Ge-
sellschaft operativ nicht mehr tätig ist, und rügt die vorinstanzliche Feststellung
- 15 -
nicht, dass die Beklagte – gestützt auf ihre Vorbringen im Eheschutzverfahren –
beachtliche Schulden aus der Geschäftstätigkeit glaubhaft gemacht habe (vgl.
act. 4 E. 4.2.3. mit Verweis auf act. 5/8/72 S. 39). Damit hat es bei der vorinstanz-
lichen Feststellung sein Bewenden. Ferner bringt der Kläger in seiner Berufung
nicht vor, weshalb aus der Tatsache, dass in der Steuererklärung 2018 der Be-
klagten kein entsprechendes Vermögen aufgeführt werde, nichts abgeleitet wer-
den könne (vgl. act. 2 S. 29 f., Rz. 2.4.). Bei der Behauptung, aus der fraglichen
Steuererklärung gehe auch die seit 2009 in ihrem Eigentum stehende Liegen-
schaft in C._ nicht hervor, handelt es sich um ein unzulässiges Novum. Da-
mit ist die vorinstanzliche Schlussfolgerung nicht zu beanstanden, dass es weder
damals im Eheschutzverfahren noch aktuell konkrete Anhaltspunkte für ein ent-
sprechendes Vermögen der Beklagten gebe (vgl. act. 4 E. 4.2.3.).
Wie dargelegt hat die Vorinstanz den Einzahlungen der Beklagten an den
Fonds und die Lebensversicherungen in Höhe von CHF 3'775.– Darlehensein-
gänge von CHF 2'800.– gegenüberstellt (act. 4 E. 4.1.2.). Entgegen der Ansicht
des Klägers stützte sich die Vorinstanz dabei auf in Deutsch übersetzte Bankun-
terlagen (act. 4 E. 4.1.2. mit Verweis auf act. 5/24/8; vgl. klägerische Rüge act. 2
S. 24, Rz. 2.1). Aus dem Bankbeleg geht hervor, dass Zahlungseingänge mit
"Darlehen" und Zahlungsausgänge mit "Rückzahlung Darlehen" vermerkt wurden,
woraus die Vorinstanz die Differenz von umgerechnet CHF 2'800.– errechnete.
Entsprechend kann keine Rede davon sein, dass die Vorinstanz die Beträge
"schlicht" zusammengezählt habe, ohne zu wissen, ob es sich dabei tatsächlich
um Darlehensbeträge handle (vgl. act. 2 S. 24, Rz. 2.1). Dass die Beklagte Darle-
hensschulden hat, ist damit glaubhaft gemacht. Ferner kann nicht als willkürlich
bezeichnet werden, dass die Vorinstanz aus act. 5/24/11 auf weitere Darlehen
geschlossen hat. Im vorinstanzlichen Verfahren bestritt der Kläger lediglich pau-
schal, dass sich die Beklagte Geld leihen müsse, um ihre finanziellen Löcher zu
stopfen (Prot. VI S. 6 unten). Dabei nahm er insbesondere keinen Bezug auf die
eingereichten Bankbelege der Beklagten. Auch wenn diese nicht ins Deutsch
übersetzt sind, lassen sich daraus in Verbindung mit dem vorstehend dargelegten
act. 5/24/8 Darlehenszahlungen glaubhaft machen, zumal einige Zahlungen auch
im übersetzten Bankdokument zu finden sind (vgl. Zahlungseingänge vom
- 16 -
12. Juni 2020 um 16:16 Uhr in Höhe von RMB 10'000.–, 1. November 2020 um
23:49 Uhr in Höhe von RMB 11'000.–, vom 2. Dezember 2020 um 00:32 Uhr in
Höhe von RMB 3'000.–, etc., act. 5/24/8 und 5/24/11). Auch wenn im Zusammen-
hang mit dem Fonds und den Lebensversicherungen keinerlei Belege vorhanden
sind, erscheint die Bejahung der Mittellosigkeit in diesem Zusammenhang nicht
als willkürlich; selbst wenn die Beklagte vor der Heirat jährlich CHF 3'775.– einbe-
zahlt hätte – wobei zu berücksichtigen ist, dass Rückkaufswerte regelmässig nicht
der Einzahlungssumme entsprechen –, erscheint es höchst unwahrscheinlich,
dass nach Abzug der Darlehensschulden und der Schulden beim Sozialamt von
über CHF 20'000.– (act. 5/24/13 S. 3) ein über einen Notgroschen hinaus beste-
hender Vermögenswert vorhanden wäre.
5.2.4. Dass die Vorinstanz unter diesen Gesamtumständen die Editionsanträge
des Klägers für die Beurteilung der Leistung eines Prozesskostenvorschusses
mangels Relevanz abwies, ist nicht zu beanstanden. Wie sie korrekt ausführte,
machte der Kläger im vorinstanzlichen Verfahren keine aktuellen und konkreten
Hinweise geltend, die eine Edition gerechtfertigt hätten. Er begründete seine An-
träge äusserst rudimentär und vage. So brachte er vor, dass mit den zu edieren-
den Dokumenten überprüft werden könne, ob die Beklagte nicht noch weiteres
Einkommen generiere, so bspw. bei der L._ bzw. M._ oder Gelder be-
wusst auf andere, nicht offengelegte Konti abtransferiert habe (vgl. act. 5/33 S. 6
unten f.). Im Berufungsverfahren holt er die notwendige Konkretisierung von Ver-
mögenswerten und Einkünften nicht nach, sondern wiederholt – und ergänzt teil-
weise – lediglich seine vorinstanzlichen Vorbringen (vgl. act. 2 S. 15 ff.,
Rz. 1.10 ff., und S. 31, Rz. 2.5). Dabei kann er sich auch nicht darauf stützen,
dass er die geforderten Unterlagen ohnehin im Rahmen der güterrechtlichen Aus-
einandersetzung bräuchte (act. 2 S. 15, Rz. 1.10). Dafür hat er die Herausgabe
der Dokumente gerade nicht beantragt. Er beantragte detaillierte Kontoauszüge
sämtlicher Konten im In- und Ausland für den Zeitraum vom 3. Mai 2017 bis zur
vorinstanzlichen Verhandlung, ohne jedoch anzugeben, weshalb er diese bereits
für den Zeitraum ab Eheschliessung braucht. Schliesslich ist unzutreffend, dass
die Vorinstanz zu einigen Editionsanträgen nicht Stellung genommen habe, zumal
- 17 -
sie sämtliche Anträge für unbegründet hielt (vgl. act. 4 E. 3.5 und insbesondere
das "etc." am Ende ihrer ausdrücklichen Auflistung).
5.3. Zusammenfassend ist der Entscheid der Vorinstanz betreffend Leistungs-
fähigkeit bzw. prozessualer Mittellosigkeit der Beklagten nicht zu beanstanden.
6.1.1. In Bezug auf seine eigene Leistungsfähigkeit bringt der Kläger zusam-
mengefasst vor, die Vorinstanz halte aktenwidrig fest, dass er sich nicht zum
Vermögen auf seinem E._-Konto geäussert habe und sich auch keine aktuel-
len Kontobelege in den Akten befinden würden. Die von ihm eingereichten Bele-
ge, insb. der Kontoauszug seines Privatkontos bei der E._ AG, seien in kei-
ner Weise in Erwägung gezogen worden. Entsprechend komme die Vorinstanz
willkürlich zum Schluss, dass er über den sog. Notgroschen hinausgehendes
Vermögen in Höhe von CHF 80'000.– besitze, was er schlicht und erwiesener-
massen nicht tue (act. 2 S. 34, Rz. 3.3). Die Beklagte habe im vorinstanzlichen
Verfahren unsubstantiiert behauptet, dass der Kläger auf seinem E._-Konto
über CHF 80'000.– verfüge. Sie habe keinen einzigen Beleg betreffend eines an-
geblichen Vermögens des Klägers in der Höhe von CHF 80'000.– eingereicht
resp. schlüssig dargelegt, wie er in der Lage sein sollte, ein solches zu äufnen
(act. 2 S. 33, Rz. 3.2, und S. 36, Rz. 3.5).
6.1.2. Die Beklagte stellt sich in ihrer Berufungsantwort zusammengefasst auf
den Standpunkt, es sei nicht ersichtlich, weshalb Stammanteile kein liquides Ver-
mögen darstellen sollten. Darüber hinaus habe der Kläger nicht konkret bestritten,
dass er über ein Barvermögen von CHF 80'000.– verfüge, sondern lediglich be-
hauptet, über kein erhebliches Vermögen zu verfügen. Weder habe der Kläger
sein Vermögen belegt noch ausgewiesen. Entsprechend sei es auch nicht akten-
widrig, wenn die Vorinstanz feststelle, dass sich der Kläger nicht zum Vermögen
auf seinem E._-Konto geäussert resp. dass er keine aktuellen Kontobelege
eingereicht habe (act. 14 S. 22 f., Rz. 24 ff.). Es sei nicht ersichtlich, warum ein
früher vorhandenes Vermögen des Klägers von rund CHF 100'000.– plötzlich ver-
schwunden sein soll, ohne irgendwelche Substantiierungen zu machen. Damit
habe die Vorinstanz zu Recht davon ausgehen dürfen, dass der Kläger immer
noch über ein erhebliches Vermögen verfüge (act. 14 S. 23, Rz. 26.2). Darüber
- 18 -
hinaus verfüge der Kläger neben den Stammanteilen auch über Aktien der
N._ Group AG (act. 14 S. 14 f., Rz. 4.1 f.).
6.2.1. Hervorzuheben ist, dass die Beklagte im vorinstanzlichen Verfahren ledig-
lich behauptete, es gebe ein E._-Konto, auf dem sich CHF 80'000.– befinden
würden, ohne ihre Mutmassung auch nur annähernd begründet oder belegt zu
haben (Prot. VI S. 10 oben). Betreffend die Leistungsfähigkeit des Klägers wurde
bereits in den zwei Entscheiden der Kammer betreffend aufschiebende Wirkung
festgehalten, es würden keine Anhaltspunkte vorliegen, dass der Kläger aktuell
über ein Barvermögen von CHF 80'000.– verfügen soll (vgl. act. 6 E. 4.2 und
act. 11 E. II.3.1.). Daran vermögen auch die Vorbringen der Beklagten in ihrer Be-
rufungsantwort nichts zu ändern. Entgegen ihrer Ansicht liegt ein – für den rele-
vanten Beurteilungszeitpunkt – aktueller Auszug zweier E._-Konten vor, der
einen Saldo von insgesamt rund CHF 18'000.– aufweist (act. 5/4/10). Es beste-
hen keine Hinweise, dass neben den zwei E._-Konten weitere Bankkonten
oder sonstiges Guthaben existieren. Entsprechend kann die vorinstanzliche
Schlussfolgerung nicht geschützt werden, beim Kläger sei von einem glaubhaft-
gemachten privaten Barvermögen in Höhe von rund CHF 80'000.– auszugehen
(vgl. act. 4 E. 5.2. i.f.; dass per Ende 2018 ein Vermögen von CHF 100'000.– vor-
handen gewesen sein soll, spielt aufgrund des Effektivitätsgrundsatzes für die
Beurteilung des Gesuchs per Herbst 2020 keine Rolle). Ferner blieb der Umstand
unbestritten und ist glaubhaft, dass der Kläger per Einleitung des Scheidungsver-
fahrens Kreditkartenschulden von insgesamt CHF 4'127.85 aufwies (act. 5/4/13).
Entsprechend ist beim Kläger von einem Vermögen von rund CHF 14'000.– aus-
zugehen, der ihm als Notgroschen zu belassen ist.
6.2.2. Im Gegensatz zu Aktien können Stammanteile nicht als leicht handelbare
Wertpapiere ausgestaltet sein, zumal die Handelbarkeit aufgrund der notwendi-
gen schriftlichen Abtretungserklärung eingeschränkt ist (vgl. Art. 784 Abs. 1 und
Art. 785 Abs. 1 OR ). Eine Gesellschaft mit beschränkter Haftung als personen-
bezogene Kapitalgesellschaft ist bereits vom Grundprinzip nicht derart ausgestal-
tet, dass ihre Stammanteile leicht übertragbar sind und liquidiert werden können.
Entsprechend ist der Entscheid der Vorinstanz nicht zu beanstanden, die
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Stammanteile der Gesellschaften des Klägers als nicht liquide Vermögenswerte
anzusehen. Wie bereits im Beschluss der Kammer vom 18. Juni 2021 erwogen,
handelt es sich bei der Behauptung, der Kläger verfüge über Aktien der N._
Group AG um ein unzulässiges – und darüber hinaus unbelegtes – Novum (vgl.
act. 14 S. 14, Rz. 4.1, und act. 11 E. II.3.4. i.f.; im vorinstanzlichen Verfahren ging
die Beklagte offenbar fälschlicherweise davon aus, bei der O._ oder P._
handle es sich um eine Aktiengesellschaft, was die Vorinstanz in ihrem Entscheid
so übernahm, vgl. Prot. VI S. 10 und act. 4 E. 5.2.). Entsprechend ist nicht darauf
einzugehen.
6.3. Zusammenfassend ist nicht glaubhaft, dass der Kläger über ein liquides
Vermögen verfügt, das über einen Notgroschen hinausgeht. Die Berufung erweist
sich in dieser Hinsicht als begründet.
7. Nachdem die Vorinstanz die Leistungsfähigkeit des Klägers lediglich mit
seinem Vermögen begründete, stellt sich die Frage, ob der Kläger aus seinem
laufenden Einkommen fähig ist, der Beklagten einen Prozesskostenvorschuss zu
zahlen. Nachdem die Parteien im vorinstanzlichen Verfahren dazu plädierten,
kann die Berufungsinstanz darüber befinden, ohne die Sache an die Vorinstanz
zurückzuweisen (Art. 318 Abs. 1 lit. c Ziff. 2 ZPO e contrario).
7.1. In Bezug auf sein Einkommen blieb unbestritten, dass der Kläger bei der
Q._ GmbH in einer Vollzeitanstellung monatlich netto CHF 8'924.– verdient
(vgl. 5/33 S. 13 f., Rz. 2.1, und act. 14 S. 11, Rz. 2.1). Strittig ist, ob dem Kläger
aus seiner Geschäftstätigkeit bei seiner anderen Gesellschaft, der O._
GmbH, ebenfalls ein Einkommen angerechnet werden kann. Die Vorinstanz liess
die Frage – wie bereits dargelegt – offen (act. 4 E. 5.3.). Im vor-instanzlichen Ver-
fahren stellte sich der Kläger auf den Standpunkt, im Jahr 2020 habe er sich für
seine Tätigkeit bei der fraglichen Gesellschaft ein Salär von insgesamt
CHF 31'882.– auszahlen lassen, was CHF 2'656.80 netto pro Monat ausmache.
Aus wirtschaftlichen Gründen sei ihm dies ab September 2020 nicht mehr möglich
(act. 5/33 S. 14, Rz. 2.1.). Die Beklagte bestritt dies und brachte vor, es sei nicht
ersichtlich, weshalb er ab dem 30. September 2021 [recte: 2020] diesen Lohn
nicht mehr erhalten sollte (Prot. VI S. 10 oben). Als Beweis offerierte der Kläger
- 20 -
lediglich den Lohnausweis 2020 der O._ GmbH (act. 5/22/2). Wie die Vo-
rinstanz korrekt erwog, geht aus diesem einzig hervor, dass der Kläger über den
Zeitraum von Januar bis Dezember 2020 einen Lohn von CHF 31'882.– bezog.
Mit dem Lohnausweis kann der Kläger damit nichts zu seinen Gunsten ableiten.
Auch der eingereichte Zwischenabschluss per 30. September 2020 der O._
GmbH belegt nicht, dass sich der Kläger ab September 2020 keinen Lohn habe
auszahlen können (act. 5/22/14). Damit konnte der Kläger seine Behauptung nicht
glaubhaft machen, und es ist davon auszugehen, dass er von der O._ GmbH
weiterhin einen Jahreslohn von CHF 31'882.– bezieht, was einem monatlichen
Nettolohn von CHF 2'657.– entspricht. Allerdings ist in der vorliegenden Konstel-
lation zu berücksichtigen, dass der Kläger dieses Einkommen neben seiner voll-
zeitlichen Erwerbstätigkeit bei der Q._ GmbH erzielt. Aufgrund des Effektivi-
tätsgrundsatzes ist auch dieses Einkommen anzurechnen. Daraus folgt ein anre-
chenbares Gesamteinkommen von gerundet CHF 11'500.– netto pro Monat (was
im Übrigen auch dem Einkommen entspricht, das im Eheschutzverfahren ange-
nommen wurde, act. 5/8/72 S. 22).
7.2. Als Bedarf machte der Kläger im vorinstanzlichen Verfahren – hauptsäch-
lich unter Verweis auf das rechtskräftige Eheschutzurteil – rund CHF 8'573.25
zzgl. eigene Anwaltskosten und Steuern von je CHF 1'000.– geltend (act. 5/33
S. 15 ff., Rz. 2.2.). Die Beklagte bestritt konkret lediglich die auswärtige Verpfle-
gung beim Kläger, die Kosten für die Hobbys, die auswärtige Verpflegung und die
Mobilität bei den Kindern sowie die Höhe der Wohnkosten (Prot. VI S. 10 Mitte;
auf die nachgeholten Bestreitungen in ihrer Berufungsantwort ist aufgrund
Art. 317 Abs. 1 ZPO nicht einzugehen, vgl. act. 14 S. 12 ff., Rz. 3.2.). Die im vor-
liegenden Verfahren geltend gemachten Auslagen für die auswärtige Verpflegung
wurden dem Kläger bereits bei der Unterhaltsberechnung im Eheschutzentscheid
zugestanden, was auch für die Mobilitätskosten der Kinder und die Wohnkosten
gilt (act. 5/8/72 S. 24 und 26). Diese sind in der Bedarfsberechnung weiterhin zu
belassen. Da der Sohn R._ nun das Gymnasium besucht, sind ihm die Aus-
lagen der auswärtigen Verpflegung in Höhe von CHF 105.– zuzugestehen. Eine
Erhöhung der Auslagen für "Hobby/Freizeit/Schulkosten" bei der Tochter S._
von CHF 150.– (gemäss Eheschutzentscheid, act. 5/8/72 S. 26) auf CHF 450.– ist
- 21 -
hingegen nicht gerechtfertigt, da die Erhöhung mit dem Beginn des Studiums be-
gründet wird, das erst weit nach der für die Beurteilung der Leistungsfähigkeit im
vorinstanzlichen Verfahren relevanten Periode aktuell wird (vgl. act. 5/33 S. 16
Rz. 2.2.). Aus diesem Grund sind bei S._ auch keine Auslagen für die aus-
wärtige Verpflegung (CHF 105.–) zu berücksichtigen. Daraus folgt ein korrigierter
Gesamtbedarf von rund CHF 8'170.–, dem die unbestritten gebliebenen Anwalts-
kosten und Steuern in Höhe von je CHF 1'000.– hinzuzurechnen sind. Damit steht
dem Einkommen von CHF 11'500.– (zzgl. Kinderzulagen für R._ in Höhe von
CHF 250.–) ein Gesamtbedarf von CHF 10'170.– gegenüber. Der Überschuss be-
trägt damit rund CHF 1'300.–. Damit ist es dem Kläger möglich, der Klägerin wäh-
rend eines Jahres einen reduzierten Prozesskostenvorschuss von CHF 6'000.–
zu bezahlen. Im weiteren Betrag ist das Begehren abzuweisen.
8. Zum Eventualantrag der Beklagten um Gewährung der unentgeltlichen
Rechtspflege ist festzuhalten, dass ihr die zur Finanzierung des Scheidungsver-
fahrens erforderlichen Mittel gestützt auf die vorstehenden Erwägungen fehlen
und ihre Begehren – da es sich um ein erstinstanzliches familienrechtliches Ver-
fahren handelt – nicht als aussichtslos anzusehen sind. Der Beklagten ist daher
für den CHF 6'000.– übersteigenden Betrag für das vorinstanzliche Scheidungs-
verfahren die unentgeltliche Rechtspflege zu bewilligen, und es ist ihr – da auch
der Kläger anwaltlich vertreten ist (vgl. Art. 118 Abs. 1 lit. c ZPO) – Rechtsanwalt
Dr. iur. Y._ als unentgeltlicher Rechtsbeistand zu bestellen. Vorbehalten
bleibt die Nachzahlungspflicht im Sinne von Art. 123 ZPO.
III.
1. Die Beklagte beantragte auch für das Rechtsmittelverfahren einen Pro-
zesskostenvorschuss durch den Kläger und eventualiter die Gewährung der un-
entgeltlichen Rechtspflege (act. 9 S. 2 und act. 14 S. 2).
Gemäss vorstehenden Erwägungen resultiert im Haushalt des Klägers ein
Überschuss von rund CHF 1'300.– monatlich (s. E. II.7.2.); dieser wird jedoch
durch den glaubhaft gemachten bevorstehenden Studienbeginn von S._ und
der dadurch entstehenden Mehrauslagen von geschätzt CHF 450.– monatlich
- 22 -
(inkl. Kosten für die auswärtige Verpflegung) teilweise konsumiert (vgl. act. 19
S. 14 f., Rz. 3.3, und act. 20/4-5). Unter Berücksichtigung der Ausbildungszulagen
in Höhe von CHF 250.– monatlich, auf die S._ nun wieder Anspruch hat,
verbleibt ein Überschuss von CHF 1'130.–. Der Kläger ist daher zu verpflichten,
der Beklagten einen angemessenen Prozesskostenvorschuss von CHF 2'000.–
zu bezahlen. Im Mehrbetrag ist der Antrag auf Bezahlung eines Prozesskosten-
vorschusses abzuweisen. In dem CHF 2'000.-- übersteigenden Betrag ist der Be-
klagten alsdann die unentgeltliche Rechtspflege zu bewilligen und in der Person
ihres Rechtsvertreters ein unentgeltlicher Rechtsbeistand zu bestellen.
2. Entscheidet die Berufungsinstanz neu, regelt sie in Anwendung von
Art. 318 Abs. 3 ZPO auch die Kosten- und Entschädigungsfolgen des erstinstanz-
lichen Verfahrens. Die Höhe der Gerichtskosten des erstinstanzlichen Verfahrens
von CHF 1'890.– (Entscheidgebühr in Höhe von CHF 1'500.– und Dolmetscher-
kosten in Höhe von CHF 390.–) sind unbeanstandet geblieben. Nachdem die Be-
klagte mit ihrem Hauptantrag teilweise und im Eventualantrag vollumfänglich ob-
siegt, sind die Gerichtskosten für das erstinstanzliche Verfahren dem Kläger zu
zwei Dritteln und der Beklagten zu einem Drittel aufzuerlegen; die der Beklagten
auferlegten Gerichtskosten sind jedoch zufolge Gewährung der unentgeltlichen
Rechtspflege einstweilen auf die Staatskasse zu nehmen. Der Kläger ist zu ver-
pflichten, der Beklagten eine reduzierte Parteientschädigung von CHF 700.– für
das erstinstanzliche Verfahren zu bezahlen.
3.1. Im Rechtsmittelverfahren bemisst sich die Höhe der Gerichtsgebühr nach
§ 12 Abs. 1 und 2 in Verbindung mit § 2, 5 Abs. 1 sowie § 6 Abs. 1 GebV OG. Un-
ter Berücksichtigung des tatsächlichen Streitinteresses, dem Zeitaufwand des Ge-
richts und der Schwierigkeit des Falles erscheint nach den erwähnten Bestimmun-
gen eine Gerichtsgebühr von CHF 2'600.– angemessen. Diese ist aufgrund des
summarischen Verfahrens gemäss § 8 Abs. 1 GebV OG auf CHF 1'300.– zu re-
duzieren. Der Kläger obsiegt im Berufungsverfahren zu zwei Dritteln. Die Kosten
dieses Verfahrens sind ihm daher zu einem und der Beklagten zu zwei Dritteln
aufzuerlegen.
- 23 -
3.2. Die Beklagte ist ferner zu verpflichten, dem Kläger für das Rechtsmittel-
verfahren eine reduzierte Parteientschädigung zu bezahlen (vgl. act. 2 S. 3). Die
Parteientschädigung ist in Anwendung von § 13 in Verbindung mit § 5 Abs. 1, § 6
Abs. 1 und § 9 der AnwGebV auf Fr. 1'750.– festzusetzen. Folglich ist die Beklag-
te zu verpflichten, dem Kläger für das Rechtsmittelverfahren eine Parteientschä-
digung von CHF 600.– (inkl. allfälliger MwSt., vgl. act. 2 S. 3) zu bezahlen.