# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** fde74eb5-d2ca-479a-9111-dd495cf5b3dd
**Court:** GR_KG
**Chamber:** GR_KG_003
**Year:** 2015
**Language:** de
**Jurisdiction:** GR / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** Bankruptcy

## Facts

hat sich ergeben:
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I. Sachverhalt
A. A._ sel., geboren am _1947, ist am 30. Januar 2015 mit letztem Wohnsitz in O.1_ verstorben. Als gesetzliche Erben hinterlässt er seine Ehefrau X._, seine Tochter Y._ sowie seinen Sohn Z._. Diese haben mittels Schreiben an das Bezirksgericht Inn vom 20. Februar 2015 allesamt die Ausschlagung der Erbschaft erklärt. Am 25. Februar 2015 erstellte das Bezirksgericht Inn für jeden Erben je ein separates Protokoll über die Ausschlagung im Sinne von Art. 570 Abs. 3 ZGB. Das Protokoll enthält unter anderem eine Bestätigung, dass die Erbschaft vom jeweiligen Erben unbedingt und vorbehaltlos ausgeschlagen wurde. Gleichentags stellte das Bezirksgericht Inn den einzelnen Erben das jeweilige Protokoll zu und teilte ihnen mit, dass die Liquidation von Amtes wegen in die Wege geleitet werde.
B. Mit „Konkursentscheid“ vom 4. März 2015 ordnete der Einzelrichter am Bezirksgericht Inn die konkursamtliche Liquidation der Erbschaft gemäss Art. 193 Abs. 2 SchKG an und beauftragte das Konkursamt Inn mit deren Durchführung. Die Verfahrenskosten im Betrag von CHF 200.-- wurden dem Nachlass des A._ sel. auferlegt.
C. Die Kantonspolizei Graubünden teilte dem Bezirksgericht Inn mit Schreiben vom 11. März 2015 mit, dass sie den Schlüssel der Wohnung des Erblassers am 5. Februar 2015 dessen Ehefrau zwecks Wohnungsräumung übergeben habe. Sodann bestätigten die Vermieter von A._ sel. mit Schreiben vom 12. März 2015 gegenüber dem Bezirksgericht, dass seine Familie die Wohnung in den Wochen 6 bis 9 geräumt und zwei Fahrzeuge mit sich genommen habe. Die Wohnung sei möbliert vermietet gewesen.
D. Nach entsprechender Aufforderung durch das Bezirksgericht Inn vom 16. März 2015 nahm die Familie X.Y.Z._ zu den beiden vorerwähnten Schreiben am 18. März 2015 Stellung. Sie führte aus, dass sie die Wohnung geräumt und das Inventar in Kisten verpackt und mitgenommen habe. Die Kisten seien nun bei X._ in O.2_ eingelagert. Wertlose Gegenstände seien entsorgt, die vorhandenen Medikamente von der Kantonspolizei behändigt und medizinisches Verbrauchsmaterial dem Spital übergeben worden. Die Wohnung sei den Vermietern am 18. Februar 2015 in gereinigtem Zustand übergeben worden. Aus Pietätsgründen sei die Familie bereit, die offenen Monatsmieten von Februar bis Mitte März 2015 zu bezahlen. Des Weiteren seien die beiden auf den Namen der Firma B._GmbH laufenden Fahrzeuge abgeholt worden. Von den
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im Nachlass befindlichen Gegenständen würden möglicherweise zwei Tablets sowie Mobiltelefone einen Wert aufweisen. Zudem sei im Portemonnaie des Verstorbenen Bargeld von rund CHF 800.-- vorhanden. Der Stellungnahme wurden verschiedene Fotografien sowie eine Zahlungsbestätigung betreffend die Miete beigelegt.
E. Mit Entscheid vom 20. März 2015, gleichentags mitgeteilt, erkannte der Einzelrichter am Bezirksgericht Inn was folgt:
„1. Die mit Entscheid des Einzelrichters SchKG am Bezirksgericht Inn vom 4. März 2015 angeordnete konkursamtliche Liquidation des Nachlasses von A._ sel. wird widerrufen.
2. Es wird festgestellt, dass sich X._ (geb. am _1953), Y._ (geb. am _1986) und Z._ (geb. am _1989) in die Erbschaft von A._ sel. eingemischt und sie damit ihr Ausschlagungsrecht verwirkt haben.
3. Die Ausschlagungserklärungen von X._, Y._ und Z._ vom 20. Februar 2015 werden für nichtig erklärt.
4. Die Kosten für die Entscheide betreffend Anordnung und Widerruf des Konkurses über den Nachlass von A._ sel. in Höhe von insgesamt CHF 700.00 gehen unter solidarischer Haftung zu Lasten von X._, Y._ und Z._ und sind dem Gericht innert 30 Tagen mit beiliegendem Einzahlungsschein zu überweisen.

## Considerations