# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 0722d91c-728e-4f42-a28b-6483d32dcd53
**Court:** GR_KG
**Chamber:** GR_KG_006
**Year:** 2020
**Language:** de
**Jurisdiction:** GR / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

I. Sachverhalt
A. X._, geboren am _ 1987, wurde mit Verfügung vom 7. Dezember 2019 durch die Amtsärztin Dr. med. Y._, O.1_, gestützt auf Art. 426 ff. ZGB wegen psychischer Störung notfallmässig in die Klinik B._ (nachfolgend: B._), in O.2_ eingewiesen, nachdem die Polizei ihn aufgrund von unangepasstem Verhalten in einem Swingerclub in O.3_ aufgegriffen hatte. Als Grund und Zweck der Unterbringung wurde angeführt, dass ohne Vorliegen einer Selbst- oder Fremdgefährdung bei X._ zurzeit die Gefahr bestehe, dass er in einer manischen Phase der Selbstüberschätzung Entscheide mit derzeit nicht nachvollziehbaren Konsequenzen fälle (Patenschaft für ein Kind in Bangladesch und Wunsch des sofortigen Fluges zu diesem, Gefahren im Umgang mit fremden Menschen etc.). Zudem sei nach einem Schädel-Hirn-Trauma vor nicht einmal einem Monat noch gewisse Ruhe nötig, die Herr X._ nicht habe.
B. Mit Schreiben vom 18. Dezember 2019 beantragte die Klinik B._ bei der Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde (nachfolgend: KESB) Nordbünden die Verlängerung der ärztlichen fürsorgerischen Unterbringung von X._. Zur Begründung führte sie im Wesentlichen an, dass sich X._ in einer Akutphase befinde. Bei frühzeitigem Austritt bestehe daher eine potenzielle Eigen- und Fremdgefährdung sowie das Risiko einer Exacerbation der psychotischen Symptomatik. Deshalb sei zur Erreichung der näher umschriebenen Ziele eine weitere fürsorgerische Unterbringung indiziert.
C. Mit verfahrensleitender Verfügung vom 23. Dezember 2019 beauftragte die KESB Nordbünden Dr. med. C._, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, gestützt auf Art. 446 Abs. 2 ZGB mit der Begutachtung von X._. Dabei wurde der Gutachter ersucht darzulegen, ob und inwiefern ein Bedarf an der Behandlung einer festgestellten psychischen Erkrankung bzw. an der Betreuung der betroffenen Person bestehe und mit welcher konkreten Gefahr für die Gesundheit oder das Leben der betroffenen Person bzw. von Dritten zu rechnen sei, wenn die Behandlung der gutachterlich festgestellten Krankheit bzw. die Betreuung unterbleibe. Im Gutachten sei weiter die Frage zu beantworten, ob aufgrund des festgestellten Handlungsbedarfs eine stationäre Behandlung bzw. Betreuung unerlässlich sei oder allfällige ambulante Alternativen bestünden, wobei der Experte auch darüber Auskunft zu geben habe, ob die Person über glaubwürdige Krankheits- und Behandlungseinsicht verfüge.
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D Der Gutachter Dr. med. C._ führte in seinem Kurzgutachten vom 31. Dezember 2019 aus, dass der Beschwerdeführer bewusstseinsklar, jedoch zeitlich desorientiert wirke. Zudem sei er situativ unvollständig orientiert und erfasse somit die Tragweite der Situation nicht richtig. Die Auffassung sei vermindert. Der Gedankengang des Beschwerdeführers sei deutlich sprunghaft und zerfahren, wodurch dieser nicht mehr nachkomme, die auf ihn einstürzenden Gedanken zu formulieren, sodass das normale Stottern verstärkt worden sei. Der Beschwerdeführer habe berichtet, dass er sich bei einer Singtalentshow anmelden würde und davon überzeugt sei, der nächste Superstar zu sein. Nebenbei erzähle er ohne emotionale Reaktion, dass sich sein Vater erhängt hätte. Diese inadäquaten Affekte, im Sinne einer unangemessenen Reaktion auf bestimmte Situationen, würden neben der oben genannten Denkstörung, und dem Grössenwahn typische Symptome einer paranoiden Schizophrenie darstellen. Der Gutachter attestierte abschliessend in seinem Kurzgutachten, dass beim Beschwerdeführer eine paranoide Schizophrenie (ICD-10 F20.0), leichte Intelligenzminderung (ICD-10 F21) sowie ein Status nach notfallmässiger Kraniotomie frontopariental rechtsseitig und Evakuation eines akuten epiduralen Hämatoms frontopariental am 17. November 2019 bestehe. Aufgrund dieser Diagnose sei der Beschwerdeführer behandlungsbedürftig, da er in einem psychotischen Zustand nicht die Verantwortung für seine eigene Gesundheit übernehmen könne und somit auch die Abheilung des Schädelhirntraumas gefährde. Zudem sei durch den Kindergarteneinbruch auch von einer Fremdgefährdung auszugehen. Da keinerlei Krankheits- und Behandlungseinsicht bestehe und eine medikamentöse Behandlung klar indiziert sei, sei eine stationäre Behandlung notwendig.
E. Am 7. Januar 2020 wurde X._ von der Kollegialbehörde der KESB Nordbünden zur beantragten Verlängerung der ärztlich angeordneten fürsorgerischen Unterbringung angehört.
F. Mit Entscheid der Kollegialbehörde vom 7. Januar 2020 mitgeteilt am 10. Januar 2020, erkannte die KESB Nordbünden wie folgt:
1. X._ bleibt zur Behandlung und persönlichen Betreuung in der Akutpsychiatrie der Psychiatrischen Dienste Graubünden (umfassend die Stationen _, _ und _ sowie _ der Klinik B._ in O.2_) fürsorgerisch untergebracht.
2. Betreffend Entlassungskompetenz wird verfügt:
a. Zuständig für die Entlassung von X._ ist die ärztliche Leitung der Klinik B._ in O.2_.
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b. Die ärztliche Leitung der Klinik B._ wird angewiesen, die KESB Nordbünden nach Entlassung von X._ mit einem Austrittsbericht unter Hinweis auf allfällige Vereinbarungen über die Nachbetreuung zu informieren.
c. Konnte X._ bis 1. Juni 2020 nicht entlassen werden und ist nach Einschätzung der ärztlichen Leitung der Klinik B._ eine weitere fürsorgerische Unterbringung angezeigt, ist die KESB Nordbünden mit einem Verlaufsbericht zu informieren.
3. Betreffend Verfahrenskosten wird verfügt:
a. Die Kosten im Verfahren fürsorgerische Unterbringung werden auf Fr. 2'166.-(inkl. Drittkosten Kurzgutachten von Fr. 1'666.-) festgesetzt.
b. Auf die Erhebung dieser Kosten wird aufgrund der wirtschaftlichen Verhältnisse verzichtet.

## Considerations