# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 8f5a4367-374f-48ae-bd8e-37876869838f
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2016
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
Die im Jahre 1960 geborene
X._
besuchte in der
Y._
die Grundschule und verfüg
t
über keine berufliche Ausbildung. Sie reiste 1982 in die Schweiz ein und ist mittlerweile Mutter dreier Kinder (geboren 1980, 1983 und 1989;
Urk.
8/4,
Urk.
8/40 S. 9). Ab 1987 war sie vorwiegend in den Bereichen Gastronomie und Reinigung erwerbstätig, an einer Stelle meist nur für kurze Zeit (
Urk.
8/11,
Urk.
8/40 S. 9 unten). Zuletzt nahm sie
vom
1.
Februar bis 3
0.
April 2011
eine befristete Anstellung als Reinigungsaushilfe in einem Quar
tieraltersheim zu 80
%
wa
h
r, wobei sie in der Zeit vom 1
7.
März bis 2
5.
April 2011 zu 100
%
arbeitsunfähig geschrieben war (
Urk.
8/27
,
Urk.
8/40 S. 10
).
Infolge seit 2010 bestehender Rücken- und Schulterbeschwerden meldete sich die Versicherte am
3.
Juni 2014 bei der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, zum Leistungsbezug an (
Urk.
8/4 S. 6 f.). Diese klärte in der Folge den beruflichen und medizinischen Sachverhalt ab, insbesondere veran
lasste sie die polydisziplinäre Abklärung der Versicherten (
Z._
-Gutachten vom
3.
September 2015,
Urk.
8/40). Mit Vorbescheid vom
7.
Oktober 2015 stellte die IV-Stelle der Versicherten
-
ausgehend von einem Invaliditätsgrad von 5
%
- die Abweisung des Rentenbegehrens in Aussicht (
Urk.
8/44) und hielt daran
mit Verfügung vom 1
6.
November 2015 fest (
Urk.
8/45 =
Urk.
2).
2.
Dagegen erhob der Vertreter der Versicherten am 2
3.
Dezember 2015 Beschwerde und beantragte, es sei eine Rente zuzusprechen
;
eventualiter sei die Sache zu weiteren medizinischen Abklärungen an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.
Ferner
sei der Beschwerdeführerin die unentgeltliche
Prozess
führung
und die unentgeltliche
Rechtsverbeiständung
in der Person des Unter
zeichnenden zu gewähren; unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der Beschwerdegegnerin (
Urk.
1 S.
2).
Mit Beschwerdeantwort vom
2.
Februar 2016 beantragte die
Beschwerdegegne
rin
Abweisung der Beschwerde (
Urk.
7), was der Beschwerdeführerin mit
Verfü
gung vom
8.
Februar 2016 zur Kenntnis gebracht wurde; weiter wurde ihr mit genannter Verfügung die unentgeltliche Prozessführung bewilligt sowie in der Person von Rechtsanwalt Thomas Rüesch, Dietikon, ein unentgeltlicher Rechts
vertreter für das vorliegende Verfahren bestellt (
Urk.
9).
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts;
ATSG).
Sie kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung;
IVG).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beein
trächtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verur
sachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommen
den ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesund
heitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie körperliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 8 ATSG bewirken.
Rechtsprechungsgemäss
ist bei psy
chischen Beeinträchtigungen zu prüfen, ob ein seelische
s Leiden
mit
Krank
heitswert
besteht, welche
s
die versicherte Person auch bei Aufbietung allen guten Willens daran hindert, ein
rentenausschliessendes
Erwerbseinkommen zu erzielen (Art. 7 Abs. 2 Satz 2 ATSG;
BGE 139 V 547
E. 5;
131 V 49
E. 1.2;
130 V 352
E. 2.2.1; vgl. Urteile des Bundesgerichtes 8C_614/2015 vom 15. De
zember 2015 E. 5
und 9C_125/2015 vom 18. November 2015 E.
5.4.
).
Die Annahme eines psychischen Gesundheitsschadens im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG sowie Art. 3 Abs. 1 und Art. 6 ATSG setzt grundsätzlich eine lege
artis
auf die Vorgaben eines anerkannten Klassifikationssystems abgestützte psychiatrische Diagnose voraus (vgl. BGE 130 V 396; Urteile des Bundesgerichts 8C_616/2014 vom 25. Februar 201
5
E. 5.3.3.3 und 9C_739/2014 vom 30. November 2015 E. 3.2). Eine fachärztlich festgestellte psychische Krankheit ist jedoch nicht ohne weiteres gleichbedeutend mit dem Vorliegen einer Invali
dität. In jedem Einzelfall muss eine Beeinträchtigung der Arbeits- und Erwerbs
fähigkeit unabhängig von der Diagnose und grundsätzlich unbesehen der Ätiologie ausgewiesen und in ihrem Ausmass bestimmt sein. Es ist nach einem weitgehend objektivierten Massstab zu beurteilen, ob und inwiefern der ver
sicherten Person trotz ihres Leidens die Verwertung ihrer Restarbeitsfähigkeit auf dem ihr nach ihren Fähigkeiten offen stehenden ausgeglichenen Arbeits
markt noch sozial-praktisch zumutbar und für die Gesellschaft tragbar sei (BGE
141 V 281 E. 3.7.3; 136 V 279 E. 3.2.1; BGE 127 V 294 E. 4c; vgl. Urteile des Bundesgerichtes 8C_614/2015 vom 15. Dezember 20
15 E. 5 und 8C_731/2015 vom 18.
April 2016 E. 4.1).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 %
besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertels
rente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
Sowohl im Rahmen einer erstmaligen Prüfung des Rentenanspruches als auch anlässlich einer Rentenrevision (
Art.
17
Abs.
1 ATSG) stellt sich unter dem Gesichtspunkt des
Art.
28a
Abs.
3 IVG in Verbindung mit
Art.
16 und 7
Abs.
2 ATSG die Frage nach der anwendbaren Invaliditätsbemessungsmethode.
Ob eine versicherte Person als ganztägig oder zeitweilig erwerbstätig oder als nichterwerbstätig einzustufen ist, führt je zur Anwendung einer anderen Methode der Invaliditätsbemessung (Einkommensvergleich,
Betätigungsver
gleich
, gemischte Methode) und ergibt sich aus der Prüfung, was die Person bei im Übrigen unveränderten Umständen täte, wenn keine gesundheitliche Beein
trächtigung bestünde. Entscheidend ist nicht, welches Ausmass der Erwerbstä
tigkeit der versicherten Person im Gesundheitsfall zugemutet werden könnte, sondern in welchem Pensum sie hypothetisch, das heisst ohne
Gesundheitsscha
den
, aber bei sonst gleichen Verhältnissen, erwerbstätig wäre (
Art.
27
bis
der Verordnung über die Invalidenversicherung;
IVV). Die gemischte Methode bezweckt damit eine möglichst wirklichkeitsgerechte Bemessung des
Invalidi
tätsgrades
(BGE 133 V 504 E. 3.3 mit Hinweisen).
Die Statusfrage beurteilt sich praxisgemäss nach den Verhältnissen, wie sie sich bis zum Erlass der Verwaltungsverfügung entwickelt haben. Dabei sind die kon
krete Situation und die Vorbringen der versicherten Person nach Massgabe der allgemeinen Lebenserfahrung zu würdigen. Für die hypothetische Annahme einer im Gesundheitsfall ausgeübten (Teil-)Erwerbstätigkeit ist der im Sozial
versicherungsrecht übliche Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit
erforderlich (
BGE 137 V 334
E. 3.2,
130 V 393
E. 3.3,
125 V 146
E. 2c, je mit Hinweisen).
Bei im Haushalt tätigen Versicherten im Besonderen (vgl.
Art.
27 IVV) sind die persönlichen, familiären, sozialen und erwerblichen Verhältnisse ebenso wie allfällige Erziehungs- und Betreuungsaufgaben gegenüber Kindern, das Alter, die beruflichen Fähigkeiten und die Ausbildung sowie die persönlichen Nei
gungen und Begabungen zu berücksichtigen (Urteil des Bundesgerichts 9C_915/2012 vom 1
5.
Mai 2013 mit Hinweisen auf BGE 133 V 504 E. 3.3).
Bei der Bestimmung der im konkreten Fall anwendbaren
Invaliditätsbe
messungsmethode
und damit der Beantwortung der entscheidenden Statusfrage handelt es sich um eine hypothetische Beurteilung, die auch hypothetische Willensentscheidungen der versicherten Person berücksichtigen muss. Dies gilt auch für die Frage, in welchem Ausmass die versicherte Person ohne gesund
heitliche Beeinträchtigung erwerbstätig wäre. Diese inneren Tatsachen sind indessen einer direkten Beweisführung nicht zugänglich und müssen in aller Regel aus äusser
en Indizien erschlossen werden
(vgl. Urteile des Bundesgerichts 9C_287/2013 vom
8.
November 2013 E.
3.5
und 8C_511/2013 vom 3
0.
De
zember 2013, je
mit Hinweisen).
1.4
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei
aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog.
Invalidenein
kommen
), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erz
ielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der Einkommensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die b
eiden hypothetischen Erwerbsein
kommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des
Einkom
mensvergleichs
; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
1.5
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gege
benenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeits
unfähig ist (BGE 125 V 256 E.
4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage,
welche Arbeitsleistungen der versicherten Person no
ch zugemutet werden kön
nen (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E.
4b/cc).
Das Gericht hat den Sachverhalt von Amtes wegen festzustellen und demnach zu prüfen, ob die vorliegenden Beweismittel eine zuverlässige Beurteilung des strittigen Leistungsanspruches gestatten. Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfas
send ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwer
den berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten begründet sind (BGE 125 V 352 E. 3a, 122 V 160 E. 1c, je mit Hin
weisen).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete die angefochtene Verfügung damit, dass
die Beschwerdeführerin als zu 80
%
erwerblich und zu 20
%
im Haushalt tätig zu qualifizieren sei. Im erwerblichen Bereich sei ausgehend von einer 80%igen Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit sowie unter Berücksichtigung eines leidensbedingten Abzuges in der Höhe von 15
%
eine Einschränkung von 6
%
ausgewiesen, was zu einem Teilinvaliditätsgrad von 5
%
führe. Eine Abklärung vor Ort zur Ermittlung der Einschränkung im Haushalt sei nicht durchgeführt worden, da diese mit überwiegender Wahrscheinlichkeit keinen rententangierenden Einfluss habe (
Urk.
2).
2.2
Demgegenüber machte der Vertreter der Beschwerdeführerin im Wesentlichen geltend, dass
auf das in sich widersprüchliche
Z._
-Gutachten nicht abgestellt werden könne, zumal dieses den bisherigen Abklärungen der letzten fünf Jahre widerspreche. So gehe die behandelnde Rheumatologin in einer angepassten Tätigkeit von einer 50%igen Arbeitsfähigkeit aus, ab dem
8.
Dezember 2015 sei gar eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit attestiert; zudem befinde sich die Beschwerdeführerin in psychiatrischer Behandlung (
Urk.
1 S. 4 ff.).
3.
3.1
Die für das
Z._
-Gutachten vom
3.
September 2015 verantwortlichen Fachärzte stellten mit
Auswirkung
auf die Arbeitsfähigkeit die folgenden Diagnosen:
Verdacht auf undifferenzierte Kollagenose
(
Sicca
Symptomatik, positive
antinukleäre
Antikörper, nächtliche Raynaud-Symptomatik,
Basisthera
pie
mit
Methotrexa
t
s.c
.)
Unspezifische Kreuzschmerzen (
ansatztendinotische
Beschwerden am medialen Beckenkamm beidseits mit
pseudoradikulärer
Ausstrahlung in die Beine)
Impingementsymptomatik
an der linken Schulter, anamnestisch seit 2014.
Aus psychiatrischer Sicht könne weder für die bisherige noch für eine
leidens
angepasste
Tätigkeit eine Leistungsminderung attestiert werden. Aus rheumato
logischer Sicht
sei für eine körperlich belastende Tätigkeit von einer Ein
schränkung von 50
%
auszugehen, wobei sowohl qualitative als auch quantitative Beeinträchtigungen angenommen werden müssten. In einer körperlich leichten bis intermittierend mittelschweren Tät
igkeit ohne spezifische Belastung des nicht dominanten linken Armes und ohne spezifische Belastung der Lendenwirbelsäule sei eine Arbeitsfähigkeit von 80
%
gegeben. Diese Einschränkung bestehe aufgrund der Akten seit jeher, abgesehen von kurz
fristigen höheren Arbeitsunfähigkeiten (
Urk.
8/40 S. 33 ff.).
3.2
Die für das
Z._
-Gutachten vom
3.
September 2015 verantwortlichen Fachärzte legen den medizinischen Sachverhalt unter Berücksichtigung der
Vorakten
in einer schlüssigen und nachvollziehbaren Weise dar. Insbesondere erfolgte die Einschätzung der Situation in Kenntnis des Berichts der behandelnden Rheumatologin der Beschwerdeführerin,
Dr.
med.
A._
, Fachärztin FMH für Rheumatologie und Innere Medizin
vom 1
7.
Juli 2014
(
50%ige Arbeitsfähigkeit;
Urk.
8/40 S. 6,
Urk.
8/14 S. 1-7).
In Bezug auf Berichte von Hausärztinnen und Hausärzten wie überhaupt von behandelnden Arztpersonen beziehungsweise Therapiekräften ist dabei auf die Erfahrungstatsache hinzuweisen, dass diese mitunter im Hinblick auf ihre
auf
tragsrechtliche
Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patientinnen und Patienten aussagen (BGE 135 V 465 E. 4.5, 125 V 351 E.
3b/cc).
Wohl kann die einen längeren Zeitraum abdeckende und umfassende Behandlung oft wertvolle Erkenntnisse zeitigen; doch lässt es die unterschiedli
che Natur von Behandlungsauftrag de
r therapeutisch tätigen (Fach
)
Person einerseits und Begutachtungsauftrag des amtlich bestellten fachmedizinischen Experten anderseits (BGE 124 I 170
E. 4
) nicht zu, ein Administrativ- oder
Ge
richtsgutachten
stets in Frage zu stellen und zum Anlass weiterer Abklärungen zu nehmen, wenn die behandelnden Arztpersonen bzw. Therapiekräfte zu anderslautenden Einschätzungen gelangen. Vorbehalten bleiben Fälle, in denen sich eine abweichende Beurteilung aufdrängt, weil die anderslautenden Ein
schätzungen wichtige
und nicht rein subjektiv
er Interpretation ent
springende
Aspekte benennen, die bei der Begutachtung unerkannt oder unge
würdigt geblieben sind (Urteil
des Bundesgerichts
8C_677/2014 vom 2
9.
Oktober 2014 E. 7.2
mit Hinweisen, u.a. auf
SVR 2008 IV Nr
. 15 S. 43 E.
2.2.1 [I 514/06]
).
Weiter
vermögen auch die zuletzt vom Vertreter der Beschwerdeführerin einge
reichten medizinischen Unterlagen das Ergebnis der Begutachtung nicht in Frage zu stellen. Zum einen sind die Berichte derart veraltet (
Urk.
3/1-5), dass sie für den im Rahmen des vorliegenden Verfahrens massgeblichen Zeitraum (Anmeldung am
3.
Juni 2014) nur geringen Beweiswert haben. Zum andern ist das ärztliche Zeugnis von
Dr.
A._
(100%ige Arbeitsunfähigkeit bis auf weite
res)
vom
8.
Dezember 2015
(
Urk.
3/7) völlig unbegründet und damit nicht geeignet
,
das Ergebnis einer Begutachtung in Frage zu stellen. Gleiches gilt für das ärztliche Zeugnis von
Dr.
med.
B._
,
C._
, vom
8.
Dezember 2015 (
Urk.
3/8), welches lediglich die ambulante Behandlung der Beschwerdeführerin bestätigt.
Schliesslich
kann auch gestützt auf die Ergebnisse
der MRI-Untersuchung
der
Halswirbelsäule
(
HWS
)
vom 2
9.
April 2014 nicht auf eine wesentliche Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit geschlossen werden, konnte doch lediglich eine geringe Degeneration C4-6 ohne Nachweis einer Nervenwurzelirritation und ohne Nachweis einer entzündlichen Veränderung der HWS festgestellt werden (
Urk.
3/6).
Insgesamt ist demnach gestützt auf das Ergebnis der
Z._
-Begutachtung in einer angepassten Tätigkeit von einer 80%igen Arbeitsfähigkeit auszugehen.
4.
4.1
Bezüglich der Statusfrage ging die Beschwerdegegnerin aufgrund der zuletzt
ausgeübten Tätigkeit (Pensum von 80
%
,
Urk.
8/27) davon aus, dass die Beschwerdeführerin im Gesundheitsfall zu 80
%
im erwerblichen Bereich tätig wäre (
Urk.
8/
43 S. 4)
. Zu bemerken
ist dabei, dass die Beschwerdeführerin im Zeitpunkt der fraglichen Tätigkeit bereits an gesundheitlichen Beschwerden litt, die in der Folge auch zur vorzeitigen Beendigung des ohnehin auf drei Monate befristeten Anstellungsverhältnis
ses
führten, so dass gestützt auf dieses
Arbeits
verhältnis
nicht direkt darauf geschlossen werden kann, in welchem Ausmass die Beschwerdeführerin im Gesundheitsfall erwerbstätig gewesen wäre.
Zudem
haftet dem Pensum einer solch kurzen Anstellung etwas Zufälliges an.
Aufgrund des Auszuges
aus dem Individuellen Konto
kann generell gesagt wer
den, dass die Beschwerdeführerin ab 1987
-
neben der Kinderbetreuung
-
na
hezu durchgehend einer erwerblichen Tätigkeit nachgegangen ist, wobei auf
grund der erzielten Einkommen
zumindest teilweise auf eine vollzeitliche
Beschä
ftigung
geschlossen
werden kann
(
Urk.
8/11).
Nach einem Rückgang der Einkommen in den Jahren 200
4
bis 2006
erzielte die Beschwerdeführerin
ab dem Jahr 2007
wieder höhere Einkommen, bis zu ihrem Ausscheiden
aus dem Arbeitsprozess per April 2011 (
Urk.
8/11 S. 6 f.). Zu berücksichtigen ist weiter, dass die Beschwerdeführerin
im Gesundheitsfall
wohl auch aus finanzieller Sicht den Wiedereinstieg in den Arbeitsprozess
forciert
hätte, wird sie doch aktuell vom Sozialamt unterstützt (
Urk.
8/40 S. 9); zudem erfolgte d
ie Trennung vom zweiten Ehemann per 3
0.
August 2010 (
Urk.
8/40 S. 23) und auch bezüg
lich der Kinderbetreuung ist altersbedingt kein wesentlicher Aufwand mehr nötig.
Insgesamt erscheint es
-
auch aufgrund der Verdienstmöglichkeiten
-
über
wiegend wahrscheinlich, dass die Beschwerdeführerin im Gesundheitsfall zu 100
%
einer erwerblichen Tätigkeit nachgehen würde (vgl. dazu auch
die
interne Stellungnahme der Beschwerdegegnerin,
Urk.
8/43 S. 3).
4.2
Die Beschwerdegegnerin ermittelte das
Valideneinkommen
anhand der letzten Anstellung der Beschwerdeführerin beim Quartieraltersheim
D._
.
Massgebend bei der Ermittlung des
Valideneinkommens
ist jenes Erwerbseinkommen, das die versicherte Person
erz
ielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre
. Auch wenn vorliegend feststeht, dass die Beschwerdeführerin die genannte Anstellung aus gesundheitlichen Gründen verlor, ist dennoch anzumerken, dass es sich um eine befristete Anstellung gehandelt
hatte
, welche die Beschwerdeführerin auch im Gesundheitsfall wieder hätte aufgeben müssen.
Überdies
liesse
auch
die äusserst kurze Anstellungsdauer keine
verlässliche
Beurteilung zu
. Gleiches gilt für die Vielzahl von kurzen Anstellungen in den Jahren 2007 bis 2010, wobei diesbezüglich zudem unklar ist
, ob die
Stellenver
lust
e
auf gesundheitliche
Gründe zurückzuführen waren.
Zusammenfassend erscheint es vorliegend angezeigt, neben dem
Invalidenein
kommen
(
Urk.
8/42) auch das
Valideneinkommen
anhand von statistischen Durchschnittswerten zu ermitteln. Dabei kann rechnerisch ein Prozentvergleich erfolgen
;
diesfalls
entspricht der Invaliditätsgrad dem Grad der Arbeitsunfähig
keit unter Berücksichtigung eines (allfälligen) Abzugs vom Tabellenlohn (vgl. etwa Bundesger
i
chtsurteil 9C_532/2016 vom 2
5.
November 2016 E. 3.1 mit Hin
weis; Meyer/
Reichmuth
, Rechtsprechung des Bundesgerichts zum IVG,
3.
Aufl. 2014 N 35 f. zu
Art.
28a).
4.3
Auszugehen ist
wie erwähnt
von einer Arbeitsfähigkeit von 80
%
in einer körperlich leichten bis intermittierend mittelschweren Tätigkeit ohne spezifische
Belastung des nicht dominanten linken Armes und ohne spezifische Belastung der Lendenwirbelsäule.
Die Beschwerdegegnerin gewährte einen
leidensbeding
ten
Abzug in der Höhe von 15
%
(
Urk.
8/42 S. 2).
Hierzu ist festzuhalten, dass das Sozialversicherungsgericht sein Ermessen nicht ohne triftigen Grund an die Stelle desjenigen der Verwaltung setzen darf und
diesfalls
Gegebenhe
iten darle
gen muss, welche sein
e
abweichende Ermessensausübung als naheliegender erscheinen lassen (BGE 126 V 75 E.
6 mit Hinweisen). Ein Abweichen ist grundsätzlich nur bei Unangemessenheit möglich (BGE 137 V 71 E. 5.1).
Aufgrund der Tatsache, dass die Beschwerdeführerin weitgehend auf eine leichte Tätigkeit angewiesen und auch im Bereich des linken Armes in ihrer Belastbarkeit eingeschränkt ist, erscheint die Einschätzung
des Abzugs durch die
Beschwerdegegnerin nicht
als
unangemessen.
Zusammenfassend führt dies unter Berücksichtigung des zumutbaren Pensums von 80
%
zu einem rentenausschliessenden Invaliditätsgrad von 32
%
(1
-
[0.8 x 0.85] x 100 %)
, was im Ergebnis zur Abweisung der Beschwerde führt.
5.
5.1
Da es im vorliegenden Verfahren um die Bewilligung oder Verweigerung von IV-Leistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG) und auf Fr. 800.-- anzusetzen. Entsprechend dem Aus
gang des Verfahrens sind sie der Beschwerdeführerin aufzuerlegen, infolge Bewilligung der unentgeltlichen Prozessführung jedoch einstweilen auf die Gerichtskasse zu nehmen.
5.2
Mit Honorarnote vom
1.
Dezember 2016 machte Rechtsanwalt Thomas Rüesch einen Aufwand von 16.7 Stunden sowie Barauslagen von insgesamt
Fr.
84.30, zuzüglich Mehrwertsteuer, geltend (
Urk.
11).
Nach Massgabe von
§
10 der Verordnung über die sozialversicherungsgericht
-
lichen
Gebühren, Kosten und Entschädigungen in Verbindung mit
§
8
Abs.
1 der Verordnung ist ein unnötiger Aufwand des unentgeltlichen Rechtsvertreters nicht zu ersetzen. In
Anbetracht dessen
kann nicht der gesamte vom Rechtsver
treter geltend gemachte Aufwand als entschädigungsberechtigt anerkannt wer
den. Der für das Aktenstudium sowie die Ausarbeitung der Beschwerdeschrift
in Rechnung gestellte
Aufwand
von
insgesamt 14.45
Stunden
ist der Bedeutung der Streitsache und der Schwierigkeit des Prozesses nicht angemessen
.
Die vor
liegenden Akten
umfassen
für die Zeit vor der Beschwerde 48
Aktenstücke
und sind als übersichtlich zu bezeichnen; zudem
beschränkt sich die massgebende
Begründung in der Beschwerdeschrift auf sieben Seiten
(
Urk.
1)
.
Vor diesem Hintergrund erweist sich der geltend gemachte Aufwand für diese zwei Bereiche als
überhöht
.
Sowohl für das
Aktenstudium
als auch für die
Ausarbeitung
der Beschwerdeschrift erscheint vielmehr ein Aufwand von je drei
Stun
den als angemessen, was insgesamt zu einer Kürzung des geltend gemachten Aufwan
des um 8.45 Stunden führt.
Somit sind
anstatt der geltend gemachten 16.7 Stunden insgesamt 8.25
Stunden zu entschädigen,
was unter Berücksichtigung des gerichtsüblichen
Stundenan
satzes
von
Fr.
220.--, der geltend gemachten Barauslagen von Fr. 84.30 sowie der massgebenden Mehrwertsteuer zu
einer Entschädigung von
Fr.
2‘051.25 führt. Ausgangsgemäss ist diese dem
unentgeltliche
n
Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin,
Rechtsanwalt Thomas Rüesch, Dietikon,
aus der Gerichts
kasse zu
bezahlen
.