# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 57870ccc-45ef-43a6-8bd4-315b10179cfa
**Court:** ZH_VG
**Chamber:** ZH_VG_001
**Year:** 2019
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

hat sich ergeben:
I.
A befindet sich seit dem 5. Februar 2019 im Strafvollzug in der Justizvollzugsanstalt (JVA) Pöschwies. Mit Schreiben vom 6. Februar 2019 wandte sich A an den Rechtsdienst der JVA Pöschwies und beantragte die umgehende Versetzung in eine andere Vollzugsform, offene Anstalt, Wohn-/Arbeitsinternat, Electronic-Monitoring oder in Halbfreiheit. Eventualiter sei er an die Behörden des Kantons B zurückzugeben. Er verlangte Kopien von diversen Dokumenten und Akten. Sodann beantragte er, über die Insassenpopulation orientiert zu werden. Er verlangte eine begründete schriftliche Verfügung und schliesslich eine Eingangsbestätigung.
II.
Mit Eingabe vom 15. Februar 2019 gelangte A an die Direktion der Justiz und des Innern (fortan Justizdirektion) mit einer Rechtsverweigerungsbeschwerde sowie diversen Anträgen. Mit Schreiben vom 20. Februar 2019 überwies die Justizdirektion die Eingabe von A an das Amt für Justizvollzug, da sie nach einer Woche eine Rechtsverweigerung noch nicht als gegeben erachtete. Am 6. März 2019 wandte sich A erneut an die Justizdirektion mit dem Hinweis, dass nun bereits ein Monat vergangen sei und er beispielsweise immer noch keine Eingangsbestätigung erhalten habe. Mit interner Mitteilung vom 7. März 2019 machte die JVA Pöschwies A auf die verschiedenen Zuständigkeiten für seine Anliegen aufmerksam und teilte ihm mit, dass auf eine Orientierung betreffend die Insassenpopulation durch die JVA Pöschwies kein Anspruch bestehe, weshalb dieser nicht nachgekommen werde. Mit Schreiben vom 8. März 2019 teilte die Justizdirektion A mit, dass sie die Angelegenheit mit der internen Mitteilung vom 7. März 2019 als erledigt erachte und auf eine kostenpflichtige, anfechtbare Verfügung verzichte.
Mit Eingabe vom 10. März 2019 wandte sich A erneut an die Justizdirektion, verwies auf seine Rechtsbegehren vom 6. und 15. Februar 2019 und ersuchte um Entscheid mittels einer rechtsmittelfähigen Verfügung. Ferner beantragte er im Rahmen des einstweiligen Rechtsschutzes, die Bearbeitung und Weitergabe seiner Daten zur Erstellung von Persönlichkeitsprofilen oder Aktengutachten zu untersagen. Allfällige bereits weitergegebene Daten seien umgehend zurückzufordern. Mit Schreiben vom 12. März 2019 verlangte die Justizdirektion die Akten ein. Mit Eingaben vom 24. März und 1. April 2019 wandte sich A erneut an die Justizdirektion betreffend rechtswidrige Handlungen von Amtsorganen der JVA Pöschwies. Mit Verfügung vom 16. April 2019 wies die Justizdirektion den Rekurs von A ab, soweit sie darauf eintrat. Der Aufsichtsbeschwerde leistete sie keine Folge.
III.
Dagegen erhob A am 22. Mai 2019 Beschwerde an das Verwaltungsgericht. Er beantragte:
"1.
Es ist die Verfügung der Direktion der Justiz vom 16. April 2019 aufzuheben.
2. Es ist die Verfügung der Direktion der Justiz vom 16. April 2019 aufzuheben
und zur Neuentscheidung im Sinne der Erwägungen an die Vorinstanz zurück-
zuweisen.
3. Es ist die Vollzugsform der bedingten Entlassung anzuordnen (...).
4. Es ist die Rechtsverweigerung festzustellen.
5. Es hat die Vorinstanz die widerrechtlichen Handlungen zu unterlassen.
6. Es hat die Vorinstanz die Folgen der widerrechtlichen Handlungen zu beseiti-
gen.
7. Es ist mir für das Verwaltungsverfahren die unentgeltliche Rechtspflege in der
Person von RA C, D oder E zu gewähren.
8. Es ist über die bestrittenen Behauptungen ein parteiöffentliches, kontradik-
torisch ausgestaltetes Beweisverfahren nach Prozessordnung durchzuführen.
9. Es sind mir die Teilgehalte des fairen Verfahrens und Gehörs zu gewähren,
insbesondere volle Orientierung, Akteneinsicht, das Äusserungsrecht und das
Recht auf Beweis vor Entscheid.
10. Es ist mir bei allfälligen Unklarheiten, Unvollständigkeiten Gelegenheit zur
Korrektur zu geben.
11. Es ist ein beschleunigtes Verfahren zu führen.
12. Es sind die Kosten zu Lasten des Staates zu verlegen. Es sind mir die Unkosten
der Selbstverteidigung zu ersetzen, d.h. 100.- Franken für Porti-, Kopie-,
Biblio-, Papeterie-, und Computermietkosten etc. zu erstatten.
13. Es ist mir eine Eingangsbestätigung zuzustellen."
Mit Präsidialverfügung vom 28. Mai 2019 wurden die Akten einverlangt.
Der Einzelrichter

## Considerations

erwägt:
1.
1.1
Das Verwaltungsgericht ist gemäss § 41 Abs. 1 in Verbindung mit § 19 Abs. 1 lit. a des Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959 (VRG) für die Beurteilung der Beschwerde grundsätzlich zuständig. Beschwerden, die Anordnungen aufgrund des kantonalen Straf- und Justizvollzugsgesetzes vom 19. Juni 2006 (StJVG) betreffen, fallen in die einzelrichterliche Kompetenz, sofern nicht ein Fall von grundsätzlicher Bedeutung vorliegt (§ 38b Abs. 1 lit. d Ziff. 2 und Abs. 2 VRG). Da dem vorliegenden Fall keine solche Bedeutung zukommt, ist die Beschwerde vom Einzelrichter zu behandeln.
1.2
Aufgrund der offensichtlichen Unbegründetheit der Beschwerde konnte auf die Durchführung eines Schriftenwechsels verzichtet werden (§ 57 Abs. 1 VRG, § 58 VRG).
2.
2.1
Zunächst ist zu prüfen, was Streitgegenstand des Beschwerdeverfahrens bildet (vgl. Martin Bertschi in: Alain Griffel [Hrsg.], Kommentar zum Verwaltungsrechtspflegesetz des Kantons Zürich (VRG), 3. A., Zürich etc. 2014 [VRG Kommentar], Vorbemerkungen zu §§ 19–28a N. 44 ff.).
2.1.1
Der Beschwerdeführer wandte sich am 15. Februar 2019 mit einer Rechtsverweigerungsbeschwerde und weiteren Anträgen an die Vorinstanz, welche er mit Eingabe vom 6. März 2019 bekräftigte. Da der Beschwerdeführer zu diesem Zeitpunkt nicht im Besitz einer anfechtbaren Verfügung war, konnte Anfechtungsobjekt seines Rekurses lediglich die Verweigerung einer solchen sein. Für seine weiteren Anträge bestand kein Anfechtungsobjekt (vgl. § 19 VRG).
2.1.2
Gemäss Art. 29 Abs. 1 BV hat jede Person in Verfahren vor Gerichts- und Verwaltungsinstanzen Anspruch auf gleiche und gerechte Behandlung sowie Beurteilung innert angemessener Frist. Daraus leitet sich ein Verbot formeller Rechtsverweigerung ab, welche unter anderem gegeben ist, wenn eine erstinstanzliche Behörde in einem ordnungsgemäss eingeleiteten Verfahren keine Verfügung erlässt, obwohl Anspruch auf eine solche besteht (vgl. Bernhard Waldmann, Basler Kommentar, 2015, Art. 29 BV N. 23). Eine Rechtsverweigerung ist somit nur möglich, wenn ein Anspruch der Privaten auf Behandlung ihrer Begehren besteht (BGE 135 II 60 E. 3.1.2). Ergeht die ausstehende Anordnung, ist ein allfälliges Rechtsmittelverfahren grundsätzlich als gegenstandslos geworden abzuschreiben (Jürg Bosshart/Martin Bertschi, Kommentar VRG, § 19 N. 52).
2.1.3
Es stellt sich die Frage, ob die Direktion der JVA Pöschwies mit Schreiben vom 7. März 2019 eine Verfügung erlassen hat und damit der Rechtsverweigerungsrekurs gegenstandslos wurde. Die äussere Form des Verwaltungshandelns ist nicht allein entscheidend, ob eine Verfügung vorliegt. Vielmehr ist darauf abzustellen, ob ein behördlicher Akt materiell die Kriterien einer Verfügung erfüllt. Auch die formell mangelhafte Verfügung ist – unter Vorbehalt der Nichtigkeit – eine Verfügung. Sie charakterisiert sich als eine autoritative, einseitige, individuell-konkrete Anordnung einer Behörde, die in Anwendung von Verwaltungsrecht ergangen ist, auf Rechtswirkungen ausgerichtet sowie verbindlich und erzwingbar ist (Martin Bertschi/Kaspar Plüss, VRG Kommentar, Vorbemerkungen zu §§ 4–31 N. 18, 24).