# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** f11ef2a7-4af8-4651-9240-5f9dcc7f5725
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2018
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
Der 1967
geborene
X._
war zuletzt von November 2015 bis Juli 2017 als
Betriebsmitarbeiter
Montage bei der
Y._
AG tätig (
11/13
). Am 8. Mai 2017 meldete er sich unter Hinweis auf eine
posttraumatisch
aktivierte Handgelenksarthrose
rechts
bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an (Urk. 11/1). Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, tätigte medizinische und erwerbliche Abklärungen und
zog Akten der Kranken
taggeldversicherung
(Urk. 11/2) sowie der Unfallversicherung bei (Urk. 11/11).
Am 25. Juli 2017 teilte die IV-Stelle dem Versicherten mit, dass keine Eingliede
rungsmassnahmen angezeigt seien (Urk. 11/16).
Mit Vorbescheid vom 9. August 2017 (Urk. 11/20) stellte die IV-Stelle dem Versicherten die Abweisung des Leistungsbegehrens in Aussicht. Dagegen erhob der Versicherte Einwände (Urk. 11/21, Urk. 11/24
).
In der Folge klärte die IV-Stelle die medizinische Situa
tion
weiter
ab
und holte insbesondere weitere Akten der Krankentaggeldversiche
rung ein (Urk. 11/29)
,
zu denen sich der
Versicherte
am 24. November 2017 äus
serte
(Urk. 11/32). M
it Verfügung vom
4. Dezember 2017 (Urk. 11/34
= Urk. 2)
hielt die IV-Stelle an ihrem Vorbescheid fest und wies das Leistungsbegehren
bei einem Invaliditätsgrad von 12
%
ab.
2.
Der Versicherte erhob am
11. Januar 2018
Beschwerde gegen die Verfügung vom
4. Dezember 2017 (Urk. 2) und beantragte Unterstützung beim beruflichen Wiedereinstieg durch die IV-Stelle bei stabilem Gesundheitszustand
; zudem ersuchte er um unentgeltliche Prozessführung
(Urk. 1 S. 1).
Am
1
3
. Februar 2018 (Urk. 10
) beantragte die IV-Stelle die Abweisung der Beschwerde, was dem Beschwerdeführer mit Verfügung vom
27. Februar 2018
zur Kenntnis gebracht wurde (Urk.
12
).
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalide o
der von einer Invalidität (Art.
8
des Bundesgesetzes über den Allgemei
nen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG
) bedroht
e Versicherte haben gemäss Art.
8
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG)
Anspruch auf Eingliederungsmassnahmen, soweit
(Abs. 1)
:
a.
diese notwendig und geeignet sind, die Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen,
wieder herzustellen
, zu erhalten oder zu verbessern; und
b.
die Voraussetzungen
für den Anspruch auf die einzelne
n Massnahmen erfüllt sind
.
Der Anspruch auf Eingliederungsmassnahmen besteht unabhängig von der Aus
übung einer Erwerbstätigkeit vor Eintritt der Invalidität. Bei der Festlegung der Massnahmen ist die gesamte noch zu erwartende Dauer des Erwerbs
lebens zu berücksichtigen (Abs.
1
bis
). Nach Massgabe der Art.
13 und 21
IVG
besteht der Anspruch auf Leistungen unabhängig von der Möglichkeit einer Eingliederung ins Erwerbsleben oder in den Aufg
abenbereich (Abs.
2). Nach Massgabe von Art
.
16 Abs
.
2
lit
.
c
IVG
besteht der Anspruch auf Leistungen unabhängig davon, ob die Eingliederungsmassnahmen notwendig sind oder nicht, um die Erwerbs
fähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, zu er
halten oder zu verbessern (Abs.
2
bis
).
Die Eingliederungsmassnahmen bestehen
gemäss Abs. 3 in
me
dizinischen Mass
nahmen (
lit
. a),
Integrationsmassnahmen zur Vorbereitung auf die
berufliche Ein
gliederung (
lit
.
a
bis
),
Massnahmen beruflicher Art (Berufsberatung, erstmalige berufliche Ausbildung, Umschulung, Arbeitsverm
ittlung, Kapitalhilfe;
lit
. b) und in
der Abgabe von Hilfsmitteln (
lit
.
d).
1.
2
Drohende Invalidität liegt gemäss Art. 1
novies
der Verordnung über die Invaliden
versicherung (IVV)
vor, wenn der Eintritt einer Erwerbsunfähigkeit überwiegend wahr
scheinlich ist. Der Zeitpunkt des Eintritts der Erwerbsun
fähigkeit ist uner
heblich.
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete die angefochtene leistungsabweisende Ver
fügung vom
4. Dezember 2017
(Urk. 2) damit, dass
der Beschwerdeführer
nach einem (Velo-)Unfall am 12. September 2016 (vgl. Urk. 11/11/3) als Montage
mit
arbeiter zunächst zu 100 % arbeitsunfähig gewesen und
seit April 2017 zu 50 % arbeitsfähig sei. In einer angepassten Tätigkeit bestehe eine 100%ige Arbeits
fä
higkeit (S. 1). Bei einem Einkommens
vergleich resultiere unter Gewährung eines leidensbedingten Abzuges von 20 % ein Invaliditätsgrad von 12 %. Demnach sei kein Rentenanspruch gegeben. Für die Unterstützung bei der Stellensuche sei das Regionale Arbeitsvermittlungs
zentrum (RAV) zuständig. Ein Anspruch auf eine Umschulung bestehe nicht, da keine abgeschlossene Ausbildung vorliege (S. 2).
2.2
Der Beschwerdeführer
stellte sich demgegenüber auf den Standpunkt (Urk. 1),
er wolle in keiner Weise eine Rente. Auch, dass keine Umschulung erfolge, könne er verstehen. Die Berechnung verstehe er zwar nicht, aber er gehe davon aus, dass diese korrekt sei. Er nehme bereits die Unterstützung des RAV in Anspruch. Wegen der bestehenden gesundheitlich bedingten Einschränkung würde aus seiner Sicht eine Zusammenarbeit zwischen der Beschwerdegegnerin und dem RAV beim beruflichen Wiedereinstieg hilfreich sein. Bei Tätigkeiten, die das Handgelenk forderten, müsse er spätestens beim Vorstellungsgespräch auf diesen Umstand hinweisen. Dies erschwere die Stellensuche aus gesundheitlichen Grün
den einschneidend (S. 2).
2.3
Der Beschwerdeführer beantragt ausdrücklich ke
ine Rente und keine Umschu
lung, sondern
in erster Linie die Unterstützung bei der berufliche
n Wiederein
gliederung. Strittig und zu prüfen ist demnach ein Anspruch auf Berufsberatung und
Arbeitsvermittlung.
3.
3.1
Dr. med.
Z._
, Facharzt für Chirurgie und für Handchirurgie, nannte mit Bericht vom 23. September 2016
(Urk. 11/11/27-28)
folgende Diagnosen (S. 1):
-
posttraumatisch aktivierte Handgelenksarthrose
rechts
-
Zustand nach kindlicher
Scaphoidfraktur
mit
Scaphoidpseudarthrose
und konsekutivem
Scaphoid
Nonunion
Advanced
Collapse
(SNAC)-
Wrist
Stadium III
Der Beschwerdeführer habe sich
am 21. September 2016
erstmals zur Befund
kon
trolle vorgestellt. Anamnestisch habe er berichtet, am 12. September 2016 mit dem Fahrrad gestürzt und seither eine vermehrte Schmerzsymptomatik im rechten Handgelenk zu verspüren. Bereits vorher habe eine gewisse tolerable Schmerz
situation vorgelegen, die auf eine
Scaphoidpseudarthrose
mit nach
fol
gen
dem SNAC-
Wrist
zurückgeführt werde (S. 1). Aufgrund des Arthrose-Musters und der erheblichen Schmerzen sei ein operatives Vorgehen empfohlen worden (S. 2).
3.2
Dr.
Z._
berichtete am 4.
Oktober 2016 (Urk. 11/11/33-34)
über eine
gleichen
tags
erfolgte
Operation des Handgelenks.
3.
3
Dr.
Z._
führte mit Bericht vom 12. Januar 2017
(Urk. 11/11/
70
) aus,
es werde die Fortführung der ergotherapeutischen Übungsbehandlung und eine erneute klinische Verlaufskontrolle in 6 Wochen empfohlen, dann sei ein Arbeitsversuch mit 50 % geplant (S. 1).
3.4
Dr. med.
A._
, Facharzt für
Orthopädische Chirurgie und Trau
matologie des Bewegungsapparates
, Kreisarzt Suva,
führte mit Stellung
nahme vom 18. Januar 2017 (Urk. 11/11/67) aus, es liege
eine
Kontusion eines sehr alten und sehr ausgeprägten Vorbefundes mit starker vorbestehender post
traumati
scher Arthrose
(SNAC
-
Wrist
Stadium III
)
infolge einer
Scaphoidpseud
arthrose
aus der Kindheit
vor. Bei einer gesunden Hand hätte die Kontusion einen zeitlichen Umfang von vier bis sechs Wochen
bis zur Abheilung
in Anspruch genommen. Da hier ein sehr alter Schaden mit bereits fortgeschrittener Arthrose aufgrund der kindlichen Fraktur mit
ligamentärer
Gefügestörung
vorgelegen habe, sei der kontusionsbedingte Anteil des Verlaufs auf 8 bis 12 Wochen veranschlagt wor
den. Dementsprechend sei der Status quo sine am 5. Dezember 2016 erwartet worden. Hierbei sei der obere Zeitwert des Bereiches zwischen 8 bis 12 Wochen gewählt worden.
3.5
Dr.
Z._
führte mit Bericht vom 8. Juni 2017 (Urk. 11/15) aus, die Inspektion zeige eine völlig reizlose Narbensituation bei einer Handgelenksbeweglichkeit von 25/0/25 Grad. Gelegentlich trä
t
en nach vermehrter Belastung noch leichte
Synovitiden
auf, insgesamt bestehe aber bei moderater Belastung ein weitest
ge
hend schmerzarmes Handgelenk. Die Behandlung sei zunächst abge
schlossen worden. Im
a
ngestammten Beruf als Polymechaniker sei aufgrund der einge
schränkten Handgelenksbeweglichkeit und einer noch zu erwartenden milden Rest
beschwerdesymptomatik keine volle Beschäftigung mehr möglich, weshalb die Arbeitsfähigkeit bei 50 % verbleibe (S. 1). Gegebenenfalls müsse die Um
setzung
(richtig wohl: Umschulung)
auf eine angepasste Tätigkeit erfolgen (S. 2).
3.6
Dr. med.
B._
, Facharzt für Innere Medizin und für Rheumatologie, erstattete am 21. Juli 2017 zuhanden der Taggeldversicherung gestützt auf die Akten sowie die Untersuchung des Beschwerdeführers vom 12. Juli 2017 ein Gut
achten (Urk. 11/29/7-17).
E
r nannte als
-
hier gekürzt aufgeführte
-
Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine
posttraumatisch aktivierte Handge
lenksarthrose rechts
(S. 8 Ziff. 5.1). Diagnosen ohne Einfluss auf die Arbeitsfä
higkeit nannte er keine (S. 8 Ziff. 5.2).
Das arbeitsmedizinische Problem bestehe aus rheumatologischer Sicht in einer durch den stattgehabten Eingriff verminderten Belastbarkeit des rechten Hand
gelenks, an dem ein klinisch stummer, doch radiologisch fassbarer Vorzustand durch das gehabte Traum
a derart aktiviert worden sei, d
ass ein handgelenkssta
bilisierender Eingriff notwendig geworden sei. Entsprechend dürfte von einer richtungsweisenden Verschlechterung eines Vorzustandes aus
zu
gehen sein. Die Arbeitsfähigkeit sollte im Detail durch den
den
Beschwerde
führer im Verlauf ver
folgenden Handchirurgen beurteilt und fest
gelegt werden. Bei Zweifeln an dieser
Einschätzung empfehle sich die Vorstellung beim Kreisarzt der Suva (S. 9 Ziff. 6.1). Die aktuell noch attestierte 50%ige Arbeitsfähigkeit in der zuletzt aus
geübten Tätigkeit erscheine nach
vollziehbar. Den Beschwerden angepasste leichte Tätigkeiten ohne gewichts
mässige oder repetitive, wie krafteinsatzfordernde Hand
gelenks
be
lastungen rechts
,
sollten medizinisch theoretisc
h vollschichtig zumutbar sein. D
och dürfe es schwer sein, für den manuell tätigen Versicherten eine derartige beschwerdeadaptierte Tätigkeit für einen Rechtshänder zu finden (S. 9 Ziff. 6.2).
3.7
Die Ärzte der Universitätsklinik
C._
nannten mit Bericht vom 11. August 2017 (Urk. 11/30/7-8) folgende, hier gekürzt aufgeführte Diagnosen (S. 1):
-
Status nach Resektion Os
scaphoideum
rechts sowie
Processus
styloideus
radii
,
Spongiosaplastik
Os
capitatum
und Os
triquetrum
sowie
mediokar
pale
Teilarthrodese
Handgelenk rechts am 4. Oktober 2016
-
De
Quervain
-Tendinitis rechts
In Zusammenschau der Klinik und des radiologischen Befundes seien die Rest
be
schwerden des Beschwerdeführers zum massgeblichen Teil in der
radiolunären
Arthrose begründet mit einer überlagernden Tendinitis De
Quervain
. 10 Monate postoperativ könne keine Aussage zur Fragestellung eines posttraumatischen Zustandsbildes oder einer Spätfolge der kindlichen
Scaphoidfraktur
getroffen werden. Hinsichtlich der Tendinitis empfehle sich eine Ruhigstellung im
Daumen
kännel
für zwei bis drei Wochen mit begleitender Einnahme von Antiphlogistika. Bei Beschwerdepersistenz
sei
eine Infiltration der Sehnenscheide zu erwägen. Eine IV-Anmeldung sei seitens des Beschwerdeführers bereits erfolgt. Eine Umschu
lung zu weniger belastenden Tätigkeiten des rechten Handgelenks erscheine aus handchirurgischer Sicht angebracht. Bei persistierenden Beschwer
den und trotz Anpassung der Tätigkeit bleibender Arbeitsunfähigkeit würde als
ultima
ratio
eine
Panarthrodese
zu diskutieren sein
(S. 2)
.
3.
8
Dr. med.
D._
, nannte mit Bericht vom 9. Oktober 2017 (Urk. 11/28/6-8)
als
Diagnose
ein
einmaliges anfallsartiges Ereignis
A
nfang Juli 2017 mit Bewusst
seinsverlust ohne Vorzeichen
,
Zusammensinken und heftigen
klonie
arti
gen
diffusen Bewegungen, höchstwahrscheinlich epileptisch bei einer fokalen Epilepsie mit erstem Anfall, möglicherweise linken parietalen Ursprungs bei einer wahrscheinlich
ischämischen Läsion (MRI-Befund; S. 1).
Schlussendlich habe der Beschwerdeführer zu einer medikamentösen Therapie motiviert werden können, da er auf das Autofahren nicht verzichten wolle. Wenn er nicht Autofahren wollte, hätte man ohne weiteres vor einer medikamentösen Behandlung weitere Anfälle abwarten können. Man wisse nicht ganz genau, wann der nächste Anfall aufträte. Die
Epileptogenität
sei ziemlich schwach. Das
Rückfallrisiko sei nicht gross
,
aber vorhanden
(S. 2)
.
Er sei zurzeit nicht fahrtaug
lich. Die Fahrtauglichkeit könne Mitte Januar 2018 neu beurteilt werden (S. 3).
3.
9
Dr.
D._
ergänzte
am 11. Oktober 2017
(Urk. 11/28/1;
Datum des
Ein
gangs bei der Beschwerdegegnerin
, vgl. Aktenverzeichnis)
, der einmalige Anfall, der zu einer neurologischen Abklärung bei ihm Anlass gegeben habe, sei zurzeit und bis auf weiteres
nicht iv-relevant.
4.
4.1
Gemäss Art. 15 IVG haben Versicherte, die infolge Invalidität in der Berufswahl oder in der Ausübung ihrer bisherigen Tätigkeit behindert sind, Anspruch auf Berufsberatung. Der Leistungsanspruch setzt voraus, dass die versicherte Person an sich zur Berufswahl oder zur beruflichen Neuorientierung fähig ist, infolge ihres Gesundheitszustandes aber darin behindert ist, weil die Kenntnisse über Neigungen, berufliche Fähigkeiten und Möglichkeiten nicht ausreichen, um einen der Behinderung angepassten Beruf wählen zu können (ZAK 1977 S. 191 E. 2; Urteil des Bundesgerichts I 431/99 vom 15. Februar 2000). In Betracht fällt jede körperliche oder psychische Beeinträchtigung, die den Kreis der für die versicherte Person nach ihrer Eignung und Neigung möglichen Berufe oder Betätigun
gen einengt oder die Ausübung der bisherigen Aufgabe unzumutbar macht. Aus
geschlossen sind geringste Behinderungen, die keine nennenswerte Beeinträchti
gung zur Folge haben und deshalb die Inanspruchnahme der Invalidenversiche
rung nicht rechtfertigen (BGE 114 V 29 E. 1a mit Hinweisen).
Gemäss
Rz
2002 des
Kreisschreibens über die Eingliederungsmassnahmen beruf
licher Art (KSBE; Stand 1. Januar 2018) haben versicherte Personen, die wegen einer Behinderung in ihrer Berufswahl oder in der Ausübung ihrer bisherigen Tätigkeit beeinträchtigt und daher auf spezialisierte Berufsberatung angewiesen sind,
Anspruch auf Berufsberatung.
4.2
Der Beschwerdeführer ist in seiner angestammten Tätigkeit als Polymechaniker nur noch zu 50 % arbeitsfähig (vgl. vorstehend E. 3.5, E. 3.
6
).
Das Arbeitsverhält
nis
wurde aufgelöst (Urk. 11/13/8).
Sowohl
d
ie behandelnden Ärzte als auch der Gutachter Dr.
B._
erachteten den Wechsel zu einer
das rechte Handgelenk
weniger belastenden Tätigkeit als angebracht
(vorstehend E. 3.5, E. 3.
6
, E. 3.
7
)
.
Eine berufliche Umstellung ist damit invaliditätsbedingt notwendig.
Als Rechts
händer (vgl. vorstehend E. 3.
6
) mit einer Handgelenksarthrose
am
rechten Hand
gelenk ist der Kreis der möglichen Berufe für den Beschwerdeführer eingeengt.
Der Beschwerdeführer scheint zudem
die subjektive Bereitschaft und den Willen
für berufliche Massnahmen
mitzubr
ingen. Er beantragte im
Vorbescheidver
fahren
ausdrücklich Unterstützung bei der beruflichen Eingliederung und wies darauf hin, dass er unbedingt wieder arbe
iten wolle (Urk. 11/24, Urk. 11/
32).
Zudem
beantragte er beschwerdeweise einzig berufliche Massnahmen und nimmt bereits die Hilfe des RAV in Anspruch.
Damit
erfüllt er
die Voraussetzungen gemäss Art.
15 IVG, weshalb ein Anspruch auf Berufsberatung zu bejahen und die Beschwerde gutzuheissen ist.
Weshalb die Beschwerdegegnerin den Anspruch auf
Berufsberatung implizite ver
neint
hat,
ist
im Übrigen
dem angefochtenen Entscheid nicht zu entnehmen
.
5.
5.1
Zu prüfen ist weiter, ob der Beschwerdeführer
auch
Anspruch auf Arbeitsvermitt
lung im Sinne von Art. 18 IVG hat.
5.2
Nach Art. 18 Abs. 1 IVG haben arbeitsunfähige (Art. 6 ATSG) Versicherte, welche eingliederungsfähig sind, Anspruch auf aktive Unterstützung bei der Suche eines geeigneten Arbeitsplatzes (
lit
. a) und auf begleitende Beratung im Hinblick auf die Aufrechterhaltung ihres Arbeitsplatzes (
lit
. b). Nach dem ausdrücklichen Gesetzeswortlaut von Art. 18 Abs. 1 IVG steht der Anspruch auf Arbeitsver
mitt
lung schon den arbeitsunfähigen Versicherten zu, wobei das Gesetz auf Art.
6 ATSG verweist. Daraus ergibt sich, dass der Eintritt einer Arbeitsunfähigkeit genügt; sie muss sich nicht zur Erwerbsunfähigkeit gemäss Art. 7 ATSG oder gar Invalidität gemäss Art. 8 ATSG verdichtet haben. Zu beachten ist zudem, dass bei langer Dauer einer Arbeitsunfähigkeit im bisherigen Beruf auch die zumutbare Tätigkeit in einem anderen Beruf oder Aufgabenbereich berücksichtigt wird (Art.
6 Satz 2 ATSG). Zur Begründung dieses Anspruches ist jedoch eine spezifi
sche Einschränkung gesundheitlicher Art notwendig, wobei die leistungs
spezifi
sche Invalidität des Anspruchs vorliegt, wenn die Behinderung Probleme bei der Stellensuche verursacht. Dies trifft beispielsweise zu, wenn wegen Stumm
heit oder mangelnder Mobilität kein Bewerbungsgespräch möglich ist oder dem potenziellen Arbeitgeber die besonderen Möglichkeiten und Grenzen der ver
si
cherten Person erläutert werden müssen, damit sie überhaupt eine Chance hat, den gewünschten Arbeitsplatz zu erhalten. Zwischen dem Gesundheitsschaden und der Notwendigkeit der Arbeitsvermittlung muss entsprechend ein Kausal
zu
sammenhang bestehen und die versicherte Person muss bei der Stellensuche aus invaliditätsbedingten Gründen auf das Fachwissen und entsprechende Hilfe der Vermittlungsbehörden angewiesen sein. Dies gilt auch für Versicherte, die in einer
behinderungsangepassten Tätigkeit voll arbeitsfähig sind (vgl. Urteile des Bun
desgerichts 8C_641/2015 vom 12. Januar 2016 E. 2 und 9C_966/2011 vom 4. Mai 2012 E. 3.2).
Arbeitsunfähigkeit ist die durch eine Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit bedingte, volle oder teilweise Unfähigkeit, im bis
herigen Beruf oder Aufgabenbereich zumutbare Arbeit zu leisten. Bei langer Dauer wird auch die zumutbare Tätigkeit in einem anderen Beruf oder Aufgaben
bereich berücksichtigt (Art. 6 ATSG).
5.3
Damit stellt sich die Frage, ob
der
Beschwerdeführer aufgrund
seiner
gesund
heit
lichen Beeinträchtigungen bei der Arbe
itssuche erheblich behindert ist. Da ihm die bisherige Tätigkei
t nur noch zu 50 % zumutbar ist,
liegt zweifelsohne eine
Arbeitsunfähigkeit des Beschwerdeführers
vor
.
Eine
spezifische Ein
schränkung gesundheitlicher Art
liegt aufgrund der
Handgelenksarthrose beim rechten Hand
gelenk
ebenfalls vor. Diese
Behinderung verursacht
offensichtlich Probleme bei der Stellensuche, führte
der Beschwerdeführer
doch
zu Recht
aus, dass er b
ei Tätigkeiten, die das Handgelenk forderten, spätestens beim Vorstellungsgespräch auf diesen Umstand hinweisen müsse. Dies erschwere die Stellensuche aus gesund
heitlichen Gründen einschneidend
(vorstehend E. 2.2)
, was nachvollzieh
bar ist und im Übrigen von der Beschwerdegegnerin nicht in Abrede gestellt wurde (vgl. dazu auch Urteil des Bundesgerichts 9C_233/2017 vom 19. Dezember 2017 E. 4.2).
Offensichtlich behindert der genannte Gesundheitsschaden den Beschwerdeführer im Finden geeigneter Arbeitsstellen.
Damit ist ein Anspruch auf Arbeitsvermitt
lung zu bejahen.
6.
Zusammenfassend ergibt sich, dass die Beschwerdegegnerin den Anspruch auf
IV-Leistungen als
G
anzes
in der angefochtenen Verfügung
vom
4. Dezember 2017
(Urk. 2)
zu Unrecht verneint hat
.
In Gutheissung der Beschwerde
wird
die ange
fochtene Verfügung
insoweit abgeändert als festgestellt wird
, dass der Beschwer
deführer Anspruch auf Berufsberatung
und auf Arbeitsvermittlung
hat.
7
.
Da es im vorliegenden Verfahren um die Bewilligung oder Verweigerung von IV
Leistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (Art.
69 Abs. 1
bis
IVG) und auf Fr.
6
00.-- anzusetzen. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind sie der unterliegenden Beschwerde
gegnerin
aufzuerlegen.
Damit erweist sich das Gesuch
des Beschwerdeführers
um unentgeltliche Prozess
führung (Urk.
1
) als gegenstandslos.