# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 12e86200-3083-444e-a930-4b302fdc9162
**Court:** GR_KG
**Chamber:** GR_KG_003
**Year:** 2012
**Language:** de
**Jurisdiction:** GR / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** Bankruptcy

## Facts

hat sich ergeben:
Seite 2 — 12
I. Sachverhalt
A. Mit Urteil des Bezirksgerichtspräsidiums Prättigau/Davos vom 30. Oktober 2008 betreffend Ehescheidung und Nebenfolgen wurde A. unter anderem verpflichtet, an den Unterhalt von B., geboren am 25. Dezember 1991, einen Unterhaltsbeitrag von monatlich Fr. 1‘000.-- zu bezahlen, wobei die Unterhaltspflicht bis zum Abschluss einer Lehre oder der ordentlichen Schulausbildung des Unterhaltsberechtigten, mindestens jedoch bis zu dessen Mündigkeit dauert. Art. 277 Abs. 2 ZGB und Art. 276 Abs. 3 ZGB wurden vorbehalten. Dieser Unterhaltsregelung lag die von A. und C. unterzeichnete und dem Bezirksgerichtspräsidium Prättigau/Davos zur Genehmigung unterbreitete Ehescheidungskonvention vom 12. August 2008 zugrunde. Darüber hinaus wurde in besagtem Urteil festgelegt, dass der entsprechende Unterhaltsbeitrag an die Kindsmutter zugunsten von B. zu überweisen sei, solange er nicht selbständige Ansprüche aus Art. 277 Abs. 2 ZGB gegen seinen Vater stelle oder eine andere Zahlstelle bezeichne (Art. 289 Abs. 1 ZGB).
B. B. besuchte die Sportmittelschule in Z., welche er – offenbar wegen ungenügender Leistungen – abbrechen musste. Seit dem 15. August 2011 absolviert er eine Lehre als Maurer bei der D. in Y., welche bis am 14. August 2014 dauern wird. B. verdient im ersten Bildungsjahr Fr. 1‘075.--, im zweiten Bildungsjahr Fr. 1‘478.-- und im dritten Bildungsjahr Fr. 2‘150.-- (jeweils Bruttolohn).
C. Mit Zahlungsbefehl des Betreibungsamts X. vom 10. Februar 2012 (Betreibungs-Nr. _) wurde A. von seinem Sohn B. als Gläubiger und dessen Mutter C. als Gläubigervertreterin für den Betrag von Fr. 7‘000.-- nebst Zins zu 5 % seit dem 15. November 2011 betrieben. Als Grund der Forderung wurden ausstehende Alimentenzahlungen an B. ab 1. August 2011 bis 29. Februar 2012 (7 Monate à Fr. 1‘000.--) und als Forderungsurkunde das Urteil des Bezirksgerichtspräsidiums Prättigau/Davos vom 30. Oktober 2008 genannt. Der Zahlungsbefehl wurde A. am 13. Februar 2012 zugestellt, der gleichentags Rechtsvorschlag erhob.
D. Am 28. Februar 2012 gelangte C. als Vertreterin von B. an das Bezirksgericht Prättigau/Davos und ersuchte um provisorische Rechtsöffnung für den in Betreibung gesetzten Betrag von Fr. 7‘000.-- nebst Zins zu 5 % seit dem 15. November 2011 zuzüglich der Zahlungsbefehlskosten von Fr. 73.--.
Seite 3 — 12
E. Mit Stellungahme vom 14. März 2012 beantragte A. die Abweisung des Gesuchs sowie die Zusprechung einer ausseramtlichen Entschädigung von Fr. 324.-- (inkl. MWSt). Zur Begründung des Antrags wurde geltend gemacht, dass das Rechtsöffnungsgesuch von der Mutter gestellt und unterzeichnet worden sei, eine Vollmacht des angeblichen Gesuchstellers B. indessen fehle, womit es auch an der Prozessführungsbefugnis mangle. Sodann habe B. mit dem erfüllten 18. Lebensjahr gegenüber dem Vater ein selbständiges Klagerecht, so wie dies auch in der Konvention bzw. im Urteil mit dem Hinweis auf Art. 277 Abs. 2 ZGB vermerkt sei. Das Urteil und die Scheidungskonvention seien keine Rechtsöffnungstitel im Sinne von Art. 82 SchKG (recte: Art. 80 SchKG), da diese nur zwischen den Eheleuten gelten würden. Mit dem Erreichen des 18. Altersjahrs müsse B. sein Klagerecht direkt gegenüber dem Vater geltend machen. Aus der Scheidungskonvention könne er indes keine Ansprüche stellen, zumal über zwei Jahre weiter an die Schulausbildung bezahlt worden sei. Überdies sei B. nun in der Lehre und erhalte im 1. Lehrjahr Fr. 1‘075.-- brutto. Er bekomme somit mehr, als sich der Gesuchsgegner in der Konvention/Urteil bis und mit Mündigkeit zu zahlen verpflichtet habe. B. müsse sein Unterhaltsrecht nun direkt gegenüber Vater und Mutter geltend machen und ein Budget vorlegen; es dürfe nicht einseitig zulasten des Gesuchsgegners gehen. Mit Gutheissung der Rechtsöffnung würde B. über Fr. 2‘075.-- pro Monat verfügen.
F. Mit Entscheid vom 19. März 2012, mitgeteilt am 23. April 2012, erkannte der Einzelrichter SchKG am Bezirksgericht Prättigau/Davos was folgt:
„1. Es wird die definitive Rechtsöffnung in der Betreibung Nr. _ des Betreibungsamtes X. für den Betrag von CHF 7‘000.00 nebst Zins zu 5 % seit 15. November 2011 erteilt.
2. Die Kosten des Rechtsöffnungsverfahrens im Betrage von CHF 300.00 gehen zulasten des A.. Sie werden bei B. unter Regresserteilung auf A. erhoben und sind innert 30 Tagen auf das PC-Konto _ des Bezirksgerichtes Prättigau/Davos zu überweisen.

## Considerations