# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 8cb6f4e8-88fc-463c-82a8-96f807bea944
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2020
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1941, bezog eine Altersrente der Alters- und
Hinter
lassenenversicherung
(AHV) und eine italienische Altersrente (vgl. Urk. 10/4.1), als sie sich am 17. September 2018 bei der Stadt Zürich, Amt für Zusatzleistungen zur AHV/IV (Durchführungsstelle), zum Bezug von Zusatzleistungen anmeldete (vgl. Urk. 10).
Mit Verfügung vom 9. November 2018 (Urk. 10/V1 = Urk. 3/2) verneinte die Durchführungsstelle
infolge eines Einnahmeüberschusses einen An
spruch auf Zusatzleistungen, wobei sie der Versicherten ein
en
Vermögensverzicht in der Höhe von Fr. 268'000.-- anrechnete. Die dagegen von der Versicherten am 11. Dezember 2018 erhobene Einsprache (Urk. 10/20 = Urk. 3/3/1) wies die Durchführungsstelle mit Entscheid vom 27. November 2019 (Urk
. 10/V2 = Urk. 2) ab.
2.
Die Versicherte erhob am 6. Dezember 2019 Beschwerde gegen den
Einsprache
entscheid
vom 27. November 2019 (Urk. 2) und beantragte sinngemäss, dieser sei aufzuheben (Urk. 1). Mit Beschwerdeantwort vom 19. März 2020 (Urk. 9) bean
tragte die Durchführungsstelle die Abweisung der Beschwerde. Dies wurde der Beschwerdeführerin am 23. März 2020 zur Kenntnis gebracht (Urk. 11).
Mit Ver
fügung vom 20. August 2020 (Urk. 12) wurde die
Beschwerdeführerin
ersucht, die beschwerdeweise in Aussicht gestellte Schätzung des Vermögenswertes durch einen lokalen «
Geometra
» einzureichen. Die
Beschwerdeführerin
liess sich innert Frist nicht vernehmen.
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Gemäss Art. 2 Abs. 1 des Bundesgesetzes über Ergänzungsleistungen zur
Alters-,
Hinterlassenen- und Invalidenversicherung (ELG) haben Personen An
spruch auf Ergänzungsleistungen, wenn sie die Voraussetzungen nach Art. 4-6 ELG erfüllen.
Die jährliche Ergänzungsleistung entspricht dem Betrag, um den die anerkannten Ausgaben die anrechenbaren Einnahmen übersteigen (Art. 9 Abs. 1 ELG).
1.2
Zu den anrechenbaren Einnahmen gehören nach Art. 11 Abs. 1 ELG unter ande
rem
Einkünfte aus beweglichem und unbeweglichem Vermögen (
lit
. b),
ein Fünf
zehntel, bei Altersrentnerinnen und Altersrentnern ein Zehntel des Reinvermö
gens, soweit es bei Alleinstehenden Fr. 37'500.-- übersteigt (
lit
. c), Renten, Pen
sionen und andere wiederkehrende Leistungen, einschliesslich Renten der AHV
und der IV (
lit
. d) sowie Einkünfte und Vermögenswerte, auf die
verzichtet wo
rden ist (
lit
. g).
1.3
Nach der Rechtsprechung sind bei der Bestimmung des Reinvermögens nach Art. 11 Abs. 1
lit
. c ELG (vgl. vorstehend E. 1.2) die Schulden des Ansprechers oder Bezügers von Ergänzungsleistungen vom rohen Vermögen abzuziehen. Dazu zählen unter anderem Hypothekarschulden, Kleinkredite bei Banken und Dar
lehen zwischen Privaten sowie Steuerschulden. Die Schuld muss tatsächlich ent
standen sein, ihre Fälligkeit ist nicht vorausgesetzt. Ungewisse Schulden oder Schulden, deren Höhe noch nicht feststeht, können nicht abgezogen werden. Zudem muss die Schuld einwandfrei belegt sein (BGE 142 V 311 E. 3.1).
1.4
Vermögenswerte, auf die verzichtet worden ist, sind nach Art. 11 Abs. 1
lit
. g ELG als Einnahmen anzurechnen (vgl. vorstehend E. 1.2). Eine Verzichtshandlung im Sinne von Art. 11 Abs. 1
lit
. g ELG liegt vor, wenn die versicherte Person ohne rechtliche Verpflichtung und ohne adäquate Gegenleistung auf Einkünfte oder Vermögen verzichtet hat, wenn sie einen Rechtsanspruch auf bestimmte Ein
künfte und Vermögenswerte hat, davon aber faktisch nicht Gebrauch macht oder ihre Rechte nicht durchsetzt, oder wenn sie aus von ihr zu verantwortenden Gründen von der Ausübung einer möglichen und zumutbaren Erwerbstätigkeit absieht (BGE 140 V 267 E. 2.2). Die beiden Voraussetzungen „ohne Rechtspflicht“
und „ohne angemessene Gegenleistung“ müssen nicht kumulativ vorliegen, es re
icht aus, wenn alternativ eines der beiden Elemente gegeben ist (BGE 131 V 336 E. 4.4, Urteil des Bundesgerichts 9C_934/2009 vom 28. April 2010 E. 4.2).
1.5
Für die Prüfung der Frage, ob ein Vermögensverzicht im Sinne von Art. 11 Abs. 1
lit
. g ELG vorliegt, ist bei der entgeltlichen oder unentgeltlichen Entäusserung eines Grundstückes der Verkehrswert zum Zeitpunkt der Hingabe massgebend (Art. 17 Abs. 5 Satz 1 ELV). Nach der Rechtsprechung ist unter dem Verkehrswert einer Liegenschaft im Sinne dieser Bestimmung der Verkaufswert zu verstehen, den sie im normalen Geschäftsverkehr hat. Der so ermittelte Verkehrswert setzt grundsätzlich eine konkrete und aktuelle Liegenschaftsschätzung voraus. Aus Gründen der Praktikabilität können aber auch andere geeignete Schätzungen bei
gezogen werden (Urteil des Bundesgerichts 9C_100/2019 vom 16. Mai 2019 E. 6.1).
1.6
Für die Berücksichtigung eines Vermögensverzichts ist grundsätzlich unerheb
lich
, wie weit die Verzichtshandlung zurückliegt, weshalb jeder Vermögensverzicht ohne zeitliche Beschränkung zu berücksichtigen ist (Urteil des Bundesgerichts 9C_198/2010 vom 9. August 2010 E.
3.2). Dem Aspekt des Zeitablaufs wird jedoch durch die jährliche Reduktion gemäss Art. 17a der Verordnung über Ergänzungsleistungen zur Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenversicherung (ELV) Rechnung getragen. Danach wird der anzurechnende Betrag von Vermö
genswerten, auf die verzichtet worden ist, jährlich um Fr. 10'000.-- vermindert, wobei der Wert des Vermögens im Zeitpunkt des Verzichtes unverändert auf den 1. Januar des Jahres, das auf den Verzicht folgt, zu übertragen und dann jeweils nach einem Jahr zu vermindern ist (Abs. 1 und 2).
1.7
Ist ein einmal bestehendes Vermögen nicht mehr vorhanden, so trägt die leis
tungsansprechende Person die Beweislast dafür, dass es in Erfüllung einer
rechtlichen Verpflichtung oder gegen adäquate Gegenleistung hingegeben worden
ist, wobei der Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit gilt (BGE 121 V 204 E. 6a, Urteil des Bundesgerichts 9C_934/2009 vom 28. April 2010 E. 3). Der
jenige, der nicht darzutun vermag, dass seine Geldhingabe im Austausch gegen eine adäquate Gegenleistung erfolgt ist, kann sich mithin nicht auf den gege
benen Vermögensstand berufen, sondern muss sich die Frage nach den Gründen für den Vermögensrückgang gefallen und mangels entsprechender Beweise hypo
thetisches Vermögen entgegenhalten lassen (BGE 121 V 204 E. 4b).
1.8
Gemäss Art. 43 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozial
versicherungsrechts (ATSG) prüft der Versicherungsträger die Begehren, nimmt die notwendigen Abklärungen von Amtes wegen vor und holt die erforderlichen
Auskünfte ein. Mündlich erteilte Auskünfte sind schriftlich festzuhalten. Nach de
m Untersuchungsgrundsatz ist der rechtserhebliche Sachverhalt von Amtes wegen festzustellen. Diese Untersuchungspflicht dauert so lange, bis über die für die Beurteilung des streitigen Anspruchs erforderlichen Tatsachen hinreichende Klar
heit besteht. Führen die Abklärungen des Versicherungsträgers bei umfassender, sorgfältiger, objektiver und inhaltsbezogener Beweiswürdigung zur Überzeugung, ein bestimmter Sachverhalt sei als überwiegend wahrscheinlich zu betrachten und es könnten weitere Beweismassnahmen an diesem feststehenden Ergebnis nichts mehr ändern, liegt im Verzicht auf die Abnahme weiterer Beweise keine Verlet
zung des Anspruchs auf rechtliches Gehör oder des Untersuchungsgrundsatzes. Bleiben jedoch erhebliche Zweifel an Vollständigkeit und/oder Richtigkeit der bisher getroffenen Tatsachenfeststellung bestehen, ist weiter zu ermitteln, soweit von zusätzlichen Abklärungsmassnahmen noch neue wesentliche Erkenntnisse
erwartet werden können (Urteil des Bundesgerichts 9C_152/2010 vom 24. August 2011 E. 4.5 mit Hinweisen).
Das Untersuchungsprinzip wird jedoch dadurch eingeschränkt, dass den Betei
ligten gewisse Mitwirkungspflichten bei der Sachverhaltsfeststellung auferlegt werden. Die Mitwirkungspflicht der Parteien im Bereich der Sozialversicherungen ist ausdrücklich in Art. 28 Abs. 2 und Art. 43 Abs. 2 ATSG geregelt. Im Bereich der Ergänzungsleistungen zur AHV/IV kommt der Mitwirkungspflicht der Partei
en ein erhebliches Gewicht zu, da diese am besten über den massgebenden Sach
verhalt, also über ihre wirtschaftlichen und persönlichen Verhältnisse Bescheid
wissen (vgl.
Carigiet
/Koch, Ergänzungsleistungen zur AHV/IV, 2. Auflage, Zürich/
Basel/Genf 2009, S. 56).
Kommen die versicherte Person oder andere Personen, die Leistungen bean
spru
chen, den Auskunfts- oder Mitwirkungspflichten in unentschuldbarer Weise nicht nach, so kann der Versicherungsträger aufgrund der Akten verfügen oder die Erhebungen einstellen und Nichteintreten beschliessen. Er muss diese Personen vorher schriftlich mahnen und auf die Rechtsfolgen hinweisen; ihnen ist eine angemessene
Bedenkfrist
einzuräumen (Art. 43 Abs. 3 ATSG).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin hielt im angefochtenen
Einspracheentscheid
(Urk. 2) im Wesentlichen fest, dass die Beschwerdeführerin am 29. Juli 2017 ihre Anteile an verschiedenen Landparzellen und Hausparzellen in Sizilien, Italien, an ihre drei Kinder überschrieben bzw. verschenkt habe. Für die verschenkten Objekte würden keine Verkehrswertschätzungen vorliegen, welche die Höhe des Vermögens
ver
zichts unmittelbar ausweisen würden, auf Grundlage der aktuellen «
Visura
per
Soggetto
» mit den ausgewiesenen Katasterrenditen würden sich jedoch praxisge
mäss Verkehrswerte recht gut hochrechnen lassen. Dabei sei ein Vermögens
verzicht in der Höhe von Fr. 268'000.-- errechnet worden. Selbst unter Annahme eines Vermögensverzichts von Fr. 100'000.-- bestünde noch kein rechnerischer Anspruch auf Ergänzungsleistungen. Zudem sei die rechtliche Lage der «Illega
lität» der einen Liegenschaft völlig unklar. Offenbar habe die Verletzung von Bau- und Zonenvorschriften bis heute nicht zu einem Abbruch geführt und auch die notarielle Übertragung der Immobilien im Jahr 2017 nicht behindert (S. 1 ff.).
2.2
Die Beschwerdeführerin
stellte sich demgegenüber auf den Standpunkt
(Urk. 1), dass im Vermögenswert der Schenkung, die sie im Jahr 2017 an ihre drei Kinder getätigt habe, offene Schulden gegenüber zwei ihrer Söhne enthalten seien, welche in Abzug gebracht werden müssten. Bei den Schulden handle es sich um
drei Darlehen in der Höhe von Fr. 52'620.86, Fr. 20'000.-- und Fr. 81'091.10, jeweils zuzüglich Zinsen. Zudem
seien die Bauten auf der Liegenschaft in
Z._
illegal errichtet worden. E
in Notar
dürfe
gemäss italienischem Recht bei einer vorhandenen Irregularität keinen Kaufvertrag aufsetzen, da er sich sonst strafbar machen würde. Die Handelbarkeit der Parzellen sei deshalb sehr wohl eingeschränkt und der bisher angenommene Wert von Fr. 268'000.-- massiv zu hoch (S. 1 f.).
2.3
Streitig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegnerin einen Anspruch der Be
schwerdeführerin auf Zusatzleistungen zu Rech
t verneint hat, wobei insbe
sondere
zu prüfen ist, ob der Beschwerdeführerin ein Verzichtsvermögen in der Höhe von Fr. 268'000.-- anzurechnen ist.
3.
3.1
Die Beschwerdeführerin gab im ausgefüllten Anmeldeformular zum Bezug von Zusatzleistungen vom 17. September 2018 an, am 20. Juli 2017 Liegenschaften abgetreten oder verschenkt zu haben, den Wert jedoch nicht zu kennen (vgl.
hierzu das Anmeldeformular in
Urk. 10
S. 5 Frage 8
)
.
Dem
Schenkungsvertrag vom
20
. Juli 2017 (Urk. 10/16.3)
ist sodann zu entnehmen, dass die Beschwerde
führerin
ihre Anteile an verschiedenen Landparzellen und Hausparzellen in Italien, Sizilien, an ihre drei Kinder überschriebe
n hat. Dabei handelte es sich einerseits
um
das Bruchteileigentum der Beschwerdeführerin an einem kleinen Betrieb und Wohnhaus mit diversen landwirtschaftlichen Parzellen in der Provinz Catania, zirka 4 km südwestlich der Kleinstadt
A._
(vgl.
Visura
per
soggetto
in Urk.
10/
16/1-9 =
Urk. 16.2)
,
und andererseits um das Bruchteil
eigen
tum an einer mehrteiligen Wohnliegenschaft in der Provinz
Ragusa
, unmittelbar an der Küste, auf dem Gemeindegebiet
Z._
(vgl.
Visura
per
soggetto
in Urk.
10/
16/10-12 =
Urk. 16.1).
Die Schenkung
der
Anteile an verschiedenen Landparzellen und Hausparzellen in Italien ist unbestritten, ebenso wie die grundsätzliche Anrechnung eines Vermö
gensverzichts. Streitig ist hingegen die Höhe des anzurechnenden Vermögens
verzichts (vgl. vorstehend E. 2.1-2.2).
3.2
Für die beiden verschenkten, mehrteiligen Objekte liegen keine Verkehrs
wert
schätzungen vor, welche die Höhe des Vermögensverzichts unmittelbar aus
wei
sen würden.
Die
Beschwerdegegnerin
ermittelte
in der Folge
die
Werte der ver
schiedenen Grundstücke anhand der Angaben der zwei eingereichten, aktuellen G
r
undbuchauszüge («
Visura
per
soggetto
») vom 14. Oktober 2018 (Urk. 10/16.4; Urk. 10/16.5). Darin wurde für jedes Grundstück ein bestimmter
Betrag in Euro
(«
Rendita
», «
Reddito
») angegeben.
Die
Beschwerdegegnerin
erstellte
die
Tabelle «Liegenschaften in Italien», wobei sie für jede Kategorie - namentlich die Kate
gorie Landwirtschaft, die Kategorie C, die Kategorie D und die Kategorie A - e
ine separate Berechnung vornahm
(Urk. 10/16.6)
.
Die
Beschwerdegegnerin
nahm die folgenden Berechnungen vor:
-
Kategorie Landwirtschaft: [(Rendite Euro x Anteil x Wechselkurs) + 25 % (Ertragswert)] x 75 (Verkehrswert)
-
Kategorie C: Rendite Euro x Anteil x Wechselkurs x 34 (Ertragswert) x 2 (Verkehrswert)
-
Kategorie D: Rendite Euro x Anteil x Wechselkurs x 50 (Ertragswert) x 2 (Verkehrswert)
-
Kategorie A: Rendite Euro x Anteil x Wechselkurs x 100 (Ertragswert) x 2 (Verkehrswert)
Dabei ermittelte die
Beschwerdegegnerin
in der Kategorie Landwirtschaft einen
Betrag von Fr. 10'384.74, in der Kategorie C von Fr. 10'095.75, in der Kategorie D
von Fr. 70'436.67 und in der Kategorie A von Fr. 177'414.52 was gesamthaft ein total von Fr. 268'331.68 ergab (Urk. 10/16.6). In der Folge rechnete die
Beschwer
degegnerin
der
Beschwerdeführerin
in der Berechnung ihres Anspruchs auf
Zu
satzleistungen einen Vermögensverzicht von Fr. 268'000.-- an (vgl.
Verfügung vom 9. November 2018
,
Urk. 10/V1 = Urk. 3/2
).
3.3
Die
Beschwerdeführerin
machte beschwerdeweise geltend, der
von der Be
schwerdegegnerin
ermittelte Vermögensverzicht in der Höhe von
Fr. 268'000.-- sei massiv zu hoch (vorstehend E. 2.2)
. Die in der Beschwerde in Aussicht gestellte Schätzung des Vermögenswerts durch einen lokalen «Geo
metra» (vgl. Urk. 1 S. 2 Ziff. 2) reichte die Beschwerdeführerin trotz Aufforderung durch das Gericht (vgl. Urk. 12)
hingegen
nicht ein.
An dieser Stelle ist darauf hinzuweisen, dass die Beschwerdeführerin hinsichtlich der Abklärung des Sach
verhaltes eine Mitwirkungspflicht trifft (vgl. vorstehend
E. 1.8
).
Die Beschwer
deführerin macht auch nicht konkret geltend, wie hoch der Wert der hin
gege
benen Liegenschaftsanteile aus ihrer Sicht sei
(Urk. 1)
.
Die Testrechnung der Beschwerdegegnerin
ergab, dass selbst unter Annahme eines
massiv tieferen Liegenschaftswerts von Fr. 100'000.-- kein Anspruch der Be
schwerdeführerin auf
Zusatzleistungen besteht (
Urk. 10/25). Es ist deshalb vor
liegend nicht zu beanstanden, dass die Beschwerdegegnerin
für die Berech
nung eines
Anspruchs
der Beschwerdeführerin
auf Zusatzleistungen
ab September 2018 keine Schätzung von einer sachverständigen Person eingeholt hat, sondern den Wert der Liegenschaften
gestützt auf die Angaben in den beiden aktuellen G
r
und
buchauszügen («
Visura
per
soggetto
») vom 14. Oktober 2018
ermittelt
hat
(vgl.
vorstehend
E. 3.2
)
.
Der Einnahmenüberschuss ist eindeutig ausgewiesen.
Dies entbindet die Beschwerdegegnerin hingegen nicht,
bei einer erneuten Anmeldung der Beschwerdeführerin zum Bezug von Zusatzleistungen
eine genaue Berech
nung der Liegenschaftswerte vorzunehmen bzw. zu veranlassen
, zumal vom Ver
zichtsvermögen jährlich Fr. 10'000.-
-
abzutragen ist (E. 1.6)
und die Ermittlung einer validen Basis damit mit dem Zeitablauf an Bedeutung gewinnt
. Denn einer
seits ist nicht ganz klar,
au
f welcher Grundlage die Höhe der
an
gewendeten
Ertrags- und Verkehrswert
e
in
der jeweiligen Kategorie basieren
, und andererseits haben sich Rechenfehler eingeschlichen.
3.4
Die
Beschwerdeführerin
machte
unter Verweis auf die
Verfügung
vom 1. Oktober 1996 der
Stadt
Z._
(Urk. 10/21), in welcher der totale Abbruch der Liegen
schaft verordnet
worden sei
, eine Herabsetzung des Werts der Liegenschaft in
Z._
geltend, da die Bauten illegal errichtet worden seien, weshalb lediglich ein Bodenwert angerechnet werden könne
. Ausserdem sei am 18. Oktober 1999 der St
r
aferlass der
«
Bausünder
»
für die Liegenschaft abgelehnt worden (vgl. Urk. 10/22). Die Liegenschaft in
Z._
müsste demnach abgebrochen werden;
als Vermögenswert bliebe nur noch den Wert des Landes (
Urk. 10/20 = Urk. 3
/3/1).
Die beiden Dokumente betreffend die Illegalität der Liegenschaft in
Z._
stam
men aus den Jahren 1996 und 1999 und können deshalb
bestenfalls Hin
weis
e
zur möglichen Baurechtswidrigkeit der Immobilien geben. Die Beschwer
degegnerin hielt diesbezüglich zu Recht fest, dass
die rechtliche Lage der «Ille
galität» dieser Liegenschaft völlig unklar sei
,
die Verletzung von Bau- und Zonenvorschriften offenbar bis heute nicht zu einem Abbruch geführt und auch die notarielle Über
tragung der Immobilien im Jahr 2017 von der Beschwerdeführerin auf ihre drei Kinder nicht behindert
habe
. Auf die Handelbarkeit habe die Verletzung des Bau
rechts grundsätzlich keinen Einfluss, lediglich auf den Preis
(vorstehend E. 2.1; Urk. 2 S. 3 Ziff. 2.b).
Der von der Beschwerdeführerin eingereichte Auszug des Gesetzes «Norme in
materia
di
controllo
dell’attività
urbanistico-edilizia
.
Sanzioni
amministrative
e
penali
» vom 28. Februar 1985 (Urk. 3/4) sowie der «La
nor
ma
tiva
in
materia
di
conformita
’
dei
dati
catastali
(D.L. 78/
2010)»
(Urk. 3/5), wonach
ein Notar bei einer vorhandenen Irregularität keinen Kaufvertrag aufsetzen darf,
da er sich sonst strafbar machen würde,
vermögen daran nichts zu ändern.
In welchem Ausmass sich die Illegalität der Liegenschaft in
Z._
auf den Preis auswirkt, kann vorliegend jedoch offengelassen werden, da selbst bei der An
nahme eines massiv tieferen Liegenschaftswerts von Fr. 100'000.-- kein An
spruch der Beschwerdeführerin auf Zusatzleistungen
b
estünde
(vgl. vorstehend E. 3.3).
3.5
Die Beschwerdeführerin machte erstmals im Rahmen der Beschwerde geltend, dass im Vermögenswert der Schenkung, die sie im Jahr 2017 an ihre drei Kinder getätigt habe, offene Schulden gegenüber zwei
er
ihrer Söhne enthalten gewesen seien, welche in Abzug gebracht werden müssten (vorstehend E. 2.2).
Die Schul
den begründete sie damit, dass ihr Ehemann bereits im Jahre 2008 verstorben sei und ihr 66 % seines Vermögens hinterlassen habe, der Rest sei an ihre drei Kinder gegangen. In den 66 % des geerbten Vermögens seien auch Beträge enthalten gewesen, die ihr Ehemann zwei ihrer Söhne geschuldet habe (Urk. 1 S. 1 f. Ziff. 1).
Es geht aus den Ausführungen in der Beschwerde nicht klar hervor, ob sich die Beschwerdeführerin auf den Standpunkt stellt, die geltend gemachten Schulden seien im Zuge der Übertragung der Liegenschaftsanteile in Sizilien ge
tilgt worden - es habe sich entsprechend um eine gemischte Schenkung gehandelt – oder ob behauptet wird, die Schulden bestünden noch heute und sie seien in der Berechnung der Zusatzleistungen vom Vermögen abzuziehen.
Letzt
er
es wäre bereits aufgrund der Angaben in der Anmeldung zum Bezug von Zusatzleis
tungen unglaubhaft:
Im ausgefüllten Anmeldeformular vom 17. September 2018 gab die Beschwerdeführerin noch
a
n
,
mit keinen Schulden belastet zu sein
(vgl. hierzu das Anmeldeformular in Urk. 10 S. 2 Frage 5
)
.
Im Übrigen ist darauf hinzuweisen, dass in der bei den Akten liegenden Steuererklärung 2016 der Be
schwerdeführerin (Urk.
10/12) keinerlei Schulden deklariert wurden.
Nachfolgend ist
dennoch
zu prüfen, ob
die geltend gemachten Schulden der Beschwerde
führerin
anderweitig
ausgewiesen
waren
und
von einer Schuldentilgung im Zuge der Liegenschaftsübertragung ausgegangen werden kann
(vgl. vorstehend
E. 1.3
).
Bei den von der Beschwerdeführerin geltend gemachten Schulden handelt es sich um drei Darlehen, namentlich um ein Darlehen von
B._
in der Höhe von Fr. 52'620.86 zuzüglich Zinsen sowie zwei Darlehen von
Y._
in
der Höhe von Fr. 20'000.-- und Fr. 81'091.10 jeweils zuzüglich Zinsen (vor
ste
hend
E. 2.2). Z
ur Belegung ihrer Darlehensschuld gegenüber ihrem Sohn
B._
reichte die Beschwerdeführerin ein von ihr am 16. November 2011 unter
zeichnetes Schreiben ein, in welchem sie bestätigte, dass ihr ihr Sohn
B._
vom Jahr 2005 bis zum Jahr 2008 ein Darlehen von insgesamt Fr. 52'620.86 gegeben habe. Der Zins betrage 6 % pro Jahr bis der geschuldete Betrag zurückbezahlt werde (Urk. 3/6).
Sie reichte jedoch weder den entspre
chenden Darlehensvertrag zwischen ihr und ihrem Sohn
B._
ein, noch entsprechende Bankbelege, welche die Auszahlung des Darlehens belegen würden. Das Bestätigungsschreiben bezüglich den Erhalt des Darlehens vom 16. November 2011 allein vermag deshalb den Erhalt eines Darlehens von ihrem Sohn
B._
nicht zu beweisen. So ist völlig unklar, wann
B._
das geltend gemachte Darlehen ausbezahlt haben
soll und ob die Be
schwerdeführerin bereits ein
en
Teil der Schuld getilgt hat, fehlen doch jegliche Bankbelege hierzu.
Die
im Beschwerdeverfahren
geltend gemachte Schuld gegen
über ihrem Sohn
B._
in der Höhe von Fr. 52'620.89 ist demnach nicht einwandfrei belegt (vgl. vorstehend E. 1.3), weshalb sie vorliegend nicht berücksichtigt werden kann.
Hinsichtlich ihrer Darlehensschuld
en
gegenüber ihrem Sohn
Y._
in der Höhe von Fr. 20'000.--
und Fr. 81'091.10
machte die
Beschwerdeführerin
geltend, dass es sich dabei
einerseits
um ein Darlehen
in der Höhe von
Fr. 20'000.--
ihres Sohnes gegenüber ihrem verstorbenen Ehemann handle, welches dieser benötigt habe, um eine Produktion von Rucola und Basilikum in Italien zu finanzieren
. Beim Darlehen in der Höhe von Fr. 81'091.10 handle es sich um nicht ausbezahlte Löhne. So habe ihr verstorbener Ehemann ihrem Sohn
Y._
im Jahr 1992, als dieser bei ihm zu arbeiten begonnen habe, keinen Lohn auszahlen können, da das Geschäft zu Beginn nicht rentabel ge
wesen sei. Die nicht ausbezahlten Löhne von Fr. 81'091.10 zuzüglich Zinsen seien in der Geschäftsbuchhaltung ihres verstorbenen Ehemannes und in den Steuerer
klärungen ihres Sohnes
Y._
bis im Jahr 2001 ausgeführt gewesen
(Urk. 1 S. 2 Ziff. 1).
Weshalb die geltend gemachten Schulden beziehungsweise Darlehen hernach nicht mehr in
d
en Steuererklärungen geführt wurden, wird nicht erklärt.
Bei den
beiden
geltend gemachten Schuld
en handelt es sich um zwei
Darlehen zwischen dem verstorbenen Ehemann der
Beschwerdeführerin
und ihrem Sohn
Y._
.
Vor der Erbteilung sind jedoch gemäss Art. 474 des Schweizerischen Zivilgesetzbuches (ZGB) die Schulden des Erblassers abzuziehen. Es wird nicht plausibel erklärt, wie die geltend gemachten Schulden des verstor
benen Vaters auf die Beschwerdeführerin übergegangen sein sollten.
Zusammenfassend ist festzuhalten, dass weder im Zeitpunkt der
Anmeldung zum Bezug von Zusatzleistungen noch im Zeitpunkt der Übertragung der Liegen
schaftsanteile Schulden der Beschwerdeführerin gegenüber ihren Söhnen ausge
wiesen sind.
3.6
Zusammenfassend kann festgehalten werden, dass die
Beschwerdegegnerin
einen Anspruch der
Beschwerdeführerin
auf Zusatzleistungen ab September 2018 infolge eines Einnahmenüberschusses zu Recht verneint hat. Der angefochtene
Einspracheentscheid
erweist sich demnach als rechtens, was zur Abweisung der Beschwerde führt.