# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 00fb2499-73e5-42c1-9860-5ae122e1787a
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2020
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
Nach mehrjähriger
Hörgeräteversorgung (
vgl. Urk. 7/1, Urk. 7/10, Urk. 7/27, Urk. 7/44
) meldete sich die 1956 geborene,
zuletzt
vom 1. Januar 2010 bis
30.
April 2018
bei der
Z._
AG als IT Consultant
angestellt
e
X._
unter Hinweis auf
eine starke Verschlechterung der Hörfähigkeit (seit Mitte 2017; aktuell 10 %)
am 25. Februar 2018
erneut
bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an (Urk.
7/47,
Urk. 7/57
). Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, tätigte medizinisc
he und erwerbliche Abklärungen. In der Folge stellte ihr die IV-Stelle mit Vorbescheid vom 29. September 2018 (Urk. 7/76) in Aussicht, das Leistungsbegehren abzuweisen. Nach er
hobenem Ein
wand vom 19. Oktober
(Urk. 7/80)
beziehungsweise 27. November 2018 (Urk. 7/83) tätigte die IV-Stelle weitere erwerbliche Abklärungen
und sprach der Versicherten mit Verfügung vom 12. Juni 2019 (
Urk.
2) basierend
auf einem Invaliditätsgrad von 42
% eine
Viertelsrente
zu
.
2.
Dagegen erhob die Versicherte am
26. Juli 2019
Beschwerde
(Urk. 1)
und bean
tragte, die
Verfügung der IV-Stelle Zürich vom 12. Juni 2019 sei teilweise aufzu
heben, es sei ihr eine ganze Rente zuzusprechen, eventualiter seien ergänzende medizinische Abklärungen vorzunehmen; unter Kosten- und Entschädigungsfol
gen zulasten der Beschwerdegegnerin (S. 1).
Die IV-Stelle schloss am 11. September 2019 (Urk. 6) auf Abweisung der Beschwerde, was der Beschwerdeführerin mit Verfügung vom 12. Septem
ber 2019 (Urk. 8) zur Kenntnis gebracht wurde.
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des
Bundesgesetz
es
über den Allge
meinen Teil des Sozialversicherungsrechts
[
ATSG
]
). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom
menden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der
gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1
des
Bundesgesetz
es
über die Invalidenversicherung
(
IVG
)
Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin erwog in der angefochtenen Verfügung vom 12. Juni 2019 (Urk. 2) zur Hauptsache,
die ersten Abklärungen hätten einen IV-Grad von 31 % ergeben. D
a die Beschwerdeführerin wegen ihres Gehörs
an einem Arbeitsplatz erheblich eingeschränkt sei, könne aufgrund des erhöhten Pausen
bedarfs und den Einschränkungen bei Telefongesprächen, Kundenkontakt und Gruppengesprächen ein zusätzlicher Abzug von 20 % gewährt werden. Diese 20 % würden beim Einkommen mit gesundheitlicher Einschränkung abgezogen. Gestützt auf einen Einkommensvergleich resultiere somit ein Invaliditätsgrad von 42 %.
2.2
Dagegen wendet die Beschwerdeführerin (Urk. 1) im Wesentlichen ein, da es sich be
i ihr zentral und unbestritten um eine Hörbeeinträchtigung handle, gelte es, auf die fachärztliche Einschätzung von Dr. med.
A._
,
Fachärztin FMH
Oto
-Rhino-Laryngologie
,
abzustellen, was einen Rentenanspruch begründe (S. 3).
Selbst wenn rein theoretisch eine Resterwerbsfähigkeit vorhanden wäre, müsse realistischerweise davon ausgegangen werden, dass sie im Zeitpunkt des Stellenverlustes als fast 62jährige (61 Jahre und 10 Monate) mit ihren Einschrän
kungen und nach langjähriger, angepasster Tätigkeit beim selben Arbeitgeber auch unter Berücksichtigung des ausgeglichenen Arbeit
smarktes keine verwert
bare Rest
erwerbsfähigkeit aufweise. Mit vorliegenden Leistungseinschränkungen und
zusätzlich beschriebenen angepassten Arbeitsplatzbedingungen sei sie auch auf einem ausgeglichenen Arbeitsmarkt nicht vermittelbar (S. 4).
3.
3.1
3.1.1
Die behandelnde Fachärztin Dr.
A._
attestierte der Beschwerdefüh
rerin mit Bericht vom 24. Oktober 2017 (Urk. 7/49/9) eine Arbeitsunfähigkeit von 50 % und teilte mit, aufgrund der starken Hörbeeinträchtigung werde die Arbeits
fähigkeit bei
einer
ander
en zumutbaren Erwerbstätigkeit
eingeschränkt bleiben.
3.1.2
I
m Bericht vom 21. Dezember 2017 (Urk. 7/49/6)
führte Dr.
A._
aus, 2009 habe der Hörverlust rechts 86 %, links 78 % betragen. Aktuell betrage der Hörverlust rechts 89 % und links 76 %. Sprachaudiometrisch habe sich dahinge
hen
d
eine Verschlechterung ereignet, indem die Beschwerdeführerin rechtsseitig bei 10 Dezibel (dB) 80 % diskriminiere.
Aktuell diskriminiere sie bei 11
0 dB lediglich noch 50 %. Linksseitig habe sich keine wesentliche Diskriminationsver
schlechterung eingestellt. Die Beschwerdeführerin sei für sämtliche Bereiche, die eine a
uditive Wahrnehmung erforderten
eingeschränkt. Sämtliche Gespräche sowie auch Gruppensitzungen erforderten von der Beschwerdeführerin eine ver
mehrte Konzentration und führten zu einer raschen Ermüdbarkeit. Im Weiteren sei die Beschwerdeführerin für telefonische Kontakte in der auditiven Wahrneh
mung eingeschränkt. Für sämtliche Arbeit
en
,
die keine auditive Wahrnehmung erforderten, sei sie einsetzbar.
3.1.3
Am 6. Juni 2018 (Urk. 7/64) diagnostizierte Dr.
A._
hochgradige Innenohrschwerhörigkeit beidseits,
einen
Hörverlust rechts von 91 % link
s 76 %; sprachaudiometrisch maximale Diskrimination von 100 % links bei 110 dB, rechts von 60 % bei 105 dB und gab an, aus ihrer Sicht sei aufgrund der Hörbe
einträchtigung keine Arbeitsfähigkeit mehr gegeben. Sie habe die Beschwerde
führerin bereits seit
Mitte vergangenen Jahres 100 % a
rbeitsunfähig geschrieben.
3.2
Telefonisch
teilte die behandelnde Psychologin Dr. phil.
B._
, Fachpsychologin für Psycho
therapie FSP, am 28
. Mai 2018
(Urk. 7/63) mit, aus psychiatrischer Sicht bestehe keine Arbeitsunfähigkeit, auch nehme die Beschwerdeführerin keine Medikamente ein. Trotz allem sei die Diagnose einer Anpassungsstörung diag
nostiziert worden.
3.3
Pract
. med.
C._
, FA für Arbeitsmedizin
, vom Regionalen Ärztlichen Dienst (RAD) der Beschwerdegegnerin
stellte
am 26. Juni 2018 (Urk. 7/75 S. 4 f.)
in Wür
digung der medizinischen Aktenlage als Diagnose mit dauerhafter Auswirkung auf die
Arbeitsfähigkeit hochgradige Innenohrschwerhörigkeit beidseits zuneh
mend und gelangte zum Schluss, die Bes
chwerdeführerin sei in jeglichen
Tätig
keit
en,
bei denen eine auditive Wahrnehmung erforderlich sei
,
eingeschränkt (sämtliche Gespräche/Gruppensitzungen erforderten eine vermehrte Konzentra
tion und führten zu einer raschen Ermüdbarkeit. Die Beschwerdeführerin sei bei telefonischen Kontakten eingeschränkt). In bisheriger Tätigkeit bestehe eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit seit Mitte 201
7.
In angepasster Tätigkeit, welche keine auditive
Wahrnehmung erfordere
, bestehe seit jeher eine 100%ige Arbeits
fähigkeit. Auf Grund der Hörminderung könne es aus arbeitsmedizinischer Sicht gegebenenfalls zu geringen Leistungseinschränkungen kommen (gegebenenfalls erhöhter Pausenbedarf aufgrund schneller
er
Ermüdung, erhöhter Konzentrations
bedarf)
, mit überwiegender Wahrscheinlichkeit jedoch nicht mehr als 25 % (würde einer zusätzlichen Pause von 15 Minuten in jeder Arbeitsstunde entspre
chen). Die exakte Höhe einer solchen Leistungseinschränkung könne aus arbeits
medizinischer Sicht
nicht abgeschätzt werden und sei sicherlich auch abhängig vom konkreten Arbeitsplatz (z.B. konkrete Arb
eitsaufgabe, Umgebungsgeräu
sche). Eine wesentliche Einschränkung der Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit sei aus versicherungsmedizinischer Sicht nicht plausibel nachvollzieh
bar, zumal sich der Gesundheitszustand der Besch
werdeführerin im Vergleich zu
12-2017 nicht wesentlich verändert habe – somit sei die telefonische Aussage von Dr.
A._
(100%ige Erwerbsunfähigkeit) nicht plausibel nachvollziehbar (S. 4). Die Beschwerdeführerin sei auf einen an ihre gesundheitlichen Einschrän
kungen angepassten Arbeitsplatz angewiesen. Wichtig seien geeignete Hilfsmittel (z.B. Hörgeräte, entsprechende Telefonanlage), Verständnis des Arbeitgebers und der Kollegen (z.B. langsames Sprechen/direkte Ansprache bei der Kommunikation mit Lippenlesen, wenig Störgeräusche, keine Tätigkeit im Grossraumbüro, münd
liche Kommunikation in direktem Austausch
(1:1 Setting – keine Gruppengesprä
che, Diskussionsrun
d
en oder ähnliches
),
etc.) und ein an die Behinderung (Sch
w
er
hörigkeit/Gehör
losigkeit) angepasster Arbeitsplatz.
3.4
3.4.1
Aus dem Bericht vom 30. Oktober 2018 (Urk. 7/82
S. 2 f.
) geht hervor, dass die im Arztbericht vom 21. Dezember
2017
(E. 3.1.2)
von Dr.
A._
attes
tierte volle Arbeitsfähigkeit in leidensangepasster Tätigkeit zu optimistisch war und sich
die psychische Gesamtsituation verschlechtert habe (S. 1).
Es gebe
prak
tisch
keine Tätigkeit
, die keine auditive Wahrnehmung erfordere (S. 2).
3.4.2
Bei Bestätigung der am 6. Juni 2018 diagnostizierten hochgradigen Inneno
hrschwerhörigkeit
beidseits (E. 3.1.3) wies Dr.
A._
mit Bericht vom
10
.
Januar 2019 (Urk. 3) darauf hin, für eine leidensangepasste Arbeit (ruhiges Umfeld, keine auditive Wahrnehmung, Möglichkeit zu regelmässigen Pausen bei erhöhtem Konzentrations- und Pausenbedarf) sei die Beschwerdeführerin im Sinne eines Arbeitsversuches weiterhin zu 20 % arbeitsfähig.
4.
4.1
Die Einschätzung
med.
pract
.
C._
vom
RAD der Beschwerdegegnerin vom 2
6.
Juni
2018
(E. 3.3
)
basiert ausschliesslich auf der Würdigung der bekannten medizinischen Aktenlage und stellt praxisgemäss grundsätzlich eine hinreichende Beurteilungsgrundlage dar. Indes kann auf das Ergebnis versicherungsinterner ärztlicher Abklärungen – zu denen die RAD-Berichte gehören – nicht abgestellt werden, wenn auch nur geringe Zweifel an ihrer Zuverlässigkeit und Schlüssig
keit bestehen (Urteil des Bundesgerichts 8C_197/2014 vom
3.
Oktober 2014 E. 4.2 mit Hinweisen auf BGE 139 V 225
E. 5.2; 135 V 465 E. 4.4 und E.
4.7).
Namen
tlich gelangte der Arzt des RAD zum für das Gericht einleuchtenden Schluss, dass sich ausschliesslich die hochgradige Innenohrschwerhörigkeit beid
seits zunehmend auf die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin auswirkt. Folglich resultiert für Tätigkeiten, welche keine auditive Wahrnehmung erfor
dern, sowie einen an die gesundheitliche Einschränkung angepassten Arbeits
platz (das heisst geeignete Hilfsmittel, Verständnis des Arbeitgebers und der
Kollegen; vgl. E. 3.3
) weiterhin eine Arbeitsfähigkeit, wobei mit überwiegender Wahr
scheinlichkeit au
fg
rund der Hörminderung und der daraus resultierenden schnel
leren Ermüdung sowie
des erhöhten Konzentrationsbedarfs
keine Leistungsein
schränkung von mehr als 25 % besteht.
Was die Beschwerdeführerin hiergegen vorbringt, vermag keine Zweifel an der Einschätzung des RAD zu wecken. Einerseits entspricht das genannte Tätigkeits
profil grundsätzlich den von der behandelnden Fa
chärztin Dr.
A._
ge
nannte
n
Anforderungen an eine leidensangepasste Arbeit (
für sämtliche Berei
che, die eine
auditive Wahrnehmung erfordere
, eingeschränkt
; wichtig:
ruhiges
Umfeld, keine auditive Wahrnehmung, Möglichkeit zu regelmässigen Pausen bei erhöh
tem Konzentrations- und Pausenbedarf
; E. 3.1.2, 3.4.2). Demzufolge besteht die Diskrepanz bei der Bestimmung der durch die Einschränkungen
resultierenden Leistungsfähigkeit
.
Indes liegt es in der Natur der Sache, dass Arbeitsunfähig
keitsschätzungen ein Ermessenspielraum inhärent ist (Urteil des Bundesgerichts 8C_465/2019 vom 12. November 2019 E. 8.2.1, mit Hinweis auf Urteil des Bun
desgerichts 9C_28/2019 vom 18. Juni 2019 E. 4.1).
Diesbezüglich attestierte Dr.
A._
am 24. Oktober 2017 eine Arbeitsfähigkeit von 50 %
und
ging
von einer
besteh
enden Leistungseinschränkung auch
für angepasste Tätig
keiten aus
(E. 3.1.1). Am
21. Dezember 2017
nahm sie
ei
ne vollständige Arbeits- / Einsatzfähigkeit
für Tätigkeiten an, welche keine auditive Wa
hrnehmung erfor
dern (E. 3.1.2), am 6. Juni 2018 (E. 3.1.3) ebenso wie am 30. Oktober 2018 (E. 3.4.1) eine vollständige Arbeitsunfähigkeit sowie am 6. Juni 2018 (E. 3.4.2) schliesslich eine Arbeitsfähigkeit im Umfang von 20 %.
Während bereits diese bei
nicht wesentlich verschlechtertem
Gesundheitszustand
(Hörverlust rechts 86 %, links 78 % [E. 3.1.1] gegenüber
Hörverlust rechts von 91 %
,
links 76 %
[E. 3.1.3])
stark abweichenden Einschätzungen ohne nachvollziehbare Darlegung medizini
scher Zusammenhänge eine
von der Beschwerdeführerin proklamierte
vollstän
dige Arbeitsunfähigkeit ni
cht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit annehmen lassen, erschein
t
eine solche
auch
angesichts der langjährigen Arbeitstätigkeit bei eben diesem Gesundheitszustan
d nicht plausibel. Insbesondere führt
Dr.
A._
eine Verschlechterung der psychischen Gesamtsituation
zur Begrün
dung an
, wobei dies einerseits als Fachärztin FMH Ohren-, Nasen-, Halserkran
kungen nicht ihrem Fachgebiet entspricht und
zudem
die behandelnde Psycho
login
in ihrer Stellungnahme vom 25. Mai 2018 (E
.
3.2) eine Arbeitsunfähigkeit aus psychiatrischer Sicht gerade ausschloss. D
emnach legt Dr.
A._
keine objektiven
Anhaltspunkte
dar
, welche einen von der Einschätzung des RAD
abweichenden Schluss aufdrängen
.
4.2
Daran ver
mag auch die Begründung von Dr.
A._
, es gebe praktisch keine Tätigkeiten
,
die keine auditive Wahrnehmung erforderten (E. 3.4.1), nichts zu ändern.
Angesichts der ausgewiesenen hochgradigen Schwerhörigkeit der Beschwerdeführerin liegt es auf der Hand, dass sich die eingeschränkte Kommu
nikationsfähigkeit auf die Arbeitsfähigkeit auswirkt und beispielsweise das Führen von Telefonaten nicht mehr zumutbar ist. Indes
ist der
ausgeglichene Arbeitsmarkt ein theoretischer und abstrakter Begriff. Er berücksichtigt die konkrete Arbeitsmarktlage nicht, umfasst in wirtschaftlich schwierigen Zeiten auch tatsächlich nicht vorhandene Stellenangebote und sieht von den fehlenden oder verringerten Chancen Teilinvalider, eine zumutbare und geeigne
te Arbeits
stelle zu finden, ab
. Es kommt für die Invaliditätsbemessung mithin nicht darauf an, ob eine invalide Person unter den konkreten Arbeitsmarktverhältnissen ver
mittelt werden kann, sondern einzig, ob sie die ihr verbliebene Arbeitskraft noch wirtschaftlich nutzen könnte, wenn ein Gleichgewicht von Angebot und Nach
frage nach Arbeitsplätzen bestünde
(Urteil des Bundesgerichts 8C_464/2019 vom 28. November 2019 E. 5.4, mit Hinweisen)
.
Demnach
hält der für die
Invaliditäts
bemessung massgebende (hypothetische) ausgeglichene Arbeitsmarkt für Perso
nen mit einer Hörbehinderung und den damit verbundenen Einschränkungen bezüglich
Lärmbelas
tbarkeit und soziale Kontakte
noch einen namhaften Fächer an zumutbaren Beschäftigungsmöglichkeiten offen.
Darunter fallen insbesondere selbständig ausführbare Büroarbeiten, beispielsweise im Bereich der Finanzver
waltung grösserer Organisationen des privaten und öffentlichen Rechts.
Unter der Vor
aussetzung, dass im entsprechenden Betrieb respektive in der entsprechenden Organisation genügend selbständig ausführbare Büroarbeiten anfallen - was ab einer gewissen Betriebsgrösse der Fall sein sollte -, dürften die
Einschränkungen der Beschwer
deführerin mit entsprechenden
technischen Hilfsmitteln im Ar
beitsalltag somit weitg
ehend kompensiert werden können, zumal sich Kontakte
zu internen und externen Stellen über den heute weit verbreiteten E-Mail-
oder Skype
for
Business Chat-
Verkehr
(oder ähnliche Systeme)
nahezu gleich effizient abwickeln lassen wie im direkten mündlichen oder telefonischen Kontakt.
Einem
durch die bestehenden Einschränkungen
zudem bedingten
erhöhten Konzentra
tionsbedarf
sowie einer daraus folgenden schnelleren Ermüdung trug der RAD mit Annahme einer Leistungseinschränkung von bis zu 25 % Rechnung. In diesem Sinne rechtfertigt
denn auch der im Zwischenzeugnis der
Z._
AG vom 22. Juni 2017 (Urk. 7/59/2 f.) festgehaltene Aufgabenbereich (Drucken von Schulungsunterlagen, Drucken von Folien, Ausrüsten von
Ring
ordnern, Erstellung von CD
s, versan
d
fertige Pak
ete von Schulungsordnern und CD
s, Einrich
ten von Schulungsordnern und CD
s, Einrichten von Sch
ulungsräu
men, Überprüfen und up
daten von Präsentationsfiles auf Server, Überprüfen von Teilnehmerlisten,
PrePress
, Materialbestellungen, Materialentsorgung, Upload von Files an SAP-Printing-Office Walldorf, Rechnungstellung, Kontrolle und Ablage von Lieferscheinen, St
atistiken, Qualitätskontrolle)
eine darüber hinaus
gehende
Einschränkung
durch eine Hörbehinderung
nicht
. Sämtlich
e
Arbeiten sind selbständig, ohne zwingende mündliche Kommunikation und auf schriftliche Anweisung hin durchführbar.
4.3
Was die wirtschaftliche Verwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit anbelangt, macht die Beschwerdeführerin geltend, es könne nicht davon ausgegangen werden, dass bei der kurzen Resterwerbsspanne und den erheblichen Einschränkungen es rea
listischerweise auch auf einem ausgeglichenen Arbeitsmarkt noch ein Stellenan
gebot gäbe, beziehungsweise sie einem Arbeitgeber zumutbar wäre (Urk. 1 S. 4).
Die Beschwerdeführerin war Ende Juni 2018
(RAD-Bericht)
, auf welchen Zeit
punkt zur Beurteilung der zu diskutierenden Frage abzustellen ist (
BGE 138 V
457; Urteil
des Bundesgericht
8C_324/2016 vom 2
5.
Juli 2016 E. 4.3.2
), knapp 62 Jahre alt. Seither wird sie im Rahmen leidensadaptierter Erwerbstätigkei
ten leis
tungsmässig als mindestens zu 7
5 % arbeitsfähig eingestuft. Davor arbeitete die Beschwerdeführerin seit dem 1.
April
201
1
b
is zur Krankschreibung am
6. Sep
tember 2017
bei
genanntem Aufgabenbereich (E. 4.2) stets in einem Pensum
von
circa 90
%
(
wöchentliche Arbeitszeit von 3
6
Stunden bei betriebsüblicher Arbeitszeit von 41.7 Stunden
[
Betriebsübliche Arbeitszeit nach Wirtschaftsabtei
lungen, herausgegeben vom Bundesamt für Statistik, T03.02
, Sektor III];
Urk. 7/57, Urk.
7/86/4-8)
.
Aktuell bestehen keine multiplen Einschränkungen, eine wesentliche Verschlechterung des
Gesundheitszustand
es
der Beschwerdefüh
rerin ist nicht erkennbar und
vergleichbare Tätigkeit
sind ihr
weiterhin zuzumu
ten (E. 4.2)
.
Vor diesem Hintergrund ist nicht
nachvollziehbar
,
in
wiefern sich das Lebensalter der
Beschwerdeführerin auf deren
Möglichkeit, das ih
r
verbliebene Leistungsvermögen auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt zu verwerten, ungüns
tig auswirken sollte. Namentlich sind keine Umstände auszumachen - und werden auch nicht
substantiiert
dargelegt -, dass
ihre
Restarbeitsfähigkeit mit Blick auf das Anforderungsprofil der als zumutbar deklarierten Verweistätigkeiten infolge
ihres
Alters realistischerweise nicht mehr nachgefragt würde.
Darüber hinaus berücksichtigte die Beschwerdegegnerin die an einen Arbeitgeber
beziehungs
weise angepassten Arbeitsplatz
zu
stellenden Anforderungen
(vgl. E. 4.1
)
mit Gewährung eines leidensbedingten Abzuges in der Höhe von 20 %.
Einer ent
sprechenden Selbsteingliederu
ng steht daher nichts im Wege.
Angesichts der relativ hohen Hürden, welche das Bundesgericht für die Unverwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit älterer Menschen errichtet hat,
ist nicht zu beanstanden, dass die Beschwerdegegnerin, gestützt auf die RAD-Beurteilung vom 26. Juni 2018 (E. 3.3), eine Verwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit annahm.
4.4
Zu prüfen bleibt, wie sich dies in erwerblicher Hinsicht auswirkt. Die Beschwer
degegnerin bezifferte das
Valideneinkommen
mit
Fr.
75
'265.20, das Invaliden
einkommen –
unter Berücksichtigung eines leidensbedingten Abzuges in der Höhe von 20 % –
mit
Fr.
43'945.05 und errechnete daraus
e
inen Invaliditätsgrad von 42
%
(
Urk.
2). Daraus ergibt sich ein Anspruch auf eine
Viertelsr
ente
der Invalidenversicherung.
Anzufügen bleibt, dass d
ie Beschwerdeführerin per 30. April 2018 entlassen
wurde
(Urk. 7/57 S. 1). Dabei erfolgte die Entlassung nicht aus gesundheitlichen Gründen – der Arbeitgeber wusste nichts von den Einschränkungen der Beschwerdeführerin –
, sondern aus wirtschaftlichen Moti
ven, nachdem d
ie Beschwerdeführerin nicht bereit
gewesen war
, eine Vertrags
änderung
im Sinne einer
Pensumsreduktion
zufolge wirtschaftlicher Gegebenhei
ten zu akzeptieren (vgl. Urk. 7/55/17,
Urk.
7/55/32,
Urk.
7/56 S. 2,
Urk.
7/57/9,
Urk.
7/61/2).
Als
Valideneinkommen
fällt der bisher erzielte Lohn demgemäss ausser Betracht.
Da der Beschwerdeführerin zudem die bisherige Tätigkeit weiter
hin zumutbar wä
re (E. 4.2), käme damit auch ein rechnerischer «P
rozentvergleich»
in Frage
. Dies ergäbe bei einer Einschränkung von 25 % und Gewährung eines
leidensbedingten Abzuges von 20 % ein
en
Invaliditätsgrad von 40 % und somit ebenfalls ein
en
Anspruch auf eine
Viertelsrente
.
Dies führt zur Abweisung der Beschwerde.