# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 88da41b9-d629-582c-b267-40af6dd08bba
**Court:** SG_VG
**Chamber:** SG_VG_001
**Year:** 2021
**Language:** de
**Jurisdiction:** SG / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Das Verwaltungsgericht stellt fest:
A.
A._ ist Eigentümer der Parzellen Nrn. 000_ und 001_, Grundbuch X._. Nach dem
Zonenplan der Politischen Gemeinde X._ ist das mit der Remise Assek.-Nr. 002_
überbaute Grundstück Nr. 000_ der Landwirtschaftszone zugewiesen. Die Parzelle
Nr. 001_ liegt hauptsächlich in der Landwirtschaftszone (7'392 m ) und ansonsten in
der Weilerzone (4'153 m ), soweit sie nicht als Wald ausgeschieden ist. Innerhalb der
Weilerzone ist sie mit dem Wohnhaus Assek.-Nr. 003_, den ökonomiebauten Assek.-
Nrn. 004_ und 006_ sowie der Remise Assek.-Nr. 005_ überbaut. Seit 2016 baut
A._ auf der von ihm bewirtschafteten landwirtschaftlichen Nutzfläche Industriehanf an
(Freilandanbau). Am 11. April 2016 bewilligte der Gemeinderat X._ ein Baugesuch von
A._ für die Erweiterung des Vordaches an der Scheune Assek.-Nr. 006_ auf Parzelle
Nr. 001_ im Meldeverfahren.
B.
Am 24. Oktober 2016 reichte A._ ein Baugesuch für die Umnutzung des Gebäudes
Assek.-Nr. 006_ (ehemals: Kuhstall, Heulager mit Lüfter) und der angrenzenden
ehemaligen Lagereinrichtung für Hofdünger auf Parzelle Nr. 001_ für die Kultivierung
von Medizinalpflanzen und Heilkräutern, d.h. für die Aufzucht und Überwinterung der
Mutter-Pflanzen, ein (Baugesuch Nr. 2016-007_). Der Bauverwalter wie auch der
Gemeinderat der Politischen Gemeinde X._ forderten A._ mehrmals auf, die
Baugesuchsunterlagen zu ergänzen bzw. ein vollständiges Baugesuch für die
Umnutzung einzureichen. Der Gesuchsteller stellte sich auf den Standpunkt, sein
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Baugesuch sei rechtskräftig im Meldeverfahren bewilligt worden, da es vom
Gemeinderat nicht innert dreissig Tagen ins vereinfachte bzw. ordentliche Verfahren
verwiesen worden sei.
Mit Verfügung vom 8. November 2018 verbot der Gemeinderat X._ A._ unter
Strafdrohung, die Gebäude Assek.-Nrn. 004_ bis 006_ auf Parzelle Nr. 001_ sowie
das Gebäude Assek.-Nr. 002_ auf Parzelle Nr. 000_ ab 1. April 2019 bis zum
Widerruf durch den Gemeinderat oder bis zum Vorliegen einer rechtskräftigen
Baubewilligung für die Umnutzung der Gebäude zur Kultivierung von Medizinalpflanzen
oder Heilkräutern aller Art und Gattung, insbesondere von Hanfpflanzen, zu benützen
oder in sonst einer baubewilligungspflichtigen Art und Weise umzunutzen. Der dagegen
erhobene Rekurs wurde vom Baudepartement mit Entscheid vom 3. November 2020
teilweise (in Bezug auf das Nutzungsverbot der Remise Assek.-Nr. 002_ auf
Grundstück Nr. 000_) gutgeheissen, nachdem der Gemeinderat X._ am 7. Mai 2020
ein Baugesuch für die Umnutzung der Remise Assek.-Nr. 002_ zur Aufzucht von Hanf-
Jungpflanzen und Unterbringung der Ernte zur Trocknung bewilligt hatte. Die gegen
den Entscheid des Baudepartements erhobene Beschwerde wurde vom
Verwaltungsgericht mit Entscheid vom 23. April 2021 teilweise gutgeheissen (Verfahren
B 2020/223). Die Geltung des Benützungsverbots wurde reduziert (zuvor: bis zum
Widerruf oder dem Vorliegen einer rechtskräftigen Baubewilligung für die Umnutzung
der Gebäude, neu: bis zum Widerruf durch den Gemeinderat oder bis zu seinem
Entscheid über das Baugesuch zur Umnutzung der Gebäude).
C.
Am 21. November 2018 reichte A._ beim Gemeinderat X._ ein Baugesuch für die
Erstellung eines Aufzucht- und Erntezelts auf dem Grundstück Nr. 001_ ein
(Baugesuch Nr. 2018-008_). Der Folientunnel sollte parallel verlaufend zur Nordseite
des Ökonomiegebäudes Assek.-Nr. 006_ auf der Grenze zwischen der Weiler- und
der Landwirtschaftszone errichtet werden. Innert der Auflagefrist gingen dagegen zwei
Einsprachen ein. Mit raumplanerischer Teilverfügung vom 19. November 2019 erteilte
das Amt für Raumentwicklung und Geoinformation (AREG) die erforderliche kantonale
Zustimmung zur nachgesuchten Baubewilligung. Mit Schreiben vom 14. Januar 2020
erkundigte sich A._ beim Gemeinderat X._, bis wann ihm der Gesamtentscheid
zugestellt werde. Als er darauf keine Antwort erhielt, erhob er am 6. Februar 2020 beim
Baudepartement Rechtsverweigerungsbeschwerde mit den Anträgen, es sei
festzustellen, dass "die Behandlung des Baugesuchs eine Rechtsverweigerung
darstelle", und die Politische Gemeinde X._ sei anzuweisen, innert fünf Arbeitstagen
den erstinstanzlichen Entscheid zu eröffnen. Mit Entscheid vom 9. Dezember 2020
wies das Baudepartement die Rechtsverweigerungsbeschwerde ab (Ziffer 1a des
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Dispositivs), auferlegte A._ die Verfahrenskosten (Ziff. 2a) und wies sein
Entschädigungsbegehren ab (Ziff. 3a).
D.
Gegen den Entscheid des Baudepartements (Vorinstanz) vom 9. Dezember 2020 erhob
A._ (Beschwerdeführer) am 23. Dezember 2020 Beschwerde beim Verwaltungsgericht
(act. 1). Am 4. Februar 2021 (act. 5) ergänzte er die Beschwerde mit einer Begründung
und dem Rechtsbegehren, es seien die Ziff. 1a, 2a und 3a des angefochtenen
Entscheids unter Kosten- und Entschädigungsfolge aufzuheben, es sei festzustellen,
dass die Behandlung des streitigen Baugesuchs für die Erstellung eines Aufzucht- und
Erntezelts, eingereicht am 19. November 2018, eine Rechtsverweigerung der
Politischen Gemeinde X._ (Beschwerdegegnerin) darstelle, und diese sei anzuweisen,
den erstinstanzlichen Gesamtentscheid für das Baugesuch innert 14 Tagen zu
eröffnen. Mit Vernehmlassung vom 25. Februar 2021 schloss die Vorinstanz auf
Abweisung der Beschwerde (act. 8). Die Beschwerdegegnerin beantragte mit
Stellungnahme vom 19. März 2021, es sei die Beschwerde abzuweisen, eventualiter sei
die Sache (Umnutzung Stall, Scheune und Jauchegrube sowie Errichtung Ernte- und
Aufzuchtzelt) zur Gesamtbeurteilung an die zuständige Stelle im Sinn von Art. 112 PBG
zurückzuweisen, unter Kosten- und Entschädigungsfolge (act. 11). Der
Beschwerdeführer reichte am 23. April 2021 eine Stellungnahme dazu ein (act. 13). Die
Beschwerdegegnerin verzichtete mit Eingabe vom 5. Mai 2021 (act. 14) und die
Vorinstanz mit Stillschweigen auf weitere Äusserungen dazu. Mit Schreiben vom
23. Juni 2021 orientierte der Beschwerdeführer über eine von ihm gleichentags bei der
Vorinstanz erhobene Rechtsverweigerungsbeschwerde gegen die Beschwerdegegnerin
in Bezug auf ein von ihm am 31. Mai 2021 eingereichtes, neues Baugesuch für die
Umnutzung der Scheune Assek.-Nr. 006_ auf der Parzelle Nr. 001_.
Auf die Ausführungen der Verfahrensbeteiligten zur Begründung ihrer Anträge und die
Akten wird, soweit wesentlich, in den Erwägungen eingegangen.

## Considerations

Darüber zieht das Verwaltungsgericht in Erwägung:
1.
Die sachliche Zuständigkeit des Verwaltungsgerichts ist gegeben (Art. 89 Abs. 2 lit. b
des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege; sGS 951.1, VRP). Der
Beschwerdeführer ist als Adressat des angefochtenen ablehnenden Entscheids zur
Ergreifung des Rechtsmittels berechtigt (Art. 64 in Verbindung mit Art. 45 Abs. 1 VRP).
Die Beschwerdeeingabe vom 23. Dezember 2020 (act. 1) erfolgte rechtzeitig und erfüllt
zusammen mit der Ergänzung vom 4. Februar 2021 (act. 5) formal und inhaltlich die
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gesetzlichen Anforderungen (Art. 64 in Verbindung mit Art. 47 Abs. 1 und Art. 48 Abs. 1
und 2 VRP). Auf die Beschwerde ist somit einzutreten.
2.
Da die Beschwerde gutzuheissen ist (vgl. nachfolgend unter E. 3 und 4), erübrigt sich
die Behandlung der verfahrensrechtlichen Anträge des Beschwerdeführers (act. 5, S.
5).
3.
Mit der Rechtsverweigerungsbeschwerde kann unter anderem geltend gemacht
werden, dass eine Behörde sich weigere, eine vorgeschriebene Amtshandlung
vorzunehmen (formelle Rechtsverweigerung im engeren Sinn) oder sie ungerechtfertigt
verzögere (Rechtsverzögerung, vgl. Art. 88 Abs. 2 lit. a VRP). Bei der formellen
Rechtsverweigerung im engeren Sinn fällt die an sich zuständige Behörde zu Unrecht
keine Entscheidung bzw. nur eine Teilentscheidung oder unterlässt es zu Unrecht, die
für die Beurteilung notwendigen Abklärungen zu treffen. Demgegenüber ist die
Behörde bei der Rechtsverzögerung zwar gewillt, tätig zu werden bzw. eine
Entscheidung zu fällen, jedoch kommt sie ihrer Verpflichtung nicht innert
angemessener Frist nach und verschleppt damit das Verfahren (vgl. Uhlmann/Wälle-
Bär, in: Waldmann/Weissenberger [Hrsg.], Praxiskommentar
Verwaltungsverfahrensgesetz, 2. Aufl. 2016, Rz. 2 zu Art. 46a VwVG; Cavelti/Vögeli,
Verwaltungsgerichtsbarkeit im Kanton St. Gallen, 2. Aufl. 2003, Rz. 1209 f.; BGer
5A_339/2016 vom 27. Januar 2017 E. 2.1 mit Hinweis auf BGE 135 I 6 E. 2.1; VerwGE
B 2017/176 vom 24. September 2018).
Anders als im Bundesverfahrensrecht (vgl. Art. 29 Abs. 1 der Bundesverfassung der
Schweizerischen Eidgenossenschaft, SR 101, BV, Art. 94 in Verbindung mit Art. 100
Abs. 7 des Bundesgesetzes über das Bundesgericht, Bundesgerichtsgesetz; SR
173.110, BGG, Art. 46a in Verbindung mit Art. 50 Abs. 2 des Bundesgesetzes über das
Verwaltungsverfahren, Verwaltungsverfahrensgesetz; SR 172.021, VwVG, Art. 319 lit. c
in Verbindung mit Art. 321 Abs. 4 der Schweizerischen Zivilprozessordnung,
Zivilprozessordnung; SR 272, ZPO, sowie Art. 393 Abs. 2 lit. a in Verbindung mit 396
Abs. 2 der Schweizerischen Strafprozessordnung, Strafprozessordnung; SR 312.0,
StPO) kommt der Unterscheidung zwischen Rechtsverweigerung und -verzögerung im
kantonalen Verwaltungsverfahren nach Art. 88 Abs. 2 lit. a VRP insofern besondere
Bedeutung zu, als nur im Falle einer Rechtsverzögerung jederzeit Beschwerde geführt
werden kann (vgl. Art. 90 Abs. 2 VRP). Ansonsten beträgt die Frist zur Anhebung einer
3.1.
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Rechtsverweigerungsbeschwerde 30 Tage seit Kenntnis des Beschwerdegrundes (Art.
90 Abs. 1 VRP). Diese Unterscheidung erscheint aber insofern als problematisch, als
jede "Rechtsverzögerung" im Grunde genommen eine Rechtsverweigerung "auf Zeit"
ist (vgl. N. von Werdt, in: Seiler/derselbe/Güngerich/ Oberholzer [Hrsg.],
Bundesgerichtsgesetz, N 3 zu Art. 94 BGG). Die Vorinstanz ging zutreffend davon aus,
dass der Beschwerdeführer mit seinem Vorbringen, die Beschwerdegegnerin weigere
sich, sein Baugesuch vom 21. November 2018 zu behandeln, eine Rechtsverzögerung
rüge, womit die Rechtsverweigerungsbeschwerde an keine Frist gebunden sei.
Die Prüfungsbefugnis des Verwaltungsgerichts beschränkt sich auf die Frage, ob eine
Rechtsverweigerung begangen wurde oder nicht. Im Falle einer Gutheissung der
Beschwerde weist es die Sache mit verbindlichen Weisungen an die in der Pflicht
stehende Behörde zurück (Art. 88 Abs. 2 und Art. 92 in Verbindung mit Art. 61 und 63
VRP). Hingegen hat sich das Gericht einer Stellungnahme dazu, wie der unrechtmässig
verzögerte Entscheid inhaltlich hätte ausfallen sollen, zu enthalten, da es nicht anstelle
der untätig gebliebenen Behörde entscheiden darf, ansonsten der Instanzenzug
verkürzt und allenfalls weitere Rechte der am Verfahren Beteiligten verletzt würden
(BVGer D-2399/2018 vom 25. Juni 2018 E. 2, Uhlmann/Wälle-Bär, a.a.O., N 38 f. zu Art.
46a VwVG).
Der Beschwerdeführer macht im Wesentlichen geltend, die Beschwerdegegnerin habe
die Entscheidfristen gemäss Planungs- und Baugesetz (sGS 731.1, PBG) massiv
verletzt. Nach Eingang der kantonalen Beurteilung des Gesuchs im November 2019
hätte innerhalb von drei Wochen der Gesamtentscheid über das Baugesuch vorliegen
müssen. Ein solcher Entscheid sei bis heute nicht gefällt worden. Das AREG als
zuständige Behörde habe die zonenrechtliche Vereinbarkeit des Baugesuchs
ausserhalb der Bauzone geprüft und bejaht. Diese Beurteilung sei für die
Beschwerdegegnerin verbindlich. Deren Weigerung, für das Baugesuch den
Gesamtentscheid zu fällen und damit das erstinstanzliche Verfahren abzuschliessen,
verstosse gegen die gesetzlichen Bestimmungen und sei krass willkürlich. Eine
Sistierung sei nie erfolgt. Indem die Vorinstanz materielle Ausführungen zur
Rechtmässigkeit der Teilverfügung des AREG mache, verletze sie das rechtliche Gehör
des Beschwerdeführers wie auch der Einsprecher. Auch ohne die Baubewilligung für
die Umnutzung des Stalles (Ökonomiegebäude Assek.-Nr. 006_) verfüge er bereits
heute über die für den Anbau von Industriehanf nötigen Bewilligungen. Für die
Umnutzung der Remise auf Grundstück Nr. 000_ und die Erstellung eines Zauns um
die Felder sei ihm am 7. Mai 2020 die Baubewilligung erteilt worden.
3.2.
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3.3.
Gemäss Art. 29 Abs. 1 BV hat jede Person in Verfahren vor Gerichts- und
Verwaltungsinstanzen Anspruch auf gleiche und gerechte Behandlung sowie auf
Beurteilung innert angemessener Frist (sog. Beschleunigungsgebot). Der
gleichlautende Anspruch ist auch konventionsrechtlich garantiert (vgl. Art. 6 Ziff. 1 Satz
1 der Konvention zum Schutze der Menschenrechte und Grundfreiheiten, SR 0.101,
EMRK). Die Beurteilung der angemessenen Verfahrensdauer entzieht sich starren
Regeln. Es ist in jedem Einzelfall zu prüfen, ob sich die Dauer unter den konkreten
Umständen als angemessen erweist. Der Streitgegenstand und die damit verbundene
Interessenlage können raschere Entscheide erfordern oder längere
Behandlungsperioden erlauben. Zu berücksichtigen sind die Art des Verfahrens, der
Umfang und die Komplexität der aufgeworfenen Sachverhalts- und Rechtsfragen, das
Verhalten der Verfahrensbeteiligten und der Behörden und die Zumutbarkeit für den
Betroffenen (vgl. BGE 135 I 265 E. 4.4). Die Kantone ordnen Zuständigkeiten und
Verfahren. Sie legen für alle Verfahren zur Errichtung, Änderung oder Zweckänderung
von Bauten und Anlagen Fristen und deren Wirkungen fest (Art. 25 Abs. 1 und 1
RPG). Nach Art. 131 PBG legt die Regierung durch Verordnung Fristen für die
Behandlung von Gesuchen und Rechtsmitteln durch kommunale und kantonale
Behörden fest. Behörden, die Fristen nicht einhalten können, informieren die
Betroffenen vor Ablauf der Frist schriftlich und begründet. Sie geben eine neue Frist an.
Gestützt auf diese gesetzliche Grundlage hat die Regierung im Anhang 1 der
Verordnung zum Planungs- und Baugesetz (sGS 731.11, PBV) Maximalfristen für
erstinstanzlich entscheidende Behörden festgelegt, die von den erstinstanzlich
entscheidenden Behörden einzuhalten sind (Art. 16 PBV). Die Maximalfrist für den
Erlass des Gesamtentscheids beträgt demnach drei Wochen (Anhang 1, Ziff. 2.3). Bei
diesen Behandlungsfristen handelt es sich um reine Ordnungsfristen, weshalb gegen
deren Überschreitung kein ordentliches Rechtsmittel, sondern lediglich die
Rechtsverweigerungsbeschwerde und allenfalls aufsichtsrechtliche Massnahmen zur
Verfügung stehen (Staub, a.a.O., N 6 f. zu Art. 132 PBG).
Bei der Baubewilligung handelt es sich um eine Polizeierlaubnis, mit der festgestellt
wird, dass dem zugrundeliegenden Bauvorhaben keine öffentlich-rechtlichen
Hindernisse entgegenstehen. Sind die gesetzlich festgelegten Voraussetzungen erfüllt,
hat die darum ersuchende Person einen Anspruch auf Erteilung derselben (S. Staub, in:
Bereuter/Frei/Ritter [Hrsg.], Kommentar zum Planungs- und Baugesetz des Kantons St.
3.3.1.
bis
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Gallen, Basel 2020, N 1 zu Art. 146 PBG). Die Entscheidung darüber, ob die
Bewilligung erteilt wird oder nicht, liegt deshalb grundsätzlich nicht im Ermessen der
Bewilligungsbehörde (vgl. BGer 1C_169/2008 vom 5. Dezember 2008 E. 12).
Zonenkonform in der Landwirtschaftszone sind Bauten und Anlagen, die der inneren
Aufstockung eines landwirtschaftlichen oder eines dem produzierenden Gartenbau
zugehörigen Betriebs dienen (Art. 16a Abs. 2 des Raumplanungsgesetzes, SR 700,
RPG, und Art. 34 Abs. 1 der Raumplanungsverordnung, SR 700.1, RPV). Als innere
Aufstockung gilt die Errichtung von Bauen und Anlagen für den bodenunabhängigen
Gemüse- und Gartenbau, wenn die bodenunabhängig bewirtschaftete Fläche 35
Prozent der gemüse- oder gartenbaulichen Anbaufläche des Betriebs nicht übersteigt
und nicht mehr als 5'000 m beträgt (Art. 37 Abs. 1 RPV).
Die zuständige kantonale Behörde entscheidet bei allen Bauvorhaben ausserhalb der
Bauzonen, ob sie zonenkonform sind oder ob für sie eine Ausnahmebewilligung erteilt
werden kann (Art. 25 Abs. 2 RPG). Im Kanton St. Gallen bedürfen Bauvorhaben
ausserhalb der Bauzone der Zustimmung der kantonalen Stelle (Art. 112 PBG). Die
federführende kantonale Stelle koordiniert Verfahren oder Verfügungen, wenn die
Bewilligung einer Baute oder Anlage die Mitwirkung von Stellen des Kantons erfordert
(Art. 132 Abs. 1 lit. a PBG). Die koordinierten Verfügungen oder Stellungnahmen der
kantonalen Stellen sind für die politische Gemeinde verbindlich (Art. 132 Abs. 2 PBG).
Die federführende Stelle bei Bauten oder Anlagen ausserhalb der Bauzone ist das
AREG (Ziff. 1.1 des Anhangs 2 zur PBV). Die politische Gemeinde entscheidet im
eigenen Zuständigkeitsbereich und eröffnet die Verfügung als Gesamtentscheid (Art.
133 Abs. 1 lit. f PBG).
3.3.2.
2
Der Beschwerdeführer reichte das Gesuch für die Erstellung eines Aufzucht- und
Erntezelts auf dem Grundstück Nr. 001_ am 21. November 2018 samt Plänen bei der
Beschwerdegegnerin ein (act. 9/4.1). Diese überwies das ausserhalb der Bauzone
angesiedelte Bauvorhaben am 10. Dezember 2018 dem AREG zur Zustimmung (act.
9/4.14-1). Das Baugesuch wurde vom 13. Dezember 2018 bis 8. Januar 2019 öffentlich
aufgelegt. Innerhalb der Auflagefrist gingen dagegen zwei privatrechtliche Einsprachen
von Nachbarn ein (act. 9/4.3 und 4.4), welche dem Beschwerdeführer mit Schreiben
vom 15. Januar 2019 zur Stellungnahme zugestellt wurden mit der Ankündigung, dass
nach Eingang der Stellungnahme oder nach Ablauf der Frist über die Einsprachen
sowie über das Baugesuch befunden werde (act. 9/4.5). Am 28. Januar 2019 nahm der
3.4.
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Beschwerdeführer zu den Einsprachen Stellung (act. 9/4.6). Mit Schreiben vom
26. Februar 2019 forderte das AREG für die Bearbeitung weitere Unterlagen ein (act.
9/4.8). Die Beschwerdegegnerin wies das AREG mit Schreiben vom 27. Februar 2019
darauf hin, dass für die Umnutzung des Ökonomiegebäudes Assek.-Nr. 006_ zwecks
Kultivierung von Medizinalpflanzen und Heilkräutern bis heute keine vollständigen
Baugesuchsunterlagen vorlägen, weshalb ein Nutzungsverbot erlassen worden sei.
Das Baugesuch betreffend das Aufzucht- und Erntezelt könne erst dann geprüft
werden, wenn zuvor rechtskräftig über das Baugesuch zur Umnutzung des
Ökonomiegebäudes entschieden worden sei (act. 9/4.9). Am 28. Mai 2019 erfolgte eine
zweite Aufforderung des AREG wegen fehlender Unterlagen (act. 9/4.10), worauf der
Beschwerdeführer diese einreichte (act. 9/4.11). Mit Teilverfügung vom 19. November
2019 stellte das AREG fest, dass das Bauvorhaben zur Erstellung eines Aufzucht- und
Erntezelts auf der Parzelle Nr. 001_ dem Zweck der Nutzungszone entspreche; es
erteilte daher seine Zustimmung zur Baubewilligung (act. 14/4). Mit Schreiben vom
14. Januar 2020 erkundigte sich der Beschwerdeführer bei der Beschwerdegegnerin,
wann der erstinstanzliche Gesamtentscheid zugestellt werde (act. 9/4.12).
3.5.
Das Verfahren für den Bau eines Aufzucht- und Erntezelts ausserhalb der Bauzone
wurde von der Beschwerdegegnerin vorschriftsgemäss an die Hand genommen. Sie
legte das Gesuch öffentlich auf und holte die Zustimmung des AREG ein, da es sich
um ein Bauvorhaben ausserhalb der Bauzonen handelt. Nachdem sowohl die
Stellungnahme des Beschwerdeführers zu den Einsprachen wie auch die für die
Beschwerdegegnerin verbindliche raumplanungsrechtliche Teilverfügung des AREG,
wonach das Aufzucht- und Erntezelt als innere Aufstockung im Bereich des
Gemüsebaus und produzierenden Gartenbaus gestützt auf Art. 37 RPV dem Zweck der
Nutzungszone entspricht, Ende November 2019 vorlagen, führte sie das Verfahren
jedoch nicht fort. Auf die Nachfrage des Beschwerdeführers vom 14. Januar 2020
reagierte sie nicht. Weder wies sie den Beschwerdeführer darauf hin, dass zuerst über
das Baugesuch Nr. 2016-007_ befunden werden müsse, noch stellte sie weitere
Sachverhaltsabklärungen, z.B. einen Augenschein, in Aussicht oder forderte vom
Beschwerdeführer zusätzliche Unterlagen zum Baugesuch Nr. 2018-008_ ein, womit
davon auszugehen ist, dass jenes Gesuch vollständig war. Sie fällte indes weder eine
(positive oder negative) Verfügung über das Baugesuch Nr. 2018-008_, noch machte
sie gegenüber dem Beschwerdeführer einen Koordinationsbedarf mit dem Baugesuch
Nr. 2016-007_ (Umnutzung des Ökonomiegebäudes) geltend, noch sistierte sie das
3.5.1.
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4.
Zusammenfassend ist die geschilderte ungerechtfertigte Verzögerung des
Baubewilligungsverfahrens Nr. 2018-008_ nicht hinnehmbar. Es ist entsprechend
festzustellen, dass die Beschwerdegegnerin mit der ungebührlichen Verzögerung des
Verfahren, womit die Behandlungsfristen stillgestanden hätten. Für den
Beschwerdeführer bestand damit im Zeitpunkt der Erhebung der
Rechtsverweigerungsbeschwerde am 6. Februar 2020 keine Klarheit, wie und wann es
in diesem Verfahren weitergehen würde.
In der Stellungnahme im vorinstanzlichen Verfahren vom 17. März 2020 führte die
Beschwerdegegnerin aus, die losgelöste Beurteilung durch das AREG sei angesichts
der Tatsache, dass für die Umnutzung des vorhandenen Ökonomiegebäudes noch
keine Baubewilligung vorliege, unverständlich. Da der Beschwerdeführer sich seit
Jahren weigere, seine Baugesuchsunterlagen betreffend die Umnutzung der
Ökonomiegebäude zu vervollständigen, sei bis heute nicht rechtskräftig geklärt, ob die
Umnutzung der Hauptbetriebsstätten bewilligt werden könne. Mit diesen Ausführungen
hat die Beschwerdegegnerin dem Beschwerdeführer erstmals, allerdings ausserhalb
des Baubewilligungsverfahrens, zur Kenntnis gebracht, aus welchen Gründen sie sich
ausserstande sieht, über sein Baugesuch für die Errichtung eines Aufzucht- und
Erntezelts zu entscheiden. Die Vorinstanz teilt diese Ansicht und führt im
angefochtenen Entscheid aus, ob die Teilverfügung des AREG in materieller Hinsicht
tatsächlich rechtmässig sei, könne erst geprüft werden, wenn auch die Teilverfügungen
für die festgestellte Nutzungsänderung vorlägen. Erst dann könne die
Beschwerdegegnerin eine koordinierte Eröffnung des Baugesuchs- und
Einspracheentscheids vornehmen (act. 2, E. 6.6).
Unabhängig davon, ob die von der Beschwerdegegnerin und der Vorinstanz
geäusserten Bedenken zur Teilverfügung des AREG betreffend das Aufzucht- und
Erntezelt in materieller Hinsicht zutreffen, rechtfertigt dies das Untätigbleiben der
Beschwerdegegnerin nicht. Aufgrund der gesetzlichen Bestimmungen und Fristen hat
der Beschwerdeführer vielmehr Anspruch darauf, dass das bis anhin nicht sistierte
Baubewilligungsverfahren Nr. 2018-008_ zügig fortgesetzt und über sein Baugesuch
für die Erstellung eines Aufzucht- und Erntezelts mit welchem Ausgang auch immer
innert nützlicher Frist (vgl. Anhang 1 zur PBV) entschieden wird. Gegen einen
ablehnenden Entscheid hätte er dann die Möglichkeit, Rechtsmittel zu erheben. Trotz
der vor mehr als einem Jahr erhobenen Rechtsverweigerungsbeschwerde fehlt eine
entsprechende Verfügung jedoch bis heute.
3.5.2.
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Baubewilligungsverfahren Nr. 2018-008_ eine Rechtsverweigerung begangen hat.
Damit erweist sich die Beschwerde gegen die Ziffern 1a, 2a und 3a des ablehnenden
Entscheids der Vorinstanz vom 9. Dezember 2020 als begründet, diese sind
aufzuheben. Die Akten gehen zurück an die Beschwerdegegnerin mit der Anweisung,
über das Baugesuch Nr. 2018-008_ innert drei Wochen nach Rechtskraft dieses
Entscheides zu befinden.
5.
Aufgrund des Obsiegens des Beschwerdeführers sind die amtlichen Kosten des
vorinstanzlichen und des Beschwerdeverfahrens von der Beschwerdegegnerin zu
tragen (vgl. Art. 95 Abs. 1 VRP). Die von der Vorinstanz festgesetzte Entscheidgebühr
von CHF 1'500 ist unbestritten und nicht zu beanstanden. Für den
Beschwerdeentscheid erscheint eine Gebühr von CHF 1'800 angemessen (Art. 7
Ziff. 222 der Gerichtskostenverordnung, sGS 941.12). Auf die Erhebung ist angesichts
des rechtsverzögernden Verhaltens der Beschwerdegegnerin nicht zu verzichten. Dem
Beschwerdeführer sind die von ihm geleisteten Kostenvorschüsse von CHF 1'500 für
das vorinstanzliche Verfahren und von CHF 1'800 für das Beschwerdeverfahren
zurückzuerstatten.
5.1.
Der Beschwerdeführer hat im vorinstanzlichen und im Beschwerdeverfahren obsiegt,
weshalb ihn die Beschwerdegegnerin in beiden Verfahren ausseramtlich zu
entschädigen hat (Art. 98 Abs. 1 und 2 sowie Art. 98 VRP). Mangels eingereichter
Kostennote ist die Entschädigung nach Ermessen festzulegen. Das Verwaltungsgericht
spricht praxisgemäss Pauschalentschädigungen nach Ermessen gemäss Art. 6 und
Art. 22 Abs. 1 lit. b der Honorarordnung (sGS 963.75, HonO) zu. Der Rahmen dafür
beträgt CHF 1'500 bis CHF 15'000. Innerhalb dieses Rahmens wird das Grundhonorar
nach den besonderen Umständen, namentlich nach Art und Umfang der Bemühungen,
der Schwierigkeit des Falles und den wirtschaftlichen Verhältnissen der Beteiligten
bemessen (Art. 19 HonO). Mit Blick auf vergleichbare Verfahren und unter
Berücksichtigung der konkreten Verhältnisse erscheint vorliegend eine Entschädigung
von insgesamt CHF 4'000 für beide Verfahren als angemessen (Art. 22 Abs. 1 lit. b
HonO). Hinzu kommen pauschale Barauslagen in der Höhe von CHF 160 (vier Prozent
von CHF 4'000; Art. 28 HonO). Mangels Antrags ist keine Mehrwertsteuer
zuzusprechen (vgl. Art. 29 HonO).
5.2.
bis
bis
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