# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 2fa5c83f-30d8-4dc0-b532-107d35a3b102
**Court:** GR_KG
**Chamber:** GR_KG_006
**Year:** 2019
**Language:** de
**Jurisdiction:** GR / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

I. Sachverhalt
A. Die Y._, ein Verein gemäss Art. 60 ff. ZGB, betreibt in der Gemeinde O.1_, Nähe der Grenze zu O.2_) offenbar seit 1977 auf den gepachteten Parzellen Nr. _ einen Modellflugplatz mit Clubhaus, Parkplatz und mittels Zaun und Sicherheitsnetzen abgeschirmtem Zuschauerbereich. Die (unbefestigte) Start- und Landepiste befindet sich auf den Grundstücken Nr. _ und _ ungefähr in der Nord-Süd-Achse. Die Y._ führt regelmässig öffentliche Flugveranstaltungen durch, an welchen nebst Zuschauern auch Modellflugpiloten aus der ganzen Schweiz teilnehmen.
B. Im Februar 2011 pflanzte X._ als damaliger Pächter (und seit ca. Spätsommer 2011 Eigentümer) der im Osten an die Parzelle Nr. _ angrenzenden, landwirtschaftlich genutzten Parzelle Nr. _ unter Einhaltung eines Grenzabstandes von ca. 6 Metern einen Nussbaum auf dem erwähnten Grundstück. Dieser befindet sich ungefähr auf der Höhe der nördlichsten Spitze der Parzelle _, mindestens um den Grenzabstand versetzt zum nördlichen Ende der Start- und Landepiste der Y._.
C. Nach Pflanzung des Nussbaumes im Jahre 2011 intervenierte die Y._ sowohl bei X._ wie auch bei der damaligen Eigentümerin der Parzelle Nr. _ gegen die Pflanzung des Baumes, da sie eine Beeinträchtigung des Flugbetriebes befürchtete. Die Bemühungen fruchteten nicht.
D. Die Y._ beschritt gegen X._, zwischenzeitlich Eigentümer der Parzelle Nr. _, am 26. Oktober 2011 den Rechtsweg und leitete ein Verfahren betreffend Rechtsmissbrauch, Beseitigung und Unterlassung ein, mit welchem sie die Entfernung des im Jahre 2011 gepflanzten Nussbaumes anstrebte. Die Klage wurde sowohl vom Bezirksgericht Landquart mit Entscheid vom 4. Dezember 2013, mitgeteilt am 17. Februar 2014 (Proz. Nr. _), wie in der Folge auch vom Kantonsgericht von Graubünden als Berufungsinstanz mit Urteil vom 9. Juli 2014, schriftlich mitgeteilt am 29. August 2014 (ZK1 14 34), abgewiesen. Beide Instanzen gelangten zum Schluss, dass mit dem einzigen, freistehenden Nussbaum kein Rechtsmissbrauch vorliege. Das Urteil des Kantonsgerichts erwuchs unangefochten in Rechtskraft.
E. Im Dezember 2014 bzw. im Mai 2015 pflanzte X._ auf seinem Grundstück Nr. _ fünf neue Nussbäume, nämlich drei in südlicher Richtung des bestehenden Nussbaumes aus dem Jahr 2011 und zwei in nördlicher Richtung desselben. Anfangs des Jahres 2018 pflanzte er in nördlicher Richtung
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zwei weitere Nussbäume ein, so dass sich nun nördlich des im Jahre 2011 gepflanzten Baumes fünf weitere Nussbäume befinden. Alle neun Bäume wurden in einer Achse angelegt und bilden eine Baumreihe.
F. Mit Gesuch vom 14. Oktober 2015 ersuchte die Y._ das Vermittleramt der Region Landquart um Vermittlung in der Streitsache. Anlässlich der Schlichtungsverhandlung vom 18. November 2015 konnte sich die Y._ nicht mit X._ einigen, so dass der Vermittler am 19. November 2015 die Klagebewilligung mit folgenden Rechtsbegehren ausstellte:
1. Der Gesuchsgegner sei unter Androhung der Ungehorsamsstrafe nach Art. 292 StGB sowie der Ersatzvornahme zu verpflichten, die drei letzten, im nördlichen Bereich neu gepflanzten Bäume auf dem Grundstück Nr. _, Grundbuch O.1_, angrenzend an das als Modellflugpiste genutzte Grundstück Nr. _, Grundbuch O.1_, unverzüglich und auf eigene Kosten zu beseitigen.
2. Es sei dem Gesuchsgegner unter Androhung der Ungehorsamsstrafe nach Art. 292 StGB generell zu untersagen, durch bauliche, pflanzliche oder sonstige Massnahmen im unten dargestellten Bereich seines Grundstückes den Betrieb des Modellflugplatzes auf den Grundstücken Nr. _, _ und _, Grundbuch O.1_, zu behindern oder zu erschweren.
3. Der Gesuchsgegner sei zu verpflichten, Überflüge von Modellfliegern über sein Grundstück Nr. _, Grundbuch O.1_, im unten dargestellten, nördlichen Parzellenbereich (rote Schraffierung) in Höhe von unter 10 Metern dauerhaft zu dulden.
[Parzellenscharfes Luftbild]
4. Eventualiter sei er zu verpflichten, Überflüge von Modellfliegern über sein Grundstück Nr. _, Grundbuch O.1_, im oben dargestellten, nördlichen Parzellenbereich (rote Schraffierung) in einer Höhe von unter 10 Metern ausserhalb der Zeiten, in denen sich Mensch und/oder Tiere zwecks Bewirtschaftung oder Weiden auf seinem Grundstück aufhalten, zu dulden.
5. Das Überflugverbot von 10 Metern als Teil des gerichtlichen Verbots vom 25. August 2015, veröffentlicht mit dem Amtsblatt des Kantons Graubünden vom _ 2015, sei auf den Rest der Parzelle Nr. _, Grundbuch O.1_, zu beschränken.
6. Unter voller gerichtlicher und aussergerichtlicher Kosten- und Entschädigungsfolge zuzüglich 8% MWSt zu Lasten des Gesuchsgegners.
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G. Mit Einreichung der Klage vom 7. März 2016 beim Regionalgericht Landquart prosequierte die Y._ das Verfahren frist- und formgerecht. Abgesehen davon, dass der Begriff "Gesuchsgegner" durch "Beklagter" ersetzt wurde, blieben die Rechtsbegehren gleich wie in der Klagebewilligung. Die Y._ leistete den von ihr eingeforderten Kostenvorschuss in Höhe von CHF 5'000.00. Der Schriftenwechsel fand mit Eingang der Duplik vom 4. Juli 2016 seinen Abschluss.
H. Mit Eingabe vom 22. Februar 2018 gelangte die Y._ an das Regionalgericht Landquart und führte unter Beilage von Situationsfotos im Sinne von neuen Tatsachen aus, dass X._ kürzlich, anschliessend an die drei Bäume im nördlichen Parzellenbereich, welche im bisherigen Verfahren Prozessgegenstand gebildet hätten, zwei weitere Nussbäume gepflanzt habe. Aufgrund dieser neuen Tatsachen sei das Rechtsbegehren Ziff. 1 der Klage vom 7. März 2016 (Proz. Nr. 115-2016-10) wie folgt anzupassen:
1. Der Beklagte sei unter Androhung der Ungehorsamsstrafe nach Art. 292 StGB sowie der Ersatzvornahme zu verpflichten, die fünf letzten, im nördlichen Bereich neu gepflanzten Bäume auf dem Grundstück Nr. _, Grundbuch O.1_, angrenzend an das als Modellflugpiste genutzte Grundstück Nr. _, Grundbuch O.1_, unverzüglich und auf eigene Kosten zu beseitigen.
I. Die Hauptverhandlung vor dem Regionalgericht Landquart fand am 28. November 2018 statt. Die Rechtsbegehren blieben gegenüber den Rechtsschriften bzw. gegenüber der Eingabe vom 22. Februar 2018 der Y._ unverändert.
J. Mit Entscheid vom 28. November 2018, mitgeteilt am 21. Januar 2019, erkannte das Regionalgericht Landquart was folgt:
1. In teilweiser Gutheissung der Klage wird X._ unter Androhung der Ungehorsamsstrafe nach Art. 292 StGB sowie der Ersatzvornahme gerichtlich verpflichtet, die fünf letzten, im nördlichen Bereich neu gepflanzten Bäume auf dem Grundstück Nr. _, Grundbuch O.1_, unverzüglich auf eigene Kosten zu beseitigen.
2. Im Übrigen wird die Klage abgewiesen.
3. Die Gerichtskosten in Höhe von CHF 7'500.00 werden zu einem Drittel dem Beklagten (somit CHF 2'500.00) und zu zwei Dritteln der Klägerin (somit CHF 5'000.00) auferlegt. Der Kostenanteil der Klägerin wird mit dem von ihr geleisteten Vorschuss in Höhe von CHF 5'000.00 verrechnet. Der Beklagte hat seinen Kostenanteil von CHF 2'500.00
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dem Gericht innert 30 Tagen mit beiliegendem Einzahlungsschein zu bezahlen.
4. Die klagende Partei hat die Gegenpartei mit CHF 2'500.00 (inkl. Barauslagen und MwSt.) aussergerichtlich zu entschädigen.
5. (Rechtsmittel)
6. (Mitteilung)
K. Mit Eingabe vom 18. Februar 2019 liess X._ (nachfolgend Berufungskläger), vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Markus Janett, gegen den Entscheid beim Kantonsgericht von Graubünden Berufung erheben mit folgenden Anträgen:
1. Die Ziff. 1, 3 und 4 des Dispositivs des angefochtenen Urteils des Regionalgerichts Landquart (Proz. Nr. 115-2016-10) vom 28. November 2018, eingegangen am 21. Januar 2019, seien aufzuheben.
2. Die Klage des Vereins Y._ sei vollumfänglich abzuweisen, soweit darauf einzutreten ist.
3. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolge (zuzüglich 7.7% MWST) zulasten des Klägers und Berufungsbeklagten für beide Instanzen.
L. Mit Verfügung des Vorsitzenden der I. Zivilkammer des Kantonsgerichts von Graubünden wurde der Berufungskläger zur Leistung eines Kostenvorschusses in Höhe von CHF 3'000.00 aufgefordert, dessen Eingang innert Frist verzeichnet werden konnte.
M. Die Y._ (nachfolgend Berufungsbeklagte), vertreten durch die Rechtsanwälte MLaw Alexander Egli und lic. iur. Hermann Just, liess in ihrer Berufungsantwort vom 28. März 2019 das Folgende beantragen:
1. Auf die Berufung des Berufungsklägers vom 18. Februar 2019 sei nicht einzutreten; eventualiter sei dieses vollumfänglich abzuweisen.
2. Unter voller gerichtlicher und aussergerichtlicher Kosten- und Entschädigungsfolge zuzüglich 7.7% MWST zulasten des Berufungsklägers.
N. Am 10. September 2019 fand an der strittigen Örtlichkeit ein Augenschein statt, zu welchem mit Verfügung des Vorsitzenden der I. Zivilkammer vom 14. Juni 2019 vorgeladen worden war. Die Parteien konnten sich an Ort und Stelle zu den tatsächlichen Verhältnissen, insbesondere zur Erschwerung der Start- und Landebedingungen durch die Baumpflanzung, frei äussern bzw. diese konkret
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veranschaulichen. Das Augenscheinprotokoll wurde den Parteien am 24. September 2019 zur Kenntnisnahme zugestellt.
O. Auf die weiteren Ausführungen in den Rechtsschriften, im angefochtenen Entscheid sowie in den Akten wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
II. Erwägungen

## Considerations