# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 7c6b2966-3b74-5156-afda-a78d1fd9d79c
**Court:** BE_VB
**Chamber:** BE_VB_001
**Year:** 2017
**Language:** de
**Jurisdiction:** BE / Espace_Mittelland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** Urban Planning and Environmental

## Facts

I. Sachverhalt
1. Die Beschwerdeführerin ist im Besitz einer abfallrechtlichen Betriebsbewilligung des
Amtes für Wasser und Abfall (AWA) vom 7. Dezember 2015, gültig bis 31. Dezember 2016.
Mit Gesuch vom 30. September 2016 ersuchte die Beschwerdeführerin fristgerecht um
Erneuerung dieser Betriebsbewilligung. Mit Entscheid vom 26. April 2017 verweigerte das
AWA die nachgesuchte Erneuerung der abfallrechtlichen Betriebsbewilligung und ordnete
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die Betriebsschliessung innert Frist von 6 Monaten an, unter Androhung der
Ersatzvornahme (Zwangsvollstreckung) und einer Busse.
2. Dagegen reichte die Beschwerdeführerin am 29. Mai 2017 Beschwerde bei der Bau-,
Verkehrs- und Energiedirektion des Kantons Bern (BVE) ein. Sie beantragt die Aufhebung
der angefochtenen Verfügung und macht insbesondere geltend, die Betriebsschliessung
treffe sie unverhältnismässig hart und entziehe ihr bzw. ihrem Betriebsführer die
wirtschaftliche Existenz. Sie verlangt ferner die Wiederherstellung der aufschiebenden
Wirkung, die ihr gemäss Ziff. 3.2. der angefochtenen Verfügung entzogen worden ist. Mit
Zwischenverfügung vom 23. Juni 2017 wies das Rechtsamt der BVE dieses Gesuch ab.
Dieser Entscheid trat unangefochten in Rechtskraft.
Das Rechtsamt beteiligte den Grundeigentümer der betroffenen Parzelle von Amtes wegen
am Verfahren, holte die Vorakten ein und führte den Schriftenwechsel durch. Das AWA
beantragt in seiner Stellungnahme vom 14. Juli 2017 die Abweisung der Beschwerde und
die Bestätigung der angefochtenen Verfügung. Der von Amtes wegen am Verfahren
Beteiligte hat sich nicht vernehmen lassen. Die Parteien erhielten die Gelegenheit zur
Einreichung von Schlussbemerkungen, machten davon aber nicht Gebrauch.
3. Auf die Rechtsschriften und Vorakten wird, soweit für den Entscheid wesentlich, in
den nachfolgenden Erwägungen eingegangen

## Considerations

II. Erwägungen
1. Eintreten
Angefochten ist ein Entscheid des AWA gestützt auf die Verordnung über den Verkehr mit
Abfällen (VeVA1) sowie auf das Abfallgesetz (AbfG2) und die Abfallverordnung (AbfV3).
Gemäss Art. 62 Abs. 1 Bst. a VRPG4 beurteilt die in der Sache zuständige Direktion
1 Verordnung des Bundesrates vom 22. Juni 2005 über den Verkehr mit Abfällen (VeVA; SR 814.610) 2 Gesetz vom 18. Juni 2003 über die Abfälle (Abfallgesetz, AbfG; BSG 822.1) 3 Abfallverordnung vom 11. Februar 2004 (AbfV; BSG 822.111) 4 Gesetz vom 23. Mai 1989 über die Verwaltungsrechtspflege (VRPG; BSG 155.21)
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Beschwerden gegen Verfügungen von ihr untergeordneten Verwaltungseinheiten, sofern
nicht die Gesetzgebung ein Rechtsmittel unmittelbar an eine andere Rechtsmittelinstanz
vorsieht. Die Abfallgesetzgebung sieht keine andere Rechtsmittelinstanz vor. Die BVE ist
somit zur Beurteilung der Beschwerde gegen den Entscheid des AWA zuständig.
Zur Beschwerde ist befugt, wer vor der Vorinstanz am Verfahren teilgenommen hat, durch
den angefochtenen Entscheid besonders berührt ist und ein schutzwürdiges Interesse an
der Aufhebung des Entscheids hat (Art. 65 Abs. 1 VRPG). Die Beschwerdeführerin ist als
Adressatin der angefochtenen Verfügung ohne weiteres zur Beschwerde legitimiert. Auf
ihre form- und fristgerecht eingereichte Beschwerde wird eingetreten.
2. Verweigerung der abfallrechtlichen Betriebsbewilligung
a) Die Beschwerdeführerin räumt ein, dass in der bisherigen Betriebsführung Mängel
aufgetreten seien. Andererseits hätten die Polizei und das AWA "geradezu nach Fehlern
des Betriebsführers gesucht" und dessen Bemühungen ausser Acht gelassen. Bei
Besuchen der Polizei seien "lediglich Fotografien gemacht worden", als diese
"vorübergehende Missstände" feststellen konnten. Dabei habe die Polizei es unterlassen,
auch festzuhalten, dass sie bei weiteren Besuchen nach dem 10. März 2017 "alles in
bester Ordnung" vorgefunden habe. Den Ausführungen des AWA könne nicht gefolgt
werden. Es habe sich mit den Argumenten der Beschwerdeführerin nicht
auseinandergesetzt und gelange so zu einer falschen Schlussfolgerung, welche nicht
verhältnismässig sei. Eine Betriebsschliessung könne nur als ultima ratio angesehen und
wirtschaftliche Werte nicht ohne Not vernichtet werden. Der Betriebsführer bemühe sich
um eine ordnungsgemässe Betriebsführung und bestreite damit seinen Lebensunterhalt.
Würde man den Betrieb schliessen, sei dies der Verlust dieser (wirtschaftlichen)
Lebensgrundlage. Im Sinne der Verhältnismässigkeit sei eine mildere Massnahme
vorzusehen.
b) Das AWA verweist zur Begründung seiner angefochtenen Verfügung darauf, dass die
Betriebsführung durch den Betriebsführer sowohl im Betrieb der Beschwerdeführerin als
auch ihrer Vorgängerin5 Anlass wiederkehrender Beanstandungen gewesen ist. Diese
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betreffen vorab die Nichteinhaltung der Auflage der baupolizeilichen Bewilligung (Verstoss
gegen das Verbot, die Aussenflächen der Halle als Lager zu nutzen), die Nichteinhaltung
der abfallrechtlichen Betriebsbewilligung (Entgegennahme nicht bewilligter Abfälle bzw.
Sonderabfälle) und den wiederholten Verstoss gegen die gemäss Betriebsbewilligung und
VeVa geltende Meldepflicht über Art und Menge der entsorgten Abfälle. Diese
Beanstandungen führten teilweise zu Strafanzeigen bei der zuständigen
Staatsanwaltschaft Emmental-Oberaargau wegen Verstössen gegen die Umweltschutz-,
Gewässerschutz- und Abfallgesetzgebung. Ferner wurden den Betrieb betreffend weitere
Meldungen gemacht (Verstösse gegen das Ausländergesetz sowie Arbeitsunfall mit
verletzter Person).
c) Der Bund schreibt vor, dass Entsorgungsunternehmen, die Sonderabfälle oder
andere kontrollpflichtige Abfälle entgegennehmen, für jede Betriebsstätte eine Bewilligung
der kantonalen Behörde benötigen (Art. 8 Abs. 1 VeVA). Dementsprechend hat der Kanton
Bern geregelt, dass stationäre und mobile Abfallanlagen eine kantonale
Betriebsbewilligung brauchen (Art. 17 Abs. 1 AbfG). Der Kanton erteilt die
Betriebsbewilligung, wenn die Gewähr besteht, dass die Abfälle umweltverträglich entsorgt
werden (Art. 10 Abs. 1 VeVA und Art. 17 Abs. 2 AbfG). Er erteilt die Bewilligung für
höchstens fünf Jahre (Art. 10 Abs. 3 VeVA und Art. 17 Abs. 4 AbfG).
Die Kantone vollziehen die Verordnung über den Verkehr mit Abfällen, soweit diese den
Vollzug nicht dem Bund überträgt (Art. 37 VeVA). Die zuständige Stelle der BVE vollzieht
das Abfallgesetz, seine Ausführungsbestimmungen und die gestützt darauf erlassenen
Verfügungen, soweit diese Aufgaben dem Kanton übertragen sind und soweit der Vollzug
nicht einem anderen Amt obliegt. Die zuständige Stelle der BVE vollzieht insbesondere die
Vorschriften über die Abfallanlagen (Art. 30 Abs. 1 und Abs. 2 Bst. b AbfG). Die Behörden
erlassen die zum Vollzug des Gesetzes notwendigen Verfügungen (Art. 33 Abs. 1 AbfG).
Stellt die Behörde eine Missachtung einer vollstreckbaren Verfügung oder eine andere
Rechtswidrigkeit fest, verfügt sie die Schaffung oder Wiederherstellung des rechtmässigen
Zustandes (Art. 34 AbfG).
d) Gemäss der angefochtenen Verfügung vom 26. April 2017 hat das AWA die
nachgesuchte Erneuerung der abfallrechtlichen Bewilligung verweigert. Zur Verweigerung
der Betriebsbewilligung ist das AWA aufgrund seiner Zuständigkeit für die Erteilung dieser
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Bewilligung ohne weiteres berechtigt. Somit muss einzig geprüft werden, ob die
Voraussetzungen für die Verweigerung der Betriebsbewilligung gegeben sind bzw. waren.
e) Aus den vorhandenen Unterlagen ergibt sich folgendes: Der Betrieb der damaligen
«D._», Vorgängerin der Beschwerdeführerin (mit gleichem Betriebsführer) wurde
mit Bauentscheid der Baukommission Herzogenbuchsee vom 19. Juli 2013 unter Auflagen
bewilligt.6 Bestandteil der Baubewilligung ist unter anderem der Amtsbericht Wasser und
Abfall des AWA vom 20. Juni 2013.7 Demzufolge gilt für den Betrieb folgende Auflage: "Ziff. 3.4 Ausserhalb der Halle ist jegliches Waschen von Fahrzeugen, Maschinen, Geräten usw.
sowie das Lagern und der Umgang mit wassergefährdenden Stoffen nicht zulässig. Zudem dürfen
keine Unfall- Pannenfahrzeuge sowie Altfahrzeuge, Fahrzeugteile, ausgediente Sachen, Altmetalle,
Mulden oder andere Materialien abgestellt werden. Gestattet ist lediglich das Parkieren
immatrikulierter Fahrzeuge."
Gemäss den Vorakten hat die Beschwerdeführerin wie auch ihre Vorgängerin, die
«D._» (mit gleichem Betriebsführer), seit 2013 wiederholt bzw. "chronisch" gegen
diese Auflage verstossen, wie dies durch das AWA8, die Kantonspolizei des Kantons Bern9
wie auch durch die Gemeinde Herzogenbuchsee10 verschiedentlich festgestellt und
dokumentiert wurde.11 Dabei wurde aufgenommen, dass die Beschwerdeführerin entgegen
der Auflage im Aussenbereich der Halle Mulden platziert, Altmetall und andere Abfälle
gelagert hatte und im Aussenbereich nicht immatrikulierte Fahrzeuge oder andere, nicht
mehr funktionsfähige Fahrzeuge und Maschinen (z.B. ausgedienter Hubstapler) abgestellt
waren.12
6 Vorakten: Ziff. 6: Baubewilligung für die Umnutzung Gewerbehalle für Handel mit Metallen zu Gunsten der damaligen «D._» 7 Vorakten, Ziff. 4: Amtsbericht AWA vom 20. Juni 2013 8 Vorakten, Ziff. 8: Bericht vom 25. Juni 2014 (unangemeldete Betriebskontrolle) sowie Ziff. 10: Inspektionsbericht vom 15. August 2014 beide betreffend «D._» 9 Vorakten, Ziff. 30: Berichtsrapport der Kantonspolizei vom 16. September 2016 (Verweis auf Feststellung vom 12.7.2016 bzw. früher) und Ziff. 36: Berichtsrapport der Kantonspolizei vom 31. Oktober 2016 mit Dokumentationen (Ziff. 33 bis 35) betreffend «A._» 10 Vorakten, Ziff. 40: Bericht der EG Herzogenbuchsee vom 30. November 2016 11 Vorakten, Ziff. 30: Berichtsrapport der Kantonspolizei vom 16. September 2016 (Verweis auf Feststellung vom 12.7.2016 bzw. früher) und Ziff. 36: Berichtsrapport der Kantonspolizei vom 31. Oktober 2016 mit Dokumentationen (Ziff. 33 bis 35) betreffend «A._» 12 Vgl. insbes. Vorakten: Fotodokumentationen in den Ziff. 33, 40 und 50 (Beilage zu Bericht Kapo vom 10. März 2017)
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Zudem war die Beschwerdeführerin gemäss der abfallrechtlichen Betriebsbewilligung vom
7. Dezember 201513 gehalten, nur bestimmte Abfälle entgegen zu nehmen. Die Abfallarten
ergeben sich aus der Verordnung des UVEK vom 18. Oktober 2005 über Listen zum
Verkehr mit Abfällen14 und sind nach ihrer Umweltgefährdung klassiert (Sonderabfälle [S],
andere kontrollpflichtige Abfälle mit Begleitscheinpflicht [akb] sowie andere
kontrollpflichtige Abfälle ohne Begleitscheinpflicht ([ak]).
Dem Betrieb der Beschwerdeführerin wurden in Ziffer 3 und 4 der Betriebsbewilligung die
folgenden Abfälle zur Annahme bewilligt:
- Metallabfälle, inklusive ausgedienter Geräte ohne Motorenantrieb (nicht klassiert)
- Mischschrott (nicht klassiert)
- Altkabel, die Öl, Kohlenteer oder andere gefährliche Stoffe enthalten (17 04 10 [S])
- Altkabel mit Ausnahme derjenigen die unter 17 04 10 fallen (17 04 11 [ak])
- Bleibatterien und Bleiakkumulatoren (16 06 01 [S])
Die Beschwerdeführerin hat laut Betriebsbewilligung durch eigene Kontrollen zu
garantieren, dass keine nicht bewilligten Abfälle angenommen und behandelt werden (vgl.
Ziff. 4.2). Entgegen dieser Vorgaben hat die Beschwerdeführerin wiederholt nicht zur
Annahme bewilligte Abfälle wie Farbabfälle (S), Altöl (S), elektrische und elektronische
Geräte (ak), Altreifen (ak), Altholz (ak) sowie nicht klassierte Abfälle wie Bootsmotoren,
Gartengeräte mit Motorenantrieb und Rasenmäher widerrechtlich entgegengenommen.15
Dies obwohl dem Betriebsführer bereits mit der Betriebsbewilligung für die «D._»
vom 20. Juni 201316 nur die bereits erwähnten Abfallarten (Metallabfälle und Mischschrott)
und Sonderabfälle zur Annahme bewilligt worden waren.
Schliesslich hat die Beschwerdeführerin bzw. ihr Betriebsführer wiederholt gegen die
gemäss Art. 12 Abs. 1 und 2 VeVa geltende Meldepflicht verstossen, wonach Menge und
Art der angenommenen Abfälle zu dokumentieren und in die elektronische Datenbank des
Bundes (sog. «VeVa-Online») einzuspeisen sind.17 Das AWA war daher immer wieder
13 Vorakten, Ziff. 27 14 SR 814.610.1 15 Vorakten, insbes. Ziff. 30 und 36 (mit Beilagen;, insbes. Ziff. 34 (Dokumentation Haupthalle); bezüglich «D._» insbes. Ziff. 8 und 10 16 Vorakten, Ziff. 5: Abfallrechtliche Bewilligung des AWA vom 20. Juni 2013 17 Vorakten, Ziff. 7, 11, 17, 21-23 sowie 28: mehrere Verfügungen des AWA betreffend «D._» sowie Strafanzeige und eine Verfügung betreffend die Beschwerdeführerin.
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gezwungen, den Betriebsführer anzumahnen, Verfügungen zu erlassen und die
notwendigen Eintragungen schliesslich von Amtes vorzunehmen.18
Die wiederholten Verstösse gegen die Baubewilligung, die abfallrechtliche
Betriebsbewilligung und gegen die Meldepflicht nach VeVa sowie die weiteren
Vorkommnisse (Verstoss gegen die Ausländergesetzgebung und der Arbeitsunfall) führten
zu Strafanzeigen gegen den Betriebsführer bei der zuständigen Staatsanwaltschaft
Emmental-Oberaargau.19 Die dokumentierten Ereignisse sind sowohl von ihrer Häufigkeit
als auch von ihrer Schwere derart einzustufen, dass das Gesuch um Erneuerung der
abfallrechtlichen Betriebsbewilligung nicht positiv beurteilt werden kann. Entgegen der
Einschätzung der Beschwerdeführerin ist hinreichend belegt, dass die Betriebsführung der
Beschwerdeführerin bzw. ihres Betriebsführers keine Gewähr dafür gibt, dass die Abfälle
im Sinne der Auflagen entgegen genommen und umweltverträglich entsorgt und auch die
Auflagen der baupolizeilichen Bewilligung eingehalten werden. Damit fehlen die
Voraussetzungen zur Erneuerung der erteilten Betriebsbewilligung (Art. 10 Abs. 1 VeVA
und Art. 17 Abs. 2 AbfG).
f) Das AWA hat die Betriebsbewilligung somit zu Recht verweigert. Dass die
Beschwerdeführerin geltend macht, zwischenzeitlich werde der Betrieb ordnungsgemäss
geführt und der Aussenbereich vollumfänglich freigehalten, vermag an der fehlenden
Gewähr für eine umweltverträgliche Abfallentsorgung nichts zu ändern. Zudem bestehen
grosse Vorbehalte gegenüber der "generellen" Betriebsführung der Beschwerdeführerin, da
die Behörden bzw. das AWA einen unverhältnismässig grossen Aufwand betreiben
müssen um den Betriebsführer bezüglich Einhaltung der Bau- und Betriebsbewilligung und
der Meldepflichten nach VeVa in die Pflicht zu nehmen. Damit zeigt sich, dass die
Beschwerdeführerin bzw. ihr Betriebsführer offensichtlich entweder nicht willens oder nicht
fähig ist, den Betrieb gemäss den gesetzlichen und behördlichen Vorgaben zu führen.
Die Beschwerdeführerin bietet keine Gewähr für eine umweltverträgliche Entsorgung der
Abfälle. Aufgrund der bisherigen Erfahrungen mit dem Betriebsführer und den bekannten
Missständen bei der Rechtsvorgängerin, hätte das AWA bereits bei der Beurteilung der
Übertragung der Betriebsbewilligung auf die Beschwerdeführerin Ende 2015 zu diesem
18 Vorakten, Ziff. 23 19 Vorakten, Ziff. 21 (Anzeige wegen unterlassener Meldepflicht VeVa), Ziff. 30 (Widerhandlung gegen USG/AbfG und Verstoss gegen Baubewilligung) sowie Ziff. 32 ff.
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Ergebnis kommen und die Bewilligung verweigern können. Diese Frage braucht aber nicht
abschliessend geklärt zu werden. Eine Weiterführung des Betriebs konnte unter den
gegebenen Umständen jedenfalls nicht mehr bewilligt werden. Die Beschwerde erweist
sich insoweit als unbegründet und wird abgewiesen.
3. Anordnungen für die Betriebsschliessung
a) Gleichzeitig mit der Verweigerung der abfallrechtlichen Betriebsbewilligung hat das
AWA in der angefochtenen Verfügung die Betriebsschliessung eingeleitet. Die
Beschwerdeführerin ist der Ansicht, die verlangte Betriebseinstellung sei
unverhältnismässig und es sei eine mildere Massnahme vorzusehen.
b) Zunächst kann festgehalten werden, dass das AWA aufgrund seiner Vollzugsaufgabe
bezüglich Schaffung oder Wiederherstellung des rechtmässigen Zustandes (Art. 34 AbfG)
zur Einleitung der Betriebsschliessung zuständig ist. Näher geprüft werden muss jedoch,
ob die angeordneten Massnahmen verhältnismässig sind. Verhältnismässig sind diese
dann, wenn sie geeignet, erforderlich und zumutbar sind.
Entsorgungsunternehmen, die kontrollpflichtige Abfälle entgegennehmen, benötigen für
jede Betriebsstätte eine Bewilligung (Art. 8 Abs. 1 VeVA). Ohne abfallrechtliche
Betriebsbewilligung ist die Beschwerdeführerin deshalb nicht mehr befugt, einen Betrieb
zur Abfallentsorgung zu führen. Die einzelnen angeordneten Massnahmen in den Ziffern
3.2 bis 3.7 der angefochtenen Verfügung dienen der Betriebsschliessung und sind somit
geeignet und erforderlich, um den rechtmässigen Zustand herzustellen. Aufgrund der
längeren Vorgeschichte sind die angeordneten Massnahmen auch zumutbar. Die
Beschwerdeführerin bzw. der Betriebsleiter, der den Betrieb mit Unterbruch seit 2013 führt,
hatte mehrere Jahre Gelegenheit, den Betrieb entsprechend den Auflagen der
Baubewilligung und der abfallrechtlichen Betriebsbewilligung20 geordnet zu führen.
Dennoch hat er wiederholt bzw. dauernd gegen die Auflage verstossen, dass er im
Aussenbereich keine Altmetalle, Mulden und Fahrzeugen bzw. Maschinen lagern darf und
er hat wiederholt Abfälle entgegen genommen, zu deren Annahme er nicht berechtigt ist.
20 Vorakten, Ziff. 5: Abfallrechtliche Betriebsbewilligung vom 20. Juni 2013 für die «D._» sowie Ziff. 27: Abfallrechtliche Betriebsbewilligung vom 7. Dezember 2015 für die «A._»
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Insofern stellt sich die Frage, ob der Betrieb nicht bereits früher hätte geschlossen werden
können. Heute kann jedenfalls nicht davon gesprochen werden, dass die Schliessung
unzumutbare Folgen für die Beschwerdeführerin hat. Sie bzw. ihr Betriebsführer konnten
diese Folgen vorhersehen und hätten sie auch vermeiden können. Wenn sie die
angefochtene Verfügung nun hart trifft, so hat sie diese Konsequenzen letztlich selbst zu
verantworten. Im Lichte der gravierenden Vorkommnisse sind denn auch keine milderen
Massnahmen für den strittigen Betrieb ersichtlich. Insbesondere kann die
Beschwerdeführerin im jetzigen Zeitpunkt kein Vertrauen mehr in eine mögliche
Verbesserung der Betriebsführung für sich beanspruchen.
Die Beschwerde erweist sich somit als unbegründet. Sie wird abgewiesen und die
angefochtene Verfügung bestätigt.
4. Kosten
a) Die oberinstanzlichen Verfahrenskosten bestehen aus einer Pauschalgebühr
(Art. 103 Abs. 1 VRPG21). Für Entscheide in einer Verwaltungsjustizsache wird eine
Pauschalgebühr von Fr. 200.-- bis Fr. 4'000.-- je Beschwerde erhoben (Art. 19 Abs. 1
i.V.m. Art. 4 Abs. 2 GebV22). In Anwendung dieser Bestimmung wird die Pauschale auf
Fr. 1'000.-- festgelegt.
Die Verfahrenskosten werden der unterliegenden Partei auferlegt, es sei denn, das
prozessuale Verhalten einer Partei gebiete eine andere Verlegung oder die besonderen
Umstände rechtfertigten, keine Verfahrenskosten zu erheben (Art. 108 Abs. 1 VRPG). Bei
diesem Ausgang des Verfahrens gilt die Beschwerdeführerin als unterliegende Partei. Sie
hat demzufolge die Verfahrenskosten von Fr. 1'000.-- zu tragen.
b) Parteikosten sind keine zu sprechen. Solche sind nur bei der Beschwerdeführerin
entstanden. Als unterliegende Partei hat sie jedoch keinen Anspruch auf Ersatz ihrer
Parteikosten (Art. 108 Abs. 3 VRPG).
21 Gesetz vom 23. Mai 1989 über die Verwaltungsrechtspflege (VRPG; BSG 155.21) 22 Verordnung vom 22. Februar 1995 über die Gebühren der Kantonsverwaltung (Gebührenverordnung, GebV; BSG 154.21)
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