# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** a5df9aa0-fd21-4d75-9c99-c9661b4866da
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2019
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
Die 1979 geborene X._ war als Geschäftsführerin in ihrer eigenen Firma, der Y._ GmbH, in einem 100 %-Pensum tätig und bei der Suva gegen die Folgen von Unfällen versichert, als sie am 11. November 2016 bei einem Waldspaziergang stolperte und dabei ein Supinations-/Inversions
trau
ma des oberen Sprunggelenkes (OSG) links erlitt. Die Suva erbrachte die gesetz
lichen Leistungen. Mit Verfügung vom 26. April 2017 stellte sie die
Leistungen
per 30. April 2017 ein (Urk. 7/42). Die dagegen erhobene Einsprache wies sie mit Entscheid vom 25. September 2017 ab (Urk. 7/60 = Urk. 2).
2.
Dagegen erhob die Versicherte mit Eingabe vom 23. Oktober 2017 Beschwerde und beantragte, der angefochtene Entscheid sei aufzuheben und die Leistungen seien auch nach dem 30. April 2017 zu erbringen (Urk. 1). Mit Beschwer
de
ant
wort vom 30. November 2017 beantragte die Beschwerdegegnerin die Abweisung der Beschwerde (Urk. 6), was der Beschwerdeführerin mit Verfügung vom 1. Dezem
ber 2017 mitgeteilt wurde (Urk. 8). Mit Eingabe vom 11. Dezember 2017 reichte die Beschwerdeführerin eine Stellungnahme und einen Arztbericht ein (Urk. 9 und Urk. 10), welche der Beschwerdegegnerin am 13. Dezember 2017 zur Kenntnisnahme zugestellt wurden (Urk. 11).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Unterlagen ist, soweit für
die Entscheidfindung erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen einzuge
h
en.
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Am 1. Januar 2017 sind die am 25. September 2015 beziehungsweise am 9. Novem
ber 2016 verabschiedeten geänderten Bestimmungen des Bundesge
set
zes über die Unfallversicherung (UVG) und der Verordnung über die Unfall
ver
sicherung (UVV) in Kraft getreten.
Gemäss den allgemeinen übergangsrechtlichen Regeln sind der Beurteilung jene Rechtsnormen zu Grunde zu legen, die in Geltung standen, als sich der zu den materiellen Rechtsfolgen führende und somit rechtserhebliche Sachverhalt ver
wirklicht hat (vgl. BGE 127 V 466 E. 1, 126 V 134 E. 4b, je mit Hinweisen). Dem
entsprechend sehen die Übergangsbestimmungen zur Änderung vom 25. Septem
ber 2015 des UVG vor, dass Versicherungsleistungen für Unfälle, die sich vor dem 1. Januar 2017 ereignet haben, und für Berufskrankheiten, die vor diesem Zeit
punkt ausgebrochen sind, nach bisherigem Recht gewährt werden (Absatz 1 der genannten Übergangsbestimmungen).
Der hier zu beur
teilende Unfall hat sich am 11.
November 2016 ereignet, weshalb die bis 31. Dezember 2016 gültig gewesenen Normen auf den vorliegenden Fall Anwendung finden und in dieser Fassung zitiert werden.
1.2
Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss UVG setzt voraus, dass zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Inva
lidität, Tod) ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht. Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne deren Vorhan
den
sein der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der glei
chen Weise beziehungsweise nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann. Entsprechend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des natürlichen Kausal
zusammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleinige oder un
mittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schädi
gende Ereignis zusammen mit anderen Bedingungen die körperliche oder geis
tige Integrität der versicherten Person beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht weg
gedacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene ge
sundheitliche Störung entfiele (BGE 129 V 177 E. 3.1, 402 E. 4.3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, worüber die Ver
waltung beziehungsweise im Beschwerdefall das Gericht im Rahmen der ihm oblie
genden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse Mög
lichkeit eines Zusammenhangs genügt für die Begründung eines Leistungs
anspruches nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
1.3
Wird durch den Unfall ein krankhafter Vorzustand verschlimmert oder überhaupt erst manifest, fällt der natürliche Kausalzusammenhang dahin, wenn und sobald der Gesundheitsschaden nur noch und ausschliesslich auf unfallfremden Ursa
chen beruht. Dies trifft dann zu, wenn entweder der Gesundheitszustand, wie er unmittelbar vor dem Unfall bestanden hat (Status quo ante) oder aber derjenige Zustand, wie er sich nach dem schicksalsmässigen Verlauf eines krankhaften Vor
zustandes auch ohne Unfall früher oder später eingestellt hätte (Status quo sine), erreicht ist (RKUV 1992 Nr.
U 142 S.
75 E.
4b mit Hinweisen; nicht publiziertes Urteil des Bundesgerichts U
172/94 vom 26.
April 1995). Das Dahinfallen jeder kausalen Bedeutung von unfallbedingten Ursachen eines Gesundheitsschadens muss mit dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwie
gen
den Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sein (RKUV 2000 Nr.
U 363 S.
45; BGE
119 V 7 E. 3c/aa). Die blosse Möglichkeit nunmehr gänzlich fehlender ursächlicher Auswirkungen des Unfalls genügt nicht. Da es sich hiebei um eine anspruchsauf
hebende Tatfrage handelt, liegt aber die entsprechende Beweislast – anders als bei der Frage, ob ein leistungsbegründender natürlicher Kausalzusammenhang gegeben ist – nicht bei der versicherten Person, sondern beim Unfallversicherer (RKUV 1994 Nr.
U 206 S.
328
f. E.
3b, 1992 Nr.
U 142 S. 76). Diese Beweis
grundsätze gelten sowohl im Grundfall als auch bei Rückfällen und Spätfolgen und sind für sämtliche Leistungsarten massgebend (Urteil des Bundesgerichts 8C_637/2013 vom 11.
März 2014 E. 2.3.1 mit Hinweisen).
Mit dem Erreichen des Status quo sine vel ante entfällt eine Teilursächlichkeit für die noch bestehenden Beschwerden. Solange jedoch der Status quo sine vel ante
noch nicht wieder erreicht ist, hat der Unfallversicherer gestützt auf Art. 36 Abs.
1 UVG in aller Regel neben den Taggeldern auch Pflegeleistungen und Kostenver
gütungen zu übernehmen, worunter auch die Heilbehandlungskosten nach Art. 10
UVG fallen (Urteil des Bundesgerichts 8C_637/2013 vom 11. März 2014 E. 2.3.2).
1.4
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vor
-
akten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
Auch den Berichten und Gutachten versicherungsinterner Ärzte und Ärztinnen kommt Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar be
grün
det sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuver
lässigkeit bestehen. Die Tatsache allein, dass der befragte Arzt oder die befragte Ärztin in einem Anstellungsverhältnis zum Versicherungsträger steht, lässt nicht schon auf mangelnde Objektivität und auf Befangenheit schliessen. Es bedarf vielmehr besonderer Umstände, welche das Misstrauen in die Unparteilichkeit der Beurteilung objektiv als begründet erscheinen lassen. Im Hinblick auf die erheb
liche Bedeutung, welche den Arztberichten im Sozialversicherungsrecht zukommt
, ist an die Unparteilichkeit des Gutachters oder der Gutachterin allerdings ein strenger Massstab anzulegen (RKUV 1999 Nr. U 356 S. 572; BGE 135 V 465 E. 4.4, 125 V 351 E. 3b/ee, 122 V 157 E. 1c; vgl. auch BGE 123 V 331 E. 1c).
2.
2.1
Im angefochtenen Entscheid erwog die Beschwerdegegnerin, in Würdigung der medizinischen Akten müsse festgehalten werden, dass nicht von einer richtungs
gebenden Verschlimmerung im Sinne einer wesentlichen strukturellen Verände
rung ausgegangen werden könne. Das Unfallereignis habe für eine gewisse Zeit zu Reizungen im Sinne einer vorübergehenden Verschlimmerung geführt. Diese seien jedoch spätestens 16 Wochen nach dem Ereignis nicht mehr darauf zurück
zuführen. Die Beschwerden mit der sprunghaften Sehne könnten aufgrund der medizinischen Akten auf keinen Fall auf das Ereignis vom 11. November 2016 zurückgeführt werden. Daran änderten auch die später nachgereichten Berichte von Dr. Z._ vom 20. Juni 2017 und 14. August 2017 nichts, der von einem Verdacht auf eine Subluxation der Peroneus longus Sehne spreche. Einen Zu
sammenhang zwischen diesem Verdacht einer subluxierten Sehne und dem Ereig
nis vom 11. November 2016 könne jedoch auch Dr. Z._ nicht liefern. Er argumentiere höchstens post hoc ergo propter hoc (Urk. 2 S. 7).
2.2
Die Beschwerdeführerin machte dagegen im Wesentlichen geltend, die Suva habe ihre gesamte Diagnostik und die Auswertungen ohne eine eigene ärztliche Unter
suchung getroffen. Die Diagnose von Dr. A._ basiere alleine auf schriftlichen Unterlagen und nicht auf persönlichen Erkenntnissen. Mit der Sehne habe sie nie
irgendwelche Probleme gehabt, diese springe erst seit dem Unfall vom 11. Nove
m
ber 2016 (Urk. 1).
3.
3.1
Die ärztliche Erstkonsultation erfolgte am 15. November 2016 bei Dr. med. B._, Facharzt für Allgemeine und Innere Medizin. In seinem Arztzeug
nis UVG vom 3. Dezember 2016 gab er als Befund
keine Schwellung
und
kein Hämatom
an. Es könne eine Subluxation der Peroneus longus Sehne provoziert werden. Als Diagnose nannte er eine
Luxation der Peroneus brevis Sehne OSG links
(Urk. 7/14).
3.2
Dr. med. Z._, Facharzt für Orthopädische Chirurgie, diagnos
ti
zierte in seinem Bericht vom 23. November 2016 eine
Luxation der Peroneus brevis Sehne OSG links
sowie einen Status nach OSG-Band-Plastik 1997. Die Beschwerdeführerin berichte über einen lateralen Schmerz im Bereich des OSG und
subjektive Blockaden.
Im Untersuchungsbefund nannte Dr. Z._ eine reizlose Operationsnarbe im Bereich der distalen Fibula. Die
Peroneus brevis Sehne
ver
laufe ventral der Fibulaspitze
. Die Peroneus longus Sehne sei regelrecht. Durch Pro- und Supination sowie Flexion/Extension könne ein Subluxieren der Sehne provoziert werden. Manuell könne diese nicht in die ursprüngliche Lage versetzt werden. Es bestehe kein Druckschmerz im Bereich des ventralen Kapsel
bandapparates, kein Talusvorschub sowie keine laterale Aufklappbarkeit. Der Frick
- und Squeeze-Test sei negativ. Im Röntgen des OSG links zeige sich eine reguläre Stellung des OSG ohne Hinweis auf Verkalkung oder knöcherne Anbau
ten (Urk. 7/12).
3.3
Am 5. Dezember 2016 wurde ein MRI des OSG links durchgeführt. Dieses ergab einen Status nach lateraler Bandplastik mit lokalen Suszeptibilitätsartefakten,
eine normale di
cke und in Kontinuität erhalten
e Sehne des Musculus peroneus brevis
, einen Erguss in der Sehnenscheide des Musculus flexor hallucis longus, soweit beurteilbar
unauffällige Knorpelverhältnisse im OSG und USG
sowie einen intakten medialen Bandapparat (Urk. 7/15).
3.4
Dr. Z._ stellte in seinem Bericht vom 24. Februar 2017 die Diagnose eines
Verdachts auf Peronealsehnensubluxation
bei Status nach OSG-Bandplastik sowie Tendinose der Flexoris halluci longus Sehne. Das MRI zeige eine intakte laterale Bandplastik, eine
regelrecht erhaltene Sehne des Peroneus brevis
, einen leichten Erguss im Bereich der Sehnenscheide des Musculus hallucis longus und unauffällige Knorpelverhältnisse. Der MRI-Befund zeige eine regelrechte Position des lateralen Bandapparates um die Peronealsehne. Allerdings würden Sprungge
lenke im MRI in Plantarflexion gelagert.
Klinisch imponiere weiterhin eine Sub
luxation der Peronealsehnen
. Weiterhin könne jedoch ein Narbenimpingement im Bereich des ehemaligen anterolateralen Kapselbandapparates bestehen (Urk. 7/29).
3.5
Dr. med. C._, Facharzt Allgemeinchirurgie und Traumatologie, Stv. Chefarzt Chirurgie am Spital D._, nannte in seinem Bericht vom 13. April 2017 betreffend die Untersuchung vom 23. März 2017 als Diagnosen einen Status nach Supinations-/Inversionstrauma OSG links 11.11.2016 und einen Status nach Bandplastik OSG links 1993. Als Befunde erwähnt er ein OSG links mit schwell
ungsfreien Weichteilverhältnissen und zarten reizlosen Narben
verhältnissen über dem lateralen Malleolus, spitzennahe anterolateral lasse sich in der Subkutis eine zystenartig in der Unterlage verschiebliche Weichteilinduration palpieren an der sich reproduzierbar Druckschmerzen auslösen liessen, anterior davon befinde sich
subkutan streifig verdicktes Unterhautgewebe. Aktuell bestehe keine Druck
schmer
zhaftigkeit im Peronealsehnenfach
und keine Peronealsehnenluxation im Provokationstest
. Das MRI des OSG links vom 5. Dezember 2016 habe ein feh
len
des Ligamentum fibulotalare anterius und fibulocalcaneare ergeben.
Die Pero
nealsehnen seien in klassischer regelrechter Lokalisation ohne Hinweis auf eine Luxation
. Die Positionierung der Fibula in der tibialen Inzisur sei regelrecht. In der a.p.-Pro
jektion bestünden symmetrische Gelenksspaltverhältnisse im oberen Sprunggelenk. Die von der Beschwerdeführerin geschilderten Beschwerden, die in der klinischen Untersuchung reproduziert werden könnten, seien möglicher
weise narbenbedingt. Hinweise für eine Peronealsehnenluxation bestünden klinisch
und MR-bildgebend nicht
(Urk. 7/38).
3.6
Kreisarzt Dr. med. A._, Facharzt Chirurgie, führte in seiner Beurteilung vom 16. Juni 2017 aus, im ersten Bericht von Dr. B._ finde sich
keine Schwel
lung und kein Hämatom.
Bei einer Supinationsverletzung, welche Strukturen im Bereich des oberen Sprunggelenkes richtungsgebend verschlimmere, sei aber von einer Hämatom- oder Schwellungsbildung auszugehen. Im Falle einer Bandruptur oder einer
traumatischen Sehnenluxation
rissen die entsprechenden Strukturen ganz oder beinahe durch. Dies sei stets mit dem Zerreissen von Blutgefässen und/oder Überdehnung von Weichteilgewebe assoziiert, welches subsequent zu einer
Schwellung
führe. Eine solche Schwellung trete typischerweise sofort nach einem entsprechenden Ereignis auf und bleibe für mehrere Wochen bestehen. Im Bereich des oberen Sprunggelenkes fänden sich nach Supinationstraumata mit Zerreissungen typische Muster bezüglich Hämatombildung. Hier sei
weder eine Schwellung noch ein Hämatom diagnostiziert worden
, weswegen mit überwie
gender Wahrscheinlichkeit davon ausgegangen werden könne, dass aufgrund des Unfalles vom 11. November 2016 keine Strukturen zerrissen bzw. überdehnt worden seien. Eine Sehnenruptur liege weder klinisch noch MR-tomographisch vor. Es stelle sich die Frage, ob eine
Luxation oder Subluxation der Peroneus brevis Sehne
vorliege.
Im MRI-Bild sehe man deutlich die korrekt anatomisch liegenden Sehnen des M. peroneus brevis und M. peroneus longus
unmittelbar distal der Fibula.
Eine Dislokation dieser Sehne im Sinne einer Luxation oder Sub
luxation finde sich nicht
. Die Argumentation von Dr. Z._, Sprungge
lenke würden im MRI allerdings in
Plantarflexion
gelagert, überzeuge nicht, da gerade
diese Stellung dazu verwendet werde, eine Luxation der Sehne nachzu
weisen
. Wenn in dieser Stellung keine Luxation vorliege, liege eben nachweislich keine Luxation vor. Die Argumentation von Dr. Z._ sei daher nicht nach
vollziehbar. Des weiteren fänden sich im MRI unauffällige Stellungsverhältnisse im Bereich des OSG. Die erwähnten fehlenden Lig. fibulotalare anterius und fibulocalcaneare seien nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit auf das Unfallereignis vom 11. November 2016 zurückzuführen, da nach dem Unfaller
eignis keine Schwellungen und Hämatome, welche bei Rupturen von Bändern vor
liegen müssten, nachgewiesen worden seien. Die Beschwerden seien durch eine vorübergehende Verschlimmerung bei bekanntem Vorzustand durch das Unfall
ereignis ausgelöst worden. Solche Distorsionen seien nach allgemeiner Lehrmeinung spätestens nach 12-16 Wochen nach dem Unfallereignis abgeheilt. Dann sei überwiegend wahrscheinlich der Status quo sine erreicht (Urk. 7/53).
3.7
In seinem Bericht vom 20. Juni 2017 nannte Dr. Z._ als Diagnosen einen
Verdacht auf Peronealsehnenluxation
bei Status nach OSG-Bandplastik sowie eine Tendinose der Flexoris hallucis longus Sehne. Als Untersuchungsbefund hielt er fest, es zeige sich ein
regelrechtes OSG
.
Bei Dorsalextension/Plantarflexion sei die Peroneus longus Sehne subluxiert
. Hier bestehe ein lokaler Druckschmerz. Der Talar-Tilt-Test sei negativ. Es bestehe keine laterale Aufklappbarkeit. Die Syndes
mose sei intakt.
Es bestehe weiterhin der Verdacht auf eine Subluxation der Peroneus longus Sehne
(Urk. 7/55).
3.8
In seinem Bericht vom 14. August 2017 nannte Dr. Z._ als Diagnose eine
chronische Subluxation der Peronealsehnen
links sowie eine ligamentäre Instabilität nach Bandplastik 1997. In der Untersuchung zeige sich weiterhin bei Dorsalextension und Plantarflexion eine
Subluxation der Peronealsehnen
auf den lateralen Malleolus. Der Talar-Tilt-Test zeige einen Weg von sicher 8 mm. Es bestehe weiterhin eine Schmerzsymptomatik sowie ein Subluxieren der Peroneal
sehnen mit progredienter Instabilität des lateralen Bandapparates (Urk. 7/56).
4.
4.1
Die Beschwerdegegnerin stützte sich bei der Leistungseinstellung im Wesentli
chen auf die versicherungsinterne Stellungnahme von Dr. A._ vom 16. Juni 2017. Ein medizinischer Aktenbericht als Entscheidgrundlage ist zulässig, wenn die Akten ein vollständiges Bild über Anamnese, Verlauf und gegenwärtigen Status ergeben und diese Daten unbestritten sind; der Untersuchungsbefund muss lückenlos vorliegen, damit der Experte imstande ist, sich aufgrund der vorhan
denen Unterlagen ein vollständiges Bild zu verschaffen (Urteil des Bundesgerichts 8C_833/2009 vom 26. Januar 2010 E. 5.1 mit Hinweisen), was vorliegend der Fall ist. Den Berichten und Gutachten versicherungsinterner Ärzte kann Beweiswert beigemessen werden, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar begrün
det sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuver
lässigkeit bestehen (vgl. oben E. 1.4). Der Bericht von Dr. A._ erfüllt die genannten Anforderungen an eine beweiskräftige medizinische Entscheid
grund
lage.
Der Umstand, dass der Versicherungsmediziner keine eigene Untersuchung durchgeführt hat, vermag den Beweiswert seiner Beurteilung nicht zu schmälern, zumal es mit der Frage nach der Unfallkausalität einen feststehenden medizini
schen Sachverhalt zu erörtern galt, ohne dass zusätzliche Untersuchungen not
wen
dig gewesen wären. Praxisgemäss kann unter diesen Voraussetzungen auch ein reines Aktengutachten voll beweiswertig sein (vgl. etwa Urteil des Bundes
gerichts 8C_325/2009 vom 23. September 2009 E. 3.4.1 mit Hinweisen). Aus den Ausführungen des Dr. A._ ergibt sich denn auch, dass er über sämtliche für die Beurteilung der Unfallkausalität erforderlichen Unterlagen verfügte.
4.2
Dr. A._ gelangte in seiner sorgfältig begründeten Beurteilung unter eingeh
ender Würdigung der medizinischen Berichte zum Schluss, dass im MRI-Bild korrekt anatomisch liegende Sehnen des M. peroneus brevis und M. peroneus lon
gus zu sehen seien. Eine Dislokation dieser Sehnen im Sinne einer Luxation oder Subluxation finde sich nicht.
Bei einer Supinationsverletzung, welche die
Strukturen im Bereich des oberen Sprunggelenkes richtungsgebend verschlimme
r
e, seien unmittelbar nach dem Unfallereignis Hämatome oder Schwellungen vorzu
finden (Urk. 7/53). Anlässlich der Erstkonsultation vom 15. November 2016 hat Dr. B._ jedoch das Vorliegen von Hämatomen oder Schwellungen ausdrücklich verneint (Urk. 7/14). Unter diesen Umständen kann nicht von einem relevanten Supinationstrauma ausgegangen werden. Dies ergibt sich auch aus dem Bericht von Dr. C._. Dieser diagnostizierte lediglich einen Status nach Supina
tions-/Inversionstrauma OSG links (11.11.2016) und einen Status nach Band
plastik OSG links (1993). Er beschrieb die Peronealsehnen anhand der Bildgebung in klassischer regelrechter Lokalisation ohne Hinweis auf Luxation und hielt fest, dass auch im Provokationstest keine Peronealsehnenluxation festzustellen sei. Ge
mäss seiner Beurteilung bestehen weder klinisch noch MR-bildgebend Hin
weise für eine Peronealsehnenluxation. Die von der Beschwerdeführerin geschil
derten Beschwerden, die in der klinischen Untersuchung reproduziert werden könnten, seien möglicherweise narbenbedingt (Urk. 7/38). Die Beurteilung von Dr. Z._ ist hingegen widersprüchlich und teilweise nicht nachvollziehbar und vermag die Einschätzung von Dr. A._ und Dr. C._ nicht zu ent
kräften. Dr. Z._ stellte am 23. November 2016 die Diagnose einer Luxation der Peroneus brevis Sehne OSG links und erhob als Befund eine Fehlstellung der Peroneus brevis Sehne (nach ventral luxiert) sowie eine regelrecht erhaltene Peroneus longus Sehne (Urk. 7/12). Nach Durchführung der MR-Bildgebung (5. Dezember 2016) korrigierte er die Diagnose in seinem Bericht vom 24. Februar 2017 dahingehend, dass er nur noch einen
Verdacht
auf eine Peroneal
sehnen
sub
luxation nannte. Eine Fehlstellung der Peroneus brevis Sehne erwähnte er nicht mehr. Indessen hielt er fest, dass der MRI-Befund eine regelrechte Position des lateralen Bandapparates um die Peronealsehne zeige. Klinisch impo
niere eine Subluxation der Peronealsehnen. Er wies darauf hin, dass ein Narben
impingement im Bereich des ehemaligen anterolateralen Kapselbandapparates bestehen könnte (Urk. 7/29). In seinem Bericht vom 20. Juni 2017 lautete seine Diagnose «Verdacht auf Peronealsehnenluxation», wobei er in seinem Untersu
chungsbefund und seiner Beurteilung einen Verdacht auf eine
Sub
luxation der Peroneus
longus
Sehne erwähnte (Urk. 7/55). In seinem Bericht vom 14. August 2017 diagnostizierte er schliesslich eine
chronische
Sub
luxation der Peroneal
sehnen. Dr. Z._ änderte seine Diagnosen in jedem Bericht und diese stehen zum Teil im Widerspruch zu den erhobenen Befunden. Auch die betroffenen Sehnen werden uneinheitlich beschrieben. So ist unklar, ob jeweils die Peroneus brevis oder die Peroneus longus Sehne luxiert oder nur subluxiert gewesen sein soll. Die Ausführungen von Dr. Z._ erweisen sich damit als nicht kohärent und seine Beurteilung als nicht überzeugend. Auch seine Begründung im Bericht vom 24. Februar 2017, dass die Luxation im MRI nicht sichtbar sei, da Sprung
gelenke in
Plantarflexion
gelagert würden, leuchtet nicht ein. Dr. A._ weist diesbezüglich zutreffend darauf hin, dass gerade
diese Stellung dazu verwendet werde, eine Luxation der Sehne nachzuweisen.
Dr. Z._ beschreibt denn auch selbst in seinen folgenden Berichten als Untersuchungsbefund eine Subluxation in Plantarflexion. Ausführungen zur Unfallkausalität der Beschwerden sind den Berichten von Dr. Z._ im Übrigen nicht zu entnehmen. Seine Berichte sind somit insgesamt nicht geeignet, die schlüssige und überzeugende Beurteilung von Dr. A._ in Frage zu stellen. Die Argumentation der Beschwerdeführerin, die Beschwerden seien unfallbedingt, da sie vor dem Unfallereignis beschwerdefrei gewesen sei, entspricht der unzulässigen Beweisregel "post hoc ergo propter hoc", welche
zum Beweis
eines natürlichen Kausalzusammenhanges
nic
ht genügt (BGE 119 V 335 E. 2b/bb;
Urteil des Bun
desgerichts 8
C_332/2013 vom 25. Juli 2013 E.
5.1)
. Von weiteren medizinischen Abklärungen sind keine relevanten neuen Erkenntnisse zu erwarten, weshalb davon abgesehen werden kann
.
4.3
Nach dem Gesagten ist gestützt auf die medizinische Aktenlage mit über
wie
gender Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass
die durch das Supinations
trauma vom 11. November 2016 verursachten Beschwerden nach spätestens vier Monaten abgeklungen waren, und die von der Beschwerdeführerin weiterhin geklagten Beschwerden nicht auf das Unfallereignis zurückzuführen sind.
4.4
Der
nach Abschluss des Schriftenwechsels
eingegangene Bericht von Dr. med. E._, Facharzt Allgemeine und Innere Medizin, vom 11. Dezember 2017 (Urk. 10) datiert nach Erlass des angefochtenen Entscheides (25. September 2017, Urk. 2) und lässt keine Rückschlüsse auf die Unfallkausalität der OSG-Beschwerden zu.
4.5
Nach dem Gesagten hat die Beschwerdegegnerin den Anspruch der Beschwerde
führerin auf weitere Leistungen zu Recht verneint. Die Beschwerde erweist sich somit als unbegründet und ist abzuweisen.