# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** d4ae94f9-c60f-460e-8db0-6b103516393f
**Court:** GR_KG
**Chamber:** GR_KG_006
**Year:** 2022
**Language:** de
**Jurisdiction:** GR / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt
A. A._ und D._ sind die Eltern von E._, geboren am _ 2011 (nachfolgend: E._ oder Tochter). Sie waren nie verheiratet. Am 10. November 2016 hatte D._ am Regionalgericht C._ eine Klage betreffend Abänderung der zuvor vertraglich geregelten Kindesunterhaltsbeiträge (Proz. Nr. 115-2016-66) sowie ein Gesuch um Erlass von vorsorglichen Massnahmen (Proz. Nr. 135-2016-792) rechtshängig gemacht. Im Rahmen dieser Verfahren wurde von Dr. rer. nat. F._ und M.Sc. G._, beide Kinder- und Jugendpsychiatrische Dienste (KJPD) J._, ein forensisch psychiatrisch-psychologisches Gutachten über E._ erstellt (nachfolgend: erstes Gutachten). Dieses Gutachten datiert vom 29. Januar 2018, dessen Ergänzung bzw. Erläuterung vom 8. Mai 2018. Nachdem die Parteien am 14. Juni 2018 einen umfassenden Vergleich erzielt hatten, wurden die Verfahren (Proz. Nrn. 115-2016-66 u. 135-2016-792) mit Entscheid des Regionalgerichts C._ vom 19. Juni 2018 abgeschlossen. Am 14. November 2019 reichte D._ beim Regionalgericht C._ Klage auf Abänderung dieses Entscheids (Proz. Nrn. 115-2016-66 u. 135-2016-792) bzw. auf Zuteilung der alleinigen Obhut über E._ sowie Neuregelung des Unterhalts der Tochter ein. Das Regionalgericht C._ eröffnete für die Behandlung dieser Klage das Verfahren mit der Proz. Nr. 115-2019-78 [nachfolgend: Hauptverfahren]).
B. Am 20. Januar 2020 ordnete der zuständige Instruktionsrichter, Regionalgerichtspräsident B._, mittels Teilbeweisverfügung von Amtes wegen die Einholung eines (weiteren) Gutachtens über E._ sowie über die Erziehungsfähigkeit der Kindseltern an und schlug als Gutachterinnen Dr. rer. nat. F._ und M.Sc. G._, welche im Jahr 2018 bereits das erste Gutachten erstellt hatten, vor. In ihrer Eingabe vom 7. Februar 2020 machte A._ unter anderem diverse Vorbehalte gegen die vorgeschlagenen Gutachterinnen geltend. Mit prozessleitender Verfügung des Instruktionsrichters vom 11. Februar 2020 wurden die vorgeschlagenen Fachpersonen als Gutachterinnen eingesetzt, der bisherige Fragenkatalog ergänzt, verschiedene Anordnungen betreffend die Erstellung des Gutachtens erteilt und die von den Parteien beantragten Ergänzungen des Fragenkatalogs im Übrigen abgewiesen. Die Verfügungen blieben unangefochten.
C. Das in Auftrag gegebene forensisch psychiatrisch-psychologische Gutachten über E._ von Dr. rer. nat. F._ und M.Sc. G._ datiert vom 16. September 2020 (nachfolgend: Gutachten oder zweites Gutachten). Es umfasst 129 Seiten.
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D. Mit Verfügung vom 28. Oktober 2020 wurde das Gutachten den Parteien unter Ansetzung einer Frist zur Stellungnahme zugestellt. Die Stellungnahme von A._ ging innert erstreckter Frist am 25. Januar 2021 ein.
E. Mit Vorladung vom 13. Januar 2021 wurden die Parteien zur Hauptverhandlung auf den 26. März 2021 vorgeladen. In der Vorladung wurde festgehalten, dass der Vorsitz dem verfahrensleitenden Regionalgerichtspräsidenten B._ zukomme. Am 19. März 2021 erliess der Regionalgerichtspräsident eine Beweisverfügung, mit welcher er insbesondere diverse Anträge der Parteien sowie der für E._ ernannten Kindsvertreterin, Rechtsanwältin H._, in Zusammenhang mit dem Gutachten abwies und verschiedene Anordnungen traf.
F. Mit Eingabe vom 25. März 2021 beantragte A._ dem Regionalgericht C._, der Regionalgerichtspräsident B._ habe infolge Befangenheit, eventuell infolge Befangenheitsanscheins, im Hauptverfahren in den Ausstand zu treten.
G. Es wurde ein neues Verfahren (Proz. Nr. 115-2021-13) eröffnet. Der Regionalgerichtspräsident B._ hielt das Ausstandsbegehren in seiner Stellungnahme vom 6. April 2021 für unbegründet. Auf die Durchführung einer Hauptverhandlung wurde verzichtet.
H. Mit Entscheid vom 21. Mai 2021 erkannte das Regionalgericht C._ wie folgt:
1. Das Ausstandsgesuch wird abgewiesen, soweit darauf eingetreten werden kann.
2. a) Die Gerichtskosten von CHF 1'000.00 gehen zu Lasten von A._.
b) Entschädigungen werden keine zugesprochen.

## Considerations