# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 0e7f2105-90a2-4228-9c65-0736c57a1e6e
**Court:** ZH_OG
**Chamber:** ZH_OG_001
**Year:** 2020
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

betreffend Eheschutz
Berufung gegen ein Urteil des Einzelgerichts im summarischen Verfahren am Bezirksgericht Zürich, 8. Abteilung vom 25. Oktober 2019 (EE180384-L)
Rechtsbegehren:
der Gesuchstellerin (Urk. 1 und Prot. I S. 3 f.):
Es sei davon Vormerk zu nehmen, dass die Parteien seit dem 19. Januar 2018 getrennt leben.
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Die Obhut von C._, geboren am tt.mm.2010, und D._, geboren am tt.mm.2013, sei bei der Gesuchstellerin zu belassen. Der Gesuchsgegner sei für berechtigt zu erklären, C._ und D._  zweite Wochenende von Freitag nach Schulschluss bis Sonntagabend, 17.00 Uhr, zu sich oder mit sich auf Besuch zu nehmen. Der Gesuchsgegner sei für berechtigt zu erklären, C._ und D._ für drei Wochen pro Jahr mit sich in die Ferien zu nehmen. Es sei dem  zu untersagen, mit den Kindern in seiner Betreuungszeit in die Türkei zu reisen. Der Gesuchsgegner sei zu verpflichten, an den Unterhalt der Kinder  ab Dezember 2017 monatlich und im Voraus je Kind mindestens Fr. 2'800.– zuzüglich allfälliger Kinder- und Ausbildungszulagen zu bezahlen. Des Weiteren sei der Gesuchsgegner zu verpflichten, die Schulkosten der Kinder an der E._ von derzeit Fr. 1'400.– je Kind zu bezahlen. Darüber hinaus sei der Gesuchsgegner zu verpflichten, sich an den  Auslagen für C._ und D._ (z.B. Zahnkorrekturen, schulische Fördermassnahmen etc.), die Fr. 200.– pro Jahr übersteigen, zur Hälfte zu beteiligen, soweit nicht Dritte, insbesondere Versicherungen, für diese Kosten aufkommen. Es sei die Gütertrennung ab Gesuchseinreichung anzuordnen. Der Gesuchsgegner sei zu verpflichten, der Gesuchstellerin Auskunft über sein Vermögen per 31. Dezember 2017, 31. Dezember 2018 und 31. August 2019 zu geben. Dem Gesuchsgegner sei ein Rayonverbot von 100 m um das Wohnhaus der Gesuchstellerin zu erteilen. Im Übrigen seien die Anträge des Gesuchsgegners abzuweisen, unter - und Entschädigungsfolgen.
des Gesuchsgegners (Urk. 35 und Prot. I S. 22 f.):
1. Es sei festzustellen, dass die Parteien seit dem 19. Januar 2018  leben und berechtigt sind, auch weiterhin getrennt zu leben.
2. a) Die gemeinsamen Kinder C._ und D._ seien unter die alternierende Obhut der Parteien zu stellen. Dies indem der Kindsvater wie folgt für die Betreuung der gemeinsamen Kinder zuständig und verantwortlich ist: - jeweils von Dienstagabend, 19.00 Uhr bis und mit Donnerstag-
abend, 19.00 Uhr; - jedes zweite Wochenende von Freitagabend, 19.00 Uhr, bis
Sonntagabend, 19.00 Uhr; - die Hälfte der Schulferien der Kinder, wovon die Weihnachts-
woche bei der Mutter und die Silvesterwoche beim Vater zu verbringen sei;
- je alternierend zwei Tage an Ostern oder Pfingsten
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b) Der Wohnsitz der Kinder sei, solange die Kindsmutter an der F._-strasse ... in Zürich wohnt, dieser zuzuweisen.
3. Die Kostentragung der Kinder sei wie folgt zu regeln: - Jeder Elternteil hat für die Kosten der Kinder (inkl. allfällige
Drittbetreuung) in derjenigen Zeit aufzukommen, in welcher sich die Kinder bei ihm befinden.
- Die Krankenkassenprämien der Grundversicherung sowie  der gemeinsam beschlossenen Zusatzversicherungen der Kinder seien von den Parteien je hälftig zu bezahlen.
- Die übrigen ausserordentlichen Kosten, welche für die Kinder entstehen und von den Parteien gemeinsam beschlossen  sind (so insbesondere Kosten für Hobbys, , allfällige Auslagen für Schule etc.), sind von den  je hälftig zu tragen.
4. Es sei Kenntnis zu nehmen und zu geben, dass die Gesuchstellerin das Rechtsbegehren Nr. 5, nämlich die Zusprechung eines , zurückgezogen hat.
5. Auf das Rechtsbegehren Nr. 4 der Gesuchstellerin sei, soweit die  Zusprechung von Unterhaltsbeiträgen vor  verlangt wird, nicht einzutreten, eventualiter sei es abzuweisen.
6. Soweit die Gesuchstellerin mit ihren Rechtsbegehren anderes oder mehr verlangt, seien diese Begehren abzuweisen, so insbesondere die Rechtsbegehren Nr. 3.3, 4, 5, 6, 7 und die neu gestellten , namentlich das Rayonverbot.
Urteil des Bezirksgerichts Zürich, 8. Abteilung - Einzelgericht, vom 25. Oktober 2019:
(Urk. 37 S. 42 ff. = Urk. 43 S. 42 ff.)
1. Es wird festgehalten, dass die Parteien seit dem 19. Januar 2018  leben.
2. Die Obhut über die Kinder C._, geboren am tt.mm.2010, und D._, geboren am tt.mm.2013, wird der Gesuchstellerin zugeteilt. Die Kinder haben ihren Wohnsitz bei der Gesuchstellerin.
3. Der Gesuchsgegner wird für berechtigt erklärt, die Kinder - in geraden Kalenderwochen (d.h. jedes zweite Wochenende) von
Freitag nach Schulschluss (zurzeit 11:45 Uhr) bis Montagabend, 18 Uhr (unverpflegt),
- in ungeraden Kalenderwochen von Freitag nach Schulschluss (zurzeit 11:45 Uhr) bis Freitag, 19 Uhr (verpflegt) bzw. bis 18 Uhr (unverpflegt), sofern der folgende Tag ein Schulsamstag ist,
- jeweils über Auffahrt von Donnerstag nach Schulschluss bis , 18 Uhr (unverpflegt) sowie über Pfingsten von Freitag nach Schulschluss bis Pfingstmontag, 18 Uhr (unverpflegt),
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- in geraden Jahren über die Neujahrsfeiertage vom 31. Dezember, 10 Uhr bis am 1. Januar, 19 Uhr (verpflegt) und in ungeraden  am zweiten Neujahrsfeiertag, d.h. am 2. Januar, von 10 Uhr bis 19 Uhr (verpflegt),
auf eigene Kosten zu sich oder mit sich auf Besuch zu nehmen. Zudem wird der Gesuchsgegner für berechtigt erklärt, die Kinder für die
Dauer von 4 Wochen pro Jahr auf eigene Kosten zu sich oder mit sich in die Ferien zu nehmen. Die Ausübung des Ferienbesuchsrechts  die Parteien mindestens drei Monate im Voraus miteinander .
4. Für die Kinder C._, geboren am tt.mm.2010, und D._,  am tt.mm.2013, wird eine Beistandschaft nach Art. 308 Abs. 1 und Abs. 2 ZGB angeordnet. Dem Beistand/Der Beiständin werden die  Aufgaben übertragen: - Begleitung und Überwachung der Betreuungsregelung - Vermittlung bei Konflikten der Eltern im Hinblick auf die Kinderbe-
treuung und Förderung der Kommunikation zwischen den 
- bei einer allfälligen Veränderung der Situation Unterstützung der Eltern bei der Umsetzung und Anpassung der Besuchsregelung
- Überprüfung eines schrittweisen Ausbaus des Kontaktrechts (inkl. Ferienbesuchsrecht) des Gesuchsgegners.
5. Die Kindesschutzbehörde der Stadt Zürich wird ersucht, einen für die Aufgaben gemäss vorstehend Ziffer 4 geeigneten Beistand bzw. eine Beiständin zu ernennen.
6. Auf den Antrag betreffend rückwirkende Zusprechung von  wird, soweit er den Zeitraum vor dem 10. Dezember 2018 , nicht eingetreten.
7. Der Gesuchsgegner wird verpflichtet, für die beiden Kinder folgende Unterhaltsbeiträge (zuzüglich von ihm bezogener Kinderzulagen) zu bezahlen, zahlbar an die Gesuchstellerin und zwar monatlich im Voraus jeweils auf den Ersten eines jeden Monats:
- Fr. 1'266.– pro Kind für Dezember 2018 - Fr. 1'900.– pro Kind ab 1. Januar 2019 bis 31. März 2019 - Fr. 1'800.– pro Kind ab 1. April 2019 bis 31. Dezember 2019 - Fr. 1'940.– pro Kind ab 1. Januar 2020 bis 31. Juli 2020 - Fr. 1'475.– pro Kind ab 1. August 2020. 8. Von den geschuldeten Unterhaltsbeiträgen gemäss Ziff. 7 vorstehend
sind die zwischen Dezember 2018 und August 2019 bereits geleisteten Unterhaltszahlungen von insgesamt Fr. 14'345.– sowie allfällige weitere bis zur Rechtskraft des vorliegenden Urteils geleisteten  in Abzug zu bringen.
9. Ausserordentliche Kinderkosten (ab August 2020 insb. auch die Kosten einer allfälligen Privatschule) von mehr als Fr. 200.– pro  sind von den Parteien nach vorgängiger Absprache hälftig zu tragen.
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10. Der Antrag auf Anordnung der Gütertrennung wird abgewiesen. 11. Der Antrag auf Erteilung eines Rayonverbotes zu Lasten des Gesuchs-
gegners wird abgewiesen. 12. Der Antrag auf Edition von Unterlagen durch den Gesuchsgegner wird
als gegenstandslos geworden abgeschrieben. 13. Die Entscheidgebühr wird festgesetzt auf:
CHF 4'200.– ; die weiteren Auslagen betragen:
CHF 675.– Kosten Kinderanhörung
14. Die Kosten werden den Parteien je zur Hälfte auferlegt. 15. Es werden keine Parteientschädigungen zugesprochen. 16. [Schriftliche Mitteilung.] 17. [Rechtsmittelbelehrung.]
Berufungsanträge:
des Gesuchsgegners und Berufungsklägers (Urk. 42 S. 2 f.):
1. Die Ziffern 2, 3, 7 und 8 des Urteils des Bezirksgerichts Zürich vom 25. Oktober 2019 (Geschäfts-Nr. EE180384-L) seien aufzuheben.
2. Die gemeinsamen Kinder - C._, geb. tt.mm.2010 - D._, geb. tt.mm.2013 seien unter die alternierende Obhut der Parteien zu stellen und der Ge-
suchsgegner/Berufungsführer sei wie folgt für die Betreuung der Kinder verantwortlich zu erklären:
a) in den geraden Kalenderwochen (d.h. jedes zweite Wochenende) von Donnerstagabend, 19.00 Uhr (verpflegt), bis Montagabend, 18.00 Uhr (unverpflegt)
b) in den ungeraden Kalenderwochen (d.h. in der Woche, in welcher
das Betreuungswochenende auf die Kindsmutter fällt) jeweils von - Donnerstagabend, 19.00 Uhr (verpflegt), bis Freitagabend,
19.00 Uhr (verpflegt), bzw. 18.00 Uhr (unverpflegt), sofern der folgende Tag ein Schulsamstag ist, sowie von
- Sonntagabend, 19.00 Uhr (verpflegt), bis zum  Montagabend, 19.00 Uhr (verpflegt)
c) die Hälfte der Schulferien der Kinder, wobei jeweils die Weih-
nachtswoche bei der Mutter und die Silvesterwoche beim Vater zu verbringen sind.
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d) an Pfingsten (an Ostern sind die Kinder bei der Kindsmutter).
3. Der Wohnsitz der Kinder sei für solange, wie die Kindsmutter an der
F._-strasse ... in Zürich wohnt, dieser zuzuweisen.
4. Die vom Gesuchsgegner/Berufungsführer zu Gunsten seiner beiden Kinder an die Gesuchstellerin/Berufungsgegnerin jeweils im Voraus zu bezahlenden monatlichen Unterhaltsbeiträge seien (pro Kind) wie folgt festzusetzen:
a) für den Dezember 2018 Fr. 500.00 b) vom 01.01.2019 bis 31.03.2019 Fr. 1'500.00 c) ab April 2019 bis und mit Juli 2020 Fr. 1'650.00 d) ab August 2020 Fr. 900.00.
– alles unter Kosten- und Entschädigungsfolge –
der Gesuchstellerin und Berufungsbeklagten (Urk. 49 S. 2):
"1. Die Berufung sei vollumfänglich abzuweisen. 2. Den Kindern, C._, geb. tt.mm.2010, und D._, geb.
tt.mm.2013, sei im vorliegenden Verfahren eine Kindesvertretung zur Seite zu stellen.
3. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen."

## Considerations

Erwägungen:
I. (Sachverhalt/Prozessgeschichte)
1. Die Parteien sind miteinander verheiratet und haben zwei gemeinsame Kin-
der, C._, geboren am tt.mm.2010, sowie D._, geboren am tt.mm.2013.
Zusammen mit ihren Kindern zogen die Parteien 2015 aus Deutschland in die
Schweiz, wo sie in G._ [Ort] im Kanton Bern Wohnsitz nahmen. Anfangs
2018 trennten sich die Parteien und der Gesuchsgegner und Berufungskläger
(fortan Gesuchsgegner) zog aus der gemeinsamen Wohnung aus. Im Dezember
2018 zog die Gesuchstellerin und Berufungsbeklagte (fortan Gesuchstellerin) zu-
sammen mit den Kindern nach Zürich (Urk. 3A und Urk. 3B). Der Gesuchsgegner
verlegte seinen Wohnsitz im April 2019 ebenfalls in den Kanton Zürich, wo er eine
Wohnung in der Nähe der Gesuchstellerin und der Kinder bezog (Urk. 20 Rz. 4).
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2. Am 2. Oktober 2018 machte die Gesuchstellerin am Regionalgericht Berner
Jura-Seeland ein Eheschutzverfahren anhängig. Dieses zog sie mit Schreiben
vom 10. Dezember 2018 wieder zurück, woraufhin das Verfahren infolge Gegen-
standslosigkeit abgeschrieben wurde (Urk. 16).
3. Mit Eingabe vom 12. Dezember 2018 reichte die Gesuchstellerin ein Ehe-
schutzgesuch bei der Vorinstanz ein (vgl. Urk. 1). Am 3. September 2019 fand vor
Vorinstanz unter Beizug einer Psychologin eine Anhörung der gemeinsamen Kin-
der statt (Urk. 27). An der am 24. September 2019 durchgeführten Hauptverhand-
lung modifizierten die Parteien ihre Rechtsbegehren und begründeten sie näher
(Prot. I S. 3 ff.; Prot. I S. 22 ff. i.V.m. Urk. 35). Eine Einigung konnte zwischen den
Parteien nicht erzielt werden (Prot. I S. 97). Am 25. Oktober 2019 fällte die Vor-
instanz den Endentscheid (Urk. 37 = Urk. 43; Dispositiv eingangs aufgeführt).
4. Hiergegen erhob der Gesuchsgegner mit Eingabe vom 5. Dezember 2019
fristgerecht (vgl. Urk. 39) Berufung (Urk. 42). Der mit Verfügung vom
18. Dezember 2019 einverlangte Kostenvorschuss ging rechtzeitig ein (Urk. 46-
47). Die Berufungsantwort datiert vom 10. Februar 2020 (Urk. 49; vgl. auch
Urk. 48 Dispositiv-Ziffer 1). Das darin gestellte Gesuch um Anordnung einer Kin-
desvertretung für die beiden Kinder wurde mit Beschluss vom 18. Februar 2020
abgewiesen. Im Übrigen wurde die Berufungsantwortschrift dem Gesuchsgegner
zur Kenntnisnahme zugestellt (Urk. 52). Mit Eingabe vom 27. Februar 2020 reich-
te die Gesuchstellerin eine Rechtsschrift mit "Korrekturen bzw. Ergänzungen" zu
ihrer Berufungsantwortschrift sowie mehrere Beilagen ins Recht (Urk. 53-55).
Diese Eingabe wurde der Gegenseite zur Kenntnisnahme zugestellt. Weitere Ein-
gaben erfolgten nicht.
5. Das Verfahren erweist sich als spruchreif. Die vorinstanzlichen Akten
(Urk. 1-41) wurden beigezogen. Auf die Parteivorbringen ist nachfolgend nur in-
soweit einzugehen, als diese entscheidrelevant sind.
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II. (Formelles)
1. Mit dem angefochtenen Urteil hat die Vorinstanz das Getrenntleben gere-
gelt. Die Dispositiv-Ziffern 1, 4-6 sowie 9-12 blieben unangefochten. Indes ist in
Bezug auf Dispositivziffer 4 gestützt auf Art. 296 Abs. 3 ZPO eine Korrektur vor-
zunehmen (vgl. nachstehend Ziff. III./6.). Entsprechend ist lediglich die Rechts-
kraft der Dispositivziffern 1, 5-6 sowie 9-12 vorzumerken.
2. Mit der Berufung können unrichtige Rechtsanwendung und unrichtige Fest-
stellung des Sachverhalts geltend gemacht werden (Art. 310 ZPO). In der Beru-
fungsschrift sind die Behauptungen in analoger Anwendung von Art. 221 ZPO be-
stimmt und vollständig aufzustellen. Zudem muss sie – im Gegensatz zur Klage-
schrift – nicht nur eine tatsächliche, sondern auch eine rechtliche Begründung
enthalten. Der Berufungskläger hat mittels klarer und sauberer Verweisungen auf
die Ausführungen vor der Vorinstanz zu zeigen, wo er die massgebenden Be-
hauptungen, Erklärungen, Bestreitungen und Einreden erhoben hat. Es ist näm-
lich nicht Sache der Rechtsmittelinstanz, die Akten und die Rechtsschriften der
Vorinstanz zu durchforsten, um festzustellen, was welche Partei wo ausgeführt
hat. Damit ist gesagt, dass die Berufungsschrift weder eine pauschale Verwei-
sung auf die bei der Vorinstanz eingereichten Rechtsschriften noch eine neuerli-
che Darstellung der Sach- oder Rechtslage enthalten darf, welche nicht darauf
eingeht, was vor der Vorinstanz vorgebracht worden ist. Ebenso wenig genügt es
zur Begründung der Rüge unrichtiger Sachverhaltsfeststellung, der vorinstanzli-
chen Beweiswürdigung bloss die eigene Würdigung der Aktenlage entgegenzu-
stellen. Soweit die Einwände des Berufungsklägers diesen Anforderungen nicht
genügen, ist darauf nicht einzutreten. Zwar prüft die Berufungsinstanz nicht nur
die geltend gemachten Rügen (Rügeprinzip). Der Berufungskläger hat sich aber
mit den Entscheidgründen im angefochtenen Entscheid auseinanderzusetzen;
das Gericht muss den angefochtenen Entscheid nicht von sich aus auf Mängel
untersuchen, es sei denn, der Sachverhalt sei geradezu willkürlich festgestellt
oder das Recht sei geradezu willkürlich angewandt worden (vgl. zum Ganzen
BGE 138 III 374 E. 4.3.1; BGer 5A_247/2013 vom 15. Oktober 2013, E. 3.2;
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5A_751/2014 vom 28. Mai 2015, E. 2.1; 5A_635/2015 vom 21. Juni 2016, E. 5.2;
Hungerbühler/Bucher, DIKE-Komm-ZPO, Art. 311 N 37 ff.; ZK ZPO-Reetz/Theiler,
Art. 311 N 36).
In seiner Berufungsschrift schildert der Gesuchsgegner – ohne konkrete Be-
zugnahme auf den vorinstanzlichen Entscheid – auf mehreren Seiten den Sach-
verhalt (Urk. 42 Ziff. III./B./1.-2. S. 5 ff.). Derartige Darlegungen sind nach dem
Ausgeführten unzulässig und damit unbeachtlich. Entsprechend ist darauf nicht
weiter einzugehen. Soweit die Gesuchstellerin vorbringt, die Berufung enthalte
keinerlei Verweise auf Beweismittel, sei mithin völlig unsubstantiiert, und damit
bereits aus diesem Grund abzuweisen (Urk. 49 Rz. 7), ist sie darauf hinzuweisen,
dass vorliegend die Offizial- und Untersuchungsmaxime zur Anwendung gelangt,
das Gericht entsprechend den Sachverhalt von Amtes wegen erforscht. Ihr Ein-
wand geht damit von vornherein ins Leere.
3. Art. 296 ZPO statuiert für Kinderbelange in familienrechtlichen Angelegen-
heiten – wie sie vorliegend zu beurteilen sind – den Untersuchungs- und Offizial-
grundsatz, weshalb das Gericht in diesem Bereich den Sachverhalt von Amtes
wegen erforscht und ohne Bindung an die Parteianträge entscheidet. In Verfah-
ren, welche der umfassenden Untersuchungsmaxime unterstehen, können die
Parteien auch im Berufungsverfahren neue Tatsachen und Beweismittel unbe-
schränkt vorbringen. Die Bestimmung von Art. 317 Abs. 1 ZPO, wonach im Beru-
fungsverfahren neue Vorbringen und Beweismittel nur dann zulässig sind, wenn
sie trotz zumutbarer Sorgfalt nicht schon vor erster Instanz vorgebracht werden
konnten und ohne Verzug vorgebracht werden, gilt somit nicht für Verfahren, in
welchen Kinderbelange zu beurteilen sind (BGE 144 III 349 E. 4.2.1). Unterliegt
der Rechtsstreit der Offizialmaxime, können auch Berufungsanträge gestellt wer-
den, die über die Begehren des erstinstanzlichen Verfahrens hinausgehen (vgl.
ZK ZPO-Reetz/Theiler, Art. 311 N 35). Soweit der Gesuchsgegner im Berufungs-
verfahren im Zusammenhang mit der Obhuts- und der Unterhaltsfrage andere An-
träge als noch vor Vorinstanz stellt (vgl. Urk. 42 III./A./3.-4. S. 5), ist dies daher
ohne Weiteres zulässig.
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III. (Materielles)
A. Obhut/Wohnsitz
1. Die Vorinstanz stellte die beiden Kinder unter die alleinige Obhut der Ge-
suchstellerin, räumte dem Gesuchsgegner jedoch ein ausgedehntes Besuchs-
recht ein. Der Gesuchsgegner verlangt berufungsweise die Anordnung der alter-
nierenden Obhut, wobei ihm die eingangs aufgeführten Betreuungszeiten einzu-
räumen seien (vgl. vorne S. 5 f.). Zudem sei der Wohnsitz der Kinder bei der Ge-
suchstellerin zu belassen, solange diese an der aktuellen Adresse wohnhaft sei
(vgl. Urk. 42, Ziffer 2 und 3 der Berufungsanträge).
2. Die Vorinstanz hat die massgeblichen Kriterien für die Zuteilung der Obhut
zutreffend wiedergegeben, weshalb an dieser Stelle vorab auf die entsprechen-
den Erwägungen (Urk. 43 E. II./C./1. S. 6 ff.) verwiesen werden kann. Im Hinblick
auf die konkrete Regelung der Obhut erwog die Vorinstanz, die Erziehungsfähig-
keit sei bei beiden Parteien klar zu bejahen. Die von der Gesuchstellerin vorge-
brachte Alkoholproblematik des Gesuchsgegners finde in den Akten keine Stütze.
Zudem habe die Gesuchstellerin selber eingeräumt, dass es während der Betreu-
ungszeit des Gesuchsgegners nie einen Vorfall mit einer allfälligen Gefährdung
gegeben habe. Es handle sich somit um eine blosse, in keiner Weise belegte Be-
hauptung. In Bezug auf die Möglichkeit und Bereitschaft der persönlichen Betreu-
ung der beiden Kinder sei festzuhalten, dass beide Parteien in einem Teilzeitpen-
sum tätig seien. Der Gesuchsgegner habe zudem ausgeführt, dass seitens seines
Arbeitgebers Flexibilität bestehe und er seine freien Tage auf die Arbeitstage der
Gesuchstellerin abstimmen könne. Bezüglich der Stabilität der örtlichen Verhält-
nisse habe die Gesuchstellerin ausführen lassen, sie sei im Dezember 2018 mit
den Kindern nach Zürich gezogen, wo die Kinder die E._ besuchen und heu-
te ein geregeltes Leben führen würden. Zwar hätte dieser Umzug zweifelsohne
der Zustimmung des ebenfalls sorgeberechtigten Gesuchsgegners bedurft und
habe für die Kinder zu einer erheblichen Veränderung ihrer Lebensumstände ge-
führt. Dennoch sei es angezeigt, die Kinder nun möglichst in ihrem neuen ge-
wohnten Umfeld zu belassen, um die nötige Stabilität zu gewährleisten. Auch sei
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an der Kinderanhörung zum Ausdruck gekommen, dass sich beide Kinder in ihrer
aktuellen Umgebung wohlfühlen würden. Auf das soziale Umfeld der Kinder sei
bei der Frage der Obhut besonderes Gewicht zu legen. Eine Veränderung der
bisherigen Lebensumstände ohne Not gelte es zu vermeiden. Der Aspekt der
Stabilität der örtlichen Verhältnisse spreche somit für den Verbleib der Kinder un-
ter der Obhut der Gesuchstellerin. Zu beachten sei auch das Kriterium der Stabili-
tät der familiären Verhältnisse. Eine alternierende Obhut sei insbesondere in den
Fällen in Betracht zu ziehen, in welchen beide Elternteile die Kinder bereits vor
der Trennung abwechselnd betreut hätten. Es gehe mithin um die Weiterführung
der bisherigen Betreuungsregelung. Vorliegend sei es unstrittig, dass der Ge-
suchsgegner bis zur Trennung stets in einem Vollzeitpensum gearbeitet habe,
währenddem die Gesuchstellerin seit der Geburt des ersten Kindes – mit Aus-
nahme der ersten paar Monate am Spital H._ – grösstenteils in einem Teil-
zeitpensum beschäftigt gewesen sei. Unbestritten sei indes ebenfalls, dass beide
Kinder stets auch fremdbetreut worden seien. Wie die Betreuung und Rollenver-
teilung in der Vergangenheit ausgesehen habe, könne vorliegend nicht restlos
geklärt werden, da die diesbezüglichen Angaben der Parteien auseinandergehen
würden. Entscheidende Bedeutung komme vorliegend aber ohnehin dem Aspekt
der familiären und örtlichen Stabilität zu, indem für die Kinder nach dem Umzug
nach Zürich nicht erneut ein Wechsel eintreten solle. Ebenfalls gegen die Anord-
nung einer alternierenden Obhut spreche schliesslich das Kriterium der Fähigkeit
und Bereitschaft zur Kooperation und Kommunikation bezüglich der Kinderbelan-
ge. So zeigten die Ausführungen der Parteien, dass deren Kommunikation offen-
sichtlich schon seit einiger Zeit gestört sei, und deren Vorbringen vermittelten ins-
gesamt ein Bild, das ihre Fähigkeit zur sachlichen Kommunikation – auch in Be-
zug auf Kinderbelange – vermissen lasse. Zwischen ihnen scheine ein gegensei-
tiges Misstrauen vorhanden zu sein, das den nötigen Absprachen nicht förderlich
sei.
Insgesamt erscheine es für die Kinder wichtig, eine verlässliche und vorher-
sehbare Regelung zu etablieren. Der Umzug nach Zürich sei mit einer für sie er-
heblichen Veränderung der Lebensumstände einhergegangen. In dieser neuen
Umgebung hätten sich die Kinder nun gut eingelebt. Dieser neu erlangten Stabili-
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tät sei unter dem Aspekt des Kindeswohls grosse Bedeutung zuzumessen. Unter
Würdigung sämtlicher relevanter Umstände sei die Obhut über die beiden Kinder
daher der Gesuchstellerin zuzuteilen. Den übrigen Kriterien, welche grundsätzlich
für eine alternierende Obhut gesprochen hätten, sei durch ein ausgedehntes Be-
suchs- bzw. Kontaktrecht des Gesuchsgegners Rechnung zu tragen (Urk. 43
E. II./C./3. S. 9 ff.).
3. Der Gesuchsgegner bringt in seiner Berufungsschrift unter dem Titel "Alter-
nierende Obhut/Ausgestaltung der Kontaktrechte" vor, es spreche vorliegend
nichts gegen die Anordnung einer alternierenden Obhut. Dies habe bereits die
Vorinstanz richtig erkannt und ausgeführt. Beide Parteien seien erziehungsfähig
und willens, einen angemessenen Anteil an der Betreuung der beiden Kinder zu
übernehmen. Auch aus Sicht der Kinder spreche weder bei objektiver noch sub-
jektiver Betrachtungsweise (d.h. dem Wunsch der Kinder entsprechend) etwas
dagegen, dass beide Elternteile je einen angemessenen Betreuungsanteil über-
nähmen. Bezüglich des von der Vorinstanz als ausschlaggebend bezeichneten
Kriteriums der Stabilität der örtlichen Verhältnisse sei festzuhalten, dass es in der
Vergangenheit bekanntlich mehrfach zu "distanzmässig" erheblichen Wohnsitz-
wechseln gekommen sei. Es sei der Gesuchsgegner, der diesem Kriterium die
nötige Beachtung schenke und eine (künftige) örtliche Stabilität für die gemein-
samen Kinder wünsche. Aus diesem Grund sei er – nachdem die Kindsmutter
durch den Umzug nach Zürich eigenmächtig und widerrechtlich Fakten geschaf-
fen habe – ebenfalls nach Zürich gezogen. Die Distanz zwischen den Wohnungen
der Parteien entspreche nun praktisch dem Schulweg der Kinder. Es sei daher
nicht ersichtlich, inwiefern eine zusätzliche Betreuung durch den Gesuchsgegner
an zwei Schultagen pro Woche in unmittelbarer Nähe der Schule die örtliche Sta-
bilität der Kinder gefährden würde. Komme hinzu, dass die vom Gesuchsgegner
beantragte Obhuts- bzw. Betreuungsregelung die Betreuung der Kinder während
der Arbeitszeiten der Gesuchstellerin sicherstellen würde. Eine Fremdbetreuung
wäre damit weder über Nacht noch während den zeitweiligen Wochenenddiens-
ten der Gesuchstellerin nötig. Die Gesuchstellerin müsste nur noch am Donners-
tag ihren (frühen) Arbeitsbeginn mit dem Schulbeginn der Kinder koordinieren
bzw. organisieren. Richtig sei schliesslich, dass eine klare Betreuungsregelung
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zumindest zu Beginn unumgänglich sei, um künftige "Diskussionen" zu vermei-
den. Zu Recht habe die Vorinstanz daher für die beiden Kinder eine Beistand-
schaft errichtet (Urk. 42 Ziff. III./B./3. S. 8 ff.).
4. Der Gesuchsgegner stellt die Erziehungsfähigkeit der Gesuchstellerin in sei-
ner Berufungsschrift nicht in Frage. Die Gesuchstellerin begnügt sich ihrerseits
zunächst damit, ihre bereits vor Vorinstanz geäusserte Behauptung hinsichtlich
eines bestehenden Alkoholproblems des Gesuchsgegners zu wiederholen (siehe
Urk. 49 Rz. 22 f.; Prot. I S. 13 f. und S. 59 f.). Der vorinstanzlichen Erwägung,
wonach es sich hierbei um eine unbelegt gebliebene Behauptung handle, setzt
sie aber nichts entgegen. Bei ihrem weiteren Vorbringen, C._ habe porno-
graphisches Material auf dem Computer des Gesuchsgegners gesehen, blieb es
ebenfalls bei einer unsubstantiierten und zudem unbelegt gebliebenen Behaup-
tung. Überdies handelte es sich hierbei offenbar um ein einmaliges Vorkommnis,
weshalb davon auszugehen ist, dass der Gesuchsgegner – selbst wenn es sich
wie von der Gesuchstellerin behauptet ereignet hat – diesbezüglich zukünftig
mehr Vorsicht walten lassen wird. Auch der weitere Vorwurf der Gesuchstellerin,
der Gesuchsgegner wisse bereits jetzt nicht, wie er die Kinder während seiner
Besuchszeit beschäftigen könne (vgl. Urk. 49 Rz. 33, Rz. 45, Rz. 49), wird durch
keine objektiven Anhaltspunkte gestützt. Ohnedies dürften die Meinungen dar-
über, was als sinnvolle Beschäftigung für ein Kind anzusehen ist, auseinanderge-
hen. Dass der Gesuchsgegner nach seinen langen Arbeitstagen – wie von der
Gesuchstellerin behauptet wird – länger schlafe und die Kinder dadurch das
Frühstück alleine einnehmen müssen (Urk. 49 Rz. 23), vermag die Erziehungsfä-
higkeit des Gesuchsgegners ebenfalls nicht genügend in Zweifel zu ziehen, kann
doch davon ausgegangen werden, dass Kinder im Alter von C._ und
D._ ihr Frühstück auch alleine vorbereiten und einnehmen können. Gleiches
gilt mit Bezug auf die weitere Behauptung der Gesuchstellerin, die Kinder seien
nach ihren Besuchen beim Gesuchsgegner vollkommen aufgedreht und unaus-
geglichen (Urk. 49 Rz. 23 und Rz. 46). Die wechselnden Besuche bei den Eltern
stellen zweifellos hohe Anforderungen an die Kinder, weshalb es auf der Hand
liegt, dass sie sich nach ihrer Rückkehr zuerst wieder an den anderen Elternteil
und die Umgebung anpassen müssen. Schliesslich macht die Gesuchstellerin gel-
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tend, der Gesuchsgegner habe sich in der Vergangenheit nicht ernstlich um die
Kinder gekümmert (Urk. 49 Rz. 22 und Rz. 37). Soweit sie hierzu beispielhaft den
von ihr behaupteten Alkoholkonsum des Gesuchsgegners sowie den Zugriff von
C._ auf pornographisches Material anführt (Urk. 49 Rz. 37), kann auf das be-
reits zuvor Ausgeführte verwiesen werden. Ihr weiterer Vorwurf, der Gesuchsgeg-
ner habe bisher kaum Elternabende besucht (Urk. 49 Rz. 45), mag allenfalls zu-
treffen. Dies lässt jedoch nicht ohne Weiteres darauf schliessen, dass ihm die
Kinder gleichgültig sind. Insgesamt ist damit mit der Vorinstanz von der Erzie-
hungsfähigkeit beider Parteien auszugehen.
Auch die geografischen Verhältnisse stehen einer Anordnung der alternie-
renden Obhut grundsätzlich nicht entgegen, wohnt der Gesuchsgegner doch nur
rund vier Kilometer von der Gesuchstellerin entfernt in unmittelbarer Nähe zu der
von den Kindern aktuell besuchten Privatschule. Dessen Wohnort liegt zudem
auch nicht weit von der öffentlichen Schule entfernt, die sich nach eigenen Anga-
ben der Gesuchstellerin in unmittelbarer Nähe ihres Wohnorts befindet (Urk. 49
Rz. 48). Was die Stabilität der Verhältnisse betrifft, ist dem Gesuchsgegner inso-
fern beizupflichten, als dass nicht ersichtlich ist, inwiefern diese bei einer weiter-
gehenden Betreuungszeit des Gesuchsgegners gefährdet sein könnte, zumal die
beiden Kinder nicht aus ihrem gewohnten Umfeld (Schule, Freunde, Freizeitaktivi-
täten) herausgerissen werden und ihr Alltag ausserhalb des Elternhaushalts
gleichbleibt. An dieser Einschätzung ändert auch der Umstand nichts, dass die
Kinder seit der Trennung im Januar 2018 nicht (mehr) hälftig betreut worden sind
(vgl. zu den unterschiedlichen Angaben der Parteien hinsichtlich der Betreuung
vor der Trennung: Prot. I S. 5 f.; Prot. I S. 47; Prot. I S. 77 f.; Urk. 35 S. 3 f.; s.a.
Urk. 49 Rz. 56 sowie auch Rz. 45, wonach der Gesuchsgegner nie eine aktive
Rolle im Leben der Kinder gespielt habe). Zwar mag im Weiteren zutreffen, dass
sich die Kinder an die Betreuung durch das Au-Pair, zu welchem sie ein inniges
Verhältnis pflegen (Urk. 27 Ziff. 6 S. 5, wonach die Kinder gerne Zeit mit dem Au-
Pair I._ verbringen würden), gewöhnt haben. Jedoch ist eine persönliche Be-
treuung durch einen Elternteil grundsätzlich einer Fremdbetreuung vorzuziehen.
- 15 -
Auch wenn die Beziehung der Parteien sicherlich nicht einfach ist, erschei-
nen deren Kommunikations- und Kooperationsschwierigkeiten (vgl. insbesondere
Urk. 36/111; Urk. 36/120-124; s.a. Urk. 43 E. II./C./3. S. 12; Urk. 49 Rz. 11 f.,
Rz. 38 und Rz. 43; Prot. I S. 7; Prot. I S. 9; Prot. I S. 27; Prot. I S. 76) sowie deren
unterschiedlicher Standpunkt in Bezug auf die von den Kindern zu besuchenden
Schule (vgl. Urk. 49 Rz. 28 ff.; Prot. I S. 30 f. und S. 92) dennoch nicht derart gra-
vierend, dass bei Anordnung einer alternierenden Obhut eine (künftige) Kindes-
wohlgefährdung anzunehmen wäre. Beim in der Vergangenheit vor den Kindern
eskalierten Konflikt (vgl. Urk. 27 Ziff. 7 S. 5, Urk. 51/11; Urk. 49 Rz. 37) handelte
es sich offenbar um ein einmaliges Ereignis. Welche weiteren diametral entge-
genstehenden Meinungen die Parteien betreffend "Stil und elementare Grundsät-
ze bei der Kindererziehung" noch vertreten (siehe Urk. 49 Rz. 39), führt die Ge-
suchstellerin schliesslich nicht näher aus und ist auch nicht ersichtlich.
Des Weiteren ist zu berücksichtigen, dass C._ an der Kinderanhörung
den Wunsch äusserte, den Gesuchsgegner öfter zu sehen, wobei er in der Folge
präzisierte, er wolle den Gesuchsgegner zumindest "jeweils" von Freitagabend bis
Sonntagabend sehen (vgl. Urk. 27 S. 4 und S. 6). Damit geht der Einwand der
Gesuchstellerin ins Leere, wonach sich dem Protokoll der Kinderanhörung ein-
deutig entnehmen lasse, die Kinder würden den Gesuchsgegner jedes zweite
Wochenende besuchen wollen (Urk. 49 Rz. 40). Aus dem Umstand, dass die Kin-
der die französische Sprache als ihre bevorzugte Sprache angegeben und bei
den Fragen betreffend ihr Zuhause über das Haus der Mutter gesprochen hätten,
lässt sich entgegen der Gesuchstellerin ebenfalls nicht ableiten, dass sie nicht
mehr Zeit beim Gesuchsgegner verbringen wollen (vgl. Urk. 49 Rz. 40). Auch der
Hinweis der Gesuchstellerin, sie lebe in einem Haus mit Garten, während der Ge-
suchsgegner im siebten Stock eines Wohnblocks wohne (Urk. 49 Rz. 54), vermag
keine alleinige Obhut zu rechtfertigen.
Insgesamt erscheint daher die Anordnung der alternierenden Obhut im Kin-
deswohl geboten. Die Berufung erweist sich insoweit als begründet.
5. Was die Betreuungsanteile betrifft, so beantragt der Gesuchsgegner eine
Ausdehnung seiner Betreuungszeit in den geraden Kalenderwochen von Don-
- 16 -
nerstagabend (19.00 Uhr, verpflegt) bis Montagabend (18.00 Uhr, unverpflegt)
sowie in den ungeraden Kalenderwochen von Donnerstagabend (19.00 Uhr, ver-
pflegt) bis Freitagabend (19.00 Uhr [verpflegt] bzw. 18.00 Uhr [unverpflegt], falls
der nächste Tag ein Schulsamstag sei; Urk. 42, Ziffer 2 lit. a und b der Anträge).
Der Gesuchsgegner arbeitet am Freitag unbestrittenermassen nicht (vgl. Urk. 42
Ziff. III./A./3.; Urk. 49 Rz. 11) und betreut die Kinder gemäss vorinstanzlicher Re-
gelung bereits in den geraden Kalenderwochen von Freitag nach Schulschluss
(derzeit 11.45 Uhr) bis Montagabend (18.00 Uhr) sowie in den ungeraden Kalen-
derwochen von Freitag nach Schulschluss (derzeit 11.45 Uhr) bis Freitag 19.00
Uhr (verpflegt) bzw. 18.00 Uhr (unverpflegt), sofern der darauffolgende Tag ein
Schulsamstag ist (vgl. Urk. 43 Disp. Ziff. 3, 1. und 2. Spiegelstrich). Die Gesuch-
stellerin arbeitet hingegen am Freitag (vgl. Urk. 42 Ziff. III./B./3./e. S. 10; Prot. I
S. 12; Urk. 49 Rz. 63). Bei einer Ausdehnung der Betreuungszeit des Gesuchs-
gegners auf Donnerstagabend können die Kinder am Freitagmorgen von seinem
Wohnort zu Fuss in die nahegelegene Schule gehen und so von ihm auch noch
am Freitagmorgen betreut werden, wodurch der Gesuchsgegner noch mehr in de-
ren Alltag integriert wird. Ein Betreuungsbeginn um 19.00 Uhr am Donnerstag-
abend scheint denn auch mit den Arbeitszeiten des Gesuchsgegners ohne Weite-
res vereinbar zu sein (vgl. zu dessen Arbeitszeiten Prot. I S. 74). Nicht im Kin-
deswohl liegt hingegen die beantragte Ausdehnung der Betreuungszeit in den un-
geraden Kalenderwochen auf Sonntagabend 19.00 Uhr (verpflegt) bis zum da-
rauffolgenden Montag 19.00 Uhr (verpflegt; Urk. 42, Ziff. 2 lit. b 2. Spiegelstrich).
Zum einen sollen die Kinder auch mit der Gesuchstellerin ein ganzes Wochenen-
de verbringen können (vgl. auch Urk. 49 Rz. 53) und zum anderen würde ein sol-
cher (kurzer) Betreuungswechsel inmitten der Betreuungszeit der Gesuchstellerin
zu unnötigen Stressituationen und damit zu einer dem Kindeswohl abträglichen
Belastung der Kinder führen (vgl. Urk. 49 Rz. 53).
Im Weiteren erscheint es mit Blick auf das Alter der Kinder angemessen,
den Gesuchsgegner – wie beantragt und entgegen der Vorinstanz (Urk. 43
E. II./D./e. S. 16 f.) – zu berechtigen, die Kinder während der Hälfte der Schulferi-
en auf eigene Kosten zu betreuen. Der Gesuchsgegner verfügt selbst über ein
Ferienkontingent von 7 Wochen pro Jahr und kann die Kinder während dieser Zeit
- 17 -
entsprechend persönlich betreuen (vgl. Prot. I S. 94). Die Ausübung des Ferien-
rechts (inkl. Länge des jeweiligen Ferienbezugs, vgl. Urk. 49 Rz. 34) ist dabei –
wie bereits von der Vorinstanz erwogen – von den Parteien mindestens drei Mo-
nate im Voraus abzusprechen. Für den Streitfall ist ein alternierendes Bestim-
mungsrecht der Parteien zu implementieren. Was die von der Gesuchstellerin vor
Vorinstanz geäusserten Bedenken hinsichtlich eines (allfälligen) Ferienaufenthalts
in der Türkei betrifft (siehe Urk. 43 E. II./D./e. S. 16), ist festzuhalten, dass vorlie-
gend keinerlei Anhaltspunkte für eine Entführungsgefahr ersichtlich sind.
Bezüglich der Feiertage verlangt der Gesuchsgegner im Berufungsverfahren
ohne weitere Begründung, dass die Kinder die Weihnachtswoche bei der Ge-
suchstellerin und die Silvesterwoche beim Gesuchsgegner verbringen sollen. Im
vorinstanzlichen Verfahren führte die Gesuchstellerin aus, dass sie die Weih-
nachtstage gerne mit den Kindern verbringen würde und sie diese seit jeher mit
ihrer Familie feiern würde (Urk. 43 E. II./D./b. S. 14 mit Verweis auf Prot. I S. 14
und S. 61). Hiergegen opponierte der Gesuchsgegner mit (sinngemässem) Ver-
weis darauf, dass es sich um ein kirchliches Fest handle, ausdrücklich nicht, ver-
langte jedoch, dass die Kinder dafür die Silvesterwoche bei ihm verbringen dürf-
ten (Prot. I S. 32). In der Folge wies die Vorinstanz die Weihnachtstage der Ge-
suchstellerin zu und teilte die Neujahrsfeiertage alternierend unter den Parteien
auf. Die von der Vorinstanz vorgesehene Regelung erscheint den Umständen an-
gemessen, haben die Kinder doch das Recht, das Neujahr mit beiden Elternteilen
feiern zu dürfen. Die vorinstanzliche Regelung ist somit beizubehalten. Bezüglich
der Betreuung an Ostern und Pfingsten kann auf die entsprechenden Ausführun-
gen der Vorinstanz verwiesen werden (Urk. 43 E. II./D./b. S. 14), nachdem der
Gesuchsgegner im Wesentlichen die Bestätigung der vorinstanzlichen Regelung
beantragt und sie sich zudem als angemessen erweist. Keine der Parteien ver-
langt im Berufungsverfahren die Regelung der Betreuung an Auffahrt (vgl. insbe-
sondere Urk. 42, Ziff. 2 der Anträge). Indes führte die fehlende Regelung in der
Vergangenheit bereits zu Unstimmigkeiten zwischen den Parteien (vgl. Prot. I
S. 9), weshalb es sich rechtfertigt, die Betreuung auch am Auffahrtswochenende
zu regeln. Die Vorinstanz wies dieses Wochenende dem Gesuchsgegner zu (vgl.
Urk. 43 Disp. Ziff. 3, 3. Spiegelstrich). Angesichts der bereits ausgedehnten Be-
- 18 -
treuung des Gesuchsgegners erscheint es angemessen, das Auffahrtswochenen-
de den Parteien alternierend zuzuteilen. Dies ermöglicht es ihnen, an diesem Wo-
chenende mit den Kindern eine Reise oder ausgedehnte Ausflüge zu unterneh-
men.
6. Zusammenfassend sind damit die beiden Kinder C._ und D._ un-
ter die alternierende Obhut der Parteien zu stellen. Der Gesuchsgegner betreut
die beiden Kinder dabei wie folgt:
- in den geraden Kalenderwochen (d.h. jedes zweite Wochenende) von Donnerstagabend, 19.00 Uhr (verpflegt), bis Montagabend, 18.00 Uhr (unverpflegt),
- in den ungeraden Kalenderwochen jeweils von Donnerstagabend, 19.00 Uhr (verpflegt), bis Freitagabend, 19.00 Uhr (verpflegt), bzw. 18.00 Uhr (unverpflegt), sofern der folgende Tag ein Schulsamstag ist,
- jeweils über Pfingsten von Freitag nach Schulschluss bis Pfingstmontag, 18.00 Uhr (unverpflegt),
- in den geraden Jahren (erstmals im Jahr 2022) über Auffahrt von , 10.00 Uhr, bis Montagabend, 18.00 Uhr (unverpflegt),
- in geraden Jahren über die Neujahrsfeiertage vom 31. Dezember, 10.00 Uhr bis am 1. Januar, 19.00 Uhr (verpflegt) und in ungeraden Jahren am zweiten Neujahrsfeiertag, d.h. am 2. Januar, von 10.00 Uhr bis 19.00 Uhr (verpflegt),
- die Hälfte der Schulferien der Kinder.
In der übrigen Zeit betreut die Gesuchstellerin die Kinder. Den Ferienbezug haben
die Parteien mindestens drei Monate im Voraus miteinander abzusprechen. Kön-
nen sie sich nicht einigen, kommt der Gesuchstellerin in Jahren mit ungerader
Jahreszahl, dem Gesuchsgegner in Jahren mit gerader Jahreszahl das Entschei-
dungsrecht bezüglich der Aufteilung der Ferien zu. Mit dieser Regelung betreut
der Gesuchsgegner die Kinder zu rund einem Drittel.
Nachdem dem Gesuchsgegner bereits mit vorliegendem Entscheid ein aus-
gedehntes Kontaktrecht eingeräumt wird, erweist sich die mit Dispositivziffer 4
des angefochtenen Urteils an den Beistand übertragene Aufgabe der "Überprü-
fung eines schrittweisen Ausbaus des Kontaktrechts (inkl. Ferienbesuchsrecht)
des Gesuchsgegners" als obsolet. Gestützt auf Art. 296 Abs. 3 ZPO ist die dem
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Beistand übertragene Aufgabe (Disp. Ziff. 4 4. Spiegelstrich) daher ersatzlos zu
streichen.
7. Nachdem die beiden Kinder trotz Anordnung der alternierenden Obhut
überwiegend von der Gesuchstellerin betreut werden (vgl. vorstehende Ziffern),
richtet sich deren Wohnsitz nach dem Wohnsitz der Gesuchstellerin (vgl. BSK
ZGB I-Staehelin, Art. 25 N 5). Der Antrag des Gesuchsgegners, wonach der
Wohnsitz der Kinder nur solange am Wohnsitz der Gesuchstellerin zu belassen
sei, als dass diese an der F._-strasse ... in ... Zürich wohne (Urk. 42, Ziff. 3
der Anträge), ist damit ohne Weiteres abzuweisen. Sollte die Gesuchstellerin als
mehrheitlich betreuender Elternteil den eigenen Wohnsitz in Verletzung der Vor-
schriften von Art. 301a ZGB (erneut) ändern, wozu sie grundsätzlich berechtigt ist,
so wird sie damit grundsätzlich auch den Wohnsitz der Kinder ändern. Konse-
quenz wäre diesfalls allenfalls die Anpassung der elterlichen Sorge, Obhut etc.
(BSK ZGB I-Staehelin, Art. 25 N 5 m.w.H.).
B. Unterhaltsbeiträge
1. Ausgangslage
1.1. Zur Berechnung der Unterhaltsbeiträge wandte die Vorinstanz die sog.
zweistufige Berechnungsmethode (Existenzminimumberechnung mit Überschuss-
verteilung) an (vgl. Urk. 43 E. II./F./7. S. 33 ff.). Aufgrund der sich verändernden
Verhältnisse unterteilte die Vorinstanz die Unterhaltsberechnung sodann in vier
verschiedene Phasen:
Phase 1 (10.12.2018 bis 31.03.2019):
Da die Gesuchstellerin ihr beim Regionalgericht Berner Jura-Seeland einge-
reichtes Eheschutzgesuch mit Schreiben vom 10. Dezember 2018 zurückgezogen
hat, trat die Vorinstanz auf ihren Antrag auf Zusprechung von Unterhaltsbeiträgen
für den davor liegenden Zeitraum nicht ein. Für die Zeit ab 10. Dezember 2018
ging die Vorinstanz in Bezug auf die Gesuchstellerin, die in einem 60 %-Pensum
als Ärztin tätig ist, von einem anrechenbaren monatlichen Einkommen von
Fr. 8'690.– aus. Das monatliche Einkommen des in dieser Phase im Kanton Bern
- 20 -
wohnhaften Gesuchsgegners, der als Pathologe ebenfalls in einem 60 %-Pensum
arbeitet, bezifferte sie auf Fr. 8'071.–. Bei den Kindern berücksichtigte sie die von
der Gesuchstellerin im Kanton Zürich bezogenen Familienzulagen in Höhe von je
Fr. 200.–. Den familienrechtlichen Notbedarf der Gesuchstellerin bezifferte die
Vorinstanz auf monatlich Fr. 4'238.–, denjenigen der Kinder auf Fr. 3'954.–
(C._) bzw. Fr. 3'951.– (D._) und denjenigen des Gesuchsgegners auf
Fr. 4'254.–.
Phase 2 (01.04.2019 bis 31.12.2019):
Da der Gesuchsgegner im April 2019 seinen Wohnsitz in den Kanton Zürich ver-
legt hatte, ging die Vorinstanz aufgrund der tieferen Quellenbesteuerung im Kan-
ton Zürich für diese Phase von einem höheren anrechenbaren monatlichen Ein-
kommen (Fr. 8'358.–) aus. Zudem rechnete sie dem Gesuchsgegner einen höhe-
ren monatlichen Bedarf (Fr. 4'591.–) aufgrund gestiegener Wohn- und Kranken-
kassenkosten an.
Phase 3 (01.01.2020 bis 31.07.2020):
Für die Zeit ab dem 1. Januar 2020 rechnete die Vorinstanz dem Gesuchsgegner
ein hypothetisches Einkommen von Fr. 9'221.– pro Monat an. Zudem berücksich-
tigte sie angesichts der ab dieser Phase geltenden Betreuungsregelung auf Sei-
ten des Gesuchsgegners 1⁄4 des gesamten Grundbetrags der Kinder (insgesamt
Fr. 200.–). Um diesen Betrag sank auch der Gesamtbedarf der Kinder (Fr. 3'624.–
[C._] bzw. Fr. 3'621.– [D._]). Zudem berücksichtigte die Vorinstanz eine
Familienzulage von Fr. 230.– pro Kind, nachdem sie davon ausging, dass der
Gesuchsgegner aufgrund seines Arbeitsortes im Kanton Bern den Differenzbetrag
(Fr. 30.–) im Kanton Bern erhältlich machen könnte.
Phase 4 (ab 01.08.2020):
Ab der Phase 4 liess die Vorinstanz die Kosten für die von den Kindern besuchte
E._ im Bedarf unberücksichtigt, sodass deren Gesamtbarbedarf um je
Fr. 1'400.– pro Monat sank und damit noch Fr. 2'224.– (C._) bzw. Fr. 2'221.–
(D._) betrug.
- 21 -
Den in sämtlichen Phasen resultierenden Überschuss wies die Vorinstanz in un-
terschiedlichem Umfang sowohl den Parteien als auch den Kindern zu und ver-
pflichtete den Gesuchsgegner, den von ihm erwirtschafteten Überschuss abzüg-
lich des ihm in den jeweiligen Phasen zugewiesenen Überschussanteils den Kin-
dern als Unterhaltsbeitrag zu bezahlen (Urk. 43 E. II./F. S. 19 ff., insb. S. 36 f.).
1.2. Der Gesuchsgegner verlangt mit seiner Berufung eine Reduktion der Unter-
haltsbeiträge. Dabei moniert er das ihm ab 1. Januar 2020 (Phase 3) angerechne-
te hypothetische Einkommen, die Höhe der berücksichtigten Familienzulagen, die
Höhe der im Bedarf der Kinder angerechneten Fremdbetreuungskosten, sowie
den Umfang der Überschussbeteiligung der Kinder. Überdies verlangt er die Be-
rücksichtigung von (höheren) Betreuungskosten in seinem Bedarf (Urk. 42
Ziff. III./C. S. 11 ff.). Die Gesuchstellerin macht Ausführungen im Zusammenhang
mit dem festgestellten effektiven Einkommen des Gesuchsgegners (Urk. 49
Rz. 41 ff., insbesondere Rz. 59).
2. Unterhaltsphasen
Mit vorliegendem Entscheid ist die alternierende Obhut anzuordnen, wobei die
Gesuchstellerin die Kinder zu rund 2/3 und der Gesuchsgegner zu rund 1/3 be-
treuen. Diese Regelung dürfte per 1. Juni 2020 zum Tragen kommen. Die auf-
grund der ausgedehnten Betreuung auf Seiten des Gesuchsgegners entstehen-
den Mehrkosten sind im Rahmen der Unterhaltsberechnung zu berücksichtigen.
Folglich ergibt sich mit Bezug auf die Unterhaltsberechnung eine weitere Phase.
Die Phase 3 umfasst daher neu einen Zeitraum vom 1. Januar 2020 bis 31. Mai
2020. Die Phase 4 dauert entsprechend vom 1. Juni 2020 bis 31. Juli 2020. Die
Phase 5 beginnt am 1. August 2020.
3. Einkommen des Gesuchsgegners
3.1. Wie erwähnt rechnete die Vorinstanz dem Gesuchsgegner in der Phase 1
ein monatliches Erwerbseinkommen von netto Fr. 8'071.– an (inkl. 13. und 14.
Monatslohn sowie abzgl. Sozialbeiträge und Quellensteuern). Ab April 2019 (Um-
zug von Bern nach Zürich; Phase 2) ging die Vorinstanz unter Berücksichtigung
- 22 -
der im Kanton Zürich tiefer ausfallenden Quellensteuern von einem effektiv erziel-
ten monatlichen Einkommen von Fr. 8'358.35 netto aus. In Bezug auf das ab
1. Januar 2020 zu berücksichtigende Einkommen (Phase 3) erwog die Vorinstanz
schliesslich, beide Kinder hätten einen relativ hoch anmutenden Barbedarf von
knapp Fr. 4'000.–. Unter Berücksichtigung der Verpflichtung, die eigene Erwerbs-
fähigkeit zugunsten des Kinderunterhaltes optimal auszuschöpfen, rechtfertige es
sich, dem Gesuchsgegner ab 1. Januar 2020 ein hypothetisches Einkommen von
Fr. 9'221.– pro Monat anzurechnen. Dies entspreche einem Arbeitspensum von
70 % bei seinem aktuellen Arbeitgeber. Ein solches zu erzielen, sei möglich und
zumutbar. Eine entsprechende Aufstockung seines Pensums im Umfang von
10 % erscheine im Übrigen auch mit der getroffenen Betreuungsregelung verein-
bar (Urk. 43 E. II./F./5.2. S. 24 f.).
3.2. Der Gesuchsgegner rügt, die Anrechnung eines hypothetischen Einkom-
mens rechtfertige sich bereits angesichts seines zu übernehmenden höheren Be-
treuungsanteils nicht. Eine Erhöhung sei mit Blick auf die eingereichte Bestäti-
gung seines Arbeitgebers (Urk. 45/2) denn auch nicht möglich. Entsprechend sei
ihm auch ab 1. Januar 2020 das effektiv erzielte Einkommen von rund Fr. 8'400.–
anzurechnen (Urk. 42 Ziff. III./C./a. und b. S. 11). Die Gesuchstellerin hält dem
entgegen, es mute seltsam an, dass der Arbeitgeber des Gesuchsgegners eine
Erhöhung des Pensums aus betriebswirtschaftlichen Gründen ablehne, gleichzei-
tig aber eine offene Stelle für einen Facharzt der Pathologie inseriere. Die einge-
reichte Bestätigung des Arbeitgebers sei offensichtlich einzig zu Prozesszwecken
erstellt worden. Der Gesuchsgegner sei damit problemlos in der Lage, sein Ar-
beitspensum zu erhöhen. Auch am Kantonsspital J._ werde derzeit ein
Oberarzt der Pathologie gesucht. Es stelle sich somit die Frage, weshalb sich der
Gesuchsgegner dort nicht bewerbe und stattdessen einen derart langen Arbeits-
weg auf sich nehme (Urk. 49 Rz. 57).
3.3. Gestützt auf die als zulässiges Novum eingereichte Bestätigung (Urk. 45/2)
erscheint es glaubhaft, dass der Gesuchsgegner sein Pensum beim aktuellen Ar-
beitgeber nicht erhöhen kann. Anhaltspunkte dafür, dass diese Bestätigung nur zu
Prozesszwecken erstellt worden sei, liegen keine vor. Insbesondere ändert nichts,
- 23 -
dass der Arbeitgeber des Gesuchsgegners offenbar zeitgleich ein Inserat für eine
offene Stelle als Pathologe geschaltet hat, dürfte die ausgeschriebene Stelle wohl
kaum ein Arbeitspensum von lediglich 10 % umfassen. Die Erzielung eines Loh-
nes von Fr. 9'221.– pro Monat erscheint – entgegen der Ansicht der Gesuchstelle-
rin – auch bei einem allfälligen Stellenwechsel nicht möglich. Denn der statistisch
erfasste monatliche Durchschnittslohn für einen 50-jährigen Pathologen mit uni-
versitärem Abschluss, ohne Kaderfunktion und mit drei Jahren Berufserfahrung
(Anzahl Jahre beim jetzigen Arbeitgeber) beträgt bei einem Pensum von 70 %
(rund 30 Stunden) im Kanton Bern brutto Fr. 6'900.–, im Kanton Zürich Fr. 7'140.–
und im Kanton Aargau Fr. 7'280.– (Lohnstrukturerhebung, www.lohnrechner.ch)
und damit weit weniger als der Gesuchsgegner bei seinem aktuellen Arbeitgeber
mit einem Pensum von 60 % verdient. Unter diesen Umständen kann offenblei-
ben, ob dem Gesuchsgegner die Erzielung eines höheren Einkommens auch zu-
mutbar wäre. Von der Anrechnung eines hypothetischen Einkommens ab
1. Januar 2020 ist nach dem Ausgeführten daher abzusehen.
3.4. Soweit die Gesuchstellerin in ihrer Berufungsantwortschrift pauschal aus-
führt, das Einkommen des Gesuchsgegners sei unklar (Urk. 49 Rz. 59), bringt sie
keine konkreten Beanstandungen vor. Insoweit ist darauf nicht einzutreten. Man-
gels einer konkreten Behauptung bezüglich des Einkommens des Gesuchsgeg-
ners, welche durch Urkunden glaubhaft gemacht werden könnte, erübrigt sich
auch eine Edition der von der Gesuchstellerin verlangten Unterlagen (vgl. Urk. 49
Rz. 59).
3.5. Nach dem Ausgeführten bleibt es damit in der Phase 1 und 2 beim vor-
instanzlich festgestellten Einkommen. Ab der Phase 3 ist dem Gesuchsgegner
kein hypothetisches Einkommen anzurechnen, weshalb weiterhin das effektiv er-
zielte monatliche Einkommen von gerundet Fr. 8'358.– netto zu berücksichtigen
ist.
4. Bedarf des Gesuchsgegners
4.1. Die Vorinstanz berücksichtigte in der Phase 1 und 2 im Bedarf der Kinder
einen Grundbetrag von je Fr. 400.– pro Monat. Ab der Phase 3 rechnete sie auf-
- 24 -
grund des ab diesem Zeitpunkt geltenden ausgedehnten Besuchsrechts im Be-
darf der Kinder einen Betrag von je Fr. 300.– und auf Seiten des Gesuchsgegners
einen solchen von Fr. 100.– pro Kind, mithin insgesamt Fr. 200.– pro Monat, an
(Urk. 43 E. II./F./6./e. S. 28; siehe auch a.a.O. S. 35 f.).
4.2. Der Gesuchsgegner bringt vor, angesichts der sich präsentierenden Situati-
on erscheine es angemessen, den gesamten Grundbetrag der Kinder auf Seiten
der Gesuchstellerin anzurechnen. Auf Seiten des Gesuchsgegners sei für die im
Zusammenhang mit der Betreuung der Kinder anfallenden Kosten ein Betrag von
Fr. 150.– pro Kind und Monat anzurechnen. Damit erhöhe sich sein Bedarf um
Fr. 300.– pro Monat (Urk. 42 Ziff. III./C./c. S. 11).
4.3. Soweit der Gesuchsgegner eine Anrechnung dieser Kosten auch für die
Phase 1 und 2 verlangt, ist ihm entgegenzuhalten, dass er in diesen Phasen
kaum bzw. nur in geringem Umfang Betreuungspflichten wahrgenommen hat. Ei-
ne Berücksichtigung von Betreuungskosten drängt sich bereits aus diesem Grund
nicht auf. Weshalb der von der Vorinstanz ab der Phase 3 zugunsten des Ge-
suchsgegners berücksichtigte Betrag von Fr. 100.– pro Kind und Monat nicht ge-
nügen sollte, führt der Gesuchsgegner sodann weder aus noch ist dies ersichtlich.
Eine Berücksichtigung erweist sich denn auch – entgegen der Gesuchstellerin
(vgl. Urk. 49 Rz. 61) – als angemessen, zumal aufgrund der Betreuung Mehrkos-
ten auf Seiten des Gesuchsgegners anfallen. Eine (zusätzliche) Berücksichtigung
eines vollen Grundbetrags auf Seiten der Gesuchstellerin rechtfertigt sich eben-
falls nicht, zumal die Vorinstanz mit ebendieser Regelung dem Umstand Rech-
nung trug, dass aufgrund des in der Phase 3 geltenden ausgedehnten Besuchs-
rechts nicht sämtliche mit dem Grundbetrag abgegoltenen Lebensgrundkosten
der Kinder (wie bspw. Nahrung, Körperpflege, Kulturelles etc.) im Haushalt der
Gesuchstellerin anfallen.
4.4. Mit dem vorliegenden Entscheid ist dem Gesuchsgegner ein Betreuungsan-
teil von rund 1/3 einzuräumen (vgl. vorstehende Ziff. III./A./4-6.). Es rechtfertigt
sich daher nicht, lediglich einen höheren Anteil am Grundbetrag im Bedarf des
Gesuchsgegners zu berücksichtigen. Vielmehr ist der auf Seiten des Geuchsgeg-
ners anfallende Bedarf der Kinder gesondert auszuweisen und dem erhöhten Be-
- 25 -
treuungsanteil des Gesuchsgegners (und den damit einhergehenden Mehrkosten)
bei der Aufteilung des Barunterhalts auf die Parteien Rechnung zu tragen. Ange-
sichts des vom Gesuchsgegner zu übernehmenden (höheren) Betreuungsanteils
ist im Bedarf der Kinder auch ein Anteil an den Wohnkosten beim Gesuchsgegner
zu berücksichtigen. Dieser beträgt vorliegend Fr. 517.– pro Kind (vgl. nachste-
hend Ziff. III./B./6.4.). In diesem Umfang reduzieren sich die Wohnkosten und
damit der Bedarf des Gesuchsgegners. Somit ist ab der Phase 4 von einem Be-
darf des Gesuchsgegners in der Höhe von Fr. 3'557.– (Fr. 4'591.45 abzüglich 2 x
Fr. 517.–) auszugehen (vgl. auch nachstehend Ziff. III./B./6.5. und 8.3.2.).
4.5. Die weiteren Bedarfspositionen wurden nicht beanstandet und geben auch
zu keinen Bemerkungen Anlass. Entsprechend ist von einem monatlichen Bedarf
des Gesuchsgegners bis zum 31. März 2019 (Ende der Phase 1) von Fr. 4'254.–,
bis zum 31. Mai 2020 (Ende der Phase 3) von Fr. 4'591.– und ab 1. Juni 2020
(Beginn Phase 4) von einem solchen von Fr. 3'557.– auszugehen.
5. Einkommen der Kinder
5.1. Die Vorinstanz erwog, die Familienzulage von Fr. 200.– pro Kind werde der-
zeit von der Gesuchstellerin bezogen. Gestützt auf das Erwerbsortprinzip, das
hinsichtlich der Familienzulagen zur Anwendung gelange, bestehe indes die Mög-
lichkeit, dass der Gesuchsgegner die Familienzulage beziehen könnte. Diese falle
im Kanton Bern mit Fr. 230.– pro Kind höher als im Kanton Zürich aus. Entspre-
chend seien für die zukünftige Unterhaltsberechnung die höheren Familienzula-
gen einzusetzen. Unter Berücksichtigung einer kurzen Übergangszeit erscheine
es angemessen, den höheren Betrag ab 1. Januar 2020 zu berücksichtigen
(Urk. 43 E. II./F./5.3. S. 25 f.).
5.2. Der Gesuchsgegner bringt vor, er werde das Notwendige für eine Nachzah-
lung der Differenz in die Wege leiten. Diese werde er nach Erhalt selbstverständ-
lich der Gesuchstellerin weiterleiten. Da eine Differenznachzahlung bekanntlich
ohne Weiteres möglich sei, sei daher in sämtlichen Phasen ein monatliches "Ein-
kommen" der Kinder in Höhe von Fr. 230.– zu berücksichtigen (Urk. 42
Ziff. II./C./h. S. 14 f.). Die Gesuchstellerin hält dem entgegen, der Gesuchsgegner
- 26 -
habe bis "zum jetzigen Zeitpunkt" nicht nachgewiesen, dass er die Differenz bei
der Ausgleichkasse geltend gemacht habe. Entsprechend seien bei den Kindern
lediglich Einkünfte von je Fr. 200.– pro Monat zu berücksichtigen (Urk. 49 Rz. 73).
5.3. Zutreffend ist, dass der Gesuchsgegner als zweitanspruchsberechtigte Per-
son ein Anrecht auf eine Differenzzahlung hat, nachdem im Kanton Bern die Fa-
milienzulage um Fr. 30.– höher ist als im Kanton Zürich (vgl. Art. 7 FamZG; s.a.
FamZWL [Wegleitung zum Bundesgesetz über die Familienzulagen, FamZG],
Ziff. 4.3.; Art. 1 Abs. 2 des Gesetzes über die Familienzulagen/BE [KFamZG]).
Nachforderungen und Rückerstattung von Familienzulagen sind zudem auf fünf
Jahre möglich (vgl. Merkblatt zur Familienzulage unter www.ahv-iv.ch/p/6.08.d).
Vor diesem Hintergrund sind den beiden Kindern bereits ab Dezember 2018 mo-
natliche Einkünfte von Fr. 230.– anzurechnen. Auch wenn der Gesuchsgegner
diese Differenzzahlung bis heute noch nicht beantragt haben sollte, ändert dies
nichts. Er ist aber an seine Verpflichtung zu erinnern, den Differenzbetrag erhält-
lich zu machen und der Gesuchstellerin weiterzuleiten.
6. Bedarf der beiden Kinder
6.1. Die Vorinstanz berücksichtigte im Bedarf der Kinder Fremdbetreuungs-
kosten (Kosten für die Betreuung durch ein Au-Pair) im Umfang von je Fr. 800.–
pro Monat (Urk. 43 E. II./F./6./e. S. 32 f.).
6.2. Der Gesuchsgegner moniert, die Fremdbetreuungskosten seien übersetzt
und daher auf ein akzeptables Mass herabzusetzen. Das Arbeitsverhältnis mit
dem Au-Pair sei offenbar im Mai 2019 für eine Dauer von vier Monaten eingegan-
gen worden. Der Gesuchsgegner gehe davon aus, dass der Arbeitsvertrag bis
Sommer 2020 laufe. Er akzeptiere daher die entsprechenden Kosten bis und mit
Juli 2020. Ab August 2020 seien die Fremdbetreuungskosten auf Fr. 300.– pro
Kind und Monat zu reduzieren (Urk. 42 Ziff. II./C./d. S. 12 f.).
6.3. Die Gesuchstellerin brachte vor Vorinstanz vor, dass der Vertrag mit dem
aktuellen Au-Pair möglicherweise um ein weiteres Jahr verlängert werde (Prot. I
S. 70; Urk. 49 Rz. 65). Angesichts ihrer teilweise unregelmässigen Arbeitszeiten
- 27 -
(vgl. Prot. I S. 44) und der zu leistenden Notfalleinsätze (Urk. 49 Rz. 50 und
Rz. 63) ist sie zweifelsohne auf eine flexible Fremdbetreuung – wie es insbeson-
dere ein im Haushalt der Familie lebendes Au-Pair anbietet – angewiesen, zumal
beide Kinder in einem Alter sind, in welchem sie noch einer engmaschigen Be-
treuung bedürfen. Ob eine anderweitige Betreuungslösung (z.B. durch einen Ba-
bysitter oder Hort) den auf Seiten der Gesuchstellerin mitunter kurzfristig anfal-
lenden Betreuungsbedarf decken könnte und insbesondere auch günstiger wäre,
erscheint denn auch sehr fraglich. Zwar räumte die Gesuchstellerin vor Vorinstanz
ein, dass die Kinder im Januar 2019 in einem Hort fremdbetreut worden und die
dabei angefallenen Kosten wesentlich geringer gewesen seien. Indes wies sie
zugleich darauf hin, dass der Hort aufgrund der frühen Schliessung am Nachmit-
tag nicht den gesamten Betreuungsbedarf hätte abdecken können und sie zusätz-
lich durch ihre Mutter unterstützt worden sei (vgl. Prot. I S. 70 f.). Dass ihre Mutter
sie erneut (kostenlos) bei der Betreuung unterstützen könnte, wurde weder be-
hauptet, noch ist dies ersichtlich. Auch bringt der Gesuchsgegner nicht vor, dass
er die Betreuung in diesen Fällen – mitunter kurzfristig – übernehmen würde (vgl.
Urk. 42 Ziff. III./B./3./e. S. 10, wonach der Gesuchsgegner bereit sei, die Betreu-
ung der Kinder bei entsprechend frühzeitiger Ankündigung zu übernehmen, wenn
die Gesuchstellerin ein Mal pro Monat Nachtdienst leisten müsse). Schliesslich
kann auch nicht gesagt werden, dass die Kosten in einem Missverhältnis zum er-
zielten Einkommen der Parteien oder zur erbachten Betreuungsleistung stehen.
Die Anrechnung von Fremdbetreuungskosten in Höhe von Fr. 800.– pro Monat
und Kind ist daher nicht zu beanstanden.
6.4. Die übrigen Bedarfspositionen wurden nicht bemängelt und geben grund-
sätzlich zu keinen Bemerkungen Anlass (bezüglich des anzurechnenden höheren
Grundbetrags siehe vorstehend Ziff. III./B./4.3.). Entsprechend bleibt es in den
Phasen 1 bis 3 beim vorinstanzlich festgestellten Bedarf.
6.5. Angesichts der anzuordnenden alternierenden Obhut und der Betreuungs-
zeit des Gesuchsgegners von rund 1/3 sind ab der Phase 4 folgende Korrekturen
im Bedarf der Kinder vorzunehmen: Auf Seiten des Gesuchsgegners ist ab die-
sem Zeitpunkt ein Anteil am Grundbetrag sowie ein durch die ausgedehnte Be-
- 28 -
treuung der Kinder anfallender Wohnkostenanteil zu berücksichtigen. Der Grund-
betrag ist gemäss der gelebten Alltagsbetreuung aufzuteilen, vorliegend damit im
Verhältnis 2/3 zu 1/3. Bei den Wohnkosten ist pro Kind praxisgemäss ein Viertel
der gesamten Wohnkosten anzurechnen, mithin Fr. 517.– pro Kind (1/4 von
Fr. 2'070.–; vgl. Urk. 34/22). Die Anrechnung von 1/4 der Wohnkosten erweist
sich vorliegend auch bei einem Betreuungsanteil des Gesuchsgegners von rund
1/3 als angemessen, zumal der Gesuchsgegner in einer 4.5-Zimmerwohnung lebt
und die Kinder gemäss ihren Angaben dort über ein Zimmer mit zwei Betten so-
wie ein Spielzimmer verfügen (vgl. Urk. 27 S. 4), welche während der Abwesen-
heit der Kinder wohl kaum anderweitig genützt werden dürften. Damit präsentiert
sich der Bedarf der beiden Kinder in der Phase 4 wie folgt:
C._ D._
bei der GSin beim GG bei der GSin beim GG
Grundbetrag (2/3
GSin und 1/3 GG
gemäss Alltagsbe-
treuung)
Fr. 0'265.00 Fr. 135.00 Fr. 0'265. 00 Fr. 135. 00
Wohnkosten
(je 1/4)
Fr. 0'833.75 Fr. 517.00 Fr. 0'833.75 Fr. 517. 00
Krankenkasse Fr. 0'105.80 Fr. 0'105.80
Gesundheitskosten Fr. 0'050.00 Fr. 0'050.00
Mobilitätskosten Fr. 0'069.75 Fr. 0'069.75
Krankenkasse
(VVG)
Fr. 0'044.80 Fr. 0'041.80
Hobbies Fr. 0'250.00 Fr. 0'250. 00
Au-Pair Fr. 0'800.00 Fr. 0'800. 00
Schulgeld Fr. 1'400.00 Fr. 1'400. 00
- 29 -
Barunterhalt Fr. 3'819.10 Fr. 652.00 Fr. 3'816.10 Fr. 652.00
In der Phase 5 reduziert sich der Bedarf der Kinder auf Seiten der Gesuchstellerin
um die nicht mehr berücksichtigten Schulkosten von Fr. 1'400.– pro Kind.
7. Einkommen und Bedarf der Gesuchstellerin
Die Feststellungen der Vorinstanz in Bezug auf das von der Gesuchstellerin er-
wirtschaftete Einkommen sowie ihren Bedarf blieben unbeanstandet (vgl. Urk. 42
Ziff. III./C./b. und c. S. 11 f.). Entsprechend bleibt es dabei.
8. Unterhaltsberechnung
8.1. Überschussverteilung
8.1.1. Die Vorinstanz teilte den in sämtlichen Phasen resultierenden Überschuss
wie folgt auf (vgl. Urk. 43 E. II./F./7. S. 36 f.):
− Bezüglich der Phase 1 (10. Dezember 2018 bis 31. März 2019), in welcher
der Gesuchsgegner aufgrund der Umstände keine Kinderbetreuung habe
wahrnehmen können, rechtfertige es sich, der Gesuchstellerin den gross-
mehrheitlichen Freibetrag zuzugestehen. Zu berücksichtigen sei auch der
Umstand, dass der Gesuchsgegner sein Arbeitspensum stark reduziert habe,
bevor die angedachte Obhutsaufteilung habe gelebt werden können. In der
Folge wies die Vorinstanz der Gesuchstellerin einen Überschussanteil von ge-
rundet 49 %, den Kindern je einen von 24.5 % und dem Gesuchsgegner ei-
nen solchen von 2 % zu.
− Für die Phase 2 (1. April bis 31. Dezember 2019) sei dem Gesuchsgegner ein
Anteil von 25 % und der Gesuchstellerin zusammen mit den Kindern ein sol-
cher von 75 % zuzugestehen. In dieser Phase rechtfertige sich diese Vertei-
lung zugunsten des Haushaltes der Gesuchstellerin durch die relativ hohen
Kinderkosten, bedingt durch die Privatschule und die ausserschulische Be-
treuung.
- 30 -
− In den Phasen 3 und 4 (ab 1. Januar 2020) rechtfertige sich angesichts der
Betreuungs- und Wohnverhältnisse eine Aufteilung von je 1/3 auf die Parteien
und je 1/6 auf die Kinder.
8.1.2. Der Gesuchsgegner moniert, er sei "bekanntlich" bereit, die im Bedarf der
Kinder berücksichtigten (hohen) Hobbykosten zu akzeptieren. Diesfalls könnten
die Kinder aber nicht im üblichen Mass am Überschuss der Eltern (bei welchen
keine Kosten für Hobbys oder sonstige Freizeitaktivitäten berücksichtigt worden
seien) partizipieren. Korrekt erscheine vorliegend eine Partizipation der Eltern im
Umfang von 40 % und der Kinder von je 10 %. Dies rechtfertige sich insbesonde-
re auch angesichts des Umstandes, dass den Kinder insgesamt höhere Grundbe-
träge zugestanden würden (Urk. 42 Ziff. III./C./e. S. 13).
8.1.3. Die Gesuchstellerin hält die von der Vorinstanz vorgesehene Überschuss-
partizipation für angemessen. Die vom Gesuchsgegner verlangte Aufteilung von
40 % (Parteien) zu 10 % (je Kind) – so die Gesuchstellerin – sei nicht erklärbar
und diene offensichtlich einzig dazu, sich selbst zu begünstigen (Urk. 49 Rz. 66
f.).
8.1.4. Nach Art. 285 Abs. 1 ZGB soll der Unterhaltsbeitrag den Bedürfnissen des
Kindes sowie der Lebensstellung und Leistungsfähigkeit der Eltern entsprechen.
Eigentliche Regeln zur Berechnung und Bemessung des Unterhalts enthält das
Gesetz nicht. Unbestritten ist, dass der Kindesunterhalt die konkreten Bedürfnisse
des Kindes abzudecken hat. Indes besteht eine Wechselwirkung zwischen dem
Bedarf des Kindes und der Leistungskraft bzw. der Lebenshaltung der Eltern. Ge-
schuldet ist der "gebührende" Unterhalt, d.h. derjenige, der angesichts der geleb-
ten Verhältnisse als angemessen erscheint. Pflegen die Eltern, oder zumindest
der Unterhaltspflichtige, einen hohen Lebensstil, hat das Kind Anspruch darauf,
dass auch sein Unterhalt grosszügig bemessen wird (BSK ZGB I-Fountoulakis,
Art. 285 N 2, m.w.H.). Methodisch lässt sich diese Partizipation an den finanziel-
len Verhältnissen umsetzen durch eine Berücksichtigung zusätzlicher bzw. höhe-
rer Bedarfspositionen im Barbedarf des Kindes, durch eine Beteiligung am Über-
schuss oder aus einer Kombination der beiden Methoden. Im letzteren Fall muss
bei der Bemessung der Überschussbeteiligung allerdings dem Umstand Rech-
- 31 -
nung getragen werden, dass das Kind schon im Rahmen des erweiterten Barbe-
darfs am gehobenen Lebensstandard des unterhaltspflichtigen und nicht obhuts-
berechtigten Elternteils partizipiert. Zudem ist zu beachten, dass das Kind auch
Anspruch auf einen Überschussanteil gegenüber dem obhutsberechtigten Eltern-
teil hat, wenn dieser aufgrund seines eigenen Erwerbseinkommens und unter Be-
rücksichtigung seines gebührenden Bedarfs dazu in der Lage ist (vgl. OGer ZH
LC180006 vom 27.07.2018, E. 3.2.4c).
8.1.5. Die Vorinstanz hat den beiden Kindern in jeder Phase einen Anteil am
Überschuss zugesprochen. Vorliegend ist jedoch zu berücksichtigen, dass die
Vorinstanz den Grundbedarf der Kinder in sämtlichen Phasen bereits um die Posi-
tion "Hobbykosten" im Umfang von je Fr. 250.– pro Monat erweiterte und der Bar-
bedarf der beiden Kinder im Allgemeinen bereits konkret und grosszügig bemes-
sen wurde (vgl. Urk. 43 E. II./C./.6./c.-e. S. 27 ff.). Eine weitergehende Partizipati-
on durch eine zusätzliche Beteiligung am Überschuss erscheint – auch mit Blick
auf die vorliegenden (finanziellen) Verhältnisse – nicht angemessen. Daran ändert
auch nichts, dass es sich vorliegend um "Ärztekinder" handelt (vgl. Urk. 49
Rz. 62). Damit ist den beiden Kindern in sämtlichen Phasen kein Überschuss zu-
zuweisen.
8.1.6. Da im vorliegenden Eheschutzverfahren kein Ehegattenunterhalt strittig ist
(vgl. Prot. I S. 4, wonach die Gesuchstellerin ihren Antrag auf Zusprechung von
Ehegattenunterhalt zurückziehe), bedarf es keiner Überschussverteilung unter
den Parteien. Entsprechend braucht an dieser Stelle auf die diesbezüglichen Aus-
führungen der Parteien (vgl. Urk. 42 Ziff. III./C./e.-f. S. 13; Urk. 49 Rz. 67 ff.) nicht
weiter eingegangen zu werden. Inwiefern dem Gesuchsgegner allenfalls sein er-
wirtschafteter Überschuss zu belassen ist, beschlägt die Frage, in welchem Ver-
hältnis die Barunterhaltskosten der Kinder auf die beiden Elternteile zu verteilen
sind (siehe hierzu nachfolgend Ziff. III./B./8.3.2.).
8.2. Betreuungsunterhalt
Die Vorinstanz sprach der Gesuchstellerin keinen Betreuungsunterhalt zu. Dies
wird nicht beanstandet und erweist sich angesichts der genügenden Eigenversor-
- 32 -
gungskapazität der Gesuchstellerin (vgl. nachstehend Ziff. III./B./8.3.2.) als kor-
rekt.
8.3. Konkrete Unterhaltsansprüche
8.3.1. Allgemeines
Gemäss Art. 276 Abs. 1 ZGB wird der Unterhalt eines Kindes durch Pflege, Er-
ziehung und Geldzahlung geleistet. Dabei sorgen die Eltern gemeinsam, ein jeder
nach seinen Kräften für den gebührenden Unterhalt des Kindes und tragen insbe-
sondere die Kosten von Betreuung, Erziehung, Ausbildung und Kindesschutz-
massnahmen (Art. 276 Abs. 2 ZGB). Gemäss Art. 285 Abs. 1 ZGB soll der Unter-
haltsbeitrag den Bedürfnissen des Kindes sowie der Lebensstellung und Leis-
tungsfähigkeit der Eltern entsprechen, wobei das Vermögen und die Einkünfte
des Kindes zu berücksichtigen sind. Der Barunterhalt des Kindes ist von beiden
Eltern zu leisten, sofern beide leistungsfähig sind. Die jeweiligen Beiträge sind
daher grundsätzlich nach Massgabe der beiderseitigen Leistungsfähigkeit festzu-
setzen (FamKomm Scheidung/Schweighauser, Art. 285 ZGB N 42-44). Dabei
sind verschiedene Fälle zu unterscheiden: Soweit ein Elternteil alleine betreut,
das heisst, ein klassisches Rollenmodell gelebt wird, wird der betreuende Eltern-
teil mangels Leistungsfähigkeit grundsätzlich keinen Barunterhalt leisten können.
Verfügt der alleinbetreuende Elternteil über Einkünfte, so ist zu prüfen, ob ein Mit-
tragen des Barunterhalts durch ihn zumutbar ist. Es ist jedoch stets der Tatsache
Rechnung zu tragen, dass der Alleinbetreuende den wesentlichen Anteil an Pfle-
ge und Erziehung erbringt (BSK ZGB I-Fountoulakis, Art. 285 N 21 f.). Naturalun-
terhalt, der bei Ausübung eines "üblichen" Besuchsrechts geleistet wird, wirkt sich
nach h.L. nicht auf den Barunterhalt des nicht obhutsberechtigten Elternteils aus.
Bei grosszügigerer Besuchsrechtsregelung sollte der so erbrachte Naturalunter-
halt jedoch betragsreduzierend berücksichtigt werden, wobei die genaue Auftei-
lung des Barunterhalts unter den Eltern von den Umständen des Einzelfalls ab-
hängen muss (BSK ZGB I-Fountoulakis, Art. 285 N 25). Sind die Betreuungsantei-
le in etwa gleich hoch, erbringen beide Eltern vermutungsweise ungefähr densel-
ben Anteil an Naturalunterhalt. Der Barunterhalt ist deshalb grundsätzlich eben-
falls aufzuteilen, und zwar im Verhältnis der jeweiligen Leistungsfähigkeit, soweit
- 33 -
die Leistungsfähigkeit der beiden Elternteile bei gleicher Betreuung nicht massge-
blich voneinander abweicht (BSK ZGB I-Fountoulakis, Art. 285 N 24).
8.3.2. Unterhaltsansprüche
Unter Berücksichtigung des zuvor Ausgeführten ergeben sich damit folgende Un-
terhaltsansprüche:
a) Phase 1 (10. Dezember 2018 bis 31. März 2019)
GSin C._ D._ GG
Einkommen Fr. 8'690.– Fr. 230.– Fr. 230.– Fr. 8'071.–
abzgl. Bedarf Fr. 4'238.– Fr. 3'954.– Fr. 3'951.– Fr. 4'254.–
Fr. 4'452.– -Fr. 3'724.– -Fr. 3'721.– Fr. 3'817.–
Barunterhalt Fr. 3'724.– Fr. 3'721.–
In der Phase 1 resultiert für die beiden Kinder ein Barunterhalt von gerundet
Fr. 3'724.– bzw. Fr. 3'721.–. Beide Parteien arbeiteten in dieser Phase in einem
60 %-Pensum. Die Gesuchstellerin erwirtschaftete in dieser Phase jedoch einen
höheren Überschuss als der Gesuchsgegner und war damit grundsätzlich leis-
tungsfähiger als der Gesuchsgegner. Zwar wurden die Kinder in dieser Phase
kaum bzw. nur in geringem Umfang vom Gesuchsgegner betreut. Indes dürfte
dieser Umstand darauf zurückzuführen sein, dass die Gesuchstellerin ohne Ab-
sprache ihren Wohnsitz von G._ (BE) nach Zürich wechselte und die Kinder
damit der Betreuung des Gesuchsgegners entzog. Überdies darf auch nicht aus-
ser Acht gelassen werden, dass die Kinder im Haushalt der Gesuchstellerin in ei-
nem wesentlichen Umfang fremdbetreut wurden. In Berücksichtigung dieser Um-
stände rechtfertigt es sich daher, den Barunterhalt der beiden Kinder in dieser
Phase den Parteien je zur Hälfte aufzuerlegen. Das Vorbringen des Gesuchsgeg-
ners, er habe "bekanntlich" sowohl die Kosten der ...-Schule in H._ bis und
mit März 2019 als auch den Mietzins für die Wohnung in H._, welche die Ge-
suchstellerin ohne Einhaltung der Kündigungsfrist verlassen hätte, bezahlt
(Urk. 42 Ziff. III./C./f. S. 13), rechtfertigt keine höhere Beteiligung der Gesuchstel-
- 34 -
lerin am Barunterhalt der Kinder. Auch hat der Gesuchsgegner die von ihm an-
geblich übernommenen Kosten weder beziffert noch deren effektive Tilgung durch
Unterlagen belegt. Damit ist der Gesuchsgegner zur Bezahlung von monatlichen
Kinderunterhaltsbeiträgen im Umfang von Fr. 1'860.– pro Kind zu verpflichten. Be-
treffend den Monat Dezember 2018 kürzte die Vorinstanz den Unterhaltsbeitrag
um 1/3, da dieser erst ab dem 10. Dezember 2018 zuzusprechen sei (vgl. Urk. 43
E. II./F./7. S. 33 f.). Dies blieb unangefochten und erweist sich im Übrigen als an-
gemessen. Entsprechend ist der für den genannten Monat geschuldete Kinder-
unterhaltsbeitrag auf je Fr. 1'240.– festzusetzen.
b) Phase 2 (1. April 2019 bis 31. Dezember 2019)
GSin C._ D._ GG
Einkommen Fr. 8'690.– Fr. 230.– Fr. 230.– Fr. 8'358.–
abzgl. Bedarf Fr. 4'238.– Fr. 3'954.– Fr. 3'951.– Fr. 4'591.–
Fr. 4'452.– -Fr. 3'724.– -Fr. 3'721.– Fr. 3'767.–
Barunterhalt Fr. 3'724.– Fr. 3'721.–
In der Phase 2 bleibt der monatliche Barunterhalt der Kinder gleich wie in der
Phase 1. Der Gesuchsgegner betreute die beiden Kinder in dieser Phase zwar je-
des zweite Wochenende inklusive Übernachtung (vgl. Prot. I S. 52 f. und S. 75).
Der so erbrachte Naturalunterhalt ist aber nach dem zuvor Ausgeführten (siehe
Ziff. III./B./8.3.1.) nicht betragsreduzierend zu berücksichtigen (vgl. hierzu auch
FamKomm Scheidung/Schweighauser, Art. 285 N 51). Im Übrigen kann auf das
unter vorstehender Litera Ausgeführte verwiesen werden (vgl. zur Fremdbetreu-
ung auch Urk. 51/24 S. 3 f., wonach das Au-Pair die Kinder bis zu 30 Stunden pro
Woche betreute). Unter Berücksichtigung der Gesamtumstände erscheint damit
auch in der Phase 2 eine Beteiligung der Parteien am Barunterhalt der Kinder im
Umfang von je rund 50 % als angemessen. Entsprechend ist der Gesuchsgegner
in dieser Phase zu verpflichten, Kinderunterhaltsbeiträge von Fr. 1'860.– pro Kind
und Monat zu leisten.
- 35 -
c) Phase 3 (1. Januar bis 31. Mai 2020)
GSin C._ D._ GG
Einkommen Fr. 8'690.– Fr. 230.– Fr. 230.– Fr. 8'358.–
abzgl. Bedarf Fr. 4'238.– Fr. 3'854.– Fr. 3'851.– Fr. 4'591.–
abzüglich Anteil
Grundbetrag Kinder
(1/4)
-Fr. 200.–
Fr. 4'452.– -Fr. 3'624.– -Fr. 3'621.– Fr. 3'567.–
Barunterhalt Fr. 3'624.– Fr. 3'621.–
In der Phase 3 resultiert ein Barunterhalt von Fr. 3'624.– bzw. Fr. 3'621.– pro Mo-
nat. In dieser Phase trat bereits das von der Vorinstanz angeordnete ausgedehnte
Besuchsrecht in Kraft, sodass der Gesuchsgegner einen höheren Anteil am Natu-
ralunterhalt als in den vorangehenden Phasen erbrachte. Dieser wäre grundsätz-
lich beitragsreduzierend zu berücksichtigen. Indes wird der erhöhten Betreuung
mit der Berücksichtigung eines Anteils am Grundbetrag der Kinder bereits Rech-
nung getragen (vgl. vorstehend Ziff. III./B./4.3.). Angesichts dessen, dass die Kin-
der während der Betreuungszeit der Gesuchstellerin zusätzlich fremdbetreut wer-
den, und mit Blick auf ihre höhere Leistungsfähigkeit rechtfertigt es sich, auch in
dieser Phase den Barunterhalt je hälftig aufzuerlegen. Entsprechend ist der Ge-
suchsgegner im Rahmen seiner Leistungsfähigkeit zu verpflichten, in dieser Pha-
se der Gesuchstellerin an den Unterhalt der beiden Kinder einen monatlichen Un-
terhaltsbeitrag von Fr. 1'780.– pro Kind zu bezahlen.
d) Phase 4 (1. Juni 2020 bis 31. Juli 2020)
GSin C._ D._ GG
bei GSin beim GG bei GSin beim GG
Einkommen Fr. 8'690.– Fr. 0'230.– Fr. 0'230.– Fr. 8'358.–
- 36 -
abzgl. Bedarf Fr. 4'238.– Fr. 3'819.–
Fr. 652.00 Fr. 3'816.–
Fr. 652.– Fr. 3'557.–
Fr. 4'452.– -Fr. 3'589.– -Fr. 652.00 -Fr. 3'586.– Fr. 652.– Fr. 4'922.–
Barunterhalt Fr. 3'589.– Fr. 652.– Fr. 3'586.– Fr. 652.–
Ab der Phase 4 kommt die alternierende Obhut mit einem Betreuungsanteil des
Gesuchsgegners von rund 1/3 zum Tragen. Zwar beträgt der Betreuungsanteil
der Gesuchstellerin das Doppelte, doch werden die Kinder während ihrer Betreu-
ungszeit zusätzlich noch fremdbetreut (vgl. Urk. 51/24 S. 3 f.). Zudem verfügt der
Gesuchsgegner über eine etwas höhere Leistungsfähigkeit als die Gesuchstelle-
rin. Unter diesen Umständen rechtfertigt es sich, den Barunterhalt zu 40 % der
Gesuchstellerin und zu 60 % dem Gesuchsgegner aufzuerlegen. Der gesamte
Barunterhalt von C._ beträgt Fr. 4'241.–, derjenige von D._ Fr. 4'238.–.
Davon hätte der Gesuchsgegner rund Fr. 2'545.– pro Kind zu tragen. Im Umfang
von Fr. 652.– pro Kind kommt er jedoch bereits durch Bezahlung der bei ihm an-
fallenden Kinderkosten auf. Entsprechend ist er zu verpflichten, der Gesuchstelle-
rin noch einen monatlichen Unterhaltsbeitrag von Fr. 1'890.– (60 % von gerundet
4'240.– [Fr. 3'589.– bzw. Fr. 3'586.– + Fr. 652.–] abzüglich Fr. 652.–) pro Kind zu
bezahlen.
e) Phase 5 (ab 1. August 2020)
GSin C._ D._ GG
bei GSin beim GG bei GSin beim GG
Einkommen Fr. 8'690.– Fr. 0'230.– Fr. 0'230.– Fr. 8'358.–
abzgl. Bedarf Fr. 4'238.– Fr. 2'419.– Fr. 652.– Fr. 2'416.– Fr. 652.– Fr. 3'557.–
Fr. 4'452.– -Fr. 2'189.– -Fr. 652.– -Fr. 2'186.– -Fr. 652.– Fr. 4'922.–
Barunterhalt Fr. 2'189.– Fr. 652.– Fr. 2'186.– Fr. 652.–
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In der Phase 5 reduziert sich der Bedarf der beiden Kinder im Vergleich zur Pha-
se 4 um die nicht mehr berücksichtigten Schulkosten. Im Übrigen gilt das bereits
in Bezug auf Phase 4 Gesagte. Entsprechend rechtfertigt es sich, auch in dieser
Phase den Barunterhalt zu 40 % der Gesuchstellerin und zu 60 % dem Gesuchs-
gegner aufzuerlegen. Folglich ist der Gesuchsgegner zu verpflichten, ab dem
1. August 2020 einen monatlichen Unterhaltsbeitrag von gerundet Fr. 1'050.–
(60 % von gerundet Fr. 2'840.– [Fr. 2'189.– bzw. Fr. 2'186.– + Fr. 652.–] abzüglich
Fr. 652.–) pro Kind zu leisten.
f) Zahlungsmodalitäten
Die Zahlungsmodalitäten der Unterhaltsbeiträge gemäss Dispositiv-Ziffer 7 des
vorinstanzlichen Urteils blieben unangefochten und sind entsprechend so zu
übernehmen (vgl. auch Urk. 43 E. II./F. S. 37).
C. Antrag auf Aufhebung von Dispositivziffer 8 des vorinstanzlichen Entscheids
Der Gesuchsgegner beantragt, es sei Dispositiv-Ziffer 8 des vorinstanzlichen Ent-
scheids aufzuheben (siehe Urk. 42, Ziff. 1 des Rechtsbegehrens). Er begründet
seinen Antrag aber nicht weiter (vgl. Urk. 42). Insofern ist daher nicht weiter da-
rauf einzugehen.
Die angefochtene Ziffer gibt dennoch zu Bemerkungen Anlass. Gemäss
Entscheidbegründung hat der Gesuchsgegner zwischen Dezember 2018 und Au-
gust 2019 Unterhaltszahlungen im Umfang von insgesamt Fr. 14'345.– geleistet,
weshalb die Vorinstanz ihn zum Abzug dieses Betrags von den geschuldeten Un-
terhaltsbeiträgen berechtigte (vgl. Urk. 43 E. II./F./7. S. 37 mit Verweis auf Prot. I
S. 16 f.). Zusätzlich berechtigte sie den Gesuchsgegner, allfällige weitere Unter-
haltszahlungen bis zum Eintritt der Rechtskraft des Eheschutzurteils in Abzug zu
bringen. In Bezug auf Letzteres ist mit Blick auf ein allfälliges Rechtsöffnungsver-
fahren auf Folgendes hinzuweisen: Die definitive Rechtsöffnung kann für rückwir-
kend geschuldete Unterhaltsbeiträge nicht erteilt werden, wenn der Sachrichter,
welcher den Unterhaltsschuldner zur Bezahlung von Alimenten in bezifferter Höhe
verurteilt, die Anrechnung bereits erbrachter Unterhaltszahlungen vorbehält, ohne
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dass sich deren Höhe wenigstens der Urteilsbegründung entnehmen lässt. Denn
diesfalls ist unklar, wie viel genau der Schuldner für die rückwirkenden Beiträge
noch bezahlen muss. Hingegen taugt ein Entscheid, der den Unterhaltsschuldner
ohne Vorbehalte für eine verstrichene Zeitspanne zur Bezahlung klar bezifferter
Alimente verurteilt, zur Rechtsöffnung hinsichtlich der rückwirkend geschuldeten
Unterhaltsbeiträge, auch wenn sich der Urteilsbegründung entnehmen lässt, dass
der Schuldner im Erkenntnisverfahren die Anrechnung bereits erbrachter Leistun-
gen verlangt, der Richter den Betrag der behaupteten Zahlungen mangels Beweis
aber nicht festgesetzt hat (BGer 5A_780/2015 vom 10. Mai 2016, E. 3.6. mit Ver-
weis auf BGE 138 III 583 E. 6.1.2; 135 III 315 E. 2.3 f.; BGer 5A_860/2011 vom
11. Juni 2012 E. 6.3; 5D_201/2013 vom 2. April 2014 E. 4.1). Der Gesuchsgegner
macht im Berufungsverfahren nicht geltend, dass er weitere Zahlungen geleistet
hätte. In Berücksichtigung des zuvor Ausgeführten ist daher der in Dispositiv-
Ziffer 8 enthaltene Passus "sowie allfällige weitere Unterhaltszahlungen bis zum
Eintritt der Rechtskraft des vorliegenden Urteils geleistete Unterhaltszahlungen"
ersatzlos zu streichen.
D. Erstinstanzliche Kosten- und Entschädigungsfolgen
1. Trifft die Rechtsmittelinstanz einen neuen Entscheid, so entscheidet sie
auch über die Prozesskosten des erstinstanzlichen Verfahrens (Art. 318 Abs. 3
ZPO). Die Vorinstanz setzte die Entscheidgebühr auf Fr. 4'200.– zuzüglich
Fr. 675.– (Kosten Kinderanhörung) fest, was unangefochten blieb (vgl. Urk. 42
S. 2 f.). Diese Kosten auferlegte die Vorinstanz den Parteien je zur Hälfte. Aus-
serdem verzichtete sie auf die Zusprechung einer Parteientschädigung (Urk. 43,
Dispositiv-Ziffern 13-15).
2. Dieser Kostenentscheid erweist sich auch unter Berücksichtigung der im Be-
rufungsverfahren erfolgten Korrekturen noch als angemessen. Das vorinstanzli-
che Kosten- und Entschädigungsdispositiv (Urk. 43, Dispositiv-Ziffern 13-15) ist
daher zu bestätigen.
IV. (Zweitinstanzliche Kosten- und Entschädigungsfolgen)
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1. Für das zweitinstanzliche Verfahren rechtfertigt es sich, in Anwendung von
§ 12 Abs. 1 und 2 in Verbindung mit § 5 Abs. 1 und § 6 Abs. 2 lit. b der Gebühren-
verordnung des Obergerichtes vom 8. September 2010 eine Entscheidgebühr von
Fr. 3'000.– festzusetzen.
2. Umstritten waren im vorliegenden Berufungsverfahren Kinderbelange. Die
verlangte Aufhebung von Dispositiv-Ziffer 8 des angefochtenen Entscheids ist mit
Bezug auf die Kostenverteilung vernachlässigbar. In nicht vermögensrechtlichen
Kinderbelangen (Obhut, Besuchsrecht) sind die Kosten praxisgemäss den Partei-
en je hälftig aufzuerlegen, wenn sie gute Gründe für ihre Rechtsstandpunkte hat-
ten (Art. 107 Abs. 1 lit. c ZPO; ZR 84 Nr. 41). Davon ist vorliegend auszugehen. In
Bezug auf den strittigen Kinderunterhalt unterliegen die Parteien ebenfalls zu rund
50 %. Entsprechend rechtfertigt es sich, die Gerichtskosten den Parteien je zur
Hälfte aufzuerlegen. Parteientschädigungen sind keine zuzusprechen.