# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 8b3811d6-461c-4792-817d-04e2891ed9c1
**Court:** SG_VGN
**Chamber:** SG_VGN_001
**Year:** 2007
**Language:** de
**Jurisdiction:** SG / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

hat das Verwaltungsgericht festgestellt:
A./ V. M., geboren 1982, ist Staatsangehöriger von Serbien. Er reiste am 21. Januar
1994 im Rahmen des Familiennachzugs zu seiner in Gossau wohnhaften Mutter und
seinem Stiefvater in die Schweiz ein. Das Ausländeramt erteilte ihm in der Folge eine
Aufenthaltsbewilligung, die letztmals bis 31. Dezember 2002 verlängert wurde.
Nachdem das Ausländeramt Kenntnis von einem Strafverfahren wegen
Körperverletzung und weiterer Delikte erhalten hatte, teilte es V. M. am 25. Januar 2002
mit, die Bewilligung werde pendent gehalten, solange das Strafverfahren nicht erledigt
sei.
Das Kreisgericht St. Gallen sprach V. M. am 22. Juni 2006 der mehrfachen einfachen
Körperverletzung, des mehrfachen Angriffs, des Diebstahls, der Sachbeschädigung,
des Hausfriedensbruchs, des Vergehens gegen das Betäubungsmittelgesetz und des
Fahrens in angetrunkenem Zustand sowie der Uebertretung des
Umweltschutzgesetzes schuldig und verurteilte ihn zu einer Gefängnisstrafe von zwölf
Monaten und einer Busse von Fr. 2'000.--. Der Vollzug der Freiheitsstrafe wurde unter
Ansetzung einer Probezeit von vier Jahren bedingt aufgeschoben.
Mit Verfügung vom 6. Dezember 2006 wies das Ausländeramt das Gesuch um
Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung ab und forderte V. M. auf, den Kanton St.
Gallen bis 4. März 2007 zu verlassen. Zur Begründung wurde im wesentlichen
angeführt, der Betroffene habe in strafrechtlicher Hinsicht zu schweren Klagen Anlass
gegeben. Ausserdem komme er seinen finanziellen Verpflichtungen nicht nach.
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B./ Gegen die Verweigerung der Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung erhob V. M.
durch seinen Rechtsvertreter Rekurs, der vom Justiz- und Polizeidepartement mit
Entscheid vom 17. April 2007 abgewiesen wurde.
C./ Mit Eingaben seines Rechtsvertreters vom 24. April und 14. Mai 2007 erhob V. M.
Beschwerde beim Verwaltungsgericht mit dem Antrag, der Rekursentscheid vom 17.
April 2007 sei aufzuheben und die Vorinstanz sei anzuweisen, die
Aufenthaltsbewilligung zu verlängern, unter Kosten- und Entschädigungsfolgen.
Mit Verfügung vom 25. April 2007 wies der Präsident des Verwaltungsgerichts das
Gesuch des Beschwerdeführers um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege und
Rechtsverbeiständung wegen Aussichtslosigkeit der Beschwerde ab.
Die Vorinstanz beantragte in ihrer Vernehmlassung vom 21. Mai 2007 die Abweisung
der Beschwerde.
Der Beschwerdeführer erhielt Gelegenheit, sich zur vorinstanzlichen Vernehmlassung
zu äussern. Er liess sich indessen nicht mehr vernehmen.
Die von den Verfahrensbeteiligten zur Begründung ihrer Anträge vorgebrachten

## Considerations

Ausführungen werden, soweit wesentlich, in den nachstehenden Erwägungen
dargelegt und gewürdigt.
Darüber wird in Erwägung gezogen:
1. Die sachliche Zuständigkeit des Verwaltungsgerichts ist gegeben (Art. 59bis Abs. 1
des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege, sGS 951.1, abgekürzt VRP). Der
Beschwerdeführer ist zur Ergreifung des Rechtsmittels legitimiert (Art. 64 Abs. 1 in
Verbindung mit Art. 45 Abs. 1 VRP). Die Beschwerdeeingaben vom 24. April und 14.
Mai 2007 entsprechen zeitlich, formal und inhaltlich den gesetzlichen Anforderungen
(Art. 64 Abs. 1 in Verbindung mit Art. 47 Abs. 1 und Art. 48 Abs. 1 und 2 VRP). Auf die
Beschwerde ist einzutreten.
2. Der Beschwerdeführer rügt eine Verletzung des rechtlichen Gehörs. Die Vorinstanz
habe die Bussenverfügung des Untersuchungsamts Gossau vom 3. Januar 2007
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berücksichtigt, ohne ihm zu eröffnen, dass dieser im Rekursverfahren beigezogen
werde. Weder sei die Möglichkeit zur Stellungnahme eingeräumt noch überhaupt
mitgeteilt worden, dass die Strafverfügung im ausländerrechtlichen Verfahren
berücksichtigt werde.
Der Anspruch auf rechtliches Gehör verschafft dem Betroffenen grundsätzlich das
Recht, über das Verfahren orientiert zu werden und in die dem Entscheid der Behörde
zugrundeliegenden Akten Einsicht zu nehmen (vgl. statt vieler R. Hotz, St. Galler
Kommentar zu Art. 29 BV, N. 27 ff.). Im vorliegenden Fall orientierte die Vorinstanz den
Vertreter des Beschwerdeführers nicht ausdrücklich darüber, dass die
Bussenverfügung des Untersuchungsamtes Gossau vom 3. Januar 2007 Bestandteil
der vom Ausländeramt überwiesenen Akten war. Die Bussenverfügung wurde
allerdings dem Beschwerdeführer zugestellt, und dieser hatte Gelegenheit, in die vom
Ausländeramt der Vorinstanz überwiesenen Akten Einsicht zu nehmen. Da die
Bussenverfügung vor der Aktenüberweisung erging, war sie vom Ausländeramt der
Vorinstanz zu überweisen. Unter diesen Umständen ist der Vorinstanz keine Verletzung
des rechtlichen Gehörs vorzuwerfen. Der Beschwerdeführer hätte im übrigen seinen
Rechtsvertreter über die Busse orientieren können.
3. Nach Art. 4 des Bundesgesetzes über Aufenthalt und Niederlassung der Ausländer
(SR 142.20, abgekürzt ANAG) entscheidet die Behörde im Rahmen der gesetzlichen
Vorschriften und der Verträge mit dem Ausland nach freiem Ermessen über die
Bewilligung von Aufenthalt oder Niederlassung.
3.1. Der Beschwerdeführer war Inhaber einer Jahresaufenthaltsbewilligung. Diese war
letztmals bis 31. Dezember 2002 verlängert worden. Zu prüfen ist im vorliegenden Fall,
inwiefern die Verweigerung der Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung auf einer
Ueberschreitung bzw. einem Missbrauch des Ermessens beruht und damit
rechtswidrig ist. Der Beschwerdeführer hat als Jahresaufenthalter keinen
Rechtsanspruch auf Erteilung oder Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung. Die
Erteilung bzw. Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung stand somit im Ermessen des
Ausländeramts bzw. der Vorinstanz. Dem Verwaltungsgericht ist es verwehrt,
Entscheide der Verwaltungsbehörden im Bereich der Ermessensausübung zu
überprüfen. Es kann nur prüfen, ob die Vorinstanz ihr Ermessen überschritten oder
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missbraucht hat, als sie die Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung verweigerte (vgl.
statt vieler GVP 1996 Nr. 9 und 1998 Nr. 71).
3.2. Nach Art. 9 Abs. 2 lit. b ANAG kann die Aufenthaltsbewilligung widerrufen werden,
wenn das Verhalten des Ausländers Anlass zu schweren Klagen gibt. Sodann können
insbesondere auch Ausweisungsgründe nach Art. 10 Abs. 1 lit. a bis d ANAG einen
Widerruf bzw. eine Verweigerung der Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung
rechtfertigen. Beim Entscheid über die Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung sind
die bei der Ausweisung massgebenden Kriterien analog anzuwenden (GVP 1996 Nr. 9
mit Hinweisen). Dabei sind namentlich die Schwere des Verschuldens, die Dauer der
Anwesenheit in der Schweiz und die dem Ausländer und seiner Familie drohenden
Nachteile zu berücksichtigen (BGE 125 II 523; Art. 16 Abs. 3 der
Vollziehungsverordnung zum ANAG, SR 142.201).
3.3. Wie erwähnt, sprach das Kreisgericht St. Gal-len den Beschwerdeführer am 22.
Juni 2006 der mehrfachen einfachen Körperverletzung, des mehrfachen Angriffs, des
Diebstahls, der Sachbeschädigung, des Hausfriedensbruchs, des Vergehens gegen
das Betäubungsmittelgesetz, des Fahrens in angetrunkenem Zustand und der
Uebertretung des Umweltschutzgesetzes schuldig und verurteilte ihn zu einer
Gefängnisstrafe von zwölf Monaten und einer Busse von Fr. 2'000.--. Der Vollzug der
Freiheitsstrafe wurde unter Ansetzung einer Probezeit von vier Jahren bedingt
aufgeschoben. In der Begründung seines Entscheids verwies das Kreisgericht anstelle
ausführlicher tatsächlicher und rechtlicher Erwägungen auf eine Zusammenfassung der
Urteilsgründe mit den wesentlichen Strafzumessungsgründen. Hinsichtlich des
überwiesenen Sachverhalts, der Würdigung der Untersuchungsergebnisse und der
rechtlichen Würdigung wurde grundsätzlich auf die Anklageschrift verwiesen.
Ausgangspunkt der Beurteilung des Verschuldens ist das strafrichterliche Urteil. Das
Kreisgericht hielt in der Kurzbegründung fest, der Betäubungsmittelhandel bewege sich
knapp an der Grenze zum schweren Fall. Ebenfalls schwerwiegend seien die
mehrfachen Angriffe und Körperverletzungen (Ueberzahl der Täter, Fehlen jeder
Provokation, Schläge gegen bereits Wehrlose). Das Gericht hielt fest, trotz gewisser
Bedenken angesichts der Verwerflichkeit der tätlichen Angriffe, der breitgefächerten
Delinquenz und der teilweisen Uneinsichtigkeit könne aufgrund des längeren
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Wohlverhaltens des Angeschuldigten davon ausgegangen werden, dass er sich durch
den drohenden Vollzug der ausgesprochenen Freiheitsstrafe von weiteren Straftaten
abhalten lassen würde. Gemäss der Anklageschrift, auf die das Kreisgericht verwies,
traf der Beschwerdeführer am 17. März 2001 zusammen mit weiteren Mittätern in
Gossau auf zwei Personen. Ohne Grund gingen er und seine Mittäter auf die beiden los
und teilten ihnen Fusstritte und Faustschläge aus. Am 22. Dezember 2001 traf der
Angeschuldigte zusammen mit weiteren Mittätern in Herisau auf drei ihm unbekannte
Personen. Ohne Grund gingen er und seine Mittäter auf diese los und teilten ihnen
Fusstritte und Faustschläge aus. Ein Opfer war nach dem Vorfall für rund eine Woche
vollständig arbeitsunfähig. Nach dem Angriff stiegen der Beschwerdeführer und seine
Mittäter in ein Auto. Der Beschwerdeführer fuhr bei der Wegfahrt langsam auf eines der
Opfer zu. Da diese Person nicht in der Lage war, sofort zu reagieren, wurde sie vom
Angeschuldigten frontal erfasst, worauf sie zuerst auf die Motorhaube und
anschliessend auf den Boden fiel. Dabei zog sich die Person wiederum Verletzungen
zu. Ohne sich um den Verletzten zu kümmern, setzte der Angeschuldigte den Wagen
zurück und fuhr anschliessend davon.
Die vom Kreisgericht St. Gallen beurteilten Delikte begründen in fremdenpolizeilicher
Hinsicht ein gewichtiges öffentliches Interesse an der Verweigerung des weiteren
Aufenthalts. Der Beschwerdeführer hat wiederholt ohne jeglichen Grund ihm
unbekannte Personen angegriffen und zusammengeschlagen. Darin ist ein
rücksichtsloses, gewalttätiges und überaus verwerfliches Handeln zu erblicken.
Ausserdem war er am Handel mit insgesamt 45 Gramm Heroin und 4 Gramm Kokain
beteiligt. Auch dieser Verstoss gegen das Betäubungsmittelgesetz wiegt in
fremdenpolizeilicher Hinsicht schwer. Der Umstand, dass das Kreisgericht die
Freiheitsstrafe bedingt ausgesprochen hat, lässt die Verweigerung des weiteren
Aufenthalts des Beschwerdeführers in der Schweiz nicht rechtswidrig erscheinen. Nach
der Praxis sind auch Ausweisungen bei bedingt ausgesprochenen Freiheitsstrafen
zulässig (vgl. B 2006/36 vom 12. April 2006, in: www.gerichte.sg.ch). Weiter kommt
hinzu, dass der Beschwerdeführer wiederholt über einen längeren Zeitraum
delinquierte, nämlich von 2001 bis 2003, und die Verurteilung vom 22. Juni 2006
verschiedene Delikte umfasste. Der Umstand, dass die Strafuntersuchung relativ lange
dauerte, wurde vom Kreisgericht bei der Strafzumessung berücksichtigt. Die lange
Verfahrensdauer und das Wohlverhalten des Angeschuldigten führten zu einer
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Minderung um rund fünf Monate Freiheitsstrafe. Das Ausländeramt hat unmittelbar
nach der Rechtskraft des Strafurteils das Verfahren fortgesetzt. Zwar ist dem
Beschwerdeführer zugute zu halten, dass er sich seit der Verurteilung weitgehend
wohlverhalten hat. Bei schwerwiegenden Straftaten kann allerdings bereits eine
einmalige Verurteilung zu einer Verweigerung der Verlängerung der
Aufenthaltsbewilligung führen. Zudem wurde der Beschwerdeführer am 3. Januar 2007
wegen mehrfachen Ungehorsams im Betreibungsverfahren mit Fr. 180.-- gebüsst. Dies
zeigt seine mangelnde Einsicht, sich behördlichen Anordnungen zu unterziehen.
Fest steht weiter, dass der Beschwerdeführer seinen finanziellen Verpflichtungen nicht
lückenlos nachkommt. Das Sozialamt Gossau musste Krankenkassenprämien
übernehmen. Ob er sich als Arbeitnehmer bewährt, kann offen bleiben. Immerhin legte
er einen Arbeitsvertrag ins Recht, aus dem hervorgeht, dass er ab 1. Juni 2007 wieder
eine Arbeitsstelle hat. Fehl geht allerdings sein Vorwurf, die Ausländerbehörde habe ihn
auf dem Arbeitsmarkt benachteiligt, als sie sein Gesuch um Verlängerung der
Aufenthaltsbewilligung pendent gehalten habe. Die Sistierung des
Bewilligungsverfahrens war angesichts der Strafuntersuchung gerechtfertigt, und dem
Beschwerdeführer wurden provisorische Bewilligungen zum Stellenantritt ausgestellt,
als er darum ersuchte. Zu Recht hielt jedenfalls die Vorinstanz fest, der
Beschwerdeführer habe sich trotz der langen Anwesenheit in der Schweiz nicht
integriert. Die Aufenthaltsdauer von nunmehr über 13 Jahren ist zu seinen Gunsten zu
berücksichtigen. Allerdings wird diese Aufenthaltsdauer dadurch relativiert, dass der
Beschwerdeführer bereits im Jahr 2001 Straftaten beging.
Der Beschwerdeführer ist unverheiratet und hat keine familiären Unterhaltspflichten.
Eine Rückkehr nach Serbien ist deshalb ohne überdurchschnittliche Probleme möglich.
Wie die Vorinstanz zutreffend festhielt, verübte der Beschwerdeführer die meisten
Delikte im Kreis von Landsleuten. Aufgrund seines Alters und der Vertrautheit mit den
Verhältnissen des Heimatstaates kann er sich auch bei einem anfänglich fehlenden
Beziehungsnetz in der Heimat wieder zurechtfinden.
3.4. Zusammenfassend ergibt sich, dass die Verweigerung der Verlängerung der
Aufenthaltsbewilligung nicht auf einem Missbrauch bzw. einer Ueberschreitung des
Ermessens beruht, weshalb die Beschwerde als unbegründet abzuweisen ist.
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4. Dem Verfahrensausgang entsprechend sind die amtlichen Kosten des
Beschwerdeverfahrens dem Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 95 Abs. 1 VRP). Eine
Entscheidgebühr von Fr. 2'500.-- ist angemessen (inkl. Kosten der Verfügung vom 25.
April 2007, Ziff. 381 und 382 Gerichtskostentarif, sGS 941.12). Sie ist mit dem
geleisteten Kostenvorschuss in gleicher Höhe zu verrechnen.
Ausseramtliche Entschädigungen sind nicht zuzusprechen (Art. 98bis VRP).