# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** cc44fafb-49fa-416a-a986-6bef7108d435
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2022
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
Der 1970 geborene X._
war
seit dem
1. Januar 2020 als Hilfskoch in einem 100
%-Pensum bei der Y._
GmbH angestellt
und bei der SWICA
Versicherungen AG (nachfolgend: SWICA)
obligatorisch gegen die Folgen von Unfällen versichert
,
als ihm am 13. Januar 2020 eine Schneidemaschine auf den rechten
Vorfuss
fiel und er sich
dabei
eine Fraktur am grossen Zeh zuzog (
Urk. 11/1 und
Urk. 11/4-6).
Das Arbeitsverhältnis wurde von S
eiten der
Arbeit
geberin
gleichentags gekündigt
(Urk. 11/1 und Urk. 11/4).
Die S
WICA
kam für die Heilbehandlung auf und richtete Taggelder aus.
Am 11. August 2020 beauf
tragte die SWICA ihren beratenden Arzt Dr.
med.
Z._
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates,
mit einer spezialärztlichen Untersuchung (Urk. 11/41)
, welche am 25. September 2020 stattfand
(Urk. 11/56)
.
In seinem
Kurzgutachten
vom
28. September 2020
empfahl
Dr.
Z._
eine neurologische Untersuchung, um eine post
traumatische neurologische Ursache auszuschliessen (Urk. 11/56 S. 7). Am 27. Oktober 2020 erfolgte eine neurologische Abklärung bei
PD
Dr.
med.
A._
, Facharzt für Neurologie
(Urk. 11/66). Auf die Rückfragen der SWICA vom 5. November 2020 (Urk. 11/68) gab
Dr.
A._
in seinem Schreiben vom 19. November 2020 an, eine Beantwortung der Fragen sei erst in Kenntnis der Untersuchungsergebnisse der
von Dr. med.
B._
, Facharzt für Anästhesiologie, Teamleiter Schmerztherapie Universitätsklinik
C._
, geplanten
diagnostischen B
lo
ckade des
N
ervus
cutaneus
dorsalis
medialis
möglich (Urk. 11/69).
Am 27. November 2020 teilte die SWICA dem Versicherten mit,
der Anspruch auf Versicherungsleistungen
ende
am
30. November 2020
infolge fehlender Kausalität
(Urk. 11/72).
Der Versicherte verlangte
daraufhin
eine anfechtbare Verfügung
(Urk. 11/73)
. Mit Verfügung vom 4. Dezember
2020
stellte die SWICA die Leistungen per 30. November 2020 ein (Urk. 11/85).
Da
gegen erhob der Versicherte mit Eingabe vom 19. Januar 2021 Einsprache (Urk. 11/87), welche mit
Einspracheentscheid
vom 17. Juni 2021 abgewiesen wurde
(Urk. 11/97 = Urk. 2 Dispositiv Ziffer 4.1)
. Mit demselben Entscheid wurde das Gesuch des
Versicherten
um unentgeltliche Rechtsvertretung im
Einsprache
verfahren
abgewiesen
(Urk. 11/97 = Urk. 2
Dispositiv Ziffer 4.2
).
2.
Gegen den
Einspracheentscheid
vom 17. Juni 2021
erhob der
Versicherte mit Ein
gabe vom
19. August 2021
Beschwerde und beantragte,
der angefochtene Ent
scheid sei aufzuheben und die Sache sei zur vollständigen Abklärung des Sach
verhalts an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen und es seien ihm die ent
sprechenden Versicherungsleistungen auszurichten. In prozessualer Hinsicht er
suchte er um
Gewährung der
unentgeltliche
n
Rechtsvertretung für das
vorinstanzliche sowie für das vorliegende Verfahren (Urk. 1 S. 2).
Mit Beschwerdeantwort vom 16. September 2021
beantragte die Beschwerdegegnerin die Abweisung der Beschwerde (Urk. 10), was dem Beschwerdeführer mit Ver
fügung vom 20. September 2021 mitgeteilt wurde
(Urk. 12
)
.
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Unterlagen ist, soweit für
die
Entscheidfindung
erforderlich, in den nachf
olgenden Erwägungen einzuge
h
en.
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Gemäss Art. 6 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG) werden – soweit das Gesetz nichts
anderes
bestimmt – die Versicherungsleistungen bei Berufsunfällen, Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten gewährt (Abs. 1). Die Versicherung erbringt ihre Leistungen auch bei den im Einzelnen in Abs. 2 auf
geführten Körperschädigungen, sofern sie nicht vorwiegend auf Abnützung oder Erkrankung zurückzuführen sind. Ausserdem erbringt die Versicherung ihre Leistungen für Schädigungen, die der verunfallten Person bei der Heilbehandlung zugefügt werden (Abs. 3).
Nach Art. 10 Abs. 1 UVG hat die versicherte Person Anspruch auf die zweck
mässige Behandlung ihrer Unfallfolgen. Ist sie infolge des Unfalles voll oder teil
weise arbeitsunfähig, so steht ihr gemäss
Art.
16 Abs. 1 UVG ein Taggeld zu. Wird sie infolge des Unfalles zu mindestens 10 Prozent invalid, so hat sie An
spruch auf eine Invalidenrente, sofern sich der Unfall vor Erreichen des ordent
lichen
Rentenalters ereignet hat (Art.
18 Abs. 1 UVG).
1.2
Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss UVG setzt voraus, dass zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Invalidität, Tod) ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht. Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne deren Vorhandensein der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der gleichen Weise beziehungsweise nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht wer
den kann. Entsprechend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des natürlichen Kausalzusammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleinige oder un
mittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schädi
gende Ereignis zusammen mit anderen Bedingungen die körperliche oder geis
tige Integrität der versicherten Person beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern
Worten nicht weggedacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene ge
sund
heitliche Störung entfiele (BGE 129 V 177 E. 3.1, 402 E. 4.3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, worüber die Ver
waltung beziehungsweise im Beschwerdefall das Gericht im Rahmen der ihm ob
liegenden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt für die Begründung eines Leistungs
anspruches nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
1.3
Ist die Unfallkausalität einmal mit der erforderlichen Wahrscheinlichkeit nach
gewiesen, entfällt die deswegen anerkannte Leistungspflicht des Unfall
versicherers erst, wenn der Unfall nicht die natürliche und adäquate Ursache des Gesundheitsschadens darstellt, wenn also Letzterer nur noch und ausschliesslich auf unfallfremden Ursachen beruht. Dies trifft dann zu, wenn entweder der (krankhafte) Gesundheitszustand, wie er unmittelbar vor dem Unfall bestanden hat (Status quo ante), oder aber derjenige Zustand, wie er sich nach dem schicksalsmässigen Verlauf eines krankhaften Vorzustandes auch ohne Unfall früher oder später eingestellt hätte (Status quo sine), erreicht ist. Ebenso wie der leistungsbegründende natürliche Kausalzusammenhang muss das Dahinfallen jeder kausalen Bedeutung von unfallbedingten Ursachen eines Gesundheits
schadens mit dem im Sozialversicherungsrecht allgemein üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sein. Die blosse Möglich
keit nunmehr gänzlich fehlender ursächlicher Auswirkungen des Unfalls genügt nicht. Da es sich hierbei um eine anspruchsaufhebende Tatsache handelt, liegt die entsprechende Beweislast
anders als bei der Frage, ob ein leistungsbegründender natürlicher Kausalzusammenhang gegeben ist
nicht beim Versicherten, sondern beim Unfallversicherer (Urteile des Bundesgerichts 8C_600/2021 vom 3. März 2022 E. 3.2 und 8C_669/2019 vom 25. März 2020 E. 2.2, je mit Hinweisen).
Mit dem Erreichen des Status quo sine
vel
ante entfällt eine Teilursächlichkeit für die noch bestehenden Beschwerden. Solange jedoch dieser Zustand noch nicht wieder
erreicht
ist, hat der Unfallversicherer gestützt auf Art. 36 Abs. 1 UVG Leistungen zu erbringen (Urteil des Bundesgerichts 8C_589/2017 vom 21. Februar 2018 E. 3.2.3 mit Hinweisen).
1.4
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch
die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schluss
folgerungen der Experten begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a mit Hinweis).
Nach der Rechtsprechung kommt auch den Berichten und Gutachten ver
sicherungsinterner Ärztinnen und Ärzte Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen (BGE 125 V 351 E. 3b/
ee
). Das Anstellungsverhältnis einer versicherungsinternen Fachperson zum Ver
sicherungsträger alleine lässt nicht schon auf mangelnde Objektivität und Be
fangenheit schliessen (BGE 137 V 210 E. 1.4, 135 V 465 E. 4.4). Soll ein Ver
sicherungsfall jedoch ohne Einholung eines externen Gutachtens entschieden werden, so sind an die Beweiswürdigung strenge Anforderungen zu stellen. Bestehen auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der versicherungsinternen ärztlichen Feststellungen, so sind ergänzende Ab
klärungen vorzunehmen (BGE 145 V 97 E. 8.5, 142 V 58 E. 5.1, 139 V 225 E. 5.2, 135 V 465 E. 4.4 und E. 4.7).
1.5
Nach den allgemeinen Regeln des Sozialversicherungsrechts hat der Ver
sicherungsträger den rechtserheblichen Sachverhalt abzuklären. Er ist na
ch dem in Art.
43 Abs.
1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozial
versicherungsrechts (ATSG) statuierten Untersuchungsgrundsatz verpflichtet, die notwendigen Abklärungen von Amtes wegen vorzunehmen und die erforderlichen Auskünfte einzuholen, wobei mündlich erteilte Auskünfte schrift
lich festzuhalten sind. Ausnahmen von diesem Grundsatz ergeben sich dort, wo die versicherte Person ihre Mitwirkung verweigert. Soweit ärztliche oder fachliche Untersuchungen für die Beurteilung notwendig und zumutbar sind, hat sich die versicherte Per
son diesen zu unterziehen (Art.
43 Abs.
2 ATSG
).
Für den Bereich der Unfallversicherung wird die M
itwirkungs
p
f
licht in Art.
55 der Verordnung über die Unfallversicherung (UVV) dahingehend präzisiert, dass die versicherte Person alle erforderlichen Auskünfte erteilen und
ausserdem
die Unterlagen zur Verfügung halten muss, die für die Klärung des Unfall
sachverhaltes und die Unfallfolgen sowie für die Festsetzung der Versicherungs
leistungen benötigt werden, insbesondere medizinische Berichte, Gutachten, Röntgenbilder und Belege über die Verdienstverhältnisse; sie muss Dritte ermächtigen, solche Unterlagen herauszugeben
und Auskunft zu erteilen (Art.
55 Abs.
1
UVV). Die versicherte Person muss sich zudem weiteren vom
Versicherungsträger angeordneten
Abklärungsmassnahmen
unterziehen, ins
besondere zumutbaren medizinischen Untersuchungen, die der Diagnose und der Bestimmung der Leistungen dienen. Unzumutbar sind medizinische
Massnahmen
, die eine Gefahr für Leben und Gesundheit de
s Versicherten darstellen (Art.
55 Abs.
2 UVV; vgl. zum Ganzen Urteil des Bundesgerichts 8C_110/2012 vom 16. November 2012 E. 2).
Art.
43 Abs.
3 ATSG sieht sodann vor, dass der Versicherungsträger aufgrund der Akten verfügen oder die Erhebungen einstellen und Nichteintreten
beschliessen
kann, wenn die versicherte Person oder andere Personen, die Leistungen beanspruchen, den Auskunfts- oder Mitwirkungspflichte
n
in unentschuldbarer Weise nicht nachkommen. Er muss die Personen vorher schriftlich mahnen und auf die Rechtsfolgen hinweisen; ihnen ist eine angemessene Bedenkzeit einzu
räumen.
1.6
Das Gericht kann die Angelegenheit zu neuer Entscheidung an die Vorinstanz zurückweisen,
besonders
wenn mit dem angefochtenen Entscheid nicht auf die Sache eingetreten oder der Sachverhalt ungenügend festgestellt wurde (§ 26 Abs. 1
des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht,
GSVGer
).
Bei ungenügenden Abklärungen durch den Versicherungsträger holt die Beschwerdeinstanz im Regelfall ein Gerichtsgutachten ein, wenn sie einen (im Verwaltungsverfahren anderweitig erhobenen) medizinischen Sachverhalt über
haupt für gutachterlich abklärungsbedürftig hält oder wenn eine Administrativ
expertise in einem rechtserheblichen Punkt nicht beweiskräftig ist. Die betreffende Beweiserhebung erfolgt alsdann vor der – anschliessend reformatorisch entscheidenden – Beschwerdeinstanz selber statt über eine Rück
weisung an die Verwaltung. Eine Rückweisung an den Versicherungsträger bleibt hingegen möglich, wenn sie allein in der notwendigen Erhebung einer bisher vollständig ungeklärten Frage begründet ist. Ausserdem bleibt es dem kantonalen Gericht (unter dem Aspekt der Verfahrensgarantien) unbenommen, eine Sache zurückzuweisen, wenn lediglich eine Klarstellung, Präzisierung oder Ergänzung von gutachterlichen Ausführungen erforderlich ist (B
GE 139 V 99 E. 1.1, 137 V 210
E. 4.4.1.4 mit Hinweisen; Urteil des Bundesgerichts 9C_354/2020 vom 8. September 2020 E. 2.1)
.
2.
2.1
Im angefochtenen Entscheid erwog die Beschwerdegegnerin,
aus orthopädischer Sicht hielten
sowohl
der behandelnde Orthopäde Dr.
D._
als auch der orthopädische Gutachter D
r.
Z._
üb
ereinstimmend fest, dass eine Diskre
panz
zwischen den subjektiv geklagten Schmerzen und den klinischen und ob
jektiven Befunden bestehe bzw. ein morphologisches Korrelat auszuschliessen sei und die Schmerzen weder klinisch noch MR-tomographisch erklärbar seien. Aus rein orthopädischer Sicht bestehe keine Einschränkung und somit sei der Beschwerdeführer zu einem P
ensum von 100
% einsetzbar.
Demzufolge seien die bestehenden Beschwerden am
Vorfuss
rechts orthopädisch nicht objektivierbar; selbst bei deren allfälliger natürlicher Kausalität wäre deren zu prüfende Adäquanz angesichts des leichten Ereignisses ohne weitere
Kriterienprüfung
zu verneinen, weshalb die Frage, ob die natürliche Kausalität gegeben sei, praxis
gemäss offenbleiben könne. Aus neurologischer Sicht seien gemäss Dr.
A._
aufgrund der klinischen und elektrophysiologischen Untersuchung keine Läsionen der Beinnerven rechts nachweisbar und somit die Beschwerden nicht objektivierbar; die Frage der natürlichen Kausalität könne offenbleiben, da deren zu prüfende Adäquanz angesichts des leichten Ereignisses ohne weitere
Kriterienprüfung
zu verneinen wäre. Auch wenn
Dr.
A._
die von Dr
.
B._
geplante diagnostische Blockade des
N
ervus
cutaneus
dorsalis
medialis
als zentral erachtet habe
sowohl
für die Diagnosestellung als auch für die Planung der weiteren Therapie und die Einschätzung der Arbeitsfähigkeit, ändere dies nichts an der Tatsache, dass die Beschwerden des
N
ervus
cutaneus
dorsalis
medialis
rechts nur möglicherweise auf das Unfallereignis vom 13.
Januar 2020 zurückzuführen sei
en
und somit angesichts des geforderten Beweisgrades der überwiegenden Wahrscheinlichkeit nicht natürlich kausal seien
. Die weitere Abklärung betreffend Diagnosestellung, Therapieplanung und Arbeitsfähigkeitseinschätzung sei unabhängig von der Kausalitätsbeurteilung vorzunehmen, weshalb sie davon habe absehen dürfen. Im Übrigen sei diese geplante Infiltration gemäss Bericht von Dr.
B._
vom 26. März 2021 auf Wunsch des Beschwerdeführers noch nicht vorgenommen worden
(U
rk.
2 S
. 7
f
.
)
.
2.2
Der Beschwerdeführer machte demgegenüber im Wesentlichen geltend,
d
ie Behauptung der Beschwerdegegnerin, dass gemäss
Dr.
A._
eine Läsion des N.
cutaneus
dorsalis
medialis
rechts lediglich möglich sei, sei aktenwidrig. Dr.
A._
führe in Urk. 66 aus, dass eine Läsion möglich sei und die Schmer
zen erklären könne. Zur Diagnosestellung sei jedoch die bei
Dr.
B._
geplante Blockade des Nervs notwendig. Dr.
A._
habe sich also noch nicht darüber ausgesprochen, ob eine Läsion vorhanden sei oder nicht; seine Diagnose hänge vom Resultat der Behandlung von Dr.
B._
ab. Diese sei durch die Beschwerdegegnerin nicht abgewartet worden.
Auch die Feststellung der Beschwerdegegnerin, dass auch wenn
Dr.
A._
die Blockade als zentral für die Diagnosestellung erachte, dies nichts an der Tatsache ändere, dass die
Beschwerden nur möglicherweise auf das Unfallereignis zurückzuführen seien, sei aktenwidrig
.
Dr.
A._
führe
in
Urk.
69 aus, dass der Unfall «zumindest eine mögliche Ursache» der Schmerzen sei. «Zumindest» bedeute, dass die Kausalität möglich sei, dass
sie
aber auch «wahrscheinlich» oder «überwiegend wahrscheinlich» sein könne.
Dr.
A._
lasse die Wahrscheinlichkeits-beurteilung bewusst offen und mache sie vo
m Untersuchungsresultat von Dr.
B._
abhängig. Er halte ausdrücklich fest, dass er die Fragen der Beschwerdegegnerin (und damit auch die Fragen zur Unfallkausalität) erst beant
worten könne, wenn er die Untersuchungsergebnisse von
Dr.
B._
kenne.
Damit liege keine
rechtsgenügliche
Kausalitätsbeurteilung von
Dr.
A._
vor. Auch die Kurzbeurteilung von
Dr.
Z._
sei nicht als Gutachten tauglich. Damit sei der Sachverhalt ni
cht genügend abgeklärt worden, w
as nachzuholen sei (Urk. 1 S. 5 f.).
3.
3.1
Anlässlich der Erstkonsultation vom 13. Januar 2020
im
Spital E._
wurde die
Diagnose einer Fraktur Endphalanx
D
ig
I Fuss rechts mit 1
cm oberflächlicher Rissquetschwunde und proximalem N
agel-
Längsriss gestellt (Urk. 11/6).
3.2
Im Bericht des
Spitals E._
vom 11. März 2020 betreffend die Konsultation vom 3. März 2020 wurde ausgeführt, sieben Wochen
posttraumatisch
zeige sich klinisch eine deutlich
regrediente
Schwellung und konventionell radi
o
logisch eine zunehmende Konsolidation der intraartikulären Fraktur der distalen Phalanx. Die Fraktur im distalen Anteil der distalen Phalanx zeige sich weniger konsolidiert. Die beschriebene Sensibilitätsminderung über
der d
orsalseitigen proximalen Phalanx sei am ehesten aufgrund der posttraumatischen umgebenden Weichteilreaktion zu werten
;
bei normaler Sensibilität über der distalen Phalanx scheine eine relevante neurale Läsion wenig wahrscheinlich
. Der Beschwerde
führer arbeite als Koch und sei momentan arbeitslos. Er könne so auf keinen Fall arbeiten, weshalb er für Belastungen mit dem rechten F
uss zu 100
% arbeits
unfähig sei (Urk. 11/9).
3.3
Im Bericht des
Spitals E._
vom 9. Juni 2020 betreffend
die Konsultation vom 5. Juni 2020 wurde festgehalten,
die aktuell persistierende Schmerzsympto
matik mit weiterhin persistierendem Schonhinken könne durch die klinischen Befunde nicht gänzlich erklärt werden
. Die Frakturen hätten sich in der radio
logischen Kontrolle vor einem Monat konsolidiert gezeigt. Differenzial
diagnostisch komme durch die mehrmonatige Anwendung des
Darco
-Vorfussent
lastungsschuhs eine Versteifung der Grosszehe in Frage. Aufgrund der Diskrepanz
zwischen
de
n
Beschwerden
und
den klinischen Befunden sowie der seit fünf Monaten bestehenden Arbeitsunfähigkeit erfolge die Zuweisung an den Fuss
chirurgen
Dr.
D._
(Urk. 11/33).
3.4
I
n
der Stellungnahme
des
Spitals E._
vom 19. Juni 2020
zu den Fragen der
Beschwerdegegnerin
vom 8. Juni 2020 (Urk. 11/29)
wurde ausgeführt, der Beschwerdeführer sei seit dem 13. Januar 2020 zu 100 % arbeitsunfähig. Rein aufgrund der Fraktur sollte wieder ein
e
100%
ige
Arbeitsfähigkeit möglich sein. Aktuell sei schmerzbedingt eine Vollbelastung des rechten Fusses bei stärkerer körperlicher Belastung nicht möglich, Büroarbeiten oder
eine
Arbeit ohne grössere Belastung des rechten Fusses seien jedoch zu 100 % möglich
(Urk. 11/36).
3.5
Dr.
med.
D._
, Facharzt
O
rthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates,
Spital E._
,
nannte in seinem Bericht vom 25. Juni 2020 betreffend die Konsultation vom 19. Juni 2020 die folgende Diagnose
(Urk. 11/37/2)
:
Fraktur Endphalanx
D
ig
I Fuss rechts vom 13.01.2020
-
1
cm lange oberflächliche RQW und proximaler Nagellängsriss
-
aktuell: anhaltendes
chronifiziertes
posttraumatisches Schmerz
syndrom
Vorfuss
links
Dr.
D._
führte
aus
, die Restschmerzen könne er mit der Fraktur alleine nicht mehr erklären. Im MRI werde er ein entsprechend morphologisches Korrelat aus
schliessen
. Hierzu werde der Beschwerdeführer aufgeboten werden. Daneben gehe er von einem
posttraumatischen Schmerzsyndrom aus ohne eine klare auf einen Nerv lokalisierbare Neuropathie und ohne Vollbild eines CRPS
. Dennoch denke er, dass der Beschwerdeführer in eine spezialisierte Schmerzsprechstunde gehöre
,
und er gehe von einer eher schlechten Prognose aus. Er we
rde Dr.
B._
, Uni
versitäts
klinik
C._
, Leitender Arzt Schmerztherapie, um ein Aufgebot bitten. Die Arbeitsunfähigkeit verlängere er vorerst bis Ende Juli
(Urk. 11/37/3)
.
In seinem Nachtrag vom 30. Juni 2020 hielt
Dr.
D._
fest,
i
m MRI
(Urk. 11/38)
finde sich ein
pseudoarthrotisches
Fragment der Basis der End
phalanx, aber ohne jegliche Aktivitätszeichen. Dies erkläre die Schmerzen nicht. Deswegen verzichte er vorerst auf eine Weiter
a
bklärung (z.B. mittels SPECT-CT) un
d warte die Beurteilung von Dr.
B._
ab (Urk. 11/37/3).
3.6
Dr.
B._
führte in seinem Bericht vom 18. September 2020 betreffend die Konsultation vom 16. September 2020 a
us, der beklagte Schmerz am
Dig
I scheine von gemischt
nozizeptiv
en
bis neuropathischen Ursprungs zu sein
. Durch das Trauma sei auch eine Verletzung der Nervenäste am Zeh denkbar, was den
neuropathischen Schmerzanteil gut erklären könne.
Die durch Bewegung ver
stärkten stechenden Schmerzen an der Zehenspitze schienen eher
nozizeptiv
im Bereich der ursprünglichen Fraktur des Endgliedes.
Zur weiteren Differenzierung des neuropathischen Schmerzanteils werde er eine diagnostische Blockade des
N
ervus
cutaneus
dorsalis
medialis
planen.
Bei nennenswerter Schmerzreduktion wären weitere auch therapeutische Blockaden oder aber
auch die Kryotherapie des Nervs
denkbar
(Urk.
11/47)
.
3.7
Dr.
D._
hielt in seinem Bericht vom 25. September 2020 betreffend die Untersuchung vom 18. September 2020 einen unveränderten Befund
im Ver
gleich
zur Voruntersuchung fest. Er befürworte die von
Dr.
B._
eingeleitete Therapie. Er (Dr.
D._
) habe wegen der neuropathischen Schmerzen
Lyrica
2x75 mg/Tag eingeführt, welches im Verlauf gesteigert werden könne. Ent
sprechend werde er D
r.
B._
um weitere
Titrierung
der Medikation bitten im Rahmen der geplanten F
olgetermine inklusive
diagn
o
s
tischer Blockade des
Nervus
cutaneus
dorsalis
medialis
und gegebenen
falls Kryotherapie.
Die Pseudoarthrose des
Prozessus
unguicularis
sei im MRI vom Juni komplett
areaktiv
und erkläre die Schmerzen nur in hintergründigem Ausmass. En
t
sprechend könne er hier ausser einer Entlastung in orthopädischem Schuhwerk keine sinnvollen Zusatzmassnahmen anbieten (Urk. 11/65)
.
3.8
Der beratende Arzt der Beschwerdegegnerin,
Dr.
Z._
, nannte in seiner Kurzbeurteilung vom 28. September 2020 betreffend die Untersuchung vom 25. September 2020 di
e folgende Diagnose (Urk. 11/54 S.
4):
Chronische posttraumatische Schmerzen
Vorfuss
rechts unklarer
Aetiologie
-
DD neuropathisch,
nozizeptiv
-
Fraktur Endphalanx
Dig
I Fuss rechts am 13.01.2020 mit
areaktiver
Pseudoarthrose
des
Proc
.
u
nguicularis
Dig
I
-
St.
n. Längsriss des Nagels
Dig
I F
uss rechts
D
r.
Z._
führte aus,
am 13.
Januar 2020 sei dem Beschwerdeführer gemäss seinen eigenen A
ngaben eine 20
kg schwere Schneidemaschine auf den
Vorfuss
gefallen. Er habe sich dabei eine Längsverletzung des Nagels der Grosszehe mit Fraktur des
Proc
.
u
nguicularis
der Endphalanx zuge
z
ogen. Die primäre Wund
versorgung sei im Notfall des
Spitals E._
erfolgt.
Der
Vorfuss
sei an
schliessend mit einem
Darco
-Schuh entlastet worden. Im Verlauf sei es zur
Chronifizierung
der Schmerzen und einer Ausbildung einer
Hyposensibiliät
im
Vorfuss
gekommen. Die Spitze des
Proc
.
unguicularis
habe eine Pseudoarthrose entwickelt, die im MRI
vom 26.
Juni 2020 absolut
areaktiv
sei. Auch hätten sich im MRI des Vorfusses keine
Osteonekrosen
oder andere Weichteilpathologien
gezeigt, die die Schmerzen im
Vorfuss
erklären würden. Dies decke sich
nicht
mit den klinischen Befunden, wo eine diffuse
Druckdolenz
an der Grosszehe wie auch ein Kompressionsschmerz des Vorfusses bestehe. Bereits leichte Manipulationen im MTP-I-Gelenk, das beim Ereignis nicht verletzt worden sei, löse eine starke Schmerzprovokation aus. Auch in dem Bericht von D
r.
D._
vom 25.
Juni 2020 sei festgehalten
, dass die Schmerzen weder klinisch noch MR-tomographisch erklärbar seien. Deshalb sei der Beschwerdeführer in die Schmerz
sprechstunde der Universitätsklinik
C._
überwiesen worden. Dort
seien die Schmerzen als
nozizeptiv
-neuropathisch beschrieben worden.
Eine neurologische Untersuchung sei jedoch noch nicht erfolgt. Sinnvoll sei eine elektro
physiologische Untersuchung, um zu beurteilen, ob tatsächlich eine Teilläsion des N
.
peronaeus
superficialis
oder
profundis
vorliege.
Er
(D
r.
Z._
) habe telefonisch Kontakt mit D
r.
D._
aufgenommen, der ebenfalls bestätigt habe, dass er keine orthopädischen Eingriffe vorgesehen habe. Zusam
m
enfassend sei festzuhalten, dass aus rein orthopädischer Sicht keine Einschränkung am
Vorfuss
bestehe, welche die Schmerzsymptomatik erkläre. Aus rein orthopädischer Sicht sei der Fuss voll belastbar.
Um eine posttraumatische neurologische U
rsache aus
zuschliessen, wäre die oben erwähnte Untersuchung zu diskutieren.
Auf die Fragen der Beschwerdegegnerin gab D
r.
Z._
an, d
ie subjektiv beklagten Beschwerden könnten nur teilweise objektiviert werden.
Die Hypo
sensibilität könne verifiziert werden, jedoch passe sie nicht zum Verteilungs
muster eines N
ervs
. Der Kompressionsschmerz des Fusses und die Schmerzen bei Manipulationen im
Dig
I könnten nicht erklärt werden.
Für die Schmerzen im
Vorfuss
, die bis jetzt nicht objektivierbar gewesen seien, könnte eine elektro
physiologische Untersuchung allenfalls eine mögliche Erklärung bieten. Nur dann könne eine Aussage über eine Besserung gemacht werden.
Aus
rein ortho
pädischer Sicht bestehe keine Einschränkung. Somit sei der Beschwerdeführer zu einem P
ensum von 100
% einsetzbar. Insbesondere könne eine Tätigkeit in sitzender Position durchgeführt werden, was den Fuss entlaste.
Nur eine neuro
logische elektrophysiologische Untersuchung könne nachweisen, ob die Nerven tatsächlich im Rahmen des Unfalls traumatisiert worden seien
.
Aber auch dann wären nicht alle Schmerzen erklärt
(U
rk.
11/54 S
. 8
ff.)
.
3.9
Neurologe
PD
Dr.
A._
nannte in seinem Bericht vom 27. Oktober 2020 als Diagnose chronische posttraumatische Schmerzen Fuss rechts und als Differentialdiagnose (DD) bei Läsion des
N
ervus
cutaneus
dorsalis
medialis
. Er führte aus
, eine Läsion des
N
ervus
cutaneus
dorsalis
medialis
rechts im Rahmen des beschriebenen Traumas sei möglich und könnte die vom Beschwerdeführer beschriebenen Schmerzen erklären.
Insofern sei die bereits von D
r.
B._
geplante
diagnostische Blockade des
N
ervus
cutaneus
dorsalis
medialis
zentral
sowohl
für die Diagnosestellung als auch für die Planung der weiteren Therapie.
Eine Läsion der weiter proximal
abgelegenen Abschnitte der Beinnerven rechts sei klinisch und elektrophysiologisch nicht nachweisbar. Der
N
ervus
cutaneus
dorsalis
medialis
sei elektro
physiologisch nicht darstellbar (Urk. 11/66).
3.10
In seinem S
chreiben vom 19.
November 2020 hielt PD
Dr.
A._
fest,
wie bereits in seinem Konsultationsbericht vom 27. Oktober 2020 ausgeführt, sei das Unfallereignis zumindest eine mögliche Ursache der vom B
eschwerdeführer b
eschriebenen Schmerzen.
Zentral für die Planung der weit
e
ren Therapie
wie
auch für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit sei das Ansprechen auf die geplante
diagnostische Blockade des
N
ervus
cutaneus
dorsalis
medialis
. Eine Beant
wortung der Fragen
der Beschwerdegegnerin (vgl. Urk. 11/68)
sei insofern nur in Kenntnis der diesbezüglichen Untersuchungsergebnisse möglich
(Urk. 11/
69).
3.11
Dr.
D._
führte in seinem Bericht vom 24. November 2020 betreffend die Konsultation vom 20. November 2020 aus, er habe versucht, dem Beschwerde
führer die diagnostische Blockade des
N
ervus
cutaneus
dorsalis
medialis
rechts zu erklären und ihm die Angst zu nehmen. Entsprechend sei dieser nun ein
verstanden und werde sich mit der Bitte um einen neuen Termin melden (U
rk.
11/76
)
.
3.12
D
r.
B._
hielt in seinem Bericht vom 26. März 2021 betreffend die Konsultation vom 24. März 2021 fest, bei Unsicherheit des Beschwerdeführers sei die von ihm (
Dr.
B._
) in seiner Initialbeurteilung empfohlene Blockade wieder abgesagt worden. Nun habe sich der Beschwerdeführer zur Infiltration entschieden, sodass er erneut aufgeboten worden sei. Heute sei er zur geplanten Infiltration erschienen, habe aber berichtet, dass er neu starke Schmerzen im Bereich der rechten Hüfte habe und die Schmerzen am Fuss in den Hintergrund getreten seien.
Er wolle nun erst seine Hüftbeschwerden behandeln lassen und deshalb (noch) keine Infiltration am Fuss (Urk. 11/93).
4.
4.1
Streitig
und zu prüfen ist, ob die nach Ende November 2020 bestehenden Fuss
beschwerden
noch
in einem Kausalzusammenhang zum Unfallereignis vom 13. Januar 2020 stehen bzw.
o
b diese Frage gestützt auf die vorliegenden Akten überhaupt beurteilt werden kann.
4.2
Aus den medizinischen Akten geht
hervor,
dass
die persistierende Schmerz
symptomatik mit Schonhinken durch die klinischen
und
bildgebenden
Befunde
nicht gänzlich erklärt werden
kann
(vgl.
vorne
E
.
3.
3
).
Laut dem behandelnden Orthopäden Dr.
D._
ist
von einem
posttraumatischen Schmerzsyndrom ohne eine klare auf einen Nerv lokalisierbare Neuropathie und ohne Vollbild eines CRPS auszugehen
(
v
g
l
. vorne E
.
3.5).
Gemäss
Dr.
B._
ist eine durch das Trauma verursachte Verletzung der Nervenäste am Zeh denkbar, was den neuro
pathischen Schmerzanteil erklären könnt
e
.
Zur weiteren Differenzierung des neuropathischen Schmerzanteils
sei
eine diagnostische Blockade des
N
ervus
cutaneus
dorsalis
medialis
notwendig
(vgl. vorne E
.
3.6).
Der beratende Arzt der Beschwerdegegnerin, Dr.
Z._
,
kam
ebenfalls
zum Schluss
,
dass die Schmerzen weder klinisch noch MR-tomographisch erklärbar
seien
.
Aus rein orthopädischer Sicht sei der Fuss voll belastbar.
Sinnvoll sei eine elektro
physiologische Untersuchung, um zu beurteilen, ob tatsächlich eine Teilläsion des
N
ervus
peronaeus
superficialis
oder
profundis
vorliege
.
Nur eine neurologische elektrophysiologische Untersuchung könne nachweisen, ob die Nerven tat
sächlich im Rahmen des Unfalls traumatisiert worden seien
(vgl. vorne E. 3.8).
Aus neurologischer Sicht kam
PD
Dr.
A._
zum Schluss,
eine Läsion des
N
ervus
cutaneus
dorsalis
medialis
rechts im Rahmen des beschriebenen Traumas sei möglich und könnte die vom Beschwerdeführer beschriebenen Schmerzen erklären. Insofern sei die geplante diagnostische Blockade des
N
ervus
cutaneus
dorsalis
medialis
zentral sowohl für die Diagnosestellung
als auch für die Planung der weiteren Therapie
. Eine Läsion der weiter proximal abgelegenen Abschnitte der Beinnerven rechts sei klinisch und elektrophysiologisch nicht nachweisbar. Der
N
ervus
cutaneus
dorsalis
medialis
sei elektrophysiologisch nicht darstellbar
(vgl. vorne E. 3.9).
Die Beantwortung der Fragen der Beschwerdegegnerin sei nur in Kenntnis der diesbezüglichen Untersuchungsergebnisse möglich
(vgl. oben E. 3.10)
.
Auch wenn
der Beschwerdegegnerin darin beizupflichten ist, dass
die bestehenden Beschwerden am
Vorfuss
rechts orthopädisch nicht objektivierbar sind, kann – entgegen der Auffassung der Beschwerdegegnerin (Urk. 2 S. 8)
–
aufgrund
der aktuellen Aktenlage nicht gesagt werden, dass diese auch aus neurologischer Sicht nicht objektivierbar sind. Es trifft zwar zu, dass in der neurologischen Untersuchung keine Läsion der Beinnerven rechts nachweisbar war
.
Neurologe PD
Dr.
A._
wies
jedoch ausdrücklich darauf hin, dass der
N
ervus
cutaneus
dorsalis
medialis
elektrophysiologisch nicht darstellbar
sei
, wes
halb eine diagnostische Blockade vorzunehmen
sei.
Insgesamt ist d
en medizinischen A
kten übereinstimmend
zu entnehmen, dass die diagnostische Blockade des
N
ervus
cutaneus
dorsalis
medialis
not
wendig ist, um
eine
auf den Unfall zurückzuführende
neurologische Ursache
der Beschwerden
auszuschliessen
und die Frage der Unfallkausalität
verlässlich
zu beantworten
.
Die
geplante
diagnostische Blockade des
N
ervus
cutaneus
dorsalis
medialis
hat jedoch bis zum Zeit
p
unkt des angefochtenen Entscheides nicht stattgefunden
.
Die Beschwerdegegne
r
i
n
ist
aufgrund der ihr obliegenden Untersuchungsmaxime (
vgl. oben E. 1.5
) gehalten
, den Sachverhalt soweit zu ermitteln, dass
sie
über den Leistungsanspruch zumindest mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahr
scheinlichkeit befinden kann.
D
abei muss d
er Beweis des Wegfalls des natürlichen Kausalzusammenhangs
– wie im angefochtenen Entscheid zutreffend fest
gehalten
(Urk. 2 S.
5 Ziff. 3.3) –
nicht durch den Nachweis unfallfremder Ur
sachen erbracht werden. Entscheidend ist allein, ob unfallbedingte Ursachen des Gesundheitsschadens ihre kausale Bedeutung verloren haben, also dahingefallen sind (Urteil
des Bundesgerichts 8C_600/2021 vom 3. März 2022 E. 3.2). Aufgrund der unklaren medizinischen Aktenlage lässt sich diese Frage nicht schlüssig beantworten.
Da von der ärztlicherseits empfohlenen
zusätzlichen Abklärungs
massnahme noch neue wesentliche Erkenntnisse zu erwarten sind
, welche für die strittige Frage der Unfallkausalität relevant sind,
ist der rechtserhebliche Sach
verhalt
vorliegend
noch nicht vollständig abgeklärt.
4.3
Somit
ergibt sich, dass beim
aktuellen
Erkenntnisstand
nicht zuverlässig
über die Unfallkausalität entschieden werden kann. Die Beschwerdegegnerin ordnete trotz der
übereinstimmenden
ärztlichen
Empfehlung
en
keine
diagnostische Blockade des
N
ervus
cutaneus
dorsalis
medialis
an, insbesondere nicht mittels eines Mahn- und
Bedenkzeitverfahrens
im Sinne von Art. 43 Abs. 3
ATSG
(vgl. oben E. 1.5)
. Erst nach Durchführung des Mahn- und
Bedenkzeitverfahrens
kann bei fort
gesetzter Verweigerung der Mitwirkungspflicht ohne weitere Abklärungen auf
grund der Akten entschieden werden
(vgl. Urteil des Bundegerichts 8C_87/2018 vom 16. August 2018 E. 4.2)
. Da es sich um eine bisher ungeklärte Frage handelt
,
ist die Sache zur Vorna
hme der noch
erforderlichen
Abklärung
an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen
(vgl. oben E.
1.6)
.
4.4
Zusammenfassend erweist sich die Aktenlage für die Beurteilung der strittigen Frage als ungenügend, weshalb
Dispositiv Ziffer 4.1 des
Einspracheentscheid
s
vom
17. Juni 2021
aufzuheben und die Sache an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen ist, damit sie die erforderliche Abklärung veranlasse und hernach über ihre Leistungspflicht neu verfüge.
5.
5.1
Zu
prüfen
ist
im Weiteren, ob der Beschwerdeführer Anspruch auf unentgeltliche Rechtsvertretung im
Einspracheverfahren
hat.
5.2
Nach Art. 37 Abs. 4 ATSG wird der gesuchstellenden Person im sozial
versicherungsrechtlichen Verwaltungsverfahren eine unentgeltliche Rechts
vertretung bewilligt, wo es die Verhältnisse erfordern. Anspruch auf unent
geltliche Rechtsvertretung besteht, wenn die Partei
nicht über die erforderlichen Mittel verfügt
, ihr Rechtsbegehren nicht aussichtslos erscheint und die Vertretung
zur Wahrung ihrer Rechte notwendig
ist (Art. 29 Abs. 3
der Bundesverfassung,
BV). Insbesondere die Notwendigkeit der anwaltlichen Vertretung ist nur in Aus
nahmefällen zu bejahen, weil im sozialversicherungsrechtlichen Verwaltungs
verfahren der Untersuchungs
grundsatz gilt (Art. 43 ATSG), die Versicherungs
träger und Durchführungsorgane der einzelnen Sozialversicherungen also den rechtserheblichen Sachverhalt unter Mitwirkung der Parteien nach den rechts
staatlichen Grundsätzen der Objektivität, Neutralität und Gesetzesgebundenheit zu ermitteln haben. Die Geltung des Untersuchungsgrundsatzes rechtfertigt somit einen strengen Massstab, schliesst aber die sachliche Gebotenheit der unent
geltlichen Vertretung nicht grundsätzlich aus. Es müssen sich schwierige Fragen rechtlicher oder tatsächlicher Natur stellen. Zu berücksichtigen sind die konkreten Umstände des Einzelfalls, Eigenheiten der anwendbaren Verfahrensvorschriften sowie weitere Besonderheiten des jeweiligen Verfahrens. Neben der Komplexität der Rechtsfragen und der Unübersichtlichkeit des Sachverhalts fallen auch bei der versicherten Person liegende Gründe in Betracht, etwa ihre Fähigkeit, sich im Verfahren zurechtzufinden. Des Weiteren muss eine gehörige Interessenwahrung durch Verbandsvertreter, Fürsorgestellen oder andere Fach- und Vertrauensleute sozialer Institutionen ausser Betracht fallen (BGE 132 V 200 E. 4.1; Urteil des Bundesgerichts 8C_240/2018 vom 3. Mai 2018 E. 3.2, je mit Hinweisen).
5.3
Die Beschwerdegegnerin
begründete die Abweisung des Gesuchs
um unentgelt
liche Rechtsvertretung im Verwaltungsverfahren
damit, dass sich
vorliegend
an
gesichts der fehlenden Kausalität keine schwierigen Fragen rechtlicher oder tat
sächlicher Natur stellten, weshalb es an der sachlichen Gebotenheit fehle. Zudem sei auch die Voraussetzung der fehlenden Aussichtslosigkeit nicht gegeben (Urk. 2 S. 10
, Urk. 10 S. 5
).
5.4
Der Beschwerdeführer
stellte sich demgegenüber auf den Standpunkt,
die Frage der Unfallkausalität sei sehr technisch-juristisch und selbst ein gut Deutsch sprechender juristischer Laie verstehe nicht, worauf es dabei ankomme. Für Fra
gen der Kausalität sei daher der
Beizug
einer anwaltlichen Vertretung notwendig. Nachdem der Sachverhalt nicht vollständig abgeklärt und ein Entscheid gefällt worden sei, obwohl eine zentrale ärztliche Frage nicht beantwortet worden sei, könne von einer aussichtslosen Einsprache nicht die Rede sein. Da er derzeit vom
Sozialamt abhängig sei, sei auch die materielle Bedürftigkeit ohne weiteres aus
gewiesen (Urk. 1 S. 7 f.).
5.5
Der Beschwerdeführer und seine Familie
werden von der Gemeinde F._
mit Sozialhilfeleistungen
unterstützt (Urk. 9/1) und er verfügt über keine Rechts
schutzversicherung, welche die Vertretungskosten deckt (Urk. 8
S. 2 Ziff. 5
). Seine finanzielle Bedürftigkeit ist somit ausgewiesen.
Sein
Rechtsbegehren
ist – entgegen der Auffassung der Beschwerdegegnerin
–
nicht aussichtslos, da die Sache zur weiteren Abklärung an die Beschwerdegegnerin zurüc
kzuweisen ist (vgl. vorne E. 4.4
).
5.6
Zu prüfen bleibt die Voraussetzung der Notwendigkeit der anwaltlichen Ver
tretung.
Aus rechtliche
r
Sicht gilt es v
orliegend zu beurteilen, ob
ein Kausal
zusammenhang zwischen den
Beschwerden
am rechten
Vorfuss
des Beschwerde
führers und dem
Unfallereignis vom
13. Januar 2020
besteht
. Auch wenn für die Beantwortung dieser Frage die rechtliche Relevanz ärztlicher Berichte zu beurteilen ist, wofür in der Regel medizinische Kenntnisse und juristischer Sach
verstand erforderlich sind, kann gemäss ständiger Rechtsprechung (BGE 132 V 200 E. 5) grundsätzlich nicht von einer komplexen Fragestellung gesprochen werden, welche den Anspruch auf eine unentgeltliche Rechtsvertretung recht
fertigen würde. Die gegenteilige Auffassung liefe darauf hinaus, dass der An
spruch auf unentgeltliche
Rechtsverbeistä
ndung
in praktisch allen Verwal
tungs
verfahren bejaht werden müsste, in denen
medizinische Unterlagen zur Dis
kussion stehen, was der Konzeption von Art. 37 Abs. 4 ATSG als eine
r Aus
nah
meregelung widerspräche. Es bedarf mithin weiterer Umstände, welche die Sache als nicht mehr einfach und eine anwaltliche Ver
tretung als notwendig bzw. sach
lich geboten erscheinen lassen (vgl. Urteile des Bundesgerichts 8C_353/2019 vom 2. September 2019 E. 5
,
8C_931/2015 vom 23. Februar 2016 E. 5.2
,
9C_676/2012 vom 21.
November
2012
E. 3).
Solche Umstände sind vorliegend nicht ersichtlich.
Der Beschwerdeführer war auch
selbst
in der Lage, seine An
liegen telefonisch
und per E-Mail
bei der Beschwerdegegnerin vorzubringen
(vgl.
Urk. 11/42,
Urk. 11/
50-
52,
Urk. 11/
59-
60, Urk. 11/64, Urk. 11/73-74
)
und fand sich somit im Verfahren zurecht
.
Im Übrigen
s
pricht auch nichts gegen
eine Interessenwahrung durch
Verbandsvertreter, Fürsorgestellen oder andere Fach- und Vertrauensleute sozialer Institutionen.
Es bleibt darauf hinzuweisen, dass
die Abklärung des Sachverhalts
vorliegend
insbesondere dadurch erschwert wurde, dass sich der Beschwerdeführer der
ärztlicherseits
empfohlenen Diagnostik (ohne nachvollziehbaren Grund) nicht unterzog
en hat
–
und
nicht
weil der Sachverhalt komplex wäre
.
Vor diesem Hintergrund ist die
sachliche Gebotenheit einer
an
waltlichen Vertretung
zu verneinen
, weshalb
die Beschwerdegegnerin das Gesuch
des Beschwerdeführers
um
Gewährung der
unentgeltliche
n
Rechtsvertretung im
Einspracheverfahren
zu Recht abgewiesen hat
.
6.
6.1
Da die Rückweisung an die Verwaltung nach ständiger Rechtsprechung als voll
ständiges Obsiegen gilt (BGE 137 V 57 E. 2.2)
, ist die Beschwerdegegnerin zu verpflichten, dem vertretenen Beschwerdeführer eine angemessene Partei
ent
schädigung zu bezahlen (Art. 61
lit
. g ATSG in Verbindung mit § 34 Abs. 1
GSVGer
). Diese
bemisst sich
nach
d
er Bedeutung der Streitsache,
der Schwierig
keit des Prozesses
und dem Mass des Obsiegens, jedoch
ohne Rücksicht auf den Streitwert
(§ 34 Abs. 3
GSVGer
)
.
Vorliegend erscheint die von der Rechts
vertre
terin des Beschwerdeführers mit Schreiben vom
4. November 2021
(Urk.
13
und Urk. 14
) geltend gemachte Parteientschädigung von Fr.
1'550.50
(inkl. Bar
auslagen
und
MWSt
) als angemessen.
6.2
Damit erweist sich das Gesuch des Beschwerdeführers um Gewährung der unent
geltlichen Rechtsvertretung für das vorliegende Verfahren als gegenstandslos.