# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** c1671e81-9a00-4ba0-9310-6a23ff4038db
**Court:** ZH_OG
**Chamber:** ZH_OG_002
**Year:** 2019
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

betreffend mehrfacher Diebstahl etc.
Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichtes Zürich, 2. Abteilung, vom 24. Oktober 2018 (DG180188)
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Anklage:
Die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat vom 22. August 2018 ist
diesem Urteil beigeheftet (Urk. 18).
Urteil der Vorinstanz: (Urk. 47 S. 52 ff.)
"Es wird erkannt:
1. Der Beschuldigte A._ ist schuldig
− des mehrfachen Diebstahls im Sinne von Art. 139 Ziffer 1 StGB,
− der mehrfachen Sachbeschädigung im Sinne von Art. 144 Abs. 1 StGB sowie
− des mehrfachen Hausfriedensbruchs im Sinne von Art. 186 StGB.
2. Der Beschuldigte wird bestraft mit 26 Monaten Freiheitsstrafe, wovon bis und mit heute
161 Tage durch Untersuchungs- und Sicherheitshaft erstanden sind.
3. Der Vollzug der Freiheitsstrafe wird nicht aufgeschoben.
4. Der Beschuldigte wird in Anwendung von Art. 66a Abs. 1 lit. d StGB für die Dauer von
10 Jahren aus dem Gebiet der Schweiz verwiesen.
Es wird die Ausschreibung der Landesverweisung im Schengener Informationssystem an-
geordnet.
5. Der Privatkläger B._ wird mit seinem Schadenersatzbegehren auf den Weg des Zivil-
prozesses verwiesen.
6. Der Privatkläger C._ wird mit seinem Schadenersatzbegehren auf den Weg des Zivil-
prozesses verwiesen. Das Genugtuungsbegehren des Privatklägers C._ wird abgewie-
sen.
7. Die folgenden sichergestellten und im Forensischen Institut Zürich unter der Referenznum-
mer K151102-091 / 65014735 lagernden Gegenstände werden eingezogen und nach Eintritt
der Rechtskraft des Urteils vernichtet:
− Tatort-Fotografie (A008'692'793)
− DNA-Spur - Wattetupfer (Asservaten-Nr. A008'692'884)
− DNA-Spur - Scenesafe FAST (Asservaten-Nr. A008'692'895)
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− Mikrospuren - Klebbandasservat (Asservaten-Nr. A008'692'908)
− DNA-Spur - Wattetupfer (Asservaten-Nr. A008'692'997)
− Vergleichs-WSA (Asservaten-Nr. A008'693'003)
− Vergleichs-WSA (Asservaten-Nr. A008'693'014)
− Daktyloskopische Spur - Folie (Asservaten-Nr. A008'693'081)
− DNA-Spur - Wattetupfer (Asservaten-Nr. A008'693'092)
− Vergleichsabdrücke-Dakty (Asservaten-Nr. A008'693'138)
− Vergleichsabdrücke-Dakty (Asservaten-Nr. A008'693'150)
− DNA-Spur - Wattetupfer (Asservaten-Nr. A008'693'172)
8. Die folgenden sichergestellten und im Forensischen Institut Zürich unter der Referenz-
nummer K160327-005 / 66190781 lagernden Gegenstände werden eingezogen und nach
Eintritt der Rechtskraft des Urteils vernichtet:
− Tatort-Fotografie (Asservaten-Nr. A009'157'453)
− DNA-Spur - Wattetupfer (Asservaten-Nr. A009'157'464)
− DNA-Spur - Wattetupfer (Asservaten-Nr. A009'158'707)
− Werkzeug-/Schartenspur - Eindruck-Spur (Asservaten-Nr. A009'158'989)
− Vergleichs-WSA (Asservaten-Nr. A009'159'017)
− Vergleichs-WSA (Asservaten-Nr. A009'159'028)
9. Die folgenden sichergestellten und im Forensischen Institut Zürich unter der Referenz-
nummer K161229-010 / 68517204 lagernden Gegenstände werden eingezogen und nach
Eintritt der Rechtskraft des Urteils vernichtet:
− Tatort-Fotografie (Asservaten-Nr. A009'976'027)
− DNA-Spur - Wattetupfer (Asservaten-Nr. A009'976'414)
− DNA-Spur - Wattetupfer (Asservaten-Nr. A009'976'436)
− DNA-Spur - Wattetupfer (Asservaten-Nr. A009'976'469)
− Schuhabdruckspur - Folie (Asservaten-Nr. A009'976'481)
− Schuhabdruckspur - Folie (Asservaten-Nr. A009'976'505)
− Schuhabdruckspur - Folie (Asservaten-Nr. A009'976'516)
− Mikrospuren - Klebbandasservat (Asservaten-Nr. A009'976'527)
10. Die folgenden sichergestellten und im Forensischen Institut Zürich unter der Referenz-
nummer K171020-078 / 71172695 lagernden Gegenstände werden eingezogen und nach
Eintritt der Rechtskraft des Urteils vernichtet:
− Tatort-Fotografie (Asservaten-Nr. A010'879'933)
− DNA-Spur - Wattetupfer (Asservaten-Nr. A010'879'955)
− DNA-Spur - Wattetupfer (Asservaten-Nr. A010'879'977)
− Werkzeug-/Schartenspur - Eindruck-Spur (Asservaten-Nr. A010'880'009)
− Mikrospuren - Klebbandasservat (Asservaten-Nr. A010'880'010)
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− DNA-Spur - Wattetupfer (Asservaten-Nr. A010'880'021)
11. Die Gerichtsgebühr wird angesetzt auf:
Fr. 4'200.00 ; die weiteren Kosten betragen:
Fr. 1'100.00 Gebühr für das Vorverfahren
Fr. 1'113.75 Auslagen Institut für Rechtsmedizin (DNA-Gutachten)
Fr. 4'140.00 Auslagen Forensisches Institut
Fr. 8'294.30 amtliche Verteidigung
Allfällige weitere Kosten bleiben vorbehalten.
12. Die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens, ausgenommen diejenigen
der amtlichen Verteidigung, werden dem Beschuldigten auferlegt. Die Kosten der amtlichen
Verteidigung werden einstweilen auf die Gerichtskasse genommen; vorbehalten bleibt eine
Nachforderung gemäss Art. 135 Abs. 4 StPO.
13. (Mitteilungen.)
14. (Rechtsmittel.)"
Berufungsanträge: (Prot. II S. 5)
a) Der Verteidigung des Beschuldigten:
(Urk. 68 S. 1)
1. In Abänderung von Ziffer 4 Absatz 1 des angefochtenen Urteils sei auf die
Anordnung einer Landesverweisung zu verzichten,
eventualiter sei die Landesverweisung auf fünf Jahre zu beschränken.
2. In Abänderung von Ziffer 4 Absatz 2 des angefochtenen Urteils sei auf eine
Ausschreibung der Landesverweisung im Schengener Informationssystem
zu verzichten.
3. Die Kosten des Berufungsverfahrens seien auf die Staatskasse zu nehmen.
b) der Staatsanwaltschaft
(Urk. 54; schriftlich)
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Bestätigung des vorinstanzlichen Urteils.

## Considerations

Erwägungen:
I. Prozessuales
1. Verfahrensgang
Mit Urteil des Bezirksgerichts Zürich, 2. Abteilung, vom 24. Oktober 2018 wurde
der Beschuldigte des mehrfachen Diebstahls im Sinne von Art. 139 Ziffer 1 StGB,
der mehrfachen Sachbeschädigung im Sinne von Art. 144 Abs. 1 StGB sowie des
mehrfachen Hausfriedensbruchs im Sinne von Art. 186 StGB schuldig gespro-
chen. Er wurde mit einer unbedingten Freiheitsstrafe von 26 Monaten bestraft,
wovon bis zum Urteilszeitpunkt 161 Tage durch Untersuchungs- und Sicherheits-
haft erstanden waren. Der Beschuldigte wurde in Anwendung von Art. 66a Abs. 1
lit. d StGB für die Dauer von 10 Jahren aus dem Gebiet der Schweiz verwiesen.
Zudem wurde die Ausschreibung der Landesverweisung im Schengener Informa-
tionssystem angeordnet. Die Schadenersatzbegehren der Privatkläger B._
und C._ wurden auf den Weg des Zivilprozesses verwiesen und das Genug-
tuungsbegehren des Privatklägers C._ wurde abgewiesen. Weiter wurde
über diverse Gegenstände entschieden. Die Kosten des Vorverfahrens und des
gerichtlichen Verfahrens, ausgenommen diejenigen der amtlichen Verteidigung,
wurden dem Beschuldigten auferlegt (Urk. 47 S. 52).
Gegen dieses Urteil vom 24. Oktober 2018 liess der Beschuldigte mit Eingabe
seiner amtlichen Verteidigerin vom 18. Oktober 2018 [recte wohl 25. Oktober
2018] fristgerecht Berufung anmelden (Urk. 40). Am 11. Februar 2019 wurde die
Berufungserklärung fristgerecht eingereicht (Urk. 50). Innert gesetzter Frist er-
klärte die Staatsanwaltschaft den Verzicht auf Anschlussberufung und beantragte
die Bestätigung des vorinstanzlichen Urteils. Gleichzeitig führte sie aus, sich am
weiteren Verfahren nicht aktiv beteiligen zu wollen und ersuchte um Dispensation
von der Berufungsverhandlung (Urk. 54).
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Mit Präsidialverfügung vom 3. April 2019 wurde der amtlichen Verteidigerin Frist
angesetzt, um sich zur Frage der Fortsetzung der Sicherheitshaft zu äussern
(Urk. 56). Mit Schreiben vom 4. April 2019 erklärte die amtliche Verteidigerin, in
dieser Angelegenheit werde nicht opponiert, da mit den Berufungsanträgen die
Dauer der Freiheitsstrafe und deren Vollstreckbarkeit nicht infrage gestellt worden
sei (Urk. 57). In der Folge wurde die Sicherheitshaft mit Präsidialverfügung vom
10. April 2019 bis zum Entscheid der Berufungsinstanz in der Sache verlängert
(Urk. 53).
Mit Eingabe vom 10. Mai 2019 teilte die Verteidigung mit, dass Antrag 1 der Beru-
fungserklärung zurückgezogen und die Verurteilung des Beschuldigten wegen
Sachbeschädigung bezüglich Dossier 4 akzeptiert werde (Urk. 64).
Zur Berufungsverhandlung erschien der Beschuldigte in Begleitung seiner amt-
lichen Verteidigerin (Prot. II S. 5). Im Anschluss an die Berufungsverhandlung
wurde das Urteil mündlich eröffnet, begründet und im Dispositiv den Parteien
mitgeteilt. Sodann verfügte die Verfahrensleitung, dass die Sicherheitshaft des
Beschuldigten zur Sicherung des Strafvollzugs, längstens bis zum konkreten
Strafantritt des Beschuldigten, verlängert werde (Prot. II S. 7 ff.; Urk. 70).
2. Umfang der Berufung
Die Berufung des Beschuldigten richtet sich nur gegen die in Dispositiv-Ziffer 4
ausgesprochene Landesverweisung und Ausschreibung der Landesverweisung
im Schengener Informationssystem (Urk. 64 und Prot. II S. 5 f.). Die übrigen
Dispositiv-Ziffern des vorinstanzlichen Urteils sind unangefochten und damit
rechtskräftig. Davon ist vorab mittels Beschluss Vormerk zu nehmen (Art. 404
Abs. 1 i.V.m. Art. 402 StPO).
II. Landesverweisung
1. Katalogtat
1.1. Die Vorinstanz hat den Beschuldigten im Sinne von Art. 66a Abs. 1 StGB
für die Dauer von 10 Jahren des Landes verwiesen. Betreffend die allgemeinen
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Voraussetzungen der obligatorischen Landesverweisung und dem Vorliegen einer
Katalogtat (Diebstahl in Verbindung mit Hausfriedensbruch) kann auf die zu-
treffenden Ausführungen der Vorinstanz verwiesen werden (Urk. 47 S. 45 f.).
1.2. Die Einbrüche gemäss Dossier 1 und 2 fanden vor Inkrafttreten der Be-
stimmungen über die Landesverweisung statt, weshalb diese mit der Vorinstanz
(Urk. 47 S. 46) für die Frage der Anordnung einer Landesverweisung nicht zu
berücksichtigen sind.
1.3. Der Einbruch vom Oktober 2017 gemäss Dossier 4 erfolgte hingegen nach
Inkrafttreten der Bestimmungen über die Landesverweisung. Der Beschuldigte hat
sich damit einer Katalogtat (Diebstahl in Verbindung mit Hausfriedensbruch)
schuldig gemacht, was gemäss Art. 66a Abs. 1 lit. d StGB eine obligatorische
Landesverweisung für fünf bis 15 Jahre aus der Schweiz zur Folge hat, soweit
nicht ausnahmsweise die Härtefallklausel greift (Art. 66a Abs. 2 StGB). Der Be-
schuldigte ist Staatsangehöriger von Serbien, welches kein Mitgliedsstaat des
Schengen-Übereinkommens ist, mithin ein Drittstaatangehöriger. Er verfügt auch
in keinem anderen Mitgliedsstaat über ein Aufenthaltsrecht. Das Verhältnis zwi-
schen dem Landesrecht und Freizügigkeitsabkommen (Abkommen zwischen der
Schweizerischen Eidgenossenschaft einerseits und der Europäischen Gemein-
schaft und ihren Mitgliedsstaaten andererseits über die Freizügigkeit vom 21. Juni
1999 [SR0.142.112.681]) ist damit nicht zu prüfen.
1.4. Die Verteidigung bringt zunächst zusammengefasst vor, im vorliegenden
Fall führe ein einziger Einbruchsdiebstahl in Kombination mit dem Antragsdelikt
des Hausfriedensbruchs dazu, dass eine Katalogtag der obligatorischen Landes-
verweisung vorliege. Mithin sei es dem Entscheid einer Privatperson überlassen,
ob der Beschuldigte des Landes verwiesen werde. Die Delikte, welche der Be-
schuldigte vor Inkrafttreten der Landesverweisung begangen habe, dürften auf-
grund der Rückwirkungsverbotes von Art. 2 Abs. 1 StGB nicht berücksichtigt wer-
den. Der Beschuldigte habe weder die Sicherheit von Menschen gefährdet noch
handle es sich um einen sehr erheblichen Deliktsbetrag. Unter Berücksichtigung
des Gleichbehandlungsgebotes (Art. 8 BV) mit Schweizer Staatsangehörigen
müsse zudem im Falle der Anordnung einer Landesverweisung dies bei der Straf-
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zumessung berücksichtigt werden, da die Landesverweisung ebenfalls einen
Strafcharakter habe. Dem vorinstanzlichen Urteil sei kein Hinweis darauf zu ent-
nehmen, dass die faktisch zusätzliche Strafe der Landesverweisung berück-
sichtigt worden wäre. Es erscheine daher vorliegend richtig, von der Ausfällung
einer Landesverweisung abzusehen (Urk. 68 S. 2 ff.).
1.5. Diesen Ausführungen der Verteidigung ist nicht beizupflichten. Es trifft
zwar zu, dass die vom Beschuldigten begangenen Delikte vor Inkrafttreten der
Massnahme der Landesverweisung insofern nicht berücksichtigt werden dürfen,
als es um die Zulässigkeit der Anordnung einer Landesverweisung (Art. 66a oder
Art. 66abis StGB) an sich geht. Hingegen entspricht es der aktuellen bundes-
gerichtlichen Rechtsprechung, dass für die Beurteilung der Rückfallgefahr des
Beschuldigten bzw. des öffentlichen Interesses an dessen Fernhaltung auch vor
dem 1. Oktober 2016 begangene Straftaten berücksichtigt werden dürfen. Dies
– so das Bundesgericht – stellt keine Verletzung des Rückwirkungsverbotes dar
(vgl. Urteile des Bundesgerichts 6B_1043/2017 vom 14. August 2018 E. 3.2.2;
6B_651/2018 vom 17. Oktober 2018 E. 8.3.3.). Im Weiteren räumt die obligato-
rische Landesverweisung dem Gericht kein Ermessen ein, sofern nicht aus-
nahmsweise ein schwerer persönlicher Härtefall vorliegt. Das Gericht hat dem
Untersuchungsgrundsatz folgend das Vorliegen eines persönlichen Härtefalls zu
prüfen sowie die öffentlichen und privaten Interesse im Sinne von Art. 66a Abs. 2
StGB zu bestimmen und gegeneinander abzuwägen.
1.6. Wie die Vorinstanz zutreffend festgestellt hat und auch seitens des Be-
schuldigten bzw. der Verteidigung nicht in Frage gestellt wird (vgl. Urk. 68 S. 1),
fällt eine Anwendung der Härtefallklausel nach Art. 66a Abs. 2 StGB vorliegend
ausser Betracht. Der Beschuldigte ist weder in der Schweiz geboren noch hier
aufgewachsen. Er verfügt über keine persönliche oder familiäre Bindung zur
Schweiz und besass zu keinem Zeitpunkt über eine Aufenthaltsberechtigung.
1.7. Der Beschuldigte hielt sich in der Schweiz einzig als Tourist zwecks Bege-
hung von Straftaten auf. Am 17. Oktober 2001 wurde gegen ihn eine unbefristete
Wegweisung ausgesprochen. Er setzte sich darüber hinweg und wurde deshalb
sowie wegen der Begehung zahlreicher Einbrüche mehrfach verurteilt (Urk. 48):
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− Mit Urteil der II. Strafkammer des Obergerichts des Kantons Zürich vom
2. Dezember 2004 wurde der Beschuldigte wegen Verweisungsbruchs mit
einer unbedingten Gefängnisstrafe von 15 Monaten bestraft, unter Anrech-
nung von 458 Tagen Untersuchungshaft.
− Mit Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat vom 17. September
2007 wurde er wegen versuchten Diebstahls, Sachbeschädigung, Haus-
friedensbruchs und Vergehen gegen das Bundesgesetz über den Aufenthalt
und Niederlassung von Ausländern mit einer unbedingten Freiheitsstrafe von
90 Tagen bestraft, unter Anrechnung von 62 Tagen Untersuchungshaft.
− Mit Urteil der 2. Abteilung des Bezirksgerichts Zürich vom 8. September
2011 wurde er wegen mehrfachen Diebstahls, mehrfacher Sachbeschädi-
gung, mehrfachen Hausfriedensbruchs, mehrfacher rechtswidriger Einreise
in die Schweiz sowie mehrfachen rechtswidrigen Aufenthalts mit einer un-
bedingten Freiheitsstrafe von 12 Monaten bestraft, unter Anrechnung von
114 Tagen Untersuchungshaft.
− Mit Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat vom 6. September
2013 wurde der Beschuldigte wegen Diebstahls, Sachbeschädigung und
Hausfriedensbruchs mit einer unbedingten Freiheitsstrafe von 150 Tagen
bestraft, unter Anrechnung von 1 Tag Untersuchungshaft.
All diese vollstreckten Freiheitsstrafen hielten den Beschuldigten nicht davon ab,
erneut in die Schweiz einzureisen und wiederum Einbrüche zu begehen. Entspre-
chend geht vom Beschuldigten auch eine Gefahr für die öffentliche Ordnung und
Sicherheit aus. Er ist in Anwendung von Art. 66a Abs. 1 lit. d StGB obligatorisch
des Landes zu verweisen.
2. Dauer der Landesverweisung
2.1. Der Botschaft des Bundesrats zufolge liegt die Bemessung der Dauer im
Ermessen des Gerichts. Dieses hat sich am Verhältnismässigkeitsgrundsatz zu
orientieren hat (Botschaft zur Änderung des Strafgesetzbuchs und des Militär-
strafgesetzes vom 26. Juni 2013, BBl 2013 5975 ff., S. 6021). Dabei sind insbe-
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sondere die privaten Interessen des zu einer Landesverweisung Verurteilten mit
dem je nach Art der begangenen Rechtsgutverletzung unterschiedlich starken
öffentlichen Entfernungs- und Fernhalteinteresse miteinander in Einklang zu
bringen (BSK StGB I-ZURBRÜGG/HRUSCHKA, 2. Aufl., Art. 66a N 28). Zur altrecht-
lichen Landesverweisung statuierte das Bundesgericht eine gewisse Korrelation
zwischen der Höhe der ausgesprochenen Sanktion und der Dauer der Landes-
verweisung (vgl. BGE 123 IV 107). Es gibt keinen Anlass, unter neuem Recht von
dieser bundesgerichtlichen Auffassung abzuweichen. Die Dauer der ausgespro-
chenen Landesverweisung ist wegen ihres Sanktioncharakters auch unter Be-
rücksichtigung der allgemeinen Strafzumessungskritierien nach dem Verschulden
des Täters zu bemessen (BSK StGB I-ZURBRÜGG/HRUSCHKA, a.a.O., Art. 66a
N 29).
2.2. Vorliegend erwuchs die vorinstanzlich ausgefällte unbedingte Freiheitsstra-
fe von 26 Monaten in Rechtskraft. Das Verschulden wurde als keineswegs mehr
leicht taxiert. Angesichts dieser Strafhöhe erscheint die Anordnung der obligatori-
schen Landesverweisung mit gesetzlicher Minimalfrist nicht angemessen. Der
Beschuldigte ist als Kriminaltourist in die Schweiz eingereist. Er bezweckte offen-
bar, hier bei Einbruchdiebstählen in kurzer Zeit möglichst viel Geld zu erbeuten.
Er weist keinerlei andere Beziehungen zur Schweiz auf. Interessen, die es recht-
fertigen würden, ihm die Einreise in die Schweiz innert absehbarer Zeit wieder zu
ermöglichen, sind keine ersichtlich und wurden auch nicht geltend gemacht. Der
Beschuldigte gab im Rahmen der heutigen Befragung vielmehr an, er habe nicht
vor, wieder in die Schweiz einzureisen (Urk. 67 S. 7). Demnach greift auch das
von der Verteidigung vorgebrachte Argument der Ungleichbehandlung mit
Schweizer Bürgern nicht, da die Landesverweisung einerseits grundsätzlich eine
Massnahme darstellt und andererseits für den Beschuldigten, der keinerlei Bezug
zur Schweiz hat und auch nicht wieder einreisen möchte, ohnehin keinen bzw.
einen sehr geringfügigen Strafcharakter hat (vgl. Urk. 68 S. 4). Sodann ist mit der
Vorinstanz zu berücksichtigen, dass dem Beschuldigten eine hohe Rückfallgefahr
attestiert werden muss. So hielten ihn weder frühere Wegweisungen noch vollzo-
gene Freiheitsstrafen davon ab, erneut in die Schweiz einzureisen, um Einbrüche
zu begehen. Dieser Umstand bzw. die zahlreichen einschlägigen Vorstrafen er-
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höhen das öffentliche Interesse der Schweiz an einer längeren Landesverweisung
des Beschuldigten. Der vom Beschuldigten anlässlich der Berufungsverhandlung
vorgebrachte Einwand, man habe ihn an der Grenze einfach nicht aufgehalten,
ihm mithin damit die Gelegenheit für die Delinquenz geboten, und er sei jeweils
nur zufällig in der Schweiz gewesen, wobei ihm dann das Geld ausgegangen sei,
kann in keiner Art und Weise dem Beschuldigten zugute gehalten werden, zumal
dies offensichtlich blosse Schutzbehauptungen bzw. fragwürdige Erklärungs-
versuche darstellen (Urk. 67 S. 6 f.). Beim Beschuldigten handelt es sich letztlich
einfach um einen Kriminaltouristen, die gemäss einem aktuellen Entscheid des
Bundesgerichts ohnehin auszuweisen sind (vgl. dazu Urteil 6B_770/2018 vom
24. September 2018 E. 1.1). Die Grundlage der Landesverweisung bildet entge-
gen den Ausführungen der Verteidigung nicht das AIG (bzw. Art. 67 AIG) sondern
das StGB, weshalb nicht eine Landesverweisung von maximal fünf Jahren in Be-
tracht zu ziehen ist, sondern der gesetzliche Rahmen fünf bis 15 Jahre beträgt
(Urk. 68 S. 4).
2.3. Unter Berücksichtigung der genannten Umstände und des Verschuldens ist
es mit der Vorinstanz angemessen, den Beschuldigten für die Dauer von
10 Jahren des Landes zu verweisen.
3. Schengener Informationssystem
3.1. Die Vorinstanz hat die Ausschreibung der Landesverweisung im Schenge-
ner Informationssystem (SIS) angeordnet (Urk. 47 S. 48 ff.; S. 53)
3.2. Mit der Berufung wendet sich der Beschuldigte gegen diese Ausschreibung
und macht wie vor Vorinstanz geltend, die Ausschreibung betreffe nur Delikte, die
mit mindestens einem Jahr Freiheitsstrafe bedroht seien, was bei Diebstahl nicht
der Fall sei. Die Verteidigung beruft sich dabei auf ein Urteil des Obergerichts,
II. Strafkammer, SB170477 vom 24. April 2018 (Urk. 68 S. 5). Eventualiter bringt
die Verteidigung vor, würde man auf eine tatsächlich ausgefällte Strafe von min-
destens einem Jahr abstellen, so sei vorliegend zu berücksichtigen, dass für die
Landesverweisung nur ein Einbruchdiebstahl massgebend und relevant sei, und
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für diesen Diebstahl bei einer Gesamtstrafe von 26 Monaten, keine Freiheitsstrafe
von mindestens 12 Monaten resultiere (Urk. 68 S. 6).
3.3. Am 1. März 2017 ist die Verordnung über die Einführung der Landes-
verweisung in Kraft getreten. Art. 20 der Verordnung über den nationalen Teil des
Schengener Informationssystems und das SIRENE-Büro (N-SIS-Verordnung vom
8. März 2013) wurde dahingehend geändert, dass Drittstaatangehörige nur zur
Einreise- und Aufenthaltsverweigerung ausgeschrieben werden können, wenn der
entsprechende Entscheid einer Verwaltungs- oder einer Justizbehörde vorliegt.
Entsprechend hat das urteilende Gericht zu prüfen, ob die Ausschreibung der
Landesverweisung im SIS anzuordnen ist.
Landesverweisungen gegenüber Ausländern aus Staaten, die nicht zum Schen-
gen-Raum gehören, werden im Schengen-Informationssystem ausgeschrieben,
wenn davon auszugehen ist, dass die Anwesenheit der betreffenden Person im
Hoheitsgebiet eines Mitgliedstaates die öffentliche Sicherheit und Ordnung ge-
fährdet. Dies ist insbesondere der Fall, wenn der Drittstaatsangehörige wegen
einer Straftat verurteilt worden ist, die mit mindestens einem Jahr Freiheitsstrafe
bedroht ist (Art. 24 Abs. 2 SIS-II-VO, vgl. Art. 96 Abs. 2 lit. a Schengener Durch-
führungsübereinkommen [SDÜ]). Das SDÜ ist in diesem Punkt unklar formuliert,
ob eine Höchststrafe von mindestens einem Jahr oder eine Mindeststrafe von
einem Jahr gemeint ist. Ersteres kann indessen nicht die richtige Auslegung des
Abkommens sein, denn so würden von der Ausschreibung im Schengen-
Informationssystem nicht nur schwere Straftaten erfasst, sondern auch eine
Vielzahl eher geringfügiger Delikte.
3.4. Die Vorinstanz begründete den Eintrag im SIS damit, dass Art. 24 Abs. 2
der SIS-II-VO dem Gericht mit dem Terminus "insbesondere" einen gewissen
Ermessensspielraum einräume. Sodann sei entgegen dem von der Verteidigung
zitierten Obergerichtsentscheid auf die ausgefällte Strafe von 26 Monaten abzu-
stellen. Dies führe vorliegend zwangsläufig dazu, dass die Ausschreibung im SIS
zu erfolgen habe (Urk. 47 S. 50).
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3.5. Mit der Vorinstanz ist vorab festzuhalten, dass Art. 24 Abs. 2 der SIS-II-VO
mit Blick auf das nationale Strafrecht, dass nur für besonders schwere Straftaten
eine abstrakte Mindeststrafe von einem Jahr vorsieht, so auszulegen ist, dass
für die Zulässigkeit einer Ausschreibung auf eine ausgefällte Freiheitsstrafe von
mindestens einem Jahr ankommt. Für die Auslegung anhand der nationalen Ge-
gebenheiten des materiellen Strafrechts spricht auch der Verweis in Absatz 1 der
Bestimmung auf die nationalen Verfahrensregeln und Rechtsbehelfe. Da im vor-
liegenden Fall von der Vorinstanz eine Freiheitsstrafe von 26 Monaten ausgefällt
wurde, ist die Zulässigkeit der Ausschreibung entgegen der Auffassung der Ver-
teidigung demnach zu bejahen. Wie bereits dargelegt, dürfen bei der Beurteilung
der Landesverweisung sämtliche Straftaten des Beschuldigten berücksichtigt
werden. Dies stellt keine Verletzung des Rückwirkungsverbotes dar (vgl. hiervor
Ziffer 1.5). Massgebend ist die Strafe, die das vorinstanzliche Gericht aussprach
und nicht diejenige, welche es für die Katalogtag, vorliegend den Einbruch-
diebstahl im Oktober 2017, als (hypothetisch) angemessen hielt.
Die Ausschreibung im SIS hält im Übrigen auch einer Verhältnismässigkeits-
prüfung stand (vgl. dazu BSK StGB I-ZURBRÜGG/HRUSCHKA, a.a.O., Vor
Art. 66a-66d, N 95 f.). Vorliegend besteht kein Anlass, die Ausschreibung im SIS
nicht anzuordnen. Beim Beschuldigten handelt es sich um einen klassischen
Wiederholungstäter für Einbruchdiebstähle bzw. Eigentumsdelikte. Der Beschul-
digte führte aus, wie er jeweils als Tourist durch Europa gereist sei und ihm dann
einfach "zufällig" in der Schweiz das Geld ausgegangen sei (Urk. 67 S. 6). Mithin
handelt es sich beim Beschuldigten um eine exemplarischen Kriminaltouristen,
der nicht nur für die Schweiz, sondern für den gesamten Schengen-Raum eine
Gefahr für die öffentliche Ordnung und Sicherheit darstellt. Daran vermag auch
der Umstand nichts zu ändern, dass der Beschuldigte vorbrachte, nach Norwegen
oder Island gehen zu wollen, um dort arbeiten zu können, zumal der Beschuldigte
lediglich angab, sich während seiner Reisen durch Europa über die beruflichen
Möglichkeiten informiert zu haben (Urk. 67 S. 5).
3.6. Nach dem Gesagten ist vorliegend eine Ausschreibung der Landes-
verweisung im SIS anzuordnen.
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III. Kosten- und Entschädigungsfolgen
Der Beschuldigte unterliegt mit seiner Berufung vollumfänglich. Ausgangsgemäss
sind ihm die Kosten des Berufungsverfahren aufzuerlegen, mit Ausnahme der-
jenigen der amtlichen Verteidigung. Die Kosten der amtlichen Verteidigung in der
Höhe von Fr. 4'007.60 werden auf die Gerichtskasse genommen. Die Rück-
zahlungspflicht des Beschuldigten bleibt gemäss Art. 135 Abs. 4 StPO vorbe-
halten. Die Gerichtsgebühr ist praxisgemäss auf Fr. 2'500.– festzusetzen.