# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** db8aeedd-7c67-4da3-9792-4448d20dc758
**Court:** GR_KG
**Chamber:** GR_KG_006
**Year:** 2022
**Language:** de
**Jurisdiction:** GR / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt
A. A._, geboren am _ 1964, und B._, geboren am _ 1966, heirateten am _ 1999. Sie haben zwei heute erwachsene Söhne, C._, geboren am _ 1999, und D._, geboren am _ 2001. Sie leben seit dem _ 2016 getrennt.
B. Am 17. Mai 2018 reichte A._ (im Folgenden: " Ehemann") beim Regionalgericht Surselva gegen B._ (im Folgenden: "Ehefrau") Klage auf Scheidung ein. Er stellte folgende Rechtsbegehren:
1. Es sei die am _ 1999 vor dem Zivilstandsamt I._ geschlossene Ehe zu scheiden.
2. Es sei der gemeinsame Sohn D._, geb. _ 2001, unter die gemeinsame elterliche Sorge der Parteien zu stellen. Die elterlichen Obhut über D._ sei der Kindsmutter zuzuweisen.
3. Es sei die Vormerkung davon zu nehmen, dass der Kläger bereit ist, an den Unterhalt seines Sohnes D._ monatliche, im Voraus zahlbare Beiträge von Fr.1'000 zzgl. gesetzliche und/oder vertragliche Kindes- und/oder Ausbildungszulagen zu bezahlen und zwar bis zur Erreichung der wirtschaftlichen Selbständigkeit.
Ab Erreichung der Mündigkeit sei der Kindsvater zu berechtigen, diese Unterhaltsbeiträge auf ein Konto von D._ bzw. auf ein von ihm bezeichnetes Konto zu leisten.
4. Dem Kindsvater sei ein gerichtsübliches Besuchs- und Ferienrecht zugunsten seines Sohnes D._ einzuräumen.
5. Es sei die Vormerkung davon zu nehmen, dass der Kläger bereit ist, an den nachehelichen Unterhalt der Beklagten monatliche, im Voraus zahlbare Beiträge von Fr. 1'000 zu bezahlen, und zwar [bis ?] September 2026.
6. Die Unterhaltsbeiträge gemäss Ziffern 3 und 4 hiervor seien an die übliche Indexklausel zu knüpfen.
7. Es sei die güterrechtliche Auseinandersetzung gemäss Gesetz vorzunehmen.
8. Die während der Ehe geäufneten Freizügigkeitsleistungen seien hälftig aufzuteilen und zuzuweisen.
9. Unter gerichtlicher und aussergerichtlicher Kosten- und Entschädigungsfolge zuzüglich gesetzliche Mehrwertsteuer zu Lasten der Beklagten.
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In der schriftlichen Klagebegründung vom 10. Oktober 2018 änderte er seine Begehren wie folgt ab:
- Zu Ziffer 3, Kindesunterhalt: Er offerierte neu einen Unterhaltsbeitrag von CHF 1'500.00 pro Monat, verbunden mit dem Antrag, dass er Stipendien, welche der Sohn erhielte, von seinen Beiträgen abziehen könne,
- zu Ziffer 5, nachehelicher Unterhalt: Es sei der Ehefrau kein nachehelicher Unterhalt zuzusprechen,
- zu Ziffer 7, güterrechtliche Auseinandersetzung: Es sei vorzumerken, dass der Ehemann der Ehefrau eine Ausgleichszahlung von CHF 5'000.00 für Investitionen in den in seinem Alleineigentum stehenden Stall zu leisten hat, und die E._, sei gerichtlich anzuweisen, unter Belastung der Kundennummer A._ CHF 68'766.55 auf ein Säule 3a-Konto der Ehefrau zu überweisen,
- zu Ziffer 8, berufliche Vorsorge: Das Vorsorgeguthaben wurde neu statt als "Freizügigkeitsleistungen" als "Freizügigkeitskapitalien" bezeichnet.
C. Die Ehefrau schloss sich dem Antrag auf Scheidung, auf gemeinsame elterliche Sorge für D._ und die Zuweisung der Obhut an sie an. Im Übrigen beantragte sie in ihrer Klageantwort vom 5. November 2018 Folgendes:
3. Es sei die ehemals eheliche Wohnung an der J._, I._, der Ehefrau gemeinsam mit dem gemeinsamen Sohn D._ zur Benutzung zuzuweisen.
4. Der Ehemann sei zu verpflichten, dem gemeinsamen Sohn D._ einen monatlichen Unterhaltsbeitrag von CHF 1'757.00 zuzüglich gesetzliche Zulagen (Kinder- und Ausbildungszulagen etc.) zuzusprechen, unter üblicher Indexierung.
5. Der Ehemann sei zu verpflichten, der Ehefrau einen monatlichen Unterhaltsbeitrag von CHF 2'400.00 zuzusprechen, unter üblicher Indexierung.
6. Der Ehemann sei zu verpflichten, der Ehefrau aus güterrechtlicher Auseinandersetzung den Betrag von CHF 76'766.55 zu bezahlen.
7. Die Pensionskasse des Ehemannes sei anzuweisen, den Betrag von CHF 167'290.00 an die Pensionskasse der Ehefrau zu überweisen.
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8. Es seien die Gerichtskosten zwischen den Parteien hälftig zu teilen und die aussergerichtlichen Kosten wettzuschlagen.
D. Auf das Verfahren des Regionalgerichts ist so weit nötig im Rahmen der Erwägungen einzugehen. Am 21. Mai 2019, schriftlich begründet mitgeteilt am 16. August 2019, fällte das Regionalgericht Surselva das folgende Urteil (act. B.1):
1. Die Ehe von A._ und B._ wird geschieden.
2. Die elterliche Sorge über den Sohn D._, geboren am _ 2001, wird den Eltern gemeinsam belassen.
Die Obhut wird der Mutter zugeteilt.
3. Aufgrund des Alters von D._ wird auf eine Regelung des Besuchs- und Ferienrechts verzichtet.
4. A._ wird verpflichtet, an den Unterhalt seines Sohnes D._ einen monatlichen, jeweils im Voraus auf den ersten eines jeden Monats zahlbaren Unterhaltsbeitrag von CHF 1'500.00 zuzüglich allfällige Kinder- und Ausbildungszulagen zu bezahlen.
Diese Unterhaltspflicht dauert bis zur wirtschaftlichen Selbstständigkeit von D._ (Abschluss einer angemessenen Ausbildung, Art. 277 Abs. 2 ZGB).
5. B._ wird ein befristetes Wohnrecht an der im Eigentum des Ehemannes stehenden Wohnung/Haus an der J._ in I._ bis zum 31. Oktober 2020 eingeräumt.
Dem Kläger steht es zu, bis zum 31. Oktober 2020 bzw. so lange B._ in seiner Wohnung/Haus an der J._ in I._ wohnt, den Betrag von CHF 1'200.00 pro Monat an die von ihm zu leistenden nachehelichen Unterhaltsbeiträge anzurechnen bzw. mit diesen zu verrechnen.
6. A._ wird verpflichtet, B._ einen monatlichen, jeweils im Voraus auf den ersten eines jeden Monats zahlbaren Unterhaltsbeitrag von CHF 2'270.00 zu bezahlen.
Diese Unterhaltspflicht dauert bis zum Eintritt des AHV-Alters von A._.
7.a) Die Unterhaltsbeiträge gemäss Ziffer 4 und 6 basieren auf dem Landesindex der Konsumentenpreise des Bundesamtes für Statistik (Indexstand per Mai 2019: 102.7 Punkte [Basis Dezember 2015 = 100 Punkte]). Sie sind jeweils auf den 1. Januar eines jeden Jahres, erstmal auf den 1. Januar 2020, dem Stand des Indexes per Ende November des Vorjahres anzupassen. Die Anpassung erfolgt nach folgender Formel:
neuer Unterhaltsbeitrag = alter Unterhaltsbeitrag x neuer Index alter Index
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b) Weist die zu Unterhaltsleistungen verpflichtete Partei nach, dass sich ihr Einkommen nicht im Umfang der Teuerung erhöht hat, werden die Unterhaltsbeiträge nur proportional zur tatsächlichen Einkommenssteigerung angepasst.
c) Fällt der Index unter den Stand per Datum des Scheidungsurteils, berechtigt dies nicht zu einer Herabsetzung der Unterhaltsbeiträge.
8. A._ wird verpflichtet, B._ einen Betrag von CHF 78'912.75 aus Güterrecht zu bezahlen.
Davon sind CHF 10'145.00 aus freien Mitteln auf ein frei verfügbares Konto von B._ zu überweisen, während CHF 68'766.55 von der entsprechenden Vorsorgeeinrichtung von A._ auf ein gebundenes Vorsorgekonto von B._ zu überweisen sind.
9. Die E._, wird angewiesen, vom Vorsorgeguthaben von A._ (Kundennummer K._, Vorsorgekonto L._ sowie M._, Anlagestiftung MIXTA-BVG Diversifizierte Anlage N._, Anlagestiftung MIXTA-BVG O._ sowie Anlagestiftung MIXTA-BVG Defensiv N._) gesamthaft den Betrag von CHF 68'766.55 auf das 3. Säule-Vorsorgekonto Nr. P._ von B._ bei der Q._, Vorsorgestiftung 3.Säule, F._strasse 231, R._, zu übertragen/überweisen.
10. Die Personalvorsorgestiftung der S._, G._strasse 6, Postfach 1544, R._, welcher A._ angeschlossen ist, wird angewiesen, ab dem Konto von A._ (Personal Nr. 58, Sozialversicherungsnummer) den Betrag von CHF 167'290.00 auf das Vorsorgekonto von B._ bei der asga Pensionskasse, H._strasse 16, Postfach, T._ (, Mitglied Nr. U._) zu überweisen.
11.a) Die Gerichtskosten in der Höhe von CHF 8'000.00 (Entscheidgebühr) gehen zu zwei Dritteln zu Lasten von A._ und zu einem Drittel zu Lasten von B._. Sie werden gesamthaft aus dem von A._ in gleicher Höhe geleisteten Vorschuss bezogen.
B._ ist verpflichtet, A._ den Betrag von CHF 2'666.65 (1/3 der Gerichtskosten) zu erstatten/zu bezahlen.
b) A._ ist verpflichtet, B._ eine Parteientschädigung von CHF 3'559.23 zu bezahlen.

## Considerations