# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 286adcf3-6ea2-4103-be39-7fd4a7371f2e
**Court:** SG_VB
**Chamber:** SG_VB_001
**Year:** 2021
**Language:** de
**Jurisdiction:** SG / Eastern_Switzerland
**Law Area:** Public
**Law Sub-area:** $law_sub_area

## Facts

Sachverhalt
A.
a) Am 6. August 2019 erliess der Gemeinderat X._ im Zusam-
menhang mit der Einführung einer Tempo-30-Zone im Gebiet
O._/F._ das Strassenbauprojekt "Massnahme Tempo 30
O._/F._" sowie den Teilstrassenplan "O._ F._".
b) Am 10. Oktober 2019 verfügte das Polizeikommando der Kan-
tonspolizei St.Gallen im vorgenannten Gebiet die Verkehrsanordnun-
gen für die Signalisation als Tempo-30-Zone, als Erweiterte Blaue
Zone (EBZ) mit entsprechenden Markierungen sowie als Parkverbots-
zone (ausgenommen markierte Parkfelder).
c) Das Strassenbauprojekt beinhaltet die für die Umsetzung der
Tempo-30-Zone vorgesehenen baulichen Massnahmen. Demnach
sind insbesondere Eingangspforten mit Stelen, die Anlage von Rabat-
ten, Bäumen und Grünflächen, überfahrbare Pflästerungen, der Rück-
bau von Trottoirüberfahrten sowie die Verschiebung einer Mauer vor-
gesehen.
d) Mit dem Teilstrassenplan wird im Bereich des Einlenkers der
H._- in die W._strasse zwecks Vergrösserung des Einlenkers ein
kleines Teilstück von Grundstück Nr. 001, Grundbuch X._, neu als
Gemeindestrasse 3. Klasse klassiert.
e) Die öffentliche Auflage des Strassenbauprojekts samt Teilstras-
senplan erfolgte vom 21. Oktober 2019 bis 19. November 2019. Wäh-
rend der Auflagefrist erhoben unter anderem C._, B._, A._ so-
wie D._ Einsprache gegen das Strassenbauprojekt "Massnahme
Tempo 30 O._/F._" und den Teilstrassenplan "O._/F._".
f) Mit Beschluss vom 7. Januar 2020 wies der Gemeinderat X._
die Einsprachen von C._, B._, A._ und D._ ab. Soweit sich
die Einsprachen gegen die Verkehrsanordnungen richteten, trat der
Gemeinderat X._ auf die Einsprachen nicht ein (Ziff. 2). Den Nicht-
eintretensentscheid begründete der Gemeinderat damit, dass die vom
Polizeikommando verfügten Verkehrsanordnungen nicht Teil des
Strassenbauprojekts und des Teilstrassenplans seien und daher nicht
im Rahmen des vorliegenden Planverfahrens nach Art. 39 des Stras-
sengesetzes (sGS 732.1; abgekürzt StrG) behandelt werden könnten.
Diesbezügliche Einwände seien mittels Rekurs beim Sicherheits- und
Justizdepartement (SJD) geltend zu machen, wie es die Einsprecher
richtigerweise auch gemacht hätten. Eine hinreichende Koordination
zwischen dem Strassenbauprojekt und Teilstrassenplan und den Ver-
kehrsanordnungen sei gewährleistet. Die Pforten mit Stelen am Ein-
gang zur Tempo-30-Zone seien vorgeschrieben. Sodann seien die
weiteren geplanten Gestaltungs- und Verkehrsberuhigungselemente
zur Einhaltung der angeordneten Höchstgeschwindigkeit notwendig.
Entscheid des Baudepartementes SG (Nr. 42/2021), Seite 3/19
Da die Einhaltung der Geschwindigkeitsbegrenzung nicht flächende-
ckend kontrolliert werden könne, sei nach ständiger Praxis mit bauli-
chen Massnahmen sicherzustellen, dass die Verkehrsteilnehmer ihre
Geschwindigkeit automatisch auf die erlaubte Höchstgeschwindigkeit
von 30 km/h anpassen. Die baulichen Massnahmen im Bereich der
O._strasse sowie B._strasse seien insbesondere aufgrund der
Geschwindigkeitsmessung gemäss Gutachten sowie zur Verbesse-
rung der Situation für die Fussgänger notwendig. Die überfahrbaren
Pflästerungen im Bereich von Einlenkern mit Rechtsvortrittsituationen
würden den Verkehr verlangsamen und somit die Unfallgefahr redu-
zieren, ohne dabei die Befahrbarkeit zu beeinträchtigen. Auf weitere
bauliche Massnahmen sei aufgrund des Ausbaustandards der meisten
Strassen verzichtet worden, weshalb sich die baulichen Massnahmen
auf das absolute Minimum beschränken würden. Da die Pflanzungen
und Rabatten an gut einsehbaren und übersichtlichen Stellen geplant
seien, gehe davon keine erhöhte Unfallgefahr aus.
B.
a) Gegen diesen Beschluss erhoben A._, B._ und C._, nun-
mehr alle vertreten durch lic.iur. Thomas Stadelmann, Rechtsanwalt,
Gossau, mit Schreiben vom 21. Januar 2020 Rekurs beim Baudepar-
tement (im Folgenden Rekurs 1; Verfahren Nr. 20-609). Mit Rekurser-
gänzung vom 3. Februar 2020 werden folgende Anträge gestellt:
1. Beschluss 2 des Einspracheentscheids des Gemein-
derates X._ vom 7. Januar 2020 sei vollumfänglich aufzuheben und es sei sowohl auf die Einführung einer Tempo-30-Zone "O._ / F._" generell als auch im Speziellen auf das aufgelegte Strassenbauprojekt  die aufgelegte Änderung der Strassenklassierung (Teilstrassenplan) zu verzichten.
2. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten der Vorinstanz bzw. des Staates.
Zur Begründung wird geltend gemacht, der Sachverhalt sei falsch fest-
gestellt worden, weil in der Publikation des Polizeikommandos vom
21. Oktober 2019 die EBZ nicht erwähnt worden sei. Damit fehle es an
der notwendigen Koordination. Weiter sei das verkehrstechnische
Gutachten zu alt, um eine verlässliche Grundlage für die Einführung
der geplanten Massnahmen zu bilden. Sodann habe sich die
Vorinstanz bei der Einführung einer Tempo-30-Zone nicht auf ein
Quartier beschränkt. Im Übrigen seien die Voraussetzungen zur An-
ordnung einer Tempo-30-Zone gemäss Art. 108 der eidgenössischen
Signalisationsverordnung (SR 741.21; abgekürzt SSV) nicht erfüllt,
weshalb sich die geplanten Massnahmen als unverhältnismässig er-
weisen würden. Schliesslich sei auch ein derart grossflächiges Park-
verbot rechtswidrig und unverhältnismässig.
b) Gegen den Beschluss des Gemeinderates X._ vom 7. Januar
2020 erhob auch D._ mit Schreiben vom 3. Februar 2020 Rekurs
Entscheid des Baudepartementes SG (Nr. 42/2021), Seite 4/19
beim Baudepartement (im Folgenden Rekurs 2; Verfahren
Nr. 20-1047) mit folgendem Antrag:
Ich beantrage, den Einsprache-Entscheid zu revidieren und die zur Einführung der Tempo-30-Zone geplanten baulichen Massnahmen erneut zu überprüfen und zu beschränken. Rein gestalterische und kostengünstige Elemente sollen  werden. Die Passierbarkeit durch Fahrräder ist zu beachten.
Zur Begründung wird geltend gemacht, die Einführung einer Tempo-
30-Zone an sich werde unterstützt. Allerdings seien die geplanten bau-
lichen Massnahmen zu teuer und erschwerten den Winterdienst. Auf-
grund der an vielen Stellen bereits heute geringen Geschwindigkeiten,
seien die baulichen Massnahmen – ausser die Eingangspforten sowie
verkehrsberuhigende Massnahmen entlang der O._strasse – unver-
hältnismässig. Zudem sehe Art. 6 der Verordnung des Eidgenössi-
schen Departementes für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunika-
tion über die Tempo-30-Zonen und die Begegnungszonen
(SR 741.213.3; nachfolgend UVEK-Verordnung) eine Überprüfung der
Massnahmen nach einem Jahr vor, weshalb vorerst – soweit notwen-
dig – provisorische Massnahmen vorzusehen seien. Schliesslich wä-
ren zum Teil andere Massnahmen sinnvoller und gerade im Bereich
der B._strasse sei namentlich auf Parkplätze zu verzichten.
C.
a) Mit Schreiben vom 26. Februar 2020 beantragt die Vorinstanz
den Rekurs 1 abzuweisen. Der Rekurs 2 sei ebenfalls abzuweisen,
soweit darauf eingetreten werden könne.
b) Mit Amtsbericht vom 19. März 2020 führt das kantonale Stras-
senkreisinspektorat des Tiefbauamtes (nachfolgend TBA) aus, dass
einzelne Angaben unklar seien (insbesondere Schleppkurvennach-
weise für Lastwagen [LW]) und Details zu den Verkehrsberuhigungs-
massnahmen fehlen würden, weshalb eine vollständige Überprüfung
nicht möglich sei. Namentlich der Sinn der visuellen Einengungen mit-
tels Pflästerungen sei genauer zu erörtern und aufgrund der möglichen
Sichthindernisse seien Alternativen zu den geplanten Bäumen zu prü-
fen. Insbesondere die Sicherstellung der Sicht im Einlenkerbereich
H._strasse / S._strasse (Ost) sowie der Warteraum beim
S._weg seien hingegen sinnvoll bzw. zwingend. Insgesamt seien
die baulichen Anpassungen zum Teil unverständlich und nicht immer
normkonform, weshalb eine Überprüfung und/oder Erörterung und die
Erstellung eines technischen Berichts empfohlen würden.
c) Der Rechtsdienst des TBA hält mit Schreiben vom 23. März
2020 fest, dass das Strassenprojekt unter Berücksichtigung des Amts-
berichts vom 19. März 2020 nicht genehmigungsfähig sei bzw. die Ge-
nehmigung des Teilstrassenplans nicht in Aussicht gestellt werden
könne.
Entscheid des Baudepartementes SG (Nr. 42/2021), Seite 5/19
d) Mit Amtsbericht vom 23. April 2020 führt die Kantonspolizei, Ab-
teilung Verkehrstechnik, aus, dass die Einführung einer Tempo-30-
Zone trotz heute teilweise bereits tiefer Geschwindigkeiten nachvoll-
ziehbar sei. Das verkehrstechnische Gutachten sei korrekt und nach
wie vor gültig. Die im Gutachten erwähnten Sicherheitsdefizite auf-
grund zu geringer Sichtweiten im ganzen Gebiet könnten durch die
Einführung von Tempo-30 entschärft werden, auch wenn diese Situa-
tion aufgrund von Art. 100 f. StrG ohnehin bereinigt werden müsste.
Die Verkehrsberuhigungselemente seien zur Gewährleistung der
Nachhaltigkeit der tieferen Geschwindigkeiten – insbesondere entlang
der O._strasse – notwendig und beschränkten sich auf das Mini-
mum. Die Wahl der Elemente liege im Ermessen der Gemeindebe-
hörde, welche die Hoheit über die Gemeindestrassen habe. Entschei-
dend sei, dass durch die Elemente eine Verlangsamung der Fahrge-
schwindigkeit erreicht werde. Gerade markante Elemente wie Bäume
würden das Bild des Strassenraums erheblich verändern, was das
Fahrverhalten positiv beeinflusse. Die Abstände zwischen den Ele-
menten seien sinnvoll gewählt. Auch der Winterdienst werde trotz ge-
wisser Anpassungen durch die Elemente aufgrund der Erfahrungen
bei anderen Tempo-30-Zonen im Kanton nicht merklich beeinträchtigt.
Die Durchgangsbreiten erlaubten überall ein gefahrloses Kreuzen zwi-
schen Personenwagen (PW) und Fahrrad unter Beachtung einer ver-
minderten Geschwindigkeit und seien in der Praxis bewährt. Sodann
würden die gemäss UVEK-Verordnung geforderten Eingangspforten
den Auftakt des Zonenbereichs sichtbar machen und sollen dadurch
Kreuzungsmänöver gerade nicht verhindert werden. Schliesslich
werde durch die Parkverbotszone (mit Ausnahme auf markierten Fel-
dern) eine geordnete Parkierung erreicht.
e) Mit Stellungnahme vom 20. Mai 2020 führen die Rekurrenten 1
aus, dass die Amtsberichte bestätigten, dass das Projekt der
Vorinstanz nicht genehmigungsfähig sei und auch von Seiten der Kan-
tonspolizei Vorbehalte bestünden. Es fehle insbesondere auch an der
Erforderlichkeit der Massnahmen, weshalb darauf zu verzichten sei.
f) Mit Schreiben vom 28. Mai 2020 nimmt der Rekurrent 2 zu den
Amtsberichten Stellung und weist erneut auf die Unsicherheit
bezüglich Kosten für den Unterhalt und Winterdienst hin. Der
Amtsbericht des TBA ziehe die Massnahmen ebenfalls zum Teil in
Zweifel. Der Begegungsfall PW/LW sei im Bereich des Einlenkers der
O._strasse/B._strasse durchaus relevant. Insgesamt seien die
Massnahmen teilweise unnötig und die Kosten dafür zu hoch. Eine
Auseinandersetzung mit seinen Einwände fände zudem nur am Rande
statt.
g) Mit Eingabe vom 2. Juni 2020 relativiert die Vorinstanz mit
Verweis auf den Amtsbericht der Kantonspolizei die Einwände
insbesondere zur Fahrbahnbreite im Amtsbericht des TBA. Die
gewählten Massnahmen lägen im Ermessen der Gemeinde und ein
weiterer technischer Bericht sei nicht erforderlich. Die
Beanstandungen im Amtsbericht TBA seien unbegründet.
Entscheid des Baudepartementes SG (Nr. 42/2021), Seite 6/19
D.
a) Das Baudepartement führte am 24. August 2020 zusammen mit
dem SJD in Anwesenheit der Verfahrensbeteiligten sowie Vertretern
des TBA und der Kantonspolizei einen Augenschein durch. Dabei hielt
der Vertreter der Kantonspolizei ergänzend fest, dass im Quartier
Sichtprobleme bei den Liegenschaften sowie bei Rechtsvortrittssitua-
tionen bestünden, weshalb die Massnahmen notwendig seien. Dass
keine polizeilich registrierten Unfälle ausgewiesen seien, heisse zu-
dem nicht, dass keine Unfälle oder gefährliche Situationen vorkämen.
Zudem seien auch bei einer V85-Messung noch 15 Prozent der Fahr-
zeuglenker schneller als der Messwert unterwegs. Der Vertreter des
Tiefbauamtes weist darauf hin, dass er nur eine technische Beurtei-
lung vornehme. Trotz seiner kritischen Einwände seien die Massnah-
men nicht unmöglich, auch wenn man da und dort auch andere Mass-
nahmen wählen könnte. Die Gemeinde habe zudem plausibel erläu-
tert, dass die LW-Schleppkurve im Bereich
O._strasse/B._strasse für die Beurteilung nicht massgebend sei
und hilfsweise eingezeichnet wurde. Aus seinem Amtsbericht könne
man jedenfalls nicht zwingend ableiten, dass das Projekt nicht geneh-
migungsfähig sei.
b) Mit Schreiben vom 18. September 2020 teilt der Rechtsdienst
des TBA mit, dass bezugnehmend auf Ziff. 13 des Augenscheinproto-
kolls die Genehmigung des Teilstrassenplans nun in Aussicht gestellt
werden könne. Die übrigen Verfahrensbeteiligten verzichten auf eine
Stellungnahme.
c) Aufgrund der mit Schreiben vom 29. Oktober 2020 von den Re-
kurrenten 1 beantragten Begründung, führt das TBA mit Schreiben
vom 13. November 2020 aus, dass die im Amtsbericht vom 19. März
2020 angetönten strassentechnischen Schwachstellen am Augen-
schein bereinigt werden konnten. Die vorgesehenen Verkehrsberuhi-
gungsmassnahmen seien gemäss Aussagen des Vertreters des TBA
am Augenschein grundsätzlich möglich. Aus diesen Gründen könne
nun – entgegen der Beurteilung im Amtsbericht vom 19. März 2020 –
die Genehmigung des Teilstrassenplans in Aussicht gestellt werden.
d) Mit Schreiben vom 25. November 2020 entgegnen die Rekur-
renten 1, eine Besichtigung sämtlicher geplanter Massnahmen bzw.
eine Bereinigung der offenen Punkte habe am Augenschein nicht statt-
gefunden. Nach wie vor seien die Gründe für die Kehrtwende des TBA
schleierhaft.
e) Mit Schreiben vom 11. Januar 2021 hat das Strasseninspektorat
des TBA den Amtsbericht vom 19. März 2020 ergänzt. Demnach seien
zwar nicht alle Massnahmen Verkehrsberuhigungselemente nach
Norm bzw. teilweise nicht als solche zu verstehen, aus technischer
Sicht spreche jedoch nichts gegen die Umsetzung. Trotzdem werde
darauf hingewiesen, dass die Massnahmen teilweise dem Grundsatz
der Norm widersprechen würden, wonach sämtliche Elemente des
Entscheid des Baudepartementes SG (Nr. 42/2021), Seite 7/19
Strassenraums für jeden Verkehrsteilnehmer erkennbar und verständ-
lich sein sollten. Die kritischen Punkte mit Verbesserungspotential
seien am Augenschein besprochen worden. Bei der ersten ablehnen-
den Einschätzung zur Genehmigungsfähigkeit des Rechtsdienstes
TBA habe es sich um ein Missverständnis gehandelt.
f) Mit Schreiben vom 14. Januar 2021 teilt der Rechtsdienst des
TBA mit, dass die Ergänzung des Amtsberichts die Haltung bestätige,
wonach die Genehmigung des Teilstrassenplans in Aussicht gestellt
werden könne. Die im Amtsbericht erwähnten Mängel seien von gerin-
ger Tragweite und die verkehrstechnischen Vorgaben würden insge-
samt eingehalten. Eine Verkehrsgefährdung liege nicht vor. Zudem lä-
gen die konkreten Massnahmen im Ermessen der Gemeinde.
Schliesslich befürworte auch die Kantonspolizei das Strassenprojekt.
g) Mit Schreiben vom 29. Januar 2021 nimmt die Vorinstanz,
nunmehr vertreten durch Dr.iur. Benedikt Fässler, Rechtsanwalt,
St.Gallen, zum angepassten Amtsbericht sowie dem Schreiben des
Rechtsdienstes TBA vom 14. Januar 2021 Stellung. Demnach sei auf
den schlüssigen Amtsbericht des Rechtsdienstes TBA vom 14. Januar
2021 abzustellen, welche die Genehmigung des Teilstrassenplans in
Aussicht stelle. Ebenfalls habe die Kantonspolizei im Amtsbericht vom
23. April 2020 die Massnahmen nicht beanstandet und zu Recht
darauf hingewiesen, dass die Wahl der Verkehrsberuhigungselemente
bei der Gemeinde liege. Sodann habe auch der Vertreter der
Fachstelle des TBA am Augenschein vom 24. August 2020 bestätigt,
dass die Massnahmen möglich seien. Die entsprechenden
Amtsberichte vom 19. März 2020 und 11. Januar 2021 seien jedoch
unklar und deshalb unbeachtlich. Schliesslich könne von den Normen
abgewichen werden und der Gemeinde stehe bei der baulichen
Ausgestaltung von Gemeindestrassen ein weiter Ermessensspielraum
zu.
h) Mit Stellungnahme vom 2. Februar 2021 führen die Rekurren-
ten 1 aus, dass die ursprünglich ablehnende Beurteilung des
Rechtsdienstes TBA vom 23. März 2020 eindeutig sei. Da einzelne
Massnahmen gemäss Strasseninspektorat nicht normenkonform bzw.
Alternativen zu prüfen seien, könne das Strassenprojekt nicht bewilligt
werden. Zudem werde im Amtsbericht vom 11. Januar 2021
ausgeführt, dass einzelne Massnahmen nicht als solche erkennbar
seien und Verkehrsteilnehmer eher verwirren würden. Dass daraus
keine Verkehrsgefährdung abgeleitet werden könne, liege an der
bereits heute nicht vorhandenen Verkehrsgefährdung im betroffenen
Gebiet. Massnahmen, die nicht notwendig seien, seien jedoch
unverhältnismässig und verletzten Art. 108 Abs. 2 SSV. Vorliegend
handle es sich um ein normenverletztendes "Gewürge", welches den
Ermessensspielraum der Gemeinde überschreite.
i) Mit Schreiben vom 3. Februar 2021 teilt der Rekurrent 2 mit,
dass das Projekt nun offenbar deshalb genehmigungsfähig sein soll,
Entscheid des Baudepartementes SG (Nr. 42/2021), Seite 8/19
weil die Mängel geringfügig seien und keine Verkehrsgefährdung dar-
stellen würden. Der Amtsbericht vom 11. Januar 2021 bestätige seine
Anträge, wonach die baulichen Massnahmen zu überprüfen und kos-
tengünstigere, flexible Elemente zu bevorzugen seien. Dies zeigten
exemplarisch die Probleme des Busbetriebs auf der Unterstrasse mit
entsprechenden baulichen Verengungen mit Bäumen im Bereich der
Kreuzung mit der Ober._strasse. Zudem werde erneut nichts zu den
Schwierigkeiten des Winterdiensts gesagt, obwohl dieser Winter dies-
bezüglich neue Erkenntnisse geliefert habe. Schliesslich habe insbe-
sondere die Anlieferung mit Kleinbussen im Quartier zugenommen.
E.
Auf die weiteren Ausführungen der Verfahrensbeteiligten in den vor-

## Considerations

genannten Eingaben wird – soweit erforderlich – in den Erwägungen
eingegangen.
Erwägungen
1.
1.1 Die beiden Rekursverfahren stehen im gleichen sachlichen Zu-
sammenhang. Sie werfen dieselben Sachverhalts- und Rechtsfragen
auf. Es ist somit zweckmässig, sie verfahrensrechtlich zu vereinigen
und durch einen einzigen Entscheid zu erledigen (GVP 1972 Nr. 30).
1.2 Die Zuständigkeit des Baudepartementes ergibt sich aus
Art. 43bis des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege (sGS 951.1;
abgekürzt VRP).
1.3 Die Frist- und Formerfordernisse von Art. 47 Abs. 1 und Art. 48
VRP sind erfüllt. Da die Vorinstanz den Beschluss vom 7. Januar 2020
dem Rekurrenten 2 am 21. Januar 2020 mit vorbehaltloser Rechtsmit-
telbelehrung erneut zugestellt hat, greift in diesem Fall die Zustellfik-
tion nicht, und auch der Rekurs 2 vom 3. Februar 2020 wurde recht-
zeitig erhoben (Urteil des Bundesgerichtes 4A_53/2019 vom 14. Mai
2019 Erw. 4). Die Rekursberechtigung ist gegeben (Art. 45 VRP). Auf
die Rekurse ist – vorbehältlich nachfolgender Erwägungen – einzutre-
ten.
1.4 Gegenstand der öffentlichen Auflage und damit des vorliegen-
den Rekurses bilden einzig das angefochtene Strassenprojekt mit den
darin enthaltenen baulichen Massnahmen sowie der Teilstrassenplan.
Die koordiniert damit erlassenen Verkehrsanordnungen zur Einfüh-
rung einer Tempo-30-Zone sind demgegenüber Gegenstand des Re-
kursverfahrens beim SJD. Wie die Rekurrenten 1 zu Recht vorbringen,
stehen die baulichen Massnahmen im Zusammenhang mit der Einfüh-
rung der Tempo-30-Zone und wären ohne diese in der Regel auch
nicht erforderlich. Umgekehrt kann jedoch nicht gesagt werden, dass
die Einführung der Tempo-30-Zone ohne bauliche Massnahmen
grundsätzlich nicht möglich wäre. Soweit sich der Rekurs 1 folglich auf
Entscheid des Baudepartementes SG (Nr. 42/2021), Seite 9/19
die Verkehrsanordnungen im Zusammenhang mit der Einführung der
Tempo-30-Zone – insbesondere die Frage der Zonengrösse sowie der
Parkierung – bezieht, ist auf diesen nicht einzutreten. Diesbezüglich
ist auf den koordinierten Rekursentscheid des SJD zu verweisen.
1.5 Ebenfalls nicht einzutreten ist auf den Rekurs 2, soweit darin ge-
rügt wird, die geplanten baulichen Massnahmen seien zu teuer und
würden sinngemäss eine Verschwendung von Steuergeldern darstel-
len. Damit macht der Rekurrent 2 keine eigenen, sondern rein im All-
gemeininteresse liegende Gründe geltend, welche im Grundsatz von
sämtlichen in der Gemeinde X._ gemeldeten Personen vorgebracht
werden könnten (Art. 45 VRP; siehe dazu GEISSER/ZOGG, in:
Rizvi/Schindler/Cavelti, Praxiskommentar zum Gesetz über die Ver-
waltungsrechtspflege, Zürich/St.Gallen 2020, Art. 45 N 11).
1.6 Soweit die Rekurrenten 1 eine fehlende Koordination mit der
EBZ rügen, ist darauf mangels Anfechtungsobjekt ebenfalls nicht ein-
zutreten. Örtliche Verkehrsanordnungen nach Art. 3 Abs. 4 des eidge-
nössischen Strassenverkehrsgesetzes (SR 741.01; abgekürzt SVG),
bei denen es sich um Anordnungen handelt, die durch Vorschrifts-
oder Vortrittssignale oder durch andere Signale mit Vorschriftscharak-
ter angezeigt werden, sind von der Behörde zu verfügen und mit