# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 93774b19-fc3a-4d79-9889-f93d6e4149ff
**Court:** BL_SG
**Chamber:** BL_SG_001
**Year:** 2016
**Language:** de
**Jurisdiction:** BL / Northwestern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** Tax

## Facts

Sachverhalt:
1. Mit Veranlagungsverfügung der direkten Bundessteuer 2013 vom 25. Juni 2015 wurde
der Pflichtige zu einem steuerbaren Einkommen von Fr. 61‘400.-- bei einem satzbestimmenden
Einkommen von Fr. 61‘700.-- veranlagt.
2. Mit Eingabe vom 8. Juli 2015 erhob der Pflichtige Einsprache u.a. mit dem sinngemäs-
sen Begehren, auf die Aufrechnung des in der Veranlagungsverfügung der direkten Bundes-
steuer 2013 ausgewiesenen Nettoliegenschaftsertrags der in B._ gelegenen Liegenschaft in
Höhe von Fr. 1‘050.-- sei zu verzichten. Zur Begründung führte er u.a. aus, der Nettoliegen-
schaftsertrag des Elternhauses in B._ sei bereits vom italienischen Fiskus besteuert wor-
den. Aufgrund der Steuerhoheit Italiens und aufgrund des Doppelbesteuerungsverbotes dürfe
die Schweiz den Nettoliegenschaftsertrag lediglich satzbestimmend berücksichtigen.
3. Mit Einsprache-Entscheid vom 25. April 2016 wies die Steuerverwaltung die Einsprache
in diesem Punkt ab. Hinsichtlich der ausländischen Liegenschaft sei es korrekt, dass der ent-
sprechende Wert lediglich für die Bestimmung des anwendbaren Steuersatzes massgebend
sei. Der entsprechende Betrag sei nach Italien ausgeschieden worden.
4. Mit Eingabe vom 25. Mai 2016 erhob der Pflichtige gegen den Einsprache-Entscheid
Beschwerde und beantragte sinngemäss, es sei auf die Aufrechnung des in der Veranlagungs-
verfügung der direkten Bundessteuer 2013 ausgewiesenen Nettoliegenschaftsertrags der in
B._ gelegenen Liegenschaft in Höhe von Fr. 1‘050.-- zu verzichten. Zur Begründung führte
er aus, im steuerbaren Einkommen sei der Eigenmietwert der italienischen Liegenschaft in Hö-
he von Fr. 1‘050.-- enthalten, womit eine unzulässige Doppelbesteuerung vorliege.
5. Mit Vernehmlassung vom 5. Juli 2016 beantragte die Steuerverwaltung die Abweisung
der Beschwerde. Zur Begründung verwies sie vollumfänglich auf die Ausführungen im Einspra-
che-Entscheid vom 25. April 2016 und führte ergänzend aus, die korrekte Steuerausscheidung
sei bei genauerer Betrachtung klar ersichtlich.
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## Considerations

Der Präsident des Steuergerichts zieht in Erwägung:
1. Das Steuergericht ist gemäss Art. 140 des Bundesgesetzes über die direkte Bundes-
steuer (DBG) vom 14. Dezember 1990 zur Anhandnahme der vorliegenden Streitsache zustän-
dig, wobei gemäss § 4 der Vollzugsverordnung DBG vom 13. Dezember 1994 i.V.m. § 129 Abs.
1 des Gesetzes über die Staats- und Gemeindesteuern (Steuergesetz, StG) vom 7. Februar
1974 Beschwerden, deren umstrittener Steuerbetrag wie im vorliegenden Fall Fr. 2’000.-- nicht
übersteigt, vom Präsidenten des Steuergerichts als Einzelrichter beurteilt werden.
Da die in formeller Hinsicht an eine Beschwerde zu stellenden Anforderungen erfüllt
sind, ist ohne weiteres darauf einzutreten.
2. Strittig ist vorliegend, ob die Ausscheidung der Einkünfte aus der Liegenschaft in Italien
korrekt erfolgt ist.
a) Gemäss Art. 6 Abs. 1 DBG ist bei persönlicher Zugehörigkeit die Steuerpflicht
unbeschränkt; sie erstreckt sich aber nicht auf Geschäftsbetriebe, Betriebsstätten und Grund-
stücke im Ausland.
Bei wirtschaftlicher Zugehörigkeit beschränkt sich die Steuerpflicht auf die Teile
des Einkommens, für die nach den Artikeln 4 und 5 eine Steuerpflicht in der Schweiz besteht.
Es ist mindestens das in der Schweiz erzielte Einkommen zu versteuern (Abs. 2).
Die Abgrenzung der Steuerpflicht für Geschäftsbetriebe, Betriebsstätten und
Grundstücke erfolgt im Verhältnis zum Ausland nach den Grundsätzen des Bundesrechts über
das Verbot der interkantonalen Doppelbesteuerung. Wenn ein schweizerisches Unternehmen
Verluste aus einer ausländischen Betriebsstätte mit inländischen Gewinnen verrechnet hat, in-
nert der folgenden sieben Jahre aber aus dieser Betriebsstätte Gewinne verzeichnet, so ist im
Ausmass der im Betriebsstättestaat verrechenbaren Gewinne eine Revision der ursprünglichen
Veranlagung vorzunehmen; die Verluste aus dieser Betriebsstätte werden in diesem Fall in der
Schweiz nachträglich nur satzbestimmend berücksichtigt. In allen übrigen Fällen sind Auslands-
verluste ausschliesslich satzbestimmend zu berücksichtigen (Abs. 3).
b) Natürliche Personen unterliegen im Sinne von Art. 6 Abs. 1 DBG und Art. 3 Abs.
1 StHG bei persönlicher Zugehörigkeit (steuerrechtlicher Wohnsitz und Aufenthalt) der unbe-
schränkten Steuerpflicht. Diese umfasst grundsätzlich das weltweite Einkommen und Vermögen
aus inländischen und ausländischen Quellen, wobei ausländische Grundstücke ausdrücklich
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vom Gesamteinkommensprinzip ausgenommen sind. Einkünfte aus im Ausland belegenem
unbeweglichem Vermögen können somit bereits nach unilateralem Aussensteuerrecht in dem
Staat besteuert werden, in dem das Vermögen liegt. Für die Bestimmung des auf das weltweite
Einkommen anwendbaren Steuersatzes werden im Sinne von Art. 7 Abs. 1 DBG diese Einkünf-
te mitberücksichtigt (Progressionsvorbehalt). Einkünfte aus ausländischem unbeweglichem
Vermögen sind somit in der Schweiz nur von der Bemessungsgrundlage ausgenommen. Die
Abgrenzung der Steuerpflicht für ausländische Grundstücke erfolgt nach den Grundsätzen des
Bundesrechts über das Verbot der interkantonalen Doppelbesteuerung. Das Steuersubstrat
wird zwischen der Schweiz und dem ausländischen Staat aufgeteilt, das heisst es wird eine
Steuerausscheidung vorgenommen. Die Steuerausscheidung erfolgt aufgrund eines direkten
Verweises (in Art. 6 Abs. 3 DBG) nach den Regeln des interkantonalen Steuerrechts. Im inter-
kantonalen Steuerrecht begründet Grundeigentum ein Spezialsteuerdomizil, indem derjenige
Kanton bzw. diejenige Gemeinde Einkünfte aus Grundeigentum besteuern darf, in welchem das
Grundstück liegt. Gewinnungskosten gehen dabei direkt zu Lasten der Liegenschaftserträge.
Entstehen Gewinnungskostenüberschüsse, sind diese vom Hauptsteuerdomizil - der Steuerho-
heit der unbeschränkten Steuerpflicht - zu übernehmen. Im internationalen Verhältnis werden
Einkünfte aus unbeweglichem Vermögen abzüglich der mit diesen Einkünften in Zusammen-
hang stehenden Gewinnungskosten der ausländischen Steuerhoheit zur Besteuerung zugewie-
sen. Entsteht ein Gewinnungskostenüberschuss im Ausland, kann dieser von der schweizeri-
schen Bemessungsgrundlage nicht in Abzug gebracht werden, wird bei der Ermittlung des
Steuersatzes aber berücksichtigt. Dasselbe gilt für Schuldzinsenüberschüsse, welche nur vom
satzbestimmenden Einkommen in Abzug gebracht werden können. Bei der Staatssteuer sind
Gewinnungskosten- und Schuldzinsenüberschüsse in der Regel so zu übernehmen, wie sie
auch im interkantonalen Verhältnis getragen werden müssen. In der Schweiz unbeschränkt
Steuerpflichtige mit Grundeigentum im Ausland können damit Schuldzinsen- und Gewinnungs-
kostenüberschüsse aus ausländischem Grundeigentum sowohl vom satzbestimmenden wie
auch vom steuerbaren Einkommen in Abzug bringen (vgl. Natalie Peter, in: Zwei-
fel/Besuch/Matteotti (Hrsg.) Kommentar zum internationalen Steuerrecht, Art. 6 OECD-MA N
1ff.; Richner/Frei/Kaufmann/Meuter, Handkommentar zum DBG, 2. A. Zürich 2009, Art. 6 N
55ff.).
Die Schulden- und Schuldzinsverlegung richtet sich nach innerstaatlichen Nor-
men. Gestützt auf die bundesgerichtliche Rechtsprechung zum interkantonalen Doppelbe-
steuerungsverbot wendet die Schweiz im Verhältnis zum Ausland grundsätzlich eine proportio-
nale Schulden und Schuldzinsverlegung an. Schulden werden gemäss den interkantonalen
Grundsätzen nach Lage der Gesamtaktiven verlegt, Schuldzinsen im Verhältnis der Vermö-
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genserträge (vgl. Simonek, a.a.O., Art.23 A, B OECD-MA N 84f.; Rich-
ner/Frei/Kaufmann/Meuter, Handkommentar zum DBG, 2. A. Zürich 2009, Art. 6 N 59ff.).
3. a) Der Beschwerdeführer besitzt vorliegend eine Liegenschaft in B._ (Italien).
Daraus folgend wurde diesem in der Veranlagung zur direkten Bundessteuer 2013 vom 25. Juni
2015 ein Betrag von Fr. 1‘050.-- aufgerechnet und die Aufrechnung im Einsprache-Entscheid
vom 25. April 2016 bestätigt. Dabei verfügte die Vorinstanz unter Ziff. 2. „Das steuerbare Ge-
samteinkommen wird von Fr. 61‘700 auf Fr. 58‘800 reduziert“. Nach Ansicht des Beschwerde-
führers wurde die Ausscheidung der Einkünfte aus der italienischen Liegenschaft nach Italien
aber nicht umgesetzt, sondern zur Besteuerung mit dem übrigen Einkommen an seinen Wohn-
sitz in der Schweiz zugewiesen.
b) Festzustellen ist zunächst, dass im Einsprache-Entscheid vom 25. April 2016 die
Formulierung unter Ziff. 2 des Dispositivs insofern nicht korrekt ist, als dass es sich beim Betrag
von Fr. 61‘700.-- nicht um das steuerbare, sondern um das satzbestimmende Einkommen han-
delt. Den interkantonalen Ausscheidungsregeln folgend, wurde jedoch der Eigenmietwert be-
treffend die ausländische Liegenschaft bereits in der Veranlagung lediglich satzbestimmend und
nicht auch im steuerbaren Einkommen berücksichtigt. Der komplette Liegenschaftsertrag be-
läuft sich auf Fr. 28‘500.--. Davon wurden Fr. 27‘000.-- dem Wohnsitzstaat (Schweiz) zugewie-
sen und Fr. 1‘500.-- nach Italien ausgeschieden. Eine Doppelbesteuerung liegt damit nicht vor.
Hinsichtlich der Schuldzinsverlegung ist festzuhalten, dass diese ebenfalls nicht zu beanstan-
den ist und korrekt vorgenommen wurde.
c) Nach dem Gesagten ist das satzbestimmende Einkommen gemäss dem Ein-
sprache-Entscheid vom 25. April 2016 von Fr. 61‘700.-- auf Fr. 58‘800.-- festzulegen. Das steu-
erbare Einkommen reduziert sich von Fr. 61‘400.-- gemäss Veranlagung vom 25. Juni 2015 um
Fr. 2‘900.-- auf Fr. 58‘500.--. Diese Differenz ergibt sich aus dem Anteil der Fahrtkosten in sel-
biger Höhe, welche bereits im Einsprache-Entscheid berücksichtigt werden konnten. Damit er-
weist sich die Beschwerde als begründet und ist teilweise gutzuheissen.
4. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind dem Beschwerdeführer reduzierte
Verfahrenskosten in Höhe von Fr. 200.-- aufzuerlegen (Art. 144 Abs. 1 DBG).
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