# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 83e0e166-0215-4dd2-8379-919656f5616c
**Court:** GR_KG
**Chamber:** GR_KG_007
**Year:** 2021
**Language:** de
**Jurisdiction:** GR / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt
A. Am 14. Juni 2017 stellte C._ beim Vermittleramt Engiadina Bassa/Val Müstair ein Schlichtungsgesuch gegen die A._ und beantragte, letztere sei zu verpflichten, dem Kläger im Sinne von Art. 85 ZPO mindestens CHF 350'000.00 nebst Zins zu bezahlen. Gemäss klägerischer Sachdarstellung soll B._, ehemaliger Kundenberater bei der A._, Gelder ab den Konten des Klägers veruntreut haben. B._ sei als Hilfsperson der A._ tätig gewesen, weshalb diese für ihren ehemaligen Angestellten zivilrechtlich hafte. Nach erfolgloser Schlichtungsverhandlung reichte C._ am 29. Dezember 2017 beim Regionalgericht Engiadina Bassa/Val Müstair (nachfolgend: Regionalgericht) die Klage gegen die A._ ein (Proz. Nr. 115-2018-1).
B. Am 15. Juni 2017 stellte C._ beim Regionalgericht Engiadina Bassa/Val Müstair ein Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege und Rechtsvertretung für das Vermittlungsverfahren und das erstinstanzliche Verfahren gegen die A._, wobei er diese ausdrücklich als Gegenpartei aufführte. In der Folge forderte der Regionalgerichtspräsident die Steuerverwaltung des Kantons Graubünden zur Einreichung einer Stellungnahme auf. Die A._ orientierte er weder über das eingegangene Gesuch, noch räumte er dieser die Gelegenheit zur Stellungnahme ein.
C. Mit Entscheid vom 4. Juli 2017 bewilligte der Regionalgerichtspräsident das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege ab dem 15. Juni 2017 (Proz. Nr. 135- 2017-170).
D. Am 4. Januar 2019 stellte die A._ beim Regionalgericht ein Gesuch um Sicherheitsleistung für die Parteientschädigung im Verfahren Proz. Nr. -1 in Höhe von CHF 150'000.00. In der Begründung nahm sie Bezug auf den Entscheid des Regionalgerichtspräsidenten vom 4. Juli 2017 betreffend unentgeltliche Rechtspflege und hielt namentlich fest, dass sie in jenem Verfahren nicht angehört worden sei. Mit prozessleitender Verfügung vom 7. Januar 2019 wies der Regionalgerichtspräsident das Gesuch um Sicherheitsleistung unter Hinweis auf die bereits erteilte Bewilligung zur unentgeltlichen Rechtspflege ab.
E. Am 21. Januar 2019 erhob die A._ beim Kantonsgericht von Graubünden Beschwerde gegen die Verfügung vom 7. Januar 2019.
F. Mit Entscheid vom 20. März 2019 hiess das Kantonsgericht von Graubünden die Beschwerde im Sinne der Erwägungen gut, hob die angefochtene
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Verfügung des Regionalgerichts Engiadina Bassa/Val Müstair auf und wies die Sache zur Neuentscheidung an das Regionalgericht zurück (Verfahren ZK2 19 4).
G. Gestützt auf das Urteil des Kantonsgerichts erhielten die Parteien mit Verfügung des Regionalgerichts Engiadina Bassa/Val Müstair vom 2. September 2019 Frist zur Stellungnahme zur bereits ergangenen Entscheidung des Regionalgerichts Engiadina Bassa/Val Müstair vom 4. Juli 2017 (Proz. Nr. -170) und zum Gesuch um Sicherheitsleistung vom 4. Januar 2019 (Proz. Nr. 115-2018-1).
H. C._ beantragte in seiner Stellungnahme vom 24. September 2019 das Folgende:
1. Es sei der Entscheid betreffend unentgeltliche Rechtspflege für das erstinstanzliche Verfahren (Proz. Nr. 115-2018-1) vom 4. Juli 2017 zu bestätigen, eventualiter sei die URP rückwirkend ab 14. Juni 2017 mit der Ernennung des bisherigen Rechtsbeistandes zu gewähren.
2. Es sei das Gesuch der Beklagten vom 4. Januar 2019 um Sicherheitsleistung für die Parteientschädigung im Verfahren Proz. Nr. 115-2018-1 in Höhe von CHF 150'000.00 abzuweisen.
3. Es sei der Kläger C._ mit der Gewährung der URP von jeder Leistung einer Vorschuss- und Sicherheitsleistungen an die Gegenpartei zu befreien.
4. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge zulasten der Beklagten.
Die A._ liess mit Stellungnahme vom 4. Dezember 2019 folgende Anträge stellen:
1. Es sei dem Kläger/Gesuchsteller die unentgeltliche Rechtspflege im Verfahren Proz. Nr. 115-2018-1 ex tunc, d.h. rückwirkend nicht zu gewähren bzw. es sei dem Kläger/Gesuchsteller die gewährte unentgeltliche Rechtspflege im Verfahren Proz. Nr. 115-2018-1 rückwirkend zu entziehen;
2. Es sei dem Kläger/Gesuchsteller die unentgeltliche Rechtspflege im Verfahren Proz. Nr. 115-2018-1 ex nunc, d.h. für die Zukunft respektive für die Fortdauer des Verfahrens Proz. Nr. 115-2018-1 nicht zu gewähren;
3. Es sei der Kläger/Gesuchsteller zu verpflichten, die Parteientschädigung der Beklagten/Gesuchsgegnerin in Höhe von CHF 150'000.00 sicherzustellen;
4. Eventualtier sei der Kläger/Gesuchsteller zu verpflichten, für die  der Beklagten/Gesuchsgegnerin einen nach Ermessen des Gerichts festzulegenden Betrag, mindestens jedoch CHF 50'000.00, sicherzustellen;
5. Subeventualiter sei dem Kläger/Gesuchsteller die unentgeltliche Rechtspflege im Verfahren Proz. Nr. 115-2018-1 ohne Befreiung der Sicherheitsleistung für die Parteientschädigung zu gewähren und der
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Kläger/Gesuchsteller sei zu verpflichten, die Parteientschädigung der Beklagten/Gesuchsgegnerin in Höhe von CHF 150'000.00 sicherzustellen;
6. Subsubeventualiter sei dem Kläger/Gesuchsteller die unentgeltliche Rechtspflege im Verfahren Proz. 115-2018-1 ohne Befreiung der Sicherheitsleistung für die Parteientschädigung zu gewähren und der Kläger/Gesuchsteller sei zu verpflichten, für die Parteientschädigung der Beklagten/Gesuchsgegnerin einen nach Ermessen des Gerichts festzulegenden Betrag, mindestens jedoch CHF 50'000.00, sicherzustellen;
7. Es sei der Kläger/Gesuchsteller, nebst der Übernahme der Gerichtskosten, zu verurteilen, die Beklagte/Gesuchsgegnerin ausseramtlich mit CHF 11'206.20 (inkl. MwSt. und Spesen) zu entschädigen.
I. Mit Verfügung vom 17. Januar 2020 forderte der Regionalgerichtspräsident Engiadina Bassa/Val Müstair die Steuerverwaltung des Kantons Graubünden auf, ihm die aktuelle Steuerveranlagung von C._ zukommen zu lassen. Dagegen erhob die A._ am 30. Januar 2020 Beschwerde an das Kantonsgericht von Graubünden (Verfahren ZK2 20 6). Das Kantonsgericht trat mit Entscheid vom 14. Februar 2020 nicht auf die Beschwerde ein.
J. Mit Entscheid vom 30. Januar 2020 bewilligte der Regionalgerichtspräsident Engiadina Bassa/Val Müstair das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege und entschied wie folgt:
1. Die definitive Veranlagungsverfügung Bund, Kanton und Gemeinde 2018 des C._ wird als Beweismittel im Sinne der Erwägungen im Recht belassen.
2. Der gesuchstellenden Partei wird die unentgeltliche Rechtspflege für die Prozessführung im Vermittlungsverfahren vor dem Vermittleramt Engiadina Bassa/Val Müstair und für das erstinstanzliche Verfahren vor dem Regionalgericht Engiadina Bassa/Val Müstair betreffend Forderung gegen die A._ mit Wirkung ab 15. Juni 2017 gewährt und Rechtsanwalt Dr. iur. Hans Joos, Via Maistra 24, 7500 St. Moritz, als Rechtsbeistand bestellt.
3. Die Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege befreit die gesuchstellende Partei von der Leistung von Vorschuss- und Sicherheitsleistungen sowie von Gerichtskosten und von den Kosten der eigenen Rechtsvertretung (Art. 118 Abs. 1 ZPO). Diese Kosten gehen - unter Vorbehalt von Art. 123 ZPO (vgl. Ziff. 8 unten) - zu Lasten des Kantons Graubünden und werden aus der Gerichtskasse bezahlt (Art. 122 ZPO i.V.m. Art. 12 Abs. 3 EGzZPO). Die unentgeltliche Rechtspflege befreit indes nicht von der Bezahlung einer Parteientschädigung an die Gegenpartei (Art. 118 Abs. 3 ZPO). Die Gewährung ist auf das Verfahren vor dem Regionalgericht Engiadina Bassa/Val Müstair, inkl. allfälliger Schlichtungsverfahren, beschränkt. Im Rechtsmittelverfahren ist sie neu zu beantragen (Art. 119 Abs. 5 ZPO).
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4. Über die von der gesuchsgegnerischen Partei beantragte Sicherheitsleistung wird im Hauptverfahren Proz. Nr. 115-2018-1 entschieden.
5. Der Stundenansatz des Rechtsbeistandes beträgt CHF 200.00 zuzüglich notwendige Barauslagen und Mehrwertsteuer. Zuschläge werden keine gewährt (Art. 5 Honorarverordnung; BR 310.250). Der Rechtsbeistand hat sämtliche Aufwendungen in einer detaillierten Kostennote darzulegen.
6. Eine Partei, der die unentgeltliche Rechtspflege gewährt wurde, ist zur Nachzahlung verpflichtet, sobald sie dazu in der Lage ist. Der Anspruch des Kantons Graubünden verjährt zehn Jahre nach Abschluss des Verfahrens (Art. 123 Abs. 1 und 2 ZPO).
7. Es werden keine Gerichtskosten erhoben (Art. 119 Abs. 6 ZPO).

## Considerations