# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 647f0056-493e-43ba-b516-e41786f0121b
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2016
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1954,
leidet seit
1961
an Diabetes mellitus
.
Diese Erkran
kung führte
zu
erst zu
einer
Retinopathie
und später auch zu einer
Nephro
- und Neuropathie
.
Die Versicherte musste sich ferner
am 17. Juli 2002 einer
Pankreas-
und
Nierentransplantation
und
am 30. Dezember 2002 einer
Hemikolektomie
unterziehen (
Urk.
7/3, 7/238/5 und 7/296/1).
Seit Oktober 2009 besteht eine Hörbehinderung, die mit einem Hörgerät weitgehend kompensiert werden konnte (vgl. Urk. 7/361/7 und 7/363).
Vom
1. April 1979 bis zum 30. April 1980 und vom
1.
September 1984
bis zum 8. Februar 2002
bezog die Versicherte eine
halbe
Invalidenrente
(
Urk.
7/39, 7/45, 7/112, 7/142, 7/183, 7/187 und 7/239). Seit
dem
8
.
Februar 2002
erhält
sie
aufgrund eines Invaliditätsgrades von 100
%
eine ganze Invalidenrente
(
Urk.
7/266
,
7/342
und 7/394
)
.
Überdies
richtete
die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle,
der Versicherten
ab dem
1.
Dezember 1996
eine
Hilflosenentschädigung
für leichte Hilflosigkeit
(vgl.
Urk.
7/212, 7/213
, 7/239, 7/271, 7/280 und
7/285
)
,
ab dem
1. April 2005
eine
Hilflosenentschädigung
für
mittelschwere Hilflosigkeit (
Urk.
7/301)
und
ab
dem 1. Juli 2007 eine
Hilflo
senentschädigung
für schwere Hilflosigkeit (Urk.
7/352)
aus
. Am
1.
September
2013
gab die Versicherte ihre Wohnung auf und bezog
ein Zimmer im Wohn
heim der Y._
.
Die IV-Stelle sprach
der Versicherten
darauf m
it Verfügung
vom 7. November 2013 ab dem 1.
September 2013
eine
Hilflo
senentschädigung
wegen schwerer Hilflosigkeit bei Aufenthalt im Heim
zu
(
Urk.
7/387
; vgl. auch
Urk.
7/378, 7/380 und 7/386
)
.
Am 1
2.
Juni 2014
reichte die Administration des Wohnheims der
Y._
bei der IV-Stelle ein
en
von der Versicherten unterzeichneten An
trag
für
Hilflosenentschädigung
und einen
Bericht
von
Dr.
med.
Z._
, Facharzt FMH
für Endokrinologie, Diabetologie
&
klinische Ernäh
rung am
A._
,
vom 30. April 2014
ein (Urk.
7/395-397). Der Abklärungsdienst
hol
te
darauf
am 25. Juli 2014
bei einem
Mitarbeiter des
Wohnheims
der
Y._
telefonisch Auskünfte
ein
(Urk.
7/400)
.
A
m 2. September 2014
fand
eine
Abklärung vor Ort
statt (Urk.
7/405)
.
Überdies wurde ein Bericht von
Dr.
med.
B._
,
Augenär
z
t
in FMH, vom 11.
September 2
014 zu den Akten genommen (Urk.
7/404).
Mit Vorbescheid vom
2.
Oktober
201
4
stellte die IV-Stelle der Versicherten
eine Reduktion der
Hilflosenentschädigung
in Aussicht, da lediglich noch eine leichte Hilflosigkeit bestehe
(Urk.
7
/
406
).
Dagegen erhob die Versicherte Einwand
(
Urk.
7/410), den sie
ergänzend begründen liess (Urk.
7/414).
Mit Verfügung vom 2. April 2015
sprach die IV-Stelle der Versicherten
wie
angekündigt
ab Juni 2015 eine
Hilf
losenentschädigung
für leichte Hilflosigkeit
bei Aufenthalt im Heim zu (Urk.
2 = 7
/416).
2.
Gegen die Verfügung vom
2. April 2015
liess d
ie Versicherte, vertrete
n durch Rechtsanwältin Susanne v
on Aesch Kramer vom Rechtsdienst
Integration Han
dicap
(
heute
Inclusion
Handicap
)
, mit Eingabe vom
7
. Mai 2015 Beschwerde erheben mit dem Antrag, die angefochtene Verfügung sei
aufzuheben und es sei
ihr
weiterhin eine Entschädigung für schwere Hilflosigkeit auszurichten; unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten der Beschwerdegegnerin
.
Überdies wurde um die Anordnung eines zweiten Schriftenwechsels und um Gewährung der unentgeltlichen
Prozessführung
ersucht (
Urk.
1 S. 2
und 5
).
Am
1
2.
Ju
n
i 2015 schloss die IV-Stelle auf Abweisung der Beschwerde (Urk.
6
). Die Replik wurde am
17
.
September
2015 erstattet
und mit derselben
die Zusprechung einer Entschädigung für mittelschwere Hilflosigkeit beantragt
(Urk.
13
S. 2
). Die Beschwerdegegnerin
verzichtete
am 27. Oktober 2015 auf das Einreichen einer Duplik
(
Urk.
17
). Davon wurde der
Gegenpartei
mit Verfügung vom
28
.
Oktober
201
5
Kenntnis gegeben (Urk.
18
).
Auf die einzelnen Ausführungen in den Rechtsschriften wird, soweit erforder
lich, in den Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Gemäss Art. 42
Abs.
1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (
IVG
)
haben Versicherte mit Wohnsitz und gewöhnlichem Aufenthalt (Art. 13
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts;
ATSG) in der Schweiz, die hilflos (Art. 9 ATSG) sind, Anspruch auf eine
Hilflo
senentschädigung
. Vorbehalten bleibt Artikel 42
bis
IVG. Als hilflos gilt eine Person, die wegen einer Beeinträchtigung der Gesundheit für alltägliche Lebensverrichtungen dauernd der Hilfe Dritter oder der persönlichen Über
wachung bedarf (Art. 9 ATSG).
Dauernd im Sinne von Art.
9 ATSG hat nicht die Bedeutung von „rund um die Uhr", sondern ist als Gegensatz zu vorüberge
hend zu verstehen (B
GE 107 V 136; ZAK 1990 S. 46 E.
2c; Urteil des Bundes
gerichts I 431/05 vom 13. Oktober 2005 E. 4.1 mit Hinweisen).
Praxisgemäss (BGE 121 V 88 E. 3a mit Hinweisen) sind die folgenden sechs alltäglichen Lebensverrichtungen massgebend (BGE 127 V 94 E. 3c, 125 V 297 E. 4a):
Ankleiden, Auskleiden;
Aufstehen, Absitzen, Abliegen;
Essen;
Körperpflege;
Verrichtung der Notdurft;
Fortbewegung (im oder ausser Haus), Kontaktaufnahme.
Bei Lebensverrichtungen, welche mehrere Teilfunktionen umfassen, ist nach der Rechtsprechung (BGE 117 V 148 E. 2 mit Hinweisen) nicht verlangt, dass die versicherte Person bei der Mehrzahl dieser Teilfunktionen fremder Hilfe bedarf; vielmehr ist bloss erforderlich, dass sie bei einer dieser Teilfunktionen regel
mässig in erheblicher Weise auf direkte oder indirekte Dritthilfe angewiesen ist. In diesem Sinne ist die Hilfe beispielsweise bereits erheblich:
-
beim Essen, wenn die versicherte Person zwar selber essen, die Speisen aber nicht zerkleinern kann, oder wenn sie die Speisen nur mit den Fingern zum Mund führen kann (BGE 106 V 153 E. 2b);
-
bei der Körperpflege, wenn die versicherte Person sich nicht selber waschen oder kämmen oder rasieren oder nicht selber baden beziehun
gsweise
duschen kann;
-
bei der Fortbewegung und Kontaktaufnahme, wenn die versicherte Person im oder ausser Hause sich nicht selber fortbewegen kann oder wenn sie bei der Kontaktaufnahme Dritthilfe benötigt (BGE 121 V 91 E. 3c mit Hinweisen; ZAK 1990 S. 45 E. 3 mit Hinweisen).
1.2
Art. 37
der Verordnung über die Invalidenversicherung (
IVV
)
sieht drei
Hilflosig
keitsgrade
vor. Gemäss Abs. 3 dieser Bestimmung gilt die Hilflosigkeit als leicht, wenn die versicherte Person trotz der Abgabe von Hilfsmitteln:
in mindestens zwei alltäglichen Lebensverrichtungen regelmässig in erheb
licher Weise auf die Hilfe Dritter angewiesen ist;
einer dauernden persönlichen Überwachung bedarf;
einer durch das Gebrechen bedingten ständigen und besonders aufwendigen Pflege bedarf;
wegen einer schweren Sinnesschädigung oder eines schweren körperlichen Gebrechens nur dank regelmässiger und erheblicher Dienstleistungen Dritter gesellschaftliche Kontakte pflegen kann; oder
dauernd auf lebenspraktische Begleitung im Sinne von Art. 38 IVV angewie
sen ist.
1.3
Gemäss
Art. 37
Abs. 2
IVV
gilt die Hilflosigkeit als mittelschwer, wenn die ver
sicherte Person trotz der Abgabe von Hilfsmitteln:
in den meisten alltäglichen Lebensverrichtungen regelmässig in erheblicher Weise auf die Hilfe Dritter angewiesen ist;
in mindestens zwei alltäglichen Lebensverrichtungen regelmässig in erheb
licher Weise auf die Hilfe Dritter angewiesen ist und überdies einer dauern
den persönlichen Überwachung bedarf; oder
in mindestens zwei alltäglichen Lebensverrichtungen regelmässig in erheb
licher Weise auf die Hilfe Dritter und überdies dauernd auf lebenspraktische Begleitung im Sinne von Art. 38 IVV angewiesen ist.
Nach der Rechtsprechung setzt Hilflosigkeit mittelschweren Grades nach Art. 37 Abs. 2
lit
. a IVV eine Hilfsbedürftigkeit in mindestens vier alltäglichen
Lebens
verrichtungen
voraus (BGE 121 V 88 E. 3b, 107 V 145 E. 2).
1.4
Gemäss Art. 37
Abs.
1 IVV gilt die Hilflosigkeit als schwer, wenn die versicherte Person vollständig hilflos ist. Dies ist der Fall, wenn sie in allen alltäglichen Lebensverrichtungen regelmässig in erheblicher Weise auf die Hilfe Dritter angewiesen ist und überdies der dauernden Pflege oder der persönlichen Über
wachung bedarf.
Überdies gelten Taubblinde und Taube mit hochgradiger Sehschwäche als schwer hilflos (vgl. das Kreisschreiben über Invalidität und Hilflosigkeit in der Invalidenversicherung,
KSIH, gültig ab 1. Januar 2015,
Rz
8056
; Sonderfall schwerer Hilflosigkeit
).
1.5
Ändert sich der Grad der Hilflosigkeit in erheblicher Weise, so finden die Art. 87 bis 88
bis
IVV Anwendung (Art. 35
Abs.
2 Satz 1 IVV).
Gemäss Art. 88a
Abs.
1 IVV ist eine Verminderung der Hilflosigkeit, des invaliditätsbedingten
Betreu
ungsaufwandes
oder Hilfebedarfs für die Herabsetzung oder Aufhebung der Leistung von dem Zeitpunkt an zu berücksichtigen, in dem angenommen wer
den kann, dass sie voraussichtlich längere Zeit dauern wird. Sie ist in jedem Fall zu berücksichtigen, nachdem sie ohne wesentliche Unterbrechung drei Monate gedauert hat und voraussichtlich weiterhin andauern wird.
1.6
Ein Abklärungsbericht unter dem Aspekt der Hilflosigkeit (
Art. 9 ATSG
) oder des Pflegebedarfs hat folgenden Anforderungen zu genügen: Als Berichterstat
terin wirkt eine qualifizierte Person, welche Kenntnis der örtlichen
und räum
lichen Verhältnisse sowie der aus den seitens der Mediziner gestellten Diagno
sen sich ergebenden Beeinträchtigungen und
Hilfsbedürftigkeiten
hat. Bei Unklarheiten über physische oder psychische Störungen und/oder deren Aus
wirkungen auf alltägliche Lebensverrichtungen sind Rückfragen an die medizi
nischen Fachpersonen nicht nur zulässig, sondern notwendig. Weiter sind die Angaben der Hilfe leistenden Personen zu berücksichtigen, wobei divergierende Meinungen der Beteiligten im Bericht aufzuzeigen sind. Der Berichtstext schliesslich muss plausibel, begründet und detailliert bezüglich der einzelnen alltäglichen Lebensverrichtungen sowie den tatbestandsmässigen Erfordernissen der dauernden Pflege und der persönlichen Überwachung (
Art.
37 IVV
) und der lebenspraktischen
Begleitung (
Art. 38 IVV
) gemäss sein
. Schliesslich hat er in Übereinstimmung mit den an Ort und Stelle erhobenen Angaben zu stehen. Das Gericht greift, sofern der Bericht eine zuverlässige Entscheidungsgrundlage im eben umschriebenen Sinne darstellt, in das Ermessen der die Abklärung tätigen
den Person nur ein, wenn klar feststellbare Fehleinschätzungen vorliegen. Das gebietet insbesondere der Umstand, dass die fachlich kompetente
Abklärungs
person
näher am konkreten Sachverhalt ist als das im Bes
chwerdefall zustän
dige Gericht (BGE 140 V 543 E. 3.2.1 mit zahlreichen Hinweisen)
.
2.
Zur Begründung der angefochtenen Verfügung führte die Beschwerdegegnerin
im Wesentlichen
an, dass
lediglich
noch bei den
drei
Lebensverrichtungen
Auf
stehen
/
Absitzen
/
Abliegen, Essen und Fortbewegung
/
Pflege gesellschaftlicher Kontakte
eine regelmässige und erhebliche Hilflosigkeit bestehe
(
Urk.
2)
.
Demgegenüber
lässt die
Beschwerdeführerin
den
Standpunkt vertreten, dass
sie
nicht nur bei diesen Lebensverrichtungen, sondern zumindest
auch
beim
Anklei
den,
Auskleiden und
bei der
Körperpflege
hilfsbedürftig sei (
Urk.
1
und 13).
3.
3.1
In medizinischer Hinsicht ist vorab festzuhalten, dass
Dr.
Z._
in seinem Bericht
vom 30. April 2014 (
Urk.
7/395) die folgenden Diagnosen
aufführte
:
1.
Kombinierte Nieren- und Pankreastransplantation 2002
2.
Diabetes mellitus Typ 1, ED 1961
3.
Vitamin B12-Mangel
4.
Schmerzsyndrom der Hände
5.
Postprandiale
Diarrhoe unklarer Genese
6.
Status nach
Hemikolektomie
rechts,
Darmdetorquierung
12/2002
7.
Re
zidivierende Nausea und Erbrechen
8.
Koronare und
hypertensive
Herzkrankheit
9.
Schwindel multifaktorieller Genese
10.
Osteopenie
11.
Lumbos
p
ondylogenes
Schmerzsyndrom seit ca. 03
/2009
12.
Depressive Stimmungslage
13.
Kodierungsergänzungen
.
Die Versicherte habe während vier Wochen das
Noro
-Virus gehabt und sei iso
liert gewesen. Dann sei Drehschwindel aufgetreten und der
Visus
sei viel schlechter geworden. In den letzten Wochen sei sie sehr schwach geworden und habe ihren Hund weggeben müssen. Sie fühle sich deshalb depressiv. Sie habe
fünf Kilogramm
abgenommen. Durch den Drehschwindel sei sie extrem beein
trächtigt und müsse am Rollator gehen. Es gebe zunehmende kognitive Defekte
be
im Sprechen. Die Versicherte sei praktisch vollständig erblindet und sehr unzufrieden im Wohnheim, alles sei ihr zuwider (
Urk.
7/395/2).
3.2
Zur Sehfähigkeit hielt
Dr.
B._
am 16. September 2014 fest, dass der korri
gierte
Visus
seit Mai 2013 rechts unter 0.0
5 und links bei 0.2 liege
. Eine Ein
schränkung des Gesichtsfeldes auf 10 Grad Abstand vom Zentrum (20 Grad horizontaler Durchmesser) sei seit 2002 dokumentiert
(Urk.
7/404).
3.3
Bereits i
m Oktober 2009
waren
auf dem recht
en Ohr eine Taubheit unklarer Ä
tio
logie und auf dem linken Ohr eine mittel- bis hochgradige
sensorineurale
Hochtonschwerhörigkeit festgestellt
worden
(
Urk.
7/361/7). Der Beschwerde
führerin w
urde darauf am linken Ohr das Hö
rgerät
Interton
Relay Open ange
passt, das zu einem deutlichen Hörgewinn führte.
Sie empfand es lediglich als störend
, dass
ihre
eigene Stimme
für sie
relativ la
ut und unnatürlich klinge (Urk.
7/363).
4.
4.1
Mit
dem Formular zur Anmeldung des Anspruchs auf
Hilflosenentschädigung
(
Urk.
7/396/1-6) gab die Beschwerdeführerin am 11. Juni 2014 an, dass sie seit September 2013 beim An- und Auskleiden auf Hilfe angewiesen sei.
Sie benö
tige
wöchentlich Unterstützung und Anleitung
beim Bedienen der Wasch
maschine
. Überdies
müsse
täglich geprüft
werden
, ob ihre Kleidung Flecken h
abe
. Seit April 2014 sei wegen des Drehschwindels Hilfe
beim Aufstehen
erfor
derlich
.
I
hr
werde seit September 2013
das Frühstück
aufs
Zimmer gebracht, zunehmend auch das Mittag- und das Abendessen. Diverse Nahrungsmittel
,
zum Beispiel Fleisch
oder kompakte Kost
,
müssten
ihr
zerkleinert werden.
Im Bereich Körperpflege, das heisst beim Waschen, Kämmen, Rasieren und Baden/D
uschen benötige sie keine Hilfe
. Sie könne die Toilette alleine benützen und benötige
danach
weder beim Ordnen der Kleider noch bei der
Körperreini
gung
noch beim Überprüfen der Reinlichkeit Hilfe. Seit April 2014 sei sie wegen der Sturzgefahr auf Hilfe bei der Fortbewegung
in der Wohnu
n
g
und im Freien angewiesen. Überdies benötige sie seit August 2013 bei der Pflege gesellschaft
licher Kontakte Unterstützung
in F
orm von Erklärungen, Moderation
und Auf
klärung, zum Beispiel darüber, wer im Raum anwesend sei
.
Ferner würden ihr
mehrmals täglich
Augentropfen verabreicht
. Sie werde auch an die
Medika
menteneinnahme
erinnert und bei einem reduziertem Allgemeinzustand würden ihre
Blu
tzuckerwerte kontrolliert
und Beratungsgespräche geführt
.
4.2
Ein Mitarbeiter des Wohnheims
der
Y._
, Herr
Malarek
,
erklärte der Abklärungsperson am 25. Juli 2014 telefonisch, dass sich die Versicherte selbständig an- und auskleiden könne.
Es sei
jedoch
erforderlich, ihre Kleidung auf Flecken
zu
überprüfen, da sie
dies aufgrund ihrer Blindheit nicht selbst tun könne
.
Im
Bereich Aufstehen, Absitzen, Abliegen
sei sie
selbständig.
Es gebe
aber
Tage, an denen es ihr schlecht gehe
und an denen
es ihr
dann
auch schwindlig
sei
. Dies sei unregelmässig der Fall, so ca. 50 zu 50. Beim Essen sei sie ebenfalls weitgehend selbständig. Sie benötige Hilfe beim Öffnen einer Por
tion Konfitüre oder Butter. Hilfe benötige die Versicherte
auch
bei
m
Waschen des Rückens. Wenn es ihr schlecht gehe, also wenn sie Schwindelanfälle habe, müsse jemand beim Duschen dabei sein,
sonst
tue sie dies selbständig. Auch die Zähne putze sie sich selbst. Wenn sie starken Durchfall habe, müsse sie unter
stützt werden. Dies sei jedoch nicht regelmässig der Fall. Im Durchschnitt geschehe dies
etwa
alle zwei bis drei Wochen einmal. Ansonsten sei die Ver
sicherte
im Bereich der
Notdurftverrichtung
selbständig.
Zum Bereich Fortbewe
gung/Pflege gesellschaftlicher Kontakte
führte er aus
, dass die Versicherte am Rollator gehe. Sie habe einen kleinen Hund und könne sich in der nahen Umge
bung des Heimes fortbewegen. Ansonsten sei sie jedoch auf Dritthilfe angewie
sen
(Urk. 7/400)
.
4.3
Dem Abklärungsbericht für
Hilflosenentschädigung
für Erwachsene vom 2
.
Oktober
201
4
(
Urk.
7
/
405
) zufolge fand die Abklärung am Wohnort der Beschwerdeführerin am
2.
September 2014
statt (
Urk.
7
/
405
/1).
Bei dieser Gelegenheit habe die Beschwerdeführerin erklärt
, dass es ihr schlecht gehe. Niemand habe Zeit für sie, wenn sie Hilfe benötige. Alles müsse sie alleine tun. Sie habe überall Schmerzen und auch keine Kraft mehr in den Händen
auf
grund ihrer Neuropathie
.
Gewöhnlich werde sie um 7.30 Uhr geweckt. Dann
stehe sie auf, mache
sich zurecht
und
unternehme
einen kleinen Spaziergang von zehn Minuten, damit ihr Hund sein Geschäft verrichten könne. Danach frühstücke sie in ihrem Zimmer. Wenn sie fertig sei,
nehme sie die
Körperpflege
vor
und unternehme
mit ihrem Hund
einen längeren Spaziergang von ein
er Stunde
bi
s
zu
zwei Stunden
. Nachmittags habe sie oft Arzt- oder
Physiothera
pietermine
oder unternehme sonst etwas (
Urk.
7/405/1).
Herr
C._
führte gegenüber der Abklärungsperson aus
, dass die Versicherte recht eigenwillig im Kontakt sei. Sie habe oft Konflikte mit den Mitbewohnern. Deshalb esse sie auch auf ihrem Zimmer. Sie sehe das Problem nie bei sich selbst, sondern immer bei den anderen. Sie sei sehr
klagsam
. Es sei schwierig mit ihr, weil sie sich auch nicht an Abmachungen halte. Man habe nun geplant, per September 2014 einen freiwilligen Helfer kommen zu lassen, der mit ihr zusammen
einmal
pro Woche spazieren gehe. Sie bewohne ein Zimmer mit Lavabo. Ihre Wäsche wasche sie teilweise selbst, teilweise werde sie für sie gewaschen. Sie habe eine Karte für die Waschmaschine, die sie selbst mit Geld auflade (
Urk.
7/405/2).
Seit
einiger Zeit
würden die Blutzuckerwerte
drei Mal pro Tag
unter Aufsicht gemessen und dann
werde
anhand der Werte Insulin gespritzt, weil die Ver
si
cherte häufig
in eine Hypoglykämie gerutscht sei
, als sie es
noch
allein gemacht habe
.
Der
Verdacht
, dass eine Lactoseintoleranz bestehe,
habe nicht erhärtet werden können.
Trotzdem erhalte die Versicherte
inzwischen
lactose
freie
Kost. Seither habe sie nicht mehr so oft Durchfall. Da sie auch selbst Ess
waren einkaufe, könne man
die Verdauung
aber nicht zu 100
%
unter Kontrolle haben.
Von einer Verbesserung der
Situation und der
Selbständigkeit in den einzelnen Bereichen könne seit spätestens Ma
i 2014 ausgegangen werden (Urk.
7/405/2 und 7/405
/4
).
Zum B
ereich An- und Auskleiden
hielt d
ie Abklärungsperson
in ihrem Bericht fest
,
dass die Versicherte Kleider trage, die ihrer Behinderung angepasst seien. Sie trage auch
Schlüpfschuhe
. Sie beziehe keine Hilfe in diesem Bereich. Sie könne den Reissverschluss ihrer
Jacke einfädeln, wenn sie nach d
raussen gehen wolle.
Gelegentlich werde sie
bei Bedarf darauf aufmerksam gemacht, dass ihre Kleidung Flecken habe. Sie benötige nicht übermässig lange, um sich anzu
ziehen. Dies sei auch deutlich geworden, als sie ihren Tagesablauf geschildert habe
(
Urk.
7/405/2)
.
Die Abklärungsperson vertrat
die Auffassung, dass die Hilfsbedürftigkeit
bei dieser Lebensverrichtung
nicht mehr ausgewiesen sei, ins
besondere da die Hilfe nicht mehr im regelmässigen und erheblichen Ausmass und
nur
aufgrund der Sehbehinderung, nicht jedoch aufgrund der Neuropathie erfolge (
Urk.
7/405/2).
Mit Bezug auf
die Lebensverrichtung
Aufstehen, Absitzen und Abliegen
verwies die Abklärungsperson
auf die
telefonische Auskunft von Herrn
C._
vom
25. Juli 2014 (
Urk.
7/405/2).
Das Essen werde der Versicherten auf deren Wunsch in ihr Zimmer gebracht, weil es ihr im Speisesaal zu laut sei. Sie habe auch Konflikte mit Mitbewohnern gehabt, was die Situation erschwert habe. Sie esse selbständig mit Messer und Gabel. Das Schneiden gehe. Einzig die Konfitüre- und Butterpackungen müssten ihr geöffnet werden, weil sie nichts sehe (
Urk.
7/405/3).
Dazu hielt die
Abklä
rungsperson
fest, es könne davon ausgegangen werden, dass die Versicherte aufgrund der Heimstrukturen selbständiger geworden sei. Die Hilfe beim Öffnen der Konfitüre- und der Butterpackungen
sei
als heimübliche Hilfe
zu betrachten
, die nicht in einem erhebliche
n Ausmass geleistet werde (Urk.
7/405/3).
Für die Körperpflege habe die Versicherte einen Duschklappsitz als Hilfsmittel, der ihr von der IV-Stelle gewährt worden sei. Gelegen
tlich leide sie unter Schwindel,
d
ann
werde ihr geholfen.
S
onst pflege sie sich vollkommen selb
ständig (
Urk.
7/405/3).
Die Abklärungsperson gelangte darauf zum
Ergebnis
, dass die Hilfsbedürftigkeit
bei der Lebensverrichtung Körperpflege
nicht mehr ausgewiesen sei (
Urk.
7/405/3).
Dank der
lactosefreien
Kost habe die Versicherte
im Durchschnitt nur noch
alle zwei bis drei Wochen einmal Durchfall. Sie sei
inzwischen
vollständig selbst
än
dig
im Zusammenhang mit der Verrichtung der Notdurft, weshalb in diesem Bereich keine Hilfsbedürftigkeit mehr
vorliege
(Urk.
7/405/3).
Mit Bezug auf die Fortbewegung und die Pfle
ge gesellschaftlicher Kontakte ver
wies die Abklärungsperson
auf die Ausführungen vom 25. Juli 2014 (Urk.
7/405/3).
Sie vertrat die Auffassung, dass dieser Bereich au
fgrund der Sehbehinderung weiterhin anzurechnen
sei
(
Urk.
7/405/3).
Unverändert benötige die Versicherte medizinisch-pflegerische Hilfe. Es müssten ihr weiterhin Augentropfen appliziert werden. Überdies erhalte sie drei Mal täg
lich Unterstützung beim Messen der Blutzuckerwerte und beim Spritzen des Insulins (
Urk.
7/405/4).
Die Abklärungsperson gelangte zum Schluss, dass aufgrund
der
Sehbehinderung
der Sonderfall einer leichten Hilflosigkeit vorliege und der Versicherten dem
entsprechend
eine
Hilflosenentschädigung
leichten Grades zustehe. Die anderen Lebensverrichtungen könnten nicht mehr angerechnet werden, da
die Ver
sicherte
seit spätestens Mai 2014 keine regelmässige und erhebliche Dritthilfe
mehr benötige
, die aufgrund
eines anderen
Leiden
s
als der Sehbehinderung notwendig sei. Weiterhin bestehe
ein
Bedarf an dauernder medizinischer und
pflegerischer Hilfe. Bis anhin
sei
die
Hilflosigkeit in den einzelnen
Lebensver
richtungen
aufgrund
de
r Neuropathie in den Händen, des
Durchfall
s und des
Schwindel
s
begründet
gewesen
.
Die beiden Letztgenannten
träten nicht mehr regelmässig auf
. Es könne davon ausgegangen werden, dass durch die durch
geführten Anpassungen und die Heimstrukturen die Hilflosigkeit in den ein
zelnen Lebensverrichtungen
verringert worden sei
. Die Versicherte habe daher in Zukunft Anspruch auf eine
Hilflosenentschädigung
für eine Hi
lflosigkeit leichten Grades im S
onderfall (
Urk.
7/405/5).
4.
4
Am 1. Dezember 2014
unterzeichnete
die Versicherte erneut
ein
Formular zur Anmeldung des Anspr
uchs auf
Hilflosenentschädigung
,
das im Wesentlichen dieselben Angaben
wie
das letzte
Anmeldeformular
enthielt
(Urk.
7/413/1-6)
, und liess es als
Einwand
begründung
einreichen (vg
l. Urk.
7/
414)
. Neu
wurde
geltend gemacht
, dass
die Versicherte
seit Februar 2014
Unterstützung
und
Kontrolle
beim Kämmen
benötige (Urk.
7/413/3) und s
eit September 2013 auf ein
Closomat
-Dusch-WC
angewiesen sei (
Urk.
7/413/4).
Dr.
med.
D._
, Facharzt FMH für Allgemeine Medizin, fügte hierzu an, dass die Unterschiede daher rührten, dass
die Versicherte in ihrem
appell
ativen
Hilfsbedürfnis immer wieder betone, was sie alles selber machen müsse und wie niemand zu ihr schaue, wobei dies nicht der Wahrnehmung des Pflegepersonals entspreche. Zu betonen sei, dass ein grosser Teil des Verlusts der Selbständigkeit nicht durch die Sehbehinderung, sondern durch die Spätfol
gen des Diabetes mellitus (schwere periphere Polyneuropathie und schwere Kreislaufregulationsstörungen) verursacht werde. Diese hätten schwere Störun
gen in der Feinmotorik der Hände, Schwindel, Gangunsicherheit und eine mas
sive allgemeine Schwächung mit Muskelschwund zur Folge (
Urk.
7/414).
5.
5.1
Bei der Beschwerdeführerin besteht nebst der hochgradigen Sehschwäche auch eine massive Beeinträchtigung der Hörfähig
keit, sie ist jedoch nicht taub. Es liegt
somit
kein Sonderfall schwerer Hilflosigkeit vor.
Unter diesen Umständen ist zu untersuchen, ob und inwiefern die Beschwerdeführerin bei den einzelnen Lebensverrichtungen eingeschränkt und hilfsbedürftig ist.
A
ufgrund der inso
weit übereinstimmenden Darstellung der Beschwerdeführerin (
Urk.
7/396/4, 7/405/3 und 7/413/4) und Herrn
C._
(
Urk.
7/400
/1
)
ist
davon auszugehen, dass im Zusammenhang mit dem Verrichten der Notdurft
seit der
Ernährungs
umstellung
kein wesentlicher Hilfsbedarf
mehr
besteht.
In der Replik wurde daher
auch
zu Recht ausdrücklich darauf verzichtet, e
in
e Einschränkung im Bereich dieser Lebensverrichtung geltend zu machen
(
Urk.
1
3
S. 4).
Als Zwi
schenergebnis ist
folglich
festzuhalten, dass die Beschwerdeführerin
nicht
mehr
bei
allen alltäglichen Lebensverrichtungen regelmässig in erheblicher Weise auf d
ie Hilfe Dritter angewiesen ist
, da zumindest
bei einer davon
Selbständigkeit besteht
. E
in Anspruch auf eine
Hilflosenentschädigung
wegen schwerer Hilflo
sigkeit
fällt damit
ausser Betracht.
5.2
Strittig und zu prüfen ist, ob beim Ankleiden und Auskleiden eine Hilflosigkeit vorliegt.
Zu diesem Punkt führten die Beschwerdeführerin
(
Urk.
7/396/3
und 7/413/3
)
und Herr
C._
(
Urk.
7/400/1)
einzig an, dass täglich
kontrolliert
werden müsse, ob die Kleidung Flecken habe, da die Beschwerdeführerin dies aufgrund ihrer Sehbehinderung nicht selbst tun könne.
Entsprechende Feststel
lungen finden sich auch im
Abklärungsbericht
vom
2.
Oktober 2014 (
Urk.
7/405/2).
Es erscheint fraglich, ob der geltend gemachte Aufwand über
haupt eine relevante Teilfunktion für das selbständige An- und Auskleiden beschlägt. Insbesondere ist
festzuhalten, dass
eine blinde Person umfangreiche Verschmutzungen,
die zum
Beispiel durch das Verschütten eines Getränkes ent
stehen,
mit ihren übrigen Sinnen regelmässig selbst bemerken wird
.
Leichtgra
dige Verschmutzungen, wie sie im Verlauf eines Tages auftreten können,
sind auch von Gesunden
in der Regel
während
einiger Zeit
hinzunehmen, bis abends ein Kleiderwechsel möglich ist. Es ist deshalb auch für die Beschwerdeführerin zumutbar,
ihre Kleidung
einige Stunden leicht verschmutzt zu tragen und
täg
lich zu wechseln, w
enn sie grossen Wert auf ein gepflegtes Erscheinungsbild legt.
Zudem sind präventive Massnahmen wie das Verwenden einer grossen Serviette während der Mahlzeiten in Betracht zu ziehen.
Eine regelmässige Überwachung der
Kleidung auf Flecken ist unter diesen Umständen nicht erfor
derlich, weshalb diesbezüglich auch kein wesentlicher Hilfsbedarf
bestehen kann
.
Zum
geltend gemachten
Hilfsbedarf im Zusammenhang mit dem
Bedie
nen der Waschmaschine
(Urk.
7/396/3
und 7/413/3
),
das heisst
der
Wäsche
pflege
, bleibt zu bemerken
,
dass diese Tätigkeit
nicht der Lebensverrichtung Ankleiden und Auskleiden zuzuordnen ist
und hier
dementsprechend
ausser Acht
zu bleiben hat
.
Erst im
Beschwerdeverfahren
wurde
schliesslich
vorge
bracht, das
An- und Auskleiden dauere ungebührlich
lange (
Urk.
13 S. 4
und 5
).
Selbst wenn diese
s verspätete Vorbringen
,
das den
anderslautenden
Ausführun
gen
der Beschwerdeführerin
gegenüber der Abklärungsperson
klar widerspricht
(Urk.
7/405/2),
berücksichtigt werden könnte,
wäre zu beachten
, dass eine blosse Erschwerung oder Verlangsamung bei der Vornahme einer
Lebensver
richtung
grundsätzlich keine Hilflosigkeit begründet (vgl. das Urteil des Bun
desgerichts
8
C_
912
/20
08
vom
5.
März 2009 E.
10.2 mit Hinweis
).
Es ist der Beschwerdegegnerin
daher
beizupflichten, dass beim Ankleiden und Auskleiden keine Hilflosigkeit besteht.
5.3
Sowohl
auf dem
Anmeldeformular vom
11. Juni 2014 (
Urk.
7/396/3-4)
als auch bei ihrer Befragung durch die Abklärungsperson
(
Urk.
7/405/3)
gab die Beschwerdeführerin an
, dass sie in sämtlichen Bereichen der
Körperpflege
selb
ständig sei. Einen Hilfsbedarf beim Kämmen ve
rneinte sie ausdrücklich (Urk.
7
/396/3). Erst im
Einwandverfahren
deklarierte
die Beschwerdeführerin
neu
einen
Hilfsbedarf
in Form von Unterstützung und Kontrolle
beim Kämmen
(
Urk.
7/413/7)
.
Diese Behauptung
ist
als nachgeschoben
und prozesstaktisch motiviert
zu qualifizieren.
Darüber hinaus
wird
sie
auch nicht durch die Anga
ben von
Herrn
C._
bestätigt
.
Dieser
schilderte
am 25.
Juli 2014
einzig
, dass die Beschwerdeführerin
bei der Körperpflege
beim Waschen des Rückens Hilfe benötige und jemand beim Duschen anwesend sei
n müsse
, wenn es ihr schwin
delig sei (
Urk.
7/400/1). Gemäss der Abklärung vor Ort am
2.
September 2014 litt die Beschwerdeführerin
bloss
noch gelegentlich unter Schwindel und ver
fügte über einen Duschklap
p
sitz
als Hilfsmittel
.
Die Beschwerdeführerin
gab
an
, dass sie sich vollkommen selbständig pflege.
Von einem Hilfsbedarf beim Käm
men war
keine
Rede
(
Urk.
7/405/3).
Aus den medizinischen Unterlagen geht
ebenfalls
nichts hervor, weswegen es der Beschwerdeführerin nicht möglich und zumutbar sein könnte,
sich selbst zu Kämmen oder
mit einem geeigneten Hilfs
mittel wie einer langen Bürste selbst ihren Rücken zu waschen.
Dass sie sehr wohl über
die erforderlichen
Fingerfertigkeiten verfügt, wird
bereits
daraus ersichtlich, dass sie
gemäss
den Ausführungen im Abklärungsbericht
in der Lage
ist
, selbständig den Reissverschluss ihrer Jacke einzufädeln (
Urk.
7/405/2).
Zudem hat
te bereits
Herr
C._
am 25. Juli 2014
bestätigt, dass die Beschwerdeführerin ihre Hände beim Ankleiden und Auskleiden uneinge
schränkt benützen
könne (Urk.
7/400/1). Soweit
nachträglich
geltend gemacht w
u
rd
e
, die Beschwerdeführerin
könne
aufgrund ihrer Sehbehinderung ihre Fri
sur nicht kontrollieren
(Urk. 7/413/3)
, ist ihr entgegenzuhalten, dass die Wahl eines pflegeleichten Haarschnitts
, der mit keinem besonderen Kontrollaufwand verbunden ist,
bei den gegebenen
speziellen
Verhältnissen
zumutbar ist.
Einer funktionalen, der Hygiene und der Gesundheit dienenden selbständigen Haar
pflege mittels Kämmen steht jedenfalls nichts entgegen.
R
ein ästhetische
n
Gesichtspunkte
n
wie ein
em
vorteilhaftere
n
Aussehen
kann keine wesentliche Bedeutung zukommen, solange
– wie vorliegend –
eine den üblichen Gepflo
genheiten entsprechende Erscheinung gewährleistet ist.
Es ist deshalb nicht zu beanstanden, dass die Abklärungsperson unter
den gegebenen
Umständen einen regelmässigen und erheblichen Hilfsbedarf
bei der Lebensverrichtung Körper
pflege
verneinte.
5.4
Aus dem Gesagten folgt, dass die Beschwerdeführerin
seit Sommer/Herbst 2014
bei mindestens drei Lebensverrichtungen selbständig ist.
Eine mittelschwere Hilflosigkeit liegt damit ebenfalls nicht vor. Da die Beschwerdeführerin
bereits
aufgrund
ihrer hochgradigen Sehschwäche gestützt auf Art. 37
Abs.
3
lit
. d IVV als leicht hilflos
zu qualifizieren ist
(vgl. KSIH
Rz
8064 f.)
, erübrigt es sich, die restlichen Lebensverrichtungen detailliert zu prüfen. Die angefochtene Verfü
gung
, welche der Beschwerdeführerin
revisionsweise ab Juni 2015 nur noch
eine
n Anspruch auf
eine
Hilflosenentschädigung
wegen leichter Hilflosigkeit
zuerkannte,
erwei
st sich im Ergebnis als korrekt.
Dies führt zur Abweisung der Beschwerde.
6.
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem
Verfahrens
aufwand
und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis 1‘000.-- festzulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG) und auf Fr. 800.-- festzusetzen. Entspre
chend dem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten der unterliegenden Beschwerde
führerin aufzuerlegen.
Da ihr Begehren nicht offensichtlich aussichtslos war und sie nicht über die nötigen finanziellen Mittel verfügt (vgl.
Urk.
11
), ist ihr die
beantragte
unentgeltliche Prozessführung zu bewilligen (
§
16
Abs.
1 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht;
GSVGer
). Dementsprechend sind die Kosten des Beschwerdeverfahrens einstweilen auf die Gerichtskasse zu nehmen.
D
as Gericht beschliesst:
In Bewilligung des Gesuchs vom
7
.
Mai 2015
wird der Beschwerdeführerin die unent
geltliche Prozessführung gewährt
und erkennt:
1.
Die
Beschwerde
wird abgewiesen.
2.
Die Gerichtskosten von
Fr.
800
.-- werden
der
Beschwerdeführerin
auferlegt
,
zufolge Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung jedoch einstweilen auf die Gerichts
kasse genommen. Die Beschwerdeführerin wird auf § 16 Abs. 4
GSVGer
hingewiesen.
3.
Zustellung gegen Empfangsschein an:
Rechtsdienst
Inclusion
Handicap
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
Bundesamt für Sozialversicherungen
sowie an:
Gerichtskasse (im Dispositiv nach Eintritt der Rechtskraft)
4.