# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** f36cfc9b-6f4b-46b2-b65e-41522424f882
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2020
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1960,
arbeitete seit dem
4.
November 2009 bei der
Y._ AG
als Flachdachisoleur
und war gestützt auf dieses Arbeitsverhält
nis bei der Suva gegen die Folgen von Berufs- und Nichtberufsunfällen versichert. Am 18. November 2009 verdrehte er sich das rechte Knie, als er auf einer Isolier
platte ausrutschte (
Urk.
10/6, 10/79).
Die Suva erbrachte die gesetzlichen Leis
tungen
(vgl.
Urk.
10/314)
.
Im weiteren Verlauf unterzog sich der Versicherte
a
m
2
1.
Januar 2010 und
22.
Mai 2013 jeweils einer Kniearthroskopie (
Urk.
10/
21/3 f.
, 10/115).
Nachdem sie die Akten der Invalidenversicherung beigezogen
hatte
(Urk. 10/88) und der Versicherte
am
4.
November 2013
kreisärztlich untersucht worden war
(
Urk.
10/140 f.), sprach ihm die Suva mit Verfügung vom
1
9.
Februar 2014 aus
gehend von einer Integritätseinbusse von 15
%
eine Integritätsentschädigung von
Fr.
18'900.-- zu (
Urk.
10/151).
Am 3
1.
März 2016 und 3
1.
Oktober 2016 erfolgten weitere operative Eingriffe am rechten Kniegelenk, wobei zuletzt ein
e Knie-Totalendoprothese durchgeführt wurde (Urk. 10/205, 10/240). Nach Rücksprache mit dem Kreisarzt (
Urk.
10/267, 10/271) stellte die Suva die Taggeldleistungen mit Schreiben vom 1
5.
August 2017 per 30. September 2017 ein (
Urk.
10/279).
Mit Verfügung vom 1
1.
September 2017 sprach die Suva dem Versicherten
sodann
für die verbliebene Beeinträchtigung aus dem Unfall vom 1
8.
November 2009 ab dem
1.
Oktober 2017 eine Invalidenrente aufgrund einer Erwerbs
unfähigkeit von 13 % sowie eine I
ntegritätsentschädigung von
(weiteren)
Fr.
18'900.-- basierend auf einer zusätzlichen Integritätseinbusse von 15
%
zu (
Urk.
10/294). Nachdem der Versicherte dagegen
Einsprache erhoben hatte (Urk.
10/298, 10/303 und 10/309),
veranlasste die Suva eine kreisärztliche Unter
suchung (Be
urteilun
gen vom 26.
Februar 2019,
Urk.
10/328 f.). Dazu nahm der Versicherte am 1
2.
März 2019 sch
riftlich Stellung (
Urk.
10/331), worauf die Suva seine Einspra
che mit Entscheid vom 28.
März 2019
abwies
(
Urk.
2 = Urk.
10/332).
2.
Dagegen erhob
X._
am
3.
Mai 2019 Beschwerde mit dem Rechtsbegeh
ren, der angefochtene Einspracheentscheid sei aufzuheben und ihm seien die gesetzlichen Leistungen auszurichten (
Urk.
1 S. 2).
Mit Beschwerdeantwort vom 2
2.
August 2019 schloss die Beschwerdegegnerin auf Abweisung der Beschwerde (
Urk.
8), worüber der Beschwerdeführer mit Verfügung vom 2
3.
August 2019 in Kenntnis gesetzt wurde (
Urk.
11).
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Am 1. Januar 2017 sind die geänderten Bestimmungen des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG) und der Verordnung über die Unfallversicherung (UVV) in Kraft getreten.
Gemäss den allgemeinen übergangsrechtlichen Regeln sind der Beurteilung jene Rechtsnormen zu Grunde zu legen, die in Geltung standen, als sich der zu den materiellen Rechtsfolgen führende und somit rechtserhebliche Sachverhalt ver
wirklicht hat (vgl. BGE 127 V 466 E. 1, 126 V 134 E. 4b). Dementsprechend sehen die Übergangsbestimmungen zur Änderung vom 25. September 2015 des UVG vor, dass Versicherungsleistungen für Unfälle, die sich vor dem 1. Januar 2017 ereignet haben, und für Berufskrankheiten, die vor diesem Zeitpunkt ausgebro
chen sind, nach bisherigem Recht gewährt werden (Absatz 1 der genannten Über
gangsbestimmungen).
Der hier zu beurteilende Unfall hat sich am
1
8.
November 2009
ereignet, weshalb die bis 31. Dezember 2016 gültig gewesenen Normen auf den vorliegenden Fall Anwendung finden und in dieser Fassung zitiert werden.
1.2
Gemäss
Art.
6 UVG werden – soweit das Gesetz nichts
anderes
bestimmt – die Versicherungsleistungen bei Berufsunfällen, Nichtberufsunfällen und Berufs
krankheiten gewährt (
Abs.
1). Der Bundesrat kann Körperschädigungen, die den Folgen eines Unfalles ähnlich sind, in die Versicherung einbeziehen (
Abs.
2). Aus
serdem erbringt die Versicherung ihre Leistungen bei Schädigungen, die den Ver
unfallten bei der Heilbehandlung zugefügt werden (
Abs.
3).
1.3
Wird die versicherte Person infolge eines Unfalles zu mindestens 10
%
invalid (Art. 8
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des
Sozialversicherungs
rechts; ATSG
), so hat sie Anspruch auf eine Invalidenrente (Art. 18 Abs. 1 UVG). Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades wird das Erwerbseinkommen, das die ver
sicherte Person nach Eintritt der unfallbedingten Invalidität und nach Durchführung allfälliger Ein
gliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Art. 16 ATSG).
1.4
Auch den Berichten und Gutachten versicherungsinterner Ärzte und Ärztinnen kommt Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre
Zuverlässigkeit bestehen. Die Tatsache allein, dass der befragte Arzt oder die befragte Ärztin in einem Anstellungsverhältnis zum Versicherungsträger steht, lässt nicht schon auf mangelnde Objektivität und auf Befangenheit schliessen. Es bedarf vielmehr besonderer Umstände, welche das Misstrauen in die Unpartei
lichkeit der Beurteilung objektiv als begründet erscheinen lassen. Im Hinblick auf die erhebliche Bedeutung, welche den Arztberichten im Sozialversicherungsrecht zukommt, ist an die Unparteilichkeit des Gutachters oder der Gutachterin aller
dings ein strenger Massstab anzulegen (RKUV 1999 Nr. U 356 S. 572; BGE 135 V 465 E. 4.4, 125 V 351 E. 3b/ee, 122 V 157 E. 1c; vgl. auch BGE 123 V 331 E. 1c).
2.
2.1
Im angefochtenen Einspracheentscheid vom 2
8.
März 2019 hielt die Beschwerde
gegnerin zusammengefasst fest,
dass dem Beschwerdeführer gemäss beweiskräf
tiger kreisärztlicher Beurteilung vom
1.
März 2019 körperlich leichte, überwie
gend sitzende Tätigkeiten mit freiem Wechsel zwischen Gehen und Stehen zu 100
%
zumutbar seien (
Urk.
2 S. 7).
Im Rahmen der Ermittlung des Rentenan
spruchs seien beide Vergleichseinkommen auf der Grundlage der Schweizerischen Lohnstrukturerhebung des Bundesamtes für Statistik (LSE
2016
) zu ermitteln.
Ausgehend vom Lohn im Baugewerbe u
nd
in Anwendung des
Kompetenzniveaus 2 belaufe sich das Valideneinkommen
unter Berücksichtigung der betriebsübli
chen Arbeitszeit und der Nominallohnentwicklung auf Fr.
73'530.
-- (Urk.
2 S. 9).
Auf der Basis des Totalwerts gemäss LSE 2016 und gestützt auf dasselbe Kompe
tenzniveau ergebe sich unter
Anrechnung
eines leidensbedingten Abzuges von 10
%
ein Invalideneinkommen von
Fr.
63'823.--. Mittels Einkommensvergleich
s
resultiere eine Erwerbsunfähigkeit von 13
%
, weshalb der Beschwerdeführer ab dem
1. Oktober 2017
dem
Zeitpunkt des frü
hestmöglichen Rentenbe
ginns
Anspruch auf
eine Invalidenrente habe (Urk.
2 S. 10 f.).
Im Übrigen sei ihm basierend auf einer Integritätseinbusse von 15
%
eine Integritätsentschädi
gung zuzusprechen (
Urk.
2 S. 14).
2.2
In seiner Beschwerdeschrift vom
3.
Mai 2019 machte der Beschwerdeführer im Wesentlichen geltend, die Beschwerdegegnerin habe
den Einkommensvergleich nicht korrekt
durchgeführt
. Da er komplexe praktische Tätigkeiten ausgeübt habe, welche ein grosses Wissen in einem Spezialgebiet voraussetzen würden, sei mit Blick auf die LSE vom Kompetenzniveau 3 im Baugewerbe auszugehen.
Es resul
tiere damit ein Valideneinkommen von
Fr.
91'505.4
0.
Bei
Anwendung des Kom
petenzniveau
s
1 im Baugewerbe
belaufe sich
das Invalideneinkommen
unter
Berücksichtigung eines leidensbedingten Abzuges von 10
%
auf
Fr.
61'665.4
0.
Dies habe einen
Rentenanspruch basierend auf einem Invaliditäts
grad von 33 %
zur Folge
(
Urk.
2 S. 3 ff.).
3.
Vorab ist festzuhalten, dass die Beschwerdegegnerin im angefochtenen Ein
spracheentscheid nicht nur den Rentenanspruch des Beschwerdeführers, sondern auch denjenigen auf Integritätsentschädigung beurteilt hat (
Urk.
2 S. 11 ff.). Ihr ist beizupflichten (vgl.
Urk.
8 S. 2
Ziff.
5.1), dass dieser Anspruch vom Beschwer
deführer nicht mehr in Frage gestellt wird, sodass in dieser Hinsicht eine Teil
rechtskraft des angefochtenen Entscheids vorliegt (vgl. BGE 119 V 347 E. 1b). Zwischen den Parteien ist allerdings nach wie vor strittig, ob die Beschwerdegeg
nerin im Rahmen der Bestimmung des Rentenanspruchs des Beschwerdeführers den Invaliditätsgrad korrekt auf 13
%
festgelegt hat, worauf im Folgenden ein
zugehen ist.
4.
In medizinischer Hinsicht
stellte
die Beschwerdegegnerin
auf
die kreisärztliche Beurteilung von med. pract.
Z._
, Fachärztin für Anästhesiologie, vom 2
6.
Februar 2019 ab (
Urk.
10/329). Diese diagnostizierte beim Beschwerdeführer, welcher zuletzt am 3
1.
Oktober 2016 mit einer Knie
-T
otalendoprothese operativ versorgt worden war (
Urk.
10/240)
, noch eine mässige Belastungsintoleranz des rechten Kniegelenks (
Urk.
10/329/4).
Vor diesem Hintergrund
gelangte sie zur Auffassung, dass dem Beschwerdeführer auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt leichte, überwiegend sitzende Tätigkeiten mit freiem Wechsel zwischen
g
ehen und
s
tehen ganztags zumutbar seien. Vorwiegend stehen
d
-gehende Tätigkeiten
oder solche, die auf unebenem Gelände, Leitern oder Gerüsten erfolgen, seien vom Tätigkeitsprofil auszuschliessen. Dasselbe gelte für
Arbeiten
, die mit der Ein
nahme von Zwangshaltungen wie Bücken, Hocken oder Knien verbunden seien (
Urk.
10/329/5).
Der Beschwerdegegnerin ist beizupflichten, dass kein Anlass besteht, diese über
zeugende ärztliche Einschätzung in Frage zu stellen.
Zutreffend wies sie in diesem Zusammenhang darauf hin, dass auch die behandelnden Ä
rzte der Universitäts
klinik
A._
in ihrem Bericht vom 1
7.
März 2017 die angestammte Tätigkeit als Dachdecker und schwere körperliche Arbeit nicht mehr für zumutbar erachteten. Für körperlich leicht belastende Tätigkeiten sowie administrative Arbeiten attes
tierten sie jedoch wie die Kreisärztin eine 100%ige Arbeitsfähigkeit (
Urk.
10/265/2).
Weitere medizinische Abklärungen wie eine versicherungsex
terne Begutachtung erweisen sich
bei diese
r Sachlage
nicht als
notwendig, worauf
denn auch der Beschwerdeführer
beschwerdeweise
nicht mehr besteht (vgl.
dage
gen
noch die
Stellungnahmen
im Einsp
r
acheverfahren;
Urk.
10/303/2
, 10/331).
Mit überwiegender Wahrscheinlichkeit ist die angestammte Tätigkeit als Dach
decker dauerhaft nicht mehr zumutbar. Für Tätigkeiten, die dem medizinischen Belastungsprofil
Rechnung tragen
, ist demgegenüber von einer 100%igen Arbeitsfähigkeit auszugehen.
5.
5.1
Zur Bestimmung des Invaliditätsgrades wird gemäss Art. 16 ATSG das Erwerbs
einkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der (unfallbedingten) Inva
lidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Ein
gliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (sog. Valideneinkommen).
5.2
5.2.1
Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist für die Ermittlung des Validen
einkommens entscheidend, was die versicherte Person im Zeitpunkt des frühest
möglichen Rentenbeginns nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrschein
lichkeit als Gesunde tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel
am zuletzt erzielten, nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung angepassten Verdienst angeknüpft, da es empirischer Erfahrung entspricht, dass die bisherige Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden fortgesetzt worden wäre. Aus
nahmen müssen mit überwiegender Wahrscheinli
chkeit erstellt sein (BGE 139 V
28 E. 3.3.2; 135 V 58 E. 3.1; 134 V 322 E. 4.1 mit Hinweisen).
5.2.2
Die Beschwerdegegnerin stellte ihre Taggeldleistungen per 3
0.
September 2017 ein (
Urk.
10/279).
Unbestrittenermassen bildet der
1.
Oktober 2017
den Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbeginns
(vgl.
Art.
19
Abs.
1 UVG;
Urk.
2 S. 8
). Die Parteien sind sich ferner dahingehend einig, dass
das Valideneinkommen
nach den LSE 2016
(TA1_tirage_skill_level, Monatlicher Bruttolohn [Zentralwert] nach Wirtschaftszweigen, Kompetenzniveau und Geschlecht, Privater Sektor, Ziffer 41-43 [Baugewerbe], Männer)
zu bestimmen
ist (
Urk.
1 S. 6,
Urk.
2 S. 9).
Angesichts dessen, dass der Beschwerdeführer nach seiner Einreise in die Schweiz im Jahr 2006 diverse Arbeitseinsätze als Dachdecker leistete,
zeitweise Arbeitslosen
ent
schädigung bezog und zu
m Zeitpunkt des Unfalls vom 18.
November 2009 erst seit wenigen Tagen in einem befristeten Arbeitsverhältnis für die
Y._ AG
tätig war (
Urk.
10/26
/2
, 10/31/1, 10/57/2 f. und 10/88/96 f.)
,
erscheint
das
Heranziehen der LSE
sachgerecht
, zumal die frühere Arbeitgeberin, die
B._
AG, den Lohn im Gesundheitsfall im Jahr 2009 mit lediglich
Fr.
50'000.-- bezifferte (
Urk.
10/76/1)
.
Im Gegensatz zur Beschwerdegegnerin
vertritt der Beschwer
deführer
jedoch
die Auffassung, dass er vor dem Unfall komplexe praktische Tätigkeiten, welche ein grosses Wissen in einem Spezialgebiet voraussetzen
, aus
geübt habe.
Dementsprechend
sei im Rahmen der Bemessung des Valideneinkom
mens nicht auf d
as Kompetenzniveau 2, sondern auf das Kompetenzniveau 3 abzustellen, was einen
jährlichen
Validenlohn von
Fr.
91'505.
40 zur Folge habe
(
Urk.
1 S. 6).
Die Beschwerdegegnerin
legte das Validen
e
inkommen auf
Fr.
73'530.-- fest und
trug bei ihrer Beurteilung
(
Urk.
2 S. 9)
dem Umstand
Rechnung, dass der Beschwerdeführer in Deutschland eine Ausbildung zum Dachdecker und danach die Meisterprüfung absolviert hat. Zeitweise war er zudem als Geschäftsführer
des eigenen Dachdeckerbetriebes
tätig (
Urk.
10/31/1, 10/58/1 und
10/
88/96 f.).
Berücksichtigung verdienen
darüber hinaus
worauf die Beschwerdegegnerin in ihrer Beschwerdeantwort berechtigterweise aufmerksam machte (
Urk.
8 S. 4)
die konkreten Verdienstverhältnisse aus der angestammten Tätigkeit vor dem Unfall (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_382/2017 vom 2
5.
August 2017 E. 2.3.3).
Weder dem Auszug aus dem individuellen Konto (
Urk.
10/57/2 f.) noch den übrigen Unterlagen wie den von der
B._
AG
im Jahr 2011
eingereichten Lohnabrechnungen (Urk. 10/76) lassen sich
Anhaltspunkte dafür entnehmen,
dass der Beschwerdeführer vor dem Unfall auch nur annähernd das von ihm nun geltend gemachte Valideneinkommen von über
Fr.
90’000.--
erzielt hat. Ebenso wenig
ist ersichtlich oder wird
substantiiert
dargelegt, dass er
zukünftig
ohne Eintritt des Gesundheitsschadens
in der Lage gewesen wäre, in seiner
zuletzt aus
geübten
Tätigkeit einen solchen Jahresverdienst zu erzielen.
Die beantragte Anwendung des Kompetenzniveaus 3 ist vor diesem Hintergrund nicht gerecht
fertigt.
Soweit der Beschwerdeführer
im Übrigen
hervorhebt, als Vorarbeiter und Geschäftsführer tätig gewesen zu sein (
Urk.
1 S. 5 f.), vermag dies
nichts an dieser Beurteilung zu ändern. Das Bundesgericht sprach sich
bei einer solchen Aus
gangslage
ebenfalls
bereits
für das Kompetenzniveau 2 aus (Urteile des Bundes
gerichts 8C_732/2018 vom 2
6.
März 2019 E. 8.2.2 und 8C_136/2019 vom
2.
Juli
2019 E.
4.1.3).
Schliesslich vermag der Beschwerdeführer auch aus dem ihn betreffenden Urteil des Sozialversicherungsgerichts vom 1
3.
Juli 2012
(
IV.2011.01229
)
nichts zu seinen Gunsten abzuleiten.
So mag zwar zutreffen, dass das Gericht damals «mindestens» das Anforderungsniveau 3 für anwendbar erachtete (E. 3.1), welches seit der LSE 2012 dem Kompetenzniveau 2 entspricht.
Da der Beschwerdeführer seit diesem Entscheid jedoch keine zusätzliche Qualifi
kation oder Erfahrung im
zuletzt ausgeübten
Tätigkeitsbereich erworben
hat
, besteht kein Anlass, nun auf das Kompetenzniveau 3 abzustellen.
Nach dem Gesagten
ist
somit
das von der Beschwerdegegnerin
in Anwendung von Kompetenzniveau 2 sowie
unter Berücksichtigung der betriebsüblichen Arbeitszeit im Baugewerbe und der
Nominallohnentwicklung bis 2017
festg
elegte Valideneinkommen von Fr.
73'530.-- nicht zu beanstanden.
5.3
5.3
.1
Für die Festsetzung des Invalideneinkommens ist nach der Rechtsprechung pri
mär von der beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versi
cherte Person konkret steht. Übt sie nach Eintritt der Invalidität eine Erwerbstä
tigkeit aus, bei der
kumulativ
besonders stabile Arbeitsverhältnisse gegeben sind und anzunehmen ist, dass sie die ihr verbleibende Arbeitsfähigkeit
in zumutbarer Weise voll ausschöpft, und erscheint zudem das Einkommen aus der Arbeitsleistung als angemessen und nicht als Soziallohn, gilt grundsätzlich der tatsächlich erzielte Verdienst als Invalidenlohn. Ist kein solches tatsächlich erzieltes Erwerbseinkommen gegeben, namentlich weil die versicherte Person nach Eintritt des Gesundheitsschadens
keine oder jedenfalls keine ihr an sich zumutbare neue Erwerbstätigkeit aufgenommen hat, so können nach der Recht
sprechung entweder Tabellenlöhne
gemäss den
LSE
oder die Zahlen der Dokumentation von Arbeitsplätzen (DAP) de
r Suva herangezogen werden (BGE
139 V 592 E. 2.3).
Wenn die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität
wie vor
liegend
nicht auf einen angestammten Beruf zurückgreifen kann, rechtfertigt sich die Anwendung des LSE-Kompetenzniveaus 2
für das Invalideneinkommen
nach der bundesgerichtlichen Praxis nur dann, wenn sie über besondere Fertig
keiten und Kenntnisse verfügt (Urteil des Bundesgerichts 8C_732/2018 vom 2
6.
März 2019 E. 8.2.1 mit Hinweisen).
5.3
.2
Mangels Vorliegens eines stabilen Arbeitsverhältnisses nach Eintritt der Invalidi
tät ist auch das Invalideneinkommen nach den LSE 2016 festzulegen, worin beide Parteien übereinstimmen (
Urk.
1 S. 7,
Urk.
2 S. 11). Dabei ist vom Totalwert der Tabelle TA1 auszugehen,
da dem Beschwerdeführer angesichts des medizinischen Belastungsprofils (vgl. vorstehende E. 4) Tätigkeiten
im gesamten privaten Sektor
nicht nur im Baugewerbe (vgl.
Urk.
2 S. 11)
offenstehen.
In Bezug auf d
as
anwendbare
Kompetenzniveau
ist
vorliegend
ausschlaggebend
, dass der Beschwerdeführer
gemäss Lebenslauf in verschiedenen Berufen
wie
Chemikant, Montagearbeiter,
Dachdeckermeister sowie
Geschäftsführer in der Gastronomie und im Baugewerbe
Erfahrungen sammeln und Fertigkeiten erlangen konnte
.
Nach seinen Angaben verfügt er ausserdem nicht nur über Deutschkenntnisse (Muttersprache), sondern auch über sehr gute Kenntnisse der englischen Sprache in Wort und Schrift.
Darüber hinaus
ist er
bereits mit administrativen Tätigkeiten vertraut und verfügt über Anwenderkenntnisse in der Informatik (
Urk.
10/88/96).
Da es dem Beschwerdeführer des Weiteren
trotz der gesundheitlichen Folgen des erlittenen Unfalls
nach wie vor möglich ist, auch handwerkliche Arbeiten auszu
üben, ist
der Beschwerdegegnerin beizupflichten, dass
er
insgesamt über beson
dere Fertigkeiten und Kenntnisse verfügt, welche er auch in leidensadaptierten Tätigkeiten verwerten kann. Entsprechend erweist es sich als
gerechtfertigt
, auch im Zuge der Ermittlung des Invalideneinkommens auf das Kompetenzniveau 2 abzustellen (vgl. auch Urteile des Bundesgerichts
8C_732/2018 vom 2
6.
März 2019 E. 8.2.2 und 8C_457/2017 vom 1
1.
Oktober 2017 E. 6.3).
Von dieser Beurteilung ist auch unter Berücksichtigung des Urteils des Sozialversicherungs
ge
richts vom 1
3.
Juli 2012
(IV.2011.01229)
nicht abzuweichen. Dem Beschwer
de
führer ist zwar beizupflichten, dass damals im Rahmen der Festlegung des Inva
lideneinkommens auf das Anforderungsniveau 4 beziehungsweise das Kompe
tenzniveau 1 abgestellt wurde (
Urk.
1 S. 6; E. 3.2 des Urteils).
Er lässt jedoch einerseits ausser Acht, dass keine absolute wechselseitige Bindungswir
kung auch rechtskräftig festgestellter Invaliditätsgrade der Invalidenversicherung oder der Unfallversicherung für den jeweils anderen Sozialversicherungsbereich besteht (BGE 133 V 549 E. 6 mit Hinweisen)
und sich das Gericht damals nicht vertieft mit der Berechnung des Invalideneinkommens auseinanderzusetzen hatte.
Ande
rerseits
ist dem Umstand Rechnung zu tragen, dass der B
eschwerdeführer
im Zuge d
er von der Invalidenversicherung
gewährten beruflichen Massnahmen
zusätz
lich
Kenntnisse im kaufmännischen Bereich erlangen konnte, seitdem das Urteil ergangen ist
(vgl.
Urk.
9/1, 10/312/2 und
10/
329/3
)
.
Gesamthaft besteht
somit
kein Grund, das von der Beschwerdegegnerin ermittelte Invalideneinkommen von
Fr.
63'823.--
(vgl.
Urk.
2 S. 11)
anzuzweifeln. Dies gilt im Übrigen
ebenfalls
für den in diesem Zusammenhang gewährten leidensbe
dingten Abzug von 10
%
, welcher
in Anbetracht der
ärztlich
bescheinigten
Ein
schränkungen im Belastungsprofil angemessen erscheint.
Gegenteiliges wurde auch seitens des Beschwerde
führers nicht vorgebracht (
vgl.
Urk.
1 S. 7).
5.4
Auf der Basis eines Valideneinkommens von
Fr.
73'530.--
und eines Invaliden
einkommens von
Fr.
63'823.--
hat die Beschwerdegegnerin den Invaliditätsgrad
korrekt
auf 13.20
%
respektive 13
%
festgelegt (zu den Rundungsregeln vgl. BGE
130 V 121) und
den Rentenanspruch
auf dieser Grundlage
zu Recht
ab dem
1.
Oktober 2017 bejaht.
Folglich ist der angefochtene Einspracheentscheid vom 2
8.
März 2019 (
Urk.
2) nicht zu beanstanden, was zur Abweisung der dagegen erhobenen Beschwerde führt.