# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** b7d11e7e-51fc-42fc-92b2-4e2ebfe9d76b
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2019
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 19
86
,
war jeweils bei der
Schweizerische
n
Unfallver
sicherungsanstalt
(nachfolgend: Suva) obligatorisch gegen die Folgen von Unfäl
len versichert, als er
am 1
1.
Oktober
2013 und am 2
0.
Oktober 2014 je eine Distorsion des linken oberen Sprunggelenkes (OSG) erlitt. Die Suva erbrachte die gesetzlichen Leistung
en bezüglich der beiden Schaden
fälle (
Urk. 2 S. 2
, Urk.
10 S. 1 f., Urk. 11/12/1, Urk. 11/75).
1.2
V
om
3.
August 2015 bis
2
8.
Februar 2017
(Kündigung durch den Arbeitgeber vom 3
0.
November 2016)
war
X._
als
Chauffeur
und Paketzusteller
für die
Y._
tätig und als solcher
wiederum
obli
gatorisch bei der Suva ge
gen die Folgen von Unfällen ver
sichert
(
Urk.
11/1,
Urk. 11/9,
Urk. 11/58/2)
.
Am 16.
Dezember 2016
war
eine Unfallmeldung der
Y._
mit unge
fährem Schadensdatum
vom
1.
Dezember
und Arbeitsunfähigkeit ab
dem
1.
Dezember
2016
eingegangen
(Urk.
11/1
).
Gem
äss dem Bericht von
Dr.
med.
Z._
, pr
aktischer Arzt,
vom 3.
Januar 2017 war am 3
0.
November 2016 die Erstbehandlung erfolgt, nachdem der Versicherte
am
2
8.
November 2016 bei einer Strassenbahn
schiene
mit dem linken Fussgelenk umgeknickt sei (
Urk.
11/12).
Laut
dem
UVG-Arztzeugnis
vom
31.
Januar 2017
stellte
Dr.
Z._
die Diagnose einer Distorsion des linken oberen Sprunggelenkes
(OSG)
und
attes
tiert
eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit ab dem 1. Dezember 2016
(Urk.
11/17)
.
Die am 16. Januar 2017 durchgeführte Magnetresonanztomographie
(MRT)
des lin
ken OSG
hatte
gemäss
dem Bericht gleichen Datums
des
A._
die Befunde
eine
r
neu aufgetretene
n
Subluxation
(Ver
schiebung)
der Sehne des Musculus peroneus brevis nach medial mit vorbeste
henden Zeichen der longitudinalen Partialruptur und der leichten Tenosynovitis sowie einer neu aufgetretenen leichten Plantarfasz
i
itits bei plantarem Fersen
sporn
und eines akkzessorischen Musculus soleus ergeben (Urk. 11/16).
Die Suva erbrachte die gesetzlichen Leistungen (Heilkosten
erstattung, Taggelder)
für die Unfallfolgen (
Urk.
11/22).
Im
ärztlichen Zwischenb
ericht
vom 1
7.
Februar 2017 führte
Dr.
Z._
erstmals
den Verdacht auf eine beginnende somat
oforme Schmerzstörung auf (Urk.
11/32
/1
).
Am
9.
Juni 2017 wurde der Versicherte in der Fusschirurgie der
B._
untersucht (Bericht gleichen Datums) und zum MRT
des linken OSG vom 16.
Januar 2017
ausgeführt
,
die Verhältnisse der Peronealsehnen seien unauffällig und Entzündungszeichen im Bereich der Fascia plantaris nicht objek
tivierbar. Differentialdiagnostisch sei an ein Sinus tarsi-Syndrom mit Schmer
zausweitung und an eine somatoforme
Schmerzstörung zu denken (Urk.
11/64).
Ab dem 22.
August 2017 begab sich der Versicherte in die Behandlung von
Dr.
med.
C._
,
Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates
, der den
Versicherten
mittels Infiltrationen am Fussgelenk behandelte
(
Urk.
11/76, Urk. 11/7
9,
Urk.
11/84,
Urk.
11/90,
Urk.
11/97
)
.
1.3
Am 2.
Oktober
2017
nahm der K
reisarzt Dr. med.
D._
, Facharzt für Radi
ologie, zu den bis dato vorliegenden Suva-Akten Stellung (Urk. 11/82). Gestützt darauf stellte
die Suva die Leistungen per 11.
Oktober 2017
mit der Begründung
ein
, die geklagten Restbeschwerden seien organisch nicht hinreichend nachvoll
ziehbar und es stehe eine psychische Störung im Vordergrund, wobei die Adä
quanz der Kausalität zwischen dem Unfallereignis und den psychischen Beschwerden anhand der massg
eblichen Kriterien nach BGE
115 V 133 zu ver
neinen sei
(
Verfügung vom
4.
Oktober 2017;
Urk. 11/82).
Dagegen erhob der Ve
r
sicherte mit Schreiben vom 12.
Oktober 2016 Einsprache (
Urk.
11/86/1
), welche die Suva mit Einspracheentscheid vom 2
9.
März 2018 abwies (
Urk.
2).
2.
Hiergegen
erhob der Versicherte mit Eingabe
an die Suva
vom
1
8.
April 2018
und von dieser am 2
8.
April 2018 ans hiesige Gericht zuständigkeitshalber übermittelt
Beschwerde und beantragte sinngemäss, der Einspracheentscheid vom 2
9
. März 201
8
sei aufzu
heben und die Beschwerdegegnerin sei zu verpflichten, ihm die gesetzlichen Leistungen ab dem
1
1.
Oktober
2017
weiterhin zu erbringen (Urk. 1
, Urk. 3
). Die Beschwerdegegnerin schloss in der Beschwerdeantwort vom
1
7.
August 2018
unter Beilage der orthopädischen und neurologischen Beurtei
lung des Kompetenzzentrums Versicherungsmedizin der Suva
vom 14.
August 2018 (Urk. 10)
auf Abweisung der Beschwerde (Urk.
9
S. 2). Der Beschwerdefüh
rer
nahm dazu keine Stellung
(Urk.
15 S. 2
).
Auf die Ausführungen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, soweit erforderlich, in den Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Am 1. Januar 2017 sind die am 25. September 2015 beziehungsweise am 9. November 2016 verabschiedeten geänderten Bestimmungen des Bundesge
setzes über die Unfallversicherung (UVG) und der Verordnung über die Unfall
versicherung (UVV) in Kraft getreten.
Gemäss den allgemeinen übergangsrechtlichen Regeln sind der Beurteilung jene Rechtsnormen zu Grunde zu legen,
die in Geltung standen, als sich der zu den materiellen Rechtsfolgen führende und somit rechtserhebliche Sachverhalt ver
wirklicht hat
(vgl. BGE 127 V 466 E. 1, 126 V 134 E. 4b, je mit Hinweisen). Dem
entsprechend sehen die Übergangsbestimmungen zur Änderung vom 25. Septem
ber 2015 des UVG vor, dass Versicherungsleistungen für Unfälle, die sich vor dem 1. Januar 2017 ereignet haben, und für Berufskrankheiten, die vor diesem Zeit
punkt ausgebrochen sind, nach bisherigem Recht gewährt werden (Absatz 1 der genannten Übergangsbestimmungen).
Der hier zu beurteilende Unfall
von
Ende
November 2016
hat sich
vor dem 1. Januar 2017
ereignet
, weshalb die bis 31. Dezember 2016 gültig gewesenen Normen auf den vorliegenden Fall Anwendung finden und in dieser Fassung zitiert werden.
1.
2
Gemäss Art. 6 UVG werden
so
weit das Gesetz ni
chts anderes bestimmt - die Versicherungs
leistungen bei Berufsunfällen,
Nichtberufsunfällen und Berufs
krankheiten ge
währt (Abs. 1). Für die L
eistungspflicht eines Unfallver
siche
rers setzt das UVG das Vor
liegen eines Unfalls (Art. 4 des Bundesgesetzes über
den Allgemeinen Teil des Sozial
versicherungsrec
hts, ATSG) oder einer unfallähn
lichen Körper
schädigung (Art. 6 UVG in Verbindung mit Art. 9 Abs. 2 UVV) voraus. Ausserdem muss
zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden ein natürlicher und ein adäquater Kausalzusammenhang be
stehen.
1.3
1.3.1
Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind a
lle Umstände, ohne deren Vorhan
densein der eingetretene Erfolg nicht als eingetr
eten oder nicht als in der glei
chen Weise beziehungsweise nicht zur gleichen Zeit eingetre
ten gedacht werden kann. Entsprechend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des natürlichen Kausalzusammenhangs nicht erforderlich, dass e
in Unfall die alleinige oder un
mittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen
ist; es genügt, dass das schädi
gende Ereignis zusammen mit anderen Bedin
gungen die körper
liche oder geis
tige Integrität der versicherten Person beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht weggedacht werden kann, ohn
e dass auch die eingetre
tene ge
sundheitliche Störung
entfiele (BGE 129 V 177 E. 3.1, 402 E. 4.3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, worüber die Ver
waltung beziehungsweise im Beschwerdefall das Gericht im Rahmen der ihm obliegenden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt für die Begründung eines Leistungs
anspruches nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
1.3.2
Wird durch den Unfall ein krankhafter Vorzustand verschlimmert oder überhaupt erst manifest, fällt der natürliche Kausalzusammenhang dahin, wenn und sobald der Gesundheitsschaden nur noch und ausschliesslich auf unfallfremden Ursachen beruht. Dies trifft dann zu, wenn entweder der Gesundheitszustand, wie er unmittelbar vor dem Unfall bestanden hat (Status quo ante) oder aber derjenige Zustand, wie er sich nach dem schicksalsmässigen Verlauf eines krankhaften Vor
zustandes auch ohne Unfall früher oder später eingestellt hätte (Status quo sine), erreicht ist (RKUV 1992 Nr.
U 142 S.
75 E.
4b mit Hinweisen; nicht publiziertes Urteil des Bundesgerichts U
172/94 vom 26.
April 1995). Das Dahinfallen jeder kausalen Bedeutung von unfallbedingten Ursachen eines Gesundheitsschadens muss mit dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegen
den Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sein (RKUV 2000 Nr.
U 363 S.
45; BGE
119 V 7 E. 3c/aa).
Die
blosse
Möglichkeit nunmehr gänzlich fehlender ursächlicher Auswirkungen des Unfalls genügt nicht.
Da es sich hiebei um eine anspruchs
auf
hebende Tatfrage handelt, liegt aber die entsprechende Beweislast
–
anders als bei der Frage, ob ein leistungsbegründender natürlicher Kausalzusam
menhang gegeben ist
–
nicht bei der versicherten Person, sondern beim Unfallversicherer (RKUV 1994 Nr.
U 206 S.
328
f. E.
3b, 1992 Nr.
U 142 S. 76).
Diese Beweisgrund
sätze gelten sowohl im Grundfall als auch bei Rückfällen und Spätfolgen und sind für sämtliche Leistungsarten
massgebend
(
Urteil des Bun
desgerichts 8C_637/2013 vom 11.
März 2014 E.
2.3.1 mit Hinweisen).
Der Unfallversicherer hat jedoch nicht den Beweis für unfallfremde Ursachen zu erbringen, sondern nur, dass die unfallbedingten Ursachen des Gesundheitsschadens ihre kausale Bedeutung verloren haben (Urteile des Bun
desgerichts U 381/04 vom 2. Februar 2006 E. 3.1 und
8C_354/2007
vom
4.
August 2008
E. 2.2, je
mit Hinweisen).
Mit dem Erreichen des
S
tatus quo sine vel ante entfällt eine Teilursächlichkeit für die noch bestehenden Beschwerden. Solange jedoch der
S
tatus quo sine vel ante noch nicht wieder erreicht ist, hat der Unfa
llversicherer gestützt auf Art. 36 Abs.
1 UVG in aller Regel neben den Taggeldern auch Pflegeleistungen und Kos
tenvergütungen zu übernehmen, worunter auch die
Heilbehandlungskosten nach Art.
10 UVG fallen
(Urteil des Bundesgerichts 8C_637/20
13 vom 11. März 2014 E. 2.3.2).
1.
4
1.4.1
Als adäquate Ursache eines Erfolges
hat ein Ereignis nach der Recht
sprechung zu gelten,
wenn es nach dem ge
wöhnlichen La
uf der Dinge und nach der allgemei
nen Lebens
erfahrung an sich geeignet ist, e
inen Erfolg von der Art des einge
tre
tenen herbeiz
uführen, der Eintritt dieses Er
folges also durch das
Ereig
nis
allge
mein als begünstigt erscheint (
BGE 129 V 177 E. 3.2,
40
2 E. 2.2, 125 V 456 E. 5a).
Bei objektiv ausgewiesenen orga
nischen Unfallfolgen deckt sich die adäquate
, d.h. rechtserhebliche Kausalität weit
gehend mit der natürlichen Kausalität; die Adäquanz hat hier gegenüber dem natürlichen Kausalzusammenhang praktisch keine selbständige Bedeutung (BGE 134 V 109 E. 2.1).
1.4.2
Für die Beurteilung der Frage, ob ein Unfall nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge und der allgemeinen Lebenserfahrung geeignet ist, eine psychische Gesundheitsschädigung herbeizuführen, ist nach der in BGE 115 V 133 ergange
nen Rechtsprechung auf eine weite Bandbreite von Versicherten abzustellen. Dazu gehören auch jene Versicherten, die aufgrund ihrer Veranlagung für psy
chische Störungen anfälliger sind und einen Unfall seelisch weniger gut verkraf
ten als Gesunde, somit im Hinblick auf die erlebnismässige Verarbeitung des Unfalles zu einer Gruppe mit erhöhtem Risiko gehören, weil sie aus versiche
rungsmässiger Sicht auf einen Unfall nicht optimal reagieren (BGE 115 V 133 E. 4b).
Für die Bejahung des adäquaten Kausalzusammenhanges zwischen dem Unfall und psychischen Gesundheitsschädigungen ist im Einzelfall zu verlangen, dass dem Unfall für die Entstehung der Arbeits- beziehungsweise Erwerbsunfähigkeit eine massgebende Bedeutung zukommt. Dies trifft dann zu, wenn er objektiv eine gewisse Schwere aufweist oder mit anderen Worten ernsthaft ins Gewicht fällt (vgl. RKUV 1996 Nr. U 264 S. 288 E. 3b; BGE 115 V 133 E. 7 mit Hinweisen). Für die Beurteilung dieser Frage ist an das Unfallereignis anzuknüpfen, wobei
– aus
gehend vom augenfälligen Geschehensablauf – folgende Einteilung vorge
nom
men wurde: banale beziehungsweise leichte Unfälle einerseits, schwere Unfälle anderseits und schliesslich
der dazwischen liegende mittlere Bereich (BGE 115 V 133 E. 6; vgl. auch BGE 134 V 109 E. 6.1, 120 V 352 E. 5b/aa; SVR 1999 UV Nr. 10 E. 2).
1.4.3
Bei banalen Unfällen wie zum Beispiel bei geringfügigem Anschlagen des Kopfes oder Übertreten des Fusses und bei leichten Unfällen wie zum Beispiel einem gewöhnlichen Sturz oder Ausrutschen kann der adäquate Kausalzusammenhang zwischen Unfall und psychischen Gesundheitsstörungen in der Regel ohne wei
teres verneint werden, weil aufgrund der allgemeinen Lebenserfahrung aber auch unter Einbezug unfallmedizinischer Erkenntnisse davon ausgegangen werden darf, dass ein solcher Unfall nicht geeignet ist, einen erheblichen Gesundheits
schaden zu verursachen (BGE 120 V 352 E. 5b/aa, 115 V 133 E. 6a).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin stellte sich im angefochtenen Einspracheentscheid auf den Standpunkt,
die geklagten Fussbeschwerden könnten keiner anatomischen Struktur zugeordnet werden und es hätten keine objektivierbaren Unfallfolgen gefunden werden können. Dabei sei insbesondere auf den Bericht der
B._
vom 9.
Juni 2017 zu verweisen. Aber auch
Dr.
C._
habe im neuesten aktenkundigen Bericht vom
7.
März 2018 festgehalten, dass unverändert kein fassbarer pathologischer Befund bestehe. Ergänzend sei im Übrigen darauf hin
zuweisen, dass bereits anlässlich des Unfallereignisses vom 1
1.
Oktober 2013 ärztlicherseits
festgehalten worden sei, dass eine klare Diskrepanz zwischen den angegebenen Beschwerden, der Unmöglichkeit die Arbeit aufzunehmen und dem klinischen Befund bestehe.
Auch für die Entwicklung allfälliger psychischer Beschwerden könne dem Unfallereignis von Ende November 2016 keine massge
bende Bedeutung beigemessen werden. Denn es sei vorliegend offenkundig von einem leichten Unfall auszugehen. Die Einstellung der Leistungen per 1
1.
Oktober 2017 sei folglich gerechtfertigt
(Urk. 2 S. 5 f.).
2.2
Der Beschwerdeführer wendet dagegen ein,
er leide nach wie vor unter grossen Schmerzen beim Gehen und auch schon im Stehen. Deswegen sei er in seinem Beruf nach wie vor zu 100 % arbeitsunfähig. Sein Hauptinteresse liege letztlich darin, dass er nach adäquater Behandlung der nach wie vor invalidisierenden Unfallfolgen wieder zu 100
%
auf dem ersten Arbeitsmarkt tätig sein könne
(Urk. 1).
2.3
Strittig und zu prüfen ist, ob die
Beschwerdegegnerin
zu Recht ihre Leistungen für die Folgen des Unfalls vom 2
8.
November 2016
(Urk. 11/12/1,
Urk.
11/58/1)
per 1
1.
Oktober
201
7
eingestellt hat.
3.
3.1
In medizinischer Hinsicht ist den Akten zu entnehmen, dass
Dr.
Z._
nach der Erstbehandlung vom 3
0.
November 2016 die Diagnose einer Distorsion des OSG links gestellt hat (Bericht vom 3
1.
Januar 2017,
Urk.
11/17).
Als Befund wurde indes lediglich eine Druckschmerzhaftigkeit im Bereich des
Aussenband
apparates am linken Sprunggelenk mit der Zusatzbemerkung susp
ekter Befund festgehalten (Urk. 11/17; vgl. auch Bericht vom
3.
Februar 2017, Urk. 11/18
).
Eine Schwellung oder Erwärmung des OSG wurde nicht aufgeführt.
Auch
gemäss
den weiteren Berichten
von
Dr.
Z._
vom
1
7. Februar, 1., 3.,
1
6.
und 2
0.
März 2017
(Urk. 11/32, Urk. 11/37,
Urk. 11/45-46,
Urk. 11/51)
wurden lediglich die Diag
nose von chronischen Schmerzen am linken Sprunggelenk
nach Unfall vom Dezember 2014 und November 2016
unter Verweis auf das Ergebnis des MRT des linken OSG vom 16. Januar 2017
(Urk.
11/16) und der Verdacht auf eine soma
toforme Schmerzstörung aufgeführt, wobei zum Zustand aus subjektiver Sicht starke Schmerzen
beim Gehen und
schon
bei nur leichter körperlicher Be
lastung, dagegen aus objektiver Sicht ein Fr
agezeichen vermerkt wurde (Urk.
11/32/1).
Auch die Untersuchung durch die Ärzte der Fusschirurgie der
B._
vom
9.
Juni 2017 ergab gemäss dem Bericht gleichen Datums keine Befunde,
mit
welche
n
die geklagten Beschwerden
(sehr starke Schmerzen belastungsabhängig beim Gehen hauptsächlich inframalleolär lateral mit Ausstrahlung zum Fussrist, messerstichartige Schmerzen im Fersenbein
) einer anatomischen Struktur hätten zugeordnet werden können.
Die Röntgenbilder des linken OSG und Fusses hätten eine unauffällige Darstellung der osteoartikulären Strukturen
gezeigt
. A
uch das MRT des linken OSG vom 1
6.
Januar 2017 habe unauffällige Verhältnisse der Peronealsehnen mit durchgängig nachweisbarem Retinaculum peroneale
sowie keine ausgeprägten Entzündungszeichen im Bereich der Fascia plantaris ergeben.
Differentialdiagnostisch sei an ein Sinus tarsi-Syndrom mit Schmerzausweitung und an eine somatoforme Schmerzstörung zu denken. Ein weiterer Termin in der Fusschirurgie sei nicht vereinbart worden und es werde eine psychiatrische Beurteilung empfohlen
(
Urk.
11/64/1-2)
.
3.2
3.2.1
Bei dieser Ausgangslage sind die Schlussfolgerungen des
Kreisarzt
es
und Radio
loge
n Dr.
D._
gemäss seiner Stellungnahme vom
2.
Oktober 2017 nachvoll
ziehbar. So
erklärte
er
zum MRT-Befund vom
16.
Januar 2017, neben der bereits seit mindestens
dem 16.
Dezember 2014 (MRT gleichen Datums; vgl.
Urk.
11/
75
)
bestehenden fraglichen longitudinalen Spaltung des Tendo musculi peronei brevis sei auch eine neue leichte Subluxation nach medial erkennbar, deren pathologische Bedeutung aber unklar sei. Zudem zeige sich neu ein kleiner plant
arer Fersensporn, der indes nicht im kurzen Zeitraum zwischen dem Unfall von Ende 2016 und dem 1
6.
Januar 2017 entstanden sein könne. Als Nebenbefund zeige sich ein Musculus soleus accesorius. Eine aktive Fasciitis
plantaris habe bei der Untersuchung vom
9.
Juni 2017 nicht bestätigt werden können. Zudem sei der plantare Fersensporn bereits kurz nach dem angeblichen Unfall vorhanden, so dass er vorbestehend sein müsse und auf einen Status nach Fasciitis plantaris deute. Wahrscheinliche Ursachen hierfür seien das Tragen von ungeeignetem Schuhwerk und vor allem das Übergewicht des
Beschwerdeführer
s. Der Musculus soleus accesorius
könne in seltenen Fällen zu Beschwerden führen, dies aber praktisch ausschliesslich infolge länger andauernder Überbeanspruchung des Fusses und nicht aufgrund eines einzelnen Ereignisses. Aus diesen Gründen sei davon auszugehen, dass die Ende 2016 angeblich erlittene OSG-Distorsion mit überwiegender Wahrscheinlichkeit zu keiner strukturellen Läsion geführt habe, die eine derartige Persistenz von Beschwerden erklären könne. Daher könne der Status quo sine sechs Wochen nach dem Unfallereignis, als
o
am 1
6.
Januar 2017 als erreicht betrachtet werden
(Urk.
11/82).
3.2.2
Diese Beurteilung
der medizinischen Sachlage überzeugt
. Di
e
Beschwerdegegne
rin
durfte
somit
darauf abstellen
,
zumal
einer ärztlichen Stellungnahme nicht in jedem Fall eine per
sönliche Unter
suchung der versicherten Person voraus
gehen muss. Nach der Recht
sprechung sind Aktengutachten zulässig. Ent
scheidend ist, ob genügend Unterlagen vorliegen, was dann der Fall ist, wenn die Akten ein vollständiges Bild über Anamnese, Verlauf und gegenwärtigen Status ergeben, so dass sich der Experte gesamthaft ein lückenloses Bild machen kan
n (Urteile des Bundes
gerichts U 330/02 vom 5.
Dezember 2003 E. 2 und 8C_181/2012 vom
8.
Juni 2012 E.
5.2, je mit Hin
weisen).
Dies ist hier zu bejahen.
3.3
3.3.1
Daran ä
ndert nichts, dass
Dr.
C._
, zu dem sich der
Beschwerdeführer
ab dem 2
2.
August 2017 in Behandlung begeben hat (
Urk.
11/76, Urk. 11/79,
Urk.
11/84, Urk.
11/90,
Urk.
11/97), im
Bericht zur Erstkonsultation vom 2
2.
August 2017 festhielt, dass sich die klinische Situation grundsätzlich gut mit einer Pathologie der Peronealsehnen vereinbaren liesse (
Urk.
11/76)
,
und
gemäss dem Bericht zur
Konsultation vom 1
8.
September 2017 zum Schluss kam, dass sich das Schmerz
problem nach Durchsicht der Unterlagen und lokaler Inspektion sowie mittels lokaler Infiltration auf den Bereich des Ligamentum fibulotalare anterius (LFTA) eingrenzen lasse, weshalb eine Revision des LFTA indiziert sei (Urk. 11/79). Denn auch
Dr.
C._
hielt in den Berichten zu den Konsultationen vom
4.
und 1
8.
September sowie
7.
März 2017 fest, dass das MRT keine diesbezüglichen Befunde ausweise
und bei unverändertem Befund kein fassbarer pathologischer Befund vorliege
(
Urk.
11/79, Urk. 11/97).
Die kreisärztliche Beurteilung von Dr.
D._
wird damit nicht in Frage gestellt.
3.3.2
Dasselbe gilt für di
e Ausführungen von
Dr.
med. E._
, Fachärztin für
Oto-Rhino-Laryngologie
, von der
F._
im Bericht vom
8.
Mai 201
8.
Zwar wurden danach
die folgenden Diagnosen
gestellt
: Ne
uralgi
forme Schmerzsymptomatik laterales OSG links, Peronealsehnentendinopathie links bei Status nach rezidivierenden OSG-Distorsionen im Jahr 2014 und im November 2016
, Nebendiagnose Adipositas
(Urk.
11/104/1-2). Jedoch wurden
keine objektiv nachvollziehbar
en somatischen Befunde erhoben
,
welche überwiegend wahrscheinlich als unfallbedingt ausge
wiesen sind
, wie sich aus dem Folgenden ergibt
.
So führte
Dr.
E._
z
ur neuralgi
formen Schmerzsymptomatik aus, diese sei ihr
mit Schmerzen schon bei Berührung
nicht ganz klar und hier müsse möglich
erweise von einem Schmerzchronifizierungssyndrom ausgegangen werden.
Aus
serdem stellte sie fest, dass ihr die Unterlagen der bisherigen Abklärungen, namentlich durch die Ärzte des
A._
und der
B._
, nicht vorliegen würden und diese
eventuell anfordern werde (
Urk.
11/104/2).
Dass es sich um neurologisch bedingte Schmerzen handelt
,
wird
mit dem Bericht von
Dr.
E._
somit entgegen der Diagnose selbst in Frage gestellt. Dazu kann ferner
auf die überzeugende
fachärztliche
Stellungnahme von PD Dr. med.
G._
, Facharzt für orthopädisch
e Chirurgie, und Dr. med.
H._
, Facharzt für Neurologie, von der Versicherungsmedizin der
Beschwerdegegnerin
vom 14. August 2018 verwiesen werden. Diese befanden
zutreffend und
nachvollzieh
bar
, dass
im Bericht von
Dr.
E._
die Diagnose einer neuralgi
formen Schmerzsymptomatik laterales OSG links
ohne den ent
sprechenden Befund eines neurologischen Defizites gestellt worden sei. Unter Befunde habe sie eine Durch
blutung, Motorik und Sensibilität orientierend ohne pathologischen Befund ver
merkt. Ungeachtet der aus neurologischer Perspektive ungewöhnlichen Schmerz
diagnose seien abgestützt auf die dokumentierten Befunde die diagnostischen Kriterien neuropathischer Schmerzen nicht erfüllt. Sensible und/oder motorische Ausfälle als Hinweise auf ein
e
Läsion eines
peripheren Nerves seien der medizi
nischen Dokumentation nicht zu entnehmen
(
Urk.
10 S. 8 f.)
.
Dem ist vollum
fänglich zuzustimmen.
Des Weiteren
hielt
Dr.
E._
im Bericht vom
8.
Mai 2018
ohne weitere Begründung
fest, ein Teil der Beschwerdesymptomatik lasse sich sicherlich durch die Instabilität und die schlechte neuromuskuläre Ansteuerung erklären
(Urk.
11/104/2).
Hierzu
ist ebenfalls der Ansicht der Versicherungsmediziner zu folgen, die
in der Stellungnahme vom 14. August 2018
schlüssig
feststellten
, dass weder durch
die
Angaben des Beschwerdeführers noch durch die Befunde
von Dr.
E._
oder eines anderen Arztes Hinweise auf eine Instabilität
gegeben seien.
Eine
schlechte neuromuskuläre Ansteuerung
sei
ohne Erklärung geblieben
und vermöge nicht zu überzeugen
(
Urk.
10 S. 8 f.).
Zur
von
Dr.
E._
gestellten
Diagnose einer Peronealsehnentendinopathie links
kamen die Versicherungsmediziner
in der Stellungnahme
vom 1
4.
August 2018
zudem
fundiert
begründet
zum Schluss
,
dass
sich diese allein durch die im Bericht vom
8.
Mai 2018 beschriebenen anamnestischen Angaben und klinischen Befunde
(Schmerz
angaben
retro- und inframalleolär bis zum Meta
tarsale V ziehend, auf Berührung mit Wegziehen der Extremität, ansonsten weiterhin keine Druckdolenz provozierbar;
Urk.
11/104/2
)
nicht rechtfertigen
.
Vielmehr
würden
die Angaben des Beschwerdeführers und seine Reaktion bei
der Untersuchung
gegen eine klinisch vordringliche Bedeutung der gleichwohl bildgebend und sonographisch zur Darstellung gelangenden Veränderun
gen der Peronealsehnen sprechen
. Die Diagnose gründe
somit
einzig auf bildgebenden Dokumenten und finde keine Entsprechung in den Ergebnissen der körperlichen Untersuchung. Sie vermöge die vom
Beschwerdeführer
g
eklagten Beschwerden nicht zu erklären
. Zudem hätten a
uch die Fusss
p
ezialisten der
B._
im Befund vom
9.
Juni
2017 (Urk.
11/64/
2) keinen exquisiten Druckschmerz über den Peronea
l
sehnen festgestellt und auch
Dr.
C._
habe im Eintrag vom 7. März 2018 (
Urk.
11/97) "Unverändert, kein fassbarer pathologischer Befund" aufgeführt.
Ausserdem handle es sich bei einer Tendinopathie um einen unspezifischen Sam
melbegriff für Entzündung oder degenerative Veränderungen von Sehnen, im vorliegenden Fall speziell der P
eronealsehnen,
wobei
in den
Berichten zu den
MRT
s
vom 1
6.
Dezember 2014, vom 1
6.
Januar und 2
8.
August
2017
(
Urk.
11/16, Urk. 11/75, Urk. 11/79, Urk. 11/104/1)
diesbezüglich
je
der typische Befund eines degenerativen Geschehens beschrieben
worden sei. Biomechanisch sei es nicht nachvollziehbar, dass plötzlich auftretende Kräfte Zerreissungen innerhalb der Sehne verursachen würden, welche sich parallel zur
Einwirkungsrichtung mani
festieren würden. Zudem weise die Tendinopathie kernspintomographisch im Verlauf von 2014 bis 2017 keine Befundänderung auf. Ein kausaler Zusammen
hang der
im
ärztlichem Bericht von
Dr.
E._
vom 8. Mai 2018
beschriebenen Beschwerden mit dem Unfallereignis sei mit der
Diagnose einer Peronealsehnen
tendinopathie links
überwiegend wahrscheinlich nicht zu begründen
(
Urk.
10 S. 6 ff.).
Auch diese nachvollziehbar begründete Schlussfolgerung
überzeugt. Auf Ausführungen von PD
Dr.
G._
und Dr.
H._
ist
vor dem Hintergrund der übrigen
damit vereinbaren
medizinischen Aktenlage
somit abzustellen
.
3.
4
3.4.1
Nach dem Gesagten
ist
nicht zu beanstanden, dass die
Beschwerdegegnerin
in der Verfügung vom 4.
Oktober 2017 (
Urk.
11/82/1) und im angefochtenen
Ein
spracheentscheid (Urk. 2 S.
3)
in somatischer Hinsicht
zum Schluss kam, dass die geklagten Beschwerden am linken Fuss
gelenk
keinem organischen
unfallbeding
ten
Kor
relat zugeordnet werden könnten.
Gestützt auf die Beurteilungen
des Kreisarztes Dr.
D._
(Urk. 11/82)
und der Versicherungsmediziner
PD
Dr.
G._
sowie Dr.
H._
(Urk. 10)
ist davon auszugehen, dass d
er natürliche Kausalzu
sammenhang zwischen den
geklagten
Beschwerden am linken Fussgelenk
und dem
Unfall
vom 2
8.
November 2016 spätestens
6 Wochen nach dem Unfall
ereig
nis
dahingefallen ist.
An diesem Ergebnis vermögen sämtliche wei
teren Vorbringen des Beschwerde
führers nichts zu ändern.
Von weiteren Beweismassnahmen sind keine neuen ent
scheidrelevanten Erkenntnisse zu erwarten, weshalb davon
abzusehen ist (
antizi
pierter Beweiswürdigung,
BGE 136 I 229 E. 5.3; Urteil des Bundesgerichts 8C_607/2011 vom 1
6.
März 2012 E. 7.2).
3.4.2
Soweit die vom
Beschwerdeführer
geklagten Beschwerden psychisch bedingt sind, namentlich etwa durch eine somatoforme Schmerzstörung (ICD-10 F45), wie dies Dr.
Z._
in Betracht
gezogen hat
(Urk. 11/32, Urk. 11/37), ist mit der
Beschwerdegegnerin
das Vorliegen eines adäquaten
Kausalzusammenhang
s
zu verneinen
. Denn
der betreffende Unfall
ist
ausgehend vom
konkreten
augenfälli
gen Geschehensablauf des Unfallereignisses (Übertreten des Fusses) als leicht zu qualifizieren
, weshalb rechtsprechungsgemäss
ohne Weiteres
davon ausgegangen werden darf, dass ein solcher Unfall nicht geeignet ist, einen erheblichen
psy
chischen
Gesundheitsschaden zu verursachen
(vgl. E. 1.4.3 hiervor
)
. Im Übrigen kann auf die zutreffende Begründung der
Beschwerdegegnerin
im angefochtenen Entscheid verwiesen werden (
Urk.
2 S. 4).
3.5
Die
Beschwerdegegnerin
hat ihre Leistungen somit zu Recht per 1
1.
Oktober 2017, mithin rund 11 Monate nach dem Unfall vom 2
8.
November 2016, mangels Kausalzusammenhang der geklagten Restbeschwerden und dem Unfallereignis eingestellt.
Der angefochtene Einspracheentscheid vom 29. März 2018
(Urk. 2)
ist rechtens. Die Beschwerde ist folglich abzuweisen.