# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 52517eca-7a7b-47e1-91d2-e4faac2ae6dc
**Court:** GR_KG
**Chamber:** GR_KG_004
**Year:** 2003
**Language:** de
**Jurisdiction:** GR / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

hat sich ergeben:
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A. T. A. wurde am 22. August 1960 in D. als Sohn des E. und der F. A. geboren. Er arbeitet bei der M. und erzielt dabei gemäss provisorischer Steuerveranlagung 2001 ein steuerbares Einkommen von Fr. 49'303.-- In der genannten Steuerveranlagung weist er zudem ein Reinvermögen von Fr. 162'378.-- aus. T. A. ist verheiratet und hat zusammen mit seiner Ehefrau J. A. zwei schulpflichtige Söhne.
Im Register des Jagd- und Fischereiinspektorats figuriert T. A. mit vier Eintragungen. In den Jahren 1991 und 1997 wurde er aufgrund von insgesamt drei Fehlabschüssen eingetragen, wobei in allen drei Fällen eine Selbstanzeige erfolgte. Im Jahre 1996 wurde er zudem wegen unerlaubter Fahrzeugverwendung eingetragen. Im schweizerischen Zentralstrafregister ist T. A. nicht verzeichnet.
B. Dem vorliegenden Strafverfahren liegt gemäss Urteil des Bezirksgerichtsausschusses Surselva vom 2. April 2003 der folgende Sachverhalt zugrunde:
„Am 8. September 2001 übte T. A. in der V. auf dem Gebiet der Gemeinde R. die Jagd aus. Es herrschten schlechte Witterungsverhältnisse. Gegen 16.00 Uhr konnte er aus einer Distanz von ca. 50 m einen Rehbock beobachten. Nachdem er das Tier als ungeraden Sechser angesprochen hatte, erlegte er es. Bei der Begutachtung der Jagdbeute prüfte der Angeklagte nach, ob das Tier wie angesprochen als ungerader Sechser zu qualifizieren sei. Dazu führte er nach eigenen Angaben am nur schwach ausgeprägten Spross der linken Stange mit seinem Schlüsselbund die Ringprobe durch. Dabei soll der dazu verwendete Schlüsselbund in vier von fünf Versuchen am Spross hängen geblieben sein. Daher trug er das Tier in der Abschussliste als jagdbar ein. Der Rehbock wog mit Haupt sauber aufgebrochen 21 kg und wies links eine Stangenhöhe von 23.2 cm auf und rechts eine solche von 22.5 cm.
Am 31. Oktober 2001 legte der Angeklagte bei der regionalen Annahmestelle in D. die Trophäe samt Unterkiefer dem Wildhüter zur vorgeschriebenen Begutachtung vor. Dabei stellte dieser am linken Horn unmittelbar im Bereich des schwach ausgebildeten Sprosses Spuren eines Eingriffes fest. Als der Wildhüter den Angeklagten bezüglich der Veränderung der Trophäe zur Rede stellte, stritt dieser eine solche vorerst ab. Am darauf folgenden Tag, am frühen Morgen, kontaktierte T. A. den Wildhüter telefonisch und gestand, an der linken Stange im Bereich des fraglichen Sprosses Veränderungen vorgenommen zu haben. Der Wildhüter erstattete aufgrund dieser Umstände und der Schilderungen von T. A. Anzeige. Bei der daraufhin am 12. November 2001 durchgeführten polizeilichen Einvernahme erklärte der Angeklagte, die Veränderungen an der linken Geweihstange nicht zur Täuschung vorgenommen zu haben. Dazu
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führte T. A. weiter aus, dass er, nachdem er die Jagdbarkeit der Beute zweifelsfrei festgestellt hatte, mit dieser aus schwierigem Gelände habe aufsteigen müssen und dabei mehrmals hingefallen sei. Dadurch seien an der linken Stange zwei Kratzspuren („Schränze“) entstanden. Die eine, ca. 1 bis 2 Millimeter tief, in der Einbuchtung hinter dem Spross und die andere, ca. 1 Millimeter tief, weiter oben gegen das Stangenende. Nach eigenen Angaben hat er daraufhin vor Ort an einem dreieckigen etwas rauen aus der Erde herausragenden Stein diese Kratzspuren weggeschliffen. Ein weiterer Eingriff sei dann bei der Präparierung der Trophäe vorgenommen worden. Nachdem ihm ein wenig der Jawellflüssigkeit genau auf die besagte Stelle geraten sei, habe sich dort eine Bleichung gebildet. Daher habe er mit einem angebrannten Putzknäuel versucht, die Stelle etwas nachzudunkeln.“
C. Mit Strafmandat der Kreispräsidentin D. vom 23. Mai 2002 wurde T. A. der fahrlässigen Erlegung eines unerlaubten Rehbockes im Sinne der JBV 2001, I/B Rehwild Ziff. 1 und der Widerhandlung gegen Art. 15 Abs. 2 KJG in Verbindung mit Art. 47 Abs. 2 KJG sowie der Unterlassung der Selbstanzeige und der Veränderung der Beute zum Zwecke der Täuschung gemäss Art. 15 Abs. 3 KJG in Verbindung mit Art. 47 Abs. 1 KJG schuldig gesprochen und dafür mit einer Busse von Fr. 500.-- bestraft. Sodann wurde ihm gestützt auf Art. 48 Abs. 1 lit. b KJG für die Dauer von drei Jahren die Jagdberechtigung entzogen.
D Dagegen liess T. A. am 31. Mai 2002 bei der Kreispräsidentin D. Einsprache erheben. Er beantragte einen Freispruch unter voller Kosten- und Entschädigungsfolge zulasten des Staates, soweit nicht eine Einstellungsverfügung aufgrund weiterer Abklärungen erfolge. Nach erfolgter Ergänzung der Untersuchung erliess das Bezirksgerichtspräsidium Surselva am 8. Januar 2003 die Schlussverfügung. Mit Verfügung des Bezirksgerichtspräsidiums Surselva vom 3. Februar 2003 wurde T. A. wegen Widerhandlung gegen die Jagdbetriebsvorschriften 2001 I B Rehwild Ziff. 1 und Art. 15 Abs. 2 KJG in Verbindung mit Art. 47 Abs. 2 KJG sowie Art. 15 Abs. 3 KJG in Verbindung mit Art. 47 Abs. 1 KJG in Anklagezustand versetzt. Der Fall wurde gestützt auf Art. 346 StGB und Art. 48 StPO dem Bezirksgerichtsausschuss Surselva zur Beurteilung überwiesen.
E. Der Bezirksgerichtsausschuss Surselva erkannte mit Urteil vom 2. April 2003, mitgeteilt am 22. April 2003:
„1. T. A. ist schuldig der Widerhandlung gegen die Jagdbetriebsvorschriften 2001 (Titel I, Litera B, Marginalie 1) und gegen Art. 15 Abs. 2 KJG in Verbindung mit Art. 47 Abs. 2 KJG sowie der Unterlassung der Selbstanzeige und der Veränderung
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der Beute zum Zwecke der Täuschung gemäss Art. 15 Abs. 3 KJG in Verbindung mit Art. 47 Abs. 1 KJG.
2. Dafür wird er mit einer Buss von Fr. 500.-- bestraft.
3. Die Jagdberechtigung für den Kanton Graubünden wird T. A. für die Dauer von drei Jahren entzogen.
4. Die sichergestellte Trophäe (mit Unterkiefer) verfällt dem Kanton.
5. Die Verfahrenskosten, bestehend aus:
- der Gebühr für das kreisamtliche Mandats- verfahren von Fr. 414.-- - den Untersuchungskosten (inkl. Barauslagen) von Fr. 500.-- - der Gerichtsgebühr von Fr. 2'000.--
total somit Fr. 2'914.-- gehen zulasten des Verurteilten. Diese Kosten sind zusammen mit der Busse von Fr. 500.-- innert 30 Tagen mit dem beiliegenden Einzahlungsschein dem Bezirksgericht Surselva zu überweisen.

## Considerations