# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** f42af0b4-4bb2-4ecf-9aee-5f59dbb0cde0
**Court:** ZH_OG
**Chamber:** ZH_OG_002
**Year:** 2017
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

betreffend Drohung
Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichtes Hinwil, Einzelgericht in Zivil-
und Strafsachen, vom 24. November 2016 (GG160017)
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Anklage:
Die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft See / Oberland vom 9. September
2016 (Urk. 15) ist diesem Urteil beigeheftet.
Urteil der Vorinstanz:
1. Der Beschuldigte ist schuldig der Drohung im Sinne von Art. 180 Abs. 1
StGB.
2. Hinsichtlich des Vorwurfs der Widerhandlung gegen das Sozialhilfegesetz
des Kantons Zürich im Sinne von dessen § 48a Abs. 1 wird das Verfahren
eingestellt.
3. Der Beschuldigte wird bestraft mit 10 Monaten Freiheitsstrafe (wovon 199
Tage durch Haft erstanden sind).
4. Es wird eine ambulante Behandlung im Sinne von Art. 63 StGB (Behandlung
psychischer Störungen) angeordnet.
5. Der Vollzug der Strafe wird für die Dauer der mit heutigem Urteil
angeordneten ambulanten Massnahme aufgeschoben.
6. Die Privatklägerin 1 wird mit ihrem Schadenersatzbegehren auf den Weg
des Zivilprozesses verwiesen.
7. Die Gerichtsgebühr wird angesetzt auf:
Fr. 1'800.00 die weiteren Auslagen betragen:
Fr. 1'100.00 Gebühr für die Führung der Strafuntersuchung:
Fr. 15'821.45 Auslagen Vorverfahren (Gutachten)
Fr. 2'920.– Kosten amtliche Verteidigung für das Haftentlas-
sungsverfahren (inkl. Fr. 63.90 Barauslagen und MwSt)
Fr. 14'048.55 Kosten amtliche Verteidigung (inkl. Fr. 500.90 Baraus-lagen und MwSt)
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Verlangt keine der Parteien eine schriftliche Begründung des Urteils, ermäs-
sigt sich die Entscheidgebühr auf zwei Drittel.
8. Die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens, ausge-
nommen diejenigen der amtlichen Verteidigung, werden dem Beschuldigten
auferlegt.
9. Die Kosten der amtlichen Verteidigung werden auf die Gerichtskasse ge-
nommen. Vorbehalten bleibt eine Nachforderung gemäss Art. 135 Abs. 4
StPO für den Betrag von Fr. 14'048.55.
Berufungsanträge:
a) Der amtlichen Verteidigung:
(Urk. 67 S. 2 f.):
1. Es sei der Beschuldigte vom Vorwurf der (versuchten Gewalt und)
Drohung (gegen Behörden und Beamte [Dossier 2]) freizusprechen.
2. Der Beschuldigte sei für die unrechtmässig erlittene Untersuchungshaft
von 199 Tagen angemessen, mindestens jedoch im Umfang von
Fr. 150.– pro Hafttag, zu entschädigen.
3. Die Kosten des Untersuchungs- und des erst- und zweitinstanzlichen
Gerichtsverfahrens, einschliesslich der Kosten der amtlichen Verteidi-
gung (inkl. MWST), seien definitiv auf die Gerichtskasse zu nehmen.
4. Der amtliche Verteidiger sei für seine Bemühungen im Berufungsver-
fahren gemäss eingereichter Kostennote (inkl. MWST) aus der Ge-
richtskasse zu entschädigen.
Eventualantrag:
1. Es sei der Beschuldigte wegen Drohung im Sinne von Art. 180 Abs. 1
StGB schuldig zu sprechen (Dossier 2).
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2. Der Beschuldigte sei mit einer Geldstrafe von 150 Tagessätzen zu
Fr. 30.– zu bestrafen. Dem Beschuldigten sei unter Ansetzung einer
Probezeit von drei Jahren der bedingte Vollzug zu gewähren.
3. Der Beschuldigte sei für die unrechtmässig erlittene Untersuchungshaft
(Überhaft) angemessen, mindestens jedoch im Umfang von Fr. 150.–
pro Hafttag, zu entschädigen.
4. Die Kosten des Untersuchungsverfahrens, mit Ausnahme der Kosten
des Haftbeschwerdeverfahrens, sowie des erst- und zweitinstanzlichen
Gerichtsverfahrens seien dem Beschuldigten maximal zur Hälfte auf-
zuerlegen. Darüber hinaus seien die Kosten (inkl. Kosten des Haftent-
lassungsverfahrens) definitiv auf die Gerichtskasse zu nehmen.
5. Die Kosten der amtlichen Verteidigung (inkl. MWST), mit Ausnahme
der Kosten des Haftentlassungsverfahrens, seien dem Beschuldigten
maximal zur Hälfte aufzuerlegen. Darüber hinaus seien die Kosten
(inkl. Kosten des Haftbeschwerdeverfahrens) definitiv auf die Gerichts-
kasse zu nehmen.
6. Der amtliche Verteidiger sei für seine Bemühungen im Berufungsver-
fahren gemäss beiliegender Kostennote (inkl. MWST) aus der Ge-
richtskasse zu entschädigen.
b) Der Staatsanwaltschaft See / Oberland:
(schriftlich, Urk. 58)
Verzicht auf Anschlussberufung. Bestätigung des vorinstanzlichen Urteils.
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## Considerations

Erwägungen:
I. Verfahrensgang
1. Mit Urteil des Bezirksgerichtes Hinwil vom 24. November 2016 wurde der
Beschuldigte der Drohung schuldig gesprochen. Betreffend den Vorwurf der Wi-
derhandlung gegen § 48a Abs. 1 des Sozialhilfegesetzes des Kantons Zürich
wurde das Verfahren eingestellt. Der Beschuldigte wurde mit 10 Monaten Frei-
heitsstrafe bestraft, wovon 199 Tage durch Haft erstanden sind. Der Vollzug der
Freiheitsstrafe wurde zugunsten der angeordneten ambulanten Massnahme ge-
mäss Art. 63 StGB aufgeschoben. Das Schadenersatzbegehren der Privatkläge-
rin 1 wurde auf den Weg des Zivilprozesses verwiesen (Urk. 53).
2. Gegen dieses Urteil liess der Beschuldigte mit Eingabe vom 25. Novem-
ber 2016 Berufung anmelden (Urk. 45). Am 27. Februar 2017 quittierte die Vertei-
digung den Empfang des begründeten Urteils. Mit Eingabe vom 3. März 2017
erging die Berufungserklärung (Urk. 51; Urk. 54). Die Staatsanwaltschaft hat auf
Anschlussberufung verzichtet und Bestätigung des vorinstanzlichen Urteils bean-
tragt (Urk. 58). Die Privatkläger liessen sich nicht vernehmen.
II. Prozessuales
1. Der Beschuldigte liess mit seiner Berufungserklärung einen Freispruch
vom Vorwurf der Drohung (Ziffer 1 des vorinstanzlichen Urteils mit Wirkung auf
die Dispositivziffern 3, 4, 5, 8 und 9) beantragen. Zudem liess er den Eventualan-
trag stellen, er sei wegen Drohung im Sinne von Art. 180 Abs. 1 StGB zu verurtei-
len und mit einer Geldstrafe von 150 Tagessätzen zu Fr. 30.– zu bestrafen
(Urk. 54; Urk. 67 S. 2 f.).
2. Gemäss Art. 402 StPO in Verbindung mit Art. 437 StPO wird die Rechts-
kraft des angefochtenen Urteils im Umfang der Anfechtung gehemmt. Nachdem
die Urteilsdispositivziffern 2 (Einstellung betr. Sozialhilfemissbrauch), 6 (Scha-
denersatzbegehren) und 7 (Kostenfestsetzung) unangefochten blieben, ist mittels
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Beschluss festzustellen, dass das vorinstanzliche Urteil in diesem Umfang in
Rechtskraft erwachsen ist.
3. Beim Tatbestand der Drohung im Sinne von Art. 180 Abs. 1 StGB handelt
es sich um ein Antragsdelikt. Das Antragsrecht erlischt nach Ablauf von drei Mo-
naten. Die Frist beginnt mit dem Tag, an welchem der antragsberechtigten Person
der Täter bekannt wird (Art. 31 StGB). Am 17. Februar 2016 unterzeichnete der
Privatkläger 2 als Adressat der Todesdrohung einen schriftlichen Strafantrag ge-
gen den Beschuldigen wegen Drohung (Urk. D2/2), weshalb ein rechtsgültiger
Strafantrag vorliegt.
III. Sachverhalt
1. Dem Beschuldigten wird gemäss Anklageschrift vom 9. September 2016
im Wesentlichen vorgeworfen (Urk. 15 S. 3), er habe gegenüber einer Mitarbeite-
rin der Sozialabteilung der Gemeinde B._ [Ortschaft] mündlich gedroht, den
Leiter dieser Behörde zu erschiessen, wobei er sich auf den Umstand bezogen
habe, dass eine vom Leiter der Behörde mit Schreiben vom 12. Oktober 2015 ge-
gen ihn erstattete Strafanzeige wegen Betruges (Urk. 1) ungerechtfertigt sei und
er damit beabsichtigt habe, ein Strafverfahren gegen ihn zu verhindern oder ei-
nem solchen zu entgehen. Dadurch habe der Beschuldigte den betroffenen Be-
hördenleiter in grosse Angst versetzt, was er gewollt bzw. zumindest in Kauf ge-
nommen habe.
2. Der Beschuldigte erklärte am Tag des inkriminierten Geschehens bei der
Polizei u.a. (Urk. D2/3/1 S. 2 ff.), er habe kein gutes Verhältnis zum Chef der So-
zialabteilung B._. Dieser habe eine Strafanzeige wegen Sozialhilfemiss-
brauchs gegen ihn erstattet. Ausserdem anerkannte der Beschuldigte stets, am
fraglichen Morgen im Gespräch mit C._ über den Leiter der Sozialabteilung
der Gemeinde B._ gesprochen zu haben.
2.1. Er machte allerdings geltend, bloss gesagt zu haben, einen Rechtsan-
walt beiziehen zu wollen, um den Leiter der Sozialabteilung wieder zum Auszah-
len von Geld anzuhalten und einen Rückzug der Anzeige unter Kostenfolge zu
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dessen Lasten zu veranlassen (Urk. D2/3/1 S. 2, Antwort auf Frage 12). Frau
C._ sage die Unwahrheit, da er sie wütend gemacht habe. Die Leute der So-
zialabteilung wollten ihn "nur ficken". Er habe keine Waffe mehr. Er habe zwei Mal
eine Schiesserei gehabt. Seit zehn Jahren sei Ruhe. Es habe einmal jemand Geld
von ihm genommen, weshalb er dann aus dem Fenster gegen diesen geschossen
habe. Beim ersten Mal in D._ [Ortschaft] sei es um Politik und Leute von der
E._ [Politische Gruppierung] gegangen. Damals sei er ins Bein getroffen
worden (Urk. D2/3/1 S. 3).
2.2. Auch anlässlich seiner staatsanwaltschaftlichen Hafteinvernahme vom
10. Februar 2016 gab der Beschuldigte im Wesentlichen zu Protokoll, vom Leiter
der Sozialabteilung jedes Mal beleidigt worden zu sein. Dieser habe ihn beleidigt.
Er habe diesen nicht gerne. Ja, er habe gesagt, dass F._ bezahlen müsse,
wenn er "so Seich mache". Er habe nur gesagt, "er kommt dran", aber nicht mit
Gewalt. Er nehme einen Anwalt und gehe vor Gericht. Frau C._ und Herr
F._ (der Privatkläger 2) hätten den Tatvorwurf zusammen abgemacht
(Urk. D2/3/5 S. 2 f.). Bei den früheren Gesprächen sei der Privatkläger 2 immer
aggressiv gewesen und habe ihn am Hals gepackt und ihm gesagt, dass er lüge.
Ja, er sei zwei Mal in eine Schiesserei verwickelt gewesen. Dies sei alles vor 30,
40 Jahren gewesen. Es treffe zu, dass er am 22. Juni 2006 vom Bezirksgericht
Hinwil wegen Gefährdung des Lebens und Vergehens gegen das Waffengesetz
verurteilt worden sei, da ein Drogensüchtiger und dessen Kollege ihn hätten zu-
sammenschlagen wollen, weshalb er dann geschossen und ein Fenster getroffen
habe. Die Waffe habe er dann bei der Staatsanwaltschaft abgegeben (ebenda,
S. 4 f.).
2.3. In seiner staatsanwaltschaftlichen Schlusseinvernahme vom 18. Febru-
ar 2016 bezeichnete der Beschuldigte den Leiter der Sozialabteilung als Spinner
und dumm, als perfide Person. Er sei Scheisse (Urk. D 1/12/1 S. 12). Anlässlich
der vorinstanzlichen Befragung titulierte er diesen gar als zurückgebliebenen psy-
chisch Kranken (Prot. I S. 19). Überdies räumte er ein, während des Gespräches
mit C._ die Bewegung mit ausgestrecktem Daumen und Zeigefinger gemacht
und dabei gesagt zu haben, er würde gerichtlich gegen den Privatkläger 2 vorge-
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hen (Prot. I S. 17 f.). Anlässlich der Berufungsverhandlung blieb er bei dieser
Darstellung (Prot. II S. 14 ff.).
2.4. Die äusseren Umstände des Gesprächs mit C._ und der Gegen-
stand desselben wurden vom Beschuldigten mithin zu keinem Zeitpunkt bestrit-
ten. Er stellte damit lediglich stets in Abrede im Rahmen seines Aufbegehrens
über den Leiter der Sozialabteilung auch tatsächlich mit Erschiessen desselben
gedroht zu haben. Es ist somit einzig der eigentliche Kerngehalt der Äusserungen
des Beschuldigten mit der Todesdrohung bestritten und dementsprechend mit Hil-
fe der vorhandenen Beweismittel zu erstellen.
3. Die Grundsätze der richterlichen Beweis- und Aussagenwürdigung wur-
den im angefochtenen Urteil zutreffend wiedergegeben. Es kann darauf verwie-
sen werden (Urk. 53 S. 10 und S. 15 ff.; Art. 82 Abs. 4 StPO).
3.1 Als Beweismittel liegen die Aussagen des Beschuldigten, jene von
F._, Leiter der Sozialabteilung der Gemeinde B._ und Privatkläger 2 als
Auskunftsperson sowie die Zeugenaussagen von C._, Mitarbeiterin der So-
zialabteilung der Gemeinde B._, vor (Urk. D2/3/1; Urk. D2/3/5; Urk. D2/3/10;
Urk. D1/12/1; Prot. I S. 18 ff.; Prot. II S. 14 ff.; Urk. D2/3/2; Urk. D2/3/8;
Urk. D2/3/3; Urk. D2/3/6).
3.2. Die Aussagen des Privatklägers 2 und der Zeugin C._ wurden im
angefochtenen Urteil korrekt zusammengefasst wiedergegeben; darauf kann vor-
ab verwiesen werden (Urk. 53 S. 13 ff.; Art. 82 Abs. 4 StPO). Lediglich zur Her-
vorhebung sind wesentliche Aussagen nochmals kurz wiederzugeben.
3.2.1. Der Leiter der Sozialabteilung der Gemeinde B._ (Privatkläger 2)
gab bei der Polizei am 9. Februar 2016 (Tag des Vorfalles) u.a. zu Protokoll
(Urk. D2/3/2 S. 2 ff.), als er von der Drohung erfahren habe, wonach der Beschul-
digte ihn erschiessen wolle, habe er sofort Angst gekriegt und dies als neue Eska-
lationsstufe empfunden. Er habe die Drohung ernstgenommen und sofort die Po-
lizei verständigt. Er traue dem Beschuldigten eine solche Tat aufgrund von des-
sen Vorgeschichte zu, da dieser massiv gewalttätig gewesen sei, und da der Be-
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schuldigte in Gesprächen ihm gegenüber wiederholt laut drohend und mit Fäusten
gesprochen und gedroht habe. Ausserdem sei der Beschuldigte in einer ausweg-
losen Lebenssituation und habe nichts mehr zu verlieren. Er wisse nicht, ob der
Beschuldigte eine Waffe besitze, könne sich dies aber gut vorstellen. Früher habe
dieser eine Waffe besessen. Der Beschuldigte habe noch nie Morddrohungen
ausgesprochen, aber unterschwellige Drohungen, wonach sie etwas erleben
könnten und dergleichen. Gespräche mit dem Beschuldigten seien äusserst
schwierig. Dieser sei sehr angespannt, habe Herzprobleme, Probleme mit dem
Gehen. Ausserdem habe er psychische Probleme (Depressionen) und sicher
auch ein gewisses Suchtverhalten (Alkohol, Medikamente). Der Beschuldigte sei
auch schon einmal für einen Medikamentenentzug in der Klinik Schlössli gewe-
sen, dort aber entlassen worden, da sein aggressives Verhalten untragbar gewe-
sen sei.
3.2.2. Anlässlich seiner staatsanwaltschaftlichen Befragung als Auskunfts-
person bestätigte der Privatkläger 2 in Gegenwart des Beschuldigten seine bishe-
rigen Aussagen. Er habe gegen den Beschuldigten einen Strafantrag gestellt, da
dieser eine Grenze überschritten habe, indem er gegenüber Frau C._ gesagt
habe, er würde ihn erschiessen. Er habe sich massiv bedroht und verunsichert
gefühlt, da er dem Beschuldigten alles zutraue. Er wisse, dass es nicht das erste
Mal wäre, wo er auf Leute geschossen habe. Das habe bei ihm ein beklemmen-
des Gefühl ausgelöst, und er sei in seiner Arbeit eingeschränkt gewesen. Er traue
dem Beschuldigten sehr vieles zu und wisse auch schon von früheren Ereignis-
sen, dass dieser sehr drohende Aussagen machen könne. Sein drohendes Ver-
halten komme immer wieder in Konfliktsituationen zum Vorschein. Dieser suche
oft nach Schuldigen und sehe sich immer in der Opferrolle. In der derzeitigen Le-
benssituation des Beschuldigten könne er diesem alles zutrauen.
3.2.3. C._ gab am 9. Februar 2016 bei der Polizei u.a. zu Protokoll
(Urk. D2/3/3 S. 2 ff.), der Beschuldigte habe Wort wörtlich zu ihr gesagt: "Ich wer-
de Herr F._ erschiessen!" Sie habe ihn dann Wort wörtlich gefragt: "Ist das
eine Drohung oder wie muss ich das verstehen?" Der Beschuldigte habe sinnge-
mäss dann zu ihr gesagt, dass es ungerecht sei, und wenn es zu einem Strafver-
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fahren in Sachen Sozialhilfebetrug gegen ihn komme, werde er Herr F._ er-
schiessen. Sie habe diesem dann gesagt, dass sie diese Äusserung als Drohung
empfände und diese dem Privatkläger 2 und der Polizei melden müsse.
3.2.4. Anlässlich ihrer staatsanwaltschaftlichen Befragung als Zeugin bestä-
tigte C._ in Gegenwart des Beschuldigten und von dessen Verteidigung am
22. März 2016 ihre bisherigen Aussagen (Urk. D2/3/6 S. 6). Am 9. Februar 2016
habe sie das erste Mal eine Drohung des Beschuldigten ernstgenommen, da er
diese mit einer solchen Ernsthaftigkeit ausgesprochen und auch konkretisiert ha-
be. Aufgrund seines Gesichtsausdrucks und der Energie habe sie das Gefühl ver-
spürt, dass hier ein Gewaltpotenzial vorhanden sei. Den Vorgesetzten oder die
Polizei habe sie nicht umgehend informiert, da sie die ganze Situation erst habe
begreifen müssen. Die Drohung sei ja nicht direkt an sie gerichtet gewesen, und
sie habe zuerst das Vorstellungsgespräch durchführen wollen. Dies seien zwei
verschiedene Ebenen. Die Drohung sei die eine Ebene, aber sie habe das Vor-
stellungsgespräch auf der Sachebene durchführen wollen (Urk. D2/3/6 S. 7 ff.).
3.3. Sowohl die Aussagen des Privatklägers 2 als auch jene der Zeugin
C._ sind frei von Widersprüchen, in sich stimmig und insbesondere auch was
die eigentliche Situation und Örtlichkeit anbelangt, als der Beschuldigte die To-
desdrohung ausgestossen haben soll, von einigen Details und individuellen Erin-
nerungen von C._ geprägt. Sie wies zudem im Rahmen ihrer polizeilichen
Einvernahme vom 9. Februar 2016 darauf hin, dass der Beschuldigte zwar bereits
zuvor mehrmals unterschwellige, despektierliche und drohende Aussagen ge-
macht habe, sie nun aber das erste Mal das Gefühl gehabt habe, dass ein Ge-
waltpotenzial vorhanden sei. Sie habe die Ernsthaftigkeit seiner Aussage gespürt
(Urk. D2/3/3 S. 2). Auch dieser Hinweis, dass sich diese Drohung aufgrund ihrer
Intensität von den vorausgegangenen despektierlichen Aussagen abgehoben ha-
be, zeigt die Differenziertheit ihrer Aussagen. Diese sowie die Aussagen des Pri-
vatklägers 2 erweisen sich daher als glaubhaft.
3.4. Aus den Aussagen des Beschuldigten ist unschwer zu erkennen, dass
er durchaus ein Motiv für eine Todesdrohung gegen den Privatkläger 2 hatte.
Ausserdem räumte er ein, dass er anlässlich der Unterhaltung am fraglichen Mor-
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gen mit der Zeugin C._ über diesen gesprochen, sich aufgeregt und sich
über diesen beschwert hatte. Dass die generelle Glaubwürdigkeit des Beschuldig-
ten aufgrund seiner prozessualen Stellung beeinträchtigt sein könnte, für die
Wahrheitsfindung die Glaubhaftigkeit der konkreten Aussage, welche durch me-
thodische Analyse ihres Inhalts darauf überprüft wird, ob die auf ein bestimmtes
Geschehen bezogenen Angaben einem tatsächlichen Erleben des Aussagenden
entspringen, allerdings weitaus bedeutender ist (BGE 133 I 33 E. 4.3), wurde
durch die Vorinstanz mit zutreffender Begründung bereits korrekt erwogen
(Urk. 53 S. 17).
3.4.1. Vor Vorinstanz demonstrierte der Beschuldigte eine Bewegung mit
ausgestrecktem Daumen und Zeigefinger, welche er im Gespräch mit C._
gemacht habe. Gleichzeitig habe er ihr gesagt, er werde gerichtlich gegen den
Privatkläger 2 vorgehen (Prot. I S. 17 f.). Dass er mit dieser Bewegung eine Waffe
habe imitieren wollen, bestritt er anlässlich der Berufungsverhandlung. Es handle
sich dabei im Gegenteil um eine Geste, welche er im Gespräch oft mache. Er
spreche allgemein oft mit Gesten (Prot. I S. 16). Diese Bestreitung steht jedoch im
Widerspruch dazu, dass er diese Geste im Verlauf der erstinstanzlichen Haupt-
verhandlung selbst als "Bewegung mit der Waffe" bezeichnete (Prot. I S. 18). Je-
denfalls ergibt diese Bewegung verbunden mit seiner angeblichen Aussage, er
würde gerichtlich gegen den Privatkläger 2 vorgehen, keinen Sinn. Weshalb sollte
der Beschuldigte die von ihm eingeräumte Bewegung mit der Nachahmung einer
Schussabgabe im Gespräch mit C._ ausgeführt haben, sofern er während-
dessen bloss erklärt hätte, gegen den Leiter der Sozialabteilung (lediglich) ge-
richtlich vorgehen zu wollen. Seine Geste mit ausgestrecktem Daumen und Zei-
gefinger ergibt vielmehr erst verbunden mit der von der Zeugin C._ im Ge-
spräch aus seinem Munde gehörten Todesdrohung einen plausiblen Sinn, er wer-
de den Leiter der Sozialabteilung erschiessen. Überdies passt die vom Beschul-
digten geltend gemachte, besonnen und eher rational wirkende Äusserung, ge-
richtlich gegen den Leiter der Sozialabteilung vorgehen zu wollen, nicht zum von
ihm eingestandenen eigenen emotionalen Gemütszustand.
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3.4.2. Die mehrfache Verunglimpfung des Privatklägers 2 durch den Be-
schuldigten als Spinner und dumm, als perfide Person, und er sei Scheisse sowie
dessen Titulierung als zurückgebliebenen psychisch Kranken (vgl. vorstehend
Erw. II.2.3.) ist überdies als Dreistigkeitssignal einzustufen und stellt damit ein
weiteres Indiz für eine Falschaussage des Beschuldigten dar, wie die Vorinstanz
bereits zutreffend erkannte (Urk. 53 S. 19).
3.4.3. Alsdann besteht als weiteres Indiz für das Aussprechen der Todes-
drohung die frühere Vorgeschichte des Beschuldigten mit wiederholten Gewalt-
anwendungen, teilweise mit Waffeneinsatz (Urk. D2/5/25 S. 34, 36), da ein sol-
ches Vorgehen in der Vorgeschichte beim Beschuldigten nicht persönlichkeits-
fremd war.
3.4.4. Wenig überzeugend wirkt die vom Beschuldigten bemühte Verschwö-
rungstheorie, wonach die ganze Geschichte abgemacht sei, um ihn ins Gefängnis
zu bringen. Die Zeugin C._ sei damals wütend geworden, da er nicht sofort
mit der Arbeit habe beginnen wollen, weshalb sie sich mit dem Leiter der Sozial-
abteilung zusammengetan und die ganze Lügerei begonnen habe (Urk. D2/3/10
S. 2 f.; Prot. II S. 15; S. 17). Abgesehen davon, dass die Mitarbeiterin der Sozial-
abteilung der Gemeinde B._ mit dieser Verschwörungstheorie leichtfertig ei-
ner falschen Anschuldigung bezichtigt wird, fehlt es bereits an einem plausiblen
Motiv für ein solch strafrechtlich relevantes Verhalten der Mitarbeiterin. Auch die
von der Verteidigung vorgebrachte Argumentation, der Privatkläger 2 habe aus
Ärger über die Arbeitsverweigerung und um dem aus seiner Sicht ungebührlichen
Verhalten des Beschuldigten einen Riegel vorzuschieben, gegen diesen eine An-
zeige wegen dieses Vorfalles eingereicht (Urk. 43 S. 10 ff.; Urk. 67 S. 5 ff.), über-
zeugt nicht. Im Umstand, dass Sozialarbeiter wegen einer Situation oder des Ver-
haltens eines fordernden Klienten trotz professioneller Arbeit mitunter frustriert
sein und bisweilen Unmut gegen einen solchen entwickeln könnten, lässt sich je-
denfalls noch kein Motiv für eine falsche Anschuldigung erkennen, wie dies be-
reits die Vorderrichter in ihren Erwägungen zur generellen Glaubwürdigkeit der
Zeugin C._ und des Privatklägers 2 mit zutreffender Begründung dargelegt
haben (Urk. 53 S. 18). Zudem ist in Anbetracht dessen, dass durch den Sozial-
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ausschuss B._ bereits am 12. Oktober 2015 und somit vor diesem Vorfall ei-
ne Strafanzeige gegen den Beschuldigten wegen Betruges erstattet wurde
(Urk. 1), nicht ersichtlich, weshalb ihn dieselben Personen einer weiteren Straftat
hätten beschuldigen sollen, ohne dass tatsächlich Anlass dazu bestand.
Die Bestreitung des Kerngehaltes der Äusserungen gegenüber der Zeugin
C._ durch den Beschuldigten erweist sich demzufolge als nicht glaubhaft.
3.4.5. Die Verteidigung leitet daraus, dass Zeugin C._ nicht umgehend
im Anschluss an das Gespräch mit dem Beschuldigten, vor dem Vorstellungster-
min und auch nicht gleich danach, sondern erst ca. zwei Stunden später, nach ih-
rer Rückkehr in B._ anlässlich der dortigen Teamsitzung der Sozialabteilung
den Leiter derselben und eigentlichen Adressaten der Todesdrohung über die
Äusserungen des Beschuldigten in Kenntnis gesetzt hatte, ab, ihre Aussage sei
unglaubhaft, da sie bei einer tatsächlich erfolgten Todesdrohung das Team um-
gehend informiert hätte (Urk. 43 S. 12; Urk. 67 S. 5 f.).
3.4.6. Soweit die Verteidigung mutmasst, Zeugin C._ habe daher gar
nicht befürchtet, der Beschuldigte könnte ein Übel verwirklichen (Urk. 43 S. 12,
Rz 34), ist zu berücksichtigen, dass sie gar nicht die Adressatin der Todesdro-
hung war. Obwohl sie diese dennoch ernst zu nehmen schien, braucht sie sich in
jenem Moment noch nicht unbedingt über die ganze Tragweite des vom Beschul-
digten Gesagten im Klaren gewesen zu sein und das effektive Gefahrenpotential
ohne Überlegungszeit und Rücksprache mit ihren Teamkollegen richtig erfasst zu
haben, zumal sie den Beschuldigten bereits seit 2012 als Klienten betreut hatte
und sein emotional geladenes Verhalten für sie alles andere als neu war
(Urk. D2/3/6 S. 4 f.). Auch aus der zwischen der Äusserung der Todesdrohung
und dem Verständigen des Adressaten verstrichenen Zeit von ca. zwei Stunden
lässt sich nicht zu Gunsten des Beschuldigten ableiten, die Zeugin habe entgegen
ihrer klaren Aussage gar nie eine drohende Äusserung des Beschuldigten zu Oh-
ren bekommen, wie dies die Verteidigung geltend macht. Ihr Verhalten hinterlässt
vielmehr den Eindruck einer überlegten, besonnenen Reaktion. Immerhin rappor-
tierte sie die zu Ohren bekommene Todesdrohung dann auch genau so ihren
Teamkollegen sowie kurz danach der Polizei. Als sie an jenem Tag durch die Po-
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lizei einvernommen wurde, gab sie zudem an, dass der Beschuldigte ihr, nach-
dem sie ihn auf die Drohung angesprochen habe, gesagt habe, dass sie den Vor-
stellungstermin nun wahrnehmen könnten und die Drohung aktuell kein Thema
sei (Urk. D2/3/3 S. 1). Somit schilderte sie plausibel, weshalb aus ihrer Sicht zu
jenem Zeitpunkt kein Anlass bestand, diese Drohung umgehend weiterzumelden
und zur Anzeige zu bringen.
Demzufolge verbleiben keine im Sinne von Art. 10 Abs. 3 StPO unüberwind-
baren Zweifel an der Darstellung der Zeugin und des Privatklägers 2, weshalb
sich der Anklagesachverhalt als vollumfänglich erstellt erweist.
IV. Rechtliche Würdigung
1. Im angefochtenen Urteil wurde der eingeklagte Tatbestand der Drohung
mit zutreffender Begründung in objektiver und in subjektiver Hinsicht als erfüllt er-
kannt (Urk. 53 S. 25, Ziff. 3 ff.). Es kann darauf verwiesen werden.
2. Zu ergänzen bleibt die Besonderheit, dass der Beschuldigte die Drohung
nicht direkt gegenüber dem Adressaten, dem Privatkläger 2, aussprach, sondern
gegenüber dessen Mitarbeiterin und Untergebenen bei der Sozialabteilung der
Gemeinde B._, der Zeugin C._. Die Drohung wurde mithin gegenüber
einer Drittperson geäussert (vgl. Urteil des Bundesgerichts 6B_820/2011 vom 5.
März 2012 E. 3).
2.1. Angesichts der Vorgeschichte und seines auffälligen Verhaltens an
früheren Sitzungen bei der Sozialabteilung und gegenüber C._ im Zeitpunkt
der Tat, insbesondere auch der Begleitung seiner Äusserung mit der Geste mit
ausgestrecktem Daumen und Zeigefinger, musste dem Beschuldigten fraglos klar
sein, dass die Zeugin seine Drohung ernstnehmen und dem eigentlichen Adres-
saten, ihrem Vorgesetzen und Teamleiter der Sozialabteilung, dem Privatkläger 2,
alsbald kundtun würde.
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2.2. Der Beschuldigte nahm damit mindestens in Kauf, dass der Privatklä-
ger 2 von seiner Todesdrohung erfahren würde. Der subjektive Tatbestand ist
somit erfüllt. Aber es liegt eine eventualvorsätzliche Drohung vor.
Demzufolge hat sich der Beschuldigte der Drohung im Sinne von Art. 180
StGB schuldig gemacht.
V. Strafzumessung
1. Die Vorinstanz bestrafte den Beschuldigten mit 10 Monaten Freiheitsstra-
fe, wovon 199 Tage durch Haft erstanden sind (Urk. 53 S. 27 ff., 35). Für den Fall
eines Schuldspruches wegen Drohung liess der Beschuldigte eventualiter eine
Bestrafung mit 150 Tagessätzen Geldstrafe zu Fr. 30.– beantragen, wobei der
Vollzug aufzuschieben und die Probezeit auf drei Jahre festzusetzen sei. Ausser-
dem sei er für die Überhaft mit Fr. 150.– pro Hafttag zu entschädigen (Urk. 54;
Urk. 43 S. 2 f.; Urk. 67 S. 2 f.).
2. Die allgemeinen Regeln und Kriterien der Strafzumessung wurden im vor-
instanzlichen Urteil unter Hinweis auf die Lehre und Rechtsprechung korrekt und
umfassend wiedergegeben und der massgebliche Strafrahmen beim Tatbestand
der Drohung von Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder Geldstrafe (Art. 180
Abs. 1 StGB; Art. 95 Abs. 1 SVG) korrekt abgesteckt (Urk. 53 S. 27 f.). Dies
braucht nicht wiederholt zu werden.
3. Innerhalb des abgesteckten Strafrahmens ist sodann die Tatkomponente
der Drohung zu bewerten.
3.1. Bei der objektiven Tatschwere ist zu berücksichtigen, dass die vom Be-
schuldigten an die Adresse des Privatklägers 2 ausgesprochene Todesdrohung
durch Erschiessen sich gegen das höchste aller möglichen Rechtsgüter, das Le-
ben selbst, richtet und daher entsprechend gewichtig wiegt. Da dem Privatklä-
ger 2 bekannt war, dass der Beschuldigte früher Umgang mit Schusswaffen hatte
und als Sozialhilfeempfänger in Kontakten mit der Sozialabteilung oft aufgebraust
und verbal aggressiv geworden war, bewirkte er beim Privatkläger 2, dass dieser
- 16 -
die Drohung ernstnahm, sofort verunsichert war, ein beklemmendes Gefühl der
Angst empfand und umgehend die Polizei verständigte (Urk. D2/3/8 S. 6 f.). So
verursachte der Beschuldigte beim Privatkläger 2 einen Zustand massiver Verun-
sicherung im Sicherheitsempfinden und grosse Angst.
Hinzu kommen generalpräventive Aspekte, welche gemäss Rechtsprechung
des Bundesgerichts in die Bemessung der Strafe insoweit einfliessen dürfen, als
damit die schuldangemessene Strafe nicht überschritten wird (BGE 118 IV 342
E. 2g; BGE 134 IV 60 E. 7.3.2.). Gerade Angestellte von Sozialämtern, welche ei-
ne ausserordentlich schwierige Arbeit leisten, werden immer wieder bedroht. Zu
deren Schutz ist es deshalb unumgänglich, in solchen Fällen vergleichsweise
empfindliche Strafen auszufällen.
Die objektive Schwere der Tat ist daher als keineswegs mehr leicht zu quali-
fizieren.
3.2. Was die subjektive Tatschwere anbelangt, ist zu beachten, dass der
Beschuldigte die Todesdrohung eventualvorsätzlich gegenüber einer Drittperson
aussprach. Seine Beweggründe waren gekränkter Stolz durch die pflichtgemässe
Strafanzeige, welche vom Privatkläger 2 gegen ihn erstattet worden war. Leicht
verschuldensmindernd ist zu gewichten, dass er sich in Aufregung und in einer
gewissermassen für ihn belastenden Lebenssituation befand. Dennoch wäre es
ihm möglich gewesen, die ihn belastende Situation mit legalen Mitteln der Kon-
fliktbewältigung anzugehen.
3.2.1. Gemäss dem psychiatrischen Gutachten von Dr. G._, Psychiatri-
sche Universitätsklinik Zürich vom 21. Juli 2016 liegt beim Beschuldigten eine his-
trionische Persönlichkeitsstörung (ICD-10 F60.4), verbunden mit einem Seda-
tivaabusus (ICD-10 F13.1), vor. Unter dieser litt er auch zur Zeit der Tat. Laut
Gutachter sind die Ausprägungen der Persönlichkeitsstörung deutlich und beein-
trächtigten den Beschuldigten wiederholt in seiner Lebensentwicklung. Zum Zeit-
punkt der Tat war v.a. die impulsive Seite seiner Persönlichkeit relevant
(Urk. D2/5/25 S. 28, 37).
- 17 -
3.2.2. Weder die Persönlichkeitsstörung noch ein Konsum psychotroper
Substanzen haben die Einsichts- und Steuerungsfähigkeit aufgehoben. Bei der
Todesdrohung besteht laut Dr. G._ ein Zusammenhang mit der Persönlich-
keitsstörung mit Impulsivität, welche das strafbare Verhalten begünstigend beein-
flusst habe. Dabei spiele eine leichtgradige Verminderung der Steuerungsfähig-
keit als Voraussetzung verminderter Schuldfähigkeit eine Rolle (Urk. D2/5/25
S. 38). Diesem Umstand ist somit leicht verschuldensmindernd Rechnung zu tra-
gen (Art. 19 Abs. 2 StGB).
3.3. Demzufolge wird die objektive Tatschwere der Todesdrohung durch die
subjektive Schwere der Tat etwas relativiert. Das Verschulden ist daher als nicht
mehr leicht einzustufen. Die durch die Vorderrichterin festgesetzte hypothetische
Einsatzstrafe von 9 Monaten Freiheitsstrafe erweist sich innerhalb des vorgege-
benen Strafrahmens von bis zu drei Jahren Freiheitsstrafe nicht als unangemes-
sen.
4. Bei der Würdigung der Täterkomponente kann die verschuldensange-
messene Strafe aufgrund von Umständen, die mit der Tat grundsätzlich nichts zu
tun haben, erhöht oder herabgesetzt werden. Massgebend hierfür sind im We-
sentlichen täterbezogene Komponenten, wie die persönlichen Verhältnisse, Vor-
strafen, Leumund, Strafempfindlichkeit und Nachtatverhalten, wie Geständnis,
Einsicht, Reue etc. (HUG, in: DONATSCH/FLACHSMANN/HUG/WEDER, Kommentar
Schweizerisches Strafgesetzbuch, 19. Auflage, Zürich 2013, N 14 ff. zu Art. 47
StGB).
4.1. Die Vorinstanz hat die Biographie des Beschuldigten lediglich ungenü-
gend gestreift, weshalb sie ergänzungsbedürftig ist (Urk. 53 S. 29). Der Beschul-
digte ist in H._ [Ortschaft], in I._ [Land in Südosteuropa], als zweites von
drei Geschwistern geboren. Sein Vater habe dort Webstühle gebaut und gewebt.
Seine Mutter verstarb 1968, da sie nierenkrank gewesen sei. Wegen deren Er-
krankung sei er zusammen mit seiner Schwester im selben Dorf bei seinen Gros-
seltern aufgewachsen, habe seine Eltern aber täglich gesehen. Mit sechs Jahren
sei er eingeschult worden. Nach fünf Jahren habe er die Schule beendet. Einmal
habe er eine Klasse wiederholt. Anschliessend habe er beim Vater in der Weberei
- 18 -
gearbeitet. 1970 oder 1971 sei sein Onkel in die Schweiz gegangen. Dann sei
auch sein Bruder dorthin übersiedelt und zwei Jahre später sein Vater. 1975 habe
dieser ihn und seine Schwester ebenfalls in die Schweiz geholt, wo sie im
J._ [Region] gelebt hätten und sein Vater als Weber gearbeitet habe. Er sel-
ber sei später ebenfalls Webermeister geworden und habe mehrmals die Stelle
gewechselt. Mit der Arbeit sei es dann schwieriger geworden, weil Firmen teilwei-
se Konkurs gegangen seien. Aber er habe nie einen Job wegen Arbeitsplatzprob-
lemen verloren. Seine Ehefrau habe er von klein auf gekannt. Diese sei eine Kol-
legin seiner Schwester gewesen. 1980 sei die Verlobung gewesen und ein Jahr
später die Heirat. 1982 sei K._ geboren worden. Diese arbeite nicht und ha-
be psychische Probleme. 1986 sei L._ geboren. Diese arbeite als Modever-
käuferin. 1991 sei M._ zur Welt gekommen. Dieser arbeite als Elektromonteur.
Bei der Kinderbetreuung habe er sich mit seiner Ehefrau arrangiert, indem sie
sich mit Tag- und Nachtschichtarbeit abgewechselt bzw. ergänzt hätten. In der
Ehe sei es zu wiederholten Schlägen gegen die Ehefrau gekommen. Im Jahre
2000 habe er sich von seiner Ehefrau getrennt. Bis 2005 habe er nicht mehr mit
seiner Ehefrau zusammengelebt. Die Ehe wurde geschieden. Sie würden sich
aber so gut verstehen, dass sie jetzt wieder zusammenlebten. Seine Ehefrau be-
ziehe eine Invalidenrente wegen psychischer Probleme. Sie lebten in einer Fab-
rikwohnung. Selber habe er zuletzt von der Sozialhilfe gelebt. Seine Freizeit ver-
bringe er mit Fernsehen oder gehe in einen I._ Club zum Kartenspiel. Zwei
Mal pro Monat gehe er zum Arzt und sei in den letzten Jahren mehrmals operiert
worden. Im Jahre 2008 hielt der Beschuldigte sich während fünf Wochen zum
Zwecke eines Medikamentenentzuges in der Forel Klinik auf (Urk. 12/1 S. 21 f.;
Urk. D2/5/25 S. 13, S. 15 f., S. 28 ff.; Prot. I S. 11 f.; Prot. II S. 7 ff.).
4.2. Der Beschuldigte wurde am 26. August 2016 aus der Untersuchungs-
haft entlassen (Urk. D2 /7/38). Im Rahmen der Berufungsverhandlung gab er zu
seinen aktuellen persönlichen und wirtschaftlichen Verhältnissen an, seit er seine
letzte Stelle im Jahre 2004 verloren habe, in B._ Sozialhilfe zu beziehen.
Seine Schulden würden sich derzeit auf rund Fr. 30'000.– belaufen. Zudem erklär-
te er, ca. einmal im Monat zu einem Psychiater in N._ [Ortschaft] zu gehen,
da dies das Gericht so angeordnet habe (Prot. II S. 8 ff.).
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4.3. Im Werdegang und den persönlichen Verhältnissen des Beschuldigten
lassen sich keine Besonderheiten finden, aus denen sich strafmassrelevante Fak-
toren ableiten lassen.
4.4. Im aktuellen Auszug aus dem Schweizerischen Strafregister vom
16. Juni 2017 weist der Beschuldigte zwei Vorstrafen auf (Urk. 62). Mit Urteil des
Bezirksgerichtes Hinwil vom 22. Juni 2006 wurde der Beschuldigte wegen Ge-
fährdung des Lebens und Vergehens gegen das Waffengesetz verurteilt und mit
15 Monaten Freiheitsstrafe bestraft, wobei deren Vollzug zugunsten einer ambu-
lanten Massnahme gemäss Art. 43 aStGB aufgeschoben wurde. Diese Mass-
nahme wurde mit Entscheid des Justizvollzugs des Kantons Zürich vom 19. De-
zember 2008 aufgeboben. Mit Strafbefehl der Staatsanwaltschaft See / Oberland
vom 8. Dezember 2010 wurde er wegen Fahrens in fahrunfähigem Zustand (1.04
Gewichtspromille) mit einer Geldstrafe von 60 Tagessätzen zu Fr. 30.–, davon 40
Tagessätze bedingt vollziehbar, bei einer Probezeit von 4 Jahren, bestraft. Die
Verurteilung vom 22. Juni 2006 liegt zwar bereits elf Jahre zurück, weshalb sie
sich lediglich noch leicht straferhöhend auswirkt. Insgesamt rechtfertigen die Vor-
strafen eine moderate Erhöhung der Strafe um einen Monat.
4.5. Beim Nachtatverhalten ist dem Verhalten des Täters nach der Tat und
im Strafverfahren Rechnung zu tragen. Ein Geständnis, das kooperative Verhal-
ten eines Täters bei der Aufklärung von Straftaten sowie die Einsicht und Reue
wirken strafmindernd. Dabei können umfangreiche und prozessentscheidende
Geständnisse eine Strafreduktion von maximal bis zu einem Drittel bewirken
(BGE 121 IV 202 E. 2d/cc).
Da der Beschuldigte die Todesdrohung nach wie vor bestreitet, entfällt die
Möglichkeit einer Strafreduktion unter diesem Titel.
5. Der Einbezug der Täterkomponente führt somit zu einer leichten Strafer-
höhung auf 10 Monate. Einer Anrechnung der vom Beschuldigten erstandenen
Untersuchungshaft von 199 Tagen steht nichts entgegen (Art. 51 StGB).
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VI. Strafart
1. Grundsätzlich stehen verschiedene Sanktionsarten zur Verfügung. Bei der
Wahl der Strafart ist als wichtiges Kriterium die Zweckmässigkeit einer bestimm-
ten Sanktion, ihre Auswirkungen auf den Täter und sein soziales Umfeld sowie ih-
re präventive Effizienz zu berücksichtigen (BGE 134 IV 97, E. 4.2; 134 IV 82,
E. 4.1). Nach dem Prinzip der Verhältnismässigkeit soll bei alternativ zur Verfü-
gung stehenden und hinsichtlich des Schuldausgleichs äquivalenten Sanktionen
im Regelfall diejenige gewählt werden, die weniger stark in die persönliche Frei-
heit des Betroffenen eingreift (BGE 134 IV 97, E. 4.2.1 f; 134 IV 82, E. 4.1).
2. Mit der Bestimmung von Art. 41 StGB hat der Gesetzgeber für Strafen bis
zu sechs Monaten eine gesetzliche Prioritätsordnung zugunsten nicht freiheits-
entziehender Sanktionen eingeführt (BGer 6B_204/2009 vom 31. Juli 2009,
E. 3.2). Eine unbedingte Freiheitsstrafe unter sechs Monaten kommt nur aus-
nahmsweise in Betracht. Sie ist nur möglich, wenn die Voraussetzungen für eine
bedingte Strafe im Sinne von Art. 42 StGB nicht gegeben sind und gleichzeitig zu
erwarten ist, dass eine Geldstrafe oder gemeinnützige Arbeit nicht vollzogen wer-
den können (BGE 134 IV 97, E. 6.3.3.2; 134 IV 60, E. 3.1).
3. Art. 41 Abs. 1 StGB verlangt sodann, dass eine Geldstrafe nicht vollzogen
werden kann. Die Anordnung einer Geldstrafe kommt grundsätzlich auch für ein-
kommensschwache Täter in Betracht, sofern der Vollzug nicht von vornherein
ausgeschlossen ist (BGE 134 IV 97, E. 5.2.3 f.; vgl. Art. 35 Abs. 3 i.V.m. Art. 36
Abs. 1 StGB). Eine Geldstrafe wird dann als impraktikabel erachtet, wenn ange-
nommen werden muss, dass der Beschuldigte die Geldstrafe voraussichtlich nicht
bezahlen wird (Botschaft BBl 1999 II 2044). Gemäss Lehre liegt ein solcher Fall
vor, wenn der Beschuldigte schlicht ausserstande ist, eine Geldstrafe zu zahlen
(STRATENWERTH/ WOHLERS, Schweizerisches Strafgesetzbuch, Handkommentar,
3. Aufl., Bern 2013, Art. 41 N 1). Im Weiteren kann gemäss Bundesgericht die
Verurteilung zu einer Geldstrafe auch aus Gründen, die in der Person des Täters
liegen, ausser Betracht fallen, wie beispielsweise offensichtlich fehlende Zah-
lungsbereitschaft (BGE 134 IV 97, E. 6.3.3.2).
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3.1. Nachdem der Beschuldigte vor der Tat ausschliesslich von öffentlicher
Unterstützung lebte, diese in der Folge aber eingestellt wurde und er selbst sein
Freizügigkeitsguthaben gänzlich verbraucht hat und aktuell erneut ausschliesslich
mit Hilfe der wieder aufgenommenen öffentlichen Unterstützung über die Runden
kommt, ist er derzeit schlicht ausserstande, eine allfällige Geldstrafe zu bezahlen.
3.2. Hinzu kommen die im angefochtenen Urteil bereits angeführten erhebli-
chen Bedenken (Urk. 53 S. 31), wonach aufgrund der Vorstrafe und seiner frühe-
ren, wenn auch inzwischen einige Jahre zurückliegenden Vorgeschichte mit wie-
derholten Gewaltanwendungen, teilweise mit Waffeneinsatz (Urk. D2/5/25 S. 34,
36) wenig Aussicht darauf besteht, eine Geldstrafe könnte aus spezialpräventiver
Sicht nachhaltige Wirkung zeitigen. Bereits mit Urteil vom 22. Juni 2006 war eine
unbedingte Freiheitsstrafe von 15 Monaten verhängt worden, aufgrund welcher er
sich nicht davon abhalten liess, weiter zu delinquieren. Einer Geldstrafe fehlt es
daher erst recht an der nötigen präventiven Effizienz, weshalb einer Freiheitsstra-
fe der Vorzug zu geben ist.
VII. Vollzug
1. Die Vorinstanz hat die Voraussetzungen für die Gewährung des beding-
ten Strafvollzuges sowie die bei der Prognosestellung zu beachtenden Kriterien
korrekt aufgeführt (Urk. 53 S. 32). Dies braucht nicht wiederholt zu werden.
2. Diese Voraussetzungen sind in diesem Fall in objektiver Hinsicht erfüllt.
Dem Beschuldigten wurden im psychiatrischen Gutachten vom 21. Juli 2016 je-
doch eine relevante Gefahr, auch in Zukunft wieder Drohungsdelikte zu begehen,
sowie eine Gefahr in etwas niedrigerem Masse, auch Körperverletzungsdelikte zu
begehen, attestiert. Aus diesem Grund kann nicht mehr vom Fehlen einer un-
günstigen Prognose ausgegangen werden. Die Freiheitsstrafe ist daher zu voll-
ziehen.
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VIII. Massnahme
1. Die Vorinstanz hat den Vollzug der Freiheitsstrafe dem Antrag der Ankla-
gebehörde folgend zugunsten einer ambulanten Behandlung nach Art. 63 StGB
aufgeschoben (Urk. 53 S. 32 f.). Der Beschuldigte opponiert zwar gegen eine
Freiheitsstrafe, hingegen opponiert er nicht gegen den Besuch einer solchen Be-
handlung, da er sich auf freiwilliger Basis bereits in einer ambulanten Therapie
befindet (Prot. I S. 23; Urk. 43 S. 19; Prot. II S. 12).
2. Das Gericht kann eine ambulante Behandlung anordnen, wenn der Täter
psychisch schwer gestört ist, die verübte Tat damit in Zusammenhang steht und
zu erwarten ist, dass sich dadurch der Gefahr weiterer mit dem Zustand des Tä-
ters in Zusammenhang stehender Taten begegnen lässt (Art. 63 Abs. 1 StGB).
Dabei kann der Vollzug einer zugleich ausgesprochenen unbedingten Freiheits-
strafe aufgeschoben werden, um der Art der Behandlung Rechnung zu tragen
(vgl. Art. 63 Abs. 2 StGB).
3. Gutachter Dr. med G._ diagnostizierte beim Beschuldigten eine his-
trionische Persönlichkeitsstörung nach ICD-10 F60.4 (Urk. D2/5/25 S. 28). Ge-
mäss den Erkenntnissen des Sachverständigen fördert diese Persönlichkeitsstö-
rung die Bereitschaft des Beschuldigten, sich deliktisch zu verhalten (S. 38). Eine
Behandlung sei zwar nicht leicht, durch die ambulante Behandlung lasse sich das
Risiko jedoch günstig beeinflussen, sofern es gelinge, den Beschuldigten in einen
konstruktiven Behandlungsprozess einzubinden (S. 39 f.).
4. Wie bereits dargelegt, opponiert der Beschuldigte nicht grundsätzlich ge-
gen die Anordnung einer ambulanten Behandlung. Daher erscheint die Anord-
nung einer solchen nach Art. 63 StGB unter den gegebenen Umständen als er-
folgsversprechend, weshalb der Vollzug der Strafe zugunsten derselben aufzu-
schieben ist.
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IX. Kosten- und Entschädigungsfolgen
1. Die Kosten des Vorverfahrens und des erstinstanzlichen Verfahrens, mit
Ausnahme derjenigen der amtlichen Verteidigung, wurden dem Beschuldigten im
angefochtenen Urteil vollständig auferlegt (Urk. 53 S. 33 f.). Mit seiner Berufung
liess er für den Fall eines Schuldspruches wegen Drohung die Auflage dieser
Kosten bis maximal zur Hälfte beantragen. Im Übrigen seien diese auf die Ge-
richtskasse zu nehmen (Urk. 67 S. 3).
1.1. Gemäss Art. 426 Abs. 1 Satz 1 StPO trägt die beschuldigte Person die
Verfahrenskosten, wenn sie verurteilt wird. Wird das Verfahren eingestellt oder
die beschuldigte Person freigesprochen, so können ihr nach Abs. 2 dieser Be-
stimmung die Verfahrenskosten ganz oder teilweise auferlegt werden, wenn sie
rechtswidrig und schuldhaft die Einleitung des Verfahrens bewirkt oder dessen
Durchführung erschwert hat.
1.2. Mit Urteil der Vorinstanz wurde das Verfahren betreffend den Vorwurf
der Widerhandlung gegen das Sozialhilfegesetz des Kantons Zürich im Sinne von
dessen § 48 Abs. 1 eingestellt (Urk. 53 S. 6 ff.). Da dieser Vorwurf einen wesentli-
chen Teil des Untersuchungsaufwandes ausmachte, ist in Abänderung des vor-
instanzlichen Urteils eine entsprechende Anpassung der Kostentragungspflicht
des Beschuldigten erforderlich.
1.3. Dieser teilweisen Verfahrenseinstellung ist hinsichtlich der Kosten des
Vorverfahrens und des erstinstanzlichen Gerichtsverfahrens insofern Rechnung
zu tragen, als ihm diese, mit Ausnahme derjenigen der amtlichen Verteidigung,
nur zur Hälfte aufzuerlegen und im Übrigen auf die Gerichtskasse zu nehmen
sind. Die Kosten der amtlichen Verteidigung sind auf die Gerichtskasse zu neh-
men. Die Rückzahlungspflicht im hälftigen Umfang ist vorzubehalten. In Konkreti-
sierung des mündlich eröffneten Urteilsdispositivs ist die Rückzahlungspflicht auf
die Hälfte der Kosten der amtlichen Verteidigung für das Vorverfahren und das
erstinstanzliche Verfahren, mit Ausnahme derjenigen für das Haftbeschwerdever-
fahren, und somit auf Fr. 14'048.55 zu beschränken.
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2. Die Kosten des Berufungsverfahrens tragen die Parteien nach Massgabe
ihres Obsiegens und Unterliegens (Art. 428 Abs. 1 StPO). Der Beschuldigte unter-
liegt mit seiner Berufung. Dementsprechend sind ihm die Kosten des Berufungs-
verfahrens aufzuerlegen, aber aufgrund seiner engen finanziellen Verhältnissen
zu erlassen.
3. Die Kosten der amtlichen Verteidigung im Berufungsverfahren sind auf die
Gerichtskasse zu nehmen.