# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** e9c64152-1662-430c-b4b0-077d44df360f
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2014
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** 

## Facts

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
,
geboren
1960
,
kam im
Jahr 1986 in die Schweiz und arbeitete zuerst auf Baustellen, danach wechselte er in die Reinigungsbranche (
Urk.
7/19/21 und 7/29).
Ab dem 1.
Ja
nuar 2001 war er
zu 100
%
als Hauswart und Reinigungskraft für die
Y._
AG tätig (
Urk.
7/9/79,
7/12 und 7/29)
und zwischen Juni 2001 und 31. August 2003 arbeitete er zusätzlich in der Reinigung bei
Z._
AG (
Urk.
7/14, 7/16)
.
Am 2
6. November 200
3 erlitt
X._
beim Fensterreinigen
in einem Treppenhaus
einen Arbeitsunfall,
bei dem
er aus
rund
drei Metern Höhe von einer Leiter stürzte
(
Urk.
7/9/49 ff.)
.
Er zog sich eine kraniale
Berstungsspalt
fraktur
LWK2, eine distale intraartikuläre Radiusfraktur rechts sowie eine
Pilon
-
Tibial
-Fraktur rechts zu. A
m 28. November 2003
wurde die k
r
aniale Berstungs
spalt
fraktur des LWK
2 dorsal v
on L1-L3 stabilisiert und am 5.
Dezember 2003 wurde
eine
ventrale
bisegmentale
Spondylo
dese
L1-L3 mit einem
Synex
-Cage
durchgeführt. Gleichentags erfolgte auch die offene Reposi
tion und
Fixation
der
Pilon
-
Tibial
-Fraktur rechts
mit
Plattenosteosynthese
(
Urk.
7/9/71 und 7/9/72)
. Die distale intraartikuläre Radiusfraktur rechts wurde konservativ behandelt.
Anschliessend hielt sich der Versicherte bis
zum 18. Februar 2004 in
der
Klinik A._
zur stationären Behandlung auf
(
Urk.
7/9/60 ff.)
.
Ab dem 26. März 2004 befand sich der Versicherte im Ambu
latorium
B._
des
C._
in einer antidepressiven Behandlung (
Urk.
7/9/45 und 7/23/86). Am 28. April 2004
sprach die
Y._
AG
X._
die Kündigung des Arbeitsverhältnisses
per
3
0.
Juni 2004
aus (vgl. Urk. 7/9/
37
).
1.2
Der Versicherte meldete sich am 29. September 2004 bei der Invalidenversiche
rung zum
Renten
bezug an (Urk. 7/2).
Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle,
zog darauf die Akten der Schweizerischen Unfallver
sicherungsanstalt (SUVA;
Urk.
7/9 und 7/23) bei. Überdies traf sie medizinische (vgl.
Urk.
7/10, 7/19/3 ff. und 7/28-31) und erwerbliche (vgl.
Urk.
7/7 und
7/12-16) Abklärungen
.
Vom 30. März bis zum 4. Mai 2005 hielt sich der Versicherte erneut in der
Klinik A._
auf (
Urk.
7/19/3).
Die Suva schloss den Fall ihrerseits mit Verfügung vom 6. September 2005 unter
Zusprache
einer Invali
denrente für eine Erwerbseinbusse von 14
%
für die somatischen Unfall
-
folgen ab 1. August 2005 ab und sprach dem Versicherten eine Integritäts
-
entschädi
gung
für eine Einbusse von 10
%
zu (
Urk.
7/26). Diese Verfügung bestätigte sie im
Einspracheentscheid
vom 8. Mai 2006 (
Urk.
7/51).
Die IV-Stelle sprach
X._
mit Verfügung vom 6. Dezember 2005 ab dem 1. November 2004 eine bis zum 31. August 2005 befristete ganze Invali
denrente zu (Urk. 7/37).
Er liess dagegen
Einsprache erheben und die weitere Rentenausrichtung beantragen (
Urk.
7/43). Ab dem 16. Mai 2008 war
X._
bei der
Z._
AG wieder als Reinigungsangestellter tätig (Urk. 7/69/5).
Nachdem die IV-Stelle vom Urteil des
Sozialversicherungs
gerichts
vom 29. Februar 2008 Kenntnis erlangte hatte, in welchem der Ent
scheid der Suva bestätigt worden war (Verfahren UV.2006.00249,
Urk.
7/57), wies
die IV-Stelle die Einsprache mit
Entscheid
vom 14. Mai 2009 ab (
Urk.
7/62). Dieser Entscheid blieb unangefochten.
1.3
Am 15. August 2011 wurde
X._
im Rahmen der Früherfassung durch den Krankentaggeldversicherer der
Z._
AG bei der IV-Stelle gemeldet, nachdem ab 14. Juli 2011 eine gänzliche Arbeitsunfähigkeit seitens der behandelnden Ärzte attestiert worden war (
Urk.
7/66). Daraufhin meldete sich der Versicherte am 5. September 2011 erneut zum Leistungsbezug an (
Urk.
7/69).
Die IV-Stelle lud
den Versicherten
darauf zu einem Gespräch zur Abklärung seiner beruflichen Situation ein (
Urk.
7/72 und 7/76). Überdies nahm sie medizinische (
Urk.
7/73) und erwerbliche Abklärungen (Urk. 7/74) vor.
Am 17. Oktober 2011 wurde dem Versicherten die Anstellung bei der
Z._
AG per Ende Jahr gekündigt (
Urk.
7/104/3). Die IV-Stelle
holte
bei
m
Krankentaggeldversicherer
Unterlagen ein (
Urk.
7/80) und zog
den
Bericht des behandelnden Psychiaters,
Dr.
med.
D._
, Facharzt FMH für Psychiatrie und Psychotherapie,
vom 13. Februar 2012
bei (
Urk.
7/83). Am 18. Mai 2012 wurde
X._
durch den Regionalen Ärztlichen Dienst psychi
atrisch
sowie
orthopädisch
untersucht (
Urk.
7/85 und 7/86).
Mit Vorbescheid vom 3. Juli 2012 stellte die IV-Stelle die Verneinung eines Anspruchs auf eine Invalidenrente in Aussicht (
Urk.
7/91), dagegen
liess der Versicherte Einwand erheben (vgl.
Urk.
7/94 und 7/97)
.
E
s wurden erneut Akten der SUVA beigezo
gen (
Urk.
7/103).
In der Folge wies die IV-Stelle das Rentenbegehren mit Verfü
gung vom 22. Februar 2013 ab
, übergab das Dossier jedoch gleichzeitig der Eingliederungsberatung zur Prüfung von Massnahmen
(Urk. 2 = Urk. 7/108).
2.
Gegen die Verfügung vom 2
2.
Februar 2013
liess
X._
mit Eingabe vom 28. März 2013 (Urk. 1) Beschwerde erheben.
Sein
Rechtsvertreter
verlangte
, die angefochtene Verfügung
sei
aufzuheben und dem Beschwerdeführer
sei
mit Wirkung ab 6
.
März 2012 eine
Viertelsrente
zuzusprechen
; unter Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten der Beschwerdegegnerin. Überdies stellte er den Eventualantrag, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben und die
Beschwer
degegnerin
sei zu verpflichten, berufliche Massnahmen durchzuführen
(Urk. 1
S. 2). Am 30
.
April
2013 schloss die IV-Stelle auf Abweisung der Beschwerde (Urk. 6). Davon hat die Gegenpartei mit Schreiben vom
2.
Mai
2013 Kenntnis erhalten (Urk. 8).
Der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers reichte mit Zu
schrift vom 14. Oktober 2013 (
Urk.
9) den Schlussbericht vom 31. Juli 2013 betreffend das mit dem Beschwerdeführer am Integrationsarbeitsplatz bei der
E._
zwischen 13. Mai und 9. August 2013
durchgeführte
Belastbarkeits
training
ein (
Urk.
11). Diese Unterlagen wurden in der Folge auch der Beschwerdegegnerin zugestellt (Urk. 12).
Auf die einzelnen Ausführungen in den Rechtsschriften
und die damit neu einge
reichten Unterlagen
wird, soweit erforder
lich, in den Erwägungen einge
gangen
.
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den All
gemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts; ATSG).
Die Invalidität kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (
Art.
4
Abs.
1
des Bun
desgesetzes über die Invalidenversicherung; IVG
).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beur
teilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfä
higkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 Prozent besteht Anspruch auf eine
Viertelsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 Prozent auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 Prozent auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 Prozent auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG
in der seit 1. Januar 2004 geltenden Fassung).
1.3
Wurde eine Rente wegen eines zu geringen Invaliditätsgrades verweigert, so wird nach Art. 87 Abs. 4 der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV)
eine neue Anmeldung nur geprüft, wenn die Vor
aussetzun
gen gemäss Abs. 3 dieser Bestimmung erfüllt sind. Danach ist im Revisionsgesuch glaubhaft zu machen, dass sich der Grad der Invalidität in einer für den Anspruch erhebli
chen Weise geändert hat. Tritt die Verwaltung auf die Neuanmeldung ein, so hat sie die Sache materiell abzu
klären und sich zu ver
gewissern, ob die von der versicherten Person glaubhaft gemachte Veränderung des Invaliditätsgrades auch tat
sächlich eingetreten ist; sie hat demnach in ana
loger Weise wie bei einem
Revi
sionsfall
nach Art. 17 Abs. 1 ATSG vorzugehen (vgl. dazu BGE 130 V 71; AHI 1999 S. 84 E. 1b mit Hinweisen; vgl. auch AHI 2000 S. 309 E. 1b mit Hinwei
sen). Stellt sie fest, dass der Invaliditätsgrad seit Erlass der früheren rechtskräftigen Verfügung keine Veränderung erfahren hat, so weist sie das neue Gesuch ab. Andernfalls hat sie zunächst noch zu prüfen, ob die festge
stellte Veränderung genügt, um nunmehr eine
anspruchs
begrün
dende
Invalidi
tät zu bejahen, und hernach zu beschliessen. Im Beschwerdefall obliegt die glei
che materielle Prüfungspflicht auch dem Gericht (BGE 130 V 75 E. 3.2.2 und 3.2.3, 117 V 198 E. 3a, 109 V 115 E. 2b).
Das
Gesagte gilt auch, wenn die Neuanmeldung nach rückwirkend befristeter Zusprechung einer Invalidenrente erfolgt (BGE 133 V 263 E. 6).
1.4
Versicherungsträger und Sozialversicherungsgerichte haben die Beweise frei, das heisst ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Für das Beschwerdeverfahren bedeutet dies, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel, unabhängig davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden hat, ob die verfüg
baren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruches gestatten. Insbesondere darf es bei einander widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich des Beweiswertes eines
Arztbe
richtes
ist also entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfas
send ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwer
den berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schluss
folgerungen begründet sind. Ausschlaggebend für den Beweiswert ist grund
sätzlich somit weder die Herkunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gut
achten (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a).
2.
In der angefochtenen Verfügung zog die Beschwerde
gegn
erin in Betracht, dass dem Beschwerdeführer gemäss dem Ergebnis der medizinischen Abklärungen seine bisherige Arbeitstätigkeit als Spezialreiniger aus gesundheitlichen Grün
den nicht mehr zumutbar sei. In einer angepassten Tätigkeit sei er zu 100 % arbeitsfähig. Die Beschwerde
gegn
erin führte einen Einkommensvergleich durch, dem sie ein
Valideneinkommen
von
Fr.
62‘614.10 und ein Invalideneinkommen von
Fr.
56‘154.50 zu Grund legte. Sie gelangte zum Schluss, es liege ein
Invali
ditätsgrad
von 10
%
vor, welcher keinen Rentenanspruch zu begründen ver
möge
(Urk. 2 S.
1
f
.). Demgegenüber macht der Rechtsvertreter des Beschwer
deführers im Wesentlichen geltend,
der Beschwerdeführer sei auch in einer an
gepassten Tätigkeit arbeitsunfähig. Sodann würden
die Berechnungen der Beschwerdegegnerin auf falschen Tatsachen und Einkommenszahlen basieren. Überdies sei anstelle des gewährten Leidensabzuges von 10 % ein sol
cher von 25 % vorzunehmen (Urk. 1 S. 4
ff.).
3.
3.1
Die IV-Stelle ist auf die Neuanmeldung des Beschwerdeführers vom 5. September 2011 (Urk. 7/69) materiell eingetreten. Es gilt somit zu prüfen, ob sich der Gesundheitszustand des Beschwerdeführers im massgebli
chen Zeitraum zwi
schen dem ersten
Einspracheentscheid
vom 14. Mai 2009 (
Urk.
7/62), in wel
chem ein Anspruch auf eine Invalidenrente ab dem 1. September 2005 verneint worden ist, und der Verfü
gung vom 2
2.
Februar 2013 (Urk. 2), welche die zeitli
che Grenze für den zu be
ur
teilenden Sachverhalt bildet, insoweit verschlechtert hat, dass nunmehr
wieder
ein Anspruch auf eine Invalidenrente besteht.
3.2
Massgeblich für die Beurteilung des Gesundheitszustandes im Zeitpunkt des ursprünglichen
Einspracheentscheides
vom 14. Mai 2009 war der
Austrittsbe
richt
der
Klinik A._
vom 23. Mai 2005 (
Urk.
7/19/3 ff.; vgl. die
Fest
stellungsblätter
vom 3. Oktober 2005 und vom 14. Mai 2009, Urk. 7/32/2 f., 7/60/2 und 7/62/3).
3.2.1
In
diesem
wurden ein chronisches
Lumbovertebralsyndrom
, leichte rezidivie
rende Schmerzen am rechten oberen Sprunggelenk nach länge
rer Belastung und eine leichte d
epressive Episode (Major Depression) als Diagnosen festgehalten (
Urk.
7/19/3).
Zum klinischen Befund wurde unter anderem eine eingeschränkte Beweglichkeit der Lendenwirbelsäule vermerkt. Zudem sei eine minime Einschränkung der Beweglichkeit des rechten oberen und unteren Sprunggelenks im Vergleich zur Gegenseite feststellbar.
Die Radiusfraktur rechts war indes folgenlos abgeheilt (
Urk.
7/19/4).
Der psychosomatischen Abklärung zufolge litt der Beschwerdeführer an einer Major Depression als Reaktion auf das Unfallerleben bei chronischer
Schmerz
problematik
, welche die Arbeitsfähigkeit beeinträchtigte. Eine weitere psychiat
rische Nachbetreuung wurde als indiziert
er
achtet (
Urk.
7/19/5).
3.2.2
Hinsichtlich der zuletzt ausgeübten beruflichen Tätigkeit als Hauswart und
Reini
gungsmitarbeiter
wurde der Beschwerdeführer als zu 100
%
arbeitsunfähig beurteilt (
Urk.
7/19/3). Eine mindestens leichte wechselbelaste
nde
Arbeit, bei der keine vorgeneigte Haltung einzunehmen, keine Rumpfrotationen auszuführen und kein wiederholtes längerdauerndes Überkopfarbeiten erforderlich
sei
, wurde aus rein somatisch-funktioneller Sicht als ganztags zumutbar
beurteilt
(Urk. 7/19/4). Unter zusätzlicher Berücksichtigung der psychischen Problematik sei dem Beschwerdeführer die angepasste Tätigkeit zum aktuellen Zeitpunkt halbtags zumutbar (
Urk.
7/19/4).
3.2.3
Die IV-Stelle koordinierte ihren Entscheid vom 14. Mai 2009 mit dem Urteil im Unfallversicherungsverfahren, in welchem die psychiatrische Sicht mangels adäquaten Kausalzusammenhangs zum Unfall ausgeklammert
worden war. Sie ging deshalb ebenfalls gestützt auf die Einschätzung der Ärzte in
A._
davon aus, dass dem Versicherten eine 100%ige Arbeitsfähigkeit in der beschriebenen angepassten Tätigkeit zu attestieren sei und hob deshalb die ganze Rente per 31. August 2005 auf (
Urk.
7/62).
3.3
3.3.1
Gemäss Angaben der
Z._
AG im Bericht vom 1
2.
Oktober 2011 arbeitete der Versicherte ab 1. Mai 2008 als Spezialreiniger in einem Pensum von 36 Stunden pro Woche (bei einer betriebsüblichen Arbeitszeit von 42 Stunden;
Urk.
7/74/2) und damit in einem Pensum von 86
%
(vgl. auch Arbeitsvertrag vom 16. Mai 2008,
Urk.
7/103/73). Nach seinen Angaben han
delte es sich dabei um eine Tätigkeit, bei der er häufig mit einem Hochdruckrei
niger auf Leitern habe arbeiten müssen, die Arbeit sei häufig streng gewesen (
Urk.
7/86/3). Für diese Tätigkeit
attestierte
Dr.
med.
F._
, Fachärztin FMH für Physikalische Medizin, dem Beschwerdeführer erstmals mit ärztlichem Zeugnis vom 13. Juli 2011 eine vom 14. bis zum 31. Juli 2011 dauernde Arbeitsunfähigkeit von 100
%
(
Urk.
7/80/9). Mit weiteren ärztlichen Zeugnissen bestätigte sie die 100%ige Arbeitsunfähigkeit des Beschwerdeführers bis Ende November 2011 (vgl. Urk. 7/80/5 ff.). In ihrem Bericht vom
1. September 2011 zu
Handen
des Krankentaggeldversicherers
hielt
Dr.
F._
überdies fest, dass der Beschwerdeführer an rasch zunehmenden Lumbalgien mit Ausstrahlungen ins rechte Bein, an diffusen
Dysästhesien
(Empfindungsstörungen) und an einer Kraftverminderung des rechten Beines leide. In Folge der permanenten Schmer
zen sei eine depressive Entwicklung eingetreten.
Dr.
F._
diagnostizierte ein subakutes
lumboradikuläres
Reizsyndrom S1 rechts und eine reaktive Depres
sion. Sie beurteilte den Beschwerdeführer deshalb als ab 14. Juli 2011 bis auf weiteres zu 100
%
arbeitsunfähig (
Urk.
7/80/6).
In ihrem Bericht zu
Handen
der IV-Stelle vom 26. September 2011 nannte Dr.
F._
folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (Urk. 7/73/1):
Chronisch
lumboradikuläres
Reizsyndrom S1 rechts bei Diskushernien L4/5 und L5/S1
Diabetes mellitus Typ 2
Rezidivierende Schmerzen am oberen Sprunggelenk rechts
Interatriales
Symptom Aneurysma und offenes
Foramen
ovale
Schwere depressive Entwicklung.
Hinsichtlich der Anamnese führte sie an, dass der Beschwerdeführer über eine in der letzten Zeit zunehmende Lumbalgie,
Lumboischialgien
mit Ausstrahlun
gen ins rechte Bein, vorwiegend über
Dermatom
S1, aber periodisch auch L5 ebenfalls rechts, diffuse
Dysästhesien
im ganzen rechten Bein und
belastungs
abhängige
Schmerzen
thoracolumbal
geklagt habe. Er habe angegeben, an beträchtlichen Ruheschmerzen beziehungsweise an nächtlichen Schmerzen mit Schlafstörungen und Nervosität zu leiden. Sie habe bei der Untersuchung eine
skoliotische
Fehlhaltung der Wirbelsäule und einen Status nach
Sponylodese
L1-L3 festgestellt. Die Operationsnarbe sei reizlos. Es bestehe eine ausgedehnte muskuläre Verspannung
thoracolumbal
beidseits. Bei einem Winkel von 50 Grad habe es ein
Lasègue
-Zeichen gegeben. Ferner sei eine Hyposensibilität über dem
Dermatom
S1 und L5 rechts feststellbar.
Gegenwärtig werde der Beschwerdeführer mit physikalischer Therapie behandelt und nehme
Dafalgan
,
Temesta
Expidet
,
Remeron
und
Citalopram
ein. Die Prog
nose sei ungünstig. Bis auf weiteres sei der Beschwerdeführer in der zuletzt aus
geübten Tätigkeit in der Grundreinigung zu 100
%
arbeitsunfähig, da ihm sämtliche den Rücken belastenden Arbeiten nicht mehr zumutbar seien (Urk. 7/73/2).
3.3.2
Aus dem Bericht von
Dr.
D._
vom 13. Februar 2012 geht hervor, dass dieser den Beschwerdeführer bereits vom 24. September 2004 bis zum 19. September 2008 ambulant psychiatrisch behandelt
hatte
. Seit dem 19. August 2011 befinde sich der Beschwerdeführer erneut in seiner Behandlung (
Urk.
7/83/1).
Zur Anamnese hielt er fest, der Beschwerdeführer habe geschildert, dass er wegen einige Wochen anhaltender intensiver Rückenschmerzen seine Arbeit habe niederlegen müssen. Dadurch sei er in eine tiefe seelische Krise geraten. Er sei sehr niedergeschlagen, innerlich angespannt, lustlos und
leide unter
starke
n
Zukunftsängste
n.
Z
eitweise
habe er
auch Suizidgedanken gehabt. Er
müsse
viel grübeln und
fühle
sich dadurch erschöpft,
könne
aber trotzdem nicht schlafen. Neben den Ein- und Durchschlafproblemen habe er auch häufig Albträume.
Dr.
D._
gab an, dass er dem Beschwerdeführer Antidepressiva und
Anxioly
tika
(
Citalopram
und
Remeron
) verordnet habe. Diese Medikamente habe der Beschwerdeführer eingenommen und sei regelmässig zu psychotherapeutischen Gesprächen erschienen. Bisher sei jedoch keine namhafte Besserung seines Zustandes eingetreten.
Als psychiatrische Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit nannte Dr.
D._
eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode (ICD-10: F 33.11). Die
Prognose
beurteilte
er
als ungünstig. Es handle sich um eine rezidivierende depressive Störung, die von intensiven körperlichen Symptomen begleitet werde. Die andauernden Schmerzen, die als Folge eines schweren Arbeitsunfalles entstanden seien, würden sich sehr stark auf den psy
chischen Zustand des Beschwerdeführers auswirken. Durch die bisherige Thera
pie sei es zu keiner Besserung gekommen. Die Symptome hätten an ihrer Inten
sität gar nicht verloren. Deswegen sei mit einer lang dauernden Arbeitsunfähig
keit zu rechnen (
Urk.
7/83/2).
Seit
dem 19. August 2011
sei der Beschwerde
führer
bis auf weiteres sowohl in seiner zuletzt ausgeübten Tätigkeit als Betriebsangestellter als auch in einer anderen Tätigkeit zu 100
%
arbeitsunfä
hig (
Urk.
7/83/3).
3.3.3
Dr.
med.
G._
, Facharzt FMH für Neurologie sowie für Psychiat
rie und Psychotherapie, vom Regionalen Ärztlichen Dienst untersuchte den Beschwerdeführer am 18. Mai 2012 mit Unterstützung einer
Dolmetscherin
psychiatrisch (
Urk.
7/85). Bei diesem Anlass habe der Beschwerdeführer geschil
dert, dass er Schmerzen im Rücken rechtsbetont habe, die in das rechte Bein ausstrahlen und eine paar Sekunden dauern würden. Die Schmerzen würden bis zu mehrmals täglich oder an manchen Tagen überhaupt nicht auftreten. Den Schmerzcharakter könne er nur schwer beschreiben. Es fühle sich an, als ob ihn jemand kneifen würde. Sein Puls steige dann. Am Nachmittag werde er nervös.
An bestimmten Tagen könne er nicht einmal seine Schuhe anziehen, weil er sich nicht bücken könne. Er verspüre auch Schmerzen in den Schultern beid
seits (
Urk.
7/85/3).
Gemäss
Dr.
G._
seien während des Gespräches mit dem Beschwerdeführer weder Ängste noch Symptome posttraumatischer Ängste auszumachen gewesen (
Urk.
7/85/4). Dieser habe angegeben, dass er manchmal schlechter Stimmung sei, nicht lange Sitzen könne und sich oft gereizt fühle. Das Einschlafen sei ihm mit Hilfe von Medikamenten gut möglich, er wache jedoch nachts gegen 3 Uhr auf. Meistens stehe er dann auf und gehe ins Wohnzimmer, wo er sich bis um
6 Uhr hinlege. Suizidgedanken und Suizidversuche habe der Beschwerdeführer auf gezielte Nachfrage verneint (Urk. 7/85/4). Wegen der Gewichtszunahme habe er das Medikament
Remeron
abgesetzt. Aktuell nehme er
Tramin
(gemeint wohl
Trimipramin
; vgl. Urk. 7/86/1),
Citalopram
und
Metfin
sowie bei Bedarf
Dafalgan
und
Grefen
ein (
Urk.
7/85/6).
Dr.
G._
erhob
einen
im Wesentlichen unauffälligen psychopathologischen Befund (
Urk.
7/85/6 ff.). Namentlich vermerkte er, dass der Beschwerdeführer die Aufmerksamkeit für die Dauer des Gespräches habe aufrechterhalten können. Seine Konzentration sei durchgehend ungestört gewesen. Er habe sich auch auf die jeweiligen Gesprächsinhalte und das Gesprächstempo ausreichend ein- und umstellen können. Die höheren kognitiven Leistungen wie problemori
entiertes Denken und Handeln seien ausreichend differenziert. Der formale Gedankengang sei geordnet und kohärent, nicht depressiv gehemmt oder blockiert (
Urk.
7/85/7). Allenfalls sei die Durchhaltefähigkeit schmerzbedingt leicht eingeschränkt. Die im Bericht von
Dr.
D._
vom 13. Februar 2012 beschriebenen Defizite (Konzentrationsstörungen, Gedächtnisstörungen, einge
engtes grüblerisches Denken, Minderwertigkeits- und Versagensängste, passive Todeswünsche) hätten im Rahmen der aktuellen Untersuchung nicht objektiviert werden können (
Urk.
7/85/10).
Dr.
G._
gelangte zum Schluss, dass sich keine psychiatrischen Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit stellen liessen. Es bestehe lediglich eine Anpassungsstörung bei einer psychosozialen Belastungssituation (ICD-10: F. 43.2) im Sinne einer längeren depressiven Anpassungsstörung, gegenwärtig weitgehend remittiert unter psychiatrisch-psychotherapeutischer Behandlung (
Urk.
7/85/9). Aus psychiatrischer Sicht sei der Beschwerdeführer
spätestens
ab dem Zeit
punkt der RAD-Untersuchung am
18. Mai 2012 voll arbeitsfähig (
Urk.
7/85/11).
3.3.4
Ebenfalls am 18. Mai 2012 untersuchte med.
pract
.
H._
,
Fachärz
tin
FMH für Chirurgie und Traumatologie, vom Regionalen Ärztlichen Dienst den
Beschwerdeführer mit Unterstützung einer Dolmetscherin
(
Urk.
7/86
). Sie vermerkte unter anderem, dass die Spontanbeweglichkeit der Halswirbelsäule des Beschwerdeführers deutlich freier imponiere als in der
Untersuchungssitua
tion
(
Urk.
7/86/4). Bei der Rotation der Halswirbelsäule sei eine Schmerzangabe im Lumbalbereich erfolgt. Der
Lasègue
-Test sei beidseits negativ ausgefallen (Urk. 7/86/4). Das
Gangbild
des Beschwerdeführers sei flüssig mit einem ange
deuteten rechtsseitigen Schonhinken, aber seitengleicher Schrittlänge. Zehen-, Fersen- und
Einbein
-Stand würden beidseits unsicher demonstriert, während im Liegen keine Fussheber- oder
Senkerschwäche
auszumachen seien (
Urk.
7/86/6). Es sei keine Reduktion der Kraft in den Kennmuskeln der oberen und der unte
ren Extremitäten beidseits aufgefallen (
Urk.
7/86/7). An Sensibilitätsstörungen habe der Beschwerdeführer
Kribbelparästhesien
diffus über der ventralen Seite des rechten Oberschenkels angegeben.
Waddelzeichen
seien keine auszumachen gewesen (
Urk.
7/86/7).
Als Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit hielt med.
pract
.
H._
schmerzhaft Bewegungs- und Belastungseinschränkungen der
Len
denwirbelsäule
fest (
Urk.
7/86/8). Sie gab an, dass sie die von
Dr.
F._
attes
tierten
dermatombezogenen
Beschwerden im Bereich des rechten Beines bei der Untersuchung aus orthopädischer und neurologischer Sicht nicht habe nach
vollziehen können. Es würden jedoch deutliche Bewegungseinschränkungen der Lendenwirbelsäule und glaubwürdige Beschwerden am
lumbosacralen
Übergang sowie deutliche muskuläre Verspannungen bestehen (
Urk.
7/86/8). Sie gelangte zum Schluss, dass der Beschwerdeführer in seiner bisherigen Tätigkeit als Reini
gungskraft nicht arbeitsfähig sei. In einer angepassten Tätigkeit (mit körperlich leichter wechselbelastenden Tätigkeit, ohne regelmässige Hebe- und
Tragebe
lastungen
über 10 Kilogramm, ohne Arbeiten auf Leitern und Gerüsten, ohne häufiges Treppensteigen, ohne häufige wirbelsäulenbelastende
Zwangshaltun
gen
und Tätigkeiten wie Bücken, Hocken, Knien, Überkopfarbeiten und Arbeiten in dauerhafter Armvorhalte-Position, ohne häufiges Gehen auf unebenem Gelände und ohne Nässe- oder Kälteexposition) sei der Beschwerdeführer seit Mai 2008 zu 100
%
arbeitsfähig (
Urk.
7/86/8).
3.3.5
Kurz nach Erlass der vorlie
gend strittigen Verfügung, zwischen 13. Mai bis
9. August 2013, absol
v
i
erte der
Versicherte ein Belastbarkeitstraining, das von der IV-Stelle bei der
E._
veranlasst worden war. Im Schlussbe
richt vom 30. Juli 2013 kamen die
Abklärer
zum Schluss, das
Belastbarkeits
training
habe aufgezeigt, dass weitere Integrationsmassnahmen wenig Erfolg versprechen würden. Vorstellbar sei ein Beschäftigungsprogramm mit ca. 40
%
Präsenzzeit im geschützten Rahmen. Eine Erwerbsfähigkeit, auch mit wenig Pensum, sei
sehr unrealistisch. Die
Abklärer
schlugen einen geschützten Arbeitsplatz und die Rentenprüfung vor (
Urk.
11).
4.
4.1
Die vorliegend strittige Frage der nachgewiesenen Verschlechterung des gesund
heitlichen Zustandes des Beschwerdeführers seit der Aufhebung der Rente im Jahr 2009 kann einzig gestützt auf die eingeholten Berichte der behandelnden Ärzte und veranlassten medizinischen verwaltungsinternen
Arzt
berichte
(vgl. BGE 137 V 210) nicht entschieden werden, weil der Sachverhalt nicht hinreichend abgeklärt wurde und sich ein unvollständiges und auch widersprüchliches Bild zeigt:
4.2
Seitens der Chirurgin des RAD, med.
pract
.
H._
, wurden in somatischer Hinsicht keine Anhaltspunkte für eine Verschlechterung der Rückenproblematik gesehen. Anders als die Rheumatologin
Dr.
F._
verneinte sie im Besonderen das Vorliegen von Anzeichen
dermatombezogener
Problemstellungen, die die behandelnde rheumatologische Fachärztin in ihren verschiedenen Berichten konstant erwähnt hatte (
Urk.
7/73, 7/80/6). Die RAD-Ärztin zog ihren Schluss aufgrund einer einmaligen klinischen Untersuchung, ohne jedoch allfällige bildgebende Untersuchungen beizuziehen, ohne sich bei der behandelnden Rheumatologin danach zu erkundigen und ohne neue Bilder zu veranlassen. Dass beim Beschwerdeführer jedoch neben der unfallbedingten Versteifung der unteren Lendenwirbelsäule L1 bis L3 aus diagnostischer Sicht auch seit Jahren Bandscheibenprobleme vorliegen, geht aus den Akten hervor. Anlässlich eines MRI der Lendenwirbelsäule vom 17. August 2006 waren eine kleine mediane Diskushernie auf der Höhe LWK5/S1 und eine
Anulusruptur
auf der Höhe LWK4/5 festgestellt worden (
Urk.
7/103/26).
Dr.
F._
erwähnte ebenfalls wie
der diese Diagnosen und stellte in klinischer Hinsicht auch einen
Lasègue
, Kraftverminderungen im rechten Bein und ins Bein ausstrahlende Schmerzen fest, was seitens der Chirurgin des RAD in ihrem Bericht verneint wurde. In An
betracht der Tatsache, dass der Beschwerdeführer seit 2008 entgegen der dama
ligen Attestierung durch die Ärzte von
A._
(
Urk.
7/19/3) erneut auch wie
der den Rücken belastende Arbeiten bei der Spezialreinigung durchgeführt hat, ist eine gewisse Verschlechterung der Wirbelsäulenproblematik nicht auszu
schliessen.
Die Rechtsprechung spricht
Berichte
n
und Gutachten versicherungsinterner Ärzte
– und um solche handelt es sich bei Berichten von RAD-Untersuchungen (BGE 135 V 254) - dann die volle Beweiskraft zu, wenn sie
schlüssig erscheinen, nachvollziehbar begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indi
zien gegen ihre Zuverlässig
keit bestehen (BGE 123 V 331 E. 1c, 122 V 161 E
. 1c unten mit Hinweisen).
Alleine auf die Einschätzung nach einer eigenen Unter
suchung durch RAD-Ärzte abzustellen setzt somit voraus, dass diese Ärzte mit dem notwendigen Fachwissen die notwendigen Abklärungen bzw.
Aktenbeizüge
tätigen, bevor ein Bericht erstellt wird. Das gänzliche Ausserachtlassen der bestehenden und nachgewiesenen Bandscheibenauffälligkeiten durch die RAD-Ärztin, obwohl die behandelnde Fachärztin die klinische Verschlechterung dieses Beschwerdebildes beschrieben hat, reicht daher nicht.
4.3
Nähere Abklärungen vor allem hinsichtlich des somatischen Beschwerdebildes drängen sich auch deshalb auf, weil im Bericht über das Belastbarkeitstraining, das die IV-Stelle kurz nach ihrem Entscheid einer vorhandenen 100%igen Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit veranlasst hatte, erhebliche somatische Einschränkungen des Versicherten beschrieben werden. Im Bericht über dieses immerhin fast drei Monate dauernde Training wird der Beschwer
deführer als sehr motiviert und bereit für eine berufliche Wiedereingliederung beschrieben. Er sei jederzeit bereit gewesen, bei allen Programmen teilzunehmen und habe nichts unversucht gelassen. Es habe sich aber gezeigt, dass der Versi
cherte nicht lange auf einem Stuhl habe sitzen können und seine Position stän
dig habe ändern müssen, da er sichtbar unter Schmerzen gelitten habe, zwischendurch habe er aufstehen und sich hinlegen müssen. Er habe sich aber nie beschwert, die
Abklärer
hätten jedoch gemerkt, dass er ziemlich stark unter den körperlichen Einschränkungen gelitten habe. Dadurch habe er des Öfteren depressiv und abwesend gewirkt. Die vom Versicherten wahrgenommenen Auf
gaben – eine leichte sitzende repetitive Tätigkeit - innerhalb des vorgesehenen Zeitraums und sein Verhalten während der Abklärung führten die
Abklärer
dazu, einzig ein Tätigkeitsgebiet in einem geschützten Umfeld zu empfehlen (
Urk.
11).
Dass die Beschwerdegegnerin überhaupt eine Belastbarkeitsprüfung angeordnet hat, kurze Zeit nach einer verfügten 100%igen Arbeitsfähigkeit in einer ange
passten Tätigkeit, erscheint widersprüchlich. Denn dabei handelt es sich um eine Massnahme der sozialberuflichen Rehabilitation nach Art. 14a
Abs.
2 IVG (Kreisschreiben über die Integrationsmassnahmen, KSIM, gültig ab
1.
Januar 2012,
Rz
1010.1). Solche sind bei Versicherten vorzunehmen, die eine mindes
tens 50%ige Arbeitsunfähigkeit nicht nur in der bisherigen, sondern auch in einer Verweisungstätigkeit aufweisen; besteht die Auffassung einer gänzlichen Arbeitsfähigkeit in einer anderen als der angestammten Tätigkeit, so besteht nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts kein Anspruch auf diese Mass
nahme (BGE 137 V 1). Durch dieses Vorgehen - und das dargestellte Resultat im Schlussbericht der
E._
- bestehen Zweifel darüber, ob der Beschwerdeführer
tatsächlich mit seinen vielfältigen Beschwerden im Stande ist, eine 100%ige Arbeitstätigkeit im ersten Arbeitsmarkt zu prästieren.
4.4
Es folgt aus dem Gesagten, dass ein polydisziplinäres fachärztliches Gutachten (rheumatologisch/orthopädisch und allenfalls neurologisch sowie psychiatrisch) durch die IV-Stelle, die ein solches bis anhin noch nicht veranlasst hat, einzu
holen ist, das zur Frage der gesundheitlichen Verschlechterung des Versicherten ab dem Jahr 2009 Auskunft zu geben hat. Ob nicht nur somatisch bedingte gesundheitliche Probleme sondern auch relevante psychische Beschwerden, die seitens des Psychiaters mit Therapie und Medikamenten behandelt werden, Ein
fluss auf die Einsatzbereitschaft des Versicherten haben, wird ebenfalls – wie dargestellt – kontrovers beurteilt. Die Einschätzung der psychischen Situation des Versicherten klafft zwischen der untersuchenden Ärztin und dem behan
delnden Psychiater ebenfalls erheblich auseinander, so dass auch diese Frage im Rahmen des polydisziplinären Gutachtens zu klären ist. Hernach ist über die Rentenfrage erneut zu befinden.
5.
5.1
Der Beschwerdeführer lässt sodann auch die Annahmen der
Beschwerdegegne
rin
zum
Valideneinkommen
rügen. Diese hatte in der angefochtenen Verfügung bei der Invaliditätsbemessung ein
Valideneinkommen
von
Fr.
62‘614.10 ange
nommen, dies gestützt auf die Arbeitgeberangaben der
Z._
AG vom 1
2.
Oktober 2011, wonach der Beschwerdeführer seit 2008 jährlich
Fr.
59‘700.--
(
Fr.
4‘975.--
pro Monat) verdient habe (
Urk.
7/74). Dieses Einkom
men passte sie an die Nominallohnentwicklung per 2012 an (
Urk.
7/88).
Der Beschwerdeführer macht demgegenüber ein
Valideneinkommen
von
Fr.
84‘500.--
geltend, habe es sich doch beim Einkommen bei der
Z._
AG bereits um ein Invalideneinkommen aufgrund der Unfallfolgen gehandelt, weshalb auf dieses nicht abgestellt werden könne. Der Beschwerde
führer habe schon im Zeitraum zwischen 2
6.
November 2002 bis 2
5.
Januar 2003 und damit ein Jahr vor dem Unfall
Fr.
84‘280.--
verdient gehabt, weshalb das besagte Einkommen relevant sei (
Urk.
1).
5.2
Dem ist nicht zuzustimmen. Das vom Beschwerdeführer angegebene Einkom
men im Jahr vor dem Unfall beinhaltete eine Reinigungs-/Hauswarttätigkeit bei der
Y._
AG und eine Nebentätigkeit bei der
Z._
AG (IK-Auszug,
Urk.
7/1). Die Anstellung bei der
Z._
AG hatten der Beschwerdeführer und die
Z._
AG jedoch bereits vor dem Unfall überein
stimmend per 3
1.
August 2003 beendet (
Urk.
7/14, 7/16), sodass bereits im Unfallzeitpunkt im November 2003 der Beschwerdeführer nur noch die 100%ige Erwerbstätigkeit bei der
Y._
AG innehatte. Dass er im Gesundheitsfall nun erneut ein über 100%iges Pensum innehaben würde, ist durch nichts belegt.
Der Beschwerdeführer vermochte sich nach der Einstellung der ersten Rentenleis
tungen ab Mai 2008 wieder während drei Jahren selber beruflich in der vorherigen Branche als Reiniger mit einem monatlichen Einkommen von
Fr. 4‘975.--
bei einem Teilzeitpensum von 86
%
einzugliedern. Sollte sich die Einschränkung in diesem Tätigkeitsbereich nach der Begutachtung bestätigen, ist grundsätzlich bei einer erneuten Invaliditätsbemessung auf diese
Einkom
menssituation
abzustellen, wie dies die Beschwerdegegnerin zu Recht bereits für die vorliegend angefochtene Verfügung getan hat. Ob es sich allerdings bei diesem 86%igen Pensum um ein freiwillig reduziertes oder um ein
gesundheits
bedingt
reduziertes Pensum handelte, ist unklar. Der Annahme der
Beschwerde
gegnerin
, es handelt sich dabei um ein freiwilliges Teilzeitpensum, kann im gegenwärtigen Zeitpunkt nicht beigepflichtet werden; auch diesen Punkt wird sie durch Rückfrage bei der ehemaligen Arbeitgeberin zu klären haben.
5.3
Die Beschwerde ist somit in dem Sinne gutzuheissen, dass die Sache zur weite
ren Abklärung und hernach zu erneutem Entscheid über den Rentenanspruch zurückzuweisen ist. Ebenso wird sich die Beschwerdegegnerin auch zu allfälli
gen Integrationsmassnahmen bzw. beruflichen Massnahmen zu äussern haben.
6.
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nac
h dem
Verfahrens
aufwand
und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis 1‘000.-- festzulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG) und auf Fr. 600.-- anzusetzen. Entsprechend dem Ausgang de
s Verfahrens sind die Kosten der
unterliegenden
Beschwerde
gegnerin
aufzuerlegen.
Der obsiegende Beschwerdeführer hat Anspruch auf Ersatz der Parteikosten (
Art.
61
lit
. g ATSG). Diese sind nach Massgabe der Kriterien von
Art.
61
lit
. g ATSG auf
Fr.
2‘000.-- (inkl. Barauslagen und Mehrwertsteuer) festzulegen.