# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 34081988-8e45-433f-85c7-9eee89518295
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2019
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
1.1
Die
unter Beistandschaft
(
Urk.
3)
stehende
X._
, geb
oren
1991
,
leidet seit ihrer Geburt
unter
einem Down-Syndrom (
Urk.
11/156/5-7) bezie
hungsweise
einer Trisomie 21,
sowie unter
einer
Polyglobulie
, einer Hypogly
kämie
(
Urk.
1/47/26-27
Ziff.
3)
, einer
z
erebralen Bewegungsstörung
und
einer psychomotorischen Retardierung
(Urk.
11/47/9)
. D
ie
Invalidenversicherung
sprach ihr
wegen der Geburtsgebrechen Ziff.
331, 387, 390, 397 und 498
gemäss der Liste im Anhang der Verordnung über Geburtsgebrechen (
GgV
)
medizinische
(Urk. 11/159)
und pädagogisch-therapeutische Massnahmen
,
verschiedene Hilfs
mittel
,
Pflege
beiträge zur Betreuung hilfloser Minderjähriger
,
Hauspflegebeiträge
sowie eine Hilflosenentschädigung wegen schwerer Hilflosigkeit (
Urk.
11/155
,
Urk.
11/178 und
Urk.
11/176
)
zu
und
gewährte
Beiträge an die Sonderschulung
(
Urk.
11/138)
.
Nach Erreichen der Volljährigkeit
sprach ihr die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle,
m
it Verfügung vom 2
6.
März 2009 (
Urk.
11/172,
Urk.
11/169)
,
bei einem Invaliditätsgrad von 100
%
,
für die Zeit ab
1.
Mai 2009
,
eine ganze Rente zu. Am 1
0.
August 2009 trat die Versicherte in ein Heim ein
(Urk.
11/180).
1.2
Am 2
2.
September 2016 ersuchte die Versicherte die IV-Stelle um Kostengut
sprache für eine Erstversorgung mit einem Rollator (
Urk.
11/209), worauf die
IV-Stelle am 2
5.
Oktober 2016
(Urk. 11/210)
bei der
Z._
eine
r fachtech
nische Beurteilung des Kostengutsprachegesuchs
einholte
(fachtech
nische Beur
teilung vom 2
8.
November 2016,
Urk.
11/211).
Nach Erlass des Vor
bescheids vom 2
2.
Dezember 2016 (
Urk.
11/217) erhob die Versicherte am 1
5.
Februar 2017 dagegen Einwände (
Urk.
11/221), worauf die IV-Stelle bei der
Z._
eine weitere fachtechnische Beurteilung
einholte, die am
2
9.
Mai 2017
abgegeben wurde (
Urk.
11/255)
,
und mit
neuem
Vorbescheid vom
2.
November 2017 (
Urk.
11/231) der Versicherten eine Abweisung des Kostengut
sprachegesuch
s
für ein
en Rollator in Aussicht stellte, worauf die Versicherte am 1
0.
November 2017 (
Urk.
11/233)
dagegen
Einwände erhob. Gestützt auf die
fachtechnische Beurteilung
der
Z._
vom 2
9.
Mai 2017
verneinte die IV-Stelle m
it Verfügung vom 1
5.
Dezember 2017 (
Urk.
11/237 =
Urk.
2)
einen Anspruch der
Versicherten
auf Abgabe des bean
tragten
Rollator
s als ein Hilfsmittel
.
2.
Gegen die
Verfügung vom 1
5.
Dezember 2017 (
Urk.
2) erhob die Versicherte am
9.
Januar 2017 Beschwerde (
Urk.
1) und beantragte, die Verfügung sei aufzuhe
ben
und es sei ihrem Leistungsbegehren um Finanzierung des Rollators «Spezial
Ormesa
Grillo
Posterior
» im Betrag von
Fr.
4'485.25 zu entsprechen (S. 1).
Mit Beschwerdeantworten vom
3.
April 2018
(
Urk.
10
) beantragte die IV-Stel
le die Abweisung der Beschwerde, w
ovon
der Beschwerdegegnerin am 2
7.
August 2018 Kenntnis gegeben (
Urk.
15).
Der Einzelrichter

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Gemäss
Art.
21
Abs.
1 Satz 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG)
haben versicherte Personen im Rahmen einer vom Bundesrat aufzustellen
den Liste Anspruch auf jene Hilfsmittel, welche sie für die Ausübung der Erwerbs
tätigkeit oder der Tätigkeit im Aufgabenbereich, zur Erhaltung oder Verbesserung der Erwerbsfähigkeit, für die Schulung, die Aus- und Weiterbildung oder zum Zwecke der funktionellen Angewöhnung benötigen. Versicherte, die infolge ihrer Invalidität für die Fortbewegung, für die Herstellung des Kontaktes mit der Umwelt oder für die Selbstsorge kostspielige Geräte brauchen, haben im Rahmen der vom Bundesrat aufzustellenden Liste ohne Rücksicht auf die Erwerbsfähigkeit Anspruch auf solche Hilfsmittel (
Art.
21
Abs.
2 IVG).
Ziel ist es, die Autonomie der invaliden Person zu fördern, indem sie auf Grund dieser Hilfsmittel die alltäglichen Lebensverrichtungen wie Körperpflege etc. selb
st
ändig vornehmen und sich am gesellschaftlichen Leben beteiligen kann, etwa in Form der Aus
übung einer medizinisch angezeigten und somit schützenswerten sportlichen Betätigung (ZAK 1985 S. 171 E. 2b), des Zugangs zur Um- und Aussenwelt oder der Benützung von speziellen Kommunikationsgeräten (Urteil des Bundesgerichts I 768/02 vom 2
8.
Juli 2003 E. 3.1; BGE 102 V 51).
1.2
In
Art.
14
der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV)
hat der Bundes
rat dem Eidgenössischen Departement des Innern die Aufgabe übertragen, die Liste der in
Art.
21 IVG vorgesehenen Hilfsmittel zu erstellen. Gemäss
Art.
2 der Verordnung über die Abgabe von Hilfsmitteln durch die Invalidenversicherung (HVI) besteht im Rahmen der im Anhang angeführten Liste Anspruch auf Hilfs
mittel, soweit diese für die Fortbewegung, die Herstellung des Kontaktes mit der Umwelt oder für die Selbstsorge notwendig sind (
Abs.
1). Die im HVI-Anhang enthaltene Liste ist insofern abschliessend, als sie die in Frage kommenden Hilfs
mittelkategorien aufzählt (
Art.
21 IVG; vgl.
Art.
2
Abs.
1 HVI; BGE 131 V 9
E. 3.4.2;
BGE 140 V 538
E. 4.1).
1.3
Mit den Hilfsmitteln für Versicherte, die infolge ihrer Invalidität für die Fortbe
wegung kostspieliger Geräte bedürfen, befasst sich
Ziff.
9 HVI-Anhang (Roll
stühle).
Mit
Gehhilfen
befasst sich
Ziff.
12 HVI-Anhang.
1.4
Gemäss
Art.
21
quater
Abs.
1 IVG stehen dem Bundesrat für die Abgabe von ganz oder teilweise durch die Versicherung finanzierten Hilfsmitteln und für damit zusammenhängende Dienstleistungen als Instrumente
die
Festsetzung von Pauschalbeträgen
(
lit
. a), die
Aushandlung von Tarifverträgen mit Leistungs
erbringern wie Abgabestellen, Herstellern, Grossisten oder Detailhändlern
(
lit
. b), die
Festsetzung von Höchstbeträgen für die Kostenübernahme
(
lit
. c)
und
das
Vergabeverfahren
(
nach dem Bundesgesetz über das öffentliche Beschaffungs
wesen
;
lit
. d) zur Verfügung
.
1.5
Gemäss
Art.
2
Abs.
4 HVI
besteht nur Anspruch auf Hilfsmittel in einfacher, zweckmässiger und wirtschaftlicher Ausführung
und die versicherte Person hat die d
urch eine andere Ausführung bedingte zusätzliche
n
Kosten selbs
t zu tragen
(Satz 1)
.
Wenn in der
Liste in HVI-
Anhang für ein Hilfsmittel keines der Instru
men
te
der Preisfestsetzung
,
welche gemäss
Art.
21
quater
IVG
vorgesehen sind,
genannt werden,
so werden
die effektiven Kosten
des Hilfsmittels
vergütet
(Satz 2)
.
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin ging in der angefochtenen Verfügung (
Urk.
2) davon aus, dass die Beschwerdeführerin die Anspruchsvoraussetzungen für das
bean
tragte
Hilfsmittel Rollator nicht erfülle, da sie den Rollator nicht selb
st
ändig bedienen könne. Beim
beantragten
Rollator
handle
es sich
zudem
um ein Behandlungsgerät zur Förderung des selbständigen Gehens sowie zum Aufbau des Muskel- und Gehapparates
, worauf
bei Geburtsgebebrechen nur bis zur Vollendung des 2
0.
Lebensjahres
ein Anspruch bestehe
.
Die
Beschwerdeführerin, welche in einem Heim lebe,
sei sodann
nicht auf
den beantragten
Rollator zur Herstellung eines Kontakts mit der Umwelt angewiesen. Da
es der beantragten
Versorgung der Beschwerdeführerin mit
einem
Rollator
zudem
bereits an den Kriterien der Einfachheit und Zweckmässigkeit fehle, wäre ein Anspruch auf
den beantragten
Rollator
selbst dann
zu verneinen
, wenn anzunehmen wäre, dass die Beschwerdeführerin
d
a
rauf
zur Herstellung eines Kontaktes mit der Umwelt angewiesen wär
e (S. 2). Um eine einfache und zweckmässige Versorgung mit einem Hilfsmittel
habe
es sich
demgegenüber bei der Abgabe eines
Rollstuhl
s an die Beschwerdeführerin im Jahre
2015
gehandelt
(S. 1).
2.2
Die Beschwerdeführerin bringt
hiegegen
vor, dass
es sich bei einer vollständig selbständigen Bedienung des Rollators nicht um eine
der in
Gesetz
und Verord
nung
genannten Anspruchsvoraussetzung handle.
Danach
genüge es
vielmehr
, wenn die versicherte Person
eines
Hilfsmittels für die Fortbewegung und den Kontakt mi
t
Umwelt bedürfe. Diese Voraussetzungen seien bei ihr in Bezug auf den
beantragten
Rollator «Spezial
Ormessa
Grillo
Posterior
» erfüllt. Denn sie benötige nur beim
Einsteigen in den
Rollator Dritthilfe.
Nach dem Einsteigen
könne sie sich mit
dem Rollator
selbständig fortbewege
n (S.
2
). Im Vergleich zur Fortbewegung mit dem
Rollstuhl
, bei welcher
sie
jeweils
durch eine Drittperson gestossen werden müsse, könne
sie sich mit dem
beantragten
Rollator
selbständig
for
t
bewegen
. Da sie lediglich beim
Einsteigen in den
Ro
llator
lediglich Dritthilfe benötige
, und
da
nach
nicht - wie beim Rollstuhl - durch eine Betreuungsperson gestossen werden müsse,
sei es ihr
mit dem Rollator im Vergleich zum Rollstuhl öfter
möglich,
Spaziergänge
zu unternehmen und dabei in Kontakt mit der Umwelt zu treten. Obwohl sie
in dem
Heim, in welchem sie sich aufhalte, auch ohne einen Rollator in Kontakt zu anderen Personen treten könne,
erweitere der
Rollator ihre Möglichkeiten zur Fortbewegung und
damit gleichzeitig die Gele
genheiten zur
Kontaktaufnahme mit der Umwelt in
ner- und ausserhal
b
des Heimes
(
S. 2).
3.
3.1
Mit Kostenvoranschlag vom 2
2.
September 2016 (
Urk.
11/209) ersuchte das
A._
, die Beschwerdegegnerin um Abgabe
eines Rollators «Spezial
Ormes
a
Grillo
Posterior
» an die Beschwerdeführerin im Betrag von
Fr.
4'153.--. Das
A._
begründete sein Gesuch damit, dass der Beschwerdeführerin, welche behinde
rungsbedingt auf eine Laufhilfe angewiesen sei, dadurch zu mehr Mobilität verholfen werde
n könne
. Gleichzeitig werde
auch
das Gehschema erleichtert
und es würden
das Becken und der Rumpf im Gleichgewicht gehalten (S. 1).
3.2
Die
Z._
erwähnte in der fachtechnischen Beurteilung vom 2
8.
November 2016 (
Urk.
11/211), dass es sich beim Rollator
«Spezial
Ormes
a
Grillo
Posterior
»
gemäss dem
Kostenvoranschlag vom 2
2.
September 2016
um einen individuell einstell
baren Gehtrainer handle
, und dass die Invalidenversicherung dieses Hilfsmittel als Behandlungsgerät abgeben könnte. Da die Beschwerdeführerin das 2
0.
Alters
jahr
jedoch
bereits überschritten habe,
habe sie
kein
en
Anspruch mehr auf thera
peutische Hilfsmittel. Um mit dem Gehtrainer gehen zu können, benötige die Beschwerdeführerin für den Einstieg eine Hilfsperson. Anschliessend könne sie sich damit
jedoch
selbständig fortbewegen. Da es sich dabei nicht um ein einfaches und zweckmä
ssiges Hilfsmittel handle, könnt
e die Invaliden
versiche
rung
der
Beschwerdeführerin allenfalls
höchstens einen einmaligen Kostenbeitrag im Betrag von
Fr.
600.--
für den Erwerb des Hilfsmittels
zusprechen
(S. 1).
3.3
Dr.
med.
B._
, Facharzt für
Allgemeine Innere Medizin
,
führte in seinem Bericht vom 1
9.
Januar 2017 (
Urk.
11/220) aus, dass die Beschwerdeführerin auf Grund einer Trisomie 21 und einer zerebralen Ischämie unter einem dauerhaften koordinativen und muskulären Defizit leide
. Des
wegen
sei sie
nicht in der Lage, längere Strecken selbständig zu gehen. Sie lasse sich (nach einer gewissen Zeit) zu Boden sinken. Dadurch werde sie an der Teilnahme an verschiedenen täglichen Aktivitäten, wie beispielsweise
an
Spaziergängen, beeinträchtigt. Es sei daher die Abgabe eines
speziellen
Rollators mit
einer
Stützfunktion für den Rumpf indiziert.
Demgegenüber verfüge ein gewöhnlicher Rollator nicht über einen
solchen
rumpfstabilisierenden Mechanismus.
Einen rumpfstabilisierenden Rollator
benö
tige die Beschwerdeführerin nicht zu Therapiezwecken
,
sondern zur selbständigen Bewältigung von alltäglichen Gehstrecken
.
3.4
Die
Z._
stellte in ihrer fachtechnischen Beurteilung vom 2
9.
Mai 2017 (Urk.
11/225) fest, dass die Beschwerdeführerin
ohne Hilfsmittel nicht gehfähig
sei
. Sie könne
an der Hand
nur einige
wenige Schritte
gehen
und
lasse sich
oft zu Boden sinken
. Anschliessend bliebe sie
dann am Boden
sitzen. Für den Trans
port
habe
sie einen Rollstuhl,
welche
n
sie
aber
nicht selb
st
ändi
g antreiben
könne
. Sie müsse damit von einer Betreuungsperson
gestossen werden
(S. 1).
Für das Einsteigen in den beantragen Rollator benötige d
ie Beschwerdeführerin
Dritthilfe
.
Auch für das Aussteigen aus dem Rollator benötige sie Hilfe.
Der Rollator
sei mit einer
Sitz
hose
und einem Ring um den Oberkörper ausgestattet, so dass
sie ab und zu
absitzen
könne
.
Wenn
sie
einmal im Rollat
or stehe
,
könne sie damit
selb
st
ändig gehen.
Auf Grund
ihrer kognitiven Einschränkungen
könne sie sich jedoch
nur eingeschränkt zielgerichtet
fortbewegen
, weshalb sich im Heim eine Betreuungsperson in ihre
r
Nähe aufhalten müsse.
Als
Therapiegerät
könn
t
e der Rollator der Beschwerdeführerin nicht abgegeben werden, weil sie
ihr
2
0.
Lebens
jahr schon vollendet habe. Der Rollator könnte
ihr indes
anstelle von Krück
stöcken abgegeben werden. Krückstöcke
könne die Beschwerdeführerin
nicht benutzen.
Mit dem Rollator sei sie zwar
selb
st
ändig gehfähig, brauch
e
aber immer wieder Unterstützung
,
um die Richtung zu behalten
beziehungsweise um motiviert zu werden,
weiterzugehen.
Obwohl das
beantragte
Hilfsmittel grund
sätzlich einfach und zweckmässig sei, sei ein Anspruch der Beschwerdeführerin
darauf wegen der benötigten
Hilfe beim Ein- und Aussteigen
und
wegen
der
erforderlichen
Hilfestellung beziehungsweise Überwachung im Hinblic
k auf die Zielgerichtetheit des Gehens zu verneinen
(S. 2)
.
4.
G
estützt auf die nachvollziehbare Beurteilung durch
Dr.
B._
vom 1
9.
Januar 2017 (
vorstehend E.
3.3
)
ist davon auszugehen, dass die Beschwerdeführerin, welche nicht in der Lage ist, längere Strecken selbständig zu gehen,
und welche
einen
Rollator
mit einem
rumpfstabilisierenden Mechanismus
zur
selbständigen Bewältigung von Gehstrecken
benötigt
, den beantragten Rollator als Gehhilfe und nicht als Therapiegerät benützt.
Gestützt auf die erwähnten Akten, insbesondere auf die fachtechnische Beurteilung durch die
Z._
vom 2
9.
Mai 2017 (
vorste
hend E.
3.4
)
steht
zudem
fest und ist unbestritten (
Urk.
1 S. 2), dass die Beschwer
deführerin aus gesundheitlichen Gründen weder ohne Gehhilfen noch mit Krück
stöcken oder einem gewöhnlichen beziehungsweise handelsüblichen Rollator selbständig gehen kann
. Demgegenüber ist es
ihr
mit dem beantragten Rollator «Spezial
Ormes
a
Grillo
Posterior
»
möglich, selbständig Gehstrecken zu Fu
ss zurückzulegen, wobei sie der Dritthilfe
lediglich
beim Einsteigen aus dem Rollator und beim Aussteigen aus diesem sowie bei der Gewährleistung der Zielgerichtet
heit beziehungsweise der Zielorientierung der Fortbewegung bedarf.
5.
5.1
Zu prüfen ist im Folgenden, ob die Beschwerdegegnerin einen Leistungsanspruch zu Recht mit Begründung verneinte, dass
die Beschwerdeführerin
den im Streite stehenden Rollator nicht vollständig selbständig bedienen könne.
5.2
Gemäss
Ziff.
12.02 HVI-Anhang
erfolgt
die Abgabe von Rollatoren und Geh
böcken leihweise. Bedingungen beziehungsweise Voraussetzungen für eine Kostenübernahme von Rollatoren und Gehböcken durch die Invalidenversiche
rung sind in
Ziff.
12.02 HVI-Anhang nicht aufgeführt.
5.3
Gemäss
Rz
2128 des
Kreisschreiben
s über die Abgabe von Hilfsmit
teln durch die Invalidenversicherung
(KHMI)
in der ab
1.
Januar 2017 geltenden Fassung können
Rollatoren oder
Gehböcke
anstelle von Krückstö
cken abgegeben werden, wenn die
selbständige Fortbewegung mit L
etzteren nicht möglich ist.
5.4
Verwaltungsweisungen richten sich an die Durchführungsstellen und sind für das Sozialversicherungsgericht nicht verbindlich. Dieses soll sie bei seiner Entschei
dung aber berücksichtigen, sofern sie eine dem Einzelfall angepasste und gerecht werdende Auslegung der anwendbaren gesetzlichen Bestimmungen zulassen. Das Gericht weicht also nicht ohne triftigen Grund von Verwaltungsweisungen ab, wenn diese eine überzeugende Konkretisierung der rechtlichen Vorgaben darstel
len. Insofern wird dem Bestreben der Verwaltung, durch interne Weisungen eine
rechtsgleiche Gesetzesanwendung zu gewährleisten, Rechnung getragen (BGE 133 V 587 E. 6.1; 133 V 257 E. 3.2 mit Hinweisen; vgl. BGE 133 II 305 E. 8.1).
Als blosse Auslegungshilfe bieten Verwaltungsweisungen
indes
keine Grundlage, um zusätzliche einschränkende materiellrechtliche Anspruchserfordern
isse aufzustellen (BGE 109 V 166 E
. 3b;
BGE 137 V 121 E. 5.4; BGE 128 V 421 E. 5c).
5.5
Weder
dem Wortlaut von
Art.
21
Abs.
2 IVG noch
demjenigen von
Ziff.
12.02 HVI-Anhang
lässt sich entnehmen
, dass die Abgabe von
Rollatoren
Bedingungen oder Einschränkungen unterstellt
wäre
.
Demgegenüber beschränkt
Rz
2128
KHMI
den Anspruch auf Rollatoren
auf die Fälle, bei welchen eine
selbständige Fortbe
wegung mit Krückstö
cken nicht möglich ist
. Es stellt sich daher die Frage,
ob es sich bei der
Rz
2128 KHMI
um eine
überzeugende Konkretisierung der rechtlichen Vorgaben
handelt. Insoweit in
Rz
2128 KHMI
alle jene versicherten Personen von einem Anspruch auf einen Rollator ausgeschlossen werden, welche sich bereits mittels Krückstöcken selb
st
ändig fortbewegen können
, erscheint die Verwal
tungsweisung als unproblematisch.
Denn
obwohl auch für Personen,
welche sich bereits mittels Krückstöcken selb
st
ändig fortbewegen können,
im Einzelfall ein
Rollator
durchaus
nützlich
sein könnte
, lässt sich die Beschränkung
auf Personen
, welche sich
nicht bereits
mittels Krückstöcken selb
st
ändig fortbewegen können
,
mit Blick auf den Grundsatz, wonach die Hilfsmittel zu Lasten der Invalidenver
sicherung einfach, zweckmässig und wirtsch
aftlich sein müssen (Art. 2
Abs.
4
HVI
; vgl. vorstehend E.
1.5
) ohne
W
eiteres rechtfertigen.
5.6
Weder dem
Wortlaut von
Rz
12.02 HVI-Anhang
noch demjenigen
der Verwal
tungsweisung in
Rz
2128 KHMI
lässt
sich
entnehmen, dass für den Anspruch auf Rollatoren die selbständige Fortbewegung mit
einem Rollator
vorausgesetzt wäre. Aus dem Grundsatz
, wonach
Hilfsmittel einfach, zweckmässig und wirtschaftlich sein müssen
,
ist jedoch zu
schliessen, dass für einen Anspruch auf einen Rollator die Möglichkeit der
selbständige
n
Fortbewegung
mit einem solchen vorauszu
setzen ist.
Denn n
ur
wenn ein Rollator die selbständige Fortbewegung ermöglicht,
lässt sich
dessen
Zweckmässigkeit bejahen.
Demzufolge ist auf Grund des Grund
satzes der Zweckmässigkeit von
Art. 2
Abs.
4 HVI
für den Anspruch auf einen Rollator vorauszusetzen, dass die leistungsansprechende Person mit dem Rollator in der Lage
ist
, sich selbständig fortzubewegen
(vgl. auch BGE 140 V 538 E. 5)
.
Auf weitere
einschränkende Anspruchserfordern
isse
kann daraus indes nicht geschlossen werden
.
6.
6.1
Nach Gesagtem steht daher fest, dass die Beschwerdeführerin, welche sich
mittels Krückstöcken
nicht
selb
st
ändig fortbewegen
kann, mit dem
beantragten
Rollator in der Lage
ist
, sich selbständig fortzubewegen
beziehungsweise selbständig Geh
strecken zu Fuss
zurückzulegen
(vorstehend E.
4
). Demnach erfüllt die Beschwer
deführerin für den im Streite stehenden Rollator die Anspruchsvoraussetzung von
Art.
2
Abs.
4 HVI, wonach das Hilfsmittel zweckmässig sein muss. Daran ändern die Umstände, dass d
ie Beschwerdeführerin nicht selbständig
in den Rollator
ein- und aussteigen
kann,
dass
sie
beim Ein- und Aussteigen aus dem Rollator
sowie auf Grund kognitiver Beeinträchtigungen auch bei der Gewährleistung der Ziel
gerichtetheit beziehungsweise der Zielorientierung der Fortbewegung
mit dem Rollator
auf
gewisse
Dritthilfe angewiesen ist, nichts. Denn
die Fortbewegung als solche
mit dem Rollator
kann
die Beschwerdeführerin
selbständig
ausführen
.
6.2
Gestützt auf
die diesbezüglich schlüssige
fachtechnische
Beurteilung
der
Z._
vom 2
9.
Mai 2017 (
vorstehend E.
3.4
)
ist zudem auch die Einfachheit des streiti
gen Hilfsmittels zu bejahen.
Bei der Beurteilung
von dessen
Wirtschaftlichkeit gilt es
indes
zu prüfen, ob die Kosten des Hilfsmittels in einem angemessenen Verhältnis zu dessen Nutzen stehen (vgl. BGE 136 V 395 E. 7.1)
.
Bei der Beurtei
lung des Nutzens von
Hilfsmittel
n
, die der Fortbewegung dienen,
ist zu berück
sichtigen, dass diese
gemäss
Art.
21 Abs. 2 IVG
dazu dienen, die
Möglichkeiten der versicherten Person in der
Herstellung des Kontaktes mit der Umwelt
zu erweitern.
6.3
Da
in
Ziff.
12 HVI-Anhang
für die Vergütung von Rollatoren
keines der
in Art.
21
quater
IVG vorgesehen
Instrumente zur Preisfestsetzung genannt wird,
hat die
Invalidenversicherung gemäss Art. 2
Abs.
4 Satz 2 HVI die effektiven Kosten des Hilfsmittels zu vergüten.
Gemäss dem Kostenvoranschlag des
A._
vom 2
2.
September 2016 (
Urk.
11/209) betrugen die tatsächlichen Kosten des Rollators «Spezial
Ormesa
Grillo
Posterior
» für die Beschwerdeführerin
Fr.
4'153.--
(zuzüg
lich Mehrwertsteuer). In Anbetracht des beträchtlichen Zugewinns
an Möglich
keiten
der Herstellung des Kontaktes mit der Umwelt, mit welchem die Beschwer
deführerin bei einer Benützung des streitigen Hilfsmittels rechnen konnte, ist von einem erheblichen Nutzen des Hilfsmittels für die Beschwerde
führerin auszu
gehen. Die Kosten des Hilfsmittels von
Fr.
4'153.--
stehen dazu nicht in einem unangemessenen Verhältnis. Demzufolge ist auch die Wirtschaftlichkeit der streitigen Hilfsmittelversorgung der Beschwerdeführerin zu bejahen.
Dies führt zur Gutheissung der Beschwerde mit der Feststellung, dass
die
Beschwerdeführer
in
Anspruch
auf
die
leihweise Abgabe
eines
Rollators «Spezial
Ormesa
Grillo
Posterior
»
und Vergütung der Kosten desselben im
Betrag von
Fr.
4'153.-- (zuzüglich Mehrwertsteuer)
hat.
7
.
Gemäss Art. 69 Abs. 1
bis
IVG ist das Beschwerdeverfahren vor dem kan
tonalen Versicherungsgericht bei Streitigkeiten um die Bewilligung oder die Ver
weige
rung von IV-Leistungen kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem Ver
fahrens
aufwand und unabhängig vom Streitwert unter Berücksichti
gung des gesetz
lichen Rahmens (Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.--) auf Fr.
6
00.-- fest
zusetzen und
aus
gangsgemäss der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen.
8
.
8
.1
Nach
§
34
Abs.
1
des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht (
GSVGer
)
hat die obsiegende Beschwerde führende Person Anspruch auf Ersatz der Parteikos
ten. Diese werden ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache, der Schwierigkeit des Prozesses und dem Mass des Obsiegens bemes
sen (
§
34
Abs.
3
GSVGer
).
8
.2
Ausgangsgemäss hat die obsiegende, vertretene Beschwerdeführerin Anspruch auf eine Prozessentschädigung, welche in Be
rücksichtigung der Bedeutung der Streitsache und der Schwierigkeit des Prozesses
mit
Fr. 2'
000.--
(inklusive
Bar
auslagen und Mehrwertsteuer) zu bemessen ist.
D
er Einzelrichter verfügt
:
1.
In Gutheissung der Beschwerde wird die angefochtene Verfügung der Sozialversiche
rungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, vom
1
5.
Dezember 2017
aufgehoben
mit der Feststellung, dass die
Beschwerdeführer
in
Anspruch auf
die
leihweise Abgabe eines Rollators «Spezial
Ormesa
Grillo
Posterior
» und Vergütung der Kosten desselben im Betrag von
Fr.
4'153.-- (zuzüglich Mehrwertsteuer)
durch die Invalidenversicherung
hat
.
2.
Die Gerichtskosten von
Fr.
600
.-- werden
der Beschwerdegegnerin
auferlegt.
Rechnung und Einzahlungsschein werden
der
Kostenpflichtigen nach Eintritt der Rechtskraft zugestellt.
3.
Die Beschwerdegegnerin wird
verpflichtet,
der Beschwerdeführerin
eine Prozessent
schädigung von
Fr.
2'000
.-- (inklusive
Barauslagen und M
ehrwertsteuer
) zu bezahlen.
4.
Zustellung gegen Empfangsschein an:
-
Rechtsanwalt Markus
Imholz
-
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
-
Bundesamt für Sozialversicherungen
sowie an:
-
Gerichtskasse (im Dispositiv nach Eintritt der Rechtskraft)
5.