# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 8bae74ba-2aee-4b4a-9c29-9338abb3be75
**Court:** ZH_OG
**Chamber:** ZH_OG_001
**Year:** 2015
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

betreffend Forderung / Zeugnisänderung
Berufung gegen ein Urteil des Arbeitsgerichtes Zürich, 1. Abteilung, vom 11. März 2014 (AN130035-L)
Rückweisung: Urteil des Bundesgerichtes vom 9. Dezember 2014 (vormaliges Verfahren: LA140016)
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Rechtsbegehren:
(Urk. 1 S. 2)
"1. Es sei die Beklagte zu verpflichten, der Klägerin gestützt auf Art. 336a OR eine Entschädigung im Umfang von sechs , d.h. CHF 120'000.00 zu bezahlen.
2. Es sei die Beklagte zu verpflichten, das Arbeitszeugnis der  vom 30. September 2012 wie folgt zu ergänzen:
A._ verfügt zudem über ein aussergewöhnlich  Qualitätsverständnis. Diese qualitative Sensibilität zieht sich durch ihre Arbeit im Allgemeinen und kommt im  im Degustieren und in ihrem Geschmack zum Ausdruck.  natürliche Empfindung für das Schöne äussert sich auch im Gespür für Trends.
Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten der Beklagten ( MWSt)."
Urteil des Arbeitsgerichtes Zürich, 1. Abteilung vom 11. März 2014:
1. Die Klage wird abgewiesen.
2. Die Entscheidgebühr wird auf Fr. 9'950.– festgesetzt.
3. Die Gerichtskosten werden der Klägerin auferlegt und vorab aus dem von ihr
geleisteten Vorschuss bezogen.
4. Die Klägerin wird verpflichtet, der Beklagten eine Parteientschädigung von
Fr. 12'700.– zu bezahlen.
5. ... [Mitteilung].
6. ... [Rechtsmittel].
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Berufungsanträge:
der Klägerin und Berufungsklägerin (Urk. 30 S. 2):
"1. Es sei Ziffer 1 des Urteils des Arbeitsgerichts Zürich vom 11. März 2014 aufzuheben, und es sei die Berufungsbeklagte zu verpflichten, der  eine Entschädigung im Umfang von CHF 120'000.00 zu bezahlen.
2. Es sei Ziffer 1 des Urteils des Arbeitsgerichts Zürich vom 11. März 2014 aufzuheben, und es sei die Berufungsbeklagte zu verpflichten, das  der Berufungsklägerin vom 30. September 2012 wie folgt zu ergänzen:
A._ verfügt zudem über ein aussergewöhnlich fein-facettiertes Qualitätsverständnis. Diese qualitative Sensibilität zieht sich durch ihre Arbeit im Allgemeinen und kommt im Speziellen im Degustieren und in ihrem Geschmack zum Ausdruck. Ihre natürliche Empfindung für das Schöne äussert sich auch im Gespür für Trends.
3. Es sei Ziffer 3 des Urteils des Arbeitsgerichts Zürich vom 11. März 2014 aufzuheben, und es seien die erstinstanzlichen Gerichtsgebühren der Berufungsbeklagten aufzuerlegen.
4. Es sei Ziffer 4 aufzuheben, und es sei die Berufungsbeklagte zu , der Berufungsklägerin eine angemessene  zu bezahlen.
alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten der  (zuzüglich MWSt)."
der Beklagten und Berufungsbeklagten (Urk. 49 S. 1):
"Es sei die Berufung abzuweisen, eventualiter sei die Berufung abzuweisen und auf die Klage nicht einzutreten, alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen  der Klägerin."

## Considerations

Erwägungen:
I.
1. Die Beklagte (B._ SA) ist eine Aktiengesellschaft, welche Beteiligun-
gen an Unternehmungen in den Branchen Weinbau, Weinhandel, Bauhandwerk
und Gastronomie mit insgesamt 1'200 Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen hält
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(Urk. 14 S. 2 f.). Die Klägerin ist die Ehefrau von C._, welcher Präsident des
Verwaltungsrates und Vorsitzender der Geschäftsleitung der Beklagten ist (Urk. 1
Rz. 5; Urk. 17/2; Urk. 14 S. 2). Seit Juni 2012 leben die Klägerin und C._ ge-
trennt (Urk. 1 S. 4; Urk. 14 S. 2).
Die Klägerin war vom 1. Juli 2010 bis 30. September 2012 bei der Beklagten
als Stellvertreterin der Unternehmensleitung angestellt (Urk. 1 S. 3; Urk. 14 S. 2;
Urk. 4/3). Vereinbart war ein Arbeitspensum von 50% zu einem monatlichen Brut-
tolohn von Fr. 20'000.– (Urk. 4/3). Gleichzeitig war die Klägerin ab 1. Juli 2010
Mitglied der Geschäftsleitung und des Verwaltungsrates (Urk. 1 S. 3; Urk. 4/3).
Daneben wies die Beklagte dem Beratungsunternehmen der Klägerin "D._"
einzelne Aufträge im Rahmen eines Mandatsverhältnisses im Sinne von Art. 394
ff. OR zu (Urk. 22 S. 5 f.). Hauptsächlicher Arbeitsort der Klägerin waren die Büro-
räumlichkeiten ihres Beratungsunternehmens "D._" in ... (Urk. 1 S. 3; Urk. 22
S. 6 f.; Urk. 14 S. 4).
Mit Schreiben vom 21. Juni 2012 löste die Beklagte das Arbeitsverhältnis mit
der Klägerin unter Einhaltung der ordentlichen Kündigungsfrist per 30. September
2012 auf. Das Kündigungsschreiben wurde von C._ und einem Mitglied der
Geschäftsleitung unterzeichnet (Urk. 1 S. 4; Urk. 4/4). Mit E-Mail vom 2. Juli 2012
ersuchte die Klägerin um eine schriftliche Begründung der Kündigung vom
21. Juni 2012 (Urk. 1 S. 4; Urk. 4/5). In der Folge erhob die Klägerin mit Schrei-
ben vom 5. September 2012 fristgerecht Einsprache gegen die Kündigung (Urk. 1
S. 5; Urk. 4/6). In seiner E-Mail vom 6. September 2012 teilte C._ der Kläge-
rin im Namen der Beklagten mit, dass ihre Einsprache haltlos und die Kündigung
nicht missbräuchlich sei (Urk. 1 S. 5; Urk. 4/7).
2. Mit Urteil vom 11. März 2014 wies das Arbeitsgericht Zürich, 1. Abteilung,
die Klage ab, unter Regelung der Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten der
Klägerin (Urk. 31). Mit Eingabe vom 19. Mai 2014 erhob die Klägerin gegen die-
ses Urteil Berufung, wobei sie diese beim Arbeitsgericht Zürich einreichte (Urk. 30
S. 1). Am 20. Mai 2014 brachte die Anwältin der Klägerin die Berufungsschrift bei
der I. Zivilkammer des Obergerichtes persönlich vorbei (Urk 30). In ihrem  vom 20. Mai 2014 machte sie geltend, dass die Berufung zunächst
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versehentlich bei der Vorinstanz eingereicht worden sei. Es handle sich dabei um
ein blankes Versehen. Sie werde innerhalb der Frist von Art. 148 ZPO noch ein
entsprechendes Gesuch um Wiederherstellung der Berufungsfrist stellen
(Urk. 32). Mit Verfügung vom 21. Mai 2014 wurde der Klägerin Frist angesetzt, um
für die Gerichtskosten des Berufungsverfahrens einen Vorschuss von Fr. 9'950.--
zu leisten (Urk 34). Dieser ging rechtzeitig bei der Obergerichtskasse ein
(Urk. 39). Am 23. Mai 2014 reichte die Klägerin ein Gesuch mit dem Begehren
ein, wonach festzustellen sei, dass die mit Urteil vom 11. März 2014 des Arbeits-
gerichts Zürich ausgelöste Berufungsfrist mit Eingabe der Klägerin vom 19. Mai
2014 (an das Arbeitsgericht Zürich) gewahrt worden sei; eventualiter sei die mit
Urteil vom 11. März 2014 des Arbeitsgerichts Zürich ausgelöste Berufungsfrist
wiederherzustellen (Urk. 35). Mit Verfügung vom 26. Mai 2014 wurde der Gegen-
partei Frist angesetzt, um zu diesem Fristwiederherstellungsgesuch Stellung zu
nehmen (Urk. 38). Diese Eingabe erfolgte unter dem 6. Juni 2014 (Urk. 40). Mit
Beschluss vom 24. Juni 2014 trat die Kammer auf die Berufung der Klägerin zu-
folge Verspätung nicht ein (Urk. 43). Dagegen wurde eine Minderheitsmeinung
eines Richters im Sinne von § 124 GOG zu Protokoll gegeben (Prot. S. 6 im Ver-
fahren LA140016; Urk. 42). Gegen den Beschluss der Kammer erhob die Klägerin
in der Folge Beschwerde ans Bundesgericht. Die Beschwerde der Klägerin wurde
mit Urteil des Bundesgerichtes vom 9. Dezember 2014 gutgeheissen und der Be-
schluss der Kammer vom 24. Juni 2014 aufgehoben. Die Angelegenheit wurde
vom Bundesgericht zur Behandlung an das Obergericht zurückgewiesen (Urk.
45). Mit Verfügung vom 15. Januar 2015 wurde das Verfahren hier fortgesetzt und
der Beklagten Frist zur Beantwortung der Berufung angesetzt (Urk. 47). Die Beru-
fungsantwortschrift ging am 11. Februar 2014 rechtzeitig hierorts ein (Urk. 49).
Sie wurde der Gegenpartei am 13. Februar 2014 zur Kenntnisnahme zugestellt
(Urk. 50). Mit Schreiben vom 23. Februar 2015 verlangte die Klägerin die Anset-
zung einer Frist für eine allfällige Replik (Urk. 51). Am 24. Februar 2015 wurde der
Klägerin eine einmalige zehntägige Frist zu diesem Zweck anberaumt (Urk 52).
Ihre Eingabe erfolgte am 9. März 2015 fristgerecht (Urk. 53). Diese Eingabe samt
Beilage (Urk. 54) wurde umgehend der Gegenpartei zur Kenntnisnahme zuge-
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stellt (Prot. II S. 5). Die Beklagte verzichtete in der Folge ausdrücklich auf eine
Stellungnahme dazu (Urk. 56).
II.
1. Wie bereits erwähnt, hob das Bundesgericht den Entscheid der Kammer
betreffend Nichteintreten auf die Berufung zufolge Verspätung auf. Das Bundes-
gericht erwog zusammengefasst, dass eine rechtzeitige versehentliche Einrei-
chung der Berufung beim iudex a quo dem Rechtsmittelkläger nicht schade. Viel-
mehr gelte in diesen Fällen die Rechtsmittelfrist als gewahrt und die Vorinstanz
habe das Rechtsmittel unverzüglich an die zuständige Rechtsmittelinstanz weiter-
zuleiten. Die Berufung der Klägerin wurde daher als rechtzeitig qualifiziert (Urk.
46). Demgemäss ist ohne Weiterungen auf die Berufung einzutreten.
2.a) Die Berufungsschrift hat einerseits klare Anträge zu enthalten, die dahin
lauten, wie das Berufungsgericht neu entscheiden soll. Kann das Berufungsge-
richt reformatorisch entscheiden, so genügt in der Regel ein Antrag auf Rückwei-
sung an die Erstinstanz nicht. Vielmehr hat die Berufungsklägerin für den Fall ei-
nes materiellen Entscheids durch die Berufungsinstanz auch diesbezügliche An-
träge zu stellen (Reetz/Theiler, in Sutter-Somm/Hasenböhler/Leuenberger, ZPO
Komm., 2. A., Art. 311 N 34). Kann die Berufungsinstanz wegen fehlender
Spruchreife nur kassatorisch entscheiden, kann aber ein Aufhebungsantrag, ver-
bunden mit einem Rückweisungsantrag, im Einzelfall genügen (Ivo Hungerbühler,
DIKE-Komm-ZPO Art. 311 N 17; vgl. auch BGer. 4A_463/2012 vom 19.12.2012
mit weiteren Verweisen). Die Berufungsschrift muss andererseits eine klare Be-
gründung enthalten. Dies bedeutet, dass sich die Berufungsklägerin substantiiert
mit den angefochtenen Urteilserwägungen auseinandersetzen und im Einzelnen
aufzeigen muss, worin eine unrichtige Rechtsanwendung oder eine unrichtige
Feststellung des Sachverhalts liegt (Art. 310 ZPO). Es genügt nicht, wenn die Be-
rufungsklägerin bloss den vor Vorinstanz eingenommenen Rechtsstandpunkt
wiederholt oder pauschal auf die Rechtsschriften in den Vorakten verweist. Viel-
mehr muss sie die als fehlerhaft erachteten Erwägungen der Vorinstanz zum
Ausgangspunkt ihrer Kritik machen. Die Berufungsinstanz ist nicht verpflichtet,
den angefochtenen Entscheid von sich aus auf denkbare Mängel zu untersuchen,
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es sei denn, diese träten offen zu Tage. Im Ergebnis bedeutet dies, dass die Be-
rufungsbegründung mit den entsprechenden Rügen grundsätzlich den Umfang
der Prüfungsbefugnis und der Prüfungspflicht der Berufungsinstanz umschreibt.
Die Berufungsinstanz kann die gerügten Mängel aber frei und unbeschränkt
überprüfen und sie muss sie auch überprüfen. Die Berufungsinstanz wendet das
Recht von Amtes wegen auf die Tatsachen, auf welche die Parteien ihre Begeh-
ren stützen (Art. 55 Abs. 1 ZPO), an (Art. 57 ZPO, Art. 110 BGG). Die Kognition
der Berufungsinstanz ist umfassend. Daraus folgt die Zulässigkeit der sog. Mo-
tivsubstitution. Die Berufungsinstanz kann den angefochtenen Entscheid auch
aus andern als den geltend gemachten Gründen gutheissen oder den Entscheid
mit einer Begründung bestätigen, die von jener der Vorinstanz abweicht (BGer
2C_124/2013 E. 2.2.2; Reetz/Hilber, in: Sutter-Somm/Hasenböhler/Leuenberger,
ZPO-Komm., N 21 zu Art. 318 ZPO; Seiler, Die Berufung nach ZPO, Zürich 2013,
N 1507; für das Verfahren vor Bundesgericht: BGE 138 III 537 E. 2.2 S. 540; 137
III 385 E. 3 S. 386; BSK BGG-Meyer/Dormann, N 11 f. zu Art. 106 BGG).
b) Im Berufungsverfahren sind neue Vorbringen nur noch unter den Voraus-
setzungen von Art. 317 Abs. 1 ZPO zulässig. Danach sind neue Tatsachen und
Beweismittel nur noch zu berücksichtigen, wenn sie – kumulativ – ohne Verzug
vorgebracht werden (Art. 317 Abs. 1 lit. a ZPO) und trotz zumutbarer Sorgfalt
nicht schon vor erster Instanz vorgebracht werden konnten (Art. 317 Abs. 1 lit. b
ZPO). Das Berufungsverfahren soll zwar den erstinstanzlichen Entscheid umfas-
send überprüfen, nicht aber alle Sach- und Rechtsfragen völlig neu aufarbeiten
und beurteilen. Das Berufungsverfahren steht gewissermassen auf den Schultern
des erstinstanzlichen Entscheides und dient nicht dazu, dass die Parteien Ver-
säumtes nachbessern können. Alles, was relevant ist, ist deshalb in das erstin-
stanzliche Verfahren einfliessen zu lassen (Reetz/Hilber, a.a.O., Art. 317 N 31;
Volkart, a.a.O., Art. 317 N 3 f.). Jede Partei, welche neue Tatsachen und Be-
weismittel einreicht, hat zunächst zu behaupten und zu beweisen, dass dies ohne
Verzug geschieht. Will eine Partei unechte Noven geltend machen, so trägt sie
die Beweislast für die Zulässigkeit der Noven. Sie muss zusätzlich Behauptungen
aufstellen und Beweise benennen, aus denen sich ergibt, dass sie umsichtig und
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sorgfältig gehandelt hat, aber dennoch keine frühere Kenntnis von den neu vor-
gebrachten Tatsachen und Behauptungen oder Beweismitteln hatte. Der anderen
Partei steht der Gegenbeweis offen (Volkart, a.a.O., Art. 317 N 14 f.; vgl. zum
Ganzen auch BGer 5A_330/2013 vom 24.9.2013 E. 3.5.1 m.w.H.).
3. Zwischen den Parteien ist umstritten, ob es sich bei dem am 6. August
2010 abgeschlossenen Vertrag um einen Arbeitsvertrag handelt. Die Vorinstanz
ging aufgrund des Vertragstextes davon aus, dass die Klägerin der Unterneh-
mensleitung unterstellt und dieser gegenüber weisungsgebunden gewesen sei.
Die Klägerin sei zuvor hauptsächlich im Kommunikationsbereich tätig gewesen
und somit als Quereinsteigerin bei der Beklagten angestellt worden. Allein daraus
ergebe sich, dass die Klägerin auf Weisungen und Instruktionen angewiesen ge-
wesen sei, um ihre Aufgabe erfüllen zu können. Zudem ergebe sich auch aus Ziff.
1.3 des Vertrages, dass der Klägerin jederzeit neue Aufgaben durch ihre Vorge-
setzten zugewiesen werden konnten, was ebenfalls für eine Eingliederung in eine
Arbeitsorganisation spreche. Dass die Klägerin ihren hauptsächlichen Arbeitsort
in ihrer Agentur gehabt habe, bedeute nicht, dass kein Subordinationsverhältnis
bestanden habe. Es mache vorliegend Sinn, dass die Klägerin bei einem 50 %
Pensum von ihrer Agentur aus für die Beklagte tätig gewesen sei und so auch die
operative Realisierung von Projekten habe überwachen können. Schliesslich
spreche auch der Abzug von Sozialversicherungsbeiträgen, wie er im Vertrag un-
ter Ziffer 3.2. vereinbart worden sei, für das Bestehen eines Arbeitsverhältnisses
(Urk. 31 S. 10 f.).
Die Beklagte rügte diese Erwägungen der Vorinstanz als unzutreffend. Sie
hielt dafür, die Klägerin sei als Verwaltungsrätin und Mitglied der Geschäftsleitung
die rechte Hand des eine beherrschende Stellung bei der Beklagten innehaben-
den CEO, Verwaltungsratspräsidenten und Firmeninhabers C._ gewesen.
Diese Funktion sei neu und einmalig für die Klägerin geschaffen worden. Sie habe
über einen völlig freien Handlungsspielraum verfügt, sei in keine Hierarchie ein-
gebunden gewesen, es habe keine Regelung ihres Tätigkeits- und Verantwort-
lichkeitsbereichs gegeben. Ihre operative Tätigkeit sei weitestgehend auf ihrem
angestammten Berufsfeld über Mandate an ihre Marketingfirma "D._"
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(D'._) in deren Büroräumlichkeiten ausserhalb des Firmensitzes der Beklag-
ten abgelaufen (Urk. 49 S. 2). Dass die Klägerin gegenüber der Unternehmenslei-
tung weisungsgebunden gewesen sei, wie dies die Vorinstanz annehme, sei nicht
einmal von der Klägerin selbst behauptet worden. Dass sie zufolge ihres Querein-
stiegs auf Weisungen angewiesen gewesen sei, sei ebenfalls nicht behauptet
worden. Die autoritäre und diktatorische Haltung der Klägerin habe keine Wider-
rede zugelassen. Sogar der Patron und Ehemann habe seinem Kader im Konflikt-
fall nur den Ratschlag geben können, gute Miene zum bösen Spiel seiner Stell-
vertreterin zu machen (Urk. 49 S. 3).
Diese Ausführungen vermögen die überzeugenden Erwägungen der Vor-
instanz nicht zu widerlegen. In Ziff. 1.2. des Arbeitsvertrages ist ausdrücklich fest-
gehalten, dass die Klägerin der Unternehmensleitung unterstehe und kollektiv zu
zweien zu zeichnen berechtigt sei (Urk. 4/3). Die Klägerin erklärte (Urk. 22 S. 6),
dass sie nicht völlig freie Hand gehabt habe, sondern den Weisungen von
C._ in seiner Eigenschaft als Verwaltungsratspräsident der Beklagten unter-
standen sei und ihm regelmässig Rechenschaft über ihre Tätigkeit abgelegt habe.
Dies hatte die Beklagte selbst auch nicht anders vorgebracht. Sie führte aus-
drücklich aus, dass der Klägerin niemand ausser der Ehemann als Firmenpatron
Weisungen erteilt habe (Urk. 14 S. 3). Dies spricht jedoch nicht gegen das Vorlie-
gen eines Arbeitsvertrages, ist es doch üblich, dass auch die höchsten Kaderan-
gestellten - die Klägerin war die rechte Hand des Patrons und damit gleich unter
C._ auf der höchsten Hierarchiestufe angesiedelt - in der Regel nur von den
obersten Chefs Weisungen entgegennehmen müssen. Im Übrigen nannte die Be-
klagte auch keinerlei Beweismittel für ihre Behauptungen, so dass diese beweis-
los geblieben sind. Zusammenfassend ist in Übereinstimmung mit der Vorinstanz
und unter Verweis auf ihre Begründung vom Vorliegen eines Arbeitsverhältnisses
auszugehen.
4. 1. Die Vorinstanz führte aus, dass die Klägerin und C._ von 2007 bis
2012 ein Paar gewesen seien. Die Anstellung der Klägerin bei der Beklagten sei
unbestritten zustande gekommen, weil C._ die Klägerin gefragt habe, ob sie
bei der Beklagten offiziell als Mitglied der Geschäftsleitung und als Stellvertreten-
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de CEO tätig sein wolle. Unbestritten habe die Motivation für diese Zusammenar-
beit bei C._ darin bestanden, dass er die wunderschöne Vision angestrebt
habe, zusammen zu arbeiten und sich zu lieben. Dies zeige auf, dass die Funkti-
onen der Klägerin bei der Beklagten auf der starken Vertrauensbeziehung der
Klägerin und C._ basiert habe. Diese Vertrauensbeziehung habe nur be-
standen, weil die Klägerin zugleich die Ehefrau von C._ gewesen sei. Dabei
sei ihre Ausbildung und Berufserfahrung sicherlich zu einem gewissen Teil mass-
gebend gewesen. Jedoch sei sie im Tätigkeitsgebiet der Beklagten eine Querein-
steigerin gewesen. Auch ihr hoher Verdienst von monatlich Fr. 20'000.-- und ihre
hohe Selbständigkeit bei den Ausführungen ihrer Arbeit seien eher unüblich ge-
wesen und erklärten sich nur mit dem grossen Vertrauen, welches ihr C._
entgegengebracht habe. Da das Arbeitsverhältnis hauptsächlich aufgrund des
starken Vertrauensverhältnisses zwischen der Klägerin und C._ zustande
gekommen sei, bilde dieses eine wesentliche Voraussetzung für das Arbeitsver-
hältnis. Mit der Zerrüttung der Ehe sei auch das Vertrauen des Ehepaares dahin-
gefallen. In dieser Hinsicht sei auch eine persönliche Eigenschaft der Klägerin,
Vertrauensperson von C._ zu sein, nicht mehr gegeben gewesen. Diese Ei-
genschaft sei aber im Zusammenhang mit dem Arbeitsverhältnis gestanden, wes-
halb die Kündigung unter diesen Gesichtspunkten gerechtfertigt gewesen sei
(Urk. 31 S. 17).
Die Klägerin kritisierte diese Ausführungen der Vorinstanz im Berufungsver-
fahren und monierte eine falsche Sachverhaltsdarstellung. Sie machte geltend,
dass ihre Eigenschaft als Ehefrau von C._ weder im Zusammenhang mit
dem Arbeitsverhältnis gestanden noch die Zusammenarbeit im Betrieb beein-
trächtigt habe. Die Klägerin rügte in diesem Zusammenhang die unrichtige Fest-
stellung des Sachverhalts durch die Vorinstanz (Urk. 30 S. 3 ff.). Die Vorinstanz
habe in unzulässiger Weise einseitig auf die verschiedenen Parteibehauptungen
der Beklagten abgestellt, wonach der Status der Klägerin als Ehefrau von
C._ als eigentliche "conditio sine qua non" für die Zusammenarbeit zwischen
ihnen dargestellt worden sei. Durch das persönliche Zerwürfnis bzw. den damit
einhergehenden Verlust des Vertrauensverhältnisses sei diese Voraussetzung
weggefallen, weshalb die Kündigung zulässig gewesen sei. Sie habe diese Be-
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hauptungen vor Vorinstanz nicht nur vollumfänglich bestritten, sondern sie habe
zusätzlich auch diverse Beweismittel offeriert, welche diese Behauptungen akten-
kundig widerlegen würden (Urk. 30 S. 3 ff.).
Diese Kritik der Klägerin ist weitgehend unberechtigt, da die Klägerin - wie
nachfolgend zu zeigen sein wird - die meisten in diesem Zusammenhang vorge-
brachten Behauptungen der Beklagten nicht bzw. nicht substantiiert bestritt, wes-
halb die Vorinstanz den Sachverhalt, wie sie ihn ihrer Rechtsanwendung zugrun-
de legte, so annehmen durfte: Vorab bestritt die Klägerin die Behauptung der Be-
klagten (Urk. 14 S. 2), dass es sich bei der Beklagten um ein klassisches Fami-
lienunternehmen handle (Urk. 22 S. 2 f.). Aus dem Handelsregisterauszug ergebe
sich, dass die Führungsverantwortung seit vielen Jahren nicht allein bei C._
liege und er 2011 einen Teil der Aktien an seine Söhne aus erster Ehe abgetreten
habe. Er sei zudem lediglich zeichnungsberechtigt zu zweien und teile sich die
Verantwortung im Verwaltungsrat jeweils mit zwei weiteren Mitgliedern (Urk. 22 S.
2 f.). Die Beklagte führte dazu aus, dass die Abtretung eines Teils der Aktien an
die Söhne zwar zutreffend sei, allerdings mit dem lebenslänglichen, vollumfängli-
chen und uneingeschränkten Nutzniessungsrecht des Patrons. Damit habe
C._ weiterhin eine umfassende Machtposition bei der Beklagten inne (Prot. I
S. 7). Dies wurde von der Klägerin nicht widerlegt (Prot. I S. 11 ff.). Auch die Be-
hauptung der Beklagten, wonach C._ in Personalunion von Unternehmer,
Vorsitzendem der Geschäftsleitung und Präsident des Verwaltungsrates die Firma
repräsentiere und praktisch das Unternehmen selbst sei (Urk. 14 S. 2), wurde von
der Klägerin nicht explizit bestritten (Urk. 22 S. 2 f.). Ebenso wurde nicht demen-
tiert (Urk. 22 S. 2 f.), dass C._ strategisch wie operativ den Geschäftsgang,
die Unternehmenspolitik, das soziale Gewissen sowie den kulturellen Auftritt der
Beklagten in umfassend prägender und gesamtheitlicher Art bestimme (Urk. 14 S.
2). Bezüglich der Stellung der Klägerin in der Unternehmung machte die Beklagte
geltend, dass die Klägerin einzig ihrem Ehemann als Unternehmensleiter des
Familienunternehmens Rechenschaft schuldig gewesen sei. Sie habe als rechte
Hand des Patrons freie Hand gehabt. Eine Regelung ihrer Tätigkeit und Verant-
wortlichkeit in einem Stellenbeschrieb sei nie erfolgt. Im Sinne eines freien kreati-
ven Wirkens auf strategischer Ebene habe die Klägerin vorwiegend am Standort
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ihrer eigenen Firma gearbeitet. Der Kontakt mit dem Ehemann sei indessen alles
andere als gering gewesen. Aufgrund der von ihrem Ehemann als Vision ange-
strebten Verschmelzung von persönlicher und unternehmerischer Welt habe zwi-
schen ihm und der Klägerin ein permanenter geschäftlicher Diskurs stattgefun-
den, ob bei der Beklagten, mittels sämtlicher technischer Kommunikationsmittel
oder im ehelichen Zuhause (Urk. 14 S. S. 2 ff.). Diese Ausführungen wurden von
der Klägerin im Wesentlichen ebenfalls nicht bestritten. Die Klägerin betonte ein-
zig (Urk. 22 S. 6), dass sie nicht völlig freie Hand gehabt habe, sondern den Wei-
sungen von C._ in seiner Eigenschaft als Verwaltungsratspräsident der Be-
klagten unterstanden sei und ihm regelmässig Rechenschaft über ihre Tätigkeit
abgelegt habe. Dies hatte jedoch die Beklagte auch nicht anders vorgebracht
(Urk. 14 S. 3; Prot. I S. 11). Die Klägerin bestätigte, dass kein schriftlicher Stel-
lenbeschrieb bestanden habe. Die einzelnen Aufgaben und Verantwortlichkeitsbe-
reiche seien zwischen der Beklagten und ihr mündlich festgelegt worden (Urk. 22
S. 6). Insbesondere liess die Klägerin auch unbestritten, dass sie einen ständigen,
intensiven Austausch mit ihrem Ehemann über geschäftliche Angelegenheiten ge-
führt und der Ehemann dies aufgrund seiner Vision der Verschmelzung von per-
sönlicher und unternehmerischer Welt auch angestrebt habe. Sie dementierte nir-
gends, dass C._ diese enge Verbindung der geschäftlichen und persönlichen
Beziehung sehr wichtig gewesen sei. Die Klägerin negierte nicht, dass die enge
Konnexität von persönlicher Beziehung und professioneller Zusammenarbeit of-
fensichtlich gewesen sei. Sie bestritt in der vorinstanzlichen Replik auch nicht, ex-
plizit gewusst zu haben, dass für ihren Ehemann C._ die Vision einer symbi-
otischen Verschmelzung von Arbeit und Leben conditio sine qua non sowohl für
Ehe wie auch die unternehmerische Zusammenarbeit mit ihr gewesen sei (Urk. 22
S. 14 f.), wie dies die Beklagte in ihrer Klageantwortschrift ausgeführt hatte
(Urk. 14 S. 10). In ihrer Stellungnahme vom 9. März 2015 zur Berufungsantwort
der Beklagten behauptete die Klägerin dann im Sinne eines Novums, dass
C._ in einem mit der "E._" [Magazin] geführten Interview die von der Vo-
rinstanz übernommene strittige Behauptung, dass er das Arbeitsverhältnis mit der
Klägerin im Sinne einer "conditio sine qua non " an ihre Eigenschaft als Ehefrau
und die eheliche Beziehung geknüpft habe, widerlegt habe. Er habe schon relativ
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bald nach seinem Auszug bei der ersten Ehefrau realisiert, dass dies ein Fehler
gewesen sei. Indem er nun dartue, dass er zum Zeitpunkt der Anstellung der Klä-
gerin gedanklich und mit dem Herzen schon längst wieder bei seiner ersten Ehe-
frau gewesen sei, bestätige er, dass nicht die intime Liebe zur Klägerin, sondern
deren berufliche Qualitäten für die Anstellung kausal gewesen seien (Urk. 53 S.
7). Abgesehen davon, dass sich diese klägerische Interpretation der Antworten
von C._ aufgrund der konkreten Aussagen im besagten Interview (Urk. 54 S.
4) nicht nachvollziehen lässt und somit nicht geeignet ist, die - wie oben ausge-
führt nicht bestrittenen - diesbezüglichen Aussagen der Beklagten zu relativieren,
ist dieses Novum als verspätet eingebracht zu qualifizieren. Gemäss Art. 317 Abs.
1 lit. a ZPO müssen neue Tatsachen und Beweismittel unverzüglich vorgebracht
werden, d.h. möglichst sofort nach ihrem Bekanntwerden. Ohne Verzug heisst
binnen einer oder zwei Wochen nach Bekanntgabe (BSK ZPO-Spühler, Art. 317
N 7). Das Interview wurde offenbar am tt. Dezember 2014 in der besagten Zeit-
schrift veröffentlicht (Urk. 54; Urk. 53 S. 7). Die Klägerin machte nicht geltend, erst
später davon Kenntnis erlangt zu haben. Da zu jenem Zeitpunkt für die Klägerin
weder eine gesetzlich noch richterlich angesetzte Frist anberaumt war und die
Klägerin nicht mit einem formellen weiteren Schriftenwechsel im Berufungsverfah-
ren rechnen konnte, wäre sie gehalten gewesen, dieses Novum viel früher einzu-
bringen. Es ist daher auch unter diesem Aspekt unbeachtlich.
Auch weitere, unbestrittene Umstände belegen die Tatsache, dass die Klä-
gerin primär aufgrund ihrer Stellung als Ehefrau von C._ diese Vertrauens-
position bei der Beklagten innehatte: Die Behauptung der Beklagten, dass das
Zusammenwirken gemäss Vertrag vom 6. August 2010 insbesondere den be-
währten Einsatz von Ehefrauen im ehemännlichen Betrieb zwecks Partizipation
am geschäftlichen Erfolg impliziere (Urk. 14 S. 7), wurde von ihr nicht kommen-
tiert und somit nicht bestritten (Urk. 22 S. 11). Das Engagement der Klägerin in
der Geschäftsleitung ist nach Ansicht der Beklagten im Kern darauf hinausgelau-
fen, dass die Klägerin dort ihre Mandate für ihre Firma D'._ habe akquirieren
können, über welche sie dann diese Aufträge an ihrem eigenen Geschäftssitz
operativ umsetzen bzw. erfüllen konnte. Dafür sei die Klägerin noch speziell hono-
riert worden - und zwar grosszügig und ohne jede Prüfung durch den Patron und
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Ehemann. Gerade dadurch manifestiere sich auch die essentielle Bedeutung des
durch Liebe geprägten bedingungslosen Vertrauens des Patrons in der professio-
nellen Zusammenarbeit mit der Klägerin (Urk. 25 S. 3). Dies wurde von der Kläge-
rin nicht dementiert (Prot. I S. 1 ff.). Diese enge und eherechtliche Verbundenheit
zwischen der Klägerin und dem Patron und Vertreter der Beklagten hatte nach
Darstellung der Beklagten gleichzeitig auch die nachvollziehbare, ja eigentlich na-
türliche Auswirkung gehabt, dass sowohl die Klägerin als auch ihr Ehemann als
Inhaber und Vertreter der Beklagten in ihrer professionellen Kommunikation die
beiden Identitäten Beklagte und Vertreter/Besitzer der Beklagten nie richtig ausei-
nanderhielten, sondern miteinander verschmolzen (Urk. 25 S. 5). Dies blieb kläge-
rischerseits ebenfalls unwidersprochen (Prot. I S. 11 ff.).
Aufgrund der angeführten, unbestritten gebliebenen Vorbringen der Beklag-
ten ist somit in Übereinstimmung mit der Vorinstanz als erstellt zu erachten, dass
die eheliche Liebesbeziehung und das damit einhergehende Vertrauensverhältnis
zwischen der Klägerin und C._ das ausschlaggebende Motiv für die sehr in-
tensive und von hohem Vertrauen geprägte Zusammenarbeit zwischen der Kläge-
rin und der Beklagten und für deren Anstellung war und das Arbeitsverhältnis pri-
mär aus diesem Grund eingegangen wurde. Auch wenn die beruflichen Qualifika-
tionen der Klägerin grundsätzlich unbestritten sind, hatte doch selbst die Klägerin
nie explizit behauptet, dass sie ohne diese Beziehung zu C._ so ohne Weite-
res in diese privilegierte Stellung gelangt wäre und ihr die Beklagte diese Stelle
mit den erwähnten Konditionen angeboten hätte. Dies hatte sie primär nur dem
ausgeprägten Vertrauensverhältnis aufgrund der persönlichen Beziehung zu
C._ zu verdanken. Es ist in diesem Zusammenhang zu wiederholen, dass
die Stelle nie ausgeschrieben wurde, die Klägerin sogleich Mitglied der Ge-
schäftsleitung und des Verwaltungsrates wurde, von Anfang an einen sehr gros-
sen, unabhängigen Aktionsradius erhielt und nur gegenüber C._ rechen-
schaftspflichtig war. Zudem wurde sie grosszügig entlöhnt, indem sie ein monatli-
ches Salär von Fr. 20'000.-- erhielt und überdies nach eigenen Angaben Agentur-
honorare von rund Fr. 500'000.-- pro Jahr der Beklagten in Rechnung stellen
konnte (Urk. 17/8). Es spielt daher eine Rolle, dass C._ als Organ der Be-
klagten dort massgeblichen Einfluss hatte und diese Stelle ganz auf die Person
- 15 -
der Klägerin zugeschnitten wurde. Da die juristische Person nur durch ihre Orga-
ne handeln kann, ist faktisch kein wesentlicher Unterschied zwischen dem Han-
deln des Patrons C._ und der Beklagten auszumachen. Auch die Klägerin
selbst hatte eine solche Differenzierung nie vorgenommen. Sie hatte in dieser Sa-
che ausschliesslich mit C._ korrespondiert und auch Forderungen aus der
Auflösung des Arbeitsverhältnisses stets direkt an ihn gestellt (Urk. 4/5; Urk. 4/6;
Urk. 4/8; Urk. 4/9; Urk. 4/10; Urk. 17/6; Urk. 17/8, Urk. 24/33; Urk. 27/3; Urk. 27/6;
Urk. 27/12; Urk. 27/15), was klar darauf hinweist, dass auch für die Klägerin
C._ die Verkörperung der Beklagten darstellte. Aus den von der Klägerin
eingereichten E-Mails, welche aus dem Zeitraum 2011 bis Sommer 2012 stam-
men, geht hervor, welche Verbundenheit zwischen den Ehegatten in beruflicher
Hinsicht damals herrschte. C._ lobte die Arbeit der Klägerin meist über-
schwänglich und zollte ihr grosse Anerkennung für die geleistete Arbeit (Urk. 24/3;
Urk 24/4; Urk. 24/5; Urk. 24/7; Urk. 24/8; Urk. 24/9; Urk. 24/11; Urk. 24/20;
Urk. 24/21, Urk. 24/22; Urk. 24/23; Urk. 24/24; Urk. 24/25; Urk. 24/36; Urk. 24/28,
Urk. 24/29; Urk. 24/31; Urk. 24/34). Diese E-Mails sprechen für sich selbst und
belegen klar, dass C._ die Vision der Verschmelzung von beruflicher und pri-
vater Beziehung tatsächlich lebte. Es ist daher nicht nachvollziehbar, wie die Klä-
gerin diese enge Verknüpfung ihrer Stellung als Ehefrau und dadurch besondere
Geschäftspartnerin von C._ herunterzuspielen versucht und glauben machen
will, dass sie wie eine andere Mitarbeiterin im Betrieb der Beklagten zu betrachten
sei, bei welcher private Beziehungen keine Rolle gespielt hätten. Entgegen der
Auffassung der Klägerin (Urk. 30 S. 4) ist aufgrund der obigen Ausführungen die
Feststellung der Vorinstanz, wonach der Status der Klägerin als Ehefrau von
C._ "conditio sine qua non" für das Arbeitsverhältnis bei der Beklagten ge-
wesen sei, somit keineswegs falsch, sondern zutreffend. Dass C._ der Klä-
gerin auch wegen ihrer guten fachlichen Fähigkeiten diese Position bei der Be-
klagten verschaffte, erscheint eher selbstverständlich. Es wäre kaum plausibel,
wenn ein erfahrener Unternehmer eine ihm noch so nahestehende Person mit so
viel Kompetenzen und einem hohen Salär ausstatten würde, wenn sie nicht die
erforderlichen Qualifikationen besässe und entsprechende Leistungen erbringen
würde (Urk. 30 S. 4 mit Verweis auf Urk. 24/32). Angesichts dieser genannten
- 16 -
Umstände hat die Vorinstanz zu Recht auf die Durchführung eines Beweisverfah-
rens verzichtet, setzt ein solches doch rechtsgenügend bestrittene Tatsachen vo-
raus (BK-Walter, N 58 zu Art. 8). Die Klägerin unterliess es zudem auch, näher
auszuführen, welche Beweismittel von der Vorinstanz nicht berücksichtigt worden
seien und zu welchen konkreten Tatsachenbehauptungen diese hätten abge-
nommen werden müssen.
4.2. Die Klägerin kritisierte eine unrichtige Rechtsanwendung von Art. 336
Abs. 1 lit. a OR durch die Vorinstanz. Sie stellte sich auf den Standpunkt, dass
der Umstand, dass ihre Eigenschaft als vormalige Ehefrau von C._ weggefal-
len sei, für sich allein kein Grund sei, der die Kündigung zu rechtfertigen vermöge
(Urk. 30 S. 7).
Im schweizerischen Arbeitsrecht gilt der Grundsatz der Kündigungsfreiheit.
Selbst eine grundlose Kündigung ist rechtmässig. Die Kündigungsfreiheit wird
einzig beschränkt durch das Verbot des Handelns wider Treu und Glauben. Sol-
che treuwidrigen und damit missbräuchlichen Kündigungsgründe sind in Art. 336
OR aufgeführt. Es handelt sich dabei um Tatbestände einer zweckwidrigen Aus-
übung des Kündigungsrechtes, also der Vornahme einer Kündigung aus einem
Grund, der mit dem Arbeitsverhältnis in keinem Zusammenhang steht, oder die
aus Rache für die Geltendmachung berechtigter Ansprüche aus dem Arbeitsver-
trag erfolgt. Hat die Kündigung einen sachlichen Anhaltspunkt im Arbeitsverhält-
nis, schliesst dies eine missbräuchliche Kündigung in der Regel aus. Der Arbeit-
geber hat als Ausfluss des Prinzips der Kündigungsfreiheit die in der Kündigungs-
begründung angeführten Gründe nicht zu beweisen. Die angeführten Gründe
brauchen nicht vollständig zu sein. Kündigungsgründe können auch noch später,
allenfalls erst im Anfechtungsprozess, nachgeschoben werden. Die nachträgliche
Nennung oder Ergänzung belegt für sich noch keine Missbräuchlichkeit (Praxis-
kommentar, a.a.O. Art. 336 N 16). Grundsätzlich hat der Arbeitnehmer einen
Missbrauchstatbestand im Sinne des Gesetzes oder der Rechtsprechung zu be-
haupten und zu beweisen, und nicht der Arbeitgeber den legitimen Kündigungs-
grund. Eine Ausnahme ist allenfalls dort zu machen, wo starke Indizien eine hohe
Wahrscheinlichkeit begründen, dass der vom Arbeitgeber angeführte Kündi-
- 17 -
gungsgrund unrichtig ist und daher ein missbräuchlicher Grund im Sinne einer
Tatsachenvermutung angenommen werden darf. Diesfalls trifft den Arbeitgeber
eine Gegenbeweispflicht zur Bestätigung seines Kündigungsgrundes (BGE 130 III
699 Erw. 4.1.; BGer. 4A_507/2013 Erw. 3; BSK OR I - W. Portmann, Art. 336 N
31).
Gemäss Art. 336 Abs. 1 lit. a OR ist die Kündigung eines Arbeitsverhältnis-
ses missbräuchlich, wenn eine Partei sie ausspricht wegen einer Eigenschaft, die
der anderen Partei kraft ihrer Persönlichkeit zusteht, es sei denn, diese Eigen-
schaft stehe in einem Zusammenhang mit dem Arbeitsverhältnis oder beeinträch-
tige wesentlich die Zusammenarbeit im Betrieb. Die Vorinstanz erachtete es als
gegeben, dass die Funktion der Klägerin bei der Beklagten auf der starken Ver-
trauensbeziehung der Klägerin und C._s basierte und diese eine wesentliche
Voraussetzung für das Arbeitsverhältnis gebildet habe. Mit der Zerrüttung der Ehe
sei dieses Vertrauen zwischen dem Ehepaar dahingefallen. In dieser Hinsicht sei
auch eine persönliche Eigenschaft der Klägerin, Vertrauensperson von C._
zu sein, nicht mehr vorhanden gewesen. Diese Eigenschaft sei jedoch im Zu-
sammenhang mit dem Arbeitsverhältnis gestanden, weshalb die Kündigung unter
diesen Gesichtspunkten gerechtfertigt gewesen sei (Urk. 31 S. 17). Entgegen der
Auffassung der Klägerin (Urk. 30 S. 7) hat die Vorinstanz somit geprüft, ob ein
Rechtfertigungsgrund für die Kündigung vorlag, und diesen zu Recht bejaht. Wie
oben dargelegt, ist der Sachverhaltsdarstellung der Klägerin nicht zu folgen, wes-
halb auch ihre Überlegungen zur unrichtigen Rechtsanwendung durch die Vo-
rinstanz nicht überzeugen können. Wie schon ausgeführt, ist entgegen der Dar-
stellung der Klägerin davon auszugehen, dass die eheliche Liebesbeziehung und
das damit einhergehende Vertrauensverhältnis zwischen der Klägerin und
C._ das ausschlaggebende Motiv für die sehr intensive und von hohem Ver-
trauen geprägte Zusammenarbeit zwischen der Klägerin und der Beklagten und
für deren Anstellung in der beschriebenen hohen Position bei der Beklagten war.
Das Arbeitsverhältnis wurde vor allem aus diesem Grunde auf Wunsch von
C._ eingegangen. Da C._ unbestrittenermassen die Verkörperung der
Beklagten darstellt, war die Anstellung der Klägerin bei der Beklagten unmittelbar
an die Vertrauensbeziehung zu C._ gekoppelt und in diesem Sinne conditio
- 18 -
sine qua non für das Arbeitsverhältnis mit der Beklagten. Auch wenn die Ehe der
Parteien formell noch nicht geschieden ist, ist die Ehe unbestrittenermassen un-
rettbar zerbrochen und damit die Grundlage für das Arbeitsverhältnis mit der Be-
klagten weggebrochen, weil die persönliche Eigenschaft der Klägerin, Ehefrau
und Vertrauensperson von C._ zu sein, der massgeblichen Person bei der
Beklagten, faktisch nicht mehr vorhanden ist. Wie die Vorinstanz zutreffend fest-
hielt (Urk. 30 S. 17), ist die Kündigung daher gerechtfertigt.
Da gemäss Art. 336 Abs. 1 lit. a OR nur ein Rechtfertigungsgrund gegeben
sein muss, um die Kündigung nicht missbräuchlich erscheinen zu lassen, ist es
unerheblich, ob die Spannungen zwischen der Klägerin und C._ Einfluss auf
die Zusammenarbeit im Betrieb hatten. Die Kritik der Klägerin, dass die Beklagte
nicht habe dartun können, dass eine solche Beeinträchtigung vorgelegen habe
(Urk. 30 S. 8 ff.), ist daher nicht relevant. Die Klägerin hatte sich auf den Stand-
punkt gestellt, dass sich die privaten Spannungen zwischen ihr und C._ wäh-
rend der ganzen Dauer des Arbeitsverhältnisses nie negativ auf das Vertrauens-
verhältnis zwischen ihr und C._ ausgewirkt hätten (Urk. 1 S. 4; Urk. 22 S. 7;
Urk. 30 S. 5). Spannungen zwischen ihr und C._ hätten hin und wieder
schon zwei Jahre vor der Kündigung bestanden. Während der Schwangerschaft
der Klägerin im Jahre 2011 sei C._ in das Haus seiner ersten Ehefrau gezo-
gen. Nach der Geburt des gemeinsamen Kindes sei er vor-übergehend wieder zur
Klägerin zurückgekehrt. Seit Anfang Juni 2012 lebten sie (definitiv) getrennt
(Urk. 1 S. 4; Urk. 14 S. 2, 4). Die Beklagte dementierte, dass diese Spannungen
keine Auswirkungen auf das Arbeitsverhältnis gehabt hätten. Das Zusammenwir-
ken auf der obersten Führungsebene habe sich zum Teil schwierig gestaltet
(Urk. 14 S. 4; Urk. 25 S. 7 ff.). Im Verlaufe des Jahres 2012 sei das Zerwürfnis
dann total geworden. Inzwischen tobe ein unerbittlich geführtes Eheschutzverfah-
ren mit krass auseinanderliegenden Positionen (Urk. 14 S. 4).
Selbst wenn sich die Spannungen zwischen der Klägerin und C._ nicht oder
nur wenig auf das Arbeitsverhältnis ausgewirkt haben sollten, steht doch fest,
dass sich die Klägerin und C._ erst im Juni 2012 trennten und erst zu diesem
Zeitpunkt klar wurde, dass die Ehe nicht mehr zu retten war. Bis dahin bestand of-
- 19 -
fenbar noch Hoffnung, und es fand nach der Geburt des Kindes im Jahre 2011
auch eine Wiedervereinigung statt. Jedenfalls geht aus den E-Mails von C._
an die Klägerin hervor, dass er sich ihr gegenüber auch im ersten Halbjahr 2012
noch positiv bezüglich der von ihr geleisteten Arbeit äusserte (Urk. 24/3;
Urk. 24/4; Urk. 24/9; Urk. 24/20; Urk. 24/22; Urk. 24/31). Es scheint einleuchtend,
dass die Klägerin und C._ bis zur definitiven Trennung die Zusammenarbeit
nicht gefährden und die Professionalität so gut als möglich wahren wollten, wes-
halb es nicht zum totalen beruflichen Zerwürfnis kam. Ob sich die berufliche Be-
ziehung bis Juni 2012 allerding tatsächlich so problemlos gestaltete, wie die Klä-
gerin dies glauben machen will, erscheint angesichts der namhaften ehelichen
Turbulenzen und der inzwischen erfolgten Geburt des gemeinsamen Kindes frag-
lich. Dass sich solche Spannungen in der Paarbeziehung vollständig von der be-
ruflichen Ebene trennen lassen, ist eher lebensfremd. Wie bereits erwähnt,
braucht der diesbezügliche Sachverhalt jedoch nicht weiter abgeklärt zu werden,
da er für die Beurteilung der sich stellenden Rechtsfragen nicht von Relevanz ist.
4.3. Auch die weiteren Vorbringen der Klägerin bezüglich ihrer stets vorzüg-
lichen Arbeitsleistungen ist für die Frage, ob die Kündigung als rechtsmissbräuch-
lich zu qualifizieren sei, nicht entscheidend. Die Klägerin machte geltend, dass die
Beklagte während der ganzen Dauer des Arbeitsverhältnisses mit ihren Leistun-
gen ausserordentlich zufrieden gewesen sei und dies immer wieder durch gros-
ses Lob ausgedrückt habe. Auch das von der Beklagten ausgestellte Arbeits-
zeugnis wiederspiegle ihre überdurchschnittlich guten Leistungen. Die Tatsache,
dass C._ der Klägerin im Namen der Beklagten nach ihrer Trennung eine
weitere Zusammenarbeit angeboten habe, spreche ebenfalls gegen die von der
Vorinstanz einfach übernommene Behauptung der Beklagten. Hätten für die Be-
klagte effektiv nicht die sehr guten Arbeitsleistungen der Klägerin im Vordergrund
gestanden, hätte sie bzw. C._ ihr nach der Kündigung kein Angebot für eine
weitere Zusammenarbeit unterbreitet (Urk. 30 S. 4). Eine solche Offerte wäre
auch nicht erfolgt, wenn nicht nach wie vor ein Vertrauensverhältnis bestanden
hätte (Urk. 30 S. 5; Urk. 53 S. 3). Dies wurde von der Beklagten bestritten. Die
Zusammenarbeit sei - über die gesamte Dauer - nur beschränkt angenehm und
erfolgreich gewesen (Urk. 49 S. 6; Urk. 14 S. 2). Mit dem Arbeitszeugnis sei es
- 20 -
C._ insbesondere darum gegangen, seiner Ehefrau möglichst optimale be-
rufliche Aussichten für die Zeit nach Auflösung der Zusammenarbeit zu verschaf-
fen (Urk. 25 S. 3). Den von der Klägerin eingereichten E-Mails (Urk. 24/1-35),
welche mehrheitlich von C._ stammen, lässt sich jedoch nicht entnehmen,
dass man mit den Leistungen der Klägerin nicht zufrieden gewesen wäre. Gegen-
teils wird bis Sommer 2012 durchwegs ein sehr positives Feedback geäussert.
Letztlich kann dies jedoch dahingestellt bleiben, da dieser Aspekt nicht von Be-
deutung ist. Die Leistungen der Klägerin wurden von der Beklagten auch im vor-
liegenden Verfahren nie als Kündigungsgrund genannt, wobei zu bemerken ist,
dass auch eine Kündigung trotz guter Leistungen ohne Weiteres möglich wäre. Es
gibt keine gesetzliche Bestimmung, die eine Kündigung trotz guter Arbeitsleistun-
gen grundsätzlich verbietet. Es ist im Weiteren zu diesen Vorbringen der Klägerin
noch zu bemerken, dass den Schlussfolgerungen, welche die Klägerin aus dem
Angebot der Beklagten, die Zusammenarbeit mit der Agentur der Klägerin auch
nach deren Ausscheiden bei der Beklagten für eine bestimmte Zeit fortzusetzen,
zieht (Urk. 1 S. 6; Urk. 22 S. 9 f.), nicht gefolgt werden kann. Aus einem (undatier-
ten) Schreiben der Klägerin an C._ geht hervor, dass die Beklagte der Agen-
tur der Klägerin die Mandate per Ende 2012 kündigte. Die Klägerin wandte sich in
der Folge mit einem Schreiben an C._ und machte geltend, dass der Agentur
wegen der Kündigung monatliche Honorare von Fr. 40'600.-- fehlen würden und
die Klägerin deswegen Kündigungen aussprechen müsste. Sie ersuchte C._
daher um eine Einigung (Urk. 17/8). In seinem Mail vom 15. Januar 2013
(Urk. 17/8; Urk. 4/10) erklärte C._, dass er sich bewusst sei, dass die Agen-
tur der Klägerin ihre Tätigkeit zu einem erheblichen Teil auf die Beklagte ausge-
richtet habe, obwohl seit Ende 2010 absehbar gewesen sei, dass die ehelichen
Auseinandersetzungen mittelfristig die Zusammenarbeit erschweren oder gar ver-
unmöglichen würden. Die Beklagte wolle mit ihr deshalb unter dem Titel "Ab-
gangsentschädigung" eine Zahlung vereinbaren, die der Klägerin bzw. ihrer Agen-
tur ermöglichen solle, den vorübergehenden Mandatseinbruch finanziell zu über-
brücken. Unpräjudiziell sei die Beklagte bereit, bis längstens Ende 2013 eine Mo-
natspauschale von Fr. 20'000.-- zu entrichten (Urk. 17/8). Der Inhalt dieser E-Mail
deckt sich auch mit den Vorbringen der Beklagten (Urk. 14 S. 6). Offensichtlich
- 21 -
wurde dieses Angebot der Klägerin unterbreitet, um ihr entgegenzukommen, da-
mit sie keine Mitarbeiter entlassen musste, und nicht einfach, weil man die Zu-
sammenarbeit fortsetzen wollte. Zudem sollte die weitere Zusammenarbeit auf
höchstens ein Jahr begrenzt werden. Dies wurde von der Klägerin nicht explizit
bestritten (Urk. 22 S. 10). Es geht deshalb nicht an, dass die Klägerin daraus ab-
leitet, die Zusammenarbeit wäre praktisch unverändert und zeitlich unbegrenzt
fortgeführt worden. Da der Klägerin ihre Tätigkeit bei der Beklagten gekündigt
wurde, sie somit dort nicht mehr in der Firma präsent war und sie auch zuvor
schon überwiegend in den Räumlichkeiten ihrer Agentur gearbeitet hatte (Urk. 1
S. 3), hätte auch die für eine begrenzte Zeit weitergeführte Zusammenarbeit mit
der Agentur die ganze Situation wesentlich entflochten. Entgegen der Auffassung
der Klägerin wäre nicht alles beim Alten geblieben (Urk. 22 S. 9). Die Klägerin
kann daher aus diesem Umstand nichts zu ihren Gunsten ableiten.
4.4. Die Klägerin vertrat die Auffassung, dass die Beklagte, sofern zwischen
ihr und der Klägerin tatsächlich eine Konfliktsituation bestand, die Pflicht gehabt
hätte, zumutbare Massnahmen zur Entschärfung dieser Spannungen vorzuneh-
men, was sie jedoch unterlassen habe (Urk. 1 S. 8; Urk. 22 S. 15). Die Beklagte
stellte sich demgegenüber auf den Standpunkt, dass alle Versuche zur konstrukti-
ven Lösung der Ehekrise und damit auch alle Massnahmen zur Entschärfung des
Konflikts am Arbeitsplatz und somit gleichzeitig zur Rettung der professionellen
Zusammenarbeit ins Leere gelaufen seien (Urk. 14 S. 10). Eine Versetzung der
Klägerin sei nicht möglich gewesen, da ihr Status als Ehefrau des Patrons im Sin-
ne einer conditio sine qua non dies nicht zugelassen habe, aber auch weil keine
passende Funktion als freie rechte Hand des Patrons vorhanden gewesen sei, so
dass mit dem Scheitern der Ehe die Voraussetzungen für ein weiteres professio-
nelles Engagement der Kläger bei der Beklagten weggebrochen sei (Urk. 25
S. 10). Die Vorinstanz erwog, dass die Beklagte nicht habe substantiieren kön-
nen, welche Massnahmen zur Entschärfung des Konflikts am Arbeitsplatz ergrif-
fen worden seien. Der Beklagten könne dennoch nicht zum Vorwurf gemacht
werden, keine entsprechenden Massnahmen ergriffen zu haben. Die einzige er-
folgsversprechende Massnahme wäre die Kündigung von C._ gewesen.
Dass die Beklagte aber ihrem Vorsitzenden der Geschäftsleitung und Präsidenten
- 22 -
des Verwaltungsrates nicht gekündigt habe, könne ihr nicht zum Vorwurf gerei-
chen. Die Möglichkeit einer Versetzung habe nicht bestanden. So habe die Kläge-
rin hauptsächlich in den Räumlichkeiten ihrer Agentur gearbeitet und ihr Aufga-
ben- und Funktionsbereich bei der Beklagten sei so allgemein formuliert gewesen,
dass sie für diverse Bereiche eingesetzt worden sei (Urk. 31 S. 20 f.).
Was die rechtlichen Erwägungen anbelangt, kann vorab auf die Ausführun-
gen der Vorinstanz verwiesen werden (Urk. 31 S. 19). Entgegen dem Vorbringen
der Klägerin ist keine Verletzung der Dispositionsmaxime darin zu erblicken, dass
die Vorinstanz erwog, dass es praktisch nur eine Lösung gegeben hätte, den Kon-
flikt zu entschärfen, nämlich die Kündigung gegenüber C._ durch die Beklag-
te. Da sich die Klägerin auf die Unterlassung von geeigneten Massnahmen durch
die Beklagte berief, hätte es an ihr gelegen zu behaupten, welche konkreten Mas-
snahmen die Beklagte denn hätte ergreifen können und müssen. Da sie entspre-
chende Behauptungen unterliess, konnte die Vorinstanz im Rahmen der Prüfung
der sich daraus ergebenden Rechtsfrage frei prüfen, welche Massnahmen bei
dieser Konstellation überhaupt möglich und erfolgsversprechend hätten sein kön-
nen. Es handelt sich vorliegend nicht einfach um einen Konflikt zwischen zwei be-
liebigen Angestellten eines Unternehmens, bei welchem durch Versetzung oder
die Anordnung disziplinarischer oder anderer Führungsmassnahmen gegenüber
Mitarbeitern der Konflikt beendet oder wenigstens entschärft werden kann, son-
dern um einen solchen zwischen dem Unternehmer selbst und seiner Ehefrau
und Mitarbeiterin auf der persönlichen privaten Ebene. Es bestand demnach gar
kein direkter Konflikt zwischen der Beklagten und der Klägerin, sondern die Be-
klagte war nur indirekt über die Person des Firmenpatrons, welcher die Beklagte
verkörpert, involviert. Die Beklagte war deshalb auch nicht in der Lage, Mass-
nahmen für die Konfliktbewältigung zu treffen und den persönlichen Konflikt zwi-
schen C._ und der Klägerin zu beeinflussen. In diesem Sinne handelte es
sich nicht um einen eigentlichen Konflikt aus dem Arbeitsverhältnis, weshalb der
Beklagten nicht vorgeworfen werden kann, entsprechende Massnahmen unter-
lassen zu haben. Eine Trennung der Arbeits- und Privatsphäre war aufgrund der
konkreten, oben ausgeführten Konstellation in dem Sinne, wie ihn die Klägerin
verstanden haben möchte, nicht möglich. Die Klägerin selbst vermochte wie er-
- 23 -
wähnt auch keine tauglichen Massnahmen für die Lösung dieses Konflikts zu
nennen. Die Weiterführung der Mandate im Auftragsverhältnis hätte die Auflösung
des Arbeitsvertrages im Übrigen nicht verhindert. Die Kündigung erweist sich da-
her unter allen Aspekten nicht als rechtsmissbräuchlich im Sinne von Art. 336 OR.
Sie erfolgte aus einem sachlichen Grund, welcher in der konkreten Konstellation
und Ausgestaltung des Arbeitsverhältnisses zu suchen ist.
4.5. Die Klägerin hatte weiter argumentiert, dass die Kündigung vom 21. Ju-
ni 2012 gegen die Bestimmungen des Gleichstellungsgesetzes (GIG) verstosse
und als diskriminierend zu qualifizieren sei. Es sei Art. 3 GIG verletzt, da der Klä-
gerin aufgrund ihrer familiären Situation bzw. infolge ihrer Partnerschaft zu
C._ gekündigt worden sei (Urk. 1 S. 8 f.; Urk. 22 S. 15).
Die Vorinstanz erwog dazu, dass die Stellung der Klägerin als Lebensge-
fährtin und Vertrauensperson für C._ eine wesentliche Bedingung für das Ar-
beitsverhältnis mit der Beklagten gewesen sei. Dies habe sich mit dem Wegfall
der genannten Rolle und den daraus entstandenen Schwierigkeiten geändert. Da
von Seiten der Beklagten keine andere Lösung oder Massnahmen zur Entschär-
fung der Spannungen ersichtlich und zumutbar gewesen seien, sei die Kündigung
gerechtfertigt. Die Kündigung sei daher nicht wegen des Geschlechts der Klägerin
oder ihrer familiären Stellung erfolgt und deshalb auch im Sinne des GIG nicht
diskriminierend (Urk. 31 S. 22).
Die Klägerin kritisierte diese Ausführungen der Vorinstanz und warf ihr auch
in diesem Zusammenhang vor, den Sachverhalt unrichtig bzw. willkürlich gewür-
digt zu haben. Sie habe glaubhaft gemacht, dass die Kündigung aufgrund ihrer
persönlichen bzw. familiären Situation bzw. allein aufgrund ihrer Eigenschaft als
Ehefrau von C._ ausgesprochen worden sei. Gleichzeitig habe sie nachge-
wiesen, dass der Umstand, dass sie die Ehefrau von C._ sei, keine "conditio
sine qua non" für ihre Anstellung bei der Beklagten gewesen sei. Angesichts die-
ser Umstände wäre gestützt auf Art. 6 GIG die Missbräuchlichkeit der Kündigung
zu vermuten gewesen (Urk. 30 S. 11).
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Dieser Kritik kann nicht gefolgt werden. Wie oben bereits ausführlich darge-
stellt, ist der von der Vorinstanz angenommene Sachverhalt korrekt erstellt wor-
den und konnte angesichts der massgeblich unbestritten gebliebenen Vorbringen
der Beklagten auf ein Beweisverfahren verzichtet werden. Die Vorbringen der
Klägerin zielen daher grundsätzlich ins Leere, weil von einem anderen Sachver-
halt auszugehen ist: Da C._ unbestrittenermassen die Verkörperung der Be-
klagten darstellt, war die Anstellung der Klägerin bei der Beklagten unmittelbar an
die Vertrauensbeziehung zu C._ gekoppelt und in diesem Sinne conditio sine
qua non für das Arbeitsverhältnis mit der Beklagten. Auch wenn die Ehe der Par-
teien formell noch nicht geschieden ist, ist die Ehe unbestrittenermassen unrettbar
zerbrochen und damit die Grundlage für das Arbeitsverhältnis mit der Beklagten
weggebrochen, weil die persönliche Eigenschaft der Klägerin, Ehefrau und Ver-
trauensperson von C._, der massgeblichen Führungsperson bei der Beklag-
ten, zu sein, faktisch nicht mehr vorhanden ist. Wie die Vor-instanz zutreffend
festhielt, ist die Kündigung unter diesen Umständen keineswegs im Sinne einer
Diskriminierung aufgrund des Geschlechts erfolgt. Solches konnte von der Kläge-
rin in keiner Weise nachgewiesen werden. Die Kündigung erscheint auch im Lich-
te des GIG nicht als missbräuchlich.
5. Die Klägerin beantragte, das Arbeitszeugnis gemäss Rechtsbegehren ab-
zuändern. Zur Begründung führte sie an, dass das sehr gute Arbeitszeugnis ihre
Leistungen zwar völlig wahrheitsgetreu wiederspiegele, aber unvollständig sei.
Zwei wesentliche Fähigkeiten bzw. Eigenschaften, nämlich ihr Qualitätsverständ-
nis und ihre Fähigkeit des Degustierens, seien im Arbeitszeugnis unerwähnt ge-
blieben. Dies obwohl unter der Leitung der Klägerin wesentliche Teile des Betrie-
bes neu gestaltet und konzipiert worden seien. Dabei seien die Neuausrichtung
des Weinhandels sowie der Restaurants und das Degustieren (Wein und Tee)
wesentliche Bestandteile. Wenn sich eine Arbeitnehmerin bei der Neukonzeption
mit den derzeitigen Trends auskenne, bilde dies eine Eigenschaft, die besonders
hervorzuheben sei (Urk. 22 S. 16). Dabei würde es sich auch um Umstände han-
deln, welche notwendigerweise erwähnt werden müssten, um sich ein korrektes
und vollständiges Bild der Klägerin als Arbeitnehmerin und ihrer zukünftigen Ein-
- 25 -
satzmöglichkeiten machen zu können. Die Klägerin möchte das Arbeitszeugnis
um folgende Passage ergänzt haben:
"A._ verfügt zudem über ein aussergewöhnlich fein-facettiertes Qualitätsver-
ständnis. Diese qualitative Sensibilität zieht sich durch ihre Arbeit im Allgemeinen
und kommt im Speziellen beim Degustieren und bei ihrem Geschmack zum Aus-
druck. Ihre natürliche Empfindung für das Schöne äussert sich auch im Gespür für
Trends." (Urk. 1 S. 10).
Die Vorinstanz wies dieses Ansinnen ab. Sie erwog, dass sich dem E-Mail-
verkehr zwischen der Klägerin und C._ entnehmen lasse, dass die Klägerin
die Möglichkeit gehabt habe, bei der Abfassung des ausgestellten Arbeitszeug-
nisses ihre Änderungswünsche anzubringen, was sie auch gemacht habe
(Urk. 17/6 und Urk. 17/7). Vor diesem Hintergrund stelle sich die Frage, weshalb
sie die begehrten Ergänzungen nicht bereits früher verlangt habe, handle es sich
ihrer Ansicht nach doch um wesentliche Eigenschaften und Fähigkeiten. Dies
spreche vielmehr dafür, dass es sich eher um unbedeutende Details handle. Zu-
dem seien die Anforderungen an ein gutes Zeugnis mehr als erfüllt, wie die Kläge-
rin selber bestätige. Die Klägerin habe sodann nicht substantiiert vorbringen kön-
nen, inwiefern die geltend gemachten Ergänzungen für ein korrektes und voll-
ständiges Arbeitszeugnis notwendig seien. Trotz entsprechender Nachfrage durch
das Gericht habe sie auch keine Beweismittel für die beantragten Ergänzungen
offeriert, weshalb darüber kein Beweis zu erheben sei (Prot. S. 15). Das Zeugnis-
änderungsbegehren sei daher mangels Relevanz und Beweis der von der Kläge-
rin geltend gemachten zusätzlichen Eigenschaften abzuweisen (Urk. 31 S. 25 f.).
Die Klägerin stellte sich auf den Standpunkt, dass die Vorinstanz bei dieser
Argumentation übersehe, dass von der Beklagten nie konkret bestritten worden
sei, dass sie über diese Eigenschaften verfüge. Die Beklagte führe lediglich ins
Feld, dass es sich um ein Gefälligkeitszeugnis handle (Urk. 30 S. 19). Diese Be-
hauptung ist unzutreffend. Die Beklagte gab deutlich zum Ausdruck, dass das
ganze Zeugnis sehr wohlwollend formuliert sei und das neue Zusatz-Gesuch die-
sen Rahmen sprengen könnte, weil es den Tatsachen nicht entspreche. Welche
spezifischen Talente, Ausbildungen, Erfahrungen und Leistungen die verlangten
- 26 -
Zusätze begründen sollten, sei nicht auszumachen. Die Klage erschöpfe sich un-
ter diesem Titel in reinen Behauptungen, für welche sich nicht der geringste Tat-
beweis finden lasse (Urk. 14 S. 11 f.). Das Zeugnis wiederspiegle die erbrachten
Leistungen der Klägerin nicht wirklichkeitsgerecht. Mit den verlangten önologi-
schen, olfaktorischen und ästhetischen Zusätzen, bei denen zudem auch ein aus-
gesprochen subjektiver Faktor mitspiele, würde dieser Eindruck noch verstärkt.
Mit diesem Antrag überspanne die Klägerin definitiv den Bogen vertretbarer Quali-
fikationen im Spannungsfeld zwischen Fakten und Fiktion. Ein Tatbeweis sei nicht
behauptet worden und liege auch nicht vor (Urk. 25 S. 13). Die Klägerin berief
sich zum Beweis auf die E-Mail vom 10. Februar 2008 (Urk. 4/12), worin sich
C._ gegenüber der Klägerin überschwänglich über ihre fein-facettierte Emp-
findung für das Schöne und ihren Geschmack äusserte. Diese Mail ist als Be-
weismittel untauglich. Es ist nicht ersichtlich, aufgrund welcher Umstände und in
welchem Zusammenhang diese Äusserungen erfolgten. Die Klägerin unterliess
jegliche Substantiierung. Zudem schrieb C._ diese Mail offenbar zu Beginn
der Beziehung mit der Klägerin und in einem Zeitpunkt, als diese mit der Beklag-
ten noch in keinem Arbeitsverhältnis stand. Dieses wurde erst mehr als zwei Jah-
re später eingegangen (Urk. 4/3). Aus dieser Mail lässt sich somit nichts zu Guns-
ten der Klägerin bezüglich der Beurteilung ihrer Leistungen während der Zeit ihrer
Anstellung bei der Beklagten ableiten. Nur nebenbei sei erwähnt, dass dieses Ar-
gument der Klägerin deutlich zeigt, dass auch sie - was sie bei der Beklagten und
der Vorinstanz kritisiert - keinerlei Unterschied zwischen C._ und der Beklag-
ten macht, sondern alle Handlungen und Äusserungen direkt C._ zurechnet.
Die Klägerin nannte als weiteres Beweismittel zu diesem Thema Urk. 4/3 (Urk. 30
S. 19). Dabei handelt es sich jedoch entgegen ihrer Behauptung nicht um eine E-
Mail, sondern um den Arbeitsvertrag, welcher als Beweismittel für diese Behaup-
tung ungeeignet ist. Sollte die Klägerin Urk. 4/13 gemeint haben (E-Mail vom 11.
März 2008), so ist auf die obigen Ausführungen zur E-Mail vom 10. Februar 2008
(Urk. 4/12) zu verweisen. Weitere Beweismittel hat die Klägerin nicht genannt. Die
genannten Eigenschaften blieben somit - wie die Vorinstanz zu Recht erkannte -
unbewiesen. Sie können deshalb nicht berücksichtigt werden. Der Vorinstanz ist
auch zuzustimmen (Urk. 31 S. 25 f.), dass aufgrund der geschilderten Umstände
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diese Ergänzungen nicht relevant sind, weil das Zeugnis kaum besser hätte aus-
fallen können und die Klägerin dessen Inhalt massgeblich bestimmen konnte. Die
anbegehrten Ergänzungen würden das Zeugnis nicht verbessern. Das Zeugnis-
änderungsbegehren ist deshalb abzuweisen.
6. Um die effektiven Gründe und Motive einer Kündigung zu eruieren, statu-
iert Art. 335 Abs. 2 OR eine Pflicht zur Begründung einer Kündigung, wenn der
Arbeitnehmer eine solche verlangt. Dabei handelt es sich zwar lediglich um eine
Ordnungsvorschrift, die jedoch bei der Beurteilung der Missbräuchlichkeit einer
Kündigung von Bedeutung ist. Eine fehlende Begründung ist ausserdem auch bei
der Verteilung der Gerichtskosten zu berücksichtigen (BSK-Portmann, Art. 335
N 26). Es ist unbestritten, dass die Beklagte der Klägerin auf deren Ersuchen hin
keine Begründung der Kündigung zukommen liess (Urk.). Die Vorinstanz führte
dazu aus, dass dieser Umstand sich vorliegend nicht auf die Kostenverteilung
auswirke, da die Klägerin aufgrund der privaten Spannungen zwischen ihr und
dem Verwaltungsratspräsidenten C._ wusste bzw. wissen musste, worin der
Kündigungsgrund bestand.
Die Klägerin führte dazu u.a. aus, selbst wenn die Berufungsinstanz wider
Erwarten zum Schluss gelangen sollte, dass die Kündigung nicht missbräuchlich
erfolgt sei, dürften ihr weder erst- noch zweitinstanzlich Prozesskosten überbun-
den noch dürfte sie zur Zahlung einer Parteientschädigung verpflichtet werden.
Vielmehr habe die Beklagte die rechtlichen Folgen ihrer pflichtwidrigen Weige-
rung, die Kündigung zu begründen, allein zu tragen (Urk. 30 S. 12).
Die Klägerin setzt sich mit der vorinstanzlichen Begründung, weshalb sich
der Umstand des Unterlassens der Kündigungsbegründung vorliegend nicht auf
die Kostenverteilung auswirke, nicht auseinander. Sie dementierte somit auch
nicht, dass sie wusste bzw. wissen musste, worin der Kündigungsgrund bestand.
Unter diesen Umständen ist nicht davon auszugehen, dass die Klägerin einen er-
höhten Prozessaufwand betreiben musste, weil sie bezüglich der Kündigungs-
gründe im Dunkeln tappte und daher mehr Eventualitäten berücksichtigen muss-
te. Es geht schon aus der Klagebegründung der Klägerin hervor, dass sie den
Kündigungsgrund kannte bzw. davon ausging, dass der effektive Kündigungs-
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grund darin zu suchen sei, dass C._ zu seiner ersten Frau zurückkehrte und
sich daher nach dem Scheitern der Ehe mit der Klägerin auch beruflich von dieser
habe trennen wollen (Urk. 1 S. 5). Die Verletzung der Ordnungsvorschrift zur Be-
gründung der Kündigung darf, muss aber nicht bei der Festsetzung der Kosten-
und Entschädigungsfolgen berücksichtigt werden (BSK OR I-Portmann, Art. 335
N 26). Unter den geschilderten Umständen erscheint es nicht angebracht, vom
Grundsatz der Auferlegung der Prozesskosten nach Obsiegen und Unterliegen
abzuweichen.
III.
1. Ausgangsgemäss bleibt es bei der vorinstanzlichen Festsetzung der Kos-
ten- und Entschädigungsfolgen. Die Dispositivziffern 2 - 4 des vorinstanzlichen
Urteils sind demnach zu bestätigen.
2. Da die Klägerin auch im Berufungsverfahren vollumfänglich unterliegt,
sind ihr die Gerichtskosten des Berufungsverfahrens im Betrag von Fr. 9'950.--
(§ 4 Abs. 1 und § 12 Abs. 1 GebVO) aufzuerlegen (Art. 106 Abs. 1 ZPO). Die Klä-
gerin hatte einen Kostenvorschuss von Fr. 9'950.-- (Urk. 39) geleistet. Dieser Vor-
schuss wird zur Tilgung der Entscheidgebühr verwendet werden.
Ausserdem schuldet die Klägerin der Beklagten für das Berufungsverfahren
eine Parteientschädigung. Bei einem Streitwert von Fr. 130'000.-- ist diese auf
Fr. 4'500.-- zu bemessen (§§ 4 Abs. 1 und 13 Abs. 1 und 2 AnwGebVO). Mangels
Antrags (Urk. 49 S. 1) ist kein Zuschlag für die Mehrwertsteuer zuzusprechen.