# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** a7ca32d5-4207-44d3-bbcf-09cc6f7540e6
**Court:** CH_BSTG
**Chamber:** CH_BSTG_001
**Year:** 2014
**Language:** de
**Jurisdiction:** CH / Federation
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** 

## Facts

Die Beschwerdekammer hält fest, dass:
- das Bundesamt für Justiz (nachfolgend "BJ") mit Entscheid vom 7. Febru-
ar 2014 die Auslieferung von A. an Rumänien für diejenigen Sachverhalte
aus dem Urteil des Landgerichts Timis vom 12. April 2011 bewilligte, wel-
che sexuelle Handlungen mit Kindern betreffen, die zum Tatzeitpunkt unter
16 Jahre alt waren, für die restlichen Straftaten die Auslieferung jedoch ab-
lehnte (act. 1.1);
- der Vertreter von A. am 24. Februar 2014 an das BJ gelangte und ausführ-
te, per 2. Februar 2014 sei in Rumänien ein neues Strafrecht in Kraft getre-
ten, welches die Strafbarkeit von sexuellen Handlungen mit Jugendlichen
mildere bzw. straflos erkläre, was u. a. auch zur Überprüfung des A. betref-
fenden Urteils führe (act. 1.2);
- das BJ am 25. Februar 2014 das Justizministerium Rumäniens um Mittei-
lung ersuchte, ob es weiterhin an einer Auslieferung von A. festhalte
(act. 1.3);
- die rumänischen Behörden am 4. März 2014 bestätigten, dass das Landge-
richt Timis am 28. Februar 2014 die Verurteilung von A. wegen sexuellen
Handlungen mit Minderjährigen gestützt auf die am 1. Februar 2014 in Kraft
getretene Gesetzesnovelle aufgehoben hat (act. 1.3);
- die rumänischen Behörden aber auch mitteilten, am Auslieferungsersuchen
festzuhalten, da das neue Urteil noch nicht rechtskräftig sei (act. 1.3);
- das BJ hierauf am 4. März 2014 die sofortige Entlassung von A. aus der
Auslieferungshaft verfügte und ankündigte, das Auslieferungsverfahren oh-
ne Haft fortzusetzen (act. 1.3);
- A. mit Beschwerde vom 12. März 2014 an die Beschwerdekammer des
Bundesstrafgerichts gelangte, die Aufhebung des Auslieferungsentscheids
vom 7. Februar 2014 verlangte und um Gewährung der unentgeltlichen
Rechtspflege ersuchte (act. 1);
- das BJ den angefochtenen Entscheid am 18. März 2014 mit sofortiger Wir-
kung aufhob, da absehbar sei, dass eine Auslieferung kaum mehr möglich
sei (act. 4);
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- der Vertreter von A. mit Eingabe vom 19. März 2014 ausführte, das Be-
schwerdeverfahren sei seiner Ansicht nach abzuschreiben, und eine Hono-
rarnote für seine Bemühungen im Beschwerdeverfahren einreichte (act. 5,
5.1).

## Considerations

Die Beschwerdekammer zieht in Erwägung, dass:
- gegen Auslieferungsentscheide des BJ innerhalb von 30 Tagen nach Eröff-
nung des Entscheids bei der Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts
Beschwerde geführt werden kann (Art. 55 Abs. 3 i.V.m. Art. 25 Abs. 1
IRSG; Art. 50 Abs. 1 VwVG);
- auf Beschwerdeverfahren in internationalen Rechtshilfeangelegenheiten
die Bestimmungen des VwVG anwendbar sind (Art. 39 Abs. 2 lit. b i.V.m.
Art. 37 Abs. 2 lit. a StBOG), wenn das IRSG nichts anderes bestimmt
(Art. 12 Abs. 1 IRSG);
- die Vorinstanz im Rahmen des Beschwerdeverfahrens bis zu ihrer Ver-
nehmlassung die angefochtene Verfügung in Wiedererwägung ziehen kann
(Art. 58 Abs. 1 VwVG) und diesfalls den Parteien ohne Verzug eine neue
Verfügung eröffnet und sie der Beschwerdeinstanz zur Kenntnis bringt
(Art. 58 Abs. 2 VwVG);
- die Beschwerdeinstanz in einem solchen Fall die Behandlung der Be-
schwerde fortsetzt, soweit diese durch die neue Verfügung der Vorinstanz
nicht gegenstandslos geworden ist (Art. 58 Abs. 3 VwVG);
- vorliegend der Beschwerdegegner innerhalb der ihm anberaumten Frist zur
Erstattung einer Beschwerdeantwort die angefochtene Verfügung aufhob
und damit dem Antrag des Beschwerdeführers entsprach, weshalb das Be-
schwerdeverfahren zufolge Gegenstandslosigkeit abzuschreiben ist (vgl.
hierzu KIENER/RÜTSCHE/KUHN, Öffentliches Verfahrensrecht, Zürich/St. Gal-
len 2012, N. 1548);
- die Verfahrenskosten in der Regel der unterliegenden Partei aufzuerlegen
sind (Art. 63 Abs. 1 VwVG) und der obsiegenden Partei eine Entschädi-
gung für ihr erwachsene notwendige und verhältnismässig hohe Kosten
zuzusprechen ist (Art. 64 Abs. 1 VwVG);
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- im Falle der Gegenstandslosigkeit der Beschwerde grundsätzlich diejenige
Partei als unterliegend angesehen wird, welche die Gegenstandslosigkeit
verursacht hat (KIENER/RÜTSCHE/KUHN, a.a.O., N. 1577; BEUSCH, VwVG –
Kommentar zum Bundesgesetz über das Verwaltungsverfahren, Zü-
rich/St. Gallen 2008, Art. 63 VwVG N. 16);
- vorliegend der Beschwerdegegner nach seiner Aufhebung der angefochte-
nen Verfügung als unterliegende Partei anzusehen ist (vgl. zuletzt den Ent-
scheid des Bundesstrafgerichts RR.2013.128 vom 15. August 2013 mit
Hinweis auf BOVAY, Procédure administrative, Bern 2000, S. 459);
- dem Beschwerdegegner keine Verfahrenskosten auferlegt werden können
(Art. 63 Abs. 2 VwVG), weshalb vorliegend auf die Erhebung einer Ge-
richtsgebühr zu verzichten ist;
- sich die vom Beschwerdegegner dem Beschwerdeführer gestützt auf
Art. 64 Abs. 1 VwVG zu leistende Parteientschädigung nach der von Letz-
terem eingereichten Honorarnote und den darin ausgewiesenen Stunden-
aufwand und Auslagen richtet (act. 5.1; vgl. Art. 10 ff. des Reglements des
Bundesstrafgerichts vom 31. August 2010 über die Kosten, Gebühren und
Entschädigungen in Bundesstrafverfahren [BStKR; SR 173.713.162]);
- der geltend gemachte Aufwand als angemessen erscheint;
- hinsichtlich der geltend gemachten Auslagen gestützt auf Art. 11 Abs. 1
und Art. 13 BStKR einzig die Pauschale von Fr. 18.-- für div. E-Mails nicht
berücksichtigt werden kann;
- sich die vom Beschwerdegegner dem Beschwerdeführer für das vorliegen-
de Verfahren auszurichtende Parteientschädigung daher auf Fr. 2'972.60
beläuft (entschädigungsberechtigter Aufwand Fr. 2'752.40, zzgl. 8 %
MwSt.);
- das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege bei diesem
Ausgang des Verfahrens ebenfalls zufolge Gegenstandslosigkeit abzu-
schreiben ist;
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