# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** c0c3e017-4683-4173-bfb7-a2f08f43c8f9
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2019
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1973
, ist seit seiner Geburt Staatsangehöriger der Türkei (Urk. 6/7/1). Im August 2008
reiste
er
aus Deutschland in die Schweiz ein
, Urk. 6/7/4). In der Schweiz arbeitete er als Serviceangestellter (Urk. 6/7/6, Urk. 6/15
,
Urk. 6/56).
Am 6. Oktober 2010
meldete
er
sich unter Hinweis auf eine gesundheitliche Beeinträchtigung aufgrund eines
beim Sturz
am
1.
Mai 2010 er
littenen Bruchs der rechten Hand mit Komplikationen (Morbus
Sudek
) bei der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, zum Leitungsbezug an (
Urk.
6/7,
Urk.
6/10).
Die IV-Stelle tätigte Abklärungen in beruflich-erwerblicher und medizinischer Hinsicht. Alsdann wies sie das Leistungsbegehren von
X._
n
ach durchgeführtem
Vorbescheid
verfahren
mit Verfügung vom
19
.
Februar
201
4
ab. Zur Begründung führte sie aus, dass
X._
als in der Schweiz lebende
r
Türke bei Eintritt des Versicherungsfalls am
1.
Mai 2011 die versiche
rungsmässigen Voraussetzungen (Beitragszeit)
nicht erfüllt
habe
(Urk.
6
/
110
). Diese Verfügung erwuchs unangefochten in Rechtskraft.
1.2
Am 27. Juni 2014
erlangte
X._
das Schweizer Bürgerrecht
(vgl.
6/121/1
,
Urk.
6/139/1
)
.
In der Folge meldete er sich a
m 2
9.
Mai 2015
erneut
unter Hinweis auf die Folgen des Unfalls vom
1.
Mai 2010
bei der IV-Stelle zum Leistungsbezug an (Urk.
6/120, Urk.
6/122).
Die IV-Stelle trat auf die Neuanmel
d
ung ein und zog
namentlich die Akten
der Unfallversicherung (
Urk.
6/127), d
ie
Bericht
e
der Hausärztin von
X._
vom 1
3.
September 2015
und
6.
März 2016
(
Urk.
6/132
,
Urk.
6/137
)
und den Bericht des behandelnden Handchirurgen des
Z._
vom 2
3.
September 2015 (
Urk.
6/134)
bei
.
Der Regionale Ärztliche Dienst (RAD) der IV-Stelle nahm am 2
6.
Oktober
und 4. November 2015 sowie
1
0.
März 2016
Stellung
(
Urk.
6/139/4-5,
Urk.
6/139/6).
Mit Vorbescheid vom 1
5.
März 2016
teilte
die IV-Stelle dem Versicherten
mit
, dass sie einen Invali
ditätsgrad von 0
%
ermittelt habe, weshalb sie sein Leistungs
begehren ab
zu
weisen
gedenke
(
Urk.
6/140). Dagegen erhob der Versicherte innert Frist keinen Einwand, woraufhin die IV-Stelle
mit Verfügung vom
9.
Mai 2016 die Ab
weisung
seines
Leistungsbegehrens verfügte
(
Urk.
6/141)
.
Diese Verfügung erwuchs in Rechtskraft.
1.3
Am
2.
November 2017
meldete sich
X._
bei der IV-Stelle wieder zum Leistungsbezug an (
Urk.
6/144,
Urk.
6/146). Auf Aufforderung der IV-Stelle hin reichte er mit Eingabe vom
16. Januar 2018 (Urk. 6/151)
diverse Arztberichte ein, welche eine
Verschlechterung seines Gesundheitszustandes belegen sollen (
Urk.
6/150).
Daraufhin trat die IV-Stelle auf die Neuanmeldung ein.
Zur Sach
verhaltsabklärung
zog
sie
ins
besondere
die
Bericht
e
von Dr. med.
A._
,
Fachärztin FMH Rheumatologie und Innere Medizin, vom
4.
Septem
ber 2018 (
Urk.
6/161)
und der Hausärztin des Versicherten vom 2
9.
September 2018 (
Urk.
6/163)
bei
.
Der RAD nahm am 1
8.
Oktober 2018 Stellung (
Urk.
6/167/7).
Danach kündigte die IV-Stelle dem Versicherten mit Vorbescheid vom
5.
Novem
ber 2018 die Abweisung seines Leistungsbegehrens an (
Urk.
6/168).
Dagegen er
hob der Versicherte am 7. Dezember 2018 Einwand (
Urk.
6/171).
Daraufhin holte die IV-Stelle bei der Arbeitgeberin von
X._
weitere Auskünfte ein
(
Urk.
6/173).
Der RAD nahm am 1
3.
Februar 201
9
erneut Stellung (
Urk.
6/174/3).
Nach der Prüfung des Einwandes wies
die IV-Stelle das Leistungsbegehren m
it Verfügung vom 3. Mai 2019
wie vorbeschieden ab (Urk. 2).
2.
Dagegen erhob
X._
am 4. Juni 2019 Beschwerde und beantragte, in Aufhebung der angefochtenen Verfügung vom 3. Mai 2019 sei ihm eine Rente gestützt auf einen Invaliditätsgrad von mindestens 40 % zuzusprechen.
Zudem
seien berufliche Eingliederungsmassnahmen zu prüfen. In verfahrensrechtlicher Hin
sicht beantragte er, dass das vorliegende Verfahren bis zum Vorliegen eines rechtskräftigen Entscheids betreffend die Leistungspflicht der Unfallversicherung zu sistieren sei (Urk. 1 S. 2).
Mit Beschwerdeantwort vom 16. Juli 2019 beantragte die Beschwerdegegnerin Abweisung der Beschwerde (Urk. 5, unter Beilage der IV-Akten [Urk. 6/1-178]),
was dem Beschwerdeführer am 1
8.
Juli 2019 zur Kenntnis gebracht wurde (
Urk.
7).
3.
Zu ergänzen ist, dass der Beschwerdeführer der
für den Unfall vom
1.
Mai 2010 zuständige
n
Unfallversicherung
seine Behandlungen im
Z._
und seine Arbeits
un
fähigkeit in den Jahren 2015 bis 2017 als Rückfall zu diesem Unfallereignis meldete. M
it Verfügung
vom 1
6.
Mai 2017 verneinte die Unfallversicherung ihre Leistungspflicht. Daran hielt sie mit
Einspracheentscheid
vom 17. Oktober 2017 fest. Die dagegen vom Beschwerdeführer am 1
7.
November 2017 beim Sozialver
sicherungsgericht erhobene Beschwerde ist Gegenstand des Verfahrens Nr. UV.2017.00262 und wurde mit Urteil heutigen Datums abgewiesen.
4.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Der Beschwerdeführer beantragt, dass das vorliegende Verfahren
bis zum Vorlie
gen eines recht
skräftigen Entscheids betreffend die Leistungspflicht der Unfall
versicherung zu
sistieren sei
(
Urk.
1 S. 2).
1.2
Mit Urteil heutigen Datums hat das Sozialversicherungsgericht
eine Leistungs
pflicht der Unfallversicherung des Beschwerdeführers für die von ihm als Rückfall zum Unfall vom
1.
Mai 2010 geltend gemachten Be
schwerde
n
mangels Kausal
zusammenhangs verneint. Im Unterschied zur Unfallversicherung
hat die Beschwerdegegnerin als sogenannt finale Versicherung grundsätzlich sämtliche Leiden
der Versicherten unabhängig von ihrer Ursache zu berücksichtigen (BGE
124 V 174 E. 3b; Urteil des Bundesgerichts 8C_486/2015 vom 3
0.
November 2015 E. 4.1.2 mit weiteren Hinweisen).
Das Vorbringen des Beschwerdeführers, dass - nach seiner Ansicht - der Ursprung und die Spätfolgen seiner gesund
heit
lichen Einschränkung im Unfall vom
1.
Mai 2010 liegen (
Urk.
1 S. 3), rechtfertigt eine Sistierung des vorliegenden Verfahren
bis zum rechtskräftigen Entscheid über die Leistungspflicht
daher nicht. Die
vom Beschwerdeführer
geltend ge
machten gesundheitlichen Einschrän
kungen
sind
im vor
liegenden Verfahren zu prüfen, unabhängig davon, ob die Unfallversicherung dafür Leistungen zu erbrin
gen hat oder nicht.
Demnach ist d
er Antrag des Beschwerdeführers
auf Verfahrenssistierung
ab
zu
weisen.
2.
2
.1
Strittig
und zu prüfen ist
, ob sich der Gesundheitszustand des Beschwerdeführers und/oder dessen erwerblichen Auswirkungen seit
Erlass der
Verfügung vom
9. Mai 2016, mit welcher die Beschwerdegegnerin sein Leistungsbegehren vom am 29. Mai 2014 (Urk. 6/120, Urk. 6/122) abgewiesen hatte (Urk. 6/141),
bis zum Erlass
der angefochtenen Verfügung
vom
3. Mai 2019
(Urk. 2) erheblich ver
schlechtert haben
, so dass er nunmehr
Anspruch
auf
Leistun
gen der Eidgenössi
schen Invalidenversicherung hat.
2
.2
In der angefochtenen Verfügung vom
3.
Mai 2019 führte die Beschwerdegegnerin aus, dass der Beschwerdeführer keinen Anspruch auf berufliche Eingliederungs
massnahmen habe, da er aktuell
in einem
60
%
-Pensum
in den
B._
an der Kasse arbeite. Diese Tätigkeit entspreche einer körper
lich angepassten Tätig
keit. Sodann bestehe auch kein Anspruch auf eine Invali
denrente, da dem Beschwerdeführer gemäss ihren medizinischen Abklärungen eine körperlich leichte Tätigkeit, ohne
besondere Belastung der rechten Hand, zu 100
%
zumutbar sei, und beim Einkommensvergleich ein Invaliditätsgrad von 0
%
resultiere (
Urk.
2 S. 2).
2
.
3
Der Beschwerdeführer
lässt
demgegenüber vor
bringen
,
es sei unbestritten, dass er nicht mehr als Servicemitarbeiter arbeiten könne. Dennoch habe die Beschwer
de
gegnerin seinen Anspruch auf berufliche Eingliederungsmassnahmen
verneint. Es
sei unklar, wie
sie dies begründet habe. Insbesondere wäre ein Arbeitsversuch zu prüfen.
Es
sei auch bei einem bestehenden Arbeitsverhältnis nicht ausgeschlos
sen, die Möglichkeit der Steigerung der aktuellen Tätigkeit zu prüfen (Urk. 1 S.
4). Zu seinem Anspruch auf eine Invalidenrente sei festzuhalten, dass er gemäss dem Bericht seiner behandelnden Rheumatologin
Dr.
A._
auch in einem de
m Leiden angepassten Tätigkeit n
ur zu 60
%
arbeitsfähig sei. Sie rechne zudem wegen der degenerativen Veränderungen weiter mit einer Zunahme der Sympto
matik und damit mit einer Verminderung
seiner
Arbeitsfähigkeit.
Dieser Beur
tei
lung durch die behandelnde Fachärztin widerspreche
der
RAD-Arzt ohne Be
grün
dung beziehungsweise einzig mit
dem Hinweis darauf
, dass keine objektiven kli
nischen Befunde vorlägen, die eine zeitliche Limitierung der Arbeitsfähigkeit plausibel begründen würden (
Urk.
1 S. 3). Weil eine Begründung fehle, genüge die Stellungnahme des RAD-Arztes den von der bundesgerichtlichen Recht
spre
chung gestellten Anforderungen
an den Beweiswert eine
r
Beurteilung durch einen versicherungsinternen Arzt nicht. Es sei deshalb auf die Arbeitsfähigkeits
einschätzung von
Dr.
A._
abzustellen und seine Arbeitsfähigkeit auf 60
%
fest
zulegen (
Urk.
1 S. 4). In erwerblicher Hinsicht sei
auf
den bei seinem jetzigen Arbeitgeber erzielten Lohn abzustellen, da diese Arbeit einer leidens
angepassten Tätigkeit entspreche und er die ihm verbliebende Arbeitsfähigkeit voll ausschöpfe (
Urk.
1 S. 3-4). Zudem sei er bereits seit dem
1.
April bei seinem Arbeitgeber angestellt, weshalb besonders stabile Arbeitsverhältnisse vorliegen würden (
Urk.
1 S. 4).
Daraus folge, dass sein Invaliditätsgrad mindestens 40
%
betrage (
Urk.
1 S. 2).
3
.
3
.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des
Bundes
gesetz über den Allgemei
nen Teil des Sozialversicherungsrechts
,
ATSG
).
Sie kann Folge von Geburtsgebre
chen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des
Bundesgesetz
es
über die Invalidenversicherung,
IVG
).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise
Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgegliche
nen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beein
trächtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbs
unfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
3
.2
Invalide oder von einer Invalidität (Art. 8 ATSG) bedrohte Versicherte haben gemäss Art. 8 Abs. 1 IVG Anspruch auf Eingliederungsmassnahmen, soweit:
a.
diese notwendig und geeignet sind, die Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen,
wieder herzustellen
, zu erhalten oder zu verbessern; und
b.
die Voraussetzungen
für den Anspruch auf die einzelnen Massnahmen erfüllt sind.
Der Anspruch auf Eingliederungsmassnahmen besteht unabhängig von der Aus
übung einer Erwerbstätigkeit vor Eintritt der Invalidität. Bei der Festlegung der Massnahmen ist die gesamte noch zu erwartende Dauer des Erwerbslebens zu berücksichtigen (Abs. 1
bis
). Nach Massgabe der Art. 13 und 21 IVG besteht der Anspruch auf Leistungen unabhängig von der Möglichkeit einer Eingliederung ins Erwerbsleben oder in den Aufgabenbereich (Abs. 2). Nach Massgabe von Art. 16 Abs. 2 lit. c IVG besteht der Anspruch auf Leistungen unabhängig davon, ob die Eingliederungsmassnahmen notwendig sind oder nicht, um die Erwerbs
fähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, zu erhalten oder zu verbessern (Abs. 2
bis
).
Die Eingliederungsmassnahmen bestehen gemäss Abs. 3 in medizinischen Mass
nahmen (lit. a), Integrationsmassnahmen zur Vorbereitung auf die berufliche Ein
gliederung (lit.
a
bis
), Massnahmen beruflicher Art (Berufsberatung, erstmalige berufliche Ausbildung, Umschulung, Arbeitsvermittlung, Kapitalhilfe; lit. b) und in der Abgabe von Hilfsmitteln (lit. d).
3
.3
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen
wieder herstellen
, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und
bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
3
.4
3
.4.1
Wurde eine Rente wegen eines zu geringen Invaliditätsgrades
verweigert, so wird nach Art.
87 Abs.
3
der
Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV)
eine neue Anmeldung nur geprüft, wenn
die Voraussetzungen gemäss Abs.
2 dieser Bestim
mung erfüllt sind. Danach ist im Revisionsgesuch glaubhaft zu machen, dass sich der Grad der Invalidität der versicherten Person in einer für den Anspruch erheblichen Weise geändert hat.
Ergibt die Prüfung durch die Verwaltung, dass
die Vorbringen
der versicherten Person nicht glaubhaft sind, so erledigt sie das Gesuch ohne weitere Abklärungen durch Nichteintreten.
Tritt die Verwaltung auf die Neuanmeldung ein, so hat sie die Sache materiell abzuklären und sich zu vergewissern, ob die von der ver
si
cherten Person glaubhaft gemachte Veränderung des Invaliditätsgrades auch tat
sächlich eingetreten ist; sie hat demnach in analoger Weise wie be
i einem Revi
sionsfall nach Art. 17 Abs. 1 ATSG vorzugehen (BGE
117 V 198 E. 3a, vgl. auch BGE 133 V 108 E. 5.2). Stellt sie fest, dass der Invaliditätsgrad seit Erlass der früheren rechtskräftigen Verfügung keine Veränderung erfahren hat, so weist sie das neue Gesuch ab. Andernfalls hat sie zunächst noch zu prüfen, ob die festge
stellte Veränderung genügt, um nunmehr eine anspruchsbegründende In
validität zu bejahen, und hernach zu beschliessen. Im Beschwerdefall obliegt die gleiche materielle Prüfungspflicht auc
h dem Gericht (BGE 117 V 198 E. 3a, 109 V 108 E.
2b
).
3
.4.2
Gemäss höchstrichterlicher Rechtsprechung ist von Amtes wegen zu prüfen, ob seit der ersten Rentenverfügung zwischenzeitlich eine erneute materielle Prüfung des Rentenanspruchs stattgefunden hat. War dies nicht der Fall, so ist auf die Entwicklung der Verhältnisse seit der ersten Ablehnungsverfügung abzustellen; wie im Revisionsverfahren bleiben allfällige, vorangehende
Nichteintretensverfügungen
aufgrund des fehlenden Abklärungs- und bloss summarischen Begrün
dungsaufwandes der Verwaltung unbeachtlich. Erfolgte dagegen nach einer ers
ten Leistungsverweigerung eine erneute materielle Prüfung des geltend gemach
ten Rentenanspruchs und wurde dieser nach rechtskonformer Sachverhaltsabklä
rung, Beweiswürdigung und Durchführung eines Einkommensvergleichs (bei Anhaltspunkten für eine Änderung in den erwerblichen Auswirkungen des Gesundheitszustands) abermals rechtskräftig verneint, muss sich die leistungsan
sprechende Person dieses Ergebnis - vorbehältlich der Rechtsprechung zur Wie
dererwägung oder prozessualen Revision (vgl. BGE 127 V 466 E. 2c mit Hinwei
sen) - bei einer weiteren
Neuanmeldung entgegenhalten lassen (BGE 130 V 71 E. 3.2.3; vgl. auch BGE 133 V 108 E. 5.3 f.).
3
.5
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der Einkommens
ver
gleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegen
übergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invalidi
täts
grad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des Einkommens
vergleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
3
.6
3
.6.1
Die RAD stehen den IV-Stellen zur Beurteilung der medizinischen Voraus
setzun
gen des Leistungsanspruchs zur Verfügung. Sie setzen die für die Invaliden
ver
si
cherung nach
Art.
6 ATSG
massgebende
funktionelle Leistungsfähigkeit der Ver
sicherten fest, eine zumutbare Erwerbstätigkeit oder Tätigkeit im Auf
gaben
be
reich auszuüben. Sie sind in ihrem medizi
nischen Sachentscheid im Einzelfall unabhängig (
Art.
59
Abs.
2
bis
IVG
; BGE 137 V 210 E. 1.2.1, Urteil des Bundes
ge
richts 9C_58/2011 vom 25. März 2011 E. 2.2
). Die RAD können bei Bedarf selber ärztliche Untersuchungen von Versicherten durchführen. Sie halten die Untersu
chungsergebnisse schriftlich fest (
Art.
49
Abs.
2 IVV).
Zudem stehen sie den IV-Stellen der Region beratend zur Verfügung
(
Art.
49
Abs. 3
IVV)
.
3
.6.2
Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts kann eine RAD-Stellungnahme als medizinisches Aktengutachten grundsätzlich eine zulässige Entscheidungs
grund
lage darstellen kann, wobei einem reinen Aktengutachten nur Beweiswert zu
zu
erkennen ist, wenn es im Wesentlichen um die Beurteilung eines fest
stehen
den medizinischen Sachverhaltes geht
. Den Berichten versicherungsinterner medizi
nischer Fachpersonen
kommt
praxisgemäss nicht dieselbe Beweiskraft zu wie einem im Verfahren nach
Art.
44 ATSG in Auftrag gegebenen Gutachten (Urteil des Bundesgerichts 9C_411/2018 vom 2
4.
Oktober 2018 E. 4.2). Bestehen auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der versicherungs
internen ärztlichen Feststellungen, so sind ergänzende Abklärungen vor
zuneh
men (BGE 135 V 465 E. 4.4 mit Hinweis).
3
.7
Versicherungsträger und Sozialversicherungsgerichte haben die Beweise frei, das heisst ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtge
mäss zu würdigen. Für das Beschwerdeverfahren bedeutet dies, dass das Sozial
versicherungsgericht alle Beweismittel, unabhängig davon, von wem sie stam
men, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruches gestat
ten. Insbesondere darf es bei einander widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizi
nische These abstellt. Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist also entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allsei
tigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Ausschlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Her
kunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten (
BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351
E. 3a).
4
.
4
.1
Der leistungsabweisenden Verfügung vom
9.
Mai 2016 lag folgende medizinische Aktenlage zugrunde:
4
.1.1
Dem Bericht der Hausärztin des Beschwerdeführers, Dr. med.
C._
, Fachärztin für Innere Medizin, vom 13. September 2015 ist zu entnehmen
, dass beim Beschwerdeführer
ein
Ulna-Impaktationssyndrom
mit chronischen Handge
lenksschmerzen rechts und Funktionseinschränkung vorliege (
Urk.
6/132/5
)
.
D
es
wegen
bestünden
gelegentlich Parästhesien in der rechten Hand und im rechten Unterarm.
Die
Flexion und
die
Pronation der rechten Hand
seien
eingeschränkt. Es bestünden keine sonstigen körperlichen und psychischen Einschränkungen (Urk. 6/132/6). In einer angepassten Tätigkeit sei der Beschwerdeführer ab 1. Sep
tember 2015 zu 100 % arbeitsfähig (Urk. 6/132/7).
Zur Frage, ob seit dem Bericht vom 1
3.
September 2015 veränderte Befunde vor
liegen würden, führte Dr.
C._
i
n ihrem Verlaufsbericht vom 6. März 2016
aus, dass neu
die Diagnosen
Periarthropathia
humeroscapularis
links, intermit
tierendes
Lumbovertebralsyndrom
sowie
costovertebrale
Dysfunktion 3. Rippe links bei erfolgreicher Mobilisation in der Rheumatologie des
Z._
vom 27. Oktober 2015
zu stellen seien
(
Urk.
6/137/3).
In diesem Bericht
hielt sie so
dann
fest, dass der Beschwerdeführer wieder in einem 60%-Pensum arbeite
(Urk. 6/137/5). Er arbeite nach wie vor im Service im Restaurant, wo Teller auf dem Unterarm getragen werden müssten, was mit Schmerzen verbunden und des
halb für den Beschwerdeführer nicht geeignet sei (Urk. 6/137/3). Durch die Be
lastung am Arbeitsplatz würden die Schmerzen am Unterarm rechts verstärkt (Urk. 6/137/6).
4
.1.2
Dr.
med.
D._
, Oberarzt, Klinik für Plastische Chirurgie und Handchirurgie,
Z._
,
untersuchte den Beschwerdeführer am 1
0.
September 2015 (
Urk.
6/134/1). In seinem Bericht vom 23. September 2015
stellte
Dr.
D._
als Diag
nose mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers die Diag
nose
Ulna-Impaktationssyndrom
mit chronischen Handgelenksschmerzen rechts und Funk
tionseinschränkungen (
Urk.
6/134/1). Er hielt dazu fest, dass beim Beschwerde
führer eine verminderte Kraft in der rechten Hand sowie eine eingeschränkte Beweglichkeit bestehe. Dadurch sei die Beidhändigkeit nicht voll gegeben und dem Beschwerdeführer sei das Tragen von Geschirr, Tablets etc. im Service sehr erschwert. Es seien nur leichte Arbeiten möglich (
Urk.
6/134/3).
Er
sei als Ser
vice
angestellter von 1
5.
März 2011 bis 3
1.
Juli 2015 zu 100
%
arbeitsunfähig gewesen
. Danach sei ein Arbeitsunfähigkeitszeugnis von der
Hausärztin aus
ge
stellt worden
(
Urk.
6/134/3).
Aus medizinischer Sicht sei
ih
m die bisherige Tätig
keit als Serviceangestellt
er no
ch für kurze Einsätze von 4 bis 5 Stunden möglich (
Urk.
6/134/3-4).
Nach der Verlaufskontrolle vom
2.
Dezember 2015
führte
Dr.
D._
unter ande
rem aus
, dass die Situation besser geworden sei. Der Beschwerdeführer könne bis 3 kg ohne Schmerzen am Handgelenk links tragen.
Er
habe angefangen, in der Gastronomie zu 60
%
zu arbeiten. Insgesamt sei
er
zufrieden und habe das Gefühl, dass es mit dem rechten Arm
besser gehe
. Er (
Dr.
D._
) schliesse die Behandlung ab. Der Beschwerdeführer sei aber noch wegen Proble
men an der Schulter links und rechts in der Rheumatologie des
Z._
in Behand
lung (Urk. 6/135/4).
4
.1.3
In seine
r
Stellungnahme vom
10
.
Mä
r
z
201
6
führte RAD-Arzt
Dr.
med.
E._
, Facharzt für Chirurgie
aus
,
Dr.
D._
habe
am
2.
Dezember 2015
festgestellt, dass der
Beschwerdeführer ohne Schmerzen 3 kg tragen
könne und
die Extension/Flexion des rechten Handgelenks 30-0-20 Grad, die Pro-/Supina
tion 70-0-70 Grad
und
die grobe Kraft 20 kg rechts
betrage
(
Urk. 6/139/6,
vgl. Urk.
6/135/4).
Demnach sei
aus chirurgisch versicherungsmedizinischer Sicht
von folgendem Belastungsprofil auszugehen:
Zu 100 % z
umutbar seien
dem Beschwerdeführer
körperlich leichte (angepasste) Tätigkeiten mit Wechselbelas
tung
ohne
erhöhte Anforderungen an die Kraft und Haltefunktion der rechten Hand, daher auch ohne Besteigen von Leitern und Gerüsten, ohne Heben und Tragen von Lasten und ohne Arbeiten mit ungünstigen Hebelwirkungen am
Handgelenk (Stielwerkzeuge, Arbeiten mit aus
gestreckten Armen), ohne repetitive Beanspruchung der rechten Hand und ohne erhöhte Anforderungen an das fein
motorische Geschick der rechten Hand (Urk.
6/139/6
).
Die im Verlaufsbericht von Dr.
C._
aufge
führte linksseitige
Periarthropathia
humeroscapularis
sei diesem Belastungsprofil zuzuordnen. Dem Beschwerdeführer seien leichte (ange
passte) Tätigkeiten ohne Heben, Tragen und Transportieren von mittelschweren und schweren Lasten, ohne beidseitiges/linksseitiges Arbeiten in Armvorhalte
po
sition und Überkopf
arbeiten medizinisch-theoretisch
weiterhin zumutbar. Zusammenfassend bestehe seit dem 2
6.
November 2015 eine 100%ige Arbeits
fä
higkeit in
eine
angepass
ter Tätigkeit sowie eine 60%ige
Arbeitsfähigkeit
in
der
bisherige
n
Tätigkeit ohne Service im Restaurant (
Urk.
6/139/6).
4
.2
4
.2.1
Die Rheumatologin
Dr.
A._
stellte in ihrem Bericht
vom
4. September 2018
die folgenden Diagnosen
mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit
(Urk. 6/1
61
/3
-4
)
:
-
Cervico
- und oberes
thorakovertebrales
Syndrom mit
spondylogener
Aus
strahlung in die vordere Thorax
-Apertur links
und Arm rechts
-
HLA-B27 negativ
-
MRI der Halswirbelsäule (HWS) vom 21. Dezember 2017: breitbasige Diskushernie C6/7 rechts-paramedian mit Kontakt zur Wurzel C7 rechts ohne Kompression, Spinalkanalenge C6/7, aktivierte
Spondylarthrose
C3/4 links
-
Wirbelsäulenfehlform und muskuläre
Dysbalance
-
Ulnaimpaktions
-Syndrom mit chronischen Handgelenksschmerzen rechts und Funktionseinschränkung
-
Status
nach Metacarpale V-Fraktur am 1. Mai 2010 mit Reposition und
intramedullärer
Schienung am 19. Mai 2010, Reposition am 1. Juni 2010 sowie
Osteosynthesematerialentfernung
(
OSME
) am 23. August 2010
-
Zustand nach
Triangulärer
Fibrocartilaginärer
Complex
(
TFCC
)
-Läsion
,
Lunatumchondromalazie
und
Ulnocarpal
-Arthrose mit proximal
row-carpectomy
,
S
t
yloidektomie
des Radius, PIN/AIN-Resektion,
SORL
-Rekonstruktion
Dig
. III/IV rechts mit PL-Sehne
-
Complex
Regional
Pain
Syndrome (CRPS)
-
Klinisch Verdacht auf beginnende
Coxarthrose
bei Röntgen Lendenwir
bel
säule (LWS) und Becken vom 15. S
eptember 2017:
Spondylophyt
L5,
Ilio
sakralgelenk
(
ISG
) nicht sicher einsehbar, leichte Sklerose des
a
cetabu
lum
beidseits
-
Enthesiopathie
Os
lunatum
bei leichten Senkfüssen und
Dysbalance
bei Schuhzurichtung mit Besserung 2013
Zur Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers hielt sie fest,
die Hausärztin habe den Beschwerdeführer zu 60
%
arbeitsfähig geschrieben. Sie selber habe für diese
Arbeitsunfähigkeit nie ein Zeugnis ausgestellt (
Urk.
6/161/2). Ferner berichtete sie,
der Beschwerde
führer
arbeite
derzeit
in einem Casino an der Kasse
(
Urk.
6/161/4).
Diese Tätigkeit sei dem Beschwerdeführer
im von ihm ausgeübten Pensum von
60%
z
um
utbar
(Urk. 6/161/4, 6)
. Dies gelte auch für eine dem Leiden angepasste Tätigkeit (Urk. 6/161/6).
4
.2.2
In seiner Stellungnahme vom
18
.
Oktober
2018 führte RAD-Arzt Dr. med.
F._
, Facharzt für orthopädische Chirurgie und Traumatologie, aus, dass den von der Beschwerdegegnerin beigezogenen
Arztb
erichten die folgenden Diagnosen zu entnehmen seien (Urk. 6/167/
6
):
-
C
ervi
c
o
- und oberes
thorakovertebrales
Syndrom mit
spondylogener
Aus
strahlung
in die vordere
Thoraxapertur
links
und den Arm rechts
-
Ulnaimpaktions
-Syndrom mit chronischer Handgelenkschmerzen rechts und Funktionseinschränkung bei
-
Klinisch Verdacht auf beginnende
Coxarthrose
-
Enthesiophathie
des Os
cuneiforme
/Os
cuboideum
bei leichtem S
enk
fuss
beidseits
und
Dysbalance
In seiner versicherungsmedizinischen Beurteilung führte
Dr.
F._
dazu
aus,
den
aktuellen Arztberichte
n
ab 2017
sei zu entnehmen, dass sich
der Gesundheits
zu
stand des Beschwerdeführers seit der RAD-Stellungnahme vom 1
0.
März 2015 insofern verschlechtert
habe
,
als mittlerweile - dokumentiert erstmals im Septem
ber 2017
durch
Dr.
A._
- die linksbetonte Schmerzproblema
tik im Bereich des
cervicothorakal
en
Übergangs (untere
HWS
/
obere Brustwirbe
lsäule [BWS]) hinzugekommen sei. Dies sei
teils durch degenerative Veränderungen teils durch (reaktive) muskuläre
Dysbalancen
bedingt
. Damit sei mit dem
Cervico
- und obere
n
thorakovertebrale
n
Syndrom mit
spondylogener
Ausstrahlung in die vor
dere
Thoraxapertur
links und den Arm rechts inzwischen ein weiterer somatischer Gesundheitsschaden ausgewiesen. Dieser Gesundheitszustand sei stabil. (
Urk.
7/167/7).
Hinsichtlich der Arbeitsfähigkeit für die bisherige Tätigkeit in der Gastronomie ändere sich durch diesen zusätzlichen Gesundheitsschaden insofern etwas, als die f
r
üh
ere Tätigkeit im Service
aus versicherungsmedizinischer Sicht nun nicht mehr zumutbar und mit überwiegender Wahrscheinlichkeit auch medizinisch
-
theoretisch gar nicht mehr möglich sei
. Dies
, weil im Service die Lasten (Teller, Tabletts usw.)
zumeist links getragen würden
. Somit sei ab Sep
tember 2017 von einer Arbeitsunfähigkeit von 100
%
in der früheren Tätigkeit auszu
gehen. Die aktuell mit 60
%
ausgeübte Tätigkeit an der Kasse im
B._
sei allerdings durchaus weiterhin zumutbar. Diese Tätigkeit müsse aus versiche
rungsmedizin
is
cher Sicht als «angepasste Tätigkeit»
angesehen werden, da es sich um eine körperlich sehr leichte Tätigkeit ohne besondere Belastung der rechten Hand und ohne Zwangshaltungen des Schultergürtels beziehungsweise des
Nackens handle. Rein medizin
-
theoretisch
sei diese oder eine andere vergleich
bare, adaptierte Tätigkeit überwiegend wahrscheinlich mit einem vollschichtigen Pensum (100
%
) möglich (
Urk.
6/167/7).
In seiner Stellungnahme vom 1
3.
Feb
ruar 2019
führte
Dr.
F._
sodann aus, dass
den aktenkundigen Be
richten, speziell
de
m Bericht von Dr.
A._
, keinerlei objektive, klinische Befunde zu entnehmen seien, aufgrund derer eine wesentliche zeitliche Limitierung der Arbeitsfähigkeit in der derzeit ausgeübten Tätigkeit plausibel begründe
t
würde (Urk.
6/174/3).
5.
Bezüglich der beantragten Eingliederungsmassnahmen bringt der Beschwerde
führer vor, dass die Beschwerdegegnerin zu Unrecht keinen Arbeitsversuch ver
anlasst habe, um eine Steigerung
seiner
aktuellen Tätigkeit an der Kasse der
B._
abzuklären (Urk. 1 S.
4).
Bei einem Arbeitsversuch kann die Invalidenversicherung einer versicherten Per
son versuchsweise einen Arbeitsplatz für längstens 180 Tage zuweisen, um deren tatsächliche Leistungsfähigkeit im Arbeitsmarkt abzuklären (
Art.
18a Abs. 1 IVG). Dazu ist der - für das Sozialversicherungsgericht allerdings nicht verbindlichen (
BGE 133 V 587 E. 6.1; 133 V 257 E. 3.2 mit Hinweisen
)
-
Ver
waltungsweisung des Bundesamtes für Sozialver
siche
rungen (BSV) unter anderem zu entnehmen, dass ein bestehendes Arbeits
ver
hältnis die Gewährung eines Arbeitsversuchs nicht ausschliesse. Als Durch
führungsstelle eines Arbeits
versuchs komme auch der derzeitige Arbeitgeber in Frage, sofern der Arbeits
versuch in einem neuen Aufgabenbereich stattfinde oder die Leistungsfähigkeit im bisherigen Aufgaben
bereich unklar sei (Randziffer 5021 des Kreisschreibens des BSV über die Einglie
derungsmassnahmen beruflicher Art, gültig ab
1.
Januar 2014 [Stand:
1.
Januar 2019];
KSBE).
Gegen einen Arbeitsversuch
des Beschwerdeführers bei den
B._
auf Kosten der Beschwerdegegnerin
spricht zum einen, dass die Arbeitgeberin
Umplatzierungsmöglichkeiten
im Betrieb bereits (
ohne E
rfolg) geprüft
hat
(Urk. 6/173/4). Zum anderen könnte der Beschwerdeführer gemäss der Beurtei
lung von RAD-Arzt
Dr.
F._
- auf welche abzustellen ist (vgl. E. 6.2 nach
stehend)
-
seine Tätigkeit als Kassier bei der
B._
medizinisch-theoretisch auch in einem 100%-Pensum ausüben. Von einem Arbeitsversuch wären
vor
lie
gend
somit keine weit
eren Aufschlüsse zur Leistungsfähigkeit des Beschwerde
führers zu erwarten, weshalb er keinen Anspruch
auf diese Eingliederungsmass
nahme hat.
Der Vollständigkeit halber ist zu erwähnen, dass gemäss Dr.
A._
be
züglich der Eingliederung des Beschwerdeführers in eine andere Tätigkeit kein Handlungsbedarf bestand (Urk. 6/161/6).
Nach Lage der Akten ist nicht zu beanstanden, dass die Beschwerdegegnerin einen Anspruch des Beschwerdeführers auf Eingliederungsmassnahmen verneint hat.
6
.
6
.1
Zu prüfen bleibt, ob der Beschwerdeführer Anspruch auf eine Invalidenrente hat.
6
.2
Nicht strittig ist, dass dem Beschwerdeführer die angestammte Tätigkeit als Ser
viceangestellter nicht mehr zumutbar ist (vgl. die RAD-Stellungnahme vom 1
8.
Oktober 2018 [Urk. 6/167/7]).
RAD-Arzt
Dr.
F._
gelangte in seiner Beur
tei
lung vom
18. Oktober 2018 und
13.
Februar 2019 zum Schluss, dass dem Beschwerdeführer eine leidensangepasste Tätigkeit, wozu er auch die vom Beschwerdeführer ausgeübte Arbeit an der Kasse der
B._
zählte,
medizinisch-theoretisch
zu 100
%
ausführen könnte (Urk. 6/167/7,
Urk.
6/174/3). Er stützte sich dabei auf die IV-Akten, insbesondere den Bericht der behandeln
den Rheumatologin
Dr.
A._
vom 4. September 2018 (
Urk.
6/161) und den am 2
1.
Dezember 2018 ausgefüllten Arbeitgeberfragebogen (
Urk.
6/173), welchen er Angaben zur Tätigkeit des Beschwerdeführers entnehmen konnte (
Urk. 6/161/5, Urk.
6/173
/3)
.
Dem
gegenüber hielt Dr.
A._
dafür, dass dem Beschwerdeführer die Arbeit für die
B._
sowie auch eine angepasste Tätigkeit - welche von ihr aber nicht beschrieben wurde - nur in einem 60%-Pensum zumutbar sei (Urk. 6/161/6). Zur Tätigkeit des Beschwerdeführers an der Kasse führte Dr.
A._
aus, dass dies eine leichte
,
wenig wech
sel
belastend
en
und repetitive Arbeit sei. Bei der Arbeit an der Kasse komme die rechte Hand etwas mehr zum Einsatz als bei der früheren Tätigkeit im Service (Urk. 6/161/5). Es sei mög
lich, dass diese Tätigkeit dem Beschwerdeführer im Ver
lauf etwas mehr Mühe bereiten könnte. Da jedoch im Service die linke Seite deut
lich überbelastet ge
wesen sei, sei die aktuelle leichte Arbeit vorzuziehen. Die Ein
schränkung bestehe insofern, dass das rechte Handgelenk in der Beweglichkeit
eingesteift
sei und somit die Bewegungen im Schultergürtel und Ellbogen kom
pensiert werden müssten, was allenfalls dort zu einer Überlastung führen könnte (Urk. 6/161/5). Diese Folgen der Arbeit des Beschwerdeführers sind für Dr.
A._
aber nur möglich und nicht auf
grund von ihr festgehaltenen
und
nach
vollziehbaren Befunden ausgewiesen. Wie RAD-Arzt Dr.
F._
ausführte (Urk. 6/174/3)
,
nannte die behandelnde Rheumatologin keine objektivierbare
n
Befunde
,
um damit
eine Arbeitsunfähigkeit
zu begründen
.
Der
Beschwerdeführer macht geltend, dass sich gemäss Dr.
A._
seine
Arbeitsfähigkeit weiter verschlechtern werde (Urk. 1 S. 3). Die
Rheumatologin
hielt in ihrer Prognose zur Arbeitsfähigkeit des Beschwer
deführers fest, dass aufgrund der langen Dauer der Symptomatik nicht mit einer wesentlichen Änderung zu rechnen sei. Tendenziell werde wegen den degenera
tiven Veränderungen im Bereich der Wirbelsäule die Symptomatik im Verlauf eher zunehmen. Somit werde sich die Arbeitsfähigkeit in nächster Zeit sicherlich nicht bessern, sondern eher verschlechtern (
Urk.
6/161/4).
Falls
aber dereinst
eine solche Ver
schlechterung eintreten wird, wäre sie allenfalls im Rahmen einer Neuanmeldung zum Leistungsbezug bei der
Eidg
. Invalidenversicherung zu berücksichtigen.
Eine aktuelle Beeinträchtigung ist damit nicht zu begründen.
Der Umstand allein, dass der Beschwerde
führer bei den
B._
nur in einem 60%-Pensum arbeitet, spricht sodann nicht dafür, dass ihm medizinisch-theoretisch eine leidensangepasste Tätigkeit ebenfalls nur in diesem Um
fang zumutbar ist, was Dr.
A._
auch nicht behauptet.
Und schliesslich
ist
auch der Erfahrungstatsache Rechnung zu tragen, dass behandelnde Ärztinnen und Ärzte im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen mitunter eher zu Gunsten ihrer Patienten aussagen (Urteil des Bundesgerichts 8C_821/2018 vom 1
8.
Juni 2019 E. 5.2 mit weiteren Hinweisen).
Der Arztbericht
der behandelnden Rheumatologin Dr.
A._
vom 4. September 2018 (Urk. 6/161)
vermag demnach keine
Zweifel an der Beurtei
lung von RAD-Arzt
Dr.
F._
zu begründen. Seine Einschätzung, wonach dem Beschwerdeführer eine leidensangepasste Tätigkeit zu 100
%
zumutbar ist, erweist sich nach dem Gesagten vielmehr als schlüssig und überzeugend. Es ist deshalb auf die Beurteilung des RAD-Arztes (Urk. 6/167/7, Urk. 6/174/3) ab
zu
stellen.
6
.3
Beim Einkommensvergleich der Beschwerdegegnerin resultierte ein Invaliditäts
grad von 0
%
.
Das hypothetische
Invalideneinkommen
war höher
als
das hypo
thetische
Valideneinkommen
(
Urk.
2 S. 2,
Urk.
6/166/1)
.
Hin
sicht
lich des
Vali
deneinkommens
stellte d
ie
Beschwerdegegnerin
auf
lohns
tatische Angaben
zum Gastgewerbe gemäss der Schweize
rischen Lohnstrukturerhebung (LSE) 2016 des Bundesamtes für Statistik (
Ziff.
55-56 der Tabelle TA1)
ab
. Zur Begründung führte sie aus
,
dass
der Beschwerdeführer vor Eintritt des Gesundheitsschadens als Serv
iceangestellter gearbeitet habe. D
ie von ihm erzielten Einkommen
seien
aber sehr unterschiedlich ge
wesen (
Urk.
6/166/1).
Dem stellt sie als Invalidenein
kommen den Lohn gegenüber, welchen der Beschwerdeführer
als Hilfsarbeiter
gemäss LSE 2016 TA1
Ziff.
5-96 «Total» erzielen könnte (Urk. 6/166/1).
Dieser Tabellenlohn ist höher als derjenige für das Gastgewerbe. Dennoch hat die Beschwerdegegnerin hinsichtlich
d
es Invalid
en
einkommens zu Recht den Tabel
len
lohn für Hilfsarbeiter
beigezogen
, weil dem Beschwerdeführer gemäss dem
Belastungsprofil von RAD-Arzt
Dr.
F._
(Urk. 6/167/7) in einer leidensan
gepass
ten Tätigkeit ein breites Spektrum
an Tätigkeit
offen steht
(
vgl. Urteil des Bun
desgerichts I 310/05 vom 19.
Oktober 2005 E. 3).
Der Einkommens
vergleich der Beschwerdegegnerin ist somit nicht zu beanstanden.
Der Beschwerdeführer rügt, dass die Beschwerdegegnerin hinsicht
lich des Invalidenlohnes nicht auf lohnsta
tistische Werte abstellen durfte. Statt
dessen
hätte sie von seinem bei der
B._
erzielten Einkommen ausgehen müssen (
Urk.
1 S. 3). Jedoch ergibt sich
,
selbst wenn beim Einkommens
vergleich das gemäss Beschwerdeführer anwendbare Invalideneinkommen ver
wendet würde (
Valideneinkommen
: Fr. 50'068.90 / Invalideneinkommen: Fr. 61'100.--)
,
ein Invaliditätsgrad von 0
%
.
Damit kann der Beschwerdeführer aus seinem Vorbringen nichts zu seinen Guns
ten ableiten.
6
.4
Demnach resultiert ein
Invaliditätsgrad von 0
%
, womit
kein Anspruch auf eine Invalidenrente
besteht
(E.
2.3).
7.
Diese Erwägungen führen zur Abweisung der Beschwerde.
8.
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das vorliegende Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (Art. 69 Abs. 1
b
is
IVG) und auf Fr. 800.-- anzusetzen.
Ausgangsgemäss
sind die Gerichtskosten dem Beschwerdeführer aufzuerlegen.
Das Gericht
beschliesst
:
Der Antrag des Beschwerdeführers auf Verfahrenssistierung vom
4.
Juni 2019 wird abgewiesen,
und
erkennt:
1.
Die
Beschwerde
wird abgewiesen.
2.
Die Gerichtskosten von
Fr.
800
.-- werden
dem Beschwerdeführer
auferlegt.
Rechnung und Einzahlungsschein werden
dem
Kostenpflichtigen nach Eintritt der Rechtskraft zugestellt.
3.
Zustellung gegen Empfangsschein an:
-
AXA-ARAG Rechtsschutz AG
-
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
-
Bundesamt für Sozialversicherungen
sowie an:
-
Gerichtskasse (im Dispositiv nach Eintritt der Rechtskraft)
4.