# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 7bb4d232-73cc-47ce-a222-c7ae908f75cc
**Court:** CH_BSTG
**Chamber:** CH_BSTG_001
**Year:** 2020
**Language:** de
**Jurisdiction:** CH / Federation
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Die Beschwerdekammer hält fest, dass:
- das Amtsgericht Wroclaw-Mitte mit Beschluss vom 13. Mai 2017 gegen A. einen Haftbefehl erliess wegen des Verdachts der Beteiligung an einer  Organisation, des Betrugs, des Eingriffs in die Rechte des , der unrechtmässigen Aneignung und der Geldwäscherei;
- in diesem Zusammenhang das Justizministerium der Republik Polen am
26. Oktober 2017 und 5. September 2019 an die Schweiz gelangte und um Auslieferung von A. ersuchte (Verfahrensakten Urk. 1-4);
- das Bundesamt für Justiz (nachfolgend «BJ») am 29. Oktober 2019 gegen
A. einen Auslieferungshaftbefehl erliess (Verfahrensakten Urk. 7 = act. 2);
- A. am 4. Dezember 2019 von der Kantonspolizei Solothurn festgenommen
und zum Auslieferungsersuchen einvernommen wurde (Verfahrensakten Urk. 6);
- A. am 6. Dezember 2019 an die Beschwerdekammer des Bundesstrafge-
richts gelangte und gegen den Auslieferungshaftbefehl vom 29.  2019 Beschwerde erhob (act. 1);
- auf die Durchführung eines Schriftenwechsels verzichtet wird (Art. 57 Abs. 3
VwVG).

## Considerations

Die Beschwerdekammer zieht in Erwägung, dass:
- für den Auslieferungsverkehr zwischen der Schweiz und Polen primär das Europäische Auslieferungsübereinkommen vom 13. Dezember 1957 (EAUe; SR 0.353.1), die hierzu ergangenen Zusatzprotokolle vom 15. Oktober 1975 (ZP I EAUe; SR 0.353.11) und vom 17. März 1978 (ZP II EAUe; SR 0.353.12) sowie das Schengener Durchführungsübereinkommen vom 14. Juni 1985 (SDÜ; ABl.L 239 vom 22. September 2000, S.19-62) i.V.m dem Beschluss des Rates vom 12. Juni 2007 über die Einrichtung, den Betrieb und die  des SIS der zweiten Generation (SIS II), namentlich Art. 26-31 (ABl.L vom 7. August 2007, S. 63-84) massgebend sind;
- soweit die Staatsverträge und Zusatzprotokolle bestimme Fragen nicht ab-
schliessend regeln, auf das Verfahren der Auslieferung ausschliesslich das Recht des ersuchten Staates Anwendung findet (Art. 22 EAUe), namentlich das Bundesgesetz vom 20. März 1981 über internationale Rechtshilfe in
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Strafsachen (Rechtshilfegesetz, IRSG; SR 351.1) und die dazugehörige  vom 24. Februar 1982 (Rechtshilfeverordnung, IRSV; SR 351.11); das innerstaatliche Recht nach dem Günstigkeitsprinzip auch dann zur  gelangt, wenn dieses geringere Anforderungen an die Rechtshilfe stellt (BGE 142 IV 250 E. 3; 140 IV 123 E. 2; 137 IV 33 E. 2.2.2; 136 IV 82 E. 3.1); die Wahrung der Menschenrechte vorbehalten bliebt (BGE 135 IV 212 E. 2.3; 123 II 595 E. 7c; TPF 2016 65 E. 1.2; 2008 24 E. 1.1);
- auf Beschwerdeverfahren in internationalen Rechtshilfeangelegenheiten zu-
dem die Bestimmungen des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 1968 über das Verwaltungsverfahren (Verwaltungsverfahrensgesetz, VwVG; SR 172.021) anwendbar sind (Art. 39 Abs. 2 lit. b i.V.m. Art. 37 Abs. 2 lit. a Ziff. 1 StBOG), wenn das IRSG nichts Anderes bestimmt (siehe Art. 12 Abs. 1 IRSG);
- die verfolgte Person gegen den Auslieferungshaftbefehl des BJ innert zehn
Tagen ab der schriftlichen Eröffnung Beschwerde bei der  des Bundesstrafgerichts führen kann, wobei für das  die Art. 379-397 StPO sinngemäss gelten (Art. 48 Abs. 2 i.V.m. Art. 47 IRSG);
- der Auslieferungshaftbefehl vom 29. Oktober 2019 der Beschwerdeführerin
am 4. Dezember 2019 ausgehändigt worden ist (Verfahrensakten Urk. 7); die Beschwerde mithin fristgerecht erhoben worden ist, weshalb darauf  ist;
- die Verhaftung des Verfolgten während des ganzen Auslieferungsverfahren
die Regel bildet (BGE 136 IV 20 E. 2.2 S. 23; 130 II 306 E. 2.2 S. 309);
- eine Aufhebung des Auslieferungshaftbefehls sowie eine Haftentlassung
sich nur ausnahmsweise und unter strengen Voraussetzungen rechtfertigen, wenn der Verfolgte sich voraussichtlich der Auslieferung nicht entzieht und die Strafuntersuchung nicht gefährdet (Art. 47 Abs. 1 lit. a IRSG), wenn er den sogenannten Alibibeweis erbringen und ohne Verzug nachweisen kann, dass er zur Zeit der Tat nicht am Tatort war (Art. 47 Abs. 1 lit. b IRSG), wenn er nicht hafterstehungsfähig ist oder andere Gründe vorliegen, welche eine weniger einschneidende Massnahme rechtfertigen (Art. 47 Abs. 2 IRSG), oder wenn sich die Auslieferung als offensichtlich unzulässig erweist (Art. 51 Abs. 1 IRSG);
- ein Auslieferungsersuchen offensichtlich unzulässig sein kann, wenn ohne
jeden Zweifel und ohne weitere Abklärungen ein Ausschlussgrund vorliegt (vgl. BGE 111 IV 108 E. 3a);
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- im Übrigen die Vorbringen gegen die Auslieferung als solche oder gegen die Begründetheit des Auslieferungsbegehrens nicht im vorliegenden , sondern im eigentlichen Auslieferungsverfahren zu  sind (vgl. MOREILLON/DUPUIS/MAZOU, La pratique judiciaire du Tribunal pénal fédéral, in Journal des Tribunaux 2009 IV 111 Nr. 190 und 2008 IV 66 Nr. 322 je m.w.H. auf die Rechtsprechung);
- die ausnahmsweise zu gewährende Haftentlassung an strengere Voraus-
setzungen gebunden ist als der Verzicht auf die gewöhnliche  in einem Strafverfahren oder die Entlassung aus einer solchen (vgl. BGE 130 II 306 E. 2.2 und 2.3; 111 IV 108 E. 2; Entscheid des  RH.2015.14 vom 9. Juli 2015, E. 4.1);
- die Beschwerdeführerin zunächst vorbringt, sie habe die ihr vorgeworfenen
Straftaten nicht begangen;
- sie damit verkennt, dass solche Einwendungen im Verfahren betreffend Aus-
lieferungshaft nicht zu hören sind; zudem Schuld- und Tatfragen im Rahmen eines Auslieferungsverfahrens grundsätzlich nicht geprüft werden (vgl. BGE 133 IV 76 E. 2.2.; 118 Ib 121 E. 5c);
- auch der Einwand, in Polen warte auf sie der Tod, da die polnischen Polizi-
sten und Staatsanwälte ihr Leben zerstören wollten, die Auslieferung an sich betrifft; zudem dieser pauschal gehaltene Einwand es nicht ohne jeden  und ohne weitere Abklärungen erlaubt anzunehmen, die Auslieferung  sich als offensichtlich unzulässig;
- andere Gründe, welche eine Auslieferung offensichtlich auszuschliessen
oder sonst zu einer Aufhebung der Auslieferungshaft zu führen vermöchten, weder geltend gemacht werden noch solche ersichtlich sind;
- die Beschwerde sich damit als unbegründet erweist;
- bei diesem Ausgang des Verfahrens die Gerichtskosten der Beschwerdefüh-
rerin aufzuerlegen sind (Art. 63 Abs. 1 VwVG); die Gerichtgebühr auf Fr. 1'500.-- festzusetzen ist (Art. 63 Abs. 5 VwVG i.V.m. Art. 73 StBOG sowie Art. 5 und 8 Abs. 3 lit. a BStKR).
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