# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 425eb251-efdc-48b6-99ea-84296fb7ec80
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2019
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
Für das Beitragsjahr 2014, in welchem
X._
im Januar
das 64. Altersjahr und damit das ordentliche AHV-Alter erreicht hatte, ging die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich
, Ausgleichskasse,
in der
Aktonto
verfügung
vom 27. Januar 2014 von einem beitragspflichtigen Einkommen von Fr. 24'600.-- aus, unter
Anrechnung eines Freibetrages für Altersrentn
er
von
monatlich
Fr. 1'400.
-- beziehungsweise
jährlich
Fr. 16'800.--
(Urk. 6/103). Für das Beitragsjahr 2015 ging die
Ausgleichskasse
von einem beitragspflichtigen Einkommen von Fr. 23'200.-- aus, ebenfalls
unter Anrechnung eines Freibetrages für Altersrentner von
monatlich
Fr. 1'400.--
beziehungsweise
jährlich
Fr. 16'800.--
(Urk. 6/119). Die
Beitragspflichtige
wandte sich mit Schreiben vom 19. April 2017 an die
Ausgleichskasse und
meldete betreffend das Jahr 2014
ein mutmassliches Einkommen
von Fr. 58'098.25 und betreffend das Jahr 2015
ein mutmassliches Einkommen
von Fr. 53'154.7
0.
Sie bat darum, die provisorischen Beiträge für die Beitragsjahre 2014 und 2015 entsprechend anzupassen (Urk. 6/126-128). Mit Nachtragsverfügungen vom 12. Mai 2017 setzte die
Aus
gleichskasse
die
Akontobeiträge
für
Selbständigerwerbende
entsprechend den Angaben der
Beitragspflichtigen
fest und ging für das Jahr 2014 unter Berück
sichtigung eines Freibetrages für Altersrentner von Fr. 15'400.-- und auf
zu
rech
nenden persönlichen Beiträgen von Fr. 3'381.-- von einem beitragspflichtigen Einkommen von Fr. 46'000.-- (
Urk. 6/130)
und für das Jahr 2015 unter Berück
sichtigung eines Freibetrages für Altersrentner von Fr. 16'800.-- und auf
zu
rech
nenden persönlichen Beiträgen von Fr. 2'565.-- von einem beitragspflichtigen Einkommen von Fr. 38’900.-- (Urk. 6/131
)
aus
. Mit Verzugszinsverfügung vom 12. Mai 2017 setzte sie sodann Verzugszinsen von F
r. 170.75
für das Beitragsjahr 2014
fest (Urk. 6/129). Gegen die
se
Verzugszins
verfügung erhob die Beitrags
pflichtige am 6. Juni 2017 Einsprache (Urk. 6/132), welche die Ausgleichskasse mit Entscheid vom 3. Juli 2017 abwies (Urk. 2 [= Urk. 6/135]).
2.
Dagegen erhob die Beitragspflichtige am 11. September 2017 Beschwerde und beantragte, der angefochtene Entscheid sei ersatzlos aufzuheben (Urk. 1). Mit Beschwerdeantwort vom 2. Oktober 2017 beantragte die Beschwerdegegnerin die Abweisung der Beschwerde (Urk. 5).
Replicando
hielt die Beschwerdeführerin am
13. November 2017
an ihrem Antrag fest (Urk. 9);
die Beschwerdegegnerin ver
zichtete am 1. Dezember 2017
auf das Erstatten einer Duplik (Urk. 12). Am 26. April 2018 reichte die Beschwerdeführerin eine weitere Eingabe ein (Urk. 14), wozu die
Beschwerdegegnerin am 17. Mai 2018 Stellung nahm (Urk. 17).
Dazu äusserte sich die Beschwerdeführerin
wiederum
mit Eingabe v
om 30.
September 2018 (Urk. 19), wovon
die
Beschwerdegegnerin am 2. Oktober 2018
in Kenntnis gesetzt wurde
(Urk. 21).
Der Einzelrichter

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Da der Streitwert Fr.
20’000.-- nicht übersteigt, fällt die Beurteilung der
Beschwerde
in die einzelrichterliche Zuständigkeit (
§
11
Abs.
1 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht).
1.2
Vom Einkommen aus selbständiger Erwerbstätigkei
t werden Beiträge erhoben (Art. 3 und 8
f.
des Bundesgesetzes
über die Alters-
und
Hinterlassenenversiche
rung
[
AHVG
]
;
Art.
2 und 3 des Bundesgesetzes
über die Invalidenversicherung [
IVG
]
;
Art.
26 und 27 des Bundesgesetzes über den Erwerbsersatz für Dienst
leis
tende und bei Mutterschaft [
EOG
]
).
Gemäss Art. 22 der Verordnung über die Alters- und Hinterlassenen
-
versicherung (AHVV) werden die Beiträge vom Ein
kommen aus selbständiger Erwerbstätigkeit für jedes Beitragsjahr festgesetzt, wobei das Kalenderjahr als Beitragsjahr gilt. Die Beiträge bemessen sich aufgrund des im Beitragsjahr tatsächlich erzielten Erwerbseinkommens und des am 31. Dezember im Betrieb investierten Eigenkapitals.
Ermittelt wird das für die Bemessung der Beiträge massgebende Erwerbseinkom
men von den kantonalen Steuerbehörden; dies aufgrund der rechtskräftigen Ver
anlagung für die direkte Bundessteuer bzw. für das im Betrieb investierte Eigen
kapital aufgrund der entsprechenden rechtskräftigen kantonalen Veranlagung unter Berücksichtigung der interkan
tonalen Repartitionswerte (Art. 23 Abs.
1 AHVV). Die kantonalen Steuerbehörden übermitteln diese Angaben für jedes Steuerjahr lau
fend den Ausgleichskassen (Art. 27 Abs.
2 AHVV).
1.3
Im laufenden Beitragsjahr haben die beitragspflichtigen
S
elbständigerwerbenden
nach Art.
24
AHVV
periodisch
Akontobeitr
äge
zu leisten (Abs.
1). Die Aus
gleichskassen bestimmen die
Akontobeiträge
aufgrund des voraussichtlichen Ein
kommens des Beitragsjahres. Sie können dabei vom Einkommen ausgehen, das der letzten Beitragsverfügung zu Grunde lag, es sei denn, der Beitragspflichtige mache glaubhaft, dieses entspreche offensichtlich nicht dem vo
raussichtlichen Einkommen (Abs.
2).
Zeigt sich während oder nach Ablauf des Beitragsjahres, dass das Einkommen wesentlich vom voraussichtlichen Einkommen abweicht, so passen die Ausgleichskas
sen die
Akontobeiträge
an (Abs.
3). Die Beitragspflich
tigen haben den Ausgleichskassen die für die Festsetzung der
Akontobeiträge
erforderlichen Auskünfte zu erteilen, Unterlagen auf Verlangen einzureichen und wesentliche Abweichungen vom voraussichtli
chen Einkommen zu melden (Abs.
4). Zahlungsperiode für die
Akontobeiträge
Selbständigerwerbender
ist in
der Regel das Vierteljahr (Art. 34 Abs. 1
lit
.
b AHVV). Die für die Zahlungsperiode geschuldeten Beiträge sind innert zehn Tagen nach deren Ablauf zu be
zahlen (Art. 34 Abs.
3 erster Satz).
1.4
Die Ausgleichskassen setzen die für das Beitragsjahr geschuldeten Beiträge – in der Regel
nach Eingang der Steuermeldung (vgl. Art. 27 AHVV und E. 1.2)
– in einer Verfügung fest und nehmen den Ausgleich mit den geleistete
n
Akontobei
trägen
vor (Art. 25 Abs.
1 AHVV). Die von den Beitragspflichtigen zu wenig ent
richteten Beiträge sind innert 30 Tagen ab Rechnungsstellung zu bezahlen. Zuviel entrichtete Beiträge haben die Ausgleichskassen zurückzuerstatten oder zu ver
rechnen (
Art. 25 Abs.
2 und 3 AHVV).
1.
5
Gemäss Art. 26 Abs. 1 Satz 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG) sind für fällige Beitragsforderungen und Bei
tragsrückerstattungsansprüche Verzugs- un
d Vergütungszinsen zu leisten.
Der Bundesrat kann für geringfügige Beiträge und kurzfristige Ausstände Ausnahmen vorsehen.
Selbständigerwerbende
haben
auf den auszugleichenden persönlichen Beiträgen, die nicht innert 30 Tagen ab Rechnung
sstellung geleistet werden,
erst
ab Rech
nungsstellung durch die Ausgleichskasse Verzugsz
insen zu entrichten (Art. 41
bis
Abs. 1
lit
. e AHVV).
Falls d
ie
Akontobeiträge
mindestens 25
% unter den tatsäch
lich geschuldeten Beiträ
gen liegen und nicht bis zum 1.
Januar nach Ablauf des dem Beitragsjahr folgenden Kalenderjahres entrichtet werden, so beginnt die Pflicht zur Entrichtung von Verzugszinsen ab dem 1.
Januar nach Ablauf des dem Beitragsjahr folgenden Kalenderjahres (
Art.
41
bis
Abs.
1
lit
.
f AHVV). Von diesem Tatbestand d
er Differenzzahlungen abgesehen
haben nach Art.
41
bis
AHVV Verzugszinsen zu entrichten: Beitragspflichtige im Allgemeinen auf Bei
trägen, die sie nicht innert 30 Tagen nach Ablauf der Zahlungsperiode bezahlen, ab Ablauf der Zahlungsperiode (
li
t
.
a) und Beitragspflichtige auf für vergangene Kalenderjahre nach
geforderten Beiträgen ab dem 1.
Januar nach Ablauf des Kalenderjahres, für welches die
Beiträge
geschuldet sind (
lit
.
b). Der Satz für die Verzugs- und Vergütungszinsen beträgt 5
% im Jahr (
Art. 42 Abs.
2 AHVV).
1.6
Dem Verzugszins kommt die Funktion eines Vorteilsausgleichs wegen verspäteter Zahlung der Hauptschuld zu. Die Verzugszinsen bezwecken, unbekümmert um den tatsächlichen Nutzen und Schaden, den Zinsverlust des Gläubigers und den Zinsgewinn des Schuldners in pauschalierter Form auszugleichen. Hingegen weist der Verzugszins nicht
pönalen
Charakter auf und ist unabhängig von einem Ver
schulden am Verzug geschuldet. Für die Verzugszinspflicht im Beitragsbereich ist daher nicht massgebend, ob den Beitragspflichtigen, die Ausgleichskasse oder eine andere Amtsstelle ein Verschulden an der Verzögerung der Beitragsfestset
zung oder -zahlung trifft. Nebst dem pauschalen Ausgleich von Zinsgewinn und -verlust – der überdies für Verzugs- und Vergütungszinsen gleich hoch ausfällt – bezweckt der Verzugszins zusätzlich eine Abgeltung des administrativen Auf
wands für die verspätete resp. nachträgliche Beitragserhebung und für die Erhe
bung des Verzugszinses selbst (
BGE
139 V 297 E. 3.3.2.2
mit Hinweis auf BGE 134 V 202).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin erwog im angefochtenen
Einspracheentscheid
,
die per
sönlichen Beiträge für die Jahre 2014 und 2015 würden definitiv verfügt werden, sobald die definitiven Steuermeldungen vorlägen. Demzufolge werde auch der Zins wieder neu berechnet.
Eine Zinsabrechnung erfolge jeweils nach der Mel
dung des Einkommens. Die Beitragsjahre 2014 und 2015 seien
bisher
nur provi
sorisch veranlagt
worden
; vom Steueramt sei bis
jetzt
noch keine verbindliche Meldung erstattet worden.
Die Verzugszinsen für das Beitragsjahr 2014
seien in Rechnung gestellt worden, da das angepasste provisorische Einkommen mehr als 25 Prozent vom ehemaligen p
rovisorischen Einkommen abgewichen sei
. Zudem sei die Abweichung erst nach Ablauf des dem Beitragsjahr folgenden Beitrags
jahres gemeldet worden (Urk. 2).
2.2
Demgegenüber machte die Beschwerdeführerin geltend, sie habe nur gegen den Zins Einsprache erhoben. Seit 2007 seien die Steuererklärungen aus Gründen, die sie nicht zu vertreten habe, noch nicht rechtskräftig veranlagt worden. Ob sich nach Vorliegen der definitiven Steuererklärungen überhaupt ein Saldo zu ihren Lasten ergeben werde, könne noch nicht gesagt werden. Der Verzugszins sei geschuldet, wenn ein Schuldner mit einer fälligen Geldleistung in Verzug geraten sei. Mit Hinblick auf die Tatsache,
dass die Beitragsjahre und die Steuererklärun
gen seit 2007 nicht definitiv seien, stehe nicht einmal fest, ob und in welchem Betrag sie überhaupt in Verzug sei. Das Berechnen und Einfordern eines Verzugs
zinses rechtfertige sich im Moment nicht. Die Beschwerdegegnerin beziehe sich auf Art. 41
bis
Abs. 1 AHVV. Dieser betreffe klarerweise die Situation, dass vorhe
rige Steuererklärungen und SVA-Abrechnungen definitiv geworden seien, was hier nicht der Fall sei (Urk. 1).
2.3
In der Beschwerdeantwort vom 2. Oktober 2017 führte die Beschwerdegegnerin im Wesentlichen aus, da in den Beitragsjahren 2014 und 2015 bereits periodische
Akontobeiträge
geleistet worden seien, werde mit den provisorischen Beitrags
verfügungen vom 12. Mai 2017 eine Differenzzahlung nach Art. 25 Abs. 1 AHVV festgesetzt.
Demzufolge kämen für die Bestimmung des Verzugszinses auf den am 12. Mai 2017 provisorisch verfügten persönlichen Beiträgen die
lit
. e bezie
hungsweise
lit
. f des Art. 41
bis
Abs. 1 AHVV zur Anwendung. Es sei nicht mass
gebend, ob die Beitragspflichtige oder die Ausgleichskasse oder eine andere Amtsstelle die Verzögerung der Beitragsfestsetzung oder -bezahlung zu verant
worten habe (Urk. 5).
2.4
Die Beschwerdeführerin brachte in der Duplik vom 13. November 2017 vor, es treffe nicht zu, dass eine Differenzzahlung nach Art. 25 Abs. 1 AHVV festgesetzt worden sei. Es handle sich um
Akontobeiträge
. Eine Grundlage für eine Zinsbe
rechnung liege nicht vor. Ausserdem sei nicht nachvollziehbar, weshalb die Beschwerdegegnerin lediglich von einem Einkommen von Fr. 23'200.-- ausge
gangen sei, obwohl für das Jahr 2013
Fr. 40'000.-- gemeldet worden seien (Urk. 9).
2.5
Mit Eingabe vom 26. April 2018 reichte die Beschwerdeführerin die Nachtrags
verfügungen betreffend die Beitragsjahre 2014 und 2015 ein und machte geltend, die
«
Abrechnungsjahre seien seit eh ausgeglichen
»
(Urk. 14).
2.6
Die Beschwerdegegnerin entgegnete darauf
hin
in ihrer Stellungnahme vom 17. Mai 2018, dass es keine Abweichungen zwischen den provisorischen Verfü
gungen vom 12. Mai 2017 und den definitiven Verfügungen gebe. Dies bedeute jedoch nicht, dass die Ausgleichsjahre
«
sei
t
eh ausgeglichen
»
seien. Vielmehr zeige sich, dass mit den provisorischen Verfügungen vom 12. Mai 2017 genau diejenigen Beiträge erhoben worden seien, welche aufgrund der Steuermeldungen für die Jahre 2014 und 2015 effektiv geschuldet gewesen seien. Wäre der Zins nicht bereits verfügt worden, müsste dieser jetzt auf den auszugleichenden Bei
trägen erhoben werden. Somit ergäbe sich ein Zinsenlauf vom 1. Januar 2016 bis zum Erlass der neuen Verfügung am 13. April 201
8.
Es müsste daher ein höherer Verzugszins erhoben werden (Urk. 17).
2.7
Mit Eingabe vom 30. September 2018 machte die Beschwerdeführerin geltend,
nach der definitiven Festsetzung der Beiträge habe kein Ausstand bestanden. Es gebe daher keine auszugleichenden Beiträge. H
ätte sie damals die Verzugszinsen kritiklos überwiesen, müsste sie heute deren Rückzahlung
verlangen
(Urk. 19)
.
3.
3.1
Die Beschwerdeführerin erhob lediglich gegen die Verzugszinsverfügung vom 12. Mai 2017, mit welcher die Beschwerdegegnerin Verzugszinsen von Fr. 170.76 für das Beitragsjahr 2014 festgesetzt hatte (Urk. 6/129), Einsprache (Urk. 6/132). Gegenstand des
Einspracheverfahrens
konnte somit einzig die
se
Verzugszinsver
fügung sein
.
3.2
Die mit Nachtragsverfügung
vom 12. Mai 2017 erfolgte
Festsetzung der Beiträge für das Jahr
2014
(Urk. 6/130
) stellte
lediglich eine Anpassung der
akonto
zu bezahlenden Beiträge im Sinne von Art. 24 Abs. 3 AHVV (E. 1.3) dar
und nicht eine Nachforderung
von persönlichen Beiträgen
im Sinne von Ar
t. 25 Abs.
2 AHVV
(
E.
1.4)
. Verzugszinsen nach Art.
41
bis
Abs.
1
lit
.
e
(und f)
AHVV
würden
voraus
setzen, dass die beitragspflichtige Person
die mutmasslichen Beiträge bezahlt hätte und nun lediglich auf Grund der rechtskräftigen Steuerveranlagung noch di
e Differenz zu den definitiven –
eben auszugleichende Beiträge
–
zu leis
ten hätte
(vgl. das Urteil des ehemaligen Eidgenössischen Versicherungsgerichts H 271/03 vom 21. Januar 2004 E. 4.1)
.
Demzufolge sind die Bestimmungen
über die Verzugszinsen in Art.
41
bis
Abs.
1
lit
.
e und f AHVV, welche sich beide auf die nach
Art.
25 Abs.
2 AHVV auszu
gleichenden, auf definitiver Beitragsfestsetzung beruhenden Beitragsnachforde
rungen beziehen, nicht einsch
lägig. Die Nachforderung von
Ak
ontobeiträgen
fällt auch nicht unter den Begriff der nachgeforderten Beiträge im Sinne von A
rt.
41
bis
Abs. 1
lit
.
b AHVV. Unter diese Regelung fallen namentlich für vergangene Bei
tragsjahre nachgefordert
e persönliche Beiträge (auch
Ak
ontobeiträge
) bei nach
träglicher Erfassung der versicherten Person und
nachgeforderte persönliche Bei
träge
aufgrund einer Nachsteuerveranlagung. Die Verzugszinsenregelungen in
A
rt.
41
bis
AHVV sehen demzufolge für den vorliegenden Fall einer Nachforderung von
Akontobeiträgen
für verga
ngene Jahre, für welche bereits –
wenn auch zu niedrige
–
Akontobeiträge
bezahlt wurden, nicht
s
vor, weshalb hierauf keine Ver
zugszinsen zu erheben sind
(vgl. das Urteil des hiesigen Gerichts
AB.2014.00049
vom 29. Januar 2016 E. 4)
.
3.3
Nach dem Gesagten
bestand somit keine Grundlage für die Festsetzung von Ver
zugszinsen auf den
für das Beitragsjahr 2014 nachgeforderten
Akontobeiträgen
. In Gutheissung der Beschwerde sind der angefochtene
Einspracheentscheid
vom 3. Juli 2017 (Urk. 2)
– dess
en Gegenstand einzig die Verzugszinsfestsetzung für das Beitragsjahr 2014 sein konnte (vgl. E. 3.1) –
sowie die Verzugszinsverfügung vom 12. Mai 2017
(Urk.
6/129)
aufzuheben.
4.
4.1
Das vorliegende Ergebnis schliesst
nicht aus, im Zuge der definit
iven Beitrags
festsetzung für das Jahr 2014
gestützt auf A
rt.
41
bis
Abs. 1
lit
. e oder f
AHVV Verzugszinsen zu fordern,
sofern die
entsprechenden
Voraussetzungen
gegeben sind.
Ob
die Voraussetzungen erfüllt sind
, ist
aber
nicht zu prüfen, da dies nicht Gegenstand des
vorliegenden
Verfahrens ist.
Dennoch drängen sich nachfolgend zwei Bemerkungen auf.
4.2
Die Beschwerdeführeri
n brachte in der Duplik vom 13.
November 2017 vor, es sei nicht nachvollziehbar, weshalb die Beschwerdegegnerin ledigl
ich von einem Ein
kommen von Fr.
23'200.-- a
usgegangen sei, obwohl für das Beitragsjahr 2013 Fr.
40'000.-- gemel
det worden seien (Urk.
9).
Die Beschwerdeführerin
erreichte
im
Beitragsjahr 2014
das 64.
Altersjahr und damit das orden
tliche AHV-Alter
.
Darum rechnete ihr
die Beschwerdegegnerin,
unter
Berücksichtigung
des
Freibe
trages für Altersrentner
für die Periode von Februar bis Dezember von Fr. 15'400.--
,
lediglich ein beitragspflichtiges
Einkommen von Fr
.
24'600.
-- an (Urk.
6/103).
Im Übrigen ist f
ür die Verzugszinspflicht im Beitragsbereich nicht massgebend, ob den Beitragspflichtigen, die Ausgleichskasse oder eine andere Amtsstelle ein Verschulden an der Verzögerung der Beitragsfestsetzung oder -zahlung trifft
(E. 1.6)
.
4.3
Die Beschwerdegegnerin brachte vor, sie müsste einen höheren Verzugszins erheben, wenn sie diesen erst mit der definitiven Beitragsfestsetzung verfüge. Es er
gäbe sich ein Zinsenlauf vom 1.
Januar 2016 bis zum Erlass der n
euen Verfü
gung am 13.
April 2018 (
Urk.
17).
Dem Verzugszins kommt die Funktion eines Vorteilsausgleichs wegen verspäteter Zahl
ung der Hauptschuld zu (vgl. E.
1.6).
Mit der Nachtragsverfügung vom 13. April 2018 (Urk. 15/1) wurden exakt dieselben Beiträge festgesetzt wie mit der provisorischen Nachtragsverfügung vom 12. Mai 2017 (Urk. 6/130). Es ist daher fraglich,
inwieweit
noch ein Vorteilsausgleich geschuldet ist,
falls
die
Beschwerdeführerin
die mit provisorischer Nachtragsverfügung vom 12. Mai 2017 festgesetzten
Akontobeiträge
innert der ihr angesetzten Zahlungsfrist
bezahlt ha
t
,
was sie selbst
im Schreiben vom 6. Juni 2017
angekündigt hatte (Urk. 6/132) und
im vorliegenden Verfahren
geltend
machte
(
Urk. 19)
.
D
ie
Sache
ist daher
an
die Beschwerdegegnerin
zurück
zuweisen, damit diese dar
über entscheide, ob und in welcher Höhe gestützt auf die definitive Nachtrags
verfügung vom 13. April 2018 (Urk. 15/1)
Verzugs- beziehungsweise Vergü
tungszinsen
geschuldet sind
.