# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** eae41f7b-f548-480a-b3e1-34c27f468a0b
**Court:** SG_VB
**Chamber:** SG_VB_001
**Year:** 2020
**Language:** de
**Jurisdiction:** SG / Eastern_Switzerland
**Law Area:** Public
**Law Sub-area:** $law_sub_area

## Facts

Sachverhalt
A.
A._, Z._, ist Eigentümer der Grundstücke Nrn. 001 und 002,
Grundbuch Z._. Das landwirtschaftlich genutzte Grundstück Nr. 001
bildet das Betriebszentrum des landwirtschaftlichen Gewerbes. Das
Grundstück ist mit einem Wohnhaus (Vers.-Nr. 003), den an der
Westseite angebauten Ökonomiebauten (Vers.-Nrn. 004 und 005) und
einer freistehenden Remise (Vers.-Nr. 006) überbaut. Die vier Bauten
bilden zusammen einen Hofbereich. Das Grundstück Nr. 001 liegt im
Bereich der Gebäude gemäss Teilzonenplan "Weilerzone Gebiet
N._" der Gemeinde Z._ vom 14. Januar 2008 in der Weilerzone.
Das Grundstück Nr. 002 ist mit einer Remise (Vers.-Nr. 007) überbaut
und ist gemäss geltendem Zonenplan der Gemeinde Z._ vom
23. Juni 1993 der Landwirtschaftszone zugeschieden. Die rund 12 ha
grosse landwirtschaftliche Nutzfläche wird seit der Aufgabe der Milch-
wirtschaft und dem anschliessenden Obst- und Beerenanbau zum An-
bau von Industriehanf (Freilandproduktion) genutzt.
B.
a) Mit Baugesuch vom 24. Oktober 2016 ersuchte A._ beim Ge-
meinderat um eine Baubewilligung zur Umnutzung der Ökonomie-
baute (Vers.-Nr. 005) sowie der (ehemaligen) Jauchegrube zur Kulti-
vierung von Medizinalpflanzen und Heilkräutern. Das Projekt wurde
als Umnutzung ohne Einwirkungen auf die Umgebung und ohne Än-
derungen von Aussen- und Innenwänden, Decken, Fenstern, Fassa-
den und Dach beschrieben. Zum kantonalen Baugesuchsformular
wurde der untenstehende Situationsplan eingereicht.
b) Mit Schreiben vom 15. November 2016 teilte die Bauverwaltung
dem Baugesuchsteller mit, dass aufgrund der unvollständigen Unter-
lagen das (nachträgliche) Baugesuch nicht geprüft werden könne und
forderte weitere Unterlagen ein.
c) Gegen diese Aufforderung erhob A._ durch lic.iur. Urs Pfister,
Rechtsanwalt, St.Gallen, am 30. November 2016 Rekurs beim Baude-
partement (Verfahren Nr. 16-7186). Der Rekurs wurde am 14. April
2018 wieder zurückgezogen.
d) Mit Schreiben vom 23. April 2018 teilte der Gemeinderat dem
Rechtsvertreter von A._ mit, dass weitere bauliche Änderungen an
der Scheune noch während des Rekursverfahrens (Verfahren Nr. 16-
7186) festgestellt worden seien und setzte ihm für die Einreichung ei-
nes vollständigen Baugesuchs mit allen notwendigen Unterlagen eine
neue Frist bis 31. Mai 2018. Gleichzeitig wurde er auf die Straffolgen
nach Art. 162 Bst. a des Planungs- und Baugesetzes (sGS 731.1; ab-
gekürzt PBG) und den allfälligen Erlass eines Nutzungsverbots im
Sinn von Art. 159 Abs. 1 Bst. b PBG hingewiesen.
Entscheid des Baudepartementes SG (Nr. 104/2020), Seite 3/18
e) Mit Schreiben vom 25. Mai 2018 teilte der Baugesuchsteller
durch seinen Rechtsvertreter mit, dass er das Baugesuch in dieser
Sache bereits am 24. Oktober 2016 im Meldeverfahren eingereicht
habe. Weil er keine abschlägige Verfügung erhalten habe, sei das
Bauvorhaben rechtskräftig bewilligt, weshalb er keine weiteren Unter-
lagen einzureichen hätte.
f) Aufgrund dieser erneuten Weigerung, die Baugesuchsunterla-
gen zu ergänzen, forderte der Gemeinderat den Baugesuchsteller mit
Schreiben vom 8. Juni 2018 nochmals auf, seiner Mitwirkungspflicht
bis 30. Juni 2018 nachzukommen. Gleichzeitig wurde seine Ansicht,
die Umnutzung sei bereits rechtskräftig bewilligt, zurückgewiesen.
Weil innert Frist wiederum keine weiteren Unterlagen eingereicht wur-
den, wurde ihm am 27. Juli 2018 mitgeteilt, dass die Bauverwaltung
nunmehr selbst die notwendigen Abklärungen auf seine Kosten veran-
lassen und für eine Bestandesaufnahme eine Begehung vor Ort am
20. September 2018 durchführen würde. Für den Fall, dass er die Bau-
gesuchsunterlagen weiterhin nicht vervollständigen würde, wurde ihm
der Erlass eines Nutzungsverbots in Aussicht gestellt.
g) Gegen das explizit als Verfügung gekennzeichnete Schreiben
vom 27. Juli 2018 erhob A._ durch seinen Rechtsvertreter Rekurs
beim Baudepartement (Verfahren Nr. 18-5191). Er beantragte die Auf-
hebung der Verfügung, und auf die "Hausdurchsuchung sämtlicher
Bauten und Anlagen durch Vertreter der Bauverwaltung und anderer
notwendiger Amtsstellen und Drittpersonen" sei zu verzichten. Über
den vorgenannten Rekurs (Verfahren Nr. 18-5191) wird gleichzeitig
mit dem vorliegenden in einem separaten Entscheid entschieden.
h) Am 6. Oktober 2018 reichte der Baugesuchsteller ein Schreiben
mit vier Planunterlagen (datiert: 8. Oktober 2018) ein, welche bauliche
Änderungen bzw. Umnutzungsabsichten in der Ökonomiebaute
(Vers.-Nr. 005) dokumentierten. Im Schreiben wurde festgehalten,
dass die Pläne die Umnutzung (sowie die gebäudeinternen Anpassun-
gen, wie Abbruch von Einrichtungen des Kuhstalls, Erstellung von
neuen Zwischenwänden usw.) enthielten.
i) Die Bauverwaltung teilte mit Schreiben vom 11. Oktober 2018
dem Rechtsvertreter der Bauherrschaft mit, dass für die angezeigten
baulichen Änderungen zu keiner Zeit eine Bewilligung im Meldever-
fahren erteilt worden und eine Behandlung im Meldeverfahren auch
ausgeschlossen sei. Ebenfalls wurde mitgeteilt, dass die Bauverwal-
tung Kenntnis erhalten habe, dass auch in anderen Gebäuden sowohl
auf Grundstück Nr. 001 als auch auf Grundstück Nr. 002 Umnutzun-
gen bzw. bauliche Änderungen stattgefunden hätten. Die Bauherr-
schaft wurde aufgefordert, bis 31. Oktober 2018 zu bestätigen, dass
ausser die im Baugesuch und in den Plänen verzeichneten Änderun-
gen keine weiteren Massnahmen oder Umnutzungen geplant oder be-
reits vorgenommen worden seien. Sie wurde erneut darauf hingewie-
sen, dass ohne fristgerechte Rückmeldung ohne weitere Ankündigung
ein Nutzungsverbot erlassen werde.
Entscheid des Baudepartementes SG (Nr. 104/2020), Seite 4/18
j) Am 8. November 2018 fasste der Gemeinderat folgenden
Beschluss:
Der Gemeinderat
1. verfügt, dass A._ unter Androhung der Bestrafung wegen Ungehorsams gegen amtliche Verfügungen (Art. 292 des Schweizerischen Strafgesetzbuchs, SR 311.0; abgekürzt StGB) verboten wird, ab dem 1. April 2019 die Gebäude Vers.-Nrn. 004, 006 und 005 auf seiner Liegenschaft Parzelle Nr. 001 (Gebiet N._, Z._) sowie das Gebäude Vers.-Nr. 007 auf seiner Liegenschaft Parzelle Nr. 002 (Gebiet O._, Z._)
1.1 zur Kultivierung von Medizinalpflanzen oder Heilkräutern aller Art und Gattung,  von Hanfpflanzen zu benützen;
1.2 in sonst einer baubewilligungspflichtigen Art und Weise umzunutzen.
Art. 292 StGB lautet wie folgt:
Ungehorsam gegen amtliche Verfügungen
Wer der von einer zuständigen Behörde oder  zuständigen Beamten unter Hinweis auf die Strafdrohung dieses Artikels an ihn  Verfügung nicht Folge leistet, wird mit Busse bestraft.
2. verfügt, dass das Benützungsverbot bis zum Widerruf durch den Gemeinderat oder dem Vorliegen einer rechtskräftigen Baubewilligung zur Umnutzung der Gebäude gilt.
3. verfügt, dass einem allfälligen Rekurs gegen dieses Benützungsverbot die aufschiebende Wirkung  wird.
4. legt die Gebühr für vorliegenden Entscheid auf Fr. 1'500.– fest.

## Considerations