# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 3e719d89-7ff0-4137-b149-c22147739939
**Court:** GR_KG
**Chamber:** GR_KG_006
**Year:** 2018
**Language:** de
**Jurisdiction:** GR / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

hat sich ergeben:
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I. Sachverhalt
A. A._, geboren am _ 2004, ist die Tochter von X._ und B._. Nachdem die Ehe der Kindseltern im Juni 2015 in O.1_ geschieden wurde, wurden im Rahmen des Verfahrens betreffend Ergänzung eines ausländischen Scheidungsurteils vor dem Regionalgericht Plessur im Jahr 2017 A._ sowie ihre Schwester C._ unter der gemeinsamen elterlichen Sorge belassen. Die Obhut wurde der Kindsmutter zugeteilt und es wurden die Modalitäten des Besuchs- und Ferienrechts des Kindsvaters, der in O.1_ lebt, festgesetzt (act. 1, 2 und 51 der Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde [KESB]).
B. Mit Schreiben vom 11. März 2017 machte D._, Schulleiter der Stadtschule E._, X._ auf die vielen, nicht ausreichend begründeten Unterrichtausfälle von A._ aufmerksam (act. 4 KESB), worauf X._ per  vom 17. Mai 2017 dem Schulleiter mitteilte, dass das Fernbleiben vom Unterricht von daher komme, dass A._ gemobbt werde und gesundheitliche Probleme habe (act. 3 KESB).
C.1. Am 29. Mai 2017 reichte F._, Vizedirektor der Stadtschule O.1_ bei der KESB Nordbünden eine Gefährdungsmeldung ein, worin auf die vielen Schulabsenzen und die damit einhergehenden, stagnierenden Schulleistungen hingedeutet wurde. F._ führte auch aus, dass dies nicht einmal durch die Unterstützung des Schulsozialdienstes verhindert werden könne. Es sei der Klassenlehrerin kaum mehr möglich, A._ im Gespräch zu erreichen und Whatsapp-Mitteilungen an Mitschülerinnen, in denen A._ Suizidgedanken äusserte, würden die starke Belastung der Schülerin belegen. Auch seien konstruktive Gespräche mit der Mutter nicht möglich, da diese – wenn sie überhaupt zustande kämen – konfrontativ verlaufen würden (act. 5, 6, 7 und 8 KESB).
C.2. In der Folge informierte die KESB Nordbünden am 01. Juni 2017 X._ darüber, dass ein Abklärungsverfahren eröffnet wurde und lud sie zu einer ersten Besprechung ein (act. 9 und 11 KESB).
C.3. Die behandelnde Kinderärztin, Dr. med. G._, teilte der KESB Nordbünden auf Anfrage mit Schreiben vom 12. Juni 2017 mit, dass bei A._ keine schweren gesundheitlichen Beeinträchtigungen vorliegen würden, jedoch die Mutter die ärztlichen Empfehlungen teils nicht eingehalten hätte, weil sie
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eigene Vorstellungen darüber habe, was zu tun sei und was nicht (act. 13 und 14 KESB).
C.4. Im Telefongespräch vom gleichen Tag teilte H._ (Schulpsychologischer Dienst) der KESB mit, dass verschiedene Gespräche mit der Mutter von A._ geführt worden seien und für sie nicht ganz nachvollziehbar sei, wieso von der Schulleitung eine Gefährdungsmeldung ausgegangen sei, statt dass Mutter und Tochter intensiver mit dem Schulpsychologischen Dienst zusammenarbeiten würden (act. 15 KESB).
C.5. Am 16. November 2017 teilte F._, Vizedirektor der Stadtschule O.1_, der KESB Nordbünden mit, dass A._ seit ein paar Tagen die Schule verweigere. Da sie zudem am Tag des Telefonats auf Facebook Suizidgedanken geäussert habe, wurden der Jugenddienst der Kantonspolizei Graubünden (KaPo) und die Mutter informiert. Die KaPo suche nun A._. Die Mutter erhebe Vorwürfe gegen die Schule, gegen die Lehrpersonen und gegen andere Schüler, sei jedoch sehr unzuverlässig, was eine konstruktive Zusammenarbeit betreffe (act. 19 KESB).
C.6. Nachdem A._ gleichentags vom Jugenddienst der KaPo aufgegriffen wurde, wurde sie von I._ (KESB) angehört. Sie erzählte, dass sie von zwei Burschen geplagt werde, und aus Angst nicht zur Schule gegangen sei. Suizidgedanken habe sie geäussert, weil sie manchmal das Gefühl habe, sie sei Luft. Niemand beachte sie, auch nicht ihre Mutter (act. 20 und 21 KESB).
C.7. Ebenfalls gleichentags wurde A._ von I._ nach Hause begleitet, wo X._ in Anwesenheit ihres Lebenspartners J._ zur schulischen Situation ihrer Tochter und zu ihrem eigenen Verhalten angehört wurde (act. 22 KESB).
D.1. Nachdem K._ (Schulleitung Stadtschule O.1_) am 21. November 2017 der KESB mitteilte, dass A._, laut Angaben der Mutter, gleichentags die Schweiz verlassen und zukünftig bei ihrem Vater in O.1_ leben werde, konnte dies durch die KESB gerade noch verhindert werden (act. 28 und 29 KESB).
D.2. Gleichentags wurde A._ von Dr. L._ (Jugendpsychiatrie Graubünden) fürsorgerisch in der Klinik M._ untergebracht. Begründend wurden unter anderem eine schwere depressive Symptomatik mit sozialem Rückzug und suizidalen Äusserungen sowie unzureichende Nahrungszufuhr erwähnt (act. 30 KESB).
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D.3. Am 29. November 2017 konnte A._ wegen fehlenden Hinweisen auf eine akute Eigen- oder Fremdgefährdung wieder aus der Klinik M._ austreten (act. 47 und 49 KESB). Die Diagnosen des Austrittsberichts lauteten wie folgt:
Achse I: Anpassungsstörung mit Angst und depressive Störung gemischt (ICD-10: F43.22)
Verdacht auf beginnende Störung des Sozialverhaltens bei vorhandenen sozialen Bindungen (ICD-10: F91.2)
Achse II: Keine umschriebenen Entwicklungsstörung bekannt (00.0)
Achse III: Normvariante, durchschnittliche Intelligenz nach klinischem Eindruck (3)
Achse IV: St.n. Zerrung der Adduktorenmuskeln links
Achse V: Verdacht auf unzureichende elterliche Aufsicht und Steuerung (4.1)
Abweichende Elternsituation (5.1)
Lebensbedingungen mit möglicher psychosozialer Gefährdung (5.3)
Achse VI: Ernsthafte soziale Beeinträchtigung in mindestens ein oder zwei Bereichen (4)
E.1. Am 01. Dezember 2017 fand ein Gespräch zwischen X._ und N._ (KESB) statt, in dem über weitere Schulabsenzen von A._ gesprochen wurde. Die Mutter führte im Hinblick auf Lösungsvarianten aus, dass ein stationärer Aufenthalt auf der Jugendstation oder im Therapiehaus nicht in Frage komme, da ihre Tochter nicht psychisch krank sei. Sie könne sich hingegen vorstellen, mit dem Schulpsychologischen Dienst Kontakt aufzunehmen, um eine Sonderbeschulung zu prüfen, und auch mit einer Beistandschaft zeigte sie sich einverstanden, solange sie selber bestimme, wie und was zu laufen habe (act. 52 KESB).
E.2. Am 08. Dezember 2017 teilte A._ in einem Gespräch mit N._ mit, dass sie einerseits nach O.1_ zu ihrem Vater gehen, andererseits aber auch hier in der Nähe ein Internat besichtigen wolle. Mit einer Beistandsperson würde sie aber nicht zusammenarbeiten wollen (act. 70 KESB).
E.3. Mit Telefongespräch vom 18. Dezember 2017 informierte H._ (Schulpsychologischer Dienst) die KESB darüber, dass A._ nach den Weihnachtsferien in der Bergschule O._ (Sonderschule) schnuppern gehen könne (act. 83 KESB).
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E.4. Gleichentags erging ein Entscheid der Kollegialbehörde der KESB (act. 89 KESB) mit folgendem Dispositiv:
1. Für A._ wird eine Beistandschaft nach Kindesschutzrecht (Art. 308 ZGB) errichtet.
2. Die Beistandsperson hat im Rahmen der Beistandschaft (Art. 308 Abs. 1 und 2 ZGB) die Aufgaben und Kompetenzen:
a. die Eltern und A._ angemessen zu beraten und zu unterstützen, insbesondere in den Bereichen Betreuung, Persönlichkeitsentwicklung, gesundheitliche Entwicklung, Schule und Ausbildung, Förderung von Begabungen und Interessen;
b. sämtlichen an der Betreuung und Förderung von A._ Beteiligten als Ansprechperson zur Verfügung zu stehen.
3. Die Beistandsperson wird aufgefordert, unverzüglich nach Erhalt der Ernennungsurkunde sich die zur Erfüllung der Aufgaben nötigen Kenntnisse zu verschaffen und mit den Eltern und A._ persönlich Kontakt aufzunehmen.
4. Die Beistandsperson ist gehalten:
a. der KESB alle zwei Jahre (erstmals per 31.12.2019) einen schriftlichen Rechenschaftsbericht (Ausführungen über die Lage von A._ und die Ausübung der Beistandschaft, Ausblick mit Empfehlungen) einzureichen;
b. bei Hinweisen auf massgebliche Veränderungen der Lebensumstände von A._ während der Rechenschaftsperiode die KESB mit einem Bericht zu informieren und allenfalls ein geeignetes Vorgehen zu empfehlen.
P._ (Berufsbeistandschaft Plessur) wird zur Beiständin von A._ ernannt.
Betreffend Verfahrenskosten wird verfügt:
a. Die Kosten im Verfahren Errichtung Beistandschaft werden auf Fr. 1'000.-- festgesetzt.
b. Auf die Erhebung der Verfahrenskosten wird aufgrund der besonderen Umstände verzichtet.

## Considerations