# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 87a7423b-029d-4770-b3b8-e1e2599d4d46
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2016
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
Die im Jahre
1969 geborene
X._
reiste
i
m Oktober 1990 nach absol
vierter Grundschule aus dem
Y._
in die Schweiz ein. Seit Januar 1992 ist sie
verheiratet und mittlerweile Mutter von vier Kindern (
geb.
1991, 1992, 1994 und
1997). We
gen seit 2000 bestehender psychischer Beschwerden meldete sie sich am 2
5.
November 2012 bei der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, zum Leistungsbezug an (
Urk.
8/4).
Diese veranlasste in der Folge die
po
lydisziplinäre
Abklärung der Versicherten (
Z._
-Gutachten vom 1
9.
Juni 2014
,
Urk.
8/23), stellte mit Vorbescheid vom 1
2.
November 2014 die Abweisung des Leistungsbegehrens in Aussicht (
Urk.
8/30) und hielt an diesem Entscheid mit Verfügung vom
8.
Januar 2015 fest (
Urk.
8/36 =
Urk.
2).
2.
Dagegen erhob die Vertreterin der Versicherten am
9.
Februar 2015 Beschwerde und beantragte, es sei die Angelegenheit zwecks Vornahme zusätzlicher medizi
nischer und tatsächlicher Abklärungen, insbesondere
hinsichtlich
der Ermittlung der Ein
schränkung der Beschwerdeführerin im Haushalt, an die
Beschwerde
gegnerin
zurückzuweisen. Weiter sei der Beschwerdeführerin die unentgeltliche
Prozess
führung
und
Verbeiständung
in der Person der Unterzeichnenden zu bewilligen; unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der
Beschwer
de
gegnerin
(
Urk.
1 S. 2).
Mit Beschwerdeantwort vom 1
9.
März 2015 beantragte die Beschwerdegegnerin unter Hinweis auf die Akten Abweisung der Beschwerde (
Urk.
7). Mit Verfügung
vom
1.
April 2015
wurde der Beschwerdeführerin die Beschwerdeantwort zuge
stellt
, die unentgeltliche Prozessführung bewilligt und ihr in der Person von Rechtsanwältin Barbara Wyler eine unentgeltliche Rechtsvertreterin für das vor
liegende Verfahren bestellt (
Urk.
12). Mit Schreiben vom 1
3.
April 2015 reichte diese die Honorarnote ein (
Urk.
14).
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts;
ATSG).
Sie kann Folge von
Ge
burtsgebrechen
, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung;
IVG).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beein
trächtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verur
sachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommen
den ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesund
heitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie kör
perliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 8 ATSG bewirken. Nicht als Folgen eines psychischen
Ge
sundheitsschadens
und damit invalidenversicherungsrechtlich nicht als rele
vant gelten Einschränkungen der Erwerbsfähigkeit, welche die versicherte Per
son bei Aufbietung allen guten Willens, die verbleibende Leistungsfähigkeit zu verwerten, abwenden könnte; das Mass des
Forderbaren
wird dabei weitgehend objektiv be
stimmt. Festzustellen ist, ob und in welchem Umfang die Ausübung einer Er
werbstätigkeit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt mit der psychi
schen Beein
trächtigung vereinbar ist. Ein psychischer Gesundheitsschaden führt also nur so
weit zu einer Erwerbsunfähigkeit (Art. 7 ATSG), als angenommen werden kann, die Verwertung der Arbeitsfähigkeit (Art. 6 ATSG) sei der versi
cherten Person sozial-praktisch nicht mehr zumutbar (BGE 131 V 49 E. 1.2 mit Hinweisen).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich min
des
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertels
rente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
Sowohl im Rahmen einer erstmaligen Prüfung des Rentenanspruches als auch anlässlich einer Rentenrevision (
Art.
17
Abs.
1 ATSG) stellt sich unter dem Ge
sichtspunkt des
Art.
28a
Abs.
3 IVG in Verbindung mit
Art.
16 und 7
Abs.
2 ATSG die Frage nach der anwendbaren Invaliditätsbemessungsmethode.
Ob eine versicherte Person als ganztägig oder zeitweilig erwerbstätig oder als nichterwerbstätig einzustufen ist, führt je zur Anwendung einer anderen
Methode der Invaliditätsbemessung (Einkommensvergleich, Betätigungsvergleich
, gemischte Methode) und ergibt sich aus der Prüfung, was die Person bei im Übrigen unveränderten Umständen täte, wenn keine gesundheitliche Beein
träch
ti
gung bestünde.
Entscheidend ist somit nicht, welches Ausmass der
Erwerbstätigkeit der versicherten
Person im Gesundheitsfall zugemutet werden
könnte, sondern in welchem
Pensum sie hypothetisch erwerbstätig wäre. Bei im
Haushalt tätigen Versicherten im Besonderen sind die persönlichen, familiären,
sozialen und erwerblichen Verhältnisse ebenso wie allfällige Erziehungs- und
Betreuungs
aufgaben
gegenüber Kindern, das Alter, die beruflichen Fähigkeiten
und die Ausbildung sowie die persönlichen Neigungen und Begabungen zu
berück
sichtigen. Massgebend sind die Verhältnisse, wie sie sich bis zum Erlass
der Verwaltungsverfügung entwickelt haben, wobei für die hypothetische Annahme
einer im Gesundheitsfall ausgeübten (Teil-) Erwerbstätigkeit der im
Sozialver
siche
rungsrecht
übliche Beweisgrad der überwiegenden
Wahr
schein
lich
keit erforderlich ist (BGE 141 V 15 E. 3.1; 137 V 334 E.
3.2; 125 V 146 E.
2c; 117 V 194 E. 3b
; je mit
Hinweisen).
Bei der Beantwortung der Statusfrage handelt es sich zwangsläufig um eine
hypothetische Beurteilung, die auch hypothetische Willensentscheidungen der
versicherten Person zu berücksichtigen hat. Diese sind als innere Tatsachen
einer direkten Beweisführung indessen nicht zugänglich und müssen in aller
Regel aus äusseren Indizien erschlossen werden. Die Beurteilung hypothetischer
Geschehensabläufe stellt eine Tatfrage dar, soweit sie auf Beweiswürdigung
beruht, selbst wenn darin auch Schlussfolgerungen aus der allgemeinen
Lebenserfahrung mitberücksichtigt werden. Ebenso sind Feststellungen über
innere oder psychische Tatsachen Tatfragen, wie beispielsweise was jemand
wollte od
er wusste (BGE 130 IV 58 E. 8.5; 115 II 440 E. 5b
;
Bundesgerichtsurteil
9C_559/2009 vom 18. Dezember 2009 E. 3,
publ
. in: SVR 2010 IV Nr. 35 S.
111; je
mit Hinweisen).
1.4
Das
Sozialversiche
rungsgericht
hat den Sachverhalt von Amtes wegen fest
zu
stellen und alle Be
weismittel objektiv zu prüfen, unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden, ob sie eine zuverlässige Beurteilung des strittigen
Leis
tungsanspruches
gestatten. Insbesondere darf es beim Vor
lie
gen einander wi
dersprechender medizinischer Be
richte den Prozess nicht erle
di
gen, ohne das gesamte Beweisma
terial zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt (ZAK 1986 S. 188 E. 2a). Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Gutach
tens ist im Lichte dieser Grundsätze ent
scheidend, ob es für die Beantwortung der gestellten Fra
gen umfassend ist, auf den erforderlichen allseitigen Unter
suchun
gen beruht, die geklagten Beschwerden berücksichtigt und sich mit diesen sowie dem Ver
halten der untersuchten Person auseinander setzt - was vor allem bei psychi
schen Fehlent
wicklungen nö
tig ist -, in Kenntnis der und gegebenenfalls in Auseinander
setzung mit den
Vorakten
abgegeben worden ist, ob es in der Dar
legung der medizinischen Zustände und Zusammenhänge ein
leuchtet, ob die Schlussfolgerungen der medizinischen Exper
ten in einer Weise begründet sind, dass die rechtsanwendende Person sie prüfend nachvollziehen kann, ob der Ex
perte oder die Expertin nicht auszu
räumende Unsicherheiten und Unklarheiten, welche die Be
antwortung der Fragen erschweren oder ver
unmöglichen, gegebe
nenfalls deutlich macht (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E.
3a, 122 V 157 E. 1c; U. Meyer-Blaser, Die Rechtspflege in der Sozialver
siche
rung, BJM 1989, S. 30 f.; derselbe in H.
Fredenhagen
, Das ärztliche Gutachten,
3.
Aufl. 1994, S. 24 f.).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete die angefochtene Verfügung damit, dass die
vorhandenen gesundheitlichen Einschränkungen überwindbar seien. Mit ei
ner zumutbaren Willensanstrengung könne die angestammte Tätigkeit oder die Tätig
keit im Haushaltsbereich zu 100
%
ausgeübt werden, so dass
k
ein IV-rele
vanter Gesundheitsschaden vorliege (
Urk.
2).
2.2
Demgegenüber machte die Vertreterin der Beschwerdeführerin im Wesentlichen geltend, dass ihre Mandantin rund um die ethnischen Auseinandersetzungen im ehemaligen Jugoslawien schwere
n
Belastungen
ausgesetzt gewesen sei
, wobei klinisch ein ängstlich depressives Zustandsbild dominiere. Aufgrund der Deut
lichkeit und bisherigen Unbeeinflussbarkeit der Symptome sei auch in einer an
gepassten Tätigkeit von einer Arbeitsunfähigkeit von 80
%
bis 90
%
auszu
gehen
. Weiter habe es die Beschwerdegegnerin unterlassen, eine Haushaltabklärung vor Ort durchzuführen und zu prüfen, ob die Beschwerdeführerin im Gesundheitsfall allenfalls eine Teilerwerbstätigkeit aufgenommen hätte (
Urk.
1 S. 4 ff.).
3.
3.1
Dr.
med.
A._
, Facharzt FMH für Allgemeine Medizin (Psychosomatik und Psy
chosoziale Medizin SAPPM), diagnostizierte in seinem Bericht vom
4.
März 2013
mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit eine rezidivierende depressive Stö
rung mit somatischem Syndrom, aktuell mittelgradige Episode (ICD-10 F33.11)
sowie ein chronisches
Lumbovertebralsyndrom
. Die Beschwerdeführerin stehe
be
i ihm seit 2000 in Behandlung;
bereits vor acht Jahren sei ein Versuch mit Psy
chotherapie erfolgt, welcher aber gescheitert sei (keine Fortschritte spür
bar). Seit Jahren werde die Beschwerdeführerin
mittels
supportive
r
Gespräche be
handelt;
sie sei anhaltend leistungsschwach, so auch im Haushalt
,
und stelle eine erheb
liche Belastung für die Familie dar.
Die Prognose sei schlecht, eine Besse
rung sei kaum zu erwirken. Unter der aktuellen Therapie mit
Cymbalta
habe eine gewisse Stabilisierung der depressiven Beschwerden erzielt werden können. Die
Be
schwerdeführerin könne
indes
keiner beruflichen Tätigkeit nachgehen (
Urk.
8/12).
3.2
Dr.
med.
B._
, Facharzt FMH für Psychiatrie und Psychotherapie,
äussert
e in seinem Bericht vom 1
0.
Juni
2013 d
en Verdacht auf
eine
posttraumatische
Belastungsstörung und Maladaption der Persönli
chkeit unter anhaltendem Druck
bei emotional instabilem
Persönlichkeitsfundament (ICD-10 F43.1, F61.1), eine chronisch depressive Dekompensation grösseren Schweregrades (ICD-10 F39
)
so
wie eine soziale Phobie (ICD-10 F40.11).
Die Beschwerdeführerin stehe seit dem 2
2.
Dezember 2012 bei ihm in Behandlung.
Aufgrund der Deut
lichkeit und der bisherigen Unbeeinflussbarkeit der Symptome sei auch in einer angepassten
Tätigkeit von einer Arbeitsunfähigkeit von 85
%
bis 90
%
auszu
gehen (
Urk.
8/13
).
3.3
Als Ergebnis der Konsens
konferenz diagnostizierten d
ie für das
Z._
-Gutachten vom 1
9.
Juni 2014
(Urk. 8/23)
verantwortlichen Fachärzte
-
mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
-
eine posttraumatische Belastungsstörung, teilweise remittiert, mit depressiver Symptomatik, welche in ihrem Ausmass einer mittel
schweren depressiven Episode entspreche
(S
.
23).
Ende 1999 sei im Zusammenhang mit ethnischen Konflikten ein Stein auf den Personenwagen der Familie geworfen worden, welcher den Sohn der Beschwer
deführerin an der Schulter verletzt habe. Sieben Monate später sei ein Brand
anschlag auf die Familienwohnung verübt worden, was in der Folge zu einem Wohnsitzwechsel geführt habe. Bis ca. 2007 habe der Mann de
r
Beschwerde
führerin telefonische Morddrohungen erhalten. Nach dem Brandanschlag sei die Beschwerdeführerin in eine zunehmend depressive Entwicklung geraten
und
mit
der Zeit sei es auch zu Albträumen und intrusiven Nachhallerinnerungen gekom
men
(S. 24)
.
Aufgrund der vorliegenden psychischen Beschwerden sei für ausserhäusliche Tätigkeiten von einer Arbeitsfähigkeit von 30
%
auszugehen. Auch im Haushalt sei die Beschwerdeführerin aufgrund des psychischen Leidens in ihrer
psycho
physischen Belastbarkeit, in ihre
m
Durchhaltevermögen und i
n ihrer Ausdauer eingeschränkt;
grob geschätzt dürfte eine
Einschränkung der
Arbeitsfähigkeit von 40
%
vorliegen. Für eine schlüssige Beurteilung würden sie jedoch eine Abklärung vor Ort empfehlen. Bezüglich des psychischen Leidens sei angesichts der Angstsymptomatik ein Versuch mit einem SSRI mit anxiolytischem
Wir
k
ungs
profil
angezeigt; die Prognose sei allerdings mit Zurückhaltung zu stellen, zu
mal es sich bei der Beschwerdeführerin um eine sehr einfach strukturierte Per
sönlichkeit mit geringer Introspektionsfähigkeit handle.
Auch sei die psy
chia
t
rische Behandlung fortzuführen.
Eine Erkrankung aus dem somatoformen
For
menkreis
liege nicht vor, auch würden psychosoziale Belastungsfaktoren nicht im Vordergrund stehen
(S. 22
ff.).
Mit Schreiben vom
5.
September 2014 wiesen die
Z._
-Gutachter – auf entspre
chende Nachfrage seitens der Beschwerdegegnerin – erneut darauf hin
, dass sie insbesondere keine somatoforme Schmerzstörung diagnostiziert hätten und die psychosozialen Belastungsfaktoren für die aktuelle Beurteilung der Arbeits
fähigkeit keine relevante Rolle spielen würden.
In prognostischer Hinsicht
hielten sie fest
, dass auch die nunmehr 14-jährige Dauer des Leidens für eine ungünstige Prognose sowohl bezüglich des Krankheitsverlaufs als auch hin
sicht
lich der Arbeitsfähigkeit sprechen
würden
. Auch bei Fortsetzung der psy
chiatrischen Behandlung und optimierter antidepressiver Medikation sei le
dig
lich eine Zunahme der Beschwerden
zu verhindern
, jedoch kaum eine rele
vante Besserung der psychischen Belastbarkeit zu erzielen (
Urk.
8/28).
4.
4.1
Laut den
vorliegenden medizinischen Akten ist die
Beschwerdeführerin in erster Linie durch die depressive Stö
rung mittelgradigen Ausmasses in ihrer A
rbeits
fähigkeit eingeschränkt
. Dabei
fragt sich zunächst
, ob allein aufgrund der ge
stellten Diagnose ein IV-relevanter
Gesund
heitsschaden
ver
neint werden kann, wi
e dies die Beschwerdegegnerin getan hat
.
Nach
ständige
r
Rechtsprechung des Bundesgerichts
gilt
die Diagnose einer mitte
l
gradigen depressiven Episode grundsätz
lich
als therapeutisch
gut
angehbar
und
führt invalidenversicherungsrechtlich zu keiner Einschränkung der Arbeits
fähig
keit (vgl. statt vieler BGE 140 V 193 E.
3.3 und Bundesgerichtsurteil 9C_892/2015
vom 22. Januar 2016
E. 2
m
it diversen Hinweisen); sie fällt einzig dann als i
n
validisierende Krankheit in Betracht, wenn sie erwiesenermassen
therapie
resi
stent
ist.
In diesem Zusammenhang hielt das Bun
desge
richt fest, dass
im Gebiet der Invalidenversicherung ganz allgemein der Grund
satz
g
i
lt
, dass die invalide Perso
n, bevor sie Lei
stungen verlangt
, alles ihr
Zu
mutbare selber vorzukehren
ha
t
, um die Folgen ihrer Invalidität best
möglich zu mildern (BGE 113 V 28 E. 4a
mit Hinweisen). Dieses Gebot der
Selbsteinglie
derung
ist
Ausdruck des in der ganzen Sozialversicherung gelten
den Grund
sat
zes der Schadenminderungspflicht (
vgl. etwa
Urteil des Bundesgerichts 9C_506/2014 vom 10. November 2014 E. 4.2 mit weiteren Hinweisen). Daneben wies das Bun
des
ge
richt
wie erwähnt
darauf hin, dass erst ein Scheitern einer konsequent durchgeführten
De
pressions
the
rapie
ein Leiden als resistent ausweis
t
(
vgl. etwa
Urteil des Bundes
ge
richts 9C_667/2013 vom 29. April 2014 E.
4.3.2
mit Hinweisen). Dabei s
in
d
die
Behand
lungsmög
lichkeiten
optimal und nachhaltig auszuschöpfen (BGE 140 V 193 E. 3.3).
4.2
Den
medizinischen Akten ist
zu entnehmen
, dass die Beschwer
deführerin seit
vielen Jahren trotz psychotherapeutischen und
psycho
pharmakologischen
Bemüh
ungen an erheblichen depressiven Symptomen leidet. Dies w
u
rd
e
auch seitens der
Z._
-Gutachter anerkannt und im Sinne der attes
tierten Arbeits
un
fähigkeit gewürdigt.
Zwar empfahlen sie eine Umstellung auf ein Antide
pressi
vum mit besserer anxiolytischer Wirkung, hielten aber gleichzeitig ausdrücklich fest – und das
ist
im vorliegenden Kontext entscheidend -, dass selbst bei Fort
setzung der psychiatrischen Behandlung/Psychotherapie und
o
ptimierter
anti
de
pressiver
Medikation lediglich eine weitere Zunahme der Beschwerden, jedoch kaum eine relevante Besserung der psychischen Belastbarkeit und damit der Arbeitsfähigkeit erzielt werden kann (Urk. 8/28 S. 3).
Damit
ist
mittlerweile
vom – seltenen – Fall eines im Sinne überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellten invalidenversicherungsrechtlich relevanten
resistenten Leiden auszugehen.
5.
5.1
Weiter gilt es im Rahmen
der Anspruchsprüfung die Statusfrage zu klären. Die Beschwerdegegnerin qualifizierte die Beschwerdeführerin als zu 100
%
im Haushalt tätig (
Urk.
8/29 S. 2).
Auch wenn aufgrund der Akten ausgewiesen ist, dass die Beschwerdeführerin in der Schweiz nie einer erwerblichen Tätigke
it nachgegangen ist, kann daraus
nicht
automatisch und
zwingend auf die von der Beschwerdegegnerin vor
ge
nommene Qualifika
tion geschlossen werden.
Massgebend ist vielmehr, was die
Beschwerdeführerin
bei im Übrigen unveränderten Umständen täte, wenn keine gesundheit
liche Be
einträchtigung eingetreten wäre
(vgl. E.
1.3
hievor
)
. Die Beschwerdeführerin war bei ihrer Einreise in die Schweiz bereits schwanger und widmete sich i
n der Folge der
Kinderbe
treuung
.
Bei
Beginn der gesundheitlichen Beschwerden im Jahre 2000 betreute
sie
ihre Kinder im Alter von rund drei, sechs, acht und neun Jahren.
Angesichts
dieser Ausgangslage kann die
Nicht
auf
nahme
einer erwerblichen
Tätigkeit bis dahin nicht
ohne weiteres
so inter
pretiert werden, dass eine solche
bei voller Gesundheit
auch im weiteren Verlauf nicht erfolgt wäre. Die Statusfrage ist vielmehr unter Würdigung
sämtlicher relevanter
Umstände sowie unter Berücksichtigung der Stel
lungnahme der Beschwerdeführerin zu überprüfen, wozu die Sache an die
Be
schwerdegegnerin
zurückzuweisen ist.
5.2
Bezüglich der
(je nach B
eantwortung der Statusfrage bzw. der Frage nach der
anwendbaren Invaliditätsbemessungsmethode relevanten)
Einschätzung der Arbeits
fähigkeit im Haushalt verweist das
Z._
-Gutachten auf die Notwendig
keit einer Abklärung vor Ort.
Zwar ist
d
er Abklärungsbericht seiner Natur nach in erster Linie auf die Er
mittlung des Ausmasses physisch bedingter Beein
trächtigungen zugeschnitten, weshalb seine grundsätzliche Massgeblichkeit unter Umständen Einschrän
kungen erfahren kann, wenn die versicherte Person an psy
chischen Beschwer
den leidet. Grundsätzlich jedoch stellt er auch dann eine beweistaugliche Grundlage dar, wenn es um die Bemessung einer psychisch bedingten Invalidi
tät geht, das heisst wenn die Beurteilung psychischer Erkran
kungen im Vorder
grund steht (AHI 2004 S.
137 E. 5.3). Widersprechen sich die Ergebnisse der Abklärung vor Ort und die fachmedizinischen Feststellungen zur Fähigkeit der versicherten Person, ihre gewohnten Aufgaben zu erfüllen, ist aber in der Regel den ärztlichen Stellungnahmen mehr Gewicht einzuräumen als dem Bericht über die Haushaltsabklärung, weil es der Abklärungsperson regelmässig nur beschränkt möglich ist, das Ausmass des psychischen Leidens und der damit verbundenen Einschränkungen zu erkennen (Urteile des Bun
des
gerichts
8C_817/2013 vom 28. Mai
2014 E. 5.1,
9C_986/2009 vom 11. Novem
ber 2010 E. 7.2 und 9C_631/2009 vom 2. Dezember 2009 E. 5.1.2, je mit Hin
weisen).
Trotz der
genannten Überlegungen zur Beweiskraft einer Abklärung vor Ort bei psychischen Einschränkungen erscheint eine solche dennoch angezeigt. Zum einen halten die
Z._
-Gutachter eine solche für wünschenswert, zudem andern
ist
u.a.
darauf hinzuweisen, dass die drei jüngeren Kinder noch zu Hause leben (
Urk.
8/23 S. 6), was im Rahmen der Schadenminderungspflicht zu berücksich
tigen sein wird.
Auch zu diesem Zweck ist die Sache an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.
6
.
Unter den gegebenen Umständen erübrigen sich Weiterungen zur gemischten Methode der Invaliditätsbemessung (vgl. etwa auch Bundesgerichtsurteil 9C_645/2015 vom 3.
Februar 2016 E.
4.3; ferner auch Bundesgerichtsurteil 8C_543/2015 vom 12. Februar 2016).
7.
7.1
Da es im vorliegenden Verfahren um die Bewilligung oder Verweigerung von IV-Leistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG) und auf Fr. 800.-- anzusetzen. Entsprechend dem Aus
gang des Verfahrens sind sie der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen.
7.2
Ausgangsgemäss ist die Beschwerdegegnerin zu verpflichten, der
unentgelt
licher Rechtsv
ertreterin der Beschwerdeführerin eine angemessene
P
rozessent
schädigung
zu bezahlen.
Namentlich erscheint ein Aufwand von 12 Stunden für Instruktion, Aktenstudium und Ausarbeitung der dreieinhalb materielle Seiten umfassenden Beschwerdeschrift (Urk. 14 S. 1 Positionen vom 5., 9., 10., 11. und 13.
Februar
2015) als überhöht. Nicht dokumentierte Rücksprachen beim behan
delnden Psychiater sowie weitere Telefonate, welche keinen Eingang in die Vorbringen gefunden haben, sind nicht zu entschädigen. Weiter erscheint ein Aufwand von 2.58 Stunden für die Dokumentation des Gesuches um unent
geltliche Rechtspflege (Urk. 14 S. 2 Positionen vom 18. und 19. Februar sowie 11. und 19. März 2015) als überhöht, hatte doch die Beschwerdeführerin die Unterlagen zu beschaffen und reduzierte sich der Arbeitsaufwand der
Rechts
vertreterin
auf die Instruktion der Beschwerdeführerin sowie die Korrektur des von ihr ausgefüllten Formulars. Weiter ist die Notwendigkeit eines am 2. April 2015 geführten Telefonats mit dem Ehemann der Beschwerdeführerin nicht erstellt und erscheint eine Dauer von 15 Minuten für die Kenntnisnahme der Bewilligung des Gesuches um unentgeltliche Rechtspflege (Position vom 10.
April 2015) als zu hoch.
Angesichts der notwendigen Instruktion, der 44 Aktenstücke der
Beschwerde
gegnerin
, der knappen Beschwerdeschrift, den im Zusammenhang mit dem Gesuch um unentgeltliche Rechtsvertretung angefallenen Aufwendungen sowie der in ähnlichen Verfahren zugesprochenen Beträge ist die der unentgeltlichen
Rechtsvertreterin zustehende Prozessentschädigung bei Anwendung der Anwend
baren Stundenansätze (Fr. 200.-- bis 31.
Dezember
2014 und Fr. 220.-- ab 1.
Januar 2015) auf Fr. 2‘100.-- (inkl. Barauslagen und
MWSt
) festzusetzen.