# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 923eb177-3139-5090-a838-39d833adc48a
**Court:** SG_VG
**Chamber:** SG_VG_001
**Year:** 2009
**Language:** de
**Jurisdiction:** SG / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

hat das Verwaltungsgericht festgestellt:
A./ M.G. ist Eigentümer des Grundstücks Nr. . an der Nordstrasse in der Politischen
Gemeinde Buchs. Im Jahr 2005 brach er das auf dem Grundstück stehende
Einfamilienhaus ab und erstellte ein neues Wohnhaus mit Dienstleistungsbetrieb. Am
28. November 2006 wurde das neu erstellte Gebäude mit einem Neuwert von
Fr. 1'057'000.-- und einem ebenso hohen Zeitwert geschätzt.
Mit Rechnung vom 8. Januar 2007 setzte die Finanzverwaltung Buchs einen
Kanalisationsanschlussbeitrag von Fr. 16'656.50 (inkl. MWSt) fest. Gegen diese
Veranlagung erhob M.G. Einsprache, die vom Gemeinderat Buchs mit Entscheid vom
14. April 2008 abgewiesen wurde.
B./ Gegen den Entscheid des Gemeinderates Buchs erhob M.G. Rekurs bei der
Verwaltungsrekurskommission. Diese hiess den Rekurs mit Entscheid vom 18.
November 2008 teilweise gut und hob den Einspracheentscheid des Gemeinderates
vom 14. April 2008 sowie die diesem zugrunde liegende Rechnung der
Finanzverwaltung Buchs vom 8. Januar 2007 auf. M.G. wurde mit einem
Kanalisationsanschlussbeitrag von Fr. 12'492.35, davon Fr. 882.35 MWSt, veranlagt.
Die amtlichen Kosten von Fr. 1'800.-- wurden zu zwei Dritteln M.G. und zu einem
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Drittel der Politischen Gemeinde Buchs auferlegt. Ausseramtliche Kosten wurden nicht
entschädigt. Die Verwaltungsrekurskommission erwog, der Eigentümer sei in der
Baubewilligung verpflichtet worden, das nicht verschmutzte Abwasser versickern zu
lassen. Es wäre mit dem Grundsatz der Rechtsgleichheit nicht vereinbar, wenn der
Rekurrent, der nur das Schmutzwasser in die Gemeindekanalisation einleite, den
gleichen Beitrag leisten müsste wie ein Grundeigentümer, dem die Gemeinde das
Schmutzwasser und das Meteorwasser ableite. Umfasse der Anschluss an die
Kanalisation lediglich die Möglichkeit zur Ableitung des Schmutzwassers, rechtfertige
dies nach der verwaltungsgerichtlichen Rechtsprechung im Regelfall eine Reduktion
zwischen einem Fünftel und einem Drittel des Beitrags. Angesichts der quartierüblichen
Fläche und der zonenüblichen Nutzung erscheine eine mittlere Reduktion in der
Grössenordnung von einem Viertel angemessen. Die konkrete Erschliessung des
Grundstücks könne nicht als unüblich bezeichnet werden. Der Umstand, dass dem mit
den öffentlichen Abwasseranlagen verbundenen Sondervorteil - bei der vom
Rekurrenten gewählten Variante der Überbauung - die Kosten für einen Pumpschacht
und eine Abwasserpumpe gegenüberstehen, rechtfertige es nicht, von einem
Sonderfall im Sinn von Art. 35 des Abwasserreglements (abgekürzt AR) auszugehen.
Hingegen rechtfertige die Tatsache, dass das auf dem Grundstück anfallende nicht
verschmutzte Meteorwasser nicht in die Kanalisation eingeleitet werden dürfe, nach der
verwaltungsgerichtlichen Praxis eine Herabsetzung des Anschlussbeitrags.
C./ Mit Eingaben vom 19. Dezember 2008 und 16. Januar 2009 erhob die Politische
Gemeinde Buchs Beschwerde beim Verwaltungsgericht mit dem Antrag, der
Rekursentscheid sei aufzuheben und der Beschwerdegegner sei für das Grundstück
Nr. 2127 mit einem Kanalisationsanschlussbeitrag von Fr. 16'656.50 (inkl. MWSt von
Fr. 1'176.50) zu veranlagen, unter Kosten- und Entschädigungsfolge zulasten des
Beschwerdegegners. Zur Begründung wird im wesentlichen vorgebracht, es liege kein
Sonderfall im Sinne von Art. 35 AR vor. In der Situation des Beschwerdegegners, der
das Meteorwasser aus rechtlichen Gründen nicht in die öffentliche
Mischwasserkanalisation einleiten dürfe, befänden sich wegen des einschlägigen
Bundesrechts viele Beitragspflichtige. Faktisch bestehe die Möglichkeit der Einleitung
von Meteorwasser in die Kanalisation, und diese Möglichkeit könnte in Notfällen auch
beansprucht werden. So gebe es ganze Quartiere, in denen das nicht verschmutzte
Abwasser problemlos zur Versickerung gebracht werden könnte. Dies würde letztlich
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bedeuten, dass man den als Sonderfall oder Ausnahmebestimmung konzipierten
Art. 35 AR praktisch zur allgemeinen Regelung umgestalten würde, was nicht dem
Willen des kommunalen Gesetzgebers entspreche. Auf die weiteren Vorbringen wird,
soweit wesentlich, in den nachstehenden Erwägungen eingegangen.
Die Vorinstanz beantragt in ihrer Vernehmlassung vom 6. Februar 2009 die Abweisung
der Beschwerde.
Der Beschwerdegegner schliesst in seiner Vernehmlassung vom 2. März 2009 ebenfalls
auf Abweisung der Beschwerde.

## Considerations

Darüber wird in Erwägung gezogen:
1. Die sachliche Zuständigkeit des Verwaltungsgerichts ist gegeben (Art. 59 Abs. 1 des
Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege, sGS 951.1, abgekürzt VRP). Die Politische
Gemeinde Buchs ist zur Beschwerdeführung legitimiert (Art. 64 Abs. 1 in Verbindung
mit Art. 45 Abs. 1 VRP). Die Beschwerdeeingabe vom 19. Dezember 2008 und deren
Ergänzung vom 16. Januar 2009 entsprechen zeitlich, formal und inhaltlich den
gesetzlichen Anforderungen (Art. 64 Abs. 1 in Verbindung mit Art. 47 Abs. 1 und Art. 48
Abs. 1 und 2 VRP). Auf die Beschwerde ist einzutreten.
Das VRP sieht keine Anschlussbeschwerde vor. Soweit der Beschwerdegegner in
seiner Vernehmlassung den angefochtenen Entscheid in jenen Punkten kritisiert, die
von der Beschwerdeführerin nicht angefochten wurden, kann nicht darauf eingetreten
werden (Cavelti/Vögeli, Verwaltungsgerichtsbarkeit im Kanton St. Gallen, St. Gallen
2003, Rz. 640).
2. Streitgegenstand ist ausschliesslich die Frage, ob die Vorinstanz den
Kanalisationsanschlussbeitrag gestützt auf Art. 35 AR zu Recht reduziert hat.
2.1. Art. 35 AR bestimmt, dass auf begründetes Gesuch hin der Gemeinderat in
Ausnahmefällen die Beiträge den besonderen Verhältnissen anpassen kann, wobei die
dem Grundeigentümer durch die öffentlichen Abwasseranlagen entstehenden Vorteile
und die Aufwendungen für die Anlagen zu berücksichtigen sind.
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2.2. Die Vorinstanz stützte sich auf die Rechtsprechung des Verwaltungsgerichts. Sie
erwog, nicht verschmutztes Abwasser sei gemäss Art. 7 Abs. 2 des
Gewässerschutzgesetzes des Bundes (SR 814.20, abgekürzt GSchG) nach den
Anordnungen der kantonalen Behörden versickern zu lassen oder in ein oberirdisches
Gewässer einzuleiten. Da das Grundstück in einem Gebiet mit guter Sickerfähigkeit
liege, sei der Beschwerdegegner entsprechend den bundesrechtlichen Vorgaben in
Ziff. 5 der Baubewilligung verpflichtet worden, das nicht verschmutzte Abwasser
versickern zu lassen. Trotz der bundesrechtlich vorgesehenen Versickerungspflicht
wäre es mit dem Grundsatz der Rechtsgleichheit nicht vereinbar, wenn der
Beschwerdegegner, der nur das Schmutzwasser in die Gemeindekanalisation einleite,
den gleichen Beitrag leisten müsste wie ein Grundeigentümer, dem die Gemeinde das
Schmutzwasser und das Meteorwasser ableite. Umfasse der Anschluss an die
Kanalisation lediglich die Möglichkeit zur Ableitung des Schmutzwassers, rechtfertige
dies nach der verwaltungsrechtlichen Rechtsprechung im Regelfall eine Reduktion
zwischen einem Fünftel und einem Drittel des Beitrags (vgl. VerwGE vom 30. Oktober/
20. November 2001 i.S. H.R.).
2.3. Die Beschwerdeführerin wendet dagegen ein, es liege kein Sonderfall im Sinne von
Art. 35 AR vor. Es bestehe faktisch die Möglichkeit, und diese könne in Notfällen auch
beansprucht werden, das Meteorwasser in die öffentliche Kanalisation einleiten zu
dürfen. In der entsprechenden Situation befänden sich wegen des einschlägigen
Bundesrechts viele Beitragspflichtige. So gebe es ganze Quartiere, in denen das nicht
verschmutzte Abwasser problemlos zur Versickerung gebracht werden könne. In dem
von der Vorinstanz zitiertem Urteil des Verwaltungsgerichts vom 30. Oktober/20.
November 2001 i.S. H.R. sei der zu beurteilende Sachverhalt ein ganz anderer
gewesen. Die politische Gemeinde habe die bestehende Infrastruktur auf der
Grundlage der im Zeitpunkt der Erstellung der Anlage geltenden gesetzlichen
Vorschriften und damit noch vor dem heute geltenden Gewässerschutzgesetz errichtet
und finanziert. Sie müsse diese aber auch weiterhin unterhalten können, unabhängig
von den heute geltenden Vorschriften über die Art der Beseitigung von nicht
verschmutztem Abwasser. Daher könne es auch nicht angehen, dass eine politische
Gemeinde, welche die nunmehr geltenden gesetzlichen Bestimmungen korrekt
vollziehe, dafür auch noch bestraft werde, indem sie zu Kürzungen von
Gebäudebeiträgen gezwungen werde, weil sie einem Grundeigentümer aufgrund des
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übergeordneten Rechts die Einleitung von nicht verschmutztem Abwasser in den
bestehenden öffentlichen Mischwasserkanal im Normalfall verwehren müsse.
2.4. Das Verwaltungsgericht entschied im Urteil vom 27. September 1989 i.S. I. AG,
dass der Sondervorteil, der durch die Beitragsleistung abgegolten werde, sich auf die
jederzeit gesicherte schadlose Ableitung und Reinigung des auf dem Grundstück
anfallenden Schmutzwassers wie auch auf die gewährleistete Ableitung des
Meteorwassers beziehe. Werde durch den Anschluss an die Kanalisation lediglich die
Ableitung des Schmutzwassers sichergestellt, so liege ein Sonderfall (im Sinn von
Art. 60 des Kanalisationsreglements der damals betroffenen Gemeinde) mit
besonderen Abwasserverhältnissen vor, denen bei der Beitragsfestsetzung Rechnung
zu tragen sei. Diese besonderen Verhältnisse lägen nicht darin, dass insgesamt
betrachtet der Abwasseranfall besonders hoch oder niedrig wäre. Sie seien vielmehr
dadurch gegeben, dass der Anschluss an die Gemeindekanalisation nicht den ganzen
Abwasserbereich abdecke.
Im Urteil vom 30. Oktober/20. November 2001 i.S. H.R. hat das Verwaltungsgericht
diese Praxis bestätigt. Dabei berief sich das Verwaltungsgericht ausdrücklich auf das
Urteil vom 27. September 1989 i.S. I. AG. Es trifft daher nicht zu, dass die Reduktion
des Beitrags ausschliesslich darauf zurückzuführen war, dass es sich beim Gebäude
des Beschwerdeführers um eine denkmalgeschützte Baute handelte, welche einen
überdurchschnittlichen Gebäudezeitwert aufwies. Das Verwaltungsgericht berief sich
ausdrücklich auf den Umstand, dass der Anschluss lediglich die Möglichkeit der
Ableitung des Schmutzwassers umfasse.
Im vorliegenden Fall ist aufgrund der Akten nicht ersichtlich, inwiefern eine Einleitung
von unverschmutztem Abwasser in die Kanalisation erfolgt oder in Ausnahmefällen
erfolgen kann. Nach der Baubewilligung liegt das Bauvorhaben in einem Gebiet mit
guter Sickerfähigkeit. Nicht verschmutztes Abwasser ist gemäss Bewilligung einer
Versickerung zuzuführen. Die effektive Sickerfähigkeit des Baugrundes und die
Dimensionierung der Versickerungsanlage waren durch die Bauherrschaft abzuklären.
Der Bauherr wurde für die dauernde Funktionstüchtigkeit der Versickerungsanlage in
qualitativer und quantitativer Hinsicht verantwortlich gemacht. Unter diesen Umständen
hat die Vorinstanz zu Recht einen Sonderfall bejaht. Im Regelfall kann nur
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verschmutztes Abwasser in die Kanalisation eingeleitet werden. Damit deckt die
Gemeindekanalisation nicht sämtliche Bereiche des Abwassers ab. Der Eigentümer
muss die Versickerung des unverschmutzten Abwassers auf eigene Kosten
bewerkstelligen. Es liegen damit gleiche Verhältnisse vor wie in jenen Fällen, in denen
das Verwaltungsgericht einen Ausnahmefall annahm.
Die in Art. 7 Abs. 2 GSchG statuierte Versickerungspflicht für nicht verschmutzte
Abwässer besteht seit 1992 bzw. dem Inkrafttreten des GSchG. Insofern hat sich das
Bundesrecht seit dem Urteil des Verwaltungsgerichts von 2001 nicht geändert. Der
Umstand, dass verschmutzte und nicht verschmutzte Abwässer von Bundesrechts
wegen zu trennen und letztere versickern zu lassen sind, ändert am Merkmal eines
Sonderfalles nichts. Eine Reduktion des Anschlussbeitrags rechtfertigt sich bei dieser
Sachlage namentlich auch deshalb, weil die Pflicht zum Versickernlassen in der Regel
erhebliche bauliche Massnahmen erfordert. Diese verteuern die Nutzung des
Grundstücks und lassen den mit dem Kanalisationsanschluss verbundenen
Sondervorteil geringer erscheinen als bei einem Grundstück, das auch
unverschmutztes Abwasser in die Kanalisation einleiten kann. Diese besonderen
Verhältnisse werden im übrigen auch bei der Gebührenbemessung berücksichtigt (vgl.
H. Stutz, Schweizerisches Abwasserrecht, Zürich 2008, S. 195 f.).
Ob die Rechtslage zum Zeitpunkt der Erstellung der Abwasseranlage von den heutigen
Vorschriften abwich, ist nicht ausschlaggebend. Der Bedarf an Mitteln steht einer
Differenzierung der Anschlussbeiträge nicht entgegen. Von einer Bestrafung des
Gemeinwesens, welches einem Grundeigentümer die Einleitung von nicht
verschmutztem Abwasser in den Mischwasserkanal verwehren muss, kann nicht
gesprochen werden.
2.5. Aufgrund der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde abzuweisen.
3. Dem Verfahrensausgang entsprechend gehen die amtlichen Kosten des
Beschwerdeverfahrens zulasten der Beschwerdeführerin (Art. 95 Abs. 1 VRP). Eine
Entscheidgebühr von Fr. 2'000.-- ist angemessen (Art. 13, Ziff. 622 Gerichtskostentarif,
sGS 941.12). Der geleistete Kostenvorschuss in gleicher Höhe ist anzurechnen.
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Der Beschwerdegegner hat Anspruch auf eine ausseramtliche Entschädigung. Da er in
eigener Sache tätig war, ist die Entschädigung nicht nach Art. 22 Abs. 1 lit. b der
Honorarordnung für Rechtsanwälte und Rechtsagenten (sGS 963.75) zu bemessen;
vielmehr ist eine Umtriebsentschädigung zuzusprechen. Eine Entschädigung von
Fr. 500.-- ist angemessen.
Demnach hat das Verwaltungsgericht