# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 3efe5001-1beb-5142-9018-cded21d8f5f3
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2019
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
1.1
D
er 1962 geborene
X._
absolvierte
im Jahr 1982
eine Bürolehre
und arbeitete danach in diversen Hilfsarbeitertätigkeiten
(Urk. 9/1
; 9/18/4
-8
)
.
S
eit
dem Jahr 2004
ist der Versicherte
in selbs
t
ändiger Tätigkeit als
Fahrzeugpfleger
tätig
(Urk.
5/2
). Am 31. Mai 1999 (Eingangsdatum) meldete er sich unter
Hinweis
auf ein
Rückenleiden erstmals bei der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zü
rich, IV-Stelle, zum Leistungsbezug an (Urk. 9/1).
Die IV-Stelle tätigte daraufhin erwerbliche (Urk. 9/4)
sowie medizinische (Urk. 9/5-6, 9/8) Abklärungen und wie
s
das Gesuch mit
Verfügung vom
10. August
1999 ab (Urk. 9/11). Mit Eingabe vom 27. September 1999 ersuchte der Versicherte um
Gewährung von
berufliche
n
Massnahmen (Urk. 9/12), woraufhin die IV-Stelle weitere Abklärungen tätigte (Urk.
9/13-15, 9/23-24
)
und
schliesslich
ein
psychiatr
isches
Gutachten
bei
Dr.
Y._
ein
holte
(Gutachten vom 13. August 2000, Urk. 9/28)
. Mit Verfügung vom
4. April
2001
sprach
die IV-Stelle
dem Versicherten ausge
hend von einem Invaliditätsgrad von
52 % rückwirkend ab April 2000 eine halbe Invalidenrente zu (Urk. 9/38
und 9/47
).
1.2
Im September 2003 leitete die IV-Stelle erstmals ein Rentenrevisionsverfahren ein (Fragebogen für Rentenrevision, Urk. 9/60)
,
a
nlässlich
dessen
der Versicherte die
Zusprache
einer
ganzen
Rente
beantragte
(Urk. 9/60/2). Die IV-Stelle tätigte da
raufhin medizinische und erw
erbliche Abklärungen (Urk. 9/61;
9/63), holte ein rheumatologisches Gutachten
bei
Dr.
Z._
ein (Gutachten vom 18. Mai 2004, Urk. 9/67) und sprach dem Versicherten
weiterhin
ausgehend von einer Arbeitsfähigkeit von 60 % und einem Invaliditätsgr
ad von 52 % eine halbe Rente zu;
das Erhöhungsgesuch
wies sie
ab
(Verfügung vom 11. Juni 2004, Urk. 9/70).
1.3
Anlässlich eines weiteren Revisionsverfahrens wurde der Anspruch auf eine halbe Rente mit Mitteilung vom
9. Juni 2008
bestätigt
(Urk. 9/102
).
1.4
Im Juni 2013 leitete die IV-Stelle
erneut ein
Rentenrevisionsverfahren ein (
Fra
gebogen: Revision der Invalidenrente,
Urk. 9/123)
,
nahm Abklärungen in medi
zinischer Hinsicht
(Urk. 9/125
, 9/127, 9/129
)
vor
und
liess den
Versicherte
n
po
lydisziplinär (Allgemeine Innere Medizin, Orthopädie, Neur
ologie, Psychiatrie) begutachten
(Gutachten
der
A._
[MEDAS
A._
]
vom 26. März 2015
,
Urk.
9/
153)
.
Aufgrund einer
vorübergehenden
erheblichen Verschlechterung
und
nachfolgenden Verbesserung
des Gesundheits
zustands stellte die IV-Stelle dem Versicherten m
it Vorbescheid vom 2. Dezember 2015 die vorübergehende Erhöhung auf eine ganze Rente vom 1. Juni 2013 bis 30. Juni 2014 und die
nach Zustellung der Verfügung auf Ende des folgenden Monats anschliessende
Einstellung der Rente
in Aussicht
(Urk. 9/158). Dagegen liess der Versicherte
am 14. Januar
beziehungsweise 17. Februar
2016
Einwand erheben (Urk. 9/159, 9/162
, 9/173
)
, woraufhin die IV-Stelle
weitere medizinische Abklärungen tätigte (Urk. 9/177)
sowie ein
polydisziplinäre
s
Verlaufsg
utachten
(Allgemeine Innere Medizin, Orthopädie, Neurologie, Psychiatrie)
einholte
(Inter
disziplinäres Verlaufsgutachten
der MEDAS
A._
vom 5. Februar 2018
, Urk.
9/
194)
.
Mit
Verfügung vom 23. August 2018
entschied
die IV-Stelle
im Sinne des Vorbescheids vom 2. Dezember 2015
(Urk.
2/1
[=Urk.
9/204
-205
]
).
2.
Hiergegen
liess der Versicherte am
2
6
. September 2018
Beschwerde
(Urk. 1)
er
heben und beantragen, es sei ihm auch nach dem 30. Juni 2014 eine ganze Inva
lidenrente auszurichten, eventualiter sei das Verfahren an die Beschwerdegegne
rin
zur Einholung eines weiteren medizinischen Gutachten
s
zurückzuweisen
. In prozessualer Hinsicht ersuchte er um Gewährung der unentgeltlichen Prozessfüh
rung und Rechtsverbeiständung in der Person von Rechtsanwalt
Dr.
Pierre
Heus
ser (Urk. 1 S. 2).
Mit Beschwerdeantwort vom 30. Oktober 2018 schloss die Be
schwerdegegnerin auf Abweisung der Beschwerde (Urk. 8), was dem Beschwer
deführer mit Verfügung vom 31. Oktober 2018 angezeigt wurde (Urk. 10). Mit Eingabe vom 1
1.
Juli 2019 reichte Rechtsanwalt Heusser
eine Zusammenstellung seines Aufwands
zu den Akten (Urk. 11).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allge
meinen Teil des Sozialversicherungsrechts,
ATSG). Sie kann Folge von Geburts
gebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung,
IVG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgegliche
nen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beein
trächtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Ändert sich der Invaliditätsgrad eines Rentenbezügers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, her
abgesetzt oder aufgehoben (
Art.
17
Abs.
1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen seit Zusprechung der Rente, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente bei einer wesentlichen Änderung des Gesundheitszustandes revidierbar. Weiter sind, auch bei an sich gleich gebliebe
nem Gesundheitszustand, veränderte Auswirkungen auf den Erwerbs- oder Auf
gabenbereich von Bedeutung (BGE 141 V 9 E. 2.3, 134 V 131 E. 3). Hingegen ist die lediglich unterschiedliche Beurteilung eines im Wesentlichen gleich gebliebe
nen Sachverhalts im revisionsrechtlichen Kontext unbeachtlich (BGE 141 V 9 E. 2.3 mit Hinweisen).
Liegt in diesem Sinne ein Revisionsgrund vor, ist der Rentenanspruch in rechtli
cher und tatsächlicher Hinsicht umfassend («allseitig») zu prüfen, wobei keine Bindung an frühere Beurteilungen besteht (BGE 141 V 9 E. 2.3 mit Hinweisen).
Zeitlicher Referenzpunkt für die Prüfung einer anspruchserheblichen Änderung bildet die letzte rechtskräftige Verfügung, die auf einer materiellen Prüfung des Rentenanspruchs mit rechtskonformer Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und Durchführung eines Einkommensvergleichs beruht.
1.3
Nach der Rechtsprechung sind bei rückwirkender Zusprechung einer abgestuften oder befristeten Invalidenrente die für die Rentenrevision geltenden Bestimmun
gen (Art. 17 ATSG in Verbindung mit Art. 88a
der Verordnung über die Invali
denversicherung,
IVV) analog anzuwenden (BGE 133 V 263 E. 6.1 mit Hinwei
sen; Urteil des Bundesgerichts 9C_399/2016 vom 18. Januar 2017 E. 4.8.1). Ob eine für den Rentenanspruch erhebliche Änderung der tatsächlichen Verhältnisse eingetreten und damit der für die Abstufung oder Befristung erforderliche Revi
sionsgrund gegeben ist, beurteilt sich durch Vergleich des Sachverhalts im Zeit
punkt des Rentenbeginns mit demjenigen im – nach Massgabe des analog an
wendbaren Art. 88a Abs. 1 IVV festzusetzenden – Zeitpunkt der Anspruchsände
rung (vgl. BGE 125 V 413 E. 2d mit Hinweisen; vgl. statt vieler: Urteile des Bun
desgerichts 8C_375/2017 vom 25. August 2017 E. 2.2 und 8C_350/2013 vom 5. Juli 2013 E. 2.2
mit Hinweis
;
zum jeweils massgebenden Vergleichszeitpunkt bei mehreren Sachverhaltsänderungen vgl. Urteile des Bundesgerichts 9C_829/2017 vom 31. Januar 2018 E. 2.1 und 9C_226/2011 vom 15. Juli 2011 E. 4.3.1 [in BGE 137 V 369 nicht publiziert]).
1.4
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Be
schwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebe
nenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arz
tes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versi
cherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 256 E. 4). Im Weiteren sind die ärzt
lichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden können (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E. 4b/cc).
1.5
Das Sozialversicherungsgericht hat den Sachverhalt von Amtes wegen festzustel
len und alle Beweismittel objektiv zu prüfen, unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden, ob sie eine zuverlässige Beurteilung des strittigen Leistungsanspruches gestatten. Insbesondere darf es beim Vorliegen einander widersprechender medizinischer Berichte den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt (ZAK 1986 S. 188 E. 2a). Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Gutachtens ist im Lichte dieser Grundsätze entscheidend, ob es für die Beantwortung der gestell
ten Fragen umfassend ist, auf den erforderlichen allseitigen Untersuchungen be
ruht, die geklagten Beschwerden berücksichtigt und sich mit diesen sowie dem Verhalten der untersuchten Person auseinander setzt – was vor allem bei psychi
schen Fehlentwicklungen nötig ist –, in Kenntnis der und gegebenenfalls in Aus
einandersetzung mit den
Vorakten
abgegeben worden ist, ob es in der Darlegung der medizinischen Zustände und Zusammenhänge einleuchtet, ob die Schlussfol
gerungen der medizinischen Experten in einer Weise begründet sind, dass die rechtsanwendende Person sie prüfend nachvollziehen kann, ob der Experte oder die Expertin nicht auszuräumende Unsicherheiten und Unklarheiten, welche die Beantwortung der Fragen erschweren oder verunmöglichen, gegebenenfalls deut
lich macht (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c; Ulrich Meyer, Die Rechtspflege in der Sozialversicherung, BJM 1989, S. 30 f.; derselbe in: Hermann
Fredenhagen
, Das ärztliche Gutachten, 4. Auflage 2003, S. 24 f.).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin ging in der angefochtenen Verfügung (Urk. 2) davon aus, dass sich der Gesundheitszustand des Beschwerdeführers vorübergehend ver
schlechtert hatte. Zwischen Februar 2012 und März 2014 habe der Invaliditäts
grad 100 % betragen. Ab dem 1. Juni 2013 stehe ihm daher eine ganze Invali
denrente zu. Die weiteren medizinischen Abklärungen hätten zudem ergeben, dass dem Beschwerdeführer ab April 2014 seine bisherige Tätigkeit als selbstän
diger Wagenreiniger
wieder
zu 60 % zumutbar sei. Eine körperlich leichte bis mittelschwere Hilfsarbeitstätigkeit ohne Heben und Tragen von Lasten über 10 kg und ohne Arbeiten mit monotoner oder verdrehter Lage des Oberkörpers sei ihm zu 80 % zumutbar. Die Erwerbseinbusse von 20 % entspreche daher dem Invali
ditätsgrad. Da der Invaliditätsgrad unter 40 % liege, bestehe kein Rentenanspruch mehr. Der Beschwerdeführer sei im Zeitpunkt der Verfügung 55
Jahre alt gewesen und beziehe
eine Rente seit dem 1. April 2000, mithin seit mehr als 15 Jahren, weshalb die jüngste Rechtsprechung bezüglich der zumutbaren Verwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit heranzuziehen sei. Im Hinblick auf se
ine Rückenprobleme sei die selb
s
tändige Tätigkeit als Wagenreiniger nicht optimal, es sei ihm jedoch zumutbar, die selbständige Tätigkeit aufzugeben und eine adaptierte Hilfsarbei
tertätigkeit zu suchen. Aufgrund der Verschlechterung mit vorübergehender voll
ständiger Arbeitsunfähigkeit
bestehe
ein Revisionsgrund im Sinne von
Art.
17 ATSG, weshalb sie zu Recht den Rentenanspruch umfassend und ohne Bindung an frühere Beurteilungen geprüft habe (Urk. 2/1 S. 5-7).
2.2
Demgegenüber stellte sich der Beschwerdeführer auf den Standpunkt, es sei nicht nachvollziehbar, dass er
seit
dem 1. Juli 2014 nach mehr als 14 Jahren Renten
bezug plötzlich vollständig gesund sein sollte. Er sei daher nicht damit einver
standen, dass die Erhöhung auf eine ganze Invalidenrente lediglich bis zum 30. Juni 2014 befristet
w
e
rde
und ihm danach gar keine Rente mehr zuste
h
e (Urk. 1 S. 3). Seine Beschwerden seien noch immer vorhanden, wenn auch nicht mehr ganz in gleich starker Intensität
wie ab
März 201
2.
Insbesondere die Len
denwirbelbeschwerden hätten sich verbessert
, d
ie Nackenbeschwerden würden hingen weiterhin in derselben Intensität bestehe
n
, es sei daher keine Verbesse
rung der Situation
eingetreten
(Urk. 1 S. 4). Hinzu komme, dass das MEDAS-Gutachten den aktuellen Vorgaben der Rechtsprechung nicht genüge. Das MEDAS-Gutachten beantworte die Fragen zu den Funktionseinschränkungen, den vorhandenen Ressourcen sowie der Konsistenz der geltend gemachten Be
schwerden nicht, dies sei nicht zulässig (Urk. 1 S
. 5). Beim psychiatrischen G
ut
achten handle es sich um eine unzulässige «
second
opinion
», da der Beschwerde
führer bereits anlässlich der erstmaligen
Rentenzusprache
medizinisch begutach
tet worden sei. Zusammengefasst stellt
e
sich der Beschwerdeführer auf den Standpunkt, dass sowohl im MEDAS-Gutachten vom 15. Juli 2015 als auch in jenem vom 5. Februar 2018
sein
Gesundheitszustand im Zeitpunkt der Begutach
tung nicht mit jenem bei der
Rentenzusprache
im Jahr 2005 verglichen
worden sei
. Im Rahmen der Rentenrevision hätten sich die Gutachter zwingend mit dem medizinischen Verlauf
seiner
Krankheit auseinander
setzen müssen und zwar im Vergleich zum Gesundheitszustand bei der
Rentenzusprache
im Jahr 200
5.
Es müsse eine klare und objektivierbare Verbesserung des Gesundheitszustandes nachgewiesen werden, damit die ursprüngliche Rente aufgehoben werden könne
, wovon vorliegend aber keine Rede sein könne
(Urk. 1 S. 10-12).
2.3
Zu prüfen ist vorab die formelle Rüge, wonach das rechtliche Gehör verletzt wor
den sei. Der Beschwerdeführer liess hierzu im Wesentlichen ausführen, in der angefochtenen Verfügung finde keinerlei Auseinandersetzung mit seinen bereits im
Vorbescheidverfahren
vorgebrachten Argumenten statt. So sei von der Be
schwerdegegnerin insbesondere weder die Kritik aufgenommen worden, wonach es sich bei den Gutachten nicht um Verlaufsgutachten handle
,
noch habe sie sich mit dem Vorwurf, es liege eine unzulässige
second
opinion
vor, befasst. Mithin sei sein Anspruch auf rechtliches Gehör sowie der Anspruch auf Begründung der abweisenden Verfügung verletzt worden (Urk. 1 S. 17-18).
Der Anspruch auf rechtliches Gehör verlangt, dass Entscheide sachgerecht ange
fochten werden können. Hierfür muss dem Betroffenen bekannt sein, von wel
chen Überlegungen sich die Behörde hat leiten lassen und worauf sie ihren Ent
scheid stützt. Nicht erforderlich ist hingegen, dass sich die Verfügung mit allen Parteistandpunkten einlässlich auseinandersetzt und jedes einzelne Vorbringen ausdrücklich widerlegt. Soweit eine Verfügung sachgerecht angefochten werden kann, liegt somit keine Verletzung der Begründungspflicht vor (BGE 134 I 83 E. 4.1 mit Hinweisen).
Mit Blick auf diese Grundsätze liegt keine Verletzung des rechtlichen Gehörs vor. Die Beschwerdegegnerin setzte sich in der angefochtenen Verfügung mit den Ein
wänden des Beschwerdeführers auseinander (vgl. Urk. 2/1 S. 5) und begründete im Einzelnen,
weshalb
vorliegend ein Revisionsgrund gegeben und daher der Rentenanspruch umfassend zu prüfen sei. Sie führte sodann aus,
aus welche
n
Gründen
die Gutachten beweiskräftig seien und darauf abzustellen sei. Ebenfalls fand der Einwand betreffend Beizug einer Fachperson Integration Eingang in die Verfügungsbegründung. Für den Beschwerdeführer war daher ersichtlich, dass die Beschwerdegegnerin die Gutachten als beweiskräftig erachtete und de
n
Be
i
zug einer Fachperson Integration nicht in Betracht zog, womit eine sachgerechte Anfechtung ohne weiteres möglich
war. Hinzu kommt, dass der Beschwerdeführer seine Anliegen mit der Beschwerde gegen die Verfügung vom 23. August 2018 vor einer Beschwerdeinstanz, die sowohl den Sachverhalt als auch die Rechtslage frei überprüfen, vortragen konnte, womit eine allfällige Verletzung des rechtli
chen Gehörs als geheilt zu betrachten wäre (vgl. BGE 127 V 431 E. 3d/
aa
).
3.
3.1
Die mit Verfügung
vom
4. April 2001 (Urk. 9/47
)
erfolgte Zusprache einer halben Invalidenrente erging im Wesentlichen gestützt auf das psychiatrische Gutachten vom 13. August 2000 sowie die n
achfolgenden Berichte:
3.1
.1
Im Bericht vom 3. Dezember 1999 (Urk. 9/14) führten die behandelnden Ärzte der Rehabilitationsklinik
B._
aus, der Beschwerdeführer sei zur intensiven stationären Physiotherapie zugewiesen worden. Als Diagnose wurde ein
lumbospondylogenes
Syndrom rechts aufgeführt. Bei der Eintrittsuntersu
chung habe ein Hohlrundrücken imponiert, abgesehen von einer
Hypaesthesie
im Bereich des lateralen Fussrandes rechts
habe
keine radikuläre Symptomatik
be
standen
. Die Schmerzen seien subjektiv auch unter Therapie unverändert geblie
ben, objektiv habe eine vermehrte Stabilität im Bereich der Lendenwirbelsäule und eine verbesserte Brustwirbelsäulenhaltung
festgestellt werden können. Be
züglich der Arbeitsfähigkeit sei aus rheumatologischer Sicht eine nicht rücken
belastende Tätigkeit mit Wechselbelastung möglich. Nach dem Austritt aus der Klinik
habe
bis am 13. Dezember 1999 eine 100%ige und bis am 1. Februar 2000 eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit
bestanden
. Ab dem 1. Februar 2000 sei der Be
schwerdeführer hingegen wieder arbeitsfähig. Die behandelnden Ärzte ergänzten im Bericht vom 4. Januar 2000, die Arbeitsfähigkeit könne mit physiotherapeu
tischen Massnahmen verbessert werden. Der Beschwerdeführer sei eingeschränkt beim Heben von schweren Lasten und beim Verharren in Zwangshaltungen, davon abgesehen sei er physisch und psychisch 100 % arbeitsfähig (Urk. 9/15).
3.1.
2
In seinem Bericht vom 2. Juni 2000 (Urk. 9/23) führte Dr.
C._
, Facharzt Orthopädische Chirurgie, aus, es
bestünden
eine degenerative
Discopa
thie
L4/5 und L5/S1 mit therapie
refraktärem
lumboischialgiformem
Schmerzsyn
drom ohne radikuläre Ausfälle sowie ein erhöhter Alkoholkonsum. Es handle sich um ein reines Instabilitätsproblem des
lumbosacralen
Achsenskeletts mit entspre
chender Einschränkung der
Belastbarkeit. Eine operative
Res
tabilisation
mit
Dynesys
-System L4/5/S1 sei besprochen worden, der Beschwerdeführer habe sich
aber
noch nicht entschieden. Eine Tätigkeit mit Wechselbelastung stehend, sit
zend und gehend sowie einer
Tragbelastung von maximal 5-10
kg mit sehr kur
zen Belastungsphasen sei möglich. Ungünstig sei hingegen die Exposition bei Nässe oder Kälte (Urk. 9/23).
3.1.3
Im psychiatrischen Gutachten vom 13. August 2000
führte Dr.
Y._
die Diagno
sen eines Cannabis-Abhängigkeitssyndroms (ICD-10
:
F12.
25), eine
r
Neigung zu passagerem erhöhtem
Alkoholkonsum, jedoch keine Abhängigkeit, sowie eine
r
Neur
a
sthenie (ICD-10
:
F48.0) auf.
Sodann
übernahm er
die bereits genannten Di
agnosen (vgl. E. 3.1.2) aus den Akten
(Urk. 9/28/7).
Der Beschwerdeführer habe während der Untersuchung nur kurze Perioden ruhig sitzen können, er habe oft seine Stellung gewechselt und offensichtlich keine günstige Stellung gefunden, dennoch sei er im dauernden Stellungswechsel ganz ungeniert und natürlich gewesen. Mimisch und gestisch sei er von unauffälliger Lebhaftigkeit. Einen bewusst
aggravatorischen
Zug habe im Verhalten des Be
schwerdeführers nicht festgestellt werden können. Örtlich, zeitlich und autopsy
chisch sei der Beschwerdeführer voll orientiert gewesen.
Dr.
Y._
führte aus, er habe keine Anhaltspunkte für formale oder inhaltliche Denkstörungen finden können. Stimmungsmässig habe der Beschwerdeführer weder depressiv noch re
signiert gewirkt, jedoch sorgenvoll mit existentiellen Ängsten (Urk. 9/28/6). Hin
weise für eine spezifische Persönlichkeitsstörung hätten nicht festgestellt werden können. Dem Beschwerdeführer sei die Tendenz zu passagerem Alkoholabusus bewusst, er habe jedoch die Kontrolle
, womit keine Abhängigkeit bestehe
, ebenso wenig lasse sich eine Schädigung durch Alkohol finden. Aufgrund des degenera
tiven Rückenleidens des Beschwerdeführers und mangelhafter therapeutischer Compliance sei er als Hilfskoch seit dem 1. Februar 1998 100 % arbeitsunfähig, für eine andere Tätigkeit – für die der Beschwerdeführer aus rein rheumatologi
scher Sicht fähig sein sollte – betrachte er ihn aus psychiatrischer Sicht zu 60 % arbeitsfähig (Urk. 9/28/7).
3.2
Nach Erlass der Rentenverfügung wurde im Rahmen einer ersten Rentenrevision (Urk. 9/60) ein rheumatologisches Gutachten in Auftrag gegeben (Urk. 9/67).
Dr.
Z._
hielt in seinem
Gutachten
vom 18. Mai 2004
fest, dass die Inklination und Seitneigung der Lendenwirbelsäule nach rechts hälftig eingeschränkt sei. Die
Paravertebralmuskulatur
lumbal rechts sei deutlich verspannt mit Trigger-Punk
ten. Bei Palpation komme es zu Schmerzausstrahlung und Kribbelparästhesien im Bereich der rechten Hüfte und des Oberschenkels. Die unteren Lendenwirbelsäu
lensegmente seien kaum schmerzhaft, grössere
irritative
Phänomene finde man keine. Im Bereich der Halswirbelsäule bestehe eine minime Einschränkung nach rechts, im unteren Teil komme es zu ausstrahlendem Schmerz nach lumbal (Urk. 9/67/10). Als Diagnosen wurden ein chronisches
lumbospondylogenes
und myofaziales Schmerzbild, eine Neurasthenie, ein regelmässiger Cannabiskonsum sowie Nikotinabusus
gestellt
. Aufgrund des Wirbelsäulenleidens bestehe aus so
matischer Sicht eine eingeschränkte Belastbarkeit für körperlich schwere und in ungünstigen Arbeitspositionen auszuführende Tätigkeiten. Dem Beschwerdefüh
rer sei eine adaptierte, körperlich leichte und wechselbelastende Tätigkeit noch zu 60 % zumutbar (Urk. 9/67/12).
3.3
Im vorliegenden Revisionsverfahren sind folgende relevante medizinische Unter
lagen
aktenkundig
:
3.3.1
Die Gutachter
Dr.
D._
, F
acharzt
Neurologie, Dr.
E._
, Facharzt Psychiatrie und Psychotherapie, Dr.
F._
, Fachärztin Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsap
parates, sowie Dr.
G._
, Facharzt für Innere Medizin
,
nannten im interdisziplinären Gutachten vom 26. März 2015 als Diagnosen mit Relevanz für die Arbeitsfähigkeit
(Urk. 9/153/24)
:
-
zervikospondylogenes
und
zervikodiskogenes
Schmerzsyndrom C5/C6
und C6/C7 ohne relevante Wurzelreiz- oder Defizitsymptomatik
-
lumbospondylogenes
Syndrom mit myofaszialer Beschwerdesymptomatik bei Spinalkanalstenose L4/5,
S
pondylarthrose und
Osteochondrose
L4/5 und L5/S1 ohne klinische Claudicatio spinalis und ohne
radikuläre Reiz- oder De
fizitsymptomatik
sowie ohne Relevanz für die Arbeitsfähigkeit:
-
leichtgradige OSG Arthrose rechts
-
Hypertonie
-
Asthma bron
ch
iale
-
Nikotinabusus
-
Cannabisabhängigkeit (ICD-10: F12.2)
-
Panikstörung (ICD-10: F41.0)
-
Alkoholmissbrauch (ICD-10: F10.1)
Die Gutachter hielten fest, dass der Beschwerdeführer unter einer Cannabisab
hängigkeit leide, er jedoch in der Lage sei, den täglichen Konsum auf einen Joint zu reduzieren, weshalb der Cannabiskonsum keine Auswirkungen auf die Ar
beitsfähigkeit
zeitige
. Eine cannabisbedingte Persönlichkeitsveränderung habe bisher nicht stattgefunden. Obschon der Verdacht auf Alkoholmissbrauch be
stehe, da im Labor der CDT-Wert erhöht sei, beeinträchtige dies die Arbeitsfähig
keit nicht (Urk. 9/153/21). Die Gutachter
wiesen
sodann
darauf hin
, dass zur an
gestammten Tätigkeit und auch zur zuletz
t ausgeübten Tätigkeit als selb
s
tändiger Fahrzeugpfleger eine teilweise Inkongruenz
in Bezug auf das Heben und Tragen von schweren Lasten aber auch
zu
Tätigkeiten in verdrehten Positionen des Rü
ckens
im Vergleich
zum Zumutbarkeitsprofil bestehe
;
f
ür administrative Arbeiten bestehe hingegen keine Inkongruenz. Die Gutachter
gingen
davon aus, dass der Beschwerdeführer in der angestammten beziehungsweise zuletzt ausgeübten Tä
tigkeit
,
mit eingeschränkter Leistung und vermehrten Pausen
,
zu 60 % arbeitsfä
hig sei. In einer Verweistätigkeit im Rahmen des Zumutbarkeitsprofils bestehe aus orthopädischer Sicht
–
ebenfalls mit vermehrten Pausen wegen den Schmer
zen
–
eine
80%ige Arbeitsfähigkeit
(Urk. 9/153/25).
Hinsichtlich Verlauf der Ar
beitsfähigkeit hielten die Gutachter fest, d
er Gesundheitszustand des Beschwer
deführers habe sich zwischen März 2012 und März 2014 verschlechtert, teilweise bis zu
einer Arbeitsfähigkeit von 0 %
(Urk. 9/153/26).
3.3.2
Im interdisziplinären Verlaufsgutachten
von Dr.
D._
,
Facharzt Neurologie,
Dr.
H._
, Facharzt Allgemeine Innere Medizin,
Dr.
I._
, Facharzt Orthopädische Chirurgie
,
sowie
J._
, Facharzt Psychiatrie und Psychotherapie
,
vom 5. Februar 2018 wur
den folgende Diagnosen aufgeführt mit Relevanz für die Arbeitsfähigkeit a
ls selbstständiger Autoreiniger (Urk. 9/194/41):
-
c
hronisches
zervikothorakales
Schmerzsyndrom bei degenerativen Verände
rungen mit
Foramenstenose
ohne radikuläre Wurzelreiz- oder Defizitsymp
t
o
matik
-
c
hronisches lumbales Schmerzsyndrom mit degenerativen Veränderungen mit Bandscheibenprotrusionen und leichter Spinalkanalstenose ohne radikuläre Wurzelreiz- oder Defizitsymptomatik
-
w
eitgehend kompensierbarer Restbefund einer
Epicondylitis
humeri
rechts
ohne Relevanz für die Arbeitsfähigkeit:
-
Asthma bron
ch
iale, behandelt, klinisch nicht manifest
-
a
rterielle Hypertonie, gut eingestellt
-
THC-Abusus: anamnestisch bejaht, UP positiv
-
Alkoholgebrauch: CDT im Normalbereich
-
Fehlhaltung der Wirbelsäule bei einem Rundrücken mit muskulärer Dysba
lance
-
v
erheilte operativ versorgte und gut knöchern konsolidierte
Malleolarfraktur
von 1980 rechts
-
l
eichter Knick-Spreizfuss mit Zehendeformitäten
-
Panikstörung ICD-10
:
F41.0
-
Psychische und Verhaltensstörung durch
C
annabi
n
oide-Abhängigkeitssyn
drom ICD-10
:
F12.19
-
a
kzentuierte Persönlichkeit, narzisstisch
dysthym
ICD-10
:
Z73
Die Gutachter
hielten
fest, der Versicherte
sei
in der Lage, leichte bis teilweise mittelschwere Tätigkeiten sowie Heben und Tragen von Gegenständen bis zu 15 kg in rückenschulgerechter Haltung im Wechsel zwischen Gehen, Stehen und Sitzen in temperierten Räumen oder der Witterung gut angepasster Kleidung
zu verrichten
. Vermieden werden sollten hingegen teilweise mittelschwere bis schwere Tätigkeiten sowie das Heben und Tragen von Gegenständen über 15 kg ausserhalb des Körperlotes
,
ständige Zwangshaltungen
,
Vibrationen
und
ruckar
tige Bewegungen, ständige Überstreckung der Halswirbelsäule und Heben des rechten Armes über Kopfhöhe. Der Beschwerdeführer sollte dabei keiner Kälte- oder Nässeexposition ausgesetzt sein. Aus psychiatrischer Sicht sei der Beschwer
deführer rein medizin-theoretisch in der Lage, sämtliche seinem körperlichen Be
lastungsprofil angegeben
en
Tätigkeiten integral zu 100 % vollschichtig zu ver
richten. Der Beschwerdeführer sei daher in der Tätigkeit als Hilfskoch 80 % ar
beitsfähig, wobei eine um 20 % geminderte Leistungsfähigkeit bei voller Arbeits
präsenz bestehe. In der zuletzt
ausgeübten Tätigkeit als Fahrzeugr
einiger
sowie in jeder anderen angepassten Verweistätigkeit
attestierten ihm die Gutachter eine 90%ige Arbeitsfähigkeit mit einer 10%igen Minderung der Leistungsfähigkeit bei voller Arbeitspräsenz (Urk.
9/
194/41).
4.
4.1
Das polydisziplinäre Gutachten vom 26. März 2015 (Urk. 9/153) wie auch das interdisziplinäre Verlaufsgutachten vom 5. Februar 2018 (Urk. 9/194) ergingen in Kenntnis
der
und in Auseinandersetzung mit den
Vorakten
(Urk. 9/153/3-9; Urk. 9/194/3-16), den geklagten Beschwerden sowie gestützt auf die klinischen Untersuchungen
durch die
begutachtenden Fachärzte. Die Gutachte
r
haben ihre Diagnosen ausführlich und differenziert be
gründet (Urk. 9/153/16-24; Urk.
9/194/34-38), zu den Beurteilungen in den
Vorakten
einlässlich Stellung be
zogen und – soweit Diskrepanzen bestanden – abweichende Einschätzungen plausibel begründet (vgl. Urk. 9/153/25-26; Urk. 9/194/24-29 und 9/194/36-38).
4.2
Soweit der Beschwerdeführer geltend machte, die Gutachter hätten sich nicht mit de
m
ursprünglichen Gutachten von
Dr.
Y._
(Urk. 1 S. 6) sowie den übrigen
Vorakten
auseinandergesetzt (Urk. 1 S. 11),
trifft dies offenkundig nicht zu. So hat e
ntgegen den
beschwerdeführerischen
Vorbringen
der psychiatrische Gutach
ter in Auseinandersetzung mit dem Gutachten von Dr.
Y._
einlässlich dargelegt, dass sich neurasthenische Beschwerden nicht (mehr) hätten erheben lassen und ein vermehrter Alkoholkonsum nicht mehr vorgelegen habe (Urk. 9/194/74; vgl. auch Urk. 9/153/25,43, wonach mangels Foerster-Kriterien die Diagnose einer Neurasthenie nicht zu erheben sei).
Sodann nahm der Gutachter zu den von
K._
genannten Diagnosen Stellung. Er hielt fest, eine Vermeidung, ein
Hyperarousal
, eine Amnesie oder Intrusionen hätten sich nicht erheben lassen. Ebenso wenig habe der Beschwerdeführer über traumatisierende Erlebnisse be
richtet. Eine wie nach ICD geforderte Belastung im Sinne einer aussergewöhnli
chen Bedrohung katastrophalen Ausmasses habe nicht exploriert werden können. Schliesslich habe eine ständige Beschäftigung mit einem quälenden dauernd vor
handenen Schmerz nicht erhoben werden können. Dass der Gutachter angesichts dieser Befunde das Vorliegen der notwendigen Diagnosekriterien für eine andau
ernde Persönlichkeitsveränderung, eine posttraumatische Belastungsstörung oder eine Erkrankung aus dem somatoformen Diagnosespektrum für nicht gegeben erachtete (
Urk.
9/194/75), ist plausibel und nachvollziehbar. Ferner
wurde
einge
wendet
, die Gutachter hätten aktenwidrig behauptet, der Beschwerdeführer
habe
nie in psychiatrischer oder psychotherapeutischer Behandlung gestanden (Urk. 1 S. 14)
. Aus dem
Gutachten vom 5. Februar 2018
ergibt sich ohne Weiteres,
dass
sich die vom Beschwerdeführer zitierte Aussage auf das
erste polydisziplinäre Gutachten vom 26. März 2015
bezieht (Urk. 9/194/28). Nachdem der Beschwer
deführer in
der Beschwerdeschrift
ausführen liess, er habe sich erstmals
im
Februar 2016, mithin
nach der ersten Begutachtung und nach Erlass des Vorbe
scheides vom 2. Dezember 2015, in
psychiatrische
Behandlung begeben,
zie
l
t auch dieser
Einwand
ins Leere
.
Soweit der Beschwerdeführer schliesslich vorbrin
gen lässt, der psychiatrische Gutachter habe bloss (negativ) beschrieben, was er nicht habe explorieren können (
Urk.
1 S. 14-15), vermag er gleichermaßen nicht durchzudringen, handelt es sich dabei doch um den nach AMDP erhobenen psy
chiatrischen Befund (Urk. 9/194/72), welcher sich
unverkennbar
als leichtgradig präsentierte.
4.3
In Bezug auf
die abweichende medizinische Beurteilung gemäss dem
Bericht von Dr.
L._
ist s
odann
darauf hinzuweisen
,
dass f
ür die Beurtei
lung der Arbeitsfähigkeit nicht die Diagnosen, sondern die daraus resultierenden funktionellen Einschränkungen entscheidend
sind
(vgl.
etwa das Urteil des Bun
desgerichts 9C_549/2017 vom 13. Februar 2018 E. 3.3 mit Hinweis)
.
Es ist Auf
gabe des Gutachters, die bei der Bildgebung erhobenen Befunde anhand der Kli
nik zu überprüfen (
Urteil des Bundesgerichts 9C_470/2017 vom 29. Juni 2018 E. 3.2 mit Hinweisen
).
Trotz eingehender Untersuchung des Beschwerdeführers liess sich klinisch weder aus orthopädischer noch aus neurologischer Sicht eine relevante pathologische Symptomatik erheben. Infolgedessen hielten die Gutach
ter dafür, es bestünden - entgegen der Einschätzung des
Dr.
L._
- keine signifikanten klinischen funktionalen Einschränkungen an der HWS
und
an der LWS (
Urk.
9/194/23, 35), weshalb die Attestierung einer Arbeitsfähigkeit von 25
%
in angestammter beziehungsweise einer solchen von 50
%
in angepasster Tätigkeit sich
(somatisch)
nicht begründen lasse (
Urk.
9/194/29).
Zusammenfassend
ist festzuhalten, dass die Einwendungen des Beschwerdefüh
rers nicht durchzudringen vermögen. Mithin sind
die
Gutachten
der MEDAS
A._
vom
26. März 2015 und 5. Februar 2018
nicht zu beanstanden
und
genügen
den gestellten Anforderungen an eine beweiskräftige Entscheidungsgrundlage (E. 1.5).
5.
5
.1
Die erstmalige
Rentenzusprache
mit Verfügung vom
4. April 2001 (Urk. 9/47
) stützte sich insbesondere auf das psychiatrische Gutachten von
Dr.
Y._
(vgl. E.
3.1), wonach der Beschwerdeführer aufgrund des degenerativen Rückenleidens als Hilfskoch seit dem 1. Februar 1998 100 % arbeitsunfähig, für eine
an das Anforderungsprofil angepasste
Tätigkeit hingegen zu 60 % arbeitsfähig sei.
Der rentenbestätigenden Verfügung vom 11. Juni 2004 (Urk. 9/70) lag das Gut
achten von
Dr.
Z._
zu Grunde. Er attestierte ebenfalls eine Arbeitsfähigkeit von 60 % für eine adaptierte, körperlich leichte und wechselbelastende Tätigkeit (vgl. E. 3.2).
5.
2
Die Beschwerdegegnerin stützte sich in der angefochtenen Verfügung (Urk. 2/1) in medizinischer Hinsicht auf die Gutachten der MEDAS
A._
vom 26. März 2015 und 5. Februar 201
8.
Im orthopädischen Teilgutachten vom 26. März 2015 wurde durch die Gutachte
rin bestätigt, dass eine
Cervicalgie
bei Diskushernie C5/6 und C6/7 links, ein
lum
bospondylogenes
Syndrom bei
Spinalkanalstenose L4/5, eine
E
picondylitis
hu
meri
radialis
und
ulnaris
rechts sowie eine leichtgradige OSG Arthrose rechts bei Status nach
Malleolarfraktur
bestünden
. Klinisch und radiologisch seien daher die Beschwerden des Versicherten objektivierbar und nachvollziehbar (Urk. 9/153/17). In der interdisziplinär
en
versicherungsmedizinischen Beurtei
lung führten die Gutachter aus, dass es sich um einen unveränderten Gesund
heitszustand mit einer Verschlechterung zwischen März 2012 und März 2014 handle, weshalb den Angaben der behandelnden Ärzte gefolgt werden könne. Dementsprechend sei die Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit bis März 2012 mit 60 %, danach teilweise mit 0 % zwischen März 2012 und März 2014 und ab März 2014 wiederum mit 60 % zu beurteilen.
Ab März 2014 bestehe in einer Verweistätigkeit eine Arbeitsfähigkeit von 80 % (Urk. 9/153/24).
Davon, dass
seit der Zusprache beziehungsweise Bestätigung des Anspruchs auf eine halbe Rente
zwischenzeitlich eine relevante Verschlechterung des gesund
heitlichen Zustandes eingetreten war, ging nicht nur die Beschwerdegegnerin (Urk. 9/202), sondern auch der Beschwerdeführer selber (Urk. 1 S. 4-5, Urk. 9/123/3, 9/132) aus,
was denn auch im Einklang mit der Aktenlage (vgl. etwa Urk. 9/123/4, 9/125/5-6, 9/129) steht. Zu Recht hat daher die Beschwerde
gegnerin
das
Vorliegen eines Revisionsgrundes bejaht, weshalb der Rentenan
spruch ohne Bindung an frühere Beurteilungen
zu prüfen ist (E. 1.2). Ausgehend
vom
beweiskräftigen MEDAS-Gutachten vom 26. März 2015
lag
mit überwiegen
der Wahrscheinlichkeit eine wesentliche Verschlechterung des
somatischen
Ge
sundheitszustandes des Beschwerdeführers zwischen März 2012 und März 2014 vor
(E. 3.3.1)
. In diesem Zeitraum war der Beschwerdeführer auch in einer ange
passten Tätigkeit zu 100 % arbeitsunfähig.
I
n Anwendung von Art. 88
bis
Abs. 1
lit
. b der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV)
hat der Beschwerde
führer mit Wirkung ab 1. Juni 2013 Anspruch auf eine ganze Rente der Invali
denversicherung
.
6.
Die Beschwerdegegnerin befristete sodann die zugesprochene ganze Rente bis am 30. Juni 201
4.
Entsprechend ist zu prüfen, ob sich der Gesundheitszustand des Beschwerdeführers
im Vergleich zum Referenzzeitpunkt
der Rentenerhöhung er
heblich verbessert hat.
6.1
Aus somatischer Sicht
wurde
im Gutachten vom 2
6
. März 2015 festgehalten,
dass nach Feststellung des
zervikoradikulären
Reizsyndrom
s
C6 rechts unter konse
quenter konservativer Therapie mit Physiotherapie, Dry-
Needling
sowie Infiltra
tion zunehmend eine Besserung eingetreten
sei
. Der Beschwerdeführer habe daher ab etwa April 2013 die Arbeit teilweise wieder aufnehmen können
, ab März 2014 dann wieder im ursprünglichen Pensum von 60 % (Urk. 9/153/24)
.
Es bestehe zwar noch ein geringes Restdefizit der Kraftminderung im Schultergürtelbereich,
was
vermutlich als Residualzustand der damaligen Affektion zu betrachten
sei.
Diese habe
sich jedoch weitgehend
zu
rückgebildet (Urk. 9/153/25). Die orthopä
dische Gutachterin stützt
e
sich
für ihre Beurteilung
(Urk. 9/153/23) insbesondere auf die radiologischen Befunde der behandelnden Ärzte (vgl. etwa Urk. 9/125/5-6, 9/136/5
). Im Verlaufsgutachten vom 5. Februar 2018 wurde sodann berichtet,
dass in somatischer Hinsicht trotz der radiologisch beschriebenen degenerativen Veränderungen klinisch nur eher mässige Befunde vorliegen würden, welche in dieser Form und Ausprägung, ohne Notwendigkeit zu wesentlichen therapeuti
schen Behandlungsaktivitäten, die vom Beschwerdeführer angegebene hochgra
dige Einschränkung der Arbeitsfähigkeit
nicht
begründen könn
t
e
n
.
Im
Vergleich
zum Gutachten vom 26
. März 2015 bestehe in der klinischen Untersuchung ins
gesamt eine Verbesserung
hinsichtlich
Funktionseinschränkung der Wirbelsäule und des Schultergelenkes sowie der Muskelumfänge
(Urk. 9/194/40
)
. Entgegen
dem Vorbringen
des Beschwerdeführers handelt es sich
bei den MEDAS-Gutachten
nicht um eine unzulässige «
second
opinion
»
(Urk. 1 S. 12)
.
Der Be
schwerdeführer selber führte aus, dass er seit März 2014 wieder in der Lage sei, im Umfang von 20 % bis 30 % seine Arbeit zu verrichten
(Urk. 1 S. 4)
.
Bereits diese
erhöhte
Leistungsfähigkeit
lässt ohne Weiteres auf eine
erhebliche Verbes
serung im Vergleich
zum Zustand
ab
März 2012
schliessen
.
Die Verbesserung des Gesundheitszustands, welche ein
en
Revisionsgrund im Sinne von Art. 17 ATSG darstellt, wurde bereits
mit
Gutachten vom 2
6
. März 2015 festgestellt. Nachdem sich mittels Verlaufsgutachten (E. 3.3.2) eine (neuerliche) Verschlechterung des Gesundheitszustandes nicht hatte nachweisen lassen und Aspekte, welche unbe
achtet geblieben wären und das Gutachten zu erschüttern vermöchten, nicht ak
tenkundig sind (vgl. auch E. 4), ist auf das Gutachten vom
5.
Februar 2018 ab
stellend davon auszugehen, dass der
Beschwerdeführer
in seiner zuletzt ausgeüb
ten Tätigkeit wie auch
in einer
ideal angepassten
Tätigkeit zu
9
0 %
arbeitsfähig ist (
E. 3.3.2
).
6.2
6.2.1
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie körperliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 8 ATSG bewirken. Rechtsprechungsgemäss ist bei psychi
schen Beeinträchtigungen zu prüfen, ob ein psychischer Gesundheitsschaden mit Krankheitswert besteht, welcher die versicherte Person auch bei Aufbietung allen guten Willens daran hindert, ein rentenausschliessendes Erwerbseinkommen zu erzielen (vgl.
BGE 139 V 547
E. 5,
131 V 49
E. 1.2,
130 V 352
E. 2.2.1; vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_125/2015 vom 1
8.
November 2015 E. 5.4).
Die Annahme eines psychischen Gesundheitsschadens im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG sowie Art. 3 Abs. 1 und Art. 6 ATSG setzt eine psychiatrische, lege artis auf die Vorgaben eines anerkannten Klassifikationssystems abgestützte Diagnose voraus (vgl. BGE 143 V 409 E. 4.5.2, 141 V 281 E. 2.1, 130 V 396 E. 5.3 und
E. 6). Eine fachärztlich einwandfrei festgestellte psychische Krankheit ist jedoch nicht ohne weiteres gleichbedeutend mit dem Vorliegen einer Invalidität. In jedem Einzelfall muss eine Beeinträchtigung der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit unabhängig von der Diagnose und grundsätzlich unbesehen der Ätiologie ausge
wiesen und in ihrem Ausmass bestimmt sein. Entscheidend ist die nach einem weitgehend objektivierten Massstab zu beurteilende Frage, ob es der versicherten Person zumutbar ist, eine Arbeitsleistung zu erbringen (BGE 143 V 409 E. 4.2.1, 141 V 281 E. 3.7, 139 V 547 E. 5.2, 127 V 294 E. 4c, je mit Hinweisen; vgl.
Art.
7
Abs.
2 ATSG).
6.2.2
Mit BGE 143 V 418 entschied das Bundesgericht, dass grundsätzlich sämtliche psychischen Erkrankungen für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit einem struk
turierten Beweisverfahren nach BGE 141 V 281 zu unterziehen sind (E. 6 und 7, Änderung der Rechtsprechung; vgl. BGE 143 V 409 E. 4.5.2 speziell mit Bezug auf leichte bis mittelschwere Depressionen).
Diese Rechtsprechung ist auf alle im Zeitpunkt der Praxisänderung noch nicht erledigten Fälle anzuwenden (Urteil des Bundesgerichts 9C_580/2017 vom 16. Ja
nuar 2018 E. 3.1 mit Hinweisen).
6.2.3
Die für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit bei psychischen Erkrankungen im Regelfall beachtlichen Standardindikatoren (BGE 143 V 418, 143 V 409, 141 V 281) hat das Bundesgericht wie folgt systematisiert (BGE 141 V 281 E. 4.3.1):
-
Kategorie «funktioneller Schweregrad» (E. 4.3)
-
Komplex «Gesundheitsschädigung» (E. 4.3.1)
-
Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde (E. 4.3.1.1)
-
Behandlungs- und Eingliederungserfolg oder -resistenz (E. 4.3.1.2)
-
Komorbiditäten (E. 4.3.1.3)
-
Komplex «Persönlichkeit» (Persönlichkeitsdiagnostik, persönliche Res
sourcen, E. 4.3.2)
-
Komplex «Sozialer Kontext» (E. 4.3.3)
-
Kategorie «Konsistenz» (Gesichtspunkte des Verhaltens, E. 4.4)
-
gleichmässige Einschränkung des Aktivitätenniveaus in allen vergleich
baren Lebensbereichen (E. 4.4.1)
-
behandlungs- und eingliederungsanamnestisch ausgewiesener Leidens
druck (E. 4.4.2)
Beweisrechtlich entscheidend ist der verhaltensbezogene Aspekt der Konsistenz (BGE 141 V 281 E. 4.4; vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_604/2017 vom 1
5.
März 2018 E. 7.4).
6.
2.4
Soweit der Beschwerdeführer
vorbringen liess
, es handle sich beim polydiszipli
nären Gutachten vom 26. März 2015 um ein Gutachten «alter Schule»
,
welches den Anforderungen der aktuellen Rechtsprechung nicht genüge
(Urk. 1 S. 5)
, ist
ihm
entgegenzuhalten,
dass ein
polydisziplinäres
Verlaufsgutachten eingeholt
und
am 5
. Februar 2018
erstattet wurde, welches
Ausführungen zum Gesund
heitsschaden, zum sozialen Kontext, zu Behandlung und Eingliederung sowie zur Konsistenz
enthält
(Urk. 9/194/42-47)
. Sodann
sind
die soziale Situation des Be
schwerdeführers wie auch sein Tagesablauf ausführlich geschildert und es finden sich Hinweise auf die bisherigen Therapien
(Urk. 9/194/66-71
)
. Mithin erlaubt das Gutachten
vom
5. Februar 2018
eine schlüssige Beurteilung anhand der massgeblichen Indikatoren. D
ie
vom Bundesgericht formulierten
Vorgaben
wur
den
im Verlaufsgutachten vom 5. Februar 2018
eingehalten
(vgl. Urk. 9/194/42-47)
, weshalb darauf abzustellen ist
.
Sodann
kann der Ansicht des Beschwerde
führers, wonach das zweite Gutachten vom 5. Februar 2018 den gesetzlichen Vorgaben nicht genüge, da es nicht den Verlauf der gesundheitlichen Entwick
lung des Beschwerdeführers seit der ursprünglichen
Rentenzusprache
be
leuchte
(Urk. 1 S. 16), nicht gefolgt werden.
Wie
bereits
dargelegt
(vgl. E. 6.1),
ist
mit Gutachten vom 26. März 2015
ein Revisionsgrund im Sinne von Art. 17 ATSG
ausgewiesen
,
weshalb der Rentenanspruch umfassend zu prüfen ist
(vgl. E. 1.2)
.
Um den me
dizinischen Sachverhalt nach den
beschwerdeführerischen
Einwänden (vgl. Urk. 9/162, 9/173) rechtsgenügend ab
klären zu können, hat die Beschwer
degegnerin zu Recht im Jahr 2017 (vgl. Urk. 9/182) – demnach rund zwei Jahre nach dem ersten Gutachten – eine Verlaufsuntersuchung als notwendig
erachtet
.
6.2.5
Der
psychiatrische Gutachter führte
aus,
beim Beschwerdeführer
hätten zwar
Symptome einer Panikstörung explorier
t werden können
.
Da
solche Symptome
jedoch nur begrenzt auf Autobahn
-
und
Tunne
lfahrten sowie gelegentlich in engen Räumen aufträten,
zeitige die
Panikstörung keine
Auswirkung auf die Ar
beitsfähigkeit.
Sodann konsumier
t
der Beschwerdeführer zwar regelmässig Can
nabisprodukte. Hingegen wurde bereits im Gutachten vom 2
6
. März 2015 festge
halten, dass er
in der Lage sei,
den
täglichen
Konsum eigenständig
auf einen Joint zu r
eduzieren (Urk. 9/153/42).
Der
Beschwerdeführer
gab denn auch an
, den Can
nabiskonsum
zu «therapeutischen Zwecken»
aufrecht zu erhalten (Urk. 9/194/70).
Der im Gutachten vom 26
. März 2015 noch
beschriebene
Alkoholmissbrauch (ICD-10
:
F10.1) konnte anhand der Laboruntersuch
ung
im Zusammenhang mit dem Gutachten vom 5. Februar 2018 nicht mehr festgestellt werden. Die Blut
messwerte zeigten einen Alkoholkonsum im Normalbereich, wobei diese Werte mit den Angaben des Beschwerdeführers, wonach er gelegentlich ein Bier trinke, übereinstimmen (Urk. 9/194/73, 9/194/70).
Eine Persönlichkeitsstörung konnte
schliesslich
durch den fachärztlichen Gutachter nicht festgestellt werden, viel
mehr handle es sich um ein
e
narzisstisch
e
dysthyme
strukturierte Primärpersön
lichkeit im Sinne einer Persönlichkeitsakzentuierung (ICD-10
:
Z73; Urk. 9/194/75)
ohne Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit (Urk. 9/194/76). Dass der Gutachter aus psychiatrischer Sicht eine Arbeitsunfähigkeit
verneinte
, ist auch unter Berücksichtigung des strukturierten Beweisverfahrens nicht zu bean
standen.
So liess sich
eine tiefgreifende psychische Erkrankung nicht erheben; weder war eine depressive Symptomatik zu explorieren, noch zeigte sich hierauf testpsychiatrisch ein Hinweis (Urk. 9/194/74). Ebenso wenig war eine Persönlich
keitsstörung oder eine posttraumatische Belastungsstörung festzustellen (Urk. 9/194/75). Der Gutachter notierte hinsichtlich funktionellem Schweregrad denn auch, die Ausprägung der gestellten psychiatrischen Diagnosen sei als leichtgradig einzustufen (Urk. 9/194/75-76). Im Weiteren fehlt es an einer versi
cherungspsychiatrisch relevanten Komorbidität (
Urk.
9/194/45) und ist eine Be
handlungsresistenz bei bestehenden Therapieoptionen zu verneinen (
Urk.
9/194/45; vgl. auch
Urk.
9/194/76, wonach der Gutachter die Behandlungs
aktivität als niedrig bis nicht vorhanden bezeichnete). Schliesslich ist hinsichtlich des sozialen Kontext
s
zu berücksichtigen, dass der
Beschwerdeführer
seit dem Jahr 2004 verheiratet
ist
,
mit seiner Ehefrau und seinem Stiefsohn in
einer Drei
einhalbzimmerwohnung
lebt
und
regelmässige Waldspaziergänge zur «körperli
chen Ertüchtigung»
macht
(Urk. 9/194/68-69).
Sodann ist er in der Lage, seiner Ehefrau beim Haushalt zu helfen, Autos zu lenken (Urk. 9/194/49) und für Ferien zu verreisen (Urk. 9/194/51). Des Weiteren pflegt er auch ausserhalb der Familie soziale Kontakte (Urk. 9/194/51, wonach er um 17 Uhr ein Bier in der
Dorfbeiz
trinke). Insgesamt verfügt der Beschwerdeführer damit über ein intaktes soziales Umfeld mit mobilisierbaren Ressourcen. Zum - beweisrechtlich entscheidenden - Aspekt der Konsistenz ist darauf hinzuweisen, dass sich in der Untersuchung eine Überbetonung und beginnende Aggravation zeigte, die anhand der orthopädi
schen Befunde in keiner Weise nachvollzogen werden konnten (Urk. 9/194/46). Aus Sicht der Gutachter besteht
daher eine gewisse Inkonsistenz, die sich bereits in der Vergangenheit gezeigt habe. Das
Aktivitätsniveau ist im Alltag relativ gut, weshalb keine gleichmässige Einschränkung in allen Lebensbereichen angenom
men werden kann.
Was sodann den behandlungs- und eingliederungsanamnes
tisch ausgewiesenen Leidensdruck anbelangt, kann mit Blick auf die bloss mo
natlichen Konsultationen beim behandelnden Psychiater und die geringe Inan
spruchnahme medizinischer Massnahmen (vgl.
Urk.
9/194/45-46, wonach die Be
handlungsaktivität als niedrig zu bezeichnen ist) nicht von einem erheblichen Leidensdruck ausgegangen werden.
Zusammenfassend ist angesichts des nicht erheblichen funktionellen Schwere
grads der diagnostizierten Gesundheitsstörungen bei weitgehend erhaltenen Res
sourcen sowie insbesondere mit Blick auf den nicht erheblichen Leidensdruck und die genannten Inkonsistenzen nicht zu beanstanden, dass der psychiatrische Gut
achter auf eine Arbeitsfähigkeit von 100
%
schloss (Urk. 9/194/76).
6.3
Ausgehend von den
beweiskräftigen MEDAS-Gutachten vom
25. März 2015 und
5. Februar 2018 liegt eine Verbesserung des Gesundheitszustandes des Beschwer
deführers
ab März 2014 vor,
weshalb
ab diesem Zeitpunkt von einer Arbeitsfä
higkeit
aus somatischer und psychiatrischer Sicht
von 9
0 % auszugehen ist
(E. 3.3.2)
.
7
.
Zu prüfen bleibt, wie sich die auf eine Arbeitsfähigkeit von
9
0 % eingeschränkte Leistungsfähigkeit des Beschwerdeführers in erwerblicher Hinsicht auswirkt.
7
.1
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der Einkommensver
gleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegen
übergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditäts
grad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
7
.2
Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist für die Ermittlung des
Validen
einkommens
entscheidend, was die versicherte Person im Zeitpunkt des frühest
möglichen Rentenbeginns nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrschein
lichkeit als Gesunde tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung an
gepassten Verdienst angeknüpft, da es empirischer Erfahrung entspricht, dass die bisherige Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden fortgesetzt worden wäre. Ausnah
men müssen mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt sein (BGE 139 V 28 E. 3.3.2; 135 V 58 E. 3.1; 134 V 322 E. 4.1 mit Hinweis).
Ist
mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass die versicherte Person die bisherige Tätigkeit unabhängig vom Eintritt der Invalidität nicht mehr ausgeübt hätte, kann das
Valideneinkommen
auf Grundlage der vom Bundesamt für Statistik herausgegebenen Schweizerischen Lohnstrukturerhebung (LSE) be
rechnet werden, wobei die für die Entlöhnung im Einzelfall gegebenenfalls rele
vanten persönlichen und beruflichen Faktoren zu berücksichtigen sind (BGE 139 V 28 E. 3.3.2; 128 V 29 E. 4e; Urteil des Bundesgerichts 9C_887/2015 vom
12. April 2016 E. 4.2).
7
.3
Für die Bestimmung des Invalideneinkommens können nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für Statistik periodisch herausgege
benen Lohnstrukturerhebungen (LSE) herangezogen werden (BGE 139 V 592 E. 2.3, 135 V 297 E. 5.2, 129 V 472 E. 4.2.1, 126 V 75 E. 3b). Dabei sind grund
sätzlich die im Verfügungszeitpunkt aktuellsten veröffentlichten Tabellen der LSE zu verwenden (BGE 143 V 295 E. 4.1.3; zur Verwendung der aktuellsten statisti
schen Daten bei Rentenrevisionen vgl. BGE 143 V 295 E. 4.2.2, 142 V 178 E. 2.5.8.1, 133 V 545 E. 7.1). Der Griff zur Lohnstatistik ist subsidiär, das heisst deren Beizug erfolgt nur, wenn eine Ermittlung des Invalideneinkommens auf
grund und nach Massgabe der konkreten Gegebenheiten des Einzelfalles nicht möglich ist (vgl. BGE 142 V 178 E. 2.5.7, 139 V 592 E. 2.3, 135 V 297 E. 5.2; vgl. auch Meyer/Reichmuth, Bundesgesetz über die Invalidenversicherung,
3.
Auflage 2014,
Rn
55 und 89 zu Art. 28a, mit weiteren Hinweisen auf die Rechtsprechung).
7
.4
Der Beschwerdeführer war im Jahr
2000
im Wohnheim
M._
als Hilfskoch
angestellt
.
D
iese Tätigkeit wurde ihm aus medizinischen Gründen gekündigt
(Urk. 9/4). Gemäss Abklärungsbericht der Beschwerd
egegnerin vom 29. April 2008 erklärte
der Beschwerdeführer, dass er ohne Behinderung weiter
hin im Wohnheim
M._
arbeiten würde (Urk. 9/96/3). Da
ihm
aufgrund seines Gesundheitszustandes gekündigt wurde, ist mit überwiegen
der Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass er weiterhin im Wohnheim
M._
tätig wäre.
Aus den Akten geht hervor, dass der Beschwer
deführer nie in einem Vollzeitpensum gearbeitet hat
te
(vgl.
Auszüge individuelle
s
Konto
, Urk. 9/3 und 9/65
)
. Auch in seiner Tätigkeit als Hilfskoch im Wohnheim
M._
arbeitete er
mit
einer Wochenarbeitszeit von 25.2 Stunden in einem Pensum von
nur
rund 60 % (Urk. 9/4).
Für das Vorb
r
ingen
des Beschwerdeführers, wonach er aus gesundheitlichen Gründen nie in einem höhe
ren Arbeitspensum erwerbstätig
gewesen sei
(vgl. Urk. 9/1/6),
lassen sich den Ak
ten keinerlei Hinweise entnehmen. Insbesondere sind keine Berichte aktenkundig, die eine (relevante) Arbeitsunfähigkeit vor dem Jahr 2000 belegen würden. Ge
genteils ist aus den Angaben des Beschwerdeführers vielmehr zu schliessen (vgl.
Urk.
9/28/3), dass andere Gründe für die von ihm in bescheidener Höhe erzielten Einkommen verantwortlich waren. Mithin ist darauf abzustellen, dass der Be
schwerdeführer aus freien Stücken auf ein höheres Arbeitspensum und damit auf die Erzielung eines höheren Einkommens verzichtete. Damit ist für das
Validen
einkommen
auf das Einkommen abzustellen, welches er in seiner letzten Anstel
lung im 60
%-Pensum erzielte (BGE 142 V 290 E. 5).
Der Beschwerdeführer er
zielte im Jahr 1999 ein Jahreseinkommen
(inklusive
13. Monatslohn
)
von Fr. 37'633
.--
(vgl.
Urk.
9/4/2
; vgl. auch Urk. 9/3, wonach das Einkommen von 37'633.-- den höchsten vom Beschwerdeführer je erzielten Lohn darstellt
).
Unter Berücksichtigung der Nominallohnentwicklung (Bundesamt für Statistik, T
39 Entwicklung der Nominallöhne, der Konsumentenpreise und der Reallöhne, 1976-20
1
9, Männer; Indexstand 1835 [1999] auf 2260 [2018]) ist von einem
Validen
einkommen
von Fr. 46'349.-- im Jahr 2018 auszugehen.
7
.5
Der Beschwerdeführer arbeitet seit dem Jahr 2014 wieder in einem Pensum von rund 30 % als selbständiger Fahrzeugpfleger (Urk. 1 S. 4). Mit dieser Tätigkeit schöpft der Beschwerdeführer die ihm zumu
tbare Restarbeitsfähigkeit von 9
0 % nicht aus, weshalb
für die Berechnung des Invalideneinkommens
auf die Tabel
lenlöhne der LSE abzustellen ist.
Für das Invalideneinkommen ist auf
den monatlichen Bruttolohn (Zentralwert),
alle Wirtschaftszweige,
Männer
,
der LSE 2016 im Kompetenzniv
eau
1
abzustellen. Das monatl
iche Einkommen von Fr. 5'340
.--
ist unter Berücksichtigung der durchschnittlichen Arbeitszeit im Jahr 2018 von 41,
7
Stunden pro Woche
(vgl. Bundesamt für Statistik, Betriebsübliche Arbeitszeit nach Wirt
-
schaftsabteilungen
[NOGA 2008], in Stunden pro Woche, 2004-2018) sowie der Nominallohnent
wicklung bis ins Jahr 2018 (Indexstand 2'239 [2016] auf 2'260 [2018]) auf ein Jahreseinkommen hochzurechnen. Es ergibt sich daraus ein Einkommen im Jahr 2018 von Fr.
67’430
.--
(Fr. 5'340
.-- : 40 x 41,7 x 12 : 2'239 x 2'260).
Bei einer Arbeitsfähigkeit von 9
0 % ergibt sich ein Invalideneinkommen von Fr.
60’687
.--
.
7
.6
Aus dem Einkommensvergleich ist ersichtlich, dass keine Einkommenseinbu
sse resultiert.
Es ist jedoch festzuhalten, dass auch bei einem
Valideneinkommen
ausgehend von einem 100 % Pensum
(vgl. Lohnangaben Urk. 9/4/2)
von Fr. 71'306.-- (Fr. 4’824.75 x 12 : 1’835 x 2’260) ein rentenausschli
essender In
validitätsgrad von 15
%
bestünde
. Der Beschwerdeführer hat
entsprechend
kei
nen Anspruch
mehr
auf eine Invalidenrente.
Die Beschwerde ist daher abzuwei
sen.
8
.
Die bundesgerichtliche Rechtsprechung sieht bei versicherten Perso
nen
,
deren Rente revisionsweise
nach 15 Jahren Bezugsdauer oder wenn sie das 55.
Alters
jahr zurückgelegt haben,
herabgesetzt oder auf
gehoben werden sollte
,
vor, dass in der Regel vorgängig Massnahmen zur Eingliederung durchzuf
ü
hren sind, bis sie in der Lage sind, das medizinisch-theoretisch (wieder) ausgewiesene Leis
tungspotenzial mittels Eigenanstrengung auszuschöpfen und erwerblich zu ver
werten
(
vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_39/2012 vom 24. April 2012 E. 5.1 mit Hinweisen; vgl. auch Urteile des Bundesgerichts 8C_602/2013 vom 9. April 2014 E. 3.4 und 9C_412/2014 vom 20. Oktober 2014 E. 3.1).
Das Bundesgericht aner
kannte hingegen Ausnahmen von dieser vermutungsweisen Unzumutbarkeit der Selbsteingliederung. Ist die lange Absenz vom Arbeitsmarkt auf invaliditäts
fremde Gründe zurückzuführen, so steht dies der Vermutung der unzumutbaren Selbsteingliederung entgegen (vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_819/2014 vom 19. Juni 2015 E. 4; vgl. auch Urteil des Bundesgericht 8C_494/2
018 vom 6. Juni 2019 E. 5.1).
Der
im Zeitpunkt der angefochtenen Verfügung
5
6
-jährige
Beschwerdeführer
be
zog
seit
dem 1. April 2000
aufgrund eine
s Invaliditätsgrades von 52 %
eine halbe Invalidenrente, im Zeitpunkt der Rentenaufhebung mithin seit mehr als 15 Jah
ren.
Demzufolge wäre ihm eine Selbsteingliederung
vermutungsweise
nicht zu
mutbar. Es ist jedoch zu berücksichtigen, dass der Beschwerde
führer seit dem Jahr 2004 selb
st
ändig ist. Dabei erzielte er in den Jahren 2005 bis 2011 ein durchschnittliches Jahreseinkommen von Fr. 11'785.50 (vgl. IK-Auszug, Urk. 9/148). In einer Hilfsarbeitertätigkeit in einem Arbeitspensum von
6
0 %
hätte er
im Jahr 2012 ein Einkommen von rund Fr. 3
7
'
512.-- erwirtschaften kön
nen
(vgl. LSE 2012,
Kompetenzniveau 1,
Total Männer). Es ist daher davon aus
zugehen, dass der Beschwerdeführer seit dem Jahr 2004 freiwillig auf die Erzie
lung eines höheren Einkommens verzichtet hat
und daher einer selbs
t
ändigen Tätigkeit nachging.
Er
unternahm denn auch
keine Anstrengungen, eine Teilzeit
stell
e
a
n
zunehmen und damit ein höheres Einkommen zu erzielen. Eine ange
passte Tätigkeit war dem Beschwerdeführer jedoch seit dem Jahr 2000 in einem Pensum von
6
0 % zumutbar, weshalb die Ausschöpfung
d
er medizinisch-theore
tischen Restarbeitsfä
higkeit erwartet werden durfte.
Die langjährige Absenz vom Arbeitsmarkt ist daher nicht invaliditätsbedingt. Hieran vermag auch nichts zu ändern, dass de
r Beschwerdeführer
seit
dem Jahr 2012 100 % arbeitsunfähig war,
da
dies
alleine
nicht zu einer langen Absenz aus dem Arbeitsmarkt
geführt hätte
, zumal er zu diesem Zeitpunkt bereits seit acht Jahren dem Arbeitsmarkt
fernge
blieben war
und seine zumutbare Restarbeitsfähigkeit von 60 % während dieser Zeit nicht ausschöpfte
.
Die Rentenaufhebung ohne
vorgängige Abklärung oder Durchführung beruflicher Massnahmen
ist damit rechtens
.
9
.
9
.1
Die Voraussetzungen für die Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege ge
mäss
§ 16 Abs. 1
und 2
des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht (
GSVGer
)
sind vorliegend erfüllt (vgl. Urk. 4 und Urk. 5/1-14). Demzufolge ist dem Beschwerdeführer antragsgemäss (Urk. 1 S. 2) die unentgeltliche Prozess
führung zu bewilligen und Rechtsanwalt
Dr.
Pierre Heusser, Zürich, als unent
geltlicher Rechtsvertreter
für das vorliegende Verfahren zu bestellen.
9
.2
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von IV-Leistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind na
ch dem Verfahrensau
f
w
an
d
und unabhängig vom Streitwert festzulegen
(Art. 69
Abs.
1
bis
IVG) und
ermes
sensweise auf Fr. 800.-- anzusetzen. Die dem Beschwerdeführer ausgangsgemäss aufzuerlegenden Kosten sind infolge Bewilligung der unentge
l
tlichen Prozess
führung jedoch einstweilen auf die Gerichtskasse zu nehmen
.
9.3
Rechtsanwalt
Dr.
Pierre Heusser machte mit Honorarnote vom 11. Juli 2019 (Urk.
11) einen Aufwand von insgesamt 8.66 Stunden
à Fr. 220.--
sowie Baraus
lag
en von Fr. 90.30
entsprechend einem Honorar von Fr. 2'151.-- inklusive Mehrwertsteuer
geltend.
Unter Berücksichtigung der Bedeutung der Streitsache und der Schwierigkeit des Prozesses (§ 34
Abs.
3
GSVGer
)
erscheint
eine Ent
schädigung in dieser Höhe
als
angemessen
, weshalb Rechtsanwalt
Dr.
Pierre Heusser mit Fr. 2'151.-- aus der Gerichtskasse zu entschädigen ist.
9.4
Der Beschwerdeführer
ist
auf § 16 Abs. 4
GSVGer
hin
zuweisen
, wonach er zur Nachzahlung der Gerichtskosten und der Entschädigung an Rechtsanwalt
Dr.
Pierre H
eusser
verpflichtet ist, sobald er dazu in der Lage ist.