# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 6d06fff3-8a86-4703-835e-96e147295c8a
**Court:** GR_VG
**Chamber:** GR_VG_002
**Year:** 2022
**Language:** de
**Jurisdiction:** GR / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

I. Sachverhalt:
1. Der 1950 geborene A._ bezog vom 1. April 2005 bis zum Erreichen
des ordentlichen AHV-Alters im November 2015 bei einem Invaliditätsgrad
von 56 % eine halbe Invalidenrente.
2. Mit Beitragsverfügungen vom 24. Januar 2013 setzte die AHV-
Ausgleichskasse des Kantons Graubünden (nachfolgend:
Ausgleichskasse) die von A._ als Selbständigerwerbender für die
Jahre 2008 und 2009 zu entrichtenden AHV/IV/EO-Beiträge inkl.
Verwaltungskosten fest. Zudem verfügte die Ausgleichskasse am 28.
Januar 2013 Verzugszinsen für dieselben Beitragsjahre. Die dagegen am
15. Februar 2013 erhobene Einsprache wies die Ausgleichskasse mit
Entscheid vom 7. Juni 2013 respektive 30. August 2013 ab. In der Folge
wies das Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden (nachfolgend:
Verwaltungsgericht) mit Urteil
S 13 119 vom 11. März 2014 die gegen den Einspracheentscheid vom
7. Juni 2013 erhobene Beschwerde ab, soweit es darauf eintrat.
Schliesslich wies das Bundesgericht mit Urteil 9C_443/2014 vom 13.
November 2014 die gegen das Urteil des Verwaltungsgerichts S 13 119
erhobene Beschwerde ab.
3. Mit Beitragsverfügungen vom 12. Juni 2014 verpflichtete die
Ausgleichskasse A._, für die Jahre 2010 und 2011 AHV/IV/EO-
Beiträge für Selbständigerwerbende inkl. Verwaltungskosten zu bezahlen.
Im Weiteren wurden A._ Verzugszinsen auferlegt. Die dagegen am
13. Juli 2014 erhobene Einsprache wies die Ausgleichskasse am 3. März
2015 mit Verweis auf das ergangene Urteil des Bundesgerichts
9C_443/2014 vom 13. November 2014 ab.
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4. Für die Jahre 2012 bis 2014 wurde A._ der AHV-Beitragspflicht als
Nichterwerbstätiger unterstellt. Die entsprechenden Beitragsverfügungen
blieben unangefochten.
5. Mit provisorischer Beitragsverfügung vom 13. Februar 2015 forderte die
Ausgleichskasse von A._ für die Periode vom 1. Januar 2015 bis
30. November 2015 Akontobeiträge AHV/IV/EO für Nichterwerbstätige
inkl. Verwaltungskosten von insgesamt CHF 5'452.70. Die dagegen am
3. März 2015 erhobene Einsprache hiess die Ausgleichskasse mit
Einspracheentscheid vom 29. Mai 2015 gut und hob die Beitragsverfügung
für Nichterwerbstätige für das Jahr 2015 vom 13. Februar 2015 auf.
Gleichzeitig machte die Ausgleichskasse A._ darauf aufmerksam,
dass eine Neubeurteilung der AHV-Beitragspflicht für das Jahr 2015
vorgenommen werde müsse, falls die Einkommen, welche in der
Einsprache angegeben worden seien, vom tatsächlichen Einkommen
abweichen würden.
6. Mit Beitragsverfügung (Nachtragsverfügung) vom 4. Juni 2015 forderte die
Ausgleichskasse von A._ für das Jahr 2015 Akontobeiträge
AHV/IV/EO/FAK für Selbständigerwerbende inkl. Verwaltungskosten von
insgesamt CHF 4'579.80.
7. Am 6. November 2017 gingen bei der Ausgleichskasse die AHV-
Steuermeldungen betreffend das Steuerjahr 2015 und damit die effektiven
Zahlen ein. Gestützt auf diese Angaben setzte die Ausgleichskasse mit
Nachtragsverfügung vom 6. Dezember 2017 für die Periode vom 1. Januar
2015 bis 30. November 2015 AHV/IV/EO-Beiträge für Nichterwerbstätige
inkl. Verwaltungskosten auf insgesamt CHF 23'100.-- fest; diese
Verfügung ersetzte die Beitragsverfügung vom 4. Juni 2015 explizit.
Zudem erfolgte die entsprechende Verzugszinsverfügung ebenfalls am 6.
Dezember 2017.
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8. Dagegen erhob A._ am 22. Dezember 2017 Einsprache und
beantragte, es sei die Nachtragsverfügung vom 6. Dezember 2017
aufzuheben und festzustellen, dass er Beiträge als Erwerbstätiger zu
entrichten habe. Zur Begründung wurde im Wesentlichen vorgebracht,
dass A._ im Jahr 2015 im Sinne von Art. 28bis AHVV dauernd voll
erwerbstätig gewesen sei, weshalb er nicht wie ein Nichterwerbstätiger
beitragspflichtig sei.
9. Mit Einspracheentscheid vom 22. Mai 2018 wies die Ausgleichskasse die
Einsprache ab. Zur Begründung wurde im Wesentlichen festgehalten,
dass die Argumentation einer vollen Erwerbstätigkeit nicht zu überzeugen
vermöge, weshalb bei Anwendung von Art. 28bis Abs. 1 AHVV die
Vergleichsrechnung eine AHV-Beitragspflicht wie nichterwerbstätige
Personen ergebe.
10. Dagegen erhob A._ am 21. Juni 2018 Beschwerde an das
Verwaltungsgericht und beantragte, es sei der Einspracheentscheid vom
22. Mai 2018 aufzuheben und festzustellen, dass er Beiträge als
Erwerbstätiger zu entrichten habe. Zur Begründung wurde im
Wesentlichen vorgebracht, dass A._ während des ganzen Jahres und
zeitlich mindestens zu 50 % mit seiner Arbeit beschäftigt sei.
11. Mit Urteil S 18 84 vom 2. Dezember 2019 hiess das Verwaltungsgericht
die Beschwerde gut, soweit es darauf eintrat. Der Einspracheentscheid
vom 22. Mai 2018 wurde aufgehoben und die Sache für weitere
Abklärungen im Sinne der Erwägungen sowie zum Erlass einer neuen
Verfügung über die AHV-Beitragspflicht von A._ für das Jahr 2015 an
die Ausgleichskasse zurückgewiesen. Zur Begründung wurde im
Wesentlichen festgehalten, dass die Ausgleichskasse die volle
Erwerbstätigkeit von A._ insbesondere aufgrund einer
Gegenüberstellung der aus selbständiger Erwerbstätigkeit erzielten
Jahresgewinne mit dem Jahresverdienst von A._ als Geschäftsführer
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in unselbständiger Stellung im Jahr 2007 verworfen habe. Gemäss
höchstrichterlicher Rechtsprechung könne darauf nicht abgestellt werden.
Massgebend seien nämlich die tatsächlichen wirtschaftlichen
Gegebenheiten, welche von der Ausgleichskasse noch abzuklären sein
werden. Denn im konkreten Fall seien keine Unterlagen vorhanden,
anhand derer der zeitliche Umfang der selbständigen Erwerbstätigkeit von
A._ im Jahr 2015 festgestellt werden könnte. Mit anderen Worten
lasse sich aufgrund der Aktenlage nicht prüfen, ob die selbständige
Erwerbstätigkeit von A._ im Jahr 2015 nur von bescheidenem
Umfang gewesen sei oder ob mindesten 40 % (Pensum von ca. 10 % bei
der B._ GmbH ausgewiesen) der üblichen Arbeitszeit eines
Selbständigen im Bereich "Liegenschaftsverwaltung und -
bewirtschaftung" beansprucht worden sei.
12. Am 24. Juli 2020 und 28. August 2020 forderte die Ausgleichskasse
A._ auf, die Steuererklärungen für die Jahre 2012 bis 2017, eine
Auflistung des Zeitaufwandes für die selbständige Tätigkeit (ohne B._
GmbH) der Jahre 2012 bis 2017 und die Gesellschaftsverträge der
verschiedenen Baugesellschaften einzureichen.
13. Mit Schreiben vom 30. Oktober 2020 reichte A._ der Ausgleichskasse
die Steuererklärungen für die Jahre 2012 bis 2017, die
Steuerveranlagungsverfügung 2017, die Jahresrechnung 2015 der
B._ GmbH und mehrere Gesellschaftsverträge ein.
14. Mit Verfügung der Ausgleichskasse vom 16. Dezember 2020 wurde
entschieden, dass A._ für das Jahr 2015 Sozialversicherungsbeiträge
als Nichterwerbstätiger inkl. Verwaltungskosten in der Höhe von
CHF 23'100.-- zu leisten habe. Zudem habe A._ für das Jahr 2015
Erhebungsverzugszinsen in der Höhe von CHF 4'254.25 zu leisten. Zur
Begründung wurde im Wesentlichen festgehalten, aus den eingereichten
Unterlagen sei nicht ersichtlich, dass A._ im Jahr 2015 nebst seiner
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Tätigkeit für die B._ GmbH weitere 40 % erwerbstätig gewesen sei.
Die definitive Verfügung für das Jahr 2015 sowie die
Verzugszinsverfügung für auszugleichende persönliche Beiträge 2015
ergingen ebenfalls am 16. Dezember 2020.
15. Dagegen erhob A._ am 28. Januar 2021 Einsprache und beantragte,
es seien die Verfügung vom 16. Dezember 2020 betreffend AHV-
Beitragspflicht als Nichterwerbstätiger für das Jahr 2015, die definitive
Verfügung für das Jahr 2015 vom 16. Dezember 2020 und die Verfügung
betreffend Verzugszinsen für auszugleichende persönliche Beiträge 2015
vom 16. Dezember 2020 aufzuheben. Zudem sei festzustellen, dass er
Beiträge als Erwerbstätiger zu entrichten habe und er sei entsprechend zu
veranlagen. Zur Begründung wurde im Wesentlichen ausgeführt, dass die
Feststellung, wonach A._ im Jahr 2015 nicht voll und dauernd
erwerbstätig gewesen sei, nicht richtig sei.
16. Mit Einspracheentscheid vom 30. April 2021 wies die Ausgleichskasse die
Einsprache ab. Zur Begründung hielt sie im Wesentlichen fest, dass sich
die Argumentation von A._ bezüglich Umfang seiner Erwerbstätigkeit
im Vergleich zu den Vorjahren diametral verändert habe. Bis und mit im
Jahr 2014 solle er wenig bis gar keine Erwerbstätigkeit ausgeübt haben.
Ab dem Jahr 2015 sei er neu formell zu 10 % bei der B._ GmbH
angestellt und daneben solle eine gleichgelagerte selbständige
Erwerbstätigkeit im Umfang von weiteren 40 % dazu gekommen sein.
Warum und in welcher Form im Jahr 2015 im Vergleich zu den Vorjahren
ein höherer Zeitaufwand bzw. ein höherer Aufwand für die Beteiligungen
an den Liegenschaften angefallen sein solle, sei nicht ersichtlich.
17. Dagegen erhob A._ (nachfolgend: Beschwerdeführer) am 2. Juni
2021 Beschwerde an das Verwaltungsgericht. Er beantragte, der
Einspracheentscheid vom 30. April 2021 betreffend AHV-Beitragspflicht
als Nichterwerbstätiger für das Jahr 2015 sei aufzuheben, er sei als
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Erwerbstätiger der AHV-Beitragspflicht für das Jahr 2015 zu unterstellen
und die Ausgleichskasse sei anzuweisen, die entsprechende Verfügung
zu erstellen; unter Kosten- und Entschädigungsfolge zuzüglich gesetzliche
Mehrwertsteuer zulasten der Ausgleichskasse. Begründend führte der
Beschwerdeführer im Wesentlichen aus, dass die Interpretation einer
vollen Erwerbstätigkeit nach Art. 28bis AHVV zu Ungleichbehandlungen
führe. Mit dem Vorgehen der Ausgleichskasse werde er im Vergleich zu
anderen Teilzeitbeschäftigten ungleich behandelt und diskriminiert. Der
Wechsel in seiner Argumentation sei einerseits auf das Urteil des
Bundesgerichts 9C_443/2014 vom 13. November 2014 zurückzuführen.
Anderseits habe er mit seiner Einsprache vom 28. Januar 2021 aufgezeigt,
dass seine Tätigkeit in den Vorjahren nicht auf das Jahr 2015 zu
übertragen sei. Die früheren Jahre seien in Bezug auf die Situation 2015
nicht präjudizierend, da er in den Jahren 2008 und 2009 nicht mit
demselben Partner Baugesellschaften geführt habe wie im Jahr 2015.
Damals sei C._ Mitgesellschafterin gewesen, welche mit Ausnahme
der kaufmännischen Angelegenheiten sämtliche
Geschäftsführungsaufgaben übernommen habe. Bei den
Gesellschaftsverträgen, welche er mit der D._ AG abgeschlossen
habe, sei es um den Erwerb und die Überbauung von Grundstücken mit
Mehrfamilienhäusern und den anschliessenden Verkauf von
Stockwerkeinheiten oder die Vermietung von Wohnungen gegangen. Für
die Geschäftsführertätigkeit hätten die Gesellschafter ein Honorar von
insgesamt 4 % der Bausumme, anfänglich 2/3 die D._ AG und 1/3 der
Beschwerdeführer, später je 50 %, zuzüglich Spesen, persönlich
ausbezahlt erhalten. Geschuldet sei diese Entschädigung erst im
Zeitpunkt der Liquidation der Gesellschaft gewesen; die Entschädigung
sei somit zeitverschoben erfolgt und bilde nicht zwingend den Umfang der
Arbeitstätigkeit im Jahr der Auszahlung ab. Deshalb habe er im Jahr 2017
privat für verschiedene Gesellschaften CHF 199'000.-- erhalten. Im Jahr
2015 habe die B._ GmbH einen Verlust verzeichnet, weil keine der
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Baugesellschaften liquidiert worden sei. Somit sei es auch nicht zur
Entschädigung der Geschäftsführertätigkeiten gekommen, was aber nicht
heisse, dass er zur Erreichung des Gesellschaftszwecks nicht als
Geschäftsführer aktiv und damit arbeitstätig gewesen sei. Die Höhe des
im Jahr 2015 erzielten Erwerbseinkommens könne somit nicht als Indiz für
eine nicht volle Erwerbstätigkeit gelten. Seine Tätigkeiten für die
Baugesellschaften seien vielfältig und zeitintensiv gewesen. Es liege auf
der Hand, dass er für seine Geschäftsführertätigkeiten als (Bau-
)Gesellschafter nicht über einen Arbeitsvertrag verfüge. Da die
Entschädigung in Prozenten der Bausumme festgelegt werde und die
Abrechnung erst mit der Liquidation der Gesellschaft erfolge, hätten er und
die D._ AG auch keine Stundenrapporte erstellt oder Zeiterfassungen
geführt. Damit könne er im Nachhinein auch keine Belege über sein
Arbeitspensum vorlegen. Bei einem steuerbaren Einkommen aus
Nebenerwerb im Jahr 2017 von CHF 199'000.-- sei davon auszugehen,
dass die dem zugrundeliegende, in den vergangenen Jahren erfolgte
Tätigkeit nicht nur untergeordneter Natur gewesen sei und zusammen mit
der über die B._ GmbH entschädigten Arbeit für die Vorjahre einem
Pensum von mindestens 50 % der normalen Arbeitszeit entsprochen
habe.
18. Mit Vernehmlassung vom 18. Juni 2021 beantragte die Ausgleichskasse
(nachfolgend: Beschwerdegegnerin) die Abweisung der Beschwerde und
verwies zur Begründung auf die Verfügung vom 16. Dezember 2020 sowie
den angefochtenen Einspracheentscheid vom 30. April 2021. Zudem hielt
sie erneut fest, dass der Beschwerdeführer bis dato keine Unterlagen
eingereicht habe, anhand derer er nachzuweisen vermöge, dass seine
selbständige Erwerbstätigkeit im Jahr 2015 einen zeitlichen Umfang von
mindestens 40 % der üblichen Arbeitszeit eines Selbständigen im Bereich
"Liegenschaftsverwaltung und -bewirtschaftung" beansprucht habe.
19. Der Beschwerdeführer reichte keine weitere Stellungnahme ein.
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Auf die weiteren Vorbringen der Parteien in ihren Rechtsschriften sowie
auf den angefochtenen Einspracheentscheid wird, soweit erforderlich, in
den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.

## Considerations

II. Das Gericht zieht in Erwägung:
1. Nach Art. 84 des Bundesgesetzes über die Alters- und
Hinterlassenenversicherung (AHVG; SR 831.10) entscheidet, in
Abweichung von Art. 58 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den
Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1), über
Beschwerden gegen Verfügungen und Einspracheentscheide kantonaler
Ausgleichskassen das Versicherungsgericht am Ort der Ausgleichskasse.
Anfechtungsobjekt des vorliegenden Verfahrens bildet ein
Einspracheentscheid der Ausgleichskasse Graubünden, so dass die
örtliche Zuständigkeit des Verwaltungsgerichts des Kantons Graubünden
zu bejahen ist. Die sachliche Zuständigkeit des streitberufenen Gerichts
zur Behandlung der vorliegenden Beschwerde ergibt sich aus Art. 57
ATSG i.V.m. Art. 49 Abs. 2 lit. a des Gesetzes über die
Verwaltungsrechtspflege (VRG; BR 370.100), wonach das
Verwaltungsgericht als kantonales Versicherungsgericht Beschwerden
gegen Einspracheentscheide und Verfügungen in
Sozialversicherungssachen beurteilt, die gemäss Bundesrecht der
Beschwerde unterliegen. Als Adressat des angefochtenen
Einspracheentscheids ist der Beschwerdeführer berührt und weist ein
schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung oder Änderung auf,
weshalb er zur Beschwerdeerhebung legitimiert ist (Art. 59 ATSG). Auf die
im Übrigen frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde (Art. 60 und
Art. 61 lit. b ATSG) ist demnach einzutreten.
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2. Streitgegenstand bildet vorliegend die Frage, ob der Beschwerdeführer für
das Jahr 2015 AHV-rechtlich als Erwerbstätiger oder als
Nichterwerbstätiger beitragspflichtig ist. Vorweg ist festzuhalten, dass
einzig der Beitragsstatus, nicht aber die für den Status Nichterwerbstätige
ermittelte Beitragshöhe strittig ist.
3.1. Die in der Alters- und Hinterlassenenversicherung versicherten Personen
sind gemäss Art. 3 Abs. 1 Satz 1 AHVG beitragspflichtig, solange sie eine
Erwerbstätigkeit ausüben. Die Beiträge der erwerbstätigen Versicherten
werden in Prozenten ihres Einkommens aus unselbständiger und
selbständiger Erwerbstätigkeit festgesetzt (Art. 4 Abs. 1 AHVG).
3.2. Gemäss Art. 10 Abs. 1 Satz 1 AHVG werden die Beiträge von
Nichterwerbstätigen nach deren sozialen Verhältnissen bemessen.
Erwerbstätige, die im Kalenderjahr, gegebenenfalls mit Einschluss des
Arbeitgeberbeitrages, weniger als den Mindestbeitrag entrichten, gelten
als Nichterwerbstätige (Art. 10 Abs. 1 Satz 3 AHVG). Der Bundesrat kann
den Grenzbetrag nach den sozialen Verhältnissen des Versicherten
erhöhen, wenn dieser nicht dauernd voll erwerbstätig ist (Art. 10 Abs. 1
Satz 4 AHVG). Gestützt auf Art. 10 Abs. 3 Satz 1 AHVG hat der Bundesrat
nähere Vorschriften über den Kreis der Personen, die als
Nichterwerbstätige gelten, und über die Bemessung der Beiträge erlassen.
Gemäss Art. 28 Abs. 1 Satz 1 der Verordnung über die Alters- und
Hinterlassenenversicherung (AHVV; SR 831.101) bemessen sich die
Beiträge der Nichterwerbstätigen, für die nicht der jährliche Mindestbeitrag
(vgl. Art. 10 Abs. 2 AHVG) vorgesehen ist, aufgrund ihres Vermögens und
ihres Renteneinkommens. Verfügt ein Nichterwerbstätiger gleichzeitig
über Vermögen und Renteneinkommen, so wird der mit 20 multiplizierte
jährliche Rentenbetrag zum Vermögen hinzugerechnet (Art. 28 Abs. 2
AHVV). Ob eine versicherte Person dem Beitragsstatut einer
Erwerbstätigen oder Nichterwerbstätigen untersteht, hängt davon ab, ob
sie im Zeitraum, auf den sich die Beitragserfassung bezieht, eine
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Erwerbstätigkeit mit gewissen Beiträgen auf dem Arbeitserwerb (Art. 10
Abs. 1 Satz 3 AHVG) und von bestimmtem zeitlichem Umfang (Art. 10
Abs. 1 Satz 4 AHVG i.V.m. Art. 28bis AHVV) ausübte oder nicht (vgl.
BGE 139 V 12 E.5.2, 115 V 161 E.4b). Nichterwerbstätig im AHV-
Beitragsrecht sind nicht einzig Personen, die überhaupt keiner
Erwerbstätigkeit nachgehen; auch wer eine bloss geringfügige oder sehr
unregelmässige Erwerbstätigkeit ausübt, kann nichterwerbstätig sein (vgl.
GROB, in: SCHAFFHAUSER/KIESER [Hrsg.], AHV-Beitragsrecht, Praxis –
Entwicklungen – Perspektiven, St. Gallen 2011, S. 75; vgl. auch Urteile
des Bundesgerichts 9C_272/2021 vom 14. Oktober 2021 E.3,
9C_347/2021 vom 14. Oktober 2021 E.2.2).
3.3. Gemäss Art. 28bis Abs. 1 Satz 1 AHVV leisten Personen, die nicht dauernd
voll erwerbstätig sind, die Beiträge wie Nichterwerbstätige, wenn ihre
Beiträge vom Erwerbseinkommen zusammen mit denen ihres
Arbeitgebers in einem Kalenderjahr nicht mindestens der Hälfte des
Beitrages nach Art. 28 AHVV entsprechen. Ihre Beiträge vom
Erwerbseinkommen müssen auf jeden Fall den Mindestbeitrag nach Art.
28 AHVV erreichen (Art. 28bis Abs. 1 Satz 2 AHVV). Damit wird verhindert,
dass die Beitragspflicht als Nichterwerbstätiger durch Ausübung einer
geringfügigen oder bloss sporadischen Erwerbstätigkeit umgangen
werden kann. Mit Art. 28bis AHVV hat der Bundesrat den gesetzlichen
Auftrag erfüllt und die in Art. 10 Abs. 1 AHVG vorgezeichnete
Schwergewichtstheorie zur Abgrenzung der Nichterwerbstätigen von den
Erwerbstätigen konkretisiert (vgl. BGE 115 V 161 E.8; vgl. Urteile des
Bundesgerichts 9C_615/2018 vom 24. Januar 2019 E.3.6, 9C_105/2012
vom 14. März 2012 E.1). Als nicht dauernd voll erwerbstätige Personen
gelten solche, die zwar dauernd, aber nicht voll, oder voll, aber nicht
dauernd erwerbstätig sind. Je nach Ergebnis der Vergleichsrechnung
gemäss Art. 28bis Abs. 1 AHVV leisten sie Beiträge als Nichterwerbstätige.
Unerheblich ist, ob die Merkmale einer selbstständigen oder
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unselbstständigen Erwerbstätigkeit vorliegen (vgl. Wegleitung des
Bundesamtes für Sozialversicherungen über die Beiträge der
Selbständigerwerbenden und Nichterwerbstätigen in der AHV, IV und EO
[WSN], gültig ab 1. Januar 2008, Stand: 1. Januar 2021, Rz. 2033 f.). Volle
Erwerbstätigkeit liegt vor, wenn für die Tätigkeit ein erheblicher Teil der im
betreffenden Erwerbszweig üblichen Arbeitszeit aufgewendet wird. Diese
Voraussetzung fehlt nach Verwaltungspraxis und Rechtsprechung, wenn
die beitragspflichtige Person nicht während mindestens der halben
üblichen Arbeitszeit tätig ist (vgl. BGE 140 V 338 E.1.2, 115 V 161 E.10d;
Urteile des Bundesgerichts 9C_105/2012 vom 14. März 2012 E.1,
9C_545/2007 vom 9. Juli 2008 E.1; WSN Rz. 2039). Als nicht dauernd gilt
eine Erwerbstätigkeit, die während weniger als neun Monaten im
Kalenderjahr ausgeübt wird (vgl. Urteile des Bundesgerichts 9C_272/2021
vom 14. Oktober 2021 E.3.1, 9C_228/2021 vom 9. Juli 2021 E.3; WSN
Rz. 2035).
4. Verwaltungsweisungen richten sich grundsätzlich nur an die
Durchführungsstellen und sind für das Sozialversicherungsgericht nicht
verbindlich. Indes berücksichtigt das Gericht diese Weisungen
insbesondere dann und weicht nicht ohne triftigen Grund davon ab, wenn
sie eine dem Einzelfall angepasste und gerecht werdende Auslegung der
anwendbaren gesetzlichen Bestimmungen zulassen und eine
überzeugende Konkretisierung der rechtlichen Vorgaben enthalten.
Dadurch trägt es dem Bestreben der Verwaltung Rechnung, durch interne
Weisungen eine rechtsgleiche Gesetzesanwendung zu gewährleisten. Auf
dem Wege von Verwaltungsweisungen dürfen keine über Gesetz und
Verordnung hinausgehenden Einschränkungen eines materiellen
Rechtsanspruchs eingeführt werden (vgl. BGE 148 V 102 E.4.2, 140 V 543
E.3.2.2.1; siehe auch BGE 140 V 343 E.5.2).
5. Das sozialversicherungsrechtliche Verwaltungsverfahren und der
Sozialversicherungsprozess sind vom Untersuchungsgrundsatz
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beherrscht. Danach haben Versicherungsträger und das Gericht von
Amtes wegen für die richtige und vollständige Feststellung des
rechtserheblichen Sachverhaltes zu sorgen (vgl. Art. 43 Abs. 1 und Art. 61
lit. c ATSG). Die Verwaltung als verfügende Instanz und – im
Beschwerdefall – das Gericht dürfen eine Tatsache nur dann als bewiesen
annehmen, wenn sie von ihrem Bestehen überzeugt sind. Im
Sozialversicherungsrecht hat die rechtsanwendende Behörde ihren
Entscheid, sofern das Gesetz nicht etwas Abweichendes vorsieht, nach
dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu fällen. Die
blosse Möglichkeit eines bestimmten Sachverhalts genügt den
Beweisanforderungen nicht. Verwaltung und Gericht haben vielmehr jener
Sachverhaltsdarstellung zu folgen, die sie von allen möglichen
Geschehensabläufen als die wahrscheinlichste würdigen. Der
Untersuchungsgrundsatz schliesst die Beweislast im Sinne der
Beweisführungslast begriffsnotwendig aus, da es Sache des
Sozialversicherungsgerichts (oder der verfügenden Verwaltungsstelle) ist,
für die Zusammentragung des Beweismaterials besorgt zu sein. Im
Sozialversicherungsprozess tragen mithin die Parteien in der Regel eine
Beweislast nur insofern, als im Falle der Beweislosigkeit der Entscheid zu
Ungunsten jener Partei ausfällt, die aus dem unbewiesen gebliebenen
Sachverhalt Rechte ableiten wollte. Diese Beweisregel greift allerdings
erst Platz, wenn es sich als unmöglich erweist, im Rahmen des
Untersuchungsgrundsatzes aufgrund einer Beweiswürdigung einen
Sachverhalt zu ermitteln, der zumindest die Wahrscheinlichkeit für sich
hat, der Wirklichkeit zu entsprechen (vgl. BGE 138 V 218 E.6 m.w.H.).
6.1. Der Beschwerdeführer beantragt, der Einspracheentscheid vom 30. April
2021 betreffend AHV-Beitragspflicht als Nichterwerbstätiger sei
aufzuheben, er sei als Erwerbstätiger der AHV-Beitragspflicht für das Jahr
2015 zu unterstellen und die Beschwerdegegnerin sei anzuweisen, die
entsprechende Verfügung zu erstellen. Er rügt eine falsche bzw.
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unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und damit
eine Verletzung von Art. 10 Abs. 3 AHVG i.V.m. Art. 28bis AHVV.
6.2. Der Beschwerdeführer führt insbesondere aus, dass er bis zum Erreichen
des AHV-Alters im November 2015 eine Invalidenrente bei einem
Invaliditätsgrad von 56 % bezogen habe. Nach seinem gesundheitlich
bedingten Ausscheiden aus der Burkhalter Gruppe sei er immer wieder
und regelmässig an verschiedenen Baugesellschaften beteiligt gewesen
und habe Einkommen erzielt. Er sei auch im Jahr 2015 (und später)
erwerbstätig gewesen und habe Einkommen erzielt, einerseits als
Angestellter der B._ GmbH, anderseits im Rahmen einer
selbständigen Erwerbstätigkeit als Geschäftsführer von
Baugesellschaften und der Bewirtschaftung seiner Geschäftsliegenschaft
in P._. Der Beschwerdeführer sei dem Wunsch der
Beschwerdegegnerin nach weiteren Unterlagen mit Schreiben vom 30.
Oktober 2020 nachgekommen, wobei der Zeitaufwand für seine
Arbeitstätigkeiten nicht habe angegeben werden können, da er in
Prozenten der Bausumme und nicht nach Zeitaufwand entschädigt
worden sei und dementsprechend keine Arbeitsrapporte geführt habe. Die
Beschwerdegegnerin habe sämtliche Steuererklärungen, die
Veranlagungsverfügungen 2017, die Jahresrechnung 2015 der B._
GmbH sowie die Gesellschaftsverträge mit den Baugesellschaften
E._, F._, G._, H._ und I._ erhalten. Weiter sei der
Beschwerdegegnerin dargelegt worden, welche Aufgaben (Evaluation von
zum Verkauf stehenden Grundstücken, Führen der
Vertragsverhandlungen mit Veräusserern und der Bank, Abklärungen mit
Behörden wie Bauamt etc., Mitwirken bei der Planung, Verhandlungen mit
den Bauunternehmern, Handwerkern etc., Überwachung der Einhaltung
des Baubudgets, Kontrolle der Unternehmerrechnungen) der
Beschwerdeführer in den Jahren 2012 bis 2017 zu erfüllen gehabt habe
und auch erfüllt habe. Er sei regelmässig während mehreren Stunden pro
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Tag mit den genannten Arbeiten beschäftigt gewesen. Dies könne von
J._, K._ und L._ (recte wohl: M._, vgl. E.7; Architekt
bei N._ Immobilien) bestätigt werden. Für das Jahr 2015 habe er
mehr als den Mindestbeitrag gemäss Art. 10 Abs. 1 AHVG entrichtet. Die
Interpretation einer vollen Erwerbstätigkeit gemäss Art. 28bis AHVV, die
eine Tätigkeit während mindestens der halben üblichen Arbeitszeit
erfordere, führe zu Ungleichbehandlungen. Hätte der Beschwerdeführer
im April 2015 seinen Beschäftigungsumfang für die B._ GmbH nicht
mit nur 10 % angegeben, wäre die Beschwerdegegnerin aufgrund seines
Einkommens nicht auf die Idee gekommen, die von ihm bis zur
Pensionierung noch geschuldeten AHV-Beiträge einer
Vergleichsrechnung nach Art. 28bis AHVV zu unterziehen. Die
Beschwerdegegnerin müsste in diesem Fall solche Vergleichsrechnungen
für eine Vielzahl von Teilzeitbeschäftigten vornehmen, was offensichtlich
nicht erfolge. Der Beschwerdeführer werde mit dem Vorgehen der
Beschwerdegegnerin im Vergleich zu anderen Teilzeitbeschäftigten
ungleich behandelt und diskriminiert. Bei der Definition des Begriffs der
"vollen Erwerbstätigkeit" handle es sich um keine gesetzliche, sondern
bloss um eine in einer Verwaltungsweisung abgedruckte Interpretation
(Arbeitstätigkeit während mindestens 9 Monaten im Jahr und Pensum von
50 %). Die Anwendung dieser Weisung führe dazu, dass sehr vermögende
Erwerbstätige wie der Beschwerdeführer mit einem Pensum von unter 50
%, selbst wenn sie für ihre Tätigkeit ein durchaus angemessenes
Erwerbseinkommen beziehen würden, in Anwendung von Art. 28bis AHVV
erheblich höhere und somit unverhältnismässig hohe Beiträge an die
Beschwerdegegnerin bezahlen müssten, als wenn sie mit einem Pensum
von 50 % oder mehr tätig wären. Demgegenüber würden Personen mit
gleich hohem Vermögen, die gerade 50 % oder mehr arbeiteten,
möglicherweise aber sogar weniger verdienten als der Beschwerdeführer,
keiner Vergleichsrechnung unterworfen und erheblich geringere AHV-
Beiträge bezahlen. Es sei nicht Ziel der AHV-Gesetzgebung, den
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versicherten, in Teilzeit erwerbstätigen Personen mit einem
Gesamteinkommen, das im Bereich eines Arbeiterlohns für ein
Vollzeitpensum liege, wie das beim Beschwerdeführer der Fall sei, ein
Vielfaches der Erwerbstätigenbeiträge, berechnet auf dem steuerbaren
Vermögen, aufzuerlegen. Die Anwendung der sog.
Schwergewichtstheorie gehe bei Beitragspflichtigen wie dem
Beschwerdeführer, dessen massgebendes Vermögen nach Art. 28 AHVV
zur Berechnung des Nichterwerbstätigenbeitrags weit über dem
Vermögen, das zum Höchstbeitrag führe, liege, an der Sache vorbei und
diskriminiere ihn im Vergleich zu weniger vermögenden Personen mit
genau demselben Einkommen und Beschäftigungsgrad. Wie die
Beitragsjahre 2008 und 2009 gezeigt hätten, habe die
Beschwerdegegnerin den Beschwerdeführer als Selbständigerwerbenden
veranlagen dürfen, unabhängig davon, ob der Gewinn durch persönlichen
Einsatz erzielt worden sei oder nicht. Damals sei C._
Mitgesellschafterin gewesen, welche alle Geschäftsführertätigkeiten mit
der gesamten Architektur und dem Verkauf übernommen habe. Dass der
Beschwerdeführer nun für das Jahr 2015 geltend mache, seine
Investitionen in Baugesellschaften und die damit einhergehenden
Aktivitäten seien als Arbeitstätigkeit zu qualifizieren, sei legitim und eben
gerade nicht widersprüchlich.
6.3. Soweit der Beschwerdeführer mit seinen Ausführungen geltend machen
will, im Jahr 2015 erwerbstätig gewesen zu sein, zielt er an der Sache
vorbei. Das Vorliegen einer Erwerbstätigkeit im Sinne von Art. 4 Abs. 1
AHVG und Art. 6 Abs. 1 AHVV wird von der Beschwerdegegnerin nämlich
nicht bestritten. Vielmehr zweifelt sie die volle Erwerbstätigkeit des
Beschwerdeführers an und geht demnach von einer nicht dauernd voll
erwerbstätigen Person im Sinne von Art. 28bis Abs. 1 Satz 1 AHVV aus.
6.4. Betreffend dem beschwerdeführerischen Einwand, wonach es sich bei der
Interpretation des in Art. 28bis Abs. 1 Satz 1 AHVV verwendeten Begriffs
- 17 -
der "vollen Erwerbstätigkeit" nicht um eine gesetzliche Definition handle,
sondern um eine bloss in einer Verwaltungsweisung abgedruckte
Interpretation, ist festzuhalten, dass es sich dabei um eine von der
bundesgerichtlichen Rechtsprechung geschützte Verwaltungspraxis
handelt (vgl. vorstehend E.3.3). Zudem ist diesbezüglich auf die
Rechtsprechung zur Bedeutung von Verwaltungsweisungen hinzuweisen
(vgl. vorstehend E.4). Sodann wurde in BGE 143 V 254 (vgl. E.6.3.2
m.w.H.) zum vom Beschwerdeführer angesprochenen Thema
"Erwerbstätige, bei denen die Beiträge auf dem Erwerbseinkommen
erhoben werden, und solchen, die gleichwohl nach Gesetz als
Nichterwerbstätige gelten" bemerkt, die Festlegung des Grenzbetrages
nach den sozialen Verhältnissen der versicherten Person gemäss Art. 10
Abs. 1 Satz 4 (bis 31. Dezember 2011: Satz 3) AHVG führe zwar dazu,
dass bei einer nicht dauernd vollen Erwerbstätigkeit die Höhe des
Erwerbseinkommens darüber entscheide, ob die Beiträge nach dem
Vermögen und dem Renteneinkommen zu bemessen seien, d.h. die
betreffende Person als nichterwerbstätig gelte. Darin liege ein zufälliges
Element und es bestehe die Möglichkeit der Beitragsumgehung. Diese
Folgen ergäben sich indessen unmittelbar aus dem Gesetz. An dieses
seien die kantonalen Versicherungsgerichte und auch das Bundesgericht
im Rahmen konventions- und verfassungskonformer Auslegung
gebunden (Hinweis auf Art. 190 der Bundesverfassung der
Schweizerischen Eidgenossenschaft [BV; SR 101]). Aufgrund von Art. 10
Abs. 1 Satz 3 (bis 31. Dezember 2011: Satz 2) AHVG könnte die
Beitragspflicht als Nichterwerbstätiger durch Ausübung einer
geringfügigen oder bloss sporadischen Erwerbstätigkeit umgangen
werden. Mit Art. 10 Abs. 1 Satz 4 (bis 31. Dezember 2011: Satz 3) AHVG
wollte der Gesetzgeber dem Bundesrat die Möglichkeit einräumen, solche
Missbräuche zu verhindern (vgl. BGE 115 V 161 E.8 m.w.H.; siehe auch
vorstehend E.3.3).
- 18 -
6.5. Mit zwei Beitragsverfügungen vom 24. Januar 2013 setzte die
Beschwerdegegnerin die vom Beschwerdeführer als
Selbständigerwerbender für die Jahre 2008 und 2009 zu entrichtenden
AHV/IV/EO-Beiträge inkl. Verwaltungskosten fest (vgl.
beschwerdegegnerische Akten [Bg-act.] 296, 297). Zudem verfügte die
Beschwerdegegnerin am 28. Januar 2013 Verzugszinsen für dieselben
Beitragsjahre (vgl. Bg-act. 300). Auf Einsprache hin bestätigte die
Beschwerdegegnerin mit Einspracheentscheid vom 7. Juni 2013
respektive 30. August 2013 die Beitrags- und Verzugszinsverfügungen
(vgl. Bg-act. 271, 272, 289). Die hiergegen erhobene Beschwerde wies
das Verwaltungsgericht mit Urteil S 13 119 vom 11. März 2014 ab, soweit
es darauf eintrat (vgl. Bg-act. 255). Schliesslich wies das Bundesgericht
mit Urteil 9C_443/2014 vom 13. November 2014 die gegen das Urteil des
Verwaltungsgerichts S 13 119 erhobene Beschwerde ab (vgl. Bg-act.
225). Vor diesem Hintergrund durfte die Beschwerdegegnerin den
Beschwerdeführer bezüglich der Beitragsjahre 2008 und 2009 als
Selbständigerwerbenden veranlagen, unabhängig davon, ob der Gewinn
durch persönliche Arbeitsleistung erzielt wurde oder nicht (vgl. Bg-act. 225
S. 6). Dasselbe gilt in Bezug auf die Beitragsjahre 2010 und 2011. Mit zwei
Beitragsverfügungen vom 12. Juni 2014 setzte die Beschwerdegegnerin
die vom Beschwerdeführer als Selbständigerwerbender für die besagten
Jahre zu entrichtenden AHV/IV/EO-Beiträge inkl. Verwaltungskosten fest
(vgl. Bg-act. 246, 248). Zudem verfügte die Beschwerdegegnerin am
11. Juni 2014 Verzugszinsen für dieselben Beitragsjahre (vgl. Bg-act.
250). Die dagegen erhobene Einsprache wurde von der
Beschwerdegegnerin am 3. März 2015 mit Verweis auf das ergangene
Urteil des Bundesgerichts 9C_443/2014 vom 13. November 2014
rechtskräftig abgewiesen (vgl. Bg-act. 205, 239). Somit erfasste die
Beschwerdegegnerin den Beschwerdeführer hinsichtlich der Beitragsjahre
2010 und 2011 ebenfalls korrekterweise als Selbständigerwerbenden.
Bezüglich der Beitragsjahre 2012 bis 2014 ist darauf hinzuweisen, dass
- 19 -
der Beschwerdeführer von der Beschwerdegegnerin ohne
Beanstandungen seinerseits als Nichterwerbstätiger veranlagt wurde. So
verpflichtete die Beschwerdegegnerin den Beschwerdeführer mit
Beitragsverfügungen für Nichterwerbstätige vom 17. Februar 2012, 15.
Februar 2013 und 14. Februar 2014 provisorische AHV/IV/EO-Beiträge
inkl. Verwaltungskosten zu bezahlen (vgl. Bg-act. 257, 294, 305). Der
Beschwerdeführer hätte aufgrund der Veranlagungen für die Jahre 2012
bis 2014 als Nichterwerbstätiger erkennen können, nach welchen
(zeitlichen) Kriterien die Veranlagung als Nichterwerbstätiger erfolgt.
Wenn der Beschwerdeführer noch im Juni 2014 bzw. Juli 2014 unter
anderem ausführt, dass er sich während eines grossen Teils des Jahres
in Südfrankreich aufhalte, seit 2004 nicht mehr (selbständig) erwerbstätig
sei, weder über ein Büro noch Personal verfüge und seine Investitionen
jeweils zufällig erfolgt seien (vgl. Bg-act. 239 S. 1, 252 S. 4), so leuchtet
der Wechsel in seiner Argumentation in Bezug auf das Beitragsjahr 2015
nicht ein. Insbesondere, zumal es dem Beschwerdeführer mit den ins
Recht gelegten Unterlagen nicht gelingt, frühere Aussagen zu den
Beitragsjahren 2008 bis 2011 zu korrigieren bzw. zu belegen, was sich
denn im Jahr 2015 – abgesehen von der Anstellung bei der B._
GmbH – in Bezug auf den zeitlichen Umfang seiner Tätigkeit geändert
haben soll im Vergleich zu den Veranlagungen der Jahre 2012 bis 2014
als Nichterwerbstätiger.
6.6.1. Der Beschwerdeführer bestreitet die Verbindlichkeit des Zwischenfazits in
Erwägung 5.3 des Urteils des Verwaltungsgerichts S 18 84 vom
2. Dezember 2019 mit der Begründung, die Angabe seines Pensums habe
er noch im ersten Trimester des Jahres 2015 machen müssen, ohne zu
wissen, wie sich die Geschäftstätigkeit entwickeln würde. Die von ihm
übernommenen Arbeiten seien neben der Verwaltung des
Geschäftsvermögens mit einem Pensum von 10 % nicht zu bewältigen
gewesen.
- 20 -
6.6.2. Der formellen und materiellen Rechtskraft einer Verfügung oder eines
Urteils zugänglich ist einzig die Entscheidformel (das Dispositiv); die
Rechtskraft erstreckt sich hingegen nicht auf die
Sachverhaltsfeststellungen oder die Erwägungen zur Rechtslage (die
Motive). Aus diesem Grund kann nur das Dispositiv Bindungswirkung
entfalten. Verweist das Dispositiv auf die Erwägungen, nehmen diese
jedoch an der Rechtsverbindlichkeit teil (vgl. Urteil des Bundesgerichts
1C_97/2021 vom 14. Juni 2021 E.3.1 m.w.H.).
6.6.3. Mit Urteil S 18 84 vom 2. Dezember 2019 hiess das Verwaltungsgericht
die Beschwerde gut, soweit es darauf eintrat. Gleichzeitig wurde der
Einspracheentscheid der Beschwerdegegnerin vom 22. Mai 2018
aufgehoben und die Sache für weitere Abklärungen im Sinne der
Erwägungen sowie zum Erlass von neuen Verfügungen über die AHV-
Beitragspflicht des Beschwerdeführers und seiner Ehefrau für das Jahr
2015 an die Beschwerdegegnerin zurückgewiesen (Dispositiv-Ziff. 1). Als
Zwischenfazit wurde in der Erwägung 5.3 festgehalten, dass der
Beschwerdeführer betreffend die unselbständige Erwerbstätigkeit bei der
B._ GmbH im Jahr 2015 im Umfang von ca. 10 % im Sinne des AHVG
erwerbstätig gewesen sei; eine volle Erwerbstätigkeit im Sinne von Art.
28bis Abs. 1 AHVV sei damit nicht ausgewiesen. Zudem führte das
Verwaltungsgericht in der Erwägung 5.5 insbesondere aus, aufgrund der
Aktenlage lasse sich nicht überprüfen, ob die selbständige
Erwerbstätigkeit des Beschwerdeführers im Jahr 2015 nur von
bescheidenem Umfang gewesen sei oder ob mindestens 40 % (Pensum
von ca. 10 % bei der B._ GmbH ausgewiesen, vgl. E.5.2 f.) der
üblichen Arbeitszeit eines Selbständigen im Bereich
"Liegenschaftsverwaltung und -bewirtschaftung" beansprucht worden sei.
Gegen das verwaltungsgerichtliche Urteil S 18 84 vom 2. Dezember 2019
wurde kein Rechtsmittel ergriffen. Somit wurde mit besagtem Urteil
rechtsverbindlich festgestellt, dass der Beschwerdeführer im Jahr 2015 für
- 21 -
die B._ GmbH im Umfang von ca. 10 % unselbständig erwerbstätig
war. Abgesehen davon vermag der Beschwerdeführer nicht substanziiert
darzulegen, welches Arbeitspensum er als Angestellter der B._
GmbH im Jahr 2015 tatsächlich geleistet hat, sollte es denn höher
gewesen sein als das von ihm selbst angegebene Pensum von ca. 10 %
(vgl. Bg-act. 200). Die Rüge des Beschwerdeführers geht demnach fehl.
6.7.1. Es bleibt somit nachfolgend zu prüfen, ob die selbständige
Erwerbstätigkeit des Beschwerdeführers im Jahr 2015 (Beteiligungen an
einfachen Gesellschaften [CHF 5'898.--] und selbständige
Nebenerwerbstätigkeit [Gewinn aus der Geschäftsliegenschaft an der
O._, P._, CHF 31'924.--]) nur von bescheidenem Umfang war
oder ob mindestens 40 % der üblichen Arbeitszeit eines Selbständigen im
Bereich "Liegenschaftsverwaltung und -bewirtschaftung" beansprucht
wurde und damit eine volle Erwerbstätigkeit im Sinne von Art. 28bis Abs. 1
Satz 1 AHVV bejaht werden kann (vgl. Urteil des Verwaltungsgerichts S
18 84 vom 2. Dezember 2019 E.5.4 f.).
6.7.2. Die Beschwerdegegnerin stellt sich auf den Standpunkt, dass sich die
Argumentation des Beschwerdeführers bezüglich des Umfangs seiner
Erwerbstätigkeit im Vergleich zu den Vorjahren diametral verändert habe.
Bis und mit im Jahr 2014 solle er wenig bis gar keine Erwerbstätigkeit
ausgeübt haben. Ab dem Jahr 2015 solle er neu formell zu 10 % bei der
B._ GmbH angestellt gewesen und daneben solle eine
gleichgelagerte selbständige Erwerbstätigkeit im Umfang von weiteren 40
% dazu gekommen sein. Warum und in welcher Form im Jahr 2015 im
Vergleich zu den Vorjahren ein höherer Zeitaufwand bzw. ein höherer
Aufwand für die Beteiligungen an den Liegenschaften angefallen sein
solle, sei nicht ersichtlich. Mit den eingereichten Unterlagen vermöge der
Beschwerdeführer nicht zu beweisen, dass seine selbständige
Erwerbstätigkeit im Jahr 2015 einen zeitlichen Umfang von mindestens 40
- 22 -
% der üblichen Arbeitszeit eines Selbständigen im Bereich
"Liegenschaftsverwaltung und -bewirtschaftung" beansprucht habe.
6.7.3. Demgegenüber bringt der Beschwerdeführer vor, dass er gemäss den
Gesellschaftsverträgen, welche er mit der D._ AG abgeschlossen
habe, an den Gesellschaften persönlich, später dann über die B._
GmbH beteiligt gewesen sei. Bei allen Verträgen sei es um den Erwerb
und die Überbauung von Grundstücken mit Mehrfamilienhäusern und den
anschliessenden Verkauf von Stockwerkeinheiten oder die Vermietung
von Wohnungen gegangen. Für die Geschäftsführertätigkeit hätten die
Gesellschafter gemäss den Verträgen ein Honorar von insgesamt 4 % der
Bausumme, anfänglich 2/3 die D._ AG und 1/3 der Beschwerdeführer,
später je die Hälfte, zuzüglich Spesen, persönlich ausbezahlt erhalten.
Geschuldet sei die Entschädigung erst im Zeitpunkt der Liquidation der
Gesellschaft gewesen; die Entschädigung sei somit zeitverschoben erfolgt
und bilde nicht zwingend den Umfang der Arbeitstätigkeit im Jahr der
Auszahlung ab. Darum habe der Beschwerdeführer im Jahr 2017 privat
unter diesem Titel für die Gesellschaften H._, Q._ und R._
(alles Gesellschaften, an denen die B._ GmbH beteiligt sei) CHF
199'000.-- – die Früchte seiner Arbeit in den Jahren zuvor – erhalten und
diesen Betrag privat als Nebenerwerb versteuert. Diese Entschädigung
habe nichts zu tun mit dem Gewinn aus der Liquidation der
Baugesellschaften, welcher heute in die B._ GmbH fliesse. Im Jahr
2015 habe die B._ GmbH einen Verlust verzeichnet, weil keine der
Baugesellschaften liquidiert worden sei. Dementsprechend sei es auch
nicht zur Entschädigung der Geschäftsführertätigkeiten gekommen, was
aber nicht heisse, dass der Beschwerdeführer zur Erreichung des
Gesellschaftszwecks nicht als Geschäftsführer (neben J._) aktiv und
damit arbeitstätig gewesen sei. Die Zeugen J._, K._ und
L._ (recte wohl: M._, vgl. E.7) könnten bestätigen, dass der
Beschwerdeführer regelmässig in seinem Büro für die Baugesellschaften
- 23 -
tätig gewesen sei. Die Höhe des im Jahr 2015 erzielten
Erwerbseinkommens könne somit entgegen der Auffassung der
Beschwerdegegnerin nicht als Indiz für eine nicht volle Erwerbstätigkeit
gelten. Wesentlich sei vielmehr, in welchem Umfang der
Beschwerdeführer tätig gewesen sei. Ob er seine auf Erwerb
ausgerichteten Aktivitäten im Namen der B._ GmbH oder im eigenen
Namen ausgeübt habe, sei nicht von Belang. Seine Tätigkeiten für die
Baugesellschaften seien vielfältig und zeitintensiv gewesen; es habe sich
durchwegs um grössere Projekte (Mehrfamilienhäuser) gehandelt und im
Jahr 2015 seien fünf solche Gesellschaften aktiv gewesen. Es liege auf
der Hand, dass der Beschwerdeführer für seine Geschäftsführertätigkeiten
als (Bau-)Gesellschafter nicht über einen Arbeitsvertrag verfüge. Auch als
Angestellter seiner GmbH müsse er keinen schriftlichen Arbeitsvertag
abgeschlossen haben. Da die Entschädigung – wie das in der Branche
üblich sei – in Prozenten der Bausumme festgelegt werde und die
Abrechnung erst mit der Liquidation der Gesellschaft erfolge, hätten der
Beschwerdeführer und die D._ AG auch keine Stundenrapporte
erstellt oder eine Zeiterfassung geführt. Damit könne der
Beschwerdeführer im Nachhinein auch keine Belege über sein
Arbeitspensum vorlegen. Wenn der Beschwerdeführer im Jahr 2017 ein
steuerbares Einkommen aus Nebenerwerb von CHF 199'000.-- erlangt
habe, sei davon auszugehen, dass die dem zugrundeliegende, in den
vergangenen Jahren erfolgte Tätigkeit nicht nur untergeordneter Natur
gewesen sei und zusammen mit der über die B._ GmbH
entschädigten Arbeit für die Vorjahre einem Pensum von mindestens 50
% der normalen Arbeitszeit entsprochen habe.
6.7.4. Wie der Beschwerdeführer selbst anerkennt, änderte er seine
Argumentation nach Erhalt des Urteils des Bundesgerichts 9C_443/2014
vom 13. November 2014, in welchem er für die Beitragsjahre 2008 und
2009 als Selbständigerwerbender qualifiziert wurde. Tatsächlich änderte
- 24 -
er seine Argumentationslinie diametral: In der Beschwerde an das
Bundesgericht vom 4. Juni 2014 gegen das Urteil des Verwaltungsgerichts
S 13 119 vom 11. März 2014, welches die Beitragsjahre 2008 und 2009
betraf, führte er insbesondere aus, dass er sich während eines grossen
Teils des Jahres in Südfrankreich aufhalte, seit 2004 nicht mehr
erwerbstätig sei, eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit infolge Invalidität
bestehe, er nur Mittel aus seinem Privatvermögen zur Verfügung gestellt
habe, nicht aber seine Arbeitskraft und der Rücklauf der investierten Mittel
bzw. der damit erlangte Gewinn nicht Ausfluss seiner Arbeitstätigkeit sei,
sondern das Resultat einer guten Anlage eines grossen Vermögens (vgl.
Bg-act. 252 S. 4 und S. 9 ff.). Sodann hielt der Beschwerdeführer in der
Einsprache vom 13. Juli 2014 gegen die Beitragsverfügungen für
Selbständigerwerbende vom 12. Juni 2014 für die Jahre 2010 und 2011
fest, dass er nicht selbständig erwerbstätig sei, weder über ein Büro noch
über Personal verfüge, seine Investitionen jeweils zufällig erfolgt seien und
er lediglich die Gelegenheit wahrgenommen habe, sein Vermögen in
Immobilien zu investieren (vgl. Bg-act. 239 S. 1 ff.). In der Einsprache vom
28. Januar 2021, welche zum vorliegend angefochtenen
Einspracheentscheid vom 30. April 2021 führte, brachte der
Beschwerdeführer jedoch vor, dass er vor seiner Pensionierung noch
erwerbstätig gewesen sei und es heute noch sei (vgl.
beschwerdeführerische Akten [Bf-act.] 5 S. 2 f.). Wie bereits dargelegt,
wurde der Beschwerdeführer für die Jahre 2012 bis 2014 der AHV-
Beitragspflicht als Nichterwerbstätiger unterstellt, wobei die
entsprechenden Beitragsverfügungen unangefochten in Rechtskraft
erwuchsen. Hinsichtlich der Beitragsveranlagung für das Jahr 2015, mit
welcher er ebenfalls wie in den Vorjahren als Nichterwerbstätiger
qualifiziert wurde, stellt er sich auf den Standpunkt, aufgrund seiner Arbeit
für die B._ GmbH im Anstellungsverhältnis zu formell 10 % und seiner
zusätzlichen Arbeitstätigkeit als Selbständigerwerbender im
gleichgelagerten Tätigkeitsfeld im Umfang von mindestens weiteren 40 %
- 25 -
(Beteiligungen an Baugesellschaften, Verwaltung der in seinem Eigentum
stehenden und vermieteten Gewerbeliegenschaft; vgl. Bf-act. 3 S. 2 f.)
dauernd voll erwerbstätig zu sein. Neu im Vergleich zu den Vorjahren 2012
bis 2014 ist in Bezug auf das Jahr 2015 einzig, dass der Beschwerdeführer
nun als Angestellter der B._ GmbH, bei welcher er Geschäftsführer
und als Einziger zeichnungsberechtigt (Einzelunterschrift) ist, fungiert, was
nach eigenen Angaben des Beschwerdeführers einem Pensum von ca. 10
% entspricht (vgl. Bg-act. 200). Aus den im Recht liegenden
Baugesellschaftsverträgen geht hervor, dass die Geschäftsführung jeweils
nicht durch den Beschwerdeführer persönlich, sondern durch die D._
AG ausgeübt und die Buchhaltungs- sowie Abschlussarbeiten durch die
S._ AG ausgeführt wurden (vgl. Bf-act. 3). Aufgrund der Aktenlage ist
nicht ersichtlich, weshalb ein halbes Jahr später, d.h. ab dem Jahr 2015,
nicht mehr gelten soll, was in den Vorjahren unbestritten war und inwiefern
im Jahr 2015 ein höherer Arbeitsaufwand in Bezug auf die Beteiligungen
an den Baugesellschaften bzw. die Verwaltung seiner
Geschäftsliegenschaft angefallen sein soll. Denn Beteiligungen an
Baugesellschaften bestanden bereits im Jahr 2014 (vgl. Bilanz der
B._ GmbH per 31. Dezember 2015, Bf-act. 3). Ein Vergleich des
Formulars 8b ("Selbständigerwerbende ohne kaufmännische
Buchhaltung") der Steuererklärungen 2013, 2014 und 2015 bzw. darüber
hinaus der Jahre 2016 und 2017 zeigt, dass der Beschwerdeführer über
all diese Jahre keine grossen Unterschiede bezüglich seines Einkommens
aus selbständiger Erwerbstätigkeit ausgewiesen hat. So erzielte der
Beschwerdeführer gemäss dem oben genannten Formular in den
besagten Jahren ein Einkommen aus selbständiger Erwerbstätigkeit von
CHF 39'601.-- (Jahr 2013), CHF 35'646.-- (Jahr 2014), CHF 31'924.--
(Jahr 2015, tiefer als in den Vorjahren), CHF 30'954.-- (Jahr 2016) bzw.
CHF 33'937.-- (Jahr 2017; vgl. Bf-act. 3). Den definitiven
Veranlagungsverfügungen direkte Bundessteuer sowie Kantons- und
Gemeindesteuer 2015 kann entnommen werden, dass das Einkommen
- 26 -
des Beschwerdeführers aus unselbständiger Nebenerwerbstätigkeit
CHF 19'213.--, aus Beteiligungen an einfachen Gesellschaften
CHF 5'898.-- und aus selbständiger Nebenerwerbstätigkeit CHF 31'924.--
betrug (vgl. Bg-act. 125 S. 40 und S. 43). Es ist daher nicht
nachvollziehbar, dass bei einem Einkommen von CHF 19'213.-- für ein
Arbeitspensum von ca. 10 % bei der B._ GmbH das Einkommen aus
selbständiger Erwerbstätigkeit im Jahr 2015 in der Höhe von CHF 5'898.-
- (Einkommen aus Beteiligungen an einfachen Gesellschaften) und CHF
31'924.-- (Einkommen aus selbständiger Nebenerwerbstätigkeit, Gewinn
aus der Geschäftsliegenschaft), insgesamt CHF 37'822.--, einem
Arbeitspensum von mindestens 40 % entsprochen haben soll. Vielmehr
dürfte das Einkommen von CHF 37'822.--, welches knapp das Doppelte
des Entgelts für die ca. 10%ige Tätigkeit bei der B._ GmbH darstellt,
ein Arbeitspensum von ungefähr 20 % entschädigen. Letzteres lässt sich
denn auch in etwa mit dem Valideneinkommen in der Höhe von
CHF 171'110.55, welches der damaligen Berechnung des
Invaliditätsgrades des Beschwerdeführers von 56 % zugrunde gelegt und
revisionsweise bestätigt wurde, plausibilisieren (vgl. Bg-act. 89 S. 17, 116
S. 4, 119 S. 2, 125 S. 2). Damit entspricht das Einkommen aus
unselbständiger Erwerbstätigkeit von CHF 19'213.-- (B._ GmbH)
einem Pensum von ca. 10 % und es ist davon auszugehen, dass das
Einkommen aus selbständiger Erwerbstätigkeit einerseits von CHF 5'898.-
- (Einkommen aus Beteiligungen an einfachen Gesellschaften) und
anderseits von CHF 31'924.-- (Einkommen aus selbständiger
Nebenerwerbstätigkeit, Gewinn aus der Geschäftsliegenschaft) einem
Arbeitspensum von ungefähr 20 % entsprochen hat, so dass der
Beschwerdeführer im Jahr 2015 insgesamt ein Arbeitspensum von
ungefähr 30 % versehen haben mag, womit die Voraussetzung einer
vollen Erwerbstätigkeit nicht erfüllt ist. Unbestrittenermassen liegen keine
Arbeitsverträge, Arbeitszeitabrechnungen, Stundenrapporte etc. vor, da
der zeitliche Umfang der selbständigen Erwerbstätigkeit des
- 27 -
Beschwerdeführers weder rapportiert noch mittels System erfasst wurde.
Der Beschwerdeführer möchte aus den von ihm aufgezählten und als
Gesellschafter der verschiedenen Baugesellschaften zu erbringenden
Aufgaben (vgl. Bf-act. 3 S. 1 f.) sowie aus den für seine Tätigkeit
vereinbarten Entschädigungen (zunächst 1/3, später 1/2 von 4 % der
Bausumme, vgl. Bf-act. 3) auf eine erhebliche Arbeitszeit bzw. auf eine
Arbeitsleistung von nicht untergeordneter Natur schliessen lassen und
damit den Nachweis einer dauernd vollen Erwerbstätigkeit erbringen, was
nicht gelingt. Soweit der Beschwerdeführer auf das in den definitiven
Veranlagungsverfügungen direkte Bundessteuer sowie Kantons- und
Gemeindesteuer 2017 ausgewiesene Einkommen aus selbständiger
Nebenerwerbstätigkeit in der Höhe von CHF 199'000.-- verweist (vgl. Bg-
act. 39 S. 19 und S. 21), ist festzuhalten, dass sich anhand der Akten nicht
feststellen lässt, dass und inwieweit es sich dabei um die Früchte seiner
Tätigkeit im Jahr 2015 handelt. Auch erhellt das Vorbringen, wonach der
Beschwerdeführer für die Baugesellschaften mehr Arbeit investiert habe,
als dies früher und vor allem mit der früheren Gesellschafterin C._
der Fall gewesen sei, nicht, zumal sowohl der in den Jahren 2007 bis 2009
als auch der später erbrachte zeitliche Arbeitsaufwand bzw. die
diesbezügliche Arbeitsleistung nicht belegt sind. Hinsichtlich des
Arbeitsumfangs kann der Beschwerdeführer auch aus der
Baukostenabrechnung Umbau T._, P._, vom 23. September
2015 nichts zu seinen Gunsten ableiten (vgl. Bf-act. 5, Beilage 3);
ebensowenig aus dem Nachtrag I vom 27. November 2012 zum
Gesellschaftsvertrag vom 8. Mai 2012 der Baugesellschaft H._,
gemäss dem der Beschwerdeführer aus der besagten Baugesellschaft
austrat und stattdessen die B._ GmbH eintrat (vgl. Bf-act. 5, Beilage
4). Denn damit ist erstellt, dass der Beschwerdeführer als
einzelzeichnungsberechtigter Gesellschafter und Geschäftsführer der
B._ GmbH bereits im Jahr 2012 für Letztere tätig war, es aber nicht
beanstandete, für dieses Jahr als Nichterwerbstätiger veranlagt worden zu
- 28 -
sein. Was sich im Vergleich dazu bezüglich Umfang der Erwerbstätigkeit
bzw. Arbeitsleistung im Jahr 2015 geändert haben soll, so dass der
Beschwerdeführer während mindestens der halben üblichen Arbeitszeit
tätig gewesen sein soll, ist von ihm nicht rechtsgenüglich nachgewiesen
worden.
6.8. Somit erübrigen sich Weiterungen zur Voraussetzung der dauernden
Erwerbstätigkeit (mehr als 9 Monate im Kalenderjahr bzw. im Falle des
Beschwerdeführers, der nur von Januar 2015 bis November 2015
beitragspflichtig ist, während mehr als 3/4 der Dauer der Beitragspflicht,
d.h. mehr als 8.25 Monate im Jahr 2015; siehe WSN Rz. 2037 f.). Hierzu
bringt der Beschwerdeführer nichts Substanziiertes vor. Dieses Kriterium
dürfte vor dem Hintergrund der Angaben des Beschwerdeführers über
seine Aufenthalte in Südfrankreich während eines grossen Teils des
Jahres und über seine "regelmässigen" Tätigkeiten während mehreren
Stunden pro Tag für die Baugesellschaften während seiner Aufenthalte in
der Schweiz ebenfalls nicht erfüllt sein.
7. Der Beschwerdeführer beantragt die Anhörung der Zeugen J._,
K._ und L._ (recte wohl: M._). Nach Angaben des
Beschwerdeführers könnten diese drei Personen bestätigen, dass er
regelmässig während mehreren Stunden pro Tag in seinem Büro für die
Baugesellschaften tätig gewesen sei. Alle angebotenen Zeugen sind
zumindest Mitarbeitende der N._ Immobilien AG. In Bezug auf
J._ ist festzuhalten, dass dieser Inhaber der N._ Immobilien AG
ist (vgl. Bg-act. 125 S. 3; Urteil des Verwaltungsgerichts S 18 84 vom 2.
Dezember 2019 E.5.2). K._ ist unter anderem Mitinhaberin der
N._ Immobilien AG. Schliesslich ist hinsichtlich M._ darauf
hinzuweisen, dass dieser Architekt bei der N._ Immobilien AG ist (vgl.
Beschwerde S. 5). Die N._ Immobilien AG ist in der zum
Geschäftsvermögen des Beschwerdeführers gehörenden Liegenschaft an
der O._, P._, eingemietet (vgl. Bf-act. 3, Formular 2.1,
- 29 -
Wertschriftenverzeichnis 2012; Bg-act. 125 S. 44 und 289 S. 48; Urteil des
Verwaltungsgerichts S 18 84 vom 2. Dezember 2019 E.5.2). Von dort aus
übt der Beschwerdeführer seine Tätigkeit aus (vgl. Bg-act. 125 S. 3), so
dass auf die angebotenen Zeugenaussagen der
Mitarbeitenden/Gesellschafter der N._ Immobilien AG aufgrund der
geschäftlichen, möglicherweise auch privaten Nähe verzichtet werden
kann, da sie keine entscheidrelevanten Erkenntnisse hervorbringen
würden. Der Sachverhalt ist damit ausreichend abgeklärt (Art. 43 ATSG
und Art. 61 lit. c ATSG). In antizipierter Beweiswürdigung erweist sich die
Angelegenheit als spruchreif (vgl. BGE 144 V 361 E.6.5, 136 I 229 E.5.3;
Urteile des Bundesgerichts 8C_55/2022 vom 19. Mai 2022 E.7,
8C_68/2020 vom 11. März 2020 E.5.2, 8C_754/2019 vom 6. Februar 2020
E.5.3).
8. Zusammenfassend erweist sich der angefochtene Einspracheentscheid
vom 30. April 2021 als rechtens, weshalb die Beschwerde abzuweisen ist.
9.1. In Anwendung der geänderten Praxis des Verwaltungsgerichts (vgl. dazu
Urteile des Verwaltungsgerichts S 21 48 vom 8. Februar 2022 E.4.1 ff. und
S 21 49 vom 8. Februar 2022 E.3.1 ff.) richtet sich die Kostenpflicht und
der Kostenrahmen von versicherungsgerichtlichen Verfahren gemäss
Art. 61 ATSG bei Verfahren mit Einleitung ab dem 1. Januar 2021 (vgl.
Art. 82a ATSG) im Anwendungsbereich des ATSG, die nicht als
Leistungsstreitigkeiten im Sinne von Art. 61 lit. fbis ATSG gelten, wie
insbesondere Beitragsstreitigkeiten, grundsätzlich nach dem kantonalen
Recht und somit nach den allgemeinen Kostenverlegungsgrundsätzen für
Rechtsmittel- und Klageverfahren vor dem Verwaltungsgericht (Art. 72 ff.
VRG).
9.2. Bei diesem Ausgang des Verfahrens gehen die Kosten zu Lasten des
Beschwerdeführers (Art. 73 Abs. 1 VRG). Die Staatsgebühr beträgt in der
Regel höchstens CHF 20'000.-- und richtet sich nach dem Umfang und der
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Schwierigkeit der Sache sowie nach dem Interesse und der
wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit der Kostenpflichtigen. Vorliegend ist
die Staatsgebühr in Anwendung von Art. 75 Abs. 2 VRG auf CHF 1'000.--
festzusetzen (Art. 1 Abs. 1 AHVG i.V.m. Art. 61 ATSG). Der obsiegenden
Beschwerdegegnerin steht keine Parteientschädigung zu (vgl. Art. 61 lit. g
ATSG).