# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** be0a331c-619e-46e6-81d9-7985201eecc9
**Court:** SG_VGN
**Chamber:** SG_VGN_001
**Year:** 2016
**Language:** de
**Jurisdiction:** SG / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Das Verwaltungsgericht stellt fest:
A. I.J., geb. 1977, Staatsangehöriger von Kosovo, reiste am 2. März 1991 im Rahmen
des Familiennachzugs zu seinen Eltern in die Schweiz ein und verfügt seither über die
Niederlassungsbewilligung. Am 13. Dezember 1995 heiratete er in seinem Heimatland
die kosovarische Staatsangehörige S.J., geb. 1976. Die Ehefrau reiste am 17. April
1996 im Rahmen des Familiennachzugs in die Schweiz ein, wo sie die gemeinsamen
Kinder A.J. (1997), Y.J. (1998), D.J. (1999) und R.J. (2001), alle Staatsangehörige von
Kosovo, gebar.
S.J. verliess die Schweiz mit ihren vier Kindern am 13. März 2009. Die
Niederlassungsbewilligung wurde ihnen bis 12. September 2009 reserviert (act. 9,
Akten Migrationsamt, Dossier S. J., S. 47). Weder kehrten sie innerhalb der
Reservationsfrist zurück, noch verlängerten sie die Reservation, weshalb die
Niederlassungsbewilligung am 12. September 2009 erlosch.
Am 6. Januar 2005 verwarnte das Ausländeramt (heute Migrationsamt) I.J. wegen
mehrfacher strafrechtlicher Verfehlungen (act. 9, Akten Migrationsamt, Dossier I. J., S.
131 f.). Mit Verfügung vom 4. Januar 2011 drohte das Migrationsamt ihm den Widerruf
der Niederlassungsbewilligung an, da sein Verhalten sowohl in strafrechtlicher als auch
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in finanzieller Hinsicht mangelhaft sei (act. 9, Akten Migrationsamt, Dossier I. J., S. 334
ff.).
Am 5. Juni 2014 reichte I.J. beim Einwohneramt Rorschach ein Gesuch um
Familiennachzug für S.J., A.J., Y.J., D.J. und R.J. ein (act. 9, Akten Migrationsamt,
Dossier I. J., S. 409). Nach Einräumung des rechtlichen Gehörs wies das Migrationsamt
das Gesuch mit Verfügung vom 20. August 2014 ab, mit der Begründung, dass es nicht
innert der gesetzlichen Frist gestellt worden sei und wichtige familiäre Gründe für einen
nachträglichen Familiennachzug nicht vorlägen (vgl. act. 9, Akten Migrationsamt,
Dossier I. J., S. 443 ff.).
B. Gegen diese Verfügung erhob I.J., vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Werner
Bodenmann, St.Gallen, am 4. September 2014 Rekurs und beantragte, diese
aufzuheben und dem Familiennachzugsgesuch stattzugeben, da wichtige familiäre
Gründe für einen verspäteten Familiennachzug vorlägen (act. 9, Akten Vorinstanz, Nr.
1). Das Migrationsamt verzichtete unter Hinweis auf die angefochtene Verfügung auf
eine Vernehmlassung. Das Sicherheits- und Justizdepartement wies den Rekurs von
I.J. mit Entscheid vom 9. November 2015 ab und stützte die Begründung des
Migrationsamts. Zudem sei I.J. trotz Verwarnungen seitens des Migrationsamts in der
Schweiz mehrfach straffällig geworden, was seine fehlende Integration aufzeige und
weshalb es ihm auch zumutbar sei, mit seiner Familie im Kosovo zu wohnen.
C. Gegen den Entscheid des Sicherheits- und Justizdepartements (Vorinstanz) vom 9.
November 2015 erhob I.J. (Beschwerdeführer) durch seinen Rechtsvertreter am 26.
November 2015 Beschwerde beim Verwaltungsgericht mit den Anträgen, unter Kosten-
und Entschädigungsfolge sei die Verfügung des Migrationsamts vom 20. August 2014
sowie der Rekursentscheid des Sicherheits- und Justizdepartements vom 9. November
2015 aufzuheben. Das Gesuch um Familiennachzug sei gutzuheissen und das
Migrationsamt anzuweisen, S.J., A.J., Y.J., D.J. und R.J. eine Aufenthaltsbewilligung in
der Schweiz zu erteilen.
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Mit Vernehmlassung vom 17. Dezember 2015 verwies die Vorinstanz auf die

## Considerations

Erwägungen im angefochtenen Entscheid und beantragte die Abweisung der
Beschwerde. Ergänzend fügte die Vorinstanz hinzu, dass sie die weiteren
Voraussetzungen eines Familiennachzugs abgesehen von der Einreichungsfrist nicht
geprüft habe und diese keinesfalls unbestritten beständen. Der Beschwerdeführer
verzichtete mit Schreiben vom 5. Januar 2016 auf eine Stellungnahme.
Auf die Ausführungen des Beschwerdeführers zur Begründung seiner Anträge und die
Akten wird, soweit wesentlich, in den Erwägungen eingegangen.
Darüber zieht das Verwaltungsgericht in Erwägung:
1. Die sachliche Zuständigkeit des Verwaltungsgerichts ist gegeben (Art. 59bis Abs. 1
des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege; sGS 951.1, VRP). Der
Beschwerdeführer ist zur Ergreifung des Rechtsmittels legitimiert (Art. 64 in Verbindung
mit Art. 45 Abs. 1 VRP). Die Beschwerde wurde mit Eingabe vom 26. November 2015
und Ergänzung vom 10. Dezember 2015 rechtzeitig erhoben und erfüllt in formeller und
inhaltlicher Hinsicht die gesetzlichen Anforderungen (Art. 64 in Verbindung mit Art. 47
Abs. 1 und Art. 48 Abs. 1 und 2 VRP). Auf die Beschwerde ist grundsätzlich
einzutreten. Nicht einzutreten ist auf die Beschwerde, soweit der Beschwerdeführer
beantragt, die Verfügung des Migrationsamts vom 20. August 2014 sei aufzuheben.
Diese erstinstanzliche Verfügung ist durch den angefochtenen Entscheid ersetzt
worden bzw. gilt inhaltlich als mitangefochten (sogenannter Devolutiveffekt, vgl. BGer
2C_249/2014 vom 27. März 2015 E. 1.3 mit Hinweis auf BGE 138 II 169 E. 3.3).
2. Art. 8 Ziff. 1 der Europäischen Menschenrechtskonvention (SR 0.101, EMRK) und
Art. 13 Abs. 1 der Bundesverfassung (SR 101, BV) gewährleisten das Recht auf
Achtung des Privat- und Familienlebens und haben dieselbe Tragweite (M. Spescha, in:
Spescha/Thür/Zünd/Bolzli/Hruschka, Migrationsrecht, 4. Aufl. 2015, Rz. 12 zu Nr. 21).
Die Garantien aus Art. 8 EMRK und Art. 13 BV gelten nicht absolut. Es ergibt sich
daraus weder ein Recht auf Einreise oder Aufenthalt in einem bestimmten Staat noch
auf Wahl des für das Familienleben am geeignetsten erscheinenden Orts. Die Behörden
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sind deshalb nicht in jedem Fall verpflichtet, eine Aufenthaltsbewilligung zu erteilen
(BGE 126 II 335 E. 3a m.w.H.; Urteil des Europäischen Gerichtshofs für
Menschenrechte [EGMR] i.S. Slivenko gegen Lettland vom 9. Oktober 2003 [Nr.
48321/99], Rz. 94 m.w.H.). Die Garantien können aber verletzt sein, wenn einer
Ausländerin oder einem Ausländer mit Familienangehörigen in der Schweiz die
Anwesenheit untersagt und damit das Familienleben vereitelt wird (BGE 130 II 281
E. 3.1 m.w.H.). Der sich hier aufhaltende Angehörige muss über ein gefestigtes
Anwesenheitsrecht verfügen. Dies trifft zu, wenn die verwandte Person das Schweizer
Bürgerrecht oder eine Niederlassungsbewilligung besitzt. Der Schutz des
Familienlebens kann aber nur angerufen werden, wenn die Beziehung tatsächlich
gelebt wird (VerwGE B 2004/163 vom 25. Januar 2005 E. 2b aa), www.gerichte.sg.ch).
3. Ausländische Ehegatten und ledige Kinder unter 18 Jahren von Personen mit
Niederlassungsbewilligung haben nach Art. 43 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die
Ausländerinnen und Ausländer (SR 142.20, AuG) Anspruch auf Erteilung und
Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung, wenn sie mit diesen zusammenwohnen, der
Nachzug innerhalb von fünf Jahren und bei Kindern über zwölf Jahren innerhalb von
zwölf Monaten erfolgt, der Anspruch nicht rechtsmissbräuchlich geltend gemacht wird
und zudem kein Widerrufsgrund nach Art. 63 AuG vorliegt (vgl. Art. 51 Abs. 1 AuG).
Sodann muss der Nachzugsberechtigte über das Sorgerecht verfügen und das
Kindeswohl darf dem Nachzug nicht offensichtlich entgegenstehen (vgl. BGE 136 II 78
E. 4.7 und 4.8; vgl. Spescha, a.a.O., Rz. 2 zu Art. 43 AuG). Die Fristen beginnen bei
Familienangehörigen von Ausländerinnen und Ausländern mit der Erteilung der
Aufenthalts- und Niederlassungsbewilligung oder der Entstehung des
Familienverhältnisses (Art. 47 Abs. 3 lit. b AuG). Ist die Einreise vor dem Zeitpunkt des
Inkrafttretens des Ausländergesetzes erfolgt oder das Familienverhältnis vor diesem
entstanden, läuft die Nachzugsfrist ab dem 1. Januar 2008 (Art. 126 Abs. 3 AuG).
Massgebend ist das Alter des Kindes bei Einreichung des Nachzugsgesuchs (BGE 136
II 497).
Der Beschwerdeführer stimmt mit der Vorinstanz überein, dass er die Frist für den
ordentlichen Familiennachzug nach Art. 47 Abs. 1 und Abs. 3 lit. b AuG verpasst hat.
Strittig ist, ob wichtige familiäre Gründe für einen nachträglichen Familiennachzug nach
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Art. 47 Abs. 4 AuG i.V.m. Art. 73 Abs. 3 und Art. 75 der Verordnung über Zulassung,
Aufenthalt und Erwerbstätigkeit (SR 142.201, VZAE) vorliegen.
4. Ein nachträglicher, d.h. ein nicht fristgerechter, Familiennachzug wird nur bewilligt,
wenn hierfür wichtige familiäre Gründe sprechen (Art. 47 Abs. 4 AuG; BGer
2C_276/2011 vom 10. Oktober 2011, E. 4). Solche liegen unter anderem dann vor,
wenn das Kindeswohl schwergewichtig nur durch einen Nachzug in die Schweiz
sachgerecht gewahrt werden kann (Art. 75 VZAE). Wichtige Gründe im Sinne des
Kindeswohls können beispielsweise wesentliche Änderungen hinsichtlich der
Betreuungsmöglichkeiten im Herkunftsland sein (Staatssekretariat für Migration [SEM],
Weisungen I. Ausländerbereich, Version vom 25. Oktober 2013, Stand 01.06.2016, Ziff.
6.10.4 Abs. 4, www.sem.admin.ch). Entgegen dem Wortlaut dieser
Verordnungsbestimmung ist dabei nach der höchstrichterlichen Rechtsprechung
jedoch nicht ausschliesslich auf das Kindeswohl abzustellen; es bedarf vielmehr einer
Gesamtschau unter Berücksichtigung aller relevanten Elemente im Einzelfall. Dabei ist
dem Sinn und Zweck der Fristenregelung Rechnung zu tragen, welche die Integration
der Kinder erleichtern will, indem diese durch einen frühzeitigen Nachzug unter
anderem auch eine möglichst umfassende Schulbildung in der Schweiz geniessen
sollen. Zudem geht es darum, Nachzugsgesuchen entgegenzuwirken, die
rechtsmissbräuchlich erst kurz vor Erreichen des erwerbstätigen Alters gestellt werden,
wenn also die erleichterte Zulassung zur Erwerbstätigkeit und nicht (mehr) die Bildung
einer echten Familiengemeinschaft im Vordergrund steht (BBl 2002 3709, S. 3754 f.).
Hat das Kind, das nachgezogen werden soll, bereits einmal in der Schweiz mit einer
Niederlassungsbewilligung gelebt und ist es danach wieder definitiv in sein Heimatland
zurückgekehrt, besteht eine gewisse Vermutung dafür, dass es den Beteiligten gar
nicht um ein familiäres Zusammenleben geht. Die Möglichkeit dazu hätten sie jedenfalls
gehabt und nicht genutzt. Etwas anderes kann nur gelten, wenn klare Umstände
ersichtlich sind, welche diese Vermutung widerlegen (BGE 119 Ib 81 E. 3a). Für den
nachträglichen Ehegattennachzug kommt es aber im Gegensatz zum Kindernachzug
nicht auf das Kindeswohl an (M. Caroni in: Caroni/Gächter/Thurnherr (Hrsg.),
Bundesgesetz über die Ausländerinnen und Ausländer (AuG), Bern 2010, Rz. 21 zu Art.
47 AuG). Hat eine Familie freiwillig jahrelang getrennt gelebt, dann dokumentiert sie
damit, dass ihr an einem gemeinsamen Familienleben nicht sehr viel liegt, so dass das
Interesse an der Einwanderungsbeschränkung überwiegt, solange nicht wichtige
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familiäre Gründe etwas anderes nahelegen (BGer 2C_914/2014 vom 18. Mai 2015 E.
4.1). Entscheidend ist in einem solchen Fall auch, ob den in der Schweiz ansässigen
Familienangehörigen zugemutet werden kann, das Familienleben im Ausland zu führen
(Spescha, a.a.O., Rz. 6 zu Art. 47 AuG). Die Bewilligung des Nachzugs nach Ablauf der
Fristen hat nach dem Willen des Gesetzgebers die Ausnahme zu bleiben; dabei ist Art.
47 Abs. 4 Satz 1 AuG jeweils dennoch so zu handhaben, dass der Anspruch auf Schutz
des Familienlebens nach Art. 8 EMRK bzw. Art. 13 BV nicht verletzt wird (vgl. BGer
2C_449/2015 vom 4. August 2015 E. 4.2; BGer 2C_906/2012 vom 5. Juni 2013 E. 3.2;
BGer 2C_765/2011 vom 28. November 2011 E. 2.1; BGer 2C_205/2011 vom 3.
Oktober 2011 E. 4.2; BGer 2C_709/2010 vom 25. Februar 2011 E. 5.1.1).
Schlussendlich dürfen weder wirtschaftliche Gründe (wie bessere Berufs- und
Lebenschancen in der Schweiz) noch die politische Lage im Herkunftsland im
Vordergrund stehen (SEM, Weisungen I. Ausländerbereich, Version vom 25. Oktober
2013, Stand 01.06.2016, Ziff. 6.10.4 Abs. 8, www.sem.admin.ch).
4.1. Die Vorinstanz führte aus, der Beschwerdeführer mache nicht geltend, dass es
seiner Ehefrau und den Kindern unzumutbar wäre, in der aktuellen Wohnsituation in der
Heimat zu verbleiben. Weiter stünden beim Gesuch wirtschaftliche Gründe und nicht
das familiäre Zusammenleben im Vordergrund. Die Ausreise der Ehefrau mit den
Kindern sei freiwillig erfolgt, und selbst als der Beschwerdeführer ab Oktober 2009
wieder 50 % arbeitsfähig gewesen sei, seien sie nicht zurückgekehrt, obwohl die
Nachzugsfrist zu diesem Zeitpunkt noch nicht abgelaufen gewesen wäre. Dies zeige,
dass ihnen am gemeinsamen Familienleben nicht viel gelegen sei. Weiter seien
wirtschaftliche Gründe bei der Frage des nachträglichen Familiennachzuges nicht
massgeblich. Es widerspräche dem gesetzgeberischen Willen, den nachträglichen
Familiennachzug zuzulassen, wenn erst nach Ablauf der Nachzugsfristen ausreichende
Einkünfte erzielt würden. Zudem sei der Beschwerdeführer in den Jahren 1998 bis
2010 mehrfach straffällig geworden und habe auch in finanzieller Hinsicht zu schweren
Klagen Anlass gegeben, weshalb keine gelungene Integration vorliege und es ihm
zumutbar sei, mit seiner Familie im Kosovo zu leben.
Der Beschwerdeführer wendete ein, dass der Hauptgrund des Familiennachzugs das
Familienzusammenleben sei, keinesfalls die beruflichen Aussichten der Kinder und
sicherlich liege kein missbräuchliches Verhalten vor. Die Berufsaussichten der Kinder
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habe er lediglich umschrieben, um die genügenden finanziellen Verhältnisse der Familie
darzulegen. Es sei auch falsch, dass er sich früher um den Familiennachzug hätte
bemühen müssen; aufgrund seiner finanziell ungesicherten Lage wäre ein früheres
Gesuch womöglich wegen fehlender finanzieller Mittel abgelehnt worden. Ausserdem
wäre ein früherer Nachzug verantwortungslos gewesen, da die Familie dann zu einem
Sozialfall geworden wäre. Die Trennung der Familie im Jahr 2009 sei nicht freiwillig
gewesen, sondern die einzige Lösung zur Wahrung des Kindes- und Familienwohls.
Zudem seien die Kinder zu diesem Zeitpunkt bereits in der Schweiz integriert gewesen
und seien es immer noch, weshalb auch keine Integrationsprobleme zu erwarten seien.
4.2. Wie die Vorinstanz richtig ausführt, war der Beschwerdeführer ab Oktober 2009
wieder zu 50 % arbeitsfähig. Ab Dezember 2009 war er wieder zu 100 % arbeitsfähig,
und seine psychiatrische Behandlung wurde gemäss den Ausführungen des
Beschwerdeführers beendet (act. 5, S. 3). Der Hauptgrund, weshalb — nach
Darstellung des Beschwerdeführers — S.J. mit ihren Kindern die Schweiz verlassen
hatte, ist somit zu diesem Zeitpunkt dahingefallen und der gesundheitliche Zustand des
Beschwerdeführers hätte es zugelassen, seine Familie nachzuziehen. Ein Gesuch um
Familiennachzug wäre zu diesem Zeitpunkt fristgerecht gemäss Art. 47 Abs. 1 und
Abs. 3 lit. b AuG erfolgt. Dass der Beschwerdeführer aber erst am 5. Juni 2014 ein
solches Gesuch stellte, begründete er damit, dass seine finanziell schlechte Lage kein
früheres Gesuch zugelassen habe. Deswegen ist zuerst die strittige Frage zu klären, ob
eine finanziell schlechte Lage des Nachziehenden ausreichend ist, einen wichtigen
familiären Grund nach Art. 47 Abs. 4 AuG darzustellen und einen nachträglichen
Familiennachzug zu gewähren und allenfalls in einem zweiten Schritt, ob sich der
Beschwerdeführer in einer finanziell schlechten Lage befand, die einen nachträglichen
Familiennachzug rechtfertigt.
4.2.1. In der Lehre finden sich nur wenige Hinweise darauf, ob die finanziellen
Verhältnisse als wichtiger familiärer Grund nach Art. 47 Abs. 4 AuG in Frage kommen
sollen. Caroni ist der Ansicht, dass es beim Kindernachzug auf das Kindeswohl
ankomme. Beim Ehegattennachzug könne indessen nicht das Kindeswohl
ausschlaggebend sein; in Frage kämen beispielsweise der Abschluss einer Ausbildung
oder Betreuungsaufgaben gegenüber Verwandten im Ausland sowie finanzielle
Gegebenheiten beim nachziehenden Ehegatten (Caroni, a.a.O., Rz. 21 zu Art. 47 AuG).
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Die bundesgerichtliche Rechtsprechung zur Anerkennung wichtiger familiärer Gründe
für einen nachträglichen Familiennachzug ist in der Tendenz eher restriktiver als die
diesbezügliche Praxis des EGMR in seiner Rechtsprechung zu Art. 8 EMRK (Spescha/
Kerland/Bolzli, Handbuch zum Migrationsrecht, 2. Aufl. 2015, S. 224). Ob eine finanziell
schlechte Lage alleine einen wichtigen familiären Grund i.S.v. Art. 47 Abs. 4 AuG
darzustellen vermag, hat die höchstrichterliche Rechtsprechung noch nicht geklärt.
Ebenso wenig hat das Verwaltungsgericht St.Gallen sich explizit mit dieser Frage
beschäftigt. Im Präsidialentscheid B 2013/120 vom 1. Juli 2013 stellte das
Verwaltungsgericht vielmehr fest, die Frage, ob die finanziellen Gegebenheiten des
Beschwerdeführers allein die Voraussetzungen für das Vorliegen eines wichtigen
Grundes im Sinn von Art. 47 Abs. 4 Satz 1 AuG erfüllen oder ob noch weitere
Umstände des Einzelfalls in die Beurteilung mit einbezogen werden müssten, könne
nicht anhand einer gefestigten Rechtsprechung beantwortet werden. In der Folge
lehnte es das Gesuch um vorsorgliche Massnahmen ab, da es nicht auf eine grosse
Wahrscheinlichkeit schloss, dass das Gesuch um nachträglichen Familiennachzug aus
wichtigen familiären Gründen zu behandeln sei (VerwGE B 2013/120 vom 1. Juli 2013
E. 3.2.2). In seiner neueren Rechtsprechung anerkannte das Verwaltungsgericht, dass
das Vorliegen von finanziellen Hindernissen für den Familiennachzug bei der Prüfung
der Frage des nachträglichen Nachzugs zugunsten des Gesuchstellers berücksichtigt
werden müsse (VerwGE B 2013/248 vom 28. April 2015 E. 3.1, www.gerichte.sg.ch). In
einem weiterem Entscheid aus dem Jahr 2015 hielt das Verwaltungsgericht fest,
fehlendes Einkommen könne nicht als Grund für ein verspätetes Nachzugsgesuch
gelten, wenn der Gesuchsteller für den Erwerbsausfall selbst verantwortlich war, da er
sich nicht bei der Arbeitslosenkasse angemeldet hatte (VerwGE B 2014/193 vom 17.
Dezember 2015 E. 5.3.1, www.gerichte.sg.ch).
Den zwei Urteilen des Verwaltungsgerichts aus dem Jahr 2015 folgend kann davon
ausgegangen werden, dass finanzielle Hindernisse, bei Einbettung in eine
Gesamtschau, unter Berücksichtigung aller relevanten Elemente im Einzelfall, im
Gegensatz zur Ansicht der Vorinstanz (act. 2/2 S.8), einen wichtigen familiären Grund
nach Art. 47 Abs. 4 AuG darstellen können. Voraussetzung dafür ist aber, dass der
Beschwerdeführer die finanziellen Gegebenheiten nicht selbst verschuldet hat.
Insbesondere darf er für seinen Erwerbsausfall nicht selbst verantwortlich sein, indem
er es unterliess, sich nach Verlust der Arbeitsstelle bei der Arbeitslosenkasse
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anzumelden (vgl. VerwGE B 2014/193 vom 17. Dezember 2015 E. 5.3.1,
www.gerichte.sg.ch).
4.2.2. Es ist zu klären, ob sich der Beschwerdeführer zum Zeitpunkt, als die Frist für
den ordentlichen Familiennachzug noch nicht abgelaufen war, in einer nicht selbst
verschuldeten finanziell schlechten Lage befand. Die Niederlassungsbewilligungen von
S.J. und ihren Kindern erloschen am 12. September 2009. Der Ablauf der ordentlichen
Nachzugsfrist erfolgte wie von der Vorinstanz ausgeführt und vom Beschwerdeführer
unbestritten am 31. Dezember 2012, weswegen dieser Zeitraum zur Beurteilung der
finanziellen Lage des Beschwerdeführers massgebend ist.
Der Beschwerdeführer verfügt seit dem 2. März 1991 über eine
Niederlassungsbewilligung. Zum Zeitpunkt, als er arbeitsunfähig wurde, im Dezember
2008 (act. 5, S. 3), war er bereits seit beinahe 18 Jahren im Besitz der
Niederlassungsbewilligung. Gemäss Art. 63 Abs. 2 AuG i.V.m. Art. 63 Abs. 1 lit. b und
Art. 62 lit. b AuG kann die Niederlassungsbewilligung eines Ausländers, welcher sich
seit mehr als 15 Jahren ununterbrochen und ordnungsgemäss in der Schweiz aufhält,
nur noch aufgrund qualifizierter strafrechtlicher Vergehen und bei schwerwiegenden
Verstössen oder Gefährdungen der öffentlichen Sicherheit und Ordnung bzw. bei
Gefährdung der inneren oder äusseren Sicherheit widerrufen werden. Der
Widerrufsgrund der dauerhaften Inanspruchnahme von Sozialhilfe in erheblichem Mass
entfällt. Dass der Beschwerdeführer durch sein persönliches Verhalten Anlass zu
Beanstandungen gegeben hat, ändert nichts daran, dass sein Aufenthalt
ordnungsgemäss war (BGE 137 II 10 Regeste). Mangels gegenteiliger Anhaltspunkte ist
davon auszugehen, dass der Aufenthalt des Beschwerdeführers in der Schweiz auch
ununterbrochen war. Der Beschwerdeführer hätte sich deshalb bei der
Arbeitslosenkasse anmelden können, ohne einen Widerruf seiner
Niederlassungsbewilligung zu befürchten. Auch sein Anspruch auf Familiennachzug
wäre nach Art. 51 Abs. 2 lit. b i.V.m. Art. 62 lit. e AuG, im Gegensatz zur Ansicht des
Beschwerdeführers, nicht erloschen, da nach herrschender Lehre Fälle von
unverschuldeter Arbeitslosigkeit nicht unter den Widerrufsgrund des
Sozialleistungsbezugs fallen. Ebenfalls fallen Sozialversicherungsleistungen nicht unter
den Sozialhilfebezug nach Art. 62 lit. e AuG (Spescha, a.a.O., Rz. 10 zu Art. 62 AuG; S.
Hunziker in: Caroni/Gächter/Thurnherr (Hrsg.), Bundesgesetz über die Ausländerinnen
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und Ausländer (AuG), Bern 2010, Rz. 47, 51 zu Art. 62 AuG). Bei einer polizeilichen
Befragung im November 2008 gab der Beschwerdeführer an, dass ihm der damalige
Arbeitgeber aufgrund seiner psychischen Krankheit gekündet habe und er vorhabe,
zwei Jahre Arbeitslosengelder zu beziehen (act. 9, Akten Migrationsamt, Dossier I. J.,
S. 189). Der Beschwerdeführer wusste also von seinem Anspruch auf Sozialleistungen
bei Arbeitslosigkeit.
Nachdem geklärt ist, dass sich der Beschwerdeführer ohne Rechtsverluste bei der
Arbeitslosenkasse hätte anmelden können, ist zu prüfen, ob dies aufgrund seiner
Arbeitsverhältnisse in besagtem Zeitraum geboten war. Die Arbeitsverhältnisse des
Beschwerdeführers vor seiner Krankheit legte er nicht dar. Aus den Unterlagen des
Migrationsamts ist ersichtlich, dass er von 1999 bis mindestens 2007 bei der P. in Z.
als Maschinenführer arbeitete; nach eigenen Angaben verdiente er zwischen CHF
3‘400.00 und 4‘000.00 im Monat. Die Dauer dieser Anstellung ist nicht bekannt (act. 9,
Akten Migrationsamt, Dossier I. J., S. 83, 98, 105, 117, 121,122, 463). Da seine
sechsköpfige Familie aber bei ihm lebte, ist davon auszugehen, dass die finanziellen
Mittel ausreichend waren für deren Unterhalt. Nach Erlöschen der
Niederlassungsbewilligungen von S.J. und ihren Kindern am 12. September 2009 bis
Ende September 2009 war der Beschwerdeführer zu 100 %, im Oktober und
November 2009 noch zu 50 % krankgeschrieben. Der Beschwerdeführer hat nach
eigenen Angaben bis Januar 2011 Arbeitslosentaggelder bezogen (act. 5, S. 3). Ab
welchem Zeitpunkt er diese bezog, ist unklar. Sollte der Beschwerdeführer sich aber
nicht direkt nach seinem Arbeitsstellenverlust bei der Arbeitslosenkasse angemeldet
haben, so ist der Ausfall seines Einkommens von ihm selbst verschuldet (vgl. VerwGE
B 2014/193 vom 17. Dezember 2015 E. 5.3.1, www.gerichte.sg.ch). Wieso während der
Zeit des Bezugs der Arbeitslosentaggelder ein finanzielles Hindernis für den
Familiennachzug bestanden haben soll, ist nicht ersichtlich und ohne Verschulden des
Beschwerdeführers, sei es auf betreibungsrechtliche oder strafrechtliche Art und
Weise, nicht vorstellbar.
Ab Februar 2011 arbeitete der Beschwerdeführer bis April 2011 bei der K. GmbH. Im
April folgte dann ein Arbeitsunfall. Der Beschwerdeführer führte aus, dass er trotz
anhaltender Schmerzen weitergearbeitet habe und bereits im Juni 2011 einer Tätigkeit
bei der L. GmbH als Hilfsarbeiter nachgegangen sei (act. 9, Akten Vorinstanz, Nr. 1 S.
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6). Der Beschwerdeführer hatte aufgrund seines Arbeitsunfalls aber Anspruch auf
Sozialversicherungsleistungen nach dem Bundesgesetz über die Unfallversicherung
(SR 832.20, UVG). Wenn er diese Sozialversicherungsleistungen nicht beanspruchte,
hat er dies selbst zu vertreten. Die Hilfsarbeitertätigkeit bei der L. GmbH führte der
Beschwerdeführer für ein Jahr aus. Er machte keine Angaben, wie viel er bei dieser
Tätigkeit verdiente oder in welchem Beschäftigungsgrad er angestellt war. Nach dem
Arbeitslosenversicherungsgesetz (SR 837.0, ALVG) ist aber auch versichert, wer eine
Teilzeitstelle hat und eine Vollzeit- oder eine weitere Teilzeitbeschäftigung sucht (Art. 8
Abs. 1 lit. a ALVG i.V.m. Art. 10 Abs. 2 lit. b ALVG). Dem Beschwerdeführer hätte es
demnach offen gestanden, Arbeitslosentaggelder in Ergänzung zu seinem Verdienst bei
der L. GmbH zu beziehen; ein diesbezügliches Versäumnis ist ihm ebenfalls selbst
zuzuschreiben. Gleiches gilt für seine Tätigkeit als Mitarbeiter Fassadenbau bei der
Firma M. ab Juni 2012, bei welcher der Arbeitsgrad und der Lohn ebenfalls nicht
bekannt sind.
Zu erwähnen bleibt, dass die psychische Erkrankung des Beschwerdeführers im
Zusammenhang stand mit seiner hohen Verschuldung durch Kartenspielen sowie den
Konsum von Alkohol und Kokain (act. 6/3). Auch wenn deswegen alleine noch nicht
von einer selbstverschuldeten Arbeitsunfähigkeit ausgegangen werden kann, so sind
die Umstände seiner Erkrankung doch dem Beschwerdeführer zuzurechnen. Unter
diesem Blickwinkel erscheint es zudem fraglich, ob die Familie im März 2009 wirklich
aus finanziellen Gründen gezwungen war, die Schweiz zu verlassen. Vielmehr muss es
als freie Wahl der Familie angesehen werden, sich zu trennen, wenn sich die Familie
gegen den Bezug von Sozialversicherungsleistungen für die Übergangszeit der
Krankheit des Beschwerdeführers entschied.
Nach Ausführungen des Beschwerdeführers hätte S.J. bei Gutheissung des
Familiennachzugs die Möglichkeit, bei der O. GmbH als Küchenhilfe und
Reinigungsfachangestellte für einen monatlichen Verdienst von CHF 3‘400.00 zu
arbeiten (act. 9, Akten Migrationsamt, Dossier I. J., S. 439). Dies zeigt, dass es S.J.
durchaus möglich wäre, in der Schweiz eine Anstellung zu finden, und dies wohl auch
im Jahr 2009 möglich gewesen wäre. Hätte sie mit einem eigenen Verdienst zum
Unterhalt der Familie beitragen können, hätte sich die finanzielle Lage der Familie
weiter entschärft.
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Zusammenfassend ergibt sich, dass der Beschwerdeführer im fraglichen Zeitraum
teilweise erwerbstätig war und über ein Einkommen verfügte und zudem teilweise
Sozialversicherungsleistungen und Arbeitslosentaggelder hätte beziehen können.
Finanzielle Hindernisse für den ordentlichen Familiennachzug bestanden somit
entgegen der Darstellung des Beschwerdeführers nicht. Die — gemäss eigenen
Angaben — finanziell schlechte Lage des Beschwerdeführers war somit
selbstverschuldet, weshalb sie keinen wichtigen familiären Grund nach Art. 47 Abs. 4
AuG darstellt und einen nachträglichen Familiennachzug nicht rechtfertigt.
4.3. Geklärt ist, dass S.J. mit ihren vier Kindern im Jahr 2009 kaum aus finanziellen
Gründen gezwungen war, die Schweiz zu verlassen, und es ihr auch nicht aus
finanziellen Gründen unmöglich war, innert der 6 Monate wieder einzureisen, in denen
ihre Niederlassungsbewilligungen reserviert waren, oder innert der ordentlichen
Nachzugsfrist. Zu prüfen bleibt, ob andere wichtige familiäre Gründe für einen
nachträglichen Familiennachzug bestehen.
Als zweiten Grund der Ausreise von S.J. und ihren Kindern im Jahr 2009, nebst dem
finanziellen Grund, führte der Beschwerdeführer an, dass es S.J. im Hinblick auf das
Kindeswohl vermeiden wollte, dass die Kinder mit dem kranken Vater konfrontiert
werden (act. 9, Akten Vorinstanz, Nr. 1 S. 6). Die Ausreise der Familie sei keine
freiwillige Trennung gewesen, sondern die einzige Lösung zur Wahrung des Kindes-
und Familienwohls (act. 5, S. 5 f.) Gemäss den Ausführungen des Beschwerdeführers
begab er sich im Dezember 2008 wegen psychischer Probleme in stationäre
Behandlung (act. 5, S. 3). Dementsprechend ist das Argument nicht überzeugend, dass
die Ehefrau mit ihren Kindern die Schweiz verlassen musste, damit diese nicht mit dem
kranken Beschwerdeführer konfrontiert wurden, da er ja ohnehin nicht mehr in der
Familienwohnung wohnte. Wie die Vorinstanz richtig ausführte, war es nicht zwingend,
dass die Familie die Schweiz verliess. Wenn die Ehefrau es im Sinne des Kindeswohls
für besser hielt, keinen Kontakt der Kinder zum Vater zuzulassen, so hätte sie dies auch
in der Schweiz durchsetzen können mit Verbleib in der Familienwohnung. Ob dies in
einer solchen Situation aber die beste Lösung ist oder ob nicht eher familiäre
Unterstützung angebracht gewesen wäre, kann offengelassen werden. Auch die
wiederholte Behauptung des Beschwerdeführers, dass es sich bei der Trennung der
Familie immer nur um eine kurzfristige Übergangslösung handeln sollte, ist nicht
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überzeugend. Wäre dem so gewesen, wäre es S.J. und ihren Kindern möglich
gewesen, die Reservation der Niederlassungsbewilligungen gemäss Art. 61 Abs. 2 AuG
zu verlängern, was sie aber nie versucht hatten (vgl. act. 2, Beilage 2 S. 5).
Der Beschwerdeführer beruft sich weiter auf den gemäss seiner Meinung wichtigsten
Zweck der Fristenregelung im Familiennachzug, welcher eine möglichst frühe
Integration in die Schweiz sei. Seine Kinder sprächen alle Schweizerdeutsch, seien in
der Schweiz eingeschult worden und hätten hier ein gutes Beziehungsnetzwerk,
weshalb eine Wiederintegration problemlos vonstattengehen würde (act. 9, Akten
Vorinstanz, Nr. 1 S. 9 f.). Neben der frühen Integration in die Schweiz ist aber auch
Zweck der Fristenregelung, rechtsmissbräuchlichen Nachzugsgesuchen vorzubeugen,
welche erst kurz vor dem erwerbstätigen Alter gestellt werden und eine erleichterte
Zulassung zur Erwerbstätigkeit und nicht die Bildung einer Familiengemeinschaft
bezwecken. Ein nachträglicher Familiennachzug soll die Ausnahme bleiben (BBl 2002
3709, S. 3754 f.). Der Beschwerdeführer wendete ein, dass der Hauptgrund des
Familiennachzugs das Familienzusammenleben und keinesfalls die beruflichen
Aussichten der Kinder sei und sicherlich kein missbräuchliches Verhalten vorliege. Die
Berufsaussichten der Kinder habe er lediglich umschrieben, um die genügenden
finanziellen Verhältnisse der Familie darzulegen (act. 5, S. 6 f.). Es ist der Vorinstanz
zuzustimmen, dass die Kinder wichtige Schuljahre für die Integration in der Schweiz
verpasst haben. Doch auch im Falle einer problemlosen Integration könnte ein
nachträglicher Familiennachzug nicht gewährt werden, wenn er missbräuchlich
erfolgte. Dass S.J. und ihre Kinder freiwillig über 5 Jahre im Ausland lebten, zeigt, dass
ihnen an einem engen Familienleben mit dem Beschwerdeführer zumindest während
dieser Zeitspanne wohl nicht viel lag. Auch der Umstand, dass sie kein Gesuch
einreichten, um die Reservation der Niederlassungsbewilligungen zu verlängern,
unterstreicht diesen Eindruck. Es besteht eine gewisse Vermutung, dass es nicht um
das familiäre Zusammenleben geht, wenn die Nachzuziehenden bereits einmal in der
Schweiz mit einer Niederlassungsbewilligung gelebt haben und freiwillig ins Heimatland
zurückgekehrt sind (vgl. BGE 119 Ib 81 E. 3a). Klare Umstände sind, wie aufgezeigt,
keine ersichtlich, welche diese Vermutung widerlegen. Insbesondere konnte der
Beschwerdeführer keine überzeugenden Gründe aufzeigen, weshalb er mit dem
Gesuch um Familiennachzug über 5 Jahre nach Abreise seiner Familie gewartet hat. In
dieser Zeit sind seine Kinder im Kosovo zur Schule gegangen und haben sich dort ein
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Beziehungsnetz aufgebaut. Der Beschwerdeführer behauptet auch nicht, dass er, seine
Ehefrau und die Kinder ihre Beziehung ohne den Nachzug in die Schweiz nicht mehr
wie in den vergangenen Jahren, als sie an getrennten Orten wohnten, weiterleben
könnten. Er macht auch nicht geltend, seine Ehefrau werde neuerdings daran
gehindert, die Betreuung der Kinder in der Heimat wahrzunehmen. Es ist deshalb
davon auszugehen, dass die Ehefrau wie bisher die Kinder im Kosovo betreuen kann,
soweit dies altersgemäss noch nötig ist, und das Familienleben im selben Umfang
weitergeführt werden kann. Sollte die Wohnsituation der Ehefrau sowie der Kinder des
Beschwerdeführers im Kosovo nicht mehr zumutbar sein, so steht es dem
Beschwerdeführer mit seinem neu gefestigten Einkommen offen, diese finanziell zu
unterstützen.
Zusammenfassend kann festgehalten werden, dass keine wichtigen familiären Gründe
für einen nachträglichen Familiennachzug nach Art. 47 Abs. 4 AuG bestehen und die
Frist für den Familiennachzug verpasst wurde, weshalb das Gesuch um
Familiennachzug rechtmässig abgelehnt wurde.
5. Liegt eine aufenthaltsbeendende oder -verweigernde Massnahme im Schutz- und
Anwendungsbereich von Art. 8 EMRK, erweist sich diese als zulässig, falls sie
gesetzlich vorgesehen ist, einem legitimen Zweck im Sinne von Art. 8 Ziff. 2 EMRK
entspricht und zu dessen Realisierung in einer demokratischen Gesellschaft
"notwendig" erscheint. Sowohl bei positiven wie bei negativen staatlichen
Massnahmen muss im Anwendungsbereich von Art. 8 EMRK jeweils ein angemessener
Ausgleich zwischen den widerstreitenden Interessen des Einzelnen und jenen der
Gemeinschaft beachtet werden. Nach Art. 8 Ziff. 2 EMRK ist ein Eingriff in das durch
Ziff. 1 geschützte Rechtsgut statthaft, soweit er einen Akt bildet, der sich in einer
demokratischen Gesellschaft für die nationale Sicherheit, die öffentliche Ruhe und
Ordnung, für das wirtschaftliche Wohl des Landes und zur Verhinderung von strafbaren
Handlungen, zum Schutz der Gesellschaft und Moral sowie der Rechte und Freiheiten
anderer als nötig erweist. Die Konvention verlangt, dass die individuellen Interessen an
der Erteilung bzw. am Erhalt des Anwesenheitsrechts und der öffentlichen Interessen
an dessen Verweigerung gegeneinander abgewogen werden (BGE 139 I 330 E. 2.2
m.w.H.). Gemäss Art. 96 Abs. 1 AuG berücksichtigen die zuständigen Behörden bei der
Ermessensausübung die öffentlichen Interessen und die persönlichen Verhältnisse
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sowie den Grad der Integration der Ausländerinnen und Ausländer. Als zulässiges
öffentliches Interesse fällt dabei grundsätzlich auch das Durchsetzen einer restriktiven
Einwanderungspolitik in Betracht. Eine solche ist im Hinblick auf ein ausgewogenes
Verhältnis zwischen schweizerischer und ausländischer Wohnbevölkerung, auf die
Schaffung günstiger Rahmenbedingungen für die Eingliederung der in der Schweiz
bereits ansässigen Ausländer und die Verbesserung der Arbeitsmarktstruktur sowie auf
eine möglichst ausgeglichene Beschäftigung im Lichte von Art. 8 Ziff. 2 EMRK zulässig
(BGE 135 I 153 E. 2.2.1, 137 I 284 E. 2.1 je m.w.H.).
Die Vorinstanz erachtete das öffentliche Interesse daran, den Nachzug bei fehlenden
wichtigen Gründen nach Art. 47 AuG restriktiv zu handhaben, als gewichtiger als die
privaten Interessen des Beschwerdeführers am Familiennachzug. Diese Wertung der
Verhältnismässigkeit ist nicht zu beanstanden, da nach dem bereits Gesagten keine
wichtigen familiären Gründe für einen nachträglichen Familiennachzug vorliegen. Die
Verweigerung des Familiennachzugs bedeutet auch nicht, dass die Beziehung und der
persönliche Kontakt zwischen dem Beschwerdeführer und seiner Familie verhindert
werden. Der Kontakt kann mittels Telefonaten, Briefen und gegenseitigen Besuchen
sowie gemeinsamen Ferien aufrechterhalten werden. Der Vorinstanz ist zuzustimmen,
dass es dem Beschwerdeführer aufgrund seiner wiederholten Straffälligkeit, welche
eine mangelnde Integration aufzeigt, zumutbar wäre, zu seiner Familie in den Kosovo
überzusiedeln. Auch Art. 8 EMRK und Art. 13 BV garantieren dem Ausländer nicht das
Recht, frei wählen zu können, wo er das Familienleben zu führen gedenkt (BGer
2C_205/2011 vom 3. Oktober 2011 E. 4.5; vgl. BGE 126 II 335 E. 3a m.w.H.; Urteil
EGMR i.S. Slivenko gegen Lettland, a.a.O., Rz. 94 m.w.H.). Bei fehlendem Nachweis
einer Ermessensüberschreitung bzw. eines Ermessensmissbrauchs und einer
Verletzung des Verhältnismässigkeitsgrundsatzes besteht kein zureichender Anlass für
das Verwaltungsgericht (vgl. Art. 61 Abs. 3 VRP), den angefochtenen Entscheid zu
korrigieren. Die Beschwerde ist deshalb abzuweisen.
6. Zusammenfassend ergibt sich, dass der angefochtene Entscheid recht- und
verhältnismässig ist und mit den Vorgaben der EMRK in Einklang steht. Das Gesuch
um Familiennachzug von S.J., A.J., Y.J., D.J. und R.J. ist verspätet eingereicht worden
und wichtige familiäre Gründe, die den nachträglichen Familiennachzug in die Schweiz
rechtfertigen, liegen nicht vor. Demzufolge ist die Beschwerde abzuweisen.
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7. Dem Ausgang des Verfahrens entsprechend sind die amtlichen Kosten des
Beschwerdeverfahrens dem Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 95 Abs. 1 VRP). Eine
Entscheidgebühr von CHF 2'000.00 ist angemessen (Art. 7, Ziff. 212 der
Gerichtskostenverordnung, sGS 941.12). Sie wird mit dem geleisteten
Kostenvorschuss in gleicher Höhe verrechnet. Ausseramtliche Entschädigungen
werden nicht zugesprochen (Art. 98 Abs. 1 VRP in Verbindung mit Art. 98bis VRP).