# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** f7b360e6-f0a4-47a2-b139-f1efc827bb91
**Court:** ZH_OG
**Chamber:** ZH_OG_002
**Year:** 2003
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

betreffend Fahren in angetrunkenem Zustand etc. (Rückweisung des Schweizerischen Bundesgerichts)
Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichtes Zürich, Einzelrichter in Strafsachen, vom 11. Mai 2001 (GG010134); Urteil der II. Strafkammer des Obergerichts des Kantons Zürich vom 2. November 2001 (SB010399), Urteil des Schweizerisches Bundesgerichts vom 25. Juni 2002 (6S.24/2002)
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Anklage:
Die Anklageschrift der Bezirksanwaltschaft Zürich vom 6. März 2001 ist diesem
Urteil beigeheftet.
Urteil der Vorinstanz:
1. Der Angeklagte ist schuldig
- des Fahrens in angetrunkenem Zustand im Sinne von Art. 91 Abs. 1
SVG
- der groben Verletzung einer Verkehrsregel im Sinne von Art. 90 Ziff. 2
SVG in Verbindung mit Art. 27 Abs. 1 SVG und Art. 68 Abs. 1 SSV.
Eines weiteren Delikts ist er nicht schuldig und wird er freigesprochen.
2. Der Angeklagte wird bestraft mit 5 Monaten Gefängnis.
3. Der Vollzug der Freiheitsstrafe wird bedingt aufgeschoben und die Probezeit
auf 4 Jahre angesetzt.
4. Die Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf Fr. 1'000.--.
5. Die Kosten, einschliesslich derjenigen der Untersuchung, werden dem An-
geklagten auferlegt.
Berufungsanträge:
a) des Vertreters der Staatsanwaltschaft:
(Urk. 21, 52)
- Der Angeklagte sei des Fahrens in angetrunkenem Zustand im Sinne von
Art. 91 Abs. 1 SVG, der groben Verletzung einer Verkehrsregel im Sinne von
Art. 90 Ziff. 2 SVG in Verbindung mit Art. 27 Abs. 1 SVG und Art. 68 Abs. 1
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SSV, der versuchten Vereitelung einer Blutprobe im Sinne von Art. 91 Abs. 3
SVG in Verbindung mit Art. 22 Abs. 1 StGB und des pflichtwidrigen Verhal-
tens bei Unfall im Sinne von Art. 92 Abs. 1 SVG schuldig zu sprechen.
- Der Angeklagte sei unter Verweigerung des bedingten Strafvollzuges mit ei-
ner 6-monatigen Gefängnisstrafe zu bestrafen.
b) des Verteidigers des Angeklagten:
(Urk. 54)
1. Hinsichtlich des Vorwurfes, sich bei einem Unfall pflichtwidrig im Sinne von
Art. 92 Abs. 1 SVG verhalten zu haben, sei auf die Anklage nicht einzutre-
ten.
2. Im Übrigen sei das Urteil der II. Strafkammer des Obergerichtes des Kan-
tons Zürich vom 2. November 2001 nochmals auszufällen.
3. Die Kosten seien ausgangsgemäss aufzuerlegen.

## Considerations

Das Gericht zieht in Betracht:
I.
1. Mit Urteil des Einzelrichters in Strafsachen des Bezirksgerichtes Zürich vom 11.
Mai 2001 wurde der Angeklagte, X., wegen Fahrens in angetrunkenem Zustand
im Sinne von Art. 91 Abs. 1 SVG und grober Verletzung einer Verkehrsregel im
Sinne von Art. 90 Ziff. 2 SVG in Verbindung mit Art. 27 Abs. 1 SVG sowie Art. 68
Abs. 1 SSV mit fünf Monaten Gefängnis bestraft, wobei der Vollzug der Freiheits-
strafe unter Ansetzung einer Probezeit von 4 Jahren aufgeschoben wurde. Vom
Vorwurf der versuchten Vereitelung einer Blutprobe im Sinne von Art. 91 Abs. 3
SVG in Verbindung mit Art. 22 Abs. 1 StGB und des pflichtwidrigen Verhaltens bei
einem Unfall im Sinne von Art. 92 Abs. 1 SVG wurde er freigesprochen. Von Sei-
ten des Angeklagten blieb das Urteil unangefochten, wogegen die Staatsanwalt-
schaft des Kantons Zürich die Berufung erklärte.
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2. Das Obergericht des Kantons Zürich, II. Strafkammer, sprach den Angeklagten
mit Urteil vom 2. November 2001 schuldig des Fahrens in angetrunkenem Zu-
stand im Sinne von Art. 91 Abs. 1 SVG, der groben Verletzung einer Verkehrsre-
gel im Sinne von Art. 90 Ziff. 2 SVG in Verbindung mit Art. 27 Abs. 1 SVG und Art.
68 Abs. 1 SSV, der versuchten Vereitelung einer Blutprobe im Sinne von Art. 91
Abs. 3 SVG in Verbindung mit Art. 22 Abs. 1 StGB sowie des pflichtwidrigen Ver-
haltens bei einem Unfall im Sinne von Art. 92 Abs. 1 SVG in Verbindung mit Art.
51 Abs. 3 SVG und Art. 56 Abs. 4 VRV. Der Angeklagte wurde bestraft mit sechs
Monaten Gefängnis und Fr. 5'000.-- Busse. Der Vollzug der Freiheitsstrafe wurde
aufgeschoben und die Probezeit auf fünf Jahre angesetzt. Zudem wurde dem An-
geklagten die Weisung erteilt, sich während der Probezeit, unter Betreuung einer
Fachstelle für Alkoholprobleme oder eines Arztes seiner Wahl, des Alkoholkon-
sums gänzlich zu enthalten, wobei das Amt für Justizvollzug eingeladen wurde,
die Einhaltung der Weisung zu überwachen.
3. Das Urteil der erkennenden Kammer wurde in Gutheissung der eidgenössi-
schen Nichtigkeitsbeschwerde der Staatsanwaltschaft des Kantons Zürich mit
Urteil des Schweizerischen Bundesgerichts, Kassationshof, vom 25. Juni 2002
aufgehoben und die Sache zur Neuentscheidung an das Obergericht zurückge-
wiesen.
4. Nach Einholung diverser Amtsberichte wurde mit Präsidialverfügung vom 23.
Januar 2003 davon Vormerk genommen, dass die Parteien mit der schriftlichen
Durchführung des Berufungsverfahrens einverstanden sind. Gleichzeitig wurde
ihnen eine Frist von 20 Tagen angesetzt, um die Berufung zu begründen bzw. an-
schliessend zu beantworten. In der Folge liess sich der Vertreter der Staatsan-
waltschaft mit Zuschrift vom 11. Februar 2003 vernehmen. Der Verteidiger äu-
sserte sich innert erstreckter Frist mit Eingabe vom 25. März 2003. Die beiden
Parteivertreter stellten die eingangs wiedergegebenen Anträge.
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II.
1. In der Anklageschrift der Bezirksanwaltschaft Zürich vom 6. März 2001 wird
dem Angeklagten zusammengefasst vorgeworfen, er habe am 17. November
2000 um 16.45 Uhr seinen Personenwagen Daimler in Zürich von der Talstrasse
bis zum Bürkliplatz mit einer Blutalkoholkonzentration von 2,32 bis 3,13 Ge-
wichtspromillen gelenkt. An der Verzweigung Talstrasse/Bürkliplatz habe er das
Rotlicht missachtet und dabei eine Kollision mit einem von rechts kommenden
Lieferwagen verursacht, was einen Sachschaden zur Folge gehabt habe. Trotz-
dem sei er über die Quaibrücke weitergefahren. Obschon er beim Rotlicht am
Bellevue vom Lieferwagenlenker aufgefordert worden sei, an der nahen Bushalte-
stelle anzuhalten, habe er dort lediglich kurz gestoppt und in der Folge erst im
Hinterhof an der Dufourstrasse 73 angehalten. Dadurch habe er sich des Fahrens
in angetrunkenem Zustand im Sinne von Art. 91 Abs. 1 SVG, der groben Ver-
kehrsregelverletzung im Sinne von Art. 90 Ziff. 2 SVG in Verbindung mit Art. 27
Abs. 1 SVG, der versuchten Vereitelung einer Blutprobe im Sinne von Art. 91 Abs.
3 SVG in Verbindung mit Art. 22 Abs. 1 SVG sowie des pflichtwidrigen Verhaltens
bei Unfall im Sinne von Art. 92 Abs. 1 SVG schuldig gemacht (Urk. 8).
2. Der Angeklagte hat den Anklagesachverhalt sowie dessen rechtliche Würdi-
gung mit einer nachfolgend zu behandelnden Ausnahme durch seinen Verteidiger
(nunmehr) anerkennen lassen (Urk. 54 S. 1).
Die Verteidigung bringt vor, hinsichtlich des Vorwurfes des pflichtwidrigen Ver-
haltens bei Unfall im Sinne von Art. 92 Abs. 1 SVG sei auf die Anklage nicht ein-
zutreten, da es sich bei diesem Delikt um eine Übertretung handle, welche zwi-
schenzeitlich absolut verjährt sei (Urk. 54 S. 1 f.). Dieser Tatbestand ist zwar eine
Übertretung, die nach der für den Angeklagten günstigeren altrechtlichen Rege-
lung von Art. 109 aStGB und Art. 72 Ziff. 2 Abs. 2 aStGB bereits nach zwei Jah-
ren absolut verjährt. In casu ruhte die Verfolgungsverjährung indessen während
der Zeit zwischen dem obergerichtlichen Urteil vom 2. November 2001 und dem
bundesgerichtlichen Entscheid vom 25. Juni 2002 (vgl. dazu Müller, in: Basler
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Kommentar - Strafgesetzbuch I - Art. 1-110 StGB, Basel 2003, N 20 zu Art. 72
StGB). Demnach ist diese Straftat heute noch nicht verjährt.
Im Übrigen deckt sich das Geständnis mit dem Untersuchungsergebnis, weshalb
der Angeklagte anklagegemäss schuldig zu sprechen ist (vgl. dazu auch die aus-
führliche Begründung im Urteil der erkennenden Kammer vom 3. November 2001,
Urk. 28 S. 5 ff.).
III.
1. Bei der Strafzumessung ist zu berücksichtigen, dass der Angeklagte mehrere
Straftatbestände erfüllte und somit auch mehrere Freiheitsstrafen verwirkte.
Strafmilderungsgründe liegen bezüglich Fahrens in angetrunkenem Zustand und
grober Verletzung einer Verkehrsregel - wie die Vorinstanz zutreffend darlegt
(Urk. 20 S. 7 f.) - keine vor, hingegen mit Bezug auf den Tatbestand der Vereite-
lung einer Blutprobe (Art. 22 Abs. 1 StGB).
Kann der angedrohte Strafrahmen nach oben nicht mehr weiter geöffnet werden,
dann kann die Verletzung mehrerer Straftatbestände nicht strafschärfend, son-
dern nur gerade straferhöhend zum Tragen kommen, wie dies vorliegend der Fall
ist.
Sowohl Art. 90 Ziff. 2 SVG (grobe Verletzung einer Verkehrsregel), Art. 91 Abs. 1
SVG (Fahren in angetrunkenem Zustand) wie auch Art. 91 Abs. 3 SVG (Vereite-
lung einer Blutprobe) sehen eine Bestrafung mit Gefängnis oder mit Busse vor.
Demgegenüber wird pflichtwidriges Verhalten bei Unfall gemäss Art. 92 Abs. 1
SVG nur mit Haft oder mit Busse bestraft.
Ist im Gesetz neben der Gefängnisstrafe wahlweise Busse angedroht, so kann
der Richter gemäss Art. 39 Ziff. 1 Abs. 2 StGB statt auf Gefängnis auf Haft erken-
nen. Und ist im Gesetz wahlweise Freiheitsstrafe oder Busse angedroht, so kann
der Richter nach Art. 50 Abs. 2 StGB in jedem Fall die beiden Strafen verbinden.
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Der Strafrahmen beträgt somit (geringfügige) Busse bis zu drei Jahren Gefängnis
(Art. 36 StGB), wobei die Freiheitsstrafe mit einer Busse bis zu Fr. 40'000.-- (Art.
48 Ziff. 1 Abs. 1 StGB) verbunden werden kann.
2. Innerhalb dieses Strafrahmens ist die Strafe in Anwendung von Art. 63 StGB
nach dem Verschulden zu bemessen, wobei der Richter die Beweggründe, das
Vorleben sowie die persönlichen Verhältnisse des Täters zu berücksichtigen hat.
3. Bezüglich der persönlichen Verhältnisse des Angeklagten ist Folgendes be-
kannt: Er wurde am ... 1946 in Zürich geboren, wo er als Einzelkind aufwuchs.
Hier besuchte er die Primar- und Sekundarschule und absolvierte dann auch eine
KV-Lehre. Nach der Rekrutenschule folge ein Aufenthalt in England, der einein-
halb Jahre dauerte. 1967 stieg er bei einer Bank in den Devisenhandel ein. 1970
wurde er in der Firma ... AG, die im Devisenhandel tätig ist, Devisenmakler. Seit
1979 war er in dieser Firma auch Delegierter des Verwaltungsrates mit einem
Jahresfixum von knapp Fr. 420'000.--. Sein Reinvermögen betrug vorerst ca. Fr.
1,2 Mio. und erhöhte sich dann durch den Bezug der Pensionskassengelder auf
ca. Fr. 2,4 Mio., denn seit 1998 ist er selbständig und mit dem Aufbau einer eige-
nen Firma im Finanzbereich zusammen mit seiner Frau beschäftigt. Deshalb hat
er einstweilen noch kein Einkommen. Er ist verheiratet und hat zwei Kinder, die
das Gymnasium besuchen. Am 9. Juni 1995 wurde er wegen Fahrens in ange-
trunkenem Zustand im Sinne von Art. 91 Abs. 1 SVG sowie wegen Verletzung der
Verkehrsregeln im Sinne von Art. 90 Ziff. 1 SVG in Verbindung mit Art. 31 Abs. 1
SVG mit zwei Monaten Gefängnis und mit einer Busse von Fr. 10'000.-- bestraft,
wobei ihm der bedingte Strafvollzug unter Ansetzung einer Probezeit von zwei
Jahren gewährt wurde. Dieser Eintrag wurde in der Zwischenzeit im Strafregister
gelöscht.
4. a) Die Vorinstanz würdigte zutreffend ganz allgemein das Verschulden des An-
geklagten als erheblich (Urk. 20 S. 8 f.). In Anwendung von § 161 GVG kann, um
unnötige Wiederholungen zu vermeiden, gesamthaft darauf verwiesen werden.
Die Staatsanwaltschaft des Kantons Zürich weist zudem zu Recht darauf hin (Urk.
21 S. 2), dass in Anbetracht dessen, dass noch zwei weitere Straftatbestände bei
der Strafzumessung berücksichtigt werden müssen, die Strafe im Verhältnis zu
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derjenigen der Vorinstanz grundsätzlich zu erhöhen ist. Dabei ist jedoch zu be-
rücksichtigen, dass das Verschulden bezüglich des pflichtwidrigen Verhaltens bei
Unfall nicht so gravierend ist, weil der Angeklagte durch die erhebliche Alkoholi-
sierung doch in einem gewissen Grade in seiner Entscheidungsfreiheit beein-
trächtigt war. Mit Bezug auf die Vereitelung einer Blutprobe ist zu beachten, dass
die Tathandlung im Versuch stecken blieb, weshalb sein Verschulden in diesem
Punkte etwas milder zu bewerten ist.
Nicht gehört werden kann der Angeklagte mit Bezug auf seine Ausführungen über
eine kriminologische Untersuchung zu den kurzen Freiheitsstrafen (Urk. 14 S. 3).
Dies kann im Rahmen einer rechtspolitischen Diskussion angeführt werden.
Einstweilen ist immer noch davon auszugehen, dass das Gesetz selbst sehr kur-
ze Freiheitsstrafen von z.B. nur einem Tag Haft zulässt.
b) Wie bereits erwähnt kommt die Verletzung mehrerer Straftatbestände hier nicht
strafschärfend zum Tragen, sondern nur straferhöhend. Im gleichen Sinne zu be-
werten ist die einschlägige Vorstrafe.
Eine leichte Strafmilderung ist beim Tatbestand der Vereitelung einer Blutprobe
zu veranschlagen.
5. Unter Berücksichtigung aller relevanten Strafzumessungsgründe erscheint eine
Strafe von sechs Monaten Gefängnis und Fr. 5'000.-- Busse dem Verschulden
und den persönlichen Verhältnissen des Angeklagten als angemessen.
IV.
1. Die Vorinstanz hat zutreffend festgestellt (Urk. 20 S. 10), dass die objektiven
Voraussetzungen für die Gewährung des bedingten Strafvollzuges gegeben sind.
2. Bezüglich der günstigen Prognose führte sie aus, dass diesbezüglich beim An-
geklagten, insbesondere mit Rücksicht auf seine einschlägige Vorstrafe, einige
Bedenken bestehen würden. Obwohl er bereits im Jahre 1995 in alkoholisiertem
Zustand einen Selbstunfall verursacht habe und deswegen mit einer Freiheits-
strafe und einem fünfmonatigen Führerausweisentzug belegt worden sei, habe er
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sich erneut betrunken ans Steuer gesetzt. Ein besonderer Anlass bzw. eine Not-
wendigkeit habe weder hinsichtlich des übermässigen Alkoholkonsums noch der
anschliessenden Fahrt in angetrunkenem Zustand bestanden. Der Vorfall könne
daher nicht mehr als einmalige persönlichkeitsfremde Entgleisung bewertet wer-
den. Dennoch könne nicht übersehen werden, dass der Vorfall dem Angeklagten
sichtlich zugesetzt habe, er sich sowohl im Hinblick auf seine Zukunft als auch
seine Ehe bewusst sei, sich eine weitere Entgleisung nicht erlauben zu können.
Zudem habe er glaubhaft beteuert, seinen Alkoholkonsum weiter reduziert zu ha-
ben und künftig - nach Wiedererlangung des Führerausweises - seinen Wagen
konsequent zu Hause zu lassen bzw. mit öffentlichen Verkehrsmitteln an Mee-
tings zu fahren. Sodann attestiere auch der den Angeklagten seit nunmehr 24
Jahren betreuende Hausarzt, es würden bei diesem keinerlei Hinweise auf ein
chronisches Alkoholproblem vorliegen und er sehe angesichts von dessen Cha-
rakter- und Willensstärke auch für die Zukunft kein diesbezügliches Problem. Un-
ter diesen Umständen könne von einem einmaligen Rückfall in die Delinquenz
ausgegangen und erwartet werden, der Angeklagte werde durch die auszuspre-
chende Strafe auch bei deren Ausfällung als Warnstrafe hinlänglich beeindruckt,
um inskünftig nicht mehr straffällig zu werden. Dazu dürfte auch der neuerliche
Führerausweisentzug mit den damit einhergehenden Einschränkungen beitragen.
Die Strafe sei daher im Sinne einer allerletzten Chance bedingt aufzuschieben,
wobei den verbleibenden Bedenken mit einer Probezeit von vier Jahren Rech-
nung zu tragen sei (Urk. 20 S. 10 f.).
3. Demgegenüber beantragt die Staatsanwaltschaft des Kantons Zürich, dem An-
geklagten sei der bedingte Strafvollzug zu verweigern. Dieser habe bereits am 9.
Juni 1995 durch das Bezirksgericht Meilen wegen Fahrens in angetrunkenem Zu-
stand und Verletzung der Verkehrsregeln mit 2 Monaten Gefängnis und einer
Busse von Fr. 10'000.-- bestraft werden müssen, wobei ihm damals der bedingte
Strafvollzug unter Ansetzung einer 2-jährigen Probezeit gewährt worden sei. Be-
reits damals habe der Angeklagte einen ganz massiven Alkoholisierungsgrad auf-
gewiesen, nämlich einen Blutalkoholgehalt von mindestens 2,71 Gewichtspromil-
len (Urk. 21 S. 2). Der Angeklagte sei deswegen nicht nur mit einer bedingten
Freiheitsstrafe und einer Busse bestraft worden, sondern ihm sei auch der Füh-
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rerausweis während des Zeitraumes vom 3. Februar 1995 bis 2. Juli 1995 entzo-
gen worden. Beides hätte den Angeklagten nicht davon abzuhalten vermocht,
sich am Freitag, den 17. November 2000 wiederum mit einem ganz erheblichen
Blutalkoholgehalt von minimal 2,32 Gewichtspromillen an das Steuer seines
Fahrzeuges zu setzen, um in seinem Zustand, welcher ein sicheres Lenken eines
Fahrzeuges nicht mehr ansatzweise gewährleistet habe - welcher Umstand sich
auch in einer Kollision ausgewirkt habe, die leicht schwerwiegendere Folgen hätte
haben können -, die erhebliche Strecke bis nach Herrliberg/ZH zu fahren. Für die-
se Fahrt könne der Angeklagte aber auch keine einfühlbare oder gar nachvoll-
ziehbare Ausnahmesituation geltend machen. Ganz im Gegenteil: Der Angeklagte
habe damals einfach einer Einladung Folge geleistet, um dann derart massiv dem
Alkohol zuzusprechen - wohlwissend, dass sich in der Tiefgarage desselben Ge-
bäudes, wo er sich in einem Restaurant aufgehalten habe, sein Fahrzeug befun-
den habe, mit welchem er anschliessend noch nach Hause habe fahren wollen.
Unter diesen Umständen könne dem Angeklagten die für die Gewährung des be-
dingten Strafvollzuges erforderliche günstige Zukunftsprognose offensichtlich
nicht gestellt werden, weshalb ihm auch der bedingte Strafvollzug nicht gewährt
werden könne (Urk. 21 S. 3).
4. Den Ausführungen der Staatsanwaltschaft des Kantons Zürich kann ohne wei-
teres gefolgt werden. Die Verteidigung weist zwar zutreffend darauf hin (Urk. 14
S. 4), dass nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung es unzulässig ist, unter
den nach Art. 41 Ziff. 1 Abs. 1 StGB zu berücksichtigenden Umständen einzelnen
eine vorrangige Bedeutung beizumessen und andere zu vernachlässigen oder
überhaupt ausser Acht zu lassen, also etwa einseitig nur auf die Umstände der
Tat abzustellen. Allerdings sind auch beim Tatbestand des Fahrens in angetrun-
kenem Zustand neben den Tatumständen das Vorleben und der Leumund sowie
alle weiteren Tatsachen, die gültige Schlüsse auf den Charakter des Täters und
die Aussichten seiner Bewährung zulassen, in die Beurteilung miteinzubeziehen,
um aufgrund einer Gesamtwürdigung darüber zu entscheiden, ob der Verurteilte
für dauerndes Wohlverhalten Gewähr bietet oder nicht. Beim Tatbestand des Fah-
rens in angetrunkenem Zustand sind für den Entscheid über den bedingten Straf-
vollzug die gleichen Kriterien zugrunde zu legen wie bei anderen Delikten. Die
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Besonderheit des Straftatbestandes und gegebenenfalls Rückfall sind nur Um-
stände, die neben allen anderen bei der Gesamtwürdigung zu berücksichtigen
sind (BGE 118 IV 97 E. 2).
Die Verteidigung führt auch zutreffend an (Urk. 14 S. 6 f.; Urk. 23 S. 6), dass der
Angeklagte einen tadellosen persönlichen wie auch automobilistischen Leumund
hat und er den Behörden - mit Ausnahme der Vorstrafe von 1995 - noch nie ne-
gativ aufgefallen ist. Er lebt in geordneten, soliden familiären Verhältnissen zu-
sammen mit seiner ebenfalls erwerbstätigen Ehefrau und seinen beiden Kindern.
Er hat sich auch während des laufenden Verfahrens korrekt und kooperativ ver-
halten. Auch sein Hausarzt, der ihn schon über 25 Jahre betreut, ist überzeugt
davon, dass der Angeklagte eine lockere und (bzw.) freie Beziehung zum Alkohol-
Konsum hat und dass sich dieser ausser den zwei erwähnten Ereignissen durch-
aus im gesellschaftlich akzeptierten Rahmen bewegt. Bei der bei verschiedenen
Gelegenheiten demonstrierten Charakter- und Willensstärke des Angeklagten se-
he er auch in Zukunft bezüglich Alkohol keine Probleme (Urk. 13 S. 2).
All diese Ausführungen würden zwar eindeutig für eine gute Prognose sprechen.
Nun ist aber zu beachten, dass der Angeklagte trotz all dieser sehr guten allge-
meinen familiären und beruflichen Rahmenbedingungen erneut straffällig wurde
und eine grosse Gefahr für die übrigen Strassenbenützer schuf. Diese Tatsache
beweist mit hinreichender Deutlichkeit, dass diese allgemeinen und besonderen
Rahmenbedingungen keine genügende Gewähr dafür bieten, dass der Ange-
klagte nicht wieder erneut in gleicher Art und Weise straffällig wird.
Beim ersten Vorfall im Jahre 1995 überfuhr der Angeklagte der Länge nach eine
Schutzinsel und beschädigte dabei zwei Inselschutzpfosten sowie einen Signal-
ständer. Hätten sich damals Fussgänger auf dieser Schutzinsel befunden, wäre
deren Leib und Leben in Gefahr gewesen. Auch diesmal kam es zu einer - wenn
auch nur geringfügigen - Kollision, die aber schlimmer hätte enden können, wenn
nämlich der neben dem Lieferwagen fahrende Motorradfahrer nicht noch recht-
zeitig hätte stark abbremsen können. Auch der äussere Anlass der Alkoholkon-
sumation war in beiden Fällen fast identisch, nämlich das Treffen eines Kunden
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zum Lunch, bei dem mit dem Alkoholgenuss angefangen wurde und der Ange-
klagte im Laufe der Zeit die Kontrolle über sein Trinkverhalten verlor.
Schon damals führte er im Laufe der Untersuchung aus, sie hätten relativ viele
Lunches etc. im Büro. Seinen Leuten im Büro predige er immer, sie sollten zu den
Lunches ihr Auto nicht mitnehmen. Wenn er zu einem Lunch gehe, dann trinke er
dort ein Glas oder zwei und dann sei es fertig. Gebe er Einladungen zu Hause,
was öfters vorkomme, empfehle er den Gästen, ihr Auto zu Hause zu lassen, und
er zahle ihnen das Taxi. Es gehe ihm also darum, immer auf der sicheren Seite
zu sein (Urk. 9 S. 6 der beigezogenen Vorakten). Der Vorfall sei ihm schon Lehre
genug, habe er doch tiefe persönliche Reflexionen ausgelöst (Urk. 21 S. 3 der
beigezogenen Vorakten).
Auch in diesem Verfahren erklärte der Angeklagte, es sei ein Meeting vorgesehen
gewesen. Da kein Lunch vereinbart gewesen sei, sei er mit dem Auto zu diesem
Meeting gegangen, was er nie mache, wenn ein Essen eingeplant sei. Dann sei
er jedoch zu einem Lunch im gleichen Gebäude eingeladen worden. Er habe die
Einladung zunächst nicht annehmen wollen, habe sich dann aber doch zu einem
kurzen Lunch überreden lassen. In der Folge hätten sich dann die Dinge so erge-
ben (Prot. I S. 4). Zum Lunch gehe er grundsätzlich nie mit dem Auto, zumindest
nicht mehr seit dem letzten Vorfall. Anfänglich habe er lediglich ein Glas Wein ge-
trunken. Dann habe er gehen wollen. Es seien aber Mitarbeiter von anderen Ban-
ken gekommen, die ihn und die andern auch kennen würden. Sie hätten sich zu
ihnen gesetzt und er sei bei ihnen geblieben und habe offenbar weitergetrunken
(Prot. I S. 5). Seit damals trinke er kaum noch Alkohol. Es werde mit Sicherheit
nicht wieder vorkommen. Es gehe um seine Zukunft, seine Ehe und seine Kinder.
Einen derartigen Vorfall könne er sich nicht mehr leisten (Prot. I S. 6).
Die Verteidigung äussert sich im gleichen Sinne, der damalige Besprechungs-
partner habe den Angeklagten überraschend zum Mittagessen eingeladen bzw.
dazu überredet. Er habe nämlich an jenem Tag nicht auswärts zum Mittagessen
gehen wollen. Wäre ein Mittagessen vorgesehen und abgemacht gewesen, wäre
er wie immer in den vergangenen 5 bis 6 Jahren mit dem Zug von Herrliberg nach
Zürich gefahren. Der Angeklagte habe diesbezüglich die Lehren aus dem Vorfall
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vor 6 Jahren gezogen. Zu geschäftlichen und/oder freundschaftlichen Essen fahre
er seit 1995 immer mit dem Zuge. So hätte er es auch am 17. November 2000
gemacht, wäre ein Essen vorgesehen gewesen. Diese Besonderheit des Tatum-
standes spreche für den Angeklagten (Urk. 14 S. 6). Ausser der Vorstrafe würde
kein Anlass, kein Anhaltspunkt bestehen, welcher eine schlechte Prognose be-
gründen könnte (Urk. 14 S. 8). Der Angeklagte habe die notwendigen Lehren ge-
zogen. Er werde künftig noch häufiger öffentliche Verkehrsmittel benützen, wenn
er Geschäftsessen habe oder gänzlich auf den Konsum alkoholischer Getränke
verzichten, wenn er mit dem Auto unterwegs sei. Dem Angeklagten könne und
müsse ein günstiger Prognoseentscheid gemacht werden. Man dürfe ihm das
notwendige Vertrauen schenken. Er biete Gewähr für dauerndes Wohlverhalten
(Urk. 14 S. 9).
Diesen Ausführungen muss entgegengehalten werden, dass sie zu wenig be-
achten, dass - wie bereits erwähnt - sich beide Vorfälle fast identisch abgespielt
haben. Die erste Trunkenheitsfahrt ereignete sich am Freitag, den 3. Februar
1995 und die zweite am Freitag, den 17. November 2000. Zwischen den beiden
Taten liegen nur gerade 5 1/2 Jahre, was keine allzu lange Zeit ist. Es handelte
sich auch in beiden Fällen um eine sogenannte typische Vorwochenend-Trinkerei
am Freitag. Aus den Ausführungen des Angeklagten und seiner Verteidigung er-
gibt sich, dass sich der Angeklagte der Problematik von Alkohol am Steuer sehr
bewusst ist, ist er doch bei seinen Gästen diesbezüglich sehr vorsichtig und er
lässt sein Fahrzeug zu Hause, wenn er mit einem Lunch rechnet.
All dies gibt beim Angeklagten aber noch keine Gewähr für eine günstige Progno-
se. Es ist nämlich zu beachten, dass er auf Grund seiner beruflichen Betätigung,
die notwendigerweise Kundenkontakte mit sich bringt, immer wieder mit der nicht
voraussehbaren Situation konfrontiert sein wird, dass er mit Kunden einen Lunch
einnehmen muss. Für diese Fälle besteht aber überhaupt keine Gewähr, dass er
nicht wieder zu viel Alkohol konsumieren und dann ein Fahrzeug lenken wird.
Auch im vorliegenden Fall wäre es für den Angeklagten sehr leicht gewesen, ein-
fach auf alkoholische Getränke zu verzichten, als er für ihn vollkommen unverhofft
zu einem Lunch eingeladen wurde. Es bestehen überhaupt keine Anhaltspunkte
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dafür, dass für ihn ein Trinkzwang bestanden hätte, vielmehr bestätigte er selber,
dass er einfach weitergetrunken habe, als noch weitere bekannte Personen sich
zu ihm gesetzt hätten.
Die beiden Vorfälle haben mit aller Deutlichkeit gezeigt, dass der Angeklagte zwar
nicht an einer chronischen Alkoholsucht leidet, sondern einfach in bestimmten
Situationen die Kontrolle über sein Trinkverhalten verliert. Dies kann aber - wie
bereits gesagt - beim Angeklagten trotz seiner verbalen Beteuerungen immer
wieder geschehen. Auch nach dem ersten äusserst gefährlichen Vorfall beteuerte
er, dass er nun daraus seine Konsequenzen gezogen habe, was durch sein er-
neutes Delinquieren aber klar wiederlegt wurde. Dabei handelt es sich nicht um
eine besondere Situation, wie sie beim ersten Vorfall zu seinen Gunsten wegen
den Entlassungen von Mitarbeitern in Betracht gezogen werden konnte, sondern
um eine alltägliche Begebenheit, wie sie immer wieder eintreten kann.
Entgegen den Beteuerungen des Angeklagten hat er aus seinem ersten Vorfall
nicht die erforderlichen Lehren und Konsequenzen gezogen, sondern in einer
vergleichbaren Situation alkoholische Getränke genossen, und zwar im vollen
Bewusstsein, dass er mit seinem Fahrzeug zur Arbeit gefahren ist und demzufol-
ge dieses auch wieder für die Heimfahrt benutzen würde.
Die Verteidigung weist zwar zutreffend darauf hin, dass die spezialpräventive Wir-
kung des Ausweisentzuges bei der Frage der Gewährung des bedingten Straf-
vollzuges nicht ausser Acht gelassen werden dürfe (Urk. 14 S. 7 f.). Hier ist in-
dessen zu beachten, dass dem Angeklagten mit Verfügung vom 29. Juni 2001 der
Führerausweis mit Wirkung ab 17. November 2000 bis und mit 16. Dezember
2001 für die Dauer von 13 Monaten entzogen wurde. Mit Verfügung vom 4. Sep-
tember 2001 wurde diese Massnahme indessen aufgrund der Zusage zum Be-
such des BfU-Kurses vorzeitig aufgehoben, so dass er heute wieder im Besitze
des Führerausweises ist. Der Entzug dauerte demzufolge nicht einmal ein ganzes
Jahr. Bei dieser Sachlage kann somit nicht von einer erheblichen Einschränkung
des Angeklagten durch den Ausweisentzug gesprochen werden, der einen be-
sonders nachhaltigen Eindruck auf ihn machen würde. Somit besteht zumindest
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die abstrakte Möglichkeit, dass der Angeklagte in kürzester Zeit wieder in alkoho-
lisiertem Zustand ein Fahrzeug lenken könnte.
Wenn der Angeklagte geltend macht, eine unbedingte Strafe hätte auf ihn in be-
ruflicher Hinsicht eine sehr einschränkende Wirkung, selbst wenn er die Freiheits-
strafe in Halbgefangenschaft verbüssen könnte (Urk. 14 S. 8; Urk. 23 S. 6), so ist
er darauf hinzuweisen, dass wohl jeder Freiheitsentzug in einem gewissen Rah-
men eine Beeinträchtigung in der beruflichen Betätigung bedeutet. Darauf ist im
Rahmen des Vollzuges so weit wie möglich Rücksicht zu nehmen. Bei der Prü-
fung der Frage der Gewährung des bedingten Strafvollzuges darf dies aber nicht
zu einer Zweiklassenstrafjustiz führen in dem Sinne, dass gewissen Berufskate-
gorien der bedingte Strafvollzug nur schon wegen der besonderen beruflichen
Betätigung gewährt werden müsste, z.B. bei Fernfahrern oder bei Nachtwächtern,
weil sie ihre Freiheitsstrafe nicht in Halbgefangenschaft verbüssen könnten.
Aus diesem Grunde kann auch das Argument des Angeklagten, er sei sehr stra-
fempfindlich, weil eine unbedingte Freiheitsstrafe ihn härter treffen würde, als dies
bei einer Person mit permanenter Tätigkeit in der Schweiz der Fall wäre (Urk. 14
S. 9), hier nicht gehört werden. Eine mögliche Strafempfindlichkeit kann höch-
stens bei der Festlegung der Strafhöhe berücksichtigt werden. Beim Angeklagten
muss eine solche jedoch verneint werden, weil er auch bei einer allfälligen unbe-
dingten Freiheitsstrafe in Halbgefangenschaft immer noch genügend seinen Ge-
schäften nachgehen könnte, zumal auch seine Ehefrau am Aufbau seiner neuen
und eigenen Firma beteiligt ist und sie ihm diesbezüglich bis zu einem gewissen
Grade behilflich sein kann.
5. Im ersten Berufungsverfahren brachte der Angeklagte vor, dass er seit dem
Vorfall vom November 2000 eine Totalabstinenz einhalte. In diesem Zusammen-
hang bestätigte sein Hausarzt Dr. med. ... zuhanden des Institutes für Rechtsme-
dizin der Universität Zürich, dass er seit dem Ereignis vom 17. November 2000
den Angeklagten in regelmässigen Abständen zu Allgemeinuntersuchungen, zur
Überprüfung der Labortests und zu Gesprächen sehe. Er könne die Einhaltung
einer Alkoholabstinenz seit dem 18. November 2000 bestätigen (Urk. 24/1). In
diesem Zusammenhang muss indessen darauf hingewiesen werden, dass diese
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Alkoholabstinenz des Angeklagten im Zusammenhang stand mit der Wiederaus-
händigung des Führerausweises. In der Verfügung betreffend Führerausweisent-
zug wird nämlich auf den Untersuchungsbericht vom 17. Mai 2001 verwiesen,
worin der Amtsarzt am Institut für Rechtsmedizin der Universität Zürich feststellte,
dass die Fahreignung des Angeklagten nur bei Einhaltung einer Alkoholtotalabsti-
nenz bejaht werden könne (Urk. 22/1 S. 2). Gestützt darauf ordnete das Stra-
ssenverkehrsamt am 4. September 2001 eine Alkoholtotalabstinenz an und ver-
fügte, dass der Angeklagte sich, unter Betreuung der zuständigen Fachstelle für
Alkoholprobleme oder eines Arztes seiner Wahl, des Alkoholkonsums gänzlich zu
enthalten habe (Urk. 22/3).
Da der Angeklagte seit 18. November 2000 totalabstinent gewesen war, er den
BfU-Kurs besuchte und ihm der Führerausweis unter Auflage einer Totalabstinenz
wieder erteilt worden war, ging die erkennende Kammer in ihrem Urteil vom 2.
November 2001 davon aus, dass er die notwendigen Konsequenzen aus dem zu
beurteilenden Fall gezogen hatte und dass man ihm aufgrund dieser neuen Tat-
sachen nochmals den bedingten Strafvollzug gewähren könne.
Den trotzdem bestehenden Bedenken wurde dadurch Rechnung getragen, dass
die Probezeit auf die längste mögliche Dauer von fünf Jahren angesetzt wurde.
Zudem wurde dem Angeklagten gestützt auf Art. 41 Ziff. 2 StGB die Weisung er-
teilt, sich unter Betreuung einer Fachstelle für Alkoholprobleme oder eines Arztes
seiner Wahl während der Probezeit des Alkoholkonsums gänzlich zu enthalten.
Mit der Überwachung dieser Weisung wurde das Amt für Justizvollzug beauftragt.
6. Das Bundesgericht hielt demgegenüber verbindlich fest, gestützt auf das vom
Angeklagten ins Recht gelegte Arztzeugnis könne zwar davon ausgegangen wer-
den, dass dieser zumindest bis zum Zeitpunkt der Ausfällung des ersten Oberge-
richtsurteils totalabstinent gewesen sei. Jedoch vermöge der Nachweis einer be-
reits verhältnismässig lang andauernden Einhaltung einer Alkoholtotalabstinenz
für sich alleine eine günstige Prognose in einem wie vorliegend doch recht schwe-
ren Rückfall von Fahren in angetrunkenem Zustand noch nicht zu rechtfertigen
(Urk. 40 S. 11). Des Weitern erwog das Bundesgericht, die vom Obergericht an-
geordnete Weisung, wonach der Angeklagte weiterhin totalabstinent zu sein habe
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und sich dabei auch von einem Arzt seiner Wahl betreuen lassen könne, leiste
keine hinreichende Gewähr für die weitere konsequente Einhaltung der Absti-
nenz. Daran vermöge auch die ebenfalls unsicher anmutende Anordnung einer
noch nicht hinreichend definierten Überwachung nichts zu ändern. Dementspre-
chend wäre gemäss Bundesgericht eine günstige Prognose nur gerechtfertigt,
wenn zum Beispiel die Alkoholtotalabstinenz nach der Weisung regelmässig
durch einen unabhängigen Facharzt überprüft würde und überdies sichergestellt
wäre, dass der Angeklagte jederzeit zu einer unangemeldeten Kontrolle aufge-
boten werden könnte (Urk. 40 S. 12).
7. Wie der Vertreter der Staatsanwaltschaft zutreffend darlegt, ergeben die beige-
zogenen Amtsberichte mit aller Deutlichkeit, dass die vom Bundesgericht ver-
langten Rahmenbedingungen betreffend Überwachung einer zukünftigen Totalab-
stinenz aus praktischen Gründen nicht geschaffen werden können (Urk. 52 S. 1
f.). So gibt es gemäss den Ausführungen des Amtsleiters des Justizvollzuges bis
heute für die Bewährungs- und Vollzugsdienste keine verbindlichen Standards zur
Überwachung einer Totalabstinenz. Insbesondere hielt der Amtsleiter des Justiz-
vollzuges auch fest, dass im Rahmen einer ambulanten Behandlung eine lücken-
lose Kontrolle und damit eine absolute Gewähr für die Einhaltung der angeord-
neten Totalabstinenz letztlich unmöglich ist (Urk. 49 S. 2). Demgegenüber bleiben
die Vorbringen der Verteidigung, wonach sich der Angeklagte an die bisherigen
Auflagen des Justizvollzuges gehalten habe, er seit 28 Monaten abstinent lebe
und auch bereit sei, genauere Vollzugsanordnungen zu akzeptieren sowie die
notwendigen Untersuchungen bei einem anderen Arzt vornehmen zu lassen (Urk.
54 S. 2 f.), unbehelflich. Aus den obigen Erwägungen folgt vielmehr, dass die An-
ordnung einer Totalabstinenz nicht rechtsgenügend überwacht werden kann.
8. Wie gezeigt darf im vorliegenden Fall gemäss Bundesgericht eine günstige
Prognose nicht allein bzw. überwiegend gestützt auf eine bis anhin eingehaltene
Totalabstinenz angenommen werden. Da zudem die Anordnung einer inskünftig
einzuhaltenden Totalabstinenz nicht rechtsgenügend überwacht werden könnte,
kann dem Angeklagten insgesamt keine günstige Prognose gestellt werden, wes-
halb die heute auszufällende Freiheitsstrafe zu vollziehen ist.
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V.
Bei diesem Ausgang des Verfahrens wird der Angeklagte für die Untersuchung,
das erstinstanzliche sowie das erste Berufungsverfahren (SB010399) kosten-
pflichtig (§§ 188 Abs. 1 und 396a StPO). Die Kosten des zweiten Berufungsver-
fahrens sind andererseits auf die Gerichtskasse zu nehmen.
Demnach erkennt das Gericht:
1. Der Angeklagte ist schuldig
- des Fahrens in angetrunkenem Zustand im Sinne von Art. 91 Abs. 1
SVG,
- der groben Verletzung einer Verkehrsregel im Sinne von Art. 90 Ziff. 2
SVG in Verbindung mit Art. 27 Abs. 1 SVG und Art. 68 Abs. 1 SSV,
- der versuchten Vereitelung einer Blutprobe im Sinne von Art. 91 Abs. 3
SVG in Verbindung mit Art. 22 Abs. 1 StGB und
- des pflichtwidrigen Verhaltens bei einem Unfall im Sinne von Art. 92
Abs. 1 SVG in Verbindung mit Art. 51 Abs. 3 SVG und Art. 56 Abs. 4
VRV.
2. Der Angeklagte wird bestraft mit sechs Monaten Gefängnis und Fr. 5'000.--
Busse.
3. Der Vollzug der Freiheitsstrafe wird nicht aufgeschoben.
4. Das erstinstanzliche Kostendispositiv (Ziff. 4 und 5) wird bestätigt.
5. Das Kostendispositiv des ersten Berufungsverfahrens (SB010399 Ziff. 5 und
6) wird ebenfalls bestätigt.
6. Die Gerichtsgebühr für dieses Verfahren fällt ausser Ansatz. Die weiteren
Kosten werden auf die Gerichtskasse genommen.
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7. Schriftliche Mitteilung im Dispositiv an
- die Staatsanwaltschaft des Kantons Zürich, - den Angeklagten bzw. seinen Verteidiger
sowie in vollständiger Ausfertigung an
- die Staatsanwaltschaft des Kantons Zürich, - den Angeklagten bzw. seinen Verteidiger, - die Vorinstanz (GG010134), - das Amt für Justizvollzug des Kantons Zürich, Abteilung Bewährungs-
und Vollzugsdienste, - die Koordinationsstelle Zürich mit Formular A.
8. Rechtsmittel:
a) Kantonale Nichtigkeitsbeschwerde gemäss § 428 ff. der zürcherischen
Strafprozessordnung (StPO): Gegen diesen Entscheid kann innert 10 Tagen, von seiner Eröffnung oder von der Entdeckung eines Mangels an gerechnet, beim Vorsitzenden des entscheidenden Gerichts münd-
lich oder schriftlich Nichtigkeitsbeschwerde zuhanden des Kassations-
gerichts des Kantons Zürich angemeldet werden.
Die Frist zur Begründung der Beschwerde wird nach ihrer Anmeldung
angesetzt (vgl. die beiliegende Verfügung des Vorsitzenden vom
10. Juni 2003).
b) Eidgenössische Nichtigkeitsbeschwerde: Gegen diesen Entscheid
kann innert 30 Tagen, vom Empfang der vollständigen, begründeten Ausfertigung an gerechnet, beim Kassationshof des Bundesgerichts
Nichtigkeitsbeschwerde erhoben werden.
Die Beschwerde ist schriftlich im Doppel und in der in Art. 273 der
Bundesstrafprozessordnung (BStP) vorgeschriebenen Weise einzurei-
chen. Die Beschwerde kann nur damit begründet werden, dass der an-
gefochtene Entscheid eidgenössisches Recht verletze.
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Die Beschwerdelegitimation und die weiteren Beschwerdevorausset-
zungen richten sich nach den Vorschriften in Art. 268 ff. BStP.
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