# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 38104170-fd8f-5464-a0de-44eb6829ef0a
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2020
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1966, arbeitete seit dem 1. Mai 2014 bei der
Y._
AG als Serviceangestellte/Tagesverantwortliche
in einem Pensum von 80 %
(Urk. 9/8/1
f.
).
Ab dem 7. September 2016 wurde sie zu 100 % krankge
schrieben und bezog Krankentaggelder (Urk. 9/12/2, Urk. 9/21/4
, Urk. 9/21/69 ff.
)
.
Am 6. Februar 2017 meldete sich
die Versicherte
unter Hinweis auf eine Über
last
ung am Arbeitsplatz mit Schlaf-,
Appetit
-, und
Konzentrationsstörungen bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an (Urk. 9/1).
Der
Arbeitgeber
kündigte schliesslich
das Arbeitsverhältnis per
30. Juli 2017
(Urk. 9/8/1
, Urk. 9/21/56
).
Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
,
tätigte
medizinische und erwerbliche Abklärungen und zog wiederholt Akten der Kran
kentaggeldversicherung bei (Urk. 9/12, Urk. 9/21, Urk. 9/32, Urk. 9/44)
, insbe
son
dere die psychiatrische Kurzbeurteilung vom 24. Juli 2017 von Dr. med.
Z._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie (Urk. 9/21/52 ff.).
Nachdem die Versicherte der IV-Stelle mitgeteilt hatte, dass sie seit
August 2017 eine Arbeitsstelle
als Mitarbeiterin Hotelservices
im Umfang von 50 %
bei der
A._
AG
an
getreten habe, schloss diese die Eingliederungsberatung am 4. Juli 2018 ab (Urk. 9/29, Urk.
9/53/1
).
Die Versicherte war in der Folge noch zu 50 % krankgeschrieben (Urk. 9/44/127
, Urk. 9/55/7
).
Die IV-Stelle holte
daraufhin
eine Stellungnahme von Dr. med.
B._
, Fachärztin für Psy
chiatrie und Psychotherapie, Regionaler Ärztlicher Dienst (RAD)
,
vom 4. Juni 2019
,
ein (Urk. 9/55/6 f.).
Mit Vorbescheid vom 15. Juli 2019 stellte sie der Ver
sicherten die Abweisung des Leistungsbegehrens in Aussicht (Urk. 9/56). Dagegen erhob diese am 2. September 2019 Einwand (Urk. 9/58). Am 9. Oktober 2019 verfügte die IV-Stelle im angekündigten Sinne (Urk. 9/63 = Urk. 2).
2.
Dagegen erhob die Versicherte
, vertreten durch Rechtsanwalt Dr. Pierre Heusser,
am 6. November 2019 Beschwerde und beantragte, es sei die angefochtene Verfü
gung aufzuheben und es sei ihr eine ganze Invalidenrente ab dem 1.
September
2017 und eine halbe
Invalidenr
ente ab dem 1. Oktober 2017 zuzusprechen. Even
tualiter sei das Verfahren an die Beschwerdegegnerin zur Vornahme weiterer Abklärungen, insbesondere zur Qualifikation, zurückzuweisen. In prozessualer Hinsicht ersuchte sie um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung sowie Rechtsvertretung (Urk. 1 S. 2).
Am 4. Dezember 2019 zog sie ihr Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege zurück (Urk. 7). Die Beschwerdegegnerin beantragte in ihrer Beschwerdeantwort die teilweise Gutheissung der Beschwerde
im
Sinne
einer Rückweisung der
Sache
(Urk. 8). Mit Replik vom 14. Januar 2020 hielt die Beschwerdeführerin an ihren Anträgen fest (Urk. 12). Am 2
7.
Januar 2020 wurde
der Beschwerdeführerin schliesslich die Duplik der Beschwerdegegnerin vom 23. Januar 2020
, in der diese
ihr Rechtsbegehren erneuerte
,
zur Kenntnis gebracht (Urk. 14, Urk. 15). Am
13. Mai 2020 legte der Rechtsvertreter sein Mandat nieder (
Urk.
16), woraufhin am
2. Juni 2020 Rechtsanwalt Thomas Grossen mit
teilte
, dass er die Beschwerdeführerin neu vertrete (Urk. 18).
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allge
meinen Teil
des Sozialversicherungsrechts,
ATSG
). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom
menden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der ge
sundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Die Annahme eines psychischen Gesundheitsschadens im Sinne von Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG)
sowie Art. 3 Abs. 1 und Art. 6 ATSG setzt eine psychiatrische, lege artis auf die Vorgaben eines aner
kannten Klassifikationssystems abgestützte Diagnose voraus (vgl. BGE 145 V 215 E. 5.1, 143 V 409 E. 4.5.2, 141 V 281 E. 2.1, 130 V 396 E. 5.3 und E. 6). Eine fachärztlich einwandfrei festgestellte psychische Krankheit ist jedoch nicht ohne weiteres gleichbedeutend mit dem Vorliegen einer Invalidität. In jedem Einzelfall muss eine Beeinträchtigung der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit unabhängig von der Diagnose und grundsätzlich unbesehen der Ätiologie ausgewiesen und in ihrem Ausmass bestimmt sein. Entscheidend ist die nach einem weitgehend objektivierten Massstab zu beurteilende Frage, ob es der versicherten Person zumutbar ist, eine Arbeitsleistung zu erbringen (BGE 145 V 215 E. 5.3.2, 143 V 409 E. 4.2.1, 141 V 281 E. 3.7, 139 V 547 E. 5.2, 127 V 294 E. 4c; vgl. Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.3
Mit BGE 143 V 418 entschied das Bundesgericht, dass grundsätzlich sämtliche psychischen Erkrankungen für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit einem struk
turierten Beweisverfahren nach BGE 141 V 281 zu unterziehen sind (E. 6 und 7, Änderung der Rechtsprechung; vgl. BGE 143 V 409 E. 4.5.2 speziell mit Bezug auf leichte bis mittelschwere Depressionen).
Das strukturierte Beweisverfahren definiert systematisierte Indikatoren, die es
–
unter Berücksichtigung leistungshindernder äusserer Belastungsfaktoren einer
seits und von Kompensationspotentialen (Ressourcen) andererseits
–
erlauben, das tatsächlich erreichbare Leistungsvermögen einzuschätzen (BGE 141 V 281 E. 2, E. 3.4-3.6 und 4.1; vgl. statt vieler: Urteil des Bundesgerichts 9C_590/2017 vom 15.
Februar 2018 E. 5.1). Die Anerkennung eines rentenbegründenden Inva
liditätsgrades ist nur zulässig, wenn die funktionellen Auswirkungen der medizi
nisch festgestellten gesundheitlichen Anspruchsgrundlage im Einzelfall anhand der Standardindikatoren schlüssig und widerspruchsfrei mit (zumindest) überwie
gender Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sind. Fehlt es an diesem Nachweis, hat die materiell beweisbelastete versicherte Person die Folgen der Beweislosigkeit zu tragen (BGE 141 V 281 E. 6; vgl. BGE 144 V 50 E. 4.3).
Diese Rechtsprechung ist auf alle im Zeitpunkt der Praxisänderung noch nicht erledigten Fälle anzuwenden (Urteil des Bundesgerichts 9C_580/2017 vom 16. Januar 2018 E. 3.1 mit Hinweisen).
1.
4
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betä
tigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen
wieder herstellen
, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine Vier
telsrente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine Dreiviertelsrente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin erwog in der angefochtenen Verfügung, die Beschwer
de
führerin sei seit dem 7. September 2016 in ihrer Arbeitsfähigkeit eingeschränkt.
Sie habe zuletzt als Serviceangestellte in einem Pensum von 80 % gearbeitet (Urk. 2 S. 1). Aus ärztlicher Sicht sei ihr eine angepasste Tätigkeit zu 50 % zumutbar, aktuell gehe sie bereits einer
solchen
Tätigkeit in diesem Umfang nach. Nach durchgeführtem Einkommensvergleich ergebe sich unter Berücksichtigung des zuletzt ausgeübten Pensums von 80 % ein Invaliditätsgrad von 36 % (Urk. 2 S. 2).
Es bestehe kein
Anspruch auf eine Invalidenrente (Urk. 2 S. 1).
2.2
Die Beschwerdeführerin stellte sich demgegenüber auf den Standpunkt, sie
wäre im Gesundheitsfall
v
ollerwerbstätig und nicht
wie von der Beschwerdegegnerin angenommen nur im Umfang eines
80 %-
Pensums
. Des Weiteren seien die Vergleichslöhne zu parallelisieren und es sei davon auszugehen, dass sie mindes
tens doppelt so viel verdienen könn
t
e wie heute, wenn sie 100 % arbeitsfähig wäre. Sie sei von September 2016 bis Juli 2017 zu 100 % arbeitsunfähig gewesen. Die Reduktion ihrer Arbeits
un
fähigkeit auf 50 % sei erst drei Monate später zu berücksichtigen. Dies ergebe einen An
spruch auf eine ganze R
ente für den Monat September 2017 und eine halbe Rente ab 1. Oktober 201
7.
Sofern weitere Abklä
rungen, beispielsweise zur Qualifikation vorzunehmen seien, beantrage sie even
tualiter die Rückweisung (Urk. 1 S. 7).
2.3
In ihrer Beschwerdeantwort beantragte die Beschwerdegegnerin neu die teilweise Gutheissung der Beschwerde im Sinne einer Rückweisung zu weiteren medizi
nischen Abklärungen. Zur Begründung führte sie im Wesentlichen aus, bei der Beurteilung der verwertbaren Restarbeitsfähigkeit habe
sie, die IV-Stelle,
sich auf die Einschätzung des behandelnden Psychiaters, med. pract.
C._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie gestützt (Urk. 8 S. 1
f.
). Seinem Bericht vom 18. März 2019 fehle es jedoch an einer Herleitung der Diagnos
e und ebenso an Ausführungen zum
psychopathologischen Befund. Unter diesen Vor
aussetzungen sei es auch nicht möglich, ein strukturiertes Beweisverfahren ge
mäss BGE 141 V
281
durchzuführen
.
Es
seien demnach weitere medizinische Abklärungen vorzunehmen und es sei anschliessend neu über den Leistungs
an
spruch zu entscheiden. Die Beurteilung der Qualifikation könne insoweit
offen gelassen
werden, als diese nach den erfolgten Abklärungen einen Einfluss auf den Leistungsanspruch haben könne (Urk. 8 S. 2).
2.4
Replicando
hielt die Beschwerdeführerin an ihren Anträgen fest und ergänzte,
sofern der Bericht von med. pract.
C._
ungenügend sei und ergänzt werden müsse, habe dies nicht im Rahmen einer Rückweisung
zu erfolgen
, sondern es sei ein Gerichtsgutachten einzuholen. Die Berichte von med. pract.
C._
seien bereits durch den RAD medizinisch gewürdigt und als nachvollziehbar erachtet worden (Urk. 12 S. 2). Es gebe keinerlei Anlass dafür, dass der völlig unbestritten
geblieben
e
medizinische
Sachverhalt weiter abgeklärt werde. Es könne auf die medizinische Beurteilung in den Akten abgestellt werden
(Urk. 12 S. 3)
.
2.5
In ihrer Duplik brachte die Beschwerde
gegnerin
schliesslich vor,
bei einer Rück
weisung zu weiteren medizinischen Abklärungen
sei eine Begutachtung nicht ausgeschlossen (Urk. 14 S. 1).
2.6
Strittig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegner
in
zu Recht
einen Anspruch der Beschwerdeführerin auf eine
Invalidenrente
verneinte und im Besonderen, ob die vorhandenen medizinischen Grundlagen für die Beurteilung der Invalidität der Beschwerdeführerin ausreichen
.
3.
3.1
Am 24. Juli 2017 erstattete Dr.
Z._
seine psychiatrische Kurzbeurteilung zu
handen der Krankentaggeldversicherung. Er führte aus, im Vordergrund der aktuellen Beschwerden stünden gemäss Angaben der Beschwerdeführerin ausge
prägte Stimmungsschwankungen, Einschlafstörungen, Müdigkeit und phasenweise
Energielosigkeit. Im Rahmen der belastenden Situation habe sie an Suizidge
danken gelitten, dies sei auch schon in der Vergangenheit vorgekommen (Urk. 9/21/58). Dr.
Z._
hielt in der Folge einen weitgehend unauffälligen psy
chischen Befund fest (Urk. 9/21/60
ff.). Mit Bezug auf die Affektivität hielt er fest, während der gesamten Exploration werde eine affektive
Labilität mit Weinen beobachtet. D
ie Stimmung sei phasenweise gedrückt und zum depressiven Pol verschoben, es sei aber keine durchgehende Depressivität objektivierbar. Die Beschwerdeführerin sei leicht vermindert schwingungsfähig. Betreffend die Persön
lichkeit erkannte Dr.
Z._
im Weiteren Hinweise auf leistungsorientierte Per
sönlichkeitszüge (Urk. 9/21/62).
Analog der Parameter der funktionellen Leis
tungs
fähigkeit in Anlehnung an
den Mini-ICF-APP
bestünden mittelgradige Störungen der Aktivität und Partizipation
,
insbesondere im Bereich der Items Durchhaltefähigkeit und Anwendung von fachlichen Kompetenzen. Es sei davon auszugehen, dass es sich um eine durchaus authentische Beschwerdeschilderung handle. Als Diagnose mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit sei eine Anpassungs
störung, längere depressive Reaktion (ICD-10 F43.21)
,
zu nennen. Ohne leistungs
mindernde Wirkung seien demgegenüber die Probleme verbunden mit Schwierig
keiten bei der Lebensbewältigung im Sinne von leistungsorientierten akzentu
ierten Persönlichkeitszügen (ICD-10 Z73.1)
. Überwiegend wahrscheinlich sei bei der motivierten Beschwerdeführerin von einer guten
Prognose
auszugehen. Bis auf eine Intensivierung der psychiatrisch-psychotherapeutischen Behandlung,
ressourcenorientiert
,
und gegebenenfalls bei weiterhin persistierenden depres
siven Symptomen ein Behandlungsversuch mit einem
Serotonin-Wiederaufnah
me
hemmer
könnten keine weiteren medizinischen Massnahmen empfohlen werden
(Urk. 9/21/65). Aufgrund der Konfliktsituation am Arbeitsplatz sei die Beschwerdeführerin im Hinblick auf den letzten Arbeitgeber seit Erkrankungs
beginn zu 100 % arbeitsunfähig.
Dieser
Arbeitgeber sei ihr nicht zumutbar. Unabhängig von der beruflichen Tätigkeit vor der Krankheit seien ihr keine Tätigkeiten zumutbar, die eine Daueraufmerksamkeit, Dauerkonzentration und darüber hinaus kreative Fertigkeiten voraussetzen würden. Auch Tätigkeiten mit hohem Kundenkontakt seien gegenwärtig nur noch zu 50 % zumutbar. In einer leidensangepassten Tätigkeit, also
bei
einem konfliktarmen Arbeitgeber
mit
der Möglichkeit, sich zurückzuziehen
,
und geregelten Arbeitszeiten
,
sei die Beschwer
deführerin ab sofort zu 50 % arbeitsfähig. Medizinisch-theoretisch sei eine wei
tere Steigerung des Arbeitspensums innerhalb von acht Wochen bis auf das ursprüngliche Arbeitspensum von 80 % zumutbar (Urk. 9/21/66).
3.2
In seinem Bericht vom 16. April 2018 führte der behandelnde Psychiater, med.
pract.
C._
, aus, die Beschwerdeführerin sei völlig erschöpft und ihre körper
lichen, geistigen wie auch emotionalen Probleme hätten sich d
urch den 50 %-Arbeitsversuch in der
A._
AG
sehr verschlechtert. Sie arbeite und sei in der Folge derart erschöpft, dass sie die Zeit, in der sie nicht arbeite
,
zur Erholung benötige. Es sei ihr unmöglich, ihre fehlenden Reserven zu ersetzen
,
und sie sei deshalb völlig überlastet mit einem 50 %-Pensum (Urk. 9/32/101). Als Diagnose sei eine Anpassungsstörung (ICD-10 F42.1/3) zu nennen. Eine Besserung sei eigentlich nicht möglich. Aus seiner Erfahrung führe die Summe aller Störungen früher oder später zu einer posttraumatischen Belastungsstörung (PTBS) mit einer möglichen Veränderung der Persönlichkeit durch den enormen Stress. Die Prog
nose sei kurz- und mittelfristig ungünstig, langfristig sei sie vom Verlauf ab
hängig. Es bestehe eine knapp 50%ige Arbeitsfähigkeit hinsichtli
ch der Arbeit im
Gastrobereich
(Urk. 9/32/103).
3.
3
Dem Bericht der Universitätsklinik
D._
vom 25. Oktober 2018 lassen sich die Diagnosen einer
Chopart
-Distorsion mit
Prozessus
anterior
calcanei
-Abspren
gung links vom 15. Juli 2018 sowie der Status nach schwerer
Distorsion des rechten oberen Sprunggelenks (OSG)
vom 25. April 2018 und eine Zehen
kon
tusion vom 12. Oktober 2018 entnehmen (Urk. 9/49/7). Die Behandler führten aus, in den nächsten zwei Wochen solle nochmals intensiv Physiotherapie erfol
gen, danach sei ein Arbeitsversuch ab dem 11. November 2018 vereinbart worden.
Die Zehenkontusion werde symptomatisch behandelt. Es seien keine weiteren Verlaufskontrollen geplant (Urk. 9/49/8).
3.4
A
m 18. März 2019
nannte med. pract.
C._
als Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine Anpassungsstörung (ICD-10 F43.21/3), den Status nach schwerer OSG-Distorsion rechts vom 2
5.
April 2018, den Status
nach
Chopart
-
Distorsion mit
Prozessus
anterior
caleanei
links vom 15. Juli 2018 sowie
die
Abklärung einer komplexen posttraumatischen Belastungsstörung (KPTBS) auf
grund seiner bisherigen Untersuchung. Demgegenüber sei die Zehenk
ontusion
vom 12. Oktober 2018 ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (Urk. 9/49/1). Dazu erklärte er, seine Untersuchungen hätten gezeigt, dass viele der ab 2020 geltenden ICD-10 F60.8 und ICD-11 Ursachen für eine KPTBS sein könnten. Eventuell sei in dieser Hinsicht ein Gutachten notwendig. Die Beschwerdeführerin sei am 25. April 2018 verunfallt und sei aufgrund eines zweiten Unfalles am 15. Juli 2018
zu
100 % arbeitsunfähig gewesen,
dies
bis zu einem erneuten Arbeitsversuch am 11. November 201
8.
Die Arbeitsunfähigkeit von 50 % bestehe bis heute und seines Erachtens könne
sie
den Arbeitsversuch mit einem Pensum von 50 % nur knapp erfüllen. Es müsse geprüft werden, ob eine weitergehende Eingliederung im
Gastrobereich
wirklich sinnvoll sei oder ob vorerst eine Teil
arbeitsfähigkeit von 50 % überhaupt möglich
und eventuell eine zusätzliche Teilberentung notwendig sei. Kurz und mittelfristig
liege
die Arbeitsfähigkeit
bei sicher
maximal 50 % in der jetzigen Stelle. In ihrer bisherigen Tätigkeit sei die Beschwerdeführerin zu 100 % arbeitsunfähig vom 25. April 2018 bis 11. Novem
ber 2018 und zu 50 % seit dem 25. April 2018 bis auf Weiteres (Urk. 9/49/2). Eine adaptierte Tätigkeit sei ihr zu 50 % zuzumuten. Ab dem 11. November 2018 könne mit einer Wiederaufnahme der beruflichen Tätigkeit im Umfang von 50 % gerechnet werden, wobei keine Steigerung möglich sei (Urk. 9/49/3).
3.5
In ihrer Stellungnahme vom 4. Juni 2019 führte RAD-Ärztin Dr.
B._
als Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine KPTBS respektive eine Per
sönlichkeitsänderung nach Extrembe
lastung (ICD-10 F62.0, gemäss med
.
pract
.
C._
) an. Ohne dauerhafte Auswirkung seien der Status nach
Chopart
-Distor
s
ion mit
Prozessus
anterior
calcanei-Absprenung
links vom 15. Juli 2018, der Status nach schwerer OSG-Distorsion rechts vom 25. April 2018 sowie der Status nach Zehenkontusion rechts am 12. Oktober 201
8.
Dazu ergänzte sie, es bestehe eine Antriebsstörung mit deutlichen Hemmungen sowie eine psycho
physische Belastbarkeitsminderung mit vorzeitiger Erschöpfung und Minderung der
konzentrativen
Ausdauerbelastbarkeit. Das Belastbarkeitsprofil umfasse Tätigkeiten ohne permanenten Zeit- und Termindruck, bei nur geringem Publi
kumsverkehr, ohne besondere Anforderungen an das Umstellungs- und Anpas
sungs
vermögen. Diese seien medizinisch-theoretisch in einer wohlwollenden und konfliktarmen Arbeitsatmosphäre zu 50 % möglich. Die Arbeitsunfähigkeit in
d
er
Tätigkeit als Serviceangestellte betrage 100 %
vo
m 7. September 2016 bis zum 30. Juni 201
7.
Seit dem 1. Juli 2017 betrage die Arbeitsfähigkeit 50 % (Urk. 9/55/6 f.). Diese Angaben würden auch für angepasste Tätigkeiten gelten. Durch eine Fortführung der integrativen psychiatrischen-psychotherapeutischen Behandlung könne der Gesundheitszustand weiterhin stabilisiert bleiben. Ob dadurch die verwertbare Arbeitsfähigkeit noch weiter gesteigert werden könne, sei fraglich. Aktuell, kurz- bis mittelfristig liege aufgrund des Gesundheits
schadens eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit seit Juli 2018 vor (Urk. 9/55/7).
4.
4.1
Die Beschwerdegegnerin beantragte in ihrer Beschwerdeantwort eine Rückwei
sung
der Sache
zu weiteren medizinischen Abklärungen
(Urk. 8)
. Demgegenüber
erachtete die Beschwerdeführerin
- insbesondere gestützt auf die medizinische Beurteilung von med. pract.
C._
-
eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit vom 7. September 2016 bis 30. Juni 2017 sowie eine 50%ige Arbeitsfähigkeit seit de
m 1. Juli 2017 als ausgewiesen
(Urk. 1 S. 2 f.
,
Urk.
12 S. 2
).
Eine
Rückweisung zu weiteren Abklärungen
beantrag
t
e
sie lediglich in Bezug auf die Statusfrage (Urk. 1 S. 2, Urk. 12 S. 3).
4.2
Der Beschwerdegegnerin ist insofern beizupflichten (Urk. 8 S. 2), als
dass
einzig
gestützt auf
die Einschätzung
von med. pract.
C._
keine
abschliessende Beur
teilung der
Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin
möglich ist
.
Zum einen fehlen
in seinen Berichten
detaillierte Angaben zum psychischen Befund. So hielt er am 26. April 2018 einzig fest, die Beschwerdeführerin sei sowohl kognitiv als auch emotional und körperlich völlig energielos, so dass eine vollständige Dekompensation mit
Unbelastbarkeit
erfolge.
Zum anderen
attestierte er eine 50%ige Arbeitsfähigkeit in der zuletzt ausgeübten Tätigkeit, gab aber gleichzeitig an, die
bisherige Tätigkeit
sei eigentlich
«
zunehmen
d
reduzierter
»
zumutbar
(Urk. 9/25/2).
Sodann ging
er am 1
8.
März 2019 immer noch
von
eine
r
50%ige
n
Arbeitsfähigkeit in angestammter Tätigkeit
aus
,
und gab an
,
es müsse abgeklärt werden, ob eine Teilarbeitsfähigkeit von 50 %
a
n der jetzigen Arbeitsstelle über
haupt möglich sei
. Schliesslich warf er die Frage nach dem Vorliegen einer KPTBS auf und erklärte, eventuell sei ein Gutachten in dieser Hinsicht notwendig
(Urk. 9/49/2).
Damit brachte er selbst
zum Ausdruck
, dass er sich hinsichtlich der zu stellenden Diagnosen und deren Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit nicht sicher war. Weshalb die RAD-Ärztin gestützt auf
diese mit Unsicherheit behaf
teten Angaben
auf
eine KPTBS respektive eine Persönlichkeitsänderung nach Extrembelastung (ICD-10 F62.0)
schloss
, leuchtet daher nicht ohne Weiteres ein
(Urk. 9/55/6).
Widersprüchlich erscheint ferner, dass
die RAD-Ärztin
gemäss
definiertem Belastungsprofil
Tätigkeiten
ohne permanenten Zeit- und Termin
druck, bei geringem Publikumsverkehr und in einer wohlwollenden und kon
fliktarmen Arbeitsatmosphäre im Umfang von 50 %
als möglich erachtete, dann aber
eine gleich hohe Arbeitsfähigkeit
in
der angestammten Tätigkeit als Service
angestellte festhielt
(Urk. 9/55/6
f.
).
Es erscheint jedoch zumindest als fraglich, ob die
zuletzt ausgeübte Tätigkeit bei der
Y._
AG
im Gastronomie
bereich (Urk. 9/8/1) sowie d
ie
aktuell
e
Tätigkeit
bei der
A._
AG
im
Hotelleriebereich
(Urk. 9/53/1)
dem genannten Belastungsprofil
entsprechen
, zu
mal
zumindest
im Rahmen des ersten Betriebes
naturgemäss
wenigstens zeitweise
hoher Publikumsverkehr herrsch
en dürfte
.
Aus den Akten ergibt sich weiter, dass die Beschwerdeführerin in ihr
er Tätigkeit bei der
A._
AG
jeweils
zwölf
stündige Arbeitstage
zu absolvieren
hat
(Urk. 9/28)
. Auch diesbezüglich fragt es sich, ob
sich
dies
mit einer geregelten
Arbeitszeit
im Sinne des Belastungsprofils
vereinbaren l
ä
ss
t
.
Was den zeitlichen Verlauf
der Arbeitsfähigkeit
anbelangt, erschliesst sich nicht,
weshalb
die RAD-
Ärztin
eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit in angestammter und angepasster Arbeit
schon
ab dem 1. Juli 2017 attestierte
. M
ed. pract.
C._
hielt eine
solche
nämlich
erst ab
dem
1. August 2017
fest und Dr.
Z._
ab dem Zeitpunkt der psychiatrischen Beurteilung vom 13. Juli 2017
(Urk. 9/25/2
, Urk. 9/21/66
).
Widersprüchlich
ist
sodann,
dass
die RAD-Ärztin
an späterer Stelle
notierte, die
50%ige Arbeitsfähigkeit
gelte
ab Juli 2018 (Urk. 9/55/7).
Was schliesslich die psychiatrische Kurzbeurteilung durch Dr.
Z._
angeht, so ist darauf hinzuweisen, dass
diese
im Juli 2017 vorgenommen wurde und daher im Zeitpunkt der anspruchsverneinenden Verfügung
vom Oktober 2019
bereits
über
zwei Jahre zurücklag (Urk. 9/21/52, Urk. 2).
In der Zwischenzeit trat die Beschwerdeführerin insbesondere ihre neue Arbeitsstelle
bei der
A._
AG
an.
Ob es sich dabei um eine
angepasste
Tätigkeit handelt, konnte
Dr.
Z._
dementsprechend nicht beurteilen. Hinzu kommt, dass
er
prognostisch von einer Steigerung der Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit auf 80 % innert acht Wochen aus
ging
(Urk. 9/21/66),
was
sich offensichtlich nicht be
stätigte.
Auf seine Beurteilung kann daher ebenfalls nicht abgestellt werden.
Schliesslich ergibt sich aus den Akten, dass die Beschwerdeführerin im April 2018 eine schwere OSG-Distorsion rechts, danach im Juli 2018 eine
Chopart
-Distorsion mit
Prozessus
anterior
calcanei
-Absprengung links und im Oktober 2018 eine Zehenkontusion erlitt (Urk. 9/49/7). Med. pract.
C._
erwähnte im Zusammen
hang mit den genannten Verletzungen eine 100%ige Arbeitsfähigkeit vom 25. April bis 11. November 2018 (Urk. 9/49/2). Auf welche medizinischen Grund
lagen er sich dabei stützte, ist
aber
nicht bekannt. Zu erwähnen ist auch, dass er
Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie ist und daher auf seine Einschätzung aus somatischer Sicht nicht ohne Weiteres abgestellt werden kann.
Den Fach
personen der Eingliederungsberatung gegenüber erwähnte die Beschwerde
füh
rerin aber eine Arbeitsunfähigkeit aufgrund eines kaputten Fusses (Urk. 9/31/4), weshalb eine solche auch nicht ohne Weiteres verneint werden kann. D
er
Bericht der Universitätsklinik
D._
vom 3
0.
Oktober 2018 äussert sich
schliesslich
nicht zur Arbeitsfähigkeit, sondern erwähnte einzig einen Arbeitsversuch ab dem 11. November 2018 (Urk. 9/49/8).
4.3
Aus dem Gesagten ergibt sich, dass gestützt auf die aktuelle Aktenlage ein Rentenanspruch der Beschwerdeführerin
nicht beurteilt
werden kann
, da sich der rechtserhebliche Sachverhalt sowohl
in
psychischer als auch
in
somatischer
Hins
icht als ungenügend abgeklärt erweist
.
5.
5.1
Das Gericht kann die Angelegenheit zu neuer Entscheidung an die Vorinstanz zurückweisen,
besonders
wenn mit dem angefochtenen Entscheid nicht auf die Sache eingetreten oder der Sachverhalt ungenügend festgestellt wurde (§ 26 Abs. 1 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht, GSVGer). Gemäss stän
diger Rechtsprechung ist in der Regel von der Rückweisung – da diese das Ver
fahren verlängert und verteuert – abzusehen, wenn die Rechtsmittelinstanz den Prozess ohne wesentliche Weiterungen erledigen kann. In erster Linie kommt eine Rückweisung in Frage, wenn der Versicherungsträger auf ein Begehren überhaupt nicht eingetreten ist oder es ohne materielle Prüfung abgelehnt hat, wenn schwierige Ermessensentscheide zu
treffen sind, oder wenn der
ent
scheid
rele
vante
Sachverhalt ungenügend abgeklärt ist (vgl. Urteil des Bundesgerichts U 209/02 vom 10. September 2003 E. 5.2).
Bei ungenügenden Abklärungen durch den Versicherungsträger holt die Be
schwerdeinstanz im Regelfall ein Gerichtsgutachten ein, wenn sie einen (im Verwaltungsverfahren anderweitig erhobenen) medizinischen Sachverhalt über
haupt für gutachtlich abklärungsbedürftig hält oder wenn eine Administrativ
expertise in einem rechtserheblichen Punkt nicht beweiskräftig ist. Die betref
fende Beweiserhebung erfolgt alsdann vor der – anschliessend reformatorisch entscheidenden – Beschwerdeinstanz selber statt über eine Rückweisung an die Verwaltung. Eine Rückweisung an den Versicherungsträger bleibt hingegen mög
lich, wenn sie allein in der notwendigen Erhebung einer bisher vollständig ungeklärten Frage begründet ist. Ausserdem bleibt es dem kantonalen Gericht
(unter dem Aspekt der Verfahrensgarantien) unbenommen, eine Sache zurück
zuweisen, wenn lediglich eine Klarstellung, Präzisierung oder Ergänzung von gutachtlichen Ausführungen erforderlich ist (B
GE 137 V 210
E. 4.4.1.4 mit Hin
weisen; Urteil des Bundesgerichts 8C_815/2012 vom 21. Oktober 2013 E. 3.4, publiziert in SVR 1/2014 UV Nr. 2 S. 3)
.
5.2
Vorliegend steht die Rechtsprechung gemäss
Urteil des Bundesgerichts
8C_815/2012
und
BGE 137 V 210, wonach bei ungenügenden Abklärungen des medizinischen Sachverhalts durch den Versicherungsträger in der Regel ein Gerichtsgutachten einzuholen ist,
einer Rückweisung an die Beschwerdegegnerin nicht entgegen.
Diese Rechtsprechung
änderte
nichts an der gesetzlichen Ord
nung, wonach der Beweis über sozialversicherungsrechtliche Ansprüche primär auf der Stufe des Administrativverfahrens (vgl.
Art.
43 f. ATSG) und nicht im gerichtlichen Prozess geführt wird (vgl. BGE 137 V 210 E. 2.2.2 und 4.2). Wie das Bundesgericht festgestellt hat, litte die Rechtsstaatlichkeit der Versiche
rungs
durchführung empfindlich und wäre von einem Substanzverlust bedroht, wenn die Verwaltung von vornherein darauf bauen könnte, dass
ihre Arbeit ohnehin in jedem verfügungsweise abgeschlossenen Sozialversicherungsfall auf Beschwerde hin gleichsam gerichtlicher Nachbesserung unterläge (BGE 137 V 210 E. 4.2).
Die Beschwerdegegnerin hat sich vorliegend
weitgehend
darauf beschränkt, die Akten der Krankentaggeldversicherung
sowie
die
Berichte
des behandelnden
med.
pract.
C._
beizuziehen und diese dem RAD zur Stellungnahme zu unterbreiten.
Da auf diese
Berichte jedoch aus den dargelegten Gründen nicht abgestellt werden kann, handelt es sich bei der Frage nach der verwertbaren Arbeitsfähigkeit
der Beschwerdeführerin
um eine bisher vollständig ungeklärte Frage. Dasselbe gilt für die Statusfrage, hinsichtlich derer soweit ersichtlich überhaupt keine Abklä
rungen stattfanden
(vgl. Urk. 9/55/1 ff.)
.
Demnach ist die Sache an die Be
schwerdegegnerin zurückzuweisen, damit sie den Sachverhalt
in psychischer Hin
sicht –
unter Durchführung eines strukturierten Beweisverfahrens (vgl. E. 1.3) – sowie in somatischer Hinsicht
rechtsgenügend abklär
e
und anschliessend erneut über den Leistungsanspruch der Beschwerdeführerin entscheide. Dabei wird
sie
sich auch mit den Vorbringen der Beschwerdeführerin hinsichtlich der sozialver
sicherungsrechtlichen Qualifikation
(Urk. 1 S. 3 ff.) und de
s
Einkommensver
gleich
s
(Urk. 1 S. 6 f.) auseinanderzusetzen haben.
Die Beschwerde ist in diesem Sinne gutzuheissen.
6.
6.1
Gemäss Art. 69 Abs. 1
bis
IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um die Bewilligung oder die Verweigerung von Leistungen der Invalidenversicherung vor dem kantonalen Versicherungsgericht in Abweichung von Art. 61 lit. a ATSG kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensaufwand und unabhän
gig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.
--
festgelegt. Vor
liegend sind sie auf Fr.
7
00.-- festzusetzen.
Die Rückweisung an die Verwaltung gilt nach ständiger Rechtsprechung als vollständiges Obsiegen (BGE 137 V 57 E.
2.2), weshalb die Gerichtskosten der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen sind.
6.2
Nach
§
34
Abs.
1 GSVGer hat die obsiegende Beschwerde führende Person An
spruch auf Ersatz der Parteikosten. Diese werden ohne Rücksicht auf den Streit
wert nach der Bedeutung der Streitsache, der Schwierigkeit des Prozesses und dem Mass des Obsiegens bemessen (
§
34
Abs.
3 GSVGer).
Die
der
Beschwerde
führer
in
von der Beschwerdegegnerin auszurichtende Prozessentschädigung ist unter Berücksichtigung der genannten Kriterien
ermessensweise
auf
Fr.
2’
4
00.-- (inkl. Barauslagen und MWSt) festzusetzen.