# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** d22d43b2-be12-4b92-8fa0-5b6d6329a6ae
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2014
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** 

## Facts

Sachverhalt:
1.
Die 1963 geborene
und im Kanton Basel-Landschaft wohnhafte
X._
meldete sich am 15.
Februar 2008
bei der IV-Stelle Basel-Landschaft
zum Bezug von Leistungen der
Invalidenversicherung an (Urk.
8/61).
Mit Verfügung vom 24. Februar 2010 sprach
diese
der Versicherten rückwirkend ab 1. Januar 2008 eine ganze Rente und ab 1.
Juli 2008 eine
Viertelsrente
der Invalidenversiche
rung
zu (Urk.
8/41
).
Die von der AXA Stiftung Berufliche Vorsorge Winterthur dagegen
erhobene Beschwerde hiess das K
a
n
tonsgericht Basel-Landschaft mi
t Urteil vom 17.
Februar 2011 gut und hob die Verfügung der IV
Stelle Basel-Landschaft vom 2. September 2010 auf (Urk.
8/33).
Mit Verfügung der IV-Stelle Basel-Landschaft
vom 22.
November 2011 wurde die Versicherte zur Rückerstattung der ihr vom 1. Januar 2008 bis 31. August 2011
zu viel
ausbezahlten
Renten
betr
effnisse
von insgesamt Fr. 17‘932.30 ver
pflichtet (Urk. 8/25).
Diese
Verfügung blieb unangefochten.
Mit Eingabe vom 2
6.
bzw. 29. November 2011
ersuchte
die Beschwerdeführerin
die IV-Stelle Basel-Landschaft
um Erlass der
ihr auferlegten
Rückerstattung
s
verpflichtung
(Urk. 8/32 und Urk.
8/23)
. Das Gesuch
wurde mit
Verfügung der
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich,
IV-Stelle
,
vom 20.
August 2012
abgewiesen (Urk.
8/7
). Die dagegen gerichtete Einsprache vom
19.
September 2012
(Urk.
8/6) wies
dieselbe Stelle
mit Entscheid vom
31.
Oktober 2012 ab (Urk.
8/2
).
2.
Gegen den
Einsprache
e
ntscheid
der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle,
erhob die Versicherte mit Eingabe vom 29. November 2012
beim hiesigen Gericht
Beschwerde und beantragte,
dieser
sei
aufzuheben und
es sei
ihr die Rückerstattung
sforderung
zu erlassen (Urk. 1).
Die
Beschwerdegegne
rin
beantragte mit Beschwerdeantwort vom 22. Januar 2013 die Abweisung der Beschwerde (Urk.
7), was der Beschwerdeführerin am 25. Jan
uar 2013 mitgeteilt wurde (Urk.
9).
Der
Einzelrichter

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Strittig ist, ob der Beschwerdeführerin die ihr mit rechtskräftiger Verfügung vom 22. November 2011 auferlegte
Pflicht zur
Rückerstattung der vom 1. Januar 2008 bis 31. August 2011 unrechtmässig bezogenen Rentenleistungen
der Invalidenversicherung in der Höhe von insgesamt Fr. 17‘932.30 erlassen werden kann.
1.2
Da der Streitwert Fr. 20‘000.-- nicht übersteigt, fällt die Beurteilung der Beschwerde in die einzelrichterliche Zuständigkeit (§ 11 Abs. 1 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht [
GSVGer
]).
2.
2.1
Gemäss Art. 58 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des
Sozial
versicherungsrechts
(ATSG) ist für die Beurteilung von Beschwerden das Versicherungsgericht desjenigen Kantons zuständig, in dem d
ie versicherte Person oder der B
eschwerde
führende Dritte zur Zeit der Beschwerdeerhebung Wohnsitz hat. In Abweichung von Art. 58 Abs. 1 ATSG entscheidet
nach Art. 69 Abs. 1
lit
.
a des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) das Versicherungsgericht am Ort der IV-Stelle
über Beschwerden gegen Verfü
gungen der
kantonalen
IV-Stellen.
Die Zuständigkeit des hiesigen Gerichts zur Beurteilung der vorliegenden Beschwerde ist gestützt auf A
rt. 69 Abs. 1
lit
.
a IVG zu bejahen, da eine
von
der IV-Stelle Zürich
erlassene Verfügung
angefochten ist
(vgl. dazu etwa Urteil des Bundesgerichts 9C_65/2011 vom
5.
August 2011)
.
2.2
Die
örtliche
Zuständigkeit der IV-
Stellen bestimmt sich nach Art.
55 IVG. Danach ist in der Regel die IV-Stelle zuständig, in deren Kantonsgebiet die ver
sicherte Person im Zeitpunkt der Anmeldung ihren Wohnsitz hat.
Ein Erlassgesuch ist zu begründen und spätestens 30 Tage nach Eintritt der Rechts
kraft der Rückforderungsverfügung bei der Ausgleichskasse einzureichen (vgl. Art. 4 Abs. 4 der Verordnung über den Allgemeinen Teil des
Sozialversi
cherungsrechts
[ATSV]). In IV-Fällen ist das Erlassgesuch bei der IV
Stelle ein
zureichen (
Wegleitung des Bundesamtes für Sozialversicherung [BSV] über die Renten in der Eidgenössischen Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenversiche
rung [RWL], Stand 1. Januar 2014,
Rz
. 10719 f.).
Die Beschwerdeführerin hatte ihren Wohnsitz
sowohl
im Zeitpunkt der Anmel
dung
zum Leistungsbezug
am 15. Februar 2008
als auch im Zeitpunkt, als sie ihr Erlassgesuch stellte,
in
Y._
im Kanton Basel-Landschaft, weshalb die IV
Stelle Basel-Landschaft
örtlich
zuständig ist.
Die Beschwerdeführerin hat
ihr
Erlassgesuch korrekt bei der IV-Stelle Basel-Land
schaft eingereicht (
Urk. 8/32 und Urk. 8/23
).
Die IV-Stelle Zürich
war
zur Beurteilung des Anspruchs
daher
örtlich unzuständig.
Dementsprechend ist die Beschwerde in dem Sinne gutzuheissen, dass der
Ein
spracheentscheid
vom
31.
Oktober 2012
(Urk
.
2) wegen örtlicher Unzuständig
keit der
ihn entscheidenden Behörde
aufzuheben ist und die Akten nach Eintritt der Rechtskraft des vorliegenden Urteils an die zuständige IV
Stelle Basel-Landschaft zu überweisen sind
, damit diese
die Sache entscheide, respektive damit in ihrem Namen verfügt werde
.
3
.
3.1
Da es nicht um die Bewilligung oder die Verweigerung von Leistungen der Invali
denversicherung geht, ist das Verfahren
– abweichend von Art. 69 Abs. 1
bis
IVG – kostenlos (Art. 61
lit
. a ATSG
in Verbindung mit § 33 Abs. 1
GSVGer
).
3.2
Ausgangsgemäss ist
die Beschwerdegegnerin zu verpflichten, dem vertretenen Beschwerdeführer eine angemessene
Parteientschädigung
zu bezahlen
(Art. 61
lit
. g ATSG in Verbindung mit § 34 Abs. 1 und 3
GSVGer
)
.
Diese ist unter Berücksichtigung der Streitsache und der Schw
i
erigkeit des Prozesses auf Fr. 8
00
.--
(inklusive
Mehrwertsteuer und Barauslagen) fes
t
zusetzen
.
Der Einzelrichter
erkennt:
1.
Die Beschwerde wird in dem Sinne gut
ge
heissen, dass der
Einspracheentscheid
der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zü
rich, IV-Stelle,
vom 31. Oktober 2012
auf
gehoben wird.
Die Akten werden n
ach Eintritt der Rechtskraft dieses Entscheides an die IV-Stelle Basel-Land
schaft zum Entscheid überwiesen
.
2
.
Das Verfahren ist kostenlos.
3
.
Die Beschwerdegegnerin wird verpflichtet, der Beschwerdeführerin ein
e
Parteient
schädi
gung
von Fr
.
8
00
.--
(inkl. Barauslagen und
MWSt
)
zu bezahlen.
4
.
Zustellung gegen Empfangsschein an:
-
Advokat Erich
Züblin
-
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
-
Bundesamt für Sozialversicherungen
sowie
(nach Eintritt der Rechtskraft)
an
:
-
IV-Stelle Basel-Landschaft
, Hauptstrasse 109, 4102 Binningen
5
.