# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** b04a1dd2-b841-4f4f-abe2-850d7e1c1fbe
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2017
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
Die 1966 geborene X._, gelernte Betriebsassistentin
(PTT)
mit Weiterbildungen in den Bereichen Rechnungswesen und Personaladmini
stra
tio
n, war zuletzt als kauf
männische Mitarbeiterin im Finanz- und Rechnungswesen (50 %) bei der „Y._ ag“ tätig; letzter effektiver Arbeitstag war der 17. August 2015 (Urk. 10/13/1). Mit Datum vom 6. Oktober 2015 meldete sie sich unter Hinweis auf eine Depression bei der Eidgenössischen Invalidenversicherung zum Leis
tungsbezug an (Urk. 10/5). Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, zog einen Auszug aus dem Individuellen Konto (IK-Auszug vom 20. Oktober 2015, Urk. 10/10) sowie die Akten der Krankentaggeldversicherung (Urk. 10/17/1-12) bei und tätigte erwerbliche und medizinische Abklärungen. Mit Schreiben vom 12. Januar 2016 teilte sie der Versicherten mit, aus gesundheitlichen Gründen seien zurzeit keine beruflichen Eingliederungs
mass
nahmen möglich (Urk. 10/19). Im Hinblick auf das Rentenbegehren tätigte die IV-Stelle weitere Abklärungen und wies dieses nach durchgeführtem Vorbe
scheid
verfahren (Urk. 10/39 ff.) mit Verfügung vom 17. Oktober 2016 ab (Urk. 2).
2.
Dagegen erhob X._ am 17. November 2016 Beschwerde (Urk.1), welche sie innert der gerichtlich angesetzten Nachfrist (vgl. Verfügung vom 24. November 2016, Urk. 4) mit Eingabe vom 13. Dezember 2016 ergänzte und beantragte, die angefochtene Verfügung vom 17. Oktober 2016 sei aufzu
heben und ihr ab April 2016 eine ganze Rente auszurichten. Eventualiter sei die Sache zwecks weiteren Abklärungen an die IV-Stelle zurückzuweisen (Urk. 6). Ausserdem legte sie diverse Beilagen auf (Urk. 3/1-2, Urk. 7/1-4). Mit Beschwer
deantwort vom 30. Januar 2017 schloss die Beschwerdegegnerin auf Abweisung der Beschwerde (Urk. 9), was der Beschwerdeführerin am 1. Februar 2017 zur Kennt
nis gebracht wurde (Urk. 11). Mit Eingabe vom 15. März 2017 legitimierte sich Rechtsanwältin Dr. Elisabeth Glättli als Rechtsvertreterin der Beschwerde
führerin (Urk. 12, Urk. 13). Am 7. April 2017 (Eingangsdatum) reichte sie unauf
gefordert eine als „Replik“ bezeichnete ergänzende Stellungnahme zu den Akten
(Urk. 15). Das Doppel dieser Eingabe wurde der Beschwerdegegnerin am 10.
April 2017 zur Kenntnisnahme zugestellt (Urk. 16). Mit Eingabe vom 24. April 2017 teilte die Beschwerdegegnerin dem Gericht mit, auf das Einreichen einer Duplik zu verzichten (Urk. 17).
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit
(Art. 17 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG]). Sie kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung, [IVG]
)
.
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beein
trächtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verur
sachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommen
den ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesund
heitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie körperliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 8 ATSG bewirken.
Rechtsprechungsgemäss ist bei psy
chi
schen Beeinträchtigungen zu prüfen, ob ein seelische
s Leiden
mit Krank
heits
wert besteht, welche
s
die versicherte Person auch bei Aufbietung allen guten Willens daran hindert, ein rentenausschliessendes Erwerbseinkommen zu erzielen (Art. 7 Abs. 2 Satz 2 ATSG;
BGE 139 V 547
E. 5;
131 V 49
E. 1.2;
130
V 352
E. 2.2.1; vgl. Urteile des Bundesgerichtes 8C_614/2015 vom 15. Dezem
be
r 2015 E. 5
und 9C_125/2015 vom 18. November 2015 E.
5.4.
).
Die Annahme eines psychischen Gesundheitsschadens im Sinne von Art. 4 Abs. 1
IVG sowie Art. 3 Abs. 1 und Art. 6 ATSG setzt grundsätzlich eine lege artis auf
die Vorgaben eines anerkannten Klassifikationssystems abgestützte psychia
tri
sche
Diagnose voraus (vgl. BGE 130 V 396; Urteile des Bundesgerichts 8C_616/2014 vom 25. Februar
201
5
E. 5.3.3.3 und 9C_739/2014 vom 30. Novem
ber
2015 E. 3.2). Eine fachärztlich festgestellte psychische Krankheit ist jedoch nicht ohne weiteres gleichbedeutend mit dem Vorliegen einer Invalidität. In jedem Einzel
fall muss eine Beeinträchtigung der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit unabhängig von der Diagnose und grundsätzlich unbesehen der Ätiologie ausgewiesen und in ihrem Ausmass bestimmt sein. Es ist nach einem weitgehend objektivierten Massstab zu beurteilen, ob und inwiefern der versicherten Person trotz ihres Leidens die Verwertung ihrer Restarbeitsfähigkeit auf dem ihr nach ihren Fähig
keiten offen stehenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt noch sozial-praktisch zu
mut
bar und für die Gesellschaft tragbar sei (BGE 141 V 281 E. 3.7.3; 136 V 279 E. 3.2.1; BGE 127 V 294 E. 4c; vgl. Urteile des Bundesgerichtes 8C_614/2015 vom 15. Dezember 20
15 E. 5 und 8C_731/2015 vom 18.
April 2016 E. 4.1).
1.3
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine Vier
telsrente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine Dreiviertels
rente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (Art. 28 Abs. 2 IVG).
1.4
Das Sozialversicherungsgericht hat den Sachverhalt von Amtes wegen festzu
stellen und alle Beweismittel objektiv zu prüfen, unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden, ob sie eine zuverlässige Beurteilung des strittigen Leistungsanspruches gestatten. Insbesondere darf es beim Vor
lie
gen einander widersprechender medizinischer Berichte den Prozess nicht erledi
gen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt (ZAK 1986 S. 188 E. 2a). Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Gutach
tens ist im Lichte dieser Grundsätze entscheidend, ob es für die Beantwortung der gestellten Fragen umfassend ist, auf den erforderlichen allseitigen Untersuchungen beruht, die geklagten Beschwerden berücksichtigt und sich mit diesen sowie dem Verhalten der untersuchten Person auseinander setzt – was vor allem bei psychischen Fehlentwicklungen nötig ist –, in Kenntnis der und gegebenenfalls in Auseinandersetzung mit den Vorakten abgegeben worden ist, ob es in der Darlegung der medizinischen Zustände und Zusammenhänge ein
leuch
tet, ob die Schlussfolgerungen der medizinischen Experten in einer Weise begründet sind, dass die rechtsanwendende Person sie prüfend nachvollziehen kann, ob der Experte oder die Expertin nicht auszuräumende Unsicherheiten und Unklarheiten, welche die Beantwortung der Fragen erschweren oder verun
möglichen, gegebenenfalls deutlich macht (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c; Ulrich Meyer, Die Rechtspflege in der Sozialversi
che
rung, BJM 1989, S. 30 f.; derselbe in: Hermann Fredenhagen, Das ärztliche Gut
achten, 4. Auflage 2003, S. 24 f.).
2.
2.1
In der angefochtenen Verfügung erwog die Beschwerdegegnerin im Wesent
li
chen
, die Beschwerdeführerin habe zufolge einer schwierigen Situation am Arbeitsplatz und einer tagesklinischen Behandlung vom 4. Januar bis 22. April 2016 nicht arbeiten können. Damit sei eine längerdauernde Arbeitsunfähigkeit indes nicht ausgewiesen. Infolgedessen bestehe auch kein Leistungsanspruch (Urk. 2).
2.2
Dagegen wandte die Beschwerdeführerin im Wesentlichen ein, die Arbeitsun
fähig
keit sei nicht zufolge einer schwierigen Situation am Arbeitsplatz einge
treten. Vielmehr bestehe schon seit Jahren eine Depression. Im Nachgang eines Zusammenbruchs im Jahre 2012 habe sie nur noch zu 50 % arbeiten können. Seit dem 18. August 2015 sei sie gar zu 100 % arbeitsunfähig. Trotz wahrge
nommener Therapie habe sie ihre Arbeitsfähigkeit bisher nicht steigern können. Ihre zukünftige Arbeitsfähigkeit werde auf 20 – 40 % geschätzt (Urk. 6).
2.3
Mit Beschwerdeantwort vom 30. Januar 2017 führte die Beschwerdegegnerin ergänzend aus, es bestehe gestützt auf die vorliegende medizinische Aktenlage keine Diagnose mit einer dauerhaften Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit. Zu
nächst fielen Z-Kodierungen nicht unter den Begriff der invalidenver
siche
rungs
rechtlich erheblichen Gesundheitsbeeinträchtigungen. Sodann liege mit der diagnostizierten höchstens mittelgradig depressiven Störung unter Hinweis auf die höchstrichterliche Rechtsprechung keine rentenbegründende Invalidität vor; einerseits sei die erforderliche Schwere nicht erreicht, andererseits sei vorliegend nicht dargelegt, dass sämtliche Therapiemöglichkeiten ausgeschöpft worden seien (Urk. 9).
2.4
Mit Stellungnahme vom 6. April 2017 führte die Beschwerdeführerin im Wesent
lichen aus, sie sei seit 1996 zufolge ihrer depressiven Leiden in Behandlung. Ausserdem nehme sie seit 2012 täglich Antidepressiva ein und sei in neuerer Zeit von November 2013 bis Juni 2014 und ununterbrochen seit September 2015 in psychotherapeutischer Behandlung. Trotz einer zusätzlichen teilstatio
nä
ren Behandlung und einer Ergotherapie sei lediglich eine geringe Besserung eingetreten. Damit im Einklang werde sie auch künftig als nicht mehr als zu 50 % arbeitsfähig erachtet. Damit sei ein therapieresistenter Gesundheitsschaden ausgewiesen. Aufgrund der seit langem bestehenden 50%igen Arbeitsunfähig
keit und der seit August 2015 bestehenden 100%igen Arbeitsunfähigkeit habe sie Anspruch auf eine ganze Rente. Gegebenenfalls seien weitere fachärztliche Abklärungen zu tätigen (Urk. 15).
3.
3.1
Die medizinische Aktenlage stellt sich im Wesentlichen wie folgt dar:
3.2
Mit Bericht vom 6. November 2015 (Eingangsdatum) stellte die seit Mitte Septem
ber 2015 behandelnde Dr. med. Z._, Fachärztin FMH für Psychiatrie und Psychotherapie, folgende Diagnosen mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit (Urk. 10/14/6):
-
Anamnestisch rezidivierende depressive Störung, aktuell leicht- bis mittel
gradige Episode 1CD -10
F 33,0) seit mind. 4 Jahren
-
Anamnestisch
Zwangsgedanken (ICD-10 42 .0)
-
Verdacht auf kombinierte Persönlichkeitsstörung mit ängstlich vermei
den
den und abhängigen Zügen ( ICD10
:
F60.8)
Die Beschwerdeführerin
sei
nach eigenen Angaben
als unerwünschtes Kind ge
boren worden. Die Mutter
sei
meist überfordert
gewesen und sie (die Beschwer
de
führerin) habe
sich schon als Kind oft von Abwertungen durch die Mutter verletzt
gefühlt. B
is heute
fühle sie sich
nicht richtig akzeptiert.
Vor
sechs
Jahren
sei
ihr
Vater, welcher ihr immer näher
ge
stand
en habe,
verstorben. Daraufhin
sei sie in eine grosse Krise geraten. D
ie konflikthafte Beziehung zu
r
Mutter und Schwester
sei
mehr zum Tragen
gekommen und als Belastung erlebt wo
rde
n
.
Die Beschwerdeführerin habe
sich schon
als 20-jährige als „ lebens
müde“
und „seit der Kindheit
freudlos
“ beschrieben. Mit dem Partner sei sie seit
21 Jahren zusammen,
ohne Sexualität
,
es sei
mehr wie
eine Wohngemeinschaft;
jeder mache seine Dinge,
die F
erien
würden sie indes gemeinsam verbringen
. Trot
z mancher Schwierigkeiten hielten
be
ide an der Partnerschaft fest. E
ine
Trennung sei nicht vorstellbar, da sie sich ein Alleinleben nicht vorstellen könne
und der Partner f
ür sie Unterstützung bedeute.
Ihre Hobbies seien Wandern sowie Freiwilligenarbeit in der Psychiatrischen Klinik A._ (Urk. 10/14/7).
Weiter hielt Dr.
Z._
fest, die Beschwerdeführerin verfüge über in
ta
kte psychische Grundfunktionen.
Konzentration
s- und Aufmerksamkeits
fähig
keit
seien gut. Jedoch fühle sie sich
subj
ektiv oft zerstreut. Die
Stimmung
sei häufig traurig und resigniert und das Krankheitsgefühl stark. Die Beschwerdeführerin verspüre ausserdem eine starke Müdigkeit und verringerte Belastbarkeit. Ferner bestünden
Gedankenkreisen
sowie Sorgen und Ä
ngste wegen
ihrer Zukunft. Die Beschwerdeführerin sei s
elbst
unsicher
, traue sich wenig zu,
habe
sich nie akzep
tiert
gefühlt
von
ihrer
Mutter und Schwester
. Gleichzeitig bemühe sie
s
ich nun aber um die alte Mutter und
habe Angst vor dem Alleinleben (Urk. 10/14/7 f.).
Seit Sommer 201
5
sei die Beschwerdeführerin
durch den Hausarzt
zu 100 %
krankgeschrieben. Angesichts der kurzen Behandlungsdauer könne sie (Dr.
Z._
) keine abschliessende Prognose stellen. Es sei indes zu hoffen, dass sich die Beschwerdeführerin soweit erhole, dass sie künftig zu 40-50 % arbeits
fähig sei (Urk. 10/14/8).
3.3
Im Abklärungsbericht der
B._
vom 25. Juni
2014 diagnostizierte Dr. med. C._, Fachärztin FMH für Psychiatrie und Psychotherapie, (1) eine rezidivierende leichte depressive Episode (ICD-10:
F33.0), (2) Zwangsgedanken (ICD-10: F42.0) und (3) den Verdacht auf eine kom
bi
nierte Persönlichkeitsstörung (ängstlich vermeidend und dependent, ICD-10; F60.8, Urk. 10/15/6).
Die Beschwerdeführerin sei derzeit arbeitssuchend, jedoch aus Scham nicht beim
RAV gemeldet.
Positiv sei
jedoch
der anstehende Arbeitsbeginn in der Frei
willigenarbeit ab Juli
.
Im zuletzt ausgeübten Job habe sich gemobbt gefühlt. Vom Partner fühle sie sich teils unterstützt, teils aber auch unter Druck gesetzt. Als
Hobbies habe die Beschwerdeführerin Gartenarbeiten, Gitarre spielen und Beschäf
tigung mit Esoterik genannt. Zudem übe sie ein Mal wöchentlich Pilates aus und treffe sie sich ca. ein Mal im Monat mit Kollegen. Den Kontakt zur Mutter und zur Schwester habe sie vor zwei Jahren abgebrochen. Die aktuelle Problematik sei vor allem ein eigenartiger Gedankenzwang. So denke die Be
schwer
deführerin in Situationen zwanghaft daran, was ihr die Schwester sagen
würde; etwa, dass sie es nicht richtig mache, dass sie niemanden verletzen d
ürfe.
Dabei empfinde die Beschwerdeführerin Schuldgefühle und sei stark verunsi
chert
. Zudem leide sie an Durchschlafstörungen (Urk. 10/15/6).
Weiter notierte Dr. C._ eine erhaltene Schwingungsfähigkeit. Die Stimmung sei leicht gedrückt, der Antrieb unauffällig bei leicht erhöhter Redegeschwindig
keit. Die depressive Symptomatik erscheine aktuell eher milde ausgeprägt. Die beklagten Konzentrationsstörungen seien im Gespräch nicht objektivierbar gewesen. Die Beschwerdeführerin empfinde gegenüber der Familie gleichzeitig Schuldgefühle wegen des Kontaktabbruchs sowie deutliche Wutgefühle. Ausser
dem leide sie an Schamgefühlen und an der Angst vor Entwertung (Urk. 10/15/7).
3.4
Im Bericht des B._ zuhanden der Beschwerdegegnerin vom 5. Juli 2016 hielt Dr. med. D._, Fachärztin FMH für
Psychiatrie und Psychotherapie
, B._, (1) eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig leichte bis mittelgradige Episode (ICD-10: F33.1), und (2) akzentuierte dependent und ängstlich-vermei
dende Persönlichkeitszüge (ICD-10 Z73.1) fest (Urk. 10/33/1).
Die Beschwerdeführerin sei vom 14. Januar bis 22. April in der B._ teilstationär behandelt worden. Aktuell sei die Beschwerdeführerin
in der Freiwilligenarbeit tätig
. Bei
über weite Strecken erhaltener Alltags- und Arbeitsfunktionali
tä
t
be
stehe anamnestisch
eine reduzierte Belastbarkeit,
die sich in Antriebslosigkeit und
rascher Erschöpfbarkeit mit einherge
hender Infektanfälligkeit zeige. Sodann bestünden
affektive Schwankungen, wenig Lebensfreude, Schlafstörungen und eine verminderte Konzentrationsfähigkeit. Ferner
zeige sich
eine ausgeprägte Selbstwertproblematik mit ausgeprägter Neigung zu Perfektionismus und
der
Angst vor erneuten Mobbingerfahrungen im Arbeitsleben
. Die Beschwerde
füh
rerin sei
sehr unsicher
und leicht gehemmt im Kontakt und k
ognitiv grobkur
so
risch unauffällig im Gespräch. S
ubjektiv
sei die
Konzentration mittelgradig
ein
geschränkt (Lesen, Sudoku). Demgegenüber bestehe
keine Einschränkung der
Merk
fähigkeit (z.B. Merken von Terminen). Formalgedanklich bestehe eine starke
Grübelneigung mit leichter Einengung auf konflikthafte familiäre Beziehungen. Im Affekt
sei die Beschwerdeführerin reduziert schwingungsfähig, freud- und l
u
stlos und
empfinde
Insuffizienz- und Minderwertigkeitsgefühle mit überh
öh
ten Ansprüchen an sich selbst und der Befürchtung,
der Mutter
nicht alles recht zu machen, weshalb sie zu dieser
Distanz
halte
.
Weiter bestünden r
eduzierte Vitalgefühle,
eine
rasch
e
Erschöpfbarkeit, ein
leicht reduziert
er
Antrieb
, Durch
schlaf
störungen sowie i
ntermittierend
e Suizidgedanken. V
on
entsprechenden
Planungs-
und Handlungsabsichten
habe sie sich indes
glaubhaft distanzi
ert, ihre Spiritualität gebe der Beschwerdeführerin
die dafür nötige Kraft
.
Das tages
strukturierende Angebot
,
wie die Mögl
ichkeit zu Sozialkontakten, hätten
sich positiv ausgewirkt.
Die Beschwerdeführerin habe im Behandlungsverlauf mehr
Lebensfreude
verspürt
u
nd
Klarheit bezüglich ihrer aktuellen Belastbarkeit ge
wonnen
. Sie sei in verbessertem Zustand aus der tagesklinischen Betreuung aus
getreten (Urk. 10/33/2).
In beruflicher Hinsicht komme es betreffend
Planung und Strukt
urierung von Aufgaben gerne zu einer Ü
berforderung, da
die Beschwerdeführerin
die Grenzen ihrer Belastbarkeit aufgrund perfektionistischer Ansprüche nic
ht immer achtsam wahrnehmen könne
. Die beeinträchtigte Konze
ntrationsfähigkeit (Lesen falle
schwer, um den Inhalt erfassen
zu können, müsse
etwas öfter gelesen werden, Geräusche und Gespräche
in der Umgebung würden ablenken) wirke
sich leicht
verlangsamend aus. Flexibilität und Umstellungsfähigkeit würden ungünstig durch
mit Stress verbundene
r
innere
r Anspannung
beeinflusst.
Sodann wirke sich die s
oziale Angst aufgrund Abwertungserfahrungen und wiederholter Ab
leh
nung hemmend auf die Kontaktfähigkeit zu Dritten
, der
Selbst
be
haup
tungs
fähigkeit, der
Gruppenfähigkeit
so
wie Entscheidungs- und Urteilsfähigkeit aus. Die Durchhaltefähigkeit
sei
aufgrund rascher Erschöpfbarkeit und reduzie
rter Be
last
barkeit sicher mittel
gradig bis phasenweise schwer beeinträchtigt.
Zu
sammenfassend sei
eine zeitnahe und schr
ittweise aufbauende, mit einem 30%-Pensum
beginnende
,
berufliche Reintegration
in einer geräuscharmen und ü
ber
schaubaren Arbeitssituation
empfehlenswert
. Aufgrund
der raschen Erschöpf
bar
k
eit,
der
verminderte
n
Konzentration und erhöhter innerer Anspannung in
folge perfektionisti
scher Ansprüche an sich selbst sei
eine reduzierte Leistungs
fähigkeit zu erwarten. Eine dem Zustandsbild angepasste Balance von Belast
bar
keit und Berufstätigkeit und eine die persönliche Entwicklung befördernde ps
y
chotherapeutische Begleitung
liessen indes
eine gute Prognose hinsichtlich
einer zumindest teilweisen Wiedererlangung der Arbeitsfähigkeit zu (Urk. 10/33
/3 ff., vgl. auch Abschlussbericht des B._ vom 30. Juni 2016, Urk. 10/53/37 ff. = Urk. 7/3).
3.5
Dem Verlaufsbericht von
Dr. Z._
vom 3
1.
Mai 2016 ist im Wesent
lichen zu entnehmen, die depressive Symptomatik habe sich bezüglich des Stimm
ungstiefs sowie der Ängste, Lebensmüdigkeit und Konzentration im Rahmen des teilstationären Aufenthaltes in der psychiatrischen Tagesklinik verbessert. Ab Juni könne ein Wiedereingliederungsversuch möglichst im bishe
rigen Arbeitsfeld als Buchhalterin mit zunächst zwei halben Tagen möglich werden, sofern das psychische Befinden weiterhin stabil bleibe. Seit Austritt aus der Tagesklinik bestehe eine ambulante Gesprächstherapie 1-2 x wöchentlich. Daneben erfolgten eine Ergotherapie zur Verbesserung der Tagesstrukturierung,
Ressourcenförderung (Einzel- und Gruppentherapie) unter Einbezug des Partners
bei Bedarf sowie Weiterführung der medikamentösen Behandlung. Aufgrund der selbstunsicheren Persönlichkeitszüge und der damit verbundenen Schwie
rig
keiten sei sicher noch eine längerdauernde psychotherapeutische Behandlung angezeigt (
Urk.
10/25/4ff.).
3.6
Im beschwerdeweise eingereichten Bericht vom 13. Oktober 2016 (Urk. 7/4) diag
nostizierte der seit August 2016 behandelnde Dr. med. E._, Facharzt FMH für Psychiatrie und Psychotherapie, (1) eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode (ICD-10: F 33.1) und (2) den Verdacht auf
eine „andere spezifische Persönlichkeitsstörung“ (ICD-10: F 60.8). Seit Abschluss
der tagesklinischen Behandlung Ende April 2016 habe sich die psychische Stabilität leicht verbessert bei unveränderter, geringer psychischer Belastbarkeit. Die Beschwerdeführerin gerate schnell unter psychischen Druck und könne so die Aufgaben und Anforderungen, auch im zwischenmenschlichen Kontakt, nicht adäquat bedienen. Sie sei nach wie vor zu 100 % für sämtliche Tätigkeiten arbeitsunfähig. Die bisherigen Therapiemassnahmen (1-2x wöchentlich Verhal
tens
therapie, Ergotherapie, Pharmakotherapie) seien fortzusetzen, gegebenen
falls
unter Anpassung der Medikation.
4.
4.1
Aufgrund der insoweit kohärenten Aktenlage ist zunächst ausgewiesen und unbestritten, dass die Beschwerdeführerin an einer rezidivierenden, höchstens mittel
gradig depressiven Episode leidet. Dabei fällt auf, dass die behandelnde Dr. Z._ zwar jeweils eine leichte bis mittelgradige depressive Episode festhielt, gleichzeitig aber lediglich eine leichte depressive Episode nach Mass
gabe von ICD-10: F33.0 kodierte. Entsprechend hielt auch Dr. C._ fest, die depressive Symptomatik erscheine eher milde ausgeprägt. Für das Vorliegen einer lediglich leichten depressiven Störung spricht im Übrigen auch die
über weite Strecken erhaltene
Alltags- und Arbeitsfunktionalität
sowie das Aktivi
tätsniveau der Beschwerdeführerin (
Gartenarbeiten,
wandern,
Gitarre spielen
,
Beschäftigung mit Esoterik
, wöchentliches
Pilates
–Training und Freiwilligen
arbeit in der Psychiatrischen Klinik A._, vgl. E. 3.2, E. 3.3).
4.2
Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts
fallen leichte bis mittelgradige de
pressive Störungen, seien sie im Auftreten rezidivierend oder episodisch, einzig dann als invalidisierende Krankheiten in Betracht, wenn sie nach konse
quent und in kooperativer Weise optimal und nachhaltig durchgeführter The
rapie so
wie nach Ausschöpfung aller aus fachärztlicher Sicht indizierten zumut
baren
(ambulanten und stationären) Behandlungsmöglichkeiten erwiesener
massen the
ra
pieresistent sind (statt vieler: BGE 140 V 193 E. 3.3 mit Hinweis; BGE 140 V 193 E. 3.3; BGE 137 V 64 E. 5.2 mit Hinweis; vgl. Urteile des Bundesgerichts
9C_13/2016 vom 14. April 2016 E. 4.2 und 9C_89/2016 vom 12. Mai
2016 E.
4.1
).
Nur in einer solchen - seltenen, da nach gesicherter p
sychiatrischer Erfahrung Depres
sionen im Allgemeinen therapeutisch gut angehbar sind
–
ge
setzlich verlangten Konstellation ist den normativen Anforderungen des Art. 7 Abs. 2 zweiter Satz ATSG für eine objektivierende Betrachtungs- und Prüf
ungs
weise Genüge getan (BGE 141 V 281 E. 3.7.1 bis 3.7.3). Dabei gilt insbesondere eine leichte depressive Episode grundsätzlich nicht als geeignet, eine leistungs
spezifische Invalidität zu begründen (Urteil des Bundesgerichts 9C_337/2015 vom 7. April 2016 E. 4.4.1 mit weiteren Hinweisen).
In Anbetracht der guten Ansprechbarkeit auf die durchgeführten ambulanten
und teil
stationären
sowie pharmakotherapeutischen
Behandlungsmassnahmen (vgl.
E. 3.4, E. 3.5, E. 3.6
)
mitunter zwischenzeitlich gar vollständiger Remission (vgl. Urk. 10/15/7)
kann vorliegend von einer invalidisierenden Leidensresistenz
jedenfalls
nicht die Rede sein. Letzteres umso weniger bei wiederholter psychischer Dekompensation vor dem Hintergrund invaliditätsfremder Faktoren (
innerfamiliäre Belastungen durch das Ableben des Vaters sowie Konflikte mit der Mutter und Schwester, starke Belastungen am Arbeitsplatz, vgl. E. 3.2 ff., vgl. auch Urk. 10/15/2
).
En
-
tsprechend
kam denn auch Dr. D._ zum überzeugenden Schluss, eine
dem Zustandsbild angepasste Balance von Belastbarkeit und Berufstätigkeit
sowie
eine die persönliche Entwicklung befördernde psychotherapeutische Begleitung
würden
eine gute Prognose hinsichtlich einer Wiedererlangung der Arbeits
fähig
keit zu
lassen
(
E. 3.5
).
4.3
Mit Bezug auf
die diagnostizierten akzentuierten Persönlichkeitszüge
ist
zu
sammen mit der Beschwerdegegnerin
darauf hinzuweisen, dass die sog. Z-Diag
no
sen u.a. zur Klassifizierung von Umständen vorgesehen sind, die den Gesund
heits
zustand einer Person beeinflussen, an sich aber keine Krankheit oder Schädigung im IV-rechtlichen Sinne darstellen, da diese keine (anhaltende)
Arbeits
unfähigkeit begründen. Der seitens der behandelnden Dres.
Z._
und E._ erhobene Verdacht auf eine Persönlichkeitsstörung lässt eine nach
vollziehbare Begründung vermissen. Kommt hinzu, dass eine blosse Ver
dachts
diag
nose dem im Sozialversicherungsrecht massgeblichen Beweisgrad der über
wie
genden Wahrscheinlichkeit nicht standzuhalten vermag.
4.4
Aufgrund der beweiskräftigen medizinischen Aktenlage besteht – entgegen der Beschwerdeführerin
(vgl. Urk. 15 S. 6)
– auch kein weiterer Abklärungsbedarf (antizipierte Beweiswürdigung; vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_468/2007 vom
6.
Dezember 2006 E.2.2 mit Hinweisen).
4.5
Zusammenfassend ist mit dem im Sozialversicherungsrecht massgebenden Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit erstellt, dass es de
r
Be
schwer
de
führer
in
bei Aufbietung allen guten Willens (BGE 131 V 49 E. 1.2 mit Hin
weisen) und in Nachachtung des im Sozialversicherungsrecht allgemein gel
ten
den Grundsatzes der Schadenminderungspflicht zuzumuten ist,
ihre
psychi
schen Leiden zu überwinden und einer rentenausschliessenden Erwerbstätigkeit nachzu
gehen.
Die Beschwerde erweist sich damit als unbegründet und ist abzuweisen.
5
.
Die Kosten des Verfahrens sind auf Fr.
7
00.-- festzulegen und ausgangsge
mäss der
Beschwerdeführer
in aufzulegen
(Art. 69 Abs. 1
bis
IVG).