# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 16da606a-c097-452d-896f-3aeba81a870e
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2022
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
Der 1990 geborene
X._
ist iranis
cher Staats
angehöriger (Urk. 8
/
62-63
) und war vom 1. April 2018 bis zum 31. März 2020 in einem befristeten Arbeitsverhältnis bei der
Y._
als Doktorand am Lehr
stuhl Z._
angestellt (Urk. 8
/
91,
173
).
Seine Aufenthaltsbewilligung (
Aufenthaltsbewilligung B,
Ausbildung mit Erwerbstätig
keit) war bis am 31. März 2020 gültig (Urk.
8/64
). Da er die Prüfungen zur Auf
nahme ins
Doktorat
s
programm
der
Y._
nicht bestand, erfolgte ab 1. April 2020 keine Weiterbeschäftigung mehr durch die
Y._
(Urk.
8/39
, 47
).
Am 14. Februar 2020
meldete sich
X._
daher
beim Regionalen Arbeitsv
erm
ittlungszentrum, A._
, zur Arbeitsver
mittlung an (Urk.
8/172
) und beantragte am
19. Februar 2020 die Ausrichtung von Arbeitslosenentschädigung ab dem 1. April
2020 (Urk.
8/171
). Sein Gesuch v
om 10. Februar 2020 um Verlänge
rung
seiner Aufenthaltsbewilligung wies das Migrationsamt des Kantons Zürich mit Verfügung vom 16. Oktober 2020 ab und entzog einem allfälligen Rekurs die a
ufschiebende Wirkung (Urk. 8/51
). Dem hiergegen von
X._
am 11. November 2020 er
hobenen Rekurs wurde am 12. November 2020 die aufschiebende W
irkung wie
dererteilt (Urk. 8/52
).
Mit Verfügung vom 12. November 2020 verneinte das Amt für Wirtschaft und
Arbeit (nachfolgend: AWA) mangels gültiger Aufenthaltsbewilligung die Vermitt
lungsfähigkeit
von
X._
und damit einen An
spruch auf Arbeitslosenentschädi
gung ab 1. April 2020 (Urk. 8/3
). Dagegen erhob
X._
am 10. Deze
mber 2020 Einsprache (Urk. 8/4
), welches Verfahren mit Verfügung vom 3. Juni 2021 bis zur rechts
kräf
tigen Erledigung des
Rekursverfahrens
gegen die Verfügung des Migrations
amtes vom 16. Oktober 2020 betreffend Verl
ängerung der Aufenthaltsbewilli
gung
sistiert wurde (Urk. 8/14
).
Die hiergegen von
X._
am 16
. Juni 2021 erhobene
Beschwerde hiess das hiesige Gericht mit Urteil vom 3.
Dezember 2021 gut, indem es die Sistierung aufhob und die Fortführung des Verfahrens anordnete (Urk. 8/17). Mit
E
ntscheid vom 25. März 2022
wies
das AWA
die Einsprache von
X._
ab (Urk. 2).
Am 17. Juni 2021
war
der Rekurs von
X._
gegen den abweisenden Entscheid des Migrationsamtes abgewiesen und dem
Re
kurrenten
Frist zum Verlassen der Schweiz bis am 31. August 2021 angesetzt
worden
(Urk. 8/50).
Infolge dagegen erhobener Beschwerde ist dieses
V
erfahren
noch vor dem Verwaltungsgericht des Kantons Zürich hängig (vgl. Urk. 8/
25).
2.
Gegen den
Einspracheentscheid
des AWA vom 25. März 2022
erhob
X._
am 13. Mai 2022 Beschwerde und beantragte, die an
gefochtene Verfügung (recte:
Einspracheentscheid
) sei aufzuheben und es sei der Beschwerdegegner
anzuweisen, die Vermittlungsfähigkeit des Beschwerdeführers zu bejahen sowie die entsprechenden Leistungen auszurichten. In prozessualer Hinsicht ersuchte der Beschwerdeführer um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege
und Bestellung von Rechtsanwältin
MLaw
Lisa
Rudin
zur unentgelt
lichen Rechtsvertreterin
(Urk. 1).
Mit Beschwerdeantwort vom 1. Juni 2022 schloss der Beschwerdegegner auf Abweisung der Beschwerde (Urk. 7), was dem Beschwerdeführer am 28. Juni 2022 angezeigt wurde (Urk. 12).
Am 6. Juli 2022 reichte Rechtsanwältin
Rudin
ihre Honorarnote ein (Urk. 13 und 14).
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Für den Anspruch auf Arbeitslosenentschädigun
g ist
gemäss
Art. 8 Abs. 1
lit
.
c
des
Bundesgesetzes über die obligatorische Arbeitslosenversicherung und die In
sol
venzentschädigung (AVIG)
unter anderem Voraussetzung, dass die versicherte Person in der Schweiz wohnt.
Gemäss
Art. 12 A
VIG, welcher Art. 8 Abs. 1
lit
.
c AVIG für Ausländer ohne Niederlassungsbewilligung konkretisiert, gelten diese - abweichend von Art.
23 ff. des
Schweizerischen Zivilgesetzbuches (ZGB)
und
Art.
13 des
Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungs
rechts (ATSG)
- als in der Schweiz wohnend, solange sie sich auf Grund einer Auf
enthaltsbewilligung zur Erwerbstätigkeit o
der einer Saisonbewilligung tatsäch
lic
h in der Schweiz aufhalten. Fü
r Ausländer ohne Niederlassungsbewilli
gung enthält der Begriff des Wohnens somit e
in zusätzliches, fremdenpolizei
liches Element (Urteil des Bundesgerichts 8C_581/2018 vom 25. Januar 2019 E. 2.2.1 mit Hin
weisen).
1.2
Eine weitere gesetzliche Voraussetzu
ng für den Anspruch auf Arbeitslosen
ent
schädigung ist die Vermittlungsfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
lit
. f AVIG). Ein Arbeits
loser ist vermittlungsfähig, wenn er bereit, in der Lage und berechtigt ist, eine zumutbare Arbeit anzunehmen (Art. 15 Abs. 1 AVIG). Somit gehören zur Ver
mittlungsfähigkeit nicht nur die Arbeit
sfähigkeit und die Vermittlungs
bereit
schaft, sondern auch die Arbeitsberechtigung. Wenn und solange keine Arbeits
berechtigung besteht, fehlt es auch an der Vermittlungsfähigkeit des Versicherten und damit an seiner Anspruchsberechtigung. Ausländer ohne Niederlassungsbe
willigung müssen grundsätzlich über eine Arbeitsbewilligung verfügen oder mit einer solchen rechnen können, falls sie eine zumutbare Arbeitsstelle finden (Urteil 8C_581/2018 E. 2.2.1 mit Hinweisen).
1.3
Im Rahmen der Prüfung der Vermittlungsfähigkeit st
ellt die Frage nach der Arbeits
berechtigung ausländischer Staatsangehöriger eine Vorfrage dar. Sie beur
teilt sich aufgrund einer individuell-konkreten und nicht einer generell-abstrak
ten Betrachtungsweise, wobei im konkreten Einzelfall zu entscheiden ist, ob der Ausländer über eine Arbeitsbewilligung verfügt oder mit einer solchen rechnen kann. Die Vermittlungsfähigkeit beurteilt sich prospektiv, somit von jenem Zeit
punkt aus und auf der Basis der tatsächlichen Verhältnisse, wie sie bis zum Erlass des
Einspracheentscheides
gegeben waren (BGE 120 V 385 E. 2 und Urteil des Bundesgerichts 8C_581/2018 vom 25. Januar 2019 E. 2.2.2 je mit Hinweisen).
1.4
1.4.1
Das Bundesgesetz über die Ausländerinnen und Ausländer und über die Integra
tion (AIG) regelt unter anderem den Aufenthalt von Ausländern in der Schweiz. In den Art. 18-29a des Gesetzes werden die Voraussetzungen für eine Zulassung zu einem Aufenthalt mit Erwerbstätigkeit genannt.
Gemäss
dem in Art. 21 Abs. 1 AIG geregelten Inländervorrang darf eine Zulassung zu einem Aufenthalt mit Erwerbstätigkeit nur erfolgen, wenn nachgewiesen wird, dass keine dafür geeig
neten inländischen Arbeitnehmer oder Angehörige von Staaten, mit denen ein Freizügigkeitsabkommen abgeschlossen wurde, gefunden werden können (vgl. dazu auch Art. 20
der Verordnung über Zulassung, Aufenthalt und Erwerbstätig
keit [VZAE])
.
Eine Ausnahme sieht Art. 21 Abs. 3 AIG für Ausländer mit Schwei
zer Hochschulabschluss vor, welche in Abweichung von Abs. 1 zur Aus
übung einer Erwerbstätigkeit zugelassen werden können, wenn diese von hohem wis
senschaftlichem oder wirtschaftlichem Interesse ist.
Sie werden für eine Dauer von sechs Monaten nach dem Abschluss ihrer Aus- oder Weiterbildung in der Schweiz vorläufig zugelassen, um eine entsprechende Erwerbstätigkeit zu finden.
In diesen Fällen entfällt der
arbeitgeberseitige Nachweis erfolgloser Rekrutierungs
bemühungen in der Schweiz
oder in der EU/EFTA.
1.4.2
Von den Zulassungsvoraussetzungen (Art. 18-29
a AIG
) kann unter anderem
auch
abgewichen werden, um schwerwiegenden persönlichen Härtefällen oder wichti
gen öffentlichen Interessen Rechnung zu tragen (Ar
t.
30 Abs. 1
lit
. b
AIG
).
Die Annahme eines schwerwiegenden persönlichen Härtefalls
setzt voraus, dass sich die be
troffene Person in einer persönlichen Notlage befindet. Z
udem müssen ihre Lebens- und Da
seinsbedingungen gemessen am durchschnittlichen Schicksal von anderen ausländischen Personen in gesteigertem Mass in Frage gestellt sein. Ge
prüft wird, ob es der ausländischen Person in persönlicher, wirtschaftlicher und sozialer Hinsicht zuzumuten ist, in ihre Heimat zurückzukehren und sich dort aufzuhalten. Zu diesem Zweck ist ihre zukünftige Situation im Ausland ihren persönlichen Verhältnissen in der Schweiz gegenüberzustellen. Die
Härtefallre-
gelung
bezweckt nicht den Schutz vor kriegerischen Ereignissen und staatlichen Übergriffen oder ähnlichen Situationen, die den Vollzug der Wegweisung unzu
lässig, unzumutbar oder unmöglich machen und die Prüfung der vorläufigen Aufnahme zur Folge hat
.
Gemäss bisheriger Praxis des Bundesgerichts sind bei der Beurteilung von Härtefällen die Gesamtumstände des Einzelfalles zu berück
sichtigen. Die Prüfung des Einzelfalles soll die ganze Sachlage erfassen und alle Aspekte berücksichtige
n, welche für oder gegen die An
nahme eines persönlichen Härtefalls sprechen (BGE 124
II 110,
BGE 128 II 200
;
vgl.
Weisungen und Erläu
terungen Ausländerbereich des Staatssekretariats für Migration, Stand: 1. Juli 2022, Ziff. 5
.6), wobei die Ausländerbehörden die Voraussetzungen zur Anerken
nung eines Härtefalls
in Anbetracht des öffentlichen Interesses
an einer restrikti
ven Einwanderungspolitik
streng handhaben dürfen (BGE 137 II 1 E. 4.1).
2.
2.1
Der Beschwerdegegner verneinte die Vermittlungsfähigkeit des Beschwerdefüh
rers mit der Begründung, dieser könne nicht mit überwiegender Wahrscheinlich
keit mit der Verlängerung seiner Aufenthaltsbewilligung rechnen. Darüber hinaus könne er in Anbetracht des Inländervorranges auch nicht mit der Erteilung einer Arbeitsbewilligung rechnen, zumal bis zum heutigen Zeitpunkt noch kein einzi
ger Arbeitgeber ein entsprechendes Gesuch eingereicht habe
. Mangels Hochschul
abschluss
es
in der Schweiz bestehe sodann kein erleichterter Zugang zum Schweizer Arbeitsmarkt
(Urk. 2).
2.2
Dem hält der Beschwerdeführer insbesondere entgegen, er sei während des hän
gigen ausländerrechtlichen Verfahrens stets zur Erwerbs
tätigkeit
berechtigt ge
wesen, wobei er - anders als ein Doktorand aus einem Drittstaat - irgendeine Arbeit hätte annehmen können.
Es könne nicht davon ausgegangen werden, dass die von ihm vorgebrachten Gründe für eine Verlängerung der Aufenthaltsbewil
ligung von vorneherein aussichtslos seien, habe die zuständige
Rekursabteilung
die aufschiebende Wirkung doch wiederhergestellt und ihm während des hängi
gen Verfahrens den Aufenthalt erlaubt.
Sodann stehe auch eine Bewilligungsver
längerung gestützt auf einen Härtefall in Frage.
Bei einer Bejahung eines Anspruchs gestützt auf diese Grundlage würden weder Kontingente noch Inlän
der
vorrang gelten. Mithin sei er so zu behandeln wie jede andere Person auch, wel
che sich im Verlängerungsverfahren bezüglich Aufenthaltsbewilligung be
finde und währenddessen einer Erwerbstätigkeit nachgehen dürfe und entspre
chend vermittlungsfähig sei (Urk. 1).
3.
3.1
Der Beschwerdeführer
, der den Bachelor- und Masterabschluss im Iran machte (Urk. 8/60),
war bis am 31. März 2020 als Doktorand an der
Y._
beschäf
tigt und verfügte zu diesem Zweck über eine Aufenthaltsbewilligung B «Ausbil
dung mit Erwerbstätigkeit» (Urk. 8/
64). Nachdem er die zur Aufnahme ins
Dok
torat
s
programm
nötigen Prüfungen nicht bestanden hatte, erfolgte ab dem 1. Ap
ril 2020 keine Weiterbeschäftigung mehr (Urk. 8/39).
Innert hierfür
bis
zum 13.
August 2020 angesetzter
Frist (Urk. 8/45)
gelang es ihm auch nicht,
eine neue Dissertationsleitung zu finden (
Rekursentscheid
vom 17. Juni 2021,
Urk. 8/50 S.
5
;
Urk. 8/53 S. 5)
, weshalb er im September 20
20 ein neues Studium an der B._
ergriff (Urk. 8/50 S. 6).
Die für den Februar 2021 angesetzten Prüfungen konnte
der seit Februar 2019
in
der p
s
ychiatrischen Klinik C._
in Behand
lung stehende (Urk. 8/53 S. 3
, 8/54
)
Beschwerdeführer
derweil aus ge
sundheitlichen Gründen
nicht absolvieren (Urk. 8/50 S. 7).
Gestützt auf diese
Gegebenheiten
schloss die zuständige
Rekursabteilung
,
der Zweck
des
A
ufenthalt
s
des Beschwerdeführers
sei erreicht. Dass
er
das (neu auf
genommene) Masterstudium innerhalb nützlicher Frist ablegen werde
, sei nicht zu erwarten und ein
Wille
,
die Schweiz nach Abschluss der Ausbildung wieder zu verlassen, sei nicht erkennbar.
Vielmehr würden die Umstände darauf hinwei
sen, dass
er
nicht (mehr) primär den Abschluss seines Studiums anstrebe
,
sondern mittels Ausdehnung seiner Studienzeit versuche, seinen dauerhaften Aufenthalt in der Schweiz zu sichern.
Die Voraussetzungen zur
Verlängerung der Aufent
haltsbewilligung zu Ausbildungszwecken nach Art. 27 AIG sah die
Rekursabtei
lung
daher
als
nicht
(mehr) erfüllt
(Urk. 8/50 S
.
7).
Zur Frage des Vorliegens eines Härtefalls wurde im
Rekursentscheid
unter anderem
ausgeführt, der
Rekurrent
habe bis ins Erwachsenenalter im Iran gelebt und verfüge dort mutmasslich noch über ein soziales Netzwerk. In der Schweiz lebe er erst seit April 2018, beruflich beziehungsweise universitär habe er sich nicht erfolgreich integrieren können und seine Deutsch-Kenntnisse würden das Niveau B1 nicht erreichen. Zudem sei ihm bei der Einreise bekannt gewesen, dass sein Aufenthalt einzig zu Studien
zwecken bewilligt worden und er nach Abschluss gehalten sei, die Schweiz wieder zu verlassen.
Schliesslich habe er bereits vor seiner Einreise in die Schweiz an der psychischen Erkrankung gelitt
en, welche hierzulande gar
exaz
erbiert
sei. Der Iran verfüge über gute medizinische Einrichtungen, welche eine adäquate B
ehandlung gewährleisteten; in den Städten sei die medizinische Versor
g
ung
,
auch von psy
chisch erkrankten Menschen
,
von guter Qualität. Insgesamt spreche damit nichts dagegen, dass der
Rekurrent
für die Behandlung seiner Beschwerden die im Iran vorhandene
, kostenfreie
Versorgung in Anspruch
nehmen könne. Mithin liege
kein
schwerwiegender persönlicher Härtefall im Sine von Art. 30 Abs. 1
lit
. b AIG in Verbindung mit Art. 31 VZAE vor
. Eine andere Rechtsgrundlage, die es
dem Beschwerdeführer
erlauben würde sich weiterhin in der Schweiz aufzuhalten, sei nicht ersichtlich (Urk. 8/50 S. 7-9).
3.2
Es trifft zwar zu, dass der Beschwerdeführer während des nach wie vor hängigen Verfahrens hinsichtlich Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung zur Aus- und Weiterbildung in der Schweiz aufenthaltsberechtigt ist (Urk. 8/25
, Urk. 8/11
).
So
weit er hingegen dafürhält, er dürfe - anders als ein Doktorand - irgendeine Tä
tigkeit ergreifen, weshalb die Vermittlungsfähigkeit zu bejahen sei (Urk. 1 S
.
7), geht sein Einwand fehl. Seine Aufenthaltsberechtigung als Doktorand stütz
t
e sich auf Art. 40 VZAE
. Eine Erwerbstätigkeit war ihm damit zwar ausserhalb der Kon
tingentierung
,
aber lediglich im Rahmen des Doktorates gestattet (Urk. 8/29).
Dass sich hieran mit der Wiederherstellung der aufschiebenden Wirkung im Rahmen des
Rekursverfahrens
nichts geändert hat, blieb dem Beschwerdeführer denn auch nicht verborgen (vgl. dessen Eingabe vom 21. Mai 2021, wonach das Ziel der aufschiebenden Wirkung darin bestehe, den
Rekurrenten
in der gleichen Situation zu belassen, wie wenn seine Bewilligung weiterhin gültig wäre, U
rk.
8/9).
Zur Ausübung irgendwelcher Tätigkeit ausserhalb
des
genannten
wissenschaftlichen Bereichs bedarf der B
eschwerdeführer demzufolge
einer Bewilligung der Arbeits
behörde, wobei
sowohl
der Inlä
ndervorrang (Art.
21
Abs.
1
AIG)
als auch die Kontingentierung (Art.
20 AIG) zu beachten sind (Urk.
8/28-29
, E. 1.4.1
). Nach
dem das Ausländergesetz erst bei der konkreten Anstellung respektive dem Stel
lenantritt einen Inländervorrang vorsieht und die Zulassung zu einer unselbstän
digen Erwerbstätigkeit erst zu diesem Zeitpunkt den Nachweis voraussetzt (Urteil des Bundesgerichts
8C_479/2011 vom 10.
Februar 2012 E
.
3.2.2
), hat der Be
schwerdeführer keinen Anspruch auf Zulassung zu einer Erwerbstätigkeit in der Schweiz, was sich denn auch aus der Mitteilung des AWA, Abteilung Arbeitsbe
willigungen, ergibt (U
rk.
8/24 S. 3).
Ohnehin wäre ein Gesuch eines potentiellen Arbeitgebers unerlässlich, weshalb der Beschwerdeführer - entgegen seinem Da
fürhalten - nicht mit einer (neuen) Arbeitsbewilligung rechnen konnte (vgl. auch
E-Mail vom 21. Dezember 2021 des AWA, Abteilung Arbeitsbewilligungen,
Urk.
8/24 S. 1).
Im Übrigen wurde nach Lage der Akten ein solches Gesuch
bislang noch nie gestellt (Urk.
8/
24 S.
3
)
; vielmehr waren diverse Stellenabsagen
den An
gaben des RAV zufolge
mit dem Inländervorrang begründet (vgl. Eintrag vom
22.
Oktober und 10. Dezember 2021
im Prozessorientierten Beratungsprotokoll
, Urk. 8/88 S. 2-3).
Schliesslich fällt die
Anwendung von Art. 21 Abs.
3
AlG
, wel
che für Ausländer mit Schweizer Hochschulabschluss eine erleichtere Zulassun
g
zum Arbeitsmarkt vorsieht (E.
1.4.1), mit Blick
auf die aktuellen Umstände (E.
3.1) ausser Betracht.
Soweit sich der Beschwerdeführer auf das Urte
il des Bundesgerichts 2C_490/202
0 vom 23.
November 2020 beruft, vermag er nichts für sich zu gewinnen,
ist seine Situation doch nicht mit jener im ge
nannten Urteil zu vergleichen, wo sich der Beschwerdeführer in vertretbarer Weise auf einen Aufenthaltsanspruch berufen konnte und mutmasslich gestützt auf das FZA zum Aufenthalt in der Schweiz sowie zur Ausübung einer Erwerbs
tätigkeit berechtigt war,
und wurde ihm - im Unt
erschied zum angerufenen Ur
teil
- die Aufnahme einer Erwerbstätigkeit nicht verboten.
Wäre d
er Beschwerde
füh
rer, wie er nun
mehr beschwerdeweise
unterstellt
,
berechtigt
,
ohne weitere Voraussetzung
irgendeine Arbeit anzunehmen,
verkäme
das öffent
liche Interesse
an einer restriktiven Einwanderungspolitik im Rahmen von Rechtsmittelverfah
ren zur Makulatur. Davon, dass er voraussetzungslos jede Ar
beit annehmen dürfte, ging der Beschwerdeführer in seinem Schreiben vo
m 21.
Mai 2021 denn offenkundig auch selber nicht aus (Urk. 8/9).
Sodann
geht
auch
der Vorwurf des Beschwerdeführers, es liege eine
Verletzung des Diskrimi
nierungsverbots
vor,
fehl
,
ist doch die von ihm skizzierte Konstellation nicht mit seiner eigenen Situa
tion, wonach
ihm das Ausüben einer Erwerbstätigkeit ohne Kontingent lediglich im Rahmen des D
oktorates gestattet war
, vergleichbar.
Schliesslich vermag nichts zu ändern, dass er während der Tätigkeit als Dokto
rand Beiträge an die Arbeits
losen
versicherung
entrichtet hat. Wollen beitrags
pflichtige Personen Leistungen der Arbeitslosenversicherung beziehen, müssen sämtliche
Anspruchsv
orausset
zungen erfüllt sein,
was
vorliegend
hinsichtlich
Vermittlungsfähigkeit
nicht gegeben ist
.
3.3
Entgegen der Auffassung des Beschwerdeführers
mangelt es den Akten an Hin
weisen dafür, dass er
mit einer Bewilligungsverlängerung gestützt auf einen Här
tefall
rechnen könnte
.
Aus
dem
Rekursentscheid
vom
17.
J
uni 2021 ergibt sich im Gegenteil, dass die Voraussetzungen des Art. 30 Abs. 1
lit
. b AIG nicht erfüllt sind (E. 3.1).
Neue Beweismittel oder Vorbringen, welche zu einem anderen Ent
scheid Anlass geben könnten, sind nicht aktenkundig und wurden vom Be
schwerdeführer im vorliegenden Beschwerdeverfahren nicht benannt
geschweige denn substantiiert
.
Es kommt hinzu, dass der Beschwerdeführer - soweit ersicht
lich - vom Stellen eines entsprechenden Gesuchs bislang abgesehen hat (Urk. 8/
37 S. 2, 8/
38).
3.4
Zusammenfassend ist der Beschwerdeführer zwar berechtigt, sich während dem hängigen ausländerrechtlichen Verfahre
n in der Schweiz aufzuhalten
(vgl. Art. 59 Abs. 2 VZAE)
. Mit
der Erteilung einer
Arbeitsbewilligung
konnte er
aus
prospektiver Sicht
indessen ebenso wenig
rechnen wie mit der Bejahung
eines Härtefalls
. Angesicht dessen erweist sich der angefochtene Entscheid, wonach die Vermittlungsfähigkeit des Beschwerdeführers ab 1. April 2020 zu verneinen ist und es an einem Anspruch auf Arbeitslosenentschädigung demzufolge mangelt, als rechtens.
Dies führt zur Abweisung der Beschwerde.
4.
4.1
Der Beschwerdeführer ersuchte mit Beschwerde vom 13. Mai 2022 um Gewäh
rung der unentgeltlichen Rechtspflege und Bestellung von Rechtanwältin Lisa
Rudin
zur unentgeltlichen Rechtsvertreterin (Urk. 1 S. 2).
4.2
Gemäss § 16 Abs.
1 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht (
GSVGer
) wird einer Partei, der die nötigen Mittel fehlen und deren Begehren nicht aus
sichtslos erscheint, auf Gesuch eine unentgeltliche Rechtsvertretung bestellt, wenn sie nicht in der Lage ist, ihre Rechte im Verfahren selbst zu wahren (Abs. 2).
Als aussichtslos sind nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung Begehren an
zusehen, bei denen die Gewinnaussichten beträchtlich geringer sind als die Ver
lustgefahren und die deshalb kaum als ernsthaft bezeichnet werden können. Da
gegen gilt ein Begehren nicht als aussichtslos, wenn sich Gewinnaussichten und Verlustgefahren ungefähr die Waage halten oder jene nur wenig geringer sind als diese. Massgebend ist, ob eine Partei, die über die nötigen finanziellen Mittel verfügt, sich bei vernünftiger Überlegung zu einem Prozess entschliessen würde; eine Partei soll einen Prozess, den sie auf eigene Rechnung und Gefahr nicht führen würde, nicht deshalb anstrengen können, weil er sie nichts kostet. Ob im Einzelfall genügende Erfolgsaussichten bestehen, beurteilt sich aufgrund einer vorläufigen und summarischen Prüfung der Prozessaussichten, wobei die Ver
hältnisse im Zeitpunkt der Einreichung des Gesuchs massgebend sind (BGE 142 III 138 E. 5.1 mit Hinweisen).
4.3
Im
Rekursentscheid
vom 17. Juni 2021 sind die Rechtsbegehren des Beschwerde
führers angesichts der klaren Sach- und Rechtslage als offensichtlich aussichtslos bezeichnet worden (Urk. 8/50 S. 10)
. Das hat im vorliegende
n Verfahren umso mehr zu gelten
als der Beschwerdegegner
bloss vorfrageweise
zu prüfen hatte, ob der Beschwerdeführer mit einer Aufenthaltsbewilligung beziehungsweise deren Verlängerung sowie mit einer Ar
beitsberechtigung rechnen kann.
Das ist nach dem Dargelegten
offenkundig
zu verneinen, weshalb die Gewinn
aussichten als beträchtlich geringer als die Verlustgefahren
zu betrachten sind
und das Begehren des Beschwerdeführers damit kaum al
s ernsthaft zu bezeichnen ist. Deme
ntsprechend ist seine Beschwerde als offensichtlich aussichtslos anzuse
hen und das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen
Rechtspflege zufolge Aussichts
losigkeit abzuweisen.