# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** eae312c8-e0b4-4abd-9d11-a62cecc3a5fc
**Court:** GR_KG
**Chamber:** GR_KG_006
**Year:** 2019
**Language:** de
**Jurisdiction:** GR / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

I. Sachverhalt
A. Am 18. September 2018 machte das Sozialamt Graubünden eine Gefährdungsmeldung über X._, weil sich ihr Realitätsempfinden besorgniserregend verschlechtert habe und ihr eine Wohnungsausweisung drohe. Daraufhin eröffnete die KESB Nordbünden (KESB) am 20. September 2018 ein Abklärungsverfahren.
B. Am 28. September 2019 fand ein Austausch zwischen der KESB und X._ statt. Dabei nahm letztgenannte unrealistische Haltungen bezüglich der jetzigen Wohnsituation und ihrer Finanzen ein, erklärte sich aber mit der Einsetzung eines Vertretungsbeistandes einverstanden, da sie einsah, Hilfe zu benötigen.
C. Mit E-Mail vom 2. Oktober 2018 informierte A._, Mitarbeiterin der Bergschule B._, wo X._ Tochter C._ untergebracht ist, die KESB über das Verhalten von X._. So habe sie beispielsweise mitten in der Nacht vom 25. August auf den 26. August 2018 auf drei verschiedene Telefonnummern der Bergschule B._ angerufen und habe "hysterisch gewirkt und laut gebrüllt". Als sie am nächsten Tag darauf angesprochen worden sei, habe sie ausgeführt, sie habe nur mit ihrer Tochter sprechen zu wollen.
D. D._, ehemalige Arbeitgeberin von X._, informierte die KESB am 9. Oktober 2018, sie habe das Arbeitsverhältnis mit X._, welche als Tagesmutter für ihre Kinder gearbeitet habe, auflösen müssen, da dieser ein Wohnungsverlust drohe und der Strom bereits abgestellt worden sei. Sie machte zudem eine Gefährdungsmeldung, da X._ Unterstützung benötige. Auch sorge sie sich um die Tochter ihrer ehemaligen Arbeitnehmerin, da die ältere Tochter seit einiger Zeit bei Mormonen lebe.
E. Am 9. Oktober 2018 erschien X._ verzweifelt bei der KESB, weil sie aus ihrer Wohnung ausgewiesen worden sei und – wie sie sagte – sich in einer Krisensituation befinde. Zeitgleich widerrief sie jedoch ihre Zustimmung zur Vertretungsbeistandschaft, da sie gedacht habe, der Beistand könne nur "zusammen mit ihr" handeln (also im Sinne einer Begleitbeistandschaft), nicht aber, dass er für sie Handlungen vornehmen könne.
F. Die KESB entschied am 10. Oktober 2018 als Kollegialbehörde, dass aufgrund der psychischen Belastung von X._, welche aus der schwierigen Beziehung zu ihrer Tochter C._, aber auch wegen der Kündigung ihrer Wohnung und ihres Arbeitsverhältnisses resultiere, die aktuellen Situationen nicht
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richtig einschätzen könne, was dazu führe, dass sie nicht fähig sei, zielgerichtete und vernunftgemässe Entscheidungen zu treffen. Für X._ werde ein Begleitbeistand, Patrick Lanz, bestellt, da dies zum jetzigen Zeitpunkt die mildeste Massnahme sei.
G. X._ reichte am 24. Oktober 2018 eine am 11. Oktober 2018 verfasste Beschwerde gegen den KESB-Entscheid vom 10. Oktober 2018 ein, auf welche das Kantonsgericht von Graubünden nicht eintrat, weil darin nur die Aufhebung der Begleitbeistandschaft bzw. die Abänderung des Entscheiddispositivs vom 10. Oktober 2018 verlangt wurde. Diesen Nichteintretensentscheid zog X._ ans Bundesgericht weiter. Die II. zivilrechtliche Abteilung des Bundesgerichts entschied mit Urteil vom 7. November 2018, dass die Beschwerde offensichtlich nicht begründet sei und deshalb nicht darauf einzutreten sei.
H. Mit Schreiben vom 1. November 2018 verfügten die Sozialen Dienste der Stadt O.1_ gegenüber X._ ein Hausverbot für die Liegenschaften am _platz und an der _gasse in O.1_. X._ habe Mitarbeitende der Sozialen Dienste beschimpft, beleidigt sowie ein aufbrausend und respektloses Verhalten gezeigt.
I. Am 7. Dezember 2018 stellte E._ einen Antrag an die KESB auf Einsetzung eines Vertretungsbeistandes für X._. Dies deshalb, weil sie sich von den Behörden ungerecht behandelt und bedroht fühle, weswegen sie grosses Misstrauen hege. Zudem verhalte sie sich unkooperativ. Ausserdem gelinge es nicht, ihr Prozesse und Abläufe von Sozialversicherungen oder Firmen verständlich aufzuzeigen. Sie zeige Verhaltensmuster und vertrete die Auffassung, dass sie Opfer einer Verschwörung sei und habe einen wahnhaften Charakter. So wende sie sich in ihrer Not auch ihrem Glauben zu und sei der Kirche Jesus Christ der Heiligen Letzten Tagen (Mormonen) beigetreten. Aufgrund des agitierten und aggressiven Verhaltens von X._ sei es sinnvoll, gutachterlich zu prüfen, ob sie an einer geistigen Krankheit leide. Ihre Handlungsweisen führten zudem zu persönlichen Nachteilen und einer Gefährdung der Existenzsicherung.
J. Mit einer "Stellungnahme-Beschwerde" gelangte X._ am 10. Januar 2019 ans Regionalgericht Imboden. Da X._ lediglich die Tätigkeit der eingesetzten Beistände rügte, stellte dies offensichtlich eine Beschwerde nach Art. 419 ZGB dar, so dass eine falsche Instanz bemüht wurde.
K. Dr. med. F._, Facharzt FMH für Psychiatrie und Psychotherapie, kam in seinem psychiatrischen Gutachten vom 11. Januar 2018 zum Schluss, dass bei
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X._ keine eigentliche psychische Krankheit erkennbar sei, sie jedoch unter einer grossen psychischen Belastung leide.
L. Am 24. Januar 2019 wurde X._ durch die KESB angehört. Dabei kommt zum Ausdruck, dass X._ rechthaberisch, in vielen Dingen inkompetent, unkooperativ, voller Misstrauen und Vorwürfe gegenüber den Behörden ist. In rechtlichen Angelegenheiten ist sie überfordert, aber trotzdem von sich und ihrem Vorgehen überzeugt. Des Weiteren ist sie uneinsichtig und beratungsresistent.
M. Mit Entscheid vom 24. Januar 2019 verfügte die KESB eine Anpassung der bestehenden Massnahme. Im Wesentlichen ordnete die KESB die Aufhebung der Begleitbeistandschaft und stattdessen die Errichtung einer Vertretungsbeistandschaft gemäss Art. 394 und 395 ZGB an. Als Beistand wurde weiterhin Berufsbeistand Patrick Lanz eingesetzt, welcher im Rahmen einer Vertretungsbeistandschaft X._ zu beraten und soweit notwendig in folgenden Belangen zu unterstützten hat: Vermögensverwaltung, Wohnen, Medizin und Gesundheit (exkl. Vertretung bei Urteilsunfähigkeit, Art. 378 Abs. 1 Ziff. 2 ZGB), Arbeit/Bildung/Beschäftigung, öffentliche Verwaltung sowie Versicherungen. Diese Massnahme sei deshalb notwendig, da es X._ trotz Beratung durch den Beistand nicht gelinge, zielgerichtet und erfolgversprechend zu handeln. Grund sei ihre psychosoziale Belastung, welcher sie bereits seit Jahren ausgesetzt sei. Deshalb sei aktuell eine mildere Massnahme als eine Vertretungsbeistandschaft nicht ausreichend.

## Considerations