# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 887ba276-fb8f-4f12-9c06-ed0d232f1b2e
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2020
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1971, war von 2005 bis 2013 als
Aussenisoleur
bei
der
Y._
in
Z._
tätig (Urk. 7
/11). Unter Hinweis auf eine Diskushernie meldete er sich am
4
.
Juni 2014 bei der Invalidenversicherung zum Leistung
sbezug an (Urk. 7
/2). Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle,
teilte dem Versicherten a
m 26. Mai 2015 mit, dass keine Ein
gliederungsmassnahmen aufgenommen
würden
(Urk. 7/39).
Mit Verfügung vom 6. April 2016 (Urk. 7/78
)
verneinte die IV-Stelle
einen Rentenanspruch.
D
ie
da
ge
gen
erhobene Beschwerde hiess das hiesige Gericht mit Urteil vom
19. September 2016
im Verfahren
Nr.
IV.2016.00
505
in dem Sinne gut, als es die angefochtene Verfügung aufhob und die Sache zu ergänzenden Abklärungen an die IV-Stelle zurückwies (
Urk.
7/
94
).
1.
2
In der Folge
holte die IV-Stelle medizinische Berichte
und
bei den
Ärzten der
A._
ein
polydisziplinär
es Gutachten ein
, das am
26. Juli 2018 erstattet wurde
(Urk.
7/173)
. Nach durchgefüh
rtem Vorbescheidverfahren (Urk. 7/208
)
verneinte die IV-Stelle
m
it Verfügung vom
15.
April 2019
einen Rentenanspruch
(Urk. 7/222
= Urk. 2).
2.
Der Versicherte erhob am
27. Mai 2019
Beschwerde gegen die Verfügung vom
15
.
April 201
9
(Urk. 2) und beantragte, diese sei aufzuheben und es sei ihm eine Rente zuzusprechen, eventuell seien vom Gericht medizinische Abklär
ungen in Auftrag zu geben (Urk. 1 S.
2). Die IV-Stelle beantragte mit Beschwerdeantwort vom
2
6
.
Juni 201
9 (Urk. 6
) die Abweisung der Beschwerde.
Mit Replik vom
18. Juli 2019
(Urk.
9
) hielt
der
Beschwerdeführer an
seinen
An
trägen fest. Die Beschwerdegegnerin verzichtete mit Schreiben
vom 4. Septem
ber 2019
(Urk.
1
2
) auf
eine
Duplik, was de
m
Beschwerdeführer am
6.
September 2019
zur
Kenntnis gebracht wurde (Urk. 13
).
Mit Verfügung vom 13. September 2019 (Urk. 14) wurde
n
die
mit dem Gutachten vom 26. Juli 2018 befassten Ärzte
um
eine Stellungnahme
ersucht
, welche am 17. Januar
2020 erstattet (Urk. 22) und den Parteien am 23. Januar 2020 zur Kenntnis g
ebracht wurde (Urk. 23). Am 31.
Januar 2020 reichte der
Beschwer
deführer
dazu eine Stellungnahme ein (Urk. 26), welche der Beschwerdegegnerin
am
4. Februar 2020
zur Kenntnis gebracht wurde (Urk.
27
).
Am 24. Februar 2020 (Urk. 28) reichte der
Beschwerdeführer einen Arztbericht (Urk. 29) ein
, welcher der
Beschwerdegegnerin am 27.
Februar
2020 zur Kenntnis gebracht wurde (Urk. 30).
Mit Verfügung vom
30.
März 2020 (Urk. 31)
wurde die
Allianz-Suisse
Lebensver
sicherungs
-Gesellschaft AG
zum Prozess beigeladen. Am
18. Mai
2020 teilte sie mit, dass sie auf eine Stellungnahme verzichte (Urk.
34
). Mit Verfügung vom
26. Mai 2020
(Urk. 3
5
) wurde
zudem die PK-SBV, Pensionskasse Schweizerischer Baumeisterverband,
zum Prozess beigeladen.
Innert angesetzter Frist ist keine Stellungnahme eingegangen, was den Parteien mit Verfügung vom 7. Juli 2020 mitgeteilt wurde (Urk. 37).
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allge
meinen Teil des
Sozialversicherungsrechts, ATSG
). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom
menden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der ge
sundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss Art. 28 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG)
Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betä
tigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen
wieder herstellen
, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (Art. 8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine Vier
telsrente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei
einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine Dreiviertelsrente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (Art. 28 Abs. 2 IVG).
Der Rentenanspruch entsteht gemäss Art. 29 IVG frühestens nach Ablauf von sechs Monaten nach Geltendmachung des Leistungsanspruchs nach Artikel 29 Abs. 1 ATSG, jedoch frühestens im Monat, der auf die Vollendung des 18. Alters
jahres folgt (Abs. 1). Der Anspruch entsteht nicht, solange die versicherte Person ein Taggeld nach Art. 22 IVG beanspruchen kann (Abs. 2). Die Rente wird vom Beginn des Monats an ausbezahlt, in dem der Rentenanspruch entsteht (Abs. 3). Beträgt der Invaliditätsgrad weniger als 50 %, so werden die entsprechenden Ren
ten nur an Versicherte ausbezahlt, die ihren Wohnsitz und ihren gewöhnlichen Aufenthalt (Art. 13 ATSG) in der Schweiz haben. Diese Voraussetzung ist auch von Angehörigen zu erfüllen, für die eine Leistung beansprucht wird (Abs. 4).
1.3
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie
nicht in
valid geworden wäre (sog. Valideneinkommen). Der Einkommensver
gleich
hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbs
einkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegen
übergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditäts
grad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE
130 V 343 E. 3.4.2, 128 V 29 E. 1).
Bei der Invaliditätsbemessung kommt der allgemeinen Methode des Einkom
mens
vergleichs gemäss Art. 28a Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 16 ATSG grund
sätzlich Vorrang zu. Insoweit die fraglichen Erwerbseinkommen ziffern
mässig nicht genau ermittelt werden können, sind sie indes nach Massgabe der im Einzel
fall bekannten Umstände zu schätzen und die so gewonnenen Annäherungswerte miteinander zu vergleichen. Wird eine Schätzung vorgenommen, so muss diese nicht unbedingt in einer ziffernmässigen Festlegung von Annäherungswerten be
stehen. Vielmehr kann auch eine Gegenüberstellung blosser Prozentzahlen genü
gen. Das ohne eine Invalidität erzielbare hypothetische Erwerbseinkommen ist alsdann mit 100 % zu bewerten, während das Invalideneinkommen auf einen entsprechend kleineren
Prozentsatz veranschlagt wird, so dass sich aus der Prozentdifferenz der Invaliditätsgrad ergibt (sog. Prozentvergleich; Urteil des Bundesgerichts 8C_131/2011 vom 5. Juli 2011 E. 10.2.1 mit Hinweis auf BGE 114 V 310 E. 3a).
1.4
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gege
benenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 256 E. 4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden können (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E. 4b/cc).
Den von Versicherung
strägern im Verfahren nach Art.
44 ATSG eingeholten, den Anforderungen der Rechtsprechung entsprechenden Gutachten externer Spezial
ärzte (sogenannte Administrativgutachten) ist Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Exper
tise sprechen (BGE 135 V 465 E.
4.4; Urteil des Bundesgerichts 9C_823/2018 vom
11. Juni 2019 E.
2 mit Hinweisen).
1.
5
Die Annahme eines psychischen Gesundheitsschadens im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG sowie Art. 3 Abs. 1 und Art. 6 ATSG setzt eine psychiatrische, lege artis auf
die Vorgaben eines anerkannten Klassifikationssystems abgestützte Diagnose vor
aus (vgl. BGE 145 V 215 E. 5.1, 143 V 409 E. 4.5.2, 141 V 281 E. 2.1, 130 V 396 E. 5.3 und E. 6). Eine fachärztlich einwandfrei festgestellte psychische Krankheit ist jedoch nicht ohne weiteres gleichbedeutend mit dem Vorliegen einer Inva
lidität. In jedem Einzelfall muss eine Beeinträchtigung der Arbeits- und Erwerbs
fähigkeit unabhängig von der Diagnose und grundsätzlich unbesehen der Ätio
logie ausgewiesen und in ihrem Ausmass bestimmt sein. Entscheidend ist die nach einem weitgehend objektivierten Massstab zu beurteilende Frage, ob es der ver
sicherten Person zumutbar ist, eine Arbeitsleistung zu erbringen (BGE 145 V 215 E. 5.3.2, 143 V 409 E. 4.2.1, 141 V 281 E. 3.7, 139 V 547 E. 5.2, 127 V 294 E. 4c; vgl. Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.
6
Mit BGE 143 V 418 entschied das Bundesgericht, dass grundsätzlich sämtliche psychischen Erkrankungen für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit einem struk
turierten Beweisverfahren nach BGE 141 V 281 zu unterziehen sind (E. 6 und 7, Änderung der Rechtsprechung; vgl. BGE 143 V 409 E. 4.5.2 speziell mit Bezug auf leichte bis mittelschwere Depressionen).
Das strukturierte Beweisverfahren definiert systematisierte Indikatoren, die es
–
unter Berücksichtigung leistungshindernder äusserer Belastungsfaktoren einer
seits und von Kompensationspotentialen (Ressourcen) andererseits
–
erlauben, das tatsächlich erreichbare Leistungsvermögen einzuschätzen (BGE 141 V 281 E. 2, E. 3.4-3.6 und 4.1; vgl. statt vieler: Urteil des Bundesgerichts 9C_590/2017 vom 15
.
Februar 2018 E.
5.1). Die Anerkennung eines rentenbegründenden Inva
liditätsgrades ist nur zulässig, wenn die funktionellen Auswirkungen der medizi
nisch festgestellten gesundheitlichen Anspruchsgrundlage im Einzelfall anhand der Standardindikatoren schlüssig und widerspruchsfrei mit (zumindest) überwie
gender Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sind. Fehlt es an diesem Nachweis, hat die materiell beweisbelastete versicherte Person die Folgen der Beweislosigkeit zu tragen (BGE 141 V 281 E. 6; vgl. BGE 144 V 50 E. 4.3).
Diese Rechtsprechung ist auf alle im Zeitpunkt der Praxisänderung noch nicht erledigten Fälle anzuwenden (Urteil des Bundesgerichts 9C_
580/2017 vom 16. Januar 2018 E.
3.1 mit Hinweisen).
1.
7
Die für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit bei psychischen Erkrankungen im Regelfall beachtlichen Standardindikatoren (BGE 143 V 418, 143 V 409, 141 V
281) hat das Bundesgericht wie folgt systematisiert (BGE 141 V 281 E. 4.3.1):
-
Kategorie «funktioneller Schweregrad» (E. 4.3)
-
Komplex «Gesundheitsschädigung» (E. 4.3.1)
-
Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde (E. 4.3.1.1)
-
Behandlungs- und Eingliederungserfolg oder -resistenz (E. 4.3.1.2)
-
Komorbiditäten (E. 4.3.1.3)
-
Komplex «Persönlichkeit» (Persönlichkeitsdiagnostik, persönliche Res
sourcen, E. 4.3.2)
-
Komplex «Sozialer Kontext» (E. 4.3.3)
-
Kategorie «Konsistenz» (Gesichtspunkte des Verhaltens, E. 4.4)
-
gleichmässige Einschränkung des Aktivitätenniveaus in allen vergleich
baren Lebensbereichen (E. 4.4.1)
-
behandlungs- und eingliederungsanamnestisch ausgewiesener Leidens
druck (E. 4.4.2)
Beweisrechtlich entscheidend ist der verhaltensbezogene Aspekt der Konsistenz (BGE 141 V 281 E. 4.4; vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_604/2017 vom 15. März 2018 E. 7.4).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete die angefochtene Verfügung (Urk. 2) damit, dass die bisherige Tätigkeit unbestrittenermassen nicht mehr zumutbar sei. In angepassten Tätigkeiten bestehe aus internistischer Sicht keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit. Die rheumatologischen Gutachter
hätten
an die Ne
u
rologen
verwiesen. Diese seien von einer 80%igen Arbeitsfähigkeit in einer
angepassten Tätigkeit ausgegangen
.
Das psychiatrische Teilgutachten gehe von einer Ver
dachtsdiagnose aus dem schizophrenen Formenkreis aus. Die Diagnose einer Schizophrenie könne jedoch nicht nachvollzogen werden. Aus psychiatrischer Sicht resultiere keine invalidisierende gesundheitliche Einschränkung, weshalb von einer 80%igen Arbeitsfähigkeit in einer
angepassten Tätigkeit ausgegangen werde (S. 2).
Der
Einkommensvergleich erg
ebe
einen Invaliditätsgrad von 30 % (S. 3).
2.2
Der Beschwerdeführer stellte sich demgegenüber auf den Standpunkt (Urk. 1),
aus näher genannten Gründen (S. 5 ff.)
sei auf das Gutachten abzustellen (
S. 11
Rz
10). Die Beschwerdegegnerin könne nicht einfach ohne weitere Abklärungen auf eine
vollständige
Arbeitsfähigkeit schliessen, wenn die psychiatrische Gut
achterin von einer
vollständigen
Arbeitsunfähigkeit ausgehe (
S. 9 Rz
6). Nachdem das Gutachten und die ersten zwei Stellungnahmen des Regionalen Ärztlichen Dienstes (RAD)
ergeben hätten
, dass der Beschwerdeführer arbeits- und erwerbs
unfähig sei und auf das Gutachten abgestellt werden könne, dränge sich der Verdacht auf, dass die fallführende Sachbearbeitung so lange Arztberichte bei ihrem RAD eingeholt beziehungsweise verlangt habe, bis der RAD
deren
Meinung bestätigt habe, dass der Beschwerdeführer nichts
als soziale Probleme habe (Urk.
9 Rz 3).
2.3
Strittig und zu prüfen ist ein Rentenan
spruch des Beschwerdeführers.
3.
3.1
Dem Rückweisungsurteil vom 19. September 2016 (Urk. 7/94) lagen folgende, vom Gericht als nicht genügend aussagekräftig beurteilte Arztberichte zugrunde (vgl. E. 3 des genannten Urteils):
Die Ärzte der Klinik für Neurochirurgie
B._
nannten im Austrittsbericht vom 31. März 2014 (Urk.
7
/12/6-7)
folgende Diag
nosen:
-
Diskushernie L5/S1 links
-
anamnestisch Protein-C-Mangel mit Status nach Thrombose rechtes Bein (seit ca. zwei Jahren keine Antikoagulation).
Am 28. März 2014 sei eine mikrochirurgische
Sequestrektomie
und
Nukleotomie
L5/S1 links erfolgt (S. 6).
3.2
Die Ärzte der Klinik für Viszeral- und
Thoraxchirurgie
des
B._
nannten im Austrittsbericht vom 10. April 2014 (Urk.
7
/13/10-11) folgende Diagnosen:
-
unspezifische
Abdominalschmerzen
-
symptomatische
Koprostase
-
Diskushernie L5/S1 links
-
Status nach mikrochirurgischer
Sequestrektomie
und
Nukleotomie
L5/S1 links am 28. März 2014
-
anamnestisch Protein-C-Mangel
-
Status nach Thrombose rechtes Bein (seit zirka zwei Jahren keine Antikoa
gulation)
Die Ärzte führten aus, nach abführenden Massnahmen
sei
eine deutliche Be
schwerdebesserung eingetreten und der Beschwerdeführer
sei
nach einer Hospi
talisation vom 6. April am 7. April 2014 entlassen worden.
3
.3
Dr. med.
C._
, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, führte in seinem B
ericht vom 16. Juli 2014 (Urk. 7
/12/1-
5
) aus,
er behandle den
Beschwer
de
führer seit 8. Januar 2014 (Ziff. 1.2), und nannte
folgende, hier gekürzt auf
geführte
Diag
nosen mit Auswirkung auf d
ie Arbeitsfähigkeit (Ziff. 1.1):
-
Diskushernie L5/S1 links
-
neuropathische Schmerzen an der Fusssohle links im Rahmen d
er Diskushernie
Sodann nannte er als Diagnose ohne Auswirkung auf die Arbeits
fähig
keit einen
anamnestischen Protein-C-Mangel mit Status nach Thrombose rech
tes Bein (Ziff
. 1.1).
Für die zuletzt ausgeübte Tätigkeit als Bauarbeiter bestehe seit dem 8.
Januar 2014 eine vollständige Arbeitsunfähigkeit (Ziff. 1.6).
Der Beschwerde
führer sei, sofern der Fuss nicht gebraucht werde, im Rahmen einer behin
de
rungsangepassten Tätigkeit voll leistungsfähig (Ziff. 1.7). Durch Physiotherapie, Schmerztherapie und Einlagen für die Schuhe/Orthese könne eine Verbesserung erfolgen (Ziff. 1.8).
3.4
Dr. med.
D._
, Facharzt für Neurochirurgie,
B._
, nannte im Bericht vom 5. August 2014 (Urk. 6/13/1-5) als Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit neuropathische Restschmerzen und einen Status nach der Operation der Diskushernie L5/S1 links vom 28. März 2014 (Ziff. 1.1). Als Diag
nose ohne Auswir
kung auf die
Arbeitsfähigkeit (Ziff. 1.1) nannte er einen anam
nestischen Protein-C-Mangel mit Status nach Thrombose rechtes Bein. Er habe
den Beschwerdeführer vom 19. März bis 9. Juli 2014 ambulant behandelt (Ziff.
1.2).
In der bisherigen Tätigkeit als
Fassadenisoleur
habe mindestens vom 19. März 2014 bis am 22. Juni 2014 (gescheiterter Arbeitsversuch) eine voll
ständige Arbeitsunfähigkeit bestanden (Ziff. 1.6).
Die Fussheber-,
Fusssenker
parese
und die neuropathischen Schmer
zen würden sich auf die Arbeit ein
schränkend auswirken, weshalb ein Job-Assessment indiziert sei (Ziff. 1.7). Eine adäquate Schmerztherapie, gegebenen
falls Physiotherapie, sei sinnvoll, deren Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit könne man jedoch nicht zu 100 % vor
aussehen (Ziff. 1.8).
3.5
Dr. med.
E._
, Fachärztin für Allgemeine Innere Medizin, führte in ihrem B
ericht vom 17. Juni 2015 (Urk. 7
/44/1-4) aus, sie
behandle den
Be
schwer
deführer seit dem 8. Januar 2014 im Rhythmus von vier bis sechs Wochen (Ziff. 3.1), und nannte
folgende
Diagnose
n
mit Auswirkung auf die Arbeits
fähigkeit (Ziff. 1.2)
-
progredientes motorisches Ausfallsyndrom L5/S1 links unklarer Ätiologie
-
neuropathische Schmerzen und Rückenschmerzen bei Status nach einer
Sequestrektomie
und
Nukleotomie
L5/S1 links am 28. März 2014
Trotz intensiver Physiotherapie und Ergotherapie sei eine Verschlechte
rung der neuropathischen Schmerzen, insbesondere im Bereich Fusssohle und
Achilles
sehne links, erfolgt (Ziff. 1.3). Der Beschwerdeführer sei seit Januar 201
4 voll
ständig arbeitsunfähig. Eine Wiederaufnahme der Tätigkeit als Bauar
beiter sei nicht realistisch. Denkbar sei eine angepasste, sitzende Tätigkeit ohne kör
per
liche Belastung mit Möglichkeit zu regelmässigem Positionswechsel (Ziff. 2.1)
. Die
Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers könne möglicherweise durch die im Juni
2015 begonnene Opiattherapie, die Fortsetzung der Physio
therapie und even
tuell orthopädische Abklärungen verbessert werden (Ziff. 4.1).
3.6
Dr. med.
F._
, Fachärztin für Anästhesiologie,
B._
, führte in ihrem Bericht vom 4. September 2015 (Urk.
7
/52) aus, sie
habe
den Beschwer
de
führer vom 14. April bis 24. August 2015 behandelt (Ziff. 1.2)
,
und nannte
fol
gende
Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (Ziff. 1.1)
:
-
chroni
sches
residuelles
,
radikuläres
Schmerz- und sensomotorisch
es Aus
fallsyn
drom L5/S1 links
-
chronisches
lumbosakrales
Schmerzsyndrom
-
Ver
dacht
auf
Tendopathie
der Achillessehne lin
ks
Sodann nannte sie als Diagnose ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (Ziff. 1.1) rezidivierend auftretende
Abdominalschmerzen
und Diarrh
ö
en unklarer Ätiologie. Die bishe
rige Arbeitstätigkeit sei aus medizinischer Sicht nicht mehr zumutbar. Aktuell könne der Beschwerdeführer zwei Stunden pro Tag mit Pause in einer behinde
rungsangepassten
Tätigkeit
in Form einer wechselbelastenden Tätigkeit, mit wenig Gehen auf ebenem Boden und gelegentlichen Sitzen, ohne Heben und Tragen von Lasten tätig sein (Ziff. 1.7).
3.7
Med. pract.
G._
, Facharzt für Arbeitsmedizin, RAD,
führte in seiner Stellungnahme vom 23. September 2015 (Urk.
7
/60) aus,
de
r Be
schwerdeführer
sei
mit überwiegender Wahrscheinlichkeit seit Januar 2014 in der bisherigen Tätigkeit als
Fassadenisoleur
arbeitsunfähig. In angepasster Tätigkeit sei aus medizin-theoretischer Sicht nicht von einer dauerhaf
ten/langandauernden Ein
schränkung der Arbeitsfähigkeit auszugehen. Diagnostik/
Therapie seien noch nicht
abgeschlossen (S. 5 Mitte).
3.8
Dr. med.
H._
, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie, und
I._
, Psychologin MSc FSP, Schmerzzentrum des
B._
,
nannten
in ihrem Bericht vom 11. Februar 2016 (Urk.
7
/74)
folgende Diagnosen mit Aus
wirkung auf die Arbeitsfähigkeit (Ziff. 1):
-
chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren (ICD-10 F45.41)
-
Anpassungsstörung, Angst und depressive Reaktion gemischt (ICD-10 F43.
22)
Der Beschwerdeführer leide
an einer starken psychischen Beeinträchtigung mit
pessimistischen Zu
kunfts
perspektiven, einem verminderten Selbstwertgefühl, einer
stark reduzier
ten Kon
zentration, er dissoziiere und habe gelegentliche Suizidge
danken. Am 8. Januar 2016 sei eine freiwillige Einweisung zur statio
nären Therapie erfolgt, welche vom Beschwerdeführer am 11. Januar 2016 wieder abge
brochen worden sei (Ziff. 4).
3.9
Med. pract.
G._
gab in seiner nach erfolgtem Einwand des Beschwerde
füh
rers verfassten Stellungnahme vom 12. März 2016 (Urk.
7
/76
/2-3
) an, aus ver
sicherungsmedizinischer Sicht
handle es sich
bei einer Anpassungsstö
rung um ein behandelbares Krankheitsbild. Der Beschwerdeführer solle sich deshalb zu
nächst in adäquate fachpsychiatrische Behandlung begeben. In einer ange
passten Tätigkeit sei nach Abschluss der psychiat
risch/psychotherapeutischen Behand
lung wieder von einer vollen Arbeitsfähig
keit auszugehen (S. 2 unten).
3.10
Zu dieser medizinischen Aktenlage hielt das hiesige Gericht fest (Urk. 7/94 E. 4):
Der Beschwerdeführer litt an einer Diskushernie L5/S1 links; am 28. März 2014 erfolgte deswegen eine mikrochirurgische
Sequestrekto
mie
und
Nukleotomie
L5/S1 links.
Im Juli 2014 wurde ebenfalls eine Diskushernie L5/S1 links, nebst neuro
pa
thischen Schmerzen an der Fusssohle links im Rahmen der Diskushernie, festgestellt. Es wurde von einer 100%igen Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers in behin
derungsangepasster Tätigkeit ausgegangen. Im August 2014 wurde festgehalten, dass der Beschwerdeführer an neuropathischen Restschmerzen, Status nach der Operation der Diskushernie L5/S1 links vom 28. März 2014, leide und sich die Fussheber-,
Fuss
senkerparese
und die neuropathischen Schmerzen auf die Arbeit einschränkend auswirken würden.
Rund ein Jahr später, im Juni 2015, wurde ein motorisches Ausfallsyndrom L5/S1 links unklarer Ätiologie festgestellt, das als progredient charakterisiert wurde. Es wurde festgestellt, dass der Beschwerdeführer seit Januar 2014 in der angestammten Tätigkeit als
Bauarbeiter vollständig arbeits
unfähig sei. Die Arbeitsfähigkeit in ange
passter Tätigkeit wurde nun zurückhaltender beurteilt. So wurde als denkbar erachtet, dass der Beschwerdeführer eine angepasste, sitzende Tätigkeit ohne körperliche Belastung mit Möglichkeit zu regelmässigem Positionswechsel ausüben könne, dies ohne Bezeichnung eines möglichen Pensums und unter Hinweis darauf, dass die Arbeitsfähigkeit möglicherweise durch die im Juni 2015 begonnene Opiattherapie, die Fortsetzung der Physiotherapie und eventuell orthopädische Abkl
ärungen verbessert werden könne.
In der aktuellsten somatischen Beurteilung im September 2015 wurden ein chronisches
residuelles
,
radikuläres
Schmerz- und sensomotorisches Aus
fallsyndrom L5/S1 links und ein chronisches
lumbosakrales
Schmerzsyndrom genannt. Die bisherige Arbeitstätigkeit wurde als aus medizinischer Sicht nicht mehr zumutbar beurteilt. Die Arbeitsfähigkeit in angepasster Tätigkeit wurde nunmehr so beurteilt, dass der Beschwerdeführer gar aktuell nur noch zwei Stunden pro Tag mit Pause in einer behinderungsangepassten wechselbelastenden Tätigkeit, mit wenig Gehen auf ebenem Boden und gelegentlichen Sitzen, ohne Heben und Tra
gen von Lasten tätig sein könne.
Ferner kam noch eine psychische Problematik hinzu. So wurden im Februar 2016 erstmals eine chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren (ICD-10 F45.41) und eine Anpassungsstörung
(ICD-10 F43.22) diagnostiziert.
Der RAD-Arzt ging in seiner Stellungnahme von September 2015 von einer 100%igen Arbeitsunfähigkeit des Beschwerdeführers in seiner bisherigen Tätigkeit als
Fassaden
isoleur
aus. In angepasster Tätigkeit ging er hingegen unter Hinweis darauf, dass die Diagnostik/Therapie noch nicht abgeschlossen sei, nicht von einer dauerhaften/lang
andauernden Einschr
änkung der Arbeitsfähigkeit aus.
Eine Begründung für diese Annahme
fehlt gänzlich. Zudem setzte er sich nicht mit dem Umstand auseinander, dass nunmehr lediglich eine Arbeitsfähigkeit von zwei Stunden pro Tag attestiert worden war. Auch äusserte er sich, wie der Beschwerdeführer zu Recht ins Feld führt, nicht zu den von den Ärzten zuvor diagnostizierten neuropathischen Schmerzen. Des Weiteren erfolgte auch keine Stellungnahme zu den übrigen Diagnosen.
Bezüglich der psychischen Problematik bestehen zwei Diagnosen, eine chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren (ICD-10 F45.41) und eine Anpassungsstörung (ICD-10 F43.22). Die ohnehin knappe Stellungnahme des RAD-Arztes von März 2016 bezieht sich jedoch nur auf eine dieser beiden Diagnosen. Wohl dürfte seine Beurteilung, dass es sich bei einer Anpassungsstörung definitionsgemäss um ein behandelbares Krankheitsbild handle, zutreffen. Dies ändert jedoch nichts an der Tatsache, dass er sich mit der diagnostizierten chronischen Schmerzstörung nicht auseinandergesetzt hat. Seine Beurteilung, dass der Beschwerdeführer nach Abschluss der psychiatrisch/psychotherapeutischen Behandlung in einer angepassten Tätigkeit wieder voll arbeitsfähig sei, ist deshalb nicht vollständig und in der Folge nicht nachvollziehbar.
Auf die vorliegenden Beurteilungen durch den RAD kann nach dem Gesagten mangels Plausibilität nicht abgestellt werden, haben sie sich doch als ausgesprochen lücken
haft erwiesen. Umgekehrt kann vorliegend nicht alleine auf die attestierte Arbeits
fähigkeit von zwei Stunden pro Tag in angepasster Tätigkeit abgestellt werden, und von den Fachpersonen, welche die psychischen Störungen festgestellt haben, liegen keine Angaben zur Arbeitsfähigke
it vor
.
Zusammenfassend erweist sich die vorliegende Aktenlage für eine abschliessende Beurteilung des Leistungsanspruchs in Bezug auf den Gesundheitszustand und die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers als unzulänglich, weshalb die angefochtene Verfügung aufzuheben und die Sache an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen ist, damit diese nach ergänzender Abklärung in geeigneter Weise eine neue Beurteilung vornehme und über den Leistungsanspruch des Beschwerdeführers neu verfüge. In diesem Sinne ist die Beschwerde gutzuheissen.
4.
4.1
Seither präsentierte sich die relevante medizinische Aktenlage wie folgt:
Die
Fachperso
nen der
J._
berichteten
mit Austrittsbericht vom
26. Dezember 2016 (Urk. 7/
107)
über einen stationären Aufenthalt des Beschwerdeführers vom 7. bis 19. Dezember 2016, und nannten folgende, hier gekürzt aufgeführten Diagnosen (S. 1):
-
schwere depressive Episode mit psychotischen Symptomen (ICD-10 F32.3)
-
chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren (ICD-10 F45.41)
Von den konkreten Suizidabsichten, welche nebst imperativen Stimmen zum Eintritt geführt hätten, habe sich der Beschwerdeführer bereits bei Eintritt glaub
haft distanzieren können.
Die bei Eintritt drängenden Suizidabsichten seien laut Beschwerdeführer im Laufe des Behandlungsprozesses ebenfalls zunehmend in den Hintergrund getreten.
Auch die abwertenden Stimmen, durch welche er sich vor Eintritt wieder vermehrt belastet gefühlt habe, seien innert weniger Tagen deutlich zurückgegangen, dies ohne medikamentöse Umstellung.
Die Tatsache, dass es dem Beschwerdeführer nach nur wenigen Tagen auf Station, abseits vom Alltag, bereits so viel
bessergehe
, habe offen thematisiert werden können, und er
habe
festgestellt, dass die Umstände zu Hause für seine psychische Gesundheit offenbar nicht optimal seien.
Die Möglichkeit einer Anbindung an eine Tages
klinik sei thematisiert worden (S. 2).
Dr. med.
K._
, Fachärztin für
Psychiatrie und Psychotherapie
,
J._
, führte mit Bericht vom
4. Januar 2017 (Urk. 7/104)
ergänzend aus, für die bisherige Tätigkeit als
Fassadenisoleur
erscheine der Beschwerdeführer aktuell nicht arbeitsfähig. Aufgrund der Schwere der depressiven Entwicklung sei die Aufnahme einer angepassten Tätigkeit aktuell nicht vorstellbar (Ziff. 2.1).
4.2
Die Fachpersonen der
J._
berichteten mit Abschlussbericht vom
18. April 2017 (Urk. 7/127)
über eine Behandlung des Beschwerdeführers vom 14. bis
2
1. März 2017 in der Akut-Tag
esklinik, und nannten folgende
Diagnosen (S. 1):
-
rezidivierende
depressive Störung, gegenwärtig mittelgradig bis schwere Episode mit psychotischen Symptomen (ICD-10 F33.3)
-
chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren (ICD-10 F45.41)
Bei Eintritt habe sich beim Beschwerdeführer eine schwere depressive Sympto
matik, insbesondere in Form von gedrückter Stimmung, Freud- und Hoffnungs
losigkeit, Schwingungsfähigkeit und Suizidgedanken gezeigt. Zudem habe der
Beschwerdeführer über akustische Halluzinationen in Form von kommentiere
n
den Stimmen, die ihm seine Wert- und Nutzlosigkeit aufzeigten, berichtet.
Mit dem Beschwerdeführer sei ein niederschwelliges psychiatrisches Behandlungs
pro
gramm von fünf Tagen pro Woche zu 50 % (vormittags) herausgearbeitet worden.
Er sei lediglich vom 14. bis 21
.
März in der Tagesklinik gewesen, wobei er v
on den sechs Tagen
an
drei erschienen
sei
. Er habe sich mit dem vereinbarten Pensum von 50 % und dem tagesklinischen Alltag insgesamt überfordert gezeigt
(zu viele Reize, zu viele Kontakte)
. Aufgrund dieser
grossen
Belastung sei der Austritt in unverändertem Zustand erfolgt. Im April werde er mit seiner Familie nach Sizilien in den Urlaub fahren, wa
s ihm sehr wichtig sei. Nach seinen Ferien werde ein möglicher Neustart besprochen
(S. 2).
4
.
3
I._
, Psychologin MSc FSP
, und Dr. med.
L._
, Facharzt für
Psychiatrie und Psychotherapie
, führten mit Bericht vom
22. August 2017 (Urk. 7/140)
aus, der Beschwerdeführer befinde sich seit dem 2.
September 2015 in ihrer psychotherapeutischen Begleitung
,
und nannten folgende Diag
nosen (
Ziff. 3
):
-
rezidivierende depressive Störung mit psychotischen Symptomen, gegen
wärtig unter Medikamenten mittelgradig depressiv ohne psychotische Symptome (ICD-10 F33)
-
chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren (ICD-10 F45.41)
-
Differentialdiagnose (DD)
s
chizoaffektive Störung, gegenwärtig depressiv (ICD-10 F25.1)
Zum Verlauf wurde ausgeführt, n
ach einer nicht erwartungsgemäss verlaufenen
Diskushernienoperation
im Frühjahr 2014 habe sich nebst der
Schmerzchronifi
zierung
zunehmend ein depressives Syndrom gezeigt, welches sich zuletzt im Herbst 2016 zu einer schweren depressiven Episode mit psychotischen Sympto
men entwickelt habe und zweimal kurz hintereinander akut stationär habe behandelt werden müssen (Ziff. 2).
Die Frequenz der Psychotherapie sei aufgrund störungsbedingter Absenzen unregelmässig. Es habe sich ein mehrjähriger
chronifizierter
Verlauf mit psychisch bisher eher progredienter Symptomatik (De
pression, Psychose) gezeigt. Der Beschwerdeführer warte aktuell auf einen Thera
pieplatz in der
Tagesklinik der
J._
,
Z._
(Ziff.
4)
. In der zuletzt ausgeübten Tätigkeit sei der Beschwerdeführer seit Januar 2014 zu 100 % eingeschränkt (Ziff.
5). Wegen des Schweregrads der psychischen Beschwerden stehe derzeit keine Möglichkeit für eine leidensangepasste Tätigkeit in Aussicht (Ziff. 6).
Die zur Schmerzproblematik
komorbid
aufgetretene schwere
Depression mit psycho
tischen Symptomen, ein bereits mehrjährig bestehender
chronifizierter
Krank
heits
verlauf mit tendenziell eher progredienter Symptomatik, sozialen Rückzugs
tendenzen des Beschwerdeführers und gering vorhandenen psychischen Res
sourcen deuteten auf eine tendenziell schlechte Prognose in Bezug auf die Arbeits
fähigkeit hin (Ziff. 7).
4.4
Dr. med.
M._
, Fachärztin für
Anästhesiologie
,
B._
, Schmerzzentrum, nannte mit Bericht vom
11. Dezember 2017 (Urk. 7/146)
folgende
, hier gekürzt aufgeführten
Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (Ziff. 1.1):
-
chronisches
residuelles
radikuläres
Sc
hmerz- und sensomotorisches Aus
fallsyn
drom L5/S1 links
-
chronisches
lumbosakrales
Schmerzsyndrom
seitenwechselnd
-
unklare
Achillodynie
links bei Verdacht auf
Tendopathie
der Achilles
sehne seit zirka Juli 2015
-
chronisches Schmerzsyndrom
-
rezidivierende
Thrombosen
-
Status
nach Thrombose
Vena
axillaris
,
Vena
brachialis
und
V
ena
basilica
Oberarm rechts Dezember 2015
-
Status nach ausgedehnten Muskelvenenthrombosen im Bereich des
Mus
culus
-
Gastrocnemius
rechts Januar 2009
-
b
ekannter
heterzygoter
Protein-
C
-
Mangel Typ 1
-
Status nach aktenanamnestisch plantarer Venenthrombose rechts Juli 2017
Der Beschwerdeführer werde seit dem 14. April 2015
i
m Schmerzzentrum des
B._
behandelt. Die letzte Kontrolle sei am 5. Dezember 2017 erfolgt (Ziff. 1.2). Aktuell habe das Schmerzzentrum die
Opioidreduktion
und Koordination der
p
hysiotherapeutischen Behandlung als Aufgabe.
Die Medikamente sowie die invasive Schmerztherapie hätten keine Verbesserung gebracht (Ziff. 1.5).
Als
Isoleur
auf der Baustelle bestehe eine vollständige Arbeitsunfähigkeit (Ziff. 1.6).
Das Laufen insgesamt sei durch belastungsverstärkte Schmerzen und die Fuss
heber-Parese links deutlich eingeschränkt. Das Laufen auf unebenem Gelände, Treppen und Leiternsteigen, das Stehen auf einem Bein oder Balancieren und so weiter sei
en
nicht möglich. Das Tragen von Schuhen, sogar von Socken verstärke die Schmerzen. Das Tragen von festen Arbeits- beziehungsweise Sicherheits
schuhen sei deshalb nicht möglich.
Neben einem Ruheschmerz
bestünden die genannten Einschränkungen.
Beides wirke sich negativ auf eine berufliche Tätig
keit aus. Hinzu
kämen die geistigen
beziehungsweise psychischen Einschrän
kungen.
Die bisherige Tätigkeit sei nicht mehr zumutbar (Ziff. 1.7).
Bisher habe sich der Zustand des Beschwerdeführers durch sämtliche Massnahmen im Hinblick auf die Rückkehr in den angestammten Beruf oder eine andere berufliche Tätigkeit nicht verbessert (Ziff. 1.8).
Die Summe der somatischen und psychischen Befunde verhindere eine Arbeitsfähigkeit (Ziff. 1.9).
4.5
Die Fachpersonen der
J._
nannten mit Bericht vom
29.
Dezember
2017 (Urk. 7/150)
folgende, hier gekürzt aufgeführten Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (Ziff. 1.1):
-
andauernde Persönlichkeitsveränderung nach psychischer Krankheit (ICD-10 F62.1)
-
rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig schwere Episode mit psychotischen Symptomen (ICD-10 F33.3)
-
chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren (ICD-10 F45.41)
-
psychische und Verhaltensstörungen durch Opioide: Abhängigkeits
syn
drom (ICD-10 F11.2)
Es sei eine tagesklinische Behandlung an der Akutstation für Erwachsene der
J._
vom 25. September bis 14. November 2017 erfolgt. Parallel sei die ambulante Behandlung durch die Fachpsychologin lic. phil.
I._
in Zürich weitergeführt worden (Ziff. 1.2).
Anamnestisch wurde
unter anderem
ausgeführt,
vom 8. bis 11. Januar 2016 sei eine kurzzeitige stationäre psychiatrische Hospitalisation des Beschwerdeführers
wegen Antriebslosigkeit, zunehmender Schlafstörungen, Angstzuständen sowie Zukunftsängsten erfolgt. Er habe sich dabei schwer auf das stationäre Milieu einlassen können und habe sich zu einem vorzeitigen Austritt entschlossen
(vgl. vorstehend E. 3.8)
. Vom 19. Oktober bis 7. November 2016 habe ein erneuter akutpsychiatrischer stationärer Aufenthalt in der
N._
in
O._
statt
gefunden
aufgrund zunehmender depressiver Symptomatik mit erstmaligem Auf
treten psychotischer Symptome im Rahmen von Stimmenhören sowie visueller Halluzinationen.
Während der stationären Therapie sei eine medikamentöse Eta
blierung zur Linderung der psychotischen Symptomatik erfolgt, welche eine
Regredienz
der beschriebenen akustischen sowie visuellen Halluzinationen zur Folge gehabt habe. Gleichzeitig habe sich eine verbesserte Stimmung und ein erhöhter Antrieb gezeigt. Ein Monat nach Austritt, am 7. Dezember 2016, sei ein erneuter stationärer Eintritt in die
N._
erfolgt
(vgl. vorstehend 4.1)
, auf
grund erneuter depressiver Zustandsverschlechterung mit
zunehmenden impe
ra
tiven Suizidgedanken bei berichteter Angst, die Kontrolle zu verlieren. Die Suizid
gedanken hätten sich in Form imperativer Stimmen, welche ihn dazu gedrängt hätten, ins Auto zu steigen und
sich
im Rahmen eines Autounfalles
umzubringen,
gezeigt.
In der Folge
sei eine Anbindung an die Akut-T
agesklinik in
Z._
aufgegleist worden. Der erste Versuch einer tagesklinischen Behandlung sei nach nur einer Woche (14
.
bis 21.
März 2017) aufgrund deutlicher Überforderung des Beschwerdeführers mit einem 50%igen Halbtagespensum sowie dem tagesklini
schen Alltag insgesamt abgebrochen worden
(
vgl. vorstehend E. 4.2;
S. 3 oben
Ziff. 1.4).
Zur Prognose wurde ausgeführt, angesichts des
frustranen
teilstationären Be
handlungsverlaufes mit vorzeitigem Therapieabbruch aufgrund von Überforde
rung sowie zunehmend vermehrt auftretenden Fehlzeiten und starkem sozialem Rückzug habe sich während der tagesklinischen Behandlung eine deutliche Chro
nifizierung des psychiatrischen Zustandsbildes gezeigt. Die Chancen für eine Rückführung in den Arbeitsprozess würden bei aktuell bestehender dreieinhalb
jähriger psychiatrischer Leidensgeschichte mit deutlicher Überforderung im Rahmen des bereits niederschwellig angelegten tagesklinischen Therapiepro
gramms als äusserst gering erachtet (
S. 3 unten
Ziff. 1.4).
Während der tagesklinischen Behandlung habe sich ein schwer depressives Zu
standsbild mit starker Lust- und Hoffnungslosigkeit bei Affektarmut und ausge
prägt reduzierter affektiver Schwingungsfähigkeit mit im Vordergrund stehenden Insuffizienz- und Schuldgefühlen sowie schwerer Antriebsminderung gezeigt.
In der Interaktion mit Mitpatienten habe sich der Beschwerdeführer überfordert gezeigt und habe zu ausgeprägtem sozialen Rückzug geneigt, zusätzlich mitbe
dingt durch die sprachliche Barriere. Akustische sowie optische Halluzinationen hätten sich während der Behandlung eher im Hintergrund gezeigt. Des Weiteren habe sich in den Gesprächen sowohl psychomotorisch als auch formalgedanklich eine ausgeprägte Verlangsamung gezeigt
(
S. 5 Mitte
Ziff. 1.7)
. Es bestehe sowohl in angestammter als auch in angepasster Tätigkeit eine 100%ige Arbeitsun
fähigkeit (
S. 6 Mitte
Ziff. 1.7). Es werde dringendst
die
Zusprache
einer ganzen Rente bei äusserst schlechter Prognose mit fehlenden Aussichten auf nachhaltige Verbesserung der Funktionsfähigkeit und Rückführung in den Arbeitsprozess empfohlen (Ziff. 1.11).
4.6
Die Ärzte des
P._
berichtete
n
am
1. März 2018
(Urk. 7/162) über den stationären Aufenthalt des Beschwerdeführers vom
16.
April bis 13.
Mai 2016
, und nannte
n
folgende
, hier gekürzt aufgeführte
Diagnosen (S.
1):
-
chronisches
,
residuelles
radikuläres
Sc
hmerz- und sensomotorisches Aus
fallsyn
drom
-
chronisches
lumbosakrales
Schmerzsyndrom
seitenwechselnd
-
unklare
Achillodynie
links bei Verdacht auf
Tendopathie
der Achilles
sehne seit zirka Juli 2015
-
mittelgradige depressive Episode (ICD-10 F32.1)
-
Verdacht auf Reizdarmsyndrom
-
Nikotinabhängigkeit (ICD-10 F17.2)
-
psychische und Verhaltensstörungen durch Opioide: Abhängigkeits
syn
drom (ICD-10 F11.2)
-
Protein-
C
-
Mangel
Zum Verlauf wurde ausgeführt, die Schmerzsymptomatik sei stark fluktuierend gewesen mit Phasen starker Schmerzen und sehr leidendem Verhalten, abwech
selnd mit schmerzärmeren Phasen, in denen der Beschwerdeführer im Alltag schmerzbedingt kaum limitiert geschien
en
habe. In den Einzelgesprächen sei er wenig spürbar gewesen (S. 2 Mitte). Eine berufliche Rei
ntegration erscheine
auf
grund
der beobachteten fluktuierenden Limitationen im stationären Alltag kaum realistisch (S. 3).
4.7
4.7.1
Die
Ärzte
d
er
A._
erstatteten am 26. Juli 2018
ihr interdisziplinäres Gutachten
(Urk. 7/173)
. Sie stützten sich auf die
ihnen über
lassenen Akten (Urk.
7/173/21-34), eine allgemeinmedizinische (Urk. 7/173/35-40)
, eine rheumatologische (Urk. 7/173/41-54), eine neurologische (Urk. 7/173/55-67) und eine ps
ychiatrische Untersuchung (Urk.
7/173/68-83).
In der interdisziplinären Gesamtbeurteilung (Urk. 7/173/1-10) nannten die Gut
achter die folgenden, hier gekürzt angeführten Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (S. 6 Ziff. 4.2):
-
hochgradiger Verdacht auf Erkrankung aus dem schizophrenen Formen
kreis (ICD-10 F20.0) mit/bei
-
andauerndem, ärztlich indiziertem Opiatkonsum (Morphin als Analge
tikum), wahrscheinlich Abhängigkeitssyndrom (ICD-10 F11.25)
-
anamnestisch
rezidivierende depressive Störung,
wiederholt schwer und
mit psychotischen Symptomen (ICD-10 F33.3)
-
lumbo
radikuläres
residuelles
sensomotorisches Ausfallsyndrom L5 und
S1 links
-
chronische Kopfschmerzen
-
chronische Lumbago
Als Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit nannten die Gutachter
einen bekannten heterozygoten Protein-C-Mangel Typ 1, einen Status nach TVT
(
t
iefe Venenthrombose)
rechts vor zirka sechs Jahren sowie eine Thrombose im rechten Arm Anfang 2016 (S. 6
Ziff. 4.2
).
In der Konsensbeurteilung
(Urk. 7/173/1-11)
hielten die Gutachter
h
insichtlich der funktionellen Auswirkungen der Befunde/Diagnosen
fest,
d
as psychiatrische Krankheitsbild
sei
als sehr
schwergradig
einzustufen und beeinträchtig
e
den
Beschwerdeführer
in allen relevanten Partizipationsfähigkeiten (Fähigkeit zur Anpassung an Regeln und Routinen, zur Planung und Strukturierung von Auf
gaben, zur Flexibilität, zum Durchhalten, sämtliche interaktionsassoziierten Fähig
keiten etc.). Die Fähigkeit zur Selbstpflege
sei
deutlich eingeschränkt. Unter völliger Entpflichtung und Schonung
sei
der
Beschwerdeführer
noch authentisch symptomatisch und leidend. Die somatischen, funktionellen Auswirkungen
seien
aktuell bei aufgehobener Arbeitsfä
higkeit nur theoretischer Natur (S. 7 Ziff. 4.3). Unter Diskussion eventuell relevanter Persönlichkeitsaspekte wurde ausgeführt,
die Kriterien für eine Schizophrenie seien erfüllt, am ehesten handle es sich um
eine paranoide Schizophrenie, die als
schwergradi
g
einzuschätzen sei (S. 7 Ziff.
4
.4). Zu
Belastungsfaktoren und Ressourcen
führen die Gutachter aus, die psychische Erkrankung sei als sehr
schwergradig
einzuschätzen. Mit zwei tages
klinischen Behandlungen im Jahr 2017 sei der Beschwerdeführer bereits über
fordert gewesen. Er werde neben seiner psychotherapeutischen und psychophar
makologischen Behandlung durch seine Familie und einen psychiatrischen Spitex-Dienst betreut und sei unter dieser völligen Entpflichtung und Schonung noch weitgehend symptomatisch und leidend
(
S. 7
Ziff. 4.5). Zur Konsistenz wurde ausgeführt, es bestünden keine Hinweise auf eine eingeschränkte Be
schwer
devalidität oder Inkonsistenzen (
S. 7
Ziff. 4.6).
Die Arbeitsfähigkeit in der bisherigen und in einer angepassten Tätigkeit sei aufgrund der psychiatrischen Beurteilung aufgehoben
(S. 7 Ziff. 4.7 f.)
. Für die angestammte Tätigkeit als
Fassadenisoleur
bestehe seit
Beschwerdeexa
z
erbation
im Januar 2014 bei operationspflichtiger Diskushernie unbestritten keine Arbeits
fähigkeit mehr
. Der Dis
k
usprolaps Anfang 2014 könne als Beginn einer zu
neh
menden psychischen
Symptomatik angesehen werden, vorwiegend als Depression mit psychotischen Symptomen. Denkbar sei, dass diese deutliche Belastungs
reak
tion, möglicherweise akzentuiert durch die Morphin-Medikation, die Symp
to
ma
tik hervorgerufen habe; ebenfalls plausibel sei, dass sich bei positiver Familien
anamnese subsyndromale bis geringfügig vorbestehende Symptome unter der Belastung verstärkten. Initial sei die Arbeitsfähigkeit somatisch bedingt aufgeho
ben, spätestens ab Herbst 2016 (wahrscheinlich früher) sei sie aufgrund der psy
chiatrischen Diagnosen aufgehoben gewesen. Seit Januar 2014 habe auch für adaptierte Tätigkeiten eine volle Arbeitsunfähigkeit bestanden
(
S. 8 Ziff. 4.8)
.
Der Beschwerdeführer sollte
einer
intensiven und ausreichend langen vollsta
tionären Behandlung zugeführt werden, in der die Notwendigkeit der Morphin-Medikation
reevaluiert
, das Medikament möglichst weitgehend reduziert (oder ausgeschlichen) werde und die zahlreichen und deutlichen psychotischen und schizophrenen Symptome stärker in den Fokus der Behandlung genommen w
ü
rden.
Auch eine depressive Symptomatik sei bei schizophrenen Erkrankungen nicht selten. Durch eine solche, initial vorzugsweise intensivierte stationäre, im Verlauf teilstationäre und/oder ambulante Behandlung würde das Zustandsbild des Beschwerdeführers, insbesondere hinsichtlich der psychotischen, wahrschein
lich auch der affektiven Symptomatik, deutlich gebessert werden können, auf
grund der Schwere und Dauer der Erkrankung müsse die Prognose hinsichtlich einer relevanten und belastbaren Verbesserung der Arbeitsfähigkeit aber mit grosser Skepsis gestellt werden. Es sei auch zu berücksichtigen, dass bei Patienten mit einer Erkrankung aus dem schizophrenen Formenkreis störungsassoziiert eine eingeschränkte Krankheits- und Behandlungseinsicht beziehungsweise Com
pliance bestehen könne, die die Einleitung und konsequente Durchführung einer angemessenen Behandlung
-
krankheitsbedingt - sehr erschweren könne (
S. 9
Ziff. 4.10).
4.7.2
Aus allgemeinmedizinischer Sicht wurde ausgeführt, es ergebe sich aufgrund des bekannten heterozygoten Protein-C-Mangels Typ 1 keine quantitative Einschrän
kung der Arbeitsfähigkeit. Nicht geeignet seien aufgrund des blutverdünnenden Medikamentes selbstgefährdende Arbeiten. Die Arbeitsfähigkeit werde massgeb
lich durch das psychiatrische, rheumatologische und neurologische Gutachten
beurteilt, weshalb auf die Konsensbeurteilung verwiesen werde (Urk. 7/173/35-4
0 S. 5 f.).
4.7.3
Im rheumatologischen Teilgutachten (Urk.
7/173/41-54
)
wurde festgehalten,
während der Exploration hätten eindeutig die Beschwerden am linken Bein und Fuss im Vordergrund gestanden, kaum dagegen die Rückenschmerzen. Aufgrund der
Beschwerden sei der Beschwerdeführer auf einen Gehstock angewiesen, den er auf der rechten Seite trage, um das Körpergewicht mehr nach rechts verlagern zu können. Es finde sich in der rheumatologischen Untersuchung eine patho
logische Atrophie des Unterschenkels
wie
auch des Oberschenkels, die darauf hinweise, dass das linke Bein im Alltag weniger eingesetzt werde. Des Weiteren könne eine Verkürzung der
ischokruralen
Muskulatur auf der linken Seite objek
tiviert werden. Weiterhin sei der Nervende
h
nungstest
Bragard
/
Lasègue
auf der linken Seite bereits ab 10° positiv. Auf der rechten Seite werde ein Ziehen am Rücken berichtet. Die Kraft der Fussheber/-senker und Grosszehenheber/-senker sei aufgehoben. Der Beschwerdeführer müsse auch eine Heidelberg-Schiene tragen. In der weiteren rheumatologischen Untersuchung sei angesichts des vor
liegenden aktuellen MRI-Befundes der
provozierbare
Nervendehnungs
schmerz nicht erklärbar, sodass
zusätzlich Untersuchungen erfolg
t
en
respektive
der Knie-Hacke-Versuch, der an der unteren Extremität
beidseits positiv
ausfalle
, sowie der Finger-Nase
n
-Versuch, der auf der linken Seite positiv
sei
. Bei der Durchführung des
Babinski
(Pyramidenbahnzeichen)
falle
dieses auf der rechten Seite patho
logisch aus. Ferner
gebe
der
Beschwerdeführer
ein fehlendes Vibrations
emp
finden am linken medialen Knöchel und Grosszehe an. Auf der rechten Seite
sei
auch das Vibrationsempfinden deutlich eingeschränkt
beziehungsweise
bei 2/8
(S. 11 Mitte)
.
Zusammenfassend
habe beim Beschwerdeführer
ein grosser Bandscheibenvorfall vorgelegen, der zu einer Parese der Kennmuskeln von S1 und L5 geführt hat. Präoperativ
habe
aber ein deutlich höherer Kraftgrad bei M4/5
bestanden
bei nun vollständigem
Kraftausfall
der Fussheber, Grosszehenheber und -senker etc. Da
neben
zeige
sich ausserdem auch eine leichte Krafteinschränkung möglicherweise zurückführbar auf die Muskelatrophie/Dekonditionierung der linken Kniestrecker. Nach Vorliegen der aktuellen MRI-Befunde der LWS
lasse
sich die Parese im linken Bein nicht erklären. Es
fände
sich hier kein vermehrtes Narbengewebe und keine sichtbare Neurokompression. Im MRI der LWS von 2015
werde
lediglich nur leichtes die
S
1-Wurzel ummauerndes Narben
g
ewebe gefunden. Hinweise für ein
Hernienr
ezidiv
fehl
t
en im aktuellen MRI der LWS
ebenfalls.
Somit
sei
das Ausmass der vorliegenden Befunde nicht rheumatologisch ausreichend
begründ
bar.
Es werde
deswegen auf die Ausführungen des neurolo
g
ischen Teil
g
utachtens und des psychiatrischen Teilgutachtens
verwiesen.
Die Zunahme der Parese post
operativ
sei
aus rheumatolog
ischer Sicht nicht erkl
ärbar
(S. 11 unten Ziff. 7.1)
.
Durch die Gefühllosigkeit insbesondere in der linken Extremität, fehlendes Wärme-
und Kälteempfinden,
sei
ein Arbeiten in Kälte und
Nässe sowie ein Arbeiten in Ge
fahrensituationen sowie das Tragen von festem Schuhwerk nicht zumutbar. Schwer hebende Tätigkeiten, Tätigkeiten, die mit langem Laufen und Gehen ver
bunden s
eien
,
seien
nicht möglich. Im Haushalt und Alltag
hätten
die Beschwer
den insofern Auswirkungen, dass die Familie auf externe Hilfen (Schwieger
mutter) ange
wiesen sei
,
da sonst der Haushalt nicht bewältigt werden
könne
. Für leichtere Tätigkeiten
sehe
sich der
Beschwerdeführer
zwar in der Lage, wie z
um Beispiel
Kochen und gelegentlich Staubsaugen unter Einlegung von Pausen, doch
müsse
häufig die Tochter auch hier einspringen. Hinsichtlich seiner Körper
hygiene sei der Beschwerdeführer selbständig. Es bleibe aber zu bemerken, dass das Erscheinungsbild eher ungepflegt sei (S. 11 f. Ziff. 7.2)
. In der bisherigen Tätigkeit sei der Beschwerdeführer seit dem Bandscheibenvorfall vollständig arbeitsunfähig (S. 12 Ziff. 8.1). In einer angepassten Tätigkeit
sei die Leistungs
fähigkeit aufgrund des
Angewiesenseins
auf nach wie vor hohe Schmerzmedi
kamente, neuropathisch und Opiate
,
stark eing
eschränkt mit zirka 60 bis 80 %.
Es wäre zudem nur eine Tätigkeit in geschütztem Rahmen und nicht auf dem freien Arbeitsmarkt vorstellbar
(S. 12 Ziff. 8.2)
.
4.7.4
Aus neurologischer Sicht (Urk. 7/173/55-67) wurde ausgeführt, zusammen
fa
ssend besteh
e
linksseitig ein sensomotorisches Ausfallsyndrom L5 und S1. Vorder
gründig resultier
t
en hieraus Paresen v
or allem
der Fusshebung und -
s
enkung. Die darüber hinaus beschriebenen diffusen
Hypästhesien
im Bereich des gesamten linken Unterschenkels sowie die formal auch eingeschränkten Kraftgrade im Be
reich der Hüftflexion/-Extension sowie Knieflexion und Knieextension bei voller Kraft der Hüftabduktion und
a
dduktion
seien
über ein reines L5- und S
1
-Aus
fallsyndrom hinaus
gegangen
. Bei seitengleichen PSR-Reflex
ergebe
sich jedoch klinisch auch kein Hinweis auf eine Mitbeteiligung der
Myotome
L3 oder L4. Somit
seien
diese zusätzlichen Beschwerden klinisch-neuro
l
ogisch nicht vollstän
dig erklärbar. Eine weitere EMG-Diagnostik
sei
bei dem antikoagulierten Explo
randen erst nach Absetzen der entsprechenden Medikation möglich, wovon bei anamnestisch
Status nach
vier Thrombosen i
m Rahmen
dieses Gutachtens
habe
ab
ge
sehen
werden müssen. Bezüglich der beklagten Rückenschmerzen berichte der Beschwerdeführer aktuell von einem lokalen Schmerz ohne Ausstrahlung in die Beine. Auch während des
Lasègue
-Tests sei ein lokaler LWS-Schmerz ohne radikuläre Schmerzausstrahlung ausgelöst worden
.
Zusammenfassend
sei
die be
richtete Kopfschmerz-Semiologie mit einer chronischen Migräne ohne Aura ver
einbar. Zudem
sei
aufgrund der anamnestischen Angaben
(täglich Einnahme von Novalgin und anderen Analgetika) eine Verstärkung des Kopfschmerzes durch einen Analgetika-Übergebrauch wahrscheinlich
(S. 10 Ziff.
6.2).
4.7.5
Dem psychiatrischen Teilgutachten (Urk. 7/173/68-83) ist zu entnehmen, der 46
jährige Beschwerdeführer sei grenzwertig gepflegt, sehr leger
bis inadäquat
(kurzes T-Shirt, Sandalen, keine Strümpfe bei Minusgraden)
gekleidet,
und sei
durch zeitweiliges Grimassieren sowie inadäquates Verhalten (Bauchkratzen etc.)
aufgefallen
. Er
habe
fast durchgehend sehr traurig
gewirkt
,
habe
auch häufiger
geweint
, insbesondere im Zusamme
nhang mit seiner Symptomatik beziehungs
weise
dem Krankheitsverlauf. Neben depressiver Symptomatik (Traurigkeit, zei
t
weise aber auch Gereiztheit, Antriebsminderung, phasenweise Lebensmüdigkeit bei klarer Distanzierung von akuter Suizidalität)
habe
er, teils erst auf Nachfrage
beziehungsweise
in anderem thematischen Zusammenhang
, zum Beispiel im Rahmen der Schilderungen bezüglich seiner sozialen Situation und des Alltags
,
von stark belastenden und beeinträchtigenden
halluzinatorischen
Symptomen berichtet.
Insbesondere höre er oft
negativ kommentierende (ihn beziehungsweise sein Erscheinungsbild ent
wertende) sowie fraglich auch dialogisierende Stimmen, was tagsüber wie auch nachts vorkommen könne
und er
gegebenenfalls oft durch das H
ören lauter Musik über Kopfhörer zu
reduzieren versuche. Beziehungs- und Verfolgungsideen im Sinne, ständig beobachtet zu werden, seien angegeben worden. Die Beobachtungen würden ihm auch über Stimmen mitgeteilt werden. Ich-
Störungen
seien
zwar nicht direkt, aber insofern angegeben
worden
, als der
Beschwerdeführer betont habe, eingehende fremde Gedanken
einfach nicht zu beantworten
und
sich durch sozialen Rückzug vor ungünstigen Einflüssen (durch bestimmte Personen) schützen zu müssen. Zudem
seien aus
geprägte Schlafstö
rungen angegeben
worden
, teils wegen Schmerzen, teils sei das Wiederein
schla
fen durch Stimmenhören erschwert, weswegen er dann nachts Musik höre
n würde
.
Auch unter Berücksichtigung der diesbezüglich positiven Familienanam
nese (ein Bruder sei an einer Schizophrenie erkrankt)
würden
aufgrund der oben genannten auch spezifischen Symptomatik die Kriterien für eine Schizophrenie (F20) erfüllt und die vordiagnostizierte
(
rezidivieren
de) «depressive» Störung mit psychotischen Symptomen» für deutlich weniger wahrscheinlich gehalten. Zu der Subgruppe der paranoiden Schizophrenie (F20.0) passe auch ein (hier nicht detail
lierter
explorierbarer
) Beziehungs- beziehungsweise Verfolgungswahn. Auch (organisch nicht erklärbare) Schmerzen
oder Missempfindungen könn
t
en ebenso wie depressive Zustände im Rahmen dieser
Erkrankung
auftreten. Die Gesamter
scheinung des
Beschwerdeführers
(G
rimassieren, wenig gepflegte beziehungs
weise
nicht an das Wetter angepasste Erscheinung/Kleidung, sozial inadäquates Verhalten mit
zum Beispiel
Bauchkratzen während der Exploration etc.)
würden
auf ein auch sozial wirksames schw
e
res
beziehungsweise
chronifiziert anmuten
des psychisches Krankheitsbild hin
weisen (S. 11 f.)
.
D
i
e bisherigen stationären wie ambulanten Behandlungen
-
Schmerztherapie in der Schmerzklinik, ambulante psychotherapeut
ische und fachpsychiatrische be
zie
hungsweise
psychopharmakologische Behandlung, vollstationäre und tages
klinische psychiatrische Behandlungen 2016 und
20
17 unter der diagnostischen Hypothese einer
(
rezidivierenden
)
depressiven Störung
(
F3; mit psychotis
ch
en Symptomen)
- hätten
bis jetzt keinen durchgreifenden Erfolg gebracht
(S. 13
Ziff.
7.2)
.
Hinsichtlich individueller Belastungsfaktoren und Ressourcen wurde au
s
geführt, d
ie Familie (Ehefrau
und jugendliche Tochter)
schienen eine Resso
urce darzustellen (S. 13 Ziff. 7.4).
Der Beschwerdeführer
lebe mit seiner 39-jährigen Ehefrau und seiner
14-jährigen Tochter sowie einem
Hund in einer 4
1⁄2-
Zim
merwohnung im 1. Stock mit Lift. Sie hätten die Wohnung vor
zirka
6-7 Jahren, als er noch gearbeitet habe, gekauft; zurzeit wisse er nicht, wie viel sie noch abbezahlen müssten, es
sei aber «finanziell zurzeit schwierig»
- seine Ehefrau kümmere sich darum. Er selbst habe seit zwei Jahren kein Einkommen mehr. Seine Frau arbeite als Versicherungsinspektorin in einem Vollzeitpensum (100
%)
und verdiene
zirka
Fr.
6
'
000
.--
monatlich. Die 14- jährige
Tochter
geh
e zur S
chule, zurzeit in die 2.
Sekundarklasse, und habe gerade am Vortag der Untersuchung die Aufnahmeprüfung fürs Gymnasium abgelegt. Er
habe zwar einen Führer
schein, «
fahre aber hö
chstens 300 m zum Einkaufsmarkt»
, oder er nehme den Bus
. So
ziale Kontakte zu Kollegen oder Freunden pflege er praktisch nicht mehr
, er habe so ein «Mischgefühl» (
Ausdruck des übersetzenden Dolmetschers), indem er merke, dass er vieles nicht mehr mitmachen könne, was er eigentlich früher gern gemacht habe. Zum Beispiel liebe er an sich Motorradfahren, das gehe nun aber nicht mehr. Er suche auch keine Kontakte, ziehe sich eher zurück. Überhaupt pflege er keine regel
mässigen sozialen Aktivitäten. S
eine Psychotherapeutin habe ihm aber neulich mitgeteilt, er solle wohl eine Gesprächsgruppe oder einen Kurs besuchen
(S. 5 Ziff. 3.2).
Zum Tagesablauf führte der Beschwerdeführer aus, m
anchmal stehe er gar nicht auf. Üblicher
weise stehe er aber zwischen 6.30 und 7.
00 Uhr
auf, um 6.
45 Uhr stehe die Tochter auf. Er müsse ja wegen seiner Thrombose viel laufen und gehe deshalb um
7.
30 Uhr schon
ein
mal mit dem Hund hinaus. Er
sei dann etwa eine Dreiviertel
stunde unterwegs, es sei ein Wechsel zwischen
l
aufen, auf einer Bank sitzen, dann wieder
etwas laufen, dann wieder absitzen etc. Wenn er nach Hause zurü
ckgekommen sei, fahre er noch fünf bis zehn
Minuten auf dem Hometrainer Velo und mache oft Physiotherapie-Übungen
. Dann erledige er in «kleinen Por
tionen»
,
nötigenfalls mehrfach, Einkäufe.
Mittags koche er etwas für die Tochter und verbringe ein bisschen Zeit mit ihr, bi
s diese wieder zur Schule müsse.
Danach lege er sich meistens hin und
«
schaffe da
nn in der Regel nicht mehr viel»
(der
Beschwerdeführer
wirk
e
sehr
traurig und wein
e
erneut)
.
Er bleibe dann einfach liegen, oft mit lauter Musik. In der Zeit kämen regelmässig
Anrufe von se
iner Schwester oder seinem Neffe
n.
I
rgendwann
k
omme die Tochter von der Schule zurück, und wenn er es schaffe, gehe er dann nochmals mit dem Hund hinaus, sonst erledige das die Tochter (
der Beschwerdeführer
wein
e
). Danach warte er auf die Heim
kehr seiner Ehefrau, die zirka um 17.
30 Uhr nach Hause komme. Dann würden sie miteinander sprechen, sich unterhalten, während sie das Abendessen vorbereite oder etwas k
oche, und er versuche zu helfen. Sie nähmen alle drei zusammen das Abendessen ein. Nach dem Essen gehe er noch
mals mit seiner Ehefrau und dem Hund hinaus und zirka zwischen 22 und 23 Uhr zu Bett
(S. 5 f. Ziff. 3.2).
Hinsichtlich der Konsistenz wurde unter anderem ausgeführt
, es habe hier keinen Hinweis auf eine eingeschränkte Beschwerdevalidität gegeben, weder klinisch noch testpsychologisch (RMT). Es hätten sich keinerlei Inkonsistenzen zwischen Aktenlage, Selbstbericht und/oder klinischem Befund ergeben, stattdessen hätte das Leiden des Beschwerdeführers ausgesprochen plausibel und seine Schilderung eines in allen vergleichbaren Lebensbereichen gleichmässig eingeschränkten Aktivitätsniveaus sehr authentisch
gewirkt. Es hätten sich keine Zweifel an Kon
sistenz und Plausibilität der beklagten Beschwerden ergeben (Urk. 7/173/68-83 S.
13
f. Ziff.
7.3)
.
Aufgrund fehlender fachärztlicher Echtzeitdokumentation
könne
zu der psychia
tri
sc
hen Symptomatik
beziehungsweise
psychiatrisch bedingten Funktionsein
schrän
kungen Anfang 2014 nicht mit ausreichender Sicherheit Stellung
ge
nom
men werden
. Der Aktenlage zufolge
sei
aber eine tiefgreifende und weitreichende Einschränkung der funktionelle
n
Leistungsfähigkeit und vollständige Aufhebun
g
der Arbeitsfähigke
it auf dem freien Arbeitsmarkt
mindestens ab Herbst 2016 plausibel
beziehungsweise
überwiegend wahrscheinlich, darüber hinaus we
iter retrospektiv zumindest möglich
(S. 15 Ziff.
8.4).
4.8
Die Gutachterin
Dr. med.
Q._
, Fachärztin für
Psychiatrie und Psy
cho
therapie
,
nahm am
24. Oktober 2018 zu Rückfragen der Beschwerdegegnerin (vgl. Urk. 7/174) Stellung (Urk. 7/182).
4.9
RAD-Arzt med. pract.
G._
(vorstehend E. 3.7)
f
ührte mit Stellungnahme vom 20.
November 2018 (Urk. 7/212/7-9) aus, das Gutachten sei nachvollziehbar und plausibel in seinen Schlussfolgerungen, es könne darauf abgestellt werden
(S. 1). Es bleibe im Rahmen der psychiatrischen Diagnosestellung eine gewisse dia
gnostische Unsicherheit. Diese könne nach Angaben der Gutachter allerdings
erst durch eine längere Verlaufs-/Verhaltensbeobachtung unter einer Entzugs-/
Ent
wöhnungstherapie aufgelöst werden. Somit könne aus versicherungsmedizi
nischer Sicht eine vorgezogene medizinische Neubeurteilung in zirka zwei Jahren empfohlen werden, nachdem die therapeutischen Empfehlungen umgesetzt worden seien (S. 2 f.).
4.10
Dr. med.
R._
, Fachärztin für
Psychiatrie und Psychotherapie
,
RAD, führte mit Stellungnahme vom 11. Februar 201
9
(Urk. 7/212/
S.
10
ff.
) aus, insgesamt könne die Diagnose einer paranoiden Schizophrenie (ICD-10 F20.0) nicht klar nachvollzogen werden
(S. 10 unten)
. Die ICD-10 Kriterien seien aus RAD-Sicht aus näher dargelegten Gründen nicht erfüllt
(S. 1
1
)
.
Dass die Gutachterin aus einem einzigen negativen Beschwerdevalidierungstest, dem Rey Memory Test (RMT) zur Detektion von Aggravation/Simulation, der in seiner ursprünglichen Form jedoch wegen der schlechten Bewertungen/schlechten Sensitivität in den USA und
K
anada nicht mehr angewandt werde, einen Ausschluss von Aggra
va
tion/Simulation interpretiere, könne absolut nicht nachvollzogen werden (S.
11
unten). E
s sei auffällig, dass sich unter
neuroleptischer
Therapie die Symptomatik verbessert habe, jedoch praktisch kein Medikamentenspiegel habe nachgewiesen werden können
.
Schlussendlich sei lediglich ein hochgradiger Verdacht auf eine Erkrankung aus dem schizophrenen Formenkreis (F20.0) diagnostiziert worden. Warum aufgrund eines Verdachts eine langfristige 100%ige Arbeitsunfähigkeit attestiert werden könne, könne nicht nachvollzogen werden.
Insgesamt könne der Verdacht auf Aggravation/Simulation bei sekundärem Krankheitsgewinn nicht gänzlich ausgeschlossen werden
.
Auf das psychiatrische Gutachten könne aus versicherungsmedizinischer Sicht nicht klar abgestellt werden
(S.
12
oben)
.
4.11
Dr. med.
S._
, Facharzt für
Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates
,
RAD
,
führte mit Stellungnahme vom 15. Februar 201
9
(vgl. Urk. 7/212/12)
aus, aus näher genannten Gründen erscheine auch der somatische Teil des Gutachten
s
in sich nicht schlüssig nach
vollziehbar.
4.12
Med. pra
c
t.
T._
,
Praktischer Arzt
, führte mit Bericht vom 20. März 201
9
(Urk. 7/217)
unter anderem aus, bei der Beurteilung des medizinischen Dienstes der Beschwerdegegnerin von einer 80%igen Arbeitsfähigkeit des Beschwerdefüh
rers
handle es sich um eine groteske Fehlbeurteilung, die sich medizinisch nicht erklären lasse.
5.
5.1
Nach Erlass der vorliegend angefochtenen Verfügung vom
15. April 2019
ergingen weitere Arztberichte.
Für die Beurteilung der Gesetzmässigkeit der angefochtenen Verfügung oder des Einspracheentscheides ist für das Sozialversicherungsgericht in der Regel der Sachverhalt massgebend, der zur Zeit des Erlasses des angefochtenen Verwal
tungsaktes gegeben war. Tatsachen, die jenen Sachverhalt seither verändert
haben, sollen im Normalfall Gegenstand einer neuen Verwaltungsverfügung bild
en (BGE 130 V 138 E. 2.1 mit Hinweis). Sie können indessen, unter Wahrung des rechtlichen Gehörs, berücksichtigt werden, wenn sie kurze Zeit nach dem Erlass des angefochtenen Entscheids eingetreten sind, sich ihre Beachtung aus prozess
ökonomischen Gründen unbedingt aufdrängt und sie hinreichend klar feststehen (BGE 105 V 156 E. 2d; ZAK 1984 S. 349 E. 1b). Dies ist der Fall, wenn sie mit dem Streitgegenstand in engem Sachzusammenhang stehen und geeignet sind, die Beurteilung im Zeitpunkt des
Entscheiderlasses
zu beeinflussen (BGE 99 V 98 E. 4 mit Hinweisen).
5.2
Im Rahmen des Beschwerdeverfahrens wurden folgende Berichte eingereicht, die den obgenannten Voraussetzungen entsprechen und damit zu berücksichtigen sind, soweit sie geeignet erscheinen, die Beurteilung zu beeinflussen:
Die Fachpersonen der
U._
berichteten am
29.
April
2019 (Urk. 3/4)
über eine Hospitalisation vom 26.
Februar bis 28.
März
2019 und nannten folgende, hier gekürzt aufgeführten Diagnosen (S. 1):
-
schwere depressive Episode mit psychotischen Symptomen (ICD-10 F32.3)
-
chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren (ICD-10 F45.41)
-
psychische und Verhaltensstörungen durch Opioide: Abhängigkeitssyn
drom (ICD-10 F11.2)
-
Protein-C-Mangel
Zum Zuweisungsgrund wurde ausgeführt, der Beschwerdeführer sei im Rahmen einer suizidalen Krise von der psychiatrischen Spitex zugewiesen worden. Er habe sein Auto
gegen eine Wand fahren wollen, dies dann aber nicht getan und stattdessen die Psychiatrie-Spitex angerufen (S. 1 unten).
Diagnostisch werde aktuell eine schwere depressive Episode mit psychotischen Symptomen gesehen. Die psychotischen Symptome seien für die Diagnose einer
schizoaffektiven
Epi
sode aktuell nicht ausreichend. Im Verlauf habe sich die depressive Symptomatik zu
se
hends verbessert, sodass bei Behandlungsende sogar eine leichte hypoma
nische Nachschwankung zu verzeichnen gewesen sei. Das Stimmenhören werde mangels diagnostischer Alternativen als psychotische Depression beurteilt.
Der Beschwerdeführer habe eine erfolgreiche Entzugsbehandlung während des stationären Aufenthaltes absolviert und sei seit dem 21. März 2019 abstinent (S. 4).
5.3
Die Fachpersonen der
J._
berichteten am 6. Februar 2020 (Urk. 29) über einen stationären Aufenthalt des Beschwerdeführers vom 24. bis 30. Januar 2020 und nannten folgende Diagnosen (S. 1):
-
rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig schwere Episode mit psychotischen Symptomen (ICD-10 F33.3)
-
chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren (ICD-10 F45.41)
-
anamnestisch: schizoaffektive Störung, nicht näher bezeichnet
Im März 2019 sei der Beschwerdeführer zuletzt in der
U._
in stationärer Behandlung gewesen. Nach Austritt sei es für eine kurze Zeit gut gegangen. Schleichend seien wieder imperative, kommentierende sowie aggressive Stimmen aufgekommen, die er anfänglich gut habe verdrängen können. Er habe immer öfter das Gefühl bekommen, keine Luft mehr zu kriegen, habe sich eingeengt und bedrückt in der Stimmung gefühlt. Es seien sporadisch
sich zunehmend aufdrän
gende
passive Todeswünsche aufgekommen. Aufgrund dieser Zustandsver
schlec
h
terung seien die Medikamente vor ungefähr vier Monaten umgestellt worden. Die Umstellung habe jedoch keine Stabilisierung gebracht, sondern seinen Zustand zunehmend verschlechtert. Aktuell habe er passive Todesgedanken, aber keine konkreten Pläne, sich das Leben zu nehmen (S. 2).
Nach einer fremdaggressiven Exazerbation auf der Station sei zur
Entaktua
li
sierung
der Situation ein Belastungsurlaub zu Hause geplant worden. Am nächs
ten Tag habe der Beschwerdeführer eine Rückkehr auf die Station abgelehnt. Er sei klar von suizidalen Handlungsabsichten distanziert gewesen. So sei in der Folge der Austritt veranlasst worden (S. 2)
5.4
Schliesslich erstatteten am
17.
Januar 2020 (Urk. 22)
die Gutachter
der
A._
eine ergänzende Stellungnahme
:
5.4.
1
Die
psychiatrische Gutachterin
Dr.
Q._
führte
unter anderem
aus,
unter Berücksichtigung der Familienanamnese und
des klinischen Gesamteindrucks
werde
die Diagnose einer Erkrankung aus dem schizophrenen Formenkreis für überwiegend wahrscheinlich gehalten. Dabei
sei
auch zu berücksichtigen, dass andere Fachärzte (Therapeuten, Institutionen) sehr ähnliche Diagnosen (depres
sive Episode mit psychotischen Symptomen, schizoaffektive Störung, etc.) gestellt
hätten
. Auch sie
seien
offensichtlich von einer zusätzlich zu der opiatassoziierten vorliegenden
schwereren Psychopathologie aus
gegangen
(S. 2 Mitte).
Weiter
wurde ausgeführt
,
de
r Rey Memory-Test (RMT)
sei
keineswegs als einziges Element für die Beschwerdevalidierung zugezogen
worden
. Im Gegenteil sei
diese
r
(in der Tat zwar hochspezifisch
e
, aber wenig
sensitive
) Beschwerde
vali
die
rungstest (BVT) nur als ein Element in einem mehrdimensionalen
kriterienge
leiteten
Verfahren
genutzt worden
, in dessen Rahmen insbesondere auch eine umfassende
Diskrepanzanalyse
erfolgt
sei
, etwa zwischen dem Verhalten des
Beschwerdeführers
in der Untersuchung und seinen Angaben,
im Abgleich
seine
r
Angaben
und
dem Befund mit der
Aktenlage etc. In deren Rahmen
hätten keine
relevanten Hinweise auf eine eingeschränkte
Beschwerdevalidität festgestellt werden
können, im Gegenteil
habe
sich aus den verschiedenen Einzelaspekten ein stimmiges Gesamtbild
ergeben
(S. 2 unten)
.
Es sei klinisches Erfahrungs
wissen, dass die im ICD-10 säuberlich separierten Krankheits
ent
itäten «Depressive Episode mit psychotischen Symptomen», die entsprechende Phase einer «
schizo
affektiven
Störung» oder einer Erkrankung aus dem schizophrenen Formenkreis mit starker affektiver Komponente klinisch, zumal in der Entwicklungsphase der Symptomatik beziehungsweise bei einer Erstuntersuchung, oft nur schwierig beziehungsweise nicht ohne Unsicherheit zu unterscheiden seien.
Eine
Reise nach Sizilien zumal mit familiärer Begleitung beziehungsweise zur Familie, spreche keineswegs gegen eine Erkrankung aus dem schizophrenen Formenkreis, wie sich auch aus klinischer Erfahrung in verschiedenen Behandlungssettings ergebe
(S. 3 oben)
.
Tiefe Medikamentenspiegel
seien
als Einzelwerte bezüglich der Compliance nicht aussagekräftig
(S. 3 unten). Beim
Beschwerdeführer
seien
Duloxetin
(
Cymbalta
, ein Antidepressivu
m
) und
Pregabalin
(
Lyrica
, zur Behandlung neuropathischer Schmerzen) im therapeutischen Bereich gemessen worden. Trittico (
Trazodon
) sei
passend zu der gering dosierten Einnahme als Einschlafhilfe, unter der Nach
weis
grenze gewesen und das Neuroleptikum
Aripiprazol
(
Abilify
) sei (mit 0
.
04
μ
mol
/l bei Referenzbereich 0
.
33 - 1
.
12)
deutlich unterhalb des therapeutischen Bereichs
gewesen. Damit sei immerhin davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer das
Antipsychotikum
eingenommen habe. Belastbare Aussagen darüber, ob die ver
ordnete Dosis oder die Medikamenten-Compliance ausreichend seien, seien daraus
gutachterlich nicht abzuleiten
(S. 4 oben
)
.
Betreffend
V
erdachtsdia
g
nose und Arbeitsfähi
g
keit
wurde ausgeführt,
zur Siche
rung der Diagnose beziehungsweise um allenfalls substanzinduzierte Symptome von primär affektiven, vor allem depressiven, wie auch psychotischen klarer ab
grenzen zu können, werde durchaus eine (erneute) intensive und ausreichend lange vollstationäre Behandlung empfohlen, in der namentlich die Notwendigkeit der Morphinmedikation
reevaluiert
und das Medikament möglichst weitgehend reduziert oder ausgeschlichen werden sollte, auch um die dann verbleibenden psychiatrischen Symptome klar zuordnen und nötigenfalls störungsspezifisch und konsequent behandeln zu können. Vor einem solchen Schritt müsse die Diagnose einer Erkrankung aus dem schizophrenen Formenkreis aus Sicht der Fachgutachterin eine Verdachtsdiagnose bleiben, auch wenn zuvor von mehreren vorbehandelnden Psychiatern
beziehungsweise
Fachinstitutionen eng benach
barte Diagnosen gestellt beziehungsweise vermutet worden seien
(S.
4 Mitte).
Folglich erschein
e
es unter Berücksichtigung der diesbezüglichen Einwände von Dr.
R._
retrospektiv tatsächlich sinnvoll, die bereits im Gutachten empfohlene vollstationäre Beobachtungs-, Abklärungs- und gegebenenfalls Therapieeinlei
tungsphase einer definitiven Aussage zur Arbeitsfähigkeit voranzustellen. Es
sei
der Komplexität des Falles wahrscheinlich angemessen, die Diagnosesicherung einer Einschätzung
beziehungsweise
«
Festlegung
»
einer langfristigen Funktiona
lität
beziehungsweise
Arbeitsfähigkeit voranzustellen
,
auch wenn die gestellte Verdachtsdiagnose nach wie vor plausibel erschein
e
. Dies
gelte
umso mehr, als, wie Dr.
R._
ebenfalls richtig bemerk
e
, zwar nicht alle, aber doch viele geschil
derte Beschwerden
beziehungsweise
relevante Begleitfaktoren (wie
zum Beispiel
auch die Familienanamnese mit der Angabe eines schizophren erkrankten Bruders
) weitgehend dem Selbstbericht des Versicherten entnommen
worden seien
, wenn auch gestützt durch den eigenen Befund und die Verhaltensbeobachtung, sowie die mit als vergleichbar
schwergradig
einzuschätzenden psychiatrischen Diag
nosen angefüllten Vorakten.
Aus
ihrer
Sicht
liessen
sich überwiegend wahr
scheinlich funktionelle
Einschränkungen in einem Ausmass plausibilisieren, welches die Arbeitsfähigkeit vollständig aufheb
e
(S. 4 unten)
.
5.4
.2
Aus somatischer Sicht wurde
unter anderem
ausgeführt,
im rheumatologischen Gutachten werde dargelegt, dass der Beschwerdeführer aus fachgutachterlicher Sicht in seiner Funktionalität erheblich eingeschränkt sei. Es werde nur
dort auf das neurologische Gutachten verwiesen, wo die Beurteilung nicht mehr in der Kompetenz der rheumatologischen Fachgutachterin liege. Die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit stehe damit nicht in Zusammenhang
,
d
ie Einschätzung der Arbeitsfähigkeit erfolg
e
in jedem Gutachten lege artis unter Berücksichtigung der fachgutachterlich erhobenen Befunde sowie der anamnestischen und aktenanam
nestischen Angaben. Dabei
könne
jeweils eine isoliert unterschiedliche Einschät
zung der Arbeitsfähigkeit erfolgen.
Es werde jedoch darauf hingewiesen
, dass in einem interdisziplinären Gutachten wie dem hier in Frage stehenden die Ein
schätzung
konsensual
in der medizinischen Gesamtschau erfolg
e
. Wie in der Konsensbeurteilung dargelegt,
werde
aufgrund der führenden
schwergradigen
Einschränkungen infolge der psychiatrischen Erkrankung die Arbeitsfähigkeit des
Beschwerdeführers
aktuell für vollständig aufgehoben
erachtet
. Die isolierte Betrachtung der jeweiligen somatischen Einschätzungen
sei
daher nicht ziel
-
führend. Zusammenfassend sei festgehalten, dass
sie
mit der Einschätzung des RAD, Dr.
R._
und Dr.
S._
,
nicht übereinstimm
t
en und an
der
fachgut
achterlichen Sachverständigenbeurteilung festhalten
werde
(S. 5)
.
6
.
6
.1
Mit Urteil vom 19. September 2016 (Urk. 7/94) wies das hiesige Gericht die Sache zu ergänzenden Abklärungen an die Beschwerdegegnerin zurück. Gestützt auf das Rückweisungsurteil veranlasste die Beschwerdegegnerin eine polydisziplinäre Begutachtung des Beschwerdeführers.
Die Gutachter kamen unter sorgfältiger Herleitung der Diagnose zum Schluss, dass der Beschwerdeführer in somatischer Hinsicht an
einem
lumboradikuläre
n
residuelle
n
sensomotorische
n
Ausfallsyndrom L5 und S1 links,
an
chronische
n
Kopfschmerzen sowie
an
einer
chronische
n
Lumbago
leidet
.
A
us psychiatrischer Sicht
wurde ein hochgradiger Verdacht auf eine Erkrankung aus dem schizo
phre
nen Formenkreis geäussert
bei
andauerndem, ärztlich indiziertem Opiatkonsum (Morphin als Analgetikum), wahrscheinlich Abhängigkeitssyndrom
und
anam
nes
tisch
einer
rezidivierende
n
depressive
n
Störung, wiederholt schwer
und mit psychotischen Symptomen. Aus interdisziplinärer Sicht kamen die Gutachter zum Schluss, i
nitial
ab
Januar 2014
sei die Arbeitsfähigkeit somatisch bedingt aufge
hoben, spätestens ab Herbst 2016 (wahrscheinlich früher) sei sie aufgrund der psychiatrischen Diagnosen aufgehoben gewesen
(vorstehend E. 4.7).
6
.2
Das Gutachten vom 26. Juli 2018 erfüllt die formalen Beweiswert-Anforderungen (vorstehend E. 1.
4
) ohne weiteres, ist es doch für die streitigen Belange umfassend, beruht auf allseitigen Untersuchungen, berücksichtigt auch die geklagten Be
schwerden und wurde in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben.
Darüber hinaus leuchtet es auch in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation ein und enthält nachvollziehbar begründete Schlussfolgerungen, so dass darauf abgestellt werden kann.
Auch RAD-Arzt
med. pract.
G._
empfahl
zunächst,
auf das Gutachten abzustellen (vgl. vorstehend E.
4
.
9
)
. Erst
RAD-Ärztin Dr.
R._
(
vorstehend
E.
4.10) und Dr.
S._
(vorstehend E.
4.11) waren der Ansicht, auf das Gutachten könne nicht abgestellt werden.
Die Beschwerdegegnerin
anerkannte, dass dem Beschwerdeführer die bisherige Tätigkeit nicht mehr zumutbar sei. Sie ging gestützt auf den neurologischen Teil des Gutachtens
aber
davon aus, dass für eine angepasste Tätigkeit eine 80%ige Arbeitsfähigkeit bestehe.
Unbestritten und aufgrund der Aktenlage ausgewiesen ist der Umstand, dass in der zuletzt ausgeübten Tätigkeit des Beschwerdeführers als
Aussenisoleur
keine Arbeitsfähigkeit mehr besteht.
Strittig ist die Arbeits
fähigkeit in einer angepassten Tätigkeit.
6.3
Die
Beschwerdegegnerin
stellte
sich auf den Standpunkt,
rheumatologisch sei das Ausmass der vorliegenden Befunde nicht ausreichend begründbar und die Zu
nahme der Parese postoperativ nicht erklärlich. Für eine genauere Einschätzung sei auf das neurologische Teilgutachten verwiesen worden (Urk. 2 S. 2 oben).
Diesbezüglich legten
die Gutachter dar, dass nur dort auf das neurologische Gutachten verwiesen werde, wo die Beurteilung nicht mehr in der Kompetenz der rheumatologischen Fachgutachterin liege. Die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit stehe damit nicht in Zusammenhang
(vorstehend E. 5.4.2)
.
Aus dem
betreffenden Teilgutachten geht
dann auch
hervor, dass diverse
vom Beschwerdeführer beklag
ten Beschwerden
am linken Bein und Fuss objektiviert werden konnten. So fand sich beispielsweise
eine pathologische Atrophie des Unterschenkels als auch des Oberschenkels, die darauf
hinwiesen
, dass das linke Bein im Alltag weniger ein
gesetzt
wird
. Des Weiteren
konnte
eine Verkürzung der
ischokruralen
Muskulatur auf der linken Seite objektiviert werden.
Zudem war
der Nervende
h
nungstest
Bragard
/
Lasègue
auf der linken Seite
bereits ab 10° positiv. Die Kraft der Fuss
heber/-senker und Grosszehenheber/-senker
war
aufgehoben.
D
i
e rheumatolo
gische Gutachter
in
kam zum Schluss, d
urch die Gefühllosigkeit insbesondere in der linken Extremität, fehlendes Wärme- und Kälteempfinden, sei ein Arbeiten in Kälte und Nässe sowie ein Arbeiten in Gefahrensituationen sowie das Tragen von festem Schuhwerk nicht zumutbar. Schwer hebende Tätigkeiten, Tätigkeiten, die mit langem Laufen und Gehen verbunden sind, seien nicht möglich
(vorstehend E. 4.7.3)
.
Die
aus rheumatologischer Sicht
faktisch vollständige Arbeitsunfähig
keit auch in einer angepassten Tätigkeit («Es wäre zudem nur eine Tätigkeit in geschütztem Rahmen und nicht auf dem freien Arbeitsmarkt vorstellbar») wurde umfassend dargelegt und schlüssig begründet.
Die Gutachter wiesen zu Recht darauf hin, dass
in einem
interdisziplinären Gut
achten wie dem hier in Frage stehenden die Einschätzung
konsensual
in der medizinischen Gesamtschau erfolge
und d
ie isolierte Betrachtung der jeweiligen somatischen Einschätzungen
daher nicht zielführend
sei
(vorstehend E. 5.4.2).
Die von der Beschwerdegegnerin angeführten Gründe,
in somatischer Hinsicht im hauptsächlich auf die neurologisch attestierte 80%ige Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit abzustellen
, erweis
t
sich somit als nicht stichhaltig.
Die Gutachter
erachteten in
der Konsensbeurteilung aufgrund der führenden
schwergradigen
Einschränkungen infolge der psychiatrischen Erkrankung die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers aktuell
als
vollständig aufgehoben
(vor
stehend E. 5.4.2)
.
Initial sei die Arbeitsfähigkeit somatisch bedingt aufgehoben, spätestens ab Herbst 2016 (wahrscheinlich früher) sei sie aufgrund der psychia
trischen Diagnosen aufgehoben gewesen
(vorstehend E. 4.7.1)
.
6
.
4
Di
e psychiatrische
Gutachter
in
setzte sich eingehend mit den Standardindi
ka
toren auseinander (vgl.
vorstehend E.
4.7.5
und E. 5.4
.1
).
Ihre
Beurteilung um
fasste das ganze Leistungsprofil mit sowohl negativen als auch positiven Anteilen und ist so verfasst, dass die attestierte Arbeitsunfähigkeit «gleichsam aus dem Saldo aller wesentlichen Belastungen und Ressourcen» (BGE 141 V 281 E. 3.4.2.1) abgeleitet wurde.
Sie
ist bei der Beantwortung der Frage, wie
sie
das Leistungs
vermögen ein
schätzte, den einschlägigen Indikatoren gefolgt, hat ausschliesslich funktionelle Ausfälle berücksichtigt, welche Folge der gesundheitlichen Beein
trächtigung sind, und
ihre
versicherungsmedizinische Zumutbarkeitsbeurteilung ist auf objektivierter Grundlage erfolgt. Die von der Rechtsanwendung zu prü
fende Frage, ob
sie
sich an die massgebenden normativen Rahmenbedingungen gehalten und das Leistungsvermögen in Berücksichtigung der einschlägigen Indikatoren ein
geschätzt
hat (BGE 141 V 281 E. 5.2.2), ist klar zu bejahen. Die funk
tionellen Auswirkungen der medizinisch festgestellten gesundheitlichen An
spruchs
grund
lage lassen sich anhand der Standardindikatoren schlüssig und widerspruchsfrei mit überwiegender Wahrscheinlichkeit nachwe
isen,
weshalb auf das psychiatrische (Teil-)Gutachten abzustellen ist.
6.
5
Diagnostisch ist eine Diskrepanz zwischen den Einschätzungen der psychia
tri
schen Gutachterin und denjenigen der behandelnden Ärzte festzustellen. Während
letztere dabei relativ konstant von gleichbleibenden Diagnosen ausgingen, wurde einzig im Gutachten ein hochgradiger Verdacht auf eine Erkrankung aus dem schizophrenen Formenkreis diagnostiziert. Indes wurden auch von behandelnden Fachpersonen psychotisch begleitete depressive Phasen (vorstehend E. 4.1, E. 4.2, 4.5, 5.2, E. 5.3) und eine schizoaffektive Störung genannt (vorstehend E. 4.3) und Dr.
Q._
wies
darauf hin, dass die Phasen genannter Diagnosen oft nur schwierig beziehungsweise nicht ohne Unsicherheit zu unterscheiden seien (vor
stehend E. 5.4.1). Entscheidend ist jedoch, dass fast alle älteren als auch aktuellen Beurteilungen übereinstimmend davon ausgehen, dass der Beschwerdeführer vollständig arbeitsunfähig ist
(vorstehend E. 4.1, E. 4.3, E. 4.5, 4.6
, E. 5.3 sinn
gemäss
).
Einzig RAD-Ärztin Dr.
R._
(vorstehend E. 4.10) erachtete eine schwer
wiegende psychische Störung
als
durch die medizinischen Akten und insbeson
dere das Gutachten nicht ausgewiesen.
6.
6
Die RAD-Ärz
t
in
Dr.
R._
stellte sich auf den Standpunkt, von der psychiatrischen Gutachterin Dr.
Q._
sei lediglich ein hochgradiger Verdacht auf eine Erkrankung aus dem schizophrenen Formenkreis (ICD-10 F20.0) diagnostiziert worden. Es könne nicht nachvollzogen werden, warum aufgrund eines Verdachts eine langfristige vollständige Arbeitsunfähigkeit attestiert werden könne (
vor
stehend E. 4.10
).
Dr.
Q._
legte
jedoch
in schlüssig begründeter Weise dar
, weshalb sie die Diagnose einer Erkrankung aus dem schizophrenen Formenkreis für überwiegend wahrscheinlich halte (
vorstehend E. 5.4.1)
und wies unter anderem darauf hin, dass nach einer einmaligen, in diesem Fall 1
1⁄2
-stündigen Exploration, auch wenn einiges an Aktenmaterial vorliege, eine solche potentiell schwere, komplexe und prinzipiell durchaus vielgestaltige, sowie weitreichende Diagnose nur sehr selten ohne gewisse verbleibende Unsicherheit festgestellt w
erden könne (vorstehend E.
5.4.1)
.
Dr.
Q._
pflichtete Dr.
R._
zwar
darin bei, dass
es retrospektiv tatsächlich sinnvoll sein würde, die bereits im Gutachten empfohlene vollstationäre B
eobachtungs-, Abklärungs- und gegebenenfalls The
rapieeinleitungsphase einer definitiven Aussage zur Arbeitsfähigkeit voranzu
stellen
(vorstehend E.
5.4.1)
.
Gleichzeitig wies sie aber
auch darauf hin, dass
sich überwiegend wahrscheinlich funktionelle Einschränkungen in einem Ausmass plausibilisieren
liessen
, welche
s
die Arbeitsfähigkeit vollständig aufhebe
(vorste
hend E. 5.4.1
)
.
Eine Behandlung, wie sie von Dr.
Q._
empfohlen wurde, fand bereits statt, und zwar vom
2
6. Februar
bis 28.
März 2019 (vorstehend E.
5.2
). Die Fach
personen der
U._
kamen zum Schluss, die psychotischen Symp
tome seien für die Diagnose einer
schizoaffektiven
Episode aktuell nicht ausrei
chend. Sie beurteilten das Stimmenhören als psychotische Depression und diag
nostizierten eine schwere depressive Episode mit psychotischen Symptomen, eine chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren, psychi
sche und Verhaltensstörungen durch Opioide: Abhängigkeitssyndrom und einen Protein-C-Mangel.
Eine Beurteilung der Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers in einer angepassten Tätigkeit wurde
durch die Fachpersonen der
U._
zwar
nicht vorgenommen.
Dem aktuellsten bei den Akten liegende Bericht über den psychischen Gesundheitszustand des Beschwerdeführers lässt sich
entnehmen, dass es ihm nach dem Austritt aus der
U._
zwar
für eine kurze Zeit gut gegangen sei. Danach habe sich sein Zustand
- trotz
einer Medikamentenumstellung
-
zunehme
nd verschlechtert (vorstehend E 5.3
).
6.
7
Insofern Dr.
R._
dafür hielt
,
es sei auffällig, dass sich unter
neuroleptischer
Therapie die Symptomatik verbessert habe, jedoch praktisch kein Medika
menten
spiegel habe nachgewiesen werden können
(vorstehend E. 4.10)
, ist dem entge
genzuhalten, dass
Dr.
Q._
nachvollziehbar darlegte, dass beim Beschwerde
führer
Duloxetin
(
Cymbalta
, ein Antidepressivu
m
) und
Pregabalin
(
Lyrica
, zur Behandlung neuropathischer Schmerzen) im therapeutischen Bereich gemessen worden sei. Trittico (
Trazodon
) sei passend zu der gering dosierten Einnahme als Einschlafhilfe, unter der Nachweisgrenze gewesen und das Neuroleptikum
Aripiprazol
(
Abilify
) sei (mit 0
.
04
μ
mol
/l bei Referenzbereich 0
.
33 - 1
.
12)
deutlich unterhalb des therapeutischen Bereichs
gewesen. Damit sei immerhin davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer das
Antipsychotikum
eingenommen habe. Belastbare Aussagen darüber, ob die verordnete Dosis oder die Medika
menten-Compliance ausreichend seien, seien daraus gutachterlich nicht abzu
leiten
(vorstehend E. 5.4.1)
.
Auch der Vorwurf,
die Gutachterin
habe
aus einem einzigen negati
ven Beschwer
devalidierungstest
einen Ausschluss von Aggravation/Simulation interpretier
t (vorstehend E. 4.10)
,
zielt ins Leere.
So legte Dr.
Q._
dar,
der Rey Memory-Test (RMT) sei keineswegs als einziges Element für die Beschwerdevalidierung zugezogen worden. Im Gegenteil sei dieser (in der Tat zwar hochspezifisch
e
, aber wenig
sensitive
)
Beschwerdevalidierungstest nur als ein Element in einem mehr
dimensionalen
kriteriengeleiteten
Verfahren genutzt worden, in dessen Rahmen insbesondere auch eine umfassende
Diskrepanzanalyse
erfolgt sei, etwa zwischen dem Verhalten des Beschwerdeführers in der Untersuchung und seinen Angaben,
im Abgleich
seine
r
Angaben
und
dem Befund mit der Aktenlage etc. In deren Rahmen hätten keine relevanten Hinweise auf eine eingeschränkte Beschwer
de
validität festgestellt werden können, im Gegenteil habe sich aus den verschie
denen Einzelaspekten ein stimmiges Gesamtbild ergebe
n
(vorstehend E. 5.4.1).
Insoweit die Beschwerdegegnerin monierte,
der Beschwerdeführer habe für zwei Wochen in die Ferien nach Sizilien fahren können, obwohl er angegeben habe, ihm sei alles zu viel (Urk. 2 S. 2 Mitte), hielt Dr.
Q._
nachvollziehbar fest, eine Reise nach Sizilien zumal mit familiärer Begleitung beziehungsweise zur Familie, spreche keineswegs gegen eine Erkrankung aus dem schizophrenen For
menkreis, wie sich auch aus klinischer Erfahrung in verschiedenen Behand
lungs
settings ergebe
(vorstehend E. 5.4.1)
.
Schliesslich
entspricht die Annahme der
Beschwerdegegnerin,
wonach das
Leiden
angehbar
sei
und die Therapien nicht ausgeschöpft
seien
(vgl. Urk. 2 S. 2)
, nicht
dem Gutachten.
Die bisherigen stationären wie ambulanten Behand
lungen
-
Schmerztherapie in der Schmerzklinik, ambulante psychotherapeutische und
fachpsychiatrische beziehungsweise psychopharmakologische Behandlung, voll
sta
tionäre und tagesklinische psychiatrische Behandlungen 2016 und 2017 unter der diagnostischen Hypothese einer
(
rezidivierenden
)
depressiven Störung
(
mit psychotischen Symptomen)
-
brachten bis
jetzt keinen durchgreifenden Erfolg
(vorstehend E. 4.7.
5
). Gegenteiliges kann auch aus dem Umstand, dass Therapien
teilweise
unregelmässig
stattfinden
oder Behandlungen teilweise abgebrochen worden sind
(vgl. Urk. 2 S. 2)
nicht abgeleitet werden.
Die
Gutachter machten darauf aufmerksam,
dass bei Patienten mit einer Erkrankung aus dem schizo
phrenen Formenkreis störungsassoziiert eine eingeschränkte Krankheits- und Be
handlungseinsicht beziehungsweise Compliance bestehen könne, die die Einlei
tung und konsequente Durchführung einer angemessenen Behand
lung
–
krank
heitsbedingt - sehr erschweren könne
(vorstehend E. 4.7.1).
Zudem hielten die behandelnden Fachpersonen fest, die Frequenz der Psychotherapie sei aufgrund störungsbedingter Absenzen unregelmässig (vorstehend E. 4.3).
Des Weiteren
geht aus
einem
Bericht
über
einen der
zahlreichen stationären
und tages
klini
schen
Aufenthalte
hervor, dass
sich der Beschwerdeführer
insgesamt überfordert gefühlt habe und aufgrund der grossen Belastung ausgetreten sei (vorstehend E. 4.2)
.
6.
8
Aufgrund des Gesagten ist daher gestützt auf das beweiskräftige Gutachten vom 26. Juli 2018 davon auszugehen,
dass dem Beschwerdeführer
seit
Januar 2014
weder die angestammte noch eine angepasste Tätigkeit zumutbar ist.
7
.
7
.1
Zu prüfen bleiben die erwerblichen Auswirkungen. Der Beschwerdeführer
war vor
seiner
Erkrankung bei einem Beschäftigungsgrad von 100 % als
Aussenisoleur
bei
Y._
in
Z._
tätig (Urk. 7/11).
7
.2
Da
der Beschwerdeführer auf dem ersten Arbeitsmarkt für jegliche Tätigkeiten vollständig arbeitsunfähig ist (vgl. vorstehend E.
6.8
), kann auf einen Ein
kom
mensvergleich mittels Tabellenlöhnen verzichtet und ein Prozentvergleich
(vor
stehend E. 1.3.2)
durchgeführt werden.
Aufgrund der
vollständige
n
Arbeitsun
fähig
keit
des
Beschwerdeführer
s
resultieren ein Invaliditätsgrad von 100 % und damit ein Anspruch auf eine ganze Invalidenrente.
7
.
3
Ein Rentenanspruch entsteht gemäss Art. 28 Abs. 1 lit. b IVG unter anderem erst bei einer während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch bestehenden Arbeitsunfähigkeit von d
urchschnittlich mindestens 40 %,
frühestens jedoch sechs Monate nach Geltendmachung des Anspruchs (
vorstehend E. 1.2
). Der Beschwerdeführer ist seit Januar 2014 nicht mehr arbeitsfähig (vorstehend E.
6.7
), weshalb die einjährige Wartefrist per dann zu laufen begann und Ende Dezember 2014 endete. Nachdem sich der Beschwerdeführer am 4. Juni 2014 (Ur
k.
7/2) bei der Beschwerdegegnerin zum Leistungsbezug angemeldet hatte (Eingang bei der Beschwerdegegnerin am 17. Juni 2014, vgl. Aktenverzeichnis), ist der frühest
mögliche Rentenbeginn im Januar 2015.
Somit hat
der
Beschwerdeführer ab dem 1. Januar 2015 Anspruch auf eine ganze Rente der Invalidenversicherung.
Dies führt zur Gutheissung der Beschwerde.
8
.
8
.1
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Ver
fahrens
aufwand
und unabhängig vom Streitwert festzulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG) und ermessensweise auf Fr.
1’0
00.
-
anzusetzen. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind sie der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen.
8
.2
Die
gerichtlichen Abklärungskosten
können
der Verwaltung auferlegt werden, wenn ein Zusammenhang zwischen dem Untersuchungsmangel seitens der Ver
waltung und der Notwendigkeit, eine Gerichtsexpertise anzuordnen, besteht. Dies ist unter anderem der Fall, wenn die Verwaltung zur Klärung der medizinischen Situation notwendige Aspekte unbeantwortet gelassen oder auf eine Expertise abgestellt hat, welche die Anforderungen an eine medizinische Beurteilungs
grundlage nicht erfüllt (BGE 140 V 70 E. 6.1 mit Hinweisen).
Dr.
R._
und Dr.
S._
, RAD, nahmen
im Februar 2019
eine medizinische Beurteilung vor (vgl. Urk. 7/212/10-12), welche erheblich von derjenigen
der Gutachter von Juli und Oktober 2018
abweicht. D
ie Beschwerdegegne
rin hat es jedoch unterlassen, die
se
Beurteilung der RAD-Ärzte den Gutachtern vorzulegen,
weshalb dies im gerichtlichen Verfahren nachgeholt werden musste (vgl. Urk.
14
).
In Nachachtung ihrer Abklärungspflicht gemäss Art. 43 ATSG wäre es an der Beschwerdegegnerin gewesen, diesbezüglich eine ergänzende medi
zinische Stel
lungnahme einzu
holen. Dies umso mehr, da
sie sich nicht auf die Ergebnisse der
rechtsgenüglichen
Expertise durch die
Gutachter der
A._
gestützt hat.
Da sich der Sachverhalt diesbezüglich ungenügend abgeklärt erwies, gehen die K
osten für die Stellungn
ahme der
A._
vom 17.
Janu
ar 2020 (Urk. 22)
im Umfang von
Fr. 1'540
.--
(Urk. 33)
zu Lasten der Beschwerdegegnerin.
8
.3
Nach § 34 Abs. 1
des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht (GSVGer)
hat
die obsiegende Beschwerde führende Person Anspruch auf Ersatz der Partei
kosten
. Diese werden ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streit
sache, der Schwierigkeit des Prozesses und dem Mass des Obsiegens bemessen (§
34
Abs. 3 GSVGer).
Die Vertreterin des Beschwerdeführers machte mit Eingabe vom 30. Januar 2020 (Urk. 25) einen Gesamtaufwand von 12 Stunden und 25 Minuten und Baraus
lagen von Fr. 81.95 geltend, was als angemessen erscheint.
Angesichts der in der Folge noch angefallenen und in der Honorarnote vom 30. Januar 2020 noch nicht berücksichtigten Aufwendungen (Eingabe des Beschwerdeführers vom 24. Febru
ar 2020 [Urk. 28]; Verfügunge
n des hiesigen Gerichts vom 30.
März 2020 [Urk. 31]
, 26. Mai 2020 [Urk. 35]
und 7.
Juli 2020 [Urk. 37]) ist von
einem Aufwand von insgesamt
13 Stunden und 25 Minuten auszugehen. Ausgangsgemäss ist die Beschwerdegegnerin zu verpflichten, dem Beschwerdeführer eine Entschädigung
in der Höhe von Fr. 3'268.--
(inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) aus
zurichten.