# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 996e9427-f6f3-5f9c-82e3-66f4c33d3537
**Court:** FR_TC
**Chamber:** FR_TC_001
**Year:** 2016
**Language:** de
**Jurisdiction:** FR / Espace_Mittelland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt
A. A._, geb. im 1964, und B._, geb. im 1960, heirateten im 1990. Aus der Ehe gingen die heute bereits volljährigen Kinder, C._ und D._, hervor. Die Parteien leben seit dem 10. Juni 2011 getrennt. Mit Eingabe vom 13. November 2013 reichte A._ die Scheidungsklage ein.
Am 10. Dezember 2014 schied das Zivilgericht des Seebezirks die Ehe der Parteien. U.a. verpflichtete dieses A._, B._ ab Rechtskraft des Scheidungsurteils und bis zum Erreichen des ordentlichen AHV-Alters monatliche, vorauszahlbare Unterhaltsbeiträge von CHF 1‘660.- zu bezahlen (Dispositivziffer 3). Dieser Unterhaltsbeitrag wurde indexiert (Dispositivziffer 4).
B. Gegen diesen Entscheid erhob A._ mit Eingabe vom 30. Januar 2015 Berufung und begehrte die Ziffern 3 und 4 des angefochtenen Urteils vom 10. Dezember 2014 seien aufzuheben und es sei festzustellen, dass sich die Parteien gegenseitig keine Unterhaltsbeiträge schulden. Eventualiter beantragte A._, er sei zu verurteilen, B._ monatlich vorauszahlbare indexierte Unterhaltsbeiträge in gerichtlich zu bestimmender Höhe, CHF 500.- jedoch nicht übersteigend, und für eine gerichtlich zu bestimmende, fünf Jahre jedoch nicht übersteigende Dauer zu bezahlen. Gleichzeitig ersuchte A._ um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege, welche ihm mit Entscheid vom 11. Februar 2015 gewährt worden ist.
C. Mit Berufungsantwort (nachfolgend: BA) vom 17. März 2015 begehrte B._, die Berufung sei unter Kosten- und Entschädigungsfolge abzuweisen und ersuchte gleichentags um Gewährung der unentgeltlichen Rechtpflege.

## Considerations

Erwägungen
1. a) Gemäss Art. 308 Abs. 1 Bst. a und Abs. 2 ZPO sind erstinstanzliche Endentscheide mit Berufung anfechtbar, sofern der Streitwert der zuletzt aufrechterhaltenen Rechtsbegehren in vermögensrechtlichen Angelegenheiten mindestens CHF 10'000.- beträgt. Bei der Prüfung der Zulässigkeit einer Berufung verweist Art. 308 Abs. 2 ZPO auf die «zuletzt aufrechterhaltenen Rechtsbegehren». Dies bedingt, dass allen in erster Instanz erfolgten Änderungen der Rechtsbegehren, gegen oben oder gegen unten, Rechnung zu tragen ist, ohne Art. 227 Abs.3 ZPO per analogiam anzuwenden und ohne sich auf die Bedeutung der Berufung für den Berufungskläger abzustützen. Entscheidend ist deshalb der im Zeitpunkt der Fällung des erstinstanzlichen Urteils noch strittige Betrag. Lauten die Parteianträge auf Zahlung eines Unterhaltsbeitrages, so ist für die Bestimmung des Streitwerts die Differenz zwischen den von beiden Parteien beantragten Beträgen massgebend (Entscheid TC/FR 101 2012 142 vom 19. März 2013 E. 1b). Als Wert wiederkehrender Leistungen gilt der Kapitalwert (Art. 92 Abs. 1 ZPO). Bei ungewisser oder unbeschränkter Dauer gilt als Kapitalwert der zwanzigfache Betrag der einjährigen Leistung (Art. 92 Abs. 2 ZPO).
In seinem letzten Rechtsbegehren verlangte der Berufungskläger die Feststellung, gegenseitig seien keine Unterhaltsbeiträge geschuldet, eventualiter, die Verurteilung zur Leistung von monatlich vorauszahlbaren indexierten Unterhaltsbeiträgen in gerichtlich zu bestimmender Höhe, CHF 500.- jedoch nicht übersteigend, und für eine gerichtlich zu bestimmende, fünf Jahre jedoch nicht übersteigende Dauer, zugunsten der Berufungsbeklagten. Die Berufungsbeklagte ihrerseits beantragte die Zusprechung eines Unterhaltsbeitrags zu ihren Gunsten von CHF 1‘660.- bis zu ihrem Eintritt ins AHV-Alter. Die Differenz der von den Parteien beantragten Beträgen, zu beziffern auf rund CHF 199‘200.- (CHF 1‘660.-/Monat x 10 Jahre), erreicht die Streitwertgrenze von
Kantonsgericht KG Seite 3 von 10
CHF 10‘000.- längstens. Im Übrigen ist auch der Streitwert nach Art. 51 und 74 BGG erreicht, sodass gegen das vorliegende Urteil die Beschwerde in Zivilsachen an das Bundesgericht offen steht.