# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 5bc91cf4-7888-4984-abbe-d1777f3e89a6
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2017
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1969, Staatsangehöriger von Serbien und Montenegro, ist verheiratet und Vater von drei Kindern und zwei Stiefkindern und reiste im Jahr 1998
von Kosovo
in die Schweiz ein
. Hier hatte er
verschiedene Stellen als Bauarbeiter inne, meist vermittelt durch
Temporärunternehmun
gen
, und bezog dazwischen Arbeitslosenentschädigung (Auszug aus dem individuellen Konto vom
8.
April 2011,
Urk.
6/14).
1.2
Im November 2010 begab sich
X._
wegen zunehmender lumbaler Rückenschmerzen in die Behandlung des
Y._
(Bericht der Rheumaklinik des
Y._
vom 4. Mai 2011,
Urk.
6/18). Dieses meldete ihn i
m
Februar 2011
wegen d
es
diagnostizierten
lumbover
tebralen
Schmerzsyndroms
bei der Invalidenversicherung zur Früherfassung an
(
Urk.
6/5)
, und Anfang April 2011
erfolgte
die ordentliche Anmeldung (Urk.
6/9).
Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich (SVA), IV-Stelle, holte die Berichte über die
bisherigen
medizinische
n
Behandlungen ein,
neben dem
Bericht der Rheumaklinik
(Urk.
6/18) den Bericht der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie des
Y._
vom 27. Juli 2011 über eine konsiliarische Beurteilung
vom 3
1.
März 2011
(Urk. 6/21)
sowie den
Ber
icht der Hausärztin Dr. med. Z._
, Fachärztin für Allgemeine Medizin, vom 22. April 2011 (Urk.
6/17)
und den Bericht des
A._
über eine kardiolo
gische Kontrolluntersuchung im Jahr 2009 wegen einer diagnostizierten
Aorteninsuffizienz
(Urk. 6/19).
Anschliessend teilte die IV-Stelle dem Versicherten am
17. August 2011
mit,
dass
zur Zeit
keine beruflichen Eingliederungsmas
snahmen möglich seien
(Urk.
6/23).
Nachdem sich die IV-Stelle über den weiteren Behandlungsverlauf dokumen
tiert hatte (Krankenge
schichte-Einträge der Rheumaklinik des
Y._
in der Zeit von Mai bis Juli 2011,
Urk.
6/31; Bericht von
Dr.
med. B._
, Spezialärztin für Physikalische Medizin, vom 1
8.
November 2011,
Urk.
6/27
) und auch
erfahren hatte, dass der Versicherte im Dezember 2011
eine psychiatrische Behandlung
aufgenommen hatte (Bericht von
Dr.
C._
,
Spezialärztin für Psychiatrie und Psychothe
rapie,
vom
4.
August 2012
,
Urk.
6/33), liess sie den Ver
sicherten durch die Begutachtungsstelle
D._
bidiszipli
när
rheumatologisch und psychiatrisch
begutachten (G
utachten
von
Dr.
med. E._
, Spezialarzt für Rheumatologie, und
Dr.
med.
F._
, Spezi
alarzt für Psychiatrie und Psychotherapie, vom 3
1.
Dezember 2012
,
Urk.
6/43). Mit Verfügung vom 2
4.
Juli 2013 verneinte die IV-Stelle darauf
hin einen Rentenanspruch des Versicherten, da sein
Invaliditätsgrad lediglich 26 % betrage
(
Urk. 6/58).
Die dagegen erhobene Beschwerde hiess das
Sozi
alversiche
rungsgericht
mit Urteil vom 30.
September 2014 in dem Sinne gut, dass es die Verfügung aufhob und die Sache zu weiteren Abklärungen, namentlich der Auswirkungen von verschiedenen Unfällen mit
Kopfbeteili
gung
und der Auswirkungen des Herzleidens, und zur Ergänzung der psychi
atrischen Arbeitsfähigkeitsbeurteilung an die IV-Stelle zurückwies (
Prozess Nr. IV.2013.00817;
Urk.
7/72).
1.4
In Nachachtung des Urteils vom 3
0.
September 2014
holte die IV-Stelle die Akten der Suva zu zwei Unfällen ein, bei denen der Versicherte im April 2006
bei der Arbeit auf einer Baustelle eine Rissquetschwunde am Kopf
durch ein herunterfallendes Eisenstück
erlitten
hatte
(
Urk.
6/80/
2
-44) und im Juni 2009
,
abermals
bei der Arbeit
,
von einem Stück Eisen am Kopf und an der linken Schulter getroffen worden war und sich erneut eine
Rissquetsch
wunde
zugezogen hatte (
Urk.
6/80/45-58
).
Des Weiteren liess sich die IV-Stelle vom
A._
über
den
Verlauf de
s Herzleidens
b
erichten (Bericht vom 1
3.
Februar 2015,
Urk.
6/
85/1-6, mit dem Bericht vom 20.
Februar 2014 über die Verlaufskontrolle vom 2
9.
Jan
uar 2014, Urk.
6/85/7-8
)
,
holte bei der Psychiaterin
Dr.
C._
ebenfalls einen Verlaufsbericht ein (Bericht 1
1.
März 2015,
Urk.
6/
86) und erfuhr
ausserdem
von einer transnasalen
Sphenoidotomie
,
der sich der Versicherte am 19.
August 2015 wegen einer chronischen
Sinusitits
unterzogen hatte (Bericht der Klinik für Ohren-, Nasen-, Hals- und Gesichtschirurgie des
Y._
vom
9.
September 2015 einschliesslich Operations- und Austrittsbericht,
Urk.
6/99).
Anschliessend liess
die IV-Stelle
durch das
G._
ein
polydisziplinäre
s Gutachten
erstellen (Gutachten
vom 2
5.
Februar 2016
von
Dr.
med. H._
, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, Fallführung,
Dr.
med. I._
, Spezialarzt für Psychiatrie und Psychotherapie,
Dr.
med. J._
, Spezialarzt für Ortho
pädische Chirurgie,
Dr.
med. K._
, Spezialarzt für Neurologie, und
Dr.
med. L._
, Sp
ezialarzt für Kardiologie, Urk.
6/103).
Nachdem die IV-Stelle die Stellungnahmen ihres RAD-Arztes
Dr.
med. und
Dr.
rer
. pol.
M._
, Facharzt für Innere Medizin, vom 1
1.
und vom 1
6.
März 2016 eingeholt hatte (
Urk.
6/105/5-6), eröffnete sie dem Versicher
ten mit Vorbescheid vom 2
1.
März 2016, dass sie den Rentenanspruch nach wie vor zu verneinen gedenke, da der Invaliditätsgrad unter Berücksich
tigung der durchgeführten zusätzlichen Abklärungen nach wie vor lediglich 26
%
betrage (
Urk.
6/107
). Der Versicherte erhob am 20.
April 2016 Einwen
dungen
(
Urk.
6/110), worauf die IV-Stelle die Verfügung vom 3
0.
Mai 2016 erliess und den Rentenanspruch
wie beabsichtigt
verneinte (Urk. 2 = Urk.
6/115).
2.
Gegen die Verfügung vom 3
0.
Mai 2016 erh
ob
X._
mit Eingabe
vom
28.
Juni 2016 erneut
Beschwerde (
Urk.
1) und beantra
gte sinngemäss,
die Verfügung sei aufzuheben und ihm sei eine Rente zuzusprechen (
Urk.
1 S. 1 f.). In der Beschwerdeantwort vom 1
0.
August 2016 schloss die IV-Stelle auf Abweisung der Beschwerde (
Urk.
5). Der Versicherte liess die ihm angesetzte Frist zur Replik (
Verfügung vom
7.
September 2016,
Urk.
10) unbenützt ver
streichen (Verfügung vom 2
4.
Oktober 2016,
Urk.
12).
Auf die Ausführungen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, soweit erforderlich, in den Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
Am 1. Januar 2012 sind die im Zuge der Revision 6a geänderten Bestimmun
gen des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) und der Ver
ordnung über die Invalidenversicherung (IVV) in Kraft getreten. In
mate
riellrechtlicher
Hinsicht gilt der allgemeine übergangsrechtliche Grundsatz, dass der Beurtei
lung jene Rechtsnormen zugrunde zu legen sind, die gegolten haben, als sich der zu den materiellen Rechtsfolgen führende Sachverhalt verwirklicht hat (vgl. BGE 127 V 466 E. 1, 126 V 134 E. 4b, je mit Hinwei
sen).
Die angefochtene Verfügung ist am 3
0.
Mai 2016 ergangen. Da ein Sachver
halt zu beurteilen ist, der vor dem Inkrafttreten der revidierten Bestimmun
gen der IV-Revision 6a begonnen hat - zur Diskussion steht der Anspruch auf eine Rente aufgrund einer Arbeitsunfähigkeit ab dem Winter 2010 - und die Verfügung eine Dauerleistung betrifft, ist entsprechend der dargelegten
intertempo
ralrechtlichen
Regelung für die Zeit bis Ende 2011 auf die damals gültig gewe
senen Bestimmungen und für die Zeit ab Anfang 2012 auf die neuen Normen der IV
Revision 6a abzustellen (vgl. zur 4. IV-Revision: BGE 130 V 445; Urteil des Bundesger
ichts I 428/04 vom 7. Juni 2006
E. 1). Soweit jedoch die Revision 6a keine substanziellen Änderungen gegenüber der früheren Rechtslage gebracht hat, ist die zur altrechtlichen Regelung ergan
gene Rechtsprechung weiterhin massgebend (Urteil des Bundesgeric
hts 8C_76/2009 vom 19. Mai 2009
E. 2).
2.
2.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerb
sunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG]).
Sie kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 IVG).
Erwerbs
unfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglich
keiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arb
eitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG).
Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliess
lich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
2.2
Im Hinblick auf das Erfordernis in Art. 7 Abs. 2 Satz 2 ATSG hatte das Bundes
ge
richt die Arbeitsunfähigkeit bei bestimmten Leiden seit dem Jahr 2004 nach besonderen Grundsätzen beurteilt. Es hatte diese Leiden unter dem Begriff der p
athogenetisch
-ätiologisch unklare
n
syndromale
n
Beschwer
debilder
ohne nachweisbare organische Grundlage
zusammengefasst und festgestellt, es seien dies Störungen,
die sich hinsichtlich ihrer invalidisieren
den Wirkung einer objektiven Beurteilung weit
gehend entzögen
, weil sie
in erster Linie
auf den Angaben der Patienten basier
t
en
(BGE 139 V 547 E. 5.9). Das Bundesgericht war weiter zum Schluss gelangt, dass solche Störungen keinen
direkten Nachweis einer anspruchsbegründen
den Arbeitsunfähigkeit erlaubten und der Nachweis daher indirekt, gestützt auf Indizien, zu e
rbrin
gen sei, wobei bei Beweis
losigkeit vermutet werde, dass sich der geklagte Gesundheitsschaden nicht invalidisierend auswirke (
BGE 139 V 547 E. 7.2 und E. 8.1). Für diesen Nachweis hatte das Bundesgericht in Anlehnung
an eine bestimmte medizinisch
e Lehrmeinung
(vgl. BGE 139 V 547 E. 3.2.3 mit Hinweis auf Klaus Foerster, Begutachtung und Erwerbsfähigkeit bei Patienten mit psychogenen Störungen, SZS 1996 S. 486 ff.) besondere Kriterien aufge
stellt, die in gewisser Ausprägung und Zahl erfüllt sein mussten (BGE 137 V 64 E.
4.1). Ursprünglich hatte das Bundesgericht diese Kriterien für die Diag
nose der
anhal
tenden
somatoformen
Sch
merzstörung
(Code F45.4 der Inter
nationalen Klassifikation psychischer Störungen der Weltgesundheits
orga
nisation, ICD-10)
entwickelt, später hatte es sie auf alle p
athogenetisch
-ätio
logisch unklare
n
Beschwerdebilder im dargelegten Sinne ausgedehnt (vgl. die Kasuistik in BGE 140 V 8 E. 2.2.1.3, 139 V 547 E. 2.2). Das
Bundesgericht hatte den Kriterien normativen Charakter zugeschrieben und dazu festgehal
ten, der ursprüngliche Katalog fachpsychologischer Prognosekriterien habe sich zu einem rechtlichen Anforderungsprofil verselbständigt (vgl. BGE 139 V 547 E. 3.2.3 und E. 7.2).
Im Grundsatzurteil vom 3. Juni 2015 (BGE 141 V 281) hat das Bundesgericht entschieden, an der bisherigen Rechtsprechung zu den
pathogenetisch
-ätiolo
gisch unklaren
syndromalen
Beschwerdebildern ohne nachweisbare organi
sche Grundlage nicht länger festzuhalten und die sogenannte
Überwindbar
keitsver
mutung
aufzugeben. Stattdessen hat das Bundesgericht unter Auf
stellung von Standardindikatoren
einen neuen
Prüfungsraster entwickelt, anhand dessen die Auswirkungen solcher Beschwerdebilder zu ermitteln sind. Er präsentiert sich wie folgt (BGE 141 V 281 E. 4.1.3 und E. 6):
Kategorie „fu
nktioneller Schweregrad"
Komplex „Gesundheitsschädigung"
Ausprägung der diagnos
erelevanten Befunde
Behandlungs- und Eingliederungserf
olg oder –
resistenz
Komorbiditäten
Komplex „Persönlichkeit" (Persönlichkeitsdiagnostik, p
ersönliche Res
sourcen
)
Kompl
ex „Sozialer Kontext"
Kategorie „Konsistenz" (Gesich
tspunkte des Verhaltens)
gleichmässige Einschränkung des
Aktivit
ätenniveaus
in allen ver
gleich
baren Lebensbereichen
behandlungs- und eingliederungsanamnestisch ausgewi
esener
Lei
dens
druck
Das Bundesge
richt schreibt dem neuen Raster wiederum normativen Charak
ter zu, weist jedoch darauf hin, dass es die Aufgabe der medizinischen
Fach
personen
sei, innerhalb der einschlägigen Indikatoren das Leistungsvermögen einzuschätzen (vgl. BGE 141 V 281 E. 5.1 und E. 5.2). Des Weiteren müssen d
ie
funktionellen Einschränkungen nach wie vor m
it überwiegender Wahr
sc
heinlichkeit nachgewiesen sein
nunmehr anhand der neuen
Standardin
dikatoren
-, und es ist die versicherte Person, welche die Beweislast dafür trägt (vgl. BGE 141 V 281 E. 6).
2.3
Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG haben Versicherte Anspruch auf eine ganze Rente
, wenn sie mindestens zu 70 %, auf eine
Dreiviertelsrente
, wenn sie min
de
s
tens zu 60 %, auf eine halbe Rente, wenn sie mindestens zu 50 % oder auf eine
Viertelsrente
, wenn sie mindestens zu 40 % invalid sind.
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG (in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG) aufgrund eines
Einkommensver
gleichs
zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizini
schen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgegliche
ner Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sogenanntes Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum
Erwerbsein
kommen
, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (so
genanntes
Valideneinkommen
).
Der Rentenanspruch entsteht nach Art. 28 Abs. 1 IVG frühe
stens in dem Zeit
punkt, in dem die versicherte Person während eines Jahres ohne wesent
lichen Unterbruch durchschnittlich mindestens zu 40 % arbeitsunfähig war (
lit
. b), sofern sie nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid ist (
lit
. c). Zu
sätzlich kann der Rentenanspruch gemäss Art. 29 Abs. 1 IVG nicht vor Ablauf von sechs Monaten nach der Geltendmachung entstehen. Wäh
rend bei der Ermittlung des Invaliditätsgrades die Erwerbseinbusse und damit die Höhe des Einkommens eine entscheidende Rolle spielt, das auf dem gesamten in Frage kommenden Arbeitsmarkt mit einer dem
Gesundheits
schaden
angepassten zumutbaren Tätigkeit erzielbar ist (Art. 7 ATSG), beur
teilt sich die Arbeitsunfähigkeit (Art. 6 ATSG) im Sinne von Art. 28 Abs. 1
lit
. b IVG nach der durch einen Gesundheitsschaden bedingten Einbusse an funktionellem Leistungsvermögen, und es kommt dabei in der Regel einzig auf die Einschränkungen im bisherigen Beruf an (vgl. BGE 130 V 97 E. 3.2, 105 V 156 E. 2a, 97 V 226 E. 2).
3.
3.1
Strittig und zu prüfen ist nach wie vor, ob und gegebenenfalls ab welchem Zeitpunkt der Beschwerdeführer Anspruch auf eine Invalidenrente hat.
3.2
Beim Erlass der rentenabweisenden Verfügung vom 2
4.
Juli 2013
(
Urk.
6/58)
stützte sich
die Beschwerdegegnerin auf das Gutachten der
Begutachtungs
stelle
D._
vom 31. Dezember 2012, worin die Gutachter den Beschwerde
führer für eine Tätigkeit als Bauarbeiter aufgrund der körperlich begründba
ren Beschwerden als nicht mehr arbeitsfähig erachtet hatten, ihm jedoch eine körperlich angepasste Tätigkeit mit einer reduzierten zeitlichen Präsenz von 80
%
zugemutet
und
die
Reduktion mit der psychischen Komorbidität
begründet hatte
n
(Urk. 6/43/6-7).
3.3
3.3.1
Als rheumatologische Diagnosen mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit nannte
Dr.
E._
der Begutachtungsstelle
D._
ein chronisches
lumbovertebrales
Schmerzsyndrom mit verschiedenen degenerativen Veränderungen und ein chronisches
zerviko-thorakovertebrales
Schmerzsyndrom (Urk. 6/43/39). Das Gericht bezeichnete diese Diagnosen
im Urteil vom 3
0.
September 2014
als im Einklang stehend mit den vorangegangenen Berichten der behandelnden Ärztinnen und Ärzte
(
Urk.
6/72 E. 3.3) und sah des Weiteren keinen Anlass dafür, die Arbeitsfähigkeitsbeurteilung von
Dr.
E._
- volle Arbeitsfähigkeit für
muskuloskelettär
angepasste Tätigkeiten (
Urk.
6/43/42-43) -
anzuzwei
feln, soweit diese die rheumatologischen Diagnosen
betraf
. Als weiter abklärungsbedürftig erachtete das Gericht hingegen
die
Auswirkungen der
körperlichen
Beschwerdebilder einer Kopfschmerzproblematik
nach verschie
denen Unfällen mit Kopfbeteiligung
und
eines Herzleidens, die für
Dr.
E._
im Rahmen
seines Fachgebietes nicht abschliessend beurteil
bar waren (
Urk.
6/72 E. 3.4.1).
3.3.2
Die
Auswirkungen dieser
beiden körperlichen, den Fachgebieten der Neurolo
gie und der Kardiologie zugehörigen Problemkreise konnten durch die zusätzlich veranlassten Erhebungen der Beschwerdegegnerin ausreichend geklärt werden
.
Was die Kopfschmerzen betrifft, so
geht aus den
beigezogenen Akten der Suva
hervor, dass der Beschwerdeführer
beim Unfall des Jahres 2006
(24.
April 2006)
neben einer
Rissquetschwunde am Kopf auch eine Commotio cerebri mit initialer Bewusstlosigkeit erlitten hatte und deswegen während zwei Tagen hospitalisiert war (Zusammenfassung der Krankengeschichte der Klinik für Unfallchirurgie des
Y._
vom 2
8.
April 2006,
Urk.
6/80/7; vgl. auch die Protokolle über
die
polizeilichen Einvernahmen der beteiligten Bauarbeiter in
Urk.
6/80/9-29).
In einem Bericht vom 1
5.
Juni 2006 hielt der damalige Hausarzt
Dr.
med.
N._
jedoch fest, unter phy
siotherapeutischer Behandlung sei weitgehende Beschwerdefreiheit erreicht worden und am 1
9.
Juni 2006 sei die Wiederaufnahme der Arbeit zu 100
%
vorgesehen (
Urk.
6/80/38). Die Suva schloss den Fall daraufhin im September 2006 ab (
Urk.
6/80/43),
und
es sind keine
Folgebehandlungen dokumentiert. Auch nach dem Unfall des Jahres 2009 (3
0.
Juni 2009) diagnostizierte das
Y._
neben einer Rissquetschwunde an der Schläfe eine Commotio cerebri sowie eine Halswirbelsäulendistorsion (Zusammenfassung der Krankengeschichte
vom
7.
Juli 2009, Urk. 6/80/53
54
);
d
ie Behandlung war hier indessen bereits
nach drei Wochen abgeschlossen, und es sind ebenfalls keine Folgebehandlungen ersichtlich, sondern
Dr.
Z._
hielt in einem Bericht vom
6.
Oktober 2009 fest, es sei kein bleibender Nachteil zu erwarten (
Urk.
6/80/56).
Gewisse Restbeschwerden mögen dennoch geblieb
en sein, denn der Neurologe Dr.
K._
des
G._
wies darauf hin
(
Urk.
6/103/24)
, dass
die Klinik für Ohren-, Nasen-, Hals- und
Gesichts
chirurgie
des
Y._
im Austrittsb
ericht vom 2
1.
August 2015 ausserhalb
der Sinusitis
und eines
Osteoidosteoms
der Schädelkalotte
einen
myofaszialen
Ursprung für die geklagten rechts-tem
poralen
Kopf
schmerzen
in Betracht gezogen hatte (Urk.
6/99/7), und der Beschwerdefüh
rer schilderte auch ihm gegenüber ein entsprechendes Beschwerdebild (vgl.
Urk.
6/103/23+24). Da der Beschwerdeführer bei der neurologischen Untersu
chung jedoch lediglich eine
endgradige
Schmerzhaftigkeit bei Kopfbewegun
gen
ang
ab
und eine unauffällige
Kopfbeweglichkeit zeigte
, leuchtet ein, dass
Dr.
K._
der multifaktoriellen Kopfschmerzsymptomatik keinen Einfluss auf die
Arbe
itsfähigkeit zuschrieb
(vgl.
Urk.
6/103/25). Dies gilt umso mehr, als der Beschwerdeführer gemäss Auszug aus dem individuellen Konto nach dem Unfall des Jahres 2006 während mehrerer Jahre weiterhin auf dem Bau gearbeitet hatte und auch nach dem Unfall des Jahres 2009 noch während mehr als eines Jahres arbeitstätig gewesen war (
Urk.
6/14), bevor er sich im November 2010 wegen lumbaler Beschwerden - und nicht wegen Kopfschmerzen - in är
ztliche Behandlung begab
.
In Bezug auf die kardiologische Situation
vervollständigte die Beschwerde
-
geg
nerin
die Akten um den Bericht des
A._
über die aktuellste Verlaufskontrolle
vom 2
9.
Januar 2014
(
Urk.
6/85/7-8). Die trans
-
thorakale Echokardiographie hatte die bekannte
bikuspide
Aortenklappe mit mittelschwerer
Aortenklappeninsuffizienz
und Aneurysma der Aorta
ascendens
von maximal 4.3 cm Durchmesser gezeigt, und die Klinik beschrieb den Befund im Vergleich zu demjenigen des Jahres 2012 als stabil und hielt
keine kardiovaskuläre Medik
ation für erforderlich (
Urk.
6/85/8).
Dr.
L._
des
G._
beurteilte die Situation im Januar 2016 anhand einer erneuten transthorakalen Echokardiographie und eines weiteren
Eletrokar
diogramms
(EKG) als im Wese
ntlichen gleich geblieben (Urk.
6/103/26-27). Zusätzlich führte
Dr.
L._
eine Testung am Fahrrad-Ergometer durch
, die eine Leistung von 65
%
des Sollwertes ergab (
Urk.
6/103/26). Unter Berücksichtigung die
ses Ergebnisses attestierte Dr.
L._
dem Beschwerdeführer aus kardiologischer Sicht für schwere körperlich belas
tende Tätigkeiten eine
(volle) Arbeitsunfähigkeit (Urk.
6/103/27) und ging
damit weiter als das
A._
, das im Bericht vom 1
3.
Februar 2015 lediglich eine Einschränkung im Heben von allzu schweren Lasten vermerkte (
Urk.
6/85/4).
Die Beurteilung von
Dr.
L._
leuchtet ein, es leuchtet aber auch ein, dass
Dr.
L._
leichte bis mittelschwer belastende Tätig
keiten als (uneingeschr
änkt) möglich bezeichnete (Urk.
6/103/27), zumal der Beschwerdeführer ihm - im Gegensatz zu den Angaben im
A._
(vgl.
Urk.
6/85/7) - berichtet hatte, seit Jahren nicht mehr an Synkopen (kurzzeitige
n
Bewusst
seinsverlust
en
) zu leiden (
Urk.
6/103/26).
3.3.3
Das Gutachten des
G._
enthält sodann auch nichts, was die
rheumatolo
gischen
Diagnosen von
Dr.
E._
der Begutachtungsstelle
D._
als
im nach
hinein
unrichtig
oder als nachträglich verschlimmert
erscheinen liesse und somit eine abweichende Arbeitsfähigkeitsbeurteilung aus rheumatologischer Sicht erforderte.
D
ie Röntgenaufnahme der Lendenwirbelsäule, die de
r
Orthopäde
Dr.
J._
hatte anfertigen lassen
, liess die bekannten degenerativen Veränderungen erkennen (vgl.
Urk.
6/103/19), die Lendenwirbelsäule erwies sich jedoch bei der klinischen Untersuchung vor allem bei Ablenkung als frei beweglich, und auch ausserhalb der eigentlichen Untersuchungssituation, insbesondere beim Treppensteigen und beim Aus- und Anziehen, bewegte sich der Beschwerde
führer flüssig und unauffällig (
Urk.
6/103/17+
20), wie dies schon bei der Untersu
c
hung durch
Dr.
E._
der Fall gewesen war (vgl. Urk.
6/43/36-37).
Ferner konnte der
Neurologe
Dr.
K._
des
G._
keine Anhaltspunkte für eine
radikuläre
Beteiligung am
lumbovertebralen
Schmerzsyndrom finden (
Urk.
6/103/24)
.
Des Weiteren klagte der Beschwerdeführer gegenüber
Dr.
J._
über rechtssei
tige Kniebeschwerden (
Urk.
6/103/16
), und eine aktuelle
Rönt
-
gen
aufnahme
zeigte beginnende d
egenerative Veränderungen Urk.
6/103/19+20), klinisch konnte der
Gutachter aber weder rechts noch links eine Überwärmung oder Ergussbildung
feststellen (
Urk.
6/103/18), im Sitzen bei hängenden Beinen konnten beide Kniegelenke wiederholt frei bis in die Endposition gestreckt werden (
Urk.
6/103/19), das Gangbild präsen
tierte sich
hinkfrei
(
Urk.
6/103/17), und der
Beschwerdeführer berichtete zudem
, täglich bis zu zwei Stunden
sp
az
ieren zu gehen (Urk.
6/103/17).
Demgemäss beurteilte
Dr.
J._
den Beschwerdeführer
gleich wie
Dr.
E._
(
Urk.
6/43/42-43) zwar als nicht mehr arbeitsfähig für die angestammte Tätigkeit auf dem Bau, jedoch als uneingeschränkt arbeit
s
fähig für leichte bis mittelschwere wechselbelastende Tätigkeiten (
Urk.
6/103/21).
3.3.4
Aus somatischer Sicht kann somit auf die übereinstimmende Arbeitsfähig
-
keits
beurteilung
in den Gutachten der Begutachtungsstelle
D._
und des
G._
abgestellt werden.
Dr.
E._
beschrieb die
zumutbaren Tätigkeiten präzis
e
und detailliert als kör
perlich leichte bis höchstens gelegentlich mittelschwere Arbeiten ohne Heben, Stossen oder Ziehen von Lasten von mehr als
7-10 kg, selten bis zu 12-15 kg
, ohne ausschliessliches Stehen und Gehen (nur im Umfang von 1/2 bis 2/3 der Zeit) und mit der Möglichkeit zum selbständigen Wechseln der Körperposition sowie ohne Überkopfarbeiten, Arbeiten mit wiederholter Rotation des Oberkörpers, Arbeiten auf Leitern und Gerüsten und Arbeiten mit wiederholter Treppenbenutzung (
Urk.
6/43/42). Dieses Profil
trägt auch den kardiologischen Einschränkunge
n genügend Rechnung, sodass
in dieser Hinsicht
ebenfalls
darauf abgestellt werden kann.
Für den Beginn der Arbeitsunfähigkeit im angestammten körperlich schwe
ren Beruf verwies
Dr.
E._
auf die behandelnden Ärzte (
Urk.
6/43/4
2), und d
i
e Rheumaklinik des
Y._
hatte dem Beschwerdeführer
eine
100%ige Arbeitsunfähigkeit ab dem 2
5.
Dezember 2010 bescheinigt (
Urk.
6/5 und
Urk.
6/18/7). Von diesem Datum ist auszugehen, auch wenn die Rheumaklinik die Arbeitsunfähigkeit ursprünglich bis Ende März 2011 befristet hatte (
Urk.
6/4 und
Urk.
6/18/7). Denn auch hier ist zu berücksichti
gen, dass der Beschwerdeführer neben den rheumatologischen Einschrän
kungen kardiologisch limitiert ist
. Die Wiederaufnahme einer körperlich schweren Tätigkeit war ihm daher nach der Arbeitseinstellung von Ende 2010 nicht wieder zuzumuten.
3.4
3.4.1
Weiter ist zu prüfen, ob ein psychisches Leiden mit Krankheitswert die Arbeits
fähigkeit des Beschwerdeführers zusätzlich einschränkt.
3.4.2
Dr.
F._
der Begutachtungsstelle
D._
stellte die Diagnose einer mittel
gradigen depressiven Episode mit somatischem Syndrom (
ICD-10
Code F32
.1
1) und äusserte überdies den Verdacht auf eine anhaltende
somato
forme
Schmerzs
törung (ICD-10 Code F45.4; Urk.
6/43/27-28). Eine
mittelgra
dige
de
press
ive Episode
mit
Somatisierungstendenz
hatte schon die Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie des
Y._
im Bericht vom 2
7.
Juli 2011 diagnostiziert (
Urk.
6/21/1), und die behandelnde Psychiaterin
Dr.
C._
war
in ihrem Bericht vom
4.
August 2012 ebenfalls vom Vorliegen einer Depression aus
gegangen
(
Urk.
6/33/1+2
). Da
Dr.
C._
den Schweregrad der Depression jedoch höher ein
ge
sch
ätzt hatte
- mittelschwer bis schwer
-, und
Dr.
F._
zude
m mutmasslich keine Kenntnis von
deren Bericht
gehabt
hatte, bezeichnete das
Sozialversiche
rungsgericht
die psychiatrische Arbeitsfähigkeitsbeurteilung von
Dr.
F._
im Urteil vom 30.
September 2014 als unvollständig und wies die Beschwerdegegnerin an, die Beurteilung durch ihn ergänzen zu lassen (
Urk.
6/72 E. 3.4.2).
Entgegen dieser Anweisung sah die Beschwerdegegnerin davon ab, den Bericht von
Dr.
C._
dem psychiatrischen Fachgutachter der
Begut
achtungsstelle
D._
zur nachträglichen Ergänzung seiner Beurteilung zu unterbreiten, und liess den Beschwerdeführer stattdessen im Rahmen der polydisziplinären Begutachtung im
G._
von neuem psychiatrisch begutach
ten, nachdem sie den weiteren Bericht von
Dr.
C._
vom 1
1.
März 2015 eingeholt hatte (
Urk.
6/86). Der Psychiater
Dr.
I._
des
G._
stellte wiederum die bekannte Diagnose einer depressiven Episode, die er jedoch als nur leicht einstufte (ICD-10 Code F32.0), und diagnostizierte daneben eine chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren (ICD-10 Code F45.41), wogegen er eine anhaltende
somatoforme
Schmerzstörung
(
ICD-10 Code
F45.4)
al
s nicht gegeben erachtete (Urk.
6/103/15).
3.4.3
Die Unterscheidung d
er Diagnosen einer anhaltenden
somatoformen
Schmerz
störung
und einer chronischen Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren
figuriert
in der aktuellsten Auflage des ICD-10 nicht
mehr
, sondern die beiden Diagnosen sind unter dem Begriff anhaltenden Schmerzstörung
nach ICD-10 Code F45.4
zusammengefasst, dies mit der Bemerkung, sie erschienen als zu wenig a
bgrenzbar untereinander
.
Unab
hängig von ihrer Unterscheidbarkeit handelt es sich jedoch zweifellos um Diagnosen, deren Auswirkungen grundsätzlich anhand der dargelegten
Stan
dardindikatoren
der Rechtsprechung zu erheben sind (vorstehend E. 2.2).
Die Standardindikatoren kommen allerdings gemäss dem zitierten
bundes
gerichtlichen
Grundsatzurteil
nicht zum Zug, soweit eine
Leistungsein
schränkung
lediglich auf einer Aggravation beruht, also einer überzeichneten
Darstellung
von Beschwerden; insoweit ist gar nicht von einer
Gesundheits
schädigung
auszugehen (vgl. BGE 141 281 E. 2.2.1).
Vorliegendenfalls
fielen im Laufe der Behandlungen und Untersuchu
ngen
wiederholt
T
endenzen
zur Beschwerdeübertreibung
auf.
So sprach
schon
die
Rheumaklinik des
Y._
im Bericht vom
4.
Mai 2011 von einer deutlich überzeichneten Schmerzpräsentation mit viel besserer unbeo
bachteter Funktionalität
(
Urk.
6/18/6
; vgl. auch
Urk.
6/31/6
)
. In der Folge fiel auch dem Rheumatologen
Dr.
E._
der Begutachtungsstelle
D._
auf,
dass das Gangbild
und
das
Motilitätsbild beim Sitzen, beim Aufstehen, beim
Schemelsteigen
und beim Aus
- und Anziehen unauffällig war
en
und nur das Benutzen der Liege sehr verlangsamt und von ausgeprägten
Schmerzäusse
rungen
begleitet war (
Urk.
6/43/
36-37 und
Urk.
6/43/41), und der Psychiater
Dr.
F._
registrie
rte, dass der Beschwerdeführer in der
Untersu
chungs
- und Testsituation sämtliche mögliche Fragen nach psychischen Symptomen bejaht habe, ohne dass dies mit aktuellen Beobachtungen und Aussagen zur Anamnese habe in Einklang gebracht werden können (
Urk.
6/43/29).
Die Gutachter des
G._
schliesslich machten
,
wie schon aus
geführt
(E. 3.3.3)
,
vergleichbare
Feststellungen
zum flüssigen Gang- und Bewegungsbild
, und der Orthopäde
Dr.
J._
nahm ebenfalls
Schmerzäusse
rungen
wahr, die ihm theatralisch und somit übertrieben erschienen, sodass er von deutlichen
Inkonsistenzen sprach (
Urk.
6/103
/20).
Zum einen sind
nun aber
g
ewisse
Einschränkungen als körperlich begründet anerkannt, und
zum andern wurde
aus psychiatrischer Sicht eine
Somatisie
rungstendenz
nicht nur als Symptom einer eigenständigen Schmerzstörung, sondern
auch als Symptomatik
im Rahmen
der di
a
gnostizierten Depression besc
hrieben. Im Kontext dieser
anerkannten
Krankheitsbilder auf der einen Seite und der übertreibenden Darstellung von Beschwerden auf der anderen Seite
erscheint
die Diagnose einer anhaltenden
somatoformen
Schmerzstö
rung
als
so sehr im Hintergrund
stehend
, dass ihr
eine Auswirkung
auf die Arbeitsfähigkeit von vornh
erein abgesprochen werden muss
, ohne dass es der näheren Diskussion anhand der Standardindikatoren der Rechtsprechung bedürfte. Es ist
daher auch nicht von Belang
, dass
diese Indikatoren
von
Dr.
I._
nur summarisch
beleuchtet worden sind (vgl.
Urk.
6/103/13-15).
Damit sind im Folgenden
nur
noch die Auswirkungen der unbestritten vorhan
de
nen Depression zu erheben
.
3.4.4
Nach wie vor bestehen Divergenzen zum Schweregrad der Depression und somit zu den Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit.
Dr.
C._
bezeichnete
die Depression in ihrem neuen Bericht
vom 11.
März 2015 wie schon im Bericht vom
4.
August 2012 (
Urk.
6/33/1) als
mittelschwer bis schwer und ging von einer 100%igen Einschränkung in der Arbeitsfähigkeit aus (
Urk.
6/86/1+2),
wogegen
Dr.
I._
des
G._
d
ie
Depression als
lediglich
leicht
charakter
isierte
(ICD-10 F32.0)
und sie
dem
entsprechend als Diagnose ohne Auswirkung auf
die Arbeitsfähigkeit auf
führte (
Urk.
6/103/15).
Im Vergleich zum psychiatrischen Teilgutachten der Begutachtungsstelle
D._
ist das
Teilgutachten von
Dr.
I._
des
G._
sehr kurz ausgefallen. Während
Dr.
F._
die Krankheitsgeschichte und die persönliche und familiäre Geschichte ausführlich darstellte, die aktuelle Lebenssituation detailliert erfasste und die Ergebnisse der Befragung und der
Testverfahren eingehend beschrieb und diskutierte (
Urk.
6/43/14-31), beschränkte sich
Dr.
I._
im Wesentlichen darauf, die Eckdaten der Biografie, der sozialen Situation und des Tagesablaufs festzuhalten und die Ergebnisse des
Psycho
status
zusammenfassend
wiederzugeben (
Urk.
6/103/11-15). Hierbei hielt er fest, es bestehe diagnostisch eine leichte depressive Episode, die gekenn
zeichnet sei durch verminderte Freudeempfindungsfähigkeit, erhöhte Ermüd
barkeit, verminderten Appetit und S
chlafstörungen (
Urk.
6/103/15);
eine eigentliche Begründung für die Einstufung der Depression als lediglich leicht fehlt jedoch. Auch im Rahmen der Diskussion der früheren ärztlichen Ein
schätzungen begnügte sich
Dr.
I._
damit, seine aktuelle Einschätzung als davon abweichend zu bezeichnen, ohne diese Einschätzung
indessen
mit Beispielen der eigenen Wahrnehmung
zu untermauern (Urk.
6/103/31-32). Andernorts
im
Gutachten des
G._
sind
jedoch weiterführende Hinweise zur Tagesgestaltung zu finden.
Dem
Orthopäden Dr.
J._
berichtete der Beschwerdeführer nämlich
,
er sei nur selten in der Wohnung, die er mit der Ehefrau und den fünf Kindern bewohne, sondern gehe in einem Einkaufs
zentrum umher, spaziere bis zu zwei Stunden dem Fluss entlang und spiele nachmittags mit
den Kindern Karten oder unterhal
te sich mit ihnen (
Urk.
6/103/17). Diese Schilderung spricht gegen eine Depression schweren Grades, die gekennzeichnet ist durch eine erhebliche Verzweiflung und Agi
tiertheit oder aber durch das führende Symptom einer Hemmung (vgl. die Darstellung in ICD-10 Code F32.2).
Der Umstand, dass
Dr.
C._
in den Berichten vom
4.
August 2012
und
vom 1
1.
März 2015 die Symptome einer deutlich wahrnehmbaren Müdigkeit, Anspannung und Nervosität beschrieb (
Urk.
6/3
3/3 und Urk.
6/86/3), vermag für sich allein zu keiner anderen Betrachtungsweise zu führen.
Denn
während der Begutachtung durch
Dr.
F._
der
Begut
achtungsstelle
D._
, wenige
Monate, nachdem
Dr.
C._
den Bericht des Jahres 2012 verfasst
hatte,
zeigte der Beschwerdeführer sowohl heitere als auch
niedergeschlagene
Mo
mente (vgl. beispielsweise Urk.
6/
43/
21: „... wobei er dabei laut lacht.“ und
Urk.
6/43/25: „Leicht weinend ergänzt er ...), und dementsprechend hielt der Gutachter fest, beim Beschwerdeführer sei abwechslungsweise eine ausgeglichene und eine gedrückte Stimmung
vor
handen
und es bestehe eine spontane und kontextbezogene Aufhellbarkeit (
Urk.
6/43/29).
Der Beschwerdeführer suchte die Psychiaterin
Dr.
C._
denn auch lediglich einmal im Monat zur psychotherapeutischen Behandlung auf, wie sowohl im Bericht des Jahres 2012 als auch in demjeni
gen des Jahres 2015 angegeben ist (
Urk.
6/33/3 und
Urk.
6/86/4). Auch dies wäre mit einer dauerhaft schwereren Depression nicht zu vereinbaren.
3.4.5
Immerhin ist davon auszugehen, dass sich die Depression in gewissem Mass auf die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers auswirkt.
Dr.
I._
zählte sie zwar zu den Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
, gab aber doch an, es komme bei der Arbeit zu einer erhöhten Ermüdbarkeit, was einen vermehrten Pausenbedarf erfordere (
Urk.
6/103/15). Er ist sich darin einig mit
Dr.
F._
der Begutachtungsstelle
D._
, der überdies dartat, es drohe eine Verstärkung der Symptome, wenn
dem Beschwerdeführer
Arbeiten aufgezwungen würden, welche die somatischen Beschwerden ver
stärkten oder Ängste auslösen könnten, und die psychisch bedingte Beein
trächtigung in allen körperlic
h geeigneten Tätigkeiten auf 20
% bemass, mit Einschluss
des
vermehrte
n
Pausenbedarf
s
und ein
es
etwas v
erlangsamten
Arbeitstempo
s
(
Urk.
6/43/
30). Auf diese Beurteilung
i
st abzustellen, nachdem durch die ergänzenden Abklärungen Klarheit über den im Wesentlichen stabilen Verlauf hatte gewonnen werden können.
Insoweit ist den Ausfüh
rungen in der Beschwerdeschrift (vgl.
Urk.
1 S. 6) zu folgen.
Der Beginn der psychisch bedingten
Einschränkung
ist
wie derjenige der kör
perlich bedingten Einschränkung (vgl. E. 3.3.4)
auf den Dezember 2010 zu legen, denn die Rheumaklinik des
Y._
wies den Beschwerdeführer bereits einige Wochen später einer konsiliarischen psychi
atrischen Abklärung zu und schon
bei jener Untersuchung vom 31.
März 2011 wurde eine ambulante psychiatrisch-psychotherapeutische Behandlung und eine antidepressive schmerzmodulierende Medika
tion empfohlen (vgl.
Urk.
6/21/1+3).
3.5
3.5.1
War dem Beschwerdeführer somit nach dem Gesagten ab dem 2
5.
Dezember 2010 die angestammte körperlich schwere Tätigkeit als Bauarbeiter nicht mehr zuzumuten
, so hätte er nach Ablauf des Wartejahres nach
Art. 28 Abs.
1
lit
. b IVG ab dem
1.
Dezember 2011 Anspruch auf eine Invalidenrente, wenn aus der Umstellung auf eine körperlich angepasste Tätigkeit und der Berücksichtigung der psychisch bedingten Reduktion der Leistungsfähigkeit um 20
%
eine Erwerbseinbusse von mindestens 40
%
resultiert
e
.
3.5.2
Was das hypothetische
Valideneinkommen
betrifft, so wies das
Sozialver
-
siche
rungsgericht
im Urteil vom 3
0.
September 2014 darauf hin, dass noch kein Arbeitgeberbericht zur früheren, durch die
O._
vermittelten Tätigkeit des Beschwerdeführers
in den Akten war (
Urk.
6/72 E.
3.5). Der Beschwerdegegnerin gelang es in der Folge nicht, einen solchen Bericht noch erhältlich zu machen; die
O._
antwortete auf ihre Anfrage lediglich, der Beschwerdeführer sei
nicht mehr bei ihr tätig (Urk.
6/77/8). Ohnehin
aber
ist
zu vermuten, dass
der vermittelte
Arbeitsein
satz
unabhängig von der Arbeitsunfähigkeit des Beschwerdeführe
rs geendet hätte (vgl. die Not
izen der Beschwerd
eg
eg
nerin vom 1
4.
März 2011 anläss
lich der Fr
üherfassung,
Urk.
6/7/2
).
Denn
aus dem Auszug aus dem individu
ellen Konto vom
8.
April 2011
ist
ersichtlich, dass sich die Arbeitseinsätze des Beschwerdeführers schon in früheren Jahren mit Zeiten des Bezugs von Arbeitslosene
ntschädigung abwechselten (Urk.
6/14). Daher rechtfertigt es sich, das
Valideneinkommen
anhand der Verhältnisse des allgemeinen Arbeitsmarktes festzulegen
, wie dies die Beschwerdegegnerin
bereits im Jahr 2013 getan hat (vgl.
den Einkommensvergleich vom 13.
Februar 2013,
Urk.
6/51).
Gemäss
der Schweizerischen Lohnstrukturerhebung (LSE) des
Bundesamtes für Statistik (
BFS
)
des Jahres 2010, welche die Beschwerdegegnerin
für die
Invaliditätsbemessung
richtigerweise herangezogen hat
,
belief sich der monatliche Bruttolohn im Baugewerbe für Arbeitnehmer
des
Anforderungs
niveaus
4 (einfache und repetitive Tätigkeiten)
auf
Fr.
5‘310.--
(S. 26 Tabelle TA1
Ziffern 41-43; Bruttolohn definiert als
Lohn, über dem beziehungsweise unter dem sich 50
%
aller Lohnangaben befinden [sogenannter Zentralwert], unter anteilsmä
ssiger Berücksichtigung des 13.
Monatslohnes und standardi
siert auf 40 Wochenstunden)
. Von diesem Wert ist auszugehen; der Beschwerdeführer verfügt
über keine Berufsausbildung, sodass der Lohn des Anforderungsniveaus 3 (Berufs- und Fachkenntnisse vorausgesetzt) nicht in
Betracht fällt. Für das
massgebende
Jahr 2011 resultiert unter Berücksichti
gung der Teuerung
(
Bundesamt für Statistik, Nominallohnindex 1993-2010 und 2011-2015 [1993 = 100], T1.93,
im Baugewerbe von 122.
7 Indexpunkten im Jahr 2010 auf 124.0 Indexpunkte im Jahr 2011) u
nd umgerechnet auf die
in diesem Jahr in der Baubranche betriebsübliche wöchentliche Arbeitszeit von 41,7 Stunden (vgl.
BFS - Statistik der betriebsüblich
en Arbeitszeit [BUA], Tabelle T
03.02.03.01.04.01
) ein Monatslohn von
Fr.
5‘594.35 beziehungs
weise ein Jahreslohn von
Fr.
67‘13
2.2
0.
Dieser Betrag ist als
Validenein
kommen
einzusetzen.
3.5.3
Ausgangspunkt
für die Festlegung des hypothetischen Invalideneinkommens ist dieselbe Tabelle der LSE 2010 und hi
er der Bruttomonatslohn von Fr.
4‘901.-- für Arbeitnehmer des Anforderungsniveaus 4 unter Berücksichti
gung sämtlicher Branchen.
In Anpassung an die
Teuerung (
f
ür
Männer
gemäss der vorstehend zitierten Tabelle
von 123.
4 Indexpunkten im Jahr 2010 au
f 124.
5 Indexpunkte im Jahr 2011) und wiederum umgerechnet auf die im Jahr 2011 betriebsübliche wöchentliche Arbeitszeit von 41,7 Stunden (vgl. die vorstehend zitierte Tabelle) ergibt sich für das Jahr 201
1
ein Monatslohn von
Fr.
5‘154.85 beziehu
ngsweise ein Jahreslohn von Fr.
61‘858.20.
Aufgrund der psychisch bedingten Einschränkung ist eine Reduktion des so ermittelten Lohnes um 20
%
vorzunehmen, was zu einem Jahreslohn in der Höhe von
Fr.
49‘486.55 führt.
Mit d
ieser Reduktion wird der verminderten Leistungsfähigkeit und der dadurch bedingten lohnmässigen Benachteiligung zumindest teilweise bereits Rechn
ung getragen. Dies hat die
Besc
h
w
erdegeg
nerin
in ihrem Einkommensvergleich vom 1
3.
Februar 2013 zu Recht ver
merkt und
hat
deshalb keinen zusätzlichen sogenannten leidensbedingten Abzug (
vgl. BGE 129 V 472 E. 4.2.3 mit Hinweisen
) vorgenommen (
Urk.
6/51/2).
Selbst wenn jedoch ent
gegenkommenderweise eine
weitere Reduktion um 10
%
erfolgen würde und das Invalidenkommen somit auf
Fr.
44‘537.90 festgesetzt würde, wäre damit noch kein rentenbegründender Invaliditätsgrad erreicht. Vielmehr betrüge der Invaliditätsgrad auch in die
sem Fall erst 33,65
%
.
3.6
Damit hat die Beschwerdegegnerin den Anspruch des Beschwerdeführers auf eine Invalidenrente zu Recht verneint, und die Beschwerde ist abzuweisen.
4.
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem
Verfahrens
aufwand
und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1‘000.-- festzulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG) und auf Fr. 700.
anzusetzen. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind sie dem unterliegenden Beschwerdeführer aufzuerlegen.