# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 87fe9c39-712f-49a0-9d56-2c80facd01e9
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2015
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** 

## Facts

Sachverhalt:
1.
1.1
Der 1962 geborene
X._
, gelernter Bergwerktechniker
,
war zuletzt
seit 1986
mit einem Pensum von 100 %
als Bauarbeiter bei der
Firma Y._
angestel
lt (Urk. 8/10/
1-
3
). Im Januar 2007 meldete er sich wegen Darm- und Handp
roblemen bei der Invalidenversi
cherung zum Leistungsbezug an (Urk. 8/1). Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, holte Berichte der behandelnden Ärzte ein und sprach
dem Versicherten
mit Verfü
gung vom 6. Mai 2008
bei einem Invaliditätsgrad von 100
%
eine ganze Rente samt Kinderrenten
ab 1. Mai 2008
zu
(Urk. 8/47).
Zudem sprach die IV-Stelle dem Versicherten mit Verfügung
vom 1
2.
Juni 2008 (Urk. 8/50)
entsprechende
Renten vom 1. Januar 2007 bis 30. April 2008
zu
.
1.2
Im Dezember 2008 leitete die IV-
Stelle eine revisionsweise Überprüfung des Rentenanspruchs in die Wege (Urk. 8/51) und holte
neue
Berichte der be
han
delnden Ärzte ein (Urk. 8/53-
54). Gestützt
dar
auf
sowie
auf
eine Stellungnahme ihres Regionalen Ärz
tlichen Dienstes (RAD; Urk. 8/63
/2-3) stellte sie dem Versi
cherten mit Vorbescheid vom 12. Janua
r 2009 (
richtig
:
2010
; Urk. 8/64-65
) die Einstellung der Invalidenrente in Aussicht und hielt an dies
em Entscheid - nach Prüfung wei
terer, nach dem Vorbescheid eingegangener Arztberichte (Urk. 8/84
/1-2
,
Urk.
8/86
/3-5
) - mit Verfügung vom 7. Ju
li 2010
(Urk. 8/
89
)
fest
. Sodann verneinte die IV-Stelle mit Verfügung vom 8. Juli 2010
(Urk. 8/88)
einen Anspruch
des Versicherten
auf eine
Hilf
losenentschädigung
der Invali
denversicherung
. Gegen die Verfügung vom 7. Juli 2010 (Urk. 8/89) erhob der Versicherte Beschwerde ans hiesige Gericht (
Verfahren IV.2010.00756)
. Letzteres hiess die Beschwerde
mit Urteil vom
3
. November 201
1
(Urk. 8/116/1-14)
gut
und wies die Sache zwecks Vornahme weiterer
medizinischer
Abklärungen und neuen Entscheid
s
über den Rentena
nspruch an die IV-Stelle zurück.
1.3
Im Anschluss an das Urteil vom
3
. November 2011 (Urk. 8/116/1-14) holte die IV-Stelle
erneut Berichte
der behandelnden Ärzte ein (Urk. 8/
127/1-5
, Urk. 8/128, Urk. 8/134, Urk.
8/138
, Urk. 8/
139
/1-4
,
Urk. 8/139/6-9,
Urk. 8/162
) und
veranlasste beim
Begutachtungszentrum
Z._
eine
polydisziplinäre Be
gutachtung
(Urk. 8/
164
). Nach Erstattung
besagten Gutachtens
reichte der
Ver
sicherte
weitere ärztliche Berichte ein (Urk. 8/171/1-13, Urk. 8/171/16-19)
, wel
che die IV-Stelle den
Z._
-Gutachtern zur Stellungnahme zustellte (Urk. 8/
174), wobei letztere auf eine
solche
verzichteten (Urk. 8/175).
Nach durchge
führtem
Vorbescheidverfahren
(Urk. 8/180-181, Urk. 8/185) wies die IV-Stelle
mit
Verfügung vom 11. März 2014 (Urk. 2)
bei einem Invaliditätsgrad von 34
%
das Leistungsbegehren ab.
2.
Gegen die Verfügung vom 11. März 2014 (Urk. 2) erhob der Versicherte am
3. April 2014 (Urk. 1)
unter Auflage
eine
s
neuen ärztlichen Bericht
es
(Urk. 3/31)
Beschwerde und
beantragte
die Aufhebung der Verfügung
sowie
die Feststel
lung, dass er auch nach dem 1. September 2010 weiterhin einen Anspruch auf eine ganze Rente habe
,
eventuell
sei ein interdisziplinäres Gerichtsgutachten einzuholen. In prozessualer Hinsicht stellte
er
den Antrag um unentgeltliche Prozessführung und Rechtsvertretung und verlangte zudem den Ersatz der Kos
ten für zwei von ihm eingeholte ärztliche Berichte (S. 2).
Mit Vernehmlassung vom 2
2.
Mai 2014 (Urk. 7) beantragte die Beschwerdegegnerin die Abweisung der Beschwerde, was dem Beschwerdeführer am
2
7
. Mai 2014
(Urk. 9)
mitgeteilt wurde. Gleichzeitig wurde ihm die unentgeltliche Prozessführung und
Rechts
vertretung
gewährt. Am 11. August 2014 reichte der Beschwerdeführer schliess
lich einen weiteren
ärztlichen Bericht ein (Urk.
11), welcher der
Beschwerdegeg
nerin
am 1
2.
August 2014 zur Kenntnis gebracht wurde (Urk. 12).
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (
Art.
8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG
).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Ge
sundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung ver
bleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (
Art.
7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Er
werbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (
Art.
7 Abs. 2 ATSG).
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertels
rente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28 Abs. 2 IVG).
1.
3
Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines
Rentenbezü
gers
erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (
Art.
17 Abs. 1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tat
sächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente nicht nur bei einer wesentlichen Änderung des Gesundheitszustandes, sondern auch dann
revidier
bar
, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen des an sich gleich gebliebenen Gesundheitszustandes erheblich verändert haben (BGE 130 V 343 E. 3.5 mit Hinweisen). Eine Veränderung der gesundheitlichen Verhältnisse liegt auch bei gleich gebliebener Diagnose vor, wenn sich ein Leiden in seiner Intensität und in seinen Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit verändert hat (Urteile des Bun
desgerichts 9C_261/2009 vom 11. Mai 2009 E. 1.2 und I 212/03 vom 28. August 2003 E. 2.2.3). Dagegen stellt die bloss unterschiedliche Beurteilung der Auswirkungen eines im Wesentlichen unverändert gebliebenen Gesund
heitszustandes auf die Arbeitsfähigkeit für sich allein genommen keinen
Revisi
onsgrund
im Sinne von
Art.
17 Abs. 1 ATSG dar. Zeitliche Vergleichsbasis für die Beurteilung einer anspruchserheblichen Änderung des Invaliditätsgrades bilden die letzte rechtskräftige Verfügung oder der letzte rechtskräftige Ein
spracheentscheid, welche oder welcher auf einer materiellen Prüfung des Ren
tenanspruchs mit rechtskonformer Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und Invaliditätsbemessung beruht (BGE 133 V 108; vgl. auch BGE 130 V 71
E. 3.2.3; Urteil des Bundesgerichts 9C_438/2009 vom 26. März 2010 E. 1 mit Hin
weisen).
1.
4
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im
Be
schwerdefall
das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebe
nenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 256 E. 4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden kön
nen (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E. 4b/cc).
1.
5
Die Rechtsprechung hat seit jeher die Aufgaben von Rechtsanwender und
Arzt
person
im Rahmen der Invaliditätsbemessung wie folgt verteilt: Sache des (be
gutachtenden) Mediziners ist erstens, den Gesundheitszustand zu beurteilen und
wenn nötig seine Entwicklung im Laufe der Zeit zu beschreiben, das heisst mit den Mitteln fachgerechter ärztlicher Untersuchung unter Berücksichtigung der subjektiven Beschwerden die Befunde zu erheben und gestützt darauf die Diag
nose zu stellen. Hiermit erfüllt der Sachverständige seine genuine Aufgabe, wofür Verwaltung und im Streitfall Gericht nicht kompetent sind. Bei der
Fol
genabschätzung
der erhobenen gesundheitlichen Beeinträchtigungen für die Arbeitsfähigkeit kommt der Arztperson hingegen keine abschliessende
Beurtei
lungskompetenz
zu. Vielmehr nimmt die Arztperson zur Arbeitsunfähigkeit Stellung, das heisst sie gibt eine Schätzung ab, welche sie aus ihrer Sicht so substanziell wie möglich begründet. Schliesslich sind die ärztlichen Angaben eine wichtige Grundlage für die juristische Beurteilung der Frage, welche Ar
beitsleistungen der Person noch zugemutet werden können (BGE 140 V 193
E. 3.2).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete die angefochtene
V
erfügung
(Urk. 2)
damit, dass sich der Gesundheitszustand des Beschwerdeführers verbessert habe und
ihm behinderungsangepasste Tätigkeiten
(sitzende und stehende Tätigkeiten in der Nähe einer Toilette)
im Umfang von
70
%
zumutbar seien.
Mit Verfügung vom 1
2.
Juni 2008 sei dem Beschwerdeführer aufgrund eines ausgedehnten
Sphinkterdefekts
mit einer progressiven Stuhlinkontinenz und unklaren
peri
analen
Schmerzen eine ganze Rente zugesprochen worden. Gemäss dem
Z._
-Gutachten bestünden
indessen
weder
objektive Befunde für eine fort
bestehende unkontrollierbare schwere Inkontinenz
noch für
die vom Beschwer
deführer beklagten
anorektalen
Schmerzen. Zudem könne die
Inkontinenz
durch
Anpassung
der Mahlzeiten und Einnahme von Quellmitteln zur Erhöhung der Stuhlkonsistenz
zusätzlich eingedämmt werden. Die im
Z._
-Gutachten diagnostizierte depressive Episode sei sodann überwiegend Folge erheblicher psychosozialer Belastungsfaktoren,
weshalb
kein invalidisierender psychischer Gesundheitsschaden vorliege. Unter Berücksichtigung
eines
Arbeitspensums von
70
%
in einer angepassten Tätigkeit
resultiere im Rahmen des
Einkommensver
gleichs
ein Invaliditätsgrad von 34
%
,
weshalb kein Rentenanspruch bestehe (Urk. 2 S. 2 f.).
2.2
Der Beschwerdeführer stellte sich demgegenüber in seiner Beschwerde (Urk. 1) auf den Standpunkt, das
Z._
-Gutachten sei nicht verwertbar. Die Gutachter hätten die ihnen unterbreiteten Fragen nicht beantwortet, weshalb das Gutach
ten unvollständig sei,
eine Rechtsverweigerung vorliege sowie
der
Anspruch auf
rechtliches Gehör, Mitwirkung an der Beweiserhebung
und
auf ein faires Ver
fahren verletzt worden sei
(S. 9-11).
Abgesehen davon
seien die Gutachter
we
gen Befangenheit abzulehnen, da
sie keine Stellungnahme zu den ärztlichen Berichte
n
abgegeben hätten,
welche er
nach
Verfass
ens
des
Z._
-Gutachtens eingeholt habe
(S. 11-14)
.
Des Weiteren
habe sich sein Gesundheitszustand seit September 2010 nicht verbessert, weshalb die Rente nicht aufgehoben wer
den
könne (S. 18 f.).
Im Übrigen
sei
die Beschwerdegegnerin von einem falschen Validen- und Invalideneinkommen ausgegangen
und habe insbesondere keinen Leidensabzug
von 20
%
vorgenommen
(S. 23
-27
)
.
2.3
Es steht fest und ist unbestritten, dass der Beschwerdeführer in seiner
angestamm
ten
Tätigkeit als Bauarbeiter weiterhin vollständig arbeitsunfähig ist
(Urk. 2 S. 4)
.
Streitig
ist hingegen, ob sich die Arbeitsfähigkeit in
leidensange
passter
Tätigkeit
seit dem Erlass der ursprünglichen Rentenverfügungen vom
6. Mai 2008 (Urk. 8/47) beziehungsweise 1
2.
Juni 2008 (Urk. 8/50)
bis zur
Ein
stellung der Rente am
7
. Juli 2010 (Urk. /8/89) respektive 11. März 2014
(Urk. 2)
so verbessert hat, dass die
Invalidenrente aufzuheben ist.
3.
3.1
3.1.1
Massgebend für die Beurteilung des Gesundheitszustandes im Zeitpunkt der
Zusprache
der Rente
waren im Wesentlichen folgende medizinische Berichte:
3.1.2
Der Hausarzt des Beschwerdeführers, Dr.
med.
Z._
, Prakt. Arzt
, nannte in seinem Bericht vom 24. Januar 2007
(Urk. 8/9/5
-6
)
folgende Diagnosen:
Diagnosen mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit:
Perianaler
Abszess mit
transsphinktärer
Fistel
Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit:
Status nach
Helicobacter
-positiver Gastritis und Duodenitis
Lebersteatose mit beginnendem
zirrhotischem
Umbau (Alkoholüberkonsum)
Niko
tinabusus
Gicht
Dr.
Z._
führte aus, der Beschwerdeführer leide aufgrund von rezidivieren
den
Perianalabszessen
mit trans- respektive
intrasphinktärer
Fistel immer wie
der unter Schmerzen, Stuhlinkontinenz und Gewichtsverlust, wobei eine
Hei
lung noch nicht absehbar sei
. Der Arzt attestierte zudem eine 100%ige Arbeits
un
fähigkeit seit dem 28. Januar 2006.
3.1.3
Die zuständige Ärztin des
Spitals B._
nannte im Bericht
vom
20. Februar 2007 (Urk. 8/13) folgende Diagnosen:
Diagnosen mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit:
Transsphinktäre
Fistelsp
a
l
tung bei 3 Uhr SSL am 2
2.
Dezember 2006
Status nach
trans
s
phinktärer
Fistel 3 Uhr SSL mit liegendem Seton
Schmerzhafte
Narbenplatte im Bereich der äusseren Fistelöffnung bei 3 Uhr SSL
Sphinkter
ani
externus
und
internus
-Defekt zwischen 3-5 Uhr
Status nach drei
Abszessabdeckelunge
n
von
März bis Mai
2006
Status nach
Abszessabdeck
e
lung
Dezember
2003
Status nach Exzi
sion einer
intersphinktären
Analfistel im März 2004
Status nach
Nachdébridement
und
Setonwechsel
im November 2006
Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit:
Status nach
Helicobacter
pilori
-Eradikationstherapie
mit/
bei
Gastritis und Duo
denitis
im Januar 2006
Die Ärztin
hielt fest
, der Beschwerdeführer leide vermehrt unter Schmerzen im äusseren Bereich der Fistelöffnung. Zudem bestehe seit ungefähr einem
Drei
vierteljahr
eine Stuhlinkontinenz, welche den Beschwerdeführer stark beein
trächtige. Bezüglich Arbeitsfähigkeit machte die Ärztin keine Angaben, sondern verwies auf den Hausarzt.
3.1.4
Im Bericht vom 23. Mai 2007
(Urk. 8/15/3)
wies
Dr.
Z._
darauf hin
, dass sich der Zustand des Beschwerdeführers zwischenzeitlich nicht verbessert habe.
Er
sei aktuell „ganz inkontinent“ und fühle sich aufgrund seines Zustand
e
s zu
nehmend depressiv.
3.1.5
Dr.
Z._
wiederholte i
n seinem Bericht
vom 4. Juli 2007
(Urk. 8/22/7-8)
die
am
24. Januar 2007 gestellten Diagnosen
(vgl. E. 3.1.2)
und f
ührte
zudem
aus, der Beschwerdeführer
sei
aufgrund mehrerer Operationen ph
ysisch und psy
chisch geschwächt. Er
sei
überdies
inkontinent, leide unter Schmerzen und habe Beschwerden beim Sitzen
, wobei sich der
Z
ustand in letzter Zeit verschlechtert
habe
.
Der Arzt
hielt
weiter
fest, der Beschwerdeführer
sei
seit 28. Januar 2006
zu 100
%
arbeitsunfähig
, wobei ihm die
Wiederaufnahme der Arbeitstätigkeit
aktuell nicht möglich
sei
.
3.1.6
I
n seinem Bericht vom 21. August 2007
(Urk. 8/26/2
-5
)
nannte Dr.
med.
C._
, Facharzt FMH für Psychiatrie und Psychotherapie,
folgende Diagnosen:
Diagnosen mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit:
Längere depressive Reaktion (F43.21), schleichender Beginn seit circa 2004
Rezidivierender
Perianalab
s
zess
mit Status nach zahlreichen Operationen
Diagnosen ohne Auswirkungen auf die Arbeitsunfähigkeit:
Keine
Der Arzt
wies darauf hin, dass er den Beschwerdeführer erst seit Mai 2007 be
handle und
seither
nur zwei Sitzungen stattgefunden hätten
.
B
eim Beschwer
deführer sei eine zunehmend depressive Entwicklung zu beobachten.
Er habe
sich verzweifelt, einsam und antriebslos gezeigt, habe oft weinen müssen und sehe keine Zukunft
mehr
. Er habe zudem ängstlich-depressiv gewirkt und sei
auf
depressive Gedankengäng
e eingeengt gewesen
.
Der Beschwerdeführer habe
ausserdem
erhebliche
Eheprobleme sowie Schwierigkeiten mit
seinen
Kindern.
Bezüglich der Arbeitsfähigkeit
hielt
Dr.
C._
fest
, der Beschwerdeführer
sei
seit Mai 2007 bis auf weiteres zu 100
%
arbeitsunfähig.
3.1.
7
In seinem Bericht vom 5. September 2007 (Urk. 8/28/2-6)
führte
Dr.
Z._
aus,
dass seit
dem
Bericht am
4.
Juli 2007 (vgl. E. 3.1.
5
) keine relevanten Ver
änderungen
ein
getreten seien (
Ziff.
4.3
).
D
er Beschwerdeführer
sei
zudem
in der Ausführung gewisser Bewegungen (Heben und Tragen von Lasten, Hantieren mit Werkzeugen) respektive in
der
Haltung und Beweglichkeit (Arbeiten über Kopfhöhe, Rotation, sitzen, stehen, knien, Kniebeugen,
Fortbewegung) einge
schränkt
(
Ziff.
6.1
).
3.1.
8
Dr.
med.
D._
, Oberarzt Chirurgie a
m
Spital B._
,
stellte
in seinem Bericht
vom 17. September 2007 (Urk. 8/29/7-8) folgende Diagnosen:
Diagnosen mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit:
Progressive Stuhlinkontinenz sowie unklare, rezidi
vi
erende
perianale
Schmer
zen bei ausgedehntem
Sphinkterdefekt
bei
Status nach Exzision einer
intersphinktären
Analfistel im März 2004
Status nach
Abszessabdeckelung
im Dezember 2003
Status nach
Abszessexzision
im M
ä
rz 2006
Status nach
Abszessexzision
April 2006
Status nach
Abszessabdeckelung
und
Setoneinlage
im Mai 2006
Status nach Fistelexzision und Einlage eines Setons im Juni 2006
Status nach
Nachdébridement
und
Setonwechsel
im November 2006
Status nach Fistelspaltung, Exzision von Narbengewebe
im
Dezember 2006
Status nach
Exzision
von Narbengewebe und
Abdeckelung
eines
Peri
anal-Abszesses
im Februar 2007
Status nach Narbenexzision bei Verdacht auf Narbenneurom und
Fis
telspaltung
im Juni 2007
Diagnosen ohne Auswirkungen auf die Arbeitsunfähigkeit:
Status nach
Helicobac
ter
pilori-Eradikationstherapie
bei Gastritis und Duode
nitis im Januar 2006
Lebersteatose mit beginnender Leberzirrhose
Verdacht auf COPD
St
atus nach Podagra im Jahre 2003
Dr.
D._
hielt fest, der Beschwerdeführer könne den Stuhl nicht
mehr selber regulieren, weshalb er eine Einlage trage. Der Arzt wies weiter darauf hin, dass sich der Zustand in letzter Zeit verschlechtert habe
und dass der Beschwerde
führer
aufgrund der Inkontinenz seit ungefähr
eineinhalb
Jahren zu 100
%
ar
beitsunfähig
sei
.
3.1.
9
Die RAD-Ärztin
, med.
pract
.
E._
, praktische Ärztin,
ging in ihrer Stellung
nahme vom 23. November 2007 (Urk. 8/31 S. 3 f.)
mit Hinweis auf die
akten
kundigen
Berichte
von einem somatisc
hen Leiden aus und attestierte
bezüglich der angestammten wie auch einer angepassten Tätigkeit eine 100%ige Ar
beits
unfähigkeit. Weiter
wies sie darauf hin
, dass die psychische Situation
des Be
schwerdeführers
aktuell noch nicht sicher beurteilt werden könne
, was insbe
sondere
auch
betreffend
die Auswirkung
en
der psychosozialen
Belastungsfak
toren
gelte
.
3.2
3.2.1
Den rentenaufhebenden Verfügungen vom 7. Juli 2010 (Urk. 8/89) respektive 11. März 2014 (Urk. 2) lagen im Wesentlichen f
olgende Einschätzungen zu
grunde
:
3.2.2
Dr.
Z._
stellte am 14. Januar 2009 folgende Diagnosen mit Auswirkung
en
auf die Arbeitsfähigkeit:
P
erianaler
Abszess mit
transsphinktärer
Fistel, Status nach mehreren Rezidi
ven und
Dupuytren’sche
Kontraktur rechte Hand Strahl
IV Grad I-II, Strahl V Grad II
Als Diagnosen ohne Auswirkung
en
auf die Arbeitsfähigkeit nannte er:
Status nach
Helicobacter
-positiver Gastritis und Duodenitis
Lebersteatose mit beginnendem
zirrhotischem
Umbau (Alkoholkonsum)
Nikotinabusus
Gicht
Dr.
Z._
attestierte dem Beschwerdeführer eine Arbeitsunfähigkeit von 100 % bis auf
Weiteres
und erklärte, die Inkontinenzoperationen seien abge
schlossen, die Situation jedoch unbefriedigend. Es bestehe weiterhin eine hoch
gradige
Urge
-Inkontinenz mit Bedarf nach sofortiger Stuhlentleerung bei Stuhl
drang. Zudem habe der Beschwerdeführer im Dezember 2008 eine
Du
puy
tren’sche
Kontraktur der rechten Hand operieren lassen müssen. Die ent
spre
chende Heilung sei schlecht und langwierig gewesen. Eine Arbeitsaufnahme sei unter diesen Umständen nicht möglich (Urk. 8/53
/7-8
).
Dr.
med.
F._
, Oberarzt Chirurgie am
Spital B._
,
nannte mit Bericht vom 28./29. Januar
2009
(Urk. 8/54/7-16)
folgende Diagnosen
(
Ziff.
1.1)
:
Diagnosen mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit:
Inkontinenz Grad 2 bei Sphinkter-
ani
-
Externus
- und
Internusdefekt
nach multiplen
perianalen
Abszess- und Fisteloperationen und
sakraler Nervenmod
ulation 04/2008 ohne Ansprechen
Diagnosen ohne Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit
:
Lebersteatose
Chronische obstruktive Lungenkrankheit mit
Nikotinabusus
ca
.
30
py
Status nach Podagra rechts 2003
Dabei gab Dr.
F._
an, der Beschwerdeführer sei in angepasster Tätigkeit – verstanden als eine körperlich leichte Tätigkeit, bei welcher er zudem jederzeit ein
en
Closomat
(Dusch-Toilette) oder eine andere Toilette, welche eine anale Hy
giene durch Ausduschen erlaube, aufsuchen könne – zu 100 % arbeitsfähig.
3.2.
4
Am 11. März 2010 gab
Dr.
Z._
folgende Diagnosen
an
(Urk. 8/84 S. 1)
:
Stuhlinkontinenz nach über 10
Analabszessoperationen
C
hronisches
Lumbovertebralsyndrom
bei empfindlichem Magen
Dupuytren’sche
Kontrakturen beidseits, rechts 2008 operiert
Gicht, behandelt
Dr.
Z._
führte aus, multipel durchtrennte Analmuskulatur und
Narbenge
webe
verhinderten ein aktives Schliessen des Anus; bei einem Stuhlgangreiz könne der Stuhlgang nicht aufgehalten werden. Wenn der Stuhl dünn oder schmierig sei, müsse dauernd gewaschen werden. Demnach liege die zweit
schlechteste Form vor. In Bezug auf die Frage nach einer Verbesserung oder Verschlechterung der medizinischen Gesamtsituation seit Januar/Februar 2009 gab Dr.
Z._
an, im Jahr 2009 seien kaum mehr neue Analentzündungen aufgetreten, jedoch wieder im Januar 2010, was zum erneuten Eingriff vom 18. Februar 2010 geführt habe. Dr.
Z._
hielt fest, ein Arbeitsplatz müsse ein
en
Closomat
oder eine Toilette mit Möglichkeit zum Ausduschen im Umkreis von 20 bis 50 m haben. Der Beschwerdeführer sei zwischen einer und fünf Stunden pro Tag mit den Begleiterscheinungen beziehungsweise Folgen seiner Erkrankung absorbiert (zum Beispiel Weg zur/von Toilette, Stuhlgang, Kö
r
perhy
giene, Kleiderwechsel). Bücken und Tragen würden die Kontinenz sowie
den Rücken belasten und kämen somit nicht in Frage. Bei
Überwachungsarbei
ten
würde er immer wieder unvorhergesehen ausfallen. Somit verblieben einfa
che Handarbeiten, wie sie von Behindertenwerkstätten angeboten würden. Schliess
lich erklärte Dr.
A._
, der Beschwerdeführer leide unter depressi
ven Pha
sen, wenn von ihm Leistungen verlangt würden, die er nicht erbringen könne und „wenn er keine Zukunft sehe“.
3.2.
5
Dr.
F._
nahm am 15. Juni 2010 erneut Stellung. Dabei gab er folgende Diagnosen an (Urk. 8/86
/3-5
):
Stuhlinkontinenz Grad II (für flüssigen Stuhl) in Folge Schliessmuskeldefekt über 1⁄4 der Zirkumferenz (3 bis 6 Uhr SSL)
wiederkehrendes anales Fistelsystem mit
Abszessen, welche multiple Ein
griffe nötig machten, erstmalig 2003, letztmals 2007
erfolgloser Versuch der sakralen Neuromodulation (Nervenstimulation für die Schliessmuskelfunktion) 2008
Narbenexzision bei Verdacht auf Neurom 2007
Lebersteatose (Verfettung) in Folge Alkoholk
onsums mit beginnender Leber
zir
rhose
Verdacht auf chronisch obstruktive Lungenerkrankung in Folge
Nikotinabu
sus
ungefähr 27
p
y
depressive Entwicklung mit psychiatrischer Beurteilung in Folge von Krank
heit und von Belastungsfaktoren (Bildungsgrad, Migrationshintergrund); Dr. med.
C._
, September 2007
Gichtschub 2003 der Grosszehe (Podagra)
Status nach
Helicobacter
pylori-Eradikationstherapie
in Folge Gastritis (Vorläu
fer des Magengeschwürs)
Anamnestisch hielt Dr.
F._
fest, das Leiden habe im Dezember 2003 mit ei
nem Analabszess begonnen. In der Folge hätten sich ständig neue Abszesse (Vereiterungen) und Fisteln (Verbindungen der Haut zum Mastdarm) gebildet, welche hätten operiert werden müssen und schliesslich zum Defekt des Schliessmuskels geführt hätten. Zur Verbesserung der Kontinenz sei ein Bio-Feedback-Training eingeleitet worden (Schliessmuskeltraining), welche
s
für den Beschwerdeführer jedoch sehr schmerzhaft gewesen sei, worauf eine sakrale Neuromodulation versucht worden sei (elektrische Stimulierung der für den
Kontinenzapparat
nötigen Nerven). Vor der sakralen Neuromodulation habe der Beschwerdeführer die maximalen Symptome der Inkontinenz
gezeigt
, wobei er auch festen Stuhl nicht habe halten können und bis zu fünf Mal am Tag die Toilette habe aufsuchen müssen. Er benötige Einlagen und sei entsprechend in der Lebensqualität stark eingeschränkt. Ein Jahr
nach Entfernen der Elektroden
habe sich die Situation soweit geändert, dass der Beschwerdeführer den Stuhl
nicht mehr unkontrolliert verloren habe, doch bei Stuhldrang sofort die Toilette habe aufsuchen müssen. Im De
zember 2008 habe der Beschwerde
führer über eine soweit befriedigende Situation
berichtet, weshalb er keine wei
tere Therapie mehr wünsche. Im Dezember 20
09 habe
er
er
klärt, er sei weiterhin inkontinent bei dünnem Stuhlgang, wobei
letzterer
neuerdings wechselnder Konsistenz sei. Insgesamt habe der Beschwerdeführer erklärt, damit gut
zurecht
zu kommen, weshalb er keine erneute Bio-Feedback-Trainingseinheit wünsche. Im Februar 2010 se
i der Beschwerdeführer wegen eines
vermuteten Abszess
es
perianal
ope
riert worden. Intraoperativ sei der Befund aber nur sehr wenig ausgeprägt ge
wesen und habe sich nach offener Wundbe
handlung schnell beruhigt. Bei der letzten Konsultation habe der Beschwerde
führer über einen imperativen Stuhl
drang, der ihm weniger als zwei Minuten Zeit lasse, um die Toilette aufzusu
chen, berichtet. Bei normaler Konsistenz liege aber keine Inkontinenz vor, son
dern lediglich wenn der Beschwerdeführer flüs
sigen Stuhl habe. Die
Stuhlkonti
nenz
könnte möglicherweise medikamentös be
einflusst werden (
Immodium
,
Metmucil
).
In seiner anschliessenden Beurteilung erklärte Dr.
F._
sodann, damit lasse sich die Frage nach dem Schweregrad nicht abschliessend beantworten, eindeu
tig scheine, dass hier eine belastende Situation vorliege, die durch körperliches Arbeiten verschlechtert werde (Bauchpresse bei anstrengender Arbeit). Der Be
schwerdeführer müsse bei Stuhldrang sofort eine Toilette aufsuchen und
aus
duschen
können, wobei ein
Closomat
ideal wäre. Weitere Massnahmen seien nicht angezeigt. Aus seiner heutigen Sicht ergebe sich ein Belastungsprofil, das körperlich anstrengende Arbeiten völlig aus
s
chliesse, und an seinem Arbeits
platz müsse eine Toilette mit Möglichkeit zum Ausduschen oder ein
C
losomat
jeder
zeit und ohne Verzögerung erreichbar sein. Se
i dies gegeben, halte er den Be
schwerdeführer für arbeitsfähig bezüglich sei
ner analen Symptomatik. Die psy
chosoziale Situation des Beschwerdeführers, s
eine Depression und seine in
ter
nistischen Begleiterkrankungen könne er dagegen nicht beurteilen, da sich diese seiner Expertise entzögen.
3.2.6
Mit Austrittsbericht über die
Hospitalisation
des Beschwerdeführers im
Spital B._
vom 21. März bis 1. April 2011 stellten die behandelnden Ärzte folgende Diagnosen (Urk.
8/110/10-11
):
Defekt im Analsphinkter zwischen 3 und 6 Uhr in SSL mit
Stuhlinkontinenz Grad III,
Wexner
18/20
Status nach multiplen analen Eingriffen bei rezidivierendem
Fistellei
den
Status nach sa
k
raler Neuromodulation ohne Erfolg, Entfernung 12/2008
Depressive Entwicklung
Lebersteatose
Bezüglich der am 22. März 2011 durchgeführten
Analsphinkterrekonstruktion
hielten sie einen komplikationslosen postoperativen Verlauf fest.
3.2.
7
Am 9. Mai 2011 berichtete Dr.
Z._
, der Beschwerdeführer sei am 22. März 2011 erneut anal operiert worden, mit festem Fadenmaterial sei die Öffnung verkleinert worden; dieses Fadenmaterial sei immer noch in Situ und störe stark beim Sitzen und Bewegen, weshalb jede Tätigkeit bis mindestens Mitte Mai un
möglich sei (Urk. 8/110/8).
3.2.
8
Dr.
F._
erklärte in seinem Bericht vom 13. Juli 2011 (Urk. 8/110/4-5)
,
der Gesundheitszustand des Beschwerdeführers sei seit Juni 2010 unverändert schlecht. Di
e
Analsphinkter
rekonstruktion
habe die erhoffte Kontinenz nicht gebracht
. Der Beschwerdeführer sei auf
grund der analen Problematik nach wie vor zu 100 % arbeitsunfähig, er könne sich kaum bewegen, ohne dass es zu ei
nem unkontrollierten Stuhlabgang komme. Wenn er seine aufwändige
Analhy
giene
nicht jederzeit durchführen könne, entstünden dadurch erhebliche
Folge
probleme
, wie
beispielsweise
Peria
naldermitis
. Zudem habe der Beschwerdefüh
rer erhebliche anale Schmerzen
, welche man bis anhin nicht unter Kontrolle habe bringen können; allein dadurch sei der Beschwerdeführer nicht arbeitsfä
hig
.
3.2.9
3.2.
9.1
Das
von der Beschwerdegegnerin eingeholte
Z._
-Gutachten vom 15. Novem
ber 2012 (Urk. 8/164/1-53) basiert auf den
Vorakten
sowie auf eigenen internistischen, psychiatrischen,
viszeralchirurgisch
-prok
t
ologischen,
pneumo
logischen
und orthopädischen Untersuchungen, welche am 1
2.
September, 4. Oktober und 9. Oktober 2012 durchgeführt wurden (S. 4 und S. 6-12). Die Ärzte nannten folgende Diagnosen (S.
49):
Diagnosen mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit:
Anale Drang-Inkontinenz bei
Status nach zwölf Operation
en
wegen analer Fistel-Ab
s
zesse
laterodor
sal
links ab 2003 bis letztmals am 18. Februar 2010
Status nach erfolgloser sakraler Ne
uromodulat
ion im
Jahre
2008
Status nach
Sphinkterrekonstruktion
laterodorsal
links im März 2011 und Korrekturoperation wegen Wundheilstörung im Juni 2011
Unklares chronisches
anorektales
Schmerzsyndrom
Rezidivierende depressive Störung mit chronischem Verlauf und gegenwär
tig leicht- bis mittelgradiger Episode (ICD
-10
F33.0/1)
Diagnosen ohne Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit:
Chronisches
lumbosakrales
Syndrom mit/bei
p
seudoradikulärem
Schmerzsyndrom Bein rechts
Status nach mehreren proktologischen Eingriffen
Stat
us nach
Dupuytren
-Operation rechts bei M.
Dupuytren
beidseitig im Jahre 2008
Status nach Knieunfall links mit wahrscheinlich RQW-Versorgung
infrapa
tellär
ungefähr im Jahre 1992
Chronische Bronchitis
Nikotinabusus
/Nikotinabhängigkeit
3.2.
9
.2
In seinem orthopädischen Teilgutachten vom 10. Oktober 2012 (Urk. 8/164/
71-77)
hielt
Dr. med.
G._
, FMH Orthopädische Chirurgie,
fest
,
die Arbeitsfä
higkeit des Beschwerdeführers
sei
aus orthopädischer Sicht nicht eingeschränkt
. Er wies zudem darauf hin, dass der Beschwerdeführer während der Daue
r der Untersuchung (90 Minuten) nie die Toilette aufgesucht habe und auch nach Ende der Untersuchung nicht den Wunsch geäussert habe, auf die Toilette zu gehen (S. 6 f.).
3.2.
9
.
3
PD
Dr.
med.
H._
, Chirurgie FMH,
führte in seinem
viszeralchirurgisch
-proktologischen Teilgutachten vom 11. Oktober 2012 (Urk. 8/164/78-84) aus, der Beschwerdeführer habe nach eigenen Angaben
andauernde
und sich
mit
wechselnder Intensität äussernde Schmerzen im Innern des Afters. Die Schmer
zen würden durch Gehen, Sitzen und kaltes Wetter intensiviert und er könne wegen der Schmerzen nicht gerade sitzen (S.
2
). Bei drei Mahlzeiten pro Tag habe er sechs bis sieben
Stuhlentleerungen in 24 Stunden;
wenn er nur einmal täglich esse, habe er zwei bis drei Stuhlentleerungen pro Tag. Er spüre
sowohl vor Stuhlgang wie
auch
vor
Windabgang
einen Drang, wobei ihm die Unter
scheidung indessen fast nicht möglich sei. Er habe oft verschmutzte Unterwä
sche, ungewollten Stuhlgang und brauche Einlagen. Die Vorwarnperiode (Zeit zwischen dem
Verspüren
des
Stuhldrang
s
bis zur nicht mehr zu vermeidbaren Entleerung) betrage stets weniger als fünf Minuten. Die schlechte
Schliessmus
kelfunktion
beeinträchtige seine Lebensqualität stark und zwar sowohl bezüg
lich körperlicher und sexueller Aktivitäten wie auch
in sozialer Hinsicht
. Am schlimmsten sei die Inkontinenz beim Gehen, weil die Entleerung durch sämtli
che Bewegungen stimuliert werde und es dann sehr eile,
damit
er rechtzeitig auf die Toilette gehen könne. Das Essen stelle den wichtigsten äusseren Faktor dar, welcher seine Inkontinenz beeinflusse
. Am Vortag der Untersuchung habe er um 11 Uhr vormittags
letztmals gegessen und habe die letzte Defäkation am Untersuchungstag um 6 Uhr morgens gehabt
(S. 3).
PD Dr.
H._
wies da
rauf hin, dass der Beschwerdeführer während seines Aufenthalts in den
Praxis
räumlichkeiten
(1,75 Stunden) die Toilette nicht aufgesucht habe. Bei der Ent
kleidung zur proktologischen Untersuchung sei die Einlage absolut sauber ge
wesen und der Beschwerdeführer habe angegeben, diese vor mehr als sechs S
tunden platziert zu haben
.
Der Beschwerdeführer habe zudem ausge
führt, dass er sozial völlig isoliert sei, ein sehr schlechtes Leben führe und für sich keine Zukunft
sehe (S. 4).
Des Weiteren führte der Gutachter aus
, dass die vom Beschwerdeführer gemach
ten Angaben für eine hochgradige anale
Kontinenzstörung
vom
Urge
-Typ sprä
chen. Angesichts des Umstandes, dass der Beschwerdeführer während über sechs Stunden nie die Toilette habe aufsuchen müssen und auch kein
Stuhl
schmieren
aufgetreten sei, sei indessen eine gewisse Skepsis anzubringen. Es sei überdies auch keine
perianale
Dermatitis erkennbar gewesen, wie sie bei Inkon
tinenz in der Regel nachweisbar sei.
Zudem
habe es an dem für eine schwere Inkontinenz typischen
Klaffen des Analkanals gefehlt.
PD
Dr.
H._
wies darauf hin, dass für den Beschwerdeführer unter günstigen Vorbedingungen (Einschränkung der Mahlzeiten, eher sitzende Position
als Umhergehen) offen
sichtlich
ein längeres Defäkationsintervall ohne störende Manifestation der In
kontinenz möglich sei. Als weiterführende Massnahmen
nannte
der
Gutachter
die Einschränkung der täglichen Mahlzeiten, Kostadaption und Einnahme von Quellmitteln zur Erhöhung der Stuhlkonsistenz sowie eine neuerliche
Sphink
ter
rekonstruktion
. Bezüglich der vom Beschwerdeführer erwähnten innerlich empfundenen
Anals
chmerzen
wies
PD
Dr.
H._
darauf hin
,
dass
der pro
ktologische Untersuchungsbefund keine Ursache für besagte Schmerzen
habe
erkennen
lasse
n
(S. 6).
Hinsichtlich der Arbeitsfähigkeit hielt
PD
Dr.
H._
fest, eine Tätigkeit im angestammten Beruf als H
ilfsarbeiter sei nicht denkbar. Hingegen sei der Be
schwerdeführer in einer
sitzenden und stehenden
Tätigkeit in der Nähe einer Toilette zu 70
%
arbeitsfähig (S. 7).
3.2.
9
.4
Dr. med.
N._
, FMH Innere Medizin spez. Lungenkrankheiten, hielt in seinem
pneumologischen
Teilgutachten vom 1
2.
Oktober 2012 (Urk. 8/164/54-55) fest,
es
sei
keine relevante diagnostizierbare
pneumologische
Erkrankung feststellbar gewesen und der in den
Vorakten
erwähnte Verdacht auf eine obstruktive
Lun
generkrankung
habe sich nicht bestätigt
. Entsprechend sei die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers in seiner angestammten Tätigkeit aus
pneumologi
scher
Sicht nicht eingeschränkt
(S. 2).
3.2.
9
.5
Dr.
J._
,
FMH Psychiatrie und Psychotherapie,
führte in seinem psychiatri
schen Teilgutachten vom 17. Oktober 201
2
(Urk. 8/164/58-70) aus, der Be
schwerdeführer habe sich über tägliche Schmerzen
im
perianalen
Bereich
be
klagt, wobei die Schmerzstärke auf einer Skala von 0-10 (
10
gilt als maximale Schmerzstärke)
7-8
betrage
.
Der Beschwerdeführer habe zudem ausgeführt
, er könne pro Tag lediglich etwa eine Stunde schlafen, dies aufgrund seiner ge
sundheitlichen und finanziellen Probleme. Er habe
überdies
Schwierigkeiten mit seiner Wohnung, habe Schulden und wisse nicht, wie es weiter gehen
soll
. Tagsüber habe er keine Energie und sei müde und wenn er seine Tabletten nehme, dann fühle er sich
„
wie tot
“
. Früher sei er aggressiv gewesen und habe eine Sozialarbeiterin umbringen wollen, weshalb er auch einen Tag im Gefäng
nis gewesen sei. Wegen seiner gesamten
Situation sei er immer traurig,
könne nicht mehr lachen
und habe keine Freude mehr
. Seinen Sohn sehe er einmal pro Woche und auch mit der verheirateten Tochter habe
er
regelmässig Kontakt. Letztere und ihre zwei Kinder besuche er
zu Fuss (75 Minuten Weg) oder per Bus
alle zwei Wochen, wobei ihm die Enkelkinder Freude bereiten würden. Die andere Tochter habe ihn verlassen, als er seine Wohnung verloren habe. Der Beschwerdeführer habe weiter ausgeführt, dass seine Konzentration und der Appetit gut sei
en
, dass er wegen seiner Krankheit allerdings nur einmal pro Tag essen könne
. Manchmal empfinde er
Gefühle
einer allgemeinen Sinnlosigkeit und er habe
oft Suizidgedanken, da er aufgrund seiner finanziellen und ge
sundheitlichen Probleme keinen Ausweg mehr sehe. Einmal habe ihm der Sohn Ketten weggenommen, mit denen er sich habe erhängen wollen. Seit drei oder vier Jahren befinde er sich in einer gereizt-aggressiven Stimmung, wobei es diesbezüglich jeden Tag etwas besser gehe
. Die Beziehung zu seiner Frau sei
in
dessen
nicht gut und er könne aufgrund seiner Abszesse
auch mit niemandem
einen Kaffee trinken gehen
(S. 1-3)
.
Dr.
J._
hielt weiter fest, der Beschwerdeführer habe bezüglich seines Tages
ablaufs ausgeführt, dass er morgens zwischen 8 und 9 Uhr aufstehe und anschliessend den ganzen Tag in der Wohnung sei. Wegen seines unberechen
baren Stuhlganges könne er nicht nach draussen gehen. Er lese
tagsüber
die Zeitung und schaue im Fernsehen Sportsendungen, wobei ihn
vor allem Fuss
ball interessiere
(S. 4).
Der Gutachter
führte ferner aus
, der Beschwerdeführer befinde sich
gemäss eige
nen Angaben
seit November 2011 in psychis
cher Behandlung bei Dr.
L._
und nehme überdies regelmässig Psychopharmaka
ein
. Im Jahre 2007 sei
er
zudem
bei
Dr.
C._
in Behandlung gewesen (S. 5).
Dr.
J._
hielt weiter fest
, der Beschwerdeführer sei hinkend in
die
Praxisräum
lichkeiten
gekommen
,
habe während der
Dauer der Untersuchung
(90 Minuten)
mit Hinweis auf
Analschmerzen
immer wieder die Sitzposition
gewechselt und sei manchmal aufgestanden und im Zimmer herumgelaufen. Nach der Untersuchung sei er ohne äusserlich sichtbare Behinderung und An
zeichen von Schmerzen aufgestanden und habe das Untersuchungszimmer ver
lassen.
Während der Untersuchung habe er sich als bewusstseinsklar, ko
operativ und zugewandt erwiesen und
der affektive Rapport habe sich gut herstellen lassen. Der formale Gedankengang sei weder gehemmt, verlangsamt noch ver
armt, sei jedoch auf die Beschwerden eingeengt gewesen.
Der Gutachter
wies überdies darauf hin, dass sich der Beschwerdeführer während der Untersuchung nicht zur Toilette habe begeben müssen (S. 6).
Dr.
J._
berichtete überdies
, die
Schilderung der Beschwerden
sei zum Teil logisch und kohärent gewesen, zeitweise aber auch vage, wenig fassbar und in
konsistent. Es sei zudem auch eine gewisse Dramatisierungstendenz zu erken
nen gewesen. Konzentrations-, Aufmerksamkeits- oder Auffassungsstörungen seien indessen nicht feststellbar gewesen. In psychomotorischer Hinsicht sei eine leichte Anspannung
erkennbar
gewesen, dagegen
hätten
keine Hinweise für einen psychotischen Prozess
vorgelegen
(S. 6 f.)
.
Anamnestisch hielt Dr.
J._
fest,
dass Symptome der Ein- und
Durchschlaf
störung
, Müdigkeit, verminderten Energie, gereizt-aggressiven und traurigen Stimmung und des zeitweise auftretenden Gefühls der Sinnlosigkeit sowie
Sui
zidgedanken
zu eruieren
seien. Während der Untersuchung sei die Stimmung zu Beginn bedrückt gewesen, habe sich aber im Laufe des Gesprächs ein wenig aufgehellt. Die affektive Modulationsfähigkeit sei
leichtgradig
eingeschränkt gewesen
,
die Mimik und Gestik seien indessen lebhaft gewesen und
d
er
Be
schwerdeführer
habe gegen Ende der Untersuchung ein
en vitalen Eindruck hin
terlassen
.
Er
habe zudem nicht über Freudlosigkeit oder kognitive Störungen geklagt
.
Entsprechend sei der Schweregrad der Depression aktuell als leicht- bis mittelgradig zu beurteilen. Aufgrund der längeren Dauer der Depression sei von einer rezidivierenden Störung mit chronischem Verlauf mit
einer
gegenwärtig leicht- bis mi
ttelgradigen
Episode auszugehen (S. 8).
Demgegenüber liege weder eine wie von Dr.
L._
im Jahre 2011 diagnostizierte schwere depressive Störung noch
eine
Persönlichkeitsstörung vor. Der Beschwerdeführer sei wäh
rend der Untersuchung weder durch eine Aggressivität, Bedrohlichkeit
oder
Fremdgefährlichkeit aufgefallen, und es sei vorgängig auch keine schwere psy
chiatrische Krankheit mit traumatisierendem Charakter diagnostiziert worden. Die im Rahmen eines stationären Aufenthalts
im Februar 2012
von der
Klinik I._
diagnostizierte schwere depressive Epi
sode sei als eine reaktive Störung zu qualifizieren, welche vor allem auf die prekäre finanzielle Situation des Beschwerdeführers und nur teilweise auf die
somatische Erkrankung zurückzuführen
gewesen
sei. Die depressive Symptoma
tik
werde
vom Beschwerdeführer
zudem
weder als zerstörerisch für sein
Selbst
bild
als Individuum noch als stigmatisierend erlebt. Gegen eine schwere De
pression sprächen zudem die
intakte
psychosoziale Funktionsfähigkeit des Be
schwerdeführers
bezüglich
einer seiner Töchter, dem Sohn und den Geschwis
tern
, die Verkehrsfähigkeit
sowie
die
Fähigkeit zur Selbstpflege,
Selbstbehaup
tung
und
sich an Regeln und Routinen zu halten
(S. 9
f.
).
Nachdem der Be
schwerdeführer während der Untersuchung nicht den Eindruck hinterlassen habe, unter konstanten schweren und quälenden Schmerzen zu leiden und sich am Ende des Gesprächs ohne äusserlich sichtbare Behinderung bewegt habe, könne schliesslich auch keine Diagnose einer anhaltenden
somatoformen
Schmerzstörung gestellt werden (S. 11).
In ursächlicher Hinsicht seien für die Depression die seit
dem Jahre 2003
infolge der rezidivierenden Analabszesse und der vielen Operationen
bestehenden so
matischen Beschwerde
n
in Betracht zu ziehen. Seit
der Aufhebung der Rente im März 2010
bestünden
gemäss Angaben des Beschwerdeführers sodann erhebli
che finanzielle Schwierigkeiten
, was bei ihm zu einem
Kontrollverlust mit ag
gressivem
Durchbruch und einer Hospitalisierung in der
Klinik I._
geführt habe
(S. 8 f.)
.
Mit Bezug auf die Arbeitsfähigkeit hielt Dr.
J._
fest,
dass aus psychiatri
scher Sicht für die Zeit von September 2011 bis Ende des stationären Aufent
halts in der
Klinik I._
(2
2.
Februar 2012)
res
pektive bis Ende Februar 2012 aufgrund der damals bestehenden
schwergradi
gen
despressiven
Störung von einer 100%igen Arbeitsunfähigkeit auszugehen sei. Seither bestehe
aufgrund der leicht- bis mittelgradigen depressiven Episode
m
it
chronifiziertem
Verlauf
sowohl in der angestammten als auch in einer an
gepassten Tätigkeit
eine
Einschränkung von 20
%
. Der Übergang von der 100%igen zur 20%igen Einschränkung sei dabei als fliessend zu beurteilen, wo
bei
es
diesbezüglich
aufgrund
der unpräzisen Angaben des Beschwerdeführers in retrospektiver Hinsicht
nicht möglich sei,
verlässliche Aussagen
zu machen
(S. 12)
. Dr.
J._
empfahl sodann die Weiterführung der psychiatrischen und psychopharmakologischen Behandlung
(S. 13). Bezüglich letzterer wies der Gut
achter darauf hin, dass aufgrund der
an
der Untersuchung durchgeführten
Blut
konzentrationsbestimmung
ersichtlich sei, dass der Beschwerdeführer die ver
ordneten Medikamente nicht regelmässig einnehme (S. 10).
Schliesslich beur
teilte
Dr.
J._
die Prognose aufgrund der subjektiven Krankheits- und
Be
hinderungsüberzeugung
des Besch
werdeführers als offen (S. 13).
3.2.
9
.6
Dr. med.
K._
, FMH Allgemeine Innere Medizin, hielt
f
est, der Beschwerde
führer habe mit Bezug auf seine aktuellen Darmbeschwerden ausgeführt, dass er nach wie vor Beschwerden habe und keine Milch oder Käse zu sich nehmen könne, da er ansonsten Probleme mit dem Stuhlgang habe. Auch ohne die Ein
nahme besagter Lebensmittel sei er zeitweise inkontinent. Wenn er dreimal am Tag esse, müsse er mindestens dreimal auf die Toilette. Er brauche immer eine Toilette in der Nähe und manchmal sei es auch trotz nahegele
gener Toilette zu spät für ihn
(
Urk. 8/164/1-53
S. 15 f.).
Gestützt auf die in den einzelnen Teilgutachten
postulierten
Arbeitsunfähigkei
ten
attestierten die Gutachter aus
gesamtmedizinisch
er Hins
icht
für die Zeit vom September 2011 bis Februar 2012
sowie während der Spitalaufenthalte des Be
schwerdeführers
eine
Arbeitsunfähigkeit
von 100
%
. Für die Zeit von 2010 bis
August
2011 sowie nach Februar 2012
gingen die Ärzte von
eine
r
Arbeitsunfä
higkeit von 30
%
in einer behinderungsangepassten Tätigkeit
aus, wobei sie
s
chwere körperliche Arbeiten ausschlossen
(S. 52)
.
3.2.
1
0
In ihrem Bericht vom 20. Januar 2013 (Urk. 8/171/16-21) stellte die behan
delnde Psychiaterin Dr.
med.
L._
, FMH Psychiatrie und Psychotherapie,
folgende Diagnose (S. 1):
Rezidivierende depressive Störung mit schwerer depressiver Episode
Dr.
L._
führte aus, der Beschwerdeführer
habe sich
im Oktober 2012 bei ihr in psychiatrische
r
Behandlung befunden. Der psychische Zustand des Be
schwerdeführers sei durch eine depressive Symptomatik geprägt gewesen, wel
che sich in bedrückter Stimmung, grosser Hoffnungslosigkeit, Kraftlosigkeit, Antriebslosigkeit, verminderter Konzentration und Aufmerksamkeit, Apathie, Freudlosigkeit, Appetitverlust,
Libidoverlust
sowie in ausgeprägten Schlafstö
rungen
gezeigt habe
. Der Beschwerdeführer sei stimmungsmässig instabil
ge
wesen
und habe eine negative Einstellung
gezeigt
, weshalb er in den Sprech
stunden nur noch über negative Gedanken
gesprochen habe
.
Dr.
L._
führte weiter aus, der Beschwerdeführer
und seine Ehegattin würden sich täg
lich streiten, wobei die Situation so schlimm sei, dass
sie
sich
scheiden lassen möchten
(S.
1 f.
).
Die Ärztin
wies weiter darauf hin
, dass sich der Beschwerdeführer seiner verfahre
nen Situation bewusst
gewesen
sei und diese nicht dramatisiert habe
. Nach der Aufhebung der Invalidenrente sei die ganze Familie in eine finanzielle Notlage geraten. Die Ehefrau des Beschwerdeführers sei
zudem
erkrankt und habe von der Taggeldversicherung keine Zahlungen erhalten, das Sozialamt habe keine Unterstützung geleistet, die Wohnung sei gekündigt worden, der
Beschwerdeführer und seine Ehefrau seien anschliessend aus der Wohnung aus
gewiesen worden und hätten zu ihrer Tochter ziehen müssen (S. 2).
Dr.
L._
wies überdies darauf hin, der Beschwerdeführer sei der Auffas
sung
gewesen
, dass alle, namentlich die Ärzte und das Sozialamt, gegen ihn seien und keiner ihm helfen wolle. Dies spreche für eine krankhaft entstandene Fehlbeurteilung der Realität, wobei der Beschwerdeführer nicht in der Lage
ge
wesen
sei, diese wahnhafte Wahrnehmung zu korrigieren.
Es habe
während der Behandlung Momente gegeben, in welchen der Beschwerdeführer erklärt habe, er könne nicht mehr garantieren, dass er nicht gewalttätig werde und jemanden umbringe. Sie habe in solchen Situationen die Polizei informieren wollen, wo
rauf der Beschwerdeführer indessen versprochen habe, nichts zu unternehmen (S. 3).
Dr.
L._
berichtete ferner
, dass sich die Einstellung der Medikation auf
grund der
Krankheitsunsichtigkeit
des Beschwerdeführers und der
Chronifizie
rung
der Depression als schwierig erwiesen habe. Zudem habe der Beschwerde
führer auf
neuroleptische
Medikamente und Antidepressiva mit erheblichen Ne
benwirkungen reagiert (S.
4
).
Mit Bezug auf die Arbeitsfähigkeit führte Dr.
L._
aus, der Beschwerdefüh
rer sei aufgrund der depressiven Symptomatik sowie des Um
stands, dass er aufgrund seiner Aggressionen, negativen Gedanken
und seines Hasses
in keinem Team tragbar sei, zu 70
%
arbeitsunfähig (S. 2
f.
).
3.2.
1
1
D
ie
Ärzte
der
Klinik I._
nannten in ihrem Gutach
ten
vom 8. Februar 2013 (Urk. 8/171/2-13)
zu
H
anden
des Beschwerde
führers
folgende Diagnosen (S. 10):
Mittelgradige depressive Episode im Rahmen einer rezidivierenden depressi
ven Störung mit chronischem Verlauf (ICD-10 F.32.1)
Anhaltende
somatoforme
Schmerzstörung (ICD-10 F. 45.4)
Nikotinabhängigkeit (ICD-10 F17.2)
Die Ärzte führten aus, der Beschwerdeführer sei in Begleitung seiner Tochter zur Untersuchung erschienen, welche erklärt habe, er komme alleine nicht zurecht, weshalb sie ihn habe begleiten müssen. Der Beschwerdeführer sei seitlich auf dem Stuhl gesessen und sei zweimal während der Untersuchung aufgestanden und umhergelaufen. Gemäss
d
en Angaben des Beschwerdeführers habe er als Vorbereitung auf die Untersuchung zwei Tage lang keine Nahrung zu sich ge
nommen, um
keine Stuhlentleerung zu haben
(S. 4).
Die Ärzte führten weiter aus, es seien keine
Anzeichen für
eine
wahnhafte Symp
tomatik oder
Bewusstseins-
,
Orientierungs
- und Ich-S
törungen feststellbar gewesen, die Konzentration sei allerdings leicht reduziert gewesen. Die Auffas
sung, Merkfähigkeit und das Gedächtnis seien intakt gewesen, wobei sich for
malgedanklich eine leichte Umständlichkeit, mittelgradiges Grübeln, leicht aus
geprägtes Vorbeireden sowie eine mittel- bis
schwergradige
Einengung auf die Beschwerden im
Perianalbereich
, die Analsuffizienz und die fehlende Besserung trotz zahlreicher Operationen gezeigt haben. Zudem seien diffuse Ängste, ins
besondere hinsichtlich der Zukunft und Existenz, feststellbar gewesen
.
Der Be
schwerdeführer habe ein gelegentliches Hören von Stimmen seiner Kinder ohne deren Anwesenheit angegeben, Hinweise auf weitere Sinnestäuschungen hätten indessen nicht bestanden. Die affektive Schwingungsfähigkeit sowie der Antrieb seien reduziert gewesen, und der Beschwerdeführer sei leicht bis mittelgradig deprimiert gewesen und habe während des Gesprächs teilweise geweint. Er sei zudem hoffnungslos, ängstlich, deutlich
dysphorisch
und gelegentlich gereizt gewesen. Weiter sei eine leichte innere Unruhe, eine mittelgradig ausgeprägte
Jammerigkeit
, nicht näher ausgeführte Schuldgefühle, deutliche
Verarmungs
gefühle
, ein sozialer Rückzug sowie eine verbale Aggressivität erkennbar ge
wesen. Psychomotorische Störungen hätten demgegenüber nicht vorgelegen
(S. 5).
Die Ärzte hielten ferner fest, der Beschwerdeführer habe
berichtet
, dass es ihm aktuell nicht gut gehe, was einerseits auf seine gesundheitlichen Probleme, an
dererseits aber auch auf seine finanziellen Schwierigkeiten sowie seine Eheprobleme zurückzuführen sei. Seit er nicht mehr arbeite, habe sich sein Be
finden verschlechtert, wobei der von ihm aktuell als sehr schlecht beschriebene Zustand seit
dem Zeitpunkt
bestehe
, als ihm
die
Invalidenrente gestrichen wor
den
sei
(S. 6 f.). Bezüglich Suizidalität habe der Beschwerdeführer erklärt, dass er im März 2012 eine Kette zum Erhängen aufgehoben habe, die der Sohn je
doch gefunden habe. Seit ungefähr drei Jahren habe er immer wieder lebens
müde Gedanken und wenn sich an der aktuellen Situation nichts ändere, dann werde er sich umbringen respektive jemand anders werde sterben. Die Ärzte wiesen in diesem Zusammenhang darauf hin, dass sich der Beschwerdeführer im Laufe der weiteren Untersuchung glaubhaft und eindeutig von einer akuten Selbst- und Fremdgefährdung distanziert habe (S. 8). Der Beschwerdeführer habe überdies ausgeführt, dass er keine sozialen Kontakte mehr habe, da er auf
grund seiner Inkontinenz das Haus kaum verlassen könne. Zu seiner älteren Tochter habe er ein gutes Verhältnis, nicht hingegen zu seinen zwei anderen Kindern. Bezüglich seines Tagesablaufs habe der Beschwerdeführer angegeben,
dass er zwischen 6 und 7 Uhr aufstehe und den Tag hauptsächlich
vor dem Fernseher
verbringe. Früher habe er viele Hobbies gehabt (z.B. mit den Kindern Eis essen gehen), auf die er nun jedoch keine Lust mehr habe. Als Zeitpunkt für die Änderung seiner Freizeitaktivitäten habe der Beschwerdeführer die Einstel
lung der Rentenzahlungen genannt (S. 9).
Die Ärzte führten ferner aus, dass aufgrund der depressiven Stimmung, des Ver
lusts der Interessen und Freude, des verminderten Antriebs, der Schuldgefühle, der wiederkehrenden Gedanken an den Tod, der verminderten Konzentrations
fähigkeit sowie Schlafstörungen von einer mittelgradigen depressiven Episode im Rahmen einer rezidivierenden depressiven Störung mit chronischem Verlauf auszugehen sei. Da dieser Zustand seit 2006 fast unverändert bestehe respektive sich im Jahre 2010 verschlechtert habe, sei der Verlauf als chronisch zu beur
teilen. Als wesentlicher (Teil)
faktor
für die Aufrechterhaltung beziehungsweise fehlende Besserung der depressiven Störung seien die für den Beschwerdeführer unbefriedigende soziale und finanzielle Situation anzusehen. Zusätzlich bestehe eine anhaltende
somatoforme
Schmerzstörung, da der Beschwerdeführer einen konstanten Schmerz im Analbereich verspüre und dieser der Hauptfokus seiner Aufmerksamkeit bilde (S. 10).
Die
Ärzte
hielten schliesslich
fest, dass die leicht reduzierte Konzentrationsfähig
keit und der leicht verminderte Antrieb die Arbeitsfähigkeit in geringem Masse einschränke. Eine deutliche Einschränkung ergebe sich in
dessen aufgrund der vom Beschwerdeführer als sehr beeinträchtigend und be
lastend wahrgenommenen
perianalen
Schmerzen, welche die Bearbeitung an
derer Dinge erschwere. Hinweise auf eine diesbezügliche Simulation lägen keine vor, vielmehr sei ein starker Leidensdruck feststellbar gewesen. Zu berücksichti
gen
seien
zudem auch der deutliche soziale Rückzug aufgrund der grossen Angst des Einkotens. Entsprechend gingen die Ärzte von einer Arbeitsfähigkeit von 30
%
in einer leichten Tätigkeit aus. Sie wiesen sodann darauf hin, dass eine entsprechende Arbeitstätigkeit eine engmaschige psychotherapeutische Be
handlung sowie die regelmässige Einnahme antidepressiver Medikamente erfor
dere, wobei letztere den Grad der Arbeitsfähigkeit allen
falls verbessern könne (S. 12).
3.2.1
2
In seinem Bericht vom 3. Februar 2014 (Urk. 8/184/1-2) wies Dr.
D._
darauf hin, dass die proktologisch-chirurgische Darm- und
Anussituation
seit Februar 2008 unverändert geblieben sei. Es bestünden weiterhin Schmerzen im Bereich der Analregion sowie Inkontinenz im bekannten Ausmass (S. 1). Im Übrigen verwies der Arzt auf den Bericht von Dr.
F._
vom 15. Juni 2010 (vgl.
E. 3.2.6).
3.3
3.3.1
I
n seinem
nach Erlass der angefochtenen Verfügung vom 11. März 2014 (Urk. 2) erstellten
Bericht vom 28. März 2014 (Urk. 3/31
in Verbindung mit Urk. 3/30
) führte
Dr. med.
M._
, Oberarzt
i.V.
am S
pital
B._
,
aus, der erhebliche De
fekt des Schliessmuskels
sei
trotz Rekonstruktionsversuch
seit Februar 2010
gleich geblieben
.
Aufgrund
dieses Defekts
könne der Analkanal nicht vollstän
dig verschlossen werden, was in der bereits in der Vergangenheit beschriebenen unveränderten Inkontinenzsituation des Beschwerdeführers betreffend Gas und flüssig bis breiige
m
Stuhl resultiere.
3.3.
2
Mit Austrittsbericht
vom 23. Juli 2014
über die
Hospitalisation
im
Spital B._
vom 9.
bis 24. Juli 2014 (Urk. 11) stellten
die Ärzte
folgende Diag
nosen (S. 1):
Invalidisierende anale Schm
erzen und Stuhl
in
kontinenz Grad 3
(
Wexner
Score 20/20)
mit/bei
Status nach mehreren
Abszessabdeck
e
lungen
und
Wellgummidraina
gen
zwischen 3 und 6 Uhr in SS
L im Jahre
2006
Status nach Exzision diverser Fisteln und Narben bei 3 und 5 Uhr SSL
in den Jahren
2006-2007
Status nach Einlage einer Elektrode zur Stimulation des Schliessmus
kels
bei Stuhlinkontinenz im April 2008
Status nach Entfernung der Elektrode wegen Schmerzen im Dezember 2008
Status nach Rekonstruktio
n des Schliessmuskels zwischen 3
und 6 Uhr SSL im Jahre 2011
Status nach Wundrevision, Narbenkorrektur und Entfernung eines Fa
dens nach Schliessmuskelrekonstruktion bei 3 bis 6 Uhr SS
L
im Juni 2011
November 2011: Neurologische Abklärung: beidseitig intakter
Puden
dus
, keine Hinweise für Myelopathie
Endosonographie
im März 2014:
K
ombinierter Defekt Sphinkter
ani
ex
ternus
und
internus
3-7 Uhr SSL mittlerer bis distaler Analkanal
Akute Ni
e
reninsuffizienz Stage 4
Zirkuläre Hämorrhoiden Grad I
Unklare Ge
h
schwäche
Verdacht auf lumbale Spi
nalkanalstenose, differenzialdi
a
g
nostisch: muskulär
MRI vom Ma
i 201
4
: Anlagebedingter schmaler
Spinalkan
a
l mit hyper
tropher
Spondylarthrose
L4/5, S5/S1, leichte Einengung
des
Spinalkanal
s
ohne Affektion der Nervenwurzeln
Die Ärzte
führte
n
aus, der Beschwerdeführer habe in der Sprechstunde am
16. Juni 2014 im Zusammenhang mit der Inkontinenz über einen starken
körperli
chen, psychischen und sozialen Leidensdruck berichtet.
Er
habe überdies ange
geben, dass er sein Zuhause aus Angst vor ungeplanten Stuhlentleerungen nicht mehr verlasse.
Die Ärzte hielten weiter fest
,
dass
anlässlich der Sprechstunde
beschlossen worden sei
, zur mittelfristigen Linderung der Beschwerden und Besserung der aktuellen Lebenssituation eine
laparoskopische
Anlage eines doppelläufigen
Ileostomas
durchzuführen. Der diesbezügliche Eingriff sei am 10. Juli 2014 ohne Ko
mplikationen durchgeführt worden
, wobei das ange
brachte Stoma nach Wiederaufnahme der Darmtätigkeit eine normale
Stuhlf
ö
r
derung
gezeigt habe (S. 2).
4.
4.1
Vorweg ist gestützt auf die insoweit übereinstimmende
n
ärztlichen Einschätzun
gen
festzu
halten
, dass dem Beschwerdeführer die bisherige Tätigkeit als Bau
ar
beiter
aufgrund seiner
perianalen
Beschwerden
nicht mehr zumutbar ist. Unterschiedlich
sind
indessen die ärztlichen
Feststellungen
zum Ausmass
der Arbeitsfähigkeit
in angepasster Tätigkeit
(vgl. E. 2.3)
.
Während PD Dr.
H._
mit Bezug auf die
perianale
Symptomatik
von einer Arbeitsfähigkeit von 70
%
in einer angepassten T
ätigkeit ausgeht (vgl. E. 3.2.9
.3),
attestiert der Haus
arzt Dr.
Z._
in dieser Hinsicht
eine
vollständige Arbeitsunfähigkeit in
der freien Wirtschaft
(vgl. E.
3.2.
4
)
.
Der behandelnde Arzt
Dr.
F._
hielt in sei
nem Bericht vom 13. Juli 2011 den Gesundheitszustand seit Juni 2010 für un
verändert schlecht
und erklärte, der Beschwerdeführer
sei aufgrund der analen Problematik zu 100
%
arbeitsunfähig
(vgl. E. 3.2.8
)
. Demgegenüber hatte Dr.
F._
am 15. Juni 2010 in Bezug auf die anale Symptomatik
noch
eine Arbeitsfähigkeit angegeben, wenn die Möglichkeit zum A
usduschen bestehe (vgl. E. 3.2.5
).
4.
2
Die
ursprüngliche
Rentenzusprache
im Mai respektive Juni 2008 (Urk. 8/47, Urk. 8/50)
beruhte
ausschliesslich
auf d
en
mit
der
perianalen
Symptomatik
im Zusammenhang stehenden somatischen Beschwerden.
Allfällige andere Be
schwerden, insbesondere
psyc
hische
r
Natur,
spielten bei der
Zusprache
der Rente
hingegen
keine Rolle. Entsprechend
verwies
die RAD-Ärztin
Dr.
E._
in der
betreffenden
Stellungnahme
einzig
auf die somatischen
respektive
peri
analen
Leiden und hielt ausdrücklich fest
, dass die psychische Situation des Beschwerdeführers im damaligen Zeitpunkt noch nicht sicher
habe beurteilt werden können
(vgl. E. 3.1.9).
4.
3
Vergleicht man die der
Rentenzusprache
zugrundeliegenden Arztberichte betref
f
end die
perianale
Symptomatik
und die
entsprechenden
Berichte, auf we
lche
sich die
Verfügungen vom 7. Juli 2010 und 11. März 2014
stützen, so ist eine wesentliche Veränderung der tatsächlichen Verhältnisse
, insbesondere
eine Ver
besserung des
Gesundheitsz
ustandes
des Beschwerdeführers
,
hinsichtlich seiner Darm- und
Anussituation
nicht ausgewiesen. Besagte
Berichte
nennen als Diag
nose mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit allesamt
rezidivierende
Peri
analab
s
zesse
mit
transsphinktärer
Fistel
.
G
leiches gilt mit Bezug auf die Folgen
dieser
Abszesse,
namentlich
Stuhlinkontinenz und
chronische
anorektale
Schmerzen. Entsprechend wird auch in den aktuellsten Arztberichten von einem unveränderten proktologischen B
efund ausgegangen. Dr.
D._
hielt in seinem Bericht vom 3. Februar 2014 fest, dass
sich
die Darm-
und
Anussituation
seit 2008 nicht verändert habe
und weiterhin Schmerzen im Bereich der Analregion sowie Stuhlinkontinenz bestünden
(vgl. E
. 3.2.1
2
).
Ebenso weist
Dr.
M._
in seinem Bericht vom 28. März 2014 darauf hin, dass der Defekt des Schliessmus
kels trotz Rekonstrukti
onsversuch
seit Februar 2010
gleich geblieben sei,
wes
halb eine
unveränderte Inkont
in
enzsituation des Beschwerdeführers betreffend Gas und Stuhl resu
ltiere (vgl. E. 3.3.
1
).
Im Bericht des
Spitals B._
vom 23. Juli 2014
wird
schliesslich
nach wie vor
auf
anale Schmerzen
und
eine
Stuhlinkontinenz
mit Schweregrad 3
sowie eine erfolgte Operation (
laparoskopische
Anlage eines doppelläufigen
Ileostomas
)
verwiesen
(E. 3.3.
2
).
An dieser Beurteilung vermag das
Z._
-Gutachten respektive die diesem zu
grundeliegenden Teilgutachten nichts zu ändern.
Mit Bezug auf
den
Hinweis
von PD Dr.
H._
, wonach
sich
der Beschwerdeführer während der
Unter
suchung
nicht zur Toilette
habe begeben müssen
und die sechs Stunden
zuvor
platzierte Einlage absolut sauber gewesen sei (Urk. 8/164/78-84 S. 4)
, ist zu berücksich
tigen, dass der Beschwerdeführer
am Vortag der Untersuchung um 11 Uhr letztmals gegessen hat (
S. 3). Dies legt den Schluss nahe, dass
der Umstand des
fehlende
n
Aufsuchen
s
der Toilette respek
tive
der
Sauberkeit der Einlage
nicht auf eine Verbesserung des Zustands des Beschwerdeführers
zurückzufüh
ren
ist,
sondern darauf,
dass
dieser
während
24 Stunden vor der Untersuchung nichts gegessen hat. Gemäss
den
Angaben des Beschwerdeführers
sowi
e PD Dr.
H._
beeinflusst
das Ess
en die Inkontinenz massgeblich (S. 3) respektive
verläng
er
t die
Beschränkung
der
Anzahl der
Mahlzeiten d
i
e
Defäkationsinter
valle
(S. 6). Vor diesem Hintergrund vermag denn auch die Aussage von
PD Dr.
H._
nicht zu überzeugen
, wonach bezüglich der vom Beschwerdeführer
geschilderten
hochgradige
n
anale
n
Kontinenzstörung
vom
Urge
-Typ eine ge
wisse Skepsis anzubringen sei, da
dieser
während sechs Stunden keine Toilette habe aufsuchen müssen und kein
Stuhlschmieren aufgetreten sei
(S. 6)
.
Der Gutachter
äussert
e
sich zudem nicht zur Frage, ob
und
wenn ja, in welchem Umfang
im relevanten Vergleichszeitpun
kt zwischen den Verfügungen vom
6. Mai 2008 respektive 1
2.
Juni 2008 (vgl. E. 2.3) und
der Aufhebung der Rente (vgl. E. 3.2.1)
,
eine Veränderung
des
Zustands
des Beschwerdeführers in prok
tologischer Hinsicht
eingetreten ist
(vgl. dazu SVR 12/2013 IV Nr. 44 S. 134
E. 6.1, Urteil des Bundesgerichts 8C_441/2012)
.
4.
4
Im Lichte der obigen Erwägungen ist hinsichtlich der
perianalen
Symptomatik
keine wesentliche Veränderung der tatsächlichen Verhältnisse im Sinne von
Art.
17 ATSG (v
gl. E. 1.3
) ausgewiesen
, weshalb weiterhin von einer 100%igen Arbeitsunfähigkeit des Beschwerdeführers sowohl in der angestammten als auch in einer angepassten Tätigkeit auszugehen ist
. Nachdem der
Zusprache
der ur
sprünglich
en
ganzen Rente ein Invaliditätsgrad von 100
%
zugrunde lag (
Urk.
8/47,
Urk.
8/50) und sie überdies einzig gestützt auf
die
perianalen
Be
schwerden
erfolgte (vgl. E. 4.
2
),
erübrigt sich eine Prüfung der Frage
nach dem invalidisierenden Charakter
allfälliger weiterer Beschwerde
n inklusive
der psy
chischen
Leiden
des Beschwerdeführers. Ein
e solche Prüfung hätte keine Aus
wirkung
en
auf den
Umfang
der bereits bei 100
%
liegenden Arbeitsunfähigkeit respektive
des
damit einhergehenden
100%igen
Invaliditätsgrades
.
Vor diesem Hintergrund erübrigt sich auch
die
Prüfung der
vom Beschwerdeführer
erhobe
nen
Rügen betreffend die
Berechnung
des Validen- und Invalideneinkommens
sowie
die
Unverwertbarkeit des
Z._
-Gutachtens und Befangenheit der
ent
sprechenden Gutachter
(vgl. E. 2.2).
Entsprechend steht dem Beschwerdeführer
auch nach dem
1. September 2010 (vgl.
Urk.
8/116/1-14 S. 13
Ziff.
1) bei einem Invaliditätsgrad von 100
%
weiterhin eine ganze Rente zu, weshalb die Be
schwerde gutzuheissen ist.
5.
5.1
5
.1
.1
Der Beschwerdeführer beantragte die Übernahme der Kosten der von ihm veran
lassten Berichte von Dr.
D._
vom
3.
Februar 2014 (
Urk.
8/184/1-2) sowie von der
Klinik I._
vom
8.
Februar 2013 (
Urk.
8/171/1-13,
Urk.
1 S. 2).
Notwendige Kosten von Privatexpertisen werden als Bestandteil des
Parteientschä
digungsanspruches
betrachtet. Voraussetzung ist stets, dass die Expertise notwendig
war
und einen unerlässlichen Bestandteil der materiellen Beurteilung bildete (Urteil des Bundesgerichts 9C_178
/2010
vom 1
4.
April 2010 E. 2 mit Hinweis auf BGE 115 V 62). Während der Bericht von Dr.
D._
für
die
Entscheidfindung
wesentlich
war
(vgl. E. 4.2),
bl
ieb
jener
der
Klinik I._
nur deshalb
unberücksichtigt
(vgl. E. 4.3)
, weil sich der psychiatrische Gesundheitszustand als irrelevant erweist. Davon aber konnte der Rechtsvertreter nicht ausgehen, weshalb es sich bei Obsiegen rechtfertigt, auch diese Kosten zu entschädigen
.
5.1.2
Dem Verfahrensausgang entsprechend
ist
die Beschwerdegegnerin
zu verpflich
ten
, dem unentgeltlichen Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin, Rechtsanwalt
Dr.
Roger Peter, Zürich,
eine Prozessentschädigung zu bezahlen.
Nach
§
34
Abs.
3 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht (
GSVGer
) bemisst sich die Höhe der gerichtlich festzusetzenden Entschädigung nach der Bedeutung der Streitsache, der Schwierigkeit des Prozesses und dem Mass des Obsiegens, je
doch ohne Rücksicht auf den Streitwert. Gemäss
§
8 in Verbindung mit
§
7
Abs.
1 der Verordnung über die Gebühren, Kosten und Entschädigungen vor dem Sozialversicherungsgericht (
GebV
SVGer
) wird - auch im Rahmen der un
entgeltlichen Rechtsvertretung - namentlich für unnötigen Aufwand kein Ersatz gewährt.
Der von Rechtsanwalt
Dr.
Roger Peter
mit Eingabe vom
2
6.
Mai 2015 (
Urk.
14)
gel
tend gemachte Aufwand von
23.6
Stunden und
Fr.
212.40
Barauslagen ist der Bedeutung der Streitsache und der Schwierigkeit des Prozesses nicht angemes
sen, insbesondere aufgrund der Tatsache, dass er den Beschwerdeführer schon im
Vorbescheidverfahren
vertrat und die Akten somit bekannt waren. Sodann entspricht die Beschwerdeschrift in Teilen der Stellungnahme vom
1
4.
Februar 2014 (
Urk.
8/185)
.
Schliesslich erschöpfte sich der Aufwand in einer einzigen Rechtsschrift, wurde doch kein zweiter Schriftenwechsel durchgeführt.
Nament
lich erscheint ein Aufwand von
17.3
Stunden für die Beschwerdeschrift
(nebst Instruktion)
als überhöht.
Sodann finden sich in der Kostennote diverse nach Eingang der Beschwerdeschrift erfolgte Telefonate mit dem Beschwerdefüh
rer/der Tochter, deren Notwendigkeit nicht erstellt ist.
Angesichts der zu
rekapitulierenden
gut
190
Aktenstücke der
Beschwerdegegne
rin
, der
28-
seitigen Rechtsschrift,
der Aufwendungen im Zusammenhang mit der Nachreichung des Berichts des
Spitals B._
vom 2
3.
Juli 2014 (
Urk.
10-11)
sowie der in ähnlichen Fällen zugesprochenen Beträgen ist die Entschädigung von Rechtsanwalt
Roger Peter
bei Anwendung des
gerichtsübli
chen
Stundenansatzes von
Fr.
200.--
bis 3
1.
Dezember 2014 beziehungsweise
Fr.
220.-- ab
1.
Januar 2015
(zuzüglich Mehrwertsteuer) auf
Fr.
3‘500.--
(inklu
sive Barauslagen und Mehrwertsteuer) festzusetzen.
5.2
Die Kosten des Verfahrens gemäss Art. 69 Abs. 1
bis
IVG sind ermessensweise auf Fr.
8
00.-- festzusetzen und entsprechend dem Ausgang des
Verfahrens
der un
terliegenden Beschwerdegegnerin aufzuerlegen.