# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 0d1199d6-fc44-5a9b-9837-131d3c73c69b
**Court:** BE_VB
**Chamber:** BE_VB_001
**Year:** 2015
**Language:** de
**Jurisdiction:** BE / Espace_Mittelland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** Urban Planning and Environmental

## Facts

I. Sachverhalt
1. Mit Entscheid vom 15. März 2013 bewilligte die Gemeinde Lengnau der
Bauherrschaft auf der Parzelle Nr. Y._, Z.Strasse, 2543 Lengnau, folgendes
Vorhaben: "Entkernen der vorhandenen Bausubstanz und Neubau innerhalb des
bestehenden Baukörpers. Aussentreppe und Balkone auf der Südseite. Anpassen der
Dachform an die Nachbargebäude".
2. Mit aufsichtsrechtlicher Anzeige vom 26. Juni 2013 gegen die Gemeinde Lengnau
zeigte A._ dem Regierungsstatthalteramt Biel/Bienne an, dass ohne
entsprechende Baupublikation ein Gesamtabriss stattgefunden habe. Das
Regierungsstatthalteramt entschied mit Verfügung vom 13. September 2013, dass der
Abriss und Neubau der Aussenwand ohne Baubewilligung eine widerrechtliche
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Bauausführung darstelle. Der widerrechtliche Zustand müsse durch eine nachträgliche
Baubewilligung i.S. einer Projektänderung gemäss Art. 43 Abs. 2 BewD11 behoben werden.
Das Regierungsstatthalteramt setzte der Gemeinde Lengnau Frist bis 31. Oktober 2013,
um die nötigen Massnahmen zur Erreichung eines rechtmässigen Zustandes
vorzunehmen, und verpflichtete die Gemeinde Lengnau, das Regierungsstatthalteramt
über die getroffenen Massnahmen und die weiteren Geschehnisse laufend zu informieren.
3. Am 18. September 2013 teilte die Gemeinde Lengnau den Anstössern sowie Herrn
A._ mit, dass eine Projektänderung vorliege ("Abbruch und Neubau der Mauern
Süd und Nord, anstelle einer Entkernung des Gebäudes"), welche der baurechtlichen
Grundordnung entspreche und bewilligt werden könne. Herr A._ wandte sich mit
Schreiben vom 16. Oktober 2013 an das Regierungsstatthalteramt Biel/Bienne gegen die
Bewilligung der Projektänderung, insbesondere weil keine entsprechende Baupublikation
erfolgt sei.
4. Mit Schreiben vom 7. November 2013 erhob auch der Beschwerdeführer
Aufsichtsanzeige hinsichtlich des Baubewilligungsverfahrens bezüglich Parzelle Nr.
Y._. Er reichte diese bei der Baupolizeibehörde der Gemeinde Lengnau ein, mit
Kopie u.a. an das Regierungsstatthalteramt Biel/Bienne. Auch er machte geltend, dass der
Abbruch und Neubau ohne entsprechende Baupublikation erfolgt sei. Die Gemeinde habe
ihm die Akten, insbesondere die Pläne und die Berechnung der Ausnützungsziffer, nicht
zugänglich gemacht. Beim Neubau würden Grundrissgrösse und Ausnützungsziffer
gegenüber dem Bewilligten überschritten. Im Dachgeschoss würden widerrechtlich
bewohnte Räume eingebaut. Die zulässige Gebäudehöhe werde überschritten. Die
Dachaufbauten (Treppenhaus sowie Lukarnen) überschritten die zulässige Breite und
hielten die vorgeschriebene Rückversetzung nicht ein. Der Beschwerdeführer beantragte
die Verfügung eines sofortigen Baustopps und die Anordnung der Wiederherstellung des
rechtmässigen Zustands.
1 Dekret vom 22. März 1994 über das Baubewilligungsverfahren (Baubewilligungsdekret, BewD; BSG 725.1).
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5. Die Gemeinde Lengnau ordnete mit Verfügung vom 12. November 2013 die sofortige
Einstellung der Bauarbeiten am nicht bewilligten Treppenhaus an und forderte die
Bauherrschaft auf, innert 30 Tagen das erforderliche Projektänderungsgesuch
einzureichen. Zudem gab sie der Bauherrschaft Gelegenheit, zu den in der
Aufsichtsanzeige angeführten Punkten Stellung zu nehmen. Mit Schreiben vom 19.
November 2013 teilte sie dies dem Beschwerdeführer mit.
6. Am 27. November 2013 verfügte das Regierungsstatthalteramt Biel/Bienne
hinsichtlich der aufsichtsrechtlichen Anzeige von A._, dass keine
aufsichtsrechtliche Untersuchung gegen die Gemeinde Lengnau geführt werde.
7. Eine erste Projektänderung wurde von der Gemeinde Lengnau mit Verfügung vom
24. Februar 2014 nicht bewilligt. Am 28. März 2014 wurde jedoch die
Baueinstellungsverfügung für die Geschosse, welche nicht zum Baustopp geführt hatten
(also für Erdgeschoss, 1. und 2. Obergeschoss), aufgehoben. Bauarbeiten am
Treppenhaus und am Dachgeschoss blieben untersagt.
8. Mit Schreiben vom 12. Mai 2014 reichte der Beschwerdeführer beim
Regierungsstatthalteramt Biel/Bienne eine Aufsichtsanzeige ein. Nach einem
Spitalaufenthalt habe er mit Erstaunen feststellen müssen, dass trotz seiner Anzeige vom
7. November 2013 und dem anschliessend verfügten Baustopp vom 12. November 2013
auf der Baustelle weitergearbeitet werde. Die Gemeinde habe offenbar den Baustopp
informell aufgehoben. Es drohe nun ein wachsender Schaden, da immer mehr
Investitionsvolumen zurückgebaut werden müsse.
9. Das Regierungsstatthalteramt eröffnete am 14. Mai 2014 ein aufsichtsrechtliches
Verfahren gegen die Gemeinde Lengnau. Es gab dieser Gelegenheit, bis zum 16. Juni
2014 ihre Stellungnahme einzureichen. Der Beschwerdeführer bemängelte diese Frist als
zu lang, da der Neubau bis zum Fristablauf fertig gestellt sein werde. Das
Regierungsstatthalteramt suchte daraufhin das Gespräch mit der Gemeinde Lengnau und
vereinbarte mit ihr, dass diese über die Projektänderung zu befinden habe.
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10. Am 5. Juni 2014 bewilligte die Gemeinde Lengnau der Bauherrschaft eine
Projektänderung, welche das "Erstellen eines geschlossenen Treppenhauses anstelle der
Aussentreppe" sowie die "Verkleinerung der Dachlukarnen" beinhaltete. Zudem wurde
folgende Auflage gemacht: "Der Dachraum darf nicht zu Wohnzwecken genutzt werden.
Die Raumeinteilungen sind zurückzubauen und es dürfen keine Wasserleitungen bis in das
Dachgeschoss geführt werden."
11. Mit Verfügung vom 27. Juni 2014 befand das Regierungsstatthalteramt Biel/Bienne
über die aufsichtsrechtliche Anzeige des Beschwerdeführers. Es verpflichtete die
Baupolizeibehörde der Gemeinde Lengnau, der Aufsichtsbehörde nachzuweisen, dass die
Bauvorschriften bei dem fraglichen Bauprojekt bzw. der Baustelle eingehalten würden.
Insbesondere wurde unter Fristansetzung bis zum 9. Juli 2014 und unter Androhung der
Ersatzvornahme verfügt:
- Die Baueinstellung betreffend das Treppenhaus und das Dachgeschoss sei
weiterhin strikt einzuhalten, solange die Projektänderungsbewilligung vom 5. Juni
2014 nicht in Kraft getreten sei.
- Es sei zu prüfen, ob beim restlichen Teil vorschriftsgemäss weitergebaut werde,
andernfalls die nötigen Massnahmen i.S. Baueinstellung und Wiederherstellung
anzuordnen seien.
- Die Einhaltung der Gebäudehöhe sei nachzuprüfen, andernfalls die nötigen
Massnahmen i.S. Baueinstellung und Wiederherstellung anzuordnen seien.
- Es sei zu messen und zu beweisen, ob die Ausnützungsziffer eingehalten werde,
andernfalls die nötigen Massnahmen i.S. Baueinstellung und Wiederherstellung
anzuordnen seien.
- Es sei zu kontrollieren bzw. zu beweisen, dass kein Raum ohne entsprechende
Bewilligung umgenutzt wurde, andernfalls die nötigen Massnahmen i.S.
Baueinstellung und Wiederherstellung anzuordnen seien.
Da die Gemeinde dieser Verfügung innert Frist nicht vollumfänglich nachkam, setzte ihr
das Regierungsstatthalteramt mit Verfügung vom 19. September 2014 erneut Frist bis zum
2. Oktober 2014, welche auf Gesuch der Gemeinde bis 31. Oktober 2014 verlängert wurde.
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12. Die Gemeinde beauftragte in der Folge einen sachverständigen Dritten mit der
Vornahme der angeordneten Abklärungen, und erstattete mit Eingabe vom 24. Oktober
2014 Bericht an das Regierungsstatthalteramt. Sie hielt Folgendes fest:
- Die Baueinstellung betreffend Treppenhaus und Dachgeschoss sei bis zum
Inkrafttreten der Projektänderungsbewilligung eingehalten worden.
- Bei den Gebäudeteilen, für welche der Baustopp aufgehoben wurde, seien die
Bauarbeiten vorschriftsgemäss und dem Baurecht entsprechend weitergeführt
worden.
- Die vorgeschriebene Gebäudehöhe werde mit max. 9.84 m auf der Südseite
eingehalten. Das Treppenhaus springe ab Fassade um 4.47 m vor und hätte als
separate Baute betrachtet werden müssen. Dieser Gebäudeteil messe eine Höhe
von ca. 11.30 m und überschreite somit die zulässige Gebäudehöhe um ca.
1.30 m. Die Wiederherstellung des rechtmässigen Zustands sei aus Sicht der
Gemeinde nicht verhältnismässig, da Treppe und Aussenwände bereits bis ins
Dachgeschoss hochgezogen worden seien.
- Bei der Voranfrage sei der Bauherrschaft in Bezug auf die Ausnützungsziffer die
Besitzstandsgarantie zugesichert worden. Die Bruttogeschossfläche habe vor
dem Umbau 407 m2 betragen, wobei ein früherer Lagerraum mit einer Fläche von
12 m2 mit einberechnet sei. Der Neubau beinhalte eine Fläche von 408 m2 (inkl.
Treppenhaus).
- Bei einem Kontrollgang sei festgestellt worden, dass der Auflage in der
Projektänderungsbewilligung, wonach im Dachgeschoss die Raumeinteilungen
zurückzubauen sind, noch nicht Folge geleistet worden sei.
13. Mit Eingaben vom 27. Oktober 2014 sowie vom 31. Oktober 2014 zeigte der
Beschwerdeführer der Gemeinde Lengnau und dem Regierungsstatthalteramt Biel/Bienne
erneut an, dass rechtswidrig (weiter-)gebaut werde.
14. Mit Datum vom 7. Januar 2015 verfügte das Regierungsstatthalteramt Biel/Bienne,
dass das Verfahren als gegenstandslos vom Geschäftsverzeichnis abgeschrieben und auf
die Anordnung aufsichtsrechtlicher Massnahmen verzichtet werde. Zur Begründung führte
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es gestützt auf die Eingabe der Gemeinde Lengnau vom 24. Oktober 2014 aus, die
Räumlichkeiten seien so, wie sie heute erstellt wurden, mit entsprechenden Bewilligungen
ausgeführt worden. Nach wie vor bestehe jedoch das Verbot, das Dachgeschoss zu
Wohnzwecken zu benützen. Die dortigen Raumeinteilungen seien zurückzubauen und es
dürften keine Wasserleitungen bis ins Dachgeschoss geführt werden. Davon habe sich die
Gemeindebaupolizei nach Vollendung der Bauarbeiten durch entsprechende Kontrolle zu
vergewissern.
Das Rechtsschutzinteresse sei während des Verfahrens dahingefallen, da die
Gemeindebaupolizei die notwendigen Schritte vorgenommen habe, so dass das Verfahren
als erledigt vom Geschäftsverzeichnis abgeschrieben werden könne.
15. Gegen den Entscheid des Regierungsstatthalteramtes vom 7. Januar 2015 hat der
Beschwerdeführer Beschwerde bei der Bau-, Verkehrs- und Energiedirektion des Kantons
Bern (BVE) eingereicht. Er beantragt die Aufhebung des angefochtenen Entscheids. Das
Regierungsstatthalteramt Biel/Bienne und/oder die Baupolizeibehörde der Gemeinde
Lengnau seien anzuweisen, im Zusammenhang mit dem streitigen Bauvorhaben die
Wiederherstellung des rechtmässigen Zustands anzuordnen und die baurechtlichen
Vorschriften durchzusetzen; die Projektänderungsbewilligung vom 5. Juni 2014 sei
aufzuheben. Subsidiär seien von Amtes wegen alle notwendigen Schritte zur Durchsetzung
und Einhaltung der baurechtlichen Vorschriften einzuleiten.
16. Das Rechtsamt, welches die Beschwerdeverfahren für die BVE leitet2, holte die
Vorakten ein und führte den Schriftenwechsel durch. Das Regierungsstatthalteramt
Biel/Bienne beantragt mit Eingabe vom 17. Februar 2015 die Abweisung der Beschwerde,
soweit darauf eingetreten werden kann. Die Gemeinde Lengnau hat keine Stellungnahme
eingereicht.
2 Art. 7 der Verordnung vom 18. Oktober 1995 über die Organisation und die Aufgaben der Bau-, Verkehrs- und Energiedirektion (OrV BVE; BSG 152.221.191).
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## Considerations

II. Erwägungen
1. Angefochtene Verfügung
a) Nach Art. 45 Abs. 1 BauG3 ist die Baupolizei Sache der zuständigen
Gemeindebehörde. Sie steht unter Aufsicht des Regierungsstatthalteramtes. Das
Regierungsstatthalteramt Biel/Bienne hat aufgrund einer aufsichtsrechtlichen Anzeige des
Beschwerdeführers ein aufsichtsrechtliches Verfahren eröffnet. Im Rahmen dieses
Verfahrens hat es der Gemeinde Lengnau mehrmals Anweisungen erteilt.
Mit der angefochtenen Verfügung vom 7. Januar 2015 schliesst das
Regierungsstatthalteramt nun dieses aufsichtsrechtliche Verfahren ab. Es hält fest, dass
auf die Anordnung weiterer aufsichtsrechtlicher Massnahmen verzichtet wird.
b) Im aufsichtsrechtlichen Verfahren hat der Anzeiger keine Parteirechte. Er hat jedoch
ein Recht auf Auskunft über die Erledigung der Anzeige (Art. 101 Abs. 2 VRPG4). Mit der
Verfügung vom 7. Januar 2015 wurde der Beschwerdeführer über die (abschliessende)
Erledigung seiner Anzeige informiert.
Diese Information hätte nicht in Verfügungsform abgefasst werden müssen. Ein Brief hätte
genügt.5
c) Von der hier in Frage stehenden Erledigung einer aufsichtsrechtlichen Anzeige klar
zu unterscheiden ist der Fall, bei dem das Regierungsstatthalteramt gemäss Art. 48 BauG
sowie Art. 48 Abs. 1 Satz 2 BewD selber baupolizeiliche Massnahmen verfügt. In diesem
Fall handelt das Regierungsstatthalteramt in baupolizeilicher Funktion. Die Verfügung vom
7. Januar 2015 ist keine Verfügung nach Art. 48 BauG, sondern die Information über die
Erledigung einer aufsichtsrechtlichen Anzeige nach Art. 45 Abs. 1 BauG und Art. 48 Abs. 1
Satz 1 BewD.
3 Baugesetz vom 9. Juni 1985 (BauG; BSG 721.0). 4 Gesetz vom 23. Mai 1989 über die Verwaltungsrechtspflege (VRPG; BSG 155.21). 5 Vgl. Merkli/Aeschlimann/Herzog, Kommentar zum bernischen VRPG, 1997, Art. 101 N. 13.
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2. Zuständigkeit
a) Die BVE ist gemäss Art. 49 Abs. 1 BauG zuständig für Beschwerden gegen
baupolizeiliche Verfügungen. Dies gilt auch für baupolizeiliche Verfügungen des
Regierungsstatthalteramtes gemäss Art. 48 BauG und Art. 48 Abs. 1 Satz 2 BewD. Wie
aufgezeigt, liegt hier aber nicht eine baupolizeiliche Verfügung vor.
b) Im aufsichtsrechtlichen Verfahren hat der Anzeiger das erwähnte Recht auf
Information über die Erledigung seiner Anzeige, jedoch keine Parteirechte. Gegen den
Entscheid der Aufsichtsbehörde steht ihm keine Beschwerdemöglichkeit offen.6
Der Beschwerdeführer hat gegen die Abschreibungsverfügung des
Regierungsstatthalteramtes die Möglichkeit des aufsichtsrechtlichen Vorgehens: Gemäss
Art. 101 Abs. 1 VRPG können Tatsachen, die ein Einschreiten gegen eine Behörde als
erforderlich erscheinen lassen, der Aufsichtsbehörde angezeigt werden.7 Nach Art. 6b Abs.
1 des Gesetzes über die Regierungsstatthalterinnen und Regierungsstatthalter8 übt die
Justiz-, Gemeinde- und Kirchendirektion (JGK) die Aufsicht über die administrative,
organisatorische und fachliche Führung der Regierungsstatthalterinnen und
Regierungsstatthalter aus. Die Aufsichtsanzeige gegen das Regierungsstatthalteramt
Biel/Bienne war also korrekterweise an die JGK zu richten. Der Beschwerdeführer hat denn
auch gemäss eigenen Angaben die Beschwerde auch bei der JGK eingereicht.
c) Nach dem Gesagten ist die BVE für die Beurteilung der vorliegenden
Beschwerdesache nicht zuständig. Demnach erweist sich die Rechtsmittelbelehrung des
Regierungsstatthalteramts in der angefochtenen Verfügung als nicht zutreffend. Nach Art.
44 Abs. 6 VRPG darf aus mangelhafter Eröffnung (einschliesslich mangelhafter
Rechtsmittelbelehrung) niemandem ein Rechtsnachteil erwachsen. Vorliegend ist der
Beschwerdeführer durch die unrichtige Rechtsmittelbelehrung keiner Rechtsposition
verlustig gegangen: Die aufsichtsrechtliche Anzeige, die an keine Rechtsmittelfrist
gebunden ist, steht ihm weiterhin offen, bzw. er hat davon bereits Gebrauch gemacht.
6 Merkli/Aeschlimann/Herzog, a.a.O., Art. 101 N. 13. 7 Aldo Zaugg/Peter Ludwig, Kommentar zum Baugesetz des Kantons Bern, 4. Aufl., Band I, Bern 2013, Art. 48 N. 2. 8 RStG; BSG 152.321.
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Unter diesen Umständen bleibt die unzutreffende Rechtsmittelbelehrung ohne Folgen für
das Verfahrensergebnis.9
3. Zusammenfassung und Kosten
Mangels Zuständigkeit tritt die BVE auf die Beschwerde nicht ein. Bei diesem Ausgang des
Verfahrens unterliegt der Beschwerdeführer. Nach Art. 108 Abs. 1 VRPG werden die
Verfahrenskosten der unterliegenden Partei auferlegt, es sei denn, das prozessuale
Verhalten einer Partei gebiete eine andere Verlegung oder die besonderen Umstände
rechtfertigten, keine Verfahrenskosten zu erheben. In der unzutreffenden
Rechtsmittelbelehrung des Regierungsstatthalteramts ist ein besonderer Umstand zu
erblicken; dem Beschwerdeführer dürfen daraus keine Nachteile erwachsen. Daher werden
keine Verfahrenskosten erhoben.
Parteikosten werden keine gesprochen (Art. 104 Abs. 1 und 4 VRPG).