# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 3e4632a2-730d-5bbd-b5ca-6c88afe7b3dc
**Court:** AR_OG
**Chamber:** AR_OG_003
**Year:** 2020
**Language:** de
**Jurisdiction:** AR / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt
A. Der am XX.XX.1995 geborene A. _ war seit August 2014 bei der C. _
angestellt und dadurch bei der Versicherung B. _ orisch gegen die Folgen von
Berufs- und Nichtberufsunfällen versichert. Am 3. Oktober 2016 trat er in Stockholm beim
Gehen auf einem Trottoir aus Pflastersteinen in ein Loch und knickte mit dem Fuss ab,
wodurch er sich eine Verdrehung/Verstauchung des Fussgelenks zuzog (vgl.
Schadenmeldung UVG, act. 9.1). Die Versicherung B. _ übernahm die
Versicherungsleistungen für die Folgen des Nichtberufsunfalls des Versicherten bis zum
31. Mai 2017 (act. 9.3; act. 9.56).
B. Mit Schadenmeldung vom 27. Juli 2018 meldete der Versicherte der Versicherung B.
_ einen Rückfall (act. 9.43). Im Anschluss an eine Arthroskopie des oberen
Sprunggelenks rechts im Spital D. _ vom 21. August 2018 (vgl. act. 9.52) hielt der
Versicherung B. _-Kreisarzt in seiner Beurteilung vom 27. August 2018 fest, die vom
Versicherten seit Juli 2018 geklagten Beschwerden stünden nicht mit überwiegender
Wahrscheinlichkeit in einem natürlichen Kausalzusammenhang zum Unfallereignis vom 3.
Seite 3
Oktober 2016 (act. 9.54). Die Versicherung B. _ teilte daraufhin dem Versicherten in
einem Schreiben vom 28. August 2018 die Ablehnung von Leistungen der
Unfallversicherung mit (act. 9.56). Nach Vorlage eines aktuellen Berichts des Spital D.
_vom 6. September 2018 mit einer Stellungnahme zur Unfallkausalität bestätigte der
betreffende Kreisarzt am 7. September 2018 seine vormalige Einschätzung (act. 9.59). Die
Versicherung B. _ erliess hierauf gleichentags eine Verfügung, in welcher sie an der
Ablehnung ihrer Leistungspflicht festhielt (act. 9.63). Nachdem der Versicherte am 28.
September 2018 durch die Versicherung E. _ sowie die Versicherung F. _am
24. September 2018 Einsprache erhoben hatten (act. 9.72; act. 9.70), erfolgte am 9. Januar
bzw. 12. März 2019 eine umfassende kreisärztliche Akten-Beurteilung, welche weiterhin
von der fehlenden Unfallkausalität der mit der Rückfallmeldung geklagten Beschwerden
ausging (act. 9.84). Die Versicherung B. _ erliess sodann am 15. März 2019 ihren
Einspracheentsscheid, mit welchem sie die Leistungsverweigerung bestätigte (act. 9.92).
C. Gegen die nämliche Verfügung liess der Versicherte am 30. April 2019 durch RA G.
_ Beschwerde erheben (act. 2.3). Am 4. Juni 2019 erfolgte eine Beschwerdeergän-
zung, mit dem eingangs gestellten Rechtsbegehren (act. 4). Der Beschwerdeführer reichte
dabei noch zwei medizinische Beurteilungen des Chirurgen Dr. H. _ vom 29. März
bzw. vom 22. Mai 2019 zu den Akten (act. 2.4.3 und 5). In ihrer Vernehmlassung vom 11.
September 2019 beantragte die Versicherung B. _ die Abweisung der Beschwerde
(act. 8); der betreffenden Stellungnahme legte sie eine umfassende chirurgische
Beurteilung des Kompetenzzentrum Versicherungsmedizin der Versicherung B. _,
Dr. I. _, vom 28. August 2019 bei (act. 9.112). Mit Replik vom 8. Oktober 2019 hielt
der nunmehr durch RA AA. _ vertretene Versicherte an seinem Rechtsbegehren
gemäss Beschwerdeergänzung fest (act. 11). Der Eingabe war eine weitere Einschätzung
von Dr. H. _ vom 27. September 2019 beigefügt (act. 12.6). Die Versicherung B.
_ duplizierte am 5. November 2019 (act. 14).
D. Die Parteien verzichteten auf eine mündliche Verhandlung.

## Considerations

Erwägungen
1. Gestützt auf Art. 2 der Verordnung über COVID-19-Massnahmen: Gerichte (bGS 113.2)
kann das Obergericht zur Bewältigung der aktuell ausserordentlichen Lage in allen Fällen
auf dem Zirkularweg entscheiden, wenn das Gesetz keine Verhandlung vorschreibt. Ent-
scheide, die auf dem Zirkularweg gefällt werden, bedürfen der Einstimmigkeit (Art. 52
Seite 4
Abs. 2 JG). Da vorliegend keine Durchführung einer Verhandlung vorgeschrieben ist und
die Parteien auf die Durchführung einer solchen verzichteten, hat das Obergericht den vor-
liegenden Entscheid im Zirkularverfahren gefällt.
2. 2.1
Am 1. Januar 2017 sind die revidierten Bestimmungen des Bundesgesetzes vom 20. März
1981 über die Unfallversicherung (UVG; SR 832.20) und der Verordnung vom
20. Dezember 1982 über die Unfallversicherung (UVV; SR 832.202) in Kraft getreten. Ge-
mäss Abs. 1 der Übergangsbestimmungen zur Änderung vom 25. September 2015 werden
Versicherungsleistungen für Unfälle, die sich vor deren Inkrafttreten ereignet haben, und für
Berufskrankheiten, die vor diesem Zeitpunkt ausgebrochen sind, nach bisherigem Recht
gewährt. Vorliegend finden daher, nachdem der Streitigkeit ein Ereignis aus dem Jahr 2016
zu Grunde liegt, die bis 31. Dezember 2016 gültigen Bestimmungen Anwendung.
2.2
Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss UVG setzt voraus, dass zwischen
dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Invalidität, Tod) ein natürli-
cher Kausalzusammenhang besteht. Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusam-
menhangs sind alle Umstände, ohne deren Vorhandensein die gesundheitliche Beeinträch-
tigung nicht oder nicht in gleicher Weise oder nicht zur gleichen Zeit eingetreten wäre. Für
die Bejahung des natürlichen Kausalzusammenhangs ist nicht erforderlich, dass ein Unfall
die alleinige oder unmittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass das
schädigende Ereignis zusammen mit anderen Faktoren für die Schädigung verantwortlich,
d.h. zumindest teilkausal ist, der Unfall mit anderen Worten nicht weggedacht werden kann,
ohne dass auch die eingetretene gesundheitliche Störung entfiele (BGE 129 V 181 E. 3.1,
117 V 376 E. 3a; SVR 2007 UV Nr. 28 S. 94). Bei organischen Unfallfolgen deckt sich die
adäquate, das heisst rechtserhebliche Kausalität, weitgehend mit der natürlichen Kausali-
tät; die Adäquanz hat hier praktisch keine selbständige Bedeutung (BGE 122 V 417 E. 2c
mit Hinweisen; RKUV 2004 Nr. U 505 S. 249 E. 2.1).
2.3
Für die Beantwortung der Tatfrage nach dem Bestehen natürlicher Kausalzusammenhänge
im Bereich der Medizin ist das Gericht in der Regel auf Angaben ärztlicher Experten und
Expertinnen angewiesen (BGE 129 V 181 E. 3.1, 123 III 110, 112 V 30; PVG 1984 Nr. 82,
174). Hinsichtlich des Beweiswerts eines Arztberichts ist entscheidend, ob der Bericht für
die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die ge-
klagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten bzw. der Anamnese abgege-
Seite 5
ben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurtei-
lung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der Fachper-
son begründet sind (BGE 134 V 232 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a mit Hinweis). Angesichts des
Gesagten sind auch Berichte und Gutachten, welche die Versicherungen während des Ad-
ministrativverfahrens von ihren eigenen Ärzten einholen, beweistauglich, solange ihre Rich-
tigkeit nicht durch konkrete Indizien erschüttert wird (BGE 125 V 352 E. 3; RKUV 1991 Nr.
U 133 S. 311 ff.). Auch ärztliche Beurteilungen aufgrund der Akten sind nicht unzuverlässig,
wenn die Akten ein vollständiges Bild über Anamnese, Verlauf und gegenwärtigen Status
ergeben und diese Daten unbestritten sind (PVG 1996, 265 E. 3b; RKUV 1988 Nr. U 56 S.
371).
2.4
Nach Art. 11 UVV werden die Versicherungsleistungen auch für Rückfälle und Spätfolgen
gewährt. Rückfälle und Spätfolgen stellen besondere revisionsrechtliche Tatbestände dar
(Art. 22 UVG; BGE 127 V 456 E. 4b S. 457; 118 V 293 E. 2d S. 297; SVR 2003 UV Nr. 14
S. 43 E. 4.2). Bei einem Rückfall handelt es sich um das Wiederaufflackern einer vermeint-
lich geheilten Krankheit, so dass es zu ärztlicher Behandlung, möglicherweise sogar zu
(weiterer) Arbeitsunfähigkeit kommt; von Spätfolgen spricht man, wenn ein scheinbar ge-
heiltes Leiden im Verlaufe längerer Zeit organische oder psychische Veränderungen be-
wirkt, die zu einem anders gearteten Krankheitsbild führen können. Rückfälle und Spätfol-
gen schliessen somit begrifflich an ein bestehendes Unfallereignis an. Entsprechend kön-
nen sie eine Leistungspflicht des Unfallversicherers nur auslösen, wenn zwischen den er-
neut geltend gemachten Beschwerden und der seinerzeit beim versicherten Unfall erlitte-
nen Gesundheitsschädigung ein natürlicher und adäquater Kausalzusammenhang besteht
(BGE 118 V 293 E. 2c S. 296 f; RKUV 1994 Nr. U 206 S. 327 E. 2; SVR 2003 UV Nr. 14 S.
43 E. 4).
2.5
Es obliegt der versicherten Person, das Vorliegen eines natürlichen Kausalzusammen-
hangs zwischen dem neuen Beschwerdebild und dem Unfall mit dem im Sozialversiche-
rungsrecht geltenden Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit nachzuweisen. Je
grösser der zeitliche Abstand zwischen dem Unfall und dem Auftreten der gesundheitlichen
Beeinträchtigung ist, desto strengere Anforderungen sind an den Wahrscheinlichkeitsbe-
weis des natürlichen Kausalzusammenhangs zu stellen (RKUV 1997 Nr. U 275 S. 191 E.
1c in fine). Bei Beweislosigkeit fällt der Entscheid zu Lasten der versicherten Person aus
(RKUV 1994 Nr. U 206 S. 328 E. 3b). Werden durch einen Unfall Beschwerden verursacht,
übernimmt die Unfallversicherung den durch das Unfallereignis verursachten Schaden,
spätere Gesundheitsstörungen dagegen nur, wenn eindeutige Brückensymptome gegeben
sind (Urteil 8C_506/2008 vom 5. März 2009 E. 3.1 mit Hinweisen).
Seite 6
3. Die medizinische Aktenlage stellt sich im Wesentlichen wie folgt dar:
3.1
a) Am 17. November 2016 wurde durch den Radiologen Dr. J. _ ein MRT des
rechten OSG durchgeführt. Der Befund lautete: Leichte Signalstörung im kaudalen
lateralen Anteil des Talus im Bereiche des talonavikularen Gelenkes bzw. kaudal zum
Calcaneus hin, im Sinne eines lokalen, nicht mehr frischen Bone bruise mit auch
leichter Signalstörung im talokalkanearen Bandapparat in dieser Region, im Sinne einer
durchgemachten Distorsion bzw. einer posttraumatischen Läsion. Leichte Entrundung
der Gelenksfläche in dieser Region. Die übrigen ossären Strukturen im Rückfuss/OSG-
Bereich seien normal. Mässige Peritendinose um die Peroneus brevis-Sehne herum,
welche im inframalleolären Verlauf eine leichte Signalsteigerung aufweise, jedoch
kontinuitätserhalten dargestellt sei (act. 9.80).
b) Dr. K. _von der Orthopädie L. _ diagnostizierte am 2. Dezember 2016 ei-
nen Status nach Chopart-Distorsion mit Bone bruise talonavicular medial betont rechts.
Es bestünden persistierende Schmerzen vor allem bei Belastung, aktuell werde noch
eine Sprunggelenksorthese getragen. Derzeit liege nach wie vor eine 100%ige Arbeits-
unfähigkeit vor (act. 9.13).
c) In der Sprechstunde bei Dr. K. _vom 10. Januar 2017 berichtete der Versicherte
tendenziell über eine Verschlechterung der Beschwerdesymptomatik. Um Neujahr
herum habe er sechs Stunden am Stück gehen müssen, seitdem bestünden verstärkt
wieder Schmerzen. Es wurde eine Infiltration des Sinus tarsi bzw. des distalen Sub-
talargelenkes mit Kenacort-Zusatz vereinbart, welche am 16. Januar 2017 durchgeführt
wurde (act. 9.19; act. 9.21).
d) Der Telefonnotiz der Versicherung B. _ vom 27. Januar 2017 ist zu entnehmen,
dass der Versicherte die Arbeit am 23. Januar 2017 wieder zu 100 % aufgenommen
habe. Da es jedoch keine Arbeit gegeben habe, habe er nicht arbeiten gehen müssen
(act. 9.24).
e) In seinem Bericht vom 22. Februar 2017 betreffend die letzte Sprechstunde führte Dr.
K. _aus, die Beschwerden seien durch die Infiltration deutlich reduziert. Es sei
noch eine MalleoTrain-Bandage abgegeben worden, damit die Propriozeptionsfähigkeit
des Fusses etwas unterstützt werden könne. Der Patient habe die Physiotherapie wie-
der aufgenommen. Man sei so verblieben, dass sich der Patient wieder melde, falls die
Beschwerden wider Erwarten stärker werden sollten (act. 9.26).
Seite 7
f) Nachdem der Beschwerdeführer am 1. Mai 2017 gegenüber Dr. K. _über Restbe-
schwerden geklagt und um eine Wiederholung der Spritze gebeten hatte, erfolgte an
jenem Tag eine erneute ambulante Infiltration (act. 9.29).
g) Am 13. Juni 2017 berichtete Dr. K. _, die letzte Infiltration habe keine grossartige
Wirkung gezeigt. Es bestehe ein verzögerter Verlauf nach der Fussverletzung. Der Pa-
tient sei für ein Verlaufs-MRI angemeldet worden, damit der Heilungsprozess des Cho-
part- und Subtalargelenks objektiviert werden könne (act. 9.33).
h) In seiner Beurteilung vom 17. Juni 2017 betreffend das MRI OSG rechts vom 9. Juni
2017 führte Dr. K. _aus, letzteres zeige eine völlige Regredienz des Knochen-
marködems im Bereich des Talus. Das vermeintliche Ganglion sei sehr klein und seiner
Meinung nach nicht entscheidend für die Beschwerdesymptomatik. Er deute die Rest-
beschwerden als Anpassungsschmerzen nach der längeren Schonung des Fusses. Der
Beschwerdeführer habe noch Physiotherapie. Es werde noch eine Arbeitsunfähigkeit
für zwei Wochen bescheinigt. Danach sollte die Arbeitsfähigkeit auf 100 % angehoben
werden können (act. 9.35; act. 9.81).
3.2
a) Rund ein Jahr danach stellte das Spital D. _, Klinik für Orthopädische Chirurgie
und Traumatologie des Bewegungsapparates am 12. Juli 2018 die Diagnose Verdacht
auf syndesmotisches Impingement bzw. Affektion des Basset-Ligaments rechtsseitig
nach OSG-Distorsion im Oktober 2016. Beim Status wurde beschrieben, die Inspektion
sei unauffällig. Kein Hinweis für eine zugrundliegende begleitende Rückfussdeformität,
insbesondere kein Hinweis für einen Rückfussvarus. Die Funktionsprüfung zeige stabile
ligamentäre Verhältnisse ohne Hinweise für einen höhergradigen Talusvorschub oder
eine vermehrte laterale Aufklappbarkeit des rechten OSG im Seitenvergleich.
Druckschmerz über dem Verlauf der vorderen Syndesmose. Die Syndesmosentests mit
Cotton- und Frick-Test, Squeeze-Test und Testung der sagittalen Stabilität der
Syndesmose seien jedoch negativ. Die dorsale Kette zeige sich etwas verkürzt mit
einem schwach positiven Silverskjöld-Test. Die Analyse der auswertigen Bildgebung mit
MRT aus den Jahren 2016/17 zeigten im Verlauf eine vollständige Regredienz des
ursprünglichen Knochenmarködems im Rückfussbereich beziehungsweise im Talus
(act. 9.87).
b) Am 20. Juli 2018 diagnostizierte das Spital D. _ eine unklare
Schmerzsymptomatik im Bereich der vorderen Syndesmose rechtes antero-laterales
OSG. Der leitende Arzt erörterte, der klinische Befund sei unverändert. Die
Seite 8
Beschwerden hätten nicht spontan nachgelassen. Es zeige sich weiterhin ein gut
lokalisierbarer Druckschmerz im Bereich der Unterkante der vorderen Syndesmose.
Weniger Druckschmerz auch im Verlauf des LFTA rechtsseitig. Eine Instabilität könne
weiterhin nicht festgestellt werden. Auch subjektiv klage der Patient über keinerlei
Instabilitätszeichen. Der schriftliche Befundbericht der MRI-Untersuchung mit
intraartikulärer Kontrastmittelgabe des rechten OSG vom 16. Juli 2018 beschreibe ein
normales MR-Arthrogram des rechten OSG’s ohne Nachweis einer osteochondralen
Läsion. Auch zeige sich nach Angaben des befundenden Kollegen eine normale
Syndesmose inkl. Basset-Ligament von max. 2mm Dicke. Des Weiteren werde der
mediale und laterale Bandapparat als normal beschrieben ohne Hinweise für eine
Synovitis (act. 9.42; act. 9.44).
c) Am 9. August 2018 hielt das Spital D. _ als Diagnose den Verdacht auf
syndesmotisches Impingement OSG rechtsseitig bei MR-tomographischem Nachweis
einer vollständigen LFTA-Ruptur fest. Es bestehe prinzipiell die Indikation zur
operativen Rekonstruktion des vollständig rupturierten LFTAs. In der operativen Sitzung
sollte zuvor eine Arthroskopie des OSG durchgeführt werden, um hier ein mögliches
syndesmotisches Impingement diagnostizieren und behandeln zu können. Dies würde
aus einer Reduzierung des inferioren Anteils der vorderen Syndesmose
(Bassettligament) bestehen (act. 9.46).
d) Am 21. August 2018 erfolgte am Spital D. _ eine OSG-Arthroskopie rechts mit
Resektion des syndesmotischen Impingements, Exploration LFTA rechts. Im
Austrittsbericht betreffend die Hospitalisation vom 20. bis 22. August 2018 wurde ein
syndesmotisches Impingement OSG rechtsseitig nach OSG-Distorsion diagnostiziert
(act. 9.52). Im Operationsbericht finden sich folgende diagnostische Angaben: Kein
Hinweis für osteochondrale Läsionen. Im Bereich des antero-lateralen Gutters zeigten
sich deutliche Adhäsionen und Vernarbungen. Die vordere Syndesmose sei
überwuchert. Dies passe zu der klinischen Diagnose eines syndesmotischen
Impingements. Die laterale Taluskante habe dabei bei Bewegung des OSG Kontakt zu
diesen Adhäsionen. Deshalb erfolge die vollständige Resektion des narbigen
Konglomerats. Der Verlauf der vorderen Syndesmose werde respektiert. Die weitere
Inspektion des OSG sei unauffällig (act. 9.53).
e) In seiner Stellungnahme vom 27. August 2018 hielt Kreisarzt Dr. M. _ fest, die
Operation vom 21. August 2018 sei explizit ohne Nachweis irgendeiner Schädigung und
schon gar nicht aufgrund von Unfallfolgen des Ereignisses vom 3. Oktober 2016 erfolgt,
Seite 9
nach Ausschluss von unfallkausalen Schäden durch das MRT. Beschwerden und Be-
handlungen inkl. Operation im Jahr 2018 seien nicht unfallkausal (act. 9.54).
f) Im Spital D. _-Untersuchungsbericht vom 6. September 2018 äusserte sich der
leitende Arzt dahingehend, aus seiner Sicht stehe der vorliegende Fall ganz klar in
einem deutlichen Zusammenhang mit dem versicherten Ereignis vom 3. Oktober 2016.
Sowohl die Klinik als auch Bildgebung als auch der intraoperative Befund bestätigten
die Diagnose eines syndesmotischen Impingements, welches klassischerweise
postoperativ nach einer Distorsion und kapsuloligamentären Verletzung des OSG
auftrete (act. 9.58).
g) In einer neuerlichen Kurzbeurteilung vom 7. September 2018 legte Dr. M. _ dar,
der MRT-Befund des OSG rechts vom 17. Juli 2018 dokumentiere einen Normalbefund,
insbesondere keine Bandverletzung oder Narbe nach Verletzung, weder vordere Syn-
desmose noch im Bereich der lateralen Bänder. Deshalb ohne Nachweis von Unfallfol-
gen, wie beweisend im MRT 17. Juli 2018 dokumentiert, gebe es keine natürliche Kau-
salität zum Unfall vom 3. Oktober 2016 für die Beschwerden des Versicherten seit Juli
2018 und die Operation vom 21. August 2018 (act. 9.59).
h) In der Stellungnahme des Versicherung F. _-Vertrauensarztes, welche in der
Einsprache des Krankenversicherers integriert ist, wurde ausgeführt, die
Untersuchungsbefunde sprächen von Anfang an für ein Distorsionstrauma im rechten
Fuss. Auch wenn anfänglich der Fokus auf dem Chopart-Gelenk gelegen habe, so
schliesse dies eine Distorsion des Sprunggelenks nicht aus, ja es sei eher schwer
vorstellbar, wie lediglich das Chopart-Gelenk torquiert werden sollte und dabei das
Sprunggelenk nicht betroffen sei. Ein MRI posttraumatisch belege die Distorsion durch
den Bone bruise (Knochenmarksignal). Im Operationsbericht des Spital D. _
würden deutliche Adhäsionen und Vernarbungen beschrieben. Die vordere
Syndesmose sei überwuchert gewesen. Dies müsse mit dem Grad der überwiegenden
Wahrscheinlichkeit als Ursache des syndesmotischen Impingements im OSG gesehen
werden. Die Argumentation des Kreisarztes sei nicht nachvollziehbar. Auch wenn im
MRI keine frischen Verletzungen sichtbar gewesen seien, müsse er sich doch fragen,
woher die Beschwerden beim Versicherten stammten. Der Operationsbericht zeige
deutlich die Veränderungen im OSG, wie sie typischerweise nach einem
Distorsionstrauma auftreten können. Bei den im Rahmen der Operation festgestellten
Adhäsionen und Vernarbungen sowie der überwucherten Syndesmose – welche die
Ursache für die andauernden und wiederaufgetretenen Schmerzen darstellten – handle
es sich eindeutig um Unfallfolgen (act. 9.70).
Seite 10
i) In seiner Beurteilung vom 9. Januar 2019 hielt Dr. M. _ fest, zusammenfassend
unter Berücksichtigung sämtlicher medizinischer Unterlagen, Berichte, Befunde sowie
seiner persönlichen Analyse und Befundung der drei MRTs habe der Unfall vom
3. Oktober 2016 in Übereinstimmung mit der Beurteilung von Dr. K. _zu einer
Zerrung im Bereich der Fusswurzel rechts, fachärztlich Chopart-Distorsion genannt,
geführt, mit einem vorübergehenden Reizzustand im betroffenen Fusswurzelbereich als
Bone bruise. Unter der fachgerechten konservativen Therapie durch Dr. K. _sei
es zur vollständigen Ausheilung mit Restitutio ad integrum gekommen, bildgebend
dokumentiert durch eine Kontrollmagnetresonanztherapie am 9. Juli 2017, mit Ab-
schluss der unfallkausalen Behandlung mit letztmaliger Physiotherapie am 4. August
2017 und Bestätigung des Abschlusses der unfallkausalen Behandlung am 30. August
2017. Zu keinem Zeitpunkt der unfallkausalen Behandlung hätten Beschwerden im Be-
reich des rechten OSG, dort lokalisierte oder radiologische Befunde bestanden, und
keine strukturellen Schädigungen des OSG durch den Unfall vom 3. Oktober 2016 in
den beiden durchgeführten Magnetresonanztherapien. Im Gegenteil dokumentiere das
MRT vom 9. Juni 2017 einen altersentsprechenden Normalbefund für alle Strukturen
des rechten OSG, wie auch rechten unteren Sprunggelenks und rechten Fusses.
Ebenso dokumentierten die Berichte von Dr. K. _explizit, dass keinerlei Be-
schwerden oder klinische Befunde zu einer Schädigung des OSG vorgelegen hätten.
Entsprechend sei die unfallkausale Behandlung aufgrund des Ereignisses vom
3. Oktober 2016 im August 2017 dauerhaft abgeschlossen gewesen, ohne bleibende
Unfallfolgen oder dauerhafte Gesundheitsschädigung im Bereich des rechten Sprung-
gelenks oder Fusses (act. 9.91).
j) In einer ergänzenden Stellungnahme vom 12. März 2019 äusserte sich Dr. M. _
namentlich zu den neu vorgelegten Videoprints. Er erörterte dabei, was die einzelnen
Bilder dokumentierten und hielt schliesslich fest, die intraoperativen Videoprints würden
die Beurteilung vom 9. Januar 2019 stützen, wonach keine strukturelle Schädigung
nachweisbar dokumentiert im Bereich des rechten OSG durch das Ereignis vom
3. Oktober 2016 verursacht wurde, insbesondere keine Bandverletzung, auch nicht im
Bereich des intakt dokumentierten und im Operationsbericht so beschriebenen vorde-
ren Aussenbandzügels und in Übereinstimmung mit den MRT-Untersuchungen. Daher
sei intraoperativ – wie präoperativ durch die MRT-Untersuchungen bereits dokumentiert
– die Hypothese von Dr. N. _ nicht nur nicht bestätigt, sondern widerlegt worden,
dass das Ereignis vom 3. Oktober 2016 eine Bandverletzung und dadurch auch intraar-
tikuläre Verletzung des OSG verursacht habe (act. 9.91).
Seite 11
k) Den in diesem Verfahren von beschwerdeführerischer Seite beigebrachten
Stellungnahmen des Chirurgen Dr. H. _ vom 29. März bzw. 22. Mai 2019 ist zu
entnehmen, da es sich bei der Fussdistorsion rechts am 3. Oktober 2016 um ein erheb-
liches Trauma mit einem temporären Knochenmarksödem gehandelt habe, sei anzu-
nehmen, dass es auch zu einer Läsion der vorderen Syndesmose, jedoch nicht zu einer
Bandläsion gekommen sei. Die im weiteren Verlauf wahrscheinlich entstandene Ver-
narbung der vorderen Syndesmose habe überwiegend wahrscheinlich zu der sich kli-
nisch manifestierenden Impingementproblematik im Sinne einer Spätfolge des Ereig-
nisses vom 3. Oktober 2016 geführt (act. 9.104). Die intraoperativ durch den Operateur
objektivierten Befunde könnten nicht durch eine Bildgebung objektiviert werden, da
diese auch von der Interpretation des Betrachters abhängig sei. Vorliegend sei es nach
dem Ereignis zu einer Brückensymptomatik gekommen, welche dazu geführt habe,
dass auch im Sinne einer erweiterten Diagnostik am 21. August 2018 die Arthroskopie
des rechten OSG mit Resektion des syndesmotischen Impingements und Exploration
des LFTA vorgenommen worden sei. Für diesen Eingriff sei die Versicherung B.
_ leistungspflichtig (act. 9.102).
l) Der von der Vorinstanz im Beschwerdeverfahren beigebrachten chirurgischen Beurtei-
lung von Dr. I. _ vom 28. August 2019 ist zu entnehmen, es sei nicht über-
wiegend wahrscheinlich, dass der Versicherte im Rahmen des Unfalls vom 3. Oktober
2016 eine Distorsion des rechten OSG mit einer Schädigung des lateralen Kapsel-
Band-Apparats des OSG oder eine Verletzung der vorderen Syndesmose erleide. Be-
stätigung finde dies mit dem Befund der MR-Tomographie vom 17. November 2016.
Wäre eine klassische OSG-Distorsion mit einer Schädigung des lateralen Kapsel-
/Bandapparats des OSG und/oder einer Schädigung der vorderen Syndesmose bei
dem Ereignis vom 3. Oktober 2016 eingetreten, wäre zu erwarten, dass bildgebend und
klinisch Zeichen einer solchen Verletzung objektiviert worden wären. Das Fehlen dieser
typischen Veränderungen spreche mit dem Grad der überwiegenden Wahrscheinlich-
keit dagegen, dass eine Distorsion des rechten OSG im Rahmen des Ereignisses vom
3. Oktober 2016 erfolgt sei. Eine Verletzung der Syndesmose im Bereich der Knöchel
gelte definitorisch als Verletzung des OSG.
Es sei auch nicht wahrscheinlich, dass die Veränderungen, die im Rahmen der Opera-
tion vom 21. August 2018 gefunden worden seien und die mit Bericht vom 27. August
2018 als Ursache eines syndesmotischen Impingements (gemeint sei wohl ein Impin-
gement durch das Bassett-Ligament) beschrieben werden, Folge des Ereignisses vom
3. Oktober 2016 seien. Eine OSG-Distorsion werde als eine mögliche Ursache für ein
Impingement des OSG genannt. Neben den Folgeerscheinungen von akuten Traumen
Seite 12
würden auch rezidivierende Mikrotraumen (z.B. beim „footballer’s ankle“), ein „overuse“,
und anatomische Veränderungen genannt. Bei den anatomischen Varianten sei beson-
ders das sog. Bassett-Ligament, das einen akzessorischen Zügel der vorderen Syn-
desmose darstelle, zu nennen. Das Vorhandensein dieser anatomischen Variante
könne ein anteriores Impingement auslösen. In diesem Fall werde mit dem fachradiolo-
gischen Bericht vom 17. Juli 2018 das Vorliegen eines Bassett-Ligaments (einer ana-
tomischen Variante entsprechend) bestätigt. Das Vorhandensein von Adhäsionen und
Vernarbungen im Bereich des antero-lateralen „Gutters“ könne z.B. Folge einer Ge-
webszerreissung sein – wobei eine solche in diesem Fall im OSG nicht objektiviert
werde –, könne jedoch genauso auf eine chronische Einklemmung (Impingement) des
vorwiegend aus Fettgewebe und Synovia bestehenden Gewebes hinweisen.
Wie bereits der Kreisarzt Dr. M. _ festgehalten habe, wechsle die Beschwerdelo-
kalisation, die mit den ärztlichen Berichten dokumentiert werde, im Verlauf. Beschwer-
den im Bereich des OSG würden erst mit den Berichten aus dem Spital D. _
genannt. Zuvor dominierten – passend zu einer Distorsion der Fusswurzel im Chopart-
Gelenk – Beschwerden ebendort. Diese Beschwerden passten auch zu der Verteilung
des Knochenmarködems. Die Ausheilung des Knochenmarködems sei bildgebend der
Ausdruck der Heilung der Distorsion im Chopart-Gelenk am 16. Juli 2018.
Im Ergebnis seien die mit der Rückfallmeldung vom 27. Juli 2018 geltend gemachten
Beschwerden am rechten OSG nicht mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahr-
scheinlichkeit auf den Unfall vom 3. Oktober 2016 zurückzuführen (act. 9.112).
m) Der zusammen mit der Replik beigebrachten Beurteilung von Dr. H. _ vom
27. September 2019 ist zu entnehmen, die am 21. August 2018 behandelten OSG-Be-
schwerden stünden zumindest in einem Teilkausalzusammenhang mit dem Unfall vom
3. Oktober 2016. Laut Dr. M. _ habe die MRT des rechten OSG vom 17. Juli
2018 einen Normalbefund ergeben. Insbesondere habe sich keine Bandverletzung oder
Narbe nach Verletzung gezeigt, weder im Bereich der vorderen Syndesmose noch im
Bereich der Seitenbänder. Diese Feststellung stehe im Gegensatz zur klinischen Diag-
nose des Spital D. _, das in seinem Bericht vom 9. August 2018 den Verdacht auf
ein syndesmotisches Impingement im OSG erhoben habe. Da es sich bei der
Fussdistorsion rechts am 3. Oktober 2016 um ein erhebliches Trauma mit einem
temporären Knochenmarködem gehandelt habe, sei anzunehmen, dass es auch zu
einer Läsion der vorderen Syndesmose gekommen sei. Die im weiteren Verlauf
entstandene Vernarbung der vorderen Syndemose habe überwiegend wahrscheinlich
zu der sich klinisch manifestierenden Impingementproblematik im Sinne einer Spätfolge
Seite 13
des Unfalls vom 3.10.2016 geführt. Die vordere Syndesmose sei überwuchert gewesen
mit Kontakt zur lateralen Taluskante bei Bewegungen im OSG. Soweit im Übrigen Dr. I.
_ argumentiere, eine Verletzung der vorderen Syndesmose, die zu einer narbigen
Ausheilung führt, würde mit einer Blutung einhergehen, sei festzuhalten, dass die erste
Bildgebung erst knapp vier Wochen nach dem Unfallereignis durchgeführt worden sei.
In dieser Zeitspanne sei eine weitgehende Resorption des Hämatoms zu erwarten
(act. 12.6).
4. 4.1
Die Versicherung B. _ erwog, Dr. I. _ und Dr. M. _ hätten eingehend und
nachvollziehbar dargelegt, weshalb es anlässlich des Unfalls vom 3. Oktober 2016 mit
überwiegender Wahrscheinlichkeit zu keiner Distorsion des rechten OSG mit einer
Schädigung des lateralen Kapsel-Band-Apparats des OSG oder einer Verletzung der
vorderen Syndesmose gekommen sei. Demgemäss seien die vom Spital D. _
beschriebenen Vernarbungen und Überwucherungen an der Syndesmose nicht auf den
Unfall vom 3. Oktober 2016 zurückzuführen. Der Abschluss der unfallkausalen Behandlung
mit letztmaliger Physiotherapie sei vorliegend im August 2017 erfolgt. Anschliessend seien
während der Dauer von nahezu einem Jahr keine Beschwerden dokumentiert worden und
es hätten keine Brückensymptome vorgelegen. Mithin gälten die Unfallfolgen spätestens
per 30. August 2017 als ausgeheilt. Entsprechend entfalle eine Leistungspflicht der
Versicherung B. _ für die nach August 2017 geklagten Beschwerden.
4.2
Der Beschwerdeführer hält dafür, das Verfahren betreffend das Ereignis vom 3. Oktober
2016 sei gar nie formell abgeschlossen worden. Sodann könnten Brückensymptome auch
anerkannt werden, wenn der Versicherte nicht durchgehend in ärztlicher Behandlung gewe-
sen sei. Der Beschwerdeführer habe einige Monate nicht in seiner üblichen körperlich an-
strengenden Tätigkeit auf dem Bau gearbeitet, sondern im Rahmen des Zivildienstes im
Büro. Die Beschwerden seien nie komplett weg gewesen. Er habe ausserdem zuhause
physiotherapeutische Übungen durchgeführt. Im Übrigen sei die Argumentation, der Unfall
vom 3. Oktober 2016 habe bloss Schädigungen im Bereich der rechten Fusswurzel bewirkt
und keine strukturelle Verletzung im Bereich des rechten OSG, nicht nachvollziehbar. Dr.
H. _ habe ausführlich beschrieben, dass es sich bei der Fussdistorsion um ein
erhebliches Trauma gehandelt habe, weshalb es als überwiegend wahrscheinlich angese-
hen werden könne, dass es auch zu einer Läsion der vorderen Syndesmose gekommen
sei. Im Verlauf sei es deshalb zur Vernarbung und der sich klinisch manifestierenden Impin-
gementproblematik gekommen. Gesamthaft habe die Versicherung B. _ den Wegfall
der Kausalität nicht bewiesen und sie sei nach wie vor leistungspflichtig.
Seite 14
5. 5.1
Ein Rückfall im Sinne des Unfallversicherungsrechts liegt vor, wenn der (Grund-)Fall zu-
nächst abgeschlossen werden konnte, sei es mit oder ohne Zusprechung einer Rente
(RKUV 2006 Nr. U 570 S. 74, U 357/04 E. 1.5.2). Der Fallabschluss hat in Form einer Ver-
fügung zu erfolgen, wenn und solange die (weitere) Erbringung erheblicher Leistungen zur
Diskussion steht (BGE 132 V 412 E. 4 S. 417; Art. 124 UVV). Erlässt der Versicherer statt-
dessen nur ein einfaches Schreiben, erlangt dieses in der Regel jedenfalls dann rechtliche
Verbindlichkeit, wenn die versicherte Person nicht innerhalb eines Jahres Einwände erhebt
(BGE 134 V 145). Standen zu einem bestimmten Zeitpunkt keine Leistungen mehr zur Dis-
kussion, kann ein Rückfall auch vorliegen, ohne dass der versicherten Person mitgeteilt
wurde, der Versicherer schliesse den Fall ab und stelle seine Leistungen ein. In dieser
Konstellation ist entscheidend, ob zum damaligen Zeitpunkt davon ausgegangen werden
konnte, es werde keine Behandlungsbedürftigkeit und/oder Arbeitsunfähigkeit mehr auftre-
ten. Dies ist im Rahmen einer ex-ante-Betrachtung unter Berücksichtigung der konkreten
Umstände zu beurteilen. Dabei kommt der Art der Verletzung und dem bisherigen Verlauf
eine entscheidende Rolle zu. Lag ein vergleichsweise harmloser Unfall mit günstigem Hei-
lungsverlauf vor, welcher nur während relativ kurzer Zeit einen Anspruch auf Leistungen
begründete, wird tendenziell eher von einem stillschweigend erfolgten Abschluss auszuge-
hen sein als nach einem kompliziert verlaufenen Heilungsprozess. Andererseits ist der
Leistungsanspruch unter dem Aspekt des Grundfalles und nicht unter demjenigen eines
Rückfalles zu prüfen, wenn die versicherte Person während der leistungsfreien Zeit weiter-
hin an den nach dem Unfall aufgetretenen Beschwerden gelitten hat bzw. wenn Brücken-
symptome gegeben sind, die das Geschehen über das betreffende Intervall hinweg als
Einheit kennzeichnen (Urteile des Bundesgerichts 8C_102/2008 vom 26. September 2008
und 8C_433/2007 vom 26. August 2008).
5.2
a) Der Beschwerdeführer weist grundsätzlich zutreffend darauf hin, dass die Versicherung
B. _ das Dossier für den ursprünglich gemeldeten Unfall vom 3. Oktober 2016
zunächst nicht formell abgeschlossen hatte. Erst nach Eingang der Rückfallmeldung im
Juli 2018 teilte die Versicherung B. _ dem Versicherten am 28. August 2018 mit,
dass sie die Kosten für den Unfall vom 3. Oktober 2016 bis und mit 31. Mai 2017
übernehme, derweil die Beschwerden ab Juni 2017 nicht mehr unfallkausal seien (act.
9.56).
Seite 15
b) Zur Klärung der Frage, ob man es hier noch mit dem Grundfall oder mit einem Rückfall
zu tun hat bzw. ob im vorliegenden Fall Brückensymptome vorliegen (vgl. oben E. 4.1),
ist zunächst eingehend zu prüfen, wie sich die Beschwerdesituation beim Versicherten
ab dem Unfall vom 3. Oktober 2016 entwickelt hat. Im Anschluss an jenen Vorfall, bei
welchem der Beschwerdeführer mit dem Fuss abgeknickt war, stand jener ab dem
5. Oktober 2016 regelmässig in ärztlicher Behandlung bei seinem damaligen Hausarzt
Dr. O. _ (vgl. die einzelnen Behandlungseinträge in act. 9.110). Dieser dokumen-
tierte für die auf den Unfall folgenden Monate eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit (vgl. act.
7 ff.). Der Versicherte nahm damals ausserdem Physiotherapie in Anspruch. Am 25.
November 2016 erfolgte erstmals eine Sprechstunde beim Orthopäden Dr. K. _.
Laut dem betreffenden Bericht habe der Beschwerdeführer dabei über persistierende
Schmerzen bei Belastung geklagt. Er trage aktuell noch die Sprunggelenksorthese. Der
behandelnde Facharzt hielt eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit von vier Wochen fest (act.
9.13). Eine weitere Konsultation bei Dr. K. _fand am 23. Dezember 2016 statt,
wobei der Versicherte in etwa über gleichbleibende Schmerzen klagte. In Bezug auf die
Arbeitsfähigkeit wurde im nämlichen Bericht damals festgehalten, die Arbeitsunfähigkeit
von 100 % werde bis zum 2. Januar 2017 verlängert. Anschliessend könne ein
Arbeitsversuch zu 100 % erfolgen (act. 9.18). Nachdem der Versicherte am 4. Januar
2017 gegenüber Dr. K. _tendenziell über eine Verschlechterung der
Beschwerdesymptomatik klagte (vgl. act. 9.19), veranlasste der behandelnde Arzt eine
Infiltration, welche am 9. Januar 2017 durchgeführt wurde (act. 9.21). Der Versicherte
wurde hierauf noch bis am 22. Januar 2017 zu 50 % arbeitsunfähig geschrieben (act.
9.22). Die nächste Sprechstunde bei Dr. K. _erfolgte am 13. Februar 2017. Laut
Bericht seien die Beschwerden durch die Infiltration deutlich reduziert gewesen. Es sei
noch eine MalleoTrain-Bandage abgegeben worden, damit die Propriozeptionsfähigkeit
des Fusses etwas unterstützt werden könne. Der Patient habe die Physiotherapie
wieder aufgenommen. Man sei so verblieben, dass sich der Patient wieder melde, falls
die Beschwerden wider Erwarten stärker werden sollten (act. 9.26). Entsprechend
stellte Dr. K. _in der Folge mehrfach eine Verordnung zur Physiotherapie aus, so
am 20. Februar 2017 (act. 9.28), am 17. März 2017 (act. 9.30) sowie am 26. April 2017
(act. 9.36). Am 1. Mai 2017 erfolgte auf Wunsch des Beschwerdeführers aufgrund von
Restbeschwerden nochmals eine Infiltration (act. 9.29). In dem Bericht zur darauf
folgenden Konsultation vom 13. Juni 2017 wurde ausgeführt, die letzte Infiltration habe
keine grossartige Wirkung gezeigt. Es bestehe ein verzögerter Verlauf nach der
Fussverletzung. Der Patient sei für ein Verlaufs-MRI angemeldet worden, damit der
Heilungsprozess des Chopart- und Subtalargelenks objektiviert werden könne
(act. 9.33). Fragliches MRI fand am 16. Juni 2017 statt und Dr. K. _berichtete
daraufhin, die Aufnahmen zeigten eine völlige Regredienz des Knochenmarködems im
Seite 16
Bereich des Talus. Das vermeintliche Ganglion sei sehr klein und seiner Meinung nach
nicht entscheidend für die Beschwerdesymptomatik. Er deute die Restbeschwerden als
Anpassungsschmerzen nach der längeren Schonung des Fusses. Der
Beschwerdeführer habe noch Physiotherapie. Es werde noch eine Arbeitsunfähigkeit
für zwei Wochen bescheinigt. Danach sollte die Arbeitsfähigkeit auf 100 % angehoben
werden können (act. 9.35; act. 9.81). In der Folge hatte sich der Beschwerdeführer
anscheinend noch bei der Versicherung B. _ gemeldet und um eine kreisärztliche
Untersuchung gebeten, woraufhin ihm jedoch mitgeteilt wurde, er solle zuerst noch
einmal zu Dr. K. _gehen, und der Versicherte hatte dazu erwidert, er werde dies
tun (act. 9.38). Im Anschluss an das betreffende Dokument sind allerdings keine
Behandlungsberichte von Dr. K. _mehr dokumentiert. Die Praxis von Dr. K.
_hatte am 30. August 2017 ausdrücklich den Abschluss der Behandlung per 16.
Juni 2017 bestätigt (act. 9.40). Der Beschwerdeführer hat sich – was von ihm nicht
bestritten wird – erst im Juli 2018 wieder in ärztliche Behandlung begeben, als die
Untersuchung im Spital D. _ durch den leitenden Arzt Dr. N. _ erfolgte (vgl.
9.87). Damit war rund ein Jahr seit der letzten fachärztlichen Behandlung vergangen.
Was die Frage betrifft, ob der Beschwerdeführer immerhin noch Physiotherapie in
Anspruch genommen hatte, ist darauf hinzuweisen, dass die letzte Physiotherapie-
Verordnung am 7. Juni 2016 für eine Anzahl von 9 Behandlungen ausgestellt wurde,
und die letzte betreffende Therapieanwendung fand dann offenbar am 4. August 2017
statt (vgl. act. 9.84, S. 2).
c) Der Beschwerdeführer macht in diesem Beschwerdeverfahren geltend, es hätten auch
nach August 2017 weiterhin Beschwerden vorgelegen. Er bringt vor, er habe von Okto-
ber 2017 bis April 2018 Zivildienst geleistet und dabei eine Bürotätigkeit verrichtet. Die
Schmerzen seien nie komplett weggewesen. Insbesondere beim Sport oder sonstigen
körperlich anstrengenden Tätigkeiten habe der rechte Fuss geschmerzt. Als er im April
2018 seine Arbeit als Spengler wieder aufgenommen habe, habe er täglich Schmerzen
gehabt und zuhause ihm beigebrachte Physiotherapie-Übungen gemacht. Da dies
nichts gebracht habe, sei er wieder in ärztliche Behandlung gegangen.
d) Im Sinne obiger Erwägungen (vgl. lit. b) besteht offensichtlich keine konkrete echtzeitli-
che aktenmässige Dokumentation für eine durchgehende Beschwerdeproblematik beim
Versicherten von August 2017 bis Juli 2018. Wohl weist der Beschwerdeführer grund-
sätzlich zurecht darauf hin, dass Brückensymptome nicht nur dann anzuerkennen sind,
wenn durchgängig eine ärztliche Behandlung in Anspruch genommen wird (Urteil des
Eidgenössischen Versicherungsgerichts U 12/06 vom 6. Juni 2006 E. 4.3.2.). Mit Blick
auf den vorliegenden Fall können solche Brückensymptome allerdings nicht als beweis-
Seite 17
kräftig ausgewiesen gelten. Es erscheint namentlich fraglich, wieso der Beschwerdefüh-
rer ab Anfang August 2017 trotz angeblich nach wie vor bestehender Schmerzen keine
ärztliche Behandlung und keine Physiotherapie mehr in Anspruch genommen hatte,
obwohl er damals bis zum Beginn des Zivildienstes im Oktober 2017 anscheinend im-
mer noch auf seinem angestammten körperlich anstrengenden Beruf auf dem Bau ar-
beitete; für die betreffende Zeitspanne ist jedenfalls keine Arbeitsunfähigkeit dokumen-
tiert. Ebenso fraglich ist, wie der Beschwerdeführer in der während der zur Diskussion
stehenden Zeit von August 2017 bis Juli 2018 nunmehr anscheinend wieder in der Lage
gewesen ist, auch Sport zu betreiben. Am 13. Februar 2017 hatte er nämlich gegenüber
Dr. K. _ausgeführt, dass Sport treiben nicht möglich sei, obwohl die Schmerzen
damals als „tolerabel“ beschrieben wurden und der Beschwerdeführer im Übrigen nor-
mal gearbeitet habe (act. 9.26). Entgegen der Ansicht des Beschwerdeführers vermö-
gen schliesslich auch die Behandlungsberichte des Spital D. _ (act. 9.87; act.
9.42; act. 9.46; act. 9.72) keine schlüssigen Aussagen zur Beschwerdesituation des
Versicherten für die Zeit von August 2017 bis Juli 2018 zu liefern. Die betreffenden
Berichte, gemäss welchen beim Versicherten nie eine vollständige Beschwerdefreiheit
vorgelegen haben soll, beruhen offensichtlich rein auf den subjektiven Angaben des
Versicherten, doch taugen letztere – wie eben ausgeführt – gerade nicht für den Nach-
weis einer Brückensymptomatik.
e) Fehlt es vorliegend also an nachgewiesenen Brückensymptomen zwischen August
2017 und der im Juli 2018 bei der Versicherung B. _ von neuem geltend
gemachten gesundheitlichen Beeinträchtigung, ist im Sinne obiger Rechtsprechung
(vgl. E. 4.1) ein Leistungsanspruch nicht mehr unter dem Aspekt des Grundfalls,
sondern eines Rückfalls zu prüfen. Demzufolge hat der Beschwerdeführer den
Kausalzusammenhang zwischen den diagnostizierten Beschwerden am OSG und dem
versicherten Unfall mit überwiegender Wahrscheinlichkeit nachzuweisen (vgl. Urteil des
Bundesgerichts 8C_84/2010 vom 1. Juni 2010 E. 4.1.2).
6. 6.1
Im Rahmen der Untersuchungen im Spital D. _ im Juli bzw. August 2018 hatte der
Beschwerdeführer über ein anhaltendes Schmerzsyndrom im Bereich der vorderen
Syndesmose geklagt. Die weiterführende bildgebende Abklärung habe den dringenden
Verdacht auf eine LFTA-Ruptur ergeben. Klinisch habe der Verdacht auf ein (infra-)syn-
desmotisches Impingement bestanden. Für das Spital D. _ ergab sich so die
Indikation für den Eingriff vom 21. August 2018. Der intraoperative Befund lieferte dann
keinen Hinweis für osteochondrale Läsionen. Hingegen hätten sich im Bereich des antero-
Seite 18
lateralen Gutters deutliche Adhäsionen und Vernarbungen gezeigt. Die vordere Syndes-
mose sei überwuchert gewesen, was zu der klinischen Diagnose eines syndesmotischen
Impingements gepasst habe. Die laterale Taluskante habe dabei bei Bewegung des OSG
Kontakt zu diesen Adhäsionen. Deshalb sei die vollständige Resektion des narbigen Kon-
glomerats erfolgt. Im Übrigen sei die weitere Inspektion des OSG unauffällig gewesen. Des
Weiteren erhärtete sich der Verdacht auf eine Ruptur des LFTA nicht. Vielmehr wurde die-
ses als suffizient beschrieben (act. 9.53; act. 9.58).
6.2
a) Im Folgenden ist nun anhand der vorliegenden medizinischen Berichte eingehend zu
prüfen, ob bzw. inwieweit das syndesmotische Impingement als Ursache des Unfalls
vom 3. Oktober 2016 anzusehen ist. Dr. I. _ vom Kompetenzzentrum Versi-
cherungsmedizin der Versicherung B. _ sowie der Kreisarzt Dr. M. _
halten übereinstimmend fest, es sei nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit
erstellt, dass es im Rahmen des fraglichen Ereignisses nebst einer Distorsion im
Chopart-Gelenk auch zu einer Distorsion des OSG gekommen sei, womit auch eine
syndesmotische Verletzung nicht hinreichend nachgewiesen sei.
b) Was zunächst die Frage nach den vom Versicherten subjektiv geklagten Beschwerden
betrifft, weisen Dr. I. _ wie auch Dr. M. _ zunächst darauf hin, dass die mit
den ärztlichen Berichten dokumentierte Beschwerdelokalisation im Verlauf gewechselt
habe. Beschwerden im Bereich des OSG würden erst mit den Berichten des Spital D.
_ genannt. Zuvor hätten – passend zu einer Distorsion der Fusswurzel im Cho-
part-Gelenk – Beschwerden ebendort dominiert (act. 9.112, S. 10; act. 9.84, S. 6).
c) Was die Bildgebung betrifft, hatte das MRT vom 17. November 2016 folgenden Befund
ergeben: Leichte Signalstörung im kaudalen lateralen Anteil des Talus im Bereich des
talonavikularen Gelenkes bzw. kaudal zum Calcaneus hin, im Sinne eines lokalen,
nicht mehr frischen Bone bruise mit auch leichter Signalstörung im talokalkanearen
Bandapparat in dieser Region, im Sinne einer durchgemachten Distorsion bzw. post-
traumatischen Läsion. Leichte Entrundung der Gelenkfläche in dieser Region. Die übri-
gen ossären Strukturen im Rückfuss/OSG-Bereich seien normal. Mässige Peritendi-
nose um die Peroneus brevis-Sehne herum, welche im inframalleolären Verlauf eine
leichte Signalsteigerung aufweist, jedoch kontinuitätserhalten dargestellt ist (act. 9.80).
Dr. K. _hatte den Befund als einen Status nach Chopart-Distorsion mit Bone
bruise ausgewertet. Von einer Beeinträchtigung des OSG war in dessen Bericht nicht
die Rede (vgl. act. 9.29). Dr. I. _ präzisierte in dieser Hinsicht, das MRT habe
keine Pathologie im Bereich des OSG ergeben, also keinen Gelenkserguss, keine
Seite 19
Bandläsion, keine Kapselläsion, keinen Knorpelschaden und vor allem keine Läsion
der Syndesmose (act. 9.112, S. 6). Auch Dr. M. _ wies auf die fehlenden An-
haltspunkte für eine strukturelle Schädigung des OSG im MRT vom 17. November
2016 hin. Im Übrigen sei es laut dem Kreisarzt dank der fachgerechten Therapie von
Dr. K. _in der Folge zur vollständigen Ausheilung der Verletzung im Chopart-
Gelenk gekommen, was durch das Kontroll-MRT im Juni 2017 bestätigt werde (act.
9.84, S. 5). Fragliches MRT hatte verglichen mit der Voruntersuchung vom November
2016 die vollständige Regredienz des Knochenmarködems im Rückfussbereich bzw.
im Talus ergeben. Auch die ligamentären Strukturen seien normal dargestellt gewesen.
Es wurde noch ein kleinstes Gelenksganglion beschrieben, indes war dieses laut der
Beurteilung von Dr. K. _nicht mehr die Ursache für die damals noch geklagten
Restschmerzen. Vielmehr wurden letztere vom behandelnden Orthopäden als Anpas-
sungsschmerz nach längerer Schonung gedeutet (act. 9.81; act. 9.35).
d) Wurde nun vom Spital D. _ basierend auf dessen Untersuchungen im
Juli/August 2018 die Diagnose eines syndesmotischen Impingements OSG gestellt und
in der Folge ein operativer Eingriff durchgeführt, stellt sich die Frage nach der
Entstehung des damaligen Befundes. Dr. I. _ erläuterte dazu detailliert, eine
Verletzung der Syndesmose im Bereiche der Knöchel gelte definitorisch als Verletzung
des OSG. Wäre beim Unfall vom 3. Oktober 2016 eine klassische OSG-Distorsion mit
einer Schädigung des lateralen Kapsel-/Bandapparats des OSG und/oder einer
Schädigung der vorderen Syndesmose eingetreten, wäre zu erwarten gewesen, dass
bildgebend und klinisch Zeichen einer solchen Verletzung objektiviert worden wären.
Das Fehlen dieser typischen Veränderungen spreche überwiegend wahrscheinlich
dagegen, dass eine Distorsion des OSG im Rahmen des besagten Unfalls eingetreten
sei. In diesem Zusammenhang nimmt Dr. I. _ auch auf die Einschätzung von Dr.
H. _ Bezug. Letzterer hatte argumentiert, bei Darstellung eines
Knochenmarködems (einzelner Fusswurzelknochen) mittels MR-Tomographie sei
anzunehmen, dass es auch zu einer Läsion der vorderen Syndesmose gekommen sei.
Die daraus resultierenden Vernarbungen der vorderen Syndesmose hätten dann zu
der Impingement-Problematik geführt. Dr. I. _ hielt dem jedoch in gut
nachvollziehbarer Weise entgegen, eine Verletzung der vorderen Syndesmose im
Bereich des OSG gelte als Ausdruck einer schweren Sprunggelenksverletzung. Eine
Verletzung der vorderen Syndesmose, die zu einer narbigen Ausheilung führen würde,
würde mit einer Blutung einhergehen und damit mit einem blutigen Gelenkerguss. Ein
Gelenkerguss des OSG fehle aber vollständig. Auch fehle die Beschreibung der
charakteristischen Hämatom-Schwellung als Ausdruck einer schweren Verletzung des
OSG (act. 9.112, S. 7). Soweit Dr. H. _ hierauf in seiner letzten Stellungnahme
Seite 20
noch erwiderte, dass die erste Bildgebung nach dem Ereignis erst knapp vier Wochen
nach demselben durchgeführt worden sei und in dieser Zeitspanne eine weitgehende
Resorption des Hämatoms zu erwarten sei, ist dies mit den zutreffenden Ausführungen
der Vorinstanz offensichtlich als unzutreffend zu werten. Aus dem medizinischen
Dossier ergeht nämlich klar, dass im Rahmen der ärztlichen Erstkonsultation vom
5. Oktober 2016 Röntgenaufnahmen angefertigt worden waren (vgl. act. 110 S. 1).
Davon abgesehen machen die Aufnahmen aus der medizinischen Literatur, mit denen
Dr. I. _ seine Argumentation untermauerte, deutlich, dass eine Syndesmose-
Verletzung mit blutigem Gelenkserguss bereits klinisch deutlich erkennbar ist
(act. 9.112, S. 4) und es wäre eine solche dem erstbehandelnden Arzt bestimmt nicht
entgangen. Im Übrigen ergibt sich anhand der weiteren Ausführungen von Dr. I.
_, dass ein Unterbrechen der Kontinuität der Syndesmose spätestens im
Rahmen der MRT vom 17. November 2016 hätte zum Ausdruck kommen müssen.
Solches sei jedoch nicht der Fall gewesen.
Des Weiteren erörtert Dr. I. _ überzeugend, dass eine Distorsion des OSG nur
eine von mehreren möglichen Ursachen für ein Impingement darstelle. Neben den
Folgeerscheinungen von akuten Traumen würden auch rezidivierende Mikrotraumen
und anatomische Veränderungen in der medizinischen Literatur genannt. Bei den
anatomischen Varianten sei besonders das sogenannte Bassett-Ligament zu nennen,
das einen akzessorischen Zügel der vorderen Syndesmose darstelle. Das Vorhanden-
sein dieser anatomischen Variante könne ein anteriores Impingement auslösen. Im
vorliegenden Fall werde mit dem fachradiologischen Bericht vom 17. Juli 2018 das
Vorliegen eines Bassett-Ligaments (einer anatomischen Variante entsprechend) bestä-
tigt (act. 9.112, S. 8). Das Vorhandensein von Adhäsionen und Vernarbungen im Be-
reich des antero-lateralen „Gutters“ könne zum Beispiel Folge einer Gewebszerreis-
sung sein (eine solche sei im vorliegenden Fall im OSG jedoch nicht objektiviert),
könne aber genauso auf eine chronische Einklemmung (Impingement) des vorwiegend
aus Fettgewebe und Synovia (Gelenkinnenhaut) bestehenden Gewebes hinweisen
(act. 9.112, S. 8 f.).
e) Da sich nach dem Gesagten die medizinischen Erklärungen und Schlussfolgerungen
der beiden Ärzte Dr. I. _ und Dr. M. _ als schlüssig präsentieren, ist den
abweichenden Auffassungen der Ärzte, auf die sich der Beschwerdeführer in diesem
Verfahren beruft, nicht zu folgen. Soweit namentlich der Vertrauensarzt der
Versicherung F. _ die Veränderungen im OSG auf das fragliche Unfallereignis
zurückführte und dabei etwa erläuterte, es sei eher schwer vorstellbar, wie lediglich
das Chopart-Gelenk torquiert werden sollte und dabei das Sprunggelenk nicht
Seite 21
betroffen sei (act. 9.70), hatte der Versicherung B. _-Kreisarzt Dr. M. _
dieses Argument plausibel mit dem Hinweis entkräftet, eine Schädigung des Chopart-
Gelenks schliesse eine gleichzeitige Distorsion des OSG zwar nicht aus, sei aber
ebenso nicht zwingend mit einer solchen verbunden, insbesondere nicht, wenn das
dazwischenliegende untere Sprunggelenk nicht nachweisbar dokumentiert geschädigt
werde. Das posttraumatische MRI vom 17. November 2016 habe zwar ein Bone Bruise
im Bereich des Talus (Sprungbeins) dokumentiert, allerdings dieses einzig
umschrieben lokalisiert angrenzend an das Chopart-Gelenk, und völlig ohne
Signalgebung in den Talusanteilen zum OSG (act. 91, S. 2). Sodann spricht entgegen
Dr. H. _ auch nicht der Umstand gegen die Zuverlässigkeit der Beurteilung der
Versicherung B. _-Ärzte, dass diese bloss eine interpretierende bzw.
aktenmässige Beurteilung vorgenommen haben, derweil die Spital D. _-Ärzte
ihre Befunde aufgrund visueller intraoperativer Erkenntnisse abgegeben hätten.
Vorliegend ist mit der Vorinstanz vielmehr auf den hohen Stellenwert hinzuweisen, der
von der höchstrichterlichen Rechtsprechung den Einschätzungen von Kreisärzten
beigemessen wird. Die Kreisärzte der Versicherung B. _ sind nach ihrer Funktion
und beruflichen Stellung Fachärzte im Bereich der Unfallmedizin. Da sie
ausschliesslich Unfallpatienten, unfallähnliche Körperschädigungen und
Berufskrankheiten diagnostisch beurteilen und therapeutisch begleiten, verfügen sie
über besonders ausgeprägte traumatologische Kenntnisse und Erfahrungen (Urteil des
Bundesgerichts 8C_510/2007 vom 3. Oktober 2008 E. 7.5.4). Diese Einschätzungen
gelten natürlich auch oder gerade erst recht für die fundierten Stellungnahmen des
Kompetenzzentrum Versicherungsmedizin der Versicherung B. _.
7. Im Sinne der vorstehenden Erwägungen ist festzustellen, dass es dem Beschwerdeführer
im vorliegenden Verfahren nicht gelingt, den Nachweis zu erbringen, dass die mit Rückfall-
meldung vom 27. Juli 2018 geltend gemachten Beschwerden im Bereich des OSG mit
überwiegender Wahrscheinlichkeit auf den Unfall vom 3. Oktober 2016 zurückzuführen
sind. Entsprechend hat die Versicherung B. _ ihre Leistungspflicht für die fraglichen
Beschwerden zu Recht verneint.
8. Der angefochtene Einspracheentscheid erweist sich im Ergebnis als rechtens, was zur
Abweisung der Beschwerde führt. Das Verfahren ist kostenlos (Art. 61 lit. a des Bundesge-
setzes vom 6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts;
ATSG; SR 830.1). Dem unterliegenden Beschwerdeführer steht keine Parteientschädigung
zu (Art. 61 lit. g ATSG e contrario). Für die Zusprechung einer Parteientschädigung an die
obsiegende Vorinstanz fehlt eine gesetzliche Grundlage (UELI KIESER, ATSG-Kommentar,
Seite 22
3. Aufl. 2015, N. 199 zu Art. 61 ATSG; SUSANNE BOLLINGER, in: Basler Kommentar, Allge-
meiner Teil des Sozialversicherungsrechts, 2020, N. 77 zu Art. 61 ATSG).
Seite 23