# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 1455e40c-918c-4ac4-bf16-ec4bef6b46e4
**Court:** GR_KG
**Chamber:** GR_KG_007
**Year:** 2020
**Language:** de
**Jurisdiction:** GR / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

I. Sachverhalt
A. Im Jahre 2006 brannte der Tunnel A._ auf der Autobahn _. Zwecks seiner Wiederinstandsetzung schlossen der Kanton Graubünden, vertreten durch das Tiefbauamt Graubünden, und die Einzelunternehmung B._ (recte: und die Inhaberin der B._, Y._) am 26. August 2008 einen Vertrag über die Lieferung von Beleuchtungskörpern ab. Y._ verpflichtete sich darin zur Lieferung der Einfahrts- und Durchfahrtsbeleuchtung für den Strassentunnel A._ zu einem Preis von CHF 268'847.80.
B. Nach der Lieferung der Beleuchtungskörper im November 2008 wurden die Leistungen der B._, Inhaberin Y._, im Dezember 2008 bzw. September 2009 durch den Kanton Graubünden (abzüglich einer Reduktion von CHF 10'790.00 wegen Mehrkostenaufwendungen durch Lieferverzögerungen) im Umfang von CHF 258'057.80 vergütet.
C. Im Vorfeld der Bauabnahme wurden gegenüber der B._, Inhaberin Y._, Störungen und Ausfälle der Durchfahrtsbeleuchtung beanstandet, welche diese jeweils behob. Die Bauabnahme fand am 7. Mai 2009 statt.
D.a. Am 11. Oktober 2010 teilte das Tiefbauamt Graubünden der B._, Inhaberin Y._, in einem mit "Mängelrüge" betitelten Schreiben mit, anlässlich der Behebung einer Störung sei festgestellt worden, dass die Verkabelung bzw. die Steckerverbindungen der Durchfahrtsbeleuchtung verbrannt seien. Nach gründlicher Untersuchung habe sich ergeben, dass die Steckerverbindung im Stecker ungenügend verarbeitet sei. Ein Ersatz der gesamten Verkabelung der Durchfahrtsbeleuchtung sei daher nötig. Anlässlich einer Besprechung zwischen Vertretern des Tiefbauamts Graubünden sowie der B._, Inhaberin Y._, vom 11. November 2010 wurden die möglichen Ursachen der Störungen sowie Optionen zu deren Behebung thematisiert.
D.b. Mit weiteren Schreiben vom 21. Februar 2011 sowie vom 3. August 2011 verlangte das Tiefbauamt Graubünden unter Hinweis auf die dreijährige Garantiefrist gemäss dem Vertrag vom 26. August 2008 die Behebung der Störungen sowie eine kostenlose Ersatzlieferung aller gelieferten Kabel und Stecker. Die B._, Inhaberin Y._, stellte sich in ihren Antwortschreiben vom 4. April 2011 und 26. August 2011 im Wesentlichen auf den Standpunkt, dass die geltend gemachten Störungen nicht von ihr zu verantworten seien und erklärte sich daher nicht bereit, diese kostenlos zu beseitigen bzw. eine kostenlose Ersatzlieferung vorzunehmen.
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E. Mit Schreiben vom 21. September 2011 teilte das Tiefbauamt Graubünden dem Bundesamt für Strassen (nachfolgend ASTRA), Filiale C._, unter anderem mit, dass eine einvernehmliche Lösung mit der B._, Inhaberin Y._, nicht möglich sei und dass es ihm daher den Fall gestützt auf Art. 8 NSG, wonach die Nationalstrassen im Eigentum des Bundes stehen, zuständigkeitshalber zur weiteren Bearbeitung überweise. Diesen Wechsel teilte das ASTRA der B._, Inhaberin Y._, sowie weiteren Beteiligten mit Schreiben vom 26. Oktober 2011 mit.
F. In der Folge versuchten die Beteiligten vergeblich, den Konflikt auf der Grundlage eines Sachverständigengutachtens einvernehmlich zu lösen. Da sich die B._, Inhaberin Y._, weiterhin nicht bereit erklärte, die Störungen gemäss dem Vorschlag des Tiefbauamtes Graubünden bzw. der Schweizerischen Eidgenossenschaft zu beseitigen, wurden schliesslich Dritte mit der Störungsbehebung inklusive dem Ersatz der gesamten Verkabelung der Durchfahrtsbeleuchtung beauftragt. Diese Kosten in Höhe von CHF 161'998.35 stellte das ASTRA der B._, Inhaberin Y._, am 1. September 2015 in Rechnung und mahnte diese am 23. September 2015 für den in Rechnung gestellten Betrag.
G. Mit Schreiben vom 5. Oktober 2015 teilte die B._, Inhaberin Y._, dem ASTRA mit, die in der Mahnung erwähnte Rechnung sei ihr nicht bekannt. Ausserdem sei für sie nicht nachvollziehbar, weshalb das ASTRA eine Forderung ihr gegenüber haben solle.
H. Mit Betreibungsbegehren vom 9. Oktober 2015 leitete das ASTRA gegen Y._ die Betreibung über eine Forderung von CHF 161'998.35 nebst Zins zu 5 % seit dem 23. September 2015 ein. Gegen den Zahlungsbefehl vom 12. Oktober 2015 erhob Y._ am 14. Oktober 2015 Rechtsvorschlag.
I. Die B._, Inhaberin Y._, gab am 30. April 2012, 27. Mai 2013, 9. Mai 2014, 16. Oktober 2014 und am 12. Mai 2015 jeweils eine Verjährungsverzichtserklärung ab. Darin erklärte sie, auf die Einrede der Verjährung bezüglich Gewährleistung im Zusammenhang mit der Durchfahrtsbeleuchtung des Strassentunnels A._ gemäss Werkvertrag vom 26. August 2008 und Abnahmeprotokoll vom 7. Mai 2009 zu verzichten, sofern und soweit die Verjährung nicht bereits eingetreten sei. Diese Erklärungen waren jeweils befristet, zuletzt bis 31. Mai 2016.
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J. Am 12. Oktober 2016 leitete die Schweizerische Eidgenossenschaft, vertreten durch das ASTRA, beim Vermittleramt der Region Plessur ein Schlichtungsverfahren gegen Y._ ein. Mangels Einigung der Parteien an der Schlichtungsverhandlung vom 29. November 2016 stellte der Vermittler gleichentags die Klagebewilligung mit den folgenden Rechtsbegehren aus:
1. Die Beklagte sei zu verurteilen, der Klägerin einen Betrag von CHF 161'998.35 zzgl. Zins von 5 % seit dem 23. September 2015 zu bezahlen.
2. Es sei der Rechtsvorschlag in der Betreibung Nr._ des Betreibungsamts _ im Betrag von CHF 161'998.35 zzgl. Zins von 5 % seit dem 23. September 2015 aufzuheben.
3. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge.
K. Am 10. März 2017 unterzeichnete der Kanton Graubünden, vertreten durch das Tiefbauamt Graubünden, eine Abtretungserklärung zu Gunsten der Schweizerischen Eidgenossenschaft, vertreten durch das ASTRA, betreffend Forderung aus Werkvertrag mit Y._.
L.a. Mit Eingabe vom 15. März 2017 reichte die Schweizerische Eidgenossenschaft (nachfolgend Klägerin) frist- und formgerecht beim Regionalgericht Plessur Klage mit den folgenden Rechtsbegehren ein:
1. Die Beklagte sei zu verurteilen, der Klägerin einen Betrag von CHF 155'385.85 zzgl. Zins von 5 % seit dem 23. September 2015 zu bezahlen.
2. Es sei der Rechtsvorschlag in der Betreibung Nr._ des Betreibungsamts _ im Betrag von CHF 155'385.85 zzgl. Zins von 5 % seit dem 23. September 2015 aufzuheben.
– unter Kosten- und Entschädigungsfolge –
L.b. Mit Klageantwort vom 25. April 2017 beantragte Y._ (nachfolgend Beklagte) die vollumfängliche Abweisung der Klage unter Kosten- und Entschädigungsfolge, wobei die Klägerin zur Bezahlung einer Parteientschädigung von mindestens CHF 8'000.00 zzgl. 8.0 % MwSt. zu verpflichten sei. Zudem erhob die Beklagte die Einrede der Verjährung.
L.c. Im zweiten Schriftenwechsel hielt die Klägerin an ihren Rechtsbegehren gemäss Klageschrift fest. Die Beklagte änderte ihr Rechtsbegehren Ziff. 2 der Klageantwort dahingehend ab, dass sie eine Parteientschädigung von mindestens CHF 15'000.00 zuzüglich 8 % MwSt. forderte.
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L.d. Mit prozessleitender Verfügung vom 17. Oktober 2017 beschränkte das Regionalgericht Plessur das Verfahren im Sinne von Art. 125 lit. a ZPO auf die Frage der Verjährung der streitgegenständlichen Forderung.
L.e. Anlässlich der Hauptverhandlung vom 1. Februar 2018 hielt die Klägerin an ihren Rechtsbegehren fest, während die Beklagte ihr Rechtsbegehren Ziff. 2 dahingehend abänderte, dass sie eine Parteientschädigung von mindestens CHF 15'000.00 zuzüglich 7.7 % MwSt. forderte. Mit Entscheid gleichen Tages, mitgeteilt ohne Begründung am 6. Februar 2018, erkannte das Regionalgericht Plessur was folgt:
1. Die Klage wird abgewiesen.
2. a) Die Gerichtskosten von CHF 6'500.00 gehen zu Lasten der Schweizerischen Eidgenossenschaft und werden mit den von ihr geleisteten Vorschüssen von CHF 9'500.00 verrechnet. Die Differenz von CHF 3'000.00 wird durch den Kanton Graubünden erstattet.
b) Die X._ hat Y._ eine Parteientschädigung von CHF 16'639.65 (inkl. Barauslagen und MwSt.) zu bezahlen.

## Considerations