# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** cb70a078-29b1-5cdc-b679-69aab7074c61
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2020
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
1.1
Die
1977 geborene
X._
war seit dem 1. August 2000 bei der
Y._ AG
als Sachbearbeiterin
Wertschriften angestellt (Urk.
7/15), als sie s
ich am 21. September 2009 (Urk.
7/3) unter Hinweis auf eine Wirbelsäulener
krankung, eine HWS-Distorsion infolge Auffahrkol
lision, eine
P
eriarthropathia
Humeroscapularis
rechts nach Schulterkontusion sowie rezidivierende vorwie
gend myofasziale Beschwerden zervikal mit Kopfschmerzen am Vorder- und Hin
terkopf bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug anmeldete. Die Sozi
alversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, leitete daraufhin Abklärun
gen in erwerblicher sowie med
izinischer Hinsicht in die Wege;
es wurden die Akten der Suva eingeholt. Am 25. Mai 2011 erstattete die
Z._
im Auftrag der IV-Stelle ein
polydisziplinäres
Gutachten
(Urk.
7/64)
.
Mit Verfügung vom 18. Oktober 2011 sprach die IV-Stelle
der Versicherten ab April 2010 eine halbe Rente
zu (
Urk.
7/76)
.
1.2
Im August 2012 er
öffnete die IV-Stelle
ein
Rentenrevision
sverfahren
(Urk.
7/90) und holte verschiedene Arztberichte ein
(
Urk.
7/
99/4,
Urk.
7/99/6 und Urk.
7/199/5)
.
Gestü
tzt auf den Arztbericht von
med.
pract
.
A._
, Eidgenössische Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie,
vom 6. April 2013 (Urk. 7/105 und Urk. 7/109/3 f.)
sprach die IV-Stelle der Versicherten mit Verfü
gung vom 1
3. August 2013 ab dem 1.
Juli
2012 eine ganze Rente zu (Urk.
7/118).
1.3
Im Rahmen einer im Jahre 2014 eingeleiteten revisionsweisen Überprüfung der Invali
denrente (Urk.
7/132
)
v
eranlasste die IV-Stelle am 23.
November 2015 eine polydisziplinäre Begutachtung durch die
B._
,
welche a
m 15. November 2016 (Urk.
7/184)
ihr
Gutachten erstattete.
In der Folge liess die Versicherte einen
Bericht von
Dr.
med.
C._
,
Facharzt
FMH
für
Rheumatol
ogie und I
nnere Medizin, vom 2.
Dez
ember 2016 auflegen (Urk.
7/185). Danach
wurden weite
re Arztberichte eingeholt (Urk.
7/188/1, Urk. 7/190/1, Urk. 7/190/2
).
Die IV-Stelle stellte
schliess
lich
mit Schreibe
n vom 5.
April 2017
Rückfra
gen an die Gutachter (Urk.
7/192
)
, welche diese am
24.
Oktober 2017 beantworteten (
Urk.
7/199/1).
Nach durchge
führtem
Vorbescheidverfahren
(
Vorbescheid vom 3.
November 2017
[Urk.
7/202]
; Einwand vom
6.
Dezember 2017 resp.
30.
November 2017
[
Urk. 7/212 und Urk.
7/213
])
setzte
die IV-Stelle
die Rente mit Verfügung vom 17.
Juli 2018 auf eine
Dreiviertelsrente
herab mit Wirkung ab dem ersten Tag des zweiten Monats nach Zustellung der Verfügung und entzog einer allfälligen dagegen gerichteten Beschwerde die aufschiebende Wirkung
(
Urk. 2 [=
Urk.
7/227
f.
]
)
.
2.
2.1
Dagegen erhob die Versicherte mit Einga
be vom 14. September 2018 (Urk.
1) Beschwerde und stellte folgende Anträge
(Urk. 1 S. 2)
:
«1.
Es sei der
Einspracheentscheid
aufzuheben und eine volle R
ente zuzu
sprechen.
2.
Eventualiter sei der
Einspracheentscheid
aufzuheben und es seien zusätzliche Abklärungen zu treffen und alsdann die gesetzliche Leistung zu sprechen.
3.
Subeventualiter
sei die Sache zurück- und die IV-Stelle anzuweisen, zusätzliche Abklärungen zu treffen und alsdann die gesetzliche Leistung zu sprechen.
4.
Es sei bei den Therapieauflagen zu ergänzen, dass die Auflagen unter dem Vorbehalt gelten, dass die Krankenkasse die entsprechende Kosten
gutsprache erteilt und eine entsprechende medizinische Indikation besteht.
Unter Kosten- und Entschädigungsfolge zulasten der Beschwerdegegnerin.»
In prozessualer Hinsicht beantragte die Beschwerdeführerin, es sei der Beschwerde die aufschiebende Wirkung zu erteilen (Urk. 1 S. 2).
2.2
In ihrer Beschwerdeant
wort vom 23. Oktober 2018 (Urk.
6) beantragte die Beschwerdegegnerin die Abweisung der Beschwerde.
Mit Verfügung vom 8.
November 2018 wurde das Gesuch um Wiederherstellung der aufschiebenden Wirkung
der Beschwerde abgewiesen. Sodann wurde der Beschwerdeführerin die Beschwerdeantwort der Beschwerdegegnerin zugestellt (Urk.
8).
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den allge
meinen Teil des Sozialversicherungsrechts,
ATSG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom
menden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Ändert sich der Invaliditätsgrad eines Rentenbezügers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, her
abgesetzt oder aufgehoben (Art. 17 Abs. 1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen seit Zusprechung der Rente, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente bei einer wesentlichen Änderung des Gesundheitszustandes revidierbar. Weiter sind, auch bei an sich gleich gebliebe
nem Gesundheitszustand, veränderte Auswirkungen auf den Erwerbs- oder Auf
gabenbereich von Bedeutung (BGE 141 V 9 E. 2.3, 134 V 131 E. 3). Ferner kann ein Revisionsgrund unter Umständen auch in einer wesentlichen Änderung hin
sichtlich des für die Methodenwahl massgeblichen (hypothetischen) Sachverhalts bestehen (BGE 144 I 28 E. 2.2, 130 V 343 E. 3.5, 117 V 198 E. 3b, je mit Hinwei
sen). Hingegen ist die lediglich unterschiedliche Beurteilung eines im Wesentli
chen gleich gebliebenen Sachverhalts im revisionsrechtlichen Kontext unbeacht
lich (BGE 141 V 9 E. 2.3 mit Hinweisen).
Liegt in diesem Sinne ein Revisionsgrund vor, ist der Rentenanspruch in rechtli
cher und tatsächlicher Hinsicht umfassend («allseitig») zu prüfen, wobei keine Bindung an frühere Beurteilungen besteht (BGE 141 V 9 E. 2.3 mit Hinweisen).
1.3
Die Annahme eines psychischen Gesundheitsschadens im Sinne von Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (
IVG
)
sowie Art. 3 Abs. 1 und Art. 6 ATSG setzt eine psychiatrische, lege artis auf die Vorgaben eines aner
kannten Klassifikationssystems abgestützte Diagnose voraus (vgl. BGE 145 V 215 E. 5.1, 143 V 409 E. 4.5.2, 141 V 281 E. 2.1, 130 V 396 E. 5.3 und E. 6). Eine fachärztlich einwandfrei festgestellte psychische Krankheit ist jedoch nicht ohne weiteres gleichbedeutend mit dem Vorliegen einer Invalidität. In jedem Einzelfall muss eine Beeinträchtigung der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit unabhängig von der Diagnose und grundsätzlich unbesehen der Ätiologie ausgewiesen und in ihrem Ausmass bestimmt sein. Entscheidend ist die nach einem weitgehend objektivierten Massstab zu beurteilende Frage, ob es der versicherten Person zumutbar ist, eine Arbeitsleistung zu erbringen (BGE 145 V 215 E. 5.3.2, 143
V
409 E. 4.2.1, 141 V 281 E. 3.7, 139 V 547 E. 5.2, 127 V 294 E. 4c; vgl. Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.4
Die für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit bei psychischen Erkrankungen im Regelfall beachtlichen Standardindikatoren (BGE 143 V 418, 143 V 409, 141 V 281) hat das Bundesgericht wie folgt systematisiert (BGE 141 V 281 E. 4.3.1):
-
Kategorie «funktioneller Schweregrad» (E. 4.3)
-
Komplex «Gesundheitsschädigung» (E. 4.3.1)
-
Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde (E. 4.3.1.1)
-
Behandlungs- und Eingliederungserfolg oder -resistenz (E. 4.3.1.2)
-
Komorbiditäten (E. 4.3.1.3)
-
Komplex «Persönlichkeit» (Persönlichkeitsdiagnostik, persönliche Res
sourcen, E. 4.3.2)
-
Komplex «Sozialer Kontext» (E. 4.3.3)
-
Kategorie «Konsistenz» (Gesichtspunkte des Verhaltens, E. 4.4)
-
gleichmässige Einschränkung des Aktivitätenniveaus in allen vergleich
baren Lebensbereichen (E. 4.4.1)
-
behandlungs- und eingliederungsanamnestisch ausgewiesener Leidens
druck (E. 4.4.2)
Beweisrechtlich entscheidend ist der verhaltensbezogene Aspekt der Konsistenz (BGE 141 V 281 E. 4.4; vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_604/2017 vom 1
5.
März 2018 E. 7.4).
1.5
Den von Versicherungsträgern im Verfahren nach Art. 44 ATSG eingeholten, den Anforderungen der Rechtsprechung entsprechenden Gutachten externer Spezial
ärzte (sogenannte Administrativgutachten) ist Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 135 V 465 E. 4.4; Urteil des Bundesgerichts 9C_823/2018 vom 11. Juni 2019 E. 2 mit Hinweisen).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin setzte
die bisherige ganze Invalidenrente der Beschwer
deführerin mit Verfügung vom 17. Juli 2018 (
Urk.
2) auf eine
Dreiviertelsrente
herab
. Begründet wurde dies damit, dass sich der Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin seit der
am 13. August 2013 mit Wirkung ab 1.
Juli 2012 verfügten
Rentenerh
öhung verbessert habe. Es könne
nun gesamthaft von einer 40%igen Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit als Sachbearbeiterin Wertschriften wie auch in behinderungsangepassten Tätigkeiten ausgegangen
werden
. Es bestehe aktuell noch ein Invaliditätsgrad von 60 % und damit Anspruch auf eine
Dreiviertelsrente
.
2.2
Die Beschwerdeführerin
machte
in
ihrer
Beschwerdeschrift vom 14.
September 2018 (Urk.
1)
geltend,
der behandelnde Rheumatologe
Dr.
med.
C._
habe in seinem Bericht vom 30.
November 2017 darauf hingewiesen, dass im
B._
-
Gutachten vom 15.
November 2016
und im Vorbescheid zu Unrecht die häufig auftretenden migräne-artigen
Abdominalschmerzen
bei der Beurteilung der funk
tionellen Arbeitsunfähigkeit au
sser Acht gelassen worden seien, obwohl diese in gleicher Weise wie Migräneattacken eine völlige Arbeitsunfähigkeit bewirken würden
(Urk. 1 S. 3 und S. 8)
.
Die Gutachter hätten zudem das Bestehen einer
Hyperlaxizität
fälschlicherweise verneint. Aufgrund derselben seien vor chirurgi
schen Eingriffen mögliche konservative Behandlungsalternativen auszuschöpfen; chirurgische Eingriffe hätten häufig nicht den gewünschten Erfolg. Ob das Hypermobilitätssyndrom ein Untertypus der
Ehler
-
Danlos
-Erkrankung sei, wie unter Fachärzten diskutiert werde, spiele für die Fallbeurteilung bei einer funkti
onellen Betrachtungsweise keine Rolle. Sowohl beim einen als auch beim anderen Syndrom seien chronische und starke Schmerzen als typische Folgen bekannt. Die
Hyperlaxizität
begünstige die Beschwerden rheumatologisch und damit auch die andauernden Therapiemisserfolge und erkläre zudem die hohe Schmerzlast. Die Furcht der Beschwerdeführerin vor weiteren Verschlechterungen und Beschwerden sei daher begründet. Sie übe den Umgang mit Schmerz- und
Tonusregulierungen
mit unterschiedlichen Methoden. Ihre Bereitschaft zu Thera
pien und Körpertraining finde jedoch dort ihre Grenze, wo die Gefahr bestehe, weitere Beschwerden durch körperliche und psychische Überforderung zu provo
zieren (Urk. 1 S. 3 und S. 7-10).
Weiter wurde bemängelt,
die psychiatrische Beurteilung im
B._
-Gutachten
sei nicht nachvollziehbar. Es sei zwar davon ausgegangen worden, es liege ein chronifizierter, verbitterter, perspektivloser und
dysthymer
Zustand vor. Ange
sichts dieses chronifizierten Geschehens sei es jedoch lebensfremd, anzunehmen, ohne nachhaltige Besserung der Gesundheit mit Verhaltenstherapie würde sich etwas ändern, sodass die Beschwerdeführerin plötzlich über die nötigen Ressour
cen, Selbststeuerungs- und Selbstbehauptungskräfte und die Stärke verfügen würde, um trotz der vielen Beschwerden wieder ein 40%iges Arbeitspensum leis
ten zu können. Die trotz grösster Bemühungen und Anstrengungen gescheiterte Rückkehr an den alten Arbeitsplatz habe die Beschwerdeführerin als entwürdi
gend erlebt (Urk. 1 S. 6 f.).
Der begutachtende Psychiater habe sodann festgehal
ten, es gebe Hinweise auf eine mittelgradige Verminderung der Stabilität des Selbstwertes, der die Leistungsfähigkeit unmittelbar verringere, mit einer einma
ligen Untersuchung seien jedoch nur gewisse Teilaspekte objektivierbar. Eine Stö
rung der Persönlichkeit durch problematische, prämorbide Muster oder besondere Vulnerabilitäten könne
so nicht diagnostiziert werden
(Urk. 1 S. 10 f.).
Nicht schlüssig sei sodann, dass im
B._
-Gutachten nicht wie bereits im Gutach
ten aus dem Jahr 2011 die aus psychiatrischer Sicht attestierte Arbeitsunfähigkeit
zur rheumatologisch attestierten 60%igen Arbeitsunfähigkeit kumuliert worden sei. Vor dem Hintergrund der jede Arbeitsfähigkeit ausschliessenden Migräneat
tacken von durchschnittlich zwei Tagen pro Woche und einer rheumatologisch auf maximal vier Stunden täglich beschränkten Arbeitsfähigkeit bei einer gene
rell um 20 % eingeschränkten Leistungsfähigkeit wegen rascherer Ermüdbarkeit und schnellerer Erschöpfbarkeit bei Schmerzen mit erhöhtem Pausenbedarf sei eine kumulative Betrachtung
notwendig. Es sei daher von einer mindestens 70-80%igen Arbeitsunfähigkeit auszugehen (Urk. 1 S. 6).
Des Weiteren sei es zu einer weiteren Verschlechterung des
physischen und psy
chischen
Gesundheitszustandes nach der Begutachtung gekommen, welcher nicht berücksichtigt worden sei. Gemäss Dr.
C._
seien starke Hüftschmerzen hinzu
getreten, welche seit März 2017 bestünden und deren organische Ursache eine Hüftdysplasie mit häufiger Subluxation sei
. Ausserdem sei es im Dezember 2017 zum Auftreten neuer Belastungsfaktoren gekommen, und im Jahr 2018 sei eine strukturelle Störung bei noch unbekannter
,
prämorbider Persönlichkeitsstruktur festgestellt worden. Es müssten weitere Abklärungen vorgenommen und insbe
sondere ein Bericht der behandelnden Psychiaterin eingeholt werden
(Urk. 1 S. 3 f. und Urk. 10)
.
Angesichts
der genannten
Mängel im
B._
-Gutachten
sowie des unvoll
ständig abgeklärten Sachverhalts habe
die Beschwerdegegnerin den Untersu
chungsgrundsatz
sowie
den Grundsatz der freien Beweiswürdigung verletzt
(Urk. 1 S. 4 f.). Ohne zusätzliche Abklärungen dürfe gestützt auf das
B._
-Gutachten keine Rentenkürzung verfügt werden (Urk. 1 S. 8).
2.3
Strittig ist die
Herabsetzung
der
bisher ausgerichteten ganzen
Rente auf eine
Drei
viertelsrente
, weshalb zu prüfen ist, ob sich der Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin
seit der am
13.
August 2013
verfügten Rentenerhöhung
in anspruchsrelevantem Ausmass
verbessert
,
beziehungsweise sich die für die Inva
liditätsbemessung massgebende Arbeitsfähi
gkeit verändert hat (vgl. E.
1.2
)
.
Hinsichtlich des Antrags Ziff.
4 in der Beschwerdeschrift
(vgl. Sachverhalt Ziff.
2.1) ist darauf hinzuweisen, dass in der
angefochtenen V
erfügung vom 17.
Juli 2018
einzig der Anspruch auf Rentenleistungen der Invalidenversiche
rung beurteilt
wurde
.
Die Auferlegung von Schadensminderungspflichten wurde nicht angeordnet (vgl. Dispositiv der
angefochtenen Verfügung vom 17. Juli 2018, Urk.
2).
Soweit die Beschwerdeführerin in ihrem Antrag auf eine Ergänzung der Therapieauflagen Bezug nimmt, ist auf di
e Beschwerde nicht einzutreten.
3.
3.1
Mit Verfügung vom 1
8.
Oktober 2011 wurde der Beschwerd
eführerin gestützt auf das
Z._
-
Gutachten vom 2
5.
Mai 2011 eine halbe Rente zu
gesprochen (Urk.
7/76). Im
Z._
-
Gutachten wurden folgen
de Diagnosen festgestellt (Urk.
7/64/20):
-
Chronisches
zervikozephales
und
zervikovertebrales
, teilweise
zerviko-spon
dylog
enes
Schmerzsyndrom rechts mit zervik
ogen getriggertem Kopfschmerz im Sinne
einer «
migraine
cervicale
» (ICD-
10:
M53
)
-
Lumbovertebrales
und intermittierend
lumbospondylogenes
Schmerzsyndrom mit möglicher intermittierender radikulärer Reiz- und eventuell
auch Ausfall
symptomatik L5 (ICD-
10:
M54.5)
-
Schulterschmerz rechts bei myofaszialem Schmerzbild zervikogenen Ursprungs (siehe oben) und Schul
terkontusion rechts bei Auffahr
kollision 4.1.2009, leichtes Aussenrotationsdefizit, erhaltene
Rotatorenmanschette
, Dysfunktion im
skapula
-thorakalen
Gleitlager mit
Myotendinosen
M.
rhom
boideus
und subscapularis rechts
-
Erschöpfungs- und Ermüdungssyndrom bei chronisch som
atisch bedingten Schmerzen (ICD-
10 F48.0)
Die Guta
chter gingen
von einer Arbeitsfähigkeit in angestammter Tätigkeit von 50
%
aus (
Urk.
7/64/51). Diese Arbeitsfähigkeit gelte auch für eine angepasste Tätigkeit (
Urk.
7/64/51).
3.2
Der Erhöhung der Invalidenrente der Beschwerdeführerin von einer halben auf eine ganze Rente mit Verfügung vom 13. August 20
13 (
Urk.
7/118) lag
der Bericht der behandelnden Psychiaterin med.
p
ract
.
A._
, Fachärztin für Ps
y
chiatrie und Psychotherapie
,
vom 6. April 2013 (
Urk.
7/105
/1
) zugrunde, worin eine schwere depressive Episode
mit somatischem Syndrom (ICD-10
F3
2.2), chro
nische somatisch
bedingte Schmerzen verschiedener bekannter Ursachen sowie eine Migräne
diagnostiziert wurde
n
.
Die Psychiaterin attestierte der Beschwerde
führerin eine Arbeitsunfähigkeit
in angestammter Tätigkeit als Sachbearbeiterin im Backoffice eines Bankinstitutes als
auch in angepasster Tätigkeit
von 100
%
(Urk.
7/105/1).
3.3
Die IV-Stelle
stützte sich
bei
ihrem Entscheid, die ganze
auf eine
Dreivi
ertelsrente
herabzusetzen, auf
das
B._
-Gutach
ten vom 15. November 2016 (Urk.
7/184).
Die Gutachter hielten
folgende Diagnosen mit Auswirkung auf d
ie Arbeitsfähigkeit fest
(
Urk. 7/184
S. 21):
1.
Postdiskektomiesyndrom
(ICD-10:
M96) mit
-
i
ntermittierend auftretendem radikulärem Reiz- und sensiblem Ausfall
syndrom
L5 auf der linken Seite (ICD-10:
M51.1), mit inadäquater Symptomausbreitung
-
Status nach Laminektomie L5 des Wirbelbogens, Reposition und
Auf
richtespondylodese
(PLIF) L5/S1 mit
transpedikulärer
Verschraubung am 17. November 2009
-
Fehlhaltung, Fehlform: Skoliose Brustwirbelsäule (BWS) und Becken
tiefstand links
2.
Persistierender Kopfschmerz, ausge
löst durch ein Halswirbelsäulen
(HWS)-Distorsionstrauma mit Kopfschmerzen sowohl vom
Spannungskopf
schmerztyp
als auch vom Migränetyp (ICD-10:
G44.3)
3.
Dysthymie (ICD-10:
F34.1)
-
Differenzialdiagnose: Depressive Störung, aktuel
l leichtgradige Episode (ICD-10:
F32.0
1
)
Zur Arbeitsfähigkeit führten die Gutachter aus, aus gesamtmedizinischer Sicht sei sowohl in der angestammten als auch in einer angepassten Tätigkeit von einer Arbeitsunfähigkeit von mindestens 50 % auszugehen (Urk. 7/184/37 f.). Auf Rückfrage der IV-Stelle hin präzisierten die Gutachter, dass bei der F
ormulierung einer mindestens 50
%igen Arbeitsunfähigkeit im Rahmen der Konsenserstellung
zu wenig
klar zum Ausdruck gekommen sei, dass die rheumatologische Diagnose bei der Gesamtbeurteilung der Arbeitsfähigkeit führend gewesen sei. Es sei daher insoweit zu konkretisieren, dass eine 60%ige Arbeitsunfähigkeit vorliege. Die Gründe für diese Einschätzung seien im rheumatologischen Teilgutachten darge
legt (Urk. 7/199/5).
Die Gutachter führten aus, dass
die Beschwerdeführerin in der aktuellen rheuma
to
logischen Untersuchung eine Fuss
- und
Zehenheberparese
zeige. Zudem wür
den sich typische my
ofasziale Befunde in der Nacken-
Schultermuskulatur und der Ru
m
pfmuskulatur zeigen. Hinweise für floride Synovitiden gäbe es an sämt
lichen Gelenken nicht. Das rechte Schultergelenk sei auffällig für eine habituelle Luxation. Ansonsten
lägen
keine weiteren Hinweise einer Bindegewebsschwäche
vor
.
Gemäss Aktenlage
imponiere
bei der Beschwerdeführerin eine isthm
ische
Spon
d
ylolisthese
. Es sei
neben der Spondylodese auch ein
Posterior
Lumbar
Interbody Fusion eingebaut
worden
, der verhindern sollte, dass sich die Wirbel nach wie vor schmerzhaft gegeneinander verschieben.
Bei der Beschwerdeführe
rin läge
als Grund für die operative Sanierung eine persistierende, kaum mehr durch konservative Massnahmen beeinflussbare Schmerzsituation vor. Hinweise, dass es zu postoperativen Spätkomplikationen gekommen sein könnte,
hätten bildgebend, neurologisch/elektrophysiologisch nicht nachgewiesen werden kön
nen. Zusammenfassend sei das Vorliegen eines
Postdiskektomiesyndroms
am wahrscheinlichsten. Dieses sei geprä
g
t durch therapieresistente, manchmal dif
fuse und brennende Kreuzschmerzen. Diese würden durch Narbenbildung und Irritation des Nervengewebes nach erfolgter Operation durch narbige Verklebun
gen zwischen
dem Duralsack, der Wurzeltasche und dem umgebenden Knochen entstehen. Die
Fussheberparese
könne als Pseudoparese interpretiert werden, da ein neuroelektrophysiologischer Nachweis einer echten Parese nicht vorliege
. Kli
nische Hinweise für eine muskuläre Überlastung nach Rückenoperation würden sich in der aktuellen rheumatologischen Untersuchung in der Rumpf- und Gesässmuskulatur und sogar in der Oberschenkelmuskulatur des Biceps
femoris
, mit aktiven Triggerp
unkten und
reffered
Pain zeigen (Urk.
7/184/22-25).
Sowohl aus rheumatologischer
als auch aus
neurologischer Sicht bestehe zum aktuellen Zeitpunkt wahrscheinlich ein intermittierend auftretendes
lumboradi
kuläres
Reiz- und sensibles Ausfallsyndrom L5 auf der linken Seite, wobei es wahrscheinlich zu einer inadäquaten Symptomausbreitung der Sensibilitätsstö
rung im Rahmen des chronifizierten Schmerzgeschehens gekommen sei.
Es handle sich somit insgesamt um ein sehr komplexes Zusammenspiel von einer wahrscheinlich initial durch eine Radikulopat
h
ie getriggerte
n
Schmerzsympto
matik, die
sich dann im Verlauf chronifiziert
und
zentralisiert
habe,
wobei die periphere, im eigentlichen Sinne Radikulopathie-bedingte Schmerzkomponente aktuell – und wahrscheinlich seit dem Jahre 2011 zunehmend – im Hintergrund stehe
(Urk.
7/184/25-27)
.
Aus neurologischer Sicht würden die von der Beschwerdeführerin beschriebenen Kopfschmerzen die IHS-Kriterien eines per
s
istierenden Kopfschmerzes
ausgelöst durch ein HWS-Distorsionstrauma erfüllen
. Entscheidend für die Einschätzung der durch die Kopfschmerzen bedingten Einschränkung der Arbeitsfähigkeit seien letztlich die von der Beschwerdeführerin berichteten Symptome und deren Aus
prägung. So werde von ihr berichtet, dass aktuell an zwei bis drei Tagen pro Woche Migränekopfschmerzen bestehen würden. Darüber hinaus bestehe noch ein im Verlauf des Tages zunehmender Spannungstyp-Ko
pfschmerz (Urk.
7/184/27-29)
.
Aus psychiatrischer Sicht habe sich mit den anhaltenden Schmerzen eine depres
sive Verstimmung entwickelt, die aufgrund zusätzlicher Belastungen wie dem Verlust der Arbeitsstelle und im Zusammenhang mit der Trennung von ihrem langjährigen Freund
exazerbiert
sei. Es habe bei der Beschwerdeführerin jedoch kaum eine anhaltende schwere Depression bestanden. Zum Zeitpunkt der aktuel
len psychiatrischen Exploration seien keine affektiven Symptome von erhebli
chem Ausmasse auszumachen.
Eher habe sich ein verbitterter, perspektivloser und
dysthymer
Zustand bei der Besch
werdeführerin eingestellt (Urk.
7/184/32).
3.4
Im von der
Beschwerdeführerin aufgelegten Überweisungsb
ericht von Dr.
C._
vom 2. Dezember 2016
(Urk. 7/185)
an PD Dr. med. D._
, Facharzt FMH für Neurochirurgie an der
Klinik E._
, hielt jener fest
,
die Beschwerdeführerin sei über viele Jahre interdisziplinär betreut worden (psychiatrisch, neurologisch,
Schmerzsprechstunde
F._
). Über lange Zeit sei versucht worden, wenigstens eine 50%ige Arbeitsfähigkeit zu erhalten. Die
s
sei knapp gelungen mit der Unterstüt
zung einer Case-Managerin der IV und weiteren Bemühungen. Das Problem seien plötzlich lumbal einschiessende Schmerzen gewesen, bei denen die Beschwerde
führerin dann 2-3 Tage jeweils gar nicht habe arbeiten können. Damals habe sich die Beschwerdeführerin mit regelmässiger Physiotherapie und MTT bemüht, zur Verbesserung der Gesamtsituation beizutragen. Als dann jedoch eine schwerere depressive Phase
aufgetreten
und die Beschwerdeführerin durch ihre betreuende Psychiaterin stationär in eine Klinik eingewiesen worden sei, sei die Motivation der Beschwerdeführerin zum Wiedereinstieg in das Arbeitsleben vollständig zusammengebrochen. In den folgenden Jahren seien teils generalisierte diffuse muskuloskelettale Schmerzen aufgetreten, und die Beschwerdeführerin habe ihn (
Dr.
C._
) mehrere Male konsultie
rt mit der Vermutung, sie könne
an einer rheumatoiden Arthritis leiden, einer Erkrankung, welche bei ihrer Grossmutter angeblich diagnostiziert worden sei. Er (Dr.
C._
) habe die Beschwerdeführerin mehrmalig untersucht und keine Hinweise für eine entzündliche rheumatologi
sche Erkrankung finden können, welche ihre diffusen intermittierenden Handge
lenks- und Fingerschmerzen hätten erklären können. Das mögliche Ausmass der Leistungsfähigkeit dieser noch jungen Patientin sei wegen der Überlagerung durch psychische Störungen und einer in den letzten Jahren auch aufgetretenen Tendenz zur Somatisierungsstörung nicht einfach zu beurteilen. Auf seine Emp
fehlung sei eine interdisziplinäre Begutachtung
durch die IV Ende 2015 durchge
führt worden. Er (Dr.
C._
) sehe die Beschwerdeführerin nur noch selten. Ein
en
Wiedereinstieg ins Berufsleben habe er mit der noch jungen Patientin mehrmals thematisiert. Die Motivation scheine leider nicht mehr da zu sein. Er sei der Mei
nung, dass ein Wiedereinstieg mit einem 30-40%igen Pensum und allenfalls einer Steigerung im Verlauf in Zusammenarbeit mit der IV-Stelle versucht werden sollte.
3.5
Im undatierten (bei der Beschwerdegegnerin am 10. März 2017 eingegangenen [vgl. Urk. 7/0, Aktenverzeichnis]) Bericht von Dr.
D._
, wurde festgehalten, seit November 2016 bestünden bei der Beschwerdeführerin akute Verspannungen im lumbalen Bereich. Gemäss MRI LWS bestünden keine Hinweise auf eine Seg
mentpathologie in den benachbarten Segmenten. Es werde gebeten, die Arbeits
fähigkeit in einer speziellen Einrichtung mit ausführlichen Untersuchungen beurteilen zu lassen. Die Konsultationen an der
Klinik
E._
seien nicht zu diesem Zweck durchgeführt worden (Urk. 7/188; vgl. auch Urk. 7/190).
3.6
Unter Hinweis auf den vorgenannten Bericht von Dr.
D._
beziehungsweise das MRI, welches keinen Nachweis einer
epifusionellen
Bandscheiben- und Seg
ment-Degeneration bei Spondylodese und Fusion L5/S1, einer Spinalkanalste
nose oder
einer Neurokompression ergebe,
bat die IV-Stelle die Gutachter der
B._
um Ergänzung des Gutachtens. Gemäss rheumatologischem Teilgut
achten sei eine persistierende L5-Reizung und eine echte Parese der linken unte
ren Extremität unwahrscheinlich. Gleichwohl komme im neurologischen Teilgut
achten zum Ausdruck, dass zum aktuellen Zeitpunkt wahrscheinlich ein intermit
tierend auftretendes
lumboradikuläres
Reiz- und sensibles Ausfallsyndrom L5 auf der linken Seite bestehe (Urk. 7/192). Die Gutachter erklärten in ihrer Stellung
nahme vom 15. November 2016,
dass zwischen dem rheumatologischen und dem neurologischen Teilgutachten kein Widerspruch bestehe. Aus neurologischer Sicht
könne
bei radikulärer Vorschädigung, welche mittels EMG bei der Beschwerdeführerin am 12. Juni 2008 nachgewiesen worden sei, auch bei Zustand nach erfolgreicher Dekompression und ohne Nachweis einer Engstelle im LWS-MRT ein radikuläres Schmerz- und A
usfallsyndrom persistieren
. Die Situation werde dann komplizierter, wenn die Schmerzsymptomatik chronifiziert und zentralisiert sei, wie im Falle der Beschwerdeführerin (Urk. 7/199/3 f.).
3.7
Dr.
C._
wandte sich mit seinem als «Einwand gegen den Vorbescheid zur Reduktion der Invalidenrente vom 3.11.2017» betitelten Schreiben
vom 30.
No
-
vember
2017
an die IV-Stelle und wies darauf hin,
i
m int
erdisziplinären Gutachten
der
B._
werde
nicht auf die häufig auftretenden abdominalen Schmerzen der
Beschwerdeführerin
eingegangen. Bei diesen teils plötzlich auf
tretenden starken, kramp
f
artigen Bau
ch
schmerzen sei die Beschwerdeführerin nicht in der Lage, weiter zu arbeiten.
Seit dem Gutachten seien auch neue Beschwerden aufgetaucht. Es handle sich um einschiessende Schmerzen gluteal und inguinal. Es scheine, als ob neu eine Hüftdysplasie für diese Schmerzen mit
verantwortlich sein könnte
(Urk.
7/212/1
).
4.
4.1
4.1.1
Das
umfangreiche
polydisziplinäre Gutachten
der
B._
verm
ag
die an eine beweiskräftige ärztliche Expertise gestellten Anforderungen vo
llumfänglich zu erfüllen (E.
1.5
).
Es
beruht auf sehr
sorgfältige
n
, umfassende
n Untersuchungen (Urk. 7/184/43-50, Urk. 7/184/57-65, Urk. 7/184/80-86
und Urk. 7/184/100-108
)
und
wurde unter Berücksichtigu
ng der geklagten Beschwerden sowie
in Ausei
nandersetzung mit der medizinischen Aktenlage (Urk. 7/184/15 ff., Urk. 7/184/53-57, Urk. 7/184/74-79
und Urk. 7/184/98 f.
) abgegeben.
Die Gut
achter legten die medizinischen Zusammenhänge und die medizinische Situation einleuchtend dar
und begründeten ihre Schluss
folgerungen nachvollziehbar
(Urk. 7/184/22-42, Urk. 7/184/50-52, Urk. 7/184/66-73, Urk. 7/184/86-
97, Urk. 7/184/108-119
)
.
4.1.2
Im Vergleich zum
Z._
-Gutachten vom 25. Mai 2011 (Urk. 7/64), gestützt auf welches die Beschwerdegegnerin der Beschwerdeführerin mit Verfügung vom 18. Oktober 2011 eine halbe Rente der Invalidenversicherung zu
gesprochen hatte
(Urk. 7/76)
,
ergibt sich
in somatischer Hinsicht
aus nachvollziehbaren Gründen
eine Verschlechterung des Gesundheitszustands. Die
Z._
-Gutachter gingen
im Jahre 2011
aus rheumatologischer Sicht von einer 50%igen Arbeitsunfähigkeit aus, wobei die Beurteilung in dieser Fachdisziplin führend war und – entgegen dem Vorbringen der Beschwerdeführerin
(Urk. 1 S. 6)
– keine additive Bewertung der von den übrigen Fachgutachtern geäusserten Arbeitsunfähigkeiten erfolgte, zumal diese
als
überlappe
nd betrachtet wurden
(Urk. 7/64/24 f.).
Auch gemäss
dem
B._
-Gutachten blieb d
ie rheumatologische Beurteilung bei der Einschätzung
der Arbeits
fähigkeit führend.
Die
verschlechterte
Schmerz
situation der Beschwerdeführerin wurde
angemessen
berücksichtigt,
und es wurde von einer Einschränkung der Arbeitsfähigkeit im Umfang von 60 % aus
gegangen
(
Urk. 7/184/67-73 und
Urk. 7/1
99/5).
Dies erachtete
die Besc
hwerde
führerin
als
nachvollziehbar (Urk. 1 S. 5
f.)
.
Dennoch
erhob
sie d
en
Vorwurf, die Gutachter hätten die abdominalen Schmer
zen der Beschwerdeführerin nicht berücksichtigt (Urk. 7/212
/1 und Urk. 1 S. 3 und 8)
. Dieser Vorwurf erweist sich indessen als unberechtigt
:
Zum einen handelt es sich bei den abdominalen Beschwerden nicht um neu hinzugetretene Beschwerden. Bereits im – den Gutachtern bekannten –
Z._
-
Gutachten vom 25. Mai 2011 war
von chronisch rezidivierenden
abdominalen Beschwerden
mit zyklusabhängigen Bauchschmerzen/Blähungen
berichtet worden. Diesen wurde
aus internistischer Sicht nebst der Reizblasensymptomatik
jedoch kein
Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit im angestammten Beruf oder in einer Verweistätigkeit mit dem gleichen Arbeitsprofil
zugeschrieben
(Urk. 7/64/11 f.).
Zum anderen berichtete die Beschwerdeführerin a
nlässlich der internistischen und rheumato
logischen Untersuchung vom 30. Mai 2016
bei der
B._
zwar
über Schmer
zen im unteren Rücken mit Ausstrahlung ins linke Bein (Urk. 7/184/43 f. und Urk. 7/184/57),
über
Schmerzen im Bereich des oberen Rückens, der Schulter- und Nackenregion,
über
Kopfschmerzen sowie
über
rheumatische Beschwerden an den Händen (Urk. 7/184/44 und Urk. 7/184/57 f.), nicht aber über abdominale Schmerzen. Anlässlich der neurologischen Untersuchung vom 3. Juni 2016 berichtete sie zunächst ebenfalls nicht über abdominale Schmerzen (Urk. 7/184/80 f.). Erst im Rahmen der
neurologischen
Anamnese zu ihren sub
jektiven Vorstellungen äusserte
die Beschwerdeführerin, der Grund für ihre Arbeitsunfähigkeit seien die Müdigkeit, Bauchschmerzen, die jeden Tag nach dem Essen aufträten und für circa zwei Stunden anhaltend seien, sowie die Kopf- und Rückenschmerzen (Urk. 7/184/84).
Angesichts dieser Ausgangslage lässt sich nicht nachvollziehen, inwiefern die bereits im Jahr 2011 bekannten abdominalen Beschwerden, welche anlässlich
der
Anamneseerhebung
zu den Beschwerden durch den Internisten/Rheumatologen und den Neurologen
der
B._
nicht einmal erwähnt wurden, eine
Einschränkung der Arbeitsfähigkeit
hätten
begrün
den
sollen. Auch
bestand und besteht
kein Anlass zu weiteren Abklärungen
.
Mit dem Vorbringen,
im
B._
-Gutachten
sei
unzutreffend
festgehalten wor
den
, eine krankhafte
Hyperlaxizität
sei
nicht feststellbar (Urk. 1 S. 8),
vermag
die Beschwerdeführerin sodann
ebenfalls
nicht durchzudringen. D
er
begutachtende Rheumatologe
verneinte
das Vorliegen einer
Hyperlaxi
z
ität
keineswegs – er betrachtete diese vielmehr als einen der begünstigenden Faktoren für die Chroni
fizierung der rheumatisch nachvollziehbaren myofaszialen Beschwerden (Urk. 7/184/69).
Er
gelangte
aber
zum Schluss, es bestünden keine klinischen und aktenanamnestischen Hinweise für eine krankhafte Bindegewebsschwäch
e wie beispielsweise bei einem
Ehler-Danlos
- oder
Marfan
-Syndrom
(Urk. 7/184/69 f.)
.
D
ie
Vorbringen
der Beschw
erdeführerin unter Verweis auf W
ik
ipedia (Urk. 1 S. 8 f.)
vermögen diese Einschätzung
nicht
zu
erschütter
n
.
4.1.3
In psychiatrischer Hinsicht wurde
von einer Verbesserung des Gesundheitszu
stands seit
der am 13. August 2013 verfügten Erhöhung der Invalidenrente auf eine ganze Rente (Urk. 7/118) ausgegangen, was ebenfalls nachvollziehbar erscheint. Damals lag gemäss Bericht der behandelnden Psychiaterin med.
pract
.
A._
vom 6. April 2013 (Urk. 7/105/1) eine schwere depressive Episode mit somatischem Syndrom (ICD-10
:
F32.2) vor.
Die da
zumal
attestierte 100%ige Arbeitsunfähigkeit stand im Zusammenhang mit dem Arbeitsplatzverlust (Urk.
7/184/100 und Urk. 7/184/102 f.
; vgl. auch Urk. 7/99
). Ob die Erhö
hung der Invalidenrente angesichts
dieses
im Vordergrund s
tehenden psychosozialen Fak
tors
gerechtfertigt
war,
kann
dahingestellt
bleiben
.
Zum Zeitpunkt der psychiat
rischen Begutachtung vom 30. Mai 2016 lag jedenfalls kein schwer depressiver Zustand mehr vor
, was nachweislich eine Verbesserung darstellt
.
A
ufgrund des
sorgfältig erhobenen
psychiatrischen
Befunds
(Urk. 7/184/108-113)
vermag die Diagnose
einer
Dysthymie
(differentialdiagnostisch allenfalls
einer
d
epressive
n
Störung
, aktuell leichtgradige Episode)
zu überzeugen
.
Da die Gutachter zum Schluss gelangten, der psychische Gesundheitszustand entspreche in etwa demjenigen im Zeitpunkt der Begutachtung bei der
Z._
, erscheint
auch
d
ie
von ihnen
attestierte Arbeitsunfähigkeit von 20
%
nachvollziehbar, wovon auch die
Beschwerdeführerin
ausging
(Urk. 1 S. 5)
. Die gutachterliche Einschät
zung hält
überdies
der Standardi
ndikatoren
-P
rüfung stand:
Zum Komplex der Gesundheitsschädigung wurden im Gutachten substantiierte Feststellungen getroffen, dies insbesondere zur Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde und Symptome (Urk. 7/184/114 f.) und zu den Komorbiditäten (Urk. 7/184/115). Dazu zu zählen sind auch die Darlegungen hinsichtlich Funktionsstörungen, die sich aus den diagnostizierten Leiden ergeben. Sodann wurden Persönlichkeitsfaktoren
beleuchtet
und es wurde dargelegt,
die Persönlichkeitsaspekte zur zwischen
menschlichen Beziehungsgestaltung seien bei der Beschwerdeführerin nicht (oder nur leicht und somit hinnehmbar
) beeinträchtigt (Urk. 7/184/116 f.
)
. Die entspre
chenden Feststellungen erweisen sich
angesichts der Schilderungen der Beschwerdeführerin
, welche auf das Vorliegen einiger Ressourcen schlies
sen las
sen,
nachvollziehbar:
So gab die Beschwerdeführerin an,
sich zu Ha
use sehr wohl zu fühlen. Sie sit
ze gerne auf dem Balkon, schaue im Fernsehen Dokumentatio
nen, höre Hörbücher oder Musik oder mache physiotherapeutische Übungen, gelegentlich auch autogenes Training. Sie habe eine gute Nachbarin, die sie gelegentlich zum Kaffee einlade, und sie pflege einen guten Kontakt zu den Familienangehörigen (Urk. 7/184/100 f.).
Kommt hinzu, dass die psychiatrische Therapie
im Juni oder Juli 2014 sistiert
wurde
(Urk. 7/184/104).
4.1.4
Das
Argument
der Beschwerdeführerin
, die kumulative Betrachtung von 2011 (womit auf das
Z._
-Gutachten vom 25. Mai 2011
verwiesen wird
) müsse auf
grund
einer vergleichbaren psychischen
Einschränkung auch 2016 zu einer kumulativen und nicht inkludierenden Berücksichtigung der Arbeitsunfähigkei
ten (aus rheumatologischer Sicht von 60 % und aus psychiatrischer Sicht von 20 %)
führen
, weshalb von einer mindestens 70-80%igen Arbeitsunfähigkeit aus
zugehen sei (Urk. 1 S. 6),
geht fehl
. Wie bereits erwähnt (E. 4.1.2) erfolgte
im
Z._
-Gutachten
vom 25. Mai 2011
keine kumulative Berücksichtigung der in den einzelnen Fachdisziplinen at
testierten Arbeitsunfähigkeiten. Es ist auch nicht
ersichtlich
, weshalb die
B._
-Gutachter
eine Kumulation der in den
un
t
er
schiedlichen
Fachdisziplinen attestierten Arbeitsunfähigkeiten
hätten vornehmen sollen. Die rheumatologische Beurteilung der Arbeitsfähigkeit erwies sich als füh
rend (
E.
4.1.2) und die weiteren Arbeitsunfähigkeiten gingen in dieser
auf:
Bei der neurologischen
Beurteilung der Arbeitsfähigkeit stand wie bei der rheumato
logischen Beurteilung
die
Schmerzproblematik im Vordergrund (Urk. 7/184/37 und Urk. 7/184/94 f.). Aus psychiatrischer Sicht wurde der Beschwerdeführerin aufgrund der aktuell gesehenen Persönlichkeitsstruktur mit eingeschränktem Selbstwert eine Arbeitsunfähigkeit von 20 % attestiert zwecks Verkürzung der Arbeitszeit und der Möglichkeit, regelmässige verlängerte Pausen einzuhalten, damit sich die Beschwerdeführerin zwischen den Arbeitsphasen erholen und die Pausen zur Wahrnehmung von Übungen gegen die Verspannungen und zur Lockerung des Körpers nutzen könne (Urk. 7/184/37).
Inwiefern diese Möglichkeit bei eine
m
Arbeits
pensum
von 40 %
, verteilt auf fünf Tage,
behindert würde,
ist nicht erkennbar.
Daran ändert auch die von
Dr.
C._
vorgetragene (
Urk.
7/212
)
–
und im Beschwerdeverfahren übernommene
(Urk. 1
S.
7
)
– Kritik
, eine 40%ige Arbeits
fähigkeit sei unrealistisch, nichts.
Dr.
C._
selbst brachte
noch
in seinem Bericht vom 2. Dezember 2016
zum Ausdruck, es sei nicht einfach, das mögliche Aus
mass der Leistungsfähigkeit bei dieser noch jungen Patientin wegen der Überla
gerung durch psychische Störungen und einer in den letzten Jahren auch aufge
tretenen Tendenz zur Somatisierungsstörung zu beurteilen.
Als Beispiel für unklare Schmerzen nannte Dr.
C._
«teils generalisierte diffuse muskuloske
lettale Schmerzen
», derentwegen ihn
die Beschwerdeführerin mehrere Male kon
sultiert habe mit der Vermutung, sie könn
t
e an einer rheumatoiden
Arthritis lei
den. Dr.
C._
habe die Beschwerdeführerin mehrmalig untersucht und keine Hinweise für eine entzündliche rheumatologische Erkrankung finden können.
Er selbst
gelangte gemäss Bericht vom 2. Dezember 2016
– und damit in etwa zeit
gleich
zum
B._
-Gutachten
–
zur
Auffassung, dass ein Wiedereinstieg mit einem 30-40%igen Pensum und allenfalls einer Steigerung im Verlauf in Zusam
menarbeit mit der IV-Stelle versucht werden sollte.
Das Scheitern eines Wieder
einstiegs ins Berufsleben
schrieb er einer fehlenden Motivation der Beschwerde
führerin zu
(E. 3.4)
.
Nach dem Gesagten
besteht keine Veranlassung, von der im Gutachten aus gesamtmedizinischer Sicht attestierten 40%igen Arbeitsfähigkeit abzuweichen.
4.2
4.2.1
Die Beschwerdeführerin brachte sodann vor, seit der Begutachtung sei es zu einer weiteren Verschlechterung des Gesundheitszustandes gekommen.
4.2.2
Sie machte insbesondere geltend (Urk. 1 S. 3), gemäss dem Arztbericht von Dr.
C._
vom 30. November 2017 bestünden seit März 2017 starke Hüftschmer
zen mit inzwischen von der
Klinik E._
bestätigter, organischer Ursache (Hüftdysplasie mit häufiger Subluxation, Urk. 3/2).
Für die Beurteilung der Gesetzmässigkeit der angefochtenen Verfügung oder des
Einspracheentscheides
ist für das Sozialversicherungsgericht in der Regel der Sachverhalt massgebend, der zur Zeit des Erlasses des angefochtenen Verwal
tungsaktes gegeben war. Tatsachen, die jenen Sachverhalt seither verändert haben, sollen im Normalfall Gegenstand einer neuen Verwaltungsverfügung bil
den (BGE 130 V 138 E. 2.1 mit Hinweis). Sie können indessen, unter Wahrung des rechtlichen Gehörs, berücksichtigt werden, wenn sie kurze Zeit nach dem Erlass des angefochtenen Entscheids eingetreten sind, sich ihre Beachtung aus prozessökonomischen Gründen unbedingt aufdrängt und sie hinreichend klar feststehen (BGE 105 V 156 E. 2d; ZAK 1984 S. 349 E. 1b). Dies ist der Fall, wenn sie mit dem Streitgegenstand in engem Sachzusammenhang stehen und geeignet sind, die Beurteilung im Zeitpunkt des
Entscheiderlasses
zu beeinflussen (BGE 99 V 98 E.
4 mit Hinweisen).
D
er Auffassung,
als organische Ursache für die nach der Begutachtung von der Beschwerdeführerin geklagten einschiessenden glutealen und inguinalen Schmerzen (Urk. 7/212/1)
sei
eine Hüftdysplasie mit häufiger Subluxation bestä
tigt worden (Urk. 1 S. 3),
kann nicht gefolgt werden
. Dr.
C._
äusserte in seinem «Einwand» vom 30. November 2017 den Verdacht, es scheine, als ob neu eine Hüftdysplasie für die
glutealen und inguinalen Schmerzen
mitverantwortlich sein könnte. Eine orthopädische Beurteilung diesbezüglich sei noch ausstehend (Urk. 7/212/1).
Im anlässlich des Beschwerdeverfahrens eingereichten Bericht der
Klinik
E._
vom 10. August 2018 wurde zwar als Diagnose eine «Hüftdys
plasie links»
genan
n
t
. Doch kann diese Diagnose aufgrund des Berichts noch nicht als gesichert betrachtet werden. In der Beurteilung hielten die behandelnden Ärzte fest, die klinischen und radiologischen Befunde seien besprochen worden. Zur genaueren Diagnostik der Situation in der linken Hüfte werde ein
Arthro
-MRI empfohlen. Im Anschluss an die Bildgebung werde sich die Beschwerdeführerin zur Befundbesprechung vorstellen. Über den weiteren Verlauf werde berichtet (Urk. 3/2).
Ein Verlaufsbericht wurde im Beschwerdeverfahren
jedoch nicht nach
gereicht.
Selbst wenn davon auszugehen wäre, die Diagnose einer Hüftdysplasie links sei gesichert, stellte dies noch keinen Nachweis einer Verschlechterung des Gesund
heitszustands dar. Gemäss Angaben der Beschwerdeführerin soll bereits im Jahr 2008 die Diagnose einer Hüftdysplasie gestellt worden sein (Urk. 3/2). Es stellt sich daher d
ie Frage, ob diese
eine Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit hat.
Die angefochtene Verfügung datiert vom 17. Juli 201
8.
Dieser Zeitpunkt bildet
wie bereits erwähnt
die Grenze der richterlichen Ü
berprüfungsbefugnis (vgl. etwa BGE 129 V 256 E. 1, 129 V 169 E. 1.2, je mit Hinweisen)
.
Der Bericht der
Klinik E._
wurde
am 10. August 2018
(aufgrund der gleichentags erfolgten
Konsul
tation der Beschwerdeführerin
)
und damit erst rund einen Monat nach Erlass der angefochtenen Verfügung
ausgestellt, womit dieser grundsätzlich nicht zu beachten ist. Es ist jedoch
zusätzlich zu erwähnen, dass nach dem Auftreten der geltend gemachten
glutealen/inguinalen
Schmerzen im
Mai 2017
mehr als ein Jahr verstrich, bis sich die Beschwerdeführerin
am 10. August 2018
in der
Klinik
E._
vorstellte,
was
nicht von einem grossen Leidensdruck
zeugt.
Die Ärzte der
Klinik E._
konnten überdies
ein flüssiges und
hinkfreies
Gang
bild
feststellen.
A
ngesichts
dieser Umstände
erscheint
im Zeitpunkt der angefoch
tenen Verfügung
nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt
, d
ass die
ab
Mai 2017 bestehend
en
glutealen/inguinalen Beschwerden
die gutachterlich attes
tierte Arbeitsfähigkeit von 40 %
zusätzlich eingeschränkt
haben könnten
.
Auch besteht kein Anlass zur Vornahme weiterer Abklärungen.
4.2.3
Die Beschwerdeführerin
brachte
sodann
vor,
es sei zu einer Verschlechterung der psychischen Verfassung gekommen (Urk. 1 S. 3)
, was sich dem Arztbericht von Dr.
C._
vom 30. November 2017 und dem sich in den
Vo
rakten
befindenden Bericht der i
ntegrierten Psychiatrie
G._
, wo die initiale psychiatrische Therapie
vor dem
Wechsel zu Dr. med.
H._
durchgeführt
worden sei, entnehmen las
s
e (Urk. 1 S. 10).
Dem «Einwand» von Dr.
C._
vom 30. November 2017 (Urk. 7/212/1) lassen sich keine Hinweise auf eine Ve
rschlechterung des psychischen Gesundheitsz
u
stands entnehmen. In den Akten findet sich
zwar
ein Bericht der i
ntegrierten Psychiatrie
G._
. Dieser datiert jedoch
vom 8. Septem
ber 2015
und betrifft
die Behandlung
der Beschwerdeführerin vom 17.
Februar bis 25. Juni 2015 (Urk. 7/2
2
0/4-6).
Di
e Daten
des Berichts wurden
handschriftlich
verändert
(vgl. auch den Hinweis in der Beschwerdeschrift
, wonach die Daten handschriftlich korrigiert
worden
seien
[Urk. 1 S. 10]) und können kaum von den
Ausstellern des Berichts
stammen. Zum einen wird im Bericht inhaltlich auf keine Entwicklungen nach dem Jahr 2015 Bezug genommen. Zum anderen ist der Bericht
, versehen
mit einem Eingangsstempel
vom 12. Januar 2018
(höchstwahr
scheinlich der Anwaltskanzlei Reich
Bortoluzzi
Cahenzli
; vgl. auch den Eingangs
stempel auf Urk. 2)
bei der Beschwerdegegnerin am 10. Juli 2018 eingegangen (vgl. Urk. 7/0, Aktenverzeichnis), was von vornherein ausschliesst, dass der Bericht vom 8. September 2018 (korrigiertes Datum)
stammen
und
Bezug auf
eine Behandlung mit Beginn im November 2018
nehmen kann
.
Im – im
Beschwerdeverfahren eingereichte
n –
Bericht der
Klinik I._
vom 25. Juli 2018 (Urk. 3/3)
wurde festgehalten, die Beschwerdeführerin sei Anfang Dezember
2017
von ihrem Hausarzt Dr.
C._
zur psychiatrischen Behandlung zugewiesen worden.
Dessen «Einwand» vom 30. November 2017 (Urk. 7/212/1) lassen
sich
wie bereits erwähnt keine Hinweise auf eine Ve
rschlechterung des psychischen Gesundheitsz
ustands entnehmen. Die Zuweisung an die
Klinik I._
dürfte
daher
vorwiegend damit im Zusammenhang stehen, dass
die Beschwerdegegnerin
der Beschwerdeführerin mit Einschreiben vom 3. November
2017 auferlegte,
sich unter anderem einer fachpsychiatrischen Behandlung mit regelmässiger Verhaltenstherapie zu unterziehen (Urk. 7/
200).
Der Bericht der
Klinik I._
vom 25. Juli 2018 (Urk. 3/3) dokumentiert
keine Ve
rschlechterung des psychischen Gesundheitsz
ustands
seit der Begutachtung im Jahr 2016
; es fehlt überhaupt
an
eine
r
Auseinandersetzung mit der gutachterli
chen Beurteilung.
Die behandelnde Ärztin ging von einer chronischen Schmerz
störung mit psychischen und somatischen Anteilen aus, wodurch die Arbeitsfä
higkeit in Kombination mit den somatischen Störungen deutlich beeinträchtigt sei. Den Grad der Arbeitsfähigkeit quantifizierte sie jedoch nicht.
Dafür
berichtete sie von
einer Verbesserung
des psychischen Gesundheitszustandes
im Vergl
eich zum Dezember 2017 (Therapiebeginn)
.
Auch
ergibt sich aus
dem Bericht
sowie aus Urk. 7/220/7-9, dass die Beschwerdeführerin
im Juli 2018 seit
bereits
zwei Jahren
wieder
in einer festen Partnerschaft ist, was
ebenfalls
nicht auf eine Ver
schlechterung des psychischen Gesundheitszustands seit der Begutach
tung (Mai/Juni 2016) hindeutet.
Mangels Anhaltspunkten für eine Verschlechterung der psychischen
Verfassung
der Beschwerdeführerin nach der Begutachtung bei der
B._
ergibt sich damit keine Veranlassung, bei der behandelnden Ärztin
der
Klinik I._
,
Dr.
H._
,
einen weiteren Bericht einzuholen, zumal
sich die Beschwerdefüh
rerin in ihrer Begründung, weshalb ein solcher Bericht einzuholen sei, auf den Bericht der
G._
vom 8. September 2015 bezieht, welcher gemäss obenstehenden Erwägungen als nicht aussagekräftig
zu gelten hat
.
4.3
Zusammenfassend
ist auf das
beweiskräftige
polydisziplinäre Gutachten
der
B._
vom 15. November 2016 abzustellen. Es wurde nichts vorgebracht, was die gutachterliche
Beurteilung
umzustossen
vermocht hätte
.
Es bestand und besteht sodann kein Anlass für weitere Abklärungen. In diesem Sinne hat die Beschwerdegegnerin weder den Untersuchungsgrundsatz noch den Grundsatz der freien Beweiswürdigung verletzt. Es is
t
mit
dem im Sozialversicherungsrecht gel
tenden
Beweismass
der überwiegenden Wahrscheinlichkeit erstellt, dass die Beschwerdeführerin in ihrer angestammten
Tätigkeit
sowie in jeder anderen angepassten Tätigkeit
zu 40 % arbeitsfähig ist.
5.
5.1
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der Einkommensver
gleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegen
übergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditäts
grad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2, 128 V 29 E. 1).
5.
2
Wird das Invalideneinkommen auf der Grundlage von statistischen Durch
schnittswerten ermittelt, ist der entsprechende Ausgangswert (Tabellenlohn) allenfalls zu kürzen. Damit soll der Tatsache Rechnung getragen werden, dass persönliche und berufliche Merkmale, wie Art und Ausmass der Behinderung, Lebensalter, Dienstjahre, Nationalität oder Aufenthaltskategorie und Beschäfti
gungsgrad Auswirkungen auf die Lohnhöhe haben können (BGE 124 V 321 E. 3b/
aa
). Aufgrund dieser Faktoren kann die versicherte Person die verbliebene Arbeitsfähigkeit auch auf einem ausgeglichenen Arbeitsmarkt möglicherweise nur mit unterdurchschnittlichem erwerblichem Erfolg verwerten. Der Abzug soll aber nicht automatisch erfolgen. Er ist unter Würdigung der Umstände im Ein
zelfall nach pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu schätzen und darf 25
%
nicht übersteigen (vgl. BGE 135 V 297 E. 5.2, 134 V 322 E. 5.2 und 126 V 75 E. 5b/
aa
-cc). Die Rechtsprechung gewährt insbesondere dann einen Abzug auf dem Invalideneinkommen, wenn eine versicherte Person selbst im Rahmen kör
perlich leichter Hilfsarbeitertätigkeit in ihrer Leistungsfähigkeit eingeschränkt ist (BGE 126 V 75 E. 5a/
bb
). Zu beachten ist jedoch, dass allfällige bereits in der Beurteilung der medizinischen Arbeitsfähigkeit enthaltene gesundheitliche Ein
schränkungen nicht zusätzlich in die Bemessung des leidensbedingten Abzugs einfliessen und so zu einer doppelten Anrechnung desselben Gesichtspunkts füh
ren dürfen (Urteile des Bundesgerichts 8C_805/2016 vom 22. März 2017 E. 3.1 und 9C_846/2014 vom 22. Januar 2015 E. 4.1.1).
Nach ständiger Rechtsprechung darf das (kantonale) Sozialversicherungsgericht sein Ermessen, wenn es um die Beurteilung des Tabellenlohnabzuges gemäss BGE 126 V
75 geht, nicht ohne triftigen Grund an die Stelle desjenigen der Verwaltung setzen; es muss
sich
auf Gegebenheiten abstützen können, welche seine abwei
chende Ermessensausübung als naheliegender erscheinen lassen (BGE 137 V 71 E. 5.2 und 126 V 75 E. 6). Wurde bei der Festsetzung der Höhe des Abzugs vom Tabellenlohn ein Merkmal oder ein bestimmter Aspekt eines Merkmals zu Unrecht nicht berücksichtigt oder zu Unrecht berücksichtigt, hat die Beschwerdeinstanz den Abzug gesamthaft neu zu schätzen (vgl. Urteile des Bundesgerichtes 9C_808/2015 vom 29. Februar 2016 E. 3.4.3 und
8C_113/2015 vom 26. Mai 2015 E. 3.2
).
5.3
Gemäss Arbeitgeberfragebogen der
Y._
AG vom 22. Oktober 2009 hätte die Beschwerdeführerin im Jahr 2009 ohne Gesundheitsschaden einen Jahreslohn von Fr. 7
8’260
.-- (Fr. 5'900.-- x 13
plus Fr. 130.--
Essensentschädigung pro Monat
) erzielt (Urk. 7/15/3).
Angepasst an die branchenspezifische
Nominallohn
entwicklung bei Frauen bis ins Jahr 2010 ergäbe s
ich ein Jahreseinkommen von Fr.
79
’
139.
-
- (
Fr. 78’260.--
: 106.8
x 108
; vgl. die Tabelle T1.2
.05
[Nominallohn
index, Frauen, 2
006-2010] J, K von 106.8 [2009
] auf 108.0 [2010] bei einem Index
Basis
2005=100) und bis ins Jahr 2
018 ein Jahreseinkommen von Fr.
86’895
.
--
(
Fr.
79
’
139.
--
: 100 x 109.8; vgl. die Tabelle T1.2.10 [Nominallohn
index, Frauen, 2011-2018] K 64-66 von 100 [2010] auf 109.8 [2018]
bei einem Index
Basis
2010=100)
.
Dieses Einkommen entspricht dem
Valideneinkommen
.
Im Zusammenhang mit der Festsetzung des Invalideneinkommens ist
zu berück
sichtigen, d
ass die Beschwerdeführerin
langjährig
als
Sachbearbeiterin im Ban
kenbereich
tätig war
und es ihr
deswegen zuzumuten ist, wieder
ihrer ange
stammten
Tätigkeit nachzugehen.
Die angestammte Tätigkeit entspricht ihrem Belastungsprofil, gemäss welchem
nur noch wechselbelastende
Arbeit
en
möglich
sind
,
wobei die Gelegenheit bestehen muss, sich
bei ausgeprägten Schmerzen
kurz hin
zu
legen
und vermehrt Pausen
zu
machen
(Urk.
7/184/
38)
.
Zur
Bemessung des Invalideneinkommens
sind
die Tabellenlöhne der Schweizerischen Lohnstruk
turerhebung (LSE 2016)
heranzuziehen
.
Relevant ist
das
standardisierte
monatli
che Einkommen für
im Finanzwesen tätige Angestellte
(
LSE 2016, Tabelle TA1_t
irage_skill_level, Ziffer 64/66)
im
Kompetenzniveau 2 von Fr.
6’
643
.--. Dieses monatliche Einkommen ist unter Berücksichtigung der durchschnittlichen Arbeitszeit im Jahr
2018
von
41.
6
Stunden pro Woche (vgl. Bundesamt für Sta
tistik, Betriebsübliche Arbeitszeit nach Wirtschaftsabteilungen [NOGA 2008],
in Stunden pro Woche, 2004-2019
,
K 64/66
) sowie der
branchenspezifischen
Nomi
nallohnentwicklung bei Frauen
bis ins Jahr 20
18
(Indexstand
107.5
[2016] auf 109.8
[2018]; vgl.
Tabelle T1.2.10 [Nominallohnindex Frauen, 2011-201
9, K 64-
66
]
)
auf ein Jahreseinkommen hochzurechnen
. D
ieses beträgt Fr.
33’871
.--
bei einem 40 %-
Pensum
(Fr.
6’643
.—x 12 : 40 x 41
.6 : 107.5 x 109.8
x 0.4
)
.
5.4
Allfällige bereits in der Beurteilung der medizinisc
hen Arbeitsfähigkeit enthaltene gesundheitliche
Einschränkungen dürfen nicht zusätzlich in die Bemessung des leidensbedingten Abzuges einfliessen und so zu einer doppelten Anrechnung des
selben Gesichtspunktes führen (Urteil des Bundesgerichts 9C_833/2017 vom 2
0.
April 2018 E. 2.2). Die gesundheitlichen Einschränkungen fanden bereits Ein
gang in
die Beurteilung der
B._
-
Gutachter und führte
n
zum veranschlag
ten Belastungsprofil und der eingesch
ränkten Arbeitsfähigkeit von 40
% in der angestammten Tätigkeit. Ferner ist grundsätzlich ein Abzug vom Tabellenlohn vorzunehmen, wenn ein Versicherter seine Arbeitsfähigkeit nicht vollschichtig umsetzen kann
und dies
e
statistisch gesehen vergleichsweise weniger gut ent
löhnt wird als eine Vollzeittätigkeit. Dies muss
stets mit Blick auf den konkreten Beschäftigungsgrad (40
%) und die zum relevanten Zeitpunkt aktuellen
Werte beurteilt werden. In der für das Jahr
2016
aktualisierten Tabelle des Bundesamtes für Statisti
k (T18, monatlicher Bruttolohn [Zentralwert]
nach Beschäftigungsgrad, berufliche Stellung und Geschlecht) beläuft sich die Differenz des
standardisierten
Monatslohns bei den Werten für
Frauen im
untersten Kade
r
(4)
auf
gerundet 5
% Lohnminderung bei Teilzeit
im Umfang von 40
%
(Fr. 6'050.— [Teilzeitpensum 25-49 %] und Fr. 6'352.— [Pensum 90 % und mehr])
. Damit ergibt sich
eine über
proportionale
Lohneinbusse, sodass ein leidensbedingter Abzug
im Umfang von 5
%
angezeigt ist (vgl.
das
Urteil des Bun
desgerichts 8C_805/2016 vom 22. März 2017 E.
3.1).
Das Invalideneinkommen beträgt somit Fr. 32'177.-- (Fr. 33’871.-- x 0.95).
5.5
Die aus dem Einkommensvergleich resultierende Erwerbsei
n
busse beträg
t dem
nach Fr.
54’718
.—
(
Validenein
kommen
von Fr.
86’895
.--
a
bzüglich Invalidenein
kommen Fr.
32’177
.--), was einem Invaliditätsgrad von
rund
6
3
% entspricht.
5.6
Die
Herabsetzung der bisher ausgerichteten ganzen Rente auf eine
Dreiviertels
rente
erweist sich somit als rechtens.
6.
Nach dem Gesagten
ist
die Beschwerde
unbegründet. Sie ist abzuweisen,
soweit auf sie einzutreten ist
.
7.
Die Kosten d
es Verfahren
s sind auf Fr. 8
00.--
festzulegen und ausgangsgemäss von der Bes
chwerdeführerin zu tragen (Art. 69 Abs.
1
bis
IVG).