# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** c965064f-2913-475c-96d8-6a4c58676c45
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2019
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1963, hat
verschiedene berufliche Ausbildungen – zuletzt eine solche zur Informatikerin – absolviert und war vom
1.
November 2010 bis 3
1.
Januar 2014 in einem 80%-Pensum als Support-Mitarbeiterin bei der
Y._
AG, angestellt (
Urk.
7/5, 7/14 f. und 7/18).
Am
6.
Juni 2014 meldete sie sich unter Hinweis auf eine Depression bei der Invalidenversicherung zum Leis
tungsbezug an (
Urk.
7/6).
Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich,
IV-Stelle,
zog die Akten des Krankentaggeldversicherers bei (
Urk.
7/13) und holte nebst einem Auszug aus dem individuellen Konto (
Urk.
7/15) insbesondere einen Arbeitgeberbericht (Urk. 7/18) sowie Arztberichte ein (
Urk.
7/21, 7/23/1). Mit Schreiben vom
24. September 2014 teilte sie der Versicherten mit, dass keine beruflichen Eingliederungsmassnahmen möglich seien und der Rentenanspruch geprüft werde (
Urk.
7/24).
Nach Kontaktaufnahme durch die Versicherte und deren behandelnden Psychiater (vgl.
Urk.
7/25 f.)
sprach ihr die IV-Stelle mit Schreiben vom
4.
und 1
1.
Dezember 2014 im Rahmen von Frühinterventions
massnahmen Beratung und Unterstützung bei der Stellensuche (Arbeitsvermitt
lung) sowie ein Achtsamkeitstraining zu (
Urk.
7/30, 7/34).
Mit Mitteilung vom 1
6.
Juni 2015 (Urk. 7/50) schloss die IV-Stelle die Arbeitsvermittlung ab, nach
dem die Versicherte die Zusage für eine befristete Tätigkeit in einem 50%-Pensum bei der
Z._
AG, erhalten hatte (
Urk.
7/53).
Dieses Arbeitsverhältnis wurde in der Folge bis zum 3
0.
Juni 2016 verlängert (Urk. 7/62/2).
Ab dem
1.
Juli 2016 nahm die Versicherte bei der
A._
eine Tätigkeit als Betreuerin/Handweberin auf (
Urk.
7/71, 7/99).
Die IV-Stelle holte weitere medizinische Unterlagen ein (
Urk.
7/56, 7/61) und gab bei
Dr.
med.
B._
, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie,
ein psychiatrisches Gutachten in Auftrag, welches am 1
8.
Oktober 2016 erstattet wurde (
Urk.
7/79 und ferner die ergänzende Stellungnahme vom 1
9.
April 2017 [Eingangsdatum,
Urk.
7/88]).
Ausserdem veranlasste sie eine Haushaltabklärung, wobei
die Versicherte für den Gesundheitsfall als zu 100
%
erwerbstätig qualifi
ziert wurde (
Urk.
7/90).
Mit Vorbescheid vom
8.
August 2017 stellte
sie
der Ver
sicherten die Zusprechung einer ganzen Rente für den
befristeten
Zeitraum vom
1.
Dezember 2014 bis 3
1.
August 2015 sowie
einer halben Rente
vom 1.
Septem
ber 2015 bis 3
1.
Dezember 2016 in Aussicht (
Urk.
7/94). Die Versicherte erhob dagegen am 2
5.
September 2017 Einwand (Urk. 7/100), worauf die IV-Stelle am
4.
April 2018 im angekündigten Sinne verfügte (
Urk.
7/104,
7/112, 7/115
[=
Urk.
2]).
2.
Dagegen erhob
X._
am
7.
Mai 2018 Beschwerde mit dem Rechtsbegehren, die
angefochtene Verfügung
bezüglich Rentenanspruch ab
1.
September 2015
sei aufzuheben und
die IV-Stelle sei anzuweisen, ihr ab
genanntem Datum
eine
Drei
viertelsrente
und ab
1.
Oktober 2016 eine halbe Rente auszurichten. Eventualiter sei die Verfügung aufzuheben und die IV-Stelle anzuweisen, den medizinischen Sachverhalt – insbesondere bezüglich zumutbarer Verweistätigkeit –
rechts
genüglich
abzuklären (
Urk.
1 S. 2).
Mit Beschwerdeantwort vom 1
1.
Juni 2018
(
Urk.
6) beantragte die IV-Stelle die Androhung eine
r
reformatio
in
peius
und eventualiter die Abweisung der Beschwerde. Mit Replik vom
4.
Juli 2018 (
Urk.
10) hielt die Versicherte an ihren Rechtsbegehren fest und erachtete insbesondere die Androhung einer
reformatio
in
peius
für nicht angezeigt.
Die IV-Stelle verzichtete in der Folge mit Schreiben vom 2
7.
August 2018 auf das Einreichen einer Duplik (
Urk.
12), worüber die Versicherte mit Verfügung vom
3.
September 2018 in Kenntnis gesetzt wurde (
Urk.
13).
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allge
meinen Teil des
Sozialversicherungsrechts; ATSG
). Sie kann Folge von Geburts
gebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes über
die Invalidenversicherung; IVG
). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgegliche
nen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beein
trächtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen
wieder herstellen
, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie körperliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 8 ATSG bewirken. Rechtsprechungsgemäss ist bei psychi
schen Beeinträchtigungen zu prüfen, ob ein psychischer Gesundheitsschaden mit Krankheitswert besteht, welcher die versicherte Person auch bei Aufbietung allen guten Willens daran hindert, ein rentenausschliessendes Erwerbseinkommen zu erzielen (vgl.
BGE 139 V 547
E. 5,
131 V 49
E. 1.2,
130 V 352
E. 2.2.1; vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_125/2015 vom 1
8.
November 2015 E. 5.4).
Die Annahme eines psychischen Gesundheitsschadens im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG sowie Art. 3 Abs. 1 und Art. 6 ATSG setzt eine psychiatrische, lege
artis
auf die Vorgaben eines anerkannten Klassifikationssystems abgestützte Diagnose voraus (vgl. BGE 143 V 409 E. 4.5.2, 141 V 281 E. 2.1, 130 V 396 E. 5.3 und
E.
6). Eine fachärztlich einwandfrei festgestellte psychische Krankheit ist jedoch nicht ohne weiteres gleichbedeutend mit dem Vorliegen einer Invalidität. In jedem Einzelfall muss eine Beeinträchtigung der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit unabhängig von der Diagnose und grundsätzlich unbesehen der Ätiologie ausge
wiesen und in ihrem Ausmass bestimmt sein. Entscheidend ist die nach einem weitgehend objektivierten Massstab zu beurteilende Frage, ob es der versicherten Person zumutbar ist, eine Arbeitsleistung zu erbringen (BGE 143 V 409 E. 4.2.1, 141 V 281 E. 3.7, 139 V 547 E. 5.2, 127 V 294 E. 4c, je mit Hinweisen; vgl.
Art.
7
Abs.
2 ATSG).
1.4
Die rückwirkend ergangene Verfügung über eine befristete oder im Sinne einer Reduktion abgestufte Invalidenrente umfasst einerseits die Zusprechung der Leis
tung und andererseits deren Aufhebung oder Herabsetzung (BGE 125 V 413 E. 2d; Urteil des Bundesgerichts 8C_780/2007 vom 27. August 2008 E. 2.3; vgl. Meyer/
Reichmuth
, Bundesgesetz über die Invalidenversicherung, 3. Auflage 2014,
Rn
11 zu Art. 30–31). Rechtsprechungsgemäss bildet eine solche Verfügung insgesamt den Anfechtungs- und Streitgegenstand und unterliegt integral der gerichtlichen Prüfung, selbst wenn nur einzelne Punkte davon bestritten sind (vgl. BGE 131 V 164 E. 2.2, 125 V 413 E. 2d; vgl. Urteile des Bundesgerichts 8C_440/2017 vom 25. Juni 2018 E. 5.1 [in BGE 144 V 153 nicht publiziert] und 9C_50/2011 vom 25. Mai 2011 E. 2.1).
Spricht die Verwaltung der versicherten Person eine abgestufte oder befristete Rente zu und wird beschwerdeweise einzig die Abstufung oder die Befristung der Leistungen angefochten, hat dies nicht eine Einschränkung des Gegenstandes des Rechtsmittelverfahrens in dem Sinne zur Folge, dass die unbestritten gebliebenen Bezugszeiten von der Beurteilung ausgeklammert blieben. Die gerichtliche Prü
fung hat vielmehr den Rentenanspruch für den gesamten verfügungsweise gere
gelten Zeitraum und damit sowohl die Zusprechung als auch die Abstufung oder Aufhebung der Rente zu erfassen (BGE 131 V 164 E. 2.2, 125 V 413 E. 2d; Urteile des Bundesgerichts 8C_765/2007 vom 11. Juli 2008 E. 2 und I 526/06 vom 31. Oktober 2006 E. 2.3 mit Hinweisen). Dabei ist in anfechtungs- und streitge
genständlicher Hinsicht irrelevant, ob eine rückwirkende Zusprechung einer abgestuften oder befristeten Invalidenrente in einer oder in mehreren Verfügun
gen gleichen Datums eröffnet wird (BGE 131 V 164 Regeste; Urteil des Bundes
gerichts 8C_489/2009 vom 23. Oktober 2009 E. 4.1 mit Hinweis).
1
.5
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusam
menhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
2.
2.1
In der angefochtenen Verfügung vom
4.
April 2018 (
Urk.
2) zog die Beschwerde
gegnerin zusammengefasst in Erwägung, die medizinischen Abklärungen hätten ergeben, dass die Beschwerdeführerin ab Juli 2013 erheblich in ihrer Arbeitsfä
higkeit eingeschränkt gewesen sei.
Ein Rentenanspruch könne frühestens sechs Monate nach Eingang der Anmeldung zum Leistungsbezug entstehen. Zunächst habe ab Dezember 2014 eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit
vorgelegen, was dem Invaliditätsgrad entspr
ochen habe
. Ab Juni 2015 habe sich der Gesundheitszu
stand verbessert und
der
Beschwerdeführerin
sei eine Tätigkeit
– auch jede, wel
che sie bisher ausgeübt habe –
zu 50
%
zumutbar gewesen. Dies sei ab September 2015 zu berücksichtigen. Im Oktober 2016 sei eine weitere Verbesserung einge
treten; die Arbeitsunfähigkeit habe sich auf 25
%
reduziert. Ab Januar 2017 habe daher kein Rentenanspruch mehr be
standen.
2.2
Die Beschwerdeführerin machte in ihrer Beschwerdeschrift vom
7.
Mai 2018 im Wesentlichen geltend, es könne nicht davon ausgegangen werden, dass sie in ihrer angestammten Tätigkeit im Informatikbereich weiterhin arbeitsfähig sei. Das
dortige Arbeitsumfeld biete nicht die Bedingungen, auf welche sie angewiesen sei.
Für den Zeitraum ab September 2015 sei das
Valideneinkommen
auf Fr. 112'243.95 festzulegen. Das
damals effektiv erzielte
Invalideneinkommen habe
Fr.
36'400.-- betragen. Bei einem Invaliditätsgrad von 68
%
habe demnach ab September 2015 Anspruch auf eine
Dreiviertelsrente
bestanden.
Ab Oktober 2016 habe sich der Invaliditätsgrad bei einem
Valideneinkommen
von Fr. 113'141.90 und einem effektiven Invalideneinkommen von
Fr.
46'800.-- auf 58
%
belaufen, was einen Anspruch auf eine halbe Rente ergebe (
Urk.
1 S. 8 f.).
In Anwendung der Tabellenlöhne ergäbe sich unter Einbezug eines leidensbe
dingten Abzugs von 10
%
gar ein Invaliditätsgrad von 64
%
, und damit ein Anspruch auf eine
Dreiviertelsrente
(
Urk.
1 S. 11).
In Bezug auf den Eventualan
trag
sei anzumerken, dass der
entscheidrelevante
Sachverhalt nicht
rechtsgenüg
lich
abgeklärt worden sei.
Namentlich sei nicht hinreichend abgeklärt worden, ob allenfalls eine Persönlichkeitsstörung mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit vor
liege (
Urk.
1 S. 11 f.).
2.3
Mit Beschwerdeantwort vom 1
1.
Juni 2018 (
Urk.
6) brachte die Beschwerdegeg
nerin vor, dass die Arbeitsunfähigkeit ausschliesslich mit invaliditätsfremden Faktoren begründet worden sei. Folglich sei kein invalidisierender psychischer Gesundheitsschaden ausgewiesen und es sei im Rahmen einer
reformatio
in
peius
festzustellen, dass kein Rentenanspruch bestanden habe. Eventualiter sei die Beschwerde abzuweisen, da die bisherige Tätigkeit in der Informatikbranche der Beschwerdeführerin weiterhin zumutbar sei. Der im Rahmen der Ermittlung des Invaliditätsgrades durchgeführte Prozentvergleich habe daher ein ausreichend zuverlässiges Resultat ergeben.
2.4
In ihrer Replik vom
4.
Juli 2018
(
Urk.
10)
widersprach die Beschwerdeführerin der Argumentation der Beschwerdegegnerin, wonach kein invalidisierender Gesundheitsschaden ausgewiesen
und eine
reformatio
in
peius
angezeigt
sei.
Soweit
psychosoziale Faktoren
zu einer eigentlichen Beeinträchtigung der psy
chischen Integrität führen,
indem
sie einen verselbständigten Gesundheitsscha
den aufrechterhalten oder den Wirkungsgrad seiner Folgen verschlimmern
, sei deren invaliditätsbegründende Wirkung zu bejahen. Der Depression komme im vorliegenden Fall ein eigenständiger Krankheitswert zu.
3.
3.1
Dr.
med.
C._
, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin,
äusserte sich mit Bericht vom
4.
Dezember 2013 dahingehend, dass die Beschwerdeführerin unter einer mittelgradigen depressiven Episode (ICD-10 F32.10) leide. Die Stimmungs
lage sei depressiv, hoffnungslos und ratlos, jedoch nicht suizidal.
Darüber hinaus
sei nebst einem eingeengten Denken eine Antriebslosigkeit sowie ein Verlust der Interessen feststellbar.
Bereits A
nfang Juni 2013 habe die Beschwerdeführerin über Gereiztheit, Perspektivlosigkeit, Energiemangel sowie ausbleibende Erho
lung und Einschlafstörungen aufgrund ihrer Situation am Arbeitsplatz mit Span
nungen zwischen ihr und der Geschäftsleitung geklagt. Ab dem 2
5.
August 2013 habe die Arbeitsfähigkeit auf 50
%
gesteigert werden können. Der Beschwerde
führerin sei bei guter Prognose die Inanspruchnahme einer psychiatrischen Behandlung empfohlen worden (
Urk.
7/21/8 f.).
3.
2
Mit Bericht vom 1
9.
Februar 2014 stellte
Dr.
med.
D._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, die Diagnose einer mittelgradigen Depression.
Die Beschwerdeführerin leide unter Gedankenkreisen, Verarmung des Antriebs und selbstentwertenden Gedanken. Die Konflikte am Arbeitsplatz hätten zuge
nommen
und infolge einer Eskalation sei das Selbstwertgefühl zusammengebro
chen. Seit dem 1
3.
Januar 2014 bestehe eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit (
Urk.
7/13/7 f.).
Am 2
7.
Juni 2014 teilte
Dr.
D._
mit, dass kaum eine Besserung des Gesund
heitszustandes eingetreten sei. Trotz entsprechender Medikation klage die Beschwerdeführerin über massive Ein- und Durchschlafstörungen. Zudem ermüde sie rasch und leide insbesondere unter häufigen Kopfschmerzen, selbstentwerten
den Gedanken sowie Interesse- und Lustlosigkeit. Es liege weiterhin eine gänzli
che
Arbeitsunfähigkeit vor (
Urk.
7/21/6
f.).
Zum selben Schluss gelangte
Dr.
D._
auch in seinem Verlaufsbericht vom 2
3.
Oktober 2014 (
Urk.
7/61/11 f.).
Zuvor hatte er die IV-Stelle telefonisch am 1
4.
Oktober 2014 darüber orien
tiert, das für Integrationsmassnahmen von einer 20%igen Arbeitsfähigkeit aus
gegangen werden könne (
Urk.
7/26).
In seinem Bericht vom 2
7.
Februar 2015 stellte
Dr.
D._
nach wie vor die Diagnose einer mittelschweren Depression (ICD-10 F32). Differentialdiagnostisch liege aufgrund der starken Müdigkeit ein
Chronique
Fatigue
Syndrom vor. Seit dem
2.
Februar 2015 bestehe noch eine 75%ige Arbeitsunfähigkeit (
Urk.
7/61/3 f.).
Mit Bericht vom 3
0.
November 2015 ging
Dr.
D._
sodann noch von einer seit Juni 2015 bestehenden 50%igen Arbeitsunfähigkeit aus. Es liege ein
chroni
fiziertes
Erschöpfungssyndrom mit depressiven Anteilen bei Status nach mona
telanger mittelschwerer Depression vor. Ferner
sei
eine Ermüdung durch Interak
tionsprobleme (ICD-10 F62.9)
zu diagnostizieren
, welche wahrscheinlich auf einer
vorbestehenden mittelschweren Persönlichkeitsstörung beruhe (ICD-10 F60.8).
Die aktuelle Beschäftigung in einem 50%-Pensum fordere die gesundheitlichen Ressourcen der Beschwerdeführerin maximal, s
ei aber dennoch geeignet, um das vorhandene Potential
zu trainieren und
zu
erhalten (
Urk.
7/58).
3.4
Dr.
B._
stellte in ihrem psychiatrischen Gutachten vom 1
8.
Oktober 2016 fol
gende Diagnose mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit (
Urk.
7/79/6):
-
rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig leichte Episode bezie
hungsweise Restsymptomatik einer mittelgradigen depressiven Episode (ICD-10 F33.0)
.
Anlässlich der Exploration habe die Beschwerdeführerin berichtet, dass ihre heu
tigen Probleme im Sommer 2013 begonnen hätten. Am damaligen Arbeitsplatz sei es zunehmend zu Spannungen gekommen; Versprechen seien nicht eingehal
ten worden. Sie habe sich vermehrt ausgenützt gefühlt und habe nicht mehr abschalten können. Sie habe sich zurückgezogen, sich für nichts mehr interes
siert, immer mehr an Schlafstörungen gelitten und massiv an Gewicht zugenom
men. Auch die Konzentration habe nachgelassen und sie habe sich immer weniger leistungsfähig gefühlt. Ihre Stimmung sei hoffnungslos und niedergeschlagen gewesen. Insgesamt sei es das Arbeitsumfeld und nicht die Arbeit in der Infor
matik an sich, die sie belastet habe. Ab Anfang 2014 habe sie eine psychiatrisch-psychotherapeutische Behandlung bei
Dr.
D._
in Anspruch genommen.
Aktuell arbeite sie an drei ganzen Tagen in einem Textilatelier, wo sie behinderte Menschen betreue. Dies bringe sie an die Grenzen ihrer Kraft und sie benötige die restlichen vier Tage der Woche, um sich zu erholen und um ihre privaten Ange
legenheiten zu regeln. Ihren Haushalt könne sie noch bewältigen, nicht aber zusätzliche Aufgaben. Sie leide nach wie vor unter chronischen Schlafstörungen mit einem verschobenen Schlafrhythmus. Sie schlafe nachts etwa drei bis vier Stunden und fühle sich danach leer, unkonzentriert und nicht leistungsfähig. Wenn sie länger schlafe, fühle sie sich tagsüber jedoch depressiv. Sie leide auch nach wie vor unter einer niedergeschlagenen Stimmung; der Antrieb sei ebenfalls noch vermindert (
Urk.
7/79/3 f.).
Im psychopathologischen Befund sei die Beschwerdeführerin gemäss
Dr.
B._
bewusstseinsklar und allseits orientiert gewesen. Auffassung, Aufmerksamkeit, Konzentration und Gedächtnisfunktion seien im Laufe des Gesprächs nicht auf
fällig beeinträchtigt gewesen. Das formale Denken habe sich kohärent, aber umständlich dargestellt; teilweise habe sich der Gedankenfaden verloren.
Die Grundstimmung sei misstrauisch gewesen, was sich dadurch gezeigt habe, dass die Beschwerdeführerin recht verschlossen gewesen sei und nur sehr zurückhal
tend
Informationen gegeben habe. Hinweise auf Zwänge, Wahn, Sinnestäuschun
gen oder Ich-Störungen hätten sich nicht eruieren lassen. Affektiv habe die
Beschwerdeführerin niedergeschlagen,
dysphorisch
, leicht gereizt
, ratlos
und ver
mindert schwingungsfähig gewirkt.
Das Selbstwertgefühl wie auch der Antrieb und die Psychomotorik seien reduziert gewesen. Es bestehe noch ein sozialer Rückzug, wobei sich dies im Lauf der Krankheitsentwicklung gebessert habe. Anhaltspunkte für Fremd- oder Selbstgefährdung hätten sich nicht ergeben (
Urk.
7/79/4 f.).
Subjektiv und objektiv handle es sich um eine depressive Episode im Rahmen eines Arbeitskonfliktes und einer beruflichen Überlastungssituation. Diese äussere sich in depressiver
, hoffnungsloser Stimmung, Interessen- und Freudeverlust, Vernachlässigung von Freizeitaktivitäten, vermindertem Antrieb und starker Ermüdbarkeit, Schlafstörungen, Gedankenkreisen, Verlust von Selbstvertrauen, verminderter Konzentration und starker Gewichtszunahme. Im Verlauf der Behandlung sei es zu einer Besserung gekommen, wobei nach wie vor ausge
prägte Schlafstörungen bestünden und auch das Aktivitätsniveau von früher bei Weitem noch nicht wieder habe erreicht werden können. Die Beschwerdeführerin arbeite 60
%
und benötige die übrige Zeit, um sich zu erholen und
um
ihren Haushalt zu erledigen. Hinweise für eine Persönlichkeitsakzentuierung oder autistische Züge hätten im Rahmen der Begutachtung nicht festgestellt werden können. Diese würden allerdings möglicherweise auch erst in einer längeren the
rapeutischen Beziehung deutlich werden. Da die Beschwerdeführerin jedoch über viele Jahre beruflich funktioniert habe und im Stande gewesen sei, ihr Leben selbständig und zufriedenstellend zu gestalten, könne davon ausgegangen
wer
den, dass es sich hierbei nicht um schwere oder beeinträchtigende Störung
en handeln würde (
Urk.
7/79/6).
Vor diesem Hintergrund sei auf eine leichte Beeinträchtigung bei der Planung und Strukturierung von Aufgaben zu schliessen. Die Flexibilität und Umstel
lungsfähigkeit sei ebenfalls nur leichtgradig beeinträchtigt.
Die Fähigkeit zur Anwendung der fachlichen Kompetenzen sei nicht eingeschränkt. In einer Tätig
keit unter Zeit- oder Leistungsdruck oder mit wechselhaften Anforderungen oder Inhalten liege jedoch eine mittelgradige Beeinträchtigung vor.
Die
Entschei
dungs
- und Urteilsfähigkeit sei demgegenüber weitgehend erhalten. Lediglich unter Druck habe die Beschwerdeführerin Mühe, aus den gegebenen Fakten sach
gerechte Schlussfolgerungen zu ziehen
. Die Durchhaltefähigkeit sei jedoch beein
trächtigt. Die Beschwerdeführerin könne in keiner beruflichen Tätigkeit über ein normales Pensum die volle Leistung erbringen. Sie benötige unverhältnismässig viel Zeit zur Erholung. Die Selbstbehauptungsfähigkeit sei nicht beeinträchtigt, was grundsätzlich auch
für die Zusammenarbeit in Gruppen gelte.
Vor diesem Hintergrund sei die medizinisch-theoretische Arbeitsfähigkeit aus psychiatrischer Sicht für alle zumutbaren
erwerblichen
Tätigkeiten
– wozu auch alle erlernten
Berufe zählen würden –
auf etwa 70-80 % festzulegen, verteilt auf vier bis fünf Tage pro Woche. Durch die langen Arbeitstage mit langem Arbeitsweg sei die Beschwerdeführerin
in dem von ihr derzeit ausgeübten
60%-Pensum ausgelastet. Mit einer Verteilung des Pensums über mehrere Tage wäre sie entlastet und ver
mutlich auch etwas belastbarer (
Urk.
7/79/6 f.).
Retrospektiv habe von Juni 2013 bis Juni 2015 eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit vorgelegen. Von Juni 2015 bis September 2016 habe sich diese auf 50
%
belaufen
und danach habe weiterhin eine Arbeitsunfähigkeit von 20-30 % bestanden
(
Urk.
7/88).
4.
4.1
Als medizinische Grundlage für die angefochtene Verfügung diente in erster Linie das psychiatrische Gutachten von
Dr.
B._
vom 1
8.
Oktober 2016, weshalb zunächst auf dessen Beweiswert einzugehen ist.
Die Expertise basiert auf einer umfassenden psychiatrischen Untersuchung und wurde in detaillierter Kenntnis der
Vorakten
erstellt (
Urk.
7/79/1 ff.). Die Beschwerdeführerin konnte gegenüber
Dr.
B._
ihre aktuellen Beschwerden schildern und wurde von
dieser zu verschiedenen Themenbereichen wie dem Krankheitsverlauf und
dem gewöhnlichen Tagesablauf befragt (
Urk.
7/79/3 f.). Die geklagten Leiden fanden sodann im Rahmen der Feststellung der Diagnosen Berücksichtigung, wobei sowohl diese als auch die aus medizinischer Sicht resul
tierenden Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit dargelegt und erläutert wurden (
Urk.
7/79/6 f.). In ihre Beurteilung bezog die Sachverständige zudem die voran
gegangenen ärztlichen Unterlagen mit ein, insbesondere zwecks retrospektiver Einschätzung der Arbeitsfähigkeit (
Urk.
7/79/5, 7/88). Insgesamt erfüllt das psy
chiatrische Gutachten somit die vom Bundesgericht festgelegten formellen Krite
rien für eine beweiswerte medizi
nische Expertise (vgl. E. 1.5
)
.
4.2
Dies stellen die Parteien grundsätzlich auch nicht in Frage.
Soweit die Beschwer
deführerin
eventualiter weitere psychiatrische Abklärungen für notwendig erach
tet (vgl.
Urk.
1 S. 11 f.), kann ihr nicht beigepflichtet werden. Unter Berücksich
tigung der von ihr erhobenen Befunde sowie der
Ergebnisse der testpsychologi
schen Untersuchung hielt
Dr.
B._
zwar fest, dass eine Persönlichkeitsstörung nicht ausgeschlossen werden könne
und eine solche möglicherweise erst in einer längeren therapeutischen Beziehung deutlich würde
. Allerdings gelangte sie auch zur Auffassung,
dass das Persönlichkeitsprofil weitgehend der Alters- und Geschlechtsnorm entspreche.
Der
klinische Eindruck während der Exploration habe
ebenfalls
keine deutlichen Hinweise auf eine Persönlichkeitsakzentuierung
beziehungsweise -
störung ergeben (
Urk.
7/79/5
f.
).
Angesichts dieser Ausführun
gen ist mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass
die
Beschwerdeführerin aufgrund ihres Persönlichkeitsprofils nicht in ihrer Arbeits
fähigkeit beeinträchtigt ist.
Dies gilt umso mehr, als Dr.
B._
zu Recht festhielt, dass die Beschwerdeführerin über viele Jahre beruflich funktioniert habe und im Stande gewesen sei, ihr Leben selbständig zu gestalten (
Urk.
7/79/6). Es fehlen somit Anhaltspunkte dafür, dass sich eine bereits in der Kindheit oder Jugend auf
getretene
Persönlichkeitsstörung nun im Erwachsenenalter manifestiert
hätte
, was gemäss den diagnostischen Leitlinien nach ICD-10 indes vorausgesetzt wäre (vgl.
Dilling
/
Mombour
/Schmidt [Hrsg.],
Internationale
Klassifikation psychischer Störungen, ICD-10 Kapitel V [F], Klinisch-diagnostische Leitlinien, 10. Auflage, 2015, S. 277; vgl. ferner Urteile des Bundesgerichts 8C_71/2017 vom 20. April 2017 E. 9 und 8C_882/2017 vom 9. Mai 2018 E. 3.3.2).
Daran vermag auch nichts zu ändern, dass
Dr.
D._
erstmals mit Bericht vom 3
0.
November 2015 eine Ermüdung durch Interaktionsprobleme diagnostizierte,
welche
«wahrscheinlich» auf einer vorbestehenden mittelschweren Persönlichkeitsstörung basiere (
Urk.
7/58/1), zumal es diesbezüglich
sowohl an objektiven Befunden als auch an
einer näheren Begründung mangelt.
5.
5.1
Zu prüfen ist,
ob auf die
von Dr.
B._
grundsätzlich für alle zumutbaren erwerb
lichen Tätigkeiten
attestierte Arbeitsfähigkeit von 70-80
%
abgestellt werden kann
(
Urk.
7/79/7)
.
In diesem Zusammenhang ist vorab festzuhalten, dass das Bundesgericht
in BGE 143 V 418
erkannt hat, dass grundsätzlich sämtliche psy
chischen Leiden einem strukturierten Beweisverfahren nach BGE 141 V 281 zu unterziehen sind.
In intertemporalrechtlicher Hinsicht ist sinngemäss wie in BGE 137 V 210 (betref
fend die rechtsstaatlichen Anforderungen an die medizini
sche Begutach
tung) vorzugehen. Nach diesem Entscheid verlieren gemäss altem Verfahrens
standard eingeholte Gutachten nicht per se ihren Beweiswert. Viel
mehr ist im Rahmen einer gesamthaften Prüfung des Einzelfalls mit seinen spe
zifischen
Ge
gebenhei
ten und den erhobenen Rügen entscheidend, ob ein abschliessendes Abstellen auf die vor
handenen Beweisgrundlagen vor Bundes
recht standhält (BGE a.a.O. E. 6 in
initio
). In sinngemässer Anwendung der nun
mehr materiell-beweisrechtlich geänderten Anforderungen ist in jedem einzelnen Fall zu prü
fen, ob die beige
zogenen admi
nistrativen und/oder gerichtlichen Sach
verständi
gen
gutachten
– gegebenenfalls im Kontext mit weiteren fachärztlichen Berich
ten – eine schlüs
sige Beurteilung im Lichte der massgeblichen Indikatoren er
lauben oder nicht. Je nach Abklärungstiefe und -dichte kann zudem unter Um
ständen eine punktuelle Ergänzung genügen (BGE 141 V 281 E. 8).
5.2
Die für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit bei psychischen Erkrankungen im Regelfall beachtlichen Standardindikatoren (BGE 143 V 418, 143 V 409, 141 V 281) hat das Bundesgericht wie folgt systemati
siert (BGE 141 V 281 E. 4.3.1):
-
Kategorie «funktioneller Schweregrad» (E. 4.3)
-
Komplex «Gesundheitsschädigung» (E. 4.3.1)
-
Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde (E. 4.3.1.1)
-
Behandlungs- und Eingliederungserfolg oder -resistenz (E. 4.3.1.2)
-
Komorbiditäten (E. 4.3.1.3)
-
Komplex «Persönlichkeit» (Persönlichkeitsdiagnostik, persönliche Res
sourcen, E. 4.3.2)
-
Komplex «Sozialer Kontext» (E. 4.3.3)
-
Kategorie «Konsistenz» (Gesichtspunkte des Verhaltens, E. 4.4)
-
gleichmässige Einschränkung des
Aktivitätenniveaus
in allen vergleich
baren Lebensbereichen (E. 4.4.1)
-
behandlungs- und eingliederungsanamnestisch ausgewiesener Leidens
druck (E. 4.4.2)
Beweisrechtlich entscheidend ist der verhaltensbezogene Aspekt der Konsistenz (BGE 141 V 281 E. 4.4; vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_604/
2017 vom 15. März 2018 E. 7.4).
5
.3
Dies
e Standardindikatoren erlauben –
unter Berücksichtigung leistungshindern
der
äusserer
Belastungsfaktoren einerseits und Kompensationspotenzialen (Res
sourcen) anderseits –
das tatsächlich erreichbare Leistungsvermögen einzu
schät
zen (BGE 141 V 281 E. 3.4-3.6 und E. 4.1; vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_260/2017 vom 1. Dezember 2017 E. 4.2.3). Die Anerkennung eines rentenbe
gründenden Invaliditätsgrades ist nur zulässig, wenn die funktionellen Auswir
kungen der medizinisch festgestellten gesundheitlichen Anspruchsgrundlage im Einzelfall anhand der Standardindikatoren schlüssig und widerspruchsfrei mit (zumindest) überwiegender Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sind. Fehlt es daran, hat die Folgen der Beweislosigkeit (nach wie vor) die materiell beweisbe
lastete versicherte Person zu tragen (BGE 141 V 281 E. 6; 141 V 547 E. 2
).
5.4
5.4.1
Zum Komplex «Gesundheitsschädigung» ist festzuhalten, dass Dr.
B._
eine rezidivierende de
pressive Störung bei
gegenwärtig leicht
er
Episode
,
beziehungs
weise Restsymptomatik einer mittelgradigen depressiven Episode (ICD-10 F33.0)
diagnostizierte
.
Dies steht im Einklang mit den von
ihr
erhobenen Befunden.
So waren insbesondere noch Einschränkungen im affektiven Bereich feststellbar.
Zudem waren der Antrieb, die Psychomotorik sowie das Selbstwertgefühl redu
ziert.
In Bezug auf die mnestischen Fähigkeiten zeigten sich demgegenüber wei
testgehend keine Beeinträchtigungen
(
Urk.
7/79/4 f.)
.
Der von der psychiatrischen Sachverständigen diagnostizierten depressiven Stö
rung ist ein leichter Schweregrad inhärent.
Entscheidend und zusätzlich zu prüfen ist rechtsprechungsgemäss allerdings, ob nach den übrigen Standardindikatoren auf einen funktionellen Schweregrad der psychischen Störung zu schliessen ist, der sich nach dessen konkreten Auswirkungen und insbesondere danach beur
teilt, wie stark die versicherte Person in sozialen, beruflichen oder anderen wich
tigen Funktionsbereichen dadurch beeinträchtigt ist (BGE 143 V 418 E. 5.2.3).
5.4.2
Zum Indikator der Therapieresistenz ist zunächst anzumerken, dass allein die feh
lende Ausschöpfung aller Behandlungsmöglichkeiten nicht mehr ausreicht, um einen invalidisierenden Gesundheitsschaden zu verneinen. Allerdings gilt es auch in Nachachtung der aktuellen bundesgerichtlichen Praxis zu berücksichti
gen, dass in Bezug auf die depressive Störung keine Therapieresistenz vorliegt.
Einer
seits äusserten sich weder der behandelnde Psychiater noch die Gutachterin in diesem Sinne.
Andererseits
ist ausgewiesen, dass die Symptome der zunächst als mittelgradig eingestuften depressiven Störung im Verlauf reduziert werden konn
ten, was zu einer Steigerung der Arbeitsfähigkeit und letztlich auch zu einer Ver
ringerung der Behandlungsintensität auf etwa eine psychiatrische Sitzung pro Monat führte (
Urk.
7/79/4).
Zum Eingliederungserfolg respektive zur Eingliederungsresi
stenz ist festzuhalten, dass der
Beschwerdeführerin
am
4.
Dezember 2014 Eingliederungsmassnahmen in Form einer Arbeitsvermittlung zugesprochen wurden (
Urk.
7/30), an welchen sie auch teilnahm.
Im weiteren Verlauf erhielt sie eine Zusage für eine befristete
, zunächst sechsmonatige
Anstellung in einem 50%-Pensum bei der
Z._
AG, welche aufgrund gesundheitlicher und beruflicher Stabilisierung auch verlängert wurde (
Urk.
7/53, 7/62).
Ab Juli 2016 nahm die Beschwerdefüh
rerin eine Tätigkeit als Betreuerin und Handweberin in einem 60%-Pensum bei der
A._
auf (
Urk.
7/71, 7/99).
Vor diesem Hintergrund kann nicht
auf eine
Eingliederungsresistenz g
eschlossen
werden.
5.4.3
In Bezug auf den Indikator «Komorbiditäten» ist zu bemerken, dass weder
soma
tische noch psychische Begleiterkrankungen vorliegen, welche die depressive Stö
rung
respektive deren Schweregrad
negativ beeinflussen.
5.4.4
Was den Komplex «Persönlichkeit» anbela
ngt, gilt es zu beachten, dass
mit über
wiegender Wahrscheinlichkeit weder eine Persönlichkeitsakzentuierung noch eine -störung vorliegt (vgl. E. 4.2).
Auch die von
Dr.
D._
zwischenzeitlich mit Bericht vom 2
4.
Juni 2014 erwähnten autistischen Züge, welche von ihm infolge
der depressiven Überlagerung nur schwer
zu verifizieren
waren
(Urk. 7/21/6), konnte die Gutachterin nicht
objektivieren
(
Urk.
7/79/6).
5.4.5
Zum soziale
n Lebenskontext äusserte sich d
ie
Beschwerdeführerin
anlässlich der Begutachtung
dahingehend, dass
sie allein lebe, aber über einen guten – wenn auch über
schaub
aren – Freundeskreis verfüge, der auch heute noch intakt sei. Zudem kümmere sie sich um ihren betagten Vater (
Urk.
7/79/3 f.).
Aus den Akten geht ausserdem hervor, dass
sich die Beschwerdeführerin bis zum Tod ihrer Mut
ter im November 2014 auch um jene gekümmert hat (
Urk.
7/14/2, 7/28/2 und 7/51/2 f.).
Darüber hinaus scheint sie eine
partnerschaftliche
Beziehung zu führen (
Urk.
7/51/5)
.
Jedenfalls ist ein erheblicher krankheitsbedingter Rückzug
nicht ausgewiesen, zumal hinzukommt, dass die Beschwerdeführerin auch im Rahmen ihrer Tätigkeit als Betreuerin sowohl mit Arbeitskollegen als auch mit den von ihr zu betreuenden Personen in Kontakt steht
. Insgesamt
verfügt
sie somit
über ein
stabiles
Beziehungsnetz, das sich potentiell günstig auf ihre Ressourcen aus
wirkt
.
5.4.6
In Bezug auf die beweisrechtlich entscheidende Kategorie «Konsistenz» ist festzu
halten, dass
keine gleichmässige Einschränkung des Aktivitätsniveaus in allen vergleichbar
en Lebensbereichen vorliegt. Die
Beschwerdeführer
in
ist in der Lage,
ihren
Haushalt
zu führen und ihre privaten Angelegenheiten zu erledigen
, wobei zu berücksichtigen ist, dass sie viel Zeit zur Erholung von ihrer beruflichen Tätigkeit benötigt und keine Energie für zusätzliche Aufgaben wie das Einrichten der Wohnung hat. Sie verfügt insgesamt aber über eine
feste
Tagesstruktur, wobei sie in ihrer Freizeit webt, sich um ihren Vater kümmert und freundschaftliche Beziehungen pflegt (
Urk.
7/79/4).
Auf einen behandlungsanamnestisch ausgewiesenen Leidensdruck kann zumin
dest ab dem Zeitpunkt der Begutachtung nicht mehr geschlossen werden. Im Gegensatz zu den vorangegangenen Jahren
(vgl.
Urk.
7/58/2) nahm die Beschwerdeführerin nur noch etwa einmal monatlich eine ambulante psychiatri
sche Behandlung bei
Dr.
D._
in Anspruch. Darüber hinaus griff sie unter Hin
weis auf Unverträglichkeiten nicht mehr auf Antidepressiva, sondern nur noch auf pflanzliche Heilmittel zurück
(
Urk.
7/79/4).
5.4.7
Zusammenfassend ist in Anbetracht der geprüften Standardindikatoren und deren Gesamtwürdigung festzuhalten, dass fraglich erscheint, ob
aus rechtlicher Sicht
spätestens ab dem Zeitpunkt der Begutachtung
überhaupt
noch
von
einem inva
lidisierenden Gesundheitsschaden
gesprochen werden kann. Dies gilt umso mehr, als in Nachachtung der bundesgerichtlichen Rechtsprechung grundsätzlich nur schwere psychische Störungen mit schweren Auswirkungen in wichtigen Funkti
onsbereichen invalidisierend sein können (BGE 143 V 418 E. 5.2.2, Urteil des
Bundesgerichts 9C_303/2018 vom 3
0.
August 2018 E. 4.1).
Es liegen namentlich weder schwerwiegende objektive Befunde vor, noch sind eine Therapieresistenz oder Komorbiditäten ausgewiesen. Der Persönlichkeitsstruktur ist ebenfalls keine
ressourcenhemmende Wirkung beizumessen. Im Weiteren ist
zumindest ab dem Zeitpunkt der Begutachtung
kein erheblicher krankheitsbedingter sozialer Rück
zug
mehr
erkennbar und das Aktivitätsniveau der Beschwerdeführerin ist
auch
nicht schwerwiegend eingeschränkt.
5.5
Unabhängig von den obigen Ausführungen ist mit Blick auf die Standardindika
toren jedenfalls nachvollziehbar, dass Dr.
B._
ab Oktober 2016 eine Arbeitsfä
higkeit von 70-80 % attestierte. Sie hielt explizit fest, dass diese Einschätzung für sämtliche von der Beschwerdeführe
rin erlernten Tätigkeiten gelte. Insbesondere sei eine Tätigkeit im Informatikbereich in einem leidensangepassten Arbeitsum
feld weiterhin zumutbar (
Urk.
7/79/7, 7/88).
Diese Beurteilung
steht
zum einen
mit den Äusserungen der Beschwerdeführerin
in Einklang
, wonach sie die frühere Arbeitsplatzsituation und nicht die Arbeit in der Informatikbranche an sich als belastend empfunden habe (
Urk.
7/79/4).
Auch im Gespräch mit den Verantwort
lichen der IV-Stelle gab die Beschwerdeführerin an, dass sie grundsätzlich, sofern das Umfeld stimme, sehr gerne im [IT-]Support tätig sei (
Urk.
7/51/3).
Zum ande
ren
ist die Einschätzung der Gutachterin auch mit
den
von ihr beschriebenen funktionellen Einschränkungen vereinbar
, welche eine ruhige, über
schaub
are Arbeit mit viel Routine und ohne Leistungs- und Zeitdruck mit Verantwortung für eine geringe Anzahl von Personen bedingen (
Urk.
7/79/6 f.).
Da im Leistungs
bereich der Invalidenversicherung von einem ausgeglichenen Arbeitsmarkt aus
zugehen ist, welcher von seiner Struktur her einen Fächer verschiedenartiger Stel
len offenhält, und zwar sowohl bezüglich der dafür verlangten beruflichen und intellektuellen Voraussetzungen wie auch hinsichtlich des körperlichen Einsatzes (BGE 110 V 273 E. 4b; ZAK 1991 S. 320 f. E. 3b; Urteile des Bundesgerichts 9C_830/2007 vom 29. Juli 2008 E. 5.1 und 9C_192/2014 vom 23. September 2014 E. 3.1, je mit Hinweisen), ist mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass die Beschwerdeführerin ihre Restarbeitsfähigkeit auch im angestammten Informatikbereich verwerten kann.
Entgegen der Argumentation der Beschwerdeführerin (
Urk.
1 S. 7 ff.) bestand angesichts dieser Umstände keine Veranlassung zur Durchführung eines Einkom
mensvergleichs.
Dieser erübrigt sich ausgehend vom Mittelwert (vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_730/2012 vom
4.
Juni 2013 E. 4.2) einer 75%igen Arbeitsfä
higkeit in den angestammten Tätigkeitsbereichen ab Oktober 2016, da das Vali
den- und Invalideneinkommen gestützt auf die selbe Bemessungsgrundlage und der Invaliditätsgrad anhand eines Prozentvergleichs zu bestimmen
sind
(
vgl.
Urteil des Bundesgerichts 8C_463/2012 vom 3. August 2012 E. 4.2
). Der Invali
ditätsgrad liegt demnach bei nicht rentenbegrü
ndenden 25
%
(vgl. E. 1.2). Die Beschwerdegegnerin befristete den Rentenanspruch unter Berücksichtigung von
Art.
88a
Abs.
1 der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV), wonach eine Verbesserung der Erwerbs
fähi
gkeit zu berücksichtigen ist, sobald sie ohne wesentliche Unterbrechung drei Monate gedauert hat, zu Recht bis zum 3
1.
Dezember 2016.
Auf der Grundlage der retrospektiven Beurteilung der Arbeitsfähigkeit durch die Gutachterin, welche im Wesentlichen mit derjenigen des behandelnden Psychia
ters übereinstimmt (vgl.
Urk.
7/79/5, 7/88)
, legte die Beschwerdegegnerin den Invaliditätsgrad ab Dezember 2014 – dem Zeitpunkt des frühestmöglichen Ren
tenbeginns (vgl.
Art.
29
Abs.
1 IVG)
–
ebenfalls zu
Recht mittels Prozentver
gleich
s
fest.
Bei einem Invaliditätsgrad von 100
%
bestand in Anwendung von
Art.
88a
Abs.
1 IVV vom
1.
Dezember 2014 bis 3
1.
August 2015 Anspruch auf eine ganze Rente und in der Folge bei einem Invaliditätsgrad von 50
%
bis zum 3
1.
Dezember 2016 noch Anspruch auf eine halbe Rente.
6.
Abschliessend bleibt auf die von der Beschwerdegegnerin in der Beschwerdeant
wort vom 1
1.
Juni 2018 (
Urk.
6) geforderte Androhung einer
reformatio
in
peius
einzugehen.
Selbst wenn die Beschwerdeführerin die Verfügungen vom
4.
April 2018 nur insoweit angefochten hat, als sie ab September 2015 die Zusprechung einer höheren und unbefristeten Rente verlangt, sind die unbestrittenen Teilaspekte
– namentlich der vom
1.
Dezember 2014 bis 3
1.
August 2015 bejahte Anspruch auf eine ganze Rente –
nicht der richterlichen Überprüfung entzogen (vgl.
E. 1.4
).
Eine
reformatio
in
peius
setzt auch nicht voraus, dass der angefochtene Entscheid zweifellos unrichtig und dessen Korrektur von erheblicher Bedeutung ist (BGE 144 V 153 E. 4.2.4).
Vorliegend besteht allerdings kein Anlass, die befristete Rentenzusprechung in Frage zu stellen. Soweit die Beschwerdegegnerin in der Beschwerdeantwort auf psychosoziale Belastungsfaktoren hinweist,
ist ihr zwar beizupflichten, dass jene wohl die Hauptursache für den Ausbruch der depressiven Störung
ab Sommer 2013
bildeten.
So empfand die Beschwerdeführerin die Arbeitssituation bei der
Y._
AG
über Jahre hinweg
als sehr belastend
, da es
wiederholt
zu Konflikten mit dem Vorgesetzten kam (vgl.
Urk.
7/13/7, 7/13/11, 7/51/2 und 7/79/3)
.
Trotz Verlassens der Arbeitsstelle am
6.
Januar 2014 (vgl.
Urk.
7/18/1) und Inanspruch
nahme einer psychiatrischen Behandlung (vgl.
Urk.
7/13/7) verbesserte sich die
gesundheitliche Situation der Beschwerdeführerin indes in der Folge über meh
rere Monate nicht wesentlich und nachhaltig.
Vielmehr w
urde eine Intensivierung der Therapie erforderlich und
eine psychiatrische Sitzung
nicht mehr nur alle 14 Tage, sondern einmal in der Woche durchgeführt (vgl. Urk.
7/58/2, 7/61/11 und 7/61/19
).
Ferner suchte die Beschwerdeführerin Unterstützung bei einer Kör
pertherapeutin (vgl.
Urk.
7/79/5).
Dies sind deutliche Anhaltspunkte dafür, dass sich die psychische Erkrankung verselbständigte
, weshalb ihr
–
auch
in Anbe
tracht der fachärztlich
eindeutig gestellten
Diagnose
–
mit überwiegender Wahr
scheinlichkeit eine invaliditätsbegründende Wirkung zukam (vgl. Urteile des Bundesgerichts 9C_140/2014 vom
7.
Januar 2015 E. 3.3 und 9C_537/2011 vom 2
8.
Juni 2012 E. 3.2, jeweils mit Hinweisen).
Die Androhung einer
reformatio
in
peius
rechtfertigt sich
darüber hinaus
auch vor dem Hintergrund nicht, dass die retrospektive Einschätzung der Arbeitsfähigkeit durch
Dr.
B._
eher wohlwol
lend ausgefallen ist.
Insbesondere liess sie
unbeachtet
, dass
Dr.
D._
im Okto
ber 2014 eine Arbeitsfähigkeit von 20
%
attestierte (Urk. 7/26). Dies galt indes einerseits nur für Eingliederungsmassnahmen und andererseits hätte auch das Abstellen auf diese Arbeitsfähigkeit nichts am Invaliditätsgrad von über 70
%
und dem Anspruch auf eine ganze Rente geändert.
Im Übrigen vermag die Beschwerdegegnerin auch aus dem Umstand, dass die Beschwerdeführerin bis Juni 2014 eine Weiterbildung im Bereich Informatik absolviert hat, nichts zu ihren Gunsten abzuleiten. Die Kurse fanden gemäss
– unbestritten gebliebenen –
Angaben der Beschwerdeführerin jeweils alle zwei Wochen an einem Nachmittag statt (
Urk.
10 S. 2), was folglich die rückwirkende Beurteilung der Arbeitsfähigkeit nicht in relevanter Weise in Zweifel zu ziehen vermag.
Ohnehin betraf die Wei
terbildung einen Zeitraum, für welchen
ein Anspruch auf
Rentenleistungen
nicht zur Debatte st
eht
.
Gesamthaft
rechtfertigt es sich
aus den genannten Gründen
,
von der Androhung einer
reformatio
in
peius
abzusehen.
7.
Zusammenfassend hat die Beschwerdegegnerin der Beschwerdeführerin
mit Ver
fügungen vom
4.
April 2018
zu Recht
vom 1. Dezember 2014 bis 3
1.
August 2015 eine ganze und vom 1. September 2015 bis 3
1.
Dezember 2016 eine halbe Rente der Invalidenversicherung zugesprochen. Ab Januar 2017
bestand mangels eines Invaliditätsgrades von mindestens 40
%
kein Rentenanspruch mehr.
Da entgegen dem Eventualantrag der Beschwerdeführerin auch keine weiteren medizinischen Abklärungen angezeigt sind
(antizipierte Beweiswürdigung; BGE 124 V 90 E. 4b, 122 V 157 E. 1d, 136 I 229 E. 5.3
)
, erweist sich d
ie Beschwerde somit als unbe
gründet und
sie
ist abzuweisen.
8
.
Da die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen zu prüfen war, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfah
rensaufwand sowie unabhängig vom Streitwert festzulegen (
Art.
69 Abs. 1
bis
I
VG) und ermessensweise auf
Fr.
8
00.-- anzusetzen. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind sie der unterliegenden Beschwerdeführerin aufzuerlegen.