# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 21fc30d9-37b9-4bba-a386-c416d82db924
**Court:** GR_VG
**Chamber:** GR_VG_003
**Year:** 2022
**Language:** de
**Jurisdiction:** GR / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

I. Sachverhalt:
1. A._ absolvierte nach dem Besuch der Primar- und Kantonsschule an
der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (ZHAW) ein
Bachelor-Studium zur diplomierten Physiotherapeutin, bevor sie im
Sommer 2019 den Master of Science ZFH in Physiotherapie erlangte.
Danach war sie namentlich bei der B._ AG als Physiotherapeutin in
einem Arbeitspensum von 80 % tätig. Dabei erzielte sie einen Jahreslohn
von CHF 76'800.--.
2. Bereits am 29. Dezember 2017 hatte A._ einen Unfall erlitten, indem
sie auf vereister Strasse ausrutschte, wobei sie sich eine Ruptur des
vorderen Kreuzbandes (VKB) am linken Knie mit zusätzlichem
horizontalen Einriss des Innenmeniskushinterhornes sowie eine Zerrung
des medialen Seitenbandes zuzog. Diese Verletzungen bzw. die sich
daraus ergebenden Komplikationen mussten in der Folge mehrfach
operativ versorgt werden: Am 6. Februar 2018 wurden eine VKB-Plastik
sowie eine Refixation des medialen Meniskus durchgeführt. Ein Jahr
später erfolgte namentlich eine diagnostische Kniearthroskopie, eine
subtotale Synovektomie, eine ausgiebige Arthrolyse und eine Resektion
multipler Ganglien, bevor am 4. November 2019 insbesondere eine
Refixation des Meniskus sowie eine Knochentransplantation bei den alten
Bohrkanälen und am 2. Juni 2020 eine Bohrkanalauffüllung und VKB-
Resektion vorgenommen wurden. A._ wurde letztmals am
15. September 2020 operiert, wobei eine Re-VKB-Plastik mit
kontralateraler Semitendinosussehne und laterale Meniskuswurzelnaht
durchgeführt wurde.
3. Im Januar 2021 meldete sich A._ unter Hinweis auf die
gesundheitlichen Beeinträchtigungen am linken Knie bei der IV-Stelle des
Kantons Graubünden (nachfolgend: IV-Stelle) zum Leistungsbezug an
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(berufliche Integration/Rente). Diese tätigte erwerbliche und medizinische
Abklärungen und zog die Akten der zuständigen Unfallversicherung bei.
Deren beratender Arzt Dr. med. C._, Facharzt für Orthopädische
Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, führte in seiner
Fallbeurteilung vom 26. April 2021 aus, der Heilverlauf seit der letzten
Operation sei zwar verzögert, insgesamt aber positiv. Gemäss Unterlagen
sei das Kniegelenk stabil. Es bestehe jedoch erwartungsgemäss noch ein
Kraft-, Koordinations- und Stabilisationsdefizit. Hierdurch sei auch die
Belastbarkeit des Kniegelenks noch eingeschränkt. Durch ein
entsprechendes Aufbautraining sollte im Verlauf jedoch wieder eine gute
Belastbarkeit des linken Kniegelenks möglich sein. Bei gutem Verlauf wäre
dann vermutlich auch wieder eine volle Arbeitsfähigkeit als
Physiotherapeutin möglich. Hinsichtlich anderer, angepasster Tätigkeiten
führte Dr. med. C._ aus, dass überwiegend sitzende Tätigkeiten mit
leichten Wechselbelastungen (Laufen, Stehen) zu 100 % möglich sein
sollten. An dieser Arbeitsfähigkeitseinschätzung für adaptierte Tätigkeiten
hielt er in seiner Fallbeurteilung vom 6. Juli 2021 fest, während er mit einer
Wiederaufnahme der Tätigkeit als Physiotherapeutin bis spätestens Ende
Juli 2021 rechnete.
4. Der behandelnde orthopädische Chirurg von A._, Dr. med. D._,
führte mit Bericht vom 23. Juli 2021 aus, sie sei aufgrund der hohen
körperlichen Belastungen bei der Arbeit als Physiotherapeutin mit langem
Stehen und der benötigten vollen Funktionalität der Knie bzw. der unteren
Extremitäten weiterhin zu 75 % als Physiotherapeutin arbeitsunfähig. Die
Wiedererlangung einer 100%igen Arbeitsfähigkeit als Physiotherapeutin
zu einem ungewissen späteren Zeitpunkt scheine aktuell unrealistisch.
5. Die ab dem 22. Juli 2021 zugesprochene Arbeitsvermittlung wurde per
2. August 2021 abgeschlossen, nachdem A._ eine neue, befristete
Anstellung im wissenschaftlichen Bereich gefunden hatte. Ab dem
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16. August 2021 arbeitete sie als Research Assistant bei der Klinik
F._ und erzielte dabei ein Jahresgehalt von CHF 66'040.-- bei einem
Beschäftigungsgrad von 80 %.
6. Mit Vorbescheid vom 5. August 2021 stellte die IV-Stelle A._ die
Abweisung ihres Leistungsbegehrens (kein Anspruch auf Umschulung) in
Aussicht. Zum Abklärungsergebnis führte sie aus, A._ sei sowohl in
der bisherigen als auch einer anderen Tätigkeit zu 100 % arbeitsfähig,
weshalb die Kostenübernahme für eine Umschulung abgelehnt werde.
Dagegen erhob A._ am 10. September 2021 Einwand und
beantragte, es seien im Rahmen der Umschulung die Kosten für die
beiden CAS-Ausbildungen (CAS Data Science und CAS Sex and Gender
Specific Medicine) zu übernehmen; eventualiter seien diese im Rahmen
der Frühintervention zu übernehmen. Mit Verfügung vom 3. Dezember
2021 entschied die IV-Stelle wie vorbeschieden und verneinte einen
Anspruch auf Umschulung. Zum Einwand hielt sie im Wesentlichen fest,
A._ sei in einer behinderungsgeeigneten Tätigkeit unbestritten zu 100
% arbeitsfähig. Dazu gehörten auch viele Tätigkeiten, die dem Berufsbild
der Ausbildung von A._ (Master of Science ZFH in Physiotherapie)
entsprächen, namentlich eine Forschungstätigkeit. A._ habe in der
Zwischenzeit denn auch eine (befristete) Anstellung als wissenschaftliche
Mitarbeiterin bei der Klinik F._ gefunden. Damit erleide sie in den
ohne zusätzliche berufliche Ausbildung noch zumutbaren
Erwerbstätigkeiten keine Erwerbseinbusse von ca. 20 %, sondern "nur"
von 14 %, so dass sie IV-rechtlich als in zureichender und zumutbarer
Weise eingegliedert gelte. Sie habe folglich keinen
Umschulungsanspruch.
7. Dagegen liess A._ (nachfolgend: Beschwerdeführerin) am 24. Januar
2022 Beschwerde beim Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden
erheben. Sie stellte folgende Anträge:
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1. Die Verfügung vom 3. Dezember 2021 sei aufzuheben.
2. Der Beschwerdeführerin seien Umschulungsmassnahmen zu gewähren.
3. Eventualiter: Die Sache sei an die SVA Graubünden zurückzuweisen zum Entscheid über Frühinterventionsmassnahmen zum Erhalt der Arbeitsstelle.
Unter Kosten- und Entschädigungsfolge zulasten der Beschwerdegegnerin.
Zur Begründung brachte sie im Wesentlichen vor, die Frühintervention sei
abgebrochen worden, als sie einen Job gefunden habe. Damit seien die
gesetzlichen Vorschriften nicht eingehalten worden und es liege ein
Fehlermessen vor, da die möglichen (und notwendigen) Unterstützungen
gar nicht mehr geprüft worden seien. Sie habe ein temporäres
Arbeitsverhältnis bei der Klinik F._. Dessen langfristiger Fortbestand
stehe in der Schwebe. Der CAS in Applied Data Science würde ihr aber
helfen, diese (oder eine nächste) Arbeitsstelle zu sichern, weil sie damit
das Rüstzeug für eine medizinische Forschungstätigkeit erhielte. Genau
das wäre durch die Frühintervention gedeckt gewesen. Zudem könne sich
die IV-Stelle bei der von ihr angenommenen 100%igen Arbeitsfähigkeit in
der bisherigen und auch in anderen Tätigkeiten höchstens auf einen
Bericht des Vertrauensarztes des Unfallversicherers stützen. Dieser habe
sie nicht einmal untersucht und ausserdem nur eine Prognose abgegeben.
Das sei keine genügende medizinische Grundlage für einen ablehnenden
Umschulungsentscheid. Die IV-Stelle sei zudem offenbar ohne
aktenkundige Grundlage der Meinung, ein Master of Science in
Physiotherapie sei für eine wissenschaftliche Arbeit ausreichend. Der CAS
Applied Data Science sei für ihr berufliches Fortkommen notwendig und
der CAS Sex and Gender Specific Medicine fokussiere auf eine spätere
wissenschaftliche Tätigkeit. Relevant sei, dass sie in der bisherigen
Tätigkeit als Physiotherapeutin "am Patienten" zuletzt höchstens noch zu
50 % habe arbeiten und das Pensum nicht wie vom Arbeitgeber
gewünscht auf 100 % habe erhöhen können. Ihre berufliche
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Neuausrichtung sei deshalb behinderungsbedingt. Sie habe eine
Einkommensdifferenz von etwas mehr als 31 % zu verkraften.
8. In ihrer Vernehmlassung vom 15. Februar 2022 schloss die IV-Stelle auf
Abweisung der Beschwerde und vertiefte ihre bereits in der angefochtenen
Verfügung vom 3. Dezember 2021 angeführte Begründung anhand der
beschwerdeführerischen Vorbringen.
9. Die Beschwerdeführerin replizierte am 7. März 2022 bei unveränderten
Rechtsbegehren und vertiefte ihren Standpunkt.
10. Die IV-Stelle verzichtete mit Eingabe vom 11. März 2022 auf die
Einreichung einer Duplik.
Auf die weiteren Ausführungen in den Rechtsschriften, die angefochtene
Verfügung sowie die übrigen Akten wird, soweit erforderlich, in den
nachstehenden Erwägungen eingegangen.

## Considerations

II. Das Gericht zieht in Erwägung:
1. Die vorliegende Beschwerde richtet sich gegen die Verfügung der IV-
Stelle des Kantons Graubünden vom 3. Dezember 2021, womit der
Anspruch auf Umschulung verneint wurde. Gemäss Art. 69 Abs. 1 lit. a
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20)
sind Verfügungen der kantonalen IV-Stellen direkt vor dem
Versicherungsgericht am Ort der IV-Stelle anfechtbar. Als kantonales
Versicherungsgericht ist das Verwaltungsgericht des Kantons
Graubünden für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde sowohl
örtlich als auch sachlich zuständig (Art. 1 Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 57 des
Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des
Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR 830.1] und Art. 49 Abs. 2 lit. a des
Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege [VRG; BR 370.100]). Die
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Beschwerdeführerin ist Adressatin der angefochtenen Verfügung,
weshalb sie durch die angefochtene Verfügung unmittelbar betroffen ist
und ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung oder Änderung hat.
Sie ist demnach zur Beschwerdeführung legitimiert (Art. 1 Abs. 1 IVG
i.V.m. Art. 59 ATSG). Auf die im Übrigen frist- und formgerecht (Art. 1
Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 60 und Art. 61 ATSG) eingereichte Beschwerde ist
somit einzutreten.
2.1. Anfechtungsgegenstand im verwaltungsgerichtlichen
Beschwerdeverfahren bildet, formell betrachtet, die angefochtene
Verfügung und, materiell gesehen, das in der Verfügung geregelte
Rechtsverhältnis (vgl. BGE 144 I 11 E.4.3, 125 V 413 E.2a m.H.a. BGE
110 V 48). Streitgegenstand ist demgegenüber das aufgrund der
Beschwerdebegehren tatsächlich angefochtene, somit als Prozessthema
vor das Gericht gezogene Rechtsverhältnis (vgl. BGE 144 I 11 E.4.3, 125
V 413 E.2a m.H.a. BGE 110 V 48 E.3c). Der Streitgegenstand ergibt sich
also daraus, inwiefern nach dem Rechtsbegehren der Beschwerde das in
der Verfügung geordnete Rechtsverhältnis, genauer die im
Verfügungsdispositiv angeordnete Rechtsfolge, bestritten ist.
Gegenstände, über welche die erstinstanzlich verfügende Behörde nicht
entschieden hat, darf die Rechtsmittelinstanz nicht beurteilen (vgl. BGE
142 I 155 E.4.4.2, 125 V 413 E.1b; zum Ganzen Urteil des
Verwaltungsgerichts des Kantons Graubünden [VGU] R 20 35 und R 20
51 vom 9. Dezember 2021 E.2.1).
2.2.1. Vorliegend bildet die Verfügung vom 3. Dezember 2021
Anfechtungsgegenstand und damit den Ausgangspunkt des
Beschwerdeverfahrens sowie zugleich den Rahmen und die Begrenzung
des Streitgegenstands. Dieser kann demnach grundsätzlich nur sein, was
darin angeordnet wurde. Mit Verfügung vom 3. Dezember 2021 verneinte
die IV-Stelle den Anspruch der Beschwerdeführerin auf Umschulung. Die
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von der Beschwerdeführerin anbegehrten Frühinterventionsmassnahmen
wurden dagegen zu Recht nicht vom Verfügungsgegenstand miterfasst.
Mit Hilfe der Massnahmen der Frühintervention soll der bisherige
Arbeitsplatz erhalten bleiben oder sollen die Versicherten an einem neuen
Arbeitsplatz innerhalb oder ausserhalb des bisherigen Betriebes
eingegliedert werden (Art. 7d Abs. 1 IVG; Urteil des Bundesgerichts
8C_374/2021 vom 13. August 2021 E.4.3.3 m.H.a. 8C_837/2019 vom 16.
September 2020 E.5.3). Dabei handelt es sich um niederschwellige
Massnahmen (vgl. Kreisschreiben über die Früherfassung und die
Frühintervention [KSFEFI], Rz. 3001). Mit Ausbildungskursen im
Speziellen sollen die Eingliederungschancen der versicherten Personen
mit verhältnismässigem Ausbildungsaufwand erhöht werden (Urteil des
Bundesgerichts 8C_374/2021 vom 13. August 2021 E.4.3.3 m.H.a.
KSFEFI, Rz. 3012.2). Abgesehen davon, dass vorliegend bei den von der
Beschwerdeführerin anbegehrten CAS ohnehin mehr als fraglich
erscheint, ob es sich dabei überhaupt um solche niederschwelligen
Frühinterventionsmassnahmen handeln kann (Kosten nach Angaben der
Beschwerdeführerin CHF 19'000.-- für beide CAS [IV-act. 62 S. 3]), und
diese keine Eingliederungsmassnahmen darstellen (vgl. Urteil des
Bundesgerichts 8C_374/2021 vom 13. August 2021 E.4.3.3), besteht auf
Massnahmen der Frühintervention nach Art. 7d Abs. 3 IVG kein
Rechtsanspruch. Insofern musste darüber nicht zusammen mit dem (auch
im Einwand vom 10. September 2021 hauptsächlich anbegehrten)
Umschulungsanspruch befunden werden. Entsprechend kann auch im
vorliegenden Verfahren nicht auf den Eventualantrag auf Rückweisung
zum Entscheid über Frühinterventionsmassnahmen eingetreten werden.
Ebenso wenig sind die damit in Zusammenhang erhobenen Einwände zu
hören.
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2.2.2. Soweit die Beschwerdeführerin in der Replik vom 7. März 2022 ferner
ihren Anspruch auf rechtliches Gehör verletzt sieht, weil ihr mögliche
Frühinterventionsmassnahmen ohne Anhörung nicht gesprochen worden
seien, übersieht sie, dass gestützt auf Art. 29 Abs. 2 der
Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft (BV; SR 101)
kein Anspruch auf eine mündliche Anhörung besteht (BGE 134 I 140 E.5.3,
130 II 425 E.2.1; Urteil des Bundesgerichts 2C_24/2021 vom 6. Oktober
2021 E.3.3 und 3.4). Ebenso wenig verleiht der verfassungsrechtliche
Mindestanspruch einen unbedingten Anspruch auf vorgängige
Stellungnahme zum vorgesehenen Endentscheid (vgl. BGE 142 V 380
E.5.3, 134 V 97 E.2.8.2, 132 II 485 E.3.4, 132 II 257 E.4.2; Urteil des
Bundesgerichts 2C_761/2017 vom 25. Juni 2018 E.3.1.1 [nicht publ. in:
BGE 144 II 386]).
2.3. Angesichts des in der angefochtenen Verfügung geregelten
Rechtsverhältnisses und der im vorliegenden Verfahren gestellten
Hauptbegehren bildet der Streitgegenstand somit lediglich die Frage, ob
die IV-Stelle den Anspruch der Beschwerdeführerin auf Umschulung zu
Recht verneint hat.
3. Die Versicherte hat gemäss Art. 17 Abs. 1 IVG Anspruch auf Umschulung
auf eine neue Erwerbstätigkeit, wenn die Umschulung infolge Invalidität
notwendig ist und dadurch die Erwerbsfähigkeit voraussichtlich erhalten
oder verbessert werden kann. Unter Umschulung ist dabei
rechtsprechungsgemäss grundsätzlich die Summe der
Eingliederungsmassnahmen berufsbildender Art zu verstehen, die
notwendig und geeignet sind, der vor Eintritt der Invalidität bereits
erwerbstätig gewesenen versicherten Person eine ihrer früheren
annähernd gleichwertige Erwerbsmöglichkeit zu vermitteln. Dabei bezieht
sich der Begriff der "annähernden Gleichwertigkeit" nicht in erster Linie auf
das Ausbildungsniveau als solches, sondern auf die nach erfolgter
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Eingliederung zu erwartende Verdienstmöglichkeit. In der Regel besteht
nur ein Anspruch auf die dem jeweiligen Eingliederungszweck
angemessenen, notwendigen Massnahmen, nicht aber auf die nach den
gegebenen Umständen bestmöglichen Vorkehren. Denn das Gesetz will
die Eingliederung lediglich so weit sicherstellen, als diese im Einzelfall
notwendig, aber auch genügend ist. Der Umschulungsanspruch setzt
grundsätzlich eine Mindesterwerbseinbusse von rund 20 % in den für die
versicherte Person ohne zusätzliche Ausbildung offenstehenden, noch
zumutbaren Erwerbstätigkeiten voraus. Davon kann namentlich bei jungen
Versicherten mit entsprechend langer verbleibender Aktivitätsdauer
abgewichen werden, wenn es sich bei den ohne Umschulung zumutbaren
angepassten Tätigkeiten um unqualifizierte Hilfsarbeiten handelt, die im
Vergleich zur erlernten Tätigkeit qualitativ nicht als annähernd gleichwertig
bezeichnet werden können (vgl. zum Ganzen Urteil des Bundesgerichts
9C_623/2020 vom 8. März 2021 E.2 m.w.H.; vgl. auch Urteil des
Bundesgerichts 8C_266/2021 vom 13. Juli 2021 E.4.2.3). Dass dies
vorliegend der Fall ist, wird von der Beschwerdeführerin weder geltend
gemacht noch ist dies ersichtlich.
4. Uneins sind sich die Verfahrensbeteiligten hinsichtlich der
gesundheitsbedingten Erwerbseinbusse und damit zusammenhängend
der (Rest-)Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin.
4.1.1. Die Beschwerdeführerin kritisiert die von der IV-Stelle gemäss
Abklärungsergebnis im Vorbescheid ausgewiesene Arbeitsfähigkeit von
100 % in der bisherigen Tätigkeit und in einer anderen Tätigkeit. Die IV-
Stelle könne sich dabei höchstens auf einen Bericht des Vertrauensarztes
des Unfallversicherers stützen, welcher jedoch keine genügende
medizinische Grundlage für einen ablehnenden Entscheid darstelle. Dem
hält die IV-Stelle entgegen, sie habe in der angefochtenen Verfügung
entgegen dem Vorbringen der Beschwerdeführerin die Frage nach der
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Arbeitsfähigkeit in der bisherigen Tätigkeit offengelassen, da die
Beschwerdeführerin in adaptierten Tätigkeiten unbestritten zu 100 %
arbeitsfähig sei. Dabei beruft sie sich sowohl auf den beratenden Arzt der
Unfallversicherung als auch auf den die Beschwerdeführerin
behandelnden Arzt Dr. med. D._.
4.1.2.1. In seiner Fallbeurteilung vom 26. April 2021 führte Dr. med. C._,
beratender Arzt der Unfallversicherung und Facharzt für Orthopädische
Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, aus, insgesamt
zeige sich ein sehr langwieriger Verlauf. Nach der ersten vorderen
Kreuzbandplastik am 6. Februar 2018 sei es zu einer Arthrofibrose
gekommen. Die Beschwerdeführerin habe dann lange Zeit Mühe gehabt,
eine gute Beugung des Kniegelenks zu erreichen. Zudem habe eine
langwierige Schmerzproblematik bestanden, gefolgt von mehreren
operativen Eingriffen mit Arthrolyse, Resektion von multiplen Ganglien und
einem Versuch, den erweiterten tibialen Bohrkanal aufzufüllen. Dies sei
nur zum Teil gelungen, weshalb in einer erneuten Operation der femorale
und tibiale Bohrkanal nochmals aufgefüllt worden sei. Bei diesem Eingriff
sei auch eine partielle Resektion des vorderen Kreuzbandtransplantats bei
Insuffizienz und Impingement-Problematik erfolgt. Schlussendlich sei
erneut eine vordere Kreuzbandplastik am 15. September 2020
durchgeführt worden, gleichzeitig sei eine Naht des lateralen Meniskus
erfolgt. Der weitere Heilungsverlauf sei erwartungsgemäss wieder
verzögert gewesen. Zwischenzeitlich habe jedoch eine Knieflexion von
125-130° erreicht werden können. Es bestehe aber noch eine
eingeschränkte Belastbarkeit des Kniegelenks sowie ein muskuläres
Defizit von 24 % im Vergleich zur Gegenseite (vgl. IV-act. 32 S. 2). Des
Weiteren hielt Dr. med. C._ fest, der Heilverlauf seit der letzten
Operation sei zwar verzögert, insgesamt aber positiv. Gemäss Unterlagen
sei das Kniegelenk stabil. Es bestehe jedoch erwartungsgemäss noch ein
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Kraft-, Koordinations- und Stabilisationsdefizit. Hierdurch sei auch die
Belastbarkeit des Kniegelenks noch eingeschränkt. Durch ein
entsprechendes Aufbautraining sollte im Verlauf jedoch wieder eine gute
Belastbarkeit des linken Kniegelenks möglich sein. Bei gutem Verlauf wäre
dann vermutlich auch wieder eine volle Arbeitsfähigkeit als
Physiotherapeutin möglich (vgl. IV-act. 32 S. 3). Hinsichtlich der
Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit der Beschwerdeführerin
erachtete Dr. med. C._ aktuell eine Arbeitsunfähigkeit als
Physiotherapeutin von etwa 50 % aufgrund des Heilungsverlaufs als
angemessen. Bei weiterhin gutem Verlauf befand er eine volle
Arbeitsaufnahme als Physiotherapeutin ab Juli 2021 für möglich.
Hinsichtlich anderer, angepasster Tätigkeiten hielt er fest, dass
überwiegend sitzende Tätigkeiten mit leichten Wechselbelastungen
(Laufen, Stehen) zu 100 % möglich sein sollten (vgl. IV-act. 32 S. 3).
4.1.2.2. Während Dr. med. C._ in seiner Fallbeurteilung vom 6. Juli 2021 noch
mit einer vollen Wiederaufnahme der Tätigkeit als Physiotherapeutin bis
spätestens Ende Juli 2021 rechnete, hielt er an der vorgenannten
Arbeitsfähigkeitseinschätzung für leidensangepasste Tätigkeiten fest.
Diese erging in Berücksichtigung der letzten Untersuchung der
Beschwerdeführerin durch ihren behandelnden orthopädischen Chirurgen
Dr. med. D._ vom 14. Juni 2021. Konkret führte Dr. med. C._
dazu aus, die Belastungsbeschwerden würden vor allem bei langem
Stehen auftreten. Bei der letzten Untersuchung am 14. Juni 2021 sei das
linke Kniegelenk bis auf eine Druckdolenz im Bereich des Hoffa'schen
Fettkörpers völlig unauffällig gewesen, insbesondere habe keine
Schwellung, kein Erguss und keine Instabilität bestanden (vgl. dazu auch
IV-act. 42 S. 2 Ziff. 3.1). In einer angepassten Tätigkeit ohne viel Stehen
sollte daher eine 100%ige Arbeitsfähigkeit bestehen (vgl. zum Ganzen IV-
act. 42 S. 3). Dr. med. C._ setzte sich ausserdem mit den von Dr.
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med. D._ in seinem Bericht vom 15. Juni 2021 zur tags zuvor
stattgefundenen Untersuchung sowie früheren Befunden auseinander
(vgl. dazu IV-act. 43 S. 2). Dazu hielt er fest, der Heilverlauf sei nach
dieser komplexen Vorgeschichte an sich günstig. Erwartungsgemäss
bestehe ein muskuläres Defizit, welches im Rahmen der Physiotherapie
auftrainiert werde. Klinisch sei gemäss Sprechstundenbericht vom
15. Juni 2021 das Kniegelenk ligamentär stabil, frei beweglich und
ergussfrei; die Meniskuszeichen seien negativ. In sämtlichen
Sprechstundenberichten seit dem 23. Dezember 2020 werde eine
Reizung des Hoffa beschrieben, welche durch die bisherigen
Massnahmen anscheinend nicht habe verbessert werden können. Ein
CRPS trete entweder als Typ II nach einer Nervenverletzung auf, was in
diesem Fall nicht vorliege. Ein CRPS Typ I als Folge eines Traumas oder
einer Operation trete früh auf. Gemäss den aktuellen Leitlinien (z.B.
Deutsche Gesellschaft für Neurologie) müssten die Diagnosekriterien zwei
bis drei Monate nach dem Unfall oder der Operation erfüllt sein. Da die
letzte Operation bereits neun Monate zurückliege, könne die Diagnose
eines CRPS als Folge der letzten Operation nicht gestellt werden (vgl. IV-
act. 42 S. 2).
4.1.2.3. Soweit die Beschwerdeführerin bemängelt, dass sie vom beratenden Arzt
der Unfallversicherung nicht untersucht worden ist, übersieht sie, dass ein
medizinischer Aktenbericht auch dann beweistauglich ist, wenn die Akten
ein vollständiges Bild über Anamnese, Verlauf und gegenwärtigen Status
ergeben und diese Daten unbestritten sind; der Untersuchungsbefund
muss lückenlos vorliegen, damit die berichterstattende Person imstande
ist, sich aufgrund der vorhandenen Unterlagen ein vollständiges Bild zu
verschaffen (Urteile des Bundesgerichts 9C_127/2021 vom 4. November
2021 E.2.2.2, 9C_415/2019 vom 14. Oktober 2019 E.4.2, 8C_414/2019
vom 25. September 2019 E.2.2.1 und 9C_446/2019 vom 5. September
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2019 E.2.2). Dass dies vorliegend nicht zutreffen würde, macht die
Beschwerdeführerin zu Recht nicht geltend und ist aufgrund der Aktenlage
und der oben dargelegten Ausführungen von Dr. med. C._ zum
Heilungsverlauf auch nicht ersichtlich. Daneben wurde in den Fallvorlagen
an Dr. med. C._ (genauso wie an seinen Vorgänger Prof. Dr. med.
G._) angemerkt, dass der Fallbeurteilung die bis dahin aktuellen
Akten vorlagen (vgl. IV-act. 32 S. 1; ferner IV-act. 13 S. 130 f., IV-act. 14
S. 23 f.). Die Beschwerdeführerin benennt denn auch keine Aspekte,
welche in den Beurteilungen von Dr. med. C._ ungewürdigt oder
unberücksichtigt geblieben sein sollen. Ihrem Vorbringen, wonach Dr.
med. C._ nur eine Prognose abgegeben habe, kann zudem nur mit
Blick auf die Arbeitsfähigkeitseinschätzung in der angestammten Tätigkeit
gefolgt werden (vgl. IV-act. 32 S. 3 und IV-act. 42 S. 3). Hinsichtlich einer
leidensadaptierten, überwiegend sitzenden Tätigkeit mit leichten
Wechselbelastungen (Laufen, Stehen) sprach sich Dr. med. C._
jedoch bereits in seiner Fallbeurteilung vom 26. April 2021 für eine
100%ige Arbeitsfähigkeit aus (vgl. IV-act. 32 S. 3), die er in seiner
Stellungnahme vom 6. Juli 2021 bestätigte (IV-act. 42 S. 3). Diese
Arbeitsfähigkeitseinschätzung wird denn auch von keinem anderen (Fach-
)Arzt in Abrede gestellt. So führte schon Dr. med. H._, Regionaler
Ärztlicher Dienst (RAD), Facharzt für Chirurgie, in seiner Stellungnahme
vom 29. März 2021 aus, wechselbelastende Tätigkeiten ohne besondere
Belastung des linken Beines seien ab sofort ausführbar, weshalb eine
Eingliederung ins Berufsleben in Richtung der Bachelor/Master-
Ausbildung der Beschwerdeführerin angestrebt werden könne (vgl. IV-
act. 25 S. 1). Auch der Hausarzt der Beschwerdeführerin, Dr. med.
I._, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, hielt mit Verlaufsbericht
vom 22. April 2021 fest, die Ausübung einer angepassten Tätigkeit sei
nicht beschränkt (vgl. IV-act. 28 S. 5). Schliesslich wies auch Dr. med.
D._ nur noch in seinen Berichten zu der am 23. Dezember 2020
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stattgefundenen Konsultation eine (70%ige) Arbeitsunfähigkeit als
Wissenschaftlerin bzw. für eine Bürotätigkeit aus (vgl. hierzu Berichte vom
3. Februar 2021 [IV-act. 16 S. 1] und vom 23. Dezember 2020 [IV-act. 14
S. 75] sowie Arbeitsunfähigkeitszeugnis vom 23. Dezember 2020 [IV-
act. 13 S. 158]), wobei diese Einschätzung bereits insoweit zu relativieren
ist, als die Beschwerdeführerin selbst Anfang 2021 angab, dass aus ihrer
Sicht eine 100%ige Bürotätigkeit möglich wäre, ihr Arbeitgeber indes nicht
mehr als das aktuelle Teilpensum (30 %) wünsche (vgl. Bericht UVG vom
18. Januar 2021 [IV-act. 13 S. 152]; vgl. ferner so schon IV-act. 13 S. 51).
Seit dem Bericht vom 18. März 2021 äusserte sich Dr. med. D._ nur
noch zur Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit als
Physiotherapeutin, wobei er eine vollständige Integration als noch nicht
gegeben erachtete (vgl. IV-act. 21 S. 2, so auch Bericht vom 15. Juni 2021
[IV-act. 43 S. 2]). Mit Bericht vom 23. Juli 2021 führte Dr. med. D._
aus, dass die Beschwerdeführerin aufgrund der hohen körperlichen
Belastungen bei der Arbeit als Physiotherapeutin mit langem Stehen und
der benötigten vollen Funktionalität der Knie bzw. der unteren
Extremitäten weiterhin zu 75 % als Physiotherapeutin arbeitsunfähig sei.
Bei sehr langer Leidensgeschichte und ausgeprägter Schmerz- und
Schwellungssymptomatik könne davon ausgegangen werden, dass über
einen langen Zeitraum eine höherprozentige Arbeitsunfähigkeit als
Physiotherapeutin bestehen bleibe. Die Wiedererlangung einer 100%igen
Arbeitsfähigkeit als Physiotherapeutin zu einem ungewissen späteren
Zeitpunkt scheine aktuell unrealistisch (vgl. IV-act. 52). Da Dr. med.
D._ in diesem Bericht genauso wie in jenem vom 15. Juni 2021
insbesondere deutliche Belastungsbeschwerden bei längerem Stehen bei
der Arbeit als Physiotherapeutin beschrieb (vgl. IV-act. 52 S. 1 und IV-
act. 43 S. 1), leuchtet es ein, dass sich dieser Umstand bei einer
vornehmlich sitzend auszuübenden Büro- bzw. wissenschaftlichen
Tätigkeit nicht leistungsmindernd auswirkt. So räumt denn auch die
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Beschwerdeführerin in ihren Rechtsschriften ein, dass ihr Handicap in
einer wissenschaftlichen Tätigkeit kompensiert werden könne (vgl.
Beschwerde S. 5 und Replik S. 3). Insofern ist es nachvollziehbar, wenn
Dr. med. C._ zusammen mit RAD-Arzt Dr. med. H._ eine
überwiegend sitzende, wechselbelastende Tätigkeit ohne besondere
Belastung des linken Beines zu 100 % zumutbar erachteten (IV-act. 25,
IV-act. 32 S. 3 und IV-act. 42 S. 3). Auch im Bericht vom 23. Juli 2021 von
Dr. med. D._ werden keine neuen, von den bereits bekannten und
gewürdigten Einschränkungen abweichende Befunde benannt, welche
eine Andersbeurteilung aufdrängen würden (vgl. IV-act. 52 S. 1). Insofern
sind keine Anhaltspunkte ersichtlich, welche gegen die Zuverlässigkeit der
Fallbeurteilungen von Dr. med. C._ hinsichtlich der medizinischen
Zusammenhänge und deren funktionelle Auswirkungen sprechen würden.
Daher ist nicht zu beanstanden, wenn die IV-Stelle auf die darin
ausgewiesene 100%ige Arbeitsfähigkeitseinschätzung in adaptierter
Tätigkeit abstellte, wie sie insbesondere in überwiegend sitzenden,
wechselbelastenden Arbeiten in der Wissenschaft vorgefunden werden.
Diese ist entgegen der in der Replik von der Beschwerdeführerin
vertretenen Auffassung für die Bemessung der Erwerbseinbusse (siehe
dazu nachstehende Erwägungen 4.2.1 f.) relevant.
4.2.1. Nicht gefolgt werden kann der Beschwerdeführerin ferner, wenn sie
vorbringt, die IV-Stelle ginge ohne Grundlage in den Akten davon aus,
dass ein Master of Science in Physiotherapie für eine wissenschaftliche
Arbeit ausreichend sei. Dabei verkennt sie, dass – wie bereits in der
angefochtenen Verfügung vom 3. Dezember 2021 ausgeführt – der
Master of Science in Physiotherapie nach Angaben der ZHAW als
Ausbildungsstätte verschiedene Berufsbilder mit wissenschaftlicher
Ausrichtung eröffnet. So wird unter dem Titel "Berufsbild und -aussichten"
auf der Homepage der ZHAW (abrufbar unter
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https://www.zhaw.ch/de/gesundheit/studium/masterstudium/master-
physiotherapie/#c1564, zuletzt besucht am 29. März 2022) ausgeführt,
dass Absolventinnen und Absolventen in der Lage sind:
 als Fachverantwortliche/Fachverantwortlicher neues, klinisch
relevantes Wissen der Praxis zugänglich zu machen,
beispielsweise durch die Entwicklung und Implementierung von
evidenzbasierten klinischen Behandlungskonzepten,
 in Bachelorstudiengängen und Weiterbildungsangeboten zu
unterrichten,
 in der Forschung tätig zu sein und bei der Planung, Akquise,
Durchführung und Publikation von Forschungsprojekten
mitzuarbeiten, oder
 mit einem Doktorat (PhD) die akademische Laufbahn
fortzusetzen.
4.2.2. Angesichts dieser Berufsfelder leuchtet nicht ein, weshalb die
Beschwerdeführerin bloss durch die von ihr anbegehrten CAS in Applied
Data Science und in Sex and Gender Specific Medicine zu einer
wissenschaftlichen Arbeit befähigt werden soll. Vielmehr stehen ihr
leidensangepasste Tätigkeiten in der Wissenschaft und Forschung bereits
aufgrund ihres abgeschlossenen Masterstudiengangs in Physiotherapie
offen. Dass sich der Master of Science in Physiotherapie mit Schwerpunkt
Sport hauptsächlich auf die angewandte Physiotherapie konzentriert
haben und durch Forschung – insbesondere im Sinne einer Entwicklung
von wissenschaftlich fundierten Rehabilitationsschemen und
Behandlungspfaden – ergänzt worden sein soll, wie die
Beschwerdeführerin replicando vorbringt (vgl. dazu Replik S. 3 f. und
beschwerdeführerische Akten [Bf-act.] 6), ändert daran nichts. So hat die
Beschwerdeführerin denn auch in der Vergangenheit als
wissenschaftliche Mitarbeiterin beim J._ gearbeitet und
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wissenschaftliche Arbeiten verfasst bzw. publiziert (vgl. undatierter
Lebenslauf [vgl. IV-act. 13 S. 159 f.]). Zudem arbeitet sie seit dem
16. August 2021 in einem (befristeten) Anstellungsverhältnis als Research
Assistant bei der Klinik F._ (vgl. IV-act. 66). Dass diese Tätigkeit im
Vergleich zu ihrer früheren Physiotherapiearbeit bei der B._ AG bzw.
dem Masterstudiengang in Physiotherapie viel technischer, theoretischer
und sehr datenbasiert sein soll (vgl. Replik S. 4 und Bf-act. 6), ist insoweit
zu relativieren, als die für den Umschulungsanspruch massgebliche
annähernde Gleichwertigkeit sich nicht primär anhand des
Ausbildungsniveaus als solches beurteilt, sondern sich vielmehr auf die
nach erfolgter Eingliederung zu erwartende Verdienstmöglichkeit bezieht
(vgl. vorstehende Erwägung 3 mit Hinweisen). Diesbezüglich geht aus
dem Arbeitsvertrag vom 4. August 2021 hervor, dass sie in ihrer Tätigkeit
als Research Assistant bei der Klinik F._ bei einem
Beschäftigungsgrad von 80 % ein Jahreseinkommen von brutto
CHF 66'040.-- verdient (vgl. IV-act. 66). Zwar legte die
Beschwerdeführerin ihrer Replik vom 7. März 2022 eine Stellungnahme
ihres Arbeitgebers bei, wonach (die Bereitschaft zur Absolvierung) des
CAS-Lehrgangs in Data Science im Rahmen der Sichtung der
Bewerbungen ein wesentliches Kriterium gewesen sei, sie in der
Forschungsabteilung der Klinik F._ anzustellen (vgl. Bf-act. 7). Dass
die Anstellung der Beschwerdeführerin letztendlich in erster Linie wegen
dieser Weiterbildung(sbereitschaft) erfolgt ist und die Tätigkeit aufgrund
dessen im Forschungsbereich besser bezahlt wird, wird indes weder
behauptet noch ist dies ersichtlich. Ebenso wenig ist davon auszugehen,
dass sich diese Ausbildung bereits bei Anstellungsbeginn lohnerhöhend
auf den vereinbarten Jahreslohn ausgewirkt hätte, fehlten ihr zu jenem
Zeitpunkt doch noch die dadurch erst noch zu erwerbenden Kenntnisse
und geht dergleichen auch nicht aus dem Arbeitsvertrag hervor (vgl. IV-
act. 66). Somit war sie auch ohne zusätzliche Ausbildung in der Lage, bei
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einem Beschäftigungsgrad von 80 % ein Jahresgehalt von CHF 66'040.--
zu erzielen, das im Vergleich zu ihrer früheren Erwerbstätigkeit namentlich
mit Blick auf die Verdienstmöglichkeit annähernd gleichwertig ist. Denn bei
der B._ AG verdiente sie als Physiotherapeutin in einem
Arbeitspensum von 80 % einen Jahreslohn von CHF 76'800.-- (vgl. IV-
act. 13 S. 135 und IV-act. 18 S. 5), was entgegen der Auffassung der
Beschwerdeführerin eine Erwerbseinbusse von 14 % ergibt
([CHF 76'800.-- - CHF 66'040.--] x 100 : CHF 76'800.--, oder – aufgrund
der als zumutbar erachteten 100%igen Arbeitsfähigkeit in adaptierter
Tätigkeit – auf ein 100%-Pensum hochgerechnet: [CHF 96'000.-- {IV-
act. 5 S. 2} - CHF 82'550.-- {IV-act. 62}] x 100 : CHF 96'000.--). Da insofern
keine Mindesterwerbseinbusse von rund 20 % vorliegt und die
Invalidenversicherung nicht für die bestmögliche Lösung aufzukommen
hat, ist nicht zu beanstanden, wenn die IV-Stelle den Anspruch der
Beschwerdeführerin auf Umschulung verneint hat. Entgegen der
Auffassung der Beschwerdeführerin ist nicht weiter von Belang, wie hoch
die Lohneinbusse in der bisherigen Tätigkeit als Physiotherapeutin sein
soll. Gleiches gilt mit Blick auf den geltend gemachten, ohnehin nicht
weiter belegten Einkommensausfall, weil die Beschwerdeführerin
studiumsbedingt nicht zu 100 % arbeiten kann.
5. Im Ergebnis erweist sich die Beschwerde somit als unbegründet und ist
abzuweisen, soweit darauf einzutreten ist.
6. Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG i.V.m. Art. 61 lit. fbis ATSG ist das
Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um Leistungen aus der
Invalidenversicherung vor dem kantonalen Versicherungsgericht
kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensaufwand und
unabhängig vom Streitwert im Rahmen von CHF 200.-- bis CHF 1'000.--
festgelegt. Bei Fällen wie dem vorliegenden, in denen ein
durchschnittlicher Aufwand entstanden ist, setzt das Gericht die Kosten in
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Berücksichtigung des bundesrechtlichen Kostenrahmens auf CHF 700.--
fest. Diese sind von der unterliegenden Beschwerdeführerin zu tragen. Der obsiegenden IV-Stelle steht kein Anspruch auf Ersatz der
Parteikosten zu (vgl. Art. 61 lit. g ATSG e contrario).