# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 4eba695f-6052-4d11-b4cd-1c010a6146e5
**Court:** CH_BSTG
**Chamber:** CH_BSTG_001
**Year:** 2009
**Language:** de
**Jurisdiction:** CH / Federation
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** 

## Facts

Sachverhalt:
A. Die A. AG mit Sitz in Z. (BE) wurde im Jahr 2004 gegründet. Sie erbrachte seither ausschliesslich Dienstleistungen für ihren Alleinaktionär B. im  der Vermögensverwaltung. In diesem Zusammenhang verfügte der Delegierte des Verwaltungsrates C. über eine Universalvollmacht, welche ihm erlaubte, für B. jegliche Vermögensangelegenheiten zu erledigen und ihn in diesen Sachen zu vertreten. Im Rahmen der Suche nach  trat C. ca. Ende August/Anfang September 2006 mit D. in Kontakt, welcher für sein Projekt „E.“ Investoren suchte. D. übergab C. eine Dokumentation, in welcher das Projekt näher vorgestellt wurde. Zur  des Projektes „E.“ unterzeichneten C. (im Namen von B.) und D. am 22. September 2006 in Z. (BE) einen als Aktienkaufvertrag  Darlehensvertrag, worin vereinbart wurde, dass B. für fünf Millionen  acht Inhaberaktien mit einem Nominalwert von je 1'000 Schweizer  der F. AG mit Sitz in Y. erhalte. Im Gegenzug verpflichtete sich D.,  Summe ausschliesslich gemäss dem vereinbarten Verwendungszweck [Ablösung eines alten Darlehens der Stiftung G., Umbau der  auf die letzten und neuen Patente (H. GmbH), weltweite  neuer Patente (H. GmbH) sowie Löschung bestehender Kreditoren im Umfang von 200'000 Euro (H. GmbH/F. AG)] zu benutzen und die acht  der F. AG bis spätestens am 31. Dezember 2007 zum Preis von 5.75 Millionen Euro zurückzukaufen. Für den Fall, dass D. den  nicht termingerecht vornehmen sollte, wurde B. ein bis am 31. März 2008 befristetes Kaufrecht bezüglich neun weiterer Inhaberaktien der F. AG zu einem Nominalwert von je 1'000 Schweizer Franken eingeräumt. Gleich am 22. September 2006 veranlasste B. bei der Bank I. in X. die  der fünf Millionen Euro, welche am 25. September 2006 auf dem -Konto von D. bei der Bank J. in W. eingingen. In der Folge verwendete D. jedoch das gewährte Darlehen mehrheitlich entgegen der im Vertrag vom 22. September 2006 vereinbarten Zwecke. Bis heute ist seitens von D. weder der vereinbarte Rückkauf der acht Inhaberaktien zum Preis von 5.75 Millionen Euro erfolgt noch das von B. geltend gemachte Kaufrecht bezüglich neun weiteren Inhaberaktien erfüllt worden (act. 1, S. 3 f.; Akten Kanton Bern, Ordner 1, Kreis 2, Strafanzeige vom 05.05.2008 mit Beilagen 2 und 5, Ordner 2, Kreis 6, Einvernahme C. vom 27.08.2008).
B. Am 5. Mai 2008 erstatteten die A. AG, vertreten durch C., und B. beim Un-
tersuchungsrichteramt III Bern-Mittelland Strafanzeige gegen D. wegen Veruntreuung (Art. 138 StGB) und/oder Betrugs (Art. 146 StGB) (Akten
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Kanton Bern, Ordner 1, Kreis 2, Faszikel 1). Auf Verfügung dieses  Untersuchungsrichteramts übernahm die Abteilung  des kantonalen Untersuchungsrichteramts am 14. Mai 2008 die  der Strafanzeige (Akten Kanton Bern, Ordner 1, Kreis 1,  1). Nach weiteren Abklärungen des Sachverhaltes kam die  Untersuchungsrichterin zum Schluss, ein hinreichender Tatverdacht ergebe sich nur hinsichtlich der Veruntreuung, welche in W. begangen  sei. Der Tatverdacht des Betruges und somit der Anknüpfungspunkt zum Kanton Bern sei nicht gegeben (act. 1.1). Gestützt auf ihren Antrag vom 22. Juli 2008 (act. 1.1) gelangte die Generalprokuratur des Kantons Bern am 24. Juli 2008 an die Staatsanwaltschaft des Kantons Basel-Stadt mit der Bitte um Stellungnahme zur aufgeworfenen Gerichtsstandsfrage (act. 1.2).
Mit Schreiben vom 28. Juli 2008 lehnte die verantwortliche Staatsanwältin die Übernahme des Verfahrens ab und verlangte, dass weitere  vorgenommen werden (act. 1.3). Nach zusätzlichem E-Mail-Verkehr insistierte der stellvertretende Generalprokurator des  Bern nicht auf der Übernahme des Verfahrens durch den Kanton -Stadt, behielt sich aber vor, in einem späteren Zeitpunkt die  nochmals aufzuwerfen (act. 1.4; act. 1.5).
In der Folge entschied sich die bernische Untersuchungsrichterin, C. , um den Sachverhalt weiter zu konkretisieren. Wiederum kam sie zum Schluss, dass kein Anknüpfungspunkt im Kanton Bern vorliege und beantragte am 1. September 2008 bei der Generalprokuratur des Kantons Bern die Wiederaufnahme der Gerichtsstandsverhandlungen (act. 1.6). Am 2. September 2008 überwies diese den Fall erneut an die  des Kantons Basel-Stadt mit der Bitte, die Gerichtsstandsfrage nochmals zu prüfen und entweder die Übernahme zu bestätigen oder für den Kanton Basel-Stadt abschliessend Stellung zu nehmen (act. 1.7).
Mit Schreiben vom 10. September 2008 lehnte die Staatsanwaltschaft des Kantons Basel-Stadt die Übernahme des Verfahrens erneut ab (act. 1.8).
C. Mit Gesuch vom 18. September 2008 gelangte die Generalprokuratur des Kantons Bern an die I. Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts mit dem Antrag, die Behörden des Kantons Basel-Stadt seien für berechtigt und verpflichtet zu erklären, D. zu verfolgen und zu beurteilen (act. 1).
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In ihrer Gesuchsantwort vom 26. September 2008 beantragte die  des Kantons Basel-Stadt die Abweisung des Antrags der  Bern auf Übernahme der Strafverfolgung von D. durch den Kanton Basel-Stadt (act. 3).
Auf die Ausführungen der Parteien sowie die eingereichten Akten wird,  erforderlich, in den rechtlichen Erwägungen Bezug genommen.

## Considerations

Die I. Beschwerdekammer zieht in Erwägung:
1. 1.1 Die Zuständigkeit der I. Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts zum
Entscheid über Gerichtsstandsstreitigkeiten ergibt sich aus Art. 345 StGB i.V.m. Art. 279 Abs. 1 BStP, Art. 28 Abs. 1 lit. g SGG und Art. 9 Abs. 2 des Reglements vom 20. Juni 2006 für das Bundesstrafgericht (SR 173.710). Für die Anrufung der I. Beschwerdekammer wird vorausgesetzt, dass der Gerichtsstand zwischen den Kantonen streitig ist und sie über diesen Streit erfolglos einen Meinungsaustausch durchgeführt haben. Die kantonalen Behörden, welche im Meinungsaustausch und im Verfahren vor der I.  berechtigt sind, ihren Kanton zu vertreten, ergeben sich aus dem jeweiligen kantonalen Prozessrecht. Eine Frist für die Anrufung der I. Beschwerdekammer besteht grundsätzlich nicht. Aus Gründen der Verfahrensbeschleunigung und entsprechend dem Prinzip des Handelns nach Treu und Glauben ist der gesuchstellende Kanton jedoch gehalten, die I. Beschwerdekammer anzurufen, sobald es ihm nach den konkreten Umständen zugemutet werden kann und eine Einigung zwischen den  Kantonen nicht mehr ernsthaft in Betracht fällt (/BÄNZIGER, Interkantonale Gerichtsstandsbestimmung in Strafsachen, 2. Aufl., Bern 2004, N. 561 ff., 599, 623, 625 f.; GUIDON/BÄNZIGER, Die  Rechtsprechung des Bundesstrafgerichts zum interkantonalen  in Strafsachen, in: Jusletter 21. Mai 2007, [Rz 5], [Rz 11], [Rz 15]; TPF BG.2004.8 vom 27. Mai 2004 E. 1.1 und TPF BG.2004.9 vom 26. Mai 2004 E. 2.2).
1.2 Der Schriftenwechsel, welcher vor der Einreichung des Gesuchs bei der
I. Beschwerdekammer zwischen dem Gesuchsteller und dem  als ernstlich in Betracht kommende Kantone geführt wurde,  deren abschliessenden und erfolglosen Meinungsaustausch. Somit ist der Gerichtsstand im Sinne eines negativen Kompetenzkonfliktes streitig. Die Generalprokuratur des Kantons Bern wie auch die Staatsanwaltschaft
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des Kantons Basel-Stadt sind nach ihren kantonalen  berechtigt, bei interkantonalen Gerichtsstandskonflikten ihre  vor der I. Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts zu vertreten (§ 2 Abs. 3 der Strafprozessordnung des Kantons Basel-Stadt vom 8.  1997 [StPO/BS; SG 257.100]; Art. 9 des Gesetzes über das  des Kantons Bern vom 15. März 1995 [StrV/BE; BSG 321.1]). Die übrigen Eintretensvoraussetzungen sind ebenfalls erfüllt, sodass auf das Gesuch einzutreten ist.
2. 2.1 Art. 340 StGB kommt zur Anwendung, wenn ein Täter eine strafbare Hand-
lung (eine einzelne Tat oder mehrere Taten, die eine rechtliche Einheit ) begeht, die nach den allgemeinen Regeln des Strafgesetzbuches (Art. 3 ff. StGB) unter die schweizerische Gerichtsbarkeit fällt (/BÄNZIGER, a.a.O., N. 59; NAY/THOMMEN, Basler Kommentar, 2. Aufl.,  2007, Art. 340 StGB N. 4). Für die Verfolgung und Beurteilung sind die Behörden des Ortes zuständig, wo die strafbare Handlung ausgeführt  (Art. 340 Abs. 1 StGB). Der Ausführungsort ist derjenige Ort, an dem der Täter gehandelt hat (SCHWERI/BÄNZIGER, a.a.O., N. 65; NAY/THOMMEN, a.a.O., Art. 340 StGB N. 1 f.). In bestimmten Fällen kommen je nach  Würdigung der strafbaren Handlung alternative Ausführungsorte in Frage (vgl. SCHWERI/BÄNZIGER, a.a.O., N. 68).
Der Gerichtsstand bestimmt sich danach, was dem Beschuldigten  wird und durch die Strafverfolgung abgeklärt werden soll, d.h. was aufgrund der im Zeitpunkt des Gerichtsstandsentscheides gegebenen  überhaupt in Frage kommt und sich mit Bezug auf den  nicht zum Vornherein als haltlos erweist. Zur Bestimmung des  beurteilt die I. Beschwerdekammer frei, wie die dem  vorgeworfene strafbare Handlung, welche Gegenstand der  bildet, vorläufig rechtlich zu würdigen ist, und ist nicht an die rechtliche Würdigung der kantonalen Strafverfolgungsbehörden gebunden. Tatfragen sind grundsätzlich vom kantonalen Sachrichter zu entscheiden. Die I. Beschwerdekammer darf diesen Entscheid grundsätzlich nicht  nehmen. Wo diese für die Bestimmung des Gerichtsstandes aufgrund der vorliegenden Akten Feststellungen über tatsächliche Verhältnisse , sind diese für den später urteilenden Richter nicht bindend. Die I.  geht von der Aktenlage im Zeitpunkt ihres Entscheides aus (SCHWERI/BÄNZIGER, a.a.O., N. 62 f.; NAY/THOMMEN, a.a.O., Vor Art. 340 StGB N. 12; GUIDON/BÄNZIGER, a.a.O., [Rz 25] f., je m.w.H.).
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2.2 Der Gesuchsteller bestreitet nicht, dass ein allfälliger Betrug von D.  den Geschädigten im Kanton Bern begangen worden und gemäss Art. 340 Abs. 1 StGB an den bernischen Ausführungsort anzuknüpfen . Der Gesuchsteller verneint jedoch seine Zuständigkeit mit dem , dass aufgrund der zurzeit bestehenden Aktenlage der Tatvorwurf des Betruges nicht haltbar sei. Er ist der Meinung, dass eine allfällige  der Geschädigten nicht arglistig erfolgt sei, weil es ihnen ein  gewesen wäre, durch entsprechende Vorsichtsmassnahmen den  zu vermeiden. Andererseits bestehe ein dringender Tatverdacht der Veruntreuung, welche aufgrund des Ausführungsortes in W. gemäss Art. 340 Abs. 1 StGB von den Behörden des Kantons Basel-Stadt zu  sei (act. 1, S. 4 f.). Der Gesuchsgegner seinerseits bringt vor, dass der Tatbestand des Betruges bzw. die Arglist nicht ausgeschlossen werden könne, weil D. seinen Willen zur Einhaltung der vertraglichen Pflichten nur vorgespiegelt und damit die Anzeigesteller über eine innere Tatsache  habe, welche diese nicht überprüfen konnten. Ausserdem bedeute die Annahme des Gesuchstellers, wonach aufgrund der  das Arglistelement der Täuschung entfalle, eine unzulässige rechtliche Würdigung der Aktenlage (act. 3).
Für die Bestimmung des Gerichtsstandes ist demzufolge aufgrund der  Akten zu entscheiden, ob der Tatvorwurf des Betrugs überhaupt in Frage kommt oder ob das Tatbestandsmerkmal der Arglist gestützt auf die Opferselbstverantwortung der Anzeigesteller zum Vornherein entfällt.
2.3 2.3.1 Gemäss der Rechtsprechung des Bundesgerichts ist die Täuschung eines
anderen im Sinne von Art. 146 StGB arglistig, (a) wenn der Täter zur  ein ganzes Lügengebäude errichtet oder sich besonderer  oder Kniffe (manœuvres frauduleuses) bedient oder (b) wenn er bloss falsche Angaben macht, deren Überprüfung dem Getäuschten nicht oder nur mit besonderer Mühe möglich ist oder (c) nicht zumutbar ist, sowie dann, (d) wenn der Täter den Getäuschten von der möglichen Überprüfung abhält oder (e) wenn er nach den Umständen voraussieht, dass jener die Überprüfung der Angaben unterlassen wird, weil ein besonderes  besteht (STRATENWERTH/JENNY, Schweizerisches Strafrecht, Besonderer Teil I: Straftaten gegen Individualinteressen, 6. Aufl., Bern 2003, § 15 N. 18; ARZT, Basler Kommentar, 2. Aufl., Basel 2007, Art. 146 StGB N. 56; BGE 107 IV 169 E. 2a, je m.w.H.).
Wer einen Vertrag eingeht, erklärt in der Regel seinen Erfüllungswillen. Nach der heutigen Aktenlage ist davon auszugehen, dass D. bereits im
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Zeitpunkt des Vertragschlusses nicht gewillt war, das ihm gewährte  vertragsgemäss zu verwenden und zurückzuzahlen. Wie der  zutreffend bemerkt, handelt es sich bei der Vorspiegelung des Willens zur Vertragserfüllung seitens von D. um eine Täuschung von C. bzw. der A. AG und damit auch von B. über eine innere Tatsache, bei  grundsätzlich mangelnde Überprüfbarkeit und damit Arglist vorliegt (vgl. TRECHSEL et al., Schweizerisches Strafgesetzbuch, Praxiskommentar, Zürich/St. Gallen 2008, Art. 146 N. 9; STRATENWERTH/JENNY, a.a.O., § 15 N. 17).
2.3.2 Diese Regel kennt jedoch Ausnahmen. Die Vortäuschung des  ist nicht in jedem Fall arglistig. Der mangelnde Erfüllungswille ist beispielsweise erkennbar, wenn die Erfüllungsfähigkeit offensichtlich fehlt bzw. wenn sich aus der möglichen und zumutbaren Überprüfung der  ergibt, dass der Erfüllungspflichtige nicht erfüllungsfähig ist. Wer zur Erfüllung unfähig ist, kann auch keinen ernsthaften Erfüllungswillen haben (TRECHSEL et al., a.a.O., Art. 146 N. 9; BGE 118 IV 359 E. 2 m.H.). Ausserdem liegt keine Arglist vor, wenn sich der Getäuschte mit einem  an Aufmerksamkeit selber hätte schützen oder den Irrtum durch ein zumutbares Minimum an Vorsicht hätte vermeiden können (/JENNY, a.a.O., § 15 N. 16; ARZT, a.a.O., Art. 146 StGB N. 50; TRECHSEL et al., a.a.O., Art. 146 N. 7). Es ist allerdings nicht erforderlich, dass der Getäuschte die grösstmögliche Sorgfalt walten lässt und alle denkbaren Vorsichtsmassnahmen trifft. Arglist scheidet lediglich dann aus, wenn das Opfer die grundlegendsten Vorsichtsmassnahmen nicht beachtet hat. Bei der Prüfung dieser Frage ist nicht darauf abzustellen, wie eine durchschnittlich vorsichtige und erfahrene Person auf die Täuschung  hätte; vielmehr ist die jeweilige besondere Lage des Betroffenen zu berücksichtigen, soweit der Täter diese kennt und ausnützt. Besondere Fachkenntnisse und Geschäftserfahrung des Opfers sind dabei zu . Entscheidend ist somit dessen konkrete Schutzbedürftigkeit (BGE 128 IV 18 E. 3a, m.w.H.; Urteil des Bundesgerichts 6S.478/2002 vom 2. April 2003 E. 1.1; Urteil des Bundesgerichts 6S.167/2006 vom 1. Februar 2007 E. 3.3). Grundsätzlich verneint das Bundesgericht die Arglist einer Täuschung nur sehr zurückhaltend. Im Urteil des Bundesgerichts 6S.167/2006 vom 1. Februar 2007 E. 3.4 forderte es für den Ausschluss der Arglist, dass die Leichtfertigkeit des Opfers ein Ausmass annehmen müsse, das die Betrugsmachenschaft völlig in den Hintergrund treten lässt (bestätigt im Urteil des Bundesgerichts 6S.98/2007 vom 8. Mai 2007 E. 3.2.3). Aus diesen Entscheiden wurden die drei folgenden Fallgruppen abgeleitet, in denen die Arglist der Täuschung entfallen soll: (1)  erfahrene Opfer, die dem Täter eigentlich überlegen sind, vernachläs-
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sigen elementare Schutzmassnahmen. (2) Geschäftlich unerfahrene, aber prinzipiell vernünftige Opfer, welche sich durch völlig unrealistische  verleiten lassen. (3) Opfer, welche trotz  Täuschung weiter Geschäfte mit dem Täter machen (ARZT, a.a.O., Art. 146 StGB N. 57).
Gemäss dem „Aktienkaufvertrag“ vom 22. September 2006 ist der  von D. „B., c/o A. AG“ (Akten Kanton Bern, Ordner 1, Kreis 2, Faszikel 1, Beilage 5). Unterzeichnet wurde der Vertrag jedoch von C., der Delegierter des Verwaltungsrates der A. AG ist und aufgrund der  von B. zu dessen Vertretung bzw. zum Vertragsabschluss in dessen Namen befugt war (Akten Kanton Bern, Ordner 1, Kreis 2, Faszikel 1, Beilage 2). Ebenfalls die vorausgehenden Vertragsverhandlungen  ausschliesslich von C. geführt; B. hatte nie persönlichen Kontakt mit D. gehabt (Akten Kanton Bern, Ordner 2, Kreis 6, Einvernahme C. vom 27.08.2008, S. 2, Z. 57-59). C. kann aufgrund seines Lebenslaufes als  Geschäftsmann im Finanzbereich betrachtet werden (Akten  Bern, Ordner 2, Kreis 6, Einvernahme C. vom 27.08.2008, S. 1/2, Z. 33-42). Für C. als im Geldanlagengeschäft berufsmässig tätige Person gilt daher ein erhöhter Sorgfaltsmassstab bezüglich des Selbstschutzes (vgl. ARZT, a.a.O., Art. 146 StGB N. 71). Laut der Aussage von C. kam der Kontakt zu D. ca. Ende August/Anfang September 2006 zustande. Das Geschäft wurde innerhalb von drei bis vier Wochen abgewickelt, wobei  zwei Gespräche stattfanden und beim zweiten Gespräch bereits der Vertragsabschluss erfolgte (Akten Kanton Bern, Ordner 2, Kreis 6,  C. vom 27.08.2008, S. 2, Z. 49, S. 3, Z. 86-89). Angesichts des  Betrages des Darlehens (fünf Millionen Euro) wären wohl  Nachforschungen über die Seriosität des Geschäfts und der  Leistung von D. und damit über die Kreditwürdigkeit von D. und der im Rahmen des Projekts „E.“ involvierten Unternehmen sowie die  Überprüfung der Angaben von D. über das Projekt und die Verwendung des zu investierenden Geldes angebracht gewesen.  wäre in erster Linie die von D. abgegebene Projektdokumentation gewesen (Akten Kanton Bern, Ordner 1, Kreis 2, Faszikel 2, Unterlagen Projekt E.), welche generell älteren Datums war. Beispielsweise stammte der von der K. verfasste Report on the Illustrative Valuation of the E.-Technology der H. GmbH vom 26. April 2000, die Liste der  aus dem Jahre 1997, die Bilanz der F. AG betraf die Jahre 2003 und 2004 und der Jahresabschluss der H. GmbH das Jahr 2004. C. gibt an, ihm sei damals im Rahmen der Präsentation erklärt worden, dass die F. AG als Holding die Inhaberin der H. GmbH und somit auch der Patente sei. Die im Gegenzug zur Investition erhaltenen Aktien von der F. AG hätten deshalb
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für ihn eine Sicherheit dargestellt (Akten Kanton Bern, Ordner 2, Kreis 6, Einvernahme C. vom 27.08.2008, S. 2, Z. 66-69, S. 6, Z. 209/210, S. 7, Z. 221, S. 10, Z. 344). Aus der den Projektunterlagen beiliegenden Bilanz der F. AG ist jedoch keine Beteiligung und damit keine Holdingstruktur  und die dem Projekt „E.“ zugrunde liegenden Patente der H. GmbH sind in deren Jahresrechnung lediglich mit 1.51 Euro bilanziert. Zudem erweist sich diese Gesellschaft als überschuldet. Gerade diese  zu den Aussagen von D. hätten Rückschlüsse auf seine mangelnde Erfüllungsfähigkeit bzw. den mangelnden Erfüllungswillen . Obwohl C. erklärt, dass sein Fokus auf der F. AG lag und er diverse Abklärungen, unter anderem Wirtschaftsauskünfte, eingeholt habe,  C. erst bei oder nach Vertragsschluss aktuelle Bilanzen (Akten  Bern, Ordner 2, Kreis 6, Einvernahme C. vom 27.08.2008, S. 4, Z. 120/121, S. 6, Z. 202/203, S. 7, Z. 222-224). Dass sich die H. GmbH  bereits zum Zeitpunkt des Vertragsabschlusses in Liquidation befand und damit diejenige Information, welche einen entscheidenden  auf die mangelnde Erfüllungsfähigkeit erlaubt hätte, wäre auch bei entsprechender Abklärung für C. nicht ersichtlich gewesen, da der  Eintrag im deutschen Handelsregister erst nach Vertragsabschluss erfolgte (Akten Kanton Bern, Ordner 1, Kreis 4, Faszikel 4). C. hat zwar keine Erkundigungen über den finanziellen Hintergrund von D. als  Vertragspartner eingeholt, sondern sich in Bezug auf die  mit dem Hinweis auf Vertragsverhandlungen mit  und weitere Investoren begnügt (Akten Kanton Bern, Ordner 2, Kreis 6, Einvernahme C. vom 27.08.2008, S. 4, Z. 116-118, Z. 122/123). Jedoch hat er nicht jegliche Sorgfalt ausser Acht gelassen, glaubte er sich doch mit den weiteren, seinerseits iniziierten Vertragselementen des  Verwendungszwecks und des Kaufrechts bezüglich weiterer Inhaberaktien (mit dem Ziel einer Sperrminorität) im Falle des nicht  Rückkaufs als genügend abgesichert (Akten Kanton Bern, Ordner 2, Kreis 6, Einvernahme C. vom 27.08.2008, S. 2, Z. 65-72) – auch wenn diese Massnahmen objektiv wohl kaum zur Verhinderung des Irrtums  waren.
Gesamthaft betrachtet kann demnach für die Tathandlung von D. trotz  Argumente bezüglich der Opferselbstverantwortung – deren konkrete Abwägung jedoch Aufgabe des Sachrichters ist – der Tatbestand des  im Sinne von Art. 146 StGB nicht zum Vornherein ausgeschlossen werden.
2.4 Da sowohl die Vertragsverhandlungen wie auch der Vertragsabschluss in Z. im Kanton Bern erfolgten, erweist sich Z. in Bezug auf den Betrugsvor-
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wurf als Ausführungsort. Deshalb sind gemäss Art. 340 Abs. 1 StGB die Strafverfolgungsbehörden des Kantons Bern für die D. zur Last gelegte Straftat zuständig.
3. Es sind keine Gerichtskosten zu erheben (Art. 245 Abs. 1 BStP i.V.m.
Art. 66 Abs. 4 BGG).
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