# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 1548d247-0e3a-4198-9fbf-5636f39da263
**Court:** CH_BSTG
**Chamber:** CH_BSTG_001
**Year:** 2014
**Language:** de
**Jurisdiction:** CH / Federation
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** 

## Facts

Sachverhalt:
A. Am 23. Januar 2007 erhob die B. AG bei der Staatsanwaltschaft des Kan-
tons Graubünden gegen A. und weitere Beteiligte wegen des Verdachts der
Verletzung des Fabrikations- oder Geschäftsgeheimnisses (Art. 162 StGB),
des wirtschaftlichen Nachrichtendienstes (Art. 273 StGB) und weiterer De-
likte Strafanzeige (Akten BA, pag. 04-00-00-0002 ff.). Diese wurde am
31. Januar 2007 zuständigkeitshalber der Bundesanwaltschaft übermittelt
(Akten BA, pag. 04-00-00-0001). Die Bundesanwaltschaft eröffnete in der
Folge ein gerichtspolizeiliches Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts
des wirtschaftlichen Nachrichtendienstes und der Verletzung des Fabrikati-
ons- oder Geschäftsgeheimnisses (Akten BA, pag. 01-00-00-0001) und
dehnte dieses am 12. März 2007 u. a. auf A. aus (Akten BA, pag. 01-00-00-
0011). Am 24. April 2008 eröffnete das Eidgenössische Untersuchungsrich-
teramt diesbezüglich gegen A. und weitere Beteiligte eine Voruntersuchung
(Akten BA, pag. 01-00-00-0017 f.). Mit Inkrafttreten der neuen Schweizeri-
schen Strafprozessordnung und der damit verbundenen Aufhebung des
Eidgenössischen Untersuchungsrichteramtes ging das Verfahren per
31. Dezember 2010 zur Weiterführung der Untersuchung zurück an die
Bundesanwaltschaft (Akten BA, pag. 02-00-00-0002 f.). Anlässlich der
Schlusseinvernahme vom 23. August 2011 warf die Bundesanwaltschaft A.
vor, mehrfach Fabrikations- und Geschäftsgeheimnisse der B. AG verraten
zu haben und zwar am 5. September 2001, 28. März 2003, 7. August 2004,
17. November 2004, 20. Oktober 2004, 5. Juli 2005 und 10. Novem-
ber 2005 (Akten BA, pag. 13-05-00-0380 ff.).
B. Mit Strafbefehl vom 8. März 2012 befand die Bundesanwaltschaft A. der
mehrfachen Verletzung des Fabrikations- und Geschäftsgeheimnisses, be-
gangen am 28. März 2003, 20. Oktober 2004 und 5. Juli 2005 für schuldig
(Akten BA, pag. 16-03-00-0158 f.). A. erhob hiergegen am 21. März 2012
Einsprache (Akten BA, pag. 16-03-00-0160). Die Bundesanwaltschaft
trennte hierauf das Verfahren gegen A. vom Verfahren gegen die Mitbe-
schuldigten ab (Akten BA, pag. 01-00-00-0024 f.), hielt am Strafbefehl fest
und überwies die Akten zur Durchführung des Hauptverfahrens der Straf-
kammer des Bundesstrafgerichts. Mit rechtskräftigem Urteil SK.2012.15
vom 6. Juni und 23. Juli 2012 stellte diese das Verfahren gegen A. bezüg-
lich der Vorgänge vom 28. März 2003 und vom 20. Oktober 2004 infolge
Verjährung ein und sprach A. bezüglich des Vorgangs vom 5. Juli 2005
vom Vorwurf der Verletzung von Geschäfts- und Fabrikationsgeheimnissen
frei. Dem Beschuldigten A. wurden dabei Verfahrenskosten in der Höhe
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von Fr. 10'000.-- zur Bezahlung auferlegt. Weiter verpflichtete die Straf-
kammer die Bundesanwaltschaft und die B. AG, A. für seine Aufwendun-
gen im gerichtlichen Verfahren mit je Fr. 7'000.-- zu entschädigen. Die wei-
tergehenden Forderungen von A. für das Vorverfahren wies sie ab, wäh-
renddem sie auf die Forderung der B. AG auf Zusprechung einer Parteient-
schädigung zu Lasten von A. nicht eintrat (act. 1.4).
C. Mit Verfügung vom 16. August 2013 (act. 1.2) stellte die Bundesanwalt-
schaft das Strafverfahren gegen A. wegen des Vorwurfs der Verletzung des
Fabrikations- oder Geschäftsgeheimnisses am 5. September 2001,
7. August 2004, 17. November 2004 und 10. November 2005 ein. Hierbei
auferlegte sie A. die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 11'000.-- (Ge-
bühr Fr. 1'000.--; Auslagen Fr. 10'000.--; Ziff. 3 der Verfügung) und richtete
ihm keine Entschädigung aus (Ziff. 4 der Verfügung), sondern verpflichtete
ihn, der Privatklägerin B. AG eine Entschädigung in der Höhe von
Fr. 17'920.-- auszurichten (Ziff. 5 der Verfügung).
D. Hiergegen gelangte A. mit Beschwerde vom 5. September 2013 an die Be-
schwerdekammer des Bundesstrafgerichts und beantragt Folgendes
(act. 1):
1. Die Dispositivziffern 3 und 5 der Einstellungsverfügung der Bundesanwaltschaft vom
16. August 2013 seien aufzuheben und die Kosten des Strafverfahrens gegen den Be-
schwerdeführer (Auslagen und Gebühren) seien vollumfänglich durch die Bundeskasse zu
tragen.
2. Evtl. seien die Ziffern 3 und 5 der Einstellungsverfügung vom 16. August 2013 aufzuhe-
ben und es seien dem Beschwerdeführer für die Verteidigungsaufwendungen im Vorverfah-
ren Fr. 40'514.65 zuzusprechen, MwSt. inbegriffen.
3. Subevtl. sei die Einstellgebühr von Fr. 1'000.-- zu bestätigen unter Vormerknahme, dass
Einstellgebühr und Auslagenanteil von Fr. 434.35 durch den Vollzug des Urteils SK.2012.15
bereits abgegolten sind, Dispositivziffer 5 ersatzlos aufzuheben und der Beschwerdeführer
für die Aufwendungen im Vorverfahren durch den Bund nach pflichtgemässem Ermessen zu
entschädigen.
Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zuzüglich Mehrwertsteuer.
Die Bundesanwaltschaft schliesst in ihrer Beschwerdeantwort vom 16. Sep-
tember 2013 auf kostenfällige Abweisung der Beschwerde (act. 3). Die
B. AG teilte am 10. Oktober 2013 mit, auf die Einreichung einer Beschwer-
deantwort zu verzichten (act. 5). A. nahm in seiner Beschwerdereplik vom
24. Oktober 2013 zur Beschwerdeantwort der Bundesanwaltschaft Stellung
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(act. 7). Die Replik wurde der Bundesanwaltschaft und der B. AG am
25. Oktober 2013 zur Kenntnis gebracht (act. 8).
Auf die Ausführungen der Parteien und die eingereichten Akten wird, so-
weit erforderlich, in den folgenden rechtlichen Erwägungen Bezug genom-
men.

## Considerations

Die Beschwerdekammer zieht in Erwägung:
1.
1.1 Gegen die Einstellungsverfügung der Bundesanwaltschaft können die Par-
teien innert zehn Tagen bei der Beschwerdekammer des Bundesstrafge-
richts Beschwerde erheben (Art. 322 Abs. 2 StPO i.V.m. Art. 37 Abs. 1
StBOG). Es können dabei sämtliche Punkte der Einstellungsverfügung, so
auch die Kosten- und Entschädigungsregelung angefochten werden (Be-
schluss des Bundesstrafgerichts BK.2011.11 vom 15. Juli 2011, E. 1.1 mit
Hinweis auf GRÄDEL/HEINIGER, Basler Kommentar, Basel 2011, Art. 322
StPO N. 5). Voraussetzung zur Beschwerdeerhebung ist dabei auf Seiten
der Partei ein rechtlich geschütztes Interesse an der Aufhebung oder Ände-
rung der angefochtenen Verfügung (Art. 382 Abs. 1 StPO). Mit der Be-
schwerde gerügt werden können gemäss Art. 393 Abs. 2 StPO Rechtsver-
letzungen, einschliesslich Überschreitung und Missbrauch des Ermessens,
Rechtsverweigerung und Rechtsverzögerung (lit. a), die unvollständige
oder unrichtige Feststellung des Sachverhalts (lit. b) sowie die Unange-
messenheit (lit. c).
1.2 Der vormals beschuldigte Beschwerdeführer ist sowohl durch die ihm auf-
erlegte Pflicht zur Tragung von Teilen der Kosten für das eingestellte Ver-
fahren (vgl. u. a. den Beschluss des Bundesstrafgerichts BK.2011.3 vom
18. Oktober 2011, E. 1.3), durch die im Rahmen der Einstellungsverfügung
ergangene Verweigerung der beantragten Entschädigung (vgl. u. a. den
Beschluss des Bundesstrafgerichts BK.2011.8 vom 2. September 2011,
E. 1.2) als auch durch die ihm auferlegte Verpflichtung, der Privatkläger-
schaft eine Entschädigung auszurichten, ohne Weiteres beschwert und
somit zur Beschwerdeführung berechtigt. Die übrigen Eintretensvorausset-
zungen geben zu keinen Bemerkungen Anlass, weshalb auf die Beschwer-
de einzutreten ist.
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2.
2.1 Der Beschwerdeführer macht mit seinem Hauptstandpunkt sinngemäss
geltend, die Strafkammer des Bundesstrafgerichts habe mit ihrem Urteil die
Kosten- und Entschädigungsfolgen auch für das Vorverfahren abschlies-
send geregelt, weshalb für die zusätzliche Regelung von Kosten- und Ent-
schädigungsfolgen im Rahmen der nunmehr ergangenen Einstellungsver-
fügung kein Raum verbleibe (act. 1, Ziff. IV. und V.). Die Beschwerdegeg-
nerin 1 bringt demgegenüber vor, die Strafkammer sei im Verfahren
SK.2012.15 ausschliesslich mit jenen Vorwürfen befasst gewesen, die an-
geklagt worden seien. Für die Kostenliquidation des eingestellten Verfah-
rensteils sei sie nicht zuständig. Auch die Entschädigungsfolgen seien le-
diglich für den angeklagten Verfahrensteil gerichtlich erledigt worden
(act. 3).
2.2 Dass die Strafkammer im Rahmen des Verfahrens SK.2012.15 eine Aus-
scheidung der Kosten des Vorverfahrens auf den zur Anklage gebrachten
und auf den nun eingestellten Verfahrensteil vorgenommen hätte, lässt sich
dem Urteil vom 6. Juni und 23. Juli 2012 nicht entnehmen. Auch hinsicht-
lich der Entschädigung des Beschwerdeführers oder der Beschwerdegeg-
nerin 2 für deren Aufwendungen im Vorverfahren ist eine solche nicht
nachvollziehbar. Anhand der Prozessgeschichte bis zum Verfahren vor der
Strafkammer erschien eine solche Aufteilung aufgrund der vorliegenden
Akten auch nicht angezeigt.
Mit Erlass des Strafbefehls am 8. März 2012 hat die Beschwerdegegnerin 1
das Vorverfahren gegen den Beschwerdeführer zum Abschluss gebracht.
Dass zu jenem Zeitpunkt weitere Vorwürfe noch "hängig" geblieben sind
und dementsprechend die im Rahmen des Strafbefehls geregelten Kosten-
und Entschädigungsfolgen nur anteilsmässig für den erledigten Verfah-
rensteil vorgenommen wurden, ist auch dem Strafbefehl selbst nicht zu
entnehmen (Akten BA, pag. 16-03-00-0158 f.). Die hierauf erfolgte Abtren-
nung des gegen den Beschwerdeführer geführten Verfahrens erfolgte le-
diglich ad personam (Akten BA, pag. 01-00-00-0024 f.). Eine formelle
Trennung des gegen A. geführten Verfahrens in sachlicher Hinsicht, kann
den Akten nicht entnommen werden. Eine solche Verfahrenstrennung hätte
als Ausnahme zum Grundsatz der Verfahrenseinheit (vgl. Art. 29 f. StPO)
aber gesondert verfügt und begründet werden müssen. Dem Urteil der
Strafkammer ist zudem ausdrücklich zu entnehmen, die Beschwerdegeg-
nerin 1 habe bezüglich des Kostenpunktes erklärt, das Verfahren sei "vor
der Abtrennung auch gegen weitere Beschuldigte geführt und hinsichtlich
weiterer Handlungen des Beschuldigten eingestellt worden" (Urteil des
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Bundesstrafgerichts SK.2012.15 vom 6. Juni und 23. Juli 2012, E. 6.2.1).
Mit anderen Worten war somit auch für die Strafkammer nicht erkennbar,
dass nach ihrem Urteil noch weitere Verfahrensteile gegen den Beschwer-
deführer der Erledigung bedürften. Demzufolge regelte die Strafkammer die
Kosten- und Entschädigungsfolgen für das gesamte gegen den Beschwer-
deführer geführte Strafverfahren abschliessend und umfassend. Dem Urteil
sind denn auch keinerlei Hinweise auf eine anteilsmässige Ausscheidung
von Gebühren, Auslagen oder Entschädigungsforderungen hinsichtlich der
vorliegend diskutierten Deliktsvorwürfe zu entnehmen. Auch die von sämtli-
chen Parteien im Verfahren SK.2012.15 gestellten Anträge deuten auf kei-
ne solche Kostenausscheidung hin.
Der Einwand der Beschwerdegegnerin 1 im Rahmen ihrer Beschwerde-
antwort, wonach die Strafkammer die nicht zur Anklage gebrachten Vor-
würfe bei der Kostenrechnung konsequenterweise berücksichtigt habe
(act. 3, S. 1), stützt diese Ansicht sogar ausdrücklich, dürfte von der Be-
schwerdegegnerin 1 aufgrund des Kontextes ihrer übrigen Ausführungen
aber falsch formuliert worden sein. Der von ihr gemachte Hinweis auf
E. 6.2.2 im erwähnten Urteil deutet aber auch nicht auf eine anteilsmässig
erfolgte Kostenausscheidung hin. Wenn die Strafkammer dort ausführt,
mehrere gegen den Beschwerdeführer untersuchte Handlungen seien nicht
zur Anklage gebracht worden, so berücksichtigt sie hier bei der Festset-
zung der Gebühr für das Vorverfahren lediglich, dass dieses in sachlicher
Hinsicht umfangreicher war als das Hauptverfahren vor der Strafkammer.
2.3 Hat die Strafkammer in ihrem Urteil SK.2012.15 vom 6. Juni und 23. Ju-
li 2012 sämtliche Kosten- und Entschädigungsfolgen auch für das gegen
den Beschwerdeführer geführte Vorverfahren umfassend und abschlies-
send geregelt, so verbleibt für eine weitergehende Regelung von Kosten-
und Entschädigungsfolgen durch die Beschwerdegegnerin 1 tatsächlich
kein Raum mehr. Sollte sich die Strafkammer diesbezüglich in einem Irrtum
befunden haben, so ist dieser dem Verhalten der Beschwerdegegnerin 1
zuzuschreiben. Die Beschwerde erweist sich nach dem Gesagten als be-
gründet und ist gutzuheissen. Die Dispositivziffern 3 und 5 der angefochte-
nen Verfügung sind aufzuheben.
3.
3.1 Die Kosten des vorliegenden Beschwerdeverfahrens sind nach Massgabe
des Obsiegens und Unterliegens der Parteien festzulegen (Art. 428 Abs. 1
StPO).
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Die Beschwerdegegnerin 2 hat darauf verzichtet, Anträge zu stellen und
Stellungnahmen einzureichen, weshalb sie bei der Regelung der Kosten-
und Entschädigungsfolgen des Beschwerdeverfahrens ausser Acht zu las-
sen ist. Der Beschwerdeführer obsiegt mit dem Hauptantrag seiner Be-
schwerde. Dementsprechend sind keine Gerichtskosten zu erheben
(Art. 423 Abs. 1 StPO und Art. 21 Abs. 2 des Reglements des Bundesstraf-
gerichts vom 31. August 2010 über die Kosten, Gebühren und Entschädi-
gungen in Bundesstrafverfahren [BStKR; SR 173.713.162]).
3.2 Dem Ausgang des Verfahrens entsprechend hat der Beschwerdeführer
Anspruch auf Entschädigung für seine Aufwendungen im vorliegenden Be-
schwerdeverfahren (Art. 436 Abs. 1 i.V.m. Art. 429 Abs. 1 lit. a StPO). Die-
se richtet sich nach dem vom Beschwerdeführer geltend gemachten Stun-
denaufwand (act. 7.1; vgl. Art. 10 i.V.m. Art. 12 Abs. 1 BStKR), welcher an-
gemessen erscheint. Der in Beschwerdeverfahren vor der Beschwerde-
kammer normalerweise anzuwendende Stundenansatz beläuft sich jedoch
auf Fr. 230.--, nicht auf Fr. 250.-- (vgl. hierzu den Beschluss des Bundes-
strafgerichts BB.2012.8 vom 2. März 2012, E. 4.2). Die von der Beschwer-
degegnerin 1 dem Beschwerdeführer für das vorliegende Verfahren auszu-
richtende Parteientschädigung beläuft sich daher auf Fr. 2'596.95 (inkl.
Auslagen und MwSt.).
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