# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** ee9a18e9-da6b-4f96-96d3-03b98d10c10c
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2018
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren
1956
,
Mutter von drei erwachsenen Kindern (geboren 1985, 1987 und 1993),
war
zuletzt bis 2004 in einem Teilzeitpensum bei der Post in der Reinigung angestellt (vgl. Auszug aus dem individuellen Konto; IK-Auszug Urk. 10/8, Urk. 10/11 Ziff. 2)
. Unter Hinweis auf
eine bipolare Störung
meldete sich
die Versicherte am 26. August 2015
bei der Invaliden
versicherun
g zum Leistungsbezug an (Urk. 10/5 Ziff. 6.2
). Die Sozialver
sicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, klärte die medizi
nisch
e und erwerbliche Situation ab
und holte bei
Dr. med. Y._, Oberärztin an der Klinik und Poliklinik für Innere Medizin, Universitätsspital Z._, und bei Dr. med. A._, Facharzt für Psychiatrie und Psycho
therapie, ein bi
diszip
linäres Gutachten ein, das am 19. Januar 2017 erstattet wurde (Urk. 10/30
).
Weiter veranlasste die IV
Stelle eine Haushaltsab
klärung, über welche am 28. Februar 2017 Bericht erstattet wurde (Urk. 10/32).
Nach durchgeführt
em Vorbescheidverfahren (Urk. 10/34; Urk. 10/40
) verneinte die
IV-Stelle mit Verfügung vom 16. August 2017
einen Rentenanspruch (Urk.
10/46
=
Urk.
2)
2.
Die Versicherte erhob am 14. September 2017
Beschwerde gegen die Verfügung vom
16. August 2017
(
Urk.
2) und beantragte, diese sei aufzuheben und es sei ihr
mit Wirkung von sechs Monaten nach der Anmeldung eine Rente der Invalidenversicherung
zuzusprechen
, im Weiteren ersuchte sie um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege (Urk. 1 S. 2
).
Die IV-Stelle beantragte mit Beschwerdeantwort vom
25. Oktober 2017
(
Urk. 9
) die Abweisung der Beschwerde.
Am 15. Februar 2018 reichte die Beschwer
de
führerin ihre Replik (Urk. 15) ein und die Beschwerdegegnerin verzichtete am 19. März 2018 auf das Einreichen einer Duplik (Urk. 18), was der Beschwerde
führerin am 21. März 2018 zur Kenntnis gebracht wurde (Urk. 19).
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des
Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts; ATSG
).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesund
heit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Fol
gen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbs
unfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie körperliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG)
in Verbindung mit Art. 8 ATSG bewirken.
Rechtsprechungsgemäss ist bei psychischen Beeinträchtigungen zu prüfen, ob ein seelisches Leiden mit Krankheitswert besteht, welches die versicherte Person auch bei Aufbietung allen guten Willens daran hindert, ein rentenausschliessendes Erwerbseinkommen zu erzielen (Art. 7 Abs. 2 Satz 2 ATSG
,
BGE 139 V 547
E. 5
,
131 V 49
E. 1.2
,
130 V 352
E. 2.2.1).
Die Annahme eines psychischen Gesundheitsschadens im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG sowie Art. 3 Abs. 1 und Art. 6 ATSG setzt grundsätzlich eine lege artis auf die Vorgaben eines anerkannten Klassifikationssystems abgestützte psychiatrische Diagnose voraus (BGE 130 V 396; 141 V 281 E. 2.1). Eine fachärztlich festgestellte psychische Krankheit ist jedoch nicht ohne weiteres gleichbedeutend mit dem Vorliegen einer Invalidität. In jedem Einzelfall muss eine Beeinträchtigung der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit unabhängig von der Diagnose und grundsätzlich unbesehen der Ätiologie ausgewiesen und in ihrem Ausmass bestimmt sein. Entscheidend ist die nach einem weitgehend objektivierten Massstab zu beurteilende Frage, ob es der versicherten Person zumutbar ist, eine Arbeitsleistung zu erbringen (vgl.
BGE 143 V 409 E. 4.2.1 unter Hinweis auf 127 V 294 E. 4b/cc und 139 V 547 E. 5.2
).
Gemäss der für somatoforme Schmerzstörungen und vergleichbare psycho
somatische Leiden entwickelten Rechtsprechung des Bundesgerichts ist die tatsächliche Arbeits- und Leistungsfähigkeit der versicherten Person grund
sätzlich in einem strukturierten, ergebnisoffenen Beweisverfahren anhand von auf den funktionellen Schweregrad bezogenen Standardindikatoren zu ermitteln (BGE 141 V 281). Mit
BGE 143 V 418
hat das Bundesgericht erkannt, dass grundsätzlich sämtliche psychischen
Erkrankungen
einem strukturierten Beweis
ver
fahren nach BGE 141 V 281 zu unterziehen seien, wobei es je nach Krank
heitsbild allenfalls gewisser Anpassungen hinsichtlich der Wertung ein
zelner Indikatoren bedürfe. Diese Abklärungen enden laut Bundesgericht stets mit der Rechtsfrage, ob und in welchem Umfang die ärztlichen Fest
stellungen anhand der nach BGE 141 V 281 rechtserheblichen Indikatoren auf Arbeits
unfähigkeit schliessen lassen (E. 7).
Im Rahmen des strukturierten Beweisverfahrens sind als Standardindikatoren die folgenden Aspekte massgebend (BGE 141 V 281 E. 4.1.3):
Funktioneller Schweregrad
-
Gesundheitsschädigung
-
Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde
-
Behandlungs- und Eingliederungserfolg oder -resistenz
-
Komorbiditäten
-
Persönlichkeit: Persönlichkeitsdiagnostik, persönliche Ressourcen
-
sozialer Kontext
Konsistenz (Gesichtspunkte des Verhaltens)
-
gleichmässige Einschränkung des Aktivitätsniveaus in allen vergleich
baren Lebensbereichen
-
behandlungs- und eingliederungs
anamnestisch
ausgewiesener Leidens
druck
Diese
Standardindikatoren erlauben - unter Berücksichtigung leistungshindern
der äusserer Belastungsfaktoren einerseits und Kompensationspotenzialen (Ressourcen) anderseits - das tatsächlich erreichbare Leistungsvermögen einzu
schätzen (BGE 141 V 281 E. 3.4-3.6 und E. 4.1; vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_2
60/2017 vom 1. Dezember 2017 E.
4.2.3).
Die Anerkennung eines renten
begründenden Invaliditätsgrades ist nur zulässig, wenn die funktionellen Aus
wirkungen der medizinisch festgestellten gesundheitlichen Anspruchs
grundlage im Einzelfall anhand der Standardindikatoren schlüssig und wider
spruchsfrei mit (zumindest) überwiegender Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sind. Fehlt es daran, hat die Folgen der Beweislosigkeit (nach wie vor) die materiell beweisbelastete versicherte Person zu tragen (BGE 141 V 281 E. 6; BGE 141 V 547 E. 2).
1.3
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine Vier
telsrente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine Dreiviertels
rente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.4
Sowohl im Rahmen einer erstmaligen Prüfung des Rentenanspruches als auch anlässlich einer Rentenrevision (
Art.
17
Abs.
1 ATSG) stellt sich unter dem Gesichtspunkt des
Art.
28a
Abs.
3 IVG in Verbindung mit
Art.
16 und 7
Abs.
2 ATSG die Frage nach der anwendbaren
Invaliditätsbemessungsmethode.
Ob eine versicherte Person als ganztägig oder zeitweilig erwerbstätig oder als nicht
erwerbstätig einzustufen ist, führt je zur Anwendung einer anderen Methode der Invaliditätsbemessung (Einkommensvergleich, Betätigungsver
gleich,
gemischte Methode) und ergibt sich aus der Prüfung, was die Person bei im Übrigen unveränderten Umständen täte, wenn keine gesundheitliche Beein
trächtigung bestünde. Entscheidend ist nicht, welches Ausmass der Erwerbs
tätigkeit der versicherten Person im Gesundheitsfall zugemutet werden könnte, sondern in welchem Pensum sie hypothetisch, das heisst ohne Gesund
heits
schaden, aber bei sonst gleichen Verhältnissen, erwerbstätig wäre (
Art.
27
bis
der Verordnung über die Invalidenversicherung; IVV;
BGE 133 V 504 E. 3.3 mit Hinweisen).
Die Statusfrage beurteilt sich praxisgemäss nach den Verhältnissen, wie sie sich bis zum Erlass der Verwaltungsverfügung entwickelt haben. Dabei sind die konkrete Situation und die Vorbringen der versicherten Person nach Massgabe der allgemeinen Lebenserfahrung zu würdigen. Für die hypothetische Annahme einer im Gesundheitsfall ausgeübten (Teil-)Erwerbstätigkeit ist der im Sozialver
sicherungsrecht übliche Beweisgrad der überwiegenden Wahr
schein
lich
keit erforderlich (
BGE 137 V 334
E. 3.2,
130 V 393
E. 3.3,
125 V 146
E. 2c, je mit Hinweisen).
Bei im Haushalt tätigen Versicherten im Besonderen (vgl.
Art.
27 IVV) sind die persönlichen, familiären, sozialen und erwerblichen Verhältnisse ebenso wie allfällige Erziehungs- und Betreuungsaufgaben gegenüber Kindern, das Alter, die beruflichen Fähigkeiten und die Ausbildung sowie die persönlichen Neigungen und Begabungen zu berücksichtigen (Urteil des Bundesgerichts 9C_915/2012 vom 1
5.
Mai 2013 mit Hinweisen auf BGE 133 V 504 E. 3.3).
Die gemischte Methode findet auch Anwendung, wenn der (in einem Aufgaben
bereich tätigen) versicherten Person ohne gesundheitliche Beeinträchtigung eine vollzeitliche Erwerbstätigkeit zumutbar wäre, sie aber trotzdem eine solche nicht ausüben würde (vgl. BGE 133 V 504 E. 3.3 in fine). Ist jedoch anzu
nehmen, die versicherte Person wäre ohne gesundheitliche Beein
trächtigung teilerwerbstätig ohne daneben in einem andern Aufgaben
bereich nach
Art.
5
Abs.
1 IVG
tätig zu sein, ist die Invalidität ausschliesslich nach den Grund
sätzen für Erwerbstätige, somit nach
Art.
16 ATSG zu bemessen (
Art.
28a
Abs.
3 e). Die gemischte Methode gelangt hier ebenso wenig zur Anwendung wie bei ohne Gesundheitsschaden voll Erwerbstätigen (
Art.
27
bis
). Das Valideneinkommen ist nach Massgabe der ohne Gesundheitsschaden ausge
übten Teilerwerbstätigkeit festzulegen. Entscheidend ist, was die versicherte Person als Gesunde tatsächlich an Einkommen erzielen würde, und nicht, was sie bestenfalls verdienen könnte. Wäre sie gesundheitlich in der Lage, voll erwerbs
tätig zu sein, reduziert sie aber das Arbeitspensum aus freien Stücken, insbesondere um mehr Freizeit zu haben, oder ist die Ausübung einer Ganztagestätigkeit aus Gründen des Arbeitsmarktes nicht möglich, hat dafür nicht die Invalidenversicherung einzustehen (
BGE 125 V 157
E. 5c/bb mit Hin
weisen; ZAK 1992 S. 92 E. 4a). Das Invalideneinkommen bestimmt sich entsprechend den gesetzlichen Vorgaben danach, was die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung allfälliger Eingliederungs
massnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeits
marktlage erzielen könnte. Dabei kann das – vom Arzt festzulegende – Arbeits
pensum unter Umständen grösser sein als das ohne gesundheitliche Beein
trächtigung geleistete (vgl. BGE 131 V 51 E. 5.1.2).
Bei der Bestimmung der im konkreten Fall anwendbaren Invaliditätsbe
messungs
methode und damit der Beantwortung der entscheidenden Statusfrage handelt es sich um eine hypothetische Beurteilung, die auch hypothetische Willens
ent
scheidungen der versicherten Person berücksichtigen muss. Dies gilt auch für die Frage, in welchem Ausmass die versicherte Person ohne gesund
heitliche Beeinträchtigung erwerbstätig wäre. Diese inneren Tatsachen sind indessen einer direkten Beweisführung nicht zugänglich und müssen in aller Regel aus äusser
en Indizien erschlossen werden
(vgl. Urteile des Bundesgerichts 9C_287/2013 vom
8.
November 2013 E.
3.5
und 8C_511/2013 vom 30.
De
zember 2013
E. 3.1
, je
mit Hinweisen).
1.5
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalidenein
kommen), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog. Validenein
kommen). Der Ein
kommensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die b
eiden hypothetischen Erwerbsein
kommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des Ein
kommens
vergleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen)
.
1.6
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeits
unfähig ist (BGE 125 V 256 E.
4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person no
ch zugemutet werden können (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E.
4b/cc).
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vor
akten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizi
nischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation ein
leuchtet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete ihre Verfügung (Urk. 2) damit, dass die Beschwerdeführerin seit Juli 2012 in
ihrer Arbeitsfähigkeit eingeschränkt
sei. Eine Tätigkeit in der Reinigung sei
nicht mehr zumutbar. Diese
Tätigkeit
sei jedoch seit 2004 nicht mehr ausgeübt worden.
Da die Beschwerdeführerin als Hausfrau zu qualifizieren sei, bestehe eine Einschränkung von 20 %. Mit dem vorhandenen Unterhalt des Exmannes und der günstigen Miete sei die Beschwerdeführerin finanziell recht gut gestellt und müsste nicht zwangsläufig einer Erwerbstätigkeit nachgehen. Sofern sie die günstigere
Wohnung verlassen müsse, sei davon auszugehen, dass sie in ihrem bisherigen Pensum von 25
%
einer E
rwerbstätigkeit nachgehen würde, weshalb sie als zu 25 % im Erwerbs
bereich und zu 75 % im Haushalt Tätige zu qualifizieren sei. Im Haushalts
bereich bestehe eine Einschränkung von 23 %, und da ihr eine angepasste Tätigkeit zu
50
%
zumutbar sei, resultiere ein totaler I
nvaliditätsgrad von 20 % (S. 1
f
f
.).
2.2
Dagegen machte die Beschwerdeführerin in ihrer Beschwerde geltend, sie wäre heute als Gesunde vollerwerbstätig. Sie sei bereits als Mutter von drei kleinen Kindern bei der Post in der Reinigung im Umfang von 25 % tägig
gewesen
.
Im
Hinblick
auf den beruflichen Wiedereinstieg in die im Heimatland erlernte Tätigkeit in der Pflege und im Hinblick auf eine Pensumserhöhung habe sie im November 2005 eine Rotkreuz-Ausbildung absolviert.
Als Gesunde hätte sie diese Tätigkeit als Rotkreuzpflegerin ausgeübt und sich nicht von ihrem Exmann finanzieren lassen wollen
(Urk. 1 S. 4 Ziff. 2 lit. a, Urk. 15 S. 4 f. lit. c
d, S. 6 lit. g-h)
.
Sie sei lediglich noch im geschützten Rahmen arbeitsfähig (Urk. 15 S. 3 f. Ziff. 3 lit. a-e). Ihre gesundheitlichen Beschwerden hätten bereits im Scheidungszeitpunkt im Jahr 2009 bestanden, und die Alimente seien unter deren Berücksichtigung angesetzt worden (Urk. 1 S. 4 f. Ziff. 2 lit. b-d, Urk. 15 S. 5 f. lit. f-g). Entsprechend sei das Valideneinkommen basierend auf einer Vollerwerbstätigkeit in der Spitex mit Pflegeaufgaben zu bemessen, und beim Invalideneinkommen sei von einer geschützten Tätigkeit im Umfang von 50 % auszugehen (Urk. 15 S. 6 ff. Ziff. 5-6).
2.3
Strittig und zu prüfen ist der Rentenanspruch der Beschwerdeführerin und in diesem Zusammenhang auch ihre sozialversicherungsrechtliche
Qualifikation
.
3.
3.1
Dr.
med.
B._
, Facharzt für Allgemein
e
Innere Medizin,
führte in seinem Bericht vom 29. Januar 2008 (Urk. 16/1/1) aus,
er bestätige, dass
die Beschwerdeführerin
seit dem
6.
September 2006
wegen einer depressiven Störung und einer psychosozialen Belastungssituation in seiner Behandlung gewesen sei.
Die Symptome hätten dazu geführt, dass sie in der Stimmungslage, im Denken, der Konzentration und im Antrieb stark beeinträchtigt gewesen sei.
3.2
Die Fachpersonen der Integrierten Psychiatrie C._ nannten in ihrem Bericht vom 9.
Se
ptember 2015 (Urk. 10/14/7-10) als Diagnose sonstige bipolare affektive Störungen; bipolare Störung mit schnellem Phasenwechsel; ICD-10 F31.81 (S. 1 unten). Die Beschwerdeführerin sei nach der Hospitalisation vom 18. September bis 12. Dezember 2014 (S. 2 oben) vom 19. Januar bis 17. Juli 2015 bei ihnen in tagesklinischer Behandlung gewesen (S. 1 und S. 2 Mitte). Sie sei seit 2004 an einer bipolaren affektiven Störung mit schweren Ausprägungen zu beiden Polen hin erkrankt. Es sei mitunter zu schwerer Verwahrlosung und mehreren freiwilligen stationären Aufenthalten in psychiatrischen Kliniken gekommen. Die Beschwerdeführerin sei eine ge
schiede
ne, alleinlebende Mutter von drei Kindern im Erwachsenenalter und seit 2012 nicht mehr arbeitstätig. Ihr Lebensunterhalt werde weitgehend vom Ex
Mann finanziert. Sie sei eine sympathische, fröhliche, humorvolle und für
sorg
liche Persönlichkeit, die gerne koche, tanze und singe (S. 1 Mitte).
Die Fachpersonen führten aus, in diagnostischer Hinsicht hätten die Verlaufs
beobachtungen und ergänzenden anamnestischen Informationen Hinweise auf eine bipolare Störung ergeben, welche sich in den letzten Monaten in einer schwerwiegenden Form, dem Rapid Cycling, gezeigt habe (S. 2 unten f.). Unter regelmässiger Einnahme von Lithium und der weiteren psychiatrischen Medikation, den psychiatrischen Gesprächen sowie den Besuchen durch die Spitex bleibe zu hoffen, dass die Ausprägungen der manisch-depressiven Grund
erkrankung abgeschwächt würden. Die Beschwerdeführerin habe die Tages
klinik nach Abschluss eines geplanten Therapieprogramms in gegen
seitigem Einverständnis am 17. Juli 2015 verlassen (S. 3 oben).
3.3
Dr. med. D._, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie, nannte in ihrem Bericht vom 8. November 2015 (Urk. 10/15) als Diagnose eine bipolare affektive Störung mit schnellem Phasenwechsel (ICD-10 F31.81), gegen
wärtig hypomane Phase (ICD-10 F31.0), bestehend seit mindestens 2006 (Ziff. 1.1).
Dr. D._ führte aus, die Beschwerdeführerin sei seit dem 10. Juli 2009 bei ihr in Behandlung, und die letzte Kontrolle sei am 6. November 2015 erfolgt (Ziff. 1.2).
In der angestammten Tätigkeit als Krankenpflegerin bestehe seit
dem 12. Juli 2012 wegen raschen
Stimmungsumschwüngen und grosser Instabilität sowie oftmals auch Unfähigkeit, für den eigenen Alltag besorgt zu sein, eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit. Sie leide unter deutlichen Konzentrationsstörungen und an einer Unfähigkeit, ausdauernd und konstant an einer Aufgabe zu bleiben. Es bestehe eine starke Betreuungsbedürftigkeit, und es sei keine behin
de
rungsangepasste Tätigkeit möglich
(Ziff. 1.6-7).
Die medikamentöse Einstellung sei schwierig, und bisher sei noch keine opti
male Medikation gefunden worden (Ziff. 1.8).
Dr. D._ führte aus, es finde einmal pro Woche eine Konsultation bei ihr statt, abwechselnd mit Hausbesuchen durch die psychiatrische Spitex. Die medi
kamen
töse Einstellung erfolge je nach Stimmungslage in verschiedener Zusammen
setzung. Empfohlen werde weitere engmaschige Behandlung und Betreuung und allenfalls betreutes Wohnen, wenn die Beschwerdeführerin erneut mit dem selbständigen Wohnen überfordert sein sollte (Ziff. 1.5).
3.4
Die Fachpersonen der
C._
nannten in ihrem Bericht vom 1
7.
Dezember 2015 (
Urk.
10/19) als Diagnose mit Auswirkung
auf die Arbeitsfähigkeit
eine bipolare affektive Störung, gegenwärtig leichte oder mittelgradige
depressive Episode (ICD-10 F31.3
), aktenanamnestisch bestehend seit 2012 (
Ziff.
1.1).
Vom 1
3.
März bis
4.
Mai 2015 ha
be eine stationäre Behandlung der Beschwerdeführerin an der
C._
stattgefunden (
Ziff.
1.3), danach habe sie sich in der Akuttagesklinik mit geplantem Austritt am 2
6.
Juni 2015 befunden (S. 4 Mitte
Ziff.
1.4).
Es sei damit zu rechnen, dass bei der Patientin auch nach Klinikaustritt weiter
hin
eine
100%ige Arbeitsunfähigkeit bestehe
.
Bezüglich einer lang
fristigen Pro
gnose werde auf den ambulanten Behandler verwiesen
(Ziff. 1.4).
3.5
Am 19. Januar 2017 erstatteten Dr. Y._ und Prof. Dr. med. E._, Klinikdirektor, Klinik und Poliklinik für Innere Medizin, Z._, sowie Dr. A._ ihr internistisch-psychiatrisches Gutachten (Urk. 10/30/1-5 und Urk. 10/30/10-22). Zusammenfassend nannten die Gut
achter als Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine bipolare affektive Störung, gegen
wärtig remittiert (ICD-10 F31.7). Als Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeits
fähigkeit nannten sie einen Diabetes mellitus Typ 2 sowie eine Hyper
cholesterinämie (Urk. 10/30/1-5 S. 4 Ziff. 6.1-2).
Die Gutachter führten aus, im angestammten Beruf als Pflegefachfrau sei die Expl
orandin nicht mehr arbeitsfähig, ebenso
wenig in der zuletzt ausgeübten Tätigkeit als Reinigungskraft. Es sei zu erwarten, dass im Rahmen einer ausser
häuslichen Tätigkeit das erwähnte labile Gleichgewicht gestört werde und es zu einer relevanten Verschlechterung des Gesundheitszustandes komme
(S. 5 Ziff. 7.2). In einer optimal angepassten, häuslichen Verweistätigkeit, welche im persönlichen Rahmen und mit flexiblen Arbeitszeiten ausgeübt werden könne, wie die Begleitung von hilfsbedürftigen Personen oder Senioren, explizit aber keine eigentliche Pflegetätigkeit, sei die Beschwerdeführerin medizinisch-theoretisch zu
50
%
arbeitsfähig. Es gelte jedoch auch hier zu bedenken, dass von einem labilen Gleichgewicht auszugehen sei
(S. 5 Ziff. 7.3).
Die Gutachter führten aus, aufgrund der vorliegenden Akten und ihrer Begut
achtung sei davon auszugehen, dass die Arbeitsunfähigkeit seit min
destens März 2015 bestehe (S. 5 Ziff. 7.4).
In Anbetracht der besonderen Schwere der Störung sowie der mit hoher
Wahr
scheinlichkeit aufgetretenen dauerhaften organischen Hirnschädigung, seien die Besserungsaussichten limitiert
. Die Fortführung der Behandlung sollte primär dem Zwecke dienen, eine Verschlechterung des gesundheitlichen Zustandes zu ver
meiden. Es werde unbedingt zur Fortsetzung der laufenden integrierten psychiatrisch-psychotherapeutischen Behandlung geraten. Die Medikation mit Lithium sollte bei laufendem Therapeutic-Drug-Monitoring fortgesetzt werden (S. 5 Ziff. 7.5). Es bestünden keine wesentlichen Diskrepanzen gegenüber den Vorberichten (S. 5 Ziff. 7.7).
Zusammenfassend handle es sich um eine 60-jährige Explorandin mit einer bipolaren affektiven Störung, die aktuell unter Lithium habe stabilisiert werden können. Allerdings sei von einem labilen Gleichgewicht auszugehen (S. 5 Ziff. 7.1).
3.6
Med. pract. F._, Facharzt für Neurologie, Regionaler Ärztlicher Dienst (RAD), nannte in seiner Stellungnahme vom 26. Januar 2017 (Urk. 10/33/3) als Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine bipolare affektive Störung (ICD-10 F31) mit aktuell labilem psychischen Gleich
gewicht unter Medikation. Als Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeits
fähigkeit nannte er einen Diabetes mellitus und eine Hyper
cho
lesterinämie. In der bisherigen Tätigkeit bestehe keine Arbeitsfähigkeit mehr. In einer ange
passten, körperlich leichten Tätigkeit mit flexibler Zeiteinteilung, zum Beispiel in der Seniorenbetreuung ohne Pflege, bestehe eine Arbeitsfähigkeit von 50 %. Eine Verbesserung der Arbeitsfähigkeit sei nicht absehbar. Das Gutachten des Z._ und von Dr. A._ vom 19. Januar 2017 sei beweiskräftig.
4.
4.1
Die Beschwerdegegnerin ging gestützt auf die Stellungnahme von med. pract F._ vom RAD vom Januar 2017 (vgl. vorstehend E. 3.6) davon aus, dass in der angestammten Tätigkeit der Beschwerdeführerin keine Arbeitsfähigkeit mehr bestehe, jedoch in einer angepassten, leichten körperlichen Tätigkeit mit flexibler Zeiteinteilung, zum Beispiel in der Seniorenbetreuung ohne Pflege, eine Arbeitsfähigkeit von 50 % gegeben sei (vgl. vorstehend E. 2.1).
4.2
Soweit RAD-Arzt med. pract. F._ das bidisziplinäre Gutachten des Z._ respektive von Dr. A._ vom Januar 2017 (vgl. vorstehend E. 3.5) als beweiskräftig erachtet, kann ihm gefolgt werden könne. So
berücksichtigt die
ses die von der
Beschwerdeführer
in
geklagten Beschwerden und setzt sich mit diesen umfassend auseinander. Es wurde sodann in Kenntnis der wesentlichen Vorakten abgegeben, leuchtet in der Darlegung der medizinischen Situation ein, und die Schlussfolgerung ist in nachvollziehbarer Weise begründet. Es erfüllt daher die Anforderungen an eine beweiskräft
ige Expertise (vorstehend E. 1.6
). Insbesondere ergaben auch die übrigen vorliegenden medizinischen Akten nichts, was auf eine anderweitige Einschätzung der Lage hindeuten würde. Somit ist darauf abzustellen.
Jedoch kann der Interpretation des Gutachtens durch RAD-Arzt med. pract. F._, dass noch von einer verwertbaren Arbeitsfähigkeit auf dem ersten Arbeits
markt im Umfang von 50 % gesprochen werden könne, nicht gefolgt werden. So wiesen die Gutachter des Z._ respektive Dr. A._ bereits im Rahmen der Beurteilung der Arbeitsfähigkeit in den angestammten Tätigkeiten darauf hin, dass zu erwarten sei, dass eine ausserhäusliche Tätigkeit das labile Gleich
gewicht der Beschwerdeführerin störe und es zu einer Verschlechterung des Gesundheitszustandes komme
.
Soweit sich im Hauptgutachten zumindest aus der gewählten Beschreibung einer angepassten Tätigkeit entnehmen lässt, dass es sich um eine geschützte Tätigkeit handelt, äusserte dies Dr. A._ in seinem psychiatrischen Teilgutachten explizit (vgl. Urk. 10/30/10-22 S. 12 Ziff. 6.7). Überdies wies Dr. A._ auf die besondere Schwere der Störung sowie die limitierten Besserungsaussichten hin (vgl. Urk. 10/30/10-22 S. 12 Ziff. 6.8). Auch der letzten Beschäftigung der Beschwerdeführerin als Haushaltshilfe einer einzigen betagten Person mass Dr. A._ lediglich den Stellenwert einer geschützten Tätigkeit bei (vgl. Urk. 10/30/10-22 S. 11 Mitte).
4.3
Betreffend das psychiatrische Teilgutachten von Dr. A._ ist zu beachten, dass dieses im Januar 2017 und
demnach vor der Rechtsprechungsänderung des Bundesgerichts vom 30. November 2017
(BGE 143 V 418)
erstattet
wurde
. Damit verliert es seinen Beweiswert indes nicht per se.
Obwohl sich vorliegend bei fachärztlich einstimmiger Diagnose und Beurteilung der Arbeitsfähigkeit, bei
bestehender prägna
n
ter und eindeutiger Befundlage, welche sich mit jener einer somatischen Er
krankung vergleichen lässt
,
die Frage stellt,
ob
überhaupt ein strukturiertes Beweisverfahren durchzuführen ist (vgl.
BGE 143 V 418 E. 7.1), wird nachfolgend geprüft, ob das
psychiatrische Teilgutachten von Dr.
A._
eine schlüssige Beurteilung
auch
im Lichte der massgeblichen Indikatoren erlaubt oder nicht (vgl. vorsteh
end E. 1.2, BGE 141 V 281 E. 8).
4.4
Betreffend die Gesundheitsschädigung ergibt sich einhellig aus den Akten, dass die Beschwerdeführerin an einer bipolaren affektiven Störung (
ICD-10 F31)
leidet und dass von fachärztlicher Seite her keine auf dem ersten Arbeitsmarkt verwertbare Arbeitsfähigkeit mehr angenommen wurde (vgl. vorstehend E. 3.2
5).
Der Komplex Gesundheitsschädigung wurde sowohl von Dr. A._ als auch
von den übrigen behandelnden Ärzten als schwergradig ausgeprägt be
schrieben. Dr. A._ beschrieb deutliche Hinweise auf Defizite im Planungs
vermögen und in der Konzentrationsfähigkeit und wies auf dezente Zeichen einer frontalen Hirnschädigung sowie von basalen Ganglien (orale Automatismen, Pillendrehertremor) hin, und führte aus, es sei von einer auf dem Wege der Exzitotoxizität zustande gekommene dauerhafte Beeinträchtigung der höheren Hirnfunktionen auszugehen. Daraus resultiere unter anderem auch eine erhebliche Verminderung der emotionalen Belastbarkeit sowie der Stress
re
sistenz. Dr. A._ beschrieb den Zustand der Beschwerdeführerin anläss
lich seiner Begutachtung als ein labiles Gleichgewicht (Urk. 10/30/10-22 S. 10 f. Ziff. 6.1-2). Das von der Beschwerdeführerin präsentierte Bild sei authentisch und ohne Anhaltspunkte für Simulation, Aggravation oder Dissimulation gewesen (Urk. 10/30/10-22 S. 7 Ziff. 4.1).
Zu Behandlungs- und Eingliederungserfolg respektive -resistenz führte Dr. A._ aus, dass in Anbetracht der besonderen Schwere der Störung sowie der mit hoher Wahrscheinlichkeit aufgetretenen dauerhaften organischen Hirnschädigung die Besserungsaussichten limitiert seien, wobei er zur Fort
führung der Behandlung, welche primär dem Zwecke diene, eine Verschlechte
rung des gesundheitlichen Zustandes zu vermeiden, rate, insbesondere zur Fort
setzung der laufenden
integrierte
n
psychiatrisch-psychotherapeutische
n
Behandlung
(
IPPB) und zur Medikation mit Lithium bei laufender Spiegel
überwachung (Urk. 10/30/10-22 S. 12 Ziff. 6.8).
Allfällige Komorbiditäten wurden keine genannt und ergeben sich auch nicht aus der übrigen Aktenlage. Auch verneinte Dr. A._ das Vorliegen von relevanten Persön
lichkeits
faktoren (Urk. 10/30/10-22 S. 11 Ziff. 6.4). Das Bild einer Persön
lichkeits
störung oder einer akzentuierten Persönlichkeit sei nicht zum Vor
schein gekommen. Die Beschwerdeführerin habe mit einer prosozialen Grund
ein
stellung, eher überdurchschnittlicher Anpassungs- und Durchsetzungs
fähigkeit, einer hohen Resilienz und einem offenen, hilfsbereiten Naturell impo
niert (Urk. 10/30/10-22 S. 8 oben).
Was den sozialen Kontext sowie die Konsistenz anbelangt, so sind die Angaben der Beschwerdeführerin anlässlich der Begutachtung bei Dr. A._ (vgl. Urk. 10/30/10-22 S. 4 f. Ziff. 3.2-3) vor dem Hintergrund ihres Krankheits
bildes, welches definitionsgemäss mit starken Schwankungen einhergeht, respek
tive dem von Dr. A._ festgestellten labilen Gleichgewicht zu relativieren. So gab sie sich als sozial gut eingebettete, aktive Person, die auch ihren Haushalt selbständig zu bewältigen vermag (vgl. Urk. 10/30/10-22 S. 5 Mitte). Dass diese Angaben mit Zurückhaltung zu würdigen sind, ergibt sich auch aus der übrigen Aktenlage, wonach die Beschwerdeführerin seit Juli 2012 verbeiständet ist (vgl. Urk. 10/3) und durch die Psychiatrie-Spitex unterstützt werden muss (vgl. Urk. 10/12). Weiter beschrieb die Abklärungsperson, welche am 10. Februar 2017 eine Haushaltsabklärung bei der Beschwerdeführerin zu Hause vornahm, chaotische und unordentliche Zustände (vgl. Urk. 10/32 S. 1 Ziff. 1). Die Fachpersonen der C._ führten in ihrem Bericht vom September 2015 (vorstehend E. 3.2) aus, es sei mitunter infolge der bipolaren affektiven Störung zu schwerer Verwahrlosung gekommen. Die behandelnde Psychiaterin Dr. D._
zog sodann ein betreutes Wohnen in Betracht, sollte die Beschwer
deführerin weiterhin mit dem selbständigen Wohnen überfordert sein (vgl. vorstehend E. 3.3). Bei diesen Gegebenheiten ist demnach auch ein ent
sprechender Leidensdruck ohne weiteres zu bejahen.
4.5
Zusammenfassend führt die Prüfung der einzelnen Indikatoren zum Schluss, dass
auf die gutachterliche
Beurteilung
von Dr. A._
, wonach
aufgrund des
diagnostizierte
n
psychische
n
Leiden
s
eine Einschrä
nkung der Arbeits
fähig
keit von 10
0 %
resultiert, respektive lediglich noch von einer Arbeits
fähigkeit von 50 % im geschützten Rahmen ausgegangen werden kann, abge
stellt werden kann.
5.
5.1
Strittig und zu prüfen ist weiter die sozialversicherungsrechtliche
Qualifikation
der Beschwerdeführerin.
Die Beschwerdegegnerin ging grundsätzlich davon aus,
dass
die Beschwerdeführerin als zu 100
%
im Haushalt Tätige zu qualifizieren und im Falle eines Umzuges in eine teurere Wohnung, ein Erwerbspensum von 25
%
, entsprechend dem im Jahr 2004 bei der Post geleisteten Arbeitspensum, anzunehmen
sei (vgl. vorstehend E. 2.1).
Dem setzte die Beschwerdeführerin entgegen, sie sei als zu 100 % Erwerbst
ätige zu qualifizieren. Sie habe selbst in der Zeit mit drei erziehungspflichtigen Kindern ein Teilzeitpensum absolviert und geplant, hernach in einem Vollzeitpensum in der Pflege zu arbeiten
(vorstehend E. 2.2).
5.2
Mass
gebend für die
Qualifikation
der Beschwerdeführerin ist die Frage, in welchem Umfang sie eine Erwerbstätigkeit ausüben würde, wenn keine gesund
heitliche Beeinträchtigung bestünde. Dabei sind im Besonderen ihre per
sönlichen, familiären, sozialen und erwerblichen Verhältnisse, die beruflichen Fähig
keiten und die Ausbildung sowie die persönlichen Neigungen und Bega
bungen zu berücksichtigen (vorstehend E. 1.3).
Die Verwaltung als verfügende Instanz und – im Beschwerdefall – das Gericht dürfen eine Tatsache nur dann als bewiesen annehmen, wenn sie von ihrem Bestehen überzeugt sind. Im Sozial
versicherungsrecht hat das Gericht seinen Entscheid, sofern das Gesetz nicht etwas Abweichendes vorsieht, nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu fällen. Die blosse Möglichkeit eines bestimmten Sach
ver
halts genügt den Beweisanforderungen nicht. Das Gericht folgt vielmehr jener Sach
verhaltsdarstellung, die es von allen möglichen Geschehensabläufen als die wahrscheinlichste würdigt (BGE 126 V 353 E. 5b mit Hinweisen; vgl. BGE 130 III 321 E. 3.2 und 3.3).
5.3
Vorliegend vermag die von der Beschwerdegegnerin vorgenommene Qualifi
kation der Beschwerdeführerin nicht zu überzeugen, zumal sie im Unterschied zum Jahr 2004 nun von ihrem Mann getrennt in einem Einpersonenhaushalt lebend, bei drei erwachsenen Kindern, keinen Erziehungsverpflichtungen mehr nachkommen muss.
Ein Aufgabenbereich ist demnach
vorliegend
zu verneinen
.
Dem Auszug aus dem individuellen Konto (IK-Auszug, Urk. 10/8) lässt sich ent
nehmen, dass die Beschwerdeführerin
auch mit den 1985, 1987 und 1993 geborenen Kindern, eine langjährige
Teilerwerbstätigkeit bei der Post
, ergän
zend auch in einem Pflegeheim, ausgeübt hat. Zudem absolvierte sie am
4.
November 2005
erfolgreich
den Kurs Pflegehelferin SRK (vgl.
Urk.
16/4),
was ihre Behauptung untermauert, dass sie beabsichtigt hatte, im Gesundheitsfall wieder in ihrer ursprünglichen im Heimatland gelernten Pflegetätigkeit zu arbeiten.
Soweit die Beschwerdegegnerin aus den im Scheidungsurteil vom 17. August 2009 lebenslänglich zugesprochenen relativ hohen Alimentenzahlungen (vgl. Urk. 3/3 S. 2 f. lit. c) auf das Erwerbspensum der Beschwerdeführerin im Gesundheitsfall schliessen will, geht sie fehl. So geht aus dem Schreiben von Dr. B._ vom 29. Januar 2008 hervor, dass die Beschwerdeführerin seit min
destens September 2006 durch ihre psychische Erkrankung massiv beeinträchtig gewesen sei (vgl. vorstehend E. 3.1). Des Weiteren liegt ein Schreiben der Ehe
leute an das Bezirksgericht, an welchem das Scheidungsverfahren hängig war, vom 17. März 2008 vor, in welchem von starken Depressionen der Beschwerde
führerin berichtet wurde (vgl. Urk. 16/1/2). Im Scheidungsurteil wurde davon aus
gegangen, dass die Beschwerdeführerin kein Erwerbseinkommen erzielen kann (vgl. Urk. 3/3 S. 3 lit. d)
.
Es erscheint damit überwiegend wahrscheinlich, dass die Alimentenzusprache unter Berücksichtigung ihrer bereits bestehenden gesundheitlichen Probleme erfolgte.
5.4
In Anbetracht
des Fehlens eines Aufgabenbereiches,
der vorliegenden Erwerbs
biographie und insbesondere der mehr
jährigen Tätigkeit in einem Teilzeit
p
ensum trotz
drei
erziehungspflichtiger Kinder
sowie der im Jahr 2005 absol
vierten Ausbildung zur Pflegehelferin SRK (vgl. Urk. 16/4) rechtfertigt es sich,
die Beschwerdeführerin als zu 100 % Erwerbstätige zu qualifizieren.
6.
6.1
Aufgrund des Gesagten besteht bei der Beschwerdeführerin auf dem ersten Arbeitsmarkt keine Arbeitsfähigkeit mehr
(vgl. vorstehend E. 4).
Demnach genügt für die Ermittlung des Invaliditätsgrades die Gegenüberstellung blosser
Prozentzahlen. Daraus resultier
en ein Invaliditätsgrad von 100 % und damit ein Anspruch auf eine ganze Rente.
Bei diesem Ausgang des Verfahrens kann die Frage offen bleiben, wie es sich mit Blick auf das Alter der im Begutachtungszeitpunkt am 19. Januar 2017 knapp 61-jährigen Beschwerdeführerin (BGE
138 V 457 E. 3.3
) mit der Verwertbarkeit einer allfälligen Restarbeitsfähigkeit verhält. Denn selbst wenn mit dem RAD
Arzt auf die Zumutbarkeit einer Verweistätigkeit geschlossen würde, wäre wohl fraglich, ob das
fortgeschrittene Alter
und die geringe Berufserfahrung eine berufliche Neuorientierung in den gut drei
Jahre
n
bis zum Erreichen des gesetzlichen Rentenalters
zuliessen.
6.2
Zu prüfen bleibt der Zeitpunkt des Rentenbeginns. Gemäss Art. 28 Abs. 1 lit. b und c IVG haben Versicherte Anspruch auf eine Rente, wenn sie während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens 40 % arbeits
un
fähig gewesen sind und nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid im Sinne von Art. 8 ATSG sind. Der Rentenanspruch entsteht frühestens nach Ablauf von sechs Monaten nach Geltendmachung des Leistungsanspruchs nach Art. 29 Abs. 1 ATSG (Art. 29 Abs. 1 IVG).
6.3
Bei seit dem Jahr 2006 aufgetreten massiven psychischen Einschränkungen (vgl. vorstehend E. 3.1) und seit Juli 2012 von der behandelnden Psychiaterin Dr. D._ durchgängig attestierter
Arbeitsunfähigkeit auf dem ersten Ar
beitsmarkt (vgl. vorstehend E. 3.3
) ist vorliegend das Wartejahr ohne weiteres als erfüllt zu betrachten. Die Besc
hwerdeführerin meldete sich am 26
.
August 2015
bei der Invalidenversicheru
ng zum Leistungsbezug an (Urk. 10/5
), weshalb sie per 1.
Februar 2016
Anspruch auf eine Invalidenrente hat (vgl. vorstehend E. 6.2).
Die angefochtene Verfügung
(Urk. 2)
ist daher in Gutheissung der Beschwerde mit der Feststellung aufzuheben, dass die Beschwerdeführerin ab 1.
Februar 2016
Anspruch auf eine ganze Rente der Invalidenversicherung hat.
7.
7.1
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrens
aufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG) und auf Fr. 900.-- anzusetzen. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind sie der unterliegenden Beschwerdegegnerin aufzuerlegen.
7.2
Nach Art. 61 lit. g ATSG in Verbindung mit § 34 des Gesetzes über das Sozial
ver
sicherungsgericht (GSVGer) hat die obsiegende beschwerdeführende Person Anspruch auf den vom Gericht ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses, dem Zeit
aufwand und den Barauslagen festzusetzenden Ersatz der Partei
kosten. Gemäss Honorarnote vom
5.
April 2018 (Urk. 20
) belief sich
der Zeitaufwand von Rechts
anwältin Stephanie Schwarz
für d
as gerichtliche Verfahren auf 15.2
Stun
den, was
gerade noch
als angemessen gilt. Dementsprechend ist die Prozessent
schädigung ausgehend von einem praxisgemässen Stundenansatz von Fr. 220.-- (zuzüglich Mehrwertsteuer) auf Fr. 3‘
742.10
(inklusive Spesen
pauschale von 3 % und Mehrwertsteuer) festzusetzen.
7.3
Bei diesem Ausgang des Verfahrens erweisen sich die Gesuche der Beschwer
de
führerin um unentgeltliche Rechtsvertretung und Prozessführung (Urk. 1 S. 2) als gegenstandslos.