# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 2027282a-331d-4502-bf01-e7d42c33b866
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2015
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren
1967
,
a
bsolvierte
eine Lehre als Floristin und danach die Meisterausbildung
sowie diverse Weiterbildungen
(
Urk.
8/2/5)
.
Sie war
als Leiterin
und Dozentin
der
Y._
,
eine
inter
nationale
Schule für Floristen und Formgeber,
tätig (
Urk.
8/2/5, 8/6/1
und 8/8
/
56
)
,
als sie a
m 12.
Dezember 2006 einen Arbeitsunfall
erlitt. Es fiel ihr
eine etwa 23
Kilogramm schwere Papierrolle
aus vier Metern Höhe
auf den Kopf. Die Versicherte wurde darauf mit der Ambulanz ins Spital
Z._
gebracht, wo eine
Commotio cerebri (Hirnerschütterung) und eine Distorsion der
Halswirbel
säule
, Grad I-II,
mit passagerer Hypästhesie im rechten Arm
diagnostiziert
wurden
(
Urk.
8/8/42)
.
Bis
zum
23.
Dezember 2006
hielt sich die Ver
s
icherte stationär im
Spital
Z._
auf
(
Urk.
8/8/42)
. Anschliessend
war
sie bis zum
1
5
.
Februar 2007
zur Rehabilitation
in der
Klinik A._
hospita
lisiert (Urk.
8/8/39)
.
Es wurde der Versicherten
eine Arbeitsunfähigkeit von 100
%
ab dem 12.
Dezember 2006
, von 80
%
ab dem 2.
Juli 2007 u
nd
von 50
%
ab dem
15.
November 2007
attestiert
(Urk.
8/2/6
,
8/8/2,
8/8/4
,
8/8/13
und
8/15/7
)
.
D
er Unfallversicherer des Betriebes, die
Zürich Versicherungs-Gesell
scha
ft
AG
,
übernahm
die
Heilbehandlungskosten und
richtete
der Versicherten
Taggelder aus
(Urk.
8/8/43 und
8/8/
58 ff.
).
1.2
Am 19. Juli 2008 meldete sich die Versicherte bei der Sozialversicherungs
-
anstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, zum Leistungsbezug an, da sie an chroni
schen Kopf- und Halswirbelsäulenschmerzen, an Erschöpfung und
an
Gleichge
wichtsstörungen leide, was ihre Leistungsfähigkeit stark beeinträchtige (
Urk.
8/2/7 und 8/2/9).
Die IV-Stelle zog die Akten des
Unfallversicherers
bei (
Urk.
8/8).
Überdies tätigte sie erwerbliche
(
Urk.
8/9, 8/10
, 8/13
, 8/16
und
8/57
)
und medizini
sche
(
Urk.
8/11, 8/15
,
8/20
, 8/37 und 8/49
)
Abklärungen. Unter anderem holte sie ein
bidisziplinäres
Gutachten
in den Fachbereichen Rheuma
tologie und Psychiatrie
der
medizinischen Abklärungsstelle
B._
des
C._
vom 31.
Dezember 2009 ein (Urk.
8/37)
. Hernach gab sie bei
derselben
auch
ein neuropsychologis
ches Gutachten in Auftrag (Urk. 8/39), da
s am 8
.
November 2010 erstattet wurde (
Urk.
8/49).
In der Folge holte
die IV-Stelle
eine konsensbasierte
tridisziplinäre
Beurteilung
der
Begutachtenden der
B._
vom 25.
November 2010 ein (Urk. 8
/51).
Nach dem Eingang weiterer Akten des Unfallversicherers (
Urk.
8/60)
und der Buchhaltungsunterlagen
der
Y._
für
2010 (Urk.
8/64)
stellte
die IV-Stelle
der Vers
icherten mit Vorbescheid vom 8.
September 2011
(
Urk.
8/72)
ab Dezember 2007 eine
Dreiviertelsrente
und ab November 2010 eine
Viertelsrente
der Invalide
nversicherung in Aussicht
. Dage
gen
erhob die
damalige Rechtsvertreterin
der Versicherten
Einwand
(Urk.
8/77
).
Die IV-Stelle nahm darauf die Buchhaltungsunterlagen
der
Y._
für
2011 zu den Akten (
Urk.
8/87) und holte einen neuen Abklärungsbericht für
Selbständigerwerbende
vom 1. Februar 2013 ein (
Urk.
8/92).
Mit Vorbescheid vom
7. November 2013 (
Urk.
8/95) stellte sie die Abweisung des Leistungsbegehrens in Aussicht
. Dagegen liess die Versicherte Einwand erheben
(
Urk.
8/99 und 8/102)
. Mit Verfügung vom
19. Mai 2014
ver
neinte die IV-Stelle einen Rentenanspruch (
Urk.
2 =
8/105
).
2.
Gegen die Verfügung vom 19. Mai 2014 liess die Versicherte mit Eingabe vom 19. Juni 2014 (
Urk.
1)
beim Verwaltungsgericht des Kantons
D._
Beschwerde erheben. Ihr Rechtsvertreter beantragte im Wesentlichen, die ange
fochtene Verfügung sei aufzuheben und es sei der Beschwerdeführerin eine ganze Invalidenrente zuzusprechen; unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten der Beschwerdegegnerin (Urk. 1 S. 2).
Die Beschwerde wurde ans
Sozi
alversicherungsgericht
des Kantons Zürich überwiesen
(
Urk.
5)
, wo sie am 1. Juli 2014 einging (
Urk.
1 S. 1).
A
m 3. September 2014
schloss die
Beschwerde
gegnerin
auf Abweisung der Beschwerde (
Urk.
7). Davon hat die Gegenpartei mit Schreiben vom 8. September 2014 Kenntnis erhalten (
Urk.
9).
Auf die einzelnen Ausführungen in den Rechtsschriften und die neu ei
ngereich
ten Unterlagen (
Urk.
3/4
bis 3/6) wird, soweit erforderlich, in den Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
Das Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich ist für die Beurteilung der angefochtenen Verfügung der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, vom 19. Mai 2014 zuständig (Art. 69
Abs.
1
lit
. a des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung; IVG).
2.
2
.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG
). Die Invalidität kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4
Abs.
1
IVG
).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung
und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmög
lichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beur
teilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berück
sichtigen. Eine Erwerbsunfä
higkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
2
.2
Eine fach
ärztlich (psychiat
risch) diagnostizierte anhaltende
somatoforme
Schmerzstörung begründet als solche noch keine Invalidität. Vielmehr besteht eine Vermutung, dass die
somatoforme
Schmerzstörung oder ihre Folgen mit einer zumutbaren Willensanstrengung überwindbar sind. Bestimmte Umstände, welche die Schmerzbewältigung intensiv und konstant behindern, können den
Wiederein
stieg
in den Arbeitsprozess unzumutbar machen, weil die versicherte Person alsdann nicht über die für den Umgang mit den Schmerzen notwendigen Res
sourcen verfügt. Ob ein solcher Ausnahmefall vorliegt, entscheidet sich im Ein
zelfall anhand verschiedener Kriterien. Im Vordergrund steht die Feststellung einer psychischen Komorbidität von erheblicher Schwere, Intensität, Ausprä
gung und Dauer. Massgebend sein können auch weitere mit gewisser Intensität und Konstanz erfüllte Faktoren, so: chronische körperliche
Begleiterkrankun
gen
; ein mehrjähriger,
chronifizierter
Krankheitsverlauf mit unveränderter oder progredienter Symptomatik ohne längerdauernde Rückbildung; ein ausgewiese
ner sozialer Rückzug in allen Belangen des Lebens; ein verfestigter, therapeu
tisch nicht mehr beeinflussbarer innerseelischer Verlauf einer an sich miss
glückten, psychisch aber entlastenden Konfliktbewältigung (primärer
Krank
heitsgewinn
; „Flucht in die Krankheit"); ein
unbefriedigendes
Behandlungser
gebnis
trotz konsequent durchgeführter ambulanter und/oder stationärer Behandlung (auch mit unterschiedlichem therapeutischem Ansatz) und gescheiterte Rehabilitationsmassnahmen bei vorhandener Motivation und Eigenanstrengung (kooperative Haltung) der versicherten Person. Je mehr dieser Kriterien zutreffen und je ausgeprägter sich die entsprechenden Befunde darstellen, desto eher sind - ausnahmsweise - die Voraussetzungen für eine zumutbare Willensanstrengung zu verneinen (BGE 130 V 352, 131 V 49 E. 1.2, BGE 139 V 547 E. 3).
In BGE 139 V 547 hat das Bundesgericht an dieser Rechtsprechung unter Ausei
nandersetzung mit der daran geübten Kritik festgehalten und auf die besondere Bedeutung einer fachgerechten Abklärung hingewiesen
(E. 9.1.3, E. 9.2.1). Ins
besondere erkannte das Bundesgericht,
dass sich die unklaren Beschwerden hinsichtlich ihrer invalidisierenden Folgen von anderen (psychischen) Leiden durch die mangelnde Objektivierbarkeit unterscheiden. Dabei handelt es sich um ein sachliches Kriterium, das überprüft werden kann. Die hinreichende Objekti
vierbarkeit der gesundheitlichen Beeinträchtigung wird für Ansprüche auf Sozialversicherungsleistungen seit jeher vorausgesetzt und hat im Rahmen der 5. IV-Re
vision auch Eingang in die Gesetzgebung gefunden (Art. 7 Abs. 2 ATSG). Von einer unbegründeten Schlechterstellung beziehungsweise einer Dis
kriminierung der betroffenen Versicherten in
verfassungsmässigem
Sinne bezie
hungsweise nach
Massgabe
der EMRK kann daher nicht gesprochen werden (Urteil des Bundesgerichts 8C_142/2013 vom 20. November 2013 E. 4.2 mit Hinweis auf BGE 139 V 547 E. 5.6 in
fine
und E. 5.7).
Die im Bereich der
somatoformen
Schmerzstörungen entwickelten Grundsätze werden rechtsprechungsgemäss bei der Würdigung des invalidisierenden Charakters von Fibromyalgien (BGE 132 V 65 E. 4), dissoziativen Sensibilitäts- und Empfindungsstörungen (Urteil des Bundesgerichts
9C_1
0/2014 vom 20. August 2014 E. 3.3, SVR 2007 IV Nr. 45 S. 150, I 9/07 E. 4 am Ende),
und Konversionsstörungen/dissoziativen Bewegungsstörungen (Urteile des Bundes
gerichts 8C_810/2013 vom
9.
April 2014 E. 5.2.2 mit Hinweisen, 9C
_903/2007 vom 30. April 2008 E.
3.4)
sowie bei
Chronic
Fatigue
Syndrome (CFS; chroni
sches Müdigkeitssyndrom) und Neurasthenie (Urteile
des Bundesgerichts
9C_
662/2009 vom 17. August 2010 E.
2.3
,
9C_98/2010 vom 28. April 2010 E. 2.2.2 und I
70/07 vom 14. April 2008 E.
5), bei einer HWS-Verletzung (Schleudertrauma) ohne organisch nachweisbare Funktionsfälle (BGE 136 V 279, vgl. auch Urteil des Bundesgerichts 8C_136/2013 vom 16. Februar 2014 E. 4.1-2) sowie bei nicht organischer
Hypersomnie
(BGE 137 V 64 E. 4.1 und 4.2 mit Hinweisen) analog angewendet, nicht hingegen,
wenn sich die Frage nach der invalidisierenden Wirkung einer
Cancer-related
Fatigue
stellt (
BGE
139 V 346 E. 3 mit Hinweisen).
2
.3
Versicherungsträger und Sozialversicherungsgerichte haben die Beweise frei, das heisst ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Für das Beschwerdeverfahren bedeutet dies, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel, unabhängig davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden hat, ob die verfüg
baren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruches gestatten. Insbesondere darf es bei einander widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich des Beweiswertes eines
Arztbe
richtes
ist also entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfas
send ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwer
den berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schluss
folgerungen begründet sind. Ausschlaggebend für den Beweiswert ist grund
sätzlich somit weder die Herkunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gut
achten (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a).
3
.
3.1
Die Beschwerdegegnerin zog in der angefochtenen Verfügung vom 1
9.
Mai 2014 in Betracht,
aufgrund der getroffenen medizinischen Abklärungen
sei
vom Vorliegen
eine
s
nicht organisch erklärbaren
zervikovertebralen
/
zervikozephalen
Syndrom
s
bei Status nach Kopfkontusion mit Commot
io cerebri am 12.
Dezember 2006 sowie einer psychischen Komponente im Sinne einer Anpassungsstörung bei Fehlverarbeitung des Unfalles und einer fehlenden Anpassungsleistung an den jetzigen Zustand auszugehen. Hierbei handle es sich um ein
pathogenetisch
-ätiologisch unklares
syndromales
Beschwerdebi
ld ohne nachweisbare Grundlage, welches rechtsprechungsgemäss als überwindbar gelte und dessen ausnahmsweise Unüberwindbarkeit als Rechtsfrage
m
ittels der soge
nannten Foerster-
Kriterien zu prüfen sei. Die Beschwerdegegnerin nahm eine entsprechende Prüfung vor und gelangte zum Schluss, es liege kein invalidisie
render Gesundheitsschaden im Sinne des Gesetzes vor, da die Überwindbarkeit gegeben sei (
Urk.
2).
3.2
Demgegenüber lässt die Beschwerdeführerin
geltend machen,
mit dem neuropsy
chologischen Fachgutachten
der
B._
, welches
lic
. phil
.
E._
, Fachpsychologe für Neuropsychologie FSP und zertifizierter neu
ropsychologischer Gutachter SIM
am
8.
November 2010
erstattete
(Urk. 8/49)
,
sei erstellt, dass objektivierte neuropsychologische Beschwerden mit Krankheitswert vorlägen,
die
ihre Leistungsfähigkeit einschränkten. Die Gesundheitseinschränkungen seien nicht überwindbar (Urk. 1 S. 6).
Neuropsychologische Einschränkungen seien Störungen im Verhalten, Wahrneh
men und Erleben, die auf Beschädigungen oder Verletzungen des Gehirns zurückzuführen seien. Sie würden auch als Hirnfunktionsstörung bezeichnet und seien bis auf wenige Grenzfälle somit hirnorganisch verursacht. Im internationalen Klassifikationssystem für Krankheiten (ICD-10) handle es sich um eine Unterabteilung aus dem Kapitel Psychische und Verhaltensstörun
gen (F00-F99), nämlich um das Kapitel organische einschliesslich symptomati
scher psychischer Störungen (F00-F09). Diesbezüglich erkläre sich auch die Diagnose von
lic
.
phil.
E._
, die neuropsychologischen Beschwerden würden zusammen mit den anderen Diagnosen
„
Commotio cerebri und Distor
sion
der Halswirbelsäule am 12.
Dezember 2006
, an
h
a
ltende zervikale
Schmerz
problematik
und affektiv-depressive Stimmung
“
bestehen (
Urk.
1 S. 7 mit Hin
weis auf
8/49/16). Diese Beschwerden seien objektiviert und selber
leistungs
mindernd
und bestünden neben den anderen genannten Beschwerden (
Urk.
1
S. 7).
Richtigerweise hätte aus
psychiatrischer S
i
c
ht ein organisches Psychosyndrom nach Schädelhirntrauma (ICD-10: F07.2) diagnostiziert und dementsprechend von einem objektivierten invalidisierenden Gesundheitsschaden ausgegangen werden müssen (
Urk.
1 S. 7 und 8).
Die neur
o
psychologischen Beschwerden und auch die psychiatrischen Beschwer
den, namentlich das organische Psychosyndrom nach
Schädelhirn
trauma
(ICD-10: F07.2)
,
seien invalidisie
rend und nicht mittels Foerster-
Kriterien zu prüfen (
Urk.
1 S. 8). Selbst wenn jedoch die Rechtsprechung für
somatoforme
Schmerzstörungen zur Anwendung gelangen sollte, so wäre zu beachten, dass die Leiden unüberwindbar seien
(
Urk.
1 S. 8 ff.).
4.
4.1
Dem
Austrittsbericht des Spitals
Z._
vom
4.
Januar 2007
(
Urk.
8/8/42)
zufolge wurden nach dem Unfall vom
1
2.
Dezember 2006
eine Com
m
otio cerebri und eine Distorsion der Halswirbelsäule Grad I-II mit passagerer Hypästhesie des rechten Arms diagnostiziert. Computertomographische Untersu
chungen des Schädels und der Halswirbelsäule
sowie
Funktionsaufnahmen der Halswirbelsäule
zeigten unauffällige Resultat
e
.
Auch die
Überwachung und Beurteilung nach der Glasgow-Koma-Skala (GCS)
ergab
keine Auffälligkeiten.
Die Patientin klage über persistierende Schmerzen
in
der Halswirbelsäule, welche in den Kopf ausstrahlten. Die neurologische Symptomatik (Hypästhesie) im rechten Arm sei bis zum Austritt vollständig regredi
ert
. Die Schmerzen
sprächen
gut auf Wärmeanwendungen an. Aufgrund der unzureichend gesicherten häuslichen Situation und der noch benötigten intensiven Hilfeleis
tungen und Therapie sei die Indikation zur stationären Weiterbehandlung gege
ben.
4.2
Die Beschwerdeführerin wurde am 2
3.
Dezember 2006 zur
muskuloskelettalen
Rehabilitation in die
A._
überwiesen, wo sie sich
bis zum 1
5.
Februar 2007 stationär
aufhielt
.
Dort wurden gemäss dem Bericht vom 1
9.
Februar 2007 (
Urk.
8/8/39 f.)
die folgenden Diagnosen
gestellt
:
1.
Commotio cerebri und Distorsion der Halswirbelsäule Grad I-II mit passa
gerer Hypästhesie des rechten Armes nach Fall einer 23 Kilogramm schweren Papierrolle auf den Kopf am 1
2.
Dezember 2006 mit/bei
-
Röntgenkontrolle vom 2
9.
Dezember 2006 und CT-Kontrolle vom 3
0.
Dezember 2006: keine Frakturen
-
MRI des Schädels vom 3
1.
Januar 2007: kein Anhalt für vaskuläre oder strukturelle Veränderungen
2.
Status nach schwerer Lebenskrise nach Todesfällen im persönlichen Um
feld.
Überdies
wurde ein
deutlich
protrahierter Rehabilitationsverlauf vermerkt und festgehalten, die
gesteckten Rehabilitationsziele hätten nur teilweise erreicht werden können
(
Urk.
8/8/40)
.
Der
nachbehandelnde Hausarzt
wurde
um Anpassung der analgetischen Medika
tion nach Massgabe der Beschwerden ersucht und
es wurde
die regel
mässige
Leukozytenkont
rolle
unter
Novalgin
empfohlen. Die Patientin sei zu ermuntern, den Halskragen weniger zu tragen. Zur weiteren psychischen Stabi
lisierung
werde
zur
Fortführung der psychologischen Betreuung
geraten
(
Urk.
8/8/41).
4.
3
Am 2
4.
April 2007
fand
in der Klinik
F._
eine
magnetresonanztomogra
phische
Untersuchung des Schädels und der Halswirbelsäule
unter Einsatz eines Kontrastmittels
statt
.
Bezüglich
des Schädels
wurde
ein unauffälliger Bef
und erhoben. Hinsichtlich der Halswirbelsäule wurde
n
eine deutliche Streckhaltung C3-C7 und eine schmale flache Diskushernie C5/6 intra- bis
extraforaminal
rechts mit leichter
Foraminalstenose
, jedoch ohne Neurokompression festge
stellt
;
ü
berdies eine diskrete
Protr
usion
C5/6 und C6/7 dorsal-median, ohne Neurokompression. Im Übrigen war das Resultat unauffällig.
Es fanden sich ins
besondere keine Zeichen einer
z
ervi
k
alen Myelopathie.
Ferner wurde eine minime linkskonvexe Skoliose vermerkt (Urk. 8/8/18 f.).
4.4
Am 1
1.
Mai 2007 konsultierte die Beschwerdeführerin PD
Dr.
med.
G._
, Facharzt FMH für Neurochirurgie
(
Urk.
8/8/15 und 8/15/19)
. Dieser
stellte
einen Status nach Commotio cerebri vom 1
2.
Dezember 2006 mit anhal
tender
zervikozephaler
Beschwerdesymptomatik und anhaltender einge
schränkter Leistungsfähigkeit
fest
.
E
ine Kombination von Physiotherapie, Osteopathie und
Kraniosakraltherapie
habe
in den vergangenen Monaten
leichtgradige
Verbesserungen der geklagten Beschwerden bewirkt. Eine weiterführende spezifische neurologische
,
aber auch rehabilitationsspezifische Abklärung habe nicht stattgefunden.
Fokalneurologi
sche
Ausfälle liessen sich in der klinischen Untersuchung nicht erheben. Aller
dings fielen die
schwergradig
reduzierte körperliche Belastungsfähigkeit und das Zittern der Patientin deutlich auf.
Er überwies
sie
deshalb
an
Dr.
med.
H._
,
Chiropraktor
SCG/ECU, zur weiterführenden Therapie (Urk. 8/8/14 f.
und 8/15/19 f.
).
Dieser diagnostizierte am 3
1.
Mai 2007 ein persistierende
s
trauma
tisches
spondylogenes
Zervikalsyndrom
mit
zervikocephaler
Sy
mptomatik und veg
etativer Mitbeteiligung (Hyperhidrose der Hände) bei ausgeprägten segmen
talen Dysfunktionen der Halswirbelsäule und der Kopfgelenke (
Urk.
8/15/17 f.).
4.5
Dr.
med.
I._
,
Facharzt FMH für Neurologie,
untersuchte
die Beschwerdeführerin
am 1
6.
Juli 200
7.
Dabei erhob er keine
kooperationsunab
hängigen
p
athologischen Befunde
. Entsprechend zeigten auch weder die MRI-Aufnahmen der Halswirbelsäule noch diejenigen des Gehirns eine fassbare Kontusionsmarke. Er habe versucht
,
mit der Patientin zu besprechen, dass ihre Erschöpfbarkeit und fehlende Leistungsfähigkeit nicht auf eine nicht nachweis
bare
Contusio
cerebri zurückzuführen seien, sondern Ausdruck der tiefen Ver
unsicherung durch das erlittene Trauma sein dürften, bei wahrscheinlich auch vorher schon erhöhter emotionaler Belastung durch den Verlust des Ehemannes. Entsprechend sei in seinen Augen für die Rehabilitation die Einschaltung eines psychiatrisch tätigen Kollegen zentral (
Urk.
8/15/21 f.).
4.6
Dr.
med.
J._
,
Facharzt FMH für Neurologie, befragte und unter
suchte die Beschwerdeführerin am 2
9.
August 2007
(
Urk.
8/8/25).
Er habe keine
objektiv zu wertenden Hinweise auf eine organische Erkrankung des Ner
vensystems
gefunden
. Die ausgeprägte Funktionsstörung beim Gehen könne nicht mit einer Läsion des zentralen oder peripheren Funktionssystems erklärt werden.
Dies lege
die Annahme einer nicht organisch bedingten Funktionsstö
rung nahe.
Mit einer
Commotio cerebri
liessen sich
die
aktuellen
Funktionsaus
fälle
nicht
erklären
.
Die von Seiten der
A._
angeführte mögliche Erklärung, es könnte sich um eine Reaktion auf die Todesfälle im persönlichen Umfeld handeln, befriedige insofern nicht ganz, als nach den letzten Todesfällen mehrere Jahre verstrichen seien, ohne dass die Beschwerde
führerin behindert gewesen wäre
(
Urk.
8/8/27 f.).
Er glaube nicht, dass weitere Untersuchungen hilfreich seien. Eine Therapie sei medikamentös höchstens für die angegebenen häufigen Kopfschmerzen denkbar und werde ja auch durchgeführt. Er habe versucht, die
Patientin
dahingehend zu motivieren, dass sie eine begrenzte berufliche Tätigkeit trotz der Beschwer
den wahrnehme. Sofern dies nicht gelingen sollte,
sei eine fachpsychiatrische Betreuung durch einen erfahrenen Psychotherapeuten zu erwägen (
Urk.
8/8/28).
4.7
Aus dem
Bericht
von
Dr.
H._
vom 2
4.
September 2007
(
Urk.
8/8/21 f.)
geht hervor
, dass er die Beschwerdeführerin seit dem 3
1.
Mai 2007 mit
neuromus
kulären
Reflextechniken, Softpower-Laser über der Halswirbelsäule und mit Kryotherapie (Heimanwendung durch die Patientin) behandle. Unterstützend
hätten sich gezielte heilgymnastische Übungen für den Nacken-
,
K
opfgelenks- und Schulterbereich
und
die Verwendung eines ergonomischen Schlafkissens erwiesen. Zwischenzeitlich seien auch
osteopathische
Techniken (
Craniosakral
therapie
) und
chiropraktische
Techniken hinzugekommen. Aufgrund dieser Massnahmen sei bereits eine erfreulich gute subjektive und objektive Besserung des Beschwerdebildes eingetreten.
4.8
Ab dem 2
4.
Januar 2008 wurde die Beschwerdeführerin auch psychotherapeu
tisch behandelt. Die behandelnde Therapeutin,
lic
. phil.
K._
, hielt in einem Bericht vom 1
9.
Mai 2008 fest, dass
die Beschwer
deführerin
körperlich und seelisch noch stark unter den Folgen ihres Unfalles vom 1
2.
Dezember 2006
leide
. Einerseits sei sie stark beeinträchtigt durch ihre ständigen chronischen Schmerzen, die Einschränkungen des Bewegungsappa
rates, ihre massiv erhöhte Ermüdbarkeit und die daraus folgenden Einschrän
kungen der Arbeitsfähigkeit. Es verletze und schmerze sie, die früher so erfolg
reiche und vitale Künstlerin, Dozentin und Schulleiterin, dass sie heute kaum mehr länger als zwei Stunden arbeiten und zur
zeit
nicht kreativ tätig sein könne. Der Unfall habe sie seelisch auch
deshalb
so tief getroffen,
weil
sie sich zu diesem Zeitpunkt immer noch in der Trauerphase um ihren eineinhalb Jahre zuvor ganz unterwartet verstorbenen Ehemann befunden habe. Die psychothe
rapeutische Arbeit bestehe deshalb einerseits in der seelischen Verarbeitung des Unfa
ll-Traumas und des Verlust
s des Ehemannes sowie in der Suche nach geeigneten seelischen
Coping
-Strategien (Bewältigungsstrategien). Als Diagnose hielt
lic
. phil.
K._
eine Reaktion auf schwere Belastung im Sinne von ICD-10: F43, nach schwerem Unfall, fest (
Urk.
8/8/7).
Ein weitere
r
Bericht vom 2
0.
Oktober 2008
enthält
im Wesentlichen gleichlautende Angaben (
Urk.
8/60/171).
In der Folge erklärte sich
lic
. phil.
K._
ausser Stande, den Fragebogen der IV-Stelle zu beantworten. Im Blickwinkel der Psychodiagnostik handle es sich bei der Beschwerdeführerin um eine psychisch gesunde Frau. Bei ihrer therapeutischen Arbeit gehe es vor allem um die Unter
stützung zur seelischen Bewältigung des Unfalltraumas, das Betrauern des grossen Verlusts so vieler Lebensbereich
e
im Beruflichen und Privaten, eine Suche nach kleinen Erleichterungen im Alltag und neue Möglichkeiten, wieder auf irgendeine Art tätig zu sein (
Urk.
8/20).
4.9
Zum Behandlungsverlauf führte
Dr.
H._
in
einem weiteren Bericht vom
3.
Juli 2008
an
, dass sich die Beschwerdeführerin mittlerweile deutlich über eine Stunde
körperlich
betätigen könne, ohne dass sie stark zu s
chwitzen beginne, kalte Hände, k
alte Füsse und
Herzrasen bekomme. B
ei der Erstkonsultation
habe sie ihre körperliche Erschöpfbarkeit
bereits nach etwa zehn Minuten erreicht. Aufgrund seiner Behandlung und der medikamentösen Betreuung von
Dr.
L._
, Facharzt FMH für Allgemeinmedizin und Sportmedizin,
habe sie eine
deutliche Schmerzreduktion erfahren und sei auch deutlich belastungsfähiger (
Urk.
8/8/5).
Seiner Meinung nach sei der Endzustand der Besserung noch nicht erreicht (
Urk.
8/8/6).
Am 2
5.
August 2008 vermerkte
Dr.
H._
,
dass
die Beschwerdef
ührerin nach wie vor über
zervik
ozephale
Beschwerden
, eine gewisse Lageunsicherheit und eine sehr rasche Erschöpfbarkeit klage. Die Mobi
lität der Halswirbelsäule sei stark reduziert und
dolent
. Der Gesundheitszustand sei noch als besserungsfähig anzusehen, insbesondere in Anbetracht der bis dato gemachten Fortschritte (
Urk.
8/11/1 f.).
4.
10
Dr.
L._
führte in seinem Bericht vom
1.
Oktober 2008 (
Urk.
8/15) als Diag
nosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine Commotio cerebri und
eine
Halswirbelsäulendistorsion und den Status nach biographischer Krise und nach dem Tod des Ehemannes auf. Die diversen therapeutischen Massnahmen seien zum Teil erfolglos gewesen. Die Behandlung durch den
Chiropraktor
Dr.
H._
habe die Beschwerdeführerin als wohltuend empfunden. Es sei unklar, ob soziale Faktoren die Gesundheit und/oder die Arbeitsfähigkeit beeinflussten.
4.1
1
Das
bidisziplinäre
Gutachten der
B._
vom
3
1.
Dezember 2009
basiert auf rheu
matologischen und psychia
trischen Untersuchungen vom 10.
November 2009 sowie den zur Verfügung gestellten und weiteren angeforderten Akten.
Es ent
hält die folgenden Diagnosen mit Auswirkung a
uf die Arbeitsfähigkeit (Urk.
8/37/33):
1.
Schwere Anpassungsstörung (ICD-10: F43.2)
2.
Chronisches
cervikovertebrales
/
cervikozephales
Syndrom bei Status nach Kopfkontusion mit Commotio cerebri am 1
2.
Dezember 2006
-
pseudoradikuläre
Schmerzausstrahlung in den rechten Arm
-
inkonstante Bewegungseinschränkung der Halswirbelsäule
-
m
yofasziale
Befunde Nacken-/Schultergürtel rechtsbetont
-
MRI der Halswirbelsäule vom April 2007: flache Diskushernie C5/6 rechts intra-/
extraforaminal
, keine neurale Kompression
-
MRI des Schädels vom April 2007 unauffällig
-
deutlich reduzierte psychophysische Belastbarkeit
-
anamnestisch kognitive Defizite
Ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit waren die folgenden Diagnosen:
1.
Undifferenzierte
Somatisierungsstörung
(ICD-10: F45.1)
2.
Akzentuierung von Persönlichkeitszügen (ICD-10: Z73.1); starkes
Erfolgs
streben
, Neigungen zu Zwanghaftigkeit und Genauigkeit.
Im rh
eumatologischen Fachgutachten wu
rd
e
aufgeführt,
aktuell stünden subjek
tiv weiterhin Kopfschmerzen und eine deutlich eingeschränkte Leistungsfähig
keit mit rascher Erschöpfbarkeit im Vordergrund
(
Urk.
8/37/16)
.
In den aktuellen Röntgenaufnahmen der Halswirbelsäule stellten sich eine deutli
che Streckhaltung und
eine
linkskonvexe
Zervikalskoliose
sowie begin
nende degenerative Veränderungen C5/6 dar. Die MRI-Aufnahme der
Halswir
belsäule
vom April 2007 zeige zusätzlich eine flache
foraminal
e
Diskushernie C5/6 rechts ohne neurale Kompression. Die dargestellten strukturellen Verän
derungen im Segment C5/6 lägen in der altersüblichen Norm. Es könnten keine posttraumatischen Veränderungen an der Halswirbelsäule nachgewiesen werden
(
Urk.
8/37/17)
.
Insgesamt ergebe sich
aus rheumat
olog
ischer Sicht eine Diskrepanz zwischen dem Ausmass der s
ubjektiven Beschwerden und den g
eklagten
Funktionsein
bussen
und der Eindrücklichkeit der objektivierbaren klinischen und
radiomor
phologischen
Befunde
. Klinisch zeigten
sich vorwiegend
myofasziale
Befunde am Nacken und
am
Schultergürtel rechtsbetont. Die demonstrierte inkonstante Einschränkung der Beweglichkeit der Halswirbelsäule könne anhand der leich
ten monosegmentalen Degeneration C5/6 nicht nachvollzogen werden. Derzeit
ergäben
sich klinisch keine Hinweise auf eine
zervikoradikuläre
Problematik.
Die Schmerzausstrahlung in den rechten Arm sei zusammen mit der
Ansatz
tendi
n
ose
am rechten Ellenbogen lateral als
peseudoradikulär
zu werten.
Durch den erlittenen Unfall
mit Kontusion des Kopfes und Commotio cerebri sei ein zervikales und
zervikozephales
Beschwerdebild ausgelöst worden, ohne dass an der Halswirbelsäule oder am Schädel radiomorphologisch relevante strukturelle posttraumatische Läsionen
hätten
nachgewiesen werden k
önn
en. Es dürfte zu einer
Mikrotraumatisierung der Hals
weichteile
gekommen sein. Solche
mikro
-
lä
sionellen
Gewebeverletzungen würden in der Regel innerhalb von Monaten
bis
Jahren ausheilen.
Gemäss neue
rer Literatur erscheine die Prognose von Nackenschmerzen multifaktoriell, wobei persönliche und Umgebungsfaktoren für die Verlaufsentwicklung und die Entstehung chronischer Nackenschmerzen eine entscheidende Rolle spielten. Hier seien die in den Akten mehrfach erwähnte vorbestehende erhöhte emotionale Belastung durch den Verlust des Ehemannes sowie eine ausgeprägte Leistungsorientierung zu nennen. Der Grad der geltend gemachten Leistungsbeeinträchtigung im Alltag und in der berufli
chen Funktion könne aus rein rheumatologischer Sicht nicht im präsentierten Ausmass nachvollzog
en werden. Zur Beurteilung der g
eklagten kognitiven Defi
zite und der deutlich verminderten Belastbarkeit sollte ergänzend eine neu
ropsychologische Beurteilung durchgeführt werden.
Aufgrund der am Bewegungsapparat erhobenen Befunde sollte sowohl die ursprüngliche als auch die seit 2007 ausgeübte angepasste Tätigkeit ganztags zumutbar ein. Da
bei bestehe eine Einschränkung
v
o
n 20
%
aufgrund eines ver
mehrten Pausenbedarfs, es resultiere eine Endarbeitsfähigkeit von 80
%
. Kör
perlich anstrengender
e
Tätigkeiten mit Heben von Lasten über 15 Kilogramm, wie bei Au
s
stellungsaufbauten notwendig, sollten vermi
e
den werden.
Eine kör
perlich leichte, wechselbelastende Tätigkeit
, ohne länger dauernde Arbeit
über Kopf
sei der Beschwerdeführerin aus rheumatologischer Sicht zu 100
%
zumut
bar
(
Urk.
8/37/17)
.
Im psychiatrischen Fachgutachten wurde ausgeführt, dass das klinische Bild der Explorandin in klassischer Weise einem nach AWMF (Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften) als chronisch posttrau
matisches Syndrom bezeichnete
n
Beschwerdebild entspreche. Nach ICD-10 lasse das Beschwerdebild an ein organisches Psychosyndrom nach Schädelhirntrauma denken, jedoch sei die Voraussetzung einer Bewusstlosigkeit (Kriterium B von ICD-10: F07.2) nicht erfüllt, weshalb auf diese Diagnose zu verzichten sei.
Es werde daher eine undifferenzierte
Somatisierungsstörung
mit
komorbider
Anpassungsstörung diagnostiziert. Die schwere Belastung sei durch den Unfall und die folgende Leistungseinbusse und auch den vorherigen Tod des Eheman
nes und des Stiefvaters gegeben (
Urk.
8/37/30 f.).
Bei der Explorandin liege nach eigenen Angaben aktuell ein Syndrom aus Kopf-, Nacken- und Schulterschmerzen, verringerter Belastbarkeit und Stresstoleranz, verschiedenen kognitiven Störungen wie Konzentrationsstörung und Gedächt
nisstörung sowie emotionale Instabilität und Reizbarkeit unter Stress sowie Durchschlafstörung mit Früherwachen vor. Objektiveren liessen sich in der gro
ben Testung die Konzentrations- und Gedächtnisstörungen.
Da ein organisches Psychosyndrom auszuschliessen sei, sei das Beschwerdebild ätiologisch eher im Sinne einer Fehlverarbeitung des Unfalls und einer fehlenden
Anpassungsleis
tung
an den jetzigen Zustand bei gleichzeitiger Somatisierung zu erklären (
Urk.
8/37/31).
Im Rahmen einer 2 1⁄2-stündigen Exploration seien sicher
e
psychodynamische oder verhaltensmedizinische Erkenntnisse bezüglich dieser Fehlverarbeitung nicht möglich. Vorbestehende Persönlichkeitsfaktoren, mit hohem Perfektionismus und hohem Leistungsstreben, könnten aber zu einer Art Überkompensation von minimalen, zeitlich begrenzten, kognitiven Defiziten nach dem Unfall geführt haben. Diese Überkompensation erschöpfe die Explorandin dauerhaft und das Störungsbild sei so verstärkt und aufrechterhalten worden. Ebenfalls könnte
n
der Tod des Ehemannes und der Tod des Stiefvaters, beide starben etwa 2 1⁄2 Jahre
vor dem Unfall, im Zusammenspiel mit dem Unfall die Bewältigungsmöglich
-
keiten
der Explorandin überfordert haben. Das Störungsbild wäre dann im Sinne einer dysfunktionalen Lösung zu sehen (
Urk.
8/37/31 f.)
Durch den beschriebenen Symptomkomplex, insbesondere die emotionale Labili
tät, Reizbarkeit unter Stress, die leichte Erschöpfbarkeit sowie die Schlafstörun
gen, sei die Explorandin aus psychiatrischer Sicht in der zuletzt ausgeübten Tätigkeit als international tätige Floristin und Raumgestalterin sowie Schulleite
rin, bei der Eigenschaften wie Flexibilität, Zuverlässigkeit, Kreativität und
Team
fähigkeit
in höchstem Masse erforderlich seien, zu maximal 50
%
arbeitsfähig. Versuche die Explorandin, ihre Tätigkeiten auf ihr Kerngeschäft, die Leitung einer Schule, zu reduzieren, und die Schule entsprechend ihren Fähigkeiten im Sinne einer angepassten Tätigkeit umzustrukturieren, sei eine Arbeitsfähigkeit von 100
%
erreichbar (
Urk.
8/37/32).
Es werde eine neuropsychologische Begutachtung empfohlen, um die kognitiven Defizite, die sich in der groben psychiatrischen Untersuchung objektivieren lies
sen, spezifischer darzustellen. Dieses Gutachten hätte gegebenenfalls Auswirkung auf die Einschätzung der Arbeitsfähigkeit und die therapeutischen Empfehlungen (
Urk.
8/37/32).
Das neuropsychologische Fachgutachten
des
B._
vom
8.
November 2010
(Urk.
8/49) beruht auf einer Untersuchung vom 3
0.
Juli 2010
, einer zweiten Untersuchung
und den zur Verfügung gestellten Akten (
Urk.
8/49/3
und 8/49/13
).
Mit demselben wurde
eine leichte bis mittelschwere neuropsychische Störung (Aufmerksamkeit, Gedächtnis, Exekutivfunktionen) bei Commotio cerebri und Distorsion der Halswirbelsäule am 1
2.
Dezember 2006, anhaltender zervika
ler Schmerzsymptomatik und affektiv-depressiver Störung diagnostiziert.
Im Vordergrund der aktuellen neuropsychologischen Begutachtung stünden die deutlich ausgeprägte Ermüdung und verminderte Belastbarkeit. Aufgrund dessen sei die Untersuchung auf zwei Termine verteilt worden. Trotzdem hätten nicht alle Testaufgaben (TAP) durchgeführt werden können (
Urk.
8/49/17). Im Zusam
menhang mit der TAP (Testbatterie zur Aufmerksamkeitsprüfung) wurde sodann vermerkt, dass der Finger stets relativ weit weg von der Taste gewesen sei und die Explorandin ihre Strategie diesbezüglich auch nicht auf Hinweis geändert habe (
Urk.
8/49/13).
D
ie
erhobenen
Befunde
entsprächen
einer leichten bis mittelschweren neuro
-
psychi
schen Störung. Auffallend sei der Umstand, dass die
rechtshemisphä
rischen
kognitiven Funktionen (visuell), die Explorandin sei Rechtshänderin, besser ausfielen als die linkshemisphärischen (sprachlich)
.
Die Befunde seien wahrscheinlich erklärbar d
urch das Unfallereignis vom 12.
Dezember 200
6.
Die
passagere Hypästhesie des rechten Armes sei Hinweis auf eine wahrscheinlich akzentuierte Beteiligung der linken H
e
misphäre, was mit der beschriebenen kog
nitiven
Later
a
lisation
vereinbar sei. Die Bewusstlosigkeit und die persistierende Amnesie fü
r das Unfallereignis seien Hinweis für eine hirnorganische Beteiligung, auch wenn im MRI des
Neurocraniums
keine Auffälligkeiten hätten objektiviert werden können. Als weitere Ursache für die aktuellen kognitiven Defizite müsse das chronische Schmerzsyndrom in Betracht gezogen werden. Die Explorandin habe während der Untersuchung
über
Schmerzen
g
eklagt. Weiter seien die kog
nitiven Defizite wahrscheinlich affektiv-depressiv bedingt (gemäss psychiatri
scher Beurteilung schwere Anpassungsstörung, ICD-10: F43.2).
Aufgrund der objektivierten neuropsychologischen Befunde bestehe im ange
stammten Beruf als Geschäftsführerin und Lehrkraft, bezogen auf die frühere Tätigkeit, eine Arbeitsfähigkeit von 50
%
. Die Aufmerksamkeits- und
Gedächt
nisdefizite
sowie die Störungen der Exekutivfunktionen erwiesen sich in
Arbeits
situationen
mit erhöhter organisatorischer und planerischer Tätigkeit, die ein vermehrtes Mass an Flexibilität, Kreativität, Spontaneität und
Arbeitsgeschwin
digkeit
erfordern, als deutlich leistungseinschränkend. Für eine Arbeitsleistung von 100
%
,
bezogen auf eine Arbeitszeit von 21 Wochenstunden und verteilt auf fünf Tage pro Woche, sei wahrscheinlich ein zeitlicher Mehrbedarf notwendig, bedingt durch die verminderte Belastbarkeit,
die
erhöhte Ermüdung und den vermehrten Pausenbedarf. In einer angepassten Arbeitssituation, in der sich die Beschwerdeführerin auf die Kerngeschäfte der Floristikschule beschränken könne, mit einer maximalen Flexibilität hinsichtlich der Arbeitszeiten, Pausen und des Arbeitstaktes, bestehe ein Arbeitsleistungsvermögen von 80
%
(
Urk.
8/49/18).
Ferner wur
de vermerkt, dass die
Fahreignung kritisch hinterfragt werden müsse. Aufgrund der objektivierten Aufmerksamkeitsdefizite, insbesondere der deutli
chen Verlangsamung
,
wäre die Fahreignung nicht mehr mit der notwendigen Sicherheit gegeben. Dies stehe im Widerspruch zu den eigenanamnestischen Angaben, dass
die Fahreignung
innerorts beschränkt und auf der Autobahn auch noch über längere Distanzen gegeben sei (
Urk.
8/49/18).
Bei der
tridisziplinären
Konsensbesprechung vom 2
5.
Novem
ber 2010 (
Urk.
8/51) wurden die
selben Diagnosen festgehalten wie im
bidisziplinären
Gutachten vom
3
1.
Dezember 200
9.
Neu wurde eine leichte bis mittelschwere neuropsychische Störung (Aufmerksamkeit, Gedächtnis, Exekutivfunktionen) vermerkt.
In der bis zum Unfallereignis vom 1
2.
Dezember 2006 ausgeübten Berufstätigkeit als international tätige Floristin/Raumgestalterin sowie Schulleiterin, welche Eigenschaften wie Flexibilität, Kreativität, Zuverlässigkeit und Teamfähigkeit im höchsten Masse verlangten, bestehe eine Arbeitsfähigkeit von zeitlich 50
%
, auf
grund der neuropsychologischen Befunde bestehe hier jedoch eine zusätzliche leistungsmässige Einbusse, so dass die effektive Leistungsfähigkeit im ange
stammten Beruf 40
%
betrage.
Versuche die Explorandin ihre Berufstätigkeit auf ihr Kerngeschäft, die Leitung der Floristikschule zu reduzieren und die Schule entsprechend ihren Fähigkeiten umzustrukturieren, wie sie das in den letzten zwei Jahren getan habe, sei eine Arbeitstätigkeit zeitlich zu 80
%
zumutbar, dabei bestehe wegen der neuropsy
chologischen Befunde eine zusätzliche Leistungseinsch
ränkung auf 80
%. Es bestehe somit eine Gesamtleistungsfähigkeit von 65
%
. Eine Verweistätigkeit im Sinne einer gänzlich alternativen Tätigkeit komme aufgrund der verminderten Fähigkeit zum Neulernen und der mentalen Umstellungsfähigkeit gar nicht in Betracht (
Urk.
8/51/2).
5.
5.1
Aus den Ausführungen der Begutachtenden des
B._
sowie den Berichten der zahlreichen untersuchenden Ärzte geht hervor, dass für die
geklagten
Schmerzen, die eingeschränkte Leistungsfähigkeit, die leichte Erschöpfbarkeit und die neu
ropsychologischen Befunde keine
organische
Ursache
nachgewiesen
werden konnte.
Objektivierbar ist lediglich
eine flache Diskushernie C5/6 rechts ohne neurale Kompression, trotz welcher
der Beschwerdeführerin
gemäss dem rheu
matologischen Teilgutachten der
B._
sowohl die ursprüngliche als auch die seit 2007 ausgeübte angepasste Tätigkeit ganztags zumutbar ist.
Es wird ihr deswegen ein erhöhter Pausenbedarf und eine daraus resultierende Einschränkung ihrer Arbeitsfähigkeit um 20
%
zugestanden
(
Urk.
8/37/17)
, was äusserst grosszügig erscheint. Selbst wenn jedoch auf diese Einschätzung abzustellen wäre, so wäre zu beachten, dass die Beschwerdeführerin mit einer Arbeitsfähigkeit von 80
%
in ihrer ursprünglichen Tätigkeit immer noch ein rentenausschliessendes Einkom
men erzielen könnte.
5.2
In
psychischer Hinsicht
wurde
n
im Gutachten des
B._
eine schwere
Anpassungs
störung
(ICD-10: F43.2)
, eine undifferenzierte
Somatisierungsstörung
(ICD-10: F45.1) und eine Akzentuierung von Persönlichkeitszügen (ICD-10: Z73.1), starkes Erfolgsstreben, Neigungen zu Zwanghaftigkeit und Genauigkeit, diagnostiziert
(
Urk.
8/
37/33
)
.
Die undifferenzierte
Somatisierungsstörung
(ICD-10: F.45.1) ist den
somatoformen
Störungen zuzuordnen und die
bundesgerichtli
che
Rechtsprechung
zur Frage der Überwindbarkeit einer
somatoformen
Schmerzstörung (vgl. E. 2.2 hiervor) ist
diesbezüglich
anwendbar
(Urteil des Bundesgerichts I 937/06 vom 30. November
2007 E.
4.2.1 und 4.3).
Eine
Anpas
sungsstörung
ist im Grenzbereich dessen zu situieren, was überhaupt noch als
krankheitswertig im Sinne des Gesetzes und potenziell invalidisierendes Leiden gelten kann und stellt keine psychische Komorbidität von erheblicher Schwere, Ausprägung und Dauer dar (Urteil des Bundes
gerichts 9C_153/2012 vom 15.
Oktober 2012 E. 4.3 mit Hinweis auf das Urteil 9C_636/2007 vom 28. Juli 2008 E. 3.2.2).
Ebenso wenig ist sie per se als invalidisierendes psychisches Leiden
zu qualifizieren
und es ist jeweils
rechtsprechungsgemäss die
Überwind
barkeit
im konkreten Einzelfall zu prüfen
(Urteil des Bundegerichts 9C_4/2013 vom 19. Dezember 2012 E. 2.2 mit Hinweisen).
Es war folglich korrekt, dass die Beschwerde
gegn
erin
davon ausging,
die Überwindbarkeit der erwähnten
psychischen
Leiden
müsse
anhand der sogenannten Foerster-Kriterien
geprüft werden
. Lediglich der Vollständigkeit
halber bleibt zu bemerken, dass Z-codierte Diagnosen, wie hier ICD-10: Z73.1, keine rechtserhebliche
Gesundheitsbeein
trächtigung
darstellen (Urteil des Bundesgerichts 9C_437/2012 vom
6.
November 2012 E. 3.3 mit Hinweis auf Urteil 9C_537/2011 vom 2
8.
Juni 2012 E. 3.3 und dortigen Hinweisen).
5.2
Die Beschwerdeführerin zieht die Richtigkeit der gestellten psychiatrischen Diagno
sen in Zweifel und macht geltend, es hätte abgeklärt werden müssen, ob sie nach dem Unfall vom 1
2.
Dezember
2006 bewusstlos gewesen sei, da in einem solchen Fall gemäss den gutachterlichen Ausführungen die Diagnose eines orga
nische
n
Psychosyndroms nach Schädelhirntrauma (ICD-10: F07.2)
gestellt werden müsste
(
Urk.
1 S. 7).
Hierzu ist zu bemerken, dass das
organische Psychosyndrom
einem Schädel
-
trauma folgt, das gewöhnlich schwer genug ist, um zu Bewusstlosigkeit zu führen. Es besteht aus eine
r Reihe verschiedenartiger Sympt
ome wie
Kopf
schmerzen, Schwindel (meistens ohne die Merkmale einer echten
Vertigo
),
Erschöpftheit
, Reizbarkeit, Störungen der Konzentration, des geistigen Leistungs
vermögens, des Gedächtnisses, des Schlafes und einer verminderten
Belastungs
fähigkeit
bei Stress, emotionalen Reizen oder unter Alkohol. Diese Symptome können von Depressivität oder Angst begleitet sein, als Folge eines verminderten Selbstwertgefühls und Furcht vor bleibender Hirnschädigung. Solche Gefühle verstärken die ursprünglichen Symptome, und es entsteht ein Circulus
vitiosus
. Einige Patienten werden hypochondrisch, suchen immer wieder nach neuen Diagnosen und Behandlungen und können eine ständige Krankenrolle annehmen. Die Ätiologie der Symptome ist nicht immer klar, man nimmt sowohl organische wie psychische Faktoren als Ursache an. Daher ist die
nosologische
Zuordnung dieses Zustandsbildes etwas unklar. Ohne Zweifel ist dieses Syndrom jedoch häu
fig und beeinträchtigend für Patienten.
Mindestens drei der erwähnten Merkmale rechtfertigen die Diagnose. Sorgfältige technische Untersuchungen (Elektroenzephalographie, evozierte
Hirnstammpo
tentiale
, bildgebende Verfahren,
Eletronystagmographie
) können objektive Nach
weise liefern und die Symptome belegen, aber oft sind diese Befunde negativ. Die Beschwerden sind nicht notwendigerweise mit Entschädigungs- oder
Rentenbe
gehren
verbunden (vgl. zum Ganzen:
Internationale Klassifikation psychischer Störungen, ICD-10 Kapitel V (F), Klinisch-diagnostische Leitlinien,
9.
Auflage, Bern 2014, S. 103 f.).
Im vorliegenden Fall
konnte trotz umfangreicher Abklärungen eine
organische Ursache
nicht nachgewiesen werden
.
Eine psychische Beeinträchtigung allein begründet
entgegen der von der Beschwerdeführerin vertretenen Auffassung (
Urk.
1 S. 8)
als solche noch keine Invalidität. Vielmehr ist zu prüfen, ob eine seelische Abwegigkeit mit Krankheitswert besteht, welche die Versicherte auch bei Aufbietung allen guten Willens daran hindert, ein rentenausschliessendes Erwerbseinkommen zu erzielen
(BGE 131 V 49 E. 1.2 mit Hinweisen)
.
Die zur
Diskussion stehenden Symptome
entsprechen
einem
pathogenetisch
ätiologisch unklaren
syndromalen
Zustand
ohne nachweisbare organische Grundlage
,
wes
halb auch im Falle eines diagnostizierten organischen Psychosyndroms nach Schädelhirntrauma (ICD-10: F07.2) anhand der
sogenannten Foerster-Kriterien zu prüfen
wäre
, ob das Leiden mit einer zumutbaren Willensanstrengung unüber
windbar ist.
Es spielt deshalb
im Ergebnis
keine Rolle, ob ein organisches Psychosyndrom nach Schädelhirntrauma (ICD-10: F07.2) vorliegt. Insbesondere ist nach dem Gesagten auch nicht relevant, ob (und wie lange) die Beschwerde
führerin nach ihrem Unfall bewusstlos war. Es ist deshalb auf weitere Abklärun
gen, namentlich auch auf den beantragten
Beizug
der
Akten des Verwaltungsge
richts des Kantons
D._
, Verfahren VV.2012.333 (
Urk.
1 S. 3), zu verzichten.
Lediglich am Rande i
st dennoch zu bemerken, dass weder von der
Beschwerde
-
füh
rerin
geltend gemacht
wurde
noch sich aus den Akten ergibt, dass
im Polizeirapport vom 12. Dezember 2006
oder andernorts
eine Bewusstlosigkeit festgehalten
wurde
(vgl.
Urk.
1 und 3/4 S. 12).
Ebenso wenig
enthält
der
Aus
trittsbericht
des Spitals
Z._
Anhaltspunkte für eine Bewusstlosigkeit,
wur
den
damit
doch
lediglich Bewusstseinsei
n
schränkungen dokumentiert
(
Urk.
8/8/42
).
Die Beschwerdeführerin selbst
schilderte am 2
6.
April 2007 gegen
über dem Schadeninspektor des Unfallversicherers, dass sie sich an einen „
Chlapf
“ und an einen Schrei, welcher vermutlich von ihr selber stammte, erin
nern könne. Danach könne sie sich nur noch bruchstückhaft erinnern. Sie könne sich noch an das Horn des Sanitätswagens erinnern oder an den Transport ins Spital. An die computertomographische Untersuchung vermöge sie sich nicht mehr zu erinnern. Die vollständige Erinnerung sei erst wieder im
Spital
Z._
vorhanden gewesen
(
Urk.
8/8/53).
Von einer Bewusstlosigkeit war somit
anlässlich ihrer
„
Aussagen der ersten Stunde“
, welchen in der Regel beson
deres Gewicht zukommt (BGE 121 V 45 E. 1a, 115 V 133 E. 8c mit Hinweis),
nicht die Rede.
Auch bei ihrer psychiatrischen Begutachtung am 1
0.
November 2009 führte sie noch aus, s
ie könne nicht sicher sagen, ob sie bewusstlos gewesen sei. S
ie
habe insgesamt nur lückenhafte Erinnerungen an die ersten Tage nach dem Unfall (
Urk.
8/37/26).
Erst bei der neuropsychologischen Begutachtung im Sommer 2010 vermochte sie anzugeben,
dass sie
bewusstlos gewesen
sei
und
sich
an den Unfall nicht mehr erinnern
könne
. Sie habe eine schwache Erinnerung und das Gefühl, das Horn der Ambulanz gehört zu haben. Sie sei ins
Spital
Z._
eingewiesen worden, wo ihr Erinnerungsvermög
en wieder eingesetzt habe (Urk.
8/49/10).
Ferner führte sie am
8.
November 2012 gegenüber der
Ab
klärungsperson
aus, dass sie
das Bewusstsein verloren und nur noch teilweise Erinnerungen an den Vorfall
habe
(
Urk.
8/92/1).
Vor dem aufgezeigten Hinter
grund erscheint es zumindest als fraglich, ob weitere Abklärungen die Annahme einer Bewusstlosigkeit als überwiegend wahrscheinlich erscheinen liessen. Wie es sich tatsächlich verhält, kann aus den
bereits
dargelegten Gründen jedoch offen bleiben.
5.3
Bei der Überwindbarkeitsprüfung
anhand der sogenannten Foerster-Kriterien
hat die Beschwerdegegnerin
eine psychische Komorbidität von erheblicher Schwere, Intensität, Ausprägung und Dauer
zu Recht verneint (vgl. E. 5.1 hier
vor)
.
Sie hat sodann richtig erkannt, dass mit der flachen Diskushernie C5/6 rechts (ohne neurale Kompr
e
ssion) eine
chronische körperliche
Begleiterkran
kung
vorliegt. Ein
chronifizierter
Krankheitsverlauf mit unveränderter oder pro
gredienter Symptomatik ohne längerdauernde Rückbildung
lässt sich den Akten indessen nicht entnehmen.
Vielmehr geht daraus hervor, dass
sich
die Beschwerdeführerin
im Verlauf des Jahres 2010 wi
e
derholt
im
M._
in
N._
,
O._
,
aufhielt. Dort unterzog sie sich einer
K
ryotherapie in Kombination mit Akupunktur und Physiotherapie
und beschrieb hernach jeweils
eine deutliche Verbesserung ihrer gesundheitlichen Situation
(
Urk.
8/60/31 und
8/60/46 ff.
)
. Bereits früheren ärztlichen Berichten
lässt sich entnehmen
, dass eine Kombination von Physiotherapie, Osteopathie und
Kraniosakraltherapie
zumindest
leicht
gradige
Verbesserungen bewirkte
(Urk. 8/8/15 und 8/15/19).
Ebenso wurden unter der Anwendung von
neuro
muskulären Reflextechniken,
des
Softpower-Laser
s
über der Halswirbelsäule
,
Kryotherapie,
gezielte
n
heilgymnastische
n
Übungen
usw.
eine erfreulich gute subjektive und objektive
Besserung des Beschwerdebildes verzeichnet (
Urk.
8/8/21 f.
; vgl. auch 8/8/5
)
.
Den Berichten von
lic
. phil.
K._
lässt sich
überdies
zumindest
nicht in hinreichender Weise entnehmen, dass die therapeutischen Möglichkeiten zur Behandlung der psychischen Leiden ausge
schöpft wurden und erfolglos blieben
(vgl.
Urk.
8/8/7, 8/20 und 8/60/171).
Ein
unbefriedigendes Behandlungsergebnis
trotz konsequent durchgeführter ambu
lanter und/oder stationärer Behandlung (auch mit unterschiedlichem therapeu
tischem Ansatz) und gescheiterte Rehabilitationsmassnahmen bei vorhandener Motivation und Eigenanstrengung (kooperative Haltung) der versicherten Per
son
lässt sich vor diesem Hintergrund
somit
ebenfalls nicht bejahen.
Ebenso wenig ist e
in ausgewiesener sozialer Rückzug in allen Belangen des Lebens
aus
zumachen. In diesem Zusammenhang hat die Beschwerdegegnerin korrekt fest
gestellt, dass
die
Beschwerdeführerin einer Teilzeiterwerbstätigkeit nachgeht und ihren Hund versorgt
, mit dem sie auch regelmässig spazieren geht (
Urk.
3 S. 4)
. Überdies pflegt sie soziale Kontakte mit Freunden und
ihrem
Lebenspartner.
Aus dem in der Beschwerdeschrift angeführten Umstand, dass
sie
ihr Haus habe aufgeben müssen, lässt sich nichts zu Gunsten der geltend gemachten sozialen Isolierung ableiten (
Urk.
1 S. 10). Dies muss umso mehr gelten, als
die Beschw
erdeführerin im Einwand vom 18.
Dezember 2013 ausführen liess, sie habe ihr Haus vermietet und sei zu ihrem Lebensgefährten nach
P._
gezogen (
Urk.
3/3 S. 4 = 8/
102
/
4
)
. Ebenso wenig sind die Ausführungen, wonach
sie
ihre Lieblingssportarten und ihre Hobbies wie das Lesen nicht mehr ausüben kö
nne, nicht mehr in der Lage sei
zu reisen, und auch die früher immer gepflegten Restaurant- oder Konzertbesuche nicht mehr wahrnehmen
könne
(
Urk.
1 S. 10)
, geeignet, um einen sozialen Rückzug in allen Belangen des Lebens auszuweisen. Ihren Angaben zufolge sind
nebst den von der
Beschwer
degegnerin
erwähnten Aktivitäten
noch Freizeitunternehmungen wie
leichte Velofahrten
möglich (Urk.
3 S. 4).
Es liegt
schliesslich auch
kein
verfestigter, therapeutisch nicht mehr beeinflussbarer innerseelischer Verlauf einer an sich missglückten, psychisch aber entlastenden Konfliktbewältigung (primärer Krankheitsgewi
nn; „Flucht in die Krankheit") vor.
Die Beschwerdegegnerin hat folglich zu Recht die Überwindbarkeit bejaht.
Entgegen der von der Beschwer
deführerin vertretenen Auffassung steht dieses Ergebnis
auch
nicht
ansatzweise
im Widerspruch zu den ärztlichen Abklärungen (
Urk.
1 S. 9
f.
); vielmehr wurden diese zutreffend rechtlich gewürdigt.
5.4
Zusammenfassend ergibt sich somit, dass die Beschwerdegegnerin zu Recht einen Leistungsanspruch verneint und das Rentenbegehren abgewiesen hat. Dies führt zur Abweisung der Beschwerde.
6.
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem
Verfahrens
aufwand
und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis 1‘000.--
festzulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG) und auf Fr. 800.-- anzusetzen. Entsprechend dem Ausgang de
s Verfahrens sind die Kosten der
unterliegenden Beschwerde
führer
in
aufzuerlegen