# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 3a401152-9331-46bf-9c41-abab9347b97b
**Court:** ZH_OG
**Chamber:** ZH_OG_002
**Year:** 2022
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

betreffend Fahren ohne Haftpflichtversicherung etc.
Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichtes Bülach, Einzelgericht, vom 28. September 2021 (GB210011)
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Anklage:
Der Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland vom 23. Februar
2021 (Urk. 11) ist diesem Urteil beigeheftet.
Urteil der Vorinstanz:
1. Der Beschuldigte ist schuldig
− des Fahrens ohne Haftpflichtversicherung im Sinne von Art. 145 Ziff. 4
Abs. 1 VZV sowie
− des Fahrens ohne Fahrzeugausweis oder Kontrollschilder im Sinne von
Art. 145 Ziff. 3 Abs. 1 VZV.
2. Der Beschuldigte ist nicht schuldig und wird vom Vorwurf des Führens eines
Motorfahrzeugs trotz Entzug des erforderlichen Ausweises freigesprochen.
3. Der Beschuldigte wird bestraft mit einer Busse von Fr. 400.–.
4. Bezahlt der Beschuldigte die Busse schuldhaft nicht, so tritt an deren Stelle
eine Ersatzfreiheitsstrafe von 3 Tagen.
5. Die Entscheidgebühr wird festgesetzt auf:
Fr. 1'200.– ; die weiteren Auslagen betragen:
Fr. 1'000.– Gebühr für die Strafuntersuchung
Allfällige weitere Auslagen bleiben vorbehalten.
6. Die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens werden zu
drei Vierteln dem Beschuldigten auferlegt und zu einem Viertel auf die Ge-
richtskasse genommen.
7. Dem Beschuldigten wird eine reduzierte Prozessentschädigung im Umfang
von Fr. 1'660.– (inkl. MwSt.) für anwaltliche Verteidigung sowie eine redu-
zierte Umtriebsentschädigung in Höhe von Fr. 50.– zugesprochen.
Das Verrechnungsrecht des Staates bleibt vorbehalten.
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8. Der Antrag des Beschuldigten auf Zusprechung einer Genugtuung wird ab-
gewiesen.
Berufungsanträge:
a) Der Verteidigung des Beschuldigten:
(Urk. 44 S. 2, sinngemäss)
Es sei Ziff. 6 und 7 des Urteils des Bezirksgerichts Bülach vom 28. Septem-
ber 2021 wie folgt abzuändern:
"6. Die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens werden
zu einem Viertel dem Beschuldigten auferlegt und zu drei Vierteln auf
die Gerichtskasse genommen.
7. Dem Beschuldigten wird eine reduzierte Prozessentschädigung im Um-
fang von Fr. 4'972.45 (inkl. MwSt.) für anwaltliche Verteidigung sowie
eine reduzierte Umtriebsentschädigung in der Höhe von Fr. 150.– zu-
gesprochen.
Das Verrechnungsrecht des Staats bleibt vorbehalten."
Ohne Kosten- und unter Entschädigungsfolgen zulasten der Staatskasse.
b) Des Vertreters der Staatsanwaltschaft Winterthur / Unterland:
(Urk. 46)
Bestätigung des vorinstanzlichen Urteils.
Verzicht auf Beweisanträge.
Dispensation von der Teilnahme an der Berufungsverhandlung.
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## Considerations

Erwägungen:
I. Verfahrensgang und Prozessuales
1. Gegen das eingangs im Dispositiv wiedergegebene, mündlich eröffnete Ur-
teil des Bezirksgerichtes Bülach, Einzelgericht, vom 28. September 2021 melde-
ten die Staatsanwaltschaft mit Eingabe vom 30. September 2021 und der Be-
schuldigte mit Eingabe vom 7. Oktober 2021 Berufung an (Prot. I S. 16, Urk. 33,
Urk. 35, Art. 399 Abs. 1 StPO). Nach Erhalt des begründeten Urteils am 15. bzw.
18. November 2021 zog die Staatsanwaltschaft ihre Berufung mit Eingabe vom
23. November 2021 zurück; die Verteidigung reichte ihre Berufungserklärung im
Sinne von Art. 399 Abs. 3 StPO am 8. Dezember 2021 ein (Urk. 39, Urk. 42,
Urk. 44). Mit Präsidialverfügung vom 10. Dezember 2021 wurde die Berufungser-
klärung der Staatsanwaltschaft zugestellt und Frist für Anschlussberufung oder
einen Nichteintretensantrag angesetzt und der Beschuldigte aufgefordert, das Da-
tenerfassungsblatt einzureichen (Urk. 46, Urk. 47/1-2). Mit Eingabe vom 16. De-
zember 2021 verzichtete die Staatsanwaltschaft auf eine Anschlussberufung, be-
antragte die Bestätigung des vorinstanzlichen Urteils, erklärte, sich am weiteren
Verfahren nicht zu beteiligen, und ersuchte um Dispensation von der Teilnahme
an der Berufungsverhandlung (Urk. 48). Der Beschuldigte liess daraufhin bean-
tragen, das Verfahren schriftlich durchzuführen und auf die Einreichung des Da-
tenerfassungsblattes zu verzichten (Urk. 49). Der Verzicht auf Einreichung des
Datenerfassungsblattes wurde seitens der Verfahrensleitung bewilligt (Urk. 49 S.
4), mit Beschluss des Gerichts vom 6. Januar 2022 das schriftliche Verfahren an-
geordnet sowie dem Beschuldigten Frist angesetzt, um die Berufungsanträge zu
stellen und zu begründen (Urk. 52, Urk. 53/1-2). Dem kam die Verteidigung mit
Eingabe vom 31. Januar 2022 nach (Urk. 54). Mit Verfügung vom 2. Februar 2022
wurde der Staatsanwaltschaft und der Vorinstanz Frist zur Einreichung der Beru-
fungsantwort bzw. zur freigestellten Stellungnahme angesetzt (Urk. 57), auf wel-
che sowohl die Staatsanwaltschaft als auch die Vorinstanz verzichteten (Urk. 60,
Urk. 61). Damit erweist sich das Verfahren als spruchreif.
2. Gemäss Art. 402 StPO in Verbindung mit Art. 437 StPO wird die Rechtskraft
des angefochtenen Urteils im Umfang der Anfechtung gehemmt. Nachdem die Ur-
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teilsdispositivziffern 1 (Schuldspruch), 2 (Freispruch), 3-4 (Strafe), 5 (Kostenfest-
setzung) und 8 (Abweisung Genugtuungsbegehren) unangefochten blieben
(Urk. 44 S. 2), ist mittels Beschluss festzustellen, dass das vorinstanzliche Urteil
in diesem Umfang in Rechtskraft erwachsen ist.
II. Kosten- und Entschädigungsfolgen
1. Dem Beschuldigten wird vorgeworfen, er habe am 11. November 2020, um
17:58 Uhr, auf der B._-Strasse in C._ das Kleinmotorrad D._, ...,
mit einer Motorleistung von 1'500 Watt gelenkt, obschon er gewusst habe, dass er
nicht über einen gültigen und erforderlichen Führerausweis zum Lenken eines
Motorfahrzeugs der entsprechenden Kategorie A1 oder der Spezialkategorie F
verfügt habe, zumal ihm mit Verfügung vom 24. Februar 2020 des Strassenver-
kehrsamtes des Kantons Zürich der Führerausweis für 6 Monate für sämtliche Ka-
tegorien ab dem 29. Juli 2020 entzogen worden sei. Damit habe sich der Be-
schuldigte des Führens eines Motorfahrzeuges trotz Entzug des Ausweises im
Sinne von Art. 95 Abs. 1 Bst. b SVG in Verbindung mit Art. 10 Abs. 2 SVG schul-
dig gemacht. Weiter wird dem Beschuldigten vorgeworfen, er habe bei der besag-
ten Fahrt das genannte Fahrzeug nicht eingelöst und entsprechend auch nicht
über die erforderliche Haftpflichtversicherung, die Kontrollschilder und den Fahr-
zeugausweis verfügt, womit er sich des Fahrens ohne Haftpflichtversicherung,
Kontrollschilder und Fahrzeugausweis im Sinne von Art. 96 Abs. 2 Satz 1 SVG in
Verbindung mit Art. 63 und Art. 96 Abs. 3 SVG bzw. Art. 96 Abs. 1 Bst. a SVG in
Verbindung mit Art. 96 Abs. 3 SVG schuldig gemacht habe (Urk. 11 S. 3).
2. Die Vorinstanz sprach den Beschuldigten mangels Beweisen vom Vorwurf
des Führens eines Motorfahrzeuges trotz Entzug des Ausweises frei (Urk. 40
S. 11 f.). Hingegen erkannte sie in Bezug auf die weiteren Vorwürfe ein strafbares
Verhalten und sprach den Beschuldigten des Fahrens ohne Haftpflichtversiche-
rung im Sinne von Art. 145 Ziff. 4 Abs. 1 VZV sowie des Fahrens ohne Fahrzeug-
ausweis oder Kontrollschilder im Sinne von Art. 145 Ziff. 3 Abs. 1 VZV schuldig
(Urk. 40 S. 12, S. 21). Sie auferlegte ihm die Kosten der Untersuchung und des
gerichtlichen Verfahrens zu drei Vierteln und sprach ihm eine reduzierte Prozess-
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entschädigung von Fr. 1'660.– inkl. MwSt. für anwaltliche Verteidigung und eine
reduzierte Umtriebsentschädigung von Fr. 50.– zu (Urk. 40 S. 21).
3. Die Verteidigung wendet sich gegen die Kostenauflage und die reduzierte
Prozess- und Umtriebsentschädigung und bringt zusammengefasst vor, dass der
Beschuldigte vom gewichtigsten Vorwurf, einem Vergehen, freigesprochen wor-
den sei und der Schuldspruch nur noch Übertretungen, die normalerweise im
Ordnungsbussenverfahren erledigt werden könnten, betreffe. Das Strafverfahren
sei überwiegend durch den zu Unrecht erhobenen Vorwurf des Fahrens eines
Motorfahrzeugs trotz Verweigerung, Entzug oder Aberkennung des erforderlichen
Ausweises verursacht worden. Wären nur die Übertretungstatbestände zur Dis-
kussion gestanden, wäre es nicht zum vorinstanzlichen Verfahren gekommen.
Auch die Gewichtung der Vorwürfe zeige, dass der Beschuldigte in deutlich über
der Hälfte der Vorwürfe freigesprochen worden sei. Es sei nicht einleuchtend und
geradezu stossend, dass er drei Viertel der Kosten des von der Anklägerin gröss-
tenteils zu Unrecht eingeleiteten Strafverfahrens tragen solle. Art. 426 Abs. 1
StPO sei daher verletzt, und der angefochtene Entscheid diesbezüglich unange-
messen (Urk. 44 S. 7 f., Urk. 54 S. 4 f.).
4. Gemäss Art. 426 Abs. 1 Satz 1 StPO trägt die beschuldigte Person die Ver-
fahrenskosten, wenn sie verurteilt wird. Wird die beschuldigte Person bei einer
Mehrzahl strafbarer Handlungen teilweise schuldig gesprochen und teilweise frei-
gesprochen (Teilfreispruch) bzw. wird das Verfahren nur bezüglich einzelner
strafbarer Handlungen eingestellt, so sind die Verfahrenskosten anteilsmässig der
beschuldigten Person, dem Staat und gegebenenfalls der Privatklägerschaft auf-
zuerlegen. Der beschuldigten Person dürfen jedoch dann die gesamten Kosten
des Verfahrens auferlegt werden, wenn die ihr zur Last gelegten Handlungen in
einem engen und direkten Zusammenhang stehen, und alle Untersuchungshand-
lungen hinsichtlich jedes Anklagepunktes notwendig waren. Es ist nach Sachver-
halten, nicht nach Tatbeständen aufzuschlüsseln. Bei einem einheitlichen Sach-
verhaltskomplex ist vom Grundsatz der vollständigen Kostenauflage nur abzuwei-
chen, wenn die Strafuntersuchung im freisprechenden Punkt zu Mehrkosten ge-
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führt hat (Domeisen, in: Niggli/Heer/ Wiprächtiger, Basler Kommentar Strafpro-
zessordnung, 2. Aufl. 2014, N 6 zu Art. 426 StPO, m.w.H.).
5. Der Beschuldigte wurde vom Vorwurf des Fahrens trotz Entzugs des Füh-
rerausweises freigesprochen. Es erfolgte jedoch eine Verurteilung wegen Fahrens
eines Motorfahrrades ohne Haftpflichtversicherung bzw. ohne Fahrzeugausweis
oder Kontrollschilder (Urk. 40 S. 21).
5.1. Die Tatbestände betreffen einen einheitlichen Sachverhaltskomplex – der
Beschuldigte wurde aufgrund eines Unfalls angehalten, und es wurden die Über-
tretungen bzw. das mutmassliche Vergehen festgestellt (Urk. 1 S. 2). Auch wenn
der Beschuldigte vom Vergehen und damit vom gewichtigsten Vorwurf freigespro-
chen wurde, wären daher die Verfahrenskosten grundsätzlich dem Beschuldigten
vollständig aufzuerlegen gewesen, zumal die Kosten, wie erwogen, nicht nach
Schwere der freigesprochenen bzw. verurteilten Taten vorzunehmen ist.
5.2. Aus den Akten ist jedoch ersichtlich, dass die vorgenommenen Untersu-
chungshandlungen fast vollständig aufgrund des Vorwurfs des Fahrens trotz Ent-
zugs des Führerausweises vorgenommen wurden. Bereits aus dem Polizeirapport
ergibt sich, dass sich der ermittelnde Polizeibeamte fast ausschliesslich mit dem
Fahrzeugtyp des vom Beschuldigten geführten Mobils befasste, insbesondere mit
dessen Motorenleistung (Urk. 1 S. 4 ff.). Auch die telefonische Befragung einer
Auskunftsperson wurde im Hinblick auf die Frage, ob beim Fahrzeug Umpro-
grammierungen an der Elektronik vorgenommen worden waren (Urk. 1 S. 3 f.),
durchgeführt. Zudem wurde der Beschuldigte in den beiden Einvernahmen zum
grössten Teil hinsichtlich des Fahrzeugtyps und der Modalitäten des Kaufs dieses
Fahrzeugs befragt. In der Einvernahme vom 21. Dezember 2020 handelten, ab-
gesehen von Fragen zu den persönlichen Verhältnissen, nur sehr wenige Fragen
von den Übertretungstatbeständen (Urk. 2, insbes. Fragen 68 f., 71, 78, 91). Das
gleiche Bild ergibt sich für die Einvernahme vom 12. Januar 2021, wo es ebenfalls
in nur sehr wenigen Fragen um die beiden Übertretungen ging (Urk. 3, insbes.
Fragen 37 ff.). Auch der sichergestellte Chatverlauf (Urk. 16) handelt vom Erwerb
des Fahrzeugs bzw. von der Programmierung der Elektronik (Urk. 1 S. 6 f., Urk. 2
S. 3 f.). Die weiteren vorgenommenen Ermittlungen betreffen allesamt die Be-
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stimmung des Fahrzeugtyps bzw. der Motorenleistung des fraglichen Mobils (Urk.
4, Urk. 6-8). Entsprechend der Gewichtung der Untersuchungen im Vorverfahren
hat auch die Vorinstanz in ihrem Urteil ihr Augenmerk zur Hauptsache auf die Er-
stellung und rechtliche Würdigung des Sachverhalts betreffend Fahrens trotz Ent-
zug des Führerausweises gelegt (Urk. 40 S. 3-12). Etwa auf einer halben Seite
befasste sie sich demgegenüber mit den Übertretungstatbeständen (Urk. 40 S.
12). Die Gewichtung der Untersuchungshandlungen im Vor- und im erstinstanzli-
chen Gerichtsverfahren machen deutlich, dass die entstandenen Kosten zum
grössten Teil dem Vorwurf des Fahrens trotz entzogenem Führerausweis zuzu-
rechnen sind, von welchem der Beschuldigte freigesprochen wurde. Überdies wä-
re das Strafverfahren nicht bei der Staatsanwaltschaft eröffnet worden, wenn nur
die Übertretungstatbestände im Raum gestanden hätten, die zudem mit einer
Ordnungsbusse hätten geahndet werden können (Anhang I zur Ordnungsbussen-
verordnung [SR 314.11] Ziff. 700.3 und 700.4). Auch vor diesem Hintergrund ist
davon auszugehen, dass der überwiegende Teil der Kosten aufgrund der Unter-
suchungshandlungen zum Vergehenstatbestand entstanden sind.
5.3. In Anbetracht des Erwogenen erscheint es angemessen, dem Beschuldigten
ein Viertel der vorinstanzlich festgelegten Kosten aufzuerlegen und sie im Übrigen
auf die Gerichtskasse zu nehmen. Dementsprechend ist dem Beschuldigten die
vor Vorinstanz geltend gemachte Prozessentschädigung in der Höhe von
Fr. 6'629.90 (Urk. 30) zu drei Vierteln zuzusprechen und ihm eine reduzierte Pro-
zessentschädigung von Fr. 4'972.45 auszuzahlen. Die vom Beschuldigten geltend
gemachte Umtriebsentschädigung von Fr. 200.– (Urk. 29 S. 75) ist nicht belegt,
weshalb diese nicht zuzusprechen wäre. Da jedoch nur der Beschuldigte Beru-
fung erhoben hat und damit das Verbot der reformatio in peius greift (Art. 391
Abs. 2 StPO), hat es mit der vorinstanzlich zugesprochenen Umtriebsentschädi-
gung von Fr. 50.– sein Bewenden. Das Verrechnungsrecht des Staates ist jedoch
vorzubehalten.
6. Die Kosten im Rechtsmittelverfahren tragen die Parteien nach Massgabe ih-
res Obsiegens oder Unterliegens (Art. 428 Abs. 1 StPO). Der Beschuldigte ob-
siegt mit seinen Anträgen fast vollständig. Einzig die Umtriebsentschädigung ist
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nicht zu erhöhen, was gesamthaft betrachtet einen sehr kleinen Teil seiner Be-
gehren ausmacht. Dem Beschuldigten sind daher für das Berufungsverfahren
keine Kosten aufzuerlegen; diese fallen damit ausser Ansatz. Die Verteidigung
macht für das Berufungsverfahren Aufwendungen in der Höhe von Fr. 2'595.75
geltend (Urk. 55), was angemessen erscheint. Entsprechend ist dem Beschuldig-
ten für das Berufungsverfahren eine Prozessentschädigung in dieser Höhe zuzu-
sprechen.