# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** b0d2bd54-048e-4547-991d-ffce30f4e5a2
**Court:** GR_KG
**Chamber:** GR_KG_006
**Year:** 2012
**Language:** de
**Jurisdiction:** GR / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

hat sich ergeben:
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I. Sachverhalt
A. X. ist Eigentümer der gegen Westen leicht abfallenden Rebbauparzelle Nr. A. der Gemeinde F.. Gegen Osten wird die Parzelle Nr. A. durch eine in grauer Vorzeit erstellte Mauer begrenzt, welche gänzlich auf dieser Parzelle steht und mehrheitlich als Trockenmauer errichtet wurde. An der hangaufwärts liegenden Seite der Mauer an der Mauerkrone entlang erstreckt sich auf der Parzelle Nr. B. ein öffentlicher Gemeindeweg, der E., der insbesondere der Bewirtschaftung der dortigen Rebparzellen dient. Bereits in den 90er Jahren gelangte X. an die Gemeinde F. und verlangte die Übernahme der Unterhaltspflicht für die Mauer durch die Gemeinde, was diese - von einem unpräjudiziellen Vergleichsvorschlag zur Beteiligung an einer Sanierung im Umfang von Fr. 5'000.-- abgesehen - stets ablehnte.
B. Am 3. November 2006 stellte X. bei der Gemeinde F. ein Baugesuch betreffend teilweisen Abbruch der Mauer. Mit Bauentscheid vom 6. Februar 2007 wies die Gemeinde das Gesuch ab mit der Begründung, der Abbruch der Mauer würde den Strassenkörper des E. massiv beeinträchtigen. X. bezwecke mit dem Abbruch lediglich, sich von den Unterhaltskosten zu befreien. Dagegen reichte X. Beschwerde beim Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden ein, welches in Gutheissung der Beschwerde die Gemeinde F. am 13. Dezember 2007 anwies, das Baugesuch an die BAB-Behörde weiterzuleiten. Zur Begründung wurde insbesondere ausgeführt, dem Abbruch der Mauer stünden keine öffentlichrechtlichen Vorschriften entgegen. Im Übrigen beziehe sich Art. 100 Abs. 1 EGzZGB nur auf Stützmauern zur Erhaltung des gewachsenen Bodens und der E. stelle wohl kaum gewachsenes Terrain dar. In der Folge erteilte die Gemeinde F. nach Vorliegen der BAB-Bewilligung am 14. August 2008 die Abbruchbewilligung.
C. Gleichentags (14. August 2008) liess die Gemeinde F. beim Kreisamt C. gegen X. ein Gesuch um Erlass eines Amtsbefehls stellen mit dem Begehren, diesem sei zu verbieten, die fragliche Stützmauer abzubrechen. Das Gesuch wurde am 8. Januar 2009 im Wesentlichen mit der Begründung gutgeheissen, eine Besitzesschädigung (Beeinträchtigung des E.) trete aufgrund des geplanten Abbruchs der Mauer mit hoher Wahrscheinlichkeit ein.
D. Am 20. Oktober 2009 meldete X. beim Kreisamt C. ein Vermittlungsbegehren an. Nach erfolgloser Sühneverhandlung bezog er am 16. Dezember 2009 den Leitschein mit folgendem klägerischen Rechtsbegehren:
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„1. Hauptbegehren
Es sei festzustellen, dass die Gemeinde F. als Eigentümerin von Grundstück B. in der Gemeinde F. verpflichtet ist, den Unterhalt (inkl. Reparaturen, Erneuerung etc.) der an Grundstück B. der Beklagten grenzenden Mauer auf Grundstück A. im Eigentum des Klägers zu besorgen.
Eventualiter sei festzustellen, dass die Gemeinde F. als Eigentümerin von Grundstück B. verpflichtet ist, die dem Eigentümer von Grundstück Nr. A., derzeit X., entstehenden Kosten für den Unterhalt (inkl. Reparaturen, Erneuerung etc.) der an Grundstück B. angrenzenden Mauer auf Grundstück A. zu übernehmen.
Subeventualiter sei die Beklagte zu verpflichten, den ordentlichen Unterhalt (inkl. Reparatur, Erneuerung etc.) der an Grundstück B. der Beklagten grenzenden Mauer auf Grundstück A. im Eigentum des Klägers zu besorgen.
2. Eventualbegehren
2.1 Der Kläger sei zu berechtigen, die auf Grundstück Nr. A. der Gemeinde F. stehende, an Grundstück Nr. B. der Beklagten grenzende Mauer ganz oder teilweise abzubrechen.
3. Subeventualbegehren
3.1 Es sei der Beklagten an der an ihr Grundstück Nr. B. grenzenden Stützmauer auf Grundstück Nr. A. des Klägers in der Gemeinde F. gegen angemessene, Zug um Zug mit der Rechtseinräumung zu bezahlende Entschädigung Miteigentum zuzuweisen.
3.2 Die Beklagte sei zu verpflichten, dem Kläger hiefür sowie für den beanspruchten Boden eine Entschädigung in Höhe von CHF 25'000.00, eventuell nach richterlichem Ermessen, zu bezahlen.
3.3 Das Gericht möge eine Unterhaltsregelung bezüglich der Stützmauer erlassen und diese im Grundbuch auf den Grundstücken A. und B. in der Gemeinde F. eintragen resp. anmerken lassen.
3.4 Das Grundbuchamt der Gemeinde F. sei anzuweisen, auf der Parzelle F. Nr. B. anzumerken „subjektiv-dingliches Miteigentum an Mauer auf Parzelle Nr. A. mit spezieller Unterhaltsregelung“. Umgekehrt sei auf der Parzelle Nr. A. anzumerken “ Miteigentum von Parzelle Nr. B. an der Mauer mit spezieller Unterhaltsregelung“.
4. Kosten- und Entschädigungsfolge
4.1 Unter voller vermittleramtlicher, gerichtlicher und aussergerichtlicher Kostenfolge zuzüglich Mehrwertsteuer zulasten der Beklagten.“
Das Rechtsbegehren der Gemeinde F. lautete auf kosten- und entschädigungspflichtige Klageabweisung.
E. Mit Prozesseingabe vom 21. Januar 2010 prosequierte X. die Streitsache an das Bezirksgericht D.. Dabei hielt er an den anlässlich der Sühneverhandlung
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gestellten Rechtsbegehren fest. Mit Prozessantwort vom 8. März 2010 beantragte die Gemeinde F. die kosten- und entschädigungspflichtige Abweisung der Klage, wobei Ziffer 2 der klägerischen Rechtsbegehren insoweit abzuweisen sei, als durch den ganzen oder teilweisen Abbruch der Mauer der E. beeinträchtigt würde.
F. Nach Durchführung des Beweisverfahrens und insbesondere eines Augenscheins erkannte das Bezirksgericht D. mit Urteil vom 6. Juli 2011, mitgeteilt am 31. August 2011, wie folgt:
„1. Ziffer 1 und 3 des klägerischen Rechtsbegehrens werden vollumfänglich abgewiesen.
2. Ziffer 2 des klägerischen Rechtsbegehrens wird insoweit abgewiesen, als durch den ganzen oder teilweisen Abbruch der Gegenstand des vorliegenden Verfahrens bildenden Stützmauer der E. beeinträchtigt würde.
3. Die Kosten des Kreispräsidenten C. als Vermittler im Betrage von Fr. 250.-- sowie die Kosten des Verfahrens vor Bezirksgericht D., bestehend aus:
- einer Gerichtsgebühr von Fr. 4'407.80
- einer Schreibgebühr von Fr. 873.00
- den Barauslagen von Fr. 319.20
- einem Streitwertzuschlag von Fr. 400.00
total somit Fr. 6'000.00
werden vollumfänglich dem Kläger auferlegt.
X. wird zudem gerichtlich verpflichtet, der Beklagten eine ausseramtliche Entschädigung in Höhe von Fr. 13'293.10 (Mehrwertsteuer darin enthalten) auszurichten.

## Considerations