# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** e8a14bd1-4390-493f-b3bc-d577a5810a93
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2021
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 19
58, war als
Bauspengler
tätig und bei der Suva obligatorisch unfallversichert, als er am 1. Januar 2014 und am 19. Februar 2016 je einen Unfall erlitt (Urk. 8/1, Urk. 9/1).
Die Suva sprach ihm mit Verfügung vom 15. September 2017 für die Folgen des 2014 erlittenen Unfalls eine Integritätsentschädigung entsprechend einer Integri
tätseinbusse von 10 % zu (Urk. 8/96). Dageg
en erhob der Versicherte am 18.
Oktober 2017 Einsprache (Urk. 8/99).
Am 17. April 2019 erstatteten die
Ärztinnen und
Ärzte der Y._
ein Gutachten im Auftrag der Suva (Urk. 8/130 = Urk. 9/494).
Mit Verfügung vom 24. Januar 2020 sprach die Suva dem Versicherten für die Folgen beider Unfälle eine Invalidenrente entsprechend einer Erwerbseinbusse von 48 %
ab September 2019
und eine Integritätsentschädigung entsprechend einer Integritätseinbusse von 45 % (10 % + 35 %) zu (Urk. 8/137 = Urk. 9/553).
Dagegen erhob der Versicherte am 24. Februar 2020 Einsprache (Urk. 8/142 = Urk. 9/563), welche die Suva mit
Einspracheentscheid
vom 13. Mai 2020 abwies (Urk. 8/143 = Urk. 9/537 = Urk. 2).
2.
Gegen den
Einspracheentscheid
vom 13. Mai 2020 (Urk. 2) erhob der Versicherte am 15. Juni 2020 Beschwerde mit den Anträgen (Urk. 1 S. 2), dieser sei aufzu
heben und es sei ihm eine Rente basierend auf einem Invaliditätsgrad von 100 % (Ziff. 1)
und eine Integritätsentschädigung von mindestens 25 % zuzusprechen (Ziff. 2), eventuell sei die Sache zur Neufestsetzung des Invaliditätsgrades zurück
zuweisen (Ziff. 3).
Die Suva beantragte mit Beschwerdeantwort vom 26. Oktober 2020 (Urk. 7 beziehungsweise - vervollständigt - Urk. 16) die Abweisung der Beschwerde. Am
26. November
2020 erstattete der Beschwerdeführer eine Replik (Urk. 13),
die der Beschwerdegegnerin am 18. März 2021 zur Kenntnis gebracht wurde (Urk. 23)
und am 11. Februar 2021 teilte er mit, er halte an den gestellten Rechtsbegehren fest (Urk. 19)
.
Am 12. April 2021 fand - antragsgemäss (vgl. Urk. 1 S. 2 Ziff. 4) - eine öffentliche Hauptverhandlung statt (Prot. S. 3 ff., Urk. 25-26).
Am 22. April 2021 richtete der Beschwerdeführer beziehungsweise sein Rechts
vertreter ein Schreiben an den Vorsitzenden (Urk. 27), da
s
der Beschwerde
gegnerin am 23. April 2021 zur Kenntnis gebracht wurde (Urk. 28).
An Stelle des
altershalber
zurückgetretenen Sozialversicherungsrichters
Mosimann
übernahm per 1. Juli 2021 Sozialversicherungsrichterin
Grieder
-Martens den Vorsitz im Spruchkörper.
3.
Die Invalidenversicherung sprach dem Versicherten
mit Verfügung vom 28.
Januar 2020 eine ganze Invalidenrente ab Februar 2017 zu (Urk. 8/141).
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Am 1. Januar 2017 sind die geänderten Bestimmungen des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG) und der Verordnung über die Unfallversicherung (UVV) in Kraft getreten.
Gemäss den allgemeinen übergangsrechtlichen Regeln sind der Beurteilung jene Rechtsnormen zu Grunde zu legen, die in Geltung standen, als sich der zu den materiellen Rechtsfolgen führende und somit rechtserhebliche Sachverhalt verwirklicht hat (vgl. BGE 127 V 466 E. 1, 126 V 134 E. 4b). Dementsprechend sehen die Übergangsbestimmungen zur Änderung vom 25. September 2015 des UVG vor, dass Versicherungsleistungen für Unfälle, die sich vor dem 1. Januar 2017 ereignet haben, und für Berufskrankheiten, die vor diesem Zeitpunkt ausgebrochen sind, nach bisherigem Recht gewährt werden (Absatz 1 der genannten Übergangsbestimmungen).
Die
hier zu beurteilende
n
Unfälle haben
sich
2014 und 2016
ereignet, weshalb die bis 31. Dezember 2016 gültig gewesenen Normen auf den vorliegenden Fall Anwendung finden und in dieser Fassung zitiert werden.
1.2
Wird die versicherte Person infolge eines Unfalles zu mindestens 10 % invalid, so hat sie Anspruch auf eine Invalidenrente, sofern sich der Unfall vor Erreichen des ordentlichen Rentenalters ereignet hat (Art. 18 Abs. 1 UVG). Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Zur Bestimmung des Invaliditätsgrades wird gemäss Art. 16 ATSG das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der (unfallbedingten) Invalidität und nach Durchführung der medi
zinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsma
rktlage erzielen könnte (sog.
Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das
sie erzielen könnte, wenn sie ni
cht invalid geworden wäre (sog.
Validen
einkommen
).
1.3
Nach Art. 18 Abs. 2 UVG regelt der Bundesrat die Bemessung des Invaliditäts
grades in Sonderfällen. Er kann dabei auch von Art. 16 ATSG abweichen.
Der Bundesrat hat gestützt auf Art. 18 Abs. 2 UVG in Art. 28 Abs. 4 UVV eine besondere Regelung getroffen für die Ermittlung des Invaliditätsgrades bei Versicherten, welche die Erwerbstätigkeit nach dem Unfall altershalber nicht mehr aufnehmen (Variante I) oder bei denen sich das vorgerückte Alter erheblich als Ursache der Beeinträchtigung der Erwerbsfähigkeit auswirkt (Variante II). In diesen Fällen sind gemäss Art. 28 Abs. 4 UVV für die Bestimmung des Invalidi
tätsgrades die Erwerbseinkommen massgebend, die eine versicherte Person im mittleren Alter bei einer entsprechenden Gesundheitsschädigung erzielen könnte (Urteil des Bundesgerichts 8C_799/2019 vom 17. März 2020 E. 2.3). Nach der Rechtsprechung liegt das mittlere Alter im Sinne dieser Bestimmung bei etwa «42 Jahren» oder zwischen «40 und 45 Jahren» und das vorgerückte Alter im Bereich von «rund 60 Jahren», wobei für letztes der Zeitpunkt des Rentenbeginns massgebend ist (BGE 122 V 418 E. 1b, 122 V 426).
Art. 28 Abs. 4 UVV ist gesetzmässig (BGE 122 V 4
26
E. 6e, 113 V 132 E. 4).
1.5
Die Invaliditätsschätzung der Invalidenversicherung entfaltet gegenüber dem Unfallversicherer keine Bindungswirkung (BGE 131 V 362 E. 2.2.2,
133 V 549 E. 6
.3).
1.6
Für die Bestimmung des Invalideneinkommens können nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für Statistik periodisch heraus
gegebenen Lohnstrukturerhebungen (LSE) herangezogen werden (BGE 139 V 592 E. 2.3, 135 V 297 E. 5.2, 129 V 472 E. 4.2.1). Dabei sind grundsätzlich die im Verfügungszeitpunkt aktuellsten veröffentlichten Tabellen der LSE zu verwenden (BGE 143 V 295 E. 4.1.3; zur Verwendung der aktuellsten statistischen Daten bei Rentenrevisionen vgl. BGE 143 V 295 E. 4.2.2, 142 V 178 E. 2.5.8.1, 133 V 545 E. 7.1). Die Verwendung der Tabellenlöhne ist subsidiär, das heisst deren
Beizug
erfolgt nur, wenn eine Ermittlung des Invalideneinkommens aufgrund und nach Massgabe der konkreten Gegebenheiten des Einze
lfalles nicht möglich ist (vgl.
BGE 142 V 178 E. 2.5.7, 139 V 592 E. 2.3, 135 V 297 E. 5.2; vgl. auch Meyer/
Reichmuth
,
Bundesgesetz über die Invalidenversicherung, 3. Auflage 2014,
Rn
55 und 89 zu Art. 28a, mit weiteren Hinweisen auf die Rechtsprechung).
1.7
Wird das Invalideneinkommen auf der Grundlage von statistischen Durch
schnittswerten ermittelt, ist der entsprechende Ausgangswert (Tabellenlohn) allenfalls zu kürzen. Damit soll der Tatsache Rechnung getragen werden, dass
persönliche und berufliche Merkmale, wie Art und Ausmass der Behinderung, Lebensalter, Dienstjahre, Nationalität oder Aufenthaltskategorie und Beschäfti
gungsgrad Auswirkungen auf die Lohnhöhe haben können (BGE 124 V 321 E. 3b/
aa
). Aufgrund dieser Faktoren kann die versicherte Person die verbliebene Arbeitsfähigkeit auch auf einem ausgeglichenen Arbeitsmarkt möglicherweise nur mit unterdurchschnittlichem erwerblichem Erfolg verwerten. Der Abzug soll aber nicht automatisch erfolgen. Er ist unter Würdigung der Umstände im Einzelfall nach pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu schätzen und darf 25 % nicht übersteigen (vgl. BGE 135 V 297 E. 5.2, 134 V 322 E. 5.2 und 126 V 75 E. 5b/
aa
-cc). Die Rechtsprechung gewährt insbesondere dann einen Abzug auf dem Invalideneinkommen, wenn eine versicherte Person selbst im Rahmen körperlich leichter Hilfsarbeitertätigkeit in ihrer Leistungsfähigkeit eingeschränkt ist (BGE 126 V 75 E. 5a/
bb
). Zu beachten ist jedoch, dass allfällige bereits in der Beurteilung der medizinischen Arbeitsfähigkeit enthaltene gesundheitliche Einschränkungen nicht zusätzlich in die Bemessung des leidensbedingten Abzugs einfliessen und so zu einer doppelten Anrechnung desselben Gesichtspunkts führen dürfen (BGE 146 V 16 E. 4.1 mit Hinweisen).
Nach ständiger Rechtsprechung darf das (kantonale) Sozialversicherungsgericht sein Ermessen, wenn es um die Beurteilung des Tabellenlohnabzuges gemäss BGE 126 V 75 geht, nicht ohne triftigen Grund an die Stelle desjenigen der Verwaltung setzen; es muss
sich
auf Gegebenheiten abstützen können, welche seine abweichende Ermessensausübung als naheliegender erscheinen lassen (BGE 137 V 71 E. 5.2 und 126 V 75 E. 6).
1.8
Das trotz der gesundheitlichen Beeinträchtigung zumutbarerweise erzielbare Einkommen ist bezogen auf einen ausgeglichenen Arbeitsmarkt zu ermitteln, wobei an die Konkretisierung von Arbeitsgelegenheiten und Verdienstaussichten keine übermässigen Anforderungen zu stellen sind (BGE 138 V 457 E. 3.1 mit Hinweis; Urteil des Bundesgerichts 9C_118/2015 vom 9. Juli 2015 E. 2.1 mit Hinweis).
Das fortgeschrittene Alter wird, obgleich an sich ein invaliditäts
fremder Faktor, in der Rechtsprechung als Kriterium anerkannt, welches zusam
men mit weiteren persönlichen und beruflichen Gegebenheiten dazu führen kann, dass die einer versicherten Person verbliebene Resterwerbsfähigkeit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt
realistischerweise
nicht mehr nachgefragt wird, und dass ihr deren Verwertung auch gestützt auf die Selbsteingliederungspflicht nicht mehr zumutbar
ist
. Der Einfluss des Lebensalters auf die Möglichkeit, das verblie
bene Leistungsvermögen auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt zu verwerten, lässt sich nicht nach einer allgemeinen Regel bemessen, sondern hängt von den Umständen des Einzelfalles ab. Massgebend können die Art und Beschaffenheit des
Gesundheitsschadens und seiner Folgen, der absehbare Umstellungs- und Einarbeitungsaufwand und in diesem Zusammenhang auch Persönlichkeits
struktur, vorhandene Begabungen und Fertigkeiten, Ausbildung, beruflicher Werdegang oder Anwendbarkeit von Berufserfahrung aus dem angestammten Bereich sein (BGE 138 V 457 E. 3.1 mit Hinweisen). Die Möglichkeit, die verblie
bene Arbeitsfähigkeit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt zu verwerten, hängt nicht zuletzt davon ab, welcher Zeitraum der versicherten Person für eine beruf
liche Tätigkeit und vor allem auch für einen allfälligen Berufswechsel noch zur Verfügung steht (BGE 138 V 457 E. 3.2 mit Hinweisen; vgl. statt vieler: Urteil des Bundesgerichts 8C_645/2017 vom 23. Januar 2018 E. 3.1 mit Hinweisen).
Dass Bundesgericht erachtet das
Alter als Kriterium, das gegen die
Verwert
barkeit
der Rest-Arbeitsfähigkeit
sprechen könnte,
bei Männern ab dem 61. Altersjahr als möglicherweise relevant, behandelt es faktisch jedoch erst ab Alter 64 als die Verwertbarkeit einschränkend (Philipp Egli, Martina Filippo, Thomas
Gächter
, Michael E. Meier: Grundprobleme der Invalid
itätsbemessung, Zürich 2021,
Rz
154).
Ein fortgeschrittenes Alter allein wird vom Bundesgericht
nicht als Grund für einen Abzug vom Tabellenlohn erachtet (Egli et al., a.a.O.,
Rz
527). In einigen Fällen hat es bei fortgeschrittenem Alter
, wenn
anderweitige erschwerende Umstände
hinzukame
n
,
einen Abzug von
zumeist
10 % (Egli et al., a.a.O
.,
Rz
502 ff.) oder 15
% (Egli et al., a.a.O.,
Rz
507 f.)
gewährt.
1.9
Erleidet die versicherte Person durch den Unfall eine dauernde erhebliche Schä
digung der körperlichen, geistigen oder psychischen Integrität, so hat sie Anspruch auf eine angemessene Integritätsentschädigung (Art. 24 Abs. 1 UVG). Die Integritätsentschädigung wird in Form einer Kapitalleistung gewährt. Sie darf den am Unfalltag geltenden Höchstbetrag des versicherten Jahresverdienstes nicht übersteigen und wird entsprechend der Schwere des Integritätsschadens abgestuft (Art. 25 Abs. 1 UVG).
Nach Art. 25 Abs. 2 UVG regelt der Bundesrat die Bemessung der Entschädigung. Von dieser Befugnis hat er in Art. 36 UVV Gebrauch gemacht. Abs. 1 bestimmt, dass ein Integritätsschaden als dauernd gilt, wenn er voraussichtlich während des ganzen Lebens mindestens in gleichem Umfang besteht; er ist erheblich, wenn die körperliche, geistige oder psychische Integrität, unabhängig von der Erwerbs
fähigkeit, augenfällig oder stark beeinträchtigt wird. Gemäss Abs. 2 gelten für die Bemessung der Integritätsentschädigung die Richtlinien des Anhangs 3. Fallen mehrere körperliche, geistige oder psychische Integritätsschäden aus einem oder mehreren Unfällen zusammen, so wird die Integritätsentschädigung nach der
gesamten Beeinträchtigung festgesetzt. Die Gesamtentschädigung darf den Höchstbetrag des versicherten Jahresverdienstes nicht übersteigen und bereits nach dem Gesetz bezogene Entschädigungen werden prozentual angerechnet (Abs. 3). Voraussehbare Verschlimmerungen des Integritätsschadens werden angemessen berücksichtigt. Revisionen sind nur im Ausnahmefall möglich, wenn die Verschlimmerung von grosser Tragweite ist und nicht voraussehbar war (Abs. 4)
.
Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung beruht die Integritätsentschädigung grundsätzlich auf dem Gedanken der Genugtuung und soll einen gewissen Ausgleich für Schmerz, Leid sowie Beeinträchtigung des Lebensgenusses bringen (BGE 133 V 224 E. 5.1).
Bei der konkreten Festsetzung muss allerdings beachtet werden, dass das Prinzip der abstrakten und egalitären Bemessung gilt. Im Unterschied zur Bemessung der Genugtuungssumme im Zivilrecht sind die erlit
tene Unbill und die weiteren besonderen Umstände des Einzelfalles nicht zu berücksichtigen. Massgeblich ist die medizinisch-theoretische Beeinträchtigung der körperlichen oder geistigen Integrität (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_756/2019 vom 11. Februar 2020 E. 4.2 mit Hinweisen). Bei gleichem medizinischen Befund ist der Integritätsschaden für al
le Versicherten gleich (BGE 115 V
147 E. 1).
Die Medizinische Abteilung der Suva hat in Weiterentwicklung der
bundesrät
lichen
Skala weitere Bemessungsgrundlagen in tabellarischer Form (sog. Fein
raster) erarbeitet. Diese von der Verwaltung herausgegebenen Tabellen stellen zwar keine Rechtssätze dar und sind für das Gericht nicht verbindlich, umso weniger als Ziff. 1 Abs. 1 von Anhang 3 zur UVV bestimmt, der in der Skala angegebene Prozentsatz des Integritätsschadens gelte im Regelfall, welcher im Einzelfall Abweichungen nach unten wie nach oben ermöglicht. Soweit sie jedoch lediglich Richtwerte enthalten, mit denen die Gleichbehandlung aller Versicherten gewährleistet werden soll, sind sie mit dem Anhang 3 zur UVV vereinbar (BGE 124 V 29 E. 1c, 116 V 156 E. 3a).
Fallen mehrere körperliche, geistige oder psychische Integritätsschäden aus einem oder mehreren Unfällen zusammen, so wird die Integritätsentschädigung nach der gesamten Beeinträchtigung festgesetzt, wobei die Gesamtentschädigung den Höchstbetrag des versicherten Jahresverdienstes nicht übersteigen darf und bereits nach dem Gesetz bezogene Entschädigungen prozentual angerechnet werden (Art. 36 Abs. 3 UVV). Die Bestimmung regelt grundsätzlich nur das Zusammentreffen von Integritätsschäden, die nach dem UVG als solche versichert sind (BGE 113 V 54 E. 2). Von verschiedenen Integritätsschäden ist auszugehen, wenn die Beeinträchtigungen sich medizinisch eindeutig feststellen und in ihren
Auswirkungen voneinander klar unterscheiden lassen. Klar unterscheidbare und sich gegenseitig nicht beeinflussende Integritätsschäden sind grundsätzlich zu addieren (Urteil des Bundesgerichts 8C_300/2020 vom 2. Dezember 2020 E. 4.3 mit Hinweisen). Die den einzelnen Schädigungen entsprechenden Prozentzahlen werden selbst dann zusammengezählt, wenn eine, mehrere oder alle davon für sich die Schwelle von 5 % nicht erreichen; die Entschädigung ist geschuldet, sobald die Summe der Prozentzahlen die
Erheblichkeitsgrenze
von 5 % übersteigt (BGE 116 V 156 E. 3b mit Hinweis).
1.10
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schluss
folgerungen der Experten begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a mit Hinweis).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin ging im angefochtenen Entscheid (Urk. 2) davon aus,
es sei auf das im
Y._
-Gutachten formulierte Zumutbarkeitsprofil, bei welchem eine Arbeitsfähigkeit von 80 % bestehe, abzustellen (S. 10 f. Ziff. 3b)
. D
ie Invaliditäts
bemessung durch die Invalidenversicherung entfalte
rechtsprechungsgemäss
keine Bindungswirkung
, wobei überdies auch unfallfremde Beeinträchtigungen vorlägen (S. 11 f. Ziff. 4a). Abzustellen sei auf den LSE-Tabellenlohn auf Kompetenzniveau 1 (S. 12 Ziff. 4b/
aa
), womit bei Vornahme eines Abzugs von 15 % ein Invaliditätsgrad von 48 % resultiere (S. 13 Ziff. 4c). Die Integritäts
einbusse bezüglich des vom Unfall von 2014 betroffenen linken Fussgelenks betrage gemäss kreisärztlicher Beurteilung 1
0 % und gemäss
Y._
-Gutachten 0
%, womit von 10 % auszugehen sei, da damit auch eine allfällige künftige Verschlechterung berücksi
chtigt worden sei (S. 17 Ziff. 6
a/cc). Bezogen auf den Unfall von 2016 betrage die Integritätseinbusse
insgesamt 35 % (S. 17 f. Ziff.
6b/
bb
), gesamthaft also 45 % (S. 18 Ziff. 7).
2.2
Der Beschwerdeführer stellte sich demgegenüber auf den Standpunkt (Urk. 1),
die Beschwerdegegnerin habe zu Unrecht einen Invaliditätsgrad von lediglich 39 % angenommen und keinen Abzug vom Tabellenlohn vorgenommen (S. 5 Ziff. 9). Hinsichtlich der Integritätsentschädigung sei sie zu Unrecht von einer Arbeits
fähigkeit von 80 % ausgegangen und habe zu Unrecht eine Integritätseinbusse von lediglich 15 % angenommen (S. 5 Ziff. 12). Es lägen keine unfallfremden
Beeinträchtigungen vor und die Invaliditätsbemessung der Invalidenversicherung entfalte eine Bindungswirkung (S. 6 Ziff. III). Aufgrund der mannigfachen Einschränkungen gemäss Zumutbarkeitsprofil könne nicht von einer Arbeits
fähigkeit von 80 % ausgegangen werden (S. 6 f. Ziff. IV). Ein 62-Jähriger finde realiter auf dem Arbeitsmarkt keine Stelle mehr, was zusammen mit den mannig
fachen gesundheitlichen Beeinträchtigungen einen Abzug vom Tabellenlohn von 25 % rechtfertige, der zum Invaliditätsgrad von 39 % zu addieren sei, womit ein solcher von
mindestens
64 %
resultiere (S. 7 f. Ziff. V). Die angenommene Integritätseinbusse von lediglich 15 % sei unzutreffend, bei richtiger Betrach
tungsweise resultiere eine solche von mindestens 50 % (S. 8 Ziff. VI).
2.3
Die Beschwerdegegnerin wies in der Beschwerdeantwort (Urk. 16) unter anderem auf die unfallversicherungsrechtliche Sonderregelung von Art. 28 Abs. 4 UVV für die Rentenfestsetzung im fortgeschrittenen Alter (vgl. vorstehend E. 1.
3
) hin. Der vorgenommene Abzug von 15 % erweise sich aus näher dargelegten Gründen als grosszügig bemessen (S. 7 f. Ziff. 9). Im angefochtenen Entscheid werde von einer Integritätseinbusse von 45 %, und nicht - wie beschwerdeweise ausgeführt - lediglich 15 % ausgegangen
, und die Integritätsentschädigung werde nicht anhand der Arbeitsfähigkeit bemessen (S. 8 f. Ziff. 11).
2.4
Der Beschwerdeführer stellte sich in der Replik (Urk. 13) auf den Standpunkt, es lägen ausschliesslich Unfallfolgen vor und die Beschwerdegegnerin müsste gute Gründe anführen, um von der Invaliditätsbemessung der Invalidenversicherung abzuweichen, was sie nicht getan habe (S. 3 f. Ziff. III). Für einen gesundheitlich beeinträchtigten 63-Jährigen sei das Suchen und Finden einer Stelle unzumutbar, was mit einem Abzug vom Tabellenlohn von lediglich 15 % nicht angemessen berücksichtigt werde (S. 4 f. Ziff. IV). Aus näher dargelegten Gründen betrage die Integritätseinbusse 55 % (S. 5 Ziff. V).
2.5
Strittig und zu prüfen sind der Invaliditätsgrad und die Höhe der Integritäts
entschädigung.
3.
3.1
Dr. med. Z._
, Fachärztin für Chirurgie, erstattete am 13. September 2017 eine Beurteilung des aus dem Unfall von 2014 resultierenden Integritäts
schadens (Urk. 8/94 = Urk. 8/95).
Den Befund schilderte sie wie folgt (Ziff. 1): Verletzung des linken Fussgelenkes am 1. Januar 2014 im Rahmen eines Rodelunfalles. Verzögerte Diagnose einer Fraktur im Sinne des Abrisses des
Volkmann'schen
Dreiecks sowie Ruptur der
Membrana
interossea
im Sinne eines
Maisonneuve
-Schadens. Im Verlauf nach zirka 6 Monaten schmerzfrei. Persistierend jedoch Hyposensibilität an der Aussenseite des rechten Unterschenkels bei nachgewiesener Polyneuropathie unklarer Genese.
Den Integritätsschaden bezifferte sie mit 10 % (Ziff. 2), dies unter Hinweis auf Tabelle 5 mit
d
er Begründung
, a
uf den aktuellen Röntgenbildern des oberen Sprunggelenkes zirka 3 1⁄2 Jahre nach dem Unfall seien zurzeit nur altersent
sprechende degenerative Veränderungen nachgewiesen. Unter Berücksichtigung der zu erwartenden Arthrose nach
Maisonneuve
-Schaden sei der Integritäts
schaden mit 10 % zu beurteilen. Die Hyposensibilität an der Lateralseite des Unterschenkels sowie an der Fusssohle werde nicht berücksichtigt, da es sich lediglich um sensible Ausfälle handle. Motorische Ausfälle bestünden nicht. Zudem bestehe eine nachgewiesene distale symmetrische Polyneuropathie der Beine
(Ziff. 3).
3.2
Am 12. März 2018 ber
ichtete Kreisarzt Dr. med. A._
, Facharzt für Radiologie, über seine am 9. März 2018 erfol
gte Abschlussuntersuchung (Urk.
8/104).
Er nannte folgende Diagnosen (S. 11 oben):
-
rezidivierende und belastungsabhängige Rückenschmerzen bei
-
Status nach dorsaler
Spondylodese
LWK (Lendenwirbelkörper) 1-3 und Einlage eines Cages bei LWK2 bei Berstungsfraktur (Februar 2016)
-
Status nach
Vertebroplastie
BWK (Brustwirbelkörper) 12 bei koronarem Spaltbruch (Februar 2016)
-
Status nach Entfernung des dorsalen
Spondylodesematerials
(März 2017)
-
Status nach Schädelkontusion mit grosser Verletzung der Kopfschwarte und voluminösem
subgalealem
Hämatom (Februar 2016)
-
rezidivierende und belastungsabhängige Schmerzen im distalen Unter
schenkel links bei
-
Status nach Kontusion / Distorsion des linken Fusses und oberen Sprunggelenks (OSG) mit Fraktur des Volkmann-Dreiecks und wahr
scheinlich Läsion der
membra
interossea
und konsekutiv Bildung zweier Knochenfortsätze
intraossär
auf Höhe des distalen Unter
schenkels, initial mit
Neoarthros
, seit spätestens Mai 2017 vollständiger
Durchbauung
Er präzisierte, nicht überwiegend unfallkausale Diagnosen oder solche, die weder die Wirbelsäule noch den linken Fuss / Unterschenkel beträfen, würden nicht aufgelistet (S. 11 Mitte).
In seiner Beurteilung (S. 11) führte er aus, sowohl bezüglich des
thorakolumbalen
Überganges als auch der linken unteren Extremität könne der stabile Gesund
heitszustand als erreicht betrachtet werden. Eine Stärkung der Rückenmuskulatur könne durchaus nützlich sein, sollte aber durch eine Tätigkeit, die zu keiner star
ken Belastung der Wirbelsäule führe, angestrebt werden. Daher sei dem Versicherten empfohlen worden, regelmässig gemütlich zu schwimmen. Rad
fahren sollte vorerst, Jogging für immer, vermieden werden. Die angestammte Tätigkeit als
Bauspengler
sei
nicht mehr zumutbar, da diese das Tragen von
schweren Lasten, das Einnehmen von ungünstigen Körperstellungen und auch das Gehen auf unebenen
Flächen erforder
e
.
Zumutbar
seien
ganztags leichte Tätigkeiten, welche es dem Versicherten ermöglich
t
en
,
bei Bedarf
zwischen der sitzenden und der stehenden Position zu wechseln. Gehen
sei
auch zumutbar, solange
dies auf ebenem Boden und nicht über mehr als 30
Minuten
am Stück erfolg
e
.
Die Masse der zu hebenden oder tragenden Lasten
sei
- sofern diese
stammnah
gehoben oder getragen
werden könn
t
en - auf 10 kg zu begrenzen.
Treppensteigen
sei
auf ein vernünftiges Minimum zu beschränken. Das Steigen von Leitern
sei
absolut
zu vermeiden.
Zwei näher bezeichnete A
nalgetika
seien
im gleichen Umfang wie bisher von der
Beschwerdegegnerin
zu übernehmen.
3.3
Am 17. April 2019 erstatteten die
Ärztinnen und
Ärzte der
Y._
ein Gutachten im Auftrag der Beschwerdegegnerin (Urk. 8/130/1-20). Sie stützten sich auf die ihnen überlassenen Akten
(Urk. 8/130/23-40),
ihre am 4./5., 12. und 14. Dezember 2018 erfolgten Untersuchung (S. 5), die Angaben des Beschwerdeführers (S. 6 ff.)
von ihnen veranlasste Laboranalysen (Urk. 8
/130/4145) und Bildgebung (Urk.
8/130/46-48) sowie Fachgutachten der Richtu
ngen Psychiatrie (Urk. 8/130/49
61), Orthopädie (Urk. 8/130/62
-84), Neurologie (Urk. 8/130/85
101), Neuro
psychologie (Urk. 8/130/102-119) und Hals-Nasen-Ohren-Medizin (Urk. 8/130/120-133).
In der Gesamtbeurteilung wurden folgende Befunde genannt (S. 11 Ziff. 2):
u
nfallkausal:
-
leichte neuropsychologische Störung
-
zentral-vestibuläre Störung sowie Status nach benignem paroxysmalem Lagerungsschwindel. Die jetzt durchgeführten apparativen Unter
suchungen zeigten deutliche Zeichen einerseits einer zentral-vestibulären Störung sowie zusätzlich den Verdacht auf eine beidseitige
Otolithen
funktionsstörung
, was zu den geschilderten Beschwerden pass
e
-
chronisches
lumbovertebrales
Schmerzsyndrom ohne Anhaltspunkte für
radikuläres
sensibles oder motorisches Reiz- oder Ausfallssyndrom
-
Affektion des
Nervus
cutaneus
surae
lateralis
links und Hypästhesie lateraler Unterschenkel links
u
nfallfremd
-
axonale
sensomotorische,
distal betonte
, symmetrische Polyneuropathie der Beine, elektrophysiologisch auch sensibel an den Händen
-
Hyposmie
beidseits sowie hochtonbetonte, mittelgradige
sensorineurale
Schwerhörigkeit beidseits
3.4
Die Gutachterinnen und Gutachter nannten folgende unfallkausale Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (S. 11 f. Ziff. 3):
-
leichte neuropsychologische Störung
-
Ätiologie: wahrscheinlich multifaktoriell
-
Differentialdiagnose (DD): mit/bei Diagnose 2, bildungsbedingt, kongenital, neurodegenerativ bei positiver Familienanamnese
-
Status nach milder traumatischer Hirnverletzung im Rahmen Leitersturz am 19.
Februar
2016
-
Rissquetschwunde okzipital mit
subgalealem
Hämatom
-
Fraktur Zahn III
/IV
lingual
am 19.
Februar
2016
-
Wirbelsäulentrauma vom 19.
Februar
2016 mit persistierendem chroni
schen
lumbovertebralen
Schmerzsyndrom
-
Berstungsfraktur L2 mit
transossärer
Verletzung dorsal
sowie k
oronare Spaltfraktur
Th12
-
19.
Februar 2016: d
orsal instrumentierte
Spondylodese
L1-3 (Legacy 5.5 monoaxial), Stent-
Vertebroplastie
Th12 (
Spine
Jack)
-
23.
Februar
2016: Mini-
Lumbo
-
Phreni
k
otomie
, ventrale
Corpektomie
L2, Cage-
Spondylodese
L1-L3, Anlagerung
Allo
-/Autograft
-
Status nach
Brustwandhernienplastik
nach Rippenresektion Costa 10 nach Wirbelsäulentrauma
mittels Re-Thorakotomie links,
Hernien
plastik
mit
Symbotex
-Netz mit
thorakoskopischer
Kontrol
le und
Zwerchfellrefixation
am
5.
Oktober
2016
-
7. März
2017: Materialentfernung dorsale Instrumentierung
-
ohne Anhaltspunkte für
radikuläres
sensibles od
er motorisches Reiz- oder Ausfall
syndrom
-
Hinweise für eine zentral-vestibuläre Funktionsstörung bei
-
fehlenden Hinweisen für eine peripher-vestibulären Funktionsstörung
-
Verdacht auf
Otolithenfunktionsstörung
beidseits
-
anamnestisch Status nach b
enigne
m
paroxysmale
n
Lagerungs
schwindel
(BPLS)
-
diskrete Höhenangst seit dem Unfall 2016 (ICD-10 F40.2), stark mit
moduliert durch die organische Schwindelsymptomatik
-
Status nach Rodelunfall 1. Januar 2014 mit
-
retrospektiv
Maisonneuve
-Verletzung OSG links mit Läsion der
Membrana
interossea
und kleinem Volkmann-Fragment
-
aktuell:
oligosymptomatische
Synostose
der
Membrana
interossea
Als unfallkausale Diagnose ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit wurde eine Affektion des
Nervus
cutaneus
surae
lateralis
links genannt, und als höchstens möglicherweise unfallkausale Diagnose ohne Auswirkung auf die Arbeits
fähigkeit
eine
Hyposmie
beidseits (S. 12 Mitte).
Sodann wurde als unfallfremde Diagnosen mit (rein qualitativen) Auswirkung
en
auf die Arbeitsfähigkeit eine
axonale
sensomotorische,
distal betonte
, symmet
rische Polyneuropathie der Beine, elektrophysiologisch auch sensibel an den Händen
,
genannt (S. 12) sowie folgende unfallfremde Diagnosen ohne Auswir
kung auf die Arbeitsfähigkeit (S. 12 unten):
-
hochtonbetonte mittelgradige
sensorineurale
Hörminderung beidseits
-
Status nach Feuerwerkunfall Hand
links mit plastischer Deckung
t
henar
seitig
und partieller Amputation
Dig
. III links
-
Status nach Beckenring- und
Sakrumfraktur
mit Beteiligung des
Acetabulum
rechts 2007, konservative Therapie
-
Hallux
rigidus
links
-
Adipositas
3.5
Zur Arbeitsfähigkeit wurde ausgeführt, die angestammte Tätigkeit als
Bauspeng
ler
sei sowoh
l aus Sicht der Orthopädie als a
uch der Neurologie und der Neurootologie nicht mehr zumutbar. Das Belastungsprofil sei eindeutig zu hoch und zudem bestünden aufgrund der Schwindelbeschwerden und Sturzgefährdung Einschränkungen für das Besteigen von Gerüsten und Leitern (S. 15 Ziff. 9).
In Anbetracht der geschilderten Beschwerden und der ausführlich vom Exploran
den beschriebenen Tagesgestaltung
sei
von einer Arbeitsfähigkeit von rund 80 % in einer angepassten Tätigkeit auszugehen. Dabei müssten die folgenden qualita
tiven Einschränkungen beachtet werden: Leichte wechselbelastende Tätigkeit, bei der der Explorand seine Körperposition (sitzen, stehen, gehen) zumindest alle 40-60 Minuten frei wechseln könne. Nicht möglich seien häufiges und langes Gehen, Gehen auf unebenem Boden, häufiges Treppensteigen, Besteigen von Leitern, Gerüsten u.a.
Nicht
möglich
seien
Heben und Tragen von Lasten
oberhalb von 10
kg und Heben und Tragen über längere
Zeit und die Einnahme von
unergono
mischen
Positionen bezüglich des Rückens.
Die restlichen 20
%
seien
dem vermehrten Pausenbedarf
zur Entlastung des Rückens (idealerweise
Möglichkeit
,
sich kurzzeitig hinzulegen) geschuldet und sollten über den Tag verteilt werden
(S. 15 Ziff. 10)
.
Aus rein neurologisch/neuropsychologischer Sicht
könne
der Explorand basie
rend auf den neuropsychologischen
Testbefunden eine angepasste Tätigkeit im
genannt
en zeitlichen Umfang von der
Präsenzfähigkeit her uneingeschränkt
wahrnehmen; qualitativ erforder
e
eine derartige Verweistätigkeit
kognitiv einfache praktische Arbeitsabläufe, die weitgehend automatisiert und überlernt
seien
sowie ein geringes Mass an Planung, Flexibilität und Umstellfähigkeit verlang
ten (S. 15 unten). Aus
neurootologischer
Sicht seien sturzgefährdete Tätigkeiten nicht zumutbar. Unfallfremd müsse aufgrund der Hörstörung bei Arbeiten im Lärm ein entsprechender Lärmschutz getragen werden (S. 16 oben).
3.6
Zum Integritätsschaden wurde ausgeführt, dieser betrage 10 % aufgrund der neuro
psychologisch erhobenen «leichten Störung», welche aber multifaktoriell bedingt erscheine und nicht in ihrem vollen Ausmass dem Unfallereignis als ursächlich attribuiert werden könne, sodann 10 % seitens des Rückens, sowie 15 % aus
neurootologischer
Sicht, mithin gesamthaft 35 %. Seitens des Fusses bestünden auch 5 Jahre nach Trauma keine relevanten degenerativen Verände
rungen des Rückfusses. Zur Darstellung komme lediglich eine
Verplumpung
des
posterioren
Tibiaplateaus
und die bekannte
Synostose
der
Membrana
interossea
. Diese Veränderungen liessen sich weder mit der Tabelle 2 noch 5 abbilden. Es besteh
e
hier derzeit kein Integritätsschaden.
Ob sich im weiteren Verlauf ein eine relevante posttraumatische OSG-Arthrose entwickeln
werde, sei
nicht absehbar und müsse bei Eintreten einer solchen
gegebenenfalls
neu beurteilt werden
(S. 16 Ziff. 11)
.
4.
4.1
Vorab sind einige Klarstellungen angezeigt.
Die beschwerdeweise aufgestellte Behauptung, die Beschwerdegegnerin habe einen Invaliditätsgrad von 39 % angenommen (Urk. 1 S. 5 Ziff. 9), ist unzu
treffend. Sie hat einen Invaliditätsgrad von 48 % angenommen.
Die beschwerdeweise aufgestellte Behauptung, die Beschwerdegegnerin habe
keinen Abzug vom Tabellenlohn vorgenommen (Urk. 1 S. 5 Ziff. 9), ist unzutref
fend. Sie hat einen Abzug von 15 % vorgenommen.
Der beschwerdeweise eingenommene Standpunkt, ein allfälliger Tabellenlohn
abzug wäre zum Invaliditätsgrad zu addieren (Urk. 1 S. 8 oben), ist unzutreffend. Ein Abzug von 25 % (statt 15 %) ergäbe ein Inva
lideneinkommen von Fr. 40'863.
(statt rund Fr. 46'312.--) und somit, ausgehe
nd vom
Valideneinkommen
von Fr.
88'400.--
,
einen Invaliditätsgrad von rund 54 % (statt 48 %).
Der beschwerdeweise eingenommene Standpunkt, die von der Invaliden
versicherung vorgenommene Invaliditätsbemessung entfalte eine Bindungs
wirkung (Urk. 1 S. 6 Ziff. III), ist unzutreffend. Die
diesbezüglich
e bundesgericht
liche Rechtsprechung (vorstehend E. 1.5) steht ihm entgegen.
D
er beschwerdeweise eingenommene Standpunkt, es lägen reine Unfallfolgen vor (Urk. 1 S. 6 Ziff. III), ist
ebenfalls
unzutreffend. Ihm stehen die
diesbezüglich
en Feststellungen im
Y._
-Gutachten (vorstehend E. 3.4) entgegen.
4.2
Anhaltspunkte für allfällige Mängel des
Y._
-Gutachten
s
sind weder ersichtlich noch sind substantiiert solche geltend gemacht worden.
Da
s
Gutachten
erfüllt alle praxisgemässen Anforderungen (vorstehend E. 1.
1
0) vollumfänglich, so dass, was auch die Beschwerdegegnerin getan hat, darauf abzustellen ist.
Die Gutachterin
nen und Gutachter nahmen eine sehr genaue und umfassende Beurteilung des Gesundheitszustandes des Beschwerdeführe
rs unter Abgrenzung der Unfallfolgen vor und berücksichtigten in ihrem sorgfältig verfassten Belastungsprofil sämt
liche Beeinträchtigungen. Dabei nahmen sie insbesondere Bezug auf die verblei
benden Fähigkeiten des Beschwerdeführers (vgl. Urk. 8/130/53 f.). Die Fachbe
urteilungen wurden ausführlich begründet und stützten sich auf die objektiv feststellbaren Beeinträchtigungen.
Dabei ist unbestritten, dass die angestammte Tätigkeit als
Bauspengler
nicht mehr zumutbar ist.
Das im
Y._
-Gutachten formulierte Belastungsprofil umfasst l
eichte
, kognitiv einfache praktische
Tätig
keit
en mit
alle 40-60 Minuten frei wechsel
barer Belastung, ohne
häufiges und langes Gehen, Gehen auf unebenem Boden, häufiges Treppensteigen, Besteigen von Leitern, Gerüsten u.a.
, ohne
H
eben und Tragen von Lasten oberhalb von 10 kg
,
Heben und Tragen über längere Zeit und die Einnahme von
unergonomischen
Positionen bezüglich des Rückens
. Für solche Tätigkeiten beträgt die Arbeits
fähigkeit aufgrund eines 20 % betragenden erhöhten Pausenbedarfs 80 % (vor
stehend E. 3.5).
4.3
Der Beschwerdeführer machte geltend, der Verwertbarkeit dieser Arbeitsfähigkeit stehe sein vorgerücktes Alter entgegen (Urk. 1 S. 7 Ziff. IV), das im massgebenden Zeitpunkt des
Einspracheentscheids
rund 61 Jahre und
11
Monate betrug. Das widerspricht der - strengen - bundesgerichtlichen Rechtsprechung, die im Ergeb
nis
bei Männern
erst ab Alter 6
4
eine
Unverwertbarkeit annimmt (vorstehend E. 1.8).
Auch der Standpunkt, das Alter gebe angesichts von weiteren Beeinträchtigungen dazu Anlass, den maximal zulässigen Abzug von 25 % vorzunehmen (Urk. 1 S.
7
f.), findet
keine Stütze in der höchstgerichtlichen Rechtsprechung (vorstehend E. 1.8).
4.4
Der als ausgeglichen zu unterstellende - also gerade nicht der reale - Arbeitsmarkt bietet im untersten, dem Kompetenzniveau 1 entsprechenden Lohnsegment in ausreichender Zahl Stellen, welche dem gutachterlichen Belastungsprofil (vorste
hend E. 4.2), das im Ergebnis hauptsächlich körperlich mittelschwere und schwere Tätigkeiten ausschliesst, entsprechen.
Damit erweist sich die von der Beschwerdegegnerin vorgenommene Invaliditäts
bemessung als zutreffend,
dies
auch ohne dass auf die Ausnahmeregelung von Art. 28 Abs. 4 UVV Bezug
(vorstehend E. 1.3)
genommen
zu werden braucht.
4.
4.1
Hinsichtlich der Integritätsentschädigung liesse sich die Frage nach dem Rechts
schutzinteresse aufwerfen, hat doch der Beschwerdeführer eine solche von «mindestens 25 %» beantragt (Urk. 1 S. 2 Ziff. 2), die Beschwerdegegnerin aber bereits eine solche von 45 % zugesprochen (Urk. 2 S. 18 Ziff. 7).
In der Beschwerdebegründung wurde dann allerdings eine Integritätseinbusse von mindestens 50 % (Urk. 1 S. 8 Ziff. VI) und in der Replik eine solche von 55 % (Urk. 13 S. 5 Ziff. V) postuliert, was über die anerkannte Einbusse von 45 % hinausgeht und somit justitiabel ist.
4.2
Was es in diesem Zusammenhang mit dem beschwerdeweise erfolgten
Hinweis auf die - als zu hoch erachtete - Arbeitsfähigkeit von 80 % (Urk. 1 S. 5 Ziff. 12) auf sich haben könnte, erschliesst sich nicht. Arbeitsfähigkeit und Arbeitsun
fähigkeit sind massgebend im Zusammenhang mit der Invaliditätsbemessung, mithin dem allfälligen finanziellen Ausgleich einer gesundheitsbedingten Erwerbseinbusse. Für die Bemessung der Integritätsentschädigung ist hingegen - unabhängig von der Erwerbsfähigkeit - ausschliesslich das Mass de
s
Integritäts
schadens
mass
gebend (vorstehend E. 1.9). Dieser hat mit der Arbeitsfähigkeit
nichts zu tun.
4.3
Das Ausmass de
s
abzugeltenden Integritäts
schadens
ist, da medizinisch-theo
retisch zu bestimmen, eine prioritär fachmedizinisch zu beantwortende Frage. Die Rechtsschriften des Beschwerdeführers enthalten keinen Hinweis auf allfällige abweichende ärztliche Beurteilungen de
s
Integritäts
schadens
. Es ist deshalb nicht ersichtlich, gestützt worauf zum Schluss gelangt werden könnte, dem Beschwer
deführer stehe eine höhere als die zugesprochene Integritätsentschädigung zu. Dies gilt umso mehr, als die Beschwe
rdegegnerin bezüglich des linken Fuss
gelenks
zu seinen Gunsten
auf die Beurteilung abstellte, welche ein künftige mög
liche Verschlechterung vorwegnahm und den In
tegritätsschaden deshalb mit
10
% bezifferte (vorstehend E. 3.1) statt mit 0 % gemäss
Y._
-Gutachten (vorstehend E. 3.6).
4.4
Somit ist auch die Bemessung der Integritätsentschädigung nicht zu beanstanden.
Der angefochtene Entscheid erweist sich als rechtens, was zur Abweisung der dagegen erhobenen Beschwerde führt.