# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** b1b18270-1ea0-4880-a9a0-997b01a810a4
**Court:** SG_VGN
**Chamber:** SG_VGN_001
**Year:** 2019
**Language:** de
**Jurisdiction:** SG / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Das Verwaltungsgericht stellt fest:
A. M._, geboren 1978, von Kosovo, beantragte am 18. Oktober 1998 erstmals Asyl in
der Schweiz (Vorakten Migrationsamt, nachfolgend Dossier, S. 15 ff.). Das Bundesamt
für Flüchtlinge (heute: Staatssekretariat für Migration) lehnte dieses Asylgesuch ab.
Daraufhin tauchte M._ unter. Am 29. November 2001 heiratete er im Kosovo eine
Schweizer Staatsangehörige und erhielt im Rahmen des Familiennachzugs eine
Aufenthaltsbewilligung für die Schweiz. Die Ehe wurde im Jahre 2004 rechtskräftig
geschieden und M._ verliess die Schweiz. Im Januar 2005 reiste er erneut in die
Schweiz ein und beantragte im April 2006 Asyl. Im November 2006 zog er sein
Asylgesuch zurück und kehrte in den Kosovo zurück, nachdem ihm eine Rückkehrhilfe
von CHF 1'000 gewährt worden war. Auf der Schweizer Botschaft in Zagreb/Kroatien
reichte er am 3. Dezember 2007 ein Botschaftsgesuch ein und ersuchte erneut um
Einreise in die Schweiz. Am 20. Mai 2008 erteilte das Bundesamt (heute
Staatssekretariat) für Migration ihm eine Einreisebewilligung zwecks Durchführung des
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Asylverfahrens. Deshalb reiste er am 27. Mai 2008 in die Schweiz ein. Sein Asylgesuch
wurde erneut abgewiesen. Der Vollzug der Wegweisung wurde zu Gunsten einer
vorläufigen Aufnahme aufgeschoben.
B. Am 3. März 2013 reichte M._ erstmals ein Gesuch um Erteilung einer humanitären
Aufenthaltsbewilligung ein. Das Migrationsamt wies dieses Gesuch mit Verfügung vom
27. September 2013 ab und verweigerte die Unterbreitung des Falles an das
Bundesamt für Migration. Am 1. Juli 2014 stellte M._ erneut ein Gesuch um Erteilung
einer humanitären Aufenthaltsbewilligung. Das kantonale Migrationsamt betrachtete
dieses Gesuch als Wiedererwägungsgesuch und trat darauf nicht ein.
C. Am 6. März 2017 reichte M._ wieder ein Gesuch um Erteilung einer humanitären
Aufenthaltsbewilligung ein. Das Migrationsamt wies das Gesuch mit Verfügung vom
3. August 2017 ab und verweigerte die Unterbreitung des Falles an das
Staatssekretariat für Migration. Das Sicherheits- und Justizdepartement wies seinen
gegen diese Verfügung erhoben Rekurs am 26. März 2018 ab.
D. M._ (Beschwerdeführer) erhob gegen den am 27. März 2018 versandten
Rekursentscheid des Sicherheits- und Justizdepartements (Vorinstanz) durch seinen
Rechtsvertreter mit Eingabe vom 6. April 2018 und Ergänzung vom 30. Mai 2018
Beschwerde beim Verwaltungsgericht mit dem Rechtsbegehren, unter Kosten- und
Entschädigungsfolge sei der angefochtene Entscheid aufzuheben und das kantonale
Migrationsamt anzuweisen, dem Staatssekretariat für Migration ein Gesuch um
Erteilung einer humanitären Aufenthaltsbewilligung für den Beschwerdeführer zu
unterbreiten, eventuell die Sache zur Neubeurteilung an die Vorinstanz zurückzuweisen.

## Considerations

Die Vorinstanz verwies mit Vernehmlassung vom 11. Juni 2018 auf die Erwägungen in
ihrem Entscheid und beantragte, die Beschwerde sei abzuweisen. Der Rechtsvertreter
des Beschwerdeführers reichte dem Gericht am 15. Juni 2018 eine Kostennote für
seinen Aufwand im Beschwerdeverfahren ein. Das Migrationsamt ergänzte am 26. Juli
2018 die Akten mit einer Bestätigung über die Sicherstellung der Identitätskarte des
Beschwerdeführers im Asylverfahren.
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Auf die Erwägungen im angefochtenen Entscheid und die Ausführungen des
Beschwerdeführers zur Begründung seiner Anträge sowie die Akten wird, soweit
wesentlich, in den Erwägungen eingegangen.
Darüber zieht das Verwaltungsgericht in Erwägung:
1. (...).
2. Gemäss Art. 84 Abs. 5 des Bundesgesetzes über die Ausländerinnen und Ausländer
und über die Integration (Ausländer- und Integrationsgesetz; SR 142.20, AIG) werden
Gesuche um Erteilung einer Aufenthaltsbewilligung von vorläufig aufgenommenen
Ausländerinnen und Ausländern, die sich seit mehr als fünf Jahren in der Schweiz
aufhalten, unter Berücksichtigung der Integration, der familiären Verhältnisse und der
Zumutbarkeit einer Rückkehr in den Herkunftsstaat vertieft geprüft. Die Bestimmung
stellt keine eigenständige Rechtsgrundlage dar, sondern verweist diesbezüglich implizit
auf die in Art. 30 Abs. 1 Ingress und lit. b AuG geregelte Bewilligung wegen eines
schwerwiegenden persönlichen Härtefalls, den Art. 31 Abs. 1 der Verordnung über
Zulassung, Aufenthalt und Erwerbstätigkeit (SR 142.201, VZAE) mit ausdrücklichem
Hinweis im Randtitel, unter anderem auf Art. 84 Abs. 5 AIG, konkretisiert. Danach sind
bei der Beurteilung insbesondere die Integration (lit. a), die Respektierung der
Rechtsordnung (lit. b), die Familienverhältnisse, insbesondere der Zeitpunkt der
Einschulung und die Dauer des Schulbesuchs der Kinder (lit. c), die finanziellen
Verhältnisse sowie der Wille zur Teilhabe am Wirtschaftsleben und zum Erwerb von
Bildung (lit. d), die Dauer der Anwesenheit in der Schweiz (lit. e), der
Gesundheitszustand (lit. f) und die Möglichkeit der Wiedereingliederung im
Herkunftsstaat (lit. g) zu berücksichtigen. Die Aufzählung ist nicht abschliessend, und
für die Erteilung einer Härtefallbewilligung kann es genügen, dass eines oder einige der
genannten Kriterien erfüllt sind (vgl. dazu VerwGE B 2010/294 vom 31. Mai 2011 E. 3,
www.gerichte.sg.ch; BVGer C-1136/2013 vom 24. September 2013 E. 5.2). Da die
Bestimmung auf verschiedene Härtefallregelungen im Ausländergesetz verweist, ist es
denkbar, dass die Beurteilung von wichtigen persönlichen Gründen unterschiedlich
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ausfallen kann, je nach dem, auf welche gesetzliche Ausgangslage sie sich bezieht (vgl.
BGer 2C_195/2010 vom 23. Juni 2010 E. 6.3).
Die Voraussetzungen zur Anerkennung eines Härtefalls sind restriktiv zu handhaben.
Der Betroffene muss sich in einer persönlichen Notlage befinden. Das bedeutet, dass
seine Lebens- und Existenzsicherung, gemessen am durchschnittlichen Schicksal von
Ausländern, in gesteigertem Mass in Frage gestellt sein müssen beziehungsweise die
Verweigerung einer Abweichung von den Zulassungsvoraussetzungen für ihn mit
schweren Nachteilen verbunden wäre. Bei der Beurteilung eines Härtefalles müssen
sämtliche Umstände des jeweiligen Einzelfalls berücksichtigt werden. Die Anerkennung
als Härtefall setzt nicht zwingend voraus, dass die Anwesenheit in der Schweiz das
einzige Mittel zur Verhinderung einer persönlichen Notlage darstellt. Auf der anderen
Seite reichen eine lang dauernde Anwesenheit und eine fortgeschrittene soziale und
berufliche Integration sowie klagloses Verhalten für sich alleine nicht aus, um einen
schwerwiegenden persönlichen Härtefall zu begründen. Vielmehr wird vorausgesetzt,
dass der Ausländer so enge Beziehungen zur Schweiz unterhält, dass von ihm nicht
verlangt werden kann, in einem anderen Land, insbesondere in seinem Heimatstaat zu
leben. Berufliche, freundschaftliche und nachbarschaftliche Beziehungen, welche der
Betroffene während seines Aufenthalts in der Schweiz knüpfen konnte, genügen
normalerweise nicht für eine Abweichung von den Zulassungsvoraussetzungen (vgl.
BVGer C-351/2010 vom 2. November 2012 E. 6.3, C-2240/2010 vom 14. Dezember
2012 E. 5.3 mit Hinweis unter anderem auf BGE 130 II 39 E. 3).
Art. 84 Abs. 5 AuG räumt als Härtefallbewilligung keinen Rechtsanspruch ein (BGer
2C_195/2010 vom 23. Juni 2010 E. 6.3; vgl. zur Entstehungsgeschichte R. Illes, in:
Caroni/Gächter/Thurnherr [Hrsg.], Bundesgesetz über die Ausländerinnen und
Ausländer, Stämpflis Handkommentar, Bern 2010, N 1 und 27 zu Art. 84 AuG). Das
Verwaltungsgericht kann lediglich prüfen, ob die Vorinstanz das ihr zustehende
Ermessen ohne Rechtsverletzung, das heisst ohne Unter- oder Überschreitung ihres
Ermessens und ohne Ermessensmissbrauch ausgeübt hat (Art. 61 Abs. 1 VRP).
2.1. Die Vorinstanz stellt sich auf den Standpunkt, dass der Beschwerdeführer zwar
seit langer Zeit in der Schweiz sei, dass er aber erst im Erwachsenenalter in die
Schweiz gelangt sei und seine prägenden Kinder-/Jugendjahr in seinem Heimatland
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verbracht habe (act. 2/B). Aufgrund dessen sei eine Rückkehr ins Heimatland für den
geschiedenen, kinderlosen Beschwerdeführer nicht mit besonderen Schwierigkeiten
verbunden. Allerdings habe man aufgrund seiner Informantentätigkeit für die Genfer
Polizei Zweifel an einer gefahrlosen dauerhaften Rückkehr in den Kosovo, obschon der
Beschwerdeführer selbst mehrfach beabsichtigt habe, für Besuche in sein Heimatland
zurückzukehren oder in Nachbarstaaten zurückzureisen. Deshalb habe man im Mai
2011 die vorläufige Aufnahme des Beschwerdeführers verfügt. Beruflich sei der
Beschwerdeführer seit der damaligen vorläufigen Aufnahme gut integriert. Es würden
gegen ihn keine Betreibungen oder Verlustscheine vorliegen und er beziehe keine
Sozialhilfe. Gemessen an seiner Aufenthaltsdauer in der Schweiz sei er sozial und
persönlich durchschnittlich integriert. Der Beschwerdeführer sei strafrechtlich nicht
unbescholten. Unter diesem Aspekt führte die Vorinstanz auf zwei Seiten
Verurteilungen auf und leitet daraus eine Geringschätzung der hiesigen Rechtsordnung
ab. Sie ist zudem der Auffassung, dass der Beschwerdeführer bei seiner Arbeitgeberin
keine besonders qualifizierte Arbeit ausübe und die Bewilligung für das berufliche
Fortkommen des Beschwerdeführers bei der Arbeitgeberin deshalb kaum von
wesentlicher Bedeutung sei. Insgesamt liege daher kein persönlicher Härtefall vor. Das
öffentliche Interesse an der Verweigerung der Aufenthaltsbewilligung überwiege sein
Interesse an der Erteilung, da er als vorläufig Aufgenommener weiterhin in der Schweiz
leben dürfe.
2.2. Der Beschwerdeführer vertritt die Auffassung, dass die Verweigerung der
Aufenthaltsbewilligung dazu führe, dass er für seine Arbeitgeberin keine Installationen
von Maschinen im Ausland (EU-Raum) vornehmen könne. Diese Möglichkeit würde
aber sein berufliches Fortkommen erheblich verbessern. Er erachtet die Verweigerung
seines Gesuchs deshalb als unverhältnismässig, zumal er sich erfolgreich integriert
habe (act. 7). Sein Betreibungsregisterauszug enthalte keine Einträge, Verlustscheine
würden keine vorliegen und Sozialhilfe beziehe er auch nicht. Er gehe einer geregelten
Arbeit nach, sein Arbeitsverhältnis sei ungekündigt und er werde von seiner
Arbeitgeberin geschätzt. Die Sicherstellung seines Lebensunterhaltes gemäss den
SKOS-Richtlinien sei nachgewiesen. Seine Deutschkenntnisse habe er verbessert. Eine
Rückkehr in sein Heimatland sei aufgrund der früheren Informantentätigkeit
unzumutbar.
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2.3. Die Vorinstanz hat ihren Entscheid nachvollziehbar begründet und die
wesentlichen Kriterien für die Beurteilung eines persönlichen Härtefalls berücksichtigt.
Zu ergänzen ist allenfalls, dass ein Niveau A2/1 in Deutsch in Bezug auf die sprachliche
Integration (Dossier, S. 607) angesichts der langen Aufenthaltsdauer des
Beschwerdeführers in der Schweiz von einer unterdurchschnittlichen Integration in
sprachlicher und demzufolge auch sozialer Hinsicht zeugt. Eine besondere soziale
Integration wurde denn auch weder behauptet noch belegt (vgl. zudem Dossier,
S. 312). In rechtsstaatlicher Hinsicht hat sich der Beschwerdeführer wohl als Informant
verdient gemacht, ist aber gleichzeitig selbst straffällig geworden, was nicht von einer
überdurchschnittlichen Integration zeugt, wenngleich er sich in den letzten Jahren
nichts mehr zuschulden hat kommen lassen. Ob die Gefährdung in seinem Heimatland
wirklich so ist, wie sie von der Vorinstanz eingeschätzt wird, ist fraglich, zumal der
Beschwerdeführer selbst in den Kosovo beziehungsweise in Nachbarstaaten reisen
wollte und die Schweiz für die für den Beschwerdeführer gefährlichen Personen nicht
unzugänglich ist (siehe Dossier, S. 317). Dies kann aber offenbleiben, zumal eine
Rückkehr ins Heimatland nicht Gegenstand des vorliegenden Verfahrens ist. Da der
Beschwerdeführer in wirtschaftlicher Hinsicht angesichts seiner Aufenthaltsdauer
erwartungsgemäss integriert ist, lässt sich daraus keineswegs auf einen Härtefall
schliessen. Dass der Beschwerdeführer seine Sprachkenntnisse für die Installation von
Maschinen im Ausland (EU-Raum) einsetzen möchte, ist verständlich, begründet aber
ebenfalls keinen Härtefall. Denn die gesetzlichen Bestimmungen betreffend den
Härtefall haben nicht zum Zweck, die Karriere des Beschwerdeführers zu befördern,
sondern eine persönliche Notlage zu verhindern. In einer solchen befindet sich der
Beschwerdeführer nicht. Die Vorinstanz hat ihr Ermessen somit nicht in rechtswidriger
Art und Weise ausgeübt. Die Beschwerde erweist sich deshalb als unbegründet und ist
abzuweisen.
3. (...).