# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 0ad0cb3c-72e8-4d82-9c48-366cc3bd0d94
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2017
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
X._
,
geboren
19
67,
war
seit
2010 als Leiterin Finanzen bei der
Z._
AG tätig
, wobei
sie das Arbeitsverhältnis am
5.
April per 3
0.
Juni 2013 kündigte (
letzter effektiver Arbeitstag: 2
2.
Januar 2013;
Urk.
7/2 =
Urk.
7/8
Ziff.
5.4;
Urk.
7/15
Ziff.
1-2.3;
Urk.
7/15/8
)
.
Unter Hin
weis auf
ein Burnout mel
dete sich
die Versicherte
am
1.
Juni 2013
bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an (
Urk.
7/8
Ziff.
6.2
). Die Sozial
versicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, klärte die medizinische und erwerbliche Situation ab,
führte eine Abklärung für
Selbständig
er
wer
bende
durch
, über welche sie am
5.
Januar
2016 Bericht erstattete (
Urk.
7/59)
,
und holte ein p
sychiatrisches
Gutachten ein, das am
2
5.
August 2015
er
stattet wurde (
Urk.
7/54
).
Nach durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(
Urk.
7/6
;
Urk.
7/64 =
Urk.
7/66
) verneinte die IV-Stelle mit Verfügung vom
1
7.
Mai
2016
einen Renten
an
spruch (
Urk.
7/75
=
Urk.
2).
2.
Die Versicherte erhob am
1
1.
Juni 2016
Beschwerde
an die Vorinstanz
gegen die Verfügung vom
1
7.
Mai 2016
(
Urk.
2) und beantragte
sinngemäss
, diese sei aufzuheben
und es seien ihr
die gesetzlichen
Leistungen der Inva
liden
v
ersicherung zuzusprechen (
Urk.
1
/1 =
Urk.
7/79 =
Urk.
7/84
).
Am 2
5.
Juli 2013 wurde die Beschwerde dem hiesigen Gericht überwiesen (
Urk.
3 =
Urk.
7/85).
Die IV-Stelle beantragte mit Beschwerdeantwort vom
2
3.
August 2016
(
Urk.
6
) die Abweisung der Beschwerde. Dies wurde der Beschwerdeführerin am
6.
September 2016
zur Kenntnis gebracht (
Urk.
8
).
Anlässlich der
Instruk
tionsverhandlung
vom 1
5.
November 2016 wurde den Parteien die Sach- und die Rechtslage erläutert (Prot. S. 3). Mit Schreiben vom 2
5.
November 2016 reichte die Beschwerdegegnerin eine weitere Stellungnahme ein (
Urk.
13).
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts,
ATSG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliess
lich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.
2
Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichtes fallen leichte bis mittelgradige depressive Störungen, seien sie im Auftreten rezidivierend oder episodisch, einzig dann als invalidisie
rende Krankheiten in Betracht, wenn sie
erwiese
ner
massen
therapieresistent sind (statt vieler:
BGE 140 V 193
E.
3.3 mit Hin
weis). Nur in einer solchen - seltenen, da nach gesicherter psychiatrischer Erfahrung Depressionen im Allgemeinen therapeutisch gut
angehbar
sind - gesetzlich verlangten Kon
stel
lation ist den no
rmativen Anforderungen des Art. 7 Abs.
2 zweiter Satz ATSG für eine objektivierende Betrachtungs- und Prüfungsweise Genüge getan (
BGE 141 V 281
E. 3.7.1 bis 3.7.3
). Ein solcher Sachverhalt muss überwiegend wahrscheinlich und darf
nicht lediglich nicht
auszuschliessen
sein. Es kommt dazu, dass die Therapie in dem Sinne konse
quent gewesen sein muss, dass die aus fachärztlicher Sicht indizierten zu
mut
baren (ambu
lanten und stationären) Behandlungsmöglichkeiten in koope
ra
tiver Weise optimal und nachhaltig ausgeschöpft wurden (
BGE 140 V 193
E. 3.3; BGE
137 V 64
E. 5.2 mit Hinweis;
vgl. Urteile des Bundesgerichts
9C_13/2016 vom 14. April 2016 E. 4.2 und 9C_89/2016 vom 12. Mai 2016 E. 4.1).
Ist eine mittelgradige depressive Episode eine „
blosse
“ Begleiterscheinung (zum Beispiel Urteil des Bundesgerichts 8C_689/2014 vom 19. Januar 2015 E. 3.4; vgl. auch Rahel Sager, Die bundesgerichtliche Rechtsprechung betref
fend Depression, in: SZS 2015 308 ff., 312) zu einer somatoformen
Schmerz
störung
oder einem vergleichbaren psychosomatischen Leiden (vgl. BGE 137 V 64 E. 4.2), beurteilt sich die Frage der invalidisierenden Wirkung der gesundheitlichen Beeinträchtigungen nach der Schmerzrechtsprechung (BGE 141 V 281; vgl. BGE 140 V 290 E. 3.3.2; vgl. Urteile des Bundesgerichts 8C_624/2015 vom 25. Januar
2015 E. 3.2.2 und 9C_125/2015 vom 18. Novem
ber 2015 E. 4.4).
1.
3
Im Gebiet der Invalidenversicherung gilt ganz allgemein der Grundsatz, dass die invalide Person, bevor sie Leistungen verlangt, alles ihr Zumutbare selber vorzukehren hat, um die Folgen ihrer Invalidität bestmöglich zu mildern (BGE 113 V 22 E. 4a mit Hinweisen). Dieses Gebot der Selbsteingliederung ist Ausdruck des in der ganzen Sozialversicherung geltenden Grundsatzes der Schadenminderungspflicht (vgl. BGE 120 V 368 E.
6b, 117 V 275 E.
2b), wobei jedoch von der versicherten Person nur Vorkehren verlangt werden können, die unter Berücksichtigung der gesamten objektiven und subjektiven Gegebenheiten des Einzelfalles zumutbar sind (BGE 113 V 22 E.
4a mit Hinweisen auf Lehre und Rechtsprechung; ZAK 1989 S. 214 E. 1c). Als Aus
druck der allgemeinen Schadenminderungspflicht geht die Pflicht, die not
wendigen Schritte zur Selbsteingliederung zu unternehmen, nicht nur dem Renten-, sondern auch dem gesetzlichen Eingliederungsanspruch vor (Urteil des Bundesgerichts 9C_356/2014 vom 14. November 2014 E. 3.1 mit Hin
weisen auf Urteile I 116/03 vom 10. November 2003 E. 3.1 und I 145/01 vom 12. September
2001 E. 2b).
Die Leistungen können gemäss
Art.
7b
des Bun
desgesetzes über
die Invalidenversicherung (IVG)
nach
Art.
21
Abs.
4 ATSG gekürzt oder verweigert werden, wenn die versicherte Person den Pflichten nach
Art.
7 dieses Gesetzes oder nach
Art.
43 Absatz 2 ATSG nicht nach
gekommen ist (
Abs.
1).
Eine Leistungsverweigerung oder -kürzung mit der
Begründung, die
v
ersicherte
Person
schöpfe ihre Behandlungsressourcen nich
t aus, setzt ein Vorgehen nach
Art.
21
Abs.
4 ATSG voraus.
1.
4
Versicherungsträger und Sozialversicherungsgerichte haben die Beweise frei, das heisst ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Für das Beschwerdeverfahren bedeutet dies, dass
das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel, unabhängig davon, von w
em sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden hat, ob die ver
fügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsan
spruches gestatten. Insbesondere darf es bei einander widersprechenden medi
zinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist also entscheidend, ob der Bericht für die
streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, a
uch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anam
nese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Ausschlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft eines Beweis
mittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a).
1.
5
Das Gericht kann die Angelegenheit zu neuer Entscheidung an die Vorin
stanz zurückweisen, besonders wenn mit dem angefochtenen Entscheid nicht
auf die Sache eingetreten oder der Sachverhalt ungenügend festgestellt wurde
(§ 26 Abs. 1 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht,
GSVGer
). Gemäss stän
diger Rechtsprechung ist in der Regel von der Rückweisung – da diese das Ver
fahren verlängert und verteuert – abzusehen, wenn die
Rechts
mittelinstanz
den Prozess ohne wesentliche Weiterungen erledigen kann. In erster Linie kommt eine Rückweisung in Frage, wenn der Versicherungsträger auf ein Begehren überhaupt nicht eingetreten ist oder es ohne materielle Prüfung abgelehnt hat, wenn schwierige Ermessensentscheide zu treffen sind, oder wenn der
ent
scheidrelevante
Sachverhalt ungenügend abgeklärt ist (vgl. Urteil des Bundesgerichts U 209/02 vom 10. September 2003 E. 5.2).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin wies im angefochtenen Entscheid
(Urk. 2)
das
Leis
tungsbegehren
der Beschwerdeführerin mangels eines invalidisierenden
Ge
sund
heitsschadens
ab. Mit Beschwerdeantwort
(Urk.
6
)
und nach durch
ge
führter Instruktionsverhandlung hielt sie daran fest, im Wesentlichen mit der Begründung, dass psychische Störung nur als invalidisierend gelten würden, wenn sie therapeutisch nicht mehr
angehbar
seien, vorliegend jedoch nicht von einer Therapieresistenz gesprochen werden könne. Angesichts der feh
len
den Therapieresistenz und der vorhandenen Ressourcen sei ein invalidi
sierender psychischer Gesundheitsschaden zu verneinen (
Urk.
13).
2.2
Die Beschwerdeführerin machte geltend, dass die Aussage, wonach ihr Ge
sund
heitszustand weiter verbesserungsfähig sei, rein spekulativ sei. Zu ver
wei
sen sei insbesondere auch auf das Gutachten von
Dr.
A._
, wonach ihr Gesundheitszustand nach wie vor nicht zufriedenstellend sei (
Urk.
1/1).
2.3
Strittig und zu prüfen ist der Rentenanspruch der Beschwerdeführerin.
3.
3
.1
Mit Bericht vom 1
9.
März (
Urk.
7/3/7-9 =
Urk.
7/9/3-5) und vom 2
4.
Juli 2013 (
Urk.
7/16) diagnostizierten die Ärzte des Sanatoriums
B._
eine
seit Dezember 2012 bestehende schwere depressive Episode ohne
psycho
ti
sche
Symptome (ICD-10
F32.2) mit einer daraus resultierend
en Arbeitsunfähigkeit von 100
%
. Sie führten aus, dass die Beschwerdeführerin vom 2
0.
Februar bis 1
9.
April 2013 in stationärer Behandlung gewesen sei und ab dem 2
3.
April 2013 in ambulanter Behandlung stehe, wobei die Prognose günstig sei. Eine behinderungsangepasste Tätigkeit sei ab dem
2.
Juli 2013 während maximal vier Stunden am Tag möglich. Als Behandlung finde alle zwei bis drei Wochen eine psychiatrisch-psychotherapeutische Therapie statt.
Mit Bericht vom 3
0.
Oktober 2013 führten die Ärzte des Sanatoriums
B._
aus, dass die Belastbarkeit der Beschwerdeführerin nach Wieder
auf
nahme der Erwerbstätigkeit trotz tagesstrukturierender Massnahmen nur leicht steigerungsfähig sei. Aufgrund der körperlichen und geistige
n
Er
schöp
fung sei eine regelmässige Arbeit von drei bis vier Stunden kaum möglich. Der weitere Aufbau der Berufstätigkeit als selbständig tätige Finanzfachfrau sei durch die gesundheitliche Situation begrenzt. Die Prognose sei grundsätz
lich weiterhin günstig, wobei während der Phase der Wiedereingliederung von einer verminderten Leistungsfähigkeit auszugehen sei. Die Beschwerde
führerin sei vom 2
2.
Januar bis
1.
Juli 2013 zu 100
%
arbeitsunfähig ge
wesen, vom
2.
Juli bis 1
0.
August zu 60
%
arbeitsunfähig, vom 1
1.
August bis
4.
Oktober 2013 zu 70
%
arbeitsunfähig und vom
5.
Oktober bis mindes
tens 1
5.
November 2013 zu 60
%
arbeitsunfähig (
Urk.
7/18).
3
.2
Dr.
med.
C._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, diagnostizierte in seinem Gutachten vom
1
0.
Dezember 2013 (
Urk.
7/28/3-12 =
Urk.
7/29) eine mittelgradige bis sch
were depressive Episode (ICD-10
F32.2; S.
7
Ziff.
3). In der Beurteilung hielt
Dr.
C._
fest, dass es Ende 2012 nach starker mehrfacher Beanspruchung der kompensatorischen Kräfte der Beschwerdeführerin zur Entwicklung einer schweren depressiven Episode gekommen sei, wobei retrospektiv das Vorliegen von psychotischen Sympto
men sehr wahrscheinlich erscheine.
I
m Anschluss an die psychiatrisch-psy
chotherapeutische Behandlung weitergeführte ambulante Behandlung sei es im Oktober 2013 zu einer erneuten Verschlechterung gekommen im Sinne der Verschlechterung der bereits bestehenden depressiven Episode. Aus rein psychiatrischer Sicht sei
die Beschwerdeführerin
aufgrund der stark herab
gesetzten Frustrationstoleranz un
d emotionalen Belastbarkeit, der
konzen
tra
tiven
Defizite, der Minderung der kognitiven Flexibilität,
Hyperarousal
und
psychomotorischen Defizite zu 80
%
arbeitsunfähig. Eine Anpassung der
anti
depressiven
Behandlung sei zwingend indiziert. Eine erneute Evaluation des psychischen Zustandsbildes sei in drei Monaten zu empfehlen (S. 8
Ziff.
4).
3
.3
Im Bericht vom 1
5.
Mai 2014 (
Urk.
7/33) sowie mit ergänzender Stellung
nahme vom 3
0.
Juni 2014 (
Urk.
7/34/7-12) hielten die Ärzte des Sanatoriums
B._
als Diagnose eine mittelgradige bis sch
were depressive Episode (ICD-10
F32.1 / F32.2) fest. Die Belastbarkeit und Leistungsfähigkeit seien weiterhin eingeschränkt, die Konzentrationsstörungen dauerten an. Gegen
wärtig sei die Beschwerdeführerin in der Lage, bis zu 3 1⁄2 Stunden pro Tag regelmässig zu arbeiten und verfolge eine regelmässige Tagesstruktur. Die Prognose sei weiterhin grundsätzlich günstig. Die Arbeitsunfähigkeit betrage 60
%
vom
5.
Oktober bis 3
1.
Dezember 2013, 80
%
vom
1.
Januar bis
5.
Mai 2014 und 70
%
vom
6.
Mai bis 3
0.
Mai 201
4.
3
.4
Dr.
med.
D._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, führte in seiner versicherungspsychiatrischen Aktenbeurteilung vom 1
5.
März 2014 (
Urk.
7/36/22-47) aus, dass die beschriebenen psychopathologischen Befunde eher einer leichten bis mittelgradigen depressiven Episode entsprächen. Der Behandlungsverlauf sei für die vorliegende Störung ungewöhnlich, und die
Prognose scheine ungewiss, wobei den Unterlagen durchaus zu entnehmen sei,
dass mit einer namhaften Besserung der Gesundheitsschädigung zu rechnen
sei. Aufgrund der Unterlagen könne eine andauernde Arbeitsunfähigkeit nic
ht attestiert werden (S. 42 ff.).
3
.5
Dr.
med.
E._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, empfahl
in seiner psychiatrischen Aktenbeurteilung vom 1
6.
August 2014 (
Urk.
7/36/2-
9) unter Hinweis auf die divergierenden ärztlichen Stellungnahmen ein Folgegutachten.
3
.6
Mit Bericht vom 2
3.
September 2014 hielten die Ärzte des Sanatoriums
B._
fest, dass die Prognose insgesamt gleichbleibend bis günstig sei. Die Erschöpfung und übermässige Erholungsbedürftigkeit nach vier bis sechs Stunden am Arbeitsplatz sowie das Morgentief seien
unverändert geblieben und schränkten die Beschwerdeführerin ein (
Urk.
7/34/1-5).
3
.7
Dr.
med.
F._
, Facharzt für Anästhesiologie, Regionalärztlicher Dienst (RAD), hielt mit Stellungnahme vom 2
6.
September 2014 fest, dass hin
sicht
lich des psychischen Gesundheitsschadens auf die ausführlichen und nach
vollziehbaren Berichte und Beurteilungen des Sanatoriums
B._
abzu
stellen sei (
Urk.
7/60 S. 5 unten).
3
.8
Im Austrittsbericht vom
2.
Februar 2015 (
Urk.
7/43/5-9) berichteten die Ärzte des Sanatoriums
B._
über die stationäre Behandlung der Beschwerde
führerin vom 1
8.
November 2014 bis 1
6.
Januar 201
5.
Darin diagnostizierten sie eine rezidivierende depressive Störung, g
egenwärtig mittelgradig (ICD-10
F33.1) sowie eine posttraumat
ische Belastungsstörung (ICD-10
F43.1). Zu
sam
menfassend hielten sie fest, dass sich das Allgemeinbefinden am Ende des Aufenthaltes gebessert habe, die Beschwerdeführerin in der Therapie koope
rativ und motiviert gewesen sei und sich auf die belastende Trauma
therapie habe einlassen können.
Im Verlaufsbericht vom 2
4.
März 2015 (
Urk.
7/43/1-4) hielten die Ärzte fest, dass bei Austritt wiederkehrende Intrusionen im Vordergrund gestanden hätten, wobei deutlich weniger emotionale Reaktionen getriggert würden. Auch hätten sich weiterhin deutliche Auswirkungen der erlebten Trauma
tisierung auf das soziale und partnerschaftliche Zusammenleben gezeigt. Die Beschwerdeführerin könne aktuell fünf Stunden pro Tag arbeiten, und eine weitere Steigerung sei geplant.
3
.9
Dr.
med.
A._
, Fachärztin für Psychiatrie und Psychothe
rapie, untersuchte die Beschwerdeführerin am
3.
August 2015 und erstattete am 2
5.
August 2015 ihr Gutachten (
Urk.
7/54). Als Diagnose hielt sie eine langdauernde mittelgradige depressive Episode bei einem protrahierten Ver
lauf (ICD-10 F32.1) sowie eine
posttraumati
sche Belastungsstörung (ICD-10
F43.1) fest (S. 11
lit
.
e).
In ihrer fachspezifischen Stellungnahme führte
Dr.
A._
aus, dass seit 2012 ein Gesundheitsschaden in Form einer komplexen kombinierten psychi
schen Erkrankung bestehe. Auf dem Boden eines posttraumatischen
Belas
tungssyndroms
(PTBS) habe sich trotz sofort eingeleiteter, adäquater fach
ärzt
licher Behandlung eine mittelgradige depressive Störung entwickelt. Die
Beschwerdeführerin sei zwei Mal in stationärer Behandlung gewesen, und se
it der
traumaspezifischen
Behandlung vom 1
8.
November 2014 bis 1
6.
Januar 2015 zeige sich endlich eine günstige Entwicklung. Aktuell sei klinisch fast keine depressive Symptomatik mehr feststellbar, im Alltag bestehe trotz enormer Willensanstrengung und hoher Motivation eine verminderte Belast
barkeit und erhöhte Erschöpfbarkeit inklusive Konzentrationsstörungen, welche
als eine depressive Restsymptomatik verstanden werden könn
t
e
n
. Die
erhöhte Erschöpfbarkeit entstehe nicht nur depressionsbedingt, sondern eben
so durch die posttraumatische Belastungsstörung. Am auffallendsten i
m
Krank
heitsverlauf
seien die fluktuierende depressive Symptomatik und vor allem der protrahierte Verlauf. Anders als üblich sei die mittelgradige depressive Episode unter Behandlung nicht innert nützlicher Frist remittiert, sondern per
sistiere nunmehr seit fast drei Jahren und lange ohne Remissionstendenz. Dafür verantwortlich sei in erster Linie die Kombination der Depression mit der posttraumatischen Belastungsstörung, welche einerseits durch die De
pres
sion nicht mehr abgespalten werden konnte und welche andererseits dauernd einen erhöhten Energieverbrauch bedeute, um sich intrapsychisch stabil halten zu können und dementsprechend die Vulnerabilität für die Depression erhöhe (S. 11 f.
lit
. f).
Im Verlauf sei festzustellen, dass die Beschwerdeführerin eine hohe Moti
va
tion aufweise und von der Invalidenversicherung eigentlich nichts wolle, aber
von der
Taggeldversicherung
zur Anmeldung aufgefordert worden sei. Sie sei entschlossen, aus eigener Kraft das Geschäft weiter aufzubauen, wobei sie Tendenz habe, mehr zu arbeiten, als ihr zuträglich sei
,
und sie bei über
mässiger Belastung
dekompensiere
. Das PTBS sei den anderen Gutachtern nicht bekannt gewesen (S. 14
lit
. i). Der auffällig protrahierte Verlauf sei mit dem PTBS erklärbar. Zudem stelle die Beschwerdeführerin hohe Ansprüche an sich selbst, auch dadurch sei die Verlängerung bewirkt.
Zur Arbeitsfähigkeit führte
Dr.
A._
aus, dass die Beschwerdeführerin
seit
2
2.
Januar 2013 in unterschiedlichem Ausmass zwischen
40
–
100
%
arbeitsunfähig gewesen sei:
-
100
%
vom 2
2.
Januar bis
1.
Juli 2013
-
60
%
vom
2.
Juli bis 1
0.
August 2013
-
70
%
vom 1
1.
August bis
4.
Oktober 2013
-
60
%
vom
5.
Oktober bis 3
1.
Dezember 2013
-
80
%
vom
1.
Januar bis
5.
Mai 2014
-
60
%
vom
1.
Juni bis 2
3.
Juni 2014
-
50
%
vom 2
4.
Juni bis 1
5.
Juli 2014
-
40
%
vom 1
6.
Juli bis 1
9.
Oktober 2014
-
100
%
vom 1
8.
November
2014
bis 1
6.
Januar 2015
Im Oktober 2014 habe es einen Rückfall mit einer Arbeitsunfähigkeit von 100
%
gegeben. Während dreier Jahre habe die Arbeitsfähigkeit nie mehr als 60
%
betragen. Seit Mai/Juni 2015 und bis auf weiteres betrage die Arbeits
unfähigkeit 40
%
. Die Angaben zur Arbeitsunfähigkeit seien insofern mit Vorbehalt zu betrachten, als die Beschwerdeführerin oft weniger habe leisten können, als attestiert worden sei oder mit
wieder verstärkten Symptomen mehr gearbeitet habe, als gesundheitsverträglich gewesen sei
.
Auch habe
bis Ende 2014 der Zustand stark fluktuiert und gar nicht exakt abgebildet werden könne
n
(S. 13
lit
. f). Angesichts der speziellen Krankheitsgeschichte mit der psychischen
Komorbidität mit in Folge langer Dauer der Sympto
matik benötige die Beschwerdeführerin mehr Zeit zum Aufbau der Arbeits
fähigkeit als bei
einer
einfache
n
depressive
n
Erkrankung (S. 11 unten
lit
. f).
Dr.
A._
führte weiter aus, dass in der Psychotherapie eine gute the
rapeutische Allianz bestehe, welche als wesentlicher Bestandteil zur Gene
sung beitragen dürfte. Es sei eine adäquate Medikation installiert, und weitere
therapeutische Massnahmen seien derzeit nicht angezeigt. Die Beschwerde
führerin zeige eine gute
Adherenz
und Behandlungsmotivation. Dass sie zugunsten der Arbeitsfähigkeit die Therapietermine nur einmal pro Monat wahrnehme, sei nicht absolut optimal, sei aber angesichts der gut etablierten therapeutischen Allianz akzeptabel (S. 13
lit
. f und
lit
. g).
Die Beschwerdeführerin habe ihre Reintegration bisher erfolgreich selber ge
staltet, weshalb weitere berufliche Massnahmen derzeit nicht angezeigt seien. Ihre Tätigkeit als selbständig erwerbstätige Finanzfachfrau sei ideal ange
passt und deutlich weniger belastend als eine erneute Tätigkeit im Ange
stelltenverhältnis (S. 13
lit
. h).
Die Prognose sei gut, und wahrscheinlich sei langfristig eine Arbeitsfähigkeit von 80
%
zu erreichen, sofern
die
Beschwerdeführerin dafür genügend Zeit zur Verfügung bekomme und keinem übermässigen inneren und äusseren Druck ausgesetzt werde. Für einen Schritt von 10
%
könne sie durchaus 3-6 Monate benötigen, und eine Erhöhung sei nur bei guter psychischer Stabilität möglich, ansonsten Rückfallgefahr bestehe. Idealerweise könne die leistungs
orientierte und motivierte Beschwerdeführerin das Tempo massgeblich mitbe
stimmen (S. 15).
Zu den vorhandenen Arztberichten
führte
Dr.
A._
aus
, dass die
Arzt
berichte
des Sanatoriums
B._
nachvollziehbar seien und mit ihrer Einschätzung übereinstimmten. Zu den bisher veranlassten Gutachten und
Aktengutachten sei festzuhalten, dass alle drei
Dokumente durch Gutachter i
n Unkenntnis der Traumatisierung verfasst worden seien (
Urk.
7/54 S. 14
lit
. h).
3
.10
Mit Stellungnahme vom 3
1.
August 2015 führte
Dr.
F._
, RAD, aus, dass das psychiatrische Gutachten von
Dr.
A._
überzeuge und in der bishe
rigen Tätigkeit als selbständige Finanzfachfrau von einer Arbeitsunfähigkeit von 40
%
seit Mai 2015 auszugehen sei, wobei diese Tätigkeit als angepasst gelte. Die Prognose erscheine günstig und die bisherige, als adäquat anzu
sehende psychiatrische Therapie sei weiterzuführen (
Urk.
7/60 S. 7 unten).
3
.11
Mit Arztzeugnis vom 1
1.
April 2016 hielt
die Ärztin des
Sanatorium
s
B._
fest, dass die Beschwerdeführerin seit
1.
Mai 2015 bis 1
5.
Mai 2016 im Sanatorium
B._
in Behandlung und zu 40
%
arbeitsunfähig sei.
4
.
D
as Gutachten von
Dr.
med.
A._
vom
2
5.
August 2015 (vorstehend E.
3.9)
erfüllt die bundes
gerichtlichen
Anforderungen an den Beweiswert ärzt
licher Berichte und Gutachten (vorstehend E.
1.
4
), wovon auch die
Be
schwerdegegnerin
gestützt auf die Stellungnahmen des Regionalen Ärztli
chen
Diensts (RAD) vom
3
1.
August 2015
ausgeht.
Es beruht auf den erforder
lichen allseitigen Untersuchungen,
berücksichtigt die geklagten Beschwerden
(S.
7 ff.
lit
. c)
, wurde in Kenntnis der
Vorakten
(S. 2 ff.
lit
. b) und
fremd
anamnestische
r
Auskünfte (S. 10
lit
. d)
erstattet
u
nd
nimmt differenziert zu den abweichenden ärztlichen Einschätzungen Stellung
(S. 14
lit
. i)
.
Weiter leuchtet die medizinische Beurteilung der Situation ein. So erscheint ins
be
sondere die Schlussfolgerung nach
vollziehbar
, wonach
der auffällig verzö
gerte Verlauf
der Erkrankung
durch die komplexe kombi
nierte psychische
Erkrankung mit der – den
vorherigen
Gutachtern nicht bekannte
n
– post
trau
matischen Belastungsstörung erklärbar sei
. Schlüssig
ist sodann
auch
die Einschätzung,
dass es sich bei der Tätigkeit als
selbständige
Finanzfachfrau um eine ideal angepasste Tätigkeit handle, da sich die
Beschwerdeführerin je
nach Tagesverfassung ihre Tätigkeit anpassen und auf den Tag verteilen kann
.
Entgegen
der
Auffassung
der Beschwerdegegnerin
(
Urk.
13 S. 2) erscheinen
auch die erhobenen Befunde als hinreichend, um den diagnostizierten
Schwe
r
e
grad
der Depression beziehungsweise deren Restsymptomatik - erhöhte
Erschöp
fbarkeit
, geringere Konzentrationsfähigkeit, aus welcher eine Arbeits
unfähigkeit von noch 40
% resultiert, zu erklären.
Insgesamt erscheint das Gutachten von
Dr.
A._
als schlüssig und nachvollziehbar. Gestützt darauf
ist
vom Vorliegen einer m
ittelgradigen de
pressiven Episode bei ei
nem protrahierten Verlauf und einer posttrau
ma
tischen Belastungsstörung sowie - in Übereinstimmung mit der Beurteilung
durch
de
n
RAD - einer
medizinisch begründeten Arbeitsunfähigkeit
von
min
destens
40
%
vom
2
2.
Januar 2013 bis Mai 2015
und von 40
% seit Mai 2015
auszugehen, bei einer grundsätzlich günstigen Prognose einer lang
fristigen Arbeitsfähigkeit von 80
%.
5.
5.1
Zu prüfen ist, ob ein invalidisierender Gesundheitsschaden vorliegt.
S
eit Beginn der Erkrankung im
Januar 2013 bis zur Begutachtung
im August 2015 be
gab
sich die Beschwerdeführerin
zwei Mal in
eine
stationäre Be
handlung
von je zwei Monaten
und war
da
vor
und
da
nach
durchgehend
in
psychotherapeutischer Behandlung.
Dr.
A._
erachtete die bisherige und aktuelle
medikamentöse und psychotherapeutische
Behandlung
aus
drücklich
als adäquat und hielt weitere therapeutische
M
assnahmen nicht
für
angezeigt. Diese Einschätzung bestätigte auch
Dr.
F._
, RAD
(vorstehend E.
3.10).
Trotz ideal angepasster Tätigkeit als selbständige Finanzfachfrau gel
a
ng es der äusserst leistungswilligen und motivierten Beschwerdeführerin in fast drei Jahren nie, ein Arbeitspensum von über 60
% zu erreichen
. Viel
mehr erlitt sie beim Versuch, ihr Pensum zu steigern, jeweils
Rückfälle
, darunter auch
mit voller Arbeitsunfähigkeit
im Oktober 201
5.
Auch liess sie sich tendenziell offenbar höhere Arbeitsfähigkeiten attestieren, als sie zu leisten vermochte.
Dass d
ie beschriebene
n Befunde der
depressive
n
Rest
symp
tomatik
-
insbesondere die erhöhte Erschöpfbarkeit und die einge
schränkte Konzentrationsfähigkeit
-
die
Beschwerdeführerin daran hindern
,
eine höhere Arbeitsfähigkeit zu erreichen
,
ist nachvollziehbar
.
Der von der Beschwerdegegnerin angeführte Umstand, dass die Beschwerdeführerin sich um ihren Hund kümmert, mit ihm spazieren geht und soziale Kontakte pflegt (
Urk.
13 S. 2),
ändert daran nichts
.
Ferner ist festzustellen, dass d
ie
von der Beschwerdeführerin selber angestrebte und gewünschte Arbeitsfähigkeit von 80
%
im Gutachtenszeitpunkt noch nicht erreicht
war
, sondern es sich dabei lediglich um
ein
e unter günstigen Voraussetzungen zu erreichende Prognose handelte
.
5
.
2
Im Urteil 9C_682/2016 vom 1
6.
Februar 2017
entschied das
Bundes
gericht
unter Hinweis auf BGE 127 294
E. 4c S. 298
und
auf
das
Urteil
des Bundes
gerichts
9C_391/2016 vom
4.
November 2016 E. 3, die Behandelbarkeit einer psychischen Störung sage, für sich allein betrachtet, nichts über deren invalidisierenden Charakter aus. Für die Entstehung des Anspruchs auf eine
Invalidenrente im Besonderen sei immer und einzig vorausgesetzt, dass wäh
rend
eines Jahres (ohne wesentlichen Unterbruch) eine mindestens 40%ige Arbeitsunfähigkeit bestanden ha
be
und eine anspruchsbegründende Erwerbs
un
fähigkeit weiterhin besteh
e
. Eine Leistungsverweigerung oder -kürzung mit der Begründung, die Versicherte schöpfe ihre Behandlungsressourcen nicht aus, setz
e
ein Vorgehen nach
Art.
21
Abs.
4 ATSG voraus. Da die Ver
waltung, welche seinerzeit nicht von inadäquaten
Behandlungs
bemüh
ungen
ausgegangen
sei
, kein Mahn- und
Bedenkzeitverfahren
durchgeführt ha
be
, k
önne
der Beschwerdeführerin die Leistung nunmehr nicht einzig mit der Be
gründung
verweigert werden, sie nehme keine adäquate therapeutische und medikamentöse Behandlung wa
h
r.
Die
Krankentaggeldversicherung
forderte
die Beschwerdeführerin am 1
0.
Janu
ar
2014 unter Auferlegung
der Schadenminderungspflicht auf
, die medika
mentöse Behandlung in Absprache mit dem behandelnden Arzt anzupassen
(
Urk.
7/28/2
,
Urk.
7/60 S. 4 oben
)
; dem
leistete
die Beschwerdeführerin
Folge.
D
ass
jedoch
die Beschwerdegegnerin
ihr
je mitgeteilt hätte, dass sie die durchgeführte therapeutische Be
handlung als ungenügend erachte,
ist nicht aktenkundig
.
D
as
Erfordernis
des Vorgehens nach
Art.
21
Abs.
4 ATSG
muss vorliegend umso mehr gelten, als die diesbezügliche Haltung der Beschwerdegegnerin in klarem Widerspruch zur fachärztlichen
Beurteilung
steht, und zwar sowohl der Gutachterin wie auch der Ärztin des RAD
, welche beide übereinstimmend
von genügenden Therapiemassnahmen ausgingen
.
Somit durfte die
Beschwer
de
gegnerin
den Rentenanspruch der Beschwerdeführerin
nicht wie vorliegend einzig unter Hinweis auf die ihre
r
Ansicht noch ungenügende Therapie
vernein
en (
Urk.
13 S. 1 f.).
Ihre weiteren Ausführungen, mit welchen sie
in Anlehnung an
BGE 141 V 281
eine Ressourcenprüfung vornimmt
(
Urk.
13 S.
2)
,
ändern daran nichts, a
uch wenn
nach
BGE 142 V 342 die Rechtsprechung
gemäss
BGE 141 V 281
grundsätzlich
auch auf posttraumatische Belastungsstörung
en
anwendbar
ist. Denn bei
der vorliegend
im Vordergrund stehenden, eigenständigen De
pression handelt es sich
weder um eine Schmerzerkrankung
im Sinne dieser Rechtsprechung
noch um eine
lediglich
hinzutretende Komorbidität
.
Auf den
weitere
n
Einwand, die objektiven Befunde seien mit der Schwere der Erkran
kung nicht vereinbar, wurde
bereits eingegangen
(vorstehend E.
4
).
5
.3
Unter diesen Umständen ist davon auszugehen, dass die Beschwerdeführerin alle
aus fachärztlicher Sicht
notwendigen Schritte zur Selbsteingliederung
und Schadenminderung vorgenommen hatte
(vorstehend E. 1.2)
und
ein inva
lidisierender Gesundheitsschaden bestand
.
5.4
Indessen erweist sich der bis zum Verfügungserlass
entscheidrelevante
Sach
verhalt als ungenügend abgeklärt
, zumal nicht klar ist, inwiefern die prog
nostizierte Arbeitsfähigkeit von 80
% sich tatsächlich verwirklichen konnte.
Aufgrund der gutachterlichen Einschätzung, wonach im Zeitpunkt der Begut
achtung von einer Arbeitsunfähigkeit von 40
% auszugehen war und eine Erhöhung von 10
% ohne weiteres drei bis sechs Monate dauern könne, ist überwiegend wahrscheinlich, dass diese Arbeitsunfähigkeit mindestens bis Ende November 2015 andauerte.
Was die Zeit danach angeht, so
weist das
Z
eugnis der Ärztin des Sana
to
riums
B._
vom 1
1.
April
2016 (vorstehend E.
3.11)
, welches eine Arbeits
unfähigkeit von 40
% vom
1.
Mai 2015 bis 1
5.
Mai 2016 attestiert
e
, darauf hin,
dass
die prognostizierte Steigerung der Arbeitsfähigkeit auf 80
% sich
auch
bis zum
Verfügungserlass
am 1
7.
Mai 2016
nicht verwirklicht hatte.
Selbst
wenn damit kein ausführlicher Arztbericht vorliegt, so hätte dies
die
Beschwerdegegnerin
im laufenden
Vorbescheidverfahren
dazu
veran
lassen
m
üssen,
im Rahmen ihrer Abklärungspflicht
einen
au
s
führlich
en
Arztbericht
einzuholen
. Dies gilt
umso mehr, als
d
ie
Beschwerdegegnerin
im Rahmen der Stellungnahmen ihres RAD jeweils von der Plausibilität der Arztberichte des Sanatoriums
B._
ausging
, und das Gutachten bei
Dr.
A._
in erster Linie zur Klärung von neu genannten Diagnosen veranlasst
hatt
e
(
Urk.
7/60
S.
5 unten, S. 6
). In dieser Hinsicht erweist sich der Sachverhalt als ungenügend abgeklärt.
5.5
Zusammenfassend erweist sich
der medizinische Gesundheitszustand der Be
schwerdeführerin
ab
1.
Dezember
2016
in psychi
atrischer
Hinsicht als unzu
reichend
abgeklärt, weshalb die Sache zur
weiteren
Abklärung an die
Be
schwerdegegnerin
zurückzuweisen ist. Danach wird die Beschwerdegegnerin über den Leistungsanspruch de
r
Beschwerdeführer
in ab diesem Zeitpunkt
zu verfügen haben.
6.
6.
1
Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist für die Ermittlung des
Vali
den
einkommens
entscheidend, was die versicherte Person im Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbeginns nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit als Gesunde tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, nötigenfalls der Teuerung und der realen
Ein
kommensentwicklung
angepassten Verdienst angeknüpft, da es empirischer Erfahrung entspricht, dass die bisherige Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden fortgesetzt worden wäre. Ausnahmen müssen mit überwiegender Wahr
schein
lichkeit erstellt sein (BGE 139 V 28 E. 3.3.2; BGE 135 V 58 E. 3.1; BGE 134 V 322 E. 4.1 mit Hinweis).
Für die Ermittlung des
Valideneinkommens
von selbständig erwerbstätig ge
wesenen Personen, das der Bestimmung des Invaliditätsgrades nach Art. 16 ATSG zugrunde zu legen ist, sollten in erster Linie die aus dem Auszug aus
dem
i
ndividuellen Konto (IK) ersichtlichen Löhne herangezogen werden. Weist
das bis Eintritt der Invalidität erzielte Einkommen starke und verhältnis
mässig kurzfristig in Erscheinung getretene Schwankungen auf, ist dabei auf den während einer längeren Zeitspanne erzielten Durchschnittsverdienst abzu
stellen (Urteil des Bundesgerichts 8C_626/2011 vom 29. März 2012 E. 3, E. 4.1 f.).
6.2
Für die Festsetzung des trotz Gesundheitsschädigung
zumutbarerweise
noch realisierbaren Einkommens (Invalideneinkommen) ist nach der Recht
sprech
ung primär von der beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte Person konkret steht. Übt sie
nach Eintritt der Invalidität eine Erwerbstätigkeit aus, bei der – kumulativ – besonders stabile Arbeitsver
hältnisse gegeben sind und anzunehmen ist, dass sie die ihr verbliebene Arbeitsfähigkeit in zumutbarer Weise voll ausschöpft, und erscheint zudem das Einkommen aus der Arbeitsleistung als angemessen und nicht als Sozial
lohn, gilt grundsätzlich der tatsächlich erzielte Verdienst als Invalidenlohn (BGE 139 V 592 E. 2.3; BGE 135 V 297 E. 5.2; BGE 129 V 472 E. 4.2.1; BGE 126 V 75 E. 3b/
aa
).
6.
3
Aufgrund ihrer Erhebung vom
2.
Dezember 2015 erstellte die
Abklärungs
person
am
5.
Januar
2016 ihren Abklärungsbericht für
Selbständiger
wer
bende
(
Urk.
7/59).
Zum Gesundheitszustand hielt sie fest, dass die Beschwerdeführerin ein ständiges Auf und Ab ihrer Gesundheit geschildert habe. Im Oktober 2015 sei die Situation wieder ganz schwierig gewesen,
und die Beschwerdeführerin
sei vorübergehend gar nicht mehr arbeiten gegangen. Es sei diesbezüglich kein neues Arbeitsunfähigkeitszeugnis ausgestellt worden. Hingegen habe man mit einer Anpassung der Medikation reagiert. Inzwischen sei die Situation wieder recht stabil, und sie arbeite meistens von etwa 11 bis 15 oder 16 Uhr mit Pausen. Seit Krankheitsbeginn habe sie nie mehr als 60
%
arbeiten können. Wenn sie sich leistungsfähig fühle und mehr arbeite, dann büsse sie dies immer am Folgetag mit einem erhöhten Erschöpfungszustand ein. Nach etwa vier Stunden
A
rbeiten mache sich Angst vor Überforderung breit, sie ermüde und werde unsicher und zerstreut und nehme dann Sachen mehrmals in die Hand um nachzukontrollieren. Um etwa 15 oder 16 Uhr kehre sie heim und mache danach nichts mehr, sie fühle sich dann jeweils todmüde, lege sich hin und ruhe sich aus. Um etwa 21 Uhr fühle sie sich meistens wieder besser, und um 22.30 Uhr begebe sie sich nach Einnahme der Medikamente zu Bett und schlafe dann ruhig bis etwa 8 oder 9 Uhr. Nach dem Aufstehen gehe sie mit dem Hund spazieren. Früher sei sie jeweils sehr früh aufge
standen
und gleich aktiv gewesen, jetzt brauche sie morgens sehr viel Zeit um „ihr System zu starten“ (S. 2
Ziff.
1).
Zur Qualifikation hielt die Abklärungsperson fest, dass die Beschwerde
führerin ihre Tätigkeit als Leiterin Finanzen bei der
Z._
im Pensum von 90
%
und ihre Tätigkeit als selbständig Erwerbstätige im Um
fang von 10
%
(Buchhaltungsmandate, Verwaltungsratsmandate, Steuerer
klä
rungen) im Gesundheitsfall unverändert hätte weiterführen wollen. Dem
nach sei sie als zu 90
%
(unselbständig)
Erwerbstätige und 10
%
selbständig Erwerbstätige zu qualifizieren (S. 3
Ziff.
2.3-2.4).
Zur selbständigen Berufstätigkeit vermerkte die Abklärungsperson als wesent
liche Veränderungen, dass die Beschwerdeführerin ab
1.
Januar 2015 für die Finanzverwaltungstätigkeit mit einem Pensum von 30
%
festangestellt sei
anstelle des im Rahmen der selbständigen Erwerbstätigkeit geführten Man
dats. Auf den gleichen Zeitpunkt hin sei auch die Einzelfirma in eine GmbH umgewandelt worden (S. 4
Ziff.
3.3), sodass die selbständige Erwerbstätigkeit entfalle. Die Beschwerdeführerin führte weiter aus, dass ihr die selbständige Erwerbstätigkeit insgesamt die bestmöglichste Verwertung der
Restarbeits
fähigkeit
biete, da sie einen grossen zeitlichen Raum für die Erledigung der Aufgaben habe. Sie könne sich die Arbeitszeit frei einteilen, je nach
Tages
verfassung
erledige sie einfachere oder komplexere Arbeit. Sie habe deshalb ihre selbständige Erwerbstätigkeit
laufend ausgebaut,
seit sie wieder
teil
ar
beits
fähig
sei (S. 5
Ziff.
3.3).
Gestützt auf die Buchhaltungsunterlagen, die Auszüge aus dem individuellen Konto sowie die Lohnausweise berechnete die Abklärungsperson in der Folge ein hypothetisches
Valideneinkommen
von
Fr.
182‘682.--
sowie ein
Invali
den
einkommen
von
Fr.
55‘172.-- für das Jahr 2014, von
Fr.
76‘500.--
für das Jahr 2015 sowie einen daraus resultierenden Invaliditätsgrad von 70
%
für das
Jahr 2014 und von 58
%
für das Jahr 2015 (S. 7 f.
Ziff.
4-5).
In ihrem Antrag hielt die Abklärungsperson fest, dass die Beschwerdeführerin ihr Möglichstes zu tun scheine, um längerfristig stabil ihre Erwerbsausübung fortführen und steigern zu können. Mit den aktuellen Tätigkeiten und der kontinuierlichen Mandatssteigerung verwerte sie ihre Restarbeitsfähigkeit ihres Erachtens
bestmöglichst
. Sie leiste mehr
heitlich ein Pensum von etwa 50
-60
%
, wobei es zwischendurch wieder Ausfälle wie beispielsweise im Oktober 2015 gebe, sodass sie vorübergehend gar nicht arbeitsfähig sei. Die erstellte Jahresdurchschnittsrechnung scheine daher passend (S. 8
Ziff.
5).
6.4
Der vorliegende Abklärungsbericht gibt die Angaben der Beschwerdeführerin wieder, nimmt Bezug auf ihre gesundheitlichen Einschränkungen und stimmt im Wesentlichen mit den Unterlagen der Buchhaltung (
Urk.
7/58/1-6), den Auszügen aus dem individuellen Konto (
Urk.
7/14) und den Lohnausweisen (
Urk.
7/58/7-8) überein. Auf die darin enthaltenen Angaben ist im Grundsatz
– mit Ausnahme der Ermittlung des Invalideneinkommens für d
as Jahr 2015 (nachfolgend E. 6.6
) – abzustellen.
6.5
Wie im Abklärungsbericht vom
5.
Januar 2016 (vorstehend E. 4) zutreffend festgehalten wurde, ist davon auszugehen, dass die Beschwerdeführerin im Gesundheitsfalle ihre bisherige Tätigkeit als Leiterin Finanzen bei der
Z._
mit einem Pensum von 90
% und die selbständige Tätigkeit im Umfang von 10
% beibehalten hätte. Der über den Durchschnitt der letzten drei Jahre (2010 – 2012) pro Jahr ermittelte Lohn von
Fr.
140‘563.
--
aus der Tätigkeit bei der
Z._
AG, von
Fr.
2‘500.
--
aus dem Verwaltungsratshonorar bei der
G._
AG sowie der Reingewinn von
durchschnittlich
Fr.
39‘619.
--
aus der selbständigen Erwerbstätigkeit sti
mmen mit dem IK-Auszug (
Urk.
7/14), den Buchhaltungsunterlagen (
Urk.
7/58) so
wie den Arbeitgeberunterlagen (
Urk.
7/15/10-11) im Wesentlichen überein, weshalb darauf abgestellt werden kann. Aufgrund der Schwankungen in den einzelnen Jahren erscheint es gerechtfertigt, auf den Durchschnittswert der letzten drei Jahre abzustellen. Demnach ist von einem
Valideneinkommen
von Total
Fr.
182‘682.-- auszugehen.
6.6
Da die Beschwerdeführerin eine ideal angepasste Tätigkeit ausübt und ihre verbliebene Arbeitsfähigkeit dort voll ausschöpfen kann, ist zur Berechnung des Invalideneinkommens grundsätzlich auf das dabei erzielte Einkommen abzustellen.
Für das Jahr 2014 ergibt sich ein Einkommen
von
Fr.
2‘500.--
aus dem Verwaltungsratshonorar bei der
G._
sowie
ein Reingewinn von
Fr.
52‘172.--
aus dem
aktenkundigen Buchhaltungsabschluss aus der selb
ständigen Erwerbstätigkeit für das Jahr 2014 (
Urk.
7/58/6) und damit ein Invalideneinkommen von Total
Fr.
55‘172.--. Dieses erscheint angesichts der noch stark variierenden Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin in diesem Zeit
raum (vorstehend E. 3.9) und des Rückfalls mit einer vollen Arbeits
un
fähigkeit und nachfolgender stationärer Behandlung als plausibel.
Ab 2015 war die Beschwerdeführerin bei der
G._
AG in einem Pen
sum von rund 30
% angestellt und erzielte ein Einkommen von
Fr.
50‘000.
--
(
Urk.
7/58/8). Ihre Einzelfirma hatte sie in die
H._
GmbH um
ge
wandelt und erzielte dort aufgerechnet auf 12 Monate ein Einkommen von
Fr.
24‘000.
--
bei einem Pensum von 10
% (
Urk.
7/58/7). Weiter erzielte sie auch in diesem Jahr ein Verwaltungsratshonorar von
Fr.
2‘500.
--
, sodass das
Gesamteinkommen für das Jahr 2015
Fr.
76‘500.
--
betrug. Bis Ende April 2015
erscheint dies, angesichts dessen, dass die Beschwerdeführerin erst im Januar des gleichen Jahres noch zu 100
% arbeitsunfähig gewesen war, als plau
sibel. Ab Mai 2015 bestand laut Gutachten von
Dr.
A._
in
dessen gleichbleibend eine Arbeitsunfähigkeit von 40
%. Demnach kann ab diesem Zeitpunkt nicht mehr angenommen werden, dass die Beschwer
de
führerin ihre verbliebene Arbeitsfähigkeit bei einem Pensum von insgesamt 40
% (30
%
G._
, 10
%
H._
GmbH) vollumfänglich ausschöpfte. Eine blosse Hochrechnung des Einkommens auf ein Pensum von 60
% ver
bietet sich vorliegend, da nicht ersichtlich ist, in welchem Umfang das
Ver
waltungsratsmandat
die Beschwerdeführerin zeitlich beanspruchte. Angesichts
des daraus erzielten Einkommens von 2‘500.-- und des Umstands, dass das Mandat im
Valideneinkommen
im Rahmen einer selbständigen Erwerbs
tätig
keit neben verschiedenen weiteren Mandaten in einem Pensum von 10
% aufging, dürfte die zeitliche Beanspruchung zwar vergleichsweise
gering gewesen sein, ist aber bei der Aufrechnung zu berücksichtigen.
Sodann fehlen auch Angaben zum Einkommen und zur Tätigkeit der Be
schwer
deführerin ab Januar 2016 bis zum Zeitpunkt des Erlasses der ange
fochtenen Verfügung am 1
7.
Mai 2016.
6.
7
Damit erweist sich der Sachverhalt in erwerblicher Hinsicht als ungenügend abgeklärt und ist unter Aufhebung der angefochtenen Verfügung an die Vorinstanz zur weiteren Abklärung zurückzuweisen, wobei insbesondere auch zu untersuchen sein wird, ob der Beschwerdeführerin die Möglichkeit offensteht, bei der
G._
beziehungsweise der
H._
ihre Tätigkeit auf das ihr zumutbare Pensum von 60
% zu erhöhen.
Ebenfalls zu prüfen sein wird, wie es sich mit einem
allfälligen von Februar 2014 bis April 2015 dauernden befristeten Rentenanspruch verhält.
7.
Nach ständiger Rechtsprechung gilt die Rückweisung der Sache an die Verwaltung zur weiteren Abklärung und neuen Verfügung als vollständiges Obsiegen (BGE 137 V 57 E. 2
.2).
Da es im vorliegenden Verfahren um die Bewilligung oder Verweigerung von
IV-Leistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (Art. 69
Abs. 1
bis
IVG) und auf Fr.
9
00.-- anzusetzen. Entsprechend dem Aus
gang des Verfahrens sind sie der Beschwerde
gegnerin
aufzuerlegen.