# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 8835063e-ae26-4384-b715-c4c09aabee8b
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2015
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** 

## Facts

Sachverhalt:
1.
1.1
Der 1951 geborene
X._
ist
bei der CSS Kranken-Versiche
rung AG obligatorisch krankenpflegeversichert
(
Urk.
8/8/52)
.
In den Jahren 1999 und 2005 wurde er wegen psychophysischen Erschöpfungszuständen, depressiven Symptomen und Alkoholmissbrauch zweimalig während mehreren Wochen in der Klinik
Y._
, Fachklinik für kardiale und psychosomatische Reha
bilitation, stationär behandelt
(
Urk.
8/8/49-50)
.
1.2
Mit Schreiben vom 2
6.
September 2011 ersuchte
er
durch die beha
ndelnden Ärzte
um Kostengutsprache für einen vierwöchigen
psychosomatischen Rehabi
litationsaufenthalt
in der Klinik
Y._
wegen
eines
erneuten psychophysischen Erschöpfungszustand
s
mit
begleitendem
Alkoholmissbrauch
(
Urk.
8/2). Mit Schreiben vom 2
9.
September
2011
lehnte die CSS das Gesuch unter Hinweis
dar
auf
,
dass
die Symptome des Versicherten keine Spitalbedürftigkeit begrün
deten, ab (
Urk.
8/8/39).
Nachdem der Versicherte am 2
9.
September 2011 in die Klinik eingetreten war, ersuchten die behandelnden Ärzte am 3
0.
September 2011 die CSS um Wiedererwägung ihres Entscheids und Gutsprache der Kosten für den mehrwöchigen Rehabilitationsaufenthalt (
Urk.
8/3). Gestützt auf eine Würdigung des Dossiers durch
ihren
Vertrauensarzt (
Urk.
8/8/38)
hielt die CSS
mit Schreiben vom
6.
Oktober 2011
an der Ablehnung des
Kostengutsprache
gesuchs
fest
(
Urk.
8/8/37)
.
In der Folge ersuchte der Versicherte um den Erl
ass einer anfechtbaren Verfügun
g (
Urk.
8/8/32).
Die CSS holte darauf
hin Berichte der behandelnden
Ärzte
ein
(
Urk.
8/6-7,
Urk.
8/8/3-31)
, legte diese
ihrem
Ver
trauensarzt zur
versicherungsmedizinische
n
Würdigung vor und lehnte
mit Verfügung vom 2
7.
November 2012
die Übernahme der Kosten für den statio
nären Rehabilitationsaufenthalt in der Klinik
Y._
vom 2
9.
September bis
1
8.
November 2011 mangels Spitalbedürftigkeit ab
(
Urk.
8/8/2).
Die vom Versi
cherten dagegen erhobene Einsprache wies
die CSS
mit
Einspracheentscheid
vom
5.
April 2013 ab (
Urk.
2).
2.
Dagegen erhob der Versicherte, vertreten durch Rechtsanwalt Christos
Antoniadis
, mit Eingabe vom 1
0.
Mai 2013 Beschwerde
mit dem Antrag, es sei die CSS zu verpflichten, die Kosten für den Aufenthalt in der Klinik
Y._
vom 2
9.
September bis 1
8.
November 2011 zu übernehmen.
In prozessualer Hinsicht beantragte er die Durchführung einer öffentlichen Verhandlung (
Urk.
1 S. 2).
Mit Beschwerdeantwort vom 2
0.
Juni 2013 beantragte die CSS
unter Hinweis auf eine weitere versicherungsmedizinische Stellungnahme ihres Vertrauens
arztes vom
5.
Juni 2013 (
Urk.
8/1)
die Abweisung der Beschwerde (
Urk.
7).
Während
der Beschwerdeführer
anschliessend in der Replik vom 1
2.
November 2014 an seinen Anträgen festhielt (
Urk.
13), erklärte die CSS mit Schreiben vom
2.
Dezember 2014, auf die Einreichung einer Duplik zu verzichten (
Urk.
16).
Auf die weiteren Ausführungen der Parteien und die Akten ist, soweit für die
Ent
scheidfindung
erforderlich, in den Erwägungen einzugehen.
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Die obligatorische Krankenversicherung übernimmt nach Art. 24 des Bundes
-
geset
zes
über die Krankenversicherung (KVG) die Kosten für die Leistun
gen gemäss Art. 25-31 KVG nach Massgabe der in Art. 32-34 festgelegten Voraus
setzungen.
Die
Leistungen umfassen nach Art. 25
Abs.
2 KVG unter anderem die Untersuch
ungen und Behandlungen
, die ambulant, stationä
r
oder in einem Pflegeheim
sowie die Pflegeleistung
en, die in einem Spital durchge
führt wer
-
den (
lit
. a), einen Beitrag an die ärztlich angeordneten Badekuren
(
lit
. c), die ärztlich durchgeführten oder angeordneten Massnahmen der medizi
ni
schen Rehabilitation (
lit
. d) sowie den Aufenthalt im Spital entsprechend dem Standard der allgemeinen Abteilung (
lit
. e).
1.2
In
Art.
32
Abs.
1 KVG wird als generelle Voraussetzung für die Leistungspflicht aus der obligatorischen Krankenpflegeversicherung verlangt, dass die Leistun
gen nach den Artikeln 25-31 KVG wirksam, zweckmässig und wirtschaftlich sind. Das Gebot der Wirtschaftlichkeit besagt, dass die Krankenversicherer die Leistungen auf das Mass zu beschränken haben, das für den Behandlungszweck erforderlich ist. Demnach haben sie dort, wo gleichzeitig mehrere Massnahmen als wirksam und zweckmässig zu qualifizieren sind, nur für die kostengünsti
gere dieser Massnahmen aufzukommen. Wirksam ist eine medizinische Leis
tung, wenn sie objektiv geeignet ist, auf den angestrebten diagnostischen, therapeutischen oder pflegerischen Nutzen hinzuwirken. Wirksamkeit bezeich
net die kausale Verknüpfung von Ursache (medizinische Massnahme) und Wir
kung (medizinischer Erfolg). Sie meint die einfache Tatsache der Eignung zur Zielerreichung und stellt insofern einen Teilgehalt der Zweckmässigkeit dar, welche voraussetzt, dass die Massnahme geeignet ist, das angestrebte Ziel (Untersuchung, Behandlung, Pflege) zu erreichen (RKUV 1999 Nr. KV 64 S. 67 f. E. 3a+b mit Hinweisen). Die Zweckmässigkeit kann in diesem Sinn umschrieben werden als „angemessene Eignung im Einzelfall" (BGE 123 V 53 E. 2c/
bb
; Urteil des Eidgenössischen Versicherungsgerichts K 142/03 vom 2
4.
Juni 2004 E. 1.2).
1.3
1.3
.1 Die Leistungspflicht für stationäre Behandlung setzt zunächst voraus, dass sich die versicherte Person in einem Spital, das heisst einer Anstalt oder deren
Abteilung aufhält, das der stationären Behandlung akuter Krankheiten oder der stationären Durchführung von Massnahmen der medizinischen Rehabilitation dient (
Art.
39
Abs.
1 KVG). Des Weiteren muss eine Krankheit vorliegen, welche eine Akutbehandlung oder medizinische Rehabilitation unter Spitalbedingungen erforderlich macht. Spitalbedürftigkeit ist gegeben, wenn die notwendigen diagnostischen und therapeutischen Massnahmen nur in einem Spital (das heisst unter Inanspruchnahme eines Spitalbettes) zweckmässig durchgeführt werden können,
weil sie zwingend der dortigen apparativen und personellen Voraussetzungen bedürfen, oder sofern die Möglichkeiten ambulanter Behand
lung erschöpft sind und nur noch im Rahmen eines Spitalaufenthaltes Aussicht auf einen Behandlungserfolg besteht.
Dabei kann eine Leistungspflicht für den Spitalaufenthalt auch dann bestehen, wenn der Krankheitszustand der versi
cherten Person einen solchen nicht unbedingt erforderlich macht, die medizini
sche Behandlung jedoch wegen besonderer persönlicher Lebensumstände nicht anders als im Spital durchgeführt werden kann (BGE 126 V 323 E. 2b mit Hin
weisen).
Massgebend sind die gesundheitlichen Verhältnisse im Zeitpunkt des Spitaleintritts. Der Heilungserfolg rechtfertigt keine nachträgliche Bejahung nicht gegebener Spitalbedürftigkeit (
Eugster
,
Rechtsprechung des Bundesge
richts zum Sozialversicherungsrecht, Bundesgesetz über die Krankenversiche
rung [KVG], Zürich 2010,
Art.
25
Rz
55 f. und
59 mit Hinweisen).
1.3
.2
Akutspitalbedürftig sind in der Regel plötzlich auftretende, meist kurzfristig und heftig verlaufende Gesundheitsstörungen, welche eine kurzfristige, intensive ärztliche oder p
flegerische Betreuung erfordern
(Urteil des Bundesgerichts 9C_107/2011 vom 2
8.
Februar 2011 E. 2.2 mit Hinweisen).
1.3
.3
Medizinische
Rehabilitation im
Sinne von
Art.
25
Abs.
2
lit
. d
KVG
zeichnet sich dadurch aus
, dass die Behandlung der Krankheit an sich abgeschlossen ist und
dass
Therapieformen zur Nachbehandlung von Krankheiten zur Anwen
dung gelangen.
Sie
bezweckt, die durch Krankheit oder
deren
Behandlung bewirkte
n
Funktionseinbussen
mit Hilfe medizinischer Massnahmen zu behe
ben,
und kann eine berufliche, funktionale oder soziale Eingliederung zum Ziel haben. Stationäre Rehabilitation erfordert Spitalbedürftigkeit
(
BGE 126 V 323
E. 2c; Urteile des Bundesgerichts
9C_824/2007 vom
3.
April 2008, E. 3.3.1, sowie
9C_193/2007 vom 1
1.
Januar 2008, E. 3
). Kein Anspruch auf stationäre Rehabi
litation besteht, wenn diese ambulant oder in einem Kurmilieu durchführbar ist (
Eugster
, a.a.O.,
Art.
25
Rz
47 mit Hinweis
).
2.
2.1
Die CSS begründete die Ablehnung des Kostengutsprachegesuchs für die statio
näre Rehabilitation in der Klinik
Y._
vom 2
9.
September bis 1
8.
November 2011 mit der fehlenden Spitalbedürftigkeit des Beschwerdeführers.
Es hätten weder apparative noch personelle Anforderungen
an die Therapie
bestanden, welche eine
Therapie unter
Spitalbedingungen erheischten.
Es
fehlten Hinweise in den medizinischen Berichten, dass zur Therapie der Alkoholproblematik und der
- gemäss Austrittsbericht der Klinik
Y._
vom 2
9.
Dezember 2011 -
mittel
schweren depressiven
Episode
eine Überwachung des Gesundheitszustandes unter stationären Bedingungen erforderlich gewesen wäre.
So könnten etwa Blut- und Urinproben, eine Gesprächstherapie und die Verordnung von Medi
kamenten auch ambulant erfolgen.
Ferner habe der Beschwerdeführer als Erwerbstätiger bereits vor dem Klinikeintritt eine Tagesstruktur gehabt.
Hin
sichtlich des Alkoholkonsums sei er sowohl bei Klinikeintritt als auch während der
Hospitalisation
stabil gewesen, der von ihm befürchtete Rückfall sei mithin nicht eingetreten.
Dass eine der weiteren aktenkundigen körperlichen Erkran
kungen zur Notwendigkeit einer stationären psychosomatischen Rehabilitation
ge
führ
t hab
e, könne
mangels entsprechender Hinweise
ausgeschlossen werden.
Von Bedeutung sei sodann, dass der Beschwerdeführer bei Klinikeintritt keine Psychotherapie absolviert habe, und im ersten Kostengutsprachegesuch als Begründung lediglich eine „intensive Behandlungsbedürftigkeit“, nicht jedoch die „Unmöglichkeit einer ambulanten Behandlung“ angeführt worden sei.
Der Vertrauensarzt
Dr.
med.
Z._
, Facharzt für Allgemeinmedizin, sei in seiner Beurteilung vom
5.
Juni 2013 denn auch zum Schluss gelangt, dass eine ambulante Behandlung möglich gewesen wäre.
Es seien keine Gründe ersicht
lich, weshalb die Rückfallprävention nicht auch mit ambulanten Massnahmen hätte erfolgen können.
Deshalb müsse davon ausgegangen werden, dass die Möglichkeiten ambulanter Behandlungsalternativen damals nicht ausgeschöpft gewesen seien
. Mangels einer Spitalbedürftigkeit müsse die Wirtschaftlichkeit der durchgeführten stationären Behandlung verneint werden.
Unerheblich sei deshalb der Behandlungserfolg, der die
-
unbestrittene
-
Wirksamkeit der
durchgeführten stationären
Behandlung betreffe.
Von weiteren medizinischen Abklärungen seien keine relevanten Erkenntnisse zu erwarten
; eine Verletzung der Untersuchungsmaxime liege nicht vor
(
Urk.
2
,
Urk.
7,
Urk.
16
).
2.2
Der Beschwerdeführer stellt sich demgegenüber auf den Standpunkt
, seine gesund
heitliche Situation vor Eintritt in die Klinik
Y._
habe die Überwachung d
es Gesundheitszustands und die medizinische Rehabilitation unter
Spitalbedin
gungen
notwendig gemacht.
Wegen
einer gerichtlichen Auseinandersetzung mit seiner Ex-Ehefrau
über
seine Unterhaltspflichten habe er
damit begonnen,
exzessiv Alkohol
zu konsumieren
,
den Alkoholmissbrauch aber aus eigener Kraft nach einiger Zeit wieder einstellen
können
.
Nach rund zwei Wochen
seien psychische
Symptome
aufgetreten und er habe deshalb
einen nahenden Rückfall befürchtet. Aufgrund seiner Ausbildung und Berufserfahrung
sei er zum Schluss gelangt, dass nur
eine Therapie unter Spitalbedingungen
geeignet sei, einen Rückfall zu verhindern
.
Wichtig seien für ihn vor allem die Tagesstruktur und die Überwachung gewesen.
S
owohl sein
Psychiater
Dr.
med.
A._
als auch die Ärzte der
Klinik
Y._
hätten seine Einschätzung geteilt und die Ein
weisung
wegen der Schwere der Symptomatik, der
Komorbidität
, der Intensität der Behandlung, der drohenden Erwerbsunfähigkeit sowie der Notwendigkeit einer Tagesstruktur
als medizinisch indiziert erachtet.
Für die Spitalbedürftigkeit spreche auch, dass d
ie Behandlung positiv verlaufen
sei -
wobei auch sein Leberschaden deutlich zurückgegangen sei
– und dass ein Verzicht auf sämtli
che Suchtmittel nur im Spitalmilieu möglich gewesen sei.
Für seinen
Leidens
druck
und die Rückfallgefahr spreche auch, dass er den Klinikaufenthalt trotz fehlender Kostengutsprache sofort begonnen habe.
Zu beachten seien unter dem Aspekt der Wirtschaftlichkeit auch die Folgekosten, welche entstanden wären, wenn er nicht in die Klinik
Y._
eingetreten wäre und die ambulante Behand
lung gescheitert wäre.
Die CSS habe sodann ihre Pflicht, den Sachverhalt von Amtes wegen abzuklären, verletzt, indem sie sich nicht wie von ihm beantragt beim
Hausarzt
Dr.
med.
B._
nach der Notwendigkeit einer Behandlung des
Alkoholabusus
unter Spitalbedingungen erkundigt habe (
Urk.
1,
Urk.
13).
3.
3.1
Bei der Klinik
Y._
handelt es sich um eine spezialisierte Rehabilitationsklinik für kardiale und psychosomatische Rehabilitation (
Urk.
8/3
).
Der Beschwerdeführer wurde vom behandelnden Psychiater
Dr.
A._
gemäss Kostengutsprachegesuch vom 1
9.
September 2011 wegen eines psychophysischen Erschöpfungszustands mit begleitendem Alko
holmissbrauch zur stationären psychosomatischen Rehabilitation eingewiesen
(
Urk.
8/2
).
Der Beschwerdeführer selbst gibt an, er habe um eine stationäre Rehabilitation ersucht, da er psychische Symptome verspürt und deshalb einen Rückfall in den Alkoholmissbrauch befürchtet habe. Bei Klinikeintritt erhoben die Ärzte der Klinik
Y._
Symptome einer klassischen
mittelgradig depressive
n
Episode
ohne S
uizidalität
(
Urk.
8/4 S. 2 f.)
. E
s finden sich in den Akten
aber
keine Hinweise, dass
bei Klinikeintritt
eine medizinische Notfallsituation
oder jedenfalls eine
plötzlich auftretende, kurzfristig und heftig verlaufende
Gesund
heitsstörung
im Sinne einer akuten Erkrankung, welche eine stationäre Therapie erfordert (vgl. E. 1.3.2),
gegeben war.
Dies
und der Umstand, dass der Beschwerdeführer von seinen behandelnden Ärzten in die Klinik
Y._
, und nicht in ein Akutspital eingewiesen wurde (
Urk.
8/3), belegt, dass bei Klinikeintritt keine Spitalbedürftigkeit in einem Akutspital gegeben war (vgl. das Urteil des Bundesgerichts 9C_193/2007 vom 1
1.
Januar 2008 E. 4).
3.2
Nach eigenen Angaben begann der Beschwerdeführer aufgrund einer Auseinan
dersetzung mit seiner Ex-Ehefrau
etwa zwei Monate vor Klinikeintritt
, exzessiv Alkohol zu konsumieren
, konnte
den Alkoholmissbrauch aber aus eigener Kraft nach
einiger Zeit wieder einstellen
.
R
und zwei Wochen
später traten wieder
psychische Symptome auf
;
er
fürchtete
deshalb
einen nahenden Rückfall und veranlasste die Klinikeinweisung
(
Urk.
1 S. 4 f.,
Urk.
8/4 S.
2,
Urk.
13 S. 3)
.
Aus den
Angaben des behandelnden Psychiaters
Dr.
A._
im Kostengut
sprachegesuch vom 1
9.
September 2011 (
Urk.
8/2 S. 4)
sowie
denjenigen
des Hausarztes
Dr.
B._
(
Urk.
8/8/8-12
,
Urk.
8/8/17) geht hervor, dass
der Beschwerdeführer in den Monaten vor dem Klinikeintritt weder wegen depressi
ver Symptome noch wegen Alkoholmissbrauchs ärztlich behandelt
wurde
, ins
besondere erfolgte keine Psychotherapie (
Urk.
8/4 S. 2)
. Er besuchte
Dr.
A._
am 1
9.
September 2011
, um die Klinikeinweisung zu erreichen
,
und sah seinen behandelnden Psychiater vor Klinikeintritt am 2
9.
September 2011 noch zwei Mal (
Urk.
8/1 S. 3),
wobei ihn dieser Arzt zu 100
%
krank schrieb
(
Urk.
8/2 S. 4
,
Urk.
8/4 S. 2
).
Aus dem Austrittsbericht der Klinik
Y._
vom 2
9.
Dezember 2011 geht hervor, dass
der Beschwerdeführer
bei
Klinikein
tritt
Medikamente gegen die Depression sowie den Alkoholmissbrauch einnahm (
Urk.
8/4 S. 2 und 4).
Es
steht somit nicht fest, dass
im relevanten Zeitraum
eine eigentliche Krankheits
behandlung
stattgefunden hatte
, die
bei Klinikeintritt abgeschlossen war. Wird diese Frage verneint, bestand bei Klinikeintritt kein Anlass für eine psychosomatische Rehabilitation
,
da eine solche
definitionsgemäss an eine eigentliche Krankheitsbehandlung anschliesst
(vgl. das Urteil des Bundesgerichts 9C_824/2007 vom
3.
April 2008, E 3.3.1
, sowie vorstehend E. 1.3.3
)
.
3.3
3.3.1
Selbst wenn die im Streit stehende Behandlung als medizinische Rehabilitation qualifiziert
würde
,
war
bei Klinikeintritt
jedenfalls keine Spitalbedürftigkeit gegeben
.
Der Vertrauensarzt der CSS,
Dr.
Z._
, schloss in seiner Stellungnahme vom
5.
Juni 2013 aus den ihm von den behandelnden Ärzten eingereichten Berich
ten, dass aufgrund des dort dokumentierten Fehlschlägertremors nach erhöhtem Alkoholkonsum zwar Hinweise auf einen leichten Alkoholentzug bestünden, welcher aber keine Spitalbedürftigkeit begründen könne. Anhaltspunkte für eine andere somatische Problematik,
die
für die Notwendigkeit einer stationären Rehabilitation spreche,
fehlten
in den ärztlichen Unterlagen
. Der behandelnde Psychiater
Dr.
A._
habe nicht begründet, weshalb eine stationäre Reha
bilitation indiziert gewesen sei. Die im Austrittsbericht der Klinik
Y._
doku
mentierten
depressiven Symptome, welche nur knapp die
Kriterien für eine mittelschwer
e depressive Episode erfüllten, und der Umstand, dass die Depres
sion vor Klinikeintritt nicht therapiert worden sei, sprächen eindeutig gegen einen Schweregrad der Erkrankung, welcher eine stationäre Massnahme erfor
dere.
Die Behandlung solcher Symptome erfolge normalerweise mittels ambu
lanter Psychotherapie, wobei diese Behandlungsmöglichkeit bisher nicht ausrei
chend ausgeschöpft worden sei; vor dem Klinikeintritt hätten nämlich erst drei Sitzungen bei
Dr.
A._
stattgefunden, und nach dem Aufenthalt sei die psychiatrische Behandlung nicht wieder aufgenommen worden. Deshalb sei die Notwendigkeit einer stationären psychosomatischen Behandlung nicht ausge
wiesen (
Urk.
8/1).
3.3.2
Was der Beschwerdeführer dagegen einwendet, überzeugt nicht.
Dr.
A._
wies im Kostengutsprachegesuch zwar auf eine intensive
Behand
lungsbedürftigkeit
hin, begründete aber nicht, weshalb die Behandlung nicht auch ambulant
hätte
erfolgen
können
, sondern kreuzte das Kästchen „Unmöglichkeit einer ambulanten Behandlung“ auf dem
Kostengutsprachege
such
eben gerade nicht an (
Urk.
8/2 S. 3).
Die äusserst knappe Begründung der Ärzte der Klinik
Y._
in ihrem erneuten Kostengutsprachegesuch vom 3
0.
September 2011, wonach insbesondere die Intensität der notwendigen multimodalen Behandlung, die Schwere der Symp
tomatik, eine relevante somatische
Komorbidität
und die ausgeschöpfte soma
tische Behandlung die stationäre Rehabilitation erfordert hätten, überzeugt
Angesichts der
Ausführungen von
Dr.
Z._
nicht
. Dabei ist auch der Erfah
rungstatsache Rechnung zu tragen, dass behandelnde Ärzte im Zweifelsfall eher
zu Gunsten ihrer Patient
en aussagen
(Urteil des Bundesgerichts 8C_303/2013 vom 1
2.
Dezember 2013
E. 4.2
mit Hinweis)
.
Sodann ist die Vermutung des Beschwerdeführers, dass er ohne Überwachung im stationären Rahmen einen Rückfall in den Alkoholmissbrauch erlitten hätte, spekulativ und durch nichts bewiesen, war er diesbezüglich doch sowohl vor als auch während und nach dem Rehabilitationsaufenthalt stabil.
Zu bedenken ist auch, dass der Beschwerdeführer seinen rund zwei Monate vor dem Klinik
-
aufenthalt wegen des Konflikts mit der Ex-Frau aufgetretenen Alkohol
-
missbrauch weitgehend aus eigener Kraft wieder einstellen konnte
(
Urk.
1 S. 4 f. und 9)
. Weshalb
die Gefahr eines
Rückfall
s
unter diesen Umständen
nicht zunächst intensiv ambulant, sondern gleich stationär
therapiert werden
musste
, um eine zweckmässige Behandlung zu ermöglichen, ist nicht nachvollziehbar.
Eine sinnvolle Tagesstrukturierung kann sodann auch in einem ambulanten Behandlungssetting erarbeitet und gewährleistet werden, zumal der Beschwer
deführer bei Klinikeintritt grundsätzlich erwerbstätig war und in einer stabilen Beziehung lebte (
Urk.
8/2 S. 4).
Der blosse Umstand, dass eine stationäre Therapie rückwirkend erfolgreich war, kann sodann nach der Rechtsprechung keine Spitalbedürftigkeit begründen (vorstehend E. 1.3.1)
Nicht
nachvollziehbar
ist sodann
der Vorwurf des Beschwerdeführers
,
die CSS
habe im Zusammenhang mit ihrer Anfrage beim Hausarzt
Dr.
B._
die Untersuchungsmaxime
beziehungsweise ihre Abklärungspflicht verletzt. Die CSS erkundigte sich am 2
7.
Juli 2012 schriftlich beim Hausarzt nach dem gesundheitlichen Zustand des Beschwerdeführers vor Klinikeintritt ab Juli 2011 (
Urk.
8/8/17), und
Dr.
B._
beantwortete dieses Schreiben am 1
3.
September 2012 und reichte die ihm bekannten, den relevanten Zeitraum betreffenden ärztlichen Befundberichte ein (
Urk.
8/6-8). Deshalb und aufgrund der für die Beurteilung des streitigen Anspruchs hinreichenden Aktenlage war die CSS nicht verpflichtet, bei
Dr.
B._
weitere Erkundigungen anzustellen.
3.3.3
Aufgrund des Gesagten ist die für die Übernahme der streitigen stationären Reha
bilitation in der Klinik
Y._
erforderliche Spitalbedürftigkeit
des Beschwer
deführers bei Klinikeintritt
nicht ausgewiesen.
4.
Zunächst begründete
der Beschwerdeführer
seinen Antrag auf Durchführung einer öffentlichen Verhandlung
(
Urk.
1 S. 2)
i
n
der
Beschwerdeschrift
vom 1
0.
Mai 2013
nicht
(vgl. zur Begründungspflicht das Urteil des Bundesgerichts
9C_159/2014 vom
7.
April 2014,
E. 2.1
).
In der Replik führte er
dann
präzi
sierend aus
,
er
halte
an seinem
Antrag auf
Durchführung einer
öffentliche
n
Verhandlung mit Parteibefragung fest
(
Urk.
13 S. 3)
.
Es
ist
also
davon aus
zuge
hen
, dass es
ihm
mit dem Antrag um
die Erhebung von
Beweisen
ging
.
Diesbe
züglich
ist von Belang, dass von der Erhebung weiterer Beweismittel aufgrund der vorstehenden Erwägungen keine relevanten Erkenntnisse zu erwarten sind (antizipierte Beweiswürdigung).
Auf
die Durchführung
eine
r
Verhandlung
mit Beweiserhebung
ist bei dieser Sachlage zu verzichten
.