# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 148a0316-d71c-478e-b153-bb96c5a4ce50
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2016
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
X._, geboren 1953
,
war seit dem
1. August 2007 als Sekre
tärin Administration beim Y._ ange
stellt, als der Arbeitgeber am 26. November 2014 unter Einhaltung der Kündi
gungsfrist per 1. April 2015 eine Änderungskündigung hinsichtlich des Pen
sums
von 95 % auf 60 % aussprach (Urk. 6/17 Ziff. 2
-3,
Ziff. 5-6,
Ziff. 10-11
und Ziff. 13
). In der Folge m
eldete sich die Versicherte am 3
.
Dezember 2014
beim
Regionalen Arbeitsvermittlungszentrum (RAV)
Z._
zum Leis
tungs
bezug ab 1. April 2015
an und stellte sich
ab diesem Datum
der Ar
beits
ver
mittlung zur Verfügu
ng (Urk. 6/15 Ziff. 2, Urk. 6/16).
Gestütz
t auf die Meldung des RAV Z._ vom 3
.
Juni
2015 (Urk. 6
/6
) stellte das Amt für Wirtschaft und Arbeit (AWA) die
Versicherte mit Verfügung vom 9
.
Juni 2015 (Urk. 6/7
) wegen ungenügender persönlicher Arbeitsbemühungen ab 1.
April 2015 für die Dauer von 9
Tagen in
der An
spruchsberechtigung ein.
Dagegen erhob die Ver
sicherte am 18
.
Juni 2015 Ein
sprache (Urk. 6/8
), welche das AW
A mit Einspracheentscheid vom 7
.
September 2015 abwies (Urk. 6/9
= Urk. 2).
2.
Die Versicherte erhob am 25
.
September
2015 gege
n den Einspracheentscheid vom 7
.
September
2015 (Urk. 2) Beschwerde und beantragte sinngemäss, von einer Einstellung in der Anspruchsber
echtigung sei abzusehen (Urk. 1
).
Mit Beschwerdeantwort vom 14
.
Oktober
2015 (Urk. 5) beantragte das AWA die Abweisung der Beschwerde,
was der Beschwerdeführerin am 19. Oktober
2015 zur Kenntnis gebracht wurde (Urk. 7).
Der Einzelrichter

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Da der Streitwert Fr. 20’000.-- nicht übersteigt, fällt die Beurteilung der
Be
schwerde
in die einzelrichterliche Zuständigkeit (§ 11 Abs. 1 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht).
1.2
Nach Art.
17
Abs.
1
des
Bundesgesetz
es
über die obligatorische Arbeitslosen
ver
si
cherung und die Insolvenzentschädigung (AVIG)
muss die versicherte Person, die Versicherungsleistungen beanspruchen will, mit Unter
stützung des zuständi
gen Arbeitsamtes alles Zumutbare unternehmen, um Ar
beitslosigkeit zu vermei
den oder zu verkürzen. Insbesondere ist sie verpflichtet, Arbeit zu suchen, nötigenfalls auch ausserhalb ihres bisherigen Berufes. Sie muss ihre Bemüh
ungen nachweisen können. Gemäss
Art.
30
Abs.
1 lit.
c AVIG ist die versicherte
Person in der Anspruchsberechtigung einzustellen, wenn sie sich persönlich nicht
genügend um zumutbare Arbeit bemüht. Dieser Einstel
lungsgrund ist schon
dann gegeben, wenn die versicherte Person vor Eintritt der Arbeitslosig
keit ihren
Obliegenheiten nicht nachgekommen ist. Sie hat sich da
her bereits während der Kündigungsfrist oder bei einem im vornherein befriste
ten Arbeitsverhältnis vor dessen Beendigung von sich aus, das heisst ohne be
sondere Aufforderung durch eine Amtsstelle oder Abgabe eines Merkblattes um einen neuen Arbeitsplatz zu bewerben (BGE 139 V 524 E. 4.2; Urteile des Bun
desgerichts 8C_21/2015 vom
3.
März
2015, E.
3.5, und 8C_917/2013 vom
4.
März
2014, E.
2.1, je mit Hin
weisen, sowie Urteil des Bundesgerichts 8C_271/2011 vom 14. Juni 2011 E. 2.2).
Die Pflicht zur Stellensuche dauert auch bei einer
vorübergehenden Ort- oder
Landesabwesenheit fort (Urteil des Bundesgerichts 8C_21/2015 vom 3. März 2015
E. 3.4 mit Hinweis).
1.3
Bei der Beurteilung de
r Frage, ob sich eine versicher
te Person genügend um zu
mutbare Arbeit bemüht hat, ist nicht nur die Quantität, sonder
n auch die Qua
lität ihrer Bewerbungen von Bedeutung (BGE 139 V 524 E. 2.1.4, und 124 V 225
E. 4a
je
mit Hinweis
en
).
Dabei kommt es nicht auf den Erfolg der Arbeitsbemühungen an, sondern viel
mehr auf
die Tatsache und Intensität der
selben (
BGE 124 V 225 E. 6; Urteil des Bundesgerichts C 16/07 vom 22. Februar 2007 E. 3.1
). Die Ar
beitsbemühungen müssen zudem um
so intensiver sein, je weniger Aussicht eine versicherte
Person hat, eine Stelle zu finden (vgl. Barbara Kupfer Bucher, Bundesgesetz üb
er die
obligatorische Arbeitslosenversicherung und die Insolvenzentschädi
gung, 4. Auf
lage
, Zürich
/Basel/Genf
2013, S. 104).
Betreffend Quantität der persönlichen Arbeitsbemühungen können zwar keine eindeutigen Zahlenwerte angegeben werden, in der Regel müssen aber mindes
tens zehn bis zwölf geeignete Arbeitsbemühungen je Kontrollperiode nachge
wiesen werden (
BGE 139 V 524 E. 2.1.4; Urteil des Bundesgerichts 8C_917/2013 vom
4.
März 2014 E. 2.2
).
Eine in qualitativer Hinsicht genügende Suchbemühung setzt voraus, dass mit dem möglichen Arbeitgeber tatsächlich ein Kontakt zustande kommt. Ist eine telefonische Kontaktnahme nicht möglich, hat zwingend eine schriftliche Be
werbung zu erfolgen oder die versicherte Person hat selber im Betrieb vorzu
sprechen (Urteil des Bundesgerichts C 275/05 vom
6.
November 2006 E.
3.2). Qualitativ nicht genügend ist die blosse Anmeldung bei einem Stellenvermitt
lungsbüro (
vgl.
Barbara Kupfer Bucher
, a.a.O., S. 174 mit Hinweis). Qualifizierte Berufsleuten dürfen zudem ihre Suchbemühungen nur zu Beginn der Arbeits
losigkeit auf den bisherigen Berufszweig beschränken (BGE 139 V 524 E. 2.1.3).
1.4
Die Dauer der Einstellung bemisst sich nach dem Grad des Verschuldens (Art. 30
Abs.
3 AVIG) und beträgt 1 bis 15 Tage bei leichtem, 16 bis 30
Tage bei mittel
schwerem und 31
bis 60 Tag
e bei schwerem Verschulden (Art. 45 Abs.
3
der
Ver
ordnung über die obligatorische Arbeitslosenversicherung und die Insol
venz
entschädigung; AVIV
).
2.
2.1
Der Beschwerdegegner begründete seinen Einspracheentscheid (Urk. 2) damit,
die Beschwerdeführerin habe seit Erhalt der Änderungskündigung am 26. Novem
ber
2014 bis zum 31. März 2015 lediglich 12 persönliche Arbeits
bemühungen nachgewiesen, was in quantitativer Hinsicht klar ungenügend sei. Anlässlich des Beratungsgespräches vom 13. Januar 2015 sei ausdrücklich ver
einbart worden sei, dass sie während der Kündigungszeit monatlich mindestens 8 bis 10 Bemühungen nachzuweisen habe. Zudem sei eine Arbeitstätigkeit während der Kündigungsfrist üblich und stelle im Vergleich zu anderen ver
sicherten Personen keinen besonderen Grund dar, die Beschwerdeführerin von ei
ner intensiven Stellensuche zu befreien. Mit dem Argument, dass sie auf eigene Kosten ein Inserat aufgeschaltet habe, könne sie nichts zu ihren Gunsten ablei
ten, ebenso wenig aus dem Vorbringen des fehlenden Computer- respektive In
ternetzuganges (S. 2 f. Ziff. 4).
2.2
Dagegen machte die Beschwerdeführerin in ihrer Beschwerde (Urk. 1) geltend, die auferlegte Strafe erscheine ihr ungerechtfertigt. Anlässlich ihrer Anmeldung beim RAV im Dezember 2014 habe sie darauf hingewiesen, dass sie ihre Rechte und Pflichten nur unvollständig kenne. Sie sei im Januar 2015 dazu angehalten worden, vier Arbeitsbemühungen pro Monat nachzuweisen und im April 2015 sechs. Sie verstehe, dass sie im Februar 2015 das Soll nicht erreicht habe. Sie habe aber im Januar 2015 vier und im März 2015 sechs Bemühungen nachge
wiesen und ausserdem zusätzlich auf ihre Kosten ein Inserat aufgegeben.
2.3
Strittig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdeführerin zu Recht in der An
spruchs
berechtigung eingestellt wurde.
3.
3.1
Wie dargelegt (vorstehend E. 1.2)
,
muss sich die versicherte Person schon während der Zeit vor der Anmeldung bei der Arbeitslosenversicherung um Arbeit bemühen. Diese Pflicht ist unter anderem insbesondere während der Kündi
gungsfrist und bei einem befristeten Arbeitsverhältnis mindestens in den drei letzten Monaten zu erfüllen (vgl. Kreisschreiben des Staatssekretariats für Wirtschaft über die Arbeitslosenentschädigung, AVIG-Praxis ALE, gültig ab 1. Januar 2015, Randziffer B314).
Der Arbeitgeber sprach die Änderungskündigung am
2
6.
November 2014 auf dem 3
1.
März 2015
unter Einhaltung einer viermonatigen Kündigungsfrist aus und reduzierte damit per 1. April 2015 das bisherige Pensum von 95 % auf 60 % (vgl. Urk. 6/17 Ziff. 5-6, Ziff. 10-11 und Ziff. 13).
Unbestritten ist, dass die Beschwerdeführerin in der Zeit bis Ende
März 2015, lediglich insgesamt 12
Arbeitsbemühungen (vgl. Urk. 6/5
) und damit in Anbe
tracht der gemäss der konstanten Rechtsprechung des Bundesgerichts durch
schnittlich geforderten 10 bis 12 Arbeitsbemühungen pro Monat (vgl. vorste
hen
d
E. 1.3) in quantitativer Hinsicht ungenügende Arbeitsbemühungen nach
gewie
sen
hat.
3.2
Zu prüfen ist, ob ein entschuldbarer Grund hierfür vorliegt. Die
Ausführungen der Beschwerdeführerin, dass sie vom RAV-Berater im Januar 2015 zum Nach
weis von lediglich vier Arbeitsbemühungen angehalten worden sei (vorstehend E. 2.2), stehen im Widerspruch zu den Angaben im prozessorientierten Bera
tungsprotokoll (Urk. 6/14), wo festgehalten wurde, dass sie am 13. Januar 2015 darauf hingewiesen worden sei, dass sie pro Monat jeweils 8 bis 10 Arbeitsbe
mühungen nachzuweisen habe.
Erst anlässlich des Beratungsgespräches vom 17. April 2015 wurde der Be
schwerdeführerin zugestanden, lediglich sechs persönliche Arbeitsbemühungen nachweisen zu müssen, wovon mindestens vier schriftlich sein müssten. Dies ist aber für den hier zu prüfenden Zeitraum während der Kündigungsfrist bis 31. März 2015 nicht mehr von Relevanz.
Soweit die Beschwerdeführerin geltend macht, sie habe ihre Rechte und Pflich
ten nur unvollständig gekannt, ist auszuführten, dass sich d
ie Pflicht der Ver
siche
rungsleistungen beanspruchenden Person zur Arbeitssuche – als Teil der Scha
denminderungspflicht – direkt aus dem Gesetz
ergibt
(Art. 17 Abs. 1 AVIG). Die versicherte Person kann sich daher insbesondere nicht
darauf berufen
, nicht gewusst zu haben, dass sie schon vor Aufnahme der Stempelkontrolle zur ernst
haften Arbeitssuche verpflichtet war und nicht darauf aufmerksam ge
macht
worden sei (Urteile C 236/04 vom 28. Dezember 2004 und C 200/03 vom 15. Dezem
ber 2003 je mit Hinweis; vgl. auch ARV 1980 Nr. 44 S. 109). Sie hat sich dementsprechend während einer allfälligen Kündigungsfrist, aber auch ge
nerell während der Zeit vor Anmeldung (ARV 1982 Nr. 4 S. 40) unaufgefordert um Stellen zu bemühen (Urteil des Bundesgerichts C 138/05 vom 3. Juli 2006 E. 2.1).
Auch wenn die Beschwerdeführerin nicht gewusst haben soll, dass sie sich ernsthaft auch während der laufenden Kündigungsfrist um eine Stelle zu bemühen habe, wusste sie dies spätestens seit dem Beratungsgespräch vom 13. Januar 2015. In der Folge wies sie aber auch im Monat Februar 2015 ledig
lich zwei Arbeitsbemühungen nach (vgl. Urk. 6.5), was als klar ungenügend qualifiziert werden muss. Daran ändert auch der Hinweis auf eine Erwerbstätig
keit während der Kündigungsfrist oder das Fehlen eines Computers oder eines Internetanschlusses nichts (vgl. Urk. 6/8). Wie der Beschwerdegegner zu Recht ausführte, ersetzt auch ein aufgegebenes Inserat die ernsthafte Stellensuche nicht.
3.3
Im Ergebnis ist daher der Tatbestand der ungenügenden persönlichen Arbeitsbe
mühungen gemäss Art. 30 Abs. 1 lit. c AVIG erfüllt, womit die Beschwerdefüh
rerin zu Recht in der Anspruchsberechtigung eingestellt wurde.
4.
Die verfügte Einstellung in der Anspruchsberechtigung von
9
Tagen entspricht einer Sanktion im
mittleren
Bereich des leichten Verschuldens
[9-12 Tage bei ungenügenden Arbeitsbemühungen bei einer dreimonatigen Kündigungsfrist]
und erscheint den persönlichen Verhältnissen der Beschwerdeführerin und Gegebenheiten des Falles als angemessen.
5.
Zusammenfassend erweist sich der angefochtene Entscheid als rechtens, wes
halb die dagegen erhobene Beschwerde abzuweisen ist.