# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 2cd095d3-9dbe-438e-b9b1-dbaeecbc30ae
**Court:** GR_VG
**Chamber:** GR_VG_003
**Year:** 2019
**Language:** de
**Jurisdiction:** GR / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Feststellung des Sachverhaltes durch die IV-Stelle (nachfolgend
Beschwerdegegnerin) geltend gemacht. So habe die Beschwerdegegnerin
einen Bericht der behandelnden Psychiaterin Dr. med. I._ vom
31. Oktober 2017 nicht berücksichtigt und keine Haushaltsabklärung
durchgeführt. Die von der Beschwerdegegnerin in Auftrag gegebenen
Abklärungen entsprächen nicht den Anforderungen an ein strukturiertes
Beweisverfahren gemäss BGE 141 V 281 und seien nicht konsistent.
Ferner missachte die Beschwerdegegnerin die Schlussfolgerungen,
welche aus dem Urteil Di Trizio des Europäischen Gerichtshofes für
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Menschenrechte bezüglich der Ausgestaltung der gemischten Methode zu
ziehen seien und lasse Wechselwirkungen zwischen dem Erwerbs- und
Haushaltsbereich ausser Acht.
6. In der Vernehmlassung vom 20. Dezember 2017 beantragte die
Beschwerdegegnerin die kostenfällige Abweisung der Beschwerde. Die
Beschwerdegegnerin wies darauf hin, dass sie die Invaliditätsbemessung
korrekterweise nach der bis zum 31. Dezember 2017 gültigen gemischten
Methode vorgenommen habe und vorliegend auch keine "Di Trizio ähnliche
Ausgangslage" zu beurteilen war. Der Bericht von Dr. med. I._ vom
31. Oktober 2017 sei nicht rechtzeitig bei der Beschwerdegegnerin
eingegangen und im Übrigen vermöge dieser Bericht das psychiatrische
Gutachten von Med. pract. G._ vom 13. Juli 2017 nicht derart zu
erschüttern, dass vom psychiatrischen Gutachten von Med. pract. G._
abzuweichen wäre. Von einer Haushaltsabklärung durfte abgesehen
werden, weil selbst bei einer unrealistisch hohen Einschränkung im
Haushalt kein rentenbegründender Invaliditätsgrad resultierte, woran auch
die geltend gemachten Wechselwirkungen nichts ändern könnten. Die
Beschwerdegegnerin stellte schliesslich in Abrede, dass die von ihr in
Auftrag gegebenen rheumatologischen und psychiatrischen Gutachten
nicht den Anforderungen gemäss BGE 141 V 281 entsprächen.
7. In der (freigestellten) Replik vom 11. Januar 2018 hielt die
Beschwerdeführerin an den Ausführungen gemäss Beschwerde fest.
Ergänzend wies die Beschwerdeführerin auf die neuere bundesgerichtliche
Rechtsprechung gemäss BGE 143 V 409 und 143 V 418 hin, wonach
grundsätzlich alle psychischen Leiden (inkl. depressiver Störungen leicht-
bis mittelgradiger Natur) dem strukturierten Beweisverfahren nach
BGE 141 V 281 zu unterziehen seien. Schliesslich wurde noch die
bundesgerichtliche Rechtsprechung bezüglich der Teilnahmerechte von
Dritten bei der Begutachtung von versicherten Personen kritisiert und
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zumindest eine Bild- und Tonaufzeichnung der Untersuchungen und
Gespräche des Gutachters mit der versicherten Person gefordert.
8. In der Duplik vom 17. Januar 2018 hielt die Beschwerdegegnerin an ihren
Anträgen fest und bekräftigte, dass das psychiatrische Gutachten durchaus
die Indikatoren gemäss BGE 141 V 281 berücksichtigt habe.
9. Mit Schlussstellungnahme vom 22. Januar 2018 stellte sich die
Beschwerdeführerin wiederum auf den Standpunkt, dass das
psychiatrische Gutachten den Anforderungen an ein strukturiertes
Beweisverfahren gemäss BGE 141 V 281 nicht genüge und keine
ergebnisoffene symmetrische Beurteilung darstelle. Die Bezugnahme auf
die Indikatoren gemäss BGE 141 V 281 erfolge nur pro forma, indem auf
S. 32 bis 36 des psychiatrischen Gutachtens bloss auf entsprechende
Äusserungen im Gutachten verwiesen werde.
Auf die weiteren Vorbringen der Parteien in den Rechtsschriften, die
angefochtene Verfügung vom 2. November 2017 sowie die vorliegenden
Akten, wird, sofern erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen
eingegangen.

## Considerations

Das Gericht zieht in Erwägung:
1. Die vorliegende Beschwerde richtet sich gegen die Verfügung der IV-Stelle
des Kantons Graubünden vom 2. November 2017, in welcher ein
Invalidenrentenanspruch der Beschwerdeführerin verneint wurde. Eine
solche Anordnung, die laut Bundesrecht der Beschwerde an das
Versicherungsgericht am Ort der verfügenden IV-Stelle unterliegt, kann
beim Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden als örtlich und sachlich
zuständigem Versicherungsgericht angefochten werden (vgl. Art. 49 Abs. 2
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lit. a des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege [VRG; BR 370.100]
i.V.m. Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die
Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20] sowie Art. 57 des Bundesgesetzes
über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG;
SR 830.1]). Als formelle und materielle Verfügungsadressatin ist die
Beschwerdeführerin von der angefochtenen Verfügung überdies
unmittelbar betroffen und hat ein schutzwürdiges Interesse an deren
Aufhebung oder Änderung. Sie ist daher zur Beschwerdeerhebung
legitimiert (Art. 1 Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 59 ATSG). Die Beschwerde wurde
zudem frist- und formgerecht eingereicht (Art. 1 Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 60
Abs. 1 und 2 ATSG, Art. 39 Abs. 1 ATSG sowie Art. 61 lit. b ATSG). Auf die
Beschwerde ist somit einzutreten.
2. Vorgängig ist auf einige Rügen der Beschwerdeführerin am
vorinstanzlichen Verfahren sowie solche grundsätzlicher Art einzugehen.
Dabei ist zu beachten, dass ein Invalidenrentenanspruch ab dem 1. März
2016 strittig und zu prüfen ist. Dabei ist der Sachverhalt massgebend, wie
er sich bis zum Erlass der angefochtenen Verfügung vom 2. November
2017 verwirklichte (vgl. BGE 144 I 28 E.2.3, 132 V 215 E.3.1.1, 129 V 1
E.1.2). Nach allgemein gültigen intertemporalrechtlichen Grundsätzen sind
zur Beurteilung der Rechtsfolgen eines Ereignisses grundsätzlich
diejenigen Rechtssätze massgebend, welche zum Zeitpunkt der Erfüllung
des zu Rechtsfolgen führenden Tatbestandes Geltung haben (siehe BGE
138 V 475 E.3.1, 132 V 215 E.3.1.1.).
2.1. Die Nichtberücksichtigung des Berichtes der behandelnden Psychiaterin,
Dr. med. I._, vom 31. Oktober 2017 durch die Beschwerdegegnerin,
taxiert die Beschwerdeführerin als rechtsverweigerndes Verhalten. Wie die
Beschwerdegegnerin in ihrer Vernehmlassung vom 20. Dezember 2017
hingegen zutreffend ausführt, erweist sich diese Rüge als unbegründet.
Denn nach Zustellung des Vorbescheides vom 11. September 2017
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(beschwerdegegnerische Akten [Bg-act.] 129) an die damals noch nicht
anwaltlich vertretene Beschwerdeführerin, wogegen gemäss Art. 73ter der
Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV; SR 831.201) innert
30 Tagen Einwände vorgebracht werden können, erhob die
Beschwerdeführerin am 25. September 2017 (vorsorglich) Einwand (Bg-
act. 132) und ersuchte um eine sehr grosszügige Fristerstreckung bis Mitte
November 2017, um medizinische Gutachten ihrer behandelnden Ärzte
vorzulegen, welche ihr am 26. September 2017 gewährt wurde (Bg-
act. 133). Dies nachdem die Beschwerdeführerin am 15. September 2017
bereits telefonisch Akteneinsicht verlangt hatte und ihr diese gleichentags
ebenfalls gewährt wurde (Bg-act. 131). Am 17. Oktober 2017 wandte sich
der am 16. Oktober 2017 mandatierte Rechtsvertreter der
Beschwerdeführerin an die Beschwerdegegnerin und verlangte noch
(medizinische) Unterlagen in Papierform (Bg-act. 134 f.). Dabei stellte er
in Aussicht, sich bis spätestens bis zum Ende der erstreckten Einwandfrist
vernehmen zu lassen. Der begründete Einwand ging am 27. Oktober 2017
bei der Beschwerdegegnerin ein (Bg-act. 137). Darin wurden weder neue,
eigene medizinische Berichte erwähnt, noch ein Vorbehalt bezüglich der
Nachreichung von solchen Berichten angebracht. Der fragliche Bericht von
Dr. med. I._ ging am 3. November 2017 bei der Beschwerdegegnerin
ein. Die angefochtene Verfügung vom 2. November 2017 wurde aber
bereits gleichentags zur Zustellung an den Rechtsvertreter der
Beschwerdeführerin der Post übergeben (beschwerdeführerische Akten
[Bf-act.] 1 S. 9). Mangels entsprechender Anhaltspunkte im begründeten
Einwand vom 26. Oktober 2017 sowie der Ankündigung im Schreiben vom
17. Oktober 2017, wonach sich der Rechtsvertreter der
Beschwerdeführerin nach Erhalt der in Papierform angeforderten
Unterlagen zum Vorbescheid vernehmen lassen werde, ist vorliegend
nicht zu beanstanden, dass die Beschwerdegegnerin, unter
Berücksichtigung der Stellungnahme des Rechtsdienstes vom
1. November 2017 zu den Einwänden der Beschwerdeführerin, das
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Verwaltungsverfahren am 2. November 2017 mit Verfügung abschloss.
Vor diesem Hintergrund kann weder von einer Rechtsverweigerung noch
der Verletzung des rechtlichen Gehörs durch die Beschwerdegegnerin
gesprochen werden.
2.2. Im vorliegenden Fall geht es um die erstmalige Rentenzusprache an eine
versicherte Person, deren Kinder bereits 1993 und 1998 geboren wurden
und somit im Zeitpunkt des frühest möglichen Rentenbeginns bzw. dem
angefochtenen Entscheid 22 und 17 Jahre bzw. 24 und 18 Jahre alt waren.
Bereits vor dem Zeitpunkt der Neuanmeldung vom 30. September 2015
war die Beschwerdeführerin in einem 80 %-Pensum tätig, welches per
Mitte 2014 von ursprünglich 40 % auf 80 % erhöht wurde (vgl. Bg-act. 36
S. 1, 39 S. 4, 50 S. 3). Eine "Di Trizio"-ähnliche Ausgangslage liegt aber
nur vor, soweit bei einer Rentenrevision oder einer erstmaligen
Rentenzusprache mit gleichzeitiger Abstufung oder Befristung der Rente
kumulativ ein familiär bedingter Grund wie die (neue) Betreuungspflicht
gegenüber minderjährigen Kindern zur Reduktion des Arbeitspensums
bzw. der Arbeitszeit führt (vgl. FLEISCHANDERL, Anwendung der sog.
gemischten Invaliditätsbemessungsmethode nach dem Urteil des
Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte [EGMR] Nr. 7186/09 vom
2. Februar 2016 in Sachen Di Trizio gegen die Schweiz, in: SZS 62/2018,
S. 513 f.; IV-Rundschreiben Nr. 355 des Bundesamtes für
Sozialversicherungen [BSV] vom 31. Oktober 2016, aktualisiert per 26. Mai
2017, aufgehoben durch IV-Rundschreiben Nr. 372 vom 9. Januar 2018
per 1. Januar 2018, S. 2; siehe auch BGE 143 I 50 E.4.1 ff. und Urteil des
Bundesgerichts 9C_525/2016 vom 15. März 2017 E.4.2.1 f.). Insofern
betrifft es also Konstellationen wie einen (rein) familiär bedingten
Statuswechsel von vollerwerbstätig zu teilerwerbstätig (mit
Aufgabenbereich) oder von nichterwerbstätig zu teilerwerbstätig (mit
Aufgabenbereich), der zu einem Verlust oder der Herabsetzung der unter
dem vormaligen Status zugesprochenen bzw. zuzusprechenden Rente
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führt (vgl. BGE 143 I 50 E. 4.1 f., 143 I 60 E. 3.4 ff.; Urteil des
Bundesgerichts 9C_752/2016 vom 6. September 2017 E.4.3 ff.). Nicht in
den Anwendungsbereich dieser spezifischen Rechtsprechung fallen
hingegen insbesondere erstmalige Rentenzusprachen an eine während
des ganzen massgebenden Beurteilungszeitraumes als teilzeiterwerbstätig
mit Aufgabenbereich zu qualifizierende versicherte Person (BGE 143 I 50
E.4.4 m.H.a. Urteil des Bundesgerichts 8C_633/2016 vom 12. Februar
2016 E.4.3; siehe auch Urteil des Bundesgerichts 8C_145/2018 vom
8. August 2018 E.6.1). Insofern ist nicht ersichtlich, inwiefern die
Beschwerdegegnerin zu Unrecht die gemischte Methode (gemäss der bis
zum 31. Dezember 2017 gültigen Praxis) mit einer Gewichtung der
Erwerbstätigkeit von 80 % angewandt haben soll (vgl. dazu auch
nachstehende Erwägung 2.3).
2.3. Soweit die Beschwerdeführerin unter Anrufung der Schlussfolgerungen
des Urteils Di Trizio des Europäischen Gerichtshofes für Menschrechte
(EGMR) vom 2. Februar 2016 (Verfahren 7186/09) sinngemäss vorbringt,
dass die Beschwerdegegnerin für die Berechnung des Invaliditätsgrades
auf das Berechnungsmodell gemäss dem revidierten Art. 27bis IVV
abzustellen hätte, verfängt dies nicht. Art. 27bis Abs. 2 - 4 IVV wurde per
1. Januar 2018 revidiert und sieht nun, in Anlehnung an die Regelung in
der obligatorischen Unfallversicherung, für die Invaliditätsbemessung
bezüglich des Anteils der Erwerbstätigkeit vor, dass das
Valideneinkommen bezogen auf eine hypothetische Vollzeitstelle
berechnet wird. Diese Berechnungsmethode steuert der vom EGMR
bemängelten, überproportionalen Berücksichtigung der Teilzeitarbeit im
Erwerbsbereich entgegen (vgl. den erläuternden Bericht zur Änderung der
Verordnung vom 7. Januar 1961 über die Invalidenversicherung,
Invaliditätsbemessung für teilerwerbstätige Versicherte [gemischte
Methode]; abrufbar unter:
https://www.newsd.admin.ch/newsd/message/attachments/50607.pdf,
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zuletzt besucht am: 4. Februar 2019). Die angefochtene Verfügung wurde
aber vor Inkrafttreten der Änderung von Art. 27bis IVV am 1. Januar 2018
erlassen und auch die für einen allfälligen Rentenanspruch wesentlichen
Umstände verwirklichten sich vor diesem Zeitpunkt. Dementsprechend
käme infolge der bereits vorstehend dargelegten intertemporalrechtlichen
Grundsätze die Anwendung der neuen Invaliditätsbemessungsmethode
nach Art. 27bis IVV bei Teilzeitarbeit ([neue] gemischte Methode) einer
unzulässigen positiven Vorwirkung von noch nicht in Kraft stehendem
Recht gleich (siehe Urteile des Bundesgerichts 8C_197/2018 vom 25.
September 2018 E.5.2, 8C_145/2018 vom 8. August 2018 E.6.2,
9C_219/2018 vom 8. August 2018 E.2 in fine, 8C_21/2018 vom 25. Juni
2018 E.6). Ebenso fällt die Anwendung einer im Sinne des EGMR-
Entscheides "Di Trizio" modifizierte Form der gemischten Methode für die
Invaliditätsbemessung bei Teilzeitbeschäftigung vor Inkrafttreten des
geänderten Art. 27bis IVV ausser Betracht, soweit keine vom Bundesgericht
anerkannte "Di Trizio"-ähnliche Konstellation vorliegt (vgl. Urteil des
Bundesgerichts 9C_553/2017 vom 18. Dezember 2017 E.4 ff.). Damit
wandte die Beschwerdegegnerin die zutreffende Methode zur Bestimmung
des Invaliditätsgrades der Beschwerdeführerin an.
2.4. Die Beschwerdeführerin bemängelt in ihrer Eingabe vom 11. Januar 2018
die Abklärungen der Beschwerdegegnerin dahingehend, dass die
Untersuchung und Befragung der Beschwerdeführerin alleine durch
Med. pract. G._ erfolgt sei. Zugleich legt sie aber auch die
bundesgerichtliche Rechtsprechung dar, wonach bei medizinischen
Untersuchungen kein Anspruch auf eine Verbeiständung bestehe. Die
Beschwerdeführerin kritisiert diese Rechtsprechung, weil die Explorandin
dem medizinischen Gutachter vollständig ausgeliefert sei, wobei die von
der Beschwerdegegnerin bezahlten Gutachter im Übrigen auch nicht
hinreichend objektiv seien. Daraus leitet die Beschwerdeführerin für die
Gewährleistung eines rechtsstaatlichen Grundsätzen genügenden
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Verfahrens ab, dass die Untersuchungen und Gespräche des
medizinischen Gutachters mit der Explorandin zumindest vollständig auf
Bild und Ton festzuhalten sind. Damit könnte auch eine diskriminierende
Behandlung von juristisch nicht versierten Exploranden, welche nicht
erkennen könnten, dass eine spezifische medizinische Untersuchung nicht
nach objektiven Kriterien erfolge, vermieden werden. Solche Vorkehrungen
entsprächen auch der neueren, faireren Praxis betreffend eines
strukturierten Beweisverfahrens.
Wie die Beschwerdeführerin selber erkannt hat, besteht im Interesse einer
objektiven, unbeeinflussten Untersuchung durch den medizinischen
Experten kein Anspruch auf Verbeiständung (BGE 132 V 443 E.3 ff.). Für
psychiatrische Begutachtungen hat des Bundesgericht im Übrigen auch
entschieden, dass der Beizug von Familienangehörigen zur Übersetzung
des Gespräches mit dem Sachverständigen unzulässig sei (BGE 140 V
260 E.3.3.1). Dies bedeutet aber im Übrigen nicht, dass die Anwesenheit
von Begleitpersonen anlässlich einer solchen Untersuchung im
Einverständnis mit dem Gutachter in gewissen Situationen nicht möglich
erscheint (vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_881/2015 vom 12. Januar
2015 E.2.1; siehe auch BGE 140 V 260 E.3.2.3 sowie Qualitätsleitlinien für
versicherungspsychiatrische Gutachten der Schweizerischen Gesellschaft
für Psychiatrie und Psychotherapie, 3. Aufl., abrufbar unter:
www.psychiatrie.ch/sgpp > Fachleute und Kommissionen > Leitlinien,
zuletzt besucht am: 4. Februar 2019). Der Hintergrund dieser
Ausführungen der Beschwerdeführerin erschliesst sich dem Gericht nicht
ganz. Sofern damit ein formeller Mangel bei der Beweiserhebung durch die
Beschwerdegegnerin gerügt werden soll, erscheint dieser unberechtigt. Die
einschlägigen gesetzlichen Bestimmungen des ATSG, der Verordnung
über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSV;
SR 830.11), des IVG oder der IVV schreiben keine Bild- und Tonaufnahme
oder Anwesenheit von Drittpersonen bei einer psychiatrischen
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Untersuchung im Hinblick auf ein Administrativgutachten vor.
Entsprechendes lässt sich auch nicht zwingend aus der Pflicht zur
Aktenführung gemäss Art. 46 ATSG ableiten (vgl. zum Umfang der
Aktenführungspflicht: KIESER, ATSG-Kommentar, 3. Aufl., Zürich 2015,
Art. 46 Rz. 12 ff.) und im Übrigen sieht auch das Kreisschreiben des
Bundesamtes für Sozialversicherungen über das Verfahren der
Invalidenversicherung (KSVI) keine entsprechende Verfahrenspflicht für
die Beschwerdegegnerin vor, auch wenn eine Tonaufzeichnung mit
Einwilligung der Exploranden anscheinend durch gewisse Gutachter
vorgenommen wird (vgl. dazu auch Urteil des Bundesgerichts 9C_88/2018
vom 30. Mai 2018 E.4). Schliesslich behauptet die Beschwerdeführerin
auch nicht substantiiert, dass Med. pract. G._ nicht geäusserte
Aussagen der Beschwerdeführerin im psychiatrischen Gutachten vom
13. Juli 2017 festgehalten habe oder gemachte Ausführungen der
Beschwerdeführerin sich nicht im Gutachten widerspiegelten. Die
geforderten Bild- und Tonaufnahmen könnten nämlich in erster Linie der
nachträglichen, formellen (Qualitäts-)Prüfung einer solchen medizinischen
Untersuchung dienen. Mangels entsprechender Verfahrenspflicht in den
massgeblichen gesetzlichen Bestimmungen, Weisungen und anerkannten
Begutachtungsstandards sowie auch unter Berücksichtigung der
bundesgerichtlichen Rechtsprechung zum Anspruch auf Begleitung bzw.
Verbeiständung bei einer medizinischen Begutachtung führen die von der
Beschwerdeführerin gezogenen Schlussfolgerungen nicht zu einem
erheblichen Formfehler, welcher zur Aufhebung und Rückweisung des
angefochtenen Entscheides führt (vgl. auch Urteil des Bundesgerichts
8C_126/2016 vom 8. August 2016 E.5.5, wo es die Edition einer [durch den
Gutachter erstellten] Tonbandaufnahme eines Begutachtungstermins als
nicht entscheiderheblich qualifizierte, weil nicht hinreichend dargelegt
wurde, welchen Beweis diese Aufzeichnung liefern könnte).
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3. Strittig sind ferner das Vorliegen gesundheitlicher Beeinträchtigungen und
deren Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin.
Insofern ist nachfolgend zu prüfen, ob die Beschwerdegegnerin zu Recht
von einem rentenausschliessenden Invaliditätsgrad ausgegangen ist.
3.1. Anspruch auf eine Invalidenrente hat, wer im Sinne des Gesetzes invalid
ist. Bei erwerbstätigen Versicherten gilt als Invalidität die durch einen
körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheitsschaden
verursachte, voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde
Erwerbsunfähigkeit (Art. 1 Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 8 Abs. 1
ATSG), welche die Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall
sein kann (Art. 4 Abs. 1 IVG). Die Erwerbsunfähigkeit wiederum ist der
durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen
Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und
Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der
Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden Arbeitsmarkt
(Art. 7 Abs. 1 ATSG). Zur Beurteilung der Erwerbsunfähigkeit sind
ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu
berücksichtigen, wobei eine Erwerbsunfähigkeit zudem nur vorliegt, wenn
sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG). Keine
Beeinträchtigungen der Gesundheit stellen soziokulturelle Schwierigkeiten
mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit sowie psychosoziale Faktoren
dar. Invaliditätsfremde Gründe sind darüber hinaus auch Aggravation und
Simulation (vgl. zum Ganzen KIESER, a.a.O., Art. 7 Rz. 20 ff.; siehe
bezüglich Aggravation und ähnlicher Erscheinungen auch BGE 141 V 281
E.2.2.1 f. und BGE 140 V 193 E.3.3).
Bei Teilzeiterwerbstätigen wird für den Erwerbsteil die Invalidität gemäss
Art. 16 ATSG bestimmt. War die Person daneben auch noch im
Aufgabenbereich tätig, so wird die Invalidität für diesen Teil hingegen nach
Art. 28a Abs. 2 IVG festgelegt. In diesem Fall sind der Anteil der
Erwerbstätigkeit und die Tätigkeit im Aufgabenbereich festzulegen und der
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Invaliditätsgrad in beiden Bereichen zu bemessen (Art. 28a Abs. 3 IVG,
Art. 27bis IVV in der bis zum 31. Dezember 2017 gültigen Fassung;
gemischte Methode; siehe dazu BGE 142 V 290 E.4 ff., 141 V 15 E.3 ff.,
137 V 334 E.3 ff., 133 V 504 E.3 ff., 131 V 51 E.5, 130 V 393 E.3.1 ff., 125
V 146 E.2 ff. sowie auch die vorstehende Erwägung 2.3). Ein
rentenbegründender Invaliditätsgrad liegt vor, wenn eine versicherte
Person ihre Erwerbsfähigkeit nicht durch zumutbare
Eingliederungsmassnahmen wiederherstellen, erhalten oder verbessern
kann, während mindestens eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch
durchschnittlich zu mindestens 40 % im bisherigen Beruf oder
Aufgabenbereich eingeschränkt gewesen ist und nach Ablauf dieses
Jahres zu mindestens 40 % invalid ist (Art. 28 Abs. 1 IVG).
3.2. Um beurteilen zu können, in welchem Umfang und bezüglich welcher
Tätigkeiten einem Versicherten noch eine Erwerbstätigkeit zugemutet
werden kann bzw. ob sich der Gesundheitszustand eines Versicherten in
anspruchserheblicher Weise geändert hat, sind die Verwaltung und das im
Beschwerdefall angerufene Gericht auf Unterlagen angewiesen, die
ärztliche und gegebenenfalls andere Fachleute zur Verfügung stellen.
Dabei besteht die Aufgabe des Arztes darin, den Gesundheitszustand zu
beurteilen und – wenn nötig – seine Entwicklung im Laufe der Zeit zu
beschreiben, d.h. mit den Mitteln fachgerechter ärztlicher Untersuchung
unter Berücksichtigung der subjektiven Beschwerden Befunde zu erheben
und gestützt darauf eine Diagnose zu stellen. Hiermit erfüllt der Arzt seine
originäre Aufgabe, wofür die Verwaltung und im Streitfall das Gericht nicht
kompetent sind. Bei der Folgeabschätzung der erhobenen
gesundheitlichen Beeinträchtigungen für die Arbeitsfähigkeit kommt dem
Arzt keine abschliessende Beurteilungskompetenz zu. Er gibt aber eine
Einschätzung zur Arbeitsfähigkeit ab, welche er aus seiner Sicht so
substanziell wie möglich begründet. Die ärztlichen Auskünfte sind sodann
eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche
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Arbeitsleistungen dem Versicherten konkret noch zugemutet werden
können (vgl. BGE 140 V 193 E.3.2, 132 V 93 E.4 und 125 V 256 E.4).
3.3. Das Bundesrecht schreibt nicht vor, wie die einzelnen Beweismittel zu
würdigen sind. Für das gesamte Verwaltungs- und
Verwaltungsgerichtsbeschwerdeverfahren gilt der Grundsatz der freien
Beweiswürdigung. Danach haben Versicherungsträger und
Sozialversicherungsgerichte die Beweise grundsätzlich frei, d.h. ohne
Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss
zu würdigen. Für das Beschwerdeverfahren bedeutet dies, dass das
Gericht alle Beweismittel, unabhängig davon, von wem sie stammen,
objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren
Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruchs
gestatten. Insbesondere darf es bei einander widersprechenden
medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte
Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum es auf die
eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt (BGE 125 V 351
E.3a). Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend,
ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen
Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt,
in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der
Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der
medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des
Experten begründet sind (BGE 134 V 231 E.5.1, 125 V 351 E.3a).
Ausschlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die
Herkunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder
in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten (siehe
BGE 125 V 351 E.3a, 122 V 157 E.1c mit Hinweisen). Dennoch hat es die
Rechtsprechung mit dem Grundsatz der freien Beweiswürdigung als
vereinbar erachtet, in Bezug auf bestimmte Formen medizinischer Berichte
und Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung aufzustellen (BGE 125
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V 351 E.3b, 118 V 286 E.1b, 112 V 30 E.1a mit Hinweisen). Bestehen auch
nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der
versicherungsinternen ärztlichen Feststellungen, so sind ergänzende
Abklärungen vorzunehmen (vgl. BGE 139 V 225 E.5.2, 135 V 465 E.4.3.2
und 4.4; Urteile des Bundesgerichtes 9C_415/2017 vom 21. September
2017 E.3.2, 8C_452/2016 vom 27. September 2016 E.4.2.2 f.,
8C_245/2011 vom 25. August 2011 E.5.3).
Den im Rahmen des Verwaltungsverfahrens eingeholten Gutachten von
externen Spezialärzten, welche aufgrund eingehender Beobachtungen und
Untersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei
der Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, ist bei
der Beweiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht
konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen
(BGE 137 V 210 E.1.3.4, 125 V 351 E.3b/bb). In Bezug auf Berichte von
behandelnden Ärzten darf und soll der Richter auch der
Erfahrungstatsache Rechnung tragen, dass behandelnde Ärzte mitunter im
Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen
eher zu Gunsten ihrer Patienten aussagen (BGE 135 V 465 E.4.5, 125 V
351 E.3b/cc). Sodann kommt auch den Berichten und Gutachten
versicherungsinterner Ärzte Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig
erscheinen, nachvollziehbar begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind
und keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen. Die Tatsache
allein, dass der befragte Arzt in einem Anstellungsverhältnis zum
Versicherungsträger steht, lässt nicht schon auf mangelnde Objektivität
und auf Befangenheit schliessen. Es bedarf vielmehr besonderer
Umstände, welche das Misstrauen in die Unparteilichkeit der Beurteilung
objektiv als begründet erscheinen lassen. Im Hinblick auf die erhebliche
Bedeutung, welche den Arztberichten im Sozialversicherungsrecht
zukommt, ist an die Unparteilichkeit des Gutachters allerdings ein strenger
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Massstab anzulegen (vgl. zum Ganzen BGE 125 V 351 E.3b/ee, 122 V 157
E.1c).
4.1. Die Beschwerdeführerin rügt in der Beschwerde vom 4. Dezember 2017
hinsichtlich der von der Beschwerdegegnerin bei ihr festgestellten
gesundheitlichen Beeinträchtigungen, dass gestützt auf den Bericht von
Dr. med. I._ vom 31. Oktober 2017 die von der Beschwerdegegnerin
eingeholten rheumatologischen und psychiatrischen Gutachten vom 9.
Dezember 2016 (Posteingang) bzw. 13. Juli 2017, entgegen der Ansicht
der Beschwerdegegnerin im angefochtenen Entscheid, sehr wohl in
begründeter Weise in Frage gestellt würden. Vor dem Hintergrund, dass
dem Verwaltungsgericht keine Kompetenz zukomme die Beurteilung von
Dr. med. I._ in Zweifel zu ziehen, müsse der angefochtene Entscheid
aufgehoben und zur neuen Beurteilung an die Beschwerdegegnerin
zurückgewiesen werden oder das Gericht hätte (mindestens) eine
fachärztliche Erörterung zum Bericht von Dr. med. I._ vom
31. Oktober 2017 einzuholen. Ferner sei auch keine zwingend notwendige
Haushaltsabklärung erfolgt, obschon die Beschwerdeführerin nicht voll
erwerbstätig sei. Die Beschwerdegegnerin schliesse zu Unrecht aus dem
rheumatologischen und psychiatrischen Gutachten, dass keine
Einschränkung in der Haushaltsführung vorliege. Auch deswegen müsse
der angefochtene Entscheid aufgehoben und an die Beschwerdegegnerin
zurückgewiesen werden oder das Verwaltungsgericht gebe selbst eine
Haushaltsabklärung bei einer Fachperson in Auftrag. Zudem schliesse die
Beschwerdegegnerin auch zu Unrecht auf einen rentenausschliessenden
Invaliditätsgrad, wenn man von einer 100%igen Arbeitsunfähigkeit im
Teilbereich Haushalt ausginge. Denn die Beschwerdegegnerin lasse
ausser Betracht, dass ein Gesundheitsschaden immer auch mit einer
Verminderung der zeitlichen Belastbarkeit einhergehe. Die Tätigkeit in zwei
Bereichen habe Auswirkungen auf den jeweils anderen Bereich, weil die
Arbeitsfähigkeit in einem Bereich nicht nur vom Gesundheitszustand,
- 18 -
sondern auch von der Belastung im anderen Bereich beeinflusst werde.
Schliesslich seien die von der Beschwerdegegnerin in Auftrag gegebenen
Gutachten auch in sich nicht konsistent, was sich schon aus der zeitlichen
Differenz zwischen der rheumatologischen Begutachtung im November
2016 und der psychiatrischen Begutachtung im Juli 2017 ergebe.
Zusätzlich seien auch die verwendeten Begrifflichkeiten wie Diagnosen
nicht restlos konsistent. Weiter kritisierte die Beschwerdeführerin die
Verwendung unterschiedlicher Begriffe wie "Ausweitung" oder
"Verdeutlichung" (von Beschwerden), wobei das Bundesgericht
festgehalten habe, dass Verdeutlichungstendenzen einen normalen
Vorgang darstellten. Im Widerspruch zu den vorstehend erwähnten
Begriffen, spreche das neuropsychologische Gutachten von "Verzerrung",
was Med. pract. G._ als deutliche Hinweise auf Aggravation
interpretiere. Den psychiatrisch beschriebenen Symptomen der
diagnostizierten chronischen Schmerzstörung mit somatischen und
psychischen Faktoren fehle ein Bezug zum Schweregrad. Gemäss
bundesgerichtlicher Rechtsprechung müsse aber hinsichtlich einer
allfälligen Invalidität dem diagnose-inhärenten Schweregrad der
somatoformen Schmerzstörung vermehrt Rechnung getragen werden.
Entsprechende Abklärungen habe die Beschwerdegegnerin aber
unterlassen und die abklärenden, sachverständigen medizinischen
Personen seien auch kaum den Hinweisen aus dem Alltag der
Beschwerdeführerin, insbesondere bezüglich des ausserberuflichen
Bereiches, nachgegangen. Im Ergebnis missachtete nach Ansicht der
Beschwerdeführerin die Beschwerdegegnerin die Vorgaben der
bundesgerichtlichen Rechtsprechung hinsichtlich einer
indikatorenbasierten Abklärung im Sinne von BGE 141 V 281. Daraus
folge, dass eine ergänzende, gesamt- und einheitliche
Gesamtbegutachtung, welche den Anforderungen gemäss BGE 141 V 281
genüge, durch die Beschwerdegegnerin hätte in Auftrag gegeben werden
- 19 -
müssen, was zur Aufhebung des angefochtenen Entscheides und
Rückweisung zu neuem Entscheid an die Beschwerdegegnerin führe.
4.2. Die Beschwerdegegnerin stellte sich in ihrer Vernehmlassung vom
20. Dezember 2017 zutreffenderweise auf den Standpunkt, dass sie
mangels Kenntnis des Berichtes von Dr. med. I._ vom 31. Oktober
2017 (Bf-act. 1, Bg-act. 142) im Zeitpunkt des Verfügungserlasses gar
keine Möglichkeit zur Berücksichtigung desselben hatte (vgl. bereits
vorstehende Erwägung 2.1). Trotzdem würdigte die Beschwerdegegnerin
in ihrer Vernehmlassung den fraglichen Bericht vom 31. Oktober 2017
dahingehend, ob diese fachärztliche Stellungnahme das psychiatrische
Gutachten von Med. pract. G._ vom 13. Juli 2017 (Bg-act. 126) derart
zu erschüttern vermöge, dass vom Administrativgutachten abzuweichen
wäre. Die Beschwerdegegnerin verneinte dies. Zum einen fänden sich im
Bericht vom 31. Oktober 2017 von Dr. med. I._ keine Hinweise auf
eine zwischenzeitliche Verschlechterung des Gesundheitszustandes,
womit diesbezüglich kein Grund für weitere psychiatrische Abklärungen
bestehe. Somit handle es sich bei der Einschätzung von Dr. med. I._
vom 31. Oktober 2017 lediglich um eine andere Beurteilung des bereits am
12. Juni 2017, also im Zeitpunkt der Exploration hinsichtlich des
psychiatrischen Administrativgutachtens, vorliegenden
Gesundheitszustandes. Die Ausführungen von Dr. med. I._ vermögen
gemäss der Beschwerdegegnerin die Beurteilung von Med. pract. G._
nicht derart zu erschüttern, dass nicht mehr auf das psychiatrische
Administrativgutachten vom 13. Juli 2017 abzustellen wäre. Die
Diskrepanzen zwischen der Beurteilung der Arbeitsfähigkeit der
behandelnden Psychiaterin Dr. med. I._ sowie derjenigen der
Administrativgutachterin Med. pract. G._, seien nicht
aussergewöhnlich, wobei zu berücksichtigen sei, dass Med. pract.
G._ als zertifizierte Gutachterin SIM darauf spezialisiert sei, den
Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin und die IV-rechtliche
- 20 -
Arbeitsfähigkeit objektiv und rechtsgleich zu beurteilen. Aus den von
Med. pract. G._ erhobenen Befunden, den gestellten bzw. verneinten
Diagnosen sowie der vorgenommenen Prüfung der Indikatoren gemäss
BGE 141 V 281 zur Beurteilung der Arbeitsfähigkeit ergebe sich
nachvollziehbar, dass bei der Beschwerdeführerin keine länger
andauernde Arbeitsunfähigkeit aus psychischen Gründen vorliege oder
vorgelegen habe. Schliesslich wies die Beschwerdegegnerin auch noch
darauf hin, dass Dr. med. I._ somatische und somit fachfremde
Gründe für die von ihr attestierte Arbeitsunfähigkeit anführe. Sowohl
Dr. med. D._ in seinem Gutachten vom 9. Dezember 2016
(Posteingang), als auch Med. pract. G._ in ihrem Gutachten vom
13. Juli 2017 hätten sich zu Ausprägung und Schwere des Befundes
geäussert. Insbesondere Med. pract. G._ habe sich in ihrem
psychiatrischen Gutachten vom 13. Juli 2017 mit den für die Beurteilung
der Arbeitsfähigkeit relevanten Indikatoren gemäss BGE 141 V 281
auseinandergesetzt und auf die entsprechenden Ausführungen im
Gutachten verwiesen. Die Beschwerdegegnerin schloss im Ergebnis auf
eine 70%ige Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin in einer
behinderungsgeeigneten Tätigkeit im relevanten Zeitraum ab dem 1. März
2016.
4.3. Für die Bemessung des Invaliditätsgrades der Beschwerdeführerin stützte
sich die Beschwerdegegnerin im angefochtenen Entscheid in
medizinischer Hinsicht insbesondere auf das rheumatologische Gutachten
von Dr. med. D._, Facharzt Rheumatologie und Innere Medizin FMH
sowie zertifizierter medizinischer Gutachter SIM vom 9. Dezember 2016
(Posteingang; siehe Bg-act. 101), das psychiatrische Gutachten von
Med. pract. G._, Fachärztin Psychiatrie und Psychotherapie FMH
sowie zertifizierte medizinische Gutachterin SIM vom 13. Juli 2017 (Bg-
act. 126), das neuropsychologische Gutachten der psychiatrischen Dienste
Graubünden (PDGR) von Dr. phil. E._, Fachpsychologe FSP und
- 21 -
Neuropsychologe SVNP sowie Dr. med. F._, Fachärztin Psychiatrie
und Psychotherapie FMH sowie zertifizierte Gutachterin SIM vom 18. Mai
2017 (Bg-act. 122), die Evaluation der funktionellen Leistungsfähigkeit
(EFL) der Klinik C._ von Dr. med. K._, Leitende Ärztin
Rheumatologie und D. L._, Therapeut Ergonomie vom 12. September
2016 (Bg-act. 99) sowie die RAD-Beurteilungen vom 6. September 2017
(Bg-act. 140 S. 19 ff.). Seitens der Beschwerdeführerin ging nach Erlass
der angefochtenen Verfügung noch ein Bericht von Dr. med. I._ vom
31. Oktober 2017 bei der Beschwerdegegnerin ein (Bg-act. 142; vgl. auch
vorstehende Erwägung 2.1), welcher gemäss Beschwerdeführerin
insbesondere das psychiatrische Gutachten von Med. pract. G._ in
Zweifel ziehe. Nachfolgend ist also der Beweiswert der von der
Beschwerdegegnerin herangezogenen medizinischen Abklärungen zu
prüfen.
5.1. Dr. med. D._ stellt im rheumatologischen Gutachten vom 9. Dezember
2016 (Posteingang) folgende Diagnosen mit Auswirkungen auf die
Arbeitsfähigkeit: - Fibromyalgie - Chronisches lumbospondylogenes Syndrom links
Persistierende Foraminalstenose L5/S1 links bei Status nach Dekompression am 25.06.2015
Ohne Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit seien folgende Diagnosen: - Seronegative Spondylarthrose, HLA-B27 positiv
Aktuell klinisch und labormässig keine Aktivität - Osteoporose lumbal
Dr. med. D._ beurteilt die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin aus
rheumatologischer Sicht in der angestammten Tätigkeit infolge der
vorwiegend stehenden Tätigkeit sowie dem offenbar wiederholten Heben
von schweren Lasten, auch unter Berücksichtigung von Gewichtslimiten
(repetitiv: 5 kg; Einzellasten körpernah: 15 kg) mit 40 % bis maximal 50 %
eines Vollzeitpensums. In einer dem Wirbelsäulenleiden angepassten,
körperlich leichten und wechselbelastenden Tätigkeit ohne Überschreitung
- 22 -
der genannten Gewichtslimiten sei aus rheumatologischer Sicht eine
Arbeitsfähigkeit von 70 % (eines Vollzeitpensums) medizinisch-theoretisch
zumutbar. Aus rheumatologischer Sicht sei infolge der objektivierbaren
strukturellen Befunde mit Osteochondrose und Spondylarthrosen L5/S1
eine verminderte Belastbarkeit der Wirbelsäule gegeben. Aufgrund der
chronischen, fixierten Schmerzerkrankung (Fibromyalgie) mit deutlicher
Dekonditionierung infolge lang anhaltenden Schonverhaltens sei eine
allgemein verminderte körperliche Leistungsfähigkeit von 30 % gegeben.
Qualitative Einschränkungen aufgrund der Wirbelsäulenerkrankung
bestünden hinsichtlich rein sitzenden oder rein stehenden Tätigkeiten.
Insbesondere auch kurzfristiges vornüber geneigtes Stehen sei nur sehr
eingeschränkt zumutbar. Das repetitive Heben von Lasten solle Lasten von
5 kg, für körpernahe Einzellasten 15 kg nicht überschreiten. Diese
Einschätzungen bezögen sich auf klinisch und radiologisch objektivierbare
Befunde, denn die Ergebnisse der kürzlich durchgeführten EFL könnten
aufgrund der dabei beschriebenen, massiven Symptomausweitung und
Selbstlimitierung nicht zur Beurteilung der Arbeitsfähigkeit herangezogen
werden. Eine über 30 % hinausgehende Arbeitsunfähigkeit könne aufgrund
der objektiven Befunde zumindest aus (isoliert) somatischer Sicht nicht
nachvollzogen werden. Allerdings empfahl Dr. med. D._, das
Vorliegen einer zusätzlichen psychischen Erkrankung zu prüfen, welche in
Kombination mit der chronischen Schmerzerkrankung die Arbeitsfähigkeit
allenfalls zusätzlich einschränken könnte (vgl. zum Ganzen Bg-act. 101
S. 12 ff.).
5.2. Im psychiatrischen Gutachten vom 13. Juli 2017 stellte Med. pract.
G._ keine Diagnosen mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit. Als
Diagnosen ohne Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit hielt sie fest: Dysthymia (ICD-10: F 34.1) Anhaltende somatoforme Schmerzstörung (ICD-10: F 45.4)
- 23 -
Med. pract. G._ gelangte zum Schluss, dass die über viele Jahre als
angelernte Verkäuferin tätige Beschwerdeführerin in dieser angestammten
Tätigkeit aus psychiatrischer Sicht zu 100 % arbeitsfähig sei. Aus
gutachterlich-psychiatrischer Sicht habe bei der Beschwerdeführerin eine
länger andauernde Arbeitsunfähigkeit aus psychischen Gründen nie
vorgelegen. Hinsichtlich der Arbeitsfähigkeit in anderen (adaptierten)
Tätigkeiten sei die Beschwerdeführerin ebenfalls 100%ig arbeitsfähig in
angelernten Tätigkeiten des freien Arbeitsmarktes. Als ideal angepasste
(adaptierte) Tätigkeiten kämen aus psychiatrischer Sicht alle Tätigkeiten in
Frage, welche den Frauen im Alter der Beschwerdeführerin zugemutet
werden könnten. Eine Tätigkeit in der freien Wirtschaft sei grundsätzlich
möglich, eine Tätigkeit in einem geschützten Rahmen sicher nicht
erforderlich. Med. pract. G._ erkannte weiter, dass eine berufliche
Wiedereingliederung ab sofort möglich und zumutbar sei, wobei allerdings
die Motivation der Beschwerdeführerin kritisch zu prüfen sei. Die Prognose
für die berufliche Wiedereingliederung sei unter Berücksichtigung des
Längsschnittverlaufs als günstig einzuschätzen. Med. pract. G._
erachtete die tiefe Selbsteinschätzung der eigenen Arbeitsfähigkeit durch
die Beschwerdeführerin aus gutachterlich-psychiatrischer Sicht als nicht
nachvollziehbar und die von der Beschwerdeführerin geltend gemachten
psychischen Einschränkungen könnten aus psychiatrischer Sicht nicht
verifiziert werden. Neben Verdeutlichungstendenzen der Beschwerden
liessen sich auch Aggravationstendenzen bei der Beschwerdeführerin
feststellen. Zudem erkannte Med. pract. G._ bei der
Beschwerdeführerin auch ein unangepasstes Krankheits-, Schon- und
Vermeidungsverhalten bei einem eigenwilligen, somatisch geprägten
Krankheitskonzept. Vor diesem Hintergrund lasse sich ein hoher
sekundärer Krankheitsgewinn feststellen bei mehreren psychosozialen
Belastungsfaktoren wie Migrationshintergrund, Fehlen eines erlernten
Berufes und Ausübung einer angelernten Tätigkeit bei ursprünglichem
Wunsch nach einem (universitären) Studium, Konflikte am Arbeitsplatz,
- 24 -
Wunsch nach finanzieller Entschädigung nach einem – aus subjektiver
Sicht der Beschwerdeführerin – "Arbeitsunfall" im Dezember 2012,
zwischenzeitliche Dekonditionierung nach langer Phase ohne berufliche
Tätigkeit sowie erschwerte Bedingungen auf dem freien Arbeitsmarkt
infolge des fortgeschrittenen Alters, welche aber als IV-fremd zu betrachten
seien. Zu den früheren, aktenkundigen (fachärztlichen) Einschätzungen
führte Med. pract. G._ aus, dass sich die beiden fachärztlichen
Berichte in der Einschätzung der Arbeitsfähigkeit diametral unterscheiden
würden. Während Dr. med. M._ in seinem psychiatrischen Bericht
vom Januar 2016 (siehe Bg-act. 59 und 61) bei der Beschwerdeführerin
keine psychiatrischen Diagnosen mit Krankheitswert bzw. solche mit
Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit habe stellen können und von einer
vollständigen Arbeitsfähigkeit ausgegangen sei, berichtete die ambulant
behandelnde Psychiaterin Dr. med. I._ im Dezember 2016 von einer
Verschlechterung des psychischen Zustandes der Beschwerdeführerin im
Frühjahr 2016, namentlich infolge einer schweren depressiven Episode,
welche zu einer vollständigen Arbeitsunfähigkeit ab Mai 2016 geführt habe.
Weder die diagnostische Einschätzung noch die attestierte, vollständige
Arbeitsunfähigkeit konnte Med. pract. G._ aus gutachterlich-
psychiatrischer Sicht nachvollziehen und dies habe sich auch anhand der
eigenen Untersuchungsergebnisse nicht bestätigen lassen. Es müsse
angenommen werden, dass die ambulant behandelnde Psychiaterin
Dr. med. I._ überwiegend auf die subjektiven Beschwerden abgestellt
habe und auch die von Dr. med. I._ angenommenen körperlichen
Einschränkungen bei vorbekannten somatischen Diagnosen
miteinbezogen habe, was aber als fachfremde Einschätzung zu werten sei.
Aus aktueller gutachterlich-psychiatrischer Sicht sei anzumerken, dass die
von der Beschwerdeführerin geltend gemachten körperlichen und
kognitiven Einschränkungen sich nicht hätten verifizieren und
plausibilisieren lassen und verwies dazu auf den EFL-Bericht vom
12. September 2016 (Bg-act. 99) sowie das neuropsychologische
- 25 -
Gutachten vom 18. Mai 2017 (Bg-act. 122). Med. pract. G._ stellte
auch bei der eigenen Untersuchung vom 12. Juni 2017
Verdeutlichungstendenzen der Beschwerden und Aggravationstendenzen
fest (vgl. zum Ganzen Bg-act. 126 S. 30 ff.)
5.3. Bezüglich der allgemeinen Beweisanforderungen ist festzustellen, dass
sowohl das rheumatologische Gutachten vom 9. Dezember 2016
(Posteingang) als auch das psychiatrische Gutachten vom 13. Juli 2017 in
Kenntnis der umfangreichen Vorakten verfasst wurde (siehe Bg-act. 101
S. 2 - 7; Bg-act. 126 S. 4 - 12). Ferner basierten die beiden Gutachten auf
eigenen Erhebungen der jeweiligen Gutachter vom 16. November 2016
und 12. Juni 2017 (siehe Bg-act. 101 S. 1; 126 S. 1), sind jeweils bezüglich
des entsprechenden Fachgebietes im Hinblick auf die strittigen Fragen als
umfassend anzusehen und geben auch die von der Beschwerdeführerin
geschilderten Einschränkungen und Beschwerden wieder. Die
Schlussfolgerungen der beiden Gutachter Dr. med. D._ und
Med. pract. G._ erscheinen zudem nachvollziehbar begründet und
setzen sich mit anders lautenden Diagnosen und
Arbeitsfähigkeitseinschätzungen auseinander. Somit erfüllen beide
Administrativgutachten die grundlegenden beweisrechtlichen Vorgaben an
medizinische Gutachten (vgl. dazu BGE 134 V 231 E.5.1, 125 V 351 E.3a,
122 V 157 E.1c mit Hinweisen; siehe auch BGE 144 V 50 E.4.3). Auch die
weiteren medizinischen Abklärungen der Beschwerdegegnerin, wie
insbesondere der EFL-Bericht vom 12. September 2016 und auch das
neuropsychologische Gutachten vom 18. Mai 2017 sind als beweiskräftig
zu betrachten. Denn auch die weiteren erwähnten Abklärungen basierten
auf eigenen Erhebungen der jeweiligen Fachpersonen vom 3./4. August
2016 bzw. 21. April, 5. Mai und 12. Mai 2017 (siehe Bg-act. 99 S. 4; Bg-
act. 122 S. 1), sind in Kenntnis der Anamnese abgegeben worden und
erfüllten auch die weiteren, relevanten Beweiskriterien für medizinische
Berichte und Gutachten.
- 26 -
6. Nachfolgend ist das psychiatrische Gutachten vom 13. Juli 2017 von
Med. pract. G._ dahingehend zu prüfen, ob es auch hinsichtlich den
funktionellen Auswirkungen der psychischen Gesundheitsbeeinträchtigung
nachvollziehbar und schlüssig erscheint bzw. eine (psychische)
gesundheitliche Beeinträchtigung von erheblichem Schweregrad sowie
deren funktionelle Auswirkungen objektiv, kohärent und widerspruchsfrei
unter Berücksichtigung der rechtlichen Rahmenbedingungen und der
massgebenden Indikatoren (vgl. dazu nachfolgende Erwägung 6.1) zu
Recht überwiegend wahrscheinlich verneint.
6.1. Eine lege artis gestellte Diagnose gilt als Voraussetzung und
Ausgangspunkt für die Frage der invalidisierenden Auswirkung einer
Beeinträchtigung der Gesundheit, ist für sich alleine aber nicht ausreichend
(vgl. BGE 142 V 106 E.4.4, 141 V 281 E.2.1 sowie 130 V 396 E. 6.2 ff.).
Entscheidend für die invalidisierende Wirkung einer gesundheitlichen
Beeinträchtigung sind ihre Einflüsse auf die Erwerbsfähigkeit, also die
objektivierten funktionellen Folgen der Gesundheitsschädigung (siehe
BGE 142 V 106 E.4.4, 139 V 547 E.5.1).
Im Leitentscheid BGE 141 V 281 formulierte das Bundesgericht einen aus
zwei Hauptkategorien, nämlich "Funktioneller Schweregrad" und
"Konsistenz" bestehenden Indikatorenkatalog zur Prüfung, ob die
funktionellen Auswirkungen von medizinisch festgestellten
gesundheitlichen Anspruchsgrundlagen im Einzelfall anhand dieser
Standardindikatoren einen rentenbegründenen Invaliditätsgrad schlüssig
und widerspruchsfrei mit zumindest überwiegender Wahrscheinlichkeit
nachweisen. Dieser Indikatorenkatalog gliedert sich wie folgt (vgl. dazu
BGE 141 V 281 E.4.1.3 ff.):  Kategorie "Funktioneller Schweregrad"
o Komplex "Gesundheitsschädigung"
 Indikator "Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde"
- 27 -
 Indikator "Behandlungs- und Eingliederungserfolg oder -resistenz"
 Indikator "Komorbiditäten"
o Komplex "Persönlichkeit" (Persönlichkeitsdiagnostik, persönliche Ressourcen)
o Komplex "Sozialer Kontext" (Abgrenzung psychosozialer und soziokultureller Faktoren; Eruierung der Ressourcen anhand des sozialen Umfeldes)
 Kategorie "Konsistenz" (Gesichtspunkte des Verhaltens)
o Indikator "Gleichmässige Einschränkung des Aktivitätenniveaus in allen vergleichbaren Lebensbereichen"
o Indikator "Behandlungs- und eingliederungsanamnestisch ausgewiesener Leidensdruck"
Der Anwendungsbereich dieser neuen Rechtsprechung betraf zuerst die
pathogenetisch-ätiologisch unklaren syndromalen Beschwerdebilder ohne
nachweisbare organische Grundlage (PÄUSBONOG; vgl. dazu
GÄCHTER/MEIER, Schmerzrechtsprechung 2.0, in: Jusletter vom 29. Juni
2015, S. 18 m.H.a. BGE 141 V 281 E.4.2 und dem entsprechenden
Verweis auf BGE 140 V 8 E.2.2.1.3).
In BGE 142 V 106 führte das Bundesgericht aus, dass eine bei der
Invalidenversicherung versicherte Person grundsätzlich als gesund
anzusehen sei und sie einer Erwerbstätigkeit nachgehen könne bzw. als
valid zu betrachten sei (BGE 142 V 106 E.4.3 m.H.a. BGE 141 V 281
E.3.7.2, siehe auch BGE 144 V 50 E.3.7.2; vgl. dazu auch die
[medizinische] Kritik von JÖRG JEGER im Jusletter-Beitrag: JEGER, "Der
Mensch ist gesund.", in: Jusletter vom 8. Oktober 2018). Ferner sei eine
Berentung die Ausnahme, weil die meisten Krankheiten keine dauernde
Arbeitsunfähigkeit zur Folge hätten (BGE 142 V 106 E.4.3). Der Anspruch
auf eine Invalidenrente setze mithin eine Beeinträchtigung der Gesundheit,
einen Gesundheitsschaden voraus. Die blosse Diagnose eines
Gesundheitsschadens sage aber noch nichts über einen invalidisierenden
Charakter aus. Gemäss klarem Gesetzeswortlaut hänge dies vom Einfluss
des Gesundheitsschadens auf die Arbeits- bzw. Erwerbsfähigkeit ab (BGE
- 28 -
142 V 106 E.4.4). Entscheidend sei, ob es der versicherten Person wegen
dem geklagten Leiden nicht mehr zumutbar sei, ganz oder teilweise zu
arbeiten. Deshalb gelte eine objektivierte Zumutbarkeitsprüfung unter
ausschliesslicher Berücksichtigung von Folgen der gesundheitlichen
Beeinträchtigung, wobei von der grundsätzlichen Validität auszugehen sei
und die materielle Beweislast für Invalidität bei der versicherten Person
liege. Fehle es bei der gestellten psychiatrischen Diagnose bereits an
einem Bezug zum Schweregrad, müsse die ärztliche Feststellung, welche
per se von einem umfassenden Krankheitsbegriff ausgehe, anhand der
rechtserheblichen Indikatoren gemäss BGE 141 V 281 im Sinne einer
Überprüfung der schmerzbedingten Beeinträchtigung im Alltag beurteilt
werden (vgl. zum Ganzen BGE 142 V 106 E.4.2 ff., 141 V 281 E.2.1.2 und
E.6). In diesem Zusammenhang kann auch auf BGE 144 V 50 verwiesen
werden, wonach ein Gutachten dahingehend zu prüfen ist, ob sich die Ärzte
bei der Beurteilung der Arbeitsfähigkeit an die normativen
Rahmenbedingungen gehalten haben (BGE 144 V 50 E.4.3).
Mit BGE 142 V 342 dehnte das Bundesgericht die Rechtsprechung von
BGE 141 V 281 auf posttraumatische Belastungsstörungen aus und
schliesslich mit BGE 143 V 418 grundsätzlich auf alle psychischen
Erkrankungen (vgl. auch noch BGE 143 V 409). Schliesslich ist für die
Frage, ob überhaupt ein versicherter, invalidisierender
Gesundheitsschaden und ein Leistungsanspruch vorliegt, das
Vorhandensein bzw. die Absenz von Ausschlussgründen wie Simulation
oder Aggravation von entscheidender Bedeutung (vgl. BGE 141 V 281
E.2.2.1 f. sowie BGE 140 V 193 E.3.3; siehe auch MEIER, Ein Jahr neue
Schmerzrechtsprechung, in: Jusletter vom 11. Juli 2015, S. 8 ff.). Ärztliche
Arbeitsfähigkeitseinschätzungen sind somit im Hinblick auf die
Bestimmung einer versicherungsleistungsrelevanten Arbeitsunfähigkeit
dahingehend zu überprüfen, ob sich die ärztliche Einschätzung der
Arbeitsfähigkeit an die normativen Rahmenbedingungen gehalten hat
- 29 -
sowie ob und in welchem Umfang die ärztlichen Feststellungen anhand der
rechtserheblichen Indikatoren auf eine versicherungsleistungsrelevante
Arbeitsunfähigkeit schliessen lassen (BGE 144 V 50 E.4.3; siehe auch
Urteil des Bundesgerichts 9C_126/2018 vom 6. Juli 2018 E.2.2.2). Dazu
gehört insbesondere, ob nur funktionelle Ausfälle bei der medizinischen
Beurteilung berücksichtigt wurden sowie ob die Zumutbarkeit anhand von
objektiven Grundlagen beurteilt wurde. Diese soll aber nicht zu einer
Parallelüberprüfung in einem eigenen strukturierten Beweisverfahren durch
den Rechtsanwender führen, sondern es ist im Rahmen der
Beweiswürdigung zu prüfen, ob die funktionellen Auswirkungen
medizinisch anhand der Indikatoren schlüssig und widerspruchsfrei
festgestellt wurden und somit den normativen Vorgaben Rechnung
getragen wurde (BGE 144 V 50 E.4.3).
6.2. In den folgenden Erwägungen ist das psychiatrische Gutachten vom
13. Juli 2017 auf die in der vorstehenden Erwägung 6.1 erläuterten
Indikatoren gemäss BGE 141 V 281 sowie die gutachterlich hergeleiteten
Diagnosen zu untersuchen. Soweit die Beschwerdeführerin kritisiert, dass
diese Indikatorenprüfung nur pro forma am Schluss des Gutachtens mit
Verweisen auf andere Stellen im Gutachten G._ durchgeführt worden
sei, kann sie daraus nichts zu ihren Gunsten ableiten. Entscheidend ist
nämlich nur, dass sich die psychiatrische Gutachterin mit den relevanten
Indikatoren auseinandergesetzt und im Hinblick auf die funktionellen
Auswirkungen eines allfällig diagnostizierten Gesundheitsschadens
bewertet hat. Ob nun auf bereits gemachte Ausführungen im Gutachten
verwiesen wird, ist nur eine Frage der Lesbarkeit des Gutachtens und kann
auch der Vermeidung von Wiederholungen dienen.
6.2.1. Zu den gestellten Diagnosen hielt Med. pract. G._ fest, dass die
Beschwerdeführerin insgesamt betrachtet die Kriterien einer anhaltenden
somatoformen Schmerzstörung (ICD-10 F 45.4) erfülle, wobei die
- 30 -
Schmerzproblematik gemäss eigenen Angaben der Beschwerdeführerin
das Hauptproblem sei und war. Dies ist gemäss Med. pract. G._ aus
gutachterlich-psychiatrischer Sicht gut nachvollziehbar, zumal die
Inanspruchnahme von expliziten medizinischen Massnahmen (bezüglich
somatischen Beschwerden) einschliesslich einer medikamentösen
Schmerzbehandlung recht beträchtlich sei. Andererseits bestehe eine
deutliche Diskrepanz zwischen dem Leidensdruck und der
Inanspruchnahme von therapeutischen Optionen durch die
Beschwerdeführerin in Bezug auf die geschilderten körperlichen
Beschwerden sowie der bisher geringen Inanspruchnahme von explizit
psychiatrisch-psychotherapeutischen Massnahmen. Erst ab Mitte Mai 2016
sei erstmalig eine ambulante psychiatrisch-psychotherapeutische
Behandlung erfolgt. Nach Darstellung der Beschwerdeführerin finde die
derzeitige Behandlung etwa alle zwei Wochen statt und auch die
psychopharmakologische Medikation sei minim, was gemäss Med. pract.
G._ nicht mit der im Bericht von Dr. med. I._ vom 30. Dezember
2016 (Bg-act. 104) diagnostizierten rezidivierenden depressiven Störung,
dazumal schwere Episode, vereinbar sei (siehe Bg-act. 126 S. 27 f.).
Med. pract. G._ stellte im Zusammenhang mit der anhaltenden
somatoformen Schmerzstörung auch emotionale Konflikte und
psychosoziale Belastungen fest und erachtete die insbesondere von
Dr. med. D._ im rheumatologischen Gutachten vom 9. Dezember
2016 (Posteingang; siehe Bg-act. 101) erwähnte Fibromyalgie am ehesten
als mit der Diagnose einer anhaltenden somatoformen Schmerzstörung
vereinbar. Ferner attestierte Med. pract. G._ der Beschwerdeführerin
im Zeitpunkt der Exploration eine sehr leichte depressive Symptomatik mit
einer etwas verminderten Stimmungslage, ohne aber weitere depressive
Symptome im Bereich des Antriebs, des Denkens, der Kognition oder des
Selbsterlebens feststellen zu können (siehe Bg-act. 126 S. 26 f.). Die
depressiv anmutende Symptomatik sei bei Betrachtung des
Längsschnittverlaufes seit 2015 sowie dem Aggravationseindruck am
- 31 -
ehesten mit einer Dysthymia (ICD-10 F 34.1) mit sehr leichten bis leichten
depressiven Beschwerden und Symptomen zu beschreiben und es sei von
einer gewissen Chronifizierungstendenz auszugehen. Die Diagnose einer
Dysthymia sei auch gut mit der seit längerer Zeit zu eruierenden
neurotischen Problematik zu vereinbaren. Die Diagnose einer
rezidivierenden depressiven Störung nach ICD-10 schloss Med. pract.
G._ aus, denn es liessen sich im Längsschnittverlauf keine klar
abgrenzbaren depressiven Episoden eruieren. Die seit ca. ein bis zwei
Jahren zu eruierende depressive Symptomatik sei unter Berücksichtigung
der Anamnese, der Aktenklage und in einer Gesamtschau als sehr leicht
bis leicht ausgeprägt einzustufen. Weitere psychiatrische Erkrankungen
schloss Med. pract. G._ aus (siehe Bg-act. 126 S. 26 ff.). Auffallend
sei ferner, dass der Beginn der gesundheitlichen Beeinträchtigung von der
Beschwerdeführerin auf ein Schmerzereignis am Arbeitsplatz im Dezember
2012 zurückgeführt werde, bei dem es sich gemäss Beschwerdeführerin
um einen Arbeitsunfall gehandelt habe, welcher aber nicht entsprechend
gewürdigt bzw. entschädigt worden sei (Bg-act. 126 S. 26).
6.2.2. Zum Indikator "Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde" des
Komplexes "Gesundheitsschädigung" in der ersten Kategorie
"Funktioneller Schweregrad" lässt sich dem Gutachten G._
entnehmen, dass keine psychiatrischen Diagnosen mit Auswirkungen auf
die Arbeitsfähigkeit festgestellt werden konnten (Bg-act. 126 S. 33).
Insofern verneinte sie auch entsprechende funktionelle Auswirkungen der
medizinisch festgestellten Anspruchsgrundlagen. Im Gutachten G._
wird anlässlich der Untersuchung vom 12. Juni 2017 ein unauffälliger
Psychostatus beschrieben (Bg-act. 126 S. 22 f.). Die von der
Beschwerdeführerin beschriebenen expliziten psychischen Probleme wie
insbesondere Konzentrationsschwierigkeiten, Vergesslichkeit, massive
Schlafstörungen und sozialer Rückzug konnte Med. pract. G._
anlässlich der Exploration nicht verifizieren. Auf der Symptomebene konnte
- 32 -
Med. pract. G._ lediglich eine leicht herabgesetzte Stimmungslage
feststellen und erkannte weit über Verdeutlichungstendenzen der
Beschwerden hinausgehende Aggravationstendenzen bei hohem
sekundären Krankheitsgewinn (Bg-act. 126 S. 23). Die von der
Beschwerdeführerin geltend gemachten, psychisch bedingten
Einschränkungen in der Lebensführung konnte Med. pract. G._ im
Rahmen der sozialen Anamnese ebenfalls nicht nachvollziehen, zumal
diese einerseits inkonsistent und nicht spontan präsentiert worden seien
sowie mit dem erhobenen Psychostatus nicht vereinbar seien (siehe Bg-
act. 126 S. 21 und 24 f.). Die von der Beschwerdeführerin geschilderte
Müdigkeit infolge von Schlafstörungen und schlechtes Konzentrations- und
Erinnerungsvermögen konnte Med. pract. G._ anlässlich der
Untersuchung vom 12. Juni 2017 nicht feststellen. Med. pract. G._
erlebte die Beschwerdeführerin während der dreistündigen Exploration
weder müde noch schläfrig, sondern munter, aktiv und initiativ. Ebenso
wenig erschien sie hilflos, sondern im Gegenteil recht ansprüchlich.
Entgegen der geltend gemachten Konzentrationsstörungen und
Vergesslichkeit sei die Beschwerdeführerin während der Exploration gut
konzentriert gewesen und die umfangreichen und präzisen Angaben zur
somatischen Krankheitsanamnese sowie zur sozialen Anamnese wiesen
auf gute mnestische Funktionen hin (siehe Bg-act. 126 S. 22).
Bezüglich Verdeutlichungs- und Aggravationstendenzen wurde
insbesondere auch auf die Erkenntnis des EFL-Berichtes vom
12. September 2016 sowie die im neuropsychologischen Gutachten vom
18. Mai 2017 festgestellten Antwortverzerrungen hingewiesen. Bezüglich
der von Dr. phil. E._ im neuropsychologischen Gutachten
beschriebenen Methode zur Prüfung der Plausibilität stellte Med. pract.
G._ fest, dass diese Methode auch bei der psychiatrischen
Begutachtung zur Beurteilung von Aggravation und bewusstseinsnaher
Verfälschungstendenzen angewendet werde. Med. pract. G._ kam
- 33 -
zum Schluss, dass sämtliche Kriterien (A - D) erfüllt seien, was aus
gutachterlich-psychiatrischer Sicht auf deutliche Aggravation bei der
Beschwerdeführerin schliessen lasse (Bg-act. 126 S. 28 f.). Anzumerken
ist noch, dass im neuropsychologischen Gutachten vom 18. Mai 2017 die
Kriterien A bis C durch Dr. phil. E._ als erfüllt betrachtet wurden und
die Erfüllung des Kriteriums D durch einen Facharzt der Psychiatrie bzw.
Neurologie zu bewerten sei (siehe dazu Bg-act. 122 S. 24 ff.).
6.2.3. Hinsichtlich des Indikators "Behandlungs- und Eingliederungserfolg oder
-resistenz", ebenfalls aus dem Komplex "Gesundheitsschädigung", wies
Med. pract. G._ auf eine bloss rudimentäre psychiatrisch-
psychotherapeutische Behandlung seit Mitte 2016 hin, welche nicht mit der
von Dr. med. I._ attestierten, schwerwiegenderen psychiatrischen
Diagnose in Einklang stehe. Infolge der schwierigen pharmakologischen
Einstellung der Beschwerdeführerin hätte gemäss Med. pract. G._
auch dringend eine stationäre psychiatrische Behandlung erwogen werden
müssen. Der psychisch bedingte Leidensdruck der Beschwerdeführerin
war für Med. pract. G._ zweifelhaft (siehe Bg-act. 126 S. 27 f.).
Therapeutische Optionen in psychiatrisch-psychotherapeutischer Hinsicht
seien aktuell aus gutachterlich-psychiatrischer Sicht bei den festgestellten
leichten psychischen Beschwerden nur optional zu empfehlen (siehe Bg-
act. 126 S. 31).
6.2.4. Zum Indikator "Komorbiditäten" aus dem Komplex
"Gesundheitsschädigung" lässt sich dem Gutachten G._ entnehmen,
dass neben der anhaltenden somatoformen Schmerzstörung (ICD-10 F
45.4), infolge der depressiv anmutenden Symptomatik eine Dysthymia
(ICD-10 F 34.1) mit sehr leichten bis leichten depressiven Beschwerden
und Symptomen diagnostiziert wurde. Bei der anhaltenden somatoformen
Schmerzstörung liessen sich unter Berücksichtigung der EFL und der
vorliegenden sehr leichten psychiatrischen Komorbidität keine psychisch
- 34 -
bedingten Einschränkungen der Arbeitsfähigkeit feststellen (siehe Bg-
act. 126 S. 26 und 29 f.). Ferner würdigte Med. pract. G._ auch die
insbesondere im rheumatologischen Gutachten vom 9. Dezember 2016
(Posteingang) festgehaltene Diagnose Fibromyalgie und schloss daraus
am ehesten auf eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung.
Med. pract. G._ standen für ihr psychiatrisches Gutachten auch
umfangreiche medizinische Unterlagen bezüglich der somatischen bzw.
insbesondere rheumatischen Beschwerden zur Verfügung und die
Schmerzproblematik bildete auch Thema der Befunderhebung vom
12. Juni 2017 (siehe Bg-act. 126 S. 4 ff., 21, 23, 25, und 27). Nicht ausser
Acht zu lassen ist auch die Einschätzung von Dr. med. D._ im
rheumatologischen Gutachten vom 9. Dezember 2016 (Posteingang),
wonach er insbesondere eine fachpsychiatrische Begutachtung für die
Beurteilung der Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin für angezeigt hielt
(siehe Bg-act. 101 S. 16). Diesem Hinweis folgte die Beschwerdegegnerin,
indem sie auch zur Prüfung allfälliger Komorbiditäten das Gutachten
G._ einholte.
6.2.5. Der Komplex "Persönlichkeit" aus der ersten Kategorie "Funktioneller
Schweregrad" bezieht sich auf Persönlichkeitsentwicklung und -struktur
bzw. auf grundlegende psychische Funktionen (BGE 141 V 281 E.4.3.2.
m.H.a. MARELLI, Nicht können oder nicht wollen?, in: SZS 2007, S. 332 ff.).
Med. pract. G._ beschrieb aufgrund der Angaben der
Beschwerdeführerin unauffällige Kinder- und Jugendjahre ohne
Verlusterlebnis, schmerzliche oder traumatische Ereignisse. In der
Herkunftsfamilie liessen sich keine psychischen Krankheiten eruieren. Ab
Mitte der 90er Jahre habe die Beschwerdeführerin hingegen von mehreren
schmerzlichen Erfahrungen hinsichtlich Verlusten im näheren
Familienumfeld berichtet (siehe Bg-act. 126 S. 23 f.). Ferner eruierte
Med. pract. G._ emotionale Konflikte bei der Beschwerdeführerin,
insbesondere einen inneren Konflikt um Anpassung vs. Kontrolle und um
- 35 -
Versorgung vs. Autarkie. Die Beschwerdeführerin verfüge über gute
Ressourcen im Form von guten kognitiven Fähigkeiten einschliesslich
guter Konzentration, Aufmerksamkeit und Auffassung, eine gute
Gedächtnisleistung, eine gute Lernfähigkeit, eine gute Anpassungs- und
Umstellungsfähigkeit, kreative Fähigkeiten sowie auch eine gute Ausdauer
und ein gutes Durchhaltevermögen. Das Vorliegen einer
persönlichkeitsstrukturellen Vulnerabilität verneinte Med. pract. G._
(siehe Bg-act. 126 S. 23, 26 und 30).
6.2.6. Hinsichtlich dem Komplex "Sozialer Kontext", ebenfalls aus der ersten
Kategorie "Funktioneller Schweregrad" lässt sich dem Gutachten G._
entnehmen, dass die Beschwerdeführerin zwar von einem sozialen
Rückzug berichtete, aber über nicht wenige soziale Kontakte verfüge
(siehe Bg-act. 126 S. 22, 24 und 25 f.). So erwähnte die
Beschwerdeführerin neben einer intakten Familienstruktur auch weitere
soziale Kontakte (siehe Bg-act. 126 S. 15). Zudem erkannte Med. pract.
G._ auch invaliditätsfremde bzw. psychosoziale und soziokulturelle
Faktoren. Insbesondere einen Migrationshintergrund, das Fehlen eines
erlernten Berufes und Ausübung einer angelernten Tätigkeit bei
ursprünglichem Wunsch nach einem (universitären) Studium, Konflikte am
Arbeitsplatz, den Wunsch nach einer Entschädigung nach einem – aus
subjektiver Sicht der Beschwerdeführerin – "Arbeitsunfall" im Dezember
2012, die zwischenzeitliche Dekonditionierung nach langer Phase ohne
berufliche Tätigkeit sowie erschwerte Bedingungen auf dem freien
Arbeitsmarkt infolge des fortgeschrittenen Alters (siehe Bg-act. 126 S. 32).
6.2.7. Bezüglich der beweisrechtlich wichtigen Kategorie "Konsistenz" wird im
Gutachten G._ bezüglich des Indikators "Gleichmässige
Einschränkung des Aktivitätenniveaus in allen vergleichbaren
Lebensbereichen" ebenfalls auf die Diskrepanzen hinsichtlich des von der
Beschwerdeführerin geschilderten sozialen Rückzuges hingewiesen, weil
- 36 -
anlässlich der Exploration vom 12. Juni 2017 nicht wenige soziale Kontakte
genannt wurden. Neben denjenigen zur Familie wurde auch über Besuche
von einem (erweiterten) Freundeskreis berichtet. Den im Jahre 2014
erworbenen Führerschein hat die Beschwerdeführerin gemäss eigenen
Angaben nur einige Male genutzt und das Autofahren inzwischen wegen
eines Zitterns in einem Bein beim Fahren wieder aufgegeben (siehe Bg-
act. 126 S. 15, 22, 24 und 25 f.). Nach den Angaben der
Beschwerdeführerin habe sie bisherige Freizeitaktivitäten infolge der
Schmerzen zumindest teilweise aufgeben müssen und gehe jeweils noch,
insbesondere auf äussere Motivation hin, etwa eine halbe Stunde
spazieren (siehe Bg-act. 126 S. 15 und 17).
6.2.8. Zum Indikator "Behandlungs- und eingliederungsanamnestisch
ausgewiesener Leidensdruck" der Kategorie "Konsistenz" wies Med. pract.
G._ im Gutachten vom 13. Juli 2017 insbesondere auf deutliche
Diskrepanzen zwischen dem Leidensdruck der Explorandin in Bezug auf
die körperlichen Beschwerden und der daraus resultierenden
umfangreichen Inanspruchnahme von explizit medizinischen Massnahmen
einerseits und andererseits der bisher geringen Inanspruchnahme von
explizit psychiatrisch-psychotherapeutischen Massnahmen hin (Bg-
act. 126 S. 27; vgl. dazu auch BGE 141 V 281 E.4.4.2). Und dies trotz der
subjektiv als erheblich geschilderten psychischen Beschwerden. Zweifel an
einem ausgewiesenen psychischen Leidensdruck erweckte bei Med. pract.
G._ auch der Umstand, dass die Beschwerdeführerin vom Absetzen
verschiedener Psychopharmaka infolge Nebenwirkungen berichtete,
wohingegen Nebenwirkungen von Schmerzpräparaten gemäss eigenen
Angaben der Beschwerdeführerin in Kauf genommen wurden (siehe Bg-
act. 126 S. 27). Die im Zeitpunkt des Gutachtens durch Dr. med. I._
gewährleistete ambulante psychiatrisch-psychotherapeutische
Behandlung entspreche, betreffend des Therapieintervalls und der
Medikation, nicht den einschlägigen Richtlinien der Fachgesellschaften für
- 37 -
die von Dr. med. I._ noch im Bericht vom 30. Dezember 2016
diagnostizierte rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig schwere
Episode ohne psychotische Symptome (ICD-10 F 33.2). In einem solchen
Falle wäre eine hochfrequente ambulante psychiatrisch-
psychotherapeutische Behandlung und eine intensive
psychopharmakologische Behandlung notwendig, wobei – insbesondere
im Fall von Schwierigkeiten bei der psychopharmakologischen Einstellung
– eine stationäre psychiatrische Behandlung dringend erwogen werden
müsste. Dies bewertete Med. pract. G._ in dem Sinne, als dass die
von der behandelnden Psychiaterin bei der Beschwerdeführerin
beschriebene depressive Symptomatik doch nicht als so schwerwiegend
betrachtete wurde, um eine entsprechende Behandlung einzuleiten (siehe
Bg-act. 126 S. 28).
6.3. Aufgrund der Ausführungen in den vorstehenden Erwägungen 6.2 – 6.2.8
verfängt der Einwand der Beschwerdeführerin nicht, wonach die
Abklärungsergebnisse der Beschwerdegegnerin nicht in Übereinstimmung
mit dem Indikatorenkatalog gemäss BGE 141 V 281 hinsichtlich der
funktionellen Auswirkungen der gesundheitlichen Probleme erfolgt seien.
Insbesondere wurde von Med. pract. G._ schlüssig, nachvollziehbar
und widerspruchsfrei auf vielfältige Verdeutlichungs- und
Aggravationstendenzen hingewiesen. Diese finden ihre Stütze neben den
eigenen Explorationsergebnissen von Med. pract. G._ auch im EFL-
Bericht vom 12. September 2016 sowie dem neuropsychologischen
Gutachten vom 18. Mai 2017. Insofern trifft auch der
beschwerdeführerische Einwand nicht zu, dass im psychiatrischen und
rheumatologischen Gutachten nur Hinweise auf die im EFL-Bericht vom
12. September 2016 behaupteten und (dort) wiedergegebenen (Symptom-
)Ausweitungen gemacht worden seien. Im Gegenteilt stellte Med. pract.
G._ anlässlich ihrer Exploration vom 12. Juni 2017 Inkonsistenzen
bzw. unplausibles Verhalten auch selbst fest (siehe Bg-act. 126 21 f.).
- 38 -
Ausserdem kam auch Dr. phil. E._ anlässlich der
neuropsychologischen Testungen vom 21. April 2017, 5. Mai 2017 und
12. Mai 2017 zum Schluss, dass infolge einer Antwortverzerrung nicht auf
die testologisch erhobenen Daten abgestützt werden könne, um auf das
tatsächliche Mass der neurokognitiven Funktionstüchtigkeit zu schliessen.
Infolge der Indizien auf eine Antwortverzerrung wurde auf eine Diskussion
der erzielten neuropsychologischen Ergebnisse hinsichtlich der Beurteilung
und Einordnung der Beschwerden und Befunde verzichtet (siehe Bg-
act. 122 S. 26). Wenn die Beschwerdeführerin die Uneinheitlichkeit der
verwendeten Begrifflichkeiten kritisiert und somit die von Med. pract.
G._ zur Stützung ihrer Einschätzung bezüglich
Aggravationstendenzen herangezogenen, vorstehend erwähnten
medizinischen Abklärungsergebnisse hinsichtlich deren Aussagen zu
Verdeutlichungs- und Aggravationstendenzen gemäss bundesgerichtlicher
Terminologie in Frage stellen will, ist darauf hinzuweisen, dass trotz
unterschiedlicher Begrifflichkeiten in der psychiatrischen Begutachtung,
der EFL sowie der neuropsychologischen Testungen im Ergebnis immer
auf Inkonsistenzen bzw. mangelhafte Plausibilität beim gezeigten
Verhalten bei der Beschwerdeführerin hingewiesen werden sollte. Dies
ergibt sich ohne Zweifel in einer Gesamtsicht des Gutachtens G._,
dem EFL-Bericht vom 12. September 2016 sowie dem
neuropsychologischen Gutachten vom 18. Mai 2017 (vgl. dazu Bg-act. 99
S. 5, 12 ff. und 19; 122 S. 9, 14, 24 und 26; 126 S. 23 und 28 f.). Zudem ist
der im neuropsychologischen Gutachten vom 18. Mai 2017 verwendete
Begriff der Antwortverzerrung in der Neuropsychologie durchaus üblich
(vgl. KOOL/MEICHTRY/SCHAFFERT/ RÜESCH, Der Einsatz von
Beschwerdevalidierungstests in der IV-Abklärung, in: Schriftenreihe des
BSV "Beiträge zur Sozialen Sicherheit", Bern 2008, S. 22 ff.). Nichts
anderes gilt für den Begriff der Symptomausweitung im Rahmen einer EFL
(vgl. dazu etwa die Leitlinien für die rheumatologische Begutachtung der
Schweizerischen Gesellschaft für Rheumatologie vom Juli 2016, abrufbar
- 39 -
unter: https://www.rheuma-net.ch/images/pdf/DEUTSCH/Leitlinien-fr-die-
rheumatologische-Begutachtung-12-2016.pdf oder die Leitlinien für die
orthopädische Begutachtung von swiss orthopaedics, abrufbar unter:
http://www.swissorthopaedics.ch/images/content/Empfehlungen/Begutach
tung_2_2017/D-LeitlinienGutachten-2.2017.pdf, beide zuletzt besucht: am
4. Februar 2019). Inwiefern sich aus dem Umstand, dass die
rheumatologische Untersuchung am 16. November 2016 und die
psychiatrische Untersuchung am 12. Juni 2017 eine mangelhafte
Konsistenz der entsprechenden Gutachten ergeben soll, ist nicht
ersichtlich. Denn aus den aktenkundigen medizinischen Berichten lassen
sich keine Hinweise auf eine bis zum Zeitpunkt der angefochtenen
Verfügung eingetretene gesundheitliche Verschlechterung entnehmen.
Ferner ist unzutreffend, dass sich insbesondere das psychiatrische
Gutachten nicht mit dem Schweregrad der diagnostizierten anhaltenden
somatoformen Schmerzstörung (ICD-10 F45.4) auseinandergesetzt habe.
Vielmehr hat Med. pract. G._ im Rahmen der in den vorstehenden
Erwägungen 6.2 ff. dargestellten Indikatorenprüfung die Schwere der
funktionellen Auswirkungen der diagnostizierten psychischen
Beeinträchtigungen auf die Arbeitsfähigkeit detailliert bewertet. Ebenfalls
unzutreffend ist, dass der Alltag der Beschwerdeführerin zu wenig
berücksichtigt wurde. Sowohl Med. pract. G._ als auch Dr. med.
D._ erhoben die berufliche und soziale Anamnese (vgl. Bg-act. 101
S. 9 f.; Bg-act. 126 S. 15 f.). Hinsichtlich der ebenfalls gerügten,
unterlassenen Haushaltsabklärung ist auf die nachfolgenden Erwägungen
7 ff. zu verweisen.
6.4. Im Ergebnis ist somit festzuhalten, dass sowohl das rheumatologische
Gutachten vom 9. Dezember 2016 (Posteingang) als auch das
psychiatrische Gutachten vom 13. Juli 2017 als voll beweiskräftig zu
betrachten sind. Die von Dr. med. D._ gestellten Diagnosen sowie die
Beurteilung der Arbeitsfähigkeit in einer angepassten, körperlich leichten
- 40 -
und wechselbelastenden Tätigkeit im Umfang von 70 % eines Vollpensums
sind aufgrund der vorliegenden Akten sowie der Ausführungen von
Dr. med. D._, welche auf Basis einer umfassenden Erhebung
erfolgten, schlüssig und nachvollziehbar begründet. Andere fachärztliche
Einschätzungen, welche eine abweichende Einschätzung der
Arbeitsfähigkeit aus rheumatologischer Sicht nahelegen würden, liegen
nicht vor. Die vollständige Arbeitsunfähigkeit wurde denn auch im
Dezember 2016 durch Dr. med. I._ überwiegend mit psychischen
Beschwerden begründet (siehe Bg-act. 116 S. 1 f.; vgl. auch Bg-act. 104
S. 3 f.).
Das psychiatrische Gutachten vom 13. Juli 2017 erfüllt ebenfalls die
allgemeinen beweisrechtlichen Anforderungen an ein medizinisches
Gutachten (vgl. bereits vorstehende Erwägung 5.3). Zudem berücksichtigt
Med. pract. G._ auch die für die Bewertung der funktionalen
Auswirkungen einer psychischen Gesundheitsbeeinträchtigung
massgebenden Indikatoren gemäss BGE 141 V 281 (vgl. vorstehende
Erwägungen 6.2 ff.). Das Gericht kommt im Rahmen seiner
Beweiswürdigung somit zum Schluss, dass das Gutachten G._ die
funktionalen Auswirkungen der diagnostizierten psychischen
Gesundheitsbeeinträchtigungen anhand der normativen Vorgaben
schlüssig und widerspruchsfrei bewertet und begründet hat, soweit sie bei
der Beschwerdeführerin aus psychiatrischer Sicht keine Auswirkungen der
Dysthymia (ICD-10 F 34.1) und der anhaltenden somatoformen
Schmerzstörung (ICD-10 F 45.4) auf die Arbeitsfähigkeit in der bisherigen
und einer adaptierten Tätigkeit feststellen konnte (siehe Bg-act. 126 S. 30
f.). Insbesondere ist dabei auf die von Med. pract. G._ festgestellten,
weit über ausgeprägte Verdeutlichungstendenzen hinausgehenden
Aggravationstendenzen zu verweisen, welche gemäss BGE 141 V 281
E.2.2.1 f. m.H.a. BGE 140 V 193 E.3.3 bei hinreichender Ausprägung
sogar einen Ausschlussgrund darstellen würden, zumindest aber in der
- 41 -
Beurteilung der funktionellen Auswirkungen zu berücksichtigen sind (vgl.
BGE 144 V 50 E.5.2.1; siehe auch BGE 143 V 418 E.8.1 f. bezüglich der
Vornahme einer Prüfung der funktionellen Auswirkungen anhand der
einschlägigen Standardindikatoren bei ärztlich festgestellten
Aggravationstendenzen). So wies Med. pract. G._ neben den eher
allgemein und vage geschilderten psychischen Beschwerden auch auf
fehlende Anzeichen bezüglich der geltend gemachten andauernden
Müdigkeit und Konzentrationsstörungen während der Exploration hin
(siehe Bg-act. 126 S. 21 f.). Ferner stellte die psychiatrische Gutachterin
auch gute Ressourcen bei der Beschwerdeführerin fest, welche vom
neuropsychologischen Gutachten vom 18. Mai 2017 infolge der mittels
eines Plausbilitätstestungsverfahrens festgestellten Antwortverzerrungen
nicht widerlegt werden (siehe Bg-act. 126 S. 29 f.). Ferner wies Med. pract.
G._ neben (weiter-)bestehenden, nicht unerheblichen sozialen
Kontakten auch auf Zweifel hinsichtlich dem psychisch bedingten
Leidensdruck infolge der nur auf sehr tiefem Niveau in Anspruch
genommenen psychiatrisch-psychotherapeutischen Behandlungen hin,
auch wenn von der Beschwerdeführerin mehrfach Nebenwirkungen der
bisher verordneten psychopharmakologischen Behandlung vorgebracht
wurden (siehe Bg-act. 126 S. 27 f.).
6.5. An dieser Einschätzung vermag auch der erst nach Erlass der Verfügung
der Beschwerdegegnerin zur Kenntnis gelangte Bericht vom 31. Oktober
2017 der behandelnden Psychiaterin Dr. med. I._ nichts zu ändern.
Inwiefern für die Würdigung dieses (weiteren) medizinischen Berichtes,
nach Darstellung der Beschwerdeführerin, zwingend eine fachärztliche
Erörterung durch das Gericht einzuholen wäre, weil dem
Verwaltungsgericht keine medizinische Expertise zukomme, kann nicht
nachvollzogen werden. Denn wie auch die weiteren aktenkundigen
Berichte, wie insbesondere das psychiatrische und das rheumatologische
Administrativgutachten vom 13. Juli 2017 bzw. 9. Dezember 2016
- 42 -
(Posteingang), der EFL-Bericht vom 12. September 2016 oder das
neuropsychologische Gutachten vom 18. Mai 2017, wäre der fachärztliche
Bericht vom 31. Oktober 2017 ebenfalls unter den üblichen
Gesichtspunkten zur Beurteilung des Beweiswertes eines ärztlichen
Berichts im Kontext der weiteren, aktenkundigen medizinischen Unterlagen
durch den Rechtsanwender zu prüfen. Die Beschwerdegegnerin nahm in
ihrer Vernehmlassung vom 20. Dezember 2017 zum erwähnten Bericht
vom Dr. med. I._ Stellung (vgl. auch bereits vorstehende
Erwägung 2.1). Die Beschwerdegegnerin führte aus, dass sich aus dem
Bericht vom 31. Oktober 2017 keine Hinweise auf eine (zwischenzeitliche)
Verschlechterung des (psychischen) Gesundheitszustandes der
Beschwerdeführerin ergäben. Es handle sich bei dieser Einschätzung von
Dr. med. I._ um eine andere Beurteilung des bereits am 12. Juni 2017
(Datum der Exploration bei Med. pract. G._) bestehenden
Gesundheitszustandes, welcher das psychiatrische Gutachten von Med.
pract. G._ vom 13. Juli 2017 nicht derart zu erschüttern vermöge, dass
vom Administrativgutachten vom 13. Juli 2017 abzuweichen wäre. Die
Beschwerdegegnerin hob die unterschiedlichen Betrachtungswinkel der
behandelnden Psychiaterin Dr. med. I._ sowie der
Administrativgutachterin Med. pract. G._ hervor und stellte die
Notwendigkeit des Ausschlusses von IV-fremden Gegebenheiten bei der
Beurteilung der Arbeitsfähigkeit fest. Ferner wies die Beschwerdegegnerin
zutreffend darauf hin, dass Dr. med. I._ eine Auseinandersetzung mit
den Standardindikatoren gemäss BGE 141 V 281 unterlassen habe und
anscheinend zur Begründung der von ihr attestierten vollständigen
Arbeitsunfähigkeit auch fachfremde Diagnosen miteinbeziehe (siehe dazu
Bg-act. 142 S. 3 mit Hinweis auf Bg-act. 104). Med. pract. G._ habe
sich hingegen aus versicherungsmedizinischer und funktioneller Sicht zur
verbleibenden Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin zutreffend
dahingehend geäussert, dass bei der Beschwerdeführerin aus psychischen
Gründen noch nie eine länger andauernde Arbeitsunfähigkeit bzw.
- 43 -
überhaupt je psychiatrische Diagnosen mit Auswirkungen auf die
Arbeitsfähigkeit vorlagen (siehe dazu Bg-act. 126 S. 30 f.). Im Ergebnis
vermöge der Bericht vom 31. Oktober 2017 das psychiatrische Gutachten
vom 13. Juli 2017, welches notabene auch mit dem (psychiatrischen)
Bericht von Dr. med. M._ vom 8. Januar 2016 in Einklang stehe (siehe
Bg-act. 59 und 61), nicht in Frage zu stellen. Die von der
Beschwerdeführerin angeführten Einwände überzeugen hinsichtlich der
Auseinandersetzung von Med. pract. G._ in ihrem Gutachten vom
13. Juli 2017 mit den damals aktenkundigen medizinischen Berichten nicht.
Med. pract. G._ äusserte sich umfassend zum Umstand, warum sie
entgegen der Einschätzung von Dr. med. I._ eine rezidivierende
depressive Störung nach ICD-10 F 33.2 ausschliesse. So wurden
insbesondere die von Dr. med. I._ erwähnten und nicht näher
belegten Hinweise in den Akten auf vorgängige, schwere depressive
Episoden nachvollziehbar widerlegt und Dr. med. I._ scheint für den
Beginn der depressiven Episoden auf die Angaben der
Beschwerdeführerin abzustellen (Bg-act. 142 S. 2), was aber insbesondere
im psychiatrischen Bericht von Dr. med. M._ keine hinreichende
Stütze findet (siehe Bg-act. 59 und 61). Auch die mit Schwierigkeiten
verbundene, vorgängige psychopharmakologische Behandlung und
bereits früher aktenkundig festgehaltene Anzeichen für eine depressive
Symptomatik behandelte Med. pract. G._ in ihrem Gutachten
ausführlich (siehe Bg-act. 126 S. 26 ff.). Insbesondere würdigte Med. pract.
G._ auch den Bericht vom 30. Dezember 2016 von Dr. med. I._,
welcher hinsichtlich des zeitlichen Verlaufs der geltend gemachten
depressiven Symptomatik weitgehend mit dem Bericht vom 31. Oktober
2017 übereinstimmt. Med. pract. G._ ordnete im Übrigen die im
Zeitpunkt der Exploration festgestellten sehr leichten bis leichten
depressiven Beschwerden einer Dysthymia (ICD-10 F 34.1) zu, womit eine
depressive Symptomatik nicht unbeachtet gelassen wurde (siehe Bg-
act. 126 S. 29). Schliesslich kann noch darauf hingewiesen werden, dass
- 44 -
auch Dr. med. I._ von erheblichen sozialen Ressourcen bei der
Beschwerdeführerin ausgeht und auch selbst festhält, dass die
Beschwerdeführerin eine stationäre Behandlung hinsichtlich der
depressiven Symptomatik abgelehnt habe, ohne dass Dr. med. I._
diesen Umstand mit einem psychiatrischen Krankheitsbild begründet hätte
(siehe Bg-act. 142 S. 3).
6.6. Das Gericht kommt aufgrund der Würdigung der vorliegenden ärztlichen
Berichte und unter Mitberücksichtigung der RAD-Abschlussbeurteilung von
RAD-Arzt H._ vom 6. September 2017 (siehe Bg-act. 140 S. 19 f.)
zum Schluss, dass sowohl auf die Arbeitsfähigkeitseinschätzung von
Dr. med. D._ aus rheumatologischer Sicht als auch auf jene von
Med. pract. G._ aus psychiatrischer Sicht abzustellen ist und die
beschwerdeführerischen Einwände sowie auch die weiteren
aktenkundigen medizinischen Berichte die Schlüssigkeit und
Nachvollziehbarkeit der beiden Administrativgutachten nicht hinreichend zu
erschüttern vermögen. Damit ist von einer Arbeitsfähigkeit der
Beschwerdeführerin in einer adaptierten Tätigkeit im Umfang von 70 %
eines Vollzeitpensums auszugehen. Qualitative Einschränkungen
bestehen aus somatischer Sicht hinsichtlich rein sitzenden und rein
stehenden Tätigkeiten, insbesondere auch vornübergebeugtem Arbeiten
und es bestehen Gewichtsbeschränkungen für das repetitive (5 kg) und
einzelfallweise (15 kg) Heben von Lasten (Bg-act. 101 S. 15 f.).
Einschränkungen der Arbeitsfähigkeit aus psychischer Sicht bestehen nicht
(Bg-act. 126 S. 30 f.)
7. Soweit die Beschwerdeführerin weiter vorbringt, dass im vorliegenden Fall
zwingend eine Haushaltsabklärung hätte erfolgen müssen, ändert dies, wie
nachstehend noch zu zeigen sein wird, nichts am Ergebnis, wonach bei der
Beschwerdeführerin kein rentenbegründender Invaliditätsgrad besteht.
Dies auch wenn der Beschwerdeführerin grundsätzlich zuzustimmen ist,
- 45 -
dass gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung die für die Bestimmung
des Invaliditätsgrades zu eruierende Einschränkung in einem anerkannten
Aufgabenbereich im Sinne von Art. 7 Abs. 2 IVG bzw. die konkreten
Auswirkungen eines Gesundheitsschadens im nichterwerblichen Bereich
grundsätzlich durch eine Abklärung vor Ort gemäss Art. 69 Abs. 2 Satz 2
IVV festzustellen sind. Auf die Durchführung kann aber ausnahmsweise
verzichtet werden. Auch wenn vorliegend grundsätzlich die konkreten
Auswirkungen eines Gesundheitsschadens im nichterwerblichen Bereich
für die (gleichzeitige) Bestimmung der gesundheitsbedingten
Beeinträchtigung im Haushalt massgebend sind und prinzipiell nicht
einfach auf die medizinisch-theoretische Arbeitsfähigkeit abgestellt werden
kann, konnte die Beschwerdegegnerin unter Berücksichtigung des
Erfordernisses einer unrealistisch hohen Einschränkung im zu 20 %
gewichteten Haushaltsbereich davon absehen (vgl. nachstehende
Erwägung 8.2). Zudem ist aufgrund der beweiskräftigen
Administrativgutachten nur von somatisch bedingten Einschränkungen im
quantitativen Umfang von 30 % für körperlich leichte, wechselbelastende
Tätigkeiten ohne repetitives Heben von Lasten über 5 kg bzw. Einzellasten
körpernah von über 15 kg auszugehen. Für die angestammte Tätigkeit mit
überwiegend stehender Tätigkeit und unter Beachtung der genannten
Gewichtslimiten schätzte Dr. med. D._ die Arbeitsfähigkeit noch auf
40 % bis maximal 50 %. Dabei fällt noch ins Gewicht, dass die
Beschwerdeführerin mit ihrer Familie zusammenlebt (siehe Bg-act. 126
S. 15) und von diesen im Sinne einer Schadenminderungspflicht eine
Mithilfe im Haushalt einzufordern ist, wobei die beiden Kinder der
Beschwerdeführerin im Zeitpunkt der angefochtenen Verfügung bereits
volljährig waren und im Haushaltsbereich grössere Freiheiten in der
zeitlichen Gestaltung bestehen. Insofern erscheint unwahrscheinlich, dass
im Haushalt eine höhere als im Ausmass von 60 % somatisch bedingte
Einschränkung besteht (vgl. zum Ganzen Urteile des Bundesgerichts
9C_295/2018 vom 26. Juli 2018 E.4.1 und 8C_827/2011 vom 3. Februar
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2012 E.4.2; BGE 133 V 504 E.4.2 m.H.a. BGE 130 V 97 E.3.3.3; BGE 134
V 9 E.7.2 und 7.3.1; Urteil des Eidgenössischen Versicherungsgerichts
[EVG] I 12/05 vom 18. Mai 2005 E.2.4).
8.1. Die Beschwerdeführerin äussert keine Kritik an der Gewichtung des
Erwerbs (80 %) und des Haushalts (20 %). Aufgrund der vorliegenden
Akten ist diese Gewichtung durch die Beschwerdegegnerin auch nicht zu
beanstanden, insbesondere da die Betreuungsleistungen hinsichtlich den
beiden, zwischenzeitlich erwachsenen Kindern immer mehr reduziert
werden konnte (vgl. Bg-act. 126 S. 16). Die Beschwerdeführerin rügt
hingegen, dass die Beschwerdegegnerin potenzielle Wechselwirkungen
zwischen der als zumutbar erachteten (Rest-)Arbeitsfähigkeit im
Erwerbsbereich sowie den Einschränkungen im Haushaltsbereich nicht
berücksichtigt habe. Gemäss BGE 134 V 9 ist bezüglich der in den beiden
Tätigkeitsbereichen Erwerb und Haushalt vorhandenen Belastungen deren
unterschiedlichen Gegebenheiten Rechnung zu tragen. Die versicherte
Person sei im Rahmen ihrer Schadensminderungspflicht gehalten, im
Umfang ihrer noch vorhandenen Leistungsfähigkeit eine dem Leiden
angepasste erwerbliche Tätigkeit auszuüben. Es ist also eine erwerbliche
Tätigkeit zu wählen, in welcher sich die gesundheitliche Beschränkung
minimal auswirke. Bezüglich der häuslichen Verrichtungen sei die Wahl des
Tätigkeitsgebietes hingegen eingeschränkter. Andererseits bestünden in
diesem Bereich grössere Freiheiten in der zeitlichen Gestaltung und
Familienangehörigen sei eine gewisse Mithilfe zuzumuten. Eine
gegenseitige Beeinflussung erscheine umso geringer, je komplementärer
die Anforderungsprofile der beiden Tätigkeitsgebiete ausgestaltet seien.
Die sich durch eine schlechte Vereinbarkeit der beiden Tätigkeitsbereiche
ergebenden negativen gesundheitlichen Auswirkungen müssten
offenkundig und unvermeidbar sein. Von einer vermeidbaren
Wechselwirkung sei demgegenüber auszugehen, wenn durch eine
zumutbare Wahl einer anderen Erwerbstätigkeit solche Wechselwirkungen
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ausgeschlossen werden können. Schliesslich seien Wechselwirkungen nur
dann zu berücksichtigen, wenn sich aus den Akten ergebe, dass die Arzt-
und (Haushalts-) Abklärungsberichte nicht bereits in Kenntnis der im jeweils
anderen Aufgabenbereich vorhandenen Belastungssituation erstellt
worden seien (siehe zum Ganzen BGE 134 V 9 E.7.2 und 7.3.1 f.). Solche
Wechselwirkungen in der Ausprägung von gesundheitlichen Auswirkungen
vom Erwerbs- in den Haushaltsbereich können gemäss Bundesgericht nur
angenommen werden, wenn die verbleibende Restarbeitsfähigkeit im
erwerblichen Tätigkeitsgebiet voll ausgenützt wird. Zudem kann ein allfällig
reduziertes Leistungsvermögen im erwerblichen Bereich infolge einer
Beanspruchung im Haushalt nur für den Fall berücksichtigt werden, wo
Betreuungspflichten, insbesondere gegenüber Kindern, bestehen
(BGE 134 V 9 E.7.3.3 f.). Allfällige Wechselwirkungen sind stets vom
anteilsmässig bedeutenderen zum weniger bedeutenderen Bereich zu
berücksichtigen und der ungewichtete Maximalsatz für eine solche
Berücksichtigung von Wechselwirkungen legte das Bundesgericht auf
15 % fest (BGE 134 V 9 E.7.3.5 f.).
8.2. Vorliegend ging Dr. med. D._ im rheumatologischen Gutachten vom
9. Dezember 2016 (Posteingang) selbst in der angestammten Tätigkeit und
unter Berücksichtigung von gewissen Gewichtslimiten für repetitives Heben
bzw. Heben von Einzellasten (vgl. bereits vorstehende Erwägungen 5.1
und 7) von einer Arbeitsfähigkeit von 40 % bis maximal 50 % aus. In einer
adaptierten Tätigkeit bemass er die Arbeitsfähigkeit auf 70 %. Für die
Invaliditätsbemessung ging die Beschwerdegegnerin in der angefochtenen
Verfügung vom 2. November 2017 von einem Valideneinkommen für das
Jahr 2017 von Fr. 48'138.50 aus, welches sie auf Basis des zuletzt
verdienten Monatslohnes (80 % Pensum), angepasst an die (geschätzte)
Nominallohnentwicklung von 2015 bis 2017, ermittelte (vgl. Bg-act. 50 S. 2
f. und Bg-act. 130 S. 1). Das Invalideneinkommen ermittelte sie auf Basis
der Schweizerischen Lohnstrukturerhebung des Bundesamtes für Statistik
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für das Jahr 2014 (LSE 2014), Tabelle TA1, Kompetenzniveau 1, Total,
weiblich, angepasst an die betriebsübliche Arbeitszeit von 41.7 h/Woche
sowie die (geschätzte) Nominallohnentwicklung von 2014 bis 2017
bezüglich der verwertbaren Restarbeitsfähigkeit von 70 % in einer
adaptierten Tätigkeit gemäss rheumatologischem Gutachten von Dr. med.
D._ vom 9. Dezember 2016 (Posteingang). Daraus resultierte ein
Invalideneinkommen von Fr. 38'553.10 und somit ein Invaliditätsgrad im
Erwerbsbereich von 20 % bzw. gewichtet im Verhältnis 80/20 %
(Erwerb/Haushalt) von 16 %. Im Haushaltsbereich ging die
Beschwerdegegnerin auf Basis der Einschränkung im Erwerbsbereich in
einer adaptierten Tätigkeit ebenfalls von einer Einschränkung von 30 %,
gewichtet 6 %, aus. Daraus resultierte, in Anwendung der dazumal gültigen
Berechnungsweise für die gemischte Methode (vgl. dazu vorstehende
Erwägung 2.3), ein rentenausschliessender Gesamtinvaliditätsgrad von
22 %. Die Beschwerdeführerin kritisiert die dieser Berechnung zugrunde
gelegten Validen- und Invalideneinkommen nicht und entsprechende
Mängel sind auch nicht ersichtlich. Einzig das Abstellen auf das Jahr 2017
für die Invaliditätsbemessung erschliesst sich dem Gericht mit Blick auf
BGE 129 V 222 nicht ganz, weil die Beschwerdegegnerin von einer
verwertbaren (adaptierten) Arbeitsfähigkeit von 70 % ab März 2016
ausgeht (siehe Bg-act. 139 S. 5) und im Jahre 2016 sowohl das Wartejahr
gemäss Art. 28 Abs. 1 lit. b und c IVG abgelaufen war als auch Art. 29
Abs. 1 IVG eingehalten war (siehe Bg-act. 140 S. 23). Infolge der von der
Beschwerdegegnerin berücksichtigten, gleichen Nominallohnentwicklung
2016 bis 2017 beim Validen- und Invalideneinkommen (siehe Bg-act. 139
S. 2 und Bg-act. 130 S. 1), änderte sich aber auch beim Abstellen auf das
Jahr 2016 nichts an dem nachfolgend dargelegten Ergebnis. Wenn sich die
Beschwerdegegnerin also auf den Standpunkt stellt, dass sie für die
Einschränkung im Haushalt ebenfalls auf die Beurteilung von Dr. med.
D._ hinsichtlich der Arbeitsfähigkeit in einer adaptierten Tätigkeit
abstelle, weil sich auch bei einer höheren Einschränkung im
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Haushaltsbereich keine rentenrelevante Veränderung des
Invaliditätsgrades ergeben könne, ist dies, wie die nachfolgende
Berechnung zeigt, nicht zu beanstanden. Dazu ist noch anzumerken, dass
sich bei einer hypothetischen Annahme einer 100%igen Einschränkung im
Haushaltsbereich keine Wechselwirkung im Umfang von bis zu 15 %
infolge der (ebenfalls) als zumutbar erachteten Erwerbstätigkeit im Umfang
von 70 % (Gewichtung von 80 %) auf die anteilsmässig kleinere
Haushaltstätigkeit ergeben könnte, weil bereits eine vollständige
Einschränkung im Haushaltsbereich bestünde. Der zuletzt verdiente
Jahreslohn, angepasst an die (tatsächliche) Nominallohnentwicklung
zwischen 2015 und 2017 von 0.7 und 0.4 %, ergibt ein Valideneinkommen
für das Jahr 2017 von Fr. 47'710.40 (80 % Pensum). Unter
Zugrundelegung derselben Parameter wie die Beschwerdegegnerin für die
Berechnung des Invalideneinkommens im Jahre 2017 resultiert für die als
zumutbar erachtete Restarbeitsfähigkeit von 70 % in einer adaptierten
Tätigkeit ein Invalideneinkommen von Fr. 38'222.65 (LSE 2014,
Kompetenzniveau 1, weiblich, angepasst an die betriebsübliche
Wochenarbeitszeit von 41.7 h/Woche und die Nominallohnentwicklung für
den Zeitraum von 2014 bis 2017 [0.4 %, 0.7 %, 0.4 %]). Daraus resultiert
wiederum eine Einschränkung im Erwerbsbereich von 20 % und gewichtet
von 16 %. Für einen rentenbegründenden Gesamtinvaliditätsgrad von
mindestens 40 % (siehe Art. 28 Abs. 1 lit. c IVG) müsste der
Invaliditätsgrad im Haushaltsbereich mindestens 24 % betragen, was aber
bei einer Gewichtung von 20 % eine über 100%ige Einschränkung im
Haushaltsbereich erfordern würde, was rein hypothetisch ist und bleibt.
Selbst bei Berücksichtigung der maximal möglichen Einschränkung von
100 % im Haushaltsbereich würde ein maximaler Gesamtinvaliditätsgrad
von 36 % resultieren, welcher aber nicht zum Bezug einer Invalidenrente
berechtigt. Insofern ändert sich vorliegendenfalls trotz Verzichts auf eine
Haushaltsabklärung nichts am Ergebnis.
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9.1. Aufgrund der vorstehenden Erwägungen kann somit festgehalten werden,
dass die Beschwerdegegnerin zu Recht den Anspruch der
Beschwerdeführerin auf eine Invalidenrente verneint hat und die
Beschwerde sich somit als unbegründet erweist, womit sie abzuweisen ist.
9.2. Nach Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren – in Abweichung
von Art. 61 Abs. 1 lit. a ATSG – bei Streitigkeiten um die Bewilligung oder
Verweigerung von Leistungen der Invalidenversicherung vor dem
kantonalen Versicherungsgericht kostenpflichtig. Die Kosten werden nach
dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von
Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festgelegt. Aufgrund des Ausganges des
vorliegenden Verfahrens gehen die Gerichtskosten von Fr. 700.-- gestützt
auf Art. 73 Abs. 1 VRG zulasten der Beschwerdeführerin. Die obsiegende
Beschwerdegegnerin hat keinen Anspruch auf eine aussergerichtliche
Entschädigung (Art. 61 lit. g ATSG e contrario).