# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** d33142a8-da6f-47ad-b630-de8505db671d
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2021
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1961, arbeitete als selbständiger Optiker (Urk. 10/1/6, Urk. 10/8, Urk. 10/55/4). Am 4. Juli 2017 meldete er sich mit dem
Formular «Anmeldung für Erwachsene: Berufliche Integration/Rente» wegen eines
Augeninfarkts und eines Herzinfarkts bei der Eidgenössischen Invaliden
versiche
rung zum Leistungsbezug an (Urk. 10/1). Die Sozialversicherungsanstalt des
Kan
tons Zürich, IV-Stelle, klärte die medizinischen und erwerblichen Ver
hältnisse ab. Mit Vorbescheid vom 22. März 2018 kündigte die IV-Stelle die Abweisung des Rentenbegehrens an, da bereits ab dem März 2018 die ange
stammte Tätigkeit wieder in vollem Pensum habe aufgenommen werden können (Urk. 10/40). Da
gegen erhob der Versicherte am 29. März 2018 Einwände (Urk. 10/43). Die IV-Stelle tätigte daraufhin weitere Abklärungen und holte unter anderem das poly
disziplinäre Gutachten der
Y._
GmbH, Gutachtensstelle
Z._
, vom 25. Oktober 2019 ein (Urk. 10/8
2
). Mit neuem Vorbescheid vom 7. April 2020 kündigte die IV-Stelle die Abweisung des Leistungsbegehrens an (Urk. 1
0
/
87
). Dagegen erhob der Versicherte
, vertreten durch den Treuhänder Hans Städeli,
am
20. April 2020
sinngemäss Einwand
(Urk. 1
0
/8
8
)
. Mit Eingabe vom 29. April
2020
zeigte Rechtsanwalt Dr. G.
Brusa
der IV-Stelle sein Mandat zur Rechtsver
tretung des Versicherten im Verwaltungsverfahren an (Urk. 10/90).
Mit
Sc
hreiben vom
8. Mai 2020 (Urk. 10
/9
8
-
100
)
und
diversen E-Mails
wurden die Einwände ergänzt
.
Nach weiteren Abklärungen sandte die IV-Stelle dem Versicherten am 25. Septem
ber 2020 die zusätzlichen Akten zu und verlängerte die Frist zur Ergänzung des Einwandes bis am 16. Oktober 2020 (Urk. 1
0/158
). Mit Schreiben vom 1. und vom 12. Oktober 2020 ergänzte der Versicherte seine Einwände und beantragte die Zusprache einer ganzen Inva
lidenrente und einer Verfahrens
entschädigung sowie einer Hilflosenentschädigung im Sonderfall
nach Durchführung der notwendigen Abklärungen
(Urk. 1
0
/16
4
/1, Urk. 1
0
/16
5
). Mit Verfü
gung vom 30. Oktober 2020 verneinte die IV-Stelle einen Anspruch des
Versi
cherten auf Leistungen de
r Invalidenversicherung (Urk. 10
/16
9
).
1.2
Mit Schreiben vom 13. November 2020
an die IV-Stelle
machte der Versicherte eine rechtsver
weigernde Verfahrensverzögerung geltend und rügte, dass die Ab
klärungen und der Entscheid in Sachen einer
Hilflosenentschädigung im Sonder
fall
bei hoher Gesichtsfeldeinschränkung ausstehend seien sowie dass das poly
disziplinäre Gut
achten zur Abklärung des geltend gemachten Rentenanspruchs mangelhaft und die Sache längst verfügungsreif sei (Urk. 1
0/171
). Anlässlich des Telefon
gesprächs vom 20. November 2020 teilte der Vers
icherte der IV-Stelle mit, dass
er die Verfügung vom 30. Oktober 2020 nicht erhalten habe (Urk. 1
0/175),
worauf
hin die IV-Stelle dem Versicherten diese Verfügung eröffnete (Urk. 1
0
/175
). Am 25. November 2020 rügte der Versicherte erneut den ausste
henden Entscheid
über den Anspruch auf
Hilflosenentschädigung im Sonderfall
; ausserdem er
suchte
er
darum
, dass über die
im Verwaltungsverfahren
geltend gemachte Parteient
schädigung zu verfügen sei (Urk. 1
0
/17
7
).
Die
IV-Stelle
teilte dem Versicherten mit Schreiben vom 25. Novem
ber 2020 mit, dass ihr keine Anmeldung betreffend Hilflosenentschädigung vor
liege und dass daher auch kein entsprechendes Verfahren hängig sei. Auch seien die Voraus
setzungen für eine leichte Hilflosenentschädigung im Sonderfall nicht dargetan worden. Die Anmeldung vom 7. Juli 201
7 habe sich auf berufliche Mass
nahmen beziehungsweise eine Rentenprüfung bezogen. Ein Formular zur Einreichung eines Gesuchs um Hilflosenentschädigung sei auf der Homepage der SVA zu finden (Urk. 1
0
/17
9
). Mit Schreiben vom 27. November 2020 machte der Ver
si
cherte dagegen geltend, die Anmeldung bei der Invalidenversicherung zum Bezug von Versicherungsleistungen habe umfassende Wirkung und dass keine spezielle Formularpflicht, auch nicht betreffend spezieller Leistungen, bestehe; ausserdem beantragte er, die überfälligen Abklärungen seien an Hand zu nehmen (Urk. 1
0
/18
2
). Mit Schreiben vom 30. November 2020 verwies die IV-Stelle be
tref
fend die beantragte Parteientschädigung auf die E-Mail vom 17. Juli 2020, in welcher darauf hingewiesen
worden sei, dass im
Einsprache
verfahren
in der Regel keine Parteientschädigung ausgerichtet werde; bezüglich der Ausführungen zur
Hilflosenentschädigung im Sonderfall
verwies sie auf ihr Schreiben vom 25. November 2020 (Urk.
10
/18
4). Mit Schreiben vom 3. Dezem
ber 2020 bestä
tigte die IV-Stelle dem Versicherte
n schliesslich, dass sie im Rah
men der Offizial
maxime die Prüfung eines Anspruchs auf
Hilflosenentschädigung im Sonderfall
vornehmen werde (Urk. 1
0
/18
5
).
Im Schreiben vom 4. Dezember 2020 erklärte der Versicherte mit Bezug auf das Schreiben der IV-Stelle vom 25. November 2020, dass damit hinsichtlich des Antrages auf Abklärung des Anspruchs auf eine
Hilflosenentschädigun
g im Son
der
fall
eine förmliche Rechtsverweigerung verfügt worden sei und er dagegen Beschwerde erheben werde. Betreffend die beantragte Parteientschädigung sei in der Erklärung, dass im
Vorbescheidverfahren
in der Regel keine Parteientschä
digung ausgerichtet werde, mutmasslich eine Ablehnung des Anspruchs auf Par
teientschädigung, möglicherweise eine weniger förmlich verfügte Rechtsver
wei
gerung zu sehen. Auch diesen Anspruch werde er mit Beschwerde geltend machen (Urk. 1
0
/18
6
).
1.3
Mit Eingabe vom 12. Januar 2021 reichte der Versicherte Beschwerde gegen das Schreiben
der IV-Stelle
vom 25. November 2020 ein und bean
tragte, es seien ihm die gesetz
lichen Leistungen zuzusprechen (Urk.
10/
188/3-8). Das Sozialver
siche
rungsgericht des Kantons Zürich
trat mit Urteil vom 17. März 2021
im Verfahren Nr. IV.2021.00020
auf
die Beschwerde hinsichtlich des Leistungsbe
gehrens auf Hilflosenentschädigung nicht ein und wies die diesbezügliche Beschwerde betref
fend Rechtsverzögerung ab.
Die Rechtsverweigerungsbe
schwerde betreffend das Leistungsbegehren auf eine Parteientschädigung im
Vorbescheidverfahren
hiess das Gericht gut und wies die
IV-Stelle
an, darüber unverzüglich eine anfechtbare Verfügung zu erlassen (Urk. 10/209/7-10).
Daraufhin wies die IV-Stelle das Gesuch um Ausrichtung einer Parteient
schä
di
gung im Verwaltungsverfahren mit Verfügung vom 11.
Mai 2021 ab (
richtig wohl:
28. April 2021, vgl.
Ur
k.
2 =
U
rk.
10/215).
Ferner
wies
sie
nach Durch
füh
rung des
Vorbescheidver
fahrens
(
U
rk.
10/206
, Urk. 10/208, Urk. 10/210
)
mit Ver
fügung vom 21. Mai 2021
auch
das Gesuch um Ausrichtung einer Hilflosenent
schädi
gung ab (Urk. 10/217).
1.4
Am
11. Januar 2021 hatte der
Versicherte
auch Beschwerde gegen die Verfügung
vom 30. Oktober 2020 betreffend
Abweisung des Leistungsbegehrens
(Urk. 1
0
/16
9
)
erhoben (Urk.
10/187/3-27). Hierzu wurde das Verfah
ren Nr.
IV.2021.00015 eröff
net
.
Der Versicherte hat
am 18. Juni 2021 zudem
Be
schwerde gegen die Ver
fü
gung
vom
21.
Mai 2021
betreffend Hilflosenentschä
digung erhoben. Diesbezüg
lich wurde das Verfahren
Nr.
IV.2021.00406 eröffnet, welches mit dem Verfahren Nr. IV.2021.00015 vereinigt wurde.
Das vereinigte Verfahren ist derzeit am Ge
richt hängig.
2.
Mit Eingabe vom 30. April 2021
(Urk. 1), ergänzt mit Eingabe vom 14. Mai 2021 (Urk. 4),
erhob der Versicherte Beschwerde gegen die Verfügung vom 28. April 2021 und beantragte, diese sei aufzuheben und die
Beschwerdegegnerin
sei zur Leistung einer angemessenen Parteientschädigung für seinen Aufwand im
Ab
klärungs
-/
Vorbescheidverfahren
zu verpflichten (Urk.
1 S. 2
).
Die
Beschwerde
geg
nerin
nahm in der Eingabe vom 4. Juni 2021 zur Eingabe des
Beschwer
de
führer
s vom 14. Mai 2021 Stellung (Urk. 7) und
schloss in der Beschwerdeantwort vo
m 7. Juni 2021 auf Abweisung der Beschwerde (Urk. 9), wovon dem
Be
schwer
deführer
am 11. Juni 2021 Kenntnis gegeben wurde (Urk. 11).
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Nach Art. 52 Abs. 3
des
Bundesgesetz
es
über den Allgemeinen Teil des Sozial
versicherungsrechts (ATSG)
werden im sozialversicherungsrechtlichen
Einspra
cheverfahren
in der Regel keine Parteientschädigungen zugesprochen. Der Ein
sprecher,
der im Falle des Unterliegens die unentgeltliche
Verbeiständung
bean
spruchen könnte,
hat aber
bei Obsiegen
Anspruch auf eine Parteientschädigung (BGE 132 V 200 E. 4.1; 130 V 570). Dabei bezieht sich der Grundsatz des Art. 52 Abs. 3 Satz 2 A
TSG auf das
Einspracheverfahren
(BGE 140 V 116 E. 3.3).
1.2
Mit Blick auf die Zusprechung einer Parteientschädigung
im
Vorbescheid
ver
fahren
der Invalidenversicherung, welches im Rahmen der am 1. J
uli 2006 in Kraft getretenen 4.
IV-Revision das seit 1. Januar 2003 eingeführte
Einsprache
verfahren
wieder ersetzt hat (Art. 57a des
Bundesgesetz
es
über die Invalidenver
sicherung
[
IVG
]
und Art.
73
ter
der V
erordnung über
die Invalidenversicherung, IVV), entschied das Bundesgericht
im Urteil
I 667/01
vom 17. Februar 2003, dass
im
Vorbescheidverfahren
der
Invalidenversicherung mangels gesetzlicher Grund
lage kein Anspruch auf Parteientschädigung besteht,
wobei der Fall vorbehalten bleibt, dass die Verweigerung der Parteientschädigung einer Verletzung des Will
kürverbots gleichkommt.
Das
Vorbescheidverfahren
stellt ein gesetzlich vor
ge
sehenes Verfahren zur Gewährung des rechtlichen Gehörs dar, indem die IV-Stelle die Parteien anhören muss, bevor sie eine Verfügung erlässt, gegen die Beschwer
de erhoben werden kann. Damit ist dieses nicht mit dem
Ein
spracheverfahren
gleichzusetzen, welches im Gegensatz zum
Vorbescheidver
fahren
ein streitiges Verwaltungsverfahren darstellt, in welchem der Einsprecher folglich obsiegen kann.
Im nichtstreitigen
Vorbescheidverfahren
liegt hingegen kein Obsiegen oder Unterliegen der versicherten Person vor, weshalb sich auch keine analoge An
wendung des Art. 52 Abs. 3 ATSG hinsichtlich der rechtsprechungsgemässen aus
nahmsweisen Zusprechung einer Parteientschä
digung im
Einspracheverfahren
rechtfertigt
(BGE 140 V 116 E.
3.4
.1
)
.
1.
3
Eine Rechtsgrundlage für die Zusprechung einer Parteientschädigung für das dem Verfügungserlass vorangehende Administrativverfahren ist auch nicht in Art. 64
Abs. 1 des Bundesgesetzes über
das Verwaltungsverfahren (VwVG;
in Verbin
dung
mit Art.
55 ATSG) zu erblicken, welcher sich auf das Beschwerdeverfahren be
zieht.
Bei der Pflicht zur Entrichtung einer Parteientschädigung handelt es sich nicht um einen allgemeinen prozessualen Grundsatz, und eine solche ist insbe
sondere im erstinstanzlichen Verwaltungsverfahren unüblich.
Sie bedarf daher einer ausdrücklichen gesetzlichen Grundlage
. Der Gesetzgeber hat beim Erlass des
Verwaltungsver
fahrensgesetzes bewusst darauf verzichtet, die Möglichkeit der Zusprechung einer Parteientschädigung für das erstinstanzliche Verwaltungs
ver
fahren vorzusehen (BGE 132 II 47 E. 5.2). Mangels spezialgesetzlicher Grundlage besteht daher
kein Anspruch auf Zusprechung einer Parteientschädigung im
Vorbescheidverfahren
.
Eine Entschädigung ist daher jedenfalls nicht unter dem Rechtstitel der Parteientschädigung, sondern
gegebenenfalls im Rahmen der unentgeltlichen
Verbeiständung
geschuldet
(BGE 140 V 116 E. 3.4.2).
1.
4
1.4.1
Bei der unentgeltlichen
Verbeiständung
handelt es sich um ein öffentlich-recht
liches Verhältnis zwischen dem Staat und dem Rechtsanwalt (BGE 132 V 200 E.
5.1.4), das einen Honoraranspruch des Rechtsbeistands gegenüber dem Staat begründet
(BGE 140 V 116 E. 4).
Gestützt darauf hat der Anwalt eine Forderung gegen den Staat auf Entschädigung im Rahmen der anwendbaren kantonalen Bestimmungen. Einen Anspruch auf Entschädigung und Rückerstattung seiner Au
slagen kann der Anwalt auch aus
Art. 29 Abs. 3
Bundesverfassung (
BV
)
ab
leiten. Dieser Anspruch umfasst aber nicht alles, was für die Wahrnehmung der Interessen der vertretenen Partei von Bedeutung ist. Die Verfassungsbestimmung verlangt nur die Deckung des zur Wahrung der Rechte der Partei notwendigen Aufwands (vgl. BGE 141
I 124 E. 3.1;
140 V 116
E. 4
; Urteil des Bundesgerichts
5D_14/2017 vom 19. Juli 2017
E. 2
).
1.4.2
E
in unentgelt
licher Rechtsvertreter
wird der gesuchstellenden Person im Sozial
versicherungsverfahren
bewilligt
, wo die Verhältnisse es erfordern
(Art. 37 Abs. 4 ATSG; Art. 29 Abs. 3
BV). Voraus
gesetzt sind Bedürftigkeit, Nichtaussichtslosig
keit der Rech
tsbegehren sowie sachliche Gebotenheit der Ver
tretung (BGE 1
32 V 200 E. 4.1; Urteil des Bun
desgerichts 9C_52/2015 vom 3. Juli 2015 E. 4.1).
Die Notwendigkeit anwaltlicher Vertretung im sozialversicherungsrechtlichen Ver
waltungsverfahren ist namentlich mit Blick darauf, dass der Untersuchungs
grundsatz gilt (Art. 43 ATSG), nur in Ausnahmefällen zu bejahen. Es müssen sich schwierige Fragen rechtlicher oder tatsächlicher Natur stellen.
Zu berücksichtigen sind die Umstände des Einzelfalles sowie die Besonderheiten des jeweiligen Ver
fahrens.
Dabei fallen neben der Komplexität der Rechtsfragen und der Unüber
sichtlichkeit des Sachverhalts auch in der Person des Betroffenen liegende Gründe in Betracht, wie etwa seine Fähigkei
t, sich im Verfahren zu
rechtzufin
den (Urteil des Bundesgerichts 8C_557/2014 vom 18. November 2014 E. 4.2 mit weiteren Hinweisen).
Auch muss eine gehörige Interessenwahrung durch Dritte (Verbands
vertreter, Fürsorgestellen od
er andere Fach- und Ver
trauens
leute sozialer Institu
tionen)
ausser
Betracht fallen (Urteil des Bundesgerichts 9C_52/2015 vom 3. Juli
2015 E. 4.1 mit Hinweisen; BGE 142 V 342, nicht publizierte E. 7.1 [8C_676/2015 vom 7. Juli 2016]).
Im
Vorbescheidverfahren
erfordert es in der Regel gewisse medizinische Kennt
nisse und juristischen Sachverstand, um Schwachstellen einer fachärztlichen Expertise und deren rechtliche Relevanz zu erkennen. Es kann insoweit aber nicht von einer komplexen Fragestellung gesprochen werden, die eine anwaltliche Vertretung geböte. Die gegenteilige Auffassung liefe darauf hinaus, dass der
Anspruch auf unentgeltliche Rechtsverbeiständung
in praktisch allen
Vorbe
scheid
verfahren
bejaht werden
müsste, was der Konzeption von Art. 37 Abs.
4 ATSG
als einer Ausnahmeregelung widerspräche. Es bedarf mithin weiterer Umstände, welche die Sache als nicht (mehr) einfach und eine anwaltliche Vertretung a
ls notwendig erscheinen lassen (
Urteil
des Bundesgerichts
9C_316/2014
vom 17.
Juni 2014
E. 3.1 mit Hinweisen).
1.4.3
Könnte der Einsprecher im Falle des Unterliegens die unentgeltliche
Verbei
stän
dung
beanspruchen, hat er bei Obsiegen Anspruch auf eine Parteient
schädigung (BGE 140 V 116 E. 3.3; Urteil des Bundesgerichts
9C_898/2014 vom 20. Novem
ber 2015
E. 3.2-3).
2.
2.1
Die
Beschwerdegegnerin
hat zur Begründung der angefochtenen Verfügung aus
geführt, nach dem Kreisschreiben über die Rechtspflege in der AHV, der IV, der EO und bei den EL und Art. 52 Abs. 3 ATSG werde im
Einspracheverfahren
in der Regel keine Parteientschädigung ausgerichtet, es sei denn diese Ausgaben seien dazu bestimmt, die Kosten der unentgeltlichen Rechtsverbeiständung zu decken.
Der Einsprecher, der nicht über die erforderlichen Mittel verfüge, um die Anwalts
kosten selbst zu tragen, und der im Fall des Unterliegens die unentgelt
l
iche
Verbeiständung
(Art. 37 Abs. 4 ATSG) hätte beanspruchen können, solle bei O
b
siegen vom unterliegenden Versicherungsträger entschädigt werden.
Dieser Tat
bestand der Entschädigung der prozessarmen Partei im
Obsiegen
sfall
sei hier nicht
gegeben. Von Seiten des
Beschwerdeführer
s sei der Nachweis der hierzu not
wendigen Bedürftigkeit nicht erbracht worden. Es sei aktenkundig, dass er für das Jahr 2020 ein Erwerbseinkommen aus selbständiger Erwerbstätigkeit von Fr.
87'623.-- deklariert habe, was einem beitragspflichtigen Einkommen aus selb
ständiger Erwerbstätigkeit von Fr. 97'300.-- entspreche. Damit sei eine Bedürftig
keit im Sinne des Gesetzes, welche eine
n
Anspruch auf unen
t
geltliche Rechts
verbeiständung begründen würde, mit überwiegender Wahrscheinlichkeit nicht gegeben.
Ob die weiteren Voraussetzungen der Notwendigkeit und fehlenden Aussichtslosigkeit
g
egeben seien, könne damit offen
bleiben. Damit sei selbst unter Anwendung der in BGE 130 V 570 statuierten Ausnahmeregelung kein Raum für die Ausrichtung einer Parteientschädigung (Urk. 2).
2.2
Der
Beschwerdeführer
wendet dagegen ein,
es gehe darum, dass die
Beschwer
degegnerin
unter dem Titel der Parteientschädigung für
grobe Verletzungen ihrer Abklärungspflichten
im Verwaltungsverfahre
n
verantwortlich sei.
Si
e habe den
Sachverhalt nicht nur nicht abgeklärt, sond
ern verdunkelt.
Ausser
dem
habe die
Beschwerdegegnerin
systematisch
seine
Mitwirkungsrechte
verweigert, insbeson
dere auch im Zusammenhang mit der Organisation einer in der Sache
nicht nötigen polymedizinischen
Abklärung. Damit er, der
Beschwerdeführer
, dennoch eine Chance
gehabt habe
, zu seinem Recht zu kommen, habe er einen Rechts
anwalt beauftragen und die von der
Beschwerdegegnerin
hintertriebenen Abklä
rungen nachholen müssen.
Es habe sich um eine
Ersatzvornahme
gehandelt
. Den entsprechenden Aufwand habe die
Beschwerdegegnerin
zu entschädigen. Diese Entschädigung belaufe sich auf den durch die
«ersparte» Abklärung eingesparten verwaltungseigenen Aufwand.
Die
Beschwerdegegnerin
habe sich hierzu nicht geäussert, sondern lediglich zu nicht relevanten Verfahrensfragen. Ihr Verhalten sei rechtsmissbräuchlich und böswillig.
S
ie argumentiere mit dem
Einsprachever
fahren
und der dortigen Entschädigungsregelung, insbesondere im Falle des Ob
siegens der versicherten Person.
Vorliegend gehe es aber um die Entschädigung
für den Aufwand im Abklärungsverfahren/
Vorbescheidverfahren
, unabhängig vo
n Obsiegen oder Unterliegen.
Auch die Ausführungen der
Beschwerdegegnerin
über die unentgeltliche Rechtspflege und ihr Verweis auf Z
iffer
5.2 (Parteientschä
di
gung an die obsiegende Partei des Kreisschreibens über die Rechtspflege) würden am Thema vorbeigehen
(Urk. 1 S.
6
f.)
.
In rechtlicher Hinsicht sei massgeblich, dass Art. 57a IVG unter dem vierten Ab
schnitt «Organisation» den Vorbescheid als Teil des Abklärungsverfahrens regle.
Im fünften Abschnitt der
IVV
werde das Verfahren geregelt und «Die Abklä
rung der Verhältnisse» werde als Teil des Verfahrens unter A
rt. 69
ff. IVV abgehandelt. In dieser
Verordnung
werde die gesetzliche Pflicht der IV-Stelle zur umfassenden
Abklärung
der rechtlichen und tatsächlich relevanten Verhältnisse bestätigt. W
eder das IVG noch die IVV äussere sich zum Anspruch auf Parteientschädigung zu
gunsten der versicherten Person im/für das Verwaltungsverfahren. Lediglich indi
rekt werde dazu ausgeführt, dass der Aufwand im Rahmen der gesetzlichen Mit
wir
kungsplicht keinen Entschädigungsanspruch auslöse.
Auch aus dem 4. Kapitel «Allgemeine Verfahrensbestimmungen» des ATSG gehe die Aufgabenverteilung klar hervor. So habe die Verwaltung abzuklären und die versicherte Person dabei mitzuwirken. Zum Entschädigungsanspruch äussere sich das ATSG nicht. Bei dieser Lage verweise das
Gesetz auf das VwVG und dessen
Grundsätze. Das VwVG lasse die Frage der Parteientschädigung an den ansprechenden Bürger unbe
han
delt.
Die Rechtsprechung habe aber den grundsätzlichen
Anspruch auf Entschä
digung von Aufwand und Kosten des rechtssuchenden Bürgers für den Fall der Verweigerung des fairen Verfahrens
statuiert. Diese Rechtsprechung stütze sich direkt auf den verfassungsrechtlichen Anspruch von
Art. 29 BV,
welche Bestim
mung sogar noch weiter gehe als der konventionsrechtliche Anspruch auf e
in faires Verfahren gemäss Art.
6 der Europäischen Menschen
rechtskonvention (EMRK;
Urk. 1 S.
7
ff.).
2.3
Strittig und zu prüfen ist, ob der
Beschwerdeführer
Anspruch auf eine
Partei
entschädigung für seine Aufwendungen, namentlich die Anwaltskosten, im
Ver
waltungs
verfahren hat.
3.
3.1
Wie das
Bundesgericht im
-
hiervor in der Erwägung 1 zitierten
-
Leitentscheid BGE
140 V 116
klargestellt hat, besteht m
angels spezialgesetzlicher Grundlage
-
vorbehältlich einer Verletzung des Willkürverbots (vgl. dazu E. 3.2 nachfolgend) -
kein Anspruch auf Zusprechung einer Parteientschädigung im
Vorbescheidver
fahren
respektive im dem Verfügungserlass vorangehenden Administrativver
fah
ren
,
und ein solcher Anspruch
lässt sich
auch nicht aufgrund analoger Anwen
dung von
Art. 52 Abs. 3 ATSG
, in Anwendung von Art. 64 Abs. 1 VwVG (in Ver
bindung mit Art. 55 ATSG)
oder
mit
eine
m
allgemeinen prozessualen Grund
satz
begründ
en
(E. 3.4)
.
Der
Beschwerdeführer
führt denn auch selbst aus, dass weder im ATSG,
dem
IVG
oder
der
IVV
noch
im VwVG ein Anspruch auf Partei
entschädigung zugunsten der versicherten Person im/für das Verwaltungsver
fahren vorgesehen seien (Urk. 1 S. 8).
Dass er Anspruch auf einen unentgeltlichen Rechtsvertreter im Verwaltungsver
fahren hat, behauptet der
Beschwerdeführer
sodann ebenfalls nicht. Hierzu kann auf die Ausführungen im angefochtenen Entscheid verwiesen werden (Urk. 2 S.
1
f.), zumal der
Beschwerdeführer
nicht bestreitet, dass keine Bedürftigkeit gegeben ist. Auch hat er weder im Verwaltungs- noch im Beschwerdeverfahren die Gewährung einer unentgeltlichen Rechtsvertretung beantragt.
Der
Beschwerdeführer
beruft sich
hingegen
auf
den Anspruch auf ein faires Verfahren nach
Art. 29
Abs. 1
BV
und die dazu ergangene Rechtsprechung.
Zur Frage, ob sich daraus ein Anspruch auf eine
Partei
entschädigung im Verwal
tungs
verfahren ableiten lässt, gilt das Folgende.
3.2
3.2.1
Im Urteil
I 667/01
vom 17. Februar 2003 hat das Bundesgericht ausgeführt,
es bestehe nicht nur kein
allgemein anerkannter, für sämtliche Verfahrensstufen geltender Rechtsgrundsatz,
dass einer obsiegenden, anwaltlich vertretenen Partei
eine Parteientschädigung zugesprochen werden
müsse, sondern
die Rechtspre
chung
habe auch
keinen entsprechenden Anspruch aus Art. 4
aBV
- insbesondere dem daraus fliessenden Verbot der Rechtsverweigerung - abgeleitet
, wobei sich
aus den allgemeinen Verfahrensgarantien des Art. 29 der
(
neuen
)
Bundesver
fas
sung vom 18. April 1999 (
in Kraft seit
1. Januar 2000
) gegenüber der unter der Herrschaft zu Art. 4
aBV
ergangenen Rechtsprechung materiell nichts Neues
ergeben habe
(
E. 4.1 mit Hinweisen).
Weiter führte das Bundesgericht aus, e
ine Parteientschädigung für das
Vorbe
scheidverfahren
wäre - in analoger Anwendung der von der Rechtsprechung entwickelten Grundsätze betreffend das
Einspracheverfahren
in der Unfallver
sicherung - bei fehlender gesetzlicher Grundlage
höchstens
dann zuzusprechen, wenn die Ablehnung des Entschädigungsbegehrens im Einzelfall
in stossender Weise dem Gerechtigkeitsempfinden zuwiderliefe, mithin vor dem Willkürverbot (Art. 9 BV) nicht standzuhalt
en vermöchte
(vgl. BGE 117 V 401
E.
1b
; Urteil des Bundesgericht
s
I 667/01
vom 17. Februar 2003 E. 4.2
).
3.2.2
Wie sich
aus dieser höchstrichterlichen Rechtsprechung
ergibt,
ist
entgegen der Ansicht des
Beschwerdeführer
s
auch aus
den allgemeinen Verfahrensgarantien
von
Art. 29 BV
, namentlich dem Anspruch auf ein faires Verfahren (A
rt.
29 A
bs.
1 BV
; vgl. dazu BGE 137 V 210 E. 2.1.2.2
)
,
kein Anspruch auf e
ine Partei
entschädigung für das
Vorbescheidverfahren
ableitbar.
Im Leitentscheid BGE 137 V 210 hat das Bundesgericht zudem erklärt,
wenn
strukturelle Nachteile fest
gestellt
würden
, von welchen Leistungsansprecher der Sozialversicherung typi
scherweise betroffen
seien
,
bedürfe
es gegebenenfalls struktureller Korrektive. Prozessuale Chancengleichheit
dürfe
aber nicht dahin missverstanden werden, gestützt auf das Fairnessgebot könnten prozessuale Ansprüche geltend gemacht werden, um die objektive materielle Rechtsstellung im Einzelfall zu ve
rbessern; Waffengleichheit meine
nicht Gleichwertigkeit der materiellen Erfolgschancen
(E. 2.1.2.3).
Als Grundlage für einen Anspruch auf e
ine Parteientschädigung für das
Vor
be
scheidverfahren
könnte somit
(
in Anwendung
der hiervor
in E. 3.2.1
zitierten
Rechtsprechung
)
einzig
gegebenenfalls eine Verletzung des in Art.
9 BV veran
kerten Willkürverbots in Betracht fallen.
Zu prüfen ist
nachfolgend
daher allein, ob die verfügte Ablehnung des
Entschädigungsbegehrens
des
Beschwerdeführer
s
ausnahmsweise - trotz fehlender gesetzlicher Grundlage - in stossender Weise de
m
Gerechtigkeitsempfinden
zuwiderläuft
, mit
hin vor dem Willkürverbot (Art.
9 BV) nicht standzuhalten
vermag.
4.
4.1
Willkür in der Rechtsanwendung liegt vor, wenn der angefochtene Entscheid offensichtlich unhaltbar ist, mit der tatsächlichen Situation in klarem Wider
spruch steht, eine Norm oder einen unumstrittenen Rechtsgrundsatz krass verletzt oder
in stossender Weise dem Gerechtigkeitsgedanken zuwiderläuft.
Das Bundes
gericht hebt einen Entscheid jedoch nur auf, wenn nicht bloss die Begründung, sondern auch das Ergebnis
unhaltbar
ist. Dass eine andere Lösung ebenfalls als vertretbar oder
gar zutreffender
erscheint,
genügt nich
t (
BGE 142 II 369 E. 4.3 mit Hinweisen
).
4.2
4.2.1
Der
Beschwerdeführer
macht zur Begründung des Anspruchs auf Prozessent
schädigung im Verwaltungsverfahren eine
Verletzung der Abklärungspflicht der
Beschwerdegegnerin
respektive des Untersuchungsgrund
satzes
(
Art. 43 Abs. 1 und Art. 61
lit
. c ATSG
) und
seiner Mitwirkungs
r
echte
(insbesondere bei der Orga
nisation einer unnötigen polymedizinischen Abklärung)
durch die
Beschwerde
gegnerin
geltend
, was ihn zur Beauftragung eines Rechtsanwaltes veranlasst habe, der die
Abklärungen der Beschwerdegegnerin habe nachholen müssen,
welche diese
dadurch
eingespart habe
(Urk.
1 S. 6 f.).
Der
Beschwerdeführer
führt hierzu nicht aus, um welche Abklärungen es sich dabei seiner Ansicht
nach
im Einzelnen
handelt
, welche
r
ausserordentliche (Honorar-)A
ufwand ihm
zusätzlich entstand
en sei
und welche Mitwirkungsrechte ihm
inwiefern
tatsächlich verwei
gert worden seien.
Es fehlt
insofern
schon an einer hinreichenden Substantiierung der Rüge
n
.
4.2.2
Den Akten ist
zudem
zu entnehmen, dass die
Beschwerdegegnerin
nach der An
meldung des
Beschwerdeführer
s zum Leistungsbezug
am 4.
Juli 2017
(Urk.
10/1)
die üblichen Abklärungen zu den medizinischen und erwerblichen Verhältnissen des
Beschwerdeführer
s vornahm. So klärte sie die Einkommensverhältnisse des
Beschwerdeführer
s ab, holte die Akten der Krankentaggeldversicherung (Urk.
10/
16-29, Urk. 10/47/1-72, Urk. 10/59/1-88
)
, die Berichte der behandelnden Ärzte (Urk. 10/
34-35
, Urk. 10/50/7-53, Urk. 10/53-55
, Urk. 10/66-68
) und - nach
dem
Einwand
der damaligen Vertretung, der Städeli-Treuhand
(Urk.
10/43)
,
geg
en den Vorbescheid vom 22. Mär
z 2018 (Urk.
10/40)
und deren Stellungnahme
vom 29. Januar 2019
zu den ergänzen
d eingeholten Akten
(Urk. 10/60-61)
- das poly
disziplinäre Gut
achten
Y._
GmbH vom 25.
Oktober 2019 (Urk.
10/82
)
ein, was sie dem
Beschwerdeführer
, weiterhin vertreten durch die Städeli-Treuhand
,
vorab
unter Nennung der Fachbereiche, unter Beilage der Fragen an die Gutachter und mit der Gelegenheit zu Zusatzfragen bis am 18. Juni 2019 mitteilte (Urk.
10/70). Die Zuteilung der Gutachterstelle erfolgte
korrekt
über das Portal der
SuisseMED@P
(vgl.
www.suissemedap.ch
; Urk. 10/72) und damit nach dem Zufallsprinzip im Sinne von Art. 72
bis
IVV, was dem
Beschwerdeführer
ebenfalls erklärt wurde (Urk. 10/70/1).
Mit Schreiben vom 23. Juli 2019 teilte die
Be
schwerdegegnerin
dem
Beschwerdeführer
respektive dessen Vertretung die Gut
achtensstelle, die Gutachterpersonen und deren Fachdisziplinen mit
, dies
unter Hinweis auf die Möglichkeit von Einwendungen dagegen bis am 6. August 2019 (Urk. 10/77).
Solche Einwendungen erfolgten keine. Auch dieses Vorgehen ent
spricht dem
vorgesehenen
Ablauf bei Einholung einer
polydisziplinären
Begut
achtung
und ist rechtmässig (vgl.
BGE 139 V 349
E. 2.2. und E. 5.2.2.2
,
BGE 138 V 318 E. 6.1, BGE
137 V 210
E.
3.4.2.6-9
; vgl. auch Art. 44 ATSG
)
.
Eine Verletzung der Mitwirkungsrechte des
Beschwerdeführer
s ist
- entgegen
sein
er Ansicht
(Urk. 1)
und
auch entgegen seiner
Rügen im Einwand vom 8. Mai 2020 (Urk. 10/99) -
nicht ersichtlich
.
Zudem
erhielt
er
aufgrund des neuen Vor
bescheides vom
7.
April 2020
, in welchem das Recht zum Einwand korrekt erklärt wurde und woraus hervorging, dass sich die
Beschwerdegegnerin
auf das einge
holte Gutachten stützt (Urk. 10/87),
erneut
Gelegenheit
zur Stellungnahme zur angekündigten Leistungsabweisung
und auch zum Gutachten
.
4.2.3
Die darauffolgende Mandatierung
einer
anwaltlichen
Rechtsvertretung
(Urk. 10
/90-93
) war nicht durch besondere Umstände oder Verfahrensauf
fällig
keiten zwingend erforderlich
, zumal der
Beschwerdeführer
bereits durch eine
n
Treuhänder vertreten war und selbständiger
Unternehmer
mit eigenem Optiker
geschäft (Urk. 10/10/156/8)
ist
.
Insbesondere
wies
die
Angelegenheit zum Zeit
punkt des Vorbescheids weder einen besonders hohen
Komplexitätsgrad auf
,
noch
drohte dem
Beschwerdeführer
durch den von der Beschwerdegegnerin in Aus
sicht gestellten (negativen) Entscheid ein schlicht unhaltbares, nicht wieder gut zu machendes Unrecht. Nachdem im Vorbescheid ausdrücklich der Erlass einer
«
beschwerdefähigen Verfügung
»
angekündigt worden war und der Beschwerde
führer somit um die Möglichkeit des Rechtswegs wusste, drängte sich der Beizug eines Anwalts in jenem Verfa
hrensstadium nicht geradezu auf (vgl. Urteil des Bundesgerichts
I
667/01
vom 17. Februar 2003 E. 4.2
).
Der neu mandatierte Rechtsvertreter
hatte sich im Einwand vom 8. Mai 2020 zu
dem auf den Standpunkt gestellt, dass auch ohne MEDAS-Gutachten ein Ent
scheid
aufgrund der Akten möglich gewesen wäre (U
rk.
10/99/2). Dies wider
spricht seinem
Vorbringen, die
Beschwerdegegnerin
habe den Untersuchungs
grundsatz verletzt und er habe daher qua
s
i ersatzweise selbst weitere Abklä
run
gen vor
nehmen müssen
(Urk. 1 S. 6 ff.)
.
Die geltend gemachten «Abklärungen» des Rechtsvertreters
beinhalten
das
Ein
reich
en
von Berichten der behandelnden Ä
rzte
aus dem Jahr 2015 (U
rk.
10/104)
und
von Juni
bis August
2020 (Urk. 10/115-117
, Urk. 10/150
, Urk. 1
0
/167
), eine nicht unterzeichnete Aktennotiz
ohne Nennung des Verfassers
(vermutungsweise vom
Beschwerdeführer
persönlich)
mit dem Betreff «telefonische Besprechung mit
A._
» (Urk. 10/118), zwei Bericht
e
von Bekannten des
Beschwerdeführer
s (Urk. 10/111, Urk. 10/120), eine
n
persönliche
n
Bericht des
Beschwerdeführer
s (Urk. 10/123)
, Zeitungs
- und Fach
artikel (Urk. 10/129
, Urk. 10/141
, U
rk.
10/147, Urk. 10/152
)
sowie
Internetbeiträge (U
rk.
10/134-135
, Urk. 10/166
)
.
Auch wenn der mandatierte Rechtsvertreter damit von sich aus - ob letztlich notwen
dige
r
weise oder nicht kann hier offen bleiben -
V
erschiedenes zur Beweismittel
be
schaffung unternommen hat, z
ur Begründung eines
Aufwandes aufgrund eines besonders hohen
Komplexitätsgrad
es
der Sache
und
zur Begründung
der
Abwen
dung eines drohenden, schlicht unhaltbaren, nicht wieder gut zu machenden Unrechts
ist dies
jedenfalls
nicht geeignet.
Im Einwand vom 8. Mai 2020 rügte der Rechtsvertreter das MEDAS-Gutachten an sich, das Auswahlverfahren und die Verletzung von Mitwirkungsrechten bei dessen Einholung (Urk. 10/99/1-2). Auch in den
darauffolgenden
zahlreichen weiteren E-Mails des Recht
s
vertreters an die
Beschwerdegegnerin
ging es im Wesentlichen um die Kritik am MEDAS-Gutachten und de
n
Wunsch um Mitbe
stimmung
beim
weiteren Vorgehen im Abklärungsverfahren (Urk. 10/
103,
107, 109
-1
10
,
113
-114
,
119, 121, 126
-127,
132-133, 137-140, 142
, 145-146
, 151, 154
, 157, 159
).
Ein «einvernehmliches Festlegen des weiteren Vorgehens im Abklä
rungs
verfahren», wie dies von Seiten des
Beschwerdeführer
s verlangt wurde (Urk.
10/109/3), ist
indes
nicht vorgesehen und es besteht - ausserhalb
der ge
währten
Mitwirkungsrechte -
insbesondere kein
Anspruch darauf. Vielmehr ist es Sache der
Beschwerdegegnerin
,
das Abklärungsverfahren zu
leiten
(Art. 43 Abs.
1 ATSG, Art. 44 ATSG)
. Wenn - wie hier - die gewährten Mitwirkungsrechte vor der Begutachtung
,
namentlich Einwendungen gegen die angezeigten Gutacht
er
personen und Fachdisziplinen
sowie das Stellen von Zusatzfragen
,
vom dama
ligen Vertreter
nicht wahrgenommen wurde
n
, kann dies nicht nach Kenntnis der Begutachtung
nachträglich
nachgeholt werden
,
wenn die
versicherte Person mit der
Begutachtung und/oder deren Ergebnis nicht einverstanden ist
, indem
statt
dessen
nunmehr
eine einvernehmlich festgelegte neue medizinische Abklärung
verlangt
wird
. Erst Recht ist es nicht unhaltbar
,
dass
die
hierfür
herangezogene
anwaltliche Rechtsvertretung von der Beschwerdegegnerin nicht entschädigt wurde
.
4.2.4
Es
lag
zudem
im Ermessen der
Beschwerdegegnerin
nach Einholung
der
Stel
lungnahme
n
des Regionalen Ärztlichen Dienstes (RAD
; Art. 47 ff. IVV
) zum Gutachten
(Urk. 10/86/6)
und den weiteren
eingereichten sowie eingeholten
medi
zinischen Akten
(
Urk. 10/104,
Urk. 10/115-117, Urk. 10/150, Urk. 1
0
/167
, Urk. 10/156
)
, ob sie
im Rahmen des Grundsatzes der freien Beweiswürdigung (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_909/2010 vom 1. März 2011 E. 4.1, BGE 132 II 257 E. 4.4.1)
bei ihrem Entscheid über das Leistungsbegehren
auf das eingeholte Gutachten abstellt
e
oder
davon abwich respektive
ob sie weitere Abklärungen
für
notwendig erachtet
e
.
Die Verweigerung der Entschädigung im Verwaltungsver
fahren wäre
dabei
nicht bereits deshalb schlechthin unhaltbar
oder stossend
und damit willkürlich,
weil
der
Beschwerdeführer
allenfalls
gute Gründe gegen die Beweiskraft des MEDAS-Gutachtens, auf welche die IV-Stelle bei ihrem Entscheid letztlich abstellte (Verfügung vom 30. Oktober 2020, Urk. 10/169), vorbringt, welche zur Aufhebung der Verfügung vom 30. Oktober 2020 (Urk. 10/169) führen könnten (vgl. Urteil des Bundesgerichts I
667/01
vom 17. Februar 2003 E. 4.2).
4.3
4.3.1
Nach dem Gesagten
spricht nichts dafür, dass die Verweigerung einer Partei
ent
schädigung
im Verwaltungs
verfahren im vorliegenden Fall in verfassungsmässig unhaltbarer Weise dem Gebot der Gerechtigkeit zuwiderliefe.
E
ine Verletzung des Willkürverbots (Art. 9 BV) ist somit nicht anzunehmen.
Die
Beschwerdegegnerin
ist
daher
nicht in Willkür verfallen, wenn sie es
abge
lehnt hat, dem Beschwerdeführer für die ihm im Administrativverfahren erwach
senen Anwaltskosten eine Parteientschädigung zuzuspr
echen.
Sie
hat im Ergebnis zu Recht einen Anspruch auf Parteientschädigung
des Beschwerde
führers
im Ver
waltungsverfahren verneint.
Sämtliche weitere Vorbringen des
Beschwerdeführer
s führen zu keiner anderen Betrachtungsweise.
4.3.2
Die angefochtene Verfügung vom 28. April 2021 (Urk. 2) erweist sich damit als rechtmässig. Die Beschwerde ist folglich abzuweisen.
5.
5.1
Die beantragte (Urk. 1 S. 5) Vereinigung dieses Verfahrens mit dem Verfahren Nr. IV.2021.00015 (vereinigt mit IV.2021.00406) betreffend Rente und Hilf
losen
entschädigung ist hier nicht angezeigt. Davon ist abzusehen.
5.2
Das Verfahren ist
bei einer - wie hier vorliegenden- Beschwerde gegen eine direkt anfechtbare prozess- und verfahrensleitende Verfügungen der IV-Stelle
kostenlos
(Art. 61
lit
. a ATSG; e contrario Art. 69 Abs. 1
bis
IVG)
.