# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 383277b0-3e8c-5ea3-a9b9-e70bee8ff3ae
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2017
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1958, meldete sich am
1
7.
Februar 2010
unter Hinweis auf
psychische B
eschwerden
bei der Invalidenversicherun
g
zum Leistungsbezug an (
Urk.
7/2
). Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons
Zürich, IV-Stelle, sprach ihr mit Verfügung vom
2
1.
Mai 2013 bei einem Invaliditätsgrad von 100
%
eine
ganze
Rente ab
1.
September
2010
zu (Urk.
7/105
).
1.2
Nach Eingang ein
es am 2
7.
März
2014
ausgefüllt
en Revisionsfragebogens (
Urk.
7/128
) holte d
ie IV-Stelle unter anderem bei der
M
edas
Y._
ein polydisziplinäres Gutachten ein, das am
1
9.
Dezember 2014
erstattet wurde
(Urk.
7/143). Nach
durc
hgeführtem
Vorbescheidverfahren
(
Urk.
7/150-162) setzte
die IV-Stelle mit Verfügung vom
1
9.
August 2016
die bisher ausge
richtete
ganze
Rente
wiedererwägungsweise auf eine halbe Rente herab
(Urk.
7/165
= Urk. 2).
2.
Die Versicherte erhob am
2
1.
September 2016
Beschwerde (
Urk.
1)
gegen die Verfügung vom
1
9.
August 2016
(
Urk.
2) und beantragte, diese sei aufzuhe
ben (S. 2
Ziff.
1
) und es sei
ihr weiterhin eine ganze Rente zuzusprechen
(
S. 2
Ziff.
2
).
Die IV-Stelle beantragte mit Beschwerdeantwort vom
2
6.
Oktober 2016
(
Urk.
6
) die Abweisung der Beschwerde. Dies wurde der
Beschwerdeführerin am 3
1.
Oktober 2016
zur Kenntnis gebracht (
Urk.
8
).
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts; ATSG
). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliess
lich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine
Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG)
Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu be
tätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder her
stellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertels
rente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines
Renten
be
zü
gers
erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die
Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (Art. 17 Abs. 1 ATSG)
. Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tat
säch
lichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente nicht
nur bei einer wesentlichen Änderung des Gesundheitszustandes, sondern auch
dann
revidier
bar
, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen des an sich gleich
gebliebenen
Gesundheitszustandes erheblich verändert haben (BGE 130 V 343 E. 3.5 mit Hin
weisen). Eine Veränderung der gesundheitlichen Verhältnisse liegt auch bei gleich
gebliebener Diagnose vor, wenn sich ein Leiden in seiner Intensität und in
sei
nen Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit verändert hat
(Urteile des Bun
des
ge
richts 9C_261/2009 vom 11. Mai 2009 E. 1.2 und I 212
/03
vom 28. August 2003 E. 2.2.3). Dagegen stellt die bloss unterschied
liche Beurteilung der Aus
wir
kungen eines im Wesentlichen unverändert gebliebenen Gesund
heitszu
stan
des auf die Arbeitsfähigkeit für sich allein genommen keinen
Revisi
onsgrund
im
Sinne von Art. 17 Abs. 1 ATSG dar.
Zeit
liche Vergleichsbasis für die Beurtei
lung einer anspruchserheblichen Ände
rung des Invaliditätsgrades bilden die letzte
rechtskräftige Verfügung oder der letzte rechtskräftige
Ein
spracheent
scheid
, wel
ch
e oder welcher auf einer materiellen Prüfung des Ren
tenanspruchs mit
rechts
konformer
Sachverhalts
ab
klärung
, Beweiswürdigung und
Invaliditätsbe
mess
ung
beruht (BGE 133 V
108; vgl. auch BGE 130 V 71 E. 3.2.3; Urteil des Bundesge
richts 9C_438/2009
vom 26. März 2010 E. 1 mit Hin
weisen).
1.4
Nach
Art.
17 ATSG sind laufende Renten für die Zukunft zu erhöhen, herab
zusetzen oder aufzuheben, wenn sich der Invaliditätsgrad in einer für den An
spruch erheblichen Weise ändert. Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesent
liche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Ob eine solche Änderung eingetreten ist, beurteilt sich durch Vergleich des Sach
ver
haltes, wie er im Zeitpunkt der ursprünglichen Rentenverfügung bestan
den
hat, mit demjenigen zur Zeit der streitigen Revisionsverfügung (BGE 105 V 29).
Fehlen
die
in Art. 17 ATSG genannten Voraussetzungen, so kann die
Renten
verfügung
lediglich nach den für die Wiedererwägung rechtskräftiger
Ver
wal
tungsverfügungen
geltenden Regeln abgeändert werden. Danach ist die Verwaltung befugt, auf eine formell rechtskräftige Verfügung, welche nicht Gegenstand materieller richterlicher Beurteilung gebildet hat, zurückzu
kom
men, wenn sich diese als zweifellos unrichtig erweist und ihre Berich
tigung
von erheblicher Bedeutung ist (
Art.
53
Abs.
2 ATSG; BGE 110 V 176 E. 2a mi
t Hinweisen). Das Gericht kann eine zu Unrecht ergangene
Revisions
verfügung
gegebenenfalls mit der substituierten Begründung schützen, dass die ursprüng
liche Rentenverfügung zweifellos unrichtig und die Berichtigung von erheb
licher Bedeutung ist (BGE 125 V 368 E. 2 mit Hinweisen; vgl. auch BGE 128 V 272 E. 5b/
bb
; Urteile des Bundesgerichts 9C_121/2014 vom
3.
September 2014 E. 3.2.2, 9C_762/2013 vom 2
4.
Juni 2014 E. 4.2 und 9C_562/2008 vom 3. November 2008 E. 2.2 je mit Hinweisen).
1.5
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Unter
suchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kennt
nis
der
Vorak
ten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begrün
det sind (BGE 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete die wiedererwägungsweise Herabsetzung der im Jahre 2013 zugesprochenen Rente damit, dass die damalige
Zusprache
zweifellos unrichtig gewesen sei, da
die Feststellung der dissoziativen Stö
rung auf den Angaben der Beschwerdeführerin beruht habe, wobei eine der
ar
tige Diagnosestellung nicht zulässig sei und nicht zu überzeugen vermöge. Zur depressiven Episode sei anzumerken, dass diese vorübergehender Natur sei und keine bleibende oder längere Zeit dauernde Erwerbsunfähigkeit und damit keine Invalidität im Sinne des Gesetzes auszulösen vermöge. Daraus folge, dass gestützt auf die genannten Diagnosen keine Arbeitsunfähigkeit hätte festgestellt werden dürfen (
Urk.
2, Verfügungsteil 2 S. 2).
2.2
Die Beschwerdeführerin machte demgegenüber geltend (Urk. 1), die
Zuspra
c
he
sei nicht
zweifellos unrichtig gewesen. Es sei von einer vollen Arbeitsun
fähigkeit seit September 2009 auszugehen. Eine anderslautende medizinische Beurteilung begründe noch keinen qualifizierten Fehler (S.
10). Der vorge
nommene Leidensabzug von 5
%
sei zudem zu tief (S. 11).
2.3
Strittig und zu prüfen ist, ob die
mit
Verfügung vom
21
.
Mai
2013
zuge
sprochene Rente
zu Recht wegen zweifelloser Unrichtigkeit
wiedererwä
gungs
weise
herabgesetzt
wurde.
3.
3.1
Der
Leistungszusprache
im Jahr 2013 lagen folgende medizinische Berichte zu Grunde:
3.2
Dr.
med.
Z._
, Fachärztin für Allgemeine Innere Medizin, berichtete am 1
0.
März 2010 (
Urk.
7/12) und nannte folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (S. 1
Ziff.
1.1):
-
mittelgradige depressive Episode (ICD-10 F32.1), bestehend seit Septem
ber 2009
-
anamnestisch rezidivierende dissoziative Störungen (ICD-10 F44)
-
akzentuierte Persönlichkeitszüge (
histrionisch
, emotional instabil, an
hängig)
-
Probleme in Verbindung mit der Berufstätigkeit
Sie führte aus,
dass die Prognose von einer möglichst baldigen Wiederauf
nahme der Arbeit abhängig sei. In der Arbeitslosigkeit habe sich der Mangel an innerer Struktur mit zunehmender depressiver Symptomatik, körperlicher
Vernachlässigung, fehlender
Therapiecompliance
deutlich gezeigt, so dass eine
ambulante Therapie nicht mehr möglich gewesen sei. Aktuell finde eine stationäre Therapie statt (S. 2
Ziff.
1.4). Es bestehe eine 100%ige Arbeitsun
fähigkeit vom 2
4.
September 2009 bis zum 1
5.
Januar 2010 in der Tätigkeit als Pflegeassistentin (S. 2
Ziff.
1.6).
3.3
Die Ärzte der
A._
berichteten am
9.
A
pril 2010 (
Urk.
7/19)
über den stationären Aufenthalt der Beschwerde
füh
rerin
vom 2
1.
Januar bis 3
0.
März
2010
und
nannten folgende Diagnosen mit Au
s
wirkung auf die Arbeitsfähigkeit (S. 2
Ziff.
1.1):
-
schwere depressive Episode, ohne psychotische Symptome (ICD-10 F32.20), seit September 2009
Sie führten aus, dass
seit dem
4.
September 2009 eine 100%ige Arbeits
un
fähigkeit bestehe. Den Übertritt in die Akuttagesklinik werde sehr unterstützt, da dies der Beschwerdeführerin eine geregelte Tagesstruktur sowie die nötige Aktivierung biete (S. 1).
Die stationäre Behandlung habe bis zum aktuellen Zeitpunkt eine leichte Steigerung des Antriebs gebracht, so dass es der Be
schwerdeführerin besser gelinge, den Tag aktiv zu gestalten und am
Thera
pieprogramm
teilzunehmen. Es komme aber immer wieder zu Rückschritten und inaktiven Tagen (S. 3
Ziff.
1.4
). Aktuell finde eine stationäre psychia
trisch-psychotherapeutische Behandlung statt und nach dem Austritt werde eine weiterführende teilstationäre und ambulante psychiatrisch-psychothe
ra
peutische Behandlung dringend empfohlen (S. 4
Ziff.
1.5
).
Es bestehe eine
reduzierte psychische Belastbarkeit aufgrund der Depression und der Krän
ku
ng durch den Arbeitsplatzverlust. Das Erlebnis mit dem ehemaligen Arbeit
geber scheine die Beschwerdeführerin traumatisch zu verarbeiten, weshalb gewisse
Begegnungen/soziale Interaktionen Erinnerungen wachrufen und die Be
schwer
de
führerin blockieren würden. Weiter bestünden häufig Kopfschmer
zen, die die Leistungsfähigkeit ebenfalls reduzieren würden
(S. 4
Ziff.
1.7)
.
3.4
Die Ärzte der
A._
berichteten am
4.
August
2010 (
Urk.
7/24)
und nannten als Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine mittelschwere de
pressi
ve Episode ohne somatisches Syndrom (ICD-10 F32.10), bestehend seit September 2009
(S. 1
Ziff.
1.1)
. Sie führten aus, dass bei Fortführung der ambulanten Behandlung insgesamt eine eher gute Prognose zu erwarten sei
(S. 2
Ziff.
1.4)
.
Aktuell bestehe eine teilstationäre psychiatrisch-psycho
thera
peutische Behandlung mit Einzel- und Gruppenpsychotherapie sowie
Milieu
therapie
und Pharmakotherapie mit Antidepressiva (S. 2
Ziff.
1.5). Es bestün
den eine mittelgradig reduzierte Konzentration sowie Schwierigkeiten bei der Beendigung von Plänen im Setzen von Prioritäten. Durch die psychischen Einschränkungen steige die Fehlerhäufigkeit unter emotionalem Stress (S. 2
Ziff.
1.7).
Ab Herbst 2010 könne mit einer Wiederaufnahme der beruflichen Tätigkeit zu 50
%
im geschützten Rahmen gerechnet werden (S. 3
Ziff.
1.9).
3.5
Dr.
med.
B._
, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie, be
richtete am 3
0.
November 2010 (
Urk.
7/37/1-3) und
nannte folgende Diagno
sen (S. 1):
-
mittelschwere bis schwere depressive Erkrankung (ICD-10 F32.10)
-
akzentuierte Persönlichkeitszüge (
histrionisch
, emotional instabil, abhängig) mit Angstzuständen und Vermeidungsverhalten
-
anamnestisch dissoziative Störungen
-
anamnestisch
Temestaabhängigkeit
im Rahmen einer Krise nach dem Tod eines Sohnes (1993-1995)
Sie führte aus, dass
ihr
die Beschwerdeführerin von der Tagesklinik der
A._
zur ambulanten Weiterbehandlung zugewiesen worden sei.
Die Beschwerde
führerin habe beim Erstgespräch eine weiterhin bestehende depressive Symp
to
matik gezeigt, die sich im Verlauf der Wochen zunehmend verschlechtert habe. Vor allem sei die Beschwerdeführerin in der Stimmung, dem Antrieb, dem Durchhaltevermögen und der körperlichen Belastung noch sehr einge
schränkt (S.
1). Erschwerend komme hinzu, dass die Beschwerdeführerin emo
tional instabile und
histrionische
Persönlichkeitszüge zeige, was sich negativ auf das Erreichen der Therapieziele und das Erlangen einer erneuten
Arbeitsfähigkeit auswirke. So komme es zu Vermeidungsverhalten, emo
tionalen Ausbrüchen, dann wieder zu traurigen deprimierten Stimmungen, Verzweiflung und Selbstabwertung sowie Suizidgedanken
(S. 2 oben)
.
Die medikamentöse Einstellung habe sich schon im ambulanten Setting vor Klinikeintritt erschwert gezeigt durch Angst vor Nebenwirkungen und später durch die anhaltenden negativen Nebenwirkungen. Es sei der Beschwer
de
führerin eine erneute stationäre Behandlung nahe gelegt worden. Aufgrund der starken Angst- und Vermeidungssymptomen habe sich die Beschwerde
führerin bisher nicht dazu entschliessen können.
Die Beschwerdeführerin sei noch nicht arbeitsfähig. Es bestehe eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit in der bis
herigen und einer angepassten Tätigkeit, welche vom Beginn der ambu
lanten Behandlung am 2
3.
Juli 2010 bis heute und auf weiteres bestätigt werden könne
(S. 2 unten)
.
3.6
Dr.
med.
C._
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie, erstattete sein
Gutachten am
6.
Februar 2012 (
Urk.
7/62) gestützt auf die Akten sowie die Untersuchung der Beschwerdeführerin am
3.
Oktober
201
1.
Er nannte fol
gen
de Diagnosen
(S. 5
Ziff.
6):
-
Spondylose und
Osteochondrose
L5/S1
-
beginnende lumbale Skoliose
-
Bandscheibendegeneration L4/5 mit
Diskusprotrusion
rechtsbetont
-
neu wahrscheinlich Lymphom
(zum Zeitpunkt der Untersuchung in Abklärung, aber Zytologie positiv)
Er führte aus, dass
bei der Beschwerdeführerin Zeichen einer
Wirbel
säu
len
problematik
vorlägen. Das Übersichtsbild und das MRI zeigten den Beginn einer degenerativen Skoliose. Die ad
latus
Verschiebung L3/4 sei klar ersicht
lich. Im Moment sei sie noch als gering zu bezeichnen und könne vielleicht mit geeigneter Therapie über lange Zeit so beibehalten werden. Allerdings
be
nötige die physikalische Therapie eine recht gesunde Psyche, was hier leider
gar nicht der Fall sei.
Wenn so gravierende Faktoren vorlägen, die den
Arbeitsplatz und eine mögliche Wiedereingliederung
ins Berufsleben er
schwe
ren würden, sei es für den
Somatiker
sehr schwierig, ein Profil festzulegen, das die Beschwerdeführerin ausfüllen könnte. Es sei auch so, dass im Moment nicht das Skelett limitierend sei, sondern nur erschwerend. Die Beschwer
deführerin könne eine leichte Arbeit, das heisse ohne Heben von
Lasten über 10 kg, mit Wechselbelastung ausführen. Für den Pflegeberuf wäre
es durchaus denkbar, dass die Beschwerdeführerin als 2/3 arbeitsfähig gelten würde, zumal ihr das Heben von Patienten nicht zumutbar sei (S.
5).
Man müsste eine interdisziplinäre Beurteilung fordern, um die psychischen und somatischen Befunde dem Krankheitsbild entsprechend zu formulieren und zu werten. Das psychische Problem stehe im Vordergrund. Die Beschwer
de
führerin habe eine gewisse Leistungseinschränkung vom Orthopädischen her, eine Arbeitsfähigkeit von mindestens 50
%
, wahrscheinlich eher 66-80
%
so
fern der Arbeitsplatz entsprechend angepasst sei, sei jedoch zumutbar
(S. 6)
.
3.7
Die Ärzte des
D._
berichteten am 1
7.
April 2012
(
Urk.
7/66) und führten aus, dass bei der Beschwerdeführerin im Oktober 2011 anlässlich einer schmerzhaften Lymphknotenvergrösserung der rechten Leiste ein sogenanntes follikuläres Lymphom festgestellt worden sei.
Bei der Beschwerdeführerin sei im Dezember 2011 eine
Immuno
-Therapie durchge
führt worden. Leider sei es kurz nach Beginn der Therapie zu einer sehr schweren, lebensbedrohlichen Unverträglichkeitsreaktion gekommen, welche über die letzten vier Monate hinweg zu deutlichen psychischen und physi
schen Folgeerscheinungen geführt habe.
Physisch lasse sich eine deutlich redu
zierte Leistungsfähigkeit bescheinigen sowie Ödeme der Extremitäten und diffuse, die Mobilität deutlich einschränkende Gelenkschmerzen. Noch gravie
render als die körperlichen Einschränkungen erscheine jedoch die Ver
schlechterung der psychischen Problematik. Durch die schwere
Unverträg
lich
keitsreaktion
auf die onkologische Therapie und die damit verbundene trau
matische
Hospitalisation
mit Aufenthalt auf der Intensivstation
sei es zu
einer Verschlechterung der Angststörung und Depression mit massiver Soma
tisierung gekommen (S 1).
3.8
Dr.
med.
E._
, Facharzt für Anästhesiologie, Regionaler Ärztlicher Die
nst
(RAD) der Beschwerdegegnerin, nahm am 1
7.
Februar
2012 Stellung (
Urk.
7/71/
5-6) und führte aus, dass ein IV-relevantes psychisches Leiden seit dem Behandlungsbeginn
bei
Dr.
Z._
am 2
4.
September 2009 ausgewiesen sei aufgrund der Diagnosen einer mittelgradigen depressiven Episode und rezi
divierender dissoziativer Störungen, welche zu einer Arbeitsunfähigkeit von 100
%
in bisheriger und angepasster Tätigkeit ab diesem Zeitpunkt ge
führt hätten.
Aus dem Bericht der Psychiaterin
Dr.
B._
vom 3
1.
März 2011 gehe hervor, dass diese Arbeitsunfähigkeit von 100
%
auch über den Zeitpunkt dieses Berichts angehalten habe. Aus somatischer Sicht sei seit dem
3.
Oktober 2011 eine Arbeitsunfähigkeit von 100
%
aufgrund des folli
kulären Lymphoms ausgewiesen. Daraus folge, dass seit September 2009 von keiner Arbeitsfähigkeit in bisheriger und angepasster Tätigkeit auszugehen sei. Das Auferlegen einer Schadenminderungspflicht könne bei installierter psychiatrischer Betreuung unterbleiben.
3.9
RAD-Arzt
Dr.
E._
nahm am 1
7.
Dezember
2012 erneut Stellung (
Urk.
7/88/2-3) und führte aus, dass
es sich im vorliegenden Fall nicht einzig um eine depressive Episode handle, bereits im Bericht von
Dr.
Z._
sei
zu
sätz
lich eine dissoziative Störung diagnostiziert worden, in der Kombination dieser Diagnosen erscheine die langandauernde Arbeitsunfähigkeit plausibel. Die psychosozialen Umstände vermöchten die Krankheit anfänglich befördert haben, entstanden sei jedoch ein IV-relevanter Gesundheitsschaden. Zudem sei die Beschwerdeführerin zwischen Januar 2010 und Ende Juli 2010 fast ununterbrochen in stationärer und tagesklinischer Behandlung gewesen, was
formal einer Arbeitsunfähigkeit von 100
%
entspreche.
Die Psychiaterin
Dr.
B._
,
welche die nachfolgende Behandlung übernommen habe, habe
am 3
0.
November
2011 testgestützt immer noch eine mittelschwere bis schwere
depressive Erkrankung, kompliziert durch akzentuierte
Persönlich
keitszüge
, diagnostiziert. Sie habe ebenfalls die Diagnose einer dissoziativen Störung übernommen. Sie habe bereits zu diesem Zeitpunkt eine erneute stationäre Behandlung als indiziert angesehen.
Am 3
1.
März 2011 habe diese
Ärztin mitgeteilt, dass die Beschwerdeführerin wegen anhaltender Ver
schlech
te
rung seit Ende
März 2011 wieder in der Tagesk
linik der
A._
behandelt werde, womit auch erneut eine formale Arbeitsunfähigkeit von 100
%
unbe
stritten sein müsse.
Somit sei eine dauerhafte Arbeitsunfähigkeit von 100
%
rein aus psychischen Gründen seit September 2009 aufgrund der Berichte/
Diagnosen/Befunde sämtlicher behandelnder Stellen ausgewiesen. Damit seien eine somatisch bedingte teilweise Arbeitsunfähigkeit aus orthopädi
scher Sicht und eine sich aus einem Lymphom ergebende Arbeitsunfähigkeit von 100
%
seit Oktober 2011
nicht mehr entscheidend für die
Arbeitsfähig
keits
beurteilung
im strittigen Zeitraum.
4.
4.1
Beim Erlass der vorliegend angefochtenen, rentenherabsetzenden Verfügung vom 19. August 2016 (Urk. 2) stützte sich die Beschwerdegegnerin auf die nach
folgenden Berichte.
4.2
Dr.
med.
F._
, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, berichtete
am 2
8.
Mai 2013 (
Urk.
7/121) und nannte folgende Diagnosen mit Auswir
kung
auf die Arbeitsfähigkeit (S. 1
Ziff.
1.1):
-
Depression und Angststörung
-
follikuläres Lymphom
-
Periarthropathia
humeroscapularis
calcarea
rechtsbetont
-
chronisches
zervikospondylogenes
Syndrom
-
chronisches
lumbospondylogenes
Syndrom
-
Fingerpolyarthrose
Er führte aus, dass keine wesentliche Änderung zu erwarten sei. Die aktuelle Behandlung bestehe aus regelmässigen psychiatrischen Konsultationen. Zur Arbeitsfähigkeit seien keine gen
auen Angaben möglich. Es bestünden
eine depressive Störung, eine eingeschränkte Schulterfunktion rechts sowie ein
lumbospo
ndylogenes
Syndrom, was zu einer eingeschränkten psychischen und physischen Belastbarkeit führe
(S. 3)
.
4.3
Die Ärzte des
D._
berichteten am 1
1.
April 2014 (
Urk.
7/129) und führten aus, dass die Beschwerdeführerin vom Oktober 2011 bis Januar 2012 im Rahmen eines follikulären Lymphoms
bei ihnen behandelt worden sei. Seit Februar 2012 befinde sich die Beschwerdeführerin in Bezug auf das folli
kuläre Lymphom in kompletter Remission. Die letzte CT-Kontrolle habe am
4.
Februar
2014 stattgefunden
, wobei sich
keine
lymphomspezifischen
Krank
h
e
its
symptome
gezeigt hätten.
4.4
Dr.
B._
berichtete am 2
4.
April 2014 (
Urk.
7/131) und
nannte folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (S. 1
Ziff.
1.1):
-
rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittelschwere de
pressi
ve Episode (ICD-10 F33.1), seit September 2009
-
dissoziative Störung (ICD-10 F44), bestehend seit September 2009
-
akzentuierte Persönlichkeitszüge (
histrionisch
, emotional instabil, ab
hängig)
-
follikuläres Lymphom, Erstdiagnose Oktober 2011 mit Chemo- und Strahlentherapie
Sie
führte aus, dass die Beschwerdeführerin weiterhin in ihrer ambulanten psychiatrischen Behandlung stehe. Die Konsultationstermine fänden zwei
wöchent
lich statt. Die Beschwerdeführerin zeige weiterhin enorme psychische Schwankungen, vor allem was die depressive Symptomatik betreffe. Eben
falls seien immer wieder dissoziative Phasen mit Gefühlsverarmung bis hin zu Blockaden im Denken und Starrheit, die als Lähmung beschrieben werde,
aufgetreten.
Aufgrund der gesamten sich
chronifizierenden
depressiven Er
kran
kung und den emotional instabilen,
histrionischen
sowie abhängigen Persönlichkeitszügen sowie der dissoziativen Störung bestehe auch seit 2010 bis heute und auf weiteres keine Arbeitsfähigkeit sowohl in der bisherigen als auch in angepasster Tätigkeit (S. 2
Ziff.
1.4).
Gegenwärtig finde eine psychia
trisch-psychotherapeutische Behandlung mit vor allem
verhaltenstherapeu
tischen
Methoden inklusive medikamentöser Therapie statt (S. 2
Ziff.
1.5).
4.5
Die Ärzte der
M
edas
Y._
erstatteten ihr polydisziplinäres Gutachten am 1
9.
Dezember 2014 (
Urk.
7/143) gestützt auf die Akten sowie die Unter
suchungen der Beschwerdeführerin in den Fachgebieten Rheumatologie, Psy
chia
trie sowie Allgemeine Innere Medizin. Sie nannten folgende Diagnosen mit
Einschränkung der zumutbaren
Arbeitsfähigkeit (S.
37
Ziff.
6.1.1):
-
chronisches
lumbospondylogenes
Schmerzsyndrom bei massiveren degenerativen Veränderungen der unteren Lendenwirbelsäule (LWS)
-
chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Fakto
ren (ICD-10 F45.41)
-
mittelgradig depressive Störung im Rahmen der Schmerzsymptomatik (ICD-10 F32.1)
Als Diagnosen ohne
wesentliche Einschränkung der
Arbeitsfähigkeit nannten sie die Folgenden (S. 37 f.
Ziff.
6.1.2):
-
diffuses chronisches Schmerzsyndrom mit vielen vegetativen
Begleit
beschwerden
-
Diagnose eines follikulären Lymphoms Oktober 201
1.
Schwere
Unver
träglichkeits
-Reaktion
Dezember
2011 auf eine Immun-Therapie mit
dem
Antikörper
Rituximab
, klinisch und bildgebend in Remission
-
Adipositas
-
Ni
kotinabusus
-
a
kzentui
erte
histrionische
und abhängige Persönlichkeitszüge
Die psychiatrische Gutachterin
führte aus, dass
e
ine dissoziative Störung aktuell nicht bestätigt, aber auch nicht vollständig ausgeschlossen werden
könne
.
Während der tagesklinisch
en und stationären Behandlung würden in
den vorliegen
den Berichten keine dissoziativen Zustandsbilder beschrieben. Das
Vorliegen von dissoziativen Zustandsbilder
n beruhe
vorwiegend auf anam
nestischen Angaben der Versicherten, die diese als ein ins Leere schauen
und abwesend wirken beschreibe
, sodass sie von ihrer Kollegin
habe
wach gerüttelt werden müsse
n
.
Zusammenfassend
sei
diagnostisch von einer chroni
schen Schmerzstörung mit somatisc
hen und psychischen Faktoren, einer reaktiven mittelgradig
depressiven Symptomatik und ak
zentuierten
histrio
nischen
und abhängigen Persönlichkeitszügen aus
zugehen
. Im Rahmen
der heutigen Rechtsprechung müsse
darauf hingewiesen werden, dass die depressive Symptomatik aufgrund der Schmerzstörung entstanden
sei und es sich
somit u
m ein
syndromales
Leiden handle
. Bei
syndromalen
Leiden
sei
zur Beurteilung der
Arbeitsfähigkeit nach bunde
sge
richtlichen
Vorgaben das Diskutieren der Försterkriterien notwendig. Aus rein psychiat
risch
er Sicht
sei
zurzeit nicht davon aus
zugehen
, dass eine mitwirkende ps
ychisch ausgewie
sene Komorbidität von erheblic
her Schwere, Intensität, Ausprägung und Dauer
vorhanden
sei
. Anamnestis
c
h
habe
sich die depressive Symptomatik reaktiv auf die Schmerzstörung
entwickelt
.
Das Kriterium der chronischen körperlichen Begleiterkrankung sei zum Teil erfüllt, wobei der
Schweregrad, die Exazerbation und die Auspräg
u
ng der Schmer
zen nicht ganz nachvollziehbar s
eien
und eine Schmerzausweitung statt
gefunden
habe. Ein t
eilweiser sozialer Rückzug
sei
vorhanden, aber nicht in allen Belangen des Lebens. Au
s rein p
s
ychiatrischer Sicht bestehe
bei der
Beschwerdeführerin
ein deutlicher sekundärer Krankheitsgewinn, indem sie ihre Kollegin an sich binde
, sich diese um sie kümmere und sich ihrer an
nehme
. Das zudem zu beobachtende
umfangreiche dys
funktionale
Krank
heits
-
,
Schon- und Vermeidungsverhalten w
erde
v
on der Freundin jederzeit unter
stützt
.
D
iesbezügli
ch
besteh
e
ein
sek
u
ndä
r
er
Krankheitsgewi
nn
(S. 33)
.
E
in primärer Krankheitsgewinn könne
nicht mit Sicherheit ausgeschlossen werden, da eine starke Abwehr, sich mit der Mobbingsituation und aber auch
mit den Vorfällen in der Ehe auseinanderzusetzen
,
besteh
e
. Es best
ünde
n aus
g
eprägte
körperbetonte Ängste und Schmer
zen, die im Sinne eines primären Krankheitsgewinns, und dadurch einem verfestigten, therapeutisch nicht mehr angehbaren innerseelischen Verlauf einer missglückten psychisch aber entlastenden Konfliktbewältigung zu sehen s
eien
. Aus diesem Grund
sei anzunehmen, dass der Beschwerdeführerin
nicht möglich
sei
, ihre Schmerzen zu überwinden. Eine ambulante psychotherapeutische Behandlung finde seit 2009
statt, eine adäquate antidepressive Medikation besteh
e
nur teilwei
se.
Well
butrin
(
Bupropion
) nehme
sie regelmässig ein. Die medikamentöse Be
handlung
sei
nicht ausgeschöpft. Die Schlafstörungen s
eien nicht adäquat be
handelt.
Es sei davon auszugehen,
dass nur teilweise u
nbefriedigende
Be
hand
lungsergeb
nisse
vorhanden s
eien
.
Im Moment scheine
die
Beschwer
de
führerin
nicht in der Lage zu sein, aufgrund des vermuteten primären
Krank
heitsgew
inns
ihre Schmerzen willentl
ich überwinden zu können
(S. 34 oben)
.
Die Beschwerdeführerin sei
in der Anpassung an Regeln und Routinen,
i
n der Planung und Strukturierung von Aufgaben als mittelgradig eingeschränkt
zu betrachten
. Die Entsch
eidungs- und Urteilsfähigkeit könne
durch die abhän
gi
gen Persönlichkeitsz
üge leicht eingeschränkt sein. I
n der Flexibilität und
Umstellungsfähigkeit
sei die Beschwerdeführerin
als mittelgradig einge
schränk
t
anzusehen
. Die Durchhaltefähigkeit k
önne
durch die Schmerzen zu Beginn deutlich eingeschränkt sein. D
ie Selbstbehauptungsfähigkeit sei
mittelgradig ein
geschränkt. Die Selbstpflege sei
vorhanden.
Die Kontakt
fähigkeit zu Dritten und
die Gruppenfähigkeit könn
t
en leicht eingeschränkt sein. Die Verkehrsfä
higkeit sei
teilweise vorhanden. Zusammenfassend
sei davon auszugehen,
dass die
Beschwerdeführerin
in ihren Fähigkeiten mittel
gradig eingeschränkt
sei
(S. 34 Mitte)
.
Interdisziplinär wurde festgehalten, dass aus den r
heumatologisch
en Diag
nosen
ein
e Arbeitsunfähigkeit für körper
lich schwer
e,
belastende
Pflegetätig
keiten
mit dem damit verbu
ndenem Heben in ungünstiger vor
geneigter Position
bestehe
. Die ursprünglich erlernte Tätigkeit als Köchin und Kellner wäre angepasster, jedoch in Anbetracht der geschilderten Rückenprobleme ebenfalls ungünstig. Zudem
sei
diese Tätigkeit nach der Lehrzeit nicht mehr ausgeübt
worden
. Von entscheidender Bedeutung
seien
stets die psychischen Faktoren mit depressiver Störung und chronischer Schmerzstörung
gewesen
, welche ab
September
2009 zu einer vollen Arbeitsunfähigkeit
ge
führt
habe. Aus psychiatrischer Sicht sei im Vergleich zu 2009 vom
gleichen Krank
heits
bi
l
d mit einer anderen medizinischen Einschätzung aus
zugehen. Es liege
ein
syndromales
Leid
en mit einer reaktiven depressi
ven Störung vor. Beim Dis
kutie
ren der Foerster-Kriterien liege ein pri
märer Krankheitsgewinn vor
,
durch
den es der
Beschwerdeführerin
nicht möglich
sei
, ihren Schmerz zu über
winden. Die Einschätzung der Arbeitsunfähigkeit w
erde
dem Rechtsanwender vorbehalten. Polydisziplinär
sei
den bisherigen psychiatrischen Beurteilungen zu folgen
(S. 39)
. Der psychiatrisch attestierte Beginn der
Arbeitsunfähigkeit
sei ab dem
3.
September
2009
gewesen.
Von Seiten der
l
umbospondylogenen
Beschwerden
seien
körperlich leichte bis mittel-schwere Tätigkeiten ohne häufig vorgeneigte
Zwangshaltungen und ohne regelmässiges Heben und Tragen von Lasten schwerer als zirka 7-10 kg
adaptiert.
Die psychiatrisch-psychotherapeutische Behandlung soll
e
dringend weiterge
führt werden. Eine erneute stationäre oder tagesklinische Behandlung könnte aufgrund der fehlenden Tagesstruktur empfohlen werden. Weiter könnte auf
grund der depressiven Symptomatik eine Therapieoptimierung
,
insbesondere die Behandlung der Schlafstörungen eingeleitet werden. Bezüglich beruf
li
cher
Eingliederungsmassnahmen
sei Zurückhaltung zu empfehlen. Internis
tisch-on
ko
logisch seien
bei einem sich seit 2011 in
Remission befindlichen folli
kul
ären Lymphom
s
weiterhin
zirka
halbjährliche klinische und
bildge
ben
de
Nachkontrollen notwendig.
Rheumatologisch in Frage kämen
spora
disch Physiotherapien und der Ge
brauch eines Analge
tikums bei Bedarf
(S. 40)
.
Der Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin
sei
seit der letzten Beur
te
i
lung gleich geblieben, doch habe
sich die Diagnose wie oben erwähnt ge
ändert
(S. 41 oben)
.
4.6
RAD-Arzt
Dr.
E._
nahm am 1
2.
Januar 2015 Stellung (
Urk.
7/148/5) und führte aus, gestützt auf das
M
edas
-Gutachten sei davon auszugehen, dass sich der Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin psychiatrisch seit 2009 nicht wesentlich verändert habe, doch erfolge diagnostisch eine andere Ein
schätzung. Eine psychiatrische Therapie sei zu empfehlen, obwohl damit keine
zu erwartende Steigerung der Arbeitsfähigkeit formuliert werden könne.
5.
5.1
Die Beschwerdegegnerin berief sich zur Begründung ihrer Verfügung vom
19
.
August
2016 (Urk. 2) auf die zweifellose Unrichtigkeit der ursprünglichen Verfü
gung vom 21. Mai 2013 (vgl. vorstehend E. 1.4).
Die Beschwerdegegnerin kann auf formell rechtskräftige Verfügungen zurüc
k
kommen, wenn diese zweifellos unrichtig sind und wenn ihre Berichtigung von
er
heblicher Bedeutung ist.
Zweifellose Unrichtigkeit im
wiedererwä
gungs
rechtli
chen
Sinn liegt vor, wenn die Verfügung aufgrund falscher oder unzutreffender
Rechtsregeln erlassen oder wenn massgebliche Bestimmungen nicht oder un
rich
t
ig angewendet wurden. Zweifellose Unrichtigkeit der ur
sprüng
lichen
Ren
ten
ver
fügung
kann auch bei unrichtiger Feststellung im Sinne der Würdigung des Sachverhalts gegeben sein. Darunter fällt insbe
son
dere eine unvollständige
Sach
verhaltsabklärung
aufgrund einer klaren Ver
let
z
ung des
Untersuchungs
grundsatzes
(Art. 43 Abs. 1 ATSG und Art. 61
lit
. c
ATSG).
Die Wiedererwägung im Sinne dieser Bestimmung dient
somit
der Korrektur einer anfänglich unrichti
gen Rechtsanwendung
einschliess
lich
un
rich
tiger Feststellung im Sinne
der Wür
digung des Sachverhalts.
Eine auf keiner nachvollziehbaren ärztlichen Einschät
zung der
mass
geb
lichen
Arbeits
fähigkeit beruhende Invaliditätsbemessung ist nicht rechtskonform
und die entsprechende Verfügung zweifellos unrichtig im
wiedererwägungs
recht
lichen
Si
nne (Urteil des Bundesgerichts
8C_947/2010 vom
1.
April 2011 E.
2.2.1 mit weiteren Hinweisen).
Auch
k
lar unzutreffende Annahmen, die für die
Diag
nosestellung
von entscheidender Bedeutung sind, kön
nen in gleicher Weise wie das Fehlen einer nachvollziehbaren fachärztlichen Einschätzung der Arbeits
fähig
keit eine Leistungszusprechung als zweifellos unrichtig im
wieder
erwä
gungs
rechtlichen
Sinn erscheinen lassen (
Urteil des Bun
des
gerichts
9C_86/2013
vom 30. April 2013
mit Hinweisen).
5.2
Die Rentenverfügung vom 21. Mai 2013 erging insbesondere gestützt auf die
Berichte der behandelnden Ärzte sowie des RAD (vgl. vorstehend E. 3.
2 – E.
3.9)
.
Dass diese Berichte als solche mangelhaft gewesen wären, wurde von der Beschwerdegegnerin auch rückblickend – zu Recht – nicht behauptet.
Viel
mehr ging sie davon aus, d
ie Feststellung der Diagnose einer dissoziativen Störung habe im damaligen Zeitpunkt auf den Angaben der Beschwer
de
füh
rerin beruht und eine depressive Episode sei vorübergehender Natur, wes
halb gestützt darauf keine Arbeitsunfähigkeit hätte festgestellt werden dürfen.
Dies erscheint als nicht nachvollziehbar, zumal
die umfassenden Berichte der behandelnden Ärzte
der konkreten medizinischen Situation Rechnung trugen und in nachvollziehbarer Weise aufzeigten, dass der – näher umschriebene
– psychopathologische Befund für eine eingeschränkte Funktionsfähigkeit der Beschwerdeführerin spreche.
In Bezug auf die Ausführungen der
Beschwer
de
gegnerin
zur Diagnosestellung einer dissoziativen Störung bleibt anzumer
ken, dass i
nvalidenversicherungsrechtlich
einzig erheblich ist
, ob und in welchem
Mass
eine Beeinträchtigung der Erwerbsfähigkeit - und zwar unabhängig von der Diagnose und grundsätzlich unbesehen der Ätiologie - ausgewiesen ist (Urteil des Bundesgerichts I 815/05 vom
5.
Februar 2007 E.
7.2.2 mit weiteren Hinweisen
,
BGE 136 V 279 E.
3.2.1 mit Hinweis auf BGE 127 V 294
).
Die behandelnden
Ärzte nahmen
ausdrücklich Stellung zu den Parametern der funktionellen Leistungsfähigkeit und
machten
sodann
darauf aufmerksam, dass
der Beschwerdeführerin eine erneute stationäre Therapie nahe gelegt worden sei, sich diese jedoch noch nicht dazu habe entschliessen können.
D
ie Rechtsprechung zur Auswirkung einer mittelgradigen Depress
ion auf die Arbeitsfähigkeit
ist zudem
facettenreich. So findet man etwa im Urteil des
Bundesge
richts 9C_980/2010 vom 20. Juni
2011 die Unterscheidung zw
ischen einer depressiven Episode und einer depressiven Störung (E. 5.3). Gemäss
Urteil
des Bundesgerichts 8C_953/2010 vom 29. April 2011 reicht sodann eine
leichte depressive Episode zur Anerkennung eines dauerhaften invalidisie
ren
den Gesundheitsschadens nicht aus (E. 5.3), wobei im Urteil des Bundes
ge
richts 8C_808/2009 vom 4. Januar 2011 festgehalten wurde, dass auch eine leichte depressive Episode im Einzelfall die Arbeitsfähigkeit erheblich beein
trächtigen könne, wenn sie zusammen mit anderen Befunden – wie etwa eine ernsthafte Persönlichkeitsstörung – auftrete (E. 4.3).
Gemäss Urteil des Bundesgerichts 9C_1041/2010 vom 30. März
2011 erscheint
es allerdings nicht bundesrechtswidrig, eine relevante Einschränkung der Arbeitsfähigkeit wegen einer leichten bis mittelgradigen depressiven Episode anzunehmen (E.
5.2). Auch im Urteil 9C_210/2012 vom 9. Juli 2012 äusserte sich das Bundesgericht dahingehend, eine invalidisierende Wirkung einer mit
telschweren depressiven Störung sei, sofern sie nicht bloss eine Begleit
erschei
nung einer Schmerzkrankheit darstelle, nicht von vornherein auszu
schliessen (E. 4.2).
Nach dem Gesagten steht jedenfalls fest, dass die Rechtsprechung in Bezug auf die Diagnose einer depressiven
Episode
, wie sie bei
der
Beschwer
defüh
rer
in
vorliegt, Raum lässt, um eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit in relevantem Ausmass zu berücksichtigen.
Dass diese ursprüngliche
Rentenzu
sprache
demnach
zweifellos unrichtig gewesen wäre, kann entgegen den diesbezüglichen Ausf
ührungen der Beschwerdegegnerin
nicht gesagt werden.
So weisen
die
umfassende
n
medizinischen
Bericht
e
nicht derart
gravierende Mängel auf, dass sie
als offensichtlich unrichtig zu bezeichnen wäre
n
.
5.3
Der von der
Beschwerde
geg
ne
rin
angerufene Wiedererwägungsgrund liegt hier im Be
reich materieller
An
spruchsvoraussetzungen
, deren Beurteilung notwendi
ger
weise Ermessenszüge auf
weist.
Erscheint die Beur
tei
lung einzelner Schritte bei der Feststellung
einer Anspruchsvoraussetzung
wie der
Ein
schät
zung der
Arbeitsunfähigkeit
vor dem Hinter
grund der Sach- und Rechts
lage, wie sie sich im Zeit
punkt der rechtskräftigen Leistungszusprechung dar
boten, als vertretbar, schei
det die Annahme zweifel
loser Unrichtigkeit aus. Zweifel
los ist die Unrich
tigkeit, wenn kein vernünftiger Zweifel daran möglich ist, dass die Verfügung unrichtig war. Es ist nur ein einziger Schluss - derjenige auf die Unrichtigkeit der Verfü
gung - denkbar (SVR
2010 IV Nr. 5 S. 10, Urteil des Bundesgerichts 8C_1012/2008 vom 17. August 2009
E.
2.2 mit Hin
weisen
).
Nach dem Gesagten kann vorliegend e
in so eindeutiger Schluss nicht gezogen werden; die
Zu
sprache
einer unbefristeten ganzen Rente er
scheint in Anbe
tracht der damaligen Sachlage als ver
tret
bar.
Eine wiedererwägungsweise Aufhebung der Verfügung vom 21. Mai 2013 ist somit nicht möglich.
5.4
Zur Beurteilung des aktuellen Gesundheitszustandes ist auf das Gutachten der
medas
vom 19. Dezember 2014 (vorstehend E. 4.5) abzustellen. Das Gut
achten berücksichtigte die geklagten Beschwerden sowie das Verhalten der Beschwerdeführerin und wurde ferner in Kenntnis der
Vorakten
erstellt, zu welchen auch Stellung genommen wurde. Übereinstimmend mit der Sachlage zum Zeitpunkt der ursprünglichen
Rentenzusprache
waren vor allem die psy
chischen Faktoren entscheidend für die Beurteilung der
Arbeits
un
fähig
keit
.
Insbesondere wurden
auch
sämtliche notwendigen Krite
rien für das Vor
liegen
einer
chronischen Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren sowie
einer mit
telgradigen depressiven Episode im Rahmen dieser
Schmerz
symptomatik
beschrieben.
Die Beurteilung leuchtet in der Darlegung der me
di
zini
sche
n Zusam
menhänge ein und die vorgenommenen Schlussfolge
rung
en zu Gesund
heitszu
stand und Arbeitsfähigkeit werden ausführlich begründet. Das Gutachten erfüllt damit die praxisgemässen Kriterien (vorstehend E. 1.
5
) vollumfänglich, so dass für die
Entscheidfindung
darauf abgestellt werden kann.
Demzufolge sind vorliegend als Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeits
fähig
keit ein chronisches
lumbospondylogenes
Schmerzsyndrom bei massive
ren degenerativen Veränderungen der unteren LWS, eine chronische
Schmerz
störung
mit somatischen und psychischen Faktoren (ICD-10 F45.41) sowie eine mittelgradig depressive Störung im Rahmen der Schmerzsymptomatik (ICD-10 F32.1)
ausgewiesen.
5.5
Die medizinische Beurteilung durch die
medas
-Gutachter wurde noch unter
Anwendung der bisherigen Überwindbarkeits-Rechtsprechung
abgegeben. I
m Lichte der geänderten bundesgerichtlichen Rechtsprechung
ist nun zu prüfen, ob die
Gut
achter ausschliesslich Folgen einer gesundheitlichen Beein
träch
tigung berück
sichtigt ha
ben
und
ihre
Beurteilung auf objektivierter Grund
lage erfolgt ist. Ob die medizinische Beurteilung den nunmehr zu beach
ten
den Indikatoren
(vgl. BGE
141 V 281)
im Er
gebnis hinreichend Rechnung trägt, ist im Rahmen einer gesamthaften Prüfung des Einzelfalls mit seinen spezifischen Gegebenheiten zu prüfen.
Die psychische Komorbidität
ist
nicht mehr generell vorrangig
, weshalb nicht entscheidend ist, dass die depressive Symptomatik vorliegend als reaktiv auf die Schmerzstörung beurteilt wurde (
Urk.
7/143 S. 33).
Die Gutachter attestierten der Beschwerdeführerin nur noch
wenig Resso
urcen
. Ferner ist ausdrücklich festgehalten, dass die Funktionalität der Be
schwer
deführerin
eingeschränkt
und die Überwindbarkeit des Schmerzes durch
die psychiatrische Diagnose
nicht möglich
sei (S. 33 f.). So gehen die Gut
achter von einem im Vergleich zu 2009
gleichen Krankheitsbild aus, welches zu einer vollen Arbeitsunfähigkeit geführt habe (S.
39).
Der ge
schilderte Tages
ablauf lässt – entgegen den Ausführungen der
Beschwerdegeg
nerin
–
auf eine gleichmässige Einschränkung des
Aktivitätenniveaus
in allen Lebens
bereichen schliessen. D
ie
Beschwerdeführer
in
verbringt den Tag mehrheit
lich zu Hause
oder bei ihrer Freundin, ohne diese sie nicht imstande sei, den Alltag zu bewältigen
.
Sie
erledigt zwar kleinere Hausarbeiten,
jedoch lediglich mit Hilfe ihrer Freundin. Tagsüber laufe immer der Fernseher oder der Radio. Stille halte sie nicht aus.
Hobbies habe sie keine. Früher habe sie gerne genäht oder andere Handarbeiten verrichtet. Dazu fehle ihr jetzt die Motivation. Mit ihrer Freundin gehe sie einkaufen, jedoch zu Randzeiten, wenn nicht viele Leute unterwegs seien.
Aus dem alleinigen Umstand
, dass die
Beschwerde
führer
in den Tag mit ihrer einzigen Kollegin verbringt und mit ihr einkaufen gehe,
lässt sich nicht auf das Nichtvorhandensein eines sozialen Rückzugs
schliessen (
Urk.
26 f.).
Zwar führten die Gutachter aus, dass
die
psychia
trisch-
psychotherapeutische Behandlung dringend weitergeführt werden
sollte, e
ine erneute stationäre oder tagesklinische Behandlung aufgrund der fehlende
n Tagesstruktur empfohlen werde und
aufgrund der depressiven Symptomatik eine Therapieoptimierung
,
insbesondere die Behandlung der Schlafstörungen eingeleitet werden
könnte (S. 40). Zu beachten ist diesbezüglich jedoch, dass die Gutachter den bereits
chronifizierten
und somit in gewisser Weise
be
handlungsresistenten
psychiatrischen Diagnosen so viel Gewicht bei
gemessen haben
, dass sie gemäss
ihrer
Beurteilung eine doch sehr erhebliche Ar
beitsunfähigkeit
zu begründen vermögen
. So führten die Gutachter immerhin aus, dass polydisziplinär den bisherigen psychiatrischen Beurteilungen zu folgen sei (S. 39)
. Zudem
sind
keine deutlichen Inkonsistenzen auszumachen.
So wurde das Antidepressiva
Wellbutrin
anlässlich des
Medikamenten
spie
gels
im therapeutischen Bereich nachgewiesen und auch der
Konsul
ta
tions
rhythmus
von
zwei
wöchentlich (Urk. S.
27) bei der langjährigen Psychiaterin
Dr.
B._
kann
nicht als Inkonsistenz
erachtet werden.
Eine Veränderung
in der therapeutischen und medikamentösen Behandlung könnte die
Be
schwer
d
e
geg
nerin
zudem über die Auferlegung einer
Sch
adenmin
derungs
pflicht
anstreben
. D
iesbezüglich
bleibt jedoch anzumerken, dass
RAD-Arzt
Dr.
E._
im Januar 2015 ausführte,
e
ine psychiatrische Therapie sei zu emp
fehlen, obwohl damit keine zu erwartende Steigerung der Arbeitsfähigkeit formuliert werden könne
(vgl. vorstehend E. 4.6)
.
Insgesamt erscheint es damit als plau
sibel und nachvollziehbar, dass die
M
edas
-Gutachter trotz
festgestell
ter aber als reduziert zu bezeichnender
All
tagesaktivität
und entgegen der Auffassung der Beschwerdegegnerin eine massgebliche Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit atte
stierten.
Nach
dem Gesagten ist mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt, dass die funktionellen Einschränkungen der medizinisch festgestellten gesundheit
lichen
Anspruchsgrundlage anhand der Standardindikatoren schlüssig und wider
spruchs
frei nachgewiesen sind, so dass den psychiatrischen Diagnosen
die
inva
li
den
versicherungsrechtliche
Relevanz nicht abgesprochen werden kann
.
5.6
Da die ursprüngliche
Rentenzusprache
demnach nicht zweifellos unrichtig war und sich der Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin nach Lage der Akten seither nicht wesentlich verbessert hat, entbehrt die von der
Beschwer
degegne
rin
vorgenommene
Rentenher
absetzung
per 1.
Oktober
201
6
einer recht
lichen Grundlage und erweist sich somit als unzulässig.
Die angefochtene Verfügung ist mithin, in Gutheissung der dagegen erho
benen Beschwerde, aufzuheben, wobei die Beschwerdeführerin weiterhin An
spruch auf eine ganze Rente der Invalidenversicherung hat.
6.
6.1
Da es im vorliegenden Verfahren um die Bewilligung oder Verweigerung von IV-Leistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert festzu
legen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG) und auf Fr. 800.-- anzusetzen. Entsprechend de
m
Aus
gang des Verfahrens sind sie der unterliegenden
Beschwerde
geg
ne
rin
auf
zuerle
gen.
6.2
Ausgangsgemäss steht der obsiegenden Beschwerdeführerin eine
Prozessent
schä
digung
zu, die gemäss Art. 61
lit
. g ATSG in Verbindung mit § 34 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht (
GSVGer
) – ohne Rücksicht auf den Streit
wert – nach der Bedeutung der Streitsache, nach der Schwierigkeit des Prozes
ses
und dem Mass des Obsiegens zu bemessen ist.
Unter Berücksichtigung der vorgenannten Bemessungskriterien und beim gerichtsüblichen Stundenansatz von Fr. 2
2
0.-- ist die Prozessentschädigung vorliegend auf Fr.
2‘3
00.-- (inkl. Barlauslagen und
MWSt
) festzusetzen.