# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 1fbea72b-f86d-427d-bb68-f8d6e5f70daf
**Court:** ZH_VG
**Chamber:** ZH_VG_001
**Year:** 2001
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

I. Das kantonale Amt für Wirtschaft und Arbeit (AWA) stellte mit folgenden Verfügungen vom 15. Februar 2000 fest, folgende Betriebe in folgenden Stadtzürcher Bahnhöfen seien gestützt auf Art. 65 der Verordnung II vom 14. Januar 1966 zum Arbeitsgesetz (aArGV 2; AS 1966, 119 ff.) von der behördlichen Bewilligungspflicht für Sonntagsarbeit ausgenommen (je Dispositiv-Ziffer I):
- Nr. 102205: Betriebe 1-18 (einzeln benannt) Stadelhofen (act. 10/2)
- Nr. 102345: Betriebe 1-5 und 7-93 (dito) Hauptbahnhof (act. 12/2/1)
- Nr. 102347: Swatch-Shop (Columna AG) Hauptbahnhof (act. 12/2/2)
- Nr. 102348: Bahnhofapotheke (I. Barrage AG) Hauptbahnhof (act. 12/2/3)
In Verfügung Nr. 102345 figurierten die Apotheke auch als Betrieb 13 und der Uhrenladen als Betrieb 30.
Die Schweizerischen Bundesbahnen (SBB) – beim Stadelhofer Betrieb 5 bestätigt durch das Bundesamt für Verkehr (BAV) – hatten zuvor alle nachstehend interessierenden Geschäfte als Nebenbetriebe im Sinn von Art. 39 des Eisenbahngesetzes vom 20. Dezember 1957 (EBG, teilweise in der ursprünglichen [AS 1958, S. 335 ff., 345], am 8. Oktober 1982 ergänzten [AS 1984 II 1429 ff., 1434], teilweise in der anfangs 1999 in Kraft getretenen Fassung vom 20. März 1998 [SR 742. 101]) eingerichtet und für sie die Öffnungszeiten nach den Bestimmungen des Gesetzes über die öffentlichen Ruhetage und über die Verkaufszeit im Detailhandel vom 14. März 1971 (RuhetagsG, LS 822.4) festgelegt (act. 11/7, 11/9/3/1+3+5+6+7+14b, 13/8/1, 13/9/2/3/1+2+4+6a+6b+8+9a+9b+10+12+15+17+ 19+ 20+21+23a+23b+24+25a+27+29+33+34+35+38+40+41+44+45a+46a+46b+47+48+49a+
49b+52+53+57+58a+58b+60+61+63+65a+65b+69+70+71+72a+72b+76+77+80+81+82+
83, 13/12/1 sowie 13/13/3). Am 11. Mai 2000 leiteten fünf Läden führende Gesellschaften aus den innerstädtischen Kreisen 4 und 5 sowie dem weiter entfernten Kreis 9 beim BAV das so genannte Anstandsverfahren im Sinn von Art. 40 Abs. 1 lit. e EBG (in der seit 1. Januar 2000 anwendbaren Version vom 18. Juni 1999) ein, indem sie darum ersuchten, unter anderen allen hier betroffenen Hauptbahnhofgeschäften den Nebenbetriebsstatus abzuerkennen (act. 2 S. 4 f.; vgl. auch act. 14 S. 2 sowie 15/2+3).
II. Die Gewerkschaft Bau & Industrie (GBI), die Unia, die Gewerkschaft Verkauf Handel Transport Lebensmittel (VHTL) sowie der Gewerkschaftsbund des Kantons Zürich (GBKZ) hatten schon am 17. März 2000 zwei Beschwerden im Sinn von Art. 56 Abs. 1 des Arbeitsgesetzes vom 13. März 1964 (ArG, SR 822.11) erhoben. In der einen zum Bahnhof Stadelhofen beantragten sie, es sei Dispositiv-Ziffer I in der Verfügung Nr. 102205 des AWA vom 15. Februar 2000 hinsichtlich der dortigen Betriebe 4, 5, 7 sowie 16-18 aufzuheben und es seien diese der Bewilligungspflicht für Sonntagsarbeit zu unterstellen, unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten des Staats (act. 10/1); in der andern zum Hauptbahnhof taten sie das Gleiche bezüglich Verfügung Nr. 102345 des AWA für die Betriebe 1, 3-5 sowie 7-60 daselbst und bezüglich Verfügungen Nr. 102347 sowie 102348 für den Swatch-Shop bzw. die Apotheke (act. 12/1).
Mit zwei Verfügungen vom 26. Mai 2000 wies die Volkswirtschaftsdirektion des Kantons Zürich die Rechtsmittel betreffend Hauptbahnhof (Rekurs Nr. 2000/009) und Bahnhof Stadelhofen (Rekurs Nr. 2000/010) ab (je Dispositiv-Ziffer I); sie auferlegte ihre Verfahrenskosten den Rekurrierenden zu je einem Viertel, unter solidarischer Haftung füreinander (Dispositiv-Ziffer II Abs. 1).
III. Gegen die beiden Verfügungen der Volkswirtschaftsdirektion vom 26. Mai 2000 gelangten GBI, Unia, VHTL und GBKZ am 24. August 2000 mit Beschwerde an das Verwaltungsgericht und stellten folgende Anträge:
"1. Es seien die genannten Verfügungen aufzuheben und es sei demgemäss festzustellen, dass die Geschäfte 1 bis und mit 60 (ausser Geschäft Nummer 2) (Liste gemäss Verfügung Nr. 102345 ... vom 15. Februar 2000; Shop-Ville...), das Geschäft Swatch-Shop (Columna AG) sowie die Geschäfte 4,5,7,16,17,18 (Liste gemäss Verfügung Nr. 102205 ... vom 15. Februar 2000; ... Bahnhof Stadelhofen) nicht Art. 26 ArGV 2 [Verordnung 2 vom 10. Mai 2000 zum Arbeitsgesetz, in Kraft getreten am 1. August 2000, SR 822.112] unterstehen und somit der Bewilligungspflicht für Sonntagsarbeit etc. unterstehen und dass die Bahnhofsapotheke (I. Barrage AG, Apotheke Hauptbahnhof Zürich) nicht Art. 19 ArGV 2 und somit ebenfalls der Bewilligungspflicht für Sonntagsarbeit untersteht, soweit sie an Sonntagen nicht an einem Notfalldienst beteiligt ist.
2. Eventualiter seien die angefochtenen Verfügungen insoweit aufzuheben, als nur das Personal, welches nachweislich lediglich die Durchreisenden bedient, von der Bewilligungspflicht für Sonntagsarbeit ausgenommen ist und es sei festzustellen, dass das übrige Personal der Bewilligungspflicht für Sonntagsarbeit untersteht.

## Considerations