# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** b874f99f-6ab0-4a3c-89e0-741ed40ae817
**Court:** ZH_OG
**Chamber:** ZH_OG_001
**Year:** 2013
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

betreffend Arbeitsrechtliche Forderung (Eintreten auf Klage, unentgeltliche Rechtspflege)
Berufung gegen eine Verfügung des Arbeitsgerichtes Zürich, 4. Abteilung, vom 18. Januar 2013 (AH120257-L)
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Rechtsbegehren:
"1. Die Klage sei durch Genehmigung des zwischen den Parteien  Vergleichs vom 12./13. Dezember 2012 zu erledigen;
2. Dem Kläger sei die unentgeltliche Rechtspflege für das Verfahren vor Arbeitsgericht zu gewähren (kein Kostenvorschuss, keine Auferlegung von Gerichtskosten und Beigebung von Herrn Dr. X._, , ... [Adresse] als unentgeltlicher Rechtsvertreter);
3. Die mit dieser Eingabe eingereichte Honorarnote Nr. .... vom 13.  2012 sei zu genehmigen und die Staatskasse sei anzuweisen, den Rechnungsbetrag Herrn Dr. X._ auf dessen Konto bei der C._ AG, ..., IBAN ..., zu überweisen;
4. Die Kosten- und Entschädigungsfolgen seien im Übrigen gemäss  vom 12./13. Dezember 2012 zu regeln unter Berücksichtigung der dem Kläger zu gewährenden unentgeltlichen Rechtspflege."
Verfügung des Arbeitsgerichts Zürich, 4. Abteilung:
1. Auf die Klage wird nicht eingetreten.
2. Das Verfahren ist kostenlos.
3. Es werden keine Parteientschädigungen zugesprochen.
4. [Schriftliche Mitteilung]
5. [Rechtsmittelbelehrung: Berufung, Frist 30 Tage]
Berufungsanträge:
"1. Die Klage sei durch Genehmigung des zwischen den Parteien  Vergleiches vom 12./13. Dezember 2012 zu erledigen;
2. Dem Kläger sei die unentgeltliche Rechtspflege für das Verfahren vor Arbeitsgericht zu gewähren (kein Kostenvorschuss, keine Auferlegung von Gerichtskosten und Beigebung von Dr. X._, Rechtsanwalt, ... [Adresse], als unentgeltlicher Rechtsvertreter);
3. Die mit dieser Eingabe eingereichte Honorarnote Nr. ... vom 13.  2012 sei zu genehmigen und die Staatskasse sei anzuweisen, den Rechnungsbetrag Herrn Dr. X._ auf dessen Konto bei der C._ AG, ..., IBAN ..., zu überweisen;
4. Die Kosten- und Entschädigungsfolgen seien im Übrigen gemäss  vom 12./13. Dezember 2012 zu regeln unter Berücksichtigung der dem Kläger zu gewährenden unentgeltlichen Rechtspflege;
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5. Für das vorliegende Berufungsverfahren sei dem Kläger die  Rechtspflege zu gewähren (kein Kostenvorschuss, keine  von Gerichtskosten und Beigebung von Dr. X._, , ... [Adresse], als unentgeltlicher Rechtsvertreter;
alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten der Beklagten.

## Considerations

Erwägungen:
1. a) Mit Eingabe vom 13. Dezember 2012 und unter Beilage der Kla-
gebewilligung vom 13. September 2012 reichte der Kläger bei der Vorinstanz eine
Klage mit dem eingangs aufgeführten Rechtsbegehren ein (Urk. 1, 3 und 4). Ohne
Weiterungen trat die Vorinstanz mit Verfügung vom 18. Januar 2013 auf die Klage
nicht ein (Urk. 6 = Urk. 9).
b) Hiergegen hat der Kläger am 21. Februar 2013 fristgerecht (Urk. 7/1)
Berufung erhoben mit den eingangs genannten Berufungsanträgen (Urk. 8).
c) Die vorinstanzlichen Akten wurden beigezogen. Da sich die Berufung
sogleich als unbegründet bzw. unzulässig erweist, kann auf die Einholung einer
Berufungsantwort der Gegenpartei verzichtet werden (Art. 312 Abs. 1 ZPO).
2. a) Die Vorinstanz erwog, der Kläger stelle sich auf den Standpunkt,
dass die von ihm beantragte Genehmigung des Vergleichs notwendig sei, weil
sein Antrag auf unentgeltliche Rechtspflege einen gerichtlichen Entscheid erforde-
re. Die Parteien hätten jedoch ihren Streit ausserhalb eines gerichtlichen Prozes-
ses erledigt; daher bestehe vorliegend kein rechtlich schutzwürdiges Interesse an
der Genehmigung des Vergleichs. Dass eine aussergerichtliche Parteivereinba-
rung in einen gerichtlichen Entscheid aufgenommen werden soll, vermöge auch
kein tatsächlich schutzwürdiges Interesse zu begründen. Ein Feststellungsinte-
resse sei auch nicht gegeben, da die Rechtsbeziehungen der Parteien nicht mehr
ungewiss seien. Liege kein schutzwürdiges Interesse vor, fehle es an einer Pro-
zessvoraussetzung, weshalb auf das Gesuch um Genehmigung des ausserge-
richtlichen Vergleichs nicht einzutreten sei. Da auf das Gesuch nicht einzutreten
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sei, erübrige sich auch die Prüfung der Voraussetzungen betreffend die unentgelt-
liche Rechtspflege, da diese einen Prozess voraussetze.
b) Mit der Berufung können unrichtige Rechtsanwendung und unrichtige
Feststellung des Sachverhalts geltend gemacht werden (Art. 310 ZPO). Der Beru-
fungsentscheid ist zu begründen (Art. 318 Abs. 2 ZPO in Verbindung mit Art. 112
BGG), wobei die Begründung kurz ausfallen darf, wenn der angefochtene Ent-
scheid bestätigt wird (Sutter-Somm/Hasenböhler/Leuenberger [Hrsg.], Kommen-
tar zur schweizerischen Zivilprozessordnung, 2.A. 2013, N. 54 zu Art. 318 ZPO);
insbesondere ist es zulässig, auf die Begründung des zu bestätigenden erstin-
stanzlichen Entscheides zu verweisen (BGE 126 III 353 Erw.1 m.Hinw.).
c) Der Kläger macht berufungsweise geltend, die Vorinstanz verkenne
das schutzwürdige Interesse gemäss Art. 59 Abs. 2 lit. a ZPO, indem sie de facto
das altrechtliche rechtliche Interesse fordere (Urk. 8 S. 5 f.).
Wie die Vorinstanz korrekt dargelegt hat, ist auf eine Klage bzw. ein Gesuch
nicht einzutreten, wenn die klagende bzw. gesuchstellende Partei kein schutz-
würdiges Interesse hat (Art. 59 Abs. 1 und Abs. 2 lit. a ZPO). Dass dieses Inte-
resse rechtlicher oder tatsächlicher Natur sein kann, ist der Vorinstanz nicht ent-
gangen, hat sie doch beides verneint (Urk. 9 Erw. 2.3).
d) Der Kläger macht berufungsweise weiter geltend, werde ein ausserge-
richtlicher Vergleich durch das Gericht genehmigt, so komme diesem dieselbe
Wirkung zu wie einem rechtskräftigen Entscheid. Die Beklagte habe sich erst
nach dem Schlichtungsverfahren überhaupt vergleichsbereit gezeigt. Der ausser-
gerichtliche Vergleich biete ihm (dem Kläger) keine genügende Sicherheit, da es
selbst bei einem provisorischen Rechtsöffnungstitel zu einem komplexen Aber-
kennungsprozess kommen könne. Das schutzwürdige Interesse an der Genehmi-
gung des aussergerichtlichen Vergleichs liege somit in der Erlangung eines defini-
tiven Rechtsöffnungstitels (Urk. 8 S. 6 f.).
Ein aussergerichtlicher Vergleich ist (nur) dann vom Gericht zu genehmigen,
wenn er Vereinbarungen über Punkte enthält, welche der freien Verfügung der
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Parteien (Parteidisposition) entzogen sind. Vorliegend standen die Parteien in ei-
nem arbeitsrechtlichen Streit (finanzielle Folgen der Auflösung eines Lehrverhält-
nisses; vgl. Urk. 5/8). Die entsprechenden Geldforderungen des Klägers unterlie-
gen der Parteidisposition; Gegenteiliges wurde jedenfalls nicht geltend gemacht.
Die Parteien waren daher befugt, ihren Streit durch Abschluss einer entsprechen-
den Vereinbarung verbindlich zu beenden. Eine solche Vereinbarung ist nicht von
einem Gericht zu genehmigen; es kann darüber kein autoritativer Entscheid gefällt
werden, womit auch ein entsprechendes Rechtsschutzinteresse zu verneinen ist
(vgl. Sutter-Somm/Hasenböhler/Leuenberger, a.a.O., 2.A. 2013, N 12 zu Art. 59
ZPO). Wenn die geschlossene Vereinbarung dem Kläger tatsächlich keine genü-
gende Sicherheit bieten würde, müsste er sich fragen lassen, wieso er diese
überhaupt geschlossen hat. Die Rechtsbeziehungen zwischen den Parteien wa-
ren als Folge der geschlossenen Vereinbarung jedenfalls nicht mehr ungewiss,
womit auch in dieser Hinsicht ein schutzwürdiges Interesse an einem Gerichts-
entscheid nicht gegeben ist. Davon abgesehen bleibt es das Geheimnis des Klä-
gers, wie die Vorinstanz einen Vergleich, der im wesentlichen auf eine unbekann-
te separate Vereinbarung verweist und den Vergleichsbetrag nicht nennt (Urk. 5/6
S. 2), hätte "genehmigen", d.h. einer materiellen Prüfung hätte unterziehen sollen.
e) Der Kläger macht berufungsweise sodann geltend, ein schutzwürdiges
Interesse liege vor, weil er mit der Klage ein Gesuch um unentgeltliche Rechts-
pflege gestellt habe. Er habe einen Rechtsanspruch auf materielle Prüfung dieses
Gesuchs, da er ansonsten das Honorar seines Rechtsvertreters tragen müsse
und ihm dies aufgrund seiner Mittellosigkeit nicht möglich sei (Urk. 8 S. 7).
Dieses Vorbringen – sowie die weiteren (Urk. 8 S. 7 ff.) – richtet sich nicht
gegen das Nichteintreten der Vorinstanz auf die Klage bzw. das Gesuch um Ge-
nehmigung der aussergerichtlichen Vereinbarung, sondern gegen die vorinstanz-
liche Nichtbewilligung des klägerischen Armenrechtsgesuchs. Die Vorinstanz hat
dies zwar nicht in einen formellen Entscheid gekleidet, sie hat aber gleichwohl
dem Kläger das Armenrecht nicht gewährt. Der Kläger wendet sich in seiner Beru-
fung denn auch gegen diese materielle Abweisung seines Armenrechtsgesuchs
und macht nicht eine Rechtsverweigerung geltend. Zulässiges Rechtsmittel gegen
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einen Entscheid über das Armenrecht ist nun allerdings nicht die Berufung, son-
dern die Beschwerde (Art. 121 ZPO). Die klägerische Berufung – betreffend das
Armenrecht – kann auch nicht als Beschwerde entgegengenommen und behan-
delt werden, weil eine entsprechende Beschwerde mit einer Frist von 10 Tagen zu
erheben gewesen wäre (Art. 321 Abs. 2 i.V.m. Art. 119 Abs. 3 ZPO). Zwar hat die
Vorinstanz dieses Rechtsmittel nicht belehrt; der anwaltlich vertretenen Kläger
kann sich jedoch nicht darauf berufen, dies nicht gewusst zu haben, ergibt sich
dies doch einerseits direkt aus dem Gesetz (vgl. die genannten Bestimmungen)
und wurde ihm dies andererseits auch im Urteil der Kammer vom 18. Mai 2012
(Urk. 5/5 Erw. II.1.2) ausdrücklich dargelegt. Bezüglich des Armenrechts erweist
sich damit das am 21. Februar 2013 eingereichte klägerische Rechtsmittel als
verspätet (vgl. Urk. 7/1: Zustellung des angefochtenen Entscheids am 22. Januar
2013), weshalb insoweit darauf nicht eingetreten werden kann.
Im Ergebnis erwächst dem Kläger dadurch allerdings kein Nachteil, denn
das Armenrechtsgesuch wäre ohnehin abzuweisen bzw. dessen Nichtbewilligung
zu bestätigen gewesen. Wer unentgeltliche Rechtspflege beanspruchen will, hat
seine finanziellen Verhältnisse umfassend darzulegen (Art. 119 Abs. 2 ZPO).
Dass der Kläger in früheren Entscheiden (Urk. 5/9, sinngemäss auch Urk. 5/5) als
mittellos angesehen wurde, ist dabei nicht massgebend, ist ihm doch durch die
am 12./13. Dezember 2012 geschlossene Vereinbarung ein Teil der Forderungs-
summe zugekommen. Der anwaltlich vertretene Kläger musste um diese Mitwir-
kungspflicht wissen. Indem er nun aber die ihm durch die Vereinbarung vom
12./13. Dezember 2012 zugekommene Summe nicht bekannt gegeben hat (vgl.
Urk. 5/6), wäre von einer Verletzung dieser Mitwirkungspflicht auszugehen, wes-
halb das Armenrechtsgesuch schon aus diesem Grund abzuweisen wäre. Auch
hatte das klägerische Rechtsbegehren (Urk. 1 S. 2 f.) von allem Anfang an keiner-
lei Aussicht auf Erfolg, was der Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege
ebenfalls entgegenstünde.
f) Bloss ergänzend ist der Kläger darauf hinzuweisen, dass für die Erlan-
gung der unentgeltlichen Rechtspflege nach einem Schlichtungsverfahren, aber
vor der Rechtshängigkeit an einem Gericht ebenfalls der Obergerichtspräsident
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zuständig wäre (§ 128 GOG). Dass dem Kläger im Urteil des Obergerichtspräsi-
denten vom 17. Oktober 2011 und im Urteil der Kammer vom 18. Mai 2012 die
unentgeltliche Rechtspflege und -verbeiständung "nur" für das Schlichtungsver-
fahren gewährt wurde (Urk. 5/9 Disp.-Ziff. 1, Urk. 5/5 Disp.-Ziff. 5) konnte ihn nicht
daran hindern, für die Zeit nach Abschluss des Schlichtungsverfahrens ein ent-
sprechendes neues Gesuch zu stellen.
g) Nach dem Gesagten ist die Berufung abzuweisen, soweit darauf einzu-
treten ist, und der angefochtene Entscheid ist zu bestätigen (Art. 318 Abs. 1 lit. a
ZPO).
3. a) Der Kläger verlangt auch im Berufungsverfahren die Zusprechung
der Honorarnote seines Rechtsvertreters vom 13. Dezember 2012 im Gesamtbe-
trag von Fr. 25'263.85 (Urk. 5/12). Daher ist für das Berufungsverfahren von die-
sem Interessewert auszugehen.
b) Das Berufungsverfahren ist kostenlos (Art. 114 lit. c ZPO).
c) Der Kläger hat für das Berufungsverfahren ein Gesuch um unentgeltli-
che Rechtspflege gestellt (Urk. 8 Berufungsantrag 5). Dieses ist jedoch zufolge
Aussichtslosigkeit der Berufung (vgl. vorstehende Erwägungen) abzuweisen
(Art. 117 lit. b ZPO).
d) Für das Berufungsverfahren sind keine Parteientschädigungen zuzu-
sprechen, der Beklagten mangels relevanter Umtriebe (vgl. Art. 95 Abs. 3 ZPO),
dem Kläger zufolge von dessen Unterliegen (Art. 106 Abs. 1 ZPO).