# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** d2c5cb40-69ee-4b22-a33a-69ad02502601
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2019
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1995, wuchs mit seinen Geschwistern unter schwierigen Bedingungen bei seinen Eltern auf. Seit 2008 lebt er bei seiner Tante in Winterthur (Urk.
11/7 S. 7). Er absolvierte die obligatorische Schulzeit. Das zehnte Schuljahr brach er vorzeitig ab und über eine Berufsausbildung verfügt er nicht (Urk. 11/7 S. 8).
Unter Hinweis auf Angstzustände, Depression
en und ein
Derealisations
-/Depersonalisationssyndrom meldete sich der Versicherte
mit am 16. Dezember 2013
unterschriebenem Anmeldeformular
i
m
Januar
201
4
bei der
Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an (Urk. 11/1). Die Sozialversiche
rungs
anstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, klärte
in der Folge
die medizinische und erwerbliche Situation ab.
Vom 26. April bis 10. Mai 2015 absolvierte der Ver
sicherte einen Schnupperaufenthalt in der
Z._
mit Tätigkeit in der Schreinerei und Aufenthalt in der Wohngruppe (Auswertung Schnupperauf
ent
halt vom 19. Mai 2015, Urk. 11/28).
Am 22.
Juli 2015 (Urk. 11/31) teilte d
ie
IV-Stelle
dem Versicherten
mit, dass sein Leistungsbegehren bezüglich beruflicher Mass
nahmen abgewiesen werde, da aufgrund seines Gesundheitszustandes
aktu
ell
keine beruflichen Massnahmen möglich seien.
Anschliessend
klärte die IV-Stelle die medizinische Situation weiter ab und holte unter anderem ein
psychia
trisches Gutachten bei Dr. med.
A._
, Facharzt FMH für Psychiatrie und Psychotherapie, ein, welches dieser am 11. Juli 2016 (Urk. 11/55) erstattete. Am 29. Juli 2016 (Urk. 11/56) auferlegte
sie
dem Versicherten
als
Massnahme
die
Durchführung einer
psychiatrisch-psychotherapeutischen
Behandlung zur Ver
bes
se
rung des Gesundheitszustandes
.
Da
der
Versicherte
d
e
r
Aufforderung
vom 29. Juli 2016
den behandelnden
Psychiater
oder den Psychiater
anzugeben,
bis zum 12. September 2016
nicht
nachgekommen war
,
forderte ihn die IV-Stelle am
16. September 2016 (Urk. 11/57)
sowie am 21. September 2016 (Urk. 11/59)
erneut
auf,
die Angaben des behandelnden Psychiaters
bis spätestens 2. Oktober 2016
bekanntzugeben
.
Diesen Aufforderungen kam der Versicherte weiterhin nicht nach; er hatte der IV-Stelle am 20. September 2016 einzig den Namen seines Hausarztes und des behandelnden Psychologen bekanntgegeben (vgl. Urk. 11/58; vgl. auch Urk. 11/62 S. 8).
Nach durchgeführ
tem Vorbescheidverfahren (Urk. 11/63-64, Urk. 11/66, Urk. 11/68
)
verneinte die IV-Stelle mit Verfügung vom
25
.
Mai
201
8
einen
Leistungsanspruch
(Urk. 2).
2.
Dagegen erhob
der
Versicherte am
25
.
Juni
201
8
(Urk. 1) Beschwerde und
stellte die Anträge, es sei
die Verfügung vom
25
.
Mai
201
8
aufzuheben und ihm eine
ganze Invalidenrente
zuzusprechen
; eventualiter
sei ein
Gerichtsgutachten
anzu
ordnen
. Zudem beantragte er
,
für den Fall des Unterliegens
,
die Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung
(S.
2
).
Die IV-Stelle beantragte mit Beschwerdeantwort vom
21
.
August
201
8
(Urk.
10
) Abweisung der Beschwerde, was
dem
Beschwerdeführer am
22
.
August 2018
zur Kenntnis gebracht wurde (Urk.
12
).
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 des
Bundesgesetz
es
über den Allge
meinen Teil des Sozialversicherungsrechts
[ATSG]). Sie kann Folge von Geburts
gebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 des
Bundesgesetz
es
über die Invalidenversicherung [
IVG
]). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgegliche
nen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beein
trächtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie körperliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 8 ATSG bewirken. Rechtsprechungsgemäss ist bei psychi
schen Beeinträchtigungen zu prüfen, ob ein psychischer Gesundheitsschaden mit Krankheitswert besteht, welcher die versicherte Person auch bei Aufbietung allen guten Willens daran hindert, ein rentenausschliessendes Erwerbseinkommen zu erzielen (vgl.
BGE 139 V 547
E. 5,
131 V 49
E. 1.2,
130 V 352
E. 2.2.1; vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_125/2015 vom 18. November 2015 E. 5.4).
Die Annahme eines psychischen Gesundheitsschadens im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG sowie Art. 3 Abs. 1 und Art. 6 ATSG setzt eine psychiatrische, lege
artis
auf
die Vorgaben eines anerkannten Klassifikationssystems abgestützte Diagnose vor
aus (vgl. BGE 143 V 409 E. 4.5.2, 141 V 281 E. 2.1, 130 V 396 E. 5.3 und E. 6). Eine fachärztlich einwandfrei festgestellte psychische Krankheit ist jedoch nicht ohne weiteres gleichbedeutend mit dem Vorliegen einer Invalidität. In jedem Einzelfall muss eine Beeinträchtigung der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit unab
hängig von der Diagnose und grundsätzlich unbesehen der Ätiologie ausgewiesen und in ihrem Ausmass bestimmt sein. Entscheidend ist die nach einem weitgeh
end objektivierten Massstab zu beurteilende Frage, ob es der versicherten Person zumutbar ist, eine Arbeitsleistung zu erbringen (BGE 143 V 409 E. 4.2.1, 141 V
281 E. 3.7, 139 V 547 E. 5.2, 127 V 294 E. 4c, je mit Hinweisen; vgl. Art. 7 Abs. 2
ATSG).
Gemäss BGE 143 V 418 sind grundsätzlich sämtliche psychischen Erkrankungen einem strukturierten Beweisverfahren nach BGE 141 V 281 zu unterziehen (E. 7.2; vgl. BGE 143 V 409 E. 4.5.1).
1.3
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betä
tigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen
wieder herstellen
, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine Vier
telsrente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine Dreiviertelsrente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.4
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
; vgl. dazu Art. 26 der Ver
ordnung über die
Invalidenversicherung, IVV
). Der Einkommensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbs
ein
kommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt
werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad besti
mmen
lässt (sog. allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2
mit Hinweisen).
1.5
Gemäss Art. 7 Abs. 1 IVG muss die versicherte Person alles ihr Zumutbare unter
nehmen, um die Dauer und das Ausmass der Arbeitsunfähigkeit (Art. 6 ATSG) zu verringern und den Eintritt einer Invalidität (Art. 8 ATSG) zu verhindern.
Art. 21 Abs.
4 ATSG bestimmt, dass einer versicherten Person die Leistungen vorüber
geh
end oder dauernd gekürzt oder verweigert werden können, wenn sie sich einer zumutbaren Behandlung oder Eingliederung ins Erwerbsleben, die eine wesent
liche Verbesserung der Erwerbsfähigkeit oder eine neue Erwerbsmöglichkeit ver
spricht, entzieht oder widersetzt oder nicht aus eigenem Antrieb das ihr Zumut
bare dazu beiträgt. Sie muss vorher schriftlich gemahnt und auf die Rechtsfolgen hingewiesen werden; ihr ist eine angemessene Bedenkzeit einzuräumen.
Die Rege
lungen von Art.
43 Abs.
3 ATSG (Nichteintreten oder Sachentsche
id auf
grund der Akten) und Art.
7b Abs.
1 IVG (Kürzung oder Verweigerung der Leis
tung) sind grundsä
tzlich nebeneinander anwendbar.
Die Sanktion bei verletzter Schadenminderungs- oder Mitwirkungspflicht hat sich an das Verhältnis
mässig
keitsprinzip zu halten und insbesondere das Ausmass des Verschuldens der ver
sicherten Person zu berücksichtigen (Urteil des Bun
desgerichts 9C_370/2013 vom 22. November 2013 E.
3 mit Hinweisen).
Ist eine versicherte Person bezüglich einer psychischen Problematik nicht einsichtig und lehnt eine entsprechende Therapie ab, gereicht ihr dies unter Umständen dann nicht zum Verschulden, wenn die fehlende Krankheitseinsicht gerade Teil des Leidens selbst ist (Urteil des Bu
ndesgerichts 9C_82/2013 vom 20. März 2013 E.
3 mit weiterem Hinweis
).
1.6
Auch bei durchgeführtem Mahn- und
Bedenkzeitverfahren
kann für die Zeit davor ein Rentenanspruch entstehen. Der Rentenanspruch dauert indessen nur solange, bis aufgrund des Mahn- und
Bedenkzeitverfahrens
zur Sanktion des Rentenentzugs geschritten werden darf (vgl. Urteil des Bundesgerichts I 744/05 vom 30. März 2007 mit Hinweis auf AHI 1997 S. 36 E. 5a; vgl. auch Urteile des Bundesgerichts 8C_5/2017 vom 11. April 2017 E. 5.4 und 9C_391/2016 vom 4. November 2016 E. 3.5).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin führte in ihrer leistungsabweisenden Verfügung vom
25
.
Mai
201
8
(Urk. 2) aus,
der Beschwerdeführer sei gutachterlich untersucht worden. Aufgrund des Gutachtens sei ihm das Schreiben «Durchführung einer
Behandlung zur Verbesserung des Gesundheitszustandes» zugestellt worden.
Darin
sei er aufgefordert worden, eine stabile, regelmässige und hochfrequentierte psy
chiatrisch-psychotherapeutische Behandlung im engmaschigen ambulanten oder sogar stationären Setting durch einen Facharzt für Psychiatrie durchzuführen. Es sei
von ihm
lediglich der zuständige Hausarzt mitgeteilt worden. Die Angabe eines Facharztes für Psychiatrie habe sie nicht erhalten. Damit habe der Be
schwerdeführer seine Mitwirkungspflicht verletzt
(S. 1).
Sie gehe davon aus, dass der Beschwerdeführer sich seiner Schadenminderungspflicht nicht unterzogen habe. Ein Gesundheitsschaden sei nicht ausgewiesen und die Mitwirkungspflicht sei nicht erfüllt worden. Im psychiatrischen Gutachten habe sich der Beschwer
deführer klar zu seinen Beschwerden und
Einschränkungen äussern können.
W
arum eine fehlende Krankheitseinsicht
vorliegen soll
, sei
daher
nicht nach
vollziehbar.
Zudem gelte der Grundsatz Eingliederung vor Rente. Dabei habe der Beschwerdeführer vor einer Zusprache alle zumutbaren beruflichen sowie medizi
nischen Eingliederungsmassnahmen durchzuführen. Aus dem Gutachten gehe hervor, dass berufliche Massnahmen zum derzeitigen Zeitpunkt der Begutachtung noch verf
rüht
seien, jedoch
eine Stabilisierung durch therapeutische Massnahme
n zielführend und zumutbar sei
. Somit seien die medizinischen Massnahmen zur Beurteilung des Gesundheitsschadens vom Beschwerdeführer nach wie vor ange
zeigt. Diese würden von ihm nicht durchgeführt, weshalb derzeit weder Einglie
derungsmassnahmen möglich seien, noch ein Rentenanspruch entstehen könne (S. 2).
2.2
Der
Beschwerdeführe
r
stellte sich in
seiner
Beschwerde vom
25
.
Juni
201
8
(Urk. 1) hingegen auf den Standpunkt, dass
von verschiedenen Seiten dokumentiert sei, dass er aufgrund seiner gesundheitlichen Störung schwer in seiner Arbeitsfähig
keit eingeschränkt sei. Es werde im Gutachten ebenfalls festgestellt, dass er trotz ersichtlichem Leidensdruck an fehlender Krankeneinsicht leide. Auch die Inter
vention der Fachstelle für junge Erwachsene in enger Zusammenarbeit mit dem behandelnden Psychiater habe
nicht
dazu geführt, dass er sich einer stationären Therapie unterzogen habe
.
A
uch ein begleitetes Wohnen habe
nicht
installiert werden können. Diese Unfähigkeit stehe in direktem Zusammenhang mit der fehlen
den Krankheitseinsicht und müsse bei der Beurteilung des Leistungsan
spruches berücksichtigt werden. Da er momentan aus gesundheitlichen Gründen weder in der Lage sei,
s
einer
Schadenminderungspflicht nachzukommen, noch eine Ausbildung im geschützten Rahmen zu absolvieren bzw. noch viel weniger seinen Lebensunterhalt selbständig zu verdienen, sei ihm eine ganze Rente zuzu
sprechen. Eventualiter sei der Sachverhalt anhand eines Gerichtsgutachtens
rechts
genüglich
abzuklären
(S.
3 f. Ziff. 9-13
).
2.3
Strittig und zu prüfen ist, ob der Beschwerdeführer Anspruch auf eine Inva
li
denrente hat.
Der Beschwerdeführer ist der Aufforderung zur Aufnahme einer
engmaschigen, psychiatrisch-psychotherapeutischen
Behandlung nicht nachgekommen
; die all
fällige weitere Behandlung beim Psychologen
B._
(vgl. Urk. 11/1 S. 5, 11/41, 11/55/15) erfüllt diese Voraussetzung unbestrittenermassen nicht. Zu
prü
fen ist, ob sich der Gesundheitszustand vor der Durchführung der Behandlung beurteilen lässt und ob von einem die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit einschrän
kenden Gesundheitsschaden auszugehen ist (vgl. Urk. 11/62/8, 11/69/2 und Urk.
2)
. Strittig und zu prüfen ist ebenfalls, ob
die Nichterfüllung der auferlegten Mass
nahme dem Versicherten als Verschulden anzurechnen ist
(
vgl.
Urk. 1 S. 4).
3.
Dr.
A._
nannte in seinem psychiatrischen
Gutachten vom 11. Juli 2016
(Urk.
11/55) folgende Diagnosen (S. 15
):
-
Depersonalisations-/Derealisationssyndrom (ICD-10 F48.
1
) mit/bei:
-
e
pisodisch paro
xysmalen Angstzuständen (ICD-10 F
41
.
0
)
-
Tic-Störung, nicht näher bezeichnet (ICD-10 F95.8)
-
Hinweisen für Störung der Persönlichkeitsentwicklung bei früh einset
zen
der Bindungsstörung, längerer Beobachtungszeitr
a
um notwendig (ICD-10 F60.9)
Der Gutachter führte aus,
unter Abwägung der psychopathologischen Befundlage und
der
resultierenden funktionellen Einschränkungen gegenüber den bestehen
den Ressourcen und ableitbaren Funktionsfähigkeiten sei der Beschwerdeführer aktuell aus fachärztlich psychiatrischer Sicht als nicht ausreichend stabil, belast
bar und funktionsfähig im Hinblick auf eine Arbeitsleistung/Ausbildung unter unbegleiteten Arbeitsbedingungen der freien Wirtschaft zu qualifizieren. Bezogen auf eine Tätigkeit/Ausbildung in der freien Wirtschaft liege fachärztlich psychia
trisch und im Längsverlauf dokumentiert seit Behandlungsbeginn im
C._
im
September 2012 eine fortges
etzt
anzunehmende 100
-%-
Arbeitsunfähigkeit vor
(S. 17)
.
Weiter berichtete Dr.
A._
, b
ezogen auf
zunächst
eine Beschäftigung und im Weiteren medizinisch-theoretisch auch mögliche Ausbildung im Rahmen einer EBA
[
Eidgenössisches Berufsattest
]
unter zunächst in einem ersten Schritt vorbe
rei
tend begleiteten geschützten Rahmenbedingungen liege grundsätzlich ein aus
reichendes Funktions- und Belastbarkeitspotential vor. Für eine erfolgreiche ent
sprechende Umsetzung sei aber eine vorbereitende intensivierte therapeutische Stabilisierung und Stabilisierung der Wohnsituation mit Verbesserung der Tages
struktur und im Weiteren stufenweise ein rehabilitativer, engmaschig begleiteter Aufbauprozess notwendig. Zum jetzigen Zeitpunkt seien die Voraussetzungen für den direkten Einstieg in einen Ausbildungsversuch unter begleiteten Bedin
gung
en noch nicht stabil gegeben
. D
er Beschwerdeführer sei auf eine stabile
,
regel
mässige und aktuell hochfrequent
e
fachärztliche psychiatrisch-psychotherapeu
ti
sche Behandlung
in
mindestens
engmaschigem ambulantem
Setting angewie
sen.
Diese sei aktuell nicht gegeben und sollte in einem ersten Schritt wieder
aufgebaut werden. In diesem Zusammenhang müsse im Rahmen der Behandlung auch ein Ausbau/
eine
Intensivierung
der Psychopharmaka-Medikation geprüft und umgesetzt werden. Entsprechend sollte die Behandlung mindestens unter regel
mässigem Einbezug eines Facharztes/einer Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie und nicht primär durch eine psychologisch-psychotherapeutische Fachkraft erfolgen
(S. 17
f.
).
Ferner
hielt der Gutachter fest, aufgrund des bisherigen Verlaufs der stationären und teilstationären Behandlungsversuche
sei
eine erneute Hospitalisierung des Beschwerdeführers für einen stationären Behandlungsprozess als nicht unbedingt erfolgversprechend zu werten, insbesondere aufgrund der (krankheitsbedingt) un
zu
reichenden Motivationslage. Es bestehe auch die Gefahr, dass der Schritt vom abgeschirmten stationären Rahmen in eine begleitete Wohn- und Arbeits
situation eine erneute Überforderung/Zustandsverschl
echterung nach sich ziehen könn
e, weshalb ein ambulant gut abgestimmt ineinander verzahnter Therapie- und Ein
gliederungsprozess erfolgversprechender erscheine. Schliesslich müsse bezüglich der psychischen Grunderkrankung auch mit einer länger andauernden Einschrän
kung und Therapiebedürftigkeit gerechnet werden, die durch eine isolierte zeitlich begrenzte stationäre Behandlung eher nicht verkürzt werden könne, da es sich nicht um ein fokussiertes Problem, wie beispielsweise eine einfache Depression oder isolierte Phobie, sondern um ein komplexes kombiniertes Störungsbild mit
anzunehmender zu Grunde liegender persönlichkeitsstruktureller Pathologie handle
(S. 1
8
f.).
Im Übrigen berichtete Dr.
A._
, es müsse mit einem längerfristigen, zunächst mehrmonatigen Therapie- und Rehabilitationsprozess gerechnet werden, bevor eine ausreichende Stabilität für den erneuten Versuch der Umsetzung einer EBA
beziehungsweise vorbereitender Schritte erzielt werden könne. Hierzu müsse zunächst die Therapie- und Wohnsituation optimiert und angepasst werden. Die Prognose sei ausgehend vom bisherigen Verlauf und der aktuellen Abklärung unsicher und das Störungsbild bereits in Chronifizierung begriffen. Grun
dsätzlich sei aber beim Beschwerdeführer
unter entsprechender Vorbereitung aufgrund der vorhandenen Ressourcen und medizinischen Situation noch von einer möglichen Eingliederung in einen Arbeitsprozess unter Bedingungen der freien Wirtschaft perspektivisch im Rahmen der zumindest mittelfristigen Entwicklung mit erhö
h
ter Wahrscheinlichkeit auszugeh
en, sofern es gelinge, die aktuelle Situation therapeutisch und rehabilitativ
zielführend zu verändern (S. 19
).
4.
Das psychiatrische Gutachten von
Dr.
A._
vom
11. Juli 2016
(
E. 3
)
beruht auf den erforderlichen allseitigen Untersuchungen, was bei einer psychiatrischen klinischen Untersuchung eine Anamneseerhebung (
vgl. Urk. 11
/
55 S. 3-11
), eine Symptomerfassung und ein
e Verhaltensbeobachtung (vgl. S 11 ff.
) umfasst (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_47/2016 vom 1
5.
März 2016 E. 3.2.2). Es wurde weiter in Kenntnis der und in Auseinandersetzung
mit den Vorakten erstattet (S. 3
-
6
, S.
13, S. 15
), berücksichtigt die geklagten Beschwerden und setzt sich mit diesen sowie dem Verhalten
des
Bes
chwerdeführer
s
ausein
ander (S. 7, S. 9 f, S. 12-19).
Dr.
A._
hat die medizinischen Zustände und Zusammenhänge einleuchtend dargelegt und seine Schlussfolgerungen nachvollziehbar begründet.
So führte er plausibel aus, dass
der
Beschwerdeführer aufgrund der diagnostizierten psychi
schen Leiden
in der anzunehmenden Dauerbelastbarkeit und in der Durchhalte
fähigkeit
f
unktionell
eingeschränkt ist
sowie Einschränkungen
und Defizite in der situativen und insbesondere interpersonellen Anpassungs- und Interaktions
fähig
keit beziehungsweise Flexibilität
bestehen, sodass
nur unzureichend Adap
tions
leistungen erbracht werden
können
(S. 16
f.
)
. Weiter legte Dr.
A._
schlüssig dar, dass der Beschwerdeführer
im Hinblick auf eine Arbeitsleis
tung/
Ausbildung unter unbegleiteten Arbeitsbedingungen der freien Wirtschaft nicht ausreichend stabil, belastbar und funktionsfähig
ist und daher für eine
erfolg
reiche
Ausbildung
eine vorbereitende intensivierte therapeutische Stabilisierung
(in Form einer
stabile
n
regelmässige
n
und aktuell hochfrequente
n,
fachärztliche
n
psychiatrisch-psychotherapeutische Behandlung in mindestens engmaschigem am
bu
lante
m
Setting
)
und Stabilisierung der Wohnsituation mit Verbesserung der Tagesstruktur und im Weiteren stufenweise ein rehabilitativer, engmaschig beglei
teter Aufbauprozess
notwendig ist
(E.
3
). Damit
e
ntspricht die Expertise von Dr.
A._
den bundesgerichtlichen Vorgaben an ein beweiskräftiges Gut
achten (vgl. BGE 134 V 231 E. 5.1
).
Das Gutachten
von Dr.
A._
steht in Übereinstimmung
mit sämtlichen vorlie
genden
fachärztlichen
Berichten
und Arbeits
unterlagen
respektive Abklärungen im Zusammenhang mit den beruflichen Massnahmen
-
namentlich
mit den
medi
zinischen Beurteilung
en der Fachpersonen des
C._
(vgl. Urk. 11/7/6-9, Urk. 11/12/6-
7,
Urk. 11/15),
der Fachärzte der
D._
(Urk. 11/44)
und
der
E._ (
Urk. 11/
41)
sowie der
Auswertung
über eine
n
Schnup
peraufenthalt in der
Z._
(Urk. 11/28) und dem Bericht über d
en Verlauf der beruflichen Mass
nahmen der Beschwerdegegnerin (Urk. 11/32)
.
Diese wurden den
n
auch alle
samt im Gutachten berücksichtigt.
Einwände gegen
das
Gutachten
wurden
weder vom Beschwerdeführer noch der Beschwerdegegnerin vorgebracht (vgl. Urk.
1-2
, 11/62/6-8
).
Damit
kann auf das voll beweiskräftige Gutachten abgestellt werden. Der medi
zinische Sachverhalt ist
somit
erstellt und die vom Beschwerdeführer
-
ohne Begründung
(vgl. Urk. 1 S. 2-4
Ziff.
4-13) -
eventualiter beantragte
Einholung eines Gerichtsgutachtens (Urk.
1 S.
2) erübrig
t
sich. Weitere entscheidwesentliche Erkenntnisse sind davon nicht zu erwarten (antizipierte Beweiswürdigung; BGE 122 V 157 E.
1d).
Die medizinischen Akten, insbesondere das Gutachten von Dr.
A._
vom 11. Juli 2016, lassen eine Beurteilung der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit ohne Weiteres zu und es bedarf dafür – entgegen den Ausführungen der Beschwerde
gegnerin (vgl. Urk. 11/69/2) - keiner vorgängigen psychiatrisch-psychothera
peu
tischen Behandlung.
5.
Aus
Gründen der Verhältnismässigkeit
kann vorliegend
von einem
strukturierte
n
Beweisverfahren
nach BGE 141 V 281 abgesehen
werden, da es bei dem
vorlie
gend
diagnostizierten
Depersonalisations- und
Derealisationssyndrom
mit
Angstzu
stän
den
– wie etwa bei Schizophrenie, Zwangs-, Ess- und Panikstörungen –
nicht nötig bzw. auch gar nicht geeignet ist
und
zudem
übereinstimmende fachärztliche Einschätzungen
vorliegen
sowie keine Hinweise auf Inkonsistenzen, Aggravation oder Simulation bestehen (vgl. BGE 143 V 418 E. 7.1)
. [
Seit
September
201
2
ist somit gestützt auf das
Gutachten
von Dr.
A._
wegen des
psychische
n
Leiden
s
von
einer vollständigen
Arbeits
- und
Ausbildungs
un
fähig
keit des Beschwerdeführers
auszugehen (E.
3
)
.
Beim Vorliegen einer vollständigen Arbeitsunfähigkeit kann auf einen Ein
kom
mensvergleich verzichtet und von einem Invaliditätsgrad von 100 % ausge
gan
gen werden. Vorbehalt für einen
d
auerhaften
Leistungsanspruch ist
jedoch
, dass keine Schadenminderungs- oder Mitwirkungspflichtverletzung
vorliegt, was es
im Folgenden zu prüfen
gilt
.
6
.
6.1
Die Beschwerdegegnerin
auferlegte dem Beschwerdeführer
mit dem Schreiben
«
Durchführung einer Behandlung zur Verbesserung des Gesundheitszustandes
»
vom
29. Juli 2016 (Urk. 11/56)
eine
Massnahme
in Form einer
«stabilen
, regel
mässige
n
und hochfrequentierte
n
psychiatrisch-psychotherapeutische
n
Behand
lung im engmaschigen ambulanten oder sogar stationären Setting durch einen Facharzt der Psychiatrie
»
(S. 1
)
.
Dabei wurde der Beschwerdeführer mit Verweis auf b
eigelegte
gesetzliche
Grundla
gen unter anderem darauf hingewiesen,
dass,
wenn er an der entsprechenden Massnahme nicht
teil
nehme
,
auf das Leistungs
gesuch entweder nicht eingetreten werde oder aufgrund der Akten entschieden werden müsse und
ein allfälliger Leistungsanspruch abgelehnt oder gekürzt werde
(S. 2 oben).
Er wurde deshalb dazu aufgefordert, bis zum 12. September 2016
an
zugeben, bei welchem Arzt
oder welche Ärztin
er gedenk
e
, die Massnahme durch
zuführen
und wie der Behandlungsplan laute
(S. 1 unten)
.
Mit Schreiben «Wahr
nehmung der Mitwirkungspflicht» vom
16.
September 2016 (Urk.
11/57)
wurde er unter explizitem Hinweis auf Art. 21 Abs. 4 ATSG erneut aufgefordert
,
dieser Pflicht
– dieses Mal mit einer bis zum 2.
Oktober 2016
erstreckten Frist
–
nachzu
kommen
.
Nachdem er das Schreiben der Beschwerdeführerin vom 29. Juni 2016 m
it den handschriftlich festgehaltenen Namen des
Hausarztes
, Dr. med
.
F._
, und
des behandelnden Psychologen der
E._
,
B._
, retourniert hatte (Urk. 11/58), forderte ihn die Beschwerdegegnerin
am 21. September
2016 (Urk.
1
1/59)
letztmalig
auf, die Angaben zu seinem behandelnden Psychiater bis zum 2. Oktober 2016 zu machen mit ausdrücklichem Hinweis, dass bei Nichtteil
nahme an der Massnahme der besagten psychiatrisch-psychotherapeutischen Be
hand
lung
,
ein Entscheid aufgrund der Akten
er
folge
oder ein Nichteintreten ver
fügt werde
.
Ob es sich
bei den angeordneten Massnahme
um
eine solche
im Rahmen der Mit
wirkungspflicht bei der Abklärung
(
Art.
7b
Abs.
1 IVG in Verbindung mit
Art. 43 Abs. 2 ATSG) handelt - wovon
die Beschwerdegegnerin in ihren
Schrei
ben
vom
29. Juli
und vom 21. September
201
6
ausging - oder ob sie
dem Be
schwer
deführer
unter dem Titel der Schadenminderungspflicht (
Art.
7b
Abs.
1 IVG in Verbindung mit
Art.
21
Abs.
4 ATSG) auferlegt wurden - wie dies
im
Schreiben
vom 16. September 2016 sowie
in der angefochtenen Verfügung ausgeführt wurde
und wovon der Beschwerdeführer selbst ausgeht (vgl. Urk. 1
S. 4 Ziff.
13)
–
spielt keine Rolle
. Denn
Art.
7b
Abs.
1 IVG legt
in beiden Fällen
fest, dass Leistungen nach
Art.
21
Abs.
4 ATSG gekürzt oder verweigert werden können
, wenn die auferlegten Massnahmen nicht erfüllt wurden
(vgl. E. 1.5
)
.
6.
2
6.2
.1
D
ie Verweigerung oder Kürzung einer Leistung der Invalidenversicherung ge
stützt auf
Art.
7b IVG in Verbindung mit Art.
21 Abs.
4 ATSG
setzt
voraus
, dass die
dem
Beschwerdeführer auferlegte
psychiatrisch-psychotherapeutischen Behandlung im engmaschigen ambulanten oder stationären Setting
im Hinblick auf die Erfolgschancen und d
i
e in Frage stehenden Versicherungsleistungen
zu
mut
bar und verhältnismässig sowie geeignet ist, eine wesentliche Steigerung der Arbeitsfähigkeit
herbeizuführen
(vgl. E. 6.1)
.
Dies ist unbestritten
ermassen der Fall (vgl. Urk. 1).
So ist die Tragweite einer intensiven psychotherapeutischen Behandlung des voll
ständig arbeitsunfähigen und daher nicht erwerbstätigen Beschwerdeführers als ge
ring anzu
sehen, zumal dem eine hohe Inanspruchnahme von Versiche
rungs
leistungen gegenübersteht.
Der Beschwerdeführer lebt bei seiner Tante, verbringt sehr viel Zeit mit Gamen und versucht viel unterwegs zu sein (Urk. 11/55 S. 10).
Er
wäre daher in zeitlicher Hinsicht grundsätzlich in der Lage, sich
regelmässig in
eine hochfrequent
e
psy
chiatrisch-psychotherapeutische
Behandlung
zu bege
ben. Die Zu
mutbarkeit einer Psychotherapie wurde seitens
des
Gutach
t
ers genau
so
wie von
den übrigen behandelnden Ärzten und Fachpersonen nie in Frage ge
stellt
(
vgl.
Urk. 11/7/6-9, Urk. 11/12/6-7, Urk. 11/15, Urk. 11/41, Urk.
11/44
, Urk. 11/55
). Ferner kam Dr.
A._
zum Schluss, dass
der Beschwerdeführer
für die Stabilisierung
für eine Beschäftigung oder Ausbildung im Rahmen einer EBA
– und damit zur Steigerung
d
er Arbeitsfähigkeit -
zunächst auf eine stabile
regelmässige und
hochfrequente
fachärztliche psychiatrisch-psychotherapeu
tische
Behandlung
in
mi
ndestens engmaschigem ambulantem
Setting angewiesen
sei
(E. 3).
6.2
.2
Weiter bedarf es für die Verweigerung oder Kürzung der Leistung das schuldhafte Nichtbefolgen
der Massnahme
(vgl. E.
1.5
). Unbestritten
ist, dass der Beschwerde
führer sich
der auferlegten
Behandlung
bis anhin
nicht
unterzogen hat (vgl. Urk. 1 und 2). U
mstritten ist
hingegen
, ob
ihn
aufgrund seines psychischen Lei
dens
ein
Verschulden für die Nichtbefolgung der
Schadenminderungspflicht trifft
.
Der
Beschwerdeführer
brachte diesbezüglich
mit Verweis
auf
das Gutachten von Dr.
A._
vor,
er leide
trotz ersichtlichem Leidensdruck
an fehlender Kranken
einsicht, weshalb er
aus gesundheitlichen Gründen nicht in der Lage sei,
s
einer Schadenminderungspflicht nachzukommen (E. 2.2
)
.
Diese
Argumentation
findet im Gutachten keine
Grundlage
. Zwar hat Dr.
A._
tatsächlich festgestellt, dass ein stationärer Behandlungsprozess aufgrund der
krank
heitsbedingten unzureichenden Motivationslage nicht als unbedingt erfolgs
v
ersprechend
zu werten ist,
bezog sich dabei aber ausdrücklich nur auf eine stationäre und nicht
auch
auf
eine ambulante Behandlung
, wie sie
alternativ von der Beschwerdegegnerin auferlegt worden ist
(vgl. E. 3 und E. 6.1
)
. Es ist nicht ersichtlich
,
weshalb es
de
m
Beschwerdeführer
nicht möglich sein sollte,
die Not
wendigkeit einer
stabilen, regelmässigen und hochfrequentierten psychiatrisch-psychotherapeutischen Behan
dlung im engmaschigen ambulantem Setting
durch einen Facharzt der Psychiatrie
zu erkennen und entsprechend eine solche Be
hand
lung
aufzunehmen, zumal er sich
zumindest früher
in ambulanter psycho
logischer Behandlung bei
B._
der
E._
bef
and (Urk. 11/55/15)
.
Der Beschwerdeführer
verfügt
über ein
e
durchschnittliche Intelligenz (Urk. 11/15 S. 4 oben)
und damit
über
die intellektuelle Kapazität
,
die Notwendigkeit einer
fach
ärztlichen psychiatrisch-psychotherapeutische
n
Behandlung
zu begreifen.
Bei der Untersuchung durch
Dr.
A._
vermittelte
der Beschwerdeführer denn auch selbst
den Wunsch nach Hilfe und Unterstützung,
und
äusserte gar den Wunsch einer engeren therapeutischen Begleitung
lehnte
aber
eine Behandlungs
inten
sivierung im stationären Rahmen ab
(Urk. 11/55 S. 14 f.).
In der Beschwerde
wurde geltend gemacht, die Intervention der Fachstelle junge Erwachsene in eng
er Zusammenarbeit mit dem behandelnden Psychiater (richtig: Psychologen) habe nicht dazu geführt, dass der Versicherte sich einer stationären Therapie unter
zo
gen habe und auch ein begleitetes Wohnen habe nicht installiert werden können (Urk. 1 S. 3 f.). Konstante und erhebliche und letztlich erfolglos gebliebene Bemühungen, den Versicherten für die von Dr.
A._
empfohlene
ambulante
Behandlung bei einer anderen Fachperson zu gewinnen, wurden beschwerdeweise nicht geltend gemacht. Damit fehlen konkrete Hinweise, die für eine nach der Begutachtung vom Mai 2016 eingetretene weitere
Chronifizierung
und Ver
schlech
terung des Gesundheitszustandes sprechen.
Folglich
steht fest, dass der Beschwerdeführer, der ihm auferlegten
hochfre
quen
tierte
n
psychiatrisch-psychotherapeutischen Behandlung
u
n
entschuldbar
nicht nachkommt.
6.2
.3
Weiter setzt die Verweigerung oder Kürzung einer Leistung ein
korrekt durch
geführtes
Mahn- und
Bedenkzeit
verfahren
voraus
(vgl. E. 6.1)
.
Die
Be
schwer
degegnerin teilte dem Beschwerdeführer unter substantiierter Bezugnahme auf das von ihm gefor
derte Ve
rhalten (
Aufnahme einer stabilen, regelmässigen und hochfrequenten psychiatrisch-psychotherapeutischen Behandlung im eng
ma
schi
gen ambulanten oder sogar stationären Setting durch einen Facharzt der Psychiatrie respektive Mitteilung des durchführenden Psychiaters
)
am
29
.
Juli
201
6
schriftlich mit
(
vgl.
E. 6.1
)
, welche Folgen eine Widersetzung nach sich ziehen würde
(
allfällige Ablehnung
oder Kürzung
des
Leistungsanspruches
)
. Bei der Aufforderung, seiner
Pflicht
nachzukommen und anzugeben, wo er die er
wähnte Massnahme durchführen werde, wurde dem Beschwerdeführer sodann eine Frist bis am
12
.
September respektive 2. Oktober 2016
und damit eine etwa sechs bis neunwöchige
und somit grundsätzlich angemessene Mahn- und
Be
denkfrist
an
gesetzt
(
vgl. E. 6.1
)
.
6.3
Nach dem Gesagten steht fest
, dass der Beschwerdeführer die ihm auferlegte
Schadenminderungs
pflicht
schuldhaft verletzte und die Beschwerdegegnerin ihm somit nach dem durchgeführten Mahn- und Bedenkzeitverfahren
grundsätzlich
zu Recht die Leistung verweigerte
(E. 6.2
)
.
Zu beachten gilt es aber, dass eine Leistungsverweigerung erst mit formell korrekt durchgeführtem
Mahn- und Bedenkzeitverfahren
rechtens ist
(vgl. E.
1.6
)
. Beim Beschwerdeführer besteht seit September 2012
ein
Invaliditätsgrad von 100 % (vgl. E. 3-5)
. Damit steht
ihm nach am 10. Januar 2014 erfolgter Leistungs
an
meldung gemäss Art. 28 IVG in Verbindung mit Art. 29
Abs.
1 und 3
IVG
seit Juli 2014
bis zum formell korrekt durchgeführten Mahn- und
Bedenk
zeitver
fah
ren
eine ganze Invalidenrente
zu
(Urteile des Bundesgerichts 8C_564/2017 vom 26. März 2018 und I 744/06 vom 30. März 2007 E. 4). Das Mahn- und
Bedenk
zeitverfahren
fand mit der Androhung vom 21. September 2016, womit letztmalig Frist bis zum 2. Oktober 2016 angesetzt worden war, seinen Abschluss (Urk.
11/59). Für die Zeit von Juli 2014 bis Ende Oktober 2016 besteht beim Invaliditätsgrad von 100 % somit Anspruch auf eine ganze Invalidenrente.
Folglich
ist die Beschwerde des Beschwerdeführers in dem Sinne teilweise gutzu
he
issen und die Verfügung vom 25.
Mai 2018 abzuändern, als festzustellen ist, dass der Beschwerdeführer Anspruch auf eine ganze Rente von Juli 2014 bis
Oktober 2016
hat. Im Übrigen ist die Beschwerde abzuweisen.
7.
Der Beschwerdeführer beantragte (Urk. 1 S. 2) die unentgeltliche Prozessführung. Die Prozessführung schien zum Zeitpunkt der Verfahrenseinleitung
nicht aus
sicht
s
los und
seine
Bedürftigkeit
ist
ausgewiesen (vgl. Urk. 8-9
).
Es ist ihm
daher die unentgeltliche
Prozessführung
zu gewähren.
Da es vorliegend um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungs
leistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrensaufwand unabhängig vom Streitwert
auf Fr.
800
.--
festzulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG)
und entsprechend dem Verfahrensausgang den Parteien je zur Hälfte aufzuerlegen.
I
nfolge der bewilligten unentgeltlichen Prozessführung
sind die dem Be
schwerdeführer auferlegten Gerichtskosten
einstweilen auf die Gerichtskasse zu nehmen.
Er
ist auf die Nachzahlungspflicht gemäss
§
16
Abs.
4 GSVGer hinzuweisen.