# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 4befd254-4bd9-4835-8ca5-cff031b0ea97
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2014
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
1.1
Der 1962 geborene
X._
ist
Z._
und
A._
Dop
pelbürger und
lebte
in der Schweiz. Er
schloss
bei der
Sanitas
Privat
ver
si
che
rungen AG
die Kran
ken- und Unfall
ver
sicherung für Private
(Spital- und Pflegeaufenthalt in der Privat
abteilung)
nach dem Bundes
gesetz über den
Ver
si
che
rungsvertrag
(VVG; Urk. 16/2) sowie
bei der
Wincare
Zusatz
versiche
rungen AG
die Zusatzversicherungen
nach
dem
VVG
Diversa Kom
fort und Na
tura Kom
fort
(Urk.
16/
1
)
ab.
Mit Verfügung vom 4. März 2010 ent
zog ihm das Amt für Migration des Kantons
B._
_
die Aufenthalts
bewil
ligung C
(Urk. 16/5/5) und for
derte ihn auf, die Schweiz zu verlassen.
Die Ausr
eise nach
C._
erfolgte am
5.
März 201
0.
Ebenfalls am 4. März 2010
hatte
das Bundes
amt für Migra
tion (BFM) eine zehn Jahre dauernde Ein
reise
sperre
verhängt
, welche das Bun
des
ver
wal
tungsgericht mit Urteil vom 25.
Feb
ruar 2011 auf drei Jahre (bis zum 4.
April
2013) beschränkte.
Die Einreisesperre wurde
aus
per
sön
liche
n und ge
schäftli
chen
Gründen
mehr
mals für befristete Aufenthalte in der Schweiz
aufgehoben (Urk. 20/A
S. 2, Urk. 6/23-30).
Mit Verfügung vom 19. März 2012 hob da
s BFM
das Einreiseverbot wieder
erwägungsweise auf (Urk. 24/34). Eine
Wiederer
wä
gung
des Entzugs der Aufenthalts
bewilligung lehnte das Amt für Migration des
Kan
tons
B._
ab (Urk. 24/32-33).
1.2
Mit Schreiben vom 18.
Februar 2011
hatte
die
Privatklinik
D._
um
Kos
ten
gutsprache
für eine stationäre Behandlung
eines depressiven und suizi
dalen Syn
droms
von
X._
ersucht
(Urk. 16/3).
Die
Wincare
und die
Sanita
s
lehnten
am 1
3.
April 2011
eine Kostenübernahme mit der Begrün
dung ab,
zu
folge
der Verlegung des gewöhnlichen Auf
enthaltsortes während mehr als zwölf
Monaten
ins Ausland
respektive nach Ablauf von
sechs
Mona
ten nach Aufhe
bung des zivilrechtlichen Wohnsitzes in der Schweiz seien die Ver
sicherungen am
6. und 1
4.
März 2011 erloschen
. Mit demselben Schreiben verneinte auch die obli
gatorische Krankenpflegeversicherung
nach dem Bundes
gesetz über die Kran
ken
ver
sicherung (KVG)
von
X._
, die
Win
care
Versicherungen
AG,
ihre
Leistungspflicht
, und zwar
mangels Wohnsitz in der Schweiz
(Verfü
gung
vom 13. April 2011, Urk. 16/9 S. 2).
Die dagegen erho
bene Einsprache
betreff
end
die Ansprüche von
X._
aus de
r ob
ligatorischen
Krankenpfle
ge
ver
sicherung
wies die
Wincare
Versicherungen AG mit
Einspracheentscheid
vom
1. Juli 2011 ab (Urk. 20/A S. 2).
Das Verwal
tungsgericht des Kantons
B._
,
So
zialversicherungsrechtliche
Abteilung,
be
stätigte mit Urteil
S 11 364
vom 12.
Juli
2012
den
Ein
spracheentscheid
mit der Be
grün
dung,
seit
Aufgabe des Wohn
sitzes
in
der Schweiz spätestens per 15.
September 2010 bestehe kein
Versicherungs
obli
gatorium
nach Art. 3 Abs.
1 KVG
mehr
(Urk. 20/A S. 5 ff.).
Dieser Entscheid erwuchs unangefochten in Rechtskraft (Urk. 15 S. 2).
2.
Mit Verfügung vom 2
9.
August 2012
trat der Einzelrichter des Bezirksgerichts
E._
auf
die Klage
n
von
X._
vom 1
3.
Juni 2012 (Urk. 1)
ge
gen
die
Wincare
Zusatz
versiche
rungen AG und die
Sanitas
Privatver
siche
rungen AG
wegen sachlicher Unzuständigkeit nicht ein und über
wies
das Verfahren
dem
hiesige
n
Gericht (Urk. 4).
Mit den
nunmehr
am
Sozial
versiche
rungsgericht
des Kantons Zürich
anhängi
gen
Klage
n
vom 13.
Juni 2012
(Urk. 1), ergänzt mit Schreiben vom
4.
Oktober 2012 (Urk. 5),
beantragte
X._
, es sei
ihm
Kostengutsprache für einen
stationären
aus
ser
kan
to
nalen
Klinikaufenthalt
zu erteilen, es sei festzustellen, dass die Zusatz
ver
siche
rungen Diversa Kom
fort und Natura Komfort (bei der
Win
care
Zusatz
ver
siche
rungen AG) und die Kranken- und Unfallversicherung
für Private (bei der
Sa
nitas
Privatver
siche
rungen AG) weiterbestünden; ent
sprechend seien die Ent
scheide
vom 13.
April 2011 beziehungsweise vom
1.
Juli 2011 aufzuheben
.
E
s sei
die Kündigung der V
ersicherung für Private vom 18.
April
2011 „
Résilia
tion
de
l’assurance
maladie
et
accidents
pour
les
parti
culiers
“, Police Nr.
F._
, aufzuheben
.
E
ven
tualiter sei festzustellen, dass die
Kranken- und Unfall
versi
cherung für Private am 1
4.
September 2010 erloschen
sei und die danach ge
leis
teten Prämien im Betrag von Fr.
6
21.81 für das Jahr 2010 vom 15.
September bis 3
1.
Dezember 2010 und von
Fr.
909.31 für das Jahr
2011 vom 1. Januar bis 16. April 2011
zurückzuerstatten seien. In prozessualer Hin
sicht beantragte der Kläger,
es sei ihm die unentgeltliche Rechtspflege ge
mäss
Art.
117 der Schweizerischen Zivil
prozessordnung (ZPO)
zu gewähren; alle
s unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten der Beklagten unter
Über
bin
dung
der Friedensrichterkosten von Fr. 525.--
(Urk. 1 S. 2).
Mit Eingabe vom 2
5.
Januar 2013 reichte der Kläger das Arztzeugnis der Privat
klinik
D._
vom 17.
Dezember 2012 ein (Urk. 12).
Die Beklagte
n
schloss
en
in der
ge
mein
samen
Klageantwort vom
7. Februar 2013
auf Abweisung der Kla
ge
n
(Urk.
15 S.
1
).
Mit Verfügung vom 7. März 2013 (Urk. 18) wurden die Ak
ten
des Ver
fahrens Nr. S 11 364 des Verwaltungs
ge
richts
B._
,
Sozialversiche
rungs
rechtliche
Abteilung, in Sachen des Klägers gegen die
Wincare
Ver
siche
rungen AG beigezogen (Urk. 20/A-C + 1/21).
Mit Eingabe
n
vom 27.
März 2013
(Urk. 23
),
vom 10. Mai 2013 (Urk. 33)
und vom 2. August 2013 (Urk. 37) hielt der
Kläger an seinen Anträgen fest und ergänzte diese mit dem Antrag, es sei der Wohn
s
itz nach heutigen Kriterien im Sinne des Sozialversicherungsrechts fest
zu
legen (Urk. 37 S. 3
). Ausserdem reichte er das Arztzeugnis der Privatklinik
D._
vom 2. Juli 2013 ein (Urk. 38). Die Beklagten ver
zichteten mit ge
mein
samer Eingabe vom 3
0.
September 2013 auf e
ine weitere Stellungnahme (Urk.
43
).
Mit Eingabe vom 10. Oktober 2013
(Urk. 45)
reichte der Kläger wei
tere Urkunden ein (Urk. 46/36-38
). Auch hierzu sahen die Beklagten von einer Stell
ungnahme ab (Eingabe vom 2
2.
Oktober 2013, Urk. 51).
Auf die Ausführungen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, so
weit
erforderlich, in den Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1
.
1.1
1.1.1
Die Streitgegenstände betreffen Zusatzversicherungen zur
sozialen Kranken
ver
sicherung.
Es handelt sich dabei um eine
Zivilsache
(Konsumentenverträge)
.
So
weit hingegen der Kläger die Aufhebung der Verfügung vom 13. April 2011 bzw.
des
Einspracheentscheids
vom 1. Juli 2011 beantragt, handelt es sich um die Strei
tigkeiten gestützt auf das KVG,
weshalb auf diesen Antrag nicht ein
zu
treten ist.
Da ein internationaler Sach
verhalt
vorliegt
- der Kläger
befindet sich
in der
Y._
und ist
Z._
und
A._
Doppelbürger - und
kein
Staats
vertrag
anwendbar
ist
,
ist
das Bundesgesetz über das Internationale
Privat
recht (IPRG)
massgeblich
(Art.
1
Abs.
2
IPRG)
. Gemäss
Art. 5 Abs.
1 IPRG sind
Ge
richts
standsvereinbarungen
grundsätzlich
zulässig.
Gemäss Art. 114
Abs.
2 IPRG kann ein Konsument jedoch nicht zum Voraus auf den Ge
richts
stand
an
seinem Wohnsitz oder an seinem gewöhnlichen Aufent
haltsort verzichten. Er hat
gemäss
Abs.
1 von
Art.
114 IPRG die Wahl zwischen
dem Gerichtsstand ei
nes
schweizerischen Gericht
s
am Wohnsitz oder am ge
wöhnlichen Aufenthalt des
Konsumenten (
lit
. a), oder am Wohnsitz des An
bieters oder, wenn ein sol
cher fehlt,
an dessen gewöhnlichem Aufenthalt
(
lit
. b)
.
1.1.
2
Zusatzversicherungen zur sozialen Krankenversicherung nach dem Bundes
ge
setz
über die Krankenversicher
ung (KVG) unterstehen nach Art. 12 Abs.
3 KVG dem
Bun
desgesetz über den Versicherungsvertrag (VVG).
Dazu gehören auch Streitig
k
eiten aus Krankentaggeldversicherungen nach
dem
VVG
(BGE 138 III 2, BGE 138 III 558 E. 2).
Die
Kantone können gestützt auf Art.
7 der Schweize
ri
schen
Zivil
prozess
ordnung (ZPO) ein Gericht bezeichnen, welches als einzige kanto
nale
Instanz für Streitig
keiten in diesem Gebiet sachlich zuständig ist. Im Kanton
Zürich liegt die Zu
ständigkeit beim Sozialversicherungsgericht (§ 2 Abs. 2
lit
. b des
Gesetzes über das Sozial
versicherungsgericht,
GSVGer
).
1.1.3
Da die Beklagten ihren Sitz (Art.
21 IPRG) in Winterthur und Zürich haben, ist d
ie sachliche und örtliche Zuständigkeit des hiesigen Gerichts zur Beurteilung der
eingereichten Klage
n
aufgrund von
Art.
114
Abs.
1
lit
. b IPRG
(Wohnsitz des Anbieters)
in Ver
bindung mit
Art.
7 ZPO
gegeben
.
Nichts anderes würde sich im Übrigen gestützt auf die
Gerichts
stands
ver
ein
barungen
der Parteien ergeben.
In Bezug auf die Ver
sicherung mit der Be
klag
ten 1
gelten
die AVB, Zusatz
ver
sicherungen gemäss VVG (nachfolgend: AVB1; Urk.
16/11), und die Zusatzbedingungen Diversa Konform (ZB-DK; Urk. 16/12) sowie Natura Kon
form (ZB-NK; Urk. 16/13), je Ausgabe Juli 200
6.
Art. 31 AVB1 sieht als Gerichtsstand für Klagen des Ver
sicherten bei Streitig
keiten aus dem Ver
trag dessen Wohnsitz in der Schweiz oder jenen in Zürich vor. Auf die Kranken- und Unfallversicherung für Private bei der Be
klagten 2 sind die AVB,
Ausgabe September 1994 (Urk. 16/14), an
wend
bar (nach
folgend: AVB2). Die da
rin in Art. A15 AVB2 statuierte
Gerichtsstandsver
einbarung
sieht wahlweise den Gerichts
stand am schwei
zerischen Wohn
ort des Versicherten oder in Zürich vor (Urk. 16/14 S. 6).
1.
2
Das anwendbare
materielle
Recht
richtet sich in Bezug auf die strittigen An
sprüche
aus den Verträgen mit den Beklagten betreffend Zusatz
ver
siche
rungen
nach Art. 116 f. IPRG.
Eine ausdrückliche Rechtswahl
(Art. 116 Abs.
2 IPRG)
im in
ternationalen Verhältnis ist den Vertr
agsbestimmungen
der Parteien
nicht
zu
entnehmen.
Es wir
d
in Art.
1
Abs.
4 AVB1 und in
Art.
A15 AVB2
aber
auf das VVG verwiesen
. Auch unter der Annahme des Fehlens einer Rechtswahl ist
ge
stützt auf
Art.
1
1
7 IPRG
aufgrund des engsten (funktionalen) Zusam
men
hangs des
Vertragsverhältnisses, der in der Regel die Nicht-Geldleistung
- hier die Ver
sicherungsleistung -
betrifft (
Am
stutz/Wang in:
Basler Kommentar zum
In
ter
nationale
n
Privat
recht,
Hon
sell
/Vogt/
Schnyder
/Berti [Hrsg.],
3. Auflage, 2013,
N
17
zu
Art.
117
),
schweizerisches Recht anwendbar.
Ein besonderer Fall von
Art.
120
Abs.
1
lit
. a-c IPRG liegt nicht vor. Angebot, Entgegennahme der Be
stel
lung
, Rechtshandlungen und Vertrags
abschluss waren je in der Schweiz er
folgt.
1.3
Das Verfahren richtet sich nach der ZPO, wobei das vereinfachte Verfahren zur
Anwendung gelangt (Art. 243 Abs. 2
lit
. f ZPO) und die Klage direkt - ohne vor
gängiges Sühneverfahren - beim Sozial
versicherungsgericht an
hängig zu machen
ist (
BGE 138 III 558
E.
3.2 und
E.
4.6).
Das Gericht stellt den Sach
ver
halt un
ab
hän
gig vom Streitwert von Amtes wegen fest (Art. 247 Abs. 2
lit
.
a ZPO
).
1.4
Wo das Gesetz es nicht anders bestimmt, hat gemäss Art. 8 des Zivilgesetzbu
che
s (ZGB) derjenige das Vorhandensein einer behaupteten Tatsache zu bewei
sen, der aus ihr Rechte ableitet. Nach der höchstrichterlichen Rechtsprechung müssen im
Privatversicherungsrecht die anspruchsbegründenden Tatsachen le
diglich mit dem
Beweisgrad der über
wiegenden Wahrscheinlichkeit erwiesen sein (BGE 130
III 321 E. 3.5). Das gilt auch
für den Beweis von
anspruchshin
dernden
Tatsach
en,
für welche die Beweislast aufgrund von Art. 8 ZGB beim Versicherer liegt (Praxis
80/1991, Nr. 230, S.
964 f. E.
3b [Urteil des Bundes
ge
richts vom 22. November 1990]).
Als Teil des Privatrechts räumt das VVG den Parteien weitgehende Vertrags
frei
heit ein, solange sie die Schran
ken der Rechtsordnung beachten und sich der
Ver
tragsinhalt
regelmässig nach den vor
formulierten AVB richtet (Iten, Der pri
vate
Versicherungsvertrag: Der Antrag und das Antragsverhältnis unter Aus
schluss der Anzeigepflicht, Freiburg 1999, S. 23). Art. 100 Abs. 1 VVG erklärt
so
dann die Bestimmungen des Obligationen
rechts (OR) als anwendbar, soweit da
s VVG keine Vorschriften enthält.
1.5
Bei der Auslegung des (Versicherungs-)Ver
tr
ages ist zu beachten, dass
Indivi
dual
abreden
in der Regel vorformulierten
Ver
tragsbestimmungen
vorgehen (BGE
93
II 326 E. 4b, 123 III 44 E.
2c/
bb
;
Fuhrer
, in: Basler Kommentar zum Bundes
gesetz
über den Versicherungsvertrag, 2001, N 77ff. zu Art. 33). Im Üb
rigen sind vor
formulierte Vertragsbestimmungen und individuell verf
asste
Ver
tragsklauseln
grund
sätzlich nach den gleichen Regeln auszulegen. Somit be
stimmt sich der In
halt in erster Linie nach dem über
einstimmenden wirk
lichen Parteiwillen (Art. 18
Abs. 1 OR). Wenn dieser unbe
wiesen bleibt, sind zur Er
mittlung des mut
mass
li
chen Parteiwillens die Erklä
rungen der Parteien auf
grund des
Vertrauens
prin
zips
so auszulegen, wie sie nach den gesamten Um
ständen ver
standen wer
den
durften und mussten (vgl. BGE 133 III 675 E. 3.3; zum Ganzen: Urteil des
Bun
desge
richts 5C.271/2004 vom 12. Juli 2005 E. 2; vgl. auch Urteil des Bun
des
gerichts
4A_41/2012 vom 31. Mai 2012 E. 3.3 mit Hinweisen). Bei der Aus
legung von vor
formulierten Vertragsbestimmungen nach dem Vertrauensprinzip hat das
Ge
richt vom Wortlaut auszugehen und zu berücksichtigen, was sachgerecht er
scheint. Es orientiert sich am dispositiven Recht, weil derjenige Ver
trags
partner, de
r dieses verdrängen will, das mit hin
reichender Deutlichkeit zum Ausdruck bringen muss (Urteil des Bundes
gerichts 5C.21/2007 vom 20. April 2007 E. 3.1).
Bei juristischen Fachausdrücken oder Begriffen, die in der Rechts
sprache eine fest
umrissene Bedeutung haben, gilt vermutungsweise der fach
technische Sinn (vgl.
Stoessel
, in: Basler Kom
mentar zum Bundesgesetz über den
Versicherungs
ver
trag
, 2001, Vorbemerkungen zu Art. 1-3 N 24).
2.
2.1
Der Kläger begründet
die
strittige
Leistungspflicht
der Beklagten
für
die Kosten
einer
stationäre
n
Behandlung in der Privatklinik
D._
damit, dass
das
Kos
ten
gut
sprachegesuch
vom 18. Feb
ruar 2011 für
eine
solche Behandlung
ge
stellt
worden sei, um die Medi
kation neu einzu
stellen, wozu ein Aufenthalt von drei bis
vier Wochen not
wendig sei, nachdem er bereits vom 1
8.
Juni bis 15. September 2010 in der Privatklinik
D._
behandelt worden sei. Die Notwendigkeit der stationären Behandlung, insbe
sondere auch um einer
w
e
i
te
ren
Chronifizierung
seiner Depression vorzu
beugen, sei ärztlich belegt. Er habe vom 2
4.
März bis 26. April 2011 in der Schweiz geweilt. In dieser Zeit hätte er den klinischen Auf
enthalt antreten können, was durch eine schleppende Be
handlung des
Kos
tengutsprachegesuchs
durch die Beklagten verhindert worden sei. Er habe das Ge
such vor Ablauf des Verfalls der Police
(der Beklag
ten 2)
per 1
4.
März 2011
ge
stellt. Für den Versicherungsschutz sei der Zeitpunkt des Ge
suchs massgeb
lich
.
Es
sei zu beachten, dass er
seit dem 1
6.
Juni 2000 in der Schweiz geweilt
habe
,
ab 2004 mit einer C-Bewil
ligung. Er habe
seinen Wohnsitz in der Schweiz trotz
Aus
landaufenthalt
, Entzug der Aufenthalts
bewilligung und Einreisesperre, welche
im Übri
gen seit dem 19.
März 2012 auf
gehoben sei,
nicht aufgegeben
und nicht ins Ausland verlegt
. Die Einreisesperre habe nur eine polizeilich-administrative Massnahme dar
ge
stellt, die über den Wohnsitz nichts aus
zusagen vermöge.
Die Abmeldung nach
C._
sei nur er
folgt, um den Zugang zur Pensionskasse zu sichern, damit er das Studium seiner ältesten Tochter, die in
G._
lebe, fi
nan
zieren könne.
Er sei
zudem
nach der Untersuchungshaft
nicht ausgeschafft
worden, sondern es sei eine freiwillige Ausreise unter polizeilicher Begleitung zum
Flughafen erfolgt
.
Die gesetzliche Vermutung, dass der Wohnsitz dort sei, wo eine Person sich auf
halte, sei widerlegt. Derzeit
wohne
er in der
Y._
mit einem befriste
ten Mietvertrag.
Die
s
sei bloss eine Notlösung, bis er wieder
über
eine
Aufent
haltsbewilligung
in der Schweiz verfüge
.
Er habe mittels
Suspen
si
ons
verfügun
gen
pro Jahr insge
samt mehr als zwei Monate Aufent
halts
be
willi
gung
en erhal
ten.
Das Scheidungsverfahren von seiner in der Schweiz wohnhaften Ehe
frau sei noch nicht abge
schlossen. Das gemeinsame Kind könne er nur be
schränkt sehen.
Auch
die von ihm an das Amt für Migration des Kantons
E._
gestell
ten Wiedererwägungsgesuche zur Wiedererteilung der Aufent
haltsbewilli
gung würden zeigen, wo er seinen Lebensmittelpunkt ver
standen haben möchte.
Die Feststellung des Ver
waltungsgericht
s
(des Kantons
B._
) im Urteil vom 12. Juli 2012, dass infolge der verhängten Einreisesperre
das Kriterium der Ab
sicht des dauernden Ver
bleibens in der Schweiz
nicht gegeben sei, sei nicht nach
vollziehbar. Er sei fast zehn Jahre im Besitz einer
Niederlassungsbewilli
gung
gewesen und sowohl sein jüngster Sohn als auch seine Lebenspartnerin
seien in der Schweiz wohnhaft. Die Absicht des dauern
den Verbleibs sei auch
unter dem Aspekt von Art.
8 der Europäi
schen
Men
schenrechtskonvention
(EMRK) zu würdigen. Zudem befänden sich seine Kleider und Möbel immer noc
h in der Schweiz. Auch
die Geschäftsadresse seiner Gesell
schaft
H._
befinde
sich
in der Schweiz
, was
zeige
, dass sich sein Lebensmittelpunkt in der Schweiz befinde.
Dasselbe gelte für die Zu
sicherung des BFM, dass im Falle ei
nes guten
Ver
haltens die Einreisesperre frühzeitig auf
gehoben werde. Die An
sicht der Lehre
,
dass im Falle einer Ausschaffung respek
tive Wegweisung der schweizerische Wohn
sitz aufgegeben werde, sei vorliegend nicht anwendbar. Die dogmatische
Sicht sei nicht ausschlaggebend, denn als Anknüpfungspunkt müsse der ehe
ma
lige Wohnsitz gelten und dürfe nicht auf das internationale Rec
hts
verhältnis ab
gestützt werden. Gemäss den
mass
geb
lichen
Allgemeinen Vertrags
bedingungen (AVB) sei das Schweizerische Zivil
gesetz
buch
(ZGB)
an
wendbar.
Auf das objek
tive Kr
iterium nach Art.
23
Abs.
1 ZGB
, wonach ein tatsächlicher, physischer Aufenthalt in der Schweiz erfor
derlich sei,
könne in den Fällen verzichtet werden, in denen eine Person bei ihrer Familie Wohnsitz habe, sich jedoch an einem anderen Ort aufhalte. Sein Wohnsitz befinde s
ich nach wie vor in der Schweiz und
er habe keinen ge
wöhnlichen Aufenthalt in der
Y._
beg
ründet.
Er habe mit Blick auf die Grundversicherung im stritti
gen Zeitpunkt der Ver
siche
rungspflicht gemäss Art. 3 Abs. 1 KVG unterstanden, somit gelte in Bezug auf
die Privat- und Zu
satzversicherungen dasselbe
(Urk. 1 S.
5
ff., Urk. 5 S. 3,
Urk.
23
S. 3, Urk.
33 S.
3 ff.
)
.
Wo sich der Wohnsitz befinde sei nach heutigen Kriterien
im Sinne des Sozialversicherungsrechts festzulegen (Urk. 37 S. 3).
Nach zweiein
halb Jahren Aufenthalt in der
Y._
sei es ihm nunmehr gelungen
,
eine or
dent
liche Aufent
haltsbewilligung in der
Y._
vom 29.
Juni 2013 bis 1
0.
Juni 2013
(richtig: 2014)
zu erhalten
. Die
Y._
verstehe sich indes (weiterhin) nur als eine vorübergehende Bleibe bis eine Aufenthalts
bewilligung in der Schweiz er
teilt werde (
Urk.
45).
2.2
Die Beklagten bringen dagegen vor, im Zusammenhang mit dem Gesuch um Kostengutsprache vom 1
8.
Februar 2011 sei der Wohnsitz des Klägers abgeklärt worden. Mit Schreiben vom 1
3.
April 2011
hätten die Beklagten festgehalten, dass die Zusatzversicherungen Natura Konform und Diversa Konform aufgrund
der Verlegung des gewöhnlichen Aufenthaltsortes
ins Ausland während mehr als
zwölf
Monaten per 6.
März 2011 erloschen seien und die Kranken- und Un
fallversicherung für Private sechs Monate nach Aufhebung des zivil
recht
lichen
Wohnsitzes in der Schweiz per 1
4.
März 2011 erloschen seien.
Mit
rechts
kräfti
gem
Urteil des Verwaltungsgericht
s
des Kantons
B._
vom 1
2.
Juli 2012
sei zu
dem festgehalten worden, dass der Kläger seit dem
4.
März 2010 über keinen zivil
rechtlichen Wohnsitz mehr in der Schweiz verfüge.
In Anwendung von
Art.
12 Abs.
2 der AVB Kranken-Zusatzversicherungen und Ziff. A4.1 AVB Kran
ken- und Unfallversicherung für Private seien die Versicherungen dem
zu
folge am
6.
März beziehungsweise am 1
4.
März 2011 erloschen. Aus diesen Be
stimmungen sei klar ersichtlich, dass beide Versicherungen mit der Verlegung de
s Wohnsitzes ins Ausland eine Beendigung der Versicherungsdeckung be
wir
ken wollten. Da keine Deckungen mehr bestünden, seien auch keine Kosten
gut
sprachen für Aufenthalte in der stationären Privatabteilung in der Privatkli
nik
D._
zu prüfen (Urk. 15 S. 1 f.).
2.3
Strittig und zu prüfen ist,
ob die Beklagten
die Kosten
für eine mit Gesuch vom 1
8.
Februar 2011
geltend gemachte stationäre psychiatrische Behandlung in der
Privatklinik
D._
(Urk. 16/3)
zu übernehmen haben
. Vorab
gilt es
insbe
son
dere zu
klären
, ob
die bei der Be
klagten 1 abgeschlossenen Zusatzver
siche
rung
en
Diversa Kom
fort und Natura Kom
fort (Urk. 16/1) und die bei der Be
klagten 2
abgeschlossene
Kran
ken- und Unfallzusatzversicherung für Private (Spital- und Pflegeaufenthalt in der Privat
abteilung; Urk. 16/2)
auch noch
ab Gesuchstellung Mitte Februar 2011
bestand
en
.
3.
3.1
In den AVB der Beklagten
1
(Urk. 16/11)
ist vorgesehen, dass die einzelnen Ver
sicherungen unter anderem
enden
durch Verlegung des zivilrechtlichen Wohn
sitzes ins Ausland und durch Verlegung des gewöhnlichen Aufent
halt
s
ortes ins
Ausland während mehr als 12 Monaten (
Art.
12
Abs.
2
AVB1).
Nach
Art.
15
AVB1
erlöscht der Leistungsanspruch, einschliesslich solcher für laufende
Krank
heits
- und Unfallbehandlungen (mit Ausnahme der Leistungen für die
In
vali
di
täts
- und Todesfallkapitalversicherungen), mit dem Ende der Ver
siche
run
gen.
Bezüglich des Versicherungs
verhältnisses mit der Beklagten
2 gilt g
emäss Ziff.
A3
.4
AVB
2
, dass
die
einzelne
Versicherung unter anderem bei einer
Wohn
sitzverlegung
ins Ausland gemäss
Ziff.
A4.1 AVB2
erlischt
.
Danach
erlöschen
die Versicherungen nach sechs Monaten, wenn die versicherte Person ihren zi
vi
l
rechtlichen Wohnsitz in der Schweiz
aufhebt (Urk. 16/14 S. 3).
3.2
3.2.1
Sowohl die AVB1 als auch die AVB2
beziehen sich auf den
Begriff des
zivil
rechtlichen Wohnsitz
es
.
Art. 12 Abs.
2 AVB1 nennt zudem den Begriff des ge
wöhnlichen Aufenthaltsortes.
Zu klären ist,
inwiefern
diesbezüglich
die Be
stim
mungen nach
Art.
20 IPRG
und
nach Art. 23 f. ZGB
massgeblich sind.
Der Kläger macht dazu geltend, die in den AVB verwendeten Begriffe Wohnsitz und gewöhnlicher Aufenthalt würden sich nach dem ZGB richten. Unabhängig
davon, ob ein internationales Verhältnis vorliege, sei insbesondere
Art.
20 Abs. 2
IPRG nicht massgeblich (
Urk.
33 S. 4). Im Weiteren beantragt er (ohne Begrün
dung), dass der Wohnsitz nach heutigen Krite
rien im Sinne des
Sozial
versi
che
rungsrechts
festzulegen sei (Urk. 37 S. 3). Die Beklagten führen dazu nichts aus, ver
weisen aber auf das (öffentlich
-
rechtliche) Urteil des Ver
wal
tungsgerichts des Kantons
B._
vom 1
2.
Juli 2012 E. 3a (Urk. 20/A), worin festgehalten worden sei, dass der Kläger seit dem 4. März 2010 über keinen zi
vilrechtlichen Wohn
sitz in der Schweiz mehr verfüge (Urk. 15 S. 2).
3.2.2
Im Urteil vom 1
2.
Juli 2012
kam
das Verwaltungsgericht des Kantons
B._
zum
Schluss
,
der Wohnsitz des
Kläger
s
sei
bis zum Widerruf seiner
Nieder
las
sungsbewilligung
per
4.
März 2010 in der Schweiz
gewesen. Danach
und
nach
der voll
zogenen Ausreise sei es dem Kläger aufgrund der
Ein
reisesperre
im
massgeblichen
Zeit
punkt des
Einspracheentscheides
(vom
1.
Juli 2011)
verwehrt gewesen,
seine Absicht des dauernden Verbleibens in der Schweiz im Sinne von Art. 23
Abs.
1 ZGB nach aussen erkennbar zu machen
. Der Kläger habe auch nicht darzutun ver
mocht, inwiefern sich der Mittelpunkt seiner
Lebens
be
ziehun
gen
trotz der ge
schilderten Lebensumstände in der Schweiz befinden sollte. Da
zu genüge nicht, dass er Möbel und Kleider in der Schweiz eingelagert habe, sich
zum Besuche seines jüngsten Kindes und zwecks Gerichts
ver
handlungen für
eine
befristet
e
Zeit in die Schweiz begebe.
Gemäss Schrifttum werde durch die
Aus
schaffung
ein schweizerischer Wohnsitz auf
gegeben, selbst wenn noch kein neuer begründet worden sei. Es könne bei einer vollzogenen Weg
weisung kein fiktiver Wohnsitz in der Schweiz im Sinne von
Art.
24
Abs.
1 ZGB gegeben sein
. Im Rahmen
des IPRG
bleibe ein aufge
gebener Wohnsitz
nicht
bis zur
Be
gründung eines neuen bestehe
n
, sondern es trete der gewöhnliche Aufent
halt an die Stelle eines Wohnsitzes, wenn im Ausland kein neuer Wohn
sitz be
gründet
worden sei (Art.
20 IPRG).
Dass der Kläger im Ausland einen Wohn
sitz be
grün
det
hätte, sei nicht erstellt.
Seinen g
e
wöhn
lichen Aufenthalt
habe der Kläger in der
Y._
, woran der Umstand der
befristeten Miete nichts ändere. Demnach ver
möchte sich
der Kläger auch nicht auf Art. 24 Abs.
1 ZGB zu berufen
(E. 3a; Urk. 20/A
S. 5
f
f.).
3.3
In der öffentlich- und sozialversicherungsrechtlichen Beurteilung der
Leistungs
pflicht
der obligatorischen Krankenpflegeversicherung nach KVG bestimmt sich
der Wohnsitz gestütz
t auf Art. 13 Abs. 1 ATSG (Art.
1 KVG) zwar nach Art. 23 ff.
ZGB.
Zivilrechtliche Begriffe, auf welche Normen des
Bundes
sozial
ver
sicherung
s
rechts
verweisen, werden dadurch indes Teil des öffentlichen Rechts. Sie brau
chen
daher nicht notwendigerweise den gleichen Bedeutungs
gehalt aufzu
weisen
wie im rein zivilrechtlichen Kontext. Sinn und Zweck der Norm können eine vom
Zivilrecht abweichende Betrachtungsweise erfordern (BGE 130 V 404 E.
5.1; Ur
tei
le des Bundesgerichts 2P.222/2006 vom 21. Feb
ruar 2007 E. 3.2 und 9C_294/2007
vom 1
0.
Oktober 2007
E. 6.2).
Das
im Urteil des
Ver
waltungs
ge
richts des Kantons
B._
vom 1
2.
Juli 2012
zum Wohnsitz und Aufenthalt
Au
s
geführte
gilt
daher
nicht ohne weiteres auch
in Bezug auf die hier zu klärenden
zivil
rechtlichen Streit
gegenstände
.
Die beiden
Ver
siche
rungsverträge
der Parteie
n und namentlich Art. 12 Abs.
2 AVB1
und
Ziff. A3.4 AVB2
in Verbindung mit
Ziff.
A4.1 AVB2
sind
je
vertragsautonom aus
zulegen.
3.4
3.4.1
Gemäss Art. 23 Abs. 1 ZGB befindet sich der Wohn
sitz einer Person an dem Ort, wo sie sich mit der Absicht dauernden Verbleibs aufhält. Niemand kann an meh
reren Orten zugleich seinen Wohnsitz haben (Abs. 2). Die geschäftliche Nie
derlassung wird von dieser Bestimmung nicht betroffen (Abs. 3). Nach Art. 24
Abs.
1 ZGB bleibt der einmal begründete Wohnsitz einer Person bis zum Erwerb eines neuen Wohnsitzes bestehen.
Nach
Art.
26 ZGB (in der bis Ende 2012 gül
tig gewesenen Fassung) begründen der Aufenthalt an einem Ort zum Zweck des
Besuchs einer Lehranstalt und die Unterbringung einer Person in einer
Erzie
hungs
-
, Versorgungs- Heil- oder Strafanstalt keinen Wohnsitz.
Gemäss
Art.
20
Abs.
1
lit
. a IPRG bestimmt sich der Wohnsitz ausländischer Staats
angehöriger ebenfalls danach, wo sie sich mit der Absicht des dauernden
Verbleibens aufhalten. Ihren gewöhnlichen Aufenthalt hat eine natürliche Per
son
nach
Art.
20
Abs.
1
lit
. b IPRG in dem Staat, in dem sie während län
gerer Zeit lebt, selbst wenn diese Zeit zum vorneher
ein befristet ist. Art. 20 Abs.
2 IPRG sieht vor, dass niemand an mehreren Orten zugleich Wohnsitz haben kann. Hat eine Person nirgends einen Wohnsitz, so tritt der ge
wöhnliche Auf
enthalt an die Stelle des Wohnsitzes. Die Bestimmungen des ZGB über Wohnsitz und Aufent
halt sind nicht anwendbar.
3.4.2
Der Wohnsitzbegriff nach
Art.
23
Abs.
1 ZGB deckt sich mit jenem
n
ach
Art.
20
Abs.
1
lit
. a IPRG
(BGE 120 III 8 E. 2a, 119 II 169 E. 2b, je mit Hinweisen)
.
Die
Bestimmung
über den fiktiven Wohnsitz
nach
Art.
24
Abs.
1 ZGB
ist im Rah
me
n des IPRG jedoch
nicht an
wendbar (Art. 20 Abs.
2 IPRG;
Staehelin
, in:
Hon
sell
/
Vogt/
Geiser,
Basler Kommentar zum
Zivilgesetz
buch I,
4
.
Aufl., 20
10
, N
4 zu
Art.
23 und N 2 zu
Art.
24; Urteil des Bundes
gerichts K 34/04 vom 2.
August 2005
E.
3).
I
m An
wen
dungs
bereich des IPRG
gilt
nach
Art. 20 Abs. 2
IPRG der gewö
hnliche
Aufenthalt als Wohn
sitz
, wenn eine Person keinen Wohnsitz hat
.
Der
einmal begründete und verlassene
Wohnsitz bleibt
(anders als in
Art.
24
Abs.
1 ZGB
)
somit nicht bestehen bis ein neuer be
gründet wird.
Im internatio
na
len Privat
recht dient der Wohnsitz
zudem
als
Anknüpfungs
begriff
zur Er
mittlung der Rechtsordnung
beziehungsweise
des Gerichtsortes, mit denen eine
Person und deren Rechtsverhältnisse den engsten Zusammen
hang haben. Dieser
Umstand
schliesst
indes nicht aus, dass bei der Auslegung von
Art.
20
Abs.
1 IPRG auf die Praxis zu
Art.
23 ZGB zurückgegriffen wird (BGE 119 II 64 E. 2b/
aa
mit Hinweisen; Urteil
des Bundesgerichts
5A_663/2009 vom
1.
März 2010 E. 2.2.1)
.
4.
4.1
In Bezug auf
Art. 12 Abs. 2 AVB1
ist
angesichts der identischen Bedeutung des zivilrechtlichen Wohnsitzes
nach
Art.
23
Abs.
1 ZGB und
Art.
20
Abs.
1
lit
.
a IPRG
die „Verlegung des zivilrechtlichen Wohnsitzes ins Ausland“ jeden
falls er
folgt, wenn sich der Versicherungsnehmer
an einem Ort im Ausland
mit der
Ab
sicht dauernden Verbleibs
im Sinne von
Art.
23
Abs.
1 ZGB und
Art.
20
Abs.
1
lit
. a
IPRG
auf
hält
.
Mit dem weiteren Tatbestand gemäss
Art.
12 Abs.
2 AVB1
,
der Ver
legung des gewöhnlichen Aufenthaltsortes ins Ausland während mehr als
12 Monaten, wird zusätzlich geregelt, was es zu
r Beendigung des
Ver
siche
rungs
ver
hältnisses
braucht, wenn im Ausland kein oder noch kein Wohn
sitz be
grün
det wurde.
Der Begriff „gewöhnlicher Aufenthalt“ findet sich in
Art.
20 IPRG,
nicht aber in Art. 23 ff. ZGB. Die beiden Tatbestände von Art. 12 Abs. 2 AVB1 sind
daher
nach Treu und Glauben so zu verstehen, dass
das
Ver
siche
rung
s
ver
hältnis
endet,
sobald
e
in neuer Wohnsitz im Ausland als Ort mit der Absicht dau
ernden Verbleibs
im Sinne von
Art.
23
Abs.
1 ZGB
begrün
det wird
oder
–
un
abhängig davon, ob der bisherige Wohnsitz in der Schweiz aufgegeben wurde oder nicht - sobald ein ge
wöhnlicher Aufenthalt
im Sinne von Art. 20 Abs.
1
lit
.
b IPRG
im Ausland während mehr als 12
Mona
ten be
stand.
Für die Anwen
dung
von
Art.
20
Abs.
2 IPRG
in den ersten 12
Monaten nach Aufgabe des Wohn
sitzes bleibt damit kein Raum.
Der
Fall, dass
eine versicherte Person ihren
Wohnsitz in der Schweiz auf
gege
ben
hat, aber
im Ausland weder gewöhnliche
n
Aufenthalt noch Wohnsitz
ge
nomm
en
hat
, wird in den AVB1 nicht
als
Grund für
das Ende des
Ver
siche
rungsver
hält
nisses
genannt
.
Da b
ei der
Aufzählung in
Art.
12 AVB1 von einer abschli
e
ssen
de
n Aufzählung auszugehen
ist, muss in einem solchen Fall vom Fortbestand des Versicherungsverhältnisses ausgegangen werden
.
4.2
4.2.1
Zunächst ist
nach dem Gesagten
zu prüfen,
ob und
wo der Kläger zum Zeit
punkt des Gesuchs vom 18. Februar 2011
(Urk. 16/3)
- welcher Zeitpunkt gleich
zeitig gegebenenfalls als Zeitpunkt des Eintritts des Vers
icherungsfalls an
ge
nommen wird -
einen
Wohnsitz im Sinne
von
Art.
23
Abs.
1 ZGB
und
Art.
20
Abs.
1
lit
. a IPRG
hatte.
Nach der Rechtsprechung setzt der Begriff des Wohn
sitzes im Sinne von
Art.
23 Abs.
1 ZGB
objektiv den physischen Aufenthalt und subjektiv die Absicht des
dauernden Verbleibens voraus; letztere ist nur soweit von Bedeutung, als sie nac
h aussen erkennb
ar ist.
Massgebend ist somit der Ort, wo sich der Mit
tel
punkt der Lebensbeziehungen befindet (BGE 127 V 23
7
E. 1,
Staehelin
, a.a.O., N
5 zu
Art.
23). Der Lebensmittelpunkt befindet sich im Normalfall am Woh
n
ort,
das heisst
wo man schläft, die Freizeit verbringt und wo sich die persön
li
chen Effek
ten befinden, wo man üblicherweise einen Telefon
anschluss und eine Postad
resse
hat (
Staehelin
, a.a.O., N 6 zu
Art.
23).
Entscheidend ist nicht der in
nere Wille der betreffenden Person, sondern worauf die erkennbaren Um
stände
schliessen
lassen, ist doch nicht nur für die Person selbst, sondern vor allem auch für Dritt
personen und Behörden von Bedeutung, wo sich deren Wohnsitz befinde
t
.
Es ist daher auf die Kriterien abzustellen, die für Dritte erkennbar sind (Urteil de
s
Bundesgerichts 5A_663/2009 vom
1.
März 2010 E. 2.2.2).
Die nach aussen er
kenn
bare Absicht muss auf einen dauernden - d.h. im Sinne von "bis auf Wei
teres"
- Aufenthalt ausgerichtet sein
.
Staehelin
postuliert diesbe
züglich ei
ne
Mindestdauer von einem Jahr
.
Die
Absicht, einen Ort später wieder zu ver
lassen
,
schliesst
einen Wohnsitz nicht aus (BGE 127 V 2
37
E
.
2c, 125 III 100
E
.
3).
Die
Ab
sicht dauernden Verweilens muss
zudem
nur im Moment der Be
gründung eines
Wohnsitzes bestanden haben
(
Staehelin
, a.a.O., N 8 zu Art.
23
).
Tat
säch
licher Aufenthalt im Sinne eines Wohnens ist erforderlich zur Begrün
dung eines
Lebensmittelpunktes, der blosse Wille zur
Wohnsitznahme
genügt nicht.
Auf das
Erfor
dernis der persönlichen An
wesen
heit kann in den Fällen verzichtet werden, in denen eine Person bei ihrer Familie Wohnsitz hat, sich je
doch an einem an
de
ren Ort aufhält, vorausgesetzt die Familie bildet
weiterhin den
Lebensmittel
punkt
.
Ist die objektiv erkennbare Absicht des dauernden Ver
weilens und der
Be
gründung eines neuen
Lebens
mittelpunktes
gegeben, so ge
nügt ein Aufent
halt
kürzester Dauer (Einzug) zur Begründung eines Wohnsitzes
(
Staehelin
, a.a.O.,
N
20
f
f.
zu Art.
23).
Ein freiwilliger schwei
zerischer Wohnsitz wird aufgegeben, wenn eine Person die Schweiz definitiv verlässt oder polizei
lich ausgeschafft wird
(
Staehel
in
, a.a.O., N 2
zu
Art.
24).
Nicht massgeblich, sondern nur Indizien für die
Beur
teilung der Wohnsitzfrage sind die Anmeldung und Hinterlegung der Schrif
ten, die Aus
übung der politi
schen Rechte, die Be
zahlung der Steuern,
fremden
polizeiliche
Bewilligungen sowie die Gründe, die zur Wahl eines bestimmten Wohnsitzes veranlassen (
Staehel
in
, a.a.O., N 23 f. zu
Art.
23;
zum Ganzen
vgl. auch
: Urteil des Bun
desgerichts K 34/04 vom 2. Au
gust 2005 E.
3).
4.2
.2
Der Kläger verliess die Schweiz
, in der er
bis dahin
unstrittig Wohnsitz hatte,
am 5. März 201
0.
Auf diese
s
Datum hin erfolgte
auch
die Ab
meldung
beim
Ein
wohneramt
der Stadt
I._
(Urk. 16/5/3).
Zufolge
der Weg
weisung mit
Einreise
sperre
und Entzug der Aufenthaltsbe
willigung für die Schweiz (Urk.
16/5/5, Urk. 20/A
S. 2)
reiste er
nach
C._
aus (
Urk.
16/5/3). Gemäss
den
Bemer
kung
en zur Erfolgs
rechnung des Jahres 2010 des Klägers
war er vom 14. Januar bis zum
5.
März 2010 in Untersuchungshaft in der Schweiz
gewesen
. Nach der Abreise nach
C._
am
5.
März 2010
habe
er sich
zuerst
in
J._
bei einer
Tante bis Mitte April 2010 auf
gehalten
, darauf vom 30. April bis 1
9.
Mai 2010 in
einer Klinik in
K._
, vom 2
2.
bis 3
0.
Mai 2010 in
L._
und vom 18. Juni
bis 1
4
. Sep
tember 2010 in der Privatklinik
D._
(Urk. 54/9/6). Letzteres wird
durch das Schreiben der Privatklinik
D._
vom 18. Februar 2011 bestätigt (Urk. 16/3). Daraus geht weiter hervor, dass der Kläger zum Zeit
punkt der
Ge
suchstellung
in der
Y._
weilte. Seine Lebenspartnerin habe ihn dort im
Januar 2011 besucht (Urk. 16/3 S. 2). Eine Adresse des Klägers in der
Y._
ist
zudem bereits den Selbstdeklarationen für die
Z._
Steuern für die
Jahre 2009 bis 2011 zu ent
nehmen, welche je Anfang 2010, 2011 und 2012 vom
Kläger unterzeichnet wurden (Urk. 2/6/5-7).
Ein
vom Klä
ger eingereichte
r
nicht
unter
zeichneter
und unbefristeter
Mietvertrag vom 26. April 2011, respektive de
ren
Übersetzung,
betrifft
die Miete des Klägers ei
ner Zwei
zim
merwohnung an derselben Adresse in der
Y._
(Urk. 2/6/11).
Es ist somit davon auszugehen,
dass diese Wohnung vom Kläger bereits vor dem 2
6.
April 2011 gemietet wor
den
war.
Ein zweiter, ebenfalls nicht unter
zeich
ne
ter
,
auf ein Jahr vom 27. Oktober
2012 bis 27. Oktober 2013 befristeter
Miet
vertrag des Klägers vom 26. Septem
be
r 2012 bezieht sich auf eine Woh
nung mit Adresse ebenfalls in der
Y._
(Urk. 27/3).
Gemäss den Bemer
kun
gen zur Er
folgs
rechnung des Jahres 2010 seien
die Bezüge der
Büroräumlich
keiten
und des Appartements auf den
1.
November
2010 erfolgt, die Ge
schäfts
tätigkeit sei per 20.
Oktober 2010 aufgenom
men wor
den, das Salär ab dem 1.
Oktober 2010 be
zahlt worden (
Urk.
54/9/6).
Dies ist auch e
iner Zusam
men
stellung der Lohn
auszahlungen
an einen Assistenten
zu ent
nehmen (Urk. 2/6/13).
Somit betrieb und betreibt der Kläger seine Makler-/
Fi
nanztätig
keit
von der
Y._
aus
seit mindestens November 2010, wozu er nac
h eigenen Angaben auch einen Assis
tenten (zuerst zu 100 %, danach zu 50 %) und schliesslich teilzeitlich zu
sätzlich eine Assistentin für das Telefonmarketing zum Gewinnen neuer In
vestoren an
stellte (Urk. 2/5 S. 4, Urk. 2/6/12-13).
Es ist
vor diesem Hintergrund
davon auszugehen, dass
sich
der Kläger
nach der Ausreise Anfang März 2010
mindestens seit
November
2010 haupt
sächlich in der
Y._
aufhielt, dort wohnte und vo
n dort aus
sein
Geschäft betrieb. Dar
aus ergibt sich auch, dass er dort
für
gewöhnlich
schlief
, seine per
sönlichen Ef
fekten
und eine Post
adresse
hatte
sowie
dort
die alltägliche Freizeit
verbrachte
. Mit der gleichenorts genommenen Wohnung und Führung des Ge
schäfts samt
An
stellung von Angestellten
in der
Y._
manifestierte der Kläger
nach aus
sen
erkennbar
die Absicht, sich dort bis auf
W
eiteres
aufzu
hal
ten.
Aus der Be
haup
tung, seine Geschäftsadresse laufe nicht über die
Y._
, sondern unter dem Namen seiner
H._
Gesellschaft, welche im Jahr 1994 registriert wor
den sei, mit Adresse in der Schweiz an der Geschäftsadresse seiner
Rechtsver
treterin
(
Urk.
33 S. 4),
vermag der Kläger nichts zu seinen Gun
sten abzuleiten. Wie er selbst sagt, handelt es sich dabei gerade nicht um seine Adresse
und/oder sein
en
Arbeitsort,
sondern um eine stellvertretende Adresse aus geschäftlichen,
mithin
repr
ä
sentativen Gründen.
Dies
fällt
für
den mass
geblichen, tatsächlichen
Lebens
mittelpunkt
des Klägers
nicht ins Gewicht.
Nicht erheblich ist zudem, was der Kläger vorbringt, dass er einen bloss befristeten Mietvertrag in der
Y._
ab
ge
schlos
sen habe
(
Urk.
33 S. 5), zumal lediglich der zweite Mietvertrag - so
weit das nicht unterzeichnete
, eingereichte
Papier überhaupt diesem entspricht
–
be
fristet war, der ab einem hier nicht mehr
mass
geblichen
Zeitraum
ab 2
7.
Okto
ber
2012 galt
(Urk. 27/3)
.
Selbst wenn
der Kläger
zudem vor
hatte, seinen Lebensmittelpunkt so
bald als mög
lich wieder in die Schweiz zu verlegen, ändert dies nichts daran, dass
er Mitte Februar
2011
diesen seit län
gerem in der
Y._
hatte
und
nach aussen er
kennbar vorderhand nicht in die Schweiz zurück
verlegte
.
Denn es genügt zur Wohnsitzbegründung der
Wille, an einem Ort zu bleiben, bis durch nicht mit Bestimmtheit vorauszusehende Um
stände eine Änderung des Aufenthaltes ver
an
lasst werden kann
(SJZ 3 S. 53 Nr. 16; Bucher, Das Personenrecht, Berner Kommentar zu
Art.
11-26 ZGB, 1976, N 22
zu
Art.
23
).
Zu keinem anderen Schluss führt der Umstand, dass der Kläger auch für die
Y._
- nach eigenen
Angaben erstmals - ab dem 29.
Juni 2013 eine ordent
liche Aufenthalts
be
willi
gung erhielt (Urk. 45 S. 1, Urk. 46/36) und zuvor regelmässig wieder ein- und ausreisen musste, um den legalen Aufenthalt in der
Y._
zu er
mög
lichen. Ge
mäss den Bemerkungen zur Er
folgsrechnung 2012 bezahlte er beim Überzie
hen der Aufenthaltsdauer in der
Y._
bei der Ein- und Ausreise
gewisse Be
träge
(Urk. 54/9/16) und ermöglichte somit in jedem Fall sein Leben in der
Y._
.
Insbesondere
war
nicht absehbar, wann eine Rück
kehr in die Schweiz im Sinne eines dauernden Aufenthaltes erfolgen würde
.
Eine
solche
Rückkehr
wollte er
,
wie er selbst erklärte und
letztlich auch
mit den
rechtlichen Massnahmen gegen den
Entzug der Aufenthaltsbewilligung
sowie
die Einreisesperre
zum Ausdruck brachte
(Urk.
24/32-34, Urk. 37 S. 3
)
, nicht illegal
und
ohne Aufenthalts
be
willi
gung
vollziehen. Dass sich der Kläger seit dem Entzug der Aufent
halts
bewilli
gung mehrmals in der Schweiz aufhielt, ist
- auch angesichts der ge
schaffenen
Lebensumstände in der
Y._
-
nicht entscheidend. In die Schweiz reiste er jeweils lediglich für eine beschränkte Zeit zu Sonderzwecken ein (Wahr
nehmen von Ge
richts- und Behördentermine, Be
such der Lebenspartnerin, Wahrnehmen des beglei
teten Besuchs
rechts, geschäft
liche Bespre
chung,
Urk.
6/24-30; statio
näre medi
zinische Be
handlung, Urk. 6/23-30)
.
Ein Lebensmittelpunkt in der Schweiz bestand entgegen der Ansicht des Klägers auch nicht aufgrund eines Familienanschlusses.
Zwar
wäre
der
Lebens
mittel
punkt
durchaus
regelmässig
dort zu suchen, wo die familiären Interessen und Bindungen am stärksten lokalisiert sind
(
Urteil des Bundesgerichts 5A_663/2009
vom 1.
März 2010 E. 2.2.2
), wobei sich d
er Wohnsitz bei verheirateten Personen
jedenfalls
geson
dert für jeden Ehegatten
bestimmt
(
Staehelin
, a.a.O., N 10
zu
Art.
23).
Der
Kläger
lebte
bei der
Ausreise und
seither
jedoch
in Trennung von seiner Ehefrau
. F
ür das gemeinsame Kind hatte er
lediglich
ein beglei
tetes Be
suchsrecht, wie sich aus den Suspensionsverfügungen ergibt (Urk. 6/25-26).
Ein
Konkubinatsverhältnis
in Bezug auf seine
neue Beziehung
besteht
und bestand
nicht
, zumal vor der Ausreise am 5.
März 2010 keine
Wohngemeinschaft vor
handen
war
. Ein ge
mein
samer Wohnsitz, der hätte fortbestehen können, fällt da
her nicht in Be
tracht.
Die Behauptung
sodann
, er verfüge immer noch über ei
ne (Wohn-)Adresse in der Schweiz (Urk.
33 S. 5),
ist
unzutreffend
. Denn bei der genannten Adresse
M._
(Urk. 33 S. 1)
,
handelt es sich um die Privat
a
dresse seiner Rechtsvertreterin. Zwar
wird
sie
im
Bericht der Privat
klinik
D._
vom 18. Februar 2011
als seine
Lebens
part
ne
rin
be
zeichnet
(Urk. 16/3 S. 2)
und es mag sein, dass er jeweils bei ihr wohnte,
wenn er im Rahmen der Sonderbewilligungen in der Schweiz weilte
.
Die Ab
sicht dauernden Verbleibens, welche über den be
willigten
, jeweils be
fristeten
Sonderzweck des Besuchs
hinaus
ginge, wurde damit für Dritte jeden
falls nicht manifest.
Unerheblich ist vor diesem Hinter
grund
auch
,
wenn
er gel
tend macht, er
habe
nach wie vor gewisse Klei
der und M
öbel in der Schweiz gelagert
.
4.2.
3
Nach dem Gesagten ist davon auszugehen, dass Anfang 2011 und im Zei
tpunkt
der Gesuch
stellung am 18. Februar 2011 (
Urk.
16/3)
die Begrün
dung eines neuen
Lebensmittelpunktes
in der
Y._
längstens gegeben war und die ob
jektiv er
kennbare Absicht des dauernden Verweilens
in der
Y._
bis auf Weiteres be
stand.
Der Kläger hatte damit seinen zivilrechtlichen Wohn
sitz
längstens
im Sinne
von
Art.
12
Abs.
2 AVB1
ins Ausland verlegt, weshalb die
bei
der Be
klag
ten
1 abgeschlossenen
Zusatzversicherungen Diversa Kom
fort und Natura Kom
fort
nicht
mehr
bestanden
.
Eine
Leistungspflicht der Beklag
ten
1 für die Kosten einer stationären Behandlung in der Schweiz bestand und besteht s
o
mit nicht. Die Klage gegen die Beklagte 1
hinsichtlich der Gewährung der Kostengut
sprache und der Feststellung des Bestands eines Vert
r
agsverhältnisses
ist folglich abzuweisen.
5
.
5
.1
Bezüglich des Versicherungsverhältnisses mit der Beklagten 2
ist mit dem in
Ziff.
A4.1 AVB2
(
Urk.
16/14 S. 3)
genannten Begriff des zivilrechtlichen Wohn
sitzes ebenfalls
der Wohnsitzbegriff
gemäss
Art.
23
Abs.
1 ZGB und (damit grundsätzlich iden
tisch
[
vgl. dazu Erwägung
en 3.4.1 und 3.5.1 hiervor]
) jener
nach
Art.
20
Abs.
1
lit
. a IPRG
zu verstehen. Auch in diesem Zusammenhang gilt
gemäss dem oben Ausgeführten
, dass der Kläger ab
November
20
10 einen neuen
Wohn
sitz in der
Y._
be
grün
det
hat
.
Spätestens ab dann
bestand
in der Schwei
z
aufgrund des
Prinzip
s
der Ausschliesslichkeit
des Wohnsitzes
(Art. 23 Abs.
2 ZGB
;
Staehelin
, a.a.O., N 2 zu
Art.
23
) kein Wohnsitz in der Schweiz mehr.
Die Kranken-
und Un
fall
ver
sicherung bei der
Beklagten
2 war damit auf
grund von
Ziff.
A4.1 AVB2
in Verbindung mit
Ziff.
A
3.4
AVB2
spä
testens per 1
.
Mai
2011
er
loschen.
Zu prüfen ist, ob bereits in der Zeit zwischen der polizeilich begleiteten Abreise aus der Schweiz am
5.
März 2010 und der
Wohnsitznahme
in der
Y._
ab
November
2010 ein Sachverhalt bestanden hatte, der nach
Ziff.
A4.1 AVB2
zum Erlöschen der
Kranken-und Un
fall
ver
sicherung
führte.
5
.2
5
.2.1
Nach dem
klaren
Wortlaut in der in
Ziff.
A4.1 AVB2
(
Urk.
16/14 S. 3)
ge
wähl
ten For
mulierung
, auf die
Ziff.
A
3.4
AVB2
verweist,
erlöschen die Ver
siche
run
gen
sechs
Monate, nachdem die versicherte Person ihren zivil
recht
lichen Wohn
sitz in der Schweiz aufgehoben hat
te
. Damit ist
- abgesehen vom Zeit
ab
la
uf von
sechs
Monaten -
das
Aufgeben
des schwei
zerischen Wohn
sitzes
allein aus
rei
chend
und massgeblich
, um
das Erlöschen der
Ver
siche
rung
zu bewirken. Die Rechtsfolge knüpft nicht an den Wohnsitz an, sondern an das Aufheben des
selben in der Schweiz.
Für ein Abweichen vom Wortlaut
bieten weder die Syste
matik der AVB noch
der Zweck der Regelung
Anlass.
Die
Fra
ge
n
, w
ann
und
unter welchen Voraussetzungen
der neue Wohnsitz im Aus
land begründet wird
und
ob dazu gestützt auf
Art.
20
Abs.
2 IPRG der ge
wöhn
liche Aufenthalt ge
nügt
, ist
für
das Erlöschen der Versicherung folglich uner
heblich.
Mit
Ziff.
A4.1 AVB2
wird aber auch die
Bedeutung
der Be
stimmung in
Art.
24
Abs.
1 ZGB,
welche bis zur Begründung eines neuen Wohnsitzes fiktiv den bis
he
rigen Wohn
sitz weitergelten
lässt
,
implizit
aus
geschlossen
.
Denn die Been
di
gung eines
Wohn
sitzes nach
Art.
23
Abs.
1 ZGB ist geradezu Voraus
setzung dafür, dass ein solcher nach
Art.
24 ZGB Platz greifen kann (Bucher, a.a.O., N 5 zu
Art.
24).
5
.2.2
Die
Ausreise des Klägers aus der Schweiz
stand
im Zu
sammenhang
mit
dem Ent
zug seiner Aufenthaltsbewilligung und der
zunächst
auf zehn Jahre ausge
spro
chenen Einreisesperre
(Urk. 20/A, Urk. 6/23-30).
In der Folge blieb er der Schweiz
grundsätzlich fern und
hielt sich
-
mit Ausnahme von be
stimmten Aufenthalten zu Sonderzwecken, etwa zur medizinischen Be
hand
lung
vom 18. Juni bis 15. Sep
tember 2010 in der Privatklinik
D._
(Urk. 16/3)
- im Ausland
auf
mit
einer
den
Z._
-
Behörden gegenüber deklarierten Wohnadresse in der
Y._
(Urk. 2/6/5-7
; vgl. auch Erwägung 3.5.2 hiervor
)
.
Vor diesem Hintergrund ist
von der Aufhebung des schweizerischen Wohnsitzes im Zeitpunkt der behörd
lich
überwachten Ausreise am
5.
März 2010 auszu
ge
hen.
Dass der Kläger ohne die behördlichen Massnahmen in der Schweiz ver
blieben wäre, ist letztlich ohne Bedeutung. Denn b
etreffend die Absicht dauernden Ver
bleibens
an einem Ort
(
Art.
23 ZGB)
, namentlich in der Schweiz,
sind die Mo
tive
die
dazu
führen
, irgend
wo einen Lebensmittelpunkt aufzugeben,
- gleich
er
massen wie beim Be
gründen eines Lebensmittelpunktes -
unerheblich
.
Es wird
insbe
sondere nicht voraus
gesetzt, dass
sich
jemand freiwillig entschliesst, sich an
ei
nem bestimmten Ort aufzuhalten
oder nicht mehr aufzuhalten
.
Zwar vermag behördliche
r
Zwang
allein
, so der Ent
zug der
Niederlassungsbewilli
gung
, eine Ausweisung, eine Heimschaffung oder Wei
sungen der unter
stützen
den Behörde,
die
Ab
sicht dauernden Verblei
bens nicht zu zerstören oder zu be
gründen
.
Etwa
kann
eine Ausweisung für sich allein noch nicht das Vorliegen der
Verbleibens
absicht
im Sinne von
Art.
23
Abs.
1 ZGB ausschliessen
. Die Absicht dauern
den Ver
bleibens kann durch behördliche Zwangs
mass
nahmen indes beeinflusst sein
(
Bucher, a.a.O., N 26
f. zu Art.
23).
Entfällt - wie hier - das objektive
Wohnsit
z
element
des faktischen Aufenthaltes
und wird dem be
hördlichen Zwang Folge geleistet
respektive wird dieser durchgesetzt
und damit der Wohnsitz aufgege
ben
, könnte
höchstens
die hier gerade ausge
schlossene Be
stimmung in
Art.
24
Abs.
1 ZGB den (fiktiven) Fortbestand des Wohn
sitzes in der Schweiz
bewahren
(vgl.
Staehelin
, a.a.O., N 20 zu
Art.
23
und N
2 und 8 zu
Art.
24
; Bucher, a.a.O., N 16 zu
Art.
23).
Nach
Staehelin
wird ein
freiwilliger schwei
zerischer Wohnsitz
denn auch
aufgegeben, wenn eine Person die Schweiz definitiv verlässt oder poli
z
eilich ausgeschafft wird (
Staehelin
, a.a.O., N 2 zu
Art.
24
; vgl. auch
Wes
ten
berg
in: Basler Kommentar zum Inter
nationalen Privatrecht,
a.a.O.
, N 14 zu
Art.
20
).
Aus dem
vom Kl
äger aufge
führten
(Urk. 1 S. 16)
sozialversicherungsrechtlichen
Urteil des Bundesgerichts I 486/00 vom 30. September 2004 (E. 2.2)
vermag er
nichts Gegenteiliges zu seinen Gunsten abzuleiten. Denn es
betrifft
- wie auch im Urteil des Ver
waltungsgerichts des Kantons
B._
vom 1
2.
Juli 2012, E. 3a,
dargelegt
wurde (Urk. 20/A) -
einen
Versicherten, der
sich trotz des Entzugs der Aufent
halts
bewilligung weiter
hin in der Schweiz
aufhielt und damit - im Ge
gensatz zum Kläger - die Absicht, in der Schweiz zu verbleiben, für Dritte er
kennbar zum Ausdruck brachte
und den Wohnsitz damit nicht aufgab
.
5
.2.3
Nach dem Gesagten
ist darauf zu schliessen
, dass die Kranken-und Un
fall
ver
si
cherung des Klägers bei der Beklagten 2 gestützt auf
Ziff.
A4.1 AVB2
in Ver
bindung mit Ziff.
A3.4 AVB2
6 Monate nach der Aufhebung des Wohnsitzes in der Schweiz und damit
bereits ab dem
6.
September 2010 erloschen war.
Eine
Leis
tungspflicht
der Beklagten 2 für die Kosten einer (weiteren) stationären
psychia
trischen
Behandlung in der Schweiz bestand und besteht somit nicht
.
Die Klage gegen die Beklagte 2
hinsichtlich der Gewährung der Kostengut
sprach
e und der Feststellung des Bestands eines Vertragsverhältnisses
ist dem
nach inso
fern abzuweisen.
5
.3
5
.3.1
Bei diesem Ausgang ist
zusätzlich
der
vom Kläger gegen die Beklagte
2 ge
stellte Eventualantrag
betreffend die Rückerstattung von Prämien für die Zeit vom 15. September 2010 bis 1
6.
April 2011 im Betrag von insgesamt Fr. 1‘531.12
zu beurteilen. Der Kläger macht Fr. 621.81 für das Jahr 2010 bei einer monat
lichen Prämie von Fr. 177.66 und Fr. 909.31 für das Jahr 2011 bei einer monat
lichen Prämie von Fr. 202.66 geltend (
Urk. 1 S. 2
und S. 17).
Die Beklagte 2 liess
sich dazu nicht
verlauten
(Urk.
15
).
5
.3.2
Unter
dem Titel „Wann besteht ein Anspruch auf Rückers
tattung der Prämie
?
“ sieht Ziff.
A8 AVB2
Folgendes
vor
: „
Sofern Sie die Prämie für eine bestimmte Versicherungsdauer vorau
sbezahlt haben
und der Vertrag aus einem gesetz
li
chen oder vertraglich vorgesehenen Grunde vor Ende dieser Dauer aufgehoben wird
, bezahlt die
Sanitas
Ihnen
die
auf die nicht abgelaufene
Versicherungs
pe
riode
entfallende Prämie
zurück
.
“
Nach Ziff. A8.2 AVB2 schuldet die ver
sicherte Person die Prämie für das laufende Versicherungsjahr jedoch ganz, wenn ihr Ver
trag beim Erlöschen weniger als ein Jahr in Kraft war und sie die Aufhebung veranlass
t
hat
(Urk. 16/14)
.
Damit entspricht die vertragliche Bestimmung der
(absolut zwingenden; vgl. Art. 97
Abs.
1 VVG)
gesetzlichen Regelung in Art. 24
Abs.
1
und Art. 42
Abs.
3
VVG insofern, als bei vorzeitiger Auflösung oder Been
digung des
Ver
si
che
rungs
vertrages
die Prämie nur für die Zeit bis zur Vertragsauflösung ge
schuldet ist
,
dem
Versicherer der Anspruch auf die
(ganze)
Prämie für die lau
fende
Ver
si
cherungsperiode
aber ausnahmsweise
gewahrt
bleibt
, falls der Ver
si
cherungs
neh
mer den
Vertrag
(im Teilschadenfall)
während des auf den Ver
tragsabschluss
folgenden Jahres kündigt.
Art.
24
Abs.
2 VVG sieht zudem
die weitere Aus
nahme
vor, dass die
auf die laufende Ver
sicherungsperiode ent
fal
lene Prämie ganz
ge
schuldet
ist
, wenn der Ver
sicherer zufolge des Weg
falls
(gemeint:
um
fassende
Ver
wirklichung)
des Risikos die
Versicherungsleistung er
bracht hat
(
Total
schaden
f
all
im Sinne des Wegfalls des versicherten Interesses
; vgl. Eisner-Kiefer
in: Basler Kommentar zum
Ver
sicherungs
vertragsgesetz
,
Nach
führungsband
,
Honsell
/
Vogt/
Schynder
/
Groli
mund
[Hrsg.], 2012, ad N 1 ff. zu
Art.
24)
.
Gemäss
Ziff.
A5.1 AVB2 wird die Prämie für die Police an dem auf der
Prä
mien
rechnung
aufgeführten Tag fällig. Bei Teilzahlungen bleiben die noch nicht be
zahlten Raten einer Jahresprämie geschuldet, wob
ei A8 vorbehalten bleibt (Ziff.
A5.2 AVB2).
5.3.3
Nach der Police vom 7.
April 2009 war die Kranken- und Unfallversicherung des
Klägers bei der
Beklagten 2 bereits seit dem 1.
April 2009 gültig. Die jährli
che
Prämie betrug Fr. 2‘132.--
(Urk.
16/2
)
.
Ab dem 1.
Januar 2011 betrug die
Jahres
prämie
gemäss der Police vom 1
5.
November 2010 Fr. 2‘432.-- (Urk. 2/4/4.2).
De
m
Schreiben der Beklagten 2 vom 2
1.
September
2011 ist zu entnehmen, dass der Kläger
die Prämie
jeweils
in Teilbeträgen
mit
Fr.
608.-- vierteljährlich be
zahlte und dass die Beklagte 2 ihm die
am
9.
Februar und 6.
April 2011 be
zahlten Prämienbeträge
für die Zeit
ab dem 1
5.
März 2011 pro
rata
temporis
(1
Monat = 30 Tage, bei 360 Tagen pro Jahr) im Umfang von Fr. 716.10 zurück
ers
tattet
e
(Urk. 2/4
/17.4
), nachdem sie eine Kündigung der Ver
sicherung
per 14.
März 2011 akzeptiert hatte (vgl. das Schreiben der Be
klagten vom 18. April 2011;
U
rk. 2/4/17.1
, und da
s Schreiben des Klägers vom 23.
August 2011, Urk. 2/4/17.2
).
Daher und weil die Beklagte 2 nichts anderes verlauten liess, ist davon auszugehen, dass der Kläger
von den
Prämie
n der Jahre 2010 und 2011
die vertraglich geschuldeten Beträge
bis zum 14.
März
2011 be
zahlt und noch nicht
zurückerhalten hat.
5.3.4
Da der Versicherungsvertrag mit der Beklagten 2 Mitte September 2010 bereits mehr als ein Jahr bestanden hatte, ist die Anwendung von Ziff. A8.2 AVB2 aus
ge
schlossen. Zu prüfen
bleibt
, ob Ziff. A8.1 AVB2 An
wendung findet
und die Prämien zurückzuerstatten sind.
Der Kläger hat die Prämie für eine bestimmte Versicherungsdauer, nämlich bis zum 14.
März
2011 bezahlt, wogegen
die Versicherung
aus einem ver
traglich vorgesehenen Grund, nämlich der Wohnsitzaufg
abe in der Schweiz gemäss
Ziff.
A4.1 AVB2 in Verbindung mit
Ziff.
A3.4 AVB2
,
bereits ab dem 6. Sep
tem
ber
2010 erloschen war.
Die Voraussetzungen von Ziff. A8.1 AVB2 für den An
spruch
auf Rückerstattung der
auf die nicht abgelaufene
Versicherungs
peri
ode
ent
fallende
Prämie sind damit erfüllt.
Sofern
damit
(„auf die nicht abge
laufene Ver
sicherungsperiode“)
allein der Anspruch auf Rü
ckerstattung der (bis zum 14. Mär
z 2011 bezahlten
) Prämie des Jahres 2011 begründet wird,
wäre
zu
sätzlich die zwinge
nde Bestimmung von
Art.
24 Abs.
1 VVG zu beach
ten, wo
nach
die Prämie nur
für die Zeit bis zur Vertragsauflösung
(hier bis und mit 5.
September 2010)
ge
schuldet
ist
.
Auf
grund
des
Anspruch
s
auf Rücker
stattung aus ungerechtfertigter Bereicherung
nach von Art. 62 OR (
in Ver
bindung mit
Art.
100 VVG)
- und da
mangels Einrede die
Ver
jährung
(Art.
67 OR)
nicht
zu prüfen ist -,
ist
die Prämie von 2010
an
tragsgemäss ab dem 15.
Septem
ber 2010
zurückzu
be
zah
len.
Dabei kann angesichts des hier zu prüfenden An
trages auf Rückerstattung der Prämien ab dem 1
5.
September 2010 (Urk. 1 S. 2) offen bleiben, wie sich der Leistungsbezug bis zum 14. Sep
tember 2010 in der Klinik
D._
(Urk. 16/3) auswirken würde.
Damit ist
jedenfalls
der Anspruch des Klägers auf anteil
s
mässige Rückerstattung seiner Prämien
zah
lungen pro
rata
temporis
vom 1
5.
September 2010 bis
und mit 14.
März 2011 begründet.
Die Beklagte 2 ist daher entsprechend zu ver
pflichten, dem Kläger den Betrag von
Fr. 1‘127.65
([Fr. 2‘132.
-- :
360 Tage x
106 Tage
] + [Fr. 2‘432.-- : 360
Tage
x
74 Tage
])
zu bezahlen. Im
Mehrb
e
trag
ist die Klage abzu
weisen.
6.
6.1
Gemäss Art. 114
lit
. e ZPO ist das Verfahren kostenlos. Zu den Prozesskosten gehören die Gerichtskosten und die Parteientschädigung (Art. 95 Abs. 1 ZPO). Aus der Formulierung von Art. 114 ZPO ergibt sich, dass dessen
lit
. e nur die Gerichtskosten betrifft, nicht aber die Prozessentschädigung an die Gegenpartei
(Urteil des Bundesgerichtes 4A_194/2010 vom 17. November 2010, E.
2.2.1, nicht
publiziert in: BGE 137 III 47). Diese umfasst den Ersatz der notwendigen Ausla
gen, die Kosten einer berufsmässigen Vertretung sowie in begründeten Fällen eine
angemessene
Umtriebsentschädigung
, wenn eine Partei nicht berufs
mässig vertreten ist (Art. 95 Abs. 3 ZPO).
Die Kantone sind zuständig, die Tarife für die Prozesskosten festzusetzen (Art. 96 ZPO). Das zürcherische Ausführungsgesetz zur ZPO, das Gesetz über die
Gerichts- und Behördenorganisation im Zivil- und Strafprozess (GOG), enthält keine
für das Sozialversicherungsgericht anwendbare Tarifbestimmung (vgl. 7. Teil des GOG). Dasselbe gilt für die Verordnung über die Anwaltsgebühren (LS 215.3). Diese regelt ausdrücklich nur die Parteientschädigungen vor den
Schlichtungsbehörden, den Zivilgerichten und den Strafbehörden. Die Bemes
sung
der Parteientschädigung richtet sich somit nach § 34
GSVGer
sowie den §§ 1, 5
und 7 der Verordnung über die Gebühren, Kosten und Ent
schädi
gungen vor dem
Sozialversicherungsgericht (
GebV
SVGer
). Gemäss § 34 Abs. 3
GSVGer
ist die
Höhe der gerichtlich festzusetzenden Entschädigung nach der Bedeutung der Streit
sache, der Schwierigkeit des Prozesses und dem Mass des Obsiegen
s, je
doch ohne Rücksicht auf die Höhe des
Streitwert
s
festzusetzen.
6.2
Der Kläger obsiegt einzig in Bezug auf seine Klage gegen die Beklagte 2 in gerin
gem Umfang. Es ist ihm daher eine d
iesem Umstand angemessene,
ent
sprechend
redu
zierte
Prozessentschädigung von der Beklagten 2 von Fr.
5
00.--
(inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) zuzusprechen.
Keine Entschädigung erhält er für die – mangels Zustän
d
igkeit – unnötigerweise verursachten Kosten des Schlichtung
s
verfahrens von Fr. 525.-- (BGE 138 III 558).
6.3
6.3.1
Schliesslich ist das Gesuch des Klägers vom 1
3.
Juni 2012 um unentgeltliche Rechts
pflege im Sinne von
Art.
117 ZPO (Urk. 1 S. 2
; Urk. 2/5
) zu prüfen.
Nach
Art.
117 ZPO hat eine Person Anspruch auf unentgeltliche Rechtspflege,
wenn sie nicht über die erforderlichen Mittel verfügt (
lit
. a) und ihr
Rechts
be
geh
ren
nicht aussichtslos erscheint (
lit
. b). Die Voraussetzungen der unent
geltli
chen Rechtspflege
gemäss
Art.
117 ff. ZPO stimmen mit denjenigen der
Mini
mal
garantie
von
Art.
29
Abs.
3
der Bundesverfassung (
BV
)
überein. Die zu die
ser Garantie ergangene Rechtsprechung ist d
aher für die Auslegung von Art.
117
lit
. a ZPO zu berücksichtigen (vgl. zur Frage der Aussichtslosigkeit: BGE 138 III 217
E.
2.2.4).
Gemäss
der
zu
Art.
29 Abs.
3
BV
ergangenen Recht
sprechung gilt
eine Partei als bedürftig, wenn sie die Kosten eines Prozesses nicht aufzu
bring
en
vermag, ohne jene Mittel anzugreifen, die für die Deckung des eigenen not
wendigen Lebensunterhalts und desjenigen ihrer Familie erfor
derlich sind. Im
Rahmen der Prüfung der Bedürftigkeit sind alle finanziellen Verpflichtungen des
Gesuchstellers zu berücksichtigen und seine Einkommens- und Vermögensver
hält
nisse im Zeitpunkt der Einreichung des Gesuchs zu wür
digen.
Schuldver
pflich
tungen
sind jedoch nur soweit
massgebend
, als sie tat
sächlich erfüllt werden. Auf alte Verbindlichkeiten, die der Gesuchsteller nicht mehr tilgt, kann
er sich nicht berufen (BGE 135 I 221
E. 5.1,
128 I 225
E. 2.5.1,
je mit Hin
wei
sen).
Eine Person, die ein Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege stellt, hat ihre Ein
kommens- und Vermögensverhältnisse darzulegen und sich zur Sache sowie über ihre Beweismittel zu
äussern
(
Art.
119
Abs.
2 ZPO). Insoweit trifft den Ge
suchsteller eine umfassende Mitwirkungsobliegenheit.
Um unnütze Ausgaben zu vermeiden hat die Behörde im öffentlichen Interesse den Sachverhalt
zwar von Amtes wegen abzuklären.
Sie hat den Sachverhalt dort (weiter) abzuklären, wo Un
sicherh
eiten und Unklarheiten bestehen
, und sie hat allenfalls unbe
hol
fene
Rechtsuchende auf die Angaben hinzuweisen, die sie zur Beurteilung des Ge
suches benötigt (BGE 120
Ia
179 E. 3a). Der Untersuchungsgrundsatz entbin
det den Gesuchsteller aber nicht von seiner Mitwirkungsobliegenheit.
Er hat sowohl seine Einkommens- und Vermögensverhältnisse als auch sämtliche fi
nanziellen Ver
pflichtungen vollständig anzugeben und soweit möglich zu bele
gen. Über
dies muss er nachweisen, dass er den behaupteten Verpflichtungen auch tat
sächlich nachkommt (
BGE 135 I 221
E. 5.1
,
121 III 20
E. 3).
An die um
fassende und klare Darstellung der finanziellen Situation durch den Gesuch
steller selbst dürfen umso höhere Anforderungen gestellt werden, je kom
plexer diese Ver
hält
nisse sind. Verweigert er die zur Beurteilung seiner aktuellen
Ge
samt
si
tua
tion
erforderlichen Angaben oder Belege, so kann die Behörd
e die Be
dürftigkeit
ohne Verletzung des
verfassungsmässigen
Anspruchs
verneinen (
BGE 120
Ia
179
E.
3a).
Sie ist nicht verpflichtet, den Sachverhalt von sich aus nach jeder Richtung hin weiter abzuklären
(zum Ganzen:
Urteile des Bun
desge
richts 4A_319/2013 vom 3
1.
Juli 2013 E. 2.2
und
4A_227/2013
vom 7.
Oktober 2013 E. 2.1 mit weiteren Hinweisen
)
.
6.3.2
Der
Kläger
begründet
e
sein Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege
in seiner Eingabe vom 13. Juni 2012
damit,
dass er aus gesundheitlichen Gründen
wegen seiner Depression
mit einer Arbeitsun
fähigkeit von 80
% und infolge der ange
strengten Marktsituation in seinem bisherigen Tätigkeitsfeld
als
Hedge
-Fund-Ver
mittler nach den Verwerfungen im Jahre 2008 und dem Konkurs seines Un
ter
nehmens
N._
GmbH noch nicht wieder habe
Fuss
fassen können. Er werde von seinem Onkel
O._
unterstützt. Die Schuld dem Onkel ge
genüber
betrage mittlerweile USD
135‘000.--. Dies sei den Belegen der Kre
ditkarte zu entnehmen, welche eine ähnliche Funktion wie eine Bank habe, in
dem zuerst Geld auf die Karte gebucht werde, damit Geld abgehoben werden könne.
Sowohl die Auflage der
P._
der Jahre 2009
bis 2011 als auch die Veranlagungsverfügungen des Steueramtes der Stadt
I._
der Jahre 2009 und 2010 würden belegen, dass er über kein Einkommen und Vermögen verfüge. E
r
habe lediglich mittels einer Website mit einer kos
tenpflichtigen hinterlegten Investorenliste
im Jahr 2011 zirka USD 11‘000.
--
er
wirtschaftet, wovon ihm ent
spre
chend seiner Beteiligung von 55
% USD
6‘050.--
zukommen. Dieser Betrag werde in seine Firma reinvestiert.
Seine Wohnung
diene auch als Büro mit einem Angestellten im 50%igen
Arbeits
pensum
, den er
auf
grund seiner Ar
beits
unfähigkeit
habe anstellen müssen
, und einer
teil
zeitlich
arbeitenden Assistentin. Er habe eine Datenbank mit potentiellen Fir
men ge
kauft, die an Maklerverträgen für die Gewinnung von Investoren inte
ressiert sein
könnten.
Zudem würden seit 2012 A
k
quisitionskosten (Flüge und
Unterkunft) ent
stehen bei Reprä
sentationen von
Hedge
-Funds und Privat
Equite
-Funds an
Meetings
in
verschiedenen euro
päischen Städten, welche er zusammen mit seinem
Geschäftspartner
Q._
zulasten des Dar
le
hens seines Onkels alle selber finanziere. Auch seien
regelmässige
Flugkosten angefallen, da er (bis zum 28. Juni 2013
; Urk.
45, Urk. 46/36) keine Aufent
halts
bewilligung in der
Y._
gehabt habe und alle 90 Tage habe ausreisen müssen. Diese Reisen habe
er jeweils zum Besuch seines Sohnes und seiner
Le
benspartnerin
in der Schweiz genutzt (
Urk.
2/5 S. 2 ff.)
. Weiter
unterstehe
er rechtlichen Ver
pflichtungen zu Unterhaltszahlungen in den
Z._
und in der Schweiz. An beiden Orten würden Abänderungsbegehren anstehen, da derzeit keine
Unter
haltsbeiträge geleistet werden könnten. Er sei derzeit zudem nicht in der Lage Schulden
abzutragen. Es werde daher nur ein Schuldenverzeichnis eingereicht
(Urk. 25).
Im vom Gericht mit Verfügung vom
7.
März 2013 (Urk. 18) eingeholten Formu
lar
zur Abklärung der prozessualen Bedürftigkeit
, welches der Kläger am 13.
März 2013
in
R._
unterzeichnete,
gab der Kläger
zusätzlich
an, dass er über diverse Wertsachen und einen Mercedes Benz
S._
mit einem Wert von
Fr.
3‘000.-- bis
Fr.
8
‘000.-- verfüge, die
sich
jedoch im Besitz seiner (getrennt lebenden
, Urk. 27/2 S.
3
) Noch-Ehegattin befänden. Schulden habe er bei sei
nem Onkel aufgrund von Darlehen
in der Höhe von USD 202‘317.90
und auf
grund von offenen Gerichtskosten
, Kreditkartenschulden
und in weiteren Be
langen
im Betrag von Fr.
33‘784.-- und Fr.
140‘984.-- (
Urk.
26 S. 2, Urk. 27/2).
Über ein Einkommen würde er aufgrund der Verwerfungen im Finanzmarkt nicht
verfügen. Es habe in den letzten Monaten kein Maklervertrag abge
schlossen werden können (Urk. 26 S. 3).
Er habe vier Kinder mit Jahrgang 1990, 1996, 1999 und 200
8.
Kei
nes der Kinder wohne bei ihm. Die volljährige Tochter sei
noch in Aus
bildung
. Die für die Kinder bestehenden
Unter
halts
verpflichtun
gen
von
je Fr. 850.-- wür
den derzeit nicht bezahlt
(Urk. 27/2 S. 4
und S. 6
).
Der
monatliche Mietzins betrage USD
1‘000.--, die monatlichen
Heizungskosten
betrügen
USD
170.-- und die Telefon
- und
TV-Kosten
wür
den sich auf
USD 900.--
be
laufen
. Über eine Hausrat- und Haft
pflicht
versicherung verfüge er keine (Urk. 27/2 S. 5). Steuern würden in der Schweiz keine anfallen (Urk. 27/2 S. 6).
Mit Eingabe vom 1
3.
Dezember 2013 reichte der Kläger weitere Unterlagen zu seine
n
finanziellen Verhältnissen ein
, insbesondere Erfolgsrechnungen für die Jahre 2009 bis 2013 (Urk. 54/9/1-27),
und führte aus,
m
it seiner
Maklertätigkeit (Management
fees
,
income
as
agent
) habe er im Jahr 2009 kein
en Umsatz, im Jahr 2010 einen solchen von USD 5‘530.50, im Jahr 2011 einen solchen von USD 8‘618.73, im Jahr 2012 von USD 40‘644.65
und im ersten Halbjahr 2013 einen Umsatz von USD 3‘9
98.33 erzielt. Sämtliche Aktien,
Wertpapiere
und
Fi
nanz
mittel seien verkauft beziehungsweise untergegangen und es würden keine Coupons oder Dividenden mehr
fliessen
(Urk. 53)
.
6.4
6.4.1
In den vorgelegten Erfolgsrechnungen sind
gleichermassen
Auslagen für seine
privaten und beruflichen Belange als Aufwand aufgeführt. Der Aufwand der Jahre
2009 bis 2013 übertraf
danach
jeweils
namhaft
den Ertrag aus den ge
schäft
lichen Ein
nahmen
(die Aufnahme der Geschäftstätigkeit sei per 2
0.
Ok
to
ber
20
10 erfolgt und das Salär per 1.
Ok
tober ausbezahlt worden, Urk. 54/9/6)
.
Es
ent
stand
gemäss
den Erfolgs
rech
nungen jeweils ein Verlust
vor Darlehen res
pektive
zulasten des Fremdkapitals
, welches allein
aus einem Dar
lehen (
„
loan
“
) bestanden habe
(2009:
-
USD 15‘247.90, Urk. 54/9/1; 2010:
-
USD
9‘910.71, Urk. 54/9/5; 2011:
-
USD 30‘263.34, Urk. 54/9/13
; 2012:
-
USD
83‘123.21
, Urk. 54/9/15; 2013
: Zwischenbilanz per 30. Juni 2013
:
-
USD
90‘220.69; 54/9/24). Die
massgebliche
Einnahmequelle
für die privaten und beruflichen Aus
gaben stellt
danach und
gemäss
den Ausführungen des Klägers die Darlehen
seines Onkels
dar
. Den Akten sind dazu zwei
Kopien von
Darlehen
s
bestä
ti
gung
en
zu entnehmen, eine für die Zeitspanne vom 15. Sep
tember 2009 bis Mai 2012
über den Betrag von USD 134‘650.-- (Urk. 2/6/03), die andere betreffend die Zeit
vom 15. März 2010 bis 18. Februar 2013 über den Betrag von USD 202‘317.90
(Urk. 27/1). Auf
fallend ist dabei, dass die Unter
schrift des angeblichen Darleh
ens
gebers
O._
auf beiden Darlehens
bestätigungen bis auf
da
s kleinste Detail identisch ist, so dass von Kopien der Unterschrift oder eingescannten Un
ter
schriften ausge
gangen werden muss. Die
Bestätigungen sind daher
ni
cht
aus
sagekräftig
und zum Beweis untauglich
.
Aber auch die übrigen vom
Kläger
zu seinen finanziellen Verhältnissen
einge
reichten Urkunden
basieren
entweder
auf nicht objektivierbare
n
Selbst
dekla
rati
o
n
en
oder auf unzureichenden
oder wenig aussagekräftigen
Belegen
.
So
wurde ein
Mietvertrag einge
reicht, der von den Vertragsparteien weder unterzeichnet noch datiert ist (Urk. 27/3).
Zu den geltend gemachten Heizungs- und
Telefon
kosten
wurden keine Belege eingereicht.
Die Steuerbelege für die
Z._
basieren
auf der Selbstdeklaration des Klägers
für
die
hier
nicht
massgeb
lichen
Jahre 2009
bis 2011
(
Urk. 2/6/5-7,
Urk. 27/6-7) und die
Steuer
unterlagen
für die Schweiz
be
schränken sich auf die
Veranlagungsver
fügung
en
der Steuer
behörde für
die
- hier
nicht
massg
e
bliche
n
- Jahr
e 2009 und
2010 (
Urk. 2/6/8-9,
Urk. 27/5).
Die
Kontoauszüge, angeblich von der Bank
T._
(Urk. 54/9/6), die seit September 2012
U._
Bank
heisst
, sind nicht als
solche
identifizierbar (Urk. 54/9/3
;
Urk. 54/9/7-11, Urk. 54/9/12a-13a, Urk. 54/9/17-22, Urk. 54/9/26-27
). Dassel
be gilt für die Auszüge betreffend
die
P
repaid-Kreditkarten (Urk.
2/6/4, Urk. 54/9/4;
Urk. 54/9/12, Urk. 54/9/14a, Urk. 54/9/23). Das betref
fende Finanz
institut ist daraus nicht erkennbar. Fraglich ist auch, weshalb in der Kopie des Kontoaus
zuges per 3
1.
Dezember 2012 die untere Hälfte abge
deckt ist (Urk. 54/9/18).
6.4.2
Bei dieser Ausgangslage, bei der ein nicht plausibel und nicht nachvollziehbar
belegtes Missverhältnis zwischen Einkommen und Ausgaben besteht,
das die Finanzierung des Lebensunterhaltes des Klägers nicht zureichend aufzuzeigen vermag, ist vom Scheitern des Nachweises der Bedürftigkeit auszugehen (vgl. Urteil des Bundesgerichts 2A.681/2005 vom 1
9.
Januar 2006 E. 2.2.2). Das Ge
such um unentgeltliche Rechtspflege ist daher abzuweisen.
Das Gericht
beschliesst:
Das Gesuch des Klägers
vom 1
3.
Juni 2012
um unen
t
geltliche
Rechtspflege wird ab
ge
wiesen.
Auf das Begehren um Aufhebung der Verfügung vom 13. April 2011 bzw. des
Ein
sprache
entscheids
vom 1. Juli 2011 der
Wincare
Versicherungen AG wird nicht ein
getreten
.
und erkennt sodan
n
:
1.
Die
Klage
gegen die
Wincare
Zusatzversicherungen AG wird
abgewiesen
.
2.
In teilweiser Gutheissung der Klage gegen die
Sanitas
Privatversicherungen AG
wird diese verpflichtet, dem Kläger den Betrag von Fr. 1‘127.65 zurückzuerstatten.
Im Übri
gen wird die Klage gegen die
Sanitas
Privatversicherungen AG abgewiesen.
3
.
Das Verfahren ist kostenlos.
4.
Die
Sanitas
Privatversicherungen AG
wird verpflichtet, dem Kläger eine
Prozess
ent
schädigung
von
Fr.
500.-- (inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) zu bezahlen.
5
.
Zustellung gegen Empfangsschein an:
Rechtsanwältin Claudia
Zumtaugwald
Sanitas
unter Beilage einer Kopie von
Urk.
54/9/6
und
Urk. 54/9/16
Eidgenössische Finanzmarktaufsicht FINMA
6
.