# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 2dd8b0ce-8663-4028-b17b-0fd328afefe9
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2015
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
Mit Verfügung vom 29. Oktober 2014 (Urk. 2) verneinte die
Sozialversiche
rungs
anstalt
des Kantons Zürich, IV-Stelle, einen
(weitergehenden)
Anspruch des 1963 geborenen
X._
auf berufliche Eingliede
rungsmassnahmen der Invalidenvers
icherung insbesondere wegen fehlender subjektiver Eingliederungsfähigkeit
.
2.
Dag
egen erhob
X._
, vertreten durch Rechtsanwalt Philip
Stolkin
, am 27. November 2014 Beschwerde mit dem folgenden
Rechts
begehren
(Urk. 1 S. 2):
„1.
Die Verfügung der IV-Stelle Zürich vom 29.10.2014 sei aufzuheben und es sei dem Beschwerdeführer eine Umschulungsmassnahme zu gewähren.
2.
Es sei das Verfahren bis zum Abschluss des bundesgerichtlichen Verfah
rens über die Rentengewährung zu sistieren.
3.
Es sei ein zweiter Schriftenwechsel anzusetzen.
4.
Es sei dem Beschwerdeführer die unentgeltliche Rechtspflege zu gewähren und ihm in der Person des Unterzeichnenden einen unentgeltlichen Rechtsbeistand zuzuordnen.
Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Las
t
en der
Beschwerde
gegnerin
.“
Die IV-Stelle schloss in ihrer Beschwerdeantwort vom 19. Januar 2015 (Urk. 5) auf Abweisung der Beschwerde, was dem Beschwerdeführer mit Verfügung vom 28. Januar 2015 (Urk. 10) zur Kenntnis gebracht wurde. Gleichzeitig wurde sein Sistierungs
gesuch
abgewiesen, was unangefochten blieb. Überdies wurde
dem Beschwerdeführer
mitgeteilt, dass sich die Anordnung eines zweiten
Schriften
wechsels
erübrige und über
das
Begehren
um Bewilligung der unentgeltlichen Prozessführung und Rechtsvertretung zu einem später
en Zeitpunkt entschieden werde.
Mit Eingabe vom 2. März 2015 (Urk. 12)
stellte
der Beschwerdeführer
ein
Ausstand
sbegehren
gegen
de
n
Vorsitzenden der III. Kammer des hiesigen Ge
richts, Sozialversicherungsrichter
Gräub
.
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Vorweg zu prüfen ist das gegen den Vorsitzenden de
r
III. Kammer des hiesigen Gerichts, Sozialversicherungsrichter
Gräub
, gerichtete
Ausstandsbegehren
des
Beschwerdeführers vom 2. März 2015 (Urk. 12).
1.
2
1.
2.1
Gemäss
§
5c
Abs. 2
lit
. a
des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht (
GSVGer
)
entscheiden die voll- und teilamtlichen Mitglieder einer Kammer über
Ausstandsbegehren
, die gegen die Mitwirkung von Angehörigen des Gerichts in einer Kammer gerichtet sind.
1.
2.2
Wird ein Ausstand ausschliesslich
aus
Gründen verlangt, die von vornherein untauglich sind, so ist ein solches Begehren unzulässig und es ist darauf nicht einzutreten. Nach der Rechtsprechung kann eine Behörde selbst über ihren eigenen Ausstand
respektive
über denjenigen ihrer Mitglieder bestimmen, wenn die gestellten Ablehnungsbegehren unzulässig sind (Urteile des Bundesgerichts 8C_712/2011 vom 18. Oktober 2011 E. 3.3 und 2C_305/2011 vom 22. August 2011 E. 2.6). Bei diesem
Nichteintretensentscheid
dürfen auch die
abgelehnten Gerichtspersonen mitwirken (Urteile des Bundesgerichts
8C_102/2011 vom 27. April 2011 E. 2.2 und 9C_509/2008 vom 29. Dezember 2008 E. 3.2).
1.
2.3
Wer einen Ablehnungsgrund nicht unverzüglich nach dessen Kenntnisnahme geltend macht, verwirkt den Anspruch auf seine spätere Anrufung (BGE 140 I 271 E. 8.4.3; 138 I 1 E. 2.2; 136 I 207 E. 3.4; je mit Hinweisen).
Unverzüglich bedeutet nach der Rechtsprechung ein
Geltendmachen
des Anspruchs binnen maximal sechs bis sieben Tagen; ein zwei- bis dreiwöchiges Zuwarten ist bereits unzulässig (Urteil
des Bundesgerichts
1B_60/2014 vom
1.
Mai 2014 E. 2.2 mit Hinweisen).
1.2.4
Gemäss Art. 6 Ziff. 1 der Europäischen Menschenrechtskonvention und Art. 30 Abs. 1 der Bundesverfassung haben die Prozessparteien Anspruch darauf, dass ihre Sache von einem unabhängigen, unvoreingenommenen und unbefangenen Gericht ohne Einwirkung sachfremder Umstände entschieden wird.
Die
se
Ver
fah
rensg
arantie
ist verletzt, wenn
bei objektiver Betrachtung
Gegebenheiten vor
liegen, welche den Anschein der Befangenheit und die Gefahr der Voreinge
nommenheit zu begründen vermögen
(BGE 134
I 20 E. 4.2
; 133 I 1 E.
6.2; 131 I
113 E. 3.4; 128 V 82 E. 2a
)
.
Solche Umstände können in einem bestimmten Verhalten der
Gerichtsp
erson oder in äusseren Gegebenheiten funktioneller und organisa
torischer Natur begründet sein
. Für den Ausstand wird nicht verlangt, dass
d
i
e Richterperson
tatsächlich befangen ist. Es genügt, wenn Umstände vor
liegen, die bei objektiver Betrachtung den Anschein der Befangenheit und Vor
eingenommenheit e
rwecken (BGE 133 I 1 E. 6.2
; 131
I 24 E. 1.1
mit Hin
weisen). Das subjektive Empfinden einer Partei vermag dagegen keine
Aus
standspflicht
zu
begründen (BGE 134 I 20 E. 4.2; 133 I 1 E. 5.2
).
1.3
Der Beschwerdeführer begründet sein Ausstandbegehren damit, dass Sozialver
sicherungsrichter
Gräub
im vorliegenden
Verfahren
erstmals als verantwortli
cher Autor der
V
erfügung vom 28. Januar 2015 (Urk. 10) in Erscheinung getre
ten sei. Daraufhin sei er sich gewahr geworden, dass dies derjenige Richter sei, der
bereits
in den
Prozessen
UV.2012.00112 und IV.2013.01078 insbesondere über seinen Invaliditätsgrad befunden habe und
deshalb
vorbefasst sei.
Im Wei
teren
habe
Sozialversicherungsrichter
Gräub
in den
Prozessen
IV.2013.00626
(Fr. 500.--)
und IV.2013.01078
(Fr. 900.--)
– wie auch in
einem
(nicht
näher
be
zeichneten)
„langen Revisionsverfahren“
–
eine derart tiefe
Parteientsch
ädi
gung
zugesprochen, dass dies
mehr
den Charakter einer gezielten Demütigung des Parteivertreters
denn eines Auslagenersatzes
gehabt habe.
Angesichts dessen, dass Sozialversicherungsrichter
Gräub
das invaliden- und
unfallversicherungs
rechtliche
Verfahren „vollständig gegen den Beschwerdeführer“ entschieden und sich
in letzterem
dazu
habe
hinreissen lassen, ein Trinkgeld als
Parteient
schä
digung
zuzusprechen,
lägen
objektiv
e Anhaltspunkte
dafür
vor
, dass er auch aufgrund seines mehr als nur angespannten Verhältnisses zum
Parteiver
treter
in den Ausstand zu treten habe.
1.4
Vorwegzuschicken ist, dass
dem Beschwerdeführer
respektive
dessen Rechtsver
treter
die Mitwirkung von Sozialversicherungsrichter
Gräub
am vorliegenden Verfahren und damit die Umstände eines
etwaigen
Ausstandsgrundes
spätestens durch Zugang der Verfügung vom 28. Januar 2015 (Urk. 10) am 2. Februar 2015 (vgl.
Sendungsinformationen der Schweizerischen Post,
Urk. 11 S. 1)
bekannt waren
. Das erst mit Eingabe vo
m 2. März 2015 (
der Post am folgenden Tag übergeben,
Urk. 12) – mithin nach Ablauf von vier Wochen –
erhobene
Ausstandsbegehren
erweist sich damit praxisgemäss (E. 1.2.3 hiervor) als ver
spätet und ist verwirkt. Dies gilt umso mehr, als der Rechtsvertreter des Be
s
chwerdeführers bereits der Verfügung vom 1. Dezember 2014 (Urk. 3) betref
fend Fristansetzung zur
Substanziierung
der prozessualen Bedürftigkeit, zuge
gangen am 8. Dezember 2014 (vgl.
Sendungsinformationen der Schweizerischen Post,
Urk. 4 S. 1), entnehmen konnte, dass das vorliegende Geschäft IV.2014.01249 der III. Kammer zugeteilt worden war. Da ihm
aufgrund der früheren Entscheide
bekannt sein musste
und im Übrigen auch dem auf der Homepage des hiesigen Gerichts
öffentlich zugänglichen
Konstituierungsbe
schluss
entnommen werden konnte
, dass
Sozialversicherungsrichter
Gräub
als
Vorsitzende
r
zur ordentlichen Besetzung des Spruchkörpers der III. Kammer ge
hört, hätte er seine Bedenken gegen
diesen
bereits
im
Dezember 2014 vorbrin
gen können.
Selbst wenn jedoch das
Ausstandsbegehren
rechtzeitig erhoben
worden wäre, könnte darauf – wie aus den nachfolgenden Erwägungen
folgt
– nicht einge
treten werden.
1.5
1.5.1
Was die früheren
Beschwerdev
erfahren in Sachen des Beschwerdeführers
vor dem hiesigen Gericht
betrifft, ist
dessen Darstellung
laut
Ausstands
begehren
(Urk. 12)
wie folgt zu präzisieren
:
1.5.2
Mit
Urteil vom 19. November 2013 (
Urk. 6/73;
Prozess IV.2013.00626) hat das hiesige Gericht die vom Beschwerdeführer
gegen
den von der IV-Stelle am
31. Mai 2013 (Urk. 6/60)
verfügten
Abschluss der Arbeitsvermittlung
erhobene Beschwerde (Urk. 6/63/3-11)
in dem Sinne gutgeheissen,
dass
es
– entsprechend dem Eventualbegehren des Beschwerdeführers – die angefochtene Verfügung aufhob und die
Sache zur Durchführung des Mahn- und
Bedenkzeitverfahrens
an die IV-Stelle zurückwies. Soweit
sich die
Beschwerde im Hauptpunkt
auf
die Gewährung einer nicht näher bezeichneten Umschulungsmassnahme
richtete
, wurde darauf mangels Anfechtungsgegenstands nicht eingetreten.
Infolgedessen
wurde dem Beschwerdeführer eine um die Hälfte reduzierte
Prozessentschädi
gung
von Fr. 500.-- zugesprochen, was ohne Weiterungen blieb.
1.5.3
Im Verfahren UV.2012.00112 bestätigte das hiesige Gericht mit Urteil ebenfalls vom
19. November 2013
den Entscheid des Unfallversicherers, mit welchem dieser die Heilbehandlungs- und Taggeldleistungen per
Ende
November 2011 eingestellt und einen weiter
en Anspruch auf Geldleistungen (Invalidenrente,
Integritätsentschädigung
)
verneint hatte. Die Entschädigung von Rechtsanwalt Philip
Stolkin
als unentgeltlicher Rechtsvertreter setzte das Gericht
von Amtes wegen auf Fr. 2‘200.-- fest, nachdem dieser trotz gerichtlicher Aufforderung keine Kostennote eingereicht hatte. W
ährend der Entschädigungspunkt unange
fochten blieb, wurde gegen den Entscheid in der Sache
Beschwerde erhoben.
Diese
wies
das Bundesgericht
mit
Urteil 8C_86/2014 vom 24. Juni 2014 ab.
1.5.4
In teilweiser Gutheissung der Beschwerde (Urk.
6/72/3-12) gegen die
leistungs
ablehnende
Verfügung der IV-Stelle vom 22. Oktober 2013 (Urk. 6/71)
änderte das hiesige Gericht diese
mit
Urteil vom 17. September 2014
(Urk. 6/95/1-12; Prozess IV.2013.01078)
insoweit ab
,
als es feststellte,
dass de
r
Beschwerdeführer
vom 1. Oktober 2010 bis 31. Oktober 2011
Anspruch auf eine
befristete
ganze Rente der Invalidenversicherung
habe
. Im Übrigen wurde die Beschwerde, mit welcher der Beschwerdeführer die
Zu
sprache
einer unbefristeten ganzen Rente
gestützt auf einen Invaliditätsgrad von 100
%
beantragte hatte, abgewiesen. Entsprechend dem Ausgang des Ver
fahrens – teilweises Obsiegen – setzte das Gericht die Prozessentschädigung auf Fr. 900.-- fest.
In teilweiser Gutheissung der dagegen erhobenen Beschwerde hat das Bundesgericht
im Verfahren 8C_801/2014
mit Urteil vom 1. April 2015 (Urk. 21 im Prozess IV.2013.01078) diesen Entscheid und die Verfügung der IV-Stelle vom 22. Oktober 2013
aufge
hoben und die Sache zur Einholung eines interdisziplinären Gutachtens und Neuverfügung an die
se
zurückgewiesen (vgl. dortige E. 3 und Disposit
iv-Ziffer 1). Überdies wies es d
ie Sache zur Neuverlegung der Kosten und der
Parteient
schädigung
für das kantonale Verfahren an das hiesige Gericht zurück (vgl. Dispositiv-Ziffer 4). Der entsprechende Entscheid ergeht am heutigen Tag.
1.6
Soweit der
Beschwerdeführer
vorbringt
, es liege eine Vorbefassung von Sozial
versicherungsrichter
Gräub
vor, trifft
es
in der Tat
zu, dass dieser in den drei
früheren
Verfahren
in Sachen des Beschwerdeführers
mitwirkte
.
Entgegen der Darstellung im
Ausstandsbegehren
wurden diese Geschäfte
indes
teilweise zu Gunsten des Beschwerdeführers entschieden (vgl. E. 1.5 hiervor).
Massgebend
ist
in diesem Zusammenhang
, dass praxisgemäss die Mitwirkung an einem frühe
ren Verfahren desselben Gerichts für sich alleine keinen
Ausstandsgrund
begrün
det
, und zwar selbst dann nicht, wenn dieser zum Nachteil der
rechtsu
chenden
Person ausgefallen ist (vgl.
Urteil des Bundesgerichts 8C_
543/2011 vom 25. August 2011 E.
2.
4 f. mit Hinweisen).
Dass
sich Sozialversicherungsrichter
Gräub
(und neben ihm auch die übrigen Mitglieder des ordentlichen Spruchkörpers der III. Kammer) bereits in den Ver
fahren UV.2012.00112 und IV.2013.01078 mit der in der vorliegenden Streitsa
che betreffend Umschulungsanspruch ebenfalls
entscheidrelevanten
Invalidi
tät
sfrage
(vgl. E.
2.4
hernach) befasste
,
reicht objektiv betrachtet für sich allein nicht aus,
um
den Anschein der Voreingenommenheit gegenüber dem Beschwer
deführer zu erwecken
. Wie das Bundesgericht im vorerwähnten Urteil
8C_
543/2011 vom 25. August 2011 E.
2.
6 ausführte, trifft es wohl zu, dass bei
unveränderte
r
Sach- und Beweislage
das entscheidende
Sozialversicherungsge
richt
den im früher beurteilten Verfahren eingenommenen Standpunkt im Rah
men
eines späteren
Verfahrens innerhalb bestimmter
Grenzen grundsätzlich übernimmt, insbesondere dann, wenn das Bundesgericht – wie vorliegend in Bezug auf das im Verfahren UV.2012.00112 ergangene Urteil vom 19. Novem
ber 2013 – den früheren
Entscheid des kantonalen Gerichts
bestätigt
hat. Da
r
aus folgt aber, dass auch ein anders zusammengesetzter Spruchkörper
in die
sem Sinne vorgehen würde und es für einen
anders zusammengesetzten Spruchkör
per
wie
auch für den damaligen möglich
bleibt
, bei Vorliegen ent
sprechender Gründe die Sach- und Rechtslage im
späteren Verfahren
anders zu beurteilen.
Im Umstand, dass bei identischer Aktenlage praktisch gleich zu ent
scheiden ist, kann entsprechend – so das Bundesgericht – keine Befangenheit erblickt wer
den.
1.7
Sodann ist dem Beschwerdeführer zuzustimmen, dass n
ach der Rechtsprechung auch besondere Gegebenheiten hinsichtlich des Verhältnisses zwischen einem Rich
ter und einem Parteivertreter den objektiven Anschein der Befangenheit des Ersteren zu begründen und da
her dessen Ausstand zu gebieten vermögen.
Diese Umstände können sich gleichermassen auf ein besonders freundschaftliches als auch auf ein besonders feindschaftliches Verhältnis zwischen Richter und Rechtsvertreter beziehen. In solchen Situationen kann Voreinge
nommenheit des Richters indes
nur bei Vorliegen spezieller Umstände und mit Zurückhaltung angenommen werden. Erforderlich wäre, dass die Intensität und Qualität der beanstandeten Beziehung vom Mass des sozial Üblichen abweicht und bei
objek
ti
ver Betrachtung geeignet ist, sich auf die Partei selbst und deren Prozess aus
zu
wirken, und derart den Anschein der Befangenheit hervorzurufen vermag (Ur
teil des Bundesgerichts 5A_253/2010 vom 10. Mai 2010 E. 2.2 mit Hinwei
sen).
Die Höhe der in den früheren Verfahren
in Sachen des Beschwerdeführers
unter dem Recht
stitel der Parteientschädigung (
IV.2013.00626
,
IV.2013.01078)
und
der
im Rahmen der unentgeltlichen
Rechtsvertretung (UV.2012.00112) zuge
spro
chenen Entschädigungen ist nicht geeignet, den Anschein der Befangenheit zu erwecken.
D
enn d
as Ablehnungsverfahren kann
grundsätzlich
nicht zur Beurteilung
behaupteter Verfahrens- oder ande
rer Fehler des Richters dienen; s
ol
che Rügen sind im dafür vorgesehenen Rechtsmittelverfahren geltend zu machen
(vgl. BGE 115 IA 400 E. 3b mit Hinweisen).
Entsprechend stand es d
em Beschwerdeführer respektive dessen Rechtsvertreter
jeweils
frei, die Höhe der Parteientschädigung
beziehungsweise
des anwaltlichen Honorars
beim
Bund
es
gericht
anzufechten, was indes lediglich im Rahmen der gegen den Entscheid vom 17. September 2014 erhobenen Beschwerde (vgl. dazu E. 1.5.4 hiervor) geschah
.
1.8
Andere Umstände
,
welche
Sozialversicherungsrichter
Gräub
–
a
us objektiver Sicht
–
im Hinblick auf die
vorliegende Streits
ache als voreingen
ommen erscheinen lassen könnten, wurden vom Beschwerdeführer nicht dargetan und sind auch nicht ersichtlich.
1.9
Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung sind
A
usstandsbegehren
, welche damit begründet werden, dass
eine Richterperson
an einem
früheren
Entscheid mitgewirkt
hat
(vgl. E.
1
.3 hiervor)
,
welcher
für die das
A
usstandsbegehren
stellende Partei negativ ausgefallen ist, von vornherein untau
glich und damit unzulässig (BGE
114
Ia
278 E. 1, Urteil des Bundesgerichts 2C_253/2007 vom
2
6.
Juni 200
7
E. 2)
. Gleiches muss für die mit der Höhe der zugesprochenen
Entschädigungen begründete Ablehnung (vgl. E.
1.3
hiervor) gelten, weshalb
– in unveränderter Besetzung und insbesondere unter Mitwirkung von
Sozialver
siche
rungsrichter
Gräub
als Vorsitzende
m
der III. Kammer
–
auf das Begehren des Beschwerdeführers nicht einzutreten
ist.
2
.
2.1
Strittig und zu prüfen ist
in der Sache
der
Anspruch
des Beschwerdeführers
auf berufliche Massn
ahmen
.
2.2
Nach
Art.
8 Abs.
1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG)
haben invalide oder von einer Invalidität bedrohte Versicherte Anspruch auf Eingliederungsmassnahmen, soweit diese notwendig und geeignet sind, die Er
werbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, wieder herzustellen, zu erhalten oder zu verbessern und die Voraussetzungen für den Anspruch auf die ein
zelnen Massnahmen erfüllt sind.
Die Eingliederungs
mass
nah
men bestehen gemäss Art. 8 Abs. 3
lit
.
b IVG in Massnahmen beruflicher Art (Berufsberatung, erstmalige berufliche Ausbildung, Umschulung, Arb
eits
vermittlung, Kapitalhilfe).
Der Anspruch auf Eingliederungsmassnahmen nach
Art.
8
Abs.
1 IVG setzt insbe
sondere die subjektive Eingliederungsbereitschaft de
r
v
ersicherten
Person
voraus
(Urteil des Bundesgerichts 9C_494/2007 vom
6.
Mai 2008 E. 2.2; vgl. auch
Meyer, Rechtsprechung des Bundesgerichts zum IVG,
2.
Aufl
age
, S. 97 und 175
).
Fehlt die
se
, besteht von vornherein kein Anspruch auf berufliche Mass
nahmen (Urteil
e
des Bundesgerichts 9C_559/2012 vom 2
7.
November 2012 E. 5 und 9C_763/2012 vom
3.
Mai 2013 E. 2, je mit Hinweis auf Urteil 9C_6/2008 vom 6.
Juni 2008 E. 3 in
fine
).
2.3
Dem Verlaufsprotokoll
der Eingliederungsberatung der Beschwerdegegnerin
vom 5. Februar 2013 (Urk. 6/48 S. 4) ist zu entnehmen, dass der Beschwerde
führer
im Rahmen
der Gespräche
vom 24. Oktober 2012 und 23. Januar 2013 erklärte,
er fühle sich aufgrund seines Gesundheitszustandes nicht in der Lage zu arbeiten
respektive
an Eingliederungsmassnahmen teilzunehmen.
Anlässlich des im Nachgang zu dem
im
Verfahren
IV.2013.00626 ergangenen Urteil des hiesigen Gerichts vom 19. November 2013 (vgl. E. 1.5.2 hiervor)
durchgeführten
Standortgespräch
s
vom
3. März 2014
bekräftigte
der in Begleitung eines Über
setzer
s erschienene Beschwerdeführer diesen Standpunkt (vgl. Verlaufsprotokoll vom 16. Juni 2014
, Urk. 6/86 S. 2
)
, worauf ihm die zuständige Mitarbeiterin der Beschwerdegegnerin eine Frist bis 10. März 2014 setzte, um kundzutun, ob er Unterstützung bei der Stellensuche wünsche. Im Unterlassungsfalle werde ein
Mahn- und
Bedenkzeitverfahren
gemäss Art.
21
Abs.
4
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG)
eingeleitet.
Darauf
hin wies die Beschwerdegegnerin
den Beschwerdeführer
mit
Schreiben vom
12. März 2014 (Urk. 6/80)
ankündigungsgemäss
auf
seine
Pflicht zur
akti
ve
n
und konstruktive
n
Mitwirkung
hin und
forderte ihn auf, seinen Verpflich
tungen bis 20. März 2014
nachzukommen, ansonsten sie ihre Bemühungen einstellen werde.
Nachdem der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers am 14. März 2014 von einem offensichtlichen Missverständnis gesprochen und um einen Termin für eine weitere Besprechung gebeten hatte (Urk. 6/81), fand am
12. Mai 2014 in
der Kanzlei
des Rechtsvertreters des Beschwerdeführers
ein weiteres Gespräch statt, wobei sich
dieser
durch seine juristische Mitarbeiterin
Y._
vertreten liess. Dem
P
rotokoll
(Urk. 6/86 S. 5 f.)
ist zu entnehmen
,
dass der Beschwerdeführer wiederum erklärte,
er fühle sich
weiterhin
voll arbeitsunfähig für jede Art von Tätigkeit
.
Deshalb wurde vereinbart, dass die
Be
schwerdegegnerin
die beruflichen Eingliederungsbemühungen
mangels sub
jek
t
iver Eingliederungsfähigkeit des Beschwerdeführers abschliessen werde
.
Dieser
wurde darauf hingewiesen, dass er ein schriftliches Zusatzgesuch stellen könne, wenn es ihm besser gehe und
er Unterstützung durch die Invalidenversi
cherung wünsche. Daraufhin erging am 16. Mai 2014 (Urk. 6/85) eine entspre
chende Mitteilung
und – auf Verlangen des
Rechtsvertreter
s
des Beschwerde
führers
(Urk. 6/88)
–
am 9. Juli 2014 (Urk. 6/89)
ein
Vorbescheid. Im dagegen erhobe
nen
Einwand vom 3. September 2014 (Urk. 6/93/1-3)
wurde die
Zuspra
che
einer Rente
basierend auf
einem Invaliditätsgrad von 100 %
beantragt
. Dies
er Antrag wurde
am 13. Oktober 2014 (Urk. 6/96)
erneuert
mit der
Ergän
zung
, jedenfalls sei eine Umschulung zu gewähren.
In der Folge erliess die Beschwerdegegnerin die angefochtene Verfügung
vom 29. Oktober 2014
(Urk. 2)
, mit welcher sie einen
(weitergehenden)
Anspruch auf (berufliche) Eingliederungsmassnahmen verneinte
.
Darin
führte sie
zur Begrün
dung
aus, der Beschwerdeführer habe in den Gesprächen mit der
Eingliede
rungs
beratung
keinerlei Interesse respektive Motivation zur Teilnahme an Ein
gliederungsmassnahmen gezeigt, sondern stets daran festgehalten, dass er keine Tätigkeit ausüben könne. Mit der
postulierte
n
Invalidität von 100 %
werde die fehlende Eingliederungsbereitschaft
ebenfalls
zum Ausdruck gebracht; zudem stehe sie
im Widersp
ruch zur beantragten Umschulung
, welcher zudem
der feh
lende invaliditätsbedin
gte Minderverdienst von rund 20
% und die mangelnden Deutschkenntnisse entgegen
stünden
.
2.4
Dagegen bringt
der Beschwerdeführer
vor
(Urk. 1 S. 7 ff.)
,
Eingliederungsmass
nahmen müssten vor allem zielführend sein. Eine genaue Prozentzahl der Inva
lidität werde nicht verlangt und es genüge
bereits
, dass eine
Invalidität drohe,
was in seinem Falle nachgewiesen sei. Die fehlende Motivation sei wohl beid
seits gewesen. Eine Arbeitsvermittlungsmassnahme wäre denn auch erfolglos und daher nicht zielführend gewesen.
Fehle es ihm zudem an
Deutschkenntnis
sen
, um mit Erfolg eine Stelle zu suchen,
liege
es an der Invalidenversicherung, ihm zunächst die Landessprache beizubringen und seine Chancen zu erhöhen, sich wieder einzugliedern. Angesichts seiner körperlichen Leiden und seines Alters sei eine Umschulung zu befürworten. Indem die Beschwerdegegnerin trotz drohender Invalidität darauf verzichtet habe, ihm Deutsch beizubringen und eine Umschulung zu bezahlen, habe sie Art. 7a ff. IVG verletzt. Daran ver
möge nichts zu ändern, dass er gegen den
Rentenentscheid
ein
Rechtsmittel ergriffen und eine
„
vollschichtige
“ Rente verlangt habe
.
2.
5
Nach Lage der Akten
(vgl. E. 2.3 hiervor)
hat
d
er
Beschwerdeführer
im massge
benden Zeitraum bis
zum Erlass der angefochtenen Verfügung vom
29. Oktober 2014 (
Urk.
2)
wie
derholt
erklärt, dass er sich nicht arbeits- beziehungsweise eingliederungsfähig fühle. Insbesondere hat er
seinen fehlenden
Eingliede
rung
s
willen
auch kundgetan
, nachdem er am 12. März 2014 schriftlich und unter Einräumung einer angemessenen Bedenkzeit auf seine
Pflicht zur
aktive
n Mit
wirkung
und die
möglichen nachteiligen Folgen seines Widerstandes
hinge
wie
sen
worden war
, und er erklärte sich auch ausdrücklich mit dem Abschluss der Eingliederungsmassnahmen einverstanden (Urk. 6/86/6)
.
Im Rahmen seiner Beschwerde stellte der Beschwerdeführer nicht in Abrede, dass es
im fraglichen Zeitraum
an seiner Motivation
für eine berufliche Reintegration fehlte
.
D
agegen ist
entgegen seiner Auffassung
nicht
erkennbar
, dass die Beschwerdegegnerin die notwendigen Bemühungen im Hin
blick auf eine berufliche Eingliederung des Beschwerdeführers
hätte
vermissen
lassen
.
In der Tat
war es dem Beschwer
deführer unbenommen, in Bezug auf seinen Rentenanspruch den Rechtsweg zu beschreiten. Inwiefern er jedoch bei der postulierten Invalidität von 100 % und
der beantragten „vollschichtigen“ Rente (
Urk. 6/72/3-12 S. 2
und Urk. 6/98/2-37 S. 2
und
27) in der Lage sein will, an einer Eingliederungsmassnahme
der Invalidenversicherung
teilzuneh
men, ist nicht ersichtlich und wurde auch von ihm nicht aufgezeigt.
2.
6
Mangels
subjektiver Eingliederungsfähigkeit
des Beschwerdeführers
erübrigt
sich
eine nähere Prüfung der Anspruchsvoraussetzungen unter den einzelnen
Anspruchstiteln
gemäss Art. 15 ff. IVG
. Anzumerken bleibt indes, dass d
ie Ein
gliederungsmassnahmen von Gesetzes wegen nicht an einen be
stim
mten
Invali
ditätsgrad
gebunden sind. D
er Anspruch auf Umschulung
gemäss Art. 17
IVG
setzt jedoch nach ständiger Rechtsprechung
voraus, dass die versicherte Person wegen der Art und Schwere des Gesundheitsschadens im bisher ausgeübten und
in den für sie ohne zusätzliche berufliche Ausbildung offen stehenden zumut
baren Erwerbstätigkeiten eine bleibende oder längere Zeit dauernde
Erwerbse
in
busse
(Invalidität) in der Grössenordnung von 20 % erleidet (BGE 124 V 108 E. 2b; vgl. auch BGE 130 V 488 E. 4.2 und
139 V
399 E. 5.3).
Wohl ist in Bezug auf Eingliederungsmassnahmen und Rentenanspruch
das Aus
mass der
Invalidität nicht gleichermassen entscheidend
, da
auch schon von der Invalidität bedrohte Versicherte gegebenenfalls Anspruch auf Eingliede
rungsmassnahmen haben können
(vgl.
E. 2.2 hiervor
). Der Begriff der Invalidi
tät wi
rd jedoch in Art.
8
ATSG
definiert und variiert
– entgegen
dem Stand
punkt
des Beschwerdeführers –
nicht zwischen Eingliederungsmassnahme und Rentenanspruch (vgl.
Art.
8
Abs.
1 und
Art.
28
Abs.
1
lit
. c IV
G
mit
jeweils
di
rektem Verweis auf
Art.
8 ATSG). Indem für einen Umschulungsanspruch eine Erwerbseinbusse von
rund 20
% gegeben sein muss, wird nichts anderes als eine entsprechend hohe Invalidität im Sinne von
Art.
8 ATS
G verlangt (vgl.
Urteil
des Bundesgerichts 9C_905/2014
vom 1
7.
Februar 2015
E. 5 mit Hinweis unter anderem auf BGE 124 V 108 E. 2b).
2.7
Fehlte es
nach dem Gesagten
an der
Eingliederung
sbereitschaft
des Beschwerde
führers, ist nicht zu beanstanden, dass die Beschwerdegegnerin
einen (weiterge
henden
) Anspruch auf berufliche Eingliederungsmassnahmen verneinte.
Dem
zu
folge erweist sich die
angefochtene
Verfügung
vom 29. Oktober 2014
(Urk. 2)
als rechtens, was zur Abweisung der Beschwerde führt.
3
.
3
.1
Mit seiner Beschwerde vom
27. November 201
4
(
Urk.
1 S. 2 und S. 3
Ziff.
4
) beantragte der Beschwerdeführer, ihm sei die unentgeltliche Prozessführung zu bewilligen und in der Person von Rechtsanwalt
Philip
Stolkin
, Zürich, ein unentgeltlicher Rechtsvertreter für das Beschwerdeverfahren zu bestellen.
3
.2
Der Anspruch auf unentgeltliche anwaltliche
Verbeiständung
im
Beschwerde
verfahren
(
Art.
61
lit
. f ATSG) setzt nebst anderem voraus, dass das Verfahren nicht als aussichtslos erscheint. Als aussichtslos sind Begehren anzusehen, bei denen die Gewinnaussichten beträchtlich geringer sind als die Verlustgefahren und praktisch auszuschliessen ist, dass ihnen auch nur teilweise entsprochen werden kann. Dagegen gilt ein Begehren nicht als aussichtslos, wenn sich Gewinnaussichten und Verlustgefahren ungefähr die Waage halten oder jene nur wenig geringer sind als diese. Massgebend ist, ob eine Partei, die über die nö
ti
gen finanziellen Mittel verfügt, sich bei vernünftiger Überlegung zu einem Pro
zess entschliessen würde; eine Partei soll einen Prozess, den sie auf eigene
Rechnung und Gefahr nicht führen würde, nicht deshalb anstrengen können, weil er sie nichts kostet (BGE 132 V 200 E. 4.1, 129 I 129 E. 2.3.1 mit Hin
wei
sen; Ueli
Kieser
, ATSG-Kommentar, Zürich/Ba
sel/Genf 2009, N 17 ff. zu Art.
37 und N 102 ff. zu
Art.
61).
3
.3
Im vorliegenden Verfahren wurden keine Argumente vorgebracht, welche
die
abschlägige
Verfügung
der Beschwerdegegnerin
(Urk. 2)
in Zweifel zu ziehen vermöchten.
Aus den vorstehenden Erwägungen
erhellt
, dass der Beschwerde
führer nicht ernsthaft damit rechnen konnte, dass das Gericht die Sach- und Rechtslage anders beurteilen
würde.
Insbesondere mit Blick
darauf, dass
praxis
gemäss
ein Anspruch auf berufliche Eingliederungsmassnahmen insbesondere die subjektive Eingliederungsfähigkeit der versicherten Person voraussetzt (
vgl. E. 2.2 hiervor) und deren Fehlen beschwerdeweise nicht bestritten wurde
(Urk. 1 S. 7 Ziff. 19)
,
konnte
bei zumutbarer Sorgfalt
und fehlenden
invalidenversiche
rungsrechtlich
spezifischen Vorbringen
erkannt werden, dass
der Beschwerde kein Erfolg be
schieden sein wird.
Demnach ist das Gesuch um Bewilligung der unentgeltlichen Rechtspflege zufolge Aussichtslosigkeit abzuweisen.
3.4
Gemäss Art. 69 Abs.
1
bis
IVG ist das Beschwerdeverfahren vor dem kantonalen Versicherungsgericht bei Streitigkeiten um die Bewilligung oder Verweigerung von IV-Le
istungen in Abweichung von Art. 61
lit
.
a ATSG kostenpflichtig, wobei die Kosten nach dem
V
erfahrensaufwand und unabhängig v
om Streitwert im Rahmen von Fr.
200.-- bi
s Fr.
1'000.-- festgelegt werden. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind die
ermessensweise auf Fr.
7
00.-- festzusetzenden Gerichtskosten
de
m
Beschwerde
führer
aufzuerlegen.