# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 30e36bb9-341c-4ec4-9646-3fbad4489bdd
**Court:** GR_KG
**Chamber:** GR_KG_006
**Year:** 2019
**Language:** de
**Jurisdiction:** GR / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

I. Sachverhalt
A. Für X._, geboren am _ 1955, besteht seit dem 2. Juli 2018 (Entscheid der KESB Prättigau/Davos vom 20. Juni 2018) eine Beistandschaft nach Erwachsenenschutzrecht gemäss Art. 390 ZGB. Mit der Mandatsführung ist A._ (Berufsbeistandschaft Prättigau/Davos) beauftragt.
B. Dr. med. B._, Hausarzt von X._, teilte dem Beistand am 19. Oktober 2018 per E-Mail mit, dass er ein ungutes Gefühl bezüglich der weiteren Zukunft von X._ habe. Es sei nicht möglich, ihn im Altersheim C._, wo er seit einem Jahr wohne, anzubinden. Er denke aber auch nicht, dass er in eine eigene Wohnung gehen könne.
C. Am 1. Dezember 2018 bezog X._ trotz Bedenken des Hausarztes eine eigene Wohnung in O.1_, die er zusammen mit seinem Beistand ausgesucht hatte. Zur Unterstützung wurde die Spitex täglich aufgeboten.
D. Am 3. Januar 2019 meldete sich der Beistand telefonisch bei der KESB Prättigau/Davos. X._ sei während der Weihnachtswoche von der Spitex völlig verwirrt in der Wohnung angetroffen worden. Er habe herumgeschrien und sei in die Badewanne gestiegen. Danach sei X._ in sehr kritischem Zustand auf die Intensivstation des Spitals O.2_ gebracht worden. Der Beistand meinte jedoch, dass X._ bald wieder aus dem Spital austreten könne, jedoch würde sich das Ganze seines Erachtens wiederholen. Aus diesem Grund könne X._ nicht mehr alleine wohnen.
E. Anlässlich der telefonischen Anhörung vom 7. Januar 2019 durch die KESB Prättigau/Davos betreffend Anordnung eines Kurzgutachtens teilte X._ mit, dass er gut alleine leben könne. Letztlich habe er jedoch widerwillig der Anordnung eines Gutachtens zugestimmt.
F. Am 14. Januar 2019 ging bei der KESB Prättigau/Davos das psychiatrische Kurzgutachten von Dr. med. D._ ein. Zusammengefasst führte sie aus, dass bei X._ ein Alkoholabhängigkeitssyndrom mit ständigem Substanzgebrauch vorliege und seine Intelligenz im unteren Normalbereich liege. Eine Gefährdung bestehe darin, dass er ärztliche Behandlung auch in Notfällen nicht als notwendig erachte und die Gefahren, die aus einem übermässigen Alkoholkonsum erwachsen würden, nicht einsehe. Eine betreute Wohnform sei deshalb notwendig. X._ habe noch nie ausserhalb des O.4_s gewohnt und sei noch nie Zug gefahren, weshalb von einer Unterbringung ausserhalb des Prättigaus abzusehen sei.
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G. Mit E-Mail vom 21. Januar 2019 führte Livia Costa, Einsatz- und Teamleitung Spitex, aus, dass für eine Mitarbeiterin, die unter anderem am Wochenende im Einsatz war, der Besuch bei X._ eine Zumutung gewesen sei. Er sei immer nackt in der Wohnung und schlafe auf dem Boden. Er sei häufig am Weinen und habe gesagt, dass er jetzt dann ins Tobel gehe und sich das Leben nehme. Die Medikamenteneingabe verweigere er grösstenteils. An diesem Wochenende habe er nach Alkohol gerochen und zwei Flaschen Alkohol seien vor der Türe gestanden.
H. Am 22. Januar 2019 fand ein Gespräch zwischen E._, KESB Prättigau/Davos, A._ und Dr. med. B._ statt, um die Situation von X._ zu analysieren. Der Versuch, selbständig zu wohnen sei gescheitert. Der Eintritt in ein Altersheim im O.4_ könne nicht erfolgen, da diese ihn aufgrund der negativen Erfahrungen ablehnen würden.
I. Am 24. Januar 2019 wurde X._ mittels ärztlich angeordneter fürsorgerischer Unterbringung in die Klinik F._, O.3_, eingeliefert. Gemäss gleichentags ausgestelltem Einweisungsschreiben von Dr. med. B._ waren die Gründe der Einweisung die akute Selbstgefährdung mit wiederholt geäusserter Suizidalität, soziale Verwahrlosung, Medikamentenmalcompliance und die fehlende Krankheitseinsicht.
J. Am 12. Februar 2019 fand eine Besprechung in der Klinik F._ statt, an welcher X._, Dr. med. Sybille Schätti, Stv. Oberärztin der Station «Saissa» in der Klinik F._ in O.3_, G._, Stationsleiter, und E._ teilnahmen. X._ wurde erklärt, dass er nicht in ein Altersheim im O.4_ gehen könne, da er dort nicht aufgenommen werde. Als ihm erklärt wurde, dass er auch nicht allein wohnen könne, wurde X._ energisch und haute auf den Tisch. Im Gespräch wurden X._ die weiteren Möglichkeiten aufgezeigt (Schloss Herdern und das Wohnheim Rothenbrunnen).
K. Mit verfahrensleitender Verfügung vom 5. März 2019 wurde für X._ ein Kurzgutachten durch dipl. med. Hans-Jörg Hahn, Chur, angeordnet.
L. Im Gutachten von dipl. med. Hans-Jörg Hahn, datiert vom 10. März 2019, attestiert der Gutachter, dass bei X._ eine langjährige Alkohol-erkrankung (ICD 10 F.10.2) mit alkoholbedingter Persönlichkeits- und Verhaltensstörung bestehe. Bei der Exploration sei X._ bewusstseinsklar und in allen Qualitäten orientiert gewesen. Auffallend seien die gelegentlichen Konfabulationen gewesen. Im Affekt sei er etwas ratlos mit deutlicher Störung seines Vitalgefühls. Im
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Gespräch habe sich X._ antriebsarm gezeigt und Suiziddrohungen ausgesprochen. Es bestehe eine massive Selbstschädigung, ein klarer Mangel an einem Krankheitsgefühl und keinerlei Krankheitseinsicht. Er sei nicht mehr fähig, Situationen richtig einzuschätzen, weshalb er Gefahr laufe, sich und andere zu schädigen.
M. Am 12. März 2019 wurde X._ von der Kollegialbehörde der KESB Prättigau/Davos zur vorgesehenen fürsorgerischen Unterbringung angehört.
N. Mit Entscheid der Kollegialbehörde vom 12. März 2019, mitgeteilt gleichentags, erkannte die KESB Prättigau/Davos was folgt:
"1. X._ wird zur Behandlung und persönlichen Betreuung in der Klinik F._ der Psychiatrischen Dienste Graubünden in O.3_ untergebracht (Art. 426 Abs. 1 i.V.m. Art. 428 Abs. 1 ZGB).
2. Betreffend Entlassungskompetenz wird verfügt:
a. Zuständig für die Entlassung ist die KESB.
b. Die ärztliche Leitung der Psychiatrischen Dienste Graubünden wird angewiesen, die KESB Prättigau/Davos mit einem Verlaufsbericht unter Hinweis auf allfällige Vereinbarungen über die Nachbetreuung zu benachrichtigen, sobald sich abzeichnet, dass die Voraussetzungen für die Unterbringung demnächst nicht mehr erfüllt sein werden bzw. spätestens per 15.08.2019.
3. Die Kosten im Verfahren "Fürsorgerische Unterbringung (inkl. Drittkosten Gutachten von Fr. 3'312 .—) werden auf Fr. 5'012 .— festgesetzt und beim Fall belassen.

## Considerations