# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 224a2255-4381-424e-a75f-94d86844606d
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2020
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
X._
,
geboren 1979,
war seit dem
1.
September 2007
als wissen
schaftlicher Assistent
an der
Y._
angestellt und dadurch bei der Suva obligatorisch gegen die
Folgen von Unfällen versichert.
Am 7. Dezember 2011
wurde der Versicherte
bewusstlos
mit schweren Kopfverletzungen
im Treppen
haus seines Wohnhaus
es vorg
efunden (vgl. Schadenmeldung UVG vom
9.
Dezember 2011,
Urk.
10/1
).
Die Ärzte der Abteilung für Chirurgische Intensiv
medizin
des
Z._
stellten im Austrittsbericht vom 3
0.
Dezember 2011 folgende
unfallbedingten
Diagnosen (
Urk.
10/21/1):
(1)
s
chweres Schädelhirntrauma nach unklarem Unfallhergang vom
7.
Dezember 2011
-
o
ffene
Kalottenfraktur
temporoparietal
rechts mit
Pne
u
mencephalon
-
Kontusionsblutungen
temporobasal
links und rechts
und
im Bereich der
Capsula
interna
-
s
ubdural Hämatom temporal links und im Bereich des
Tentoriums
links
-
Fraktur der
Orbitawand
rechts
-
Fraktur der Hinterwand des Sinus
frontalis
-
Jochbeinfraktur rechts
-
Epiduralhämatom
nach
ICP
-Sondereinlage
(2)
Long-
Qt
-Syndrom (Erstdiagnose: 1
2.
Dezember 2011)
-
im
Barbituratkoma
, spontan
regredient
(3)
Thrombose V.
jugularis
interna
links am 1
6.
Dezember 2011 (Differentialdiagnose:
katheterassoziiert
)
(4)
Sepsis (1
8.
Dezember 2011)
-
Differentialdiagnose: Pneumonie/Translokation bei
Subileus
Am 7., 9.,
1
3.
und 2
8.
Dezember 2011 wurden im
Z._
operative Eingriffe
durch
geführt
(
Urk.
10/21/1)
.
Vom 3
0.
Dezember 2011 bis zum 1
7.
April 2012 wurde der Versicherte in der
A._
stationär behandelt (
Urk.
10/38
).
Die Suva erbrachte Heilbehandlungs- und Taggeldleistungen.
Von Juni bis Septem
ber 2015
wurde
im Auftrag der
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, eine berufliche Abklärung
durchgeführt (
Urk.
10/169).
Von September 2015 bis März 2016 nahm der Versicherte
an einem
Arbeitstraining teil (
Urk.
10/201)
.
Am
7.
September 2016
und
8.
Februar
2017
gab
Dr.
med.
B._
, Facharzt für Neurologie, vom Kompetenzzentrum Versi
c
herungsmedizin
der Suva
Beurteilung
en
ab
(
Urk.
10/21
4-215 und Urk.
10/253
).
Mit Verfügung vom 1. März 2017 sprach die Suva dem Versicherten mit Wirkung ab dem 1. Oktober 2016 basierend auf einer Erwerbsunfähigkeit von 67 % eine Rente und gestützt auf eine
Integritätseinbusse
von 54,5 % eine Integritätsent
schädigung
zu (Urk.
10/255
). Dagegen erhob der Versicherte am 31. März 2017 Einsprache, wobei er lediglich die Höhe der ihm zugesprochenen Integritätsen
t
s
chädigung beanstandete (Urk. 10/274
).
Mit Entscheid vom 19. März 2019
wies
die Suva die Einsprache
ab
(
Urk.
2).
2.
Dagegen erhob der Versicherte am 2
6.
April 2019 Beschwerde und beantragte, es sei der angefochtene Einsprach
eentscheid aufzuheben und
ihm eine Integritäts
entschädigung auf Basis eines Integritätsschadens von 100
%
zuzusprechen (
Urk.
1 S. 2). Die Beschwerdegegnerin beantragte mit Beschwerdeantwort vom
2.
September 2019 die
Abweisung der Beschwerde (Urk.
8), unter Beila
ge der Stellungnahme
von
Dr.
B._
vom
2
7.
August 2019 (
Urk.
9
). Hierzu
liess
sich der Beschwerdeführer am 2
3.
Sept
ember 2019 vernehmen (
Urk.
13), was der
Beschwerdegegnerin am 2
4.
September 2019 zur Kenntnis gebracht
wurde
(
Urk.
14).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Akten wird, soweit erfor
derlich, im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
UV170760
Übergangsrecht UVG-Revision, in Kraft seit 1. Januar 2017
09.2019
Am 1. Januar 2017 sind die geänderten Bestimmungen des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG) und der Verordnung über die Unfallversicherung (UVV) in Kraft getreten.
Gemäss den allgemeinen übergangsrechtlichen Regeln sind der Beurteilung jene Rechtsnormen zu Grunde zu legen, die in Geltung standen, als sich der zu den materiellen Rechtsfolgen führende und somit rechtserhebliche Sachverhalt ver
wirklicht hat (vgl. BGE 127 V 466 E. 1, 126 V 134 E. 4b). Dementsprechend sehen die Übergangsbestimmungen zur Änderung vom 25. September 2015 des UVG vor, dass Versicherungsleistungen für Unfälle, die sich vor dem 1. Januar 2017 ereignet haben, und für Berufskrankheiten, die vor diesem Zeitpunkt ausgebro
chen sind, nach bisherigem Recht gewährt werden (Absatz 1 der genannten Über
gangsbestimmungen).
Der hier zu be
urteilende Unfall hat sich am
7.
Dezember 2011
ereignet, weshalb die bis 31. Dezember 2016 gültig gewesenen Normen auf den vorliegenden Fall Anwendung finden und in dieser Fassung zitiert werden.
1.2
Gemäss
Art. 6 Abs. 1 UVG werden – soweit das Gesetz nichts
anderes
bestimmt – die Versicherungsleistungen bei Berufsunfällen, Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten gewährt. Die Leistungspflicht des Unfallversicherers setzt voraus, dass zwischen dem versicherten Ereignis und dem eingetretenen Schaden (Invalidität,
Integritätseinbusse
) ein natürlicher und ein adäquater Kausalzusam
menhang besteht (BGE 129 V 181 E. 3.1-2 mit Hinweisen).
1.3
1.3.1
Nach Art. 24 Abs. 1 UVG hat die versicherte Person Anspruch auf eine angemes
sene Integritätsentschädigung, wenn sie durch den Unfall eine dauernde erhebli
che Schädigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Integrität erleidet. Die Integritätsentschädigung wird in Form einer Kapitalleistung gewährt. Sie darf den am Unfalltag geltenden Höchstbetrag des versicherten Jahresverdienstes nicht übersteigen und wird entsprechend der Schwere des Integritätsschadens abge
stuft (Art. 25 Abs. 1 UVG).
Gemäss Art. 25 Abs. 2 UVG regelt der Bundesrat die Bemessung der Entschädi
gung. Von dieser Befugnis hat er in Art. 36 UVV Gebrauch gemacht. Abs. 1 dieser Vorschrift bestimmt, dass ein Integritätsschaden als dauernd gilt, wenn er voraussichtlich während des ganzen Lebens minde
stens in gleichem Umfang besteht. Er ist erheblich, wenn die körperliche oder geistige Integrität, unabhän
gig von der Erwerbsfähigkeit, augenfällig oder stark beeinträchtigt wird. Gemäss Abs. 2 gelten für die Bemessung der Integritätsentschädigung die Richtlinien des Anhanges
3.
1.3.2
Im Anhang 3 zur UVV hat der Bundesrat Richtlinien für die Bemessung der Integritätsschäden aufgestellt und in einer als gesetzmässig erkannten, nicht abschliessenden Skala (BGE 124 V 29 E. 1b mit Hinweisen) wichtige und typische Schäden prozentual gewichtet (RKUV 2004 Nr. U 514 S. 416). Für die darin genannten Integritätsschäden entspricht die Entschädigung im Regelfall dem angegebenen Prozentsatz des Höchstbetrages des versicherten Verdienstes (
Ziff.
1
Abs.
1). Die Entschädigung für spezielle oder nicht aufgeführte Integritätsschä
den wird nach dem Grad der Schwere vom Skalenwert abgeleitet (
Ziff.
1
Abs.
2). Integritätsschäden, die gemäss der Skala 5 % nicht erreichen, geben keinen Anspruch auf Entschädigung (
Ziff.
1
Abs.
3). Die völlige Gebrauchsunfähigkeit eines Organs wird dem Verlust
gleichgestellt; bei teilweisem Verlust und teilwei
ser Gebrauchsunfähigkeit wird der Integritätsschaden entsprechend geringer, wobei die Entschädigung jedoch ganz entfällt, wenn der Integritätsschaden weniger als 5 % des Höchstbetrages des versicherten Verdienstes ergäbe (
Ziff.
2).
1.3.3
Die Medizinische Abteilung der Suva hat in Weiterentwicklung der
bundesrätli
chen
Skala weitere Bemessungsgrundlagen in tabellarischer Form (sog. Feinras
ter) erarbeitet. Diese von der Verwaltung herausgegebenen Tabellen stellen zwar keine Rechtssätze dar und sind für die Parteien nicht verbindlich, umso mehr als
Ziff.
1 von Anhang 3 zur UVV bestimmt, dass der in der Skala angegebene Pro
zentsatz des Integritätsschadens für den «Regelfall» gilt, welcher im Einzelfall Abweichungen nach unten wie nach oben ermöglicht. Soweit sie jedoch lediglich Richtwerte enthalten, mit denen die Gleichbehandlung aller Versicherten gewährleistet werden soll, sind sie mit dem Anhang 3 zur UVV vereinbar (BGE
124 V 29 E. 1c, 116 V 156 E. 3a).
1.3.4
Fallen mehrere körperliche oder geistige Integritätsschäden aus einem oder meh
reren Unfällen zusammen, so wird die Integritätsentschädigung nach der gesam
ten Beeinträch
tigung festgesetzt (Art. 36 Abs. 3 Satz 1 UVV). Dabei werden die einzelnen Prozentzahlen zusammengezählt, selbst wenn keine Schädigung den Grenzwert von 5 % erreicht. Die Entschädigung ist geschuldet, sobald die Summe der addierten Prozentzahlen den Wert von 5 % oder mehr ergibt (RKUV 1989 Nr.
U 78 S. 361).
Beeinflussen sich die verschiedenen Schäden, ist
n
ach der Addition der den ein
zelnen
Schädigungen entsprechenden Prozentzahlen eine Gesamtwürdigung vor
zunehmen und zu beurteilen, ob das Ergebnis im Vergleich mit anderen I
ntegri
tätsschäden in Anhang 3 UVV
ein gere
chtes und verhältnismässiges ist
(RKUV 1989 Nr. U 78 S. 366 f. E. 3
f.). Ein solcher Quervergleich ist indessen dann nicht anzustellen, wenn sich die verschied
enen Integritätsschäden in keiner
Weise gegenseitig beeinflussen (
Urteil des Bundesgerichts
8C_794/2010
vom 9.
Dezem
ber 2010 E. 3.3
;
Rumo-Jungo
/Holzer, Rechtsprechung des Bundesgerichts zum Sozialversicherungsrecht, Bundesgesetz über die Unfallversicherung,
4.
Auflage, Zürich/Basel/Genf 2012, S. 170
).
1.4
1.4.1
UV170510
Beweiswert eines Arztberichts
08.2018
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in
der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schluss
folgerungen der Experten begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a mit Hinweis).
1.4.2
UV170530
Beweiswert von versicherungsinternen ärztlichen Einschätzungen
08.2018
Nach der Rechtsprechung kommt auch den Berichten und Gutachten versiche
rungsinterner Ärztinnen und Ärzte Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen (BGE 125 V 351 E. 3b/ee). Das Anstellungsverhältnis einer versicherungsinternen Fachperson zum Versiche
rungsträger alleine lässt nicht schon auf mangelnde Objektivität und Befangen
heit schliessen (BGE 137 V 210 E. 1.4, 135 V 465 E. 4.4). Soll ein Versicherungs
fall jedoch ohne Einholung eines externen Gutachtens entschieden werden, so sind an die Beweiswürdigung strenge Anforderungen zu stellen. Bestehen auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der versicherungs
internen ärztlichen Feststellungen, so sind ergänzende Abklärungen vorzuneh
men (BGE 142 V 58 E. 5.1, 139 V 225 E. 5.2, 135 V 465 E. 4.4 und E. 4.7).
1.5
Das Gericht kann die Angelegenheit zu neuer Entscheidung an die Vorinstanz zurückweisen,
besonders
wenn mit dem angefochtenen Entscheid nicht auf die Sache eingetreten oder der Sachverhalt ungenügend festgestellt wurde (§ 26 Abs. 1 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht, GSVGer).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete den angefoc
htenen Entscheid damit, dass
auf die
Beurteilungen von
Dr.
B._
vom
7.
September 2016 und
vom
8.
Februar 2017 abgestellt werden könne.
Dr.
B._
habe
sowohl die leichte bis mittel
schwere neuropsychologische Beeinträchtigung als auch die sympto
matische Epilepsie mit generalisierten und fokalen Anfällen auf den Unfall vom
7.
Dezember 2011 bzw. die dabei entstandenen strukturellen Hirnläsionen zurückgeführt. Er habe
überzeugend dargelegt,
weshalb
sich diese beiden Beein
trächtigungen partiell
überlappen würden.
Die Feststellu
ng der
C._
, dass
die Epilepsie
mit dem aktuellen Medikament adäquat behandelt
sei
, schliesse eine Beeinflussung der neuropsychologischen Beeinträchtigung durch die antiepilep
tische Behandlung nicht aus.
Es sei daher nicht zu beanstanden, d
ass
Dr.
B._
zunächst die Integritätsschäden der einzelnen Beeinträchtigungen beurteilt und danach
im Rahmen der Gesamtwürdigung
eine Reduktion vorge
nommen habe
.
Im Weiteren
ha
be Dr.
B._
nachvollziehbar
begründet,
wes
halb sich die
verbliebenen
minimalen Folgen der Hemiparese nicht in der
Höhe der Integritätsentschädigung niederschlagen würden.
Eine der versicherungsme
dizinischen Beurteilung
von
Dr.
B._
widersprechende, begründete ärztliche Schätzung des Integritätsschadens finde sich
ni
cht bei den Akten (
Urk.
2 S. 8 ff.
).
2.2
Der Beschwerdeführer mach
te demgegenüber geltend, dass
Dr.
B._
in Über
einstimmung mit den aktenkund
igen medizinischen Berichten vom Vorliegen
e
iner
unfallbedingten
leichten bis mittelschweren
neur
opsychologischen Störung und
einer
posttraumatischen
Epilepsie
ausgegangen sei.
Wie
Dr.
B._
korrekt festgestellt habe, würden diese Beeinträchtigungen
einem
Integrität
sschaden von 35
%
respektive von
30
%
entsprechen.
Dr.
B._
habe dann jedoch
zu Unrecht
eine
Gewichtung der
Int
egritätsschäden vorgenommen und statt einen
Gesamtschaden von 65
%
lediglich
einen
solchen von 54,5
%
errechnet.
D
ass sich die Folgen der Epilepsie partiell mit den neuropsychologischen Beeinträch
tigungen überlappen würden
, sei unzutreffend
.
Di
e
neuropsychologische Störung
und die
epileptischen Anfälle
könnten
deutlich voneinander abgegrenzt werden
.
Im Weiteren
habe Dr.
B._
das
ebenfalls auf den Unfall vom
7.
Dezember 2011 zurückzuführende
Hemisphärensyndrom
rechts nicht
berücksichtigt. Da mehrere Schäden vorlägen,
würde
das
Hemisphärensyndrom
selbst dann einen Integritätsschaden
darstellen
, wenn dieser lediglich ein Prozent betragen würde. In diesem Zusammenhang sei
Dr.
B._
Befange
nheit vorzuwerfen (
Urk.
1 S.
4 ff.
).
3.
3.1
Die
medizinischen Fachpersonen
der
A._
stellten
im Austrittsbe
richt vom 1
7.
April 2012
(1) leichte bis mittelschwere neuropsychologische Defi
zite, inkl.
Logorrhoe
, leichte Aphasie,
regredient
, und (2) eine erhöhte Druck
sensibili
tät rechter
Arm,
regredient
, fest. Sie erklärten,
dass der Beschwerdeführer gut
vier Monate nach einer schweren traumatischen Hirnverletzung in den All
tagsakt
ivitäten wieder selbständig und
als sicherer Fussgänger
drinnen und draussen
unterwegs
sei
. Aus körperlicher Sicht sei er nicht mehr eingeschränkt. Seine Ausdauer sei jedoch noch
leicht reduziert (Urk.
10/38/1-6
).
3.2
Prof.
Dr.
med. D._
von der
Klinik für Neurolo
gie des
Z._
diagnostizierte
im Bericht vom 2
4.
April
2016
einen Sta
tus nach schwerem Schädelhirnt
rauma am
7.
Dezember 2011 mit posttraumatischer Epilepsie,
residuellem
Hemisyndrom
rechts
sowie
residuellen
kognitiven Defiziten und kognitiver Fatigue-Symptoma
tik. Er gab an
,
dass
der Gang rechts
leicht spastisch mit Aufschlagen des rechten Fusses, Steifigkeit des
rechten
Beines sowie ange
deuteter
Zirkumduktion
sei
.
Der Fussspitzen- und Fersengang sei möglich. Der Strichgang sei sicher, der Blind
strichgang leicht unsicher. Das
Einbeinhüpfen
sei beidseits möglich, das Aufste
hen aus der Hocke problemlos. Die
Trophik
der Arme/Beine
sei normal und der Tonus nicht sicher erhöht.
Im Arm
vor
halteversuch rechts sei eine Pronationsten
denz festzustellen. Bei den Fingerstreckern M4-5 bestehe eine Parese.
Die
Fein
motorik und die
Diadochokinese
der
rechten
Hand
seien
vermindert. Es bestün
den
eine leichte
Dysmetrie
im Finger-Nasen- und
Knie-Hacken-Versuch rechts, eine leicht verminderte Sensibilität für Berührungen der rechten Körperhälfte und eine leicht verstärkte Wahrnehmung von Schmerzreizen der rechten Körper
hälfte.
Prof.
D._
erklärte, dass s
owohl das spastische
Hemisyndrom
rechts als au
ch die kognitiven Defizite
durch das im MRI des Hirnes nachgewiesene Muster gut erklärbar
seien
. Das spastische
Hemisyndrom
habe
aus neurologischer Sicht keinen wesentlichen Einfluss auf die angestammte Tätigkeit als Informatiker
(
Urk.
10/205/4-5).
3.3
Dr.
B._
legte in der Beurteilung vom
7.
September 2016
(
Urk.
10/214/1-2)
dar, dass der Unfall vom
7.
Dezember
20
11
eine leichte bis mittelschwere neuropsychologische Beeinträchtigung
sowie
eine symptomatische Epilepsie mit generalisierten und fokalen Anfällen
hinterlassen habe. Beide Erkrankungen seien
durch die strukturellen Hirnläsionen, di
e in den computer-
und magnet
resonanztomograph
ischen Bildern dokumentiert seien
, gut erklärbar.
Nach
der Suva-Tabelle 8
sei
eine leichte bis m
ittelschwere neuropsychologische
Störung mit einem Integritätsschaden von 35
%
zu bewerten. Nach
der
UVV
sei
für eine posttraumatische Epilepsie mit Anfällen oder in Dauermedikation ohne Anfälle ein Integritätsschaden von 30
%
anzunehmen
.
Der bei der Kombination verschie
dener Integritätsschäden berechnete W
ert resultiere
aus einer anteil
s
mässigen Anpassung der Einzelwerte unt
er Berücksichtigung der verblei
benden
Restin
tegrität nach der Formel:
IEges
= 100 x (1- ((100 - IE
1)/
100 x (100 - IE2/100 x ... (100 -
IEn
/100)
%
Danach liege ein
Gesamtintegritätsschaden von 54,
5
%
vor.
3.4
Die Ärzte der
C._
gaben im Austrittsbericht vom 1
6.
Januar 2017 zuhanden der Klinik für Neurologie des
Z._
an, dass
ein
Video-EEG-
Intensivmonitoring
über 136 Stunden erfolgt
sei
. Hier hätten eine Vielzahl der vom Beschwerdeführer als typisch angegebenen Episoden im Sinne von Kon
zentrationsstörungen registriert werden
können. Währenddessen habe sich jeweil
s keine Veränderung der fortlaufenden EEG-Aktivität gezeigt
. Ein Hinweis auf
eine epilep
tische Ursache dieser Störungen bestehe somit nicht.
Aktuell sei davon auszugehen, dass die Konzentrationsstörungen im Rahmen der post
traumatischen neuropsychologischen Defizite in besonders fordern
den Situatio
nen auftreten
bzw. sich häufen würden. Die
Epilepsie
sei
unter der aktuellen Medikation mit
Lamotrigin
400 mg/Tag adäquat behandelt
(Ur
k.
10/277/2).
3.5
Dr.
B._
erklärte i
n der Beurteilung vom
8.
Fe
bruar 2017
,
dass
der vom Beschwerdeführer geltend gemachte Integritätsschaden von 100
%
im Querver
gleich demjenigen eines
Tetraplegikers
entspreche, was keinesfalls plausibel sei und die Realität
nicht abbilde.
In der Beurteilung vom
7.
September 2016
habe er sich
dagegen entschieden, dass die in der Klinik
für Neurologie
des
Z._
beschriebene
Hemisym
p
tomatik
so
alltagsrelevant sei
, dass sie sich in der Höhe der
Integritätsen
tschädigung niederschlage
. Massgeblich hierfür sei
die Beurtei
lung der
A._
gewesen, wonach
der Beschwerdeführer kör
perlich nicht mehr b
eeinträchtigt sei. Transformiere
man die klinische Befundbeschrei
bung der
Klinik für Neurologie
des
Z._
in eine Alltagsperformance,
könne er rechts wie links hüp
fen, auf
Fersen und Zehen gehen und sei
motorisch geschickt
genug, um den Strichgang zu absolvieren. Damit sei
eine wesentliche Beeinträch
tigung der Fu
nktion des Beines nicht anzuneh
men. Inwiefern an der linken
(richtig wohl: rechten)
oberen Extremität alltagsreleva
nte Beeinträchtigungen vorlä
gen
, könne
aus dem beschriebenen Befund nicht definitiv abgeleitet werden.
Es falle schwer
, dem leichten muskulären Streckdefizit der Hand eine Alltagsbedeu
t
ung zuzusprechen. Die verbliebe
nen minimalen Folgen der Hemiparese
würden die Höhe einer
Minimaleinbusse
von 5
%
nicht übersteigen. Die Folgen
der Epi
lepsie
würden sich
partiell mit den neuropsychologischen Beeinträchtigungen
überlappen
, da die
Epilepsie
selbst, insbesondere aber die bestehende antiepilep
tische Behandlung
,
Einfluss auf kognitive, motivationale u
nd affektive Fähigkei
ten ausübe.
An der Berechnungsmethode und der Höhe
der Integritätsentschädi
gung sei
festzuhalten (
Urk.
10/253/2-3
).
3.6
In der Stellungnahme vom 2
7.
August 2019 führte
Dr.
B._
aus, dass dem
Bericht
der Klinik für Neurologie
des
Z._
vom 3
0.
Juli
2012
zu entneh
men
sei
, dass die Einzelkraftprüfung der oberen und unteren Extremitäten seitengleich normal kräftig
gewesen sei. I
m Armhalteversuch beidseits
sei kein Absinken nachweisbar gewesen, der Finger-Nase-Ver
such und der Knie-Hacken-Versuch
seien
unauffällig gewesen
und es habe
beidseits
eine
Eudiadochokinese
(flüssige Feinmotorik der
Hände)
bestanden
. Die Muskeleigenreflexe seien seitengleich mittel-lebhaft gewesen. Der
Babinski
-Reflex sei beidseits negativ gewesen,
ohne
Fusskloni
. Die damals beschriebene Unsi
cherheit im Stand und Gang lasse
sich rückblicken
d am ehesten auf die frisch
ein
dosierte
antiepilep
tische Medikation zurückführen. Im Weiteren gehe auch
aus dem Austrittsbericht der
A._
kein patho
logischer Befund hervor.
Auf den
Befunde
n
der
A._
und
des
Z._
beruhe
sein
e Einschätz
ung, dass in körperlicher Hins
icht kein Int
egritätsschaden vorliege.
Warum im Bericht der Klinik für Neurologie des
Z._
vom 2
9.
April
2016 ein et
was anderes Bild gezeichnet werde
, erschliesse
sich
ihm
nicht, da sich ausser den epileptischen Anfällen in der Zwischenzeit keine Spätfolge oder andere Komplikation des
Schädelhirntraumas eingestellt habe.
Zusammenfassend
gehe er nicht davon aus, dass ein
Hemisyndrom
(fälschlicher
weise
Hemi
sphärensyndrom
genannt) vorliege
, das eine
Integritätsentschädigung von 1
%
oder mehr
rechtfertige
(
Urk.
9
).
4.
4.1
In medizinischer Hinsicht kann als erstellt gelten u
nd ist unbestritten, dass der
Beschwerdeführer
infolge
des
Unfallereignisses vom
7.
Dezember 2011
(1) unter
einer
neuropsychologischen Störung mit persistierenden leichten bis mittel
schweren exekutiven Dysfunktionen
(vgl. Bericht
von lic. phil.
E._
und lic. phil.
F._
, Fachpsychologinnen für Neuropsychologie FSP,
vom 3
0.
Juni 2016,
Urk.
10/210)
,
(2)
unter einer
symptomatische
n
Epilepsie
mit einfach-fokalen und sekundär generalisierten tonisch-klonischen Anfällen (vgl. Austrittsbericht
der
C._
vom 1
6.
Januar 2017,
Urk.
10/277
)
und
(3) unter einem
Hemisyndrom
rechts
(vgl. Bericht von Prof.
D._
von der Klinik für Neurologie des
Z._
vom 2
9.
April 2016,
Urk.
10/205/5
)
leidet. Ebenfalls unbe
stritten ist, dass die neuropsychologische Störung nach der Suva Tabelle 8 (
Integritätsschaden bei Hirnfunktion
sstörung
en
nach Hirnverletzung)
einem
Integritätsschaden von 35
%
und die symptomatische Epilepsie nach Anhang 3 zur UVV einem Integritätsschaden von 30
%
entspricht.
Str
eitig und zu prüfen ist
dagegen
,
ob
die beiden Integritätsschäden zu addieren sind und ob
das
Hemi
syndrom
rechts
ebenfalls einen Integritätsschaden darstellt
, mithin
wie viel der Ge
samtintegritätsschaden beträgt.
4.2
Dr.
B._
sah von einer Addition
der Integritätsschäden von 35
%
aufgrund der neuropsychologischen Störung und von 30
%
aufgrund der Epilepsie ab, da sich die
Folgen
der Epilepsie partiell mit den neuropsychologischen Beeinträch
tigungen
überlappen würden
(vgl. E. 3.5
).
Diese
Einschätzung
findet
in den vor
liegenden
medizinischen Akten indes keine Stütze. Im Zusamm
enhang
mit
den vom Beschwerdeführer
geklagten Konzentrationsstörungen
haben die
Ärzte der
C._
im Austrittsbericht vom 1
6.
Januar 2017 etwa ausdrücklich ver
neint, dass deren Ursache die Epilepsie sei
(vgl. E. 3.4
)
.
Wie der Beschwer
deführer zutreffend feststellte,
lässt sich
überdies
allein
aufgrund dessen, dass die einge
setzten Epilepsie
-Medikamente
Lamictal
und
Lamotrigin
gemäss Fachinforma
tionen Nebenwirkungen wie Müdigkeit, Schwindel
gefühl
oder Kopfschmerzen haben k
önnen
(vgl.
Urk.
1 S. 7 und
https://www.pharmawi
ki.ch/wiki/index.php?wiki=lamotrigin
)
,
nich
t darauf
schliessen
, dass die
se Nebenwirkungen
bei ihm
tatsächlich auftreten und sich darüber hinaus mit de
n neuropsychologischen Beeinträchtigungen
überschneiden.
Hinsichtlich des
Hemisyndroms
rechts kam
Dr.
B._
im Wesentlichen
zum Schluss, dass in den
Berichten der
A._
vom 1
7.
April 2012 und der
Klini
k für Neurologie des
Z._
vom
3
0.
Juli
2012
diesbezüglich
weitgehend
unauffällige Befunde erhoben worden seien
.
Weshalb
Prof.
D._
von der
Klinik
für Neurologie des
Z._
im Bericht
vom
2
4.
April 2016
insbesondere
ein
en leicht spastischen
Gang,
eine Steifigkeit des Beines,
eine verminderte Feinmotorik der rechten Hand
und eine leicht verstärkte Wahrnehmung von Schmerzreizen der rechten Körperhälfte
fest
stellte (vgl. E. 3.2
)
, erschloss sich
Dr.
B._
nicht bzw.
konnte er
nicht erklären
.
Im Weiteren
erachtete
Dr.
B._
in der Beurteilu
ng vom
8.
Februar 2017 bezüglich des
Hemisyndroms
rechts zunächst noch
einen
Integritätsschaden von 5
%
(vgl. E. 3.5) und
- nach
entsprechendem
Hinweis des Beschwerdeführers auf die bundesgerichtliche Rechtsprechung, wonach beim Vorliegen mehrerer Integritätsschäden die einzelnen Prozentzahlen grundsätzlich zusammengezählt werden, auch wenn eine der Schädigungen den Grenzwert von 5
%
nicht erreicht (vgl.
Urk.
1 S. 9 und E. 1.3.4)
-
in der Stellung
nahme vom 27.
August 2019
dann einen so
lchen von 1
%
(vgl. E. 3.6)
als nicht gegeben.
Insofern sind
Dr.
B._
s
Darlegungen nicht
schlüssig und
nachvollziehbar.
4.3
Aufgrund der Einwände des B
eschwerdeführers bestehen somit
zumindest
geringe
Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der versicherungsinter
nen Feststellungen von
Dr.
B._
, denen
praxisgemäss
nicht dieselbe Beweis
kraft wie einem unter Wahrung der Verfahrensrechte nach Art. 44 ATSG vom Versicherungsträger veranlassten Gutachten unabhängiger Sach
v
erständiger zukommt (vgl. E. 1.4.2
).
Umgekehrt liegt aber auch keine ärztliche Einschätzung vor, aufgrund derer der vom Beschwerdeführer geltend gemachte Integritätsscha
den ausgewiesen wäre.
Der medizinische Sachverhalt erweist sich damit als ergänzungsbedü
r
ftig.
5.
I
n Aufhebung des angefochtenen Entscheids ist die Sache deshalb
an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen, damit sie die
streitigen
Frage
n betreffend
Höhe des Integritätsschadens
extern
gutachterlich abklären lässt.
Danach hat sie über den
Anspruch des Beschwerdeführers auf eine Integritätsentschädigung neu zu verfügen.
In diesem Sinne ist die Beschwerde
gutzuheissen
.
6.
Nach ständiger Rechtsprechung gilt die Rückweisung der Sache an die Verwal
tung zur weiteren Abklärung und neuen Verfügung als vollständiges Obsiegen (BGE 137 V 57 E. 2.2), weshalb
der
vertretene Beschwerdeführer Anspruch auf eine Prozessentschädigung hat.
Diese ist gestützt auf Art. 61 lit. g ATSG in Verbindung mit § 34 Abs. 1 und 3
GSVGer
unter Berücksichtigung der Bedeutung der Streitsache und der Schwierigkei
t des Prozesses auf Fr. 2‘500.--
(inkl. Bar
auslagen und MWSt) festzusetzen.