# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 27d45af9-04fa-4691-8af8-11c5e7244aab
**Court:** GR_KG
**Chamber:** GR_KG_004
**Year:** 2005
**Language:** de
**Jurisdiction:** GR / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

hat sich ergeben:
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A. X. wurde am 24. November 1953 in A. geboren. Dort wuchs er zusammen mit einer älteren und einer jüngeren Schwester auf und besuchte sechs Jahre die Primar- und drei Jahre die Sekundarschule. Anschliessend absolvierte X. eine Lehre als Schreiner und machte in B. eine zweite Lehre als Holzbildhauer, welche 21⁄2 Jahre dauerte. Danach war der Berufungskläger von 1972 bis 1975 in C. bei der Firma D. als Schreiner tätig. Im Jahre 1978 kam er nach E. und wurde selbständiger Schreiner und Holzbildhauer. X. weist ein steuerbares Einkommen von Fr. 67'000.-- und ein steuerbares Vermögen von Fr. 57'600.-- auf (provisorische Einschätzung 2003/04).
Im Jahre 1978 verheiratete sich X. mit M.. Aus dieser Ehe gingen vier Kinder hervor.
Im Schweizerischen Strafregister sowie im SVG-Massnahmenregister (ADMAS) ist X. nicht verzeichnet.
X. geniesst in E. einen guten Leumund. Sein Verhalten und seine Lebensführung haben bis anhin zu keinen Klagen Anlass gegeben. Er geht seiner selbständig geregelten Arbeit nach (zum Ganzen siehe Leumundsbericht der Kantonspolizei Graubünden vom 25. Juni 2004).
B. Am 6. Januar 2004, gegen 11.30 Uhr, befuhren die beiden Fahrzeuglenker X. und Y. in der Gemeinde E. in entgegengesetzter Richtung die F.-Strasse. Kurz oberhalb des G.-Parkplatzes weist die Strasse in Richtung F. eine unübersichtliche Rechtskurve und eine Steigung von ca. 8% auf. In dieser unübersichtlichen Kurve begegneten sich der bergwärts gelenkte Toyota Previa, Kennzeichen I., von X. und der talwärts fahrende Toyota Corolla Wagon, Kennzeichen J., von Y.. Beide Fahrzeuglenker leiteten unverzüglich ein Bremsmanöver ein, konnten indes eine Frontalkollision nicht mehr verhindern. Verletzt wurde niemand. Zum Zeitpunkt des Unfallereignisses war die Strasse mit Schnee bedeckt. Es herrschten relativ warme Temperaturen. Beide Fahrzeuglenker kennen die Strecke sehr gut.
Anlässlich der gleichentags durchgeführten separaten Einvernahmen mit den Unfallbeteiligten durch die Kantonspolizei Graubünden gab Y. unter anderem zu Protokoll, dass er vor der Kollision mit einer Geschwindigkeit von ca.
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10-15 km/h unterwegs gewesen und sein Fahrzeug mit Spikesreifen ausgerüstet sei. X. führte im Wesentlichen aus, dass er mit ca. 30 km/h unterweges gewesen sei und dass er, als er den entgegenkommenden Wagen sah, sofort eine Vollbremsung durchgeführt und anschliessend schnell den Rückwärtsgang eingelegt habe. Dennoch sei es zur Kollision gekommen; der talwärts fahrende Wagen sei ihm trotz Bremsung in sein Fahrzeug gerutscht. Nach der Kollision habe er aus einem Reflex heraus, da der Rückwärtsgang bereits eingelegt gewesen sei, den Wagen etwas rückwärts gefahren.
Bei dem vom Kreisamt E. am 15. April 2004 durchgeführten Augenschein wurde festgestellt, dass im Bereich der Unfallstelle eine Sichtdistanz von ca. 16 Metern bestehe, wobei diese im Winter, wenn Schnee liege, noch etwas geringer sein dürfte.
Am 11. Mai 2004 fand vor dem Kreisamt E. eine Konfront-Einvernahme statt. Dabei bestätigten X. und Y. die bisher gemachten Aussagen.
C. Mit Strafmandat vom 2. Juni 2004, mitgeteilt am 4. Juni 2004, erkannte der Kreispräsident E. wie folgt:
"1. X. ist schuldig der Verletzung von Verkehrsregeln im Sinne von Art. 32 Abs. 1 SVG und Art. 4 Abs. 2 VRV in Verbindung mit Art. 90 Ziff. 1 SVG.
2. Dafür wird er bestraft mit einer Busse von CHF 150.00.
3. Die Kosten dieses Verfahrens von CHF 200.00 gehen zu Lasten von X.. Die polizeilichen Untersuchungskosten von CH 259.20 und die Kosten der Staatsanwaltschaft von CHF 50.00 gehen je zur Hälfte an X. und an Y.. Sie sind zusammen mit der Busse innert 30 Tagen an die Kreiskasse E. zu entrichten.

## Considerations