# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 171069a1-e63c-4c1a-9082-005dcd436b6d
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2020
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1973,
meldete sich a
m
1
5.
Februar 2007
bei der Inva
li
denversicherung zum Leistungsbezug an (
Urk.
7/2).
Die Sozialversicherungs
an
stalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, verneinte mit Verfügung vom
9.
Mai
2008
einen Rentenanspruch
(
Urk.
7/38)
.
Diese Verfügung hob sie m
it Verfügung vom
9.
Juni 2008
wiedererwägungsweise auf
(
Urk.
7/43) und holte
ein psychiatrisches Gutachten
ein, das am 1
5.
November 2010 erstattet wurde
(
Urk.
7/96).
Sie holte sodann ein polydisziplinäres Gutachten ein, das von den Ärzten des
I
nstitut
s
Y._
am 2
8.
November 2012
erstattet wurde
(
Urk.
7/155/2-
37).
Mit Verfügungen vom 1
8.
Oktober 2013
sprach die IV-Stelle dem Versicherten bis Januar 2013 befristete Renten zu
(
Urk.
7/195-199,
Urk.
7/189 S. 5 oben)
.
1.2
Der Versicherte meldete sich
am 1
3.
Mai 2014 erneut bei der Invaliden
versi
che
rung an (
Urk.
7/206).
Die IV-Stelle
holte
beim
Y._
ein Verlaufsgutachten
ein, das am
4.
August 2015 erstattet wurde
(
Urk.
7/234).
Mit Vorbescheid vom
1
8.
Februar
2016
stellte sie die Zusprache einer befristeten ganzen Rente von November 2013 bis Juni 2014 in Aussicht
(
Urk.
7/239), wogegen der Versicherte Einwände
erhob
(
Urk.
7/243,
Urk.
7/246). Die IV-Stelle holte in der Folge eine ergänzende Stel
lungnahme
der
Y._
-Gutachter
, die am
9.
August 2016 erstattet wurde
(
Urk.
7/24
9)
,
und
ein
weiteres polydisziplinäres Gutachten
, das von den Ärzten des
Z
entr
ums
Z._
am 2
7.
August 2018 erstattet wurde
(
Urk.
7/281)
,
ein.
Mit Verfügung vom 3
0.
Juli 2019 (
Urk.
2,
Urk.
7/305 S. 1 oben) sprach die IV-Stelle
dem Versicherten
gemäss dem
Beschluss vom 1
9.
Juni 2019
(
Urk.
7/304)
von
November 2013 bis Juni 2014 eine ganze Rente zu. Ab
1.
Juli 2014 verneinte sie einen Rentenanspruch.
Am 2
5.
September 2019 erteilte die IV-Stelle Kostengutsprache für ein Aufbau
training (Urk. 7/316).
2.
Der Versicherte erhob
am 1
6.
September 2019 Beschwerde gegen die Verfügung vom 3
0.
Juli 2019 (
Urk.
2) und beantragte, diese sei
aufzuheben und es sei ihm ab
1.
Februar 2013 eine ganze, unbefristete Rente zuzusprechen. Eventuell sei die IV-Stelle zu verpflichten, eine polydisziplinäre Begutachtung in die Wege zu leiten und gestützt darauf über den Anspruch auf eine IV-Rente erneut zu ver
fügen. Subeventuell sei die IV-Stelle zu verpflichten, eine psychiatrische Begut
achtung in
die Wege zu leiten und gestützt darauf über den Anspruch auf eine Rente neu zu verfügen (
Urk.
1 S. 2
oben
Ziff.
1-3).
Die IV-Stelle beantragte mit Beschwerdeantwort vom 2
5.
Oktober 2019 (
Urk.
6) die Abweisung der Beschwerde.
Dies wurde dem Beschwerdeführer am 1.
Novem
ber 2019 zur Kenntnis gebracht (
Urk.
8).
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allge
meinen Teil des Sozialversicherungsrechts,
ATSG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom
menden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der ge
sundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Die Annahme eines psychischen Gesundheitsschadens im Sinne von Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (
IVG
)
sowie Art. 3 Abs. 1 und Art. 6 ATSG setzt eine psychiatrische, lege artis auf die Vorgaben eines aner
kannten Klassifikationssystems abgestützte Diagnose voraus (vgl. BGE
145 V 215 E. 5.1, 143 V 409 E. 4.5.2, 141 V 281 E.
2.1, 130 V 396
E. 5.3 und E.
6). Eine fachärztlich einwandfrei festgestellte psychische Krankheit ist jedoch nicht ohne weiteres gleichbedeutend mit dem Vorliegen einer Invalidität. In jedem Einzelfall muss eine Beeinträchtigung der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit unabhängig von
der Diagnose und grundsätzlich unbesehen der Ätiologie ausgewiesen und in ihrem
Ausmass bestimmt sein. Entscheidend ist die nach einem weitgehend objek
tivierten Massstab zu beurteilende Frage, ob es der versicherten Person zumutbar ist, eine Arbeitsleistung zu erbringen (BGE
145 V 215 E. 5.3.2,
1
43 V 409 E. 4.2.1, 141 V 281 E.
3.7, 13
9 V 547 E. 5.2, 127 V 294 E. 4c; vgl. Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.3
Die für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit bei psychischen Erkrankungen im Regelfall beachtlichen Standardindikatoren (BGE 143 V 418, 143 V 409, 141 V
281) hat das Bundesgericht wie folgt systematisiert (BGE 141 V 281 E. 4.3.1):
-
Kategorie «funktioneller Schweregrad» (E. 4.3)
-
Komplex «Gesundheitsschädigung» (E. 4.3.1)
-
Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde (E. 4.3.1.1)
-
Behandlungs- und Eingliederungserfolg oder -resistenz (E. 4.3.1.2)
-
Komorbiditäten (E. 4.3.1.3)
-
Komplex «Persönlichkeit» (Persönlichkeitsdiagnostik, persönliche Res
sourcen, E. 4.3.2)
-
Komplex «Sozialer Kontext» (E. 4.3.3)
-
Kategorie «Konsistenz» (Gesichtspunkte des Verhaltens, E. 4.4)
-
gleichmässige Einschränkung des Aktivitätenniveaus in allen vergleich
baren Lebensbereichen (E. 4.4.1)
-
behandlungs- und eingliederungsanamnestisch ausgewiesener Leidens
druck (E. 4.4.2)
Beweisrechtlich entscheidend ist der verhaltensbezogene Aspekt der Konsistenz (BGE 141 V 281 E. 4.4; vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_604/2017 vom 1
5.
März 2018 E. 7.4).
1.4
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schluss
folgerungen der Experten begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a mit Hinweis).
1.5
Nach der Rechtsprechung sind bei rückwirkender Zusprechung einer abgestuften oder befristeten Invalidenrente die für die Rentenrevision geltenden Bestim
mung
en (Art. 17 ATSG in Verbindung mit Art. 88a
der Verordnung über die Invaliden
versicherung,
IVV) analog anzuwenden (BGE 133 V 263 E. 6.1 mit Hinweisen; Urteil des Bundesgerichts 9C_399/2016 vom 18. Januar 2017 E. 4.8.1). Ob eine für den Rentenanspruch erhebliche Änderung der tatsächlichen Verhältnisse ein
ge
treten und damit der für die Abstufung oder Befristung erforderliche Revisions
grund gegeben ist, beurteilt sich durch Vergleich des Sachverhalts im Zeitpunkt des Rentenbeginns mit demjenigen im – nach Massgabe des analog anwendbaren Art. 88a Abs. 1 IVV festzusetzenden – Zeitpunkt der Anspruchsänderung (vgl.
BGE 125 V 413 E. 2d mit Hinweisen; vgl. statt vieler: Urteile des Bundesgerichts
8C_375/2017 vom 25. August 2017 E. 2.2 und 8C_350/2013 vom 5. Juli 2013 E. 2.2 mit Hinweis
).
1.
6
Ändert sich der Invaliditätsgrad eines Rentenbezügers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (
Art.
17
Abs.
1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen seit Zuspre
chung der Rente, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Renten
an
spruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente bei einer wesentlichen Ände
rung des Gesundheitszustandes revidierbar. Weiter sind, auch bei an sich gleich gebliebenem Gesundheitszustand, veränderte Auswirkungen auf den Erwerbs-
oder Aufgabenbereich von Bedeutung (BGE 141 V 9 E. 2.3, 134 V 131 E. 3). Fe
rner kann ein Revisionsgrund unter Umständen auch in einer wesentlichen Änderung hinsichtlich des für die Methodenwahl massgeblichen (hypothetischen) Sachver
halts bestehen (BGE 144 I 28 E. 2.2, 130 V 343 E. 3.5, 117 V 198 E. 3b, je mit Hinweisen). Hingegen ist die lediglich unterschiedliche Beurteilung eines im Wesentlichen gleich gebliebenen Sachverhalts im revisionsrechtlichen Kontext unbeachtlich (BGE 141 V 9 E. 2.3 mit Hinweisen).
Liegt in diesem Sinne ein Revisionsgrund vor, ist der Rentenanspruch in recht
licher und tatsächlicher Hinsicht umfassend («allseitig») zu prüfen, wobei keine Bindung an frühere Beurteilungen besteht (BGE
141 V 9 E. 2.3 mit Hinweisen).
1.7
1.7.1
Gemäss Art. 88a Abs. 2 IVV ist eine Verschlechterung der Erwerbsfähigkeit oder der Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, oder eine Zunahme der Hilflosigkeit oder Erhöhung des invaliditätsbedingten Betreuungsaufwandes
oder Hilfebedarfs zu berücksichtigen, sobald sie ohne wesentliche Unterbrechung drei Monate angedauert hat. Art. 29
bis
IVV ist sinngemäss anwendbar.
1.7.2
Gemäss Art. 88a Abs. 1 IVV ist eine Verbesserung der Erwerbsfähigkeit oder der Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, oder eine Verminderung der Hilflosigkeit, des invaliditätsbedingten Betreuungsaufwandes oder Hilfebedarfs für die Herabsetzung oder Aufhebung der Leistung von dem Zeitpunkt an zu berücksichtigen, in dem angenommen werden kann, dass sie voraussichtlich längere Zeit dauern wird. Sie ist in jedem Fall zu berücksichtigen, nachdem sie ohne wesentliche Unterbrechung drei Monate angedauert hat und voraussichtlich weiterhin andauern wird.
Nach der bundesgerichtlichen Praxis zu Art. 88a Abs. 1 IVV ist eine Leistungs
anpassung in der Regel erst nach Ablauf von drei Monaten seit dem Eintritt der Änderung vorzunehmen (vgl. BGE 130 V 343 E. 3.5.3; vgl. ZAK 1984 S. 134; vgl. Urteile des Bundesgerichts 9C_32/2015 vom 10. September 2015 E. 4.1 und I 583/05 vom 15. März 2006 E. 2.3.2 je mit Hinweisen).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin
ging in der
angefochtenen
Verfügung (
Urk.
2) davon aus,
nach
ein
er Operation vom
8.
November 2013
habe keine Arbeitsfähigkeit mehr bestanden. Spätestens seit dem
1.
Juli 2014 sei
dem Beschwerdeführer
eine angepasste leichte Tätigkeit
aber
wieder zu 80
%
zumutbar
gewesen
(
S.
3 Mitte).
Eine
über 20
%
hinausgehende Einschränkung
der Arbeitsfähigkeit
sei
nicht nach
vollziehbar
. Die Schmerzsymptomatik sei mitberücksichtigt worden
. Der Wieder
einstieg in den ersten Arbeitsmarkt sei aktuell beziehungsweise kurz- bis mittel
fristig aufgrund der langen Absenz vom Arbeitsmarkt nachvollziehbar erschwert. Die Arbeitsfähigkeit solle
daher
stufenweise im Rahmen von Eingliederungs
massnahmen aufgebaut werden
.
Von Dezember 2018 bis Februar 2019 habe sich die gesundheitliche Situation verschlechtert. Da es sich um eine kurze Dauer gehandelt habe, könne
die Einschränkung
nicht berücksichtigt werden (
S. 3 f.
).
2.2
Der Beschwerdeführer
stellte sich demgegenüber auf den Standpunkt (
Urk.
1)
, die Beschwerdegegnerin sei gestützt auf die Gutachten des
Y._
davon ausgegangen, dass ein Rentenanspruch erst ab dem
1.
November 2013 gegeben sei.
Es sei jedoch abgemacht
worden
, dass der
verschlechterte gesundheitliche
Zustand
mit einer stationären psychiatrischen Behandlung
im Rahmen
des
nachfolgenden
Revi
sionsverfahrens beurteilt werde. Der behandelnde Psychiater habe für
die Zeit der stationären Behandlung
als Folge der instabilen starken depressiven Sympto
ma
tik
eine Arbeitsunfähigkeit von 100
%
bestätigt
(S
. 5 f.
Ziff.
18).
Der erneute Beginn eines Rentenanspruches sei gestützt auf die medizinischen Akten per
1.
Februar 2013 anzusetzen (S. 6
Ziff.
2
1
).
2.3
Mit Verfügungen vom 1
8.
Oktober 2013 sprach die Beschwerdegegnerin dem Be
schwerdeführer ab Januar 2007
- näher
abgestuft
e - Renten zu und verneinte einen Rentenanspruch a
b
1.
Februar 2013
(
Urk.
7/195
199,
Urk.
7/189).
Mit der angefochtenen Verfügung vom 3
0.
Juli 2019 sprach sie
ih
m
von
Novem
ber 2013 befristet bis Juni 2014 eine ganze Rente zu. Ab dem
1.
Juli 2014 ver
neinte sie einen Rentenanspruch.
Strittig und im
Rahmen des vorliegenden Revisionsverfahrens
ist
zu prüfen
, ob
bereits vor dem
1.
November 2013
ein Rentenanspruch bestand
und
ob ein solcher
über den
3
0.
Juni 2014 hinaus besteht.
3.
3.1
Der Beschwerdeführer wurde am
3.
Mai
2006 am Rücken operiert.
Die Ärzte
der Universitätsklinik
A._
stellten im Ber
icht vom
8.
Dezember
2006 (Urk.
7/13
/5-6
) folgende Diagnosen (S. 1):
-
chronische
Lumboischialgien
bei
-
Rezidiv-Dis
k
ushernie L5/S1 rechts und Segmentdegeneration L4/5 und L5/S1
-
Status nach interlaminärer Fensterung L5/S1 rechts mit Entfernung einer Dis
k
ushernie L5/S1
mediolateral
rechts am
3.
Mai 2006
3.2
Dr.
med.
B._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, nannte im Be
richt vom
2.
Juni 2010 (
Urk.
7/84) als Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeits
fähigkeit eine rezidivierende schwere depressive Störung (ICD-10 F33.2) und ein chronisches lumbales Schmerzsyndrom (
Ziff.
1.1).
Dr.
B._
attestierte für die zu
letzt ausgeübte Tätigkeit als Zimmermann seit dem
9.
Dezember 2008 bis auf Weiteres eine Arbeitsunfähigkeit von 100
%
(
Ziff.
1.6).
Zudem
führte
er a
us
, dass der
Beschwerdeführer psychisch und physisch nicht arbeitsfähig
sei
(Ziff.
1.7).
3.3
Dr.
med.
C._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, erstattete am 1
5.
November 2010
ein psychiatrisches Gutachten im Auftrag der Beschwerde
gegnerin (
Urk.
7/96). Er
stellte folgende Diagnosen (S. 9
Ziff.
1 oben):
-
mittelgradige depressive Episode im Rahmen einer sekundären
depres
siven Entwicklung bei chronischem Schmerzsyndrom (ICD-10 F32.1)
-
chronisches Schmerzsyndrom bei Status nach Diskektomie und insgesamt vier Rückenoperation
en
Der Gutachter
führte
zur Arbeitsfähigkeit a
us,
eine anhaltende Verbesserung der Schmerzen sei
trotz intensiver Therapiemassnahmen und vier Operationen
am Rücken
nicht erreicht worden. Für die bisherige, körperlich schwere Tätigkeit als Hilfszimmermann bestehe weiterhin ein
e Arbeitsunfähigkeit von 100 %
. Für eine körperlich angepasste Tätigkeit attestierte
der Gutachter
medizinisch theoretisch eine Arbeitsunfähigkeit von 50
%
. Aus psychiatrischer Sicht seien dem Beschwer
deführer sämtliche seinen Fähigkeiten angepasste Tätigkeiten zu 50
%
zumutbar
(S. 10
Ziff.
2-3
).
3.4
3.4.1
Die
Ärzte
des
Y._
erstatteten am 2
8.
November 2012
ein polydisziplinäres Gut
achten im Auftrag der Beschwerdegegnerin
(
Urk.
7/155/2-37).
Es beruht
e
auf
a
m 3
0.
Oktober 2012
erfolgten
(S. 1)
internistischen
,
orthopädischen, neurologischen und psychiatrischen
Untersuchungen.
Die Gutachter führten aus,
der Beschwerdeführer habe als Hauptbeschwerden zi
rka seit Januar 2006
bestehende
chronische
Rückenschmerzen beschrieben, lumbosakral rechtsbetont mit Ausstrahlung in beide Beine. Der Schmerzcharakter sei ziehend und stechend. Aktuell bestehe ein Schmerzgrad von
5
auf der Schmerzskala. Die Schmerzen seien Tag und Nach
t
vorhanden.
Dementsprechend sei die Schlafqualität deutlich beeinträchtigt
.
Der Beschwerdeführer habe weiter
Beschwerden
interskapulär
angegeben
, die seit zirka einem Jahr bestünden.
Ein weiteres Hauptprob
lem sei der psychische Zustand
(S. 12
Ziff.
3.
1.1 Mitte
). Der Beschwerdeführer habe in Mazedonien das Abitur in chemisch-technologischer Richtung
absolviert
. Nach der Einreise in die Schweiz habe er ab Dezember 1999
als Hilfszimmermann und
Isolateur
gearbeitet.
Aufgrund von Beschwerden seitens einer Diskushernie sei er seit dem 3
1.
Januar 2006 arbeitsunfähig
(S. 13
Ziff.
3.1.2 oben).
Den Haushalt erledige vor allem
seine
Ehefrau
. Gelegentlich helfe er bei leichten Tätigkeiten
,
wie
das
Geschirr abräumen und abwaschen
,
und
er übernehme
leichte Putzarbeiten
wie
A
bstauben
oder
S
taubsaugen
(S. 13
Ziff.
3.1.2 unten).
3.4.2
Zur psychiatrischen Untersuchung wurde ausgeführt, die Stimmung sei
leicht depressiv gewesen. Der Beschwerdeführer habe Schlafstörungen in der Nacht und
eine
Müdigkeit am Tag angegeben, vor allem wegen
der
Schmerzen. Hinweise auf manifeste Ängste mit vegetativen Symptomen und Zwänge
hätten nicht bestan
den
(S. 18
Ziff.
4.1.2 oben).
Der Gutachter
nannte als psychiatrische Diagnose mit Einfluss auf die Arbeits
fähigkeit eine leichte bis mittelgradige depressive Episode (ICD-10 F32.0/F32.1). Als Diagnose ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit nannte er eine anhaltende somatoforme
Schmerzstörung (ICD-10 F45.4, S. 18
Ziff.
4.1.3).
Diagnostisch be
stünden
eine leichte bis mittelgradige depressive Episode mit depressiven Ver
stimmungen, einer Antriebsstörung, einer erhöhte
n Ermüdbarkeit, Schlafstö
rung
en,
Schuldgefühle
n
in Bezug auf seine verstorbene Mutter und negative
n
Zu
kunftsperspektiven bezüglich seiner gesundheitlichen und beruflichen Situation. Weiter bestehe eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung mit doch zuneh
mend ausgeweiteten Schmerzen im Bewegungsapparat, deren Ausmass sich durch die somatischen Befunde nicht
hinreichend objektivieren lasse. Der Beschwerde
führer sei h
eute vom Einkommen der neben den
Haushaltsarbeiten erwerbstätigen
Ehefrau abhängig.
Die Beziehung sei wiederholt angespannt und es komme zu Streitereien.
Die psychosozialen und emotionalen Belastungsfak
toren seien deut
lich ausgeprägt und drückten sich im Sinne der Abwehr auch in den Schmerzen aus
, die im Vordergrund stünden. Der Explorand führ
e die Schmer
zen auch auf seine frühere, als anstrengend
empfundene Arbeit zurück
(S.
18 f.
Ziff.
4.1.4).
Aus psychiatrischer Sicht bestehe eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit von 20
%
, die durch die depressive Episode bedingt sei. Eine schwere psychische Störung bestehe nicht. Der Explorand sei nicht suizidal und leide nicht unter Konzen
trationsstörungen. Die Schmerzstörung wirke sich
nicht
einschränkend auf die Arbeitsfähigkeit aus
. Die Diagnose einer Persönlich
keits
störung könne nicht ge
stellt werden
, da deutlich auffällige Persönlichkeitszüge fehlten
und auch der Längsverlauf dagegen spreche
(S. 19
Ziff.
4.1.5 oben).
Der Beschwerdeführer
leide nicht unter einer schweren chronischen somatischen Erkrankung und es bestehe
auch
kein schweres psychisches Leiden, das therapeu
tisch nicht günstig beeinflusst werden könne. Es bestehe eine psychiatrisch-
psy
chotherapeutische Behandlung
mit antidepressiver Medikation.
Der Medika
men
tenspiegel des Antidepressivums Cymbalta habe sich im unteren therapeu
tischen Bereich befunden, derjenige des anderen Medikamentes sei praktisch nicht nach
weisbar gewesen.
Reisen in die Heimat Maz
edonien mit dem Flugzeug seien dem Beschwerdeführer
trotz subjektiver starker Beschwerden möglich. Psy
chosoziale Faktoren spielten eine Rolle (S. 19
Ziff.
4.1.7 unten).
Eine
schwere depressive Episode
könnten die Gutachter
nicht bestätigen
(S. 20 Ziff.
4.1.8 oben).
3.4.3
Zur orthopädischen Untersuchung
wurde ausgeführt, der Explorand
habe
über
chronische Lumbalgien mit bei
dseitiger Ausstrahlung bis in sämtliche Zehen
g
eklagt
. Die vor etwa sieben Jahren einsetzende Symptomatik habe sich nach wiederholten operativen Eingriffen an der Wirbelsäule nicht relevant verbessert und bestehe 24 Stunden täglich
. Weiter bestünden Beschwerden über der Brust
wirbelsäule mit beidseitiger Ausstrahlung bis in die Hände
(S. 25
Ziff.
4.2.4 oben). Der Explorand habe bei der Untersuchung der Wirbelsäule im thorakolumbalen Bereich eine unter Gegenspannung massiv eingeschränkte bis aufgehobene Be
weglichkeit demonstriert, während diese im zervikalen Bereich frei
gewesen sei
.
An den oberen und unteren Extremitäten habe ebenfalls eine freie Beweglichkeit bestanden.
Bei der
ausführlichen
Untersuchung im Stehen, Gehen, Sitzen und Liege
n
sei es
zudem
wiederholt
zu
einem erheblichen
Schmerzgebaren samt Gegenspannung gekommen. Zumindest vier von fünf
Waddell
-Zeichen seien positiv
(S. 25
Ziff.
4.2.4 Mitte).
Die vom Exploranden
g
eklagten sehr diffusen Beschwerden an der Wirbelsäule samt Ausstrahlung bis in die Hände und Füsse liessen sich durch die klinischen
und radiologischen Befunde keinesfalls vollständig begründen
. Nachvollziehbar sei
eine lumbale Bewegungseinschränkung
nach wiederholten
operativen
Eingrif
f
en
einschliesslich einer Spondylodese. Die deutlichen Inkonsistenzen, das fehlende Ansprechen auf anamnestisch weiterhin intensiv durchgeführte konservative
Therapiemassnahmen sowie eine langdauernde körperliche Schonung und Arbeits
karenz könnten als
klare Hinweise
für eine erhebliche nicht-organische Be
schwerdekomponente angesehen werden
(S. 25
Ziff.
4.2.4 unten).
Der Beschwerdeführer sei in der Schweiz stets als Hilfszimmermann und
Isolateur
im Holzbau
tätig gewesen. Die letztgenannte Tätigkeit sei daher als
angestammt
anzusehen. Für diese bestehe aufgrund der heutigen Untersuchung ebenso wie für andere körperlich mittelschwere
und schwere
Tätigkeiten eine volle Arbeits
unfähigkeit. Für körperlich leichte Tätigkeiten mit Wechselbelastung liege aus rein orthopädischer Sicht eine Arbeitsfähigkeit von 90
%
bei ganztägigem Pen
sum mit einer um 10
%
reduzierten Leistungsfähigkeit vor
. Die Reduktion der Leistung bestehe aufgrund eines vermehrten Pausenbedarfs
. Zu vermeiden seien wiederholtes Bücken sowie Heben und Tragen von Lasten von über 10 kg
(S. 26
Ziff.
4.2.5 oben).
Es bestehe eine erhebliche Diskrepanz zwischen den anamnes
ti
schen Schmerzschilderungen einerseits und den objektivierbaren Befunden an
lässlich der orthopädischen Untersuchung andererseits (S. 28 Ziff.
4.2.9).
3.4.4
Aus neurologischer Sicht seien Tätigkeiten als Hilfszimmermann oder als Bau
ar
beiter nicht oder nur in sehr eingeschränktem Ausmass möglich
. Für alle übri
gen körperlich leichten bis mittelschweren Tätigkeiten bestehe eine volle Arbeits
fähigkeit
(S. 31
Ziff.
4.3.5).
3.4.5
Die Gutachter des
Y._
stellten folgende Diagnosen mit Einfluss
auf die Arbeits
fähigkeit (S. 32
Ziff.
5.1):
-
chronisches
thorako
- und
lumbovertebrales
Schmerzsyndrom
-
Status nach Entfernung eines subligamentären Sequesters sowie Aus
räumen des Zwischenwirbelraumes L5/S1 von rechts und Dekompres
sion der Nervenwurzel S1 r
e
chts vom
3.
Mai 20
06 bei
mediolateralem
Bandscheibenvorfall L5/S1 rechts und radikulärem Reizsyndrom S1 rechts
-
Status nach Diskographie
vo
m 1
8.
Oktober 2007
-
Status nach Revisionsdiskektomie L5/S1,
Foraminotomie
,
interkorpo
reller
Spondylodese LWK5/SWK1 und
transpedunkulärer
dorsome
di
aler
, dorsolateraler Fusion
L4
/S1 beidseits, Beckenspan
entnahme von rechts sowie
Hemilaminotomie
beidseits L5/S1
vo
m 2
2.
April 2008
-
Status nach Entfernung des Osteosynthese
materials, Nachdekom
pr
es
sion,
F
oraminotomie
und Neurolyse L5 rechts
vo
m 1
1.
Dezember 2009
-
radiologisch kein Hinweis für relevante Diskopathie oder Neurokom
pression
-
leichte bis mittelgradige depressive Episode (ICD-10 F32.0/F32.1)
Die Gutachter nannten zudem als Diagnosen ohne Einfluss auf die Arbeits
fähig
keit (S. 32
Ziff.
5.2):
-
anhaltende somatoforme Schmerzstörung (ICD-10 F45.4)
-
inkomplettes metabolisches Syndrom
-
latente Hypothyreose
3.4.6
Zusammenfassend bestehe aus polydisziplinärer Sicht für die angestammten Tätigkeiten als Hilfszimmermann und
Isolateur
sowie für jede weitere körperlich mittelschwere und schwere Tätigkeit eine volle Arbeitsunfähigkeit. Für körperlich
leichte, adaptierte Tätigkeiten mit Wechselbelastung bestehe dagegen eine Arbeits
- und Leistungsfähigkeit von 80
%
vollschichtig realisierbar mit einem erhöhten Pausenbedarf bis zu 10 Minuten pro Stunde und leicht reduziertem Rendement
. Die geringen Leistungseinbussen aus somatischer Sicht wirkten sich
nicht zu
sätzlich
zum psychiatrisch vorgegebenen Pausenbedarf aus
(S. 34 Ziff.
6.2 oben). Im Verlauf bestehe für körperlich leichte Verweistätigkeiten spätestens sechs Monate nach der Intervention
an der lumbalen Wirbelsäule
vom 1
1.
Dezember 2009
eine Arbeitsfähigkeit von 90
%
. Aus psychiatrischer Sicht bestehe
das ge
nannte Arbeits- und Leistungsprofil seit der aktuellen Untersuchung. Fraglich sei, ob zuvor eine grössere Arbeitsunfähigkeit bestanden habe. Ab Dezember 2008 sei aus psychiatrischer Sicht eine Arbeitsunfähigkeit von 50
%
anzunehmen. Spätes
tens
seit
Oktober 2012 bestehe aus psychiatrischer Sicht eine Arbeitsun
fähigkeit von 20
%
(S. 34
Ziff.
6.3).
3.5
Auf Nachfrage der Beschwerdegegnerin führten d
ie Gutachter des
Y._
mit Schreiben vo
m 2
4.
Januar 2013
(
Urk.
7/159) aus,
ab Januar 2006 sei von einer vollständigen Arbeitsunfähigkeit bis November 2006
(
sechs Monate nach der erst
en Operation an der Wirbelsäule)
auszugehen
. Danach
habe
bis April 2008
in adaptierten Verweistätigkeiten
arbiträr
eine Arbeitsfähigkeit von 50
%
bestanden.
Anschliessend habe p
ostoperativ bis Oktober 2008
eine volle
Arbeitsunfähigkeit
bestanden
. Ab November 2008 sei somatisch arbiträr von einer 50%igen Arbeits
fähigkeit auszugehen. Ab Juni 2010 werde für Verweistätigkeiten eine Arbeits
fähigkeit von 50
%
bestätigt, welche sich spätestens im Oktober 2012 auf eine Arbeitsfähigkeit von 80
%
erhöht habe (S. 1).
3.6
Mit Verfügungen vom 1
8.
Oktober 2013 (
Urk.
7/195-199) sprach die Beschwer
d
egegnerin dem Beschwerdeführer
ab dem
1.
Januar 2007 eine
Dreiviertelsrente
und ab
1.
Juli 2008 eine ganze Rente zu. Ab dem
1.
Februar 2009 wurde ihm eine
Dreiviertelsrente
und ab
1.
März 2010 eine ganze Rente zugesprochen, welche ab dem
1.
September 2010 und befristet bis 3
1.
Januar 2013 auf eine
Dreiviertels
rente
reduziert wurde
. Ab dem
1.
Februar 2013 verneinte die Beschwerdegegnerin einen Rentenanspruch
(
Urk.
7/189 S. 5 oben).
4.
4.1
Die Ärzte der
Klinik
D._
berichteten am
9.
April 2013 (
Urk.
7/165/1-2 =
Urk.
7/234/45-46) über den Krankheitsverlauf
und eine stationäre Behandlung des Beschwerdeführers
.
Sie
führten zur
Anamnese und z
ur aktuellen Psychopathologie aus
,
aufgrund von Insuffizienzgefühlen und
dem Schwun
d des
Selbstvertrauens komme es zu
aggressiven Impulsdurchbrüchen.
Weiter bestünden
Gedankenkreisen, Hoffnung
s
losigkeit,
ein
Verlust an Interessen und Freude, latente suizidale Gedanken sowie Ein- und Durchschlafstörungen. Dies spreche für eine rezidivierende depressive Erkrankung bei aktuell schwerer Ausprägung mit psychotischen Symptomen auf
grund von Verfolgungsideen und Gedanken
an eine schwere
Schuld. Als zusätz
licher
Triggerfaktor
für
die
depressive Symptomatik
sei ein chronisches lumbales Schmerzsyndrom
anzusehen nach inkomplettem
Cauda
equina
-
Syndrom 2006 mit vier Operationen und Segmentversteifung der Lendenwirbelsäule
(LWS)
. Dies nehme
auch hinsichtlich eigener oder tradierter Vorstellungen an die Stärke und Potenz eines Mannes beträchtliche negative Ausmasse für das Selbstbild an im Sinne einer depressiven Verstärkung
(S. 1 oben).
Als krankheitsunterstützend wirkten weiter narzisstische und histrionische
Persönlichkeitszüge. Der Beschwer
deführer sei zur Stabilisierung und bei initial psychotischem Erleben auf die Akutstation der
Klinik
D._
aufgenommen worden. Am 2
2.
März 2013 sei er auf die Spezialstation für depressive Erkrankungen verlegt worden (S. 1 Mitte)
, ab 17. April 201
3
könne die Therapie teilstationär weitergeführt werden (S. 1 unten)
.
Der Patient werde zum aktuellen Zeitpunkt als nicht arbeitsfähig erachtet (S. 2).
Im begleitenden Zeugnis vom
9.
April 201
3
wurde eine Arbeitsunfähigkeit von 100
%
bis 3
0.
April 201
3
attestiert (
Urk.
7/165/3).
4.2
Der behandelnde Psychiater
Dr.
B._
(vorstehend E. 3.2)
nahm am 1
0.
Mai 2013
zum psychiatrischen Teilgutachten des
Y._
Stellung
(
Urk.
7/171/1-7)
.
Er gab
zum Verlauf der B
ehandlung seit Dezember 2008 an
, der Beschwerdeführer sei
ihm
wegen einer zunehmenden Depression
überwiesen worden
(S. 1 unten).
Der Beschwerdeführer habe seit
Anfang 2008 keine Krankentaggelder mehr erhalten, was einen grossen finanziellen Druck und eine zusätzliche Belastung
bedeute
(S. 2
oben). Beim Versuch einer optimalen medikamentösen Einstellung habe sich gezeigt, dass
er
auf Medikamente sehr empfindlich reagiere, vor allem mit Magen-Darmbeschwerden
. Die medikamentöse Therapie habe zu einer zu
mindest phasenweise verbesserten Stimmung geführt, die weniger stark
depressiv gefärbt gewesen sei, sowie
zu einer geringeren Reizbarkeit und einem weniger pessimistischen Lebensgefühl
. Die Konzentration und das Gedächtnis seien unter
schiedlich stark beeinträchtigt
(S. 2 f.). In der Folge habe sich das psycho
pa
thologische Zustandsbild im Sinn einer Zunahme der depressiven Symptomati
k
sehr verschlechtert
(S. 3 oben). Im Gesamtverlauf sei es immer wieder zu einer massiven und zum Teil anhaltenden Verschlechterung der depressiven Sympto
matik gekommen, wobei neben den praktisch permanent vorhandenen Sympto
men vor allem eine ausgeprägte Reizbarkeit
, ein Gefühl der inneren Leere und
Hoffnungslosigkeit, ein Gefühl der Ohnmacht sowie Suizidgedanken stark im Vordergrund gestanden hätten (S. 3 unten).
Der Beschwerdeführer habe des Wei
teren wieder von aggressiven Impulsen gegenüber seiner Familie berichtet (S. 4 oben).
Der Beschwerdeführer leide
an einer mittelgradigen bis schweren rezidivierenden depressiven Störung
(S. 4 Mitte).
Er leide
permanent unter einem
verminderten Selbstwertgefühl sowie unter
Schuldgefühlen, Gefühlen von Wertlosigkeit, nega
tiven und pessimistischen Zukunftsperspektiven und Schlafstörungen (fünf Symp
tome).
Neben einer phasenweise zu beobachtenden psychomotorischen Hemmung habe der Beschwerdeführer immer wieder von Konzentrations- und Gedächtnis
störungen sowie von Suizidgedanken berichtet. Von den Symptomen einer leich
ten depressiven Episode leide der Patient permanent unter einem Verlust der Freude und der Interessen, einer erhöhten Ermüdbarkeit sowie unter einer de
pres
siven Verstimmung mit unterschiedlich starker Ausprägung. Gemäss ICD-10 sei eine schwere depressive Episode zu diagnostizieren
, wenn die Kriterien für eine leicht- bis mittelgradige depressive Störung erfüllt seien und die Gesamtzahl der aufgelisteten Symptome mindestens acht betrage. Dies sei beim Beschwer
deführer über die vergangenen viereinhalb Jahre wiederholt und jeweils über längere Zeit und anhaltend der Fall gewesen. Mit Ausnahme des
Y._
-
Gutachters seien alle beurteilenden Fachärzte von einer mittelgradigen depressiven Störung ausge
gangen
(S. 4 unten).
Dieser
habe den Patienten einmal während rund 40 Minuten gesehen. Das Argument, dass der Patient kurze Strecken mit dem Auto fahren könne, sei wenig stichhaltig, da er aufgrund von Konzentrationsstörungen eben nur kurze Strecken fahren könne. Weiter müsse er immer wieder von seiner Frau in die Therapie gefahren werden
(S. 5 oben).
Die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit aus rein psychiatrischer Sicht falle ihm schwer
,
da die Auswirkungen der Schmerzsymptomatik sowie die psychischen Symptome
derart stark ineinander übergr
iff
en und sich gegenseitig beeinflusste
n
. Aus seiner Sicht bewege sich die Differenzierung auf einer rein theoretischen Ebene und sei nicht voneinander zu trennen (S. 6 Mitte). Aufgrund der deutlichen und anhaltenden depressiven Symptomatik sei der Beschwerdeführer aus psy
chiatrischer Sicht während der gesamten Behandlungszeit nie mehr als zu 50
%
arbeitsfähig gewesen. In Phasen mit einer ausgeprägten Symptomatik habe der Grad der Arbeitsunfähigkeit jeweils 100
%
betragen. Einen genauen zeitlichen Verlauf der Arbeitsunfähigkeit könne er aber nicht angeben (S. 6 unten).
Im Schreiben vom 1
1.
Juli 2013
gab
Dr.
B._
an,
es gehe dem
Beschwerdeführer
nach der Ankündigung einer erneuten Begutachtung psychisch wieder ausseror
dentlich schlecht. Zudem sei möglicherweise eine weitere Rückenoperation un
umgänglich. Der Beschwerdeführer
sei weiterhin und bis auf Weiteres zu 100
%
arbeitsunfähig
(
Urk.
7/177)
.
Am
8.
November 2013 erfolg
t
e ein erneuter operativer Eingriff am Rücken (vgl.
Urk.
7/204/1).
4.
3
Dr.
med.
E._
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, führte im Schreiben vom 2
3.
April 2014 (
Urk.
7/234/49) aus, der Beschwerdeführer habe rückwirkend eine Rente erhalten bei einem Pro
zentsatz (Invaliditätsgrad) von 75-100
%
, was aus seiner Sicht absolut gerecht
fertigt sei. Der einzige Fehler bestehe darin, dass die Rente per
1.
Februar 2013 auf 28
%
reduziert worden sei. Dies sei absurd, da der Patient klinisch nicht besser dran sei. Aufgrund der falschen vorpsychiatrischen Beurteilung sei er dekompen
siert und habe sich für zwei Monate in psychiatrischer Hospitalisation befunden. Während dieser Zeit sei er mit Sicherheit zu 100
%
arbeitsunfähig gewesen.
Danach habe er erneut operativ versorgt werden müssen. Es habe sich also bis zum jetzigen Zeitpunkt an seinem Gesundheitszustand nichts verändert.
4.
4
Dr.
B._
(vorstehend E.
3
.2)
nannte im Bericht vom
7.
Mai 2014 (
Urk.
7/205) als Diagnosen mittel- bis schwergradige depressive Episoden (ICD-10 F33.2) und ein chronisches lumbales Schmerzsyndrom (S. 1 oben).
Er
attestierte eine Arbeitsunfähigkeit aus psychiatrischer Sicht von 75
%
im Januar und Februar 2013, von 100
%
von März bis Oktober 2013 und von 75
%
seit November 2013
(S. 2)
.
4.
5
Dr.
E._
(vorstehend E.
4.3)
stellte im Bericht vom 2
9.
Oktober
2014 (Urk.
7/234/47-48) folgende Diagnosen (S. 1):
-
Status nach Verlängerungsfusion L3/4 am
8.
November 2013 und Status nach zweimaliger Korrekturop
era
tion nach
failed
back
surgery
2008 und 2009 auf Höhe L4-S1
-
z
usätzlich rechtsbetonte ISG-Symptomatik
-
b
ekannte schwere Depression
Zudem gab er an,
die
Höhe L3/4
sei
noch nicht vollständig ausgeheilt. Die Aus
heilung sollte sicherlich bis Frühjahr 2015 erfolgt sein.
Der Beschwerdeführer weise allerdings seit längerer Zeit eine ISG-Arthrose auf. Ob diese im weiteren Verlauf chirurgisch angegangen werden müsse oder nicht, hänge vom Verlauf der Beschwerden ab. Ab Mitte des nächsten Jahres könne die Belastungsfähigkeit prinzipiell gesteigert werden (S. 1 unten). Falls das Kreuzbeingelenk noch operativ versorgt werden müsse, würde sich die Erwerbsunfähigkeit noch verlängern (S. 2 oben).
4.6
4.6
.1
Die Gutachter des
Y._
erstatteten am
4.
August 2015
ein Verlaufsgutachten im
Auftrag der Beschwerdegegnerin
(
Urk.
7/234/2-44). Es beruht
e
auf den
am 26. und
2
7.
Mai und 2
2.
Juni 2015 erfolgten (S. 1) internistischen, orthopädischen, neu
rologischen und psychiatrischen
Untersuchungen
.
Sie
führten aus, der Beschwerdeführer leide unter physischen wie auch psy
chischen Beschwerden. Au
f
somatischer Ebene habe er Schmerzen im Bereich Rücken-Bein
e
-Kopf, aktuell im zervikalen Bereich. Seit 2006 leide er unter chronischen Schmerzen im Bereich der Gluteal-Becken und der Lumbalgegend, ausstrahlend ins rechte Bein bis zu den Zehen. Es gebe wohl auch schmerzfreie Tage, letztmals vor ein paar Tagen. Insgesamt seien fünf Rückenoperationen
durchgeführt worden, letztmals im November 201
3.
Seither könne er besser schla
fen und die Schmerzen hätten auch an Intensität abgenommen. Der Schmerz
charakter sei als stechend, krampfartig, drückend bis brennend beschrieben worden (S. 19
Ziff.
3.1.1). An den Oberschenkeln leide er unter einer Hypästhesie. Sensomotorische Ausfälle seien nicht aufgetreten. Weiter bestünden seit Jahren Schmerzen im Bereich des Schulterblattes, die aktuell auch vorhanden seien (S.
20
Ziff.
3.1.1 oben). Von psychiatrischer Seite gehe es ihm ganz schlecht. Aktuell fühle
er sich sehr depressiv. Er sei rasch erregt, dünnhäutig, leide unter einer Lust- und Antriebslosigkeit,
habe Mühe, morge
ns aufzustehen und habe sich
sozial zurückgezogen
. Er fühle sich lebensmüde
(S. 20
Ziff.
3.1.1 Mitte).
4.6
.2
Zur psychiatrischen Untersuchung wurde ausgeführt, mit Schlafen gehe es nicht schlecht. Der Schlaf sei besser geworden, nachdem er im November 2013 zum
fünften Mal operiert worden sei (S. 24
Ziff.
4.1.1).
E
r sei bei
Dr.
B._
in psy
chia
trischer Behandlung, die jede zweite Woche stattfinde. Im April/Mai 2013 sei er in der
Klinik
D._
in stationärer psychiatrischer Behandlung gewesen. Er habe grosse Probleme mit der Ehefrau gehabt, weil
er nervös und aggressiv werde
(S. 25 oben). Die Ehefrau erledige die Haushaltsarbeiten. Er könne Staubsaugen, wenn es ihm gut gehe, ohne dass er sich dabei beuge
. Weiter könne er selber kleine Sachen einkaufen
(S. 26 oben).
Der affektive Kontakt habe gut hergestellt werden können. Die Stimmung
sei
depressiv gewesen. Die Konzentration sei leicht beeinträchtigt gewesen mit Schwierigkeiten bei der genauen Angabe von Lebensdaten, vor allem seiner beruflichen Karriere. Die Aufmerksamkeit, die Auf
fassung und das Gedächtnis seien nicht beeinträchtigt gewesen (S. 26
Ziff.
4.1.2 unten).
Der Gutachter
nannte
als psychiatrische Diagnose mit Einfluss auf die Arbeits
fähigkeit eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig leichte bis mittel
gradige Episode (ICD-10 F33.0/F33.1). Als Diagnosen ohne Einfluss
auf die Ar
beitsfähigkeit nannte er
eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung (ICD-10 F45.4, S. 27
Ziff.
4.1.3).
Es
bestehe eine leichte bis mittelgradige depressive Epi
sode, gekennzeichnet durch depressive Verstimmungen, eine erhöhte Ermüdbar
keit, Konzentrationsstörungen und eine
n
etwas verminderten Selbstwert mit negativen Zukunftsperspektiven bezüglich seiner gesundheitlichen und beruf
lichen Situation. Im Verlauf sei es auch zu einer schweren depressiven Episode mit einer psychiatrischen Hospitalisation 2013 gekommen. Es bestehe eine ambu
lante-psychotherapeutische Behandlung mit antidepressiver Medikation
. Trotz
dem
seien noch depressive Verstimmungen vorhanden. Weiter bestehe eine schwierige psychosoziale Situation mit gänzlicher finanzieller Abhängigkeit vom Einkom
men der vollzeitig als Betriebsmitarbeiterin und zusätzlich als Reinigerin erwerbs
tätigen Ehefrau
(S. 27
Ziff.
4.1.4 oben).
Der Beschwerdeführer leide nach wie vor unter Schmerzen im Bewegungsapparat mit verstärkten Schwindelbeschwerden
. Es bestehe ein chronischer Verlauf. Ein unbewusster Konflikt sei nicht erwiesen. Eine schwere psychiatrische Komor
bi
dität zur Schmerzstörung, die therapeutisch nicht günstig beeinflusst werden könne, wie eine schwere chronische psychotische Störung oder eine schwere Per
sönlichkeitsstörung
,
bestehe nicht
(S. 27
Ziff.
4.1.4 unten).
Aus psychiatrischer Sicht bestehe eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit von 20
%
, die durch die vorliegende leichte bis mittelgradige depressive Episode bei einer rezidivierenden depressiven Störung bedingt sei (S. 28
Ziff.
4.1.5). Aufgrund der heutigen Unter
suchung könne die Beurteilung im
Y._
-Gutachten von 2012 bestätigt werden. Die Ärzte der
Klinik
D._
hätten 2013 eine volle Arbeitsunfähigkeit atte
stiert. Diese könne für die Zeit der damaligen Behandlung nachvollzogen werden. Gegenwärtig
bestehe aber keine psychotische Symptomatik und die Depression sei leicht bis mittelgradig ausgeprägt (S. 28 Ziff.
4.1.8).
4.6
.3
Zur orthopädischen Untersuchung wurde ausgeführt, im Herbst 2013 sei eine Ausdehnung der Spondylodese auf das Segment LWK 3/4 erfolgt, wo sich in der Zwischenzeit ein objektiv günstiger Verlauf gezeigt habe. Bildgebend sei mehr
fach ein stabiler ossärer Durchbau bestätigt worden. Der E
xplorand selbst be
stätig
e dies indirekt dadurch, dass sich seine Situation durch den Eingriff ein wenig verbessert habe, namentlich bezüglich der Schlafqualität, auch wenn wei
terhin Störungen bestünden.
E
r habe insgesamt über ein wechselndes Beschwer
debild berichtet mit besseren und schlechteren Tagen (S.
33
Ziff.
4.2.4 oben). Bei der Untersuchung des Rumpfes lass
e
sich die Versteifung der Lendenwirbelsäule klinisch gut erkennen, wohingegen proximal keine wesentlichen Einschrän
kun
gen zu verzeichnen seien. Interessant sei, dass der Explorand auf Nachfrage fast ausschliesslich über
zervikothorakale
Beschwerden berichtet habe, jedoch nicht über lumbale
. Bei der Palpation habe vor allem der lumbale Bereich sehr dolent gewirkt
(S. 33
Ziff.
4.2.4 unten).
Der Explorand habe seit seiner Einreise in die Schweiz immer körperlich be
lastende Tätigkeiten ausgeübt. Aufgrund der verminderten Belastungsfähigkeit des unteren Rumpfanteiles sei dies derzeit und wahrscheinlich bleibend nicht mehr möglich. Insofern müsse von einer vollen Arbeitsunfähigkeit ausgegangen werden.
K
örperlich leichte Aktivitäten in wechselnder Position mit einer Hebe- und
Tragelimite
von 5 kg seien
dagegen
vollzeitig möglich. In Anbetracht eines etwas höheren Pausenbedarfs bestehe eine Lei
stungseinbusse von höchstens 20
% (S.
34
Ziff.
4.2.5).
Die seit
der letzten Beurteilung im Herbst 2012
erfolgten ope
rativen Massnahmen
seien vorübergehend mit einer vollen Arbeitsunfähigkeit für sämtliche Tätigkeiten verbunden gewesen. Körperlich leichte Tätigkeiten
wären
wahrscheinlich bereits sechs Monate nach dem Eingriff wieder möglich
gewesen, anhand eigener Befunde könnten sie diese Einschätzung sei dem Untersu
chungs
zeitpunkt (Mai/Juni 2015)
bestätigen (
S. 34
Ziff.
4.2.6).
4.6.4
Aus neurologischer Sicht
besteh
e
für
körperlich leichte bis punktuell mittel
schwere Arbeiten
eine volle Arbeitsfähigkeit
(S. 38
Ziff.
4.3.5).
4.6.5
Die Gutachter nannten als Diagnosen mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit (S. 39
Ziff.
5.1):
-
chronisches lumbal betontes panvertebrales Schmerzsyndrom, anamnes
tisch mit Ausstrahlungen vorwiegend ins rechte Bein
-
Status nach Verlängerungsfusion und Spinalkanalerweiterung L3/4 am
8.
November 2013, nach
Osteosynthesematerialentfernung (
OSME
)
L
4/
S1
, nach Dekompression,
Foramin
otomie
und Neurolyse L5 rechts am
1
1.
Dezember 2009, nach Revisionsdiskektomie,
Foraminotomie
und
interkorporeller
Spondylodese
L5/S1
sowie
dorsomedialer
und dorsolateraler Fusion
L4-S1
mit Beckenspanentnahme von rechts am 2
2.
April 2008, nach Diskographie am 1
8.
Oktober 2007 und na
ch Entfernung eines subligamentä
ren Sequesters sow
ie Ausräumen des Zwischenwirbelraum
s
L
5/S1 von rechts mit Dekompression der Nervenwurzle S1 rechts am
3.
Mai 2006
-
mit
residuellem
Wurzelreizsyndrom S1 rechts
-
Verdacht auf gewisse nichtorganisch bedingte Schmerzkomponenten
-
rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig leichte bis mittelgradige Episode (ICD-10 F33.0/F33.1)
Als Diagnosen ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit nannten die Gutachter
(S.
39
Ziff.
5.2):
-
anhaltende somatoforme Schmerzstörung (ICD-10 F45.4)
-
Adipositas
-
asymptomatische Hyperurikämie
-
erhöhte Lebertransaminasen
-
Differentialdiagnose: medikamentös bedingt (Dafalgan), Steatosis hepatis
-
Schmerzmittelüberkonsum (ICD-10 F19.1)
4.6.6
Aus wirbelsäulenchirurgischer Sicht habe nach dem operativen Eingriff
vom 8.
November 2013 eine volle Arbeitsunfähigkeit bestanden. Aus psychiatrischer Sicht seien ab Januar 2013 verschiedene Arbeitsunfähigkeiten attestiert worden
(S. 40
Ziff.
6.1 oben).
F
ür die angestammte Tätigkeit als Hilfszimmermann und als
Isolateur
im Holzbau
bestehe aus Sicht des Bewegungsapparates
eine volle Arbeitsunfähigkeit. Dies gelte ebenso für andere körperlich mittelschwer
e und schwere Tätigkeiten. Für eine körperlich leichte adaptierte Tätigkeit
mit Wechselbelastung bestehe dagegen eine Arbeits- und Leistungsfähigkeit von 80
%
, die vollschichtig realisierbar sei (S. 40
Ziff.
6.2 Mitte). Aus psychiatrischer Sicht sei eine rezidivierende depressive Störung bei einer gegenwärtig leichten bis mittelgradigen Episode festzustellen.
Diese begründe eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit von 20
%
.
Aus poly
dis
ziplinärer Sicht bestehe für die angestammte Tätigkeit sowie für andere körperlich mittelschwere und schwere Tätigkeiten eine volle Arbeitsunfähigkeit. Für eine
körperlich leichte, adaptierte Tätigkeit mit Wechselbelastung bestehe eine Arbeits
- und Leistungsfähigkeit von 80
%
, die vollschichtig mit einem erhöhten Pausen
bedarf umsetzbar sei (S. 40
Ziff.
6.2 unten).
Dieses Arbeit
s
- und Leis
tungsprofil würden sie mit Sicherheit spätestens ab dem Untersuchungszeitpunkt (Mai/Juni 2015) als zumutbar erachten (S. 41
Ziff.
6.3).
4.
7
Dr.
med.
F._
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Trau
matologie des Bewegungsapparates, Regionaler Ärztlicher Dienst (RAD)
,
führte in der Stellungnahme vom
4.
September 2015 (
Urk.
7/237 S. 7 f.) aus, das
Y._
-Gut
achten vom
4.
August 2015 beruhe auf eigenen Untersuchungen, erscheine schlüssig, sei umfassend und berücksichtige die gesamte Aktenlage sowie sämt
liche Beschwerden und Symptome. Au
f
das Gutachten könne daher abgestellt werden. Gemäss dem Gutachten bestehe für die angestammte Tätigkeit als Hilfs
zimmermann und
Isolateur
eine Arbeitsunfähigkeit von 100
%
. Für eine körper
lich leichte adaptierte Tätigkeit bestehe ausser von November 2013 bis Juni 2014 aufgrund der Operation am Rücken eine Arbeitsfähigkeit von 80
%
(S. 7 unten).
4.
8
Dr.
E._
(vorstehend E.
4.3
) führte in einer Stellungnahme von 1
1.
April 2016 (
Urk.
7/245/1-3) unter anderem aus, der orthopädische Gutachter habe die Kran
kengeschichte sehr objektiv und präzise und auch korrekt beschrieben (S. 1
Ziff.
2). Dessen Untersuchungen seien aus seiner Sicht ausgezeichnet, einzig bei der Beurteilung der Arbeitsfähigkeit ziele er völlig an der Realität vorbei (S. 3
Ziff.
9). Aufgrund der Gesamtkonstellation wäre eine Arbeitsfähigkeit von 50
%
unter gewissen, hier nicht erfüllten Bedingungen realistisch (S. 3 oben).
Dr.
B._
(vorstehend E.
3.2
) führte in einer Stellungnahme vom 1
0.
Mai 2016 (
Urk.
7/245/4-8) unter anderem aus, in der Ausprägung der depressiven Sympto
matik zeigten sich - näher genannte - Schwankungen (S. 2
Ziff.
2). Die Beur
teilung durch den psychiatrischen
Y._
-Gutachter werde seines Erachtens der psy
chopathologischen Situation des Patienten nicht gerecht, sowohl bezüglich des Schweregrades der depressiven Störung als auch der Beurteilung der Arbeits
fähigkeit sei die Beurteilung zu optimistisch (S. 4 oben). Aus psychiatrischer Sicht habe die Arbeitsunfähigkeit
von November 2013 bis Januar 2014 (richtig wohl: 2015) 50
%
betragen und
betrage sei
t
Februar 2015 75
%
(S.
5).
Die
Y._
-Gutachter
führten auf Nachfrage der Beschwerdegegnerin mit Schreiben vo
m
9.
August 2016 (
Urk.
7/249)
aus,
Dr.
E._
sei aufgrund der vor der Be
gutachtung im Universitätsspital
G._
durchgeführten SPECT/CT-Untersuchung von einer soweit stabilen Situation ausgegangen. Die Situation drehe sich somit ausschliesslich um die Festlegung der Arbeitsfähigkeit.
Dr.
E._
gehe von einer Einschätzung der Arbeitsfähigkeit von 50
%
aus. Die Gutachter des
Y._
schätzten die Arbeitsfähigkeit dagegen mit 80
%
ein (S. 2 Mitte). Die von den Gutachtern festgelegte Arbeitsfähigkeit gelte definitiv ab dem Datum der Begutachtung. Für den Zeitraum ab Juni 2014 habe sie arbiträren Charakter. Der Beschwerdeführer habe allerdings den Eindruck eines seit längerem vergleichbaren Zustandsbildes vermittelt. Die rückwirkende Beurteilung sei daher mit gutem Grund vorgenom
men
worden (S. 2 f.).
Dr.
E._
gehe allgemein davon aus, dass nach Versteif
ungsoperationen an der Wirbelsäule eine Rückkehr in den Erwerbsprozess oftmals nur noch eingeschränkt möglich sei. Auf welcher Datenlage seine Einschätzung beruhe, sei nicht zu erkennen (S. 3 oben). Zusammenfassend führten die den Gut
achtern nachträglich zugestellten Dokumente nicht zu einer Änderung der medi
zinischen Beurteilung gemäss dem Gutachten vom
4.
August
2015 (S.
3 unten).
Ferner führten sie aus,
die von
Dr.
B._
attestierte hochgradige Arbeitsunfähigkeit sei aus versicherungsmedizinischer Sicht nicht gerechtfertigt. Es bestünden durch
aus Ressourcen. Der Explorand habe eine abgeschlossene Berufsausbildung
in
seiner Heimat Mazedonien und verfüge über eine mehrjährige Berufserfahrung. Weiter lebe er nicht abgestumpft gegenüber seiner Umgebung. Er lebe in einer stabilen Beziehung mit seiner Ehefrau und dem schulpflichtigen Sohn, auch wenn die Bez
iehung zuweilen angespannt sei (S. 1 Mitte).
Finanziell sei er von der voll erwerbstätigen Ehefrau abhängig. Die Verkehrsfähigkeit sei nicht eingeschränkt. Er unternehme Flugreisen nach Mazedonien und fahre selber kurze Strecken
mit dem Auto.
Weiter bestehe ein chronischer Verlauf mit einer ambulanten psychiatrisch-psychotherapeutischen Behandlung. Die Behandlung sei adäquat mit einer guten Compliance. Die Behandlungsmöglichkeiten seien aber noch nicht ausgeschöpft.
Dr.
B._
habe zur Opioid-Analgetika-Medikation nicht Stellung genommen. Durch diese könne
es
zu verstärkten Konzentrationsstörungen und einer vermehrten Müdigkeit kommen. Bei psychisch überlagerten Schmerzen seien Opioid-Anal
ge
tika ungünstig und sol
lten nicht verordnet werden. Aufgrund des Gutachtens sei nicht davon auszugehen, dass der Explorand die Arbeitsfähigkeit bei einer opti
malen Behandlung nutzen und wieder arbeiten werde. Dies ergebe sich vor alle
m
durch eine ausgeprägte Krankheits- und Behinderungsüberzeugung
. Dabei spiel
ten auch psychosoziale Faktoren eine Rolle, wie die angespannte finanzielle Situation
(S.
1 f.).
Es seien vor allem nicht krankheitswertige Faktoren, die bei der Selbsteinschätzung des Exploranden eine Rolle spielten. Bei der Begutachtung habe sich eine nicht in allen Bereichen bestehende Konsistenz ergeben. So sei es dem Exploranden möglich trotz subjektiv starker Beschwerden mit Schmerzen, Flugreisen zu unternehmen und auch selber Auto zu fahren. Auch im Untersu
chungsgespräch sei er ruhig und angepasst gewesen (S. 2 oben).
4.9
Laut Bericht vom
5.
Februar 2018 (
Urk.
7/268/4-6) von
Dr.
E._
(vorstehend E. 4.3) fand am 1
7.
November 2017 eine weitere Operation (Osteosynthese
mate
rialentfernung, Dekompression L3/4) statt (S.
1 Mitte). Ferner äusserte er sich
dahingehend, dass seines Erachtens bei diesem Patienten schon längst eine ganze Rente hätte zugesprochen werden sollen (S. 2 unten).
5.
5.
1
Die Gutachter des
Z
entr
ums
Z._
erstatteten am 2
7.
August 2018
ein polydisziplinäres Gutachten im Auftrag der Beschwerdegegnerin
(
Urk.
7/281
)
.
Sie
führten aus, aufgrund von therapieresistenten Schmerzen seien seit 2006 fünf Eingriffe im Bereich der Lendenwirbelsäule erfolgt. Der Beschwerdeführer sei aus somatischen sowie psychischen Gründen seit Anfang 2006 arbeitsunfähig ge
schrieben (S. 5
Ziff.
4.1 oben).
5.
2
Im orthopädisch-traumatologischen
Teilgutachten wurde ausgeführt, der Be
schwer
deführer habe angegeben, dass er seit 2005 Rückenschmerzen habe. Die Schmerzen würden in die Beine rechts mehr als links ausstrahlen (S. 38
Ziff.
3.2 Mitte).
Im Rahmen der orthopädisch-traumatologischen Untersuchung sei eine eingeschränkt bewegliche Halswirbelsäule (HWS) bei freier spontaner Beweg
lichkeit demonstriert worden.
Die Angabe von multiplen Schmerzen im Rahmen der Untersuchung sei neuroanatomisch zum grossen Teil nicht nachvollziehbar. In einem MRI der
HWS
vom
2.
Mai 2018
hätten sich degenerative Veränderungen im Sinne von Spondylosen,
Unkovertebralarthrosen
und Spondy
l
arthrosen der HWK 3-7 ohne eine Nervenwurzelkompression dargestellt (S. 45
Ziff.
6 oben). Bezüglich der LWS habe sich ebenfalls eine Differenz zwischen der demon
strierten Bewegungseinschränkung und der spontan freien Beweglichkeit ergeben (S. 45
Ziff.
6 Mitte).
Diskrepant zur subjektiv empfundenen vollständigen Arbeitsunfähigkeit seien die Aktivitäten des Beschwerdeführers in den Bereichen Freizeit und Haushalt. So sei er unter anderem in der Lage, Spaziergänge und Fernreisen per Flugzeug, zum Beispiel in die Türkei, zu unternehmen (S. 47
Ziff.
7.2 unten). Das Verhalten des Beschwerdeführers im Rahmen der aktuellen Untersuchung zeige Verdeutlich
ungs
tendenzen (S. 48
Ziff.
7.3 oben). Aus orthopädischer Sicht bestehe in der bisherigen Tätigkeit eine Arbeitsfähigkeit von 0
%
(S. 49
Ziff.
8 Mitte). Körperlich leichte, wechselbelastende Tätigkeiten ohne Zwangshaltungen des Kopfes und der LWS und ohne häufiges Bücken seien zu 100
%
möglich (S.
50 oben). Nach der Operation vom 1
7.
November 2017 werde eine Arbeitsunfähigkeit von 100
%
während drei Monaten geschätzt. Ab Mitte Februar 2018 werde für eine leidens
angepasste Tätigkeit erneut von einer 100%igen Arbeitsfähigkeit ausgegangen (S.
51
Ziff.
2 b).
5.
3
Die internistische Untersuchung ergab keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit (S. 6
2
Ziff.
2).
5.
4
Zur psychiatrischen Untersuchung wurde ausgeführt, der Beschwerdeführer habe angegeben, dass es nachts häufig zu panikartigen Zuständen gekommen sei
,
mit plötzlichem Erwachen, Herzrasen und Atemnot sowie Krämpfen in den Händen (S. 67
Ziff.
3.2 unten). Zum Untersuchungszeitpunkt habe er sich verhältnis
mässig gut gefühlt. Es gebe jedoch auch viele Tage, an denen er sich stark zurückziehe und an Freudlosigkeit und Lustlosigkeit leide (S. 68 oben).
Der Beschwerdeführer sei seit Dezember 2008 bei
Dr.
B._
in ambulanter psy
chiatrischer Behandlung. Zweimal sei eine stationäre psychiatrische Behandlung erfolgt (S. 71 oben). Er habe sich
hinsichtlich der Gesprächsführung
anfangs koo
perativ und motiviert gezeigt. Im weiteren Verlauf habe er sich teilweise unter
schwellig gereizt gezeigt, verbunden mit einer sichtlich nachlassenden Konzen
tration. Im Interaktionsverlauf hätten sich zunehmend formalgedankliche Defizite gezeigt in Form von Umständlichkeit und teils Haftenbleiben mit Verlangsamung des Gedankendu
k
tus. Auffassungsdefizite sowie Wortfindungsstörungen hätten sich selten gezeigt (S. 72
Ziff.
4.1 oben). Es sei eine Störung der Vitalgefühle festgestellt worden sowie Insuffizienzgefühle, Freudlosigkeit, Deprimiertheit, Exi
stenzängste, eine erhöhte Ängstlichkeit, intermittierende panikartige Zustände und ein vermehrte
s
Albtraumerleben (S. 73 oben).
Hinweise auf eine vorliegende Persönlichkeitsakzentuierung bestünden nicht (S. 73 Mitte).
Die in den Akten berichtete depressive Störung könne bestätigt werden. Der Aus
prägungsgrad habe sich zum Untersuchungszeitpunkt als mittelgradig erwiesen. Es bestehe eine anhaltende depressive Episode, mindestens seit 2008 und keine rezidivierende depressive Störung (S. 74
Ziff.
6 Mitte). Die Kriterien für eine an
haltende somatoforme Schmerzstörung nach ICD-10 seien unzureichend erfüllt. Der Beschwerdeführer habe auf aktives Nachfragen über anhaltende Schmerzen berichtet, die aber durchaus in Qualität und Quantität differierten und die nicht andauernd als schwer und quälend erlebt würden (S. 74
Ziff.
6 unten).
Die Gutachter nannten als psychiatrische Diagnose mit Relevanz für die Arbeits
fähigkeit eine mittelgradige depressive Episode
(ICD-10 F32.1)
, mindestens seit 2008
(
S. 75 oben).
Aktuell bestehe eine stabile soziale Situation. Es bestehe ein gesicherter Wohnsitz und die Ehefrau sei berufstätig, wodurch die Finanzen, wenn auch nur knapp, gesichert seien (S. 75 f.).
Die Behandlungsmöglichkeiten seien nicht a
usgeschöpft. Denkbar seien näher umschriebene Änderungen der
Medika
tion
. Auch eine teilstationäre Behandlung sei in Betracht zu ziehen, um den psychischen Gesundheitszustand nachhaltig zu verbessern.
Die Etablierung einer externen Tagesstruktur und die Ausübung einer leidensangepassten Tätig
keit werde prinzipiell als sinnvolle Massnahme erachtet zur Erlangung von mehr Selbstwert und
sozialer Integration und der damit verbundenen Chance, den Gesundheitszustand zu verbessern und zu stabilisieren (S. 76
Ziff.
7.2 unten).
Zur Plausibilität wurde ausgeführt, der geschilderte Tagesablauf des Versicherten, sein männliches Rollenverständnis und der festgestellte Schweregrad der zu
grundeliegenden depressiven Störung könn
t
en die Selbsteinschätzung des Versi
cherten und des behandelnden ambulanten Psychiaters hinsichtlich Arbeitsfähig
keit nicht plausibel machen. Zwar seien die vom Versicherten
g
eklagten Symp
tome grösstenteils kongruent mit der im Rahmen des Interviews durchgeführten Verhaltensbeobachtung, der erhobenen Psychopathologie. Eine überwiegend auf
gehobene Arbeits- und Leistungsfähigkeit könne hieraus jedoch nicht abgeleitet werden (S. 76 f.
Ziff.
7.3).
Als Diskrepanz habe sich ergeben, dass der Beschwerdeführer ausser beim Tragen von schweren Einkäufen bei der Verrichtung von Haushaltstätigkeiten keine Unterstützung benötige und gemäss seinen eigenen Angaben keinerlei Ein
schränkungen bestünden. Dass er im Haushalt nur beim Staubsaugen und beim Einräumen der Geschirrspülmaschine helfe, habe er mehr auf seine «Unge
schick
lichkeit» zurückgeführt als auf gesundheitliche Einschränkungen (S.
77 oben).
Aus den Vorberichten des ambulanten Psychiaters
Dr.
B._
seien wesentlich höhergradige Arbeitsunf
ä
higkeiten
zu entnehmen
, nämlich 75
%
von Mai 2012 bis Oktober 2013, 50
%
von November 2013 bis Januar 2014 sowie 75
%
seit Februar 2014 und sodann 100
%
gemäss dem letzten Bericht vom März 2018
, pr
imär aufgrund einer hinzugetretenen Panikstörung.
Dr.
B._
begründe die je
weiligen Arbeitsunfähigkeiten von 2012 an primär mit dem Schweregrad des depressiven Zustandsbildes. Die darin aufgeführten psychopathologischen Symp
tome untersch
ie
den sich teilweise nur wenig mit den Symptomen der jeweiligen Gutachten
,
jedoch schein
e
Dr.
B._
die vorliegende Psychopathologie stärker alltags- und somit auch berufseinschränkend aufzufassen und mit einem anderen Sch
weregrad zu interpretieren als
dies die jeweiligen ande
ren psychiatrischen Fachärzte täten (S. 79 Mitte)
.
Einige
der von
Dr.
B._
aufgeführten Symptome
seien
jedoch weder
i
n den Gut
achten von
Dr.
C._
(vorstehend E. 3.3) beziehungsweise des
Y._
(vorstehend E.
3.4 und
4
.6)
noch
im aktuellen
Gutachten beobachtet
worden
.
Die von
ihm
aufgeführten psychopathologischen Symptome wie anhaltend depressive Ver
stimmung, Beeinträchtigung von Konzentration, Antriebs
-
und Energielosigkeit, Gefühl innerer Leere, vermindertes Selbstwertgefühl, Schlafstörung, Zukunfts
ängste, erhöhte Reizbarkeit, Freud- sowie Lustlosigkeit
habe
der Explorand auch im
Rahmen
der
aktuellen Begutachtung
präsentiert
, jedoch
hätten
diese im Ge
samtkontext wesentlich weniger alltags
-
und berufseinschränkend
imponiert
. Beurteilt anhand von ICD-10 Kriterien könn
t
en die
drei
typischen Hauptsymp
tome, welche
s
chweregradunabhängig auftr
ä
ten, wie gedrückte Stimmung, Inte
res
sensverlust und Freudlosigkeit sowie Verminderung des Antriebs und erhöhte Ermüdbarkeit, auch
aktuell
bestätigt werde
n (S. 79).
Die für eine schwere depressi
ve Episode nach ICD-10 Kriterien geforderten Kriterien wie vorhandene erhebliche Verzweiflung und Agitiertheit oder starke motorische Gehemmtheit
hätten sie n
icht sehen
können und würden
auch nicht in der beschriebenen Psychopathologie von
Dr.
B._
geschildert. Ebenso beschr
ie
ben die ICD-10 diagnostischen Leitlinien bei einer schweren depressiven Episode, dass es sehr unwahrscheinlich
sei
, dass ein Patient während einer schweren de
pres
siven Episode in der Lage
sei
, soziale und häusliche Aktivitäten fortzuführen, was
der Explorand
aber im Rahmen des Interviews klar bejaht ha
be. Auch hinsichtlich dieses
Aspekt
s
zeigte sich der Explorand nicht über Jahre hinweg schwer beeinträchtigt, so dass eine durchgängige schwer depressive Episode über Jahre hinweg fragw
ü
rdig erschein
e (S
.
79 unten).
Ein deutlicher Appetitverlust
sei
ebenso nicht vorzufinden
gewesen
, im Gegenteil
habe
der
Explorand
von einer Gewichtszunahme innert
der
letzten
Jahre
berichtet
(S. 79 f.).
Somit könn
t
en
sie
das von
Dr.
B._
attestierte schwer depressive Zustandsbild anhand seiner be
schriebenen Psychopathologie auch retrospektiv nur erschwert nachvollziehen
.
Ebenso schein
e
die daraus resultierende 100%ige Arbeitsunfähigkeit auf Basis der Befunde nicht gerecht zu werden, da der Patient
aktuell
eben sehr wohl von Aktivitäten im Haushalt
,
Autofahrten
sowie
von
kurze
n
Hometrainer-Aktivitäten
berichtet
habe
, was sich aus rein psychiatrischer Sicht nicht mit einer 100%
ige
n
Arbeitsunfähigkeit
deck
e
. Von einer Sistierung derartiger Tätigkeiten in den letzten Jahren
habe
der Versicherte auch nicht
berichtet (S. 80 oben).
Des Weiteren habe insbesondere die von
Dr.
B._
aufgeführte neu hinzugetretene Panikstörung nach ICD-10 Kriterien aus näher dargelegten Gründen nicht verge
ben werden können (S. 80 Mitte).
Die Argumentation von
Dr.
B._
, wonach die Schmerzen permanent vorhanden seien, widerspreche den
aktuell
erhobenen Befunden. Demnach könne der Be
schwerdeführer im Alltag sehr wohl noch Autofahren, leichte Haushalts
tätig
keiten verrichten und Flüge wahrnehmen. Dies weise unter anderem auf eine gewisse Adaption des empfundenen Schmerzerlebens hin. Weiter könne ange
nommen werden, dass
Dr.
B._
aufgrund des Einbezuges der Schmerzkomponente in die
Beurteilung des depressiven Zustandsbildes zu einer anderen Schweregrad
beurteilung komme (S. 80 unten).
Aus psychiatrischer Sicht bestehe für die bisherige Tätigkeit eine Einschränkung der Leistung von 20
%
aufgrund zunehmender Konzentrationsdefizite, einer formalgedanklichen Verlangsamung und einer erhöhten Tagesmüdigkeit (S. 83
Ziff.
8 Mitte). Eine angepasste Tätigkeit sollte wenig Konzentration erfordern und es sollte ein wohlwollendes und wertschätzendes Arbeitsklima vorhanden sei
n
(S.
83
Ziff.
8 unten).
Betreffend Fähigkeiten, Ressourcen und Belastungen (S. 82 f.
Ziff.
7.4) führten die Gutachter folgende Ressourcen an: Partnerschaft, Spaziergänge, Hometrainer-Aktivität, soziale Kontakte zur Familie, Teamfähigkeit und Sozialkompetenz, hohe Integrationsfähigkeit, was letztlich auch zu einer erfolgreichen Einbür
ge
rung geführt habe. Die vorhandenen Ressourcen, unter anderem die täglichen Spaziergänge sowie Hometrainer-Aktivität
,
deuteten auf noch vorhandene Regu
lationsmöglichkeiten des Antriebsverlustes hin, so dass auch in einer Arbeits
tätigkeit von einer noch vorhandenen Belastbarkeit, wenn auch reduziert, ausge
gangen werden könne. Die mehrjährige durchgängige Arbeitstätigkeit beim selbe
n Arbeitgeber und der damit verbundene berufliche Aufstieg zeigten eine gut aus
geprägte Sozialkompetenz und Teamfähigkeit auf, welche auch in einer adap
tieren Tätigkeit sicherlich hilfreich und förderlich seien (S. 82 Mitte).
Ein eingeschränktes Belastungsprofil ergebe sich durch Konzentrationsdefizite,
verminderte Auffassung, formalgedankliche Verlangsamung und Umständlich
kei
t sowie durch die vorliegende Schlafproblematik und daraus resultierende Tages
müdigkeit mit Antriebsverlust (S. 82 unten).
Die in der Vergangenheit bereits aufgeführte depressive Erkrankung könne als einflussnehmend auf die Arbeitsfähigkeit deklariert werden. Zum Untersu
chungs
zeitpunkt habe sich diese in mittelgradiger Ausprägung gezeigt. Aufgrund der bereits mehrjährigen Chronifizierung der Erkrankung sei die Prognose zum ge
gen
wärtigen Zeitpunkt vor dem Hintergrund noch nicht ausgeschöpfter Behand
lungsmöglichkeiten als unsicher zu formulieren. Aus gutachterlicher Sicht sei der Explorand gesamthaft noch zu 80
%
arbeitsfähig, was bei der Umsetzung in einer adaptier
t
en Tätigkeit längerfristig zu einer Besserung des Ausprägungsgrades der Depression und damit der Arbeitsfähigkeit beitragen könnte, da hierdurch einer
seits der Selbstwert positiv beeinflusst werden könnte und - wie der Versicherte
in d
er Exploration mehrfach erwähnt habe
- auch Schamgefühle, die für seine feh
le
n
de Arbeitstätigkeit eine grosse Rolle spiel
t
en, reduziert werden könnten (S. 82 f.).
5.
5
Die neurologische Untersuchung ergab für die bisherige und eine angepasste Tätigkeit eine durchgehende Arbeitsfähigkeit (S. 96 f.
Ziff.
8).
5.
6
Die Gutachter des
Z._
stellten folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (S. 6
Ziff.
4.2):
-
pseudoradikuläres Lumbalsyndrom beidseits bei Status nach fünfmaliger Operation der LWS
-
Zervikobrachialsyndrom
beidseits ohne radikuläre Reizung
-
mittelgradige depressive Episode anhaltend seit mindestens 2008
(
ICD-10 F32.1)
Als Diagnosen ohne Auswirkung auf die zuletzt ausgeübte Tätigkeit nannten die Gutachter arterielle Hypertonie und Adipositas (S. 6
Ziff.
4.2). Die depressive Erkrankung habe sich in mittelgradiger Ausprägung gezeigt
. Aufgrund der mehr
jährigen Chronifizierung der Erkrankung sei die Prognose vor dem Hintergrund noch nicht ausgeschöpfter Behandlung
smethoden unsicher. Der Beschwerde
füh
rer werde gesamthaft als 80
%
arbeitsfähig erachtet. Dies könne bei der Um
setz
ung in einer adaptierten Tätigkeit längerfristig zu einer Besserung des Ausprä
gungsgrades der Depression und damit der Arbeitsfähigkeit beitragen (S. 7
Ziff.
4.3 oben). Die Gutachter gab
en
als Ressourcen die Partnerschaft, Spazier
gänge, die Hometrainer-Aktivität und soziale Kontakte zur Familie an. Weiter bestünden eine Teamfähigkeit und Sozialkompetenz und eine hohe Integrations
fähigkeit, was letztlich auch zu einer erfolgreichen Einbürgerung geführt habe (S.
7
Ziff.
4.5 unten).
5.
7
Die Gutachter attestierten in leidensangepassten Tätigkeiten gesamthaft eine Arbeits
fähigkeit von 80
%
(S. 9
Ziff.
4.
8).
Nach der Operation am
8.
November 2013 werde für 6 Monate postoperativ eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit des Ver
sicherten eingeschätzt. Ab Mai 2014 werde von einer 50%igen Arbeitsfähigkeit, ab Juli 2014 von einer 80%igen Arbeitsfähigkeit des Versicherten in einer lei
densadaptierten Tätigkeit ausgegangen. Nach der Operation am 1
7.
November
2017 werde eine 3-monatige 100%ige Arbeitsunfähigkeit eingeschätzt (S. 9 unten
). Ab Mitte Februar 2018 werde erneut von einer 80%igen Arbeitsfähigkeit in einer leidensadaptierten Tätigkeit ausgegangen (S. 9 f.).
6.
6.1
Laut Austrittsbericht vom 1
9.
Dezember 2018 (
Urk.
7/295/1-5) erfolgte v
om 25.
Oktober bis 1
0.
Dezember 2018
eine weitere stationäre psychiatrische
Be
handlung in der
Klinik
D._
, und als psychiatrische Diagnosen wurden eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig schwere Episode ohne psycho
tische
Symptome (ICD-10 F33.2)
,
und eine chronische Schmerzstörung mit so
ma
tischen und psychischen Faktoren (ICD-10 F45.41) genannt (S. 1 Mitte
).
6.2
Dr.
med.
H._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, erstattete am 2
0.
März 2019
ein psychiatrisches Gutachtem im Auftrag des Beschwerdeführers (
Urk.
7/295/6-21)
.
Er stützte sich dabei unter anderem auf die von ihm am 25. Februar und 1
1.
März 2019 geführten Untersuchungsgespräche (S. 2 Mitte).
Er
nannte als Diagnosen eine rezidivierende, sich chronifizierende depressive Störung mit zum Zeitpunkt der Untersuchung mittelgradigem Ausmass mit Panikattacken (ICD-10 F33.1) sowie eine andauernde Persönlichkeitsänderung bei einem chronischen Schmerzsyndrom mit aggressiven, apathischen und labilen Zügen (ICD-10 F62.8). Die depressive Störung wechsle in ihrem Ausmass. Leichte Episoden wechselten sich mit mittelgradigen und schweren ab, wobei sich der Schweregrad des depressiven Zustandsbildes in den letzten Jahren verstärkt habe
(S.
10
Ziff.
6 oben).
Eine mittelgradige Depression habe direkte Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit. Menschen mit einem solchen Ausmass einer Depression seien während diesen Zuständen nicht fähig, einer Arbeit nachzugehen
. Eine andauernde Persönlichkeitsänderung als Folge einer anderen schweren körperli
chen oder psychischen Erkrankung führe zum Verlust der Fähigkeit, Spannungen zu regulieren, Herausforderungen des Alltags zu meistern, Ängste auszuhalten, Beziehungen adäquat zu pflegen und Stimmungen zu modulieren. Beim Be
schwerdeführer finde sich eine chronische Schmerzstörung (S. 10
Ziff.
6 Mitte). Es finde sich eine Persönlichkeitsänderung mit labilen, aggressiven und apa
thi
schen Anteilen. In der Untersuchung habe sich gezeigt, dass der Beschwerde
führer rasch wütend geworden sei, stark gereizt sei, sich nicht verstanden fühle und er sich sehr schäme. Weiter habe
er
Stimmungseinbrüche, werde er von Angst überschwemmt, habe Panikattacken und leide an starken Albträumen. Er mache sich selbst Vorwürfe, ziehe sich sozial total zurück und habe keine Lebensfreude (S. 10
Ziff.
6 unten).
Die Behandlungsmöglichkeiten bei solchen chronifizierten Störungen seien alle ausgeschöpft. Es sei unwahrscheinlich, dass der Beschwerdeführer in den regu
lären Arbeitsmarkt zurückfinden werde. Zur Linderung der Symptomatik könnten ergotherapeutische Massnahmen und eine Tagesstruktur ausserhalb der eigenen Wohnung beitragen. Die Massnahmen gehörten nicht zum Rahmen einer Arbeits
integration (S. 12 Ziff.
7.2).
Aus psychiatrischer Sicht sei der Beschwerdeführer zum jetzigen Zeitpunkt auch in einer angepassten Tätigkeit nicht fähig, eine Arbeitsleistung zu erbringen (S. 15 oben).
6.3
Am
3.
Juni 2019 erstattete
Dr.
med.
I._
, Fachärztin für Psy
chiatrie und Psychotherapie, RAD, eine Stellungnahme (
Urk.
7/303 S. 16 f.).
Sie führte aus, es sei nicht nachvollziehbar, dass eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit für sämtliche Tätigkeiten im ersten Arbeitsmarkt bestehe. Es sei jedoch nachvoll
ziehbar, dass der Versicherte nach einer so langen Abstinenz vom Arbeitsmarkt ohne weitere Hilfe aktuell, kurz bis mittelfristig, nicht im ersten Arbeitsmarkt Fuss fassen werde. Eine Arbeitsfähigkeit von 80
%
sei mit Unterstützung zumutbar. Er würde zunächst sehr niederschwellig und in sich langsam steigernden Schritten an den Arbeitsprozess herangeführt werden
müssen
(S.
17 unten).
7
.
7.
1
Im
Y._
-Gutachten von 2012 wurden als Diagnosen ein chronisches
thorako
- und
lumbovertebrales
Schmerzsyndrom (mit operativen Eingriffen 2006, 2007, 2008 und 2009) und eine leichte bis mittelgradige Episode genannt (vorstehend E. 3.4.5).
Im Bericht über die Hospitalisierung in der Klinik
D._
im März/April 2013 wurde als Diagnose eine schwere depressive Episode mit psychotischen Sympto
men genannt (vorstehend E. 4.1). Der behandelnde Psychiater
Dr.
B._
nannte als Diagnose eine
mittelgradige bis schwere depressive Störung, dies im Mai 2013 (vorstehend E. 4.2) und im Mai 2014 (vorstehend E. 4.4). Der behandelnde Chirurg
Dr.
E._
nannte im Oktober 2014 als Diagnose einen Status nach Verlänge
rungsfusion am
8.
November 2013 und Status nach zweimaliger Korrektur
op
era
tion nach
failed
back
surgery
2008 und 2009, eine ISG-Symptomatik und eine bekannte schwere Depression (vorstehend E. 4.5).
Im
Y._
-Gutachten von 2015 wurden als Diagnosen ein chronisches, lumbal be
tontes panvertebrales Schmerzsyndrom und eine leichte bis mittelgradige depres
sive Episode genannt (vorstehend E. 4.6.5).
Im
Z._
-Gutachten von 2018 wurden als Diagnosen ein pseudoradikuläres Lumbalsyndrom beidseits bei Status nach fünfmaliger Operation der LWS, ein
Zervikobrachialsyndrom
beidseits ohne radikuläre Reizung und eine mittelgra
dige depressive Episode, anhaltend seit mindestens 2008, genannt (vorstehend E.
5
.
6).
Im
Zusammenhang mit
einer erneuten psychiatrischen Hospitalisierung im Okto
ber/Dezember 2018 wurden als psychiatrische Diagnosen eine
schwere depressive Episode ohne psychotische Symptome und eine chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren genannt (vorstehend E.
6.1
). Der vom Beschwerdeführer beauftragte Gutachter
Dr.
H._
nannte im März 2019 als Diagnosen eine
rezidivierende, sich chronifizierende depressive Störung mit zum
Zeitpunkt der Untersuchung mittelgradigem Ausmass mit Panikattacken (ICD-10 F33.1) sowie eine andauernde Persönlichkeitsänderung bei einem chronischen Schmerzsyndrom
(vorstehend E.
6.2
).
7.
2
Gestützt auf die Beurteilung im
Y._
-Gutachten von 2012, wonach für angepasste Tätigkeit eine Arbeitsfähigkeit von 80
%
bestehe (vorstehend E. 3.4.6), sprach die Beschwerdegegnerin dem Beschwerdeführer unter anderem eine bis Januar 2013 befristete (Dreiviertels-) Rente zu (vorstehend E. 3.6).
Im Zusammenhang mit der Hospitalisierung in der Klinik
D._
im März/April 2013 wurde eine Arbeitsunfähigkeit von 100
%
attestiert (vorstehend E. 4.1). Der behandelnde Psychiater
Dr.
B._
attestierte im Juli 2013 eine Arbeitsunfähigkeit von 100
%
(vorstehend E. 4.
2
)
, sodann attestierte er eine Arbeitsunfähigkeit von
75
%
im Januar und Februar 2013, von 100
%
von März bis Oktober 2013 und von 75
%
seit November 2013
(vorstehend E. 4.4)
. Der behandelnde Chirurg
Dr.
E._
äusserte im April 2014 die Ansicht, im Frühjahr 2013 habe aus psychiatrischen Gründen eine Arbeitsunfähigkeit von 100
%
bestanden und aus somatischer Sicht sei der Gesundheitszustand gleich (schlecht) geblieben (vor
stehend E. 4.3).
Im
Y._
-Gutachten, das nach Untersuchungen im Mai und Juni 2015 erstattet wurde (vorstehend E. 4.6.1), wurde ab dem Untersuchungszeitpunkt eine Arbeits
-
fähigkeit von 80
%
in angepasster Tätigkeit attestiert (vorstehend E. 4.6.6). Der RAD-Arzt
Dr.
F._
ging von einer entsprechenden Arbeitsfähigkeit ab Juli 2014 aus (vorstehend E. 4.7).
Im
Z._
-Gutachten vom August 2018 (vorstehend E.
5
) wurde die Arbeits
fähigkeit in angepasster Tätigkeit wie folgt festgelegt: 50
%
ab Mai 2014, 80
%
von
Juli 2014 bis Oktober 2017, 0
%
von November
2017
bis Mitte Februar 2018 (vorstehend E.
5
.
7).
Der vom Beschwerdeführer beauftragte Gutachter
Dr.
H._
attestierte im März 2019 eine vollständige Arbeitsunfähigkeit (vorstehend E.
6.2
). Die RAD-Psy
chia
terin
Dr.
I._
führte am
3.
Juni 2019 aus, zwar sei eine 1
00%ige Arbeits
un
fähigkeit für sämtliche Tätigkeiten im ersten Arbeitsmarkt
nicht nachvollzieh
bar, jedoch
sei nachvollziehbar,
dass der Versicherte nach einer so langen Abstinenz vom Arbeitsmarkt ohne weitere Hilfe aktuell, kurz bis mittelfristig, nicht im ersten Arbeitsmarkt Fuss fassen werde. Eine Arbeitsfähigkeit von 80
%
sei mit Unter
stützung
zumutbar. Er würde zunächst sehr niederschwellig und in sich langsam steigernden Schritten an den Arbeitsprozess herangeführt werden
müssen (vor
stehend E.
6.3
).
7.
3
Im Vergleich zu den Verhältnissen, die zur Befristung der
Rentenzusprache
bis Januar 2013 veranlassten, ist im Zeitverlauf eine Verschlechterung eingetreten. Davon ging auch die Beschwerdegegnerin mit der Zusprache einer ganzen Rente, ab November 2013 und befristet bis Juni 2014, aus.
Strittig ist unter anderem, ab wann diese Verschlechterung anzunehmen ist.
7.
4
Aktenmässig ausgewiesen ist eine im März 2013 eingetretene manifeste Ver
schlechterung des psychischen Zustands (vorstehend E. 4.1), die auch nach Ein
schätzung im
Y._
-Gutachten von 2015 eine volle Arbeitsunfähigkeit während der Dauer der damaligen Behandlung begründete (vorstehend E. 4.6.2 am Ende).
Zur Beurteilung durch
Dr.
B._
, wonach die Arbeitsunfähigkeit
75
%
im Januar und Februar 2013, 100
%
von März bis Oktober 2013 und 75
%
seit November 2013
betragen habe (vorstehend E. 4.4), wurde im
Y._
-Gutachten ausgeführt, dieser habe eine mittel- bis schwergradige Episode diagnostiziert, gegenwärtig bestehe aber keine schwere depressive Episode. Bei einer schweren depressiven Episode seien Tätigkeiten und Aktivitäten nicht mehr möglich, was beim Explo
randen nicht der Fall sei
.
Auf die Beurteilung durch
Dr.
B._
könne (deshalb) nicht hinreichend abgestützt werden (
Urk.
7/234 S. 29 oben).
Als Begründung dafür, dass retrospektiv eine Arbeitsunfähigkeit lediglich für die Zeit der Hospitalisierung, nicht aber bis jedenfalls vor der Rückenoperation im November 2013 ausgewiesen sein soll, vermag die Argumentation im
Y._
-Gut
achten nicht zu überzeugen. Dass im Begutachtungszeitpunkt (Mai/Juni 2015) keine schwere depressive Episode bestanden habe, ist nicht geeignet, die von
Dr.
B._
von
März bis Oktober 2013 - aufgrund einer damals mittelgradig bis schwer ausgeprägten Depression - attestierte Arbeitsunfähigkeit von 100
%
in Zweifel zu ziehen.
Dies führt zum Schluss, dass - wie von
Dr.
B._
attestiert - ab März 2013 von einer Arbeitsunfähigkeit von 100
%
auszugehen ist.
Somit ist der Beginn der zugesprochenen ganzen Rente auf
drei Monate nach diesem
Zeitpunkt zu datieren
(vorstehend E. 1.7.1)
. Mithin besteht der Anspruch auf eine ganze Rente ab
1.
Juni
201
3.
7.
5
Strittig ist sodann die erfolgte Befristung der zugesprochenen Rente per Juni 201
4.
Diesbezüglich divergieren die Beurteilungen durch die
Y._
-Gutachter eine
r
seits und die behandelnden Ärzte andererseits. Bei der Würdigung dieser Diffe
renz ist
vorab die
Verschiedenheit von Behandlungs- und Begutachtungsauftrag
zu beachten,
was den gutachterlichen
Schlussfolgerungen
oft
hinsichtlich der Beweiskraft einen entscheidenden Vorteil gegenüber (abweichenden) Berichten aus
therapeutischen Zusammenhängen verschafft
(BGE 137 V 210 E. 1.2.4).
Ins Gewicht fällt auch, dass sich
Dr.
E._
engagiert zu einem allfälligen Renten
anspruch und
damit
zu nicht fachlich-medizinischen Aspekten äusserte, für welche er nicht zuständig ist (vorstehend E. 4.9).
Entscheidend ist sodann, dass sich die Gutachter mit den von behandelnder Seite erhobenen Einwänden ein
gehend auseinandergesetzt und dazu so fundiert Stellung genommen haben (vor
stehend E. 4.8), dass ihre Beurteilung als schlüssiger zu werten ist
als
die anders
lautende der Behandler.
Somit ist hinsichtlich der Befristung der zugesprochenen Rente der Beurteilung im
Y._
-Gutachten
, wonach eine 80%ige Leistungsfähigkeit in angepasster Tätigkeit seit Juni 2015 best
and
(vorstehend E. 4.6.6),
zu folgen, und deren Datierung auf
September 2015 (vorstehend E. 1.7.2)
ist nicht
zu
beanstanden.
7.
6
Was den Zeitraum danach betrifft, ist auf d
as
Z._
-Gutachten
abzustellen. Dieses
genügt den praxisgemässen Kriterien (vorstehend E.
1.4) vollumfänglich. Insbesondere überzeugen die Begründungen für die erfolgten Beurteilungen und namentlich die Auseinandersetzung mit der davon abwei
chen
den Einschätzung durch den behandelnden Psychiater (vorstehend E.
5.
4).
Ferner erfolgte die Beur
teilung auch mit Blick auf die - beschwerdeweise ebenfalls the
matisierten (
Urk.
1 S. 22 ff.
Ziff.
70 ff.) - Standardindikatoren (vorstehend E. 1.3).
Sie umfasste
das ganze Leistungsprofil mit sowohl negativen als auch positiven Anteilen und ist so verfasst, dass die attestierte Arbeitsunfähigkeit «gleichsam aus dem Saldo aller wesentlichen Belastungen und Ressourcen» (BGE 141 V 281 E.
3.4.2.1) abgeleitet wurde. Es wurden ausschliesslich funktionelle Ausfälle be
rücksichtigt, welche Folge der gesundheitlichen Beeinträchtigung sind, und die
versicherungsmedi
zi
nische Zumutbarkeitsbeurteilung ist auf objektivierter Grund
lage erfolgt. Die von der Rechtsanwendung zu prüfende Frage, ob sich die Gut
achter an die massge
benden normativen Rahmenbedingungen gehalten und das Leistungsvermögen in Berücksichtigung der einschlägigen Indikatoren einge
schätzt haben (BGE 141 V 281 E. 5.2.2), ist mithin klar zu bejahen. Die funk
tionellen Auswirkungen der medizinisch festgestellten gesundheitlichen An
spruchs
grundlage lassen sich an
hand der Standardindikatoren schlüssig und widerspruchsfrei mit überwiegender Wahrscheinlichkeit nachweisen, weshalb auf das Gutachten abzustellen ist
.
Somit ist von der im Gutachten attestierten Arbeitsfähigkeit von 80
%
in ange
passter Tätigkei
t auszugehen, dies von Juli 2015
bis zur Operation vom 17. November 2017
und wiederum ab Mitte Februar 2018
.
Vom
17. November 2017 bis Mitte Februar 2018 bestand eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit (vorste
hend E. 5.7), womit der
Beschwerdeführer von Februar bis April 2018 Anspruch auf eine befristete
ganze und ab Mai 2018 keinen Anspruch auf eine Rente hat (vorstehend E. 1.7).
7.7
Die Entwicklungen nach erfolgter Begutachtung konnten die Gutachter nicht
be
rücksichtigen.
Dies betrifft insbesondere die erneute psychiatrische Hospita
lisie
rung ab 2
5.
Oktober 2018 infolge einer schweren depressiven Episode (vor
stehend E. 6.1).
Dr.
H._
nannte in seinem Gutachten im März 2019 als Diag
nose eine mittelgradig ausgeprägte depressive Störung und eine andauernde Per
sönlich
keitsänderung, und attestierte eine volle Arbeitsunfähigkeit im Unter
suchu
ngs
zeitpunkt (vorstehend E. 6.2).
Die RAD-Psychiaterin
Dr.
I._
führte schliesslich im Juni 2019 aus, es sei nachvollziehbar, dass der Beschwerdeführer
ohne weitere Hilfe aktuell, kurz bis mittelfristig, nicht im ersten Arbeitsmarkt Fuss fassen werde. Eine Arbeits
fähig
keit von 80
%
sei
«
mit Unterstützung
»
zumutbar. Er würde zunächst sehr nieder
schwellig und
«
in sich langsam steigernden Schritten an den Arbeitsprozess her
angeführt
»
werden müssen
(vorstehend E. 6.3).
Die von
Dr.
I._
abgegebene Beurteilung bedeutet im Klartext, dass für eine Tätigkeit im ersten Arbeitsmarkt keine Arbeitsfähigkeit
bestand:
Der erste Arbeitsmarkt, auch der ausgeglichene, bietet keine Beschäftigungsmöglichkeit für jemanden, der nicht bloss nur mit Unterstützung arbeitsfähig ist, sondern sogar erst an den Arbeitsprozess herangeführt werden muss, dies überdies sehr nieder
schwellig und in sich langsam steigernden Schritten.
Somit ist aufgrund der Entwicklungen nach erfolgter Begutachtung wieder eine volle Arbeitsunfähigkeit anzunehmen.
Für deren Datierung liegen wenige, aber hinreichende Angaben vor. Es ist dies die psychiatrische Hospitalisation vom 25. Oktober bis 1
0.
Dezember 2018 (vorstehend E. 6.1) und die von
Dr.
H._
gestützt auf seine Untersuchungsgespräche vom 25. Februar und 1
1.
März 2019 attestierte volle Arbeitsunfähigkeit (vorstehend E. 6.2).
Vor diesem Hintergrund erscheint es angezeigt, ein jedenfalls dreimonatiges Andauern der eingetretenen Verschlechterung ab
1.
Februar 2019 anzunehmen.
8.
Die führt zusammengefasst zur Feststellung, dass der Beschwerdeführer von März 2013 (vorstehend E. 7.
4
) bis
September 2015
(vorstehend E.
7.
5
) und von Februar bis April 2018 (vorstehend E. 7.6)
sowie ab
Februar
2019 (vorstehend E.
7.7) Anspruch auf eine ganze Rente hat
. Dahingehend
ist die ange
fochtene Verfügung in Gutheissung der dagegen erhobenen Beschwerde
abzu
änder
n.
9.
9.1
Die Verfahrenskosten gemäss
Art.
69
Abs.
1
bis
des Bundesgesetzes über die Inva
lidenversicherung (IVG) sind ermessensweise auf
Fr.
900.-- festzusetzen und aus
gangsgemäss der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen.
9.2
Dem obsiegenden und anwaltlich vertretenen Beschwerdeführer steht eine Pro
zess
entschädigung zu, die beim praxisgemässen Stundenansatz von Fr.
220.
(
zu
züglich Mehrwertsteuer) ermessenweise auf
Fr.
2'500.-- (inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) f
estzusetzen und der Beschwerdegegne
rin aufzuerlegen ist.