# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 154d616c-21fd-43fc-a6d8-9de2a5d98e29
**Court:** ZH_OG
**Chamber:** ZH_OG_002
**Year:** 2018
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

betreffend mehrfache Widerhandlung gegen das Tierschutzgesetz
Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichtes Winterthur, Einzelgericht, vom 11. Juli 2017 (GC170023)
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Strafbefehl:
Der Strafbefehl des Statthalteramtes des Bezirkes Winterthur vom 15. Februar
2017 ist diesem Urteil beigeheftet (Urk. 2/11).
Urteil der Vorinstanz:
1. Die Beschuldigte ist schuldig der mehrfachen Widerhandlung gegen das
Tierschutzgesetz im Sinne von Art. 28 Abs. 1 lit. a TSchG i.V.m. Art. 3 lit. b,
Art. 4 Abs. 1 sowie Art. 6 Abs. 1 TSchG und Art. 3 Abs. 1-3, Art. 4 Abs. 1,
Art. 5 Abs. 1-3 sowie Art. 71 TSchV.
2. Die Beschuldigte wird bestraft mit einer Busse von Fr. 600.–.
Die Busse ist zu bezahlen. Bezahlt die Beschuldigte die Busse schuldhaft
nicht, so tritt an deren Stelle eine Ersatzfreiheitsstrafe von 6 Tagen.
3. Die Entscheidgebühr wird festgesetzt auf:
Fr. 1'200.00 ; die weiteren Kosten betragen
Fr. 430.00 Kosten Strafbefehl Fr. 350.00 nachträgliche Untersuchungskosten Fr. 1'980.00 Total
Allfällige weitere Kosten bleiben vorbehalten.
Wird auf eine schriftliche Begründung des Urteils verzichtet, so reduziert
sich die Entscheidgebühr auf zwei Drittel.
4. Die Kosten des gerichtlichen Verfahrens, die Kosten des Strafbefehls in der
Höhe von Fr. 430.– sowie die nachträglichen Untersuchungskosten in der
Höhe von Fr. 350.– werden der Beschuldigten auferlegt.
5. Über die Kosten des gerichtlichen Verfahrens stellt die Bezirksgerichtskasse
Rechnung.
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6. Die Busse von Fr. 600.– und die Kosten des Statthalteramtes des Bezirkes
Winterthur in der Höhe von Fr. 430.– gemäss Strafbefehl Nr. ST.2016.3564
vom 15. Februar 2017 sowie die nachträglichen Untersuchungskosten in der
Höhe von Fr. 350.– werden durch das Statthalteramt des Bezirkes Win-
terthur eingefordert.
Berufungsanträge:
a) Der Verteidigung der Beschuldigten:
(Urk. 32 S. 2)
Es sei das angefochtene Urteil vollumfänglich aufzuheben und A._ von
Schuld und Strafe freizusprechen.
Sämtliche Verfahrenskosten i.S. von Art. 422 StPO seien auf die Staatskas-
se zu nehmen.
Es sei A._ eine Entschädigung i.S. von Art. 429 a+b StPO von
CHF 3'379.50 zuzüglich 8% MWST und eine solche von CHF 2'200, zuzüg-
lich 8% MWST für das obergerichtliche Verfahren zuzusprechen.
Es sei A._ eine Genugtuung i.S. von Art. 429 c StPO von CHF 1'500
zuzusprechen.
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## Considerations

Erwägungen:
I.
Mit Urteil des Bezirksgerichtes Winterthur, Einzelgericht in Strafsachen, vom
11. Juli 2017 wurde die Beschuldigte wegen mehrfacher Widerhandlung gegen
das Tierschutzgesetz (Übertretungen) schuldig gesprochen und mit Fr. 600 Busse
bestraft (Urk. 18).
Gegen das Urteil liess die Beschuldigte mit Eingabe vom 20. Juli 2017 innert Frist
Berufung anmelden (Urk. 12). Das begründete Urteil wurde der Beschuldigten am
23. August 2017 zugestellt (Urk. 15/1). Deren Berufungserklärung erfolgte mit
Eingabe vom 12. September 2017 rechtzeitig (Urk. 20).
Mit Präsidialverfügung vom 19. September 2017 wurde dem Statthalteramt Bezirk
Winterthur sowie dem Veterinäramt des Kantons Zürich eine Kopie der Beru-
fungserklärung zugestellt und diesen Frist angesetzt, um zu erklären, ob An-
schlussberufung erhoben oder ein Nichteintreten auf die Berufung beantragt wer-
de (Urk. 21). Sowohl das Statthalteramt als auch das Veterinäramt verzichteten
auf die Erhebung einer Anschlussberufung sowie auf den Antrag eines Nichtein-
tretens (Urk. 23 und 24).
Mit Beschluss vom 16. Oktober 2017 wurde das schriftliche Verfahren angeordnet
und der Beschuldigten Frist angesetzt, um Berufungsanträge zu stellen und diese
zu begründen (Urk. 27). Mit Eingabe vom 2. Januar 2018 (nach erstreckter Frist)
liess die Beschuldigte über ihre Verteidigerin die Anträge stellen, es sei das ange-
fochtene Urteil vollumfänglich aufzuheben und sie sei freizusprechen, die Verfah-
renskosten seien gesamthaft auf die Staatskasse zu nehmen und ihr seien so-
wohl eine Entschädigung als auch eine Genugtuung zuzusprechen (Urk. 32 S. 2
ff. mit entsprechender Begründung der Anträge). Mit Präsidialverfügung vom
12. Januar 2018 wurde dem Statthalteramt und Veterinäramt die Berufungsbe-
gründung zugestellt und Frist zur schriftlichen Berufungsantwort angesetzt
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(Urk. 33). Mit Eingabe vom 15. Januar 2018 verzichtete das Statthalteramt auf die
Einreichung einer Berufungsantwort (Urk. 35). Das Veterinäramt reichte mit Ein-
gabe vom 31. Januar 2018 innert Frist eine Berufungsantwort ein und beantragte
die Abweisung der Berufung sowie die Bestätigung des erstinstanzlichen Urteils
(Urk. 37). Mit Präsidialverfügung vom 9. Februar 2018 wurde der Beschuldigten
die Berufungsantwort des Veterinäramtes zur freigestellten Stellungnahme unter
Ansetzung einer Frist übermittelt (Urk. 39). Nach erstreckter Frist liess die Be-
schuldigte mit Eingabe vom 25. März 2018 eine Stellungnahme einreichen
(Urk. 43). Diese wurde wiederum dem Statthalteramt und Veterinäramt ebenfalls
zur freigestellten Stellungnahme übermittelt (Urk. 45), worauf das Statthalteramt
ausdrücklich verzichtete und das Veterinäramt sich nicht weiter vernehmen liess
(Urk. 47 und 48).
Damit erweist sich das Verfahren als spruchreif.
II.
Bilden ausschliesslich Übertretungen Gegenstand des erstinstanzlichen Haupt-
verfahrens, so kann mit der Berufung nur geltend gemacht werden, das Urteil sei
rechtsfehlerhaft oder die Feststellung des Sachverhaltes sei offensichtlich unrich-
tig oder beruhe auf einer Rechtsverletzung. Neue Behauptungen und Beweise
können nicht vorgebracht werden (Art. 398 Abs. 4 StPO).
Betreffend Sachverhalt hat das Berufungsgericht konkret nur zu prüfen, ob dieser
durch die Vorinstanz offensichtlich unrichtig, d.h. willkürlich, festgestellt wurde.
Relevant sind dabei klare Fehler bei der Sachverhaltsermittlung, wie namentlich
Versehen, Irrtümer oder offensichtliche Diskrepanzen zwischen der sich aus den
Akten sowie der Hauptverhandlung ergebenden Beweislage auf der einen und der
Urteilsbegründung auf der anderen Seite. Weiter in Betracht kommen insbeson-
dere Fälle, in denen die gerügte Sachverhaltsfeststellung auf einer Verletzung von
Bundesrecht, in erster Linie von Verfahrensvorschriften der StPO selbst, beruht.
Gesamthaft gesehen sind Konstellationen relevant, die als willkürliche Sachver-
haltserstellung zu qualifizieren sind (vgl. SCHMID/JOSITSCH, Praxiskommentar
StPO, 3. Auflage, Zürich/St. Gallen 2018, N 12 f. zu Art. 398 StPO; EUGSTER in:
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NIGGLI/HEER/WIPRÄCHTIGER [Hrsg.], Basler Kommentar StPO, 2. Auflage, Basel
2014, N 3a zu Art. 398 StPO; Urteil des Bundesgerichtes 6B_696/2011 vom
6. März 2012 E. 2.1). Willkür bei der Beweiswürdigung liegt vor, wenn der ange-
fochtene Entscheid offensichtlich unhaltbar ist oder mit der tatsächlichen Situation
in klarem Widerspruch steht. Dass eine andere Lösung oder Würdigung ebenfalls
vertretbar erscheint oder gar vorzuziehen wäre, genügt nicht (vgl. BGE 134 I 140
E. 5.4 mit Hinweisen). Das Berufungsgericht darf und muss sich in Sachverhalts-
fragen auf eine Willkürprüfung beschränken und hat keine erneute Beweiswürdi-
gung vorzunehmen (vgl. Urteil des Bundesgerichtes 6B_696/2011 vom 6. März
2012, E. 4.1).
III.
Der Beschuldigten wird im Strafbefehl vom 15. Februar 2017 zusammengefasst
vorgeworfen, zwei Hunde und sechs Katzen unter unhygienischen Bedingungen
bei sich zu Hause gehalten zu haben. Sie habe die Tiere unzureichend mit Was-
ser versorgt, wobei eine Katze Dehydrationszeichen aufgewiesen habe und be-
handelt werden musste; in Bezug auf die mit einer (FHV-1) Infektion befallene
Katze habe sie die erforderliche tierärztliche Versorgung nicht gewährt und deren
Gesundheitszustand nicht ausreichend überprüft; die zwei Hunde habe sie ange-
sichts diverser Verfilzungen und Zeckenbefall im Fell mangelhaft gepflegt und es
auch hier unterlassen, einen Tierarzt aufzusuchen. Damit habe sie die entspre-
chenden Bestimmungen des Tierschutzgesetzes und der Tierschutzverordnung
verletzt (Urk. 2/11).
Die Verteidigung macht mit der Berufung geltend, die Beschuldigte habe weder
gegen das Tierschutzgesetz noch gegen die Tierschutzverordnung verstossen.
Das vorinstanzliche Urteil beruhe auf Mängeln im Sinne von Art. 398 Abs. 4 StPO
(Urk. 32 S. 2).
Die Vorinstanz hat sich vorab korrekterweise mit der von der Verteidigung bean-
standeten Verwertbarkeit der erhobenen Beweise auseinandergesetzt und die
richtigen Schlüsse gezogen (Urk. 18 S. 4 ff.).
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So hat sie zutreffend dargelegt, dass die Hausdurchsuchung vom 27. April 2016
rechtens erfolgte (Urk. 18 S. 4 f.). Die Durchführungsmodalitäten der Hausdurch-
suchung nach Art. 245 StPO sind Ordnungsvorschriften; deren Nichteinhaltung
bedeutet folglich nicht die Unverwertbarkeit der erlangten Beweise (Art. 141
Abs. 3 StPO). Zudem kam die Beschuldigte zu einem späteren Zeitpunkt zur
Hausdurchsuchung hinzu und war während der Sicherstellung der Tiere anwe-
send, womit ihr das rechtliche Gehör ausreichend gewährt wurde (vgl. Urk. 1
S. 3). Auch spielt es keine Rolle, dass der Hausdurchsuchungsbefehl in einem
anderen Verfahren gegen den Sohn der Beschuldigten ausgestellt wurde. Sog.
Zufallsfunde, die auf eine andere Straftat hinweisen, werden nach Art. 243 Abs. 1
StPO ebenfalls sichergestellt. Die Vorinstanz hat zu Recht darauf hingewiesen,
dies gelte auch bei Übertretungen (Urk. 18 S. 6). Angesichts der angetroffenen Si-
tuation − darauf wird nachfolgend im Einzelnen einzugehen sein − wäre die
Durchsuchung auch für die tierschutzrelevanten Delikte an sich zulässig gewe-
sen, weshalb das Ergebnis der Hausdurchsuchung insgesamt verwertbar ist
(Urk. 18 S. 5 f.; zutreffend auch die Ausführungen des Veterinäramtes betreffend
Zulässigkeit des Betretens der Wohnung auch ohne Hausdurchsuchungsbefehl
bei konkreten Anhaltspunkten auf Vernachlässigung der Tiere, Urk. 37 S. 3).
Das Veterinäramt hat die vorsorgliche Beschlagnahmung von vier Katzen und
zwei Hunden per 27. April 2016 rechtmässig verfügt (Urk. 2/2/2). Für dieses Vor-
gehen hatte sie bereits anhand der vor Ort erstellten Fotos und Schilderungen der
Umstände durch die Polizei ausreichend Anhaltspunkte. Die Vorinstanz hat ge-
stützt auf die entsprechenden Bestimmungen zutreffend dargelegt, dass die Poli-
zei dem Veterinäramt Verstösse gegen das Tierschutzgesetz zu melden hat und
dieses sodann die vorsorgliche Beschlagnahmung von Tieren anordnen und da-
bei polizeiliche Hilfe in Anspruch nehmen kann. Art. 24 Abs. 1 TSchG verlangt
dabei, dass eine Vernachlässigung oder völlig ungeeignete Bedingungen bei der
Tierhaltung festgestellt wurden, womit bereits Gefahr in Verzug ist und die Polizei
die notwendigen vorläufigen Massnahmen für das Veterinäramt vornehmen kann
(s.a. Urk. 37 S. 3 und 5). Ein Notfallszenario, wie die Verteidigung geltend macht,
ist nicht erforderlich (vgl. Urk. 32 S. 4). Weder aus Gesetz noch Verordnung ergibt
sich, dass das Veterinäramt zu irgendeinem Zeitpunkt vor Ort sein müsste, son-
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dern durchaus gestützt auf polizeiliche Abklärungen Anweisungen erteilen kann
(Urk. 18 S. 7 mit zutreffenden Hinweisen sowohl auf das kantonale als auch eid-
genössische Tierschutzgesetz und die entsprechenden Verordnungen; s.a.
Urk. 37 S. 5 f.).
Der als Zeuge befragte Polizist sagte zudem aus, er habe vor Ort Fotos gemacht
und sich dabei mit dem Kader in Verbindung gesetzt. Dieser habe ihn an die Tier-
schutzstelle der KAPO Zürich verwiesen. Auch dort habe er seine Feststellungen
geschildert und sei darauf hingewiesen worden, er müsse sich an das kantonale
Veterinäramt wenden. Er habe mit einer Tierärztin des Veterinäramtes gespro-
chen, welche danach die Sicherstellung der Tiere angeordnet habe (Urk. 2/16
S. 3; Urk. 1 S. 2 f.). An diesem Vorgehen ist nichts zu beanstanden. Die Polizei
handelte korrekt in Rücksprache resp. auf Anordnung des Veterinäramtes (s.a.
Urk. 37 S. 3 und 6).
Schliesslich ist anzumerken, dass die Tiere bereits Ende Mai 2016, d.h. nach rund
einem Monat, unter Auflagen in die Obhut der Beschuldigten zurückgegeben wer-
den konnten und ihr Rekurs gegen die Beschlagnahmung damit als gegenstand-
los abgeschrieben wurde (Urk. 38/3).
Das Veterinäramt hat zutreffend darauf hingewiesen, eine vorläufige Beschlag-
nahmung gerade aus dem Grund erfolge, um vernachlässigte Tiere vorüberge-
hend aus der problematischen Haltung herauszunehmen und eine Untersuchung
der Tiere vorzunehmen (Urk. 37 S. 3). Die Untersuchung erfolgte unmittelbar
nach der Beschlagnahmung; der tierärztliche Bericht zuhanden des Veterinäram-
tes datiert vom 27. April 2016 (Urk. 2/2/3). Das Vorgehen an sich war korrekt.
Die Untersuchung der Tiere wurde von der B._ AG in ... durchgeführt, wel-
che ihren Bericht zum Ergebnis der Untersuchung mit einem Praxisstempel be-
scheinigte (Urk. 2/2/3). Eine individuelle Unterzeichnung des Berichtes war dabei
nicht erforderlich: der Praxisstempel steht für alle an der Untersuchung beteiligten
Tierärzte der Klinik und erweist sich damit in formeller Hinsicht als ausreichend.
Der Homepage der Praxis kann entnommen werden, dass es sich bei den dort
aufgeführten Tierärztinnen um medizinische Veterinärinnen mit dem Titel (Dr.)
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med. vet. handelt (https://b._.ch/team/). Die Klinik trägt die Rechtsform einer
AG und ist im Handelsregister des Kantons Zürich eingetragen (mit Vermerk: Be-
trieb einer Kleintierklinik mit chirurgischer und medizinischer Behandlung und Be-
treuung von Tieren). Entgegen der Ansicht der Verteidigung besteht kein Anlass,
an der Verwertbarkeit des Berichtes zu zweifeln, weshalb auf diesen abzustellen
ist (vgl. Urk. 18 S. 18). Zudem stellt der entsprechende Bericht nicht ein Gutach-
ten oder Zeugenbeweis dar (wie die Verteidigung unzutreffend argumentiert,
Urk. 32 S. 12). Es liegt vielmehr ein Sachbeweismittel gemäss Art. 195 StPO vor,
das der freien richterlichen Beweiswürdigung untersteht.
Die Einvernahme des bei der Hausdurchsuchung anwesenden Polizisten als
Zeuge ist ebenfalls verwertbar (Urk. 2/16). Die Vorinstanz hat zutreffend festge-
halten, dass dieser − wie bei Zeugen üblich − Angaben zu seiner tatsächlichen
Wahrnehmung gemacht habe, ohne dass dabei Fachwissen betreffend Tierschutz
erforderlich gewesen wäre (Urk. 18 S. 8). Das Gericht entscheidet sodann anhand
der Beweise insgesamt, ob die Tierhaltung den entsprechenden Schutzbestim-
mungen standhält und zieht allenfalls − sollte dies für die Beurteilung des Sach-
verhaltes erforderlich sein − einen Sachverständigen bei (vgl. Art. 182 StPO).
In Übereinstimmung mit der Vorinstanz ist festzuhalten, dass der Zeuge die Situa-
tion vor Ort nachvollziehbar und detailliert darlegte (Urk. 2/16). Die tierschutzrele-
vanten Zustände erkannte er zudem richtig. Er unterschied bei seinen Schilde-
rungen jeweils klar zwischen seiner eigenen Wahrnehmung und der Feststellung
Dritter. Auch wurde der Zeuge auf die Strafbarkeit des wissentlich falschen Zeug-
nisses hingewiesen. Es ist entgegen der Ansicht der Verteidigung (Urk. 32 S. 7)
kein Grund oder (persönliches) Interesse des Polizisten erkennbar, weshalb er die
Beschuldigte zu Unrecht belasten resp. falsch gegen diese hätte aussagen sollen.
Seine Aussagen sind glaubhaft und stimmen auch mit dem weiteren Beweiser-
gebnis überein, weshalb darauf abzustellen ist (vgl. Urk. 18 S. 8).
Insgesamt liegen damit − entgegen der Ansicht der Verteidigung − durchaus ver-
tretbare Beweise vor, um zu prüfen, ob die Beschuldigte den ihr gemäss Strafbe-
fehl vorgeworfenen Sachverhalt erfüllt hat.
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IV.
Haltung der Tiere unter unhygienischen Bedingungen
Zum Vorwurf der unhygienischen Haltung hat die Vorinstanz die bei den Akten
liegenden Fotos von der im Haus der Beschuldigten aufgefundenen Situation aus-
führlich und zutreffend beschrieben (Urk. 18 S. 9 ff.); darauf kann ohne Weiterun-
gen verwiesen werden.
Den Fotos sind überfüllte und verschmutzte Katzenkisten, Kotspritzer an den
Wohnungswänden und am Boden, Urinspuren und Tierhaarbüschel auf dem
Wohnzimmerboden, Kothaufen in der Dusche und mehrere Hundehaufen im Gar-
ten zu entnehmen. Damit ergibt sich insgesamt ein Bild der Verunreinigung im
Haus und Garten der Beschuldigten (Urk. 2/2/4; Urk. 2/17).
Dieses Bild wurde durch die Aussagen des als Zeugen befragten Polizisten
glaubhaft bestätigt (Urk. 2/16). Des Weiteren erwähnte der Zeuge den starken
Geruch im Haus der Beschuldigten (Urk. 2/16 S. 4). Die Vorinstanz hat die Aus-
sagen des Zeugen zutreffend gewürdigt und verfällt entgegen der Ansicht der
Verteidigung nicht in Willkür (vgl. Urk. 32 S. 15), wenn sie zusätzlich zu den auf
den Fotos festgehaltenen Zuständen auch die übereinstimmenden Wahrnehmun-
gen des Polizisten vor Ort in ihre Erwägungen einbezieht (Urk. 18 S. 9 und 13 ff.).
Es ist selbstredend, dass es für die entsprechenden Feststellungen des Zeugen
keine Fachkenntnisse braucht. Jedermann hätte die Verschmutzung durch Kot
und Urin sowie den Geruch im Haus der Beschuldigten zutreffend einschätzen
können (vgl. auch Urk. 37 S. 5).
Die bei der Hausdurchsuchung angetroffene Situation entstand nicht innert kurzer
Zeit, sondern lässt darauf schliessen, dass die Beschuldigte diesen Zustand im
Vorfeld der Kontrolle bereits länger andauern liess resp. die Exkremente an diver-
sen Stellen im Haus länger nicht beseitigt hatte. Die Vorinstanz hat zu Recht fest-
gehalten, dass eine von ihr behauptete regelmässige Reinigung bei dieser Aus-
gangslage nicht glaubhaft sei (vgl. Urk. 18 S. 14). Aus denselben Gründen ist
auch den Ausführungen der Verteidigung, die Verschmutzung hätte gleichentags
in den Stunden vor der Durchsuchung entstanden sein können, keine Folge zu
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leisten (Urk. 32 S. 21).
Das Veterinäramt hat zutreffend dargelegt, dass aus den Kontrollergebnissen von
2010 − damals fand aufgrund kritischer Meldungen bereits einmal eine Tier-
schutzkontrolle bei der Beschuldigten statt − entgegen der Ansicht der Verteidi-
gung keine Schlüsse auf die aktuelle Lage (rund sechs Jahre später) gezogen
werden können. Eine Kontrolle sei naturgemäss eine Momentaufnahme und ge-
rade in Privathaushalten sei eine plötzliche Verschlechterung der Tierhaltung
nicht vorhersehbar (Urk. 37 S. 4). Dem ist beizupflichten; es ist allein auf den Be-
fund der aktuellen Kontrolle abzustellen.
Die Vorinstanz hat richtig erwogen, es entspreche der allgemeinen Lebenserfah-
rung, dass Hunde grundsätzlich nur dann in Räumen urinieren, wenn sie nicht
bedürfnisgerecht ausgeführt werden oder den nötigen Auslauf nicht erhalten
(Urk. 18 S. 9 f.). Auch die Kothaufen in der Dusche zeugen davon, dass die Be-
schuldigte durch Vernachlässigung der Reinigung der Katzenkisten keine geeig-
neten Kot- und Harnplätze für die Katzen zur Verfügung stellte, weshalb diese auf
andere Stellen im Haus auswichen (vgl. Urk. 18 S. 15; s.a. entsprechende Aus-
führungen des Veterinäramtes Urk. 37 S. 5 und 8).
Aus den einzeln dargelegten Aspekten ergibt sich insgesamt ohne Zweifel, dass
die Beschuldigte ihre Tiere unter unhygienischen Bedingungen gehalten hat. Die
Vorinstanz hat diesen Sachverhaltsabschnitt zutreffend und ohne Willkür als er-
stellt erachtet.
Unzureichende Versorgung der Tiere mit Wasser
Die Untersuchung durch die B._ ergab, dass die Katze Nr. 3 einen mässigen
Zustand mit Dehydrationszeichen aufwies, weshalb ihr in der Folge eine Infusion
verabreicht wurde (Urk. 2/2/3). Es besteht kein Grund an diesem tierärztlichen Be-
fund zu zweifeln. Es wurde bereits dargelegt, dass auf den entsprechenden Be-
richt vollständig abgestellt werden kann. Das Veterinäramt weist darauf hin, dass
das Erfordernis einer intravenösen Infusion, um der Katze wieder ausreichend
Flüssigkeit zuzuführen, bereits belege, dass die Katze seit längerem kein Wasser
mehr zur Verfügung hatte (Urk. 37 S. 8). Dies leuchtet ein und stützt die entspre-
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chenden Erwägungen der Vorinstanz (Urk. 18 S. 18).
Bezüglich der Versorgung der Hunde mit Wasser hat die Vorinstanz zu Recht den
vorsichtigen Schluss gezogen, dass hierbei nicht abschliessend gesagt werden
könne, ob diesen tatsächlich nicht genug Wasser zur Verfügung stand, weshalb
der entsprechende Sachverhalt hinsichtlich der Hunde nicht erstellt sei (Urk. 18
S. 16 ff.). An dieser Stelle sei bemerkt, dass nur die Beschuldigte Berufung erho-
ben hat und eine abweichende Sachverhaltserstellung zu Ungunsten der Be-
schuldigten daher ohnehin nicht in Frage kommt (vgl. Art. 391 Abs. 2 StPO).
Umgekehrt hat die Vorinstanz hinsichtlich der (übrigen) Katzen nachvollziehbar
dargelegt, inwiefern diesen zumindest am Tag der Hausdurchsuchung kein Was-
ser zur Verfügung stand. Dabei hat sie die Aussagen der Beschuldigten sowie die
Fotos der Hausdurchsuchung berücksichtigt und diese zutreffend gewürdigt
(Urk. 18 S. 17 f.).
Die Sachverhaltserstellung durch die Vorinstanz ist nicht zu beanstanden. Willkür
ist nicht erkennbar.
Nichtgewähren der erforderlichen tierärztlichen Versorgung (bei einer Katze)
Zum Vorwurf der fehlenden tierärztlichen Versorgung ist ebenfalls auf die Unter-
suchung der B._ abzustellen; in Bezug auf die Katze 3 wurde dabei ein mäs-
siger Gesundheitszustand festgestellt (abgemagert, entzündete Augen, seriöser
Nasenausfluss, Dehydrationszeichen etc.), der es − neben der bereits erwähnten
Infusion − notwendig machte, die Katze mit Antibiotika zu behandeln (Urk. 2/2/3).
Dies wäre Anlass genug gewesen, die betroffene Katze umgehend tierärztlich be-
handeln zu lassen.
Bereits 2014 wurde bei derselben Katze das sog. FHV-1 Virus (Herpes) festge-
stellt und eine medikamentöse Behandlung verordnet. Dabei wurde festgehalten,
dass sich die Beschuldigte erneut bei der Tierärztin melden werde, sollte die Be-
handlung keine Besserung bewirken (Urk. 2/5/1). Die Vorinstanz hat dabei zutref-
fend erwogen, dass die Beschuldigte vom eingeschränkten Gesundheitszustand
der Katze folglich Kenntnis hatte und bei den erneut aufgetretenen und feststell-
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baren Symptomen gehalten war, unmittelbar einen Tierarzt aufzusuchen.
Somit hat die Vorinstanz diesen Sachverhaltsabschnitt zutreffend und ohne Will-
kür als erstellt erachtet (Urk. 18 S. 19 ff.).
Mangelhafte Pflege zweier Hunde
Zum Vorwurf der mangelhaften Hundepflege hat die B._ in ihrem Bericht be-
treffend beider Hunde gleichermassen festgehalten, dass diese einen verwahrlos-
ten Eindruck machten, von Zecken übersäht und übergewichtig seien, ansonsten
aber klinisch als gesund eingestuft werden könnten (Urk. 2/2/3). Ergänzend dazu
stellte eine Tierärztin des Veterinäramtes Zürich bei Hund C._ starke Verfil-
zungen im Hals- und Bauchbereich fest sowie verfilzte Platten an dessen Hinter-
beinen. Des Weiteren war bei C._ eine Entwurmung und Parasitenbehand-
lung erforderlich (Urk. 2/10 letzte Seite). Am ungepflegten (gar verwahrlosten) Zu-
stand beider Hunde bestehen damit keine Zweifel. Daran ändern auch die Erklä-
rungsversuche und Relativierungen der Beschuldigten nichts (Prot. I S. 17 f.). Als
Halterin war sie für den Zustand und die Pflege ihrer Hunde letztlich allein verant-
wortlich.
Die Verteidigung macht hierzu geltend, Zecken könnten von Tieren jederzeit,
auch bei kurzen Ausläufen, im Wald und Gras aufgelesen werden (Urk. 32 S. 15).
Es ist sicher richtig, dass Tiere jederzeit vereinzelt Zecken auflesen können. Dass
aber gleich beide Hunde von Zecken "übersäht" waren und einen verwahrlosten
Zustand aufwiesen (Urk. 2/2/3), lässt keinen anderen Schluss zu, als dass die
Beschuldigte ihre Hunde mangelhaft pflegte.
Die Vorinstanz hat zu Recht erwogen, dass die festgestellten Verfilzungen nicht
innert weniger Tage entstehen konnten, sondern die Beschuldigte die Fellpflege
des Hundes C._ bereits länger vernachlässigt habe (Urk. 18 S. 23). Das Ve-
terinäramt führte dazu aus, Verfilzungen im Fell seien problematisch, weil die da-
runterliegende Haut nicht atmen könne und zu jucken beginne. Zudem seien sol-
che Hautpartien anfällig für Krankheitserreger. Zecken seien − was auch bei Men-
schen eine bekannte Gefahr sei − Krankheitsüberträger und würden lokale Hautir-
ritationen verursachen, was das Wohlbefinden der Tiere ebenfalls einschränke
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(Urk. 37 S. 7). Diese Ausführungen sind nachvollziehbar und bestätigen die Er-
wägungen der Vorinstanz, dass die Beschuldigte die Pflege ihrer Hunde vernach-
lässigte, indem sie deren Fell weder auf Verfilzungen noch Zecken kontrollierte.
Auch diesen letzten Sachverhaltsabschnitt hat die Vorinstanz zutreffend und ohne
Willkür als erstellt erachtet.
V.
Die Vorinstanz hat die Beschuldigte der mehrfachen Widerhandlung gegen das
Tierschutzgesetz im Sinne von Art. 28 Abs. 1 lit. a TSchG in Verbindung mit Art. 3
lit. b, Art. 4 Abs. 1 und Art. 6 Abs. 1 TSchG sowie Art. 3 Abs. 1-3, Art. 4 Abs. 1,
Art. 5 Abs. 1-3 und Art. 71 TSchV schuldig gesprochen. Die Erwägungen der Vor-
instanz zu den einzelnen Bestimmungen sowohl des Tierschutzgesetzes als auch
der Tierschutzverordnung sind zutreffend, d.h. die Bestimmungen wurden in Be-
zug auf den festgestellten Sachverhalt korrekt angewandt; darauf kann ohne Wei-
terungen verwiesen werden (Urk. 18 S. 24 ff., Art. 82 Abs. 4 StPO). Der vor-
instanzliche Schuldspruch ist damit zu bestätigen.
VI.
Insgesamt hat die Vorinstanz eine Busse von Fr. 600 als angemessen erachtet.
Dabei hat sie korrekt dargelegt, dass die Beschuldigte durch mehrfache Tatbege-
hung und/oder Unterlassung den Straftatbestand Art. 28 Abs. 1 lit. a TSchG erfüllt
hat und folglich das Asperationsprinzips nach Art. 49 Abs. 1 StGB zur Anwendung
kommt (Urk. 18 S. 28).
Die Vorinstanz hat bei der Tatkomponente zutreffend dargelegt, dass zwei Tiere
behandelt werden mussten, jedoch nur mit relativ milden Massnahmen. Insge-
samt sind weitaus gravierendere Fälle im Anwendungsbereich von Art. 28 Abs. 1
TSchG denkbar, weshalb das Verschulden übereinstimmend mit der Vorinstanz
als leicht einzustufen ist. Bei der subjektiven Tatschwere ist zu gewichten, dass
die Beschuldigte zwar nicht mit direktem Vorsatz, aber immerhin aus Nachlässig-
keit und mit einer gewissen Verantwortungslosigkeit ihren Tieren gegenüber han-
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delte (vgl. Urk. 18 S. 28).
Die Vorstrafenlosigkeit der Beschuldigten wirkt sich bei der Strafzumessung neut-
ral aus (und ist ihr in diesem Sinne nicht zugutezuhalten, vgl. Urk. 18 S. 28). Ab-
weichend von der Vorinstanz ist der Beschuldigten nur äusserst zurückhaltend
Einsicht zu attestieren (vgl. Prot. S. 11 ff.).
Insgesamt wäre damit eine leicht höhere Strafe als von der Vorinstanz ausge-
sprochen angemessen gewesen. Zu beachten ist jedoch, dass die Rechtsmittel-
instanz nach Art. 391 Abs. 2 StPO den Entscheid nicht zum Nachteil der beschul-
digten Person abändern darf, wenn das Rechtsmittel nur zu deren Gunsten ergrif-
fen worden ist, was hier zutrifft. Somit ist die von der Vorinstanz festgelegte Busse
von Fr. 600 − auch unter Berücksichtigung der finanziellen Lage der Beschuldig-
ten − zu bestätigen und bei schuldhafter Nichtbezahlung der Busse eine Ersatz-
freiheitsstrafe von sechs Tagen festzusetzen (Urk. 18 S. 29).
VII.
Ausgangsgemäss ist das Kostendispositiv der Vorinstanz zu bestätigen (Ziffern 3
und 4). Die Beschuldigte unterliegt im Rechtsmittelverfahren, weshalb ihr die Be-
rufungskosten aufzuerlegen sind (Art. 428 Abs. 1 StPO). Ihre Entschädigungs-
und Genugtuungsbegehren sind folglich mangels Grundlage abzuweisen (vgl.
Art. 429 Abs. 1 StPO).