# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 357bdfd7-4862-42e6-910c-88204e42d554
**Court:** SG_VG
**Chamber:** SG_VG_001
**Year:** 2012
**Language:** de
**Jurisdiction:** SG / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

hat das Verwaltungsgericht festgestellt:
A./ X. Y., geboren am 14. April 1983, von Mazedonien (nachfolgend
Beschwerdeführerin), reiste am 17. Oktober 1999 im Rahmen eines Familiennachzugs
zu ihrem ersten Ehemann M. R., geboren am 27. November 1978, von Mazedonien, in
die Schweiz ein und erhielt eine Aufenthaltsbewilligung. Das Paar hatte am 27. April
1999 in Mazedonien geheiratet.
Am 30. Dezember 2000, am 4. Mai 2002 und am 24. August 2003 kamen die
gemeinsamen Kinder C., D. und E. zur Welt. Die Kinder verfügen zwischenzeitlich über
Niederlassungsbewilligungen.
Das Amtsgericht in Struga/Mazedonien schied am 2. Februar 2006 die Ehe zwischen
der Beschwerdeführerin und M. R. Das Kreisgericht Rheintal anerkannte diesen
Entscheid im Scheidungspunkt, nicht aber bezüglich der elterlichen Sorge und der
Unterhaltsregelung. Das Gericht teilte die Obhut der Kinder mit Entscheid vom 1. Mai
2007 der Beschwerdeführerin zu. Mit Entscheid vom 11. Februar 2011 gab das
Kreisgericht Rheintal die Kinder in die elterliche Sorge des Vaters.
Am 29. September 2007 heiratete die Beschwerdeführerin in Mazedonien F. G.,
geboren am 26. März 1983, von Mazedonien. Auf zwei Familiennachzugsgesuche der
Beschwerdeführerin für F. G. trat das Ausländeramt (heute Migrationsamt) am 11. Juni
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 3/11
Publikationsplattform
St.Galler Gerichte
2008 und 24. November 2008 nicht ein. Die Ehe wurde am 27. Mai 2009 durch das
Amtsgericht Strumica/Mazedonien geschieden.
B./ Am 12. August 2009 heiratete die Beschwerdeführerin in Mazedonien Z. Y.,
geboren am 20. Januar 1983, von Mazedonien. Das Ausländeramt lehnte am
25. November 2009 das Gesuch der Beschwerdeführerin um Erteilung der
Niederlassungsbewilligung ab.
Z. Y. reiste am 7. April 2010 als Tourist in die Schweiz ein. In der Folge reichte er am
3. Juni 2010 beim Einwohneramt U. ein Gesuch um Erteilung einer Aufenthalts- und
Arbeitsbewilligung ein. Er beabsichtigte, im Kanton Zürich eine Stelle als
Fugenspezialist anzutreten.
Das Ausländeramt wies am 10. Juni 2010 das Gesuch von Z. Y. für einen
vorübergehenden Aufenthalt während der Dauer des Gesuchsverfahrens bzw. das
Gesuch um Erlass vorsorglicher Massnahmen ab und forderte ihn auf, die Schweiz
nach Ablauf des bewilligungsfreien Touristenaufenthalts, spätestens am 6. Juli 2010, zu
verlassen. Z. Y. verliess die Schweiz am 27. Juni 2010.
Mit Schreiben vom 28. Juli 2010 teilte das Amt für Wirtschaft und Arbeit des Kantons
Zürichs mit, Z. Y. erfülle die Voraussetzungen für eine arbeitsmarktliche Zustimmung
nicht. Aus diesem Grund legte das Migrationsamt das Gesuch von Z. Y. um Erteilung
einer Aufenthalts- und Arbeitsbewilligung am 6. August 2010 ad acta.
C./ Am 2. Januar 2011 reiste Z. Y. erneut als Tourist in die Schweiz ein. Die
Beschwerdeführerin stellte am 18. Februar 2011 ein Familiennachzugsgesuch für ihren
Ehemann.
Das Migrationsamt wies am 6. April 2011 das Gesuch von Z. Y. für einen
vorübergehenden Aufenthalt während der Dauer des Gesuchsverfahrens bzw. das
Gesuch um Erlass vorsorglicher Massnahmen ab. Gegen die Verfügung vom 6. April
2011 erhoben die Beschwerdeführerin und ihr Ehemann, beide vertreten durch
Rechtsanwältin lic. iur. A. B., am 12. April 2011 Rekurs beim Sicherheits- und
Justizdepartement und beantragten, die Verfügung des Migrationsamtes sei
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 4/11
Publikationsplattform
St.Galler Gerichte
aufzuheben und Z. Y. sei der vorübergehende Aufenthalt während der Dauer des
Gesuchsverfahrens zu bewilligen.
D./ Mit Verfügung vom 19. Juli 2011 wies das Migrationsamt das
Familiennachzugsgesuch der Beschwerdeführerin für ihren Ehemann ab. Zur
Begründung wurde im Wesentlichen angeführt, die Beschwerdeführerin müsse seit
Januar 2010 vollumfänglich vom Sozialamt unterstützt werden. Zudem habe sie
gegenüber dem Sozialamt verschwiegen, dass sie als Reinigungskraft tätig gewesen
ist. Ein allfälliges Einkommen von Z. Y. könne nicht berücksichtigt werden. Die
Beschwerdeführerin müsse die finanziellen Mittel für einen Familiennachzug allein
aufbringen.
Am 23. Juli 2011 kam die gemeinsame Tochter, H., in der Schweiz zur Welt.
E./ Gegen die Verfügung des Migrationsamtes vom 19. Juli 2011 erhob die
Beschwerdeführerin durch ihre Rechtsvertreterin am 3. August 2011 Rekurs beim
Sicherheits- und Justizdepartement (nachfolgend Vorinstanz) und beantragte, es sei
die Verfügung des Migrationsamtes aufzuheben und eine Aufenthaltsbewilligung im
Familiennachzug für Z. Y. zu gewähren. Der Rekurs wurde im Wesentlichen damit
begründet, dass Z. Y. eine Arbeitsstelle bei der L. AG in Aussicht habe und er mit
seinem künftigen Einkommen den Familiengrundbedarf gemäss den Richtlinien für die
Ausgestaltung und Bemessung der Sozialhilfe der schweizerischen Konferenz für
Sozialhilfe (abgekürzt SKOS-Richtlinien) decken könne. Zudem würde die
Beschwerdeführerin freie Zeit für eine zusätzliche Erwerbstätigkeit erhalten, da Z. Y. die
Kinderbetreuung teilweise übernehmen könne.
Mit Entscheid vom 17. April 2012 wurde der Rekurs vom 3. August 2011 abgewiesen
und die unentgeltliche Rechtsverbeiständung gewährt. Die Abweisung wurde im
Wesentlichen damit begründet, dass die Familie Y. bei Gewährung des
Familiennachzuges nicht über ausreichend finanzielle Mittel verfügen würde und daher
die Gefahr der Sozialhilfeabhängigkeit im Sinn von Art. 44 lit. c des Ausländergesetzes
(SR 142.20, abgekürzt AuG) gegeben sei. Der Rekurs der Beschwerdeführerin und
ihres Ehemannes vom 12. April 2011 betreffend vorübergehenden Aufenthalt von Z. Y.
wurde als gegenstandslos abgeschrieben, und es wurde festgehalten, dass dieser
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 5/11
Publikationsplattform
St.Galler Gerichte
ohnehin hätte abgewiesen werden müssen. Das dazugehörige Gesuch um
unentgeltliche Rechtsverbeiständung wurde abgewiesen.
F./ Am 3. Mai 2012 liess die Beschwerdeführerin durch ihre Rechtsvertreterin gegen
den vorinstanzlichen Entscheid Beschwerde beim Verwaltungsgericht erheben. Dabei
liess sie den Antrag stellen, es sei der Entscheid vom 17. April 2012 aufzuheben und es
sei Z. Y. eine Einreise- und Aufenthaltsbewilligung im Rahmen der Bestimmungen über
den Familiennachzug zum Verbleib bei der Beschwerdeführerin zu erteilen; unter
Kosten- und Entschädigungsfolgen. Für die Einreichung der Beschwerdebegründung
wurde eine Nachfrist von 30 Tagen beantragt. Der Präsident des Verwaltungsgerichts
erstreckte die Frist antragsgemäss. Nach nochmaliger Fristerstreckung folgte am
19. Juni 2012 die Beschwerdebegründung zusammen mit einem Gesuch um
unentgeltliche Rechtspflege und Rechtsverbeiständung.
Die Vorinstanz beantragte in ihrer Vernehmlassung vom 27. Juni 2012 die Abweisung
der Beschwerde unter Kostenfolge.
Mit Schreiben vom 6. Juli 2012 informierte die Rechtsvertreterin der
Beschwerdeführerin darüber, dass sich die Beschwerdeführerin intensiv um eine Stelle
bewerbe und reichte zum Nachweis der Bestrebungen sieben Absagen von
verschiedenen Arbeitgebern ein.
Mit Verfügung vom 16. Juli 2012 gewährte der Präsident des Verwaltungsgerichts der
Beschwerdeführerin die unentgeltliche Rechtspflege und bestimmte Rechtsanwältin
lic. iur. A. B. als deren Rechtsbeistand.
Mit Eingabe vom 17. August 2012 reichte die Rechtsvertreterin der Beschwerdeführerin
dem Verwaltungsgericht eine E-Mail von Frau K. P., Sozialarbeiterin beim Psychiatrie-
Zentrum Q., ein, wonach die Beschwerdeführerin bei der Firma L. AG eine Anstellung
für derzeit 11.5 Arbeitsstunden pro Woche erhalten habe. Mit Schreiben vom
24. August 2012 liess die Beschwerdeführerin dem Verwaltungsgericht einen auf den
22. August 2012 datierten Arbeitsvertrag zwischen der Firma O. GmbH in N. und Z. Y.
zukommen.
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 6/11
Publikationsplattform
St.Galler Gerichte
Auf die weiteren Vorbringen der Verfahrensbeteiligten wird - soweit erforderlich - in den
nachfolgenden Erwägungen näher eingegangen.

## Considerations

Darüber wird in Erwägung gezogen:
1. (...).
2. Nach Art. 44 AuG kann ausländischen Ehegatten von Personen mit
Aufenthaltsbewilligung eine Aufenthaltsbewilligung erteilt werden. Dabei handelt es
sich um eine Kann-Bestimmung; ein Rechtsanspruch auf die Erteilung einer
Aufenthaltsbewilligung besteht nicht. Die Beschwerdeführerin verfügt über eine
Aufenthaltsbewilligung, womit die Bewilligung des Familiennachzuges im behördlichen
Ermessen liegt.
Die Bewilligung des Familiennachzugs setzt gemäss Art. 44 lit. c AuG voraus, dass die
nachgezogenen Familienangehörigen nicht auf Sozialhilfe angewiesen sind. Gemäss
den Weisungen des Bundesamtes für Migration zum Familiennachzug müssen
mindestens finanzielle Mittel gemäss den SKOS-Richtlinien vorhanden sein, wobei es
im kantonalen Ermessen liegt, zusätzliche Mittel vorauszusetzen (Version vom 30.
September 2011, abgekürzt Weisungen BfM, Ziff. 6.4.2.3, abrufbar unter
www.bfm.admin.ch). Die Vereinigung der Fremdenpolizeichefs Ostschweiz und
Fürstentum Liechtenstein hat in diesem Sinne ein eigenständiges Berechnungsmodell
ausgearbeitet (abgekürzt VOF-Richtlinien, abrufbar unter www.vof.ch).
Für die Berechnung der notwendigen finanziellen Mittel ist die Vorinstanz von den VOF-
Richtlinien ausgegangen, was nach langjähriger Rechtsprechung des
Verwaltungsgerichts zulässig ist (statt vieler VerwGE B 2011/196 vom 12. April 2012
E. 2.1.1.; B 2010/282 vom 3. Mai 2011 E. 4.4.; beide mit Hinweisen und abrufbar unter
www.gerichte.sg.ch). Unter Anwendung der VOF-Richtlinien hat das Migrationsamt für
die Familie Y. einen notwendigen Bedarf von monatlich Fr. 3'698.80 berechnet (Akten
Migrationsamt, Blatt 287). Es stellte fest, dass das Einkommen der Familie selbst unter
http://www.vof.ch
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 7/11
Publikationsplattform
St.Galler Gerichte
Berücksichtigung eines möglichen künftigen Einkommens von Z. Y. aus einer in
Aussicht gestellten Anstellung bei der Reinigungsfirma L. AG bei weitem nicht für die
Deckung des Bedarfs der dreiköpfigen Familie reichen würde.
2.1. Die Beschwerdeführerin reichte am 24. August 2012 einen neuen Arbeitsvertrag
zwischen der O. GmbH in N. und Z. Y. ein. Demnach kann Z. Y. sofort nach Erhalt der
Aufenthaltsbewilligung für einen monatlichen Bruttolohn von Fr. 4'200.--, inklusive 13.
Monatsgehalt sowie Ferien- und Feiertagszulagen beim erwähnten Arbeitgeber als
Gipser-Hilfsarbeiter beginnen.
Das voraussichtliche Einkommen des nachzuziehenden Familienangehörigen ist im
Einzelfall zu berücksichtigen, wenn eine Stelle zugesichert wurde und die
Voraussetzungen für die Erteilung einer Arbeitsbewilligung erfüllt sind, wobei die
Betreuung der Kinder in diesem Fall sichergestellt sein muss (M. Spescha, in: Spescha/
Thür/ Zünd/Bolzli, Migrationsrecht, 3. Aufl., Zürich 2012, N 5 zu Art. 44 mit Hinweis auf
die Botschaft zum AuG vom 8. März 2002, BBl 2002, S. 3793; M. Caroni, in: Caroni/ 
Gächter/Thurnherr [Hrsg.], Handkommentar zum Bundesgesetz über die
Ausländerinnen und Ausländer, Bern 2010, N 44 zu Art. 13). Auch gemäss den VOF-
Richtlinien ist das künftige Einkommen mit zu berücksichtigen, sofern ein unbefristeter
Arbeitsvertrag vorgewiesen wird und das geltend gemachte Einkommen tatsächlich
erzielt wird, wobei Letzteres nach erfolgter Einreise und Aufnahme der Erwerbstätigkeit
zu überprüfen ist (Weisungen BfM, Ziff. 3.2.4.5.).
Bei dem auf den 22. August 2012 datierten Arbeitsvertrag handelt es sich um einen
unbefristeten Arbeitsvertrag, der sowohl vom künftigen Arbeitgeber wie auch von Z. Y.
unterschrieben wurde. Auch wenn die Beschwerdeführerin gemäss Eingabe vom
17. August 2012 zwischenzeitlich während 11.5 Stunden pro Woche einer
unselbständigen Erwerbstätigkeit nachgeht, kann davon ausgegangen werden, dass
die Betreuung des gemeinsamen Kindes gewährleistet ist, zumal es in der
Reinigungsbranche nicht unüblich ist, auch ausserhalb der üblichen
Geschäftsöffnungszeiten zu arbeiten und sich die Eheleute daher in der Betreuung der
Tochter gegenseitig ablösen können. Folglich kann das zukünftige Einkommen von Z.
Y. vorliegend berücksichtigt werden.
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 8/11
Publikationsplattform
St.Galler Gerichte
2.2. Gemäss den VOF-Richtlinien ist dem berechneten notwendigen Bedarf der
effektive Nettolohn gemäss Lohnabrechnung gegenüberzustellen. Eine
Lohnabrechnung liegt vorliegend naturgemäss noch nicht vor, jedoch kann unter
Berücksichtigung der üblichen Lohnabzüge davon ausgegangen werden, dass der
Nettolohn für die Deckung des Grundbedarfs der Familie ausreichen wird. Zudem ist zu
berücksichtigen, dass den als Hilfsarbeiter angestellten Gipsern gemäss der
Verlängerung und Änderung vom 21. August 2012 des für allgemeinverbindlich
erklärten Gesamtarbeitsvertrages für das Maler- und Gipsergewerbe vom April 2009 ab
dem 1. Oktober 2012 ein Mindestlohn von Fr. 4'393.-- auszubezahlen ist (Art. 9 Ziff. 9.3
und Bestimmung IV, abrufbar unter www.seco.admin.ch). Weiter wird auch die
Beschwerdeführerin mit ihrem Einkommen aus ihrer Tätigkeit für die L. AG einen
Beitrag an den familiären Grundbedarf beisteuern können. Somit ist zu erwarten, dass
die Familie Y. einen über den monatlichen Grundbedarf hinausgehenden Überschuss
erwirtschaften wird.
2.3. Aufgrund der bisherigen Ausführungen wird ersichtlich, dass damit zu rechnen ist,
dass es Z. Y. grundsätzlich möglich sein wird, nicht nur seinen eigenen notwendigen
finanziellen Bedarf, sondern auch den seiner Familie selbständig zu erwirtschaften.
Damit besteht keine Gefahr der Sozialhilfeabhängigkeit, und Z. Y. erfüllt grundsätzlich
die Voraussetzungen gemäss VOF-Richtlinien für einen Familiennachzug nach Art. 44
AuG. Andere Gründe, die gegen die Erteilung einer Aufenthaltsbewilligung sprechen,
wurden nicht geltend gemacht, und der Sachverhalt enthält auch keine Anhaltspunkte,
die auf solche hinweisen. Angesichts der konkreten Umstände und aufgrund der neuen
Tatsachen, die sich während des Beschwerdeverfahrens ergeben haben, ist somit
unter rechtsgleicher und willkürfreier Ausübung des behördlichen Ermessens Z. Y. der
Familiennachzug zu bewilligen.
Abschliessend ist zu betonen, dass der Antritt der von der O. GmbH in Aussicht
gestellten Anstellung als Hilfsarbeiter-Gipser von entscheidender Bedeutung für die
Verringerung bzw. Beseitigung der Sozialhilfeabhängigkeit der Familie Y. ist. Weiter ist
im Sinne eines Tatbeweises zu fordern, dass Z. Y. nach Erhalt der
Aufenthaltsbewilligung die Stelle bei der O. GmbH antritt. Zudem muss langfristig die
Aussicht bestehen, dass die Sozialhilfeabhängigkeit der Familie beseitigt wird. Diesen
Tatbeweis wird er durch einen langfristigen Arbeitsvertrag und Lohnauszüge zu
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 9/11
Publikationsplattform
St.Galler Gerichte
belegen haben. Die Aufenthaltsbewilligung von Z. Y. ist deshalb auf ein Jahr zu
befristen. Zudem ist zu prüfen, ob die Aufenthaltsbewilligung von Z. Y. allenfalls mit der
Bedingung zu verbinden ist, dass er die deutsche Sprache erlernt und sich in die
Gesellschaft integriert (vgl. Art. 54 Abs. 1 i.V.m. Art. 44 AuG).
Sollte sich herausstellen, dass Z. Y. nicht in der Lage ist, die erforderlichen Einkünfte zu
erzielen, und sollten die Eheleute auf Sozialhilfe angewiesen sein, obliegt es dem
Migrationsamt, rechtzeitig - spätestens beim Entscheid über eine allfällige
Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung (vgl. Art. 62 lit. e und allenfalls lit. d AuG) - die
erforderlichen ausländerrechtlichen Massnahmen in die Wege zu leiten.
Vor dem Hintergrund, dass Z. Y. lediglich auf blosses Zusehen hin eine
Aufenthaltsbewilligung erhält, müssen sich die Beschwerdeführerin und ihr Ehemann
bewusst sein, dass sie nicht ohne Weiteres damit rechnen können, ihre Ehe auf Dauer
in der Schweiz leben zu können.
2.4. Zusammenfassend ist die Beschwerde gutzuheissen. Angesichts dieses
Ergebnisses ist auf die weiteren Vorbringen der Beschwerdeführerin zu Art. 44 lit. c
AuG und zur Berechnung des Grundbedarfs der Familie nicht einzugehen.
3. (...).
Demnach hat das Verwaltungsgericht