# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 13c1a9a3-78df-494c-8e78-ace778f70954
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2018
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1971,
hat keine berufliche Ausbildung absolviert und war
von Juni 2001 bis Januar 2008 bei der
Y._
AG,
als Glaser, Glasschleifer und Monteur angestellt (
Urk.
8/3, 8/8 f.
und 8/17/10
).
Unter Hinweis auf eine Diskushernie im Halswirbelbereich meldete er sich am
2.
November 2007 bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an (
Urk.
8/3).
Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle,
tätigte erwerbliche und medizinische Abklärungen (vgl.
Urk.
8/8 f., 8/11, 8/14, 8/16 f., 8/23, 8/40 und 8/48), wobei sie auch ein rheumatologisch-psychiatrisches Gut
achten in Auftrag gab (
Urk.
8/29 f.). Nach durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(
Urk.
8/44, 8/58
) sprach sie dem Versicherten mit Verfügung vom 2
3.
Juli 2009 mit Wirkung ab August 2008 eine
Viertelsrente
der Invalidenversicherung zu (
Urk.
8/89).
1.2
Am 1
6.
November 2009 stellte der Versicherte ein Gesuch um berufliche Einglie
derungsmassnahmen (
Urk.
8/94, vgl.
auch
Urk.
8/58).
Nach Eingang
von
Berich
te
n
der behandelnden Ärzte (
Urk.
8/99 f.) veranlasste die IV-Stelle eine polydis
ziplinäre Begutachtung durch die
Z._
AG (
Z._
-Gutachten vom 1
0.
August 2010,
Urk.
8/110, sowie ergänzende Stellungnahme vom
6.
September 2010,
Urk.
8/114)
.
Mit Mitteilung vom
1.
Dezember 2010 (
Urk.
8/126) bejahte sie den Anspruch auf Arbeitsvermitt
lung und gewährte dem Versicherten Beratung und Unterstützung bei der Stel
lensuche durch die
A._
AG. Mit Verfügungen vom 2
4.
Januar 2011 sprach sie ihm zudem - wie im Vorbescheid vom 2
9.
September 2010 angekündigt (
Urk.
8/118) - von Mai 2009 bis September 2010 eine ganze und ab Oktober 2010 eine halbe Rente der Invalidenversicherung zu (
Urk.
8/135).
1.3
Am 2
4.
November 2014 machte der Versicherte eine Verschlechterung seines Gesundheitszustandes geltend und ersuchte um
eine
Erhöhung der Invaliden
rente. Nach Eingang diverser Arztberichte (
Urk.
8/194/6 ff., 8/197) und eines aktuellen
Auszuges aus dem individuellen Konto
(
IK-Auszug,
Urk.
8/227 f.) gab die IV-Stelle bei der
B._
AG ein polydisziplinäres Gutachten in Auftrag (
B._
-Gutachten vom
2.
Septem
ber 2016,
Urk.
8/234
, sowie ergänzende Stellungnahme vom
1.
November 2016,
Urk.
8/240
).
Mit Vorbescheid vom 1
7.
November 2016 (
Urk.
8/243) stellte sie dem Versicherten die Zusprechung einer ganzen Rente vom
1.
November 2014 bis 3
1.
Mai 2015 in Aussicht. Ab
1.
Juni 2015 bestehe Anspruch auf eine halbe Rente der Invalidenversicherung. Hiergegen erhob der Versicherte am 1
7.
Januar 2017 Einwand (
Urk.
8/247), worauf die IV-Stelle indes am 2
6.
April 2017 im angekündigten Sinne verfügte (
Urk.
8/259, 8/265 =
Urk.
2/1 f.).
2.
Dagegen erhob
X._
am
1.
Juni 2017 Beschwerde
(
Urk.
1) mit den Rechtsbegehren, die angefochtene Verfügung sei teilweise auf
zuheben und es sei ihm über den 3
1.
Mai 2015 hinaus eine ganze Rente der Invalidenversicherung, eventualiter eine
Dreiviertelsrente
, zuzusprechen.
Sub
eventualiter
sei die angefochtene Verfügung aufzuheben und die Angelegenheit zwecks ergänzender medizinischer Abklärungen an die IV-Stelle zurückzuweisen.
Im Weiteren ersuchte der Versicherte um Gewährung der unentgeltlichen Pro
zessführung und Rechtsvertretung in der Person von Rechtsanwalt Fabian Meyer, Zürich (
Urk.
1 S. 2 f.). Mit Beschwerdeantwort vom 1
0.
Juli 2017 (
Urk.
7) schloss die IV-Stelle auf Abweisung der Beschwerde, worüber der Versicherte mit Verfü
gung vom 1
3.
Juli 2017 (
Urk.
9) orientiert wurde. Gleichzeitig wurde dessen Gesuch um unentgeltliche Prozessführung und Rechtsvertretung abgewiesen. Mit Eingabe vom 1
2.
September 2017 (
Urk.
11) reichte die IV-Stelle einen Arztbericht
vom
5.
September 2017 (
Urk.
12
) nach, worüber der Versicherte mit Schreiben vom 1
4.
September 2017 (
Urk.
13) in Kenntnis gesetzt wurde.
Dessen Stellung
nahme vom 2
5.
September 2017 (
Urk.
14) wurde der Gegenpartei sodann mit Schreiben vom 2
7.
September 2017 (
Urk.
15)
zur Kenntnisnahme
zugestellt.
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allge
meinen Teil des Sozialversicherungsrechts [
ATSG
]
).
Sie kann Folge von Geburts
gebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung [
IVG
]
).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgegliche
nen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beein
trächtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Die rückwirkend ergangene Verfügung über eine befristete oder im Sinne einer Reduktion abgestufte Invalidenrente umfasst einerseits die Zusprechung der Leis
tung und andererseits deren Aufhebung oder Herabsetzung. Letztere setzt voraus, dass Revisionsgründe (BGE 133 V 263 E. 6.1 mit Hinweisen) vorliegen, wobei der
Zeitpunkt der Aufhebung oder Herabsetzung nach Massgabe des analog anwend
baren (AHI 1998 S. 121 E. 1b mit Hinweisen)
Art.
88a
der Verordnung über die Invalidenversicherung (
IVV
)
festzusetzen ist (vgl. BGE 121 V 264 E. 6b/
dd
mit Hinweis). Ob eine für den Rentenanspruch erhebliche Änderung des Invaliditäts
grades eingetreten und damit der für die Befristung oder Abstufung erforderliche Revisionsgrund gegeben ist, beurteilt sich durch Vergleich des Sachverhalts im Zeitpunkt der Rentenzusprechung oder des Rentenbeginns mit demjenigen zur Zeit der Aufhebung beziehungsweise Herabsetzung der Rente (BGE 125 V 413
E. 2d am Ende, 369 E. 2, 113 V 273 E. 1a, 109 V 262 E. 4a, je mit Hinweisen; vgl. BGE 130 V 343 E. 3.5). Spricht die Verwaltung der versicherten Person eine befristete Rente zu und wird beschwerdeweise einzig die Befristung der Leistun
gen angefochten, hat dies nicht eine Einschränkung des Gegenstandes des Rechts
mittelverfahrens in dem Sinne zur Folge, dass die unbestritten gebliebenen Bezugszeiten von der Beurteilung ausgeklammert bleiben (BGE 125 V 413 E. 2d mit Hinweisen). Die gerichtliche Prüfung hat vielmehr den Rentenanspruch für den gesamten verfügungsweise geregelten Zeitraum und damit sowohl die Zusprechung als auch die Aufhebung der Rente zu erfassen (Urteil des Bundes
gerichts I 526/06 vom 31. Oktober 2006 E. 2.3 mit Hinweisen).
1
.3
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gege
benenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeits
unfähig ist (BGE 125 V 256 E.
4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person no
ch zugemutet werden können (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E.
4b/cc).
1.4
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusam
menhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin
zog
in der angefochtenen Verfügung vom 2
6.
April 2017 (
Urk.
2
/1
) im Wesentlichen
in Erwägung
,
die medizinischen Abklärungen hätten ergeben, dass sich der Gesundheitszustand des Versicherten ab Januar
2014 verschlechtert habe.
Bis Ende Februar 2015
sei
eine 100%ige Arbeitsun
fähigkeit
attestiert worden
, weshalb ab dem Zeitpunkt der Einreichung des Ren
tenerhöhungsgesuchs (November 2014) ein Anspruch auf eine ganze Rente best
anden habe
. Ab März 2015 sei dem Beschwerdeführer wieder eine angepasste Tätigkeit zu 70
%
zumutbar gewesen. Ausgehend von einem
Valideneinkommen
von
Fr.
83'318.30 sowie - unter Berücksichtigung eines leidensbedingten Abzu
ges von 10
%
- einem Invalideneinkommen von
Fr.
41'991.10 ergebe sich
e
in Invaliditätsgrad von 50
%
. Folglich bestehe
ab Juni 2015,
drei Monate nach Ein
tritt der gesundheitlichen Verbe
sserung
, nur noch ein Anspruch auf eine halbe Rente der Invalidenversicherung.
2.2
Der Versicherte machte in seiner Beschwerdeschrift vom
1.
Juni 2017 einerseits Mängel am
B._
-Gutachten vom
2.
September 2016
geltend. So habe die neu
rologische Einschätzung der Arbeitsfähigkeit in der interdisziplinären Synthese keine Berücksichtigung gefunden, und es sei nicht nachvollziehbar, weshalb die Arbeitsfähigkeit aus psychiatrischer Sicht nicht eingeschränkt sei. Mangelhaft sei die Expertise
insbesondere auch
aufgrund der fehlenden Auseinandersetzung mit dem Bericht des behandelnden Arztes
und der Aktenwidrigkeiten in Bezug auf die unternommenen Arbeitsbemühungen.
Dem Gutachten sei ausserdem nicht zu entnehmen, inwiefern ab März 2015 eine Besserung des Gesundheitszustandes eingetreten sein soll (
Urk.
1 S. 7 ff.).
Im Weiteren führe ein Einkommensvergleich unter korrekter Ermittlung des Invalideneinkommens zu einem Invaliditätsgrad von 70 respektive - im Sinne des Eventualantrages - 60
%
, weshalb ab Juni 2015 mindestens Anspruch auf eine
Dreiviertelsrente
bestehe (
Urk.
1 S. 11 f.). Subeven
tuell sei die angefochtene Verfügung aufzuheben und die Angelegenheit zwecks näherer medizinischer Abklärungen an die IV-Stelle zurückzuweisen, da auf das
B._
-Gutachten nicht abgestellt werden könne (
Urk.
1 S. 13).
2.3
Mit Stellungnahme vom 2
5.
September 2017 (
Urk.
14) betonte der Beschwerde
führer erneut, dass auf die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit des behandelnden Arztes abzustellen sei. Dieser sei vom Gericht persönlich zum Gesundheitszustand und zur Arbeitsfähigkeit zu befragen.
3.
3.1
Die am 2
4.
Januar 2011
revisionsweise
verfügte Erhöhung der Invalidenrente (
Urk.
8/135)
beruhte im Wesentlichen auf d
em
Z._
-Gutachten vom
1
0.
August 201
0.
Diesem
könne
n
die folgenden Diagnosen mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit
in der angestammten Tätigkeit
entnommen werden (
Urk.
8/110/16):
-
Chronisch anhaltendes
cervicospondylogenes
und
cervicovertebrales
Schmerzsyndrom mit/bei
-
Status nach
bi
segmentalen
Cloward
-Robinson-
Spondylodesen
C3/4 und C6/7 bei vorausgegangenen Diskushernien. Protrahierter und kom
plikationsreicher Verlauf mit Entwicklung einer Pseudoarthrose und
Abszessbildung
sowie
mehrfachen Revisionsoperationen, zuletzt
am
1
3.
Januar 2009,
-
neurologisch sensible C6-Radiculopathie und TSR-Ausfall links, erhal
tene motorische Funktionen. Keine Hinweise für eine Schädigung lan
ger Rückenmarksbahnen,
-
verbleibende erhebliche konzentrische Einschränkung der Bewegungs
fähigkeit der Halswirbelsäule und des Kopfes,
-
Lumbovertebrales
Schmerzsyndrom bei derzeit nur gering symptomatisch auffälliger
Osteochondrose
, Spondylos
e L1/2 und
Spondylarthrose
L4/5,
-
Posttraumatische 1994 und 2001 erlittene Kniegelenkbinnen-schädigun
gen mit operativ versorgter
Tibiakopffraktur
,
vorderer
Kreuzbandruptur und Innenmeniskusschädigung links, OSME 2002 sowie osteosynthetisch versorgte kniegelenknahe Fraktur rechts 2005.
Ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit sei einer
seits eine episodische Migräne, teilweise mit Aura, und andererseits ein beidsei
tiger, derzeit symptomatisch unauffälliger
Pes
transverso
planus
.
Dr.
med.
C._
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Trauma
tologie des Bewegungsapparates,
führte in seiner Teilexpertise aus, der Ver
sicherte habe über permanente Schmerzen im Bereich des Nackens mit Ausstrah
lung in den Hinterkopf
geklagt. Zudem seien ausstrahlende Schmerzen in den linken Arm bis in die Hand einschliesslich Daumen sowie Zeige- und Mittelfinger vorhanden (
Urk.
8/110/9). Aus orthopädischer Sicht sei die Beweglichkeit der Halswirbelsäule
und des Kopfes in erheblichem Masse eingeschränkt. Der Beschwerdeführer sei nur noch in der Lage,
geringgradige
Neige- und Drehbewe
gungen auszuüben. Bei einer forcierten Inklination komme es zu anfallsartig ein
schiessenden starken Schmerzen sowie einer Sehbehinderung mit Flimmern vor den Augen und
„
Sternchen-S
ehen
“
. Ebenfalls beeinträchtigt sei die Belastbarkeit der Lendenwirbelsäule aufgrund der röntgenologisch ausgewiesenen
Osteo
chondrose
, Spondylose und
Spondylarthrose
in den lumbalen Bewegungselemen
ten L1/2 und L4/
5.
Trotz Traumatisierung beider Kniegelenke in den Jahren 1994,
2001 und 2005 mit anschliessender operativer Behandlung seien keine gravie
renden funktionsrelevanten Unfallfolgen
eruierbar
. Durch die statisch auffällige Fussfehlform (vollständige Platt-Spreizfüsse) sei das Steh- und Gehvermögen
der
zeit noch nicht wesentlich beeinträchtigt.
Insgesamt seien dem Versicherten nur mehr leichte, wechselbelastende Arbeiten mit einem Gewichtslimit von zehn Kilogramm und ohne Bewegungsanforderungen an die Halswirbelsäule und an den Kopf zumutbar. Zu vermeiden seien sodann Arbeiten mit repetitiven Bewe
gungsanforderungen an den Rumpf und solche, die längerfristig kniend oder hockend auszuführen sind. In einer in diesem Sinne angepassten Tätigkeit sei von einer Arbeitsfähigkeit von etwa 80
%
auszugehen. Die Wiederaufnahme der früheren schweren Tätigkeiten sei dagegen dauerhaft ausgeschlossen (zum Gan
zen
Urk.
8/110/13-15).
Dem neurologischen Teilgutachten von
Dr.
med.
D._
, Facharzt für Neurologie, ist zu entnehmen, dass
die
radikulären
Störungen residual und relativ gering ausgeprägt seien
. Die motorischen Funktionen seien nicht eingeschränkt.
Hinweise für eine Schädigung langer Rückenmarksbahnen hätten sich ebenfalls nicht ergeben.
Es seien weder Spastik- noch Irritationszeichen vorhanden.
Bezüglich der episodischen Migräne mit Aura sei festzuhalten, dass diese mittels Akut- oder
Prophylaxetherapie
behandelbar sei.
Eine Einschränkung der Arbeits
fähigkeit resultiere daraus nicht.
Gesamthaft
sei die bisherige Tätigkeit aus neu
rologischer Sicht seit 2006 nicht mehr zumutbar. Leichte bis mittelschwere Tätig
keiten ohne Belastung der Halswirbelsäule und ohne Kälte- und Vibrationsexpo
sitionen seien jedoch zu 100
%
möglich (
Urk.
8/110/29 f.).
Dr.
med.
E._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie,
konnte im Rahmen seiner Untersuchungen
keine psychopathologischen Auffälligkeiten eru
ieren. So seien insbesondere weder Störungen der Aufmerksamkeit
oder
Konzent
ration, noch des formalen oder inhaltlichen
Denkens aufgetreten. Ferner sei die Stimmungslage ausgeglichen gewesen
. Hinweise für Zwänge oder Phobien hätten ebenfalls nicht bestanden. Gesamthaft könne keine relevante psychische Erkran
kung diagnostiziert werden. Es bestünden keine Anzeichen einer depressiven oder psychotischen Störung. Zudem liege keine
komorbide
Persönlichkeits- oder Ver
haltensstörung vor. Aus rein psychiatrischer Sicht sei der Versicherte in seiner Leistungsfähigkeit nicht eingeschränkt (
Urk.
8/110/34 ff.).
Im interdisziplinären Konsens gelangten die Gutachter zum Schluss, dass dem Beschwerdeführer die bisherige schwere körperliche Tätigkeit aufgrund der Hals
wirbelsäulenpathologie nicht mehr zumutbar sei. Hinsichtlich einer dem indivi
duellen Belastungsprofil angepassten Tätigkeit bestehe bei einem 100%-Pensum
ab dem Zeitpunkt der Gutachtenserstellung
eine Einschränkung der Leistungs
fähigkeit von 20
%
(
Urk.
8/110/18
ff.
, 8/114/1
).
3.2
Dem polydisziplinären
B._
-Gutachten vom
2.
September 2016 sind im Wesent
lichen folgende Diagnosen mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit zu entneh
men (
Urk.
8/234/74):
-
Chronifiziertes
zervikobrachiales
und
zervikozephales
Schmerzsyndrom links betont,
-
Chronisches
lu
mbospondylogenes
Schmerzsyndrom,
-
Periarthropathia
humeroscapularis
tendinotica
rechts.
Ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit seien demgegenüber (
Urk.
8/234/74 f.):
-
Carpaltunnelsyndrom beidseits,
-
Beidseitiger
Pes
transversoplanus
, gegenwärtig ohne Beschwerdevortrag sowie ohne Funktionseinschränkung,
-
Intermittierende Knieschmerzen beidseits,
-
Status nach A1-Ringbandspaltung
Digitus
I links 2013, gegenwärtig ohne Beschwerdevortrag sowie ohne Funktionseinschränkung,
-
Chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren (ICD-10 F45.41),
-
Psychische und Verhaltensstörungen durch Alkohol,
Cannabinoide
, Seda
tiva und Opioide (ICD-10 F10.1, F12.1, F13.1, F11.1),
-
Kontaktanlässe mit Bezug auf das Berufsleben (ICD-10 Z56), Verlust des langjährigen Arbeitsplatzes,
-
Kontaktanlässe mit Bezug auf die wirtschaftliche Lage (ICD-10 Z59), kein eigenes Einkommen,
-
Kontaktanlässe mit Bezug auf den engeren Familienkreis (ICD-10 Z63), Familienzerrüttung durch Scheidung 2007.
Dr.
med.
F._
, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, führte in seinem Teilgutachten aus, die Untersuchung habe das Bild eines altersent
sprechend aussehenden, leicht übergewichtigen und sonst unauffälligen Ver
sicherten in normalem Allgemeinzustand ergeben. Der Explorand sei sowohl
normoton
als auch
normokard
und kardiopulmonal kompensiert.
Auch der
Abdominalstatus
sei
bland
, und die Laboruntersuchungen hätten durchwegs Nor
malbefunde ergeben. Aus internistischer Sicht könne keine Diagnose gestellt wer
den
, welche die
Arbeitsfähigkeit des Ve
rsicherten beeinträchtige
(
Urk.
8/234/81, vgl. zudem
Urk.
8/234/35 ff.).
Gegenüber
Dr.
med.
G._
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, habe der Versicherte über anhaltende Schmerzen im Bereich der Halswirbelsäule mit Ausstrahlungen in die rechte Schulter geklagt. Hierdurch komme es zum einen zu Schlafstörungen; zum ande
ren sei die Beweglichkeit der rechten Schulter seit zwei bis drei Jahren sehr ein
geschränkt.
Schmerzverstärkend seien jegliche Tätigkeiten über Schulterhöhe. Einen ziehenden Schmerz verspüre der Versicherte zudem bei der Rotation seiner Halswirbelsäule.
Infiltrationen würden nur für einige Tage zu einer Schmerzlin
derung führen
.
Namentlich
Wärmeanwendungen würden eine deutliche Linde
rung der Beschwerden bewirken. Auch unter Einnahme von Analgetika reduziere sich der Schmerz um 30 bis 40
%
(
Urk.
8/234/38
f.
).
Dr.
G._
gelangte nach eingehender Untersuchung des Versicherten
(vgl.
Urk.
8/234/41 ff.)
zum Schluss, dass die
geklag
ten Einschränkungen der Halswirbelsäule und des rechten Schul
tergelenks konstant reproduziert worden seien.
Anhand der Ergebnisse der klinischen und radiologischen Untersuchungen hätten sowohl die Bewegungsein
schränkung des rechten Schultergelenks als auch die geltend gemachten Beschwerden im Bereich der Halswirbelsäule objektiviert werden können. In der aktiven und passiven Bewegungsprüfung habe sich zudem - bei
palpatorisch
ein
drücklichem, beidseitigem paravertebralen Hartspann - eine Einschränkung der Seitneigung und Seitrotation um jeweils einen Drittel ergeben. In Bezug auf die Lendenwirbelsäule
habe sich ein altersentsprechender Status mit beginnenden ventralen
osteophytären
Randkantenausziehungen im Bereich der Segmente L4/5 gezeigt. Im Bereich der Knie-, Hüft- und Sprunggelenke habe ein insgesamt freies Bewegungsausmass bei stabiler Bandführung bestanden. Auch in Bezug auf die beiden Handgelenke seien keine Funktionseinschränkungen feststellbar gewesen (
Urk.
8/234/57 f.).
Vor diesem Hintergrund könne die zuletzt ausgeübte Tätigkeit als Glaser nicht mehr als leidensgerecht angesehen werden. In einer adaptierten Tätigkeit bestehe aus rein orthopädischer Sicht eine Arbeitsfähigkeit von 70
%
. Die Einschränkung von 30
%
sei Folge der reduzierten Belastbarkeit und Durch
haltefähigkeit sowie der vermehrt benötigten Pausen und der verringerten Arbeitsgeschwindigkeit (
Urk.
8/234/59).
Dr.
med.
H._
, Facharzt für Neurologie, äusserte sich in seiner Teilexper
tise dahingehend, dass die Beweglichkeit der Halswirbelsäule relevant einge
schränkt sei. Die beklagten
Hypästhesien
im Bereich des
ulnaren
Unterarms und der
ulnaren
drei Finger dürften ebenfalls hierdurch bedingt sein, im Sinne einer
radikulären
Schädigung in Höhe C7 und C
8.
Hierzu passe auch die leichte Reflexdifferenz des
Trizepssehnenreflexes
.
Im Weiteren leide der Versicherte
unter einem chronischen Schmerzsyndrom im Bereich der Lendenwirbelsäule mit gelegentlicher deutlicher
Schmerzexazerbation
. Die angegebene Hypästhesie im Bereich des proximalen lateralen Oberschenkels sei am ehesten durch eine
radi
kuläre
Schädigung in Höhe L3 zu erklären. Die Leistungsfähigkeit des Beschwer
deführers sei durch diese Beschwerden erheblich eingeschränkt. Er könne nur
noch
leichte Tätigkeiten
, überwiegend in sitzender Position und mit der Möglich
keit des Positionswechsels, ausüben. Ferner müsse der Versicherte mehr Pausen einlegen, und die Gesamtarbeitszeit müsse auf maximal sechs Stunden pro Tag reduziert werden. Die geklagten Kopfschmerzen könnten differentialdiagnostisch entweder
zervikogen
oder durch eine Migräneerkrankung bedingt sein. Die Leis
tungsfähigkeit werde hierdurch jedoch nicht zusätzlich eingeschränkt (
Urk.
8/234/63 f.).
Med.
pract
.
I._
, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie, hielt im psychiatrischen Teilgutachten fest, dass der Versicherte wach sowie örtlich, zeitlich, situativ und zur Person voll orientiert gewesen sei. Einschränkungen der Auffassungsgabe, der Aufmerksamkeit oder der Konzentration hätten nicht bestanden.
Selbiges
gelte
grobkursorisch in Bezug auf das Gedächtnis und die Merkfähigkeit. Die Stimmungslage sei im Wesentlichen ausgeglichen und die Schwingungsfähigkeit voll erhalten gewesen. Nur einmal seien dem Versicherten Tränen in die Augen geschossen, als er über den Verlust seiner Arbeitstätigkeit berichtet habe. Anhaltspunkte für depressive Verstimmungen hätten sich jedoch nicht ergeben. Ängste, Phobien oder Zwänge mit Krankheitswert seien ebenfalls nicht feststellbar gewesen. Der formale und inhaltliche Gedankengang sei nicht beeinträchtigt gewesen.
Schmerzbedingt seien Durchschlafstörungen vorhanden. Hinweise auf Fremd- oder Selbstgefährdung hätten sich nicht ergeben (
Urk.
8/234/69 f.).
Der Versicherte leide zwar unter andauernden, schweren und quälenden Schmerzen, die allerdings - auch wenn eine gewisse zusätzliche Aus
weitung nicht ganz ausgeschlossen werden könne - auf einer ursprünglich soma
tischen Erkrankung basieren würden.
Es sei von einer chronischen Schmerzstö
rung mit somatischen und psychischen Faktoren
(ICD-10 F45.41)
auszugehen. Als psychische Faktoren würden beispielsweise die stattgefundene Trennung und Scheidung im Jahr 2007, der Verlust des geliebten Arbeitsplatzes sowie die erheblichen finanziellen Einschränkungen eine Rolle spielen. Eine beträchtliche persönliche und medizinische Betreuung nehme der Beschwerdeführer aber nicht in Ans
pruch. Eine psychotherapeutisch
und psychosomatisch ausgerichtete The
rapie sei noch zu keinem Zeitpunkt durchgeführt worden.
Im Übrigen könne keine weitere psychische Störung festgestellt werden. Die intermittierend vorhandenen leichteren Grade von Depressivität, Angst und Sorgen seien
als
Teil des chroni
schen Schmerzsyndroms
zu interpretieren
(
Urk.
8/234/72).
Die vorliegende chro
nische Schmerzstörung ziehe aus rein psychiatrischer Sicht keine dauerhafte Arbeitsunfähigkeit nach sich. Zu beachten seien allenfalls die aus somatischer Sicht formulierten Einschränkungen hinsichtlich einer angepassten Tätigkeit
(
Urk.
8/234/73).
Im polydisziplinären Konsens gelangten die
B._
-Gutachter zum Schluss, dass dem Versicherten die zuletzt ausgeübte Tätigkeit als Glaser und ähnliche Berufe dauerhaft nicht mehr zumutbar seien. Dies gelte retrospektiv seit dem Zeitpunkt der ersten Operation an der Halswirbelsäule im Dezember 200
6.
In einer optimal angepassten Tätigkeit bestehe dagegen eine 70%ige Arbeitsfähigkeit. Eine zusätz
liche internistisch, neurologisch oder psychiatrisch bedingte Einschränkung der Arbeitsfähigkeit lasse sich nicht begründen
(
Urk.
8/234/84)
.
In Bezug auf den Verlauf der Arbeitsfähigkeit in einer leidensadaptierten Tätigkeit hielten die Gut
achter mit ergänzender
Stellungnahme vom
1.
November 2016 überdies fest, dass
es vor allem von Anfang 2014 bis Februar 2015 zu einer vorübergehenden Ver
schlechterung des Gesundheitszustandes des Versicherten gekommen sei. Damit sei eine praktisch vollständige Arbeitsunfähigkeit verbunden gewesen. Danach habe sich der Zustand auf einem leicht tieferen Niveau als 2010 stabilisiert, wes
halb aktuell von einer zumutbaren Restarbeitsfähigkeit von 70
%
auszugehen sei (
Urk.
8/240/2 f.).
4.
4.1
Die angefochtene
n
Verfügung
en
(
Urk.
2
/1 f.) beruhen
massgeblich auf dem
B._
-Gutachten vom
2.
September 2016
sowie der ergänzenden Stellungnahme vom
1.
November 2016
(
Urk.
8/234, 8/240),
weshalb vorab auf der
en Beweiswert einzugehen ist.
Die Expertise basiert auf umfassenden internistischen, orthopä
dischen, neurologischen und psychiatrischen Abklärungen. Sie wurde in detail
lierter Kenntnis der
Vorakten
erstellt (
Urk.
8/234/2 ff.). Des Weiteren konnte der Beschwerdeführer gegenüber den einzelnen Gutachtern seine
aktuel
-
len
Beschwer
den schildern und wurde von diesen - soweit fachspezifisch erforder
lich - eingehend befragt (
Urk.
8/234/30 ff., 8/234/
38 ff., 8/234/61 f. und 8/234/65 ff.).
Die geklagten Leiden fanden im Rahmen der Feststellung der Diag
nosen Berüc
ksichtigung, wobei sowohl diese
als auch die aus medizin
is
cher Sicht resultierenden Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit dargelegt und erläutert wurden (
Urk.
8/234/56 ff., 8/234/63 f., 8/234/70 ff., 8/234/74 ff. und 8/240). Soweit möglich erfolgte sodann eine Auseinandersetzung mit vorangegangenen ärztlichen Beurteilungen (
Urk.
8/234
/59 f., 8/234/73 und 8/234/84 ff.
).
Insgesamt
erfüllt das polydisziplinäre
B._
-Gutachten damit
sämtli
che praxisgemässen Kri
terien
für
den Beweiswert einer medizinischen Expertise (vgl. E. 1.5).
4.2
4.2.1
Der Beschwerdeführer
bringt verschiedene Rügen vor
. Zum einen macht er gel
tend, im Rahmen der interdisziplinären Synthese sei der neurologischen Einschät
zung, wonach maximal eine Arbeitstätigkeit von sechs Stunden pro Tag zumut
bar sei und ein erhöhter Pausenbedarf bestehe, keine Beachtung geschenkt wor
den (
Urk.
1 S. 7 f.).
Dem ist entgegenzuhalten, dass die Gutachter im Rahmen der Konsensbesprechung
unter dem Gesichtspunkt der zwischen den einzelnen Diag
nosen bestehenden Wechselwirkungen
zur Auffassung gelangten, der Versicherte sei in einer leidensadaptierten Tätigkeit zu 70
%
arbeitsfähig. Berücksichtigung fand dabei explizit auch der erhöhte Pausenbedarf. Zudem wurde klar festgehal
ten, dass die
vom Orthopäden
Dr.
G._
attestierte
Arbeitsunfähigkeit aufgrund der Ergebnisse der übrigen fachärztlichen Untersuchungen nicht noch weiter ein
zuschränken sei (
Urk.
8/234/93
). Im Übrigen
unterscheidet sich
die von neurolo
gischer Seite
maximal als zumutbar erachtete Arbeitstätigkeit
von sechs Stunden pro Tag
nur unwesentlich von
einer 70%igen Arbeitsfähigkeit.
4.2.2
Der Versicherte kritisiert im Weiteren, es sei nicht nachvollziehbar, weshalb die chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit zur Folge habe.
Dr.
med.
J._
, Fach
arzt für Psychiatrie und Psychotherapie, habe 2008 mit der anhaltenden somato
formen Schmerzstörung eine vergleichbare Diagnose gestellt und dieser einen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit zuerkannt. Diese Einschätzung sei von
Dr.
I._
als nachvollziehbar erachtet worden. Es erschliesse sich folglich nicht, weshalb sich die von ihr
im Zuge der aktuellen Begutachtung
festgestellte Erkrankung nicht auf die Leistungsfähigkeit auswirke (
Urk.
1 S. 8
Ziff.
19).
Dabei
lässt der Versicherte ausser Acht, dass
Dr.
J._
2008 zum Schluss gelangte, eine adaptierte Tätigkeit ohne erhöhte Anforderungen an die Stress- und Frustrationstoleranz sei uneingeschränkt zumutbar. Einzig in Bezug auf die angestammte Tätigkeit führte
Dr.
J._
aus, es sei aufgrund einer eingeschränk
ten Abgrenzungs- und Konfliktfähigkeit von einer 20%igen Einschränkung der Arbeitsfähigkeit auszugehen (
Urk.
8/30/10 f.).
Letzteres erachtete
Dr.
I._
jedoch explizit als nicht überzeugend (
Urk.
8/234/73).
Der von ihr festgehaltene objektive Befund weist denn auch - abgesehen von der Schmerzproblematik - nicht auf wesentlich beeinträchtigte psychische Funktionen hin (vgl.
Urk.
8/234/69 f.).
Ihre
Einschätzung einer uneingeschränkten Arbeitsfähigkeit für jegliche Tätigkeit erweist sich sodann mit Blick auf die Begutachtung von
Dr.
E._
im Jahr 2010
ebenfalls
als
naheliegend
, zumal jener
in Anbetracht
eines
unauffälligen Psychostatus
überhaupt
keine psychiatrische Diagnose stellte (
Urk.
8/110/
34 f.
, vgl. E. 3.1
).
Der Vollständigkeit halber ist
in Nachachtung der bundesgerichtlichen Praxis bezüglich der invalidisierenden Wirkung psychischer Leiden (vgl. BGE 141 V 281, 143 V 409 und 143 V 418)
ausserdem anzumerken, dass der Beschwerdeführer zu keinem Zeitpunkt eine psychiatrisch-psychotherapeutische Behandlung in Anspruch genommen hat (
Urk.
8/234/72
, 8/234/85). Gewisse Einschränkungen des Aktivitätsniveaus in allen vergleichbaren Lebensbereichen - etwa bei der Erledigung des Haushalts - sind im Weiteren zwar erkennbar
. Der Versicherte verfügt aber doch über eine geregelte Tagesstruktur und kümmert sich insbeson
dere ausgiebig um seinen jungen Sohn (vgl.
Urk.
8/234/32, 8/234/68 f.).
Ein
mas
sgeblicher
,
krankheitsbedingter
sozialer Rückzug ist ebenfalls nicht ausgewiesen.
Auch
angesichts dieser konkreten Gegebenheiten
erweist sich die Schlussfolge
rung
von
Dr.
I._
, wonach
sich die Schmerzstörung
nicht
(
zusätzlich
)
auf die Arbeitsfähigkeit des Versicherten auswirke,
somit
als schlüssig.
4.
2.
3
Der Beschwerdeführer war vom
6.
bis 1
6.
Januar 2015
für eine multimodale rheu
matologische
Komplextherapie im
K._
, Klinik für Rheuma
tologie, hospitalisiert. Vom
6.
bis 1
8.
Januar 2015 wurde eine 100%ige und danach bis
1.
Februar 2015 eine 60%ige Arbeitsunfähigkeit attestiert (
Urk.
8/197/6 ff.). Mit Bericht vom
9.
März 2015 hielt
Dr.
med.
L._
, Facharzt für Rheumatologie fest, dass in einer angepassten Tätigkeit eine 50%ige Arbeitsfähigkeit bestehe, wobei sich die Leistungsfähigkeit infolge der Beschwer
deakkumulation im Laufe des Tages um 30
%
verringere (
Urk.
8/197/2 f.).
Der Beschwerdeführer macht
geltend,
entgegen der Beurteilung der
B._
-Gutachter sei auf
die von
Dr.
L._
attestierte Arbeitsfähigkeit abzustellen.
Die Gutachter
hätten d
essen
Einschätzung
zwar zur Kenntnis genommen, sich allerdings nicht nachvollzi
ehbar damit auseinandergesetzt
. Dem
Bericht von
Dr.
L._
komme insofern besonderes Gewicht zu
, als dieser
den Versicherten bereits seit Juni 2014 behandle und
im Rahmen eines stationären Aufenthalts im Frühjahr 2015 die gesundheitliche Beeinträchtigung während längerer Dauer habe unter
suchen können
(
Urk.
1 S.
8 f
f
.)
.
Dem Versicherten ist
insoweit
beizupflichten, als sich
Dr.
G._
nur in knapper Form zur Beurteilung von
Dr.
L._
äusserte. Er erklärte diese als nicht nach
vollziehbar und zitierte wörtlich aus dem Bericht vom
9.
März 2015 (
Urk.
8/234/60).
Ein Administrativ- oder Gerichtsgutachten ist
allerdings
nicht stets in Frage zu stellen und zum Anlass weiterer Abklärungen zu nehmen, wenn die behandelnden Arztpersonen respektive Therapiekräfte, welche mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu
Gunsten ihrer Patientinnen und Patienten aussagen, zu anderslautenden Ein
schätzungen gelangen (BGE 135 V 465 E. 4.5, 125 V 351 E. 3b/cc).
Vorbehalten bleiben Fälle, in denen sich eine abweichende Beurteilung aufdrängt, weil die anderslautenden Einschätzungen wichtige
–
und nicht rein subjektiver Interpre
tation entspringende
–
Aspekte benennen, die bei der Begutachtung unerkannt oder ungewürdigt geblieben sind (Urteil
des Bundesgerichts
8C_677/2014 vom 2
9.
Oktober 2014 E. 7.2
mit Hinweisen, u.a. auf
SVR 2008 IV Nr
. 15 S. 43 E. 2.2.1 [I 514/06]
).
Eben solche Aspekte
können dem Bericht von
Dr.
L._
vom
9.
März 2015 nicht entnommen werden.
Der Einschätzung der Arbeitsfähigkeit l
ag
denn auch keine aktuelle
, eigenständige
Untersuchung zugrunde; vielmehr übernahm
Dr.
L._
in teilweise gekürzter Form die Diagnosen und Befunde aus dem Bericht des Universitätsspitals Zürich vom 1
6.
Januar 2015 (vgl.
Urk.
8/197/1 f., 8/197/6 f.).
Vor diesem Hintergrund ist die
seitens des orthopä
dischen Gutachters attestierte Arbeitsfähigkeit von 70
%
für leidensangepasste Tätigkeiten
, welche
anhand sehr detaillierter körper
licher Untersuchungen ermittelt wurde
(vgl.
Urk.
8/234/41 ff.)
, nicht in Frage zu stellen.
Mit Blick auf die durch die
Z._
-Gutachter im Jahr 2010 erhobenen Befunde
überzeugt denn auch
die Schlussfolgerung, dass sich der Gesundheits
zustand ab März 2015 auf einem leicht t
ieferen Niveau stabilisiert hat
(
Urk.
8/240/2 f.).
So fand namentlich Berücksichtigung, dass sich die Beweglich
keit der rechten Schulter zwischen
zeitlich verringert hatte und diesbezüglich eine erhöhte Schmerzhaftigkeit aufgetreten war (vgl.
Urk.
8/110/
11, 8/234/46 f.).
Im Übrigen bleibt anzumerken, d
ass
der im laufenden Beschwerdeverfahren nachgereichte ärztliche Bericht von
Dr.
L._
vom
5.
September 2017 (
Urk.
12)
erst gut vier Monate nach Erlass der angefochtenen Verfü
gung verfasst worden ist. In all
er Regel sind jedoch
für die richterliche Beurteilung eines Falles die tatsächlichen Verhältnisse zur Zeit des Abschlusses des Verwaltungsverfahrens massgebend (BGE 121 V 362 E. 1b, 99 V 98).
Hiervon abgesehen, stellt sich die gesundheitliche Situation in Anbetracht der
von
Dr.
L._
aufgelisteten Diag
nosen grundsätzlich
unverändert dar. Bei der neu hinzugetretenen aktivierten Facettengelenksarthrose handelt es sich lediglich um eine Verdachtsdiagnose.
Zudem bezieht sich
die attestie
rte 100%ige Arbeitsunfähigkeit auf die ange
stammte Tätigkeit. Ansonsten würde sich die
Beurteilung nicht nur als wider
sprüchlich in Bezug auf den Bericht
von
Dr.
L._
vom
9.
März 2015 (
Urk.
8/197)
erweisen
, sondern auch
hinsichtlich der
Aussage des Versicherten anlässlich der Begutachtung, wonach er eine 50%-Stelle suche (
Urk.
8/234/31, 8/234/68).
4.2.4
Soweit der Beschwerdeführer schliesslich vorbringt, im
B._
-Gutachten sei aktenwidrig festgehalten worden
(
Urk.
1 S. 9
Ziff.
21)
, dass er seit 2006 keine
Selbsteingliederungsbemühungen
getätigt habe
(
Urk.
8/234/94)
, ist ihm
zuzu
stimmen (vgl.
Urk.
8/156,
8/164
ff.
).
Indes ist weder dargetan noch ersichtlich, inwiefern sich dieser Umstand
massgeblich auf die medizinisch-theoretische Beurteilung der Arbeitsfähigkeit
beziehungsweise
auf die Beweiskraft der Exper
tise auswirken sollte.
4.3
Im Sinne eines Zwischenfazits kann somit festgehalten werden, dass auf das
B._
-Gutachten vom
2.
September 2016 vollumfänglich abgestellt werden kann.
Namentlich
ist mit
überwiegender Wahrscheinlichkeit
erstellt
, dass sich der Gesundheitszustand des Versicherten
von
Frühjahr 2014 bis Februar 2015 vorübergehend verschlechtert
hatte. Damit ging eine vollständige Arbeitsunfä
higkeit einher.
Ab März 2015 stabilisierte sich der Gesundheitszustand auf einem leicht tieferen Niveau als 201
0.
Ab diesem Zeitpunkt ist von einer 70%igen Arbeitsfähigkeit in einer leidensangepassten Tätigkeit auszugehen.
5.
5.1
Zu prüfen bleibt der
von der Beschwerdegegnerin
mittels
Einkommensvergleich
bestimmte
Invaliditätsgrad
.
Die gerichtliche Prüfung hat in diesem Zusammen
hang den Rentenanspruch für den gesamten verfügungsweise geregelten Zeit
raum zu umfassen (vgl. E. 1.
2
).
Unbestritten und mehrfach gutachterlich bestätigt ist, dass es dem Versicherten seit 2006 krankheitsbedingt nicht mehr zumutbar ist, seiner angestammten Tätigkeit als Glaser nachzugehen (
Urk.
8/29/17, 8/110/18 und 8/234/87).
Ebenfalls unbestritten und n
icht zu beanstanden ist angesichts der medizinischen Aktenlage überdies die Zusprechung der ganzen Rente rückwirkend ab dem Zeitpunkt des Rentenerhöhungsgesuchs im November 2014 (vgl.
Urk.
8/191;
Art.
88
bis
Abs.
1
lit
. a IVV).
Bereits ab dem Frühjahr 2014 war die Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit vollständig
eingeschränkt
(vgl.
Urk.
8/190, 8/240/2), weshalb ein Invaliditätsgrad von 100
%
vorlag
.
5.2
Wie bereits dargelegt (vgl. E. 4.2.3), ist auf der Grundlage des
B._
-Gutachtens davon auszugehen, dass sich der Gesundheitszustand des Versicherten ab März 2015 stabilisierte
,
und eine 70%ige Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätig
keit bestand. Damit liegt der für eine Herabsetzung der ganzen Rente vorausge
setzte Revisionsgrund vor (vgl. E. 1.
2
).
Zu prüfen
bleibt
auch in diesem Zusam
menhang
, ob die
Beschwerdegegnerin den Invaliditätsgrad korrekt bestimmt hat.
Zwecks Berechnung des
Valideneinkommens
wird
in der Regel am zuletzt erziel
ten, nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung angepass
ten Verdienst angeknüpft, da es empirischer Erfahrung entspricht, dass die bis
herige Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden fortgesetzt worden wäre. Ausnahmen
müssen mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt sein (BGE 139 V 28 E. 3.3.2; 135 V 58 E. 3.1; 134 V 322 E. 4.1 mit Hinweis
).
Folglich hat die Beschwerdegegnerin zu Recht auf das Einkommen abgestellt, welches der
Ver
sicherte in seiner angestammten Tätigkeit als Glaser
zuletzt
erzielte (
Fr.
76'500.--;
Urk.
8/8/3)
. Unter Berücksichtigung der Nominallohnentwicklung bis 2015 setzte sie das massgebliche
Valideneinkommen
korrekt auf
Fr.
83'318.30 fest (vgl.
Urk.
8/241), was denn auch nicht bestritten wird (
Urk.
1 S. 11).
Der Beschwerdeführer beanstandet prinzipiell auch nicht, dass die IV-Stelle
das I
nvalideneinkommen anhand der vom Bundesamt für Statistik periodisch heraus
gegebenen Lohnstrukturerhebungen (LSE)
des Jahres 2014
bestimmt hat.
Soweit er geltend macht
(
Urk.
1 S. 11)
, es sei zu Unrecht auf den monatlichen Bruttolohn für einfache Tätigkeiten körperlicher oder handwerklicher Art von
Fr.
5'312.--
abgestellt worden (
TA1, Monatlicher Bruttolohn [Zentralwert] nach Wirtschafts
zweigen, Kompetenzniveau und Geschlecht, Privater Sektor, Total, Kompetenz
niveau 1, Männer
)
, ist festzuhalten, dass
gemäss
bundesgerichtlicher Praxis nur
in begründeten Ausnahmefällen
nicht auf diesen Wert, sondern denjenigen eines einzelnen Sektors abzustellen ist (Urteile des Bundesgerichts 8C_176/2012 vom
3.
September 2012 E. 7 und 9C_311/2012 vom 2
3.
August 2012 E. 4.1).
Diese Voraussetzungen sind vorliegend trotz des eingeschränkten Belastungsprofils (
Urk.
8/234/58 f.) nicht erfüllt,
denn
dem Beschwerdeführer
sind
leichte und wechselbelastende Tät
igkeiten grundsätzlich ohne spezielle Einschränkung auf ein bestimmtes Tätigkeitsspektrum zumutbar
.
Solche Täti
gkeiten finden sich nicht nur in
Sektor 3 (Di
enstleistungen), sondern auch in
Sektor 2 (Produktion)
der LSE
. Dem Einwand
, es sei
auf den
Totalwert des Sektors 3
abzustellen
,
kann demnach nicht
gefolgt
werden
.
Die Beschwerdegegnerin hat das Invalideneinkommen unter Berücksichtigung der durchschnittlichen betriebsüblichen Arbeitszeit, der Entwicklung der Nominallöhne bis 2015
,
des zumutbaren 70%igen Arbeitspen
sums
sowie eines 10%igen leidensbedingten Abzuges
berechtigterweise auf
Fr.
41‘991.10 festgelegt (
Fr.
5‘312.-- / 40 * 41.7 * 12 * 1.003 * 0.7 * 0.9). Entgegen der Argumentation des Versicherten (
Urk.
1 S. 11 f.) rechtfertigt sich kein höherer
Leidensabzug
,
da
die gutachterlich festge
stellten Einschränkungen der Durch
halte
fähigkeit und der Arbeitsgeschwindig
keit sowie der erhöhte Pausenbedarf bereits in die Beurteilung der medizinischen Arbeitsfähigkeit einflossen. Eine doppelte Anrechnung dieser Gesichtspunkte ist nicht statthaft (Urteil des Bundesgerichts 9C_833/2017 vom 2
0.
April 2018 E. 2.2).
Nach dem Gesagten ergibt sich ein Invaliditätsgrad
von 49.6
%
beziehungsweise 50
%
([
Fr.
83‘
318.30 .
/.
Fr.
41‘991.10] * 100 /
Fr.
83‘318.30; zum Runden
: BGE 130 V 121
).
In analoger Anwendung von
Art.
88a
Abs.
1 IVV (vgl. E. 1.3) hat die Beschwerdegegnerin die Rente des Versicherten somit zu Recht drei Monate nach
Eintreten der gesundheitlichen Verbesserung herabgesetzt.
Seit
Juni 2015 besteht Anspruch auf eine halbe Rente der Invalidenversicherung (vgl. E. 1.2).
6.
Zusammenfassend
hat die Beschwerdegegnerin
die dem Versicherten mit Verfü
gung vom 2
4.
Januar 2011 ab Oktober 2010 zugesprochene halbe Rente
zu Recht
für den befristeten Zeitraum von November 2014 bis Mai 2015
auf eine ganze Rente erhöht
und ab Juni 2015 wieder
auf eine halbe Rente
herabgesetzt.
V
on weiteren
Beweismassnahmen
im Sinne des Subeventual
antrages des Beschwer
deführers
sind
(
Urk.
1 S. 2 und 13)
keine anderen
entscheidrelevanten
Erkennt
nisse zu erwarten, weshalb davon abzusehen ist (antizipierte Beweiswürdigung; BGE 124 V 90 E. 4b, 12
2 V 157 E. 1d, 136 I 229 E. 5.3).
Dies gilt namentlich auch in Bezug auf die seitens des Versicherten beantragte Befragung des behandelnden Arztes
Dr.
L._
(
Urk.
14 S. 1).
Die angefochtenen Verfügungen vom 2
6.
April 2017 (
Urk.
2/1 f.) erweisen sich damit als rechtens, weshalb die Beschwerde abzuweisen ist.
7
.
Da die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen zu prüfen war, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfah
rensaufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG) und auf
Fr.
800.-- anzusetzen. Entsprechend dem Verfahrensausgang sind sie
dem unterliegenden Beschwerdeführer
aufzuerlegen.