# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 57d1cdd6-9523-4f73-9b80-b88dc6d0552d
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2020
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
1.1
Die 1961 geborene
X._
bezieht seit
1.
August 2007 eine ganze Rente der Invalidenversicherung
bei einem Status nach ventraler Mikrodiskektomie Halswirbelkörper 5/6 und Cage-Einlage am
9.
April 2007 (
Verfügung der Sozial
versicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, v
om 1
8.
Juni 2009,
Urk.
7/
61). Mit Formular vom
5.
März 2010 meldete sich die Versicherte zum Bezug einer
Hilflosenentschädigung
an (
Urk.
7/80), worauf die IV-Stelle am
2
6.
Juli 2010 verfügte
, dass die Versicherte ab
1.
März 2009 Anspruch auf eine Entschädigung für
eine
Hilflosigkeit leichten Grades habe (
Urk.
7/10
0). Auf Beschwerde hin hob das hiesige Gericht
mit Urteil IV.2010.00863 vom 2
7.
November 2012
die an
ge
fochtene Verfügung auf und wies die Angelegenheit zur Vo
rnahme ergänzender Abklärungen
an die Verwaltung zurück (
Urk.
7/121
/1-12
). Auf
die
Beschwerde
dagegen
trat das Bundesgericht mit Urteil
8C_58/2013
v
om 1
4.
Februar 2013 nicht ein (
Urk.
7/125
/1-4
)
1.2
Am 1
6.
April 2013 kündigte die IV-
Stelle der Versicherten
die Notwendigkeit einer
polydisziplinären
medizinische
n
Untersuchung (Allgemeine/Innere Mediz
in, Orthopädie, Psychiatrie) an
(
Urk.
7/133)
. Die in der
Folge mit der Begutachtung be
au
ftrag
te Medizinische Abklärungsstelle (MEDAS)
Y._
(
Urk.
7/138)
informierte im Rahmen der Terminbestätigung am
1.
Juli 2013 darüber, dass neben den drei bereits erwähnten Gutachtern zusätzlich der Chefarz
t der Stiftung MEDAS,
Dr.
med.
Z._
, Facharzt für Neurologie sowie für Psychiatrie und
Psychotherapie, mitwirken werde
(
Urk.
7/152)
. Am 1
7.
Juli 2013 hielt die IV-Stelle
mittels Zwischenverfügung an der Abklärung durch die MEDAS
Y._
in der in Aussicht gestellten Form
fest (
Urk.
7/160). Die
Beschwerde
dagegen (
Urk.
7/167) wies das hiesige Gericht mit Urteil
IV.2013.
00818
vom 3
0.
Juni 2014 ab (
Urk.
7/180)
.
Mit Verfügung vom 2
2.
Juli 2014 teilte die IV-Stelle der Ver
sicherten mit, dass der Anspruch
auf
die
Hilflosenentschädigung
(gemeint wohl: die Auszahlung der
Hilflosenentschädigung
)
per 3
1.
Juli 2014 aufgehoben werde (
Urk.
7/184), worauf die Versicherte die IV-Stelle am 1
5.
September 2014 zur Wiedererwägung dieses Entscheids aufforderte; eventualiter sei eine anfechtbare Verfügung betreffend die Einstellung der bis anhin ausgerichteten
Hilflosenent
schädigung
zu erlassen (
Urk.
7/185).
Das Bundesgericht trat mit Urteil
8C_678/20
14
vom 2
3.
Oktober 2014 auch auf die Beschwerde der Versicherten
(
Urk.
7/186) gegen das Urteil des hiesigen Gerichts vom 3
0.
Juni 2014
nicht ein
(
Urk.
7/188
)
.
Am
6.
Januar 2016 erstattete die MEDAS
Y._
ihr
Gutachten
(
Urk.
7/244
). Mit Vorbescheid vom
7.
März 2016 stellte die IV-Stelle der Versicherten in Aus
sicht,
dass sie ab
1.
August 2014 weiterhin Anspruch auf eine
Hilflosenent
schä
digung
leichten Grades habe (
Urk.
7/246)
, wogegen die Versicherte am 1
8.
April 2016 Einwand erhob (
Urk.
7/255,
ergänzende Begründung in:
Urk.
7/258). Eine bei der Versicherten anberaumte Abklärung vor Ort wurde von derselben mehr
fach verschoben (
Urk.
7/262, 7/263-264, 7/268), worauf ihr mit Schreiben vom
8.
Februar 2017 unter Hinweis auf ihre Mitwirkungspflichten und die möglichen
Folgen einer Verletzung derselben ein neuer Termin mitgeteilt wurde (
Urk.
7/271
), welchen die Versicherte ebenso verschob (
Urk.
7/272, 7/281)
wie die zwei nach
fol
genden
Termine
(
Urk.
7/284, 7/286, 7/291, 7/294
)
. Am
4.
September 2017 fand das Abklärungsgespräch letztlich bei der
Beschwerdegegnerin statt
(
Abklärung
s
be
richt
vom
4.
Juli 2018,
Urk.
7/
326). Nach Eingang der Stellungna
hmen der Versicherten dazu (
Urk.
7/320, 7/324, 7/325/1)
sprach
ihr
die IV-Stelle mit Ver
fügung vom 2
2.
November 2018 ab
1.
August 2014 weiterhin eine
Hilflosenent
schä
digung
leichten Grades
zu
(
Urk.
2).
2.
Dagegen erhob
X._
am 1
4.
Januar 2019 Beschwerde und beantragte die Aufhebung der angefochtenen Verfügung, die
Zusprache
einer
Hilflosen
entschädigung
mittelschweren Grades rückwirkend ab
1.
Juli 2007 zuzüglich Verzugszins von 5
%
ab
1.
Juli 2009, die Aufhebung des polydisziplinären Gut
achtens vom
6.
Januar 2016 und die gerichtliche Anordnung, eine bestimmte Ab
klärungsperson der Beschwerdegegnerin habe sie in Zukunft in Ruhe zu lassen (
Urk.
1 S.
2). Die Beschwerdegegnerin schloss in der Vernehmlassung vom 2
5.
Februar 2019 auf Abweisung der Beschwerde (
Urk.
6), worüber die Beschwer
deführerin
mit Verfügung vom 2
6.
Februar 2019
in Kenntnis gesetzt wurde
(
Urk.
8).
Auf
die Vorbringen
der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, soweit für die
Entscheidfindung
erforderlich, nachfolgend eingegangen.
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Im Urteil IV.2010.00863 vom 2
7.
November 2012 wurden die
Bestimmungen und Grundsätze über den Begriff der Hilflosigkeit (
Art.
9
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozi
alversicherungsrechts [ATSG]
), den Anspruch auf
Hilf
lo
senentschädigung
und die für deren Höhe wesentliche Unterscheidung dreier Hilflosigkeitsgrade (
Art.
42
Abs.
1 und 2
des Bundesgesetzes über die I
nvaliden
versicherung [IVG],
Art.
37 der Verordnung über die Invalidenversicherung [IVV]
) bereits
dargelegt
.
1.2
Zu ergänzen ist,
dass nach
Art.
38
Abs.
1
der Verordnung über die Invaliden
versicherung (IVV)
ein Bedarf
an lebenspraktischer Begleitung im
Sinne von
Art.
42
Abs.
3 IVG nur vorliegt
, wenn eine volljährige versicherte Person ausser
halb eines Heimes lebt und infolge Beeinträchtigung der Gesundheit:
a.
ohne Begleitung einer Drittperson nicht selbständig wohnen kann;
b.
für Verrichtungen und Kontakte ausserhalb der Wohnung auf Begleitung einer Drittperson angewiesen ist; oder
c.
ernsthaft gefährdet ist, sich dauernd von der Aussenwelt zu isolieren.
Ist lediglich die psychische Gesundheit beeinträchtigt, so muss für die Annahme einer Hilflosigkeit gleichzeitig ein Anspruch auf mindestens eine
Viertelsrente
bestehen (
Art.
38
Abs.
2 IVV).
Zu berücksichtigen ist nur diejenige lebenspraktische Begleitung, die regelmässig und im Zusammenhang mit den in Absatz 1 erwähnten Situationen erforderlich ist. Nicht darunter fallen insbesondere Vertretungs- und Verwaltungstätigkeiten im Rahmen von Massnahmen des Erwachsenenschutzes nach den Artikeln 390-398 des Zivilgesetzbuches (
Art.
38
Abs.
3 IVV).
Unerheblich ist, in welcher Umgebung sich die versicherte Person – abgesehen davon, dass sie ausserhalb des Heims wohnen muss – aufhält und ob sie auf die Hilfe des Ehegatten, der Kinder oder der Eltern zählen kann (BGE 133 V 450 E.
2.2.3 und 5).
Als regelmässig im Sinne von
Art.
38
Abs.
3 Satz 1 IVV gilt die lebenspraktische Begleitung, wenn sie über eine Periode von drei Monaten gerechnet im Durch
schnitt mindestens 2 Stunden pro Woche benötigt wird (BGE 133 V 450 E. 6.2).
Die lebenspraktische Begleitung beinhaltet weder die (direkte oder indirekte) Dritthilfe bei den sechs alltäglichen Lebensverrichtungen noch die Pflege noch die Überwachung. Sie stellt vielmehr ein zusätzliches und eigenständiges Institut der Hilfe dar (BGE 133 V 450 E. 9).
Das Gesetz macht den Anspruch auf
Hilf
losenentschädigung
nicht davon abhängig, ob die lebenspraktische Begleitung kostenlos erfolgt oder nicht (BGE 133 V 472 E. 5.3.2).
1.3
Bei der Erarbeitung der Grundlagen für die Bemessung der Hilflosigkeit ist eine enge, sich ergänzende Zusammenarbeit zwischen Arzt und Verwaltung erforder
lich. Ersterer hat anzugeben, inwiefern die versicherte Person in ihren körper
li
chen
bzw. geistigen Funktionen durch das Leiden eingeschränkt ist. Der Versiche
rungs
träger kann an Ort und Stelle weitere Abklärungen vornehmen. Bei Unklarheiten über physische oder psychische Störungen oder deren Auswirkungen auf alltäg
liche Lebensverrichtungen sind Rückfragen an die medizinischen Fachpersonen
nicht nur zulässig, sondern notwendig. Weiter sind die Angaben der Hilfe leis
tenden Personen zu berücksichtigen, wobei divergierende Meinungen der Betei
lig
ten im Bericht aufzuzeigen sind. Der Berichtstext schliesslich muss plausibel, begründet und detailliert bezüglich der einzelnen alltäglichen Lebensver
rich
tungen sowie den tatbestandsmässigen Erfordernissen der dauernden persönli
chen Überwachung und der Pflege (
Art.
37 IVV) sein. Schliesslich hat er in Übereinstimmung mit den an Ort und Stelle erhobenen Angaben zu stehen. Das Gericht greift, sofern der Bericht eine zuverlässige Entscheidungsgrundlage im eben umschriebenen Sinne darstellt, in das Ermessen der die Abklärung tätigen
den Person nur ein, wenn klar feststellbare Fehleinschätzungen vorliegen. Das gebietet insbesondere der Umstand, dass die fachlich kompetente Abklärungs
person näher am konkreten Sachverhalt ist als das im Beschwerdefall zuständige Gericht (BGE 130 V 61 ff. E. 6.1.1 und 6.2).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin ging in der angefochtenen Verfügung vom 2
2.
Novem
ber
2018 (
Urk.
2) gestützt auf den Abklärungsbericht vom
4.
Juli
2018
(
Urk.
7/32
6) davon aus, dass die Beschwerdeführerin auf eine lebenspraktische Begleitung von mehr als zwei Stu
nden in der
Woche angewiesen
sei
, weshalb ein Anspruch auf eine
Hilflosenentschädigung
leichten Grades auch ab
1.
August 2014
ausgewie
sen sei.
2.2
Die Beschwerdegegnerin bringt dagegen im Wesentlichen vor, dass
sie in min
destens vier der relevanten Lebensverrichtungen regelmässig und erheblich auf die Hilfe Dritter und zudem auf lebenspraktische Begleitung angewiesen sei. Folg
lich habe sie einen Anspruch auf eine
Hilflos
enentschädigung
mittleren Grade
s
, welche ihr rückwirkend ab
1.
Juli 2007 auszurichten sei
. Ausserdem habe die Beschwerdegegnerin
ihren Anspruch auf rechtliches Gehör
sowohl bei der Einho
lung des MEDAS-Gutachtens als auch der Erstellung des Abklärungsberichts
in me
hrfacher Hinsicht verletzt
(
Urk.
1 S. 14 ff.).
3.
3.1
Anfechtungsgegenstand in diesem Verfahren ist die Verfügung vom 2
2.
Novem
ber 2018 und
das
durch diese Verfügung geregelte Rechtsverhältnis (BGE 131 V 164 E. 2.1). Die Beschwerdegegnerin bejahte im angefochtenen Entscheid den Anspruch der Beschwerdeführerin auf eine
Hilflosenentschädigung
leichten Gra
des
auch nach dem
1.
August 2014 und hob damit
die
am 2
2.
Juli 2014 ver
fügte
Einstellung
der
Hilflosenentschädigung
leichten Grades (
Urk.
7/184), welche ge
mäss Aktenlage trotz der Aufhebung der Verfügung vom 2
7.
Juli
2010 (
Urk.
7/100) mit Urteil
IV.2010.00863
vom 2
7.
November
2012
(
Urk.
7/121
)
weiterhin
ausgerichtet worden war
(
vgl.
Urk.
7/185
),
wiedererwägungsweise auf.
Da Verfügungen gemäss höchstrichterlicher
Rechtsprechung nicht nach ihrem
(zuweilen nicht sehr treffend gefassten) Wortlaut auszulegen sind, sondern nach ihrem tatsächlichen Gehalt (BGE 120 V 497), bildet Anfechtungsgegenstand in diesem Verfahren
entsprechend
nicht nur der Anspruch der Beschwerdeführerin auf eine
Hilflosenentschädigung
ab
1.
August 201
4.
Vielmehr
ist die hier ange
fochtene Verfügung
nach der Rückweisung der Sache mit
Urteil
vom 2
7.
Novem
ber 2010 zur ergänzenden Abklärung
angesichts der von der Beschwerdegegnerin bis Ende Juli 2014
ohne Rechtsgrundlage weiter
ausgerichteten
Hilflosenentschä
digung
leichten Grades
dahingehend auszulegen, dass die Beschwerdegegnerin
über den Anspruch im g
anzen anspruchsrelevanten Zeitraum entschied und
mit dem angefochtenen Entscheid
einen Anspruch auf eine
Hilflosenentschädigung
leichten Grades seit
1.
März 2009, dem ursprünglich verfügten Anspruchsbeginn (
Urk.
7/100/1), bejahte.
3.2
Nicht Gegenstand des angefochtenen Entscheids
bildet dagegen der beantragte Ausstand einer Abklärungsperson der Beschwerdegegnerin für zukünftige Ver
fahren (
Urk.
1/1 S. 2), weshalb insoweit nicht auf die Beschwerde einzutreten ist.
4
.
4
.1
Die Rückweisung im Urteil IV.2010.00863 vom
2
7.
Novembe
r
2010
zur Ein
holung eines medizinischen Gutachtens erfolgte, weil die damalige (medizinische) Aktenlage keine abschliessende Beurteilung der Hilflosigkeit zuliess. Offen blieb
aufgrund der
damaligen Aktenlage
und dabei insbesondere auch des Berichts des Hausarztes
Dr.
med.
A._
, Facharzt FMH für Allgemeine Inne
re Medizin, vom
8.
Juni 2010 (
Urk.
7/90
)
,
vor allem
die Frage nach objektivierbaren
gesundheit
lichen
Funktionseinschränkungen, welche eine Hilflosigkeit zu begründen ver
möchten
(
Urk.
7/121/9 f.).
4
.2
4.2.1
Dem Gutachten der MEDAS
Y._
vom
6.
Januar 2016 lagen eine allge
mein-innermedizinische, eine orthopädische
und eine
psychiatrische Untersu
chung
zugrunde.
Die
beteili
gten Gutachter schlossen auf folgende Hauptdiagnosen (
Urk.
7/244/37):
-
Paranoide Schizophren
ie, kontinuierlich (ICD-10 F20.00)
-
Osteochondrose
C2 bis C5 und C6/C7 (ICD-10 M42.12)
-
Spondylodese
C5/C6
4.2.2
Aus allgemein-internistischer Sicht sei die Beschwerdeführerin in einem guten Allgemeinzustand bei leichtem Übergewicht (BMI 29 kg/m
2
). Kardiopulmonal sei sie kompensiert. Der trotz
antihypertensiver
Therapie erhöhte Blutdruck könn
e situativ bedingt sein, sollte
jedoch kontrolliert und gegebenenfalls medikamentös angepasst werden. Im Zusammenhang mit dem von der Beschwerdeführerin ge
klagten Sodbrennen wurde eine Standortbestimmung mittels Gastro
s
kopie emp
fohlen und bei anamnestisch persistierender Diarrhoe eine
Colonoskopie
.
(
Urk.
7/244/23
f.
).
Aus allgemein-internistischer Sicht sei die Leistungsfähigkeit der Beschwerdeführerin
uneingeschränkt
gegeben (
Urk.
7/244/39 f.)
.
4.2.3
Die
orthopädische Abklärung
durch
Dr.
med.
B._
, Facharzt für O
rtho
pä
dische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates,
führte zum Schluss,
dass die bildgebenden Befunde der Halswirbelsäule ventral eine durchgehende Knochenstruktur im Bereich des Cages erkennen liessen ohne Beweglichkeit in diesem Segment. Zwar erscheine eine eingeschränkte Kopfbeweglichkeit auf
grund der bildgebend objektivierbaren Befunde als möglich, nicht aber im bei der Untersuchung gezeigten Ausmass. Die oberen Extremitäten seien mindestens unter der Horizontalen uneingeschränkt eins
etzbar, wobei die spontane Bewe
gung auch höher erfolge als bei der Prüfung im Untersuch. An den unteren Extremitäten könne kein pathologischer Befund erhoben werden. Eine Distorsion oder gar Luxation an der rechten Schulter sei nicht dokumentiert; klinisch lasse sich keine Instabilität nachweisen und die symmetrische Schulterbeweglichkeit von 90° werde bei der spontanen Beweglichkeit deutlich übertroffen, wo beid
händig ein nasser Lappen im Nacken platziert werde
(
Urk.
7/244/30 ff.)
Zum Verlauf erläuterte
Dr.
B._
, dass das Resultat nach der
Spondylodese
C5/6 (1
9.
April 2007) zunächst kontrovers diskutiert worden sei, heute abe
r als gut bezeichnet werden könne
. Eine Beeinflussung der
Osteochondrose
sei natur
gemäss nicht möglich, sie sei aber
aktuell
nicht ausgeprägter als postoperativ und für das Ausmass der gezeigten Bewegungseinschränkung nicht verantwortlich.
Für das von der Beschwerdeführerin benutzte Elektrobett bestehe kein Anlass, habe sie doch die Untersuchungsliege in zwei verschiedenen Höhenpositionen ohne Behinderung bestiegen. Was die Benutzung des Rollators anbelange, sei dieser zur Entlastung des Bewegungsapparates
ebenfalls
nicht nötig. Die Be
schwerdeführerin sei bei
der
Untersuchung gut mobil gewesen; der Rollator habe vor allem als Transportmittel für das umfangreiche Gepäck fungiert; der Stock sei nicht eingesetzt worden. Die Beschwerdeführerin habe auf die Frage nach der Durchführbarkeit gewisser Haushaltsarbeiten ausweichend geantwortet; sie führe gewisse Tätigkeiten selbständig aus, vor allem, weil ihr keine Hilfe bezahlt werde
(
Urk.
7/244/35 f.).
Aus orthopädischer Sicht sei sie nicht als hilflos zu bezeichnen. Selbst wenn der Einsatz des Rollators wegen Schwindel
s
gerechtfertigt sein sollte, sei sie selbständig mobil. Die Körperpflege sei gewährleistet (
Urk.
7/244/37).
4.2.4
Der psychiatrische Facharzt,
Dr.
med.
C._
, stützte
seine Beurteilung
vom 1
0.
Dezember 2015 (
Urk.
7/244/23-2
9) auf eine eingehende Anamnese und den von ihm erhobenen psychopathologischen Befund. Er sch
l
oss auf das Vorliegen eines psychotischen Zustandsbildes mit eindeutigen Störungen des formalen und inhaltlichen Denkens mit paranoiden Verarbeitungen.
Es lieg
e
ein
Beziehungs- und Beeinträchtigungswahn
vor
, die Beschwerdeführerin fühle sich verfolgt und vermute, dass Or
g
anisationen wie Opus
Dei
und die Heilsarmee hinter Todesfällen in
ihrem Umfeld
stünden. Es lägen auch Ich-Erlebnisstörungen und Trugwahr
nehmungen
sowie
eine Realitätsverkennung vor. Im Gespräch neige
die Be
schwerdeführerin
zu Gedankeneingebung und –
ausbreitung
. Im Affekt sei sie
dysphorisch
bis hin zu leicht gereizt und nicht modulationsfähig
. Bei fehlender emotionaler Beteiligung beim Erzählen von erlebten Grausamkeiten sei sie im Affekt zudem
parathym
. Somit seien die Kriterien zur Diagnosestellung einer paran
oiden Psychose aus dem schizophr
enen Kreis gemäss der ICD-10-Klassi
fikation erfüllt. Dabei handle es sich um eine schwere Erkrankung, welche sowohl auf die Arbeitsfähigkeit als auch
das soziale Leben im Allgemeinen Auswirkungen habe. Die Beschwerdeführerin sei denn auch aufgrund der Schwere der psycho
tischen Erkrankung zu 100
%
arbeitsunfähig und keinem Arbeitsumfeld zumut
bar. Anamnestisch
hätt
en bereits 1
9
94/95 Zeichen einer psychotischen Verarbei
tung vorgelegen; es lasse sich aber nicht rekonstruieren, ab
wann
die mittlerweile
chronifizierte
psychotische Erkrankung das jetzige invalidisierende Ausmass an
ge
nommen habe (
Urk.
7/244/23 ff.). Die Anspruchsvoraussetzungen für eine
Hilf
losenentschädigung
bejahte
Dr.
C._
(
Urk.
7/244/29). Die Selbstpflege erachtete er zwar als gegeben, jedoch sei die Beschwerdeführerin in der Anpassung an Regeln und Routinen, der Durchhaltefähigkeit wie auch der Selbstbehaup
tungs
fähigkeit und der Kontaktfähigkeit zu Dritten erheblich eingeschränkt. In ihren sozialen Kontakten sei sie ebenfalls eingeschränkt und unberechenbar. Die Ver
kehrsfähigkeit sei zudem nicht gegeben (
Urk.
7/244/27).
4.2.5
Polydisziplinär wurde denn auch die
psychiatrische Einschätzung
f
ür die Gesamt
e
insch
ätzung
als
führend erachtet
. Von
orthopädischer Seite erscheine e
ine ein
geschränkte Kopfbeweglichkeit und Belastbarkeit der Wirbelsäule als möglich
, welche aber keine Hilflosigkeit begründe
(
Urk.
7/244/40 ff.).
4.3
Gemäss einem Untersuchungsbericht von
Dr.
med.
D._
, Facharzt FMH für Neu
rologie, der
Klinik
E._
, vom 2
5.
Mai 2016 seien vorgängig zur
Untersuchung vom 1
9.
Mai 2016 MRI-Untersuchungen der HWS und des Schäde
ls sowie
Funktionsaufnahmen der HWS durchgeführt worden. Es habe sich ein dif
fuses
cervikovertebragenes
und
cervikocephales
Beschwerdebild mit Schmerzaus
strah
lungen rechtsseitig, vor allem entsprechend dem zweiten Trigeminusast gezeigt. Neurologisch sei die Situation sonst unauffällig; eine manifeste
radi
ku
läre
Ausfalllage liege nicht vor. Im Übersichtsröntgen der HWS sei
en
ein gutes Alignement,
eine stabile
Spondylodese
C5/6, beginnende Verschmälerungen im Bereich der Anschlusshöhen C4/5 und C6/
7
, aber keine Instabilität erkennbar. Das MRI des Schädels sei unauffällig gewesen, dasjenige d
e
r HWS habe stabile Verhältnisse nach
Spondylodese
C5/6, eine
breitbasige
Bandscheibenprotrusion
C4/5, eine
unkoforaminale
Einengung bei segmentaler Sinterung C6/7 und eine Engstellung des
Foramens
C6/7 rechts gezeigt. Die Situation habe sich seit 2008 allenfalls etwas verschlechtert; neu sei die Verschmälerung des Zwischenraumes C4/5 mit
breitbasiger
Bandscheibenprotrus
ion
; zumindest im Liegen komme
aber kein
radikuläres
Entrapment
zur Darstellung. Die Schmerzproblematik in der rechten Gesichtshälfte sei wohl primär auf die HWS zurückzuführen. Grund
sätzlich vorgeschlagen werden könne der Beschwerdeführerin eine
cervikale
Revision mit segmentaler Aufrichtung der beiden Anschlusshöhen C4/5 und C6/7 (
Urk.
7/320/9-10).
4.4
Mit ärztlichem Zeugnis vom
7.
April 2017 bestätigte
Dr.
A._
, dass die Be
schwerdeführerin sich aufgrund eines Unfalles während des Wohnungsumzuges eine akute Meniskusverletzung, eine Gelenkknorpelverletzung und eine Bänder
überdehnung zugezogen habe. Ob eine Operation notwendig werde, werde Ende April von einem Kniespezialisten entschieden (
Urk.
7/282).
5.
5.1
Beim bei der Beschwerdegegnerin am
4.
September 2017 durchgeführten Ge
spräch zur Abklärung der Hilflosigkeit war
en
neben der Beschwerdeführerin und der Abklärungsperson die RAD-Ärztin
Dr.
med.
F._
, Fachärztin für Psy
chia
trie und Psychotherapie, und eine Bekannte der Beschwerdeführerin anwesend (
Urk.
7/326/1).
In medizinischer Hinsicht stützte sich die Abklärungsfachfrau auf das Gutachten der MEDAS
Y._
vom
6.
Januar 2016 (vgl
.
Urk.
7/326/3 f.). Entgegen der
Einwände der Beschwerdeführerin
erweist sich
das Gutachten
als beweiskräftige
medizinische Grundlage
zur Beurteilung ihres somatischen
wie auch ihres
p
sy
chischen Gesundheitszustandes und insbesondere auch der sich daraus ergeben
den Funktionseinschränkungen
.
So beruht
das Gutachten
auf den erforderlichen fachärztlichen Untersuchungen und wurde in Kenntnis und
eingehender
Auseinandersetzung mit den
Vorakten
und
den
abweichenden ärztlichen Meinungen
abgegeben (
Urk.
7/244/3-16, 7/244/26, 7/244/33 f.
). Die Gutachter
erhoben
detaillierte Befunde (
Urk.
7/244/2,
7/244/25 ff., 7/244/31),
berücksichtig
t
en
die gekla
gten Beschwerden
und
setzten
sich mit diesen
angemessen
auseinander (
Urk.
7/244/20,
7/244/26 f
.).
Sie
begrün
deten
sodann
ihre
Einschätzung sowohl in diagnostischer Hinsicht als
auch
hinsichtlich der daraus
resultierenden Einschränkungen
hinrei
chend und nach
vollziehbar (
Urk.
7
/244/26 ff., 7/244/32 ff.
).
Das Gut
achten erfüllt demnach
die formalen
Anforderun
gen an
eine
beweisk
räftige ärztliche Entscheidungs
grund
lage
für die Belange der
Hilflosenentschädigung
(
vgl. E. 1.3; BGE 133 V 450 E.
11.1.3 mit unter anderem Hinweis auf BGE 125 V 351 E. 3a
).
Soweit die Beschwerdeführerin gegen die Beweiskraft des Gutachtens respektive dessen Zulässigkeit neuerlich geltend macht, es sei «artfremd», mithin nicht auf die Frage der Hilflosigkeit beschränkt (
Urk.
1 S. 2),
ist sie auf E. 3.4.3 im Urteil
IV.2013.00818 vom 3
0.
Juni 2014 zu verweisen (
Urk.
7/188/9).
Auch wenn es zutrifft, dass sich die Arbeitsunfähigkeit und Hilfsbedürfti
gkeit unterscheiden, werden
doch die Voraussetzungen für Leistungen infolge Arbeitsunfähigkeit und Hilflosigkeit seit je ähnlich betracht
et (BGE 125 V 256 E. 3c und 4), weshalb denn auch ein Gutachten, welches sich in der Hauptsache zum Gesundheitszustand im Zusammenhang mit der Arbeitsfähigkeit äussert, durchaus als Beurteilungs
grundlage für die Feststellung einer Hilfsbedürftigkeit
geeignet sein kann
.
Entgegen den Einwänden
der
Beschwerdeführerin
begründete
der orthopädische Fachgutachter
der MEDAS
Y._
sodann nachvollziehbar
, dass sich
das Res
ultat nach der
Spondylodese
C5/
6 nach anfänglich kontroverser Diskussion letztlich als gut präsentiere und auch die festgestellte
n
Osteochondrosen
für das
Ausmass der gezeigten Bewegungseinschränkung nicht verantwortlich seien.
A
uch sein
Schluss auf eine volle Belastbarkeit der unteren Extremitäten
und
der rech
t
en Schulter findet Bestätigung in den erhobenen Befunden (
Urk.
7/244/35). Dass
Dr.
B._
bei der gegebenen Befund- und Aktenlage Funktionsein
schrän
kungen lediglich in Form einer möglichen Bewegungseinschränkung des Kopfes und i
m Bereich von Zwangshaltungen bei
Inklination und
Reklination
erkannte und die Beschwerdeführerin aus orthopädischer Sicht zumindest in den einzelnen Lebensverrichtungen wie der Körperpflege, dem Anziehen und Auskleiden
und
der
Fortbewegung
nicht als hilflos erachtete, erscheint folgerichtig und mit den erhobenen Befunden begründet. Auch sein Schluss, dass
sich
die geklagten Prob
leme beim Anziehen der
Socken
höchstens auf die Adipositas zurückführen liessen (
Urk.
7/244/36), steht damit im Einklang. Nicht in Frage gestellt wird seine Beurteilung sodann durch die Einschätzung von
Dr.
D._
vom 2
5.
Mai 2016,
sprach sich doch auch
derselbe
gegen eine manifeste
radikuläre
Ausfalllage aus. Zwar ordnete er das bezeichnenderweise als diffus beurteilte
cervicovertebrage
ne
und
cervikocephale
Beschwerdebild am ehesten dem zweiten Trigeminusast zu (
Urk.
7/320/9-10), doch ist nicht ersichtlich, inwiefern die von der Beschwerde
führerin geklagten Gesichtsschmerzen eine H
ilflosigkeit begründen könnten.
Dass
Dr.
D._
erklärte, er könne der Beschwerdeführerin grundsätzlich eine operative Revision der HWS vorschlagen, lässt sodann nicht den Schluss auf eine Notwen
digkeit derselben und schon gar nicht auf eine mit einer allfälligen Operations
würdigkeit
des Befundes einhergehende dauerhafte
Hilflosigkeit
zu.
Dasselbe gilt für
die
mit Bericht vom
7.
April 2017 von
Dr.
A._
mitgeteilte Knieverletzung
und eine allfällig ebenfalls notwendig werdende
/gewordene
Operation (
Urk.
7/282
).
Was die psychiatrische Beurteilung anbelangt, sprach sich
Dr.
C._
nach sorg
fältiger Anamnese
und Befunderhebung differenziert und
kriteriengeleitet
für das Vorliegen einer paranoiden Schizophrenie aus
(
Urk.
7/244/26;
Internationale
Klassifikation psychischer Störungen, ICD-10 Kapitel V (F), Klinisch-d
iagnos
tische Leitlinien,
Dilling
/
Mombour
/
S
chmidt [Hrsg.], 1
0.
Auflage 2015,
Ziff.
F20.0 S.
131
)
. Sowohl in diagnostischer Hinsicht als auch in Bezug auf
die
von
Dr.
C._
attestierten Funktionseinschränkungen (
Urk.
7/244/26 f.) rechtfertigen sich keine ernsthaften Zweifel an der Beweiskraft seiner Expertise. Soweit die Beschwerdeführerin beanstandet, eine psychiatrische Abklärung sei
i
m
Rückwe
i
sungse
ntscheid
des hiesigen Gerichts
vom 2
7.
November 2012 nicht angeordnet worden, weshalb die Einholung eines psychiatrischen Gutachtens ihren Anspruch a
uf ein faires Verfahren verletzt habe
und dasselbe
,
wie
überhaupt
das ganze MEDAS-Gutachten
,
aufzuheben sei (
Urk.
1 S. 1 und
14), erübrigen sich weitere Ausführungen
, nachdem die Abklärungserforderlichkeit in psychiatrischer Hin
sicht bei gegebener Aktenlage zweifellos gegeben war, zumal unter E. 3.4 im Urteil IV.2010.00863 vom 2
7.
November 2012 bereits auf eine in den medi
zini
schen Akten erwähnte psychische Überlagerungssituation und eine ärztlich emp
fohlene psychiatrische Unters
uchung hingewiesen worden war
(
Urk.
7/121/10)
).
5.2
Entsprechend legte die Berichterstatterin der Beschwerdegegnerin ihren Abklä
rungen zur Hilflosigkeit zu Recht die von der MEDAS-
Y._
gestellten Diag
nosen und
die
sich daraus ergebenden Beeinträchtigungen zugrunde (
Urk.
7/326
/3).
Die Abklärungen w
urden aufgrund der wiederholten gesundheit
lich und anderweitig begründeten
Terminverschiebungen
seitens der Beschwerde
führerin
letztlich auf Veranlassung
der
selben
bei der Beschwerdegegnerin durch
geführt (vgl. 7/262-264, 7/268, 7/272, 7/281, 7/284, 7/286, 7/291, 7/294, 7/326 S. 1)
, obwohl d
ie
Beschwerdeführerin
wiederholt auf
die
Folgen einer fehlenden Mitwirkung hingewiesen worden war (
Urk.
7/271, 7/284). Nachdem die Be
schwerdeführerin
eine Abklärung an Ort und Stelle mit ihrem Verhalten augen
scheinlich verhinderte und die Beschwerdegegnerin davon ausgehen
musste, dass die erstmals am 2
0.
September 2016 anberaumte Abklärung an Ort und Stelle (
Urk.
7/262) nicht in absehbarer Zeit durchgeführt werden kann, kam sie mit der Durchführung der Abklärung in ihren Räumlichkeiten
am
4.
September 2017
ihrer Abklärungspflicht in bestmöglicher Weise nach.
Zweifel an der Qualifi
kation der Abklärungsperson drängen sich
sodann
weder aufgrund des Berichts noch
aufgrund
der Vorbringen der Beschwerdeführerin auf.
Was die Beschwerde
führerin mit
ihren Vorbringen
zu den angeblichen Problemen ihrer Begleitperson bei der Protokollierung geltend zu machen versucht (
Urk.
1 S. 11), bleibt dem Gericht verschlossen.
Soweit sie geltend macht, die Abklärung sei unter Ver
letzung ihres Gehörsanspruchs erfolgt, sei ihr doch die Akteneinsicht anlässlich des Abklärungstermins verweigert worden (
Urk. 1.
S.15)
, ergibt sich aus den Akten, dass der Beschwerdeführerin auf deren Verlangen
bereits wiederholt die
Akteneinsicht gewähr
t
worden war
, so
unter anderem
auch am 1
7.
Juli 2016 und
am
1
3.
März 2017 (
Urk.
7/261, 7/279
). Damit verfügte sie
über eine eingehende Aktenkenntnis und
stellte
gemäss Aktenlage bis zur Durchführung des Abklä
rungsgesprächs
auch kein weiteres Gesuch
um Akteneinsicht
m
ehr
.
Dass ihr an
lässlich des Abklärungsgesprächs
selber
nicht unmittelbar eine weitere Aktenein
sicht gewährt wurde, kann
angesichts dessen, dass ihr bereits am
5.
Juni 2018, mithin vor Erstellung des Abklärungsberichts vom
4.
Juli 2018 (
Urk.
7/326), neuerlich die Akten i
n Kopie und auf CD zugestellt wo
rden
waren
(
Urk.
7/308), nicht zum Schluss auf eine Verletzung der Akteinsicht gemäss
Art.
47 ATSG führen, zumal die Abklärungsperson kaum die zuständige Person zum Entscheid über die Akteneinsicht gewesen wäre.
Sodann
steht der beweismässigen Verwertbarkeit des Abklärungsberichts nicht entgegen, dass der Beschwerdeführerin vorgängig kein Fragebogen zur Hilflosig
keit ausgehändigt wurde (vgl.
Urk.
1 S. 18), ist
dies doch weder rechtspre
chungs
gemäss gefordert (BGE 133 V 450 E. 11.1.1, 130 V 61 E. 6.1
)
,
noch in den Ver
fahrensbestimmungen
des Kreisschreiben
s
über
die
Invalidität und Hilflosigkeit in der Invalidenversicherung
vorgesehen (KSIH, gültig ab
1.
Januar 2015,
Rz
8128 ff.). Zwar
erscheint die Latenz zwischen der Abk
lärung vom
4.
September 2017 bis zur
Erstellung des Berichts am
4.
Juli 2018 tatsächlich
als
ungewöhnlich lang. Jedoch fehlen Anhaltspunkte, welche auf inhaltliche Unzulänglichkeiten infolge einer mangelhaften oder fehlenden Protokollierung schliessen liessen, verzichtete die Beschwerdeführerin doch darauf darzulegen, inwiefern
ihre Anga
ben konkret keinen Eingang in den Bericht gefunden h
ätt
en (
vgl.
Urk.
1 S. 18
). Dass sie das Abklärungsgespräch als verhörart
ig empfunden hat (
Urk.
1 S.
18),
ändert nichts daran, dass der Abklärungsbericht für
Hilflosenentschädigung
,
welcher von der RAD-Ärztin
Dr.
F._
in Nachachtung von Ziffer 8142
KSIH
am 2
7.
Juni 2018 visiert wurde (
Urk.
7/326/11), die grundsätzlichen Anforde
rungen an eine entsprechende Abklärung er
füllt (vgl. obige E. 1.3; BGE 13
3 V 450 E. 11.1.1
).
5.3
5.3.1
Die Abklärungen haben sodann ergeben, dass keine
massgebliche
Hilfsbe
dürftig
keit
in den Bereichen der alltäglichen
Lebensverrichtungen vorliege; jedoch sprach sich die Berichterstatterin für
einen Bedarf an
lebenspraktischer Beglei
tung
aus
, weshalb weiterhin Anspruch auf eine
Hilflosenentschädigu
ng
leichten Grades bestehe
(
Urk.
7/326/11).
Was den Ausschluss einer Hilflosigkeit bei den alltäglichen Lebensverrichtungen gemäss
Art.
37
Abs.
2 IVV
im Abklärungsbericht anbelangt (
Urk.
7/326/4 ff.),
gilt
es zu berücksichtigen
, dass die gleiche Hilfestellung nur einmal – somit entweder als Hilfe bei der Teilfunktion der alltäglichen Lebensverrichtung oder als lebens
praktische Begleitung – berücksichtigt werden darf. Wenn eine Einschränkung zum einen den Anspruch auf eine lebenspraktische Begleitung auslöst, zum anderen aber auch bei der Beurteilung der Hilflosigkeit in den sechs alltäglichen Lebensverrichtungen ins Gewicht fallen kann, hat bei der Zuordnung einer Hil
feleistung eine funktional gesamtheitliche Betrachtungsweise Platz zu greifen (Urteil des Bundesgericht 9C_691/2014 vom 11. Dezember 2014 E. 4.2 mit Ver
weis auf KSIH
Rz
8048).
5.3.2
Die Abklärungsperson führte zum Bereich «Ankleiden/Auskleiden» aus, dass sich die aktuellen Angaben der Beschwerdeführerin weitgehend mit denjenigen im Jahr 2010 decken würden (Verzicht auf Socken wegen Problemen mit dem Bücken/Probleme mit Schliessen des BHs, weil sie Arme nicht auf den Rücken drehen könne, wegen Allergie keine Vorderverschlüsse,
Urk.
7/326/4 f.). Bereits dannzumal sei es als zumutbar erachtet worden, mit einer Socken-Anziehhilfe zu arbeiten. Zudem seien verschiedenste BH-Modelle im Angebot mit antialler
gi
schen Vorderverschlüssen. Eine Hilflosigkeit könne in diesem Bereich weiterhin nicht bejaht werden (
Urk.
7/326/5). Was die Beschwerdeführerin dagegen vor
bringt
(
Urk.
1 S. 19), führt zu keinem anderen Ergebnis. Insbesondere
ist im Lichte der aktualisierten medizinischen Aktenlage nicht nachvollziehbar,
weshalb
es der
Beschwerdeführerin
nicht möglich sein sollte, sich zu bücken
, um
die
Schuhe und Socken
a
n- und aus
zu
ziehen. Auch ist
aufgrund der ärztlich festgestellten soma
tischen Einschränkungen, welche sich in einer Einschränkung der Kopfb
eweg
lich
keit erschöpfen (
Urk.
7/244/41
), nicht davon auszugehen
, dass
die Beschwer
deführerin
nicht in der Lage sein sollte, Rei
s
sversc
hlüsse gegeben
en
falls unter
Zuhilfenahme von Hilfsmitteln zu betätigen. Den Ausführungen der Berichter
statterin in Bezug auf das Angebot von BH-Modellen mit antiallergischen Vorder
verschlüssen ist sodann nichts anzufügen, eine
Hilfsbedürftigkeit
ist in dieser Lebensverrichtung nicht erstellt.
Gemäss
Rz
8015 ff.
KSIH liegt im Bereich «Aufstehen, Absitzen, Abliegen» eine Hilflosigkeit vor, wenn die versicherte Person ohne Hilfe Dritter nicht auf
stehen, absitzen oder abliegen kann.
Auch in
dieser Lebensverrichtung
wurde die Beschwerdeführerin als funktionell selbständig erachtet. Sie schildere selber, dass sie mit einem Trick aus ihrem Elektrobett aufstehen
könne
, für welches gemäss
Gutachten ohnehin keine Veranlassung bestehe. Zudem könne beobachtet werden
, dass sie sich selber auf einen Stuhl setzen und
von diesem
erheben könne (
Urk.
7/326/5).
Die Beschwerdeführerin liess dies denn auch unbestritten (
Urk.
1 S. 19 f.)
Zur Lebensverrichtung «Essen» habe die Beschwerdeführerin geschildert, das M
esser aufgrund dabei auftretender Nackenschmerzen nur mit Mühe kraftvoll
einsetzen zu können. Ausserdem habe sie Mühe mit Schlucken, weshalb sie weiche
Speisen bevorzuge. Die Abklärungsperson folgerte hierzu, dass die Beschwerde
führerin gemäss ihren Schilderungen Speisen selbständig mit Besteck an den Mund führen und auch Flüssigkeit aufnehmen könne, weshalb keine Hilfsbe
dürftigkeit bejaht werden könne (
Urk.
7/326/5 f.).
Die
Beschwerdeführerin
bring
t
dagegen vor, s
ie leide an einer grossen
Hiatushernie
mit Reflux, weshalb sie auf eine strenge Diät angewiesen sei und keine fetten sow
ie blähenden Speisen ver
trage;
wegen der
Dysodie
und Dysphagie im Bereich des Kehlkopfes
müsse sie
ihre
Nahrung zudem verkleinern
, wobei sie beim Abschneiden von härteren Dingen
wie Steaks, Pizzas etc. regelmässig auf Dritthilfe angewiesen sei (
Urk.
1 S. 20). Eine
Hilflosigkeit in diesem Zusammenhang
wurde
bereits im Urteil IV.2010.00863 vom 2
7.
November 2012 verneint und insbesondere keine Not
wen
dig
keit für pürie
rtes Esse
n oder D
iätnahrung festgestellt (
Urk.
7/121/10
). Eine solche ergibt sich
sodann
auch aus der aktualisierten medizinischen Aktenlage nicht. Eine Verbesserung der
Refl
ux-
Symptomatik durch pürierte Kost könne zwar
gemäss Einschätzung im Gutachten der MEDAS
im Einzelfall möglich sein, sei aber medizinisch nicht gebräuchlich (
Urk.
7/244/39). Ist aber die Beschwer
deführerin nur zum Zerkleinern harter Speisen auf direkte Dritthilfe angewiesen, liegt keine Hilflosigkeit vor, da
solche Speisen nicht täglich gegessen werden und deswegen die versicherte Person nicht regelmässig und nicht erheblich auf Dritt
hilfe angewiesen ist (Urteil des Bundesgerichts 8C_30/2010 vom
8.
April 2010 E.
6.2).
Die alltägliche Lebensverrichtung «Körperpflege» umfasst Waschen, Kämmen, Rasieren und Baden/Duschen. Hilflosigkeit liegt vor, wenn die versicherte Person eine dieser täglich notwendigen Verrichtungen nicht selber ausführen kann (Urteil des Bundesgerichts 9C_373/2012 vom 22. August 2012 E. 4.2 mit Hinweis auf KSIH
Rz
8020). Hierzu
führte
die Berichterstatterin
aus, dass die Beschwer
deführerin gemäss
deren
Schilderung einmal pro Woche auf die Hilfe der Spitex von 1 bis 1,5 Stunden angewiesen sei, welche ihr beim Einstieg in die Wanne helfe und sie bei der Reinigung der Körperregionen, welche sie schwer erreiche, unterstütze. Anschliessend werde ihr beim Ausstieg und Eincremen geholfen. Daneben gehe sie einmal pro Woche zum Coiffeur, damit die Haare gut aussähen. In den Tagen ohne
Spitexunterstützung
führe sie die Körperpflege selber vor dem Lavabo durch und könne bei Bedarf Freunde um Unterstützung bitten (nicht regelmässig).
Gemäss
MEDAS-Gutachten vom
4.
Januar 2016
sei
die Körper
pflege
dagegen gewährleistet
,
die Intimpflege habe die Beschwerdeführerin bei
der Begutachtung demonstriert
und die von der Beschwerdeführerin geschilderten Einschränkungen
hätten
medizinisch nicht objektiviert werden kö
nn
en, sei sie doch in der Lage
, die oberen Extremitäten in der unteren Horizonta
len unein
geschränkt einzusetzen. Auch weise sie
weder einen
pathologischen Befund an der rechten Schulter
noch im Bereich der unteren Extremitäten auf. Eine
Hilfsbe
dürftigkeit in diesem Bereich, welche gemäss Schilderung der Beschwerdeführerin rein funktionell und nich
t durch die Psyche bedingt sei
,
könne daher
nicht bejaht werden (
Urk.
7/326/7).
Wenn die Beschwerdeführerin dagegen vorbringt, sie sei beim Auftragen von Rheumasalben und Lotionen im Hals-Nacken-Schulterbe
reich und zwischen den Füssen
auf regelmässige Dritthilfe
angewiesen
(
Urk.
1 S.
19), so
ist
ihr entgegen zu halten, dass es ihr gemäss Feststellungen im MEDAS-Gutachten möglich war, einen nassen Lappen beidhändig im Nacken zu platzieren und dass keine
gesundheitlich bedingten
Einschränkungen beim Bücken festge
stellt wurden (
Urk.
7/244/3
f.
5). Hinsichtlich
der
behaupteten
Schwindelbe
schwerden, welche zum Ausrutschen führen könnten, weshalb sie regelmässig auf Hilfe angewiesen sei (
Urk.
1 S. 19),
ist ohne Weiteres davon auszugehen, dass einer allfälligen Ausrutschgefahr mit einfachen Haltegriffen an der Wand be
geg
net werden könnte. Eine Hilfsbedürftigkeit
wurde folglich auch in diesem Bereich zu Recht verneint
.
Bei der «Reinigung nach Verrichtung der Notdurft» nehme die Beschwerde
füh
rerin keine Hilfe in Anspruch und habe auch keinen Hilfsbedarf geltend gemacht (
Urk.
7/326/7).
Was die Lebensverrichtung «Fortbewegung/Pflege gesellschaftlicher Kontakte»
anbelange, sei im Vorbericht eine Hilfsbedürftigkeit anerkannt worden, jedoch la
sse sich gemäss der
gutachterlichen
Einschätzung eine Hilfsbedürftigkeit in
diesem Bereich nicht objektivieren. Die unteren Extremitäten seien voll belastbar, der Rollator diene vor allem als Transportmittel und die Beschwerdeführerin habe sich bei der Begutachtung stockfrei bewegt. Eine regelmässige, erhebliche Dritt
hilfe lasse sich daher aufgrund eines körperlichen Leidens nicht nachvollziehen. Die gemäss der Beschwerdeführerin als notwendig erachtete Begleitung ausser
Haus sei offenbar aus psychischen Gründen indiziert und werde deshalb im Be
r
eich der «lebenspraktischen Begleitung (Begleitung bei ausserhäuslichen Ver
rich
tun
gen und Kontakten) berücksichtigt (
Urk.
7/326/8).
Soweit die Beschwerde
führerin vorbringt, sie sei auf die Benützung eines Rollators wegen ihrer Gleich
gewichts
störungen angewiesen (
Urk.
1 S. 19),
konnten
die geklagten Schwindel
be
schwer
den gemäss den Gutachtern der MEDAS infolge der multiplen Vorgaben der Be
schwerdeführerin im damaligen Setting nicht näher
abgeklärt
werden (
Urk.
7/2
44/40). Jedoch liegt eine Hilflosigkeit im Bereich
Fortbewegung/Pflege gesellschaftlicher Kontakte in jedem Fall nur vor, wenn sich die versicherte Person auch mit einem Hilfsmittel nicht mehr allein oder ausser Haus fortbe
wegen kann oder wenn sie keine gesellschaftlichen Kontakte
pflegen kann (KSIH
Rz
8022). Wie
Dr.
B._
nachvollziehbar ausführte, wäre aber
die Be
schwerdeführerin, selbst wenn intermittierende Schwindel den Gebrauch eines Rollators rechtfertigen würden, mit demselben selbständig m
obil
(
Urk.
7/244/37).
Nicht in Frage zu stellen ist
denn auch
die Schlussfolgerung der Abklä
rungs
person, wonach die von der Beschwerdeführerin
erläuterte
Begleitung ausser Haus, wie diejenige bei der Benützung öffentlicher Verkehrsmittel, sowie andere Hilfestellungen ausser Haus (zum Beispiel beim Einkaufen), offenbar aus psy
chischen Gründen indiziert seien, weshalb diese im Bereich der lebenspraktischen Begle
itung zu berücksichtigen seien und nicht in der Lebensverrichtung «Fortbe
wegung/Pflege gesellschaftlicher Kontakte».
5
.4
G
e
mäss dem Abklärungsbericht
ist die Beschwerdeführerin
auf die Begleitung bei ausserhäuslichen Verrichtungen und Kontakten angewiesen, so nehme sie neben der Begleitung in öffentlichen Verkehrsmitteln (
Urk.
7/326/8) Fahrdienste in An
spruch und bitte Freunde um spezielle Einkäufe (
Urk.
7/326/9 f.). Unter zusätz
licher Berücksichtigung der Haushaltshilfe von 2,5 Stunden wöchentlich, deren
Notwendigkeit von der Beschwerdeführerin zwar rein funktional begründet wurde
(
Urk.
7/326/9), ärztlicherseits aber sowohl von Seiten der MEDAS-Gutachter als
auch von
Dr.
F._
unmissverständlich als
psychiatrisch bedingt beurteilt wurde
(
Urk.
7/244/43,
7
/326/11)
, wobei dem Gutachten Hinweise auf eine Ver
wahr
losungstendenz zu
entnehmen sind
(vgl. Haushaltsana
mnese:
Urk.
7/244/1
8),
rechtfertigen sich
an
dem
im Abklärungsbericht befürworteten
Bedarf an
einer
regelmässigen lebenspraktische
n Begleitung von mindestens 2
Stunden pro Woche
keine ernsthaften Zweifel
, zumal d
a
s Gericht nur in das Ermessen der die Ab
klärung tätigenden Person eingreift, wenn klar feststellbare Fehlein
schätz
ungen vor
liegen (BGE 140 V 543 E. 3.2.1).
Nachdem die Kindes-und Erwachsenenschutzbehörde des Bezirks Dietikon mit Entscheid vom
9.
März 2016 auf die Errichtung von Erwachsenenschutz
mass
nah
men für di
e Beschwerdeführerin verzichtet hat
(
Urk.
7/320/15), bedarf es keiner Abgrenzung zu
beistandschaftlichen
Massnahmen (obige E. 1.2; KSIH
Rz
8054).
5
.5
Zusammengefasst ist die Beschwerdegegnerin zu Recht vom Fehlen einer Hilf
losigkeit in einer der alltäglichen Lebensverrichtung, jedoch
vom Bedarf
an
einer lebenspraktischen Begleitung
von mehr als 2
Stunden pro Woche
und damit einer leichten Hilflosigkeit ausgegangen.
5
.6
5
.6
.1
Streitig ist und zu prüfen bleibt der Beginn des Anspruchs
auf
Hilflosenent
schädigung
(vgl.
Urk.
1 S. 22):
5
.6
.2
Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts richtet sich der zeitliche Beginn des Anspruchs auf
Hilflosenentschädigung
nach Vollendung des ersten Lebensjahres entgegen dem wörtlich verstandenen Verweis in Art. 42 Abs. 4 IVG nicht nach Art. 29 Abs. 1 IVG. Vielmehr gelangt sinngemäss Art. 28 Abs. 1 IVG zu den Anspruchsvoraussetzung
en für eine Rente zur Anwendung.
Der Anspruch auf eine
Hilflosenentschädigung
entsteht demnach grundsätzlich nach dem Ablauf eines Wartejahres in sinngemässer Anwendung von Art. 28 Abs. 1
lit
. b IVG
(BGE 144 V 361 E. 6.2).
Vorausgesetzt ist somit, dass die versicherte Person während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch in einem ans
pruchsbegründenden Ausmass hilf
los war (
Art.
29
ter
IVV;
Meyer
/
Reichmuth
, Bundesgesetz über die Invalidenversiche
rung (IVG), 3. Auflage 2014, S. 495).
Nach Ablauf des Wartejahres muss die Hilflosig
keit der vorausgesetzten Art weiterhin in einem anspruchsbegründenden Aus
ma
ss bestehen (BGE 111 V 226).
5
.6
.3
Da nach
dem
oben Gesagten aus somatischer Sicht
keine Hilflosigkeit in den allgemeinen
Lebensverrichtungen erstellt
und die Notwendigkeit einer lebens
prak
tischen Begleitung psychisch bedingt
ist
(E. 4.3-4.4), stellt sich die Frage, ab welchem Zeitpunkt sich die Annahme einer solchen rechtfertigt. Im
Abklä
rungs
bericht vom
4.
Juli 2018 nahm die Abklärungsperson in der Annahme, es stehe lediglich der Anspruch auf
Hilflosenentschädigung
seit deren Einstellung per 3
1.
Juli 2014 im Streite, nicht explizit Stellung (vgl.
Urk.
7/326/2 und 7/326
/
11).
Gemäss
Dr.
C._
bestanden
anamnestisch
Zeichen einer psychotischen Verar
beitung bereits ab 1994/199
5.
Es lasse sich aber nicht rekonstruieren, ab wann
die psychotische
, zwischenzeitlich
chronifizierte
Erkrankung das jetzige invalidi
sierende
Ausmass
angenommen habe
; eine psychi
atrische Abklärung habe bis zu seiner Begutachtung
nicht stattgefunden (
Urk.
7/244/28 f.). Nachdem die Be
schwerdefüh
rerin bis
4.
August 2006 zu 100
%
bei der
G._
AG als Pflegehelferin gearbeitet hatte (
Urk.
7/10), ist
auszuschliessen
, dass die
sich
allfällig bereits dannzumal manifestierende psychotische Verarbeitung
erheb
liche
Auswirkungen im Sinne
des Bedarfs an
einer lebenspraktischen Beglei
tung von mindestens zwei Stunden wöchentlich
zeitigte
. Erste
Hinweise auf eine
mass
gebliche
psychische
Komponen
te finden sich im Bericht von
Dr.
med.
H._
, Facharzt FMH für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungs
apparates, vom 1
3.
März 2008, in welchem er sich aufgrund einer psychischen Überlagerungssituation für eine Teilberentung aussprach (
Urk.
7/11/3
). Unter Be
rück
sichtigung dessen, d
ass
von der Rechtsprechung nur sehr zurückhaltend angenommen wird, dass
ein objektiv gegebener anspruchsbegründender Sachver
halt nicht erkennbar gewesen ist oder dass die versicherte Person trotz entspre
chender Kenntnis krankheitsbedingt daran gehindert wurde, sich anzumelden oder jemanden mit der Anmeldung zu betrauen,
was
namentlich
auch
bei Schizo
phrenie
gelte
(BGE 108 V 226 E. 4; Urteile des
Bundesgerichts
I 824
/05 vom 2
0.
Februar 2006 E. 4.3,
I 705/
02 vom 1
7.
November 2003 E. 4.3,
I 141/89 vom
1.
März 1990 E. 2b
), ist der Beginn des
Wartesjahres
bei der gegebenen Aktenlage frühestens auf März 2008 zu datieren, was zum
(verfügten)
Anspruchsbeginn
1.
März 2009 führt.
Weiterungen zu einem Nachzahlungsanspruch aufgrund von
Art.
24
Abs.
1 ATSG erübrigen sich bei diesem Ausgang des Verfahrens.
Die Beschwerde ist abzuweisen
, soweit darauf einzutreten ist
.
6
.
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrens
aufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG) und ermessensweise auf Fr. 700.-- anzusetzen. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind sie der Beschwerde
führerin
aufzuerlegen.