# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 36965f58-70db-4065-b6a4-85ef3924b8be
**Court:** SG_VGN
**Chamber:** SG_VGN_001
**Year:** 2018
**Language:** de
**Jurisdiction:** SG / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Das Verwaltungsgericht stellt fest:
A. Am Mittwoch 20. April 2016, lenkte A.Y. um 14.20 Uhr seinen Personenwagen in X.
auf der M.-strasse in Richtung Zentrum. Gleichzeitig überquerte eine Fussgängerin auf
der Höhe der Liegenschaft Nr. 00 von rechts nach links den Fussgängerstreifen, wo sie
in der Fahrbahnmitte frontal mit dem von A.Y. gelenkten Personenwagen kollidierte.
Durch den Aufprall zog sich die Fussgängerin diverse Brüche zu.
Am 24. August 2016 verurteilte das Untersuchungsamt Q. A.Y. mittels Strafbefehl
wegen fahrlässiger einfacher Verkehrsregelverletzung (Nichtbeherrschen des
Fahrzeugs zufolge mangelnder Aufmerksamkeit auf die Strasse und den Verkehr) und
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wegen Übertretung der Verkehrsregelnverordnung (Nichttragen der Sicherheitsgurte
durch den Fahrzeugführer) zu einer Busse von CHF 500. Nach Rückzug der von A.Y.
erhobenen Einsprache wurde der Strafbefehl rechtskräftig.
Mit Verfügung vom 23. September 2016 entzog das Strassenverkehrs- und
Schifffahrtsamt des Kantons St. Gallen A.Y. den Führerausweis wegen schwerer
Widerhandlung gegen die Strassenverkehrsvorschriften für die Dauer von drei
Monaten.
B. Mit Eingabe vom 30. September 2016 erhob A.Y. Rekurs bei der
Verwaltungsrekurskommission mit den Rechtsbegehren, die Verfügung der Vorinstanz
sei aufzuheben und der Führerausweis sei wegen einer mittelschweren Widerhandlung
für einen Monat zu entziehen; eventualiter sei die Verfügung aufzuheben und die
Angelegenheit zur Neubeurteilung an die Vorinstanz zurückzuweisen; unter Kosten-
und Entschädigungsfolgen zu Lasten der Vorinstanz. Mit Entscheid vom 23. Februar
2017 wies die Verwaltungsrekurskommission den Rekurs ab.
C. A.Y. (Beschwerdeführer) erhob gegen den am 28. Februar 2017 versandten
Entscheid der Verwaltungsrekurskommission (Vorinstanz) mit Eingabe vom 10. März
2017 und Ergänzung vom 24. Mai 2017 Beschwerde beim Verwaltungsgericht. Er
beantragt, der Entscheid der Vorinstanz sei vollumfänglich aufzuheben und ihm sei der
Führerausweis unter Annahme eines höchstens mittelschweren Falles für höchstens
einen Monat zu entziehen; eventualiter sei der angefochtene Entscheid aufzuheben und
die Angelegenheit zur Neubeurteilung an die Vorinstanz zurückzuweisen; unter Kosten-
und Entschädigungsfolgen.

## Considerations

Mit Vernehmlassung vom 30. Mai 2017 verweist die Vorinstanz auf die Erwägungen im
angefochtenen Entscheid und beantragt die Abweisung der Beschwerde. Mit Vermerk
vom 2. Juni 2017 verzichtet das Strassenverkehrs- und Schifffahrtsamt
(Beschwerdegegner) auf eine Vernehmlassung.
Auf die Erwägungen im angefochtenen Entscheid und die Ausführungen des
Beschwerdeführers zur Begründung seiner Anträge sowie die Akten wird, soweit
wesentlich, in den Erwägungen eingegangen.
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Darüber zieht das Verwaltungsgericht in Erwägung:
1. (...).
2. Unbestritten sind die Sachverhaltsfeststellungen des Strafrichters. Insofern zielt die
Rüge des Beschwerdeführers ins Leere, wenn er vorbringt, im vorliegenden Fall sei
keine Abweichung zulässig, da keiner der vom Bundesgericht anerkannten Gründe
vorliege. Weder die Vorinstanz noch der Beschwerdegegner sind in ihrer
Sachverhaltsfeststellung von jener des Strafrichters abgewichen.
3. Streitig ist, ob die vom Beschwerdeführer begangene Widerhandlung gegen die
Strassenverkehrsvorschriften als mittelschwer im Sinne von Art. 16b Abs. 1 lit. a des
Strassenverkehrsgesetzes (SR 741.01, SVG) oder schwer im Sinne von Art. 16c Abs. 1
lit. a SVG zu qualifizieren ist. Der Entscheid über die Schwere einer Widerhandlung ist
eine Frage der rechtlichen Würdigung des Sachverhalts. Die Verwaltungsbehörde ist
dabei grundsätzlich nicht an den Strafentscheid gebunden. Anders kann es sich
verhalten, wenn die rechtliche Würdigung sehr stark von der Würdigung von Tatsachen
abhängt, die das Strafgericht besser kennt als die Verwaltungsbehörde, was der Fall
sein kann, wenn es den Beschuldigten persönlich einvernommen hat. Diesfalls kann die
Verwaltungsbehörde auch an die rechtliche Qualifikation des Sachverhalts gebunden
sein (BGer 6A.64/2006 vom 20. März 2007 mit Hinweis auf BGE 124 II 103; BGer
1C_7/2008 vom 24. Juli 2008 E. 4.2).
Das Untersuchungsamt Q. hat den Strafbefehl vom 24. August 2016 gestützt auf die
Akten der Kantonspolizei erlassen und keine weiteren eigenen
Untersuchungshandlungen vorgenommen. Insbesondere hat das zuständige
Untersuchungsamt auf persönliche Einvernahmen der betroffenen Personen,
namentlich des Beschuldigten, verzichtet. Inwiefern vorliegend die rechtliche
Würdigung sehr stark von der Würdigung von Tatsachen abhängen sollte, die das
Strafgericht besser kennen sollte als die Verwaltungsbehörde, ist weder dargetan noch
ersichtlich. Vor diesem Hintergrund durfte die Vorinstanz entgegen der Ansicht des
Beschwerdeführers durchaus den Sachverhalt rechtlich frei und unabhängig vom
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Strafbefehl würdigen. Unbehelflich ist damit insbesondere die Auffassung des
Beschwerdeführers, aus der Höhe der Busse von CHF 500 müsse geschlossen
werden, die Strafbehörde habe sein Verschulden als leicht gewichtet, und daran habe
sich auch die Administrativbehörde zu halten.
4. Zu klären bleibt, ob vorliegend die Vorinstanz die rechtliche Würdigung des
Sachverhalts korrekt vorgenommen und zu Recht eine schwere Widerhandlung gegen
die Strassenverkehrsvorschriften gemäss Art. 16c Abs. 1 lit. a SVG angenommen hat.
4.1. Eine leichte Widerhandlung begeht, wer durch Verletzung von Verkehrsregeln eine
geringe Gefahr für die Sicherheit anderer hervorruft und ihn dabei nur ein leichtes
Verschulden trifft (Art. 16a Abs. 1 lit. a SVG). Nach einer leichten Widerhandlung wird
der Führerausweis für mindestens einen Monat entzogen, wenn in den
vorangegangenen zwei Jahren der Ausweis entzogen oder eine andere
Administrativmassnahme verfügt wurde (Art. 16a Abs. 2 SVG). Die fehlbare Person wird
verwarnt, wenn in den vorangegangenen zwei Jahren der Ausweis nicht entzogen war
und keine andere Administrativmassnahme verfügt wurde (Art. 16a Abs. 3 SVG).
Eine mittelschwere Widerhandlung begeht, wer durch Verletzung von Verkehrsregeln
eine Gefahr für die Sicherheit anderer hervorruft oder in Kauf nimmt (Art. 16b Abs. 1
lit. a SVG). Die mittelschwere Widerhandlung nach Art. 16b Abs. 1 lit. a SVG stellt einen
Auffangtatbestand dar. Sie liegt vor, wenn nicht alle privilegierenden Elemente einer
leichten Widerhandlung gemäss Art. 16a Abs. 1 lit. a SVG und nicht alle
qualifizierenden Elemente einer schweren Widerhandlung nach Art. 16c Abs. 1 lit. a
SVG gegeben sind (BGer 1C_327/2012 vom 27. Februar 2013 E. 2.1 mit Hinweisen).
Der Tatbestand der schweren Widerhandlung gemäss Art. 16c Abs. 1 lit. a SVG ist
objektiv erfüllt, wenn eine wichtige Verkehrsvorschrift in objektiv schwerer Weise
missachtet und die Verkehrssicherheit ernstlich gefährdet wird. Eine ernstliche Gefahr
für die Sicherheit anderer ist bei einer konkreten Gefährdung gegeben. Subjektiv wird
ein rücksichtsloses oder sonst schwerwiegend verkehrswidriges Verhalten, das heisst
ein schweres Verschulden, bei fahrlässigem Handeln mindestens grobe Fahrlässigkeit,
vorausgesetzt (BGer 1C_87/2016 vom 13. Juni 2016 E. 2.1.1). Nach einer schweren
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Widerhandlung wird der Führerausweis für mindestens drei Monate entzogen (Art. 16c
Abs. 2 lit. a SVG).
4.2. Die Vorinstanz hat in zutreffender Weise die Rechtslage dargelegt (E. 4b), wonach
den Fussgängern das Überqueren der Fahrbahn in angemessener Weise zu
ermöglichen ist und der Fahrzeugführer vor Fussgängerstreifen besonders vorsichtig zu
fahren und nötigenfalls anzuhalten hat, um den Fussgängern den Vortritt zu lassen, die
sich schon auf dem Streifen befinden oder im Begriff sind, diesen zu betreten (Art. 33
SVG, Art. 6 Abs. 1 der Verkehrsregelnverordnung; VRV, SR 741.11). Die
vorinstanzlichen Ausführungen können mit einem Hinweis auf die allgemeine Regel von
Art. 31 Abs. 1 SVG, wonach der Fahrzeugführer sein Fahrzeug ständig so zu
beherrschen hat, dass er seinen Vorsichtspflichten nachkommen kann, was
insbesondere bedingt, dass er seine Aufmerksamkeit dem Verkehr zuwendet (Art. 3
Abs. 1 VRV), ergänzt werden. Bei diesen Bestimmungen handelt es sich um
grundlegende Verkehrsregeln. Ihre Missachtung ruft eine ernstliche Gefahr für die
Fussgänger hervor, da diese bei einer Kollision mit einem Auto selbst bei relativ
geringer Fahrgeschwindigkeit schwere und schwerste Verletzungen davontragen
können (BGer 1C_490/2016 vom 10. März 2017 E. 3.4 und 3.5, 1C_402/2009 vom
17. Februar 2010 E. 4.1, 1C_327/2012 vom 27. Februar 2013 E. 2.2 mit Hinweis auf
6B_377/2007 vom 6. Februar 2008 E. 2.4 und 6A.80/2006 vom 24. Januar 2007 E. 3.3).
Angesichts der diversen Knochenbrüche, die sich die Fussgängerin infolge der
Kollision zugezogen hat, ist unbestritten ist, dass eine ernstliche Gefahr für die
Sicherheit anderer vorlag und damit der objektiven Tatbestand der schweren
Widerhandlung gemäss Art. 16c Abs. 1 lit. a SVG erfüllt ist. Im Übrigen kann auf die
Ausführungen der Vorinstanz verwiesen werden.
4.3. Das für die Anwendung von Art. 16c Abs. 1 lit. a SVG in subjektiver Hinsicht
vorausgesetzte schwere Verschulden beziehungsweise die bei fahrlässigem Handeln
vorausgesetzte grobe Fahrlässigkeit sind zu bejahen, wenn sich der Fahrzeuglenker der
allgemeinen Gefährlichkeit seiner verkehrswidrigen Fahrweise bewusst ist. Grobe
Fahrlässigkeit kann aber auch vorliegen, wenn der Fahrzeuglenker die Gefährdung
anderer Verkehrsteilnehmer pflichtwidrig gar nicht in Betracht gezogen, also unbewusst
fahrlässig gehandelt hat. In solchen Fällen ist grobe Fahrlässigkeit zu bejahen, wenn
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das Nichtbedenken der Gefährdung anderer Verkehrsteilnehmer auf
Rücksichtslosigkeit beruht. Rücksichtslos ist unter anderem ein bedenkenloses
Verhalten gegenüber fremden Rechtsgütern. Dieses kann auch in einem blossen
(momentanen) Nichtbedenken der Gefährdung fremder Interessen bestehen (BGE 131
IV 133 E. 3.2, 130 IV 32 E. 5.1, 118 IV 285 E. 4).
4.3.1. Der Beschwerdeführer ist der Ansicht, ihm könne mangels Rücksichtslosigkeit
kein schweres Verschulden im Sinne von Art. 16c SVG vorgeworfen werden. Er bringt
im Wesentlichen vor, die Vorinstanz und die verfügende Behörde seien von einer viel zu
hohen Geschwindigkeit ausgegangen, da er sich gegenüber der Polizei bei der Angabe
seiner gefahrenen Geschwindigkeit verschätzt habe. Der im Polizeirapport fotografisch
festgehaltene Endstandort des Fahrzeugs des Beschwerdeführers befinde sich
unmittelbar nach dem Fussgängerstreifen. Das Heck des knapp fünf Meter langen
Fahrzeugs sei weniger als einen Meter über dem Fussgängerstreifen hinaus zum
Stillstand gekommen; die Front somit weniger als sechs bis sieben Meter von der Mitte
des Fussgängerstreifen aus gerechnet. Dieser Endstandort zeige, dass der
Beschwerdeführer unmöglich mit 30 km/h unterwegs gewesen sein könne: Bei einer
Geschwindigkeit von 30 km/h und guten Strassenbedingungen, wie sie am Unfalltag
vorherrschten, betrage der Anhalteweg eines Personenwagens immer noch mindestens
12.9 Meter. Der Anhalteweg habe – aufgrund des Endstandorts des Wagens –
vorliegend lediglich sechs bis sieben Meter betragen, woraus auf eine tatsächlich
gefahrene Geschwindigkeit von maximal 15-20 km/h geschlossen werden müsse – und
zwar unter Berücksichtigung einer Gefahrenbremsung, was eine Bremsbereitschaft und
damit eine diesbezüglich erhöhte Aufmerksamkeit seinerseits voraussetze. Nähme man
eine normale Bremsung an, wäre die gefahrene Geschwindigkeit noch tiefer, konkret im
Bereich von 10-15 km/h, anzusiedeln. Zur Veranschaulichung des Anhaltewegs und
der daraus resultierenden Geschwindigkeit legt er als neues Beweismittel einen Auszug
des Anhalteweg-Berechnungstools des Beschwerdegegners bei.
4.3.2. Offengelassen werden kann, ob das soeben Vorgebrachte unter das
Novenverbot fällt. Ob der Beschwerdeführer nun 15-20 km/h oder 30 km/h gefahren
ist, ist vorliegend nämlich ohnehin nicht von ausschlaggebender Bedeutung. Der
Beschwerdeführer verkennt, dass die Vorinstanz eine grobe Fahrlässigkeit zu Recht
nicht aufgrund seiner Geschwindigkeit bejahte, sondern primär weil er dem Verkehr
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und insbesondere dem Fussgängerstreifen im Unfallzeitpunkt nicht die notwendige
Aufmerksamkeit schenkte (act. 2, S. 8).Der Beschwerdeführer gab gegenüber der
Polizei an, während seiner Fahrt teilweise nach links geschaut zu haben; er habe
einfach die Leute angesehen, er habe gedacht, eventuell kenne er jemanden
(act. 11/10/15).Entgegen den Ausführungen des Beschwerdeführers kann damit nicht
von einem „kurzzeitigen linksseitigen Hinschauen“ die Rede sein. Vielmehr ist seiner
Aussage zu entnehmen, dass er mehr als nur einmal seinen Blick vom
Verkehrsgeschehen beziehungsweise den übrigen Verkehrsteilnehmern genommen
hat. Andernfalls hätte er die Fussgängerin, welche sich im Zeitpunkt der Kollision
bereits in der Mitte des Fussgängerstreifens befand, frühzeitig sehen müssen und nicht
erst, als diese auf seiner Motorhaube gelandet war (vgl. act. 11/10/16). Das gilt
insbesondere dann, wenn davon ausgegangen würde, der Beschwerdeführer sei
tatsächlich nur zwischen 15-20 km/h gefahren. Sodann herrschte zum Unfallzeitpunkt
nach Angaben des Beschwerdeführers zwar „viel Verkehr“, aber weder ein grosses,
unübersichtliches Verkehrsaufkommen noch war die Sicht in irgendeiner Weise
beeinträchtigt.
Der Beschwerdeführer war sodann unbestrittenermassen ortskundig, womit er wissen
musste, dass er sich mit seinem Personenwagen einem Fussgängerstreifen näherte.Da
sich in diesem Bereich diverse Geschäfte befinden, hätte er jederzeit mit Fussgängern
rechnen müssen. Dies gilt insbesondere für einen Mittwoch-Nachmittag bei schöner
Witterung, wo insbesondere auch Kinder an ihrem freien Nachmittag unterwegs sind.
Anstatt in rücksichtsloser Weise nach Bekannten Ausschau zu halten, hätte der
Beschwerdeführer seine Aufmerksamkeit vor allem dorthin richten müssen, wo
vortrittsberechtigte Strassenbenützer zu erwarten sind. Das Verschulden des
Beschwerdeführers wiegt damit umso schwerer. Der Beschwerdeführer gefährdete mit
seiner Unachtsamkeit die betroffene Fussgängerin sowie sämtliche weitere Passanten
in hohem Masse. Die Vorinstanz hat sein Verhalten damit zu Recht als rücksichtslos
und grob verkehrswidrig qualifiziert.
4.3.3. An dieser Qualifikation nichts zu ändern vermöchte im Übrigen eine allfällige
Sorgfaltspflichtverletzung seitens der Fussgängerin. Unter Hinweis auf die
Rechtsprechung weist die Vorinstanz zu Recht darauf hin, dass es im
Administrativmassnahmenrecht – gleich wie im Strafrecht – keine Schuldkompensation
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gibt (act. 2, E. 4d). Insofern ist der Einwand des Beschwerdeführers, die Fussgängerin
habe sich nicht korrekt verhalten und ihr sei ein Verschulden anzulasten, unbehelflich.
4.3.4. Soweit der Beschwerdeführer weiter anführt, dass wenn sich ein anderer
Strassenverkehrsteilnehmer ebenfalls nicht regelkonform verhalte und dieser andere
dafür ein Verschulden trage, es bereits bei nur leichtem oder mittlerem Verschulden
des Beschwerdeführers zu einem Unfall kommen könne, hat der Beschwerdeführer
nicht Unrecht. In der Tat kann von der Kollision allein nicht auf ein schweres
Verschulden des Beschwerdeführers geschlossen werden. Dies tat allerdings weder
die Vorinstanz noch lässt sich dies dem Verwaltungsgericht vorwerfen. Das grobe
Verschulden beziehungsweise die Rücksichtlosigkeit des Beschwerdeführers misst
sich am Umstand, dass er offensichtlich das hohe Risiko für Dritte, das von seiner
Unaufmerksamkeit ausgegangen ist, völlig verkannt hat. Ob sich das Risiko schliesslich
verwirklicht hat oder nicht, ist für die Frage des Verschuldens nicht massgeblich. Auch
dieser Einwand vermag damit nichts an seiner groben Fahrlässigkeit zu ändern.
4.4. Vor diesem Hintergrund ging die Vorinstanz zu Recht objektiv und subjektiv von
einer schweren Verkehrsregelverletzung im Sinne von Art. 16c Abs. 1 lit. a SVG aus.
Die dem Beschwerdeführer auferlegte Entzugsdauer entspricht sodann der
Mindestentzugsdauer von drei Monaten gemäss Art. 16c Abs. 3 SVG. Indem die
gesetzliche Mindestentzugsdauer angeordnet wurden, sind offensichtlich sämtliche
zugunsten des Beschwerdeführers sprechenden Umstände vollumfänglich und soweit
möglich berücksichtigt worden. Die Dauer des Entzugs ist nicht zu beanstanden. Die
Beschwerde ist daher abzuweisen.
5. (...).