# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 51012871-7739-572a-983a-05f766b1eba8
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2021
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1967,
war als Bauarbeiter erwerbstätig und
erlitt am
31.
Mai 2006 b
ei einem Sturz
eine
Kontusion
am rechten Ellbogen.
Am 15. September 2006 wurde eine Ellbogenarthroskopie
zur Entfernung eines freien ossären Gelenkskörpers und zur
Osteophytenresektion
am distalen
Hume
rus
anterior durchgeführt (Urk.
8/44/13
-14
).
Die Suva
erbrachte die gesetzlichen Leistungen
.
Mit Verfügung vom 15.
September 2009 sprach
die Suva
dem Versicherten ab dem 20. August 2007 eine Invalidenrente aufgrund einer Erwerbsunfähigkeit von 18 % und eine Integritätsentschädigung basierend auf einer Integritätseinbusse von 5
% zu (Urk.
11/2).
1.3
Ab
August 2011
war der Versicherte
in einem
80%igen
Pensum
als
Hilfs-Fassaden
isoleur
bei der
Y._
GmbH
angestellt
(Urk. 8/35/1
, Urk. 8/122/325
)
.
A
m 15. Februar 2013
erlitt er einen Unfall
(Urk. 8/38/209)
, bei dem er sich eine Distorsion der Lendenwirbelsäule (LWS)
zuzog (Urk.
8/
38/183,
Urk. 8/38/186
).
Die Suva erbrachte die gese
tzlichen Leistungen (Heilbehand
lung, Taggeld). Am 24. Mai 2013 wurde
das Arbeitsverhältnis mit
der
Y._
GmbH per Ende August 2013
von dieser gekündigt
(Urk.
8
/
35/7
). Mit Verfügung vom 30. April 2014 schloss die Suva den Schadensfall ab und stellte die Versicherungs
leistungen per Ende April 2014 ein (Urk.
8
/
38/99-100
).
Die dagegen am
10. Mai 2014
erhobene Einsprache (Urk.
8/38/95-96
) wies die
Suva mit Einsprache
entscheid vom 30. Juli 2014 ab (Urk.
8/38/
76-84
).
Die hiergegen erhobene Beschwerde wies das Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich im Verfah
ren Nr. UV.2014.00211 mit Urteil vom 29. Januar 2016 ab (Urk. 8/51
/10
).
1.3
Am 14.
Juni 2015
meldete
d
er
Versicherte
sich wegen Rückenbeschwerden bei der Eidgenössischen Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an (Urk. 8/11).
Die
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle,
klärte die erwerb
lichen und medizinischen Verhältnisse ab und holte unter anderem das Unfallaktendossier der Suva
(Urk. 8/38/1-212)
sowie
das bidisziplinäre Gutachten des
Z._
vom 5. August 2016 (Urk. 8/66/1-40) ein. Mit Schreiben vom 10. November 2016 wies die IV-Stelle den Versicherten auf seine Mitwirkungs- und Schadenminderungspflicht zur Erhaltung sowie Verbesserung des Gesundheitszustandes mittels psychiatrischer Behandlung hin (Urk. 8/71). Mit Vorbescheid vom 10. November 2016 kündigte die IV-Stelle
mangels einer längerdauernden Einschränkung der Arbeitsfähigkeit
die Abweisung des Leistungs
begehrens an (Urk. 8/72). Dagegen erhob der Versi
cherte mit Schreiben vom 21. November 2016 (Urk. 8/74), ergänzt mit Schreiben vom 31. Dezember 2016 (Urk. 8/83), Einwände. Die IV-Stellte
unternahm
darauf
hin
weitere medizinische Abklärungen und holte das polydisziplinäre Gutachten der MEDAS
A._
vom 15. Oktober 2018 ein (Urk. 8/118).
Mit neuem Vorbescheid vom 18. Oktober 2019 kündigte die IV-Stelle die Abweisung des Rentenbegehrens bei einem Invaliditätsgrad von 11 % an (Urk. 8/132). Der Versicherte erhob dagegen mit Schreiben vom 16. November 2019, ergänzt mit Schreiben vom 3. Januar 2020, Einwände (Urk. 8/135, Urk. 8/138). Mit Verfügung vom 21. Januar 2020 ver
n
einte die IV-Stelle wie angekündigt einen Anspruch des Versicherten auf eine Invalidenrente (Urk. 2).
2.
Hiergegen erhob der Versicherte mit Eingabe vom
21. Februar 2020
Beschwerde und beantragte, die Verfügung vom 21. Januar 2020 sei aufzuheben und die
Beschwerdegegnerin
sei zu verpflichten, ihm die gesetzlichen Leistungen auszu
richten; insbesondere sei die
Beschwerdegegnerin
zu verpflichten, ihm eine halbe Invalidenrente auszurichten (Urk. 1 S. 2). In der Beilage reichte er
den
Bericht
von Dr. med.
B._
, Fachärztin für Psychiat
rie und Psychotherapie, vom 29.
Januar 2020 (Urk.
3/3
),
den Bericht
der
Klinik C._
vom 31. Januar 2020 (Urk. 3/4) und den Verlaufsbericht von der
Physiotherapie D._
vom 11.
Februar 2020 (Urk. 3/5) ein.
In prozessualer Hinsicht ersuchte der
Versicherte
darum, es sei ihm die unentgeltliche
Prozessführung
zu
bewilligen
und es sei ihm eine unentgeltliche Rechtsvertreterin in der Person von Rechtsanwältin Noëlle
Cerletti
zu bestellen
(Urk.
1 S. 2).
Die Beschwerdegegnerin schloss in der Beschwerdeantwort vom 18. März 2020 auf Abweisung der Beschwerde (Urk. 7).
Mit Verfügung vom
21. April 2020 wurde
die AXA Leben AG zum Prozess beigeladen (Urk. 12 S. 3). Diese verzichtete mit Eingabe vom 7. Juni 2020 auf eine Teilnahme am Verfahren (Urk. 16). Mit Verfügung vom 23. Juni 2020 wurde
dem
Beschwerdeführer
die unentgeltliche Prozessführung bewilligt und
Rechts
anwältin Noëlle
Cerletti
als
unentgeltliche Rechtsvertreterin für das vorliegende Verfahren bestellt (Urk. 17 S. 2). Mit Eingabe vom 31. August 2020 verzichtete der
Beschwerdeführer
auf eine weitere Stellungnahme (Urk. 18), was der
Beschwerdegegnerin
am 3. September 2020 zur Kenntnis g
ebracht wurde (Urk.
19).
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1
.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 de
s Bundesgesetzes über den Allge
meinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglic
hkeiten auf dem in Betracht kom
menden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beur
teilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind au
sschliesslich die Folgen der ge
sundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsun
fähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Die Annahme eines psychischen Gesundheitsschadens im Sinne von Art. 4 Abs. 1
des
Bundesgesetz
es
über die Invalidenversicherung (IVG)
sowie Art. 3 Abs. 1 und Art. 6 ATSG setzt eine psychiatrische, lege artis auf die Vorgaben eines aner
kannten Klassifikationssystems abgestützte Diagnose voraus (vgl. BGE 145 V 215 E. 5.1, 143 V 409 E. 4.5.2, 141 V 281 E. 2.1, 130 V 396 E. 5.3 und E. 6). Eine fachärztlich einwandfrei
festgestellte psychische Krank
heit ist jedoch nicht ohne weiteres gleichbedeutend mit dem Vorliegen einer Invalidität. In jedem Einzelfall muss eine Beeinträchtigung der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit unabhängig von der Diagnose und grundsätzlich unbesehen der Ätiologie ausgewiesen und in ihrem Ausmass bestimmt sein
(BGE 145 V 215 E. 5.3.2, 143 V 409 E. 4.2.1, 141 V 281 E. 3.7, 139 V 547 E. 5.2, 127 V 294 E. 4c; vgl. Art. 7 Abs. 2 ATSG).
Gemäss BGE 143 V 418 sind grundsätzlich sämtliche psychischen Erkrankungen einem strukturierten Beweisverfahren nach B
GE 141 V 281 zu unterziehen (E.
7.2; vgl. BGE 143 V 409 E. 4.5.1). Diese Abklärungen enden laut Bundesgericht stets mit der Rechtsfrage, ob und in wel
chem Umfang die
ärztlichen Feststel
lungen anhand der nach BGE
141 V 281 rechtserheblichen Indikatoren auf Arbeitsunfähigkeit schliessen las
sen (BGE 143 V 418 E. 7.1; vgl.
BGE 144 V 50 E. 4.3). Entscheidend ist dabei, unabhängig von der diagnostischen Einordnung des Leidens, ob es gelingt, auf objektivierter Beurteilungsgrundlage den Beweis einer rechtlich relevanten Arbeits- und Erwerbsunfähigkeit zu erbringen, wobei die versicherte Person die materielle Beweislast zu tragen hat (BGE 143 V 409 E. 4.5.2 unter Hinweis auf BGE 141 V 281 E. 3.7.2; vgl. BGE 144 V 50 E. 4.3).
1.3
1.3.1
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine Vier
telsrente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine Dreiviertelsrente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (Art. 28 Abs. 2
IVG
).
1.3.2
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (sog. Valideneinkommen). Der Einkommensver
gleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst gen
au ermittelt und einander gegen
übergestellt werden, worauf sich aus der Einko
mmensdifferenz der Invaliditäts
grad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2, 128 V 29 E. 1).
2.
2.1
Die
Beschwerdegegnerin
führt zur Begründung der angefochtenen Verfügung aus,
von der psychiatrischen Einschätzung der Arbeitsfähigkeit gemäss dem im Vorbescheidverfahren eingeholten polydisziplinären MEDAS-Gutachten sei aus rechtlicher Sicht abzuweichen
.
Denn es würden in psychischer Hinsicht keine ausgeprägten diagnoserelevanten objektiven Befunde vorliegen und es bestünden diverse Inkonsistenzen sowie Widersprüche
, wie sich auch aus dem
Austritts
bericht der Rehaklinik
E._
vom
20. April 2007 und dem
Z._
-Gutachten vom 5. August 2016 ergebe und welche
über eine blosse Verdeutlichungstendenz
hinausgehen würden
.
Die
Abweisung des Leistungsbegehrens erfolge
indes
nicht aufgrund eines Ausschlussgrundes respektive wegen Aggravation
, sondern die geklagten psychischen Beschwerden seien im strukturierten Beweisverfahren anhand der Standardindikatoren gewürdigt und
es sei
damit eine Gesamt
betrachtung vorgenommen worden, in welcher auch Inkonsistenzen ins Gewicht fallen würden.
Ausserdem seien psychosoziale Belastungsfaktoren gegeben und der
Beschwerdeführer
verfüge über Ressourcen, wobei eine Therapieresistenz nicht nachvollziehbar sei und
k
eine
gleichmässige Einschränkung des Aktivitäts
niveaus in allen vergleichbaren Lebenslagen bestehe. E
s sei
daher
davon auszu
gehen, dass in psychischer Hinsicht keine längerdauernde Einschränkung der Arbeitsfähigkeit bestehe oder
bestanden habe
. Ausserdem habe der Regionale Ärztliche Dienst
(RAD)
die in den
Z._
- und MEDAS-Gutachten gestellten Diagnosen als
nicht nachvollziehbar beurteilt, da k
eine diagnoserelevanten Befunde
vorliegen würden.
Eine
verselbständigte, krankheitswertige psychische Störung liege weiterhin nicht vor.
Es
verbleibe aus somatischer Sicht eine
50%ige Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit als
Hilfsfassadenisoleur
(50 % Leistung bei 75%iger Anwesenheit)
;
in einer
wechselbelastenden (teilweise stehenden, gehenden und sitzenden)
,
körperlich
leichten bis mittel
schweren
Tätigkeit
ohne Tragen von Lasten über 25 Kilogramm und ohne vermehrte Zwangshaltungen
sei dem Beschwerdeführer eine 90%ige Arbeits
t
ä
t
igkeit zumut
bar.
Der Einkommensvergleich ergebe einen Invaliditätsgrad von 11 % und damit keinen Anspruch auf eine Invalidenrente
(Urk. 2 S. 2 ff.).
2.2
Der
Beschwerdeführer
wendet dagegen ein,
auf die übereinstimmende Ein
schätzung des
Z._
-Gutachtens vom 5. August 2016 und des MEDAS-Gutachtens
A._
vom 15. Oktober 2018 sei abzustellen. Denn mit diesen Gutachten
hätten zwei voneinander unabhängige, innerhalb von zwei Jahren angefertigte psychiatrische Gutachten
eine dauerhafte Einschränk
ung der Arbeitsfähigkeit von 50
% bestätigt und übereinstimmend eine chronische Schmerzstörung mit somatischen sowie psychischen Faktoren (ICD-10 F45.41) diagnostiziert. Die Gutachter seien übereinstimmend zum Schluss gekommen, dass der mittlerweile chronifizierte Zustand nur auf der Basis seiner spezifischen Persönlichkeitsmerkmale (
histrionisch
, abhängig) habe entstehen können, welche gleichzeitig die Grundlage für die Entstehung der Störung und der Grund für deren Therapieresistenz darstellen würden. In beiden Gutachten sei sein expres
sives Verhalten detailliert festgehalten und in die Beurteilu
ng einbezogen worden. Auch seien
übereinstimmend
ein vollkommener sozialer Rückzug
- mit Ausnahme des Kontaktes zur Lebenspartnerin - festgestellt worden und es hätten weder persönliche Ressourcen noch Behandlungsoptionen benannt werden
können, welche den aktuellen Zustand zu verbessern vermöchten. Die Ausfüh
rungen
der beiden Gutachter würden sich ausserdem mit der Einschätzung des behandelnden Psychiaters decken, der weitgehend übereinstimmende Befunde erhoben und Diagnosen gestellt habe.
Es sei ferner nicht rechtsgenüglich, wenn die Beschwerdegegnerin das Leistungsbegehren mit der Begründung ablehne
, eine
Therapieresistenz
sei nicht nachvollziehbar
. Denn er sei ihrer mit Schreiben vom 10. November 2016 gestellten Aufforderung zur Schaden
s
minderung gefolgt und habe sich
umgehend
in regelmässige psychiatrische Behandlung begeben
, was denn auch einen gewissen positiven Effekt auf das affektive Leiden, nicht jedoch auf die übrigen Problematiken gezeigt habe
. Es sei unzulässig, wenn die Beschwerdegegnerin nun argumentiere, er habe sich erst nach dem ersten Vorbe
scheid in psychiatrische Behandlung begeben, zumal er subjektiv davon über
zeugt gewesen sei, dass seine Beschwerden rein somatischer Natur seien und
kein behandelnder Arzt ihn zuvor zu einem Psychiater geschickt habe. Laut der Konsensbeurteilung der MEDAS-Gutachter
A._
könne eine Psycho
therapie kaum eine Veränderung bewirken. Es werde auch auf die Ausführungen des behandelnden Psychiaters im Bericht vom 29. Januar 2020 (Urk. 3/3) verwie
sen, wonach bei einer derart
chronifizierten
Symptomatik kaum eine schnelle und substantielle Veränderung erreicht werden könne.
Zu den von der
Beschwerdegegnerin
angenommenen Ressourcen sei einzu
wenden, dass es gemäss dem behandelnden Psychiater aus verhaltens
therapeutischer Sicht indiziert sei, dass der
Beschwerdeführer
versuche, sein Aktivi
tätsniveau zu steigern. Fernseh
schauen, Autofahren und Einkäufe tätigen würden ausdrücklich ärztlich empfohlen.
Der MEDAS-Gutachter habe zudem geschrieben, dass aufgrund des anhaltenden Charakters der Chronifizierung die Ressourcen der Befundverbesserung erschöpft seien
;
im
Z._
-Gutachten sei ausgeführt worden, dass die Persönlichkeitsstörung den
Beschwerdeführer
an der Überwindung seiner Defizite hindere
und
das
s
persönliche Ressourcen in der Zuverlässigkeit
sowie
Loyalität zu sehen seien.
Zur sozialen Isolation und Einschränkung des Aktivitätsniveaus sei im
Z._
-Gutachten ausgeführt worden, dass
der
Beschwerdeführer
ein gänzlich eingeschränktes Leben friste, welches sogar die Beziehung zu seiner aktuellen Partnerin gefährde. Es bestehe eine gleichmässige Einschränkung des Aktivitätsniveaus in allen Lebens
bereichen. Auch der Gutachter der MEDAS
A._
habe eine sehr ausge
prägte soziale Isolation praktisch ohne mitmenschliche Kontakte ausserhalb der Wohngemeinschaft festgehalten. Zum von der
Beschwerdegegnerin
erwähnten
Tramadolspiegel
unter der Wirksamkeitsgrenze sei einzuwenden, dass er, der
Beschwerdeführer
, das Mittel schlecht vertrage und es daher nur nehme, wenn es
nicht anders gehe.
Die Beschwerdegegnerin habe es sodann bezüglich der von ihr benannten Inkonsistenzen unterlassen, dies im Zusammenhang mit dem Krank
heitsbild des Beschwerdeführers zu sehen.
Der Widerspruch zwischen objektivier
barem, somatischem Gesundheitsschaden und subjektiv geschilderten Beschwer
den sei begriffsnotwenig, um die Diagnose einer chronischen Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Anteilen überhaupt stellen zu können.
In beiden Gutachten seien diese Überlegungen in die Beurteilungen mit Bezug auf die Vorakten eingeflossen, so die Tendenz zur Schmerzverarbeitungs
störung, der multifaktorielle Charakter der Kreuzschmerzen und das verschiedentlich als demonstrativ, bizarr, unverhältnismässig, nicht nachvollziehbar etc. beschriebene Krankheitsbild.
Der psychiatrische Gutachter der MEDAS
A._
sei auch nicht einfach seinen subjektiven Angaben gefolgt
, sondern habe ausgehend von einem soliden Befundfundament auf eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit
ge
schlossen und somit dem Umstand Rechnung getragen, dass ein gewisses Aktivitätsniveau auch mit der Erkrankung noch möglich sein sollte.
Dagegen könne a
uf die
Stellungnahme
des RAD-Arztes nicht abgestellt werden.
Denn dieser verweise unter anderem auf
die Beurteilung des beratenden Arztes der Krankentaggeldversicherung AXA gemäss dessen Bericht vom 21. September 2016. Jedoch enthalte dieser Bericht keine Unterschrift und es sei nicht ersicht
lich,
wer der Verfasser gewesen sei und
ob es sich
beim Verfasser
um einen Fach
arzt der Psychiatrie handle.
Es sei mehr als fragwürdig und nicht nachvollziehbar, dass der RAD-Arzt eher auf die Aktenbeurteilung eines anonymen versicherungs
internen Arztes abstelle, als auf zwei voneinander unabhängige psychiatrische MEDAS-Gutachter.
Der RAD-Arzt habe zudem die Behauptung aufgestellt, dass Aggravation bestehe, wovon die Beschwerdegegnerin ausdrücklich nicht ausgehe. Es sei daher unverständlich, dass sie dennoch auf die RAD-Beurteilung abstelle.
Hinzu komme, dass eine objektivierbare somatische Pathologie am Rücken bestehe, die sich progredient verschlimmere, wie sich aus dem neuesten Bericht
der
Klinik C._
vom 31.
Januar 2020 ergebe.
Es bestehe ein hoher Leidensdruck, was der behandelnde Physiotherapeut im Bericht vom 11. Februar 2020 bestätigt habe.
Der
Invaliditätsgrad erfolge mittels Prozentvergleich
s
, demgemäss ihm eine halbe Invalidenrente zuzusprechen sei
(Urk. 1 S. 11 ff.)
2.3
Strittig und zu prüfen ist, ob die
Beschwerdegegnerin
zu Recht den Anspruch auf eine Invalidenrente verneint hat.
Der frühestmögliche Beginn einer allfälligen Rente ist
der 1. Dezember 2015
(
Anmeldung vom 14. Juni 2015, Urk. 8/11
; vgl. Art. 29 Abs. 1 und Abs. 3 IVG
).
Die angefochtene Verfügung
vom 21. Januar 2020 (Urk. 2)
bildet recht
sprechungsgemäss
zudem
die zeitliche Grenze der richterlichen Überprüfungs
befugnis (BGE 132 V 220 E. 3.1.1, 122 V 77 E. 2b, Urteil des Bundesgerichts 8C_76/2009 vom 19. Mai 2009 E. 2, je mit Hinweis).
Die vom Beschwerdeführer mit der Beschwerde eingereichten medizinischen Berichte von Dr.
B._
vom 29. Januar 2020 (Urk. 3/3), der
Klinik C._
vom 31. Januar 2020 (Urk. 3/4) und der
Physiotherapie D._
vom 11. Februar 2020 (Urk. 3/5) sind daher nur insofern zu berücksichtigen, als daraus Rückschlüsse auf den Sachverhalt im zu beurteilenden Zeitraum vom 1. Dezem
ber 2015 bis am 21. Januar 2020 zulässig erscheinen.
3.
3.1
In medizinsicher Hinsicht sind die beiden von der
Beschwerdegegnerin
einge
holten Gutachten des
Z._
und der MEDAS
A._
massgeblich, aus welchen das Folgende zu entnehmen ist.
G
emäss dem
bidiszipli
nären
Gutachten der
Z._
vom 5.
August 2016
wurde der
Beschwerdeführer
am 29.
April und
am 30.
Mai 2016
aus orthopädisch-trauma
tologischer und psychiatrischer Sicht untersucht
(Urk. 8/66/1)
. Der
Beschwerde
führer
habe
über
seit dem Unfallereignis
vom 15. Februar 2013 bestehende
Rückenschmerzen im lumbalen Bereich, über Konzentrations- und Gedächtnis
schwierigkeiten, Freudverlust, Perspektivlosigkeit sowie über massive Selbstwert
probleme
geklagt
(Urk. 8/66/23, Urk. 8/66/32). Aus
bidisziplinärer
Sicht seien die folgenden Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit gestellt worden:
Schweres chronisches
Schmerzsyndrom mit psychischen und somatischen Antei
len (ICD-10 F45.41), rezidivierende depressive Störung, aktuell leichtgradige Ausprägung (ICD-10 F33.0), gemischte Persönlichkeitsstörung mit vor allem
histrionischen
und abhängigen Anteilen (ICD-10 F61.0). Als Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit in der zuletzt ausgeübten Tätigkeit (als Bauarbeiter, Urk. 8/66/24) wurden die folgenden Diagnosen aufgeführt:
Chroni
sches lumbovertebrales Schmerzsyndrom nach abgeheilter posttrauma
tischer Kontusion des vierten Lendenwirbelkörpers (LWK4) vom 15. Februar 2013 mit erheblich demonstrierter Funktionseinschränkung, leichte Funktions
ein
schränkung des rechten Ellbogens bei Zustand nach Arthroskopie (ASK) und Entfernung eines freien Gelenkkörpers 2006 nach Kontusion (Urk. 8/66/12).
Im Rahmen der orthopädisch-traumatologisch
en
Untersuchung habe sich der
Beschwerdeführer
mit einer nahezu aufgehobenen Funktion der Wirbelsäule in
schmerzskolioti
scher
Fehlhaltung dargestellt. Eine Bewegungsuntersuchung der
Lendenwirbelsäule (LWS) werde nicht zugelassen, eine muskuläre Gegenspan
nung verhindere eine Funktionsuntersuchung. Auch lasse sich eine Inklination der Wirbelsäule, die zu einer Entspannung eines lumbalen Schmerzgeschehens führe (mit Ausnahme einer Nervenwurzelreizung S1)
,
nicht durchführen.
Die Muskeleigenreflexe seien seitengleich auslösbar, es lasse sich weder eine sensible Störung der Beine noch eine seitendifferente Umfangsverminderung der Beine nachweisen.
Die
schmerzskoliotische
Fehlhaltung lasse sich bei den vorliegenden radiologischen und kernspintomographischen Befunden nicht erklären; sie sei wie bereits im Befundbericht des Universitätsspitals
F._
ausgeführt eher sekundär
myofaszial
bedingt. Aus orthopädischer Sicht ergebe sich deswegen keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit.
Seitens des rechten Ellbogengelenkes werde eine Funktionseinschränkung rechts demonstriert. Das wahre Bewegungs
ausmass lasse sich nicht vollständig darstellen, da aktiv eine Muskelgegen
spannung erfolge. Es bestehe ein Str
e
ckdefizit von 30 G
rad und ein Beugedefizit von 10
Grad. Ein hartes Bewegungsende lasse sich nicht nachweisen. Das radio
logische Bild zeige eine leichtgradige Arthrose des
Humeroul
n
argelenkes
.
Bei fehlender Umfangsverminderung der rechten Armmuskulatur könne eine schonungsbedingte Belastungsminderung des rechten Armes ausgeschlossen werden.
Der Arm sei ohne wesentliche Einschränkung für körperlich mittel
schwere bis schwere Tätigkeiten einsetzbar
(Urk. 8/66/13, Urk. 8/66/28-29)
.
Bei der aktuellen
psychiatrischen
Untersuchung habe der
Beschwerdeführer
seine
massivsten Schmerzen in den Vordergrund gestellt und ein demonstratives, fast bizarres Haltungsmuster mit der Tendenz zum Hyperventilieren gezeigt.
Ange
sichts der biographischen Angaben mit weitgehender Behandlungsresistenz, Verstärkung der Schmerzproblematik durch Stress, Beeinträchtigung in allen Lebensbereichen und der massiven sowie unabänderlichen Krankheitsüber
zeugung könne bei gleichzeitiger Ausweitungstendenz der Beschwerden die Diagnose einer chronischen Schmerzstörung mit psychischen und somatischen Anteilen gestellt werden. Perspektivlosigkeit, Freudlosigkeit, Selbstwertdefizite und sozialer Rückzug würden auf das Vorliegen einer depressiven Episode hinweisen, die in ihrer Ausprägung aktuell als leichtgradig qualifiziert und unter Berücksichtigung der Biographie in den Kontext einer rezidivierenden depres
siven Störung gestellt werden könne. Das dramatisierende, expressive Verhalten, welches von hilflosen und abhängigen Komponenten begleitet sei, würde auf eine Persönlichkeitsstörung hinweisen,
d
ie auch anhand der Biographie mit abhängi
gem Beziehungsverhalten und allgemeiner Hilfsbedürftigkeit
unterstrichen werde. Die Vulnerabilität für das Entwickeln einer Schmerzerkrankung könne - eindrücklich anhand der dokumentierten Unfallereignisse beobachtbar - auf der
Basis dieser Persönlichkeitsstörung erklärt werden. Aktuell sei vor allem die Schmerzerkrankung mit massiver Fokussierung und starrem Krankheitskonzept bei gleichzeitig bestehender depressiver Auslenkung für eine weitergehende Einschränkung der Arbeitsfähigkeit verantwortlich zu machen, die im Bereich von 50 % anzusiedeln sei. Die Persönlichkeitsstörung hindere den
Beschwerde
führer
aber an der Überwindung seiner Defizite
(Urk.
8/66/12-13, Urk. 8/66/
36
37
).
Aus
bidisziplinärer
Sicht sei die Arbeitsfähigkeit in der zuletzt ausgeübten Tätig
keit als auch in einer leidensangepasst
en
, körperlich mittelschweren bis zeitweile schweren
Tätigkeit
in zugewandter, offener Umgebung respektive bei einem mitfühlenden, stützenden und wertschätzend
en
Arbeitgeber
, zumindest anfäng
lich ohne wesentlichen zeitlichen Druck
zu 50 % eingeschränkt.
Retrospektiv gelte diese Arbeitsfähigkeit ab der Exazerbation der Schmerzerkrankung im Februar 2013 bei gleichzeitiger Dekompensation d
er Persönlichkeitsstörung (Urk.
8/66/13-14).
3.
2
3.2
.1
Die zweite Begutachtung erfolgte g
emäss dem polydisziplinären Gutachten der MEDAS
A._
vom
15. Oktober 2018
im Juli und August 2018
aus allgemein-
i
nternistischer, orthopädischer, neurologischer und psychiatrischer Sicht (Urk. 8/118/35).
Der
Beschwerdeführer
habe
insbesondere
über
lumbale Rücken
- und Beinschmerzen rechts, Ameisenlaufen und Kribbelgefühlen am rechten Bein, eingeschränkte Motorik und Beweglichkeit des rechten Ellbogens
sowie über
gelegentliche
Kopfschmerzen und ein Unsicherheitsgefühl mit Gleich
gewichtsstörungen
berichtet. In psychischer Hinsicht habe er ausgeführt, seine Seele
sei
kaputt; er habe keine Lust und keine Freude mehr
(Urk.
8/118/23
-24,
Urk. 8/118/31,
Urk. 8/118/65-66
, Urk. 8/118/76
).
D
ie
Gutachter
schlossen
gemäss der interdisziplinären Gesamtbeurteilung
auf
die folgenden Diagnosen:
c
hronische Schmerzstörung mit somatischen und psychi
schen Faktoren (ICD-10 F45.41),
andauernde Herabgestimmtheit im Sinne einer Dysthymia (ICD-10
F34.1
), Akzentuierung von Persönlichkeitszügen (ICD-10 Z73.1), Verdacht auf sensible
S1
-Wurzelirritation rechts, chronisches lumbover
tebrales Schmerzsyndrom nach abgeheilter posttraumatischer Kontusion
LWK4
im Februar 2013, lumbospondylogenes Schmerzsyndrom, leichte Funktions
einschränkung des Ellbogens rechts bei Status nach Arthroskopie und Entfernung eines freien Gelenkkörpers nach Kontusion im Jahr 2006, leichtgradige Arthrose
des
Humeroulnargelenkes
rechts, unklare Bewegungseinschränkung der Hals
wirbelsäule (HWS), Status nach Commotio cerebri i
n der Kindheit, Adipositas Grad
I (BMI 30),
Lymp
h
openie
(kontrollbedürftig; Urk. 8/118/36).
3.
2
.
2
Der fallführende allgemein-internistische
MEDAS-
Gutachter erklärte, das in der gegenwärtigen Untersuchung präsentierte Verhalten des
Beschwerdeführer
s sei kongruent zu den Akten. Der Leidensdruck sei spürbar. Es würden sich keine Hinweise auf Aggravation oder Simulation ergeben. Der
Beschwerdeführer
scheine in einer Schmerzspirale gefangen zu sein und sehe zurzeit auch keinen Ausweg aus derselben (Urk.
8/118/25).
D
er
orthopädisch-
traumatologische
Gutachter stellte fest, es habe sich radio
logisch eine Fehlhaltung ohne
Alignementstörung
, eine leichtgradige Osteo
chondrose und eine multisegmentale degenerative Bandscheibenverän
derung
gezeigt. Im (rechten) Ellbogengelenk
würden
sich eine leichtgradige Arthrose des
Humeroul
n
argelenkes
sowie ein kleiner
Olecranonsporn
finden
.
Aus rein fach
orthopädischer Sicht könnten d
ie vom
Beschwerdeführer
geklagten Beschwerden im Bereich der Wirbelsäule und im Bereich des
(rechten)
Ellbogens
in der Gesamtschau der Befunde sowie der während der klinischen Untersuchung zu sehenden Befunde nicht nachvollzogen
werden
. So hätten sich radiologisch geringste strukturelle Schäden im Bereich des (rechten) Ellbogens und im Bereich der Lendenwirbelsäule gezeigt. Es finde sich eine klinische Situation mit anam
nestisch deutlicher Schmerzhaftigkeit und zusehends deutlicher Funktions
einschränkung im Bereich des Ellbogens und der Lendenwirbelsäule. Auch bestehe eine Divergenz zwischen den klinisch zu sehenden Befunden und den während der Untersuchung sowie Anamneseerhebung zu beobachtenden Alltags
bewegungen.
Daneben könne aus fachorthopädischer Sicht die deutlich geringere Kraftentfaltung im Bereich der rechten oberen Extremität und beider unteren Extremitäten beim Bewegen des Ellbogens gegen Widers
tan
d und bei der Auffor
derung zum
Einbein
-, Zehen-, und Hackenstand respektive Zehen- und Hacken
gang
ebenfalls nicht erklärt werden (Urk. 8/118/29-30
, Urk. 8/118/71-72
).
Laut
dem neurologischen Gutachter
ist anhand der vom
Beschwerdeführer
ange
gebenen Lokalisation der Dysästhesie und Hypästhesie in erster Linie eine sensible Nervenwurzelaffektion S1 zu vermuten, welche aber eigenständig schwerlich das Gesamtbeschwerdebild zu erklären vermöge. P
rädominant
liege
aktuell eine muskuloskelettale-
myofasziale
Schmerzsymptomatik rechts vor. Es bestehe keine erkennbare motorische Radikulopathie der Segmente
L4
bis S1 rechts bei unauf
fälliger
Elektromyographie
der Kennmuskeln und unauffällige
m
Muskeleigen
reflexstatus der unteren Extremitäten, so dass klinisch eine schwere motorische Beeinträchtigung der rechten unteren Extremität nicht zu erwarten sei. In der
bisher wiederholt durchgeführten MRT-Untersuchung der LWS der letzten Jahre habe aktenanamnestisch ebenfalls keine knöcherne oder dis
t
ale Wurzel
kompression nachgewiesen werden können.
Möglich sei jedoch, dass das S1
Syndrom als organisches Korrelat sekundär zu einer funktionellen Behinderung der motorischen Funktionen und Exazerbation der vorbestehenden bereits
chro
nifizierten
myofaszialen
Schmerzsymptomatik führen könne. Zusammengefasst bestehe eine gewisse Diskrepanz
zwischen objektivierbaren motorischen Funk
tionen und dem klinischen Befund der Extremitäten mit schmerzbedingt fehlen
der Durchführbarkeit der motorischen Prüfung, vor allem des rechten Beines. Es sei ungewöhnlich für ein
sensibles S1-Syndrom, dauerhafte schwere Einschrän
kungen der Arbeitsfähigkeit zu bewirken. Aus klinischer Erfahrung könne bemerkt werden, dass dessen Verlauf unter suffizienter Analgesie und physio
therapeutischen Massnahmen einen gewissen Grad an Symptomverbesserung innerhalb von Wochen erbringen sollte. Nach Angaben des
Beschwerdeführer
s sei das S1-Syndrom jedoch erst nach
der
aufgrund der bereits bestehenden lumbalen Schmerzsymptomatik durchgeführten mehrfachen lumbalen Infiltra
tion
en
aufgetrete
n (Urk. 8/118/30-31, Urk. 8/118/78).
Der psychiatrische MEDAS-Gutachter führte aus
, der
Beschwerdeführer
habe offenbar über eine sehr gute Begabung verfügt und hätte die Universität besuchen können, was durch die politischen Umstände verunmöglicht worden sei. Er habe nach seiner Einschätzung damals mit dieser verhinderten Berufskarriere gut umgehen können, habe weit weg von der Heimat gearbeitet und sich dann ins Militär einteilen lassen. Als die politische Situation kritisch geworden sei, habe er sich durch die Reise in die Schweiz dem Militärdienst entzogen. N
ach Einreise in die Schweiz habe sich der
Beschwerdeführer
mit untergeordneten Tätigkeiten zufriedengeben müssen, was nicht selten nur schwer ertragen werde. Er sei mehr
fach verunfallt, wobei es sich beim Treppensturz (vom 15. Februar 2013, Urk. 8/38/209) lediglich um einen
Misstritt
gehandelt habe, der Tage später zu einem Arztbesuch geführt habe, obschon er in der retrospektiven Betrachtung des
Beschwerdeführer
s schwerste Schmerzen ausgelöst habe. Seine Partnerin habe ihn nun zu pflegen und halte so Gegenrecht, nachdem er ihr zuvor im Rahmen einer Operation beigestanden habe.
Es habe damit ein ungünstiger Krankheits
verlauf eingesetzt, der weitestgehend chronifiziert sei und ein Krankheitsbild verursacht habe, das in den Akten verschiedentlich umschrieben werde als demonstrativ, bizarr, unverhältnismässig, nicht nachvollziehbar und so weiter.
Es habe eine Fixierung auf einen Zustand stattgefunden, der sich kaum mehr über
winden lasse, der sich weitest gehend als therapieresistent erweise
und der die
Kriterien der chronischen Schmerzstörung erfülle.
Die Beschwerden würden deut
lich mehr als sechs Monate andauern, konzentrierten sich auf den Rücken und damit auf den Ort eines physiologischen Prozesses, in welchem nach den Akten eine minimale Pathologie nachweisbar sei. Die psychischen Faktoren würden eine wichtige Rolle beim Schweregrad und bei der Aufrechterhaltung des ganzen Prozesses spielen. Der Schmerz verursache in klinisch bedeutsamer Weise Leiden und Beeinträchtigung in allen Lebensdimensionen. Eine absichtliche Simulation oder eine Schmerzstörung im Bereich einer Angststörung, eines psychotischen Geschehens sei nicht nachzuweisen. Er trage akzentuierte Persönlichkeitszüge, seine Wesensart zeige eindeutig
histrionische
Anteile und er sei dauernd herab
gestimmt, so dass - neben seiner ersten Diagnose einer chronischen Schmerz
störung mit somatischen und psychischen Faktoren (ICD-10 F45.41) - auch seine zweite und dritte Diagnose (andauernde Herabgestimmtheit im Sinne einer Dysthymia [ICD-10
F34.1
], Akzentuierung von Persönlichkeitszügen [ICD-10 Z73.1]) begründet seien. Die Einschätzung
der Arbeitsfähigkeit
in einem bestimm
ten Prozentumfang sei nur schwer festzulegen. Aus der ganzen Biographie heraus könne man der aktuellen Situation mit einem gewissen Verständnis begegnen. Auf der anderen Seite sei das, was er als Unfälle bezeichnet habe, doch nicht schwerwiegend und der Folgezustand könne nur entstehen auf dem Hintergrund seiner spezifischen Persönlichkeitseigenschaften. Der
Beschwerdeführer
habe festgehalten, dass er nie mehr Lohnarbeit verrichten werde. Daraus dürfe natür
lich nicht direkt auf eine Arbeitsunfähigkeit geschlossen werden. Auch nach der aktuellen Bundesgerichtspraxis werde aber schwer
chronifizierten
Leidenszu
ständen doch ein gewisser Krankheitswert zugestanden und so sei das Attestieren einer 50%igen Arbeitsunfähigkeit in jeglicher Tätigkeit vor allem aus psychiat
rischen Gründen wohl zu rechtfertigen. Im ICF-Ratingbogen habe der
Beschwer
deführer
eine relativ hohe Punktzahl erreicht, wobei nicht unterschieden werden könne, wie weit Haltungen und Einstellungen das Resultat beeinflussen würden. Etwas salopp formuliert lasse sich nicht entscheiden, ob er nicht könne oder nicht wolle (Urk. 8/118/27-29, Urk. 8/118/47-49).
3.
2
.3
In Bezug auf die Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit als Bauarbeiter respektive in der zuletzt
ausgeübten Tätigkeit als
Hilfsf
assadenisoleur
(Urk. 8/11/4, Urk. 8/122/325) schlossen die Gutachter der MEDAS
A._
aus polydisziplinärer Sicht gemäss dem Gutachten vom 15.
Oktober 2018 bereits aufgrund der somatischen Beschwerden am Rücken (chronisches lumbospondy
logenes Schmerzsyndrom) und am rechten Ellbogen (leichtgradige Arthrose des
Humeroulnargelenkes
)
aus orthopädischer Sicht auf eine 50%ige Einschränkung (Urk. 8/118/36, Urk. 8/118/71), was auch der polydisziplinären Sicht entspreche
(Urk. 8/118/37). Aus neurologischer Sicht bestehe dabei eine 10%ige und aus psychiatrischer Sicht ebenfalls eine 50%ige Einschränkung (Urk. 8/118/33, Urk. 8/118/36).
Eine
erhebliche Einschränkung der Arbeitsfähigkeit
in einer leidensangepassten Tätigkeit, und zwar um 50 %, wurde
im polydisziplinären Konsens
der MEDAS-Gutachter
allein aufgrund der psychiatrischen Diagnosen
attestiert (Urk. 8/118/33, Urk. 8/118/36-37).
Eine leidensangepasste Tätigkeit ohne körper
liche Schwerarbeit sei dem
Beschwerdeführer
aus neurologischer, allgemein-internistischer und orthopädischer Sicht vollumfänglich zumutbar (Urk. 8/118/37).
Gemäss dem dabei beachtlichen, vom orthopädischen Gutachter definierten Belastungsprofil sind wechselbelastende (teilweise gehend, teilweise sitzenden), körperlich leichte bis mittelschwere Tätigkeiten ohne körperliche Schwerarbeit (kein Tragen von Lasten über 25 bis 30 Kilogramm), ohne dauerhaft vorgebeugte oder
reklinierte
Haltung und ohne vermehrter Zwangshaltung zumutbar (Urk. 8/118/33, Urk. 8/118/72).
3.3
3.3.1
Mit dem Gutachten der MEDAS
A._
vom 15. Oktober 2018 liegt in medizinischer Hinsicht eine umfassende interdisziplinär-fachärztliche Begut
achtung vor, welche auf den erforderlichen Untersuchungen beruht und unter Berücksichtigung der geklagten Beschwerden, des Verhaltens des
Beschwerde
führer
s sowie der medizinischen Vorakten erfolgte. Die
medizinischen Zusam
menhänge
wurden sowohl bezüglich der somatischen als auch bezüglich der psychischen Beschwerden nachvollziehbar aufgezeigt
und
die Beurteilung der medizinischen Situation schlüssig begründet dargelegt. Auch wurden die getroffenen Schlussfolgerungen ausführlich und nachvollziehbar erläutert. Das polydisziplinäre MEDAS-Gutachten erfüllt damit grundsätzlich alle recht
sprechungsgemäss erforderlichen Kriterien für beweiskräftige ärztliche Entschei
dungsgrundlagen (vgl. BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
3.3.2
Die
Beschwerdegegnerin
stellte im angefochtenen Entscheid in somatischer Hinsicht
denn auch
auf die Einschätzung gemäss dem
Gutachten der
MEDAS
A._
vom 15. Oktober 2018 ab und ging in zeitlicher Hinsicht davon aus, dass eine relevante Einschränkung der Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit von mindestens 40 % im Sinne von Art. 28 Abs. 1 lit. b IVG anhaltend seit dem Unfall vom 15. Februar 2013 (Urk. 8/38/209) bestand (Urk. 2 S. 2 f.). Dies wurde vom
Beschwerdeführer
nicht bestritten und ist angesichts der Schwere der angestammten Tätigkeit im Baugewerbe nicht
in Zweifel zu ziehen
.
Dagegen ist die Einschätzung des orthopädisch-traumatologischen
Z._
Gutachters
, es bestehe
eine 100%ige Arbeitsfähigkeit in
der
angestammte
n
Tätig
keit als Bauarbeiter
spätestens drei bis vier Monate nach dem Unfall vom 15. Februar 2013
(
Urk. 8/66/
13, Urk. 8/66/28-29
)
nicht nachvollziehbar
. Denn
bei solchen
schweren
Tätigkeit
en
stellt
das Tragen und Heben von Lasten über 25
Kilogramm keine Seltenheit
dar
(vgl.
Urk.
8/44/17
)
, zumal
der
Beschwerde
führer
nach seinen Angaben gegenüber dem orthopädisch-traumatologischen
Z._
-Gutachter als Bauhilfsarb
e
iter für den Nachschub und
das
Material der qualifizierten Bauarbeiter zuständig war (
Urk. 8/66/
24
).
Hinzu kommt, dass sich d
ie klinische
n
Untersuchung
en
der Lendenwirbelsäule (LWS) und des rechten Ellbogens
durch den
Z._
-Gutachter
wegen Muskelgegenspann
ens
nicht gänz
lich durchführen
liessen
. Auch erwähnte der
Z._
-
Gutachter eine Nerven
wurzelreizung S1, eine eher sekundär
myofaszial
bedingte
schmerzskoliotische
Fehlhaltung und eine leichte Arthrose des
Humeroulnargelenkes
(Urk. 8/66/13, Urk. 8/66/28-29).
Die
bisher festgestellten bildgebenden Befunde der LWS
wurden im orthopädisch-traumatologischen
Z._
-Teilgutachten
dagegen
im Hinblick auf eine Schwerarbeit
nicht
respektive nicht hinreichend
diskutiert
(Urk.
8/66/28-29)
. N
amentlich
sind
Veränderungen passend zu einem Status nach Morbus Scheuermann an der unteren Brustwirbelsäule [BWS] und im Bereich der mittleren/unteren LWS, leichte
osteochondrotische
Veränderungen sowie
eine
leichte
Spondylarthrose
der unteren LWS ohne Prolaps und ohne Nervenwurzel
kompress
ion (
Urk. 8/38/156, Urk. 8/38/119
),
multisegmentale Osteochondrosen
L3
/4,
L4
/5 und
L5
/
S1
mit
Punctum
maximum
L5
/
S1
mit Bandscheibenver
schmälerung bei negativer Discographien L4/5 und L5/S1
(
Urk. 8/38/15, Urk. 8/38/39-40
) sowie eine
positive Discographie L3/4
am
22.
Juni 2015 (
Urk. 8/84/1)
zu berücksichtigen
. Angesichts dieser Veränderungen ist dagegen die Aussage des
orthopädisch
-traumatologisch
e
n
Gutachter
s
der MEDAS
A._
nachvollziehbar,
dass die Arbeitsfähigkeitsreduktion neben qualitativen
Aspekten
auch aus einer quantitativen Komponente zur Vermeidung einer Exazerbation der Beschwerden bestehe (Urk. 8/118/30). Zudem wurde auch aus fachärztlich neurologischer Sicht eine gewisse, wenn auch geringe Einschrän
kung der Arbeitsfähigkeit um 10 % attestiert (Urk. 8/118/
32
).
Die behandelnden Ärzte der
Klinik C._
sodann
schlossen aufgrund multisegmentaler
lumbaler
Osteochondrosen
auf eine vollständige Arbeitsunfähigkeit in der
bishe
rigen
Tätigkeit als
Hilfsfassadenisoleur
respektive in körperlich belastenden Tätigkeiten
, wobei die Schmerzursache den einzelnen Segmenten
allerdings
nicht hundertprozentig zugeordnet werden
konnte
(Berichte
vom 14.
Juli 2017, Urk.
8/94, und vom
31. Januar 2020, Urk. 3/4
).
Es
rechtfertigt sich
daher,
mit den
Parteien
bereits
aufgrund der somatischen Beschwerden
von einer 50%igen Arbeitsunfähigkeit in der angestammten Tätigkeit
auszugehen
.
3.3.3
In Bezug auf die Arbeitsfähigkeit in einer leidensangepassten Tätigkeit kamen s
owohl die Gutachter der MEDAS
A._
als auch die
Z._
-Gutachter nach umfassenden fachärztlichen Untersuchungen und unter Berücksichtigung der medizinischen Vorakten fundiert begründet zum Schluss, dass die psychi
schen Beschwerden im Vordergrund stehen und die somatischen Leiden, soweit überhaupt objektivierbar und nicht psychosomatisch überlagert, keine zusätzliche
einschränkende
Auswirkung haben (Urk. 8/66/12-19, Urk. 8/118/
35-37
). So konnte
n
gemäss der Einschätzung sämtlicher somatischer Gutachter
namentlich das
vom
Beschwerdeführer
als massiv geschilderte und demonstrierte
Schmerz
erleben
im Rücken
sowie die demonstrierte Funktionseinschränkung im rechten Ellbogen
(
Urk. 8/66/23, Urk. 8/66/32,
Urk. 8/118/23, Urk. 8/118/31, Urk. 8/118/65-66, Urk. 8/118/76
) im Wesentlichen
keinen
korrelierenden, das Ausmass der Beschwerden erklärenden
somatischen Befunden zugeordnet werden
(Urk. 8/66/13,
Urk. 8/118/29-31)
.
Die
Gutachter des
Z._
(Urk. 8/66/13
)
und
der MEDAS
A._
(Urk. 8/118/36-37)
schlossen
daher
übereinstimmend
allein aufgrund der psychischen Beschwerden
auf eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit
in einer leidensangepassten Tätigkeit
.
Diese Einschätzung der Arbeits
fähigkeit
nahmen
die
Z._
- und MEDAS-Gutachte
r jeweils aufgrund weitgehend
überein
stimmender diagnostischer Einordnung
en
der psychischen Beschwerden
vor
(Urk. 8/66/12, Urk. 8/118/36)
.
So
diagnostizierten
beide psychiatrischen Gutachter
in erster Linie
eine
chroni
sche
Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren (ICD-10 F45.41). In beiden Gutachten wurde zudem eine leichte
depressive
affektive Beeinträchtigung festgehalten, welche der
Z._
-Gutachter
als rezidivierende depressive Störung, aktuell leichtgradige
r
Ausprägung (ICD-10 F33.0)
,
und der MEDAS-Gutachter als andauernde Herabgestimmtheit im Sinne einer Dysthymia (ICD-10
F34.1
)
klassifizierte.
Auch
beurteilten
beide Gutachter
die Persönlich
keitsstruktur als auffällig mit demonstrativem, verdeutlichendem
Verhalten und
histrionische
n
Anteile
n
,
welche der
Z._
-Gutachter zusätzlich als durch hilflose und abhängige Komponenten begleitet
sah
. Dies beurteilte der
Z._
-Gutachter wegen der
ausgeprägten Auswirkungen der Interaktion
s
störung auf das Leben des
Beschwerdeführer
s auch im biographischen Längsschnitt
mit abhängigem Beziehungsverhalten und allgemeiner Hilfsbedürftigkeit
als
gemischte
Persön
lichkeitsstörung
mit vor allem
histrionischen
und abhängigen Anteilen (ICD-10
F61.0)
, während der MEDAS-Gutachter die auffällige Wesensart mit
histrioni
schen
Anteilen als akzentuierte Persönlichkeitszüge (ICD-10 Z73.1) einordnete (Urk. 8/66/35
-37
, Urk. 8/118/47-48).
Hierbei
ist unerheblich, dass die diagnostische Einschätzung der psychiatrischen Fachärzte im Einzelnen nicht durchwegs - wenn auch weitgehend - dieselbe ist. Denn ist wie hier aufgrund nachvollziehbarer
fachpsychiatrischer Einschätzun
gen ausgewiesen, dass ein erhebliches psych
isches Beschwerdebild mit Krank
heitswert vorliegt, das einer Diagnose nach einem wissenschaftlich anerkannten Klassifikationssystem zugeordnet werden kann, ist letztlich nicht die Diagnose, sondern einzig und allein entscheidend, ob di
e Beschwerden zu einer ausge
wie
senen Arbeits- und Erwerbsunfähigkeit führen (vgl. Urteile des Bundesgerichts 9C_501/2008 vom 15. Juli 2008 E. 2.2.1 und 9C_166/201
3 vom 12. Juni 2013 E.
4.2.2).
Die Einschätzung der Gutachter ist daher
auch
insofern
in medizinischer Hinsicht
nicht zu beanstanden
.
3.
4
Von der aus psychiatrisch-gutachterlicher Sicht attestierten
Arbeitsfähigkeit in einer leidensangepassten Tätigkeit
wich d
ie
Beschwerdegegnerin
im angefoch
tenen Entscheid aus rechtlicher Sicht nach Prüfung der Standardindikatoren
ab
(vgl.
BGE 141 V 281
, 143 V 418
;
Urk.
2 S. 2 f.
).
Da es r
echtsprechungsgemäss nicht allein in der Zuständigkeit der mit dem konkreten Einzelfall (gutachterlich) befassten Arztpersonen
liegt
, abschliessend und für die rechtsanwendende Stelle (Verwaltung, Gericht) verbindlich zu entscheiden, ob das medizinisch festgestellte Leiden zu einer (andauernden oder vorübergehenden) Arbeitsunfähigkeit (bestimmter Höhe und Ausprägung) führt (BGE 140 V 193 E. 3.1
),
kann aus recht
licher Sicht von einer medizinischen Einschätzung der Arbeitsunfähigkeit abge
wichen werden, ohne dass sie ihren Beweiswert ver
liert (BGE 144 V 50 E.
4.3
;
Urteil des Bundesgericht 9C_611/2018 vom 28. März 2019 E. 4.3.1
).
4.
4.1
Zu beurteilen
ist
im Folgenden
daher
die Rechtsfrage, ob und in welchem Umfang die ärztlichen Feststellungen der
Z._
-
und MEDAS-
Gutachter anhand der nach BGE 141 V 281 rechtserheblichen Indikatoren auf Arbeitsunfähigkeit im Sinne von Art. 6 ATSG schliessen lassen (Urteil des Bundesgerichts 8C_130/2017 vom 30. November 2017 E. 7). Dabei obliegt es den Rechtsanwendern, mithin hier dem Gericht, im Rahmen der Beweiswürdigung zu überprüfen, ob ausschliesslich funktionelle Ausfälle bei der medizinischen Einschätzung berücksichtigt wurden und ob die Zumutbarkeitsbeurteilung auf einer objektivierten Grundlage erfolgte (BGE 141 V 281 E. 5.2.2; Art. 7 Abs. 2 ATSG). Eine rentenbegründende Invalidität
ist nur dann anzunehmen, wenn funktionelle Auswirkungen medizinisch anhand der Indikatoren schlüssig und widerspruchsfrei festgestellt sind und somit den versicherungsmedizinischen Vorgaben Rec
hnung getragen wurde (BGE 141 V 281
E. 6; Urteil des Bundesgerichts 9C_194/2017 vom 29. Januar 2018 E. 6.2
.2
).
4.2
4.2.1
Die Durchführung eines strukturierten Beweisverfahrens nach dem Prüfungs
raster
gemäss
BGE 141 V 218 erübrigt sich rechtsprechungsgemäss, wenn Aus
schlussgründe vorliegen, etwa wenn die Leistungseinschränkung überwiegend auf Aggravation oder einer ähnlichen Erscheinung beruht, welche die Annahme einer gesundheitlichen Beeinträchtig
ung von vornherein
ausschliessen
.
Soweit die betreffenden Anzeichen hingegen lediglich neben einer ausgewiesenen verselbständigten Gesundheitsschädigung auftreten, sind deren Auswirkungen im Umfang der Aggravation zu bereinigen (
BGE 141 V 281 E. 2.2; vgl. Urteil
e
des Bundesgerichts 9C_549/2015 vom 29. Januar 2016 E. 4.1
und 9C_524/2020
vom 23. November 2020
E. 4
).
4.2.2
Die
Beschwerdegegnerin
erklärte
im angefochtenen Entscheid
hierzu einerseits,
die
diverse
n
Inkonsistenzen
und
Widersprüche,
die
sich
namentlich
aus dem Austrittsbericht der Rehaklinik
E._
vom 20. April 200
7 und dem
Z._
-Gutachten vom 5.
August 2016
ergäben, gingen
über eine blosse Verdeutli
chungstendenz hinaus
(Urk. 2 S. 4 Mitte)
. Andererseits erklärte sie,
die Abweisung des Leistungsbegehrens erfolge nicht aufgrund eines Ausschluss
grundes respek
tive wegen Aggravation
(Urk. 2 S. 4
a.E
.)
.
Dem kann insofern gefolgt werden, als hier nicht von einem Ausschlussgrund auszugehen ist. Zwar wurde
von
den Gutachtern
eine
Verdeutlichungstendenz,
Fixierung
und Diskrepanzen aufgezeigt.
Das Vorliegen einer
Aggravation oder gar Simulation wurde jedoch
nach übereinstimmender Einschätzung der
Z._
-Gutachter (Urk.
8/66/
15-16
) und der MEDAS-Gutachter (Urk. 8/118/25
, Urk.
8/118/28
)
verneint
.
So
wurde im
Z._
-Gutachten ausgeführt, es sei aus psychiatrischer Sicht ein eindeutig expressives und demonstratives Verhalten zu bemerken, das aber in den Kontext der Persönlichkeitsstörung gestellt werden könne. In diesem Sinne
würde eher eine Verdeutlichung der vorliegenden Beschwerden bestehen als eine Aggravation
(Urk. 8/66/15).
Der
psychiatrische
MEDAS-Gutachter
beurteilte dies als akzentuierte Persönlichkeitszüge und Wesensart mit eindeutig
histrionischen
Anteilen; eine Simulation sei nicht nach
zuweisen. Es habe ein ungünstiger Kreislauf eingesetzt, der weitestgehend chronifiziert sei und ein Krankheitsbild veru
rsach
e
, das in den Akten
verschiedentlich als demonstrativ, bizarr, unverhältnismässig und nicht nachvoll
zie
h
bar umschrieben worden sei
(Urk.
8/118/28
).
Es besteht mithin nicht schon Klarheit im Sinne von BGE 141 V 281 E. 2.2.1-2 darüber, dass die Grenzen eines bloss verdeutlichenden Verhaltens zweifellos überschritten sind, ohne dass das
aggravatorische
Verhalten auf eine verselb
ständigte, krankheitswertige psychische Störung zurückzuführen wäre (SVR 2017 IV Nr. 21 S. 56, 9C_154/2016). Eine Aggravation im Sinne eines Ausschluss
grundes ist somit nicht rechtsgenüglich ausgewiesen (vgl. BGE 141 V 281 E. 2.2.1; vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_445/2018 vom 6. November 2018 E. 5.4).
4.2.3
Des Weiteren
ist
die
Durchführung eines strukturierten Beweisverfahrens nach dem Prüfungsraster
gemäss
BGE 141 V 218 hier auch deshalb angezeigt, da
ein konkreter Beweisbedarf gegeben
ist. Denn es liegen
keine beweiswertigen fach
ärztlichen Berichte vor, in denen eine
Einschränkung der Arbeits
fähigkeit in nachvollziehbar begründeter Weise verneint wurde oder mit denen prägnante Befunde und übereinstimmende fachärztliche Einschätzungen hinsichtlich Diag
nose und funktioneller Auswirkung bereits abschliessend ausgewiesen wären (vgl. BGE 141 V 281 E. 2.2, 1
43 V 409 E. 4.5.3, 143 V 418 E.
7.1).
4
.3
4
.3.1
Beim mit Leitentscheid BGE 141 V 281 (Urteil des Bundesgerichts vom 3. Juni 2015) festgelegten strukturierten, normativen Prüfungsraster (präzisiert in BGE 143 V 418 E. 5.2 und E. 8.1) sind
für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit bei psychischen Erkrankungen
die funktion
ellen Auswirkungen eines Gesund
heits
schadens mit den folgenden
Standardindi
katoren vermehrt zu gewichten, wobei den Umständen des Einzelfalls Rechnung zu tragen ist (BGE 141 V 281 E. 4):
Unter die Kategorie
«funktioneller Schweregrad»
(E. 4.3) fällt der Komplex
«Gesundheitsschädigung»
(E. 4.3.1) mit der Frage nach der Ausprägung der diag
noserelevanten Befunde (E. 4.3.1.1; präzisiert in BGE 141 V 418 E. 5.2), dem
Behandlungs- und Eingliederungserfolg oder der Behandlungsresistenz (E. 4.3
.1.2) und den Komorbiditäten (E. 4.3.1.3; präzisiert i
n BGE 141 V 418 E. 8.1),
ausser
dem
der Komplex
«Persönlichkeit»
(Persönlichkeitsdiagnostik, persönliche R
esso
urcen; E. 4.3.2) und der Komplex
«Sozialer Kontext» (E. 4.3.3). Unter der Kate
gorie
«Konsistenz»
(Gesichtspunkte des Verh
altens; E. 4.4) sind die gleich
mässige Einschränkung des Aktivitätenniveaus
in allen vergleichbaren Lebens
bereichen (E. 4.4.1) und der behandlungs- und
eingliederungsanam
nestisch aus
gewiesene Leidensdruck (E. 4.4.2) relevant.
4
.3.2
Hinsichtlich des Indikators der Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde und Symptome im Sinne der Schwere des Krankheitsgeschehens
(BGE 141 V 281
E. 4.3.1.1)
führte das Bundesgericht im BGE 143 V 418 präzisierend aus, dass eine Diagnose in grundsätzlicher Hinsicht selbst bereits ein Schweregradindikator sein könne, soweit darin ein Bezug zum Schweregrad der Erkrankung bestehe; insbe
sondere dann, wenn die Begründung der Diagnose einen ausreichenden Bezug zur funktionserheblichen Befundlage aufweise. Fehle in der Diagnose aber diese Schweregradbezogenheit, zeige sich die Schwere der Störung in ihrer rechtlichen Relevanz erst bei deren funktionellen Auswirkungen. Ein Leiden als leicht einzu
stufen, weil diagnostisch kein Bezug zum Schweregrad desselben gefordert sei und ihm bereits deshalb eine versicherungsrechtlich relevante Einschränkung der Arbeitsfähigkeit abzusprechen, gehe daher fehl (E. 5.2.2). Entscheidend bleibe letztlich vielmehr die Frage der funktionellen Auswirkungen einer Störung (E. 6).
Bei den
vom psychiatrischen Gutachter
der MEDAS
A._
gestellten Diagnosen
einer
andauernde
n
Herabgestimmtheit im Sinne einer Dysthymia (ICD-10
F34.1
) und einer Akzentuierung von Persönlichkeitszügen (ICD-10 Z73.1
; Urk. 8/118/
36, Urk. 8/118/47
)
handelt es sich um solche, welche einen Bezug zum Schweregrad aufweisen.
Die Dysthymia
weist
auf ein
leichte
s
psychische
s
Krank
heitsgeschehen
hin
,
das
in der Primärversorgung sowie in der allgemeinen medi
zinischen Versorgung häufig gesehen
wird
(
Dilling
,
Mombour
, Schmidt [Hrsg.], ICD-10,
Internationale
Klassifikation psychischer Störungen, ICD-10 Kapitel V (F), Klinisch-diagnostische Leitlinien,
10. Auflage, S. 171
). B
ezüglich der diag
nostischen ICD-10-Leitlinie
gilt
, dass es sich dabei um eine chronische Verstim
mung handelt, bei der sich die Patienten meistens oft monatelang müde und depressiv fühlen, alles ist für sie eine Anstrengung und nichts wird genossen, sie grübeln und beklagen sich, schlafen schlecht und fühlen sich unzulänglich, sind aber in der Regel fähig
,
mit den wesentlichen Anforderungen des täglichen Lebens fertig zu werden (ICD-10,
Internationale
Klassifikation psychischer
Störungen, a.a.O., S.
183).
Der funktionelle
Schweregrad der Störung
ist damit hinsichtlich der Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde gering
.
Die
akzentuierten
Persönlichkeitszüge
(ICD-10 Z73.1)
beeinflussen den Gesund
heitszustand einer Person,
sind an sich aber
keine Krankheit oder Schädigung
.
S
ie stehen für einen Zusatzfaktor, der berücksichtigt werden muss, wenn die Person wegen eines pathologischen Zustands behandelt wird
.
Diese Belastungen fallen als solche
rechtsprechungsgemäss
nicht unter den Begriff des rechts
erheblichen Gesundheitsschadens
(SVR 2008 IV Nr. 15 S.
43, I 514/06 E.
2.2.2.2
; Urteil des Bundesgerichts 8C_237/2016 vom 17. Juni 2016 E. 3.2
; vgl. auch Urteil
des Bundesgerichts 8C_200
/2018 vom 7. August 2018 E.
5.1
mit Hinweisen
)
. Ein
erhebliches
Krankheitsgeschehen
allein
diesbezüglich
ist
daher
zu verneinen.
Auch die vom psychiatrischen
Z._
-Gutachter gestellte
Diagnose einer rezidi
vierenden depressiven Störung, aktuell leichtgradiger Ausprägung (ICD-10 F33.0, Urk. 8/66/36-37), weist offenkundig einen Bezug zum Schweregrad aus, indem die affektive Störung als leichtgradig ausgeprägt beurteilt wurde
, so dass auch diesbezüglich von einem lediglich leicht ausgeprägten Krankheitsgeschehen aus
zugehen ist
(vgl. auch
Z._
-Gutachten Urk. 8/66/38).
Bei der vom
Z._
-Gutachter gestellten Diagnose einer Persönlichkeitsstörung
(Urk. 8/66/
36
)
handelt es sich g
emäss den
allgemeinen
klinisch-diagnostischen Leitlinien
(ICD-10 F60)
um schwere Störungen
der charakterlichen Konstitution
und des Verhaltens
der betroffenen Person, die mehrere Bereiche der Persönlich
keit betrifft und meistens
mit persönlichen und sozialen Beeinträchtigungen ein
her
gehen
(ICD-10,
Internationale
Klassifikation ps
ychischer Störungen, a.a.O., S.
276
).
Dies weist
nur in allgemeiner Weise und nicht
auf einen bestimmten Schwe
regrad des Krankheitsgeschehens hin.
Dies gilt auch für die vom
Z._
Gutachter vorgenommene Spezifizierung einer gemischten Persönlich
-
keitsstörung
mit vor allem
histrionischen
und abhängigen Anteilen (ICD-10 F61.0),
was
lediglich
die Art und Weise der gestörten Wesenszüge charakterisiert.
Bei der von beiden psychiatrischen
Gutachtern
diagnostizierten chronischen Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren (ICD-10 F45.41) stehen g
emäss
den diagnostischen Krit
erien
nach ICD-10
-GM
(German
Modifica
tion
;
abrufbar unter
www.dimdi.de/dynamic/de/klassifikationen/icd/
und
www.icd-code.de
; vgl. auch
BGE 143 V 418
E. 5.1
mit Hinweis
)
seit mindestens sechs Monaten bestehende Schmerzen in einer oder mehreren anatomischen Regionen
im Vordergrund
, die ihren Ausgangspunkt in einem physiologischen Prozess oder e
iner körperlichen Störung haben.
Psychischen Faktoren wird eine wichtige Rolle für Schweregrad, Exazerbation oder Aufrechterhaltung der Schmerzen beigemessen, jedoch nicht die ursächliche Rolle für deren Beginn. Der Schmerz verursacht in klinisch bedeutsamer Weise Leiden und Beeinträchti
gungen in sozialen, beruflichen oder ander
en wichtigen Funktionsbereichen
.
Damit geben d
ie diagnoserelevanten
Befunde
keine Hinweise auf den Schwere
grad des Krankheitsgeschehens
(vgl. BGE 143 V 418 E. 4.2 und E. 5.1)
.
Vielmehr sind
die funktionellen Auswirkungen
der Schmerzen
relevant für die Stellung der Diagnose.
Der
Z._
-Gutachter erklärte zur Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde allerdings, dass die Schmerzkrankheit beim
Beschwerdeführer
als mittelgradig bis schwer zu qualifizieren sei (Urk. 8/66/38) und stellte dement
sprechend die Diagnose einer schweren
chronischen
Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren (ICD-10 F45.41
; Urk. 8/66/36)
.
Somit ist
nicht auszuschliessen,
dass die diagnostizierten Krankheitsbilder insbe
sondere
in ihrer Wechselwirkung
und der Gesamtbetrachtung
auf eine nicht mehr leichte psychische Erkrankung hin
deuten
, die grundsätzlich invalidisierend sein kann (BGE 143 V 418 E. 5.2.2).
Entscheidend und daher im Folgenden zusätzlich zu prüfen
ist
, ob nach den übrigen Standardindikatoren auf einen funktionellen Schweregrad der psychischen Störung zu schliesse
n ist, der sich nach dessen kon
kreten funktionellen Auswirkungen und insbesondere danach beurteilt, wie stark die versicherte Person in sozialen, beruflic
hen oder anderen wichtigen Funk
tionsbereichen dadurch bedingt beeinträchtigt ist (Urteil des Bundesgerichts 8C_130/2017 vom 30. November 2017 E. 5.2.3).
4
.3.3
Betreffend den Schweregradindikator des Behandlungserfolges oder der Behand
lungsresistenz (
Verlauf und Ausgang von Therapien
) im Hinblick auf den
Schweregrad der Gesundheitsschädigung
(BGE 141 V 281 E. 4.3.1.2)
ist den Akten zu entnehmen
, dass
nach dem Unfall v
om 31.
Mai 2006 mit Kontusion des rech
ten Ellbogens
und
arthroskopischer
Operation (Urk. 8/44/13)
eine somatische Behandlun
g erfolgt
e
(Urk. 8/
44/13
).
Während der
stationäre
n
Rehabilitations
behandlung in der Rehaklinik
E._
vom März 2007
konnte
gemäss dem Aus
tritt
sbericht vom 20.
April 2007
eine ausführliche psychosomatische Exploration aus Zeitgründen nicht stattfinden (Urk. 8/44/15).
Als damals aktuelle Problematik wurde festgehalten, e
s habe ein maladaptives Überzeugungs- und Bewältigungs
muster im Sinne einer Symptomausweitung mit dysphorisch gefärbtem Verhalten mit mutmasslich bewusstseinsnahen Anteilen bestanden (Urk. 8/44/13).
Eine Diagnose aus psychiatrischer Sicht wurde nicht gestellt
und auch keine psychi
atrische Behandlung empfohlen
.
I
n den Jahren nach dem Unfall vom 15. Februar 2013
liess sich der
Beschwerde
führer
bis Ende 2016
ebenfalls
von
seinem
Hausarzt und
von
somatischen Spezialisten behandeln
(Urk. 8/38/169-171, Urk. 8/38/183-186,
Urk.
8/44-46).
Gemäss dem Bericht vom 7. Juli 2014 zur
stationäre
n
(somatische)
Rehabilita
tionsbehandlung vom Mai 2014 in der Rehaklinik
G._
wurde
diese
vorzeitig abgebrochen
, da
ein
nur
geringes Reha-P
otential bestanden habe, d
er
Beschwerdeführer
sehr langsame Fortschritte gemacht
habe und
aktive Therapien kaum möglich gewesen
seien
(Urk. 8/44/10-12).
Der
Beschwerdeführer
nahm erstmals im Januar 2017 eine psychiatrisch-psychotherapeutische Behandlu
ng auf, und zwar bei Dr. med.
B._
, Fachärztin für Psychiatrie und Psycho
therap
ie, und der Psychotherapeutin H._
(Urk. 8/82, Urk. 8/86, Urk. 8/101). Dies
erst, aber immerhin
n
achdem d
ie
Z._
-
Gutachter
im Gutach
ten vom 5.
August 2016 ausgeführt hatten
, dass
eine psychotherapeutische Behandlung bisher noch nicht eingeleitet worden sei und eine solche aus gutachterlicher Sicht empfohlen werde
(somatisch seien keine Therapieoptionen vernachlässigt worden, Urk. 8/66/19),
und
nachdem
die
Beschwerdegegnerin
daraufhin de
n
Beschwerdeführer
mit Schreiben vom 10.
November 2016
auf die Leistungsrelevanz seiner Mitwirkungspflicht hingewiesen sowie zur Durch
führung einer psychiatrischen Behandlung
aufgefordert hatte
(
Urk. 8/
71
).
In den Beric
hten vom 9. Mai 2017 und vom 2.
Februar 2018 erklärte Dr.
B._
,
angesichts des
chronifizierten
Verlaufs und den persönlichkeitsbedingten einge
schränkten Ressourcen müsse der Erfolg der psychiatrisch-psychother
a
peutischen Massnahmen skeptisch beur
teilt werden (Urk. 8/86/4, Urk.
8/101/4).
Ihrem
Bericht vom 29. Januar 2020
ist zudem zu entnehmen,
im Jahr 2017
seien
insgesamt 17 Termine
, im Jahr 2018 insgesamt 10
Termine und im Jahr 2019 insgesamt 9 Termine wahrgenommen
worden
(Urk.
3/3 S. 2).
Dr.
B._
führte
weiter
aus, b
ei einer solchen wie vorliegenden schweren und
chronifizierten
Schmerzsymptomatik könne kaum von einer schnellen und substantiellen Veränderung ausgegangen werden. Daher sei d
ie Behandlung
nach einer
ersten, intensiveren Therapiephase
auch aus ökonomischen Gründen auf monatliche Sitzungen reduziert
worden
(Urk. 3/3 S. 1).
Die
MEDAS-Gutachter hielt
im
Gutachten vom 15. Oktober 2018
zum Behandlungsverlauf
fest, der bisherige
Verlauf sei ungünstig gewesen; alle therapeutischen Massnahmen aus dem psychologischen Repertoire hätten höchstens zu minimalen Verbesserungen geführt. Der Zustand sei weitestgehend chronifiziert und es würde erstaunen, wenn der
Beschwerdeführer
jemals wieder in den Arbeitsprozess
integriert werden könnte. In der Regel würden solche Störungen nach dem Beginn der Chronifi
zierung, nach den ersten Monaten der erfolglosen Therapie
frustran
verlaufen. Auch eine Intensivierung der ambulanten Psychotherapie und eine stationäre psychiatrische Behandlung würden daran wenig ändern. Seinem inneren Bild des Krankheitsverlaufes entsprechend werde er nie mehr Lohnarbeit verrichten und eine solche
Prophezeiung
erfülle sich oft
,
auch wenn sie u
nbewusst zustande gekommen sei. Therapeutisch sei bei
chronifizierter
Schmerzsymptomatik ein multimodaler Therapieansatz unter stationären Bedingungen eines hierfür spezialisierten Zentrums und Einbezug eines zentralen schmerzmodulierenden beziehungsweise schmerzdistanzierenden Therapieansatzes zu empfehlen. Notwendig seien ausserdem gezielte rücken
stabilisierende
physiotherapeutische Massnahmen. Auch eine Gewichtsreduktion könnte sich günstig auf die Schmerzsymptomatik auswirken. Von einer deutlichen Verbesserung respektive günstigen Prognose würden sie jedoch nicht ausgehen
(Urk. 8/118/32
-33
).
Damit steht
allein
fest, dass
bei chronischem Verlauf der Schmerzstörung
mit depressiver Störung und auffälliger Persönlichkeit
(Urk. 8/66/17
)
bis Ende 2016
keine
opti
mal durchgeführte Therapie
stattfand
und eine psychiatrisch-psycho
therapeutische Therapie
grundsätzlich
bereits vor Januar 2017 hätte aufge
nommen werden können
.
Dies
insbesondere
,
nachdem
der Hausarzt Dr. med. I._
,
der den
Beschwerdeführer
ab März 2013 behandelt hat,
im Bericht vom 7.
Dezember 2015 nebst den somatischen Leiden die Diagnose (mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit) einer Depression gestellt (Urk. 8/44/1) und erklärt
hatte
, es sei möglich, dass zusätzlich eine Somatisierungs
s
törung bestehe
(Urk. 8/44/5)
.
Allerdings
hat d
er Beschwerdeführer eine psychiatrisch-psychotherapeutische Therapie im Januar 2017 schliesslich aufgenommen, ohne dass eine solche eine wesentliche Besserung der Beschwerden und Erhöhung des Leistungsniveaus bewirkt hätte.
Gemäss der Einschätzung der
MEDAS-Gutachter
ist
aufgrund der Chronifizierung
eine Verbesserung des Krankheitsbildes
auch
mit einer
Inten
sivierung der ambulanten Psychotherapie und eine
r
stationäre
n
psychiatrische
n
Behandlung
nicht wahrscheinlich (Urk. 8/118/32).
Die Ausführungen der
Beschwerdegegnerin
im angefochtenen Entscheid, die Therapieresistenz sei nicht nachvollziehbar, da die Therapie niederschwellig durchgeführt und erst nach dem Vorbescheid aufgenommen worden sei (Urk. 2 S. 3),
greifen daher
zu kurz.
Der psychiatrische MEDAS-Gutachter stellte
denn auch
eine Fixierung auf einen Zustand fest,
der sich kaum mehr überwinden lasse und der sich weitestgehend als therapieresistent erweise (Urk. 8/118/28).
Aufgrund des anhaltenden Charakters (im Sinne der akzentuierten Persönlichkeitszüge) und der Chronifi
zierung seien die Ressourcen zur Befundverbesserung erschöpft (Urk. 8/118/48).
Dies entspricht im Wesentlichen
- zumindest in prognostischer Hinsicht -
auch der Einschätzung der
Z._
-Gutachter, welche
die Prognose aus psychiatrischer Sicht angesichts der bereits fortgeschrittenen Chronifizierung als eher ungünstig bezeichneten (Urk. 8/66/15)
,
worauf sinngemäss auch die behandelnde
Psychia
terin
schloss
(Urk.
3/3 S. 1, Urk. 8/86/4, Urk. 8/101/4
).
Ausserdem
wurde im
Z._
-Gutachten
gleichermassen
auf die
dabei problematische Wirkung der Persönlichkeitsstörung hingewiesen, welche die Bearbeitung der Defizite
verhin
dere (Urk. 8/66/17, Urk.
8/66/38).
Der Optimierung der Therapiemöglichkeiten
und der
damit zu erwartende
n
günstige
n
Beeinflussung
des
Schmerz
syndroms
steht somit
die mehrjährige Chronifizierung der Beschwerden
mit massiver Fokussierung und starrem Krankheitskonzept bei gleichzeitig bestehender depres
sive
r Auslenkung und beeinträchtigter Persönlichkeit
(Urk. 8/66/37)
entgegen.
Insofern ist eine weitgehende Behandlungsresistenz im Hinblick auf den
Schweregrad der Gesundheitsschädigung
zu bejahen und
von einem zumindest teilweisen Scheitern der ambulanten und stationären Therapien auszugehen
.
Daran vermag im Übrigen entgegen der Ansicht der
Beschwerdegegnerin
(Urk. 2 S. 3) nichts zu ändern
,
dass der gutachterliche Bluttest einen tiefen
Tramadol
spiegel
(
Tramal
) ergab (Urk. 8/118/25). Denn dabei handelt es sich lediglich um eines von mehreren Schmerzmedikamenten
des
Beschwerdeführer
s
und dieses wurde zudem als
(
opioides
)
Medikament «in Reserve» ohne bestimmte Einnahme
zeiten aufgeführt (Ur
k.
8/118/25), was den tiefen
Tramadolspiegel
erklärt.
4.3.4
Zum Indikator der Komorbiditäten (BGE 141 V
281 E. 4.3.1.3) führte das Bundes
gericht im BGE 143 V 418 präzisierend aus, das strukturierte Beweisverfahren stehe einer Aufteilung von Einbussen auf einzelne Leiden entgegen, da es auf einer ergebnisoffenen Gesamtbetrachtung in
Berücksichtigung der Wechsel
wir
kungen basiere
. Fortan sei E. 4.3.1.3 von BGE
141 V 281 so zu verstehen, dass Störungen unabhängig von ihrer Diagnose bereits dann als rechtlich bedeutsame Komorbidität in Betracht fallen würden, wenn ihnen
im konkreten Fall ressourcenhem
mende Wirkung beizumessen sei. So werde beispielsweise eine Dysthymie für sich allein betrachtet keine Invalidität bewirken. Eine
dysthyme
Störung könne die Arbeitsfähigkeit im Einzelfall jedoch erheblic
h beeinträch
tigen, wenn sie zu
sammen mit anderen Befunden - wie etwa ein
er ernst
haften Persönlichkeits
störung - auftrete (E. 8; vgl. auch: Urteil des Bundes
gerichts 9C_194/2017 vom 29. Januar 2018 E. 6.2.3).
Hier sind die
geklagten
Rücken- und Ellbogenbeschwerden weitgehend ohne korrelierende objektivierbare Befunde und
die entsprechenden somatischen Diagnosen
schränken
gemäss der gutachterlichen Einschätzung
(Urk. 8/66/13, Urk. 8/118/33, Urk. 8/118/36-37)
den Umfang der Arbeitsfähigkeit in einer leidensangepassten Tätigkeit nicht respektive nur geringfügig (aus
neurologischer
Sicht um
1
0 %; Urk.
8/118/
33
, Urk. 8/118/78
) ein. Sie fallen daher als resso
ur
cen
hemmender Faktor und rechtlich bedeutsame Komorbiditäten nicht erheblich, aber zumindest insofern in Betracht, als sie das Belastungsprofil der zumutbaren Restarbeitsfähigkeit beeinträchtigen.
Zu den
psychiatrischen Diagnosen zusätzlich
zur chronischen Schmerzstörung
und ihrer Wechselwirkung wurde im
Z._
-Gutachten
nachvollziehbar festge
halten
, die Schmerzkrankheit und depressive Störung würden
komorbid
auftau
chen und ungünstig miteinander interagieren. Die zugrundeliegende Persönlich
keitsstörung verhindere die Bearbeitung der Defizite (Urk. 8/66/17, Urk. 8/66/38).
Die Schmerzerkrankung werde durch die Negativspirale zwischen Entwertung und
depressiver Eskalation aufrecht
erhalten (Urk. 8/66/15).
Dementsprechend
ordneten die Gutachter
sämtliche aus psychiatrischer Sicht gestellten
Diagnose
n
(chronische Schmerzsyndrom, rezidivierende depressive Störung, aktuell leicht
gradige Ausprägung, gemischte Persönlichkeitsstörung mit vor allem
histrioni
schen
und abhängigen Anteilen) als solche
mit Relevanz für
die Arbeitsfähigkeit ein
(Urk.
8/66/36)
. Dabei sei
für eine weitergehende Einschränkung der Arbeits
fähigkeit respektive die
aus psychiatrischer Sicht attestierte 50%ige Arbeitsun
fähigkeit
vor allem
die
Schmerzerkrankung mit massiver Fokussierung und starrem Krankheitskonzept bei gleichzeitig bestehender depressiver Auslenkung
verantwortlich zu machen
, wogegen die Persönlichkeitsstörung die
Vulnerabilität für das
Entwickeln einer Schmerzerkrankung sowie die erschwerte Defizit
bewältigung
erklären könne
(Urk. 8/66/13).
Auch d
er
psychiatrische
MEDAS
Gutachte
r
begründete die Einschränkung der Arbeitsfähigkeit um 50 % mit
dem gesamten
chronifizierten
Leidenszustand
, wobei
der Folgezustand nach den nicht schwerwiegenden Unfällen nur auf dem Hintergrund der festgestellten spezifi
schen
(akzentuierten)
Persönlichkeitseigenschaften
habe
entstehen können (Urk.
8/118/28-29).
Mit Blick auf die Gesamtwirkung des Beschwerdebildes für den Funktionsstatus
ist somit
insbesondere
der
rezidivierenden depressiven Störung, aktuell leicht
gradige Ausprägung (ICD-10 F33.0
; Urk. 8/66/36
), respektive
der andauernden Herabgestimmtheit im Sinne einer
Dysthymia
(ICD-10
F34.1
)
eine ressourcen
hemmende Wirkung
in Wechselwirkung zur chronischen Schmerzstörung
zuzu
messen
(zur
Persönlichkeitsstörung siehe E.
4.3.5 nachfolgend).
4.3.5
In Bezug auf die im Komplex Persönlichkeit (BGE 141 V 281 E. 4.3.2) zu prüfen
den Merkmale (Persönlichkeitsdiagnostik, Persönlichkeitsentwicklung und -struktur, grundlegende psychische Funktionen, persönliche Ressourcen) ist zu berücksichtigen, dass beide psychiatrischen Gutachter die Persönlichkeitsstruktur als durch abhängige und/oder
histrionische
Persönlichkeitszüge beeinträchtigt beurteilten (Urk. 8/66/36-38, Urk. 8/118/47-48). Bei den Befunden hielt der
Z._
-Gutachter deutliche Beeinträchtigungen im Bereich der Willensbildung und im Antrieb fest. Der Beschwerdeführer wirke entschlussunfähig, in seiner Schmerzschilderung gefangen und kaum dazu in der Lage, perspektivisch zu planen. Im Affekt bestehe eine Einschränkung der Schwingungsfähigkeit mit deutlicher Fokussierung auf den unteren Pol. Insgesamt falle die Tendenz zu Affektlabilität und Impulskontrollproblemen auf. In seiner Primärpersönlichkeit wirke der Beschwerdeführer dramatisierend, leidend, expressiv und gleichzeitig hilfsbedürftig. Es würden sich deutliche Hinweise auf demonstratives Verhalten im Sinne einer Verdeutlichung zeigen. Bezüglich der Persönlichkeit bestünden ausgeprägte Auswirkungen der Interaktionsstörung auf das Leben des Beschwer
deführers (Urk. 8/66/35). Der psychiatrische MEDAS-Gutachter erklärte, der Beschwerdeführer sei im Bereich der Affektivität ganz ausgesprochen auf seine
Defizite fokussiert, hoffnungslos, ängstlich, allgemein beeinträchtigt und er erscheine wenig beeinflussbar, könne kaum seine Situation relativieren. Die Beschwerden würden seine ganze Persönlichkeit dominieren (Urk. 8/118/47).
Aufgrund dieser gutachterlichen Angaben ist davon auszugehen, dass sich die Persönlichkeitsstruktur des Beschwerdeführers eher ressourcenhemmend auswirkt. Dies insbesondere auch deshalb, da nach gutachterlicher Einschätzung die beeinträchtigte Persönlichkeitsstruktur die Entwickelung der Schmerzerkran
kung begünstigt hat und die Bewältigung der (leistungsbeeinflussenden) Defizite erschwert (Urk. 8/66/13, Urk. 8/118/28). Als persönliche Ressourcen sind gemäss dem
Z._
-Gutachter
indes
Zuverlässigkeit
und Loyalität beachtlich (Urk.
8/66/38).
4
.3.6
Beim Komplex
«
sozialer Lebenskontext
»
(BGE 141 V 281 E. 4.3.3) sind allfällige direkt negative funktionelle Folgen durch soziale Belastungen, mithin soweit die negative funktionelle Auswirkung nicht Folge einer Erkrankung ist, recht
sprechungsgemäss auszuklammern. Beachtlich sind mobilisierbare Ressourcen im sozialen Lebenskontext, etwa die Unterstützung, die der versicherten Person im sozialen Netzwerk
zuteil wird
.
Hierzu ist aktenkundig, dass
der Beschwerdeführer
mit
seiner langjährigen Lebenspartnerin
und
deren
erwachsene
r
Tocht
er
in einer 3,5-Zimmerwohnung
mit einem Gartenanteil
zusammenwohnt
, welche
den
Haushalt
führt, sich um die Belange des Alltags kümmert
und
den
Beschwerdeführer
auch fin
anziell entlastet
(Urk. 8/66/24,
Urk. 8/118/21
, Urk. 8/66/32-33, Urk. 8/118/67
)
.
Nach Angaben des
Beschwerdeführer
s gebe es innerhalb der Familie keine Probleme, das sei für ihn eine wichtige Ressource. Er werde gestützt und getragen. Auch zu seiner Familie im Kosovo pflege er gute Kontakte (Urk. 8/118/21).
F
rüher
habe er
sehr viele Bekannte und Freunde gehabt, seit der aktuellen Beziehung habe er weniger, da ihm seine Par
tnerin vollständig genüge (Urk.
8/66/33).
Gelegentlich erhalte er nachmittags Besuche von Freunden, dies
sei eine willkommene Abwechslung (Urk. 8/118/23).
D
as
intakte
familiäre und soziale Umfeld ist
damit
als bestäti
gender, sich potenziell günstig auf die Ressourcen auswirkender Faktor zu beur
teilen.
Nicht beachtlich sind dabei die psychosozialen Belastungsfaktoren wie etwa die Schulden des
Beschwerdeführer
s, die ihn nach eigenen Angaben sehr belasten würden (Urk. 8/118/22). Dasselbe gilt für die emotionale Reaktion auf die Leis
tungsabklärungen und den leistungsabweisenden Entscheid der Invaliden
versicherung, welche gemäss dem Bericht von Dr.
B._
vom 29. Januar 2020 sehr aufwühlend für den
Beschwerdeführer
seien (Urk. 3/3 S. 1).
A
llfällige direkt
negative funktionelle Folgen durch
diese
Belastungen
wurden von den Gutach
tern denn auch nicht zur Begründung der Leistungsein
schränkung herangezogen.
4
.3.7
Insgesamt zeigt sich
, dass der funktionelle Schweregrad
ab 2016
entsprechend
der gutachterlichen Einschätzun
gen der verbleibenden Arbeitsfähigkeit mittel
gradig
ausgeprägt
war durch die
chronische Schmerzstörung
an sich und durch die
ressourcenhem
mende
W
irkung
der affektiv-depressiven Störung
sowie
der
beeinträchtigte
n
Persönlich
keitsstruktur
, die
zumindest
ab 2017
psychiatrisch-psychotherapeutisch
soweit möglich
behandelt wurden, wobei andererseits der soziale Lebenskontext als eine die Leistungsfähigkeit begünstigende Ressource erheblich ins Gewicht fällt.
4
.4
4
.4.1
Beweisrechtlich relevant ist sodann der Aspek
t der Konsistenz mit den verhal
tensbezogenen Kategorien (BGE 141 V 281 E. 4.
4) im Sinne einer Konsistenz
prü
fung der Folgenabschätzung aus dem festgestellten funktionellen Schw
ere
grad der psychischen Störung
en (BGE 141 281 E. 4.3).
4
.4.2
In
Bezug auf den Ind
ikator einer gleichmässigen Ein
schränkung des Aktivitäten
niveaus in allen vergleichbaren Lebensbereichen (BGE 141 V 281 E. 4.4.1)
ergibt sich
aus den Akten, dass das Aktivitätenniveau
des Beschwerdeführers
nicht nur in beruflicher Hinsicht, sondern auch im privaten Alltag seit Jahren zumindest teilweise eingeschränkt ist.
Gemäss dem MEDAS-Gutachten berichtet der
Beschwerdeführer
dazu, dass er sich hauptsächlich zuhause
und auf dem Sofa
aufhalte,
sich am Morgen einen Kaffee mache und versuche, die Spülmaschine unter Schmerzen auszuräumen
. Er habe
mehrmals täglich schreckliche Schmerz
attacken und
müsse
sich oft hinlegen
und
mit den Kissen seine Beine hochlagern, wobei er sich dann
(schmerzbedingt)
nicht bewegen dürfe
. Er mache
den ganzen Tag eigentlich gar nichts,
am Mittag
wärme er
das
vorbereitete
Essen
auf,
das Abendessen
nehme er
mit der Partnerin ein
. A
n
guten Tagen
gehe er
in
den
Garten
,
erfreue
sich an den Blumen
und
bewege
sich etwas um das Haus
. Er könne
zirka zehn bis fünfzehn Minuten unter Schmerzen
g
ehen, zirka fünf Stufen in einem Male Treppen
steigen,
wobei
er
gelegentlich
versuche
,
zur körperlichen Ertüchtigung die Kellertreppe hoch und nieder zu steigen
. Er gehe
alle zwei Wochen zum Cousin zur Rasur
. Er fahre
ganz kurze Strecken mit dem
geschal
teten
Auto
in einer speziellen Liegeposition
,
wobei das Ein- und Aussteigen fast unmöglich
und die Vibration während des Fahrens schlimm sei
en
.
D
ie Physio
termine
besuche er
mit dem Auto
,
hin und wieder
besuche er
den Arzt
,
g
elegent
lich
erhalte er
nachmittags Besuche von Freunden
.
Kollegen treffe
er praktisch nie.
M
anchmal
gehe er
mit der Partnerin
an Wochenenden nach Deutschland
einkaufen, wobei er dabei nicht viel helfen
, aber
den Einkaufswagen
stossen
könne
. Er habe
zuletzt an Weihnachten 2017 während zwei bis drei Wochen seine Familie besucht (mit dem Flugzeug nach Pristina, danach 40 Minuten Fahrzeit)
.
F
rühere sportliche Betätigung wie Vita Parcours
habe er
aufgegeben
, er schaue
gerne Sport im TV und
informiere
sich über die Nachrichten (Urk. 8/118/20, Urk. 8/118/22-23
, Urk. 8/118/45-46
,
Urk. 8/118/67
-68
,
Urk.
8/118/76
)
.
Ein im Wesentlichen gleiches Aktivitätsniveau war bereits im
Z._
-
Gutachten ausgeführt worden, wobei
der
Beschwerdeführer
damals
nach seinen Angaben nicht
Auto
fahren konnte.
Ausserdem hatte
er
dort gegenüber den Gutachtern
ausgeführt
, dass
er
zuletzt im Januar 2016
für zehn Tage im Urlaub bei seiner Mutter im Kosovo gewesen sei
(Urk.
8/66
/23
, Urk.
8/66/32
).
Dass das Aktivitätenniveau mit Blick auf die Alltagsaktivitäten im privaten Lebensbereich
nicht vollständig eingeschränkt ist, wurde von den Gutachtern zutreffend erkannt und
den
Diskrepanzen
in den Schilderungen des
Beschwerde
führer
s wurde dabei Rechnung getragen
.
Der
psychiatrische
MEDAS-Gutachter hielt namentlich fest, dass
der
Beschwerdeführer
zwar eindrücklich geschildert habe, dass er praktisch nur noch liege und diese Form der Existenzbewältigung sich durch sein ganzes aktuelles Leben ziehe. Jedoch erhalte man den Eindruck, dass
gewisse einfache Tätigkeiten wie etwas lesen, Gemüse rüsten, kurze Spazier
gänge noch möglich sein müssten (Urk. 8/118/48).
Bezüglich der im ICF-Ratingbogen
erreichten
relativ hohen Punktzahl könne ferner nicht unterschieden werden, wieweit Haltungen und Einstellung
e
n das Resultat beeinflussen würden, mithin ob der
Beschwerdeführer
nicht könne oder nicht wolle (Urk. 8/118/49).
Bei der Einschät
zung der Restarbeitsfähigkeit trugen die Gutachter den Verhält
nissen aus objektiver Sicht Rechnung, indem sie entgegen der Selbsteinschätzung
des
Beschwer
deführers
(Urk.
8/66/24-25, Urk. 8/118/23, Urk. 8/118/48)
nicht auf
eine
100%ige Arbeitsunfähigkeit schlossen. Die dagegen attestierte 50%ige Arbeitsfähigkeit korreliert mithin schlüssig mit dem geschil
derten Aktivitäten
niveau unter Berücksichtigung der zu
Verdeutlichung und Übertreibungen neigen
den Darstellungsweise
sowie
demonstrativen
, dramatisierenden
Beschwer
dedarstellung
des Beschwerdeführers
, welche
zudem
vor den Hintergrund der
histrionischen
Persönlichkeitsstruktur zu stellen
sind
(
Urk. 8/66/
35,
Urk.
8/118/28
)
.
Im
gutachterlich
attestierten Umfang ist daher
entgegen der Ansicht der
Beschwerdegegnerin
(Urk. 2 S. 2 ff.)
von einer gleichmässigen Einschränkung des Aktivitätenniveaus in allen vergleichbaren Lebensbereichen auszugehen.
4
.4.3
In
Bezug auf den Indikato
r der Inanspruchnahme von thera
peutischen Optionen (BGE 141 V 281 E. 4.4.2)
gilt das Folgende
zu beachten. Auch wenn diese - wie hiervor ausgeführt (E.
4.3.3
) - bis Ende 201
6
nicht
vollständig
ausgeschöpft wurden
und eine psychiatrisch-psychotherapeutische Therapie erst ab Januar 2017 nach der Empfehlung der
Z._
-Gutachter (Urk. 8/66/19) und Auffor
derung durch die
Beschwerdegegnerin
(Urk. 8/71) aufgenommen wurde
, ist damit nicht bereits auf einen gänzlich fehlenden Leidensdruck und auf das Fehlen einer versicherten Gesundheitsbeeinträchtigung zu schliessen, zumal die Einsicht
des Beschwerdeführers
in die psychopathologischen Zusammenhänge
seiner
Leiden
bei
gleichzeitig
massiv starrem Krankheitskonzept und beeinträchtigter Persön
lichkeitsstruktur
eingeschränkt ist
(Urk.
8/66/18, Urk. 8/66/20, Urk. 8/66/39)
. Das Vorliegen eines Leidensdrucks ist damit in entsprechend reduziertem Ausmass anzunehmen. Des Weiteren wurden keine beruflichen Eingliederungs
massnahmen durchgeführt, bei welchen etwa mangelnde Kooperation seitens
des Beschwerdeführer
s
festgestellt worden wäre.
4
.4.4
Die gutachterliche Einschätzung hält damit
entgegen der Ansicht der
Beschwer
degegnerin
der Konsistenzprüfung stand. Das
inkonsistente
Verhalten des Beschwerdeführers
wurde von den Gutachtern in jeder relevanten Hinsicht berücksichtigt und nachvollziehbar in die Einschätzung der Arbeitsfähigkeit einbezogen.
4
.5
Die Indikatorenprüfung ergibt insgesamt, dass die funktionellen Auswirkungen der Gesundheitsbeeinträchtigungen medizinisch-gu
tachterlich schlüssig und diffe
renziert erfasst wurden und die von den Gutachtern attestierte Arbeitsun
fähigkeit von 50 % in Anbetracht der eingeschränkten Ressourcen als begründet erscheint. Es besteht daher entgegen der Ansicht der Beschwerdegeg
nerin kein Anlass, von der gutachterlichen Einschätzung abzuweichen.
5
.
5
.1
Zu prüfen sind im Weiteren die erwerblichen Auswirkungen der gesundheitlichen Einschränkungen.
Im Folgenden ist der Invaliditätsgrad
ab dem
1. D
ezember 2015 (Anmeldung vom 14.
Juni 2015, Urk. 8/11; vgl. Art. 29 Abs. 1 und Abs. 3 IVG)
aufgrund
einer Arbeitsfähigkeit
von 5
0 %
in de
n
in Frage kommenden
Tätig
keit
en
(vgl. E.
3.3.2-3
hiervor)
zu bestimmen.
Der Invaliditätsgrad ist mittels eines Vergleichs von
Validen- und Invalidenein
kommen auf zeitidentischer Grundlage zu erheben (vgl. BGE 129 V 223 f. E. 4.2 in fine, 128 V 174).
5.2
Für die Ermittlung des Valideneinkommens ist entscheid
end, was die versicherte Person
im Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbeginns
nach dem Be
weisgrad
der überwiegenden Wahr
scheinlichkeit als Ges
unde tatsächlich verdient hätte.
Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung angepassten Verdienst angeknüpft, da erfah
rungsgemäss die bisherige Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden fortgesetzt worden wäre. Ausnahmen von diesem Erfahrungssatz müssen mit überwiegender Wa
hr
scheinlichkeit erstellt sein
(BGE
139 V 28
E. 3.3.2, 135 V 58 E. 3.1, 134 V 322 E. 4.1
; Urteil des Bundesgerichts
9C_821/2019 vom 14. Oktober 2020
E. 4.1).
Die
Beschwerdegegnerin
ging zur Bestimmung des Valideneinkommens vom Verdienst des
Beschwerdeführer
s
aus
, welche
n
er vor dem Unfall vom 15. Februar 2013 mit einem
unfallbedingt reduzierten,
80%igen Pensum bei der
Y._
GmbH als
Hilfsfassadenisoleur
respektive Bauarbeiter
im Jahr 2012
erzielt hatte, und rechnete die
sen Betrag von
Fr. 52'755.55
(Arbeitgeberbericht vom 8. Oktober 2015, Urk.
8/35/3)
unter Berücksichtigung der Nominallohnentwicklung
von 2012 bis
2014 auf ein 100%iges Pensum um, w
as ein Valideneinkommen von Fr.
66'937.30 ergab (Urk. 2 S. 3, Urk. 8/128)
.
Dies ist grundsätzlich nicht zu beanstanden und wurde vom
Beschwerdeführer
denn auch nicht gerügt. Aller
dings i
st hier der Einkommensvergleich im Jahr 2015 massgeblich, weshalb die Nominallohnentwicklung
der Baubranche von 2012 bis
2015 zu berücksichtigen
ist
(BFS, Schweizerischer Lohnindex
nach Branche [Basis 2010 = 100], Nominal
lohnindex Männer
2011-2018 [T1.1
.10],
Wirtschaftszweig F41-43 Baugewerbe
; 2012:
101.7
; 201
5: 102.5
)
, womit ein Valideneinkommen von
Fr. 66
'463.20
resultiert
(
Fr. 52'755.
55
:
80 x 100 = Fr. 65'944.45; : 101.7 x 102.5).
5.3
5.3.1
Das Invalideneinkommen ist
anhand des durchschnittlichen Tabellenlohns der Schweizerischen Lohnstrukturerhebung (LSE) des Bundesamtes für Statistik (BFS) zu bestimmen und ausgehend vom Tabellenlohn gemäss der LSE 2014, Tabelle TA1_tirage_skill_level (Kompetenzniveau 1,
Männer
, Total), von Fr.
5'312
.-- pro Monat respektive Fr.
63'744.--
pro Jahr zu ermitteln. Unter Berücksichtigung einer
durchschnittlichen (vom BFS erhobenen) wöchentlichen Arbeitszeit von 41,7 Stunden
im Jahr 2014
(
Betriebsübliche Arbeitszeit nach Wirtschafts
abteilungen in Stunden pro Woche, Tabelle T 03.02.03.01.04.01, Abschnitt A-S, Total)
und der Nominal
lohnentwicklung von 201
4
bis 201
5
(BFS, Schweizerischer Lohnindex
nach Branche [Basis 2010 = 100], Nominallohnindex
Männer 2011
2018 [T1.1
.10], Total; 2014: 103.2; 2015
:
103.5
)
sowie eines 50%igen Arbeits
pensums
resultiert
ein
Betrag im Jahr 2015
von
Fr. 33'323.15
(
Fr. 63'744.-
: 40 x 41,7 :
103.2
x
103.5 x 0.5
).
5.3.2
Dieser Betrag ist rechtsprechungsgemäss zu kürzen, wenn persönliche und beruf
liche Merkmale, wie Art und Ausmass der Behinderung, Lebensalter, Dienstjahre, Nationalität oder Aufenthaltskategorie und Beschäftigungsgrad Auswirkungen auf die Lohnhöhe haben (BGE 124 V 321 E.
3b
/
aa
). Der Abzug ist unter Würdi
gung der Umstände im Einzelfall n
ach pflichtgemässem Ermessen ge
samthaft zu schätzen und darf 25 % nicht übersteigen (BGE 134 V 322 E. 5.2; Urteil des Bundesgerichts 8C_361/2011 vom 20. Juli 2011 E. 6.1 mit weiteren Hinweisen).
Hier
rechtfertigt
der Beschäftigungsgrad von 50 %
höchstens
ein
en
Abzug von 5
bis 6
%
, da
gemäss der für das Jahre 2014 aktualisierten Tabelle T18 (Monat
licher Bruttolohn [Zentralwert] nach Beschäftigungsgrad, beruflicher Stellung und Geschlecht) bei Männern auf der untersten Stufe der beruflichen Stellung (ohne Kaderfunktion) zwischen dem Durchschnittslohn von Fr. 5'714.-- bei einem Teilzeitpensum von 50-74 % proportional bezogen auf ein 100 %-Pensum und dem Durchschnittslohn von Fr. 6'069.-- bei einem Vollzeitpensum eine Differenz von
Fr. 355.-- respektive
5,85 %
besteht. Dies ist
gemäss der bundesgerichtlichen Rechtsprechung
knapp, wenn überhaupt
eine überproportionale Lohneinbusse (
vgl.
Urteil des Bundesgerichts 8C_805/2016 vom 22. März 2017 E. 3.2).
Ein höherer Abzug ist
jedenfalls
nicht gerechtfertigt, zumal etwa eine psychisch bedingt verstärkte Rücksichtnahme s
eitens Vorgesetzter und Arbeits
kollegen nach der Gerichtspraxis in der Regel
nicht als eigenständiger Abzugs
grund aner
kannt wird (Urteil des Bundesgerichts 9C_366/2015 E. 4.3.1 mit Hinweisen), ebenso wenig etwa das Risiko von vermehrten gesundheitlichen Absenzen, ein grösserer Betreuungsaufwand oder weniger Flexibilität, was das Leisten von Überstunden etwa bei Verhinderung eines Mitarbeiters anbetrifft (Urteile des Bundesgerichts 9C_437/2015 vom 30. November 2015 E. 2.4; 8C_712/2012 vom 30. November 2012 E. 4.2.1 und 9C_708/2009 vom 19. November 2009 E. 2.3.2; vgl. Urteil des
Bundesgerichts 8C_146/2017 vom 7. Juli 2017 E. 5.2.2
). Auch die weiteren Merkmale (Lebensalter, Dienstjahre, Nationalität oder Aufenthalts
kategorie) rechtfertigen auf dem Kompetenzniveau 1 keinen grösseren Abzu
g. Namentlich gibt das Alter des Beschwerdeführers
(per
2015
) von 4
8
Jahren keinen Anlass für eine Erhöhung des Abzuges, zumal
Hilfsarbeiten auf dem mass
geben
den ausgeglichenen Stellenmarkt altersunabhängig nachgefragt werden (Urteile des Bundesgerichts 8C_403/2017 vom 25. August 2017 E. 4.4.1 und 8C_805/2016 vom 22. März 2017 E. 3.4.3).
Unter Berücksichtigung eines maximal 6%igen Abzuges
resultiert im Jahr 2
015
ein Invalideneinkommen von Fr.
31'323.75
(
Fr. 33'323.15
x 0,9
4
).
5
.3
Gemessen
am Valideneinkommen im Jahr 2015
von
Fr. 66'463.20
führt dies zu einer Einbusse von Fr.
35'139.45
(
Fr. 66'463.20
-
Fr. 31'323.75
) was einem
Invaliditätsgrad von gerundet
53 %
entspricht. Nach Art. 28 Abs. 2 IVG begrün
det dies den Anspruch auf eine
halbe Rente
ab
dem
1.
Dezember 2015.
Die Beschwerde ist folglich gutzuheissen und die angefochtene Verfügung vom 2
1
.
Januar
20
20
(Urk. 2) ist mit dieser Feststellung aufzuheben.
6
.
6.1
Der Streitgegenstand des Verfahrens betrifft die Bewilligung oder Verweigerung
von Versicherungsleistungen. Das Verfahren is
t daher kostenpflichtig. Die Ge
richtskosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG) und ermessensweise auf Fr.
1’0
00.-
anzu
setzen. Ausgangsgemäss
sind die Gerichtskosten
der Beschwerdegegnerin aufzu
erlegen.
6.2
Der unentgeltlichen Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers,
Rechtsanwältin Noëlle
Cerletti
, Bülach,
steht eine Prozessentschädigung zu, welche nach Art. 61 lit. g
ATSG in Verbindung mit § 34 des Gesetzes über das Sozialversicherungsge
richt ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache, nach der Schwierigkeit des Prozesses, dem Zeitaufwand und den Barauslagen sowie unter
Berücksichtigung der Honorarnote vom 15. September 2020 (Urk. 21) fest
zusetzen ist.
In der Honorarnote ist ein Aufwand vom 23. Januar bis 15. September 2020 von insgesamt 13.3 Stunden und von Fr. 111.70 Barauslagen m
it einem Gesamt
betrag von Fr. 4
'131.05 aufgeführt (Urk. 17)
.
Dabei wurde ein Stundenansatz von durch
gehend Fr. 280.-- ver
wendet (Fr. 3'724.
-- :
13.3 h)
,
der
auf den gerichtsüblichen Ansatz von Fr. 220.--
herabzusetzen
ist
,
der auch im Falle eines Obsiegens gilt,
womit eine Prozessentschädigung von Fr.
3'271.60
(inkl. Barauslagen und Mehr
wertsteuer von 7.7 %)
resultiert und
zuzusprechen ist (
[
13.3 Stunden x Fr. 220.-
]
+ Fr. 111.70
+ Fr. 233.90 [7.7 % von Fr. 3'037.7]
).