# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 96bd7f72-f6a2-5d38-b023-0f08a181e9c2
**Court:** SG_VG
**Chamber:** SG_VG_001
**Year:** 2017
**Language:** de
**Jurisdiction:** SG / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Das Verwaltungsgericht stellt fest:
A. X.Y. war an der Universität St. Gallen im Studien-Programm „Master of Arts in
Business Innovation“ eingeschrieben und reichte am 16. November 2015 die
Masterarbeit zum Thema „Erfolgsfaktoren schweizerischer Wirtschaftsdynastien – Eine
theoriebasierte Analyse anhand zweier Fallstudien“ ein. Die Masterarbeit wurde mit
Verfügung vom 24. Februar 2016 mit der Note 3.5 bewertet und gilt damit als nicht
bestanden (vgl. vi-act. 1a/1).
B. Im dagegen bei der Rekurskommission der Universität St. Gallen angestrengten
Rekursverfahren stellte X.Y. die Bewertung seiner Masterarbeit nicht in Frage, machte
aber geltend, der 16. November 2015 sei der letztmögliche Abgabetermin gewesen, mit
dem er die ansonsten zwangsweise erfolgende Exmatrikulation wegen überschrittener
Maximalstudiendauer von konkret acht Semestern habe verhindern können. Weil laut
geltender Prüfungsordnung keine Möglichkeit zur Fristerstreckung bestehe, habe er die
Arbeit abgegeben, obwohl die Strafuntersuchungsbehörden des Kantons Zürich elf
Tage vor dem Termin im Zuge eines gegen seinen Vermieter gerichteten
Strafverfahrens in zwei von ihm gemieteten Wohnungen Hausdurchsuchungen
vorgenommen und dabei sämtliche in seinem Eigentum stehenden Datenträger und
Unterlagen sichergestellt hätten. Weil die Studienzeitbeschränkung auch für derart
aussergewöhnliche Fälle keine Möglichkeit zur Verlängerung der maximalen
Studiendauer vorsehe, würden die entsprechenden Bestimmungen gegen
höherrangiges Recht verstossen. Dies habe die Rekurskommission festzustellen und
ihn so zu behandeln, als ob eine Fristerstreckungsmöglichkeit von Anfang an
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 3/13
Publikationsplattform
St.Galler Gerichte
vorgesehen gewesen wäre. In diesem Zusammenhang stellte X.Y. diverse Haupt- und
Eventualanträge, auf die nicht im Detail einzugehen ist (vgl. vi-act. 6a/3).
Die Rekurskommission wies das Rechtsmittel mit Entscheid vom 19. Mai 2016
(Versand: 15. Juli 2016) ab. Dass das Master-Studium auf acht Semester begrenzt sei,
sei reglementarisch explizit vorgesehen. Genauso sei statuiert, dass das Risiko einer
Verhinderung im letzten Semester von den Studierenden selbst zu tragen sei. Auch
entschuldbare Gründe würden nicht zu einer Erstreckung auf neun Semester
berechtigen. Das Bestehen des Master-Studiums werde im vorliegenden Fall deshalb
an jenen Studienleistungen gemessen, welche X.Y. bis zum Ende des achten
Semesters erbracht habe. Mit der Begrenzung der Studiendauer werde ein gewichtiges
öffentliches Interesse verfolgt; diese sei angesichts des Umstandes, dass die
Regeldauer des Master-Studiums drei Semester betrage, gerade auch in zeitlicher
Hinsicht verhältnismässig (vgl. vi-act. 1a/2 E. 4).
C. Mit Eingabe vom 22. Juli 2016 erhob X.Y. gegen den Entscheid der
Rekurskommission Rekurs beim Universitätsrat der Universität St. Gallen. Er
beantragte, die Streitsache sei als (Sprung-)Beschwerde dem Verwaltungsgericht zu
überweisen, der Entscheid der Rekurskommission sei aufzuheben und die Streitsache
gemäss seinen dort gestellten Anträgen zu entscheiden. Eventuell sei der angefochtene
Entscheid aufzuheben und die Streitsache zur Sachverhaltsermittlung und
Neubeurteilung an die Rekurskommission zurückzuweisen; unter Kosten- und
Entschädigungsfolgen (vgl. vi-act. 1). Am 24. September 2016 beantragte er ferner, die
Mitglieder des Universitätsrates hätten in den Ausstand zu treten; diese seien
unzulässiger Weise „Richter in eigener Sache“, nachdem sie die streitige Bestimmung
der Prüfungsordnung (Studienzeitbeschränkung) selbst erlassen hätten.
Am 30. September 2016 wies der Präsident des Universitätsrates den Antrag auf
Sprungbeschwerde ab (vi-act. 12). Zur Begründung führte er im Wesentlichen an, ein
Anspruch des Rekurrenten auf Überweisung als Sprungbeschwerde bestehe nicht. Der
Universitätsrat sei nicht befangen, wenn er im Streitfall Promotions- und
Prüfungsvorschriften prüfe, die er selbst erlassen habe. Die beiden Zuständigkeiten
seien systembedingt.
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 4/13
Publikationsplattform
St.Galler Gerichte
D. Gegen die Verfügung des Universitätsrates erhob X.Y. (Beschwerdeführer) am
6. Oktober 2016 Beschwerde beim Verwaltungsgericht mit den (sinngemässen)
Anträgen, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben, der Universitätsrat sei
anzuweisen, den hängigen Rekurs als Sprungbeschwerde dem Verwaltungsgericht zu
überweisen, und es sei festzustellen, dass alle gegenwärtigen Mitglieder des
Universitätsrates in den Ausstand zu treten hätten; unter Kosten und
Entschädigungsfolgen (act. 1). Für den Universitätsrat (Vorinstanz) nahm der Dienst für
Recht und Personal des Bildungsdepartementes am 8. November 2016 Stellung und
beantragte Abweisung der Beschwerde unter Kostenfolge (act. 6). Der
Beschwerdeführer verzichtete auf eine weitere Stellungnahme (act. 9).
Auf die Vorbringen der Verfahrensbeteiligten zur Begründung ihrer Anträge, den
angefochtenen Entscheid und die Akten ist – soweit erforderlich – in den
nachstehenden Erwägungen einzugehen.

## Considerations

Darüber zieht das Verwaltungsgericht in Erwägung:
1.
1.1. Angefochten ist die Verfügung der Vorinstanz vom 30. September 2016, mit
welcher sie dem Antrag des Beschwerdeführers um Überweisung der Streitsache an
das Verwaltungsgericht (Sprungbeschwerde) nicht zustimmte. Dabei handelt es sich
um einen selbständig eröffneten Zwischenentscheid, der - entgegen der