# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 77e1b8a4-8fdf-4e06-88f9-8d91fdd6fd20
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2014
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1972, war
bei der Arbeitslosenversicherung angemeldet
und
dadurch
bei der
Schweizerischen
Unfall
versicherungsanstalt
(Suva)
gegen die
Fol
gen von Unfällen versi
chert, als sie am 1
4.
September 2010 in ihrer Woh
nung über eine Schwelle stol
perte und sich dabei an der rechten Schulter verletzte (Urk. 8/II/1). In der Folge
erbrachte die Suva die gesetzli
chen Versiche
rungs
leis
tungen (Urk. 2 S.
3
). Mit
Verfügung vom 3
0.
Oktober 2013
stellte die Suva ihre
Leis
tungen per 30. November 2013 ein, mit der Begründung, dass die noch ge
klag
ten Be
schwerden organisch nicht hinreichend nachweisbar seien und kein adäquater Kausalzusammenhang zum Unfall bestehe (Urk. 8/II/251). Die von der
Versi
cherten gegen diese Verfügung der Suva erhobene Einsprache (Urk. 8/II/263)
wurde mit Einspracheentscheid vom 2
4.
Januar 2014 abgewiesen (Urk. 8/II/268 =
Urk.
2).
1.2
Mit Schadenmeldung vom
1
1.
Juli 2012
meldete
d
ie
Versicherte,
sie
sei am
14
. Mai
20
12 beim Treppensteigen gestolpert und habe sich am linken Knie verletzt (Urk. 8/I/2 S. 4).
Gleichentags wurde
vom Stadtspital
Y._
ein Sturz mit
Schnittwunde am linken Knie diagnostiziert und festgehalten, es bestünden keine
frischen ossären Läsionen (Urk. 8/I/1 S.
2)
. Die Suva erbrachte die gesetz
lichen
Leistungen. Mit Verfügung vom
2
7.
November 2013
teilte die Suva de
r
Ver
si
cher
ten mit, dass sie
ihre Leistungen per 2
0.
November 2012 einstelle, da die nach wie
vor bestehenden belastungsabhängigen Schmerzen im linken Knie in keinem kausalen Zusammenhang zum Ereignis vom 1
4.
Mai 2012 stünden
(Urk. 8/I/15)
. Die hiergegen vo
n der
Versicherten
sinngemäss
erhobene Einspra
che
(Urk.
8/I/16
) wies die Suva
ebenfalls
mit Einspracheentscheid vom
2
4.
Janu
ar
2014
ab (Urk.
8/I/17
= Urk. 2).
2.
Gegen den beide Unfälle betreffenden Einspracheentscheid vom 2
4.
Januar 2014
erhob die Versicherte mit Eingabe vom 2
1.
Februar 2014 Beschwerde und bean
tragte, dieser sei aufzuheben und es sei ihr eine 60%ige Invalidenrente zu
zu
sprechen. Eventualiter sei ein gerichtliches Gutachten über die medizinisch zu
mut
bare Arbeitsfähigkeit anzuordnen. Subeventualiter sei das Verfahren an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen, damit diese nach weiteren Abklärun
gen neu über den Rentenanspruch verfüge. Ferner sei ihr bei Erreichen eines End
zustandes eine Integritätsentschädigung von mehr als 45
%
auszurichten (Urk. 1
S.
2). Die Beschwerdegegnerin
beantragte
in
ihr
er Beschwerdeantwort vom 1
4.
Mai
2014
, die Beschwerde sei abzuweisen, soweit darauf einzutreten sei
(Urk.
7
).
Die Beschwerdeantwort wurde der Versicherten am 1
6.
Mai 2014 zuge
stellt (Urk. 9).
Auf die Ausführungen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, so
weit erforderlich, in den
nachfolgenden
Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Gemäss
Art.
6
Abs.
1 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG) werden - soweit das Gesetz nichts anderes bestimmt - die Versicherungsleistun
gen bei Berufsunfällen, Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten gewährt.
1.2
Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss UVG setzt zunächst voraus, dass zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit,
Invalidität, Tod) ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht. Ursa
chen im Sin
ne
des natürlichen Kausalzusammenhangs sind alle Um
stände, ohne deren Vor
handensein der eingetretene Erfolg nicht als einge
treten oder nicht als in der gleichen Weise beziehungsweise nicht zur gleichen Zeit eingetreten ge
dacht
wer
den kann. Entspre
chend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des na
tür
li
chen Kau
salzusammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die al
lei
nige oder
unmittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schä
digende Ereignis zu
sammen mit anderen Bedingungen die kör
perliche oder geis
tige Integrität der versicherten Person beein
trächtigt hat, der Unfall mit an
dern
Worten nicht wegge
dacht werden kann, ohne dass auch die ein
getretene gesund
heitliche Störung entfiele (BGE 129 V 177 E.
3.1, 406 E.
4.3.1, 123 V 45 E.
2b, 119 V 335 E.
1, 118 V 289 E.
1b, je mit Hinweisen).
Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesund
heitlichen Störung
ein natürlicher Kausalzusammenhang be
steht, ist eine Tatfrage, worüber die Ver
waltung beziehungsweise im Be
schwerdefall das Gericht im Rahmen der ihm ob
liegenden Be
weis
würdigung nach dem im Sozialversicherungsrecht übli
chen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt für die Begründung eines Leistungs
anspruches nicht (BGE 129 V 177 E.
3.1, 119 V 335 E.
1, 118 V 286 E.
1b, je mit Hinwei
sen).
1.3
Die Leistungspflicht des Unfallversicherers setzt im Weiteren voraus, dass zwi
schen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden ein adäquater Kau
salzusammenhang besteht. Nach der Rechtsprechung hat ein Ereignis dann als
adäquate Ursache eines Erfolges zu gelten, wenn es nach dem ge
wöhnlichen Lauf der Dinge und nach der allgemeinen Lebens
erfahrung an sich geeignet ist, einen Erfolg von der Art des eingetretenen herbeizuführen, der Eintritt dieses Er
folges also durch das Ereignis allgemein als begünstigt erscheint (BGE 129 V 177 E. 3.2, 405 E.
2.2, 125 V 456 E.
5a).
Bei objektiv ausgewiesenen organischen Unfallfolgen deckt sich die adäquate, d.h. rechtserhebliche Kausalität weitgehend mit der natürlichen Kausalität; die Adäquanz hat hier gegenüber dem natürlichen Kausalzusammenhang praktisch keine selbständige Bedeutung (BGE 134 V 109 E. 2.1).
Sind die geklagten Beschwerden unfallkausal, nicht aber objektiv ausgewiesen,
so ist bei der Beurteilung der Adäquanz vom augenfälligen Geschehensablauf aus
zugehen und es sind gegebenenfalls weitere unfallbezogene Kriterien einzu
be
ziehen. Hat die versicherte Person einen Unfall erlitten, der die Anwendung der
Schleudertrauma-Praxis rechtfertigt, so sind die hierbei rechtsprechungs
ge
mäss beachtlichen Kriterien zu berücksichtigen. Ist diese Rechtsprechung nicht
an
wend
bar, so sind grundsätzlich die Adäquanzkriterien anzuwenden, die für psy
chische Fehlentwicklungen nach einem Unfall entwickelt wurden (vgl. Alexandr
a
Rumo-Jungo und André Pierre Holzer, Bundesgesetz über die Un
fall
versiche
rung,
4.
Aufl., Zürich 2012, S.
59 mit Hinweisen auf die einschlägige Rechtsprechung).
Für die Bejahung des adäquaten Kausalzusammenhanges zwischen dem Unfall und psychischen Gesundheitsschädigungen ist im Einzelfall zu verlangen, dass dem Unfall für die Entstehung der Arbeits- beziehungsweise Erwerbsunfähigkeit eine massgebende Bedeutung zukommt. Dies trifft dann zu, wenn er objektiv
eine gewisse Schwere aufweist oder mit anderen Worten ernsthaft ins Gewicht fällt (vgl. RKUV 1996 Nr. U 264 S.
288 E.
3b; BGE 115 V 133 E.
7 mit Hinwei
sen).
Für die Beurteilung dieser Frage ist an das Unfallereignis anzuknüpfen, wo
bei - ausgehend vom augenfälligen Geschehensablauf - folgende Einteilung
vorgenommen wurde: banale beziehungsweise leichte Unfälle einerseits, schwere
Unfälle anderseits und schliesslich der dazwischen liegende mittlere Bereich (BGE
115 V 133 E.
6; vgl. auch BGE 134 V 109 E.
6.1, 120 V 352 E.
5b/aa; SVR 1999 UV Nr. 10 E. 2).
1.4
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen
beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorak
ten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zu
sam
menhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob
die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 125 V 351 E.
3a, 122 V 157 E.
1c).
Auch den Berichten und Gutachten versicherungsinterner Ärzte und Ärztinnen kommt Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar be
gründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zu
verlässigkeit bestehen. Die Tatsache allein, dass der befragte Arzt oder die be
fragte
Ärztin in einem Anstellungsverhältnis zum Versicherungsträger steht, lässt nicht schon auf mangelnde Objektivität und auf Befangenheit schliessen. Es bedarf vielmehr besonderer Umstände, welche das Misstrauen in die Unpar
teilichkeit der Beurteilung objektiv als begründet erscheinen lassen. Im Hinblick
auf die erhebliche Bedeutung, welche den Arztberichten im Sozialversiche
rungs
recht zukommt, ist an die Unparteilichkeit des Gutachters oder der Gut
achterin allerdings ein strenger Massstab anzulegen (RKUV 1999 Nr. U 356 S.
572; BGE 122 V 157 E.
1c; vgl. auch 123 V 331 E.
1c).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin stellte sich im angefochtenen Einspracheentscheid auf den Standpunkt, im Zusammenhang mit dem
U
nfall vom
1
4.
September 2010
sei
für die geklagten Schulterbeschwerden rechts kein morphologisches Korrelat auszumachen. Die somatisch nicht erklärbaren Beschwerden stünden
nicht
in einem adäquaten Kausalzusammenhang zum allerhöchstens als mittelschwer im Grenzbereich zu leicht einzustufenden Unfall, denn von den Adäquanzkriterien gemäss Psycho-Praxis sei keines erfüllt (Urk. 2 S. 7-11).
In Bezug auf den Unfall vom
1
4.
Mai 2012
(Sturz mit Knieverletzung) hielt
d
ie
Suva
gestützt auf den Bericht der behandelnden
Ärztin
Dr.
med.
Z._
,
Fachärztin für Physikalische Medizin und Rehabilitation,
vom 20.
November 2013
fest,
die nach wie vor bestehenden belastungsabhängigen Schmerzen seien nicht unfallkausal
(Urk.
2 S.
6).
Dies stehe mit überwiegender Wahrscheinlich
keit fest, sodass sich weitere Ab
klärungen erübrigten (Urk. 2 S.
11).
In der Beschwerdeantwort ergänzte die Beschwerdegegnerin, bei beiden Ereig
nissen handle es sich um banale Unfälle, die rechtsprechungsgemäss nicht ge
eig
net seien, in adäquat-kausaler Weise zu psychischen Störungen zu führen (Urk. 7
S.
6 f.). Ferner sei auf den Antrag auf Leistungen im Zusammenhang mit dem nicht bei der Suva versicherten Unfall vom Jahr 2007 und auf den eben
falls sinngemäss gestellten Antrag betreffend eine Hilflosenentschädigung nicht
einzutreten, da diese Ansprüche nicht zum Streitgegenstand gehörten (Urk. 7 S.
5).
2.2
Die Beschwerdeführerin
macht
im Wesentlichen
geltend,
sie leide noch an den
Folgen des Unfalls vom 1
4.
September 2010 und sei deswegen vollumfänglich ar
beitsunfähig (Urk. 1 S. 3
Ziff.
9). Die Berichte der Kreisärztin
Dr.
med.
A._
, Fachärztin für Chirurgie,
und des operierenden Arztes
Dr.
med.
B._
,
Facharzt für Chirurgie,
entsprächen nicht der Wahrheit. Viel
mehr sei
auf den Bericht von
Dr.
med.
C._
, Facharzt für Orthopädi
sche Chirur
gie,
vom
2.
Dezember 2011, auf die gleichentags erstellten Röntgen
bilder und auf die auch
eine
100%ige Arbeitsunfähigkeit
attestierenden Berichte der Uni
klinik
D._
und von
Dr.
Z._
abzustellen
(
Urk.
1 S.
3 f.
Ziff.
10 bis 16
). Durch
das Abstellen einzig auf versicherungsinterne Arztberichte sei der Grund
satz auf ein faires Verfahren nach
Art.
6 EMRK und
Art.
29
Abs.
1 BV verletzt (Urk. 1 S. 5).
3.
3.1
Im verwaltungsgerichtlichen Beschwerdeverfah
ren sind grund
sätzlich nur Rechts
verhältnisse zu überprüfen beziehungsweise zu beur
teilen, zu denen die zustän
dige Verwaltungs
behörde vorgän
gig verbindlich
in Form einer Verfü
gung be
ziehungsweise eines Einspracheentscheids
Stellung genom
men hat. Insoweit bestimmt die Verfügung beziehungsweise der Einspracheentscheid
den beschwer
de
wei
se weiterziehbaren Anfechtungsgegenstand. Umgekehrt fehlt es an einem An
fechtungsgegenstand und somit an einer Sach
urteilsvoraussetzung, wenn und
in
soweit keine Verfügung beziehungsweise kein Einspracheentscheid er
gangen ist (BGE 131 V 164 E.
2.1; 125 V 413 E.
1a).
3.2
Im angefochtenen Einspracheentscheid beziehungsweise in den damit bestätig
ten Verfügungen vom 30. Oktober 2013 und vom 27. November 2013 ging es um Leistungen (insbesondere Invalidenrente und Integritätsentschädigung)
im
Zusammenhang mit
den Unfällen vom 14. Mai 2012 (Urk. 8/I/15) beziehungs
weise vom 14. September 2010 (Urk. 8/II/251). Soweit die Beschwerdeführerin Ge
sund
heitsbeeinträchtigungen aus dem Unfall vom 20. März 2007 geltend macht
(Urk.
1 S.
3 Ziff. 9), ist darauf nicht einzutreten, da die Folgen dieses
Un
falls nicht im angefochtenen Entscheid behandelt wurden und nicht zum Streit
ge
genstand gehören. Im Übrigen war die Beschwerdeführerin zum Zeit
punkt des
Unfalls vom 20. März 2007 nicht bei der Suva, sondern bei der AXA Win
terthur,
versichert (Urk. 8/II/9 S.
1). Gemäss Art. 100 Abs. 3 der Verordnung über die Un
fallversicherung (UVV) ist die Suva für die Folgen dieses Unfalls nur zuständig, wenn sich der Invaliditätsgrad infolge des neuen Unfalls geändert hat (
Rumo-
Jungo/Holzer, Rechtsprechung des Bundesgerichts zum Sozialversi
cherungs
recht,
Bundesgesetz über die Unfallversicherung, 4. Auflage, Zü
rich/
Basel/
Genf 2012, S. 278), was nicht der Fall ist (vgl. nachstehende Erwä
gung 5
).
Im Betreff ihrer
Beschwerde erwähnte die Beschwerdeführerin zudem eine Hilflosenentschädi
gung
(Urk.
1 S.
1). Diese bildet ebenso wenig Teil des ange
foch
tenen Entscheides,
sondern darüber wurde mit rechtskräftiger Verfü
gung vom
21. November 2012 entschieden (Urk. 8/II/215).
4
.
4
.1
Nach dem Unfall vom 1
4.
September 20
10
stellte
Dr.
Z._
in ihrem Bericht vom 1
8.
Oktober 2010 die Diagnose einer posttraumatischen
Periarthritis hume
ro
scapularis
(PHS) rechts bei kompletter Läsion der Supraspinatussehne, einer
par
tiellen Läsion der Infraspinatussehne sowie einer AC-Gelenkarthrose und eines
subakromialen Impingements (Urk. 8/II/14).
4
.2
Am
9.
Mai 2011
führte
Dr.
B._
bei der Beschwerdeführerin eine Schul
ter
arthroskopie rechts durch, mit ventraler Refixation des Bizepssehnen
ankers mit einem resorbierbaren Anker, mit offener Rekonstruktion der Rotato
renman
schette mit Refixation der Musculus
-
supraspinatus-Sehne und Teilrefi
xation der
M
usculus
-
subscapularis-Sehne mit insgesamt zwei Schraubankern sowie mit De
kompressionsoperation bei subacromialem Impingement-Syndrom (Urk. 8/
II/77 S.
1). Am 1
7.
Juni 2011 berichtete
Dr.
B._
, bei der Untersu
chung vom 3
1.
Mai 2011 sei die rechte Schulter in Ruhe schmerzfrei gewesen und es habe keine Instabilität bestanden. Die Beschwerdeführerin werde physi
otherapeutisch behandelt, wobei die Behandlung voraussichtlich sechs Monate dauern werde
(Urk. 8/II/86 S.
4).
Am 2
9.
August 2011 gab er weiterhin Schmerzfreiheit in Ruhe
und keine Instabilität an. Die Schwellung sei rückläu
fig, die aktive Abduktion noch eingeschränkt, der Kopfgriff unvollständig mög
lich und der Schürzengriff
sei nun besser möglich. Weiterhin seien Physiothera
pie und Muskelaufbau nötig
, voraussichtlich während zwölf Wochen (Urk. 8/II/98 S. 2).
4
.3
Am 2
2.
Juni 2011 machte die Beschwerdeführerin Kniebeschwerden geltend
(Urk. 8/II/84).
Die MRI-Untersuchung des linken Knies ergab nebst einer leich
ten
Chondropathie und einer
leichten Degeneration der Menisken
unauffällige Be
funde (Urk. 8/II/
99).
Die Kreisärztin
Dr.
A._
untersuchte die Beschwerde
füh
rerin am 2
3.
November 2011 und
erachtete die Beschwerden im Bereich des lin
ken Kniegelenkes als nicht unfallkausal, sondern durch die genannten dege
ne
rativen Veränderungen erklärbar (Urk. 8/II/112 S.
11). Das rechte Schulterge
lenk betreffend hielt
Dr.
A._
fest, die beklagten Beschwerden seien zum Teil un
fall
kausal, jedoch sei das demonstrierte Ausmass nicht nachvollziehbar. Be
züg
lich der dargebotenen Bewegungseinschränkung der rechten Schulter sei aus
me
dizinischer Sicht noch kein Endzustand erreicht. Der medizinische Fallab
schluss sei frühestens im Mai 2012, ein Jahr postoperativ, zu empfehlen (Urk. 8/II/112
S.
11).
4.
4
Dr.
C._
gab in seinem Bericht vom
2.
Dezember 2011 an, es bestehe noch eine massive Funktionsstörung der rechten Schulter. Er äusserte den dringenden Verdacht auf eine erneute Zerstörung der Rotatorenmanschette bei insuffizien
tem Knochenanker. Bei diesem Befund sei die Beschwerdeführerin selbstver
ständlich nicht arbeitsfähig. Eine Re
-O
peration sei indiziert
(Urk. 8/II/122)
.
Nach weiteren Abklärungen diesbezüglich (Urk. 8/II/139, 153 und 154) wurde eine Kostengutsprache für eine
Re-Operation (Schulter-Arthroskopie, subacromiales
Débridement, Schraubenentfernung)
bei Frozen Shoulder und Hervorstehen ei
nes
Ankers
erteilt (Urk. 8/
II/173), welche am
1
.
Juni 2012 in der Uniklinik
D._
durchgeführt wurde (Urk. 8/II/178).
4
.5
Ein halbes Jahr nach der Operation diagnostizierten die Ärzte der Uniklinik
D._
in ihrem Bericht vom
8.
Januar 2013 eine adhäsive Capsulitis rechts
(Urk. 8/II/222 S.
1). Am 3
1.
Januar 2013 berichtete die Physiotherapeutin
E._
, die Beweglichkeit der rechten Schulter habe sich im Vergleich zum Zu
stand vor der zweiten Operation verbessert, sie sei aber noch stark ein
ge
schränk
t
(Urk. 8/II/227 S.
2).
Am 3
0.
April 2013 berichteten die Ärzte der Uniklinik
D._
ebenfalls über eine verbesserte Beweglichkeit und eine noch mässig aus
geprägte Schmerzproblematik (Urk. 8/II/232 S. 2).
Am 2
6.
August 2013 gaben sie
dann an, für die angegebenen Beschwerden sei kein morpholo
gis
ches Korrelat mehr auszumachen, weshalb sie operativ nicht behoben werden könnten und die Behandlung abzuschliessen sei (Urk. 8/II/245 S. 2).
4
.6
Mit Schadenmeldung vom 1
1.
Juli 2012 wurde der Suva mitgeteilt, die Be
schwer
deführerin sei am 1
4.
Mai 2012 gestolpert und habe sich dabei am linken
Knie verletzt (Urk. 8/I/2 S.
4).
Dem Bericht des gleichentags behandelnden Stadt
spitals
Y._
ist zu entnehmen, dass das linke Knie der Beschwerdeführer
in
eine Schnittwunde aufwies, jedoch keine frischen ossären Läsionen
und kein Erguss
zeichen
(Urk. 8/I/1 S.
2).
Die MRI-Untersuchung des linken Knies vom 2
7.
Juni 2012 zeigte eine leichtgradig myxoide Meniscusdegeneration ohne Nachweis für einen Riss und im Übrigen ein normales Bild des linken Kniege
lenks. Neben
be
fundlich erkannten die Ärzte eine kleinvolumige Kompakta-Insel im lateralen Femurkondylus (Urk. 8/
I/10 S.
4).
4
.7
In ihrem Bericht vom 2
0.
November 2013 gab
Dr.
Z._
an, die Behandlung
des linken Knies sei abgeschlossen. Es bestünden zwar noch belastungsabhän
gige
Schmerzen, doch stünden diese nicht in kausalem Zusammenhang mit dem Un
fall. Wegen des linken Knies sei keine Arbeitsunfähigkeit attestiert worden und man
habe auch nicht mit einer bleibenden Beeinträchtigung zu rechnen (Urk. 8/I/14).
5.
5.1
Nach dem
Unfall vom 1
4.
September 2010
waren zwei Operationen
der rechten Schulter
erforderlich
(vgl. vorstehende E.
4
.2 und
4
.4
).
G
emäss dem Bericht der Ärzte der Uniklinik
D._
vom
2
6.
August 2013
war zum
Zeitpunkt
der Be
richterstattung
kein morphologisches Korrelat mehr zu finden für die angegebe
nen Beschwerden (Urk. 8/II/245
S.
2
).
Bei dieser Beurteilung berücksichtig
t
en
die
Ärzte
auch das Arthro-MRT vom
8.
Juli 2013, welches einen kleinen bursa
sei
tigen Defekt im Bereich der
Infraspinatussehne zeigte (Urk.
8/II/235 = Urk. 3;
Urk. 8/II/245 S.
2).
Des Weiteren
sahen die Ärzte der Uniklinik
D._
bei nahe
zu vollständig intakter Rotatorenmanschette
keine Möglichkeit mehr, den Ge
sund
heitszustand der Beschwerdeführerin durch ärzt
liche Behandlung noch we
sentlich zu verbessern
, sondern empfahlen den Fall
abschluss
(Urk. 8/II/245
S.
2
)
.
Auf den Bericht von
Dr.
C._
vom
2.
Dezember 2011 kann
demgegenüber
be
züglich der gesundheitlichen Situation zum Zeitpunkt des Fallabschlusses per 3
0.
November 2013
nicht abgestellt werden, da zwischenzeitlich die zweite Ope
ration erfolgte, welche gemäss den Angaben der Ärzte der Uniklinik
D._
sowie der behandelnden Physiotherapeutin zu einer Verbesserung
ge
führt
hatt
e (vgl. vorstehende E.
4
.5
).
Dass sie infolge des Unfalls vom 1
4.
September 2010 auch an Kniebeschwerden l
eide, machte die Beschwerdeführerin erst am 2
2.
Juni 2011 geltend (Urk. 8/II/84)
.
Bereits der Umstand, dass sie die Kniebeschwerden erst mehr als neun Monate nach dem Unfall meldete, erweckt Zweifel an der überwiegenden Wahrschein
lich
keit der natürlichen Kausalität zwischen dem genannten Unfall und den Knie
beschwerden. Die blosse Möglichkeit, dass die neu geklagten Knie
beschwerden auf den Unfall zurückzuführen sind, reicht nicht aus (vgl. vorste
hende E.
1.
2
).
Den
noch erfolgte am 2
3.
November 2011 eine Untersuchung durch
d
ie Kreis
ärztin
Dr.
A._
.
Dr.
A._
gelangte
gestützt auf die vorhan
denen Akten, wozu insbesondere auch das MRI des linken Knies vom 2
3.
Juni 2011 gehörte (Urk. 8/II/112 S.
5),
gestützt auf
die Angaben der Beschwerdefüh
rerin und die
erhobenen Befunde zum Schluss, die geklagten Beschwerden
im Bereich des lin
ken
Kniegelenkes
seien
nicht unfallkausal, sondern durch die
vorhandenen
dege
nerativen Veränderungen erklärbar (Urk. 8/II/112 S. 11).
Dieser Beurteilung stehen keine anderen ärztlichen Einschätzungen entgegen.
Hinzu kommt, dass
die Gerichte im Bereich des Sozialversicherungsrechts in der Regel auf die „Aussagen der ersten Stunde“ ab
stellen
, denen in beweismässiger Hinsicht grösseres Gewicht zukommt als späteren Darstellungen, die bewusst oder unbewusst von nachträglichen Überlegungen versicherungsrechtlicher oder anderer Art beeinflusst sein können (BGE 121 V 45 E.
2a, 115 V 133 E.
8c mit
Hinweis).
Diesbezüglich bleibt anzumerken, dass die Beschwerdeführerin am 21. Oktober 2010 selber noch angegeben hatte, dem linken Knie sei beim Unfall
vom 1
4.
September 2010 nichts Zusätzliches geschehen. Schmerzen am linken Knie habe sie noch wegen der Unfälle, welche sich in den Jahren 2003 und 2007
ereignet hätten (Urk. 8/II/9 S.
1).
Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die vor
handenen Beschwerden am linken Knie nicht
auch nicht im Sinne einer Teil
ursache
mit
der erforderlichen
überwiegender Wahrscheinlichkeit auf den Un
fall
vom 14.
September 2010 zurückzuführen sind.
5.2
Da
die Beschwerden an der rechten Schulter nicht objektivierbar sind, ist ihre Adä
quanz nach der
in BGE 115 V 133 ergangenen Rechtsprechung
gesondert
zu prüfen (vgl. vorstehende E. 1.
3
).
Bei banalen Unfällen wie zum Beispiel bei geringfügigem Anschlagen des Kopfe
s oder Übertreten des Fusses und bei leichten Unfällen wie zum Beispiel einem ge
wöhnlichen Sturz oder Ausrutschen kann der adäquate Kausalzusammenhang
zwischen Unfall und psychischen Gesundheitsstörungen in der Regel ohne wei
te
res verneint werden, weil aufgrund der allgemeinen Le
benserfahrung, aber auch unter Einbezug unfallmedizinischer Erkenntnisse da
von ausgegangen werden darf, dass ein solcher Unfall nicht geeignet ist, einen erheblichen Gesund
heits
schaden zu verursachen (BGE 120 V 352 E. 5b/aa, 115 V 133 E. 6a).
Der Unfall
vom 14. September 2010
ereignete sich so, dass die Beschwerde
füh
rerin in ihrer Wohnung über eine Schwelle stolperte (Urk. 8/
II/1 S.
2), sich mit der
rechten Hand an der Ecke der Küchenkombinationsabdeckung festhielt und mit dem linken Knie am Boden aufkam, wobei der rechte Arm nach hinten gerissen
und die Schulter verdreht wurde (Urk. 8/II/9 S.
2).
Dabei handelt es sich um einen
gewöhnlichen Sturz und damit um einen leichten Unfall.
Selbst Stürze auf Treppen wurden noch als einfache Unfälle qualifiziert (vgl. Urteil des Bundes
ge
richts 8C_672/2009 vom 2
8.
September 2009).
Der Unfall war daher von seinem
äusserlichen Geschehensablauf her nicht geeignet,
nicht objektivierbare Be
schwer
den in der geklagten Art zu verursachen. Die Beschwerdegegnerin hat da
her zu Recht weitere Leistungen nach dem Abklingen der objektiven Unfall
folgen verneint. Diesbezüglich erweist sich die Beschwerde als unbegründet.
5
.3
Bezüglich des Unfalls vom 1
4.
Mai 2012 stellte die Suva auf den Bericht von
Dr.
Z._
vom 2
0.
November 2013 ab, worin die natürlich
e
Kausalität zwi
schen
den noch bestehenden belastungsabhängigen Schmerzen des linken Knies und
dem Unfall vom 1
4.
Mai 2012 verneint
wurde (vgl. vorstehende E.
3.7). Diese Be
urteilung ist plausibel,
nachdem bereits unmittelbar nach dem Unfall keine fri
schen ossären Läsionen vorhanden waren und die am 2
7.
Juni 2012 durch
ge
führte MRI-Untersuchung eine leichtgradig myxoide Menis
k
usdegene
ration ohne
Nachweis für einen Riss und im Übrigen ein normales Bild des lin
ken Knie
ge
lenks zeigte (vgl. vorstehende E.
4
.6).
Die leichte Degeneration der Menisken war
bereits anlässlich der MRI-Untersuchung vom 2
3.
Juni 2011, also vor dem
frag
lichen Unfallereignis, ersichtlich (Urk. 8/II/99).
Arztberichte, welche das Vor
h
an
densein von durch den Unfall vom 1
4.
Mai 2012 verursachten Be
schwerden be
stätigen würden, sind demgegenüber keine vorhanden, sodass die Aktenlage
frei von Widersprüchen ist.
Die letzte Behandlung in Bezug auf das linke Knie
fand
gemäss den Angaben von Dr.
Z._
bereits am 1
9.
November 2012 statt (Urk. 8/I/14).
Dass die Suva ihre Leistungen für den besagten Unfall
mit Ver
fü
gung vom 2
7.
November 2013 per 2
0.
November 201
2
einstellte
(vgl. Urk. 8/I/15)
,
ist demnach nicht zu beanstanden.
5
.4
Da die
medizinische Aktenlage ein zuverlässiges Bild
über die Folgen der beiden
Unfälle vermittelt, besteht
für die beantragte Anordnung
eines Gerichtsgutach
tens
oder weiterer Abklärungen zur zumutbaren Arbeitsfähigkeit (vgl. Urk. 1 S.
2) kein
Anlass.
Des Weiteren hat eine allfällige Arbeitsunfähigkeit keinen Einfluss auf dieses Urteil, da d
ie Suva nur Leistungen erbringt,
wenn die
zur A
rbeits
un
fähig
keit
führenden
Gesundheitsbeeinträchtigungen einen na
türlichen und einen
adä
qua
ten Kausalzusammenhang
mit
den zum Streitgegen
stand gehörenden Un
fällen aufweisen würden, was in den vorstehenden Erwä
gungen
5
.2 und
5
.3 ver
neint wurde.
5
.5
Des Weiteren brachte die Beschwerdeführerin vor, durch das Abstellen einzig auf versicherungsinterne Arztberichte sei der Grundsatz auf ein faires Verfahren nach
Art.
6 EMRK und
Art.
29
Abs.
1 BV verletzt (Urk. 1 S.
5).
B
esondere Um
stände
,
welche das Misstrauen in die Unparteilichkeit der Beurteilung objektiv als
begründet erscheinen lassen
würden,
sind vorliegend nicht ersichtlich. Im Übri
gen wurde einzig bezüglich des Kausalzusammenhangs zwischen den Be
schwer
den am linken Knie und dem Unfall vom 1
4.
September 2010 auf den kreisärzt
lichen Bericht abgestellt.
Es sind keinerlei Anhaltspunkte dafür vorhan
den, dass
der kreisärztliche Bericht unzutreffend sein könnte (vgl. vorstehende E.
5.1
).
Auch
geht der Einwand fehl, es könne nicht auf die kreisärztliche Be
urteilung abge
stellt werden, weil sich der Gesundheitszustand anschliessend verändert habe
(vgl. Urk. 1 S.
5). Denn eine nachträgliche Veränderung des Gesundheits
zu
stands
ändert nichts an der Frage
nach dem
Kausalzusammenhang zwischen den Knie
beschwerden und dem in der Vergangenheit liegenden Unfall.
Daran hätten auch
durch die Beschwerdeführerin gestellte Ergänzungsfragen (vgl. ihren Einwand in
Urk.
1 S.
5) nichts geändert.
Infolgedessen ist die Be
schwerde
auch unter diese
m
Gesichtspunkt unbegründet und daher ist die Beschwerde nach dem Gesagten
vollumfänglich abzuweisen, soweit darauf einzutreten ist.