# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 9a574fcf-22d9-57ad-b354-2471796a6e29
**Court:** SG_VG
**Chamber:** SG_VG_001
**Year:** 2007
**Language:** de
**Jurisdiction:** SG / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

hat das Verwaltungsgericht festgestellt:
A./ Ekrem A., geboren 1961, ist Staatsangehöriger von Serbien. Er war zwischen 1982
und 1991 als Saisonnier in der Schweiz tätig. Am 28. März 1991 verfügte das
Bundesamt für Ausländerfragen gegen ihn eine Einreisesperre für zwei Jahre, weil er
nach Ablauf seiner Bewilligung nicht aus der Schweiz ausgereist war.
Am 31. Mai 1991 heiratete Ekrem A. in Lustenau seine Landsfrau Marija M. Im Rahmen
des Familiennachzugs reiste er in der Folge wieder in die Schweiz und erhielt im
Kanton Appenzell-Ausserrhoden eine Aufenthaltsbewilligung. Diese wurde in der Folge
jährlich verlängert. Am 1. Juni 1995 zogen die Eheleute A. in den Kanton St. Gallen. Am
10. Dezember 1997 wurden sie geschieden. Die Ehe blieb kinderlos.
Am 26. Juni 1998 heiratete Ekrem A. in Presevo, Serbien, seine Landsfrau Fahrije I.
Die Aufenthaltsbewilligung von Ekrem A. wurde letztmals am 27. Juni 2006 bis 24. Juni
2007 verlängert.
Mit Verfügung vom 25. Juni 2007 wies das Ausländeramt das Gesuch von Ekrem A. um
Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung ab und forderte Ekrem A. auf, den Kanton St.
Gallen bis 2. September 2007 zu verlassen. Zur Begründung wurde im wesentlichen
angeführt, der Betroffene habe in strafrechtlicher Hinsicht mehrfach zu Klagen Anlass
gegeben. Ausserdem komme er seinen finanziellen Verpflichtungen nicht nach.
B./ Gegen die Verweigerung der Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung erhob Ekrem
A. durch seinen Rechtsvertreter Rekurs, der vom Justiz- und Polizeidepartement mit
Entscheid vom 6. September 2007 abgewiesen wurde.
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C./ Mit Eingaben seines Rechtsvertreters vom 18. September und 22. Oktober 2007
erhob Ekrem A. Beschwerde beim Verwaltungsgericht mit dem Antrag, der
Rekursentscheid vom 6. September 2007 sei aufzuheben und die
Aufenthaltsbewilligung sei zu verlängern, unter Kosten- und Entschädigungsfolgen.
Die Vorinstanz beantragte in ihrer Vernehmlassung vom 24. Oktober 2007 die
Abweisung der Beschwerde.
Der Beschwerdeführer erhielt Gelegenheit, sich zur vorinstanzlichen Vernehmlassung
zu äussern.
Die von den Verfahrensbeteiligten zur Begründung ihrer Anträge vorgebrachten
Ausführungen werden, soweit wesentlich, in den nachstehenden Erwägungen
dargelegt und gewürdigt.

## Considerations

Darüber wird in Erwägung gezogen:
1. Die sachliche Zuständigkeit des Verwaltungsgerichts ist gegeben (Art. 59bis Abs. 1
des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege, sGS 951.1, abgekürzt VRP). Der
Beschwerdeführer ist zur Ergreifung des Rechtsmittels legitimiert (Art. 64 Abs. 1 in
Verbindung mit Art. 45 Abs. 1 VRP). Die Beschwerdeeingaben vom 18. September und
22. Oktober 2007 entsprechen zeitlich, formal und inhaltlich den gesetzlichen
Anforderungen (Art. 64 Abs. 1 in Verbindung mit Art. 47 Abs. 1 und Art. 48 Abs. 1 und 2
VRP). Auf die Beschwerde ist einzutreten.
2. Nach Art. 4 des Bundesgesetzes über Aufenthalt und Niederlassung der Ausländer
(SR 142.20, abgekürzt ANAG) entscheidet die Behörde im Rahmen der gesetzlichen
Vorschriften und der Verträge mit dem Ausland nach freiem Ermessen über die
Bewilligung von Aufenthalt oder Niederlassung.
2.1. Der Beschwerdeführer war Inhaber einer Jahresaufenthaltsbewilligung. Diese war
letztmals bis 24. Juni 2007 verlängert worden. Zu prüfen ist im vorliegenden Fall,
inwiefern die Verweigerung der Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung auf einer
Ueberschreitung bzw. einem Missbrauch des Ermessens beruht und damit
rechtswidrig ist. Der Beschwerdeführer hat als Jahresaufenthalter keinen
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Rechtsanspruch auf Erteilung oder Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung. Die
Erteilung bzw. Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung stand somit im Ermessen des
Ausländeramts bzw. der Vorinstanz. Dem Verwaltungsgericht ist es verwehrt,
Entscheide der Verwaltungsbehörden im Bereich der Ermessensausübung zu
überprüfen. Es kann nur prüfen, ob die Vorinstanz ihr Ermessen überschritten oder
missbraucht hat, als sie die Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung verweigerte (vgl.
statt vieler GVP 1996 Nr. 9 und 1998 Nr. 71).
2.2. Nach Art. 9 Abs. 2 lit. b ANAG kann die Aufenthaltsbewilligung widerrufen werden,
wenn das Verhalten des Ausländers Anlass zu schweren Klagen gibt. Sodann können
insbesondere auch Ausweisungsgründe nach Art. 10 Abs. 1 lit. a bis d ANAG einen
Widerruf bzw. eine Verweigerung der Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung
rechtfertigen. Beim Entscheid über die Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung sind
die bei der Ausweisung massgebenden Kriterien analog anzuwenden (GVP 1996 Nr. 9
mit Hinweisen). Dabei sind namentlich die Schwere des Verschuldens, die Dauer der
Anwesenheit in der Schweiz und die dem Ausländer und seiner Familie drohenden
Nachteile zu berücksichtigen (BGE 125 II 523; Art. 16 Abs. 3 der
Vollziehungsverordnung zum ANAG, SR 142.201).
2.3. Der Beschwerdeführer hat sich zahlreiche Straftaten zuschulden kommen lassen.
Zwischen 1995 und 2003 wurde er wegen SVG- und ANAG-Delikten mit drei
Gefängnisstrafen von sechs Tagen, von einer Woche und von drei Monaten sowie mit
fünf Bussen von Fr. 200.--, Fr. 300.--, Fr. 600.--, Fr. 1'000.-- und Fr. 1'400.-- bestraft.
Am 21. Januar 2004 sprach das Ausländeramt gegen den Beschwerdeführer eine
Verwarnung aus und verlängerte die Aufenthaltsbewilligung nur auf Zusehen und
Wohlverhalten hin. In den Jahren 2004 bis 2006 delinquierte der Beschwerdeführer
aber erneut. Wegen mehrfachen Ungehorsams im Betreibungs-und Konkursverfahren
und Widerhandlung gegen das Gastwirtschaftsgesetz wurde er in den Jahren 2004 und
2005 mit drei Bussen von Fr. 200.--, Fr. 300.-- und Fr. 500.-- bestraft. Am 28. Juni
2006 wurde der Restbetrag einer Busse in fünfzehn Tage Haft umgewandelt. Wegen
Fahrens in angetrunkenem Zustand wurde der Beschwerdeführer am 18. Juli 2006 mit
einem Monat Haft unbedingt und am 7. Dezember 2006 mit zwei Monaten Haft
unbedingt bestraft. Ausserdem wurde die am 5. Dezember 2003 ausgefällte bedingte
Gefängnisstrafe von drei Monaten als vollziehbar erklärt.
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Der Beschwerdeführer verbüsste die Freiheitsstrafen in Halbgefangenschaft. Die
Bewilligung zu dieser Vollzugsform wurde am 22. Mai 2007 widerrufen, weil sich der
Beschwerdeführer nicht korrekt verhalten hatte.
Das Untersuchungsamt Altstätten sprach den Beschwerdeführer am 7. September
2007 des mehrfachen Fahrens trotz Entzug des Führerausweises und des Verstosses
gegen das Gastwirtschaftsgesetz schuldig und verurteilte ihn zu 160 Stunden
gemeinnütziger Arbeit und einer Busse von Fr. 300.--.
Diese zahlreichen Delikte bzw. Verurteilungen begründen in fremdenpolizeilicher
Hinsicht ein erhebliches öffentliches Interesse an der Verweigerung des weiteren
Aufenthalts des Beschwerdeführers. Zwar liess sich dieser keine Verbrechen oder
ähnlich schwerwiegende Delikte zuschulden kommen. Auffallend ist aber die grosse
Zahl der Verstösse gegen das SVG sowie die wiederholten Straftaten im
Zusammenhang mit dem Betrieb einer Gastwirtschaft. Namentlich das wiederholte
Fahren in angetrunkenem Zustand, wobei der Beschwerdeführer mehrmals während
laufender Probezeit rückfällig wurde, sowie der Umstand, dass er trotz Ausweisentzugs
weiterhin sein Auto lenkte, lassen auf eine schwerwiegende Gleichgültigkeit gegenüber
gesetzlichen Vorschriften und behördlichen Anordnungen schliessen. Hinsichtlich der
SVG-Delikte muss der Beschwerdeführer nachgerade als unbelehrbar qualifiziert
werden. Zu Recht hielt die Vorinstanz ausserdem fest, dass auch die
fremdenpolizeilichen Verwarnungen den Beschwerdeführer nicht zu beeindrucken
vermochten.
Fest steht weiter, dass der Beschwerdeführer seinen finanziellen Verpflichtungen nicht
nachkommt. Gegen ihn bestehen 34 Verlustscheine im Betrag von über Fr. 100'000.--.
Dass die Schulden zur Hauptsache auf eine geschäftliche Tätigkeit zurückzuführen
sind, ändert an der unvollständigen Erfüllung der finanziellen Verpflichtungen nichts. Ob
sich der Beschwerdeführer künftig als Arbeitnehmer bewähren wird, kann offen
bleiben.
Die Aufenthaltsdauer von nunmehr über 16 Jahren in der Schweiz sowie der vorherige
Aufenthalt als Saisonnier fallen zugunsten des Beschwerdeführers ins Gewicht.
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Der Beschwerdeführer ist verheiratet. Seine Ehefrau lebt im Herkunftsstaat. Eine
Rückkehr ist daher für ihn im Vergleich zu Landsleuten in einer ähnlichen Situation
ohne überdurchschnittliche Probleme möglich. In familiärer Hinsicht fällt daher die
Verweigerung des weiteren Aufenthalts in der Schweiz nicht nachteilig ins Gewicht.
Fehl geht die Berufung auf Art. 14 Abs. 2 des Asylgesetzes (SR 142.31). Diese
Bestimmung kommt vorliegend gar nicht zum Tragen, da der Beschwerdeführer nicht
aufgrund des Asylgesetzes dem Kanton St. Gallen zugewiesen ist. Im weiteren könnte
auch nicht von einem schwerwiegenden persönlichen Härtefall infolge fortgeschrittener
Integration gesprochen werden. Eine solche Integration würde namentlich auch
voraussetzen, dass der Beschwerdeführer unbescholten ist. Da die Ehefrau im
Herkunftsstaat lebt, ist nicht ersichtlich, inwiefern die Rückkehr einen
schwerwiegenden persönlichen Härtefall begründen sollte.
2.4. Zusammenfassend ergibt sich, dass in der Verweigerung der Verlängerung der
Aufenthaltsbewilligung aufgrund der zahlreichen Straftaten und des Fehlens
schwerwiegender familiärer Nachteile trotz des langen Aufenthalts in der Schweiz kein
Missbrauch bzw. keine Ueberschreitung des Ermessens zu erblicken ist, weshalb die
Beschwerde als unbegründet abzuweisen ist.
3. Dem Verfahrensausgang entsprechend sind die amtlichen Kosten des
Beschwerdeverfahrens dem Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 95 Abs. 1 VRP). Eine
Entscheidgebühr von Fr. 2'000.-- ist angemessen (Ziff. 382 Gerichtskostentarif, sGS
941.12). Sie ist mit dem geleisteten Kostenvorschuss in gleicher Höhe zu verrechnen.
Ausseramtliche Entschädigungen sind nicht zuzusprechen (Art. 98bis VRP).