# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** c49a0e42-2dd8-4289-9b06-51f80a961bdb
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2020
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1979, gelernter Metallbauer, arbeitete ab 1. Juni 2010 bei der
Y._
AG als Schweisser (vgl. Urk. 8/4 S. 1, S. 4, Urk. 8/10/11). Am 29. November 2012 rutschte der Versicherte auf einer Treppe aus und zog sich dabei Verletzungen an der linken Hand, dem linken Arm, der linken Schulter sowie an der linken Rippe zu (vgl. Urk. 8/2/1-10 S. 1 f.). In der Folge wurde ihm
von den Behandlern eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit attestiert
(vgl.
Urk. 8/14/54). Auf den 31. Januar 2013, verlängert um die Sperrfrist bis Ende Mai 2013,
war
ihm das Arbeitsverhältnis bei der
Y._
AG gekündigt
worden
(vgl.
Urk. 8/10/4, Urk. 8/11 S. 2 Mitte, Urk. 8/14/79).
Unter Hinweis auf eine eingeschränkte Beweglichkeit und Einsatzfähigkeit der linken Schulter und der linken Hand meldete sich der Versicherte am 19. Juli 2013
bei der Invalidenversicherung zum Leistungs
bezug an (Urk. 8/4). Die Sozial
versicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, klärte in der Folge die medi
zinische sowie erwerbliche Situation ab und zog die Akten der Unfallversicherung bei (Urk. 8/14
/1-125
).
Am 9. Oktober 2013
erteilte sie
dem Versicherten
Kosten
gutsprache für eine vierwöchige berufliche Abklärung in der berufliche
n Abklärungsstelle
Z._
(BEFAS)
und
sprach dem Versicherten
für die Zeit vom 21. Oktober bis 17. No
vember 2013 ein Taggeld (Urk. 8/22-23, Urk. 8/28)
zu. A
m 12. Dezember 2013
erfolgte
eine Kostengutsprache für eine Umschulung zum CNC Bediener im
Z._
vom 27. Januar 2014 bis 25. Januar 2015 (Urk. 8/33-34). Da der Versicherte aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr weiter an der beruflichen Massnahme teilnehmen konnte, wurde die
Umschulung per 1
3.
Juni 2014 abge
brochen
und mitgeteilt, dass das IV-Taggeld bis zum letzten Eingliederungstag ausbezahlt werde
(
Urk.
8/47)
.
Nach einem stationären Aufenthalt in der
Klinik A._
vom 24. Juli bis 5. September 2014 zum Alkoholentzug und zur psychischen Stabi
lisierung (vgl. Urk. 8/52) sprach die IV-Stelle dem Versicherten am 30. September 2014
die
Kosten für ein Belastbarkeitstraining vom 9. September bis 14. Dezem
ber 2014 und für diese Zeit ein IV-Taggeld zu (vgl. Urk. 8/54-55, Urk. 8/57). Am 16. Oktober 2014 (Urk. 8/59) wurde die Beendigung des Belastbarkeitstrainings per 10. Oktober 2014 verfügt, da eine Weiterführung aufgrund der gesund
heitlichen Situation nicht mehr angezeigt war. Der Versicherte stürzte am 11. November 2014 auf die linke Hand und zog sich am 27. November 2014 während eines vom 21. November bis 10. Dezember 2014 dauernden stationären Aufenthaltes zum Alkohol-Entzug in der Klinik
B._
eine Ruptur des
Kreuzbandes des linken Knies
zu (vgl. Urk. 8/76/12-15). Vom 24. Februar bis 15. April 2015 (vgl. Urk. 8/76/16-20) erfolgte ein stationärer Aufenthalt in der Rehaklinik
C._
.
1.2
Am
3.
Dezember 2014 (Urk. 8/64) hatte die IV-Stelle den Versicherten aufgefor
dert, den Nachweis einer mindestens sechsmonatigen Alkoholabstinenz zu erbringen.
Nach Ablauf der sechsmonatigen durch den Hausarzt kontrollierten Abstinenz (vgl. Urk. 8/66-67, Urk. 8/69-71, Urk. 8/78) stellte der Versicherte am 18. Mai 2015 (Urk. 8/75) Antrag auf Wiederaufnahme des Belastbarkeitstrainings, woraufhin die IV-Stelle am 17. September 2015 (Urk. 8/86) Kostengutsprache für ein Belastbarkeitstraining vom 2. November 2015 bis 29. Januar 2016 bei der Durchführungsstelle
Z._
sowie für die besagte Zeit ein Taggeld zusprach (vgl. Urk. 8/87, Urk. 8/90, Urk. 8/99).
Am 10. Februar 2016
erteilte
die IV-Stelle Kostengutsprache für ein Aufbautraining bei der Durchführungsstelle
Z._
vom 1. Februar bis 31. Juli 2016 (vgl. Urk. 8/105-106, Urk. 8/110) sowie am 7. Juli 2016 Kostengutsprache
für eine
Umschulung zum CNC-Bediener im
Z._
vom 1. August 2016 bis zum 31. Juli 2017 (vgl. Urk. 8/116-117, Urk. 8/119-120, Urk. 8/126-127). Am 22. Juni 2017
bewilligte
die IV-Stelle ein Praktikum/Arbeitstraining bei der Firma
D._
AG vom 1. August 2017 bis 31. Januar 2018
.
Auch
für diese Zeit
sprach sie
ein
Taggeld zu (vgl.
Urk. 8/131
132, Urk. 8/139-140, Urk. 8/159-160). Nachdem die IV-Stelle Kenntnis davon
erhalten hatte
(vgl. Urk. 8/143), dass dem Versicherten wegen Rück
enproblemen
zuerst ab 19. Juni 2017 eine 100%ige und ab 24. Juli 2017 eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit attestiert worden war (vgl. Urk. 8/147, Urk. 8/152, Urk. 8/170, Urk. 8/177, Urk. 8/182, Urk. 8/191), forderte sie mit Verfügung vom 7. August 2017 (Urk. 8/144) die im Juni 2017 ausbezahlten Tag
gelder zurück.
Am 16. Januar 2018 unterschrieb der Versicherte einen Arbeitsvertrag für eine per 1. Februar 2018 (vgl. Urk. 8/163) beginnende Stelle als Hilfsmechaniker bei der
D._
AG, wobei er aufgrund seines Gesundheitszustandes als 50 % ein
satzfähig erachtet wurde. Am 23. Januar 2018 (Urk. 8/165) teilte die IV-Stelle ihm mit, dass
das
Praktikum vom 1. Februar bis 31. Juli 2018 verlängert werde und er während der Dauer der Massnahme ergänzend zum Lohn ein IV-Taggeld erhalte (vgl. auch Urk. 8/166-168).
1.
3
Am 7. März 2018 (Urk. 8/176) teilte die IV-Stelle dem Versicherten
den Abschluss der beruflichen Eingliederung
mit
und sie
veranlasste
im Hinblick auf einen mög
lichen Rentenanspruch
bei der
E._
das
polydisziplinäre (internistische, neurolo
gische, orthopädische, psychiatrische und neuropsychologische) Gutachten
vom
13. September 2018 (Urk. 8/195/1-189).
Nach durchgeführtem Vorbescheidverfahren (Urk. 8/203, Urk. 8/218, Urk. 8/222) verneinte die IV-Stelle mit Verfügung vom 10. September 2019 einen Leistungs
anspruch (Urk. 2).
2.
Dagegen erhob der Versicherte am 10. Oktober 2019 (Urk. 1) Beschwerde und beantragte, die Verfügung vom 10. September 2019 sei aufzuheben und es sei die Beschwerdegegnerin zu verpflichten, eine neue, polydisziplinäre Abklärung durchführen zu lassen, worauf neu zu entscheiden sei (S. 2).
Die IV-Stelle beantragte mit Beschwerdeantwort vom 11. Dezember 2019 (Urk. 7) die Abweisung der Beschwerde, was dem Beschwerdeführer mit Verfügung vom 13. Dezember 2019 zur Kenntnis gebracht wurde (Urk. 9).
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allge
meinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG]). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beur
teilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähig
keit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss Art. 28 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betä
ti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen
wieder herstellen
, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (Art. 8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine Vier
telsrente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine Dreiviertelsrente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (Art. 28 Abs. 2 IVG).
1.3
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (sog. Valideneinkommen). Der Einkommensver
gleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegen
übergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditäts
grad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2, 128 V 29 E. 1).
1.4
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schluss
folgerungen der Experten begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a mit Hinweis).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin führte in ihrer Verfügung vom 10. September 2019 (Urk. 2) aus, gestützt auf das
E._
-Gutachten sei eine 100%ige Arbeitsfähig
keit ausgewiesen. Einzig sollten Tätigkeiten mit hoher Stressbelastung, hoher Verantwortung, hohem Publikumsverkehr oder Zugriffsmöglichkeiten auf Alko
hol vermieden werden (S. 1). Innerhalb der Begutachtung hätten sich erhebliche Differenzen hinsichtlich der vom Beschwerdeführer beschriebenen Schmerzen gezeigt. Auch seien kognitive Defizite beschrieben worden, die neuropsychologi
sche Testung habe aber einen deutlichen Hinweis auf ein verfälschendes Antwortverhalten ergeben. Ein IV-relevantes Leiden sei nicht ausgewiesen. Es bestehe kein Anspruch auf eine Invalidenrente (S. 1 f.).
Mit Beschwerdeantwort vom 11. Dezember 2019 (Urk. 7) ergänzte die Beschwer
degegnerin, bei der einmaligen Nennung eines falschen Namens im Gutachten handle es sich um einen Schreibfehler und nicht um die Verwechslung einer Person. Das Gutachten entspreche den bundesgerichtlichen Voraussetzungen an ein beweiskräftiges Gutachten. Auf dieses sei abzustellen. Gemäss dem Gutachten liege keine gesundheitliche Beeinträchtigung mit Auswirkung auf die Arbeitsfä
higkeit vor.
2.2
Der Beschwerdeführer stellte sich hingegen auf den Standpunkt (Urk. 1), im
neuropsychologischen Teilgut
achten
der
E._
sei entweder von einem anderen Versicherten kopiert worden oder die Testergebnisse stammten von einer anderen Person. Trotz Aufforderung habe die Beschwerdegegnerin deswegen nicht die notwendigen Abklärungen vorgenommen und sich nur auf die Aussagen der Gut
achter verlassen, wodurch sie den Untersuchungsgrundsatz verletzt habe (S. 2 f., S. 6 Ziff. 6). Zudem hätten die behandelnden Ärzte am 25. Januar 2019 zum Gut
achten Stellung genommen. Diese seien zum Schluss gekommen, dass er keine höhere Arbeitsfähigkeit als 50 % werde erreichen können (S. 5 Ziff. 5). Ferner habe er am 1. März 2019 einen Unfall erlitten, wobei er sich Beschwerden der Lendenwirbelsäule (LWS) zugezogen habe. Der Kreisarzt der Unfallversicherung sei von einer vorübergehenden Verschlimmerung eines Vorzustandes der LWS ausgegangen. Hernach hätten die krankheitsbedingten Beschwerden wieder gewirkt. Daher sei zu berücksichtigen, dass ein MRI weiterhin bestätigt habe, dass ein Riss des
Anulus
fibrosus
sowie eine
breitbasige
dorsale
Diskusprotrusion
mit Kontakt zur Nervenwurzel S1
recessal
rechts mehr als links bestehe. Diese objek
tivierbare Problematik habe zumindest Einfluss auf mindestens mittelschwere Tätigkeiten. Insofern sei auch die Beurteilung des orthopädischen Gutachters nicht schlüssig, dass die Beschwerden nicht objektiviert werden könnten (S. 7 Ziff. 7). Insgesamt handle es sich um keine schlüssige Begutachtung, indem sein Gesundheitszustand nicht korrekt geprüft worden sei. Aus diesem Grund sei die Streitsache zur weiteren Abklärung an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen (S. 7 Ziff. 8).
2.3
Strittig und zu prüfen ist, ob der Sachverhalt genügend abgeklärt worden ist und damit ein Entscheid über den Rentenanspruch ergehen konnte.
3.
3.1
Die bis zur Begutachtung im
E._
aufliegenden medizinischen Akten wurden im Gutachten vom
13. September 2018
(Urk. 8/195/5-89)
zusammengefasst, weshalb sie vorliegend nicht noch einmal wiedergegeben werden. Soweit erfor
derlich
wird in den nachfolgenden Erwägungen jedoch darauf Bezug genommen.
3.2
Div. Fachärzte der
E._
nannten in der interdisziplinären Gesamtbeurteilung ihres
Gutachtens vom 13. September 2018
(Urk. 8/195/5-12) keine Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit und stellten folgende Diagnosen ohne Aus
wirkung auf die Arbeitsfähigkeit (S. 6):
-
Alkoholabhängigkeit, derzeit abstinent (ICD-10 F10.2)
-
Weitgehende Remission einer depressiven Episode bei Hinweisen auf einen rezidivierenden Depressionsverlauf (ICD-10 F 33.4)
-
Soziale Phobie (ICD-10 F40.1)
-
Mögliche arterielle Hypertonie
-
Präadipositas
Die Gutachter führten aus, aktenkundig sei vorrangig eine psychiatrisch und neuro
psychologisch begründete Arbeitsunfähigkeit attestiert worden. Der Beschwerdeführer habe entsprechende Beeinträchtigungen vorgetragen. Die objektiven Befunde hätten kein ausreichendes Korrelat der Beschwerden, vor allem hinsichtlich der Ausprägung ergeben. Für die reklamierten Schmerzen
und d
i
e
psychischen und kognitiven Störungen h
ab
e sich in den objektiven Befunden zumindest hinsichtlich der Ausprägung kein hinreichendes Korrelat ergeben. Die Indikatoren wiesen auf eine erhaltene Selbständigkeit, Selbstversorgung und Aktivität hin, was für eine Arbeitsfähigkeit spreche. Die aktenkundigen Ein
schätzungen einer erheblichen kognitiven Störung würden der erfolgten Prüfung nicht standhalten, da die Symptomvalidierung gegen eine Validität formal auf
fälliger kognitiver Testbefunde spreche (und die aktenkundige Voruntersuchung keine diesbezüglich ausreichende Symptomvalidierung zeige). Auch sei die aktenkundig erwogene depressive Störung angesichts des hiesigen Befunds nach AMDP in der Ausprägung als regredient anzusehen, die ICD
10
Kriterien einer Persönlichkeitsstörung seien nicht erfüllt und ein ADHS nicht zu bestätigen (S. 4 f.). Es bestehe sowohl aus Sicht der Inneren Medizin, der Neurologie, der Orthopädie, der Psychiatrie sowie der Neuropsychologie und damit auch insge
samt eine 100%ige Arbeitsfähigkeit in der bisherigen und in angepasster Tätigkeit (S. 7).
3.3
Med. pract.
F._
,
Psychologe
Dr. phil.
G._
und
Psychotherapeutin
H._
vom
Zentrum
I._
stellten in ihrer Stellungnahme zum
E._
-Gutachten vom 25. Januar 2019 (Urk. 8
/221) fol
gende Diagnosen (S. 2
):
-
Einfache Aktivitäts- und Aufmerksamkeitsstörung (ICD-10 F90.0)
-
Rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige depressive Episode (ICD-10 F33.1), seit 2011
-
Akzentuierte Persönlichkeits
züge
vom schizoiden, ängstlichen und abhängigen Typ (ICD-10 Z73.1), seit 2014
Klinik A._
-
Chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren (ICD-10 F45.41)
Die Fachpersonen führten unter anderem au
s, aus ihrer Sicht sei nur eine
50%ige Arbeitsfähigkeit zumutbar mit Rücksicht auf die körperlichen sowie kognitiven Einschränkungen des Beschwerdeführers. Aus psychiatrischer Sicht sei keine konzentrationsfordernde Arbeit mit viel Verantwortung zuzumuten. Sie empf
ä
hlen eine 50%ige Arbeitstätigkeit im geschützten Rahmen mit wenig Ver
antwortung (S. 3).
3.4
Dr. med.
J._
, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin FMH,
führte in seinem Bericht vom 19. März 2019 (Urk. 8/230) aus, der Beschwerdeführer sei sicher seit 29. November 2012 nachweislich arbeitsunfähig (S. 2 Ziff. 2.3.4). Derzeitig vorrangig seien belastungsabhängige Rückenschmerzen sowie das psychiatrische Leiden (S. 3 Ziff. 3.2.1). Beeinträchtigungen bestünden keine beim Sitzen, Stehen oder Gehen, jedoch beim gebückten Arbeiten. Sie bestünden in auftretenden Schmerzen (S. 7 Ziff. 4.3.1-2). Eine geistige oder psychische Erkrankung und eine Persönlichkeitsstörung seien vorhanden. Die Beeinträchtigung müsse der Psychiater angeben (S. 9 Ziff. 5.3). Zu den Funktionseinschränkungen seien keine spezifischen Angaben möglich (S. 11 Ziff. 6.2). Leichte Arbeiten könnten noch regelmässig verrichtet werden (S. 12 Ziff. 7.1). Die aktuelle Arbeit könne der Beschwerdeführer bis zu vier Arbeitsstunden täglich leisten (S. 13 Ziff. 7.3).
3.5
Am 1. März 2019 stürzte der Versicherte erneut auf der Treppe (vgl. Urk. 8/231/22).
Dr. med.
K._
, Fachärztin für Radiologie, vom Spital
L._
hielt in ihrem Bericht vom 1. April 2019 (Urk. 8/231/5) über ein gleichen
tags (vgl. Urk. 8/231/4) erstelltes Röntgenbild der LWS fest, es sei
en
keine Fraktur sichtbar und keine Luxationen feststellbar.
Dr.
J._
berichtete am 5. April 2018 [richtig: 2019; Urk. 8/231/8-9], die Prognose sei gut (S. 1) und die Wiederauf
nahme der Arbeit zu 100 % sei auf 8. April 2019 vorgesehen
, wobei zu diesem Zeitpunkt eine erneute Beurteilung erfolgte
(S. 2).
Am 21. Mai 2019 (Urk. 8/234/10) hielt Dr.
J._
fest, ein Wiedereinstieg in die Arbeitstätigkeit am 8. April 2019 sei gescheitert. Der Beschwerdeführer arbeite bereits in einer angepassten Tätigkeit
mit
einem Pensum von
nur
50 %
, wobei zu diesem Zeitpunkt eine erneute Beurteilung erfolge
(S. 2).
Dr.
J._
attestierte dem Beschwerdeführer eine 100%
ige
Arbeitsunfähigkeit vom 3. März bis 7. April 2019 und vom 15. April bis zum 30. August 2019 (Urk. 8/239/4).
3.
6
Auf Nachfrage der Beschwerdegegnerin hielten
die Gutachter der
E._
in ihrer gutachterlichen Stellungnahme vom 2. Juli 2019 (Urk. 8/235) fest, bei der Namensnennung («
M._
») auf Seite 176 handle es sich um einen Schreibfehler. Der Beschwerdeführer werde ansonsten mehrfach im Text und fortlaufend in der Kopfzeile genannt. Nach nochmaliger Prüfung der echtzeitlichen Testergebnisse seien sämtliche im Gutachtentext berichteten Befunde beim Beschwerdeführer erhoben worden. Eine Verwechslung liege also nicht vor.
Sie boten an – soweit gewünscht – Kopien der Originaltests zuzustellen.
3.
7
Med. pract.
N._
, Fachärztin für Anästhesiologie,
suva
Versicherungs
medizin,
führte in ihrem Bericht vom 18. Juli 2019 (Urk. 8/239/19-20) aus, im Vergleich des MRI vom 28. Juni 2019 mit jenem von 2017 f
i
nde sich kein Nach
weis einer traumatischen Läsion, kein Frakturnachweis und kein Hinweis für eine traumatische
ligamentäre
Verletzung. Wie bereits in der Voruntersuchung vo
n
September 2017 bestehe eine deutliche Osteochondrose auf Höhe LWK
5/SWK
1.
Zudem sei
en
ein Riss des
Anulus
fibrosus
auf diesem Niveau und
eine
breit
basige
dorsale
Diskusprotrusion
mit Kontakt zur Nervenwurzel S1
recessal
rechts mehr als links feststellbar. Im Vergleich zur Voruntersuchung bestehe eine leicht progrediente fettige Degeneration ventral an der Deckplatte von LWK 4 und eine beginnende Facettengelenksarthrose. Der Unfall habe mit überwiegender Wahr
scheinlichkeit zu keinen zusätzlichen strukturellen Läsionen geführt. Im aktuellen Fall handle es sich um eine vorübergehende Verschlimmerung eines degene
rativen Vorzustandes der LWS.
3.
8
Am 26. Juli 2019 (Urk. 8/239/6) berichtete Dr.
J._
, eine weiterführende Abklärung mittels MRI der LWS am 28. Juni 2019 zeige keine richtungsweisen
den Befunde. Der Beschwerdeführer fühle sich nicht in der Lage die Arbeit
wieder aufzunehmen
, sodass er ihm die Arbeitsfähigkeit zu 100 % bis Ende August ver
längert habe.
4.
Vorwegzuschicken ist, dass die Argumentation des Beschwerdeführers hinsicht
lich einer Verletzung des Untersuchungsgrundsatzes wegen der allfällig ungenü
genden Überprüfung verwechselter oder kopierter Testresultate im neuropsycho
logischen
E._
-Teilgutachten nicht verfängt (E. 2.2).
Die Kritik des Beschwerdeführers geht einzig darauf zurück, dass auf S. 176 an einer einzigen Stelle im neuropsychologischen Teilgutachten der Name «
M._
» statt «
X._
» aufgeführt ist (vgl. Urk. 1 S. 6, Urk. 8/224 S. 2). Weitere Argumente führte er nicht auf und sind auch nicht ersichtlich.
Nachdem der Beschwerdeführer dies in seinem Einwand vom 27. Februar 2019 (Urk. 8/224 S. 2 unten) im Vorbescheidverfahren moniert hatte, veranlasste die Beschwerdegegnerin bei der
E._
eine Überprüfung der Testergebnisse (Urk. 8/233). Nach nochmaliger Prüfung der echtzeitlichen Testergebnisse konnten die
E._
-Gutachter glaubhaft versichern, dass sämtliche im Gut
achtentext berichteten Befunde beim Beschwerdeführer erhoben worden waren und keine Verwechslung vorlag (E. 3.6).
Anhaltspunkte für eine Verwechslung bestehen
nunmehr
keine. Im Fliesstext wird im 38-seitigen neuropsychologischen Teilgutachten mehrfach korrekt
der
Name
des Beschwerdeführers
genannt, bei der Befunderhebung, Testung und Beurtei
lung wird in unverwechselbarer Weise jeweils konkret auf den Beschwerdeführer und seine Situation Bezug genommen (Urk. 8/195/151-189). Grund an der korrekten Durchführung der neuropsychologischen Begutachtung des Beschwer
deführers oder an der Antwort nach erfolgter Überprüfung der vom Bundesamt für Sozialversicherung als MEDAS-Stelle anerkannten
E._
zu zweifeln, bestehen keine. Dementsprechend bestand auch kein Anlass für die Beschwerde
gegnerin diesbezüglich weitere Abklärungen vorzunehmen.
Auch der Beschwer
deführer beantragte nicht, es seien die von der
E._
angebotenen Kopien der Originaltests noch nachzufordern, um damit allfällige letzte Zweifel auszu
räumen, sondern vielmehr die Anordnung eines neuen polydisziplinären Gut
achtens (
Urk.
1 S. 6). Eine Verletzung des Untersuchungsgrundsatzes liegt inso
weit nicht vor.
Inwieweit das neuropsychologische Teilgutachten auch inhaltlich zu überzeugen vermag, ist eine materielle Frage. Dies gilt es
nachfolgend
bei der Überprüfung der Beweiskraft des Gutachtens zu beleuchten (vgl. nachstehend E. 5).
5.
5.1
5.1.1
Das polydisziplinäre Gutachten der Fachärzte der
E._
vom 13. September 2018 (E. 3.2) ist hinsichtlich der zu beurteilenden Leiden des Beschwerdeführers um
fassend. Es beinhaltet internistische, neurologische, neuropsychologische, psy
chiatrische und orthopädische Untersuchungen und beruht auf den erforder
lichen allseitigen klinischen und bildgebenden Explorationen sowie den notwen
digen Laborerhebungen (Urk. 8/195/5-189 S. 32 f., S. 38, S. 63-66, S. 100-105, S. 110, S. 132-138, S. 146, S. 170-177, S. 183, Urk. 8/195/213-218). Das Gutach
ten wurde in Kenntnis der und in Auseinandersetzung mit den Vorakten erstattet
(Urk. 8/195/5-189 S. 3-5, S. 10-29, S. 41-60, S. 71-76, S. 79
98, S. 107, S. 113
132, S. 139-143, S. 148-167, S. 178-180, Urk. 8/195/190-206), berück
sichtigt die geklagten Beschwerden und setzt sich mit diesen sowie dem Verhalten des Beschwerdeführers auseinander (Urk. 8/195/5-189 S. 5-7, S. 29-32, S. 34-38, S. 60-62, S. 67-71, S. 98-100, S. 106-110, S. 132-146, S. 167-183).
Die Gutachter haben die medizinischen Zustände und Zusammenhänge einleuch
tend dargelegt und ihre Schlussfolgerung nach erfolgter Konsensbesprechung nach
vollziehbar begründet (Urk. 8/195/5-189 S. 3-7). So zeigten sie auf, dass der Beschwerdeführer
vorrangig psychische und neuropsychologische
Beeinträchti
gungen vortrug, die objektiven Befunde jedoch kein ausreichendes Korrelat der Beschwerden, vor allem hinsichtlich der Ausprägung, ergeben haben (S. 4 f.). Die Gutachter legten dar, dass die Indikatoren auf eine erhaltene Selbständigkeit, Selbstversorgung und Aktivität hinwiesen, woraus sie nachvollziehbar den Schluss zogen, dass dies für eine Arbeitsfähigkeit spricht. Ebenso zeigten sie plausibel auf, dass die aktenkundigen Einschätzungen einer erheblichen kogniti
ven Störung ihrer Prüfung nicht standhielten, da die Symptomvalidierung gegen eine Validität formal auffälliger kognitiver Testbefunde sprach.
Im
neuropsychologischen Gutachten
wurde
plausibel nach
gewiesen
, dass ein ver
fälschtes Antwortverhalten vorlag, da die Anzahl richtiger Antworten noch unterhalb der Ratewah
rscheinlichkeit lag. Dies deutet
auf eine gezielte Auswahl von Falschantworten hin, was wiederum eine intakte Kognition/
Mnestik
erfor
dert.
Sodann wurde
überzeugend auf
gezeigt
, dass die
frühere
Testung von
Neuropsychologen
lic. phil.
O._
und Dr.
med.
P._
,
Fachärztin FMH für Neurologie,
welche aufgrund der in ihrer Untersuchung präsentierten Minder
leistung eine 50%ige Minderung der Arbeitsfähigkeit angenommen hatten
(Urk. 8/175), ohne
ausreichende
Symptomvalidierung erfolgt war (Urk. 8/195/5
189 S. 182 f.
, S. 75).
Weiter stellten die
E._
-Gutachter schlüssig
fest, dass die aktenkundig erwogene depressive Störung angesichts des Befunds nach AMDP in der Ausprägung als regredient anzusehen ist, die ICD
10
Kri
terien einer Persön
lichkeitsstörung nicht erfüllt sind und ein ADHS nicht zu bestätigen ist. Folge
richtig schlossen sie auf eine 100%ige Arbeits
fähigkeit in der bisherigen und einer angepassten Tätigkeit (E. 3.2).
Dabei ist jedoch festzustellen, dass
mit der
von den Gutachte
r
n als bisherig bezeichnete
n
Tätigkeit die Arbeit nach erfolgter Umschulung bei der
D._
AG als CNC Bediener respektive Hilfsmechaniker gemeint ist
,
und nicht etwa die ursprüngliche
Schweissertätigkeit
bei der
Y._
AG. Dies ergibt sich eindeutig aus dem umschriebenen «Anforderungsprofil bisherige Tätigkeit», worin darauf verwiesen wird, dass die angestammte Tätigkeit als Metallbauer infolge eines Unfalls nicht mehr zumutbar
sei
, der Beschwerdeführer
aber
seit
dem
1. Februar 2018 als Hilfsmechaniker bei der
D._
AG angestellt sei, wo er innerbe
triebliche Fahrdienst
e
verrichte, Maschinen einrichte und selbständig bediene sowie Qualitätskontrollen durchfü
hre (vgl. Urk. 8/195/5-189 S. 4
). Zudem ist für eine optimal angepasste Tätigkeit zu beachten, dass Tätigkeiten mit hoher Stress
belastung, hoher Verantwortung, mit hohem Publikumsverkehr oder Zugriffs
möglichkeit auf Alkohol zu vermeiden sind (vgl. Urk. 8/195/5-189 S. 144).
5.1.2
Ausführungen zum retrospektiven Verlauf der Arbeitsunfähigkeit fehlen im interdisziplinären Teil des Gutachtens (vgl. Urk. 8/195/5-189 S. 1-8). Die
in den jeweiligen Teilgutachten
in den einzelnen medizinischen Disziplinen
getätigten Aussagen darüber
vermögen grundsätzlich zu überzeugen. Es fehlt jedoch im orthopädischen und psychiatrischen Teilgutachten eine Angabe über den exakten zeitlichen Verlauf der Arbeitsunfähigkeiten.
Die Fachärzte
zeigten schlüssig auf, dass aus internistischer, neurologischer und neuropsychologischer Sicht nie eine Arbeitsunfähigkeit vorlag (Urk. 8/195/5-189 S. 34, S. 3 unten, S. 71-76, S. 178 f
f
. und S. 183 sowie E. 5.1.1 vorstehend).
Der Orthopäde
Dr.
med.
Q._
legte dar, dass lediglich passager Beeinträchti
gungen bestanden haben und seit Abklingen der Traumafolgen im Jahr 2015 sowie vor dem Trauma jeweils eine 100%ige Arbeitsfähigkeit gegeben war (S. 109 f.). Exakte Aussagen über den Zeithorizont nahm er nicht vor. Zudem äusserte er sich nicht in genügender Weise über allfällig somatisch bedingte Ein
schränkungen betreffend die vorliegend ebenfalls wesentliche Zeit vor dem Jahr
201
5.
Psychiater
Dr.
med.
R._
wies daraufhin, dass der Begutachtung vorangehend im Rahmen der depressiven Störung und der sozialen Phobie eine höhergradige Arbeitsunfähigkeit bestanden haben könnte, welche er jedoch retrospektiv zeitlich nicht näher eingrenzte (S. 145).
Zusammenfassend ist gestützt auf das
E._
-Gutachten jedenfalls für die Zeit nach den erfolgten Untersuchungen im Juni und Juli 2018 (
Urk.
8/195/5-189 S. 5) und damit mit dem Ende des Taggeldanspruches am 3
1.
Juli 2018 (vgl.
Urk. 8/176) von einer uneingeschränkten Arbeitsfähigkeit in leidens
angepassten Tätigkeiten auszugehen.
5.2
5.2.1
Im Gegensatz zu den
E._
-Gutachtern diagnostizierten die Fachpersonen vom
I._
in ihrer Stellungnahme zum
E._
-Gutachten vom 25. Januar 2019 (E. 3.3) eine mittelgradige d
epressive Episode, akzentuierte
Persönlichkeitszüge, eine einfache Aktivitäts- und Aufmerksamkeitsstörung sowie eine chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren. Sie hielten den Beschwerdeführer aus psychiatrischer Sicht weiterhin für maximal 50 % leistungsfähig. Bei der Stellungnahme handelt es sich nicht um eine Beurteilung eines im Nachgang des
E._
-Gutachtens aufgetretenen Veränderung des medizinischen Sachverhaltes, sondern um eine basierend auf einer
neuropsycho
logischen
Untersuchung vom 12. Februar 2018 angepasste Diagnosestellung hin
sichtlich Verdachtsdiagnose eines organische
n
Psychosyndrom
s
mit der Neu
interpretation eines Aktivitäts- und Aufmerksamkeitsdefizits (Urk. 8/221 S. 1 unten und S. 2 oben) sowie einer aufgrund der anhaltend beklagten Schulter-, Rücken- und Kopfschmerzen, welche so auch gegenüber den
E._
-Gutachtern angegeben wurden (Urk. 8/195/5-189 S. 30 unten, S. 31 oben, S. 60 unten, S. 98 unten, S. 133 Mitte, S. 168 unten)
,
diagnostizierten Schmerzstörung. Die Stellung
n
ahme erschöpft sich im Wesentlichen in der Kritik am
E._
-Gut
achten, insbesondere was die neuropsychologische Begutachtung sowie die Erfassung der Befunde und Beurteilung der Ressourcen im Zusammenhang mit der depressiven Störung ang
eht
(Urk. 8/221 S. 2 f.).
5.2.2
Bei den
beteiligten
Fachpersonen des
I._
handelt es sich nicht um Fachärzte der
Psychiatrie
sondern um
Psychologen und med. pract.
F._
verfügt über keine fachärztliche Ausbildung (vgl. E. 3.12 sowie das Medizinalberuferegister des Bundesamtes für Gesundheit [
Medregom
]; http://www.medregom.admin.ch, besucht am 7. Oktober 2020), weshalb sie die psychiatrische fachärztliche Beur
teilung von
E._
-Gutachter Dr.
R._
grundsätzlich nicht in Frage zu stellen vermögen. Für die Eignung einer Ärztin oder eines Arztes in einer bestimmten medizinischen Disziplin ist ein entsprechender, dem Nachweis der erforderlichen Fachkenntnisse dienender spezialärztlicher Titel der berichtenden oder zumindest der den Bericht visierenden Arztperson erforderlich (Urteil des Bundesgerichts 8C_309/2016 vom 14. Dezember 2016 E. 4.3).
Die Fachpersonen des
I._
führten in ihrer Stellungnahme vom 2
5.
Januar 2019 aus, der Beschwerdeführer erzähle nicht spontan und müsse viel befragt werden, was dazu geführt haben könnte, dass das Gutachten auf unvollständigen oder verfälschten Angaben beruhe. Der Beschwerdeführer habe sich zudem nicht getraut, seine eigenen Grenzen zu kommunizieren und mitzuteilen, dass er nicht mehr bei der Sache sei (
Urk.
8/221 S. 2 f.). Diese Angaben stehen einerseits im Widerspruch zum früheren Bericht der Fachpersonen des
I._
vom 11. Dezember 2017, wo festgehalten worden war, der Beschwerdeführer sei verbal mitteilungs
aktiv und schildere sein Symptomerleben und –verhalten (
Urk.
8/161 S. 8). Im Rahmen der Begutachtung wurde sodann das (Auskunfts-)Verhalten des Beschwerdeführers durchgängig als gut beurteilt (
Urk.
8/195/5-189 S. 32, S. 63, S. 104, S. 136, S. 170). Der Psychiater
Dr.
R._
berichtete von einem zurück
haltenden, aber ausreichend zugewandten und kooperativen Versicherten und von einer wenig modulierten Mimik und Gestik. Die beschriebenen abhängigen und ängstlichen Persönlichkeitszüge könnten bestätigt werden (Urk. 8/195/5-189 S. 136 und S. 144 f.). Hinweise dafür, dass die Gutachter, namentlich Psychiater
Dr.
R._
, den Versicherten und die Befunde nicht richtig erfasst hätten, bestehen somit entgegen den Bedenken der Fachpersonen des
I._
keine.
Im Rahmen der neuropsychologischen Abklärung wurden keine Ermüdungs
erscheinungen festgestellt (
Urk.
8/195/5-189 S. 170 und S. 178). Bei der Symp
tom
validierung lag die Anzahl richtiger Antworten noch unterhalb der Ratewahr
scheinlichkeit, was auf eine gezielte Auswahl von Falschantworten hindeutete. Die Gutachter gingen auch aufgrund der weiteren Untersuchungs
ergebnisse von einer mit hoher Wahrscheinlichkeit vorliegenden Antwortver
zerrung aus (S. 179). Eine erhebliche kognitive Störung wurde sodann auch angesichts des unauffälli
gen klinischen Befunds und der regen Alltags- und Freizeitaktivitäten verneint (S. 180). Wenn die Fachpersonen des
I._
nun ausführen, dass die erzielten Test
ergebnisse auf eine Unfähigkeit des Beschwerdeführers, die Instruktionen zu ver
stehen beziehungsweise sich auf diese zu konzentrieren zurückzuführen sein könnten oder darauf, dass er nicht durchgängig bei der Sache gewesen sei, so ist dies spekulativ und widerspricht anderseits den schlüssigen gutachterlichen Fest
stellungen, die nachgerade eben keine Ermüdungserscheinungen hatten fest
stellen können und von einer bewussten Antwortverzerrung ausgegangen waren.
D
ie
I._
-Fachpersonen schlossen
sodann
aufgrund der vom Beschwerdeführer beklagten Schulter-, Rücken- und Kopfschmerzen
direkt auf eine chronische
Schmerzstörung
.
Dr.
R._
verneinte jedoch das Vorliegen
eine
r
Schmerz
störu
ng nachvollziehbar und zeigte auf
, dass die Achsenkriterien einer psycho
genen Schmerzerkrankung (kein schmerzgequälter Eindruck, fehlender unge
löster
seelischer Konflikt)
-
nicht gegeben waren
. Dr.
R._
hielt sodann fest, die Schmerzen wären bei bestehender (hier vorbestehender) affektiver Störung dort und nicht eigenständig zu kodieren gewesen
(
Urk.
8
/195/5-189 S.
143; vgl.
zu den diagnostischen Kriterien zu F
45.4 anhaltende Schmerzstörung in
Dilling
/
Mambour
/Schmidt,
Internationale
Klassifikation psychischer Störungen: ICD-10 Kapitel V [F]: Klinisch diagnostische Leitlinien, 1
0.
Aufl. 2015, S. 233 f.).
Abweichende Beurteilungen behandelnder Fachpersonen vermögen ein Gutach
ten nach
Art.
44 ATSG grundsätzlich nicht in Frage zu stellen, ausser sie benennen wichtige Aspekte, die im Rahmen der Begutachtung unerkannt oder ungewürdigt geblieben sind (Urteil des Bundesgerichts 9C_246/2018 vom 16. August 2018 E. 4.1). Dies ist vorliegend – wie aufgezeigt
–
nicht der Fall.
5.3
Die Kritik des Beschwerdeführers das orthopädischen Teilgutachten sei nicht schlüssig, weil der Gutachter seine Beschwerden
trotz der Befunde des MRI als nicht
objektiviert erachtet habe, verfängt nicht (vgl. E. 2.2).
Für seine Argumentation verwies der Beschwerdeführer auf
den
im MRI vom 28. Juni 2019 festgestellten Riss des
Anulus
fibrosus
auf
Höhe LWK 5
/SW
K
1 eine
breitbasige
dorsale
Diskusprotrusion
mit Kontakt zur Nervenwurzel S1
recessal
(vgl. E. 2.2 und E. 3.8).
B
ereits im November 2017
lag
eine MR-tomografisch nachgewiesene
Diskusprotrusion
auf derselben Höhe LWK5/SWK1 (SWK1 ent
spricht S1) vor, was Dr.
Q._
bei der Durchführung seiner klinischen Unter
suchung bekannt war (Urk. 8/195/5-189 S. 107). Entgegen der Ansicht des Beschwerdeführers war er bei
seiner
Beurteilung
bestens
über die objektiven bild
gebenden Befunde im Bilde.
Entscheidend für die Einschätzung der Arbeitsfähigkeit
sind
jedoch vielmehr
die klinische Untersuchung und
eine Funktionsdiagnose, welcher bei somatisch begründeten Funktionseinschränkungen zentrale Bedeutung zukommt (Urteil des Bundesgerichts 9C_335/2015 vom
1.
September 2015 E. 4.2.2). Ein solche wurde von Dr.
Q._
im Detail durchgeführt. Diese ergab, was die
(lumbale)
Wirbel
säule anbelangt, keinerlei Einschränkungen und Dr.
Q._
stellte
einen unauffälligen Befund fest. Ein Druckschmerz war nicht feststellbar und bei Angabe eines Klopfschmerzes über
der lumbalen Dornfortsatzreihe
war die para
vertebrale Muskelspannung normal. Die Beweglichkeit des Rumpfes war nicht eingeschränkt. Bei Rumpfbeugung musste sich der Beschwerdeführer nicht an den Beinen oder an der Untersuchungsliege abstützen. Die Entfaltung der Dornfortsatzreihe war harmonisch. Es liessen sich keine Seitabweichung und im Stand oder bei Aufrichtung aus Rückenlage im
Langsitz
keine reale oder funk
tionelle Beinlängendifferenz feststellen. In der spontanen Mobilität lag eine freie
spinale Beweglichkeit vor. Die Seitneigung rechts und links waren 20-0-20°, die Rotation rechts und links 45-0-45°, d
as
Zeichen nach Schober betreffend die LWS 10:15 cm, die maximale Flexion beim Fingerspitzen-Bodenabstand 40 cm und der Finger-Zehenabstand im
Langsitz
20 cm (Urk. 8/195/5-189 S. 101 f.).
Dr.
Q._
hielt fest, für die geklagten Beschwerden fehle das klinische und bildmorphologische Korrelat (
Urk.
8/195/5-189 S. 107).
Nach dem Gesagten geht die Kritik des Beschwerdeführers am orthopädischen Teilgutachten fehl. Dieses ist nicht zu beanstanden.
Zudem ist darauf hinzuweisen, dass Dr.
Q._
auch hinsichtlich der somati
schen Beschwerden
der
linken Hand sowie der linken Schulter, welche seit dem Sturz am 29. November 2012 bestanden und zur Annahme einer Arbeitsunfähig
keit in der angestammten Tätigkeit als Schweisser bei
Y._
AG und Durch
führung einer Umschulung geführt hatten (vgl. Urk. 8/14/19-29, Urk. 8/14/54, Urk. 8/14/121, Urk. 8/42, Urk. 8/76/16-24 Urk. 8/76/28, Urk. 8/76/267), keine funktionellen Einschränkungen mehr feststellen konnte (Urk. 8/195/5-189 S. 102 f.).
5.4
Demnach erfüllt das
E._
-Gutachten (E. 3.2) die rechtsprechungsgemässen Anforderungen zum Beweiswert von medizinischen Gutachten und die abwei
chende Einschätzung der behandelnden Ärzte sowie die Kritik des Beschwerde
führers vermögen dessen Beweiskraft nicht in Frage zu stellen. Es ist darauf abzustellen.
5.5
Im Nachgang zum
E._
-Gutachten erlitt der Beschwerdeführer am 1. März 2019 erneut einen Sturz (vgl. Urk. 8/231/22), woraufhin ihm von seinem Hausarzt eine Arbeitsunfähigkeit attestiert wurde (vgl. E. 3.
5
,
E. 3.8
). Dieser führte jedoch nur vorübergehend und für einen allfälligen Rentenanspruch unbeachtlich zu einer gesundheitlichen Beeinträchtigung.
Dr.
K._
hielt in i
hrem Bericht vom 1. April 2019
über ein gleichentags erstelltes Röntgenbild der Lendenwirbelsäule fest, es sei
en
keine Fraktur sichtbar und keine Luxationen feststellbar. Ebenso konnte
Dr.
N._
mit Bericht vom 18. Juli 2019 (E. 3.
7
) belegen, dass sich im Vergleich des MRI vom 28. Juni 2019 mit jenem MRI von 2017 kein Nachweis einer traumatischen Läsion, kein Frakturnachweis und kein Hinweis für eine traumatische
ligamentäre
Verletzung finden liessen und kam zum Schluss, dass der Unfall vom 1. März 2019 mit über
wiegender Wahrscheinlichkeit zu keinen zusätzlichen strukturellen Läsionen geführt hat. Objektive Anhaltspunkte für eine
andauernde
funktionelle Ein
schränkung bestanden also nicht.
Dr.
J._
führte in seinem Bericht vom 19. März 2019 (E. 3.4) denn auch aus, dass die Beeinträchtigungen in Schmerzen bestünden und konnte keine Angaben
zu Funktionseinschränkungen machen. Vielmehr verwies er für die Umschrei
bung der Beeinträchtigung auf den Psychiater. Er hatte dem Beschwerdeführer denn am 5. April 2019 auch nur eine ziemlich kurze befristete Arbeitsunfähigkeit bis am 8. April 2019 attestiert, die Prognose als gut eingeschätzt und mit einer Wiederaufnahme der Arbeit zu 100 % nur drei Tage später am 8. April 2019 gerechnet (E. 3.
5
). Erst bei der Darstellung persistierender Schmerzen attestierte Dr.
J._
weiterhin bis zum 30. August 2019 eine 100%ige Arbeitsfähigkeit, was sich jedoch durch seine
Formulierung im Bericht vom
26. Juli 2019 (E. 3.
8
) rela
tiviert. Darin hielt er ausdrücklich fest, dass die Bildgebung keine richtungs
weisenden Befunde ergeben ha
b
e und er die Arbeitsfähigkeit allein verlängert ha
b
e,
weil sich der Beschwerdeführer nicht in der Lage gefühlt hatte, die Arbeit wiederaufzunehmen. Daraus lässt sich
schliessen
, dass sich Dr.
J._
bei seinen Einschätzungen nicht von den objektiven Befunden – welche keinerlei Anhalts
punkte für eine funktionelle Einschränkung lieferten - sondern einzig von den Wünschen des Beschwerdeführers leiten
liess
. Es handelt sich denn bei den Arbeitsunfähigkeitsattesten von Dr.
J._
auch jeweils um einfache Arbeitsun
fähigkeitszeugnisse ohne jeglichen Bezug zu den objektiven Befunden. Dr.
J._
zeigte etwa auch nicht auf, welche funktionellen Einschränkungen bestanden hätten und nahm keinen Vergleich zum Vorzustand, wie ihn die
E._
-Gutachter beschrieben hatten, vor, um allfällige
andauernde
Veränderungen zu beschreiben. Die Beurteilung von Dr.
J._
vermag daher keine invalidenver
sicherungsrechtlich relevante, dauerhafte Veränderung des Gesundheitszustandes im Nachgang zur Begutachtung zu belegen.
Von einer bedeutenden
,
sich
länger
auf die Arbeitsfähigkeit auswirkenden Ver
schlechterung des Gesundheitszustandes des Beschwerdeführers aufgrund des Sturzes vom 1. März 2019 ist nicht auszugehen.
5.6
Nach dem Gesagten steht der relevante medizinische Sachverhalt zumindest für die Zeit ab der
E._
-Begutachtung fest.
In Anbetracht dessen sind von zusätz
lichen medizinischen Abklärungen – entgegen der Ansicht des Beschwerdeführers (Urk. 1 S. 8) - keine
entscheidwesentlichen
Erkenntnisse zu erwarten, weshalb darauf zu verzichten ist (antizipierte Beweiswürdigung; BGE
122 V 157 E. 1d). Eine Verletzung des Untersuchungsgrundsatzes liegt nicht vor.
Der Beschwerdeführer ist seit diesem Zeitpunkt
in einer belastungsmässig der Tätigkeit bei der
D._
AG entsprechenden Tätigkeit
zu 100 % arbeitsfähig, wobei zu beachten ist, dass für eine optimal angepasste Tätigkeit nur Tätigkeiten ohne hohe Stressbelastung, hohe Verantwortung und ohne hohen Publikumsver
kehr oder Zugriffsmöglichkeit zu Alkohol in Frage kommen (E. 5.1.1).
6.
6.1
Selbst, wenn davon ausgegangen
wird
, dass dem Beschwerdeführer die ange
stammte Tätigkeit als Schweisser nicht mehr und lediglich eine angepasste Tätig
keit zumutbar
ist
sowie unter Gewährung eines maximalen leidensbedingten Abzuges von 25 % - ohne zu prüfen, ob ein solcher überha
upt angezeigt wäre - resultiert
kein rentenbegründender Invaliditätsgrad.
Dabei
ist de
m
vor
E
intreten des Krankheitsfalles zuletzt erzielte
n
Einkommen als Schweisser bei der
Y._
AG, angepasst an die Nominallohnentwicklung für das Jahr 2018 (Zeitpunkt des Gutachtens),
das
nach absolvierter Umschulung zum CNC Bediener erzielbare Einkommen gegenüberzustellen. Das
Valideneinkommen
beträge
Fr. 7
4
'
282
.
80
(Fr.
71
'
385
.-- [Einkommen im Jahr 201
1
bei der
Y._
AG gemäss IK-Auszug; Urk. 8/25
] :
101 [Index 201
1
] x 105.1 [Index 2018; Nominallohnindex Männer, Bundesamt für Statistik, BFS, Tabelle T 1.1.10]). Für das Invalideneinkommen
ist
auf die Tabellenlöhne gemäss der vom Bundesamt für Statistik periodisch herausgegebenen Lohnstrukturerhebungen (LSE) zurück
zugreifen.
Dabei sind vorliegend zumindest
die Löhne für Männer (LSE 2016 TA1, Kompetenzniveau 1) in einfachen Tätigkeiten körperlicher oder handwerklicher Art heranzuziehen, sodass - angepasst an die Nominallohnentwicklung von Indexstand 104.
1
(2016) auf Indexstand 105.4 (2018; Tabelle T1.1.10 Nominal
lohnindex, Männer 2011-2018; Total) sowie an die betriebsübliche Arbeitszeit von 41.7 Stunden im Jahr 2018 (vgl. Tabelle T
03.02.03.01.04.01 Betriebsübliche Arbeitszeit nach Wirtschaftsabteilungen) und unter Gewährung eines nicht geprüften höchstmöglichen leidensbedingten Abzuges in angepasster Tätigkeit ein Invalideneinkommen von Fr. 50’
728
.
2
5 resultiert (Fr. 5'340.-- x 12 / 104.
1
x 105.4 / 40 x 41.7 x 0.75). Damit
steht
dem Valideneinkommen von Fr.
74
'
282
.
80
ein zumutbares
Invalideneinkommen von Fr. 50’728
.
25
gegenüber, was zu einem rentenausschliessenden Invaliditätsgrad von
31.7 %
führt
.
Für die Zeit nach der Begutachtung im Juni/Juli 2018 besteht kein Rentenanspruch.
6.2
6.2.1
Zu prüfen ist jedoch, ob in der Zeit nach der Anmeldung vom 1
9.
Juli 2013 allenfalls ein befristeter Rentenanspruch bestanden hat.
Es ist zwar grundsätzlich richtig, dass Rentenleistungen erst dann auszurichten sind, wenn keine zumutbaren Eingliederungsmassnahmen mehr in Betracht fallen. So bewirkt der in der Invalidenversicherung geltende Grundsatz «Ein
gliederung vor Rente», dass die Rente hinter einer Eingliederungsmassnahme bzw. dem damit verbundenen Taggeld zurücktritt (so Art. 28 Abs. 1 lit. a
und
Art.
29
Abs.
2
IVG). Ein Rentenanspruch kann daher eigentlich erst nach Beendigung der Eingliederungsmassnahmen entstehen, und zwar selbst dann, wenn diese nur einen Teilerfolg brachten oder scheiterten. Vor diesem Zeitpunkt ist jedoch eine Invalidenrente, gegebenenfalls auch rückwirkend, zuzusprechen, wenn die versi
cherte Person nicht oder noch nicht eingliederungsfähig war (Urteil des Bundes
gerichts 9C_689/2019 vom 20. Dezember 2019 E. 3.1 mit Hinweisen). Laufen keine beruflichen Massnahmen und sind solche auch nicht konkret angeordnet, so kann mithin auch dann ein (allenfalls befristeter) Rentenanspruch entstehen, wenn die Möglichkeiten der beruflichen Eingliederung noch nicht ausgeschöpft sind (Urteil des Bundesgerichts 9C_892/2011 vom 21. September 2012 E. 3.3.1).
6.2.2
Nach am 19. Juli 2013 (Urk. 8/4)
erfolgte
r
Anmeldung zum Leistungs
bezug hätte gemäss Art. 29 Abs. 1 IVG ein Rentenanspruch frühestens im Januar 2014 ent
stehen können.
Insbesondere für die Zeit von Juni 2014 bis November 2015 ist ein befristeter Rentenanspruch nicht von vorneherein ausgeschlossen.
Die mass
geblichen echtzeitlichen medizinischen Unterlagen weisen zumindest eine längere Arbeitsunfähigkeit in der angestammten Tätigkeit sowie zeitweise auch gänzliche Arbeitsunfähigkeiten in angepasster Tätigkeit aus, welche auch eine fehlende Eingliederungsfähigkeit nahelegen
und ein durchgängiger Taggeld
an
spruch bestand nicht. Für das Jahr 2018 fällt aufgrund des Taggeldanspruchs (vgl.
vorne Sachverhalt 1.2) und bei nachfolgender fehlender rentenbegründender Invalidität (E. 6.1) ein Rentenanspruch jedoch ausser Betracht.
Dementsprechend wird die Beschwerdegegnerin nach der Rückweisung der Sache – was sie bis anhin unterlassen hat – gestützt auf die Akten zu prüfen haben, ob nach dem 1. Januar 2014 und bis 3
1.
Dezember 2017 allenfalls (für einen oder mehrere Zeiträume) ein befristeter Rentenanspruch bestanden hat. Insoweit ist die Beschwerde gutzuheissen; im Übrigen ist sie abzuweisen.
7.
7.1
Im vorliegenden Verfahren geht es um die Bewilligung oder Verweigerung von Leistungen, weshalb das Verfahren kostenpflichtig ist. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (Art. 69
Abs.
1
bis
IVG) und ermessensweise auf Fr. 800.-- anzusetzen. Der Beschwerdeführer beantragte die Rückweisung zur Durchführung einer neuen polydisziplinären Abklärung. Dies erwies sich als unnötig. Mit heutigem Urteil
wird einzig für die Prüfung eines befristeten Rentenanspruchs vor dem
1.
Januar 2018 zurückgewiesen.
Damit obsiegt er nur teilweise. Entsprechend dem Ausgang
des Verfahrens sind die Gerichtskosten dem Beschwerdeführer zu
4/5
und der Beschwerdegegnerin zu
1/5
aufzuerlegen.
7.2
Anspruch auf Ersatz der Parteikosten hat grundsätzlich die obsiegende Beschwerde führende Person, die erhebliche Auslagen im Rahmen des Prozesses gehabt hat (vgl.
Art.
61 lit. g ATSG). Nach
§
34
Abs.
3 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht bemisst sich die Höhe der gerichtlich festzusetzenden Entschädigung nach der Bedeutung der Streitsache, der Schwierigkeit des Pro
zesses und dem Mass des Obsiegens, jedoch ohne Rücksicht auf den Streitwert. Der Rechtsvertreter hat keine Kostennote eingereicht. Die Entschädigung ist daher unter Berücksichtigung der genannten Kriterien nach Ermessen auf Fr
6
00.-- (inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) festzusetzen. Die Beschwerde
gegnerin ist in der Folge zu verpflichten, dem Beschwerdeführer eine Prozessent
schädigung in diesem Umfang zu bezahlen.