# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 9f0e7499-c694-4ee1-8c13-4caa7b57329b
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2017
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
1.1
Die 1966 geborene
X._
meldete sich am 1
6.
Februar 2003 (E
in
gangsdatum) bei der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Luzern zum Leistungsbezug an (Urk. 6/4). Diese tätigte erwerbliche sowie medizinische Ab
klärungen und veranlasste die Erstellung eines Gutachtens bei Dr. med.
Y._
, Facharzt FMH für Psychiatrie und Psychotherapie, welches am 29. September 2003 erstattet wurde (Urk. 6/17). Nach dem
Beizug
weiterer
Arzt
berichte
(Urk. 6/21)
sprach sie der Versicherten mit Verfügung vom 4. Februar 2005 eine befristete halbe Invalidenrente vom Juli 2002 bis Juli 2003, eine befristete ganze Invalidenrente vom August bis Dezember 2003 sowie eine unbe
fristete halbe Invalidenrente ab Januar 2004 zu (Urk. 6/38). Gegen diese Verfügung erhob die Versicherte Einsprache (Urk. 6/36).
Nach dem
Beizug
der Akten des Unfallversicherers (Urk. 6/49) wurde der Versicherten mit
Einsprache
entscheid
vom
31. März
2009
mit Wirkung ab
Juli 2002 bis September 2005 eine halbe sowie ab dem Oktober 2005 eine
Dreiviertelsrente
der Invalidenver
sicherung zugesprochen (Urk. 6/71).
1.2
Am
3.
März 2010 teilte die IV-Stelle des Kantons Luzern der Versicherten mit, bei der Überprüfung des Rentenanspruchs sei keine rentenbeeinflussende Ände
rung festgestellt worden. Sie habe weiterhin Anspruch auf eine Dreiviertelsrente der Invalidenversicherung (Urk. 6/80). Mit Schreiben vom 20. April 2010 über
wies sie infolge Wohnsitzwechsels der Versicherten vom Kanton Luzern in den Kanton Zürich sämtliche Akten zur weiteren
Bearbeitung an die Sozialver
si
che
rungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle (Urk.
6
/87).
1.3
Im Frühjahr 2013 leitete die IV-Stelle ein Rentenrevisionsverfahren ein (Urk. 6/98-99, 6/103). Die Versicherte legte diverse medizinische Unterlagen sowie den ausgefüllten Revisionsfragebogen auf (Urk. 6/100, 6/103).
Mit Schrei
ben vom 20. Mai 2014 teilte die IV-Stelle mit, sie erachte eine polydisziplinäre Begutachtung als notwendig (Urk. 6/121). Die Versicherte ersuchte daraufhin um Aufnahme vier zusätzlicher Fragen in den Fragekatalog (Urk. 6/124), was von der IV-Stelle abgelehnt wurde (Urk. 6/125, 6/127). Nach Bekanntgabe des Begutachtungsinstituts sowie der Gutachter durch die IV-Stelle
erhob die Ver
sicherte dagegen Einwände (Urk. 6/133). Mit Zwischenverfügung vom 2
9.
Dezem
ber 2014 hielt die IV-Stelle an der Gutachterstelle, den genannten Gutachtern, den Fachrichtungen sowie dem Fragekatalog fest (Urk. 6/139). Die von der Versicherten dagegen erhobene Beschwerde wies das hiesige Sozial
versicherungsgericht mit Urteil vom 12. Mai 2015 ab (Urk. 6/152).
Am 1
0.
März 2016 erstattete die Begutachtungsstelle
Z._
ihr Gutachten (Urk. 6/163). Nach durchgeführtem Vorbescheidverfahren, in dessen Rahmen die Versicherte eine
Stellungnahme des behandelnden Arztes auflegte (Urk. 6/184),
hob
die IV-Stelle die der Versicherten bisher ausgerichtete Dreiviertelsrente der Invalidenversicherung
mit Verfügung vom
3.
Oktober 2016 per
Ende des der Zustellung der Verfügung folgenden Monats
auf
; einer all
fällig
en
dagegen gerichteten Beschwerde wurde die aufschiebende Wirkung ent
zogen (Urk. 2 [= 6/187]).
2.
Dagegen erhob die Versicherte mit Eingabe vom
2.
November 2016 Beschwerde beim hiesigen Sozialversicherungsgericht und beantragte, die angefochtene Ver
fügung sei aufzuheben und es sei ihr weiterhin eine Teilrente auszurichten. Even
tualiter sei die Sache zu weiteren medizinischen Abklärungen an die IV-Stelle zurückzuweisen (Urk. 1 S. 2).
Mit Beschwerdeantwort vom 1
2.
Dezember 2016 schloss die IV-Stelle auf Ab
wei
sung der Beschwerde (Urk. 5), was der Beschwerdeführerin mit Verfügung vom 1
9.
Dezember 2016 angezeigt wurde (Urk. 7).
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Nach
lit
. a
Abs.
1 der am
1.
Januar 2012 in Kraft getretenen Schlussbe
stimmungen der Änderung vom 1
8.
März 2011 des
Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung
(
IVG;
6.
IV-Revision, erstes Massnahmenpaket; kurz:
lit
.
a
Abs.
1
SchlB
IVG
6.
IV-Revision
) werden Renten, die bei
pathogenetisch
-ätiologisch unklaren
syndromalen
Beschwerdebildern ohne nachweisbare orga
nische Grundlage gesprochen wurden, innerhalb von drei Jahren nach Inkraft
treten dieser Änderung überprüft. Sind die Voraussetzungen nach Artikel 7
des
Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG
)
nicht erfüllt, so wird die Rente herabgesetzt oder aufgehoben, auch wenn die Vor
aus
setzungen von Artikel 17 Absatz 1 ATSG nicht erfüllt sind. Diese Be
stimmung ist verfassungs- und EMRK-konform (BGE 139 V 547 E. 3).
Die in
lit
. a
Abs.
1
SchlB
6.
IV-Revision
vorgesehene Rentenherabsetzung be
zieh
ungsweise -aufhebung ist nicht auf vor dem
1.
Januar 2008 zugesprochene Renten beschränkt. Erging die fragliche Rentenzusprache aber bereits in Beach
tung der jeweils relevanten Rechtsprechung zu
pathogenetisch
-ätiologisch
unkla
ren
syndromalen
Beschwerdebildern ohne nachweisbare organische Grund
lage, bleibt kein Raum für ein Rückkommen unter dem Titel der Schlussbe
stimmung (BGE 140 V 8 E. 2).
Laufende Renten sind vom Anwendungsbereich von
lit
. a
Abs.
1
SchlB
zur
6.
IV-Revision nur ausgenommen, wenn und soweit sie auf erklärbaren Be
schwerden, das heisst auf einer nachweisbaren objektivierbaren Grundlage be
ruh
en. Lassen sich unklare von erklärbaren Beschwerden trennen, können die Schlussbestimmungen der
6.
IV-Revision auf erstere Anwendung finden (BGE 140 V 197 E. 6.2, in Präzisierung u.a. von
BGE 139 V 547
E. 10.1.1; vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_738/2013 vom
8.
April 2014 E.
3.1.2.1 mit Hinweis). Dem
nach ist die Schlussbestimmung bei kombinierten Beschwerden anwendbar, wenn die unklaren und die „erklärbaren" Beschwerden – sowohl diagnostisch als auch hinsichtlich der funktionellen Folgen – auseinandergehalten werden können. Ein organisch begründeter
Teil
der Arbeitsfähigkeit kann bei Anwend
barkeit der Schlussbestimmung nur neu beurteilt werden, sofern eine Verände
rung im Sinne von
Art.
17 ATSG eingetreten ist. Insoweit wird im Anwen
dungsbereich der Schlussbestimmung vom Grundsatz abgewichen, dass die Ver
waltung im Rahmen einer materiellen Revision – um eine solche handelt es sich auch hier – den Rentenanspruch in tatsächlicher und rechtlicher Hinsicht
umfassend prüft (Urteil des Bundesgerichts 9C_121/2014 vom
3.
September 2014
E. 2.4.2 mit Hinweisen).
Ist ein „Mischsachverhalt" gegeben, bei dem es unmöglich ist festzustellen, wie gross der Anteil der organisch bedingten Beschwerden bei der Rentenzu
spre
chung war, wäre ein Abstellen auf die aktuelle gutachtliche Einschätzung nicht zu vereinbaren mit der Rechtsprechung, wonach der auf erklärbaren Beschwer
den beruhende Teil der Invalidität unter dem Rechtstitel der Schlussbestimmung nicht überprüft werden kann. In einem solchen Fall bestimmt sich die (zu einer
integralen
Neuprüfung führende) Anwendbarkeit der Schlussbestimmung nach folgendem Grundsatz: Besteht (im Zeitpunkt der Rentenzusprechung und/oder -überprüfung) neben dem
syndromalen
Zustand eine davon unabhängige orga
nische oder psychische Gesundheitsschädigung, so hängt die Anwendbarkeit der Schlussbestimmung davon ab, dass die weitere („
nichtsyndromale
")
Gesund
heits
schädigung
die anspruchserhebliche Arbeitsunfähigkeit nicht mitverur
sacht
, das heisst letztlich nicht selbständig zur Begründung des Rentenanspruchs beigetragen hat. Wenn sie die Auswirkungen des unklaren Beschwerdebildes bloss verstärkte, bleibt eine Rentenrevision unter diesem Rechtstitel möglich (Urteil des Bundesgerichts 9C_121/2014 vom
3.
September 2014 E. 2.6 mit Hin
weisen).
Da der Bestand laufender Renten wesentlich von medizinischen Aspekten ab
hängt, sind an die entsprechenden Abklärungen besonders hohe Anforderungen zu stellen. Namentlich muss verlangt werden, dass die Untersuchungen im Zeitpunkt der Revision aktuell sind und sich mit der massgeblichen Frage
stellung auseinandersetzen. Soweit die versicherte Person sich – auch mit Bezug auf die Chancen, welche die Wiedereingliederungsmassnahmen bieten – der Beurteilung durch die Verwaltung und deren regionalen ärztlichen Dienst nicht anschliessen kann, dürfte sich in der Regel eine neue, polydisziplinäre Begut
achtung als unumgänglich erweisen (vgl. BGE 139 V 547 E. 10.2).
1.2
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG).
Sie kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 IVG).
Erwerbsun
fähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychi
schen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Einglie
derung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.3
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Be
schwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebe
nenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeits
unfähig ist (BGE 125 V 256 E.
4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage,
welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden k
önnen (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E.
4b/cc).
1.4
Das Sozialversicherungsgericht hat den Sachverhalt von Amtes wegen festzu
stellen und alle Beweismittel objektiv zu prüfen, unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden, ob sie eine zuverlässige Beurteilung des strittigen Leistungsanspruches gestatten. Insbesondere darf es beim Vorlie
gen einander widersprechender medizinischer Berichte den Prozess nicht erledi
gen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt (ZAK 1986 S. 188 E. 2a). Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Gutach
tens ist im Lichte dieser Grundsätze entscheidend, ob es für die Beantwortung der gestellten Fragen umfassend ist, auf den erforderlichen allseitigen Unter
suchungen beruht, die geklagten Beschwerden berücksichtigt und sich mit diesen sowie dem Verhalten der untersuchten Person auseinander setzt – was vor allem bei psychischen Fehlentwicklungen nötig ist –, in Kenntnis der und
gegebenenfalls in Auseinandersetzung mit den Vorakten abgegeben worden ist, ob es in der Darlegung der medizinischen Zustände und Zusammenhänge ein
leuchtet, ob die Schlussfolgerungen der medizinischen Experten in einer Weise begründet sind, dass die rechtsanwendende Person sie prüfend nachvollziehen kann, ob der Experte oder die Expertin nicht auszuräumende Unsicherheiten und Unklarheiten, welche die Beantwortung der Fragen erschweren oder ver
unmöglichen, gegebenenfalls deutlich macht (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c; Ulrich Meyer, Die Rechtspflege in der Sozialver
siche
rung, BJM 1989, S. 30 f.; derselbe in: Hermann
Fredenhagen
, Das ärztliche Gut
achten, 4. Auflage 2003, S. 24 f.).
2.
2.1
Im angefochtenen Entscheid wurde erwogen,
die Rentenzusprache sei aufgrund eines ätiologisch-
pathogenetisch
unklaren
syndromalen
Beschwerdebildes ohne nachweisbare organische Grundlage erfolgt. Deshalb sei eine Überprüfung der Invalidenrente gemäss Schlussbestimmung der Änderung des IVG möglich. Die medizinischen Abklärungen hätten gezeigt, dass die Beschwerdeführerin sowohl in ihrer angestammten als auch in einer angepassten Tätigkeit zu 100
%
arbeitsfähig sei.
Daher
bestehe kein Anspruch auf
eine Invalidenrente (Urk. 2 S.
2).
Zu den im Vorbescheidverfahren vorgebrachten Einwänden wurde ausgeführt,
es seien im Gutachten alle medizinischen Vorakten gewürdigt worden. Der aufgelegte Bericht des behandelnden Arztes, Prof.
Dr.
med.
A._
, Facharzt FMH für Physikalische Medizin und Rehabilitation, enthalte weder neue Diagnosen noch neue Befunde. Bereits in der Vergangenheit habe Prof.
A._
die gleichen Diagnosen gestellt. Diese
seien
im Gutachten berück
sichtigt worden (Urk. 2 S. 3).
2.2
Demgegenüber macht die Beschwerdeführerin geltend,
es könn
e nicht auf das
Z._
-Gutachten abgestellt werden. Dieses sei nicht überzeugend, wie der Bericht von Prof.
A._
zeige. Die Gutachter hätten es versäumt, verschiedene Unter
suchungen durchzuführen, die notwendig gewesen wären. Aus diesem Grund hätten sie falsche Diagnosen gestellt. Auch sei der Verlauf ihrer Krankheits
geschichte nicht korrekt gewürdigt worden. Zu Unrecht seien die Gutachter von einer Schmerzausweitung ausgegangen. Eine solche Diagnose könne nur korrekt gestellt werden, wenn aufwendige Interviews und Beobachtungen mehrerer Test
situationen durchgeführt würden, was vorliegend nicht der Fall gewesen sei. Die Gutachter seien zudem voreingenommen gewesen. Sie hätten im Gutachten falsche Behauptungen aufgestellt. So habe sie
nie angegeben, sie könne sich ein höheres Pensum als 2-3 Stunden am Tag nicht vorstellen (Urk. 1).
3.
3.1
Dem
Einspracheentscheid
vom
31. März
2009, mit welchem der Beschwerde
führerin die
Dreiviertelsrente
zugesprochen wurde, lagen
das Gutachten von
Dr.
Y._
sowie Berichte der behandelnden Ärzte zugrunde (Urk. 6/71 S. 71). In diesen wurden
im Wesentlichen
folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit aufgeführt (Urk. 6/17 S. 5
, 6/21 S. 3
, 6/48 S. 4
, 6/55 S. 2
):
-
leichte depressive Episode mit somatischem Syndrom (ICD-10: F 32.11)
-
lumbospondylogenes
Syndrom bei medialer Diskushernie L4/L5
-
schwere somatoforme Schmerzverarbeitungsstörung bei
-
cervico-spondylogenem
Syndrom
-
lumbo-spondylogenem
Syndrom
-
Status nach Rückenkontusion bei Auffahrkollision 1989
-
chronisches Schmerzsyndrom nach HWS-Distorsion
-
generalisierte, deutlich rechtsbetonte
Myo-Tendinose
samt Aspekten einer Fibromyalgie
-
symmetrisch kombiniert
er
cervikogen-myotendinotischer
occipitoparie
taler
Dauerkopfschmerz
Dr.
med.
B._
, Facharzt FMH für Neurochirurgie, schilderte in seinem Bericht vom
1.
Oktober 2003, die Patientin klage über Rücken- und Nacken
be
schwerden, wobei eine Ausstrahlung bis in den Kleinfinger beschrieben werde (Urk. 6/2
1 S. 3).
Die klinische Untersuchung zeige keine neurologischen
Pathologika
. Bereits bei leichten Bewegungen gebe die Patientin massive lokale Druckschmerzen an, weshalb die Untersuchung teilweise nicht möglich sei. Die angegebenen Schmer
zen seien primär im Sinne einer somatoformen Schmerzverarbeitungs
störung zu sehen (Urk. 6/21 S. 4).
3.2
Aus dem Gutachten sowie den Arztberichten ergibt sich, dass die
Rentenzu
sprache
aufgrund eines
pathogenetisch
-ätiologisch unklaren
syndromalen
Be
schwer
debildes
erfolgte. So wurde bei der Beschwerdeführerin eine somatoforme Schmerzstörung diagnostiziert (Urk. 6/71). Ein hinreichendes organisches Kor
relat für die beklagten Symptome
liess
sich nicht
finden
. Aus den erhobenen Befunden
geht
sodann
hervor
, dass das Schmerzgeschehen im
Vordergrund stand. Damit steht
fest, dass die IV-Stelle die Anwendbarkeit von
lit
.
a
Abs.
1
SchlB
IVG
6.
IV-Revision zu Recht bejahte, womit eine freie Überprüfung des
Rentenanspruchs, unabhängig von einer allfällig eingetretenen gesundheitlichen Veränderung, möglich ist (vgl. E. 1.1).
3.3
Ein Ausnahmefall im Sinne von
lit
. a Abs. 4
SchlB
der 6. IV-Revision ist vor
liegend zu verneinen. Die Beschwerdeführerin hatte im Zeitpunkt des Inkraft
tretens der Änderungen der 6. IV-Revision (1. Januar 2012) weder das 55. Alter
s
jahr zurückgelegt noch die Rente im Zeitpunkt, in dem die Überprüfung eingeleitet wurde (
Juli
2013, Urk.
6/103
), seit mehr als 15 Jahren bezogen.
4.
4.1
4.1.1
Im
Z._
-Gutachten vom 1
0.
März 2016 wurden keine Diagnosen mit Auswir
kung auf die Arbeitsfähigkeit aufgeführt (Urk. 6/163 S. 28). Diagnosen ohne
Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit wurden folgende genannt (Urk. 6/163 S. 28
):
-
Schmerzverarbeitungsstörung (ICD-10: F 54.0)
-
chronisches, lumbal betontes
Panvertebralsyndrom
(ICD-10: F 54.80)
-
Status nach Rückenprellung im Rahmen eines Autounfalles am 14.1.1989
-
radiologisch keine relevante Veränderung an zervikaler und lumbaler Wirbelsäule (Röntgen 16.1.1985, 24.3.2003, 8.5.2003 und 16.12.2005 sowie MRI 25.3.2003 und 1.7.2003)
-
freie Beweglichkeit sämtlicher Wirbelsäulenabschnitte
-
multifaktorielles Kopfschmerzsyndrom (ICD-10: G 44.8) mit zervikaler, migräne- und schmerzmittelinduzierter Komponente
-
Status nach Divertikulitis
-
Sigmaresektion
2012
4.1.2
Im internistischen Teilgutachten wurde ausgeführt, die Explorandin klage über Rückenschmerzen im Berei
ch der Lendenwirbel sowie über
Nacken- und Kopf
schmerzen. Die Schmerzen seien ganztags vorhanden, bei Belastungen würden sie zunehmen. Manchmal habe sie auc
h Migräneanfälle (Urk. 6/163 S.
8-9).
Die klinische Untersuchung des Thorax, des Herzens und der Lunge ergebe unauffällige Befunde. Das Abdomen sei weich, im rechten Unterbauch werde
eine leichte Druckdolenz angegeben. Auch das Blutbild sei unauffällig (Urk.
6/163 S. 10).
Zur Arbeitsfähigkeit wurde festgehalten, aus internistischer Sicht sei die Explo
randin zu 100
%
arbeitsfähig (Urk. 6/163 S. 10).
4.1.3
Im psychiatrischen Teilgutachten wurde ausgeführt, die Explorandin klage über Müdig
keit und seit Jahren bestehende
Schmerzen. Sie habe sich an die
Schmerzen gewöhnt. Teilweise würden diese in den unteren Teil des Rückens und in die Beine ausstrahlen. Schwere Arbeiten könne sie nicht mehr ausführen.
Sie müsse immer wieder die Position wechseln. Gelegentlich leide sie auch unter Bauchbeschwerden (Urk. 6/163 S. 11).
Die Psychomotorik sei lebhaft, Antriebsstörungen seien nicht erkennbar.
Die Explorandin mache einen wachen Eindruck, sei zeitlich, örtlich und zur eigenen Person gut orientiert. Während der gesamten Untersuchung zeige sie keine An
zei
chen einer Konzentrationsschwäche. Die Merkfähigkeit und die Gedächt
nis
leis
tungen seien intakt. Das formale Denken sei nicht eingeengt (Urk. 6/163 S.
13)
.
Im Rahmen der Untersuchung könnten keine psychopathologischen Symptome festgestellt werden. Es fänden sich keine Hinweise für das Vorhandensein einer depressiven Erkrankung. Die in den Akten erwähnte depressive Störung sei vollständig remittiert. Aus psychiatrischer Sicht sei die Versicherte zu 100 % arbeitsfähig (Urk. 6/163 S. 17-18).
4.1.4
Im orthopädischen Teilgutachten wurde ausgeführt, die Explorandin klage über täglich auftretende Rückenschmerzen. Diese würden in den Nacken ausstrahlen, auf der linken Seite bis in den Oberarm. Jeden zweiten Abend habe sie ein Einschlafgefühl ab dem linken Ellbogen bis in die ganze Hand. Auch im linken Bein bestehe diese Symptomatik, zeitweise schlafe der Fuss ein (Urk. 6/163 S. 18).
Die Explorandin könne sich im Sitzen und Stehen flüssig ohne Einschränkung entkleiden. Der Barfussgang sei hinkfrei,
der Fersen- und Zehengang beidseits problemlos durchführbar. Das Ankleiden erfolge ebenfalls zügig und ohne jegliche Einschränkung. Bei der Wirbelsäule bestehe eine vermehrte lumbale Lordose und eine
Protraktion
von Kopf und Schultern. Bei der Palpation stemme sich die Explorandin mit den Armen hoch, um eine völlig diffuse, massive Berührungsempfindlichkeit
thorakolumbal
an der Mittellinie sowie paravertebral, aber auch an den Flanken und der gesamten Beckenregion zu äussern. Auch bei der Palpation der Halswirbelsäule gebe sie eine diffuse Berührungsempfindlichkeit an, bestätige aber das Fehlen von Verspannungen der Nackenmuskulatur. Unter Ablenkung sei die Rotation zügig und offen
sichtlich vollkommen schmerzfrei in beidseitige Endpositionen möglich. An den proximalen Oberschenkeln bestehe linksbetont eine diffuse Druckdolenz.
Bei der Untersuchung der Schulter mache die Explorandin unklare, relativierende Angaben und krümme sich bei der Palpation (Urk. 6/163 S. 20-21).
Die völlig diffus beklagten Beschwerden könnten
weder durch die klinischen noch durch die radiologischen Befunde nachvollzogen werden. Die anamnes
ti
sche Präsentation, die deutlichen Inkonsistenzen sowie die Beschwerdezu
nahme trotz jahrelanger körperlicher Schonung seien ein klarer Hinweis auf eine im
Vordergrund stehende nicht-organische Beschwerdekomponente (Urk. 6/163 S.
23
).
Zur Arbeitsfähigkeit wurde festgehalten, aus orthopädischer Sicht sei die Ver
sicherte sowohl in angestammter als auch in angepasster, körperlich leichter bis mittelschwerer Tätigkeit zu 100
%
arbeitsfähig (Urk. 6/163 S. 23).
4.1.5
Im neurologischen Teilgutachten wurde ausgeführt, die Explorandin klage über
Rückenbeschwerden seit einem Autounfall im Jahr 198
9.
Zudem habe sie Nacken
schmerzen, welche in den Hinterkopf, die Schultern und Arme aus
strahlen würden (Urk. 6/163 S. 25).
Der Kopf sei frei beweglich, die Nackenmuskulatur locker und nicht druck
empfindlich. Die grobe Kraft sei allseits erhalten, Feinbeweglichkeit und Koordi
nation seien intakt. Das Gangbild sei unauffällig, erschwerte Gangprüfungen seien problemlos durchführbar. Die Explorandin sei wach, bewusstseinsklar und allseits orientiert. Der Denkablauf sei formal geordnet und flüssig. Die Merk
fähigkeit und Aufmerksamkeit seien erhalten (Urk. 6/163 S. 26).
Die neurologische Untersuchung falle völlig regelrecht aus, sowohl in zentraler als auch peripherer Hinsicht. Daher ergäben sich aus neurologischer Sicht keine Einschränkungen hinsichtlich der Arbeitsfähigkeit (Urk. 6/163 S. 27).
4.1.6
In der interdisziplinären Zusammenfassung wurde festgehalten, die Versicherte sei sowohl in angestammter als auch in jeder anderen körperlich leichten bis
mittelschweren, wechselbelastenden Tätigkeit vollständig arbeitsfähig (Urk. 6/163
S. 29).
4.2
Das Gutachten vermag
zu überzeugen. Es beruht auf sorgfältigen und allseitigen Untersuchungen (Urk.
6/
163 S. 8-14, S.
20-22, S.
26
), berücksichtigt die geklag
ten Beschwerden (Urk.
6/8-9, S. 11, S. 18-19, S. 25-26
) und ist in Kenntnis der
relevanten Vorakten abgegeben worden (Urk.
6/163 S. 4-7
). Die Gutachter habe
n detaillierte Befunde
erhoben
und hieraus Diagnosen
abgeleitet
, die medizi
ni
schen Zustände und Zusammenhänge einleuchtend dargelegt und ihre Schluss
folgerungen nachvollziehbar begründet. Daher erfüllt das Gutachten die
recht
sprechungsgemässen
Anforderungen an beweistaugliche Entscheidungsgrund
lagen.
4.3
Die Beschwerdeführerin macht geltend,
es könn
e nicht auf das
Z._
-Gutachten abgestellt werden. Die Gutachter hätten es versäumt, verschiedene Unter
su
chungen durchzuführen, die notwendig gewesen wären. Aus diesem Grund hätt
en sie falsche Diagnosen ges
tellt
.
Auch sei der Verlauf
der
Krankheits
geschichte nicht korrekt gewürdigt worden. Zu Unrecht seien die Gutachter von einer Schmerzausweitung ausgegangen. Eine solche Diagnose könne nur korrekt gestellt werden, wenn aufwendige Interviews und Beobachtungen mehrerer Testsituationen durchgeführt würden, was vorlie
gend nicht der Fall gewesen sei
(Urk. 1).
Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung
kommt den Gutachtern - was die Wahl der Untersuchungsmethoden betrifft - ein weiter Ermessensspielraum zu
(Urteil des Bundesgerichts 8C_780/2014 vom 2
5.
März 2015 E. 5.1).
Der Um
stand, dass die von der Beschwerdeführerin genannten Untersuchungen nicht durchgeführt wurden, lässt daher nicht auf die Mangelhaftigkeit des Gutachtens schliessen.
Auch auf die Dauer der Untersuchung kommt es gemäss ständiger bundesgerichtlicher Rechtsprechung nicht an (Urteil des Bundesgerichts 8C_848/2012 vom 1
6.
April 2013 E.
3.2.2). Entscheidend für den Beweiswert des Gutachtens ist einzig, ob die ärztlichen Folgerungen inhaltlich vollständig und im Ergebnis schlüssig sind. Vorliegend erhoben die Fachspezialisten nicht nur umfangreiche Befunde, sondern legten auch überzeugend dar, wie sie zu ihren Schlussfolgerungen gelangten. Zu berücksichtigen ist ferner, dass bereits im Bericht des
Dr.
med.
C._
, Facharzt FMH für Innere Medizin und Rheumatologie, vom 3. November 2003 von einer Schmerzausweitung bei der Beschwerdeführerin die Rede war (Urk. 6/21).
Die von der Beschwerdeführerin geäusserte Kritik am Gutachten geht daher fehl.
Weiter bringt die Beschwerdeführerin vor,
der Sprachgebrauch der Gutachter sei tendenziös. Sie
seien voreingenommen gewesen
und
hätten im Gutachten falsche Behauptungen aufgestellt. So habe sie nie angegeben, sie könne sich
k
ein höheres Pensum als 2-3 Stunden am Tag vorstellen (Urk. 1).
Die begutachtenden Experten hielten ihre Beobachtungen im Gutachten fest, wobei sie neutrale Formulierungen wählten. Der Hinweis auf Inkonsistenzen so
wie die Beobachtung, die Beschwerdeführerin gebe
eine
völlig diffuse, massive Berührungsempfindlichkeit an, stellen keinen tendenziösen Sprachgebrauch dar. Es ist vielmehr Aufgabe der Gutachter, allseitige Befunde zu erheben und auf allfällige Besonderheiten und Inkonsistenzen hinzuweisen.
Die Wortwahl
der Gutachter
ist daher nicht zu beanstanden.
Ebensowenig
verfängt das Vor
bringen, die Gutachter seien befangen gewesen. Weder in den Akten noch im Gutachten liegen Hinweise dafür vor, dass die Beschwerdeführerin den Experten bereits vor der Begutachtung bekan
nt gewesen wäre. Inwiefern diese befangen gewesen sein sollten, ist daher unklar. Die Behauptung der Beschwerdeführerin, sie sei im Gutachten quasi als Simulantin dargestellt worden (Urk. 1 S. 9), ist zudem aktenwidrig. Im Gutachten wird vielmehr betont, Hinweise für eine
Aggra
vation läge
n nicht vor (Urk. 6/163 S. 14), was zeigt, dass die Experten die Beschwerdeführerin neutral und objektiv beurteilten. Schliesslich vermag auch
das Vorbringen, es seien
im Gutachten
falsche
Behauptungen aufgestellt worden
, nicht zu überzeugen. Die Angaben der Gutachter stimmen nicht nur in den einzelnen Teilgutachten, sondern auch im interdisziplinären Konsilium überein (Urk. 6/163 S. 13, S. 20, S. 28).
Im Übrigen ist nicht ersichtlich, welchen Vorteil die Gutachter aus der Angabe falscher Informationen ziehen könnten.
4.4
Nach dem Gesagten erweist sich das
Z._
-Gutachten vom 1
0.
März 2016 als be
weiskräftig. Weitere medizinische Abklärungen, insbesondere auch eine arbeits
be
zogene funktionelle Leistungsfähigkeitsabklärung, sind daher nicht notwen
dig.
Mit dem im Sozialversicherungsrecht
massgebenden
Grad der überwiegen
den Wahrscheinlichkeit ist
gestützt auf die Beurteilung der
Z._
-Gutachter
von einer 100%igen Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin in ihrer angestammten Tätigkeit auszugehen. Ein invalidisierender Gesundheitsschaden liegt nicht vor. Der angefochtene Entscheid erweist sich als rechtens, weshalb die Beschwerde abzuweisen ist.
5.
Die Kosten des Verfahrens sind auf Fr.
6
00.-- festzulegen und
ausgangsgemäss
von der Beschwerdeführerin zu tragen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG).