# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** cae17231-4ccc-42ab-b4d7-d0ef80a8ffd8
**Court:** GR_VG
**Chamber:** GR_VG_005
**Year:** 2020
**Language:** de
**Jurisdiction:** GR / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

X._ betreffend die lebensmittelrechtlichen Sachverhalte gestützt
werden könne. Auf die vom Beschwerdeführer eingebrachten fachlichen
Bedenken zum Projekt könne aus Gründen der Vertraulichkeit nicht einzeln
eingegangen werden; sie seien durch die Planbeurteilung des ALT aber als
nicht relevant einzustufen.
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5. In ihrer Vernehmlassung vom 30. Dezember 2019 (Poststempel)
beantragte die Gemeinde X._ (nachfolgend: Beschwerdegegnerin 1)
die vollumfängliche Abweisung der Beschwerde. Die Beschwerde erweise
sich – mit Ausnahme der Kostenüberbindung – als unbegründet und nicht
stichhaltig.
6. Auch die B._ (nachfolgend: Beschwerdegegnerin 2) beantragte in
ihrer Vernehmlassung vom 31. Dezember 2019 (Poststempel) die
vollumfängliche Abweisung der Beschwerde. Die Beschwerdegegnerin 2
hielt insbesondere fest, dass sie vehement dagegen sei, dass die Kosten
der unbegründeten Einsprache zu den Baubewilligungskosten geschlagen
werden sollen.
7. Mit Schreiben vom 6. Januar 2020 wies der Instruktionsrichter den
Beschwerdeführer darauf hin, dass das geplante Bauvorhaben über 2 km
von dessen Metzgerei/Wohnort entfernt liege. Das Vorliegen der
Beschwerdelegitimation sei aus Sicht des Gerichts aufgrund der vom
Bundesgericht zur Nachbar- und Konkurrentenbeschwerde entwickelten
Rechtsgrundsätze zumindest fraglich. Zur Wahrung des rechtlichen
Gehörs räumte der Instruktionsrichter dem Beschwerdeführer die
Möglichkeit ein, sich innert Frist mit dem erwähnten Vorhalt
auseinanderzusetzen. Ausserdem hielt der Instruktionsrichter fest, dass
über eine allfällige Gewährung der aufschiebenden Wirkung später
entschieden werde.
8. Mit Schreiben vom 18. Februar 2020 verzichtete der Beschwerdeführer auf
die Einreichung einer Replik.
Auf die weiteren Ausführungen der Verfahrensparteien und die
eingereichten Beweismittel wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden
Erwägungen eingegangen.
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## Considerations

Das Gericht zieht in Erwägung:
1.1. Im Beschwerdeverfahren vor Verwaltungsgericht müssen gewisse
Prozessvoraussetzungen – darunter auch die Legitimation des
Beschwerdeführers – erfüllt sein, damit das Gericht auf eine Beschwerde
eintritt, die Sache inhaltlich (materiell) prüft und einen Sachentscheid fällt.
Fehlt es an einer dieser Voraussetzungen, führt dies zu einem
Nichteintretensentscheid (vgl. Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons
Graubünden R 17 65 vom 3. Mai 2018 E.1b mit Hinweis auf BERTSCHI, in:
GRIFFEL [Hrsg.], Kommentar VRG, 3. Aufl., Zürich/Basel/Genf 2014,
Vorbemerkungen zu §§ 19-28a Rz. 50 und 52).
1.2. Die vorliegende Beschwerde richtet sich gegen den Einspracheentscheid
der Gemeinde X._ (nachfolgend: Beschwerdegegnerin 1) vom 9.,
mitgeteilt am 24. Oktober 2019, worin die vom Beschwerdeführer gegen
das Baugesuch der Beschwerdegegnerin 2 erhobene Einsprache unter
Kostenfolge zulasten des Beschwerdeführers abgewiesen wurde. Gegen
Entscheide von Gemeinden, die bei keiner anderen Instanz angefochten
werden können und weder nach kantonalem noch nach eidgenössischem
Recht endgültig sind, kann gemäss Art. 49 Abs. 1 lit. a des Gesetzes über
die Verwaltungsrechtspflege (VRG; BR 370.100) beim Verwaltungsgericht
des Kantons Graubünden Beschwerde geführt werden. Die Beurteilung der
vorliegenden Beschwerde fällt demzufolge in die Zuständigkeit des
angerufenen Gerichts. Als Adressat des angefochtenen
Einspracheentscheids, worin dem Beschwerdeführer die Kosten für das
Einspracheverfahren von Fr. 1'000.-- überbunden wurden, ist der
Beschwerdeführer davon überdies berührt und er weist ein schutzwürdiges
Interesse an dessen gerichtlicher Überprüfung auf. Er ist demzufolge zur
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Beschwerde legitimiert (Art. 50 VRG). Auf die im Übrigen frist- und
formgerecht eingereichte Beschwerde ist somit einzutreten (Art. 52 VRG).
2.1. Bevor die Rügen des Beschwerdeführers zu prüfen sind, untersucht das
Verwaltungsgericht von Amtes wegen, ob die Beschwerdegegnerin 1 zu
Recht auf die Einsprache des Beschwerdeführers eingetreten ist bzw. ob
die Prozessvoraussetzungen bei der Vorinstanz gegeben waren. Hat
Letztere trotz Fehlens einer Prozessvoraussetzung materiell entschieden,
ist der angefochtene Entscheid aufzuheben (vgl. BERTSCHI, a.a.O.,
Vorbemerkungen zu §§ 19-28a Rz. 57 m.w.H.; vgl. auch Urteil des
Bundesgerichts 1P.775/2003 vom 4. März 2004 E.2.3).
2.2. Nach Auffassung des streitberufenen Gerichts hätte die
Beschwerdegegnerin 1 auf die Einsprache des Beschwerdeführers nicht
eintreten dürfen, da dieser nicht zur Einsprache legitimiert war (vgl.
nachstehende Erwägungen 3.1 - 4.2.2). Der angefochtene
Einspracheentscheid ist somit aufzuheben und die Beschwerde ist insofern
teilweise gutzuheissen.
3.1. Gemäss Art. 111 Abs. 1 des Bundesgesetzes über das Bundesgericht
(Bundesgerichtsgesetz, BGG; SR 173.110) muss sich am Verfahren vor
allen kantonalen Vorinstanzen als Partei beteiligen können, wer zur
Beschwerde an das Bundesgericht berechtigt ist. Der in dieser Bestimmung
enthaltene Grundsatz der Einheit des Verfahrens schliesst die Anforderung
mit ein, dass vor den dem Bundesgericht vorgeschalteten unteren
Instanzen die Rechtsmittelbefugnis wenigstens im gleichen Umfang
gewährt wird wie vor dem Bundesgericht selbst. Art. 33 RPG wiederholt
diesen Grundsatz für das Raumplanungsrecht sogar ausdrücklich. Danach
muss das kantonale Recht wenigstens ein Rechtsmittel gegen
Verfügungen und Nutzungspläne gemäss dem Raumplanungsgesetz
vorsehen, wobei die Legitimation mindestens im gleichen Umfang wie für
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die Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten an das
Bundesgericht zu gewährleisten ist. Massgeblich sind dabei die in Art. 89
Abs. 1 BGG definierten Anforderungen, wonach zur Beschwerde in
öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten berechtigt ist, wer vor der
Vorinstanz am Verfahren teilgenommen hat oder keine Möglichkeit zur
Teilnahme erhalten hat (lit. a), wer durch den angefochtenen Entscheid
oder Erlass besonders berührt ist (lit. b) und ein schutzwürdiges Interesse
an dessen Aufhebung oder Änderung hat (lit. c) (vgl. Urteil des
Bundesgerichts 1C_437/2012 vom 21. Februar 2013 E.3.1). Art. 89 Abs. 2
BGG umschreibt weitere Personen und Institutionen, welche zur
Beschwerde berechtigt sind.
3.2. Nach kantonalem Recht gelten für die Legitimation zur Einsprache gegen
Baugesuche sinngemäss die Voraussetzungen für die
Planungsbeschwerde an die Regierung (Art. 92 Abs. 2 Satz 3 des
Raumplanungsgesetzes für den Kanton Graubünden [KRG; BR 801.100]).
Gemäss Art. 101 Abs. 2 KRG ist zur Planungsbeschwerde berechtigt, wer
ein schutzwürdiges eigenes Interesse an der Anfechtung der Planung hat
oder nach Bundesrecht zur Beschwerdeführung legitimiert ist. Diese
Umschreibung geht nach Auffassung des streitberufenen Gerichts nicht
über diejenige in Art. 89 Abs. 1 und Abs. 2 BGG hinaus, weshalb bezüglich
Einsprachelegitimation auf Art. 89 Abs. 1 und Abs. 2 i.V.m. Art. 111 Abs. 1
BGG und die dazu ergangene Rechtsprechung abgestellt werden kann.
4. Art. 89 Abs. 1 BGG verlangt mit Bezug auf die Beschwerdelegitimation,
dass der Beschwerdeführer durch den angefochtenen Hoheitsakt
besonders berührt ist (lit. b) und ein schutzwürdiges Interesse an dessen
Aufhebung oder Änderung hat (lit. c). Damit bestätigt der Gesetzgeber das
in der schweizerischen Verwaltungsrechtspflege geltende Prinzip des
Ausschlusses der Popularbeschwerde. Im Einzelnen lassen sich die
beiden Voraussetzungen von lit. b und lit. c aber nicht konsequent
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auseinanderhalten, weshalb sie in Lehre und Rechtsprechung regelmässig
in einem Zug genannt werden: Wer durch einen Akt besonders berührt ist,
hat in der Regel ein schutzwürdiges Interesse an dessen Änderung oder
Aufhebung. Umgekehrt setzt das schutzwürdige Interesse voraus, dass
sich jemand in einer besonderen, beachtenswerten nahen Beziehung zur
Streitsache befindet und daher vom angefochtenen Akt besonders berührt
wird (WALDMANN in: NIGGLI/UEBERSAX/WIPRÄCHTIGER/KNEUBÜHLER [Hrsg.],
Basler Kommentar zum Bundesgerichtsgesetz, 3. Auflage, Basel 2018,
Art. 89 Rz. 10 m.w.H.).
4.1.1. In Plangenehmigungs- und Bewilligungsverfahren zur Errichtung von
Bauten und Anlagen wird die Legitimation von Nachbarn gemäss
bundesgerichtlicher Rechtsprechung regelmässig ohne nähere Prüfung
bejaht, wenn deren Liegenschaft an das Baugrundstück angrenzt oder sich
in einem Umkreis von bis zu rund 100 Metern befindet. Bei grösseren
Entfernungen muss hingegen eine Beeinträchtigung aufgrund der
konkreten Gegebenheiten glaubhaft erscheinen. Gleichzeitig betont das
Bundesgericht, für die Beurteilung der besonderen Betroffenheit nie
schematisch auf einzelne Kriterien abzustellen, sondern die Prüfung stets
auf der Basis einer Gesamtwürdigung aller rechtlich erheblichen
Sachverhaltselemente vorzunehmen. Neben der Distanz können somit
auch Art und Ausmass der durch die Anlage verursachten Immissionen, die
Sichtverbindung, die Topographie, die Windverhältnisse, das
Erscheinungsbild der Baute oder die Lage der Grundstücke entscheidend
sein (WALDMANN, a.a.O., Art. 89 Rz. 21 m.w.H.; vgl. BGE 140 II 214 E.2.3
und Urteile des Bundesgerichts 1C_263/2017 und 1C_677/2017 vom
20. April 2018 E.2.2).
4.1.2. Vorliegend ist unbestritten, dass das geplante Bauvorhaben der
Beschwerdegegnerin 2 mehr als 2 km von der Metzgerei/dem Wohnort des
Beschwerdeführers entfernt liegt. Inwiefern der Beschwerdeführer durch
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das geplante Bauvorhaben im Sinne der vorstehenden Erwägung 4.1.1
beeinträchtigt werden soll, ist nach Auffassung des streitberufenen
Gerichts nicht ersichtlich und wird vom Beschwerdeführer – trotz
Aufforderung von Seiten des Instruktionsrichters – auch nicht glaubhaft
gemacht.
4.2.1. Gestützt auf den angefochtenen Einspracheentscheid ist davon
auszugehen, dass die Beschwerdegegnerin 1 die Einsprachelegitimation
des Beschwerdeführers aus einer sog. Konkurrenzsituation ableitete (vgl.
BF-act. 1 E.1). Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung sind
Konkurrenten eines Bewilligungsempfängers nicht schon aufgrund der
blossen Befürchtung, einer verstärkten Konkurrenz ausgesetzt zu sein, zur
Beschwerde legitimiert. Diese Art des Berührtseins liegt vielmehr im Prinzip
des freien Wettbewerbs und schafft keine schutzwürdige besondere
Beziehungsnähe. Ein schutzwürdiges Interesse kann gemäss
bundesgerichtlicher Rechtsprechung aber vorliegen für Konkurrenten in
Wirtschaftszweigen, die durch wirtschaftspolitische oder sonstige spezielle
Regelungen (z.B. Kontingentierungen, Bedürfnisklauseln oder
Monopoleinräumungen) in eine besondere Beziehungsnähe untereinander
versetzt werden. Ferner ist ein Konkurrent zur Beschwerde legitimiert,
soweit er geltend macht, andere Konkurrenten würden privilegiert
behandelt (vgl. BGE 127 II 264 E.2c und Urteil des Bundesgerichts
1C_437/2012 vom 21. Februar 2013 E.4.5).
4.2.2. Nach Auffassung des streitberufenen Gerichts ist nicht ersichtlich und wird
vom Beschwerdeführer – trotz Aufforderung von Seiten des
Instruktionsrichters – auch nicht dargelegt, dass der Beschwerdeführer und
die Beschwerdegegnerin 2 durch das Gesuch der Beschwerdegegnerin 2
um Erteilung einer Baubewilligung für das geplante Bauvorhaben in eine
besondere Beziehungsnähe im Sinne der vorstehenden Erwägung 4.2.1
versetzt worden wären.
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5. Im Ergebnis kann somit festgehalten werden, dass der Beschwerdeführer
nach Auffassung des streitberufenen Gerichts nicht zur Einsprache
legitimiert war, weshalb die Beschwerdegegnerin 1 auf die Einsprache des
Beschwerdeführers nicht hätte eintreten dürfen. Der angefochtene
Einspracheentscheid ist somit aufzuheben und die Beschwerde ist insofern
teilweise gutzuheissen. Im Übrigen ist die Beschwerde abzuweisen, ohne
dass die Rügen des Beschwerdeführers zu prüfen sind und es ist die Sache
zu neuem (Kosten-)Entscheid über die Einsprache im Sinne der
Erwägungen an die Vorinstanz zurückzuweisen.
6.1. Bei diesem Verfahrensausgang hat der Beschwerdeführer als in der
Hauptsache unterliegende Partei die Kosten des vorliegenden Verfahrens
zu tragen (Art. 73 Abs. 1 VRG). Die Staatsgebühr ist in Anwendung von
Art. 75 Abs. 2 VRG auf Fr. 1'500.-- festzulegen.
6.2. Im Rechtsmittelverfahren wird die unterliegende Partei in der Regel
verpflichtet, der obsiegenden Partei die durch den Rechtsstreit
verursachten notwendigen Kosten zu ersetzen (Art. 78 Abs. 1 VRG). Der
Beschwerdegegnerin 1 steht allerdings kein Anspruch auf eine
Parteientschädigung zu, da sie lediglich in ihrem amtlichen Wirkungskreis
obsiegte (vgl. Art. 78 Abs. 2 VRG). Auch der nicht anwaltlich vertretenen
Beschwerdegegnerin 2 steht im vorliegenden Rechtsmittelverfahren
praxisgemäss keine Parteientschädigung zu.
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