# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 274cf702-ef6e-4a20-a7a2-7870f44775cb
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2014
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren
1966, Mutter dreier 1989, 1993 und 1998 geborene
n
Kinder und
zuletzt
vom 28. Februar 2000 bis 31. Januar 2003
als
Küchenan
gestellte
(Reinigungskraft)
im
Y._
(Urk
. 5/7 Ziff. 1, Ziff. 5)
in einem Arbeitsverhältnis stehend
, meldete sich wegen Depressionen am 9. Dezember 2002 bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug
(Rente)
an (Urk. 5/3 Ziff. 1.3, Ziff. 3.1, Ziff. 6.4
).
Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, sprach ihr nach getätigten Abklärungen (Urk. 5/7-25) mit Verfügung vom 5. November 2003 bei einem
in Anwendung der gemischten Methode
ermittelten Invaliditätsgrad von 72 % und mit Wirkung ab 1. März 2003 eine ganze Rente der Invalidenversi
cherung zu (Urk. 5/26).
1.2
Anlässlich
zweier
im August 2005
(Urk. 5/31) und September 2008 (Urk. 5/
41)
eingeleiteten Renten
revisionen wurde mit Mitteilungen vom 22. September 2005 (Urk. 5/36) und 4. November 2008 (Urk. 5/46) der bisherige Rentenan
spruch der Versicherten bei gleich bleibendem Invaliditätsgrad bestätigt.
1.3
Im Oktober 2011 wurde eine erneute Rentenrevision eingeleitet (Urk. 5/49), in deren Rahmen die IV-Stelle neue Arztberichte (Urk. 5/51
, Urk. 5/54
) und Aus
züge aus dem individuellen Konto (IK-Auszug, Urk. 5/52-53) einholte.
I
m Hin
blick auf die am
1.
Januar 2012 in Kraft getretene Revision des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) unterbreitete die IV-Stelle die Akten am
12. April 2012
Dr.
med
.
Z._
, FMH
Arbeitsmedizin und FMH All
gemeinmedizin, vom Regionalen Ärztlichen Dienst (RAD). Gestützt auf deren Stellungnahme vom
22. Mai 2012 (Urk. 5/46/3)
stellte
die IV-Stelle nach einem persönlichen Gespräch mit der Versicherten (
Urk. 5/56/3-4
)
mit Vorbescheid vom 2
5.
Juni 2012 die Einstellung der Rente gestützt auf die
Schlussbestim
mung
der Änderung des IVG vom 1
8.
März 2011 in Aussicht (
Urk.
5/58). Im Rahmen des
Vorbescheidverfahrens
(vgl.
Urk.
5/59
)
holte die IV-Stelle eine weitere Stellungnahme des RAD und
des
Rechtsdienstes ein (
Urk.
5/65) und stellte mit Vorbescheid vom
5.
Februar 2013 die wiederwägungsweise Aufhebung der Verfügung vom
5.
November 2003 in Aussicht (
Urk.
5/67).
N
ach durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(Urk.
5/
7
1
)
hob die IV-Stelle daraufhin
mit Verfügung vom 30. September 2013
die Verfügung vom 5. November 2003 sowie die Mitteilungen vom 22. September 2005 und 4. November 2008 wiedererwägungsweise auf und stellte ferner die Rente auf den ersten Tag des zweiten auf die Zustellung des Entscheids folgenden Monats
hin ein
(
Urk. 5/78 = Urk.
2).
2.
Gegen die Verfügung vom 30. September 2013 (Urk. 2) erhob die Versicherte mit Eingabe vom 23. Oktober 2013 Beschwerde und beantragte die Aufhebung des angefochtenen Entscheids und die
Wiederherstellung
der aufschiebenden Wirkung (Urk. 1 S. 2).
Die IV-Stelle schloss
mit Beschwerdeantwort vom 27. November 2013 auf Abwei
sung der Beschwerde (Urk. 4), was der Beschwerdeführerin am 6. Januar 2014 zur Kenntnis gebracht wurde (Urk. 6).
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder tei
lweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs.
1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG). Die Invalidität kann Folge von Geburtsgebrechen, K
rankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs.
1 IVG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmög
lichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichene
n Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs.
1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berück
sichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (
Art.
7
Abs.
2 ATSG).
1.
2
Gemäss Art. 28 Abs.
1 IVG haben Versicherte Anspruch auf eine ganze Rente, wenn sie mindestens zu 70 Prozent, auf eine
Dreiviertelsrente
, wenn sie min
destens zu 60 Prozent, auf eine halbe Rente, wenn sie mindestens zu 50 Pro
zent, oder auf eine
Viertelsrente
, wenn sie mindestens zu 40 Prozent invalid sind.
1.3
Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines
Rentenbezü
gers
erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (
Art.
17
Abs.
1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tat
sächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente nicht nur bei einer wesentlichen Änderung des Gesundheitszustandes, sondern auch dann
revidier
bar
, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen des an sich gleich gebliebenen Gesundheitszustandes erheblich verändert haben (BGE 130 V 343 E. 3.5 mit
Hinweisen). Eine Veränderung der gesundheitlichen Verhältnisse liegt auch bei gleich gebliebener Diagnose vor, wenn sich ein Leiden in seiner Intensität und in seinen Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit verändert hat (Urteile des Bundesgerichts 9C_261/2009 vom 1
1.
Mai 2009 E. 1.2 und I 212/03 vom 28. August 2003 E. 2.2.3). Dagegen stellt die bloss unterschiedliche Beurteilung der Auswirkungen eines im Wesentlichen unverändert gebliebenen Gesund
heitszustandes auf die Arbeitsfähigkeit für sich allein genommen keinen
Revisi
onsgrund
im Sinne von
Art.
17
Abs.
1 ATSG dar. Zeitliche Vergleichsbasis für die Beurteilung einer anspruchserheblichen Änderung des Invaliditätsgrades bilden die letzte rechtskräftige Verfügung oder der letzte rechtskräftige
Ein
spracheentscheid
, welche oder welcher auf einer materiellen Prüfung des Ren
tenanspruchs mit rechtskonformer Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und Invaliditätsbemessung beruht (BGE 133 V 108; vgl. auch BGE 130 V 71 E.
3.2.3; Urteil des Bundesgerichts 9C_438/2009 vom 26. März 2010 E. 1 mit Hin
weisen).
1.4
Fehlen die in
Art.
17 ATSG genannten Voraussetzungen, so kann die
Renten
ver
fügung
lediglich nach den für die Wiedererwägung rechtskräftiger
Verwal
tungs
verfügungen
geltenden Regeln abgeändert werden. Danach ist die Ver
waltung befugt, auf eine formell rechtskräftige Verfügung, welche nicht Gegenstand materieller richterlicher Beurteilung gebildet hat, zurückzukommen, wenn sich diese als zweifellos unrichtig erweist und ihre Berichtigung von erheblicher Bedeutung ist (
Art.
53
Abs.
2 ATSG). Sie ist verpflichtet, darauf zu
rückzukommen, wenn neue Tatsachen oder neue Beweismittel entdeckt werden, die geeignet sind, zu einer andern rechtlichen Beurteilung zu führen (BGE 110 V 176 E. 2a, 292 E. 1 mit Hinweisen). Das Gericht kann eine zu Unrecht ergan
gene Revisionsverfügung gegebenenfalls mit der substituierten Begründung schützen, dass die ursprüngliche Rentenverfügung zweifellos unrichtig und die Berichtigung von erheblicher Bedeutung ist (BGE 125 V 368 E. 2 mit Hinwei
sen; vgl. auch BGE 128 V 272 E. 5b/
bb
; Urteil des Bundesgerichts 9C_562/2008 vom 3. November 2008 E. 2.2 mit Hinweis).
1.5
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gege
benenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 256 E. 4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden kön
nen (BGE 125 V 261 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E. 4b/cc).
1.6
Das Gericht kann die Angelegenheit zu neuer Entscheidung an die Vor
instanz zurückweisen, besonders wenn mit dem angefochtenen Entscheid nicht auf die Sache eingetreten oder der Sachverhalt ungenügend festgestellt wurde (
§
26
Abs.
1 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht,
GSVGer
). Gemäss ständiger Rechtsprechung ist in der Regel von der Rückweisung - da diese das Verfahren verlängert und verteuert - abzusehen, wenn die Rechtsmittelinstanz den Prozess ohne wesentliche Weiterungen erledigen kann. In erster Linie kommt eine Rückweisung in Frage, wenn der Versicherungsträger auf ein Begehren überhaupt nicht eingetreten ist oder es ohne materielle Prüfung ab
gelehnt hat, wenn schwierige Ermessensentscheide zu treffen sind, oder wenn der
entscheidrelevante
Sachverhalt ungenügend abgeklärt ist (vgl. SVR 1995 ALV Nr. 27 S. 69).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete die wiedererwägungsweise Aufhebung der ursprünglichen Rentenverfügung vom 5. November 2003 damit, dass
die
Ren
ten
zusprache
aufgrund einer mittelschweren bis schweren
Erschöpfungsdepres
sion
mit
Somatisierung
erfolgt sei
. Die
damals
gestellte Diagnose sei aber
wider
sprüchlich und nicht nachvollziehbar und
die überwiegenden psychosoziale
n
Belastungsfaktoren
seien
in der Beurteilung nicht ausgeklammert
worden
. Eine zweifellose Unrichtigkeit und somit eine wiedererwägungsweise Aufhebung der Verfügung vom 5. November 2003 stehe somit ausser Frage (Urk. 2 S. 2 f.).
2.2
Dagegen wendet
die Beschwerdeführerin
im Wesentlichen ein (Urk. 1),
die
Be
schwerdegegnerin
habe nichts vorgebracht, was den Schluss erlauben würde, ihr seien zu Unrecht Leistungen zugesprochen worden, geschweige denn, dass sich ihr Gesundheitszustand zwischenzeitlich gebessert hätte
(S. 5)
.
2.3
Strittig und zu prüfen ist, ob die wiedererwägungsweise Aufhebung der Rente zu Recht erfolgte.
3.
3.1
Medizinische Grundlage für die ursprüngliche
Rentenzusprache
war hauptsäch
lich
der Bericht von Dr. med.
A._
, Facharzt FMH für Psychiat
rie und Psychotherapie, vom 11. Januar 2003 (Urk. 5/9/3-6). Darin nannte der Arzt als Diagnose eine seit Anfang 2002 bestehende mittelschwere bis schwere Erschöpfungsdepression mit
Somatisierung
im Sinne von ICD-10 F33.11 bis
F
33.3 (
lit
. A).
Er führte aus, d
ie Beschwerdeführerin leide an einer
Erschöpfungs
depression
aufgrund der jahrelangen Überlastung
als er
werbs
tätige Mutter
,
aufgrund
d
er
soziokulturellen Folgen der Migration und
wegen chroni
scher -
durch den Kulturwechsel mitbedingte
r -
Eheprobleme (
lit
. A Ziff. 7).
D
ie Beschwerdeführerin stehe seit dem 25. März 2002 bei ihm in Behandlung und habe nebenbei wöchentliche Gesprächstermine bei der Praxispsychologin. Seit zirka 10 Jahren fühle sie sich immer wieder so schlecht, dass sie am liebsten sterben möchte. Sie scheine mit der soziokulturellen Entwurzelung nicht zu
rechtzukommen. Seit vielen Jahren habe sie immer wieder depressive
Stim
mungsschwankungen
, die sich im Jahre 2002 deutlich verschlechtert hätten. Auslösend für die aktuelle Verschlechterung sei der Unfalltod ihrer beiden Neffen gewesen (
lit
. D
Ziff. 1-3
).
Aktuell klage sie über Energie- und Antriebs
losigkeit, Ängste und Unruhe, Zittern, Schlafstörungen, kognitive Beschwerden und verschiedene Schmerzen, vor allem im Hals-Nackenbereich
, weswegen sie auch durch den Hausarzt zu einem Rheumatologen in Behandlung geschickt worden sei
(
lit
. D Ziff. 4
, Ziff. 6)
.
Körperlich sei die Beschwerdeführerin durch die rheumatologischen Beschwerden eingeschränkt
und die Belastbarkeit sei sowohl körperlich als auch psychisch stark limitiert (S. 2). Als Küchengehilfin
im
Y._
sei
sie seit dem 25. März 2002 vollständig arbeitsunfähig (
lit
. B).
3.
2
Anlässlich der 1. Rentenrevision diagnostizierte Dr.
med.
B._
, FMH Psychiatrie und Psychotherapie,
im
Verlaufsbericht vom 7. September 2005 (Urk. 5/34) eine schwere chronische Depression mit intermittierenden Wahnsymptomen und
Somatisierungen
(Ziff. 2).
Sie
berichtete, seit dem letzten Bericht vom 11. Januar 2003 habe sich der Zustand verschlechtert. Vor all
em
habe sich die Ehe in eine völlig zerrüttete Situation gesteigert.
Symptomatolo
gisch
stehe die schwere Depression im Vordergrund mit maximaler depressiver Verstimmung, Klagen, wahnartige
n
Gedanken um Sterben und Tod,
Gedanken
einengung
und Affektstarre, chronische
r
Suizidalität und Muskelverspannungen im Nacken- und Rückenbereich (Ziff. 3).
Die Beschwerdeführerin sei weiterhin zu 100 % erwerbsunfähig. Ihre Restarbeitsfähigkeit im Haushalt betrage höc
hs
tens 25 %, welche allerdings anhand
eine
r
detaillierte
n
Untersuchung vor Ort geprüft werden müsste (S. 2).
3.3
Anlässlich der 2. Rentenrevision ergingen die folgenden medizinischen Berichte:
3.3.1
Dr
.
B._
berichtete
am 18. Oktober 2008 (Urk. 5/43/5
-6)
über die Beschwerdeführerin
und nannte als Diagnose eine schwere,
chronifi
zierte
Depression mit
Somatisierungstendenz
bestehend seit 2002 (S. 1 Ziff. 2).
Sie
hielt fest, seit dem letzten Bericht vom 7. September 2005 sei der Zustand mehr
oder
weniger unverändert
geblieben,
und die Prognose bezüglich Ar
beits
fähigkeit bleibe ungünstig (S. 1 Ziff. 3-4).
3.3.2
Der Hausarzt d
er Beschwerdeführerin, Dr. med
.
C._
, Innere
Medizin FMH, nannte in seinem Bericht vom 23. Oktober 2008 (Urk. 5/44) als Diagnose eine mittelschwere bis schwere depressive Entwicklung mit sozialer Isolation,
eine
vermehrte Schmerzempfindlichkeit im Bewegungsapparat (Diffe
rentialdiagnose: Anpassungsstörung) seit 2002 und ein chronisches
Panverteb
ralsyndrom
mit chronischen Spannungskopfschmerzen, muskuläre
r
Dysbalance
und
Dekonditionierung
(Ziff. 1.1).
Er berichtete, bei der körperliche
n
Untersu
chung
habe
die Beschwerdeführerin eine deutliche Abwehrhaltung der Musku
latur dorsal von zervikal bis lumbal sowie sofortige starke Verspannungen und Schmerzreaktionen ohne
radikuläre
Ausfälle
gezeigt
(Ziff. 3.5). Betreffend Arbeitsfähigkeit attestierte er
der Beschwerdeführerin
eine 100%ige Arbeitsun
fähigkeit seit 2002 (Ziff. 2).
3.4
Der aktuelle Gesundheitszustand ergibt sich aus folgenden Berichten:
3.4.1
Dr
.
B._
stellte in ihrem Bericht vom 18. November 2011 (Urk. 5/51) die Diagnose eines
chronifizierten
depressiven
Erschöpfungssyn
drom
s
mit
Somatisierungstendenz
(ICD-10 F.34.1) bestehend seit 2002 (Ziff. 1.1)
. Sie hielt fest, es bestehe ein anhaltend erschöpft-depressives
Zu
standsbild
, die Beschwerdeführerin zeige fehlenden Antrieb und Lebensfreude. Dazu bestünden ein anhaltender Paarkonflikt
und
Belastung sowie (berechtigte) Sorgen um die drei Kinder (Ziff. 1.4). Die Beschwerdeführerin sei nicht in der Lage, einer Erwerbstätigkeit nachzugehen (Ziff. 1.4, Ziff. 1.6-7).
3.4.2
Mit Bericht vom 27. Dezember 2011 (Urk. 5/54) attestierte auch Dr
.
C._
der Beschwerdeführerin eine vollständige Arbeitsunfähigkeit (Ziff. 1.6) bei einem
diagnostizierten
chronischen Panvertebral-Syndrom, einer muskulären
Dekon
ditionierung
sowie einer mittelschweren Depression mit sozialem Rückzug (Ziff. 1.1).
3.4.3
Am 3. Juli 2012 (Urk. 5/59)
brachte
Dr.
B._
vor
, die psychi
atrische Diagnose eines ausgeprägten,
chronifizierten
depressiven
Erschöp
fungssyndroms
mit
Somatisierungstendenz
(am ehesten im Sinne von ICD-10 F34.1) stehe nach ihrer Einschätzung im Vordergrund. Dieses Zustandsbild habe sich über mehr als ein Jahrzehnt aus wiederkehrenden depressiven Episoden entwickelt, die zeitweise ein psychotisches Ausmass angenommen hätten. Ver
mutlich habe sich dies entwickelt aus einer jahrelangen Überlastung als berufs
tätige Mutter dreier Kinder, aufgrund de
r
Folgen der Migration mit soziokul
tureller Entwurzelung sowie wegen chronischen Eheproblemen.
Sie halte die Beschwerdeführerin
weiterhin, voraussichtlich auch mittel- und längerfristig, für nicht arbeitsfähig (S. 1).
3.4.4
Nachdem Dr. med.
Z._
vom
RAD in ihrer Stellungnahme vom 22. Mai 2012 die
von den behandelnden Ärzten gestellte
Diagnose
bei
den äti
o
logisch-
pathogenetisch
unklaren
syndromalen
Zustandsbildern ohne nachweis
bare organische Grundlage verortet hatte (Urk. 5/56/3), hielt sie in ihrer Stel
lungnahme vom 30. August 2012 (Urk. 5/65 S. 1-3) fest, es
liege
de
r
selbe Gesundheitsschaden wie
im Zeitpunkt der erstmaligen
Rentenzusprache
vor
. Für die Invalidenversicherung irrelevante psychosoziale Belastungsfaktoren würden im Geschehen überwiegen, es handle sich um ein unspezifisches Leiden. Eine koexistierende, von Schmerzen losgelöste, schwerwiegende psychische Störung sei nicht beschrieben und eine chronisch
e
körperliche Begleiterkrankung liege nicht vor. Ebenso wenig sei ein sozialer Rückzug ausgewiesen oder die Therapie ausgeschöpft (S. 2 f.).
4.
4.1
Zweifellos ist die Unrichtigkeit, wenn kein vernünftiger Zweifel daran möglich ist, dass der Entscheid unrichtig war. Es ist nur ein einziger Schluss - derjenige auf die Unrichtigkeit der Verfügung - möglich. Das Erfordernis der zweifellosen Unrichtigkeit ist in der Regel erfüllt, wenn die gesetzeswidrige
Leistungszuspra
che
aufgrund falscher oder unzutreffender Rechtsregeln erlassen wurde oder wenn massgebliche Bestimmungen nicht oder unrichtig angewandt wurden.
Anders verhält es sich, wenn der Wiedererwägungsgrund im Bereich materieller Anspruchsvoraussetzungen liegt, deren Beurteilung in Bezug auf gewisse Schritte und Elemente (z.B. Invaliditätsbemessung, Einschätzung der Arbeits
unfähigkeit, Beweiswürdigung, Zumutbarkeitsfragen) notwendigerweise
Ermes
senszüge
aufweist. Erscheint die Beurteilung solcher Anspruchsvoraussetzungen (einschliesslich ihrer Teilaspekte wie etwa die Einschätzung der Arbeitsfähigkeit) vor dem Hintergrund der Sach- und Rechtslage, wie sie sich im Zeitpunkt der rechtskräftigen
Leistungszusprache
darbot, als vertretbar, scheidet die Annahme zweifelloser Unrichtigkeit aus (Urteil des Bundesgerichts 9C_421/2010 vom
1.
Juli 2010 E. 3 mit Hinweisen).
4.2
Die Beschwerdeführerin
erhielt
seit März 2003 bei einem Invaliditätsgrad von 72 % eine ganze Invalidenrente, wobei die Beschwerdegegnerin die Ang
aben von Dr.
A._
(vgl. vorstehend E. 3.1)
sowie de
n
Haushaltabklä
rungsbericht
vom 1. Juli 2003 (Urk. 5/15) für ausschlaggebend hielt (Urk. 5/18).
Zwar basiert
e
die
Rentenzusprache
auf bloss einem medizinischen Bericht des
behandelnden Arztes, welcher eine als solche nicht kodifizierte
Erschöpfungs
de
pression
mit
Somatisierung
im Sinne von ICD
1
0 F33.11
bis 33.3 diagnosti
zierte u
nd unter anderem ungünstige psychosoziale Belastungsfaktoren auf
führte. Dies lässt jedoch – entgegen der Auffassung der IV-Stelle – den Schluss nicht zu,
der ursprüngliche Rentenentscheid
sei
nicht nachvollziehbar
und daher offen
sichtlich unrichtig.
Denn im genannten Bericht wurden
nebst der
Diag
n
ose
, die
dieser zugrunde liegenden
Befunde, die Einschränkungen und die Schlussfolgerungen in Bezug auf die Arbeitsfähigkeit aufgeführt.
So erhob
Dr.
A._
als Befunde ein ausgeprägtes depressives Syndrom, Ängste und zum Teil Wahngedanken. Die Beschwerdeführerin leide unter Energie
und An
triebslosigkeit, Ängsten und Unruhe, Zittern und Schlafstörungen, sowie kogni
tiven Beschwerden. Sie sei durch die Depression kognitiv deutlich eingeschränkt (
Urk.
5/9 S. 4). Sodann lässt die Diagnose der „Erschöpfungsdepression“ die me
dizinische Beurteilung
angesichts der erwähnten Befunde und dem Hinweis auf ICD
10 F33.11 bis 33.3 nicht als offensichtlich unrichtig erscheinen. Denn es geht
daraus klar hervor, dass ein die Arbeitsfähigkeit beeinträchtigendes de
pressives Geschehen von mittel- bis
schwergradiger
Ausprägung vorlag.
Obschon
Dr.
A._
im Weiteren
auf psychosoziale Faktoren
verwies, stand
en diese
einer Rente
ebenfalls
nicht entgegen,
da
das Beschwerdebild
nicht allein darin
bestand
, sondern sie zu einer die Arbeitsfähigkeit einschränkenden psychischen Erkrankung beziehungsweise psychiatrischen Diagnose führ
t
en
(
BGE 127 V 294 E. 5a; Urteil des Bundesgerichts 8C_730/2008 vom 2
3.
März 2009 E. 2)
.
Vorliegend ortete der Psychiater
ausserdem
den Tod der Neffen als Auslöser der
sich verschlechternden
psychischen Erkrankung,
was durchaus nachvollziehbar ist
(vgl. auch Urk. 5/44 S. 3). Der Bericht von Dr.
A._
ist daher – entgegen der Auf
fassung der Beschwerdegegnerin – nicht derart widersprüchlich und unklar, dass nicht darauf hätte abgestellt werden dürfen.
Die mit Mitteilungen vom 2
2.
September 2005 und
4.
November 2008 bestätig
ten Weiterausrichtungen der bisherigen Rente basierten ebenfalls auf in ausrei
chendem Ausmass
aussage
kräftigen medizinischen Beurteilungen durch
Dr.
B._
und
Dr
.
C._
(vgl
. vorstehend E. 3.2 und 3.3). Auch diesbezüglich
kann somit nicht von einer offensichtlich unrichtigen Ausrich
tung der Invalidenrente ausgegan
gen werden.
Ferner steht d
ie von Dr
.
B._
im
November 2011 beziehungs
weise im Dezember 2012 erstmals gestellte Diagnose einer
Dysthymie
(ICD-10 F34.1) dem nicht entgegen. Denn aus den Ausführungen der behandelnden Ärztin
(vgl. vorstehend E. 3.4.1, E. 3.4.3)
darf geschlossen werden, dass sich das Leiden
im Verlauf der
Jahre zu einer
Dysthymie
entwickelt hat. Dies spiegelt sich auch darin, dass Dr.
B._
die
diagnostizierte Depression
in den Jahren 2011/2012
nicht mehr
als
„schwer“ oder „mittelgradig“
bezeich
nete
. Dass in der Vergangenheit aber schwere
oder
mittelschwere Ausprägungen vorhanden waren, ergibt sich jedoch aus den damaligen Arztberichten und
den
zu jener Zeit erhobenen Befunden
(vgl. vorstehend E. 3.2, E. 3.3.1-2)
. Entspre
chend weist die Ärztin darauf hin, dass die
depressiven
Episoden zeitweise ein psychotisches Ausmass angenommen hätten
(vgl. vorstehend E. 3.4.3)
, was mit den früheren Berichten übereinstimmt
(vgl. E. 3.2)
.
Jedenfalls lässt die in den Jahren 2011 und 2012 gestellte Diagnose der
Dysthymie
zusammen mit den Erklärungen nicht darauf schliessen, dass die ursprüngliche medizinische Ein
schätzung und das Abstellen darauf offensichtlich unrichtig waren.
5.
5.1
Zu prüfen bleibt eine Rentenaufhebung gestützt auf Art. 17 Abs. 1 ATSG,
und damit die Frage, ob es zu
einer Verbesserung des Gesundheitszustandes gekommen
ist, zumal Dr
.
B._
nunmehr eine
Dysthymie
diag
nostizierte
.
Diese
Prüfung lässt
die vorliegende Aktenlage nicht zu
.
Insbeson
dere kann nicht ohne
Weiteres
auf die Einschätzung
Dr.
B._
abgestellt werden, wonach nach wie vor eine vollständige Arbeitsunfähigkeit vorliege. Die gegenteilige Schlussfolgerung kann jedoch
ebenfalls nicht gezogen werden, da keinem
der Berichte
entnommen werden
kann
, ob der
allenfalls
veränderte Gesundheitszustand
unter
Berücksichtigung
allfälliger
somatischer
Beschwerden
eine Einschränkung in der Arbeitsfähigkeit
der Beschwerdeführe
rin
bewirkt
.
Insbesondere ist den Akten zu entnehmen, dass d
ie Beschwerde
führerin
aufgrund ihrer rheumatologischen Beschwerden einem Facharzt
zuge
wiesen wurde (vgl. vorstehend E. 3.1) und
Hausarzt
Dr.
C._
ein chronisches Panvertebral-Syndrom mit muskulärer
Dekonditionierung
diagnostiziert
hat
(vgl. vorstehend E. 3.3.2, E. 3.4.2).
Allfällige Berichte des behandelnden Rheu
matologen fehlen gänzlich und auch w
eitere aussagekräftige Berichte liegen nicht vor, weshalb der
entscheidrelevante
Sachverhalt nicht genügend abgeklärt
ist
.
Dies hat umso mehr zu gelten,
als
im ursprünglichen Rentenentscheid
die Beschwerdeführerin als zu
60 % erwerbstätig und zu 40 % im Haushalt tätig
qualifiziert
wurde (vgl. Urk. 5/18/2) und
sich
ihre
familiären Verhältnisse
durch die Ver
ä
nderung der Kinderbetreuung
im Laufe der Zeit
allenfalls
geändert haben
(dies
im Lichte des Umstandes, dass die Beschwerdegegnerin
die Be
schwerdeführerin
anlässlich der 2. Rentenrevision ohne genaue Abklärung
und Mitteilung
als
zu 100 % erwerbstätig erachtete
;
vgl. Feststellungsblatt für den Beschluss vom 4. November 2008, Urk. 5/45/1).
Eine Prüfung der Qualifikation der Beschwerdeführerin und allenfalls eine Durchführung einer
Haushalt
abklärung
, welche Dr
.
B._
bereits
anlässlich der ersten Rentenrevision angeregt hatte (vgl. vorstehend E. 3.2),
wären
somit
unter Um
stän
den ebenfalls angezeigt.
Somit ist die Beschwerdegegnerin ihrer
Abklä
rungspflicht
nicht genügend nachgekommen.
5.2
Zusammenfassend erweist sich die Aktenlage für eine abschliessende Beurtei
lung
der Revisionsvoraussetzungen
als unzulänglich. Die Sache ist daher an die IV-Stelle zurückzuweisen, damit
sie den Gesundheitszustand und die Arbeitsfä
higkeit in geeigneter Weise korrekt abkläre und anschliessend über den
weiteren
Rentenanspruch neu verfüge.
5
.3
Nach dem Gesagten ist die Beschwerde in dem Sinne gutzuheissen, dass die ange
fochtene Verfügung vom
30. September 2013
aufzuheben und die Sache an die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, zurückzuweisen ist, damit diese nach erfolgter Abklärung im Sinn
e der Erwägungen, neu ver
füge.
6
.
6
.1
Betreffend das Gesuch des Beschwerdeführers um Wiederherstellung der auf
schiebenden Wirkung der Beschwerde gilt gemäss höchstrichterlicher Rechtspre
chung, dass der Entzug der aufschiebenden Wirkung bei der revisionsweise verfügten Herabsetzung oder Aufhebung einer Rente im Falle einer
Rückwei
sung
an die Verwaltung zur weiteren Abklärung
– unter Vorbehalt einer allfäl
lig missbräuchlichen Provozierung eines möglichst frühen Revisionszeitpunktes durch die Verwaltung -
auch für den Zeitraum dieses Abklärungsverfahrens bis zum Erlass der neuen Verwaltungsverfügung andauert (
Urteil des Bundesge
richts 8C_451/2010 vom 1
1.
November 2010, E. 2 mit Hinweisen auf BGE 106 V 18 und BGE 129 V 370
).
Eine Aufhebung des von der Verwaltung angeord
neten Entzugs der aufschiebenden Wirkung ist demnach in Ausnahmefällen zulässig.
Die Frage nach der Wiederherstellung der aufschiebenden Wirkung entscheidet sich dabei anhand einer Interessenabwägung, bei welcher zu beur
teilen ist, ob die Gründe für eine vorläufige Weiterzahlung der Leistungen oder diejenigen, die für die Einstellung dieser Leistung sprechen, überwiegen (vgl. BGE 124 V 88 f. E. 6a, 117 V 191 E. 2b; SVR 2001 KV Nr. 12 S.
31, Urteil des Bundesgerichts U
190/06 vom 1
3.
Juni 2006 E. 2). Dabei gewichtet die Recht
sprechung das Interesse der Verwaltung an der Vermeidung möglicherweise nicht mehr einbringlicher Rückforderungen gegenüber demjenigen von versi
cherten Personen, nicht in eine vorübergehende finanzielle Notlage zu geraten, regelmässig als vorrangig.
6
.2
Die Beschwerdegegnerin hat
mit Mitteilung vom 4. November 2008 zuletzt den Invaliditätsgrad der Beschwerdeführerin überprüft (Urk. 5/46) und im
Feststel
lungsblatt
für den Beschluss die nächste ordentliche Rentenrevision auf den 1. Oktober 2011 angesetzt (Urk. 5/45 S. 2)
. Diese hat sie
mit Verfügung vom
3
0.
September
2013 abgeschlossen
, in dem sie die Invalidenrente aufhob und den Entzug der aufschiebenden Wirkung verfügte
.
Angesichts d
ieser
konkreten Umstände
kann bei einem rund zwei Jahre dauernden Revisionsverfahren
mit Abklärungen zum medizinischen Sachverhalt (
wenn auch vorliegend
ungenü
gend)
nicht gesagt werden, die Verwaltung habe in missbräuchlicher Weise einen möglichst frühen Revisionszeitpunkt provoziert.
Ebenfalls rechtfertigt das folgende Abklärungsverfahren nicht die einstweilige Weiterausrichtung der Rentenleistungen. Schliesslich ist das
Interesse der Beschwerdeführerin, nicht in eine finanzielle Notlage zu geraten, nicht höher zu gewichten, als jenes der Verwaltung, Rückforderungen zu vermeiden, die nicht mehr erhältlich sind. Praxisgemäss würde selbst die Notwendigkeit des Bezugs von Sozialhilfe kein überwiegendes Interesse der versicherten Person an der (Weiter-) Ausrichtung von Leistungen zu begründen vermögen (vgl. Urteil des Bundesgerichts
8C_110/2008
vom
7.
Mai 2008, E. 2.3).
Demnach ist das Gesuch um Wiederherstellung der aufschiebenden Wirkung der Beschwerde abzuweisen.
7
.
7
.1
D
ie Verfahrenskosten gemäss Art. 69 Abs.
1
bis
IVG sind ermessensweise auf Fr
.
6
00.-- festzusetzen und ausgangsgemäss der Beschwerdegegnerin aufzuer
legen.
7
.2
Praxisgemäss wird die Rückweisung einem Obsiegen gleichgestellt, womit der anwaltlich vertretenen Beschwerdeführerin eine Prozessentschädigung zusteht, die bei
m praxisgemässen Ansatz von Fr.
200.-- pro Stunde (zuzüglich Mehr
we
rtsteuer) ermessensweise auf Fr
. 1‘9
00
.-- (inkl. Barauslagen und Mehrwert
steuer) festzusetzen ist.