# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** ad92fc26-36a2-4309-b2de-5babb567db17
**Court:** GR_KG
**Chamber:** GR_KG_006
**Year:** 2018
**Language:** de
**Jurisdiction:** GR / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

hat sich ergeben:
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I. Sachverhalt
A. X._, geboren am _ 1983, und Y._, geboren am _ 1982, schlossen am _ 2009 in O.1_ die Ehe. Aus der Ehe ging die gemeinsame Tochter A._, geboren am _ 2011, hervor. Aufgrund einer psychischen Erkrankung von X._ lebt A._ seit der Geburt bei den Grosseltern mütterlicherseits, B._, in O.1_. Die Ehegatten X./Y. _ hatten währenddessen gemeinsamen Wohnsitz in O.2_.
B. Mitte Juli 2013 trennten sich die Ehegatten X./Y._. Y._ verblieb in der ehelichen Wohnung, während X._ ihren Wohnsitz nach O.1_ verlegte und eine eigene Wohnung bezog.
C. Daraufhin leitete X._ beim Regionalgericht O.2_ ein Eheschutzverfahren ein. Am 16. Januar 2014 schlossen die Ehegatten X./Y._ eine (vorläufige) Trennungsvereinbarung für die Dauer der Begutachtung von A._ durch die Kinder- und Jugendpsychiatrie Graubünden (nachfolgend KJP Graubünden). Diese Trennungsvereinbarung enthielt eine vorläufige Regelung des Ehegattenunterhalts.
D.a. Nach Vorliegen des Gutachtens der KJP Graubünden vom 28. Mai 2014 schlossen die Ehegatten X./Y._ die Trennungsvereinbarung vom 29. September/2. Oktober 2014. Im Wesentlichen vereinbarten die Ehegatten X./Y._, die Obhut über A._ sei bis zum Zeitpunkt des Kindergarteneintritts bei den Grosseltern zu belassen. Per 15. Juli 2015 übernehme Y._ die Obhut. Die Regelung des persönlichen Verkehrs erfolge primär in gemeinsamer Absprache der Ehegatten X./Y._ und der Grosseltern. Zudem beantragten die Ehegatten X./Y._ die Errichtung einer Beistandschaft im Sinne von Art. 308 Abs. 1 und 2 ZGB für A._. Betreffend Kinderunterhalt verpflichtete sich Y._, während der Pflegeplatzplatzierung einen monatlichen Kinderunterhaltsbeitrag in der Höhe von CHF 588.00, erstmals zahlbar per November 2014, an die Grosseltern zu bezahlen. Zusammen mit dem Kinderunterhaltsbeitrag verpflichtete er sich, den Grosseltern überdies CHF 71.00 für die Krankenkassenprämie von A._ zu leisten. Demgegenüber verpflichtete sich X._, den Grosseltern während der Pflegeplatzplatzierung die  in der jeweiligen Höhe zu bezahlen. Die Ehegatten X./Y._ einigten sich sodann auf einen von Y._ an X._ zu leistenden monatlichen Ehegattenunterhalt in der Höhe von CHF 240.00, erstmals zahlbar per November 2014 bis zum Zeitpunkt der Übernahme der Obhut über A._.
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Nach Übernahme der Obhut bestehe mangels Leistungsfähigkeit von Y._ kein eherechtlicher Unterhaltsanspruch von X._ mehr. Das Regionalgericht O.2_ genehmigte die Trennungsvereinbarung gerichtlich mit Entscheid vom 9. Oktober 2014.
D.b. Am 5. Juni 2015 vereinbarten die Ehegatten X./Y._ unter Mitwirkung der Beiständin von A._, C._, Berufsbeistandschaft Plessur, die Trennungsvereinbarung vom 29. September/2. Oktober 2014 sei dahingehend abzuändern, dass der Obhutswechsel zu Y._ bis mindestens Juli 2016 aufzuschieben sei. Zur Begründung wurden Bedenken seitens Bezugspersonen und Fachleuten, die A._ betreuen, angeführt. Entsprechend ersuchten die Ehegatten X./Y._ in der Abänderungsvereinbarung die Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde Nordbünden bzw. das Regionalgericht O.2_ um Genehmigung.
E. Mit Eingabe vom 16. Juli 2015 machte X._ beim Bezirksgericht Plessur (ab dem 1. Januar 2017 Regionalgericht Plessur) eine Scheidungsklage im Sinne von Art. 114 ZGB anhängig. Auf die gleichentags erhobene Scheidungsklage von Y._ beim Regionalgericht O.2_ trat Letzteres mit Verfügung vom 8. September 2015, nach Ermittlung der Uhrzeit der Postaufgabe, zufolge anderweitiger Litispendenz nicht ein.
F. Im August 2015 reichten sowohl die Grosseltern als auch der Kinderarzt von A._ Gefährdungsmeldungen bei der Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde KESB Nordbünden wegen angeblichen sexuellen Handlungen von Y._ mit A._ ein. Daraufhin ordnete die angerufene Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde KESB Nordbünden mit Entscheid vom 28. August 2015 ein Familiencoaching an. Aufgrund des hängigen Scheidungsverfahrens erfolgte mit Schreiben vom 2. September 2015 die Überweisung der Angelegenheit an das Bezirksgericht Plessur.
G. Am 28. September 2015 reichte X._ beim Einzelrichter in Zivilsachen am Bezirksgericht Plessur ein Gesuch um Erlass vorsorglicher Massnahmen ein. Sie stellte folgende Rechtsbegehren:
1. Es sei die gemeinsame Tochter A._, geboren am _ 2011, unter der Obhut der Pflegeeltern B._, _strasse 16, O.1_, zu belassen.
2. Nach Abschluss des bei der Kinder- und Jugendpsychiatrie Graubünden durchzuführenden Familiencoachings sei dem Gesuchsgegner höchstens ein begleitetes Besuchsrecht nach Ermessen des Gerichts einzuräumen.
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Die Gesuchstellerin sei nach direkter Absprache mit den Pflegeeltern resp. der Beiständin für berechtigt zu erklären, A._ zu sich auf Besuch zu nehmen und jährlich fünf Wochen Ferien mit ihr zu verbringen.
3. Die angeordnete Beistandschaft im Sinne von Art. 308 Abs. 1 und 2 ZGB sei weiterzuführen.
4. Der Gesuchsgegner sei rückwirkend ab dem 1. Oktober 2014 zu verpflichten, an den Unterhalt von A._ einen monatlich im Voraus zahlbaren Unterhaltsbeitrag von CHF 800.00 zuzüglich Kinderzulagen an die Pflegeeltern zu bezahlen.
5. Der Gesuchsgegner sei rückwirkend ab dem 1. Oktober 2014 zu verpflichten, an den Unterhalt der Gesuchstellerin einen monatlichen im Voraus zahlbaren Unterhaltsbeitrag von CHF 700.00 zu bezahlen.
6. Die Unterhaltsbeiträge gemäss Ziff. 4 und 5 hiervor seien praxisgemäss zu indexieren.
7. Der Gesuchsgegner sei zu verpflichten, sämtliche rückständigen Kinderzulagen an die Pflegeeltern weiterzuleiten.
8. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge, diese zuzüglich 8 % Mehrwertsteuer, zulasten des Gesuchsgegners.
H. Y._ beantragte in seiner Stellungnahme vom 12. Oktober 2015, was folgt:
1. Die Obhut über A._, geb. 11. Juni 2011, sei dem Gesuchsgegner zu belassen. Das Datum des Umzuges von A._ nach O.2_ sei im Rahmen des Familiencoachings festzulegen.
2. Die Kontakte zwischen A._ und ihren Eltern seien während der Dauer des Scheidungsverfahrens vom Kinder- und Jugendpsychiatrischen Dienst im Rahmen des Familiencoachings festzulegen.
3. Die Beistandschaft sei weiterzuführen.
4. Der vom Gesuchsgegner für A._ zu leistende Unterhaltsbeitrag sei bis zum Wechsel von A._ zum Gesuchsgegner in der bisherigen Höhe von CHF 588.00 zu belassen. Sobald A._ beim Besuchsgegner wohnt, sei die Kinderrente der IV direkt an den Gesuchsgegner auszubezahlen.
5. Es sei festzustellen, dass kein Ehegatte dem anderen einen Geldbeitrag schuldet.
6. Soweit weitergehend sei das Gesuch abzuweisen.
7. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge.
I.a. Nachdem anlässlich der ersten Einigungs- und Instruktionsverhandlung vom 15. Oktober 2015 im Hauptprozess betreffend Scheidungsklage keine Einigung zwischen den Parteien erzielt werden konnte, ordnete das Bezirksgericht Plessur einen zweiten Schriftwechsel an.
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I.b. In ihrer Replik vom 2. November 2015 passte X._ ihr Rechtsbegehren im Unterhaltspunkt dahingehend an, dass für A._ ein Unterhaltsbeitrag in der Höhe von CHF 950.00, zuzüglich Kinderzulagen, und ihr selbst ein Unterhaltsbeitrag in der Höhe von CHF 1'180.00 zu bezahlen sei.
I.c. Y._ modifizierte in seiner Duplik vom 24. November 2015 sein Rechtsbegehren einzig im Hinblick auf die Festlegung des Umzugsdatums von A._ nach O.2_. Mit Eingabe vom 3. Dezember 2015 reichte X._ sodann unaufgefordert eine Stellungnahme zur Duplik ein. Darin passte sie ihr Rechtsbegehren wiederum im Unterhaltspunkt an, und zwar sei ihr selbst ein Unterhaltsbeitrag in der Höhe von CHF 1'180.00 rückwirkend ab dem 1. Oktober 2014 und ab dem 1. November 2015 ein Unterhaltsbeitrag in der Höhe von CHF 1'725.00 zu bezahlen.
I.d. Die erste Hauptverhandlung fand am 13. Januar 2016 statt. X._ nahm erneut eine Anpassung ihrer Rechtsbegehren vor. So sei Y._ zu verpflichten, ihr einen Unterhaltsbeitrag von CHF 1'180.00 rückwirkend ab dem 1. Oktober 2014 bis zum 31. Oktober 2015, CHF 1'580.00 ab dem 1. November 2015 bis zum 31. März 2016 sowie CHF 1'860.00 ab dem 1. April 2016 zu bezahlen.
I.e. Am 15. Januar 2016 reichte die Beiständin von A._ den Entwurf eines neuen Pflegevertrages datierend vom 18. Dezember 2015 samt Anhang zur Berechnung des Pflegegeldes beim Bezirksgericht Plessur ein. Der Pflegevertrag war von X._ sowie von B._ unterzeichnet worden. Eine Unterschrift von Y._ fehlte. Mit Schreiben vom 22. Januar 2016 reichte sodann X._ ein von den Grosseltern und ihr selbst verfasstes Schreiben vom 19. Januar 2016 an die Beiständin betreffend Anpassung des Pflegevertrages und Neuberechnung des Pflegegeldes ins Recht. Zudem ging dem Bezirksgericht Plessur das daraufhin von der Beiständin an Y._ angefertigte Schreiben vom 21. Januar 2016 samt neuer Berechnung des Pflegegeldes geschützt auf die Richtlinien des Kantons Graubünden für Pflegeverhältnisse zu.
I.f. Am 19. Mai 2016 fand die zweite Hauptverhandlung statt. X._ forderte hinsichtlich ihres eigenen Unterhaltsbeitrages abschliessend CHF 1'180.00 rückwirkend ab dem 1. Oktober 2014 bis zum 31. Dezember 2014, CHF 1'725.00 ab dem 1. Januar 2015 bis zum 31. Oktober 2015, CHF 1'925.00 ab dem 1. November 2015 bis zum 31. März 2016 sowie CHF 2'205.00 ab dem 1. April 2016. Der beantragte Unterhaltsbeitrag für A._ blieb unverändert.
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I.g. Im Nachgang zur zweiten Hauptverhandlung reichten sodann beide Parteien weitere, vom Gericht verlangte Urkunden zu den Akten. X._ reichte mit Schreiben vom 20. Mai 2016 die fehlenden Seiten der Verfügung der Sozialversicherungsanstalt Graubünden vom 2. September 2015 betreffend Ergänzungsleitungen zur Invalidenrente nach. Y._ legte mit E-Mail vom 23. Mai 2016 eine Unterhalts- und Steuerberechnungstabelle sowie die erste Ratenrechnung für das laufende Steuerjahr 2016 ins Recht. Zudem enthielt die  einen Link zum elektronischen Steuerrechner des Kantons O.2_. Die Urkundeneinlagen wurden den Parteien jeweils am 23. beziehungsweise am 24. Mai 2016 seitens des Bezirksgerichts Plessur gegenseitig zur Kenntnisnahme zugestellt.
J. Mit Entscheid vom 24. Mai 2016, mitgeteilt am 7. Juni 2016, erkannte der Einzelrichter in Zivilsachen am Bezirksgericht Plessur, wie folgt:
1. Es wird davon Vormerk genommen, dass die Parteien sich darüber einig sind, die gemeinsame Tochter A._, geb. 11. Juni 2011 während der Dauer des Scheidungsverfahrens (bis zum erstinstanzlichen Entscheid) zur Betreuung bei den Grosseltern mütterlicherseits zu belassen.
2. Dem Vater wird für die Monate Juni und Juli 2016 jeweils zweimal pro Monat ein begleitetes Besuchsrecht im BBT eingeräumt, welches in Absprache mit der Beiständin wahrzunehmen ist. Die Beiständin wird damit beauftragt, ab August 2016 eine sukzessive Ausweitung des Besuchsrechtes vorzunehmen. Das Besuchsrecht von X._ bleibt unverändert gemäss Entscheid des Regionalgerichtes O.2_ vom 9. Oktober 2014.
3. Es wird davon Vormerk genommen, dass die Parteien übereinstimmend auf die Ausübung ihres Ferienrechtes während der Dauer des Scheidungsverfahrens (bis zum erstinstanzlichen Entscheid) verzichten.
4. Die bestehende Beistandschaft wird weitergeführt und der Beiständin wird zusätzlich die Aufgabe übertragen, die Besuchsrechte der Parteien zu regeln und ab August 2016 ein sukzessiver Ausbau des Besuchsrechtes des Vaters voranzutreiben.
5. Y._ wird in teilweiser Gutheissung des Gesuches verpflichtet, an den Unterhalt von X._ mit Wirkung ab 28. September 2015 einen monatlich im Voraus bezahlbaren Unterhaltsbeitrag in der Höhe von CHF 1'327.00 zu bezahlen.
6. Y._ wird in teilweiser Gutheissung des Gesuches verpflichtet, an den Unterhalt seiner Tochter A._ mit Wirkung ab 28. September 2015 einen monatlich im Voraus bezahlbaren Unterhaltsbeitrag in der Höhe von CHF 573.00 an die betreuenden Grosseltern mütterlicherseits zu bezahlen.
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7. Y._ wird überdies verpflichtet, die Kinderzulagen in der Höhe von CHF 300.00 mit Wirkung ab 28. September 2015 an die betreuenden Grosseltern mütterlicherseits weiterzuleiten.
8. X._ wird verpflichtet, die Kinder-IV-Rente in der Höhe von derzeit CHF 627.00 an die betreuenden Grosseltern mütterlicherseits weiterzuleiten.
9. Im Übrigen wird das Gesuch abgewiesen, soweit darauf überhaupt einzutreten ist.
10. Die Gerichtskosten in der Höhe von CHF 5'905.85 (Entscheidgebühr CHF 3'000.00; Gutachterkosten CHF 513.00; Kosten der Vertretung des Kindes CHF 2'392.85) werden den Parteien je hälftig auferlegt und gehen – unter Vorbehalt von Art. 123 ZPO – zu Lasten des Kantons Graubünden und werden auf die Gerichtskasse genommen.
11. a) Der unentgeltliche Rechtsbeistand der Ehefrau, Rechtsanwalt lic. iur. Marc G. Breitenmoser wird – unter Vorbehalt von Art. 123 ZPO – zu Lasten des Kantons Graubünden mit CHF 11'090.65 (inkl. Barauslagen und MwSt.) entschädigt. Die Entschädigung wird aus der Gerichtskasse bezahlt.
Rechtsanwalt lic. iur. Marc G. Breitenmoser wird darauf hingewiesen, im Rahmen des noch anhängigen Scheidungsverfahrens, die Kontakte zu Drittpersonen auf ein absolut notwendiges Mindestmass zu reduzieren.
b) Die unentgeltliche Rechtsbeiständin des Ehemannes, Fürsprecherin lic. iur. Susanne Meier wird – unter Vorbehalt von Art. 123 ZPO – zu Lasten des Kantons Graubünden mit CHF 12'084.65 (inkl. Barauslagen und MwSt.) entschädigt. Die Entschädigung wird aus der Gerichtskasse bezahlt.
c) Die unentgeltliche Rechtsbeiständin von A._, Rechtsanwältin lic. iur. Diana Honegger wird – unter Vorbehalt von Art. 123 ZPO – zu Lasten des Kantons Graubünden mit CHF 2'392.85 (inkl. Barauslagen und MwSt.) entschädigt. Die Entschädigung wird aus der Gerichtskasse bezahlt.

## Considerations