# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 68f2b5f5-843f-4924-8de9-daa810f8fa5f
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2014
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
Die 1966 geborene
X._
war vom 1. Dezember 2003 bis 30. September 2005 bei der
Y._
und vom 1. Oktober 2005 bis 30. September 2006 bei der
Z._
als Sachbearbeiterin tätig
(
Urk.
9/9 und Urk.
9/10)
. Die Versicherte bezog
ab
1. Januar 2007 eine ganze Invalidenrente
(Urk.
9/27-28)
. Im Rahmen eines am
11. Juni 2009 ein
geleiteten Revisionsverfahrens wurde die Rente mit Verfügung vom 3. Januar 2011 aufgehoben
(Urk.
9/54), was mit Urteil des hiesigen Gerichts vom 16. Februar 2012
bestätigt wurde (Urk.
9/73)
.
Mit Eingabe vom 26.
März 2012
meldete sich
die Versicherte erneut
zum
Leis
tungsbezug
an
(Urk.
9/
75
).
Ihrer Anmeldung legte sie einen Bericht von
Dr.
med.
A._
, FMH für Rheumatologie, Physikalische Medizin und
Rehabili
-
ta
tion
, vom 30. Januar 2012 (Urk. 9/74 S. 1)
sowie
einen Bericht der
Rheumakli
nik
des
B._
vom 2. März 2012 (Urk. 9/74 S. 2 f.)
bei und liess
ein ärztliches Schreiben von
Dr.
med.
C._
, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie FMH, vom 26. März 2012 (Urk. 9/76)
einreichen
.
Nach durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(Urk. 9/78-79 und Urk. 9/83-84) trat die IV-Stelle mit Verfügung vom 30. Juli 2012 auf das
neue
Leistungs
begehren
der Versicherten nicht ein (Urk. 9/87
= Urk.
2
).
2.
Dagegen erhob die Versicherte mit Eingabe vom
27. August 2012 Beschwerde und beantragte, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben und es sei ihr eine Rente zuzusprechen
(Urk.
1).
Mit Beschwerdeantwort vom 23.
November 2012 beantragte die
IV-Stelle
die Abweisu
ng der Beschwerde (Urk.
8).
Mit Replik vom 21.
Februar 2013 konkretisierte die Beschwerdeführerin
,
nunmehr
vertreten durch Rec
htsanwältin
lic
.
iur
. Christine Fleisch,
ihr
Rechtsbegehren dahinge
hend, dass sie beantragte, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben und die Beschwerdegegnerin sei zu verpflichten, auf das Leistungsbegehren einzutreten und ihr eine ganze
Invalidenrente
auszurichten
(Urk. 16). Mit Eingabe vom 11. April 2013 verzichtete die Beschwerdegegnerin auf die Erstattung einer Duplik (Urk. 24), was der Beschwerdeführerin am 16. April 2013 mitgeteilt wurde (Urk. 25).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Unterlagen ist, soweit für die
Entscheidfindung
erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen einzuge
hen.
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines
Rentenbezü
gers
erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (
Art.
17
Abs.
1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts,
ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tat
sächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente nicht nur bei einer wesentlichen Änderung des Gesundheitszustandes, sondern auch dann
revidier
bar
, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen des an sich gleich gebliebenen Gesundheitszustandes erheblich verändert haben (BGE 130 V 343 E. 3.5 mit Hinweisen). Eine Veränderung der gesundheitlichen Verhältnisse liegt auch bei gleich gebliebener Diagnose vor, wenn sich ein Leiden in seiner Intensität und in seinen Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit verändert hat (Urteile des Bun
desgerichts 9C_261/2009 vom 1
1.
Mai 2009 E. 1.2 und I 212/03 vom 28. August 2003 E. 2.2.3). Dagegen stellt die bloss unterschiedliche Beurteilung der Auswirkungen eines im Wesentlichen unverändert gebliebenen Gesund
heitszustandes auf die Arbeitsfähigkeit für sich allein genommen keinen
Revisi
onsgrund
im Sinne von
Art.
17
Abs.
1 ATSG dar. Zeitliche Vergleichsbasis für die Beurteilung einer anspruchserheblichen Änderung des Invaliditätsgrades bilden die letzte rechtskräftige Verfügung oder der letzte rechtskräftige
Ein
spracheentscheid
, welche oder welcher auf einer materiellen Prüfung des Ren
tenanspruchs mit rechtskonformer Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und Invaliditätsbemessung beruht (BGE 133 V 108; vgl. auch BGE 130 V 71
E.
3.2.3; Urteil des Bundesgerichts 9C_438/2009 vom 26. März 2010 E. 1 mit Hin
weisen).
1.2
1.2.1
Gemäss Art. 88a Abs. 1
der Verordnung über die Invalidenversicherung (
IVV
)
ist die anspruchsbeeinflussende Änderung bei einer Verbesserung der Erwerbs
fähigkeit oder Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, für die Herab
setzung oder Aufhebung der Leistung von dem Zeit
punkt an zu berücksichtigen, in dem angenommen werden kann, dass sie vor
aussichtlich längere Zeit dauern wird; sie ist in jedem Fall zu berücksichtigen, nachdem sie ohne wesentliche Unterbrechung drei Monate angedauert hat und voraussichtlich weiterhin an
dauern wird. Bei einer Verschlechterung der Er
werbsfähigkeit oder der Fähig
keit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, ist die anspruchsbeeinflussende Än
derung zu berücksichtigen, sobald sie ohne wesent
liche Unterbrechung drei
Monate angedauert hat; Artikel 29
bis
IVV ist sinnge
mäss anwendbar (Art. 88a Abs. 2 IVV). Nach Artikel 29
bis
IVV werden bei der Berechnung der Wartezeit gemäss Art. 28 Abs. 1
lit
. b des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) früher zurückgelegte Zei
ten angerechnet, wenn der Invaliditätsgrad innert drei Jahren nach Aufhebung der Rente wegen einer auf dasselbe Leiden zurück
zuführenden Arbeitsunfähig
keit erneut ein
rentenbe
gründendes
Ausmass er
reicht.
1.2.2
Die Revision einer Rente im Sinne Art. 88a IVV setzt einen laufenden Anspruch voraus. Die Regeln über die Anspruchsentstehung gelten dabei bloss sinnge
mäss.
Art. 29
bis
IVV regelt demgegenüber den Fall, dass der Invaliditätsgrad nach der revisionsweisen Aufhebung einer Invalidenrente (Art. 17 ATSG in Verbindung mit Art. 88a Abs. 1 IVV) wieder ein rentenbegründendes Ausmass gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG erreicht. Nach Art. 28 Abs. 1
lit
. b IVG entsteht der An
spruch auf eine Invalidenrente frühestens in dem Zeitpunkt, in dem die versi
cherte Person während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durch
schnittlich mindestens zu 40 Prozent arbeitsunfähig im Sinne von Art. 6 ATSG gewesen war. Art. 29
bis
IVV bezweckt nun, dass beim Wiederaufleben der auf die gleiche Ursache zurückzuführenden Invalidität innert drei Jahren nach Auf
hebung einer Rente die im Rahmen der erstmaligen Rentenzusprechung bereits bestandene Wartezeit nicht ein zweites Mal erfüllt werden muss (BGE 117
V 24 f. E. 3a;
Rz
4003 ff. des Kreisschreibens des Bundesamtes für Sozialversiche
run
gen über Invalidität und Hilflosigkeit [KSIH]).
1.2.3
Im Rahmen einer Neuanmeldung zum Leistungsbezug nach einer rückwirkend befristeten Zusprechung einer Invalidenrente sind die
Eintretensvoraussetzun
gen
von Art. 87 Abs. 3 und 4 IVV (Glaubhaftmachung einer
anspruchserhebli
chen
Änderung des Invaliditätsgrades) zu beachten (BGE 133 V 263). Dies muss für eine Neuanmeldung nach einer revisionsweisen Aufhebung einer zuvor aus
gerichteten unbefristeten Invalidenrente ebenso gelten, da auch
diesfalls
für die Zeit vor dem Verfügungserlass eine Rentenleistung abgelehnt wurde. Zu prüfen ist somit, ob sich die tatsächlichen Verhältnisse seit der Rentenaufhebung so verändert haben, dass wieder ein Rentenanspruch entstand (so auch Urteile des Sozialversicherungsgerichts des Kantons Zürich vom 21. Juni 2005, IV.2004.00234, E. 2, und vom 18. Dezember 2007, IV.2006.00491, E. 1.4).
1.3
Eine neue Anmeldung zum Leistungsbezug wird nur geprüft, wenn glaubhaft ge
macht worden ist, dass sich der Grad der Invalidität des Versicherten in einer für den Anspruch erheblichen Weise geändert hat (Art. 87 Abs. 3 und 4 IVV). Damit soll verhindert werden, dass sich die Verwaltung nach vorangegangener rechtskräftiger Leistungsverweigerung immer wieder mit gleich lautenden und nicht näher begründeten, d.h. keine Veränderung des Sachverhalts darlegenden Gesuchen befassen muss (BGE 109 V 114 E. 2a, 264 E. 3). Die Verwaltung ent
scheidet somit zunächst nur, ob die Vorbringen der versicherten Person über
haupt glaubhaft sind; verneint sie dies, so kann sie das Gesuch ohne wei
tere Abklärungen durch Nichteintreten erledigen. Dabei wird sie u.a. zu berück
sich
tigen haben, ob die frühere Verfügung nur kurze oder schon längere Zeit zu
rückliegt, und dementsprechend an die Glaubhaftmachung höhere oder weni
ger hohe Anforderungen stellen (ZAK 1966 S. 279, vgl. auch BGE 130 V 67 ff. E. 5.2, 72 E. 2.2 mit Hinweisen). Da der Verwaltung insofern ein gewisser
Beur
teilungsspielraum
zusteht, der grundsätzlich zu respektieren ist, überprüft das Gericht die
Eintretensfrage
nur dann, wenn das Eintreten streitig ist, d.h. wenn die Verwaltung gestützt auf Art. 87 Abs. 4 IVV Nichteintreten be
schlossen hat und die versicherte Person deswegen Beschwerde führt; hingegen unterbleibt eine richterliche Beurteilung der
Eintretensfrage
, wenn die Verwal
tung auf die Neuanmeldung eingetreten ist (BGE 109 V 114 E. 2b).
Die versicherte Person muss die massgebliche Tatsachenänderung mit der Neu
anmeldung glaubhaft machen. Der Untersuchungsgrundsatz, wonach das Ge
richt von Amtes wegen für die richtige und vollständige Abklärung des rechts
erheblichen Sachverhalts zu sorgen hat (BGE 125 V 195 E. 2, 122 V 158 E. 1a, je mit Hinweisen), spielt insoweit nicht. Wird in der Neuanmeldung kein
Ein
tretenstatbestand
glaubhaft gemacht, sondern bloss auf ergänzende Be
weismit
tel, insbesondere Arztberichte, hingewiesen, die noch beigebracht wür
den oder von der Verwaltung beizuziehen seien, ist der versicherten Person eine ange
messene Frist zur Einreichung der Beweismittel anzusetzen. Diese Mass
nahme setzt voraus, dass die ergänzenden Beweisvorkehren geeignet sind, den entspre
chenden Beweis zu erbringen. Sie ist mit der Androhung zu verbinden, dass ansonsten gegebenenfalls auf Nichteintreten zu erkenn
en sei (BGE 130 V 68 E. 5.2.5).
2.
2.1
Mit Urteil vom 16.
Februar 2012 kam das hiesige Gericht zum Schluss, dass die der Beschwerdeführerin zuvor ausgerichtete Invalidenrente zu Rec
ht eingestellt worden war, da sich ihr Gesundheitszustand in erheblicher Weise verbessert hatte und ihr ab 1
6.
Juni 2010 mindestens eine 80%ige Tätigkeit in ihrem angestammten Berufsfeld als Bankangestellte wieder zumutbar gewesen sei
(Urk.
9/
73
).
Mit dem Gesuch um Wiederausrichtung von Leistungen war somit glaubhaft zu machen, dass sich die tatsächlichen Verhältnisse seit der
Renten
einstellung
in anspruchserheblicher Weise verändert haben.
2.2
Im angefochtenen Entscheid erwog die
Beschwerdegegnerin,
die
in den akt
uel
len Arztberichten angeführten somatischen Befunde seien bereits in verschiede
nen Arztberichten seit 2008 genannt worden. Die
pathologischen Befunde und ihre Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit seien schon im Urteil vom 16. Februar 2012 berücksichtigt worden. Die im MRT gestellten Diagnosen bei im Wesentlichen unveränderten klinischen Befunden stellten keine Änderung des Gesundheitszustandes dar. Auch die im aktuellen psychiatrischen Bericht genannten Symptome bestünden schon seit langem.
Versicherungsmedizinisch weise die
Beurteilung in den aktuellen Arztberichten keine relevante Änderung des
Gesundh
eitszustandes aus (Urk.
2).
2.3
Die Beschwerdeführerin machte
demgegenüber
im Wesentlichen geltend,
dem Bericht von
Dr.
A._
sei zu entnehmen, dass zum chronischen
lumbovertebra
len
Syndrom neu eine
mediolaterale
Diskushernie L5/S1 rechts mehr als links hinzugekommen sei. D
em Bericht des
B._
vom 2. März 2012 sei
sodann
zu entnehmen, dass sich die psychiatrische Problematik ver
schlechtert habe. Es sei nicht mehr von einer leichten Depression, sondern von einer mittelgradigen
depressiven Episode auszugehen
(Urk. 16)
.
3.
3.1
Richtet sich die Beschwerde gegen einen
Nichteintretensentscheid
, hat das Gericht
, ungeachtet
der Vorbringen
der
beschwerdeführenden
Partei,
zu prüfen und darüber zu entscheiden, ob die Verwaltung zu Recht nicht auf das
Leis
tungs
- oder Feststellungsbegehren eingetreten ist. Der richterliche Entscheid in der Sache (Sachentscheid) hat in dieser besonderen verfahrensmässigen Situa
tion den formellen Gesichtspunkt des Nichteintretens durch die untere Instanz zum Gegenstand. Dagegen hat sich das Gericht mit den materiellen Anträgen
nicht zu befassen (BGE 121 V 157 E. 2b, 116 V 265 E. 2a, SVR 1997, UV Nr. 66 S. 225 E. 1a).
3.2
Soweit die Beschwerdeführerin mehr oder anderes verlangt als die Aufhebung der angefochtenen
Nichteintretensverfügung
und die materielle B
ehandl
ung ihres Rentengesuchs, ist auf ihre Beschwerde nicht einzutreten.
4
.
4.1
I
m Bericht der Rheumaklinik
des
B._
vom 18.
Februar 2008 wurden folgende Diagnosen gestellt
(
Urk.
9/18)
:
Polyarthralgien und Myalgien unklarer
Aetiologie
Intermittierendes
myofasziales
Cervico
- und
Lum
b
overtebralsyndrom
Schwere Depression
Arterielle Hypertonie
Mikrohämaturie unklarer
Aetiologie
4.2
Med.
pract
.
C._
, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie FMH, diagnostizierte in ihrem Bericht
vom 11.
Juli 2009
(
Urk.
9/33)
eine mittelgradige depressive Episode (ICD-10, F32.1)
und einen
Status nach Suizidversuch (X61).
4.3
Dr.
med.
D._
, FMH für Allgemeinmedizin,
stellte
in seinem Beri
cht vom 18.
Januar 2010
folgende Diagnosen (Urk. 9/36):
M
ittelgradige depressive Episode mit somatischem Syndrom
Polyarthralgien,
Myalgien
Cerviko-lumbovert
ebrales
Syndrom
A
rterielle Hypertonie
4.4
Dr.
med.
E._
,
Facharzt
Psychiatrie und Psychotherapie,
stellte
in seinem Gutachten vom
16.
Juni 2010
als Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfä
higkeit eine depressive Episode leichten Grades (ICD-10
F
32.0) mit
Somatisie
rungs
tendenzen
.
Die Beschwerdeführerin habe angegeben
,
an Kopfschmerzen im Hinterkopf, Beinschmerzen beidseits, Ein
-
und Durchschlafstörungen und Ausschlägen an beiden Unterarmen zu leiden. Das grösste Problem seien ihre Eheprobleme.
Aus psychiatrischer Sicht bestehe eine Arbeitsfähigkeit von min
destens 80 % bei
einer
Leistungsfähigkeit von 100 % für einfache Arbeiten im Bürobereich in einer Bank (alternative Tätigkeit). Im angestammten Bereich (Wertschriften) bestehe eine Arbeitsfähigkeit von 70 %. Die Einbusse der Arbeitsfähigkeit gehe auf die psychiatrische Erkrankung (depressive Episode) zurück. Es bestünden jedoch zusätzlich ausgeprägte psychosoziale
Belastungs
faktoren
, welche nicht krankheitswertig seien
(Urk.
8/39 S. 9
ff.).
4
.5
Mit
der Neuanmeldung
wurden
die
folgende
n
medizinische
n
Berichte
aufgelegt
:
4
.5
.1
Dr.
med.
A._
, FMH für Rheumatologie, Physikalische Medizin und Rehabilita
tion, stellte i
n seinem Bericht vom 30.
Januar 2012 folgende Diagnosen (Urk. 9/74 S. 1):
Chronisch rezidivierendes
lumbo
-vertebrales und
spondylogenes
Syn
drom bei einer
mediolateralen
Discushernie
L5/S1 rechts mehr als links mit Spinalstenose wie auch auf Höhe L4/5 Spinalstenose und Reizung von L5 beidseits
Cervico
-vertebrales und
encephales
Syndrom
Muskuläre
Dysbalance
Depressive Verstimmung
4.5.2
Im Kurzaustrittsbericht der Rheumaklinik des
B._
vom 2.
März 2012 wurden folgende Diagnosen
aufgeführt
:
Lumboradikuläres
Reizsyndrom S1 rechts
Rezidivierende depressive Störung, aktuell mittelgradige depressive Epi
sode (ICD-10 F33.1)
Status nach Polyarthralgien und Myalgien
Arterielle Hypertonie
Spannungskopfschmerzen
Unverträglichkeit von
Arcoxia
(Nausea)
Die lumbalen Schmerzen liessen sich aus physiotherapeutischer Sicht durch eine lumbale Instabilität in Richtung Extension sowie die bestehende Diskushernie L5/S1 und die Spinalstenose L4/5 und L5/S1 erklären. Beitragend zum Problem bestehe eine muskuläre
Dysbalance
. Es bestehe eine
Inhibitation
der tiefen
Sta
bilisationsmuskeln
bei einem hypertonen
musculus
erector
spinae
. Die Schmer
zen am lateralen Unterschenkel seien teilweise durch
Triggerpunkte
in den Abduktoren und dem
tractus
iliotibialis
reproduzierbar, welche einen
Hyperto
nus
aufwiesen. Der
musculus
piriformis
sei stark
druckdolent
und
hyperton
und erzeuge bei Palpation den Schmerz im Gesäss. Für eine
radikuläre
Problematik sprächen die
Parästhesien
im S1-Dermatom sowie die minimale
Kennmuskel
abschwächung
L
5.
Wichtige Faktoren
bezüglich der Schmerzp
ro
blematik
seien
die Inaktivierung und die belastende psychosoziale Situation der Patientin (
Urk.
9/74
).
4.5.3
Die behandelnde Psychiaterin
C._
berichtete in ihrem ärztlichen Schrei
ben vom 26. März 2012, bei der Wiederaufnahme der Behandlung im Septem
ber 2011 habe ein depressiv-resig
niertes Zustandsbild imponiert
. Es sei zu einer weiteren Verschlechterung der depressiven Stimmungslage bei einer
Schmerze
x
a
cerbation
lumbal und beidseits, rechts betont in die Beine ausstrahlend, gekommen
(Urk.
9/76).
4
.5
.4
Die Beschwerdeführerin hielt sich vom 16. April bis 4. Mai 2012 in der
F._
in
G._
auf. Diese
stellte
die
selben
Diagnosen
wie die
Rheumakli
nik
des
B._
i
n ihrem Austrittsbericht vom
2.
März
2012
und hielt fest,
thematisch
vordergründig sei während des stationären Aufenthaltes ein
deutig die depressive Episode gewesen. Im Verlauf sei es zu einer Verbesserung des Schlafes und auch einer Stimmungsaufhellung gekommen, so dass sich die Beschwerdeführerin durch den stationären Aufenthalt psychophysisch habe
rekonditionieren
können. Am 4.
Mai 2012 sei sie in ordentlichem
Allgemeinzu
stand
in die gewohnte häusliche Umgebung entlassen worden
(Urk.
9/82).
5
.
5
.1
Wie der Regionale Ärztliche Dienst (RAD) der Invalidenversicherung in seiner Stellungnahme vom 30. Juli 2012 zutreffend ausführte (Urk. 9/86), wurden die in den aktuellen medizinischen Berichten angeführten
Diagnosen bei im Wesentlichen unveränderten klinischen Befunden
bereits in verschiedenen Berichten seit 2008 genannt
und stellen keine Änderung des Gesundheitszu
standes dar
.
So wurde
n
im Bericht der Rheumaklinik des
B._
vom 18. Februar 2008
unter anderem
Polyarthralgien, Myalgien und
ein intermittierendes
myofasziales
Cervico
- und
Lum
b
overtebralsyndrom
diagnosti
ziert. Diese
lben Diagnosen stellte auch Dr.
D._
in seinen Berichten vom
23.
März 2008
(Urk.
9/15)
und
vom 18. Januar 2010
(Urk.
9/36)
.
Die
erhobenen klinischen Befunde
stimmen weitgehend mit den aktuellen über
ein.
Aus dem Bericht der
F._
16. April bis 4. Mai 2012 geht
sodann
hervor, dass die depressive Episode im Vordergrund
gestanden
und sich während des stationären Aufenthaltes
gebessert habe
. Vor diesem Hintergrund kann nicht von einer andauernden Verschlechterung des psychischen Gesund
heitszustandes die Rede sein, wie dies die behandelnde Psychiaterin
in ihren Berichten schildert
e
. Diese scheint
ohnehin
vorwiegend die subjektive Wahr
nehmung
d
er Beschwerdeführerin
wiederzugeben.
In diesem Zusammenhang ist auch festzuhalten, dass die Beschwerdeführerin bereits im Re
visionsfragebogen vom 18.
Juni 2009 – als
sie noch eine ganze Rente bezog
– angab, ihr Gesund
heitszustand habe sich verschlimmert
(Urk.
9/32)
.
Vor dem Hintergrund, dass die behandelnde Psychiaterin der Beschwerdeführerin auch im Zeitpunkt der Begutachtung durch Dr.
E._
eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit attestierte (Urk. 9/51 S. 3), kann mit der von ihr im Zeitpunkt der Neuanmeldung attes
tierten Arbeitsunfähigkeit von 50 % ohnehin keine Verschlechterung des Gesundheitszustandes und der Arbeitsfähigkeit dargetan werden.
5.2
Nach dem Gesagten ist nicht zu beanstanden, wenn die Beschwerdegegnerin zum Schluss gelangte, mit den
aufgelegten
Berichten sei es der Beschwerdefüh
rerin nicht gelungen, eine anspruchserhebliche
Verschlechterung
ihres Gesund
heitszustandes glaubhaft zu machen.
Die Beschwerdegegnerin ist somit zu Recht auf die Neuanmeldung nicht eingetreten. Die Beschwerde ist daher abzuweisen, soweit darauf einzutreten ist (vgl. oben
E.
3.2).
6.
Die Kosten des Verfahrens sind auf
Fr.
800.
--
festzusetzen und ausgangsgemäss der Beschw
erdeführerin
– unter Verrechnung mit dem geleisteten
Kostenvor
schuss
von
Fr.
1‘000.-- (Urk. 5) –
aufzuerlegen (Art. 69 Abs.
1
bis
des Bundesge
setzes
über die Invalidenversicherung, IVG).