# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 0bae4243-9679-4073-b36c-40dbdc4a3990
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2017
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
1.1
Z._
, geboren 1972, meldete sich am 29. Januar 2002
unter Hinweis auf
ein Schleudertrauma bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an (Urk. 7/2/1-7 = Urk. 3/11/1-7). Nach der Gewährung von Beratung und Unterstützung bei der Stellensuche durch die Stellenvermittlung (Urk. 7/11) sowie der Zusprache von beruflichen Massnahmen (Urk. 7/13, Urk. 7/21) liess die damals zuständige IV-Stelle des Kantons Appenzell Ausserrhoden die Versicherte bei der MEDAS
A._
polydisziplinär begutachten, wobei das Gutachten am 19. Januar 2006 erstattet wurde (Urk. 7/50). Daraufhin wurden der Versicherten am 4. September 200
6
wiederum berufliche Mass
nahmen zugesprochen (Urk. 7/61). Mit Verfügung vom 7. September
2007 verneinte die IV-Stelle des Kantons Appenzell Ausserrhoden einen Renten
anspruch
der Versicherten (Urk. 7/95). Die dagegen erhobene Beschwerde der Versicherten (Urk. 7/98) wurde vom Verwaltungsgericht von Appenzell Aus
serrhoden mit Urteil vom 22. Mai 2008 in dem Sinne gutgeheissen, dass die Sache an die IV-Stelle des Kantons Appenzell Ausserrhoden zurückgewiesen wurde (Urk. 7/124/2-15).
1.2
Die IV-Stelle des Kantons Appenzell Ausserrhoden liess die Versicherte er
neut bei der MEDAS
A._
polydisziplinär begutachten, wobei das
Ver
laufsgutachten
am 21. September 2009 erstattet wurde (Urk. 7/222 = Urk. 7/228). Daraufhin wurden der Versicherten berufliche Massnahmen zu
gesprochen, namentlich wurde Kostengutsprache erteilt für den Lehrgang zum Bürofachdiplom von Januar 2010 bis Januar 2011 (Urk. 7/244, Urk. 7/264) sowie die Umschulung zur Sachbearbeiterin Rechnungswesen
von Februar 2011 bis Juli 2012 (Urk. 7/270). Am 20. August 2012 teilte die IV-Stelle des Kantons Appenzell Ausserrhoden der Versicherten mit, die be
ruflichen Massnahmen seien erfolgreich abgeschlossen (Urk. 7/296).
1.3
Am 28. Februar 2013 meldete sich die Versicherte erneut bei der Invaliden
versi
cherung zum Leistungsbezug an (Urk. 7/300, Urk. 7/303). Die
nun zuständige
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, klärte die medizi
nische und erwerbliche Situation ab, zog Akten der
Krankentag
geldversicherung
bei (Urk. 7/320) und liess die Versicherte durch den Regiona
len Ärztlichen Dienst (RAD) psychiatrisch untersuchen, wobei der Untersuchungsbericht am 9. Mai 2014 erstattet wurde (Urk. 7/347). Nach durchgeführtem Vorbescheidverfahren (Urk. 7/353, Urk. 7/359/1-6) sprach die IV-Stelle
der Versicherten mit Verfügung
vom
30. Juni 2015 vom 1. Februar 2014 bis 30. Juni 2015 (Urk. 7/384 = Urk. 2/2) und mit Verfügung vom 24. Juni 2015 ab 1. Juli 2015 (Urk. 7/378 = Urk. 7/380) bei einem
Inva
liditätsgrad
von 80 % eine ganze Rente zu.
2.
Die
Z._
(
die Pensionskasse der
Y._
und Arbeitgeberin der Versicherten
)
erhob am 28. August 2015 Beschwerde gegen die Verfügungen vom 2
4.
und 30. Juni 2015 (
Urk. 2/2
, Urk. 7/378 = Urk. 7/380
)
, wobei sie
als
Verfügung vom 24. Juni 2015
- wohl versehentlich - statt der beschwerdeweise angefochte
nen Rentenzusprache diejenige betreffend
Kinderrente
(Urk. 2/1) als Beilage einreichte. Sie
beantragte, die Verfügungen
seien aufzuheben und es sei die Arbeitsfähigkeit der Versicherten durch die Einholung eines zusätzli
chen ärztlichen Gutachtens zu überprüfen und der Invaliditätsgrad und der Rentenanspruch seien neu festzulegen. Eventuell sei die Sache an die IV
Stelle zu weiteren Abklärungen zurückzuweisen (Urk. 1 S. 2 Ziff. 1-3). Die IV-Stelle beantragte mit Beschwerdeantwort vom 1. Oktober 2015 die Abweisung der Beschwerde (Urk. 6). Dies wurde der Beschwerdeführerin am 13. Oktober 2015 zur Kenntnis gebracht (Urk. 8).
Mit Verfügung vom 26. Oktober 2015 wurde die Versicherte
Z._
zum Prozess beigeladen (Urk. 9). Die Beigelade
ne
beantragte
mit Eingabe vom 10. Februar 2016
,
es sei ihr
bereits
ab Februar 2013 eine ganze Invalidenrente zuzusprechen. Im Übrigen sei die Beschwerde abzuweisen. Eventuell sei die Beschwerde vom 28. August 2015 vollumfänglich abzu
weisen und
seien
die Verfügungen der Beschwerdegegnerin vom 2
4.
und 30. Juni 2015 zu bestätigen (Urk. 15 S. 2 Ziff. 1a-b).
RAD-Arzt Dr. med.
B._
, Facharzt für Psychiatrie und Psycho
the
rapie, wurde mit Verfügung vom 17. Februar 2016 aufgefordert, zu seinem psychiatrischen Untersu
chungsbericht vom 9. Mai 2014 (vgl. Urk. 7/347)
Stellung zu nehmen (Urk. 16). Am 30. März 2016 reichte Dr.
B._
die gewünschte Stellung
nahme ein (Urk. 18); dies wurde den Parteien am 21. April 2016 zur Kenntnis gebracht (Urk. 19).
Mit Beschluss vom 1. Februar 2017 wurde der Beschwerdeführerin die Gelegen

## Considerations

heit eingeräumt, um zu der vom Gericht in Erwägung gezogenen Abänderung der angefochtenen Verfügung zu ihrem Nachteil (reformatio in peius) Stellung zu nehmen oder die Beschwerde zurückzuziehen (Urk. 20). Die Beschwerdeführerin liess si
ch innert Frist nicht vernehmen.
Das Gericht
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
Bundesgesetz über den Allge
meinen Teil des
Sozialversicherungsrechts, ATSG).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beur
teilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind aus
schliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksich
tigen. Eine Erwerbsunfä
higkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1
des Bundesgesetzes über die
Invalidenversicherung (IVG) Versicherte
, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder her
stellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich min
des
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine Vier
telsrente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine Dreiviertels
rente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
Der Rentenanspruch entsteht gemäss Art.
29 IVG frühestens nach Ablauf von sechs Monaten nach Geltend
machung des Leistungsanspruchs nach Artikel 29
Abs.
1 ATSG, jedoch frühestens im Monat, der auf die Vollendung des 18. Altersjahres folgt (
Abs.
1). Der Anspruch entsteht nicht, solange die ver
sicherte Person ein Taggeld nach Art. 22 IVG beanspruchen kann (Abs. 2). Die Rente wird vom Beginn des Monats an ausbezahlt, in dem der Renten
anspruch entsteht (
Abs.
3). Beträgt der Invaliditätsgrad weniger als 50 %, so werden die entsprechenden Renten nur an Versicherte ausbezahlt, die ihren Wohnsitz und ihren gewöhnlichen Aufenthalt (Art. 13 ATSG) in der Schweiz haben. Diese Voraussetzung ist auch von Angehörigen zu erfüllen, für die eine Leistung beansprucht wird (Abs. 4).
1.4
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie körperliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 8 ATSG bewirken.
Rechtsprechungsge
mäss
ist bei psychischen Beeinträchtigungen zu prüfen, ob ein seelisches Leiden mit Krankheitswert besteht, welches die versicherte Person auch bei Aufbietung allen guten Willens daran hindert, ein
rentenausschliessendes
Erwerbseinkommen zu erzielen (Art. 7 Abs. 2 Satz 2 ATSG;
BGE 139 V 547
E. 5;
131 V 49
E. 1.2;
130 V 352
E. 2.2.1; vgl. Urteile des Bundesgerichtes 8C_614/2015 vom 15. Dezember 2015 E. 5
und 9C_125/2015 vom 18. No
vember 2015 E.
5.4.
).
Die Annahme eines psychischen Gesundheitsschadens im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG sowie Art. 3 Abs. 1 und Art. 6 ATSG setzt grundsätzlich eine lege
artis
auf die Vorgaben eines anerkannten Klassifikationssystems abgestützte psychiatrische Diagnose voraus (vgl. BGE 130 V 396; Urteile des Bundesge
richts 8C_616/2014 vom 25. Februar 2015 E. 5.3.3.3 und 9C_739/2014 vom 30. November 2015 E. 3.2). Eine fachärztlich festgestellte psychische Krank
heit ist jedoch nicht ohne weiteres gleichbedeutend mit dem Vorliegen einer Invalidität. In jedem Einzelfall muss eine Beeinträchtigung der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit unabhängig von der Diagnose und grundsätzlich unbesehen der Ätiologie ausgewiesen und in ihrem Ausmass bestimmt sein. Es ist nach einem weitgehend objektivierten Massstab zu beurteilen, ob und inwiefern
der versicherten Person trotz ihres Leidens die Verwertung ihrer
Restarbeits
fähigkeit
auf dem ihr nach ihren Fähigkeiten offen stehenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt noch sozial-praktisch zumutbar und für die Gesellschaft tragbar sei (BGE 141 V 281 E. 3.7.3; 136 V 279 E. 3.2.1; BGE 127 V 294 E. 4c; vgl.
Urteile des Bundesgerichtes 8C_614/2015 vom 15. Dezember 2015 E. 5 und 8C_731/2015 vom 18. April 2016 E. 4.1).
1.5
Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichtes fallen leichte bis mittelgradige depressive Störungen, seien sie im Auftreten rezidivierend oder episodisch, einzig dann als invalidisierende Krankheiten in Betracht, wenn sie
erwiese
nermassen
therapieresistent sind (statt vieler:
BGE 140 V 193
E. 3.3 mit Hin
weis). Nur in einer solchen - seltenen, da nach gesicherter psychiatrischer Erfahrung Depressionen im Allgemeinen therapeutisch gut
angehbar
sind - gesetzlich verlangten Konstellation ist den normativen Anforderungen des Art. 7 Abs. 2 zweiter Satz ATSG für eine objektivierende Betrachtungs- und Prüfungsweise Genüge getan (
BGE 141 V 281
E. 3.7.1 bis 3.7.3). Ein solcher Sachverhalt muss überwiegend wahrscheinlich und darf nicht lediglich nicht
auszuschliessen
sein. Es kommt dazu, dass die Therapie in dem Sinne konse
quent gewesen sein muss, dass die aus fachärztlicher Sicht indizierten zumut
baren (ambulanten und stationären) Behandlungsmöglichkeiten in kooperativer Weise optimal und nachhaltig ausgeschöpft wurden (
BGE 140 V 193
E. 3.3; BGE
137 V 64
E. 5.2 mit Hinweis; vgl. Urteile des Bundesgerichts 9C_13/2016 vom 14. April 2016 E. 4.2 und 9C_89/2016 vom 12. Mai 2016 E. 4.1).
Akzentuierte Persönlichkeitszüge (ICD-10 Z73.1) vermögen keinen rechts
erhebli
chen Gesundheitsschaden zu begründen (Urteil des Bundes
gerichts 8C_558/2015 vom 22. Dezember 2015 E. 4.2.4 mit Hinweis auf 9C_537/2011 vom 28. Juni 2012 E. 3.1). Dazu bedürfte es zumindest einer
Persönlich
keits
störung
(Urteil des Bundesgerichts 8C_880/2015 vom 30. März 2016 E. 4.2.5 mit Hinweisen).
1.6
Die regionalen ärztlichen Dienste (RAD) stehen den IV-Stellen zur Beur
tei
lung der medizinischen Voraussetzungen des Leistungsanspruchs zur Verfü
gung. Sie setzen die für die Invalidenversicherung nach Art. 6 ATSG massge
bende funkti
onelle Leistungsfähigkeit der Versicherten fest, eine zumutbare Erwerbstätigkeit oder Tätigkeit im Aufgabenbereich auszuüben. Sie sind in ihrem medizinischen
Sachentscheid im Einzelfall unabhängig (Art. 59 Abs. 2
bis
IVG). Nach Art. 49
der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV)
beurteilen die RAD die medi
zinischen Voraussetzungen des
Leistungsan
spruchs
. Die geeigneten Prüfmetho
den können sie im Rahmen ihrer medi
zini
schen Fach
kompetenz und der allge
meinen fachlichen Weisungen des Bun
des
amtes frei wählen (Abs. 1). Die RAD können Versicherte bei Bedarf selber ärzt
lich unter
suchen. Sie halten die Un
tersuchungsergebnisse schriftlich fest (Abs. 2; Urteil des Bundes
gerichts 9C_406/2014 vom 31. Oktober 2014 E. 3.5 mit Hinweis auf BGE 135 V 254 E. 3.5).
Der Beweiswert von RAD-Berichten nach Art. 49 Abs. 2 IVV ist mit jenem exter
ner medizinischer Sachverständigengutachten vergleichbar, sofern sie den praxisgemässen Anforderungen an ein ärztliches Gutachten (
BGE 134 V 231
E. 5.1) genügen und die Arztperson über die notwendigen fachlichen Qualifi
kationen verfügt (
BGE 137 V 210
E. 1.2.1). Allerdings kann auf das Ergebnis
ver
s
icherungsinterner
ärztlicher Abklärungen – zu denen die RAD
Berichte gehö
ren – nicht abgestellt werden, wenn auch nur geringe Zweifel an ihrer Zuver
lässigkeit und Schlüssigkeit bestehen (Urteil des Bun
des
ge
richts 8C_197/2014
vom 3. Oktober 2014 E. 4.2 mit Hinweisen auf
BGE 139 V 225
E. 5.2;
135 V 465
E. 4.4 und E. 4.7).
1.
7
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersu
chungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vor
akten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medi
zinischen Zu
sammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situa
tion einleuch
tet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 134 V 231
E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin hielt in den angefochtenen Verfügungen (Urk. 2) fest, dass die
Beigeladene
seit 27. Februar 2013 (Beginn der einjährigen Wartezeit) in ihrer Arbeitsfähigkeit erheblich eingeschränkt sei, mithin im ersten Arbeitsmarkt eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit für jegliche Tätigkeit vorliege. Die Abklärungen hätten ergeben, dass die
Beigeladene
ohne
Gesund
heitsschaden
weiterhin ihrer Tätigkeit als Sachbearbeiterin Buchhal
tung zu einem Pensum von 80 % nachgehen würde. Die restlichen 20 % würden in den Aufgabenbereich entfallen
. Daraus resultiere ein
Invaliditäts
grad
von 80 % und somit ein Anspruch
ab 1. Februar 2014
auf eine ganze Rente
(
vgl.
Urk. 7/376 = Urk. 3/3).
2.2
Demgegenüber
führte
die B
eschwerdeführerin in ihrer Beschwerde aus
(Urk. 1), dass
die
Beigeladene
bei Stellenantritt bei der
Y._
(nachfolgend Arbeitgeberin) im August 2012 zu 50-60 % arbeitsfähig gewe
sen sei (S. 4 f.
Rz
5).
Die Arbeitgeberin habe das Arbeitsverhältnis Ende Februar per End
e April 2013 gekündigt (S. 6
Rz
10).
Die
behandelnde Psychiaterin
habe
im Juli 2013 die
Beigeladene
ab etwa August 2013 z
u 30
50 % arbeitsfähig erachtet
. Auch das
C._
, in welchem die
Beigeladene
von Ende April bis Ende Mai 2013 stationär behandelt worden sei,
habe
dies
bestätigt
und habe eine Wiederaufnahme der beruf
lichen Tätigkeiten im Rahmen einer 50%-Anstellung als möglich erachtet.
Gemäss RAD-Untersuchungsbericht vom Mai 2014 habe eine 100%ige Arbeits
unfä
higkeit vorgelegen. Es sei völlig unklar
, weshalb bei derselben Diagnose
im Juli 2013 und im Mai 2014
die
Beigeladene
neu nicht mehr zu 40-50 %, sondern zu 100 % arbeitsunfähig sein sollte
(S. 6 f.
Rz
12-16)
.
Es sei eben
falls unklar, weshalb die
Beigeladene
trotz gegenteiliger Ein
schätzung ihrer Psychiaterin und der
D._
eine 80%-Stelle mit einem hohen
Anforde
rungsprofil
übernommen habe. Es sei nicht von der Hand zu weise
n
, dass dies im Hinblick auf eine
erhoffte
höhere Rente geschehen sei (S. 8
Rz
17). Die frühere Arbeitgeberin sei aus ihrer Erfahrung mit der
Beigeladene
n über
zeugt, dass diese durchaus einfachere Büroarbeiten erledigen könnte. Vor
liegend sei sie einfach dem Anforderungsprofil
nicht gewachsen gewesen. D
er RAD-Arzt
erkläre
nicht einmal ansatzweise, weshalb eine einfache Büro
arbeit nicht zumutbar sein sollte.
Dies müsse neu abgeklärt und der
Invalidi
tätsgrad
müsse dementsprechend ne
u festgelegt werden (S. 8 f.
Rz
18, 21).
2.3
Die Beigeladene
hielt
in ihrer Stellungnahme
fest (Urk. 15),
dass die
Beschwer
degegnerin
angesichts der Tatsache, dass weder die behandelnden Ärzte noch der Gutachter der Krankentaggeldversicherung oder der RAD
Arzt irgendwelche Zweifel hinsichtlich Diagnose oder Arbeitsun
fähig
keit geäussert hätten, die medizinische Situation ausreichend abgeklärt wor
den
sei
und die Beschwerdegegnerin somit in völlig korrekter Vorgehens
weise festgestellt
habe
, dass sie Anspruch auf eine ganze Rente habe
(S. 3
Rz
3
).
In Abweichung zu den
angefochtenen
Verfügungen sei die Rente
jedoch
ab Februar 2013 zuzusprechen, da in diesem Zeitpunkt das Wartejahr längst abge
laufen gewesen sei (S. 7
Rz
8
, vg
l. S. 4
Rz
4
).
2.4
Strittig und zu prüfen ist die Arbeitsfähigkeit und der In
validitätsgrad der
Beigeladene
n sowie der allfällige Beginn einer Rentenleistung.
3.
3.1
Die
Ärzte der
MEDAS
A._
erstattete
n
ihr polydisziplinäres Gutachten am 21. September 2009 (Urk. 7/222 = Urk. 7/228). Die Gutachter nannten die
folgenden Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (S. 23 Ziff. 3.1):
-
rezidivierende depressive Episode, gegenwärtig mittelgradige Störung mit somatischem Syndrom (ICD-10 F33.11)
-
emotional instabile Persönlichkeitsstörung (ICD-10 F60.3)
-
akzentuierte, leistungsbezogene Persönlichkeit (ICD-10 Z73.1)
-
chronisches
cerviko-cephales
Schmerzsyndrom mit/bei
-
Status nach Distorsionstrauma der Halswirbelsäule am 21. April 2001
-
segmentalen Funktionsstörungen des
cranio-cervikalen
und
cer
viko-thorakalen
Übergangs
-
erheblichem
mysofaszialem
Schmerzsyndrom mit typischer
Referred
-
pain
-Symptomatik
-
radiologisch altersnormaler Halswirbelsäule mit Tendenz zu
Hypomo
bilität
sämtlicher Bewegungssegmente (10. August 2009)
In der
zuletzt ausgeübten Tätigkeit bei
der
D._
wie auch in den vorange
gangenen Bürotätigkeiten
zu
50 % halbtags bestehe rein somatisch aus rheuma
-
orthopädischer Sicht keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit. Aus psychiatrischer Sicht bestehe aufgrund des zwischenzeitlichen Verlaufs und der aktuellen Situation nach wie vor
, das heisst wie bereits im letzten Gut
achten erhoben (vgl.
hierzu das
MEDAS
A._
Gutachten vom 19
. Januar 2006
, in welchem der
Beigeladene
n ab dem 21. April 2001 als Sekretärin bei einer Gärtnerei sowie für andere Tätigkeiten eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit attestiert wurde
, Urk. 7/50/1-15, S. 14 Ziff. 5.1-5.2
),
eine 50%ige Einschränkung der Arbeitsfähigkeit im Rahmen einer
invaliditäts
relevanten
Erkrankung. Wie der zwischenzeitliche Verlauf gezeigt habe, wäre eine 50%ige Bürotätigkeit halbtags und gleichzeitig eine schulische Weiter
bildung im gleichen Rahmen zu viel. Als Hausfrau sei die
Beigeladene
aus polydisziplinärer Sicht nicht eingeschränkt (
S. 29 f. Ziff. 5.1-5.2, vgl. S. 28 oben Ziff. 4
).
Aus psychiatrischer Sicht sei der von der
D._
vorgeschlagene weitere Weg im Sinne eines sechsmonatigen Arbeitstrainings mit dem Ziel der Verbesse
rung der Arbeitsfähigkeit und Evaluation von
Anschlussmöglich
keiten
zu unterstützen, damit die
Beigeladene
sich weiter stabilisieren und festigen könne mit der Chance, längerfristig wieder
zu
50 % arbeitstätig sein zu können. An therapeutischen Massnahmen sei aus psychiatrischer Sicht unbe
dingt die Fortführung der bisherigen psychiatrisch-psychotherapeutischen Behandlungen zu gewähren (S. 30 Ziff. 5.3). Die Prognose sei mit einiger Skepsis zu sehen, momentan aber als eher ungünstig zu beurteilen (S. 30 Ziff. 5.4).
3.2
Danach wurden der
Beigeladene
n diverse berufliche Massnahmen gewährt
(
vgl.
Urk. 7/244, Urk. 7/264, Urk. 7/270), welche schliesslich am 20. August 2012 als erfolgreich abgeschlossen erachtet wurden
, da die
Beigeladene
per 6. August 2012
eine neue Arbeitsstelle auf dem freien Arbeitsmarkt angetre
ten habe
(Urk. 7/296).
4.
4.1
Eine Ärztin der
E._
,
Spezial
ambu
la
torium
ADHD, führte in ihrem Bericht vom
29. April 2014
(Urk. 7/328) aus, dass die Beigeladene vom 5. Juli bis 1. Dezember 2011 ambulant behandelt
worden sei (Ziff. 1.2). Sie nannte die folgenden Diagno
sen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (Ziff. 1.1):
-
rezidivierende depressive Störung (ICD-10 F33.1)
-
Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung (ICD-10 F90.0)
Ziel sei die Stabilisierung der depressiven Symptomatik sowie Behandlung der Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung gewesen. Zum damaligen Zeitpunkt habe keine Prognose gemacht werden können
(Ziff. 1.4). In ihrer Ambulanz sei die Beigeladene vom 19. Juli bis 19. August 2011 wegen Krankheit zu 100 % arbeitsunfähig geschrieben worden (Ziff. 1.6).
4.
2
Dr. med.
F._
, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie,
führte in ihrem
Schreiben
vom 7. Mai 2013 (Urk. 7/312/1
= Urk. 3/5
) aus, dass sie die
Beigeladene
seit Oktober 2007 behandle. Seit Beginn der Behandlung habe immer eine Arbeitsunfähigkeit von mindestens 50 % bestanden, vom 24. November 2008 bis 1. Mai 2009 eine solche von 100 %. Seither habe einige Male wegen somatischer Gründe für wenige Wochen ebenfalls eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit bestanden, das Zeugnis sei jeweils durch die Hausärztin ausgestellt worden. Obwohl die
Beigeladene
gemäss ihrer Ein
schätzung nur zu 50 % arbeitsfähig gewesen sei, habe die
Beigeladene
im August 2012 eine Arbeitsstelle mit einem Pensum von 80 % angetreten. Seit dem 27. Februar 2013 sei sie zu 100 % arbeitsunfähig.
4
.
3
Vom 24. April bis 22. Mai 2013 wurde d
ie
Beigeladene
im
C._
, Privatklinik für Psychiatrie und Psychotherapie,
stationär behandelt. Im Austrittsbericht vom 21. Juni 2013 (Urk. 7/
316/
1-5
= Urk. 7/320/1
-
5
) diag
nostizierten die
Ärzte des
C._
eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode (ICD-10 F33.1)
,
als Hauptdiagnose und eine
seit 2011 bestehende
einfache Aktivitäts- und
Auf
merksamkeitsstörung
(ICD-10 F90.0) als Nebendiagnose (S. 1 Mitte).
4
.
4
Dr.
F._
nannte in ihrem Bericht vom
2. Juli 2013
(Urk. 7/313
/1-2
= Urk. 3/8
) die folgenden
Diagnosen (S. 1 Mitte):
-
rezidivierendes depressives Zustandsbild, gegenwärtig mittelgradig (ICD-10 F33.1)
-
Status nach massiver Erschöpfung bei schwerer Bronchitis (Differential
diagnose atypische Pneumonie) März 2013
-
emotional instabile Persönlichkeitsstörung (ICD-10 F60.3)
-
stark leistungsbezogene Persönlichkeit (ICD-10 Z73.1)
-
Aktivitäts- und Aufmerksamkeitsstörung
Im August 2012 habe die
Beigeladene
ohne Hilfe der IV eine 80%-Stelle als Sachbearbeiterin Büro und Buchhaltung in Zürich gefunden. Die Arbeitsstelle scheine mit den komplizierten Abläufen recht anspruchsvoll zu sein und sei vermutlich mit einem 80%-Pensum kaum zu bewältigen. Die
Beigeladene
, pflichtbewusst, bemüht keine Fehler zu machen, mit einer Tendenz zum Per
fektionismus, habe Mühe, überhöhte Forderungen durch den Arbeitgeber zurückzuweisen. So sei es unweigerlich zur Überforderung gekommen, was sie sich nicht einzugestehen vermocht habe. In den Monaten vor dem Zusammenbruch habe das Leben der
Beigeladene
n aus Arbeiten, Essen und Schlafen bestanden; die sozialen Kontakte und auch das Familienleben
hätten
sehr darunter gelitten. In der Therapie im Winter habe sie immer öfter
s
über Erschöpfungsgefühle, zunehmende Anspannung und Nervosität sowie Schlafstörungen geklagt. Im Februar sei sie an einer schweren Bron
chitis (Differentialdiagnose atypische Pneumonie) erkrankt. In diese Zeit falle auch die Kündigung auf Ende April
2013
, was bei der
Beigeladene
n tiefste Scham- und Insuffizienzgefühle hervorgerufen habe (S. 1 f.). In den Wochen nach der Kündigung habe sich der Zustand der
Beigeladene
n verschlechtert, sie habe sich nur zögerlich von der schweren Bronchitis erholt. In der Folge habe sich ein ausgeprägtes depressives Bild mit trauriger Stimmung, extre
mer Müdigkeit, Verlängerung der Schlafdauer und Tagesschläfrigkeit, ausge
prägten Zukunftsängsten und Ratlosigkeit gezeigt, so dass am 24. April 2013 eine Einweisung in die psychiatrische Klinik
C._
(vgl. vorstehend E. 4.2)
unumgänglich geworden sei. Der Austritt sei am 22. Mai 2013 in nur merklich wenig bis kaum gebesserte
m
Zustand erfolgt (S. 2 oben).
Die
Beigeladene
sei bei ihr einmal wöchentlich in psychiatrisch-psychothera
peutische
r
Behandlung
(S. 2 Mitte).
Sie
sei weiterhin zu 100 % arbeitsunfä
hig. Denkbar sei, dass sie an einer Arbeitsstelle, an der basal ein prinzipiell wohlwollendes Klima herrsche, mit klar umrissenen und strukturierten Auf
gaben
,
eventuell ab August
2013
wieder mit einem reduzierten Pensum zwi
schen 30-50 % eingesetzt werden könnte (S. 2 Mitte).
4
.
5
Dr. med.
G._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie und für Pharmazeutische Medizin,
führte in seinem Bericht vom 17. September 2013 (Urk. 7/320/25-30)
an den Vertrauensarzt der Krankentaggeldversicherung
aus,
bei der Beigeladenen
d
iagnostisch
entweder eine
rezidivierende depressive Störung, derzeit eine mittelgradige Episode (ICD-10 F33.1)
,
vor
liege
, die möglicherweise bereits mit einem leichten Residuum einhergehe
.
I
n Anbetracht der Anamnese
sei jedoch
eine
bipolare affektive
Störung wahr
scheinlicher, derzeit eine mittelgradige Episode (ICD-10 F31.3). Nicht ganz abgrenzbar davon sei ein
e Aktivitäts- und Aufmerksamkeitsstörung
(ICD-10 F90.0).
Die
Beigeladene
sei seit
dem
21. März 2013 arbeitsunfähig.
A
us heutiger Sicht
sei sie
auf absehbare Zeit weiterhin arbeitsunfähig. Ihr Schritt, im ver
gangenen Jahr eine administrative Tätigkeit in einer Firma angenommen zu haben, sei rückblickend als Versuch zu werten, wieder auf dem ersten Arbeitsmarkt beruflich Fuss zu fassen. Dass diese Absicht erfolglos geblieben sei, sei angesichts des Krankheitsverlaufes und
des
aktuellen Befundes erklärbar. An der Motivation der
Beigeladene
n, für ihren Lebensunterhalt eigenständig sorgen zu wollen, bestehe keinerlei Zweifel. Momentan sei dies nach Abwägen aller Fakten jedoch unrealistisch,
dies
jedenfalls im Rahmen einer Erwerbstätigkeit auf dem ersten Arbeitsmarkt (S. 5 f.).
4
.
6
Die Ärzte des
C._
nannten in ihrem Bericht vom 2. Okto
ber 2013 (Urk. 7/321
= Urk. 3/9
) die folgenden Diagnosen mit Aus
wirkung auf die Arbeitsfähigkeit (S. 1 unten):
-
rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode (ICD-10 F33.1)
-
einfache Aktivitäts- und Aufmerksamkeitsstörung (
ICD-10 F90.0),
Erst
diagnose
2011
-
Differentialdiagnose bipolare Störung
,
gegenwärtig
depressive Epi
sode (ICD-10 F31.3)
Die
Beigeladene
sei während des stationären Aufenthaltes vom 24. April bis 22. Mai 2013 (vgl. Ziff. 1.3) zu 100 % arbeitsunfähig gewesen. Bei Austritt
sei sie immer
noch
zu 100 % arbeitsunfähig gewesen aufgrund des depressi
ven Zustandsbildes mit vor allem starken Konzentrationseinbussen und Sprunghaftigkeit (Ziff. 1.6).
Eine
50%-
Anstellung bei begleitender ambu
lanter Psychotherapie könne im Verlauf möglich sein. Diesbezüglich sollten Informationen bei der ambulanten Psychiaterin Dr.
F._
eingeholt werden (Ziff. 1.7).
4
.
7
Dr.
F._
nannte in ihrem bei der Beschwerdegegnerin am 4. Oktober 2013 (Urk
. 7/322) eingegangenem Bericht die folgenden Diagnosen mit Auswir
kung auf die Arbeitsfähigkeit (S. 1 Mitte):
-
rezidivierende depressive Störung, aktuell mittelgradig bis schwer (ICD-10 F33.11-33.2)
-
Verdacht auf bipolare affektive Störung (ICD-10 F31.31-31.4)
-
Persönlichkeitsstörung, gemischt (ICD-10 F60.8)
Seit dem Klinikaufenthalt, der im Übrigen kaum Besserung gebracht habe, habe tendenziell eher eine Verschlechterung mit Zunahme der subjektiven Beschwerden wie massive Müdigkeit, stark vermindertem Antrieb, ausge
prägten Konzentrationsstörungen un
d Vergesslichkeit
stattgefunden (S. 1 f.). Die
Beigeladene
sei in der zuletzt ausgeübten Tätigkeit als Büroangestellte seit Mitte Februar
2013
bis auf
Weiteres
zu
100
%
arbeitsunfähig (S. 2 un
ten). Angesichts des aktuell schlechten Verlaufs sei eine Prognose im jetzigen Zeitpunkt noch schwieriger zu stellen,
sei tendenziell eher schlecht. Dies im Gegensatz zu ihrer Meinung anfangs Juli
2013 (vgl. vorstehend E. 4.3)
, als die Hoffnung auf eine Verbesserung auf 30 % (bis 50 %) in einem wohlwol
lenden Umfeld n
och berechtigt geschienen habe. Generell müsse nochmals betont werden, dass sie
die
Beigeladene
auch im Sommer 2012 durchgehend als mindestens 50 % arbeitsunfähig einge
schätzt habe. Die von ihr angetre
tene Arbeitsstelle in einem 80%-Pensum sei von Beginn weg eine Überfor
derung gewesen. Das Gefühl, wieder für den ersten Arbeitsmarkt fit zu sein, habe dem Wunsch der
Beigeladene
n, unbe
dingt unabhängig zu bleiben, nicht jedoch der Realität entsprochen (S. 4 oben).
4
.8
In ihrem
Schreiben
vom 6. Mai 2014 (Urk. 7/329)
führte Dr.
F._
aus, dass die
Beigeladene
nach dem Austritt aus dem
C._
, in einem übrigens nur wenig gebesserten Zustand, über Monate weiterhin schwer depressiv gewesen sei, oftmals kaum in der Lage den Haushalt zu führen und auf die Hilfe ihrer 17-jährigen Tochter und guter Nachbarn angewiesen. In den weiterhin wöchentlich stattfindenden Gesprächen habe sich eine zunehmende Verzweiflung und ausgeprägte Suizidalität gezeigt. Die Ände
rung der
Medikation habe eine gewisse Verbesserung
gebracht
. Die
Beigela
dene
sei nach wie vor nur wenig belastbar und schnell erschöpft, ziehe sich schnell zurück, die Grübeleien und Zukunftsängste seien nach wie vor aus
geprägt vorhanden, jedoch sei die Suizidalität deutlich zurückgegangen.
4
.9
Die
Beigeladene
wurde am 9. Mai 2014 durch den RAD-Arzt Dr.
B._
psychi
atrisch untersucht, wobei der psychiatrische Untersuchungsbericht gleichentags erstattet wurde (Urk. 7/347
= Urk. 3/10
).
Die
Beigeladene
dürfe nach eigenen Angaben seit Januar 2014 drei Mal pro Woche in das
H._
, das gebe ihr eine Tagesstruktur und Kontakte zur Aussenwert. Sie dürfe nur aus Goodwill des Leiters des
H._
hingehen, da sie noch Taggelder beziehe und das
H._
eigentlich für IV-Rentner sei (S. 2 Mitte). Zudem habe sich d
ie
Beigeladene
nach eigenen Angaben im letzten Jahr ausgeprägt zurückge
zogen, seit der Medikamenteneinstellung und dem
H._
besuch
habe sich dies etwas verbessert (S. 7 oben).
In Anlehnung an
das
Mini-ICF
-App
führte Dr.
B._
aus, dass die Fähigkeit der
Beigeladene
n zur Anpassung an Regeln und Routinen, die Fähigkeit zur Planung und Strukturierung von Aufgaben, die Flexibilität und Umstellungsfähigkeit, die Durchhaltefähigkeit, die Kon
taktfähigkeit zu Dritten beziehungsweise die Selbstbehauptungsfähigkeit sowie die Fähigkeit zu ausserberuflichen Aktivitäten hochgradig beeinträch
tigt seien. Die Wegefähigkeit sei mittelgradig beeinträchtigt. Zudem möchte die
Beigeladene
im ersten Arbeitsmarkt arbeiten, sehe sich jedoch auch im
H._
als begrenzt arbeitsfähig (S. 7 f.).
Dr.
B._
führte aus, dass kongruent mit den Arztberichten eine rezidi
vierende depressive Episode, gegenwärtig mittelgradig (ICD-10 F33.1)
,
und eine emotional instabile Persönlichkeitsstörung (ICD-10 F60.3) diagnostiziert werde.
Ob zusätzlich ein
e Aktivitäts- und Aufmerksamkeitsstörung
(ICD-10 F90.0) vorliege oder ob die Symptomatik anders eingeschätzt worden sei, müsse der weitere Verlauf zeigen.
Für jegliche Tätigkeiten im ersten Arbeits
markt bestehe eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit
(S. 8 unten).
4.10
In seiner Stellungnahme vom 16. Mai 2014 (Urk. 7/361/4) führte
der
RAD
Arzt Dr.
B._
aus, dass die 100%ige Arbeitsunfähigkeit für die bis
herige Tätigkeit und für angepasste Tätigkeiten gemäss dem Arztbericht von Dr.
F._
vom 7. Mai 2013 (vorstehend E. 4.1) seit dem 27. Februar 2013 bestehe.
4
.11
Dr.
F._
nannte in ihrem Bericht vom 27. März 2015 (Urk. 7/372/1-4) die folgenden Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (Ziff. 1.2):
-
rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig schwere Episode (ICD
10 F33.2) mit latenter Suizidalität
-
emotional instabile Persönlichkeit (ICD-10 F60.3)
-
Differentialdiagnose: bipolare Störung (nur differentialdiagnostisch
, weil die charakteristische vollständige Remission zwischen den ver
schiedenen Episoden vollkommen fehle)
Im Frühsommer 2014
sei es zu
eine
r
kurzfristige
n
leichte
n
Besserung des depressiven Zustandsbildes
gekommen
,
es sei
jedoch zirka zwei Wochen nach der vermeintlichen Besserung zu einem hypomanisch anmutenden Ver
halten mit erhöhtem Antrieb, Rededrang, übersteigerter Geselligkeit und Kontakt
aufna
hme, Ruhelosigkeit, vermindertem
Schlafbedarf und Gewichts
abnahme gekommen. Ab Ende September 2014 sei es erneut zu einer zunehmend bedrückten depressiven Stimmungslage, mit Verzweiflung und Zukunftsängsten, innerer Unruhe und Erschöpfung gekommen. Auch nach Erhalt des Vorbescheides (Anspruch auf eine ganze Rente) sei es zu keiner Besserung gekommen. So komme es in den vergangenen Monaten zunehmend zu einem massiven sozialen Rückz
ug, die
Beigeladene
habe kaum mehr Kontakt zu den Angehörigen (Geschwister, Mutter).
Im
H._
(Verein Sozialpsychiatrie Horgen) könne sie dreimal pro Woche in geschütztem Rahmen während zwei bis drei Stunden einer einfachen Tätig
keit nachgehen. Dort zeige sich das bereits bekannte Bild; sie könne sich schlecht von Problemen ihrer Mitmenschen abgrenzen, könne sich nicht auf die Arbeit fokussieren und sei danach jeweils erschöpft, ziehe sich zurück, schlafe zu Hause und habe Mühe
,
die alltäglichen Hausarbeiten zu erledigen. In den vergangenen Wochen habe sie es immer öfters nicht geschafft, ins
H._
zu gehen.
Es sei zu einer erneuten Zunahme der Suizidgedanken gekommen, einzig der Gedanke an die 18-jährige, bei ihr lebende Tochter halte sie vo
n
dem Suizid ab. Die letzten Wochen sei deswegen eine höhere Sitzungsfrequenz notwendig gewesen (Ziff. 1.3).
Angesichts der s
chlechten Resultate im
H._
sei derzeit auch kein Einsatz in einer angepassten Tätigkeit denkbar (Ziff. 2.1). Die Leistungsfähig
keit der
Beigeladene
n sei im Umfang von 80-90 % eingeschränkt (Ziff. 2.2). Die Prognose sei schlecht (Ziff. 3.3).
4
.12
RAD-Arzt Dr.
B._
nahm nach Aufforderung durch das Gericht (Urk. 16)
am
30. März 2016
(Urk. 18) Stellung zu seinem am
9
. Mai 2014 erstellten psychiatrischen Untersuchungsbericht (vorstehend E.
4
.9).
Dr.
B._
führte aus, dass
auf dem Boden der vulnerablen Persönlichkeit im Rahmen der Persönlichkeitsstörung, deren Symptomatik ihrerseits selber zu funktionellen
Einschränkungen führe, einerseits ein erhöhtes Risiko für depressive Symp
tome und andererseits auch eine höhere Wahrscheinlichkeit für das Auftreten von
schwergradig
ausgeprägten Symptomen bestehe (S. 6 oben). Dabei handle es sich jedoch um ein komplexes Wirkgefüge, worin sich Faktoren gegenseitig beeinflussen würden. Der Verlauf bei der
Beigeladene
n, die einer
seits über längere Zeit mit Eingliederungsmassnahmen (erfolglos) unterstützt worden sei, andererseits eine längerdauernde Behandlungsphase (ebenfalls ohne wesentlichen Erfolg) hinter sich habe, lege seiner Ansicht nach klar dar, dass prognostische Einschätzungen bezüglich Arbeitsfähigkeit (konkret von 50 %) nicht
hätten
umgesetzt werden k
önne
n. Medizinisch-theoretisch könnte noch eine Hospitalisation in einer spezialisierten Klinik durchgeführt werden. Aufgrund des bisherigen
,
unterdessen langjährigen Verlaufes sei er jedoch skeptisch, ob durch diese medizinische Massnahmen eine Erhöhung der Arbeitsfähigkeit erreicht werden könnte (S. 6 Mitte).
Die Einschätzung der Arbeitsfähigkeit in seinem Untersuchungsbericht habe einerseits auf einer Querschnittsuntersuchung (eigene Untersuchung, „Momentaufnahme“) und andererseits unter Berücksichtigung des
Aktenma
terials
(Längsschnittuntersuchung) basiert. Die
Beigeladene
habe im August 2012 von sich aus eine 80%
-
Anstellung angenommen, die sie aus Krank
heitsgründen nicht
habe
bewältigen
können
,
und sei deshalb ab Februar 2012
(richtig
:
2013)
100 % arbeitsunfähig geworden; der
Beigeladene
n sei diese Anstellung per April 2012
(richtig: 2013)
gekündigt geworden.
Auf
grund der in den Berichten von Dr.
F._
durchgehenden Attestierung einer 100%igen Arbeitsunfähigkeit
(für den Beginn der Arbeitsunfähigkeit am 27. Februar 2013 stützte er sich auf den Bericht von Dr.
F._
vom 7. Mai 2013, vgl. vorstehend E. 4.
2
)
, der eigenen Untersuchung und der Tatsache, dass die
Beigeladene
auch die mit 3
x
3 Stunden pro Woche recht niederfre
quen
te geschützte Tagesstruktur im H._
als Überforderung erlebt habe (nebst der Tatsache, dass auch die
D._
-Massnahme aus Krankheitsgrün
den nicht erfolgreich habe durchgeführt werden
können
) sowie der bereits referierten Aktenlage
,
könne festgehalten werden, dass mit überwiegender Wahrscheinlichkeit ab Februar 2012
(richtig: April 2013)
eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit für jegliche Tätigkeit bestanden habe. Was die Prognose angehe, müsse vermerkt werden, dass bei diesem langjährigen Verlauf eine wesentliche Verbesserung des Gesundheitsschadens zwar nicht ausgeschlos
sen, jedoch nicht absehbar sei, die Prognose deshalb als ungünstig beurteilt werden müsse (S. 6 unten).
Bei der im polydisziplinären Verlaufsgutachten vom 21. September 2009 (Urk. 7/222 = Urk. 7/228) attestierten 50%ige
n
Arbeitsfähigkeit für bisherige und angepasste Tätigkeiten handle es sich seiner Einschätzung nach um eine prognostische Beurteilung, da schon zum damaligen Zeitpunkt die
Beigela
dene
in einem geschützten Rahmen (
bei
der
D._
) tätig gewes
en sei (wenn auch in einem 50%-
Pensum). Der Verlauf bei der
D._
habe seiner Ansicht nach gezeigt, dass auch diese ges
chützte Tätigkeit in einem 50%
Pensum der
Beigeladene
n aus Krankheitsgründen nicht möglich gewesen sei. D
ie Aufnahme einer 80%-
Anstellung im August
2012
ohne Information der in der Eingliederungsphase involvierten Personen sowie die Einschätzung der behandelnden Psychiaterin zur Aufnahme dieser Anstellung
mit der schlussendlich
erfolgten
Krankschreibung ab Februar 2013 zeige seiner Ansicht nach klare Hinweise für die starke Tendenz der
Beigeladene
n, sich zu überfordern und ihr Kranksein nicht zu akzeptieren. Was die Frage nach Verschlechterung seit der Verlaufsbegutachtung im Sep
tember 2009 angehe, sei seiner Ansicht nach fraglich, ob die 50%ige Arbeitsfähigkeit überhaupt umsetzbar gewesen sei. Mit Sicherheit könne jedoch bemerkt werden, dass ab Februar 2013 keine Arbeitsfähigkeit mehr bestanden habe (S. 7 Mitte).
5.
5.1
Die psychiatrische Untersuchung vom 9. Mai 2014 und der am gleichen Tag folgende Untersuchungsbericht des RAD-Arztes Dr.
B._
erfolgten in Kenntnis der
Vorakten
, berücksichtigten die beklagten Beschwerden der
Bei
geladenen
und beruhten auf einer umfassenden psychiatrischen Untersu
chung (vorstehend E. 4.9, vgl. Urk. 7/347 = Urk. 3/10).
Der RAD-Arzt
Dr.
B._
ist Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie und verfügte demnach über die fachlichen Ressourcen, um den Gesundheitszustand und die Arbeitsfähigkeit der
Beigeladenen
aus psychiatrischer Sicht beurteilen zu können.
Die praxisgemässen Anforderungen an ein ärztliches Gutachten sind somit erfüllt (vorstehend E. 1.
7
).
Er
d
iagnostizierte
eine
rezidivierende depressive Episode, gegenwärtig mittel
gradig (ICD-10 F33.1) und eine emotional instabile Persönlichkeitsstörung (ICD-10 F60.3). Ob zusätzlich eine Aktivitäts- und Aufmerksamkeitsstörung (ICD-10 F90.0) vorliege
,
müsse der weitere Verlauf zeigen. Zudem führte er i
n Anlehnung an
das
Mini-ICF
-App
aus, dass die Fähigkeit der
Beigeladene
n zur Anpassung an Regeln und Routinen, die Fähigkeit zur Planung und Strukturierung von Aufgaben, die Flexibilität und Umstellungsfähigkeit, die
Durchhaltefähigkeit, die Kontaktfähigkeit zu Dritten beziehungsweise die Selbstbehauptungsfähigkeit sowie die Fähigkeit zu ausserberuflichen Aktivi
täten hochgradig beeinträchtigt seien. Die Wegefähigkeit sei hingegen mit
telgradig beeinträchtigt
(vorstehend E. 4.9)
.
Der RAD-Arzt
Dr.
B._
attestierte der
Beigeladenen
sodann eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit f
ür jegliche Tätigkeiten im ersten Arbeitsmarkt
(vorste
hend E. 4.9). In seiner Stellungnahme vom
30
.
März 2016
legte
er in nach
vollziehbarer
und begründeter
Weise dar
, wie er zu dieser Beurteilung der Arbeitsfähigkeit der
Beigeladene
n gekommen
ist
. So habe die Einschätzung der Arbeitsfähigkeit einerseits auf einer Querschnittsuntersuchung und andererseits unter Berücksichtigung des Aktienmaterials basiert.
Die
Beigela
dene
habe sodann im Aug
ust 2012 von sich aus eine 80%-
Anstellung ange
nommen, die sie aus Krankheitsgründen nicht habe bewältigen können und sei deshalb ab
Februar 2013
100 % arbeitsunfähig geworden. Aufgrund der in den Berichten von Dr.
F._
durchgehenden Attestierung einer 100%igen Arbeitsunfähigkeit
(vgl. vorstehend
E. 4.
2
, E. 4.
3
, E. 4.
7
, E. 4.11)
, der eigenen Untersuchung und der Tatsache, dass die
Beigeladene
auch die mit 3
x
3 Stunden pro Woche recht niederfrequen
te geschützte Tagesstruktur im H._
als Überforderung erlebt habe
, kam der RAD-Arzt
Dr.
B._
zum Schluss,
dass mit überwiegender Wahrscheinlichkeit
ab Februar 2013
eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit für jegliche Tätigkeit bestanden habe
(vorste
hend E. 4.12).
Der RAD-Arzt
Dr.
B._
legte ferne
r
in nachvollziehbarer und schlüssiger Weise dar,
weshalb er die Umsetzung der im polydisziplinären
Verlaufsgut
achten
vom September 2009 (vorstehend E. 3.1)
attestierte
n
50%ige
n
Arbeitsfähigkeit für bisherige und angepasste Tätigkeiten
als fraglich erach
tete. Denn auch eine ges
chützte Tätigkeit in einem 50%
Pensum sei der
Beigeladene
n aus Krankheitsgründen nicht möglich gewesen. Die
Beigela
dene
tendiere stark sich zu überfordern und ihre Krankheit nicht zu akzep
tieren (vorstehend E. 4.12
).
5.2
Aus den Arztberichten geht
sodann
– im Einklang mit der RAD-Beurteilung (vorstehend E. 5.1) –
hervor, dass sich die
Beigeladene
mit dem Antritt eine
r 80%-Anstellung auf dem freien Arbeitsmarkt
überschätzt hat
. So hielt die behandelnde Psychiaterin Dr.
F._
in ihrem Bericht vom Mai 2013 fest, dass die
Beigeladene
im August 2012 eine 80
%-Anstellung angetreten habe, obwohl sie zu diesem Zeitpunkt ihrer Einschätzung nach nur zu 50 % ar
beitsfähig gewesen sei (vorstehend E. 4.
2
). In ihren Berichten vom Juli und Oktober 2013 hielt sie sodann fest, dass es in der recht anspruchsvollen
Anstellung unweigerlich von Beginn an zur Überforderung der
Beigeladene
n gekommen
sei. So
habe das Gefühl, wieder
fit für den ersten Arbeitsmarkt
zu sein, dem Wunsch der
Beigeladene
n, unbedingt unabhängig zu bleiben, nicht jedoch der Realität entsprochen (vorstehend E. 4.
4
, E. 4.
7
).
Im März 2015 führte Dr.
F._
sodann aus, dass angesichts der schlechten Resultate im
H._
auch kein Einsatz in einer angepassten Tätigkeit denkbar sei (vorste
hend
E. 4.11
).
Dr.
G._
hielt sodann im September 2013 fest, dass die
Beigeladene
selbst rückblickend zum Schluss gekommen sei, dass sie sich mit ihrem Versuch, im Jahr 2012 eine Anstellung auf dem freien Arbeitsmarkt zu finden, über
schätzt habe. Die Annahme einer administrativen Tätigkeit in einer Firma sei rückblickend als Versuch zu werten, wieder auf dem ersten Arbeitsmarkt beruflich Fuss zu fassen. Angesichts des Krankheitsverlaufes und aufgrund des aktuellen Befundes sei erklärbar, weshalb diese Absicht erfolglos geblieben sei. Es sei deshalb momentan unrealistisch, dass die
Beigeladene
einer Erwerbstätigkeit auf dem ersten Arbeitsmarkt nachgehen könnte (
vor
stehend E. 4.
5
).
Schliesslich
ging auch der RAD-Arzt
Dr.
B._
in seiner Stellungnahme vom März 2016 davon au
s, dass die Aufnahme einer 80%-
Anstellung im August 2012 ohne Information der in der Eingliederungsphase involvierten Personen
sowie die Einschätzung der behandelnden Psychiaterin zur Aufnahme dieser Anstellu
ng
mit der
Krankschreibung ab Februar 2013 klare Hinweise für die starke Tendenz der
Beigeladene
n, sich zu überfordern und ihr Kranksein nicht zu akzeptieren
,
zeige (
vorstehend E. 4.12).
Nach dem Gesagten folgt, dass die
Beigeladene
gewillt war, wieder im ersten Arbeitsmarkt Fuss zu fassen, ihr dies jedoch aufgrund ihrer
psychischen Beeinträchtigung
nicht gelungen ist. Selbst die Arbeit im
H._
, mithin in einem geschützten Rahmen, überfordert
e
sie.
Die Ansicht der Beschwerde
führerin, die
Beigeladene
habe eine 80%-Anstellung im Hinblick auf eine höhere, erhoffte Rente aufgenommen (vorstehend E. 2.2), vermag deshalb nicht zu überzeugen.
5.3
Nach
dem Gesagten kann festgehalten werden, dass es sich bei der vom RAD-Arzt
Dr.
B._
im Mai 2014
diagnostizierten rezidivierenden depressi
ven Episode, gegenwärtig mittelgradig
– die behandelnde Psychiaterin Dr.
F._
sprach sodann im März 2015 sogar von einer schweren Episode (vorstehend E. 4.1
1
) –
und der emotional instabilen Persönlichkeitsstörung
um selbständige psychische Störungen handelt, die sich auf die Arbeitsfähig
keit der
Beigeladene
n auswirken
(vgl. vorstehend E. 1.5)
.
D
ie
Beigeladene
befindet
sich
seit Oktober 2007 in regelmässiger psychiatrischer Behandlung bei Dr.
F._
(
vorstehend E. 4.
2
), welche im Verlauf keine Besserung des Gesundheitszustand
s
gebracht hat; der Zustand der
Beigeladene
n
hat sich sogar
verschlechtert (vorstehend
E. 4.11
, E. 4.12). Auch der stationäre Auf
enthalt im
C._
von Ende April bis Ende Mai 2013 (vorste
hend E. 4.
3
) brachte keine (wesentliche) Besserung (vorstehend E. 4.
4
-4.
5
, E. 4.
7
)
.
5.4
Die von Dr.
F._
im Juli 2013 gestellten Diagnosen eines rezidivierenden depressiven Zustandsbildes, gegenwärtig mittelgradig (ICD-10 F33.1), eines Status nach massiver Erschöpfung bei schwerer Bronchitis (Differential
diagnose atypische Pneumonie), einer emotional instabilen
Persönlichkeits
störung
(ICD-10 F60.3), einer stark leistungsbezogenen Persönlichkeit (ICD
10 Z73.1) sowie einer Aktivitäts- und Aufmerksamkeitsstörung (vor
stehend E. 4.3) sind – wie die Beschwerdeführerin zu Recht geltend macht
e
(vorste
hend E. 2.2) – in etwa
gleich wie die vom
RAD-Arzt
Dr.
B._
in seinem Untersuchungsbericht vom Mai 2014 gestellten Diagnosen einer rezidivieren
den depressiven Episode, gegenwärtig mittelgradig (ICD-10 F33.1), einer emotional instabilen Persönlichkeitsstörung (ICD-10 F60.3) und einer even
tuelle
n
Aktivitäts- und Aufmerksamkeitsstörung (ICD-10 F90.0) (vorstehend E. 4.9).
E
ntgegen der Ansicht der Beschwerdeführerin
liegt jedoch
keine Ver
änderung der Arbeitsfähigkeit vor, denn bereits im Juli 2013 erachtete Dr.
F._
die Beigeladene als zu 100 % arbeitsunfähig. Es hat sich einzig die Prognose eines allfälligen Wiedereinstiegs in das Berufsleben auf
grund des schlechten Verlaufs verschlechtert. Diese Argumentation der Beschwerde
führerin vermag deshalb nicht zu überzeugen.
5.5
Zusammenfassend kann festgehalten werden, dass
sich die
Beschwerde
gegne
rin
für die Beurteilung des Gesundheitszustandes und der Arbeits
fähigkeit der
Beigeladenen
zu Recht auf den RAD-Untersuchungsbe
richt vom Mai 2014 und die ergänzende RAD-Stellungnahme vom März 2016, wonach
die
Beigeladene
seit Februar 2013
weder in der angestammten noch in einer angepassten Tätigkeit
arbeitsfähig ist,
abgestützt hat.
6.
6.1
Es bleibt damit die Prüfung der erwerblichen Auswirkungen dies
er Ein
schrän
kungen vorzunehmen.
6.2
Ein Rentenanspruch entsteht unter anderem erst, nachdem die
b
eigeladene
Person während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens 40 % arbeitsunfähig gewesen ist (
Art. 28
Abs. 1 lit. b
IVG;
vor
stehend E. 1.2). Nach bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist nicht nur arbeitsunfähig, wer gesundheitsbedingt die bisherige Tätigkeit nicht mehr oder nur noch beschränkt ausüben kann, sondern auch eine Person, welcher die weitere Verrichtung ihrer Berufsarbeit nur unter der Gefahr, ihren Gesundheitszustand zu verschlimmern, möglich ist. So kann beispielsweise die Wartezeit im Sinne von Art. 28 Abs. 1 lit. b IVG auch zu laufen beginnen, wenn die versicherte Person über das ihr gesundheitlich Zumut
bare hinaus arbeitet (Urteil des Bundesgerichts 8C_724/2011 vom 24. Juli 2012 E. 4.3 mit Hinweisen).
Die
Beigeladene
war vom 6. August 2012 bis 30. April 2013 bei der
Y._
als Sachbearbeiterin der Abteilung Buchhaltung in einem 80%-Pensum angestellt
(Urk. 7/291 = Urk. 7/301/3-6, Urk. 7/301/2), wobei
der letzte Arbeitstag im März 2013
war
(Urk. 7/347 S. 1 unten)
.
Seit dem 27. Februar 2013 ist sie zu 100 % krankgeschrieben (vgl. vorstehend
E. 4.1, E. 4.10
).
Wie bereits erwähnt wurde, nahm die
Beigeladene
im August 2012 eine 80%-Anstellung
auf dem
freien Arbeitsmarkt an, obwohl sie zu diesem Zeit
punkt nur zu 50 % arbeitsfähig gewesen war
- die 50%ige Arbeitsfähigkeit
bestand
seit
dem
21. April 2001 (vorstehend E. 3.1) –
, was schliesslich
wenig überraschend
zur Überforderung führte (vorstehend E. 5.
2
). Somit arbeitete die
Beigeladene
während der
Zeit
ihrer 80%-Anstellung
über das ihr gesundheitlich Zumutbare hinaus, was nach dem Gesagten die einjährige Wartefrist nach Art. 28 IVG nicht beeinflusst.
Vor der Anstellung auf dem freien Arbeitsmarkt liess sich die
Beigeladene
vom 1. Februar 2011 bis 31. Juli 2012 zur Sachbearbeiterin Rechnungswesen bei der
D._
umschu
len, wobei sie für diese Zeit ein Taggeld bezog (Urk. 7/270).
Demzufolge war die
Beigeladene
während de
s
erforderlichen einjährigen Wartejahr
s
zu 50 % arbeitsunfähig.
Da ein Rentenanspruch gemäss Art. 29 Abs. 1 IVG frühestens nach Ablauf von sechs Monaten nach Geltendmachung des Leistungsanspruches – mithin der Anmeldung der
Beigeladene
n bei der Beschwerdegegnerin am 28. Fe
bruar 2013 (Urk. 7/300, Urk. 7/303) – eintritt (vorstehend E. 1.3), ist der frühest
mögliche Rentenbeginn
– entgegen der Ansicht der
Beigeladene
n (vor
stehend E. 2.3) –
im August 2013.
6.3
Angesichts der vollständigen Arbeitsunfähigkeit der Beigeladenen (vorste
hend E. 5.5) erübrigt sich ein Einkommensvergleich.
Die Beschwerdegegnerin qualifizierte die
Beigeladene
sodann als zu 80 % Erwerbstätige und als
zu
20 % im Haushalt Tätige
,
ohn
e die
sozialversiche
rungsrechtliche
Qualifikation
jedoch
näher zu begründen
(Urk. 7/376 S. 1 unten, vgl. Urk. 7/361 S. 5 unten). Unter Anwendung der gemischten Methode ermittelte die Beschwerdegegnerin einen Invaliditätsgrad von 80 %
(Urk. 7/376, S. 2 oben).
Die
Beigeladene
hat zwei Kinder, wobei die Tochter (Jahrgang 1996) bei ihr und der Sohn (Jahrgang 19
95)
auswärts
wohnen
. Die Tochter der
Beigelade
ne
n war zum Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbe
ginns im August 2013 bereits 17
Jahre alt und im 1. Lehrjahr (Urk. 7/347 S. 1 Mitte)
, mithin nicht mehr auf die Betreuung durch ihre Mutter angewiesen. Aufgrund dessen würde die
Beigeladene
bei guter Gesundheit mit überwiegender Wahrschein
lichkeit einer vollen Erwerbstätigkeit nachgehen. Diese Frage
kann
vor
liegend jedoch – wie die
Beigeladene
zu Recht vor
gebracht hat (Urk. 15 S. 3
Rz
3
) – offen gelassen werden
, da dies am
Rentenanspruch
nichts ändert.
6.4
Nach dem Gesagten hat die
Beigeladene
ab
dem 1.
August 2013 Anspruch auf eine ganze Rente.
Dementsprechend ist
die angefochtene Verfügung
vom 30. Juni 2015 (Urk. 2/2) dahingehend abzuändern
, dass die
Beigeladene
vom
1.
August 2013
bis 30. Juni 2015
Anspruch auf eine ganze Rente hat. Die
s führt zur Abweisung der
Beschwerde.
7.
7.1
Da es im vorliegenden Verfahren um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichts
kosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG) und auf Fr.
1‘0
00.-- anzusetzen.
Soweit die beigeladene Person aktiv am Verfahren teilgenommen hat, besteht kein Dispens von der Kostenpflicht (Kommentar zum Gesetz über das Sozial
versicherungsgericht des Kantons Zürich, 2. Auflage, Zürich/Basel/Genf 2009 § 14
Rz
33). Die Beigeladene stellte den Antrag,
ihr sei ab dem 1. Februar 2013 eine ganze Rente zuzusprechen (Urk. 15 S. 2 Ziff. 1.a
). Demnach gilt sie nicht als unterlegen. Entspre
chend dem Aus
gang des Verfahrens sind die Kosten somit der
Beschwerdeführerin
aufzuerlegen.
7.2
Nach
§
34
Abs.
1 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht (GSVGer) hat die obsiegende Beschwerde führende Person Anspruch auf Ersatz der Parteikosten. Diese werden ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache, der Schwierigkeit des Prozesses und dem Mass des Obsiegens bemessen (
§
34
Abs.
3
GSVGer
).
Die beigeladene Person, die mit ihren Anträgen durchdring
t
, hat bei Vorliegen der übrigen Voraus
setzungen Anspruch auf Erstattung ihrer Parteikosten (BGE 109 V 60 E. 4
). Die Prozessentschädigung ist der beigeladenen Person von der unterliegen
den Partei zu entrichten.
Die teilweise obsiegende und durch die
Procap
Schweiz
erischer Invaliden-Verband
vertretene Beigeladene hat demnach Anspruch auf eine reduzierte Parteientschädigung, die beim praxisgemässen Stundenansatz von Fr. 185
.--
(zuzüglich Mehrwertsteuer) ermessensweise auf Fr.
1‘000.--
(inklusive
Bar
auslagen
und Mehrwertsteuer) festzusetzen und von der
Beschwerdegegnerin
zu bezahlen ist.