# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 1c6c111e-7615-45cb-b3b9-7cdd34a78497
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2019
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1972, ist ausgebildeter Innendekorateur und war von November 2002 bis Februar 2007 bei
Z._
(
Y._
) als Ab
teilungsleiter Verkauf angestellt (Urk. 7/1, 7/13, 7/164 und 7/172). Am 18. Au
gust 2005 verletzte er sich beim Verladen eines Teppichs am rechten Knie, worauf am 11. November 2005 im
A._
eine Arthroskopie durchgeführt wurde (Urk. 7/2/6 und 7/11/6 f.). Insbesondere unter Hinweis auf diese Kniever
letzung, Migräneanfälle und Halswirbelschmerzen meldete er sich am 27. Juli 2006 bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an (Urk. 7/2). Die So
zialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, holte nebst einem Auszug aus dem individuellen Konto (IK-Auszug, Urk. 7/6) einen Arbeitgeberfragebogen (Urk. 7/13), diverse Arztberichte (Urk. 7/7, 7/11/5 ff., 7/16, 7/20 und 7/24) sowie die Akten des Krankentaggeldversicherers (Urk. 7/25 und 7/39) ein. Ferner gab sie bei der MEDAS
B._
ein polydiszipli
näres Gutachten in Auftrag (MEDAS-Gutachten vom 15. Mai 2008, Urk. 7/40). Mit Vorbescheid vom 19. Juni 2008 stellte sie dem Versicherten bei einem Inva
liditätsgrad von 72 % die Zu
sprechung einer ganzen Rente ab August 2006 in Aussicht (Urk. 7/51). Am 20. November 2008 verfügte die IV-Stelle in diesem Sinne (Urk. 7/93).
1.2
Anlässlich eines ab Juli 2009 durchgeführten Rentenrevisionsverfahrens gab die IV-Stelle beim
C._
ein orthopädisch-psy
chiatrisches Gutachten in Auftrag (
C._
-Gutachten vom 15. Februar 2011 [Urk. 7/121] samt Ergänzungen vom 18. April und 8. Juni 2011 [Urk. 7/125 f.]). Am 11. Juli 2011 teilte sie dem Versicherten mit, dass er weiterhin Anspruch auf die bisher ausgerichtete Rente habe (Urk. 7/130).
1.3
Im Frühjahr 2013 leitete die IV-Stelle ein weiteres Rentenrevisionsverfahren ein und holte dabei einen vom Versicherten ausgefüllten Fragebogen (Urk.
7
/140), einen aktuellen IK-Auszug (Urk.
7
/142) sowie weitere Arztberichte (Urk.
7/147, 7
/150 u
nd 7
/152) ein. Nach Eingang eines
von
der Gutachtensstelle D._
des
E._
angefertigten rheumatologisch-psychiatrischen Gutachtens (
D._
-Gutachten vom 15. Mai 2014, Urk.
7
/161) und eines weiteren Arztberichtes (Urk.
7
/163) sprach die IV-Stelle dem Versicherten mit Schreiben vom 23. September 2014 und 16. April 2015 Beratung und Unterstützung bei der Stellensuche durch die
F._
, Zürich, zu (Urk.
7/167 und 7
/176). Am 2. September 2015 wurden die beruflichen
Massnahmen
abgebrochen, da eine Steigerung auf die medizinisch-theoretische Arbeitsfähigkeit von 100 % in angepasster Tätigkeit nicht erreicht werden konnte (Urk.
7
/186). Nach Eingang zusätzlicher
Arztberichte (Urk.
7
/188, 7
/193 f., 7
/200 und
7
/203)
liess
die IV-Stelle den Versicherten durch die
G._
, Basel, polydisziplinär untersuchen (
G._
-Gutachten vom 14. November 2016, Urk.
7
/215). In der Folge stellte sie ihm mit Vorbescheid vom 27. Dezember 2016 die Aufhebung der Rente auf Ende des der Zustellung der Verfügung folgenden Monats in Aussicht (Urk.
7
/219), wogegen der Versicherte Einwand erhob
(
Urk.
7/221, 7/223)
. Am 10. März 2017 verfügte die IV-Stelle im angekündigten Sinne (Urk.
7
/224
).
Die vom Versicherten dagegen am 2
5.
April 2017 erhobene Beschwerde (
Urk.
7/233/3 ff.)
hiess
das Sozialversicherungsgericht mit Urteil
im Verfahren
IV.2017.00444 vom 2
2.
Januar 2018 in dem Sinne gut, dass es die Sache an die IV-Stelle zurückwies, damit diese hinsichtlich des psy
chischen Gesundheitszustandes des Versicherten weitere Abklärungen vornehme und hernach über den Leistungsanspruch
ab
1.
Mai 2017
neu
entscheide (
Urk.
7/239). Dieses Urteil
erwuchs unangefochten in Rechtskraft.
1.4
Im Zuge der Umsetzung dieses Urteils gab die IV-Stelle bei
Dr.
med.
H._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, ein Gutachten in Auftrag (Gut
achten vom 1
5.
Oktober 2018,
Urk.
7/248). Mit Vorbescheid vom 22. November 2018 stellte sie dem Versicherten in Aussicht, die Rente per 30. April 2017 auf
zuheben (
Urk.
7/251), wogegen jener Einwand erhob (Urk. 7/256, 7/264). Am 1
9.
März 2019 verfügte die IV-Stelle im angekündigten Sinne (
Urk.
7/266 =
Urk.
2).
2.
Dagegen erhob
X._
am 2
5.
April 2019 Beschwerde mit
dem Rechtsbegehren, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben und die IV-Stelle sei zu verpflichten, ihm die gesetzlichen Leistungen zu gewähren, insbesondere unbefristete Rentenleistungen. Im Weiteren ersuchte er um Gewährung der un
entgeltlichen Prozessführung sowie um Bestellung einer unentgeltlichen Rechts
vertretung in der Person von Rechtsanwalt Kaspar Gehring (
Urk.
1 S. 2).
Mit Be
schwerdeantwort vom 2
8.
Mai 2019 schloss die IV-Stelle auf Abweisung der Be
schwerde (
Urk.
6), worüber der Beschwerdeführer mit Verfügung vom 31. Mai 2019 in Kenntnis gesetzt wurde. Gleichzeitig wurde dessen Gesuch um unentgelt
liche Prozessführung bewilligt und ihm wurde Rechtsanwalt Kaspar Gehring als unentgeltlicher Rechtsvertreter bestellt (
Urk.
8).
Mit Verfügung vom 2
5.
Novem
ber 2019 wurde die Pensionskasse
Y._
zum Prozess beigeladen (
Urk.
10), welche mit Eingabe vom
2.
Dezember 2019 mitteil
t
e,
sie halte sich an die Feststellungen der Invalidenversicherung und sie verzichte
auf eine Verfah
rensbeteiligung (
Urk.
12).
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allge
meinen Teil des
Sozialversicherungsrechts, ATSG
). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom
menden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der ge
sundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2
des Bundesgesetzes über
die Invalidenversicherung (IVG)
).
1.3
Ändert sich der Invaliditätsgrad eines Rentenbezügers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, her
abgesetzt oder aufgehoben (
Art.
17
Abs.
1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen seit Zusprechung der Rente, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente bei einer wesentlichen Änderung des Gesundheitszustandes revidierbar. Weiter sind, auch bei an sich gleich gebliebe
nem Gesundheitszustand, veränderte Auswirkungen auf den Erwerbs- oder Auf
gabenbereich von Bedeutung (BGE 141 V 9 E. 2.3, 134 V 131 E. 3). Ferner kann ein Revisionsgrund unter Umständen auch in einer wesentlichen Änderung hin
sichtlich des für die Methodenwahl massgeblichen (hypothetischen) Sachverhalts bestehen (BGE 144 I 28 E. 2.2, 130 V 343 E. 3.5, 117 V 198 E. 3b, je mit Hinwei
sen). Hingegen ist die lediglich unterschiedliche Beurteilung eines im Wesentli
chen gleich gebliebenen Sachverhalts im revisionsrechtlichen Kontext unbeacht
lich (BGE 141 V 9 E. 2.3 mit Hinweisen).
Liegt in diesem Sinne ein Revisionsgrund vor, ist der Rentenanspruch in rechtli
cher und tatsächlicher Hinsicht umfassend («allseitig») zu prüfen, wobei keine Bindung an frühere Beurteilungen besteht (BGE 141 V 9 E. 2.3 mit Hinweisen).
1.4
Die
Annahme eines psychischen Gesundheitsschadens im Sinne von Art. 4 Abs. 1
IVG
sowie Art. 3 Abs. 1 und Art. 6 ATSG setzt eine psychiatrische, lege
artis
auf die Vorgaben eines anerkannten Klassifikationssystems abgestützte Diagnose voraus (vgl. BGE 145 V 215 E. 5.1, 143 V 409 E. 4.5.2, 141 V 281 E. 2.1, 130 V 396 E. 5.3 und E. 6). Eine fachärztlich einwandfrei festgestellte psychische Krank
heit ist jedoch nicht ohne weiteres gleichbedeutend mit dem Vorliegen einer Invalidität. In jedem Einzelfall muss eine Beeinträchtigung der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit unabhängig von der Diagnose und grundsätzlich unbesehen der Ätiologie ausgewiesen und in ihrem Ausmass bestimmt sein. Entscheidend ist die nach einem weitgehend objektivierten Massstab zu beurteilende Frage, ob es der versicherten Person zumutbar ist, eine Arbeitsleistung zu erbringen (BGE 145 V 215 E. 5.3.2, 143 V 409 E. 4.2.1, 141 V 281 E. 3.7, 139 V 547 E. 5.2, 127 V 294 E. 4c; vgl.
Art.
7
Abs.
2 ATSG).
1.5
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusam
menhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin zog in der angefochtenen Verfügung vom 1
9.
März 2019 (
Urk.
2) zusammengefasst in Erwägung, im Rahmen der ergänzenden me
dizinischen Abklärungen sei der Beschwerdeführer erneut psychiatrisch begut
achtet worden. Der Expertise seien psychiatrische Diagnosen zu entnehmen, wel
che zuvor nicht berücksichtigt worden seien. Die daraus resultierenden Ein
schränkungen seien allerdings
mit Blick auf die durchgeführte Ressourcenprü
fung
nicht im hohen Masse ausgeprägt, sodass
aus rechtlicher Sicht keine dauer
hafte Einschränkung der Arbeitsfähigkeit begründet werden könne.
Von somati
scher Seite sei von einer 100%igen Arbeitsfähigkeit in einer körperlich leichten, wechselbelastenden Tätigkeit auszugehen. Ausgehend von einem
Validenein
kommen
von
Fr.
76'774.80 und einem Invalideneinkommen von Fr. 66'718.95 ergebe sich ein Invaliditätsgrad von 13 %, weshalb die Rente per 3
0.
April 2017 aufzuheben sei. Selbst die Gewährung eines leidensbedingten Abzuges von 15
%
hätte kein anderes Ergebnis zur Folge.
2.2
Der Beschwerdeführer rügte in seiner Beschwerdeschrift vom 2
5.
April 2019 im Wesentlichen, dass die Beschwerdegegnerin ihrer Begründungspflicht nicht hin
reichend nachgekommen sei, indem sie sich mit de
n
Einw
ä
nd
en
– wenn über
haupt – nur ungenügend auseinandergesetzt habe. Nur schon aufgrund dieser Verletzung des rechtlichen Gehörs sei die angefochtene Verfügung aufzuheben (
Urk.
1 S. 3 ff.).
Davon abgesehen sei e
ntgegen der Argumentation der Beschwer
degegnerin auf das psychiatrische Gutachten von
Dr.
H._
und die von ihm attestierte Arbeitsunfähigkeit abzustellen, da dieses nachvollziehbar und schlüs
sig sei sowie die vom Bundesgericht festgelegten beweisrechtlichen Vorausset
zungen erfülle. Bei der von der Sachbearbeiterin vorgenommenen «Ressourcen
prüfung» handle es sich um eine unzulässige losgelöste juristische Parallelprü
fung (
Urk.
1 S. 14).
Im Übrigen habe die Beschwerdegegnerin im Rahmen des Einkommensvergleichs zu Unrecht keinen Leidensabzug vom Invalideneinkom
men gewährt. Ein Tabellenlohnabzug in der Höhe von mindestens 15
%
sei aller
dings insbesondere in Anbetracht der langen Abwesenheit vom Arbeitsmarkt und dem erheblichen Einarbeitungsaufwand in einer leidensangepassten Tätigkeit an
gezeigt. Auch die nur mehr zumutbare Teilzeitanstellung wirke sich lohnmin
dernd aus (
Urk.
1 S. 15 f.).
3.
3.1
Zunächst ist – da formeller Natur (vgl. BGE 132 V 387 E. 5.1, 127 V 431 E. 3d/
aa
) –
auf die Rüge des Beschwerdeführers einzugehen, wonach sich die Beschwerde
gegnerin (wenn überhaupt) nur ungenügend mit seinem Einwand auseinander
gesetzt und dadurch den Anspruch auf rechtliches Gehör verletzt habe (
Urk.
1 S.
3 ff.).
3.2
Verfügungen der Versicherungsträger müssen, wenn sie den Begehren der Par
teien nicht voll entsprechen, eine Begründung enthalten, das heisst eine Darstel
lung des vom Versicherungsträger als relevant erachteten Sachverhaltes und der rechtlichen Erwä
gungen (
Art.
49
Abs.
3 Satz 2 ATSG). Die Begründung eines Ent
scheides muss so abgefasst sein, dass die betroffene Person ihn gegebenenfalls anfechten kann. Dies ist nur dann möglich, wenn sowohl sie als auch die Rechts
mittelinstanz sich über die Tragweite des Entscheids ein Bild machen können. In diesem Sinne müssen wenigstens kurz die Überlegungen genannt werden, von denen sich der Versicherungsträger leiten liess und auf welche sich der Entscheid stützt. Dies bedeutet indessen nicht, dass sich die Verwaltung ausdrücklich mit jeder
tatbeständlichen
Behauptung und jedem r
echtlichen Ein
wand auseinander
setzen muss; vielmehr kann sie sich auf die für den Entscheid wesentlichen Ge
sichtspunkte beschränken (BGE 126 V 75 E.
5b/
dd
mit Hinweis, 118 V 56 E.
5b).
Der Mangel eines nicht oder nur ungenügend begründeten Entscheides kann ge
mäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung im Rechtsmittelverfahren geheilt wer
den, sofern die fehlende Begründung in der Vernehmlassung der entscheidenden Behörde zum Rechtsmittel enthalten ist oder den
beschwerdeführenden
Parteien auf andere Weise zur Kenntnis gebracht wird, diese dazu Stellung nehmen kön
nen und der Rechtsmittelinstanz volle Kognition zukommt (BGE 107
Ia
1
).
Von der Rückweisung der Sache zur Gewährung des rechtlichen Gehörs an die Verwaltung ist nach dem Grundsatz der Verfahrensökonomie dann abzusehen, wenn dieses Vorgehen zu einem formalistischen Leerlauf und damit zu unnötigen Verzögerungen führen würde, die mit dem gleichlaufenden und der Anhörung gleichgestellten Interesse der versicherten Person an einer möglichst
beförderli
chen
Beurteilung ihres Anspruchs nicht zu vereinbaren sind (BGE 120 V 357 E.
2b, 116 V 182 E. 3c und d).
3.3
Die Beschwerdegegnerin hat in der angefochtenen Verfügung vom 1
9.
März 2019 (
Urk.
2) dargelegt, weshalb aus ihrer Sicht ab
dem
1.
Mai 2017 kein Anspruch mehr auf eine Invalidenrente besteht.
Aus dem Entscheid geht zum einen hervor, von welcher medizinischen Grundlage ausgegangen und weshalb von der aus psychiatrischer Sicht attestierten (teilweisen) Arbeitsunfähigkeit abgewichen wurde.
Zum anderen wurde der Invaliditätsgrad mittels Einkommensvergleichs konkret festgelegt.
Bezugnehmend auf den Einwand des Beschwerdeführers (Urk. 7/256, 7/264)
hielt die Beschwerdegegnerin insbesondere an ihrer Ressour
cenprüfung fest, wies auf Therapiemöglichkeiten hinsichtlich der depressiven Störung hin und merkte an, dass selbst die Gewährung eines leidensbedingten Abzugs von 15
%
keinen Rentenanspruch
zur Folge hätte.
Vor diesem Hintergrund ist nicht ersichtlich, inwiefern der Anspruch des Be
schwerdeführers auf rechtliches Gehör
verletzt worden sein sollte. Es ist zu beto
nen, dass sich die Beschwerdegegnerin auf die für den Entscheid wesentlichen Gesichtspunkte beschränken durfte. Dem Beschwerdeführer war es überdies mög
lich, auf der Grundlage der angefochtenen Verfügung sein Anliegen im Be
schwerdeverfahren sachgerecht vorzutragen, wobei das angerufene Sozialversi
cherungsgericht zudem über volle Kognition verfügt und sowohl den Sachverhalt als auch die Rechtslage frei überprüft (vgl.
§
18a des Gesetzes über das Sozial
versicherungsgericht,
GSVGer
).
Gegen eine Aufhebung der angefochtenen Ver
fügung verbunden mit einer Rückweisung der Sache an die Beschwerdegegnerin sprechen im Übrigen prozessökonomische Gründe, da ein solches Vorgehen in Anbetracht der konkreten Gegebenheiten zu einem formalistischen Leerlauf und
unnötigen Verzögerungen führen würde (vgl. E. 3.2 vorstehend). Zu prüfen ist damit im Folgenden, ob die Beschwerdegegnerin die Rente zu Recht per 3
0.
April 2017 aufgehoben hat.
4.
4.1
Wie bereits im Urteil vom 2
2.
Januar 2018
erwogen
(
Urk.
7/239 E.
3.1), ist die
rentenbestätigende Mitteilung vom 1
1.
Juli 2011 (
Urk.
7/130) als zeitliche Ver
gleichsbasis für die Beurteilung einer anspruchserheblichen Änderung des Inva
liditätsgrades heranzuziehen.
Im damaligen Rentenrevisionsverfahren
wurde die
gesundheitliche Situation
des Beschwerdeführers von den Gutachtern der
C._
in orthopädischer und psychiatrischer Hinsicht abgeklärt. Der Expertise vom 15. Februar 2011 können die folgenden Diagnosen mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit entnommen werden (Urk.
7
/121/26 f.):
-
Osteochondrose und rechtsbetonte
Uncovertebralarthrose
C6/7 sowie
me
diolinkslaterale
Discushernie
C5/6 mit geringer links
ventrolateraler
Myelonkompression
am Abgang der C6-Nervenwurzel links und bilate
ra
ler
Discusprotrusion
C6/7 mit
Spondylophyten
und mässiger
Neuro
foramenstenose
beidseits
-
Discushernie
L5/S1 mit Tangieren der Nervenwurzel S1 beidseits
-
Läsion des medialen
Restmeniscushinterhorns
und oberflächliche
Chond
ropathie
des medialen
Femurcondylus
bei Nullachse rechts sowie Status nach medialer
Teilmeniscektomie
1988 und 11/2005
-
Chronifizierte
mittelgradige depressive Störung mit somatischem Syn
drom, bestehend seit etwa 01/2006 (ICD-10 F33.11)
-
Anhaltende somatoforme Schmerzstörung, bestehend seit etwa 2006 (ICD-10 F45.3)
Ein
Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit
wurde
demgegenüber
bezüglich
des
Ni
ko
tinabusus sowie
der
akzentuierte
n
–
kränkbare
n
und narzisstis
che
n
–
Persönlich
keitszüge
verneint
(ICD-10 Z73.1; Urk. 7/121/27).
Dr. med.
I._
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Trau
matologie des Bewegungsapparates, hielt in seinem orthopädischen Teilgutach
ten fest, beim
Beschwerdeführer
würden seit 2006 therapieresistente Nackenschmer
zen bestehen. Diese sowie die abnormen Untersuchungsbefunde der Halswirbel
säule seien im Wesentlichen auf die mittels Magnetresonanztomographie (MRI) festgestellten Erkrankungen wie unter anderem die Osteochondrose zurückzu
füh
ren. Die Hyposensibilität der Finger II und III links - welche anlässlich der Unter
suchung nicht habe reproduziert werden können - entspreche dem von der kom
primierten Nervenwurzel C6 versorgten
Dermatom
. Die lumbalen Schmer
zen und
die pathologischen objektiven Befunde der Lendenwirbelsäule seien teilweise mit der im MRI dokumentierten
Discushernie
L5/S1 mit Tangieren der Nervenwurzel S1 vereinbar. Das Ausmass der Beschwerden und der patholo
gischen objektiven Befunde der Lendenwirbelsäule könnten durch die nicht sehr ausgeprägten dege
nerativen Veränderungen allerdings nicht restlos erklärt wer
den. Die Kniege
lenksschmerzen rechts und die pathologischen Untersuchungs
befunde seien durch die mittels MRI nachgewiesene Läsion des medialen
Rest
meniscushinter
horns
sowie eine oberflächliche Knorpelläsion des medialen
Femurcondylus
weit
gehend erklärt. Das Ausmass der subjektiven Einschränkung sei jedoch nicht rest
los nachvollziehbar (Urk. 7/121/8 f.). Aufgrund der gestell
ten Diagnosen betrage die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers in seiner angestammten Tätigkeit als Verka
ufsleiter eines Möbelgeschäfts –
also einer vorwiegend st
ehenden und ge
henden Tätigkeit –
seit dem Zeitpunkt der Begut
achtung bei voller Stundenprä
senz 65 %. Körperlich leichte, wechselbelastende Tätigkeiten in temperierten Räu
men ohne häufiges Gehen auf unebenem Boden, Treppen und Leitern, ohne häu
fig inklinierte,
reklinierte
, rotierte oder kniende Körperhaltungen und bei denen nicht regelmässig Gegenstände über fünf Kilo
gramm gehoben oder getragen wer
den müssen, seien dem
Beschwerdeführer
seit dem Zeitpunkt der Begutachtung vollumfänglich zumutbar (Urk. 7/121/9 f.).
Dr. med.
J._,
Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, führte in seiner psychiatrischen Teilexpertise aus, der
Beschwerdeführer
habe über eine schlechte psychische Verfassung und eine niedergeschlagene Stimmungslage ge
klagt. Er sei innerlich unruhig, habe wenig Antrieb, fühle sich rasch überfor
dert und sei reizbar sowie erregbar bis aggressiv. Er sei vermehrt nachdenklich mit Gedankenkreisen und sehe keine Zukunftsperspektiven. Er fühle sich zudem hoff
nungslos und habe ausgeprägte Ein- und Durchschlafstörungen. Im Rahmen der psychiatrischen Untersuchung sei der Beschwerdeführer bewusstseinsklar und örtlich, zeitlich sowie zur Person und Situation ausreichend orientiert gewesen. Er habe in der Stimmungslage bedrückt gewirkt, affektiv anfangs gut mitschwin
gend und im Verlauf der Untersuchung zunehmend affektlabil sowie weinerlich. Bei Ablenkung habe sich die Stimmungslage wieder aufgehellt. Der
Beschwerde
führer
habe psychomotorisch etwas unruhig und im Antrieb nicht wesentlich auf
fällig gewirkt. Sowohl die Auffassung als auch die Aufmerksamkeit und Kon
zentrationsfähigkeit seien intakt gewesen. Hinweise auf Gedächtnisstörungen, Wahnideen oder Halluzinationen hätten sich nicht gezeigt. Im Denken habe
er
negativistisch
und auf seine körperlichen Beschwerden eingeengt gewirkt. Hier
von abgesehen sei er freundlich, kooperativ und relativ gut kontaktfähig gewe
sen. Beim Gespräch über seine Beschwerdesymptomatik sei er zunehmend ver
zweifelt und hoffnungslos erschienen und habe keine Zukunftsperspektiven ge
sehen (Urk. 7/121/19 f.). Vor diesem Hintergrund sei aus psychiatrischer Sicht seit etwa Januar 2006 von einer
chronifizierten
mit
telgradigen depressiven Episode mit somatischem Syndrom auszugehen. Infolge dessen sowie aufgrund der an
haltenden somatoformen Schmerzstörung mit Symptomausweitung seien die emotionale Belastbarkeit, die geistige Flexibilität, der Antrieb, die Interessen, die Motivation und die Dauerbelastbarkeit beein
trächtigt (Urk. 7/121/21). Der
Be
schwerdeführer
verfüge nicht ausreichend über die notwendigen Ressourcen für den Umgang mit den Schmerzen. Diese seien mit einer zumutbaren Willensan
strengung nur eingeschränkt überwindbar. Hinzu komme eine konversionsneu
rotische Entwicklung mit primärem Krankheits
gewinn. Ein sozialer Rückzug in allen Belangen des Lebens sowie das Scheitern einer konsequent durchgeführten ambulanten oder stationären Behandlung sei
en bisher indes nicht eingetreten. Die therapeutischen Möglichkeiten seien nicht ausgenützt beziehungsweise er
schöpft. Aus psychiatrischer Sicht bestehe für die angestammte Tätigkeit als Ab
teilungsleiter im Verkauf seit ungefähr Januar 2006 eine 40%ige Arbeitsfähigkeit. Hinsichtlich einer angepassten Tätigkeit ohne erhöhte emotionale Belastung, ohne Stressbelastung, ohne erforderliche geistige Flexibilität, ohne erhöhte Ver
antwortung, ohne vermehrte Kundenkontakte und ohne überdurchschnittliche Dauerbelastung sei von einer 60%igen Arbeitsfähigkeit auszugehen (Urk. 7/121/22 f.).
Im interdisziplinären Konsens gelangten die Sachverständigen zum Schluss, dass sich der Gesundheitszustand gegenüb
er früher unverändert zeige. I
hre Einschät
zung der Arbeitsfähigkeit sei etwas anders, da sie der Auffassung seien, dass der
Beschwerdeführer
in seiner bisherigen Tätigkeit zu 40 % und in einer leidens
adaptierten Tätigkeit zu 60 % arbeitsfähig sei (Urk. 7/121/27
ff.
). Aus
gehend
vom Umstand, dass sich der massgebliche Sachverhalt nicht verändert hatte
,
bestätigte
die IV-Stelle den Fortbestand der ganzen Rente (Urk. 7
/128/6
).
4.2
4.2.1
Im zu beurteilenden Rentenrevisionsverfahren
holte die Beschwerdegegnerin zu
nächst bei der Gutachtensstelle
D._
eine rheumatologisch-psychiatrische Exper
tise ein (
Urk.
7/161). Im weiteren Verlauf veranlasste sie bei der Gutachtensstelle
G._
eine polydisziplinäre Untersuchung (
Urk.
7/215).
Dabei wurde der Beschwer
deführer in somatischer Hinsicht sowohl allgemeininternistisch als auch ortho
pädisch sowie neurologisch begutachtet.
Die Sachverständigen gelangten
zum Schluss,
dass die angestammte Tätigkeit als Verkaufsleiter eines Möbelgeschäfts insbesondere aufgrund der pathologischen
Veränderungen der Halswirbelsäule sowie des rechten Kniegelenks nicht mehr zumutbar sei. Für körperlich leichte Tätigkeiten mit Wechselbelastung
–
ohne Zwangshaltungen, das wiederholte He
ben und Tragen von Lasten über zehn Kilogramm, den wiederholten Einsatz der oberen Extremitäten oberhalb des Schulterniveaus sowie ohne häufiges Überwin
den
von Treppen und unebenem Grund –
gingen sie demgegenüber von einer
zeitlich und
leistungsmässig
uneingeschränkte
n Arbeitsfähigkeit aus
(
Urk.
7/215/28, 7/215/36
und 7/215/40
). Im Urteil des Sozialversicherungsge
richts
im Verfahren
IV.2017.00444 vom 2
2.
Januar 2018 waren diese gutachter
lichen Darl
e
gungen als nachvollziehbar und schlüssig beurteilt worden (
Urk.
7/239 E. 3.2.9).
4.2.2
Hingegen war das Sozialversicherungsgericht im genannten Urteil
zur Auffas
sung gelangt, dass auf das psychiatrische
G._
-Teilgutachten von
Dr.
med.
K._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, nicht abgestellt wer
den
könne
, weswegen weitere Abklärungen nötig seien
(
Urk.
7/239 E. 4.2.2 f.
)
. Nach erfolgter Rückweisung
holte die Beschwerdegegnerin bei
Dr.
H._
ein psychiatrisches Gutachten ein, welches am 1
5.
Oktober 2018
vorgelegt
wurde. Diesem
sind folgen
de Diagnosen zu entnehmen (Urk.
7/248/27):
-
kombinierte Persönlichkeitsstörung mit narzisstisch-kränkbaren, emotio
nal-instabilen und impulsiven sowie selbstunsicher-vulnerablen Zügen (ICD-10 F61.0)
-
anhaltende somatoforme Schmerzstörung (ICD-10 F45.41)
-
rezidivierende depressive Störung, aktuell leichtgradige depressive Epi
sode (ICD-10 F33.0).
Anlässlich der Exploration habe der Beschwerdeführer
über ständige
rechtsseitige Knie- und Nackenschmerzen sowie wiederkehrende Migräne geklagt.
Er verspüre stets eine Spannung im ganzen Körper, was sich auch auf seine Psyche auswirke. Er gerate in Anspannung und Aggression, wenn er sich frage, weshalb sich sein Zustand nicht bessere. Er sehe zurzeit keine Zukunftsperspektive, was ihn psy
chisch runterziehe. Er werde dann sehr wütend und ziehe sich zurück. Es sei jeden Tag ein Kampf, funktionieren zu müssen; das Ganze zermürbe ihn. Oft gebe es auch traurige Momente, wobei für ihn derzeit am schlimmsten sei, dass er per
manent über den Tod nachdenke
. Er habe schon ein paar Mal Gedanken gehabt, sich etwas anzutun, aber er versuche, offen zu bleiben. Obwohl er eigentlich ein sensibler Mensch sei, erlebe er sich selbst zurzeit als gefühlskalt. Er habe gar nichts mehr,
auch nichts, auf das er sich am nächsten Tag freuen könne. Am liebsten würde er die ganze Zeit eine Rüstung tragen, damit niemand s
ehe
, wie es ihm gehe. Es komme immer wieder eine Wut auf sich selber auf, dass er selbst
schuld sei an seiner Situation. Zum Abbau der Spannung im Körper benutze er das Ventil der Selbstbefriedigung, damit es ihn nicht «verjage» (
Urk.
7/248/23 f.).
Gemäss
Dr.
H._
sei der Beschwerdeführer bewusstseinsklar, allseitig orien
tiert, höflich und um Kooperation bemüht gewesen. Die Auffassungs- und Kon
zentrationsfähigkeit sei
en
– bei guter kognitiver Belastbarkeit – im Rahmen der beiden Untersuchungsgespräche nicht beeinträchtigt gewesen.
In der Untersu
chungssituation sei der Antrieb nicht eingeschränkt erschienen, wobei der Be
schwerdeführer in Bezug auf den Tagesablauf abhängig von der Schmerzsituation von einer ausgeprägten Antriebs- und Energielosigkeit berichtet habe. Psycho
motorisch sei der Beschwerdeführer über weite Strecken angespannt gewesen und habe eine motorische Unruhe und inneres Stresserleben vermittelt. Die Grund
stimmung habe sich leichtgradig niedergestimmt, aber bei unbelasteten Ge
sprächsthemen auch deutlich entspannter und affektiv aufhellend gezeigt. Wie
derholt habe sich eine Tendenz zur emotionalen Instabilität mit Auftreten von massiv wütend-aggressiven Affektsequenzen mit starker Anspannung, Unruhe und signalisiertem Stresserleben feststellen lassen
, insbesondere im Kontext der Biografie und der Schmerzentwicklung. Der Beschwerdeführer transportiere mas
sive Wut auf die Schmerzsituation und in diesem Zusammenhang auch auf die eigene Persönlichkeit, beschreibe immer wieder auftretende Todesgedanken, Ge
danken mit Lebensunlust sowie Impulse, sich selbst zu verletzen. Es würden sich eine deutliche Instabilität und Hinweise für eine herabgesetzte Steuerungsfähig
keit zeigen, wobei der Beschwerdeführer Ventile zum Stressabbau – beispiels
weise Sexualität – benötige
(
Urk.
7/248/26)
.
Aus psychiatrischer Sicht
sei aufgrund der belasteten Biografie des Beschwerde
führers sowie der erhobenen Persönlichkeits- und Verhaltensbefunde auf eine kombinierte Persönlichkeitsstörung zu schliessen. Bereits früh hätten Verhaltens
auffälligkeiten mit aggressiven Verhaltensmustern eingesetzt, was auch zu einer Fremdplatzierung / Sonderschulung geführt habe.
Die Persönlichkeitsproblematik widerspiegle sich auch in der biografischen Beziehungsentwicklung mit mehreren gescheiterten Beziehungen
und den berichteten Konfliktdynamiken an Arbeits
plätzen mit häufigen Stellenwechseln. Der Beschwerdeführer sei zwar über viele Jahre aufgrund seiner leistungsbereiten Persönlichkeits
merkmale
in der Lage ge
wesen, die pathologischen Anteile zu kompensieren.
Letztere seien jedoch nach dem Unfallereignis 2005
dekompensiert
. Die Persönlichkeitspathologie und die biografischen Belastungsfaktoren hätten dabei psychodynamisch einen potenziell erheblichen Einfluss auf das Schmerzerleben und die Schmerzverarbeitung ge
nommen, sodass die Kriterien für eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung auch unter Berücksichtigung der somatisch begründbaren Korrelate erfüllt seien.
Darüber hinaus habe sich früh ein anhaltendes affektives Belastungsgeschehen im Rahmen einer im Ausprägungsgrad wechselnden depressiven Symptomatik
entwickelt. Diesbezüglich seien angesichts des aktuell objektivierbaren psycho
pathologischen Befundes noch die Kriterien für eine leichtgradige depressive Epi
sode erfüllt. Diese Störungsachse zeige sich im Längsverlauf als am besten be
handelbar und bess
erungsfähig (
Urk.
7/248/27 f.).
Vor diesem Hintergrund müsse von einem im Längsverlauf zunehmend schwer beeinflussbaren anhaltenden funktionellen Leistungsdefizit mit Auswirkungen auf die Durchhaltefähigkeit und Dauerbelastbarkeit mit vermehrtem Pausenbe
darf ausgegangen werden. Eine zusätzliche Limitierung ergebe sich im Rahmen der persönlichkeitsstrukturellen Pathologie mit narzisstisch-kränkbaren und selbstunsicheren, emotional instabilen und bei Spannungs- und Wuterleben auch impulsiven Zügen. Dies ziehe eine verminderte Steuerungsfähigkeit unter Stress nach sich. Bei forcierten Interaktions- und Arbeitsanforderungen sei zudem von einer verminderten Belastbarkeit, Flexibilität und situativen sowie interpersonel
len Anpassungsfähigkeit auszugehen. Demgegenüber zeige der Beschwerdeführer unter ruhigen und optimal adaptierten Rahmenbedingungen eine Fähigkeit zur Anpassung, mindestens hinsichtlich einer erbringbaren Teil-Arbeitsleistung. Im Weiteren sei ein gutes intellektuelles Ausgangsniveau erkennbar. Die Leistungs
reserve auf kognitiv-intellektueller Ebene sei weiterhin aktivierbar. Positiv zu würdigen seien sodann das sehr höflich-kooperative
Auftreten, das gepflegte äussere Erscheinungsbild sowie die prinzipiell vermittelte Arbeitsmotivation für eine Teil
erwerb
stätigkeit (
Urk.
7/248/37 f.).
Ausgehend von diesem Ressourcen- und Belastungsprofil sei die angestammte Tätigkeit
als Verkaufsleiter aus psychiatrischer Sicht nicht mehr zumutbar. Es fehle hierfür an einer ausreichenden Anpassungs- und Interaktionsfähigkeit und die situative und interpersonelle Flexibilität sei unzureichend.
Für eine optimal angepasste Tätigkeit
in einem ruhigen Arbeitsumfeld
mit wohlwollenden Rah
menbedingungen
, der Möglichkeit für flexible Zeiteinteilung, ohne Mitarbeiter- oder konzeptuelle Verantwortung sowie reduzierten Kundenkontakten sei durch
schnittlich im Längsverlauf eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit anzunehmen. Dies gelte mindestens seit dem Arbeitsversuch im April 2015 und sehr wahrscheinlich auch schon zeitnah im Verlauf seit der Begutachtung durch das
C._
im Jahr 2011 (
Urk.
7/248/38 f.).
5.
5.1
M
it Urteil vom 2
2.
Januar 2018 wurde festgestellt, dass dem
G._
-Gutachten vom 1
4.
November 2016 in allgemeininternistischen, orthopädischen und neurologi
schen Belangen
voller Beweiswert zukommt (
Urk.
7/239 E. 4.1). Auch die psy
chiatrische Expertise von
Dr.
H._
erfüllt die in diesem Zusammenhang sei
tens des Bundesgerichts festgelegten formellen Kriterien (vgl. E. 1.5 vorstehend).
Einerseits beruht das Gutachten auf umfassenden psychiatrischen Abklärungen und wurde in detaillierter Kenntnis der
Vorakten
erstellt
(
Urk.
7/248/4 ff.). Ande
rerseits war es dem Beschwerdeführer möglich, seine aktuellen Beschwerden im Rahme
n zweier Gespräche zu schildern, wobei er vom Gutachter auch zu weiteren Themenbereichen wie
der Krankheits- und Berufsentwicklung eingehend befragt wurde (
Urk.
7/248/16 ff.).
Die geklagten Leiden fanden im Rahmen der Feststel
lung der Diagnosen Berüc
ksichtigung, wobei sowohl diese
wie auch die aus me
dizinischer Sicht
resultierenden Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit überzeu
gend dargelegt und erläutert wurden (
Urk.
7/248/
27 ff.).
Überdies erfolgte eine ausführliche
und schlüssige
Auseinandersetzung mit vorangegangenen
ärztlichen Beurteilungen (Urk.
7/248/
30 ff., 7/248/40 f.).
5.2
Eine Rente ist insbesondere revidierbar, falls eine wesentliche Änderung des Ge
sundheitszustandes eingetreten ist, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und da
mit den Rentenanspruch zu beeinflussen
(BGE 134 V 131 E. 3)
. Dies ist in psy
chiatrischer Hinsicht der Fall, da sich die affektive Situation gemäss
Dr.
H._
seit der Vorbegutachtung
durch das
C._
im Jahr 2011 verbessert hat. Statt einer
chronifizierten
mittelgradigen depressiven Störung mit somatischem Syn
drom (ICD-10 F33.11,
Urk.
7/121/27) diagnostizierte er eine rezidivierende de
pressive Störung mit gegenwärtig
nur noch
leichtgradiger depressiver Episode (ICD-10 F33.0
, Urk. 7/248/27
).
Auch in Bezug auf die
Schmerzstörung und die
zwischenzeitlich zunehmend in den Vordergrund getretene
persönlichkeitsstruk
turelle Pathologie stellte
der Gutachter
eine Veränderung
mit limitierender Aus
wirkung auf die
funktionelle
Leistungsfähigkeit
fest
(
Urk.
7/248/39 f.
).
Insgesamt liegt somit ein Revisionsgrund im Sinne von
Art.
17
Abs.
1 ATSG vor, weshalb der Rentenanspruch im Folgenden in rechtlicher und tatsächlicher Hinsicht um
fassend und ohne Bindung an frühere Beurteilungen zu prüfen ist (vgl. E. 1.3 vorstehend).
Dies stellen
die
Parteien auch nicht in Frage.
6.
6.1
In rein somatischer Hinsicht
ist
gestütz
t auf das
G._
-Gutachten vom 14.
Novem
ber 2016
mit überwiegender Wahrscheinlichkeit ausgewiesen, dass
dem Beschwerdeführer die angestammte Tätigkeit als Verkaufsleiter eines Möbelge
schäfts nicht mehr zumutbar ist. Im Gegensatz dazu liegt i
n Bezug auf eine
dem medizinischen Belastungsprofil angepasste
Tätigkeit eine 100%ige Arbeitsfähig
keit
vor
(vgl.
Urk.
7/215/28, 7/215/36 und 7/215/40
; vgl. ferner das Urteil vom 2
2.
Januar 2018,
Urk.
7/239 E. 4.1
).
Weiterungen erübrigen sich insbesondere in Anbetracht dessen, dass die Parteien dies weiterhin nicht in Zweifel ziehen
und seitens des Beschwerdeführers nicht geltend gemacht wird, dass sich sein körper
licher Gesundheitszustand seit der Begutachtung im Jahr 2016
dauerhaft
mass
geblich verändert hat.
6.2
6.2.1
Uneinigkeit besteht demgegenüber hinsichtlich der Frage, ob auf die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit durch
Dr.
H._
abgestellt werden kann oder ob aus recht
licher Sicht von einem nicht invalidisierenden Gesundheitsschaden auszugehen ist. In diesem Kontext ist vorab festzuhalten, dass das Bundesgericht in BGE 143 V 418 erkannt hat, dass grundsätzlich sämtliche psychischen Leiden einem struk
turierten Beweisverfahren nach BGE 141 V 281 zu unterziehen sind.
Dieser Pra
xisänderung hat
Dr.
H._
Rechnung getragen (vgl.
Urk.
7/248/34 ff., 7/248/41).
6.2.2
Die für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit bei psychischen Erkrankungen im Regelfall beachtlichen Standardindikatoren (BGE 143 V 418, 143 V 409, 141 V 281) hat das Bundesgericht wie folgt systematisiert (BGE 141 V 281 E. 4.3.1):
-
Kategorie «funktioneller Schweregrad» (E. 4.3)
-
Komplex «Gesundheitsschädigung» (E. 4.3.1)
-
Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde (E. 4.3.1.1)
-
Behandlungs- und Eingliederungserfolg oder -resistenz (E. 4.3.1.2)
-
Komorbiditäten (E. 4.3.1.3)
-
Komplex «Persönlichkeit» (Persönlichkeitsdiagnostik, persönliche Res
sourcen, E. 4.3.2)
-
Komplex «Sozialer Kontext» (E. 4.3.3)
-
Kategorie «Konsistenz» (Gesichtspunkte des Verhaltens, E. 4.4)
-
gleichmässige Einschränkung des
Aktivitätenniveaus
in allen vergleich
baren Lebensbereichen (E. 4.4.1)
-
behandlungs- und eingliederungsanamnestisch ausgewiesener Leidens
druck (E. 4.4.2)
Beweisrechtlich entscheidend ist der verhaltensbezogene Aspekt der Konsistenz (BGE 141 V 281 E. 4.4; vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_604/2017 vom 1
5.
März 2018 E. 7.4).
6.2.3
Dies
e Standardindikatoren erlauben –
unter Berücksichtigung leistungshindern
der
äusserer
Belastungsfaktoren einerseits und Kompensationspotenzialen (Res
sourcen) anderseits –
das tatsächlich erreichbare Leistungsvermögen einzuschät
zen (BGE 141 V 281 E. 3.4-3.6 und E. 4.1; vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_260/2017 vom 1. Dezember 2017 E. 4.2.3). Die Anerkennung eines rentenbe
gründenden Invaliditätsgrades ist nur zulässig, wenn die funktionellen Auswir
kungen der medizinisch festgestellten gesundheitlichen Anspruchsgrundlage im Einzelfall anhand der Standardindikatoren schlüssig und widerspruchsfrei mit (zumindest) überwiegender Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sind. Fehlt es daran, hat die Folgen der Beweislosigkeit (nach wie vor) die materiell beweisbe
lastete versicherte Person zu tragen (BGE 141 V 281 E. 6; 141 V 547 E. 2).
6.3
6.3.1
Zum Komplex «Gesundheitsschädigung» ist festzuhalten, dass
Dr.
H._
nebst einer rezidivierenden depressiven Störung, gegenwärtig leichtgradige depressive Episode (ICD-10 F33.0), eine kombinierte Persönlichkeitsstörung mit narzisstisch-kränkbaren, emotional-instabilen, impulsiven sowie selbstunsicher-vulnerablen Zügen (ICD-10 F61.0)
sowie eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung
(ICD-10 F45.41) diagnostizierte (
Urk.
7/248/27).
Bei der Vorbegutachtung im Jahr 2011 war noch von akzentuierten kränkbaren narzisstis
chen Persönlichkeitszü
gen ausg
egangen worden (Urk.
7/121/43). Dass sich zwischenzeitlich das
eindeu
tige Bild
einer Persönlichkeitsstörung mit verschiedenen Störungsanteilen im Sinne einer emotionalen Instabilität, einer erhöhten
Impulsiviät
und einer kränk
bar-narzisstisch-selbstunsicheren
Grundstuktur
entwickelt hat, legte der Gutach
ter detailliert und nachvollziehbar dar. Insbesondere zeigte er auch auf, dass an
hand der vorliegenden Informationen zum
biografischen
Längsverlauf und an
hand der eigenen explorierten Angaben frühe leidensspezifische Verhaltensauf
fälligkeiten festzustellen sind
(Urk. 7/248/27 ff.)
.
Zusammen mit der kombinier
ten Persönlichkeitsstörung deuten
die nach wie vor vorhandene depressive Stö
rung und auch die Schmerzstörung
insgesamt auf eine nicht mehr leichte psychi
sche Gesundheitsschädigung hin, die sich grundsätzlich invalidisierend auswir
ken kann (
vgl.
BGE 143 V 418 E. 5.2.2).
Entscheidend und zusätzlich zu prüfen ist rechtsprechungsgemäss allerdings, ob nach den übrigen Standardindikatoren auf einen funktionellen Schweregrad der psychischen Störung zu schliessen ist, der sich nach dessen konkreten Auswir
kungen und insbesondere danach beurteilt, wie stark die versicherte Person in sozialen, beruflichen oder anderen wichtigen Funktionsbereichen dadurch beein
trächtigt ist (BGE 143 V 418 E. 5.2.3).
6.3.2
Zum Indikator der «Therapieresistenz»
ist vorab anzumerken, dass allein die feh
lende Ausschöpfung aller Behandlungsmöglichkeiten nicht mehr ausreicht, um einen invalidisierenden Gesundheitsschaden zu verneinen.
Dennoch ist auch in Nachachtung der aktuellen bundesgerichtlichen Praxis zu berücksichtigen, dass in Bezug auf die depressive Störung die therapeutischen Möglichkeiten noch nicht ausgeschöpft wurde
n.
Dr.
H._
wies in diesem Kontext darauf hin, dass eine weitere Stabilisierung durch die regelmässige Einnahme der antidepressiven Medikation erreicht werden könnte (
Urk.
7/248/34,
7/248/38).
Einzubeziehen ist jedoch auch, dass aus seiner Sicht sowohl die
chronifizierte
Schmerzstörung als auch die Persönlichkeitsstörung therapeutisch
– selbst durch eine stationäre Be
handlung –
nur
noch
schwer beeinflussbar sind (Urk.
7/248/35,
7/248/37).
Des Weiteren erwartet
er
selbst
bei optimaler
medizinischer
Behandlung prognostisch bestenfalls eine Stabilisierung auf dem jetzigen Funktionsniveau und steht der Möglichkeit einer Erhöhung der Belastbarkeit sehr skeptisch gegenüber (Urk. 7/248/40).
Zum Eingliederungserfolg respektive zur Eingliederungsresistenz ist festzuhalten, dass der
Beschwerdeführer
in den Jahren Jahr 2014 und 2015 an den von der Beschwerdegegnerin zugesprochenen Eingliederungsmassnahmen teilnahm (vgl.
Urk.
7/167, 7/176 und 7/178).
Der Arbeitsversuch in einer Autogarage wurde je
doch im September 2015 abgebrochen, nachdem eine Steigerung auf ein 100%-Pensum nicht
hatte
erreicht werden k
önnen
(
Urk.
7/186).
Bis September 2017 war der Beschwerdeführer noch zu 30
%
für die Garage tätig. Nach einem vorüberge
henden Ausfall aufgrund einer Armverletzung arbeitete er danach nur noch stun
denweise auf Abruf (
Urk.
7/248/22 f.).
Der Beschwerdeführer hat somit gewisse Anstrengungen unternommen, um sich wieder in den Arbeitsmarkt einzugliedern. Der Umstand, dass dies nur in beschränktem Umfang gelungen ist, ist als Indiz für eine invalidisierende Beeinträchtigung zu werten (vgl. BGE 141 V 281 E.
4.3.1.2).
6.3.3
In Bezug auf den Indikator «Komorbiditäten» ist zu bemerken, dass
sich die ge
störte Schmerzverarbeitung gemäss gutachterlicher Einschätzung auf dem Boden der Persönlichkeitspathologie entwickelt hat (
Urk.
7/24
8
/28), weshalb insofern
von
ungünstige
n
Wechselwirkungen
auszugehen ist
.
Im Weiteren liegt nahe, dass die
objektivierbaren
körperlichen Begleiterkrankungen
den affektiven Zustand
negativ beeinflussen.
6.3.4
Was den Komplex «Persönlichkeit
»
anbelangt, gilt es zu beachten, dass eine kom
binierte Persönlichkeitsstörung mit
narzisstisch-kränkbaren, emotional-instabi
len, impulsiven sowie selbstunsicher-vulnerablen Zügen
vorliegt.
Dies zieht ge
mäss einleuchtender gutachterlicher Einschätzung eine Limitierung der Steu
erungsfähigkeit unter forcierter Belastung nach sich. Zudem geht damit
eine ver
minderte Belastbarkeit und
Flexibilität sowie eine Beeinträchtigung der situativen und interpersonellen Anpassungsfähigkeit einher
.
D
iese
n
Persönlichkeitsanteilen
ist insgesamt eine deutlich ressourcenhemmende Wirkung beizumessen.
Positiv zu werten ist demgegenüber das gute intellektuelle Ausgangsniveau und die aktivierbare kognitive Leistungsreserve (
Urk.
7/248/37).
6.3.5
Zum sozialen Lebenskontext äusserte sich der Beschwerdeführer dahingehend, dass
sich seine Partnerin im April 2017 von ihm getrennt habe und er nun mit einer Untermieterin zusammenwohne.
Er
vertrage
keine Menschen
-
ansammlun
gen mehr und habe nur noch wenige Kontakte. Jener z
u seinem jüngeren Sohn
sei abgebrochen. Er habe noch einen guten Freund sowie zwei gute Freundinnen und stehe ansonsten mit dem älteren Sohn und seiner Schwester, welche
jedoch
drogenabhängig und in psychiatrischer Behandlung sei, in Kontakt (
Urk.
7/248/16 f., 7/248/23).
Gesamthaft verfügt der Beschwerdeführer
somit
trotz seiner gesundheitlichen Einschränkungen über ein Beziehungsnetz
mit po
tentiell günstigen Ressourcen
, welches sich allerdings auf einzelne Familienan
gehörige
und wenige Freunde beschränkt. Insofern ist ein leichter sozialer Rück
zug erkennbar; eine Gefahr sozialer Isolation besteht
hingegen
nicht.
6.3.6
Hinsichtlich der beweisrechtlich entscheidenden Kategorie «Konsistenz» ist fest
zuhalten, dass
der Beschwerdeführer grundsätzlich – abhängig von der Tagesform – in der Lage ist, selbständig seinen Haushalt zu führen und die soeben erwähnten Beziehungen zu pflegen. Ferner nimmt er die Physiotherapie und Arztbesuche wahr,
versucht, regelmässig schwimmen zu gehen und treibt zu Hause Sport, wo
bei er auch Übungen der Physiotherapie absolviert. Ansonst
en hat er gemäss eigenen Angaben keine Hobbies und geht namentlich
nicht mehr
wie früher
zu US-Car-Treffen
(Urk. 7/248/23).
Eine gleichmässige Einschränkung des Aktivi
tätsniveaus ist in Anbetracht dieser Gegebenheiten nicht in allen vergleichbaren Lebensbereichen, aber doch punktuell erkennbar. Angesichts der konkreten Aus
wirkungen der psychischen Störungen
(vgl.
Urk.
7/248/37 f.) liegt allerdings nahe, dass diese bei der Ausübung einer Erw
erbstätigkeit deutlicher ressour
cen
raubend ins Gewicht fallen als im sonstigen alltäglichen Leben.
Ein Leidensdruck ist beha
ndlungsanamnestisch ausgewiesen; der Beschwerdefüh
rer nimmt seit 2006 psychiatrische Hilfe in Anspruch, aktuell etwa alle zwei Wo
chen. Darüber hinaus greift er auf Schmerzmittel und bedarfsweise auch auf An
tidepressiva und weitere Medikamente zurück (
Urk.
7/248/22).
Dr.
H._
stufte die bisher durchgeführten psychiatrisch-psychotherapeutischen Behandlungen
– abgesehen von der inkonstanten medikamentösen Therapie – prinzipiell als zielführend und leitliniengerecht ein (Urk. 7/248/34).
6.4
Nach dem Gesagten
ist in Anbetracht der geprüften Standardindikatoren und de
ren Gesamtwürdigung festzuhalten, dass die Einschätzung der Arbeitsfähigkeit durch
Dr.
H._
zu überzeugen vermag.
Für eine mittelgradige funktionelle Leistungsbeeinträchtigung spricht nicht nur das Vorhandensein mehrerer psy
chischer Störungen mit ressourcenhemmenden Wechselwirkungen, sondern auch die erheblich erschwerte Behandelbarkeit der somatoformen Schmerz- sowie der kombinierten Persönlichkeitsstörung.
Im Weiteren stehen der leichte soziale Rückzug, die Einschränkungen im aussererwerblichen Aktivitätsniveau sowie der konkret ausgewiesene Leidensdruck in keinem Missverhältnis zur attestierten Ein
schränkung der Leistungsfähigkeit.
Unter weiterer Berücksichtigung dessen, dass die psychiatrische Exploration von der Natur der Sache her nicht ermessensfrei erfolgen kann und dem begutachtenden Psychiater praktisch immer einen gewis
sen Spielraum eröffnet, innerhalb dessen verschiedene medizinisch-psychiatri
sche Interpretationen möglich, zulässig und zu respektieren sind, sofern lege
artis
vorgegangen wird (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_146/2017 vom 7. Juli 2017 E. 4.2.2 mit Hinweis), besteht
daher
kein begründeter Anlass, von der
nachvoll
ziehbaren
gutachterlichen Beurteilung abzuweichen
.
Folglich ist mit überwiegen
der Wahrscheinlichkeit
erstellt
, dass der Beschwerdeführer
auch aus psychiatri
scher Sicht seiner angestammten Tätigkeit als Verkaufsleiter nicht mehr nachge
hen kann. Mindestens seit dem Arbeitsversuch im April 2015 liegt
demgegenüber
gemäss gutachterlicher Einschätzung für eine leidensadaptierte Tätigkeit eine 50%ige Arbeitsfähigkeit vor
(
Urk.
7/248/38 f.)
.
7
.
7
.1
Auf der Grundlage der obigen Ausführungen ist der Invaliditätsgrad des Be
schwerdeführers zu ermitteln.
Bei erwerbstätigen Versicherten ist
dieser
gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkom
mensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versi
cherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizini
schen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zu
mutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. In
valideneinkommen), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzie
len könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der Einkommensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und
einander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des Einkommensver
gleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
7.2
Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist für die Ermittlung des
Validen
einkommens
entscheidend, was die versicherte Person im Zeitpunkt des frühest
möglichen Rentenbeginns nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrschein
lichkeit als Gesunde tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung an
gepassten Verdienst angeknüpft, da es empirischer Erfahrung entspricht, dass die bisherige Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden fortgesetzt worden wäre. Ausnah
men müssen mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt sein (BGE 139 V 28 E. 3.3.2; 135 V 58 E. 3.1; 134 V 322 E. 4.1 mit Hinweis).
Strittig ist der Rentenanspruch des Beschwerdeführers ab dem
1.
Mai 201
7.
Jener
war vor Eintr
itt des Gesundheitsschadens im August
2005 als Abteilungsleiter Verkauf bei
Z._
angestellt, wobei er zuletzt im Jahr 2004 ein Bruttojahresein
kommen von
Fr.
65'650.-- erzielte (
Urk.
7/6/1, 7/13/2).
Der Beschwerdegegnerin ist beizupflichten
(vgl.
Urk.
7/249/1)
, dass es nicht angebracht erscheint, dieses Einkommen bis 2017 der Nominallohnentwicklung anzupassen, zumal nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon ausgegangen werden kann, dass der Beschwerdeführer immer noch bei der gleichen Arbeitgeberin tätig wäre.
Zur
Festlegung des
Valideneinkommens
ist daher
auf die Lohnstrukturerhebung des Bundesamtes für Statistik ab
zustellen
. In Übereinstimmung mit der Beschwerde
gegnerin ist von einem monatlichen Bruttoverdienst von
Fr.
6'098.-- auszugehen (LSE 2016
T1_tirage_skill_level
[korrigierte Fassung vom
8.
November 2018]
, Monatlicher Bruttolohn [Zentralwert] nach Wirtschaftszweigen, Kompetenzni
veau und Geschlecht, Privater Sektor,
Ziff.
47 [Detailhandel], Kompetenzniveau 3, Männer
).
Aufgerechnet auf die durchschnittliche betriebsübliche Arbeitszeit von 41.7 Stunden pro Woche (vgl. Bundesamt für Statistik, Betriebsübliche Ar
beitszeit nach Wirtschaftsabteilungen, A-S) und angepasst an die Entwicklung der Nominallöhne für männliche Arbeitskräfte von 2’
239 Punkten im Jahr 2016 auf 2’249 Punkte im Jahr 2017
ergibt dies für ein Arbeitspensum von 100 % ein Bruttoeinkommen von Fr.
76‘626.70
jährlich (Fr.
6‘098.-- / 40 * 41.7 * 12 / 2'239 * 2‘249
).
Die Anpassung des zuletzt erzielten Verdienstes bei
Z._
an die Nomi
nallohnentwicklung hätte im Übrigen mit
Fr.
74‘757.90 ein vergleichbares
Vali
deneinkommen
zur Folge (
Fr.
65‘650.-- / 1‘975 [Jahr 2004] * 2‘
249
).
7
.
3
7.3.1
Für die Festsetzung des trotz Gesundheitsschädigung
zumutbarerweise
noch realisierbaren Einkommens (Invalideneinkommen) ist nach der Rechtsprechung primär von der beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die ver
sicherte Person konkret steht. Übt sie nach Eintritt der Invalidität eine Erwerbs
tätigkeit aus, bei der – kumulativ – besonders stabile Arbeitsverhältnisse gegeben sind und anzunehmen ist, dass sie die ihr verbliebene Arbeitsfähigkeit in zumut
barer Weise voll ausschöpft, und erscheint zudem das Einkommen aus der Ar
beitsleistung als angemessen und nicht als Soziallohn, gilt grundsätzlich der tat
sächlich erzielte Verdienst als Invalidenlohn (BGE 139 V 592 E. 2.3; 135 V 297 E. 5.2; 129 V 472 E. 4.2.1; 126 V 75 E. 3b/
aa
).
Mangels Vorliegens eines stabilen Arbeitsverhältnisses nach Eintritt der Invalidi
tät ist das Invalideneinkommen des Beschwerdeführers ebenfalls nach den LSE 2016 zu bestimmen, was die Beschwerdegegnerin grundsätzlich richtig erkannt hat
(
Urk.
7/249/1)
.
Entgegen ihrer Ansicht besteht allerdings kein Anlass, vom Totalwert der Tabelle T1 abzuweichen und auf das statistische Durchschnittsein
kommen des Sektors Dienstleistungen abzustellen. Dies ist nur ausnahmsweise bei Personen zulässig, die vor der Gesundheitsschädigung lange Zeit in diesem Bereich tätig gewesen sind und bei denen eine Arbeit in anderen Bereichen kaum in Frage kommt (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_458/2017 vom
6.
August 2018 E. 6.2.3 mit Hinweisen).
Diese Ausnahmeregelung kommt nur, aber immerhin dann zum Zug, wenn der Verwertbarkeit der Arbeitsfähigkeit derart enge Grenzen gesetzt sind, dass praktisch alle Tätigkeiten eines bestimmten Wirtschaftszweiges ausser Betracht fallen (Urteil des Bundesgerichts 8C_1050/2009 vom 2
8.
April 2010 E. 3.5 mit Hinweis). Hiervon kann im konkreten Fall keine Rede sein, da dem Beschwerdeführer auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt (
Art.
16 ATSG) auch mit Blick auf das medizinische Belastungsprofil im Sektor Produktion
ver
schiedene Hilfsarbeiterstellen offenstehen, zumal
jener
eine vielfältige Palette von Berufen beinhaltet (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_457/2017 vom 1
1.
Oktober 2017 E. 6.2).
Folglich ist auf den monatlichen Bruttolohn für einfache Tätigkeiten körperlicher oder handwerklicher Art von
Fr.
5'
3
89
.-- abzustellen (LSE 2016
T1_ti
rage_skill_level
[korrigierte Fassung vom
8.
November 2018]
, Monatlicher Brut
tolohn [Zentralwert] nach Wirtschaftszweigen, Kompetenzniveau und Geschlecht, Privater Sektor, Total, Kompetenzniveau 1
, Männer
).
Aufgerechnet auf die durch
schnittliche betriebsübliche Arbeitszeit von 41.7 Stunden pro Woche und ange
passt an die Nominallohnentwicklung ergibt dies bei einem zumutbaren 50%-Pensum ein Bruttoeinkommen von
Fr.
3
3‘858.75
jährlich (
Fr.
5‘
3
89
.-- / 40 * 41.7 * 12 / 2‘239 * 2‘249 * 0.5).
7.3.2
Zwischen den Parteien ist allerdings umstritten, ob ein leidensbedingter Abzug vom Invalideneinkommen vorzunehmen ist. Während die Beschwerdegegnerin dies nicht für gerechtfertigt erachtet (vgl.
Urk.
2 S. 3;
Urk.
7/249/1),
vertritt der Beschwerdeführer die Auffassung, dass mindestens ein
Tabellenlohna
bzug von 15
%
angemessen sei (
Urk.
1 S. 15 f.).
Mit dem Abzug vom Tabellenlohn soll der Tatsache Rechnung getragen werden, dass persönliche und berufliche Merkmale, wie Art und Ausmass der Behinde
rung, Lebensalter, Dienstjahre, Nationalität oder Aufenthaltskategorie und Be
schäftigungsgrad Auswirkungen auf die Lohnhöhe haben können und je nach Ausprägung die versicherte Person deswegen die verbliebene Arbeitsfähigkeit auch auf einem ausgeglichenen Arbeitsmarkt nur mit unterdurchschnittlichem erwerblichem Erfolg v
erwerten kann (BGE 135 V 297 E.
5.2).
Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung
wirkt sich die vom Beschwerde
führer geltend gemachte lange Abwesenheit vom Arbeitsmarkt nicht relevant auf das Invalideneinkommen aus (Urteil des Bundesgerichts 8C_166/2017 vom
3.
Juli 2017 E. 6 mit Hinweisen).
Ihm ist im Weiteren dahingehend zu widersprechen, dass die Umstellung auf die noch zumutbaren
einfachen
Tätigkeiten im untersten Kompetenzniveau einen
ausserordentlichen
Einarbeitungsaufwand
zur Folge hat
.
Auch der Umstand, dass er einer leidensadaptierten Tätigkeit nur noch in einem Teilzeitpensum nachgehen kann, rechtfertigt
unter Berücksichtigung der gestützt auf die LSE 2016 erstellten Tabelle zu den
nach Beschäftigungsgrad,
beruflicher Stellung und Geschlecht
differenzierten monatlichen Durchschnittsbruttolöhnen keinen leidensbedingten Abzug. So besteht bei Männern ohne Kaderfunktion zwi
schen dem Durchschnittslohn bei einem Teilzeitpensum von 50-74 % proportio
nal bezogen auf ein 100 %-Pensum (Fr. 5'875.--) und dem Durchschnittslohn bei einem Vollzeitpensum (Fr. 6'130.--) eine Differenz von Fr. 255.--.
In Nachach
tung der
höchstrichterliche
n
Praxis zur LSE 2014 handelt es sich dabei um keine überproportionale Lohneinbusse (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_12/2017 vom 2
8.
Februar 2017 E. 5.5.2 mit Hinweis).
Im Übrigen bleibt
der Vollständigkeit halber
anzumerken, dass
bereits in der Beurteilung der medizinischen Arbeitsfä
higkeit enthaltene gesundheitliche Einschränkungen nicht zusätzlich in die Be
messung des leidensbedingten Abzuges einfliessen und so zu einer doppelten An
rechnung desselben Gesichtspunktes führen dürfen (Urteil des Bundesgerichts 9C_833/2017 vom 2
0.
April 2018 E. 2.2 mit Hinweis).
Dies gilt vorliegend insbe
sondere für die von
Dr.
H._
bereits berücksichtigte reduzierte Dauerbelast
barkeit mit vermehrtem Pausenbedarf (
Urk.
7/248/37).
Gesamthaft ist somit nicht zu beanstanden, dass die Beschwerdegegnerin keinen Abzug vom Tabellenlohn
gewährt
hat.
7
.4
Ausgehend von
einem
Valideneinkommen
von
Fr.
76'626.70
und ei
nem Invali
deneinkommen von
Fr.
3
3
'858.75
resul
t
iert ein Invaliditätsgrad von 5
5
.
81
%
res
pektive 56
%
(zu den Rundungsregeln vgl. BGE 130 V 121).
Entsprechend besteht ab dem
1.
Mai 2017
– dem ersten Tag des zweiten der Zustellung der Verfügung vom 1
0.
März 2017 (
Urk.
7/224) folgenden Monats (vgl.
Art.
88
bis
Abs.
2 lit. a
Verordnung über
die Invalidenversicherung, IVV) –
Anspruch auf eine halbe Rente der Invalidenversicherung (vgl. E. 1.2).
Zu diesem Zeitpunkt dauerte die Besserung des
psychischen Gesundheitsz
ustandes bereits über drei Monate an (
Art.
88a
Abs.
1 IVV;
Urk.
7/248/39).
Aus somatischer Sicht war dem Beschwer
deführer bereits im Zeitpunkt der Zusprechung der Rente eine angepasste Tätig
keit uneingeschränkt zumutbar (
Urk.
7/40/36 ff.,
Urk.
7/121/9 f.,
Urk.
7/215/38 f.).
8
.
Zusammenfassend
hat die Beschwerdegegnerin die dem Beschwerdeführer letzt
mals mit Mitteilung vom 1
1.
Juli 2011 zugesprochene ganze Rente zu Unrecht aufgehoben. Gestützt auf die
neuen
medizinischen Erkenntnisse h
ätte
stat
tdessen eine Herabsetzung auf eine halbe Invalidenrente erfolgen
müssen
.
In Gutheissung der Beschwerde ist die angefochtene Verfügung vom 1
9.
März 2019 (
Urk.
2) daher mit der Feststellung aufzuheben, dass der Beschwerdeführer ab dem
1.
Mai 2017 Anspruch auf eine halbe Rente der Invalidenversicherung hat.
Im Übrigen ist die Beschwerde abzuweisen.
9
.
9
.1
Da die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen zu prüfen war, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfah
rensaufwand sowie unabhängig vom Streitwert festzulegen (
Art.
69 Abs. 1
bis
IVG) und auf
Fr.
8
00.-- anzusetzen. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind sie der unterliegenden Beschwerdegegnerin aufzuerlegen.
9
.2
Nach
§
34
Abs.
1
GSVGer
hat die obsiegende Beschwerde führende Person An
spruch auf Ersatz der Parteikosten. Diese werden ohne Rücksicht auf den Streit
wert nach der Bedeutung der Streitsache, der Schwierigkeit des Prozesses und dem Mass des Obsiegens bemessen (
§
34
Abs.
3
GSVGer
).
Rechtsanwalt Kaspar Gehring machte als unentgeltlicher Rechtsvertreter von der Möglichkeit, eine Honorarnote einzureichen (vgl.
Urk.
8 Dispositiv-Ziffer 4
), kei
nen Gebrauch, weshalb die Prozessentschädigung ermessensweise festzusetzen ist. Unter Berücksichtigung der massgebenden Kriterien
und des Umstands, dass
Rechtsanwalt Gehring den Beschwerdeführer bereits im Verwaltungsverfahren vertreten hat und die Beschwerdeschrift in mehreren
Abschnitten
wortwörtlich dem Einwand vom 1
2.
März 2019 (
Urk.
7/264) entspricht,
erweist sich
eine Par
teient
schädigung in der Höhe von
Fr.
1'8
00.--
(inkl.
Barauslagen und Mehrwert
steuer)
als angemessen
, wobei
die Beschwerdegegnerin
diese direkt dem unent
geltlichen Rechtsvertreter des obsiegenden Beschwerdeführers
zu bezahlen hat
(vgl. Urteil des Bundesgerichts 4A_170/2018 vom 2
0.
Juni 2018 E. 1.3 mit Hin
weisen).