# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 6dc795ec-2e0a-4e3b-8e46-319cd38eeb62
**Court:** ZH_OG
**Chamber:** ZH_OG_001
**Year:** 2021
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

betreffend Bauhandwerkerpfandrecht
Berufung gegen ein Urteil des Einzelgerichts im summarischen Verfahren des
Bezirksgerichts Dietikon vom 26. Mai 2021 (ES210012)
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Rechtsbegehren der Berufungsbeklagten: (act. 1 S. 2)
" 1. Es sei zugunsten der Gesuchstellerin und zulasten des  des Gesuchsgegners, Gemeinde C._, Grundbuch Blatt 1, Liegenschaft, Kataster 2, EGRID CH3, D._,  E._, vorläufig ein Bauhandwerkerpfandrecht für eine Pfandsumme von CHF 94'664.60 zuzüglich 5% Zins seit dem 14. April 2021 auf CHF 85'000.- im Grundbuch einzutragen und das Grundbuchamt E._ entsprechend richterlich anzuweisen.
2. Dem Rechtsbegehren gemäss Ziffer 1 sei superprovisorisch , so dass der Eintrag der Vormerkung sofort beim  E._ erfolgen kann.
3. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (inkl. gesetzlich  MwSt.) zu Lasten des Gesuchsgegners."
Rechtsbegehren des Berufungsklägers: (act. 25 S. 1)
" 1. Auf das Gesuch um vorsorgliche Massnahme gemäss  Ziffer 1 des Gesuchs vom 14. April 2021 sei nicht ;
2. eventualiter sei das Gesuch der Gesuchstellerin vom 14. April 2021 vollumfänglich abzuweisen;
3. es sei das Grundbuchamt E._ anzuweisen, den  vorgemerkten Eintrag des Bauhandwerkerpfandrechts auf dem Grundstück im Grundbuch C._ GBBl. Nr. 1, , Kat. Nr. 2, EGRID, CH3, D._-strasse ..., D._ für die Pfandsumme von CHF 94'664.90 zzgl. Zins zu 5% auf den  von CHF 85'000 seit 14. April 2021 umgehend zu löschen;
alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (zzgl. MwSt.) zu Lasten der Gesuchstellerin."
Urteil des Einzelgerichts:
1. Die einstweilige Anweisung an das Grundbuchamt E._ wird bestätigt
als vorläufige Eintragung im Sinne von Art. 961 ZGB mit Wirkung ab vorläu-
figer Eintragung gemäss Verfügung vom 15. April 2021 bis zur rechtskräfti-
gen Erledigung des gemäss Dispositivziffer 2 einzuleitenden Prozesses auf
Liegenschaft Kat. Nr. 2, GBBl. 1, EGRID CH3, D._, D._strasse ...,
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D._, für eine Pfandsumme von Fr. 94'664.60 nebst Zins zu 5% auf den
Betrag von Fr. 85'000.00 seit 14. April 2021.
Der Gesuchstellerin wird eine Frist von 60 Tagen ab Zustellung dieses Ur-
teils angesetzt, um direkt beim zuständigen Gericht eine Klage auf Feststel-
lung der Forderung als Pfandsumme und definitive Eintragung des Pfand-
rechts gegen den Gesuchsgegner anzuheben. Bei Säumnis fällt die Vormer-
kung des Pfandrechtes dahin und der Gesuchsgegner ist berechtigt, von der
Gesuchstellerin zu verlangen, dass diese auf erste Aufforderung hin die Lö-
schung beim Grundbuchamt veranlasst. Leistet die Gesuchstellerin dieser
Aufforderung keine Folge, ist der Gesuchsgegner berechtigt, beim Einzelge-
richt die Löschung des vorläufigen Eintrages (Dispositivziffer 1) zu verlan-
gen.
2. Die Entscheidgebühr wird auf Fr. 4'500.00 festgesetzt.
3. Die Entscheidgebühr wird, unter Vorbehalt eines abweichenden Entscheides
im ordentlichen Verfahren, der Gesuchstellerin unter Verrechnung mit dem
von ihr im Betrag von Fr. 4'500.00 geleisteten Kostenvorschuss auferlegt
und vorläufig von ihr bezogen. Für den Fall, dass die Gesuchstellerin innert
Frist gemäss Dispositivziffer 2 die Klage nicht anhängig macht, wird ihr die
Entscheidgebühr definitiv auferlegt.
4. Die Regelung der Entschädigungsfolgen wird dem Gericht im Verfahren um
definitive Eintragung des Pfandrechts vorbehalten. Versäumt die
Gesuchstellerin jedoch die ihr in Dispositiv Ziffer 2 angesetzte Frist zur An-
hängigmachung der Klage, wird sie verpflichtet, dem Gesuchsgegner eine
Parteientschädigung von Fr. 5'300.00 (inklusive Mehrwertsteuer) zu bezah-
len.
5. [Schriftliche Mitteilung.]
6. [Hinweis gemäss Art. 315 Abs. 4 lit. b ZPO und Rechtsmittelbelehrung.]
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Berufungsanträge des Berufungsklägers: (act. 33 S. 2)
" 1. Der Entscheid des Bezirksgerichtes Dietikon vom 26. Mai 2021 im Verfahren ES210012-M / U sei aufzuheben und es sei auf das Gesuch der Berufungsbeklagten/Klägerin vom 14. April 2021 nicht einzutreten;
2. es sei folglich das Grundbuchamt E._ anzuweisen, den  Eintrag des Bauhandwerkerpfandrechts auf dem , C._ GBBl. Nr. 1, Liegenschaft, Kataster 2, EGRID CH3, D._-strasse ..., D._, für die Pfandsumme von CHF 94'664.60 zzgl. Verzugszins zu 5% seit dem 14. April 2021 auf CHF 85'000.– umgehend zu löschen;
3. eventualiter sei der Entscheid des Bezirksgerichts Dietikon vom 26. Mai 2021 im Verfahren ES210012-M / U aufzuheben und die Sache zur Neubeurteilung an die Vorinstanz zurückzuweisen.
(weiterhin) alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (zzgl. MwSt.) zu Lasten der Berufungsbeklagten/Klägerin."
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## Considerations

Erwägungen:
I. Sachverhalt und Prozessgeschichte (Überblick)
1. Die Gesuchstellerin und Berufungsbeklagte (nachfolgend: Berufungsbeklagte)
hat für den Neubau auf dem Grundstück des Gesuchsgegners und Berufungsklä-
gers (nachfolgend: Berufungskläger) an der D._-strasse ... in D._ (politi-
sche Gemeinde C._) Fenster und Glasschiebetüren geliefert und diese dort
montiert bzw. montieren lassen (act. 1 Rz 8 ff.; act. 2/2; act. 2/8; act. 25 Rz 15 ff.;
siehe auch act. 28 E. 4 = act. 32 [Aktenexemplar] = act. 34; nachfolgend zitiert als
act. 32). Grundlage hierfür bildete eine von der Berufungsbeklagten erstellte "Auf-
tragsbestätigung" vom 19. Oktober 2020 betreffend Lieferung und Montage der
erwähnten Produkte, die auf Bestellerseite von einer nicht näher bezeichneten
Person unterzeichnet wurde (act. 2/4). Gemäss Berufungsbeklagter soll es sich
dabei um die für den Neubau beigezogene Architektin (eine sogenannte F._
GmbH) gehandelt haben (act. 1 Rz 9; siehe auch act. 25 Rz 15 ff. sowie Prot. Vi
S. 11). Als "Auftragssumme" bzw. Werklohnforderung wurde der Betrag von
Fr. 94'664.60 vereinbart (act. 2/4). Die Berufungsbeklagte behauptet ausstehende
Forderungen in diesem Umfang zuzüglich Verzugszins von 5% (spätestens seit
14. April 2021) auf den bereits gemahnten Betrag von Fr. 85'000.– (act. 1 Rz 13).
2. Mit Eingabe vom 14. April 2021 stellte die Berufungsbeklagte beim Einzelge-
richt im summarischen Verfahren des Bezirksgerichts Dietikon (nachfolgend: Vo-
rinstanz) die eingangs genannten Rechtsbegehren betreffend (su-
per)provisorische Eintragung eines Bauhandwerkerpfandrechts zulasten des
oberwähnten Grundstücks des Berufungsklägers (act. 1; act. 2/1–11). Die Vo-
rinstanz wies daraufhin das Grundbuchamt E._ mit Verfügung vom 15. April
2021 superprovisorisch (also ohne Anhörung des Berufungsklägers) an, das be-
antragte Pfandrecht im Sinne von Art. 961 ZGB für eine Pfandsumme von
Fr. 94'664.60 (nebst Zins zu 5% auf den Betrag von Fr. 85'000.– seit 14. April
2021) vorläufig einzutragen, woraufhin dieses die verlangte Eintragung im Grund-
buch der Gemeinde C._ vornahm (act. 3; act. 6). Nach Durchführung der
Verhandlung betreffend vorläufige Eintragung des Bauhandwerkerpfandrechts,
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anlässlich welcher der Berufungskläger die eingangs genannten Rechtsbegehren
stellte, bestätigte die Vorinstanz mit Urteil vom 26. Mai 2021 die vorläufige Eintra-
gung des Bauhandwerkerpfandrechts auf dem Grundstück des Berufungsklägers
und setzte der Berufungsbeklagten Frist im Sinne von Art. 961 Abs. 3 ZGB an, um
beim zuständigen Gericht eine Klage auf Feststellung der (geltend gemachten)
Forderung als Pfandsumme und auf definitive Eintragung des Pfandrechts an-
hängig zu machen; unter der Androhung, dass die Vormerkung des Pfandrechts
bei Säumnis wieder dahinfalle und diesfalls die Löschung des vorläufigen Grund-
bucheintrags verlangt werden könne (act. 32 S. 11).
3. Gegen diesen Entscheid erhob der Berufungskläger mit Eingabe vom 19. Juli
2021 Berufung bei der Kammer und stellte darin die oberwähnten Anträge (act. 33
S. 2). Der mit Verfügung vom 23. Juli 2021 einverlangte Kostenvorschuss ging in-
nert erstreckter Frist ein (act. 37–41). Die vorinstanzlichen Akten (act. 1–30) wur-
den beigezogen. Auf die Einholung einer Berufungsantwort kann verzichtet wer-
den (Art. 312 Abs. 1 ZPO). Das Verfahren erweist sich als spruchreif.
II. Prozessuale Vorbemerkungen
Nach Eingang der Berufung prüft die Rechtsmittelinstanz von Amtes wegen das
Vorliegen der Rechtsmittelvoraussetzungen. Die vorliegende Berufung richtet sich
gegen den vorinstanzlichen Entscheid betreffend vorläufige Eintragung eines
Bauhandwerkerpfandrechts, mithin also gegen einen erstinstanzlichen Entscheid
über vorsorgliche Massnahmen. Der Streitwert entspricht der im Grundbuch ein-
getragenen Pfandsumme von Fr. 94'664.60 (vgl. Art. 91 Abs. 1 ZPO). Folglich
steht die Berufung als Rechtsmittel zur Verfügung (Art. 308 Abs. 1 lit. b und
Abs. 2 ZPO). Der Berufungskläger ist als Eigentümer des belasteten Grundstücks
durch den vorinstanzlichen Entscheid beschwert und damit zur Berufung legiti-
miert. Er erhob diese innert der zehntägigen Frist (act. 33 i.V.m. act. 29/2), und
die Berufung erfüllt die formalen Anforderungen, indem sie Anträge und eine aus-
reichende Begründung enthält. Dem Eintreten steht insoweit nichts entgegen.
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III. Zur Berufung im Einzelnen
1. Der Berufungskläger rügt vor der Kammer ausschliesslich, dass gemäss dem
anwendbaren Art. 29 Abs. 1 lit. c ZPO nicht die Vorinstanz, sondern das Bezirks-
gericht Zürich zur Beurteilung des Gesuchs um Eintragung des Bauhandwerkehr-
pfandrechts örtlich zuständig gewesen wäre (act. 33 Rz 8 ff.). Art. 29 Abs. 1 ZPO
besagt, dass (unter anderem) für dingliche Klagen (lit. a) und für Klagen auf Er-
richtung gesetzlicher Pfandrechte (lit. c; worunter auch die Eintragung eines Bau-
handwerkerpfandrechts fällt) das Gericht am Ort zuständig ist, an dem das
Grundstück im Grundbuch aufgenommen ist oder aufzunehmen wäre.
2. Zur besseren Verständlichkeit der nachfolgenden Erwägungen drängen sich
die folgenden Vorbemerkungen auf. Zu unterscheiden sind Grundbuchamtskreise
und Grundbuchkreise (im engeren Sinn): Der Kanton Zürich ist in verschiedene
Notariatskreise eingeteilt, wobei sich der Sitz des jeweiligen Notariates in der
Gemeinde befindet, nach welcher das Notariat benannt ist (in Anwendung von §
36 des Notariatsgesetzes [NotG] erlassener Beschluss des Kantonsrats über die
Notariatskreise und den Sitz der Notariate vom 7. November 1988). Da gemäss
§ 1 Abs. 1 lit. b NotG die Aufgaben des Grundbuchamts dem Notariat obliegen,
entsprechen die Grundbuchamtskreise den Notariatskreisen und befindet sich der
Sitz des jeweiligen Grundbuchamts am Sitz des zuständigen Notariats. Vom
Grundbuchamtskreis, welcher das Gebiet bestimmt, für das ein Grundbuchamt
zuständig ist, kann der Kreis im engeren Sinne abgegrenzt werden, der angibt, für
welches Gebiet ein Grundbuch angelegt wurde (zur Abgrenzung von Grundbuch-
amtskreis und Grundbuchkreis BSK GestG-TENCHIO, Art. 19 N 8). § 217 des Ein-
führungsgesetzes zum ZGB (EG ZGB) ist diesbezüglich zu entnehmen, dass die
Anlage des Grundbuchs im Kanton Zürich nach politischen Gemeinden erfolgt,
wobei das Obergericht für einzelne Gemeinden auch andere Vorschriften aufstel-
len kann. Entsprechend wurde das vorliegende Bauhandwerkerpfandrecht ins
Grundbuch der Gemeinde C._ (Bezirk J._) eingetragen, wo das belaste-
te Grundstück belegen ist (act. 5). Geführt wird dieses Grundbuch allerdings vom
Grundbuchamt E._, da der gleichnamige Grundbuchamtskreis nicht nur das
Zürcher Stadtquartier E._, sondern auch die Gemeinden G._, H._,
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I._ und C._ umfasst (Beschluss des Kantonsrats über die Notariatskrei-
se und den Sitz der Notariate vom 7. November 1988, S. 3). Damit befindet sich
der Sitz des zuständigen Grundbuchamts im Bezirk Zürich, während das Grund-
stück selbst im Bezirk J._ belegen ist. Solche Konstellationen entstehen im-
mer dann, wenn der Grundbuchamtskreis und der Gerichtsbezirk, in welchen das
fragliche Grundstück liegt, nicht deckungsgleich sind und zugleich der Sitz des
zuständigen Grundbuchamts nicht in der Schnittmenge, sondern in einem ande-
ren Gerichtsbezirk liegt.
3. Der Berufungskläger machte bereits vor Vorinstanz (unter anderem) geltend,
dass gemäss dem seiner Ansicht nach allein massgebenden Art. 29 Abs. 1 lit. c
ZPO für Klagen auf Eintragung eines Bauhandwerkerpfandrechts nicht das Ge-
richt am Ort der gelegenen Sache, sondern dasjenige am Ort bzw. Sitz des zu-
ständigen Grundbuchamts zuständig sei. Demnach sei zur Beurteilung der vorlie-
genden Klage nicht die Vorinstanz (Bezirksgericht Dietikon), sondern das Be-
zirksgericht Zürich örtlich zuständig (act. 25 Rz 2 ff.; siehe auch bereits act. 16
Rz 2 ff.). Die Vorinstanz bejahte ihre Zuständigkeit hingegen, indem sie zusam-
mengefasst ausführte, dass in den Fällen, in welchen wie hier das Grundstück in
einem anderen Gerichtskreis (bzw. Bezirk) liege als das zuständige Grundbuch-
amt, gestützt auf Art. 29 Abs. 3 ZPO das Gericht am Ort der gelegenen Sache,
mithin also das für die Gemeinde C._ zuständige Bezirksgericht Dietikon, für
die Beurteilung der vorliegenden Klage zuständig sei (act. 32 E. 2.3. f.; vgl. auch
act. 17 S. 2). Der Berufungskläger machte vor der Kammer im Wesentlichen gel-
tend, dass Abs. 3 von Art. 29 ZPO auf den vorliegenden Fall entgegen der An-
sicht der Vorinstanz nicht anwendbar sei. Vielmehr richte sich die Zuständigkeit
allein nach Abs. 1 dieser Bestimmung, wobei nach dessen eindeutigem Wortlaut
nicht auf den Ort der gelegenen Sache, sondern auf denjenigen des Sitzes des
zuständigen Grundbuchamts abzustellen sei, was sich auch aus der Entste-
hungsgeschichte der Norm ergebe (act. 33 Rz 8 ff.).
4. Gemäss Art. 13 ZPO ist für die Anordnung vorsorglicher Massnahmen, sofern
das Gesetz wie hier nichts anderes bestimmt, das Gericht am Ort zuständig, an
dem die Zuständigkeit für die Hauptsache gegeben ist oder an welchem die Mas-
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snahme vollstreckt werden soll. Die Hauptsachezuständigkeit richtet sich nach
Art. 29 ZPO (siehe oben E. III. 1.). Was zunächst die Frage der Anwendbarkeit
von dessen Abs. 3 betrifft, ist dem vorstehend erwähnten Einwand des Beru-
fungsklägers zuzustimmen. Gemäss der in diesem Absatz getroffenen Regelung
ist in den Fällen, bei welchen sich eine Klage auf mehrere Grundstücke bezieht
oder das Grundstück in mehreren Kreisen ins Grundbuch aufgenommen wurde,
das Gericht am Ort zuständig, an dem das flächenmässig grösste Grundstück o-
der der flächenmässig grösste Teil des Grundstücks liegt. Im vorliegenden Fall
bezieht sich die Klage weder auf mehrere Grundstücke noch wurde das Bau-
handwerkerpfandrecht in mehreren Kreisen ins Grundbuch respektive in mehre-
ren Grundbüchern aufgenommen. Letzteres wäre nur dann der Fall gewesen,
wenn die Grenzen mehrerer Grundbuchkreise (Kreise im engeren Sinne) über
das Grundstück des Berufungsklägers verlaufen wären. Für solche Fälle schreibt
Art. 952 Abs. 1 ZGB nämlich vor, dass wenn ein Grundstück in mehreren Kreisen
liegt, es in jedem dieser Kreise ins Grundbuch aufzunehmen ist mit Verweisung
auf das Grundbuch der übrigen Kreise. Gemäss Art. 16 Abs. 2 der Grundbuch-
verordnung vom 23. September 2011 (GBV) sind die Grenzen der Grundbuch-
kreise nunmehr aber entlang der Liegenschaftsgrenzen zu ziehen, weshalb der in
Art. 29 Abs. 3 ZPO geschilderte Fall eines Grundbucheintrags in mehreren Krei-
sen bei der Anlegung neuer Grundbuchkreise bzw. der Anpassung bereits beste-
hender gar nicht mehr eintreten kann. Da vor dem Inkrafttreten der neuen Grund-
buchverordnung festgelegte Kreise gemäss dem in Art. 16 Abs. 3 GBV vorgese-
henen Grundsatz der Nichtrückwirkung jedoch weiterhin bestehen bleiben dürfen,
können auch weiterhin Mehrfacheintragungen im Sinne von Art. 29 Abs. 3 ZPO
vorkommen (zum Ganzen FASEL, Grundbuchverordnung (GBV) vom 23.9.2011,
Kommentar, 2. Aufl. 2013, Art. 16 N 13 f.; BSK ZGB II-SCHMID, 6. Aufl. 2019,
Art. 952 N 1 ff; ZK ZPO-SUTTER-SOMM/LÖTSCHER, 3. Aufl. 2016, Art. 29 N 25).
5.
5.1. Da Art. 29 Abs. 3 ZPO, in welchem an den Ort des flächenmässig grössten
bzw. grössten Teils des Grundstücks angeknüpft wird, was ein Unteranwendungs-
fall des Gerichtsstands am Ort der gelegenen Sache darstellt, auf den vorliegen-
den Fall nicht anwendbar ist, bleibt zu prüfen, ob gestützt auf Art. 29 Abs. 1 ZPO
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ebenfalls der Ort der gelegenen Sache massgebend ist oder ob danach, wie vom
Berufungskläger behauptet, in jedem Fall der Ort des Sitzes des zuständigen
Grundbuchamts das einschlägige Anknüpfungskriterium bildet. Die Literatur geht,
soweit sie dazu überhaupt Stellung nimmt, davon aus, dass in Konstellationen,
bei denen das Grundstück wie hier in einem anderen Gerichtsbezirk liegt als das
zuständige Grundbuchamt, (im Ergebnis) das Gericht am Ort des gelegenen
Grundstücks zuständig sei (BK ZPO-PETER, Art. 29 N 31; BSK ZPO-TENCHIO,
3. Aufl. 2017, Art. 29 N 27; DIKE-Komm ZPO-FÜLLEMANN, 2. Aufl. 2016, Art. 29
N 4 und FN 9; ZK ZPO-SUTTER-SOMM/LÖTSCHER, 3. Aufl. 2016, Art. 29 N 25). Die
Vorinstanz vertrat in einem anderen Verfahren, in dem sich dieselbe Abgren-
zungsfrage stellte, (anders als vorliegend und in unterschiedlicher Zusammenset-
zung des Spruchkörpers) hingegen die Ansicht des Berufungsklägers (Verfügung
vom 15. Februar 2021 im Geschäft ES210004; act. 36/1). Das Kantonsgericht
Neuenburg kam zwar zum Ergebnis, dass Art. 29 Abs. 1 ZPO an den Ort anknüp-
fe, wo sich das Grundbuch befinde; es liess dann aber die eigens formulierte Fra-
ge, ob in den Fällen, in welchen ein Grundbuchkreis mehrere Gerichtsbezirke ab-
decke, auch mehrere Gerichte als sich am Ort des Grundbuchs befindlich be-
zeichnet werden könnten, ausdrücklich offen (Entscheid des Kantonsgerichtes
Neuenburg, Zivilgericht, vom 5. Oktober 2016, Dossier-Nr.: CACIV.2016.9, E. 2
und 3; act. 36/3).
5.2. Zuständig ist gemäss Art. 29 Abs. 1 ZPO für dingliche Klagen (lit. a), Klagen
gegen die Gemeinschaft der Stockwerkeigentümerinnen und Stockwerkeigentü-
mer (lit. b) sowie Klagen auf Errichtung gesetzlicher Pfandrechte (lit. c) das Ge-
richt am Ort, an dem das Grundstück im Grundbuch aufgenommen ist oder auf-
zunehmen wäre. Andere Klagen, die sich auf Rechte an Grundstücken beziehen,
können nach Art. 29 Abs. 2 ZPO alternativ auch beim Gericht am Wohnsitz oder
Sitz der beklagten Partei erhoben werden. Die Formulierung, wonach das Gericht
"am Ort, an dem das Grundstück im Grundbuch aufgenommen ist oder aufzu-
nehmen wäre" zuständig ist, fand sich bereits im Gerichtsstandsgesetz vom
24. März 2000 (Art. 19 Abs. 1 GestG), wobei Klagen auf Errichtung gesetzlicher
Pfandrechte an Grundstücken gemäss der damaligen lit. c (anders als dingliche
Klagen und Klagen gegen die Stockwerkeigentümergemeinschaft) alternativ auch
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noch beim Gericht am Wohnsitz oder Sitz der beklagten Partei erhoben werden
konnten. Schon in der früheren zürcherischen Zivilprozessordnung vom 13. Juni
1976 wurde in § 6 Abs. 1 statuiert, dass Klagen über Eigentum oder andere ding-
liche Rechte an Grundstücken dort zu erheben sind, "wo das Grundstück im
Grundbuch aufgenommen ist oder aufzunehmen wäre". Für Klagen auf Errichtung
gesetzlicher Pfandrechte an Grundstücken handelte es sich dabei um einen
Wahlgerichtsstand (§ 6 Abs. 2 ZPO ZH).
5.3. Die erwähnten Bestimmungen könnten sich (stellt man ausschliesslich auf
deren Wortlaut ab) tatsächlich auf den Ort beziehen, wo sich das Grundbuch be-
findet bzw. das zuständige Grundbuchamt seinen Sitz hat. Klarer als aus dem
deutschen und dem diesem entsprechenden italienischen Wortlaut ging dies al-
lerdings aus der französischsprachigen Bestimmung von Art. 19 Abs. 1 GestG
hervor, welche für die dort aufgeführten Klagen das Gericht "du lieu où est situé le
registre foncier dans lequel un immeuble est immatriculé ou devrait l’être" für ört-
lich zuständig erklärt hatte. Im Rahmen der Schaffung der eidgenössischen ZPO
wurde der französischsprachige Wortlaut des GestG aber an den deutsch- und
italienischsprachigen Text angepasst. Aus diesem Grund ist in der französisch-
sprachigen Fassung von Art. 29 Abs. 1 ZPO nunmehr ebenfalls vom zuständigen
Gericht am Ort bzw. "lieu où un immeuble est ou devrait être immatriculé au re-
gistre foncier" die Rede. Ob diese Anpassung an der Zuständigkeitsordnung aber
etwas ändern sollte, geht aus den Materialien mangels dazu gemachten Äusse-
rungen nicht hervor (siehe Botschaft zur Schweizerischen Zivilprozessordnung
[ZPO] vom 28. Juni 2006, FF 2006 6841, S. 6882 [französische Fassung], sowie
Amtliches Bulletin 2007 S. 506 [Ständerat] bzw. N 645 [Nationalrat]). Damit könn-
te es sich hierbei auch bloss um eine redaktionelle Angleichung des französisch-
sprachigen Wortlautes an denjenigen der deutsch- und italienischsprachigen Fas-
sungen (ohne inhaltlich neue Aussage) handeln.
5.4. Die Kammer hatte bereits die Möglichkeit, den damaligen § 6 Abs. 1 ZPO
ZH (in welchem ebenfalls an den Ort angeknüpft wurde, wo das Grundstück im
Grundbuch aufgenommen ist oder aufzunehmen wäre) auszulegen. Sie führte
dazu in einem Urteil vom 4. Februar 1988 Folgendes aus: "Gemäss § 6 Abs. 1
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ZPO sind Klagen über Eigentum oder andere dingliche Rechte an Grundstücken
dort zu erheben, wo das Grundstück im Grundbuch aufgenommen ist oder aufzu-
nehmen wäre. Weil die Anlage des Grundbuchs nach politischen Gemeinden er-
folgt, wobei das Obergericht für einzelne Gemeinden andere Vorschriften erlas-
sen kann (§ 217 EGZGB), sind somit jene richterlichen Behörden anzurufen, die
für die politische Gemeinde, in welcher das Grundstück ganz oder mehrheitlich
liegt (...), örtlich zuständig sind (Friedensrichteramt und Bezirksgericht), und nicht
– wie die Vorinstanz und die Beklagten dafürhalten – jenes Gericht, das für sa-
chenrechtliche Streitigkeiten am Sitz der Grundbuchkanzlei (...) zuständig wäre.
Damit wird der Grundsatz des Schweizerischen Zivilprozessrechtes, dass das Ge-
richt am Ort der gelegenen Sache zur Behandlung von Klagen über Eigentum und
dingliche Rechte zuständig ist (...), auch in jenen seltenen Fällen nicht durchbro-
chen, in denen ein Grundbuchkreis nicht in einem einzigen Bezirk liegt, d.h. der
Sitz der Kanzlei des Grundbuchamtes sich in einem andern Bezirk befindet als
das strittige Grundstück." (SJZ 85/1989 S. 28).
5.5. Die Kammer knüpfte in diesem bereits etwas älteren Urteil (wörtlich genom-
men) nicht an den Ort an, "wo" das Grundstück ins Grundbuch aufgenommen
wurde, sondern an den Ort, "für welchen" ein Grundbuch angelegt wurde bzw. "für
welchen" ein solches geführt wird. Da die Anlage des Grundbuchs im Kanton Zü-
rich gestützt auf § 217 EG ZGB (vorbehältlich abweichender obergerichtlicher
Regelung) nach politischen Gemeinden erfolgt, führt diese Auslegung (wie dies
von der Kammer damals offensichtlich beabsichtigt wurde; E. 5.4.) zum selben
Ergebnis, wie wenn direkt auf den Ort der gelegenen Sache abgestellt würde. Das
gilt auch dort, wo für eine politische Gemeinde (wie z.B. in der Stadt Zürich) meh-
rere Grundbücher geführt werden, da hier nur innerhalb eines Gemeindegebietes
eine Auf- bzw. Untergliederung in mehrere Grundbuchanlagen vorgenommen
wurde.
5.6. Die Frage, ob der Gesetzgeber bei der Schaffung der erwähnten Bestim-
mungen (Art. 19 GestG und Art. 29 ZPO) effektiv an den Ort des Grundbuchs o-
der nicht doch an den Ort, für welchen ein Grundbuch angelegt wurde, anknüpfen
wollte, kann aufgrund der nachfolgenden Erwägungen letztlich aber offen gelas-
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sen werden, wenngleich eine reine Wortlautauslegung wohl für das Erstere sprä-
che.
5.7. Nachfolgend soll dargelegt werden, dass der Gesetzgeber in allen Fällen an
den Ort der gelegenen Sache anknüpfen wollte. In der Botschaft zum Bundesge-
setz über den Gerichtsstand in Zivilsachen (Gerichtsstandsgesetz, GestG) vom
18. November 1998 führte der Bundesrat zu Art. 20 seines Entwurfs (Art. 19
GestG in der definitiven Fassung) bezüglich der hier interessierenden Frage Fol-
gendes aus: "Diese Bestimmung legt die örtliche Zuständigkeit für Klagen fest, die
sich – im Sinne einer allgemeinen Formel gesprochen (vgl. Abs. 1 Bst. c) – auf ein
Grundstück beziehen. Der Entwurf übernimmt materiell die Vorschläge der Exper-
tenkommission, deren Kerngedanke es war, die betreffenden Klagen – ob dinglich
oder nicht – immer (auch) am Ort der gelegenen Sache (forum rei sitae) zuzulas-
sen. Absatz 1 Buchstabe a legt den Gerichtsstand für die dinglichen Klagen – das
sind die Klagen über dingliche Rechte oder über den Besitz an Grundstücken –
an den Ort der gelegenen Sache, wie das heute in sämtlichen kantonalen Pro-
zessordnungen geregelt ist. Auch im interkantonalen Recht ist dieses forum seit
langem fest etabliert. Für die Bestimmung des Ortes ist massgebend, wo das
Grundstück im Grundbuch aufgenommen ist oder aufzunehmen wäre (...)." (BBl
1999 III 2829, S. 2855 f.; Unterstreichungen hinzugefügt). In der französisch- und
italienischsprachigen Fassung der Botschaft finden sich dieselben Ausführungen.
Nur der letzte, den Gesetzeswortlaut betreffende Satz des vorstehenden Zitats
lautet in der französischen Fassung abweichend davon: "Le lieu déterminant est
celui où se trouve le registre foncier dans lequel l'immeuble est ou devrait être
immatriculé (...)." (FF 1999 III 2591, S. 2617 [französische Fassung]; FF 1999 III
2427, S. 2453 f. [italienische Fassung]). Entsprechend wies auch der bundesrätli-
che Entwurfstext von Art. 20 GestG in der französischen Fassung gegenüber der
deutschen und italienischen diese (oben in E. III. 5.1. bereits erläuterte) Differenz
auf (BBl 1999 III 2878, S. 2882 [deutsche Fassung]; FF 1999 III 2640, S. 2644
[französische Fassung]; FF 1999 III 2476, S. 2480 [italienische Fassung]). Von
National- und Ständerat wurden die bundesrätlichen Entwurfsfassungen sodann
unverändert übernommen (vgl. diese mit dem definitiven Art. 19 GestG in den drei
verschiedenen Sprachversionen). Parlamentarische Voten zu dieser Bestimmung
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gab es dabei bei den Beratungen keine (siehe Amtliches Bulletin 1999 N 1029 ff.,
insb. N 1032 [Nationalrat] bzw. 1999 S. 891 ff., insb. S. 893 [Ständerat]).
In der Botschaft zur Schweizerischen Zivilprozessordnung (ZPO) vom 28. Juni
2006 führte der Bundesrat zu Art. 28 seines Entwurfs (Art. 29 ZPO in der definiti-
ven Fassung) unter anderem aus, dass dieser weitgehend Art. 19 GestG entspre-
che. Dingliche Klagen sowie Klagen gegen die Stockwerkeigentümergemein-
schaft würden wie bisher an den Ort der gelegenen Sache gehören. Für Klagen
auf Errichtung gesetzlicher Pfandrechte fände das bisherige alternative Forum al-
lerdings keine Anwendung, denn hier bestände eine besondere Notwendigkeit ei-
nes zentralen Gerichtsstands am Ort der Sache. Wenn beispielsweise mehrere
Bauhandwerkerpfandrechte im Zusammenhang mit dem gleichen Bauprojekt von
verschiedenen Bauhandwerkern geltend gemacht würden, dürften die Verfahren
aus Gründen der Sachnähe, der Verfahrensökonomie sowie zur Vermeidung wi-
dersprüchlicher Entscheide örtlich nicht auseinander fallen (BBl 2006 7221,
S. 7266; ebenso die französische [FF 2006 6841, S. 6882] und italienische Fas-
sung [FF 2006 6593, S. 6636]).
Der bundesrätliche Entwurfstext von Art. 28 (nunmehr Art. 29 ZPO) wurde vom
Parlament mit zwei kleinen, von der Redaktionskommission vor den Schlussab-
stimmungen noch vorgenommenen redaktionellen Anpassungen übernommen.
Während in Art. 28 Abs. 1 des bundesrätlichen Entwurfs (BBl 2006 7413, S. 7419)
noch die Formulierung "Das Gericht am Ort, an dem das Grundstück im Grund-
buch aufgenommen ist oder aufzunehmen wäre, ist zuständig für: (...)" verwendet
wurde, fand folgender Wortlaut Eingang in die definitive Fassung von Art. 29
Abs. 1 ZPO: "Für die folgenden Klagen ist das Gericht am Ort, an dem das
Grundstück im Grundbuch aufgenommen ist oder aufzunehmen wäre, zuständig:
(...)". Von ihrer Aussage her sind diese beiden Formulierungen also deckungs-
gleich. Eine weitere kleine redaktionelle Anpassung betrifft sodann Abs. 2 von
Art. 29 ZPO (Ersetzung des Wortes "angehoben" durch "erhoben"; siehe zum
Ganzen die unter <https://www.parlament.ch/de/ratsbetrieb/suche-curia-
vista/geschaeft?AffairId=20060062> abrufbaren Ratsunterlagen ["Fahnen" und
"Weitere Unterlagen"]). Auch in der französisch- und italienischsprachigen Fas-
https://www.parlament.ch/de/ratsbetrieb/suche-curia-vista/geschaeft?AffairId=20060062 https://www.parlament.ch/de/ratsbetrieb/suche-curia-vista/geschaeft?AffairId=20060062
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sung wurden ausschliesslich kleine redaktionelle Anpassungen ohne Änderung
der inhaltlichen Aussage vorgenommen (vgl. die bundesrätlichen Entwürfe [FF
2006 7019, S. 7025, französische Fassung; FF 2006 6785, S. 6791, italienische
Fassung] mit dem definitiven Art. 29 ZPO). Parlamentarische Voten zu dieser Be-
stimmung gab es im Rahmen der Beratungen keine (siehe Amtliches Bulletin
2007 S. 499 ff., insb. S. 506 [Ständerat] bzw. 2008 N 632 ff., insb. N 645 [Natio-
nalrat]).
5.8. Aus den zwei erwähnten Botschaften des Bundesrats (zum GestG und zur
ZPO) ergibt sich damit (entgegen der Ansicht des Berufungsklägers) eindeutig
und zweifelsfrei, dass Kerngedanke bzw. Sinn und Zweck von Art. 29 ZPO (und
auch bereits von Art. 19 GestG) die ausschliessliche (Abs. 1) bzw. alternative
(Abs. 2) Zurverfügungstellung eines Gerichtsstands am Ort der gelegenen Sache
gewesen war. Dieser bundesrätlichen Zweckumschreibung wurde in den parla-
mentarischen Beratungen von keiner Seite her widersprochen. Die entsprechen-
den Bestimmungen der beiden Entwürfe wurden stattdessen ohne gegenteilige
Voten (mit kleinen, bloss redaktionellen Anpassungen bei Art. 29 ZPO) übernom-
men. Der erwähnte Sinn und Zweck der vorliegenden Bestimmungen kommt bzw.
kam zwar bloss in Art. 29 Abs. 3 ZPO und Art. 19 Abs. 2 GestG wörtlich zum
Ausdruck, indem an diesen Stellen im Sinne eines Unteranwendungsfalls des
Orts der gelegenen Sache ausdrücklich auf den Ort des flächenmässig grössten
und in Art. 29 Abs. 3 ZPO zudem grössten Teils des Grundstücks abgestellt wur-
de bzw. wird (siehe dazu auch oben E. III. 4. und 5.1.). Dies ändert aber nichts
daran, dass dieser Zweck auch der Auslegung der übrigen Absätze zugrunde zu
legen ist. Keine Rolle spielt es deshalb, ob der Gesetzgeber (wie es scheint) tat-
sächlich an den Ort des Grundbuchs anknüpfen wollte (und dabei übersehen hat-
te, dass auch Fälle auftreten können, bei denen sich dieser Ort in einem anderen
Gerichtsbezirk befindet als das betreffende Grundstück selbst, mithin also der be-
absichtigte Zweck der fraglichen Gesetzesbestimmungen mit der gewählten For-
mulierung nicht in jedem Fall erreicht werden kann) oder ob er die vorliegenden
Bestimmungen nicht doch eher wie die Kammer im oben zitierten Urteil betreffend
§ 6 Abs. 1 ZPO ZH verstanden hatte. Im einen wie im anderen Fall verbietet es
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der klare gesetzgeberische Wille, im Ergebnis vom Ort der gelegenen Sache ab-
zuweichen.
Im ersteren Fall wird dieses Ergebnis mittels teleologischer Reduktion (das heisst
durch Einschränkung des Wortsinns) erreicht, indem in den Konstellationen, bei
welchen sich das Grundbuchamt in einem anderen Gerichtsbezirk als das Grund-
stück selbst befindet, eben gerade nicht an den Ort der Grundbucheintragung,
sondern an den der gelegenen Sache anzuknüpfen ist. Im letzteren Fall, wo an
den politischen Ort angeknüpft wird, für den ein Grundbuch angelegt wurde, ge-
langt man hingegen bereits durch diese Anknüpfung zum selben Ergebnis, wie
wenn direkt auf den Ort der gelegenen Sache abgestellt würde (siehe dazu oben
E. III. 5.5.).
6. Da sich das Grundstück des Berufungsklägers im Bezirk J._ befindet,
war die Vorinstanz nach vorstehend Ausgeführtem trotz Sitz des zuständigen
Grundbuchamts im Bezirk Zürich zur Beurteilung der vorliegenden Klage betref-
fend vorläufige Eintragung eines Bauhandwerkerpfandrechts örtlich zuständig.
Damit ist die Berufung des Berufungsklägers, mit welcher ausschliesslich die örtli-
che Zuständigkeit der Vorinstanz bestritten wurde, abzuweisen und das vo-
rinstanzliche Urteil zu bestätigen.
IV. Kosten- und Entschädigungsfolgen
Ausgangsgemäss wird der Berufungskläger für das zweitinstanzliche Verfahren
kostenpflichtig (Art. 106 Abs. 1 ZPO). Die ihm aufzuerlegende Entscheidgebühr
ist in Anwendung von § 12 Abs. 1 und 2 i.V.m. § 4 Abs. 1 und § 8 Abs. 1 GebV
OG (ausgehend von einem Streitwert von Fr. 94'664.60) auf Fr. 4'300.– festzuset-
zen und mit dem von ihm geleisteten Kostenvorschuss zu verrechnen. Parteient-
schädigungen sind für das Berufungsverfahren keine zuzusprechen: dem Beru-
fungskläger nicht, weil er unterliegt (Art. 106 Abs. 1 ZPO), und der Berufungsbe-
klagten nicht, weil ihr keine entschädigungspflichtigen Aufwendungen entstanden
sind (Art. 95 Abs. 3 ZPO).
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