# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 88e6f056-bdd9-40ad-9201-20306670df00
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2017
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
1.1
Der 1968 geborene X._ war vom 30. Januar 1995 bis zur Kündigung durch den Arbeitgeber per 30. September 2006 als Einkäufer/Beschaffer bei der Y._ angestellt.
Am
2
6.
August 2004 erlitt er als Lenker eines Personenwagens einen Heck
auffahr
unfall und war in der Folge in unterschiedlichem Ausmass arbeits
unfähig.
Mit Verfügung vom 1
9.
Februar 2007
stellte die Suva
die Versiche
rungsleistungen mangels Adäquanz per 3
1.
März 2007 ein und wies die Ein
sprache des Versicherten ab
, was vom Sozialversicherungsgericht mit
Urteil UV.2008.0023 vom 3
1. Dezember 2009 bestätigt wurde
.
Bereits am
1
5.
Dezember 2005
hatte
sich der Versicherte
aufgrund eines
zerviko
zephalen Schmerzsyndroms nach HWS-Distorsion
zum Bezug von Leis
tungen der Invalidenversicherung in Form beruflicher Massnahmen oder einer Rente bei der Invalidenversicherung angemeldet. Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, klärte die medizinischen und erwerblichen Ver
hältnisse ab und veranlasste die Erstellung eines
MEDAS-
Gutachtens beim Z._,welches am
2
6.
Januar 2009
erstattet wurde.
Am
25. Januar 2011
verfügte die IV-Stelle, der Versicherte habe kei
nen Anspruch auf Arbeitsvermittlung, da keine gesundheitsbedingte Einschränkung bei der Stellensuche bestehe. Dagegen liess X._ am 23. Februar 2011 Beschwerde erheben und beantragen, es seien ihm die gesetzlichen Leistungen der Invali
denversicherung, insbesondere berufliche Massnahmen, zuzusprechen. Die beim Verwaltungsgericht des Kantons Bern erhobene Beschwerde wurde an das Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich überwiesen, welches die Sache im Verfahren IV.2011.00227 anhand nahm.
Am
26. April 2011
verfügte die IV-Stelle, der Versicherte habe vom 1.
Juli bis zum 30. September 2006 Anspruch auf eine halbe Rente und vom 1.
Oktober 2006 bis zum 3
1.
August 2008 Anspruch auf eine befristete ganze Rente.
Seit dem 1. September 2008 sei er in einer leidensangepassten Tätigkeit vollum
fänglich arbeitsfähig. Bei einem rentenausschliessenden Inva
liditätsgrad von 13 % resultiere kein weiterer Anspruch auf eine Rente der In
validenversiche
rung. Weiter wurde verfügt, im Rahmen der Rentennachzahlung werde der Helsana Versicherungen AG als Krankentaggeldversicherer ein Betrag von Fr. 30'415.80 unter dem Titel der Verrechnung
aus
bezahlt.
Auch gegen diesen Entscheid liess der Versicherte Beschwerde erheben
(Verfah
ren IV.2011.00536)
und beantragen, es seien ihm die gesetzlichen Leistungen der Invalidenversicherung zuzusprechen. Darüber hinaus sei das Verfahren mit dem Verfahren IV.2011.00227 bezüglich der beruflichen Massnahmen zu verei
nigen. Weiter sei die Beschwerdegegnerin zu verpflichten, ihm den Betrag von Fr. 30'415.80 samt Zins seit der unzulässigen Drittauszahlung zu bezahlen.
Mit Urteil IV.2011.00227 vom 30. November 2012 vereinigte das Sozial
versiche
rungsgericht des Kantons Zürich die Verfahren IV.2011.00227 und IV.2011.00536 und führte das Verfahren unter der Nr. IV.2011.00227 wei
ter. Das Verfahren IV.2011.00536 wurde als dadurch erledigt abgeschrieben. In der Sache wurde unter vorheriger Androhung einer reformatio in peius ent
schieden, dass in teilweiser Gutheissung der Beschwerde vom 29. April 2004 (recte: 2011) die Verfügung der IV-Stelle aufgehoben und festgestellt werde, dass der Versicherte vom 1. Dezember 2005 bis 29. Februar 2006 Anspruch auf eine Dreiviertelsrente, anschliessend bis 31. Juli 2006 Anspruch auf eine ganze Rente und vom 1. August 2006 bis 30. Juni 2007 wiederum Anspruch auf eine Dreiviertelsrente habe. Hinsichtlich eines allfälligen Rentenanspruchs ab 2010 wurde die Sache zur Abklärung und neuen Verfügung im Sinne von Erwägung 9.4 an die Beschwerdegegnerin zurückgewiesen. Weiter wurde festgestellt, dass die Drittauszahlung an die beigeladene Helsana Versicherungen AG zu Unrecht erfolgt sei. Die Beschwerde vom 23. Februar 2011 betreffend berufliche Mass
nahmen wurde in dem Sinne gutgeheissen, dass die Verfügung der IV-Stelle vom 25. Januar 2011 aufgehoben und die Sache im Sinne von Erwägung 9.5 zurückgewiesen wurde. Dieses Urteil erwuchs unangefochten in Rechtskraft (vgl. Sachverhalt und Erwägungen im Urteil IV.2011.00227 vom 30. November 2012).
1.2
In Nachachtung dieses Entscheids holte die IV-Stelle die Akten der Suva sowie weitere Berichte behandelnder Ärzte ein (Urk. 7/132, 7/136/1-601, 7/137, 7/141, 7/142, 7/144-145). Zudem gab sie ein polydisziplinäres Gutachten in Auftrag, welches über die SuisseMED@p unter der Auftrags-Nr. A._ der MEDAS B._ zugeteilt (Urk. 7/158-159) und am 27. Dezember 2013 erstellt wurde (Urk. 7/164). Mit Vorbescheid vom 15. Januar 2014 teilte die IV-Stelle dem Versicherten mit, dass mangels invalidisierenden Gesundheitsschadens das Leistungsbegehren abgewiesen werde. Auf aktive Arbeitsvermittlung bestehe nur Anspruch, wenn eine gesundheitliche Einschränkung bei der Stellensuche bestehe, was nicht gegeben sei (Urk. 7/167).
Mit dem Einwand vom 4. März 2014 liess der Versicherte eine Stellungnahme seines behandelnden Psychiaters Dr. med. C._ vom 1. März 2014 (Urk. 7/186) einreichen und unter anderem geltend machen, dass die wichtigs
ten medizinischen Akten aus dem hier relevanten Zeitraum von Ende 2009 bis 2013 in der Aktenanalyse des MEDAS-Gutachtens fehlten (Urk. 7/187/2 f.). Die IV-Stelle holte hierauf bei der MEDAS B._ eine ergänzende Stellungnahme vom 1. Mai 2014 (Urk. 7/189) ein. Darauf reagierte der Versicherte mit einer weiteren Eingabe mit neuerlicher Stellungnahme von Dr. C._ vom 15. April 2014 (Urk. 7/191-192). Auf die folgende Erläuterung der MEDAS B._ vom 30. September 2014 (Urk. 7/208) ging eine solche des Versicherten vom 3. November 2014 mit Stellungnahme von Dr. C._ vom 31. Oktober 2014 ein (Urk. 7/212 und 7/214). Auch hierzu holte die IV-Stelle eine Erklärung der MEDAS B._ ein (Urk. 7/218), welche diejenige des Versicherten vom 27. April 2015 (mit beigelegtem Schreiben von Dr. C._ vom 17. April 2015, Urk. 7/220) nach sich zog (Urk. 7/221). Mit Eingabe vom 23. Juni 2015 liess der Versicherte sodann den zwischenzeitlich unter BGE 141 V 281 publi
zierten Leitentscheid zur neuen Rechtsprechung betreffend anhaltende somato
forme Schmerzstörungen und damit vergleichbare psychosomatische Leiden einreichen und neuerlich geltend machen, dass dem Gutachten der MEDAS B._ jeglicher Beweiswert abzusprechen sei (Urk. 7/222 und 7/223).
Mit Verfügung vom 18. November 2015 verneinte die IV-Stelle einen Leistungs
anspruch des Versicherten, sei doch gestützt auf das Gutachten der MEDAS B._ von einen unveränderten Gesundheitszustand und einer 100%igen Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit auszugehen (Urk. 2).
2.
Dagegen liess X._ am 17. Dezember 2015 Beschwerde erheben mit folgen
den Anträgen (Urk. 1 S. 2):
„l.
Die Verfügung vom 18. November 2015 sei aufzuheben, und dem
Versicherten/Beschwerdeführer seien die gesetzlichen Leistungen der
Invalidenversicherung, insbesondere eine Rente und berufliche
Massnahmen im Sinne einer „Wiedereingliederung aus Rente",
zuzusprechen und auszurichten.
2.
Eventuell (falls Antrag l nicht schon aufgrund der Akten gutgeheissen
werden kann) sei ein Gerichtsgutachten anzuordnen und durchzuführen,
zur Überprüfung der formalen und inhaltlichen Qualität des MEDAS-
Gutachtens der MEDAS B._ vom 27.12.2013, und/oder der
Beschwerde-
führer sei im Rahmen des Gerichtsgutachtens neu zu begutachten.
Der psychiatrische Teil des Gerichtsgutachtens sei durch einen auf
Psycho
trauma
tologie spezialisierten Experten durchzuführen.
3.
Unter Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten der Beschwerde
gegnerin.“
Die Beschwerdegegnerin schloss in der Vernehmlassung vom 28. Januar 2016 auf Abweisung der Beschwerde (Urk. 6).
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, soweit für die Entscheidfindung erforderlich, nachfolgend eingegangen.

## Considerations

Das Gericht zieht in Erwägung:
1.
1.1
Im Urteil IV.2011.00227 vom 30. November 2012 wurden
die rechtlichen Grundla
gen der Erwerbsunfähigkeit (
Art.
7
Abs.
1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG
), der Invalidität (
Art.
8
Abs.
1 ATSG;
Art.
4
Abs.
1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung, IVG
),
des Anspruchs für Berufsberatung (Art. 15 IVG), desjenigen für Umschu
lung gemäss Art. 17 IVG,
des Rentenanspruchs (
Art.
28
Abs.
2 IVG)
und der Bemessung des Invaliditätsgrades bei Erwerbstätigen nach der Einkommensver
gleichsmethode (Art. 16 ATSG und Art. 28a Abs. 1 IVG) bereits
dargelegt. Glei
ches gilt betreffend
die Rechtsprechung zur Aufgabe des Arztes oder der Ärztin im Rahmen der Invaliditätsbeurteilung (BGE 125 V 261 E. 4 mit Hinweisen) und derjenigen zum Beweiswert eines medizinischen Gutachtens (BGE 134 V 231
E 5.1; 125 V 351 E. 3a). Darauf wird verwiesen.
1.2
Zu ergänzen ist, dass eine
rückwirkend ergangene Verfügung über eine befris
tete oder im Sinne einer Reduktion ab
gestufte Invalidenrente
einerseits die Zusprechung der Leistung und andererseits deren Aufhebung oder Herabsetzung
umfasst
.
Letztere setzt voraus, dass Revisionsgründe (BGE 133 V 263 E. 6.1 mit Hinwei
sen) vorliegen, wobei der Zeitpunkt der Aufhebung oder Herabsetzung nach Massgabe des analog anwendbaren (AHI 1998 S. 121 E. 1b mit Hinweisen)
Art.
88a
der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV)
festzusetzen ist (vgl. BGE 121 V 264 E. 6b/dd mit Hinweis). Ob eine für den Rentenanspruch erhebliche Änderung des Invaliditätsgrades eingetreten und damit der für die Befristung oder Abstufung erforderliche Revisionsgrund gegeben ist, beurteilt sich durch Vergleich des Sachverhalts im Zeitpunkt der Rentenzusprechung oder des Rentenbeginns mit demjenigen zur Zeit der Aufhebung beziehungs
weise Herabsetzung der Rente (BGE 125 V 413 E. 2d am Ende, 369 E. 2, 113 V 273 E. 1a, 109 V 262 E. 4a, je mit Hinweisen; vgl. BGE 130 V 343 E. 3.5).
Steht nach der Aufhebung einer befristeten Rente ein neuerlicher Rentenan
spruch im Rahmen derselben Leistungsprüfung zur Diskussion, so hat die
Ver
waltung
in Analogie zum Neuanmeldeverfahren
materiell abzuklären u
nd sich zu vergewissern, ob die
Veränderung des Invaliditätsgrades auch tatsächlich eingetreten ist; sie hat demnach
wiederum
in analoger Weise wie bei einem Revisionsfall nach
Art.
17
Abs.
1 ATSG vorzugehen (BGE 117 V 198 E. 3a, vgl. auch BGE 133 V 108 E. 5.2). Im Beschwerdefall obliegt die gleiche materielle Prüfungspflicht auch dem Gericht (BGE 117 V 198 E. 3a, 109 V 108 E. 2b).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin verneinte einen Leistungsanspruch des Beschwerdefüh
rers im angefochtenen Entscheid mit der Begründung, dass gemäss dem Urteil des Sozialversicherungsgerichts vom 30. November 2012 zu prüfen gewesen sei, ob ab 2010 eine Verschlechterung des Gesundheitszustandes eingetreten sei. Die neuen medizinischen Abklärungen hätten ergeben, dass beim Beschwerdeführer zwar gesundheitliche Einschränkungen vorlägen, dass diese aber die Arbeitsfä
higkeit nicht beziehungsweise nicht langdauernd einschränken würden. Was das von ihr eingeholte Gutachten der MEDAS B._ anbelange, treffe es zwar zu, dass derselben bei der Aktenanalyse gewisse Berichte von 2009 bis 2013 nicht vorgelegen hätten, doch seien diese Berichte bei der fachspezifischen Akten
-diskussion einbezogen worden, weshalb vollumfänglich auf das Gutachten abge
stellt werden könne. Entsprechend sei von einem unveränderten Gesund
heits
zustand und einer 100%igen Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit auszugehen. Aufgrund dessen bestehe weiterhin kein Anspruch auf eine Rente und auch kein solcher auf berufliche Eingliederungsmassnahmen (Urk. 2).
2.2
Der Beschwerdeführer lässt dagegen auf das Wesentliche zusammengefasst vor
bringen, das Gutachten der MEDAS B._ leide an gravierenden Qualitätsmän
geln. So fehlten die wesentlichen medizinischen Akten aus dem zu begutach
tenden Zeitraum oder aber die Gutachter hätten diese nicht beachtet. Das fach
psychiatrische Gutachten erfülle zudem die Vorgaben der Qualitätsleitlinien für psychiatrische Gutachten in der Eidgenössischen Invalidenversicherung nicht. Auch sei die angefochtene Verfügung vom 18. November 2015 mehrfach fehlerhaft und in sich widersprüchlich. Sie genüge bereits den Anforderungen an die Begründung einer Verfügung nicht (Urk. 1 S. 3 ff.).
3.
3.1
Vorweg zu behandeln sind die vom Beschwerdeführer geltend gemachten Verfah
rensmängel, führt doch die Verletzung insbesondere des rechtlichen Gehörs, zu welchen auch eine Verletzung der Begründungspflicht gehört (BGE 126 I 102 E 2b mit Hinweisen), ungeachtet der Erfolgsaussichten der Beschwerde in der Sache selbst zur Aufhebung der angefochtenen Verfügung. Es kommt mit anderen Worten nicht darauf an, ob die Anhörung im konkreten Fall für den Ausgang der materiellen Streitentscheidung von Bedeutung ist, das heisst die Behörde zu einer Änderung ihres Entscheides veranlasst wird oder nicht (BGE 132 V 387 E. 5.1; 127 V 431 E. 3d/aa).
3.2
Verfügungen der Versicherungsträger müssen, wenn sie den Begehren der Par
teien nicht voll entsprechen, eine Begründung enthalten, das heisst eine Dar
stellung des vom Versicherungsträger als relevant erachteten Sachverhaltes und der rechtlichen Erwägungen (Art. 49 Abs. 3 Satz 2 ATSG).
Gemäss Art. 52 Abs. 2 Satz 2 ATSG werden Einspracheentscheide begründet. Die Begründung eines Entscheides muss so abgefasst sein, dass die betroffene Person ihn gegebenenfalls anfechten kann. Dies ist nur dann möglich, wenn sowohl sie als auch die Rechtsmittelinstanz sich über die Tragweite des Ent
scheids ein Bild machen können. In diesem Sinne müssen wenigstens kurz die Überlegungen genannt werden, von denen sich der Versicherungsträger leiten liess und auf welche sich der Entscheid stützt. Dies bedeutet indessen nicht, dass sich die Verwaltung ausdrücklich mit jeder tatbeständlichen Behauptung und jedem rechtlichen Ein
wand auseinandersetzen muss; vielmehr kann sie sich auf die für den Entscheid wesentlichen Gesichtspunkte beschränken (BGE 126 V 75 E. 5b/dd mit Hinweis, 118 V 56 E. 5b).
3.3
Im Lichte der oben zitierten Rechtsprechung erweist sich der angefochtene Ent
scheid als durchaus nachvollziehbar und genügend begründete Verfügung. Die Beschwerdegegnerin setzte sich darin mit mehreren der überaus zahlreichen Vorbringen des Beschwerdeführers im Verwaltungsverfahren explizit auseinan
der, so auch mit dem Hauptvorwurf betreffend unvollständige Aktenkenntnis der MEDAS B._. Auch legte die Beschwerdegegnerin ihre rechtlichen Über
legungen zur Abweisung eines Leistungsanspruchs dar, indem sie auf einen unveränderten Gesundheitszustand bei anhaltender 100%iger Arbeitsfähigkeit schloss und damit eine revisionsrechtlich relevante Veränderung ausschloss. Damit aber kam sie ihrer Begründungspflicht in genügender Weise nach, muss sie sich doch nicht ausdrücklich mit jeder tatbeständlichen Behauptung und jedem rechtlichen Einwand auseinandersetzen.
Was die übrigen, „formellen“ Einwände anbelangt (vgl. Urk. 1 S. 14), so betref
fen diese von ihrem materiellen Gehalt her allesamt die Beweiswürdigung der Beschwerdegegnerin und sind entsprechend – sofern für die Entscheidfindung von Belang – nachfolgend zu prüfen.
4.
4.1
Materiell in erster Linie im Streite steht, ob der Beschwerdeführer Anspruch auf eine Invalidenrente hat, stellt er sich doch auf den Standpunkt, zur Zeit nicht arbeitsfähig und damit nicht beruflich eingliederungsfähig zu sein, weshalb er eine „Wiedereingliederung aus Rente“ beantrage (Urk. 1 S. 48).
Gemäss Dispositiv des unangefochten in Rechtskraft erwachsenen Entscheids IV.2011.00227 vom 30. November 2012 wurde die Sache zur ergänzenden Abklärung eines allfälligen Rentenanspruchs ab 2010 im Sinne von Erwägung 9.4 des Urteils an die Beschwerdegegnerin zurückgewiesen. Gemäss Erwägung 9.4, welche durch den Verweis im Dispositiv an der Rechtskraft des Entscheids teilnimmt (Mosimann, in: Kommentar zum Gesetz über das Sozialversiche
rungsgericht des Kantons Zürich, 2. Auflage, 2009, Rz 13 zu § 27), zeigte sich aufgrund der vom Beschwerdeführer im gerichtlichen Verfahren neu aufgeleg
ten Arztberichte, dass möglicherweise im Verlauf des Jahres 2010 erneut eine Verschlechterung des Gesundheitszustandes eingetreten ist, welche jedoch auf
grund der damaligen Aktenlage als nicht abschliessend beurteilbar erachtet wurde.
In zeitlicher Hinsicht ist dementsprechend mit dem zitierten Urteil über den Ren
tenanspruch bis Ende 2009 rechtskräftig entschieden; zu prüfen ist im Fol
genden, ob sich der Gesundheitszustand des Beschwerdeführers seither, mithin ab 2010 in anspruchsbegründender Weise verschlechtert hat, wobei zeitliche Vergleichsbasis für die Beurteilung einer anspruchserheblichen Änderung des Invaliditätsgrades das unangefochten in Rechtskraft erwachsene Urteil IV.2011.00227 vom 30. November 2012 bildet (vgl.
BGE 134 V 131 E. 3 und 133 V 108 E. 5.4 mit Hinweis)
.
4.2
4.2.1
In medizinischer Hinsicht stützte sich das Gericht bei der Einstellung der befriste
ten Invalidenrente per 30. Juni 2007 und die Beurteilung des Gesund
heitszustandes des Beschwerdeführers bis Ende 2009 im Wesentlichen auf das polydisziplinäre (internistisch/rheumatologisch/ neuropsychologisch und psychiatrisch) Gutachten des Z._ vom 26. Januar 2009 (Urk. 7/45). In diesem wurden folgende Diagnosen gestellt, wobei denselben kein Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit beigemessen wurde (Urk. 7/45 S. 51):
1.
Chronisches zervikozephales und zervikobrachiales Schmerzsyndrom
rechts mit/bei:
-
Fehlhaltung und Fehlstatik
-
myostatischer Insuffizienz
-
kleiner, flachbogiger mediolateral linksseitiger Diskushernie HWK5/6 (MRI vom Dezember 2004) aktuell ohne radikuläre Symptomatik
-
ohne Hinweise für unfallbedingte Pathologien insbesondere im Bereich des kraniozervikalen Übergangs
2.
Chronisches, aktuell nur diskret ausgeprägtes lumbospondylogenes
Schmerzsyndrom mit/bei:
-
Fehlhaltung und Fehlstatik
-
myostatischer Insuffizienz
-
diskret progredienter Anterolisthesis LWK5/SWK1 Meyerding Grad II
-
Chondrose und Spondylarthrose LWK 4/5 und LWK5/SWK1
-
Status nach radikulärer Symptomatik bei Einengung der foraminalen Ab
gänge LWK5/SWK1 beidseits
3.
Praecoxarthrose rechts mit/bei:
-
Status nach Epiphysiolysis capitis femoris beidseits
-
Status nach Aufrichtungsosteotomie rechts
-
Status nach Epiphysennagelung links
4.
Verdacht auf Tendinosis calcarea des Ansatzes des Musculus
supraspinatus rechts
5.
Psoriasis vulgaris ohne Gelenk- und Augenbeteiligung.
In rheumatologischer Hinsicht wurde festgehalten, dass von Seiten des Bewe
gungsapparates bezogen auf die zuletzt ausgeübte Tätigkeit als S
ach
bearbeiter in einer Sanitätsinstallationsfirma keine dauerhafte Limitierung der Arbeitsfä
higkeit begründet werden könne. Der Beschwerdeführer
wurde
für alle körper
lich leichten, wechselbelastenden, primär im Sitzen auszuübenden Tätigkeiten, ohne ein mehr als gelegentliches Arbeiten über die Armhorizontale hinaus, ohne Arbeiten in Zwangshaltungen und ohne ein mehr als gelegentliches Bewältigen von Treppen und Leitern zu 100
%
arbeitsfähig
erachtet (Urk. 8/45/56).
Anlässlich der neuropsychologischen Untersuchung habe der Beschwerdeführer ein deutliches Aggravationsverhalten gezeigt (Urk. 8/45/56 f.). Aufgrund dieses Befundes kam der psychiatrische Gutachter im Nachgang zu seiner Untersu
chung zum Schluss, dass die Präsentation einer komplexen Psychopathologie mit verschiedenen Schmerzen, die aus somatischer Sicht durchwegs nicht er
klärbar seien, und die auffälligen Konzentrations- und Gedächtnisstörungen, die sich bei der neuropsychologischen Testung nicht hätten verifizieren lassen, durch eine bewusste Aggravation zu erklären seien (Urk. 8/45/50). Eine anhal
tende somatoforme Schmerzstö
rung konnte nicht diagnostiziert werden und eine Persönlichkeitsstörung, ein hirnorganischer Prozess oder ein depressives Krankheitsgeschehen wurden auf
grund des Untersuchungsgesprächs ebenfalls ausgeschlossen. Eine Psychopathologie von Krankheitswert wurde mit überwie
gender Wahrscheinlichkeit ausgeschlossen und der Beschwerdeführer wurde auch aus psychiat
rischer Sicht aktuell zu 100 % arbeitsfähig erklärt (Urk. 7/45/57).
4.2.2
Das Gericht erachtete das Gutachten des Z._ unter Würdigung der medizi
nischen Aktenlage als beweiskräftig und folgerte daraus, dass der Beschwerde
führer spätestens seit März 2007 sowohl in seiner angestammten als auch für eine sonstige behinderungsangepasste Tätigkeit eine vollumfängliche Arbeits
fähigkeit aufweise. Was den psychischen Gesundheitszustand des Beschwerde
führers anbelangte, vermochte die Einschätzung des seit 21. Mai 2008 behan
delnden Psychiaters Dr. C._, welcher von einer komplexen posttrau
matischen Belastungsstörung (PTBS) ausging (Urk. 7/56), ebenso wenig wie diejenige des RAD-Arztes Dr. D._ (Urk. 7/69) die Beweiskraft des Z._-Gut
achtens zu erschüttern (vgl. E. 7.4.2 im Urteil IV.2011.00227 vom 30. November 2012). Aufgrund der im damaligen Verfahren neu eingereichten, echtzeitlichen ärztlichen Berichte der Spitäler E._, konnte nicht ausgeschlossen werden, dass es im Verlauf des Jahres 2010 bis zum Verfü
gungserlass vom 26. April 2011 zu einer Verschlechterung des Gesundheitszu
standes gekommen war. Für eine abschliessende Beurteilung erwiesen sich die neu aufgelegten Berichte jedoch als nicht beweiskräftig, weshalb die Sache zur Abklärung einer allfälligen Verschlechterung ab 2010 zurückgewiesen wurde (vgl. insbesondere E. 7.4.4 und 9.4 im Urteil IV.2011.00227 vom 30. November 2012).
4.3
Anlass zur Rückweisung bildete dabei unter anderem ein Verlaufsbericht des Psychiatrischen Dienstes der Spitäler E._ vom 25. März 2011, in welchem bei der Diagnose einer komplexen PTBS mit ausgeprägter depressiver Komponente, kognitiven Beeinträchtigungen und Panikattacken sowie einer anhaltenden somatoformen Schmerzstörung auf eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit im freien Arbeitsmarkt geschlossen wurde.
Der Beschwerdeführer sei nach Beendigung des achtwöchigen F._ bei ihnen in ambulanter psychiatrischer Behandlung gestanden. Bei Behandlungsbeginn sei eine beacht
liche psychopathologische Symptomatik vorgelegen mit posttraumatischen, depressiven und somatoformen Anteilen. Die psychische Belastbarkeit sei äus
serst gering gewesen. Zur Steigerung der psychischen Belastbarkeit und bald
möglichster Wiedererlangung der Arbeitsfähigkeit sei der Beschwerdeführer in der Tagesklinik angemeldet worden, wo er an fünf Tagen pro Woche in ein strukturiertes Tagesprogramm eingebunden worden sei. Als Folge eines Kon
fliktes mit einem Therapeuten sei es zu einer zweimaligen psychovegetativen Dekompensation mit Vorstellung auf dem Notfall des Spitals G._ gekommen, was letztlich mit zum Austritt aus der Tagesklinik geführt habe. Der Beschwerdeführer sei überfordert mit den Aufgaben des täglichen Lebens, gerate dabei immer wieder in Krisen mit völliger Hilflosigkeit und Schmerzattacken sowie andern körperlichen Symptomen. Posttraumatische, depressive und somatoforme Komponenten sprächen für eine Behandlung in einer Spezialklinik wie zum Beispiel H._. Die praktische Realisierbarkeit sei aber bei niedri
ger Belastbarkeit, hoher Ambivalenz und hohem Kontrollbedürfnis des Beschwerdeführers fraglich (Urk. 7/144/13 ff.).
4.4
4.4.1
Im Rahmen des nach der Rückweisung unter revisionsrechtlichen Gesichtspunk
ten ab 2010 zu prüfenden Gesundheitszustandes des Beschwerdeführers holte die Beschwerdegegnerin einen Bericht des Hausarztes Dr. med. I._, Fach
arzt für allgemeine Medizin, vom 16. März 2013, welcher den Beschwerdeführer bereits 2005 und nach dessen vorübergehendem Aufenthalt im Kanton Bern ab 2010 wieder ab Juni 2012 behandelte, ein. Dr. I._ erklärte, es lägen genau die gleichen Diagnosen vor wie 2005. Der Fall sei vorwiegend psychiat
risch geworden; es liege eine Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit von zirka 1⁄2 bis 1 Stunde bei 50%iger Leistung vor (Urk. 7/137).
4.4.2
Die Beschwerdegegnerin holte des Weitern einen Bericht des J._, E._, wo der Beschwerdeführer vom 1. März bis 23. April 2010 das multimodale Schmerzprogramm absolviert und anschliessend bis 4. Dezem
ber 2012 in psychiatrischer ambulanter Behandlung gestanden hatte (vgl. auch Urk. 7/144/13 ff.), ein. Der Leiter des J._, med. prakt. K._, Facharzt FMH für Anästhesie, Int. Schmerz-Therapie SSIPM/FMH, Speziell Schmerz-Therapie DGSS, stellte in seinem Bericht vom 30. März 2013 (Urk. 7/141) gestützt auf die bis 4. April 2012 erfolgten Abklä
rungen folgende Diagnosen mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit (Urk. 7/141/2):
-
Lumbospondylogenes Syndrom L5/S1 rechts bei
-
Spondylose L5 (ICD-10 M47/86)
-
Spondylarthrose L4/L5 (ICD-10 M47/96) mit
-
Foramenstenose rechts (ICD-10 M47/26) und
-
Diskopathie mit medialer Diskushernie L3/L4 L4/L5 (ICD-10 M51.2)
-
HWS-Distorsion (ICD-10 S13.4) aufgrund Auffahrkollisionen 2004 und 2008
-
Cervicocephalgien (ICD-10 M53.0) bei
-
PTBS (ICD-10 F43.9)
-
Somatoforme Schmerzverarbeitungsstörung (ICD-10 F45.4).
Die Arbeitsfähigkeit sei in dem von ihm beurteilbaren Zeitraum von 2010 bis jetzt (Stand der Beurteilung: 4. April 2012) wohl gänzlich eingeschränkt gewe
sen, wobei insbesondere die psychischen Einschränkungen die Arbeit als Ein
käufer behindern würden. Aufgrund des PTBS und der rezidivierenden Depres
sionen liege eine maximale Einschränkung für jede Erwerbstätigkeit vor. Auf der körperlichen Ebene lägen Einschränkungen bei Arbeiten in Nässe, Kälte und Zugluft, bei Torsionsbewegungen der Wirbelsäule, Überkopfarbeiten, dem Besteigen von Leitern und Gerüsten, bei vorwiegendem Stehen, Sitzen oder Gehen, Heben und Tragen vor (Urk. 7/141/11 f.).
4.4.3
Dr. C._ stellte in seinem Bericht vom 14. Mai 2013 die psychiatrische Diagnose einer seit 2004 bestehenden komplexen PTBS (ICD-10 F43.9, ent
sprechend DSM IV DESNOS). Gemäss seinem Befund handle es sich beim Beschwerdeführer um einen sehr kooperativen, gepflegten, bewusstseinsklaren, und allseits orientierten Patienten. Das formale Denken sei in allen Qualitäten strukturiert und geordnet, inhaltlich situationsentsprechend. Anzeichen für ein psychotisches Erleben oder Denken oder eine andere schwere Ich-Störung wur
den verneint.
Seine Stimmung sei meist depressiv gefärbt, allerdings verunsichert und etwas steif, eher schüchtern, verlegen. Die Konzentration und Aufmerksamkeit seien oft reduziert, insbesondere zeige er sich im Laufe der Sitzung bei belastenden Themen wie innerlich blockiert und absorbiert, mit zum Teil stockendem Gesprächsfluss. Psychomotorisch sei er dann auch gehemmt und zunehmend verspannt, berichte über Schmerzen, vor allem im Kopf-Schulter-Nackenbereich und erhöhte Spannung sowie einen Druck in den Extremitäten bei einge
schränkter nur oberflächlicher Atembeweglichkeit. Der Beschwerdeführer berichte immer wieder neu über Belastungsreaktionen im Alltag mit Blockaden und Übererregung, extremem Schwitzen (brennend) nachts (muss mindestens 5 x Pijama wechseln, 3x die Hosen), im Stress auch tagsüber, dann prassle der Schweiss wie Regentropfen vom Gesicht herunter. Verspannungen und Durch
fall sowie Erbrechen und noch über Tage massiv unangenehmer Druck, jedoch ohne Stuhlentleerung, seien die Folge.
Diese Symptome und das Befundbild bestünden seit Jahren konsistent und seien schon in früheren Berichten, so auch im Gutachten des Z._ erwähnt worden, hätten dann aber keinen Eingang in die Diagnostik gefunden. Dank der Thera
pie seien die Symptome langsam abnehmend. Der Beschwerdeführer werde noch Jahre deutlich behindert sein, doch glaube er, Dr. C._, dass eine gewisse Erholung mit dem Erlernen von Selbstregulation möglich sei. Unter Verweis auf die in seinen Berichten vom 6. März 2011 und 27. Mai 2009 beschriebenen diagnostischen Aspekte ergänzte Dr. C._, dass in der Therapie zunehmend die Rolle des abwesenden und wiederholt betrügerischen Vaters sichtbar geworden sei und damit einhergehend auch die Reaktivierung der ganzen emotionalen Kaskade wie sie typisch sei für DESNOS (Disorder of extreme stress) als Folge einer chronischen Traumatisierung/Vernachlässigung in früher und/oder später Kindheit. Der Beschwerdeführer möchte unbedingt arbeiten, benötige dafür aber aufgrund seiner Vulnerabilität einen speziellen, begleiteten Rahmen und auch eine Berufsabklärung, weil eine Arbeit im frühe
ren Rahmen aufgrund des Stresses eben gerade die Symptomatik auslöse (Urk. 7/145).
4.4.4
Im Rahmen der Interdisziplinären Beurteilung der MEDAS B._ vom 27. Dezem
ber 2013 wurden die vom Beschwerdeführer geklagten Beschwerden dahingehend zusammengefasst, dass er gegenwärtig diverse körperliche und psychische Probleme geltend mache. So berichte er über seine Schuppenflechte; seit dem Unfall 2004 leide er an Nackenschmerzen, Schmerzen im Schulterbe
reich, in den Schläfen und im Kiefer, einem Gesichtsstechen und Zähne
knirschen, welche im Vordergrund stünden. Ferner berichte der Beschwerde
führer über Magenbeschwerden, Bauchkrämpfe, Obstipation, teilweises Erbre
chen sowie starkes Schwitzen und stärkere LWS-Beschwerden. In psychischer Hinsicht berichte der Beschwerdeführer über unzureichenden Schlaf mit nächt
lichem Erwachen, er sei lärmempfindlich, schreckhaft, geistig und körperlich schnell erschöpft. Weiter beklage er sich über eine Blockierung der Atmung, Lichtempfindlichkeit, teilweises Augenflimmern, einen trockenen Mund, Magen-Darm- und Schluckprobleme, Angstgefühle bei bevorstehenden Unternehmun
gen. Er klage auch über eine situativ abhängige traurige Stimmung, ein gemin
dertes Selbstvertrauen und Schuldgefühle, Zukunftsängste, sei unkonzentriert und vergesslich (Urk. 7/164/35).
Aus internistischer Sicht wurde eine Diagnose mit Relevanz für die Arbeitsfähig
keit ebenso ausgeschlossen wie aus neurologischer. Die im Vorder
grund stehende kraftlos, neurasthenieforme Beschwerdesymptomatik könne neurologisch nicht erklärt werden; eine zerebrale Schädigung infolge des Auf
fahrunfalls 2004 sei nicht dokumentiert. Eine radikuläre Störung sei gegenwär
tig zumindest nicht mehr in relevanter Form feststellbar. Im Wesentlichen seien psychologische Faktoren zu prüfen (vgl. Urk. 7/164/36 f. und 7/164/61 ff.). Die dermatologische Abklärung führte zum Schluss, dass keine Hinweise vorlägen, welche darauf schliessen liessen, dass die Gelenkbeschwerden ganz oder teil
weise durch die Psoriasis verursacht würden (Urk. 7/164/44 f.). Die orthopä
dische Beurteilung erging gestützt auf die klinische Untersuchung und die neusten Röntgenaufnahmen des L._ vom 17. April 2013 des Beckens, beider Hände, der HWS und der LWS. Die vorgetragenen Beschwerden nuchal und lumbal fänden teilweise ein radiologisches Korrelat in degenerativen Veränderungen in den untersten Etagen der HWS und der LWS. Hinweise auf eine entzündliche Gelenkbeteiligung fehlten aber ebenso wie ein nervenwurzelbezogenes neurologisches Defizit. Als äusserst negativ auf die Entwicklung wurden die langjährige Dekonditionierung, die muskulären Dys
balancen und das erhebliche Übergewicht erachtet. Für überwiegend sitzende Tätigkeiten wie der zuletzt ausgeübten liege aber aus orthopädischer Sicht eine volle Arbeitsfähigkeit vor.
Der psychiatrische Teilgutachter Dr. med. M._, Facharzt FMH für Psychiatrie und Psychotherapie, erkannte anlässlich seiner am 23. Oktober 2013 durchge
führten Untersuchung keine sicheren Hinweise für das Vorliegen einer depressi
ven Störung oder einer psychotischen Erkrankung, auch eine hirnorganische Veränderung scheide aus. Hierfür spreche der im Jahr 2005 erhobene neuropsy
chologische Status mit durchschnittlichen bis teilweise leicht unterdurch
schnittlichen Leistungen. Die anlässlich des Z._-Gutachtens vom 26. Januar 2009 erhobenen Befunde hätten weder dem Alter noch dem Zustand des Beschwerdeführers entsprochen und seien somit als Aggravationszeichen gedeutet worden. Der Beschwerdeführer wirke in seiner Art etwas bedächtig, er zögere manchmal mit Antworten, wirke leicht irritierbar und empfindsam und neige zu hypochondrischer Selbstbeobachtung. Seine Realitätsorientierung im Bereich Selbst- und Fremdwahrnehmung erscheine wegen der langen Dauer der Abwesenheit vom Arbeitsmarkt reduziert. Dies hindere ihn gegenwärtig an einer wirtschaftlich unabhängigen Lebensführung und an der Erprobung seiner realen Belastbarkeit. Dadurch werde auch Einfluss auf seine Motivation, Flexibilität und Strukturierung des Tagesablaufs ausgeübt. Für den vom Beschwerdeführer geschilderten Tagesablauf mit ausgeprägter Schonhaltung finde sich in seinem Zustand kein Korrelat. Um dieses Verhalten nachhaltig zu ändern, bedürfe es eines realitätsorientierten Trainings. Das Verhalten des Versicherten sei jedoch nicht krankheitsbedingt und rechtfertige keine Arbeitsunfähigkeit. Es handle sich vielmehr um Verhaltensauffälligkeiten im Rahmen einer akzentuierten Persönlichkeit. Durch einen handlungsorientierten Behandlungsansatz, bei
spielsweise ein Coaching, wäre dieses Verhalten korrigierbar und der Beschwer
deführer in der Lage, ein unabhängiges Alltags- und Berufsleben zu führen (Urk. 7/164/31 f.).
Im Rahmen der fachspezifischen Aktendiskussion setzte sich Dr. M._ unter anderem mit dem Bericht von Dr. C._ vom 27. Mai 2009 und der darin gestellten Diagnose einer komplexen PTBS auseinander. Dabei erklärte er die Interpretation des behandelnden Arztes als sehr eigenwillig, scheine er doch widrige Alltagsereignisse zu einem Trauma stilisiert zu haben. Der Beschwer
deführer selber habe zu keinem Zeitpunkt eine Traumatisierung geltend gemacht. Ein verwertbarer psychopathologischer Befund hierzu sei in den Akten nicht dokumentiert. Die von ihm geschilderten Beschwerden entsprächen unspezifischen Befindlichkeitsstörungen und Empfindlichkeiten, auch einem ausgeprägten Gerechtigkeitssinn.
Entsprechend schloss Dr. M._ eine psychiatrische Diagnose mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit aus. Als ohne Relevanz für die Arbeitsfähigkeit diagnosti
zierte er eine Persönlichkeitsakzentuierung (ohne Krankheitswertigkeit) gemäss ICD-10 Z73.1 und schwierige Lebensumstände mit vorübergehender reaktiver depressiver Komponente gemäss ICD-10 Z73.0.
In Übereinstimmung mit den Teilgutachten wurde denn auch im Rahmen des interdisziplinären Konsens‘ keine Diagnose mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit gestellt (Urk. 7/164/39).
Spätestens seit September 2009 sei von keiner die Arbeitsfähigkeit reduzieren
den psychischen beziehungswiese interdisziplinär definierten Störung auszu
gehen. Bereits bei der Z._-Begutachtung hätten sich keine Hinweise auf Ein
schränkungen der Arbeitsfähigkeit mehr ergeben. Aus den oben beschriebenen Auffälligkeiten der Primärpersönlichkeit beziehungsweise der leichten soma
tischen Störungen ergäben sich allenfalls geringfügige qualitative Einschrän
kungen. Die subjektiven Einschränkungen in psychiatrischer Hinsicht basierten auf persönlichen Einstellungen und dem Wertesystem des Versicherten (Selbst
werteinschätzung, inadäquate Krankheitsverarbeitung, mangelnde Resilienz gegenüber alltäglichen Belastungen und Spannungen), seien jedoch objektiv-medizinisch nicht vorhanden respektive wirkten sich versicherungsmedizinisch nicht auf die Arbeitsfähigkeit aus (Urk. 7/164/42).
4.4.5
Nach Zustellung der Stellungnahme von Dr. C._ vom 1. März 2014 zum Gutachten der MEDAS B._, in welcher dieser unter anderem bemängelte, dass insbesondere die psychiatrische Exploration der MEDAS B._ auf einer inkompletten Aktensichtung beruhe (Urk. 7/186), bedauerte Dr. M._ in sei
nem Schreiben hierzu vom 1. Mai 2014, dass im Rahmen der Gutachtenerstel
lung offensichtlich nicht alle Berichte berücksichtigt worden seien, da diese bei Erarbeitung des Gutachtens teilweise nicht vorgelegen seien. Sämtliche wichti
gen Themen seien aber erwähnt und mit dem Beschwerdeführer detailliert auf
gearbeitet worden. Auch aufgrund der aktuellen Berichtlage werde zudem offensichtlich, dass keines der Schreiben neue Argumente liefere, um eine schwere PTBS mit sekundärer somatoformer Schmerzverarbeitungsstörung nach HWS-Distorsion zu stellen. Ohne die grundlegenden definitionsgemässen Voraussetzungen könne weder eine PTBS noch eine komplexe PTBS in der ICD-11-Version diagnostiziert werden. Die Bandbreite geeigneter Ereignisse zur Entstehung einer Traumatisierung sei in den letzten Jahren sukzessive auch auf alltäglich anmutende Vorkommnisse, beispielsweise leichtere Verkehrsunfälle erweitert worden, womit die subjektiven diagnostischen Ermessenspielräume fast unzulässig erweitert würden. Zusammenfassend sei bei der kritischen Über
prüfung des erweiterten Dossiers festzustellen, dass eine andere Beurteilung der Diagnosen, der aktuellen Arbeitsfähigkeit und der Funktionen auch gegenwärtig nicht möglich sei (Urk. 7/189). Im Rahmen seiner Erläuterung hierzu führte Dr. C._ am 15. April 2014 bezüglich Traumatisierung aus, dass das, was in der MEDAS B._ und im Z._ passiert sei, für Patienten wie den Beschwerdeführer, dessen Haupttraumatisierungsgrund in der Kindheit liege (Verrat, keine Verlässlichkeit und Sicherheit, fehlende Unterstützung, Diskredi
tierung), extrem demütigend, aufwühlend und traumatisierend sei. Später nach dem Unfall sei er trotz vollem Einsatz auf das Unverständnis und die Launen seines Chefs gestossen. Es folgten die Kündigung der Arbeitsstelle, der Verlust der Unterstützung, die Infragestellung durch die Suva und die IV (katastrophale Gutachter), der Verlust des sozialen Umfelds und des Lebensstandards etc. Das alles könne als bedrohlich und entsetzlich im Sinne einer komplexen PTBS beurteilt werden (Urk. 7/192). Auch hierzu liess die Beschwerdegegnerin die MEDAS B._ erneut Stellung nehmen. Im Schreiben vom 30. September 2014 nahm letztere unter anderem konkret zu diversen ärztlichen Berichten Stellung, verneinte aber neue Aspekte, welche ein Abweichen von der Beurteilung im Gutachten vom 27. Dezember 2013 nach sich zögen (Urk. 7/208). Dr. C._ hielt sodann mit Stellungnahmen vom 31. Oktober 2014 und 17. April 2015 in neuerlicher Auseinandersetzung mit den letzten Stellungnah
men der MEDAS B._ vehement an der Diagnose einer komplexen PTBS fest (Urk. 7/212; vgl. Stellungnahme der MEDAS B._ dazu vom 1. April 2015, Urk. 7/218, Urk. 7/220).
5.
5.1
Vorweg zur Würdigung der zitierten medizinischen Aktenlage ist daran zu erin
nern, dass in diesem Verfahren einzig zu prüfen ist und geprüft werden kann, ob sich der Gesundheitszustand des Beschwerdeführers ab 2010 im Vergleich zum Zustand, welcher der Renteneinstellung per 30. Juni 2007 zugrunde lag und welcher von Seiten des Gerichts bis 2009 als gegeben erachtet wurde, in (revisionsrechtlich) anspruchsrelevanter Weise verschlechtert hat. Dabei gilt, dass eine bloss unterschiedliche Beurteilung (zum Beispiel des Gesundheitsscha
dens durch den Arzt) eines im Wesentlichen gleich gebliebenen Sachverhaltes keine revisionsbegründende Tatsachenänderung im Sinne von Art. 17 ATSG darstellt (BGE 135 V 201). Für das Vorliegen einer erheblichen Sachverhalts
änderung genügt es nicht, dass in den neu aufliegenden ärztlichen Berichten ein bereits bekannter, im Zeitpunkt der ursprünglichen Rentenverfügung gegebener Sachverhalt anders bewertet wird und daraus andere Schlussfolgerungen gezo
gen werden als im früheren Verwaltungs- oder Beschwerdeverfahren.
Vielmehr bedarf es neuer Elemente tatsächlicher Natur, die nach der ursprüng
lichen Rentenverfügung, respektive im hier zu beurteilenden Fall ab 2010 ein
getreten und zu dem bis dahin gegebenen Sachverhalt hinzugekommen sind oder diesen verändert haben; prozessentscheidend ist somit die Frage, ob sich der Gesundheitszustand im Vergleichszeitraum in rentenrelevantem Ausmass tatsächlich verschlechtert hat (Urteil des Bundesgerichts I 633/03 vom 9. Juni 2004 E. 4.2).
5.2
Der Vergleich der nach der gerichtlichen Rückweisung eingeholten, respektive ab 2010 datierten medizinischen Unterlagen mit den unter E. 3.3 Dargelegten, der Renteneinstellung per 30. Juni 2007 zugrunde Gelegenen lässt darauf schliessen, dass sich der somatische Gesundheitszustand des Beschwerdeführers nicht in wesentlicher Weise verändert hat.
So sprach sich Dr. I._ in seinem Bericht vom 16. März 2013 für eine seit Dezember 2005 im Wesentlichen unveränderte Situation aus; der Fall sei über
wiegend psychiatrisch geworden (Urk. 7/137/1-3). Der Vergleich der von Dr. I._ in seinen Berichten vom 13. Februar 2006 (Urk. 8/11) und vom 20. November 2006 erhobenen Befunde und gestellten Diagnosen mit dem Bericht des J._ vom 30. März 2013 (Urk. 7/141/2) ergibt denn auch nur unwesentliche Abweichungen. In Kongruenz dazu sowie zu den Schlussfolgerungen im Urteil IV.2011.00227 vom 30. November 2012 sprach sich Dr. K._ am 30. März 2013 gestützt auf die ab März 2010 bis 4. Dezember 2012 in den Spitälern E._ erfolgten Abklärungen denn auch dafür aus, dass die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers aufgrund der somatischen Befunde zwar bezüglich Arbeiten in Nässe, Kälte und Zugluft, sowie bei Tor
sionsbewegungen der Wirbelsäule, Überkopfarbeiten, dem Besteigen von Leitern und Gerüsten und beim im Sitzen und Gehen ausgeübten Tätigkeiten einge
schränkt sei. Von einer zeitlichen Einschränkung ist aber nur in Bezug auf die psychischen Probleme die Rede (Urk. 7/141/11). In Übereinstimmung damit hielt Dr. med. N._, Leitende Ärztin Anästhesie des interdisziplinären Schmerzzent
rums E._, am 1. März 2011 fest, dass aktuell keine Arbeitsunfähigkeitsbeschei
nigung seitens des Schmerzzentrums ausgestellt werde, stünden doch psy
chische Komorbiditäten im Vordergrund (Urk. 7/180/3). Zwei Klinikaufenthalte vom 25. bis 26. Oktober 2010 und vom 28. Oktober bis 1. November 2010 auf
grund anamnestisch rezidivierenden Erbrechens und Abdominalbeschwerden wurden von der medizinischen Klinik E._ letztlich am ehesten auf NSAID-indu
zierte Colon-Ulcera zurückgeführt. Die Beschwerden regredierten im Rahmen des zweiten Klinikaufenthalts vollständig (Urk. 7/179/2) und führten im Bericht vom 30. März 2013 nicht einmal mehr zu einer Diagnose (Urk. 7/141/2), waren damit lediglich von kurzer vorübergehender, die Arbeitsfähigkeit nicht dauernd einschränkender Natur.
In Übereinstimmung mit dieser Aktenlage schlossen denn auch die zuständigen Gutachterpersonen der MEDAS B._ am 27. Dezember 2013 in grundsätzlich überzeugender Weise nicht auf eine massgebliche Verschlechterung der soma
tischen Beschwerden im Vergleich zum Gesundheitszustand, welcher der Ren
teneinstellung zugrunde gelegen hatte. Aus neurologischer Sicht wurde ein ner
venwurzelbezogenes neurologisches Defizit wie schon im Gutachten des Z._ vom 26. Januar 2009 (vgl. Urk. 7/45/56) weiterhin ausgeschlossen. Hinweise auf eine entzündliche Beteiligung des Bewegungsapparates im Sinne einer
Pso
riasisarthritis/-spondylarthritis wurden keine erkannt. Die Beschwerden lumbal und nuchal wurden zwar als teilweise durch die degenerativen Verän
derungen in der untersten Etage der HWS und der LWS nachvollziehbar erklärt, jedoch stünden diese der Arbeitsfähigkeit in der angestammten wie auch einer ange
passten Tätigkeit weiterhin nicht entgegen (Urk. 7/164/36 ff.).
Auch wenn der Umstand, dass der MEDAS B._ nicht sämtliche medizinischen Akten bei der Gutachtenserstellung zur Verfügung standen, die Beweiskraft des Gutachtens gerade hinsichtlich der Verlaufsbeurteilung schwächt, so bestätigt die für den Gutachtenszeitpunkt grundsätzlich überzeugende Beurteilung des somatischen Gesundheitszustandes durch die MEDAS B._ dennoch die übrige medizinische Aktenlage.
Aufgrund derselben ist mit überwiegender Wahrscheinlichkeit auszuschliessen, dass sich der somatische Gesundheitszustand des Beschwerdeführers seit Anfang 2010 bis zum Erlass des hier angefochtenen Entscheids vom 18. November 2015 in anspruchsrelevanter Weise verschlechtert hat, was denn auch vom Beschwerdeführer nicht explizit geltend gemacht wird.
5.3
Was den psychischen Zustand anbelangt, bildet das Prozessthema in diesem Verfahren einzig, ob seit Anfang 2010 eine revisionsrechtlich relevante Ver
schlechterung des Gesundheitszustandes im Vergleich zum Zustand, welchen das Gericht im rechtskräftigen Urteil IV.2011.00227 bis Ende 2009 gestützt auf das Gutachten des Z._ vom 26. Januar 2009 festgestellt hatte (vgl. obige E. 3.3), eingetreten ist. Dies verkennt der Beschwerdeführer offensichtlich, wenn er sich in seiner Beschwerde ganz wesentlich darauf beschränkt, die Beweiskraft des Gutachtens der MEDAS B._ in Frage stellen zu lassen.
Auf eine Verschlechterung des psychischen Gesundheitszustandes seit 2010 lassen nämlich insbesondere die Berichte des seit 21. Mai 2008 behandelnden Psychiaters Dr. C._ nicht schliessen. Dr. C._, welcher sich bereits in seinem Bericht vom 27. Mai 2009 für das Vorliegen einer komplexen posttraumatischen Belastungsstörung (PTBS) ausgesprochen hatte (Urk. 7/56), stellte in seinem Bericht vom 14. Mai 2013 die Diagnose einer seit August 2004 vorliegenden komplexen PTBS (ICD F43.9), entsprechend DSM IV DESNOS. Er erachtete den Beschwerdeführer spätestens seit Behandlungsbeginn am 21. Mai 2008 als zu 100 % arbeitsunfähig. Die von ihm, Dr. C._, beschriebenen Befunde und Symptome seien seit Jahren konsistent und schon in früheren Berichten erwähnt worden, so auch im Gutachten des Z._ vom 26. Januar 2009, dort aber falsch interpretiert worden. Dr. C._ erachtete den Zustand demgemäss nicht nur als seit Jahren unverändert; er sprach sich gar dafür aus, dass sich der Zustand des Beschwerdeführers dank der Therapie langsam bessere (Urk. 7/145). Bereits in seinem Bericht vom 6. Mai 2011 hatte er erklärt, die Resilienz des Beschwerdeführers und seine Fähigkeit, die Kon
zentrationsspanne während der ganzen Sitzung aufrecht zu erhalten und nicht mehr zu dissoziieren, nehme immer mehr zu (Urk. 7/182/1). Die Angaben des behandelnden Psychiaters sprechen damit eher für eine Verbesserung denn für eine Verschlechterung des psychischen Gesundheitszustandes seit 2010.
Auch den Berichten der Tagesklinik und des Psychiatrischen Dienstes der Spitä
ler E._ vom 8. Dezember 2009 (Urk. 7/144/3-5), 11. Oktober 2010 (Urk. 7/144/1-2) und 25. März 2011 (Urk. 7/144/13-15) sind letztlich keine kla
ren Hinweise auf eine seit 2010 eingetretene Verschlechterung zu entnehmen. Gemäss Anamnese im Bericht vom 8. Dezember 2009 profitiere der Beschwer
deführer von der im Mai 2008 aufgenommenen Therapie bei Dr. C._ sehr, was wiederum eher für eine Verbesserung als für eine Verschlechterung spricht. Auch deutet der Umstand, dass der Beschwerdeführer Ende 2009, anders als zuvor, offensichtlich nicht mehr psychopharmakologisch behandelt wurde (vgl. Urk. 7/144/4), nicht auf eine Ende 2009/Anfang 2010 eingetretene Ver
schlechterungstendenz. Eine solche lässt sich denn auch den Berichten vom 11. Oktober 2010 und 25. März 2011 nicht entnehmen. Auch wenn die betei
ligten psychiatrischen und psychologischen Fachpersonen der Spitäler E._ von einer schweren psychopathologischen Beeinträchtigung und einer Arbeitsunfä
higkeit von 100 % im freien Arbeitsmarkt ausgingen (Urk. 7/144/1-2, 7/144/13-15), fehlt es den Berichten doch an Hinweisen auf eine anspruchsbegründende Verschlechterung des Zustandes seit 2010.
So zeigt die Würdigung der medizinischen Aktenlage und insbesondere die Aus
führungen von Dr. C._ in den oben zitierten Berichten und seine diversen späteren Stellungnahmen zum psychiatrischen Teilgutachten der MEDAS B._ (vgl. Urk. 7/186, 7/192, 7/212, 7/220), dass von Seiten der behan
delnden Ärzte nicht eine Verschlechterung seit 2010 postuliert wird. Vielmehr spricht sich insbesondere Dr. C._ dafür aus, dass das Vorliegen einer seit Jahren – konkret seit 2004 - bestehenden Störung im Sinne einer komple
xen PTBS, welche voraussichtlich als eigenständige Diagnose in die neue Auf
lage der Internationalen Klassifikation der Störungen (ICD-11) aufgenommen wird (Hecker/Maercker, Komplexe posttraumatische Belastungsstörung nach ICD-11, veröffentlicht in: Psychotherapeut, 60(6): 547-562), und einer damit einhergehenden Arbeitsunfähigkeit anerkannt wird.
Bis Ende 2009 ist aber gestützt auf das Urteil IV.2011.00227 und die darin als beweiskräftig erachtete Beurteilung des Z._ vom 26. Januar 2009 davon aus
zugehen, dass der Beschwerdeführer spätestens ab Ende März 2007 bis Ende 2009 über eine uneingeschränkte Arbeitsfähigkeit in der als angepasst erachte
ten angestammten wie auch jeder andern angepassten Tätigkeit verfügte, wobei das Gericht gestützt auf die Beurteilung des Z._ spätestens ab Ende März 2007 von keiner Psychopathologie mit Krankheitswert ausging. Die von Dr. C._ vertretene Diagnose einer komplexen PTBS wurde unter anderem mangels Nachvollziehbarkeit der Befunde und wegen fehlender Ausei
nandersetzung mit den relevanten Diagnosekriterien sowie wegen der Geringfü
gigkeit des Unfallgeschehens verworfen. Das Vorliegen einer anhaltenden somatoformen Schmerzstörung wurde zudem ebenso verneint wie eine Persön
lichkeitsstörung, ein krankhafter hirnorganischer Prozess oder ein aktuelles depressives Geschehen (vgl. E. 5.2, 7.4.2 und 7.4.4 des Urteils IV.2011.00227 vom 30. November 2012).
Der Beschwerdeführer liess dieses Urteil unangefochten in Rechtskraft erwach
sen, obwohl Dr. C._ auch die psychiatrische Diagnose des Z._ als krasse Fehldiagnose interpretierte (vgl. Urk. 7/56/4). Mit der nunmehrigen neu
erlichen Berufung auf die Beurteilung des psychischen Gesundheitszustandes durch Dr. C._ unter Bestreitung der Beweiskraft des Gutachtens der MEDAS B._ lässt der Beschwerdeführer im Ergebnis nicht eine revisionsrecht
lich relevante Tatsachenänderung geltend machen, sondern beharrt auf einer Neubeurteilung eines im Wesentlichen gleich gebliebenen Sachverhalts.
Eine solche aber kann nicht Gegenstand dieses Verfahrens sein, bildet doch eine bloss unterschiedliche Beurteilung eines im Wesentlichen unveränderten Sach
verhalts keine revisionsbegründende Tatsachenänderung im Sinne von Art. 17 ATSG.
Im Lichte dessen kann auf weiterführende Erwägungen zur Beweiskraft des Gut
achtens der MEDAS B._ vom 27. Dezember 2013 verzichtet werden. Lediglich anzufügen bleibt, dass sich die Beurteilung der MEDAS B._ und dabei insbe
sondere auch die teilpsychiatrische Abklärung durch Dr. M._ insofern in die medizinische Aktenlage einreihen, als auch ihnen keine wesentliche Ver
schlechterungstendenz zu entnehmen ist. Ob die psychiatrische Diagnosestel
lung im Gutachten der MEDAS B._, welche nicht mit den Einschätzungen der behandelnden Ärzte korrespondiert, sondern im Ergebnis mit der Beurteilung des Z._ aus dem Jahr 2009 übereinstimmt, dem Gesundheitszustand des Beschwerdeführers Rechnung trägt, kann nach dem oben Gesagten nicht unter revisionsrechtlichen Gesichtspunkten geklärt werden. Auf weiterführende Abklärungen zum Gesundheitszustand des Beschwerdeführers ist angesichts dessen zu verzichten.
5.4
Die unterschiedliche Beurteilung eines im Wesentlichen unveränderten Sachver
haltes ist vielmehr Gegenstand der Wiedererwägung. Gemäss einem allgemeinen Grundsatz des Sozialversicherungsrechts kann die Verwaltung auf formell rechtskräftige Verfügungen oder Einspracheentscheide, zurückkommen, wenn sie zweifellos unrichtig sind und wenn ihre Berichtigung von erheblicher Bedeutung ist. Vorausgesetzt ist aber, dass die Verfügung nicht bereits – wie im hier zu beurteilenden Fall – Gegenstand einer materiellen richterlichen Beurtei
lung bildete (Art. 53 Abs. 2 ATSG; BGE 133 V 50 E. 4.1). Angesichts des rechts
kräftigen Urteils IV.2011.00227 vom 30. November 2012 war es der Beschwer
degegnerin, welche zu einer Wiedererwägung ohnehin nicht hätte verpflichtet werden können (SVR 2011 EL Nr. 8), benommen, auf die im Verfahren IV.2011.00227 angefochtene Verfügung vom 26. April 2011 zurückzukommen.
5.5
Zusammenfassend erweist sich der angefochtene Entscheid hinsichtlich der Ver
neinung eines Rentenanspruchs ab 2010 als zutreffend, konnte doch eine seit 2010 eingetretene anspruchsrelevante Verschlechterung des Gesundheitszustan
des nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit festgestellt werden.
6.
6.1
Was die vom Beschwerdeführer beantragte berufliche Massnahme im Sinne einer „Wiedereingliederung aus Rente“ anbelangt, gilt, dass gemäss Art.
8
Abs.
1 IVG
i
nvalide oder von einer Invalidität (
Art.
8 ATSG) bedrohte Ver
sicherte Anspruch auf Eingliederungsmassnahmen
haben
, soweit (lit. a) diese notwendig und geeign
et sind, die Erwerbsfähigkeit
wieder herzustellen, zu erhalten oder zu verbessern und soweit (lit. b) die Voraussetzungen für den Anspruch auf die ein
zelnen Massnahmen erfüllt sind. Berufliche Eingliede
rungsleistungen der Verwaltung bedingen in jedem Fall das Vorliegen einer subjektiven Eingliederungsfähigkeit, denn ohne diese machen Eingliederungs
leistungen keinen Sinn (Meyer/Reichmuth, Rechtsprechung des Bundesgerichts zum IVG, Art. 15 Rz 5 und Art. 18 Rz 8 mit Hinweisen). Soweit der Beschwer
deführer mithin auf seinem Standpunkt, er sei zur Zeit nicht arbeits- und dem
entsprechend auch nicht eingliederungsfähig, bestehen bleibt, steht dies einem Eingliederungsanspruch entgegen.
6.2
Mangels einer invaliditätsbedingten Erwerbseinbusse von etwa 20 % (BGE 139 V 399 E. 5.3; SVR 2010 IV Nr. 52) steht dem Beschwerdeführer zudem ohnehin kein Umschulungsanspruch gemäss Art. 17 IVG zu. Einen Anspruch auf Arbeitsvermittlung gemäss Art. 18 IVG verneinte die Beschwerdegegnerin mit der Begründung, dass der Beschwerdeführer keine gesundheitliche Einschrän
kung bei der Stellensuche habe (Urk. 2 S. 2). Da nach dem unter E. 5 Festge
stellten seit der Einstellung der Rente per 30. Juni 2007 vom Vorliegen einer uneingeschränkten Arbeitsfähigkeit auch in der angestammten Tätigkeit als Einkäufer und Beschaffer bei einer Sanitätsinstallationsfirma auszugehen ist und keine seither eingetretene massgebliche Verschlechterung des Gesundheits
zustandes festgestellt werden konnte, gebricht ein Anspruch auf Arbeitsver
mittlung gemäss Art. 18 IVG bereits an der Voraussetzung der Arbeitsunfähig
keit gemäss Art. 6 ATSG
.
Die Beschwerde ist demnach vollumfänglich abzuweisen.
7.
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrens
aufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG) und ermessensweise auf Fr. 700.-- anzusetzen. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind sie dem Beschwerdeführer aufzuerlegen.