# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** fd174801-28c4-4672-aa1e-7e249b8d55d7
**Court:** GR_KG
**Chamber:** GR_KG_006
**Year:** 2019
**Language:** de
**Jurisdiction:** GR / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

I. Sachverhalt
A. Y._ (nachfolgend Ehefrau), geboren am _ 1969, von O.1_ und O.2_, und X._ (nachfolgend Ehemann), geboren am 26. Januar 1963, von O.1_ und O.2_, haben am _ 2009 geheiratet. Aus dieser Ehe sind die Kinder A._ und B._, beide geboren am _ 2011, hervorgegangen. Der Ehemann ist zudem Vater von zwei Kindern aus erster Ehe, nämlich von C._ (Jahrgang 2001), welcher sich noch in der Lehrausbildung befindet, und von D._ (Jahrgang 1997), der volljährig und wirtschaftlich selbständig ist. Beide Söhne wohnten zu Beginn des vorliegenden Verfahrens noch beim Vater, wobei D._ nach Angaben des Ehemannes nach Absolvierung des Zivildienstes auszuziehen beabsichtigte. Die Parteien leben getrennt, sind sich aber über den Zeitpunkt der Aufnahme des Getrenntlebens uneinig.
B. Die Ehefrau reichte am 21. Juni 2018 beim Einzelrichter am Regionalgericht Landquart ein Gesuch um Erlass eheschutzrechtlicher Massnahmen mit den folgenden Rechtsbegehren ein:
1. Es sei festzustellen, dass die Parteien den gemeinsamen Haushalt am 1. Juni 2017 aufgehoben haben, und es sei der Gesuchstellerin das Getrenntleben auf unbestimmte Zeit zu bewilligen.
2. Die gemeinsamen Kinder A._, geboren am _ 2011, und B._, geboren am _ 2011, seien unter die elterliche Obhut der Gesuchstellerin zu stellen.
3. Dem Gesuchsgegner sei bezüglich B._ und A._ ein gerichtsübliches Besuchs- und Ferienrecht einzuräumen.
4.1. Der Gesuchsgegner sei zu verpflichten, der Gesuchstellerin für den Unterhalt für sie persönlich und die gemeinsamen Kinder rückwirkend seit dem 1. Juli 2017 einen erst nach Vorliegen sämtlicher notwendiger Unterlagen exakt ermittelbaren monatlichen Unterhaltsbeitrag zu bezahlen, mindestens aber Fr. 6'161.00 exkl. Kinderzulagen (Mindestwert der Klage im Sinne von Art. 85 Abs. 1 ZPO), zusammengesetzt aus:
- Fr. 1'092.50 Barunterhalt für B._, zuzüglich allfälliger Kinderzulagen,
- Fr. 1'092.50 Barunterhalt für A._, zuzüglich allfälliger Kinderzulagen,
- Fr. 1'651.50 Betreuungsunterhalt je Kind,
- Fr. 673.00 Ehegattenunterhalt für die Ehefrau persönlich,
zahlbar an die Gesuchstellerin jeweils im Voraus auf den ersten Tag eines jeden Monats.
4.2. a) Es sei der Gesuchstellerin die Möglichkeit einzuräumen, die exakte Höhe der Unterhaltsforderung sowie die Aufteilung derselben in
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Kindesbar-, Betreuungs- und persönlichen Unterhalt für die Ehefrau erst nach Kenntnis der massgebenden Einkommens- und Vermögensverhältnisse des Gesuchsgegners genau zu beziffern bzw. zu beantragen.
b) Vorab sei der Gesuchsgegner zu verpflichten, über sein aktuelles Einkommen, sein Vermögen, seine Ausgabenverhältnisse und seine Schulden umfassend Auskunft zu erteilen und die notwendigen Urkunden vorzuweisen.
Eventualiter seien die entsprechenden Informationen und Dokumente bei Dritten einzuholen.
5. Der Gesuchsgegner sei ab dem 1. Juli 2018 und für die Dauer des Eheschutzverfahrens vorsorglich zu verpflichten, an den Unterhalt der Gesuchstellerin und der gemeinsamen Kinder B._ und A._ einen monatlichen, im Voraus zu bezahlenden Mindestunterhaltsbeitrag von Fr. 5'000.00 zu bezahlen.
Dieser "vorsorgliche" Unterhaltsbeitrag für die Dauer des Eheschutzverfahrens sei superprovisorisch, das heisst ohne Anhörung des Gesuchsgegners oder zumindest umgehend nach Einholung einer Stellungnahme innert einer (nicht erstreckbaren) Frist von 10 Tagen zu verfügen.
6.1. a) Der Gesuchsgegner sei – im Sinne vorsorglicher Massnahmen – zu verpflichten, der Ehefrau für das Eheschutzverfahren für Prozess- und Vertretungskosten einen Kostenvorschuss von vorläufig Fr. 9'000.00 zu leisten.
b) Dieser Kostenvorschuss sei umgehend nach Einholung einer Stellungnahme innert einer (nicht erstreckbaren) Frist von 10 Tagen zu verfügen.
6.2. Es sei Vormerk zu nehmen, dass sich die Gesuchstellerin vorbehält, vom Gesuchsgegner zu einem späteren Zeitpunkt weitere Prozesskostenvorschüsse zu fordern.
7. Unter vollumfänglicher gerichtlicher und aussergerichtlicher Kosten- und Entschädigungsfolge (zuzüglich die gesetzliche Mehrwertsteuer) zu Lasten des Gesuchsgegners, wobei dieser als Ausfluss der ehelichen Beistandspflicht unabhängig vom Ausgang des Verfahrens zur entsprechenden Kostentragung zu verpflichten sei.
C. Am selben Tag ersuchte die Ehefrau den Einzelrichter am Regionalgericht Landquart um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege (Proz. Nr. _), wobei sie in der Begründung klarstellte, dass das Gesuch nur eventualiter, d.h. für den Fall, dass ihrem Antrag um Verpflichtung des Ehemannes zur Bevorschussung der Prozesskosten nicht stattgegeben werden sollte, erfolge.
D. Der Ehemann, damals vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Andrin Perl, reichte am 20. Juli 2018 innert zweimal erstreckter Frist eine schriftliche Stellungnahme zum Eheschutzgesuch der Ehefrau ein und beantragte was folgt:
1. Die Rechtsbegehren Ziff. 1-7 gemäss schriftlichem Gesuch vom 21.06.2018 seien vollumfänglich abzuweisen.
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2. Die nachstehenden Rechtsbegehren des Gesuchsgegners seien gutzuheissen:
2.1. Es sei richterlich festzustellen, dass die Parteien den gemeinsamen ehelichen Haushalt seit April 2014 aufgehoben haben. Den Parteien sei das Getrenntleben auf unbestimmte Zeit zu bewilligen.
2.2. Es seien die gemeinsamen Kinder A._, geb. _2011, und B._, geb. _2011, für die Dauer des Getrenntlebens unter die alternierende Obhut der Parteien zu stellen.
2.3. Es sei vorzumerken, dass sich der Wohnsitz der Kinder, insbesondere hinsichtlich schulischer und sozialversicherungsrechtlicher Belange, derzeit bei der Gesuchstellerin befindet.
2.4. Es sei folgende Betreuungsregelung durch das Gericht festzulegen:
Der Gesuchsgegner betreut die Kinder A._ und B._ wie folgt:
- An jedem Freitag und/oder Montag, wobei die Kinder in der Nacht vor diesen Betreuungstagen ebenfalls beim Vater verbringen;
- Jedes zweite Wochenende von Freitagabend (Schulschluss) bis Sonntagabend, 19.00 Uhr, wobei sich diese Wochenenden durch die Betreuung gemäss Abs. 1 vorstehend an jedem zweiten Wochenende verlängern um den Freitag und/oder Montag.
- Während sechs Wochen Ferien pro Jahr in den Schulferien der Kinder.
In den übrigen Zeiten werden die Kinder A._ und B._ von der Gesuchstellerin betreut.
2.5. Der Gesuchsgegner sei zu verpflichten, an den Unterhalt der beiden Kinder A._ und B._ mit Wirkung ab Verfügung der hiermit beantragten richterliche[n] Massnahmen monatlich im Voraus je CHF 1'530.00 zzgl. Kinderzulagen zu bezahlen.
2.6. Es sei richterlich festzustellen, dass sich die Ehegatten gegenseitig keinerlei Unterhalt schuldig sind.
2.7. Es sei richterlich festzustellen, dass die Eheparteien mit schriftlichem Ehevertrag vom 17.12.2015 die Gütertrennung rückwirkend per Eheschluss vereinbart und auch gültig bereits vollzogen haben.
2.8. Es seien die Kosten des Verfahrens je hälftig den Parteien zu überbinden und die ausseramtlichen Kosten seien wettzuschlagen.
E. Ebenfalls am 20. Juli 2018 reichte der Ehemann gestützt auf Art. 114 ZGB beim Regionalgericht Landquart eine Scheidungsklage ein (Proz. Nr. _).
F. Am 10. September 2018 fand die mündliche Verhandlung vor dem Einzelrichter am Regionalgericht statt. Während der Ehemann bei seinen Anträgen blieb, passte die Ehefrau Ziffer 4.1. ihres Rechtsbegehrens vom 21. Juni 2018 mit entsprechender Begründung wie folgt an:
4.1. a) Der Gesuchsgegner sei zu verpflichten, der Gesuchstellerin für den Unterhalt für sie persönlich und die gemeinsamen Kinder rückwirkend seit dem 1. Juli 2017 und bis zum 20. Juli 2018 einen monatlichen
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Unterhaltsbeitrag von Fr. 7'034.00 exkl. Kinderzulagen zu bezahlen, zusammengesetzt aus:
- Fr. 1'311.00 Barunterhalt für B._, zuzüglich allfälliger Kinderzulagen,
- Fr. 1'311.00 Barunterhalt für A._, zuzüglich allfälliger Kinderzulagen,
- Fr. 1'651.50 Betreuungsunterhalt je Kind,
- Fr. 1'109.00 Ehegattenunterhalt für die Ehefrau persönlich,
zahlbar an die Gesuchstellerin jeweils im Voraus auf den ersten Tag eines jeden Monats.
b) Der Gesuchsgegner sei zu verpflichten, der Gesuchstellerin für den Unterhalt für sie persönlich und die gemeinsamen Kinder ab dem 20. Juli 2018 und für die weitere Dauer des Getrenntlebens einen monatlichen Unterhaltsbetrag von Fr. 7'250.50 exkl. Kinderzulagen zu bezahlen, zusammengesetzt aus:
- Fr. 1'202.50 Barunterhalt für B._, zuzüglich allfälliger Kinderzulagen,
- Fr. 1'202.50 Barunterhalt für A._, zuzüglich allfälliger Kinderzulagen,
- Fr. 1'976.50 Betreuungsunterhalt je Kind,
- Fr. 892.50 Ehegattenunterhalt für die Ehefrau persönlich,
zahlbar an die Gesuchstellerin jeweils im Voraus auf den ersten Tag eines jeden Monats.
G. Mit Zwischenentscheid vom 10. September 2018, mitgeteilt am 3. Oktober 2018, erkannte der Einzelrichter am Regionalgericht Landquart was folgt:
1. Es wird davon Vormerk genommen, dass die Ehegatten getrennt voneinander leben. Die Eheleute sind auf unbestimmte Zeit zum Getrenntleben berechtigt.
2. Die gemeinsamen Kinder A._ und B._, beide geboren am _ 2011, werden einstweilen bis zum Vorliegen des definitiven Entscheides unter die alleinige Obhut der Kindsmutter gestellt.
3. Der Kindsvater wird einstweilen bis zum Vorliegen des definitiven Eheschutzentscheides für berechtigt erklärt, seine beiden Kinder jeweils jedes zweite Wochenende von Freitag nach Schulschluss bis Sonntagabend 18.00 Uhr zu sich auf Besuch zu nehmen. Während den Ferien der Kinder bzw. während der schulfreien Zeit beginnt das Besuchsrecht am Freitag um 9.00 Uhr und endet am Sonntagabend um 18.00 Uhr.
Zusätzlich wird der Vater einstweilen für berechtigt erklärt, seine beiden Kinder bis zum Vorliegen des definitiven Entscheids (voraussichtlich Ende Februar 2019) während zwei Wochen zu sich in die Ferien zu nehmen, wobei das Ferienrecht frühzeitig, mindestens einen Monat im Voraus, mit der Kindsmutter abzusprechen und während den Schulferien auszuüben ist.
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4. Der Ehemann wird einstweilen bis zum Vorliegen des definitiven Eheschutzentscheides während des Getrenntlebens verpflichtet, die folgenden Unterhaltszahlungen monatlich im Voraus, je auf den ersten des Monats, an die Ehefrau zu leisten, erstmals ab 1. Juli 2018:
- CHF 761.00 zuzüglich Kinderzulagen Barunterhalt für A._
- CHF 761.00 zuzüglich Kinderzulagen Barunterhalt für B._
- CHF 2'713.00 Betreuungsunterhalt (für beide Kinder)
- CHF 1'183.00 Ehegattenunterhalt
5. Die Kinder- und Jugendpsychiatrie Graubünden (KJP) wird beauftragt, ein Gutachten über die Erziehungs- und Betreuungsfähigkeit der Eltern zu erstellen sowie Empfehlungen zur Zuteilung der Obhut und der Ausübung des Besuchsrechts abzugeben.
6. Der Ehemann wird verpflichtet, für das einzuholende Gutachten innerhalb von 10 Tagen ab Mitteilung des vorliegenden Entscheides einen Kostenvorschuss von CHF 8'000.00 zu leisten.
7. Der Ehemann wird verpflichtet, an die Ehefrau für das laufende Eheschutzverfahren einen Prozesskostenvorschuss für Anwalts- und Gerichtskosten von CHF 6'000.00 zu leisten, welcher ebenfalls innerhalb von zehn Tagen ab Mitteilung des vorliegenden Entscheides zu bezahlen ist. Die Verpflichtung zur Zahlung weiterer Prozesskostenvorschüsse an die Ehefrau bleibt vorbehalten.
8. Die Kosten des vorliegenden Entscheides bleiben einstweilen bei der Prozedur. Kosten- und Entschädigungsfolgen werden im Rahmen des definitiven Eheschutzentscheides gesprochen.
9. Die Parteien werden unter Hinweis auf Art. 101 Abs. 3 ZPO verpflichtet, innert 20 Tagen für das vorliegende Eheschutzverfahren einen Gerichtskostenvorschuss von je CHF 2'000.00 zu leisten.

## Considerations