# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** c61bc42d-aa3f-48a7-ab5f-9f53ed3e2466
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2016
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1955,
besuchte in
Y._
die Mittel
-
punkt
schule
und absolvierte keine Berufsausbildung.
Zuletzt war sie
seit dem
15
.
A
pril
20
10
saisonal (d.h. jeweils vom
15.
April bis
zum 15.
Oktober
)
als Mitarbeiterin
Kasse/Kiosk
im
Dorfbad
der Stadt Z._
angestellt
, seit 2011 mit einem Pensum von
100
%
(Urk.
7/15
,
7/23/17,
7/25
und
7/29/2
-
4
)
.
Ihr Aufga
ben
bereich
umfasste
unter anderem auch
die Mitarbeit in der Küche (inkl. Ser
vieren von Speisen) und das Verrichten von
Reinigungsarbeiten (
Urk.
3/3 S. 1,
7/23/17 und
7/29/2-4
)
.
Ausserhalb der
Freibad
saison war die Versicherte
in wechselnden kurzen Anstellungsverhältnissen
als Reinigungskraft, Beiköchin
oder
Küchenhilfe
erwerbstätig oder
sie
bezog
Arbeitslosenentschädigung (Urk.
7/15
, 7/29
/
5
-6
und 7/45/2
).
Im J
ahr 2012
zog sich die
Versicherte
bei einem Sturz
am linken Handgelenk
eine Radiusfraktur
zu
, die konservativ versorgt wurde
(
Urk.
7/16/6, 7/18/1 und
7/20)
. Am
2.
Juni 2013
erlitt sie
einen
ischämischen Hirninfarkt
, worauf sie bis zum 6.
Juni 2013 notfallmässig im Spital
A._
hospitalisiert war
.
Vom 24. Juni bis zum 27. Juli 2013 hielt sie sich zur Rehabilitat
i
on in der
B._
auf
(
Urk.
7/6/37)
.
A
m
11
. August 2013
stürzte die Versicherte
über einen Hock
er und
klagte danach über Schmerzen
an beiden K
n
ien
und an beiden Schultergelenken (
Urk.
7/2/2,
7/23/16 und Urk. 7/23/42).
Ihr Hausarzt,
Dr.
med.
C._
, Facharzt FMH für Allgemeinmedizin
, attestierte
ihr
ab dem 11.
August 2
013 eine 100%ige
,
ab dem 21.
September 2013 eine 50%ige
(Urk. 7/23/17)
und ab dem 7. Oktober 2013 eine 0%ige
Arbeitsunfähigkeit (Urk. 7/14/7-
8).
Die Schweizerische Unfallversicherungsanstalt (Suva) als Unfall
versicherer
erbrachte
wegen der Folgen
der
2012 und 2013
erlittenen Stürze
Ver
sicherungsleistungen (
Urk.
7/23/1-3,
7/23/39 und 7/23/40)
.
Ab
dem 3. März 2014
bescheinigte
Dr.
C._
der Versicherten
erneut
eine Arbeitsun
fähigkeit
, die er zuerst mit
100
%
, dann mit 66
%, 60
%
, 50
%
, 40
%
und
zuletzt (ab
dem 21.
Oktobe
r 2014) mit 50
%
bezifferte (
Urk.
7/2/3
-
4,
7/14/1-
2
, 7/23/17
,
7/49/1 und 7/49/4
).
Am 2
5
.
Oktober
2014 meldete sich die Versicherte bei der
Sozialversicherungs
anstalt
des Kantons Zürich, IV-Stelle, zum Leistungsbezug an (Urk.
7
/
3
). Diese
holte
erwerbliche (Urk.
7/13, 7/15
, 7/29
und 7/
45
) und medizinische (Urk.
7
/1
4, 7/16-18
, 7/37, 7/40 und
7/49
)
Auskünfte ein
. Überdies
zog
sie
die Akten
der Suva (
Urk.
7/23)
und
der Allianz Suisse Vers
icherungs-Gesellschaft AG
(Urk.
7/27) bei
. Am
15
.
Mai 2015
erl
iess die IV-Stelle einen negati
ven Vor
be
scheid (Urk.
7
/
53
).
Dagegen liess die Versicherte Einwand erheben (
Urk.
7/56, 7/59 und
7/61)
und
zahlreiche
weitere medizinische Unterlagen einreichen
(
vgl.
Urk.
7/60).
Mit Verfügung vom 27. August 2015 verneinte
die IV-Stelle
einen Renten
anspruch (Urk. 2 = 7/
67
).
2.
Gegen die Verfügung vom
27. August 2015
liess die Versicherte, vertreten durch Rechtsanwalt Thomas Laube, mit Eingabe vom
7. September 2015
(Urk. 1)
Beschwerde erheben
mit dem Antrag
, die angefochtene Verfügung sei aufzuhe
ben und es sei
ihr
nach Durchführung der notwendigen Abklärungen ab März 2015, ausgehend von einem Invaliditätsgrad von mindestens 50
%
, eine Invali
denrente auszurichten; unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der Beschwerdegegnerin. Ferner
wurde
um
Anordnung eines zweiten
Schriften
wechsels
ersucht
(
Urk.
1 S. 2). Die IV-Stelle schloss am 14. Oktober 2015 auf Abweisung der Beschwerde (Urk. 6). Die Replik wurde am 23. Oktober 2015 erstattet (
Urk.
9). Die Beschwerdegegnerin verzichtete am 6. November 2015 auf das Einreichen einer Duplik (
Urk.
11). Davon wurde der
Besch
w
e
rdeführerin
mit Verfügung vom 9. November 2015 Kenntnis gegeben (Urk. 12).
Auf die Ausführungen der Parteien in den Rechtsschriften und die im
Beschwer
de
verfahren
neu eingereichten Unterlagen (Urk.
3/3 und 3/6
) wird, soweit erfor
derlich, in den Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG
). Die Invalidität kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (
Art.
4
Abs.
1
des Bun
desgesetzes über die Invalidenversicherung, IVG
).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beur
teilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfä
higkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertels
rente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
Versicherungsträger und Sozialversicherungsgerichte haben die Beweise frei, das heisst ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Für das Beschwerdeverfahren bedeutet dies, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel, unabhängig davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden hat, ob die verfüg
baren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruches gestatten. Insbesondere darf es bei einander widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich des Beweiswertes eines
Arztbe
richtes
ist also entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfas
send ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwer
den berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schluss
folgerungen begründet sind. Ausschlaggebend für den Beweiswert ist grund
sätzlich somit weder die Herkunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gut
achten (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a).
1.4
Die regionalen ärztlichen Dienste (RAD) stehen den IV-Stellen zur Beurteilung der medizinischen Voraussetzungen des Leistungsanspruchs zur Verfügung. Sie setzen die für die Invalidenversicherung nach Art. 6 ATSG massgebende funk
tionelle Leistungsfähigkeit der Versicherten fest, eine zumutbare Erwerbstätig
keit oder Tätigkeit im Aufgabenbereich auszuüben. Sie sind in ihrem medizi
nischen Sachentscheid im Einzelfall unabhängig (Art. 59 Abs. 2
bis
IVG). Nach Art. 49
der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV)
beurteilen die RAD die medizinischen Voraussetzungen des Leistungsanspruchs. Die geeig
neten Prüfmethoden können sie im Rahmen ihrer medizinischen Fachkom
petenz und der allgemeinen fachlichen Weisungen des Bundesamtes frei wählen (Abs. 1). Die RAD können Versicherte bei Bedarf selber ärztlich untersuchen. Sie halten die Untersuchungsergebnisse schriftlich fest (Abs. 2; Urteil des Bundes
gerichts 9C_406/2014 vom 31. Oktober 2014 E. 3.5 mit Hinweis auf BGE 135 V 254 E. 3.5).
Die Funktion interner RAD-Berichte besteht darin, aus medizinischer Sicht – gewissermassen als Hilfestellung für die medizinischen Laien in Verwaltung und Gerichten, welche in der Folge über den Leistungsanspruch zu entscheiden haben – den medizinischen Sachverhalt zusammenzufassen und zu würdigen, wozu namentlich auch gehört, bei widersprüchlichen medizinischen Akten eine Wertung vorzunehmen und zu beurteilen, ob auf die eine oder die andere Ansicht abzustellen oder aber eine zusätzliche Untersuchung vorzunehmen sei. Sie würdigen die vorhandenen Befunde aus medizinischer Sicht (Urteil des Bun
desgerichts 9C_406/2014 vom 31. Oktober 2014 E. 3.5 mit Hinweisen).
2.
Die Beschwerdegegnerin zog in der angefochtenen Verfügung
im Wesentlichen
in Betracht, die Beschwerdeführerin
sei
ab
Juni 2013
erheblich
in ihrer Arbeits
fähigkeit eingeschränkt
und dann
w
ieder voll arbeitsfähig gewesen
. Seit dem 3.
März 2014 (Beginn der einjährigen Wartezeit)
liege eine
durchgehende Arbeits
unfähigkeit vor. Der Gesundheitszustand habe sich
erfreulicherweise kontinu
ierlich
verbessert, so dass der Beschwerdeführerin n
ach Ablauf des Wartejahres ihre bisherige Tätigkeit
als Mitarbeiterin Kasse/Kiosk im
Dorfbad
wieder zu 50
%
zumutbar sei. E
ine
angepasste, das heisst eine einfache, körperlich sehr leichte und wechselbelastende Tätigkeit, die häufig sitzend zu verrichten sei, sei der Beschwerdeführerin zu 100 % zumutbar.
Dementsprechend führte die Beschwerdegegnerin einen Einkommensvergleich durch
und ermittelte einen
Invaliditätsgrad von 7
%
, der keinen Rentenanspruch zu begründen vermöge
. Ferner hielt die Beschwerdegegnerin fest, die im
Einwandverfahren
neu einge
reichten medizinischen Unterlagen
enthielten
keine Hinweise auf
nicht bereits berücksichtig
t
e
wesentliche
Einschränkungen
(vgl. Urk. 2).
Demgegenüber
liess
die Beschwerdeführerin geltend machen,
die angefochtene Verfügung
sei
bereits
wegen ungenügender Begründung und Verletzung de
s rechtlichen Gehörs aufzuheben
, da sich die Beschwerdegegner
in nur
unzu
reichend zur
Einwands
begründung
und
zu
den neu eingereichten medizinischen Unterlagen geäussert habe. Darüber hinaus sei
der
Beschwerdegegnerin
eine Verletzung
ihrer Abklärungspflicht
vorzuwerfen
,
zumal
keine neuropsycholo
gische Untersuchung mehr
stattgefunden habe
. Bei der
von der Beschwerde
führerin zuletzt ausgeübte
n
Tätigkeit
als Mitarbeiterin Kasse/Kiosk im
Dorfbad
, die ihr nunmehr lediglich noch zu 50
%
zumutbar sei,
handle es sich zudem
bereits
um eine
behinderungsangepasst
e Tätigkeit
(vgl.
Urk.
1 und
9
).
3.
3.1
Verfügungen der Versicherungsträger müssen, wenn sie den Begehren der Par
teien nicht voll entsprechen, eine Begründung enthalten, das heisst eine Dar
stellung des vom Versicherungsträger als relevant erachteten Sachverhaltes und der rechtlichen Erwä
gungen (Art. 49
Abs.
3 Satz 2 ATSG). Die Begründung eines Entscheides muss so abgefasst sein, dass die betrof
fene Person ihn gege
benenfalls anfechten kann. Dies ist nur dann möglich, wenn sowohl sie als auch die Rechtsmittelinstanz sich über die Tragweite des Entscheids ein Bild machen können. In diesem Sinne müssen wenigstens kurz die Überlegungen genannt werden, von denen sich der Versicherungsträger leiten liess und auf welche sich der Entscheid stützt. Dies bedeutet indessen nicht, dass sich die Verwaltung ausdrücklich mit jeder
tatbeständlichen
Behauptung und jedem rechtlichen Ein
wand auseinander setzen muss; vielmehr kann sie sich auf die für den Entscheid wesentlichen Gesichtspunkte beschränken (BGE 126 V 75 E. 5b/
dd
mit Hinweis, 118 V 56 E. 5b).
3.2
I
n der angefochtenen Verfügung
hat die Beschwerde
gegnerin
dargelegt, aus welchen Gründen sie zu ihrem Entscheid gelangt ist. Ihren Ausführungen lässt sich insbesondere entnehmen, dass sie den medizinischen Sachverhal
t – entge
gen der in den
Einwand
schreiben
vertretenen Auffassung – für ausreichend abgeklärt erachtet. Ebenso geht daraus hervor, dass
die Beschwerdegegnerin
den Inhalt der im
Einwandverfahren
neu eingereichten Dokumente zur Kennt
-
nis
genom
men und darin keine Hinweise auf bisher unberücksichtigte (invaliditäts-)re
levante Einschränkungen der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit erblickt hat.
Die
entscheidwesentlichen
Gesichtspunkte wurden
genannt, so dass sich der Vor
wurf der Verletzung der Begründungspflicht und des rechtlichen Gehörs als haltlos erweist.
4.
Des Weiteren ist vorab
zu bemerken, dass sich die Beschwerdeführerin am 25. Oktober 2014 zum Leistungsbezug angemeldet hat (Urk. 7/3). Es kann folg
lich frühestens am 25. April 2015 ein Rentenanspruch entstehen (Art. 29 Abs. 1 IVG). Soweit mit der Beschwerde eine Invalidenrente vor dem 1. April 2015 verlangt wird (das heisst für den Monat März 2015; vgl. Urk. 1 S. 2), ist sie ohne
weitere Prüfung
abzuweisen (vgl. Art. 29 Abs. 3 IVG).
5.
5.1
In medizinischer Hinsicht lässt sich den Akten entnehmen,
dass
die Beschwerde
führerin
nach dem Hirninfarkt
am
5.
Juni 2013
im Spital
A._
magnetresonanztomographisch untersucht wurde.
Es wurde
eine frische ischä
mische Läsion rechts
cerebellär
im AICA Stromgebiet und ein hypoplastisches V4-Segement der
Arteria
vertebralis rechts festgestellt. Der Abgang der AICA erschien rechts
perfundiert
, ansonsten handelte es sich um eine
altersent
sprechende
Abbildung des
Neurocraniums
(
Urk.
7/60/1).
Vom 2
4.
Juni bis zum 2
7.
Juli 2013 hielt sich die Beschwerdeführerin zur Rehabi
litation in der
B._
auf (
Urk.
7/60/6). Bei
ihrem
Austritt
waren
die rechtsseitigen Kopfschmerzen leicht gebessert und das Gang
bild sicher. Es
bestand
noch
eine leichte
Dysarthroponie
(Sprechstörung)
. Über
dies
waren
leichte kognitive Defizite (reduzierte Belastbarkeit, Defizite in Teil
bereichen der E
xekutivfunktionen w
ie Interferenzanfälligkeit,
Kategori
sie
rungsfähigkeit
theoretische Handlungsplanung, vorausschauendes Denken und Problemlösen, Fehlerkontrolle und Monitoring
)
,
Defizite
in der geteilten Auf
merksamkeit
und
eine reduzierte
konzentrative
Belastbarkeit
vor
handen
(
Urk.
7/60/6).
B
is Ende Juli 2013
wurde
der Versicherten
eine 100%ige Arbeits
unfähigkeit attestiert
.
Da aufgrund der
erwähnten Defizite, insbesondere der reduzierten Belastbarkeit, am Arbeitsplatz
bei erhöhten Anforderungen, steigen
der kognitiver Belastung, hoher Ablenkung oder unter Stress mit Unaufmerk
samkeit und/oder einer schnelleren Überforderung
gerechnet wurde, wurde
aus neuropsychologischer Sicht eine
stufenweise
Wiederaufnahme der bisherigen Tätigkeit mit einem deutlich reduzierten Anfangspensum und einem guten Pausenmanagement empfohlen (
Urk.
7/60/7).
Am 2
9.
August 2013
führte
Dr.
med.
D._
, Facharzt FMH für Neurolo
gie,
eine neurologische Untersuchung durch
(
Urk.
7/60/2). Neben leichten
resi
duellen
Beschwerden, vorwiegend
eine
r
Hypästhesie und
eine
r
leichte
n
distalbe
tonte
n
rechtsseitige
n
Hemiparese
,
erhob er
vordergründige
re
chtsbe
tonte
Kopfschmerzen, teil
s
mit stechenden Exaze
rbationen mit leichter Übelkeit. Aufgrund des
Verlaufs und der klinischen Befunde
imponierten
ihm
diese
als
posttraumatische Kopfschmerzform
. Z
usätzlich
erhob er
bewegungsabhängige
Schwindelsensationen oh
ne klinisch
vestibulär
fassbare
Auffälligkeiten.
Es
stellte
klinisch Zeichen einer eventuell zusätzlichen
zervikozephalen
Kompo
nente
fest
. Darüber hinaus
vermerkte er die
tägliche Schmerzmitteleinnahme und Schlafschwierigkeiten
(
Urk.
7/60/3)
.
5
.2
Aufgrund der nach dem Sturz
vom 1
1.
August 2013
geäusserten Beschwerden
wurden
am 2
2.
August 2013
MRI-Aufnahmen des linken Knies erstellt.
Diese führten zur Beurteilung,
es hätten sich
e
in Gelenkserguss, ein
periartikuläres
Ödem und eine
Bakerzyste
gebildet
,
wobei die Letztgenannte
wahrscheinlich zur Unterschenkelmuskulatur hin
rupturiert
sei
. Es
gebe
eine ausgedehnte
Knochen
kontusion
medial an der Patella
,
eher zum
Unterpol
,
und möglicherweise
spin
nennetzförmige
Frakturen gleichenorts, jedoch keine
Fragmentverschiebung
u
nd keine Gelenkstufe
. Überdies wurden
eine vorbestehende massive
Chon
dro
pat
h
ia
patellae
Grad IV und eine deutliche
Chondropathie
Grad II
I
auch in der
Trochlea
sowie
eine
minimalere Knorpelreduktion im gewichttragenden Anteil des medialen
Femurkondylus
fes
tgestellt.
Es liege eine ausgedehnte Typ II-Deg
e
neration im medialen Meniskus
vor
, vor all
em in der hinteren
Übergangs
zon
e
. Es gebe keinen Beweis für eine Rissbildung, eine Kreuzba
nd- oder
Seiten
bandläsion
(Urk.
7/23/24).
Am 2
6.
Oktober 2013 wurde
offenbar auch
eine Sonographie der linken Schul
ter durchgeführt
, mit der
eine
Rotatorenmanschettenruptur
ausgeschlossen
wer
den konnte
. Es zeigten sich lediglich degenerative Veränderungen im Bereich der
Supraspin
a
tussehne
. Aufgrund des erhöhten Leidensdrucks und des positi
ven
Impingements
wurde eine Infiltration vorgenommen, die bereits kurze Zeit später zur Beschwerdefreiheit führte
, welche jedoch bloss eine Woche an
h
ielt
(
vgl.
Urk.
3/6 S. 8
).
5
.3
Die am
9.
Januar
2014
durchgeführte
Knochenszintigrafie
zeig
t
e
an beiden Hän
den
eine aktivierte Arthrose DIP DIG II/II
I
(vgl.
Urk.
7/23/10)
.
5
.4
Am 2
7.
März 2014
wurde
ein Mehrschicht-CT des Thorax erstellt, bei dem sich kein Hinweis auf ein Rezidiv des Morbus Bo
e
ck fand. Es wurden lediglich
leicht
gradige
narbige Veränderungen apikal im Bereich der
Pleurakuppen
schwielen
und lateral/
latero
-dorsal im Oberlappen, diskreter in der
Lingula
und im Unterlappen links
,
und
als Nebenbefund
eine
leichtgradige
Lebersteatose
erho
ben (Urk. 7/60/29).
5
.5
Dr.
C._
über
wies die Beschwerdeführerin wegen
der
seit
September
2013 geklag
te
n
symmetrische
n
Myalgien und Arthralgien
an Armen, Händen, Ober
schenkeln und
Fü
ssen und wegen
Rücken-,
Nacken- und
okzipitalbetonten
Kopf
schmerzen zur stationären Behandlung ins
E._
, die vom 1
1.
bis
zum 17.
April 2014 dauerte (Urk. 7/23/7
und 7/23/11
).
Dort
wurden neu ein Fibromyalgie-Syndrom
ohne Hinweise auf eine relevante psychische Komorbidität
, eine Pansinusitis mit Spiegelbildung im Sinus
maxillaris
rechts und im Sinus
sphenoidalis
links bei viralem Infekt der oberen Atemwege
und ein Vitamin D-Mangel diagnostiziert (
Urk.
7/23/7).
Überdies wurde eine
100%ige Arbeitsunfähigkeit vom 1
1.
bis zum 2
5.
April 2014 bescheinigt (Urk.
7/14/4
und 7/23/8
).
Das am
15.
April 2014
erstellte
CT des
Neurocraniums
und des Gesichtsschädels
zeigte eine
leichte frontal betonte Atrophie und ansonsten altersentsprechende norma
le Befunde
, ferner die
Pansinusitis mit Spiegelbildung im Sinus
maxillaris
rechts und im Sinus
sp
h
enoidalis
links
(Urk.
7/23/5 f.), die
mit abschwellenden Mitteln behandelt
wurde
. Es wurde vermerkt, dass die Versicherte während der
Hospitalisation
Schnupfen, Ohren
schmerzen und Husten mit leicht ansteigenden Entzündungsparametern entwi
ckelt habe. Die behandelnden Ärzte gingen von einem viralen Infekt der oberen Atemwege aus, der sicher teilweise die aktuell geklagten Kopfschmerzen erkläre
. Hinweise auf eine systemische
entzündlich-rheumatische Erkrankung
wurden keine gefunden (
Urk.
7/23/8).
5
.6
Beide Knie
wurde
n
am 2
8.
Juli 2014
im GZO Spital
F._
computertomo
graphisch
untersucht
(
Urk.
7/23/22 und 7/23/23)
.
Am
linken Knie
wurde
n
eine
retropatellär
im Bereich des Apex und mit Übergreifen auf die mediale
Gelenksfazette
betonte Arthrose und eine
Chondropathie
Grad I bis III im medi
alen
femorotibialen
Kompartiment festgestellt. Überdies zeigte sich eine Schwellung und mögliche zentrale Degeneration im
Hinterhorn
des medialen Meniskus ohne eindeutigen Riss. Es wurden keine
ligamentäre
Läsion, kein sig
nifikanter Erguss, aber eine grosse Baker-Zyste erhoben. Entzündliche Verän
derungen
waren nicht vorhanden
(
Urk.
7/23/22).
Die Untersuchung des rechten Knies ergab eine möglich
e
zentrale Schwellung, differentialdiagnostisch eine Degeneration im
Hinterhorn
des medialen Meniskus ohne Nachweis einer ein
deutigen Rissstruktur zur Ober- oder Unterfläche. Es wurde vor allem eine
retropatelläre
Arthrose mit grossflächigem Knorpeldefekt des Apex, übergrei
fend auf die mediale
Gelenksfazette
der oberen Patellarhälfte
,
festgestellt
. Eine
ligamentäre
Läsion, ein Gelenkserguss, eine signifikante
popileale
Zyste oder eine entzündliche Veränderung
waren nicht zu sehen
(Urk.
7/23/23).
5
.7
Dr.
C._
hielt in seinen
Bericht
en
vom
4.
und
5.
November 2014 (
Urk.
6/16
-
18
) die folgenden Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit fest:
1.
Tachykardie mit Leistungsminderung
-
Procainamid
besser
2.
V
erdacht auf
Fibromyalgie-Syndrom (ED 04/2014)
-
04/2014:
Widespread-Pain
ind
ex
15, Symptom-
Severity
-index 8
3.
Gonalgie
beidseits
-
MRI Knie links 23.8.2013
:
Gelenkserguss,
Bakerzys
te
, ausgedehnte Knochenkontusion an der
Patella, massive
Chond
ropathie
patellae
Grad IV,
Chondropathia
Grad III
-
MRI Knie rechts 20.1.2010: chronische
Chondropathie
patellae
4.
Restbeschwerdesymptomatik Handgelenk links nach konservativ versorg
ter distaler Radiusfraktur am 16.1.2012
-
Kompressionsbedingte Irritation des
Ramus
superficialis
nervi
radia
lis
-
Aktivierte
Pisotriquetratarthrose
links
-
Dorsales radiokarpales
Impingement
bei knöcherner
Absprengung der distalen Radiusgelenkslippe
5.
Polyarthros
e der Hände und Handgelenke beidseits
6.
Vitamin-D-Mangel (ED 04
/2014)
7.
Ischämischer Hirninfarkt im hinteren Stromgebiet rechts am 2.6.2013
-
Neurologie initial: Stamm- und
Extremitätenataxie
rechts, deut
liche
Dysarthrie
, leichte
Heimiparese
rechts
,
aetiologisch
am ehes
ten
mikroangiopathisch
-
cvRf
: arterielle Hypertonie, Nikotin (ca. 20
py
), pos
itive
Familien
an
amnese
,
Dyslipidämie
8.
Anamnestisch Status nach
Sarkoidose
ca. 1980
-
anamnestisch histologisch gesichert mit Lungenbiopsie links
-
rezidivfrei
nach einjähriger Steroidtherapie
9.
Anamnestisch Migräne
10.
Anamnestisch Status nach Maserninfektion als Kind
-
residuelle
Amaurose rechts (Hell-/Dunkel-Unterscheidung intakt)
11.
Anamnestisch Status nach Lymphdrüsentuberkulose abdominal als Klein
kind
.
Dr.
C._
vertrat die Auffassung, e
s bestehe sicher eine
Einschränkung der
körper
lich
en
Leistungsfähigkeit, in welchem Ausmass, könne
er nicht beurtei
len
.
Dazu
sei eine Evaluation der funktionellen Leistungsfähigkeit nötig (
Urk.
7/16/7 und 7/16/8).
Aktuell stünden bei den Beschwerden die
bewegungs
abhängigen
Schmerzen im Handgelenk und in den Händen im Vordergrund. Nicht zu vernachlässigen seien die bewegungsabhängigen Schmerzen in beiden Knien. Dazu
kämen
die schnelle Ermüdbarkeit und
die
mangelnde
Konzentra
tions
fähigkei
t. Überdies bestehe
eine generalisierte Schmerzsymptomatik, vor allem in den oberen Extremitäten und der Wirbelsäule entlang (
Urk.
7/18/1).
5
.
8
Dr.
med.
G._
, Fachärztin FMH für Allgemeinmedizin
,
untersuchte die Beschwerdeführerin am 1
5.
Dezember 2014 im Auftrag
von deren
Pensions
kasse und erstattete am 1
6.
De
zember 2014 ein Gutachten (Urk.
7/60/15
-28). Darin
stellte sie die folgenden Diagnosen
:
-
Symptomatische Fingerpolyarthrose mit aktuell im Vordergrund stehender
Heberden
-Arthrose
Dig
II und III beidseits:
Geplante operative Sanierung am 20.01.2015: Stellungskorrigierende
End
gelenksarthrodese
rechts und
Mukoidzystenentfernung
-
Fibromyalgie-Syndrom (ED 04/2014)
-
Status nach akutem ischämischen Hirninfarkt im hinteren Stromgebiet rechts am 02.06.2013:
Dysarthrie
, Ataxie des rechten Armes proximal betont
Kardiovaskuläre Risikofaktoren: Hypertonie,
Nikotinabusus
,
Dyslipidämie
-
Beginnende Gonarthrose /
retropatelläre
Arthrose beidseits.
Dr.
G._
vertrat die Ansicht, dass sie frühestens im August 2015 zur Arbeitsfä
higkeit
in angestammter Tätigkeit
Stellung nehmen könne, wenn die Rehabilitation nach der für den 2
0.
Januar 2015 geplanten handchirurgischen Operation abgeschlossen sei (
Urk.
7/60/26).
5
.
9
W
egen des Verdachts auf eine depressive Reaktion
überwies
Dr.
C._
die Beschwer
deführerin
zur Untersuchung ans Psychiatriezentrum
F._
der
H._
AG
, welche
am 2
5.
November 2014 statt
fand. Es wurden
orga
nische
affektive Störungen (ICD-10: F
06.3) und eine leichte kognitive Störung (ICD-10: F06.7) diagnostiziert (
Urk.
7/60/30).
Überdies
wurden eine
neuropsy
chologische Testung und eine Therap
i
e beim Ambulatorium organisiert (
Urk.
7/60/31).
Die Beschwerdeführerin
erschien
darauf
lediglich zwei bis drei Mal
im
Psychiatrie
zentrum
F._
,
weshalb das
von der IV-Stelle angeforderte
Arzt
zeugnis
nicht
erstellt werden konnte
(
Urk.
7/63). Auch die empfohle
ne Testung fand nie statt (Urk.
7/64).
5
.10
Am 2
0.
Januar 2015 nahm
Dr.
med.
I._
, Facharzt FMH für Ortho
pädische Chirurgie und Handchirurgie, den geplanten operativen Eingriff
an der rechten Hand vor. Er führte eine
stellungskorrigierende DIP-
Arthrodese
D
ig
II und II
I
und eine
Synovektomie
und
Osteophytenabtragung
an den
End
gelenken
D
ig
II und III
durch
(
Urk.
7/60/32).
In seinem Bericht vom 1
3.
März 2015 führte er nebst dem Status nach
DIP-Arth
rodese
D
ig
II und III an
der rechten Hand eine symptomatische
Fingerpoly
arthrose
mit aktuell im Vordergrund stehender
Heberden
-Arthrose
D
ig
II und II
I
beidseits, rechts mehr als links, als Diagnosen auf (
Urk.
7/40/6). Sechs Wochen postoperativ
stellte er
ein schönes Operationsergebnis bei konsolidierten
Arth
rodesen
fest
. Aktuell bestehe noch eine Überempfindlichkeit im Bereich der Pulpa, die sich im weiteren Verlauf geben werde. Er denke, dass die Arbeits
fähigkeit an der Schwimmbadkasse für zumindest 50
%
wieder gewährleistet sein sollte
.
Betreffend die linke Hand
könne sich die Versicherte im Herbst jederzeit melden
(
Urk.
7/4
0/6).
Die Arbeits
un
fähigkeit vom 21.
Oktober 2014 bis zum 1
9.
Januar 2015 habe 50
%
betragen.
Vom 20.
Januar bis zum 8.
Februar 2015 habe eine Arbeitsun
fähigkeit
von 100
%
bestanden und vom 9.
Februar bis zum 2
2.
März 2015 e
ine Arbeitsunfähigkeit von 80
%
. Danach sei
bis zum 3
1.
Mai 2015
von
eine
r
50%ige
n
Arbeits
un
fähigkeit
auszugehen
(
vgl.
Urk.
7/49/2
-4
).
5
.1
1
I
n einem weiteren
Bericht vom 1
6.
März 2015
vermerkte
Dr.
C._
darauf
neu den
Status nach DIP-
Arthrodese
D
ig
II und III (
Urk.
7/37/
1). Den Gesundheits
zustand
be
urteilte er als
in etwa
stationär (Urk.
7/37/1).
Die Arth
rose an den Fingern sollte postoperativ leicht besser werden (Urk.7/37/2).
Zur Beurteilung der Arbeitsfähigkeit empfahl
Dr.
C._
erneut die Durchführung einer Evaluation der funktio
nellen Leistungsfähigkeit (Urk.
7/37/2).
Am 2
4.
März 2015 attestierte
Dr.
C._
der Beschwerdeführerin vom 2
3.
März bis zum 3
1.
Mai 2015 eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit (
Urk.
7/49/1).
5
.1
2
In einer Stellungnahme vom 1
1.
Mai 2015 erachtete
Dr.
med.
J._
, Fach
arzt FMH für Allgemeinmedizin und zertifizierter Gutachter SIM, vom RAD
die von
Dr.
C._
bescheinigte
Arbeitsunfähigkeit in der angestammten Tätigkeit als nachvollziehbar. In einer optimal leidensangepassten Erwerbstätigkeit mit ent
sprechendem
Belastungs
profil
bestehe indessen keine Arbeitsunfähigkeit. Zur Begründung verwies er auf seine letzte Stellungnahme vom 1
3.
Januar 2015 (
Urk.
7/52/5).
Darin
hatte
er dem
Zustand nach Hirninfarkt
vom Ju
ni 2013, der
rhythmogenen
Herz
er
krankung, der beidseitigen Gonarthrose und der
Poly
arthrose
an beiden Händen
eine
Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit zu
gemes
sen
. Ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit sei der Verdacht auf Fibromy
algie. Die Einschränkungen bestünden in einer schnellen Ermüdbarkeit bei leichten neurologischen und kardialen Einschränkungen und in deutlichen bewegungsabhängigen Einschränkungen an den Extremitäten. Eine einfache, körperlich sehr leichte und wechselbelastende Tätigkeit, die häufig sitzend zu verrichten sei, sei
zu 100
% zumutbar (
Urk.
7/52/3).
5
.1
3
Wegen seit sechs Wochen geklagter Übelkeit und breiigem Stuhlgang
liess sich
die Beschwerdeführerin am 2
2.
Juni 2015 im Spital
F._
untersuch
en
. Es wurden
eine
Oesophagogastroduoden
o
skopie
durchgeführt und
eine
Antrum
gastropathie
und eine
erosive
Refluxösophagitis
Grad I nach Savary-Miller bei axialer
Hiatushernie
diagnostiziert. Überdies wurde der Verdacht auf eine Infektion mit
Heliobacter
plyori
geäussert und vorgeschlagen, den histolo
gischen Befund abzuwarten (
Urk.
7/
60/37). Die gleichentags durchgeführte
Kolonoskopie
ergab drei kleine Polypen im Kolon
descendens
, wobei auch hier das Abwarten auf die Resultate der Histologie empfohlen wurde. Eine
Ernäh
rungsintoleranz
, eine
Laktoseintoleranz
, gegebenenfalls auch eine
Fruktosein
toleranz
,
wurden als möglich erachtet (
Urk.
7/60/37).
5
.1
4
Am 2
1.
Juli 2015 vertrat
Dr.
med.
K._
, Facharzt FMH für Arbeitsme
dizin, vom RAD die Auffassung, die im
Einwandverfahren
neu ein
gereichten medizinischen Unterlagen
, darunter
diejenigen
betreffend
die
Folgen des Hirninfarktes und den Bericht des Psychiatriezentrums
F._
vom 25. November 2014
(vgl.
Urk.
7/60)
,
enthielten
keine
neuen
medizinischen Tat
sachen, die
Dr.
J._
hätte berücksichtigen müssen
oder die etwas an
dessen
Einschätzung zu ändern
v
ermöchten.
Der
Bericht des Psychiatriezentrums
F._
vom 25.
November 2014
enthalte keine
Angaben zur Arbeitsfähigkeit. Offenbar finde auch keine regelmässige fachärztliche Behandlung statt, so dass nicht davon auszugehen sei, es lägen neue medizinische Tatsachen vor, die zu berücksichtigen seien
(
Urk.
7/65/3)
.
5
.1
5
Im Beschwerdeverfahren reichte der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin ein Gutachten von
Dr.
G._
vom
4.
August 2015
(
Urk.
3/6)
ein, das unter anderem auf einer Untersuchung vom
3.
August 2015 beruht (
Urk.
3/6
S. 2
). Demnach habe die Explorandin berichtet,
sie habe
körperlich viele Baustellen
u
nd
sei
wirklich angesc
hlagen. Überall tue es weh. Am s
chlimmsten sei die linke Hand, welche noch nicht operiert worden sei. Die rechte operierte Hand sei nun schmerzfrei. Sie habe jedoch
noch
ein Taubheitsgefühl in den Fingerkuppen II und III,
weshalb
sie mit der rechten Hand
fast nichts anfassen könne
.
Die Ope
ration der linken Hand sei geplant, jedoch erst, wenn das Taubheitsgefühl rechts
weggegangen sei, was ungefähr ein Jahr dauern werde, wie ihr der Oper
ateur erklärt habe (
Urk.
3/6 S.
5).
Dr.
G._
führte als Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit die symp
tomatische Fingerpolyarthrose mit stehender
Heberden
-Arthrose
Dig
II und III beidseits mit Status nach operativer Sanierung rechts (DIP-
Arthrodese
Dig
II und III rechts) am 2
0.
Januar 2015 und geplanter operativer Sanierung im Bereich
Dig
II und III links auf (
Urk.
3/6 S. 7).
Ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit seien die folgenden Diagnosen
(Urk. 3/6 S. 7)
:
-
Fibromyalgie-Syndrom (ED 04/2014)
-
Status nach akutem ischämischen Hirninfarkt im hinteren Stromgebiet rechts am
2.
Juni 2013
-
zu Beginn
Dysarthrie
, Ataxie des rechten Armes proximal betont, im Ver
lauf vollständig
regredient
-
leichte
residuelle
neurokognitive Defizite
- kardiovaskuläre Risikofaktoren: Hypertonie,
Nikotinabusus
,
Dyslipidämie
-
Beginnende Gonarthrose /
retropatelläre
Arthrose beidseits
-
Schultergelenkschmerzen links bei leichten degenerativen Veränderungen der
Supraspintussehne
-
Diarrhoe unklarer
Aetiologie
, Gastritis.
Dr.
G._
zog in Betracht, bei der neuropsychologischen Abklärung 2013
habe sich
die neurologische Symptomatik bis auf leichte
residuelle
neurokognitive Defizite
vollständig
regredient
gezeigt
. Leichte neurokognitive Defizite wirkten sich erfahrungsgemäss nicht leistungsbeeinträchtigend aus und es sei im
Lang
zeitverlauf
eher mit einer Verbesserung zu rechnen.
Im Frühling habe die Ver
sicherte eine zunehmende Schmerzproblematik im Bereich der Weichteile und der Gelenke entwickelt. Eine Abklärung im
E._
habe die Diagnose eines
Fibromyalgiesyndroms
ergeben. Die Schulterschmerzen links bei leichten degenerativen Veränderungen der
Supraspinatussehne
links und die beidseitigen Knieschmerzen bei beginnender Gonarthrose zeig
t
en sich unverän
dert. Die Fingerpolyarthrose mit
Herberdenarthrose
, vor allem
Dig
II und III beidseits, sei am 2
0.
Januar 2015 im Bereich der rechten Hand operativ saniert worden. Postoperativ bestehe noch ein Taubheitsgefühl der Fingerkuppe
Dig
II und III rechts mit Flexionsdefizit
Dig
II und III.
Der
selbe
Eingriff sei auch links geplant, wobei der genaue Zeitpunkt
n
och
nicht feststehe
. Aufgrund der
Hand
problematik
ergebe sich eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit in der ange
stammten Tätigkeit von 50
%
(
Urk.
3/6 S. 10). In einer
behinderungsangepass
te
n
, körperlich leichten, wechselbelastenden Tätigkeit sei die Versicherte zu 100
%
arbeitsfähig (
Urk.
3/6 S 11).
6.
6.1
Es ist strittig und zu prüfen, ob die Beschwerdegegnerin zu Recht auf die
Aktenbe
urteilung
en
ihres RAD abgestellt hat oder ob sie weitere medizinische Abklärungen hätte tätigen müssen
(vgl.
Urk.
1, 2 und 9)
.
6.2
Die Aktenbeurteilung des RAD ohne eigene Untersuchung kann beweiskräftig sein, sofern ein lückenloser Befund vorliegt und es im Wesentlichen nur um die fachärztliche Beurteilung eines an sich feststehenden medizinischen Sachver
halts geht, mithin die direkte ärztliche Befassung mit der versicherten Person in den Hintergrund rückt (vgl. das Urteil des Bundesgerichts 9C_335/2015 vom
1.
September 2015 E. 3.1 mit Hinweis).
6.3
Der RAD-Arzt
Dr.
J._
berücksichtigte bei seiner
Beurteilung
unter anderem
eine
rhyth
mogene
Herzerkrankung und kardiale Einschränkungen (
vgl. Urk.
7/52/3 und 7/52/5).
Auf diesbezüglich erhobene objektive Befunde konnte er sich – soweit aus den
Akten
ersichtlich –
nicht
stützen.
Lediglich
Dr.
C._
hatte zwar
eine Tachykardie mit Leistungsminderung und eine bekannte
Mitral
klappeninsuffizienz
erwähnt
, jedoch keine entsprechende
n
eigenständigen Befunde erhoben
(vgl.
Urk.
7/16/6, 7/16/7 und
7/18/1
-
2).
Der Bericht zur kardi
ologischen Untersuchung durch
Dr.
L._
vom
7.
August 2014, auf welchen bei der Anmeldung zum Leistungsbezug ausdrücklich verwiesen wurde (vgl. Urk. 7/2/1
und 7/3/5
), wurde nicht beigezogen. Insofern beruht die
Stellung
nahme
von
Dr.
J._
bereits auf einer unvollständigen Aktenlage.
Aus den vorhandenen medizinischen Unterlagen ergeben sich überdies
diverse
Anhaltspunkte dafür, dass die Beschwerdeführerin seit ihrem Hirninfarkt an leichten kognitiven Defiziten leidet (
Urk.
7/16/6-7, 7/18/1-2,
7/60/6
und
7/60/30-31
).
Solchen mass
Dr.
J._
ebenfalls – ohne entsprechende aktuelle Befunde – eine Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit zu (
Urk.
7/52/3 und 7/52/5).
Es mangelt daher auch in diesem Punkt an einer
ordnungsgemässen
Aktenbeurteilung
, welche auf einem medizinisch abgeklärten Sachverhalt beruht
.
Darüber hinaus äusserte sich
Dr.
J._
weder
zu
den geklagten
Schulter
gel
enk
beschwerden
(vgl.
Urk.
7/3/5,
7/23/10
und 7/23/17
) noch
zur Restsymptomatik nach der konservativ behandelten Handgelenksfraktur
,
welche
r
Dr.
C._
eben
falls Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit zugemessen hatte (vgl.
Urk.
7/16/6
und 7/18/2)
.
Von Seiten der Beschwerdeführerin wurde daher zu Recht gerügt,
Dr.
J._
habe nicht alle ihre Beschwerden, Befunde und Diagnosen berücksich
tigt (
Urk.
1 S. 7).
Mit Bezug auf die Problematik der linken Schulter fällt sodann auf, dass
im Gutachten
von
Dr.
G._
vom
16.
Dezember 2014, das im
Ein
wandverfahren
neu
einger
eicht wurde (vgl. Ur
k.
7/60/15
-28), eine am 2
6.
Oktober 2013 durchgeführte Sonographie der linken Schulter erwähnt wurde (
Urk.
7/60/17; vgl. auch
Urk.
7/60/22)
. Bis
heute
wurde kein
Unter
suchungsbericht
über
die damals erhobenen Befunde beigezogen
.
Auch
insofern
basierte
die Beurteilung des RAD nicht auf einer vollständigen Aktenlage
und hinreichend abgeklärten medizinischen
Verhältnissen
.
Es kann folglich nicht darauf abgestellt werden.
6.4
Mit Bezug auf die Beurteilung des RAD-Arztes
Dr.
K._
ist festzuhalten, dass es diesem offenbar an einer fachärztlichen
Ausbildung
als Psychiater man
gelt. Mit dem
im
Einwandverfahren
eingereichten
Bericht
des
Psychiatriezent
rums
F._
vom 25. November 2014 (vgl.
Urk.
7/60
/30-31
)
lagen ihm psy
chiatrische Diagnosen vor, über die er sich nicht ohne eine zusätzliche fach
ärztliche Klärung hätte hinwegsetzen dürfen. Daran vermag entgegen der von
Dr.
K._
vertretenen Auffassung
auch nichts zu ändern, dass sich der
Bericht des Psychiatriezentrums
F._
vom 25. November 2014
, in welchem die Diagnosen einer organischen affektiven Störung (ICD-10: F06.3) und einer leichten kognitiven Störung (ICD-10: F06.7) gestellt wurden (
Urk.
7/60/1)
,
nicht zur Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin äusserte
(Urk.
7/65/3).
Es bestehen daher erhebliche Zweifel an der Einschätzung von
Dr.
K._
. Dies muss umso mehr gelten, als auch in somatischer Hinsicht diverse Beschwerden
zur Diskussion
standen
,
deren Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit, insbesondere in einer angepassten Tätigkeit, noch nie fachärztlich beurteilt
worden waren
.
Bereits
aus rein somatischer Sicht
lag
eine medizinische Problemlage mit einem interdisziplinären Charakter vor, weswegen die Einholung einer (
polydiszip
linären
) Expertise angezeigt
gewesen wäre
. Unter
diesen
Umständen vermag die Aktenbeurteilung durch
Dr.
K._
, einen Arbeitsmediziner, nicht zu genü
gen, so dass darauf
ebenfalls nicht
abgestellt werden kann.
7.
7.1
Es bleibt zu prüfen, ob sich der Rentenanspruch, soweit noch strittig, mit den weiteren vorhandenen medizinischen Unterlagen beurteilen lässt.
7.2
Keiner
der erwähnten Berichte der
diversen
behandelnden Ärzte
enthält
eine Einschätzung der Arbeitsfähigkeit in
angepasster Tätigkeit
.
Dr.
I._
äus
serte sich aus rein orthopädisch-handchirurgischer Sicht
bloss
zur Arbeitsfähig
keit in angestammter Tätigkeit,
was zur Ermittlung des
massgebliche
n
medi
zinischen
Sachverhalt
s
nicht
genügt
.
Zwar nahm
Dr.
C._
eine Beurteilung der Arbeitsfähigkeit in angestammter Tätigkeit
aus polydisziplinärer Sicht
vor.
E
s mangelte ihm als Allgemeinmediziner indessen an
der dafür
erforderlichen Fachkompetenz. Auf seine Einschätzung kann
daher
ebenfalls nicht abgestellt werden, ohne dass näher geprüft werden müsste, inwiefern sie überhaupt auf aktuell erhobenen Befunden beruht
und in Kenntnis der gesamten medizi
nischen Aktenlage abgegeben wurde
.
7.3
Mit Bezug auf die Gutachten von
Dr.
G._
vom 1
5.
Dezember 2014 (Urk. 7/60/15-28) und vom
4.
August 2015 (
Urk.
3/6) ist zu bemerken, dass
Dr.
G._
als Fachärztin für Allgemeinmedizin ebenfalls nicht über die erfor
derliche Fachkompetenz zur Beurteilung der
hier
zur Diskussion stehenden polydisziplinären medizinischen Problematik verfügt.
Zu den im Raum stehen
den psychiatrischen Diagnosen hat sie sich denn auch – insoweit korrekt – nicht geäussert. Auch die von
Dr.
C._
erwähnten Restbeschwerden nach der
konservativ versorgten distalen Radiusfraktur
hat
Dr.
G._
nicht erörtert. Eine umfassende Beurteilung, auf welche abgestellt werden könnte, liegt damit ebenfalls nicht vor.
7.4
Zusammenfassend ergibt sich somit, dass sich der massgebende medizinische Sachverhalt mit den vorhandenen Unterlagen nicht beurteilen lässt, vielmehr
drängen sich
zusätzliche medizinische Abklärungen
zur Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin, insbesondere in angepasster Tätigkeit, aus polydisziplinärer Sicht auf
. Da die er
forder
li
chen Weiterungen sowohl in psychischer als auch in physischer Hinsicht einen zum Teil bisher gänzlich ungeklärten Sachverhalt betreffen, wird die Beschwer
degeg
nerin sie vorzunehmen haben (vgl. BGE 137 V 210 E. 4.4.1.4). Der angefochtene Entscheid ist somit bezüglich des noch strittigen Rentenanspruchs ab
April 2015
aufzuheben und die Sache ist zur Durch
führung der notwendigen Abklärungen und zu neuer Entscheidung an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen (§ 26 des Gesetzes über das
Sozialversi
che
rungsgericht
;
GSVGer
). In diesem Sinne ist die Beschwerde
t
eilweise
gutzuheissen.
8.
8.1
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem
Verfahrens
aufwand
und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis 1‘000.-- festzulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG) und auf Fr. 800.-- festzusetzen.
Ausgangsge
mäss
sind die
Verfah
renskosten
der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen.
8.2
Überdies hat die vertretene Beschwerdeführerin Anspruch auf eine
Pro
zessentschä
digung
. Diese wird ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache, der Schwierigkeit des Prozesses und dem Mass des Obsiegens bemessen (§ 34 Abs. 3 des Gesetzes über das Sozialversicherungs
-
gericht
;
GSVGer
). Vorliegen
d erscheint ein Betrag von
Fr.
2
‘
0
00.-- (inklusive
Bar
auslagen
und Mehrwertsteuer) als angemessen.