# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 16396796-bc35-5961-93db-9a42c17fe26f
**Court:** AR_OG
**Chamber:** AR_OG_004
**Year:** 2016
**Language:** de
**Jurisdiction:** AR / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt
A. Die Gemeinde Trogen und der Kanton Appenzell Ausserrhoden planen im Dorfkern von
Trogen den Landsgemeindeplatz und daran angrenzend die Kreuzung mit vier
einmündenden Kantonsstrassen zu sanieren und gestalterisch aufzuwerten. Der dazu
seitens der Gemeinde erforderliche Kredit wurde an der Gemeindeabstimmung vom 3. April
2011 gutgeheissen. Zunächst wurden je getrennt das Kantonsstrassenprojekt sowie das
kommunale Teilprojekt Landsgemeindeplatz Gesamtsanierung mit Gestaltung öffentlich
aufgelegt, wobei letzteres auch schon den oberen Teil der Strasse zum Restaurant Schäfli
mit umfasste (dieser Strassenteil liegt auf den Parzellen Nrn. 001-003, auf denen nach der
Rechtsverschreibung vom 18. September 1946 in einer Breite von 4.70m ein öffentliches
Fahrwegrecht lastet). Die beiden Projekte sahen vor, den Landsgemeindeplatz und die auf
die Kreuzung hinführenden fünf Strassen je mit einer Natursteinpflästerung analog dem
Klosterviertel in St. Gallen zu versehen. Nachdem gegen die je separat aufgelegten
Projekte des Kantons und der Gemeinde Trogen Einsprachen und Rechtsmittel erhoben
wurden, entschlossen sich Gemeinde und Kanton ihre Projekte in Anwendung von Art. 42
StrG zu vereinigen und unter der Federführung des Kantons neu aufzulegen (vgl. RRB vom
24. Juni 2014, Nr. 2014-309; Beschluss des Gemeinderates vom 4. Februar 2014 mit
Zustimmung zur Neuauflage des Projektes Landsgemeindeplatz als Teil des koordinierten
Gesamtprojektes unter Federführung des Kantons). Das Vorhaben wurde insofern
modifiziert, als insbesondere die auf der Speicherstrasse geplante Pflästerung aus
Lärmschutzgründen um rund 25m zu Gunsten einer Asphaltierung gekürzt wurde. Mit dem
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genannten Beschluss erteilte der Regierungsrat dem modifizierten Projekt P 1488 seine
Genehmigung (Ziff. 2) und beauftragte das Departement Bau und Umwelt mit der
öffentlichen Auflage. Für die ausführliche Begründung der Genehmigung kann auf die
Akten verwiesen werden. Darauf wird, soweit erforderlich, in den Erwägungen eingetreten.
Innert der Planauflage vom 18. August bis 16. September 2014 liessen A_ und B_ als
Miteigentümer der Parzelle 003 auch gegen das modifizierte Bauprojekt P 1488 wiederum
Einsprache erheben, wogegen die übrigen, gegen das zuvor aufgelegte Projekt noch
aufgetretenen Einsprecher gegen das teilweise in ihrem Sinn revidierte Projekt keine
Einsprache mehr erhoben. Die vorgenannten beiden Einsprecher liessen auf die
Durchführung einer Einspracheverhandlung verzichten. Im Verlauf des stattdessen
durchgeführten Schriftenwechsels ging via die kantonale Denkmalpflege die Verfügung
vom 15. März 2015 der Kommission für Denkmalpflege ein, mit der diese auf das
Beitragsgesuch vom 4. März 2013 hin insbesondere für die anstelle des Kies- bzw.
Hartbelages geplante Pflästerung einen Bundesbeitrag von maximal Fr. 98'023.-- bewilligte.
Dieser Materialwechsel wurde im gutgeheissenen Beitragsgesuch (S. 10) unter Hinweis auf
den Bericht der in einem Wettbewerb siegreichen Architekten Q_ im Wesentlichen wie
folgt begründet: In dem die Gebäude als raumdefinierende Elemente bezeichnet werden,
soll dem (Landsgemeinde-)Platz seine grosszügige Dimension zurückgegeben werden. Der
Platz müsse demnach seine zentrale Funktion als Verkehrsknoten und Erschliessungsort
weiterhin erfüllen. Ziel sei es, die Balance zwischen einer verständlichen, sicheren
Verkehrsführung und der angestrebten verstärkten Bestimmung als Begegnungszentrum
zu finden. Der Schwerpunkt des Platzes kennzeichne ein Oval, das flächenbündig mit der
Pflästerung sei. Die gesamte Neugestaltung werde behindertengerecht ausgeführt. Der
gewählte Guber-Pflasterstein (Quarzsandstein) sei geschliffen/geflammt und 12cm x 16cm
gross. In der gleichen Materialisierung wie die Pflästerung werde auch die Wasserrinne
ausgeführt. Die Vorzone und die Randsteine bestünden aus geflammtem Gneis und seien
gegenüber dem Platz um 3cm angehoben.
Den Einsprechern wurde Akteneinsicht gewährt. Nach Eingang ihrer abschliessenden
Stellungnahme hiess der Regierungsrat mit Entscheid vom 12. Mai 2015 die Einsprache
A_ und B_ einzig in Bezug auf zwei Wandleuchten gut, da es für das Anbringen an
ihrer Liegenschaft (Parzelle Nr. 003) an einer kantonalen Rechtsgrundlage fehle. In allen
übrigen Punkten und damit namentlich hinsichtlich der vorab aus Lärmschutzgründen von
den Einsprechern gerügten Pflästerung wies der Regierungsrat die Einsprache ab. Soweit
das Fehlen einer enteignungsrechtlichen Grundlage für das Vorhaben auf Parzelle 003
gerügt wurde, hielt der Regierungsrat fest, dass im modifizierten, neu aufgelegten Projekt
auf die Anpassung des Vorplatzes (zum Landsgemeindeplatz hin) verzichtet werde, und
dass andere private dingliche Rechte, die durch das Projekt berührt seien, von den
Einsprechern nicht angemeldet worden seien. Hinsichtlich der Rechtmässigkeit der
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Güterabwägung zwischen Lärmentwicklung und Gestaltungsansprüchen bei der Wahl der
Materialisierung der Verkehrsflächen hielt der Regierungsrat im Wesentlichen folgendes
fest: Nach der dafür massgebenden Lärmschutzverordnung (LSV, SR 814.41) und dem
Umweltschutzgesetz (USG, SR 814.01) sei in einem ersten Schritt davon auszugehen,
dass es sich bei der neuen Materialisierung (Pflästerung) der Kantonsstrasse um eine
Änderung einer bestehenden ortsfesten Anlage handle, da es sich dabei um ein reines
Tiefbauprojekt ohne Änderung der Verkehrsanordnung und des Zwecks der
Kantonsstrasse und des Landsgemeindeplatzes handle. Art. 2 Abs. 2 LSV komme deshalb
nicht zum Zug. Anwendbar sei hingegen Art. 8 Abs. 2 LSV und die Lärmimmissionen seien
deshalb mindestens so weit zu begrenzen, dass die Immissionsgrenzwerte nicht
überschritten werden. Der Regierungsrat wies daraufhin, dass zwar seit 1992 eine
Verkehrszunahme und damit auch eine Lärmzunahme festzustellen sei, dass aber durch
die Temporeduktion von 40 km/h auf 30 km/h auf der Kantonsstrasse und eine Reduktion
auf 20 km/h in der Begegnungszone längs der Schäflistrasse mit einer Lärmreduktion
gerechnet werden dürfe. Die Messungen und Berechnungen der W_ AG im Bericht vom
1. Mai 2014 hätten ergeben, dass bei fünf Liegenschaften entlang der Kantonsstrasse der
Immissionsgrenzwert von 65 dB am Tag heute überschritten werde. Die Liegenschaft der
Einsprecher (Parz. 003) gehöre aber nicht dazu (für die fünf betroffenen Liegenschaften
stehe der Kanton - unabhängig vom vorliegenden Projekt - im Rahmen der
Programmvereinbarung 2016-18 in der Pflicht). Von den von der Vorinstanz erwogenen vier
möglichen Lärmschutzmassnahmen (Temporeduktion, leise Pneus, lärmarme Beläge und
Lärmschutzwänden) fielen Lärmschutzwände im Ortbildschutz auch wegen des
Platzmangels ausser Betracht; lärmarme Beläge seien auf dieser Höhenlage wegen des
Winterdienstes und aufgrund ihrer kurzen Lebensdauer ungeeignet. Für leisere Pneus fehle
zur Anordnung eine gesetzliche Grundlage. Die Temporeduktion auf 30 km/h sei bereits
angeordnet worden und für eine weitergehend (als bloss auf der Schäflistrasse) geltende
Anordnung von Tempo 20 km/h seien die Voraussetzungen als Begegnungszone auf den
Kantonsstrassen nicht gegeben. Unabhängig von der Materialwahl auf der Kantonsstrasse
stehe derzeit im Dorfkern von Trogen als Alternative zum Lärmschutz nur die Erleichterung
durch Schallschutz im Sinne von Art. 10 LSV zur Disposition. Die Liegenschaft der
Einsprecher sei der Lärmempfindlichkeitsstufe III zugeordnet und deshalb betrage der
Immissionsgrenzwert für Strassenverkehrslärm 65 dB(A) am Tag und 55 dB(A) in der
Nacht. Dem Lärmbericht vom 1. Mai 2014 könne entnommen werden, dass diese
Immissionsgrenzwerte auf Parzelle 003 zu keiner Zeit überschritten seien; weder mit dem
asphaltiertem Belag noch mit der Pflästerung komme man in die Nähe dieser Grenzwerte.
Dabei sei auch die aktuelle Verkehrsbelastung auf der Schäflistrasse berücksichtigt
worden, wobei in dieser Tempo-20-Zone die Motorengeräusche lauter seien als die
Abrollgeräusche. Bezüglich des Vorsorgeprinzips geht der Regierungsrat davon aus, dass
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nach Art. 8 Abs. 2 LSV das Vorhaben mit der Pflästerung die Immissionsgrenzwerte
einzuhalten habe. Da diese bei der Parzelle der Einsprecher (Nr. 003) eingehalten seien,
sei der Kanton nicht weitergehend handlungspflichtig. Die mit dem Pflästerbelag gegenüber
einem Asphaltbelag verbundenen leicht höheren Lärmimmissionen seien geringer zu
gewichten als der Schutz bzw. die (gestalterische) Aufwertung des Ortsbildes. Das
Vorsorgeprinzip sei nicht verletzt, da dieses nicht mit einem absoluten
Lärmentwicklungsverbot gleichzusetzen sei, zumal die bereits realisierte Temposenkung
auch unter dem Aspekt der Vorsorge getroffen worden sei. Die LSV erlaube als Ergänzung
zu Art. 9 in Art. 10 Abs. 1 ergänzende Schallschutzmassnahmen am Gebäude für solche
Fälle. Dass im Rahmen einer Güterabwägung die Interessen des Ortsbildschutzes und der
Denkmalpflege die Interessen am Lärmschutz überwiegen können und dass es rechtens
sei, auf eine solche Güterabwägung abzustellen, ergebe sich aus Art. 14 LSV.
Dass die zuständigen (Vor-)Instanzen eine Abwägung der Interessen auch bezüglich der
Lärmfrage vorgenommen haben, wurde vom Regierungsrat durch Verweis auf die
folgenden Projektunterlagen und Vorentscheide bejaht: Schlussbericht II der Kommission
Neugestaltung Landsgemeindeplatz Trogen (vom 10.11.2009); Stellungnahme
Planungsamt (vom 10.6.2008); Edikt zur Gemeindeabstimmung über den Baukredit für die
Neugestaltung des Landsgemeindeplatzes (vom 3.4.2011); regierungsrätliche
Genehmigung des neuen Projektes inklusive Landsgemeindeplatz (RRB-2014-309, vom
24.6.2014). In diesem Zusammenhang wird auch auf die Verfügung der Denkmalpflege
verwiesen (vom 16.3.2015), mit der auf das Beitragsgesuch vom 4. März 2013 hin ein
Bundesbeitrag an die Pflästerung von maximal Fr. 98'023.-- bewilligt wurde. Der
Regierungsrat kommt in der Folge zum Schluss, dass der Souverän von Trogen und er in
seiner Genehmigung eine Güterabwägung zwischen der Pflästerung der Kantonsstrasse,
des Landsgemeindeplatzes und der Seitenarme in Würdigung des national geschützten
Ortsbildes von Trogen einerseits und der Lärmentwicklung anderseits vorgenommen habe.
Grundlage dafür sei das Gesamtprojekt Q_. Aus Gründen der Verkehrssicherheit und
vorsorglich auch unter dem Lärmaspekt sei die zulässige Höchstgeschwindigkeit auf der
Kreuzung und den Kantonsstrassen gesenkt worden. Da die Lärmimmissionen auf der
Liegenschaft der Einsprecher die Grenzwerte nicht überschreiten, sei das Festhalten am
Projekt vertretbar und rechtens. Für weitere Einzelheiten kann auf die Akten verwiesen
werden. Soweit erforderlich, wird darauf in den Erwägungen eingetreten.
B. Gegen diesen Entscheid des Regierungsrates liessen A_ und B_ mit Eingabe vom
16. Juni 2015 Beschwerde beim Obergericht erheben und die eingangs erwähnten
Rechtsbegehren stellen. Nebst dem ausdrücklich beantragten Verzicht auf die Pflästerung
wird mit der Beschwerde vorab eine Verletzung des rechtlichen Gehörs gerügt. Zur
Begründung verweisen die Beschwerdeführer zunächst auf die mit dem ersten, mittlerweile
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zurückgezogenen Projekt begangenen Verfahrensmängel. Dafür kann auf die Akten
verwiesen werden. Dass beim modifizierten, neu aufgelegten Projekt wiederum
Verletzungen des rechtlichen Gehörs begangen wurden, leiten die Beschwerdeführer
daraus ab, dass im vorliegend angefochtenen Rekursentscheid auf Unterlagen Bezug
genommen werde, welche ihnen nicht zur Verfügung gestanden hätten. Die Beschwerde
richtet sich sodann gegen das (modifizierte) Projekt, und auch gegen die nach Auffassung
der Beschwerdeführer nicht separat angezeigte Enteignung "beispielsweise" von
Nachbarrechten. Die Beschwerdeführer anerkennen, dass im neu aufgelegten Projekt nun
zwar auf die Anpassung des Vorplatzes zu ihrem Wohnhaus verzichtet wurde, so dass
insofern eine formelle Bodenabtretung entfalle. Hingegen habe das Projekt nach wie vor die
Enteignung von Nachbarrechten zur Folge. Dass aufgrund einer Rechtsverschreibung aus
dem Jahre 1946 die Parzelle Nr. 003 mit einer öffentlichen Fahrstrasse belastet sei, ändere
nichts, denn diese Belastung beinhalte nicht das Recht, den Boden des servitutarischen
Fahrrechts mit einer Pflästerung zu versehen; dies sei gegebenenfalls mit einer teilweisen
Enteignung verbunden. Für diese Teilenteignung seien die Voraussetzungen nicht
gegeben. Die Beschwerdeführer rügen ferner eine unzulängliche Interessenabwägung,
denn die für den Entscheid wesentlichen Gesichtspunkte seien nicht oder nur mangelhaft
und/oder voreingenommen abgeklärt und geprüft worden. Insbesondere lassen die
Beschwerdeführer bestreiten, dass an der Pflästerung ein öffentliches Interesse bestehe.
Durch die Pflästerung werde die bisherige Wohnnutzung noch unattraktiver und die
Zweckentfremdung des Landsgemeindeplatzes als Parkplatz werde gefördert, anstatt dass
das dem Stimmvolk vor 30 Jahren gegebene Verspechen, den Platz autofrei zu halten,
eingelöst werde. Die angebliche Aufwertung des Landsgemeindeplatzes beschränkte sich
durch die um sich greifende Pflastersteinkultur auf das rein ästhetische; daran bestehe kein
überwiegendes Interesse. Daran ändere auch der Verweis auf die ähnliche Gestaltung des
Klosterplatzes in St. Gallen nichts, denn dieser sei eine autofreie Zone; für Zubringer gelte
dort ein Tempolimit von 20 km/h und es fänden sich dort keine Parkplätze. Auch der
Hinweis auf die Zustimmung in der Volksabstimmung vom 3. April 2011 sei unbehelflich,
denn der Kantonsanteil sei weder hinsichtlich des Projektes noch der Finanzierung
Gegenstand dieser Abstimmung gewesen. Der Anteil des Schwerverkehrs sei gering,
weshalb die Pflästerung der Kreuzung auch nicht damit begründet werden könne.
Nachdem historisch über Jahrhunderte keine Pflästerung, sondern eine Bekiesung des
Platzes bestanden habe, sei die Pflästerung auch nicht damit zu begründen.
Bezeichnenderweise finde sich in den Akten kein die Pflästerung bejahender Bericht eines
anerkannten Sachverständigen, bzw. gegebenenfalls sei ihnen ein solcher Bericht nicht
bekannt gemacht worden. Daher sei anzunehmen, das in Städten modern gewordene
Pflästern von Fussgängerzonen werde hier auf einem eben gerade nicht autofreien Platz
nachgeahmt. Dass der Vertreter des Planungsamtes dies begrüsst habe, sei nicht allein
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massgebend, jedenfalls fehle es an einer zustimmenden Beurteilung seitens der dazu
zuständigen kantonalen Denkmalpflege oder der Eidg. Natur- und
Heimatschutzkommission. Es erstaune, dass man zwar auf das national geschützte
Ortsbild und den Eintrag im ISOS-Inventar verweise, aber meine, ohne Gutachten der
entsprechenden Fachbehörde auskommen zu können. Offensichtlich sei das Interesse am
Ortsbildschutz nie derart gross gewesen, dass die Frage der Pflästerung durch die Ziele
des ISOS-Inventars gestützt werde. Die Vorinstanz stütze sich einseitig und ohne
Güterabwägung auf die eidgenössische Durchgangsstrassenverordnung. Die
Beschwerdeführer bestreiten ferner die Wintertauglichkeit der Pflästerung und verweisen
auf die höheren Kosten. Von einem kantonalen öffentlichen Interesse an der Pflästerung
könne nicht ernsthaft die Rede sein. Auch seien erhebliche private Interessen
unberücksichtigt geblieben: Werde anstelle eines lärmarmen Strassenbelags eine
Pflästerung eingebaut, ergebe sich nach den Akten ein ganz erheblich höherer
Schalleintrag von ca. 4.2 dB (A). Auch unabhängig davon, ob die Immissionsgrenzwerte
eingehalten seien, werde durch den höheren Schalleintrag der Pflästerung das dem
Umweltschutzgesetz zugrunde liegende Vorsorgeprinzip verletzt. Erschwerend komme
hinzu, dass die Pflästerung vorliegend auf stark befahrenen Kantons- und
Durchgangsstrassen realisiert werden soll, wogegen die Pflästerungen in der Stadt
St. Gallen sich auf Gebiete beziehe, welche für den Motorfahrzeugverkehr und für die
Parkierung geschlossen seien bzw. praktisch keinen Verkehr aufweisen. Die Messungen
und Berechnungen der W_ AG hätten zudem ergeben, dass bei fünf Liegenschaften der
Immissionsgrenzwert von 65 dB (A) am Tag bereits heute überschritten sei. Zudem sei das
Verkehrsaufkommen in den letzten Jahren stark gestiegen; die im Gutachten W_
enthaltene Zählung von Anfang 2014 sei deshalb überholt und es sei unverständlich, dass
nun insbesondere der Kantonsstrassenbereich noch mit zusätzlich lärmverstärkender
Pflästerung versehen werden soll und dieser erst noch dem Schwerverkehr offengehalten
werde. Dass die Fahrzeuge immer leiser würden, treffe insbesondere für das
Abrollgeräusch nicht zu und dieses werde durch die Pflästerung nun noch verstärkt. Die
Beschwerdeführer halten ferner dafür, dass es sich beim geplanten Projekt nicht nur um
eine wesentliche Änderung einer bestehenden ortsfesten Anlage, sondern um eine
Neuanlage handle, denn als solche gelte auch eine Anlage, deren Zweck geändert werde.
Auch sei die Herabsetzung der zulässigen Höchstgeschwindigkeit von 40 km/h auf 30 km/h
einzig aus Sicherheitsgründen und nicht als Vorleistung im Hinblick auf die Pflästerung
erfolgt. Die vorinstanzliche Interessenabwägung kranke daran, dass der Kanton nach wie
vor keine eigenen öffentlichen Interessen geltend zu machen in der Lage sei, sondern
dieser erkläre einfach das Interesse der Gemeinde Trogen (insbesondere an der
Mitfinanzierung eines überrissenen Landsgemeindeplatzprojekts) zum Kantonsinteresse.
Dass der Landsgemeindeplatz oder die darauf hinführenden Kantonsstrassen je eine
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Pflästerung aufwiesen, werde richtigerweise nicht behauptet. Die Beschwerdeführer
bestreiten, dass nur schon eine leichtgewichtige Begründung für die dem Trend der
Neohistorisierung folgende Pflastersteineuphorie ausgerechnet auf der vielbefahrenen
Kantonsstrasse dargetan oder ersichtlich sei. Der Pflästerung stünden die Verletzung des
Vorsorgeprinzips im Lärmschutzbereich sowie unnötige, nicht mit dem Zweck des
Strassenbaus vereinbare Kosten ohne Sicherheitsgewinn gegenüber. Nach Auffassung der
Beschwerdeführer sei deshalb einzig die traditionelle Bekiesung als schützenswert zu
betrachten. Für weitere Einzelheiten der Begründung wird auf die Akten verwiesen; darauf
wird, soweit erforderlich, in den Erwägungen eingetreten.
C. Die Vorinstanz hielt den Beschwerdeführenden in ihrer Stellungnahme im Wesentlichen
entgegen, diese legten nicht dar, inwieweit die den Stimmbürgern vorgelegten
Entscheidgrundlagen unvollständig und nicht sachgerecht gewesen sein sollen. In den
Akten seien die Protokolle der Kommission Landsgemeindeplatz enthalten und im übrigen
sei der Beschwerdeführer B_ Mitglied dieser Kommission gewesen, habe aber kurz vor
der letzten Sitzung seinen Rücktritt eingereicht. Die als fehlend gerügte
Interessenabwägung sei in dieser Kommission mehrfach diskutiert und entschieden
worden, und zwar unter Beteiligung des genannten Beschwerdeführers. Im Übrigen werde
nicht substantiiert dargetan, welche Unterlagen den Beschwerdeführern nicht zur
Verfügung gestanden haben sollen. Auf die weiteren Vorbringen wird, soweit erforderlich, in
den Erwägungen näher eingetreten.
Der Gemeinderat liess seiner Stellungnahme eine früher bereits eingereichte
Stellungnahme beilegen und unverändert daran festhalten und verweisen. Darauf wird,
soweit erforderlich, in den Erwägungen näher eingetreten.
D. Mit Replik vom 12. Januar 2016 und Duplik vom 25. Februar 2016 haben die Parteien
ausdrücklich oder stillschweigend auf eine mündliche Verhandlung verzichtet. Auf diese
Eingaben wird, soweit erforderlich, in den Erwägungen eingetreten.
E. Mit Schreiben vom 19. April 2016 musste von der Gerichtsleitung an die Adresse der
Vorinstanz festgestellt werden, dass dem Gericht die Vorakten bislang nur unvollständig
zugegangen sind. In der Folge gingen die öffentlich aufgelegten Projektunterlagen und ein
ergänztes Aktenverzeichnis ein, welches erlaubt, die im angefochtenen Entscheid
abweichende Nummerierung der Beilagen mit der im vorliegenden Verfahren von der
Vorinstanz teilweise veranlassten Neunummerierung nachzuvollziehen. Auf Begehren der
Beschwerdeführer (Schreiben vom 20. Mai 2016) wurden von der Gerichtsleitung die
weiterhin als fehlend gerügten internen Mitberichte von Gemeinde und Kanton nachverlangt
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und den Beschwerdeführern mit Schreiben vom 8. Juli 2016 zur Einsicht überlassen. Auf
die dazu (act. 25-30) eingegangene Stellungnahme der Beschwerdeführer wird, soweit
erforderlich, in den Erwägungen eingetreten.
F. Auf die Eröffnung des Urteilsdispositivs hin bestanden die Beschwerdeführer und die
Vorinstanz je auf einer Begründung. Damit sind die Voraussetzungen für die in Ziff. 4 des
Dispositivs in Aussicht gestellte Reduktion der Entscheidgebühr nicht gegeben.

## Considerations

Erwägungen
1. Die von Amtes wegen vorzunehmende Prüfung der prozessualen Voraussetzungen ergibt,
dass das Obergericht nach Art. 54 Abs. 1 des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege
(VRPG, bGS 143.1) zur Behandlung der Beschwerde gegen den in Anwendung von Art. 39
und 42 Abs. 2 Strassengesetz (bGS 731.11, StrG) vom Regierungsrat eröffneten
Einspracheentscheid zuständig ist, da dieser ein koordinationspflichtiges Gesamtprojekt
betrifft, das im Dorfkern von Trogen vier Kantonsstrassen sowie die kommunale
Neugestaltung des Landsgemeindeplatzes und die Schäflistrasse als öffentliche Strasse im
privaten Eigentum umfasst. Die Beschwerdeführer sind als Adressaten des angefochtenen
Entscheides sowie als private Eigentümer einer öffentlich gewidmeten, von der
Umgestaltung betroffenen Strassenparzelle und der ans Strassenprojekt angrenzenden
Wohnliegenschaft formell und materiell beschwert. Dass einer der beiden Miteigentümer
seinen Wohnsitz ins Ausland verlegt haben soll, ändert gegebenenfalls nichts, denn als
Vermieter oder gelegentlicher Nutzer seiner Wohnliegenschaft ist dieser auch so formell
und materiell beschwert. Da die Beschwerde auch form- und fristgerecht erhoben wurde, ist
darauf einzutreten.
2. Nach Art. 34 StrG beschliesst der Regierungsrat Kantonsstrassenprojekte unter Vorbehalt
des Kreditbeschlusses. Nach Art. 35 StrG beschliesst bei Gemeindestrassen die
zuständige Gemeindebehörde über das Projekt unter Vorbehalt des Kreditbeschlusses des
nach kommunalem Recht zuständigen Organs. Dass für den Kantonsstrassenteil des
Vorhabens die Projektgenehmigung und der Kreditbeschluss seitens des dafür zuständigen
Regierungsrates vorliegen, ist aktenkundig (vgl. RRB-2014-309). Nachdem von der
kantonal zuständigen Instanz insbesondere der dafür nötige Kreditbeschluss rechtskräftig
ergangen ist, ist weder dargetan noch ersichtlich, dass am Kostenanteil des Kantons
angeblich kein öffentliches Interesse bestehen soll, wird doch damit zur Hauptsache die
Sanierung eines vierarmigen Kantonsstrassen-Knotens ermöglicht. Mit dem Einwand, dass
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mit der Pflästerung auch der Kantonsstrasse unnötige, nicht mit dem Zweck des
Strassenbaus vereinbare Kosten ohne Sicherheitsgewinn entstünden, verkennen die
Beschwerdeführer, dass Strassen zwar entsprechend ihrem Zweck und ihrer Funktion zu
planen und zu realisieren sind (Art. 3 Abs. 1 StrG), aber nach Abs. 2 dieser Bestimmung
sind dabei nebst der Verkehrssicherheit (lit. a), stets auch die Anliegen der Raumplanung
und Umwelt (lit. d) sowie die Erfordernisse der gewachsenen Siedlungen und Ortsbilder
(lit. e) angemessen zu berücksichtigen. Das heisst, der kantonale Kreditbeschluss wäre
selbst dann, wenn er Gegenstand des vorliegenden Verfahrens wäre, nicht zu
beanstanden, denn Art. 2 Abs. 2 lit. e StrG hat im Ergebnis zwingend zur Folge, dass der
Kanton sich auch an im Interesse des Ortsbildschutzes veranlassten Mehrkosten eines
Kantonsstrassenprojektes angemessen beteiligen kann und muss. Die Beschwerdeführer
gehen beim strittigen Strassenprojekt offenkundig von einer zu engen Zweckbindung aus.
Dass seitens des Gemeinderates Trogen die Zustimmung zum modifizierten, neu
aufgelegten Projekt betreffend Neugestaltung des Landsgemeindeplatzes und der
öffentlichen Strasse im privaten Eigentum (Schäflistrasse) als Teil des (mit dem
Kantonsstrassenprojekt) koordinierten Gesamtprojektes vorliegt, ergibt sich aus dem
Beschluss des Gemeinderates Trogen vom 4. Februar 2014. Dass für den kommunalen
Teil des Gesamtprojektes auch der vorbehaltene Kreditbeschluss der dafür zuständigen
Gemeindebürgerschaft von Trogen vorliegt, ist ebenfalls aktenkundig und unbestritten (vgl.
Beilage 11 der Beschwerdeführer zur Gemeindeabstimmung vom 3. April 2011). Soweit die
Beschwerde sich sinngemäss (auch) gegen diesen Kreditbeschluss richtet, ist festzustellen,
dass gegen das im Gemeindeorgan TIP im Mai 2011 publizierte Abstimmungsergebnis den
Beschwerdeführern als Stimmberechtigte die dafür vorgesehene Stimmrechtsbeschwerde
offen gestanden hat, zumal zum damaligen Zeitpunkt noch beide Beschwerdeführenden in
Trogen Wohnsitz hatten. Beide haben offenkundig auf eine fristgerechte Anfechtung dieser
Gemeindeabstimmung verzichtet, denn die mit der Publikation des Kreditbeschlusses
ausgelöste Frist zur Stimmrechtsbeschwerde ist nach den Akten längst unbenutzt
abgelaufen. Soweit sich die Rügen der Beschwerdeführer gegen diese
Gemeindeabstimmung und insbesondere das (als irreführend gerügte) Abstimmungsedikt
zur Kreditvorlage richten, können diese im vorliegenden, einzig noch das modifizierte
Strassenprojekt betreffenden Beschwerdeverfahren nicht mehr gehört werden.
Anfechtungsobjekt ist vorliegend einzig noch der das Strassenprojekt betreffende
vorinstanzliche Einspracheentscheid, wobei immerhin die nach Art. 34 und 35 StrG
vorgängig der Auflage erforderliche Projektgenehmigung durch den Regierungsrat
einerseits und durch den Gemeinderat anderseits je als mitangefochten zu betrachten sind.
3. Die Beschwerdeführer rügen vorab eine Verletzung des rechtlichen Gehörs, weil ihnen
schon im ersten Planauflageverfahren, aber erneut auch im vorliegenden Verfahren nicht in
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alle Vorakten Einsicht gewährt worden sei. Das erste, noch je ein separates Kantons- und
ein Gemeindestrassenprojekt betreffende Planauflageverfahren ist nicht Gegenstand des
vorliegenden Verfahrens, weshalb auf die diesbezüglich vorgetragenen Rügen nicht
einzutreten ist. Zu prüfen ist jedoch, ob bezüglich des Gegenstand des zweiten
Auflageverfahren bildenden Gesamtprojektes gehörig Akteneinsicht gewährt wurde und
wird.
3.1 Dass im (zweiten) Einspracheverfahren nur unvollständig Akteneinsicht gewährt worden
sei, begründen die Beschwerdeführer damit, dass im angefochtenen Entscheid auf
Unterlagen Bezug genommen werde, die den Einsprechern nicht zur Verfügung standen.
Die Vorinstanz wurde von der Gerichtsleitung mit Schreiben vom 3. Juli 2015 eingeladen,
dem Gericht sämtliche Vorakten zuzustellen (Art. 39 Abs. 2 VRPG). Nach Eingang der
Eingabe und der Vorakten gemäss Aktenverzeichnis vom 28. September 2015 musste von
der Verfahrensleitung mit Schreiben vom 19. April 2016 in der Tat festgestellt werden, dass
auch dem Gericht die Vorakten noch unvollständig vorliegen, denn die im angefochtenen
Einspracheentscheid erwähnten Beilagen fehlten und auch die im August 2014 öffentlich
aufgelegten Projektunterlagen und -pläne lagen dem Gericht bis dato nicht vor. Innert der
dafür angesetzten Nachfrist hat das Departement Bau und Volkswirtschaft (DBV) dem
Gericht mit Eingabe vom 27. April 2016 ein ergänztes Aktenverzeichnis zugestellt, dem sich
entnehmen lässt, dass die im Einspracheentscheid genannten Beilagen dem Gericht mit
einer abweichenden Nummerierung bereits als Vorakten zugegangen sind. Weil mit der
genannten Eingabe dem Gericht auch die im August 2014 öffentlich aufgelegten
Projektunterlagen und -pläne zugingen, wurde den Beschwerdeführern mit Schreiben vom
4. Mai 2016 Einsicht in die von der Gerichtsleitung nunmehr als vollständig erachteten
Vorakten gewährt. Innert Frist liessen die Beschwerdeführer monieren, dass nach wie vor
interne Mitberichte fehlen würden oder dass diese allenfalls gar nie erstellt worden seien. In
der Folge hat die Gerichtsleitung bei Gemeinde und Kanton von Amtes wegen die mit
Schreiben vom 8. Juli 2016 erwähnten zusätzlichen Vorakten und Reglemente eingeholt
und den Beschwerdeführern zur Einsicht und Stellungnahme überlassen. Mit diesem
Schreiben wurde den Beschwerdeführern angezeigt, dass die Gerichtsleitung nun davon
ausgehe, die Vorakten lägen nun vollständig vor und es sei ihnen damit nun vollständig
Akteneinsicht gewährt worden. Mit ihrer fristgerechten Eingabe vom 6. September 2016
liessen die Beschwerdeführer diese Annahme nicht bestreiten, sondern im Gegenteil
festhalten, diese Akten enthielten wenig Neues. Unter diesen Umständen steht fest, dass
den Beschwerdeführern nun spätestens vor Obergericht gehörig und vollständig
Akteneinsicht gewährt worden ist und mithin keine Verletzung des rechtlichen Gehörs mehr
besteht. Auf die materiellen Vorbringen - auch zu den zuletzt erwähnten - Vorakten wird,
soweit erforderlich, nachfolgend eingetreten.
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3.2 Soweit in der Beschwerde in Ziff. III/7 Abs. 2 als weiterer Verfahrensfehler "u.a.
Vorbefassung und fehlender Ausstand des Vorstehers des DBU" geltend gemacht wird,
findet sich in der Beschwerde keine substantielle Begründung dieser Rüge, so dass auch
offen bleiben muss, ob diese rechtzeitig erhoben wurde; denn mit Ausstandsbegehren darf
nach Kenntnis eines Ausstandsgrundes nicht beliebig zugewartet werden. Gemäss den
Vorbemerkungen (in Ziff. II der Beschwerde) handelt es sich möglicherweise um eine in der
Einsprache geltend gemachten Einwendung, an denen die Beschwerdeführer festhalten.
Nach der Rechtsprechung des Obergerichts genügt indessen in einer Beschwerde ein
pauschaler Verweis auf frühere Rechtsschriften der Begründungspflicht in Art. 35 Abs. 2
VRPG nicht. Daher ist auf diese Rüge so oder so nicht einzutreten. Nachfolgend wird mit
Blick auch auf den pauschalen Verweis in Ziff. III/7 Abs. 2 auf zahlreiche Bestimmungen
der BV, der KV, des USG und der HVV, welche dort ohne substantielle Begründung als
verletzt gerügt werden, deshalb auch nur auf diejenigen Rügen eingetreten, welche in
Auseinandersetzung mit dem angefochtenen Einspracheentscheid in der
Beschwerdeschrift selber enthalten und begründet worden sind (vgl. AR GVP 24/2012, Nr.
3586).
4. Die Voraussetzungen für die Planung, Projektierung, den Bau und den Unterhalt der dem
Gemeingebrauch gewidmeten öffentlichen Strassen sind in Art. 3 StrG geregelt. Diese
Bestimmung ist in Verbindung mit Art. 1 Abs. 1 und 2 StrG auch auf öffentliche
Privatstrassen und öffentliche Plätze direkt bzw. sinngemäss anwendbar. Dies gilt im
vorliegenden Fall für den Landsgemeindeplatz und die Schäflistrasse, welche nach der
Rechtsverschreibung vom 18. September 1946 kraft Zustimmung der damaligen
Eigentümer und kraft der diese Verschreibung damals mitunterzeichnenden
Gemeindebehörde als dem Gemeingebrauch gewidmete öffentliche Fahrstrasse im
privaten Eigentum im Sinne von Art. 2 Abs. 2 StrG zu betrachten ist. Nach Art. 3 StrG sind
Strassen in diesem Begriffsumfang ihrem Zweck und ihrer Funktion entsprechend zu
erstellen. Das Strassennetz soll der bedürfnisgerechten Erschliessung des Kantons und der
Gemeinden dienen. Dabei sind - wie erwähnt - nach Abs. 2 dieser Bestimmung
insbesondere die folgenden Grundsätze angemessen zu berücksichtigen:
a) die Verkehrssicherheit; b) der Schutz der schwächeren Verkehrsteilnehmerinnen und
Verkehrsteilnehmer; c) die Bedürfnisse des öffentlichen Verkehrs; d) die Anliegen der
Raumplanung und der Umwelt; e) die Erfordernisse der gewachsenen Siedlungen und
Ortsbilder sowie der Natur und Landschaft. Für die technische Ausgestaltung verweist
diese Bestimmung in Abs. 3 auf die anerkannten Normen der Strassenfachleute. Kanton
und Gemeinden sind nach Abs. 4 gehalten, ihre Vorhaben mit den übrigen raumwirksamen
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Aufgaben des Bundes, des Kantons und der Gemeinden zu koordinieren und diese
aufeinander abzustimmen.
Soweit für den Strassenbau Land oder übrige Rechte benötigt werden, sind diese nach
Art. 44 Abs. 1 StrG in erster Linie freihändig, ansonsten durch Landumlegung oder durch
Enteignung zu erwerben (auch der Erwerb von Eigentum und Dienstbarkeiten an
Grundstücken zur Erreichung des gesetzlichen Schutzzweckes in Schutzzonen erfolgt
durch formelle Enteignung: Art. 73 Abs. 2 Baugesetz, BauG, bGS 721.1). Soweit der
Ausbau des Strassennetzes eine öffentlich-rechtliche Eigentumsbeschränkung zur Folge
hat, bedarf diese einer gesetzlichen Grundlage und muss verhältnismässig sein. Das Gebot
der Verhältnismässigkeit verlangt, dass eine behördliche Massnahme für das Erreichen des
im öffentlichen oder privaten Interesse liegenden Ziels geeignet und erforderliche ist.
Erforderlich ist eine Massnahme dann, wenn das Ziel nicht mit einem weniger schweren
Grundrechtseingriff erreicht werden kann. Die Massnahme muss sich zudem für die
Betroffenen in Anbetracht der Schwere der Grundrechtseinschränkung als zumutbar
erweisen; es muss mit anderen Worten eine vernünftige Zweck-Mittel-Relation vorliegen
(Urteil Bger 1C_46/2010 vom 28.4.2010, E. 3.1).
4.1 In tatsächlicher Hinsicht ist aktenkundig und nicht substantiiert bestritten, dass vier,
grundsätzlich allen Verkehrskategorien bis hin zum Schwerverkehr offene Kantonsstrassen
vorliegend in einem Verkehrsknoten zusammenlaufen und dieser als solcher wesentlicher
Teil des Gesamtprojektes bildet. Dem Zweck und der Funktion als Verkehrsknoten im
kantonalen Strassennetz entsprechend hatte die Vorinstanz das Strassenprojekt zu planen
(Art. 3 Abs. 1 StrG). Bezüglich des kommunalen Teils des Projektes hatte die
erschliessungspflichtige Gemeinde in Betracht zu ziehen, dass der Landsgemeindeplatz
und die Schäflistrasse (als dem Gemeingebrauch gewidmete öffentliche Fahrstrasse im
privaten Eigentum) bislang und weiterhin im Wesentlichen der Erschliessung der den Platz
und diese Strasse umgebenden Kernzone von Trogen dient (vgl. Zonenplan vom
14.2.1995). Nebst dem für den Fahrzeugverkehr seit jeher und weiterhin öffentlich
zugänglichen Platz, war für die im privaten Eigentum liegende Schäflistrasse kraft der
Rechtsverschreibung von 1946 in Betracht zu ziehen, dass diese demnach seither und
weiterhin in einer Breite von 4.70m dem öffentlichen Fahrverkehr gewidmet ist. Dass auf
Parzelle 003 im Eigentum der Beschwerdeführer zivilrechtlich eine öffentliche Fahrstrasse
mit Unterhaltspflicht lastet, ist mit dieser Rechtsverschreibung servitutarisch und damit auch
für die heutigen Eigentümer (Beschwerdeführer) verbindlich anerkannt. Dass der damalige
Gemeindehauptmann diese Rechtsverschreibung für die Öffentlichkeit mit unterzeichnet
hat, hat zur Folge, dass diese Fahrstrasse im privaten Eigentum nach Art. 2 Abs. 2 StrG
seither als dem Gemeingebrauch gewidmet gilt; dass diese zivil- und öffentlich-rechtlichen
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Eigentumsbeschränkungen auf Parzelle 003 weiterhin Bestand haben, steht im
vorliegenden Verfahren nicht in Frage.
4.2 Das Gesamtprojekt liegt gemäss Zonenplan von Trogen überwiegend in der Kernzone
(einzige Ausnahme: die Kirchenparzelle liegt in der Zone für öffentliche Bauten und
Anlagen). In dieser Kernzone sind neben Wohnbauten öffentliche Bauten sowie mässig
störende Betriebe mit zentrumsbildender Funktion zulässig (Art. 20 Abs. 2 BauG). Während
das inzwischen aufgehobene Baureglement von 1995 in der Kernzone von Trogen noch
einen Mindestanteil an Wohnflächen von 25 % vorschrieb, sieht das neue, vom
Regierungsrat genehmigte und von den Gemeindestimmbürgern gutgeheissene
Baureglement vom 9. März 2010 bzw. vom 19. Nov. 2013 (fortan BauR) heute in der
Kernzone keinen Mindestwohnanteil mehr vor. Das heisst, es ist - entgegen den Vorbringen
der Beschwerdeführer - nicht zu beanstanden, dass die via den Landsgemeindeplatz und
die Schäflistrasse projektierte Erschliessung der Kernzone (und der Zone für öffentliche
Bauten und Anlagen) sich weitergehend als früher auf öffentliche Bauten und auf Betriebe
mit zentrumsbildender Funktion ausrichtet, als dies früher, solange ein Mindestwohnanteil
galt, der Fall war oder hätte sein müssen. Dass dem Stimmvolk noch vor gut 30 Jahren
versprochen worden sei (Beschwerdeführer), es sei der Platz möglichst autofrei zu
gestalten, erscheint heute als eine Zielsetzung, welche mit der Aufhebung des
Mindestwohnanteils durch den Gemeindestimmbürger selber relativiert worden ist. Weil
mittlerweile für die Kernzone grundeigentümerverbindlich feststeht, dass die bestehenden
Bauten rund um den Landsgemeindeplatz vermehrt öffentlich genutzt werden können und
dort auch Betriebe mit zentrumsbildender Funktion zulässig sind, ist nicht zu beanstanden,
dass das auf die revidierte Zonenordnung hin abzustimmende kommunale
Erschliessungsprojekt darauf verzichtet, die auf dem Landsgemeindeplatz vorhandenen, für
die öffentlichen und zentrumsbildenden Funktionen gemäss Baureglement (Art. 25)
grundsätzlich erforderlichen Parkplätze zu reduzieren. Dass die Beschwerdeführer in ihrer
Ziff. III/8 beklagen, dass immer mehr ehemalige Wohngebäude an den Kanton gefallen
seien und mittlerweile "bürokratischen" Nutzungen dienen, erweist sich seit der vom
Gemeindestimmbürger selber beschlossene Aufgabe des Mindestwohnanteils als ein in der
Kernzone zonenkonformer, nicht zu beanstandender Vorgang. Daraus lässt sich gegen das
strittige Gesamtprojekt nichts ableiten. Dass die Beschwerdeführer als Bewohner des
Hauses Nr. 0 diese Änderung der Zonenvorschriften im Ergebnis als Nichterfüllung einer
früheren Absichtserklärung empfinden, ist verständlich, ändert aber nichts daran, dass sie
sich im Rahmen der öffentlichen Auflage des Baureglements (vom 11.5-9.6.2009) gegen
die Aufgabe des Mindestwohnanteils hätten zur Wehr setzen können. Dass sie dies nicht
oder allenfalls ohne Erfolg getan haben, hat zur Folge, dass sie mit dieser vormaligen, vom
zuständigen Gemeindestimmbürger aufgehobenen Zusicherung im vorliegenden Verfahren
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nicht mehr zu hören sind. Angesichts dieser Ausgangslage ist nicht zu beanstanden, dass
das strittige Strassenprojekt auf die geänderte Bauordnung hin ausgerichtet wurde, und
deshalb darauf verzichtet wurde, den Platz und die Schäflistrasse von Autos freizuhalten
oder/und die bestehenden Parkplätze zu reduzieren. Die seit 2010 rechtskräftige
Aufhebung des Mindestwohnanteils in der Kernzone indiziert keinen geringeren Bedarf an
Parkflächen, zumal der Bedarf für Kunden und Besucher der öffentlichen Bauten damit
nicht abnehmen dürfte. Das Vorhaben berücksichtigt damit die Anliegen der Raumplanung
(Art. 3 Abs. 2 lit. d StrG) und aus Gründen insbesondere der Planbeständigkeit der
bezüglich Mindestwohnanteil erst 2010 geänderten kommunalen Nutzungsplanung ist nicht
zu beanstanden, dass die Nutzung des Platzes nicht Bestandteil des aufgelegten
Strassenprojektes ist (vgl. S. 4 Technischer Bericht zum Auflageprojekt, act. 21.2 .1). Die
Beschwerde erweist sich insofern durchwegs als unbegründet.
Soweit die Beschwerdeführer geltend machen, die Privathäuser seien servitutarisch zur
Wohnraumerhaltung verpflichtet "gewesen", ist nach dem Gesagten und den Akten weder
dargetan noch ersichtlich, dass dies auch heute noch (nach Aufhebung des
Mindestwohnanteils) in einer für die Erschliessung durch das kommunale Strassenprojekt
massgebenden Weise der Fall sein könnte.
4.3 Ob der servitutarisch seit 1946 mit einem öffentlichen Fahrrecht belastete und dem
Gemeingebrauch gewidmete Teil der Parzelle 003 als zivil- bzw. öffentlich-rechtliche
Eigentumsbeschränkung zur Folge haben kann, dass die Beschwerdeführer als Eigentümer
im Rahmen des Projekts darauf eine Pflästerung zu dulden haben, wird noch zu prüfen
sein. Vorerst ist zu prüfen, ob die auch auf weiteren vom Gesamtprojekt erfassten Flächen
geplante Pflästerung namentlich mit den Normen der Lärmschutzverordnung zu
vereinbaren ist. Insoweit rügen die Beschwerdeführer eine Verletzung des Vorsorgeprinzips
und die Nichteinhaltung der Immissionsgrenzwerte.
5. Die Kernzone (in der die Wohnliegenschaft der Beschwerdeführer liegt) ist gemäss Art. 4
BauR der Lärmempfindlichkeitsstufe III zugeordnet. Bei der gemäss Gesamtprojekt auf den
Kantonsstrassen, auf dem Landsgemeindeplatz und auf der Schäflistrasse einheitlich mit
mit sog. Guber-Quarzsandsteinen in einer Grösse von 12x16cm vorgesehen Pflästerung
handelt es sich um eine ortsfeste Anlage, wobei die Vorinstanz davon ausgeht, es handle
sich nicht um die Errichtung einer neuen, sondern um die Änderung einer bestehenden
ortsfesten Anlage. Als neue ortsfeste Anlagen gelten nach dem Inkrafttreten des USG
(1985) ausgeführte Vorhaben auch dann, wenn deren Zweck vollständig geändert wird
(Art. 2 Abs. 2 LSV, vgl. URP 2017-2, S. 150). Im vorliegenden Fall bleibt es baulich im
Wesentlichen bei der bisherigen Linienführung, so dass im Wesentlichen nur die
bestehenden Strassen- und Platzbeläge (Asphaltierung auf Kantons- und Schäflistrasse,
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Kiesbelag auf Landsgemeindeplatz) je durch eine Pflästerung ersetzt werden. Auch von
einer vollständigen Zweckänderung kann im vorliegenden Fall nicht gesprochen werden:
Die erstmalige Pflästerung, welche im Interesse einer einheitlichen Gestaltung des
Dorfplatzes und der angrenzend auch im Ortsbild von nationaler Bedeutung liegenden
Verkehrsflächen realisiert werden soll, ersetzt zwar auf der Kreuzung und der
Schäflistrasse den bisherigen Teerbelag sowie auf dem Dorfplatz die bisher dort
durchgehend bekieste Fläche. Bei im Wesentlichen gleicher Linienführung bleibt es
indessen funktional unverändert beim bisherigen Zweck dieser ortsfesten Anlage, da diese
weiterhin als Kreuzung (Kantonsstrassen) sowie als Erschliessung der Kernzone
(Schäflistrasse) und als öffentlicher Platz dienen wird; bei den beiden letztgenannten bleibt
es auch unverändert dabei, dass diese teilweise als Parkflächen benutzt werden. Weil die
bestehende ortsfeste Anlage durch die Pflästerung somit lediglich geändert wird, müssen
die Lärmimmissionen der geänderten oder der neuen Anlageteile so weit begrenzt werden,
als dies technisch und betrieblich möglich sowie wirtschaftlich tragbar ist (vorsorgliche
Emmissionsbegrenzung). Wird eine bestehende Anlage wesentlich geändert, so müssen
überdies die Lärmimmissionen der gesamten Anlage mindestens soweit begrenzt werden,
dass die Immissionsgrenzwerte nicht überschritten werden (Art. 8 Abs. 1 und 2 LSV).
Werden anderseits Erleichterungen bei wesentlich geänderten öffentlichen oder
konzessionierten Anlagen gewährt, so müssen Schallschutzmassnahmen an den
Gebäuden auf Kosten des Anlageinhabers (wie bei den neuen Anlagen) bereits bei der
Überschreitung der Immissionsgrenzwerte ergriffen werden (Art. 10 Abs. 1 LSV; URP,
a.a.O., S. 158). Wann eine wesentliche Änderung einer bestehenden Anlage vorliegt,
bestimmt Art. 8 Abs. 3 LSV: Danach gelten als wesentliche Änderungen Umbauten,
Erweiterungen und vom Inhaber der Anlage verursachte Änderungen des Betriebs, wenn
zu erwarten ist, dass die (geänderte) Anlage selbst oder die Mehrbeanspruchung
bestehender Verkehrsanlagen wahrnehmbar stärkere Lärmimmissionen erzeugt. Ein
Lärmpegel erscheint bereits dann als stärker wahrnehmbar, wenn sich der
Beurteilungspegel Lr um ungefähr 1-3 dB(A) erhöht (vgl. BUWAL, Erläuterungen zur LSV,
Bern 1992, S. 21; B. Wagner Pfeifer, Umweltrecht I, 3. Aufl., N 513).
5.1 Für die der Lärmempfindlichkeitsstufe III zugeordnete Kernzone liegen die
Immissionsgrenzwerte für Strassenlärm bei 65 dB(A) am Tag und 55 dB(A) in der Nacht
(vgl. Anhang 3 LSV). Die Vorinstanz hielt gestützt auf den Bericht "Lärmberechnung
Strassenlärm" der W_ AG (vom 1.5.2014) zu Recht fest, dass die Immissionsgrenzwerte
bei der Liegenschaft der Beschwerdeführer (Parz. 003) zu keiner Zeit überschritten werden,
und auch nicht in die Nähe dieser Grenzwerte kommen, wenn anstelle des bislang auf der
Schäflistrasse asphaltierten und auf dem Dorfplatz bekiesten Belages (Ist-Zustand) wie
geplant durchgehend eine Pflästerung vorgesehen wird (Bericht S. 9/10). Da die
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Pflästerung aber nach diesem Bericht (S.9) beispielsweise für das Fenster Südost am Tag
eine Pegelerhöhung von bisher 58.5 (Asphalt) auf 61.6 (Pflastersteine mit zur Fahrtrichtung
gerader Ausrichtung) bzw. auf 60.4 dB(A) (Pflastersteine in schräger Ausrichtung) zur
Folge hat, ist klar, dass die Wahrnehmbarkeitsschwelle [1-3 dB(A)] durch den geänderten
Belag überschritten wird, so dass durch diese somit wesentliche Änderung der ortsfesten
Anlage die Immissionsgrenzwerte (IGW) zwingend einzuhalten sind. Die IGW können
indessen auf Parz. 003 sowohl mit einer Asphaltierung als auch mit einer Pflästerung mit
gerader oder diagonaler Ausrichtung der Fugen zur Fahrtrichtung eingehalten werden. In
diesem Punkt erweist sich die Beschwerde als unbegründet.
5.2 Dessen ungeachtet stellt sich aber noch die Frage, ob gestützt auf das Vorsorgeprinzip als
weitere Stufe zur weitergehenden Lärmreduktion vorsorglich auf die Pflästerung zugunsten
der unbestritten lärmärmeren Asphaltierung verzichtet werden muss (für den bislang
bekiesten Dorfplatz ist seitens der Beschwerdeführer keine Asphaltierung, sondern das
Beibehalten der Bekiesung beantragt): Im Sinne des im Umweltschutzgesetz verankerten
Vorsorgeprinzips (vgl. Art. 1 Abs. 2 und Art. 11 Abs. 2 USG) schreibt Art. 8 Abs. 1 LSV
zusätzlich vor, dass die Lärmimmissionen der neuen oder geänderten Anlageteile so weit
begrenzt werden müssen, als dies technisch und betrieblich möglich sowie wirtschaftlich
tragbar ist.
Die Vorinstanz lehnte den Verzicht auf die Pflästerung im Wesentlichen mit dem Hinweis
ab, unter dem Titel Vorsorge sei die (heute) schon signalisierte Temporeduktion auf 30
km/h auf den Kantonsstrassen (im Bereich der Kreuzung) und auf 20 km/h auf der
Schäflistrasse und auf dem Landsgemeindeplatz angeordnet worden.
Die Beschwerdeführer betrachten das Vorsorgeprinzip dennoch als verletzt, und zwar im
Wesentlichen mit der Begründung, die Pflästerung sei unnötig und wirtschaftlich nicht zu
rechtfertigen; die Pflästerung sei teuer und führe zu erheblich höheren Schalleintragungen
auf ihrer Liegenschaft. Der vorinstanzliche Vergleich mit der Pflästerung in der Stadt
St. Gallen sei nicht haltbar, weil dort ein Gebiet betroffen sei, das ohnehin für den
Motorfahrzeugverkehr und für die Parkierung gesperrt sei und somit praktisch keinen
Verkehr aufweise. Vorliegend gehe es hingegen um die Pflästerung auf den stark
frequentierten Kantonsstrassen. Diese sei nicht zulässig, da der von der Vorinstanz zitierte
Bericht W_ belege, dass der Immissionsgrenzwert von 65 dB(A) am Tag bei fünf
Liegenschaften entlang dieser Kantonsstrasse schon überschritten sei.
5.3 Die Beschwerdeführer machen grundsätzlich zu Recht geltend, das Vorsorgeprinzip sei
auch hinsichtlich der Pflästerung anwendbar. Dies hat indessen nicht notwendigerweise
einen Verzicht auf die Pflästerung zur Folge. Nach der Rechtsprechung (BGE 127 II 306, E.
8) lässt sich nämlich aus dem Vorsorgeprinzip nicht ableiten, die von einer Anlage
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betroffenen Anwohner hätten überhaupt keine Belastung hinzunehmen. Das
Vorsorgeprinzip hat hinsichtlich der Einwirkungen nicht zwingend eliminierenden Charakter,
leistet aber einen Beitrag zu deren Begrenzung. Gehen die zu bekämpfenden Emissionen
indessen nicht von einem Unternehmen, sondern von einem lärmerzeugenden öffentlichen
Werk wie namentlich einer Strassenbaute aus, ist nach der erwähnten Rechtsprechung des
Bundesgerichts nicht die wirtschaftliche Tragfähigkeit, sondern "bloss" die
Verhältnismässigkeit allfälliger zusätzlicher Lärmschutzvorkehren zu prüfen. Über das
richtige Mass von lärmbegrenzenden Vorkehren ist in diesen Fällen anhand einer
Interessenabwägung zu befinden, in die einerseits das Ruhebedürfnis der
beschwerdeführenden Anwohner und anderseits das Interesse der öffentlich-rechtlichen
Träger (vorliegend Kanton und Gemeinde) daran einbezogen werden muss, auch in
Zukunft die geänderte Infrastruktur (Dorfplatz, Kreuzung der vier Kantonsstrassen,
Schäflistrasse als öffentlich gewidmete Strasse im privaten Eigentum) ihrem Zweck
entsprechend unter annehmbaren Bedingungen zu benutzen (vgl. BGE a.a.O, S. 319).
Soweit die geänderte Anlage vorliegend der Erschliessung des geschützten Ortsbildes von
nationaler Bedeutung, öffentlicher Bauten (Kirche, kantonale Gerichte, kommunale und
kantonale Verwaltung), der Krone (Hotel/Restaurant) und anderer zonenkonformer Bauten
dient, sind die öffentlichen oder privaten Interessen auch dieser Anstösser mit abzuwägen,
und zwar auch insofern, als diese dem Ruhebedürfnis der beschwerdeführenden Anstösser
entgegenstehen.
5.4 Dem Vorsorgeprinzip ist vorliegend in der Tat schon durch die erwähnte Reduktion des
Tempos auf 30 km/h auf den Kantonsstrassen (provisorisch) sowie auf 20 km/h auf der
Schäflistrasse und auf dem Dorfplatz (je definitiv) Rechnung getragen worden; daran
ändert nichts, dass die Temporeduktion auf der Kantonsstrasse derzeit erst provisorisch
angeordnet ist, denn diese soll mit der Rechtskraft des vorliegend strittigen
Gesamtprojektes in eine definitive Signalisation umgewandelt werden. Darauf sind Kanton
und Gemeinde zu behaften. Dass diese Temporeduktionen auch aus Gründen der
Verkehrssicherheit angeordnet worden sind, hindert im Ergebnis keineswegs, dass damit
zugleich auch eine hörbare und damit wesentliche Lärmreduktion einhergeht, die dem
Ruhebedürfnis der Beschwerdeführer auf Dauer zu Gute kommt. Bei einer Reduktion von
50 km/h auf 30 km/h wird nämlich die Lärmminderung auf bis zu 3 Dezibel für den
Mittelungspegel veranschlagt (so in: Publikation der Eidg. Kommission für
Lärmbekämpfung, einsehbar unter www.cercle-bruit.ch, Rubrik Vollzugsordner/3
Strassenlärm/3.18 Geschwindigkeitsbegrenzung, S. 22 Ziff. 4.6). Daher ist auch für den
vorliegenden Fall davon auszugehen, dass die - wie erwähnt - bei 1-3 Dezibel liegende
Hörbarkeitsschwelle überschritten wird und somit durch die Temporeduktionen im Ergebnis
durch die so geänderte ortsfeste Anlage eine im Sinne des Vorsorgeprinzips massgebliche
Seite 19
Lärmreduktion resultiert. Insofern erweist sich die Beschwerde als unbegründet. Zu prüfen
bleibt, ob gestützt auf das Vorsorgeprinzip allfälligem Lärm noch anderweitig Rechnung zu
tragen ist.
5.5 Dass der IGW von 65 dB am Tag entlang der Kantonsstrasse in fünf Fällen bereits heute
überschritten ist (Beschwerdeführer), hat einerseits nach der oben erwähnten
Rechtsprechung zum Vorsorgeprinzip, und anderseits gestützt auf Art. 10 Abs. 1 LSV nicht
notwendigerweise einen Verzicht auf die dort geplante Pflästerung zur Folge: Die
Pflästerung wurde dort als Ergebnis des ersten Auflageverfahrens bereits in ihrer Länge
reduziert. Sodann kann ein Überschreiten der IGW dort nach dieser Bestimmung im
Einzelfall toleriert werden, wenn die IGW im Rahmen einer Sanierung mit bauseitigen
Massnahmen eingehalten werden können (Art. 10 Abs. 1 LSV) oder wenn auf solche
Schallschutzmassnahmen aus den in Art. 10 Abs. 3 LSV genannten Gründen (u.a.
Ortsbildschutz) verzichtet werden kann. Die Vorinstanz hielt zur Klarstellung nach den
Akten zutreffend fest, dass die Wohnliegenschaft der Beschwerdeführer, welche ja auch an
einer dem Gemeingebrauch gewidmeten, aber vergleichsweise wenig befahrenen Strasse
im privaten Eigentum liegt (Parz. 003), selber nicht zu den fünf grundsätzlich
sanierungspflichtigen Liegenschaften entlang der Kantonsstrasse gehört, da auf Parzelle
003 die IGW durchwegs eingehalten sind. Hingegen ist für die fünf sanierungspflichtigen
Liegenschaften gemäss Programmvereinbarung 2016-18 der Kanton als
Strasseneigentümer zur Ausarbeitung von Lärmsanierungsprojekten verpflichtet. Dass
diese Sanierung(en) völlig unabhängig vom vorliegend strittigen Gesamtprojekt seien
(Vorinstanz), trifft indessen nur in formeller Hinsicht zu. Zwar wird der Kanton die Sanierung
an diesen fünf Liegenschaften selbstredend nur unter Einbezug der betreffenden
Liegenschaftseigentümer und damit in einem separaten Verfahren anordnen können
(rechtliches Gehör). Weil indessen - wie sich nachfolgend noch bestätigen wird - die
vorliegend strittige Pflästerung im Bereich der sanierungspflichtigen Kantonsstrasse bzw.
der fünf sanierungspflichtigen Liegenschaften auch im Interesse des Ortsbildschutzes
erfolgt, besteht ein enger Sachzusammenhang zur per 2016-18 programmierten
Lärmsanierung, namentlich wenn sich die Frage stellen sollte, ob in Anwendung von Art. 10
Abs. 3 lit. b LSV im Interesse des Ortsbildschutzes oder der Denkmalpflege an den
betroffenen fünf Bauten auf Schallschutzmassnahmen verzichtet werden kann. Daraus
erwächst vorliegend lediglich, aber immerhin eine Pflicht zur materiellen Koordination
dieser zwei raumwirksamen Aufgaben des Kantons (vgl. Art. 3 Abs. 4 und 42 StrG in
Verbindung mit Art. 98 Abs. 1 BauG). Deshalb ist der Kanton als Strasseneigentümer für
den Bereich der sanierungspflichtigen fünf Liegenschaften mittels Auflage zu verpflichten,
die bauseitige Lärmsanierung (Fenster) spätestens zusammen mit der Pflästerung des
betreffenden Abschnitts der Kantonsstrasse zu vollenden bzw. für deren Vollendung
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besorgt zu sein. Vorbehalten bleibt im Einzelfall eine Dispensation dieser Liegenschaften
gestützt auf Art. 10 Abs. 3 LSV. Damit hat es koordinations-, lärm- und
umweltschutzrechtlich für das vorliegende Verfahren sein Bewenden (Art. 3 Abs. 2 lit. d und
Abs. 4 StrG); die Beschwerdeführer können daraus auch für die sanierungspflichtigen Teile
der Kantonsstrasse keinen Verzicht auf die strittige Pflästerung ableiten. Zu prüfen bleibt,
ob dem strittigen Gesamtprojekt andere Grundsätze oder öffentliche und private Interessen
überwiegend entgegenstehen. Mit anderen Worten, es sind die öffentlichen und privaten
Interessen am Gesamtprojekt gegen das Ruhebedürfnis der beschwerdeführenden
Anwohner abzuwägen
6. Die Idee zur Pflästerung der sog. fünf Finger und des Landsgemeindeplatzes entstammt
der im Jahre 2001 vom Architekturbüro Q_ in Zusammenarbeit mit der Kommission zur
Neugestaltung des Landsgemeindeplatzes verfassten Studie "Dorfplatzgestaltung Trogen"
(vgl. Schlussbericht II dieser Kommission vom 10.11.2009, act. 11.10). Im Beitragsgesuch
der Gemeinde Trogen an die Kommission für Denkmalpflege (vom 4. März 2013, act. 26)
wird gestützt auf den Bericht dieses Architekten (im Volltext: s.
Auflageprojekt/Projektmappe, Beilage 9: "Gestaltungs- plan/Gesamterneuerung mit
Platzgestaltung", act. 21.2/9) das Projekt im Wesentlichen wie folgt beschrieben und
begründet (S. 10; vgl. dort auch S.5: Plandarstellung inkl. der vom Kanton zu
finanzierenden und auszuführenden Teile am Gesamtprojekt): Demnach ist für den
Landsgemeindeplatz (inkl. Schäflistrasse) und den vierteiligen Kantonsstrassen-Knoten
(inkl. Wendebereich) vorgesehen, anstelle des Kiesbelages bzw. anstelle der Asphaltierung
neu eine Pflästerung mit sog. Guber-Pflastersteinen (Quarzsandstein) einzubauen, welche
12cm x 16cm gross sein sollen. "Indem die Gebäude als raumdefinierende Elemente
bezeichnet werden, wird dem Platz seine grosszügige Dimension zurückgegeben. Der
Platz soll seine zentrale Funktion als Verkehrsknoten und Erschliessungsort weiterhin
erfüllen. Ziel ist es, die Balance zwischen einer verständlichen, sicheren Verkehrsführung
und der angestrebten Bestimmung als Begegnungszentrum zu finden." Im erwähnten
Bericht des Architekten (a.a.O.) heisst es dazu ferner, dass der Platz gleich einer
durchgehenden Membrane gepflästert werden soll. "Mit der einheitlichen Materialisierung
von Platz und Strassen rücken die herrschaftlichen Häuser wieder zusammen, so dass der
historische Ortskern als Einheit wahrgenommen wird. Um die gleiche Wirkung auch nachts
zu erzielen, wird der Platz von einheitlichen Wandleuchten umgeben. So können sich die
Fussgänger flächendeckend auf dem Platz bewegen." Mit ihrer Verfügung vom 16. März
2015 (act. 11.38) hiess die Kommission für Denkmalpflege das Gesuch für einen
Bundesbeitrag im Betrag von Fr. 98'023 gut, womit das Vorhaben ausdrücklich als von
nationaler Bedeutung eingestuft wurde (Verfügung S. 2, Ziff. 3). Dies entspricht der
Einstufung des Dorfplatzes von Trogen im publizierten Inventar der schützenwerten
Seite 21
Ortsbilder der Schweiz (ISOS, Kanton Appenzell Ausserrhoden und Innerrhoden, Bern
2007, Fassung 06.2000, https://data.geo.admin.ch/ch.bak.bundesinventar-
schuetzenswerte-ortsbilder/PDF/ISOS_0434.pdf), wo unter anderem unter der Objekt-Nr.
1.01 folgendes festgehalten ist (S. 193): "Landsgemeindeplatz, von höchster räumlicher
und siedlungsgeschichtlicher Bedeutung." "...Ab Mitte des 18. Jahrhunderts wurden die
Holzbauten sukzessive durch Steinhäuser ersetzt. Das älteste noch am Platz stehende
Haus, der Holzgiebelbau im Südwesten (Obj. 1.0.9), stammt aus der dritten Trogener
Generation der Zellweger, der andere Holzbau, die spätere Krone (1.0.4), aus der Vierten.
Die ersten zwei Steinbauten (1.0.3 und1.0.11) wurden unter der fünften Generation der
Zellweger erbaut. Der sechsten verdankt der Platz das spätere Pfarr- und Gemeindehaus,
(1.0.6), den "Sonnenhof" (1.0.7), die Kirche (1.0.2) und die Ergänzung des einen Stein-
hauses zum Doppelpalast (1.0.11). Aus der siebten Generation zu Beginn des 19. Jahr-
hunderts schliesslich stammen das heutige Rathaus (1.0.5) und der Fünfeckpalast (1.0.10)
(a.a.O., S. 197f.). (...) "Wenige Orte in der Schweiz haben ein so klares Zentrum wie den
Hauptplatz (1.0.1) und wenige dazu noch so viele eindrückliche Gassen- und
Strassenräume (a.a.O., S. 198). (...) "Im Nordwesten und Südosten stehen die
verschiedenen Paläste unmittelbar am Platz. Die mehrheitlich klassizistischen Bauten sind
zwischen 1747 und 1810 entstanden. Sie zeigen noch barocke Stilelemente und bilden
trotz unterschiedlicher Grössen, Materialien, Dach- und Detailformen ein ausgewogenes
Ganzes, das den Platz besonders eindrücklich macht." (a.a.O., S. 200). Das ISOS schliesst
mit folgender Empfehlung (S. 203). "Für den Ortskern wäre eine Belebung durch neue
kommerzielle Aktivitäten von Vorteil ....Da der Hauptplatz seit 1997 seine Funktion als
Landsgemeindeplatz verloren hat, sind Überlegungen zu einer bescheidenen Umgestaltung
wie auch ein Auftrag an erstklassige Architekten sehr zu begrüssen." In der Bewertung
(S. 204) wird folgendes festgehalten: "...Besondere räumliche Qualitäten nicht nur rund um
den berühmten Hauptplatz(...), aber auch durch den Kontrast des grossmässstäblichen,
weiträumigen Zentrums zu den engen Strassenräumen und durch den Gegensatz zwischen
herrschaftlichen Steinbauten und bäuerlichen Holzgiebelhäusern. (...) An der
Gesamtanlage ablesbare bauliche Epochenfolge, insbesondere an den Palästen der
Fabrikherren von den ersten Holzgiebelbauten der Zellweger bis zu den mächtigen, von der
italienischen Architektur beeinflussten Steinpalästen."
6.1 Mit der zusammenhängenden Pflästerung des Landsgemeindeplatzes und den unmittelbar
dazu hinführenden Teilen der Kantonsstrassen bzw. der Schäflistrasse wird offenkundig im
Einklang mit den Feststellungen und Bewertungen im ISOS dem herrschaftlichen Charakter
der zahlreichen, den Platz säumenden Zellweger'schen Steinbauten in geeigneter Form
und Materialisierung Rechnung getragen. Um dies festzustellen bedarf es weder in der
Altstadt von St. Gallen noch in Trogen eines gerichtlichen Augenscheines, sind doch dem
Seite 22
Gericht, das seinen Sitz im Zellweger'schen Fünfeckpalast in Trogen hat, die örtlichen
Verhältnisse hier wie dort bestens bekannt; entscheidend ist ohnehin, dass das Ortsbild
von Trogen im publizierten ISOS-Inventar schon einlässlich dokumentiert ist, weshalb
darauf abgestellt werden kann. Dass eine Pflästerung mit Guber-Quarzsandsteinen hier wie
dort den Charakter der platzbildenden Steinbauten optimal ergänzt sowie baulich und
gestalterisch zu einem einheitlichen Ortsbild beizutragen vermag, ist evident. Dass auf dem
Platz in Trogen eine herkömmliche Bekiesung sowie auf Teilen der Kantonsstrasse bzw.
der Schäflistrasse banale Teerbeläge je durch eine Pflästerung mit dem hochwertigen
Guber-Quarzsandstein ersetzt werden sollen, kann im Kontext von Trogen keinesfalls als
blosse Mode abgetan werden (Beschwerdeführer). Vielmehr wird damit der im ISOS-
Inventar dokumentierten Ablösung der Holzgiebelbauten durch immer mächtigere, von der
italienischen Architektur beeinflussten Steinpalästen mit einer entsprechenden
Platzgestaltung und -materialisierung angemessen Ausdruck verliehen. Dem historischen
Wandel hin zur bis heute klar ablesbaren Dominanz dieser Steinpaläste rund um den Platz
trägt die zusammenhängende Pflästerung offenkundig weit besser Rechnung als das
bisherige Nebeneinander von Bekiesung und Asphaltierung. Dass die durchgehende
Pflästerung der heutigen Belastung durch den Verkehr auf den Kantonsstrassen und auf
dem Platz namentlich im Bereich des für Lastwagen erforderlichen Kurvenradius weit
besser Stand zu halten vermag, als die bisherige Bekiesung, ist ein weiterer Aspekt, der
nebst der einheitlichen Platzgestaltung als öffentliches Interesse in Betracht zu ziehen ist.
Dass der Anteil des Schwerverkehrs nach Auffassung der Beschwerdeführer gering sein
soll, kann gegebenenfalls nicht zur Folge haben, dass die Tragfähigkeit auf dem Platz und
auf den Kantonsstrassen nicht auch auf Lastwagen auszurichten wäre; die
Beschwerdeführer verkennen, dass im Bereich des Knotens die Belastung durch Brems-,
Wende- und Beschleunigungsmanöver beim Schwerverkehr auch im Einzelfall besonders
hoch ist. An der durchgehenden Pflästerung im Bereich dieses Ortsbildes von nationaler
Bedeutung besteht somit jedenfalls ein gewichtiges öffentliches Interesse. Dass die
Zellweger'schen Steinbauten im Eingangs- und Vorplatzbereich teilweise schon seit jeher
eine Pflästerung aufweisen (vor und im Innenhof des Fünfeckpalastes, beim Wetterstein,
vor der Krone), ist Beleg dafür, dass mit dem Gesamtprojekt ein im Ortsbild von nationaler
Bedeutung schon vorhandenes Gestaltungs- und Materialisierungselement aufgenommen
und weiterverwendet wird. Dies führt zu einer gestalterischen Aufwertung und hat zugleich
zur Folge, dass es damit insgesamt bei der im ISOS (a.a.O., S. 203) empfohlenen bloss
bescheidenen Umgestaltung des Landsgemeindeplatzes bleibt.
Um dies zu belegen, bedarf es auch keines Gutachtens der Eidg. Natur- und
Heimatschutzkommission. Die Einholung eines derartigen Gutachtens ist nach Art. 7 Abs. 2
NHG (SR 451) vorgeschrieben, wenn bei der Erfüllung einer Bundesaufgabe (im Sinne von
Art. 2 NHG) ein Objekt, das in einem Inventar des Bundes aufgeführt ist, erheblich
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beeinträchtigt werden kann oder sich in diesem Zusammenhang grundsätzliche Fragen
stellen. Ob dies der Fall ist, beurteilt bei einer subventionierten Kantonsstrasse die
kantonale Fachstelle für Natur-, Heimat- und Denkmalschutz (Art. 7 Abs. 2 Satz 2 NHG,
vgl. Urteil BGer 1C_71/2016 vom 28.7.2016, E. 3.1). Mit der Zusprache eines
Bundesbeitrages für das strittige Projekt hat die zuständige kantonale Kommission für
Denkmalpflege die Frage einer Begutachtung von Amtes wegen beantwortet, hat sie doch
in ihrer dem Bundesamt für Kultur eröffneten Verfügung vom 16. März 2015 unangefochten
die Voraussetzungen für die Beitragsgewährung in eigener Kompetenz bejaht und mithin
auf eine Begutachtung verzichtet. Sie ging dabei offenkundig davon aus, durch die
geplante Pflästerung sei im Sinne von Art. 7 Abs. 2 NHG weder eine erhebliche
Beeinträchtigung des im ISOS verzeichneten Ortsbildes zu erwarten noch stelle sich eine
Grundsatzfrage; dieser Auffassung war offenbar auch das Bundesamt für Kultur, liess diese
Bundesbehörde doch die Verfügung unangefochten in Rechtskraft erwachsen. Weil durch
die Pflästerung der heute geteerten Kantonsstrassen, der Schäflistrasse und des heute
bekiesten Platzes nach den oben zitierten Feststellungen im ISOS auch keine davon
erfasste historische Bausubstanz berührt ist oder verloren gehen könnte, und die
Pflästerung im Gegenteil der dort dokumentierten Ablösung der Holzgiebelbauten durch die
herrschaftlichen Steinpaläste in Form und Materialisierung optimal Rechnung trägt, ist
analog dem vorgenannten Urteil des Bundesgerichts (1C_71/2016 E. 3.4) vorliegend
mangels Beeinträchtigung der Schutzziele des ISOS nicht zu beanstanden, dass nach der
kantonal zuständigen Kommission für Denkmalpflege auch die Vorinstanz auf eine
Begutachtung des strittigen Projektes durch eine eidgenössische Kommission verzichtet
hat.
6.2 Durch die Wahl eines sog. Grosssteinpflasters (12cm x 16cm) wird im Ergebnis nebst
gestalterischen auch lärmtechnischen Aspekten Rechnung getragen: Mit dem Gutachten
Y_ AG (vom 22.10.2013, act. 28, S. 1f.) steht als Ergebnis einer Lärmmessung auf
Pflästerungen in Herisau und St. Gallen fest, dass beim Befahren eines herkömmlichen
Kleinsteinpflasters gegenüber einem Grosssteinpflaster eine Lärmpegeldifferenz bei PW
von +2.0 dBA und bei Lastwagen eine solche von +1.5 dBA resultiert, wenn zugleich beim
Grosssteinpflaster anstelle der herkömmlichen Anordnung der Fugen (gerade zur
Fahrtrichtung) diese schräg bzw. diagonal zur Fahrtrichtung ausgerichtet werden. Das
heisst, es kann mit einem diagonal zur Fahrtrichtung verfugten Grosssteinpflaster
zusätzlich eine wesentliche, die erwähnte Hörbarkeitsgrenze von 1-3 dBA
übersteigendende Lärmreduktion erwirkt werden. Damit kann dem Ruhebedürfnis der
Beschwerdeführer bzw. dem Vorsorgeprinzip ohne nennenswerte gestalterische Nachteile
zusätzlich Nachachtung verschafft werden. Dass die gepflästerte Verkehrsfläche bei
gleicher Geschwindigkeit auch so noch mehr Lärm als eine geteerte Fläche verursacht, ist
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hingegen unbestritten (vgl. Kommission Neugestaltung Landsgemeindeplatz,
Schlussbericht II, vom 10.11.2009, act. 11.10, S. 7). Im vorliegenden Fall ist indessen zu
berücksichtigen, dass die Beschwerdeführer durch den geplanten Ersatz des bisher
bekiesten Platzes (an dem die Beschwerdeführer festhalten möchten und insofern keine
Teerung verlangen) zugleich von einer gewissen Vorbelastung entlastet werden, denn
damit wird immerhin die beim Befahren des bekiesten Platzes notorische Geräusch- und
Staubentwicklung künftig entfallen. Dass im Vergleich zur bisherigen Teerfläche auf der
Schäfli- und den Kantonsstrassen durch deren Pflästerung ein lärmbedingter Nachteil
verbleiben wird, ist in diesem Ortsbild nationaler Bedeutung aus gestalterischen Gründen
gerechtfertigt und unvermeidlich, aber dieser Nachteil kann durch die geplante Verwendung
des Grosssteinpflasters mit Fugen diagonal zur Fahrtrichtung minimiert werden. Damit
stünde das Vorhaben gegebenenfalls im Einklang mit der erwähnten Rechtsprechung zum
Vorsorgeprinzip. Allerdings ist im aufgelegten Gestaltungsplan (rote Projektmappe, Beilage
9, act. 21.2/9) im dort wiedergegebenen Bericht des Architekten bislang nur verbindlich
festgelegt worden, dass Guber-Pflasterstein (Quarzsandstein), geschliffen/geflammt,
12 cm x 16 cm, und mithin das im Lärm-Gutachten Y_ geprüfte Grosssteinpflaster zu
verwenden ist. Unklar ist jedoch, wie auf den Kantonsstrassen und der Schäflistrasse die
Fugen der dort vorgesehenen Pflästerung anzuordnen sind. Weil mit der Anordnung der
Fugen des Grosssteinpflasters möglichst schräg bzw. diagonal zur Fahrtrichtung der Lärm
noch im Sinne des Vorsorgeprinzips minimiert werden kann und muss, ist diesem Anliegen
im Urteilsdispositiv durch eine den angefochtenen Entscheid verbindlich ergänzende
Auflage wie folgt Rechnung zu tragen: Die auf den Kantonsstrassen und auf der
Schäflistrasse (Parz. 001-003) geplante Pflästerung mit 12 cm x 16cm Bindersteinen ist
dort so anzuordnen, dass deren Fugen möglichst diagonal zur jeweiligen Fahrtrichtung der
Motorfahrzeuge verlaufen. Demgegenüber ist im aufgelegten Gestaltungsplan (a.a.O.) für
den Landsgemeindeplatz mit einer flächig angelegten Pflasterstein-Signatur angedeutet,
dass dort die Fugen des Grosssteinpflasters parallel zur Hauptfassade der Kirche und der
übrigen Bauten am Platz angeordnet werden sollen (so auch Tech. Bericht, Projektmappe,
Beilage 1, S. 6). Dies ist nicht zu beanstanden, weil der Platz (in der Kernzone
zonenkonform) in hohem Mass als Parkplatz für die angrenzenden öffentlichen Bauten
dient (vgl. Schlussbericht II, a.a.O., S. 2). Dabei kann nicht von einer vorherrschenden
Fahrtrichtung des ein- und ausfahrenden und im Übrigen ruhenden Verkehrs gesprochen
werden, an der sich die Fugen lärmmindernd ausrichten liessen. Auf dem
Landsgemeindeplatz hat es deshalb gemäss Plan-Signatur bei der Ausrichtung der Fugen
des Grosssteinpflasters parallel zur Hauptfassade der Kirche und der übrigen Bauten sein
Bewenden.
Seite 25
6.3 Zusammenfassend steht damit fest, dass für die zusammenhängende Pflästerung des
Landsgemeindeplatzes, des Kantonsstrassen-Knotens und der Schäflistrasse mit einem
Grosssteinpflaster in diesem Ortsbild von nationaler Bedeutung jedenfalls ein gewichtiges
öffentliches Interesse gestalterischer und technischer Art besteht. Die Lärmimmissionen
durch die geplante Änderung dieser ortsfesten Anlage (Einbau des Grosssteinpflasters)
halten im Bereich des Platzes und der Schäflistrasse die IGW ein, und im Bereich der
sanierungspflichten Kantonsstrasse kann durch eine ergänzende Auflage sichergestellt
werden, dass zeitgleich bzw. koordiniert mit der Pflästerung dort eine im Sinne von Art. 10
LSV rechtmässige Lösung realisiert wird. Soweit nach dem Vorsorgeprinzip weitergehende
Lärmschutzmassnahmen zu prüfen sind, steht nach dem Gesagten fest, dass eine
Verletzung des Vorsorgeprinzips vorliegend teils zu verneinen ist und im Übrigen aber mit
der ergänzend ins Dispositiv aufzunehmenden Auflage (lärmmindernden Anordnung der
Fugen des vorgesehenen Grosssteinpflasters) weitestgehend vermeiden lässt. Zu prüfen
bleibt, ob dem auf diese Weise durch Auflagen lärmrechtlich ergänzten Gesamtprojekt und
der damit noch verbleibenden Lärmbelastung das Ruheinteresse der Beschwerdeführer
oder sonstige öffentliche oder private Interessen überwiegend entgegenstehen.
6.4 Die Beschwerdeführer machen als Privatinteresse im Wesentlichen ihr Ruhebedürfnis als
Eigentümer ihrer am Landsgemeindeplatz liegenden Wohnliegenschaft geltend. Dieses
Ruhebedürfnis wird auch durch das mit der vorgenannten Auflage optimierte, nach dem
Gesagten zonenkonforme Gesamtprojekt noch in gewisser Weise beeinträchtigt sein, denn
vom (möglichst) diagonal verfugten Grosssteinpflaster wird beim Befahren mit
Motorfahrzeugen zweifellos eine über dem Pegel der bisherigen Teerflächen und in
geringerem Umfang auch über dem Pegel des bisher bekiesten Platzes liegende
Lärmbelastung ausgehen. Weil die zusammenhängend geplante Grosssteinpflästerung
sich in diesem Ortsbild von nationaler Bedeutung nicht zuletzt analog der im ISOS
dokumentierten Ablösung der Holzgiebelbauten durch die heute dominierenden
Steinpaläste rechtfertigt und gestalterisch als geeignet und erforderlich erscheint, um den
architekturhistorischen Wert dieser italienisch beeinflussten Herrschaftsbauten zu erhalten,
überwiegt vorliegend das öffentliche und teils private Interesse an dieser Umgestaltung das
entgegenstehende Ruhebedürfnis der vom Lärm betroffenen Beschwerdeführer. Dass die
privaten Eigentümer des Hotel/Restaurants Krone (und des Schäflis) als in der Kernzone
zonenkonforme zentrumsbildende Betriebe dem Vorhaben nicht opponieren, darf in diese
Abwägung einbezogen werden. Diese Anstösser scheinen für ihre Gäste im Sommer die
Möglichkeit einer staubfreien Bewirtung im Freien höher zu gewichten, als die durch
Auflagen minimierte Lärmbelastung, welche auch ihre Liegenschaften betrifft.
Seite 26
6.5 Dass im Winter die Schneeräumung auf dem gepflästerten Platz mehr Lärm und Kosten
verursachen soll, als auf den bislang teils bekiesten und teils geteerten Flächen, ist fraglich,
vermag aber selbst gegebenenfalls nichts daran zu ändern, dass das gewichtige öffentliche
und teils auch private Interesse an der zusammenhängenden Pflästerung insgesamt das
entgegenstehende Ruhebedürfnis und die sonstigen Interessen der Beschwerdeführer
überwiegt. Im Übrigen ist gerichtsnotorisch, dass die Schneeräumung auf der in Trogen
namentlich rund um den Fünfeckpalast schon vorhandenen Pflästerung weder in den
Räumlichkeiten des Obergerichts noch in den drei Wohnungen eine hörbar höhere
Lärmbelastung zur Folge hat, als die Schneeräumung auf der ebenfalls geteerten Nordseite
des Fünfeckpalastes.
Da allfällige Mehrkosten der Schneeräumung auf den Kantonsstrassen und auf dem
Landsgemeindeplatz bei der an der Pflästerung interessierten öffentlichen Hand anfallen,
vermögen diese am Ergebnis der Interessenabwägung nichts zu ändern; das weit
gewichtigere öffentliche Interesse an der Pflästerung überwiegt im Bereich dieses
Ortsbildes von nationaler Bedeutung auch so. Soweit solche Mehrkosten bei den
Beschwerdeführern als Eigentümer der Parzelle 003 für Schneeräumung und Unterhalt der
dort geplanten Pflästerung entstehen, sind diese nachfolgend noch separat zu würdigen.
Sieht man vorderhand von diesen den Beschwerdeführern privat anfallenden Kosten ab,
überwiegt das gewichtige öffentliche Interesse an der zusammenhängenden Pflästerung
dieses Ortsbildes von nationaler Bedeutung das Ruhebedürfnis der Beschwerdeführer
sowohl im Bereich des Platzes, der Kantonsstrassen als insbesondere auch im Bereich der
Schäflistrasse und der Parzelle 003. Das Vorhaben ist daher in Verbindung mit den
ergänzend als notwendig erkannten Auflagen durchwegs auch mit dem Vorsorgeprinzip zu
vereinbaren. Soweit die strittige Pflästerung nicht die Parzelle 003 und die dafür noch zu
prüfende Kostenfrage betrifft, steht damit fest, dass das Vorhaben als recht- und
verhältnismässig zu beurteilen ist; in diesem Umfang ist die Beschwerde jedenfalls
abzuweisen.
7. Zu prüfen bleibt, ob und welche finanziellen Folgen des Vorhabens die Beschwerdeführer
nebst der als zulässig erkannten Lärmbelastung durch die Pflästerung auf ihrer Parzelle
003 hinzunehmen haben.
7.1 Gemäss dem aufgelegten Projekt soll der bislang geteerte und als Strasse genutzte Teil
der Parzelle 003 in die Pflästerung der Schäflistrasse einbezogen werden. Wie oben bereits
festgestellt, lastet auf diesem Teil der Parzelle 003 nach der Rechtsverschreibung von 1946
eine öffentliche Fahrstrasse in einer Breite von 4.70m, und insoweit sind entsprechend
auch die zivilrechtlichen Abwehrrechte eingeschränkt. Weil diese Verschreibung damals
von der Gemeindebehörde mitunterzeichnet wurde, gilt die Strasse im privaten Eigentum
Seite 27
seither in dieser Breite nach Art. 2 Abs. 2 StrG als dem Gemeingebrauch gewidmet; nach
Art. 1 Abs. 1 StrG gilt sie damit als öffentliche Strasse und diese fällt als solche in dessen
Geltungsbereich. Nach Ziff. 2 der Rechtsverschreibung sind die jeweiligen
Grundeigentümer zum Unterhalt der öffentlichen Fahrstrasse verpflichtet. Daran hat Art. 51
Abs. 1 StrG nichts geändert, denn auch demnach werden öffentlichen Strassen im privaten
Eigentum durch die Grundeigentümer unterhalten [die davon statuierte Ausnahme für den
Winterdienst gilt nur für (Fuss-)Wege, nicht jedoch für (Fahr-)Strassen]. Welchen Belag die
Strasse 1946 aufwies und weiterhin aufweisen soll, ist der Rechtsverschreibung nicht zu
entnehmen. Mangels einer ausdrücklichen servitutarischen Festlegung ist mit den
Beschwerdeführern davon auszugehen, dass diese im Rahmen ihrer Unterhaltspflicht nicht
verpflichtet sind, die heute geteerte Strassenfläche auf ihre Kosten mit der strittigen
Pflästerung zu versehen. Aus dem gleichen Grund ist ferner davon auszugehen, dass sie
servitutarisch auch nicht dazu verpflichtet sind, den Ersatz des Teerbelages auf ihrer
Parzelle - ohne ihre Zustimmung - zu dulden, selbst wenn die Pflästerung auf Kosten
beispielsweise der Gemeinde eingebaut würde. Dasselbe ergibt sich sinngemäss auch aus
Art. 36 Abs. 2 StrG, der in anderem Zusammenhang für öffentliche Strassen im privaten
Eigentum ebenfalls die Zustimmung aller Grundeigentümer voraussetzt. Entscheidend ist
aber ohnehin, dass Art. 44 StrG unter dem Titel Landerwerb für alle öffentlichen Strassen
bestimmt, dass das für den Strassenbau benötigte Land sowie die übrigen Rechte in erster
Linie freihändig, ansonsten durch Landumlegung oder durch Enteignung zu erwerben sind.
Nachdem es vorliegend erklärtermassen an der Zustimmung der Beschwerdeführer zur
projektierten Pflästerung und zu einer freihändigen Abtretung ihrer Parzelle oder sonstiger
Rechte daran fehlt (und die Verschreibung von 1946 keine servitutarische Duldung der
Pflästerung beinhaltet), bleibt festzustellen, dass das aufgelegte Projekt auch keine
Landumlegung vorsieht. Unter diesen Umständen kann auf Parzelle 003 die oben als recht-
und verhältnismässig erkannte Pflästerung nur realisiert werden, wenn mit dem Projekt
auch ein formelles Enteignungsverfahren eingeleitet worden wäre, mit dem Ziel, entweder
den für die Pflästerung beanspruchten Boden oder wenigstens eine Dienstbarkeit zu
Lasten der Parzelle 003 zugewiesen zu erhalten, welche die Beschwerdeführer als
Grundeigentümer zur Duldung der Pflästerung verpflichtet. Der Landerwerbsplan, welcher
mit dem Gesamtprojekt aufgelegt wurde (rote Projektmappe, Beilage 8, act. 21.2/8), sieht
weder zugunsten der Gemeinde noch des Kantons eine Bodenabtretung oder die
Abtretung einer solchen Dienstbarkeit zulasten der Parzelle 003 vor. Auch eine nach Art. 37
Abs. 3 StrG zur Einleitung des Enteignungsverfahrens erforderliche persönliche Anzeige an
die Adresse der Beschwerdeführer ist nicht aktenkundig; die Beschwerdeführer bestreiten
denn auch ausdrücklich, je eine solche Anzeige erhalten zu haben.
Seite 28
7.2 Nach Art. 39 Abs. 3 StrG kann mit der Einsprache nebst dem aufgelegten Projekt auch die
Zulässigkeit der Enteignung und deren Umfang angefochten werden. Dies setzt allerdings
voraus, dass das Enteignungsverfahren überhaupt mit schriftlicher Anzeige eingeleitet
worden ist (Art. 37 Abs. 3 StrG) und ferner, dass mit dem aufgelegten Projekt auch Art und
Umfang der Enteignung in einem Landerwerbsplan festgelegt wurde. Weder das eine noch
das andere wurde bislang für Parzelle 003 veranlasst. Somit kann im vorliegenden
Verfahren über die (von den Beschwerdeführern bestrittene) Zulässigkeit der noch nicht
einmal eingeleiteten Enteignung nicht geurteilt werden; auf die diesbezüglichen Rügen
kann derzeit nicht eingetreten werden. Hingegen ist im Rahmen der beantragten
Rückweisung lediglich, aber immerhin festzustellen, dass es für die Realisierung der auch
auf Parzelle 003 als recht- und verhältnismässig erkannten Pflästerung noch der Einleitung
einer formellen Enteignung durch das dafür zuständige Gemeinwesen bedarf (um sich die
dort zur Pflästerung erforderlichen, aber voraussichtlich nicht freihändig erhältlichen
dinglichen Rechte abtreten zu lassen). Weil das Gesamtprojekt jedoch weit überwiegend
nicht die Parzelle 003, sondern Flächen im Eigentum des Kantons, der Gemeinde sowie
der dem Vorhaben vertraglich zustimmenden Eigentümer an der Schäflistrasse in Anspruch
nimmt, und die Pflästerung auf jenen Flächen ohne präjudizielle Wirkung unter Auslassung
der Parzelle 003 realisiert werden kann, erweist sich die beantragte Rückweisung des
Gesamtprojektes weder als notwendig noch verhältnismässig (vgl. dazu auch Art. 53 Abs. 3
der kantonalen Bauverordnung, bGS 721.11): Stattdessen genügt, dass im Dispositiv
festgehalten wird, es sei auf Parzelle 003 derzeit auf die Pflästerung zu verzichten, es sei
denn, deren Grundeigentümer stimmen einer solchen in einer (auch die Kosten der
Erstellung und des Unterhalts der Pflästerung regelnden) Vereinbarung zu oder diese seien
in einem noch einzuleitenden Enteignungsverfahren zur Bodenabtretung oder durch eine
Dienstbarkeit zur Duldung der Pflästerung verpflichtet worden.
7.3 Die Aufnahme dieser Bedingung ins Dispositiv hat zusammen mit den beiden weiteren
Auflagen zur Folge, dass die Beschwerde durch diese Abänderung des angefochtenen
Entscheides zwar teilweise gutzuheissen, aber im Übrigen ohne Rückweisung abzuweisen
ist.
8. Nach Art. 19 Abs. 3 in Verbindung mit Art. 53 Abs. 1 VRPG ist in Beschwerdeverfahren vor
Obergericht gebühren- und kostenpflichtig, wer ganz oder teilweise unterliegt oder auf
dessen Rechtsmittel nicht eingetreten wird.
8.1 Nachdem die Beschwerdeführer im Wesentlichen die Rückweisung des Projektes zur
Neuauflage unter Verzicht auf die Pflästerung der Kantonsstrasse und des
Landsgemeindeplatzes beantragen, steht nach dem oben Gesagten fest, dass die
Seite 29
Beschwerdeführer mit ihren Begehren überwiegend nicht durchdringen. Da sie im Ergebnis
nur in Bezug auf ihre Parzelle 003 sowie der ergänzend als notwendig erkannten Auflagen
durchdringen, obsiegen sie gemessen an ihrem Antrag nur zu rund einem Drittel. Deshalb
ist ihnen die Entscheidgebühr zu zwei Drittel aufzuerlegen. Für das mit drei
Schriftenwechseln und umfangreichen Vorakten sehr aufwendige obergerichtliche
Beschwerdeverfahren erscheint in Anwendung von Art. 4a des Gesetzes über die
Gebühren in Verwaltungssachen (bGS 233.2) eine Entscheidgebühr von insgesamt
Fr. 7'500.-- als angemessen. Für das Unterliegen zu zwei Drittel ist den Beschwerdeführern
entsprechend eine Entscheidgebühr von Fr. 5'000.-- aufzuerlegen; der Kostenvorschuss
von Fr. 1'200.-- ist ihnen anzurechnen. Bezüglich der zu einem Drittel unterlegenen
Vorinstanz wird ausgangsgemäss und in Anwendung von Art. 22 Abs. 1 VRPG auf die
Erhebung des Restbetrages verzichtet.
9. Nach Art. 53 Abs. 3 VRPG hat vor Obergericht die obsiegende Partei in der Regel
Anspruch auf eine Entschädigung für ihre notwendigen Kosten und Auslagen. Nach Art. 24
Abs. 2 in Verbindung mit Art. 59 VRPG geht die Parteientschädigung zulasten der
unterliegenden Partei; diese kann jedoch aus Billigkeitsgründen auch der Staats- oder
Gemeindekasse auferlegt werden (Art. 24 Abs. 2 Satz 2). Keine Parteientschädigung wird
ausgerichtet an Behörden oder wenn die Voraussetzungen des Obsiegens erst im
Rechtsmittelverfahren geschaffen worden sind (Art. 24 Abs. 3 lit. a und b VRPG). Obschon
die Vorinstanz zu zwei Drittel obsiegt, ist dieser als Behörde somit für das
Beschwerdeverfahren keine Parteientschädigung auszurichten. Die Beschwerdeführer
obsiegen nur zu einem Drittel, weshalb diesen ausgangsgemäss grundsätzlich kein
Anspruch auf eine Entschädigung zusteht. Aus Billigkeitsgründen ist jedoch vorliegend in
Betracht zu ziehen, dass die Vorinstanz, wie in Erw. 3 festgehalten, dem Gericht auf erste
Aufforderung hin die Vorakten nur unvollständig zugestellt hat. Erst auf ausdrückliche Rüge
seitens der Beschwerdeführer und erneute Aufforderung seitens der Gerichtsleitung hin ist
die Vorinstanz ihrer Editionspflicht gehörig nachgekommen. Dabei hat sich überdies
ergeben, dass die im Einspracheentscheid genannten Beilagen dem Gericht teils mit einer
abweichenden Nummerierung zugestellt worden sind. Diese pflichtwidrig verzögerte
Aktenedition und zunächst nicht nachvollziehbare Aktenführung hat beim Parteivertreter zu
einem Mehraufwand durch ergänzend notwendige Eingaben geführt. Aus Billigkeitsgründen
haben die für das Gesamtprojekt und zur Aktenedition und -führung gemeinsam
verantwortlichen Vorinstanzen den Beschwerdeführern diesen Mehraufwand zu
entschädigen. Den Beschwerdeführern ist eine auf diesen Mehraufwand hin reduzierte
Parteientschädigung zuzusprechen. Diese ist mangels Kostennote ermessensweise auf
Fr. 4'000.-- festzulegen (Barauslagen und Mehrwertsteuer inbegriffen). Diese
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Parteientschädigung ist den Beschwerdeführern je zur Hälfte durch die Vorinstanz und die
Gemeinde Trogen zu entrichten.