# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** c3a26009-b1af-4484-a7c7-60074b790446
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2017
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
Der im Jahre 1957 geborene
X._
arbeitete seit dem
2
3.
Juli 2013
bei der
Y._
AG als Elektromonteur
und war als solcher bei der
Suva
obligatorisch gegen Unfälle versichert (Urk.
10/2
). Am
3
0.
Juli 2013 zog sich der Versicherte bei einem Sturz aus etwa einem Meter Höhe eine OSG-Distorsion rechts zu, wobei
er
in der Folge auch
über
Knie
schmerzen links
klagte
(
Urk.
10/2,
Urk.
10/53 S. 2).
Am 2
1.
August 2013 stürzte der Versicherte mit dem Fahrrad und
zog sich eine
Radiusköpfchenmeisselfrak
tur
rechts, eine Schulterkontusion rechts sowie eine
Nasenseptumfraktur
zu (
Urk.
11/4,
Urk.
11/42
/1
).
Am
8.
Juni 2014 zog sich der Versicherte bei einem Treppensturz
beziehungsweise wegen eines übersehenen Bürgersteigs
eine Kniedistorsion links zu (Bericht über ambulante Behandlung vom 1
1.
Juni 2014,
Urk.
12/6 S. 2,
Urk.
12/3
/1
).
Für die Folgen der drei genannten Ereignisse erbrachte die Suva die gesetzli
chen Leistungen.
Eine erste umfassend kreisärztliche
Untersuchung
fand am 2
3.
Januar 2015 statt (
Urk.
10/216). Bezüglich der Kausalität der Kniebeschwer
den links wurden in der Folge weitere Abklärungen durchgeführt, insbesondere wurde am
4.
Februar 2015 ein MRI des rechten Knies erstellt (Urk. 10/223); die kreisärztliche Stellungnahme erfolgte am 2
6.
Februar 2015 (Ergänzung zum Be
richt über die persönliche kreisärztliche Untersuchung vom 2
3.
Januar 2015,
Urk.
10/225).
Mit Schreiben vom 1
6.
März 2015 teilte
die Suva
den Fallab
schluss per 2
6.
Februar 2015 mit, unter Hinweis darauf, dass die Taggeldleis
tungen entgegenkommenderweise noch bis 3
1.
März 2015 aus
gerichtet würden (
Urk.
10/228).
Am 2
1.
April 2015 liess der Versicherte eine
arthroskopische
Teilmeniskektomie
am linken Knie durchführen (
Urk.
10/240).
Zur Situation an der rechten Schulter äusserte sich der Kreisarzt am
5.
Mai 2015 (
Urk.
10/243).
An
der mit Schreiben vom 1
6.
März 2015 geäusserten
Einschätzung hielt die Suva mit Verfügung
vom
8.
Juni 2015 (
Urk.
10/249)
sowie
– nach erneuter kreisärztlicher Beurteilung am 3
0.
November 2015 (Urk. 10/272) – mit
Ein
spracheentscheid
vom 2
7.
Januar 2016 fest (
Urk.
10/275 =
Urk.
2).
2.
Dagegen erhob der Vertreter des Beschwerdeführers am 2
6.
Februar 2016 Be
schwerde und beantragte, es seien dem Beschwerdeführer die gesetzlichen Leis
tungen
aufgrund der Folgen der Unfälle vom 3
0.
Juli 2013, 2
1.
August 2013 und
8.
Juni 2014
über den 3
1.
März 2015
hinaus auszurichten. Weiter sei dem Beschwerdeführer Rechtsanwalt
Dr.
André
Largier
als unentgeltlicher Rechts
vertreter zu bestellen; unter Entschädigungsfolgen zu Lasten der Beschwerde
gegnerin (
Urk.
1 S. 2).
Mit Beschwerdeantwort vom 1
4.
April 2016 beantragte der Vertreter der Be
schwerdegegnerin die Abweisung der Beschwerde (
Urk.
9), was dem Beschwer
deführer mit Verfügung vom 3
1.
August 2016 zur Kenntnis gebracht wurde (
Urk.
21).
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss
Bundesgesetz über die Unfall
versicherung (
UVG
)
setzt voraus, dass zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Inva
lidität, Tod) ein natürlicher Kausal
zusammenhang besteht. Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammen
hangs sind alle Umstände, ohne deren Vorhan
densein der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der glei
chen Weise beziehungsweise nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann. Entsprechend dieser Um
schreibung ist für die Bejahung des natürlichen Kausalzusammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleinige oder un
mittelbare Ursache gesundheit
licher Störungen ist; es genügt, dass das schädi
gende Ereignis zusammen mit anderen Bedingungen die körperliche oder geis
tige Integrität der versicherten Person beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht weggedacht wer
den kann, ohne dass auch die eingetretene ge
sundheitliche Störung entfiele (BGE 129 V 177 E. 3.1, 402 E. 4.3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, worüber die Verwaltung beziehungsweise im Beschwerdefall das Gericht im Rahmen der ihm obliegenden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt für die Begründung eines Leistungs
anspruches nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
1.2
Wird durch den Unfall ein krankhafter Vorzustand verschlimmert oder über
haupt erst manifest, fällt der natürliche Kausalzusammenhang dahin, wenn und sobald der Gesundheitsschaden nur noch und ausschliesslich auf unfallfremden
Ursachen beruht. Dies trifft dann zu, wenn entweder der Gesundheitszustand, wie er unmittelbar vor dem Unfall bestanden hat (Status quo ante) oder aber derjenige Zustand, wie er sich nach dem schicksalsmässigen Verlauf eines krankhaften Vorzustandes auch ohne Unfall früher oder später eingestellt hätte (Status quo sine), erreicht ist (RKUV 1992 Nr.
U 142 S.
75 E.
4b mit Hinweisen; nicht publiziertes Urteil des Bundesgerichts U
172/94 vom 26.
April 1995). Das Dahinfallen jeder kausalen Bedeutung von unfallbedingten Ursachen eines Ge
sundheitsschadens muss mit dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweis
grad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sein (RKUV 2000 Nr.
U 363 S.
45; BGE
119 V 7 E. 3c/
aa
).
Die
blosse
Möglichkeit nunmehr gänz
lich fehlender ursächlicher Auswirkungen des Unfalls genügt nicht.
Da es sich
hiebei
um eine anspruchsaufhebende Tatfrage handelt, liegt aber die entspre
chende Beweislast
–
anders als bei der Frage, ob ein leistungsbegründender na
türlicher Kausalzusammenhang gegeben ist
–
nicht bei der versicherten Person, sondern beim Unfallversicherer (RKUV 1994 Nr.
U 206 S.
328
f. E.
3b, 1992 Nr.
U 142 S. 76).
Diese Beweisgrundsätze gelten sowohl im Grundfall als auch bei Rückfällen und Spätfolgen und sind für sämtliche Leistungsarten
massge
bend
(
Urteil des Bundesgerichts 8C_637/2013 vom 11.
März 2014 E.
2.3.1 mit Hinweisen).
Mit dem Erreichen des
S
tatus quo sine
vel
ante entfällt eine Teilursächlichkeit für die noch bestehenden Beschwerden. Solange jedoch der
S
tatus quo sine
vel
ante noch nicht wieder erreicht ist, hat der Unfa
llversicherer gestützt auf Art. 36 Abs.
1 UVG in aller Regel neben den Taggeldern auch Pflegeleistungen und Kostenvergütungen zu übernehmen, worunter auch die
Heilbehandlungskosten nach Art.
10 UVG fallen
(Urteil des Bundesgerichts 8C_637/20
13 vom 11. März 2014 E. 2.3.2).
1.3
Nach Gesetz und Rechtsprechung ist der Fall unter Einstellung der vorübergehen
den Leistungen und Prüfung des Anspruchs auf eine Invaliden
rente und eine Integritätsentschädigung abzuschliessen, wenn von der Fortset
zung der ärztlichen Behandlung keine namhafte Besserung des Gesundheitszu
standes der versicherten Person mehr erwartet werden kann und allfällige Ein
gliederungsmassnahmen der Invalidenversicherung abgeschl
ossen sind (vgl. Art. 19 Abs. 1, Art. 24 Abs. 2
UVG; Urteil des Bundesgerichts 8C_888/2013 vom 2.
Mai 2014 E. 4.1, vgl. auch Urteil 8C_639/2014 vom 2. Dezember 2014 E. 3).
In diesem Zeitpunkt ist der Unfallversicherer auch befugt, die Adäquanzfrage zu prüfen (Urteil des Bundesgerichts 8C_377/2013 vom 2.
Oktober 2013 E. 7.2 mit Hinweis auf
BGE
134 V 109, vgl. auch Urteil 8C
_
454/2014 vom 2. September 2014 E. 6.3).
Ob eine namhafte Besserung noch möglich ist, bestimmt sich insbesondere nach Massgabe der zu erwartenden Steigerung oder Wiederherstellung der Arbeitsfä
higkeit, soweit diese unfallbedingt beeinträchtigt ist
. Die Verwendung des Be
griffes „
namhaft" in Art.
19 Abs.
1 UVG verdeutlicht demnach, dass die durch weitere (zweckmässige) Heilbehandlung im Sinne von Art.
10 Abs.
1 UVG er
hoffte Besserung ins Gewicht fallen muss. Weder eine weit entfernte Möglich
keit eines positiven Resultats einer Fortsetzung der ärztlichen Behandlung noch ein von weiteren Massnahmen
–
wie etwa einer Badekur
–
zu erwartender ge
ringfügiger therapeutischer Fortschritt verleihen Anspruch auf deren Durch
führung. In diesem Zusammenhang muss der Gesundheitszustand der versi
cherten Person prognostisch und nicht aufgrund retrospektiver Feststellungen beurteilt werden (Urteil des Bundesgerichts 8C_888/2013 vom 2.
Mai 2014 E. 4.1 mit Hinweisen, insbes. auf BGE
134 V 109 E. 4.3; vgl. auch Urteil 8C_6
39/2014 vom 2. Dezember 2014 E.
3).
Für die Einstellung der vorübergehenden Leistungen braucht der Entscheid der Invalidenversicherung über Eingliederungsmassnahmen nicht abgewartet zu werden, wenn von weiterer ärztlicher Behandlung keine namhafte gesundheitli
che Besserung mehr erwartet werden kann (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_588/2013 Urteil vom 16.
Januar 2014 E. 3.3) und keine Anhaltspunkte dafür vorliegen, dass durch allfällige Eingliederungsmassnahmen das de
r Invaliditäts
bemessung der Suva
gestützt auf die medizinischen Abklärungen zugrunde ge
legte Invalideneinkommen verbessert und so der die Invalidenrente der Unfall
versicherung bestimmende Invaliditätsgrad beeinflusst werden kann (vgl. Urteil des Bundesgericht 8C_588/2013 vom 16.
Januar 2014 E. 3.5).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete den angefochtenen
Einspracheentscheid
(
Urk.
2)
in medizinischer Hinsicht unter Hinweis auf die kreisärztliche Untersu
chung vom 2
3.
Januar 2015 sowie den ergänzenden Bericht vom 2
6.
Februar 201
5.
Unbestritten sei dabei, dass die Kniebeschwerden rechts, die Rücken- und Daumenbeschwerden sowie allfällige psychische Beschwerden nicht in natürli
chem respektive adäquatem Kausalzusammenhang zu den vorliegenden Unfällen stehen würden
(S. 5)
. Zwischen den Kniebeschwerden links und dem Unfall vom 2
9.
Juli 2013 bestehe weiter kein Kausalzusammenhang
(S. 6)
. Bezüglich des Er
eignisses vom
8.
oder 1
0.
Juni 2014 sei von einer leichten Kniedistorsion auszu
gehen. Die degenerativen Veränderungen in allen drei Kniegelenkkompartimen
ten auch auf der rechten Seite würden gegen eine unfallkausale Schädigung links
sprechen. Bei vollständige
r
Regredienz
des
Bone
bruise
im MRI vom 2
0.
Oktober 2014 seien die
Traumafolgen
verschwunden. Damit sei
der Status quo sine spä
testens im Zeitpunkt der Einstellung der Leistungen
per 2
6.
Februar respektive 3
1.
März
2015 erreicht
(S. 6 f.)
. Bezüglich der Nasenverletzung sei der Behand
lungsabschluss längstens gegeben
;
falls der Beschwerdeführer doch noch eine Operation durchführen lassen wolle, könne er eine Rückfallmeldung bei der Suva einreichen
(S. 7)
. Auch bezüglich der Schulterbeschwerden rechts sei der Be
handlungsabschluss gegeben
,
auch deute die Verweigerung von Behandlungen nicht auf einen relevanten Leidensdruck hin. Was die Integritätsentschädigung für den rechten Ellbogen betreffe, erscheine es unterdessen unbestritten, dass zur
zeit kein erheblicher Integritätsschaden bestehe. Mangels erheblicher Erwerbsun
fähigkeit
aufgrund der anerkannten Unfallfolgen bestehe kein
Rentenanspruch
(
S. 7 f.; vgl. auch
Urk.
9
).
2.2
Demgegenüber machte der Vertreter des Beschwerdeführers im Wesentlichen geltend
(
Urk.
1)
, dass
bezüglich des linken Knies ein Meniskusriss
und damit eine unfallähnliche Körperschädigung
nachgewiesen sei
(S. 8)
und die krank
hafte Degeneration des Meniskus lediglich eine Teilursache der Beschwerden darstelle, was zur Leistungspflicht des Unfallversicherers führe
(S. 9)
. Der
Bone
bruise
beweise ein heftiges Unfallereignis, zudem zeige das drei Wochen nach dem Unfall erstellte MRI einen Gelenkserguss. Der Vergleich der Kniegelenke lasse keinen Schluss
über die strittige Frage zu
, ob der vollständige Riss des la
teralen Meniskus krankheits- oder unfallbedingt entstanden sei
(S. 10)
. Bezüg
lich der rechten Schulter hätten die Behandlungen noch bis September 2015 angedauert, so dass der Fallabschluss per 2
6.
Februar 2015 nicht sachgerecht sei
(S. 11)
.
Weiter sei die Behauptung, dass sich die Restfolgen der drei Unfälle nicht auf die Erwerbsfähigkeit auswirken würden, schlicht aus der Luft gegrif
fen; die Beschwerdegegnerin habe es versäumt, die wirtschaftlichen Auswirkun
gen der Unfallfolgen auf die Erwerbsfähigkeit abzuklären. Die Einschätzung des Integritätsschadens am rechten Ellbogen stütze sich allein auf eine Röntgenun
tersuchung, was zur verlässlichen Beurteilung einer bleibenden Schädigung des Ellbogens eine ungenügende Abklärungsmethode darstelle
(S. 12)
. Insgesamt sei zur umfassenden Klärung des vorliegenden Sachverhalts ein polydisziplinäres Gutachten einzuholen (S.
1
3).
3.
3.1
Dr.
med.
Z._
, Facharzt FMH für orthopädische Chirurgie und Traumatolo
gie,
führte im Rahmen seiner kreisärztlichen Untersuchung vom 3
1.
Januar 2014
(
Urk.
10/82)
hinsichtlich der Beschwerden am rechten Ellbogen aus, dass die randständige
Meisselfraktur
des Radiusköpfchens leicht disloziert konsoli
diert sei. Dies erkläre das Beschwerdebild nicht, der Anteil des Fragments an der gesamten Gelenkfläche sei höchstens 10
%
. Die Bewegungseinschränkung sei aber gut erklärbar, einerseits durch den Unfall selber und anderseits auch durch die im CT sichtbaren kleinen
Corpora
libera
radiohumeral
,
aber auch in der
Fossa
olecrani
, überdies bestehe der Verdacht auf eine beginnende
Arthroseent
wicklung
im Ellbogengelenk
(S. 7)
. Der Zustand sei stabil, eine weitere Behand
lung werde unter Berücksichtigung der Gesamtsituation keine weiteren Verbes
serungen bringen. Angesichts der funktionellen Behinderungen durch den rechten Ellbogen sei die Tätigkeit als Elektromonteur dauernd nicht mehr zu
mutbar. Unfallkausal wegen des rechten Ellbogens bestehe eine vollzeitige Ar
beitsfähigkeit nur mehr für leichte bis mittelschwere Tätigkeiten (10-15 kg
bi
manuell
), wobei ein dauernder Krafteinsatz des rechten Armes sowie Tätigkeiten mit starken Erschütterungen und Vibrationen
nicht mehr zumutbar seien. Die geplante Nasenoperation würde zu einer Arbeitsunfähigkeit von rund drei Wo
chen führen (S.
8
).
3.2
Am
2.
Juli 2014 wurde ein MRI des linken Knies erstellt, wobei
Dr.
med.
A._
, leitender Arzt am Stadtspital
B._
, Institut für Medizinische Radiologie und Nuklearmedizin, den erhobenen Befund wie folgt beurteilte: Fortgeschrittene Degeneration des lateralen Meniskus mit zusätzlichem Meniskusriss und Sublu
xation nach lateral; Knochenmarködem lateraler
Femurkondylus
und
Tibiapla
teau
, DD:
postkontusionell
; posttraumatisch reaktivierte Gonarthrose bei
Chondromalazie
Grad III; zusätzliche
ossäre
Läsion am
Tibiakopf
mit Mikro
frakturen, DD: beginnende
Osteonekrose
; 6x3 cm grosse
Bakerzyste
;
Chondro
malazie
Grad II-III
femoro-patellär
;
mässiggradig
ausgeprägter Kniegelenker
guss (
Urk.
10/175).
3.3
Anlässlich der kreisärztlichen Untersuchung vom 2
3.
Januar 2015
(
Urk.
10/216)
gab der Beschwerdeführer an, dass er Beschwerden im linken Knie, im rechten Daumen und im rechten Ellbogen habe; die Schulter sei mittlerweile aber gut und er
habe
keine Schmerzen mehr, hingegen sei die Belastbarkeit des rechten Armes nach wie vor reduz
iert. Der Nasenoperation wolle er sich nicht unterzie
hen, die Operationsangst sei zu gross
(S. 5).
Hinsichtlich des linken Knies würden die Erstbeurteilung des Stadtspitals
B._
sowie das MRI vom
2.
Juli 2014 eine Traumatisierung des linken Knies als wahrscheinlich erscheinen
lassen
, dies insbesondere wegen des
Bone
bruise
. Heute zeige der Beschwerdeführer neben einem ausgeprägten Schon- und De
monstrationsverhalten objektiv einen leichten Streckausfall bei ergussfreiem
und bandstabilem Knie, die üblichen Meniskuszeichen könnten bei dauernder Schmerzangabe nicht als diagnostisch gewertet werden. In dieser Situation halte er zur Klärung der Kausalität ein MRI des rechten Knies für sinnvoll, wobei fehlende d
egenerative Veränderungen recht
s für eine Unfallkausalität der Ver
änderungen links sprechen würden
(S. 7 f.). Die Pathologie am rechten Dau
mensattelgelenk sei nicht unfallkausal, bezüglich der Radiusköpfchenfraktur rechts sowie der Nasenbeinfraktur würden sich die Angaben anlässlich der kreisärztlichen Untersuchung vom 3
1.
Januar 2014 bestätigen (S. 5).
3.4
Am
4.
Februar 2015 wurde ein MRI des rechten Knies erstellt
,
wobei
Dr.
A._
zu der folgenden Beurteilung kam
:
Mixoide
Degeneration des medialen und la
teralen Meniskus mit zusätzlichem, horizontal verlaufende
m
, degenerativ be
dingtem Riss des lateralen Meniskus; konsekutiv
kleinvolumige
Meniskuszyste, 5 mm gross, am lateralen Vorderhorn anliegend; retropatell
arer Knorpelulcus mit
subchondraler
Reaktion, leichtgradige
Chondromalazie
im medialen und lateralen Kompartiment Frag II ohne Knochenmarködem; keine
Bakerzyste
;
po
lylobulierte
Flüssigkeit am
Fibulaköpfchen
, am ehesten einer Bursitis der Bursa
subentinea
entsprechend (
Urk.
10/223 S. 2).
3.5
In seinem ergänzenden Bericht vom 2
6.
Februar 2015 hielt
Dr.
Z._
fest, dass die degenerativen Veränderungen in allen drei Kniegelenkkompartimenten auch auf der rechten Seite gegen eine unfallkausale Schädigung
links sprechen würden, abgesehen vom initialen
Bone
bruise
, welcher bei der Kontroll-MRI-Untersuchung nicht mehr vorhanden gewesen sei. Dies auch wenn die Verän
derungen insgesamt im rechten Knie deutlich weniger ausgeprägt seien als links (
Urk.
10/225).
3.6
Bezüglich der Schulterproblematik hielt
Dr.
Z._
in seiner ärztlichen Beurtei
lung vom
5.
Mai 2015 fest, dass angesichts der klinischen Befunde anlässlich der Untersuchung vom 2
3.
Januar 2015 davon ausgegangen werden könne, dass ein stabiler, günstiger Zustand vorgelegen habe respektive vorliegt. Die im MRI vom 1
4.
November 2013 beschriebenen Veränderungen seien grösstenteils degenerativer Natur und nicht unfallkausal, dies betreffe insbesondere die leichte
Tendinose
der
Supraspinatussehne
. Aus dem klinischen Befund vom 2
3.
Januar 2015 könne geschlossen werden, dass die Aktivierung der AC-Ge
lenksart
h
rose abgeheilt sei. Etwas weniger klar sei die Ätiologie der SLAP-Lä
sion mit Partialruptur des Ligamentum
glen
o
humerale
superior
, dies wäre zwar auf degenerativer Basis möglich, könnte aber auch einer Unfallfolge entspre
chen. Bei stummer Situation am 2
3.
Januar 2015 würden sich aktuelle medizi
nische Massnahmen erübrigen, für diesen Teilaspekt müsste dem Beschwerde
führer
aber
ein Rückfallmelderecht eingeräumt werden. Dies bedeute, dass bei
Auftreten von Schulterbeschwerden rechts erneut ein
Arthro
-MRI angefertigt werden müsste (
Urk.
10/243 S. 2).
3.7
Anlässlich der ärztlichen Beurteilu
ng vom 3
0.
November 2015 hielt
Dr.
Z._
fest, dass die Untersuchung des Ellbogens mittels Röntgenbilder vom 3
1.
August 2015 eine erneute Beurteilung zulasse. Auc
h zwei Jahre nach der geringfügi
g dislozierten, sehr randständigen
Meisselfraktur
des Radiusköpfchens sei es nicht zu einer erheblichen
Arthrosebildung
gekommen. Ein erheblicher Integritäts
schaden resultiere entsprechend nicht, wobei ein Rückfallmelderecht bestehe (
Urk.
10/272 S. 2).
4.
4.1
Unbestritten ist vorliegend der Fallabschluss bezüglich der am 2
1.
August 2013 erlittenen
Nasenseptumfraktur
. Hinsichtlich der nach fachärztlicher Einschät
zung indizierten Revisionsoperation wurde dem Beschwerdeführer ein Rück
fallmelderecht eingeräumt (
Urk.
2 S. 7). Bezüglich der am 3
0.
Juli 2013 erlitte
nen OSG-Distorsion klagte der Beschwerdeführer bereits anlässlich der kreis
ärztlichen Untersuchung vom 3
1.
Januar 2014 über keine Beschwerden mehr (
Urk.
10/82 S. 6). Ebenfalls unbestritten ist, dass die Pathologie am rechten Daumensattelgelenk nicht unfallkausal ist (
Urk.
1 S. 8-13 e
contrario
). Der an
gefochtene
Einspracheentscheid
ist in dieser Hinsicht nicht zu beanstanden.
4.2
Hinsichtlich der Kniebeschwerden links ist gestützt auf
die Erstbeurteilung
des Stadtspitals
B._
(
Urk.
12/6 S. 2) sowie das MRI vom
2.
Juli 2014, welches ein Knochenmarködem (
Bone
bruise
) nachweist (
Urk.
12/13), mit überwiegender Wahrscheinlichkeit von einer Traumatisierung des linken Knies auszugehen; dies entspricht der kreisärztlichen Einschätzung. Dabei ging
Dr.
Z._
in sei
ner Einschätzung vom 2
3.
Januar 2015 offenbar davon aus, dass auch der nunmehr objektiv festgestellte leichte Streckausfall unfallkausal sein könnte; nur so erklären sich die in die Wege geleiteten weiteren medizinischen Untersu
chungen in Form einer MRI-Untersuchung des rechten Knies. Inwiefern auf
grund des Befunds am rechten Knie Schlüsse hinsichtlich der Unfallkausalität am linken Knie möglich sein sollen, erscheint dabei nicht nachvollziehbar. Auch wenn so allenfalls statistische Aussagen gemacht werden können, erscheinen Rückschlüsse im Einzelfall bei einem mittlerweile rund 60jährigen Patienten kaum verlässlich zu sein. Selbst wenn man dieses Vorgehen als zweckmässig erachten würde, könnte auf die Einschätzung von
Dr.
Z._
dennoch nicht abgestellt werden. So räumt dieser in seiner ergänzenden Stellungnahme vom 2
6.
Februar 2015 ausdrücklich ein, dass die Veränderungen insgesamt im rech
ten Knie deutlich weniger ausgeprägt seien als links (
Urk.
10/225). Dies müsste aber konsequenterweise zu einer Anerkennung der weitergehenden Schädigun
gen im linken Knie als unfallkausal führen.
Die kreisärztlich Einschätzung
der Situation am linken Knie vermag damit auch dann nicht zu überzeugen, wenn man das Vorgehen mit einem Vergleichs-MRI grundsätzlich als zweckmässig erachten würde.
Anzumerken ist dabei, dass d
en
Berichten und Gutachten versicherungsinterner Ärztinnen und Ärzte nach der Rechtsprechung Beweiswert zu
kommt
, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar begründet sowie in sich wider
spruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen (BGE 134 V 231 E. 5.1 mit Hinweis auf BGE 125 V 351 E. 3b/
bb
/
ee
). Trotz dieser grundsätzlichen Beweiseignung kommt den Berichten versicherungsinterner medizinischer Fachpersonen praxisgemäss nicht dieselbe Beweiskraft zu wie ei
nem gerichtlichen oder im Verfahren nach Art. 44
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (
ATSG
)
vom Versicherungsträ
ger veranlassten Gutachten unabhängiger Sachverständiger. Soll ein Versiche
rungsfall ohne Einholung eines externen Gutachtens entschieden werden, so sind an die Beweiswürdigung strenge Anforderungen zu stellen. Bestehen auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der versiche
rungsinternen ärztlichen Feststellungen, so sind ergänzende Abklärungen vor
zunehmen (BGE 139 V 225 E. 5.2; BGE 135 V 465 E. 4.4 mit Hinweisen; Urteil des Bundesgerichts 8C_348/201
6 vom 9. Dezember 2016 E. 2.4).
Aufgrund der obgenannten Ausführungen besteh
en
hinsichtlich der Einschät
zung der Situation am linken Knie mehr als nur geringe Zweifel, so dass die Frage der Unfallkausalität der Kniebeschwerden links im Rahmen eines unab
hängigen externen Gutachtens zu prüfen ist.
4.3
Bezüglich der Ellbogenproblematik hielt
Dr.
Z._
bereits anlässlich der kreis
ärztlichen Untersuchung vom 3
1.
Januar 2014 fest, dass ein Endzustand erreicht ist, bei Verdacht auf beginnende
Arthroseentwicklung
; weiter formulierte
Dr.
Z._
das zumutbare Tätigkeitprofil. Strittig sind bezüglich der Ellbogen
beschwerden rechts allein die Auswirkungen des stabilen Gesundheitsschadens auf die Arbeitsfähigkeit sowie die Bemessung des Integritätsschadens (vgl.
Urk.
1 S. 13). In seiner Stellungnahme vom 3
0.
November 2015 hielt
Dr.
Z._
gestützt auf
den
Röntgenbefund vom 3
1.
August 2015 fest, dass es auch weiter nicht zu einer erheblichen
Arthrosebildung
im Ellbogengelenk ge
kommen sei (
Urk.
10/272 S. 2). Dazu ist anzumerken, dass im Bereich des Ellbo
gens sowie des Radiusköpfchens ein Anspruch auf eine Integritätsentschädigung bereits bei einer mässigen Arthrose gegeben ist (Suva, Integritätsentschädigung gemäss
UVG, Tabelle 5, Integritätsschaden bei Arthrosen). Vor diesem Hinter
grund erscheint eine Abklärung mittel
s
MRI im Rahmen des ohnehin nötigen orthopädischen Gutachtens angezeigt.
4.4
Was die Schulterbeschwerden rechts betrifft, er
weist sich
schon die Beurteilung der Kausalität der Beschwerden
als
nicht abschliessend. Während
Dr.
Z._
in seiner Stellungnahme vom 1
0.
April 2015 noch ausführte, dass ein Zusammen
hang zwischen dem Fahrradsturz vom 2
1.
August 2015 mit den pathologischen Befunden im
Artho
-MRI vom 1
4.
November 2013 nicht mit der nötigen über
wiegenden Wahrscheinlichkeit ausgeschlossen werden könne (Urk. 10/236), äusserte er sich anlässlich seiner Stellungnahme vom
5.
Mai 2015 differenzier
ter und räumte ein Rückfallmelderecht nur noch für einen Teil der Befunde ein. Bei Wiederauftreten von Schulterbeschwerden rechts müsse allerdings erneut ein
Arthro
-MRI angefertigt werden (
Urk.
10/243 S. 2). In der Folge war der Be
schwerdeführer keineswegs beschwerdefrei, wie etwa die funktionelle Ultra
schalluntersuchung vom 1
6.
September 2015 zeigt (Klinik für Rheumatologie des
C._
,
Urk.
10/268 S. 3 f.). Zu dieser Ultraschalluntersu
chung nahm
Dr.
Z._
in seiner ärztlichen Beurteilung vom 3
0.
November 2015 keine Stellung, da die bildgebenden Dokumente bei
sonographischen
Ab
klärungen nur vom Untersucher selber zuverlässig gelesen werden könnten, eine Interpretation durch unabhängige Betrachter sei nicht möglich (
Urk.
10/272 S. 2). Bei dieser Sachlage mangelt es an einer abschliessenden Einschätzung der Kausalität der Beschwerden an der rechten Schulter. Entgegen der Empfehlung von
Dr.
Z._
wurde trotz erneuter Beschwerden kein aktu
elles
Arthro
-MRI erstellt. Dies ist im Rahmen des ohnehin nötigen orthopädi
schen Gutachtens für die Einschätzung der Kausalität, des Fallabschlusses sowie der Ermittlung des zumutbaren Tätigkeitsprofils nachzuholen.
4.5
Abschliessend ist dem Vertreter des Beschwerdeführers darin Recht zu geben, dass die Beschwerdegegnerin zu Unrecht auf einen Einkommensvergleich ver
zichtete. Entsprechend der Einschätzung vom 3
1.
Januar 2014 steht bereits jetzt fest, dass der Beschwerdeführer aufgrund der Ellbogenbeschwerden auf eine be
hinderungsangepasste Tätigkeit angewiesen ist. Allein aufgrund der Ellbogen
beschwerden erscheint dabei die Zumutbarkeit der angestammten Tätigkeit als Elektromonteur (
Urk.
10/230) fraglich zu sein. Im Rahmen des orthopädischen Gutachtens ist demzufolge neben der Kausalität der Kniebeschwerden links, der Schulterbeschwerden rechts sowie der Einschätzung des Integritätsschadens am rechten Ellbogen auch eine umfassende Einschätzung der Arbeitsfähigkeit auf
grund der Unfallfolgen zu treffen und ein entsprechendes Tätigkeitsprofil zu formulieren.
Zusammenfassend führt dies in Aufhebung des angefochtenen
Einspracheent
scheids
zur Rückweisung der Sache an die Beschwerdegegner
in zur Einholung eines unabhängigen, umfassenden orthopädischen Gutachtens.
5.
Die Rückweisung einer Sache kommt einem Obsiegen des Beschwerdeführers gleich. Ausgangsgemäss ist die Beschwerdegegnerin demnach zu verpflichten, dem Beschwerdeführer eine angemessene Prozessentschädigung zu bezahlen, welche in Anwendung von
Art.
61
lit
. g ATSG, namentlich unter Berücksichti
gung der Bedeutung der Streitsache und der Schwi
erigkeit des Prozesses auf
Fr.
2
'600.-- (inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) festzusetzen ist.
Bei diesem Ausgang des Verfahrens wird das Gesuch um Gewährung der unent
geltlichen Rechtsvertretung gegenstandslos.