# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 9a915060-d44a-46ec-a69a-b7952ca95462
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2015
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** 

## Facts

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1960, arbeitete
vom
1. November 1997 bis 29. Februar 2000 als Hilfs-/Fabrikationsarbeiter bei der
Y._
AG, wobei der letzte Arbeitstag am 22. Februar 2000 war (Urk. 6/13 Ziff. 1, Ziff. 4). Unter Hinweis auf
seit
eine
m
am 2
5. Mai 1999 erlittenen Unfall bestehende Beschwer
den
meldete er sich am 11. Juni 2001 bei der Invalidenversicherung zum
Leis
tungsbezug
an (Urk. 6/7 Ziff. 6-7).
Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, sprach ihm mit Verfügung vom 11. November 2003 bei einem Invaliditätsgrad von 50 % rückwirkend eine befristete halbe Rente vom 1. November 2000 bis 28. Februar 2002 zu (Urk. 6/46).
1.2
Am 18. Oktober 2008 meldete sich der nunmehr selbständig erwerbstätige (
Urk.
6/
56 Ziff. 6.3.1
) Versicherte erneut zum Bezug von Leistungen der Invali
denversicherung an (Urk. 6/56). Die IV-Stelle klärte die medizinische und erwerbliche Situation ab
und
zog Akten der Krankentaggeldversicherung des Versicherten (Urk. 6/68)
und der Unfallversicherung (Urk. 6/77) sowie ein von der Krankentaggeldversicherung veranlasstes Gutachten (Urk. 6/74/3-11) bei.
Ferner liess sie den Versicherten beim Regionalen Ärztlichen Dienst (RAD) untersuchen, worüber am 9. November 2010 berichtet wurde (Urk. 6/92).
Nach durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(Urk. 6/97, Urk. 6/102, Urk. 6/111, Urk. 6/117) sprach die IV-Stelle
dem Versicherten
mit Verfügung vom 15. Januar 2013 rückwirkend eine befristete ganze Rente ab 1. Oktober 2008 bis zum 30. September 2009 zu (Urk. 6/126 = Urk. 2).
2.
2.1
Der Versicherte erhob am 13. Februar 2013
Beschwerde gegen die Verfügung vom 15. Januar 2013 (Urk. 2) und beantragte, diese sei aufzuheben und es sei ihm auch nach dem 30. September 2009 eine ganze Invalidenrente zuzuspre
chen (Urk. 1 S. 2).
Zudem stellte er den Antrag auf ein fachärztliches Gutachten zur Bestimmung der Restarbeitsfähigkeit aufgrund des unfall- und
krankheits
bedingten
Gesundheitsschadens (Urk. 1 S. 7).
Die IV-Stelle beantragte mit Beschwerdeantwort vom 20. März 2013 (Urk. 5) die Abweisung der Beschwerde. Dies wurde dem Beschwerdeführer am 26. März 2013 zur Kenntnis gebracht (Urk. 7).
2.2
Das Gericht nahm den im Unfall
versicherungs
verfahren (Prozess UV.2013.00026)
eingeholten medizinischen Bericht von Dr. med.
Z._
vom 5. März 2013
(Urk. 8) zu den Akten und veranlasste mit Verfügung vom 13. Mai
2013 (Urk. 15) beim Universitätsspital
A._
ein orthopädisch-chirurgisches Gutachten, welches am 14. Januar 2014 (Urk. 19) erstattet wurde.
Die Stellung
nahmen der Beschwerdegegnerin vom 28. Februar 2014 (Urk. 21) und des Beschwerdeführers vom 5. März 2014 (Urk. 23) zum Gutachten wurden mit Ver
fügung
vom
12. März 2014 (Urk. 24) der jeweiligen Gegenpartei zur Kennt
nis gebracht
.
D
araufhin
wurde
von den Gutachtern ein
weitere
r
schriftliche
r Bericht eingeholt (Urk. 27),
d
er am 20. März 2014
erstattet
und den Parteien am 23. April 2014 (Urk. 28) zur Kenntnisnahme zugestellt
wurde
.
Mit Beschluss vom 4. Juli 2014 (Urk. 29) wurde dem Beschwerdeführer die Mög
lichkeit einer Schlechterstellung (
reformatio
in
peius
) dargelegt, woraufhin dieser mit Eingabe vom 30. August 2014 (Urk. 32) und unter Auflage
eines
Mag
netresonanztomographie-Bericht
s
(MRT;
Urk. 33/1
) zum medizinischen Sachverhalt Stellung nahm und
im Übrigen
an seiner Beschwerde festhielt.
Daraufhin wurde mit Verfügung vom 3. September 2014 (Urk. 34) von den Gut
achtern ein
e
medizinische Stellungnahme
eingeholt, welche am
11. Oktober 2014 erstellt
wurde
und am 9. Dezember 2014
beim Gericht
einging (Urk. 37).
Auf Aufforderung des Gerichts (Urk. 38)
präzisierten
die Gutachter
am 18. Dezem
ber 2014 ihr
e
anlässlich der Stellungnahme
vom 11. Oktober 2014 abgegebene
Einschätzung der Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers (Urk. 40),
w
as
den Parteien am 6. Januar 2015 zur Kenntnis gebracht wurde (Urk. 41).
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (
Art.
8
Abs.
1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Ge
sund
heit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung ver
bleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (
Art.
7
Abs.
1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbs
unfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (
Art.
7
Abs.
2 ATSG).
1.2
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss
Art.
16 ATSG in Verbindung mit
Art.
28a
Abs.
1 des Bundesgesetzes über die Invalidenversi
cherung (IVG) aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Einglie
derungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der Einkommensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen
Erwerbsein
kommen
ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenüber
gestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt (allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
1.3
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betä
tigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich min
destens 40 Prozent arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 Prozent invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 Prozent besteht Anspruch auf eine
Viertelsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 Prozent auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 Prozent auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 Prozent auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.4
Die rückwirkend ergangene Verfügung über eine befristete oder im Sinne einer Reduktion abgestufte Invalidenrente umfasst einerseits die Zusprechung der Leistung und andererseits deren Aufhebung oder Herabsetzung. Letztere setzt voraus, dass Revisionsgründe (BGE 133 V 263 E. 6.1 mit Hinweisen) vorliegen, wobei der Zeitpunkt der Aufhebung oder Herabsetzung nach Massgabe des analog anwendbaren (AHI 1998 S. 121 E. 1b mit Hinweisen)
Art.
88a
der Ver
ordnung über die Invalidenversicherung (IVV)
festzusetzen ist (vgl. BGE 121 V 264 E. 6b/
dd
mit Hinweis). Ob eine für den Rentenanspruch erhebliche Ände
rung des Invaliditätsgrades eingetreten und damit der für die Befristung oder Abstufung erforderliche Revisionsgrund gegeben ist, beurteilt sich durch Ver
gleich des Sachverhalts im Zeitpunkt der Rentenzusprechung oder des
Renten
beginns
mit demjenigen zur Zeit der Aufhebung beziehungsweise Her
absetzung der Rente (BGE 125 V 413 E. 2d am Ende, 369 E. 2, 113 V 273 E. 1a, 109 V 262 E. 4a, je mit Hinweisen; vgl. BGE 130 V 343 E. 3.5). Spricht die Ver
waltung der versicherten Person eine befristete Rente zu und wird
beschwerde
weise
einzig die Befristung der Leistungen angefochten, hat dies nicht eine Einschränkung des Gegenstandes des Rechtsmittelverfahrens in dem Sinne zur Folge, dass die unbestritten gebliebenen Bezugszeiten von der Beurteilung aus
geklammert bleiben (BGE 125 V 413 f. E. 2d mit Hinweisen). Die gerichtliche Prüfung hat vielmehr den Rentenanspruch für den gesamten verfügungsweise geregelten Zeitraum und damit sowohl die Zusprechung als auch die Aufhebung der Rente zu erfassen (Urteil des Bundesgerichts I 526/06 vom 31. Oktober 2006 E. 2.3 mit Hinweisen).
1.
5
Versicherungsträger und Sozialversicherungsgerichte haben die Beweise frei, das heisst ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Für das Beschwerdeverfahren bedeutet dies, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel, unabhängig davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden hat, ob die verfüg
baren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruches gestatten. Insbesondere darf es bei einander widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich des Beweiswertes eines
Arzt
berichtes
ist also entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfas
send ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwer
den berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schluss
folgerungen begründet sind. Ausschlaggebend für den Beweiswert ist grund
sätzlich somit weder die Herkunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gut
achten (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a).
1.
6
Bei Gerichtsgutachten weicht das Gericht nach der Pra
xis nicht ohne zwingende Gründe von der Einschätzung der me
d
izinischen Fachleute ab, deren Aufgabe es ist, ihre Fach
kenntnisse der Gerichtsbarkeit zur Verfügung zu stel
len, um einen bestimmten Sachverhalt medizinisch zu erfas
sen. Ein Grund zum Abweichen kann vo
rliegen, wenn die Gerichtsexper
tise widersprüchlich ist oder wenn ein vom Gericht eingehol
tes Obergutachten in überzeugender Weise zu andern Schluss
folgerungen gelangt. Abweichende Beurteilung kann ferner ge
recht
fertigt sein, wenn gegensätzliche Mei
nungsäusserungen anderer Fachleute dem Gericht als trif
tig genug erschei
nen, die Schlüssigkeit des Gerichtsgutachtens in
Frage zu stellen, sei es, dass es die Überprüfung durch eine weitere Fachperson im Rahmen einer Oberexpertise für angezeigt hält, sei es, dass es ohne eine sol
che vom Ergebnis des Gerichtsgutachtens abweichende Schluss
folgerungen zieht (BGE 125 V 351 E. 3b/
aa
).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin
begründete die
Zusprache
der befristeten ganzen Rente damit, seit September 200
9
sei der Beschwerdeführe
r wiederum vollständig arbeits
fähig
, dies
sowohl in seiner angestammten Tätigkeit als Gipser/LKW-Chauf
feur als auch für sämtliche andere Tätigkeiten auf dem freien Arbeits
markt.
Gestützt auf die vertrauensärztliche Untersuchung durch Dr. med.
B._
bestehe für behinderungsangepasste Tätigkeiten ab dem 26. Juni 2009 wie
der eine volle Arbeitsfähigkeit (Urk. 2 Verfügungsteil 2 S. 1).
2.2
Demgegenüber stellte sich der Beschwerdeführer in seiner Beschwerde (Urk. 1) auf den Standpunkt, die Abklärungen der Beschwerdegegnerin hätten ergeben, dass die Arbeitsfähigkeit nicht nur aufgrund der unfallbedingten Schädigung der rechten Schulter beeinträchtigt sei, sondern auch aufgrund der Schädigung an der linken Schulter
, womit weiterer Abklärungsbedarf bezüglich seiner
Rest
arbeitsfähigkeit
bestehe
. Ebenso sei der Einkommensvergleich fehlerhaft erfolgt
(S. 4
7).
2.3
Strittig und zu prüfen ist die Restarbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers
und damit verbunden die Frage, ob er über den 3
0.
September 2009 hinaus Anspruch auf Rentenleistungen hat.
3.
3.1
Der Beschwerdeführer zog sich anlässlich eines am 30. Mai 1996 erlittenen Unfalls beim Treppensteigen an der rechten Schulter eine
partielle
Rotatoren
manschettenruptur
(vgl.
Urk.
6/77/4)
und am 25. Mai 1999 eine
Quetschver
letzung
zu, bei welcher er das
Endglied
des rechten Zeigefingers
verlor (vgl. Urk. 6/3, Urk. 6/19/5-29).
3.2
Am 26.
Juni 2009 erstattete
Dr.
med.
B._
, Facharzt FMH für Innere Medizin, im Auftrag des Taggeldversicherers des Beschwerdeführers sein Gut
achten (
Urk. 6/74/3-11
)
. Er berichtete, der Beschwerdeführer
klage
über eine Schwäche im rechten Arm und die Unmöglichkeit, den Arm anzuheben sowie über belastungsabhängige Schmerzen. Auf der linken Seite bestünden ebenfalls Schulterbeschwerden (Partialruptur
Supraspinatussehne
links, Partialruptur
Subscapularissehne
links, fragliche Ruptur
Bicepssehne
links), welche aber sehr gering und gemäss Angaben des Beschwerdeführers nicht die Ursache der Arbeits
un
fähigkeit seien (S. 2 f.). Des Weiteren führte er aus
, dem Beschwerde
führer wäre es aufgrund der bildtechnischen Befunde seit November 2007 mög
lich gewesen, weiterhin als Chauffeur einen PW oder Kleinbus (bis 3.5 Tonnen), den er für die Transporte benutzte, selbständig zu fahren; das Heben und Tra
gen von Gewichten ohne Anheben der Arme sei weiterhin zumutbar, hingegen bestehe eine eindeutige Einschränkung
für das Heben von Lasten ab 20
kg, bei de
m
das Anwinkeln für Flexion und Abduktion
über 45 Grad notwendig sei (S.
4 f.). Er schätzte die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers in seiner bishe
rigen Tätigkeit als selbständi
ger Chauffeur auf mindestens 70
% bei einem
Voll
ze
itpensum
seit Dezember 2007 (S.
5 Mitte) und ging von einer vollständigen Arbeitsfähigkeit seit Dezember 2007 i
n angepasster Tätigkeit aus (S.
6 oben).
3.3
Die darauffolgenden
schulterorthopädischen Untersuchungen, welche von der Unfall
versicherung veranlasst wurden, ergab
en
eine massive, wahrscheinlich schmerzbedingte
,
funktionelle Einschränkung der rechten Schulter (vgl. Urk. 6/82), hingegen eine unterschiedliche ärztliche Beurteilung der
Restar
beits
fähigkeit
. So
führte
SUVA-Kreisarzt Dr. med.
C._
, Facharzt für Ortho
pädi
sche Chirurgie,
aus,
unfallabhängig sei dem Beschwerdeführer seit dem 26. Juni 2008 eine ganztägige Arbeit mit Heben und Tragen von Lasten von 10 kg bis Lendenhöhe
zumutbar
(Urk. 6/84 S. 2). Dr.
med.
Z._
, Chef
arzt an der Klinik für Orthopädische Chirurgie des Kantonsspitals
D._
,
erach
tete den Beschwerdeführer im angestammten Ber
ei
ch als
Lastwa
gen
chauf
feur
als nicht mehr und für eine optimal adaptierte Arbeitsstelle zu 50 %
arbeitsfähig
(Urk. 6/89 S. 2).
3.4
Der RAD-Arzt Dr. med.
E._
, Facharzt für Orthopädisc
he Chirurgie und Traumatologie, untersuchte den Beschwerdeführer am 3. November 2010 und folgte in seinem Bericht vom 9. November 2010 (Urk. 6/93) der Ansicht von Dr.
B._
, wonach der Beschwerdeführer in seiner bisherigen Tätigkeit als Gipser/LKW-Chauffeur seit September 2007 vollständig arbeitsunfähig und in einer angepassten Tätigkeit mit Belastungsprofil seit Sommer 2009 zu 100 % arbeitsfähig sei (S. 6).
Schliesslich legte Dr.
Z._
in seinem medizinischen Bericht im Unfall
versicherungs
verfahren des Beschwerdeführers (Prozess UV.2013.00026) dar, weshalb
dieser nunmehr in einer optimal an die Beschwer
den adaptierten Tätigkeit zu 100 % arbeitsfähig sei (Urk. 8).
3
.
5
Nach dem Dargelegten sind bezüglich
der
hier strittigen
Restarbeitsfähigkeit
des Beschwerdeführers
weder schlüssige Beurteilungen der behandelnden Ärzte akten
kundig, noch lag eine überzeugende gutachterliche Einschätzung
zur
Bestimmung der Restarbeitsfähigkeit aufgrund des unfall- und
krankheits
be
ding
ten
Gesundheitsschadens
vor, weshalb das Gericht ein entsprechendes Gut
achten eingeholt hat.
4
.
4
.1
Am 14.
Januar 2014 erstatteten Prof.
Dr.
med.
F._
, Leitender Arzt und Facharzt FMH für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewe
gungsapparates, und
Dr.
med. univ.
G._
, Assi
s
tenzarzt, Klinik für Unfallchirurgie, Universitätsspital
A._
, das Gerichtsgutachten (Urk. 19
/3
), welches auf einem Aktena
usz
ug (S.
3 ff.), den An
gaben des Beschwerdeführers (S.
39 ff.) und einer or
thopädischen Befunderhebung (S.
46 ff.) basierte. Die Gutachter
stellten folgende Diagnosen (S. 61 Ziff.
6):
irreparable
Massenruptur der rechten
Rotatorenmanschette
Cuff-Arthropathie
rechts Hamada Grad II
s
ubacromiales
Impingement
-Syndrom
beidseitig
AC-Gelenksarthrose rechts
Status nach Endgliedamputation
Dig
. II rechts bei S
tatus nach Quetschtrauma am 25.
Mai 1999
Die Gutachter führten aus, n
ach Zusammenschau der Befunde bestehe eine irrepa
rable Massen-
Reruptur
der
Rotatorenmanschette
der rechten dominanten Schul
ter, welche mit überwiegender Wahrscheinlichkeit in kausalem Zusam
menhang mit dem Sturz auf die rechte Schulter vom Mai 1996 stehe. Die gemäss Unfallakten ordentlich durchgeführte primäre
Rotat
orenmanschetten
rekonstruktion
hab
e gemäss den Angaben des Beschwerdeführers zu einer Besse
rung geführt
. Bei
der gutachterlichen Vorstellung habe sich der Beschwer
de
führer mit der Symptomatik einer erneuten Massenruptur der rechten
Rotato
renmanschette
präsentiert. Ein weiteres Unf
allereignis, welches für die
Rer
uptur
verantwortlich gemacht werden könn
t
e, sei vom Beschwerdeführer verneint worden. Dies stehe im Widerspruch zu dem vorliegenden ärztlichen
Notfall
bericht
der interdisziplinären Notfallstation des
D._
vom 6.
Februar 2003, in welchem ein Sturz auf die linke Schulter festgehalten worden sei. Unabhängig von diesem Ereignis seien spontane
Rerupturen
im Verlauf nach einer primären offenen
Rotatorenmanschettenrekonstruktion
häufig auch ohne Trauma
zu beo
bachten. Die massive
Rer
uptur
der
Rotatorenmanschette
werd
e als irreparabel beurteilt (S.
62).
Die bei der gutachterlichen Untersuchung im Vordergrund stehende Schmerzsymptomatik der rechten Schulter werde neben der recht
s
seitigen
Rotatorenma
nschettenruptur
auch durch das
s
ubacromiale
Impingement
-Syn
drom der rechten Schulter unterstützt. Eine implantierte inverse
Schulterpro
these
würde zwar die Funktionsfähigkeit der Schulter und somit die Arbeits
fähigkeit nicht verbessern,
dafür aber
das ausgeprägte Schmerzsyndrom
in der rechten Schulter. Das
Imp
ingement
-Syndrom der linken Schulter und die
End
gliedamputation
des Zeigefingers der rechten Hand würden die
Restarbeitsfä
higkeit
negativ beeinflussen
(S. 63)
.
Zur Arbeitsfähigkeit führten die Gutachter aus,
seit
dem 18. Oktober 2008 be
stehe eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit in der
ausgeübten beruflichen Tätigkeit als Gipser/Hilfsarbeiter/Chauffeur
.
Von einer Verbesserung der Schulterfunktion sei nicht mehr a
usz
ugehen. Aus medizinsicher Sicht verbleibe in angepasster Tätigkeit mit körperlich leichten Tätigkeiten, bei denen Schulterbewegungen (Schulterflexion, -
innenrotation
, -
aussenrotation
, -abduktion) nicht notwendig seien und die Arbeiten vornehmlich aus dem Ellbogengelenk beziehungsweise Handgelenk verrichtet werden könnten, ohne regelmässige Hebe- und
Tragebe
lastun
g
bis 5
kg, ohne Arbeiten über Brustniveau oder Arbeiten in
Armvorhal
teposition
, ohne Arbeiten auf Leitern und Gerüsten, ohne Vibrations-, Stoss- oder Drehbelastungen eine vo
llständige Arbeitsfähigkeit (S.
63 f.).
4
.2
Mit ergänzendem Be
richt vom 20.
März 2014 (Urk. 27
)
entgegneten
die Gutach
ter
auf die
Vorbringe
n des Beschwerdeführers (Urk. 23
)
, die Schmerzintensität sei ein subjektiver Parameter, der aus der Anamnese und während der Untersu
chung eines Patienten erhoben werden könne. Beim Beschwerdeführer seien die Schmerzen in der rechten Schulter durch die
Rotatorenmanschettenverletzung
nachvollziehbar. Die angegebenen Schmerzintensitäten während rechtsseitiger Schulterbelastung seien ebenfalls schlüssig. Die Schmerzempfindung des Be
schwerdeführers weiche nicht von der durchschnittlichen Patientenpopulation mit
Rotatorenmanschetten
-Massenrupturen ab (S.
3). Während der gesamten gutachterlichen Untersuchung habe kein erhöhter Leidensdruck in Ruhe oder Nichtbelastung der rechten Schulter festgestellt werden können. Die angegebe
nen Schulterschmerzen entsprächen nicht wahrnehmbaren bis sehr leichten Schmerzen, die nicht mit einem erhöhten Leidensdruck
verbunden seien und daher eine
100%ige Arbeitstätigkeit in angepasster Tätigkeit wie zum Beispiel
als Telefonist mit Head-Set,
Rec
eptionist
oder für Arbeiten am Computer er
möglichen würden (S.
4).
4
.3
Mit Verfügung vom 3. September 2014 (Urk. 34)
holte
das Gericht zwecks Klä
rung des medizinischen Sachverhalts bei den Gutachtern eine weitere Stellung
nahme
ein
, welche a
m 11. Oktober 2014
erstattet wurde (Urk. 37). Darin
hielten die Gutachter bezogen auf ihre Expertise vom 14. Januar 2014 (vgl. vorstehend
E. 3.1) fest, der Leidensdruck des Beschwerdeführers sei deutlich auf die
unfall
bedingte
Verletzung der rechten Schulter akzentuiert und der Beschwerdeführer
sei
in der Funktion der linken Schulter bereits vor der analgetischen Infiltration der linken Schulter nicht eingeschränkt gewesen, weshalb ihrerseits kein Bedarf bestanden habe
,
eine
Arthro
-MRI-Untersuchung der linken Schulter durchzu
führen, da klinisch kein Verdacht auf eine Ruptur der
Rotatorenmanschette
be
standen habe. Nach Zustellung der
Arthro
-MRI-Untersuchung vom 22. August 2014 liege eine
Rotatorenmanschettenläsion
der linken Schulter vor (S. 2 f.).
Diese Tatsache ändere die
im Gutachten angeführte
Restarbeitsfähig
keit
sbeur
teilung
nicht. Aus medizinischer Sicht verbleibe bei irreparabler
Rota
torenman
schettenruptur
beider Schultern in einer angepassten Tätigkeit mit körperlich leichten Tätigkeiten eine vollständige Arbeitsfähigkeit, sofern der Beschwerde
führer dieses Arbeitsprofil in einem schmerzfreien Zustand durch
führen könne. Sollte der Beschwerdeführer auch bei diesem Arbeitsprofil beein
trächtigende Schmerzen haben, was mit überwiegender Wahrscheinlichkeit zu erwarten sei, dann müsste die Arbeitsfähigkeit auf 75 %, 50 % oder 25 % redu
ziert werden, damit der Beschwerdeführer Schmerzpausen integrieren könne
. Ein inverser Prothesenersatz der beiden Schultern
könnte
die Schmerzen behe
ben und dem
entsprechend die Arbeitsfähigkeit steigern
(S. 4).
Auch nach erfolg
reicher Therapie mit einer inversen Schulterprothese könnte der Beschwerdeführer nur mehr eine leichte körperliche Tätigkeit ausführen. Die ursprüngliche Arbeit als Gipser/Hilfsarbeiter/Chauffe
u
r sei auch in Zukunft zu 100 % nicht mehr durch
führbar (S. 5 oben).
Auf Nachfragen des Gerichts hin (vgl. Urk. 38) präzisierten die Gutachter
am 18. Dezember 2014
ihre ab 18. Oktober 2008 gültige
Arbeitsfähigkeitseinschät
zung
dahingehend, dass der Beschwerdeführer in einer leidensangepassten Tätigkeit und in einem schmerzfreien Zustand zu 100 % arbeitsfähig sei, jedoch bei beeinträchtigenden Schmerzen die Arbeitsfähigkeit auf 50 % zu reduzieren
sei, um
Schmerzpausen integrieren
zu
könne
n
(
Urk. 40
S. 1).
5
.
5
.1
Die
Gerichts
expertise
des
A._
(vgl. vorstehend E.
4
.1) erfüllt
die von der Rec
ht
sprechung (vgl. vorstehend E.
1.
4
) aufgestellten forme
llen und materiellen Voraussetz
ungen an ein lege
artis
abgefasstes beweiskräftiges Gutachten:
Die Gutachter
begründete
n
ihr äusserst umfassendes sorgfältig erarbeitetes Ergebnis konkret bezogen auf den Zustand des Beschwerdeführers und stützte
n
sich da
bei auf eine vollständige Aktenzusammenfassung, eine Anamneseerhebung, die subjektiven Angaben des Beschwerdeführers und die objektiven Befunde in
der
Exploration. Das
A._
-Gutachten
vermag daher in jeder Hinsicht zu überzeugen.
Es gibt
–
unter Einbezug der späteren Präzisierungen
-
aus der Sicht der Rechts
anwendung folglich nichts, das am Gutachten zu bemängeln wäre.
Aufgrund
des eingereichten bildgebenden Befunds (MRI-Untersu
chung vom 22. August 2014, Urk.
33/1)
, welcher
anstatt eines im Gutachten
angenomme
nen
subacromiale
n
Impingement
Syndrom
s
nunmehr
eine
Rotatorenmanschet
tenruptur
der Supra- und
Infraspinatussehne
der linken Schulter
auswies, berichtigten die Gutachter im
ergänzenden Bericht vom
11. Oktober 2014 und in ihrer präzisierenden Stellungnahme vom 18. Dezember 2014 (
vgl. vorstehend E.
4
.3)
ihr Gutachten dahingehend, dass die Arbeitsfähigkeit des Beschwerde
führers im Arbeitsprofil einer angepassten Tätigkeit bei überwiegend zu erwar
tenden beeinträchtigenden Schmerzen 50 % betrage.
Diese ne
ue Einschätzung ist aufgrund
der Ergebnisse
der
gutachterlichen klini
schen Untersuchung vom 25. Oktober 2013 nachvollziehbar. Insbesondere
ver
mag diese neue Arbeitsfähigkeitseinschätzung auch mit Blick auf das Gutachten zu überzeugen, da
die Gutachter von Schmerzen in der rechten Schulter (
Ab
wehrspannung
der Schulter bei Berührung und Berührungsschmerz respektive Berührungsangst bei Palpation der gesamten rechten Schulter,
Painful
arc
von 30° bis 100°
aktiver Abduktion
;
Urk. 19 S. 48) sowie
auch schon
in der linken Schulter (
Painful
arc
ab von 85° bis 180° aktiver Abduktion, distale
Schm
erz
aus
strahlung
, schmerzbedingte Unmöglichkeit des Untersuchs der
Schulterbe
wegungen
;
Urk. 19 S. 50)
berichteten
.
Zusammen mit dem Gerichtsgutachten bilden diese
vorgenannten
Berichte daher
eine
beweiskräftige medizinische
Entscheidgrundlage
, sodass darauf abgestellt werden kann
.
5
.2
Der Kritik des Beschwerdeführers, die Gutachter hätten die unfallfremden
Gesund
heitsschäden
nur unzureichend (betreffend die linke Schulter) bezie
hungsweise gar nicht (betreffend die Schädigung der Wirbelsäule) beurteilt und seien darüber hinaus nicht auf die Auswirkungen der Schmerzen auf die Arbeitsfähigkeit eingegangen (Urk. 23 S. 1 f.)
,
wurde mit de
n
Berichten
vom 20. März 2014 (Urk. 27)
, 11. Oktober 2014 (Urk. 37) und 18. Dezember 2014 (Urk. 40)
begegnet, in welche
n
die Gutachter zu diesen Beanstandungen um
fassend Stellung nahmen.
Die Gutachter legten
nachvollziehbar und begrün
det dar,
dass
-
entgegen ihrer früheren Einschätzung
-
die vom
Beschwerde
führer an
gegebenen Schulterschmerzen
einer vollständigen Arbeitsfähigkeit in einer an
gepassten Tätigkeit
nunmehr
entgegenstünden
und
die Arbeitsfähigkeit des
Beschwerdeführers aufgrund der Schmerzbelastung auf 50 % reduziert sei, wo
mit
der Einwand des Beschwerdeführers gehört und berücksichtigt wurde.
Betreffend die Schädigung der Wirbelsäule ist festzustellen, dass einzig Dr.
H._
, Assistenzarzt, und
Dr.
med.
I._
, Oberarzt,
D._
,
a
m 23. April 2008 (Urk. 6/
77/215-216)
als
Diagnose ein
Z
ervikothorakovertebral
syndrom
beidseits
nannten
, seither diese Diagnose aber von keinem behandeln
den oder begutachtenden Arzt aufgegriffen beziehungsweise bestätigt wurde.
Nach dem Gesagten vermögen die
weiteren
Vorbringen
des Beschwerdeführers
die Schlüssigkeit des Gerichtsgutachtens
und
d
er genannten
Zusatzberichte
nicht in Frage zu stellen.
5
.3
Zusammenfassend ist gestützt auf das
A._
-Gutachten
und die ergänzenden Stel
lungnahmen der Gutachter
davon a
usz
ugehen, dass beim Beschwerdeführer
seit
dem 18. Oktober 2008
eine vollständige Arbeitsunfähigkeit in der zuletzt ausgeübten beruflichen Tätigkeit als Gipser/Hilfsarbeiter/Chauffeur besteht und
in einer behinderungsangepassten
körperlich leichten
Tätigkeit
von einer
fort
bestehenden
50%igen
Arbeitsfähigkeit
mit dem folgenden Belastungsprofil a
usz
ugehen ist: Schulterbewegungen nicht notwendig, Arbeiten vornehmlich aus dem Ellbogengelenk beziehungsweise Handgelenk, ohne regelmässige Hebe- und Tragebelastung bis 5 Kilogramm, ohne Arbeiten über Brustniveau oder Arbeiten in Armvorhalteposition, ohne Arbeiten auf Leitern und Gerüsten, ohne Vibrations-, Stoss- oder Drehbelastungen.
Der medizinische Sachverhalt ist als in diesem Sinne erstellt zu betrachten.
Gestützt auf diese Einschätzung ist
gegenüber der vom 1. November 2000 bis 28. Februar 2002 befristet zugesprochenen halben Invalidenrente
eine
Ver
schlechterung
des Gesundheitszustandes des Beschwerdeführers eingetreten und damit ein
Revisionsgrund
ausgewiesen
.
Nachdem die 50%ige
Restarbeits
fähig
keit
andauernd ist, ist ab
1.
Oktober 2009 nicht von einer Verbesse
rung
a
usz
u
gehen.
Da das Revisionsgesuch vom Beschwerdeführer erst am 18. Oktober 2008 erfolgte (Urk. 6/56), ist
mit der Beschwerdegegnerin festzustellen, dass
in An
wendung von
Art. 88
bis
Abs. 1
lit
. a IVV
von einer Entstehung
eines allfälli
gen
Rentenanspruchs
ab Oktober 2008 a
usz
ugehen ist.
6
.
6
.1
Es ist sodann in Berücksichtigung dieser Einschränkungen der
Einkommensver
gleich
vorzunehmen.
6
.2
Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist für die Ermittlung des
Validen
ein
kommens
entscheidend, was die versicherte Person im Zeitpunkt des
frühest
möglichen Rentenbeginns nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahr
scheinlichkeit als Gesunde tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, nötigenfalls der Teuerung und der realen
Einkommensent
wicklung
angepassten Verdienst angeknüpft, da es empirischer Erfahrung ent
spricht, dass die bisherige Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden fortgesetzt wor
den wäre. Ausnahmen müssen mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt sein (BGE 129 V 222 E. 4.3.1 S. 224 mit Hinweisen)
.
Der Beschwerdeführer wies betreffend hypothetisches
Valideneinkommen
zu Recht
au
f
das
von der SUVA angenommene und vom hiesigen Gericht im parallel laufenden UV-Verfahren
sowie vom Bundesgericht
(vgl. Urteil des Bun
desgerichts 8C_355/2012 vom 8. Januar 2013)
bestätigte
Einkommen im Betrag von Fr. 73‘750.-- hin (Urk. 1 S.
6
Mitte
).
Vor diesem Hintergrund und nach Lage der Akten ist nicht ersichtlich,
weshalb die Beschwerdegegnerin das
Validenein
kommen
gestützt auf die Tabellenlöhne ermittelt
hat
(vgl. Urk.
6/94, Urk. 2 S. 2 f.
)
, zumal davon ausgegangen werden kann, dass der Beschwerdeführer ohne Gesundheitsbeeinträchtigung weiterhin als Gipser gearbeitet hätte.
6
.3
Für die Festsetzung des trotz Gesundheitsschädigung
zumutbarerweise
noch realisierbaren Einkommens (Invalideneinkommen) ist nach der Rechtsprechung primär von der beruflich-erwerblichen Situation a
usz
ugehen, in welcher die versicherte Person konkret steht. Übt sie nach Eintritt der Invalidität eine Erwerbstätigkeit aus, bei der - kumulativ - besonders stabile Arbeitsverhältnisse gegeben sind und anzunehmen ist, dass sie die ihr verbliebene Arbeitsfähigkeit in zumutbarer Weise voll ausschöpft, und erscheint zudem das Einkommen aus der Arbeitsleistung als angemessen und nicht als Soziallohn, gilt grundsätzlich der tatsächlich erzielte Verdienst als Invalidenlohn (BGE 129 V 472 E. 4.2.1, 126 V 75 E. 3b/
aa
mit Hinweisen; Urteil des Bundesgerichts I 850/05 vom 21.
August 2006 E. 4.2).
Dies
ist
vorliegend
zu
verneinen
.
Nachdem der Beschwerdeführer
seit 2007 seiner Ehefrau in einem Imbissstand aushilft und sonst keiner Tätigkeit nachgeht (vgl. Urk. 20 S. 41 unten) und die
Beschwerdegegnerin Unterstützung bei der Stellensuche gewährte (Urk. 6/111/1)
,
hat die Beschwerdegegnerin für die Bestimmung des
Invaliden
einkommens
zu Recht auf die Tabellenlöhne abgestellt. Dies wurde auch von Seiten des Be
schwer
deführers nicht bestritten, weshalb darauf abgestellt werden kann.
Damit ergibt sich
für 2008
ein hypothetisches Invalideneinkommen von Fr. 6
0
‘
12
3.
-- (vgl.
Urk.
2 S. 2)
beziehungsweise
in einem
dem Beschwerdeführer noch zumut
bare
n
50 %-Pensum von rund Fr. 30‘
0
6
1
.
5
0.
Angesichts der doch erheblichen
Einschränkungen, des zu beachtenden Belastungsprofils, der sich bei Männern statistisch lohnverringernd auswirkenden Teilzeitarbeit und des Umstands, dass der Beschwerdeführer Pausen zur Schmerzbewältigung benötigt, rechtfertigt sich ein Abzug vom Tabellenlohn in Höhe von 10
%
. Damit beträgt das hypo
the
tische Invalideneinkommen
Fr.
27‘055.35 (
Fr.
30‘061.50 x 0.9).
6
.4
Aus dem Vergleich des
Valideneinkommens
von
Fr. 73‘750.--
mit dem hypothe
tischen Invalideneinkommen von
Fr.
27
‘
055.35
resul
tiert eine
E
inbusse von Fr.
4
6
‘
695
.--
und damit ein
rentenbegründender
Invaliditätsgrad von
gerundet
63
%
und somit Anspruch auf eine
unbefristete
Dreiviertelsr
ente
der Invaliden
versicherung
ab dem 1. Oktober 200
8 (vgl. vorstehend E. 4.3)
.
6
.5
Somit ist
in teilweiser Gutheissung der Beschwerde
der angefochtene Entscheid
vom 15. Januar 2013 (Urk. 2) in dem Sinne
abzuändern
,
dass der Beschwerde
führer ab dem 1. Oktober 200
8
Anspruch auf eine
Dreiviertelsrente
der Invali
denversicherung hat
.
7
.
7
.1
Gemäss A
rt. 69 Abs.
1
bis
IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um die Bewilligung oder die Verweigerung von Invaliditätsleistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im
Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr.
1'000.-- festgelegt. Die Kosten für das vorliegende Verfahre
n werden ermessensweise auf Fr.
1’000.-- festgesetzt und
ausgangsgemäss
d
er
Beschwer
degegnerin
als unterliegende Partei auferlegt.
7
.2
Die Kosten für das Gerichtsgutachten vom 14. Januar 2014 in Höhe von Fr. 11‘500.-- (UV.2013.00026, Urk. 14) sowie diejenigen für die ergänzenden Berichte vom 20. März 2014 (Urk. 27) und vom 18. Dezember 2014 (Urk. 40) im Betrag von Fr. 1‘200.-- (Urk. 39) beziehungsweise von Fr. 80.-- (Urk. 42) sind zudem der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen, war doch der medizinische Sach
verhalt bei Verfügungserlass ungenügend erstellt.
Auch das Bundesgericht
erach
tete
mit Urteil vom 12. Dezember 2014 (8C_650/2014)
im parallel verlau
fenden UV-Verfahren es als erwiesen, dass das eingeholte Gutachten primär auf die Sachverhaltsabklärung im invalidenversicherungsrechtlichen
und damit nicht im
unfallversicherungsrechtlichen
Rechtsmittelverfahren
bezogen
war
(E. 2.3) und hob dementsprechend das Urteil des hiesigen Gerichts vom 4. Juli 2014 (Prozess-Nr. UV.2013.00026) hinsichtlich der Kostenfolge
(Auferlegung der Gutachterkosten)
auf.
7
.3
Nach § 34 Abs. 1 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht (
GSVGer
) hat die obsiegende Beschwerde führende Person Anspruch auf Ersatz der
Partei
kosten
. Diese werden ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache, der Schwierigkeit des Prozesses und dem Mass des Obsiegen
s be
messen (§ 34 Abs. 3
GSVGer
) und sind vorliegend
unter Berücksichtigung der Bedeutung der Streitsache und der Schwierigkeit des Prozesses und bei eine
m praxisgemässen Ansatz von Fr. 200.-- pro Stunde
für bis Ende 2014 erbrachte Leistungen
auf Fr.
2‘600.-- (inklusive Barauslagen und M
ehrwertsteuer) festzu
setzen.