# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 99bee652-166b-42cf-ba2a-a61d17652ee2
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2016
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
Der 1938 geborene
X._
, welcher durch seine Anstellung bei der
Y._
AG bei der
GENERALI Allgemeine Versicherungen AG
(
Generali
) obligatorisch gegen die Folgen von Unfällen versichert ist, liess der
Generali
mit Unfallmeldung vom 3
1.
Januar 2016 mitteilen, dass er sich am 1
4.
Januar 2016 neben seinem Auto stehend bückte
,
um etwas vom Sitz herauszuholen, als er plötzlich
einen starken Schmerz in Hüfte/
Rücken verspürt habe (
Urk.
7/1). Mit Verfügung vom
7.
März 2016 verneinte die
Generali
eine Leistungspflicht
, da
es sich beim geltend gemachten Ereignis nicht um einen Unfall im Sinne von
Art.
4
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des
Sozialversicherungs
rechts
(ATSG)
handle (
Urk.
7/15). Die von
X._
am 7.
April 2016 erhobene Einsprache (
Urk.
7/18) wies die
Generali
mit
Einspracheentscheid
vom 2
0.
April 2016 ab (
Urk.
7/20).
2.
Dagegen liess
X._
am 2
0.
Mai 2016 Beschwerde erheben und beantragen, das Gesch
eh
en vom 1
4.
Januar 2016 sei als Unfall anzuerkennen und es seien ihm die gesetzlichen Leistungen gemäss
dem
Bundesgesetz über die Unfallversicherung (UVG) zu erbringen (
Urk.
1). Die Beschwerdegegnerin beantragte mit Beschwerdeantwort vom
8.
Juni 2016 die Abweisung der Beschwerde, was dem Beschwerdeführer am 1
0.
Juni 2016 mitgeteilt wurde (
Urk.
8).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Akten wird, soweit erfor
derlich, im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1
.
Strittig und zu prüfen ist, ob es sich beim Geschehen vom 1
4.
Januar 2016 um einen Unfall im Sinne von
Art.
4 ATSG handelt und die Beschwerdegegnerin für die Folgen dieses Geschehens leistungspflichtig ist.
2.
2
.1
Ein Unfall ist gemäss
Art.
4 ATSG die plötzliche, nicht beabsichtigte schädi
gende Einwirkung eines ungewöhnlichen äusseren Faktors auf den menschli
chen Körper, die eine Beeinträchtigung der körperlichen oder geistigen Gesund
heit oder den Tod zur Folge hat.
2
.2
Nach der Rechtsprechung bezieht sich das Begriffsmerkmal der Ungewöhnlich
keit nicht auf die Wirkung des äusseren Faktors, sondern nur auf diesen selber. Ohne Belang für die Prüfung der Ungewöhnlichkeit ist somit, dass der äussere Faktor allenfalls schwer wiegende, unerwartete Folgen nach sich zog. Der äussere Faktor ist ungewöhnlich, wenn er den Rahmen des im jeweiligen Lebensbereich Alltäg
lichen oder Üblichen überschreitet. Ausschlaggebend ist also, dass sich der äussere Faktor vom Normalmass an Umwelteinwirkungen auf den menschlichen Körper abhebt. Ungewöhnliche Auswirkungen allein begrün
den keine Ungewöhnlichkeit (BGE 134 V 72 E. 4.3.1 mit Hinweis).
Bei unkoordinierten Bewegungen ist die Ungewöhnlichkeit zu bejahen, wenn der normale Bewegungsablauf durch etwas Programmwidriges wie Ausgleiten, Stolpern oder Abwehren eines Sturzes unterbrochen bzw. gestört wird (vgl.
Rumo-Jungo
/
Holzer in:
Murer
/Stau
f
fer, Rechtsprechung des Bundesgerichts zum Sozialversicherungsrecht, UVG,
4.
Auflage, S. 40 mit Hinweisen).
3
.
3
.1
Der Beschwerdeführer lässt in der Beschwerde vom 2
0.
Mai 2016 das Gesche
he
n vom
1
4.
Januar 2014
wie folgt beschreiben: Er sei aus seinem parkierten Auto gestiegen. Er sei danach links neben der offenen Fahrertür Blickrichtung nach vorne gestanden. Er habe
daraufhin
etwas auf dem Sitz Vergessenes behändigen wollen. Dabei habe er den Oberkörper gleichzeitig bückend nach rechts gedreht und das Gewicht auf das rechte Bein verlagert. In der Folge hab
e
er das Gleich
gewicht verloren, sei mit dem rechten Fuss weggerutscht und knievoran auf den Boden vor dem Parkplatz gestürzt. Dabei habe er sich die Verletzung (ISG-Blo
ckade bzw.
Di
skopathie
L3 rechts
)
zugezogen
(
Urk.
1 S. 2).
3
.2
3
.2.1
In den Akten finden
sich
die folgenden Beschreibungen
zum
Ablauf des Gesche
hens vom 1
4.
Januar 2016
und der vom Beschwerdeführer dabei erlitte
nen Verletzungen:
3
.2.2
Auf der Unfallmeldung vom 3
1.
Januar 2016
hielt der Beschwerdeführer zum Vorfall
vom 1
4.
Januar 2016
fest
: „Ich stieg aus dem Auto, stand bereits neben dem Fahrzeug und bückte mich um etwas vom Sitz zu herauszuholen und bei dieser Bewegung verspürte ich plötzlich einen star
ken Schmer
z
in der Hüfte/Rücken“.
Der Beschwerdeführer gab an, eine Verrenkung des Rückens erlitten zu haben
(
Urk.
7/1).
3
.2.3
Dr.
med.
Z._
, Oberarzt des
A._
, in wel
chem der Beschwerdeführer am 1
7.
Januar 2016 behandelt wurde, hielt zum Geschehen vom 1
4.
Januar 2016 fest, der Beschwerdeführer
habe
berichte
t,
beim Aussteigen aus dem Auto einen einschiessenden Schmerz im Rücken ver
spürt zu haben, welcher ins rechte Bein ausgestrahlt habe. Gleichzeitig habe
der Beschwerdeführer keine Kraft mehr im Bein gehabt und sei eingesackt. Davo
r
habe er keine Schmerzen gehabt.
Als Diagnose führte
Dr.
Z._
eine ISG-Blockade rechts
vom
1
4.
Januar 2016 bei leichte
n
arthrotischen
Ver
-
änderungen im ISG rechts an
(
Urk.
7/2).
3
.2.4
Dr.
med.
B._
, Facharzt FMH für Allgemeine Medizin, beschrieb mit Arztzeugnis vom
1.
Februar 2016 den Vorgang vom 1
4.
Januar 201
6
als
„
Ver
drehtrauma
beim Aussteigen aus dem Auto
“
. Als Diagnose gab er eine trauma
tisch bedingte
Diskopathie
L3 an
(
Urk.
7/3).
3
.2.5
Mit Fragebogen zuhanden der Beschwerdegegnerin vom 1
5.
Februar 2016 ver
wies der Beschwerdeführer betreffend den
Hergang des Geschehens vom 14.
Januar 201
6
auf die Unfallmeldung vom
3
1.
Januar 201
6.
Er hielt fest, dass es sich bei der am 1
4.
Januar 2016 verrichteten Tätigkeit um eine übliche Tätig
keit gehandelt und er diese unter den üblichen
Umständen ausgeführt habe (Urk.
7/6).
3
.2.6
Dr.
B._
erklärte mit Bericht zuhanden des Rechtsvertreters des Beschwerde
führers vom
4.
April 2016, der Be
s
chwerdeführer habe am 14.
Januar 2016 beim Aussteigen aus dem Auto ein
Verdrehmoment
der Wirbelsäule mit
Gleich
gewichtsveränderung
und Aufprall aufs Knie erlitten. Am 1
5.
Januar 2016 sei er deswegen erstmals in die Sprechstun
de gekommen
. Es habe sich eine
Lenden
wirbelsäulenblockade
nach rechts gezeigt
(
Urk.
7/18
/9
).
4
.
4
.1
Der Beschwerdeführer lässt – wie dargelegt (E. 3.1)
-
beschwerdeweise bzw. bereits
einspracheweise
(vgl.
Urk.
7/18/2)
geltend
machen,
er
sei
beim Ereignis vom 1
4.
Januar 2016
ausgerutscht und
habe sich durch den Sturz
die Verlet
zung (ISG-Blockade bzw.
Diskopathie
L3 rechts) zugezogen (E.
3
.1).
Demgegen
über geht aus der Unfallmeldung vom 3
1.
Januar 2016 (E.
3
.2.2)
und dem Fra
gebogen vom 1
5.
Februar 2016 (E.
3
.2.5) ausdrücklich hervor, dass der Beschwerdeführer
beim Bücken
einen Schmerz im Rücken verspürt
e
und erst hernach
einsackte
.
Auch aus dem Ber
icht von
Dr.
Z._
vom 17.
Januar 2016 (E.
3
.2.3)
, welcher sich auf Angaben des Beschwerdeführers bzw. dessen Tochter stützte,
ist zu folgern
, dass der Beschwerdeführer zunächst einen S
chmerz
verspürte
und hernach einsackte
.
Dr.
B._
beschrieb
das Geschehen vom 1
4.
Januar 2016
mit Artzeugnis vom 1.
Februar 2016
als
Verdrehtrauma
beim Aussteigen aus dem Auto (E. 3.2.4)
und
mit
Schreiben vom
4.
April 2016
als
Verdrehmoment
der Wirbelsäule und folgende
m
Aufprall au
f das Knie
(E.
3
.2.6)
. Diese Beschreibungen lassen
ebenfalls auf das
Auftreten eines Schmerze
s
im Rücken
bereits
beim Bücken
und nicht erst beim
nachfolgenden Einknicken
schliessen. Dr.
B._
kreuzte
im Arztzeugnis UVG
vom 1.
Februar 2016 zwar als Ursache Unfall an, setzte diesen Begriff aber
in Anführung
s
-
zeichen (
Urk.
7/3).
Aus dem Gesagten ergibt sich, dass der Beschwerdeführer sowohl zuhanden der Beschwerdegegnerin,
Dr.
Z._
als auch
Dr.
B._
erklärte bzw. erklären liess, dass die Rückenschmerzen beim
Aussteigen bzw. beim
Bücken aufgetreten seien
, ohne dass ein äusserer Faktor wie ein Sturz eingewirkt hätte
. In Anbe
tracht dieser
übereinstimmenden Angaben und
in Anbetracht dessen,
dass die Gerichte im Bereich des Sozialversicherungsrechts in der Regel auf die „Aussa
gen der ersten Stunde“ abstellen, denen in beweismässiger Hinsicht grösseres Gewicht zukommt als späteren Darstellungen, die bewusst oder unbewusst von nachträglichen Überlegungen versicherungsrechtlicher oder anderer Art beein
flusst sein können (BGE 121 V 45 E. 2a, 115 V 133 E. 8c mit Hinweis)
, steht
mit dem erforderlichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit
fest, dass der Beschwerdeführer
beim
Aussteigen bzw.
Bücken
einen Schmerz im Rücken verspürt
e
und nicht – wie beschwerdeweise geltend gemacht – die Schmerzen erst nach einem Sturz aufgetreten sind.
Die vom Beschwerdeführer
beschwer
deweise
verlangten Beweisabnahmen
(vgl.
Urk.
1 S. 3) könn
t
en
diese Würdi
gung nicht in Frage stellen
, da
sich
sowohl
Dr.
B._
,
Dr.
Z._
als
auch die Tochter des Beschwerdeführers durch die von ihr ausgefüllte Unfallmeldung
(vgl. Urk. 1 S. 3)
bereits
zum Ablauf des Geschehens vom 1
4.
Januar 2016 geäussert haben. Auf
die Abnahme weiterer Beweismittel
kann daher verzichtet wer
den (BGE 124 V 90 E. 4b; 122 V 157 E. 1d).
4
.2
Nach dem Gesagten steht fest,
dass die Beschwerden im Rücken des Beschwerde
führers durch eine reine Körperbewegung ohne die Einwirkung eines äusseren Faktors verursacht wurden. Mangels eines
(
ungewöhnlichen
)
äusseren Faktors stellt das Ereignis vom 1
4.
Januar 2016 somit keinen Unfall im Sinne von
Art.
4 ATSG dar
(vgl. E. 2.2)
, weshalb die Beschwerdegegnerin ihre
Leis
tungspflicht
zu Recht verneint hat.
Die Beschwerde erweist sich somit als unbegründet und ist abzuweisen.