# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** b354a7df-0e25-44fe-8007-30ed8868916a
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2019
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1963, arbeitete ab
1991 als
selbständig
erwerbender
Schreiner in seiner Einzelfirma
Y._
(vgl.
Urk.
11/2
/1-2, 11/4). Aufgrund lumbaler
Rückenschmerzen wurde
er ab
1.
Ju
n
i 2014 zu 50
%
krankgeschrieben und bezog Krankentaggelder der Helsana Ver
sicherungen AG (
Urk.
11/11/1,
11/12/1-3, 11/12/19-22). A
m
8.
Dezember 2014 unterzog
sich
der Versicherte einer Rückenoperation in der
Klinik Z._
und zwar
einer
instrumentierten
Spondylodese L4-S1 (
Urk.
11/5). Mit For
mular vom 1
9.
Januar 2015 meldete er sich zum Leistungsbezug bei der Invalidenversicherung an (
Urk.
11/8/1-6).
Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, holte die Akten der Helsana ein (
Urk.
11/11/1-13) und führte am
6.
Februar 2015 ein Standort
gespräch mit dem Versicherten (
Urk.
11/14/1-5)
. In der Folge klärte sie die beruflichen und medizinischen Verhältnisse ab (
Urk.
11/15/1-3, 11/16/1-19
, 11/18/1-22, 11/28/1-6, 11/29/1-3) und holte weitere Akten des Krankentag
geld
versicherers ein (
Urk.
11/17-18/9, 11/24/1-4
). Mit Vorbescheid vom
7.
Juli 2016 teilte die IV-Stelle dem Versicherten mit, dass er in einer dem Leiden angepassten Tätigkeit seit dem 2
3.
Juni 2015 voll arbeitsfähig wäre und mit einer solchen Tätigkeit ein rentenausschliessendes Einkommen erzielen könnte, weshalb voraussichtlich ein Rentenanspruch verneint werde (
Urk.
11/33/1-4).
Der
Ein
wand
des Versicherten dagegen datiert
vom 1
1.
Juli 2016 (
Urk.
11/35).
Anlässlich eines
Erstgespräch
s mit der Berufsberatung
vom 2
5.
Oktober 2016
teilte der Versicherte mit, dass sein Unternehmen in Auflösung stehe (
Urk.
11/67/5). Die
IV-Stelle nahm weitere medizinische Berichte zu den Akten (
Urk.
11/43/1-2), so auch einen Austrittsbericht der Klinik
en
A._
vom 1
6.
Novem
ber 2016 zu einem
Rehabilitationsaufenthalt des Versicherten vom 3
1.
Oktober bis
1
9.
Novem
ber 2016 (
Urk.
11/51, vgl. auch Bericht der Kliniken
A._
vom
6.
Dezember 2016,
Urk.
11/57/1-9, und
Austrittsbericht Psychoso
matik der Kliniken
A._
vom
8.
Dezember 2016,
Urk.
11/60-63)
.
Am
1
9.
Dezember 2016 erteilte
die IV-Stelle
dem Versicherten Kostengutsprache für eine Berufswahl
abklärung
in der Beruflichen Abklärungsstelle (BEFAS)
B._
vom 1
6.
Januar bis 1
0.
Februar 2017 (
Urk.
11/65/1-3).
Im Schlussbericht vom 1
3.
März 2017 empfahlen die zuständigen Fachpersonen
der BEFAS
B._
eine Umschulung zum Sachbearbeiter Planung (
Urk.
11/77/6). Am 1
8.
April 2017 erteilte die IV-Stelle dem Versicherten Kostengutsprache für eine Umschulung zum Sachbearbeiter Planung bei der Stiftung
C._
vom 2
4.
April 2017 bis 2
8.
Februar 2019 (
Urk.
11/79/1-3).
Per Ende Dezember 2017 brach der Ver
sicherte die Umschulungsmassnahme ab (vgl.
Urk.
11/100/1-6, 11/102/22), worauf die IV-Stelle
die Berufsberatung abschloss (
Urk.
11/101/1-6)
und
die Rentenprüfung wieder anhand nahm
(
Urk.
11/102/23). Nach Einholung aktueller medizinischer Unterlagen (
Urk.
11/103/1-16)
verneinte die IV-Stelle mit Verfü
gung vom
7.
Juni 2018 in Bestä
tigung ihres Vorbescheids vom
7.
Juli 2016
einen Rentenanspruch. Dem Antrag
des Versicherten
auf Wiederaufnahme der beruf
lichen Massnahmen im Zusammenhang mit einer allfälligen Anstellung in der Abklärungsstelle
B._
(
Urk.
11/108) werde entsprochen und die beruflichen Massnahmen
würden
wiederaufgenommen (
Urk.
2
=
Urk.
11/112/1-7
).
Am 2
7.
Juli 2018 erte
i
lte die IV-Stelle dem Versicherten
Leistungszusprache
für eine
n
Arbeitsversuch
im Betrieb
D._
vom
6.
August bis 3
1.
Oktober 2018 (
Urk.
11/121).
2.
Gegen
die Rentenverfügung vom
7.
Juni 2018 hatte
der Versicherte am 2
4.
Juni 2018 Beschwerde
erhoben
(
Urk.
1). Mit Verfügung vom
2.
Juli 2018 wurde ihm Frist zur Stellung eines klaren Rechtsbegehrens eingeräumt (
Urk.
5). Innert Frist liess der zwischenzeitlich anwaltlich vertretene Beschwerdeführer mit Eingabe vom
6.
Juli 2018 seine Beschwerde verbessern und beantragen, es seien ihm unter Aufhebung des angefochtenen Entscheids die gesetzlichen Leistungen, insbeson
dere eine Invalidenrente auszurichten. In formeller Hinsicht liess er um Durch
führung eines zweiten Schriftenw
echsels ersuchen (
Urk.
7 S. 2).
Die Beschwerde
gegnerin schloss in der Vernehmlassung vom 1
1.
September 2018 auf Abweisung der Beschwerde (
Urk.
10). Mit der Replik vom 1
3.
Dezember 2018
liess der Beschwerdeführer sein Rechtsbegehren um den Eventualantrag auf Rückweisung der Sache zu ergänzenden Abklärungen ergänzen und zusätzliche ärztliche Berichte einreichen (
Urk.
16 S. 2, 17/1-3). Die Beschwerdegegnerin verzichtete am 1
8.
Januar 20
19 auf Einreichung einer Duplik
(
Urk.
19)
, wovon dem Beschwerdeführer am 2
2.
Januar 2019 Kenntnis gegeben wurde (
Urk.
20).
Auf die Vorbringen der Parteien und die Akten wird, soweit für die Entscheidfin
dung erforderlich, nachfolgend eingegangen.
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allge
meinen Teil des
Sozialversicherungsrechts, ATSG
). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurtei
lung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG)
Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
Invalidität liegt nur vor, wenn nach zumutbarer Eingliederung ein ganzer oder teilweiser Verlust der Erwerbsmöglichkeiten verbleibt (Art. 8 Abs. 1 in Verbin
dung mit Art. 7 Abs. 1 ATSG sowie Art. 16 ATSG). Damit wird der Grundsatz «Eingliederung vor Rente» statuiert, welcher besagt, dass vor der Durchführung von Eingliederungsmassnahmen eine Rente nur gewährt werden darf, wenn die versicherte Person wegen ihres Gesundheitszustandes (noch) nicht eingliede
rungsfähig ist. Gemäss dem seit 1. Januar 2008 in Kraft stehenden Art. 28 Abs. 1
lit
. a IVG haben Anspruch auf eine Rente Versicherte, die unter anderem ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können. Mit dieser Regelung soll die Priorität der Eingliederung gegenüber der Rente gesetzlich noch stärker verankert und gleichzeitig der Rentenzugang verschärft werden. Rentenleistungen sollen erst dann allenfalls zur Ausrichtung gelangen, wenn keine zumutbaren Eingliederungsmassnahmen (mehr) in Betracht fallen. Der Anspruch auf eine Rente ist daher nicht zu prüfen und eine Rente kann nicht zugesprochen werden, solange Eingliederungsmass
nahmen in Betracht fallen können (Urteil des Bundesgerichts 9C_108/2012 vom 5. Juni 2012 E. 2.2.1 mit weiteren Hinweisen). Eine Invalidenrente soll also erst und nur dann zugesprochen werden, wenn die Möglichkeiten ausgeschöpft sind, welche Eingliederungsmassnahmen zur Verbesserung der gesundheitsbedingt beeinträchtigten Erwerbsfähigkeit bieten (Urteil des Bundesgerichts 8C_187/2015 vom 20. Mai 2015 E. 3.2.1, vgl. auch
Meyer/Reichmuth, Bundesgesetz über die Invalidenversicherung, 3. Auflage 2014,
R
z
1 zu Art.
1a und
Rz
7 zu Art. 28
).
Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung darf
über einen Rentenanspruch unabhängig von allfälligen Eingliederungsmassnahmen
dann
entschieden werden, wenn ein rentenbegründender Invaliditätsgrad bereits vor der Eingliede
rung verneint werden kann (Urteil
des Bundesgerichts 9C_534/2018 vom 15. Feb
ruar 2019 E. 2.1 mit Hinweisen).
1.4
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 256 E. 4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden können (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E. 4b/cc).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin stellte sich in der angefochtenen Verfüg
ung auf den Standpunkt, dass der
Beschwerdeführer zwar seine angestammte Tätigkeit als Schrei
ner nicht mehr ausüben könne;
jedoch sei ihm seit dem 2
3.
Juni 2015 eine angepasste Tätigkeit zu 100
%
zumutbar, womit er bei einem Invaliditätsgrad von 30
%
ein rentenausschlie
ssendes Einkommen erzielen könn
e. Die beruflichen Massnahmen würden gestützt auf seinen Antrag vom
4.
Juni 2018 wieder
aufge
nommen; er werde in den nächsten Tagen eine Einladung erhalten zur Besprechung des weiteren Vorgehens (
Urk.
2).
2.2
Der Beschwerdeführer brachte in seiner Besch
werde zusammengefasst vor
, dass am 2
3.
Juni 2015 noch nicht festgestanden sei
, dass er nicht mehr als Schreiner werde arbeiten können, erst die folgenden Abklärungen in
A._
und in
B._
hätten dies bestätigt. Die sodann anhand genommene Umschulung habe er aus gesundheitlichen Gründen Ende Dezember 2017 abbrec
hen müssen. Mit Glück habe er sich
eigeninitiativ
auf eine Arbeitsstelle im
D._
erfolgreich beworben und die beruflichen Massnahmen seien durch die Beschwerdegegnerin wieder
aufgenommen worden
, weshalb die Verfügung seines Erachtens hinfällig sei (
Urk.
1). Mit der Replik vom 1
3.
Dezember 2018 liess er sodann zusammenge
fasst
vorbringen
,
er
sei
aufgrund seiner dysfunktionalen Leistungsbereitschaft und der mangelnden Krankheitseinsicht in der Vergangenheit trotz zwischenzeit
lich erstellter, schwerwiegender, organischer Ursachen seiner Schmerzen verschiedentlich zu 100
%
arbeitsfähig geschrieben worden. Seit dem Aufenthalt in den Kliniken
A._
habe sich sein Zustand zudem verschlechtert, was in der fortschreitenden Natur seiner Erkrankung
eine
Erklärung finde. Den im August 2018 angetretenen Arbeitsversuch als Arbeitsagoge im Bereich Schreinerei habe er nach drei Wochen schmerzbedingt von 1
00
%
auf 50
%
reduzieren und zwischenzeitlich
ganz abbrechen müssen (
Urk.
16 S. 16).
Die
von der Beschwerdegegnerin im Wesentlichen auf die Beurteilungen von
Dr.
E._
, Facharzt FMH für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie, des Regionalen Ärztlichen
Dienstes (RAD) vom 3
0.
März 2016
(vgl.
Urk.
11/32/4 f.) und vom 3
0.
März 2018 (richtig: 2
2.
März 2018 und 2
0.
April 2018,
Urk.
11/110/4-5) gestützte Annahme einer 100%igen Arbeitsfähigkeit in ange
passter Tätigkeit
basiere
weder auf aktuellen klinischen Untersuchungen noch auf
einem lückenlosen Befund beziehungsweise
auf
einem feststehenden
medizi
nischen Sachverhalt
.
Die Beurteilungen
von
Dr.
E._
stünden
vielmehr
im Widerspruch zu den bestehenden und zu den neu eingereichten
, ärztlichen
Berichten, aufgrund welcher von einer Arbeitsfähigkeit in angepasster Tätigkeit von maximal 50
%
auszugehen sei. Sollte das Gericht diese Arbeitsunfähigkeit nicht als erstellt betrachten, sei die Sache zur Einholung eines externen (ortho
pädischen) Gutachtens und zu neuem Rentenentscheid an die Beschw
erdegegne
rin zurückzuweisen (
Urk.
16 S. 10 ff.).
2.3
Im Lichte des unter E. 1.3 dargelegten Grundsatzes «Eingliederung vor Rente» und des Umstandes, dass die Beschwerdegegnerin mit dem angefochtenen Entscheid die Wiederaufnahme der beruflichen Massnahmen bestätigt hat (
Urk.
2 S. 2 unten), durfte sie über den Rentenanspruch angesichts der
offensichtlich noch nicht als ausge
schöpft betrachteten beruflichen Eingliederungsmassnahmen gemäss der bundesgerichtlichen Rechtsprechung (Urteil
des Bundesgerichts 9C_534/2018 v
om 1
5.
Februar 2019 E. 2.1 mit Hinw
eisen)
nur dann entscheiden, wenn ein rentenbegründender Invaliditätsgrad bereits vor der Eingliederung ver
neint werden kann.
Zwischen den Parteien
steht denn auch im Streit und
es
ist zu prüfen
, ob
die Beschwerdegegnerin
einen Rentenanspruch des Beschwerdeführers vom
1.
Juli 2015
an
(
frühest
möglicher Rentenbeginn g
emäss
Art.
29
Abs.
1 und 2 IVG nach der Anmeldung zum Leistungsbezug vom 1
9.
Januar 20
1
5,
Urk.
11/8/1-6) bis zum Erlass des hier angefochtenen Entscheids vom
7.
Juni 2018 (
Urk.
2), welcher rechtsprechungsgemäss die zeitliche Grenze der richterlichen Überprüfungsbe
fugnis bildet
(
BGE 132 V 215
E. 3.1.1 mit Hinweisen
),
zu Recht
verneint hat.
3.
3.1
Dr.
F._
, Fachärztin FMH für Allgemeine Innere Medizin, attestierte dem Beschwerdeführer
mit Zwischenbericht zu
Handen
der Helsana vom 1
3.
Novem
ber 2014
aufgrund persistierender Schmerzen lumbal bei einer Spondylolyse L5, einer S
p
ondylolisthesis L5/S1 und einer
Foramenstenose
L5
ab
1.
Juni 2014
eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit
in der Tätigkeit als Zimmermann (
Urk.
11/12/1-2).
Nachdem eine am
2.
September 2014 in der
Klinik Z._
durchge
führte
Lyseinfiltration
L5 beidseits und eine selektive Nervenwurzelinfiltration L5 links (
Urk.
11/16/6-7) zu keiner wesentlichen Veränderung der Beschwerden geführt hatte (vgl.
Urk.
11/12/4), unterzog sich der Beschwerdeführer am
8.
Dezember 2014 einer operativen Versteifung der Wirbelgelenke
L4
bis
S1
(
Urk.
11/16/14-15).
Dr.
G._
, Leitender Arzt der Wirbelsäulenchirurgie der
Klinik Z._
, schrieb den Beschwerdeführer mit Zeugnis vom 2
2.
Januar 2015 vom
7.
Dezember 2014 bis
9.
März 2015 zu 100
%
arbeitsunfähig (
Urk.
11/12/23, vgl. auch:
Urk.
11/16/19). Im Bericht
über die
Konsultation des Beschwerdeführers vom
9.
März 2015 notierte
Dr.
G._
einen langsamen Rückgang der Beschwerden. Der Beschwerdeführer sei noch für einen Monat zu 100
%
arbeitsunfähig, danach sei die Arbeitsfähigkeit steigerbar auf 50
%
(
Urk.
11/18/6-7).
Dr.
H._
, Fachärztin für Allgemeine Innere Medizin,
dannzumal in einer Gemeinschaftspraxis mit
Dr.
F._
praktizierend, diagnostizierte in ihrem Bericht vom 2
3.
Juni 2015 neben der chronischen
Lumboischialgie
links als Diagnosen ohne Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit einen Status nach mehreren Nasennebenhöhlen(NNH)-Operationen, zuletzt
im
August 2014, und eine Gonarthrose beidseits. Anamnestisch notierte sie eine Arbeitsaufnahme des Beschwerdeführers ab Anfang April zu 50
%
.
In der
Befund
aufnahme
vom
3.
Juni 2015
berichtete sie von
eine
m
hinkfreien
Gang, eine
r
reizlose
n
, leicht druckemp
findliche
n
Narbe lumbal
und einem
Fingerbodenabstand von 0 cm bei flüssiger Bewegung der Wirbelsäule. Die periphere Kraft und
die
Sensibilität seien intakt und der PSR/ASR beidseits mittellebhaft auslösbar. Bei stehenden Tätigkeiten und gebückter Haltung träten nach
ein
bis
zwei
Stunden Schmerzen und Verspan
nungen auf, welche ein kurzes Hinlegen, eine Pause notwendig machten, was zur Besserung führe. Die Einnahme von Dafalgan zeige eine ungenügende Wirkung; der Beschwerdeführer wolle keine fixe Schmerztherapie. Ab
1.
Juni 2015 attes
tierte
Dr.
H._
eine 75%ige Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit
(vgl. zur Korrektur der in
Urk.
11/20/5 irrtümlich als Steigerung auf eine 75%ige Arbeitsunfähigkeit gemachten Angabe, in:
Urk.
11/22/6
);
eine 100%ige Wieder
aufnahme der Arbeit sei per 3
0.
Juni 2015 geplant. Geistige oder psychische Einschränkungen lägen keine vor
. Im Zusatzblatt zum IV-Arztbericht betreffend
die
noch zumutbaren Arbeiten in
einer
behinderungsangepasste
n
Tätigkeit bezeichnete sie rein sitzende und wechselbelastende Tätigkeit
en
mit einer
Gewichtslimite
von 10 bis 20 Kilogramm als
zu
100
%
zumutbar, wobei sie rein stehende Tätigkeiten, Bücken, Über-Kopf-Arbeiten, Kauern, Knien, Rotation im Sitzen und Ste
hen, auf Leitern/Gerüste- und Treppen-S
teigen als im Umfang eines 75
%
-Pensums
für
zumutbar beurteilte (
Urk.
11/20/1-5). Mit
E-
Mail vom
7.
Juli 2015 an die Beschwerdegegnerin erklärte sie, dass die Prognose bezüglich einer 100%igen Arbeitsaufnahme ab
1.
Juli 2015 sich als nicht realistisch gezeigt habe. Bei zunehmender Belastung seien immer mehr Schmerzen aufgetreten, weshalb sie die Arbeitsfähigkeit aktuell bei 75
%
belasse. Eventuell müsse diese im Verlauf gar wieder reduziert werden (
Urk.
11/22)
.
Gemäss Bericht von
Dr.
G._
vom
7.
September 2015
zur Konsultation des Beschwerdeführers vom selben Tag seien die Beschwerden im Wesentlichen unverändert. Eine Reduktion
der
Arbeitsfähigkeit auf 50
%
habe zu mehr Entlas
tung und einer besseren Kompensation geführt. Ein CT der LWS vom selben Tag habe einen soliden Durchbau für die Etage L4/5 gezeigt; die Etage L5/S1 sei noch nicht ausreichend stabilisiert, aber auch nicht vollständig
pseudarthrotisch
, so dass zunächst die Fortführung der konservativen Therapie empfohlen werden könne. Die Arbeitsunfähigkeit bleibe bei 50
%
für die Dauer von drei Monaten bis zur Jahreskontrolle im Dezember 201
5.
Bei Zunahme der Beschwerden und der Lockerungszeichen wäre allenfalls eine Revision der Etage L5/S1 zu empfeh
len (
Urk.
11/24/3-4).
Anlässlich der Jahreskontrolle vom 2
1.
Dezember 2015 in der
Klinik Z._
berichtete der Beschwerdeführer
gegenüber
Dr.
G._
über einen deutlich gebesserten Verlauf
im Vergleich zur Halbjahreskontrolle. Unter der laufenden Physiotherapie hätten seine Beschwerden deutlich nachgelassen. Seine Restbe
schwerden lägen
noch bei lediglich 10 bis 20
%
. Die Arbeitsfähigkeit
(gemein
t
wohl: das Pensum)
als Schreiner habe er mittlerweile auf 75
%
gesteigert und
er
wolle
es
im neuen Jahr auf 100
%
steigern. Er vermeide das Heben von schweren Lasten.
Dr.
G._
bezeichnete den Befund als unverändert, neurologisch intakt. Auf Wunsch des Beschwerdeführers seien keine Röntgenbilder angefertigt worden (
Urk.
11/28/5-6).
3
.2
Am 3
0.
März 2016 beurteilte der RAD-Arzt
Dr.
E._
die Situation aufgrund der Akten dahingehend, dass die typische Tätigkeit als Zimmermann mit
Arbeiten
auf Dächern, Leitern und Gerüsten auf Dauer nicht mehr möglich sei; es bestehe eine erhöhte Absturzgefahr. Die von
Dr.
H._
und
Dr.
G._
doku
mentierten Arbeitsunfähigkeiten erachtete er als plausibel. In einer körperlich leichten, wechselbelastenden Tätigkeit ohne regelmässige Hebe- und Tragebelas
tungen über 10 Kilogramm, ohne Arbeiten auf Leitern und Gerüsten, ohne wirbelsäulenbelastende Zwangshaltungen und Tätigkeiten (Bücken, Hocken, Kauern, Knien, Überkopfarbeit
, Arbeiten in weiter Armvorhalte), ohne häufige Rumpfrotationen und ohne häufiges Gehen auf unebenem Gelände sei der Beschwerdeführer seit 2
3.
Juni 2015 zu 100
%
arbeitsfähig. Zu vermeiden seien zusätzlich andauernde Vibrationsbelastungen und Nässe-/Kälteexpositionen. Langfristig sei mit einer Verschlechterung des Gesundheitszustandes zu rechnen (
Urk.
11/32/4-5).
3.3
Mit Bericht vom
5.
Juli 2016 stellte
Dr.
G._
gestützt auf eine SPECT
-
CT der Klinik
I._
vom 2
7.
Juni 2016 (
Urk.
11/34/3)
die zusätzliche Diagnose ei
ner Pseudarthrose L5
/S
1.
Aufgrund dieses Befundes und
bei
Zunahme
der Beschwerden habe er dem Beschwerdeführer die operative Revision mit Re-S
p
on
dylodese der Etage L5/S1 empfohlen (
Urk.
11/34/1-3).
Am 1
7.
August 2016 suchte der Beschwerdeführer
die Wirbelsäulen – und Schmerzk
lini
k
der Klinik
I._
für eine Zwei
t
meinung
auf.
Dr.
J._
, Facharzt FMH für Neurochirurgie und Wirbelsäulenchirurgie
,
kam
gestützt auf seinen Befund und die MRI-Aufnahmen vom 2
4.
Juli 2015
zum Schluss, dass die aktuellen Kreuzschmerzen
, welche
anamnestisch immer öfter belastungsabhängig aufträten, den Beschwerdeführer aber nicht sehr belasteten, auch vom Segment L1/2 hervorgerufen werden könnten. Solange die Beschwerden die Lebensqualität nicht stark beeinträchtigen würden, könne ein abwartendes Verhalten erwogen werden (
Urk.
11/43/1). Er attestierte mit Zeugnis vom
5.
September 2016 eine eingeschränkte Belastbarkeit für die aktuelle Erwerbstätigkeit. Er empfahl eine Umschulung ins Auge zu fassen, wobei er wechselbelastende Tätigkeiten ohne Zwangshaltungen und mit einer Gewichtsbeschränkung von 5 Kilogramm empfahl (
Urk.
11/43/2).
3.4
3.4
.
1
Die
gestellten
Diagnosen im Austrittsbericht der Kliniken
A._
vom 1
6.
Novem
ber 2016
nach dessen
Aufenthalt vom 3
1.
Okto
ber bis 1
9.
November 2016 laute
ten
(
Urk.
11/51):
-
Chronisches
lumbospondylogenes
Syndrom
-
Status nach Spondylodese
L4-S1 am
8.
Dezember 2014 bei Spondylo
listhesis L5/S1 Grad 1
-
Muskuläre Dysbalance und Haltungsinsuffizienz
-
Anpassungsstörung bei Schmerzsymptomatik (ICD-10 F43.2)
-
Psychologische Wirk- und Verhaltensfaktoren (ICD-10 F54) (maladaptiv
suppressorisches
Coping)
-
Akzentuierte Persönlichkeitszüge (ICD-10 Z73.1)
-
Status nach lateraler
Meniskusexcision
rechts und links mit 20 Jahren
-
Beginnende Gonarthrose beidseits.
Gemäss Anamnese im ausführlichen Bericht der Kliniken
A._
an
Dr.
F._
vom
6.
Dezember 2016 habe der Beschwerdeführer bei Eintritt Beschwerden im Bereich der gesamten Wirbelsäule, beider Kniegelenke, der linken Schulter und des rechten Fusses angegeben. Auf einer 10er-Schmerzskala
habe er
für den
Schmerz bei Eintritt den
Wert 5 angegeben, während der l
etzten sieben Tage vor Austritt für die besten Momente den Wert 0, für die schlimmsten den
Wert
5.
Im Alltag fühle sich der Beschwerdeführer beim Tauchen und Snowboarden und bei Arbeiten im Knien und vorgeneigten Arbeitshaltungen eingeschränkt.
Der Ver
lauf der stationären Rehabilitation sei wechselhaft gewesen. Der Beschwerdefüh
rer habe immer wieder vermehrte Schmerzen bei vermehrter Belastung angege
ben, wobei er seine eigenen Grenzen teilweise nicht richtig habe abschätzen können und es zu Überbelastungen gekommen sei.
Aufgrund der klinischen Untersuchungen und der radiologischen Abklärungen seien die aktuell noch vorhandenen lumbalen Beschwerden einer muskulären Dysbalance und Haltungsinsuffizienz zuzuordnen. In den Funktionsaufnahmen der
LWS
vom
7.
November 2016 hätten sich unveränderte und stabile
transpedi
kuläre
Verschraubungen sowie eine unveränderte Lage der interver
t
ebralen Implantate L4/5 sowie L5/S1 gezeigt. Geringgradige Zeichen würden auf eine mögliche Hypermotilität im Segment L3/4 hindeuten.
Die
arbeitsbezogen
en
relevante
n
Problem
e
sei
en
vor allem eine Dekonditionie
rung und
eine
reduzierte Belastbarkeit des Rückens beim Hantieren von Gewich
ten über 25 Kilogramm. Einschränkungen bestünden auch bei der Belastbarkeit beider Kniegelenke. Ab 2
1.
November 2016 (dem Tag nach dem Klinikaustritt)
bestehe
eine 100%ige Arbeitsfähigkeit in einer mittelschweren, wechselbelasten
den Täti
gkeit (Hantieren von Lasten selt
en bis maximal 25 Kilogramm
;
Urk.
11/57
).
3.4.2
Dr.
K._
, Leitender Arzt der Psychosomatik der Kliniken
A._
, sprach sich im Austrittsbericht Psychosomatik vom
8.
Dezember 2016 dafür aus, dass keine Hinweise auf eine Schmerzverarbeitungsstörung
kinesiophober
Prägung vorlä
gen;
vielmehr lägen
«
robuste» Hinweise dafür vor
, dass sich der Beschwerdeführer immer wieder überbeanspruche beziehungsweise ein deutlich
suppressorisches
und letztlich maladaptives Coping zeige (nach dem Motto «mit dem Kopf durch die Wand, dann wird es schon gehen»). Daneben läge eine Anpassungsstörung wohl mit vorwiegender Störung anderer Gefühle im Sinne von Anspannung, Sorge, Enttäuschung und leichter Depression gemäss ICD-10 F43.23 vor.
Eine Einschränkung in der Arbeitsfähigkeit mass
Dr.
K._
weder dieser Störung noch de
n akzentuierten Persönlichkeitszügen
(ICD-10 Z73.1)
oder den psychologischen Wirk- und Verhalten
s
faktoren (ICD-10 F54) mit maladaptiv
suppressorischem
Coping bei (
Urk.
11/60-63).
3.5
Gemäss Verlaufsprotokoll Berufsberatung
habe sich der Beschwerdeführer im November 2017 gemeldet und mitgeteilt, es laufe nicht so gut in der Umschulung und es gehe ihm gesundheitlich schlecht. Beim gemeinsamen Gespräch habe sich gezeigt, dass er sich psychisch und physisch schlecht fühle. Es funktioniere nicht, was die Schule bestätige, er möge nicht mehr. Fazit sei, dass die Umschulung per Ende Dezember 2017 abgebrochen werde; der Beschwerdeführer werde die medi
zinischen Ab
klärungen vorantreiben (
Urk.
11/
102/3-4, vgl. auch
E-
Mail des Beschwerdeführers
vom 1
1.
November 2017,
Urk.
11
/102/20)
.
3.6
Dr.
L._
, Facharzt FMH für Rheumatologie und Innere Medizin, überwies den Beschwerdeführer
mit Bericht vom 1
3.
Dezember 201
7 wegen Taubheits
gefühlen sowie muskulären Schmerzen über dem
Triceps
und den Unterarmen beidseits bis in die Finger an
Dr.
M._
, Fachärztin FMH für Neurologie. Gemäss seiner Beurteilung stünden ak
tuell die Einschlaftendenzen beider
Arme im Vordergrund, wobei sich eine Reflexdifferenz von der oberen zur unteren Extremität objektivieren lasse. Die im Dezember 2017 durchgeführte MRT-Untersuchung der Halswirbelsäule (vgl.
Urk.
17/1)
habe keine konklusive
n Resul
tate gezeigt, weshalb
er
zu einer
neurologische
n
Untersuchung
zur Abklärung eines
Karpaltunnel
syndrom
s
rate
. Angesichts der Gesamtverschlechterung spiele sicherlich die Psyche eine wichtige Rolle, weshalb er dringend eine Anmeldung
bei einem
Psychiater und
eine begleitende Psychopharmako
therapie empfehle. Was die Knie- und Hüftschmerzen anbelange, lägen Abnutzungserscheinungen vor, deren Symptome jedoch gut kontrollierbar seien. Hinsichtlich der lumbalen Symptomatik war
Dr.
L._
bezüglich der bereits diskutierten weiteren Opera
tion skeptisch und
er
empfahl ein intensives Trainingsprogramm, welches jedoch dem Beschwerdeführer als nicht realistisch erscheine. Was die Müdigkeit anbelange, könne das Schlafapnoesyndrom ebenfalls eine Rolle spielen
(
Urk.
11/102/9
-11).
Dr.
M._
stellte in ihrem Bericht vom 1
4.
Februar 2018 folgende Diagnosen (
Urk.
11/103/7):
-
Chronisch
multilokuläres
Schmerzsyndrom
-
Aktuell eindrucksmässig leichte Besserung unter CBD-Tropfen
-
Status nach Fusion LWK 4 bis SWK 1, 12.2014
-
Multisegmentäre degenerative Veränderungen der HWS
-
HWK 5/6
Pseudo
listhesis
, bilaterale linksbetonte Kompression C6 foraminal
-
CMRI 2/2018 (SMA): Auss
c
h
luss entzündliche ZNS Erkrankung
-
Ausschluss relevantes Karpaltunnelsyndrom beidseits
-
Rechts grenzwertige distale motorische Latenz des
Nervus
medianus mit 4,2
ms
-
Gonarthrose beidseits linksbetont bei
Chondrokalzinose
.
Dr.
F._
bescheinigte in ihrem Bericht vom 1
2.
März 2018 eine seit
1.
Dezem
ber 2017 besteh
ende 100%ige Arbeitsunfähigkeit. Die bisherige Tätigkeit als Schreiner sei nur im Bereich planerischer oder beratender Tätigkeiten zumutbar.
Angaben zur Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit machte sie keine; im Haushalt sei der Beschwerdeführer,
der
sie zirka einmal monatlich aufsuche und alle zwei Wochen psyc
hiatrisch betreut werde,
nicht eingeschränkt. Die Haupt
einschränkung bestehe in
Form von
Schmerzen bei körperlicher Tätigkeit mit Gewichtheben und Schmerzen nach längerem Sitzen und Arbeiten am Computer (
Urk.
11/103/1-6).
Dr.
E._
sprach sich in seinen Stellungnahmen vom 2
2.
März und 2
0.
April 2018 dafür aus, dass sich aus der nunmehrigen medizinischen Aktenlage keine Widersprüche zum von ihm festgestellten Belastungsprofil vom 3
0.
März 2016 ergäben (
Urk.
11/110/4-5)
.
3.7
Im Beschwerdeverfahren reichte der Beschwerdeführer weitere ärztliche Bericht
e
ein.
Dr.
F._
bescheinigte in einem Zeugnis vom 1
3.
Februar 2018 eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit
vom
1.
Januar bis 31 März 201
8.
Der Beschwerde
führer sei aufgrund einer schweren generalisierte
n Arthrose ab sofort und bis auf
Weiteres nicht mehr arbeitsfähig in Berufen, die mit körperlicher Arbeit verbun
den seien; er
dürfe
keine Lasten über 5 Kilogramm heben (
Urk.
3/1).
Dr.
N._
, Facharzt für P
sychiatrie und Psychotherapie,
stellte in einem Bericht zu
Handen
des Vertrauensärztlichen Dienstes der Swiss Live AG
vom 2
5.
April 2018 die Diagnosen einer Anpassungsstörung mit chronischem Schmerzsyndrom (ICD-10 F43.2) und einer schweren d
epressiven Episode
(ICD-10 F33.2 [= F33.2]
), aktuell gebessert. Aktuell zeige sich der Beschwerde
führer stimmungsmässig gebessert, da Aussicht auf eine mögliche Anstellung in rück
en
ad
aptierter Tätigkeit bestehe. Er,
Dr.
N._
,
sei bezüglich des Arbeits
einstiegs und Wiedergewinns einer vollen Arbeitsfähigkeit kritisch, vor allem bei körperlich anstrengender Arbeit. Im Zusammenhang mit dem sodann angetretenen Arbeits
versuch ab Juli 2018 erkannte
Dr.
N._
eine Chance zur Arbeitsintegration, da es sich um eine wechselbelastende Tätigkeit ohne Heben von schweren Lasten handle (
Urk.
3/2).
Mit der Replik vom 1
3.
Dezember 2018 liess der Beschwerdeführer weitere ärzt
liche Berichte einreichen, so auch den Bericht des Instituts für Radiologie des Spitals
O._
vom
7.
Dezember 2017 zur MR-Untersuchung der HWS vom selben
Tag
(
Urk.
17/1).
Dr.
F._
erklärte in einem Bericht
vom
1
7.
Oktober 2018, die langjährige Schmerzproblematik primär des Rückens
habe
2014 begonnen. Die Operation 2014 habe leider zu keiner Besserung geführt, vielmehr hätten sich die Schmerzen eher ausgeweitet. Die Schmerzeinstellung habe sich auch aufgrund diverser Allergien und Unverträglichkeiten des Beschwerdeführers als schwierig gestaltet. Insgesamt habe sich der Zustand des Beschwerdeführer
s
in den letzten zwei Jahren vorwiegend aufgrund der muskulären Dekonditionierung infolge der Schmerzsituation verschlechtert. Sie erachte den Beschwerdeführer
als
zu 20
%
arbeitsfähig, wobei die Arbeit kein Heben von Gewichten über 5 Kilogramm beinhalten und wechselbelasten
d sein sollte. Pro Tag sollten zwei
bis
drei
Stunden
(
mit Pausen
)
nicht überschritten werden. Eine Prognose sei schwierig, jedoch sollte eine Arbeitsfähigkeit von maximal 50
%
in einer angepassten Tätigkeit in den kommenden Monaten bis Jahren möglich sein (
Urk.
17/3).
Dr.
P._
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Wirbelsäulenchirur
gie, d
e
r
Wirbelsäulen- und Schmerzk
lini
k
der Klinik
I._
,
bestä
tigte mit einem Attest vom 1
3.
November 2018, d
ass eine SPECT
-CT-Abklärung vom
2.
November (
wohl gemeint:
2.
November 2018)
eine Durchbaustörung L4/5 bestätige und eine eigentliche Pseudarthrose L5/S1 erkennen
lasse
. Aufgrund dieser Non-Union im Bereich der damaligen Spondylodese sei eine Belastbarkeit der unteren Lendenwirbelsäule im heutigen Zeitpunkt nicht gegeben. An eine körperlich leichte bis mittelschwer
belastende Tätigkeit sei
bei dieser Auflocke
rung der Spondylodese aus wirbelsäulen-orthopädischer Sicht reell nicht zu denken (
Urk.
17/2).
4.
4.1
Vorweg zur Würdigung
der medizinischen Aktenlage gilt es im Zusammenhang mit den im Beschwerdeverfahren eingereichten ärztlichen Berichten
darauf hinzuweisen, dass f
ür die richterlich
e Beurteilung eines Falles
grundsätzlich die tatsächlichen Verhältnisse zur Zeit des Abschlusses des Verwaltungsverfahrens massgebend
sind
. Tatsachen, die sich erst später verwirklichen, sind jedoch insoweit zu berücksichtigen, als sie mit dem Streitgegenstand in engem Sachzusam
menhang stehen und geeignet sind, die Beurteilung im Zeitpunkt des
Entschei
derlasses
zu beeinflussen (BGE 121 V 362 E. 1b; 99 V 98
).
4.2
Aufgrund der
unter Erwägung 3 zitierten
medizinischen Aktenlage
ist erstellt
, dass der Beschwerdeführer ab Juni 2014 (vgl.
Urk.
11/12/1-2) bis
zur Operation vom
8.
Dezember
2014 und danach bis Ende Mai 2015
in der Arbeitsfähigkeit
in seiner angestammten Tätigkeit als Schreiner
zwischen 50 und 100
%
einge
schränkt war. Die von
Dr.
G._
am
7.
März 2015
als möglich erachtete Steigerung der Arbeitsfähigkeit innert zirka eines Monats auf 50
%
(vgl.
Urk.
11/18/7) setzte der Beschwerdeführer gemäss Anamnese im Bericht von
Dr.
H._
vom 2
3.
Juni 2015 ab April 2015 um
(
Urk.
11/20/2). Zwar gelang es
ihm
offensichtlich nicht, die von
Dr.
H._
ab
1.
Juli 2015 prognostisch als möglich erachtete Steigerung der Leistungsfähigkeit auf 100
%
umzusetzen, doch
erachtete
Dr.
H._
ein Pensum von 75
%
ab
3.
Juni 2015
als zumut
bar
(
Urk.
11/20/1-5
un
d
Urk.
11/22/1). Auch wenn sich
der
Zustand
des Beschwerdeführers
zwischenzeitlich wieder verschlechtert zu haben
scheint
, was gemäss Aktenlage zu einer
vorübergehenden Erhöhung der ärztlich attestierten Arbeitsunfähigkeit auf
50
%
vom
7.
August bis
2
1.
Dezember 2015 führte
(vgl.
Urk.
11/24/2
, 11/ 11/102/2), hatte der Beschwerdeführer sein Pensum als selb
ständiger Schreiner
doch spätestens
am 2
1.
Dezember 2015 bereits wieder
auf 75
%
erhöht und wollte dasselbe im neuen Jahr auf 100
%
steigern
(vgl.
Urk.
11/28/6). Sowohl
Dr.
H._
am
3.
Juni 2015 als auch
Dr.
G._
am 2
1.
Dezember 2015 schlossen auf einen
im Wesentlichen unauffälligen Befund und
einen
positiven Heilungsverlauf (
Urk.
11/20/2-3, 11/28/5-6).
Dr.
H._
schloss zudem das Vorliegen von psychischen Einschränkungen dannzumal ausdrücklich aus (
Urk.
11/20/2).
Ang
esichts dieser Aktenlage und
des
bis Ende 2015
tatsächlich ausgeübten Arbeitsp
ensums
als selbständiger Schreiner
sowie der
geplanten 100%igen Arbeitsaufnahme auf Anfang 2016 rechtfertigen sich keine ernsthaften Zweifel daran, dass der Beschwerdeführer ab dem Zeitpunkt des
frühest
möglichen Rentenbeginns per
1.
Juli 2015
in seiner angestammten Tätigkeit
zu 75
%
arbeitsfähig war und dies
es Pensum
, unterbrochen von einer Phase 50%iger Arbeitsfähigkeit
ab
7.
August
spätestens ab 2
1.
Dezember
2015
auch
wieder
aus
übte
.
Dass in diesem Zeitraum eine der Problematik im LWS-Bereich angepasste Tätigkeit
uneingeschränkt zumutbar gew
e
sen
wäre
, wie von
Dr.
E._
am 3
0.
März
2016 gestützt auf die Aktenlage
angenommen
worden war
(
Urk.
11/32/5),
ist
angesichts der tatsächlich ausgeübten Tätigkeit, auch wenn sich der Beschwerdeführer mit derselb
en möglicherweise überforderte,
nachvoll
ziehbar und stimmt mit der Einschätzung von
Dr.
H._
vom 2
3.
Juni 2015 überein, erachtete sie doch da
nnzumal
eine wechselbelastende oder rein sitzende Tätigkeit, soweit sie den rückenbedingten Einschränkungen Rechnung
getragen hätte
, als zu 100
%
zumutbar (
Urk.
11/20/5).
4.3
Was den Gesundheitszustand des Beschwerdeführers und dessen Arbeitsfähigkeit ab
1.
Januar 2016 anbelangt,
ist den medizinischen Unterlagen eine allmähliche Verschlechterung des Zustandes
mit Zunahme der lumbalen Beschwerden
spätes
tens
ab zirka Mai 2016 (vgl.
Urk.
11/34/1-
3
)
, aber auch
mit
Hinzutreten neuer gesundheitlicher
Beschwerden
wie einer beginnenden Gonarthrose beidseits,
Taubheitsgefühlen und Dysästhesien in den Armen
und psychischen
Problemen
zu entnehmen
(vgl.
11/51/1,
11/103/1-611/103
/9-11, 11/103/1-6)
. Die
Schluss
folgerung von
Dr.
E._
vom 3
0.
Mär
z 2016
erweist sich denn auch
insofern als zutreffend
(
Urk.
11/32/5),
als aufgrund der nachfolgenden medizinischen Aktenlage davon auszugehen ist, dass dem Beschwerdeführer seine angestammte Tätigkeit auf Dauer kaum
mehr zumutbar war.
Insbesondere aber bestätigte
die
infolge zunehmender Beschwerden durchge
führte
SPECT-Untersuchung
der LWS
vom
2
7.
Juni 2016 den Verdacht auf
das Vorliegen
eine
r
Pseudarthrose L5/S1 (
Urk.
11/34/3). Dieser Befund, welcher
Dr.
G._
bereits am
5.
Juli 2016 zur Empfehlung einer operativen Revision
im Bereich L5/S1
veranlasste (
Urk.
11/34/2),
findet in der Folge erst im Bericht von
Dr.
P._
vom 1
3.
November 2018 wieder Beachtung.
Dr.
P._
ging aufgrund einer (nicht
zu den Akten
gereichten) neuerlichen SPECT
-
Untersuchung vom
2.
November 2018 davon aus, dass neben der Pseudarthrose L5/S1
zusätzlich
eine Durchbaustörung L4-S1 vorliege und dass der Beschwerdefü
hrer selbst in einer körperlich
leichten Tätigkeit nicht arbeitsfähig sei (
Urk.
17/2).
Ob
und falls ja, ab welchem Zeitpunkt
sich diese, erst nach Erlass des angefoch
tenen Entscheides getroffene Annahme rechtfertigt, lässt sich gestützt auf die aktuelle Aktenlage
nich
t abschliessend feststellen
. Die Beurteilung der Kliniken
A._
vom
6.
Dezember 2016, wonach die
dannzumal
noch vorhandenen lumbalen Beschwerden auf eine muskuläre Dysbalance und
eine
Haltungsin
suffizienz bei radiologisch
im Wesentlichen
stabilen und unauffälligen Verhält
nissen
zurückzuführen seien
(
Urk.
11/57/2), erging offensichtlich in Unkenntnis der SPECT-Untersuchung vom 2
7.
Juni 201
6.
Auf
die Einschätzung
, wonach der Beschwerdeführer ab Klinikaustritt, dem 2
1.
November 2016, in
einer mittel
schweren, wechselbelastenden Tätigkeit
zu 100
%
arbeitsfähig sei
(vgl.
Urk.
11/57/3), kann angesichts dessen, dass sowohl
Dr.
G._
als auch
Dr.
P._
der Pseudarthrose L5/S1 massgebliche Bedeutung beimassen, nicht abgestellt werden.
Auch den Berichten von
Dr.
F._
vom 1
2.
März 2018, dem Bericht
von
Dr.
M._
vom 1
4.
F
ebruar 2018 und demjenigen von
Dr.
L._
vom 1
3.
Dezem
ber 2017 sind keine Angaben zu dieser Thematik zu entnehmen (
Urk.
11/103/1-6).
Dass
Dr.
E._
gestützt auf diese Aktenlage ohne Weite
rungen darauf schloss, dass der Bericht der
Klinik
Z._
vom
5.
Juli 2016, in welchem
Dr.
G._
den Verdacht auf das Vorliegen einer Pseudarthrose L5/S1
äusserte
und ein operatives Vorgehen empfahl
(
Urk.
11/34/1-2), nichts an seiner ursprünglichen Einschätzung der Restarbeitsfähigkeit vom 3
0.
März 2016 ändere
und er keine ergänzenden Abklärungen für notwendig erachtete
, überzeugt nicht.
Vielmehr erweist sich bei der gegebenen Aktenlage eine ergänzende orthopä
dische-rheumatologische Abklärung der Auswirkungen der festgestellten Pseu
darthrose L5/S1 und der von
Dr.
P._
erwähnten Durchbaustörung
L4 bis S1
(
Urk.
17/2) auf die Leistungsfähigkeit des Beschwerdeführers von Januar 2016 bis zum Erlass des hier angefochtenen Entscheids als notwendig. Auf die Einschät
zung von
Dr.
P._
kann schon deshalb nicht abgestellt werden, weil sie keinen Bezug zur Leistungsfähigkeit im hier zu prüfende
n Zeitraum nimmt.
Zudem ist der Erfahrungstatsache, dass Berichte
von
behandelnden Ärzten
mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher
zu Gunsten ihrer Patientinnen und Patienten au
sfallen
(BGE 135 V
465 E. 4.5, 125 V 351 E. 3b/cc), Rechnung zu tragen. Dasselbe gilt denn auch in Bezug auf die Beurteilung von
Dr.
F._
vom 1
7.
Oktober 2018, gemäss welcher der Beschwer
deführer in angepasster Tätigkeit
nunmehr noch zu 20
%
arbeitsfähig
sei (
Urk.
17/3).
In somatischer Hinsicht erweist
sich
die Aktenlage
auch
in neurologischer Hinsicht
als
ergänzungsbedürftig, fehlt es doch
dem Bericht von
Dr.
M._
vom 1
4.
Februar 2018 an einer Begründung ihrer Diagnosen (
Urk.
11/103/7-8). So ist
ihren Ausführungen
weder eine Beurteilung zum Ausschluss eines relevanten Karpaltunnelsyndroms noch eine Auseinandersetzung mit den Auswirkungen der in der MR-Untersuchung vom
7.
Dezember 2017 (
Urk.
17/1) festgestellten Kompressionen und Tangierungen C4 rechts foraminal, linksbetont C6 foraminal und C7 rechts zu entnehmen.
4.4
Was den psychischen Zustand des Beschwerdeführers anbelangt, spiegelt die Aktenlage
ebenfalls
einen sich allmählich verschlechternden Verlauf im hier zu beurteilenden Zeitraum.
Nachdem
Dr.
H._
am 2
3.
Juni 2015 eine psy
chisch bedingte Einschränkung noch ausdrücklich
ausgeschlossen hatte
(
Urk.
11/20/
2), schloss
Dr.
K._
von den
Kliniken
A._
in seinem Bericht vom
8.
Dezember 2016
zumindest auf das Vorliegen einer Anpassungsstörung, auch wenn er
-
grundsätzlich überzeugend
-
weder dieser Störung noch den festge
stellten akzentuierten Persön
lichkeitszügen mit einer dysfunkt
ionalen übermäs
sigen Leistungsorientierung oder den psychologische
n
Wirk- und Verhaltens
faktoren mit maladaptiv
suppressorischem
Coping eine Auswirkung
auf die Arbeits
fähigkeit beimass
(
Urk.
11/62-63). Obwohl der Beschwerdeführer sich in der Folge in psychiatrische Behandlung zu
Dr.
N._
begab und mit Mirtazapin 15 mg behandelt wurde, erachtete
Dr.
E._
auch diesbezüglich eine Aktualisierung der Aktenlage als nicht notwendig (
Urk.
11/110/4-5). Nachdem
Dr.
N._
mit seinem Bericht vom 2
5.
April 2018 neben der Diagnose einer Anpassungsstörung bei chronischem Schmerzsyndrom diejenige einer schweren depressiven Episode, wenn auch aktuell gebessert, stellte (
Urk.
3/2), kann bei gegebener Aktenlage nicht ausgeschlossen werden, dass
die Leistungsfähigkeit des Beschwerdeführers bis zum Erlass des hier angefochtenen Entscheids vom 2
7.
Juli 2018 aus psy
chischen Gründen beeinträchtigt war. Die Beschwerde
gegnerin wird auch hierzu ergänzende Abklärungen in die Wege zu leiten haben.
4.5
Zusammenfassend ist festzustellen, dass der Beschwerdeführer seit dem
1.
Juli 2015 (
frühest
möglicher Rentenbeginn) bis zumindest Ende 2015 in der angestammten Tätigkeit als selbständiger Schreiner zwischen 50
und 75
%
und in einer angepassten Tätigkeit zu 100
%
arbeitsfähig war. Was den Gesundheits
zustand des Beschwerdeführers vom
1.
Januar 2016 bis zum Erlass des hier angefochtenen Entscheids anbelangt, erweist sich die Aktenlage als weiter abklä
rungsbedürftig.
5.
5.1
Zu prüfen bleibt, welche Auswirkungen die unter E. 4.2 festgestellte Einschrän
kung der Leistungsfähigkeit vom
1.
Juli bis 3
1.
Dezember 2015 auf die Erwerbs
fähigkeit des Beschwerdeführers hat.
Der Einkommensvergleich hat auch bei Selbständigerwerbenden in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt. Insoweit die fraglichen Erwerbseinkommen ziffernmässig nicht genau ermittelt werden können, sind sie nach Massgabe der im Einzelfall bekannten Umstände zu schätzen und die so gewonnenen Annäherungswerte miteinander zu verglei
chen. Lassen sich die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen nicht zuverlässig ermitteln oder schätzen, so ist in Anlehnung an die spezifische Methode für Nichterwerbstätige ein Betätigungsvergleich anzustellen und der Invaliditätsgrad nach Massgabe der erwerblichen Auswirkungen der verminderten Leistungs
fähigkeit in der konkreten erwerblichen Situation zu bestimmen
(ausserorden
tliches Bemessungsverfahren;
BGE 128 V 29 E. 1; AHI 1998 S. 120 E. 1a und
S. 252 E. 2b je mit Hinweisen). Die ausserordentliche Bemessungsmethode des erwerblich gewichteten Betätigungsvergleichs unterscheidet sich von der allge
meinen Methode des Einkommensvergleichs
Unselbständigerwerbender
gerade dadurch, dass bei der Einkommensermittlung nicht auf die LSE abgestellt wird, sondern deren Festsetzung unter Berücksichtigung der einzelfallbezogenen Kriterien (Betriebsgrösse, Branche, Erfahrung des Betriebsinhabers usw.) zu erfol
gen hat (Urteil des Bundesgerichts I 707/06 vom 9. Juli 2007 E. 3.3.1 mit Hinweis).
Nach der Rechtsprechung kann die Aufnahme einer unselbständigen Erwerbstä
tigkeit als zumutbar erscheinen, wenn davon eine bessere erwerbliche Verwer
tung der Arbeitsfähigkeit erwartet werden kann und der berufliche Wechsel unter Berücksichtigung der gesamten Umstände (Alter, Aktivitätsdauer, Ausbildung, Art der bisherigen Tätigkeit, persönliche Lebensumstände) als zumutbar erscheint (Urteil des Bundesgerichts 9C_356/2014 vom 14. November 2014 E. 3.1 mit Hinweisen auf Urteile I 116/03 vom 10. November 2003 E. 3.1 und I 145/01 vom 12. September 2001 E. 2b).
5.2
Die Beschwerdegegnerin bemass den Invaliditätsgrad gestützt auf die allgemeine Methode des Einkommensvergleichs und l
egte der Berechnung des hypothe
tischen
Valideneinkommens
die dem Auszug aus dem Individuellen Konto vom 1
1.
April 2016 zu entnehmenden Einkommen der Jahre 2010 bis 2013
(
Urk.
11/29/1)
zugrunde, was zu einem durch
schnittlichen Einkommen von Fr.
101'825.2
0 führte (
Urk.
2 S. 3, 11/31/1). Angesichts dessen, dass der Beschwerdeführer einzig im Jahr 2013 ein überdurchschnittliches Einkommen von
Fr.
130'100.-- erzielte, in den
neun
Jahren zuvor seit 20
04
aber nie ein Ein
kommen über
Fr.
92'400.
-- generierte
,
rechtfertigt es sich im hier z
u beurteilen
den Fall
nicht,
lediglich
auf die
in den letzten
vier
Jahren
vor Eintritt der (teil
weisen) Arbeitsunfähigkeit
e
rzielten Einkommen abzustellen. Vielmehr
ist mit Blick auf die beträchtlichen Schwankungen
und den Ausnahmecharakter des Einkommens 2013
ein längerer
Zeitraum
zu berücksichtigen (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_626/2011 vom 2
9.
März 2012 E. 3 mit Hinweisen). Mi
thin
ist
auf
das Durchschnittseinkommen der vergangenen
zehn
Jahre
von 2004 bis 2013
abzustellen
,
welches sich auf
durchschnittlich
auf
Fr.
85'580.
--
belief
(vgl.
Urk.
11/29/1 und 11/29/3)
. Nach Anpassung an die Nominallohnentwicklung
bei Männern von 2204 Punkten im Jahr 2013 auf 2226 Punkte im Jahr 2015 (Bundesamt für Statistik, Schweizerischer Lohnindex, T39, Entwicklung der Nominallöhne, der Konsumentenpreise und der Reallöhne 1976-2016) resultiert eine hypothetisches
Valideneinkommen
2015 von
Fr.
86'434.25
(
vgl.
zur Anpas
sung an die Nominallohnentwicklung:
Urteil des Bundesgerichts
8C
_626/2011 vom 2
9.
März 2012 E. 5
).
5.3
Die Beschwerdegegnerin ermittelte das hypothetische Invalideneinkommen gestützt auf die
Zahlen der
vom Bundesamt für Statistik herausgegebenen Schweizeri
schen Lohnstruktu
rerhebung (LSE) 2014 (
Urk.
2 S. 2, 11/31/1),
ver
zichtete folglich auf
die Ermittlung des Invalideneinkommens gestützt auf einen erwerblich gewichteten Betätigungsvergleich. Nachdem
der Beschwerdeführer seine als Einmannbetrieb geführte Schreinerei gemäss Aktenlage bereits im Jahr 2016 verkauft hat (vgl.
Urk.
11/57/1 unten, 16 S. 4), ist ein schlüssiger Betäti
gungsvergleich im Nachhinein nicht mehr zu erstellen (vgl. RKUV 1995 U 220
S. 107 f.). Da dem IK-Auszug vom 1
1.
April 2016 zudem keine abgerechneten Einkommen für die Jahr 2014 und 2015 zu entnehmen sind
(
Urk.
11/29/1), durfte die Beschwerdegegnerin für die Bestimmung des hypothetischen Invalidenein
kommens auf die lohnstatistischen Zahlen gemäss LSE 2014 abstellen. Das konkret beigezogene Einkommen gestützt auf den branchenunabhängigen Durchschnittslohn für Männer für Praktische Tätigkeiten im Kompetenzniveau 2 gemäss LSE 2014 von
Fr.
5'660.-- (Tabelle T1_tirage_kill-level) blieb vom Beschwerdeführer zu Recht unbestritten. Angepasst an die durchschnittliche Arbeitszeit für alle Branchen im Jahr 2015 von 41,7 Stunden (
vgl. Bundesamt für Statistik, Betriebsübliche Arbeitszeit nach Wirt
schaftsabteilungen in Stunden pro Woche, T 03.02.03.01.04.01, Total)
und
an die
Nominallohnentwicklung bei Männern von 2220 Punkten (2014) auf 2226 Punkte (2015) (Bundesamt für Statistik, Schweizerischer Lohnindex, T39,
a.a.O
)
,
führt dies zu dem von der Beschwerdegegnerin errechneten Invalideneinkommen im Jahr 2015 von
Fr.
71'302.25 (Fr. 5'660.-- x 12 : 40 x 41,7 : 2220 x 2226).
5.4
Der Vergleich des
Valideneinkommens
von
Fr.
86'434.25
mit dem Invalidenein
kommen von
Fr.
71'302.25
führt zu einem rentenausschliessenden Invaliditäts
grad von knapp 18
%
für
die Zeit vom
1.
Juli bis 3
1.
Dezember 201
5.
Auf Weiterungen hierzu kann angesichts des deutlich unter einem rentenbegründen
den Ausmass liegenden Invaliditätsgrades verzichtet werden.
5.5
Der angefochtene Entscheid erweist sich folglich insoweit als zutreffend, als er einen Rentenanspruch des Beschwerdeführers vom
1.
Juli bis 3
1.
Dezember 2015 verneint. Für die Beurteilung des Gesundheitszustandes ab
1.
Januar 2016 erweist sich die Aktenlage als ungenügend. Da im Zeitpunkt des Erlasses des angefoch
tenen Entscheids die berufliche Eingliederung des Beschwerdeführers noch nicht abgeschlossen war, wird die Beschwerdegegnerin in Nachachtung des Grund
satzes «Eingliederung vor Rente» vor Veranlassung weiterer medizinischer Abklä
rungen abzuklären haben, ob die beruflichen Eingliederungsmassnahmen zwischenzeitlich ausgeschöpft sind, kann doch eine Rente nur zugesprochen wer
den, wenn keine Eingliederungsmassnahmen mehr in Betracht fallen (vgl. obige E. 1.3).
Sind die beruflichen Eingliederungsmassnahmen abgeschlossen und der Beschwerdeführer nicht rentenausschliessend eingegliedert, wird die Beschwer
degegnerin ein polydisziplinäres Gutachten (orthopädisch-rheumatologisch/
neurologisch/psychiatrisch) einzuholen haben, welches zum Gesundheits
zustand und zur Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers seit
1.
Januar 2016 Aus
kunft gibt.
Hernach wird die Beschwerdegegnerin neuerlich über den Rentenan
spruch des Beschwerdeführers ab
1.
Januar 2016 zu befinden haben.
Im Falle der Bejahung eines Rentenanspruchs
gilt es die
Taggeldbezugszeiten des Beschwerdeführers
zu berücksichtigen, welche einen
Rentenanspruch unter Vorbehalt von
Art.
20
ter
der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV)
unterbrechen
würden (vgl.
Art.
29
Abs.
2
in V
erbindung mit
Art.
22
und
Art.
8
Abs.
3 IVG, Meyer/Reichmuth,
a.a.O.
,
Art.
29 N 12).
Die Beschwerde ist nach dem Gesagten in dem Sinne teilweise gut
zuheissen, als der angefochtene
Entscheid insoweit aufzuheben ist, als er einen Rente
nanspruch ab
1.
Januar 2016
verneint und die Sache ist
zu ergänzenden Abklärungen
im Sinne obiger Erwägungen
und zu einem neuen Entscheid über den Rentenan
spruch ab
1.
Januar 2016
an die Be
schwerdegegnerin zurückzuweisen.
6.
6.1
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrens
aufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG) und ermessensweise auf Fr. 800.-- anzusetzen.
Nach ständiger Rechtsprechung gilt die Rückweisung der Sache an die Verwaltung zur weiteren Abklärung und neuen Verfügung als vollständiges Obsi
egen (BGE 137 V 57 E. 2.2). Da
die Rückweisung der Sache
zu ergänzenden Abklärungen erst
für die Zeit
ab
1.
Januar 2016 erfolgt,
ein Rentenanspruch mithin für die Zeit vom
1.
Juli 2015 bis
3
1.
Dezember 2015 zu verneinen ist
, ist das Obsiegen des Beschwerdeführers zwar überwiegend, aber nicht vollständig. Die
Gerichtkosten
sind der
Beschwerdegegnerin
im Umfang von
Fr.
6
00.-- und dem Besc
hwerdeführer im Betrag von
Fr.
2
00.--
aufzuerlegen.
6.2
Entsprechend hat der Beschwerdeführer Anspruch auf eine
um einen Viertel
reduzierte
Parteientschädigung. Diese ist nach
Art.
61
lit
. g ATSG in Verbindung mit
Art.
34 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht (
GSVGer
) ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Sache und nach der Schwie
rigkeit des Prozesses zu bemessen. In Anwendung dieser Grundsätze rechtfertigt sich die Zusprechung einer Pr
ozessentschädigung von
Fr.
2’240
.-- (inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer).