# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 2b4ff1b2-4032-5cda-8b19-cae2d2e60207
**Court:** BE_VB
**Chamber:** BE_VB_001
**Year:** 2017
**Language:** de
**Jurisdiction:** BE / Espace_Mittelland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** Urban Planning and Environmental

## Facts

I. Sachverhalt
1. Die Gemeinde Thun stellte im Rahmen einer Voranfrage des Beschwerdegegners 1
fest, dass die beiden Beschwerdegegner bestehende Güterbahnwagen trotz abgelaufener
Bewilligung nutzen und eine Bogenschiessanlage ohne Bewilligung betreiben. Die
Gemeinde gewährte den Beschwerdegegnern mit Schreiben vom 4. September 2015 das
rechtliche Gehör und verlangte die Einreichung einer Voranfrage innert einer Frist von 30
Tagen. Während des Verfahrens auf Prüfung der Voranfrage vom 3. Oktober 2015 holte
die Gemeinde einen Bericht der technischen Kommission des Verbandes Swiss Archery
zur bestehenden Bogensportanlage ein. Gestützt auf diesen Bericht vom 10. November
2015 untersagte der damalige Bauinspektor mit baupolizeilicher Verfügung vom 1.
Dezember 2015 die Benützung der Bogensportanlage, setzte eine Frist von 60 Tagen zur
Einreichung eines Baugesuchs und ordnete andernfalls die Entfernung aller Bauten und
Anlagen der Bogenschiessanlage bis 31. März 2016 an.
Die Beschwerdegegner reichten am 1. Februar 2016 (mit Nachtrag vom 14. März 2016) ein
Baugesuch ein für die Bewilligung des Betriebs einer Bogensportanlage für fünf Jahre und
die Erstellung neuer Sicherheitsvorkehrungen (Holzwand und Netz). Weiter beantragten
sie die definitive Bewilligung der zwei 1989 für 10 Jahre bewilligten Güterbahnwagen, die
Überdachung dieser Güterwagen, zusätzliche Parkplätze und das Aufstellen einer ToiToi
WC-Kabine und Reklamen. Die Parzelle liegt in der Wohnzone. Da der Bauinspektor der
Stadt Thun als Nachbar direkt betroffen ist, überwies die Gemeinde Thun das Verfahren an
das Regierungsstatthalteramt Thun.1 Mit Verfügung vom 4. April 2016 wurde das
Benützungsverbot gelockert. Das Schiessen mit maximal 5 Scheiben auf Distanzen von 10
bis 30 m innerhalb eines klar umgrenzten Bereichs und nur mit schwachen Bögen wurde
für zwingende Schiessevents, für welche Verpflichtungen bestehen, erlaubt. Dabei waren
aufgrund von Auflagen und Bedingungen zusätzliche Sicherheitsmassnahmen
einzuhalten.2
1 Pag. 73 und 89 f. und 95 der Vorakten des Regierungsstatthalteramtes 2 Vgl. pag. 196 ff. und pag. 242 ff. der Vorakten der Gemeinde
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Gegen das Bauvorhaben erhoben die Beschwerdeführenden Einsprache. Das
Regierungsstatthalteramt forderte die Beschwerdegegner dreimal auf, die
Baugesuchsunterlagen zu korrigieren, zu ergänzen und neu einzureichen.3 Daher reichten
die Beschwerdegegner mit Schreiben vom 29. Juni 2016, 30. November 2016 und 8.
Dezember 2016 weitere Unterlagen ein. In ihrem Schreiben vom 29. Juni 2016
verzichteten die Beschwerdegegner zudem auf die Parkplätze auf der Parzelle I._.
Mit Gesamtbauentscheid vom 20. April 2017 erteilte das Regierungsstatthalteramt Thun
den Bauabschlag für die Erweiterung der Parkplätze und die Überdachung der
Güterwagen. Für das übrige Bauvorhaben erteilte das Regierungsstatthalteramt die
Baubewilligung, befristet bis am 31. Mai 2018 mit Verlängerungsmöglichkeit um zwei
Jahre.
2. Dagegen reichten die Beschwerdeführenden am 16. Mai 2017 Beschwerde bei der
Bau-, Verkehrs- und Energiedirektion des Kantons Bern (BVE) ein. Sie verlangen die
sofortige Einstellung der nicht bewilligten Nutzung als Bogenschiessanlage und die
Aufhebung der baupolizeilichen Verfügung vom 4. April 2016. In der Hauptsache
beantragen sie die Aufhebung des Gesamtbauentscheides vom 20. April 2017 und die
Erteilung des Bauabschlags. Sie machen insbesondere geltend, das rechtliche Gehör sei
verletzt worden, die Sicherheitsvorkehrungen, die Baupublikation sowie die Gesuchs- und
Planunterlagen seien mangelhaft und die gute Gesamtwirkung fehle. Zudem sei zu Unrecht
eine Ausnahmebewilligung für die Nichteinhaltung des Strassenabstands gewährt und eine
Übergangsnutzung bewilligt worden.
Aufgrund der aufschiebenden Wirkung der Beschwerde musste der mit der Lockerung des
Benützungsverbots eingeschränkt zugelassene Schiessbetrieb eingestellt werden. In der
Folge beantragten die Beschwerdegegner in der Beschwerdeantwort vom 8. Juni 2017,
dass der eingeschränkte Schiessbetrieb mit Ausnahme der zeitlichen Befristung bis zur
Ausführung der Bauarbeiten wieder freigegeben wird. Dies wurde als Gesuch um teilweise
Aufhebung der aufschiebenden Wirkung der Beschwerde entgegengenommen. Das
Rechtsamt der BVE wies das Gesuch mit Verfügung vom 11. Juli 2017 ab. Dieser
Entscheid trat unangefochten in Rechtskraft.
3 Vgl. dazu pag. 144 ff. und 147 ff. der Vorakten des Regierungsstatthalteramtes
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3. Das Rechtsamt, welches die Beschwerdeverfahren für die BVE leitet4, führte den
Schriftenwechsel durch und holte die Vorakten bei der Gemeinde und dem
Regierungsstatthalteramt ein. Auf die Rechtsschriften wird, soweit für den Entscheid
wesentlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.

## Considerations

II. Erwägungen
1. Prozessvoraussetzungen
Angefochten ist ein Gesamtbauentscheid nach Art. 9 KoG5. Laut Art. 11 Abs. 1 KoG kann
er – unabhängig von den geltend gemachten Einwänden – nur mit dem Rechtsmittel
angefochten werden, das für das Leitverfahren massgeblich ist. Das Leitverfahren ist im
vorliegenden Fall das Baubewilligungsverfahren (Art. 5 Abs. 1 KoG). Bauentscheide
können nach Art. 40 Abs. 1 BauG6 innert 30 Tagen seit Eröffnung mit Baubeschwerde bei
der BVE angefochten werden. Die BVE ist somit zur Beurteilung der Beschwerde gegen
den Gesamtbauentscheid zuständig. Zur Beschwerde befugt sind die
Baugesuchstellerinnen, die Baugesuchsteller, die Einsprecherinnen, die Einsprecher und
die zuständige Gemeindebehörde (Art. 10 KoG i.V.m. Art. 40 Abs. 2 BauG). Die
Beschwerdeführenden, deren Einsprache abgewiesen wurde, sind durch den
vorinstanzlichen Gesamtbauentscheid beschwert und daher zur Beschwerdeführung
legitimiert. Auf die form- und fristgerecht eingereichte Beschwerde ist einzutreten.
2. Verletzung der Begründungspflicht und Beweisabnahmepflicht
a) Die Beschwerdeführenden bringen vor, die Erwägungen der Vorinstanz zur guten
Gesamtwirkung seien ungenügend. Ihrem Antrag, die gute Gesamtwirkung durch den
4 Art. 7 der Verordnung vom 18. Oktober 1995 über die Organisation und die Aufgaben der Bau-, Verkehrs- und Energiedirektion (OrV BVE; BSG 152.221.191) 5 Koordinationsgesetz vom 21. März 1994 (KoG; BSG 724.1) 6 Baugesetz vom 9. Juni 1985 (BauG; BSG 721)
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Fachausschuss Bau- und Aussenraumgestaltung (FBA) der Stadt Thun überprüfen zu
lassen, sei von der Leitbehörde nicht stattgegeben worden.
b) Gemäss Art. 52 Abs. 1 Bst. b VRPG7 muss eine Verfügung eine Begründung
enthalten. Die Begründung muss so abgefasst sein, dass die Betroffenen die Verfügung
gegebenenfalls sachgerecht anfechten können. Dazu müssten wenigstens kurz die
Überlegungen genannt werden, von denen sich die Behörde hat leiten lassen und auf die
sich ihr Entscheid stützt.8 Je komplexer oder umstrittener ein Sachverhalt und je grösser
der Entscheidungsspielraum der Behörde ist, desto ausführlicher und differenzierter muss
auch die Begründung ausfallen. Die Auslegung von unbestimmten Gesetzesbegriffen und
die Ermessensbetätigung müssen so erklärt werden, dass sie nachvollziehbar sind.9
Das Regierungsstatthalteramt führt in seinem Gesamtbauentscheid aus, die Rückseite der
Holzwand erwecke keinen wesentlich anderen Eindruck als ein Gebäude mit Holzfassade
in der betreffenden Zone. Weiter hält es das Regierungsstatthalteramt nicht für willkürlich,
wenn für die Beurteilung der guten Gesamtwirkung zwischen äusserstem Siedlungsrand
und Siedlungsmitte unterschieden werde, wie dies die Gemeinde in ihrem Amtsbericht vom
14. Februar 2016 getan hatte.10
Bezüglich der Reklamen hält das Regierungsstatthalteramt unter dem Titel "fehlerhafte
Baupublikation" einzig fest, die Banner von maximal einem Meter Höhe und zusammen
65 m Länge würden gemäss Mitbericht vom 13. Februar 2017 als vertretbar erachtet. Es
verweist damit auf die Ausführungen der Gemeinde, wonach die Reklamen im Rahmen der
Anforderungen nach Art. 5 und 6 Gemeindebaureglement (GBR) "am vorliegend
äussersten Siedlungsrand entlang einer neuen Bogensportanlage" vertretbar seien. Damit
begründet das Regierungsstatthalteramt die gute Gesamtwirkung nur knapp, hat aber
dennoch dargelegt, weshalb es die gute Gesamtwirkung der Anlage bejaht hat. Eine
Verletzung des rechtlichen Gehörs liegt daher nicht vor.
7 Gesetz vom 23. Mai 1989 über die Verwaltungsrechtspflege (VRPG; BSG 155.21). 8 Merkli/Aeschlimann/Herzog, Kommentar zum bernischen VRPG, 1997, Art. 52 N. 5 f.; BVR 2013 S. 443 E. 3.1.1. 9 Merkli/Aeschlimann/Herzog, Kommentar zum bernischen VRPG, 1997, Art. 52 N. 8 10 Vgl. Amtsbericht Bauinspektorat vom 14. Februar 2016 unter Ziffer III.4
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c) Der Anspruch auf rechtliches Gehör verpflichtet die entscheidende Behörde
grundsätzlich, ihr rechtzeitig und formrichtig angebotene Beweise abzunehmen. Diese
Beweisabnahmepflicht gilt jedoch nur insoweit, als die Beweise für den Entscheid erheblich
sind. Ergibt eine vorweggenommene Beweiswürdigung, dass ein Beweis nicht geeignet ist,
das Beweisergebnis zu verändern oder den zu treffenden Entscheid zu beeinflussen, kann
von der Beweisabnahme abgesehen werden. Eine Pflicht zur Einholung eines Gutachtens
oder zur Durchführung eines Augenscheins besteht nur dann, wenn sich die Verhältnisse
anders nicht schlüssig klären lassen. Aufwändige Beweismassnahmen setzen somit ein
entsprechend bedeutendes Beweisinteresse voraus.11 Art. 18 Abs. 2 VRPG sieht daher
vor, dass die Behörden Art und Umfang der Ermittlungen bestimmen, ohne an die
Beweisanträge der Parteien gebunden zu sein.
Laut Art. 10 Abs. 4 GBR werden Bauvoranfragen und Baugesuche in der Regel dem
Fachausschuss Bau- und Aussenraumgestaltung zur Beurteilung vorgelegt, wenn sie für
das Strassen-, Orts- und Landschaftsbild von Bedeutung sind oder spezielle
baugestalterische Fragen aufwerfen. Die Parzelle befindet sich nicht in einem
Ortsbildschutzgebiet. Zudem handelt es sich bei Art. 10 Abs. 4 GBR um eine "Kann-
Vorschrift". Gemäss Kommentar zum GBR liegt der Entscheid, ob ein Projekt dem
Fachausschuss zur Beurteilung vorgelegt wird, bei der Baubewilligungsbehörde. Diese war
deshalb nicht verpflichtet, das Projekt dem Fachausschuss vorzulegen. Eine Verletzung
des rechtlichen Gehörs liegt daher nicht vor.
d) Die Beschwerdeführenden machen zudem eine Verletzung des rechtlichen Gehörs
geltend, da sie sich zur baupolizeilichen Verfügung vom 4. April 2016 und zur Verfügung
vom 16. März 2017 (Weiterführung Schiessbetrieb) nicht genügend hätten äussern können
respektive teilweise keine Kenntnis erhalten hätten. Diese beiden Verfügungen wurden im
(baupolizeilichen) einstweiligen Verfahren, in welchem das ursprünglich ausgesprochene
vollständige Benützungsverbot gelockert (Verfügung vom 4. April 2016) und diese
Lockerung dann vom Regierungsstatthalteramt bestätigt wurde, erlassen. Eine allfällige
Gehörsverletzung betrifft damit nicht die vorliegend angefochtene Baubewilligung, sondern
unangefochten gebliebene Entscheide des einstweiligen Verfahrens. Sie ist damit nicht
Streitgegenstand des Beschwerdeverfahrens. Auf diese Rüge ist daher nicht einzutreten.
11 Merkli/Aeschlimann/Herzog, Kommentar zum bernischen VRPG, 1997, Art. 18 N. 10
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3. Mangelhafte Bekanntmachung
a) Die Beschwerdeführenden rügen zudem, dass die Baupublikation den gesetzlichen
Anforderungen nicht genügte, da sie ohne die Ausnahmegesuche "Bauen innerhalb einer
genehmigten Leitungsbaulinie" sowie "Bauen im Wald" erfolgte und die geplante Reklame
nicht erwähnt worden sei. Sie machen daher eine Verletzung des rechtlichen Gehörs und
von Vorschriften über die Publikation geltend.
b) Die Beschwerdeführenden haben sich wegen der allenfalls fehlerhaften Publikation
nicht von der Einspracheerhebung abhalten lassen. Sie konnten sich somit trotz der
Mängel ohne Nachteil am Baubewilligungsverfahren beteiligen. Sie können deshalb aus
der mangelhaften Bekanntmachung keine Rechte ableiten.12 Soweit sie damit die
Verletzung Verfahrensrechte Dritter geltend machen, kann nicht auf die Beschwerden
eingetreten werden. Die BVE prüft die Frage der mangelhaften Publikation allerdings von
Amtes wegen (vgl. Art. 40 Abs. 3 BauG).
c) Das Baubewilligungsverfahren soll sicherstellen, dass allfällige, von einem
Bauvorhaben berührte öffentliche oder private Interessen gewahrt werden können. Aus
diesem Grund sind Bau- und Ausnahmegesuche nach den Bestimmungen des
Baubewilligungsdekrets zu veröffentlichen oder den Anstössern sowie weiteren Personen,
die davon betroffen sein könnten, mitzuteilen. Der Bekanntmachung ist der Hinweis auf das
Recht zur Einsprache beizufügen (Art. 35 Abs. 1 BauG). Die Veröffentlichung erfolgt in
zwei aufeinanderfolgenden Nummern des amtlichen Anzeigers. Vorbehalten bleibt die
Veröffentlichung im Amtsblatt, wenn es die Gesetzgebung vorsieht (Art. 26 Abs. 2 BewD13).
Der Inhalt der Publikation wird in Art. 26 Abs. 3 BewD umschrieben. Sie hat unter anderem
die für das Bauvorhaben beanspruchten Ausnahmen sowie die allgemeine Umschreibung
des Bauvorhabens zu enthalten (Art. 26 Abs. 3 Bst. b und e BewD). Die Publikation muss
so aussagekräftig sein, dass die betroffenen Personen entscheiden können, ob sie in die
12 Aldo Zaugg/Peter Ludwig, Kommentar zum Baugesetz des Kantons Bern, 4. Aufl., Band I, Bern 2013, Art. 35-35c N. 11 13 Dekret vom 22. März 1994 über das Baubewilligungsverfahren (Baubewilligungsdekret, BewD; BSG 725.1)
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vollständigen Baugesuchsakten Einsicht nehmen und allenfalls Einsprache erheben wollen
oder nicht. Fehlt in der Baupublikation ein wesentliches Element des Bauvorhabens, stellt
dies eine Verletzung des rechtlichen Gehörs der Betroffenen dar.14 Unterbleibt die
gebotene Bekanntmachung oder ist sie in wichtigen Punkten unvollständig, läuft die
Einsprachefrist nicht. Einspracheberechtigte Personen oder Organisationen können
nachträglich Einsprache oder Baubeschwerde erheben, sobald sie Kenntnis vom
Bauvorhaben oder vom Bauentscheid erlangt haben.15
d) Im vorliegenden Fall fehlen im Publikationstext die beanspruchten Ausnahmen
"Bauen innerhalb einer genehmigten Leitungsbaulinie" sowie "Bauen im Wald" und die
beantragte Reklame am Waldrand. Da der Publikationstext entgegen Art. 26 Abs. 3 Bst. e
BewD nicht sämtliche beanspruchten Ausnahmen enthält, ist dieser mangelhaft. Gemäss
der bewilligten Visualisierung vom 30. November 2016 sollen die Werbebanner von
wechselnden Sponsoren eine Höhe von einem Meter und zusammen eine Länge von rund
65 m haben. Es ist nicht vorgesehen, dass diese Reklamen nur zeitlich eingeschränkt
aufgestellt werden dürfen. Sie haben daher klar nicht eine gleiche oder geringere
Bedeutung als die in Art. 6a Abs. 1 BewD genannten bewilligungsfreien Reklamen (Art. 6a
Abs. 2 BewD). Sie sind deshalb nicht bewilligungsfrei und angesichts ihrer Dimension
müssen sie als wesentliches Element des Baugesuchs gelten und somit in der Publikation
erwähnt werden. Aufgrund ihres Standorts und der Grösse der Werbebanner ist nicht
ausgeschlossen, dass weitere Personen Einsprache erhoben hätten, wenn die Reklame
von der Publikation mitumfasst worden wäre. Eine erneute korrekte Publikation erscheint
aufgrund der mangelhaften Bekanntmachung (Ausnahmen und Reklame) als geboten.
4. Mangelhaftes Baugesuch
a) Die Beschwerdeführenden rügen, dass sich die Gesuchsunterlagen teilweise
widersprechen respektive den Anforderungen des BewD nicht genügen. Die
Beschwerdegegner reichten für die Parkplätze einen separaten Plan ein16, auf welchen der
genehmigte Situationsplan (unterzeichnet am 10. Juli 2016 mit den Nachträgen vom
14 Aldo Zaugg/Peter Ludwig, Kommentar zum Baugesetz des Kantons Bern, 4. Aufl., Band I, Bern 2013, Art. 35-35c N. 8 f. 15 Aldo Zaugg/Peter Ludwig, Kommentar zum Baugesetz des Kantons Bern, 4. Aufl., Band I, Bern 2013, Art. 35-35c N. 11 16 Pag. 127 der Vorakten der Gemeinde
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30. November 2016 und 6. Dezember 2016) verweist. Entgegen Art. 14 Abs. 4 BewD geht
aus diesen Plänen nicht hervor, welche Parkplätze bereits (rechtmässig) bestehen und wo
die Erweiterung von Parkplätzen beantragt wird. Der angefochtene Gesamtbauentscheid
erteilt der Erweiterung der Parkplätze den Bauabschlag und genehmigt den separaten Plan
für Parkplätze nicht. Daher verweist der genehmigte Situationsplan auf einen nicht
genehmigten Plan für Parkplätze. Somit ist nicht ersichtlich, welche Parkplätze
vorbestehend und bereits früher bewilligt worden sind.
b) Unklarheiten verursachen vorliegend zudem die vielen Plananpassungen/Versionen
des am 7. Januar 2016 vom Geometer erstellten Situationsplans und die verschiedenen
Detailpläne. Insbesondere liegt kein Plan vor, in welchem sämtliche beantragten
Änderungen ersichtlich sind. So fehlt auf dem am 10. Juli 2016 unterzeichneten
Situationsplan mit den Nachträgen vom 30. November 2016 und 6. Dezember 2016 der
Standort der Reklamen. Für die mobile Toilette gilt gemäss handschriftlichem Vermerk eine
alte Version desselben Situationsplans mit dem Vermerk "Anpassung 5.4.16", auf welchem
bei den Zielscheiben noch Querschlägersicherungen eingezeichnet sind. Der aktuelle
Detailplan für die Schiesszone enthält solche nicht mehr. Trotzdem nimmt der
angefochtene Gesamtbauentscheid auf die Querschlägersicherungen "gemäss
Situationsplan vom 7. Januar 2016" Bezug. Er führt diese zusammen mit der Holzwand ins
Feld um dem Vorwurf zu begegnen, es sei unklar, welche Schutzelemente wo und in
welchen Dimensionen gebaut würden. Der Situationsplan vom 7. Januar 2016 wurde als
solcher jedoch gar nicht genehmigt und in Bezug auf die Querschlägersicherungen besteht
ein Widerspruch zwischen dem genehmigten Detailplan für die Schiesszone und der
Begründung des Gesamtbauentscheids.
Die Pläne sind deshalb zu verbessern. Es braucht einen einzigen aktualisierten
Situationsplan, auf dem auch die mobile Toilette und die Reklamen eingezeichnet sind.
Zudem sind einer oder mehrere widerspruchsfreie Pläne notwendig, auf welcher die
Parkplatzsituation (rechtmässig vorbestehend/Erweiterung) und die Schiesszone mit den
Schutzelementen klar erkennbar sind.
5. Waldabstand Reklame
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a) Die geplante Reklame mit einer Länge von rund 65 m und einer Höhe von einem
Meter soll am vorhandenen Zaun am Waldrand angebracht werden.
b) Bauten und Anlagen in Waldnähe sind nur zulässig, wenn sie die Erhaltung, Pflege
und Nutzung des Waldes nicht beeinträchtigen. Die Kantone schreiben einen
angemessenen Mindestabstand der Bauten und Anlagen vom Waldrand vor. Sie
berücksichtigen dabei die Lage und die zu erwartende Höhe des Bestandes (Art. 17
WaG17). Gemäss Art. 25 Abs. 1 KWaG18 haben die in der Verordnung (Art. 34 Abs. 1
KWaV19) bezeichneten Bauten und Anlagen einen Abstand zum Wald von mindestens 30
Metern einzuhalten. Das KAWA kann beim Vorliegen besonderer Verhältnisse Ausnahmen
bewilligen (Art. 26 Abs. 1 KWaG und Art. 34 Abs. 2 KWaV).
c) Es ist nicht vorgesehen, dass die Werbebanner nur zeitliche eingeschränkt
aufgestellt werden dürfen. Angesichts deren Dimensionen benötigt die vorliegend
umstrittene Reklame eine Ausnahme, da sie den Waldabstand nicht einhält. Im
Amtsbericht des Amtes für Wald vom 26. Januar 2017 wird die Reklame nicht erwähnt.
Weder erscheint sie unter der Rubrik "Bauvorhaben", noch im eigentlichen Text. Zudem
wird auch die Visualisierung der Reklame, welche als Plan dient und den
Genehmigungsstempel der Baubewilligungsbehörde trägt, nicht unter den massgebenden
Plänen aufgeführt. Damit hat das Amt für Wald die notwendige Ausnahme bisher nicht
beurteilt. Eine entsprechende Ergänzung des Amtsberichts ist daher einzuholen.
6. Sicherheitsvorkehrungen
a) Die technische Kommission des Swiss Archery Verbandes beruft sich in ihrem Bericht
vom 10. November 2015 auf ein Dokument des Deutschen Feldbogen Sportverbandes und
des Deutschen Schützenbundes aus dem Jahr 2009, welches sich mit Sicherheitskriterien
von Bogenplätzen befasst.20 Dabei handelt es sich vermutlich um die
sicherheitstechnischen und baulichen Regeln für Bogenplätze des Deutschen Feldbogen
Sportverbandes und des Deutschen Schützenbundes vom 21. März 2009. Diese Regeln
17 Bundesgesetz vom 4. Oktober 1991 über den Wald (Waldgesetz, WaG; SR 921.0) 18 Kantonales Waldgesetz vom 5. Mai 1997 (KWaG; BSG 921.11) 19 Kantonale Waldverordnung vom 29. Oktober 1997 (KWaV; BSG 921.111) 20 Pag. 110 der Vorakten des Regierungstatthalteramtes
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der deutschen Verbände scheinen beim genehmigten Bogenschiessplatz nicht eingehalten
zu sein: Bei den Bahnen betragen die seitlichen Abstände und die der Scheiben
voneinander nicht mindestens 2 m, wie dies in den zitierten Regeln für Wettkampfbahnen
vorgesehen ist. Zudem stellt sich die Frage, ob auf der Seite, welche an den Wald grenzt
und einzig allenfalls Warnschilder im Wald aufgestellt werden21, eine "gegen ein
unbefugtes Betreten gesicherte Sperrzone" besteht. Ebenfalls unklar ist, ob das Netz als
Verlängerung der Holzwand tatsächlich eine geeignete Auffangeinrichtung darstellt. Denn
auch gemäss dem Bericht der technischen Kommission des Swiss Archery Verbandes
genügt ein Pfeilfangnetz nicht, da dieses bei starken Bögen durchschossen werden kann.
Weiter stellt sich die Frage, ob gegenüber dem Privatweg und den Liegenschaften die
seitliche Sperrzone mit einem Sicherheitsnetz nach der ersten Scheibe genügt. Im
Detailplan nicht mehr vorgesehen sind Querschlägersicherungen bei den einzelnen
Scheiben (wie noch auf dem früheren Plan vom 7. Januar 201622 bzw. dem "nur für
Standort WC" genehmigten Situationsplan vom 7. Januar 2016 mit Anpassung vom 5. April
2016).
b) Angesichts dieser Unklarheiten ist unter Einbezug des kantonalen
Schiessplatzexperten zu klären, ob die Sicherheit für den vorliegenden Schiessplatz
gewährleistet ist.
7. Ästhetik / Ortsbild- und Landschaftsschutz
a) Die Beschwerdeführenden bestreiten die gute Gesamtwirkung im Sinne von Art. 5
und 6 GBR. Zudem werde die gängige Praxis der Stadt Thun verletzt, Holz- und
Betonwände (z.B. für Sicht und Lärmschutz) mit einer Auflage zur Begrünung zu versehen,
respektive diese zu minimieren/unterbrechen, damit ein ansprechendes Strassenbild
gewährleistet bleibe. Sie bringen überdies vor, ihnen seien keine anderen
Reklamestandorte in diesen Dimensionen direkt am Waldrand bekannt.23
21 Vgl. Bericht des kantonalen Schiessplatzexperten vom 9. Februar 2017, pag. 179 der Vorakten des Regierungsstatthalteramtes 22 Pag. 188 der Vorakten der Gemeinde, vgl. auch den Bericht der technischen Kommission des Swiss Archery Verbandes vom 10. November 2015, pag. 112 der Vorakten des Regierungsstatthalteramtes 23 Beschwerde S. 4 unter "Baupublikation"
RA Nr. 110/2017/53 12
b) Art. 5 und 6 GBR verlangen, dass Bauten und Anlagen sowie öffentliche und private
Aussenräume so zu gestalten sind, dass eine gute Gesamtwirkung entsteht. Dies betrifft
insbesondere auch die Gestaltung, Materialisierung und Farbgebung von Reklamen (Art. 5
Abs. 1 GBR). Besondere Vorschriften bestehen zudem für Plakate, wobei diese – soweit
ersichtlich – nicht definiert werden. Sie sind so anzuordnen, dass sie das Strassen-, Orts-
und Landschaftsbild, schützenswerte und erhaltenswerte Objekte, die Wohn- und
Aufenthaltsqualität sowie die Verkehrssicherheit nicht beeinträchtigen. Sie sind auf wichtige
Verkehrsachsen zu beschränken und in Plakatgruppen aufzustellen. Es ist ein einheitliches
Trägermaterial zu verwenden (Art. 6 Abs. 6 GBR).
Diese Bestimmungen gehen weiter als Art. 9 Abs. 1 BauG; ihnen kommt daher
selbständige Bedeutung zu. Der Begriff „gute Gesamtwirkung“ stellt einen unbestimmten
kommunalen Gesetzesbegriff dar, bei dessen Auslegung die kommunalen Behörden einen
gewissen Beurteilungsspielraum haben. Jedoch dürfen auch an das Erfordernis der guten
Gesamtwirkung nicht unverhältnismässig hohe Ansprüche gestellt werden. Die gute
Gesamtwirkung ist weder an geringen noch an besonders hohen architektonischen
Qualitäten zu messen. Das bedeutet bei durchschnittlichen örtlichen Gegebenheiten, dass
das Mittelmass der Umgebung nicht gestört werden darf und sich eine neue Baute oder
Anlage an den qualitativ hochwertigeren Bauten und Anlagen der Umgebung zu orientieren
hat.24
c) Gemäss Begleitschreiben zum Baugesuch vom 30. Januar 2016 soll die neue
Holzwand aus "schalungsbretterähnlichem Material" hergestellt werden. Auf dem
Detailplan Holzwand + Sicherheitsnetz, Grundriss und Ansichten vom 6. Dezember 2016
ist die Holzwand zudem farblich dargestellt, und zwar in einem orange-braunen Farbton.
Bei der Holzwand handelt es sich um eine Zweckbaute, deren Erscheinungsbild durch die
Funktion weitgehend vorgegeben ist. Die Gestaltungsmöglichkeiten sind daher
entsprechend gering.25 Bereits in ihren Schlussbemerkungen forderten die
Beschwerdeführenden "laut gängiger Praxis bei Sichtschutzwänden", diese auf ein
Minimum zu reduzieren oder mit verschiedenen Materialien zu gestalten. In ihrer
Beschwerde präzisieren sie, Holz- und Betonwände (z.B. für Sicht und Lärmschutz) seien
mit einer Auflage zur Begrünung zu versehen, respektive diese zu
24 Aldo Zaugg/Peter Ludwig, Kommentar zum Baugesetz des Kantons Bern, 4. Aufl., Band I, Bern 2013, Art. 9/10 N. 4a; BVR 2009 S. 329 E. 5.3, BVR 2006 S. 491 E. 6.3.1 25 Vgl. dazu VGE Nr. 2009.314 vom 22.11.2010 E. 8.6.3
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minimieren/unterbrechen, damit ein ansprechendes Strassenbild gewährleistet bleibe. Die
Vorinstanz wird daher im nachfolgenden Verfahren zu prüfen haben, ob mit einer
Begrünung eine verbesserte Integration der Holzwand möglich ist. Eine
Unterbrechung/Minimierung entfällt hingegen aus sicherheitstechnischen Gründen.
d) Bezüglich Reklame setzt sich der angefochtene Gesamtbauentscheid nicht eigens
mit der Einordnung ins Orts- und Landschaftsbild auseinander. Sondern der
Gesamtbauentscheid verweist auf den Mitbericht der Gemeinde, welcher die Reklame
wegen ihrer Lage am Siedlungsrand ästhetisch für vertretbar hält. Damit setzt sich der
vorinstanzliche Entscheid nicht damit auseinander, dass sich die Reklame direkt am
Waldrand befindet. Aufgrund der Dimensionen der Reklame sowie der Lage am Waldrand
bestehen vorliegend Zweifel, ob die Reklame die Anforderungen an die gute
Gesamtwirkung erfüllt. Nach der erneuten Publikation des Baugesuchs und dem allfälligen
Eingang von Einsprachen muss daher die Vereinbarkeit mit dem Orts- und Landschaftsbild
geprüft werden, allenfalls unter Beizug des Fachausschusses Bau- und
Aussenraumgestaltung und unter Berücksichtigung des allenfalls anwendbaren Art. 6 Abs.
6 GBR.
8. Befristung
a) Die Vorinstanz erteilte gestützt auf Art. 25 GBR eine bis am 31. Mai 2018 befristete
Bewilligung, welche auf Gesuch hin um zwei Jahre verlängert werden kann. Sie ordnete als
Auflage an, dass die Anlage nach Ablauf der Bewilligung vollständig zurückgebaut werden
muss.
b) Die Gemeinde verweist in ihrem Amtsbericht vom 14. Februar 2016 auf diese
Befristung und verlangt die Eintragung eines entsprechenden "Revers" im Grundbuch. Im
nachfolgenden Verfahren muss daher sichergestellt werden, dass die Befristung der
Bewilligung im Grundbuch angemerkt wird (Art. 29 Abs. 3 BauG).26
9. Rückweisung
26 Vgl. dazu Aldo Zaugg/Peter Ludwig, Kommentar zum Baugesetz des Kantons Bern, 4. Aufl., Band I, Bern 2013, Art. 29 N. 8
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a) Nach Art. 72 Abs. 1 VRPG entscheidet die Beschwerdeinstanz in der Sache oder
weist die Akten ausnahmsweise mit verbindlichen Anordnungen an die Vorinstanz zurück.
Erweist sich die Beschwerde als begründet, soll die Beschwerdeinstanz das streitige
Rechtsverhältnis wenn möglich nach ihrer eigenen Erkenntnis abweichend von der
angefochtenen Verfügung neu regeln. Das Gesetz verbietet ihr jedoch nicht, kassatorisch
zu entscheiden. Die Beschwerdeinstanz soll von der Möglichkeit der Rückweisung nur
ausnahmsweise Gebrauch machen. Es müssen besondere Gründe dafür sprechen, die die
prozessökonomischen Gesichtspunkte in den Hintergrund treten lassen. Mangelnde
Entscheidreife der Angelegenheit kann einen solchen Grund darstellen, sofern die
Beschwerdebehörde selber allzu umfangreiche Beweismassnahmen durchführen müsste.27
b) Die Baugesuchsunterlagen müssen verbessert und die Publikation nachgeholt
werden. Zudem sind weitere Sicherheitsaspekte zu prüfen und eine Ergänzung des
Amtsberichts des Amtes für Wald (Ausnahmebewilligung Reklame) einzuholen. Überdies
bestehen offene Fragen in Bezug auf die Ästhetik. Es erscheint daher sachgerecht, die
Angelegenheit an die Vorinstanz zur Fortsetzung des Baubewilligungsverfahrens
zurückzuweisen (Art. 72 Abs. 1 VRPG).
c) Die Vorinstanz wird die Gesuchsunterlagen verbessern lassen und das Baugesuch
unter Erwähnung sämtlicher Ausnahmen und der Reklame publizieren lassen. Danach wird
sie die offenen Fragen zur Sicherheit und der Ästhetik abklären und den Amtsbericht beim
Amt für Wald einholen müssen, bevor sie nach der Gewährung des rechtlichen Gehörs
einen neuen Gesamtbauentscheid erlassen kann. Dabei wird sie sicherzustellen haben,
dass die Befristung der Bewilligung im Grundbuch angemerkt wird.
10. Kosten
a) Die Verfahrenskosten für das Beschwerdeverfahren bestehen aus einer
Pauschalgebühr (Art. 103 Abs. 1 VRPG). Für Entscheide in einer Verwaltungsjustizsache
wird eine Pauschalgebühr von Fr. 200.-- bis Fr. 4'000.-- erhoben (Art. 19 Abs. 1 i.V.m.
27 Merkli/Aeschlimann/Herzog, Kommentar zum bernischen VRPG, 1997, Art. 72 N. 2 f.
RA Nr. 110/2017/53 15
Art. 4 Abs. 2 GebV28). In Anwendung dieser Bestimmungen wird die Pauschale auf
Fr. 1'000.-- festgelegt.
Bei diesem Ausgang des Verfahrens dringt die Beschwerdeführerin mit ihrem Rechtsmittel
nur teilweise durch. Nach neuer Praxis des Verwaltungsgerichts ist indes im Kostenpunkt
von einem vollumfänglichen Obsiegen auszugehen, sofern bei Vorliegen eines
reformatorischen (Haupt-)Antrags ein Rückweisungsentscheid ergeht und die infolge
Rückweisung vorzunehmende Neubeurteilung – wie hier – noch zu einer vollständigen
Gutheissung des Begehrens führen kann.29 Da die Beschwerdeführerin die Aufhebung des
Gesamtbauentscheids und die Erteilung des Bauabschlags beantragt hat, gilt sie als
obsiegend. Die Beschwerdegegner gelten dementsprechend als unterliegend und haben
die Verfahrenskosten zu tragen (Art. 108 Abs. 1 VRPG). Sie haften solidarisch für den
gesamten Betrag.
b) Die Parteikosten umfassen den durch die berufsmässige Parteivertretung
anfallenden Aufwand (Art. 104 Abs. 1 VRPG). Die Parteien haben sich nicht durch Anwälte
vertreten lassen. Daher sind keine Parteikosten im Sinne des Gesetzes entstanden und es
sind keine Parteikosten zu sprechen.