# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** f6d8dd55-1d9d-5ea9-953c-185df00fb6b2
**Court:** BE_VB
**Chamber:** BE_VB_001
**Year:** 2019
**Language:** de
**Jurisdiction:** BE / Espace_Mittelland
**Law Area:** Public
**Law Sub-area:** $law_sub_area

## Facts

I. Sachverhalt
1. Die Beschwerdegegnerin betreibt das G._ mit integriertem
Gastgewerbebetrieb. Im Aussenbereich des Gastgewerbebetriebs finden in den
Sommermonaten auf einer Bühne Konzerte statt. Mit Gesamtentscheid vom 16. Mai 2017
erteilte das Regierungsstatthalteramt Interlaken-Oberhasli der Beschwerdegegnerin unter
Auflagen die Baubewilligung für den Ersatz der Holzbühne durch eine neue Konzertbühne
zur Aufstellung in den Sommermonaten. Das Vorhaben betrifft die Parzellen Interlaken
Gbbl. Nr. H._ mit Baurecht Nr. J._ und die Parzelle Interlaken Gbbl.
Nr. I._. Das Grundstück Interlaken Gbbl. Nr. J._ (Baurecht) ist in elf
Stockwerkeinheiten aufgeteilt; die Beschwerdegegnerin ist Eigentümerin der
Stockwerkeinheit Nr. J._-4.
2. Mit Schreiben vom 14. Juni 2018 ersuchten der Beschwerdeführer 1 und die
Beschwerdeführerin 2 das Regierungsstatthalteramt Interlaken-Oberhasli, die
Baubewilligung für den Ersatz der Holzbühne zu widerrufen. Sie machten geltend, dass die
übrigen Stockwerkeigentümer dem Baugesuch nicht zugestimmt hätten und die Verwaltung
nicht befugt gewesen sei, die Stockwerkeigentümer zu vertreten. Am 9. Juli 2018 schloss
sich die Beschwerdeführerin 3 dem Gesuch um Widerruf der Baubewilligung an. Mit
Verfügung vom 19. Oktober 2018 wies das Regierungsstatthalteramt Interlaken-Oberhasli
das Gesuch um Widerruf des Gesamtbauentscheides vom 16. Mai 2017 ab.
3. Dagegen reichten die Beschwerdeführenden am 6. November 2018 Beschwerde bei
der Bau-, Verkehrs- und Energiedirektion des Kantons Bern (BVE) ein. Sie beantragen, die
Baubewilligung vom 16. Mai 2017 für den Ersatz der Holzbühne sei zu widerrufen und der
Beschwerdegegnerin sei eine kurze Frist zur Entfernung der Bühne anzusetzen.
4. Das Rechtsamt, das die Beschwerdeverfahren für die BVE leitet1, holte die Vorakten
ein und führte den Schriftenwechsel durch. Die Gemeinde Interlaken verweist in ihrer
Vernehmlassung vom 14. November 2018 auf die Vorakten und verzichtet auf
1 Art. 7 der Verordnung vom 18. Oktober 1995 über die Organisation und die Aufgaben der Bau-, Verkehrs- und Energiedirektion (Organisationsverordnung BVE, OrV BVE; BSG 152.221.191)
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weitergehende Ausführungen. Das Regierungsstatthalteramt Interlaken-Oberhasli schliesst
in seiner Vernehmlassung vom 22. November 2018 auf Abweisung der Beschwerde. Die
Beschwerdegegnerin beantragt mit Beschwerdeantwort vom 10. Dezember 2018, die
Beschwerde sei abzuweisen, soweit darauf einzutreten sei.
Auf die Rechtsschriften wird, soweit für den Entscheid wesentlich, in den nachfolgenden
Erwägungen eingegangen.

## Considerations

II. Erwägungen
1. Sachurteilsvoraussetzungen
a) Angefochten ist die Verfügung des Regierungsstatthalteramts Interlaken-Oberhasli
vom 19. Oktober 2018, mit der das Gesuch der Beschwerdeführenden um Widerruf der
Baubewilligung vom 16. Mai 2017 abgewiesen wurde. Laut Art. 43 Abs. 3 BauG2 können
Verfügungen betreffend Widerruf einer Baubewilligung wie ein Bauentscheid angefochten
werden. Dies gilt auch für die Verweigerung des Widerrufs.3 Bauentscheide können nach
Art. 40 BauG innert 30 Tagen seit Eröffnung mit Baubeschwerde bei der BVE angefochten
werden. Die BVE ist somit für die Beurteilung der Beschwerde zuständig.
b) Die Beschwerdeführenden sind Verfügungsadressaten und durch die vorinstanzliche
Verfügung beschwert. Als unmittelbare Nachbarn sind sie vom Bauvorhaben mehr als
jedermann betroffen, was für die Beschwerdelegitimation genügt (vgl. Art. 65 Abs. 1 Bst. a
VRPG4 und Art. 35 Abs. 2 i.V.m. Art. 40 Abs. 2 BauG). Die Beschwerdegegnerin bestreitet
die Beschwerdelegitimation des Beschwerdeführers 1, da dieser nicht Mitglied der
Stockwerkeigentümergemeinschaft sei und daher kein schutzwürdiges Interesse an der
Rüge der fehlenden Zustimmungserklärung habe. Als unmittelbarer Nachbar ist der
Beschwerdeführer 1 beschwerdelegitimiert; ein eigenes schutzwürdiges Interesse an jeder
2 Baugesetz vom 9. Juni 1985 (BauG; BSG 721.0) 3 Aldo Zaugg/Peter Ludwig, Kommentar zum Baugesetz des Kantons Bern, 4. Aufl., Band I, Bern 2013, Art. 43 N. 3 4 Gesetz vom 23. Mai 1989 über die Verwaltungsrechtspflege (VRPG; BSG 155.21)
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Rüge ist nicht mehr erforderlich (vgl. Art. 35c BauG in der geltenden Fassung). Auf die
form- und fristgerecht eingereichte Beschwerde ist einzutreten.
2. Widerruf der Baubewilligung
a) Die Beschwerdeführenden bringen insbesondere vor, das Vorhaben verändere die
Fassade des Gebäudes und betreffe daher gemeinschaftliche Teile des
Stockwerkeigentums. Somit hätten alle Stockwerkeigentümer dem Baugesuch gemäss Art.
10 Abs. 2 BewD5 zustimmen müssen. Der Verwalter der
Stockwerkeigentümergemeinschaft und seine Angestellte seien nicht befugt gewesen, eine
solche Zustimmungserklärung abzugeben respektive die übrigen Stockwerkeigentümer zu
vertreten. Das Regierungsstatthalteramt hätte dies bei gebotener Sorgfalt erkennen
müssen. Aufgrund der fehlenden Zustimmung aller Grundeigentümer sei eine
Bewilligungsvoraussetzung nicht erfüllt, zudem sei die Bewilligung durch Irreführung
erschlichen worden. Die Baubewilligung sei daher zu widerrufen. Die Beschwerdegegnerin
bringt dagegen insbesondere vor, das Bauvorhaben betreffe ihr Sondernutzungsrecht im
Aussenbereich. Sie sei befugt, diese Fläche exklusiv zu nutzen, weshalb die Zustimmung
der übrigen Stockwerkeigentümer nicht erforderlich gewesen sei. Der Verwalter der
Stockwerkeigentümergemeinschaft sei zudem reglementarisch ermächtigt, sowohl die
Gemeinschaft als auch die einzelnen Stockwerkeigentümer in allen Angelegenheiten der
gemeinschaftlichen Verwaltung gegen aussen zu vertreten.
b) Gemäss Art. 43 Abs. 1 BauG kann eine im Widerspruch zu öffentlich-rechtlichen
Vorschriften erteilte oder bei ihrer Ausübung mit der öffentlichen Ordnung nicht mehr
vereinbare Baubewilligung von der Baubewilligungsbehörde widerrufen werden. Für den
Fall, dass die Bauherrschaft im Vertrauen auf die Bewilligung bereits erhebliche Arbeiten
ausgeführt hat, schränkt Art. 43 Abs. 2 BauG die Widerruflichkeit ein, ausser wenn die
Bauherrschaft die Bewilligung durch Irreführung erschlichen hat. Nicht jede fehlerhafte
Baubewilligung kann nach Eintritt der Rechtskraft zum Nachteil der Bauherrschaft geändert
oder widerrufen werden. Da die Baubewilligung aufgrund eines ausgebauten Verfahrens
mit weitgehenden Prüfungs-, Einsprache- und Beschwerdemöglichkeiten zustande
gekommen ist, darf sie aus Gründen der Rechtssicherheit nicht leichthin in Frage gestellt
werden. Für den Widerruf genügt nicht jede Rechtswidrigkeit; vielmehr müssen wesentliche
öffentliche Interessen verletzt sein.6 Unter der Wendung «mit der öffentlichen Ordnung
5 Dekret vom 22. März 1994 über das Baubewilligungsverfahren (Baubewilligungsdekret, BewD; BSG 725.1) 6 Aldo Zaugg/Peter Ludwig, a.a.O., Art. 43 N. 3, 4
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nicht mehr vereinbar» ist vorab eine erhebliche Bedrohung der Sicherheit und Gesundheit
von Menschen oder Tieren gemeint, ebenso kann eine Gefährdung der Umwelt oder eine
Gefährdung ästhetischer Werte von hoher Bedeutung darunter fallen.7
c) Die Beschwerdeführenden rügen eine Verletzung von Art. 10 Abs. 2 BewD. Diese
Vorschrift verlangt, dass die Grundeigentümerin oder der Grundeigentümer das Baugesuch
bei Bauten auf fremden Boden unterschreiben müssen. Bei gemeinschaftlichem Eigentum
ist die Unterschrift aller Beteiligten erforderlich,8 möglich ist aber auch die
Bevollmächtigung eines Vertreters (vgl. Art. 15 VRPG). In diesem Fall ist die Vollmacht
oder der entsprechende Ermächtigungsbeschluss der Stockwerkeigentümergemeinschaft
einzureichen.
Beim Unterschriftserfordernis von Art. 10 Abs. 2 BewD handelt es sich nicht um eine
materielle Voraussetzung für eine Baubewilligung im Sinne von Art. 2 BauG; das Fehlen
der Unterschrift bzw. aller Unterschriften führt nicht zum Bauabschlag. Mit der
Unterzeichnung des Baugesuchs durch die Grundeigentümer weist die Bauherrschaft das
schutzwürdige Interesse an der Behandlung ihres Baugesuchs nach, wenn sie auf
fremdem Boden bauen will. Die Vorschrift will verhindern, dass sich die Behörden mit
Baugesuchen befassen müssen, die aus zivilrechtlichen Gründen nie verwirklicht werden
können, weil die Grundeigentümerschaft nicht zustimmt. Mithin bezweckt die Vorschrift,
unnötigen Verwaltungsaufwand und Verfahrensleerlauf zu verhindern. Massgebend ist
demnach nicht die Unterschrift bzw. Zustimmung der Grundeigentümer als solche, sondern
das Rechtsschutzinteresse der Gesuchstellerin an der Durchführung des
Baubewilligungsverfahrens. Auf die Mitunterzeichnung durch die Grundeigentümer kann
verzichtet werden, wenn die gesuchstellende Person ein eigenes schutzwürdiges Interesse
an der Beurteilung des Baugesuchs hat.9 Ein solches sollte nur in eindeutigen Fällen
verneint werden. Ein eigenes schutzwürdiges Interesse an der Behandlung des
Baugesuchs fehlt, wenn ein fremdrechtliches Hindernis das Bauvorhaben offensichtlich
verhindert oder die Realisierung des Bauvorhabens mangels Zustimmung der
Grundeigentümerschaft völlig ungewiss ist. Ist dagegen lediglich unklar, ob das
7 Aldo Zaugg/Peter Ludwig, a.a.O., Art. 43 N. 5 8 Aldo Zaugg/Peter Ludwig, a.a.O., Art. 34 N. 10 9 Monika Hintz, zivilrechtliche Vorfragen im Baubewilligungsverfahren, in: KPG Bulletin 2/2014 S. 61 ff., S. 71 f.; Aldo Zaugg/Peter Ludwig, a.a.O., Art. 34 N. 10
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Bauvorhaben ohne Zustimmung der Grundeigentümer verwirklicht werden kann, so ist auf
das Baugesuch trotz fehlender Unterschrift einzutreten.10
d) Bei Stockwerkeigentum muss unterschieden werden, ob das Vorhaben die zu
Sonderrecht zugeteilten Wohnungen oder Raumeinheiten gemäss Art. 712a Abs. 1 und
Art. 712b Abs. 1 ZGB11 betrifft oder gemeinschaftliche Teile. Bei Bauvorhaben, die
ausschliesslich Gebäudeteile im Sonderrecht der Gesuchstellerin betreffen, ist die
Zustimmung der übrigen Stockwerkeigentümer nicht erforderlich.12 Die vorliegende
Konzertbühne liegt ausserhalb des Gebäudes und betrifft mithin nicht das Sonderrecht der
Beschwerdegegnerin, sondern die Umgebung und gegebenenfalls die Fassade, d.h.
gemeinschaftliche Teile des Stockwerkeigentums. Im vorinstanzlichen Verfahren wäre es
empfehlenswert gewesen, vorfrageweise zu prüfen, ob die Zustimmung der übrigen
Stockwerkeigentümer erforderlich ist und gegebenenfalls vorliegt. Die Beschwerdegegnerin
reichte mit ihrem Baugesuch vom 20. März 2017 eine separate Zustimmungserklärung ein,
die durch einen Vertreter der K._ (betreffend Parzelle Nr. I._) und für die
Parzelle Nr. H._/J._ BR durch die " Stockwerkeigentümer GB
J._, vertreten durch L._, Frau M._" unterschrieben wurde.13 Bei
der Inter-Treuhand unterzeichneten zwei Personen die Erklärung. Aufgrund des Umstands,
dass eine Zustimmungserklärung der Verwaltung der Stockwerkeigentümergemeinschaft
vorlag und die Baugesuchstellerin selber Stockwerkeigentümerin ist, ist nicht zu
beanstanden, dass die Vorinstanz die Realisierung des Vorhabens nicht als völlig
ungewiss einschätzte und ohne weitere Nachforschungen auf das Baugesuch eintrat. Das
Bauvorhaben wurde ordnungsgemäss im amtlichen Anzeiger publiziert;14 die
Beschwerdeführenden hätten somit ihre Interessen im Baubewilligungsverfahren mit
Einsprache geltend machen können.
e) Es braucht vorliegend nicht entschieden zu werden, ob das Sondernutzungsrecht an
Aussenflächen, das reglementarisch der Stockwerkeinheit der Beschwerdegegnerin
zugewiesen ist,15 eine Zustimmung der übrigen Stockwerkeigentümer entbehrlich machte.
10 Aldo Zaugg/Peter Ludwig, a.a.O., Art. 34 N. 10; BVR 2005 S. 130 E. 3.1; Monika Hintz, a.a.O., S. 72 f. 11 Schweizerisches Zivilgesetzbuch vom 10. Dezember 1907 (ZGB; SR 210) 12 Monika Hintz, zivilrechtliche Vorfragen im Baubewilligungsverfahren, in: KPG Bulletin 2/2014 S. 61 ff., S. 73 f. 13 Vorakten des Regierungsstatthalteramtes bbew 87/2017, pag. 149 14 Vgl. Vorakten des Regierungsstatthalteramts bbew 87/2017, pag. 155-156 15 Vgl. § 6 Ziffer 2 des Benutzungs- und Verwaltungsreglement der Stockwerkeigentümergemeinschaft Interlaken Gbbl. Nr. 1901, Vorakten des Regierungsstatthalteramts bbew 87/2017, pag. 39 ff.
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Zum einen ist Art. 10 Abs. 2 BewD eine Ordnungsvorschrift und nicht Voraussetzung für
eine Baubewilligung. Selbst wenn Art. 10 Abs. 2 BewD vorliegend verletzt worden wäre,
sind dadurch keine erheblichen öffentlichen Interessen betroffen, die Voraussetzung für
einen Widerruf sind. Der Umfang der Vertretungsmacht der Verwaltung und die Frage, ob
die Zustimmung aller Stockwerkeigentümer erforderlich gewesen wäre, sind zivilrechtliche
Fragen. Die Verletzung von zivilrechtlichen Vorschriften stellt keinen Widerrufsgrund dar.16
Zudem wurde das Baubewilligungsverfahren bereits durchgeführt, der
Verwaltungsaufwand ist mithin schon entstanden. Die Beschwerdeführenden machen
keine anderen Gründe für die Fehlerhaftigkeit der Baubewilligung geltend. Die
Voraussetzungen für einen Widerruf der Baubewilligung gemäss Art. 43 Abs. 1 BauG sind
nicht erfüllt.
f) Die Beschwerdeführenden bringen vor, die Beschwerdegegnerin habe die
Baubewilligung durch Irreführung erwirkt; der Widerrufsgrund nach Art. 43 Abs. 2 Bst. b
BauG sei erfüllt. Art. 43 Abs. 2 BauG enthält keine eigenständigen Widerrufsgründe,
sondern schränkt den Widerruf ein, wenn bereits erhebliche Arbeiten ausgeführt wurden
(Bst. a). Diese Einschränkung entfällt jedoch, wenn die Baubewilligung durch Irreführung
erwirkt wurde (Bst. b). In jedem Fall ist vorausgesetzt, dass die Baubewilligung öffentlich-
rechtlichen Vorschriften im Sinne von Art. 43 Abs. 1 BauG widerspricht oder mit der
öffentlichen Ordnung nicht mehr vereinbar ist. Diese Voraussetzung ist wie oben gezeigt
nicht erfüllt. Es erübrigt sich deshalb, die geltend gemachte Irreführung zu prüfen.
g) Zusammenfassend sind die Voraussetzungen für einen Widerruf nach Art. 43 BauG
nicht erfüllt. Das Regierungsstatthalteramt Interlaken-Oberhasli hat das Gesuch um
Widerruf der Baubewilligung zu Recht abgewiesen. Die Beschwerde ist insoweit
abzuweisen.
3. Entfernen der Bühne
Die Beschwerdeführenden beantragen, der Beschwerdegegnerin sei eine kurze Frist zur
Entfernung der Bühne anzusetzen. Da die Baubewilligung nicht widerrufen wird, besteht
kein unrechtmässiger Zustand, der behoben werden muss (vgl. Art. 46 BauG). Die Vor-
16 Aldo Zaugg/Peter Ludwig, a.a.O., Art. 43 N. 4
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instanz versah die Gesamtbaubewilligung vom 16. Mai 2017 unter anderem mit der
Auflage, dass die Bühne jährlich bei Saisonende abzubauen ist.17 Die Kontrolle, ob die
Auflagen und Bedingungen der Baubewilligung eingehalten werden, obliegt gemäss Art. 45
und 46 Abs. 1 BauG der zuständigen Baupolizeibehörde. Die BVE wäre nicht zuständig,
die saisonale Entfernung der Bühne durchzusetzen. Soweit es sich (auch) um eine
baupolizeiliche Rüge handelt, ist nicht auf die Beschwerde einzutreten.
4. Kosten
a) Bei diesem Ausgang des Verfahrens unterliegen die Beschwerdeführenden. Sie
haben die Verfahrenskosten zu tragen (Art. 108 Abs. 1 VRPG). Diese werden bestimmt auf
eine Pauschalgebühr von Fr. 800.– (Art. 103 Abs. 2 VRPG i.V.m. Art. 19 Abs. 1 GebV18).
b) Die Beschwerdeführenden haben zudem der Beschwerdegegnerin die Parteikosten
zu ersetzen (Art. 108 Abs. 3 VRPG).
Die Parteikosten umfassen den durch die berufsmässige Parteivertretung anfallenden
Aufwand (Art. 104 Abs. 1 VRPG). Nach Art. 11 Abs. 1 PKV19 beträgt das Honorar in
verwaltungsrechtlichen Beschwerdeverfahren Fr. 400.– bis Fr. 11'800.– pro Instanz.
Innerhalb des Rahmentarifs bemisst sich der Parteikostenersatz nach dem in der Sache
gebotenen Zeitaufwand sowie der Bedeutung der Streitsache und der Schwierigkeit des
Prozesses (Art. 41 Abs. 3 KAG20). Im vorliegenden Fall ist der gebotene Zeitaufwand als
unterdurchschnittlich zu werten, da nur ein Schriftenwechsel stattfand und kein
Beweisverfahren durchgeführt wurde. Angesichts der Baukosten gemäss Baugesuch von
rund Fr. 25'000.– und den umstrittenen Rechtsfragen sind auch die Bedeutung der
Streitsache und die Schwierigkeit des Prozesses insgesamt als unterdurchschnittlich
einzustufen. Daher erscheint ein Honorar von Fr. 3'000.– als angemessen. Die
Beschwerdeführenden haben der Beschwerdegegnerin Parteikosten in Höhe von Fr.
3'349.45 (Honorar Fr. 3'000.--, Auslagen Fr. 110.--, Mehrwertsteuer Fr. 239.45) zu
ersetzen.
17 Vgl. Vorakten des Regierungsstatthalteramts bbew 87/2017, pag. 143 ff., Ziff. 3.2.1 18 Verordnung vom 22. Februar 1995 über die Gebühren der Kantonsverwaltung (Gebührenverordnung, GebV; BSG 154.21) 19 Verordnung vom 17. Mai 2006 über die Bemessung des Parteikostenersatzes (Parteikostenverordnung; PKV; BSG 168.811) 20 Kantonales Anwaltsgesetz vom 28. März 2006 (KAG; BSG 168.11)
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