# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** a3d1de7e-a1c6-5cb9-834f-6f10fa14f176
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2021
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1961, war seit 1. Januar 2015 als Projekt
leiter beim Hilfswerk
Y._
an
gestellt und dadurch bei der
Elips
Versicherungen AG
(nachfolgend:
Elips
)
obligatorisch gegen Berufs- und Nichtberufsunfälle versichert. Am 3. August 2018 wurde er
in
D._
von Wespen angegriffen, die sich in einer von ihm umgedrehten Muschel befanden
,
und fuchtelte rückwärtsgehend wild mit den Armen, worauf sich seine Flip-Flops verklemmten, er das Gleichgewicht verlor und mit der rechten Schulter in eine nahestehende Wand prallte. Dieses Ereignis
und eine Verletzung am
rechten
Oberarm und der Schulter
liess er mit Schadenmeldung vom 21. August 2018 der
Elips
melden (Urk. 8/
1
f.
).
Am 4. September 2018
unterzog sich der Versicherte
eine
r Arthroskopie der rechten Schulter
mit subacromialer
Bursektomie
und
Acromioplastik
sowie
einer plastischen Rekonstru
ktion der
Subscapularissehne
(Urk. 8/7/2 f.)
.
Die
Elips
erbrachte zunächst die gesetzlichen Leistun
gen (Taggeld und Heilungs
kosten;
vgl.
Urk. 8
/13)
.
In der Folge holte sie
eine versicherungsmedizinische Aktenbeurteilung
bei Dr. med.
Z._
, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin
,
und Dr. med.
A._
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie
und Traumatologie des Bewegungsapparates
,
ein, die am 12.
November
2018 erstattet
wurde (Urk. 8/12)
.
Daraufhin
teilte
sie
dem Versicherten mit Schreiben vom 30. November 2018 mit, dass sie die Versicherungsleistungen per 3. Septem
ber 2018 einstelle (Urk. 8/13). Nachdem
sich der Versicherte unter Beilage einer Stellungnahme des behandelnden Dr. med.
B._
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, nicht mit der Einstellung der Leistungen einverstanden erklärt hatte (Urk. 8/16
)
, verfügte die
Elips
am 17. Januar 2019
die Einstellung der Leistungen per 3. September 2018
(Urk. 8/17). Hiergegen erhob der Versicherte am 5. Februar 2019 Einsprache (Urk. 8/18), welche er am 13. Mai 2019 begründete (Urk. 8/21). Die
Elips
holte daraufhin ein versicherungsmedizinisches Aktengutachten bei Dr. med.
C._
, Fachärztin für Physikalische Medizin und Rehabilitation
,
ein, das am 22. November 2019 erstattet wurde (Urk. 8/24)
. Mit Entscheid vom 20. Dezember 2019 wies die
Elips
die Einsprache des Versicherten ab (Urk. 8/26).
2.
Hiergegen erhob der Versicherte, vertreten durch Rechtsanwalt Markus Bischoff, am 3. Februar 2020 Beschwerde mit den Anträgen, es seien der angefochtene Entscheid und die Verfügung vom 17. Januar 2019 aufzuheben. Demgemäss seien dem Beschwerdeführer auch nach dem 3. September 2018 die gesetzlichen Leis
tungen (Taggeld, Rente, Heilungskosten etc.) für den am 3. August 2018 erlittenen Unfall auszurichten. Eventualiter sei ein Gerichtsgutachten zu erstellen oder es sei
die Sache an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen, damit diese ein exter
nes Gutachten über die Kausalität der Beschwerden in Auftrag gebe.
Subeven
tualiter
seien die Leistungen bis zum 3. Oktober 2018 auszurichten (Urk. 1). Die
Beschwerdegegnerin schloss mit Beschwerdeantwort vom 12. Februar 2020 auf
Abweisung der Beschwerde (Urk. 7), wovon dem Beschwerdeführer mit Verfü
gu
ng vom 13. Februar 2020 Kenntnis erteilt wurde (Urk. 10).
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Gemäss Art. 6
des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG)
werden – soweit das Gesetz nichts anderes bestimmt – die Versicherungsleistungen bei Berufsunfällen, Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten gewährt (Abs. 1). Die Versicherung erbringt ihre Leistungen auch bei folgenden Körperschädigungen, sofern sie nicht vorwiegend auf Abnützung oder Erkrankung zurückzuführen sind (Abs. 2): Knochenbrüche (
lit
. a), Verrenkungen von Gelenken (
lit
. b), Meniskus
risse (
lit
. c), Muskelrisse (
lit
. d), Muskelzerrungen (
lit
. e), Sehnenrisse (
lit
. f), Band
läsionen (
lit
. g) und Trommelfellverletzungen (
lit
. h). Ausserdem erbringt die Ver
sicherung ihre Leistungen für Schädigungen, die der verunfallten Person bei der Heilbehandlung zugefügt werden (Abs. 3).
1.2
Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss UVG setzt voraus, dass zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Inva
lidi
tät, Tod) ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht. Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne deren Vorhanden
sein der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der gleichen Weise beziehungsweise nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann. Entsprechend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des natürlichen Kausal
zusammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleinige oder un
mittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schädi
gende Ereignis zusammen mit anderen Bedingungen die körperliche oder geis
tige Integrität der versicherten Person beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht weg
gedacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene ge
sundheitliche Störung entfiele (BGE 129 V 177 E. 3.1, 402 E. 4.3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, worüber die Ver
waltung beziehungsweise im Beschwerdefall das Gericht im Rahmen der ihm obliegenden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt für die Begründung eines Leistungs
anspruches nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
1.3
Wird durch den Unfall ein krankhafter Vorzustand verschlimmert oder überhaupt erst manifest, fällt der natürliche Kausalzusammenhang dahin, wenn und sobald der Gesundheitsschaden nur noch und ausschliesslich auf unfallfremden Ursa
chen beruht. Dies trifft dann zu, wenn entweder der Gesundheitszustand, wie er unmittelbar vor dem Unfall bestanden hat (Status quo ante) oder aber derjenige Zustand, wie er sich nach dem schicksalsmässigen Verlauf eines krankhaften Vor
zustandes auch ohne Unfall früher oder später eingestellt hätte (Status quo sine), erreicht ist (RKUV 1992 Nr.
U 142 S.
75 E.
4b mit Hinweisen; nicht publiziertes Urteil des Bundesgerichts U
172/94 vom 26.
April 1995). Das Dahinfallen jeder kausalen Bedeutung von unfallbedingten Ursachen eines Gesundheitsschadens muss mit dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwie
gen
den Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sein (RKUV 2000 Nr.
U 363 S.
45; BGE
119 V 7 E. 3c/
aa
). Die blosse Möglichkeit nunmehr gänzlich fehlender ursächlicher Auswirkungen des Unfalles genügt nicht. Da es sich hierbei um eine anspruchs
aufhebende Tatfrage handelt, liegt aber die entsprechende Beweislast – anders als bei der Frage, ob ein leistungsbegründender natürlicher Kausalzusammenhang gegeben ist – nicht bei der versicherten Person, sondern beim Unfallversicherer (RKUV 1994 Nr.
U 206 S.
328
f. E.
3b, 1992 Nr.
U 142 S. 76). Diese Beweis
grundsätze gelten sowohl im Grundfall als auch bei Rückfällen und Spätfolgen und sind für sämtliche Leistungsarten massgebend (Urteil des Bundesgerichts 8C_637/2013 vom 11.
März 2014 E. 2.3.1 mit Hinweisen).
Mit dem Erreichen des Status quo sine
vel
ante entfällt eine Teilursächlichkeit für die noch bestehenden Beschwerden. Solange jedoch der Status quo sine
vel
ante
noch nicht wieder
erreicht
ist, hat der Unfallversicherer gestützt auf Art. 36 Abs. 1
UVG in aller Regel neben den Taggeldern auch Pflegeleistungen und Kosten
ver
gütungen zu übernehmen, worunter auch die Heilbehandlungskosten nach Art. 10
UVG fallen (Urteil des Bundesgerichts 8C_637/2013 vom 11. März 2014 E. 2.3.2).
1.4
Nach der Rechtsprechung kommt auch den Berichten und Gutachten versi
che
rungsinterner Ärztinnen und Ärzte Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig erschei
nen, nachvollziehbar begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen (BGE 125 V 351 E. 3b/
ee
). Das An
stellungsverhältnis einer versicherungsinternen Fachperson zum Versicherungs
träger alleine lässt nicht schon auf mangelnde Objektivität und Befangenheit schliessen (BGE 137 V 210 E. 1.4, 135 V 465 E. 4.4). Soll ein Versicherungsfall jedoch ohne Einholung eines externen Gutachtens entschieden werden, so sind an die Beweiswürdigung strenge Anforderungen zu stellen. Bestehen auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der versicherungsin
ternen ärztlichen Feststellungen, so sind ergänzende Abklärungen vorzunehmen (BGE 142 V 58 E. 5.1, 139 V 225 E. 5.2, 135 V 465 E. 4.4 und E. 4.7).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete den angefochtenen
Einspracheentscheid
im Wesentlichen
damit, dass die beratenden
Ärzte Dr.
Z._
und Dr.
A._
dargelegt hätten, dass es durch das Anpralltrauma in
D._
in den Ferien zu einer vorübergehenden Verschlimmerung eines bereits fortgeschritten degenera
tiv veränderten rechten Schultergelenks gekommen sei. Im Regelfall sei mit einer maximalen Behandlungsdauer von sechs Wochen zu rechnen. Die Operation
vom 4.
September 2018
habe die Behandlung dieses massiven degenerativen Vorzu
standes bezweckt, weshalb der Status quo sine
vel
ante an deren Vortag - also per 3. September 2018 - erreicht worden sei. Dr.
C._
sei in ihrem versiche
rungsmedizinischen Aktengutachten vom 22. November 2019 zum selben Schluss gekommen. Die beiden
ärztlichen
Beurteilungen
seien beweiskräftig, daran
ver
möchten
auch die unsubstantiierten Einwendungen des Beschwerdeführers be
züglich
der
Kompetenz von Dr.
Z._
sowie dessen Verweis auf den Bericht von Dr.
B._
nichts zu ändern. Es sei daher mit den beratenden Ärzten über
wie
gend wahrscheinlich davon auszugehen, dass der
status
quo sine der Unfallfolgen des Unfallereignisses vom 3. August 2018 per 3. September 2018 erreicht gewesen sei. Weitere medizinische Abklärungen
vermöchten
an diesem feststehenden Ergeb
nis nichts mehr zu ändern (Urk. 2 S. 6 f.).
Die Beschwerdegegnerin ergänzte in der Beschwerdeantwort
, in den echtzeit
nahen Angaben werde kein Sturz erwähnt, so dass auf Beurteilungen, in denen
ein Sturzereignis miteinbezogen werde, nicht abgestellt werden könne (Urk. 7 S. 3).
Ferner habe Dr. med.
E._
, Facharzt für
Radiologie, in seiner Beurteilung vom 21. November 2019 festgehalten, im MR-
Arthrogramm
vom 20. August 2018
hätten sich
keine Befunde nachweisen lassen, die auf eine etwa
2 1/2 Wochen
vor
her erfolgte Traumatisierung der
abgebildeten Strukturen hinwiesen
(Urk.
7 S.
4
). Das von Dr.
B._
als Ursache angeführte Schulterdistor
s
ionstrauma se
i
nicht rechtsgenüglich belegbar. Eine Schulterkontusion
vermöge
hingegen die in der MRI
-Untersuchung erhobenen Befunde
gemäss Dr.
Z._
und Dr.
A._
nicht
zu erk
l
ären. Zudem sei augenfällig, dass mehrere Sehnen beschädigt seien, dere
n Muskeln antagonistisch wirken würden
. Wie ein Anpralltrauma gleichzeitig die Ruptur
dieser Sehnen
verursachen
soll
te
, entbehre einer vernünf
tigen Erklärung (Urk. 7 S. 4 f.).
Auch
gemäss Dr.
C._
seien die
initiale
n
Beschwerden mit
einem
Direktanprall der rechten Schulter und
des rechten
Ober
arms an einer Wand erklärbar, ni
cht jedoch deren Persistenz. Sie komme zum Schluss,
dass weder im
Arthro
-MRT vom 20. August 20
18 noch in
der
intraope
rativen
Situsbeschreibung
strukturelle Org
ankorrelate objektiviert werden könnten
,
die überwiegend
wahrscheinlich
in einem natürlichen Kausalzusammenhang mit
dem Ereignis vom 3. August 2018
stünden
(Urk. 7 S. 6).
Schliesslich seien
Aktengutachten zulässig,
wenn genügend Unterlagen vorlägen, so dass sich der Experte ein lückenloses Bild machen könne. Laut Dr.
C._
sei dies vorliegend der Fall, so dass auf die Aktengutachten abzustellen sei (Urk. 7
S. 9).
2.2
Der Beschwerdeführer brachte dagegen vor, es bestünden begründete Zweifel an
den Aktengutachten von Dr.
Z._
und Dr.
C._
. So sei das erste Gutachten von Dr.
Z._
, einem Facharzt für Innere Medizin
,
verfasst worden, der aufgrund seiner Ausbildung nicht
kompetent sei,
zu den komplizierten Mechanismen im AC-Schultergelenk Stellung nehmen.
Es sei daher nicht auf das Gutachten
abzu
stellen
. Ferner erhebe Dr.
B._
in seinem ausführlichen Bericht von 5.
Dezember 2018 begründete Einwendungen gegen die versicherungsmedi
zini
sche Beurteilung. Er sei der Auffassung, dass ein Kausalzusammenhang vorliege, da die Erstkonsultation sehr rasch nach dem Unfallgeschehen erfolgt sei, die
Trophik
der gesamten
Rotatorenmanschettenmuskeln
hervorragend erhalten und der Aspekt der rupturierten Sehnen und der dazugehörigen Muskulatur ein deut
licher Hinweis für eine traumatische Ätiologie sei. Die Degeneration stehe
gemäss Dr.
B._
in keinem Zusammenhang mit der Ätiologie einer
Rotatorenman
schettenläsion
. Zudem seien nebst den radiologischen Kriterien, welche für eine traumatische Ätiologie sprächen, auch die intraoperativen Befunde Beweis für eine traumatische Ätiologie (Urk.
1 S.
4 f.). Was das Aktengutachten von Dr.
C._
betreffe, habe Dr.
B._
dazu ebenfalls Stellung genommen. Er halte fest, dass die von Dr.
C._
verwendete Literatur bezüglich Prävalenz der degenerativen Schäden der
Rotatorenmanschette
bei Persone
n ab dem Alter
50 überholt sei
. Gemäss den neusten Erhebungen würden transmurale
R
ota
torenmanschettenl
äsionen
vor dem Alter 60 nur sehr
selten nachgewiesen. Die
schnelle
O
peration
innerhalb von vier Wochen nach de
m Unfall
zeige, dass ein Unfallgeschehen vorliege. Die anamnestischen Symptome, der biologische Allge
meinzustand, die bildgebenden Befunde und der intraoperative Gewebezustand würden die Kriterien dafür
bilden
, dass mit überwiegender Wahrscheinlichkeit ein unfallbedingter Schaden vorl
ie
ge
. Sodann weise er darauf hin, dass es nicht adä
quat sei, über degenerative Veränderungen zu diskutieren, wenn der biologische Allgemeinzustand hervorragend sei und die Kriterien des Unfallbegriffs erfüllt seien. Dr.
B._
könne somit das Aktengutachten entkräften (Urk. 1 S. 5 f.).
Falls wider Erwarten auf die Aktengutachten abgestellt werde, sei die Beschwer
degegnerin zumindest zu verpflichten, die Leistungen bis am 3. Oktober 2018 zu erbringen, da das Ende der Kausalität am Vortag der Operation eine willkürliche Grenzziehung darstelle. Dr.
C._
sei
der Auffassung, der Status quo s
ine sei nach acht Wochen am 3. Oktober 2018 erreicht worden
. Es hätten o
ffensichtlich im Operationszeitpunkt
noch zwei konkurr
ierende Ursachen vorgelegen und da Teilkausalität für die Übernahme der vollen Heilungskosten genüge, habe die Beschwerdegegne
rin die Heilungskosten bis zum 3
. Oktober 2018 zu übernehmen (Urk. 1 S. 6 f.).
3.
3.1
Die (in der Schweiz) erstbehandelnde Dr. med.
F._
, Fachärztin für physikalische Medizin und Rehabilitation, hielt am 24. September 2018 fest, der Beschwerdeführer habe am 4. August 2018 eine Quetschung der rechten Schulter erlitten, worauf deren Beweglichkeit eingeschränkt gewesen sei und Schmerzen aufgetreten seien
(Urk. 8/3/2).
Sie diagnostizierte eine traumatische Rotatoren
manschettenruptur und überwies den Beschwerdeführer zur Weiterbehandlung an Dr.
B._
(Urk. 8/3/1 f.).
3.2
Am
20. August
2018 wurde eine MR-
Arthrographie
der rechten Schulter des Be
schw
erdeführers durchgeführt. Diese ergab
eine transmurale Ruptur der Supra
spinatussehne am Ansatz mit Retraktion des Sehnenstumpfes um etwa 2 cm nach medial, eine ausgedehnte ansatznahe Partialruptur des Oberrandes der
Infra
spinatussehne
sowie vollständige Rupturen der
Subscapularissehne
am Ansatz und der langen Bizepssehne. Ferner wurden leichte degenerative Veränderungen glenohumeral, Zeichen einer
Capsulitis
adhaesiva
, eine aktivierte AC-Gelenks
arthrose und eine Bursitis subacromialis/
subdeltoidea
festgehalten (Urk. 8/5/1).
3.3
Dr.
B._
diagnostizierte in seinem Bericht vom
29. August 2018 eine trau
matische
Rotatorenmanschettenmassenruptur
rechts (Subscapularis
komplett -
Lafosse
IV, Suprasp
inatus transmural wenig retrah
iert, Infraspinatus transmural craniales Viertel wenig retrahiert) mit Luxation der Biceps longus Sehne nach medial beziehungsweise Ruptur der Biceps longus Sehne nach Schulterdis
tor
sions
trauma vom 4. August 2018 (Urk. 8/4/1). Er hielt fest, die Schulter
beweg
lichkeit sei weiterhin massiv eingeschränkt mit einem spürbaren anterior
escape
des Humeruskopfes. In dieser Situation empfehle er die arthroskopische
Rota
to
renmanschetten-Rekonstruktion
(Urk. 8/4/2).
Am 4. September 2018 führte Dr.
B._
eine
Schulterarthroskopie rechts mit subacromialer
Bursektomie
und
Acromioplastik
, einer plastischen Rekonstruktion der
Subscapularissehne
in Lasso-Loop-Technik sowie der Supraspinatussehne in
Suture
-Bridgetechnik und postoperativer Analgesie durch Block des
Nervus
subscapularis mit
Ropivacain
durch (Urk. 8/7/2). In der Folge berichtete er am 23. Oktober 2018 von einem sehr zufriedenstellenden Verlauf (Urk. 8/6/2).
3.4
Die beratenden Ärzte Dr.
Z._
u
nd Dr.
A._
legten
in ihrem Aktengutachten vom 12. November 2018
dar
, es sei orthopädisches Grundwissen, dass eine Schulterkontusion - also ein Anpralltrauma oder wie es die erstbe
han
delnde Ärztin
beschrieben
habe, eine Quetschung - aufgrund des Schutzes durch das knöcherne Schulterdach nicht die in der MRI-Untersuchung erhobenen Be
funde zu erklären vermöge
.
Von einem Sturz sei echtzeitnah nicht berichtet word
en.
Kernspintomographische
Traumamarker
wie zum Beispiel
Bone
Bruise
, Einblutung, Erguss oder Infraktion des
Tuberkulum
majus würden fehlen. Zudem sei augenfällig, dass mehrere Sehnen beschädigt seien, deren Muskeln antago
nistisch wirken würden. Das Fuchteln mit den Arm
en auf der Flucht vor Wespen sei
keine
Distorsion
, sondern eine willkürliche Bewegung, bei der keine zuvor gesunden Sehnen reissen könnten. Wie dann ein Anpralltrauma gleichzeitig eine Partialruptur der
Infraspinatussehne
, eine vollständig
e Ruptur der
Subsc
apu
larissehne
am Ansatz
und
sogar auch noch eine vollständige Ruptur der langen Bizepssehne gleichzeitig zu verursachen vermögen solle, entbehre einer vernünf
tigen Erklärung. Die
Rotatorenmanschette
bestehe nämlich unter anderem aus antagonistisch agierenden muskulären Strukturen
, wie diese bei einem Sturz gleichzeitig geschädigt worden sein sollten, sei nicht erklärbar
. Zudem sei es beim Ereignis nicht zu einer forcierten Zugbewegung
gekommen
, die das
physiolo
gi
sche
Ausmass des Muskels und der Sehne überschritten hätte, sondern zu einer
Prellung/Qu
etschung, wobei bekanntlich keine Muskeln und Sehnen reissen würden
(Urk. 8/12/5 f.)
.
Weder ein Anpralltrauma noch eine willkürliche Kraftan
wendung seien geeignet, derart komplexe Rotatorenmanschettenrupturen, noch dazu von teilweise antagonistisch
wirkenden Muskeln, zu verursachen.
Somit seien die in der MRI-Untersuchung erhobenen Befunde überwiegend wahr
schein
lich degenerativer Natur. Durch das Anpralltrauma in den Ferien sei es zu einer vorübergehenden Verschlimmerung
eines bereits fortgeschritten
degenerativ ver
än
derten rechten
Schultergelenks
gekommen
.
Diese hab
e
sich in einer schmerz
haften Bewegungsbehinderung geäussert, die sehr wahrscheinlich Ausdruck einer
retraktilen
Kapsulitis
gewesen
sei.
Bei einer simplen Schulterprellung sei eine Arbeitsunfähigkeit in der Regel für eine Woche ausgewiesen, bei Vorliegen einer massiven Degeneration verlängere sich diese natürlich. Im Regelfall sei mit einer maximalen Behandlungsdauer von sechs Wochen zu rechnen.
Eigentlich wären mehrere Versuche mit
Kortikoid
infiltrationen
oder mit einer oralen
Prednisonstosstherapie
indiziert gewesen.
Damit sei davon auszugehen, dass die unfallbedingten Behandlungen spätestens per 14. September 2018 hätten abgeschlossen werden können. Es sei aber am 4.
September 2018 eine Operation durchgeführt worden, welche die Behandlung des massiven degenerativen Vorzustandes bezweckt habe. Somit verschiebe sich das Erreichen des Status quo sine auf den Vortag der Operation, also auf den 3.
September 2018
. Es sei also durch den Vorfall nur zu einer vorübergehenden Verschlimmerung eines Vorzustandes gekommen
(Urk. 8/12/7).
3.5
In seinem Bericht zum 5.
Dezember
20
18 hielt Dr.
B._
fest, der
Be
schwer
deführer habe ein traumatisches Ereignis in Form einer Distorsion der rechten Schulter bei einem Sturz am 4. August 2018 beschrieben. Es sei sofort zu massi
ven Schmerzen und einem vollständigen Funktionsverlust der rechten Schulter gekommen. Entsprechend der Anamnese und dem klinischen Bild zum Zeitpunkt der Erstkonsultation bei ihm am 27. August 2018 seien sämtliche Kriterien des juristischen Unfallbegriffs erfüllt. Interessant sei, dass die
Trophik
der gesamten
Rotatorenmanschettenmuskulatur
hervorragend erhalten sei. Gemäss
Loew
und Co-Autoren seien neben den Kriterien des Unfallherganges und des Zeitpunktes
der ersten Arztkonsultationen (innerhalb von sechs Wochen nach
Traumaer
eignis
) insbesondere der Aspekt der rupturierten Sehnen und der
dazugehörigen
Mus
kulatur deutliche Hinweise für eine traumatische Ätiologie. Es gebe zwar keine ganz sicheren Kriterien einer traumatischen Rotatorenmanschettenruptur, aber mehrere sehr pathognomonische Kriterien, die beim Beschwerdeführer voll
stän
dig erfüllt seien. Das Vorhandensein einer AC-Gelenksarthrose habe nichts mit de
r Ätiologie einer
Rotatorenmanschetten
-Läsion zu tun. Zusätzlich zu diesen radiologischen Kriterien, die eindeutig für eine traumatische Ätiologie sprächen, seien die intraoper
a
tiven Befunde diej
enigen eines traumatischen Proz
esses, so insbesondere die äusserst gute Elastizität der Sehnen
. Bei diesem Versi
cherten
lägen nicht nur anamnes
t
isch und klinisch
,
sondern auch radiologisch sämtliche pathognomonische
Kriterien der Unfallkausalität vor
(Urk. 8/15/2).
3.6
Dr.
E._
,
der von Dr.
C._
für die Beurteilung des MR-
Arthrogrammes
hinzugezogen worden war, kam am 21. November 2019 zum Ergebnis, beim Beschwerdeführer zeige sich bei einem sehr hohen Acromion-Index von 0.74 und mit 37° eindeutig zu hohem Wert des kritischen Schulterwinkels
ein
weit nach lateral reichendes Acromion. Diese
Konstellation
stelle eindeutig ein Risiko für die Entwicklung eines
subacromialen
Impingements
und somit auch von Läsio
nen der
Rotatorenmanschette
dar. Hinzu komme, dass durch das degenerativ stark
hypertrophe
Akromioklavikulargelenk
der bezüglich Höhe an sich noch im Norm
bereich liegende
Subakromialraum
kurzstreckig relevant eingeengt werde. Dies
führe dazu, dass der Musculus Supraspinatus am
tendomuskulären
Übergang lei
cht komprimiert werde. Obwohl das Ausmass der Kompre
ssion geringfügig scheine, liessen
sich im komprimierten Bereich bereits feine Delaminationen erkennen, die darauf hinweisen würden, dass der Muskel durch diese Konstel
lation bereits einen Schaden davongetragen habe
(Urk. 8/23/5 f.)
. Der Tendo
musculi
supraspinati
sei ansatznah, noch innerhalb der sogenannten kritischen Zone vollständig ruptu
riert. Der Stumpf sei um etwa 8 mm retrahiert. Zudem sei dieser abgerundet und glatt begrenzt, was dafür spreche, dass die Ruptur mit fast absoluter Sicherheit längere Zeit vor dem 3. August 2018
aufgetreten sei. Aufgrund der Lage innerhalb der kritischen Zone,
aufgrund
der auf eine schwere
Enthesiopathie
hindeutenden knöchernen Veränderungen im Bereich des Ansatzes und der
für die Entwicklung
eines subac
romialen
Impingement
s
prädisponierenden
anatomischen Konstella
ti
on sei davon auszugehen, dass der Riss am ehesten degenerativer Natur sei. Der Musculus
s
upraspinatus
sei als mindestens mässig atroph zu werten. Weiter zeige sich eine transmurale Ablösung des kranialen Drittels des Tendo
musculi
infra
spinati
. Aufgrund der Lokalisation der Läsion und des Vorhandenseins der für ein
subacromiales
Impingement
prädisponierenden anlage- und degenerativ bedin
g
ten Faktoren und in der Kenntnis, dass der Vers
icherte sportlich sehr aktiv sei
und da
bei Squash und Volleyball spiele, müsse
- trotz des Fehlens einer Läsion des
posterosuperioren
Sektors
des Labrums glenoidale
-
vermutet
werden, dass die Ursache der Ablösung des kranialen Drittels des Tendo
musculi
infraspinati
auf ein zumindest leichtes
posterosuperiore
s
Impingement
zurückzuführen sei
. Die kraniale Hälfte des Tendo
musculi
subscapularis sei vollständig von seinen Ansätzen abgelöst
. Die Sehne sei distal mässig ausgedünnt. Zudem zeige sich am
tendomuskulären
Übergang eine fokale Verfettung des Muskel
s
. Dies seien Zeiche
n dafür, dass die Läsion der Sehne bereits seit geraumer Zeit vorliege
(Urk. 8/23/6)
. Der Tendo capitis
longi
musculi
bicipitis
brachii lasse sich im gesa
m
ten unter
suchten
Bereich nicht nachweisen. Dies sei am ehesten auf einen seit längerer Zeit bestehenden Zustand nach vollständiger Ablösung der Sehne vom Anker und konsekutiver starker Retraktion zurückzuführen.
Im vorliegenden
MR-Arthro
gramm
liessen sich
keine Befunde nachweisen, die
dafür sprächen, dass etwa 2
1/2 Wochen vor der Untersuchung mit überwiegender Wahrscheinlichkeit eine Traumatisierung der abgebildeten Strukturen stattgefunden habe (Urk. 8/23/6 f.)
.
3.7
In ihrem versicherungsmedizinischen Aktengutachten
vom 22. November 2019
hielt Dr.
C._
fest, b
asierend auf den Angaben des Beschwerdeführers und den Dokumentationen des Arb
eitgebers und
von
Dr.
F._
habe ersterer
am 3. August 2018 eine Direktkontusion/Prellung der rechten Schulter und des rechten Oberarms erlitten. Die Postulierung von Dr.
B._
, es sei zu einer «Distorsion» (respektive [Sub-]Luxation) des rechten Schultergelenks gekommen, könne aus (versicherungs
-)medizinischer Sicht nicht mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit nachvollzogen
werden (Urk. 8/24/37). Die ini
tialen Beschwerden durch das Ereignis vom 3. August 2018 seien mit einem Direktanprall der rechten Schulter und des rechten Oberarms an eine Wand erklärbar, nicht jedoch deren Persistenz: Weder in der
Arthro
-MRT vom 20.
August 2018 noch in der intraoperativen
Situsbeschreibung
hätten struktu
relle Organkorrelate objektiviert werden können, die
überwiegend wahrs
cheinlich in einem natürlichen K
ausalzusammenhang mit dem Ereig
nis vom 3. August 2018 stünden
.
Durch die Kontusion des rechten Schultergelenks beziehungsweise Oberarms sei es zu einer vorübergehenden Verschlechterung des erheblichen dege
nerativen Vorzustandes gekommen mit nachfolgend eingetretener überho
len
der Kausalität desselben (Urk. 8/24/39).
Die Rehabilitationszeit einer Kontusion hänge zwar vom Ausmass und der Loka
lisation der Schädigung
ab, betrage jedoch nicht mehr als 1 bis 6 Wochen. Der fehlende Erguss in der MR-
Arthrographie
spreche zudem gegen eine relevante Gelenk- beziehungsweise Knochenprellung. Auch Begleitverletzungen (im Sinne von objektivierbaren strukturellen Organkorrelaten einer unfallbedingten Läsion) lägen nicht vor, es sei zu keinen objektivierbaren Komplikationen (zum Beispiel zu einem C
R
PS) gekommen und in den vorliegenden medizinischen Dokumenten seien auch keine unfallunabhängigen Erkrankungen, die mit einem verzögerten Heilungsverlauf einhergehen könnten
,
belegt. Selbst unter Berücksichtigung des degenerativen Vorzustandes wäre der Status quo sine in der Gesamtschau nach 8 Wochen erreicht
gewesen
. Indes sei jedoch am 4. September 201
8
eine Arthros
kopie des rechten Schultergelenks erfolgt. Dieses operative Vorgehen habe einzig der Behandlung des degenerativen Vorzustandes gedient, so dass der Status quo sine spätestens am
Vortag des Eingriffs und somit am 3. September 201
8
erreicht
worden
sei (Urk. 8/24/37 f.).
3.8
In einer der Beschwerde beigelegten Stellungnahme vom 30. Januar 2020
hielt Dr.
B._
fest, beim
Beschwerdeführer habe am 4. August 2018 ein Unfall
ereignis stattgefunden, welches absolut den Kriterien der Unfalldefinition ent
spreche. Weder in der Unfalldefinition noch im Rahmen der Beurteilung der Kau
salität von
Rotatorenmanschettenläsionen
werde das Alter des Patienten als Ein- oder Ausschlusskriterium verwendet. Die neuere Literaturlage weise klar darauf
hin, dass die hohe Prävalenz von degenerativen Schäden der
Rotatoren
man
schette
bei Personen ab dem 50. oder 60. Lebensjahr klar überholt seien (Urk. 3/3 S. 1). Der Beschwerdeführer sei vor dem erwähnten
Traumaereignis
nicht sympto
ma
tisch gewesen. Dies korreliere auch mit der neueren Literaturlage
,
in der festge
halten werde, dass völlig asymptomatische Patienten vor dem
Traumaereignis
mit
sehr hoher Wahrscheinlichkeit keinen
Rotator
enmanschettenschaden
gehabt hä
tten
. Daneben gelte es festzuhalten,
dass die Konsultation eines Arz
tes und die Durchführung der
Arthroskopie
sehr
schnell erfolgt sei. Er weise ganz dezidiert darauf hin, dass
sowohl
die anamnestischen Kriterien wie
auch
der biologische Allgemeinzustand, der klinische Untersuchungsbefund, die bildgebenden Befunde und
der intraoperative Gewebezusta
nd und Befund als Gesamtheit eine Summe von
Kriterien
bilden würden, die für oder gegen eine Unfallkausalität sprächen.
Beim Beschwerdeführer bestehe anhand dieser Kriterien mit überwiegender Wahr
scheinlichkeit ein unfallbedingter
Schaden der
Rotatorenmanschette
(Urk. 3/3 S.
2).
4.
4.1
Es steht fest und ist unbestritten, dass das Ereignis vom
3. August 2018
einen Unfall im Sinne von Art. 4 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG) darstellt (vgl. Ur
k. 1 S. 3, Urk. 2 S. 7
). Die Beschwerdegegnerin richtete in diesem Kontext denn auch vorerst die gesetz
lichen
Leistungen aus (vgl. Urk. 8/13
). Strittig und zu prüfen ist jedoch, ob die Beschwerdegegnerin ihre Leistungen zu Recht mit der Begründung
,
der Status
quo sine sei per 3. September 2018 eingetreten
,
ab diesem Zeitpunkt
eingestellt ha
t.
Betreffend den Unfallhergang gehen die Parteien sodann übereinstimmend davon aus, dass der Beschwerdeführer - wie in der Unfallmeldung beschrieben - auf der Flucht vor Wespen, die sich in einer von ihm umgedre
hten Muschel befanden
,
über seine
Flip
-
Flops stolperte, das Gleichgewicht verlor und mit der rechten Schulter in eine nahe stehende Wand knallte (Urk. 1 S. 3,
Urk. 2 S. 1).
Es fand mithin kein eigentlicher Sturz
mit Distorsion
des Schultergelenks
statt
, sondern es ist von einer
Prellung der
rechten
Schulter als unmittelbares Unfallgeschehen
an einer Wand
auszugehen.
4.2
Die Beschwerdegegnerin stützte sich im angefochtenen Entscheid auf die Beur
teilung
en
der beratenden Ärzte Dr.
Z._
und Dr. A._
vom 12. Novem
b
er 2018 (Urk. 8/12) beziehungsweise von Dr.
C._
und
dem von ihr zur Beurteilung der Bildgebung beigezogenen
Dr.
E._
vom 21. und 22. November 2019 (Urk. 8/23, Urk. 8/24).
Die genannten Ärzte setzten sich in ihren Beurtei
lungen mit
dem besagten Ereignis in der korrekten Fassung,
den erhobenen Be
funden und dem bildgebenden Material nachvollziehbar auseinander und be
rück
sichtigten dabei auch die Berichte der behandelnden Ärzte
,
wobei sich ins
be
sondere Dr.
C._
einlässlich mit der Stellungnahme von Dr.
B._
vom 5. Dezember 2018 (Urk. 8/15
) auseinandersetzte.
Im Besonderen zu den
Vorakten
ist festzuhalten, dass der Beschwerdeführer den Nachweis seiner am ausländi
schen Unfallort unmittelbar nach dem Ereignis erfolgten ärztlichen Konsultation mit angeblicher Bildgebung
(Urk. 8/2)
schuldig geblieben ist, so dass von der Vollständigkeit der zur Beurteilung zur Verfügung stehenden Akten auszugehen ist, die von den beurteilenden Ärzten
auch
beachtet wurden.
Dr.
Z._
und Dr.
A._
beziehungsweise Dr.
C._
kamen
dabei
übereinstimmend
und nachvollziehbar
zum Schluss, dass
eine Schulterprellung, wie sie vo
m
Beschwerdeführer beschrieben werde, aufgrund des Schut
z
es durch das knöcherne Schulterdach nicht die im
Arthro
-MR vom 20. August 2018 be
schriebenen Befunde - gestützt worauf die Operation vom 4. September 2018 durch
geführt wurde - erklären kann
(Urk. 8/12/5, Urk. 8/24/29
).
Dass ein Anprall
trauma sowie das Fuchteln mit den Armen auf der Flucht vor den Wespen
nicht
mehrere
Sehnen beschädigen kann, deren
Muskeln antagonistisch wirken
,
ist überzeugend, insbesondere
da es
beim Ereignis nicht zu einer forcierten Zugbe
wegung
kam
, die das physiologische Ausmass des Muskels und der Sehne über
schritten hätte,
sondern zu einer willkürlichen Bewegung beim Fuchteln mit den Armen sowie einer Prellung/Quetschung. Beide Mechanismen sind gemäss über
einstimmender Ansicht der Gutachter nicht geeignet, zu Rissen von Muskeln oder Sehnen zu führen (Urk. 8
/12/5 f., Urk. 8/24/29 f.
).
Bereits basierend auf der fehlenden Kongruenz des Unfallherganges und des
operierten
Gesundheits
scha
dens des Beschwerdeführers ist somit der von
den beratenden Ärzten
gezogene Schluss, es handle sich um einen vorbestehenden degenerativen Zustand, der sich durch das Unfallereignis vorübergehend verschlechtert habe (Urk. 8/12/7), über
-
zeugend.
Mit dies
en
überwiegend wahrscheinlich
degenerativen Vorzust
ä
nd
en
der rechten Schulter setzte sich insbesondere Dr.
E._
in seiner Beurteilung der MR-
Arthrographie
vom 20. August 2018 näher auseinander.
Einerseits
legte
er
ein
leuch
tend dar, dass
die bildgebenden Befunde darauf h
inweisen würden, dass die Läsionen de
r
Supraspinatus-, der Subscapularis-
und der Bizepssehne bereits vor längerer Zeit erfolgt seien
und keine Befunde nachweisbar seien, die mit über
wiegender
Wahrscheinlichkeit
dafür sprächen, dass etwa zweieinhalb
Wochen vor der Untersuchung eine Traumatisierung der abgebildeten Strukturen stattge
funden habe (Urk. 8/23/6 f.).
Letzteres ergibt sich ebenfalls aus den Beurteilungen von Dr.
Z._
und Dr.
A._
sowie Dr.
C._
, die auf fehlende
Trau
mamarker
, wie zum Beispiel ein
Bone
Bruise
, eine Einblutung
,
ein
en
Erguss oder eine Infraktion des
Tuberkulum
majus h
inwiesen (Urk. 8/12/5, Urk. 8/24/18 f.
).
Andererseits beschrieb Dr.
E._
, dass sich beim
Beschwerdeführer
eine anato
mische Konstellation zeige, die eindeutig
ein Risiko für ein
subakromiales
Impin
gement
und somit auch von Läsionen der
Rotatorenmanschette
darstelle. Hinzu
komme eine durch das degenerativ stark hypertrophe
Akromioklavikulargelenk
verursachte leichte Kompression des Musculus supraspinatus am
tendomus
kulä
ren
Übergang, die den Muskel bereits geschädigt habe
(Urk. 8/23/5 f.). Gestützt auf diese anatomische
Konstellation sowie die Lokalisation der Läsion
und die Tatsache, dass der Beschwerdeführer Squash
und Beach Volleyball spielt, ver
mutete Dr.
E._
, dass die Ursache der Ablösung des kranialen Drittels der
Infraspinatussehne
auf ein zumindes
t
leichtes
posterosuperiores
Impingement
zu
rückzuführen sei (Urk. 8/23/6)
.
In seiner
Beurteilung
kommt
Dr.
E._
nach
vollziehb
ar zum Schluss, dass die Läsionen am ehesten degenerativer Natur seien (Urk. 8/23/5 ff.).
4.3
Der Beschwerdeführer brachte dagegen zunächst vor, das Gutachten von Dr.
Z._
und Dr.
A._
sei zur Hauptsache von Dr.
Z._
verfasst worden, der als Facharzt für Allgemeine Innere Medizin für die
Beurteilung der komplizierten Mechanismen im Schultergelenk nicht kompetent sei (Urk. 1 S.
4).
Dazu ist festzuhalten, dass beide Ärzte das Gutachten unterzeichnet haben u
nd keine Hinweise dafür ersichtlich sind
, dass Dr.
A._
dabei nicht m
itge
wirkt hätte
, insbesondere können aus der Fussnote «Beurteilung beratender Arzt Dr.
Z._
» keine diesbezüglichen Schlüsse gezogen werden. Dr.
A._
verfügt
indes als Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates
über
eine für die Beurteilung des streitigen Leidens erforder
liche medizinische Ausbildung
, dasselbe gilt im Übrigen auch für Dr.
C._
,
unter anderem
Fachärztin für Physikalische Medizin und Rehabilitation.
Sofern
der
Beschwerdeführer
im Weiteren moniert,
es sei keine
klinische Unter
suchung durchgeführt
worden (Urk. 1 S. 5
), so ist darauf hinzuweisen, dass auch reine Aktengutachten beweiskräftig sind, sofern – wie hier
von Dr.
C._
aus
d
rücklich festgehalten (Urk. 8/24/38
)
– ein lückenloser Befund vorliegt und es im Wesentlichen nur um die fachärztliche Beurteilung eines an sich feststehenden
medizinischen Sachverhalts geht, mithin die direkte ärztliche Befassung mit der versicherten Person in den Hintergrund rückt (Urteil des Bundesgerichts 8C_322/2020 vom 9. Juli 2020 E. 3 mit weiteren Hinweisen).
4.4
Was den
Verweis des Beschwerdeführers auf die
Stellungnahmen
von Dr.
B._
vom 5. Dezember 2018 und 30. Januar 2020
betrifft, ist zunächst
festzu
halten, dass dieser von einem Sturzereignis ausgeht, sich jedoch
– wie gezeigt -
aus der Beschreibung des Unfallereignisses durch den Beschwerdeführer lediglich ein Stolpern und ein darauffolgender Anprall mit der Schulter an einer Wand ergibt (Urk. 1 S. 3, Urk. 8/2/2). Wann es dabei zur von Dr.
B._
diagnos
tizierten Distor
s
ion des Schultergelenkes gekommen sein soll, ist nicht ersichtlich
, zumal gemäss Dr.
C._
eine solche aufgrund der anatomischen Gegeben
hei
ten so gut wie gar nie vorkommt (Urk. 8/24/22). Sollte Dr.
B._
- wie von Dr.
C._
postuliert - eine Schulterluxation gemeint haben, schloss sie das Vorliegen einer solchen gestützt auf den Unfallmechanismus sowie das Fehlen
von richtungsweisenden Begleitverletzungen überzeugend mit an Sicherheit gren
zender Wahrscheinlichkeit aus (Urk. 8/24/22 ff.)
.
Auf diese Darstellung
ging
Dr.
B._
in seiner Stellungnahme zum Gutachten von Dr.
C._
vom 30.
Januar 2020
nicht ein
.
Indem der behandelnde Arzt bei seiner Beurteilung in einem wichtigen Punkt, nämlich dem Ablauf des Geschehens, sich nicht auf die Aktenlage stützt,
enthält
seine Würdigung
einen wesentlichen Mangel und ist wenig
verlässlich.
Daran ändert auch sein Hinweis, dass der Beschwerdeführer vor dem Ereignis vom 3. August 2018 überhaupt nicht symptomatisch gewesen sei und die Be
hand
lung sehr schnell darauffolgend durchgeführt worden sei (Urk.
3/3 S.
2), nichts. Denn dazu ist
auf die bundesgerichtliche Rechtsprechung
hinzuweisen,
gemäss welcher
eine Schlussfolgerung nach der Formel «
post
hoc ergo
propter
hoc», wonach ein Gesundheitsschaden schon dann als durch einen Unfall verur
sacht gilt, weil er nach diesem aufgetreten ist, beweisrec
htlich nicht zulässig ist und
zum Nachweis der Unfallkausalität nicht
genügt
(BGE 119 V 335 E. 2b/
bb
, Urteil des Bundesgerichts 8C_332
/2013 vom 25. Juli 2013 E. 5.1)
.
4.5
Dr.
B._
hielt im Bericht vom 5. Dezember 2019 weiter fest, dass die
Trophik
der gesamten
Rotatorenmanschettenmuskeln
hervorragend erhalten sei und der Aspekt der rupturierten Sehnen und der dazugehörigen Muskulatur ein deutlicher Hinweis für eine traumatische Ätiologie sei
en
. Auch die intraoperativen Befunde seien diejenigen eines traumatischen Prozesses, insbesondere die äusserst gute Elastizität der Sehnen (Urk. 8/15/2)
. Dieser Feststellung steht indes
einerseits
die von Dr.
E._
detailliert beschriebene mässige Atrophie des Musculus
s
upraspi
natus und die fokale Verfettung des Musculus
subscapularis entgegen. Anderer
seits wies
Dr.
E._
darauf hin, dass erstens eine Atrophie und Verfettung der
Rotatorenmanschette
einzig Auskunft über das Alter der Läsionen, nicht jedoch über deren Ätiologie geben könne
, was einleuchtet,
und
dass
es zweitens sinnlos sei, zweieinhalb Wochen nach einem Schultertrauma oder dem Auftreten von Schulterbeschwerden über die
Trophik
der
Rotatorenmanschette
zu diskutiere
n
(Urk. 8/23/7).
Dies vermag Dr.
B._
mit seinem in der Stellungnahme vom 30. Januar 2020 geäusserten Hinweis auf den - nicht näher begründeten
–
exzel
lenten biologischen Allgemeinzustand des Beschwerdeführers
(Urk. 3/3 S. 3)
,
nicht zu entkräften
.
E
ine vertieftere Auseinandersetzung mit den Ausführungen
von Dr.
E._
erfolgte
nicht, insbesondere nahm Dr.
B._
auch nicht zu den Hinweisen auf bereits seit längerer Zeit vorliegende Läsionen der einzelnen Sehnen (Urk. 8/23/6 f.) Stellung.
Dr.
B._
legte ferner dar, Dr.
C._
stütze sich bei ihrer Beurteilung auf veraltete Literatur
,
um zu belegen, dass im Rahmen des Alterungsprozesses auch
die Sehnen einer Degeneration unterliegen würden. Die neuere Literaturlage w
eise jedoch ganz klar darauf hin, dass die hohe Prävalenz von degenerativen Schäden der
Rotatorenmanschette
bei Personen ab dem fünfzigsten oder sechzigsten Jahr überholt seien (Urk. 3/3 S. 1). Dazu ist festzuhalten, dass Dr.
C._
zwar
zu
nächst allgemeine Überlegungen zur Ursache von Rotatorenmansc
hetten
rup
turen anstellte, wobei sie Literatur zur Häufigkeit von degenerativen Verände
rungen dieser Strukturen zitierte (Urk. 8/24/11 ff.), ihre Beurteilung des Ge
sund
heits
schadens des Beschwerdeführer
s
jedoch nicht - wie von Dr.
B._
be
hauptet (Urk. 3/3/2) - auf die statistische Wahrscheinlichkeit eines degenerativen Sehnen
schadens abstützt, sondern
sie
im konkreten Fall des Beschwerdeführers basierend auf dem Unfallhergang
und dem
Schadens
bild
inklusive fehlender Be
gleitver
let
zungen sowie
unter Einbezug
der Beurteilung von Dr.
E._
zum
Schluss kam, dass
die
Rotatorenmanschettenruptur nicht in einem natürlichen Ka
usalzusam
men
hang mit dem Ereignis vom 3. August 2018 stehe (Urk. 8/24/14 ff.).
4.
6
Zusammenfassend ist die Beurteilung von Dr.
B._
nicht geeignet,
auch nur geringe Zweifel an den
übereinstimmenden,
ausführlich und überzeugend be
gründeten Einschätzungen von Dr.
Z._
und Dr.
A._
beziehungs
weise Dr.
C._
und Dr.
E._
zu wecken. Dabei ist auch der Erfahrungs
tatsache Rechnung zu tragen, dass behandelnde Haus- und Fachärzte mitunter im Hinblick auf ihre Vertrauensstellung im Zweifelsfall eher zu Gunsten ihrer Patienten aussagen (BGE 135 V 465 E. 4.5; 125 V 351 E. 3b/cc). Nach dem Ge
sagten ist gestützt auf die
beweiskräftige
Beurteilung der beratenden Ärzte erstellt,
dass das Ereignis vom 3. August 2018 mit einer Prellung der rechten Schulter lediglich zu einer vorübergehenden Verschlimmerung eines vorbestehenden Zu
stands gefü
hrt hat
und nicht
- auch nicht teilweise -
kausal
für die in der MR-
Arthrographie
vom 20. August 2018 festgestellte Rotatorenmanschettenruptur war
.
Dass das Datum des Eintritts des Status quo sine auf den 3.
September 2018
festgelegt wurde, ist angesichts der Tatsache, dass d
ie am 4.
September 2018 durc
hgeführte Ope
ration einzig der Behandlung
dieses vorbestehenden
, nicht unfallkausalen
Zustandes
diente, überzeugend
.
4.
7
Von weiteren Abklärungen, wie vom Beschwerdeführer gefordert, sind keine zu
sätzlichen Erkenntnisse zu erwarten, weshalb darauf in antizipierter Beweiswür
digung (vgl. BGE 122 V 157 E. 1d mit Hinweisen) zu verzichten ist. Der ange
fochtene
Einspracheentscheid
vom 20. Dezember 2019 (Urk. 2) erweist sich damit als rechtens, was zur Abweisung der dagegen erhobenen Beschwerde führt.