# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** cc250d9f-f4da-47f1-9875-7bb275d47535
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2017
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1962,
war
seit April 2007
bei
der
Y._
als
Leiter Finanzen/HR
angestellt
(
Urk.
10/29
)
.
Am 1
1.
April 2013
meldete sich
der Versicherte
bei der Invalidenversicherung zum
Leistungsbe
zug
an (
Urk.
10/9
). Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV
Stelle, klärte die medizinische und erwerbliche Situation ab, zog
ver
schiedene
Akten de
s Krankentaggeldversicherers bei
(
Urk.
10/13-14,
Urk.
10/21,
Urk.
10/24-25,
Urk.
10/27-28,
Urk.
10/38,
Urk.
10/41-42,
Urk.
10/44-45, 10/50,
Urk.
10/63,
Urk.
10/66,
Urk.
10/81,
Urk.
10/86
) und holte ein
polydis
ziplinäres
Gutachten ein, das am
2
4.
November 2014
erstattet wurde (
Urk.
10/92
).
Nach durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(
Urk.
10/104
;
Urk.
10/111 = Urk.
10/114,
Urk.
10/118,
Urk.
10/122
,
Urk.
10/132
) verneinte die IV-Stelle mit Verfügung vom
6.
Januar 2016
einen Rentenanspruch (
Urk.
10/135
=
Urk.
2)
.
2.
Der
Beschwerdeführer
erhob am
1.
Februar 2016
Beschwerde
gegen die Verfü
gung vom
6.
Januar 2016
(
Urk.
2) und beantragte, diese sei aufzuheben und es sei
ihm
eine angemessene Rente
zuzusprechen, eventuell sei
die IV
Stelle anzuweisen, die notwendigen Abklärungen vorzunehmen
(
Urk.
1 S.
2).
Die IV-Stelle beantragte mit Beschwerdeantwort vom
7.
März 2016
(
Urk.
9
) die Abweisung der Beschwerde. Mit Gerichtsverfügung vom
1
3.
Juni 2016
wurden antragsgemäss (vgl.
Urk.
1
S. 2
) die unentgeltliche Prozessführung und Rechtsvertretung bewilligt und dem Beschwerdeführer die
Beschwerde
antwort
zugestellt (
Urk.
11
)
.
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG
). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem
in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind aus
schliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksich
tigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie körperliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von Art. 4 Abs. 1
des
Bundesgesetz
es
über die Invalidenversicherung (IVG)
in Verbin
dung mit Art. 8 ATSG bewirken.
Rechtsprechungsgemäss
ist bei psychischen Beeinträchtigungen zu prüfen, ob ein seelische
s Leiden
mit Krankheitswert besteht, welche
s
die versicherte Person auch bei Aufbietung allen guten Willens daran hindert, ein
rentenausschliessendes
Erwerbseinkommen zu erzielen (Art. 7 Abs. 2 Satz 2 ATSG;
BGE 139 V 547
E. 5;
131 V 49
E. 1.2;
130 V 352
E. 2.2.1; vgl. Urteile des Bundesgerichtes 8C_614/2015 vom 15. Dezember 2015 E. 5
und 9C_125/2015 vom 18. November 2015 E.
5.4.
).
Die Annahme eines psychischen Gesundheitsschadens im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG sowie Art. 3 Abs. 1 und Art. 6 ATSG setzt grundsätzlich eine lege
artis
auf die Vorgaben eines anerkannten Klassifikationssystems abgestützte psychiatrische Diagnose voraus (vgl. BGE 130 V 396; Urteile des Bundesge
richts 8C_616/2014 vom 25. Februar 201
5
E. 5.3.3.3 und 9C_739/2014 vom 30. November 2015 E. 3.2). Eine fachärztlich festgestellte psychische Krank
heit ist jedoch nicht ohne weiteres gleichbedeutend mit dem Vorliegen einer Invalidität. In jedem Einzelfall muss eine Beeinträchtigung der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit unabhängig von der Diagnose und grundsätzlich unbesehen der Ätiologie ausgewiesen und in ihrem Ausmass bestimmt sein. Es ist nach einem weitgehend objektivierten Massstab zu beurteilen, ob und inwiefern der versicherten Person trotz ihres Leidens die Verwertung ihrer
Restarbeits
fähigkeit
auf dem ihr nach ihren Fähigkeiten offen stehenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt noch sozial-praktisch zumutbar und für die Gesellschaft tragbar sei (BGE 141 V 281 E. 3.7.3; 136 V 279 E. 3.2.1; BGE 127 V 294 E. 4c; vgl.
Urteile des Bundesgerichtes 8C_614/2015 vom 15. Dezember 20
15 E. 5 und 8C_731/2015 vom 18.
April 2016 E. 4.1).
1.3
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersu
chungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medi
zinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situa
tion einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin ging in der angefochtenen Verfügung (
Urk.
2) gestützt auf die medizinischen Abklärungen, insbesondere das
polydiszi
pli
näre
Gutachten vom 2
4.
November 2014 (
Urk.
10/92), davon aus, dass
beim
Beschwerdeführer in körperlich leichten, wechselbelastenden, ver
schiedent
lich adaptierten Tätigkeiten ohne Überkopfarbeiten, ohne
Zwangs
haltungen
,
ohne Bücken und wiederholte Rotationsbewegungen des Ober
kör
pers, so auch in der bisher ausgeübten Tätigkeit als Leiter Finanzen/HR, eine 70%ige Arbeits- und Leistungsfähigkeit bestehe, welche vollschichtig reali
sier
bar sei. Entsprechend liege der Invaliditätsgrad unter 40
%
, womit kein Anspruch auf eine Rente bestehe
(S. 2)
.
In der Beschwerdeantwort vom
7.
März 2016 (
Urk.
9) führte die
Beschwer
degegnerin
weiter
aus, der Schweregrad der psychischen Erkrankung
(„Auf die Harmlosigkeit der Störung ist hinzuweisen", S. 13, IV-
act
. 92), die
Tages
aktivitäten
(Haushalt, Einkaufen, Kochen, E-Mails, Speckstein schleifen, TV
schauen, Spaziergänge, vgl. S. 7 IV-
act
. 92), die soziale Einbettung (Töchter, Mutter, Kollegen, vgl. S. 7, 10-11) und die noch offen stehende thera
peutische Massnahme (Tagestrukturierung, vgl. S. 13 IV-
act
. 92)
seien
zu berück
sichtigen
(S. 1)
.
Damit
halte
die gutachterliche Einschätzung auch der geänderte
n
Rechtsprechung Stand und
es
sei weiterhin von einer 30%
igen Einschränkung in der angestammten und der angepassten Tätigkeit auszugeben
(S. 2 oben)
.
2.2
Demgegenüber stellte sich der Beschwerdeführer im Wesentlichen auf den Standpunkt (
Urk.
1),
das Gutachten sei unvollständig, gehe selbst auf die Ergänzungsfragen der Beschwerdegegnerin selber wie auch den darin geschil
derten Sachverhalt nur ungenügend ein und würdige auch nicht die individuelle Belastung der verschiedenen Diagnosen in einem
Gesamt
kon
text
. Der neuen, seit 2015 geltenden Rechtsprechung sei nur ungenügend Rechnung getragen worden (S. 4 unten). Sowohl die behandelnde Ärztin wie auch die unabhängige Stelle für Arbeitsintegration würden eine massiv ein
geschränkte Arbeitsfähigkeit sehen
(S. 5 oben). Sogar die Gutachter selber hätten eine rasche Ermüdbarkeit wie auch ein
en
Konzentrationsmangel fest
gestellt. Das gesamte Gutachten sei nach dem alten Vorgehen der Überprü
fung der Überwindbarkeit aufgebaut.
Diese Kriterien seien aber klar erfüllt.
Es sei keine Auseinandersetzung mit den effektiven Beschwerden und den effektiven Auswirkungen im Arbeitsmarkt und auch keine Berücksichtigung der Arbeitsintegrationsabklärungen erfolgt (S. 5 unten). Es sei nicht nach
vollziehbar, dass die Gutachter trotz der festgestellten raschen Ermüdbarkeit und dem Konzentrationsmangel von einer 70%igen Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit ausgehe
n würden
. Dies widerspreche klar den Ergebnissen der Arbeitsintegration wie auch dem Arztbericht von
Dr.
Z._
. Selbst wenn der Bericht von
Dr.
Z._
als behandelnde Ärztin vom
Beweis
wert
erfahrungsgemäss anders gewertet werde, ändere dies schlussendlich nichts am Umstand, dass die Indikatoren der neuen Rechtsprechung nicht oder nur ungenügend beachtet worden seien (S. 6 unten).
Zusammenfassend müsse die Aufnahme im
1.
Arbeitsmarkt gestützt auf die Arbeitsintegrationsbemühungen als gescheitert betrachtet werden. Bei dieser Ausgangslage wie auch den vorhandenen Einschränkungen
,
alleine schon mit dem Morbus
Bechterew
,
sei eine Invalidenrente geschuldet (S. 7 oben).
2.3
Strittig und zu prüfen ist,
wie es sich mit der Arbeitsfähigkeit des Beschwerde
führers verhält
und ob die Beschwerdegegnerin zu Recht einen invalidisierenden Gesundheitsschaden verneint hat
.
3.
3.1
Im Austrittsbericht der
A._
vom 1
2.
Juli 2013 (
Urk.
10/31/6-9 =
Urk.
10/38) über die stationäre
Hospitalisation
vom
5.
Juni bis
2.
Juli 2013 nannten die Ärzte als Diagnosen eine psychophysische Erschöpfung (ICD-10 Z73.0) bei persistierenden
Konzentrations
schwierig
kei
ten
und Schwindel, eine chronisch lymphatische Leukämie (
Erst
diagnose
Oktober 2010), einen Status nach depressiver Episode im September 2012 mit somatischem Syndrom, gegenwärtig remittiert (ICD-10 F32.4), ein
e
COPD Gold Stadium II, eine sekundäre
Polyglobulie
, einen Morbus
Bechterew
(HLA-B27 positiv, Erstdiagnose November 2010) sowie einen Status nach Verdacht auf posttraumatische adhäsive
Capsulitis
der linken
Schulter
im Jahr
2009 (S. 1).
Der Beschwerdeführer habe einen recht guten Einstieg in das Therapieprogramm gefunden
,
einhergehend mit zunehmender Ent
spannung und besserer Schlafqualität. Wiederkehrende Gedanken und Sor
gen seien zum Thema der beruflichen Zukunft aufgekommen, welche in den psychotherapeutischen Einzelgesprächen weiter bearbeitet worden seien.
Persistent
hätten sich die Konzentrationsschwierigkeiten mit auftretendem Schwindel erwiesen
(S. 2 Mitte)
.
Zur Beurteilung führten die
Ärzte
unter anderem aus, es hätten sich Hinweise für anhaltende Belastungsfaktoren überwiegend infolge der unbefriedigenden Arbeitsplatzsituation gezeigt. Darüber hinaus hätten sich Hinweise für eine mangelnde Selbstfürsorge mit hohen Anforderungen an sich selbst ergeben.
Wie vordokumentiert seien aktuell die Kriterien für eine depressive Störung als auch für eine Anpassungsstörung nicht erfüllt. Differentialdiagnostisch sei an eine Erschöpfung bei anhaltender Belastungssituation am Arbeitsplatz zu denken (S. 2 unten).
Während des Rehabilitationsaufenthaltes habe sich der Beschwerdeführer psychophysisch stärken können, psychophysische Zusammenhänge
kennen lernen und hilfreiche Verhaltens- und Denkweisen erarbeiten und üben können. Insbesondere sei es gelungen die Schlafstörun
gen deutlich zu verbessern. Die Strukturierung des Tagesablaufs, regel
mässige Mahlzeiteinnahme und körperliche Konditionierung hätten massge
blichen Anteil an dieser Verbesserung beigetragen.
Die Ärzte bescheinigten für die Zeit des Aufenthaltes eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit (S. 3 oben).
3.2
Dr.
med.
B._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, nannte im psychiatrischen Gutachten zuhanden des Krankentaggeldversicherers vom 2
6.
Oktober 201
3 (
Urk.
10/50/2-8) als Diagnose
eine Anpassungsstörung mit längerer depressiver Reaktion (ICD-10 F43.21).
Zusammengefasst liege mittler
weile praktisch ein Normalbefund vor. Der Befund sei mit einer Anpassungsstörung vereinbar, die inzwischen nahezu vollständig remittiert sei. Im Moment würden noch Restbeschwerden auf psychophysischer Ebene bestehen, die aber unspezifisch seien. Im Augenblick sei der Beschwerde
führer gedanklich erst zum Teil wieder nach vorne orientiert. Er wirke emo
tional und psychophysisch deutlich gefestigter, wenngleich nach wie vor gekränkt (S. 5 oben).
Das Krankheitsbild sei mittlerweile praktisch vollständig rückläufig. Die Erkrankung sei in erster Linie als psychische Reaktion auf eine für den Beschwerdeführer schwierige berufliche und gesundheitliche Situation aufzufassen. Die Konstellation entspreche einer narzisstischen Krise in Verbindung
mit einer psychophysischen
Erschöpfung. Objektiv sei das Krankheitsbild nahezu komplett abgeklungen. Hinweise auf eine affektive Erkrankung mit episodenartigem Verlauf einer Depression beziehungsweise einer bipolaren Störung würden sich in der Vorgeschichte nicht finden
(S. 5 Mitte)
. Das Krankheitsbild sei durch die behandelnden Ärzte einer mittelgra
digen depressiven Episode beziehungsweise einer Neurasthenie zugeordnet worden. Diese Differentialdiagnosen seien durchaus in Betracht zu ziehen, wenngleich rückblickend nicht mehr zu rekonstruieren. Am unmittelbaren weiteren Vorgehen mit Blick auf die Therapie und die Beurteilung der
Arbeitsfähigkeit im jetzigen Zeitpunkt ändere dies jedoch nichts. Ein Fort
führen der ärztlichen Behandlung sei zu empfehlen, dies vor allem mit Blick auf das Überwinden der nac
h wie vor prominenten Kränkung (S. 5 unten).
Angesichts eines praktisch vorliegenden psychopathologischen
Normalbefun
des
, einer weitgehend rückläufigen klinischen Symptomatik und gesundheit
lichen Beschwerden, die als unspezifisch zu gelten haben, sei eine volle Arbeitsfähigkeit mit Datum der Exploration gegeben
(S. 6 Mitte
)
.
3.3
Dr.
med.
Z._
, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie,
führte
im Bericht vo
m
4.
November 2013 (
Urk.
10/48) aus, sie behandle den Beschwerdeführer seit September 2012
(letzte Kontrolle am 1
3.
August 2013)
,
und nannte
als Diagnosen eine Neurasthenie (ICD-10 F48.0) seit 2009, eine chronisch lymphatische Leukämie seit zirka 2003, eine Spondylitis
ankylosans
(2010 diagnostiziert, besehend seit zirka 2000), eine schwere depressive Episode mit somatischem Syndrom (Sommer 2012) sowie eine
Anpassungs
störung
(ICD
-10 F43.23/F32.21). Dazu führte sie aus, der Beschwerdeführer sei nach anfänglich depressivem Bild stimmungsmässig ausgeglichen, doch anhaltend erschöpft nach nur geringer körperlicher oder geistiger Anstrengung. Er sei affektiv karg
,
doch mitschwingend, tendenziell sarkastisch und zynisch wirkend. Das Denken und der Intellekt seien ohne Befund. Die Prognose sei aufgrund der schweren neurasthenischen Sympto
matik bezüglich beruflicher Rehabilitation eher schlecht (
S. 1 f.
Ziff.
1.4). Es erfolge eine integriert psychiatrisch-psychotherapeutische Behandlung alle ein bis vier Wochen (
Ziff.
1.5). In der angestammten Tätigkeit als Leiter Finanzen und Personal bestehe eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit (
S. 2
Ziff.
1.6). Es bestehe dabei eine anhaltend
e
und quälende Müdigkeit und ein Erschöpfungsgefühl nach nur kurzer Anstrengung. Der Beschwerdeführer sei unfähig länger als eine Stunde pro Tag zu lesen, es bestehe eine Reizbarkeit im Umgang mit anderen durch subjektives Gefühl der Benommenheit. Er habe Mühe, sich etwas zu merken und sich zu konzentrieren (
S. 2
Ziff.
1.7). Das Konzentrationsvermögen, die Anpassungsfähigkeit und Belastbarkeit seien massiv eingeschränkt, das Auffassungsvermögen leicht verlangsamt. Dennoch bestehe eine Fahrtauglichkeit (S. 5).
3.4
Dr.
Z._
nannte im Bericht vom 1
4.
Juli 2014 (
Urk.
10/77) als Diagnosen eine
chronifizierte
Neurasthenie (ICD-10 F48.0) akut seit zirka 2009,
chroni
fiziert
seit 2013,
eine
chronifiziert
e
Depression
bei Morbus
Bechterew
und Anpassungsstörung (ICD-10 F43.12/F32.21) ab 2011, einen Status nach schwerer depressiver Episode mit somatischem Syndrom im Sommer 2012,
eine chronisch lymphatische Leukämie seit zirka 2003
(Erstdiagnose 2010), ebenso Spondylitis
ankylosans
, Morbus
Bechterew
2010 (Erstdiagnose 2010, bestehend Seit zirka 2000). Dazu führte sie aus, die letzte Kontrolle habe am 1
3.
August 2013 stattgefunden (
Ziff.
1.2).
Bei anhaltender vollständiger Arbeitsunfähigkeit im bisherigen Beruf, dem bereits
chronifizierten
Morbus
Bechterew
und der chronisch stabil verlaufenden Leukämie habe sich der Beschwerdeführer psychosozial soweit stabilisiert, dass ein Arbeitsversuch von Mitte Januar bis Mitte Februar habe stattfinden können. Nach der ein
deutigen Bestätigung, dass der Beschwerdeführer auch in einer Hilfsa
r
be
i
t höchsten eine Stunde pro
Tag
arbeiten könne, sei es zu einer vorübergehen
den Verschlechterung des Zustandsbildes mit depressiver Symptomatik gekommen. Anhaltend habe sich die neurasthenische Symptomatik gezeigt, die den Beschwerdeführer auch an persönlichen Aktivitäten hindere, was aber verhaltenstherapeutisch palliativ gut
angehbar
sei. Es bestehe ein anhal
tendes quälendes Erschöpfungsgefühl nach geringer geistiger Anstren
gung, eine anhaltende quälende Müdigkeit und Schwäche nach nur geringer kör
per
licher Anstrengung, eine Benommenheit, eine Unfähigkeit zu entspan
nen, eine Reizbarkeit und chronische Muskelschmerzen
. Der Beschwerde
führer könne sich nicht innerhalb eines normalen Zeitraumes erholen, trotz Ruhe, Ent
spannung oder Ablenkung. Aufgrund der
chronifizierten
, schweren neurasthe
nischen Symptomatik, die sich trotz adäquater Behandlung und guter Therapiemotivation nicht positiv beeinflussen lasse, sei die Prognose bezüglich beruflicher Rehabilitation schlecht. Eine berufliche oder auch zeit
liche Reintegration in eine Arbeitsfähigkeit sei aus medizinisch-psychiatri
sche
n Gründen undenkbar (
Ziff.
1.4). Eine eigentliche Arbeitsfähigkeit bestehe nicht mehr, nicht
ein
mal in einer Hilfsarbeit (
Ziff.
1.7).
3.5
3.5.1
Dr.
med.
C._
, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin,
Dr.
med.
D._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie,
Dr.
med.
E._
, Facharzt für Rheumatologie sowie Prof.
Dr.
med.
F._
, Facharzt für Onkologie, nannten im polydisziplinären Gutachten vom 2
4.
November 2014
(
Urk.
10/92) als Diagnosen mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit eine Spondylitis
ankylosans
(Morbus
Bechterew
) mit axialem Befall
, HLA-B27 positiv (Erstdiagnose November 2010) sowie ein
e
COPD GOLD Stadium II (S. 18
Ziff.
5.1). Als Diagnosen ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit nannten die Gutachter eine chronische lymphatische Leukä
mie im Stadium
Binet
A seit Oktober 2010, vermutlich jedoch schon seit 2003, eine Neurasthenie (ICD-10 F48.0), einen
Verdacht auf arterielle Hypertonie, kontrollbedürftig
,
sowie Übergewicht mit BMI 27 kg/m
2
(S. 18
Ziff.
5.2).
3.5.2
Im Rahmen der psychiatrischen Exploration führte der Beschwerdeführer zu seinem Tagesablauf und seiner Freizeitgestaltung folgendes auf (S. 10 unten f.): Er
stehe früh auf. Er nehme es gemütlich, dusche, gehe zum Bäcker und mache seine Runde durch den Park. Er schaue die Mails an. Dann müsse er sich hinlegen. Er habe angefangen, Steine
zu schleifen. Er gehe spazieren. Er koche für sich. Er schaue TV. Früher sei er eine Leseratte gewesen und habe in der Woche
zwei bis drei
Bücher gelesen, jetzt müsse er nach
zwei bis drei
Seiten aufhören, da es ihm schwindlig werde und er das Gelesene nicht behalten könne. Seinen Haushalt erledige er mehr oder weniger selber. Er sei nie ein guter Hausmann gewesen. Er habe gute Kontakte und ein gutes Umfeld. So habe er jede Woche einen Besuch von Freunden oder von den Töchtern. Letztmals weg sei er im Sommer gewesen an einem Wochenende in einer Hütte, auch zum Grillieren zusammen mit Kollegen, die ihn abgeholt hätten. Eine feste Freundin habe er nicht. Er sei alleine mit dem Zug nach Basel gefahren. Er fahre selber Auto, aber keine längeren Strecken.
Der psychiatrische Gutachter führte in seinem Teilgutachten (S. 9-13) aus,
b
eim
Beschwerdeführer
bestünden
Klagen über erhöhte Ermüdbarkeit mit erhöhter physischer und psychischer Erschöpfbarkeit. Es
bestünden
somati
sche Symptome mit auch Schmerzen im Bewegungsapparat. In den Akten
seien
weiter ein
Morbus
Bechterew
und eine COPD
d
okumentiert.
Im Jahr
2010
sei
auch eine
chronische lymphatische Leukämie
aktenkundig. Im Vor
dergrund
stehe
aber die erhöhte Ermüdbarkeit, worauf
der Beschwerdeführer
auch seine Arbeitsunfähigkeit zurückführ
e
. Er fühl
e
sich nicht mehr arbeits
fähig und
habe
kaum Hoffnung auf eine Besserung. Es besteh
e
aber keine schwere psychische Störung. Es
bestünden
somatische Probleme, zu denen aus somatischer Sicht Stellung genommen werden
müsse
. Im Vordergrund steh
e
aber die erhöhte Ermüdbarkeit. Deren Ausmass
lasse
sich nicht alleine mit den
somatischen Problemen erklären.
Diagnostisch
handle
es sich um eine Neurasthenie. Affektive Symptome
seien
gegenwärtig nicht genügend ausgeprägt für die Diagnose einer depressiven Episode. Es
bestehe
eine psychiatrisch-psychotherapeutische Behandlung. Eine
psychopha
rmakologi
sche
Medikation bestehe
nicht. Gelegentlich
erfolge
eine
Analgetikaein
nahme
, aber nicht täglich, wie
der Beschwerdeführer angegeben habe
. Ein verfestigter, therapeutisch nicht mehr beeinflussbarer innerseelischer Verlauf bei einer zwar entlastenden, aber missglückten Konfliktbewältigung im Sinne
eines unbewussten Konflikts beziehungsweise
primäre
n
Krankheitsgewinns
sei
nicht erwiesen. Die Anamnese
sei
vor der Erkrankung sonst psychiatrisch
bland
. Deutlich auffällige
Persönlich
keits
züge
für die Diagnose einer
Persön
lichkeitsstörung
mit Einfluss auf die Arbeits
fähigkeit
würden nicht bestehen
und gegen diese Diagnose spreche
vor al
l
em auch der Verlauf mit vor der Erkrankung normaler Sozialisation und voller Arbeitsfähigkeit. Ein schwerer sozialer Rückzug besteh
e
nicht. Der Explorand
habe
durchaus gute Kontakte in seinem Umfeld. Er erledig
e
auch seinen Haushalt selber. Auch zu seinen Töchtern ha
be
er gute Kontakte. Auch zur Mutter
bestünden
Kontakte. Der Vater
sei
bereits verstorben. Zu den Geschwistern
habe
er keine Kontakte, da diese Angehörige der Zeugen Jehovas
seien
(S. 12 Mitte)
.
Der
Beschwerdeführer habe
sehr gerne im Theaterbereich
gearbeitet
. Wegen Rückenschmerzen
habe
er dann die Tätigkeit ins Büro wechseln
müssen
. Tro
t
zdem
sei
es ihm möglich
gewesen
, mehrere Jahre noch in der Firma seines Kollegen zu arbeiten, bis er dann vor
zwei
Jahren von seiner Psychia
terin
wegen einer Neurasthenie
anhaltend 100
%
arbeitsunfähig
geschrieben
worden sei
. Eine Arbeitsunfähigkeit
könne
aber nicht bestätigt werden. Dass der Arbeitsversuch und die Eingliederungsmassnahmen von der IV nicht erfolgreich verliefen,
könne
hier auch mit motivationalen Faktoren und
lebens
geschichtlichen
Enttäuschungen zusammenhängen. Es besteh
e
ein chronischer Verlauf. Die Prognose
sei
ungünsti
g (S. 12 unten).
Aus psychiatrischer Sicht besteh
e
keine Einschränkung der Arbei
t
sfähigkeit. Dem
Beschwerdeführer
könne
es aus psychiatrischer Sicht zugemutet werden, einer somatisch angepassten und seinen Fähigkeiten entsprechenden Tätig
keit ganztägig und ohne Leistungseinschränkung nachzugehen
.
Eine psychi
atrisch begründete Arbeitsunfähigkeit
könne
auch im Verlauf nicht bestätigt werde
n (S. 12 unten).
Der Explorand fühl
e
sich nicht mehr arbeitsfähig. Diese Selbsteinschätzung
könne
durch die psychiatrischen Befunde nicht objektiviert werden. Es
bestünden
gewisse Inkonsistenzen. Im Untersuchungsgespräch
seien
zwar leichte Konzentrationsstörungen bei der genauen Angabe
von Lebensdaten seiner beruflichen Karriere auf
gefallen, die Anamneseerhebung sei aber sonst gut möglich gewesen. Er sei bezüglich Lebensführung selbständig, er habe gute Kontakte in seinem Umfeld und sei aus psychiatrischer Sicht ausser durch die Müdigkeit sonst eigentlich nicht gross eingeschränkt.
Die behandelnde Psychiaterin
Dr.
Z._
habe ebenfalls
eine Neurasthenie
diagnostiziert
,
gehe
aber von einer andauernden Arbeitsunfähigkeit aus seit
dem 1
3.
September
201
2.
Diese Arbeitsunfähigkeit
könne
aus psychiatrischer
Sicht nicht nachvollzogen werden. Bei einer Neurasthenie
handle
es sich nicht um eine schwere psychische Störung nach ICD-1
0.
Aus
versicherungs
medizinischer
Sicht
handle
es sich bei einer Neurasthenie auch um eine
syn
dromale
Diagnose. Deshalb
müsse zu den Förster-
Kriterien Stellung genom
men werden
.
Von den Förster-Kriterien
sei
hier das Kriterium des chronischen Verlaufs hinreichend erfüllt, die übrigen Kriterien
seien
nicht erfüllt. Eine Arbeitsunfähigkeit
könne
nicht bestätigt werden. Frau
Dr.
Z._
habe
auch
einen
Status nach schwerer depressiver Episode,
Anpassungs
störung
fest
gehalten
. Eine schwere depres
s
ive Episode
sei
rückwirkend schwer nach
vollziehbar. Der Explorand
sei
nie psychiatrisch hospitalisiert
gewesen
. Bei einer schweren depressiven Episode
komme
es aber oft zu einer psychiatri
schen
Hospitalisation
und zu schweren Konzentrationsstörungen, schweren Verstimmungen, schweren Schlafstörungen, deutlicher
Appetitver
minderung
mit relevanter Gewichtsabnahme und auch zu Schuldgedanken und negati
ven Zukunftsperspektiven, die allumfassend und nicht nur bezüglich der beruflichen und gesundheitlichen Situation ausgeprägt
seien
. Es
komme
bei einer schweren depressiven Störung zu einer schweren Antriebshemmung oder Phasen von deutlicher Erregthe
i
t, aber oft auch zu Suizidalität. Eine ambulante Behandlung
sei
dann kaum möglich. Tätigkeiten und Aktivitäten
seien
bei einer schweren depressiven Episode nicht mehr möglich. Auch
im Jahr
2014
habe
Dr.
Z._
eine unveränderte Situation an
gegeben
. Auf ihre Beurteilung
könne
nicht abgestützt werden
(S. 13 oben)
.
Die psychiatrisch-psychotherapeutische Behandlung solle weitergeführt wer
den. Auf die Harmlosigkeit der Störung sei hinzuweisen (S. 13 Mitte).
3.5.3
Aus somatischer Sicht diagnostizierten die Gutachter mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine Spondylitis
ankylosans
(Morbus
Bechterew
) mit axialem Befall sowie ein
e
COPD GOLD Stadium II. Als ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit erachteten die Gutachter die chronische lymphatische Leukämie sowie einen Verdacht auf arterielle Hypertonie. Hinsichtlich Ein
schränkungen stehe objektiv die Situation des Bewegungsapparates im Vor
dergrund. Im Bereich der Wirbelsäule habe sich eine weitgehende
Einsteifung
der Lenden- und Brustwirbelsäule gezeigt. Die
Beweglichkeiten
an der
Hals
wirbelsäule
seien deutlich vermindert. Es zeig
t
e
n
sich eine weitgehend radiologisch
ankylosierte
ISG-Situation, laterale und ventrale
Syndes
mophyten
in sämtlichen Bandscheibenräumen und fehlende Abgrenzbarkeit aller
Intervertebralgelenke
. Die Erschöpfungssymptomatik sei nicht dieser rheuma
tologischen Grunderkrankung zuzuordnen (S. 19 unten).
3.5.4
Zusammenfassend kamen die Gutachter zum Schluss, a
us Sicht des Bewe
gungs
apparates besteh
e
eine Arbeitsunfähigkeit für körperlich schwere und auch mittelschwere Tätigkeiten. Körperlich nur leichte Tätigkeiten, wechsel
belastend, ohne Überkopftä
t
igkeiten, ohne Einnahme von
Zwangs
haltungen
, ohne Bücken und wiederholte Rotationsbewegungen des Oberkör
pers
seien
vollschichtig zumutbar. Aufgrund der erheblichen Einschränkun
gen mit nach
vollziehbaren
Schmerztriggerungen
besteh
e
ein deutlich erhöhter
Pausen
bedarf
im Sinne einer Einschränkung der Leistungsfähigkeit von 30
%
(S. 19 unten)
.
Aus onkologischer Sicht
sei
die Arbeitsfähigkeit im jetzigen Krankheitsstadium nicht eingeschränkt
(S. 20 oben).
Aufgrund der COPD,
beungünstigt
durch die steife Wirbelsäule, was auch den restriktiven Anteil der verminderten Lungenfunktion ausmach
e
,
könne
eine Arbeitsunfä
higkeit für körperlich schwer belastende Tätigkeiten bestätigt werden
.
Für mittel
schwere Tätigkeiten besteh
e
eine Einschränkung von 30-50
%
. Für kör
perlich leichte Tätigkeiten ohne Nässe-, Kälte- und Staubexposition besteh
e
aus internistisch-
pneumologischer
Sicht keine Einschränkung der Arbeitsfä
higkeit
(S. 20 oben).
Aus psychiatrischer Sicht
seien
die subjektiven Beschwer
den des Exploranden einer Neurasthenie zuzuordnen
.
Eine relevante affektive Störung im Sinne einer Depression lieg
e
nicht vor. Die neu
rasthenischen Beschwerden
seien
gemäss vorliegenden Kriterien überwindbar und schränk
t
en die Arbeitsfähigkeit aus psychiatrischer Sicht nicht ein
(S. 20 Mitte).
Aus
interdisziplinärer Sicht
resultiere
, dass beim
Beschwerdeführer
für körper
lich schwere und auch mittelschwere Tätigkeiten eine bleibende, volle Arbeitsunfähigkeit besteh
e
. In körperlich leichten, wechselbelastenden Tätig
keiten, wozu die angestammte Tätigkeit des
Beschwerdeführers
gezählt wer
den
könne
, besteh
e
noch eine 70
%
ige Arbeits- und Leistungsfähigkeit,
voll
schichtig
umsetzbar mit deutlich erhöhtem Pausenbedarf
(S. 20 Mitte)
.
Aufgrund der anamnestischen Angaben,
der
Untersuchungsbefunde, der vor
liegenden Dokumente sowie der früher attestierten Arbeitsunfähigkeiten
sei
die aktuelle Einschätzung der Arbeitsfähigkeit mit Sicherheit ab Oktober 2014 zu bestätigen. Möglicherweise
habe
diese im ähnlichen Ausmass seit November 2010 schon vorgelegen, mit Wahrscheinlichkeit
sei
die aktuelle Einschätzung der
Arbeitsfähigkei
t
über die Zeit gemitte
lt ab September 2012 anzunehmen (S. 20
Ziff.
6.3).
3.6
Dr.
Z._
(vorstehend E. 3.3) führte in
ihrer
Stellungnahme vom 2
1.
April 2015 (
Urk.
10/117) unter anderem aus, diagnostisch würden sich alle Krite
rien einer schizoiden Persönlichkeitsstruktur (ICD-10 F60.1) zeigen (S. 2 oben). Weiter seien drei Förster-Kriterien (chronisch körperliche
Begleiter
krankung
, sozialer Rückzug, gescheiterte Behandlung) gegeben (S. 2 unten).
Eine ausgiebig eingehende Exploration setze eine Dauer von mindestens sechs bis zehn Stunden voraus. Eine derartige Würdigung beziehungsweise Entwürdigung der Einschätzung der vorbehandelnden Ärzte aus einer jahre
langen Vorbehandlung könne nicht ernstgenommen werden. Aufgrund der Kürze der Untersuchung sei sie nur als dogmatisch voreingenommen anzuse
hen und entspreche nicht den Regeln der ärztlichen Kunst (S. 2 unten). Sie erachte eine fundierte objektive und neutrale psychiatrische
Neubegutach
tung
als notwendig. Abschliessend hielt sie fest, sie hoffe sehr
,
ihrem Pati
enten mit ihren Ausführungen dienlich zu sein (S. 3 oben).
4.
4.1
Das polydisziplinäre Gutachten des
G._
vom
2
4.
November
201
4
erfüllt sämtli
che rechtsprechungsgemäss erforderlichen Kriterien für beweiskräftige ärztliche Entscheidungsgrundlagen (vgl. E. 1.
3
).
So berücksichtigte das Gut
achten die geklagten Beschwerden des Beschwerdeführers, wurde in Kenntnis sowie in differenzierter Auseinandersetzung mit den
Vorakten
erstattet und trägt der konkreten medizinischen Situation Rechnung. Die Beurteilung leuchtet in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge ein und die vorgenommenen Schlussfolgerungen zu Gesundheitszustand und Arbeitsfä
higkeit werden ausführlich begründet. Die Beurteilung durch die Gutachter des
G._
ist nach dem Gesagten für die Beantwortung der gestellten Fragen umfassend, weshalb für die
Entscheidfindung
darauf abgestellt werden kann.
4.2
Die Gutachter des
G._
erachteten den Beschwerdeführer aufgrund der somati
schen Beschwerden
in einer körperlich schweren und auch mittel
schweren Tätigkeit als nicht arbeitsfähig. Körperlich nur leichte Tätigkeiten, wechselbelastend, ohne Überkopfarbeiten, ohne Einnahme von
Zwangshal
tungen
, ohne Bücken und wiederholte Rotationsbewegungen des Oberkörpers seien vollschichtig zumutbar. Aufgrund der erheblichen Einschränkungen mit nachvollziehbaren
Schmerztriggerungen
bestehe ein deutlich erhöhter
Pau
senbedarf
im Sinne einer Einschränkung der Leistungsfähigkeit von 30
%
(vgl. vorstehend E. 3.5.3 und E. 3.5.4)
.
4.3
In psychischer Hinsicht konnte dagegen keine Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit gestellt werden. Als ohne Auswirkung auf die Arbeitsfä
higkeit erachteten die Gutachter des
G._
eine Neurasthenie
(vgl. vorstehend E. 3.5.2)
.
Der psychiatrische Gutachter des
G._
hat nach ausführlicher psycho
patho
logi
scher Befundaufnahme (vgl.
Urk.
10/92 S. 11
Ziff.
4.1.2)
unter ande
rem
festgestellt, dass die erhöhte Ermüdbarkeit
im Vordergrund stehe
,
dass es sich bei einer Neurasthenie nicht um eine schwere psychische Störung handelt
und auf die Harmlosigkeit der Störung hinzuweisen sei
. Für die Diagnose einer depressiven Episode seien die affektiven Symptome gegenwärtig nicht genügend ausgeprägt.
Deutlich auffällige
Persönlichkeits
züge
würden eben
falls keine bestehen. N
ach der Prüfung der bis anhin gel
tenden Foerster-Krite
rien (vgl. BGE 130 V 352)
wurde der Neurasthenie
keine Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit beigemessen.
Der psychiatrische Gut
achter des
G._
kam zum Schluss, dass aus psychiatrischer Sicht keine Ein
schränkung der Arbeits
fähigkeit bestehe und dass dem Beschwerdeführer aus psychiatrischer Sicht zugemutet werden könne, einer somatisch angepassten und seinen Fähig
keiten entsprechenden Tätigkeit ganztägig und ohne
Leis
tungsein
schränkung
nachzugehen
(vgl. vorstehend E. 3.5.2
).
4.
4
Der
Beschwerdeführer wies zu Recht darauf hin, dass sich die Rechtspre
chung zu
r
somatoformen
Schmerzstörung
und
vergleichbaren psychosoma
tischen Leiden
geändert hat und das
G._
-Gutachten noch unter der alten Rechtsprechung von BGE 130 V 352 eingeholt wurde (
Urk.
1 S. 5 unten
).
Die Tatsache, dass das Bundesgericht mit BGE 141 V 281 seine bisherige Recht
sprechung zur Invaliditätsbemessung bei psychosomatischen Störungen neu gefasst hat, ändert an der vorliegenden Beurteilung nichts.
Insbesondere ver
lieren die
gemäss
altem Verfahrensstandard eingeholten Gutachten ihren Beweiswert nicht per se. Vielmehr ist im Rahmen einer gesamthaften Prüfung des Einzelfalls entscheidend, ob eine schlüssige Beurteilung im Lichte der
massgeblichen
Indikatoren möglich ist oder nicht (BGE 141 V 281 E. 8).
Dies trifft entgegen der Ansicht des Beschwerdeführers (vgl.
Urk.
1 S. 5
f.
) auf das vorliegende Gutachten des
G._
zu.
Die Standardindikatoren hat das Bundesgericht wie folgt systematisiert (BGE 141 V 281 E. 4.1.3):
Kategorie „funktioneller Schweregrad"
Komplex „Gesundheitsschädigung"
Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde
Behandlungs- und Eingliederungserfolg oder –
resistenz
Komorbiditäten
Komplex „Persönlichkeit" (Persönlichkeitsdiagnostik, persönliche Ressour
cen)
Komplex „Sozialer Kontext"
Kategorie „Konsistenz" (Gesichtspunkte des Verhaltens)
gleichmässige Einschränkung des
Aktivitätenniveaus
in allen ver
gleich
baren Lebensbereichen
behandl
ungs- und eingliederungsanamnestisch ausgewiesener
Leidens
druck
Was den funktionellen Schweregrad betrifft
,
gilt es insbesondere darauf hin
zu
weisen, dass der
vorliegend
psychiatrisch diagnostizierten Neurasthenie ein diagnoseinhärenter Bezug zum Schweregrad fehlt (vgl. Urteil des Bun
desgerichts 8C_617/2015 vom 2
0.
Mai 2016 E. 4.3.2).
So hielt das
Bundesge
richt
fest
, dass die (lege
artis
gestellte) Diagnose eines
syndromalen
Beschwer
debildes
(ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit)
zwar unter die Rechtsprechung
gemäss
BGE 141 V 281 falle, jedoch für sich allein (noch) nicht auf den Schweregrad der Störung
schliessen
lasse.
W
enn die medizini
schen Gutachter trotz des Vorliegens eines
syndromalen
Beschwerdebildes keine Einschränkung der funktionellen Leistungsfähigkeit eruieren können,
liegt
kein Leiden von erheblicher Schwere im
Sinne von BGE 141 V 281 vor
(Urteil des Bundesgerichts 8C_96/2016 vom 2
2.
April 2016 E. 6)
.
Der psychiatrische Gutachter verneinte ausdrücklich eine schwere psychische Störung. Der Beschwerdeführer habe während der Exploration müde gewirkt, die Aufmerksamkeit, die Auffassung und das Gedächtnis waren dagegen nicht beeinträchtigt
(vgl. vorstehend E. 3.2.5)
. Die übrigen vom
psychiatri
schen Gutachter erhobenen Befunde
waren
im Wesentlichen unauffällig.
Entsprechend
führte
der psychiatrische Gutachter keine funktionellen Ein
schränkungen auf das
syndromale
Leiden zurück, womit aus rechtlicher Sicht nicht von einer schweren Ausprägung des Krankheitsgeschehens ausgegan
gen werden kann.
Im Weiteren gelten
psychische Störungen der hier interessierenden Art
nach der Rechtsprechung nur als invalidisierend, wenn sie schwer und therapeu
tisch nicht (mehr)
angehbar
sind (BGE 141 V 281 E. 4.3.1.2).
Obschon der psychiatrische Gutachter von einem chronischen Verlauf und einer ungünsti
gen Prognose ausging
,
ist angesichts der Ergebnisse während des
Reh
abi
lita
tionsaufenthaltes
in der
A._
(vorstehend E. 3.1)
(noch)
nicht
von einer Behandlungsresistenz und folglich davon
auszugehen, dass
ausserhalb des aktuell ambulanten Settings noch therapeutische Optio
nen offen stehen.
So hielt auch der psychiatrische Gutachter fest, dass tages
strukturierende Massnahmen hilfreich sein könnten (
Urk.
10/92 S. 13
Ziff.
4.1.9).
Zum misslungenen Arbeitsversuch und der Eingliederungsmass
nahmen führte de
r
psychiatrische Gutachter
weiter
aus, dass dies auch mit motivationalen
Faktoren und lebensgeschichtlichen Enttäuschungen zusam
menhängen könne.
Angesichts der subjektiven Krankheitsüberzeugung konnten die Gutachter des
G._
im Rahmen der interdisziplinären
Konsens
besprechung
sodann keine beruflichen Massnahmen vorschlagen
(vgl.
Urk.
10/92 S. 21
Ziff.
6.7)
.
Gestützt auf das
G._
-Gutachten sind somatische
Komorbiditäten
gegeben
(vgl. vorstehend E. 3.5.3 und E. 3.5.4)
und entsprechend erscheint die um 30
%
verminderte Arbeitsfähigkeit nachvollziehbar
,
wogegen
es
nach dem Gesagten
an einer psy
chiatrischen Komorbidität fehlt.
Der
psychiatrische
Gutachter hat sich sodann mit der Persönlichkeitsentwick
lung und -struktur befasst
und gab an,
dass
deutlich auffällige
Persönlich
keitszüge
für die Diagnose einer Persönlichkeitsstörung mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit nicht bestehen
würden
. Gegen eine solche Diagnose spreche vor allem auch der Verlauf mit vor der Erkrankung normaler Sozialisati
on und voller Arbeitsfähigkeit.
Hinsichtlich des sozialen Kontextes
ist
darauf hinzuweisen,
dass kein schwerer sozialer Rückzug besteh
t
. Der Beschwerde
führer hat regelmässige soziale Kontakte, auch zu seinen Töchtern und zur Mutter
(vgl. vorstehend E. 3.5.2)
.
Unter dem Aspekt der Konsistenz ist festzustellen, dass
mit Blick auf den Tages
ablauf und die Freizeitgestaltung des Beschwerdeführers (vgl. vorste
hend E. 3.5.2)
das Aktivitätsniveau
nicht in allen vergleichbaren Lebensbe
reichen gleichermassen eingeschränkt ist.
So sind durchaus Aktivitäten vor
handen. Der Beschwerdeführer erledigt seinen Haushalt selber, kocht fast täglich und erledigt seine Einkäufe etappenweise, liest tagsüber, beantwortet Mails, schleift Specksteine, schaut TV, geht spazieren, fährt kurze Strecken mit dem Auto und ha
t regelmässig soziale Kontakte.
4.
5
Gesamthaft betrachtet ist aufgrund dieser Feststellungen nicht von einem hohen Schweregrad der funktionellen Auswirkungen der
Neurasthenie
aus
zugehen
.
Daneben liegt keine
gleichmässige
Einschränkung des
Aktivitätsni
veaus
in allen vergleichbaren Lebensbereichen vor. Damit ist
entgegen der Ansicht des Beschwerdeführers
auch unter Berücksichtigung der neuen bun
desgerichtlichen Rechtsprechung mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt, dass die
Neurasthenie
keinen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit zeitigt.
4.
6
Soweit der Beschwerdeführer dagegen vorbringt, dass es nicht nachvollzieh
bar sei, dass das
G._
-Gutachten trotz der von den Gutachtern selber festge
stellten raschen Ermüdbarkeit und dem Konzentrationsmangel
von einer 70%igen Arbeitsfähigkeit ausgehe (
Urk.
1 S. 5 f.), kann ihm nicht gefolgt
werden. Die Aussage, dass die Gutachter eine rasche Ermüdbarkeit festge
stellt hätten, lässt sich dem Gutachten indes nicht entnehmen. So spricht der psychiatrische Gutachter einzig davon, dass der Beschwerdeführer müde gewirkt habe. Eine rasche Ermüdbarkeit lässt sich auch den übrigen
Teilgut
achten
nicht entnehmen.
Sodann liessen sich leichte
Konzentrationsstörun
gen
einzig bei der genauen Angabe von Lebensdaten der beruflichen Karriere feststellen. Der psychiatrische Gutachter führte diesbezüglich weiter aus, dass die Anamneseerhebung sonst aber gut möglich gewesen sei und die Auf
merksamkeit, die Auffassung und das Gedächtnis sonst nicht beeinträchtigt gewesen seien
(vgl. vorstehend E. 3.5.2)
.
Dass vorliegend Arbeitsversuch
e
zu keinem Erfolg führte
n
, ist unbeachtlich, da angesichts der obigen Feststellungen (vgl. vorstehend E. 4.1-5) davon auszugehen ist, dass es der Versicherte an der ihm zumutbaren
Willensan
strengung
hat fehlen lassen.
Für das Andauern der Erwerbslosigkeit bestehen damit persönliche, allenfalls auch psychosoziale Gründe, welche bei der Beurteilung der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit unberücksichtigt zu bleiben haben
.
G
emäss
Art.
7
Abs.
2 ATSG
sind
für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit
ausschliesslich
die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen (Satz 1) und eine Erwerbsunfähigkeit
kann
zudem nur vorliegen
wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Satz 2). Die Praxisänderung
gemäss
BGE 141 V 281 hat an dieser Gesetzeslage nichts geändert. Der funktionelle Schweregrad einer Störung beurteilt sich nach wie vor nach deren konkreten funktionellen Auswirkun
gen, insbesondere danach, wie stark die versicherte Person in sozialen, beruflichen oder anderen wichtigen Funktionsbereichen
(
schmerzbedingt
)
beeinträchtigt ist (Urteil 9C_125/2015 vom 1
8.
November 2015 E. 7.1 mit Hinweis).
Eine solche Beeinträchtigung liegt
vorliegend
aufgrund des in allen Teilen überzeugenden Gutachtens de
s
G._
nicht vor, zumal aus psychiatri
scher Sicht weder eine Diagnose mit dem nötigen Bezug zum Schweregrad, noch eine Arbeitsunfähigkeit gegeben ist.
Im Übrigen wurde - wenn auch kurz - im Gutachten
zum Arbeitsversuch Stellung genommen (vgl. vorste
hend E. 3.5.2).
4.7
An der schlüssigen und nachvollziehbaren Beurteilung des
G._
vermögen
schliesslich auch
die entgegenstehenden Berichte der behandelnden Psychia
terin
(vorstehend E. 4.4-4.6, E. 4.9)
nichts zu
ändern.
Zu den Einschätzungen von
Dr.
Z._
nahm der psychiatrische Gutachter eingehend Stellung und führte aus, weshalb auf ihre Beurteilung
nicht
abgestützt werden könne (vgl. vorstehend E.
3.5.2
).
Nach ständiger Rechtsprechung führt der Umstand, dass die mit der ver
sicher
ten Person therapeutisch befassten Ärzte und Ärztinnen die restliche Arbeits
fähigkeit tiefer festlegen, nur dann zu ergänzenden Abklärungen, wenn sie objektive Anhaltspunkte vortragen, die dem Administrativexperten entgangen sind (Urteile
des Bundesgerichts
9C_317/2010 vom 1
1.
November 2010 E. 2.3.1, 9C_480/2008 vom 2
7.
Januar 2009 E. 4 mit Hinweis auf Urteil I 676/05 vom 1
3.
März 2006 E. 2.4 in
fine
; Urteil U 58/06 vom
2.
August 2006 E. 2.2 in
fine
). Das trifft bei der Einschätzung des Schweregrades psychischer Störungen der hier vorliegenden Art und der sich daraus erge
benden Auswirkungen auf das funktionelle Leistungsvermögen sowie die psychischen Ressourcen nicht zu, weil es sich hier von der Natur der Sache her um Fragen handelt, für deren Beantwortung dem psychiatrischen Sach
verständigen ein weiter fachlicher Ermessensspielraum eingeräumt werden muss (in diesem Sinne Urteile 9C_447/2009 vom 1
5.
Juli 2009 und 9C_661/2009 vom 2
9.
September 2009 E. 3.2, bestätigt durch Urteil 9C_886/2009 vom 2
7.
April 2010 E. 2.2)
.
Dr.
Z._
konnte keine wichtigen, nicht rein subjektiver ärztlicher Inter
preta
tion entspringenden Aspekte benennen, die im Rahmen der Begut
achtung unerkannt oder ungewürdigt geblieben wären und welche Anlass zu weiter
e
n Abklärungen geben würden. Ihre Berichte vermögen daher keine Zweifel am Gutachten zu begründen. Dass
Dr.
Z._
in ihren Berichten
neben einer depressiven Episode stets auch eine Anpassungsstörung diag
nostizierte, ist nicht nachvollziehbar, da die Diagnose einer
Anpassungsstö
rung
diejenige
eine
r
depressive
n
Episode
grundsätzlich
ausschliesst
(
vgl. Weltgesundheitsorganisation, Internationale Klassifikation psychischer Stö
rungen, ICD-10 Kapitel V [F], Klinisch-diagnostische Leitlinien,
Dil
ling
/
Mombour
/Schmidt [Hrsg.],
9.
Auflage 2014, S. 172
Mitte
).
Auch dass der Beschwerdeführer trotz
gemäss
Dr.
Z._
massiv eingeschränktem
Kon
zen
tra
tionsvermögen
, massiv eingeschränkter Anpassungsfähigkeit und
Be
last
barkeit und leicht verlangsamte
m
Auffassungsvermögen dennoch fahr
taug
lich sein
soll
(vgl. vorstehend E. 3.3), vermag nicht zu überzeugen.
Schliesslich
führt
auch
die
Stellungnahme vom 2
1.
April 2015 (vorstehend E.
3.6) zu keinem anderen Schluss. Insbesondere die darin neu genannte Dia
g
no
se einer schizoiden Persönlichkeitsstörung erscheint vor dem Hinter
grund der
gut
achterlich-
psychiatrischen
Befunderhebung
als nicht nachvoll
ziehbar. Der psychiatrische Gutachter führte diesbezüglich
schlüssig
aus, dass deutlich auffäl
lige Persönlichkeitszüge für die Diagnose einer
Persönlich
keits
störung
mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit nicht bestehen würden und vor allem
der Verlauf mit vor der Erkrankung normaler Sozialisation und voller Arbeitsfä
higkeit gegen diese Diagnose spreche
(vgl. vorstehend E. 3.5.2)
.
Dass die
behandelnde Psychiaterin
nach
nunmehr rund zweieinhalb Jahren
Behand
lung zu einer anderen Erkenntnis gelangt,
vermag nicht zu über
zeugen
.
So erschöpfen sich
die aufgeführten
Befunde
einzig
in der Wieder
gabe der
diag
nostischen
Kriterien der schizoiden
Persönlichkeits
störung
gemäss
ICD-1
0.
Weder in
der Befunderhebung
der psychia
trischen Explo
ration noch in den
vorangegangenen Berichten
sind diesbezügliche Anhalts
punkte zu fin
den.
Bei ihrem Hinweis
, dass eine Exploration min
destens sechs bis zehn Stunden dauern
müsse,
verkennt
Dr.
Z._
schliesslich
, dass es für den Aussagegehalt eines Arztberichtes nicht auf die Dauer der Untersuchung ankommen kann.
Massgeblich
ist vielmehr, ob der Bericht inhaltlich voll
ständig und im Ergebnis schlüssig ist (Ulrich Meyer-Blaser, Rechtliche Vor
gaben an die medizinische Begutachtung, in: Schaffhauser/
Schlauri
[Hrsg.], Rechtsfragen der medizinischen Begutachtung in der Sozialversicherung, 1997, S. 23 f.; Urteil 9C_170/2009 vom
6.
Mai 2009 E. 2.2 mit Hinweisen).
Die behandelnde Psychiaterin schliesst ihre Stellungnahme
vom 2
1.
April 2015
schliesslich damit ab, dass sie hoffe dem Beschwerdeführer mit ihren Ausführungen dienlich zu sein.
Nach dem Gesagten ist daher nicht
auszu
schliessen
, dass sich die behandelnde Psychiaterin in ihren Überlegungen auch von ihrer
auftragsrechtlichen
Verantwortung
gegenüber dem Beschwer
deführer
leiten
liess
,
was
verdeutlicht, dass die in ständiger Rechtsprechung anerkannte Verschiedenheit von Behandlungs- und Begutachtungsauftrag (vgl. BGE 137 V 210 E. 1.2.4 mit Hinweisen) von erheblicher Bedeutung ist, haben doch die Berichte der behandelnden Ärzte
rechtsprechungsgemäss
nicht den Zweck einer den
abschliessenden
Entscheid über die Versiche
rungsansprüche erlaubenden objektiven Beurteilung des Gesundheitszustan
des und erfüllen deshalb kaum je die von der Rechtsprechung aufgestellten materiellen Anforderungen an ein Gutachten. Auch ist der Erfahrungstatsa
che Rechnung zu tragen, dass die behandelnden Ärzte mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung im Zweifelsfall eher zu Gunsten ihrer Patienten aussagen (BGE 135 V 465 E.
4.5).
Aus diesen Grün
den kann auch der nachträglich ergangene Bericht von
Dr.
Z._
vom 1
6.
Januar 2016 (
Urk.
3/4) nicht berücksichtigt werden.
4.8
Nach dem Gesagten ist mit dem im Sozialversicherungsrecht
massgebenden
Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit erstellt, dass de
m
Beschwer
deführer eine körperlich leichte
wechselbelastende
Tätigkeit
, wozu die angestammte Tätigkeit als Leiter Finanzen/HR gezählt werden kann,
im
Umfang von
70
% zumutbar ist. Aufgrund der beweiskräftigen medizinischen Aktenlage besteht entgegen der Auffassung de
s
Beschwerdeführer
s
kein weite
rer Abklärungsbedarf (antizipierte Beweiswürdigung; vgl. Urteil des Bundesgerichtes 8C_468/2007 vom 6. Dezember 2006 E.2.2 mit Hinweisen).
5.
Der durch die Beschwerdegegnerin zur Ermittlung der erwerblichen Aus
wirkun
gen vorgenommene Einkommensvergleich ist nicht zu beanstan
den und wird durch den Beschwerdeführer auch nicht gerügt.
Die angefochtene Verfügung erweist sich damit als rechtens, was zur Abwei
sung der dagegen erhobenen Beschwerde führt.
6.
6.1
Da es im vorliegenden Verfahren um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG) und auf
Fr.
8
00.-- anzusetzen. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind sie dem unterliegenden Beschwerdeführer aufzuerlegen. Zufolge Gewährung der unentgeltlichen
Pro
zessführung
werden diese jedoch einstweilen auf die Gerichtskasse genom
men, dies mit Hinweis auf §16
Abs.
4 des Gesetzes über das
Sozialversiche
rungsgericht
(
GSVGer
).
6.2
Der unentgeltlichen Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers, Rechtsanwältin Mirjam
Stanek
Brändle, steht bei diesem Verfahrensgang eine Entschädigung aus der Gerichtskasse zu. Da die unentgeltliche Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers trotz Aufforderung (vgl.
Urk.
11
Ziff.
3) keine Aufstellung ihrer Aufwände
einreichte
, ist die Entschädigung unter Berücksichtigung des gerichtsüblichen Stundenansatzes von
Fr.
220.-- ermessensweise auf
Fr.
2‘600.-- (inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) festzusetzen.