# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 29092722-a275-4305-99a2-26e6350a5137
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2020
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 19
66
,
war zuletzt vom
1.
August 2010 bis 30.
Ap
ril 2017 als kaufmännischer Angestellter bei einer Bank tätig (
Urk.
7/43
/1
) und
meldete sich nach erfolgter Früherfassung (
Urk.
7/3) erstmals am 1
8.
Dezember 2016 unter Hinweis auf einen Tinnitus, Schwindel, Kopfschmerzen und Kon
zentrations
schwierigkeiten
bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an (
Urk.
7/14
). Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, klärte die medizinische und erwerbliche Situation ab
und gewährte mit Mitteilung vom
6.
März 2017 Frühint
erventionsmassnahmen in Form
ein
er Laufbahnberatung (
Urk.
7/27), welche am 1
5.
August 2017 abgeschlossen wurde
n
(
Urk.
7/35).
Mit
Mitteilung
vom 2
6.
Oktober 2018 wurde
die am 2
6.
Juli 2018 beantragte Arbeits
vermittlung (
Urk.
7/61)
gewährt (Urk.
7/88).
Nach durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(Urk.7/64,
Urk.
7/77,
Urk.
7/84,
Urk.
7/94)
, in welchem weitere medizinische Unterlagen eingereicht wurden (
Urk.
7/83,
Urk.
7/93),
verneinte die IV-Stelle mit Verfügung vom 1
2.
Februar 2019 (
Urk.
7/96) einen Rentenanspruch (
Urk.
7/96 =
Urk.
2)
.
2.
Der Versicherte erhob am 1
3.
März 2019 Beschwerde gegen die Verfügung vom 1
2.
Februar 2019 (
Urk.
2) und beantragte, diese sei aufzuheben und es sei ihm rückwirkend ab
1.
Mai 2017 sowie weiterhin eine angemessene Invalidenrente auszurichten (
Urk.
1 S. 2).
Mit Beschwerdeantwort vom
1.
April 2019 beantragte die Beschwerdegegnerin die Abweisung der Beschwerde (
Urk.
6), was dem Beschwerdeführer am
2.
April 2019 zur Kenntnis gebracht wurde (
Urk.
8).
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allge
meinen Teil
des Sozialversicherungsrechts, ATSG
). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom
menden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der ge
sundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit
liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG)
Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen
wieder herstellen
, er
halten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der Einkommensver
gleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegen
übergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditäts
grad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2, 128 V 29 E. 1).
1.4
Die Annahme eines psychischen Gesundheitsschadens im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG sowie Art. 3 Abs. 1 und Art. 6 ATSG setzt eine psychiatrische, lege
artis
auf die Vorgaben eines anerkannten Klassifikationssystems abgestützte Diagnose voraus (vgl. BGE 145 V 215 E. 5.1, 143 V 409 E. 4.5.2, 141 V 281 E. 2.1, 130 V 396 E. 5.3 und E. 6). Eine fachärztlich einwandfrei festgestellte psychische Krank
heit ist jedoch nicht ohne weiteres gleichbedeutend mit dem Vorliegen einer In
validität. In jedem Einzelfall muss eine Beeinträchtigung der Arbeits- und Er
werbsfähigkeit unabhängig von der Diagnose und grundsätzlich unbesehen der Ätiologie ausgewiesen und in ihrem Ausmass bestimmt sein. Entscheidend ist die
nach einem weitgehend objektivierten Massstab zu beurteilende Frage, ob es der versicherten Person zumutbar ist, eine Arbeitsleistung zu erbringen (BGE 145 V 215 E. 5.3.2, 143 V 409 E. 4.2.1, 141 V 281 E. 3.7, 139 V 547 E. 5.2, 127 V 294 E. 4c; vgl. Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.5
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Be
schwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebe
nenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arz
tes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versi
cherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 256 E. 4). Im Weiteren sind die ärzt
lichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden können (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E. 4b/cc).
1.6
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schluss
folgerungen der Experten begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a mit Hinweis).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin ging in der angefochtenen Verfügung (
Urk.
2) davon aus, dass das vom Beschwerdeführer geltend gemachte Leiden nicht als schwer und langandauernd einzustufen sei. Der Motorradunfall vom Juni 2011 habe zu keiner Verschlechterung des bereits subjekt
iv vorhandenen Tinnitus geführt und
eine Veränderung des Hörvermögens habe nicht eruiert werden können. Trotz Tinnitus könne der Beschwerdeführer vielen sportlichen Aktivitäten ohne Probleme nachgehen und es bestünden keine Einschränkungen in der Kommuni
kation
. D
er Leidensdruck
sei zudem
nicht hoch genug, da gemäss Akten eine ohrenärztliche Behandlung zuletzt im Oktober 2016 stattgefunden habe (S. 2 oben).
Ferner
sei der Tinnitus nicht objektivierbar, die Befunde seien allesamt unauffäl
lig und es sei auch keine Einschränkung im privaten Bereich erkennbar. Es müsse davon ausgegangen werden, dass der Beschwerdeführer nicht alles Mögliche un
ternehme, um eine Verbesserung der gesundheitlichen Situation zu erzielen. Ins
gesamt seien die Einschränkungen daher nicht schwer ausgeprägt. Ferner sei ge
mäss
Medas
-
Gutachten mi
t einer kontinuierlichen Steigerung der Arbeitsfähig
keit zu rechnen (S. 2 Mitte).
2.2
Demgegenüber wandte der Beschwerdeführer im Wesentlichen ein (
Urk.
1),
ent
gegen der Ansicht der Beschwerdegegnerin sei seine Arbeitsfähigkeit nicht nur durch den Tinnitus, sondern auch durch die neuropsychologische Störung, die Kopfschmerzen und die Schwindelsensationen beeinträchtigt (S. 5
Ziff.
7). Auf
grund der Aktenlage sei nicht bestimmbar, ob der Tinnitus «subjektiv» oder «ob
jektiv» sei (S. 6
Ziff.
8.1). Ferner habe die Beschwerdegegnerin kein vollständiges strukturiertes Beweisverfahren durchgeführt, sondern nur eine Prüfung der Kon
sistenz vorgenommen (S. 6
Ziff.
8.2). Die sportlichen Aktivitäten und Betätigun
gen im Freien dienten offenkundig der Entspannung und würden die attestierte Arbeitsunfähigkeit von 50
%
keinesfalls widerlegen (S. 8 Ziff.
8.2.1).
Ferner habe er sich von
diversen Fachärzten wiederholt
untersuchen lassen und deren Be
handlungsvorschläge befolgt (S. 9
Ziff.
8.2.2). Nach dem Gesagten bestehe seit dem 1
7.
Mai 2016 eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit in der angestammten und in einer leidensangepasste
n Tätigkeit. Erst im Rahmen ein
es späteren Revisionsver
fahrens sei zu prüfen, ob eine Anpassung oder gar Aufhebung der Rente aufgrund einer Verbesserung des Gesundheitszustands erfolgen könne (S. 10
Ziff.
9).
2.3
Streitig und zu prüfen ist der Rentenanspruch, mithin, ob der medizinische Sach
verhalt
rechtsgenüglich
abgeklärt wurde und ob ein invalidisierender Gesund
heitszustand vorliegt.
3.
3.1
Dr.
Y._
, Psychologin, und
Dr.
Z._
, Fach
ärztin für Psychiatrie und Psychotherapie, Klinik für Psychiatrie und Psychothe
rapie Universitätsspital
A._
, nannten in ihrem Bericht vom 3
0.
Mai 2016 über die gleichentags erfolgte
Tinnitussprechstunde
(
Urk.
7/52)
als Diagnose einen Verdacht auf eine Anpassungsstörung (ICD-10 F43.2
;
S. 1).
3.2
Dr.
B._
, Facharzt für
Oto
-
Rhino
-Laryngologie nannte in seinem Bericht vom 2
6.
Juli 2016 (
Urk.
7/12/3-4) über die gleichentags erfolgte Untersuchung die folgenden Diagnosen (S. 1):
-
chronischer, weiterhin
dekompensierter
Tinnitus beidseits
-
sensorineurale
Schwerhörigkeit im Hochfrequenzbereich beidseits
-
Verdacht auf eine Anpassungsstörung
-
rezidivierende
Cephalgien
Die Ohrmikroskopie habe ein reizloses und intaktes Trommelfell beidseits bei luft
haltiger Pauke gezeigt.
Die Reintonaudiometrie habe eine
sensorineurale
Schwer
hörigkeit im Hochfrequenzbereich mit einem maximalen Hörverlust von 55 dB bei 6 kHz rechts beziehungsweise 45 dB bei 6 kHz links ergeben. Die erweiterte Hochfrequenzaudiometrie habe eine Hörschwelle im Frequenzbereich zwischen 8 und 14 kHz zwischen 40 und 50 dB gezeigt. Im Tinnitus-Handicap-Inventar habe der Beschwerdeführer einen
Scorewert
von 76 von möglichen 100 Punkten er
zielt, was einem
dekompensierten
Tinnitus des Schweregrades 4 (schwer) en
t
spre
che (S. 2 oben).
Es finde sich momentan eine doch relativ ausgeprägte Reaktion auf die Wahr
nehmung der Ohrgeräusche. Als
Triggermechanismus
fungiere sicherlich die dis
krete und insgesamt altersentsprechende Hochtonschwerhörigkeit. Diese habe allerdings keine therapeutische Relevanz. Die therapeutischen Massnahmen soll
ten sicherlich im Bereich der Psychiatrie beziehungsweise Psychotherapie liegen (S. 2 Mitte).
Dr
.
B._
nannte in seinem
Verlaufsb
ericht vom 3
1.
Oktober 2016 (
Urk.
7/12
/1-2
) über die gl
eichentags erfol
gte K
ontrolle
dieselben Diagnosen wie in seinem Bericht vom Juli 201
6.
Bei der Wiederholung des Tinnitus-Handicap-Inventars habe der Beschwerdeführer einen
Scorewert
von 64 von 100 möglichen Punkten erreicht, was weiterhin einem Schweregrad 4 (schwer) entspreche, aller
dings 10 Punkte besser
sei
als bei der letzten Kontrolle. Aus seiner Sicht könne von einer diskreten Verbesserung in Hinsicht auf die psychische Verfassung und die
Tinnitusbeschwerden
gesprochen werden. Auch der
Tinnitusfragebogen
zeige in diese Richtung (S. 1 unten).
3
.3
Dr.
C._
, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, führte in sei
nem am
2.
März 2017 eingegangenen Bericht (
Urk.
7/24/1-5) auf, dass er den Beschwerdeführer seit
7.
März 2014 ambulant behandle (S. 1
Ziff.
1.2)
,
und nannte die folgenden Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (S. 1
Ziff.
1.1):
-
chronischer weiterhin
dekompensierter
Tinnitus beidseits
-
sensorineurale
Schwerhörigkeit im Hochfrequenzbereich beidseits
-
Fatigue
und Verdacht auf
eine
Anpassungsstörung
-
rezidivierende
Cephalgien
-
Status nach
Antrostomie
und
Ethmopidektomie
rechts
-
Status nach Motorradunfall vom 2
0.
Juni 2011 mit linksseitigen Muskel
prellungen und Zunahme des Tinnitus seither
Die Prognose sei unklar und nach dem bisherigen Verlauf eher ungünstig (S. 2
Ziff.
1.4). Die bisherige Tätigkeit sei
aus medizinischer Sicht noch
zu 50
%
zu
mutbar (S. 3
Ziff.
1.7).
In seinem Bericht vom 3
0.
August 2017 (
Urk.
7/39) nannte
Dr.
C._
anstatt der
Fatigue
und des Verdachts auf eine Anpassungsstörung
zusätzlich zu den bereits genannten Diagnosen eine
reaktive leichte bis mittelschwere depressive Episode (ICD-10 F32.1
;
S. 1
Ziff.
1.1)
. Die Prognose
bezüglich des Tinnitus sei unbestimmt, da bisher der Tinnitus nicht abgeklungen sei. Bezüglich der depres
siven Episode sei die Prognose günstig (S. 2
Ziff.
3.3). Es sei weiterhin von einer 50%igen Arbeitsfähigkeit auszugehen (S. 2
Ziff.
2.2).
Ebenfalls a
m 3
0.
August 2017 berichtete
Dr.
C._
zuhanden der Kranken
taggeldversicherung (AXA), dass keine weitere Verbesserung des
dekompensier
ten
Tinnitus beidseits eingetreten sei. Unter Medikation, Psychotherapie und
Cra
niosacraltherapie
sei die Symptomatik aber etwas erträglicher geworden (
Ziff.
1). Aufgrund des Tinnitus ermüde der Beschwerdeführer bei der Arbeit stark und sei ab Mittag nicht mehr leistungsfähig (
Ziff.
5). Die Beschwerden seien nicht tätig
keitsabhängig.
Eine andere Beschäftigung dränge sich nicht auf und würde das Beschwerdebild nicht verändern (
Ziff.
6)
.
3.4
Dr.
D._
, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, und
Dr.
E._
, Facharzt für Rheumatologie,
MEDAS
F._
,
erstatteten
am 2
9.
März 2018
im Auftrag der Krankentaggeldversicherung (AXA) ein polydis
ziplinäres Gutachten (
Urk.
7/55
/21-35
). Sie stützten sich auf die ihnen überlasse
nen Akten (S.
1-7
),
die Angaben des Beschwerdeführers (S. 7-9),
ein neurologi
sches Teilgutachten (
Urk.
7/55/2-6), ein HNO-Teilgutachten (
Urk.
7/55/7-9) und ein psychiatrisches Teilgutachten (
Urk.
7/55/12-20). Als Diagnose mit wesentli
cher Einschränkung der zumutbaren Arbeitsfähigkeit nannten sie
einen
dekom
pensierten
idiopathischen Tinnitus beidseits, bei einem aktuellen Grad III (S. 12
Ziff.
4.1).
Im neurologischen Teilgutachten vom 2
2.
Februar 2018 (
Urk.
7/55
/2-6) wurde festgehalten, dass die meist in der zweiten Tageshälfte im Zusammenhang mit Ermüdung und Zermürbung durch den permanenten Tinnit
us vorkommenden
Trümmel
beschwerden
mit
diffusem Kopfschmerz, welcher nie die Einnahme einer Schmerztablette erfordere, die aktuelle Arbeitstätigkeit in der Bank beeinträch
tige. Diese Beschwerden seien aber im Wesentlichen als reaktiv zu verstehen, Fol
gen des schweren, im aktuellen Leide
n
ganz vordergründigen Tinnitus. Ausser einer wenig aktiven Migräne mit Aura bestehe keine primär neurologische Er
krankung, so dass aus neurologischer Sicht im engeren Sinne keine Einschrän
kung der Arbeitsfähigkeit festgestellt werden könne (S.
4
Ziff.
6).
Im HNO-Teilgutachten vom
6.
Februar 2018 (
Urk.
7/55/7-9)
wurde aufgeführt, dass sich in der Tonaudiometrie eine rechts etwas
ausgeprägtere
Hochton-In
nenohrschwerhörigkeit gezeigt habe. Der Hörverlust betrage links 5
%
und rechts 15
%
.
Der Tinnitus werde beidseits bei 4000 Hz angegeben, links mit einer Inten
sität von 60 dB, rechts von 80 dB. Die Unbehaglichkeitsschwelle liege beidseits zwischen 80 und 90 dB. Beim Beschwerdeführer bestehe weiterhin ein
dekom
pensierter
Tinnitus rechts betont. Die Situation habe sich gebessert, sodass aktuell ein Grad III und nicht mehr Grad IV vorliege (S. 2 Mitte). Da der Tinnitus immer noch in einem
dekompensierten
Stadium sei, ermüde der Beschwerdeführer schnell und b
enötige längere Pausen. Aktuell bestehe eine 50
%ige Arbeitsunfä
higkeit in der angestammten und in einer angepassten Tätigkeit. Bei einer Stei
gerung des aktuellen Pensums bestehe die grosse Gefahr einer erneuten Ver
schlechterung mit in der Folge
Zunahme der Arbeitsunfähigkeit
im schlimmsten Fall auf 100
%
(S.
2
f.).
Aus psychiatrischer Sicht wurde im
Teilgutachten vom 1
2.
Februar 2018 (
Urk.
7/55/12-20)
keine Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit ge
stellt.
Für das Vorliegen einer depressiven Erkrankung fehle insbesondere das Leitsymptom einer wenig veränderlichen depressiven Stimmung und die emotio
nale Reaktivität sei erhalten (S. 7 Mitte). Die Diagnose einer Neurasthenie passe deutlich weniger als die Annahme, dass die Müdigkeit, das Schwindelgefühl und die Konzentrationsstörungen eine Folge des Tinnitus seien (S. 8 oben).
Die von
Dr.
D._
und
Dr.
E._
erarbeitete Gesamtbeurteilung
(
Urk.
7/55/21-35
)
ergab, dass weiterhin eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit in angestammter und auch allfälliger Verweistätigkeit aufgrund der Tinnitus-bedingt anhaltend verminder
ten Leistungsfähigkeit bestehe (S.
1
2
Ziff.
3). Eine zuverlässige Prognose sei kaum zu stellen. Die Erfahrung mit Patienten, die unter einem
dekompensierten
Tinni
tus leiden, zeige, dass die Arbeitsfähigkeit behutsam und schrittweise über eine längere Periode gesteigert werden müsse. Ein zu rasches Steigern berge die Gefahr einer akuten Verschlechterung mit schlussendlich Verlängerung der gesamten Arbeitsunfähigkeit. Ab welchem Zeitpunkt und wie schnell die Arbeitsfähigkeit gesteigert werden könne, sei nicht zuverlässig zu beantworten. Mit einer Wieder
aufnahme der Arbeit in einem Pensum von 100
%
könne jedoch ge
rechnet wer
den (
S.
1
3 f.
Ziff.
9
)
.
3.5
Dr
.
B._
führte in se
inem Bericht vom
2.
Oktober 2018
(
Urk.
7/83) zusätz
lich zu den im Oktober 2016 bereits genannten
Diagnosen (vgl. vorstehend E. 3.2
) ein unklares Schwindel- und Benommenheitsgefühl, ein
en
Verdacht auf eine
kognitive Funktionsbeeinträchtigung und einen Zustand nach einem Verkehrs
unfall
im Jahr
2011 auf (S. 1). Insgesamt bestehe keine wesentliche Veränderung im Vergleich zum Vorbefund aus dem Jahr 2016
(S. 2 oben).
3.6
Die Fachpersonen der
Klinik für Neurologie
des
Un
iversitätsspital
s
A._
führten
in ihrem Bericht vom 2
0.
November 2018 über die gleichentags erfolgte neu
ropsychologische Untersuchung (
Urk.
7/93) auf
, dass die Standortbestimmung leicht- bis mittelgradige Defizite im Bereich der kognitiven Frontalhirnfunktionen sowie leichte Minderleistungen im mnestischen Bereich ergeben habe. Ätiologisch würden diese Befunde, genauso wie die subjektiven Konzentrationsschwierigkei
ten, am ehesten als sekundäre Folgen der Erschöpfungssymptomatik, der Belas
tung durch den Schwindel, den Tinnitus und die Kopfschmerzen sowie anderer psychischer Faktoren eingeordnet werden. Von einer hirnorganischen Ursache der Defizite, zum Beispiel im Sinne von Unfallfolgen, werde nicht ausgegangen
(S. 3).
4.
4.1
Das Gutachten der MEDAS
F._
vom März 2018 (vorstehend E. 3.4
)
zuhanden der Krankentaggeldversicherung erfüllt sämtliche Anforderungen an den Beweiswert medizinischer Berichte im Sinne der R
echtsprechung (vorstehend E. 1.6
). E
s setzt sich mit allen Aspekten der gesundheitlichen Beeinträchtigung auseinander, berücksichtigt die geklagten Beschwerden sowie sämtliche ärztli
chen Untersuchungsberichte. Das Gutachten leuchtet in der Darlegung der medi
zinischen Zusammenhänge sowie in der Beurteilung der medizinischen Situation ein und enthält nachvollziehbar begründete Schlussfolgerungen. Es kann dem
nach grundsätzlich darauf abgestellt werden.
4.2
Die Gutachter diagnostizierten einen
dekompensierten
idiopathischen Tinnitus beidseits bei einem aktuellen Grad III. Aus HNO-ärztlicher Sicht bestehe
daher
eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit, wobei mit einer kontinuierlichen Steigerung der Arbeitsfähigkeit
, welche behutsam und schrittweise über eine längere Periode zu erfolgen habe, gerechnet werden könne.
Die leichtgradige
Hoch
ton
innen
ohrs
chwerhörigkeit rechtsbetont, die
Kopfschmerzen,
die Migräne, die
Trümmel
beschwerden
ohne fassbare neuroge
ne oder vestibuläre Ursache, das Übergewicht und die
Hypercholest
erinämie/
Hypertriglyzeridämie
wü
rden
zu
keine
r
wesentli
che
n
Einschränkun
g der Arbeitsfähigkeit führen (
Urk.
7/55/21-35 S. 12
Ziff.
4)
.
Im Rahmen der
HNO-Begutachtung
so
wie der
Untersuchungen
durch die behan
delnden Ärzte
wurde keine organisch objektiv ausgewiesene Schädigung als Ur
sache für den Tinnitus festgestellt.
Bei der Ohrmikroskopie zeigte sich beidseits
ein reizloses und intaktes Trommelfell bei lufthaltiger Pauke. Der Nasen-Rachen war endoskopisch unauffällig
(vorstehend E. 3.2 und E. 3.5
)
.
Ein im Oktober 2015
erfolgtes MRI zeigte
insbesondere
keine Auffälligkeiten der Felsenbeine und des Cerebrums
und keine radiologisch sichtbaren spinalen oder
cerebralen
Trauma
folgen
(
Urk.
7/12/8-9 S. 2).
Die bildgebend festgestellte zystische Läsion in der
Sella
turcica
wurde als Zufallsbefund ohne klinische Relevanz gewertet (
Urk.
7/55/21-35 S. 13
Ziff.
4.3).
Demnach konnten der
vorliegend diagnostizierte Tinnitus wie auch eine ihm zugrundeliegende organische Schädigung nicht mit
appartativen
/bildgebenden Abklärungen
bestätigt werden. D
er Schweregrad des Tinnitus wurde
einzig aufgrund der Angaben des Beschwerdeführers und dessen subjektiv empfundenen Beeinträchtigungen
und
nicht mittel
s objektiver Messun
gen
festgelegt
(vgl. auch BGE 138 V 248 E. 5.7 ff.
)
.
Von weiteren Abklärungen ist
nach dem Gesagten
kein anderes Ergebnis zu erwarten
. Entsprechend
sollten denn auch
gemäss
de
m
behandelnden Arzt
Dr
.
B._
die
therapeutischen Massnahmen im Bereich
der Psychiatrie beziehungsweise Psychotherapie
liegen (vorstehend E. 3.2
)
.
Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist in einer solchen Konstellation praxisgemäss die
Indikatorenprüfung
im Sinne von BGE 141 V 281 vorzunehmen
(vgl. Urteile des Bundesgerichts 8C_175/2018 vom 2
7.
September 2018 E. 6 und 9C_433/2017 vom 1
3.
März 2018 E. 4.9 mit Hinweis auf BGE 138 V 248).
Aus dem
Medas
-Gutachten vom März 2018
ergeben sich die notwendigen Hinweise, welche eine Prüfung anhand der einschlägigen Indikatoren ermöglichen
, weshalb
keine
weitere
n
medizinische
n
Abklärungen angezeigt
sind
.
4.3
Die Rechtsanwender prüfen die medizinischen Angaben frei insbesondere darauf
hin, ob die Ärzte sich an die massgebenden normativen Rahmenbedingungen gehalten haben und ob und in welchem Umfang die ärztlichen Feststellungen anhand der rechtserheblichen Indikatoren auf Arbeitsunfähigkeit schliessen las
sen. Es soll keine losgelöste juristische Parallelüberprüfung nach Massgabe des strukturierten Beweisverfahrens stattfinden, sondern im Rahmen der Beweiswür
digung überprüft werden, ob die funktionellen Auswirkungen medizinisch an
hand der Indikatoren schlüssig und widerspruchsfrei festgestellt wurden und so
mit den normativen Vorgaben Rechnung tragen. Entscheidend bleibt letztlich im
mer die Frage der funktionellen Auswirkungen einer Störung, welche im Rahmen des Sozialversicherungsrechts abschliessend nur aus juristischer Sicht beantwor
tet werden kann. Nach BGE 141 V 281 kann somit der Beweis für eine lang an
dauernde und erhebliche gesundheitsbedingte Arbeitsunfähigkeit nur dann als geleistet betrachtet werden, wenn die Prüfung der massgeblichen Beweisthemen
im Rahmen einer umfassenden Betrachtung ein stimmiges Gesamtbild einer Ein
schränkung in allen Lebensbereichen (Konsistenz) für die Bejahung einer Arbeits
unfähigkeit zeigt. Fehlt es daran, ist der Beweis nicht geleistet und nicht zu er
bringen, was sich nach den Regeln über die (materielle) Beweislast zuungunsten der rentenansprechenden Person auswirkt (BGE 144 V 50 E. 4.3
).
4.4
Die für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit bei psychischen Erkrankungen im Regelfall beachtlichen Standardindikatoren (BGE 143 V 418, 143 V 409, 141 V 281) hat das Bundesgericht wie folgt systematisiert (BGE 141 V 281 E. 4.3.1):
-
Kategorie «funktioneller Schweregrad» (E. 4.3)
-
Komplex «Gesundheitsschädigung» (E. 4.3.1)
-
Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde (E. 4.3.1.1)
-
Behandlungs- und Eingliederungserfolg oder -resistenz (E. 4.3.1.2)
-
Komorbiditäten (E. 4.3.1.3)
-
Komplex «Persönlichkeit» (Persönlichkeitsdiagnostik, persönliche Res
sourcen, E. 4.3.2)
-
Komplex «Sozialer Kontext» (E. 4.3.3)
-
Kategorie «Konsistenz» (Gesichtspunkte des Verhaltens, E. 4.4)
-
gleichmässige Einschränkung des
Aktivitätenniveaus
in allen vergleich
baren Lebensbereichen (E. 4.4.1)
-
behandlungs- und eingliederungsanamnestisch ausgewiesener Leidens
druck (E. 4.4.2)
Beweisrechtlich entscheidend ist der verhaltensbezogene Aspekt der Konsistenz (BGE 141 V 281 E. 4.4; vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_604/2017 vom 1
5.
März 2018 E. 7.4).
4.5
4.5.1
Hinsichtlich der Kategorie «funktioneller Schweregrad» ist festzuhalten
, dass der Beschwerdeführer anlässlich der HNO-Begutachtung den Tinnitus beidseits bei 4000 Hz angab, links mit einer Intensität von 60 dB und rechts von 80 dB. Die Unbehaglichkeitsschwelle lag beidseits zwischen 80 und 90 dB. Es wurde weiter
h
in ein
dekompensierter
idiopath
i
s
cher Tinnitus festgestellt, wobei in den letzten Monaten von einer Verbesserung auszugehen sei, sodass ein Grad III und nicht mehr Grad IV vorliege (
Urk.
7/55/7-9 S. 2).
Im Rahmen der psychiatrischen Begutachtung zeigten sich keine Hinweise auf klinisch relevante Konzentrations-, Aufmerksamkeits- oder Gedächtnisstörungen. Der Beschwerdeführer war affektiv erreichbar, moduliert, mit meist gelöster Stim
mung, heiter, zum Teil auch je nach Gesprächsthema bedrückt bis traurig, aber
nicht depressiv
(
Urk.
7/55/12-20 S. 3
Ziff.
4.3.2
). D
as Ergebnis der
auf der Hamil
ton-Depressio
n
s-Skala
beruhenden Fremdbeurteilung lag unter dem Schwellen
wert für eine Depression respektive ohne Berücksichtigung der durch die Ermüd
barkeit erklärbaren Symptome sogar im klar nicht-pathologischen Bereich (
Urk.
7/55/12-20
S. 3
Ziff.
4.3.3)
. Die von
den behandelnden Ärzten
gestellte Ver
dachtsd
iagnose einer Anpassungsstörung,
welche definitionsgemäss nur zeitlich begrenzt anhalten kann, ist als vollständig remittiert zu betrachten
(
Urk.
7/55/
12-20 S. 6 Mitte)
.
Eine Depression konnte anlässlich der Begutachtung nicht festge
stellt werden, zumal insbesondere das Leitsymptom einer wenig veränderlichen depressiven Stimmung
fehlte
und die emotionale Reaktivität erhalten
war
(
Urk.
7/55/12-20 S. 7 Mitte).
Die
von
Dr.
C._
im August 2017 aufgeführte
Diagnose einer
leichte
n
bis mittelschwere
n
depressive
n
Episode
(vorstehend E.
3.3
), bei welcher es sich überdies um eine fachfremde Beurteilung handelt,
ver
mag nach dem Gesagten nicht zu überzeugen.
Die Müdigkeit, das Schwindelge
fühl und die Konzentrationsstörungen fallen nicht unter die Diagnose einer Neu
rasthenie, sondern sind als Folge des Tinnitus zu verstehen (
Urk.
7/55/12-20 S. 8 oben).
Eine psychiatrische Erkrankung ist daher nicht ausgewiesen, weshalb aus psychiatrischer Sicht keine Komorbidität vorliegt
.
Die von den behandelnden Fachpersonen in der neuropsychologischen Untersu
chung am Universitätsspital
A._
festgestellten leicht- bis mittelgradigen Defi
zite im Bereich der kognitiven Frontalhirnfunktionen, die leichten Minderleistun
gen im mnestischen Bereich sowie die subjektiven Konzentrationsschwierigkeiten wurden ätiologisch am ehesten als sekundäre Folgen der Erschöpfungssympto
matik, der Belastung durch den Schwindel, den Tinnitus und die Kopfschmerzen sowie anderer psychischer Fakto
ren eingeordnet (vorstehend E. 3.6
).
Im neurolo
gischen Teilgutachten wurde ausgeführt, dass die im Zusammenhang mit Ermü
dung und Zermürbung durch den permanenten Tinnitus vorkommenden
Trüm
mel
beschwerden
mit auch diffusem Kopfdruck als reaktiv im Sinne von Folgen des schweren, im aktuellen Leiden ganz vordergründigen Tinnitus zu verstehen seien (
Urk.
7/55/2-6 S. 4
Ziff.
6).
Im
Medas
-Gutachten wurde
sodann
den Kopf
schmerzen, der Migräne, den
Trümmelbeschwerden
ohne fassbare neurogene oder vestibuläre Ursache, dem Übergewicht und der Hypercholesterinä
mie/
Hypertriglyzeridämie
keine wesentliche Einschränkung der Arbeitsfähigkeit zuerkannt
(
Urk.
7/
55/21-35 S. 12
Ziff.
4.2).
Im Vordergrund steht die Diagnose des
dekompensierten
idiopathischen
Tinnitus
, wobei die vom Beschwerdeführer geklagten weiteren Beschwerden, insbesondere die Ermüdung, der
Trümmel
beschwerden
, der diffuse Kopfdruck und die Kon
zentrationsschwierigkeiten nach dem Gesagten am ehesten eine Folge des Tinni
tus darstellen.
Bezüglich des Schweregrads ist eine Verbesserung eingetreten, handelt es sich doch aktuell um den Schweregrad III und nicht mehr IV.
Hinsicht
lich
der weiteren geklagten Beschwerden ist von keiner schweren Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde auszugehen,
so
zeigten sich anlässlich
der psy
chiatrischen
Untersuchung insbesondere
keine Hinweise auf klinisch relevante Konzentrations-, Aufmerksam
keits- oder Gedächtnisstörungen
(
Urk.
7/55/12-20 S. 3
Ziff.
4.3.2
)
. Ferner wurde bezüglich der somatischen Beschwerden keine Ein
schränkung der Arbeitsfähigkeit festgestellt.
Die Gutachter führten
schliesslich
auch aus, dass mit der Wiederaufnahme der Tätigkeit in einem 100%-Pensum gerechnet werden könne (
Urk.
7/55/21-35 S. 14
Ziff.
9).
In Bezug auf den Indikator
«
Behandlungs- und Eingliederungserfolg oder –
resis
tenz
»
ist festzuhalten, dass
der Beschwerdeführer i
m Rahmen der erweiterten Tin
nitus-Abklärung an der ORL-Klinik des Universitätsspitals
A._
im
Jahr 2016 an lediglich
3 Sitzungen teil
nahm
(
Urk.
7/45/43).
Dr
.
B._
empfahl weitere
psychiatrische respektive psychothe
rapeutische Massnahmen
(vorstehend E. 3.2
).
Ebenso wurde mit den
Fachpersonen der Klinik für Neurologie des Universität
s
spitals
A._
(vorstehend E. 3.6
)
die Wiederaufnahme der psychotherape
utischen Betreuung besprochen, w
as der Beschwerdeführer jedoch ablehnte
(vgl.
Urk.
7/93/1-3 S. 3
).
Eine am 1
0.
Januar 2019 begonnene psychotherapeutische respektive neuropsychologische Therapie wurde zugunsten der Tinnitus-Schwin
del-Therapie am Universitätsspital
A._
sistiert (
Urk.
3/3 S. 2 f.). Von März bis August 2017 fand eine Laufbahnberatung statt (
Urk.
7/27,
Urk.
7/35) und am
2
6.
Oktober 2018 wurde das Gesuch um Arbeitsvermittlung vom 2
6.
Juli 2018
(
Urk.
7/61)
gutgeheissen
(
Urk.
7/88), wobei der Beschwerdeführer am
1.
März 2019 auf die Wahrnehmung seiner Mitwirkungspflicht aufmerksam gemacht wurde (
Urk.
7/99).
Die therapeutischen und be
rufsintegrativen Massnahmen wur
den
nach dem Gesagte
n nicht voll ausgeschöpft
.
4.5.2
Bezüglich des Komplexes «Persönlichkeit» kann aufgeführt werden
, dass keine Hinweise für Persönlichkeitsstörungen vorlagen (
Urk.
7/55/12-20 S.
8 oben). In der psychiatrischen Untersuchung sind zahlreiche gesunde Persönlichkeitsanteile und persönliche Ressourcen aufgefallen.
Der Beschwerdeführer
gehe
,
je nachdem ob er arbeite
,
etwa gegen 23 Uhr ins Bett und schlafe mit dem Medik
ament relativ schnell ein. Unterdessen
schlafe er durch und könne ohne weiteres 10 Stunden schlafe
n
.
Um 7 Uhr morgens wache er auf, gehe
zur Arbeit,
esse
am Mittag meistens noch etwas Kleines
in der Betriebskan
tine (
Urk.
7/55/2-6 S. 2 unten)
und gehe anschliessend
nach Hause. Na
ch der Arbeit lege er sich
hin
,
vor allem wenn er extrem Tinnitus und Schwindel habe.
Im Sommer gehe er auch in den Wald und lege sich
dort
hin. Er sei ein Natur
mensch und gehe viel Wandern und Spazieren
(
Urk.
7/55/12-20 S. 2
Ziff.
3.2.5
)
, was an einem guten Tag bis zu fünf Stunden
möglich
sei
. Auch arbeite er sehr gerne im Garten, was ihm während ein paar Stunden möglich sei. Im Sommer gehe er häufig schwimmen, in der Hochsaison fast täglich. Intermittierend mache er Krafttraining, momentan etwa 2-3 Mal pro
Woche. Vereinzelt fahre er Fahrrad
, maximal eine Stunde. Autofahren sei grundsätzlich möglich, da aber in der Regel sein Partner fahre, mache er dies eher selten (
Urk.
7/55/2-6 S. 3 Mitte). Er lese gerne Zeitungen, Fachberichte, über Reisen und Börsen. Er schaue im TV gerne Reiseberichte, politische Diskussionen, Filme und könne meist den Faden behal
ten
(
Urk.
7/55/12-20 S. 2
Ziff.
3.2.5)
.
Im
«
sozialen Kontext
»
zeigt sich ein intaktes familiäres und freundschaftliches Netzwerk mit
häufiger Kontaktpflege (
Urk.
7/55/12-20 S. 1
Ziff.
3.2.1
)
. Der Ta
gesablauf des Beschwerd
eführers weist umfangreiche sowie
auch körperlich und intellektuell beanspruchende Aktivitäten auf. Er geht verschiedenen Hobbys und Interessen nach, geh
t beispielsweise W
andern und mehrmals in der Woche ins Krafttraining, liest Zeitungen, verfolgt politische Diskussionen am TV und pflegt diverse Kontakte. Das doch relativ hohe
Aktivitätenniveau
im privaten Bereich, die diversen Interessen und die regelmässige Pflege von sozialen Kontakten deu
ten auf keine einschneidenden Einschränkungen im Alltagsleben hin
.
Neben der sozial und familiär guten Integration
verfügt er über eine überdurchschnittliche Intelligenz und zahlreiche persönliche Kompetenzen, so dass die Ressourcen ge
genüber den Risiken und Belastungen
deutlich
überwiegen (vgl.
Urk.
7/55/12-20 S. 5 oben).
4.5.3
Zu prüfen ist im Weiteren die beweisrechtlich ausschlaggebende Kategorie der «Konsistenz». Im Rahmen der Begutachtung gab es keine Hinweise auf eine we
sentliche Verdeutlichung, Aggravation, Simulation oder Dissimulation (
Urk.
7/55/12-20 S. 8 unten).
Wie oben ausgeführt (vorstehend E.
4.5.2
) verfügt der
Beschwerdeführer
über ei
ne intakte Tagesstruktur
,
pflegt
intensiv soziale Kontakte und
geht verschiedenen Hobbys nach
, welche ihn körperlich
und
intel
lektuell fordern
, sodass
von
keine
r
gleichmässig
en Einschränkung
des
Akt
ivitä
tenniveaus
in allen vergleichbaren Lebensbereichen ausgegangen werden kann.
Diesbezüglich ist anzumerken, dass trotz der
verschiedenen
geklagten
Beschwer
den
,
insbesondere des als im Vordergrund stehend beschriebenen Tinnitus (
Urk.
7/55/2-6 S. 2 Mitte)
,
diverse Aktivitäten auch in
Umgebungen mit einem hohen Geräuschpegel, beispielsweise
in
der Kantine oder
im Fitnesscenters, mög
lich sind.
Ferner
scheint
auch das Ein- und Durchschlafen nicht
tangiert zu sein
(
Urk.
7/55/12-20 S. 2
Ziff.
3.2.5)
, was
hinsichtlich der beschriebenen Beschwer
den
gegen eine starke Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde spricht.
An
lässlich der psychiatrischen Begutachtung waren die geklagten
Konzentrations
störungen
nicht beobachtbar
(
Urk.
7/55/12-20 S. 3
Ziff.
4.3.2)
. I
m Gespräch konnte der Beschwerdeführer die Aufmerksamkeit weg vom Tinnitus
auf etwas a
nderes
umfokussieren
und sich ablenken lassen (
Urk.
7/55/12-20 S. 5 oben).
Überdies ist es ihm neben
der in einem
50%igen Arbeitspensum ausgeübten Tä
tigkeit
möglich, Zeitungen und Fachberichte zu lesen
sowie
anspruchsvolle TV-Sendungen wie beispielsweise politische Diskussionen zu verfolgen
, wobei er bei
ausgeprägten Konzentrationsschwierigkeiten
sicherlich
stark eingeschränkt
wäre.
Ausschlaggebend dürften auch seine
überdurchschnittlich vorhandenen Ressour
cen und Kompetenzen sein, die ihm trotz der bestehenden Beschwerden ein in
taktes psychosoziales Funktionsniveau bei der Alltagsbewältigung ermöglichen
.
Anhand
der
Schilderungen
des Beschwerdeführers
lässt sich
daher k
ein reduzier
tes Aktivitätsniveau in der
privaten Lebensgestaltung
erkennen
, womit sich
bei kritischer Würdigung
der vorliegenden Befunde
ein in sich unschlüssiges, inkon
sistentes Bild
ergibt. Überdies
gingen
denn
auch die Gutachter davon aus, dass mit einer Wiederaufnahme der bisher ausgeübten Tätigkeit in einem 10
0
%-Pen
sum gerechnet werden könne
(
Urk.
7/55/21-35 S. 14
Ziff.
9).
Hinsichtlich des Gesichtspunkts des
«
behandlungs- und eingliederungsanamnes
tisch ausgewiesenen Leidensdrucks
»
ist schliesslich festzuhalten, dass die thera
peutischen Optionen bisher nicht voll ausgeschö
pft wurden (vgl. vorstehend E.
4.5.1
), was insgesamt auf keinen erhöhten Leidensdruck hinweist.
4.5.4
Zusammenfassend ist in Anbetracht der geprüften Standardindikatoren und de
ren Gesamtwürdigung festzuhalten, dass mit Blick auf die bloss geringe diagnos
tische Ausprägung, das hohe
Aktivitätenniveau
des Beschwerdeführers, die per
sönlichen Ressourcen und vorhandenen Inkonsistenzen keine im invalidenversi
cherungsrechtlichen Sinne hinreichende funktionelle Leistungseinschränkung mit überwiegender Wahrscheinlichkeit ausgewiesen ist. Insoweit ist von der gut
achterlichen Einschätzung der Arbeitsunfähigkeit abzuweichen, ohne dass diese ihren Beweiswert verlöre
(vgl. hierzu Urteil des Bundesgerichts 8C_604/2017 vom 1
5.
März 2018 E. 3.2)
.
Da die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers nach dem Gesagten im massgebenden Zeitraum weder in der angestammten noch in einer angepassten Tätigkeit während einer relevanten Dauer gesundheitsbedingt massgeblich eingeschränkt war, ist demnach nicht zu beanstanden, dass die Be
schwerdegegnerin einen Anspruch des Beschwerdeführers auf Leistungen der In
validenversicherung verneinte.
5.
Damit erweist sich die angefochtene Verfügung als rechtens, womit die dagegen erhobene Beschwerde abzuweisen ist.
6.
Da es im vorliegenden Verfahren um die Bewilligung oder Verweigerung von IV-Leistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG) und auf
Fr.
700.-- anzusetzen. Entsprechend dem Ausgang des Ver
fahrens sind sie dem unterliegenden Beschwerdeführer aufzuerlegen.