# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** a33b7785-d384-4046-a876-bb74912421c4
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2020
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1964, war seit Oktober 2010 bei der
Y._
AG als Bauarbeiter tätig und meldete sich am
5.
November 2015 unter Hinweis auf Rückenbeschwerden bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an (
Urk.
8/8). Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, klärte die medizinisc
he und erwerbliche Situation ab und
zog Akten der Kranken
taggeldversicherung bei (
Urk.
8/2,
Urk.
8/9,
Urk.
8/
27,
Urk.
8/37,
Urk.
8/51,
Urk.
8/82,
Urk.
8/115).
Nach
durchgeführtem
Vorbe
scheidverfahren
(
Urk.
8/148
) sprach die
IV-Stelle
dem Versicherten
mit Verfügung vom 2
7.
Juni 2019 bei einem Invaliditätsgrad von 100
%
eine befristete ganze Rente vom
1.
Juli 2016 bis 3
0.
September 2017 sowie bei einem Invaliditätsgrad von 51
%
eine befristete halbe Rente vom
1.
Oktober 2017 bis 3
1.
Dezember 2018 zu (
Urk.
8/167-168 =
Urk.
2).
2.
Der
Versicherte erhob am 2
6.
August 2019
Beschwerde (
Urk.
1) gegen die Verfü
gung vom
2
7.
Juni 2019
(
Urk.
2) und beantragte, diese sei
betreffend Leistungen ab dem
1.
Oktober 2017
aufzuheben und es sei ihm
ab dem
1.
Oktober 2017 eine
Dreiviertelsrente
zuzusprechen
(S. 2
Ziff.
1).
Die IV-Stelle beantragte mit Beschwerdeantwort vom
3
0.
September 2019
(
Urk.
7
) die Abweisung der Beschwerde. Dies wurde dem Beschwerdeführer am
1.
Oktober 2019
zur Kenntnis gebracht (
Urk.
9
).
Mit Verfügung vom 2
2.
Juni 2020 (
Urk.
10) wurde die BVG-Personal
vor
sorgestiftung der
Y._ AG
zum Prozess bei
geladen
. Innert angesetzter Frist ist keine Stellungnahme eingegangen.
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allge
meinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom
menden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung
des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss Art. 28 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen
wieder herstellen
, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (Art. 8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (Art. 28 Abs. 2 IVG).
1.3
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der Einkommensver
gleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegen
übergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditäts
grad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2, 128 V 29 E. 1).
1.
4
Die rückwirkend ergangene Verfügung über eine befristete oder im Sinne einer Reduktion abgestufte Invalidenrente umfasst einerseits die Zusprechung der Leis
tung und andererseits deren Aufhebung oder Herabsetzung (BGE 125 V 413 E. 2d; Urteil des Bundesgerichts 8C_780/2007 vom 27. August 2008 E. 2.3; vgl. Meyer/
Reichmuth
, Bundesgesetz über die Invalidenversicherung, 3. Auflage 2014,
Rn
11 zu Art. 30–31). Rechtsprechungsgemäss bildet eine solche Verfügung insgesamt den Anfechtungs- und Streitgegenstand und unterliegt integral der
gerichtlichen Prüfung, selbst wenn nur einzelne Punkte davon bestritten sind (vgl. BGE 131 V 164 E. 2.2, 125 V 413 E. 2d; vgl. Urteile des Bundesgerichts 8C_440/2017 vom 25. Juni 2018 E. 5.1 [in BGE 144 V 153 nicht publiziert] und 9C_50/2011 vom 25. Mai 2011 E. 2.1).
Spricht die Verwaltung der versicherten Person eine abgestufte oder befristete Rente zu und wird beschwerdeweise einzig die Abstufung oder die Befristung der Leistungen angefochten, hat dies nicht eine Einschränkung des Gegenstandes des Rechtsmittelverfahrens in dem Sinne zur Folge, dass die unbestritten gebliebenen Bezugszeiten von der Beurteilung ausgeklammert blieben. Die gerichtliche Prü
fung hat vielmehr den Rentenanspruch für den gesamten verfügungsweise gere
gelten Zeitraum und damit sowohl die Zusprechung als auch die Abstufung oder Aufhebung der Rente zu erfassen (BGE 131 V 164 E. 2.2, 125 V 413 E. 2d; Urteile des Bundesgerichts 8C_765/2007 vom 11. Juli 2008 E. 2 und I 526/06 vom 31. Oktober 2006 E. 2.3 mit Hinweisen). Dabei ist in anfechtungs- und streitge
genständlicher Hinsicht irrelevant, ob eine rückwirkende Zusprechung einer abgestuften oder befristeten Invalidenrente in einer oder in mehreren Verfügun
gen gleichen Datums eröffnet wird (BGE 131 V 164 Regeste; Urteil des Bundes
gerichts 8C_489/2009 vom 23. Oktober 2009 E. 4.1 mit Hinweis).
1.5
Nach der Rechtsprechung sind bei rückwirkender Zusprechung einer abgestuften oder befristeten Invalidenrente die für die Rentenrevision geltenden Bestimmun
gen (Art. 17 ATSG in Verbindung mit Art. 88a IVV) analog anzuwenden (BGE 133 V 263 E. 6.1 mit Hinweisen; Urteil des Bundesgerichts 9C_399/2016 vom 18. Januar 2017 E. 4.8.1). Ob eine für den Rentenanspruch erhebliche Änderung der tatsächlichen Verhältnisse eingetreten und damit der für die Abstufung oder Befristung erforderliche Revisionsgrund gegeben ist, beurteilt sich durch Vergleich des Sachverhalts im Zeitpunkt des Rentenbeginns mit dem
jenigen im – nach Massgabe des analog anwendbaren Art. 88a Abs. 1 IVV fest
zusetzenden – Zeitpunkt der Anspruchsänderung (vgl. BGE 125 V 413 E. 2d mit Hinweisen; vgl. statt vieler: Urteile des Bundesgerichts 8C_375/2017 vom 25. August 2017 E. 2.2 und 8C_350/2013 vom 5. Juli 2013 E. 2.2 mit Hinweis).
1.6
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gege
benenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 256 E. 4). Im Weiteren sind die
ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, wel
che Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden können (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E. 4b/cc).
1.7
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin ging in der angefochtenen Verfügung (Urk. 2) gestützt auf die medizinischen Abklärungen, insbesondere
die orthopädische Untersu
chung durch den Regionalen Ärztlichen Dienst (RAD), davon aus, dass dem Beschwerdeführer die bisherige Tätigkeit in der Baubranche seit Juli 2015 nicht mehr zumutbar sei. Auch eine angepasste Tätigkeit sei vorerst nicht zumutbar gewesen. Aus medizinischer Sicht sei ab dem 2
8.
Juni 2017 eine angepasste Tätigkeit zu einem Pensum von 50
%
zumutbar.
Aufgrund statistischer Werte könne der Beschwerdeführer in einer Hilfstätigkeit ein Jahreseinkommen von
Fr.
33'401.70 erzielen. Da dem Beschwerdeführer die letzte Arbeitsstelle aus wirt
schaftlichen und nicht aus gesundheitlichen Gründen gekündigt worden sei, werde das Einkommen ohne gesundheitliche Einschränkungen anhand der statisti
schen Werte des Bundesamtes für Statistik erhoben. Dieses betrage
Fr.
68'409.40 für eine Tätigkeit im Baugewerbe.
Gestützt darauf errechnete sie einen Invaliditätsgrad von 51
%
. Nach erfolgter Untersuchung durch den RAD im September 2018 sei dem Beschwerdeführer ab sofort eine angepasste Tätigkeit im Rahmen von 100
%
zumutbar, jedoch mit anrechenbarer Leistung von 70
%
, dies aufgrund des vermehrten Pausenbedarfs. Das Einkommen betrage neu
Fr.
46'762.4
0.
Gestützt darauf errechnete sie einen Invaliditätsgrad von 32
%
und verneinte ab dem
1.
Januar 2019 einen Anspruch auf eine Rente.
2.2
Der Beschwerdeführer stellte sich demgegenüber beschwerdeweise
(Urk. 1) auf den Standpunkt,
dass er seit 1991 als Bauarbeiter gearbeitet habe und bei Eintritt der Invalidität im Juli 2015 einen Monatslohn von
Fr.
6'300.-- zuzüglich den 1
3.
Monatslohn, demnach jährlich
Fr.
81'900.-- erzielt habe. Mit Überstunden und Zeitzuschlägen habe er effektiv jedoch mehr verdient. Gemäss IK-Auszug habe er im Jahre 2014
Fr.
83'538.-- verdient und auch im Jahre 2015 seien ihm
bis zur Invalidität Zuschläge für Überstunden ausbezahlt worden, womit hochge
rechnet ein Jahreseinkommen
Fr.
85'611.-- erzielt worden wäre.
Er sei im Zeit
punkt der Invalidität in ungekündigtem Arbeitsverhältnis gestanden und dieses sei nach Einstellung der Krankentaggelder durch Aufhebungsvertrag aufgelöst worden, weil festgestanden habe, dass ihm die vertragliche Tätigkeit nicht mehr zumutbar sei. Demnach sei als
Valideneinkommen
das Durchschnittseinkommen von 2014 und Januar bis Juni 2015 einzusetzen, nämlich
Fr.
84'574.
-- (S. 7)
.
Die Annahme, dass er auf einem ausgeglichenen Arbeitsmarkt einen statistischen Durchschnittlohn erzielen könnte, sei realitätsfremd (S. 9). Aufgrund seines Alters sowie der zahlreichen Handicaps sei vorliegend bei der Bemessung des Invaliden
einkommens ein Abzug von 20
%
vom Zentralwert gerechtfertigt (S. 9 f.).
Die Arbeitsfähigkeit in einer zumutbaren Tätigkeit sei zudem von
Dr.
Z._
mit 50
%
eingeschätzt worden.
Dr.
A._
vom RAD habe diese demgegenüber mit 70
%
eingeschätzt, womit ein erhöhter Pausenbedarf berücksichtigt worden sei. Darin noch nicht berücksichtigt seien weitere Einflüsse der zeitweise starken Rücken- und
Ischialgieschmerzen
auf die Leistungsfähigkeit
. Sodann habe
Dr.
A._
das
Impingement
-Syndrom, das degenerative HWS-Syndrom und die Bursitis
trochanterica
offenbar bei der Beurteilung der Arbeitsfähigkeit nicht berücksichtigt
. Es werde deshalb bestritten, dass es überhaupt Inkonsistenzen gebe, die ein Abweichen von
Dr.
Z._
s Einschätzung der Arbeitsfähigkeit von 50
%
für eine zumutbare Tätigkeit rechtfertigen würden
(S. 10 f.)
.
Zusammenfassend sei ausgehend von einem
Valideneinkommen
von
Fr.
85'611.
und einem Invalideneinkommen von
Fr.
26'721.-- von einem Inva
liditätsgrad von 68.8
%
ab Oktober 2017 auszugehen, was eine
Dreiviertelsrente
rechtfertige (S. 13).
2.3
Unbestritten blieb die zugesprochene ganze Rente vom
1.
Juli 2016 bis 3
0.
Sep
tember 201
7.
Unbestritten blieb im Grundsatz sodann die 50%ige Arbeitsfähig
keit in angepasster Tätigkeit ab Juni 2017 (vgl.
Urk.
1 S. 11 unten
; vgl. nachfol
gend E. 4.2 ff.
).
Strittig und zu prüfen ist
hingegen die Höhe des Rentenanspruchs ab Oktober 2017
(bei zugesprochener
befristeten
halben Rente)
und die
zugrunde liegende
Invaliditätsbemessung. Strittig und zu prüfen ist ferner der
Rentenanspruch
ab
1.
Januar 2019 bei strittiger weiterer wesentlicher Verbesserung des Gesundheits
zustandes
ab September 2018
bei ebenfalls strittiger Invaliditätsbemessung
.
3.
3.1
Dr.
med.
Z._
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie, berichtete am 1
3.
Juli 2015 (
Urk.
8/6/5) und nannte als Diagnose ein lumbales Schmerzsyndrom bei Bandscheiben-Degeneration L5/S1, intermittierend Ischialgie links. Er führte aus, die angeforderte Magnetresonanz-Abklärung vom
2.
Juni 2015 zeige eine Segmentdegeneration auf Höhe L4/5 sowie auf Höhe L5/S
1.
Auf Höhe L5/S1 zeige sich links kaudal ein in den
Rezessus
luxiertes Bandscheibenfragment mit Wurzelkompression S1 links. Ein grosser Teil der Beschwerden des Beschwerde
führers sei die Ischialgie links. Die
periradikuläre
Infiltration habe die Schmerzen nicht gebessert. Es werde deshalb bei erheblichem Leidensdruck des Beschwerde
führers die mikrochirurgische
Luxat
-Entfernung empfohlen.
Am 1
5.
Juli 2015 berichtete
Dr.
Z._
über die gleichentags durchgeführte mikrochirurgische Dekompression L5/S1 links und führte aus, der Beschwerde
führer bewege postoperativ beide Extremitäten symmetrisch (
Urk.
8/6/7).
Am 2
6.
Oktober 2015 (
Urk.
8/21/7) führte
Dr.
Z._
aus, die neu angefertigte Magnetresonanz
tomographie
zeige eine Bandscheibendegeneration L5/S1 sowie eine
breitbasige
Diskusprotrusion
mit kleiner Rezidiv-Diskushernie nach links, die Wurzel S1 werde nach dorsal verlagert. Aufgrund der persistierenden Beschwer
den werde eine
periradikuläre
Infiltration S1 links veranlasst.
Am 2
1.
Juni 2016 (
Urk.
8/34) führte
Dr.
Z._
aus, in der Magnetresonanz
to
mographie
zeigten sich regelrechte Verhältnisse im Spinalkanal. Eine per
sistierende Neurokompression werde nicht nachgewiesen. Es zeige sich ein etwas vermehrtes Signal im Bereich von LWK 4 und es bestehe eine deutliche
Chondrose
L4/
5.
Eine Pseudoarthrose L5/S1 könne nicht ganz ausgeschlossen werden. Es bestehe zudem eine deutliche
Diskopathie
L4/5
, im Verlauf eher progredient. Es sei davon auszugehen, dass wahrscheinlich die Kombination
Diskopathie
L4/5 und Nichtfusion L5/S1 die Schmerzen des Beschwerdeführers verursachten. In dieser Situation käme einzig eine dorsale
Spondylodese
mit Prüfung der Stabilität L5/S1 infrage. Ein operatives Vorgehen komme für den Beschwerdeführer jedoch nicht infrage.
Der Beschwerdeführer bleibe als Bauarbeiter zu 100
%
arbeitsun
fähig.
Am
1.
September 2016 führte
Dr.
Z._
aus (
Urk.
8/40), der Beschwerdeführer klage nach wie vor über starke lumbale Schmerzen bei Rückenbewegungen. Über Ischialgien klage er nicht. Er könne sich aber nicht vorstellen, mit diesen Schmer
zen weiterzuleben und erkundige sich nach
seinen Optionen
. Es werde jetzt eine
Spondylodese
L4/S1 von dorsal empfohlen. Durch konservative Massnahmen seien die Schmerzen nicht zu beeinflussen.
Am
1
4.
September 2016
operierte
Dr.
Z._
den Beschwerdeführer und nahm eine
Spondylodese
L4 bis S1, eine Dekompression L4/5 beidseits und eine
inter
korporelle
Abstützung L4/5 von links vor
(
Urk.
8/43/2)
.
Dr.
Z._
berichtete am 2
5.
Oktober 2016 (
Urk.
8/46) über den postoperativen Verlauf und führte aus, der Beschwerdeführer klage nach wie vor über lumbale Schmerzen mit etwas
ischialgieformer
Ausstrahlung, hauptsächlich in das linke Bein. Wie erwartet zeige sich ein protrahierter postoperativer Verlauf. Es würden aktive Physiotherapie mit Rumpfstabilisationsübungen und bewegungsfördernde Massnahmen verordnet
. Es bestehe weiterhin eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit.
Am 2
5.
Januar 2017 führte
Dr.
Z._
aus (
Urk.
8/61), der Beschwerdeführer klage nach wie vor über sehr starke lumbale sowie
ischialgieforme
Schmerzen ins linke Bein. Die Schmerzen träten hauptsächlich bei körperlicher Belastung auf. In Ruhe und im Liegen sei er beschwerdearm. Der Verlauf sei sehr protrahiert. Es werde sicherheitshalber eine CT- und Magnetresonanz-Abklärung veranlasst.
Am
6.
Februar 2017 (
Urk.
8/62) berichtete
Dr.
Z._
über die am 2
5.
Januar 2017 angefertigten Magnetresonanz-Bilder und führte aus, diese zeigten einen normal weiten Spinalkanal. Eine persistierende Neurokompression liege nicht vor. In der CT-Abklärung habe sich eine regelrechte
Implantatslage
ohne Lockerungs
zeichen der Schrauben gezeigt. Sichtbar sei eine Knochenbildung im interver
tebralen Raum, insbesondere L4/
5.
Der Beschwerdeführer habe glaubhafte Restschmerzen lumbal, aber auch entlang der ganzen Wirbelsäule mit Nacken
/Schul
ter
schmerzen beidseits. Im derzeitigen Zustand sei der Beschwerde
führer nicht arbeitsfähig.
Um eine Wiedereingliederung zu ermöglichen, seien höchstens stundenweise leichte körperliche Arbeiten möglich. Bis zur nächsten Kontrolle in drei Monate bestehe eine 100%ige Arbeitsun
fähigkeit.
3.2
Dr.
med.
A._
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie, Regionaler Ärztlicher Dienst (RAD) der Beschwerdegegnerin, berichtete am 1
0.
April 2017 über die Untersuchung des Beschwerdeführers vom
6.
April 2017 (
Urk.
8/67) und nannte folgende Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (S. 7
Ziff.
8):
-
lumbospondylogenes
Schmerzsyndrom bei Status nach
-
mikrochirurgischer Bandscheibendekompression L4/S1 (1
5.
Juli 2015), ventraler Diskektomie und
Spondylodese
L5/S1 (1
4.
März 2016), Status nach Re-
Spondylodese
dorsal L4/5 (1
4.
September 2016
)
Er führte aus,
der Beschwerdeführer befinde sich im Augenblick in der postope
rativen Nachbehandlungsphase. Die Ergebnisse der RAD-Untersuchung zeigten, dass eine Tätigkeit als Bauarbeiter für den Beschwerdeführer auf Dauer nicht
möglich sein werde. Das Belastungsprofil könne noch nicht verbindlich festgelegt werden. Es sei davon auszugehen, dass leichte, wechselbelastende Tätigkeiten ohne Arbeiten auf Leitern und Gerüsten, ohne Treppensteigen, ohne Wirbel
säulenbelastung sowie Tätigkeiten ohne Bücken, Hocken, Knien, Überkopf
arbeiten, ohne Gehen auf unebenem Gelände und ohne dauernde Vibrationsbe
lastungen möglich sein werden
(S. 7 f.)
.
Beim Beschwerdeführer sei anhand der vorliegenden medizinischen Berichterstattung und der körperlichen Untersu
chung ein somatischer Gesundheitsschaden ausgewiesen, der die Arbeitsfähigkeit beeinträchtige. In seiner bisherigen Tätigkeit als Bauarbeiter bestehe seit dem 1
0.
Juli 2015 keine Arbeitsfähigkeit.
Da der Beschwerdeführer sich noch in der Rehabilitationsphase befinde, bestehe auch in der angepassten Tätigkeit eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit. Bei regelrechtem Verlauf der Rehabilitationsphase bestehe in angepasster Tätigkeit vom
1.
bis zum 3
1.
Juli 2017 eine 50%ige Arbeitsfähigkeit. Danach werde die Arbeitsfähigkeit monatlich um 10
%
bis zur Erreichung der 100%igen Arbeitsfähigkeit in angepasster Tätigkeit gesteigert.
3.3
Dr.
Z._
berichtete am 2
8.
Juni 2017 (
Urk.
8/88) und führte aus, der Beschwer
deführer gebe an, dass sich die
Ischialgiebeschwerden
bessern würden.
Sie seien nicht mehr so stark wie bei den letzten Konsultationen. Nach wie vor habe er Rückenschmerzen, hauptsächlich unter Belastung. Der Beschwerdeführer möchte eigentlich arbeiten. Es werde ein Arbeitsversuch zu 50
%
empfohlen mit Heben/Tragen von Lasten bis maximal 10-15
kg, in Wechselpositionen, keine Überkopfarbeiten
und
keine Arbeiten in gebückter Haltung.
Am 1
9.
November 2017 (
Urk.
8/105) führte
Dr.
Z._
aus, im Grossen und Ganzen zeige sich keine Veränderung des Beschwerdebildes. Der Beschwerde
führer sei weiterhin 50
%
arbeitsunfähig.
Am 1
2.
Februar 2018 (
Urk.
8/123) führte
Dr.
Z._
aus, der Beschwerdeführer gebe erneut verstärkte Schmerzen mit Schmerzausstrahlung am ehesten der S1
Wurzel entsprechend an. Es werde eine
periradikuläre
Infiltration S1 links veran
lasst.
Der Beschwerdeführer sei weiterhin 50
%
arbeits
un
fähig.
Dr.
Z._
führte am 1
5.
Mai 2018 aus (
Urk.
8/129), nach Zusammenschau aller Befunde leide der Beschwerdeführer weiterhin an einer linksseitigen
Lumbo
ischialgie
, welche durch die Infiltration nur kurzzeitig habe minimiert werden können. Im Grossen und Ganzen lasse sich aus den vorliegenden Befunden keine erneute Operationsindikation stellen. Bis zum
8.
Juli 2018 bestehe weiterhin eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit.
3.4
Dr.
A._
, RAD, berichtete am
4.
Oktober 2018 (
Urk.
8/140) über die Unter
suchung des Beschwerdeführers vom 1
7.
September 2019 und nannte folgende Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (S. 9
Ziff.
8):
-
lumbospondylogenes
Schmerzsyndrom bei Status nach
-
mikrochirurgischer Bandscheibendekompression L4/S1 (1
5.
Juli 2015), ventraler Diskektomie und
Spondylodese
L5/S1 (1
4.
März 2016), Status nach Re-
Spondylodese
dorsal L4/5 (1
4.
September 2016
)
Als Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit nannte er die Folgenden (S. 9
Ziff.
8):
-
Impingement
-Syndrom beider Schultern
-
degeneratives HWS-Syndrom
-
Verdacht auf Bursitis
trochanterica
links
Er führte aus,
die Ergebnisse der RAD-Untersuchungen vom April 2017 und Sep
tember 2018 zeigten, dass eine Tätigkeit als Bauarbeiter für den Beschwerdeführer auf Dauer nicht mehr möglich sei.
Es bestünden Einschränkungen für regel
mässiges mittelschweres und schweres Heben, Tragen und Transportieren von Lasten, für Arbeiten mit Überstreckbelastung der Wirbelsäule über Kopf- und Schulterhöhe, auf Leitern und Gerüsten, Überkopfarbeiten, für ausschliesslich stehende Tätigkeiten, für häufiges Bücken sowie für Tätigkeiten in körperlichen Zwangshaltungen wie Knien, Kriechen, Hocken, repetitive Rotationsbelastungen der Wirbelsäule, für Arbeiten mit erhöhten Anforderungen an die Stand- und Gangsicherheit und für dauerhaftes Gehen und Stehen auf unebenem Grund, für Tätigkeiten im Freien ohne Schutz vor Kälte, Zugluft, Nässe sowie auf regen- und eisglattem Untergrund, für Tätigkeiten mit vermehrter Vibrationsbelastung (S.
9
f.).
In seiner bisherigen Tätigkeit als Bauarbeiter bestehe seit dem 1
0.
Juli 2015 keine Arbeitsfähigkeit mehr. Die Behandlung sei zwischenzeitlich beendet worden. Die angepasste Tätigkeit sei möglich. In der angepassten Tätigkeit bestehe vom 2
8.
Juni 2017 bis 1
6.
September 2018 eine 50%ige Arbeitsfähigkeit und vom 1
7.
September 2018 an auf Dauer eine 70%ige Arbeitsfähigkeit
aufgrund eines vermehrten Pausenbedarfs von 30
%
bei einem 100%igen Pensum.
Es fänden sich einige Inkonsistenzen. Trotz Angabe stärkster Schmerzen habe der Beschwerde
führer die Einnahme von
Targin
(Opioid) abgesetzt. Von den angegebenen Schmerzmitteln werde nur das Ibuprofen in ausreichender Dosierung genommen. Der Medikamenten-Spiegel von Paracetamol liege unterhalb der Wirksamkeits
grenze. Im August 2017 habe der Beschwerdeführer eine lange Busreise
nach Portugal unternehmen können, obwohl er starke Rückenschmerzen habe. Bei der Untersuchung habe der Beschwerdeführer aktiv gegengespannt. Auch seien bei
der Untersuchung jetzt neu
Schwielenbildungen
prätibial
registriert worden, die auf eine kniende Tätigkeit hinweise, obwohl der Beschwerdeführer seit 2015 nicht mehr arbeite.
Die oben angeführte Beurteilung der Arbeitsunfähigkeit sei unter Berücksichtigung dieser Angaben erstellt worden (S. 10).
3.5
Anlässlich
der
Untersuchung durch
Dr.
Z._
am 2
7.
November 2018 (Bericht vom 2
9.
November 2018,
Urk.
8/150) berichtete der Beschwerdeführer über wieder zunehmende tieflumbale Schmerzen mit linksseitiger Ischialgie und Schmerzen im Bereich der paraspinalen Muskulatur der gesamten Wirbelsäule.
Dr.
Z._
veranlasste CT- und MRI-Untersuchungen der Lendenwirbelsäule.
Gemäss dessen Bericht vom 2
0.
Dezember 2018 (
Urk.
8/151) zeigten sich in den bildgebenden Untersuchungen regelrechte postoperative Verhältnisse
. Die
Spondy
lodese
sei in Situ und zeige keine Hinweise auf Nervenwurzelein
engungen, auch gebe es keine Hinweise auf Schraubenlockerung.
Epifusionell
zeige sich eine mögliche
Fazettengelenksar
th
rose
mit Flüssigkeitskollektion im Gelenk.
Es werde aus diagnostischen und therapeutischen Gründen eine Infiltra
tion des Anschlusssegmentes L3/4 veranlasst.
Dr.
Z._
führte im Bericht vom 2
5.
März 2019 (
Urk.
8/160) aus, der Beschwer
deführer habe von der Infiltration nur kurzzeitig profitiert. Es bestehe bei der vorliegenden Bildgebung und Symptomatik keine Indikation zu einer erneuten Operation. In der Bildgebung sowie in der Klinik zeigten sich keine eindeutigen Hinweise auf Anschlusssegmentdegenerationen. Weiterhin soll
t
e mit gezielten schmerztherapeutischen Massnahmen (zum Beispiel gezielte Infiltrationen) die Beschwerdesymptomatik gelindert werden. Der Beschwerdeführer wolle
jedoch
keine weiteren Infiltrationen und habe die empfohlenen physiotherapeutischen Massnahmen abgelehnt. Weitere Massnahmen seien nicht in die Wege geleitet worden, es seien keine weiteren Kontrollen vorgesehen.
4.
4.1
Vorab ist festzuhalten, dass nicht nur die Rente ab Oktober 2017, sondern auch die unbestritten gebliebenen Be
zugszeiten der gerichtlichen Über
prüfung unter
liegen (vgl. E. 1.4
).
4.2
Ausweislich der medizinischen Akten leidet der Beschwerdeführer an einem
lumbospondylogenen
Schmerzsyndrom bei Status nach
drei
Operation
en
mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit. Diese somatischen Beschwerden führten ab Juli 2015 zu einer längeren Arbeitsunfähigkeit. Dementsprechend sprach die Beschwerdegegnerin dem Beschwerdeführer bei einem Invaliditätsgrad von
100
%
ab
1.
Juli 2016 eine ganze Rente zu. Deren Beginn
und Höhe
zumindest bis 3
0.
September 2017
ist unbestritten
(vgl. vorstehend E. 2.3)
und gestützt auf die medizinischen Akten ausgewiesen
(vgl. vorstehend E. 3), weshalb darauf nicht weiter einzugehen ist.
Z
u prüfen ist jedoch, ob von einer revisionsrelevanten Ver
besserung der Arbeitsfähigkeit per
Ende Juni 2017 sowie per Mitte September 2018
aus
zugehen ist (vgl. vorstehend E. 2.3).
4.3
Die regionalen ärztlichen Dienste (RAD) stehen den IV-Stellen zur Beurteilung der medizinischen Voraussetzungen des Leistungsanspruchs zur Verfügung. Sie setzen die für die Invalidenversicherung nach Art. 6 ATSG massgebende funk
tionelle Leistungsfähigkeit der Versicherten fest, eine zumutbare Erwerbstätigkeit oder Tätigkeit im Aufgabenbereich auszuüben. Sie sind in ihrem medizinischen Sachentscheid im Einzelfall unabhängig (Art. 59 Abs. 2
bis
IVG). Nach Art. 49 IVV beurteilen die RAD die medizinischen Voraussetzungen des Leistungsanspruchs. Die geeigneten Prüfmethoden können sie im Rahmen ihrer medizinischen Fach
kompetenz und der allgemeinen fachlichen Weisungen des Bundesamtes frei wählen (Abs. 1). Die RAD können Versicherte bei Bedarf selber ärztlich untersu
chen. Sie halten die Untersuchungsergebnisse schriftlich fest (Abs. 2; Urteil des Bundesgerichts 9C_406/2014 vom 31. Oktober 2014 E. 3.5 mit Hi
nweis auf BGE
135 V 254 E. 3.5).
Der Beweiswert von RAD-Berichten nach Art. 49 Abs. 2 IVV ist mit jenem exter
ner medizinischer Sachverständigengutachten vergleichbar, sofern sie den praxisgemässen Anforderungen an ein ärztliches Gutachten (
BGE 134 V 231
E. 5.1) genügen und die Arztperson über die notwendigen fachlichen Qualifika
tionen verfügt (
BGE 137 V 210
E. 1.2.1). Allerdings kann auf das Ergebnis versi
cherungsinterner ärztlicher Abklärungen – zu denen die RAD-Berichte gehören – nicht abgestellt werden, wenn auch nur geringe Zweifel an ihrer Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit bestehen (Urteil des Bundesgerichts 8C_197/2014 vom 3. Oktober 2014 E. 4.2 mit Hinweisen auf
BGE 139 V 225
E. 5.2;
135 V 465
E. 4.4 und E. 4.7).
4.4
Die Würdigung der medizinischen Akten ergibt, dass die RAD
Unter
suchungs
berichte von April 2017 (vorstehend E. 3.2) und von Oktober 2018 (vorstehend E.
3.4)
auf für die strittigen Belange umfassenden orthopädischen Unter
suchungen beruhen und die vom Beschwerdeführer geklagten Beschwerden in angemessener Weise berücksichtigen. Sodann wurden sie in Kenntnis und in Aus
einandersetzung mit den Berichten des behandelnden Orthopäden
Dr.
Z._
erstattet und tragen der konkreten medizinischen Situation Rechnung.
Sie genügen den Anforderungen an ein ärztliches Gutachten (vgl. vorstehend E. 1.
7
).
Die RAD-Untersuchungsberichte leuchten in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge ein und die vorgenommenen Schlussfolgerungen zu Gesund
heitszustand und Arbeitsfähigkeit werden ausführlich begründet.
Zudem verfügt
Dr.
A._
über den entsprechenden Facharzttitel
und damit über die notwen
dige fachliche Qualifikation. Es bestehen keine
Zweifel an
der
Zuver
lässigkeit und Schlüssigkeit
seiner Expertisen.
Der
RAD-Arzt
Dr.
A._
führte
au
s
, dass
bei der segmentalen Untersuchung der groben Kraft keine Reduktion der Kraft in den Kennmuskeln der oberen und unteren Extremitäten beidseits aufgefallen sei bei allerdings eingeschränkter Beurteilbarkeit aufgrund mangelnder Compliance (
Urk.
8/140 S. 9 oben).
Dr.
A._
zeigte
in nachvollziehbarer Weise
auf, dass der Beschwerdeführer in seiner bisherigen Tätigkeit als Bauarbeiter auf Dauer nicht mehr arbeitsfähig sei.
I
n Übereinstimmung mit dem behandelnden Orthopäden
Dr.
Z._
ging der RAD-Arzt
Dr.
A._
davon aus
, dass der Beschwerdeführer nach der postope
rativen Nachbehandlungs- und Rehabilitationsphase ab dem 2
8.
Juni 2017 in einer angepassten Tätigkeit zu 50
%
arbeitsfähig sei (vgl. vorstehend E.
3.1-3.2).
Er machte anlässlich der zweiten Untersuchung darauf aufmerksam, dass
die Behandlung des Beschwerdeführers mittlerweile beendet sei und zeigte diffe
renziert und nachvollziehbar auf,
dass
sich einige Inkonsistenzen fänden, welche bei der Beurteilung der 70%igen Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit ab dem 1
7.
September 2018 (Datum der Untersuchung) berücksichtigt worden seien (
Urk.
8/140 S. 10).
Dr.
A._
nannte
schliesslich
ein detailliertes Belastungsprofil
für zumutbare, angepasste Tätigkeiten für den Beschwerdeführer (
Urk.
8/140 S. 9 f.).
Dabei steht diese Einschätzung in Einklang mit den Angaben in den Berichten von
Dr.
Z._
von November 2018 bis März 2019 (vgl.
vorstehend E. 3.5), zumal die neuen bildgebenden Untersuchungen
regel
rechte postoperative Verhältnisse
zeigten und
keine Indikation zu einer erneuten Operation
bestand
. In der Bildgebung sowie in der Klinik zeigten sich
sodann
keine eindeutigen Hinweise auf Anschlusssegment
degenerationen.
Die empfohlenen weiteren therapeutischen Massnahmen (
gezielte Infiltrationen
und P
hysiotherapi
e)
lehnte der Beschwerdeführer ab; die Behandlung wurde abge
schlossen
.
4.5
Soweit der Beschwerdeführer geltend machte, gestützt auf die Berichte des behandelnden Orthopäden
Dr.
Z._
sei auch nach dem 1
7.
September 201
8
von einer 50%igen Arbeitsunfähigkeit auszugehen, kann ihm nicht gefolgt wer
den.
So wurde die Behandlung bei
Dr.
Z._
gemäss eigenen Aussagen des Beschwerde
führers nach der Konsultation vom
2
7.
Juni 2018
beziehungsweise im März 2019
beend
et (vgl.
Urk.
8/140 S. 1
Ziff.
1
; vgl. vorstehend E. 3.5
). Seither
befindet sich der Beschwerdeführer
– abgesehen von den oben erwähnten Konsultationen bei
Dr.
Z._
, welcher keine Angaben zur Arbeitsfähigkeit machte, im November/Dezember 2018 und März 2019 (vgl. vorstehend E. 3.5) -
bei seinem Hausarzt
Dr.
med.
B._
in Behandlung.
Dieser attestierte dem Beschwerdeführer zwar am 1
4.
September 2018 (
Urk.
8/141) ab dem 2
8.
Juli 2017 eine dauernde 50%ige Arbeitsunfähigkeit sowie aufgrund eines Unfalls seit dem 2
8.
Juli 2018 eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit.
Dieses Arbeitsunfähigkeits
zeugnis vermag die schlüssige und nachvollziehbare RAD-Beurteilung
jedoch
nicht zu entkräften. So enthält das Zeugnis des Hausarztes
Dr.
B._
weder objektive Befunde, noch wird die attestierte Arbeitsunfähigkeit in irgendeiner Weise begründet. Es wird keine ausführlich begründete und auf entsprechende Befunde gestützte Beurteilung der Einschränkungen abgegeben.
Dem Zeugnis fehlt es an einer hinreichenden Befunderhebung und Diagnostik, um die daraus abgeleitete dauernde 50%ige Arbeitsunfähigkeit nachvollziehen zu können. Ferner wird nicht dargelegt, ob und weshalb auch eine Tätigkeit unter Berücksichtigung eines zumutbaren Belastungsprofils zu 50
%
unzumutbar sein soll.
In Bezug auf Berichte von Hausärztinnen und Hausärzten wie überhaupt von behandelnden Arztpersonen beziehungsweise Therapiekräften ist
des Weiteren
auf die Erfahrungstatsache hinzuweisen, dass diese mitunter im Hinblick auf ihre auf
tragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Pa
tientinnen und Patienten aussagen (BGE 135 V 465 E. 4.5, 125 V 351 E. 3b/cc).
Die von
Dr.
B._
anderslautende Einschätzung der Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers erscheint demnach weder plausibel noch nachvollziehbar.
Ausserdem
fehlt es dem Hausarzt
Dr.
B._
an der notwendigen fachärztlichen Qualifikation, weshalb auch aus diesem Grund nicht
auf das
unbegründete Zeugnis abgestellt werden kann.
4.6
Entgegen der Ansicht de
s
Beschwerdeführer
s darf auch ein Arbeitsplatz mit zusätzlichen Pausen
auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt als vorhanden ange
nommen werden (vgl. etwa Urteil des Bundesgerichts 8C_740/2014 vom 1
1.
Februar 2015 E. 3.4.3). Der ausgeglichene Arbeitsmarkt umschliesst einerseits ein bestimmtes Gleich
gewicht zwischen dem Angebot von und der Nachfrage nach Stellen sowie be
zeichnet andererseits einen Arbeitsmarkt, der von seiner Struktur her einen Fä
cher verschiedenartiger Stellen offen hält, und zwar sowohl bezüglich der dafür verlangten beruflichen und intellektuellen Voraussetzungen wie auch hinsicht
lich des körperlichen Einsatzes (BGE 110 V 273 E. 4b; ZAK 1991 S. 321 E. 3b und 1985 S. 462 E. 4b; vgl. auch BGE 130 V 343 E. 3.2). An die Konkretisierung von Arbeitsgelegenheiten und Verdienstaussichten sind
praxisgemäss nicht übermässige Anforderungen zu stellen. Für die Invaliditäts
bemessung ist nicht darauf abzustellen, ob eine invalide Person unter den konkreten Arbeitsmarkt
verhältnissen vermittelt werden kann, sondern einzig darauf, ob sie die ihr ver
bliebene Arbeitskraft noch wirtschaftlich nützen könnte, wenn die verfügbaren Arbeitsplätze dem Angebot an Arbeitskräften entsprechen würden (AHI 1998 S. 290 f. E. 3b; Urteile des Bundesgerichts I 273/04 vom 29. März 2005, I 591/02 vom 5. Mai 2004, I 285/99 vom 1
3.
März 2000 und U
176/98
vom 1
7.
April 2000). Der ausgeglichene Arbeitsmarkt umfasst schliesslich auch sogenannte Nischenarbeitsplätze, also Stellen- und Arbeits
angebote, bei welchen Behinderte mit einem sozialen Entgegenkommen von
seiten des Arbeitgebers rechnen kön
nen (Urteile des Bundesgerichts 9C_95/2007 vom 2
9.
August 2007 E. 4.3 und 9C_98/2014 vom 22. April 2014 E. 3.1, je mit Hinweisen). Somit ist für die nachfolgende Invaliditätsbemessung
ab dem 1
7.
September 2018
von
der attestierten 7
0%igen Arbeitsfähigkeit auszugehen.
4.7
Zusammenfassend steht einem Abstellen auf
die RAD-Untersuchungsberichte (vorstehend E. 3.2 und E. 3.4)
nichts entgegen.
Gestützt darauf ist von einer Ver
besserung des Gesundheitszustandes und der Arbeitsfähigkeit des Beschwerde
führers ab dem 2
8.
Juni 2017 und ab dem 1
7.
September 2018 in dem Sinne auszugehen, dass ihm eine angepasste Tätigkeit gemäss beschriebenem Belastungsprofil ab dem 2
8.
Juni 2017 zu 50
%
und ab dem 1
7.
Septe
mber 2018 zu 70
%
zumutbar ist, wobei ein Arbeitsplatz
mit
zusätzlichen Pausen auf dem ausgegli
chenen Arbeitsmarkt als vorhanden angenommen werden kann.
5.
5.1
Es bleibt damit die Prüfung der erwerblichen Auswirkungen vorzunehmen, wo
bei der Beschwerdeführer aufgrund der Erwerbsbiographie unbestrittener
massen als zu 100
%
Erwerbstätiger zu qualifizieren ist, weshalb ein Einkom
mensvergleich vorzunehmen ist (vorstehend E. 1.3).
Ein Rentenanspruch entsteht gemäss dem seit
1.
Januar 2008 in Kraft stehenden
Art.
29 Abs. 1 IVG frühestens nach Ablauf von sechs Monaten nach Geltend
machung des Leistungsanspruches. Angesichts der Anmeldung bei der Beschwer
degegnerin am
5.
November 2015
würde ein allfälli
ger Rentenanspruch frühestens ab dem
1.
Mai 2016
, beziehungsweise unter Berücksichtigung des Wartejahres frühestens ab
1.
Juli 2016 (vgl. vorstehend E. 1.2 und E. 3.1),
bestehen. Für die Vor
nahme des Einkommensvergleichs ist grundsätzlich auf die Gegebenheiten im Zeitpunkt des hypothetischen Rentenbeginns, mithin auf das Jahr 201
6
, abzu
stellen (BGE 129 V 222).
5.2
Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist für die Ermittlung des
Validen
einkommens
entscheidend, was die versicherte Person im Zeitpunkt des frühest
möglichen Rentenbeginns nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrschein
lichkeit als Gesunde tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung angepassten Verdienst angeknüpft, da es empirischer Erfahrung entspricht, dass die bisherige Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden fortgesetzt worden wäre. Aus
nahmen müssen mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt sein (BGE 139 V 28 E. 3.3.2, 135 V 58 E. 3.1, 134 V 322 E. 4.1).
Ist
mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass die versicherte Person die bisherige Tätigkeit unabhängig vom Eintritt der Invalidität nicht mehr ausgeübt hätte, kann das
Valideneinkommen
auf Grundlage der vom Bundesamt für Statistik herausgegebenen Schweizerischen Lohnstrukturerhebung (LSE) berechnet werden, wobei die für die
Entlöhnung
im Einzelfall gegebenenfalls relevanten persönlichen und beruflichen Faktoren zu berücksichtigen sind (BGE
139 V 28 E. 3.3.2; Meyer/
Reichmuth
, Bundesgesetz über die Invaliden
versiche
rung, 3. Auflage 2014,
Rn
55 f. zu Art.
28a
).
5.3
Die Beschwerdegegnerin stützte sich bei der Bestimmung des
Valideneinkom
mens
auf die Tabellenlöhne der LSE 201
6
, wobei sie auf das für
Männer
geltende standardisierte monatliche Einkommen für Tätigkeiten
im Baugewerbe
im priva
ten Sektor abstellte
(LSE 2016, Tabelle TA1_tirage_skill_level, Ziffer 41-43 Bau
gewerbe, Kompetenzniveau 1). Als Begründung gab sie an, dass dem Beschwer
deführer seine Anstellung mündlich gekündigt worden sei und sich das Ereignis mit langandauernde
r
Arbeitsunfähigkeit erst danach eingestellt habe (vgl.
Urk.
8/142 S. 1). Demgegenüber machte der Beschwerdeführer geltend, es sei auf das bei der
Y._
AG tatsächlich erzielte Durchschnittseinkommen abzu
stellen (vgl.
Urk.
1 S. 6 f.).
Den Akten lässt sich entnehmen, dass
der Beschwerdeführer seit Oktober 2010 als Bauarbeiter
zunächst bei der
C._
AG und nach der
en
Fusion
bei der
Y._
AG in einem Pensum von 100
%
tätig war (vgl.
Urk.
8/
8,
Urk.
8/36
,
Urk.
8/78
).
In einer Telefonnotiz vom 2
0.
Januar 2016 der Beschwerdegegnerin
über ein Telefongespräch
mit der Geschäftsleitung der
Y._
AG wird festgehalten, dass der Beschwerdeführer auf der Kündigungsliste gewesen sei, da die Auftragslage sich verschlechtert habe. Die Kündigung sei bereits mündlich ausgesprochen worden, danach sei der Beschwerdeführer arbeitsunfähig gewor
den (
Urk.
8/30 S. 4 unten).
Im Arbeitgeberfragebogen vom 1
8.
Juli 2016 (
Urk.
8/36) wird hingegen angegeben, dass sich der Beschwerdeführer in unge
kündigtem Arbeitsverhältnis mit der
Y._
AG befindet (S. 1
Ziff.
2.1). Zudem befindet sich in den Akten ein
Zwischenzeugnis zuhanden des Beschwer
deführers vom 1
9.
Mai 2017 (
Urk.
8/78), aus welchem ebenfalls hervorgeht, dass der Beschwerdeführer nach wie vor bei der
Y._
AG angestellt ist. Schliesslich wird im Aufhebungsvertrag vom
6.
September 2017 (
Urk.
8/97) zwischen dem Beschwerdeführer und der
Y._
AG festgehalten, dass das Arbeitsverhältnis in gegenseitigem Einvernehmen per
5.
September 2017 aufge
löst werde. Die Leistungen der Krankentaggelder würden per
5.
September 2017 eingestellt und laut Abklärungen des Vertrauensarztes könne der Beschwer
deführer die vertraglich vereinbarten Arbeitsleistungen nicht mehr übernehmen. Eine Eingliederung in seinem ursprünglichen Tätigkeitsfeld und damit eine Wiedereingliederung in der Firma sei nicht mehr möglich.
Im Arbeitszeugnis vom
6.
September 2017 (
Urk.
8/100
/9
)
wird ausgeführt, dass der Beschwerdeführer das Unternehmen nach Einstellung der Krankentag
geldzahlungen verlasse.
Formlos eingeholte und in einer Aktennotiz festgehaltene mündliche oder telefo
nische Auskünfte vermögen nach konstanter Rechtsprechung lediglich Neben
punkte (Indizien, Hilfstatsachen) zu belegen. Auskünfte zu wesentlichen Punkten des rechtserheblichen Sachverhalts bedürfen grundsätzlich der Form der schrift
lichen Anfrage und Auskunft (BGE 130 II 473 E. 4.2).
Angesichts der gegenteili
gen schriftlichen Auskünfte im Arbeitgeberfragebogen sowie im Aufhebungsver
trag und den
Arbeitsz
eugnissen
genügt
somit
vorliegend die Telefonnotiz der Beschwerdegegnerin vom 2
0.
Januar 2016 nicht, um
die Annahme der Beschwer
degegnerin
zu rechtfertigen, wonach das Arbeitsverhältnis mit dem Beschwerde
führer aus wirtschaftlichen Gründen vor Eintritt des Gesundheitsschadens aufge
löst worden sei. Aufgrund der Akten ist vielmehr davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer
auch nach Eintritt des Gesundheitsschadens im Juli 2015 bei der
Y._
AG angestellt gewesen ist.
Es bleibt ausserdem zu bemerken, dass selbst wenn vorliegend eine Kündigung aus wirtschaftlichen Gründen münd
lich ausgesprochen worden wäre, bei einer zeitlichen Nähe der Auflösung des langjährigen Arbeitsverhältnisses und des Eintritts der gesundheitlichen Beein
trächtigung regelmässig kein hinreichender Grund besteht, um auf die Tabellen
löhne anstelle des tatsächlich erzielten Verdienstes abzustellen (
Urteil des Bun
desgerichts 9C_699/201
0 vom 22. Dezember 2010 E. 3.2).
F
ür die Bestimmung des
Valideneinkommens
ist demnach vorliegend
auf das in der letzten Tätigkeit erzielte Einkommen
abzustellen. Im Jahr 2015 betrug der
(Grund-)
Lohn des Beschwerdeführers
Fr.
81'900.-- (
Fr.
6'300.-- x 13;
Urk.
8/36/2).
Wie sich aus dem persönl
ichen Lohnkonto des Jahres 2015 ergibt, erhielt der Beschwerdeführer in den Monaten, in denen er arbeitete, eine regel
mässige Mittagszulage
(zwischen rund
Fr.
200.—und
Fr.
300.-- monatlich)
, wel
che als Teil des
Valideneinkommens
zu qualifizieren ist (vgl. Urteil des Bundes
gerichts 8C_430/2010 vom 2
8.
September 2010 E. 6), in einem Monat eine Über
stundenauszahlung sowie einen Überstundenzeitzuschlag
und überdies einen Gesundheitsbonus
(
Urk.
8/36/16).
Da der Beschwerdeführer im Juli 2015
jedoch
arbeitsunfähig wurde
und damit Unklarheit betreffend allfällige weitere Zuschläge zum Grundlohn
im Jahr 2015
herrscht, rechtfertigt es sich vorliegend, auf das Einkommen des letzten Jahres ohne Arbeitsunfähigkeit, namentlich auf das Einkommen des Jahres 2014 gemäss IK-Auszug, abzustellen.
Im Jahr 2014 erzielte der Beschwerdeführer ein Einkommen von Fr.
83'538.-- (
Urk.
8/114
/2-3
), was unter Berücksichti
gung der Nominallohnentwicklung in den Jahren 2015 bis 2016 ein Einkommen von rund Fr. 84‘459.-- für das Jahr 2016 ergibt (Fr. 83‘538.-- x 1.004 x 1.007).
Dieses
Einkommen
liegt denn auch im Rahmen des ohne Erkrankung im Jahr 2015 erziel
baren
Einkommens.
5.4
Für die Bestimmung des Invalideneinkommens können nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für Statistik periodisch herausgege
benen Lohnstrukturerhebungen (LSE) herangezogen werden (BGE 139 V 592 E. 2.3, 135 V 297 E. 5.2, 129 V 472 E. 4.2.1). Dabei sind grundsätzlich die im Verfügungszeitpunkt aktuellsten veröffentlichten Tabellen der LSE zu verwenden (BGE 143 V 295 E. 4.1.3; zur Verwendung der aktuellsten statistischen Daten bei Rentenrevisionen vgl. BGE 143 V 295 E. 4.2.2, 142 V 178 E. 2.5.8.1, 133 V 545 E. 7.1). Die Verwendung der Tabellenlöhne ist subsidiär, das heisst deren
Beizug
erfolgt nur, wenn eine Ermittlung des Invalideneinkommens aufgrund und nach Massgabe der konkreten Gegebenheiten des Einzelfalles nicht möglich ist (vgl.
BGE 142 V 178 E. 2.5.7, 139 V 592 E. 2.3, 135 V 297 E. 5.2; vgl.
auch Meyer/
Reichmuth
, Bundesgesetz über die Invalidenversicherung,
3.
Auflage 2014,
Rn
55 und 89 zu Art. 28a, mit weiteren Hinweisen auf die Rechtsprechung).
Wird das Invalideneinkommen auf der Grundlage von statistischen Durch
schnittswerten ermittelt, ist der entsprechende Ausgangswert (Tabellenlohn) allenfalls zu kürzen. Damit soll der Tatsache Rechnung getragen werden, dass persönliche und berufliche Merkmale, wie Art und Ausmass der Behinderung, Lebensalter, Dienstjahre, Nationalität oder Aufenthaltskategorie und Beschäfti
gungsgrad Auswirkungen auf die Lohnhöhe haben können (BGE 124 V 321 E. 3b/
aa
). Aufgrund dieser Faktoren kann die versicherte Person die verbliebene Arbeitsfähigkeit auch auf einem ausgeglichenen Arbeitsmarkt möglicherweise nur mit unterdurchschnittlichem erwerblichem Erfolg verwerten. Der Abzug soll aber nicht automatisch erfolgen. Er ist unter Würdigung der Umstände im Ein
zelfall nach pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu schätzen und darf 25
%
nicht übersteigen (vgl. BGE 135 V 297 E. 5.2, 134 V 322 E. 5.2 und 126 V 75 E. 5b/
aa
-cc). Die Rechtsprechung gewährt insbesondere dann einen Abzug auf dem Invalideneinkommen, wenn eine versicherte Person selbst im Rahmen körperlich leichter Hilfsarbeitertätigkeit in ihrer Leistungsfähigkeit eingeschränkt ist (BGE 126 V 75 E. 5a/
bb
). Zu beachten ist jedoch, dass allfällige bereits in der Beurteilung der medizinischen Arbeitsfähigkeit enthaltene gesundheitliche Ein
schränkungen nicht zusätzlich in die Bemessung des leidensbedingten Abzugs einfliessen und so zu einer doppelten Anrechnung desselben Gesichtspunkts führen dürfen (Urteile des Bundesgerichts 8C_805/2016 vom 22. März 2017 E. 3.1 und 9C_846/2014 vom 22. Januar 2015 E. 4.1.1).
Nach ständiger Rechtsprechung darf das (kantonale) Sozialversicherungsgericht sein Ermessen, wenn es um die Beurteilung des Tabellenlohnabzuges gemäss BGE
126 V 75 geht, nicht ohne triftigen Grund an die Stelle desjenigen der Ver
waltung setzen; es muss
sich
auf Gegebenheiten abstützen können, welche seine abweichende Ermessensausübung als naheliegender erscheinen lassen (BGE 137 V 71 E. 5.2 und 126 V 75 E. 6). Wurde bei der Festsetzung der Höhe des Abzugs vom Tabellenlohn ein Merkmal oder ein bestimmter Aspekt eines Merkmals zu Unrecht nicht berücksichtigt oder zu Unrecht berücksichtigt, hat die Beschwerdeinstanz den Abzug gesamthaft neu zu schätzen (vgl. Urteile des Bun
desgerichtes 9C_808/2015 vom 29. Februar 2016 E. 3.4.3 und
8C_113/2015 vom 26. Mai 2015 E. 3.2
).
5.5
Auch das Invalideneinkommen ermittelte die Beschwerdegegnerin gestützt auf die Tabellenlöhne der LSE 2016, wobei sie auf das für Männer geltende stan
dardisierte monatliche Einkommen für praktische Tätigkeiten im privaten Sektor abstellte (vgl.
Urk.
8/142 S. 2; LSE 2016, Tabelle TA1_tirage_skill_level, total, Kompetenzniveau 1, Männer).
D
ies ist a
ngesichts der Tatsache, dass der Beschwerdeführer
derzeit keine Tätigkeit mehr ausübt und ih
m
die bisherige Tätigkeit
im Baugewerbe
gemäss medizini
scher Beurtei
lung
nicht mehr zumutbar ist (vorstehend E. 4
), nicht
zu beanstan
den und wurde vom Beschwerdeführer
auch nicht bestritten
.
Der Zentralwert für mit praktischen
Tätigkeiten beschäftigte Männer betrug im Jahr 2016
im privaten Sektor Fr.
5
‘
340.-- (LSE 2016
,
Tabelle TA1_tirage_skill_level, total, Kompetenzniveau 1, Männer
). Der durchschnittli
chen wöchentlichen Arbeitszeit im Jahr 201
6 von 41.7 Stunden
angepasst, ergibt dies ein hypothetisches Invalidenein
kommen von
Fr. 33‘402.-- für das Jahr 2016 bei der verbliebenen 50%igen Arbeitsfähigkeit (Fr. 5‘340.
-- :
40 x 41.7 x 12 x
0.5) sowie von
Fr. 46‘
762
.-- für das Jahr 201
6 bei der verbliebenen 7
0%igen Arbeitsfähigkeit (Fr.
5
‘
340
.-- : 40 x 41.7 x 12 x
0.7
).
Der Beschwerdeführer beantragte, es sei ein behinderungsbedingter Abzug von 20
%
zu gewähren (
Urk.
1 S. 9 f.).
Hierfür besteht
gestützt auf die diesbezügliche bundesgerichtliche Rechtsprechung
indessen kein Anlass,
wurde der verminder
ten Leistungsfähigkeit mit dem erhöhten Pausenbedarf von 30
%
doch bereits genügend Rechnung getragen.
Gründe, welche einen höheren Abzug rechtferti
gen würden, sind nicht ersichtlich und wurden auch nicht substantiiert geltend gemacht.
Bezüglich der Ausführungen des Beschwerdeführers zu einem ausgegli
chenen Arbeitsmarkt ist auf
vorstehende
Erwägung
4.6
zu verweisen.
5.6
Wird das
Valideneinkommen
von
Fr.
84‘459
.-- (vorstehend E. 5.3) dem Invali
deneinkommen von
Fr.
33'402.
-- bei der ab 2
8.
Juni 2017 verbliebenen 50%igen Arbeitsfähigkeit
(vorstehend E. 5.5) gegenübergestellt, resultiert eine Erwerbsein
busse von
Fr.
51’057
.-- und somit ein
eine
Dreiviertelsr
ente
begründender Inva
liditätsgrad von rund
60
%
.
Wird das
Valideneinkommen
von
Fr.
84‘459
.-- (vorstehend E. 5.3) sodann dem Invalideneinkommen von
Fr.
46'762.--
bei der ab 1
7.
September 2018 verbliebe
nen 70%igen Arbeitsfähigkeit
(vorstehend E. 5.5) gegenübergestellt, resultiert eine Erwerbseinbusse von
Fr.
37’697
.-- und somit ein
eine
Viertelsrente
begrün
dender Invaliditätsgrad von rund 4
5
%
.
In teilweiser Gutheissung der Beschwerde ist die Verfügung vom 2
7.
Juni 2019 dahingehend abzuändern, dass der Beschwerdeführer vom
1.
Juli 2016 bis 3
0.
September 2017 Anspruch auf eine befristete ganze Rente, vom
1.
Oktober 2017 bis 3
1.
Dezember 2018 Anspruch auf eine befristete
Dreiviertelsr
ente
und ab dem 1. Januar 2019 An
spruch auf eine (unbefristete)
Viertelsrente
hat.
6.
6.1
Die Verfahrenskosten gemäss Art. 69 Abs. 1
bis
IVG sind ermessensweise auf Fr. 800.-- festzusetzen und ausgangsgemäss der Beschwerdegegnerin aufzuerle
gen.
6.2
Nach § 34 Abs. 1 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht (
GSVGer
) hat der obsiegende Beschwerdeführer Anspruch auf Ersatz der Parteikosten. Diese werden ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache, der Schwierigkeit des Prozesses und dem Mass des Obsiegens bemessen (§ 34 Abs. 3
GSVGer
).
Unter Berücksichtigung der genannten Kriterien ist die Prozessentschäd
igung ermessensweise auf Fr. 2'1
00.-- festzusetzen. Ausgangsgemäss ist die Beschwer
de
gegnerin folglich zu verpflichten, dem Beschwerdeführer eine Prozessent
schä
di
gung in der Höhe von Fr. 2’1
00.-- zu bezahlen.