# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 29df6039-8144-46e9-9048-43fdf273bb0b
**Court:** GR_VG
**Chamber:** GR_VG_002
**Year:** 2021
**Language:** de
**Jurisdiction:** GR / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

I. Sachverhalt:
1. A._, geboren 1956, wurde aufgrund einer eingeschränkten Seh-
und Gehfähigkeit mit Verfügung vom 20. September 2017 ab dem 1. Mai
2016 eine halbe Rente der Invalidenversicherung im Betrag von
CHF 210.00 pro Monat zugesprochen. Mit Verfügung vom 24. Juli 2018
wurde diese IV-Rente rückwirkend ab dem 1. Mai 2016 auf CHF 216.00
pro Monat korrigiert.
2. Mit Gesuch vom 26. Juli 2016 meldete sich A._ bei der AHV-
Ausgleichskasse des Kantons Graubünden (nachfolgend:
Ausgleichskasse) zum Bezug von Ergänzungsleistungen an. Mit
Verfügung vom 8. November 2017 sprach ihm die Ausgleichskasse ab
dem 1. Mai 2016 nebst einer Prämienpauschale für die
Krankenversicherung im Rahmen der Individuellen Prämienverbilligung
Ergänzungsleistungen im Betrag von CHF 1‘777.00 pro Monat zu. Mit
derselben Verfügung brachte die Ausgleichskasse den Anspruch von
A._ auf Nachzahlung der Ergänzungsleistungen für den Zeitraum
vom 1. Mai 2016 bis zum 31. Oktober 2017 zur Verrechnung mit
Beitragsausständen für AHV/IV/EO und mit Sozialhilfeleistungen, welche
A._ von zwei Wohnsitzgemeinden erhalten hatte. Die hiergegen
erhobene Einsprache hiess die Ausgleichskasse mit Einspracheentscheid
vom 19. Februar 2018 teilweise gut und erhöhte den Anspruch auf
Ergänzungsleistungen auf CHF 1’825.00 pro Monat. Das
Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden bestätigte mit Entscheid
vom 14. Mai 2019 im Verfahren S 18 38 die Ergänzungsleistungen von
CHF 1'825.00 pro Monat ab dem 1. Mai 2016, verlangte von der
Ausgleichskasse aber eine Neuberechnung der Verrechnungsforderung.
3. Mit Verfügung vom 29. Oktober 2018 reduzierte die Ausgleichskasse die
Ergänzungsleistungen mit Wirkung ab dem 1. Mai 2016 von CHF 1'825.00
auf CHF 1'819.00, dies in Reaktion auf die rückwirkende Erhöhung der IV-
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Rente um CHF 6.00 am 24. Juli 2018. Das Erlassgesuch bezüglich den
zurückgeforderten CHF 180.00 wies die Ausgleichskasse am 17. Januar
2019 ab.
4. Mit Verfügung vom 21. Dezember 2018 erhöhte die Ausgleichskasse die
Ergänzungsleistungen ab dem 1. Januar 2019 auf CHF 1'831.00 pro
Monat und ab dem 1. Januar 2020 sprach sie mit Verfügung vom 20.
Dezember 2019 Ergänzungsleistungen von CHF 1'832.00 pro Monat zu.
5. Im Frühjahr 2017 hatte die Ausgleichskasse A._ aufgefordert,
seinen ausländischen Rentenanspruch abzuklären. In der Folge sprach
ihm die Deutsche Rentenversicherung mit Verfügung vom 3. Februar 2020
eine Rente wegen voller Erwerbsminderung ab dem 1. November 2015
zu. Die Höhe dieser monatlichen Rente legte sie wie folgt fest: 1. November 2015 bis 30. Juni 2016 € 250.95 1. Juli 2016 bis 30. Juni 2017 € 261.60 1. Juli 2017 bis 30. Juni 2018 € 266.58 1. Juli 2018 bis 30. Juni 2019 € 275.17 ab dem 1. Juli 2019 € 283.94
Gestützt auf diese Rentenbeträge errechnete die Deutsche
Rentenversicherung für die Zeit vom 1. November 2015 bis zum 31.
Januar 2020 eine Nachzahlung von € 13'635.38. Diese Summe wurde
A._ am 11. Februar 2020 auf seinem Bankkonto bei der UBS bei
einem Kurs von 1.048666 mit dem Betrag von CHF 14'298.96
gutgeschrieben.
6. In Reaktion auf die Rentenzusprache der Deutschen Rentenversicherung
reduzierte die Ausgleichskasse ihre monatlichen Ergänzungsleistungen
mit Verfügung vom 28. Februar 2020 rückwirkend wie folgt: 1. Mai 2016 bis 30. Juni 2016 CHF 1'545.00 (zuvor CHF 1'819.00) 1. Juli 2016 bis 31. Dezember 2016 CHF 1'530.00 (zuvor CHF 1'819.00) 1. Januar 2017 bis 30. Juni 2017 CHF 1'537.00 (zuvor CHF 1'819.00) 1. Juli 2017 bis 31. Dezember 2017 CHF 1'529.00 (zuvor CHF 1'819.00) 1. Januar 2018 bis 30. Juni 2018 CHF 1'507.00 (zuvor CHF 1'819.00) 1. Juli 2018 bis 31. Dezember 2018 CHF 1'502.00 (zuvor CHF 1'819.00) 1. Januar 2019 bis 30. Juni 2019 CHF 1'519.00 (zuvor CHF 1'831.00) 1. Juli 2019 bis 31. Dezember 2019 CHF 1'514.00 (zuvor CHF 1'831.00)
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ab dem 1. Januar 2020 CHF 1'520.00 (zuvor CHF 1'832.00)
Gestützt auf diese korrigierten Werte verpflichtete die Ausgleichskasse
A._ zu einer Rückzahlung in der Höhe von CHF 13'886.00 für die
Zeit vom 1. Mai 2016 bis zum 29. Februar 2020.
7. Gegen diese Verfügung erhob A._ am 27. März 2020 Einsprache.
Er machte im Wesentlichen geltend, die Berechnung der Rückforderung
sei für ihn nicht nachvollziehbar. Mit Schreiben vom 31. März 2020
erläuterte die Ausgleichskasse ihre Berechnung. Daraufhin ergänzte
A._ seine Einsprache mit Schreiben vom 30. April 2020. Er
machte im Wesentlichen geltend, der Berechnung seien die tatsächlichen
Verhältnisse zu Grunde zu legen, fiktive Berechnungen seien unzulässig.
Zudem sei zu klären, inwieweit die Rückforderung der Ausgleichskasse
vereinbar sei mit den Forderungen der Gemeinden B._ und
C._ auf Rückzahlung von Sozialhilfeleistungen. Weiter
beantragte A._, seine Mehrauslagen im Zusammenhang mit der
Corona Pandemie seien vorrangig mit den Renten der Deutschen
Rentenversicherung zu verrechnen, ebenso die ausstehenden
Rentenzahlungen der IV für die Monate März und April 2020 und die nicht
erfolgte Zahlung für seinen Gehstock.
8. Mit Entscheid vom 14. Juli 2020 hiess die Ausgleichskasse die Einsprache
"gemäss den Erwägungen" teilweise gut. Sie reduzierte die Höhe der
Rückforderung auf CHF 13'247.80 und legte den EL-Anspruch ab dem 1.
Januar 2020 auf CHF 1'529.00 fest. Bei der Berechnung der
Rückforderung seien für die Umrechnung von Euro in Schweizer Franken
nicht die Kurse der rückwirkenden Anspruchsdaten, sondern der Kurs zum
Zeitpunkt der Nachzahlung der deutschen Rente massgebend. Anfangs
Januar 2020 habe der Kurs bei 1.0865 gelegen, Ende Januar 2020 sei er
auf 1.0672 gefallen. Dieser tiefere Kurs sei anzuwenden. Würden die
Rentenansprüche ab EL-Anspruchsbeginn bis und mit Februar 2020 im
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Gesamtbetrag von € 12'413.62 zum Kurs von 1.0672 umgerechnet,
ergebe sich ein Betrag von CHF 13'247.80. Im Übrigen folgte die
Ausgleichskasse den Begehren in der Einsprache nicht.
9. Zusammen mit dem Einspracheentscheid vom 14. Juli 2020 liess die
Ausgleichskasse dem Beschwerdeführer zwei Mitteilungen vom selben
Tag zukommen, in welchen sie ihre Nachzahlung auf CHF 687.00 und den
Restbetrag ihrer Forderung per 31. Juli 2020 auf CHF 13'199.00 festlegte.
10. Gegen den Einspracheentscheid erhob A._ (nachfolgend:
Beschwerdeführer) am 14. September 2020 Beschwerde an das
Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden. Er beantragte die
Aufhebung des angefochtenen Entscheides und die Neuberechnung der
Rückforderung anhand des von seiner Bank tatsächlich angewendeten
Umrechnungskurses. Weiter beantragte er die Berücksichtigung seiner
Mehrkosten aufgrund der Corona-Pandemie beim notwenigen
Lebensunterhalt unter Verrechnung mit der Rückforderung der
Ausgleichskasse, die Feststellung, dass die Rentenleistungen der
Deutschen Rentenversicherung für den Zeitraum vom 1. November 2015
bis zum 30. April 2016 nicht für die Rückforderung der Ausgleichskasse
zur Verfügung stehen und die Zurückstellung der Verrechnung allfälliger
Nachzahlungen zu seinen Gunsten bis zum rechtsgültigen Entscheid über
die Verwendung der deutschen Rentennachzahlungen. Zur Begründung
machte er im Wesentlichen geltend, bei der Berechnung der
Rückforderung habe die Ausgleichskasse auf den tatsächlichen Wert der
Zahlungen der deutschen Rentenversicherung auf seinen Schweizer
Konten abzustellen und nicht auf fiktive Berechnungen. Die Berechnung
im angefochtenen Entscheid erschliesse sich ihm nicht, weder in den
einzelnen Zeitabschnitten noch betraglich. Die Rückforderung könne
maximal € 12'129.68 betragen, wenn man die Rentenbeträge der
deutschen Rentenversicherung von monatlich € 250.95 für die sechs
Monate vom 1. November 2015 bis zum 30. April 2016 von der Zahlung
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von € 13'635.38 abziehe. Die von der Ausgleichskasse geltend gemachte
Summe von € 12'413.62 sei fehlerhaft. Der Beschwerdeführer machte
sodann geltend, er sei bezüglich Corona ein Hochrisikopatient und habe
deshalb zusätzliche Ausgaben, welche bei den Ergänzungsleistungen zu
berücksichtigen und mit der Rückforderung zu verrechnen seien.
Abschliessend rügte er die Verletzung diverser verfassungsmässiger
Rechte.
11. Die Ausgleichskasse beantragte mit Vernehmlassung vom 5. Oktober
2020 die Abweisung der Beschwerde. Zur Begründung verwies sie im
Wesentlichen auf den angefochtenen Einspracheentscheid und ihre
Berechnungsblätter.
12. Mit Replik vom 23. November 2020 vertiefte der Beschwerdeführer seinen
Standpunkt und verlangte zusätzlich, dass die Kosten für das von ihm an
seine geschiedene Ehefrau und seine Kinder geschickte Schutzmaterial
gegen Covid-19 als Ausgabe anerkannt und mit der Rückforderung
verrechnet würden. Mit Schreiben vom 1. Dezember 2020 verzichtete die
Ausgleichskasse auf eine Duplik.
Auf die Begründung im angefochtenen Einspracheentscheid und auf die
weiteren Ausführungen der Parteien in den Rechtsschriften sowie auf die
eingereichten Beweismittel wird, soweit erforderlich, in den Erwägungen
eingegangen.
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## Considerations

II. Das Gericht zieht in Erwägung:
1. Angefochten ist der Einspracheentscheid der Sozialversicherungsanstalt
des Kantons Graubünden, AHV-Ausgleichskasse (nachfolgend:
Ausgleichskasse), vom 14. Juli 2020. Gemäss Art. 1 Abs. 1 des
Bundesgesetzes über Ergänzungsleistungen zur Alters-, Hinterlassenen-
und Invalidenversicherung (ELG; SR 831.30) in Verbindung mit Art. 56
Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des
Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) kann gegen diesen
Entscheid Beschwerde erhoben werden. Das Verwaltungsgericht des
Kantons Graubünden ist aufgrund von Art. 58 Abs. 1 ATSG und Art. 49
Abs. 2 lit. a des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege (VRG; BR
370.100) zur Beurteilung der Beschwerde sachlich und örtlich zuständig.
Als formeller und materieller Adressat ist der Beschwerdeführer vom
angefochtenen Einspracheentscheid unmittelbar betroffen und hat ein
schutzwürdiges Interesse an dessen gerichtlicher Überprüfung (Art. 59
ATSG). Überdies wurde die Beschwerde formgerecht beim
Verwaltungsgericht eingereicht (Art. 61 lit. b ATSG) und die Frist wurde
unter Berücksichtigung des Fristenstillstands vom 15. Juli bis und mit dem
15. August gewahrt (Art. 38 Abs. 4 lit. b und Art. 60 ATSG). Demzufolge
ist auf die Beschwerde einzutreten, vorbehältlich der Erwägung 2 auf Seite
8 hiernach.
2. Streitig und nachfolgend zu prüfen ist, ob die Ausgleichskasse ihren
Rückforderungsanspruch gegenüber dem Beschwerdeführer für die Zeit
vom 1. Mai 2016 bis zum 29. Februar 2020 zu Recht auf CHF 13'247.80
festgelegt hat, beziehungsweise ob sie per 31. Juli 2020 zu Recht eine
Restforderung von CHF 13'199.00 geltend macht (Rechtsbegehren 1 bis
4). Uneinig sind sich die Parteien in der Frage, auf welche Weise der
Rückerstattungsanspruch zu ermitteln ist, insbesondere wie die
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Umrechnung von Euro in Schweizer Franken vorzunehmen ist (dazu unten
E.4 ff.).
Streitig ist sodann, ob die Mehrkosten des Beschwerdeführers im
Zusammenhang mit der Corona-Pandemie mit dem
Rückerstattungsanspruch der Ausgleichskasse zur Verrechnung zu
bringen sind (Rechtsbegehren Nr. 5). Diese Frage war zunächst nicht
Gegenstand des Verfahrens. In der Verfügung vom 28. Februar 2020
(Akten der Ausgleichskasse [AK-act.] 192), die dem angefochtenen
Einspracheentscheid zu Grunde liegt, ging es einzig um die Korrektur des
EL-Anspruchs infolge der Zusprache der deutschen Rente und um die
daraus resultierende Rückforderung. Entsprechend gab die
Ausgleichskasse unter dem Titel "Kommentar zur Berechnung" klar und
eindeutig an, es handle sich um eine Neuberechnung und Rückforderung
infolge der rückwirkend ausbezahlten Rente aus Deutschland (AK-act. 192
S. 3). In seiner Einsprache stellte der Beschwerdeführer dann aber den
Antrag, seine Corona-Mehrkosten seien mit der Rückforderung zur
Verrechnung zu bringen (AK-act. 221 S. 1). Damit warf er eine Frage auf,
über welche die Ausgleichskasse gar nicht verfügt hatte. Korrekterweise
hätte die Ausgleichskasse deshalb auf diesen Antrag nicht eintreten
dürfen. Indem die Ausgleichskasse sich aber im vorliegend angefochtenen
Einspracheentscheid materiell mit dem Antrag befasste (AK-act. 254 S. 2),
erweiterte sie den Streitgegenstand, so dass der Antrag des
Beschwerdeführers auf Berücksichtigung der Corona-Mehrkosten im
vorliegenden Verfahren materiell zu prüfen ist (dazu E.6 ff.).
Nicht einzutreten ist auf den Antrag des Beschwerdeführers auf
Feststellung, dass die Rentenleistungen der Deutschen
Rentenversicherung für den Zeitraum vom 1. November 2015 bis zum 30.
April 2016 nicht für die Rückforderung der Ausgleichskasse zur Verfügung
stehen (Rechtsbegehren Nr. 6). Dieses Rechtsbegehren ist
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gegenstandslos. Die vorliegend streitige Rückforderung der
Ausgleichskasse bezieht sich gar nicht auf den Zeitraum vom 1. November
2015 bis zum 30. April 2016, sondern korrekterweise auf die Zeit ab dem
1. Mai 2016, weil der Beschwerdeführer erst ab diesem Zeitpunkt
Ergänzungsleistungen bezog. Ob und inwieweit die Gemeinden
B._ und C._ im Zusammenhang mit den deutschen
Renten vom 1. November 2015 bis zum 30. April 2016 Ansprüche auf
Rückerstattung haben, ist nicht im vorliegenden Verfahren zu klären,
sondern von den beiden betroffenen Gemeinden zu prüfen.
3. Für die Beantwortung der streitigen Fragen ist der Sachverhalt zu
berücksichtigen, der sich bis zum Zeitpunkt des Erlasses des
angefochtenen Einspracheentscheids – vorliegend somit bis zum 14. Juli
2020 - verwirklicht hat (BGE 132 V 215 E.3.1.1) und anwendbar sind in
zeitlicher Hinsicht grundsätzlich diejenigen materiellen Rechtssätze, die
bei der Erfüllung des zu Rechtsfolgen führenden Tatbestandes Geltung
hatten (BGE 132 V 215 E.3.1.1; Urteil des Bundesgerichts 9C_663/2018
vom 12. Februar 2019 E.4). Massgeblich ist dabei der im
Sozialversicherungsrecht übliche Beweisgrad der überwiegenden
Wahrscheinlichkeit (BGE 138 V 218 E.6; Urteil des Bundesgerichts
8C_382/2020 vom 3. Dezember 2020 E.3.3).
4. Nachfolgend wird geprüft, ob die Rückforderung der Ausgleichskasse für
den Zeitraum vom 1. Mai 2016 bis zum 29. Februar 2020 im
angefochtenen Entscheid zu Recht auf CHF 13'247.80 korrigiert wurde.
Die rechtlichen Grundlagen dafür präsentieren sich wie folgt.
4.1. Die Ergänzungsleistungen dienen der Deckung des Existenzbedarfs (Art.
2 Abs. 1 ELG). Anspruchsberechtigt sind unter anderem Personen mit
Wohnsitz und gewöhnlichem Aufenthalt in der Schweiz, die – wie der
Beschwerdeführer - Anspruch haben auf eine Rente der
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Invalidenversicherung (Art. 4 Abs. 1 lit. c ELG). Die Ergänzungsleistungen
bestehen aus einer Geldleistung, der jährlichen Ergänzungsleistung, und
aus einer Sachleistung im Sinne der Vergütung von Krankheits- und
Behinderungskosten (Art. 3 ELG). Dabei entspricht die jährliche
Ergänzungsleistung grundsätzlich dem Betrag, um den die anerkannten
Ausgaben die anrechenbaren Einnahmen übersteigen (Art. 9 Abs. 1 ELG).
Renten, Pensionen und andere wiederkehrende Leistungen,
einschliesslich der Renten der AHV und der IV, stellen gemäss Art. 11
Abs. 1 lit. d ELG anrechenbare Einnahmen dar. Vorliegend ist unbestritten,
dass die dem Beschwerdeführer mit Verfügung vom 3. Februar 2020 (AK-
act. 190) zugesprochene Rente der Deutschen Rentenversicherung eine
anrechenbare Einnahme im Sinne von Art. 11 Abs. 1 lit. d ELG darstellt.
4.2. Gemäss Art. 25 Abs. 1 ATSG sind unrechtmässig bezogene Leistungen
zurückzuerstatten. Dabei spielt es keine Rolle, aus welchem Grund es zu
einer unrechtmässigen Auszahlung gekommen ist; das Gesetz verlangt
einzig den unrechtmässigen Leistungsbezug und differenziert nicht
danach, warum die Leistung zu Unrecht geflossen ist (MÜLLER,
Rechtsprechung des Bundesgerichts zum ELG, 3. Aufl.,
Zürich/Basel/Genf 2015, Art. 25 ATSG Rz. 4). Im vorliegenden Fall hat der
Beschwerdeführer gestützt auf die Verfügung vom 29. Oktober 2018 ab
dem 1. Mai 2016 monatliche Ergänzungsleistungen von CHF 1'819.00
bezogen (AK-act. 77). Gestützt auf die Verfügung vom 21. Dezember 2018
lagen die Ergänzungsleistungen danach ab dem 1. Januar 2019 bei CHF
1'831.00 (AK-act. 91), gestützt auf die Verfügung vom 20. Dezember 2019
ab dem 1. Januar 2020 bei CHF 1'832.00 (AK-act. 179). Damit hat der
Beschwerdeführer für die Zeit ab dem 1. Mai 2016 Ergänzungsleistungen
bezogen, bei deren Bemessung die Rente der Deutschen
Rentenversicherung nicht als Einnahme angerechnet worden war. In den
Berechnungsblättern zu den erwähnten Verfügungen über den EL-
Anspruch war entsprechend in der Rubrik "Renten ausländisch" stets CHF
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0.00 eingetragen (AK-act. 79 ff., 93 ff. und 181 ff.). Die Parteien sind sich
darin einig, dass die nachträgliche Ausrichtung der deutschen Rente den
EL-Bezug des Beschwerdeführers zu einem Teil unrechtmässig machte,
so dass grundsätzlich insoweit eine Rückerstattungspflicht gestützt auf
Art. 25 Abs. 1 ATSG besteht, als die von ihm bezogenen
Ergänzungsleistungen seinen korrigierten EL-Anspruch übersteigen.
Die Parteien sind sich auch darin einig, dass kein Härtefall im Sinne von
Art. 25 Abs. 1 Satz 2 ATSG vorliegt. Nach dieser Bestimmung sind
unrechtmässig bezogene Leistungen ausnahmsweise dann nicht
zurückzuerstatten, wenn sie in gutem Glauben empfangen wurden und
wenn eine grosse Härte vorliegt. Dies ist hier nicht der Fall. Die
Ausgleichskasse wies den Beschwerdeführer nach Eingang seines EL-
Gesuches mit Schreiben vom 20. April 2017 an, seinen deutschen
Rentenanspruch abzuklären (AK-act. 5). Dieser Aufforderung kam der
Beschwerdeführer mit einem Gesuch bei der Deutschen
Rentenversicherung nach (AK-act. 11 S. 7). Mit Verfügung vom 8.
November 2017 sprach die Ausgleichskasse dem Beschwerdeführer dann
die Ergänzungsleistungen erstmals zu und wies ihn ausdrücklich darauf
hin, sie behalte sich eine entsprechende Anpassung vor, falls rückwirkend
Versicherungsleistungen erbracht würden. Ebenso hielt sie fest, zu viel
oder zu Unrecht bezogene Leistungen seien zurückzuerstatten (AK-act.
23 S. 2 und 3). Dem Beschwerdeführer musste klar sein, dass sich dieser
Vorbehalt in besonderer Weise auf eine allfällige Nachzahlung der
deutschen Rente bezog. In den späteren Verfügungen wiederholte die
Ausgleichskasse diese Hinweise (Verfügungen vom 15. Dezember 2017
[AK-act. 37 S. 2 und 3], vom 19. Februar 2018 [AK-act. 45 S. 2 und 3],
vom 29. Oktober 2018 [AK-act. 77 S. 2 und 3] und vom 21. Dezember
2018 [AK-act. 91 S. 2 und 3]). Mit Schreiben vom 4. Dezember 2018 fragte
die Ausgleichskasse zudem nach, wie es mit dem deutschen
Rentenanspruch stehe (AK-act. 87), und mit E-Mail vom 10. Dezember
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2018 antwortete der Beschwerdeführer, es sei noch keine
Rentenverfügung von Deutschland eingegangen (AK-act. 90). Mit
Schreiben vom 12. April 2019 (AK-act. 107) und vom 22. Januar 2020 (AK-
act. 187) erkundigte sich die Ausgleichskasse erneut nach dem Stand der
Abklärungen in Deutschland. Aus alldem lässt sich zweifelsfrei schliessen,
dass der Beschwerdeführer jederzeit wusste, dass ihm die
Ausgleichskasse Ergänzungsleistungen ausrichtete, welche nach dem
Entscheid über die deutsche Rente zu korrigieren sein würden, mithin
dass die Ausgleichskasse die deutsche Rente gewissermassen
bevorschusste. Der Beschwerdeführer hat die Ergänzungsleistungen
deshalb im Rahmen der Bevorschussung nicht im Sinne von Art. 25 Abs.
1 Satz 2 ATSG im guten Glauben erhalten, was er denn auch zu Recht
nicht geltend macht.
4.3. Regeln zum Umfang der Rückerstattungspflicht nach Art. 25 Abs. 1 ATSG
und zur Frage, wie ausländische Renten in Schweizer Franken
umzurechnen sind, finden sich nicht im ELG und auch nicht in der
Verordnung über die Ergänzungsleistungen zur Alters-, Hinterlassenen-
und Invalidenversicherung (ELV, SR 831.301), sondern in der Wegleitung
über die Ergänzungsleistungen zur AHV und IV (WEL). Die WEL wurde
vom Bundesamt für Sozialversicherungen erlassen und stellt eine blosse
Verwaltungsanweisung dar. Als solche richtet sie sich nach der
Rechtsprechung an die EL-Durchführungsstellen und ist für das
Sozialversicherungsgericht nicht verbindlich. Dieses soll sie bei seiner
Entscheidung aber berücksichtigen, sofern sie eine dem Einzelfall
angepasste und gerecht werdende Auslegung der anwendbaren
gesetzlichen Bestimmungen zulässt. Das Gericht weicht also nicht ohne
triftigen Grund von einer Verwaltungsweisung ab, wenn diese eine
überzeugende Konkretisierung der rechtlichen Vorgaben darstellt.
Insofern wird dem Bestreben der Verwaltung, durch interne Weisungen
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eine rechtsgleiche Gesetzesanwendung zu gewährleisten, Rechnung
getragen (BGE 147 V 278 E.2.2).
4.4. Steht eine Rückforderung wie vorliegend in Zusammenhang mit einer
ausländischen Rente, so ist eine Umrechnung dieser Rente in Schweizer
Franken notwendig. Das Vorgehen dafür wird in Rz. 3452.01 WEL
festgelegt. Danach sind Renten und Pensionen, die in einer Währung von
Mitgliedstaaten des Freizügigkeitsabkommens CH-EG oder des EFTA-
Übereinkommens ausgerichtet werden, nach den Tageskursen
umzurechnen, welche durch die Europäische Zentralbank publiziert
werden. Die vorliegend in Frage stehende Rente der Deutschen
Rentenversicherung in Euro fällt zweifellos unter diese Bestimmung.
Massgebend ist gemäss Rz. 3452.01 WEL der erste verfügbare
Tageskurs des Monats, der dem Monat des Anspruchsbeginns unmittelbar
vorausgeht. Auf diese Regelung hat die Ausgleichskasse zu Recht
abgestellt, sie konkretisiert die rechtlichen Vorgaben von ATSG, ELG und
ELV auf überzeugende Weise. Auf die Umrechnungsregel in Rz. 3452.01
WEL stellt denn auch das Bundesgericht ab (Entscheide 9C_254/2015
vom 15. Mai 2015 und 9C_377/2011 vom 12. Oktober 2011 E.3.2).
4.5. Die WEL erklärt nicht eindeutig, wie die Umrechnung einer ausländischen
Rente im Falle einer sich auf mehrere Jahre beziehenden Rückerstattung
konkret vorzunehmen ist. In der Verfügung vom 28. Februar 2020 hatte
sich die Ausgleichskasse auf Rz. 3452.04 WEL in Verbindung mit Rz.
3641.01 WEL gestützt, wonach die jährlichen Ergänzungsleistungen auch
im Laufe des Kalenderjahres zu erhöhen oder herabzusetzen sind, wenn
sich ein Umrechnungskurs während des Jahres wesentlich ändert.
Entsprechend hatte sie in der relevanten Zeit vom 1. Mai 2016 bis zum 29.
Februar 2020 neun Phasen gebildet und für die Umrechnung von Euro in
Schweizer Franken jeweils den Kurs verwendet, wie er sich anfangs des
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Vormonats der jeweiligen Phase präsentierte
(https://sdw.ecb.europa.eu/curConverter.do; AK-act. 192 S. 2 und 214): Mai/Juni 2016 1.0908 Juli bis Dezember 2016 1.1055 Januar bis Juni 2017 1.0764 Juli bis Dezember 2017 1.0883 Januar bis Juni 2018 1.1691 Juli bis Dezember 2018 1.1531 Januar bis Juni 2019 1.1323 Juli bis Dezember 2019 1.1162 Januar/Februar 2020 1.0995
Von dieser Umrechnungsmethode wich die Ausgleichskasse im
angefochtenen Einspracheentscheid zu Gunsten des Beschwerdeführers
ab. Sie verzichtete auf die Ausscheidung von verschiedenen Phasen und
rechnete den Gesamtbetrag der von der Deutschen Rentenversicherung
für die Zeit vom 1. Mai 2016 bis zum 29. Februar 2020 geleisteten
Rentenzahlungen von € 12'413.62 zu einem einheitlichen Kurs um. Für die
Wahl des Umrechnungskurses stellte sie richtigerweise auf den Zeitpunkt
der Nachzahlung der deutschen Rente am 11. Februar 2020 ab (Akten
des Beschwerdeführers [Bf-act.] 1a), wurde doch an diesem Tag der
Rückforderungsanspruch der Ausgleichskasse begründet. Wie in Rz.
3452.01 WEL vorgesehen stützte sich die Ausgleichskasse auf den Kurs
der Europäischen Zentralbank des Vormonats, mithin Januar 2020. Zu
Gunsten des Beschwerdeführers wählte sie dabei nicht den in Rz. 3452.01
WEL vorgesehenen ersten verfügbaren Tageskurs im Januar 2020 von
1.0865, sondern den tieferen Wert von 1.0672, wie er Ende Januar 2020
vorlag. Dies ist nicht zu beanstanden, mit dieser Umrechnungsweise
nützte die Ausgleichskasse den Interpretationsspielraum, den ihr die WEL
lässt, konsequent zu Gunsten des Beschwerdeführers aus. Selbst wenn
man argumentieren würde, die Nachzahlung einer Rente für einen
Zeitraum von mehreren Jahren sei ein Sonderfall, für den man statt auf
den Kurs des Vormonats gemäss Rz. 3452.01 WEL besser auf den Kurs
am Tag der Banküberweisung abstellen solle, ergäbe sich nur ein
unwesentlich anderes Resultat, lag doch der Kurs am 11. Februar 2020
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bei 1.0667 (https://sdw.ecb.europa.eu/curConverter.do), mithin nur um
0.0005 tiefer als der von der Ausgleichskasse angewendete Kurs.
4.6. Der Beschwerdeführer ist der Ansicht, bei der Umrechnung seiner
deutschen Rente sei der von seiner Bank angewendete Kurs von 1.04
anzuwenden. Er stützt sich dabei auf einen Bankauszug der UBS, aus
welchem die Gutschrift für die Rentennachzahlung der Deutschen
Rentenversicherung im Betrag von CHF 14'298.96 hervorgeht mit dem
Vermerk "EUR 13'635.38 zum Kurs von 1.048666" (Bf-act. 1a). Ein
Abstellen auf diesen Kurs kommt vorliegend aber entgegen der Ansicht
des Beschwerdeführers nicht in Frage. Wie erwähnt verlangt die WEL für
die Umrechnung von ausländischen Renten in Schweizer Franken klar
und eindeutig ein Abstellen auf den Kurs der Europäischen Zentralbank.
Sie tut dies, weil in der Schweiz jede Bank ihren Wechselkurs eigenständig
festsetzt, da es keinen einheitlichen Wechselkurs im Sinne eines für alle
Banken geltenden einheitlichen Wertes gibt (Urteil des Bundesgerichts
9C_375/2014 vom 24. März 2015 E.6.2). Das Abstellen auf den Kurs der
Europäischen Zentralbank bietet für die Umrechnung von Euro in
Schweizer Franken eine sachgerechte und für die EL-
Durchführungsstellen praktikable Lösung. Konkrete Argumente hiergegen
vermag denn auch der Beschwerdeführer nicht vorzubringen.
4.7. Gemäss Rz. 4620.01 WEL hat die rückerstattungspflichtige Person
grundsätzlich alle zu Unrecht bezogenen Ergänzungsleistungen mit dem
vollen Betrag zurückzuerstatten. Bei der Ermittlung des
Rückerstattungsbetrages ist gemäss Rz. 4620.02 WEL von den
Verhältnissen auszugehen, wie sie im Zeitraum, auf den sich die
Rückerstattung bezieht, tatsächlich bestanden haben. Auf diese Regeln
kann vorliegend abgestellt werden. Es sind keine Gründe ersichtlich,
welche dagegensprechen würden und auch der Beschwerdeführer macht
keine solche Gründe geltend. Die streitige Rückforderung bezieht sich auf
- 16 -
den Zeitraum vom 1. Mai 2016 bis zum 29. Februar 2020 (AK-act. 192).
Für diese Zeit zahlte die Deutsche Rentenversicherung dem
Beschwerdeführer Renten im Betrag von € 12'413.62 nach,
zusammengesetzt wie folgt (AK-act. 190): 1. Mai 2016 bis 30. Juni 2016 2 x € 250.95 = € 501.90 1. Juli 2016 bis 30. Juni 2017 12 x € 261.60 = € 3'139.20 1. Juli 2017 bis 30. Juni 2018 12 x € 266.58 = € 3'198.96 1. Juli 2018 bis 30. Juni 2019 12 x € 275.17 = € 3'302.04 1. Juli 2019 bis 29. Februar 2020 8 x € 283.94 = € 2'271.52
Diese Rentennachzahlung entspricht exakt der Rückforderung der
Ausgleichskasse zum damaligen Zeitpunkt. Bei der rückwirkenden
Korrektur der Ergänzungsleistungen sind die nachgezahlten deutschen
Renten wie erwähnt als anrechenbare Einnahmen zu berücksichtigen (Art.
11 Abs. 1 lit. d ELG, siehe vorne E.4.1). Weil die Verhältnisse ansonsten
unverändert sind, reduzieren sich die dem Beschwerdeführer in der
fraglichen Zeitspanne zustehenden Ergänzungsleistungen eins zu eins um
den Betrag der nachgezahlten Renten. Angesichts der nachgezahlten
deutschen Renten von € 12'413.62 hat die Ausgleichskasse im
angefochtenen Entscheid in Anwendung des Kurses von 1.0672 für die
Zeit vom 1. Mai 2016 bis zum 29. Februar 2020 zu Recht eine
Rückforderung von CHF 13'247.80 ermittelt. In ihren Berechnungsblättern
(AK-act. 233 ff.) hat sie die dem Beschwerdeführer zustehenden
Ergänzungsleistungen in korrekter Weise um die jeweiligen Beträge der
deutschen Rente korrigiert. Aufgrund der Rundung auf ganze Zahlen
ergab sich daraus gestützt auf die Berechnungsblätter ein
Rückforderungsbetrag von CHF 13'244.00, nämlich wie folgt:
EL ausbezahlt CHF 1'819
EL neu CHF 1'551
Mai/Juni 2016
> deu. Rente € 250.95
Differenz CHF 268
2 x CHF 268 CHF 536
EL ausbezahlt CHF 1'819
EL neu CHF 1'540
Juli 2016 – Juni 2017
> deu. Rente € 261.60
Differenz CHF 279
12 x CHF 279 CHF 3'348
EL ausbezahlt CHF 1'819
EL neu CHF 1'535
Juli 2017 – Juni 2018
> deu. Rente € 266.58
Differenz CHF 284
12 x CHF 284 CHF 3'408
- 17 -
EL ausbezahlt CHF 1'819
EL neu CHF 1'525
Juli 2018 – Dez. 2018
> deu. Rente € 275.17
Differenz CHF 294
6 x CHF 294 CHF 1'764
EL ausbezahlt CHF 1'831
EL neu CHF 1'537
Jan. 2019 – Juni 2019
> deu. Rente € 275.17
Differenz CHF 294
6 x CHF 294 CHF 1'764
EL ausbezahlt CHF 1'831
EL neu CHF 1'528
Juli 2019 – Dez. 2019
> deu. Rente € 283.94
Differenz CHF 303
6 x CHF 303 CHF 1'818
EL ausbezahlt CHF 1'832
EL neu CHF 1'529
Jan./Feb. 2020
> deu. Rente € 283.94
Differenz CHF 303
2 x CHF 303 CHF 606
4.8. Die streitige Rückforderung bezieht sich auf den Zeitraum vom 1. Mai 2016
bis zum 29. Februar 2020 (AK-act. 192). Diese Zeitspanne deckt sich
weder am Beginn noch am Ende mit dem Zeitraum vom 1. November 2015
bis zum 31. Januar 2020, für welchen die Deutsche Rentenversicherung
am 11. Februar 2020 ihre Rentennachzahlung machte (AK-act. 190, Bf-
act. 1a). Von den € 13'635.38, die dem Beschwerdeführer am 11. Februar
2020 von der Deutschen Rentenversicherung überwiesenen wurden,
fallen nur € 12'129.68 in den von der Rückforderung betroffenen Zeitraum.
Die Renten für die Zeit vor dem Beginn des EL-Anspruchs am 1. Mai 2016,
mithin die Renten vom 1. November 2015 bis zum 31. April 2016 (6 x
€ 250.95), liegen ausserhalb dieses Zeitraums und wurden von der
Ausgleichskasse bei der Rückforderung zu Recht nicht berücksichtigt, weil
der Beschwerdeführer in dieser Phase noch keine Ergänzungsleistungen
bezogen hatte. Bei der Rückforderung per 29. Februar 2020
miteinzubeziehen ist indessen die Rente für den Monat Februar 2020 im
Betrag von € 283.94. Diesen Betrag überwies die Deutsche
Rentenversicherung nicht zusammen mit der Rentennachzahlung am 11.
Februar 2020 auf das UBS Konto des Beschwerdeführers, sondern am 28.
April 2020 auf sein neues Konto bei der D._ (AK-act. 221 S. 24).
Die Rückforderungsverfügung erging am 28. Februar 2020. Zu diesem
Zeitpunkt waren die Ergänzungsleistungen für den Februar 2020 bereits
- 18 -
im vollen, nicht um die deutsche Rente korrigierten Betrag ausbezahlt, so
dass die Ausgleichskasse diesen Monat zu Recht bei der Rückforderung
miteinbezog und für die Zeit vom 1. Mai 2016 bis zum 29. Februar 2020
von deutschen Renten im Betrag von € 12'413.62 (€ 12'129.68 + € 283.94)
ausging. Dies übersieht der Beschwerdeführer, wenn er sich auf den
Standpunkt stellt, die Rückforderung könne nur € 12'129.68 betragen.
4.9. Der Beschwerdeführer macht geltend, es erschliesse sich jedem
vernünftigen Anwender bei lebensnaher Betrachtung, dass er nicht mehr
Geld zurückzahlen könne, als er erhalten habe. Dieses Vorbringen ist
unbehelflich. Für die Zeit vom 1. Mai 2016 bis zum 31. Januar 2020
überwies die Deutsche Rentenversicherung dem Beschwerdeführer €
12'129.68 auf sein Konto bei der UBS, was bei einem Kurs von 1.0486 (Bf-
act. 1a) zu einer Gutschrift von CHF 12'719.20 führte. Für den Februar
2020 überwies die Deutsche Rentenversicherung € 283.94 auf das Konto
des Beschwerdeführers bei der D._, wo für die Umrechnung ein
Kurs von 1.0405 zur Anwendung kam, so dass dem Beschwerdeführer
CHF 295.45 gutgeschrieben wurden (Bf-act. 221 S. 24). Insgesamt erhielt
der Beschwerdeführer demnach für die Zeit vom 1. Mai 2016 bis zum 29.
Februar 2020 CHF 13'014.65. Dieser Betrag liegt um CHF 233.15 tiefer
als der Betrag von CHF 13'247.80, wie ihn die Ausgleichskasse mit dem
angefochtenen Einspracheentscheid zurückfordert. Dies hat indessen
nicht zur Folge, dass die Rückforderung auf den effektiv ausgerichteten
Betrag reduziert werden müsste. Wie gezeigt hat die Ausgleichskasse zu
Recht auf die Umrechnungsvorschrift in Rz. 3452.01 WEL abgestellt und
nicht die konkret von den Banken angewendeten Kurse verwendet. Eine
gewisse Schematisierung ist bei den Umrechnungskursen aus
Praktikabilitätsgründen zulässig, genauso wie bei anderen Faktoren der
Bemessung der Ergänzungsleistungen (vgl. Urteil des Bundesgerichts
9C_100/2019 vom 16. Mai 2019 E.6.1, WALDMANN, in:
- 19 -
WALDMANN/BELSER/EPINEY [Hrsg.], Bundesverfassung, Basler
Kommentar, Basel 2015, Rz. 37 zu Art. 8).
4.10. Der Beschwerdeführer ist der Ansicht, die Vorbemerkung auf Seite 2 der
WEL spreche gegen ein Abstellen auf die Umrechnungsregel in Rz.
3452.01 WEL. Diese Vorbemerkung lautet wie folgt: Zu guter Letzt sei
daran erinnert, dass die Weisungen nicht jeden denkbaren Einzelfall
abbilden können und wollen. Für die Durchführung sind daher nach wie
vor Anwenderinnen und Anwender mit gesundem Menschenverstand
gefragt, welche die offen gebliebenen Fragen im Sinn und Geist des
Gesetzes entscheiden. Der Sichtweise des Beschwerdeführers kann nicht
gefolgt werden. Vorliegend gibt es keine offen gebliebene Frage, welche
mit gesundem Menschenverstand zu entscheiden gewesen wäre.
Vielmehr ist die Frage, welcher Kurs für die Umrechnung ausländischer
Renten anzuwenden ist, in Rz. 3452.01 eindeutig klar und sachgerecht
geregelt.
4.11. Der Beschwerdeführer bemängelt, die Ausgleichskasse habe nicht
nachvollziehbar dargestellt, wie sie die Rückforderung errechnet hatte.
Dem kann nicht gefolgt werden. Wie gezeigt verkennt der
Beschwerdeführer, dass auch der Monat Februar 2020 in den von der
Rückforderung abgedeckten Zeitraum fällt (siehe vorne E.4.8). Die
diesbezügliche Irritation hat er sich selber zuzuschreiben, denn aus der
Verfügung vom 28. Februar 2020 und aus dem angefochtenen
Einspracheentscheid geht klar und eindeutig hervor, dass sich die
Rückforderung auf die Rentenleistungen bis und mit Februar 2020 bezieht.
Sodann legte die Ausgleichskasse der Verfügung und dem
Einspracheentscheid die detaillierten Berechnungsblätter bei (AK-act. 194
ff. und 233 ff.). Unter Einbezug der Berechnungsblätter und der Verfügung
der Deutschen Rentenversicherung vom 3. Februar 2020 (AK-act. 190) ist
die Berechnung der Rückforderung entgegen der Ansicht des
- 20 -
Beschwerdeführers durchaus nachvollziehbar. Dass diese Berechnung
eine gewisse Komplexität hat, liegt in der Natur der Sache und ist nicht der
Ausgleichskasse anzulasten. In der Verfügung vom 28. Februar 2020
fehlte zwar eine Erklärung zum Vorgehen bei der Umrechnung der
deutschen Rente in Schweizer Franken. Diese Erklärung lieferte die
Ausgleichskasse bei der Bestätigung der Einsprache teilweise nach,
indem sie dem Beschwerdeführer die interne Fallnotiz zustellte, aus
welcher ersichtlich ist, zu welchen Kursen die deutsche Rente
umgerechnet worden war (AK-act. 218 und 214). Der angefochtene
Einspracheentscheid enthielt dann schliesslich eine detaillierte und
nachvollziehbare Erklärung zur Umrechnung.
4.12. Zusammenfassend kann festgehalten werden, dass die Ausgleichskasse
ihre Rückforderung für die Zeit vom 1. Mai 2016 bis zum 29. Februar 2020
im angefochtenen Einspracheentscheid mit CHF 13'247.80 richtig
bemessen hat. Sie ging korrekterweise davon aus, dass der
Beschwerdeführer in der relevanten Zeitspanne von der Deutschen
Rentenversicherung € 12'413.62 erhalten hatte und sie wendete für die
Umrechnung in Schweizer Franken zu Recht den Kurs der Europäischen
Zentralbank von Ende Januar 2020 von 1.0672 an. Den
Rückforderungsbetrag von CHF 13'247.80 reduzierte die Ausgleichskasse
in ihrer mit dem Einspracheentscheid verknüpften Mitteilung vom 14. Juli
2020 zu Gunsten des Beschwerdeführers geringfügig auf CHF 13'244.00,
indem sie bei der Berechnung der korrigierten Ergänzungsleistungen ab
Mai 2016 für die verschiedenen Phasen die Beträge auf ganze Zahlen
rundete (Bf-act. Brot). Dies ist nicht zu beanstanden.
5. Geprüft wird nun, ob die Ausgleichskasse ihre Rückforderung in korrekter
Weise mit Forderungen des Beschwerdeführers verrechnet hat. Nach der
aktuell geltenden ELV ist die Verrechnung von Forderungen der
Ausgleichskassen mit fälligen Ergänzungsleistungen nicht möglich.
- 21 -
Anders in der aELV, wie sie bis zum 31. Dezember 2020 Geltung hatte.
Zum Zeitpunkt des Erlasses des angefochtenen Einspracheentscheids am
14. Juli 2020 sah aArt. 27 ELV vor, dass Rückforderungen mit fälligen
Ergänzungsleistungen verrechnet werden können. Das bedeutet, dass die
Ausgleichskasse ihre fälligen Leistungen bis Ende des Jahres 2020 mit
der Rückforderung aufgrund der Nachzahlung der deutschen Rente zur
Verrechnung bringen durfte. Gestützt auf den vorliegend angefochtenen
Einspracheentscheid legte die Ausgleichskasse mit Mitteilung vom 14. Juli
2020 die Nachzahlung per Ende Juli 2020 auf CHF 687.00 fest (Bf-act.
Brot). Dieser Betrag setzte sich zusammen aus der Differenz zwischen den
ursprünglich für die Zeit vom 1. Mai 2016 bis zum 29. Februar 2020
zurückgeforderten CHF 13'886.00 und der korrigierten Rückforderung für
diese Zeit von CHF 13'244.00. Zu diesen CHF 642.00 addierte die
Ausgleichskasse für die Monate März 2020 bis und mit Juli 2020
CHF 45.00 (5 x CHF 9.00) aufgrund der Differenz zwischen den mit
Verfügung vom 28. Februar 2020 zugesprochenen Ergänzungsleistungen
ab dem 1. Januar 2020 von CHF 1'520.00 und den gestützt auf den
angefochtenen Einspracheentscheid für diese Zeit resultierenden
monatlichen Ergänzungsleistungen von CHF 1'529.00. Mit diesem
Vorgehen ermittelte die Ausgleichskasse per 31. Juli 2021 korrekterweise
einen Restbetrag ihrer Forderung von CHF 13'199.00 (Bf-act. 1b).
Die Ausgleichskasse hat demnach im angefochtenen
Einspracheentscheid die Rückforderung per 29. Februar 2020 korrekt auf
CHF 13'247.80 bemessen und in den mit dem Einspracheentscheid
verknüpften Mitteilungen die Verrechnung per 31. Juli 2020 mit einer
Restforderung von CHF 13'199.00 korrekt vorgenommen. Die
Beschwerde ist somit in den Rechtsbegehren Nr. 1 bis 4 abzuweisen.
Ebenfalls abzuweisen ist das Rechtsbegehren Nr. 7 um Aufschub der
Verrechnung bis zum rechtsgültigen Entscheid über die Verwendung der
deutschen Rentennachzahlungen. Abzuweisen ist gestützt auf die
- 22 -
vorstehenden Erwägungen 4.4 ff. auch das Rechtsbegehren Nr. 8,
wonach bei der Berechnung der Ergänzungsleistungen ab dem 28.
Februar 2020 bei der Umrechnung der deutschen Rente nicht der Kurs der
Europäischen Zentralbank, sondern der Kurs der Bank des
Beschwerdeführers zur Anwendung kommen soll.
6. Zu prüfen ist nun, ob die vom Beschwerdeführer geltend gemachten
Mehrkosten im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie mit dem
Rückerstattungsanspruch der Ausgleichskasse zur Verrechnung zu
bringen sind. Diese Mehraufwendungen weist der Beschwerdeführer in
einer detaillierten Zusammenstellung vom 21. November 2020 im Betrag
von CHF 7'780.94 aus (Bf-act. Ablau). Er macht Kosten geltend für einen
Umzug (Bf-act. 2), für Sprühflaschen und Desinfektionsmittel (Bf-act. 5, 7,
12, 14), Masken (Bf-act. 6, 8, 10), Teebaumöl (Bf-act. 7a, 9, 19), Seife (Bf-
act. 12, 16, 41), Einweghandschuhe (Bf-act. 15, 39, 42, 43), Weihrauch
(Bf-act. 20, 21a), Möbel (Bf-act. 23, 27, 36) sowie Nahrungsmittel und
Gesundheitsprodukte (Bf-act. 24, 26, 28, 30, 31a, 32, 33, 34, 35, 37, 38,
40). Unbestritten ist, dass der Beschwerdeführer aufgrund
verschiedenster Vorerkrankungen, unter anderem einer schweren
Niereninsuffizienz und einer arteriellen Hypertonie, bezüglich eines
schweren Verlaufs einer Infektion mit Covid-19 als Risikopatient
einzustufen ist und im Frühjahr 2020 darauf angewiesen war, freiwillige
Isolierungsmassnahmen einzuhalten (Bestätigungen des Hausarztes vom
14. März 2020 und vom 29. April 2020, Bf-act. Erot und Frot).
6.1. Die Ergänzungsleistungen bezwecken eine angemessene Deckung des
Existenzbedarfs (Art. 2 ELG). Sie bestehen aus zwei verschiedenen
Unterstützungsinstrumenten, einerseits der jährlichen Ergänzungsleistung
(Art. 3 Abs. 1 lit. a ELG) und andererseits der Vergütung von Krankheits-
und Behinderungskosten (Art. 3 Abs. 1 lit. b ELG). Die jährliche
Ergänzungsleistung ist eine Geldleistung (Art. 3 Abs. 2 EL). Sie entspricht
- 23 -
dem Betrag, um den die anerkannten Ausgaben die anrechenbaren
Einnahmen übersteigen (Art. 9 Abs. 1 ELG). Die jährliche
Ergänzungsleistung ist zu erhöhen, herabzusetzen oder aufzuheben,
wenn sich die vom ELG anerkannten Ausgaben oder anrechenbaren
Einnahmen voraussichtlich für längere Zeit vermindern oder erhöhen (Art.
25 Abs. 1 lit. c ELV, Rz. 3212.1 und 3641.01 WEL). Was als anerkannte
Ausgabe gilt, ist in Art. 10 ELG festgehalten. Im vorliegenden Fall relevant
sind der Betrag für den allgemeinen Lebensbedarf (Abs. 1 lit. a), der
Mietzins einer Wohnung und die damit zusammenhängenden
Nebenkosten (Abs. 1 lit. b), die Gebäudeunterhaltskosten und
Hypothekarzinse bis zur Höhe des Bruttoertrags der Liegenschaft (Abs. 3
lit. b), die Beiträge an die Sozialversicherungen des Bundes (Abs. 3 lit. c)
und der Betrag für die obligatorische Krankenversicherung (Abs. 3 lit. d).
Dabei wird der Betrag für den allgemeinen Lebensbedarf gemäss Art. 10
Abs. 1 lit. a ELG für alle EL-Bezüger auf denselben, standardisierten Wert
festgelegt. Bei den übrigen gemäss Art. 10 ELG anerkannten Ausgaben
werden die in jedem Einzelfall konkret anfallenden Kosten unter
Berücksichtigung eines zulässigen Maximalwertes berücksichtigt. Hierin
äussert sich das Grundprinzip, wonach die Ergänzungsleistungen nicht
exakt, sondern aus Gründen der Praktikabilität mit einer gewissen
Schematisierung bemessen werden (vgl. Urteil des Bundesgerichts
9C_100/2019 vom 16. Mai 2019 E.6.1; WALDMANN, a.a.O., Rz. 37 zu Art.
8). Die Aufzählung der anerkannten Ausgaben in Art. 10 ELG ist
abschliessend. Dies ergibt sich eindeutig aus dem Wortlaut der
Bestimmung und wird in Rz. 3211.01 WEL bestätigt.
6.2. Vor diesem Hintergrund zeigt sich, dass die vom Beschwerdeführer
geltend gemachten Mehrkosten im Zusammenhang mit der Corona-
Pandemie nicht zu einer Erhöhung der anerkannten Ausgaben und damit
nicht zu einer Erhöhung seiner jährlichen Ergänzungsleistung führen
können. Diese Kosten fallen in den Bereich des allgemeinen
- 24 -
Lebensbedarfes gemäss Art. 10 Abs. 1 lit. a ELG, wo sie indessen keine
weitere Bedeutung haben, da das Gesetz in diesem Bereich nicht von den
konkreten Ausgaben der betroffenen Einzelperson, sondern von einem
standardisierten Wert ausgeht. Die Ausgleichskasse konnte die
coronabedingten Mehrkosten auch nicht dadurch berücksichtigen, dass
sie für den allgemeinen Lebensbedarf gemäss Art. 10 Abs. 1 lit a ELG
angesichts der besonderen Umstände einen höheren Betrag als den
gesetzlich vorgegebenen Standardwert angenommen hätte. Nach der
Rechtsprechung ist ein Abweichen vom Standardwert unzulässig (vgl.
BGE 142 V 402 E.5.2). Bei der jährlichen Ergänzungsleistung handelt es
sich um eine pauschalisierte Leistung, welche je nach Situation höher oder
tiefer sein kann, als die tatsächlichen Lebenskosten. Die Ausgleichskasse
hat deshalb im angefochtenen Entscheid zu Recht erklärt, für die
Berücksichtigung der coronabedingten Mehrkosten im Rahmen der
jährlichen Ergänzungsleistung fehle die Rechtsgrundlage. Die
Verrechnung dieser Kosten mit ihrer Rückforderung im Zusammenhang
mit der deutschen Rente hat sie demzufolge korrekterweise verweigert.
6.3. An diesem Ergebnis vermögen die Vorbringen des Beschwerdeführers –
wie nachstehend gezeigt wird – nichts zu ändern.
6.3.1. Der Beschwerdeführer ist der Ansicht, vor dem Hintergrund der Corona-
Pandemie sei Art. 10 ELG so zu interpretieren, dass coronabedingte
Mehrkosten als Ausgaben anerkannt werden. Dem kann nicht gefolgt
werden. Es trifft sicher zu, dass die Corona-Pandemie für den
Beschwerdeführer - genauso wie für eine Vielzahl von Einzelpersonen,
Firmen und Institutionen - eine sehr belastende Ausnahmesituation
geschaffen hat. Diese Ausnahmesituation rechtfertigt es indessen nicht,
dass amtliche Durchführungsstellen nach Gutdünken von klaren
gesetzlichen Vorgaben abweichen. Der Bund und die Kantone sind den
Herausforderungen der Pandemie mit spezifischen neuen Regelungen
- 25 -
begegnet, wie zum Beispiel der Covid-19 Verordnung Erwerbsausfall (SR
830.31) oder der Covid-19 Verordnung Arbeitslosenversicherung (SR
837.003). Das Ziel dabei konnte aus offensichtlichen Gründen nicht sein,
jeder Person jeden coronabedingten finanziellen Nachteil vollständig
auszugleichen. Vielmehr ging es darum, die schlimmsten Belastungen
abzufedern. Eine für den vorliegenden Fall einschlägige Corona-
Spezialregelung gibt es indessen nicht.
6.3.2. Der Beschwerdeführer macht geltend, die Kosten zum Schutz gegen
Covid-19 seien auch unter dem Gesichtspunkt der krankheitsbedingen
Kosten zu sehen, dies lasse die Ausgleichskasse aber ganz beiseite. Dem
kann nicht gefolgt werden. Der Beschwerdeführer übersieht, dass
Gegenstand des Verfahrens die jährlichen Ergänzungsleistungen als
Geldleistung im Sinne von Art. 9 ELG sind, nicht die Vergütung von
Krankheits- und Behinderungskosten im Sinne von Art. 14 ELG.
Entsprechend wies die Ausgleichskasse den Beschwerdeführer denn
auch in der Verfügung vom 28. Februar 2020 unter dem Titel "Krankheits-
/Behinderungskosten" ausdrücklich darauf hin, dass er ausgewiesene
Krankheits- und Behinderungskosten gemäss Art. 14 ELG mit einem
separaten Gesuch geltend machen könne (Bf-act. 192 S. 3). Gemäss Art.
14 ELG vergüten die Kantone den Bezügern einer jährlichen
Ergänzungsleistung die ausgewiesenen, im laufenden Jahr entstandenen
Kosten für zahnärztliche Behandlung (lit. a), Hilfe, Pflege und Betreuung
zu Hause sowie in Tagesstrukturen (b), ärztlich angeordnete Bade- und
Erholungskuren (lit. c), Diät (lit. d), Transporte zur nächstgelegenen
Behandlungsstelle (lit. e), Hilfsmittel (lit. f) und die Kostenbeteiligung nach
Art. 64 des Bundesgesetzes über die Krankenversicherung (lit. g). Ob und
inwieweit die vom Beschwerdeführer geltend gemachten Kosten im
Zusammenhang mit Corona gestützt auf Art. 14 ELG zu vergüten sind, ist
aus den dargelegten Gründen nicht im vorliegenden Verfahren zu prüfen,
- 26 -
sondern in einem separaten Verfahren aufgrund eines entsprechenden
Gesuches des Beschwerdeführers an die Ausgleichskasse.
6.3.3. Der Beschwerdeführer bezieht sich auf Rz. 3221.01 WEL wo festgelegt
ist, dass sich der anwendbare Betrag für den allgemeinen Lebensbedarf
nach den persönlichen Verhältnissen und nicht nach der Art der
Grundleistung bestimmt. Der Beschwerdeführer missversteht diese Regel.
Daraus lässt sich entgegen seiner Ansicht nicht ableiten, dass die
Ausgleichskasse beim Betrag für den allgemeinen Lebensbedarf gemäss
Art. 10 Abs. 1 lit. a ELG die tatsächlichen Ausgaben eines EL-Bezügers
berücksichtigen müsste. Der Begriff "nach den persönlichen
Verhältnissen" in Rz. 3221.01 WEL bezieht sich vielmehr auf die
Differenzierung zwischen alleinstehenden Personen (Art. 10 Abs. 1 lit. a
Ziff. 1 ELG), Ehepaaren (Art. 10 Abs. 1 lit. a Ziff. 2 ELG) sowie Waisen und
Kindern (Art. 10 Abs. 1 lit. a Ziff. 3 ELG). Dies wird denn auch in Rz.
3221.01 WEL ausdrücklich erwähnt ("Für alleinstehende Personen, für
Ehepaare sowie für Waisen und Kinder gelten unterschiedliche Beträge";
zitiert aus der WEL, wie sie am 14. Juli 2020 Geltung hatte), was der
Beschwerdeführer allem Anschein nach übersieht.
6.3.4. Der Beschwerdeführer ist der Ansicht, nicht nur die coronabedingten
Mehrkosten für sich selber, sondern auch diejenigen für seine von ihm
geschiedene Frau und seine in E._ lebenden neun Kinder seien
mit der Rückforderung der Ausgleichskasse zu verrechnen. Die
Ausgleichskasse hat dies im angefochtenen Einspracheentscheid
verneint. Zur Begründung hat sie ausgeführt, familienrechtliche
Unterstützungsleistungen seien im Rahmen von Art. 10 Abs. 3 lit. e ELG
anzuerkennen, soweit es sich um behördlich oder gerichtlich genehmigte
oder festgelegte Unterhaltsleistungen handle. Mit dieser Begründung
bezog sich die Ausgleichskasse auf den Regelfall, wie er in Rz. 3271.01
WEL festgehalten ist. Vorliegend sind in den Berechnungsblättern der
- 27 -
Ausgleichskasse nirgends solche behördlich oder gerichtlich festgelegte
Unterhaltsleistungen als anerkannte Ausgaben aufgeführt (AK-act. 39 ff.,
79 ff., 93 ff., 181 ff., 194 ff. und 233 ff.) und vom Beschwerdeführer werden
auch keine solchen Leistungen geltend gemacht, obwohl nach seiner
Angabe drei Kinder im Jahr 2020 noch zur Schule gingen und vier sich in
Ausbildung befanden. Der Beschwerdeführer bezieht sich auf den
Ausnahmefall in Rz. 3272.01 WEL. Danach werden geschuldete und
tatsächlich geleistete familienrechtliche Unterhaltsleistungen an
geschiedene Ex-Ehegatten und Kinder auch dann als Ausgabe
berücksichtigt, wenn sie nicht durch eine Behörde oder ein Gericht
genehmigt wurden. Diese Regel ist vorliegend entgegen der Ansicht des
Beschwerdeführers nicht einschlägig. Wie gezeigt hat sich die Ex-Ehefrau
mit den Kindern allem Anschein nach ohne Unterhaltsleistungen, welche
im Rahmen der Bemessung der Ergänzungsleistungen des
Beschwerdeführers als Ausgaben anerkannt worden wären (AK-act. 39 ff.,
79 ff., 93 ff., 181 ff., 194 ff. und 233 ff.), finanziell arrangieren müssen.
Weshalb der Beschwerdeführer vor diesem Hintergrund nun plötzlich
punktuell die Schutzausrüstung gegen eine Covid-19 Infektion schulden
sollte, ist nicht ersichtlich und wird von ihm auch nicht substanziiert
dargetan. Der Beschwerdeführer übersieht, dass es im Rahmen von Rz.
3272.01 WEL nicht genügt, dass ein EL-Bezüger sich einmalig moralisch
zu einer punktuellen Zuwendung verpflichtet sieht, vielmehr ist für die
Anerkennung einer Ausgabe eine rechtliche Pflicht zu einer regelmässigen
Unterhaltsleistung vorausgesetzt.
6.3.5. Der Beschwerdeführer beruft sich auf Art. 10 Abs. 2 lit. b ELG, wonach bei
Personen, die dauernd oder länger als drei Monate in einem Heim oder
einem Spital leben, ein vom Kanton zu bestimmender Betrag für
persönliche Auslagen als Ausgabe anerkannt wird. Der Beschwerdeführer
ist der Ansicht, er müsse wegen Corona analog zu einem Heimaufenthalt
in vollständiger Isolation bleiben, seine Schutzmassnahmen entsprächen
- 28 -
deshalb der persönlichen Ausgabe von Heimbewohnern. Dies vermag
nicht zu überzeugen. Art. 10 Abs. 2 lit. b ELG kann nicht auf den
Beschwerdeführer angewendet werden, er lebt eben gerade nicht in einem
Heim oder einem Spital und fällt damit nach der Systematik und nach dem
klaren Wortlaut nicht unter Art. 10 Abs. 2 lit. b ELG, sondern unter Art. 10
Abs. 1 ELG.
6.4. Zusammenfassend kann festgehalten werden, dass die Ausgleichskasse
die vom Beschwerdeführer geltend gemachten Mehrkosten wegen Corona
zu Recht nicht mit ihrer Rückforderung verrechnet hat. Die Beschwerde ist
deshalb auch bezüglich des Rechtsbegehrens Nr. 5 abzuweisen.
7. Der Beschwerdeführer ist der Ansicht, das Vorgehen der Ausgleichskasse
verletze seine verfassungsmässigen Rechte. Dem kann nicht gefolgt
werden. Die Rügen des Beschwerdeführers sind pauschal und
unsubstanziiert und genügen den in Bezug auf die Verletzung von
Grundrechten erhöhten Anforderungen an die Begründungspflicht nicht
(vgl. BGE 136 I 49 E.1.4.1). Eine Verletzung kann deshalb, wie
nachstehend gezeigt wird, bei keiner der erhobenen Rügen ausgemacht
werden.
7.1. Der Beschwerdeführer bezieht sich auf Art. 2 Abs. 3 der
Bundesverfassung (BV; SR 101), wonach die Schweizerische
Eidgenossenschaft für eine möglichst grosse Chancengleichheit unter den
Bürgerinnen und Bürgern sorgt. Dabei verkennt er, dass Art. 2 Abs. 3 BV
gar kein verfassungsmässiges Grundrecht statuiert, sondern den Zweck
der Eidgenossenschaft in sehr grundsätzlicher Weise umschreibt. Art. 2
BV findet sich im ersten Titel "Allgemeine Bestimmungen", während die
Grundrechte im zweiten Titel "Grundrechte, Bürgerrechte, Sozialrechte"
festgehalten sind. Aus Art. 2 Abs. 3 BV kann der Beschwerdeführer
deshalb im vorliegenden Fall nichts zu seinen Gunsten ableiten.
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7.2. Der Beschwerdeführer ist der Ansicht, das Vorgehen der Ausgleichskasse
verstosse gegen das Gebot der Rechtsgleichheit in Art. 8 BV. Er macht
geltend, beim Schutz vor der Covid-19 Pandemie seien bei der
Ausgleichskasse nicht alle gleich. Er bezieht sich damit auf Art. 8 Abs. 1
BV, wonach alle Menschen vor dem Gesetz gleich sind. Worin die
behauptete Ungleichbehandlung bestehen soll, macht er indessen nicht
geltend. Eine verfassungswidrige Ungleichbehandlung ist denn auch nicht
ersichtlich. Die Ausgleichskasse hat die einschlägigen Bestimmungen im
Falle des Beschwerdeführers so angewendet, wie sie es bei jedem
anderen EL-Bezüger auch getan hätte.
7.3. Der Beschwerdeführer bezieht sich auf Art. 8 Abs. 2 BV, wonach niemand
diskriminiert werden darf, namentlich nicht wegen der Herkunft, der Rasse,
des Geschlechts, des Alters, der Sprache, der sozialen Stellung, der
Lebensform, der religiösen, weltanschaulichen oder politischen
Überzeugung oder wegen einer körperlichen, geistigen oder psychischen
Behinderung. Er macht geltend, er werde mit seiner "Hochrisiko
Behinderung infolge Vorerkrankungen" diskriminiert und benachteiligt.
Eine Diskriminierung ist eine qualifizierte Form der Ungleichbehandlung,
die in einem unmittelbaren Zusammenhang mit der Zugehörigkeit zu einer
bestimmten Gruppe oder mit einem speziellen Persönlichkeitsmerkmal
steht. Da der Beschwerdeführer nicht darzutun vermag, worin seine
Ungleichbehandlung bestehen soll (siehe vorne E.7.2), ist eine
Diskriminierung zum Vornherein ausgeschlossen.
7.4. Der Beschwerdeführer beruft sich auf Art. 8 Abs. 4 BV, wonach das Gesetz
Massnahmen zur Beseitigung von Benachteiligungen der Behinderten
vorsieht. Aus dem Wortlaut wird deutlich, dass Art. 8 Abs. 4 BV nicht eine
über Art. 8 Abs. 1 und 2 BV hinausgehende Pflicht zur Gleichbehandlung
von Behinderten enthält, sondern einen Auftrag an den Gesetzgeber. Der
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Beschwerdeführer kann aus dieser Bestimmung im vorliegenden
Zusammenhang nichts zu seinen Gunsten ableiten.
7.5. Angerufen ist auch Art. 9 BV, wonach jede Person Anspruch darauf hat,
von den staatlichen Organen ohne Willkür und nach Treu und Glauben
behandelt zu werden. Worin die Willkür der Ausgleichskasse bestehen soll
beziehungsweise wodurch Treu und Glauben verletzt sein sollen, erklärt
der Beschwerdeführer nicht und ist auch nicht ersichtlich.
7.6. Weiter beruft sich der Beschwerdeführer auf Art. 10 Abs. 1 BV, wonach
jeder Mensch das Recht auf Leben hat. Er ist der Ansicht, die
Ausgleichskasse verletze dieses Recht, da er keine andere Möglichkeit
habe, als die finanziellen Mittel der Deutschen Rentenversicherung in
Anspruch zu nehmen, um sich hinreichend vor einer Covid-19 Infektion zu
schützen. Dem kann nicht gefolgt werden. Eine direkt und unmittelbar
durch die Ausgleichskasse verursachte Bedrohung des Lebens ist nicht
dargetan und nicht ersichtlich. Zudem ist zu berücksichtigen, dass mit der
Sozialhilfe ein Unterstützungssystem zur Verfügung steht, das auch bei
denjenigen Fällen greift, in welchen die Renten der IV in Kombination mit
den Ergänzungsleistungen in akuten Sonderfällen nicht genügen, um den
Existenzbedarf zu decken (vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_884/2018
vom 1. Mai 2019 E.6).
7.7. Der Beschwerdeführer bringt vor, die Ausgleichskasse verletze das in Art.
10 Abs. 2 BV statuierte Recht auf persönliche Freiheit, insbesondere auf
körperliche und geistige Unversehrtheit und auf Bewegungsfreiheit, indem
sie von ihm verlange, die Mehrkosten wegen Corona aus dem Betrag für
den allgemeinen Lebensbedarf zu decken. Auch hier fehlt es an einer
substanziierten Erklärung dafür, wie der Beschwerdeführer durch das
Vorgehen der Ausgleichskasse direkt und unmittelbar in seiner
körperlichen Unversehrtheit verletzt worden wäre. Der Beschwerdeführer
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ging im Jahr 2020 keiner Erwerbstätigkeit nach, die sich in den
anrechenbaren Einnahmen niedergeschlagen hätte (AK-act. 194, 195,
233 und 234), und konnte sich relativ unkompliziert zuhause in seiner
Wohnung in Selbstisolation begeben. Dadurch reduzierte sich sein
Ansteckungsrisiko bereits beträchtlich. Dass er sich in seiner damaligen
Wohngemeinschaft zusätzlich mit Maske, Seife und Desinfektionsmittel
schützen wollte, ist nachvollziehbar. Die diesbezüglich notwendigerweise
entstehenden Kosten sind aber als relativ bescheiden einzustufen, so
dass die Ausgleichskasse davon ausgehen durfte, dass der
Beschwerdeführer diese Kosten bei zumutbaren Einschränkungen bei
anderen Ausgaben aus dem Betrag für den allgemeinen Lebensbedarf
decken konnte. Dabei ist darauf hinzuweisen, dass die für Masken, Seife
und Desinfektionsmittel geltend gemachten Kosten im vorliegenden
Zusammenhang nur insoweit relevant sind, als sie den Beschwerdeführer
selber betreffen, nicht aber seine getrennt von ihm im Ausland lebende
Familie. Bei den anderen geltend gemachten Kosten fehlt es an der
direkten Notwendigkeit zum Schutz der körperlichen Unversehrtheit in der
Corona-Pandemie, insbesondere beim Umzug und bei den Möbeln. Zu
erinnern ist in diesem Zusammenhang daran, dass die vorliegend streitige
jährliche Ergänzungsleistung nicht nur unter den besonderen Umständen
der Corona-Pandemie, sondern auch im Normalfall eine pauschalisierte
Leistung darstellt, welche je nach Situation höher oder tiefer sein kann als
die tatsächlichen Lebenskosten (siehe vorne E.6.2). Nach der
Rechtsprechung stellt es denn auch weder eine Verletzung von Art. 10
Abs. 1 lit. a ELG noch eine Verletzung von verfassungsmässigen Rechten
dar, wenn die jährliche Ergänzungsleistung tiefer ist als die tatsächlich
anfallenden Kosten, da die Sozialhilfe als Auffangnetz zur Verfügung steht
(vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_884/2018 vom 1. Mai 2019 E.6).
7.8. Der Beschwerdeführer beruft sich sodann ohne Erfolg auf Art. 10 Abs. 3
BV, wonach Folter und jede andere Art grausamer, unmenschlicher oder
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erniedrigender Behandlung oder Bestrafung verboten sind. Folter liegt
offensichtlich nicht vor, genauso wenig wie eine grausame, unmenschliche
oder erniedrigende Behandlung oder Bestrafung. Die Ausgleichskasse hat
wie gezeigt die einschlägigen Vorschriften des ELG korrekt angewendet
und den Interpretationsspielraum, den ihr die WEL bei der Umrechnung
der deutschen Rente beliess, zu Gunsten des Beschwerdeführers genutzt.
Ein Abweichen von den klaren Vorgaben des ELG war wie gezeigt (siehe
vorne E.6 ff.) trotz der Ausnahmesituation wegen Corona weder geboten
noch erlaubt.
7.9. Schliesslich rügt der Beschwerdeführer eine Verletzung von Art. 12 BV,
wonach eine Person, die in Not gerät und nicht in der Lage ist, für sich zu
sorgen, Anspruch hat auf Hilfe und Betreuung und auf die Mittel, die für
ein menschenwürdiges Dasein unerlässlich sind. Dabei verkennt der
Beschwerdeführer, dass dieses verfassungsmässige Recht sich gerade
darin verwirklicht, dass er eine IV-Rente und Ergänzungsleistungen erhält
und dass er phasenweise durch seine Wohnsitzgemeinden mit Sozialhilfe
unterstützt wurde. Ein über die IV-Rente und die Ergänzungsleistungen
hinausgehender direkter finanzieller Anspruch lässt sich vorliegend aus
Art. 12 BV nicht ableiten.
8. Somit ergibt sich, dass der angefochtene Einspracheentscheid in
Kombination mit den Mitteilungen vom 14. Juli 2020 zur Nachzahlung (Bf-
act. Brot) und zur Verrechnung (Bf-act. 1b) rechtmässig ist. Die
Rückforderung der Ausgleichskasse gegenüber dem Beschwerdeführer
per 28. Februar 2020 wurde zu Recht auf CHF 13'247.80
(beziehungsweise mit Rundung auf CHF 13'244.00) festgelegt. Gestützt
darauf errechnete die Ausgleichskasse per 31. Juli 2020 zu Recht eine
Restforderung von CHF 13'199.00. Die Beschwerde ist deshalb
abzuweisen, soweit darauf einzutreten ist.
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9. Bis zum 31. Dezember 2020 sah aArt. 61 lit. a ATSG vor, dass das
Verfahren vor dem kantonalen Versicherungsgericht für die Parteien
kostenlos sein muss. Diese Bestimmung ist vorliegend gestützt auf die
Übergangsbestimmung in Art. 82a ATSG anwendbar, es werden deshalb
keine Kosten erhoben. Nach Art. 61 lit. g ATSG steht der Ausgleichskasse
kein Parteikostenersatz zu. Ausgangsgemäss ist das Gesuch des nicht
anwaltlich vertretenen Beschwerdeführers um unentgeltliche
Rechtspflege gegenstandslos.