# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** c7d179cb-6ac6-415e-8306-0b5362882b62
**Court:** ZH_OG
**Chamber:** ZH_OG_001
**Year:** 2019
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

betreffend güterrechtliche Auseinandersetzung / Erbteilung
Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichtes Horgen vom 7. Dezember 2017; Proz. CP070001
- 2 -
Rechtsbegehren (vgl. act. 3 S. 2):
1. Es sei festzustellen, dass die Beklagte 2 über ihre Vorbezüge und "Schenkungen" des Erblassers bisher falsche Angaben  und deren Überprüfung erschwert hat, wodurch sie die Teilung des Nachlasses widerrechtlich verzögert und damit den Miterben erheblichen Schaden zugefügt hat, zu dessen Ersatz sie zu verpflichten ist.
2. Der Nachlass des Erblassers sei per Urteilstag festzustellen.
3. Die Beklagte sei zu verpflichten, sämtliche Vermögenswerte, die sie sich aus dem Nachlass des Erblassers angeeignet oder die sie erhalten hat, wegen Erbunwürdigkeit herauszugeben.
4. Der Nachlass des Erblassers sei zu teilen.
Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der .
Anträge der Beklagten 2 an das Bezirksgericht (vgl. act. 36 S. 2):
1. Es seien Aktiven und Passiven im Nachlass E._, geb. tt. Juni 1901, verstorben am tt.mm.1984, festzustellen.
2. Eventualiter seien ausgleichungspflichtige lebzeitige  an die Parteien sowie Bezüge der Parteien nach dem  des Erblassers festzustellen und zu den Nachlässen .
3. Es seien die Erbquoten der Parteien festzustellen und diese Quoten den Erben zuzuweisen.
4. Es seien die Rechtsbegehren der Klägerin insoweit  abzuweisen, als sie den Rechtsbegehren der Beklagten 2 widersprechen.
Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der Klägerin.
Keine Anträge zur Sache hat der Beklagte 1 gestellt.
- 3 -
Urteil des Bezirksgerichtes (vgl. act. 496 S.155 ff. ):
1. Es wird festgestellt, dass die Beklagte 2 erbunwürdig ist.
2. Es wird festgestellt, dass der Nachlass des am tt.mm.1984 verstorbenen E._ per November 2001 CHF 1'066'323.19 zuzüglich zwei Drittel der  auf den Betrag von CHF 45'000 ab dem 20. August 1982 bis und mit 6. September 1982, auf den Betrag von CHF 74'000 für den 7. September 1982, auf den Betrag von CHF 82'000 für den 8.-9. September 1982, auf den Betrag von CHF 123'000 ab dem 10. September 1982 bis und mit 14.  1982, auf den Betrag von CHF 115'000 für den 15. September 1982, auf den Betrag von CHF 107'000 ab dem 16. September 1982 bis und mit 13. Mai 1986 sowie auf den Betrag von CHF 102'000 ab dem 14. Mai 1986, jeweils berechnet jährlich auf den 15. August, erstmals auf den 15. August 1983, zum jeweiligen Zinsfuss der Zürcher Kantonalbank für Anlagehefte,  abzüglich der am 7. Juli 1986 geleisteten Zinszahlung von CHF 300, .
3. Die Beklagte 2 wird verpflichtet, dem Erbenvertreter des Nachlasses des am tt.mm.1984 verstorbenen E._, das Notariat Thalwil, die ausstehende  von CHF 102'000 zuzüglich Zins auf den Betrag von CHF 45'000 ab dem 20. August 1982 bis und mit 6. September 1982, auf den Betrag von CHF 74'000 für den 7. September 1982, auf den Betrag von CHF 82'000 für den 8.-9. September 1982, auf den Betrag von CHF 123'000 ab dem 10. September 1982 bis und mit 14. September 1982, auf den Betrag von CHF 115'000 für den 15. September 1982, auf den Betrag von CHF 107'000 ab dem 16. September 1982 bis und mit 13. Mai 1986 sowie auf den Betrag von CHF 102'000 ab dem 14. Mai 1986, jeweils berechnet jährlich auf den 15. August, erstmals auf den 15. August 1983, zum jeweiligen Zinsfuss der Zürcher Kantonalbank für Anlagehefte, sowie abzüglich der am 7. Juli 1986 geleisteten Zinszahlung von CHF 300 zu bezahlen.
4. Der Erbenvertreter wird angewiesen, den Nachlass des am tt.mm.1984  E._ im Umfang von 9/32 an die Klägerin, im Umfang von 9/32 an die Erbengemeinschaft des am tt.mm.2011 verstorbenen Beklagten 1 und im Umfang von 7/16 an die Erbengemeinschaft der am tt.mm.1988  F._ auszubezahlen.
5. Im Übrigen wird die Klage abgewiesen.
- 4 -
6. Die Entscheidgebühr (Pauschalgebühr) wird angesetzt auf:
CHF 40'000.00; die Barauslagen betragen: CHF 328.00 Zeugengelder
7. Die Gerichtskosten werden im Umfang von 4/5 der Beklagten 2 und im  von 1/5 der Klägerin auferlegt. Der der Klägerin auferlegte Teil der  wird mit den von ihr geleisteten Vorschüssen verrechnet.
8. Die Beklagte 2 wird verpflichtet, Rechtsanwalt C._ als  der Erben des Beklagten 1 eine reduzierte Prozessentschädigung von CHF 8'000 zuzüglich 8 % MWST zu bezahlen.
9. Die Beklagte 2 wird verpflichtet, der Klägerin eine auf 3/5 reduzierte  von CHF 27'120 zuzüglich 8 % MWST für die anwaltliche  zu bezahlen.
(10. / 11. Mitteilung und Rechtsmittelbelehrung.)
Berufungsanträge
zur Erstberufung:
der Klägerin und Erstberufungsklägerin (sinngemäss; vgl. act. 495):
1. Das Urteil vom 7. Dezember 2017 sei bezüglich Ziffer 1 der Klage vom 29. Mai 2007 aufzuheben, die Sache sei zur Behebung des gerügten Mangels an die Vorinstanz zurückzuweisen (vgl. act. 495 S. 4).
2. Die güterrechtliche Teilung sei aufzuheben und neu durchzuführen; dabei sei das Grundstück der Ehefrau zu einem Anrechnungswert von Fr. 1'320'000.- zuzuweisen; andernfalls müssten entweder beide Nachlässe gemeinsam geteilt oder die Akten nach Rückweisung an die Vorinstanz durch diese ergänzt werden (vgl. act. 495 S. 6 f.).
3. Die Beklagte habe Fr. 9'634.20 ab April 1990 bis zum Urteilstag mit 5 % zu verzinsen und Fr. 77'000.- zu 5 % ab dem tt.mm.1984 bis zum Urteilstag (vgl. act. 495 S. 8).
4. Die von der Vorinstanz vorgenommene erbrechtliche Teilung des väterlichen Nachlasses sei aufzuheben und es sei die Sache zur Ergänzung des  und zur Neubeurteilung an die Vorinstanz zurückzuweisen (vgl. act. 495 S. 9).
- 5 -
5. Die Kosten des (bisherigen) erstinstanzlichen Verfahrens seien vollumfänglich der Beklagten 2 aufzuerlegen (vgl. act. 495 S. 10).
6. Dem Nachlass von G._ sei keine Entschädigung zuzusprechen (vgl. a.a.O.).
7. Der Klägerin sei für das (bisherige) erstinstanzliche Verfahren eine  von Fr. 200'000.- zuzusprechen (vgl. a.a.O.).
Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der Beklagten 2.
des Beklagten 1 und Erstberufugsbeklagten 1 (vgl. act. 512):
Es wurden keine Anträge gestellt.
der Beklagten 2 und Erstberufungsbeklagten 2 (vgl. act. 511 S. 2):
1. Die Berufungsanträge der Klägerin vom 5. März 2018 seien abzuweisen,  darauf einzutreten ist.
2. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der Klägerin.
zur Zweitberufung:
der Beklagten 2 und Zweitberufungsklägerin (vgl. act. 516/497 S. 2 f.):
1. Ziffer 1 des Entscheids des Bezirksgerichts Horgen vom 7. Dezember 2017 (CP070001/U/MR) sei aufzuheben und es sei auf das Begehren betreffend Feststellung der Erbunwürdigkeit der Beklagten 2 nicht einzutreten,  sei dieses Begehren abzuweisen.
2. Ziffer 2 des Entscheids des Bezirksgerichts Horgen vom 7. Dezember 2017 (CP070001/U/MR) sei aufzuheben und es sei stattdessen festzustellen, dass der Nachlass des am tt.mm.1984 verstorbenen E._ per November 2001 CHF 1'014'989.86 zuzüglich zwei Drittel des Zinses (zum jeweiligen Zinsfuss der Zürcher Kantonalbank für Anlagehefte) auf CHF 25'000.00 vom 20.  1982 bis tt.mm.1984 betrug.
3. Ziffer 3 des Entscheids des Bezirksgerichts Horgen vom 7. Dezember 2017 (CP070001/U/MR) sei aufzuheben.
4. Ziffer 4 des Entscheids des Bezirksgerichts Horgen vom 7. Dezember 2017 (CP070001/U/MR) sei aufzuheben und es sei der Erbenvertreter stattdessen anzuweisen, den Nachlass des am tt.mm.1984 verstorbenen E._ im  von 3/16 an die Klägerin, im Umfang von 3/16 an die Erbengemeinschaft des am tt.mm.2011 verstorbenen Beklagten 1 und im Umfang von 3/16  Darlehensschuld von 25'000.00 und Zins auf ebendiesen Betrag vom 20.
- 6 -
August 1982 bis tt.mm.1984 zum jeweiligen Zinsfuss der Zürcher  für Anlagehefte an die Beklagte 2 auszubezahlen.
5. Ziffer 6, 7, 8 und 9 des Entscheids des Bezirksgerichts Horgen vom 7.  2017 (CP070001/U/MR) seien aufzuheben und es seien stattdessen die Gerichtskosten des erstinstanzlichen Verfahrens der Klägerin  und es sei die Klägerin zu verpflichten, der Beklagten 2 eine  von mindestens CHF 45'200.00 zuzüglich MwSt und dem  des Beklagten 1 eine Entschädigung nach freiem  des Gerichts zu bezahlen.
6. Die Kosten des vorliegenden Verfahrens seien der Klägerin aufzuerlegen und es sei diese zu verpflichten, der Beklagten 2 eine angemessene  zu bezahlen.
des Beklagten 1 und Zweitberufungsbeklagten 1 (vgl. act. 516/533):
Es wurden keine Anträge gestellt.
der Klägerin und Zweitberufungsbeklagten 2 (sinngemäss; vgl. act. 516/534)
Die Zweitberufung sei abzuweisen, unter Prozesskostenfolge zu Lasten der Beklagten 2.

## Considerations

Erwägungen:
I. (Übersicht zum Sachverhalt/Prozessgeschichte)
1. Das Ehepaar E._ und F._ hatte drei Kinder, nämlich den im Jahr 1936 geborenen G._, die 1943 geborene A._ sowie die 1945 geborene
D'._ bzw. D._. A._ führt seit ihrer Verheiratung den Familiennamen
ihres Ehemannes. Die ebenfalls verheiratete D._ hat ihren Ledigennamen
behalten und führt als Familiennamen den ihres Ehemannes.
1.1 - 1.1.1 E._ verstarb anfangs mm.1984, F._ im mm.1988; für ihren Nachlass besteht eine Erbenvertretung (vgl. etwa act. 448 und 450). Die Ehegat-
ten hatten zu Lebzeiten mehrere letztwillige Verfügungen errichtet, so am 5. bzw.
- 7 -
6. November 1981 je ein Testament, in dem sie die drei Kinder zu Gunsten des
jeweils überlebenden Ehegatten auf den Pflichtteil setzten. Am 14. November
1983 errichteten die Ehegatten je eine öffentliche letztwillige Verfügungen, mit
welcher der jeweils überlebende Ehegatte – abweichend von früheren Verfügun-
gen – die gesamte verfügbare Quote D._ vermachte. Zuvor, nämlich am
4. November 1983, hatten die Ehegatten auch einen Ehevertrag geschlossen.
Dieser war jedoch unbestrittenermassen gemäss einem Urteil des Obergerichtes
des Kantons Zürich vom 20. Oktober 1995 nichtig (vgl. act. 3 S. 12 [Ziff. 35] und
S. 16 [Ziff. 45.1 - 45.2] sowie act. 36 S. 2 f. sowie S. 18 und S. 20).
1.1.2 Die Ziffer II der letztwilligen Verfügung von E._ hatte folgenden  (vgl. act. 37/1 S. 2 - 4, act. 56 S. 28 - 30):
Auf mein Ableben hin verfüge ich als meinen letzten Willen was folgt:
A) Falls ich vor meiner Ehefrau F._ sterbe, gilt:
Ich vermache meiner Ehefrau die lebenslange Nutzniessung an meinem Nachlass im gesetzlich  Umfang. Zusätzlich erhält sie die ganze frei verfügbare Quote meiner Erbschaft zu Eigentum; und zwar auch dann, wenn sie auf die Nutzniessung verzichtet und ihr gesetzliches Erbrecht wählt. Im Sinne einer Teilungsvorschrift ist meine Ehefrau berechtigt, im Erbteilungsverfahren nach freier Wahl Vermögenswerte zu Alleineigentum (insbesondere auch meine Liegenschaft H._-str. ..., I._, Kat. Nr. 1, Grundbuchblatt 2) auf Anrechnung an ihre güter- und erbrechtlichen Ansprüche zu übernehmen. Die Anrechnungswerte sind durch den Willensvollstrecker verbindlich festzusetzen.
B) Falls ich gleichzeitig mit oder nach meiner Ehefrau F._ sterbe, gilt:
1. Jedes meiner drei Kinder erhält einen Vierteil meiner Erbschaft zu Eigentum. An die Stelle vorverstorbener Kinder treten ihre Nachkommen, und zwar in allen Graden nach Stämmen.
2. Erbeinsetzung Bezüglich des letzten Vierteils meiner Erbschaft, d.h. der frei verfügbaren Quote meines Nachlasses, setze ich meine Tochter D._, geb. tt.6.1945, als Erbin ein. Meine Tochter D._ soll von meiner Erbschaft soviel an Eigentum erhalten, als das Gesetz mir , ihr maximal zuzuwenden. Diese Erbeinsetzung zu .Gunsten meiner Tochter D._ bezüglich der gesamten frei verfügbaren Quote meiner Erbschaft treffe ich wegen ihrer Krankheit (MS) und der damit verbundenen zu  hohen Kosten (Krankheits-, Invaliditäts- und Lebenskosten usw. – auch  bei Arbeitsunfähigkeit usw. –). Ich hoffe, dass G._ und A._ geb. ... [Ledigname] diese Fürsorge für meine Tochter D._ verstehen.
- 8 -
3. Falls bei meinem Ableben noch bewegliche Sachen vorhanden sein sollten, sind sie vom  meinen drei Kindern nach ihren Wünschen auf Anrechnung an ihre unter Ziffer 1 vorn,  Vierteile zuzuteilen; wobei die Anrechnungswerte und auch die Zuteilung selber bei  unter den Kindern vom Willensvollstrecker verbindlich festzusetzen sind.
C) Ich befreie meine Nachkommen ausdrücklich von jeder gegenseitigen Ausgleichungspflicht gemäss Art. 626 Abs. 2 ZGB. Auch die von mir aufgewendeten Erziehungs- und Ausbildungskosten, die das  Mass überstiegen haben, sind von meinen Nachkommen ausdrücklich nicht auszugleichen, vgl. Art. 631 Abs. 1 ZGB. Ich mache in diesem Zusammenhang folgende Feststellungen:
a) Mein Sohn G._, geb. tt.1.1936, hat bis zu seinem 25. Altersjahr bei den Eltern im Hause gelebt und es wurde bis dahin alles für ihn durch mich bezahlt. Vom 25. bis zum 31. Altersjahr hat er  ca. Fr. 200.-- bis Fr. 300.-- von mir erhalten.
b) Meine Tochter A._ geb. ... [Ledigname], geb. tt.7. 1943, hat bis zu ihrem 26. Altersjahr bei den Eltern im Hause gelebt. Ich bezahlte ihr das ganze Studium inkl. das Reiten und das Auto und  die Hochzeitskosten sowie einen Anteil der Aussteuer.
c) Meine Tochter D._, geb. tt.6. 1945, hat bis zu ihrem 25. Altersjahr bei den Eltern zu hause . Ich bezahlte ihr nur ein Jahr ihres Studiums. Nach dem 25. Altersjahr lebte sie weiterhin im Hause der Eltern und erhielt ein Zimmer und das Frühstück als Kompensation für ihre Mitarbeit in Haus und Garten. D._ hat uns immer wieder wertvolle Geschenke gemacht.
D) Zu meinem Willensvollstrecker ernenne ich Herrn J._, ... [Adresse]. Als Ersatzwillensvollstrecker (bei Verhinderung oder Ablehnung des Mandats) bezeichne ich die  Kantonalbank in Zürich.
E) Alle meine früheren letztwilligen Verfügungen sind hiermit aufgehoben.
1.1.3 Wegen der Umstände, unter denen es zu den zwei letztwilligen  und zum Ehevertrag im November 1983 gekommen war, gab es nach dem
Tod der Eltern Zwistigkeiten unter den Geschwistern und eine Vielzahl von Ver-
fahren, welche die Gerichte und Behörden beschäftigten. So wurden u.a. im Rah-
men von Strafverfahren bei D._ Hausdurchsuchungen durchgeführt. So wur-
de etwa auf Klage von G._ und A._, die geltend gemacht hatten,
F._ sei nicht mehr urteilsfähig gewesen, die im November 1983 errichtete öf-
fentliche letztwillige Verfügung von F._ von der I. Zivilkammer des Oberge-
richts des Kantons Zürich mit Urteil vom 20. Oktober 1995 aufgehoben (vgl. act. 3
S. 8 [Ziff. 21], S. 11 [Ziff. 33] und act. 36 S. 15 f. und S. 18). Ein von den Ge-
schwistern am 9. April 1990 über den Nachlass des Vaters geschlossener Erbtei-
lungsvertrag ist unbestrittenermassen – gemäss einem Beschluss des Oberge-
- 9 -
richtes des Kantons Zürich vom 26. Juni 1996 – wegen Grundlagenirrtums unver-
bindlich (vgl. act. 3 S. 11 [Ziff. 34] und dazu act. 36 S. 3 und S. 18).
1.2 Gegen Ende Mai 2007 gelangte A._ mit einer gegen ihren Bruder und  Schwester gerichteten Klage an das Bezirksgericht Horgen (vgl. act. 3), ver-
langte die Teilung des väterlichen Nachlasses und stellte dabei das Rechtsbegeh-
ren, das diesen Erwägungen vorangestellt ist.
2. - 2.1 Mit ihrer Klage stellte sich A._ (fortan nur: die Klägerin) im  auf den Standpunkt, ihre Schwester D._ sei erbunwürdig im Sinn des
Art. 540 Abs. 1 Ziff. 3 ZGB (vgl. act. 3 S. 18). So habe sie den Eltern zu deren
Lebzeiten vorgespiegelt, sie leide an Multipler Sklerose (vgl. a.a.O.) und dabei
von den Eltern im Jahr 1982 zwecks Finanzierung einer Eigentumswohnung rund
Fr. 107'000.- bezogen, was sie im Nachhinein verschleiert habe (vgl. a.a.O., S. 4
f.). Ferner habe D._ im Herbst 1983 die nicht mehr urteilsfähige Mutter und
den bereits vom Tod gezeichneten Vater mit Hilfe eines Freundes bedrängt, sie –
D._ – wegen ihres angeblichen Leidens im Umfang der verfügbaren Quote
zu begünstigen und dann den Notar zum Erstellen entsprechender öffentlicher
letztwilliger Verfügungen veranlasst (vgl. a.a.O., S. 18).
D._ (fortan nur: die Beklagte 2) beantragte in ihrer Klageantwort im Ok-
tober 2007 unter Hinweis auf eine von ihr eingeleitete Klage auf Teilung des müt-
terlichen Nachlasses, zu deren Behandlung das Bezirksgericht ein Verfahren un-
ter der Prozessnummer CP070002 anlegte, im Wesentlichen die Teilung der
Nachlässe beider Eltern sowie die Abweisung der Klage, soweit sie den von ihr –
der Beklagten 2 – gestellten Rechtsbegehren widerspreche (vgl. act. 18 S. 2).
Das Bezirksgericht erachtete eine Vereinigung der zwei Verfahren, die zwei
verschiedene Nachlässe zum Gegenstand hatten, nicht für opportun. Es hielt das
mit Beschluss vom 18. Februar 2008 fest und gab der Beklagten 2 Gelegenheit,
ihre Klageantwort (act. 18) zu verbessern bzw. auf die von ihr gestellten Rechts-
begehren bezüglich des väterlichen Nachlasses zu beschränken. Dem kam die
Beklagte 2 mit Schriftsatz vom 7. April 2008 nach (vgl. act. 36).
G._ enthielt sich einer Klageantwort und eigener Anträge.
- 10 -
2.2 Das Bezirksgericht führte in der Folge ein umfangreiches Verfahren durch. Es beschränkte dabei zeitweilig die Thematik auf die Frage der Erbunwürdigkeit und
prüfte danach die weiteren sich stellenden Fragen. Im (schriftlich durchgeführten)
Hauptverfahren konnten die Parteien deswegen je zwei Mal replizieren und dupli-
zieren (vgl. act. 55 und act. 63 [zur Frage der Erbunwürdigkeit] sowie act. 102 f.
und act. 168 [zu den übrigen Fragen]) und Stellungnahmen zu Noven abgeben
(vgl. etwa act. 75 oder act. 232). Während des Hauptverfahrens kam es zu vorge-
zogenen Beweisabnahmen, nach Abschluss des Hauptverfahrens zu weiteren
Beweiserhebungen, die sich in einem ersten Schritt auf die Thematik der Erbun-
würdigkeit beschränkten und im zweiten Schritt die Klärung der weiteren strittigen
Fragen bezweckten (vgl. zum Ganzen etwa act. 28, 86A, 122, 255, 284 oder 307
und 366). Ferner kam es im Verlauf des Verfahrens etwa zu Wechseln in den Ver-
tretungen, zu vielen Fristerstreckungsgesuchen (beispielhaft etwa act. 73 f, 79 f.,
90 - 96, 261, 264 f. oder 315 und 317) und zu prozessualen Anträgen, zu Einspra-
chen gegen Präsidialverfügungen (vgl. etwa act. 165) sowie zu Nebenverfahren
vor dem Bezirksgericht (wie z.B. über Protokollberichtigungs- und Ausstandsbe-
gehren) oder vor Rechtsmittelinstanzen (zu letzteren siehe etwa act. 64A, 66A,
72/1 - 2, 235D, 263, 329, 346, 357 - 360). Erfolglos wurden auch Vergleichsge-
spräche geführt.
Um Wiederholungen zu vermeiden, ist für Einzelheiten auf die ausführliche
Prozessgeschichte im angefochtenen Urteil zu verweisen (vgl. act. 496 [=
act. 484], S. 3 - 24).
2.3 Eine Erkrankung machte im Herbst 2010 einen Klinikaufenthalt von G._ erforderlich, später die Anordnung einer erwachsenenschutzrechtlichen Mass-
nahme für ihn (vgl. act. 190 f.) und eine Vertretung im Prozess (vgl. dazu etwa
act. 211). Am tt.mm.2011 verstarb G._ in K._ SZ (vgl. act. 238). Über
seinen Nachlass ordnete das Bezirksgericht Höfe ein öffentliches Inventar an (vgl.
etwa act. 279) und setzte am 24. Mai 2013 Rechtsanwalt C._ als Erbenver-
treter ein (vgl. act. 325). Rechtsanwalt C._ nahm in der Folge an der Stelle
der Erben von G._ neu als Beklagter 1 am erstinstanzlichen Prozess teil (vgl.
auch act. 340).
- 11 -
2.4 Am 7. Dezember 2017 fällte das Bezirksgericht sein Urteil (vgl. act. 496 [= act. 484]), dessen Dispositiv diesen Erwägungen vorangestellt ist. Das Urteil wurde
den Parteien anfangs Februar 2018 schriftlich eröffnet (vgl. act. 485/1 - 3).
3. - 3.1 Mit Eingabe vom 5. März 2018 führte die Klägerin Berufung gegen dieses Urteil, und es wurde zu deren Behandlung das Verfahren mit der Geschäfts-Nr.
LB180010 angelegt sowie ein moderater Kostenvorschuss eingeholt, unter dem
Vorbehalt späterer Erhöhung. Eine Woche nach dem Eingang der Berufung der
Klägerin ging bei der Kammer eine Berufung der Beklagten 2 gegen das Urteil
vom 7. Dezember 2017 ein. Zu deren Behandlung wurde das Verfahren unter der
Geschäfts-Nr. LB180013 angelegt. Es wurde ebenfalls ein moderater Kostenvor-
schuss eingeholt, ebenfalls unter dem Vorbehalt späterer Erhöhung.
Die Frage, ob die Berufung der Beklagten 2 rechtzeitig erfolgt war, wurde mit
einem Urteil des Bundesgerichts vom 21. September 2018 bejahend geklärt. Die
Behandlung der Berufung der Beklagten 2 durch die Kammer erfolgte danach un-
ter der Geschäfts-Nr. LB180053.
3.2 Während des bundesgerichtlichen Verfahrens wurde das Verfahren LB180010 im Einverständnis der Parteien nicht gefördert – auf eine formelle Sistierung des
Verfahrens wurde verzichtet (vgl. act. 508). In beiden Verfahren wurden danach
die Berufungsantworten eingeholt und später den jeweiligen Gegenparteien zuge-
stellt, verbunden mit dem Hinweis, der gesetzlich vorgesehene Schriftenwechsel
sei damit abgeschlossen.
Im Verfahren LB180053 wurde der Klägerin zudem Gelegenheit gegeben,
sich zu einer Noveneingabe der Beklagten 2 zu äussern (vgl. act. 516/531). Die
Klägerin nahm diese Gelegenheit im Rahmen ihrer Berufungsantwort wahr und
erhob zugleich Anschlussberufung. Zur Behandlung der Anschlussberufung wur-
de von der Klägerin ein Kostenvorschuss eingeholt. Mit Beschluss vom 22. Janu-
ar 2019 wurde auf die Anschlussberufung nicht eingetreten; die Gerichtskosten
wurden – unter Inanspruchnahme des von der Klägerin geleisteten Vorschusses –
der Klägerin auferlegt (vgl. act. 516/538). Parteientschädigungen wurden keine
zugesprochen. Die Frist für eine Beschwerde gegen diesen Beschluss verstrich
unbenutzt.
- 12 -
3.3 Am 28. März 2019 wurde das Verfahren LB180053 mit dem vorliegenden  vereinigt (vgl. act. 515 und 516 [Akten des Verfahrens LB180053]), in dem
die Berufung der Klägerin (act. 495) als Erstberufung behandelt wird, die Beru-
fung der Beklagten 2 (act. 516/497) als Zweitberufung. Für beide Berufungen
wurde mit Verfügung vom 1. April 2019 der Kostenvorschuss erhöht (vgl.
act. 517). Die Beklagte 2 leistete den ihr auferlegten Kostenvorschuss von
Fr. 7'000.- am 10. April 2019 (vgl. act. 519). Die Klägerin leistete ebenfalls einen
Kostenvorschuss von Fr. 7'000.- (vgl. act. 526).
Am. 17. April 2019 wurde der Beizug des Urteils bzw. Beschlusses der I. Zi-
vilkammer des Obergerichts im Verfahren LB170026 i.S. der Parteien veranlasst.
Die Parteien wurden mit einlässlich begründeter Verfügung vom 18. April 2019,
auf die zur Vermeidung von Wiederholungen verwiesen werden kann, darüber in
Kenntnis gesetzt; zugleich wurde ihnen Gelegenheit zur Stellungnahme gegeben.
Die Stellungnahme der Beklagte 2 (act. 527) datiert vom 16. Mai 2019, die Stel-
lungnahme der Klägerin (act. 528) vom 20. Mai 2019; der Beklagte 1 hat auf Stel-
lungnahme verzichtet (vgl. act. 525).
In ihrer Stellungnahme beschwerte sich die Klägerin über Trölerei u.a. des
Bundesgerichts und beantragte die Fällung eines Teilurteils zur Frage der Erbun-
würdigkeit (das dann von der unterliegenden Partei an das Bundesgericht weiter
gezogen werde) sowie die Sistierung des Verfahrens im Übrigen (vgl. act. 528).
Unter Hinweis u.a. auf Grundsätze zur Wahrung des rechtlichen Gehörs wurden
die Doppel der Stellungnahmen den jeweiligen Gegenparteien zugestellt (vgl.
act. 530) und den Beklagten Gelegenheit zur Stellungnahme zu den Anträgen der
Klägerin gegeben. Diese verzichteten darauf ausdrücklich. Mit Verfügung vom
4. Juni 2019 wurde der Antrag der Klägerin auf Fällung eines Teilurteils und an-
schliessende Sistierung des Verfahrens abgewiesen (vgl. act. 534). Zugleich
wurde den Parteien mitgeteilt, die Sache befinde sich nunmehr in Beratung.
II. (Zur Berufung im Einzelnen)
1. - 1.1 Am 1. Januar 2011 ist die Schweizerische Zivilprozessordnung in Kraft . Für Verfahren, die vor diesem Tag rechtshängig waren, gilt gemäss
- 13 -
Art. 404 Abs. 1 ZPO das bisherige Verfahrensrecht bis zum Abschluss vor der be-
troffenen Instanz. Die Klägerin machte ihre Klage gegen Ende Mai 2007 beim Be-
zirksgericht anhängig, weshalb die Klage nach der damals geltenden kantonalen
Zivilprozessordnung (ZPO/ZH) und den damit verbundenen weiteren Erlassen
(namentlich das GVG/ZH) zu behandeln war, was bei der allfälligen Beurteilung
prozessualer Rügen zu beachten sein wird.
Für Rechtsmittel gilt das Verfahrensrecht, das bei der Eröffnung des ange-
fochtenen Entscheids in Kraft stand (vgl. Art. 405 Abs. 1 ZPO). Das angefochtene
Urteil wurde am 7. Dezember 2017 gefällt und den Parteien anfangs Febru-
ar 2018 schriftlich eröffnet, also lange nach dem Inkrafttreten der ZPO. Für die
von der Klägerin und der Beklagten 2 erhobenen Rechtsmittel und deren Behand-
lung gelten daher die Vorschriften der Schweizerischen Zivilprozessordnung.
Beim angefochtenen Urteil handelt es sich um einen erstinstanzlichen End-
entscheid in einer vermögensrechtlichen Angelegenheit, deren Streitwert nach
den zuletzt aufrecht gehaltenen Rechtsbegehren Fr. 10'000.- offensichtlich über-
steigt. Das zutreffende Rechtsmittel gegen das Urteil vom 7. Dezember 2017 ist
daher gemäss Art. 308 ZPO die Berufung. Für das Berufungsverfahren gelten die
Art. 310 ff. ZPO.
1.2 - 1.2.1 Mit der Berufung können eine unrichtige Feststellung des  und eine unrichtige Rechtsanwendung der Vorinstanz geltend gemacht wer-
den (Art. 310 ZPO); zu letzterer zählt auch die unrichtige Anwendung des pflicht-
gemässen Ermessens, weshalb das Gesetz dies nicht eigens erwähnt. Gemäss
Art. 311 Abs. 1 ZPO sind die entsprechenden Beanstandungen von der Berufung
führenden Partei in der Berufungsschrift einzeln vorzutragen und zu begründen
(Begründungslast; vgl. dazu BGE 138 III 375 oder OGer ZH, Urteil LB110049 vom
5. März 2012, E. 1.1 und E. 1.2, je mit Verweisen). Neue Tatsachen und Beweis-
mittel können von ihr dabei nur noch in den Schranken von Art. 317 ZPO vorge-
tragen werden, und zwar auch in Verfahren, die erstinstanzlich noch der Untersu-
chungsmaxime sowie der Offizialmaxime unterstehen (vgl. dazu auch BGE 138 III
625).
An die Begründung der Berufung werden bei Laien keine hohen Anforderun-
gen gestellt. Immerhin muss die Begründung so beschaffen sein, dass der loyale
- 14 -
und verständige Leser unschwer und eindeutig verstehen kann, was nach Auffas-
sung der Berufung führenden Partei am angefochtenen Entscheid falsch sein soll.
Wiederholungen des bereits vor der ersten Instanz Vorgetragenen genügen den
Anforderungen an eine Begründung daher ebenso wenig wie allgemeine Kritik am
angefochtenen Entscheid bzw. an den erstinstanzlichen Erwägungen (vgl. auch
BGE 138 III 375). Auf Berufungen, denen es an einer hinreichenden Begründung
fehlt, ist nicht einzutreten.
Analoges gilt für unbegründete Standpunkte in den Rechtsschriften der Ge-
genpartei – auf diese ist nicht näher einzugehen. Denn wegen der Obliegenheit
zur Begründung hat das, was nicht oder nicht hinreichend beanstandet wurde, im
Berufungsverfahren grundsätzlich Bestand.
1.2.2 Die Berufung ist ein reformatorisches Rechtsmittel. Sie muss daher nicht nur begründet werden, sondern ebenfalls einen materiellen Antrag (Antrag zur Sache)
enthalten. Das gilt grundsätzlich ebenso für die Beschwerden gemäss ZPO und
BGG (vgl. etwa Urteil des Bundesgerichtes 4A_24/2016 vom 7. März 2016, dort
E. 3). Der Antrag hat dabei so bestimmt zu sein, dass er im Falle der Gutheissung
grundsätzlich unverändert zum Dispositiv erhoben werden kann; er muss hinge-
gen nicht formell bzw. ausdrücklich gestellt werden, jedenfalls nicht bei Laien als
Rechtsmittelklägern; es genügt dann, dass wenigstens aus der Begründung des
Rechtsmittels bzw. der Berufung klar hervorgeht, in welchem Sinn der angefoch-
tene Entscheid nach Auffassung des Rechtsmittel- bzw. Berufungsklägers genau
abgeändert werden soll. Fehlt es einem Rechtsmittel, namentlich einer Berufung,
an einem solchen Antrag zur Sache, ist darauf nicht einzutreten (vgl. BGE 137 III
617, ferner etwa OGer ZH, LE110051 vom 10. November 2011, BGer Urteil
4D_61/2011 vom 26. Oktober 2011 [Bezifferung geldwerter Ansprüche; kein über-
spitzter Formalismus, an dieser Voraussetzung festzuhalten], endlich BGer Urteile
5A_94/2013 vom 6. März 2013 [E. 3.3.2 mit Verweisen auf BGE 137 III 617, 619
f.] und 5A_25/2008 vom 14. November 2008 [E. 3.2]; siehe überdies etwa JEAN-
DIN, in: CR CPC, 2e éd., Bâle 2019, Art. 311 N 4, HUNGERBÜHLER/BUCHER, in: Dik-
e-Komm-ZPO, 2. A., Zürich/St. Gallen, 2016, Art. 311 N 20, REETZ/THEILER, in:
Kommentar zur Schweizerischen ZPO, 3. A., Basel 2016, Art. 311 N 34 [mit un-
zähligen Verweisen] und Art. 321 N 14, oder SPÜHLER, in: BSK-ZPO, 3. A., Basel
- 15 -
2017, Art. 311 N 12). Das Erfordernis, Rechtsmittel müssten einen materiellen An-
trag enthalten, gilt übrigens selbst dann, wenn die Rechtsmittelinstanz ohne Bin-
dung an Anträge zu entscheiden hat (vgl. etwa BGer Urteil 5A_855/2012 vom
13. Februar 2013).
Rechtsmittelanträge, mit denen lediglich die Aufhebung des angefochtenen
Entscheides und die Rückweisung der Sache an die Vorinstanz verlangt wird, ge-
nügen den Anforderungen an einen Antrag zur Sache daher grundsätzlich nicht.
Eine Ausnahme vom Grundsatz, es sei im Rechtsmittelverfahren auch ein materi-
eller Antrag zu stellen, ist lediglich dann gegeben, wenn die Rechtsmittelinstanz in
der Sache selbst nicht entscheiden kann (vgl. BGer Urteil 4A_24/2016 vom
7. März 2016, dort E. 3). Das ist im Berufungsverfahren nach den Art. 308 ff. ZPO
– anders als u.U. im Beschwerdeverfahren nach der ZPO (vgl. dazu etwa HUN-
GERBÜHLER/BUCHER, a.a.O., Art. 321 N 19) und nach dem BGG – grundsätzlich
nicht der Fall (siehe Art. 316 und Art. 318 ZPO).
1.2.3 Soweit die Berufung führende Partei hinreichende Beanstandungen , wendet die Berufungsinstanz das Recht von Amtes wegen an (Art. 57
ZPO) und prüft sämtliche Mängel frei und uneingeschränkt – sie ist weder an die
Argumente der Parteien noch an die Begründung des vorinstanzlichen Entschei-
des gebunden (vgl. BGE 133 II 249 E. 1.4.1 m.w.H. sowie ZR 110/2011 Nr. 80).
Bei der Begründung ihrer Entscheidung darf sie sich auf die wesentlichen Überle-
gungen konzentrieren, von welchen sie sich hat leiten lassen.
2. Die Klägerin wirft in ihrer Antwort auf die Zweitberufung die Frage nach der Parteistellung des Beklagten 1 als Erbenvertreter bzw. als Prozessstandschafter
auf und hält dafür, diese sei zu verneinen (vgl. act. 516/534 S. 1). Denn dem Er-
benvertreter komme gemäss dem "Urteil BGE 5A_416/2013 E. 3" sowie der
E. 4.1 dieses Urteils keine Parteistellung zu; der Erbenvertreter könne daher auch
keine Parteirechte ausüben (vgl. act. 516/534 S. 1 f.).
2.1 Das von der Klägerin genannte Urteil des Bundesgerichts 5A_416/2013 wurde nicht in der amtlichen Sammlung (BGE) veröffentlicht, ist insoweit unpubliziert und
stellt daher keinen sog. höchstrichterlichen Leitentscheid dar. Im Urteil
5A_416/2013 verweist das Bundesgericht denn auch auf seine Rechtsprechung,
- 16 -
wie es sie jeweils in der amtlichen Sammlung veröffentlicht. Es umreisst dabei in
E. 3.1 - 3.3 die Aufgaben und die Stellung des Erbenvertreters gemäss der in der
amtlichen Sammlung veröffentlichten Rechtsprechung und hält fest, in dem ihm
bei der Ernennung übertragenen Aufgabenbereich handle der Erbenvertreter u.a.
als Prozessstandschafter. In E. 4.2 vermerkt das Bundesgericht der Sache nach
weiter, im Einklang mit seiner in der amtlichen Sammlung publizierten ("ständi-
gen") Rechtsprechung bedürfe es dann, wenn während eines Prozesses eine
Partei versterbe und die übrigen schon am Prozess beteiligten Erben auch deren
Erben seien, so dass im Prozess alle Erben auf der einen oder anderen Seite be-
teiligt seien, keines Erbenvertreters. Die Bestellung eines Erbenvertreters bedürfe
in solchen Fällen stets einer besonderen Rechtfertigung, wie sie z.B. in "eine[r]
besondere[n] Zerstrittenheit" zu sehen sei.
In E. 5.1 hält das Bundesgericht unter Hinweis auf die bewährte Lehre fest,
der Erbenvertreter, der in Wahrung der ihm mit der Ernennung übertragenen Auf-
gabe in einen Prozess eintrete, bedürfe keiner weiteren Legitimation. Und in
E. 5.2 hält das Bundesgericht schliesslich fest, der behördliche Ernennungsakt ei-
nes Erbenvertreters sei als Amtshandlung der freiwilligen Gerichtsbarkeit für das
Sachgericht bindend, ausser dieser Akt wäre absolut nichtig. Verwiesen wird zu-
dem auf den Fall, in dem eine ausdrückliche Anordnung im Gesetz die gerichtli-
che Überprüfung (des Ernennungsaktes) auf dem Rechtsweg vorsieht. Das ist
– nicht zuletzt prozessrechtlich – überzeugend.
Von dieser Rechtsprechung, die es im Urteil 5A_416/2013 unter Verweis auf
publizierte Entscheide skizziert und präzisiert hat, ist das Bundesgericht im Übri-
gen – soweit ersichtlich – nicht abgewichen, und das doch wohl mit Fug.
2.2 Wie vorhin vermerkt, wurde der Beklagte 1 vom Bezirksgericht Höfe am 24. Mai 2013 als Erbenvertreter eingesetzt. Dass das ohne Antrag eines der Er-
ben erfolgte, macht die Klägerin nicht geltend (vgl. act. 516/534, insbes. S. 1 f.).
Sie macht auch sonst nichts geltend, was eine Nichtigkeit des Ernennungsaktes
nahelegen könnte bzw. gar müsste, und es ist dergleichen auch nicht ersichtlich.
Aus den Akten ergibt sich zudem, dass die Bestellung des Erbenvertreters bereits
Gegenstand eines Rechtsmittelverfahrens im Kanton Schwyz war (vgl. act. 338)
und die Klägerin davon Kenntnis hatte (vgl. act. 335 S. 3: Begründung eines Frist-
- 17 -
abnahmegesuchs mit dem Eintritt des Beklagten 1 in den Prozess als Prozess-
standschafter und Aufforderung an das Gericht, das Rubrum anzupassen). Die
Klägerin machte in der Folge ebenso wenig geltend, die Rechtsmittelinstanz im
Kanton Schwyz habe den Entscheid, mit dem der Beklagte 1 zum Erbenvertreter
bestellt worden war, später aufgehoben.
Eine Überprüfung der Bestellung des Beklagten 1 zum Erbenvertreter durch
das Bezirksgericht Höfe war im Verfahren vor dem Bezirksgericht Horgen als
Sachgericht daher nicht angezeigt. Namentlich war nicht zu prüfen, ob für die Be-
stellung des Beklagten 1 die erforderlichen besonderen Rechtfertigungsgründe
gegeben waren. Gleiches gilt für das Berufungsverfahren, in dem der bezirksge-
richtliche Sachentscheid zu überprüfen ist, zumal die Klägerin auch heute nicht
geltend macht, im Rechtsmittelverfahren sei die Ernennung des Beklagten 1 zum
Erbenvertreter vom Kantonsgericht Schwyz aufgehoben worden, was das Be-
zirksgericht übersehen habe (vgl. act. 516/534). Daher ist auf den Antrag der Klä-
gerin nicht einzutreten.
Der Vollständigkeit halber darf immerhin angemerkt werden, dass der Grund
der besonderen Zerstrittenheit angesichts der Vielzahl von Verfahren zwischen
den Parteien (vgl. vorn Erw. I/1.1 [u.a. mit Hausdurchsuchung] und Erw. I/2.2
[auch Nebenverfahren]) sehr wohl gegeben wäre. Und der Beklagte 1 wäre daher
richtigerweise ebenfalls aus diesem Grund als Prozessstandschafter ins Verfah-
ren einbezogen worden.
2.3 Die Klägerin macht geltend, der Beklagte 1 könne keine Parteirechte ausüben (vgl. act. 516/534 S. 2). Was sie daraus genau ableiten will, lässt sie unerörtert,
und es ist dergleichen – soweit es darauf ankäme – mit Blick auf das eben in
Erw. II/2.2 Dargelegte auch nicht ersichtlich. Weiteres zu den Ausführungen der
Klägerin bzw. deren Antrag im Zusammenhang mit dem Einbezug des Beklagten
1 in das Verfahren erübrigt sich daher, zumal die Klägerin in act. 516/534 S. 1 f.
nicht behauptet, der Beklagte 1 habe mit Prozesshandlungen im bezirksgerichtli-
chen Verfahren den Aufgabenbereich überschritten, in dem er gemäss Ernen-
nungsakt tätig zu sein hat – wie gesehen hat der Beklagte 1 gegen das bezirksge-
richtliche Urteil kein Rechtsmittel ergriffen und sich im Berufungsverfahren Anträ-
- 18 -
gen enthalten. Es ist daher ebenfalls insoweit auf den Antrag der Klägerin nicht
einzugehen.
Ein Überschreiten des Aufgabenbereichs durch prozessuale Handlungen
führte übrigens, um selbst das noch zu erwähnen, nicht zum Dahinfallen der Er-
benvertretung, sondern lediglich zur Unbeachtlichkeit der Handlung, mit der der
Aufgabenbereich überschritten wurde. Das scheint die Klägerin zu verkennen. In
act. 516/534 vermag sie denn auch nirgends anzugeben, welche prozessuale(n)
Handlung(en) des Beklagten 1 im bezirksgerichtlichen Verfahren genau als unbe-
achtlich zu gelten hätte(n). Insofern wäre ihr Standpunkt auch offensichtlich unbe-
gründet, was ebenfalls zu einem entsprechenden Nichteintreten führte (vgl. vorn
Erw. II/1.2.1).
3. Die Beklagte 2 hat im bezirksgerichtlichen Verfahren die sog. Einrede der  Sache erhoben. Sie machte geltend, mit dem Urteil vom 20. Novem-
ber 1996 im Verfahren FO960116 habe das Bezirksgericht Zürich, Einzelgericht
für Zivil- und Strafsachen, eine Klage der Klägerin mit dem identischen Rechtsbe-
gehren wie nun abgewiesen. Dieses Urteil sei in Rechtskraft erwachsen, und es
sei damit über die Frage der Erbunwürdigkeit bereits entschieden worden (vgl.
act. 36 S. 21 und act. 63 S. 3). Das Rechtsbegehren Ziffer 3 der Klägerin sei da-
her "infolge res iudicata abzuweisen" (act. 36 S. 21).
3.1 - 3.1.1 Das Bezirksgericht hat diesen Standpunkt im angefochtenen Urteil  (vgl. act. 496 S. 30 f.). Es erwog im Wesentlichen, die Parteien im damali-
gen Verfahren seien die Klägerin und die Beklagte 2 gewesen, nicht hingegen der
Beklagte 1 und daher mit den Parteien in diesem Verfahren nicht identisch. Die
Frage der Erbunwürdigkeit sei im damaligen Verfahren zudem nur im Rahmen ei-
ner Vorfrage behandelt worden und die Erbunwürdigkeit stelle ohnehin zwingen-
des Recht dar. Hinzu komme, dass die Beklagte 2 zwar das Urteil vom 20. No-
vember 1996 als act. 37/8 ins Recht gelegt, aber nicht konkret als Beweismittel
angeboten habe; deshalb könne es auch nicht als Beweismittel verwendet wer-
den, z.B. für den Beweis der Erkrankung der Beklagten 2 an Multipler Sklerose
(MS).
- 19 -
3.1.2 Die Beklagte 2 beanstandet das mit ihrer Berufungsschrift breit (vgl. act. 516/497 S. 4 ff., ferner S. 82). Im Wesentlichen macht sie geltend, das Be-
zirksgericht verkenne die besondere Rechtsnatur der Erbunwürdigkeit; diese gelte
gegenüber dem jeweiligen Erblasser und wirke daher insofern für und gegen alle
Erben des Erblassers, als der Erbunwürdige nicht erben könne. Darin liege das
zwingende Recht, das einem Urteil keineswegs die res iudicata-Wirkung entziehe.
Es komme daher nicht darauf an, ob alle Erben im Erbunwürdigkeitsprozess Par-
teistellung hatten oder nicht (vgl. a.a.O., S. 4, S. 5 f.). Die einzigen Erben des
G._, vertreten durch den Beklagten 1, seien die Klägerin und die Beklagte 2,
und diese beiden seien Parteien des einzelrichterlichen Verfahrens gewesen und
die Klägerin habe sich das damalige Urteil entgegenhalten zu lassen (vgl. a.a.O.,
S. 4 f.). Die Erbunwürdigkeit sei nicht Vorfrage gewesen, sondern Teil des kläge-
rischen Rechtsbegehrens und daher von der Klageabweisung im Dispositiv er-
fasst worden (vgl. a.a.O., S. 5); die Begründung der Erbunwürdigkeit sei damals
wie heute die selbe, der einst geltend gemachte Lebenssachverhalt mit dem heu-
te geltend gemachten identisch (vgl. a.a.O., S. 7). Nach unbestrittener Auffassung
sei schliesslich die materielle Rechtskraft eines Urteils von Amtes wegen zu be-
rücksichtigen.
3.1.3 Die Klägerin stellt sich in ihrer Berufungsantwort (act. 516/534 S. 2) im  auf den Standpunkt, das einzelrichterliche Urteil könne keine res iudi-
cata-Wirkung entfalten, weil sich aus dem Urteilsdispositiv keine Feststellung der
Erbwürdigkeit herleiten lasse. Hinzu komme, dass der im Jahr 1990 geschlossene
Teilungsvertrag unbestrittenermassen gemäss obergerichtlichem Beschluss vom
20. Juni 1996 wegen Grundlagenirrtums unverbindlich und damit die Rückabwick-
lung der Teilung notwendig sei; die Beklagte 2 habe daher den Nachlassgegen-
stand, um den es im einzelgerichtlichen Verfahren gegangen sei, selbst wenn sie
erbwürdig wäre, nicht der Klägerin herauszugeben, sondern an die Teilungsmas-
se (vgl. a.a.O., S. 2).
3.2 Eine abgeurteilte Sache (sog. res iudicata) ist ein Prozesshindernis (Art. 59 Abs. 2 lit. e ZPO), dessen Fehlen als Prozessvoraussetzung von Amtes wegen zu
prüfen ist (vgl. Art. 60 ZPO). Das galt in den vom Bundesrecht geregelten Zivilsa-
- 20 -
chen schon vor dem Inkrafttreten der ZPO von Bundesrechts wegen (vgl. z.B.
BGE 121 III 474 E. 2).
Eine abgeurteilte Sache liegt dann vor, wenn der streitige Anspruch mit ei-
nem rechtskräftig schon beurteilten Anspruch inhaltlich identisch ist, er also auf
denselben Tatsachen und denselben rechtlichen Umständen beruht wie der be-
reits beurteilte (vgl. BGE 139 III 126 E. 3.2.3; 141 III 257 E. 3.2; 142 III 210
E. 2.1). Die mit der Rechtskraft einhergehende Bindungswirkung tritt allerdings
nur soweit ein, wie bereits über den geltend gemachten Anspruch entschieden
worden ist. Keine Rolle spielt es hingegen, ob die tatsächlichen Feststellungen im
früheren Urteil falsch bzw. irrig waren oder ob die rechtlichen Umstände falsch
beurteilt wurden (vgl. etwa: BOHNET, in: CR CPC, 2e éd., Bâle 2019, Art. 59 N
123). Anders wäre es nur bei (sog. absolut) nichtigen Urteilen.
Ob und wie weit die mit der Rechtskraft einhergehende Bindungswirkung im
konkreten Einzelfall besteht, hat die Auslegung des früheren Urteils zu ergeben.
Dessen Inhalt ist heranzuziehen, wobei zu beachten bleibt, dass der Entscheid
nur in jener Form in Rechtskraft erwachsen kann, wie er im Urteilsdispositiv zum
Ausdruck kommt (vgl. BGE 141 III 257 E. 3.2; siehe ferner etwa GULDENER,
Schweizerisches Zivilprozessrecht, 3. A., Zürich 1979, S. 365 f. und S. 367, ZÜR-
CHER, in: Kommentar zur ZPO, 3. A. Zürich 2016, Art. 59 N 42, BOHNET, a.a.O.).
Die Bindungswirkung der Rechtskraft erstreckt sich deshalb im Falle einer Leis-
tungsklage nur auf das zu- oder aberkannte subjektive Recht. Im Übrigen haben
die tatsächlichen Feststellungen und die rechtlichen Erwägungen eines Ent-
scheids in einer späteren Streitsache keine bindenden Wirkungen (BGE 141 III
257 E. 3.2 mit Verweis auf BGE 123 III 16 E. 2a). Wird z.B. eine Klage auf Ver-
tragserfüllung wegen absichtlicher Täuschung abgewiesen, so ist nur das Nicht-
bestehen des Erfüllungsanspruchs bindend festgestellt, nicht aber die absichtliche
Täuschung (vgl. GULDENER, a.a.O., S. 367, Fn. 32).
3.3 - 3.3.1 Die Beklagte 2 beruft sich mit ihrer Einrede der abgeurteilten Sache auf das einzelgerichtliche Urteil vom 20. November 1996 im Prozess Nr. FO940429,
das sie als act. 37/8 zu den Akten gegeben hat. Dieses Urteil ist zu berücksichti-
gen, weil es wie eben erläutert um eine Prüfung von Amtes wegen geht. Gegen-
stand des einzelgerichtlichen Urteils war eine 1994 erhobene Klage der Klägerin,
- 21 -
mit der diese von der Beklagten 2 die Hälfte des Erbanteils von Fr. 9'634.20 for-
derte, also den Betrag von Fr. 4'817.10. Der Erbanteil war unbestrittenermassen
gestützt auf den Erbteilungsvertrag aus dem Jahre 1990 der Beklagten 2 wie
auch der Klägerin und G._ ausbezahlt worden (vgl. act. 37/8 S. 2, S. 11 [Erw.
3]).
Zur Begründung ihrer Klage führte die Klägerin gemäss Urteil vom 20. No-
vember 1996 im Wesentlichen an, die Beklagte 2 sei erbunwürdig, weil sie den
Vater bei Errichtung seines Testamentes durch Arglist, Zwang und Drohung bzw.
Vortäuschung einer MS-Erkrankung beeinflusst habe, wovon sie – die Klägerin –
beim Abschluss des Erbteilungsvertrages 1990 noch nichts gewusst habe (vgl.
a.a.O., S. 10).
3.3.2 Das Einzelgericht erwog dazu, die Klägerin stütze ihre Klage nicht  auf das Testament ab, sondern bezwecke mit ihr primär die Anfechtung des
Erbteilungsvertrages, die gemäss Art. 638 ZGB nach den allgemeinen Vorschrif-
ten über die Anfechtung von Verträgen, namentlich nach den Art. 23 ff. OR erfol-
ge. Im Vordergrund stehe dabei ein wesentlicher Irrtum i.S. des Art. 23 OR (vgl.
a.a.O. S. 10 f. und S. 12). Die Beweislast für die strittigen Sachumstände einer
Anfechtung wegen Willensmangels trage die Partei, welche die Gültigkeit des
Vertrages bestreite, also die Klägerin (vgl. a.a.O., S. 13). Dieser sei der entspre-
chende Beweis nicht geglückt; sie habe nicht vermocht darzutun, dass sie sich
beim Abschluss des Teilungsvertrages in einem wesentlichen Irrtum befunden
habe. Ihre Klage scheitere damit schon an der bestehenden Verbindlichkeit des
Erbteilungsvertrages, weshalb ein allfälliger Rückforderungsanspruch zu vernei-
nen sei und sich Weiteres erübrige.
3.3.3 Befunden hat das Einzelgericht am 20. November 1996 demnach über eine Leistungsklage. Diese hat es abgewiesen; aberkannt hat es damit das subjektive
Recht der Klägerin gegenüber der Beklagten 2 auf Leistung bzw. (Rück-)Zahlung
von Fr. 4'817.10 wegen Unverbindlichkeit des Erbteilungsvertrages aus dem Jahr
1990, entsprechend der Hälfte der Fr. 9'634.20, die der Beklagten 2 zuvor aus der
Erbschaft ausbezahlt wurden. In dem Umfang ist die Sache zwischen der Klägerin
und der Beklagten 2 abgeurteilt, nachdem das Einzelgericht den Erbteilungsver-
- 22 -
trag für die Klägerin und die Beklagte 2 als verbindlich erachtet hat, weil der Klä-
gerin der Beweis für ihre Sachdarstellung misslang, sich im Zeitpunkt des Ab-
schlusses des Erbvertrages in einem Irrtum über die von ihr behauptete Erbun-
würdigkeit der Beklagten 2 befunden zu haben. Das scheint die Klägerin übrigens
zu übersehen, wenn sie darauf verweist, der Rückforderungsanspruch bestünde
auch dann, wenn die Beklagte 2 erbwürdig wäre (vgl. act. 516/534 S. 2 [unten]).
Vorfrage des einzelgerichtlichen Urteils war sodann der von der Klägerin be-
hauptete Irrtum, nicht hingegen die Frage, ob die Erbunwürdigkeit bestanden hat
oder nicht. Über diese Frage hat das Einzelgericht nicht befunden und daher auch
nicht bindend entschieden – die Beklagte 2 kann sich daher insoweit nicht auf die
res iudicata berufen. Und im Ergebnis hat das Bezirksgericht die von der Beklag-
ten 2 erhobene Einrede der abgeurteilten Sache zu Recht abgewiesen.
3.4 In Erw. I/3.3 wurde auf den Beizug des Entscheids der I. Zivilkammer des Obergerichtes im Verfahren LB170026 (act. 524) hingewiesen. In Bezug auf die
hier zu beurteilende Sache folgt daraus nichts im Sinne einer res iudicata oder ei-
nes sonstigen Prozesshindernisses. Das wurde den Parteien bereits mit Verfü-
gung vom 22. Mai 2019 mitgeteilt (vgl. act. 530). Weiteres dazu erübrigt sich hier
daher.
4. Die Klägerin machte mit ihrer Klage beim Bezirksgericht eine Erbunwürdigkeit der Beklagten 2 i.S. des Art. 540 Abs. 1 Ziff. 3 ZGB geltend, und zwar bezogen
(auch) auf den Vater.
4.1 Die Erbunwürdigkeit begründete die Klägerin im Wesentlichen damit, dass die Beklagte 2 ihren Eltern eine Erkrankung an Multipler Sklerose vorgegaukelt habe
(vgl. auch z.B. act. 3 S. 7 [Ziff. 16]: simuliert). Die wesentlichen Elemente dieser
Auffassung der Klägerin hat schon das Bezirksgericht in seinem Urteil dargelegt
(vgl. act. 496 S. 28) und es sind die entsprechenden Erwägungen von den Partei-
en im Berufungsverfahren unbeanstandet geblieben ist (vgl. act. 516/497 S. 3 f.
und 516/534 S. 1 f.), weshalb darauf zu verweisen ist.
Die Klägerin machte mit ihren Behauptungen geltend, die Beklagte 2 habe mit dem Vorgaukeln (Simulieren) der Multiplen Sklerose (MS) den Vater dazu ge-
bracht, seine letztwillige Verfügung vom November 1981 durch die öffentlichen
- 23 -
letztwilligen Verfügungen vom 14. November 1983 zu ersetzen; die behauptete
Erkrankung an MS sei der einzige Grund für die Testamentsänderung gewesen.
Die Beklagte 2 habe dabei zum einen dem Vater die Beratung ihres Freundes
L._ sowie zum anderen die Beratung der Schweizerischen Treuhandgesell-
schaft aufgedrängt und den Vater zur Vorbereitung des Testamentes instruiert
bzw. angeleitet. Weiter habe die Beklagte 2 mehrere für sie günstigere Abände-
rungen des Entwurfs für die öffentliche letztwillige Verfügung vornehmen und den
Notar glauben lassen, diese Abänderungen stammten vom Vater; die Änderungs-
vorschläge seien endlich zum Teil falsch gewesen.
Die Beklagte 2 hat das im bezirksgerichtlichen Verfahren bestritten, weshalb
über diese und weitere damit zusammenhängende Behauptungen ein thematisch
beschränktes Beweisverfahren durchgeführt wurde (vgl. auch vorn. Erw. I/2.2).
Die Beweisauflage erfolgte mit Beschluss vom 13. April 2010 (vgl. act. 86-A) und
thematisierte die Erkrankung der Beklagten 2 an MS in den Beweissätzen 1 - 3
sowie 23 und 24; der Beschluss zur Beweisabnahme, mit dem alle offerierten
Beweismittel abgenommen wurden, erging am 17. Juli 2010 (act. 112).
4.2 - 4.2.1 Nach Abnahme der Beweise kam das Bezirksgericht zum Ergebnis, der Klägerin sei der Beweis misslungen, die Beklagte 2 habe die Erkrankung an
MS lediglich vorgetäuscht, die entsprechenden Symptome simuliert und entspre-
chende Arztbesuche erlogen (vgl. act. 496 S. 55 [Ziff 7.10.3], S. 117). Weiter hielt
das Bezirksgericht – kurz zusammengefasst – fest, im Testament vom 5. Novem-
ber 1981 seien alle drei Kinder gleich behandelt worden. Für eine bevorzugte Be-
günstigung der Beklagten 2 im öffentlich beurkundeten Testament vom 14. No-
vember 1983 hätten aufgrund des zumindest ausserordentlich milden Verlaufs der
MS-Erkrankung (sofern eine solche bestanden habe) keine Gründe vorgelegen,
zumal die Beklagte 2 selbst eingeräumt habe, die Eltern hätten bereits 1962 von
ihrer (angeblich bestehenden) Erkrankung an MS erfahren.
Gemäss Darstellung der Beklagte 2 sei diese Nichtbegünstigung im Testa-
ment vom 5. November 1981 aufgrund ihres Optimismus und ihrer Erfolge im
Kampf gegen die Krankheit erfolgt, welcher eine sanfte Verlaufsform habe erhof-
fen lassen. Sie mache damit geltend, die Nichtbevorzugung habe auf einer fal-
schen Ausgangslage beruht, weil die Krankheit einen schwereren Verlauf genom-
- 24 -
men habe als 1981 vom Vater angenommen (vgl. a.a.O., Ziff. 7.10.4). Der Beweis
dafür sei der Beklagten 2 misslungen, weil das Beweisverfahren ergeben habe,
dass – wenn überhaupt eine Erkrankung an MS vorgelegen habe – von einem
ausserordentlich milden Verlauf der Krankheit auszugehen sei; zudem könne aus
den Beweismitteln nicht abgeleitet werden, dass der Vater von einem milderen
Verlauf der Erkrankung ausgegangen sei (vgl. a.a.O., S. 55/56 und S. 117).
4.2.2 Weiter hielt das Bezirksgericht im Ergebnis des Beweisverfahrens im  fest, der Gesundheitszustand des Vater im September bis Novem-
ber 1983 sei nicht derart schlecht gewesen, dass er das Testament ohne Betrei-
ben und Beeinflussung durch die Beklagte 2 nicht hätte abändern können; er sei
aber gesundheitlich angeschlagen gewesen und zumindest teilweise pflegebe-
dürftig. Er habe die ihm vorgelegten Papiere und Urkunden nicht im Detail hinter-
fragt und sei deshalb zumindest zu einem gewissen Grad beeinflussbar gewesen
(vgl. a.a.O., S. 117). Nicht erstellt sei, dass die Beklagte 2 L._ aktiv veran-
lasst habe, den Vater zu beeinflussen. L._ habe sich lediglich einspannen
lassen, weil er davon ausging, die Beklagte 2 leide an MS. Die Behauptung der
Klägerin, die Beklagte 2 habe den Vater zur Schweizerischen Treuhandgesell-
schaft gebracht, um diesen weiter zu beeinflussen, sei ebenso unbewiesen ge-
blieben wie die Behauptung der Klägerin, die Beklagte 2 habe J._ anstelle
der ZKB als Willensvollstrecker vorgeschlagen. Und unbewiesen seien zudem die
Behauptungen der Klägerin, die Beklagte 2 habe die beiden Beurkundungszeu-
gen aufgeboten, um dadurch die Testamentsänderung zu beeinflussen, sowie
diese Zeugen hätten der Beurkundung nicht folgen können und lediglich gefällig-
keitshalber die Verfügungsfähigkeit des Vater bestätigt (vgl. a.a.O., S. 118).
Erstellt sei hingegen, dass ein erster vom Notar M._ erstellter Testa-
mentsentwurf am 4. November 1983, in dem die Beklagte 2 als Vorerbin der frei
verfügbaren Quote von 1⁄4 eingesetzt worden sei, nicht unterschrieben wurde, da-
nach die überarbeiteten Entwürfe des Testaments am 10. November 1983 ver-
schickt wurden und die Beklagte 2 daraufhin Änderungen wegen angeblich ge-
machter Geschenke geschrieben habe (wobei nicht erstellt sei, wie die Redaktion
vorgenommen worden sei). Fest stehe, dass der Notar M._ mit den Eltern
verschiedene Gespräche geführt habe, der Vater zwei Mal mit dem Notar gespro-
- 25 -
chen habe und dabei wohl auch beraten worden sei (vgl. a.a.O., S. 68 f. und S.
117). Eine intensive Beratung durch den Notar, wie sie die Beklagten 2 behaupte,
sei aber nicht nachgewiesen (vgl. a.a.O., S. 69). Unbewiesen geblieben sei
schliesslich die Behauptung, dass die von der Beklagten 2 verfassten Angaben
(Notizen), anhand derer das Testament verfasst worden sei, dem Notar als vom
Erblasser verfasst unterschoben worden seien (vgl. a.a.O., S. 119). In wenigstens
zwei Punkten seien diese Angaben aber falsch, und zwar hinsichtlich des der Be-
klagten 2 gewährten Darlehens (nicht Fr. 45'000., sondern Fr. 123'000.-) sowie in
Bezug auf die Finanzierung des Studiums und die angeblich von der Beklagten
immer wieder gemachten wertvollen Geschenke (vgl. a.a.O.).
4.2.3 Das Bezirksgericht kam gestützt auf die Ergebnisse des Beweisverfahrens sowie des unstrittigen Sachverhaltes im Wesentlichen zur Auffassung (vgl. a.a.O.,
S. 120 ff.), die Beklagte 2 habe sich unredlich in die Erbschaftsangelegenheiten
des Vaters eingemischt (vgl. a.a.O., S. 121). Die Regelungen in der letztwilligen
öffentlichen Verfügung vom 14. November 1983 seien alle zu Gunsten der Be-
klagten 2 ausgefallen, nicht gerechtfertigt und nicht nachvollziehbar (vgl. a.a.O.,
S. 123), zumal sie z.T. sachlich auch noch falsch gewesen seien (wie etwa beim
Darlehen) und zudem teilweise auch noch sachlich unnötig (wie z.B. bei den an-
geblichen Geschenken; vgl. a.a.O., S. 124).
Zu den die Beklagte 2 bevorzugenden Änderungen sei es gekommen, weil
der Vater aufgrund des Gesprächs mit L._ davon ausgegangen sei, er müs-
se die Beklagte 2 wegen der Erkrankung an MS gegenüber den Miterben bevor-
zugen (vgl. a.a.O., S. 122 und 124), obwohl es fraglich sei, dass die Beklagte 2 an
MS leide und sich der Gesundheitszustand der Beklagten 2 in der Zeit zwischen
dem Testament vom 5. November 1981 und November 1983 nicht geändert hätte
(vgl. a.a.O., S. 121). Die Beklagte 2 habe gewusst, dass der Vater aufgrund fal-
scher Vorstellung über die Erkrankung an MS das Testament abänderte und habe
es insbesondere unterlassen, dahingehend bei ihm zu intervenieren, dass eine
erbrechtliche Bevorzugung aufgrund der Erkrankung nicht nötig war, da diese seit
der ersten Diagnose einen sehr milden Verlauf genommen hatte, sofern sie tat-
sächlich bestand (vgl. a.a.O., S. 124). Sie habe die irrtümlichen Vorstellungen des
Vaters vielmehr erfolgreich ausgenützt, indem sie die mehrmalige Abänderung
- 26 -
des Testamentes vom 5. November 1981 zu ihren Gunsten zugelassen und be-
einflusst habe (vgl. a.a.O., S. 125). Darin liege ein arglistiges Ausnützen eines
bestehenden Irrtums, über den sie den Vater hätte aufklären können und auf-
grund der gegebenen Umstände sowie nach Treu und Glauben auch müssen.
Das Verhalten der Beklagten 2 sei als unredlich und unmoralisch zu werten, da
sie als Tochter eine Vertrauensstellung inne gehabt habe (vgl. a.a.O.). Zudem sei
sie heimtückisch vorgegangen, weil sie in den als Basis der öffentlich beurkunde-
ten letztwilligen Verfügung dienenden Notizen eine falsche Darlehenssumme und
falsche Angaben bezüglich der Finanzierung ihres Studiums festgehalten habe;
die mehrmalige Abänderung der Entwürfe zur letztwilligen Verfügung zeige zu-
dem eine gewisse Hartnäckigkeit. Und es sei ihr Verhalten als schwere Verfeh-
lung gegenüber dem Vater zu qualifizieren, das nach allgemeinem Empfinden un-
erträglich und nicht zu billigen sei. Es liege somit ein schwerer Fall der Erbschlei-
cherei im Sinne des Art. 540 Abs. 1 Ziff. 3 ZGB vor (dazu vgl. a.a.O., S. 120 f.),
weshalb die Erbunwürdigkeit der Beklagten 2 zu bejahen sei (vgl. a.a.O.).
4.3 Die Beklagte 2 wehrt sich mit ihrer Berufung einlässlich gegen diese  (vgl. act. 516/497 S. 10 ff.). So wirft sie dem Bezirksgericht u.a. unrichtige
Sachverhaltsfeststellungen vor bzw. einseitige oder willkürliche Würdigung von
Beweismitteln (vgl. etwa a.a.O., S. 32, S. 68), macht geltend, das Bezirksgericht
habe sich angemasst, über medizinische Kenntnisse bzw. Erkenntnisse zu verfü-
gen (vgl. etwa a.a.O., S. 10 f.), wirft dem Bezirksgericht ein Abweichen von den
Sachvorbringen der Parteien, namentlich der Klägerin (Verletzung der Verhand-
lungsmaxime; vgl. etwa a.a.O., S. 36) vor sowie das Missachten gescheiterter
Beweise für die massgeblichen Behauptungen der Klägerin (vgl. etwa a.a.O., S.
69 f.). Zudem macht sie eine unrichtige Rechtsauffassung des Bezirksgerichts
geltend und dabei u.a. eine unvollständige bzw. sinnentstellte Wiedergabe mass-
geblicher bundesgerichtlicher Rechtsprechung (vgl. etwa a.a.O., S. 74).
Die Klägerin verschliesst sich in der Antwort auf die Berufung der Beklag-
ten 2 dem Ergebnis, zu dem das Bezirksgericht gelangte, nicht (vgl. act. 516/534
S. 16 ff.). Sie übt indes Kritik an der Kritik der Beklagten 2 in der Berufungsschrift
und trägt zudem einlässlich ihre Sicht der Dinge bzw. die Würdigung der Dinge
- 27 -
vor (vgl. etwa a.a.O., S. 8 f. [Gefälligkeitszeuge; arglistig ins väterliche Testament
manipuliert]).
Es versteht sich von selbst, dass im Rahmen einer – wie hier – sehr ver-
knappten Übersicht zu den Parteivorbringen im Berufungsverfahren diese Vor-
bringen nicht im Einzelnen dargestellt werden können. Im Folgenden werden je-
doch alle Vorbringen in den act. 516/497 und act. 516/534 berücksichtigt, auch
dann und dort, wenn und wo das nicht ausdrücklich vermerkt ist.
5. Wie vorhin gesehen (Erw. II/4.1), erachtete die Klägerin mit ihrer Klage die  2 als erbunwürdig i.S. des Art. 540 Abs. 1 Ziff. 3 ZGB, weil sie zum einen
dem Vater eine Erkrankung an MS vorgespielt (simuliert) habe. Zum anderen ha-
be sie u.a. bewirkt, dass der Vater (objektiv) falsche Tatsachen in seine letztwilli-
ge Verfügung aufgenommen habe. Das Bezirksgericht kam ebenfalls zum Ergeb-
nis, die Beklagte 2 sei erbunwürdig i.S. des Art. 540 Abs. 1 Ziff. 3 ZGB, und zwar
gestützt vor allem auf den zweiten von der Klägerin behaupteten Gesichtspunkt
sowie das Ausnützen einer irrigen Vorstellung des Vaters über die Schwere ihrer
Erkrankung.
5.1 Unwürdig, Erbe zu sein oder aus einer Verfügung von Todes wegen  zu erwerben, ist gemäss Art. 540 Abs. 1 Ziff. 3 ZGB, wer den Erblasser durch
Arglist, Zwang oder Drohung dazu gebracht oder daran verhindert hat, eine Ver-
fügung von Todes wegen zu errichten oder zu widerrufen.
5.1.1 Die Erbunwürdigkeit bezweckt, den Willen und Willensausdruck eines  gegen jeden "Angriff" von aussen zu sichern (vgl. BGE 132 III 305 E.3.3;
ferner BGer Urteil 5A_795/2013 E. 8.1). An der Erbunwürdigkeit besteht insofern
ein allgemeines Interesse und die Erbunwürdigkeit tritt daher – anders als die
Enterbung i.S. des Art. 477 ZGB oder die Ungültigerklärung einer letztwilligen
Verfügung gemäss Art. 519 Abs. 1 ZGB i.v.m. Art. 469 Abs. 1 ZGB – von Geset-
zes wegen ein, weshalb Behörden und Gerichte sie von Amtes wegen zu berück-
sichtigen haben, wenn ein entsprechender Sachverhalt aktenkundig bzw. erstellt
ist (vgl. BGE 132 III 305 E.3.3; siehe ebenfalls SCHWANDER, in: BSK-ZGB II, 5. A.,
Basel 2015, Art. 540 N 22 [4. Absatz]).
- 28 -
In einem Zivilprozess über Erbschaftsangelegenheiten führt das allerdings
nicht zur Anwendung des sog. Offizialgrundsatzes i.S. des Art. 58 Abs. 2 ZPO,
weil dieser vom Handeln des Gerichts von Amtes wegen (ex officio; vgl. auch Art.
57 ZPO) zu unterscheiden ist (vgl. GEHRI, in: BSK-ZPO, 3.A. Basel 2017, Art. 58
N 11, m.H.); dass dem Offizialgrundsatz als Ausfluss öffentlicher Interessen (vgl.
dazu etwa SUTTER-SOMM/SEILER, in: Kommentar zur ZPO, 3. A., Zürich 2016,
Art. 58 N 25) eine ähnliche Rolle zukommt, ändert daran nichts. Nicht zum Zuge
kommt in einem Zivilprozess über Erbschaftsangelegenheiten ebenfalls der Un-
tersuchungsgrundsatz i.S. des Art. 55 Abs. 2 ZPO, wie die Beklagte 2 in anderem
Zusammenhang moniert (vgl. act. 516 S. 82). Vielmehr trägt die Partei, welche die
Erbunwürdigkeit geltend macht, die Beweislast für die entsprechenden Sachum-
stände (vgl. BGer, Urteil 5A_748/2008, E. 7.3 - 7.4 m.w.H.; gl.M. ferner z.B. JUN-
GO, in: Zürcher Kommentar, 3. A., Zürich 2018, Art. 8 ZGB N 584). Das setzt wie-
derum entsprechende Tatsachenbehauptungen der beweisbelasteten Partei vor-
aus, über die dann, wenn sie bestritten sind, ein Beweisverfahren durchzuführen
ist; im Übrigen haben diese Tatsachenbehauptungen ebenso als erstellt zu gelten
wie die unbestritten gebliebenen Tatsachenbehauptungen der nicht beweisbelas-
teten Partei.
Aus allen diesen Gründen kann einzig der Umstand, dass das Bezirksgericht
gestützt auf unbestritten gebliebene Tatsachenbehauptungen der Parteien und
die Ergebnisse des Beweisverfahrens über die bestrittenen Behauptungen der
Klägerin zu den Sachumständen, aus denen sich die Erbunwürdigkeit der Beklag-
ten 2 ergeben soll, einen Sachverhalt als erstellt betrachtete, der eine Erbunwür-
digkeit offenlegt, entgegen der Beklagten 2 (vgl. etwa act. 516/497 S. 36) nicht
beanstandet werden. Eine andere Frage ist hingegen, ob und inwieweit das Be-
zirksgericht zu Recht die entsprechenden Sachumstände als erstellt betrachtete.
Und eine weitere, ebenfalls andere Frage ist die, ob die erstellten Sachumstände
den Tatbestand der Erbunwürdigkeit i.S. des Art.. 540 Abs. 1 Ziff. 3 ZGB erfüllen.
Auf diese anderen Fragen wird am gegebenen Ort einzugehen sein.
5.1.2 Der Art. 540 Abs. 1 Ziff. 3 ZGB führt als Gründe, die zur Erbunwürdigkeit führen, Arglist, Zwang und Drohung gegenüber dem Erblasser auf. Der Art. 540
Abs. 1 Ziff. 3 ZGB stimmt insofern fast wörtlich mit dem Ungültigkeitsgrund i.S.v.
- 29 -
Art. 519 Abs. 1 Ziff. 2 i.V.m. Art. 469 Abs. 1 ZGB überein. Anders als der Art. 469
Abs. 1 ZGB listet er jedoch den Grund des Irrtums nicht auf (vgl. auch BGer, Urteil
5A_692/2011, E. 7.2.1). Ein Irrtum – also eine falsche Vorstellung über einen
Sachverhalt – des Erblassers vermag daher für sich allein genommen kein Grund
für eine Erbunwürdigkeit sein; von Belang sein kann ein Irrtum des Erblassers ein-
zig im Zusammenhang mit einem der im Art. 540 Abs. 1 Ziff. 3 ZGB aufgeführten
Gründe, insbesondere im Zusammenhang mit der Arglist, die mit dem Begriff
"arglistiger Täuschung" in Art. 469 Abs. 1 ZGB übereinstimmt. Arglist kann des-
halb auch beim Art. 540 Abs. 1 Ziff. 3 ZGB im Bewirken einer falschen Vorstellung
des Erblassers oder im Benutzung einer schon vorhandenen falschen Vorstellung
beim Erblasser bestehen. Allerdings muss dieses Bewirken oder Benutzen eines
Irrtums durch den angeblich Erbunwürdigen zusätzlich auf Grund sämtlicher Um-
stände des konkreten Einzelfalls eine schwere Verfehlung gegen den Erblasser
bedeuten, die nach dem Empfinden der Allgemeinheit als unerträglich erscheint
und zu missbilligen ist. Nicht notwendig ist es daher, dass das Verhalten des an-
geblich Erbunwürdigen einen Straftatbestand erfüllt; Letzteres kann aber einen
Anhaltspunkt für die Schwere der Einflussnahme auf den Willen des Erblassers
abgeben (vgl. BGE 132 III 305 E. 3.3 [S. 310, vor E. 3.4] mit Hinweisen, ferner et-
wa BGer Urteil 5A_692/2011, E. 7.2.2).
Abweichend von den übrigen Erbunwürdigkeitsgründen im Art. 540 Abs. 1
ZGB werden in Ziff. 3 Vorsatz und Rechtswidrigkeit des Handelns bzw. Unterlas-
sens als weitere Voraussetzungen nicht ausdrücklich erwähnt. Die bundesgericht-
liche Rechtsprechung geht indessen zutreffend davon aus, dass die Vorausset-
zung des Vorsatzes erfüllt ist, wenn durch Zwang, Drohung oder Arglist die Errich-
tung oder der Widerruf einer letztwilligen Verfügung bewirkt oder verhindert wird,
und es wird ebenso die Rechtswidrigkeit regelmässig als gegeben angenommen.
Eine gesonderte Prüfung dieser Voraussetzungen, namentlich des Vorsatzes,
entfällt daher (vgl. BGE 132 III 305 E. 3.4, m.H.).
Vorausgesetzt wird vom Art. 540 Abs. 1 Ziff. 3 ZGB hingegen, dass das
Handeln des angeblich Erbunwürdigen (adäquat-)kausal dafür ist, dass der Erb-
lasser eine letztwillige Verfügung errichtet hat oder verhindert wurde, sie nicht zu
errichten oder nicht zu widerrufen. Besteht das Verhindern in einer Unterlassung
- 30 -
(wie z.B. das Nichtbeachten einer Aufklärungspflicht), bestimmt sich der Kausal-
zusammenhang danach, ob der Erblasser eine Verfügung errichtet oder widerru-
fen hätte, wenn die unterlassene Handlung vorgenommen worden wäre (vgl. BGE
132 III 305 E. 3.5, [hypothetischer Kausalverlauf; zu diesem ferner etwa BGE 124
III 155 E. 3d, 141 V 93 E. 8.1]; vgl. ferner etwa SCHWANDER, a.a.O., Art. 540 N 12
und 15, TUOR/SCHNYDER/JUNGO, Das Schweizerische Zivilgesetzbuch, 14. A., Zü-
rich 2015, S. 888).
5.1.3 Um auch das nicht zu vergessen: Die "Erbschleicherei", also das Bestreben, auf unredliche oder unmoralische Art zu einer Erbschaft zu kommen, ist kein juris-
tischer Begriff. Das Gesetz widmet sich der Erbschleicherei daher auch nicht ei-
gens. Die Erbschleicherei kann jedoch als arglistiges Verhalten – wie vorhin gese-
hen – in besonders schweren Fällen den Tatbestand von Art. 540 Abs. 1 Ziff. 3
ZGB erfüllen, was dann die Erbunwürdigkeit zur Folge hat (vgl. BGE 132 III 305
E. 2, BGer Urteil 5A_748/2008 E. 9.1, sowie z.B. TUOR/SCHNYDER/JUNGO, a.a.O.).
Darauf hat schon das Bezirksgericht der Sache nach zutreffend hingewiesen (vgl.
act. 496 Ziff. 12.1 m.H. u.a. auf BGE 132 III 305 sowie weitere Literatur).
5.2 Die Klägerin hat behauptet, die Beklagte habe im Zusammenhang mit der  der letztwilligen Verfügung des Vaters im Jahr 1983 eine Erkrankung an
MS simuliert, also vorgetäuscht. Das Bezirksgericht kam im Ergebnis seines Be-
weisverfahrens – wie erwähnt – zum Schluss, der Klägerin sei der Beweis miss-
lungen, die Beklagte 2 habe eine Erkrankung an MS vorgetäuscht, die entspre-
chenden Symptome simuliert und entsprechende Arztbesuche erlogen (vgl.
act. 496 S. 55 [Ziff. 7.10.3]).
5.2.1 Die Beklagte 2 beanstandet dieses Ergebnis nicht (vgl. act. 516/ 497 S. 37 f.). Die Klägerin lässt das bezirksgerichtliche Ergebnis hingegen so nicht
gelten. Sie kritisiert in ihrer Berufungsantwort im Wesentlichen die Standpunkte
der Beklagten 2 in deren Berufungsschrift, wirft dem Bezirksgericht letztlich fal-
sche Beweiswürdigung vor (vgl. act. 516/534, dort insbes. S. 4 f. und S. 12 - 14)
und hält vor allem fest, nicht einmal 1996 habe mit den neuesten bildgebenden
Untersuchungsmethoden der sichere Nachweis einer Hirn-Schrankenstörung er-
- 31 -
bracht werden können. Daher sei wohl erwiesen, dass die Beklagte 2 im Jahr
1983 mit Sicherheit nicht an MS gelitten habe (vgl. a.a.O., S. 5).
5.2.2 Die Klägerin konzediert in act. 516/534 immerhin, dass im Jahr 1962 ärztlich der Verdacht geäussert worden war, die Beklagten 2 leide an MS, und sie räumt
ebenfalls ein, dass diese ärztliche Äusserung 1962 nicht gegenüber der Beklag-
ten 2 erfolgte war, sondern nur den Eltern gegenüber – der Beklagte 2 sei das
erst im Verlauf des Jahres 1973 eröffnet worden (vgl. a.a.O., S. 13). Die Klägerin
stellt in act. 516/534 auch nicht näher in Abrede, dass die Beklagte 2 aus ver-
schiedenen Gründen seit 1962 wiederholt bei mehreren Ärzten zur Untersuchung
oder in Behandlungen war, wie das Bezirksgericht darlegte (vgl. act. 496, dort et-
wa S. 37 ff.), so z.B. nach einem Unfall in den späten 60er Jahren u.a. bei Prof.
N._, so bei Dr. O._ (Facharzt für Neurologie FMH), der 1973 davon
ausging, die anamnestischen Angaben liessen sich mit einer Erkrankung an MS
erklären, und so auch bei Dr. P._, der die Beklagte 2 ab Januar 1975 bis
zum 19. März 1983 unter der Diagnose einer MS behandelte. Letzteres ergibt sich
im Übrigen gerade auch aus dem von der Klägerin eingereichten Beweismittel
act. 99/1 (vgl. dort insbes. S. 181). Es darf das alles daher als erstellt gelten.
Nicht näher in Abrede gestellt werden von der Klägerin in act. 516/534 zu-
dem die Feststellungen des Bezirksgerichtes (vgl. act. 496 S. 48 f.), dass eben-
falls Dr. Q._, bei dem die Beklagte 2 seit Mitte 1984 in Behandlung steht, die
Diagnose der Erkrankung an MS stellte und ebenso Dr. R._ (Facharzt FMH
für Neurologie) an dieser Diagnose keine Zweifel hegte (vgl. act. 64/7 S. 2; dieser
Bericht von Dr. R._ wurde übrigens von der Klägerin als Beweismittel ange-
rufen [vgl. act. 98 S. 3). Es darf daher auch das alles als erstellt gelten.
5.2.3 Etwas vortäuschen (simulieren) kann man nur dann, wenn man weiss, dass es nicht besteht. Im hier massgeblichen Kontext heisst das, dass die Beklagte 2
nach Darstellung der Klägerin bis 1983 dem Vater eine Erkrankung an MS vorge-
täuscht hat, also spätestens 1983 wusste, dass sie nicht an MS leidet und daher
entsprechende Symptome vorgetäuscht und Arztbesuche erlogen hat. Die Be-
weislast dafür, und damit die Folgen der Beweislosigkeit, trägt die Klägerin. Das
- 32 -
wurde bereits vorhin vermerkt. Das Bezirksgericht hat der Klägerin daher zu
Recht den entsprechenden Beweis auferlegt.
Ein Beweis ist grundsätzlich erst dann erbracht, wenn das Gericht – das die
Beweismittel frei zu würdigen hat (vgl. Art. 157 ZPO) – nach objektiven Gesichts-
punkten von der Richtigkeit einer Sachbehauptung überzeugt ist. Absolute Ge-
wissheit kann dabei nicht verlangt werden. Es genügt, wenn das Gericht am Vor-
liegen der behaupteten Tatsache keine ernsthaften Zweifel mehr hat oder allen-
falls verbleibende Zweifel als leicht erscheinen (vgl. BGE 130 III 321 E. 3.2). Aus-
nahmen vom Regelbeweismass, und zwar im Sinne einer Beweiserleichterung
durch Herabsetzung des Beweismasses, bestehen nur dort, wo das Gesetz sie
vorsieht oder gefestigte Rechtsprechung die Ausnahme aus dem Gesetz abgelei-
tet hat. Den Ausnahmen liegt jeweils die Überlegung zu Grunde, dass die Rechts-
durchsetzung nicht an den Beweisschwierigkeiten scheitern darf, die typischer-
weise bei bestimmten Sachverhalten auftreten, und setzen daher eine sog. Be-
weisnot voraus (vgl. etwa BGE 130 III 321 E.2.3, 137 III 255 E.4.1.2, 140 III 610
E. 4.1, 144 III 264 E. 5.3). Diese ist dann gegeben, wenn nach der Natur der Sa-
che ein strikter Beweis nicht möglich oder nicht zumutbar ist (z.B. weil die von der
beweisbelasteten Partei behaupteten Tatsachen nur mittelbar aufgrund von Indi-
zien bewiesen werden können). Eine Beweisnot liegt hingegen nicht bereits dann
vor, wenn eine Tatsache, die ihrer Natur nach ohne Weiteres dem unmittelbaren
Beweis zugänglich ist, nicht bewiesen werden kann, weil der beweisbelasteten
Partei die Beweismittel dafür fehlen. Blosse Beweisschwierigkeiten im konkreten
Einzelfall können und dürfen deshalb nicht zu einer Beweiserleichterung führen
(vgl. BGE 130 III 321 E. 3.2, BGE 141 III 569 E. 2.2.1, BGE 144 III 264 E. 5.3).
Es geht bei den Behauptungen der Klägerin um Handeln wider besseres
Wissen bzw. Lügen, also um Tatsachen, die alle grundsätzlich einem direkten
Beweis zugänglich sind. Deshalb besteht kein Anlass, in Bezug darauf vom Re-
gelbeweismass abzuweichen (vgl. dazu ergänzend auch nachstehend Erw.
II/5.4.1.1).
5.2.4 Bereits der erstellte Sachverhalt (vgl. vorn Erw. II/5.2.2) bietet keine  Anhaltspunkte für die Richtigkeit der Behauptung der Klägerin. Der Be-
klagten 2 wurde die Diagnose einer Erkrankung an MS gestellt, sie wurde deswe-
- 33 -
gen von Dr. P._ behandelt. Ein im Ansatz stichhaltiger Anlass für die An-
nahme, die Beklagte 2 habe 1983 eine Erkrankung an MS vorgetäuscht, besteht
von daher keiner.
Auch die von der Klägerin angerufenen Beweismittel (vgl. dazu act. 98 S. 2
f.) zeitigen kein anderes Ergebnis. Das hat bereits das Bezirksgericht richtig dar-
gelegt, weshalb dessen Überlegungen hier nicht zu wiederholen sind. Ergänzend
bzw. verdeutlichend ist hier anzufügen, dass die Beklagte 2 erstelltermassen erst
1973 von der 1962 gestellten Diagnose bzw. dem ärztlichen Verdacht auf eine Er-
krankung an MS erfuhr, was dann offenbar Anlass zur Frage gab, ob sie Kinder
haben könne (vgl. act. 5/3/P S. 1). Aus Untersuchungen vor 1973 – wie z.B. der
Untersuchung durch Prof. N._ im Jahr 1969 (vgl. act. 5/3/K) – lässt sich da-
her insbesondere nichts zum Vortäuschen von MS bzw. entsprechender Symp-
tome herleiten. Und es bleibt daher etwa als Tatsache, dass die Beklagte 2 Prof.
N._ 1969 von Schüben berichtete. Zu deren Ursachen äusserte sich Prof.
N._ im Gutachten nicht. Frühere Befunde, die es ihm allenfalls erlaubt hät-
ten, eine Diagnose zu formulieren, standen ihm ohnehin nicht zur Verfügung. Fest
stellte Prof. N._ 1969 hingegen, es bestünden aktuell keine Hinweise für eine
unfallbedingte Schädigung des peripheren Nervensystems (vgl. a.a.O., S. 10).
Das abzuklären war Gutachtensauftrag (vgl. a.a.O., S. 1) und nicht anderes.
Für Prof. N._ schien, um auch das noch zu erwähnen, im Herbst 1969
eine Diskrepanz zwischen subjektivem Beschwerdebild und objektiven Befunden
zu bestehen (vgl. a.a.O. S. 10 f.). Aus dem, was Prof. N._ schien, lässt sich
allerdings – entgegen dem, was die Klägerin antönt (vgl. act. 516/534 S. 4) – nicht
begründet oder gar stichhaltig und überzeugend herleiten, die Beklagte 2 habe
Ärzten gegenüber nicht vorhandene Beschwerden vorgetäuscht und die Ärzte
hätten das jeweils kritiklos übernommen. Prof. N._s Bemerkung beweist ge-
rade das Gegenteil, und sie negiert Beschwerden nicht. Den gebotenen kritischen
ärztlichen Umgang mit Patientenangaben und objektiven Befunden zeigt ebenso
der von der Klägerin als Beweismittel offerierte Arztbericht von Dr. S._ (act.
5/3/N). Dieser Bericht war im Anschluss an eine aus wissenschaftlichen Gründen
erfolgte Nachuntersuchung der Beklagten 2 im Frühling 1970 erstellt worden und
wertet im Ergebnis die berichteten Beschwerden als glaubhaft (vgl. a.a.O., dort
- 34 -
S. 6). Den gebotenen kritischen Umgang mit Patientenangaben und objektiven
Befunden belegt schliesslich etwa der Bericht von PD Dr. O._ vom 4. Okto-
ber 1973 (vgl. act. 5/3/O S. 2), der vom damaligen Hausarzt der Beklagten 2 bei-
gezogen worden war. Dieser kritische Umgang schloss eine Erkrankung der Be-
klagten 2 an MS nicht aus, sondern erachtete lediglich das "Verbot" einer
Schwangerschaft als "etwas hart" (vgl. a.a.O.).
Es besteht kein Grund für die Annahme, der Facharzt PD Dr. O._ sei
1973 nicht auf der Höhe des damaligen ärztlichen Wissens- bzw. Erkenntnistan-
des gewesen und sei ohne Beachtung der damals geltenden Standards zum Er-
gebnis gelangt, eine Erkrankung an MS lasse sich nicht ausschliessen. Mit Fug
wurde sodann nie behauptet, der Beklagten 2 sei die Meinung des Facharztes PD
Dr. O._ nicht eröffnet worden (aus dem von der Klägerin offerierten Beweis-
mittel act. 5/3/O ergibt sich nämlich das Gegenteil [nochmaliges Besprechen und
Darlegung der Risiken]). Wurde der Beklagten 2 aber die Meinung des Facharz-
tes PD Dr. O._ im Herbst 1973 bekannt gemacht, so musste sie seit diesem
Zeitpunkt – wie jeder andere in der gleichen Lage – damit rechnen, an MS zu lei-
den. Die Annahme des Gegenteils wäre schlicht lebensfremd. Bereits das
schliesst ein Handeln wider besseres Wissen aus, zumal die Beklagte 2 – wie ge-
sehen – schon entsprechende Symptome benannt hatte, als ihr die Diagnose von
MS bzw. die Möglichkeit an MS erkrankt zu sein, noch unbekannt war. Erstellt ist
überdies, wie auch schon gesehen, dass die Beklagte 2 wegen diverser Be-
schwerden in Behandlung war, bevor sie den Bescheid von PD Dr. O._ er-
halten hatte. Und die Beschwerden der Beklagten 2 wurden weiterhin behandelt,
bei Dr. P._ ab 1975 u.a. auch unter der Diagnose MS, zuletzt im März 1983
(vgl. etwa act. 99/2 und act. 99/1 S. 178, S. 180 f.; es handelt sich bei diesen Ur-
kunden um Beweismittel der Klägerin).
5.2.5 Die Auffassung des Bezirksgerichtes, es sei der Klägerin der Beweis für ihre Behauptungen misslungen, die Beklagte 2 habe 1983 eine Erkrankung an MS le-
diglich vorgetäuscht und entsprechende Symptome simuliert sowie entsprechen-
de Arztbesuche erlogen, erweist sich nach dem vorhin Dargelegten als richtig. Ein
entsprechendes Handeln wider besseres Wissen, also ein Lügen der Beklagten 2
im Jahre 1983 lässt sich gerade auch im Lichte der Beweismittel, die die Klägerin
- 35 -
angerufen hat, beweismässig nicht erstellen. Im Berufungsverfahren wurde von
der Klägerin (vgl. act. 516/534) denn auch nichts vorgebracht, was zu einem an-
deren Ergebnis führen könnte oder gar müsste.
5.3 - 5.3.1 Das Bezirksgericht hat es offen gelassen, ob die Beklagte 2 tatsächlich an MS erkrankt ist (vgl. act. 496 S. 54 f. [Ziff. 7.10.1 und 7.10.2]). Denn es hielt
das für die Beurteilung der Frage der Erbunwürdigkeit letztlich für unerheblich.
Die Erbunwürdigkeit begründete das Bezirksgericht nämlich im Wesentli-
chen aus zwei anderen Gründen, und zwar zum einen damit, die Beklagte 2 habe
es 1983 unterlassen, die von einem Dritten, L._, verursachte irrige Vor-
stellung des Vaters, wegen der Erkrankung an MS sei eine erbrechtliche Bevorzu-
gung angezeigt, durch Aufklärung zu beseitigen (vgl. a.a.O., S. 124 f.). Und zum
anderen begründete es die Erbunwürdigkeit damit, dass die Beklagte 2 den Irrtum
des Vaters ausgenützt habe, indem sie die mehrmalige Abänderung des väterli-
chen Testaments vom 5. November 1981 im Herbst 1983 zuliess und so beein-
flusste, dass diese Änderungen stets zu ihren Gunsten ausfielen, auch in Bezug
auf falsche Angaben zur Höhe ihrer Darlehensschuld gegenüber dem Vater und
zur Finanzierung ihres Studiums durch die Eltern (vgl. a.a.O., S. 125 f.).
5.3.2 Die Beklagte 2 kritisiert harsch, dass das Bezirksgericht es offen gelassen hatte, ob sie an MS erkrankt ist oder nicht (vgl. act. 516/497 S. 34 ff.). Sie wirft
dem Bezirksgericht etwa vor, es habe die Beweismittel, darunter die Diagnose
von MS ausschliesslich von Spezialärzten, nicht objektiv gewürdigt (vgl. a.a.O.,
S. 35), es habe mit dem Schluss, es liege – wenn überhaupt – eine milde Ver-
laufsform der MS vor, lediglich eine Vermutung geäussert, zu der es in Anwen-
dung eines erleichterten Beweismasses gekommen sei, was nicht angehe (vgl.
a.a.O., S. 37). Und sie hält u.a. fest, keine der Parteien habe je eine milde Ver-
laufsform behauptet, weshalb das Bezirksgericht die Verhandlungsmaxime ver-
letzt habe (vgl. a.a.O.).
Die Klägerin beanstandet nicht direkt, dass es das Bezirksgericht offen ge-
lassen hatte, ob die Beklagte 2 an MS leidet oder nicht; sie hält das immerhin für
die Folge mangelnden medizinischen Sachverstands (vgl. act. 516/534 S. 14). Sie
macht hingegen geltend, selbst wenn nur eine milde Verlaufsform der MS vorläge,
- 36 -
wäre das ein hinreichender Beweis für die Arglist der Beklagten 2, die sich die
freie Quote angeeignet habe, auf die sie bei einem milden Verlauf nicht angewie-
sen gewesen wäre (vgl. act. 516/534 S. 5). Und allein auf die Arglist komme es an
(vgl. a.a.O., S. 14/15).
5.3.3 Vor dem Hintergrund des gescheiterten Beweises der Klägerin, die  2 habe 1983 eine Erkrankung an MS nur vorgetäuscht, sowie mit Blick auf die
Begründung des Bezirksgerichtes, aufgrund welchen Verhaltens im Jahre 1983
die Beklagte 2 erbunwürdig sei, ist es in der Tat unerheblich, ob die Beklagte 2 an
MS litt bzw. leidet oder nicht. Denn massgeblich sind die Umstände, namentlich
das Verhalten der Beklagten 2 und ihr Wissen im Jahr 1983. Darauf wurde schon
in anderem Zusammenhang hingewiesen (vgl. vorn Erw. II/5.2.3).
Im Jahr 1983 hatte die Beklagte 2, wie vorhin gesehen, begründeten Anlass
zu befürchten, sie leide an MS. Feststellungen dazu, dass die Beklagte 2 im Jahr
1983 in der Lage war, den Verlauf der allfälligen Erkrankung vorherzusehen, hat
das Bezirksgericht keine getroffen, und das wohl doch mit Fug. Das Bezirksge-
richt erkannte einen milden Verlauf der allfälligen Erkrankung mit leichten Be-
schwerden aus anderen Gründen: Es verwies im Wesentlichen einerseits auf den
Verlauf seit 1962 sowie andrerseits auf Untersuchungen in den 1990er und
2000er Jahren, gemäss denen die untersuchenden Ärzte zum Schluss gekom-
men seien, die Untersuchungsbefunde würden zu einer Erkrankung an MS pas-
sen (vgl. act. 496 S. 54 f.). Das beinhaltet allerdings teilweise nicht nur eine –
grundsätzlich unzulässige – Betrachtung ex post, sondern ebenso eine fachun-
kundige Würdigung medizinischer Sachverhalte. Beides erlaubt keine irgendwie
stichhaltigen Rückschlüsse auf ein Wissen der Beklagten 2 im Jahr 1983 zum
künftigen Verlauf der Erkrankung. Und insoweit sind die entsprechenden Feststel-
lungen des Bezirksgerichts nicht haltbar.
Um allfälligen Missverständnissen vorzubeugen, bleibt anzumerken, dass
dem Bezirksgericht die fehlende Fachkunde für die Beurteilung medizinischer
Sachverhalte nicht zum Vorwurf gereicht. Es hat über diese – entgegen der Klä-
gerin (vgl. act. 516/534 S. 14) – nicht zu verfügen, weshalb es Sache der beweis-
belasteten Klägerin gewesen wäre, mit entsprechenden Beweisanträgen dafür zu
sorgen, wie z.B. dem Antrag auf ein Gutachten zur fachkundigen Auswertung
- 37 -
bzw. Bewertung der bei der Beklagten 2 erhobenen (Untersuchungs-)Befunde
und den danach gestellten Diagnosen, die zu den Akten gegeben wurden. Die
Klägerin hat das unterlassen und das fällt zu ihren Lasten aus.
5.3.4 Bei diesem Ergebnis kann offen gelassen werden, ob die Kritik der  2 am angefochtenen Urteil sonst noch zutrifft oder nicht. Immerhin bleibt etwa
anzumerken, dass aus dem 1991 erstellten Arztzeugnis von Dr. T._, dem
Praxiskollegen von Dr. Q._, bei dem die Beklagte 2 seit Mitte 1984 in Be-
handlung stand (vgl. act. 64/10), u.a. hervorgeht, dass die Beklagte es sehr gut
verstand, leichtere Schübe rechtzeitig zu erkennen und durch gewisse Verhal-
tensregeln zu coupieren, ferner dass sie deshalb täglich regelmässig Medikamen-
te einzunehmen hatte bzw. einnahm (vgl. act. 5/3/X). Und: "Was eine Prognose
des weiteren Verlaufs der Krankheit anbelangt, können keine sicheren Aussagen
gemacht werden" (a.a.O.). Der konsiliarisch beigezogene Neurologe Dr. R._
stellte 1996 nach Untersuchungen u.a. auch mit MRI die Diagnose "Enzephalo-
myelitis disseminata" (vgl. act. 64/7), also MS. Diese manifestierte sich gemäss
einem späteren Arztbericht vor allem in zunehmender Müdigkeit und führte zur
Reduktion der Arbeitsfähigkeit (vgl. dazu act. 64/8).
Im Berufungsverfahren hat die Beklagte 2 mit einem als Noveneingabe be-
zeichneten Schriftsatz vom 18. Mai 2018 (act. 516/511 f.) einen Bericht des Neu-
rologen Dr. R._ über eine neurologische Verlaufsuntersuchung vom 13. April
und 3. Mai 2018 (act. 516/512) eingereicht. Es handelt sich dabei um ein Novum,
das gemäss Art. 317 ZPO zulässig ist. Der Klägerin sowie dem Beklagten 1 wur-
de Gelegenheit gegeben, sich dazu zu äussern (vgl. vorn Erw. I/3.2.). Die Noven-
eingabe bzw. der Bericht von Dr. R._ kann daher berücksichtigt werden. Die-
ser Bericht hält an der Diagnose MS fest und verweist u.a. auf unveränderte MRI-
Befunde mit den bekannten Entmarkungsherden (vgl. act. 516/512 S. 2). Letzte-
res bestreitet die Klägerin ebenso wenig wie die Darstellung der Beklagten 2, die-
se Entmarkungsherde seien MS-typisch (vgl. act. 516/511 S. 1 und dazu act.
516/534, dort insbes. S. 4 f.). Demnach bestünden – käme es hier darauf an – je-
denfalls keine unüberwindbaren Zweifel daran, dass die Beklagte 2 an MS leidet.
Allfällige Zweifel an der Behauptung der Beklagten 2, beim Schreiben des
Dr. P._ vom 21. September 1979 an das Strassenverkehrsamt (act. 5/3/R
- 38 -
[Rückseite]) habe es sich um eine Gefälligkeit gehandelt, wie sie auch das Be-
zirksgericht hegte (vgl. act. 496 S. 41), wären damit zugleich entkräftet. Und es
wäre müssig anzumerken, dass sich die Behauptung einer solchen ärztlichen Ge-
fälligkeit, die darauf abzielt, dem Patienten gegenüber Behörden zu helfen, mit
der allgemeinen Lebenserfahrung zu solchen Gefälligkeiten von Ärzten im Ver-
kehr der Patienten mit Behörden, Gerichten (etwa bei Verschiebungsgesuchen)
und Arbeitgebern vor 25 bis 30 Jahren (und auch heute noch) ohnehin deckte.
Diesen Gefälligkeiten ist übrigens eigen, dass sie nie ganz falsch sind (also nicht
einfach unwahr), aber auch nie ganz richtig.
Zu vermerken bleibt noch, dass die von der Beklagten 2 zusammen mit der
(Zweit-)Berufung vorgebrachten Tatsachen, die sich auf Arztberichte aus den Jah-
ren 2016 und 2017 abstützen (vgl. act. 516/498/2 - 3), keine zulässigen Noven
i.S. des Art. 317 ZPO darstellen. Denn diese Berichte und die damit verbundenen
Tatsachenbehauptungen hätten dem Bezirksgericht, das sein Urteil erst im Feb-
ruar 2018 eröffnete, ohne Weiteres noch gestützt auf § 115 Ziff. 3 ZPO/ZH vorge-
tragen bzw. eingereicht werden können. Gründe, welche die Beklagte 2 objektiv
gesehen daran gehindert hätten, sind nicht ersichtlich (vgl. auch act. act. 516/497
S. 13 f. und S. 37): Sie liess sich 2016 untersuchen und liess ebenso 2017 die
Zweitmeinung einholen (dass ihre Hausärztin die Zweitmeinung ohne ihr Wissen
einholte, wird nicht geltend gemacht). Es war der Beklagten 2 daher zuzumuten,
sich um den (rechtzeitigen) Erhalt der Berichte zu kümmern. Gerade in Bezug auf
die Zweitmeinung hatte sie auch allen Anlass dazu, denn diese Zweitmeinung
dient ja dem Beleg ihres Standpunktes – einen einsichtigen anderen Grund für
das Einholen der Zweitmeinung trägt die Beklagte 2 denn auch nicht vor (vgl.
act. 516/497 S. 13 f.). Diese erst mit der Zweitberufung eingereichten Berichte
und die damit verbundenen Tatsachenbehauptungen haben daher hier unberück-
sichtigt zu bleiben.
5.4 Das Bezirksgericht hat – wie vorhin gesehen (vgl. Erw. II/5.3.1) – die  im Wesentlichen zum einen damit begründet, dass die Beklagte 2 den
Vater (Erblasser) nicht über einen Irrtum aufklärte, den L._ bei ihm erweckt
hatte.
- 39 -
5.4.1 Unstrittig war und ist in diesem Zusammenhang, dass L._ mit der  2 bekannt bzw. befreundet war und den Vater (Erblasser) kannte. Weiter
war und ist unstrittig, dass L._ – dessen Schwester an MS erkrankt war – mit
dem Vater um den 20. September 1983 herum ein Gespräch führte, in dem er die
erbrechtliche Besserstellung der Beklagten 2 empfahl (vgl. act. 3 S. 6, S. 18 sowie
act. 55 S. 4 f., dazu act. 36 S. 14 sowie act. 63 S. 5 f.).
Bestritten waren hingegen im bezirksgerichtlichen Verfahren die Behauptun-
gen der Klägerin, L._ habe diesen Besuch auf Veranlassung der Beklagten 2
unternommen, und zwar um dem Vater eine Änderung der letztwilligen Verfügung
aus dem Jahr 1981 zu Gunsten der Beklagten 2 aufzudrängen; L._ habe da-
bei gewusst, dass sich der Gesundheitszustand des Vaters seit Mitte September
1983 bedrohlich verschlechtert habe. Die Beklagte 2 habe dem Vater im Hinblick
auf die Testamentsänderung zudem ein von L._ verfasstes Papier überge-
ben und ein weiteres von L._ verfasstes Papier untergeschoben. Über diese
Behauptungen der Klägerin führte das Bezirksgericht ein Beweisverfahren durch
und auferlegte der Klägerin den Hauptbeweis dafür (vgl. act. 68-A bzw. Vi-Prot. S.
14 f. [Beweisauflage]).
5.4.1.1 Die Beweislastverteilung des Bezirksgerichts ist im Berufungsverfahren unbeanstandet geblieben (und zwar mit Fug). Die Folgen der Beweislosigkeit tref-
fen daher die Klägerin. Bei allen zum Beweis verstellten Behauptungen der Kläge-
rin zur Rolle von L._ handelt es sich – das ist noch anzumerken – um solche,
die dem direkten Beweis zugänglich sind. Es gilt daher das Regelbeweismass
(vgl. vorn Erw. II/5.2.3).
Das Bezirksgericht hat das übergangen und seine Beweismittelwürdigung
unter Verweis auf Ziff. 5.5 seiner Erwägungen in "Berücksichtigung der Beweis-
schwierigkeiten der Parteien" vorgenommen (vgl. act. 496 S. 77/78). In Ziff. 5.5.
ging das Bezirksgericht von einer generellen Beweiserleichterung aus, weil die
streitgegenständlichen Vorgänge vor über 30 Jahren stattgefunden hätten, wes-
halb in den meisten Fällen nur Urkunden hätten vorgelegt werden können (vgl.
a.a.O., S. 32). Darin liegt allerdings – wie vorhin dargelegt (Erw. II/5.2.3) – noch
kein Grund zur Beweiserleichterung; die Beklagte kritisiert das Bezirksgericht des-
wegen wiederholt (vgl. etwa act. 516/497 S. 8 f., S. 54) mit Recht. Anzufügen
- 40 -
bleibt, dass Urkunden immerhin nur schon auf Grund der allgemeinen Lebenser-
fahrung geeigneter sind, vor 30 Jahren Geschehenes zu belegen als z.B. Aussa-
gen von Zeugen 30 Jahre nach dem Geschehenen. Denn bekanntlich nimmt das
Erinnerungsvermögen im Lauf der Zeit ab, nicht hingegen zu, und es vermischen
sich zudem bekanntlich auch Erinnerungen. Von daher sind Unschärfen, Unklar-
heiten und auch Widersprüche in Schilderungen von lange Zurückliegendem (wie
z.B. auch hinsichtlich Jahreszahlen) nichts als natürlich. Sowohl nach der allge-
meinen Lebenserfahrung wie auch nach den Erkenntnissen der Aussagenpsycho-
logie läge daher in einer klaren, scharfen und widerspruchsfreien Schilderung ein
nicht zu übersehender Anhaltspunkt für die Unzuverlässigkeit bzw. Unglaubhaf-
tigkeit einer Aussage (als sog. Bestimmtheits- bzw. Lügensignal). Das gilt es auch
hier in Bezug auf alle Schilderungen der Parteien und von Zeugen zu beachten.
5.4.1.2 Das Bezirksgericht kam zunächst zum Ergebnis, der Klägerin sei der  für ihre Behauptung misslungen, L._ habe von dem sich seit Mitte Sep-
tember 1983 bedrohlich verschlechternden Gesundheitszustand des Vaters ge-
wusst (vgl. act. 496 S. 73 f. [8.6.2]). Dieses Ergebnis wird im Berufungsverfahren
nicht in Frage gestellt (vgl. act. 516/497 S. 42 f., act. 516/534 S. 5 f.).
Ergänzend bleibt festzuhalten, dass die Behauptung der Klägerin zwei Sach-
verhalte benennt, die sich nicht gegenseitig sozusagen bedingen oder irgendwie
obligat zusammen gehören, nämlich zum einen die Tatsachenbehauptung einer
bedrohlichen Verschlechterung des Gesundheitszustandes des Vaters Mitte Sep-
tember 1983 und anderseits die Tatsachenbehauptung des Wissens von L._
dazu. Mit der ersten Tatsachenbehauptung, dem sich verschlechternden Ge-
sundheitszustand des Vaters, befasste sich das Bezirksgericht in seinen Überle-
gungen, die zum Ergebnis führten, der Klägerin sei der Beweis misslungen, nicht
eigens. Es verwies auf das Ergebnis seiner Überlegungen zum klägerischen Vor-
wurf, ohne Betreiben und Beeinflussung der Beklagten 2 hätte der Vater das Tes-
tament vom November 1981 im Herbst 1983 gar nicht ändern können (vgl. act.
496 S. 73 [8.6.2, vor 8.6.2.1]). Diesen Überlegungen hinwieder lassen sich keine
Feststellungen des Bezirksgerichts zu einem sich Mitte September 1983 bedroh-
lich verschlechternden Gesundheitszustand entnehmen. Das Bezirksgericht kam
zum Schluss, der Klägerin sei der Beweis dafür misslungen, der Vater sei ohne
- 41 -
Betreiben und Beeinflussung der Beklagten 2 1983 gar nicht mehr in der Lage
gewesen, sein Testament aus dem Jahre 1981 abzuändern. Und es erachtete es
als erstellt, dass der Vater 1983 gesundheitlich angeschlagen und ab November
1983 pflegebedürftig war (vgl. a.a.O., S. 73; vgl. auch act. 99/24 und 99/25 [bei-
des Beweismittel der Klägerin]). Das wird im Berufungsverfahren nicht in Frage
gestellt (vgl. etwa act. 516/497 S. 38 - 43 und S. 71 f., act. 516/534 S. 5 f., S. 14
f.) und darf daher als erstellt gelten.
Nicht in Frage gestellt wird im Berufungsverfahren ebenso die weitere Fest-
stellung des Bezirksgerichtes, der Vater habe die ihm vorgelegten Papiere und
Urkunden nicht im Detail hinterfragt und sei insoweit bzw. "zumindest" zu einem
gewissen Grad beeinflussbar gewesen (vgl. a.a.O., S. 73 und S. 117). Mit dem
Gesundheitszustand des Vaters hat Letzteres unmittelbar allerdings nichts zu tun.
Das Bezirksgericht weist andernorts der Sache nach ebenfalls darauf hin (vgl.
act. S. 73/74).
5.4.1.3 Kritisiert werden sowohl von der Beklagten 2 als auch von der Klägerin hingegen die Beweiswürdigungen des Bezirksgerichtes zu den weiteren Behaup-
tungen der Klägerin, nämlich erstens der Besuch von L._ sei auf Veranlas-
sung der Beklagten 2 unternommen worden, um dem Vater eine Änderung der
letztwilligen Verfügung aus dem Jahr 1981 zu Gunsten der Beklagten 2 aufzu-
drängen, und zweitens habe die Beklagte 2 im Hinblick auf die Testamentsände-
rung dem Vater ein von L._ verfasstes Papier übergeben bzw. dem Vater ein
weiteres von L._ verfasstes Papier untergeschoben. Dabei legen beide Par-
teien vor allem breit dar, wie die Beweismittel aus ihrer Sicht richtig hätten gewür-
digt werden sollen und stellen dann darauf ab (vgl. act. 516/497 S. 43 ff., S. 72 ff.
sowie act. 516/534 S. 6 ff., S. 15). Damit allein ist allerdings regelmässig noch
nicht dargetan, inwiefern die Würdigung der Beweismittel durch das Bezirksge-
richt falsch sein soll bzw. ist.
Das Bezirksgericht kam zum Ergebnis, der Klägerin sei der Beweis dafür
misslungen, dass der Beklagten 2 eine aktive Rolle bei der Übermittlung der von
L._ verfassten Anleitung – die die Klägerin als Strategiepapier bezeichnet
hatte – zugekommen sei bzw. dass sie Notizen dem Vater untergeschoben hätte
(vgl. act. 496 S. 81 und S. 118). Dieses Ergebnis ist vor dem Hintergrund der Be-
- 42 -
weismittel, die die Klägerin offeriert hat (vgl. act. 98 S. 5 f., S. 7) und die abge-
nommen wurden bzw. werden konnten (vgl. dazu act. 496 S.77, dort Ziff. 8.6.3.9),
durchaus richtig, gerade im Lichte des Regelbeweismasses. Richtig ist ebenfalls
die Feststellung des Bezirksgerichtes, es sei der Nachweis (also der Beweis)
nicht erbracht, dass die Initiative für das Handeln von L._ von der Beklagten
2 ausging (vgl. a.a.O., S. 79) bzw. dass die Beklagte L._ im Sinne eines akti-
ven Tuns regelrecht dazu veranlasst habe, mit dem Vater zu sprechen, um einen
für sie besseren erbrechtlichen Schutz zu erreichen (vgl. a.a.O., S. 118). Der Be-
weis der Klägerin für ihre Behauptung, die Beklagte 2 habe L._ veranlasst,
dem Vater eine Testamentsänderung aufzudrängen, ist bei diesen Ergebnissen
gescheitert.
5.4.1.4 Das Bezirksgericht zog diesen Schluss indessen nicht. Es vermerkte, die Beklagte 2 sei über die Handlungen von L._ im Bilde gewesen und habe die-
se zumindest gebilligt (vgl. a.a.O.). Im Sinne einer – wie gesehen unzulässigen –
Beweiserleichterung nahm es sodann an, L._ habe in Absprache mit der Be-
klagten 2 gehandelt (vgl. a.a.O., S. 82), und erachtete es danach schliesslich als
erstellt, L._ sei von der Beklagten 2 eingespannt worden, weil er davon aus-
gegangen sei, die Beklagte 2 leide tatsächlich an MS (vgl. a.a.O., S. 118). Und
selbst wenn die Beklagte 2 tatsächlich an MS leiden sollte, hätte sie im damaligen
Zeitpunkt aufgrund des milden Verlaufs der Krankheit nicht davon ausgehen dür-
fen, ihre Situation rechtfertige eine erbrechtliche Bevorzugung und der Vater wolle
das aus freien Stücken (a.a.O.).
Diese Argumentation ist – wie die Beklagte 2 richtig vorbringt (vgl.
act. 516/497 S. 72) – logisch und sachlich nicht haltbar. Sie lässt die Folgen der
Beweislosigkeit streckenweise unbeachtet und stützt sich zudem – namentlich in
Bezug auf das Wissen der Beklagten 2 – nicht auf Tatsachenfeststellungen ab,
die sich im Beweisverfahren gesichert ergeben hatten (vgl. auch vorn Erw. II/5.3.3
und II/5.3.4). Was sich unter welchen Umständen rechtfertigt, beschlägt schliess-
lich keine Tatfrage, sondern beinhaltet eine Wertung und damit eine Rechtsfrage.
Wie noch zu zeigen sein wird, kommt den Schlüssen des Bezirksgerichtes aller-
dings keine wesentliche Bedeutung zu, selbst wenn sie als zutreffend erachtet
würden.
- 43 -
5.4.1.5 Als Fazit zum Besuch von L._ kann somit Folgendes festzuhalten. Unstrittig im Berufungsverfahren ist und daher als erstellt zu gelten hat, dass
L._ den Vater um den 20. September 1983 besuchte und ihm dabei die erb-
rechtliche Besserstellung der Beklagten 2 wegen der Erkrankung an MS empfahl.
Dass anderes als die Empfehlung von L._ unmittelbarer Anlass für die letzt-
willige Verfügung des Vaters im November 1983 war, hat keine Partei im bezirks-
gerichtlichen Verfahren behauptet. Es darf das daher als erstellt gelten.
Im Zusammenhang mit dem Besuch von L._ beim Vater hat die Kläge-
rin die Behauptung aufgestellt, der Gesundheitszustand des Vaters habe sich vor
dem Besuch, nämlich Mitte September 1983, bedrohlich verschlechtert; und sie
hat ebenso behauptet, L._ habe darum gewusst. Für beides ist ihr der Be-
weis misslungen. L._ hatte daher keine Kenntnis von einer Verschlechterung
und eine bedrohliche Verschlechterung ist damals auch nicht eingetreten. Miss-
lungen ist der Klägerin ebenso der Beweis für ihre Behauptung, L._ habe
den Besuch auf Veranlassung der Beklagten 2 unternommen, um dem Vater eine
Änderung der letztwilligen Verfügung aus dem Jahr 1981 zu Gunsten der Beklag-
ten 2 aufzudrängen. Die Beklagten 2 veranlasste also L._ nicht, den Vater
aufzusuchen, und auch nicht, dem Vater eine Testamentsänderung aufzudrän-
gen. Dass die Beklagte 2 Kenntnis vom Besuch L._s hatte (vgl. dazu vorn
Erw. II/5.4.1.4), ändert daran nichts.
Misslungen ist der Klägerin schliesslich der Beweis für ihre Behauptungen,
die Beklagte 2 habe dem Vater im Hinblick auf die Testamentsänderung ein von
L._ verfasstes Papier übergeben und ein weiteres von L._ verfasstes
Papier untergeschoben. Beides ist also so nicht geschehen.
5.4.2 Das Bezirksgericht hielt es – worauf schon mehrmals hingewiesen wurde – für gegeben, dass der Besuch von L._ beim Vater eine falsche Vorstellung
über die Erkrankung der Beklagten 2 bewirkt hatte (Irrtum über den Gesundheits-
zustand der Beklagten 2; vgl. act. 496 S. 124 f.). Aufgrund dieses Irrtums sei der
Vater davon ausgegangen, es sei eine erbrechtliche Bevorzugung angezeigt. Die
Beklagte 2 hätte diesen Irrtum durch Aufklärung beseitigen sollen. Insbesondere
hätte sie dahingehend intervenieren müssen, dass eine erbrechtliche Bevorzu-
- 44 -
gung nicht erforderlich war, weil die Erkrankung seit der ersten Diagnose einen
sehr milden Verlauf genommen habe (vgl. a.a.O., S. 124).
Es wurde in Erw. II/5.1.2 bereits dargelegt, dass das arglistige Ausnützen
eines Irrtums des Erblassers, also das Ausnützen einer falschen Vorstellung über
einen Sachverhalt, zur Erbunwürdigkeit führen kann. Die falsche Vorstellung kann
sich dabei, das ist hier noch anzufügen, anders als im Vertragsrecht – nicht zu-
letzt aufgrund der Analogie von Art. 540 Abs. 1 Ziff. 3 zu Art. 469 Abs. 1 ZGB –
auch auf einen künftigen Sachverhalt beziehen (vgl. BREITSCHMID, in: BSK ZGB II,
5. A., Basel 2015, Art. 469 N 12, m.w.H.).
5.4.2.1 Welche Vorstellung des Vaters über den Gesundheitszustand genau falsch war, liess das Bezirksgericht offen, weil es offen gelassen hatte, ob die Be-
klagte 1983 an MS litt. Misslungen ist der Klägerin, welche die Erbunwürdigkeit
der Beklagten 2 geltend macht, allerdings der Beweis für ihre Behauptung, die
Beklagte 2 habe 1983 eine Erkrankung an MS simuliert. Eine Simulation lag
m.a.W. nicht vor.
Als erstellt zu gelten hat demgegenüber, dass die Beklagten 2 seit 1973 da-
mit rechnen musste, an MS erkrankt zu sein (vgl. Erw. II/5.2.4 und 5.2.5; siehe zu-
dem Erw. II/5.3.3 und 5.3.4). Wie gesehen, wurde bereits 1962 bei der Beklagten
2 die Diagnose der Erkrankung an MS gestellt, wovon unbestrittenermassen der
Vater Kenntnis hatte, nicht hingegen die Beklagte 2. Kenntnis von dieser früheren
Diagnose erhielt die Beklagte 2 unbestrittenermassen erst 1973. Nicht vorge-
bracht wurde im bezirksgerichtlichen Verfahren, namentlich nicht von der Klägerin
(vgl. act. 3, act. 55, act. 75 S. 6 - 8, 16 ff.), die Eltern hätten keine Kenntnis von
den Ergebnissen der Untersuchungen erlangt, aufgrund derer die Beklagte damit
rechnen musste, sie sei an MS erkrankt. Und ebenso wenig wurde im bezirksge-
richtlichen Verfahren von der Klägerin behauptet, die Eltern und namentlich der
Vater seien in Unkenntnis über den Gesundheitszustand der Beklagten 2 zwi-
schen 1973 und Sommer 1983 geblieben, hätten insbesondere keine eigenen
Feststellungen zum Verlauf einer Erkrankung an MS treffen können. Das konze-
diert auch die Klägerin (vgl. act. 75 S. 17: "Die angebliche MS-Erkrankung war
den besorgten Eltern schon bestens bekannt"), weshalb das entsprechende Wis-
sen der Eltern bzw. des Vaters seit der ersten Diagnose 1962 und dem weiteren
- 45 -
Verlauf bis 1983 als erstellt gelten darf. Insoweit kann 1983 beim Vater keine fal-
sche Vorstellung zum Gesundheitszustand der Beklagten 2 bestanden haben.
Die falsche Vorstellung bzw. der Irrtum des Vaters kann sich folglich nur auf
die künftige Entwicklung der diagnostizierten (und insoweit allfälligen) Krankheit
beziehen. Das Bezirksgericht schloss denn auch aus der Tatsache, dass der Va-
ter im Jahre 1981 ein Testament verfasst hatte, das keine erbrechtliche Bevorzu-
gung der Beklagten 2 vorsah, implizit darauf, der Vater habe nach dem Besuch
von L._ im September 1983 einen schweren Verlauf der Erkrankung und
damit verbundene hohe Kosten befürchtet oder gar angenommen (vgl. act. 496 S.
121 f. und 123 [Ziff. 12.2.2, 12.2.3 und 12.2.6]). Dieser Schluss ist naheliegend
und überzeugt insoweit. Gesicherte Feststellungen zu dem, was der Vater genau
annahm bzw. befürchtete, liegen indessen nicht vor; die Beklagte 2 weist zu
Recht darauf hin, dass es schon an entsprechenden Behauptungen im bezirksge-
richtlichen Verfahren fehlte (vgl. act. 516/497 S. 75). Ebenso wenig liegen gesi-
cherte Feststellungen dazu vor, ob und inwieweit diese Befürchtungen bzw. An-
nahmen des Vaters zur künftigen Entwicklung der allfälligen Erkrankung im
Herbst 1983 objektiv gesehen falsch bzw. unbegründet waren (vgl. act. 496 S.
121 ff.). Ein Irrtum lässt sich daher stichhaltig nicht annehmen.
5.4.2.2 Aber auch wenn man einen Irrtum ohne Weiteres bejaht, ist der  des Art. 540 Abs. 1 Ziff. 3 ZGB noch nicht erfüllt. Es bedarf zusätzlich der
Arglist. Diese wäre wohl ohne Weiteres gegeben, wenn die Beklagte 2 eine Er-
krankung an MS vorgetäuscht hätte, wie es die Klägerin behauptet hat. Das ist
aber wie gesehen gerade nicht der Fall.
Das Bezirksgericht bejahte die Arglist im Ausnützen des väterlichen Irrtums
durch die Beklagte 2, insbesondere in der unterlassenen Aufklärung des Vaters.
Und es verwies auf den (bisher) sehr milden Verlauf der allfälligen Krankheit seit
der ersten Diagnose, über die sie den Vater hätte orientieren müssen (vgl. a.a.O.,
S. 126). Der (bisherige) Verlauf der allfälligen Erkrankung war dem Vater indes
bekannt, was einen Irrtum darüber ausschliesst.
Bleibt noch die unterlassene Aufklärung, die sich letztlich entweder auf ein
Verschweigen von Tatsachen in Bezug auf die diagnostizierte (allfällige) Erkran-
kung beziehen muss, die im Herbst 1983 der Beklagten 2, nicht aber dem Vater
- 46 -
bekannt waren, oder aber auf Wissen der Beklagten 2 im Herbst 1983 über den
künftigen Verlauf der (allfälligen) Erkrankung. Gesicherte Feststelllungen dazu,
dass die Beklagte 2 im Jahr 1983 über ein Wissen verfügte, das es ihr gestattet
hätte, den künftigen Verlauf der (allfälligen) Erkrankung vorherzusehen, hat das
Bezirksgericht keine getroffen (vgl. vorn Erw. II/5.3.3). Und gesicherte Feststel-
lungen zu einem Wissen der Beklagten 2 im Herbst 1983 über Tatsachen zur (all-
fälligen) Erkrankung, die den Vater dann bewogen hätten, auf eine erbrechtliche
Bevorzugung der Beklagten 2 zu verzichten, wenn er von diesen Kenntnis erlangt
hätte, fehlen ebenfalls.
Ein arglistiges Verhalten der Beklagten 2 gegenüber dem Vater durch Aus-
nützen eines Irrtums, der im Zusammenhang mit dem Besuch von Kurt L._
beim Vater entstanden war, ist somit nicht erstellt. Und es fehlt insofern an den
Voraussetzungen einer Erbunwürdigkeit der Beklagten 2.
5.5 Das Bezirksgericht hat seine Begründung, weshalb die Beklagte 2  sei, nicht nur auf das Ausnützen des Irrtums abgestützt (vgl. vorn Er. 5.3.1
sowie act. 496 S. 125 f.). Gestützt auf den von ihm erstellten Sachverhalt (Unstrit-
tiges und Ergebnisse des Beweisverfahrens; vgl. etwa act. 496 S. 116 ff. [Ziff.
11.1, 11.3.1, 11.3.3 - 5, 11.3.6.1 - 11.3.7]) erkannte es eine Arglist auch darin,
dass erstens Entwürfe für die beurkundete letztwillige Verfügung mehrmals zu-
gunsten der Beklagten 2 abgeändert worden seien und die Beklagte sich auf sol-
che Änderungen eingelassen habe, nachdem sie gemerkt habe, dass der Vater
das mitmachte, bzw. dass sie die Änderungen nicht verhinderte (vgl. a.a.O., S.
126). Zweitens habe sie in Notizen, die als Grundlage für die Entwürfe der letztwil-
ligen Verfügung dienten, eine falsche Darlehenssumme festgehalten sowie fal-
sche Angaben über die Finanzierung ihres Studiums (vgl. a.a.O.).
5.5.1 Was den ersten Teil der bezirksgerichtlichen Überlegungen betrifft, die im Zusammenhang mit dem Ablauf stehen, die zur Ersetzung der letztwilligen Verfü-
gung vom November 1981 durch die Verfügung vom November 1983 stehen, gilt
es in Bezug auf die Umstände (also den entsprechenden Sachverhalt) vorab an-
zumerken, dass die Feststellungen des Bezirksgerichtes, es seien mehrere Ent-
würfe für die beurkundete letztwillige Verfügung des Vaters erstellt und dann stets
- 47 -
zu Gunsten der Beklagten 2 abgeändert worden, im Berufungsverfahren nicht be-
anstandet worden sind (vgl. act. 516/497, S. 79 - 81, act. 516/534 S. 18 f.). Es
bleibt deshalb dabei (vgl. vorn Erw. II/1.2.1).
Unbeanstandet geblieben ist ebenso die Feststellung, dass die Beklagte 2
Notizen angefertigt hat, die als Grundlage für Testamentsentwürfe dienten (vgl.
act. 516/496 S. 118 f. [Ziff. 11.3.6, vor 11.3.6.1] und dazu act. 516/497 S. 72 f.
und act. 516/534 S. 15/16). Es bleibt ebenfalls dabei.
5.5.1.1 Unbeanstandet geblieben sind weiter die Feststellungen des , die Abänderung des väterlichen Testaments vom 5. November 1981 sei
durch den Vater selbst veranlasst und geprägt worden. Insbesondere sei es der
Vater gewesen, der Kontakt mit dem Notar gehabt habe und die entsprechenden
Entwürfe habe ausarbeiten bzw. abändern lassen (vgl. act. 496 S. 116 [Ziff. 11.1]
und dazu act. 516/497 S. 69 f.; act. 516/534 S. 12 - 14). Unbeanstandet geblieben
sind zudem die bezirksgerichtliche Erwägung, entgegen der Klägerin sei der Zu-
stand des Vaters nicht so gewesen, dass er sein Testament ohne Betreiben und
Beeinflussung der Beklagten 2 nicht hätte abändern können, sowie die anschlies-
sende Feststellung, der Vater habe die ihm vorgelegten Urkunden und Papiere
nicht im Detail hinterfragt und sei bis zu einem gewissen Grad beeinflussbar ge-
wesen (vgl. act. 496 S. 117 [Ziff. 11.3.1] und dazu act. 516/497 S. 71 f.,
act. 516/534 S. 14/15 sowie vorn Erw. II/5.4.1.3). Auch das alles hat folglich Be-
stand und gilt als erstellt.
Unbeanstandet geblieben sind auch die bezirksgerichtliche Erwägungen
(vgl. act. 496 S. 118 [Ziff. 11.3.3 - 11.3.5] und dazu act. 516/534 S. 15 sowie
act. 516/497 S. 72 f.), der Klägerin seien die Beweise für folgende Behauptungen
misslungen, die sie zur Begründung der Erbunwürdigkeit angeführt hatte, nämlich
- es habe die Beklagte 2 den Vater, um diesen zu beeinflussen, zur Schweizeri-
schen Treuhandgesellschaft gebracht,
- es habe die Beklagte 2 dem Vater anstelle der ZKB J._ als Willensvoll-
strecker vorgeschlagen,
- es habe die Beklagte 2 die Beurkundungszeugen aufgeboten, um dadurch die
Testamentsänderung zu beeinflussen,
- 48 -
- die Beurkundungszeugen hätten der Beurkundung nicht folgen können und die
Verfügungsfähigkeit des Vaters "gefälligkeitshalber" bestätigt.
Ebenso das alles hat somit hier Bestand. Und es gilt daher als erstellt, dass die
Beklagte 2 weder den Vater zur Schweizerischen Treuhandgesellschaft brachte,
um ihn zu beeinflussen, noch dass sie dem Vater anstelle der ZKB J._ als
Willensvollstrecker vorschlug, noch dass sie Beurkundungszeugen aufbot, um die
Testamentsänderung zu beeinflussen. Und ebenso als erstellt zu gelten hat, dass
die Beurkundungszeugen der Beurkundung folgen konnten und die Verfügungs-
fähigkeit des Vaters unbeeinflusst bestätigten.
5.5.1.2 Die in hier Erw. 5.5.1 dargelegten erstellten Sachverhalte zeigen zum , dass die Beklagte 2 den Vater in Bezug auf den Inhalt der letztwilligen Ver-
fügung vom November 1983 beeinflusste: Sie strebte in offensichtlich erkennbarer
Art die in ihrem Interesse liegende Bevorzugung gegenüber den Geschwistern
durch Erbeneinsetzung gemäss lit. B Ziff. 2 der letztwilligen Verfügung (vgl. Erw.
I/1.1.2) an. Anhaltspunkte dafür, dass die Beklagte 2 das erkennbare Interesse
daran, ihren Erbanteil im Umfang der frei verfügbaren Quote zu Lasten der Erban-
teile der Geschwister erhöhen zu lassen, dem Vater gegenüber irgendwie ver-
heimlicht oder gar verschwiegen hätte, lassen sich indessen in den erstellten
Sachverhalten keine finden. Auch anderweitig lassen sich im angefochtenen Urteil
keine – wenigstens im Ansatz – verlässliche Stützen dafür finden.
Die hier in Erw. 5.5.1 dargelegten erstellten Sachverhalte belegen zum an-
dern, dass der Vater den Ersatz des Testamentes aus dem Jahre 1981 von sich
aus anstrebte und dabei um die erbrechtliche Begünstigung der Beklagten 2 ge-
genüber den anderen Kinder wusste und diese wollte. An stichhaltigen Hinweisen
dafür, dass das schliesslich vom Vater letztwillig Verfügte hinsichtlich der Erban-
teile der Beklagten 2 sowie ihrer Geschwister seinem Willen nicht entsprach, so-
wie dafür, dass der Vater die erbrechtliche Begünstigung der Beklagten 2 nicht
erkannte, fehlt es denn auch. Und es ist von daher fast müssig zu vermerken,
dass es sich bei dieser Begünstigung gerade nicht um ein Detail handelte.
Worüber die Beklagte 2 den Vater unter den hier gegebenen Umständen
(also unabhängig vom bereits in Erw. II/5.4.2. 1 - 5.4.5.2 Dargelegten) hätte auf-
klären können oder gar müssen (vgl. aber act. 496 S. 125), bleibt unergründlich.
- 49 -
Ebenso findet sich unter den hier gegebenen Umständen keine Grundlage für ei-
ne Arglist, Täuschung oder Drohung der Beklagten 2 gegenüber dem Vater i.S.
des Art. 540 Abs. 1 Ziff. 3 ZGB.
5.5.2 Der zweite Teil der vorhin dargestellten Argumentation des , weshalb eine Erbunwürdigkeit der Beklagten 2 vorliege (vgl. vorn Erw. II/.5.5,
vor 5.5.1), besteht darin, dass die Beklagte 2 in Notizen, die als Grundlage für die
Entwürfe der letztwilligen Verfügung gedient hätten, eine falsche Darlehenssum-
me festgehalten sowie falsche Angaben über die Finanzierung ihres Studiums
angebracht habe.
5.5.2.1 Was letzteres betrifft, so hat der Vater in seiner letztwilligen Verfügung die von ihm aufgewendeten Erziehungs- und Ausbildungskosten insgesamt von der
Ausgleichungspflicht ausgenommen. Darin liegt ein Grundsatzentscheid, wie er
bekanntermassen immer wieder getroffen wird, also etwas durchaus Übliches, zu
dem anwaltlich oder von Notaren regelmässig dann geraten wird, wenn die Eltern
den Kindern in etwa die gleiche Ausbildung ermöglichten. Dem angefochtenen Ur-
teil kann keine Feststellung dazu entnommen werden, dass diese durchaus übli-
che grundsätzliche Anordnung dem Willen des Vaters gerade nicht entsprach und
ihm von der Beklagten 2 suggeriert oder gar aufgedrängt worden war. Aus dem
bezirksgerichtlichen Urteil ergibt sich ebenso wenig ein stichhaltiger Anhaltspunkt
dafür, dass die für Beklagte 2 aufgewendeten Erziehungs- und Ausbildungskosten
für den Vater Anlass waren, die Erziehungs- und Ausbildungskosten aller Kinder
von der Ausgleichspflicht zu befreien (vgl. act. 496, insbesondere S. 112 - 114
[Ziff. 10.3] und S. 119 f, S. 124 - 126]). Die Klägerin macht daher im Berufungs-
verfahren richtigerweise nicht geltend, es habe sich anders verhalten und das Be-
zirksgericht habe entsprechende Parteibehauptungen ihrerseits übersehen (vgl.
act. 516/534, dort insbes. S. 12, S. 16, act. 495, insbes. S. 7 f.). Demnach darf als
erstellt gelten, dass es dem Willen des Vaters entsprach, aus grundsätzlichen
Überlegungen die Erziehungs- und Ausbildungskosten aller Kinder von der Aus-
gleichspflicht zu befreien.
Selbst wenn die Feststellung in Bstb. C lit. c der letztwilligen Verfügung des
Vaters vom 14. November 1983 zu den Ausbildungskosten der Beklagten 2 falsch
- 50 -
wäre, weil sie – gewissermassen als Detail – ungeprüft aus von der Beklagten 2
bewusst falsch erstellten Notizen übernommen worden war, könnte darin per se
noch kein arglistiges (täuschendes, Irrtum ausnützendes) und gegen den Vater
als Erblasser gerichtetes Verhalten der Beklagten 2 gesehen werden, bzw. eine
besonders schwer wiegende Erbschleicherei (vgl. dazu vorn Erw. II/5.1.2 - 5.1.3).
Daher kann hier offen gelassen werden, wie es sich mit der Richtigkeit der Noti-
zen tatsächlich verhält, die auch in Ziff. 11.3.6.3 sowie 11.3.7 des angefochtenen
Urteils thematisiert wird, wer den Inhalt der Notizen tatsächlich zu vertreten hat
und dafür besorgt war, dass er Eingang in die letztwillige Verfügung fand. Und es
erübrigt sich folglich ebenfalls, an dieser Stelle auf die Beanstandungen der Be-
klagten 2 an den Erwägungen des Bezirksgerichts einzugehen (vgl. etwa act.
516/497 S. 68 f.), die dieses im hier erörterten Zusammenhang angestellt hat (vgl.
act. 496 S. 112 ff. [Ziff. 10.3]).
5.5.2.2 Die Klägerin hat zur Begründung der Erbunwürdigkeit der Beklagten 2 im bezirksgerichtlichen Verfahren ebenfalls behauptet, die Beklagte 2 haben neben
unbestrittenen Darlehen von insgesamt Fr. 45'000.- weitere Darlehen von rund
Fr. 78'000.- erhalten. Unbestrittenermassen habe sie davon lediglich insgesamt
Fr. 16'000.- im September 1982 zurückbezahlt (vgl. act. 3 S. 4 f.). Es resultiere
daher noch eine Darlehensschuld gegenüber den Eltern von Fr. 107'000.-
(vgl. act. 56 S. 1), was die Beklagte 2 in den Erbteilungen der beiden Nachlässe
hartnäckig verschwiegen habe (vgl. act. 3 S. 5).
Diese Behauptungen der Klägerin, welche das Bezirksgericht seinem Be-
weissatz 18 zu Grund legte (vgl. act. 86-A), zeigen allerdings kein Verhalten der
Beklagten 2 im Zusammenhang mit der Errichtung der letztwilligen Verfügung
vom 14. November 1983 auf, das sich – wie es Art. 540 Abs. 1 Ziff. 3 ZGB ver-
langt (vgl. vorn Erw. II/5.1.2) – gegen den Vater gerichtet hat, sei es in Form von
Zwang, Drohung oder Arglist (insbesondere Täuschung des Vaters oder Ausnüt-
zen eines väterlichen Irrtums). Sie beinhalten vielmehr den Vorwurf an die Be-
klagte 2, sie habe sich bei der Erbteilung unredlich gegenüber den Miterben ver-
halten. Das begründet indessen keine Erbunwürdigkeit, sondern beschlägt Fra-
gen, die im Zusammenhang mit der Feststellung des Nachlasse bzw. der Erbtei-
lung zu klären sind. Das scheint das Bezirksgericht übersehen zu haben (vgl.
- 51 -
act. 496 S. 125 f.). Die Beklagte 2 rügt das Vorgehen des Bezirksgerichtes inso-
weit zu Recht (vgl. act. 516/497 S. 76 f.). Auf ihre diversen Beanstandungen im
Zusammenhang mit der bezirksgerichtlichen Beweiswürdigung (vgl. a.a.O.,
S. 57 ff., S. 73) muss daher hier nicht näher eingegangen werden.
Bei diesem Ergebnis erübrigt es sich eigentlich noch anzumerken, dass die
Klägerin im bezirksgerichtlichen Verfahren nicht behauptet hat, die Darlehens-
schuld der Beklagten 2 gegenüber den Eltern habe irgendwie Eingang in die
letztwillige Verfügung des Vaters gefunden, sei es ausdrücklich oder dem Sinn
nach. Im Berufungsverfahren macht sie nicht geltend (vgl. act. 516/534 und
act. 495), das Bezirksgericht habe eine entsprechende Behauptung ihrerseits un-
berücksichtigt gelassen. Dabei bleibt es.
In Bstb. C seiner letztwilligen Verfügung hat der Vater – um selbst das zu
erwähnen – die Kinder zwar von jeder gegenseitigen Ausgleichungspflicht ge-
mäss Art. 626 Abs. 2 ZGB befreit. Befreit sind damit allerdings nur Zuwendungen
zur Ausstattung eines Kindes, Vermögensabtretungen sowie Zuwendungen aus
Schulderlass und ähnlichem. Nicht unter eine Befreiung gemäss Art. 626 Abs. 2
ZGB fallen deshalb Gelder, die aufgrund eines Darlehensvertrages von den Eltern
geborgt wurden. Geborgte Gelder sind Aktiven des Nachlasses und zurückzuzah-
len (vgl. Art. 312 OR), und sind sie am Todestag noch nicht zurückbezahlt, gilt die
Anrechnungspflicht, und zwar selbst dann, wenn die Rückzahlungsforderung ver-
jährt ist (FORNI/PIATTI, in: BSK ZGB II, 5. A., Basel 2015, Art. 626 N15, mit Ver-
weis auf BGE 70 II 21, 23). Die Schulden aus Darlehen hat der Vater in seiner
letztwilligen Verfügung der Beklagten 2 gerade nicht erlassen. Anhaltspunkte für
eine Erbschleicherei (vgl. Erw. II/5.1.3) ergeben sich daher im Zusammenhang
mit den Darlehen nicht.
5.6 Auch sonst ergibt sich im Berufungsverfahren nichts, was eine  der Beklagten 2 i.S. des Art. 540 Abs. 1 ZGB zu begründen vermöchte. Das
Bezirksgericht hat daher in Dispositivziffer 1 seines Urteils zu Unrecht darauf er-
kannt. In diesem Punkt ist die Zweitberufung gutzuheissen und das angefochtene
Urteil ersatzlos aufzuheben.
- 52 -
6. Das Bezirksgericht widmete sich in seinem Urteil nach der Prüfung der Frage der Erbunwürdigkeit der Nachlassfeststellung und dabei vorab u.a. der Feststel-
lung des ehelichen Vermögens (vgl. act. 496 S. 127 ff.). Wie schon erwähnt (vgl.
Erw. I/2.2) hatte es zuvor ebenfalls über die strittigen Sachdarstellungen der Par-
teien dazu ein Beweisverfahren durchgeführt.
Im Berufungsverfahren enthielt sich der Beklagte 1 Anträgen und Stellung-
nahmen zum bezirksgerichtlichen Urteil. Die Klägerin dagegen befasste sich mit
dem Urteil in ihrer (Erst-)Berufung (act. 495) im Wesentlichen ab S. 4, die Beklag-
te 2 mit ihrer (Zweit-)Berufung (act. 516/497) im Wesentlichen ab S. 82 sowie auf
S. 57 - 82. Und es befassten sich diese zwei Parteien damit ebenso in ihren Beru-
fungsantworten (vgl. act. 516/534 S. 19 und act. 511 S. 4 ff.). Die Vorbringen der
beiden Parteien in diesen Rechtsschriften werden nachfolgend im jeweiligen
Sachzusammenhang berücksichtigt, auch dann und dort, wenn und wo das nicht
ausdrücklich vermerkt ist.
6.1 Das Bezirksgericht hielt zunächst im Wesentlichen fest, es sei unbestritten, dass das eheliche Vermögen per 5. August 1986 Fr. 980'069.79 betragen hatte.
In diesem Betrag sei auch die Liegenschaft an der H._-strasse ... in I._
enthalten gewesen, die im November 2001 zu einem Preis von Fr. 1'320'000.-
verkauft wurde. Das eheliche Vermögen sei nach Darstellung der Klägerin in
act. 102 S. 2 unbestrittenermassen auf Fr. 1'500'069.79 angewachsen, was die
Beklagte 2 nicht bestritten habe (vgl. act. 496 S. 127 [Ziff. 13.1]).
Beide Parteien beanstanden diese bezirksgerichtlichen Feststellung, die sich
auf ihre Vorbringen in den Rechtsschriften des bezirksgerichtlichen Verfahrens
stützt (vgl. insbesondere act. 102 S. 2 [Replik der Klägerin]), im Berufungsverfah-
ren insoweit nicht näher (vgl. act. 516/497 S. 81 f. und act. 495 S. 5 f.) und es
bleibt daher dabei (vgl. Erw. II/1.2.1).
6.2 Zwischen den Parteien waren im bezirksgerichtlichen Verfahren verschiedene Vermögenswerte bzw. lebzeitige Zuwendungen strittig, deren Zurechnung zum
ehelichen Vermögen bzw. Nachlass verlangt wurde. Das Bezirksgericht hat sich
vorab mit diesen bzw. deren Bestand befasst (vgl. act. 496 S. 128 - 136), bevor
es die güterrechtliche Auseinandersetzung vornahm und dann den Nachlass be-
- 53 -
stimmte. Im Wesentlichen geht es (1) um Vermögenswerte, von denen die Kläge-
rin behauptet hatte, die Beklagte 2 habe diese aus dem Safe des Vaters behän-
digt bzw. sonst bezogen (dazu nachstehend Erw. 6.4). Es geht weiter (2) um
Fr. 5'000.- und um Fr. 10'000.-, die der Vater der Beklagten 2 im Dezember 1983
und Mai 1984 überwiesen hatte bzw. Schenkungen in dieser Höhe (dazu nach-
stehend Erw. 6.6), sowie (3) um die Darlehen, welche die Beklagte 2 von den El-
tern erhalten hatte (dazu nachstehend Erw. 6.5).
6.3 Die Klägerin hat beim Bezirksgericht mit dem Rechtsbegehren 1 (vgl. act. 3 S. 2) einen Schadenersatzanspruch gegenüber der Beklagte 2 geltend gemacht,
und zwar wegen Verzögerung der Teilung. Wie das Bezirksgericht in seinem Ur-
teil richtig vermerkte (act. 496 S. 136), stellte sich die Klägerin in der Replik auf
den Standpunkt, der Nachlass könne erst dann geteilt werden, wenn "das Ergeb-
nis der Schadenersatzklage zum Nachlass des Vaters" hinzugerechnet werde
(act. 102, dort S. 4). Daher ist vorab der Schadenersatzfrage nachzugehen.
Mit ihrer (Erst-)Berufung rügte die Klägerin, dass das Bezirksgericht ihre Kla-
ge hinsichtlich des Rechtsbegehrens Ziff. 1 in der Dispositivziffer 5 des Urteils
vom 7. Dezember 2017 abgewiesen hat (vgl. act. 495 S. 1). Obwohl sie keinen
ausdrücklichen Antrag stellte, wie und in welchem Punkt das angefochtene Urteil
aufzuheben und durch die Berufungsinstanz zu ändern sei (vgl. dazu vorn Erw.
II/1.2.2), folgt aus der Begründung der Berufung (a.a.O., S. 1 f.) unübersehbar,
dass die Klägerin die Auffassung des Bezirksgerichts für falsch hält und wegen –
ihrer Auffassung nach unheilbarer – Verfahrensmängeln die Rückweisung der
Sache in diesem Punkt an das Bezirksgericht will. Insoweit (vgl. aber auch nach-
stehend Erw. II/6.3.3) hat die Klägerin mit der Berufung einen für Laien grundsätz-
lich hinreichenden sinngemässen Antrag gestellt.
Die Bemerkung zum (bloss) sinngemässen Antrag der Klägerin gibt Anlass
zum Hinweis, dass Analoges für die gesamte Berufung der Klägerin gilt (vgl.
act. 495) – es fehlt durchwegs an formellen Anträgen, weshalb stets aus der Be-
gründung herauszulesen ist (vgl. Erw. II/1.2.2), was die Klägerin mit ihrer Beru-
fung im Wesentlichen erreichen will. Die Berufung orientiert sich zudem nicht am
Urteilsdispositiv des Bezirksgerichtes, sondern an den Rechtsbegehren der Klage
(vgl. act. 3).
- 54 -
6.3.1 Das Bezirksgericht liess die Frage offen, ob die von der Klägerin geltend gemachten Schadenersatzansprüche vor der Teilung zuzurechnen sind. Denn es
erachtete diese Schadenersatzansprüche als nicht hinreichend substanziert und
wies die Klage daher in diesem Punkt ab – die Beklagte 2 hält das übrigens für
richtig (vgl. act. 511 S. 2 f.).
Mit der Begründung der Klageabweisung in Bezug auf den Schadenersatz
befasste sich das Bezirksgericht auf den S. 145 ff. seines Urteils. Es verwies vor-
ab darauf, dass die Klägerin den Ersatzanspruch gegenüber der Beklagten 2 auf
Art. 41 OR abstützte und geltend machte, die Beklagte 2 habe durch widerrechtli-
che Verzögerung der Teilung Schaden verursacht. Die Beklagte 2 habe die ge-
mäss Art. 607 Abs. 3 und Art. 610 Abs. 2 ZGB obliegende Auskunftspflicht ver-
letzt und damit widerrechtlich gehandelt (vgl. act. 496 S. 145). Es legte danach
acht Positionen dar, unter denen die Klägerin in ihren Rechtsschriften (act. 3
S. 15 f. und act. 102 S. 36) sowie in der Verhandlung vom 29. März 2011 (Vi-Prot.
S. 208 f.) Schadenersatz beansprucht hatte (vgl. act. 496 S. 145). Anschliessend
wandte sich das Bezirksgericht den rechtlichen Grundlagen zu, unter denen die
Schadenersatzansprüche zu beurteilen sind (vgl. a.a.O., S, 145 f.) und wies dabei
u.a. darauf hin, dass es dem Geschädigten obliegt, den erlittenen Schaden sub-
stanziert gemäss Art. 42 Abs. 1 OR in Bestand und Höhe zu behaupten; soweit
das einem Geschädigten nicht möglich oder unzumutbar sei, habe er wenigstens
alle Umstände zu behaupten, die für den Eintritt des Schadens sprächen und des-
sen Abschätzung gestützt auf Art. 42 Abs. 2 OR erleichterten. Eine Schadensfor-
derung in beliebiger Höhe ohne Angaben könne somit nicht unter Hinweis auf
Art. 42 Abs. 2 OR dem Gericht zur Schätzung vorgelegt werden.
Daran anschliessend ging das Bezirksgericht auf die einzelnen Schadenspo-
sitionen ein (vgl. a.a.O., S. 146 ff. [Ziff. 23.3.1 - 8]) und legte im Einzelnen dar,
weshalb diese – entgegen der Auffassung der Klägerin in act. 427 S. 22 (vgl.
act. 496 S. 146 [Ziff. 23.3]) – unsubstanziert geblieben waren, sofern es sich über-
haupt um Schadensposten handelt, die unter dem Titel von Art. 41 f. OR zu erset-
zen sind (dazu a.a.O., Ziff. 23.3.3).
6.3.2 Die Klägerin beanstandet mit ihrer Berufung die Abweisung der Klage und verlangt die Rückweisung der Sache in diesem Punkt an das Bezirksgericht (vgl.
- 55 -
act. 495 S. 1 - 4). Die bezirksgerichtlichen Überlegungen zu den grundlegenden
rechtlichen Voraussetzungen der Schadenersatzforderung sowie zur Behaup-
tungslast, die der gesetzlichen Beweislastverteilung in Art. 42 Abs. 1 OR folgt,
stellt die Klägerin dabei nicht in Frage. Diese Überlegungen sind denn auch zu-
treffend, weshalb auf sie verwiesen werden kann.
Die Klägerin befasst sich in ihrer Berufung ebenfalls nicht mit den detaillier-
ten Erwägungen des Bezirksgerichts, weshalb sie ihre Schadenersatzklage nicht
hinreichend substanziert habe (vgl. act. 496 S. 146 ff.). Unter Wiederholung des
von ihr bereits in der Replik Vorgetragenen macht sie vorab geltend, sie habe den
Schaden substanziert (vgl. act. 495 S. 2 [unten] bis S. 4). Damit setzt sie sich in-
des mit dem angefochtenen Urteil auch nicht in einer bei Laien zu erwartenden
Weise auseinander und es bleibt ihre Berufung insoweit unbegründet (vgl. vorn
Erw. II/1.2.1).
Die Klägerin rügt sodann die Verletzung ihres rechtlichen Gehörs, weil das
Bezirksgericht dann, wenn es das von ihr in der Replik Vorgetragene für unzu-
reichend erachtet hätte, den Mangel aufgrund seiner richterlichen Fragepflicht
hätte heilen müssen, und zwar durch Befragung der Beklagten 2 (vgl. a.a.O.,
S. 4). Die Klägerin übergeht damit, dass es nicht Sache der Beklagten 2 war, die
Klage der Klägerin in Bezug auf den Schaden so zu substanzieren, wie es das
Bezirksgericht als notwendig erachtet hat, also gewissermassen für die Klägerin
im Einzelnen zu begründen, welcher Schaden der Klägerin entstanden sei bzw.
dass und weshalb die Klägerin nicht in der Lage sei, die zur Begründung des
Schadenersatzanspruches bzw. einer Schadensschätzung notwendigen Umstän-
de zum Schaden darzulegen. Die Beklagte 2 weist zu Recht darauf hin (vgl.
act. 511 S. 3). Und die Klägerin übergeht mit ihrer Rüge der Gehörsverletzung
ebenso, dass ihr in der Verhandlung vom 29. März 2011, die u.a. der Ausübung
der gerichtlichen Fragepflicht gedient hatte (vgl. Vi-Prot. S. 196), die Möglichkeit
gegeben wurde, ihre Klage hinsichtlich des Schadens zu substanzieren (vgl.
a.a.O., S. 208 ff.). Kam sie dem nicht hinreichend nach, so hat sie das selbst zu
vertreten (was die Beklagte 2 auch zutreffend vermerkt). Eine Gehörsverletzung
ist nicht auszumachen. Und es erübrigt sich von daher an sich der Hinweis, dass
- 56 -
die Klage gemäss den von der Klägerin nicht weiter angefochtenen Erwägungen
des Bezirksgerichts zum Schaden in der Tat nicht hinreichend substanziert war.
Die Klägerin macht weiter geltend, die Beklagte 2 habe ihre Schadenersatz-
pflicht gar nicht bestritten, sie habe nur bestritten, die Teilung des väterlichen
Nachlasses durch Verletzung der Auskunftspflicht widerrechtlich verzögert zu ha-
ben. Letzteres sei eine rechtserhebliche Vorfrage für die Substanzierung des
Schadenersatzes und darüber hätte ein Beweisverfahren geführt werden müssen,
unabhängig davon, ob die Klägerin den Schaden substanziert habe. Das Bezirks-
gericht habe das unterlassen und daher ihr – der Klägerin – rechtliches Gehör
verletzt (vgl. a.a.O., S. 2). Auch diese Beanstandung ist unbegründet, und zwar
nur schon deshalb, weil ein Schadenersatz nur dann zugesprochen wird, wenn
der Schaden zuvor hinreichend substanziert wurde. Ist das nicht der Fall, braucht
es ganz offensichtlich kein Beweisverfahren dazu, ob und inwieweit allenfalls eine
der weiteren Voraussetzung für das Entstehen eines Ersatzanspruchs erfüllt ist:
Ersatz könnte mangels hinreichend behaupteten Schadens gleichwohl nicht zu-
gesprochen werden.
Die Behauptung der Klägerin, die Beklagte 2 habe ihre Schadenersatzpflicht
nicht bestritten, ist zudem sachlich unzutreffend. Die von der Klägerin in der Beru-
fungsschrift selbst wiedergegebene Bestreitung der Beklagten 2 auf S. 19 von
act. 36 (dort zu Ziff. 44) lässt sich im Kontext, in dem die Bestreitung steht (vgl.
act. 3, dort Ziff. 44 auf den S. 14 - 16), nicht anders als Bestreitung der von der
Klägerin unter "Rechtliches" geltend gemachten Schadenersatzpflicht verstehen,
zumal wiederholt auch auf das (rechtliche) Ungenügen klägerischer Behauptun-
gen (nämlich nicht bzw. nicht näher substanziert) hingewiesen wird. Daraus den
Schluss zu ziehen, die Beklagte habe damit nicht bestritten, sie sei "gemäss
Art. 41 OR haftbar" (vgl. act. 3 S. 14, a.E. des ersten Satzes von Ziff. 44) bzw.
grundsätzlich schadenersatzpflichtig, erscheint daher doch recht seltsam bzw. ei-
genwillig – begründet ist dieser Schluss damit aber nicht.
6.3.3 Die Berufung der Klägerin gegen die Abweisung ihrer Klage hinsichtlich des geltend gemachten Schadenersatzes erweist sich somit insgesamt als unbegrün-
det. Sie ist daher abzuweisen.
- 57 -
Bei diesem Ergebnis kann letztlich offen gelassen werden, ob die Berufung
der Klägerin in diesem Punkt mit dem blossen Rückweisungsantrag, also ohne
wenigstens sinngemässen Antrag zur Sache, den Anforderungen an eine Beru-
fung genügt (vgl. dazu vorn Erw. II/1.2.2). Denn genügte sie diesen Anforderun-
gen nicht – wovon an sich auszugehen ist –, wäre ihr ebenfalls kein Erfolg be-
schieden.
6.4 - 6.4.1 Zur Bestimmung des ehelichen Vermögens, das Grundlage der  Auseinandersetzung und danach für die Bestimmung des Nachlasses
ist, prüfte das Bezirksgericht in den Erwägungen unter Ziff. 15 seines Urteils (vgl.
act. 496 S. 131 - 134) die Behauptungen der Klägerin, die Beklagte 2 habe aus
dem väterlichen Safe bei der ZKB die sich darin befindenden Vermögenswerte
behändigt, bevor der Inhalt des Safes habe inventarisiert werden können. Es ging
laut Klägerin um grössere Mengen an "Privatgeld" auch in Form von Inhaberspar-
heften und anderen Wertschriften (vgl. act. 102 S. 31 [vor "Zu 36 Abs. 3"]). Das
Bezirksgericht hat zutreffend darauf hingewiesen und ebenso richtig erkannt, dass
die Beklagte 2 diese Behauptungen bestritten hat (vgl. act. 496 S. 132).
Nach einlässlichen Erwägungen und der Schilderung seines Vorgehens
(u.a. mit persönlicher Befragung der Beklagten 2 vor der Beweismittelbezeich-
nung durch die Klägerin) kam das Bezirksgericht zum Ergebnis, aufgrund des
Beweisverfahrens habe nicht erstellt werden können, dass die Beklagte 2 – wie
von der Klägerin behauptet – aus dem Safe des Vaters Inhaberwertpapiere und
andere Wertschiften behändigt habe (vgl. a.a.O., S. 133). Und es hielt der Sache
nach dafür, Weiteres erübrige sich deshalb (vgl. a.a.O., S. 133 f.).
Die Klägerin greift in ihrer Berufung diese Thematik nicht unmittelbar auf.
Immerhin ist sie mit der güterrechtlichen Teilung, wie sie das Bezirksgericht vor-
genommen hat, offenkundig nicht einverstanden (vgl. auch sinngemässer An-
trag 2). Mit den eben angesprochenen Erwägungen des Bezirksgerichtes setzt
sich die Klägerin in ihrer Berufungsschrift allerdings nicht näher auseinander. Sie
legt unter dem Titel "Feststellung der güterrechtlichen Teilungsmasse" im We-
sentlichen dar, wie gestützt auf die Beilage 7 zu ihrer Klageschrift (act. 3) nach ih-
rer Auffassung die "güterrechtliche Teilungsmasse (=Vorschlag)" zu berechnen
ist, und vermerkt, diese Beilage 7 haben in Analogie zur Beilage 9 zu act. 3 als
- 58 -
Grundlage für die güterrechtliche Auseinandersetzung und die Erbteilung zu gel-
ten (vgl. act. 495 S. 5). Dabei führt sie Positionen (wie Goldmünzen und Obligati-
onen sowie ein Anlageheft der ZKB) auf. Massgeblich für die Beurteilung einer
Klage ist in Verfahren wie diesem, das von der Verhandlungsmaxime erfasst ist,
indes das, was in der Klageschrift bzw. den Parteivorträgen der klagenden Partei
dargelegt wird. Damit haben sich die Gegenpartei sowie das Gericht zu befassen.
Auf die vom Bezirksgericht geprüften Positionen nimmt die Klagebegründung in
act. 3 im Zusammenhang mit der Beilage 7 allerdings keinen erkennbaren nähe-
ren Bezug: Sie werden gar nicht aufgeführt (vgl. act. 3 S. 16 f.). Ein sachlicher
bzw. inhaltlicher Bezug zu den bezirksgerichtlichen Erwägungen unter Ziff. 15 des
angefochtenen Urteils zum gescheiterten Beweis der Klägerin lässt sich daher
aus den Ausführungen der Klägerin in der Berufungsschrift im Zusammenhang
mit der Beilage 7 zu act. 3 nicht herstellen. Ein solcher ergibt sich ebenfalls nicht
aus den weiteren Ausführungen der Klägerin auf S. 5 ihrer Berufungsschrift sowie
aus den übrigen Ausführungen in act. 495, dort insbes. auf S. 7- 9. Es fehlt daher
offenkundig an hinreichenden Beanstandungen der bezirksgerichtlichen Erwä-
gungen, wie sie auch von Laien erwartet werden dürfen (vgl. vorn Erw. II/1.2.1).
Das führt zu einem entsprechenden Nichteintreten auf die Berufung der Klägerin.
Anlass für eine Anrechnung von Werten, die aus dem Safe behändigt worden sein
sollen, besteht daher keiner.
Selbst wenn auf die Berufung der Klägerin einzutreten wäre, erwiese sie
sich aus den eben genannten Gründen in diesem Punkt als offensichtlich unbe-
gründet und wäre deshalb abzuweisen.
6.4.2 Ebenfalls im Zusammenhang mit der Bestimmung des ehelichen  bzw. des väterlichen Nachlasses prüfte das Bezirksgericht in den Erwägun-
gen unter Ziff. 16 seines Urteils (vgl. act. 496 S. 134 f.) die Behauptungen der Klä-
gerin, die Beklagte 2 habe weitere Vermögenswerte verschwiegen, die sie vom
Vater bzw. den Erblassern bezogen habe, namentlich "Schwarzgeld", aber auch
"Schmuck, Hausrat etc." (vgl. act. 102 S. 3, siehe auch a.a.O., S. 38). Richtig hat
das Bezirksgericht wiederum erkannt, dass die Beklagte 2 diese Darstellung der
Klägerin bestritten hatte, u.a. mit dem Hinweis mangelnder Substanzierung (vgl.
act. 496 S. 134).
- 59 -
Das Bezirksgericht legte in der Folge – wiederum einlässlich – dar, dass und
warum die Klägerin nach seiner Auffassung ihre Behauptung nicht so hinreichend
substanziert hatte, obwohl ihr dazu Gelegenheit gegeben worden war (vgl. a.a.O.,
S. 134 f.). Und es kam zum Ergebnis, auch insoweit seien keine weiteren Vermö-
genswerte dem Nachlass zuzurechnen (vgl. a.a.O., S. 135).
Mit den Erwägungen unter Ziff. 16 des angefochtenen Urteils setzt sich die
Klägerin in ihrer Berufung ebenfalls nicht näher auseinander (vgl. act. 495, dort
insbes. S. 5 und S. 7 - 9; zu den Ausführungen auf S. 5 von act. 495 kann im Üb-
rigen ergänzend auf das eben in Erw. II/6.4.1 Dargelegte verwiesen werden). Die
Klägerin zeigt m.a.W. auch nicht in einer von Laien zu erwartenden Weise auf
(vgl. Erw. 1.2.1), was an den bezirksgerichtlichen Erwägungen falsch sein soll.
Und es wäre das – käme es darauf noch an – auch nicht ersichtlich. Auf die Beru-
fung der Klägerin ist daher auch in diesem Punkt nicht einzutreten. Und es gibt
nichts Bezogenes, das anzurechnen wäre.
Selbst wenn auf die Berufung der Klägerin in diesem Punkt einzutreten wä-
re, erwiese sie sich aus den eben genannten Gründen als offensichtlich unbe-
gründet und wäre deshalb abzuweisen.
6.5 - 6.5.1 Die Ehegatten E._F._ lebten im Zeitpunkt des Todes des Ehemannes unter dem Güterstand der Güterverbindung, die das Vermögen bei-
der Ehegatten (Frauen- und Mannesgut) zum ehelichen Vermögen zusammen-
fasste – aber ohne Sondergut (vgl. dazu TUOR/SCHNYDER, Das Schweizerische
ZGB, 10. A. Zürich 1986, S. 234 f.) –, und bei getrenntem Eigentum unter die Ver-
waltung und Nutzung des Ehemannes stellte. Das Bestandteil des ehelichen Ver-
mögens bildende Frauengut erfasste im Wesentlichen das eingebrachte Gut so-
wie Ersatzforderungen gegenüber dem Ehemann aus Sondergut und eingebrach-
tem Gut; das Bestandteil des ehelichen Vermögens bildende Mannesgut erfasst
ebenfalls das eingebrachte Gut und allfällige Ersatzforderungen und darüber hin-
aus die gesamte sog. Errungenschaft. Mit Begriff der Errungenschaft wird alles
während der Ehe Neuerworbene – ausser Sondergut – verstanden (vgl. TU-
OR/SCHNYDER, a.a.O., S. 237 und S. 239). Im Zweifel stehen Vermögenswerte des
ehelichen Vermögens im Eigentum des Mannes, weil der aArt. 196 Abs. 1 ZGB
den Beweis für die Behauptung, ein Vermögenswert sei Frauengut, demjenigen
- 60 -
auferlegte, der sie aufstellte (vgl. TUOR/SCHNYDER, a.a.O., S, 239, ferner LEMP, in:
Berner Kommentar zu den 159 - 251 ZGB, Bern 1963, S. 369, S. 371 f.). Unter
diesen Prämissen sind auch die Rechtsgeschäfte zu betrachten, welche Werte
des ehelichen Vermögens betreffen und von Ehegatten im Verlauf ihrer Ehe mit
ihren Nachkommen abgeschlossen wurden.
Zwischen der Klägerin und der Beklagten 2 ist strittig, ob und in welchem
Umfang die Beklagte 2 als Borgerin mit den Eltern als Darleihern Darlehensver-
träge abgeschlossen hat. Weder die Klägerin noch die Beklagte 2 behaupteten
indessen im bezirksgerichtlichen Verfahren – soweit ersichtlich –, die Darlehens-
summen oder Teile davon seien aus Frauengut bzw. gar aus Sondergut der Ehe-
frau erbracht worden bzw. zu Gunsten dieser zwei Güter der Ehefrau geschuldet.
Von daher ist es grundsätzlich nicht zu beanstanden, dass das Bezirksgericht die
Darlehensfrage im Zusammenhang mit der Klärung güterrechtlicher Fragen und
der Feststellung des Nachlasses ausschliesslich des Ehemannes behandelte (vgl.
dazu act. 496 S. 131 [Ziff. 14.6]).
6.5.2 Unstrittig ist, dass die Beklagte 2 mit ihrem Vater einen Vertrag i.S.v. Art. 312 OR über ein Darlehen in der Höhe von Fr. 25'000.- und mit der Mutter ei-
nen ebensolchen Vertrag über ein Darlehen in der Höhe von Fr. 20'000.- abge-
schlossen hat (vgl. act. 36 S. 5 sowie act. 37/2 - 3). Beide Verträge datieren vom
20. August 1982, sehen eine jährliche Verzinsung per Empfangstag (15. August)
vor, erstmals per 15. August 1983 und berechtigen die Borgerin zur jederzeitigen
auch bloss teilweisen Rückzahlung der Darlehensschuld. Sie sehen zudem vor,
dass die (noch offene) Schuld nach dem Ableben des Gläubigers mit dem Erbteil
der Beklagten 2 zu verrechnen sei.
6.5.2.1 Die Klägerin hatte im bezirksgerichtlichen Verfahren im Wesentlichen  gemacht, die Beklagte 2 haben von den Eltern neben den zwei Darlehen
vom Sommer 1982 in der Höhe von Fr. 45'000.- weitere Darlehen erhalten (vgl.
act. 3 S. 4 f. und act. 102 S. 21). Die Fr. 45'000.- seien ihr vor dem 20. Au-
gust 1982 übergeben worden; der Vater habe die entsprechenden Gelder aus
seinem Kleiderkasten und dem Safe bei der ZKB genommen (vgl. act. 102 S.
24/25). Über ein weiteres Darlehen in der Höhe von Fr. 54'000.- sei es im August
- 61 -
bzw. September 1982 zu Auseinandersetzungen mit den Eltern gekommen (vgl.
act. 3 S. 4, act. 102 S. 14). Die weiteren Darlehen hätten sich schliesslich auf
Fr. 78'000.- belaufen, die der Vater am 6. und 7.September 1982 bzw. zwischen
dem 6. und 10. September 1982 ab eigenen Bankkonten sowie Konten der Mutter
abdisponiert habe (act. 3 S. 4, act. 102 S. 25). Die endgültigen Darlehensverträge
(also über die Darlehenssumme von total Fr. 45'000.- und über die weitere Tran-
che von insgesamt Fr. 78'000.-) seien erst anfangs September 1982 ausgehan-
delt worden, eine Frau U._ habe zugehört, und frühestens Mitte Septem-
ber 1982 unterzeichnet worden, mit Sicherheit nicht am 20. August 1982, sondern
nachdem die Beklagte 2 den Eltern je Fr. 8'000.- am 14. bzw. 16. Septem-
ber 1982 zurückbezahlt habe (vgl. act. 102 S. 23 f. und S. 25). Diese Verträge
seien nicht identisch mit den bei den Akten liegenden Verträgen (a.a.O., S. 25).
Daraus habe ein Darlehensbetrag von insgesamt Fr. 107'000.- resultiert (act. 3 S.
5, act. 56 S. 12).
Die Beklagte 2 bestritt diese Darstellung durchwegs (vgl. act. 36 S. 8 - 12
und act. 168, dort insbes. S. 3 f., S. 17 f.). Dabei hielt sie u.a. fest, sie sei nur die
am 20. August 1982 abgeschlossenen Verträge eingegangen und sie habe das
Darlehen aus dem Vertrag mit dem Vater nie zurückbezahlt (vgl. act. 36 S. 5).
6.5.2.2 Das Bezirksgericht hat über die strittigen Fragen Beweisverfahren  und dabei mehrere Beweisbeschlüsse erlassen, in denen es der Klägerin
den Hauptbeweis für ihre Sachdarstellung auferlegte. Der Grossteil dieser Sach-
darstellung war Gegenstand der Beweissätze im Beweisauflagebeschluss vom
3. Oktober 2012 (namentlich der Beweissätze 1 - 4 sowie 12 - 14; vgl. act. 255
S. 11 ff.). Der Beweisabnahmebeschluss dazu erging am 10. November 2014
(vgl. act. 366, dort insbes. S. 3 - 5 [zu den Beweissätzen 1 - 4], S. 8 - 10 [zu den
Beweissätzen 12 - 14]); bereits zuvor war die Beklagte 2 gemäss § 149 Abs. 1
ZPO/ZH persönlich befragt worden. Eine Ergänzung dieses Beschlusses in den
Ziffern 1.5 (Beweissatz 5), 1.9 (Beweissatz 9) und 1.11 (Beweissatz 11) mit dem
Protokoll vom 19. Februar 1996 des Verfahrens EU960009 erfolgte am 19. März
2015 (vgl. act. 409).
Eine Behauptung der Klägerin wurde indes schon zuvor thematisiert, und
zwar im Rahmen des auf die Frage der Erbunwürdigkeit beschränkten Verfah-
- 62 -
rensteils (vgl. vorn Erw. I/2.2 und II/5.5.2.2). Dabei wurde aufgrund von Beweis-
satz 18 des Beschlusses vom 13. April 2010 (vgl. act. 86-A) Beweis erhoben über
die klägerische Behauptung, die Beklagte 2 habe von ihren Eltern nebst den Dar-
lehen von Fr. 45'000.- weitere Darlehen in der Höhe von Fr. 78'000.- erhalten,
was nach Abzug der Rückzahlungen von zwei Mal Fr. 8'000.- einen Darlehensbe-
trag von Fr. 107'000.- ergeben habe. Die Beweismittelabnahme erfolgte dabei
anhand aller zu diesem Beweissatz offerierten Beweismittel (vgl. act. 112). Die
Beklagte 2 offerierte keine Beweismittel zum Gegenbeweis (vgl. act. 100). Die
Klägerin die in act. 98 S. 13 f. aufgeführten Beweismittel, darunter an Urkunden,
namentlich die act. 99/42 - 54 sowie die persönliche Befragung der Beklagten 2.
Auf die Beweisaussage der Beklagten 2 verzichtete die Klägerin später (vgl.
act. 171), weshalb diese unterblieb. Ebenso verzichtete sie auf die Befragung des
Zeugen V._ (vgl. Vi-Prot. S. 170), der zum Beweissatz 18 indes nicht angeru-
fen worden war, sowie später im Zusammenhang mit den weiteren Behauptungen
zum Abschluss der Darlehensverträge, auf die Einvernahme weiterer Zeugen, da-
runter B._ (vgl. act. 496 Ziff. 1.97). Die Zeugen W._ und AA._ be-
riefen sich auf ihr Zeugnisverweigerungsrecht und wurden nicht einvernommen
(vgl. act. 496 Ziff. 1.37 f., 1.96). Zu den Akten genommen wurde die von der Klä-
gerin zusammen mit ihrem Verzicht auf die Einvernahme des Zeugen B._
eingereichte Kopie von Protokollseiten (act. 417) aus einem Verfahren vor dem
Bezirksgericht Zürich, an dem die Klägerin und die Beklagte 2 auf der einen Seite
beteiligt waren sowie der Bruder dieser zwei Parteien auf der anderen Seite (vgl.
dazu auch act. 496 Ziff. 1.97 sowie act. 378/2 S. 1).
Das Bezirksgericht nahm unter dem Titel "Zur Höhe der von den Erblassern
der Beklagten 2 gewährten Darlehen" eine Würdigung der Beweismittel zu Be-
weissatz 18 und weiterem vor (vgl. act. 496 S. 96 - 111) und gelangte dabei zum
Ergebnis, die Beklagte 2 habe von den Erblassern insgesamt Fr. 123'000.- erhal-
ten, davon zwei Mal Fr. 8'000.- zurückbezahlt, woraus eine offene Darlehens-
summe von Fr. 107'000.- resultiere. Dieser Betrag setze sich zusammen aus den
(insoweit unbestrittenen) Fr. 45'000.- aus zwei Darlehensverträgen (act. 37/2 - 3),
ferner aus unbestrittenermassen am 8./10. September 1982 überwiesenen
Fr. 49'000.- sowie aus weiteren Fr. 29'000.-, die am 7. September 1982 auf dem
- 63 -
Konto der Beklagten 2 bei der AKB eingegangen seien und zu deren Herkunft die
Beklagte 2 Widersprüchliches ausgesagt habe, nachdem die Erblasser am
6. September 1982 eben diesen Betrag bezogen hätten (vgl. a.a.O., S. 107 f. und
S. 111).
Im Anschluss daran erwog das Bezirksgericht (vgl. a.a.O., S. 111), die Be-
klagte habe an die Mutter Fr. 5'000.- zurückbezahlt, ferner Fr. 300.- Darlehens-
zins. Der Ausstand gegenüber den Erblassern betrage daher noch Fr. 102'000.-.
Unbestritten sei ebenso die Rückzahlung weiterer Fr. 10'000.- bzw. Fr. 5'000.-
gegen Ende Dezember 1983 sowie im April 1984. Diese Beträge seien der Be-
klagten 2 unmittelbar danach zurückbezahlt worden. Der Beklagten 2 sei der Be-
weis dafür misslungen, dass es sich bei diesen Rückzahlungen um Schenkungen
der Erblasser gehandelt habe. Dementsprechend habe sich ihr Ausstand nicht um
diesen Betrag verringert.
Dieses Ergebnis unterlegte das Bezirksgericht danach seinen Überlegungen
zur Höhe und Teilung des Nachlasses (vgl. act. 496 S. 128 [Ziff. 14.1]). Auf die
Prüfung der in diesem Zusammenhang strittigen übrigen Sachverhalte, die Ge-
genstand von Beweissätzen im Beschluss vom 3. Oktober 2012 waren, verzichte-
te es (vgl. a.a.O., S. 129). Das Bezirksgericht ging zudem davon aus, auch für die
weiteren Darlehen, zu denen keine schriftlichen Verträge bestünden bzw. hätten
eingereicht werden können, gölten die selben Konditionen wie in den zwei Darle-
hensverträgen über insgesamt Fr. 45'000.- (vgl. a.a.O., S. 130).
6.5.2.3 Die Klägerin beanstandet mit ihrer Berufung (act. 495) das angefochtene Urteil in diesem Punkt nicht (vgl. a.a.O., insbes. S. 5 und S. 7). In der Antwort auf
die Berufung der Beklagten 2 hält sie das Urteil in diesem Punkt für zutreffend
(vgl. act. 516/534, dort insbes. S. 10 - 12, S. 19). Anders die Beklagte 2, welche
die bezirksgerichtliche Beweiswürdigung unter diversen Punkten beanstandet
(vgl. act. 516/497, dort etwa S. 57 - 64, S. 73, S. 82 ff.). Gerügt wird der Sache
nach u.a. etwa, dass das Bezirksgericht eine Zahlung der Darlehensvaluta von
Fr. 45'000.- vor oder am 20. August 1982 angenommen habe, ohne dass sich
dies in den Bankauszügen widerspiegle (vgl. a.a.O., S. 58, 59), Behauptungen
der Parteien und fehlende Behauptungen der Klägerin unrichtig bzw. gar nicht be-
rücksichtigt worden seien (vgl. etwa a.a.O., S. 60 f. und S. 84), über den Bestand
- 64 -
der Darlehen im Zusammenhang mit der Frage der Erbunwürdigkeit gar kein Be-
weisverfahren durchgeführt worden sei und der voll beweisbelasteten Klägerin der
Beweis dazu nicht einmal im Ansatz gelungen sei; für den Abschluss weiterer
Darlehensverträge gebe es nicht einmal Indizien (vgl. a.a.O., S. 73) und die von
der Beklagten 2 offerierten Gegenbeweismittel seien unberücksichtigt geblieben
(vgl. a.a.O., S. 82).
6.5.3 Unter "Darlehen" ist eine Summe Geldes (oder Menge an vertretbaren ) zu verstehen, die aufgrund eines Vertrages i.S. des Art. 1 OR (sog. Darle-
hensvertrag) vom Darleiher dem Borger auf Zeit zu Eigentum überlassen wird
zwecks (freier) Verwendung. Mit dem Ablauf der Vertragsdauer ist der Borger
verpflichtet, eine gleiche Summe bzw. die gleiche Menge an vertretbaren Sachen
zurückzugeben (vgl. Art. 312 OR; siehe ferner, statt vieler, HIGI, in: ZK, Die Leihe
– Art. 305 - 318 OR, 3. A., Zürich 2003, N 9 und N 20 - 22 zu Art. 312, SCHÄ-
RER/MAURENBRECHER in: BSK OR I, 6. A., Basel 2015, Art. 312 N 1). Die Überlas-
sung des Darlehens (sog. Darlehensvaluta) zur Verwendung durch den Borger
kann gegen eine Gegenleistung des Borgers erfolgen, also entgeltlich bzw. sog.
verzinslich sein, oder aber unentgeltlich bzw. unverzinslich. Die sog. Verzinsung
ist daher nicht vertragswesentlich (vgl. HIGI, a.a.O., N 10 zu Art. 312, SCHÄ-
RER/MAURENBRECHER, a.a.O.) und von den Vertragsparteien zusätzlich zu verein-
baren (Art. 313 Abs. 1 OR), ausser eine der zwei Vertragsparteien bewegte sich
im sog. kaufmännischen Verkehr (Art. 313 Abs. 2 OR; vgl. dazu HIGI, a.a.O., N 12
zu Art. 313 m.w.H.). Letzteres trifft bei den Verträgen zwischen den Eltern und der
Beklagten 2, wie sie hier in Frage stehen, nicht zu.
Die Beweislast sowie die entsprechende Behauptungslast für Forderungen
aus Darlehensverträgen (und damit auch für den Abschluss solcher Verträge und
deren entsprechenden Inhalt) trifft gemäss Art. 8 ZGB den sog. Vertragskläger.
Geht es um die Forderung auf Rückerstattung des Darlehens, trifft die entspre-
chende Beweislast den Darleiher, der auch die vorgängige Übergabe zu bewei-
sen hat (vgl. BGE 144 III 91 E. 5.1.1, 83 II 210, ferner HIGI, a.a.O., N 127 f. zu
Art. 312, SCHÄRER/MAURENBRECHER, a.a.O., Art. 312 N 11b). Analoges gilt in Be-
zug auf Zinsforderungen: zu behaupten und – soweit bestritten – zu beweisen hat
der Vertragskläger daher insbesondere auch die Abrede der Entgeltlichkeit sowie
- 65 -
der Zinshöhe (vgl. etwa HIGI, a.a.O., N 131 zu Art. 312). Die Klägerin behauptet
die Verpflichtung der Beklagten 2 auf Rückerstattung von Darlehensvaluta, be-
hauptet (schriftliche) Vertragsschlüsse (vgl. Erw. II/6.5.2.1) und macht Zinsan-
sprüche geltend. Es trifft sie daher nicht nur die entsprechende Beweislast, was
das Bezirksgericht richtig erkannt hat, sondern ebenso die entsprechende Last
vorgängiger Sachverhaltsbehauptung (Behauptungslast). Es gilt zudem grund-
sätzlich das Regelbeweismass des sog. vollen bzw. strikten Beweises (vgl. BGE
83 II 210, HIGI, a.a.O., N 135 zu Art. 312; siehe zudem vorn Erw. II/5.2.3). Die Be-
klagte 2 hat – wie eben gesehen – zu Recht darauf hingewiesen. Vertragsschluss,
Vertragsinhalt, Übergabe und Rückerstattungsumfang sind im Übrigen Sachver-
halte, die dem direkten Beweis zugänglich sind. Von daher besteht kein Raum für
Beweiserleichterungen, worauf bereits in anderem Zusammenhang hingewiesen
wurde.
6.5.4 Die Klägerin hat – wie schon mehrfach erwähnt – behauptet, die als act. 37/2 -3 bei den Akten liegenden Darlehensverträge seien nicht die einzigen
gewesen, die die Beklagte 2 mit den Eltern abgeschlossen habe. Die weiteren
Verträge – über Darlehen von Fr. 78'000.- – seien erst anfangs September 1982
ausgehandelt worden, wobei es Streit gegeben habe – Frau U._ habe zuge-
hört. Die Verträge selbst seien noch später im September 1982 unterzeichnet
worden, und zwar – folgt man den Behauptungen der Klägerin (vgl. act. 3 S. 4,
act. 102 S. 21, S. 25) – erst nach der Überweisung der Fr. 78'000.- am 6. und
7. bzw. 10. September 1982 durch den Vater ab Konten der Eltern.
6.5.4.1 Das Bezirksgericht hat sich im Zusammenhang mit der Prüfung der Frage der Erbunwürdigkeit im Beweissatz 18 auf das Thema beschränkt, ob die Beklag-
te 2 bis zum 4. November 1983 von ihren Eltern weitere Fr. 78'000.- als Darlehen
erhalten hat oder nicht. Das hat die Klägerin indes so nicht behauptet, was die
Beklagte 2 zu Recht beanstandet (vgl. act. 516/497 S. 60 f.). Das gleiche Thema,
nämlich der Erhalt von Fr. 78'000.-, indes ohne zeitliche Präzisierung, ist Gegen-
stand der Beweisabnahmeanordnungen im Beschluss vom 10. November 2014
(dort Beweissatz 1). Mit den Behauptungen zum Abschluss der gemäss Klägerin
"weiteren" Darlehensverträge befassen sich Abnahmeanordnungen zu den Be-
- 66 -
weissätzen 12 ff. Diese liess das Bezirksgericht ungeprüft, was – wie eben ver-
merkt – nicht angeht. Zu prüfen sind diese Behauptungen zu den weiteren Verträ-
gen vorab.
Die Abnahmeanordnungen des Bezirksgerichtes im Beschluss vom 10. No-
vember 2014 (act. 366), ergänzt durch act. 409, wurden im Berufungsverfahren
von der Klägerin nicht beanstandet. Die Beklagte 2 macht geltend, das Bezirksge-
richt habe die Abnahme der von ihr in der Beweisantretungsschrift vom 9. Januar
2013 unter Verweis auf act. 168 offerierten Beweismittel nicht angeordnet (vgl.
act. 516/497 S. 82). Bei dieser Beweisantretungsschrift der Beklagten 2 handelt
es sich um act. 267 (und nicht um act. 207, wie auf S. 82 von act. 516/497 ange-
merkt). Darin hat sie – nach Reklamationen über das Vorgehen des Bezirksge-
richts – ab S. 2 Beweismittel zu den Beweissätzen gemäss den Beweisauflage-
beschlüssen vom 3. Oktober 2012 und 1. Oktober 2013 jeweils mit dem Vermerk
"Zu Ziff." genannt (vgl. act. 267) und die Abnahme der so bezeichneten Beweis-
mittel auch angeordnet (vgl. act. 366 S. 3 ff.). Nicht abgenommen wurden einzig
Verweise auf den S. 3 und 4 der Beweisantretungsschrift (act. 267) auf Ausfüh-
rungen auf den S. 3, 5, 9, 15, 16, 17/18 in der Duplik (act. 168), und zwar mir
Recht: Auf keiner dieser Seiten in act. 168 wird ein Beweismittel offeriert, hinge-
gen wird der Standpunkt der Beklagten 2 dargelegt; die Darstellung des eigenen
Standpunkts in einer Duplik hinwieder ist kein Beweismittel. Abgesehen davon
hätte auch die ausdrückliche Offerte von Urkunden usw. als Beweismittel in der
Duplik nach den Regeln der ZPO/ZH (vgl. insbes. § 137, 1. Satz, ZPO/ZH) nicht
zur gehörigen Beweismittelbezeichnung getaugt, was der schon damals anwalt-
lich vertretenen Beklagten 2 bekannt sein musste.
Die Parteien haben auch zum Ergebnis dieser Beweiserhebungen im be-
zirksgerichtlichen Verfahren Stellung nehmen können (vgl. act. 427 - 429).
6.5.4.2 Die Klägerin hat ihre Behauptung, die weiteren Darlehensverträge seien erst anfangs September 1982 ausgehandelt worden, mit der weiteren Behauptung
gestützt, es habe (anfangs September) Streit zwischen den Eltern und der Be-
klagten 2 über ein Darlehen in der Höhe von Fr. 54'000.- gegeben und Frau
U._ habe bei der Aushandlung der endgültigen Verträge zugehört. Das war
Thema des Beweissatzes 12 und des Beweissatzes 14. Zu Beweissatz 14 wur-
- 67 -
den keine Beweismittel offeriert und abgenommen (vgl. act. 366 S. 9). Die Be-
hauptung der Klägerin, Frau U._ habe bei der Aushandlung der Verträge zu-
gehört, ist damit unbewiesen geblieben.
Zum Beweissatz 12 wurden als Beweismittel das Zeugnis von B._ so-
wie die Seiten 127 und 188 f. des Protokolls des früheren Prozesses (act. 417)
abgenommen (vgl. act. 366 S. 8 f.). Auf das Zeugnis von B._ hat die Kläge-
rin verzichtet. Die S. 188 f. von act. 417 enthalten Aussagen von B._ als
Zeuge (vgl. a.a.O., S. 185) im früheren Verfahren. Diese geben keine eigenen
Wahrnehmungen des damaligen Zeugen zum Thema wieder, sondern verweisen
auf Hörensagen (Frau U._ habe berichtet). Aus S. 127 von act. 417, der
Aussage von Frau U._, ergibt sich nichts zum Thema und es finden sich dort
auch keine Aussagen dazu, dass sie B._ berichtet hat. Dessen Hörensagen
ist damit unbelegt. Und es gilt das ebenso für die Behauptung der Klägerin. Diese
ist unbewiesen.
Als Zwischenergebnis bleibt somit festzuhalten, dass die Behauptungen der
Klägerin zum Aushandeln der endgültigen Verträge anfangs September 1982 und
weitere Darlehen und ein Streit dabei über ein Darlehen in der Höhe von
Fr. 54'000.- unbewiesen geblieben sind. Daher gab es beides so nicht und es hat
das – als Folge der Beweislosigkeit – entsprechend als erstellt zu gelten.
6.5.4.3 In Beweissatz 13 hat das Bezirksgericht die Behauptung der Klägerin , die endgültigen Darlehensverträge über weitere Darlehen im Umfang
von Fr. 78'000.- seien erst Mitte September 1982 unterzeichnet worden. Als Be-
weismittel dazu wurde die Abnahme des Zeugnisses von B._ angeordnet
(vgl. act. 366 S. 9). Die Klägerin hat – wie schon mehrfach erwähnt – danach auf
dieses Beweismittel verzichtet. Abgenommen wurde weiter S. 127 von act. 417.
Es handelt sich um die eben erwähnte Zeugeneinvernahme von Frau U._.
Diese Aussage befasst sich auch mit dem hier interessierenden Thema nicht. Es
lässt sich daraus folglich nichts herleiten. Angeordnet wurde schliesslich die Editi-
on dieser Verträge durch die Beklagte. Diese hat – im Einklang mit ihrer Sachdar-
stellung, die act. 37/2 - 3 seien die einzigen Verträge – keine weiteren Verträge
ediert. Das Bezirksgericht hat das der Beklagte 2 nicht gemäss § 148 Abs. 2
ZPO/ZH zum Nachteil ausgelegt, sondern festgehalten, es seien keine weiteren
- 68 -
schriftlichen Verträge bei den Akten (vgl. act. 496 S. 130). Im Berufungsverfahren
wurde das von der Klägerin nicht beanstandet (vgl. act. 495, insbes. S. 5 - 7 und
act. 516/534, dort insbes. 10 - 12, S. 19).
Es liegen somit keine Beweismittel vor, aus denen sich etwas für die Be-
hauptung der Klägerin herleiten liesse. Diese ist somit unbewiesen geblieben und
es gilt – Folge der Beweislosigkeit – als erstellt, dass Mitte September 1982 keine
Verträge zwischen den Eltern und der Beklagten 2 über weitere Darlehen in der
Höhe von Fr. 78'000.- unterzeichnet wurden. Und es ist im Ergebnis der Beweis-
erhebungen die Sachdarstellung der Klägerin zur Aushandlung und Unterzeich-
nung von weiteren Darlehensverträgen im Nachgang zu den Verträgen vom
20. August 1982 über Fr. 78'000.- unbewiesen geblieben. Folge der Beweislosig-
keit ist, dass sich Entsprechendes nicht ereignet hat.
6.5.5 Wie schon bemerkt, thematisiert der Beweissatz 18 des  vom 13. April 2010 bereits erhaltene Darlehen von Fr. 45'000.- und als
Grund für den Erhalt von weiteren Fr. 78'000.- Darlehen bis am 4. Novem-
ber 1983. Erwähnt wurde vorhin, dass die Klägerin geltend gemacht hatte, die
Darlehen über Fr. 78'000.- seien der Beklagten 2 zwischen dem 6. und 10. Sep-
tember 1982 ausbezahlt worden. Soweit sich der Beweissatz 18 gemäss Be-
schluss vom 13. April 2010 auf anfangs September ausgehandelte und nicht vor
Mitte September 1982 unterzeichnete weitere Darlehensverträge bezieht, ist das
nach dem eben Dargelegten falsch. Das schadet allerdings nichts, weil der im
zweiten Abschnitt des Beweisverfahrens formulierte Beweissatz 1, zu dem im Be-
schluss vom 10. November 2014 ebenfalls Beweise abgenommen wurden (vgl.
act. 366 S. 3), nur den Erhalt von Darlehen thematisiert. Die Auszahlung der Dar-
lehen gemäss den Verträgen vom 20. August 1982 thematisieren ebenfalls die
Beweissätze 3 und 4, zu denen gemäss Beschluss vom 10. November 2014
ebenfalls Beweise abgenommen wurden. Diese zwei Beweissätze folgen zudem
– anders als der frühere Beweissatz 18 – den Behauptungen der Klägerin im be-
zirksgerichtlichen Verfahren. Auf die in den Beweissätzen 3 und 4 umschriebene
Thematik ist hier zunächst einzugehen; auf das Thema des Erhalts von weiteren
Fr. 78'000.- erst danach.
- 69 -
6.5.5.1 Die Klägerin hat behauptet, die Darlehenssumme von Fr. 45'000.-, die Gegenstand der zwei Darlehensverträge vom 20. August 1982 (act. 37/2 - 3) war,
sei der Beklagten 2 am 15. bzw. vor dem 20. August 1982 ausbezahlt worden
(Beweissatz 3), und zwar mit Geldern, die der Vater dem Kleiderschrank sowie
dem Safe bei der ZKB entnommen habe (Beweissatz 4).
Zu beiden Beweissätzen wurden vom Bezirksgericht am 10. November 2014
als Beweismittel der Klägerin die Verträge selbst (act. 37/2 -3) abgenommen, fer-
ner act. 37/6 sowie die persönliche Befragung der Beklagten 2 gemäss Vi-Prot.
S. 229 - 233. Zu Beweissatz 4 wurde zusätzlich die persönliche Befragung der
Beklagten 2 auf S. 279 des Vi-Prot. abgenommen (vgl. act. 366 S. 4 - 5). Auf die
Einvernahme von B._ hat die Klägerin – wie schon erwähnt – verzichtet,
weshalb das Bezirksgericht auf die Abnahme dieses Beweismittels, die am 10.
November 2014 noch vorgesehen war, in der Folge verzichtete.
6.5.5.2 Thema des Beweissatzes 4 war die klägerische Behauptung, die  von insgesamt Fr. 45'000.- gemäss den Verträgen vom 20. Au-
gust 1982 stamme aus dem Kleiderschrank des Vaters und aus einem Safe des
Vaters bei der ZKB. Aus den act. 37/2 - 3 (den Darlehensverträgen) ergibt sich
nichts dazu, insbesondere nichts darüber, dass der Vater erhebliche Summen im
Kleiderschrank und/oder in einem Safe aufbewahrte. Nichts dazu folgt ebenfalls
aus act. 37/6. Und es ergibt sich dazu ebenfalls nichts aus der persönlichen Be-
fragung der Beklagten 2 (Vi-Prot. S. 229 - 233 und 279). Die Beklagte 2 wies be-
reits in ihrer Stellungnahme zum Beweisergebnis darauf hin (vgl. act. 429 S. 10).
Die Klägerin räumte in ihrer Stellungnahme zum Beweisergebnis ein, dass
ihre Beweismittel keine Abhebungen von Bankkonten des Vaters oder der Mutter
belegen. Sie schloss damals daraus, es sei ihr deshalb der Beweis dafür gelun-
gen, dass die Fr. 45'000.- aus dem Kleiderschrank und dem Safe des Vaters bei
der ZKB stammten (vgl. act. 427 S. 9). Das greift indes nachgerade offensichtlich
zu kurz, und zwar nur schon deshalb, weil die fehlenden Abhebungen nicht ein-
mal ein Indiz dafür sind, dass der Vater erhebliche Summen im Kleiderschrank
aufbewahrte sowie in einem Safe bei der ZKB. Der Klägerin obliegt – wie vorhin
erwähnt – der volle Beweis für ihre Sachdarstellung, und dieser ist ihr in Bezug
- 70 -
auf den Beweissatz 4 nicht im Ansatz gelungen. Demnach hat sich – Folge der
Beweislosigkeit – der von ihre behauptete Sachverhalt nicht verwirklicht.
6.5.5.3 Thema des Beweissatzes 3 war die Behauptung, die Beklagte 2 habe die insgesamt Fr. 45'000.- gemäss den Darlehensverträgen vom 20. August 1982 be-
reits am 15. bzw. vor dem 20. August 1982 von den Eltern erhalten. Das Bezirks-
gericht hat sich in seinem Urteil damit nicht befasst, weil es der Auffassung war,
im Zusammenhang mit der Prüfung der Frage der Erbunwürdigkeit und der Be-
weismittel zu Beweissatz 18 des Beweisauflagebeschlusses vom 13. April 2010
sei dieses Thema bereits behandelt worden (vgl. act. 496 S. 128 f.). Das ist aller-
dings insoweit falsch, als der Beweissatz 18 gemäss Beschluss vom 13. Ap-
ril 2010 den Zeitpunkt, in dem die Beklagte 2 die Darlehenssumme von
Fr. 45'000.- erhalten hat, gar nicht thematisierte. Darauf wurde vorhin schon ver-
wiesen. Dass die Beklagte die Summe erhalten hat, war im Übrigen stets unbe-
stritten.
Aus der persönlichen Befragung der Beklagten 2 ergibt sich nichts hinsicht-
lich des von der Klägerin behaupteten Zeitpunktes. Es folgt dergleichen auch
nicht aus act. 37/6. Bleiben noch die Verträge gemäss act. 37/2 - 3.
Das Bezirksgericht ging gestützt auf den Wortlaut der Verträge (act. 37/2 - 3)
davon aus, es könne sich nicht anders verhalten haben als von der Klägerin be-
hauptet (vgl. act. 496 S. 98 ff., insbes. S. 99). Im Wesentlichen hielt es fest, auch
juristisch nicht geschulte Parteien, die einen Darlehensvertrag unterzeichneten,
wüssten um die Bedeutung einer Klausel, wonach mit der Unterzeichnung bestä-
tigt werde, einen bestimmten Betrag bereits erhalten zu haben. Das gelte auch
dann, wenn Darlehensverträge – wie die Beklagte 2 geltend machte (vgl. act. 36
S. 8) – von einer Vorlage übernommen worden seien. Zudem spreche die Tatsa-
che, dass der Darleiher das Darlehen schriftlich verurkundet haben wolle, nicht
dagegen, dass die Valuta bereits zuvor übergeben worden sei. Dergleichen sei
insbesondere im Freundes- oder Familienkreis nicht zu beanstanden bzw. zu hin-
terfragen (vgl. act. 496 S. 99).
Letzteres trifft gewiss zu, aber ebenso das Umgekehrte, nämlich dass der
Vertrag zuerst geschlossen wurde, wie es die Beklagte 2 letztlich sieht. Zu prüfen
ist damit das, was das Bezirksgericht als "Klausel" bezeichnet, mit der bestätigt
- 71 -
werde, man habe einen bestimmten Betrag bereits erhalten. Dabei ist zu berück-
sichtigen, dass die Klägerin nicht Vertragspartei war, es m.a.W. nicht darum geht,
einen zwischen Vertragsparteien strittigen Vertragsinhalt zu ermitteln. Zu prüfen
ist der Sinn der "Klausel" nach den üblichen Auslegungsgrundsätzen und dabei
primär gemäss den Grundsätzen des Vertrauensprinzips, also im Verständnis des
vernünftigen und loyalen Lesers im Lichte der gegebenen konkreten Umstände;
diese Umstände hat das Bezirksgericht selbst angesprochen (Abschluss unter
Familienangehörigen, die juristische Laien sind; Abschreiben von einer Vorlage
zugestandenermassen durch die Beklagte 2, was die Klägerin anerkannte [vgl.
etwa act. 102 S. 12] – der Sinn, den die Beklagte 2 der Klausel beimisst, ist zu-
dem ebenfalls mit in die Betrachtung einzubeziehen). Die "Klausel" hat folgenden
Wortlaut (vgl. act. 37/2 und 3):
"Diese Schuld ist vom Empfangstag an, jährlich auf den 15. , erstmals am 15. August 1983, zum jeweiligen Zinsfuss der Zürcher Kantonalbank für Anlagehefte zu verzinsen".
Ein Empfang der Valuta am 15. August 1982 wird damit im Verständnis ei-
nes vernünftigen und loyalen Lesers nicht direkt bestätigt, aber der Text kann die-
sen Sinn sehr wohl vermitteln, und von daher spricht vieles für einen Empfang am
15. August. Der Text vermag einem vernünftigen und loyalen Lesers aber ebenso
den Sinn vermitteln, es seien ab dem Zeitpunkt des Empfangs der Valuta Zinsen
geschuldet, die jeweils an einem 15. August zu entrichten seien. Und dieser Zeit-
punkt des Empfangs kann auch später als der 15. August sein. Die Grammatik
schliesst das ebenfalls nicht aus und daher ist dieses Verständnis – auf das sich
letztlich auch die Beklagte 2 der Sache nach beruft – alles andere als abwegig,
sondern durchaus plausibel. Dem verschliesst sich selbst die Klägerin nicht mit ih-
ren Beweisthema gewordenen Behauptungen, der Empfang sei spätestens am
20. August 1982 erfolgt. Für diese Sachdarstellung der Klägerin wiederum bietet
der Text der Klausel keine verlässliche Stütze; es kann der Empfang der Darle-
henssumme nach dieser Sichtweise nämlich z.B. auch erst am 21., 22. August
oder gegen Ende August oder gar erst im September erfolgt sein.
Aus der Stellung der Klausel im Vertragstext folgt zudem nichts, was dem
eben Dargelegten stichhaltig entgegenstehen könnte. Die Klausel steht nach ei-
nem Text, der an das sog. Vertragsrubrum anschliesst, und in dem die Borgerin
- 72 -
bekennt, den Betrag von Fr. 25'000.- als Darlehen schuldig zu sein. Im Verständ-
nis des loyalen und vernünftigen Lesers ohne juristische Kenntnis liegt in diesem
Text die Anerkennung einer Schuldpflicht. Ob die Valuta aber bereits übergeben
wurde, ist darin nicht zu erkennen, zumal die nachfolgende Klausel bloss einen
terminlich unbestimmten Empfangstag aufführt. Nichts Klärendes ergibt sich
schliesslich aus dem nach der Klausel stehenden Text.
Weitere Gesichtspunkte, die zur Erhellung beitragen könnten, sind nicht er-
sichtlich. Die Darlehensverträge halten somit – entgegen der bezirksgerichtlichen
Auffassung – nicht fest, mit der Unterzeichnung werde bestätigt, dass der Unter-
zeichner einen bestimmten Betrag bereits erhalten habe. Manches spricht zwar
dafür, aber ebenso einiges dagegen, und das, was dagegen spricht ist alles ande-
re als unplausibel, weil es durch den Wortlaut und dem von diesem vermittelten
Sinn durchaus gedeckt ist. Ein dem Regelbeweismass entsprechender Beweis
(vgl. Erw. II/6.5.3) ist allein schon deshalb noch nicht erbracht.
Hinzu kommt, dass die Klägerin nicht behauptet hat, die Eltern hätten der
Beklagten 2 die Darlehenssumme von insgesamt Fr. 45'000.- vor dem 20. August
1982 ab Konten überwiesen. Sie behauptete vielmehr, diese Summe stamme aus
dem Kleiderschrank des Vaters und aus einem Safe des Vaters bei der ZKB. Der
Beweis für diese Behauptung ist ihr allerdings – wie eben gesehen – misslungen.
Das wiederum spricht – wenn schon – stichhaltig gegen eine Übergabe der Dar-
lehenssumme vor dem 20. August 1982 oder an diesem Tag und es kann dieses
weitere Ergebnis des Beweisverfahrens nicht einfach unberücksichtigt bleiben.
Und nicht unberücksichtigt bleiben darf ebenfalls, dass die Klägerin im hier inte-
ressierenden Zusammenhang keine anderen "Quellen" elterlichen Vermögens
behauptet hat, aus denen die Fr. 45'000.- stammen sollen, die spätestens am
20. August 1982 übergeben worden sein sollen. Und es stützt das alles zusätzlich
nicht bloss das vorhin dargelegte, als plausibel erscheinende Verständnis der
"Klausel", sondern erweckt ebenso unüberwindbare Zweifel an der Richtigkeit der
klägerischen Sachdarstellung, der sich das Bezirksgericht anschloss (vgl. act. 496
S. 100 [Ziff. 9.5.7]), ohne die weiteren Ergebnisse seiner Beweiserhebungen ge-
mäss den Beweisauflagebeschlüssen vom 3. Oktober 2012 und 1. Oktober 2013
zu berücksichtigen. Lediglich abrundend anzufügen bleibt, dass der Klägerin
- 73 -
überdies auch die Beweise für ihre Behauptungen misslungen sind, die Beklag-
te 2 habe später Vermögenswerte bzw. Privatgeld aus dem Safe der ZKB ent-
nommen bzw. Schwarzgeld des Vater verschwiegen (vgl. vorn Erw. II/6.4.1 und
II/6.4.2).
Im Ergebnis ist der Klägerin also der Beweis misslungen, die Beklagte 2 ha-
be die Darlehenssumme von Fr. 45'000.- vom Vater bzw. den Eltern schon vor
dem 20. August 1982 oder spätestens an diesem Tag erhalten. Folge dieser Be-
weislosigkeit ist, dass es nicht so war, wie von der Klägerin behauptet (oder – po-
sitiv formuliert – dass es anders war, als von der Klägerin behauptet).
6.5.6 Die Klägerin hat behauptet, die Beklagte 2 habe neben dem Darlehen von Fr. 45'000.- weitere Gelder im Umfang von Fr. 78'000.- von den Eltern erhalten,
und zwar am 6. und 7. September 1982 bzw. zwischen dem 6. und 10. Septem-
ber 1982. Darauf wurde bereits hingewiesen (vgl. Erw. II/6.5.4.1). Weil das bestrit-
ten war, erhob das Bezirksgericht auch darüber Beweis, und zwar sowohl im Zu-
sammenhang mit der Frage der Erbunwürdigkeit mit Beweissatz 18 gemäss Be-
schluss vom 13. April 2010 als auch anhand des Beweissatzes 1 gemäss den Be-
schlüssen vom 3. Oktober 2012 und vom 1. Oktober 2013 (vgl. dazu auch
act. 366: Beweisabnahmebeschluss vom 10. November 2014). In beiden Be-
weissätzen wurde richtigerweise der Klägerin der Hauptbeweis auferlegt. Richtig-
erweise gilt sodann das Beweismass des Regelbeweises (vgl. zum Ganzen vorn
Erw. II/6.5.3; siehe auch BGE 130 III 321 E. 3.2, BGE 141 III 569 E. 2.2.1, BGE
144 III 264 E. 5.3). Blosse Beweisschwierigkeiten, wie etwa die Tatsache, dass
die behaupteten Sachverhalte rund 30 Jahre zurückliegen und sich die beweisbe-
lastete Partei nur auf Urkunden berufen kann, sofern sie bereits in ihrem Besitz
sind (vgl. aber act. 496 S. 103 mit Verweis auf Ziff. 5.5 von act. 496), begründen
noch keinen Beweisnotstand – dass Urkunden nicht greifbar sind, gehört zum all-
gemeinen Beweisrisiko, das sich auch bei kurz zurückliegenden Geschehnissen
verwirklichen kann. Das rechtfertigt daher noch kein Abweichen vom Regelbe-
weismass.
6.5.6.1 Das Bezirksgericht nahm im Zusammenhang mit der Prüfung der  zum Beweissatz 18 als Beweismittel der Klägerin die act. 99/42 - 54
- 74 -
(vgl. act. 98 und dazu act. 112) sowie die persönlich Befragung der Beklagten 2
ab. Zur Einvernahme der Zeugen W._ und AA._ kam es nicht, weil die-
se von ihrem Zeugnisverweigerungsrecht Gebrauch gemacht hatten (vgl. zum
Ganzen auch Erw. 6.5.2.2). Zu Beweissatz 1 nahm das Bezirksgericht im Be-
schluss vom 10. November 2014 noch zusätzlich folgende Urkunden als Beweis-
mittel der Klägerin ab (vgl. act. 366 S. 3): act. 37/6, act. 146/2 und act. 202/6. Mit
diesen weiteren Beweismitteln befasste es sich nicht, weil es den Beweis bereits
aufgrund der Prüfung zu Beweissatz 18 in den Ziff. 9.5.8 - 9.5.9.12 seiner Erwä-
gungen als gelungen betrachtete (vgl. act. 496 S. 129). Beweismittel zum Gegen-
beweis hat die Beklagte 2 keine genannt (vgl. act. 100 S. 4), weshalb auch keine
abzunehmen waren.
Die Beklagte 2 rügt in ihrer Berufung, worauf schon hingewiesen wurde (vgl.
vorn Erw. II/6.5.4.1), dass das Bezirksgericht mit dem Beweissatz 18, der weitere
Darlehen bis zum 4. November 1983 im Umfang von Fr. 78'000.- thematisiert,
über die Behauptungen der Klägerin hinausging, die sich auf den Zeitraum 6. bis
10. September 1982 beschränkten. Die Rüge erfolgt zu Recht, liegt darin doch ei-
ne Verletzung der Verhandlungsmaxime, die in Verfahren wie diesem vor dem
Bezirksgericht uneingeschränkt galt (und auch im Berufungsverfahren gilt). Ge-
mäss dieser Maxime sind nur Tatsachen zu berücksichtigen, die auch behauptet
wurden (vgl. § 54 Abs. 1 ZPO/ZH), was zugleich heisst, dass ebenfalls nur be-
hauptete Tatsachen Beweisgegenstand sein können. Das ist im Folgenden zu be-
rücksichtigen.
Die Beklagte beanstandet ebenfalls die Beweiswürdigung des Bezirksgerich-
tes im Zusammenhang mit dem Beweissatz 18 und hält dafür, bei sachgerechter
Würdigung sei der Hauptbeweis der Klägerin missglückt (vgl. act. 516/497
S. 60 ff. sowie S. 82).
Die Klägerin beanstandet weder in act. 495 (vgl. S. 5 ff.) noch in
act. 516/534 (S. 11 f., S. 19) die an die bloss teilweise Beweisabnahme an-
schliessende Beweismittelwürdigung des Bezirksgerichtes näher und schliesst
sich dieser insofern an. Die Klägerin befasst sich in ihrer Berufung ohnehin mit
anderen Themen als der bloss teilweisen Beweisabnahme durch das Bezirksge-
richt (vgl. act. 495, dort insbes. S. 5 ff.). Und sie beanstandet die bloss teilweise
- 75 -
Beweisabnahme auch in ihrer Antwort auf die Berufung der Beklagten 2 nicht (vgl.
act. 516/534 S. 11 f., S. 19). Es bleibt deshalb bei dieser (vgl. Erw. II/1.2.1 a.E.),
wenn die Auffassung der Beklagten 2 zutrifft, der Klägerin sei der ihr obliegende
Hauptbeweis missglückt.
6.5.6.2 Das Bezirksgericht kam in Sichtung der klägerischen Beweismittel  zum Ergebnis, im Zeitraum vom 6. bis zum 10. September 1982 seien auf
den Konten der Eltern zugunsten der Beklagten 2 folgende Bewegungen ersicht-
lich und aufgrund der Beweismittel (act. 99/47 - 49) erstellt (vgl. act. 496 S. 101):
Datum Belastung (Konto) Gutschrift (Konto)
Betrag act.
06.09.1982 SKA (Konto ), Nr. 1
Fr. 10'000.-- 99/48
06.09.1982 SKA (Konto ), Nr. 2
Fr. 10'000.-- 99/47
06.09.1982 SKA (Konto ), Nr. 3
Fr. 9'000.-- 99/49
Das ergibt ein Total von Fr. 29'000.-, die den Konten der Eltern belastet wurden.
6.5.6.3 Weiter prüfte das Bezirksgericht die Gutschriften auf dem Sparkonto der Beklagten 2 bei der AKB, weil dieses Konto der Beklagten 2 dazu diente, die Mit-
tel für die Finanzierung des Kaufs einer Eigentumswohnung bereitzustellen. Und
zu dieser Finanzierung diente auch das Darlehen über Fr. 45'000.- gemäss den
Darlehensverträgen vom 20. August 1982. Das Bezirksgericht kam zum Ergebnis,
zwischen dem 6. und 10. September 1982 seien dem Sparkonto der Beklagten 2
bei der AKB diverse Beträge gutgeschrieben worden (vgl. act. 496 S. 100); wer
diese Gutschriften durch Überweisungen der entsprechenden Beträge veranlasst
hatte, konnte das Bezirksgericht indes nicht feststellen (vgl. dazu act. 496
Ziff. 9.5.9.8). Wie der nachstehenden Aufstellung entnommen werden kann, geht
es um 6 Posten (nachstehend bezeichnet mit Pos.), deren Total sich auf
Fr. 93'000.- beläuft; das Bezirksgericht hielt dazu fest, Fr. 49'000.- dieses Totals
stammten unbestrittenermassen von den Eltern; es hielt das mit entsprechenden
Aktenvermerken in seiner Tabelle fest (vgl. act. 496 S. 100); das wird hier so
übernommen.
- 76 -
07.09.82 Fr. 29'000.-- Pos. 1 08.09.82 Fr. 15'000.-- Pos. 2 08.09.82 Fr. 8'000.-- Unbestrittenermassen vom Erblasser
(act. 36 S. 10; act. 55; act. 56) Pos. 3
10.09.82 Fr. 20'000.-- Unbestrittenermassen von den Erblassern (act. 36 S. 10; act. 55; act. 56)
Pos. 4
10.09.82 Fr. 9'000.-- Unbestrittenermassen vom Erblasser (act. 36 S. 11; act. 55; act. 56)
Pos. 5
10.09.82 Fr. 12'000.-- Unbestrittenermassen vom Erblasser (act. 36 S. 11; act. 55; act. 56)
Pos. 6
Die Beklagte 2 verweist in ihrer Berufung der Sache nach zutreffend darauf,
dass sich weder diese Zusammenstellung noch diejenige zu den Belastungen der
elterlichen Konten mit der Sachdarstellung der Klägerin vereinbaren lassen. Sie
hält daher fest, die klägerische Sachdarstellung, sie habe zwischen dem 6. und
10. September 1982 Fr. 78'000.- erhalten, sei nachweislich unzutreffend (vgl.
act. 516/497 S. 60). Das ist so offensichtlich nicht falsch. Weiter beanstandet die
Beklagte 2 die Vorgehensweise des Bezirksgerichtes zur angeblichen "Unbestrit-
tenheit" der Darlehenszahlungen. Und sie weist – wiederum zu Recht – darauf
hin, dass sich die Klägerin in der (beschränkten) Replik (act. 55) nicht zur Darstel-
lung der Beklagten 2 auf S. 10 der Klageantwort (act. 36) äusserte und ebenso in
act. 56 (Beilage zu act. 55, auf der in act. 55, S. 11 [dort Ziff. 18]) keine Behaup-
tungen dazu zu finden sind (vgl. act. 516/497 S. 60/67). Act. 56 befasst sich auf
S. 12 lediglich mit Zahlungen im Zusammenhang mit den Darlehensverträgen
vom 20. August 1982 und hält weiter pauschal fest, die Beklagte 2 habe für den
Kauf der Wohnung Fr. 107'000.- erhalten. Die Beklagte 2 zeigt damit selbst auf,
dass ihre Darstellung in act. 36 weder in act. 55 noch in act. 56 bestritten worden
ist. Von daher rechtfertige es sich durchaus, eine unbestrittene Sachdarstellung
anzunehmen. Darauf kommt es aber nicht an.
In der Klageantwort hat sich die Beklagte 2 nämlich zu den einzelnen Posten
geäussert und selbst dargelegt, welche Beträge unter welchen Gutschriftenposten
auf ihrem Sparkonto vom Erblasser bzw. den Eltern stammen (vgl. act. 36
S. 10 f.). Sie hat damit eine Sachdarstellung vorgetragen, an die sie gebunden ist
und die deshalb ohne Weiteres als erstellt gelten darf. Es betrifft das Pos. 3 im
Betrag von Fr. 8'000.-, Pos. 4 im Betrag von Fr. 20'000.-, Pos. 5 im Betrag von
- 77 -
Fr. 9'000.- und Pos. 6 im Betrag von Fr. 12'000.-. Hinzu kommen bei Pos. 1 (Gut-
schrift von insgesamt Fr. 29'000.-) Fr. 4'000.-, woraus ein Total von Fr. 53'000.-
resultiert.
Das Bezirksgericht erachtete die Darstellung der Beklagten 2, bei der Gut-
schrift Pos. 1 stammten lediglich Fr. 4'000.- von den Erblassern, als unrichtig. Es
wies vorab auf die zeitliche Nähe von Belastung und Gutschrift hin (vgl. act. 496
S. 103), was aufgrund der heutzutage geltenden Valutaregelungen ein gewichti-
ges Indiz wäre (vgl. beispielhaft
https://www.postfinance.ch/de/unternehmen/produkte/kreditoren-loesungen/valutaregelung.html).
Entsprechende Valutaregelungen galten allerdings im Jahr 1982 bekanntermas-
sen so noch nicht. Es ist ebenso allgemein bekannt, dass die Geldinstitute das bei
Überweisungen auf Konten bei sog. Fremdbanken für Zinsdifferenzgeschäfte auf
Tagesgeldbasis ausnutzten, was die Gutschriften auf Konten von Fremdbanken
um jeweils wenigstens einen weiteren Tag verzögerte. Hinzu kommt, dass act.
99/47 gar keine Überweisung von Fr. 10'000.- auf ein Konto belegt, worauf die
Beklagte 2 zutreffend verweist (vgl. act. 516/497 S. 61), sondern einen Bezug (al-
so eine sog. Abhebung) ausweist. Aus der zeitlichen Nähe des Bezugs und der
Gutschrift gemäss Pos. 1 lässt sich folglich nichts Stichhaltiges herleiten, das als
entsprechendes Indiz gewertet werden könnte. Nicht zu übergehen ist zudem,
dass die Gutschriften gemäss Pos. 4 und 5 ebenfalls in zeitlicher Nähe zum Be-
zug (zur Abhebung) stehen. Aufgrund des eben Gesagten erscheint daher die
Darstellung der Beklagten 2 wahrscheinlicher als die Annahme des Bezirksgerich-
tes und kann jedenfalls nicht stichhaltig widerlegt werden. Daran vermögen auch
die weiteren Indizien, die das Bezirksgericht zur Untermauerung seiner Auffas-
sung anführt (vgl. a.a.O., S. 103 ff.), nichts zu ändern. Gewiss ist die Sachdarstel-
lung der Beklagten 2 und sind ihre Erklärungsversuche dazu nicht stringent, er-
wecken sie Zweifel. Das kann indes rund 30 Jahre nach den Geschehnissen nicht
erstaunen, worauf die Beklagte 2 mit Recht verweist (vgl. act. 516/497 S. 63). Ent-
scheidend ist allerdings anderes, nämlich dass die klägerische Behauptung, die
Beklagte 2 habe zwischen dem 6. und 10. September 1982 weitere Fr. 78'000.-
von den Eltern erhalten, schon allein mit den Beträgen, die dem Konto der Be-
klagten 2 gutgeschrieben wurden, nicht vereinbar ist und noch weniger mit den
- 78 -
Belastungen der elterlichen Konten im selben Zeitraum. Die klägerische Sachdar-
stellung ist insoweit offenkundig unzutreffend und es ist der Klägerin der erforder-
liche Regelbeweis für ihre Sachdarstellung nicht geglückt. Dieses Ergebnis ist zu-
dem nicht isoliert zu betrachten, weil es im Zusammenhang mit den übrigen Be-
hauptungen der Klägerin zu den zwischen dem 6. und 10. September 1982 ge-
leisteten Fr. 78'000.- steht: Es ist das erstens die Behauptung der Klägerin, die
Darlehenssumme von Fr. 45'000.- gemäss den Verträgen vom 20. August 1982
sei spätestens am 20. August 1982 ausgehändigt worden – der Klägerin misslang
der Beweis dafür (vgl. vorn Erw. II/6.5.5.3); es ist das zweitens die Behauptung,
es seien weitere Darlehensverträge ausgehandelt worden (also nicht nur die vom
20. August 1982), und es ist das drittens die Behauptung, diese weiteren Darle-
hensverträge über eine Darlehenssumme von Fr. 78'000.- seien erst im Septem-
ber 1982 unterschrieben worden (was auch heisst: es habe sich um schriftliche
Verträge gehandelt) – ebenfalls für alle diese Behauptungen misslang der Kläge-
rin der Beweis (vgl. dazu vorn Erw. II/6.5.4.2 und II/6.5.4.3), was das Bezirksge-
richt ohne ersichtlichen Grund ungeprüft gelassen hat.
Bei diesem Befund kann folglich keine Rede davon sein, der Klägerin sei der
Beweis für ihre Sachdarstellung gelungen, die Beklagte habe zwischen dem
6. und 10. September 1982 Fr. 78'000.- erhalten. Und bei diesem Ergebnis hat
es, wie vorhin vermerkt, im Berufungsverfahren zu bleiben.
6.5.7 Im Sinne eines Zwischenfazits ist somit festzuhalten, dass die Beklagte 2 mit ihren Eltern am 20. August 1982 Darlehensverträge über die Darlehenssum-
me von insgesamt Fr. 45'000.- abgeschlossen hat und die entsprechende Valuta
der Beklagten 2 weder vor dem 20. August 1982 noch am 20. August 1982 bege-
ben wurde. Anerkannt wurde von der Beklagten 2 durchgehend, dass sie die
Fr. 45'000.- gemäss den Verträgen vom 20. August 1982 von den Eltern erhalten
hat. Aufgrund der Ergebnisse des Beweisverfahrens war das nach dem 20. Au-
gust 1982. Als erstellt zu gelten hat weiter, dass die Beklagten 2 zwischen dem 6.
und 10. September 1982 von den Eltern Fr. 53'000.- erhalten hat. Das korreliert
teilweise mit Belastungen elterlicher Konten am 6. September 1982 über total
Fr. 29'000.- in Bezug auf die Pos. 1 bzw. die Pos. 4 und 5 der Gutschriften auf
dem Konto der Beklagten 2. Nicht erstellt werden konnte im Beweisverfahren in-
- 79 -
des, dass die Gutschrift von Fr. 29'000.- gemäss Pos. 1 (vgl. vorn Erw. II/6.5.6.3)
sich vollumfänglich aus Geldern der Eltern zusammensetzte.
Misslungen sind der Klägerin die Beweise für ihre Behauptungen, die Be-
klagte 2 haben zwischen dem 6. und 10. September 1982 von den Eltern gestützt
auf weitere, erst im September 1982 schriftlich abgeschlossene Darlehensverträ-
ge Fr. 78'000.- erhalten. In diesen Behauptungen der Klägerin ist übrigens sach-
lich auch die Behauptung enthalten, die zwischen dem 6. und 10. Septem-
ber 1982 dem Konto der Beklagten 2 gutgeschriebenen Beträge seien von den El-
tern nicht in Erfüllung der Darlehensverträge vom 20. August 1982 geleistet wor-
den. Daher ist der Klägerin ebenfalls dafür der Beweis misslungen und es trifft sie
die Folge der Beweislosigkeit, nämlich dass es sich nicht so wie von ihr behauptet
verhalten hat (oder positiv formuliert: es verhielt sich anders als behauptet). Ein
anderer Rechtsgrund für Leistungen der Eltern an die Beklagte 2 ausser den Ver-
trägen vom 20. August 1982 ist aufgrund des Beweisergebnisses und der Be-
hauptungen der Parteien im bezirksgerichtlichen Verfahren nicht auszumachen,
weshalb die Behauptung der Beklagten 2 unwiderlegbar bleibt, die Gutschriften
auf ihrem Konto zwischen dem 6. und 10. September 1982 hätten, soweit die
Gelder von den Eltern stammten, die Auszahlung der Darlehenssumme von
Fr. 45'000.- betroffen.
6.5.8 - 6.5.8.1 Die Beklagte 2 hat im bezirksgerichtlichen Verfahren in der  behauptet, der Vater habe ihr bei der Erfüllung der Darlehensverträge
vom 20. August 1982 Fr. 8'000.- zu viel bezahlt (nämlich Fr. 53'000.- statt
Fr. 45'000.-). Sie habe ihm diesen Betrag dann umgehend zurückbezahlt bzw.
überwiesen, und zwar am 14. September 1982 (vgl. act. 36 S. 11 unter Verweis
auf act. 37/7). Die Klägerin hat das anerkannt (vgl. act. 102 S. 24). Im bezirksge-
richtlichen Verfahren war das daher richtigerweise keine Thema (vgl. act. 496 S.
107 f. [Ziff. 9.5.9.11]) und es ist das ebenso wenig im Berufungsverfahren der Fall
(vgl. act. 495 [dort insbes. S. 4 f.] und dazu act. 511, sowie act. 516/497, S. 63,
und dazu act. 516/534 [dort insbes. S. 11 f.]). Damit hat es sein Bewenden (vgl.
Erw. II/1.2.1).
Strittiges Thema war hingegen, ob die Beklagte 2 weitere Fr. 8'000.- den El-
tern bezahlt hat. Die Beklagte 2 liess dazu in der Klageantwort ausführen, in der
- 80 -
Begründung der Klage (act. 3) habe die Klägerin auf S. 4 unter Ziff. 9 dargetan,
sie – die Beklagte 2 – habe dem Vater weitere Fr. 8'000.- in bar übergeben, was
unbestritten sei (vgl. act. 36 S. 12). Die Klägerin hat das in der Replik anerkannt
(vgl. act. 102 S. 24 [oben]). In der Duplik hielt die Beklagte 2 an ihrer Sachdarstel-
lung so nicht mehr fest und machte geltend, richtig sei zwar, dass sie von ihrem
Konto bei der Migrosbank am 16. September 1982 Fr. 7'950.90 in bar abgehoben
habe. Sie habe diesen Betrag aber dem Erblasser nicht in bar übergeben. Von ei-
ner weiteren Zahlung an den Vater in der Höhe von Fr. 8'000.- könne nicht die
Rede sein (vgl. act. 168 S. 11).
Das Bezirksgericht ging in seinem Urteil davon aus, es seien zwei Zahlun-
gen über Fr. 8'000.- anerkannt und die Darstellung der Beklagten 2 in der Duplik,
es habe sich nicht so verhalten, sei widersprüchlich; der Versuch der Relativie-
rung des Sachverhaltes in der Duplik sei unplausibel (vgl. act. 496 S. 108). Es sei
daher von zwei Rückzahlungen auszugehen (a.a.O.).
Die Beklagte 2 beanstandet das mit ihrer Berufung ebenfalls nicht näher
(vgl. act. 516/497, dort insbes. S. 63, sowie S. 82 - 85). Sie macht indes geltend,
ihre Darlehensschuld belaufe sich immer noch auf Fr. 25'000.- und wiederholt in-
soweit ihre Darstellung in der Duplik (vgl. act. 168 S. 7, S. 12: Fr. 45'000.- minus
Fr. 15'000.- und minus Fr. 5'000.-; vgl. nachstehend Erw. II/6.5.8.2). Sie rechnet
m.a.W. die (weiteren) geleisteten Fr. 8'000.- ihrer Schuld aus den Darlehensver-
trägen vom 20. August 1982 nicht an. Das ist insoweit konsequent, als die Be-
klagte 2 in der Klageantwort keinen Rechtsgrund für die Zahlung dieser weiteren
Fr. 8'000.- angegeben hatte (vgl. act. 36 S. 12 [Ziff. 9]) und ebenso wenig die Klä-
gerin in der Klagebegründung (vgl. act. 3 S. 4 f. [Ziff. 9]). Das Bezirksgericht er-
wähnte in seinem Entscheid daher ebenso keinen Rechtsgrund (vgl. act. 496 S.
107 f. [Ziff. 9.5.9.11]). Die Klägerin beanstandet das in ihrer Antwort auf die
(Zweit-)Berufung der Beklagte 2 nicht näher (vgl. act. 516/534, dort insbes. S. 11
f. und S. 19). In ihrer (Erst-)Berufung hat sie diesen Gesichtspunkt ohnehin nicht
aufgegriffen (vgl. act. 495, dort insbes. S. 5). Eine Anrechnung dieser weiteren
Fr. 8'000.- an die Darlehensschuld der Beklagten 2 entfällt daher. Weiteres erüb-
rigt sich deshalb in diesem Zusammenhang.
- 81 -
6.5.8.2 Kein Thema ist im Berufungsverfahren eine Rückzahlung von Fr. 5'000.- der Darlehenssumme durch die Beklagte 2 am 14. Mai 1986 an die Mutter sowie
die Zahlung der Beklagten 2 von Fr. 300.- Zins am 7. Juli 1986 an die Mutter (vgl.
496 S. [Ziff. 9.7.3] und act. 37/5). Die Darlehensschuld der Beklagten 2 aus dem
Vertrag mit der Mutter beläuft sich daher noch auf Fr. 15'000.-.
Ebenfalls kein Thema ist im Berufungsverfahren, dass die Beklagte 2 dem
Vater am 30. Dezember 1983 Fr. 10'000.- aus den Darlehen zurückbezahlt hatte,
die ihr gemäss den Verträgen vom 20. August 1982 gegeben worden waren, so-
wie dass sie am 24. April 1984 weitere Fr. 5'000.- zur Tilgung der Darlehen zu-
rückbezahlt hatte.
6.6 - 6.6.1 Unstrittig ist, dass der Vater der Beklagten 2 die Fr. 10'000.- bzw. Fr. 5'000.-, die die Beklagte 2 – wie eben gesehen – zur (teilweisen) Rückzahlung
ihrer Darlehensschulden im Dezember 1983 und im Mai 1984 geleistet hatte, je-
weils umgehend wieder zurückgab bzw. wieder an die Beklagte 2 überwies. Die
Beklagte 2 hatte im bezirksgerichtlichen Verfahren behauptet, es habe sich bei
diesen umgehenden Überweisungen um Schenkungen des Vaters gehandelt (vgl.
act. 36 S. 7 und act. 168 S. 11, 13), die nicht ausgleichungspflichtig seien (vgl.
act. 36 S. 7).
Das Bezirksgericht hielt dazu in seinem Urteil fest, der Beklagten 2 sei der
Beweis dafür, dass es sich bei diesen Rückerstattungen des Vaters um Schen-
kungen gehandelt habe, misslungen (vgl. act. 496 S. 111 [Ziff. 9.7.3]). Dement-
sprechend habe sich die Darlehensschuld der Beklagten 2 nicht um Fr. 15'000.-
verringert (a.a.O.).
Die Beklagte 2 hält das in ihrer (Zweit-)Berufung für "unhaltbar" (vgl. act. 516/497 S. 64). Sie hält im Wesentlichen fest, es seien keine Gründe dafür
ersichtlich, weshalb der Vater umgehend die Fr. 15'000.- zurückbezahlt habe.
Aufgrund der Sachverhaltselemente, die ohne Zweifel feststünden (umgehende
Rückerstattung nach Zahlung der Beklagten 2) sei alles andere als eine Schen-
kungsabsicht des Vaters unwahrscheinlich (vgl. a.a.O.). Auf die Feststellung des
Bezirksgerichtes, es sei ihr der Beweis missglückt, geht die Beklagte 2 gar nicht
ein (vgl. a.a.O., S. 64 und S. 84.), sondern stellt dieser Feststellung des Bezirks-
gerichts einzig eine eigene Wertung entgegen, die sich allerdings nicht mit Be-
- 82 -
weismitteln befasst, sondern – wie eben gesehen – mit Unstrittigem. Die Berufung
der Beklagten 2 erweist sich insoweit als nicht hinreichend begründet (vgl. dazu
Erw. II/1.2.1). Es bleibt damit beim bezirksgerichtlichen Ergebnis.
6.6.2 Selbst wenn man die Berufung der Beklagten 2 in diesem Punkt als  begründet ansehen würde (wozu kein Anlass besteht), bliebe es aus fol-
genden Überlegungen beim selben Ergebnis. Die Frage, ob in einem bestimmen
Fall eine Schenkung gegeben ist oder nicht, ist eine Rechtsfrage. Tatfrage ist hin-
gegen, ob eine entsprechende Schenkungsabsicht vorlag, weil für eine Schen-
kung namentlich von Geld in aller Regel keine Vermutung besteht; beweisbelastet
ist derjenige, der behauptet, er sei beschenkt worden (vgl. etwa VOGT/VOGT, in:
BSK, Obligationenrecht I, 6. A., Basel 2015, Art. 239 N 44, N 44b). Dass eine
Schenkung von Geld eine entsprechende Absicht voraussetzt, anerkennt auch die
Beklagte 2 – wie gesehen – mit ihrer Berufung. Die Beklagte 2 stellt richtigerweise
mit der Berufung ebenfalls nicht in Abrede, dass die Klägerin im bezirksgerichtli-
chen Verfahren die Schenkung bzw. Schenkungsabsicht des Vaters bei den um-
gehenden Überweisungen bestritten hat (vgl. act. 102 S. 26 f.). Insbesondere
machte die Klägerin geltend, der Vater habe die umgehenden Überweisungen der
Fr. 10'000.- bzw. Fr. 5'000.- an die Beklagte 2 nicht von sich aus vorgenommen;
er habe lediglich ihm von fremder Hand – nämlich von der Beklagten 2 – erstellte
Dokumente unterzeichnet (vgl. act. 102 S. 26 f.). Die Beklagte habe mit diesem
"Hin- und Hersenden" die Darlehensrückzahlungen fingiert (vgl. act. 102 S. 27).
Eine väterliche Schenkungsabsicht wurde damit hinreichend bestritten.
Das Bezirksgericht hat daher zur Frage, ob die umgehenden Überweisun-
gen des Vaters Schenkungen waren – was einen entsprechenden Schenkungs-
willen des Vaters voraussetzt – ein Beweisverfahren durchgeführt und dabei der
Beklagten 2 den Hauptbeweis auferlegt (vgl. act. 366, dort Beweissatz 20). Die-
ses Vorgehen des Bezirksgerichtes wird von der Beklagten 2 in der Berufung
nicht beanstandet. Insbesondere macht sie nicht geltend, es hätten besondere
Umstände vorgelegen, welche eine andere Beweislastverteilung oder eine andere
Sichtweise gerechtfertigt hätten (vgl. dazu auch BGE 83 II 533 E. 2). Im Beweis-
abnahmebeschluss vermerkte das Bezirksgericht, die Beklagte 2 habe keine Be-
weismittel offeriert (vgl. a.a.O., S. 12). Die Beklagte 2 behauptet mit der Berufung
- 83 -
nicht, das sei falsch, sie habe zu Beweissatz 20 Beweismittel bezeichnet (vgl. act.
516/497 S. 64, S. 84); und wollte die Beklagte 2 heute das Gegenteil behaupten,
nämlich sie habe Beweismittel bezeichnet, so wäre das falsch – es gölte der Sa-
che nach auch hier, was bereits in Erw. II/6.5.4.1 ausgeführt wurde, ergänzt mit
dem Verweis auf act. 168 S. 13 und S. 18. Hielt das Bezirksgericht in seinem Ur-
teil also fest, der Beklagten 2 sei der Beweis misslungen, so ist das nicht zu be-
anstanden. Eine Schenkungsabsicht des Vaters ist unbewiesen geblieben. Die
umgehend wieder der Beklagten 2 überwiesenen Fr. 15'000.- sind nicht ge-
schenkt worden, die Darlehensschuld der Beklagten 2 wurde daher nicht um die
entsprechende Summe reduziert, sondern beläuft sich auf Fr. 40'000.-. Davon
entfallen Fr. 25'000.- auf den Vertrag mit dem Vater und Fr. 15'000.- auf den Ver-
trag mit der Mutter (vgl. dazu vorn Erw. II/6.5.8.2).
6.6.3 In seinem Urteil behandelte das Bezirksgericht in Ziff. 17 weitere lebzeitige Zuwendungen der Eltern an die Beklagte 2, die in der Höhe von einmal
Fr. 10'000.- und einmal Fr. 5'000.- ausgerichtet worden sein sollen (vgl. act. 496
S. 135 f.). Das Bezirksgericht führte dazu aus, die Beklagte 2 habe in der Duplik
(act. 168) auf S. 17 unter anderem daran festgehalten, dass der Vater ihr solche
Geldgeschenke gemacht habe, währenddem die Klägerin in der Replik (act. 102)
auf S. 23 behauptet habe, es handle sich dabei um keine Zuwendungen, die von
der Ausgleichungspflicht befreit seien.
Wo und wann die Beklagte 2 eine Behauptung über weitere Geldgeschenke
aufgestellt hatte, an der sie in der Duplik festgehalten haben soll – in act. 168 S. 4
hielt die Beklagte 2 immerhin fest, sie habe keine weiteren lebzeitigen Zuwendun-
gen erhalten –, lässt sich dem Urteil nicht entnehmen (vgl. act. 496 S. S. 135 f.).
Und es ist das auch sonst nicht ersichtlich. Es liegt vielmehr ein offensichtliches
Versehen des Bezirksgerichts vor: In der Klageantwort hielt die Beklagte 2 näm-
lich unter Bezugnahme auf die elterlichen Darlehen über Fr. 45'000.- und deren
teilweise Rückzahlung im Umfang von einmal Fr. 10'000.- und einmal Fr. 5'000.-
sowie den anschliessenden Rücküberweisungen durch den Vater fest, sie habe
entsprechende lebzeitige Zuwendungen erhalten (vgl. act. 36 S. 6 f.). Die Beklag-
te 2 bezog sich ebenfalls auf S. 16 der Klageantwort darauf und verwies schliess-
- 84 -
lich auf S. 11 f. vor Ziff. 9 ebenso auf diese Darlehen. Dabei wurde von ihr bestrit-
ten, weitere lebzeitige Zuwendungen erhalten zu haben. Einzig auf das Letztere
bezog sich S. 23 der Replik (act. 102), wo geltend gemacht wurde, bei den von
der Beklagten 2 bestrittenen weiteren lebzeitigen Zuwendungen des Vaters hand-
le es sich "um die weiteren Darlehen vom September 1982". Mit diesen "weiteren
Darlehen" und der dabei von der Beklagten 2 behaupteten Schenkung des Vaters
durch Rücküberweisungen von einmal Fr. 10'000.- und einmal Fr. 5'000.- hatte
sich das Bezirksgericht – wie eben gesehen – allerdings bereits anderweitig be-
fasst. Und die Ergebnisse dieser Befassung des Bezirksgerichts sind – wie vorhin
dargetan – einer Überprüfung unterzogen worden, deren Ergebnisse im Folgen-
den massgebend sind. Weiteres zu den Erwägungen unter Ziff. 17 des angefoch-
tenen Urteils erübrigt sich daher.
Um immerhin auch das zu erwähnen: Die Ergebnisse, zu denen das Be-
zirksgericht in seinen Erwägungen unter Ziff. 17 seines Urteils gelangte (Ausglei-
chungspflicht), fanden in den daran anschliessenden Überlegungen (vgl. act. 496
S. 136 ff.) keinen erkennbaren bzw. nachvollziehbaren Niederschlag (und das
nach dem eben Gesagten doch zu Recht).
6.7 In Erw. II/6.1 wurde bereits dargetan, dass das Bezirksgericht bei der  des Umfanges des ehelichen Vermögens davon ausging, dessen Wert sei
nach dem Verkauf der ehelichen Liegenschaft auf Fr. 1'500'069.79 angewachsen.
Es handelt sich dabei offenbar um einen Nettobetrag (Schulden bereits abgezo-
gen). Das Bezirksgericht stützte sich dabei auf die Sachdarstellung der Klägerin in
der Replik (act. 102 S. 2 f.), mit der geltend gemacht wurde, von welchen Werten
bei der güterrechtlichen Auseinandersetzung auszugehen sei. Neben dem Wert
des angewachsenen ehelichen Vermögens von Fr. 1'500'069.79 sind das einge-
brachtes Frauengut im Umfang von Fr. 18'635.- und eingebrachtes Mannesgut im
Umfang von Fr. 32'100.- (vgl. a.a.O.).
6.7.1 Wie ebenfalls in Erw. II/6.1 vermerkt, macht die Klägerin in ihrer Berufung nicht geltend, das Bezirksgericht habe sich auf andere als diese von ihr in der Re-
plik vorgebrachten Werte abgestützt (vgl. act. 495 S. 5 ff.), und sie macht solche
ebenfalls nicht in ihrer Antwort auf die (Zweit-)Berufung der Beklagten 2 geltend
- 85 -
(vgl. act. 516/534 S. 19), und das alles doch mit Fug. Ebenso mit Fug bezweifelt
daher die Beklagte 2 weder in ihrer Antwort auf die Berufung der Klägerin (vgl.
act. 511) noch in ihrer (Zweit-)Berufung (vgl. act. 516/497 S. 85), dass das Be-
zirksgericht den Wert des angewachsenen ehelichen Vermögens aus der Replik
der Klägerin übernahm. Und sie stellt diesen Wert (wie auch die Werte von Man-
nes- und Frauengut) in ihrer Zweitberufung nicht in Frage (vgl. a.a.O.).
In ihrer (Erst-)Berufung übergeht die Klägerin, dass das Bezirksgericht auf
den von ihr in der Replik selbst als massgeblich vorgetragenen Wert des eheli-
chen Vermögens abstellte (vgl. act. 495 S. 5 ff.), greift statt dessen auf "Beilagen"
zur Klagebegründung zurück und legt danach eine neue eigene Berechnung vor,
mit der sie u.a. eine "Aktiven-Darstellung v. 5.8.86" per Urteilstag korrigiert haben
will (vgl. a.a.O., S. 5). Sie zeigt damit allerdings nicht auf, weshalb das Bezirksge-
richt nicht auf den von ihr selbst vorgetragen Wert von Fr. 1'500'069.79 hätte zu-
rückgreifen dürfen und es ist das auch nicht ersichtlich – es gilt die Verhandlungs-
maxime. Die (Erst-)Berufung erweist sich daher in diesem Punkt als offensichtlich
unbegründet und ist insoweit abzuweisen. Es bleibt somit im Berufungsverfahren
ebenso bei diesem von der Klägerin selbst als massgeblich vorgetragenen Wert
wie bei den Werten von Frauen- und Mannesgut, die ohnehin nie in Frage gestellt
worden sind.
Bei diesem Ergebnis kann offen gelassen werden, ob die Klägerin mit ihrer
Berechnung in act. 495 S. 5 f. z.B. das Wesen des Berufungsverfahrens verkennt,
oder ob sie etwa dafür hält, ihre eigene Sachdarstellung im bezirksgerichtlichen
Verfahren sei für sie nicht bindend, oder ob sie sonst etwas meint, was sich aller-
dings nicht klar erschliessen lässt.
6.7.2 Das Bezirksgericht rechnete zu dem hier für die Feststellung des ehelichen Vermögens massgeblichen Ausgangswert von Fr. 1'500'069.79 die Forderungen
der Eltern gegenüber der Beklagten 2 auf Rückzahlung der Darlehensvaluta hinzu
(vgl. act. 496 S. 126 f., S. 141 f.). Die Parteien haben diese Anrechnung in ihren
Berufungen so auch nicht beanstandet (vgl. act. 495 S. 5 ff. und act. 516/497
S. 84 f.) – sie gehen lediglich von unterschiedlichen Darlehenswerten aus, die sie
angerechnet haben wollen. Unstrittig ist immerhin die Rückzahlung von Fr. 5000.-
an die Mutter im Mai 1986 (vgl. Erw. II/6.5.8.2), was bei der Berechnung der aus-
- 86 -
stehenden Darlehenssumme vom Bezirksgericht berücksichtigt wurde (vgl.
act. 496 S. 128 [Ziff. 14.1]: Ausstand Fr. 102'000.-). Die Anrechnung dieser Fr.
5'000.- beanstanden beide Parteien in ihren Berufung nicht näher (vgl.
act. 516/497 S. 82 ff. und dazu act. 516/534 S. 19; act. 495 S. 5 - 8) und sie hat
hier deshalb Bestand. In die Rechnung zu stellen sind daher noch Forderungen
von insgesamt Fr. 40'000.-.
Die Darlehensverträge der Beklagten 2 mit den Eltern sehen je eine Verzin-
sung des Darlehens zum jeweiligen Zinsfuss der Zürcher Kantonalbank für Anla-
gesparhefte vor. In das eheliche Vermögen fallen daher auch diese vertraglich
vereinbarten Zinsen. Was den zeitlichen Umfang der Zinspflicht betrifft, so ist zu-
nächst der Beginn zu bestimmen. Geschuldet ist der Zins mangels anderer Ver-
einbarung der Parteien in beiden Darlehensverträgen (vereinbart wurden nur
Zinsperioden mit Fälligkeit jeweils per 15. August) mit der sog. Hingabe der Valuta
(vgl., statt vieler: HIGI, a.a.O., N 34 zu Art. 313). Ein exakter Zeitpunkt der Hinga-
be der Darlehensvaluta konnte – wie gesehen (vgl. Erw. II/6.5.5.3 und II/6.5.6.3) –
nicht festgestellt werden. Anerkannt sind Gutschriften von Geldern der Eltern auf
dem Konto der Beklagten 2 im Umfang von Fr. 4'000.- am 7. September 1982 und
im Umfang von weiteren Fr. 41'000.- am 10. September 1982. Die Zinspflicht wür-
de daher ab diesen Tagen beginnen. Die Beklagte 2 hat indes eine Zinspflicht ih-
rerseits auf Fr. 25'000.- ab dem 20. August 1982 anerkannt (vgl. act. 516/497 S.
85), weshalb es dabei bleibt und Zins ab dem 10. September 1982 nur auf dem
Restbetrag von Fr. 16'000.- geschuldet ist.
Weiter ist zu beachten, dass die Eltern unter dem Güterstand der Güterver-
bindung lebten (vgl. Erw. II/6.5.1). Dieser Güterstand fiel mit der Auflösung der
Ehe aufgrund des Todes des Vaters am tt.mm.1984 dahin. Nach dem Tod des
Vaters entstandene Zinsforderungen aus dem Vertrag zwischen der Mutter und
der Beklagten 2 können daher nicht mehr Bestandteil des ehelichen Vermögens
geworden sein, zumal die Mutter Gläubigerin dieser Forderungen war, weshalb im
Juli 1986 unbestrittenermassen auch Zins im Umfang von Fr. 300.- geleistet wur-
de. Da die vorhin erwähnte Rückzahlung von Fr. 5'000.- erst nach dem Tod des
Vaters erfolgte, fiel bis dann ein Zins auf der ungeschmälerten Darlehensvaluta
an, welcher zum väterlichen Vermögen zählt. Anzumerken bleibt, dass die eben
- 87 -
erwähnte Zinszahlung von Fr. 300.- im Juli 1986 an die Mutter als damalige Gläu-
bigerin erfolgte und sich schon insoweit nicht auf die Zeit vor dem Tod des Vaters
beziehen kann (ganz abgesehen davon, dass der Betrag lediglich einem Jahres-
zins von 1.5% entspräche und nicht behauptet wurde, das sei der 1983 und 1984
gültige Zins für Anlagesparehefte der ZKB gewesen). Die Zinszahlung ist daher
hier nicht anzurechnen.
Der Vertrag zwischen der Beklagten 2 als Borgerin und dem Vater als Dar-
leiher sah vor, dass im Fall des Todes des Darleihers die dannzumal noch offene
Forderung auf Rückerstattung an den Erbteil der Beklagten 2 anzurechnen ist.
Die Pflicht zur Rückzahlung und damit die entsprechende Schuld ging m.a.W.
beim Tod des Vaters unter. Ist diese Schuld untergegangen, entfällt zwangsläufig
auch die Pflicht zur Verzinsung. Ins eheliche Vermögen fallen daher Zinsen zum
jeweiligen Zinsfuss der Zürcher Kantonalbank für Anlagesparhefte auf Fr. 4'000.-
seit dem 7. September 1982 bis zum tt.mm.1984, auf Fr. 25'000.- vom 20. Au-
gust 1982 bis zum tt.mm.1984 sowie auf Fr. 16'000.- ab dem 10. September 1982
bis zum tt.mm.1984.
Analoges gilt übrigens auch für das Darlehen aus dem Vertrag der Beklag-
ten 2 mit der Mutter. Der Vertragszins, wäre er hier zu berücksichtigen, wäre da-
her ab dem Tod der Mutter am tt.mm.1988 nicht mehr geschuldet. Das ist hier in-
des nicht von Belang, weil die Mutter sowohl den Zins als auch die Rückzahlung
von Fr. 5'000.- als Gläubigerin vorbehaltlos entgegengenommen hat (anderes be-
hauptete so keine Partei) und anfangs Dezember 1986 aufgrund einer Erklärung
ihres Beistandes den gesetzlichen Erbanspruch und die verfügungsfreie Quote zu
Eigentum gemäss Bstb. A der letztwilligen Verfügung des Vaters gewählt hatte
(vgl. auch nachstehend Erw. II/7). Dass sie dabei auf die Forderungen aus dem
Darlehensvertrag, deren Gläubigerin sie ja gemäss Vertrag war, verzichtet hätte,
behauptete so ebenfalls keine der Parteien.
6.7.3 Ausser den bisher behandelten Werten, die z.T. abweichend vom  festzusetzen waren, sind keine weiteren Werte gegeben, die zum eheli-
chen Vermögen zu zählen wären oder von diesem abgezogen werden müssten.
Das Bezirksgericht hat daher in seine Rechnung richtigerweise auch keine weite-
ren Werte einbezogen. Das hier massgebliche eheliche Reinvermögen beträgt
- 88 -
daher Fr. 1'540'069.79 zuzüglich Zinsen zum jeweiligen Zinsfuss der Zürcher
Kantonalbank für Anlagesparhefte auf Fr. 4'000.- seit dem 7. September 1982 bis
zum tt.mm.1984, auf Fr. 25'000.- vom 20. August 1982 bis zum tt.mm.1984 sowie
auf Fr. 16'000.- seit dem 10. September 1982 bis zum tt.mm.1984.
7. Die güterrechtliche Auseinandersetzung zwischen den Eheleuten E._F._ folgt den Regeln des ordentlichen Güterstandes, weil der zwi-
schen ihnen einst abgeschlossene Ehevertrag ungültig war (vgl. Erw. I/1.1.1). Im
Zeitpunkt des Todes des Vaters war das der Güterstand der Güterverbindung
(vgl. auch vorn Erw. II/6.5.1). Nach den Regeln der Güterverbindung errechnet
sich der Vorschlag anhand des ehelichen Reinvermögens abzüglich des einge-
brachten Frauen- und Mannesgutes (vgl. TUOR/SCHNYDER, a.a.O., S. 248).
7.1 Im bezirksgerichtlichen Verfahren warf die Klägerin die Frage auf, zu wessen Vermögen die eheliche Liegenschaft (sowie der Hausrat) zuzurechnen sei. Unter
Verweis auf Art. 219 Abs. 3 ZGB hielt sie dafür, die Liegenschaft sei dem Vermö-
gen der Mutter zuzuweisen (vgl. act. 102 S. 4 f., S. 11).
Das Bezirksgericht hielt dazu der Sache nach fest (vgl. act. 496 S. 138 ff.),
weil der Ehevertrag zwischen den Eheleuten E._F._ ungültig gewesen
sei, sei die güterrechtliche Auseinandersetzung nach den Regeln des ordentli-
chen Güterstands vorzunehmen. Im Zeitpunkt des Todes des Vaters sei das die
Güterverbindung gewesen. Der Art. 219 Abs. 3 ZGB sei erst mit dem 1. Janu-
ar 1988 in Kraft getreten und bleibe daher unanwendbar; eine dem Art. 219
Abs. 3 ZGB vergleichbare Norm sei der Güterverbindung nicht bekannt gewesen.
Der Klägerin nütze es daher weder etwas, wenn sie sich auf eine analoge Be-
stimmung des ungültigen Ehevertrages beziehe, noch wenn sie geltend mache,
der Beistand der Mutter habe eine solche Zuweisung nach Art. 219 Abs. 3 ZGB
verlangt, zumal sie nicht geltend mache, dass und wann der Beistand dergleichen
verlangt habe. Erklärt habe der Beistand der Mutter anfangs Dezember 1986 ein-
zig, er schlage für die Mutter das Vermächtnis der Nutzniessung aus und wähle
den gesetzlichen Erbanspruch und die verfügungsfreie Quote zu Eigentum. Diese
Erklärung sei gestützt auf Bstb. A des Testaments des Vaters (vgl. dazu vorn Erw.
I/1.1.2) erfolgt. Dabei habe es sich um eine Teilungsvorschrift gehandelt, die sich
- 89 -
auf den Nachlass beziehe und in Bezug auf die Liegenschaft erst dann zum Tra-
gen kommen könne, wenn die Liegenschaft dem Nachlass des Vaters zugeteilt
worden sei. Die Klägerin habe in der Klagebegründung selbst geltend gemacht,
dass vom gesamten ehelichen Vermögen, zu dem auch die Liegenschaft gehöre,
Fr. 18'635.- als eingebrachtes Frauengut abzuziehen sei und ein Drittel des Vor-
schlages an die Mutter gehe. Sie sei damit selbst davon ausgegangen, dass die
eheliche Liegenschaft zum Eigentum des Erblassers gehöre, was im Einklang mit
der Regel des aArt. 195 Abs. 2 ZGB stehe, gemäss der der Ehemann an allem
ehelichen Vermögen, das nicht Frauengut sei, Eigentum habe, namentlich also
die sog. Errungenschaft Bestandteil des Mannesvermögens sei. Weitergehende
Behauptungen hinsichtlich des Eigentums an der ehelichen Liegenschaft (und des
Hausrates) habe die Klägerin denn auch nicht vorgebracht, weshalb die Liegen-
schaft dem Nachlass des Mannes zuzuweisen sei.
7.2 Die Klägerin macht mit ihrer Berufung (act. 495 S. 5 ff.) erneut geltend, die nach dem Tod der Mutter verkaufte einstige eheliche Liegenschaft sei nicht dem
väterlichen Nachlass zuzuteilen, sondern müsse zwingend per Todestag des Va-
ters der Mutter zugewiesen werden, und zwar zu einem Anrechnungswert, der
dem Verkaufserlös von Fr. 1'320'000.- entspreche.
In der Begründung ihres Standpunktes (a.a.O., insbes. S. 6 f.) setzt sich die
Klägerin allerdings mit den Erwägungen des Bezirksgerichtes, dass und warum
der Wert der Liegenschaft güterrechtlich dem Mannesvermögen des Vaters anzu-
rechnen sei, mit keinem Wort auseinander. Insoweit ist die Berufung der Klägerin
sachlich nicht hinreichend begründet (vgl. vorn Erw. II/1.2.1). Mit ihrer Berufung
stellt die Klägerin zudem nicht in Abrede, dass sie im bezirksgerichtlichen Verfah-
ren selbst noch der Auffassung war, die Liegenschaft falle ins eheliche Vermögen.
Und sie zeigt – worauf in anderem Zusammenhang schon hingewiesen wurde
(vgl. Erw. II/6.1 und II/6.7.1) – ebenfalls nicht auf, dass und warum die Werte, die
von ihr in der Replik für die güterrechtliche Auseinandersetzung als massgeblich
vorgetragen worden waren, vom Bezirksgericht nicht hätten in die Berechnung
übernommen werden dürfen; solches ist auch nicht ersichtlich. Die Berufung der
Klägerin ist daher ebenfalls insoweit nicht hinreichend begründet (vgl. vorn Erw.
II/.1.2.1). Daran nichts zu ändern vermag, dass die Klägerin in der Berufungs-
- 90 -
schrift (vgl. a.a.O., S. 6 f.) einerseits einfach eine eigene Berechnung vorlegt, zu-
mal diese Berechnung u.a. nur schon die Konsequenzen der gesetzlichen Vorga-
ben zum Güterrecht der Güterverbindung ausser Acht lässt, sowie dass die Klä-
gerin anderseits geltend macht, eine Rückabwicklung des Eigentums an der Lie-
genschaft sei nach deren Verkauf an einen Dritten nicht mehr möglich. Um eine
Rückabwicklung geht es nicht, sondern es geht darum, wie und wo der Wert der
Liegenschaft in die güterrechtliche Rechnung einzustellen ist. Darauf hat die Klä-
gerin richtigerweise noch in der Klagebegründung selbst wörtlich hingewiesen
(vgl. act. 3 S. 16, dort ganz unten [Hervorhebung durch das Gericht]): "Da der
Ehevertrag nichtig ist, gehört der Wert der Liegenschaft ins eheliche Vermögen
und in die güterrechtliche Auseinandersetzung". Die Beklagte 2 vermerkt das zu-
treffend (vgl. act. 511 S. 4).
Die Erwägungen des Bezirksgerichtes, die es zum Ergebnis führten, den
Wert der einstigen eheliche Liegenschaft von Fr. 1'320'000.- dem ehelichen Ver-
mögen als dem Ehemann zugehöriger Vermögenswert anzurechnen, erweisen
sich im Übrigen als sachlich zutreffend. Und es ist den gesamten Vorbringen der
Klägerin im Berufungsverfahren nichts zu entnehmen, was etwas an diesem zu-
treffenden Ergebnis, das die Beklagte 2 mit ihrer Berufung nicht in Frage stellte
(vgl. act. 516/497 S. 85), zu ändern vermöchte.
Anzumerken bleibt hingegen erstens noch, dass sich die Klägerin, soweit sie
mit der Berufung ihre eigenen Vorbringen im bezirksgerichtlichen Verfahren nicht
mehr gelten lassen will oder wollte – was nicht ganz klar ist –, doch recht wider-
sprüchlich verhält oder verhielte, weshalb auch insofern eine sachliche Begrün-
dung des Rechtsmittels schon im Ansatz nicht erkannt werden kann oder könnte.
Zweitens bleibt zu vermerken, dass die Klägerin mit der Berufung zwar die
eheliche Liegenschaft bzw. deren Wert nicht dem Vermögen des Ehemannes zu-
rechnen will, im Gegensatz zu den Forderungen aus den Darlehensverträgen,
welche die Mutter als Gläubigern ausweisen. Das ist in güterrechtlicher Hinsicht
alles andere als konsequent. Das Bezirksgericht hat das in seinen Erwägungen
unter Ziff. 21.4 zutreffend erkannt, weshalb vorab darauf verwiesen werden kann
(vgl. act. 496 S. 141 f.). Im Berufungsverfahren (vgl. act. 495 und act. 516/534, S.
- 91 -
19) befasst sich die Klägerin mit den entsprechenden Erwägungen des Bezirksge-
richts nicht näher, weshalb sich hier Weiteres dazu erübrigt.
7.3 Das eheliche Vermögen belief sich nach dem hier bislang Dargelegten –  der Klägerin und der Beklagten 2 (vgl. act. 516/497 S. 85) – auf insgesamt
Fr. 1'540'069.79 zuzüglich Zins gemäss Erw. II/6.7.3. Zur Vorschlagsberechnung
ist davon gestützt auf aArt. 213 ZGB eingebrachtes Frauengut im Umfang von
Fr. 18'635.- abzuziehen, wie das Bezirksgericht unter zutreffendem Verweis auf
die Standpunkte der Parteien im bezirksgerichtlichen Verfahren richtig erkannt hat
(vgl. act. 496 S. 142). Ebenso abzuziehen ist eingebrachtes Mannesgut im Um-
fang von Fr. 32'100.-. Weitere dem Mannesgut zuzurechnende Werte sind ge-
mäss den zutreffenden bezirksgerichtlichen Erwägungen (vgl. a.a.O.), auf die hier
verwiesen werden kann, nicht abzuziehen. Die Klägerin setzt sich in ihrer Beru-
fung mit diesen Erwägungen nicht auseinander, sondern legt auch hier einfach
eine eigene Rechnung vor (vgl. act. 495 S. 7), deren Grundannahmen schon nicht
zutreffen (z.B. hinsichtlich der Anrechnung des Werts der einstigen ehelichen Lie-
genschaft) und im Übrigen im Widerspruch zu dem in der Replik selbst Vorgetra-
genen (vgl. act. 102 S. 2 f. und S. 10 f.) stehen. Die Berufung der Klägerin ist da-
her auch insoweit unbegründet. In der Sache unbegründet bleibt ebenso die Beru-
fung der Beklagten 2, soweit sie lediglich Fr. 25'000.- Darlehensschulden in die
Rechnung einstellt.
Der Vorschlag (vgl. vorn Erw. II/7, vor 7.1) beläuft sich somit auf
Fr. 1'489'334.79 (Fr. 1'540'069.79 minus Fr. 18'635.- und minus Fr. 32'100.-) zu-
züglich Zins gemäss Erw. II/6.7.3. Davon entfallen 1/3 (Fr. 496'445.-) zuzüglich
1/3 der Zinsen auf die Mutter und 2/3 (Fr. 992'889.79) zuzüglich 2/3 der Zinsen
auf den Vater. Bei diesem Ergebnis erweist sich die Berufung der Klägerin, soweit
sie sich gegen die Feststellung des ehelichen Vermögens und die güterrechtliche
Teilung richtet, insgesamt als sachlich unbegründet und ist entsprechend abzu-
weisen. Teilweise unbegründet bleibt und daher abzuweisen ist – wie schon er-
wähnt – auch die Berufung der Beklagten 2.
8. - 8.1 Zu bestimmen ist nunmehr der väterliche Nachlass. Das Bezirksgericht hat dessen Wert in Beachtung der Verhandlungsmaxime per Ende Novem-
- 92 -
ber 2001 bestimmt, weil ihm die Parteien keine aktuelleren Angaben bereits zum
ehelichen Vermögen vorgetragen hätten (vgl. act. 496 S. 142 [Ziff. 21.5]). Die Be-
klagte 2 schliesst sich dem in ihrer Berufung an. Die Klägerin zeigt weder in ihrer
Berufung noch in ihrer Antwort auf die Berufung der Beklagten 2 auf, was an der
Begründung des Bezirksgerichts unzutreffend sein soll. Es bleibt daher bei der
Wertbestimmung per Ende November 2001.
Der Nachlass setzt sich daher zusammen aus dem eingebrachten Mannes-
gut von Fr. 32'100.- und 2/3 des Vorschlages (Fr. 992'889.79). Per Ende Novem-
ber 2001 beträgt er Fr.1'024'989.79 zuzüglich 2/3 Zinsen gemäss Erw. II/6.7.3.
8.2 - 8.2.1 Die Klägerin macht mit ihrer Berufung auch geltend (vgl. act. 495 S. 8 f.), der Nachlass sei noch nicht hinreichend bestimmt. Je nachdem, ob dem Nach-
lass des Ehemannes das eheliche Grundstück oder andere Vermögenswerte zu-
gewiesen würden, verändere sich dieser (vgl. a.a.O., S. 8); bereits die güterrecht-
liche Auseinandersetzung sei überdies notleidend (vgl. a.a.O., S. 9). Sie verlangt
daher u.a., das Urteil des Bezirksgerichtes hinsichtlich der "erbrechtliche[n] Tei-
lung des väterlichen Nachlasses ... aufzuheben" (a.a.O.).
Diese Argumentation der Klägerin wurde bereits im Zusammenhang mit an-
deren zu prüfenden Gesichtspunkten erörtert und als unbegründet verworfen. Es
kann daher auf die entsprechenden Erwägungen in diesem Entscheid verwiesen
werden. Anzumerken bleibt, dass die Klägerin erneut ihre Vorbringen zum eheli-
chen Vermögen in der Replik (act. 102 S. 2 f. und 10 f.) übergeht. Dasselbe gilt in
Bezug auf die von ihr erwähnten anderen Vermögenswerte (vgl. dazu vorn ins-
bes. Erw. 6.4) bzw. die in der Berufung erwähnten nicht aktenkundigen Vermö-
genswerte bzw. Vermögenswerte in nicht aktenkundiger Höhe (vgl. a.a.O., S. 8
f.). Zu diesem nicht Aktenkundigen bleibt immerhin noch anzufügen, dass es auf-
grund der Verhandlungsmaxime (vgl. § 54 Abs. 1 ZPO/ZH) ausschliesslich an den
Parteien gelegen hätte, also namentlich an der Klägerin, entsprechende Sachbe-
hauptungen bzw. Werte im bezirksgerichtlichen Verfahren vorzutragen. In der Be-
rufung bringt die Klägerin nicht vor, sie habe Entsprechendes behauptet, das Be-
zirksgericht habe es aber übersehen, und das doch mit Fug: das heute nicht Ak-
tenkundige wäre sonst aktenkundig. Die Berufung der Klägerin erweist sich inso-
weit als unbegründet.
- 93 -
Nach dem bisher Ausgeführten – es ist namentlich auf Erw. II/6.3 hinzuwei-
sen – bleibt ebenfalls kein Raum dafür, Verzögerungsschaden dem väterlichen
Nachlass anzurechnen (vgl. a.a.O., S. 9). Auch insofern ist die Berufung der Klä-
gerin unbegründet.
8.2.2 Die Klägerin verlangt in der Berufung weiter (vgl. act. 495 S. 7 f.), die  Beklagte 2 müsse wegen arglistiger Aneignung von Fr. 77'000.- aus
Darlehen sowie von weiteren Fr. 9'634.20, zu denen sie – die Klägerin – sich auf
S. 7 der Replik (act. 102) geäussert habe, einen Zins von 5 % pro Jahr zahlen,
und zwar auf den Fr. 77'000.- ab dem tt.mm.1984 und im Übrigen "ab April 1990"
(vgl. act. 495 S. 8).
Wie bereits einlässlich dargelegt wurde, ist die Beklagte 2 nicht erbunwürdig.
Sie schuldet daher unter dem Titel einer "Erbunwürdigkeit" nichts, was in den vä-
terlichen Nachlass fallen könnte und daher hier zu berücksichtigen wäre, also
auch keine Zinsen. Und von einer arglistigen Aneignung kann insoweit nicht die
Rede sein, worauf die Beklagte 2 denn auch hinweist (vgl. act. 511 S. 4/5). Die
Berufung der Klägerin erweist sich folglich ebenso in diesem Punkt als unbegrün-
det.
Der Vollständigkeit halber sei immerhin noch angemerkt, dass die Schulden
der Beklagten 2 aus Darlehen – wie gesehen – ins eheliche Vermögen fallen und
ebenso die bis zum Tod des Vaters geschuldeten Vertragszinsen. Dass der Um-
fang dieser Schulden zwischen den Parteien strittig war, begründet ebenfalls noch
keine arglistige Aneignung. Der Klärung eines solchen Streits dienen Verfahren
wie das hier zwischen den Parteien; und dessen Ergebnisse entsprechen – wie
vorhin gezeigt – keinem der divergierenden Standpunkte.
Was die Fr. 9'634.20 betrifft, auf denen Zinsen geschuldet sein sollen, so
wurde darauf bereits in Erw. II/3.3. eingegangen. Dabei wurde nichts festgestellt,
was hier als arglistige Aneignung der Beklagten 2 betrachtet werden müsste. Er-
geben hat sich vielmehr, dass das damals zuständige Einzelgericht der Klägerin
das subjektive Recht gegenüber der Beklagten 2 abgesprochen hat, aus dem von
den Geschwistern abgeschlossenen Teilungsvertrag die Hälfte der Fr. 9'634.20,
also Fr. 4'817.10 zurückzahlen zu müssen; auf dieses Ergebnis ist heute zwi-
schen der Beklagten 2 und der Klägerin nicht mehr zurückzukommen (vgl. Erw.
- 94 -
II/3.3.3). Was die zweite Hälfte der Fr. 9'634.20 betrifft, so steht ein allfälliger An-
spruch auf deren Rückzahlung durch die Beklagte 2 nicht dem väterlichen Nach-
lass zu. Weiteres erübrigt sich daher.
8.2.3 Diese Erw. II/8.2 hat alle Vorbringen der Klägerin, die sie in ihrer Berufung zur Nachlassteilung und zur Erbschaftklage vorgebracht hat (vgl. act. 495
S. 7 - 9), zum Gegenstand. Bei deren Behandlung hat sich ergeben, dass sich die
Berufung auch insofern als unbegründet erweist. Sie ist daher entsprechend ab-
zuweisen. Anlass, die Sache zur Ergänzung des Verfahrens an das Bezirksge-
richt zurückzuweisen, besteht bei diesem Ergebnis keiner.
Die Klägerin hält eine Teilung des väterlichen Nachlasses – um auch das
noch zu erwähnen – ohnehin für unnötig (act. 495 S. 9, unten). Ihr sinngemässer
Antrag auf Rückweisung an das Bezirksgericht, um erneut eine Teilung vorzuneh-
men, lässt sich deshalb nur als Eventualantrag begreifen, der die Feststellung des
Umfangs des väterlichen Nachlasses durch das Gericht beschlägt. Wollte die Klä-
gerin indessen mit ihrem sinngemässen Antrag auf Rückweisung eventualiter
auch die Teilung als solche vom Bezirksgericht vornehmen lassen, so bliebe fest-
zustellen, dass sich ihr Antrag darüber ausschweigt, wie die Teilung als solche
nach ihrer Auffassung richtigerweise vorzunehmen wäre. Es fehlte dann an einem
hinreichenden Antrag zur Sache, weshalb auf die Berufung der Klägerin insofern
nicht einzutreten wäre.
8.3 Der in Erw. II/8.1 festgestellte Nachlass ist zu teilen.
8.3.1 Das Bezirksgericht hat in seinem Urteil richtig erkannt, dass die Mutter  auf das Testament den gesetzlichen Erbanspruch und die frei verfügbare
Quote zu Eigentum gewählt hat (vgl. act. 496 S. 144, dort Ziff. 21.7). Darauf wur-
de bereits vorhin hingewiesen. Weiter erwog das Bezirksgericht, der gesetzliche
Erbanspruch der Mutter betrage nach den massgeblichen Bestimmungen von
aArt. 462 ZGB ein Viertel. Der Pflichtteil der Nachkommen betrage drei Viertel
(vgl. aArt. 471 ZGB), weshalb sich die verfügbare Quote auf 3/16 des Nachlasses
belaufe. Der Mutter stünden daher 7/16 des Nachlasses zu und den Nachkom-
men 9/16. Das habe die Klägerin in der Replik (act. 102) auf S. 11 übrigens selbst
- 95 -
vorgetragen und dies wiederum sei von der Beklagten 2 in der Duplik (act. 168)
nicht bestritten worden.
Die Klägerin beanstandet die – sachlich zutreffenden – bezirksgerichtlichen
Anteilsfeststellungen mit ihrer Berufung nicht (vgl. act. 495 S. 8 f.). Dasselbe gilt
für die Beklagte 2 (vgl. act. 516/497 S. 85 f.).
Von den 9/16 des Nachlasses, welche den Nachkommen zustehen, entfällt
somit je ein Drittel, was 3/16 entspricht, auf die Klägerin 1, auf den Nachlass des
verstorbenen G._ zuhanden dessen Erben, die der Beklagte 1 vertritt, und
auf die Beklagte 2.
8.3.2 Die Beklagte 2 beantragt in ihrer Berufung, es seien von ihrem Erbanteil Darlehensschulden von Fr. 25'000.- sowie die entsprechenden Vertragszinsen
abzuziehen. Der Nachlass des Vaters umfasst indes 2/3 der Darlehensschulden
von total Fr. 40'000.-, also Fr. 26'666.67, sowie 2/3 der Vertragszinsen aus Darle-
hen gemäss Erw. II/6.7.3. Von dem auf die Beklagte 2 entfallenden Anteil sind
daher Fr. 26'666.67 sowie 2/3 der Vertragszinsen zum jeweiligen Zinsfuss der
Zürcher Kantonalbank für Anlagesparhefte auf Fr. 4'000.- seit dem
7. September 1982 bis zum tt.mm.1984, auf Fr. 25'000.- vom 20. August 1982 bis
zum tt.mm.1984 sowie auf Fr. 16'000.- seit dem 10. September 1982 bis zum
tt.mm.1984 abzuziehen.
8.3.3 Das Bezirksgericht hat in seinem Urteil den Erbenvertreter im Nachlass von F._ (Notariat Thalwil; vgl. act. 448 und 450) angewiesen, Auszahlungen ge-
mäss den von ihm ermittelten Erbanteilen an die Erben vorzunehmen. Die Be-
klagte 2 beantragt in ihrem Antrag 4 entsprechendes ebenfalls. Die Klägerin hat
sich dazu nicht fassbar geäussert und folglich dem Antrag der beklagten 2 auch
nicht hinreichend opponiert. Es ist dem Antrag daher zu folgen.
Mangels entsprechender weiterer Anträge im Berufungsverfahren hat das
Teilungsgericht keine weiteren Anordnungen zu treffen (vgl. dazu auch BGE 143
III 425).
9. Das Urteil des Bezirksgerichtes wurde sowohl von der Klägerin wie auch von der Beklagten 2 mit Berufung angefochten. Die Ergebnisse des Verfahrens zu
diesen zwei Berufungen lassen sich folgendermassen zusammenfassen.
- 96 -
9.1 Das Bezirksgericht hatte über eine Klage der Klägerin zu befinden. In den Dispositivziffern 1 bis 4 seines Urteils hat es diese Klage im Grundsatz sowie
auch sonst grösstenteils gutgeheissen. Im übrigen Umfang hat es die Klage in
Dispositivziffer 5 aber abgewiesen.
Die Klägerin dringt mit ihrer gegen dieses Urteil gerichteten Berufung in kei-
nem Punkt durch: Auf ihre Berufung ist – wie gesehen – teilweise nicht einzutre-
ten, und im Übrigen ist sie – wie ebenso gesehen – durchwegs abzuweisen. Das
führt vorab zur Bestätigung von Dispositivziffer 5 des angefochtenen Urteils.
9.2 Das Bezirksgericht hat in Dispositivziffer 1 seines Urteils festgestellt, die  2 sei erbunwürdig. In den Dispositivziffern 3 und 4 hat es die sich aus der
Erbunwürdigkeit ergebenden weiteren Anordnungen festgehalten. Die Beklagte 2
hat mit ihrer Berufung den Standpunkt eingenommen, sie sei entgegen der Fest-
stellung des Bezirksgerichts nicht erbunwürdig. Sie dringt in diesem Punkt mit ih-
rer Berufung vollumfänglich durch und es ist deshalb die Dispositivziffer 1 des be-
zirksgerichtlichen Urteils ersatzlos aufzuheben. Ersatzlos aufzuheben ist ebenso
die Dispositivziffer 3 des bezirksgerichtlichen Urteils, mit welcher die Beklagte 2
wegen Erbunwürdigkeit zu (Rück-)Zahlungen an den väterlichen Nachlass ver-
pflichtet wurde. Und aufzuheben ist schliesslich Dispositivziffer 4, mit der die Be-
klagte von der Teilung des väterlichen Nachlasses ausgeschlossen wurde. Sie ist
durch eine Neuregelung zu ersetzen, welche den übrigen Ergebnissen des Beru-
fungsverfahren entspricht.
9.3 - 9.3.1 Die Beklagte 2 hat mit ihrer Berufung eine Korrektur der vom  in Dispositivziffer 2 seines Urteils getroffenen Feststellung verlangt, der
väterlichen Nachlass betrage per November 2001 Fr. 1'066'323.19 zuzüglich 2/3
diverser Zinsen auf diversen Beträgen für diverse Zeiträume. Sie will festgestellt
haben, dass ein Nachlass im Umfang von Fr. 1'014'989.86 zuzüglich 2/3 des Zin-
ses auf Fr. 25'000.- vom 20. August 1982 bis zum tt.mm.1984 zum jeweiligen
Zinsfuss der Zürcher Kantonalbank für Anlagehefte besteht.
Festzustellen ist im Ergebnis des Berufungsverfahrens ein Nachlass im Um-
fang von Fr.1'024'989.79 zuzüglich 2/3 der Zinsen zum jeweiligen Zinsfuss der
Zürcher Kantonalbank für Anlagesparhefte auf Fr. 4'000.- vom 7. September 1982
- 97 -
bis zum tt.mm.1984, auf Fr. 25'000.- vom 20. August 1982 bis zum tt.mm.1984
sowie auf Fr. 16'000.- vom 10. September 1982 bis zum tt.mm.1984. Die Beklagte
dringt folglich in diesem Punkt mit ihrer Berufung teilweise durch und es ist die
Dispositivziffer 2 des bezirksgerichtlichen Urteils aufzuheben und mit dem Ergeb-
nis des Berufungsverfahrens zu ersetzen.
9.3.2 Vom väterlichen Nachlass stehen 7/16 der Mutter bzw. deren Nachlass zu, den das Notariat Thalwil als Erbenvertreter verwaltet. Der Klarheit halber ist im
Dispositiv darauf hinzuweisen. Von den verbleibenden 9/16 stehen je 3/16 der
Klägerin, dem Nachlass des verstorbenen G._ zuhanden dessen Erben, die
der Beklagte 1 vertritt, und der Beklagten 2 zu. Die Beklagte 2 beantragt mit ihrer
Berufung die Auszahlung der entsprechenden Anteile durch das Notariat Thalwil
an die Parteien. Von ihrem Anteil will sie eine Darlehensschuld gegenüber dem
Nachlass im Umfang von Fr. 25'000.- zuzüglich Zins vor der Auszahlung ihres An-
teils abgezogen haben. Im Ergebnis des Berufungsverfahrens sind indessen Fr.
26'666.67 sowie 2/3 der Vertragszinsen zum jeweiligen Zinsfuss der Zürcher Kan-
tonalbank für Anlagesparhefte auf Fr. 4'000.- seit dem 7. September 1982 bis
zum tt.mm.1984, auf Fr. 25'000.- vom 20. August 1982 bis zum tt.mm.1984 sowie
auf Fr. 16'000.- seit dem 10. September 1982 bis zum tt.mm.1984 abzuziehen.
Insoweit dringt die Beklagte 2 mit ihrer Berufung nicht durch.
Im Übrigen ist dem Antrag der Beklagten 2 entsprechend das Notariat Thalwil als
Erbenvertreter anzuweisen, 3/16 des väterlichen Nachlass an die Klägerin auszu-
zahlen, 3/16 an den Beklagten 1 zuhanden der Erben des verstorbenen G._
und 3/16 an die Beklagte 2. Von dem auf die Beklagte 2 entfallenden Anteil hat
der Erbenvertreter zuvor Fr. 26'666.67 sowie 2/3 der Vertragszinsen zum jeweili-
gen Zinsfuss der Zürcher Kantonalbank für Anlagesparhefte auf Fr. 4'000.- seit
dem 7. September 1982 bis zum tt.mm.1984, auf Fr. 25'000.- vom 20. August
1982 bis zum tt.mm.1984 sowie auf Fr. 16'000.- seit dem 10. September 1982 bis
zum tt.mm.1984 abzuziehen.
- 98 -
III. (Kosten- und Entschädigungsfolgen)
1. Die Verlegung der Prozesskosten des erst- und des zweitinstanzlichen  erfolgt grundsätzlich nach dem Grundsatz von Obsiegen und Unterliegen
(vgl. § 64 Abs. 2 und § 68 Abs. 1 ZPO/ZH und Art. 106 Abs. 1 ZPO), und zwar
gemäss dem Ausgang des Berufungsverfahrens.
1.1 Sowohl im bezirksgerichtlichen Verfahren als auch im Berufungsverfahren hat sich der Beklagte 1 Anträgen zur Sache enthalten, sich also am Verfahren nicht
beteiligt. Das rechtfertigt es bereits für sich, ihn von der Verlegung der Prozess-
kosten auszuklammern. Hinzu kommt, dass die Entschädigung für seine Aufwen-
dungen als Erbenvertreter durch das Gericht zu bestimmen sein wird, das ihn ein-
gesetzt hat, und zu Lasten des Nachlasses geht, für dessen Erben er als Vertreter
tätig ist. Das gilt es im Folgenden zu beachten; die Klägerin weist der Sache nach
zu Recht darauf hin (vgl. act. 495 S. 10).
Zu verlegen sind die Prozesskosten daher lediglich zwischen der Klägerin
und der Beklagten 2.
1.2 Das Bezirksgericht hat die Klage der Klägerin weitgehend gutgeheissen, die Beklagte 2 als erbunwürdig erklärt und sie u.a. zur Leistung von Fr. 102'000.- zu-
züglich Zinsen bis zum Urteilstag an den väterlichen Nachlass verpflichtet, von
denen Fr. 25'000.- zuzüglich einige Zinsen anerkannt waren. Abgewiesen hat das
Bezirksgericht die Klage im Wesentlichen hinsichtlich der Schadenersatzforde-
rung aus Verspätung, die unbeziffert war, sowie in Bezug auf weitere Rechtsbe-
gehren. Ersteres (Gutheissung) hat das Bezirksgericht mit einem Anteil von 4/5
an der gesamten Streitsache gewichtet, Letzteres mit 1/5 bei einem Gesamtstreit-
wert von Fr. 460'000.- (vgl. act. 496 S. 150 f.). Diese Gewichtung und diese Streit-
wertberechnung wurden im Berufungsverfahren von keiner Partei näher bean-
standet (vgl. act. 495 S. 10, act. 516/497 S. 86). Es bleibt deshalb dabei.
1.3 Die Klägerin hat mit ihrer Berufung im Wesentlichen an ihrer dem  vorgelegten Klage festgehalten, die u.a. auch die Feststellung des Nachlas-
ses als solche umfasste. Die Klägerin schloss sich damit einerseits dem Bezirks-
- 99 -
gericht an (namentlich in der Frage der Erbunwürdigkeit sowie hinsichtlich der
Verpflichtung der Beklagten 2, die nicht anerkannten Fr. 77'000.- zuzüglich Zinsen
zu bezahlen). Anderseits hielt sie an ihren übrigen dem Bezirksgericht gestellten
Rechtsbegehren fest, namentlich auch an der Verpflichtung der Beklagten 2,
Schadenersatz zu leisten (vgl. act. 495 S. 2 f.). Da ihre Berufung vollumfänglich
abzuweisen ist, bleibt es vorab bei einem Unterliegen der Klägerin im Umfang von
Fr. 92'000.- (1/5 von Fr. 460'00.-) und einem entsprechenden Obsiegen der Be-
klagten 2.
Mit ihrer Berufung hat die Beklagte 2 im Wesentlichen verlangt, es sei ihrem
bereits im bezirksgerichtlichen Verfahren eingenommenen Standpunkt zu folgen,
also grundsätzlich ihre Stellung als Erbin und ihre daraus folgende Teilnahme an
der Nachlassteilung zu bestätigen. In diesem Grundsatz dringt sie vollumfänglich
durch. Die Beklagte hat ebenfalls die Feststellung des Nachlasses als solche
durch das Bezirksgericht beantragt; dieser Punkt war daher im Grundsatz kein
Streitpunkt. Im Quantitativ, nämlich in Bezug auf die Feststellung ihrer – auch die
Nachlasshöhe bestimmenden – Schulden und Zinsen, die an ihren Erbanteil an-
zurechnen sind und nebst der Erbunwürdigkeit ein Hauptpunkt des bezirksgericht-
lichen Verfahrens waren, dringt die Beklagte 2 mit der Berufung teilweise nicht
durch: Die Differenz zwischen dem von ihr bei den Schulden aus Darlehen Aner-
kannten und dem Ergebnis des Berufungsverfahrens beträgt Fr. 15'000.- und ist –
gemessen an der unbeanstandeten bezirksgerichtlichen Streitwertgewichtung und
Streitwertfestsetzung von Fr. 460'000.- – geradezu marginal. Daran ändert auch
die Pflicht der Beklagten 2, aus den Darlehen der Eltern Vertragszinsen zu schul-
den, nichts Wesentliches, zumal die Beklagte 2 diese Pflicht teilweise anerkannt
hat und der massgebliche Zinssatz zwar bestimmbar ist, aber nie beziffert wurde;
aufgrund der allgemeinen Lebenserfahrung ist immerhin gewiss, dass der Zins-
satz – wie schon vermerkt – über 1 % p.a. lag. Mehr als höchstens 1/100 unter-
liegt die Beklagte in der Sache daher auch unter Berücksichtigung dieses weite-
ren Gesichtspunkts nicht, was es rechtfertigt in der Sache von einem Obsiegen
und Unterliegen der Beklagten 2 im Umfang von 99/100 und 1/100 auszugehen
bzw. von einem entsprechenden Unterliegen bzw. Obsiegen der Klägerin. Ge-
- 100 -
sichtspunkte, die für das bezirksgerichtliche Verfahren eine andere Kostenverle-
gung verlangten, sind nicht ersichtlich.
1.4 Im Berufungsverfahren war von der Kammer aufgrund der zwei Berufungen die gesamthafte Überprüfung der von den Parteien bereits vor dem Bezirksgericht
vorgetragenen Standpunkte verlangt. Der Berufung der Klägerin ist kein Erfolg
beschieden, während dem die Berufung der Beklagten 2 vom Grundsatz her voll-
ständig gutzuheissen ist und im Quantitativ nur marginal nicht. Letzteres fällt bei
der Prüfung der Sache indes nicht ins Gewicht, weil es keinen Aufwand verur-
sachte, der bei einer vollständigen Gutheissung nicht angefallen wäre. Das recht-
fertigt es, im Berufungsverfahren von einem vollständigen Unterliegen der Kläge-
rin auszugehen bzw. von einem vollständigen Obsiegen der Beklagten 2, zumal
keine Gesichtspunkte ersichtlich sind, die eine andere Kostenverlegung gebieten
könnten.
2. - 2.1 Die erstinstanzliche Bemessung der Gerichtsgebühr erfolgte zutreffend nach den Grundsätzen der Gebührenverordnung, die aufgrund der im bezirksge-
richtlichen Verfahren noch geltenden ZPO/ZH (vgl. Erw. II/1.1) anzuwenden war.
Richtigerweise wurde dieser Punkt im Berufungsverfahren daher nicht aufgegrif-
fen. Auch sonst blieb die bezirksgerichtliche Festsetzung der Gerichtskosten (Dis-
positivziffer 6 des Urteils) im Berufungsverfahren unbeanstandet und ist daher zu
bestätigen. Diese Kosten sind der Klägerin zu 99/100 und der Beklagten 2 zu
1/100 aufzuerlegen.
Die Klägerin hat an die bezirksgerichtlichen Gerichtskosten Vorschüsse ge-
leistet. Die Verrechnung dieser Vorschüsse mit dem auf die Klägerin entfallenden
Anteil an den erstinstanzlichen Gerichtskosten blieb richtigerweise unangefochten
und gilt auch hier.
2.2 Ausgangsgemäss ist der Beklagten 2 für das erstinstanzliche Verfahren eine auf 98/100 reduzierte Prozessentschädigung zuzusprechen (vgl. § 68 Abs. 1
ZPO/ZH). Das Bezirksgericht hat aufgrund der im Verfahren nach der ZPO/ZH
noch geltenden Anwaltsgebührenverordnung die volle Parteientschädigung auf
Fr. 45'200.- bemessen (vgl. act. 496 S. 153). Die Beklagte 2 hält das ausdrücklich
für richtig (vgl. act. 516/497 S. 86). Stichhaltiges, welches ein Abgehen von dieser
- 101 -
Bemessung gebieten würde, ist nicht ersichtlich, auch nicht vor dem Hintergrund
der klägerischen Auffassung, ihr – der Klägerin – sei eine Entschädigung von
Fr. 200'000.- zuzusprechen (vgl. act. 495 S. 10). Mehrwertsteuerersatz hat die
Beklagte 2 nicht beantragt (vgl. act. 36 S. 2), weshalb ein solcher auch nicht zu-
zusprechen ist.
Das Bezirksgericht hat dem Beklagten 1 in Dispositivziffer 8 eine Parteient-
schädigung zugesprochen. Hierfür fehlt es indes an einer sachlichen Grundlage
(vgl. Erw. III/1.1), weshalb die entsprechende Anordnung antragsgemäss
(act. 516/497 S. 3) ersatzlos aufzuheben und dem Beklagten 1 keine Entschädi-
gung zuzusprechen ist.
3. - 3.1 Im zweitinstanzlichen Verfahren waren zwei Berufungen zu behandeln, die unabhängig voneinander eingereicht worden waren. Auf die Anschlussberu-
fung der Klägerin, die auf die Berufung der Beklagten 2 hin erhoben worden war,
trat die Kammer mit Beschluss vom 22. Januar 2019 – wie schon in Erw. I/3.2
vermerkt – nicht ein. Die Prozesskosten dafür wurden zugleich verlegt, unter In-
anspruchnahme des von der Klägerin geleisteten Vorschusses für die Gerichts-
kosten von Fr. 500.-. Das ist der Klarheit halber vorzumerken.
Für das übrige zweitinstanzliche Verfahren ist eine Entscheidgebühr gestützt
auf § 12 Abs. 1 - 2 GebV OG gemäss § 4 Abs. 1 - 2 GebV OG zu bemessen,
ausgehend von einem Streitwert von Fr. 460'000.-, weil die Sache, wie vorhin ver-
merkt, insgesamt zu prüfen war. Durchzuführen waren dafür zwei gesetzlich vor-
gesehene Schriftenwechsel (zu jeder Berufung einer). Nebst den üblichen pro-
zessleitenden Verfügungen wie etwa zum Kostenvorschuss war eine Vereinigung
der zwei Berufungsverfahren anzuordnen und waren prozessual u.a. eine Noven-
eingabe der Beklagten 2 (vgl. vorn Erw. I/3.2) sowie Anträge der Klägerin auf die
Fällung eines Teilurteils sowie Sistierung des übrigen Verfahrens zu behandeln
(vgl. vorn Erw. I/3.3). Der Aufwand war daher nur schon insoweit einiges höher
als in einem durchschnittlichen Berufungsverfahren. Dasselbe gilt ebenfalls für die
Behandlung der Berufungen und der dabei aufgeworfenen Fragen und Aspekte
(z.B. res iudicata, Erbunwürdigkeit, güterrechtliche Auseinandersetzung nach der
altrechtlichen Güterverbindung, Darlehensrecht, Beweiswürdigung und Prüfung
von abgenommenen Beweismitteln), die einen entsprechenden Begründungsauf-
- 102 -
wand erforderten. Das rechtfertigt es, die Grundgebühr gemäss § 4 Abs. 1 GebV
OG von Fr. 19'950.- um ca. 1⁄4 zu erhöhen und auf Fr. 24'000.- festzusetzen. Wei-
tere zweitinstanzliche Gerichtskosten fallen nicht an.
Die zweitinstanzlichen Gerichtskosten sind – wie gesehen – vollumfänglich
der Klägerin aufzuerlegen und mit den von beiden Parteien geleisteten Vorschüs-
sen von je Fr. 12'000.- zu verrechnen. Die Klägerin hat der Beklagten 2 daher
Fr. 12'000.- zu ersetzen.
3.2 Die Parteientschädigung, die die Klägerin der Beklagten 2 für das  Verfahren zu bezahlen hat, ist gestützt auf § 13 Abs. 1 und 2 AnwGebV
i.V.m. § 4 Abs. 1 und 2 AnwGebV zu bemessen. Dabei ist von einer Herabset-
zung des Grundansatzes gemäss § 13 Abs. 2 AnwGebV, die vor dem Hintergrund
zu sehen ist, dass die Parteivertreter im Rechtsmittelverfahren in aller Regel (vgl.
auch § 12 Abs. 3 AnwGebV) und anders als die Rechtsmittelinstanz mit der Mate-
rie bereits vertraut sind, hier abzusehen. Zu verzichten ist im Gegenzug auf Zu-
schläge auf der Gebühr gemäss § 11 Abs. 1 - 3 AnwGebV. Im Ergebnis dieses
Vorgehens wird allen wesentlichen Aspekten angemessen Rechnung getragen,
die für die Festsetzung der Parteientschädigung wesentlich sind, namentlich also
dem Aufwand (sachbedingt umfangreiche Berufungsschrift, kurze Antwort auf die
Berufung der Klägerin, wenige prozessual notwendige Stellungnahmen bzw. Ein-
gaben), ferner der Schwierigkeit des Falles (mit dessen Einzelheiten der Vertreter
der Beklagten 2 ja schon vertraut war) sowie der anwaltlichen Verantwortung. Die
Klägerin ist somit zu verpflichten, der Beklagten 2 für das Berufungsverfahren ei-
ne Parteientschädigung von Fr. 22'600.- zu bezahlen. Mehrwertsteuerersatz wur-
de nicht beantragt (vgl. act. 516/497 S. 3 und S. 86, act. 511) und ist daher auch
nicht zuzusprechen.
Dem Beklagten 1 ist für das Berufungsverfahren keine Parteientschädigung
zuzusprechen (vgl. vorn Erw. III/1.1).
- 103 -