# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** e0911bde-9145-487a-9565-617682ef42dd
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2013
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** 

## Facts

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1958, arbeitete als Pflegeassistentin im
Z._
,
A._
,
und war dadurch bei der AXA
Versicherungen AG (vormals Winterthur Schweizerische Versicherungs-Gesellschaft; im Folgenden: AXA)
gegen
die Folgen von Berufs- und Nichtberufsunfällen versichert
(Urk. 12/1)
, als sie
sich bei einen Verkehrsunfall
am 7. Januar 2005
laut
Bericht der
Chirurgische
n
Notfallstation des Spitals
B._
vom 20. Januar 2005 eine
Thoraxkontusion
links sowie eine Schädelkontusion zu
zog,
und der Verdacht auf ein beginnendes
kranio
-zervikales Schleudertrauma gestellt
wurde
(Urk. 12/M1 Beilage). Die AXA trat auf den Schaden ein und gewährte Taggeld und Heilbehandlung.
In der Folge wurde
X._
von ihrem Hausarzt
Dr.
med
.
C._
, Facharzt für allgemeine Medizin FMH,
behandelt, welcher
eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit
bescheinigte. Als der Heilungsproz
ess stag
nierte
und der von
Dr.
C._
zugezogene
Dr.
med.
D._
, Rheumatologie FMH
,
gemäss Bericht vom 17. Mai 2005 (Urk. 12/M8) kein eindeutig fassb
ares Korrelat im
mus
k
ulo-skelett
alen
Bereich für die angegebenen Beschwerden und die daraus abgeleitete Arbeitsfähigkeit fand, wurde
die Versicherte
einer
medizinische
n
Standortbestimmung in der
E._
(Bericht vom 25. Juli 2005, Urk. 12/M9)
zug
eführt
, welche ergab
, dass
sie
aktuell nicht arbeitsfähig sei
. Daraufhin weilte
X._
vom 20. September bis 18. Oktober zur stationären Therapie in der
F._
. Deren Ärzte diagnostizierten im Austrittsbericht vom 14. November 2005 (Urk. 12/M10) ein
chronifiz
iertes
zervikospondylogenes
Sch
m
e
rzsyndrom linksbetont mit/bei Status nach
HWS
Distor
sionstrauma
am 7. Januar 2005, vegetativer Begleitsymptomatik und differenzialdiagnostisch generalisiertem Schmerzsyndrom,
Fibro
myalgie
syndrom
mit 13 von 18 positiven Tenderpoints bei negativen Kontrollpunkten und attestierten eine Arbeitsfähigkeit von 30 % bis 31. Oktober 2005
mit
kon
tinuierlicher Steigerung gemäss Klinik. Am 6. September 2006 (Urk. 12/M12) berichtete
Dr.
C._
, die Situation habe sich stabilisi
ert und die Versicherte arbeite
seit 1. Juni 2006 wieder zu 100 %.
Wegen Magenschmerzen verbunden mit Appetitlosigkeit und Druck in der Brust, welche die Versicherte auf
den Unfall zurückführe, habe sie
einen
Gastroenterologen
konsultiert. Am 30. November (Urk. 12/M14) berichtete
Dr.
C._
,
die ganze Situation bleibe komplex, es sei zu einer Symptomausweitung in den Magen-
Darmtrackt
gekommen und ein Schw
i
ndelsyndr
o
m
– aufgrund dessen
die Versicherte
am 22. Dezember 2006 von
Dr.
med.
G._
, Facharzt FMH für Hals-, Nasen- und Ohrenkrankheiten, speziell Hals- und Gesichtschirurgie untersucht wurde (Bericht vom
22. Dezember 2006) -
hinzugekommen, was mit dem Unfall direkt nichts zu tun habe. Am 23. Januar 2007 (Urk. 12/M15) schliesslich schrieb
Dr.
C._
, die Versicherte sei seit dem 20. Januar 2007 wegen des Rückens arbeitsunfähig, nachdem sie zuvor während drei Wochen wegen der Bauchsymptomatik vom
H._
arbeitsunfähig geschrieben worden sei.
Hierauf liess die AXA
die Versicherte
im
I._
, Klinik für Rheumatologie und Rehabilitation, begutachten (Gutachten vom 10. April 2007, Urk. 12/M16). Gestützt auf dieses Gutachten stellte sie die Leistungen mit Verfügung vom 17. August 2007
per 31. März 2007
ein (Urk. 12/57). Die Verfügung erwuchs unangefochten in Rechtskraft.
1.2
Mit Schreiben vom 12. April 2010
ersuchte die Versicherte die
AXA um Wiedererwägung de
r Verfügung vom 17. August 200
7.
Gleichzeitig
wies
sie darauf hin, dass die Voraussetzungen der Revision gemäss Art. 53
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG)
erfüllt seien (Urk. 2/60). Mit Verfügung vom 31. Mai 2010 wies die AXA das Gesuch ab mit der
Begründung
, dass sowohl die Voraussetzungen für eine Revision
als auch
für eine Wiedererwägung nicht gegeben seien (Urk. 12/62). Die dagegen gerichtete Einsprache vom 2. Juni 2010 (Urk. 12/63;
Einspracheergänzung
vom 12. Juli 2010, Urk. 12/66) wies sie mit Entscheid vom 22. Oktober 2010 ab (Urk. 17/72).
Das am 12. November 2012 angerufene Sozialversicherungsgericht wies die Beschwerde, so
weit es auf
sie
eintrat
, mit Urteil vom 24. Januar 2011 ab (Prozess
Nr. UV.2010.00342, Urk. 12/75).
1.3
Nachdem das im Auftrag der Eidgenössischen Invalidenversicherung
erstellte
Gutachten der MEDAS
J._
am 25. Februar 2011
(Urk. 12/M19)
vorlag
,
stellte die Versicherte
bei der AXA am 3. März 2011 erneut das Gesuch, es sei die Verfügung vom 17. August 2007 in Wiedererwägung
oder
in Revision zu ziehen (Urk. 12/76). Die AXA teilte der Versicherten hierauf mit Schreiben vom 22. März 2011 mit, dass sie die Verfügung nicht in Wiedererwägung zu ziehen gedenke, und setzte ihr eine Frist an, um das
Revisionsgesuch zu begründen (Urk. 12/77). Mit Verfügung vom 1. November 2011 trat die AXA nicht auf das Wiedererwägungsgesuch ein und wies das Gesuch um prozessuale Revision ab, so
weit sie darauf
eintrat
(Urk. 12/80). Die dagegen gerichtete Einsprache vom 17. November 2011 (Urk. 12/82) wie
s sie, soweit sie darauf eintrat
, mit Entscheid vom 18. Mai 2012 ab (Urk. 2).
2.
Mit Eingabe vom 19. Juni 2012 erhob
die Versicherte
Beschwerde mit fol
gendem Rechtsbegehren (Urk. 1 S. 2):
„
1.
Der
Einspracheentscheid
vom 18. Mai 2012 sowie die diesem zugrunde liegende Verfügung vom 1. November 2011 seien aufzuheben.
2.
Auf das Revisionsgesuch vom 3. März 2011 sei einzutreten.
3.
Es sei der Versicherten eine Integritätsentschädigung von 25 % aus
zurichten.
4.
Der Versicherten sei ab dem 1. August 2006 das Taggeld aus
zurichten. Ebenso sind ihr die Heilungskosten auszurichten.
5.
Ab einem von Amtes wegen zu bestimmenden Zeitpunkt sei dieses Taggeld von einer Rente abzulösen. Ebenso ist der Anspruch auf Heilungskosten zu klären.
6.
Unter Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten der Beschwerdegegnerin.“
Mit Beschwerdeantwort vom 24. Oktober 2012, welche der Beschwerdeführerin am 12. November 2012 zur Kenntnis gebracht wurde (Urk. 15), schloss die AXA auf Abweisung der Beschwerde (Urk. 10).
Am 26. November 2012 nahm die Beschwerdeführerin unaufgefordert St
ellung zur Beschwerdeantwort
,
wozu
sich
die Beschwerdegegnerin
ihrerseits
am 22. März 2013
äusserte (Urk. 22).
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
Vorab ist darauf hinzuweisen, dass der
Nichteintretensentscheid
bezüglich des Gesuchs um Wiedererwägung einer Anfechtung nicht zugänglich und daher endgültig ist (BGE 133 V 50 E. 4.4.2 mit Hinweisen), weshalb die
Beschwer
degegnerin
auf die Einsprache zu Recht nicht eingetreten ist.
2.
2
.1
Laut Art. 53 Abs. 1 ATSG müssen formell rechtskräftige Verfügungen und
Ein
spracheentscheide
in Revision gezogen werden, wenn die versicherte Person oder der Versicherungsträger nach deren Erlass erhebliche neue Tatsachen entdeckt oder Beweismittel auffindet, deren Beibringung zuvor nicht möglich war (sogenannte prozessuale Revision).
2
.2
Als
„
neu"
gelten
Tatsachen, welche sich zwar vor Erlass der formell rechts
kräftigen Verfügung oder des
Einspracheentscheids
verwirklicht haben, dem Gesuchsteller trotz hinreichender Sorgfalt jedoch nicht bekannt waren (Urteil U
22/07 vom
6.
September 2007 E. 4.1 mit Hinweisen). Das revisionsweise
vorgebrachte Element, welches lediglich eine neue Würdigung einer bereits bekannten Tatsache beinhaltet, rechtfertigt keine prozessuale Revision.
Die neuen Tatsachen müssen zudem
„
erheblich"
sein. Eine neue Tatsache ist jedenfalls nur dann im Sinne von Art. 53
Abs.
1 ATSG erheblich, wenn sie die tatsächliche Grundlage der Verfügung oder des
Einspracheentscheids
so zu ändern vermag, dass bei zutreffender rechtlicher Würdigung ein anderer Ent
scheid resultiert
.
Im Rahmen der prozessualen Revision muss die erhebliche neue Tatsache selber bei zutreffender rechtlicher Würdigung zu einem anderen Entscheid führen; der Gesuchsteller hat den Revisionsgrund allein gestützt auf die Parteivorbringen oder andere, sich aus den Akten ergebende Anhaltspunkte mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit (
vgl. BGE 126 V 353 E. 5b
) nach
zuweisen, da andernfalls das Revisionsgesuch abzuweisen ist (
Urteil des Bun
des
gerichts 8C_720/2009 vom 15. Februar 2010, E. 5.1 mit Hinweisen
).
2
.3
Neue Beweismittel haben entweder dem Beweis der die Revision begründenden neuen erheblichen Tatsachen oder dem Beweis von Tatsachen zu dienen, die zwar bekannt gewesen, zum Nachteil des Gesuchstellers aber unbewiesen geblieben sind. Sollen bereits vorgebrachte Tatsachen mit neuen Mitteln bewiesen werden, hat der Gesuchsteller auch darzutun, dass er die Beweismittel im früheren Verfahren nicht beibringen konnte. Ausschlaggebend ist, dass das Beweis
mittel nicht bloss der Sachverhaltswürdigung, sondern der
Sachver
haltsfeststellung
dient. Es genügt daher nicht, dass ein neues Gutachten den Sachverhalt anders wertet; vielmehr bedarf es neuer Elemente tatsächlicher Natur, welche die Entscheidungsgrundlagen als objektiv mangelhaft erscheinen lassen. Auch ist ein Revisionsgrund nicht schon gegeben, wenn d
ie Verwaltung
bereits im Hauptverfahren bekannte Tatsachen möglicherweise unrichtig gewürdigt hat. Notwendig ist vielmehr, dass die unrichtige Würdigung erfolgte, weil für den Entscheid wesentliche Tatsachen nicht bekannt waren oder unbe
wiesen blieben (Urteil U 68/06 vom
4.
J
anuar 2007 E. 2.2
und BGE 110 V 138 E. 2 S. 141, je mit Hinweisen). Das Beweismittel muss sich auf eine Tatsache beziehen, welche Grundlage des gegebenenfalls zu revidierenden Entscheides bildete (
Urteil des Bundesgerichts 8C_720/2009 vom 15. Februar 2010, E. 5.2 mit Hinweisen
).
3
.
3
.1
Die Beschwerdegegnerin
stützte sich
in ihrer Verfügung vom 17. August 2007 (Urk. 12/57)
auf das Gutachten des
I._
vom 10. April 2007 (Urk. 12/M16)
, worin die Experten davon ausgingen, dass
der natürliche Kausal
zusammenhang zwischen dem Unfall vom 7. Januar 2005 und den geltend gemachten Beschwerden nur noch möglicherweise (weniger als 50 %) gegeben sei
und d
er Status quo sin
e
(
also der
Zustand
,
wie er beim schicksalsmässigen Verlauf einer Krankheit oder eines Vorzustandes auch ohne Unfall wahrscheinlich wäre) per Ende März 2007 als erreicht
gelte
.
3
.2
Dem Gutachten des
I._
kann die
Diagnose chronischer Kopf- und Nackenschmerzen bei psychophysischer Belastungssituation, thorakaler Kyphose und leichter Skoliose sowie Status nach Unfall am 7. Januar 2005 mit Kopfkontusion und möglicher Rippenfraktur
entnommen werden (Urk. 12/M16 S.
26).
Die Beschwerdeführerin äussere Schmerzen im Nacken und ganzen Schulterbereich mit Ausstrahlung in den Kopf bis hinter das rechte Auge mit Stechen im rechten Auge, selten auch ausstrahlend bis in Kreuz links und ins linke Bein. Als Befunde wurden eine Kyphose und leichte Skoliose der Brustwirbelsäule, Verspannungen im Nacken-
/
Schulterbereich sowie unauf
fällige peripher-neurologische Befunde genannt.
Zusammengefasst handle es sich um ein schwer fassbares Schmerzsyndrom, dessen Zusammenhang mit dem Unfall vom 7. Januar 2005 fraglich sei. Ohne Zweifel habe die Beschwerde
führerin damals den Kopf angeschlagen und den Nacken gestaucht und deshalb Symptome entwickelt, die sich im Verlauf nur langsam zurückgebildet hätten. Die Beschwerdeführerin spreche selber von einem halbjährigen, symptomfreien Intervall. Allerdings sei sie in diesem Zeitraum wegen nicht unfallbedingter Magenprobleme behandelt worden und erzähle von zwei sie offenbar belasten
den Unfällen in ihrer sozialen Umgebung. Erstaunlich sei das Wiederauftreten von unklaren Symptomen wie ein akuter Drehschwindel und dreimaliges Erbrechen beim Einkaufen am 20. Dezember 2006, mithin ein halbes Jahr nach Abschluss der Behandlung mit beschwerdefreiem halbjährigem Intervall mit vollumfänglicher Arbeitstätigkeit. Die Abklärungen beim Facharzt für Hals-Nasen-Ohrenkrankheiten einerseits und auf der Notfallstation des Spitals
B._
hätten keine klaren Gründe dafür gegeben.
3
.3
Die Diagnosen mit wesentlicher Einschränkung der zumutbaren Arbeitsfähigkeit im MEDAS-Gutachten vom 25. Februar 2011 (Urk. 12/M19 S. 37) lauten fol
gendermassen:
Status nach Autounfall am 07.01.2005 (Überschlagen des Autos,
Kopf
anprall
am Autodach) ohne sichere Bewusstlosigkeit und ohne sichere neuro
logische Defizite
c
hronische Kopf- und Nackenschmerzen
p
osttraumatische
leichtgradige
sensorineurale
Schwerhörigkeit rechts, DD: Status nach
Contusio
labyrinthi
l
eicht vermindertes Gleichgewicht, DD: posttraumatisch
b
ei Fehlstatik mit fixierter thorakaler Hyperkyphose, zervikaler
Streck
haltung
, muskulärer
Dysbalance
und
Dekonditionierung
Segmentdegenrationen C4/5 und vor allem C5/6 im Sinne von
Osteo
chondrosen
, Spondylosen und
Unkarthrosen
; degenerativ bedingte segmen
tale
Gefügelockerung
C4/5
c
hronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren ICD-10 F45.41;
chronifizierte
s
, therapierefraktäres, diffuses
Schmerz
syndrom
mit begleitender Halbseitensymptomatik ohne adäquates orga
nisc
hes Korrelat am Bewegungsappara
t
m
anifeste
Valgusgonarthrose
und
Femoropatellararthrose
links
Status nach Meniskusoperation lateral link
s
1983
c
hronische
Impingement
-Symptomatik
subakromial
beidseits, linksbetont
Supraspinatus-Tendinopathie
(
Arthro
-MRI links 11.05.2005)
Schulterp
ro
traktion
und muskuläre
Dysbalance
im Rahmen der fixierten thorakalen Hyperkyphose
Als Diagnosen ohne wesentliche Einschränkung der Arbeitsfähig
keit
, aber mit
Krank
heitswert
wurden genannt (Urk. 12/M19 S. 37 f):
s
pezifische (isolierte) Phobien (Höhen- und
E
isenbahnangst, Klaustro
phobie) ICD-10
F40.2
Gallen
wegserkrankung
Status nach
Cholezystektomie
im Alter von 16 1⁄2 Jahren (!) nach vor
gängigen Gallenkoliken anamnestisch seit drei Jahren
Papillensklerose
Sta
tus nach ERCP mit
Papillotomie
0
1/2007
Status nach R
e
-
Papillotomie
30.07.2008
b
ekannte Leberhämangiome
Refluxbeschwerden
bei mittelgrosser
Hiatushernie
mit kleinem
paraöso
phagealem
Anteil
Si
g
madiver
t
ikulose
a
namnestisch chronischer Durchfall seit Jahren
Status nach CT-Operation rechts 1985, anamnestisch Status nach Morbus
Sudeck
möglich
d
iverse Allergien und
Unverträglichkeiten
a
namnestisch Kuhmilchallergie
a
namnestisch Getreideallergie (ähnlich Zöliakie)
a
namnestisch Allergie auf Hühnereiweiss.
Auf dem Boden leicht- bis höchstens
mässiggradiger
Befunde am
Bewegungs
apparat
bestehe ein massiver funktioneller Überbau im Sinne eines diffusen Schmerzsyndroms, welches von rheumatologischer Seite her durch o
r
ganische Befunde nicht erklärt werden könne. Gegenüber dem Bericht des Rheuma
tologen
Dr.
D._
vom 17. Mai 2005, den Ausführungen der
F._
vom 25. Juli 2005 sowie dem Gutachten der Rheumatologie des
I._
vom 10. April 2007 könnten keine relevanten zusätzlichen Befunde von rheumatologischer Seite erhoben werden. Hinsichtlich der geklag
ten
Kniebeschwerden links bestünden eine leichte
Valgusfehlstellung
und kli
nisch eine manifeste
Valgusgonarthrose
und
Femoropatellararthrose
links mit radiologisch sehr diskreten Befunden
(S. 34 Mitte)
.
Beim Autounfall vom 7. Januar 2005 sei es zu einer Schädelkontusion ge
kommen, ohne dass
ossäre
Läsionen des Schädels oder ein Nachweis von intra
zerebralen posttraumatischen Läsionen nachweisbar gewesen seien. Es sei auch nicht zu einer Bewusstseinsstörung oder Amnesie gekommen. Mit der be
kannten Anamnese und
Aktenlage
liege auch kein sicheres
HWS-Schleuder
trauma
im engeren Sinne vor. Die MRI-Aufnahmen der HWS von Februar 2007 zeigten keine posttraumatischen Veränderungen. Die neurologische Unter
suchung zeige keine neurologischen Defizite zerebral und peripher. Die
Gleich
gewichts
f
unktion
sei anlässlich der Begutachtung uneingeschränkt normal gewesen
(S. 35 Mitte)
.
Der Neurootologe kam zur Beurteilung, dass die leichte Schwerhörigkeit am ehesten Folge einer
Contusio
labyrinthi
respektive
cochleae
im Rahmen des Schädelanpralls sei. Die Beschwerdeführerin habe diese Schwerhörigkeit ein erstes Mal unmittelbar beim Telefonieren nach dem Autounfall bemerkt. Diese Schwerhörigkeit
sei
somit mit überwiegender Wahrscheinlichkeit auf den Unfall zurückzuführen.
Die
Vestibu
larisprüfung
zeige klinisch und apparativ keine Hinweise für eine chronische peripher-
vestibuläre
Funktionsstörung. Die ge
schil
derten Gleichgewichtsprobl
e
me während mehreren Wochen nach dem Unfall könnte
n
grundsätzlich auch im Rahmen einer
Contusio
labyrinthi
auf
getreten sein. Der Verlauf mit langsamem Abklingen sowie verstärkten Beschwerden in Dunkelheit und bei Bewegungen seien mit einer solchen Störung gut vereinbar. Aktuell sowie auch bei der ausführlichen Untersuchung von
Dr.
K._
_
habe jedoch in der Kalorik wie auch bei der Messung der VEMP
keine solche Störung nachgewiesen werden können. Im Untersuch falle in den
posturalen
Tests ein etwas zu schlechtes Gleichgewicht auf. Die Ursache könne nicht eindeutig bestimmt werden, es würden auch viele Patienten nach HWS-Beschleunigungstraumen über solche Beschwerden klagen. Ein Zu
sammen
hang mit den Nackenverspannungen sei möglich, könne jedoch nicht bewiesen werden. Die Episoden mit nächtlichem Drehschwindel bei Drehung nach rechts liessen sich in erster Linie an einen benignen paroxysmalen Lagerungsschwindel denken. Da die Attacken nur bei Drehungen nach rechts und gelegentlich bei
Kopfreklination
aufträten, würde dies anamnestisch gut zu einem BPLS
des
posterioren
Bogenganges rechts passen. Nach Schädeltraumen werden immer wieder solche BPLS gesehen, da durch den Kopfanprall
Otokonien
losgelöst werden und so den Schwindel auslösen. Die Beschwer
deführerin könne leider nicht angeben, wann nach dem Trauma die erste Episode mit diesen Drehschwindelattacken aufgetreten
sei
. Auch könne sie nicht angeben, wie häufig solche Episoden aufträten.
Ein rezidivierender BPLS könne gelegentlich spontan auftreten. Leider sei bisher nie eine fachärztliche Unter
suchung (insbesondere Lagerungsprüfungen) während einer Episode mit nächt
lichem Drehschwindel durchgeführt
worden
. Somit könne die Diagnose eines BPLS nicht mit 100%iger Sicherheit gestellt werden. Solange diese Diagnose nicht gesichert sei, könne somit auch nicht beantwortet werden, ob eine Unfallfolge vorliege
(S. 35 f.)
.
Die Schmer
z
störung vermöge im Falle der Beschwerdeführerin eine gewisse Einschränkung der Arbeitsfähigkeit aus psychiatrischer Sicht bewirken. So
fänden
sich ein mehrjähriger Krankheitsverlauf, ein gewisser sozialer Rückzug, unbefriedigende
Behandlungergebnisse
trotz vorhandener Motivation und
Eigen
anstrengung
und trotz Anwendung
verschiedenartiger
Therapie
möglich
keiten
. Der Rückzug sei nicht sehr ausgeprägt, und es liege keine psychisch aus
gewiesene
Komorbidität
von erheblicher Schwere, Intensität, Ausprägung und Dauer vor. Es fänden sich auch deutliche Hinweise auf eine an sich missglückte, aber entlastende Konfliktbewältigung
(S. 36 unten)
.
4
.
4
.1
Vorab ist der Beschwerdeführerin entgegen zu halten, dass
– wie schon die
Beschwer
degegnerin
im
Einspracheentscheid
vom 18. Mai 2012 E. 2.3 festgehalten hat –
nicht zutrifft,
dass
als
Eintretensvoraussetzung
auf ein Revisionsgesuch der Beweisgrad des Glaubhaftmachens genüg
e
. Der von der Beschwerdeführerin zitierte BGE 121 V 209 E. 3b bezieht sich nicht auf prozessuale Revisionen wegen ursprünglicher Fehlerhaftigkeit eines Entscheids,
sondern auf die
Eintretensvoraussetzungen
für Neuanmeldungen oder
Ren
ten
revisionen
wegen relevanter nachträglicher
Veränderungen der tat
sächlichen Verhältnisse
(vgl. BGE 121 V 209 E. 3b
Abschnitt
2
). Vielmehr hat die Gesuch
stellerin mit dem im Sozialversicherungsrecht massgebenden
Beweis
grad
der überwiegenden Wahrscheinlichkeit nachzuweisen, dass neue erhebliche Tat
sachen zum Vorschein gekommen sind bzw. entscheidende Beweismittel auf
gefunden wurden, die im früheren Verfahren nicht beigebracht werden konnten, und die nahelegen, dass der zu revidierende Entscheid auf einem falschen Sachverhalt beruht (vgl.
oben E. 1.2
).
4
.2
Fest steht, dass
im polydisziplinären MEDAS-Gutachten vom 25. Februar 2011 (E. 2.3) Diagnosen aus dem
neurootologischen
und psychiatrischen Bereich gestellt worden sind, die im rheumatologischen Gutachten des
I._
vom 10. April 2007 (E. 2.2) nicht erwähnt
waren
.
Was die Diagnosen aus dem
neurootologischen
Bereich betrifft, erhob der MEDAS-Gutachter eine tonaudiometrisch
leichtgradige
Innenohrschwer
hörig
keit
rechts mit einem Hörverlust von 4
.
6 %. Aufgrund der Aussage der Beschwerde
führerin, sie habe die Schwerhörigkeit unmittelbar nach dem Autounfall beim Telefonieren bemerkt, schliesst er, dass sie beim Unfall
(
Schädel
aufprall
) eine
Contusio
labyrinthi
respektive
cochleae
erlitten habe. Aus den medizinischen
Vorakten
ist indessen nicht ersichtlich, dass die Beschwer
deführerin je einen Hörverlust
beklagt
hätte
.
W
eder
in den Berichten von
Dr.
C._
vom 8. März 2005, 23. April 2005 und 17. Mai 2005 (Urk. 12/M6-
8)
noch
im Bericht über die medizinische
Standortbestimmung in der
E._
vom 25. Juli 2005 (Urk. 12/M9) oder
im Austrittsbericht der
F._
vom 14. November 2005 (Urk. 12/M10)
w
u
rd
e
ein solcher erwähnt. Die Untersuchung bei
Dr.
G._
vom 22. Dezember 2006
(Urk. 12/M15a/2)
ergab beim Reintonaudiogramm einen normalen Hörschwellenverlauf um 10
bis 20
dB bei den Hauptfrequenz
en. Selbst anlässlich der Untersuchung bei
Dr.
K._
(Bericht vom 6. April 2010, Urk. 12/M17) beklagte die Beschwerde
führerin keinen Hörverlust, obwohl
Dr.
K._
im
Reintonaudio
gramm
im Hochtonbereich ein
geringgradig
asymmetrisches Gehör bei einer Hör
schwelle im breiten Normbereich zu Ungunsten des rechten Ohrs feststellte.
Allein a
ngesichts der erstmaligen Aussage der Beschwerdeführerin fünf Jahre nach dem Unfall, sie leide seit dem Unfall an einer Hörminderung, kann nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon ausgegangen werden, dass es sich bei der festgestellten Hörminderung um einen Gesundheitsschaden handelt, der auf den Unfall zurückzuführen ist und der im Zeitpunkt des Fallabschlusses
bereits exis
t
i
ert hatte, weshalb nicht von einer
neuen Tatsache auszugehen ist.
Laut Dokumentationsbogen für Erstkonsultation nach
kranio
-zervikalem Beschleunigungstrauma (Urk. 12/M5) klagte die Beschwerdeführerin unmittelbar nach dem Unfall über Sc
hwindel. Schwindelbeschwerden wu
rden in den nachfolgenden
A
rztberichten regelmässig erwähnt.
Selbst im rheumatologischen Gutachten des
I._
(E. 2.2) wurde über
Drehschwindel
berichtet und der Bericht von
Dr.
G._
vom 22. Dezember 2006 (Urk. 12/M15a/2), worin dieser den Verdacht auf
zervikogenen
Schwindel äusserte und anam
nestisch seit 2003 Drehschwindelepisoden erhob, zu den Akten genommen.
Die im MEDAS-Gutachten erwähnten Drehschwindel
, für welche der Gutachter
im Übrigen
kein
organisches Korrelat gefunden hat,
stellen damit keine neue Tatsache dar.
Eine chronische
Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren wurde
erstmals im MEDAS-Gutachten als psychiatrische Diagnose
gestellt
. Die Beschwerdeführerin wurde
bereits
während ihres stationären Aufenthaltes in der
F._
psychologisch
b
etreut (vgl. Austrittsbericht vom 14. No
vember 2005, Urk. 12/M10), eine psychiatrische Diagnose wurde indessen nicht gestellt und eine weiterführende Psychotherapie nicht empfohlen. Auch der Hausarzt der Beschwerdeführerin
nannte
nie einen
Verdacht auf eine psychische St
ö
r
ung
,
und die Beschwerdeführerin selber nahm nie eine psychiatrische Be
handlung
in Anspruch. Selbst
die Gutachter
des
I._
(E. 2.2) äusserten keinen
Verdacht auf e
ine psychische Störung
, sondern
erachteten
lediglich eine psychiatrisch-psychologische Stützung
bei einer bestehenden psychischen Belastungssituation als
erwägenswert, weshalb die
Beschwerde
gegnerin
auf eine psychiatrische Abklärung verzichten konnte, ohne ihre
Unter
suchungspflicht
zu verletzen.
Damit handelt es sich bei der von den MEDAS-Gutachtern gestellten psy
chiatrischen Diagnose einer chronischen Sc
hmerzstörung mit somatischen und
psychische
n Faktoren (ICD-10 F.45.41)
um eine
neue
Tatsache. Diese hat sich
indessen
erst nach
Fallabschluss
manifestiert
, weshalb sie kein Grund für eine prozessuale Revision darstellt
.
Selbst
wenn mit dem MEDAS-Gutachter davon auszugehen
wäre
, dass
die chronische Schmerzstörung
natürlich kausal zum Unfallgeschehen im Januar 2005
sei
, ist eine Leistungspflicht
auch
unter dem Titel eines Rückfalles zu verneinen, mangelt es am adäquaten Kausal
zusammen
hang. Ausgehend von einem mittelschweren Unfallereignis sind die relevanten Adäquanzkriterien weder in gehäufter Form gegeben, noch liegt eines der Kri
terien in besonders ausgeprägter Weise vor.
4
.
3
Zusammenfassend
k
önnen
dem MEDAS-Gutachten keine
bereits vorhandenen
neuen Elemente tatsächlicher Natur entnommen werden, weshalb
die
Beschwer
degegnerin
das Revisionsgesuch zu Recht abgewiesen hat.
Bezüglich der
erst nach Fallabschluss aufgetretenen
chronischen Schmerzstörung mit somatischen
und psychischen Faktoren fehlt es am adäquaten Kausal
zusammenhang
. Folglich entfällt
eine Leistungspflicht
der
Beschwerde
gegnerin
.
5.
Nach dem Dargelegten
erweist sich der angefochtene Entscheid als zutreffend und die dagegen erhobene
Beschwerde
ist
abzuweisen.