# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** f5b77022-d32e-4165-872d-37c3c149deff
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2022
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1971,
absolvierte nach der Matura von 1991 bis 19
96 an der Universität Y._
ein Studium
in Business Administration, Ökonomie und
Social
Sciences
(ohne A
bschluss). Von 1995 bis 2002
arbeitete
er als Assistent der Verkaufsdirektion und Communications/Web
Sp
ecialist
bei der Z._
AG.
Von 2003 bis 2005 war der Versicherte als Real Estate Agent in
A._
tätig. Von
2005 bis 2006
war er
zwecks eines Studienaufenthalts
(Philos
ophie und Sprachen) in B._
. Von
2007
bis 2009
war er
wiederum
als Real Estate Agent
in
A._
tätig. Nach der Rückkehr in die Schweiz arbeitete der Versicherte von 2010 bis 2017
je teilzeitlich
als Key Account Manager & Senior
Counselor
bei der C._
AG
und von 2011 bis 2018 als Executive Recruiting
Screener
bei de
r D._
AG
(
Urk.
7/21
; vgl. auch Urk.
7/14
).
Ab dem 1
8.
April 2017 nahm
er
an einem
Arbeitsintegration
s
programm der E._
teil
, welches er
am
3.
Oktober 2017 vorzeitig a
bbrach
(
Urk.
7/38).
Am 1
0.
August 2018 (Eingangsdatum)
meldete sich
der Versicherte
wegen psy
chischen Beschwerden
bei der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, zum Leistungsbezug an (
Urk.
7/9).
Vom
7.
b
is zum 2
4.
September 201
8
wurde e
r
in der psychiatrischen Klinik F._
stationär behan
delt
(
Urk.
7/51
).
Die IV-Stelle holte den Bericht von
Dr.
med. G._
, Fachärztin Psychiatrie und Psychotherapie, vom 2
3.
Oktober 2018
ein (
Urk.
7/16)
.
Vom 1
4.
bis zum 2
1.
Februar 2019
war der Versicherte
erneut
in
der
Klinik F._
hospitalisiert (
Urk.
7/54).
Am 2
0.
Februar 2019 teilte die IV-S
telle
mit, dass ihm
vom 1
2.
Februar bis zum 1
2.
Juli 2019 Beratung und Unterstützung bei der Stellen
suche in Form von Arbeitsvermittlung
Plus
durch die
H._
GmbH
gewährt werde (
Urk.
7/25).
Am 1
4.
Mai 2019
teilte die IV-Stelle mit,
dass die beruf
liche
M
assnahme
per 13. A
pril 2019 beendet we
rde
(
Urk.
7/36; vgl. auch
Abschlussbericht
der
H._
GmbH
vom 1
3.
M
ai 2019,
Urk.
7/34).
In der Folge nahm die IV-Stelle den
Verlaufsbericht von
Dr.
G._
vom 24.
September 2019 (Eingangsdatum
,
Urk.
7/45
/1-4
) und den Bericht von Dr.
med. I._
von der Abteilung f
ür Pneumologie/Schlafmedizin des
Spitals J._
(
Urk.
7/48
/1-5
)
zu den Akten
.
Am
6.
Februar 2020 teilte
sie
dem Versicherten mit, dass die Kosten
einer
Beratung und Unterstützung be
i der S
tellensuche durch das K._
übernommen würde
n (
Urk.
7/63). Am
6.
Juli 2020 teilte
die IV-Stelle
mit, dass
die Kosten eines Arbeitsversuchs
bei der
L._
GmbH vom
8.
Juni bis zum
7.
Dezember 2020 üb
ernommen würden
(
Urk.
7/74).
Am
2
6.
September 2020 teilte
die IV-Stelle
mit, dass die berufliche Massnahme
per 15. September 2020 abgeschlossen werde
(
Urk.
7/88; vgl
. auch Abschlussbericht der
M._
vom
2
6.
Oktober 2020,
Urk.
7/91
).
Daraufhin holte die IV-St
elle den Verlaufsbericht
von
Dr.
G._
vom 1
1.
Dezember 2020 ein (
Urk.
7/92).
Nach durchgeführtem
Vorbesche
idverfahren
(Vorbescheid vom 7.
Juni 2021,
Urk.
7/9
5, und Einwand
des Versicherten
vom 3
0.
Juni und
5.
Juli 2021,
Urk.
7/99 und
Urk.
7/102) verneinte
sie
mit Verfügung vom
3.
März 2022 (
Urk.
2) einen Anspruch des Versicherten auf IV-Leistungen.
2.
Dagegen erhob der Versicherte am 3
0.
März 2022 Beschwerde mit folgenden Anträgen (
Urk.
1 S. 2):
1.
Die Verfügung der SVA vom
3.
März 2022 betreffend Abweisung von Leistungen
der Invalidenversicherung sei aufzuheben.
2.
Dem Beschwerdeführer seien Leistungen der Invalidenversicherung zuzusprechen,
nämlich weitere berufliche Massnahmen und eine Rente.
3.
Eventualiter sei zum Gesundheitszustand und zur Arbeitsfähigkeit des
Beschwerde
führers zunächst noch ein unabhängiges medizinisches Gutachten
einzuholen.
4.
Dem Beschwerdeführer sei die unentgeltliche Prozessführung zu gewähren.
5.
Rechtsanwalt
Dr.
iur
. Peter Stadler sei dem Beschwerdeführer als unentgeltlicher
Rechtsbeistand
zu bestellen.
6.
Dem Beschwerdeführer sei eine Prozessentschädigung zuzusprechen.
Die Beschwerdegegnerin beantragte mit Beschwerdeantwort vom 1
9.
Mai 2022 die Abweisung der Beschwerde (
Urk.
6), was dem Beschwerdeführer am 2
0.
Mai 2022 angezeigt wurde (
Urk.
8). Am
9.
Juni 2022 reichte der Beschwerdeführer eine Stellungnahme ein (
Urk.
9). Diese wurd
e der Beschwerdegegnerin am 10.
Juni 2022 zur Kenntnisnahme zugestellt (
Urk.
10).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Akten wird, soweit erfor
derlich, im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Am 1. Januar 2022 sind die geänderten Bestimmungen des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG), der Verordnung über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSV), des Bundesgesetzes
über die Invalidenversicherung (IVG) sowie der Verordnung über die Invaliden
versicherung (IVV) in Kraft getreten.
In zeitlicher Hinsicht sind
vorbehältlich besonderer übergangsrechtlicher Rege
lungen
grundsätzlich diejenigen Rechtssätze massgebend, die bei Erfüllung des rechtlich zu ordnenden oder zu Rechtsfolgen führenden Tatbestandes Geltung haben (BGE 146 V 364 E. 7.1, 144 V 210 E. 4.3.1, je mit Hinweisen). Da der Zeit
punkt des Invaliditätseintritts (Art. 28 Abs. 1 und 1
bis
IVG) und jener des Renten
anspruchs nicht unbedingt identisch sind, fällt eine Invalidenrente unter das neue Recht, wenn der Anspruchsbeginn ab dem 1. Januar 2022 liegt, auch wenn die Invalidität vor diesem Zeitpunkt eingetreten ist. Neurechtliche Invalidenrenten sind somit Renten, auf die gemäss Art. 29 Abs. 1 und 2 IVG der Anspruch ab dem 1. Januar 2022 entsteht (
vgl.
Rz
. 1008 des Kreisschreibens zu den Übergangs
bestimmungen zur Einführung des linearen Rentensystems, KS ÜB WE IV, gültig ab 1. Januar 2022).
1.2
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesund
heit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verblei
bende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beur
teilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbs
unfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.
3
Zur Annahme einer Invalidität aus psychischen Gründen bedarf es in jedem Fall eines medizinischen Substrats, das (fach-)ärztlicherseits schlüssig festgestellt wird und nachgewiesenermassen die Arbeitsfähigkeit beeinträchtigt. Bestimmen psychosoziale oder soziokulturelle Faktoren das Krankheitsgeschehen mit, dürfen die Beeinträchtigungen nicht einzig von den belastenden invaliditätsfremden Faktoren herrühren, sondern das Beschwerdebild hat davon psychiatrisch zu unterscheidende Befunde zu umfassen. Solche von der soziokulturellen oder psychosozialen Belastungssituation zu unterscheidende und in diesem Sinne verselbstän
digte psychische Störungen mit Auswirkungen auf die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit sind unabdingbar, damit überhaupt von Invalidität gesprochen werden kann (BGE 141 V 281 E. 4.3.3; 127 V 294 E. 5a; Urteil des Bundesgerichts 9C_543/2018 vom 21. November 2018 E. 2.2).
Somit sind psychosoziale und soziokulturelle Faktoren nur mittelbar invaliditäts
begründend, wenn und soweit sie den Wirkungsgrad der unabhängig von den invaliditätsfremden Elementen bestehenden Folgen des Gesundheitsschadens beeinflussen. Zeitigen soziale Belastungen direkt negative funktionelle Folgen, bleiben sie bei der Beurteilung der Gesundheitsbeeinträchtigung ausgeklammert (Urteil des Bundesgerichts 8C_717/2018 vom 22. März 2019 E. 3). In einer versicherungs
medizinischen Begutachtung, welche sich nach den normativen Vorgaben der Rechtsprechung orientiert, ist es daher nicht nur zulässig, sondern sogar geboten, solche invalidenversicherungsrechtlich nicht relevanten Umstände aufzuzeigen und gegebenenfalls bei der Einschätzung der Arbeits
fähigkeit auszuklammern (Urteil des Bundesgerichts 9C_740/2018 vom 7. Mai 2019 E. 5.2.1).
1.4
Invalide oder von einer Invalidität (Art. 8 ATSG) bedrohte Versicherte haben gemäss Art. 8 Abs. 1 IVG Anspruch auf Eingliederungsmassnahmen, soweit:
a.
diese notwendig und geeignet sind, die Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen,
wieder herzustellen
, zu erhalten oder zu verbessern; und
b.
die Voraussetzungen
für den Anspruch auf die einzelnen Massnahmen erfüllt sind.
Der Anspruch auf Eingliederungsmassnahmen besteht unabhängig von der Ausübung einer Erwerbstätigkeit vor Eintritt der Invalidität. Bei der Festlegung der Massnahmen sind insbesondere zu berücksichtigen:
a.
das Alter;
b.
der Entwicklungsstand
;
c.
die Fähigkeiten der versicherten Person; und
d.
die zu erwartende Dauer des Erwerbslebens (Abs. 1
bis
).
Bei Abbruch einer Eingliederungsmassnahme wird nach Massgabe der Absätze 1 und 1
bis
eine wiederholte
Zusprache
derselben oder einer anderen Eingliederungs
massnahme geprüft (Abs. 1
ter
). Nach Massgabe der Artikel 13 und 21 IVG besteht der Anspruch auf Leistungen unabhängig von der Möglichkeit einer Einglie
derung ins Erwerbsleben oder in den Aufgabenbereich (Abs. 2). Nach Massgabe von Artikel 16 Abs. 3
lit
. b IVG besteht der Anspruch auf Leistungen unabhängig davon, ob die Eingliederungsmassnahmen notwendig sind oder nicht, um die Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, zu erhalten oder zu verbessern (Abs. 2
bis
).
Die Eingliederungsmassnahmen bestehen gemäss Abs. 3 in medizinischen Mass
nahmen (
lit
. a), Integrationsmassnahmen zur Vorbereitung auf die berufliche Eingliederung (
lit
.
a
bis
), Massnahmen beruflicher Art (Berufsberatung, erstmalige berufliche Ausbildung, Umschulung, Arbeitsvermittlung, Kapitalhilfe;
lit
. b) und in der Abgabe von Hilfsmitteln (
lit
. d).
1.5
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG
(in der
bis 31. Dezember 2021
gültig gewesenen Fassung)
Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen
wieder herstellen
, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
Der Rentenanspruch entsteht gemäss Art. 29 IVG frühestens nach Ablauf von sechs Monaten nach Geltendmachung des Leistungsanspruchs nach Artikel 29 Abs. 1 ATSG, jedoch frühestens im Monat, der auf die Vollendung des 18. Alters
jahres folgt (Abs. 1). Der Anspruch entsteht nicht, solange die versicherte Person ein Taggeld nach Art. 22 IVG beanspruchen kann (Abs. 2). Die Rente wird vom Beginn des Monats an ausbezahlt, in dem der Re
ntenanspruch entsteht (Abs. 3).
1.6
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schluss
folgerungen der Experten begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a mit Hinweis).
Berichten des Regionalen Ärztlichen Dienstes (RAD) nach Art. 49 Abs. 2 IVV kommt ebenfalls Beweiswert zu, sofern sie den von der Rechtsprechung umschriebenen Anforderungen an ein ärztliches Gutachten genügen (BGE 137 V 210 E. 1.2.1). Selbst eine Akten
beurteilung ohne eigene Untersuchung kann beweiskräftig sein, sofern ein lücken
loser Befund vorliegt und es im
Wesentlichen nur um die fachärztliche Beurteilung eines an sich feststehenden medizinischen Sachverhalts geht, mithin die direkte ärztliche Befassung mit der versicherten Person in den Hintergrund rückt. Dies gilt grundsätzlich auch in Bezug auf Berichte und Stellungnahmen der RAD (Urteile des Bundesgerichts 9C_335/2015 vom 1. September 2015 E. 3.1 und 9C_196/2014 vom 18. Juni 2014 E. 5.1.1 mit Hinweisen). Nach der Recht
sprechung ist es dem Sozialversicherungsgericht nicht verwehrt, einzig oder im Wesentlichen gestützt auf die (versicherungsinterne) Beurteilung des RAD zu ent
scheiden. In solchen Fällen sind an die Beweiswürdigung jedoch strenge Anforde
rungen in dem Sinne zu stellen, dass bei auch nur geringen Zweifeln an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der ärztlichen Feststellungen ergänzende Abklärungen vorzunehmen sind (BGE 142 V 58 E. 5.1, 139 V 225 E. 5.2, 135 V 465 E. 4.4 und E. 4.7).
1.
7
Das Gericht kann die Angelegenheit zu neuer Entscheidung an die Vorinstanz zurückweisen,
besonders
wenn mit dem angefochtenen Entscheid nicht auf die Sache eingetreten oder der Sachverhalt ungenügend festgestellt wurde (§ 26 Abs. 1 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht,
GSVGer
).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete die angefochtene Verfügung damit, dass
dem Beschwerdeführer berufliche Massnahmen in F
orm einer
Arbeitsvermittlung
P
lus und eines Arbeitsversuchs zugesprochen worden seien
. Diese Massnahmen hätten im Mai 2019 respektive September 2020 abgebrochen werden müssen. Der Arbeitsversuch
im Jahr 2020
sei aufgrund persönlicher Sorgen (unklare Wohn
situation bis 2020, Tod der Mutter im März 2020, finanzielle Schwierigkeiten, drohende Ausschaffung des Lebenspartners, Rechtsstreit, Vollzug einer Ersatz
freiheitsstrafe, Druck vom Sozialamt betreffend Stellensuche) erfolgt.
Die
Folgen von persönlichen Sorgen seien in der Invalidenversicherung nicht versichert.
Eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit von mindestens 40
%
während eines Jahres
oder mehr
sei nicht gegeben. Der bisherige
Werdegang des Beschwerde
führers mit Matura, abgeschlossenem Studium, erfolgreicher beruflicher Tätigkeit sowie den Rückmeldungen aus dem Arbeitsversu
ch im Jahr 2020 zeige
, dass dessen auffällige
Persönlichkeitszüge keine dauerhafte Beeinträchtigung der Arbeits
fähigkeit bewirken würden. Des Weiteren seien die d
epressiven Episoden remittiert
(
Urk.
2).
2.2
Der Beschwerdeführer machte demgegenüber geltend, dass
er
seit deutlich mehr als einem Jahr
durchgängig zu mindestens 40
%
in der Arbeitsfähigkeit einge
schränkt sei.
Dr.
G._
habe die Arbeitsfähigkeit
in ihren Berichten zunächst
mit maximal 60
%
bemessen und nach einer Verschlechterung des Gesundheits
zustands mit maximal 50
%
.
Sie habe
eine
rezidivierende depressive Störung und eine kombinierte
Persönlichkeitsstörung mit
zw
anghaft-narzissti
schen Zügen sowie
psychischen
und
Verhaltensstörungen durch Alkohol, Abhängigkeits
syndrom
festgestellt
.
Entgegen der Annahme der RAD-Ärztin sei von einem dauerhaften Gesundheitsschaden auszugehen.
Zwar würden (wie praktisch in allen Fällen) neben den psychischen Krankheiten auch psychosoziale Belastungen vorliegen. Diese
Belastungen
könne der Beschwerdeführer wegen seiner zwanghaft-narzisstisch
en Persönlichkeitsstruktur jedoch
nicht adäquat bewältigen. Die Abbrüche der ber
uflichen Massnahmen seien
rein krankheits
bedingt gewesen. Im Weiteren leide
der Beschwerdeführer auch an chronischen somatischen Beeinträchtigungen.
Indem es die Beschwerdegegnerin
pflicht
widrigerweise
unterlassen habe, einen
aktuellen Bericht von
Dr.
G._
ein
zuholen
, habe sie
Art.
43
Abs.
1 ATSG verletzt.
Der Beschwerdeführer reiche den Bericht von
Dr.
G._
vom 1
7.
März 2022 im vorl
iegenden Beschwerde
verfahren nach
.
Sollten trotz der vorliegenden medizinischen Unterlagen immer noch
offene Fragen bestehen,
wäre ein unabhängiges, insbesondere auch psychiatri
sches Gutachten im Sinne von
Art.
44 ATS
G anzuordnen (
Urk.
1 S. 4 ff.
).
In der Stellungnahme vom
9.
Juni 2022 erklärte der Beschwerdeführer,
es treffe nicht zu,
dass sein Werdegang gegen eine die Arbeitsfähigkeit einschränkende Persönlichkeitsstörung spreche.
Entgegen der Annahme der RAD-Ärztin habe er das Studium nach der Maturität nicht abschliessen
können. Danach
habe er die Anstellungen oft gewechselt bzw. nur unregelmässig teilzeitlich gearbeitet.
Eine Verbesserung des Gesundheitszustands liege g
emäss den Berichten von Dr.
G._
nicht vor (
Urk.
9).
3.
3.1
Dr.
G._
stellte im Bericht vom 2
3.
Oktober 2018 folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (
Urk.
7/16/4):
-
rezidivierende depressive Störung (ICD-10 F33)
-
psychische und Verhaltensstörungen durch Alkohol, Abhängigkeitssyndrom (ICD-
10 F10.2),
sowie zwanghaft-narzisstische Persönlichkeitsakzentuierung
Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit nannte
Dr.
G._
nicht. Sie erklärte, dass wöchentliche Sitzungen à 50 Minuten stattfinden würden. Dem
Beschwerdeführer sei es zuzumuten, einer Arbeit im Umfang von
maximal
60
%
nachzugehen
. Dies, um
Überbelastungen vorzubeugen
. Im Rahmen der Fragen nach dem Potential für die Eingliederung gab
Dr.
G._
an, dass
eine dem Leiden angepasste Tätigkeit
ganztägig
zumut
bar sei
(Urk.
7/16/4
-7
).
3.2
Im Abschlussbericht der
H._
GmbH vom 1
3.
Mai 2019 wurde festgeh
alten, dass am 1
9.
März 2019 anlässlich des zweiten
Gespräch
s
mit dem Beschwerdeführer erste Massnahmen und das Vorgehen
besprochen worden seien
. Der Beschwerdeführer habe erklärt, dass
er
für einen Arbeitsversuch mit einem 50%-Pensum bere
it sei. Anschliessend habe man
vergeblich versucht, den Beschwerdeführer per
Telefon, WhatsA
pp oder E-Mail zu erreichen.
Schliesslich sei dieser noch einmal
per E-Mail angeschrieben worden und es sei ihm eine Frist zur Rückmeldung bis zum 1
0.
Mai 2019 gesetzt worden. Da sich der Beschwer
deführer bis zum 1
3.
Mai 2019 nicht gemeldet habe, werde das Mandat beendet (
Urk.
7/34/2).
3.3
Dr.
G._
hielt i
m Verlaufsbericht vom 2
4.
September 2019
(Eingangs
datum)
fest, dass
entgegen den Angaben
im Vorbericht vom
Oktober 2018
nicht mehr von einer Persönlichkeitsakzentuierung, sondern von einer kombinierten Persönlichkeitsstörung mit zwanghaft-narzisstischen Zügen (ICD-10 F61) auszu
gehen sei. Die Arbeitsfähigkeit werde sich bei 50
%
bis 60
%
einpendeln (
Urk.
7/45/
1-
3).
3.4
Dr.
I._
von der Abteilung für Pneumologie/Schlafmedizin des
Spital
s
J._
diagnostizierte im Bericht vom 1
2.
Oktober 2019 ein schweres gemischtes Schlafapnoe-Syndrom.
Eine Arbeitsunfähigkeit bestehe nicht
(
Urk.
7/48/
2-
3).
3.5
Dr.
med. N._
, FMH Ort
hopädie, vom Spital O._
diagnostizierte im an den Beschwerdeführer gerichteten Bericht vom 3
0.
April 2020 (1) eine
Atlanto
-Dental-Arthrose mit «
Crowned-Dens
», lin
ksbetonte
Occipitalgie
, und (2)
eine
Osteochondrose
C5/
6. Dr.
N._
erklärte, dass die Medikation mit
Lyrica
abends und morgens eine deutliche Reduktion
der Beschwerden gebracht habe
(
Urk.
7/73).
3.6
Im
Abschlussbericht der
M._
vom 2
6.
Oktober 2020
wurde festgehalten
, dass
der Beschwerdeführer im Rahmen
des Arbeitsversuchs
bei der
L._
GmbH
ab dem
8.
Juni 2020
in einem 50%-P
ensum
die
Geschäfts
kommunikation verfasst
,
Inhalte f
ür
Social
Media-Kanäle
generiert
, den Artikel
stamm
des Webshops bewirtschaftet
, bei der Erstellung der
Homepage
mitge
holfen, komplexe Excel-Sheets für die Stundenabrechnung aufgesetzt und Daten ausgewer
tet
habe
.
Er
habe berichtet, dass ihm die
Aufgaben und
das Umfeld sehr
zusagen
würden und er sich wohl
fühle
.
Der Vorgesetzte habe sich zu Beginn des Einsatzes zu den
fachlichen und auch zu den sozialen Kompetenzen des Beschwerde
führers anerkennend geäussert.
A
m 1
4.
September
2020
habe der Beschwerde
führer
über
den Abbruch des Arbeitsversuchs informiert
.
Er
habe erklärt, psychisch und physisch am Anschlag zu sein
.
Weiter wurde im Abschluss
bericht
der
M._
festgehalten,
dass man sich vorerst auf die Verbesserung und Stabilisierung der gesundheitlichen Verfassung und der psychosozialen Situation konzentrieren müsse. Der Verlauf habe gezeigt, dass der Beschwerdeführer grundsätzlich in der Lage sei, in einem reduzierten Pensum zu arbeiten. Wo die effektive Belastungs- und Leistungsgrenze sei, habe aufgrund des vorzeitigen Abbruchs des Einsatzes, der psychosozialen Belastungen und der zusätzlichen Engagements des Beschwerdeführers nicht abschliessend eruiert werden k
önnen
(
Urk.
7/
91/3-5
).
3.7
Dr.
G._
gab im Verlaufsbericht vom 1
1.
Dezember 2020 an,
dass in einer angepassten Tätigkeit derzeit
eine Arbeitsfähigkeit von maximal 50
%
realistisch sei. Je nach Tätigkeit könne der Beschwerdeführer auch ganztags arbeiten
. Nach ausreichender Stabilisierung sei die Wiederaufnahme der beruflichen Massnah
men mittelfristig realistisch und sinnvoll
(
Urk.
7/92
/2-4
).
3.8
RAD-Ärztin
Dr.
med. P._
, Fachärztin für Psychiatrie und Psycho
therapie,
führte i
n der Stellungnahme
vom 1
5.
Januar 2022
aus, dass der bisherige berufliche Verlauf mit Matura, abgeschlossenem Studium, erfolgreicher beruflicher Tätigkeit und den Rückmeldungen aus dem Arbeitsversuch von 2020 zeigen würde, dass die auffälligen Persönlichkeitszüge/Persönlichkeitsstörung keine dauerhafte Beeinträchtigung der Ar
beitsfähigkeit bedingen würden
. Die depressiven Episoden seien remittiert
(
Urk.
7/108/4).
3.9
Dr.
G._
und Q._
,
eidg
.
a
nerkannte Psychotherapeutin, erklärten im an den Rechtsvertreter des Beschwerdeführers gerichteten Bericht vom 1
7.
März 2022, dass
beim Beschwerdeführer aufgrund
des komplexen und
chronifizierten
Beschwerdebildes mit rezidivie
renden depressiven Episoden, welche
vor dem Hintergrund der Persönlichkeitsstörung zu interpretieren sei
en
, eine deutliche
Einschränkung der Belastbarkeit bestehe.
Es sei
wiederholt zu Abbrüchen ber
uflicher Massnahmen gekommen. Dies hänge
einerseits mit der schwierigen psychosozialen Situation des
Beschwerdeführers zusammen, anderer
seits aber auch mit seiner
wenig flexible
n
Persönlichkeitsstr
uktur und damit verbunden seine
r
Tendenz,
sich überhöhte und teils unrealistische Ziele zu se
tzen, sowie mit
seine
n
Schwierigkeiten
,
Prioritäten richtig zu setzen, und mit seinen Schwierigkeiten
im
Bereich der Emotionsregulation.
Aufgrund der Ein
schränkungen des Beschwerdeführers, die mit einer Persönlichkeitsstörung mindes
tens mässigen Schweregrades einhergehen würden, sei davon auszugehen, dass er nur unter der Voraussetzung einer noch engeren Zusammenarbeit
zwischen den verschie
denen Institutionen
eine m
aximale Arbeitsfähigkeit von 50
% auf dem ersten Arbeitsmarkt erreichen könne.
Entgegen der Einschätzung der RAD-Ärztin sei von einer komplexen Komorbidität und einer dauerhaften Gesundheitsschädigung auszugehen
(
Urk.
3/3).
4.
4.1
Die Beschwerdegegnerin stützte sich in der angefochtenen Verfügung in medizi
nischer Hinsicht im Wes
entlichen auf die Stellungnahme
der RAD-Ärztin
Dr.
P._
vom
1
3.
April 2021
(
Urk.
7/94/5-7
).
4.2
RAD-Ärztin
Dr.
P._
legte
in dieser Stellungnahme
dar, dass beim
Beschwerde
führer
seit Jahren keine Episode der rezidivierenden Depression
mehr festgestellt worden sei
.
Nach den stationären Alkohol
entzügen im September 2018 und Februar 2019 sei
es nicht mehr zu Alkoholexzessen gekommen, trotz erheblicher psychosozialer Belastungen.
Die von der behandelnden Psychiaterin festgestellten a
uffälligen Persönlichkeitszüge/
Persönlichkeitsstörung
hätten den Beschwerdeführer
im Ar
beitsversuch 2020 und auch
im Ar
beitsintegrations
versuch vom
1
8.
April bis
zum
3.
Oktober 2017
über das Sozialamt
nicht beein
trächtigt
. In be
iden Fällen sei
sein Arbeitsverhalten sehr positiv bewertet
worden
. Die
somatischen Beschwerden (
Halswirbel-
Arthrose und -
Osteochondrose
und
schweres
gemischten
Schlafapnoe-Syndrom)
hätten
sich unter Behandlung deutlich reduzieren
lassen. Eine
dauerhaf
te Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit sei
dadurch nich
t gegeben. Im Vordergrund würden
die erheblichen psycho
sozialen Belastungen
stehen
(unklare Wohnsituati
on bis 2020, Tod der Mutter im März 2020
, drohende Ausschaffung des
Lebenspartners
, Ersatzfreiheitsstrafe, drohende
Schadensersatzforderungen in fünf
stelliger Höhe durch
den
Ex-Ver
mieter, Strafanzeige durch die S
ozialen Dienste wegen Betrugs, Kürzung der Sozialhilfe, finanzielle Schwierigkeiten, ausstehende Gerichtsverhandlungen).
Aus
vers
icherungsmedizinischer Sicht sei
kein dauerhafter
Gesundheitssc
haden ausgewiesen (
Urk.
7/94/6-7
).
4.3
Diese
reine
Aktenbeurteilung
von RAD-Ärztin
Dr.
P._
vermag nur teilweise zu überzeugen.
M
it Blick auf die Berichte des
Spitals J._
vom 1
2.
Oktober 2
019 und des Spitals O._
vom 3
0.
April 2020 (vgl. E.
3.4-5) erklärte Dr.
P._
zwar
in nachvollziehbarer Weise
,
weshalb
in somatischer Hinsicht
keine Arb
eitsunfähigk
eit
gegeben ist
.
Zutreffend ist
auch
Dr.
P._
s
Bemerkung
, dass vorli
egend zahlreiche psychosoziale
Belastungs
faktoren
vorhanden
sind. Solche Faktoren können nur
in Verbindung mit einem verselbständigten psychischen Leiden invalidisierend
sein
(vgl. E. 1.3
).
Nachdem die behandelnde
Dr.
G._
in
den Beri
chten vom 2
3.
Oktober 2018, 24.
September 2019
(Eingangsdatum)
,
1
1.
Dezember 2020
und 1
7.
März 2022
eine depressive Symptomatik
und eine Persönlichkeitsakzentuierung/-störung mit zwanghaft-narzisstischen Zügen
festgestellt
und
jeweils
eine
aktuelle Arbeitsfähigkeit von
60
%
respektive 50
%
attestiert
hatte (vgl. E. 3.1, E. 3.3, E.
3.7 und E. 3.9
)
,
weicht
die E
inschätzung von
Dr.
P._
,
wonach (auch) aus psychiatrischer Sicht keine
längerdauernde
Einschränkung der Arbeits
fähigkeit gegeben sei,
erheblich von der
Beurteilung der behandelnden Psychiaterin ab
.
Dabei konnte sie sich jedoch nicht auf eigene Untersuchungs
befunde stützen.
Dass
das Arbeitsverhalten des Beschwerdeführers im Arbeitsintegrations
programm der E._
vom 1
8.
April bis zum
3.
Oktober 20
17 und im Arbeitsversuch vom
8.
Juni bis zum 1
5.
September 2020
grundsätzlich
posit
iv bewertet wurde (vgl.
Urk.
7/38/2 und E. 3.6),
ist korrekt. Diese Tätigkeiten übte
er
allerdings
lediglich in einem Pensum von 60
%
bis 70
%
respektive 50
%
aus.
Schliesslich
ging RAD-Ärztin
P._
in der Stellungnahme vom 1
5.
Januar 2022
fälschlicherweise davon aus, dass der Beschwerdeführer sein Studium an der Universitä
t
Y._
abgeschlossen hatte (vgl. E. 3.8).
Ihren Aktenbeurteilungen kann daher nicht Beweiskraft zuerkannt werden
(vgl. E. 1.6)
.
4.4
Auf die Stellungnahmen von
RAD-Ärztin
Dr.
P._
kann demnach nicht abgestellt werden. Im Weiteren lässt sich der
psychische
Gesundheitszustand des Beschwerdeführers und dessen Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit jedoch auch nicht allein gestützt auf die Berichte
von Dr.
G._
zuverlässig beurteilen. Der medizinische Sachverhalt erweist sich daher als ungenügend abgeklärt.
5.
Die angefochtene Verfügung vom
3.
März 2022
(Urk. 2) ist demzufol
ge aufzu
heben und die Sache
an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen, damit sie den medizinischen Sachverhalt
in psychiatrischer Hinsicht
ergänzend abklärt oder gutachterlich abklären lässt. Danach hat sie über
das Leistungsbegehren des Beschwerde
führers neu
zu entscheiden
. In diesem Sinne ist die Beschwerde gut
zuheissen.
6.
6.1
Das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten über IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG). Im vorliegenden Verfahren sin
d sie ermessensweise auf Fr. 700.--
anzusetzen. Nach ständiger Rechtsprechung gilt die Rückweisung der Sache an die Verwaltung zur weiteren
Abklärung und neuen Verfügung als vollständiges Obsiegen (BGE 137 V 210 E. 7.1, 137 V 57 E. 2.2), weshalb die Gerichtskosten der unterliegenden Beschwerde
gegnerin aufzuerlegen sind.
6.2
Der obsiegende vertretene Beschwerde
führer hat Anspruch auf eine Prozess
-
entschädigung. Diese ist gestützt auf Art. 61
lit
. g ATSG in Verbindung mit § 34 Abs. 1 und 3
GSVGer
unter Berücksichtigung der Bedeutung der Streitsache und der Schwier
igkeit des Prozesses auf Fr. 1'9
00.-- (inkl. Barauslagen und
MWSt
) festzusetzen.
6.3
D
as Gesuch des Beschwerdeführers
um Gewährung der unentgeltlichen Prozess
führung
und Rechtsvertretung
(
Urk.
1 S. 2)
erweist sich als gegenstandslos.
Das Gericht
erkennt:
1.
Die Beschwerde wird in dem Sinne gutgeheissen, dass
die angefochtene
Verfügung vom
3.
März 2022
aufgehoben und die Sache an die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, zurückgewiesen
wird
, damit diese nach erfolgter Abklärung im Sinne der Erwägungen über
das Leistungsbegehren
de
s Beschwerdeführers neu entscheide.
2.
Die Gerichtskosten von
Fr.
700
.-- werden
der Beschwerdegegnerin
auferlegt.
Rechnung und Einzahlungsschein werden
der
Kostenpflichtigen nach Eintritt der Rechtskraft zu
gestellt.
3.
Die Beschwerdegegnerin wird
verpflichtet,
dem Beschwerdeführer
eine Prozess
entschädigung von
Fr.
1'900
.-- (inkl. Barauslagen und
MWSt
) zu bezahlen.
4.
Zustellung gegen Empfangsschein an:
-
Rechtsanwalt
Dr.
Peter Stadler
-
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
-
Bundesamt für Sozialversicherungen
sowie an:
-
Gerichtskasse (im Dispositiv nach Eintritt der Rechtskraft)
5.