# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** e383acfa-5e45-4882-8ea1-d447f5ce3716
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2019
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1983, ist gelernter Automonteur und war von Dezember 2013 bis Ende 2016
(letzter effektiver Arbeitstag am 1
0.
Juni 2016)
als Hilfs
elekt
riker auf Baustelle
n
bei der
Y._
AG in einem 100%-Pensum angestellt (vgl.
Urk.
6/18,
Urk.
6/60).
Nachdem sich der Versicherte am 1
5.
August 2016 (Eingangsdatum)
unter Beilage eines Berichtes seines behandelnden Arztes vom 1
8.
Juli 2016 (
Urk.
6/1)
zur Früh
erfassung gemeldet hat
te
(
Urk.
6/3), meldete er sich a
m
5.
September 2016 (Ein
gangs
datum)
bei der Sozial
ver
sicherungsanstalt des Kantons Zürich,
IV-Stelle, unter Hinweis auf
die dritte
Diskushernie sowie Rückenschmerzen und eine Beeinträchtigung im linken Bein
zum Bezug von Leistungen der In
validen
ver
si
cherung an (
Urk.
6/8
).
Die IV-Stelle nahm Abklärungen in erwerblicher und medizinischer Hinsicht vor,
zog die Akten der Krankentaggeldversicherung bei (Urk.
6/24
), holte die Berichte der behandelnden Ärzte (Urk. 6/16, Urk. 6/25, Urk. 6/26) sowie einen Auszug aus dem Individuellen Konto des Versicherten
(IK-Auszug; Urk. 6/31
) ein
und
ersuchte die Arbeitgeberin um Aus
künfte (Arbeit
ge
ber
fragebogen vom 2
3.
September 2016; Urk. 6/18)
.
Zur Klärung beruflicher Ein
gliederungsmassnahmen fand am 1
7.
Oktober 2016 bei der IV-Stelle ein per
sön
liches Gespräch statt (
Urk.
6/60 S. 3).
Die IV-Stelle gewährte dem Versicherten Kostengutsprache für ein
en
Ausbildungskurs vom 1
0.
Januar bis
1.
Februar 2017 (vgl. Mitteilung vom 2
9.
November 2016,
Urk.
6/27)
sowie anschliessend
für die Zeit vom
1.
März bis 3
1.
Mai 2017
eine Berufsberatung beim
Zentrum
Z._
(vgl. Mitteilung vom 2
4.
Februar 2017,
Urk.
6/35)
.
Ferner
über
nahm sie die Kosten für
eine Potenzialabklärung vom 4.
Sep
tember bis 4.
Oktober 2017
, durchgeführt von der
A._
AG (vgl. Schr
eiben vom 2
8.
August 2017, Urk.
6/44).
Nach durchgeführtem
Vorbescheid
verfahren
(Vor
bescheid vom 18.
Ok
tober 2
017 [Urk.
6/52], Einwand vom 20 No
vember 2017 [
Urk.
6/58]) wies die IV-Stelle mit Verfügung vom 12. Dezember 2017
das Gesuch des Versicherten um
Kosten
gutsprache für eine Umschulung ab und leitete die Rentenprüfung ein (
Urk.
6/59). In der Folge
holte die IV-Stelle den Arztbericht des behandelnden Psychiaters vom 2
1.
Februar 2018 ein (Urk.
6/71). Gestützt auf die abschliessende Stellungnahme von
Dr.
B._
, Facharzt Orthopädische Chirurgie und Traumatologie sowie Arzt des Regionalen Ärztlichen Dienstes
,
(RAD; vgl. F
eststellungsblatt,
Urk.
6/76 S.
5ff.), verneinte die IV-Stelle mit Verfügung vom 2
7.
September 2018 - entsprechend ihrem Vorbescheid vom 1
7.
August 2018 (
Urk.
6/78) - einen An
spruch auf
eine Rente
(
Urk.
2).
2.
Hiergegen erhob der Versicherte mit Eingabe vom
1
8.
Oktober 2018 (
Urk.
1) und unter Bei
lage des Operationsberichtes des
Zentrum
s
C._
vom 2
9.
Mai 2018 (
Urk.
3) Be
schwer
de und beantragte, die angefoch
tene Verfügung vom 2
7.
September 2018 sei aufzuheben und die Beschwerde
gegnerin sei zu verpflichten, ihm seit Beginn seiner Arbeitsunfähigkeit eine ganze Invali
den
rente auszurichten.
Die Beschwerdegegnerin schloss mit Beschwerdeantwort vom 2
6.
November 2018
(Urk. 5
) auf Abweisung der Beschwerde
, was dem Beschwerdeführer mit Verfügung vom
3.
Dezember 2018 zur Kenntnis gebracht wurde (
Urk.
7).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Akten wird, soweit erfor
derlich, im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allge
meinen Teil des
Sozialversicherungsrechts [ATSG]
). Sie kann Folge von Geburts
gebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes über
die Invalidenversicherung [IVG]
). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgegliche
nen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beein
trächtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen
wieder herstellen
, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gege
benenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 256 E. 4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, wel
che Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden können (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E. 4b/cc).
2.
2.1
In der angefochtenen Verfügung vom 2
7.
September 2018 (
Urk.
2) hielt die Beschwerdegegnerin fest, medizinische Abklärungen hätten ergeben, dass der Beschwerdeführer spätestens seit März 2017 in einer körperlich leichten und wechselbelastenden Tätigkeit zu 100
%
arbeitsfähig sei.
Der Einkommens
ver
gleich habe keinen Invaliditätsgrad ergeben, womit der Beschwerde
führer auch keinen Anspruch auf eine Rente der Invalidenversicherung habe.
2.2
Demgegenüber machte der Beschwerdeführer in seiner Beschwerde vom 1
8.
Okto
ber 2018 (
Urk.
1) zusammengefasst geltend, infolge schwerer Rückenschmerzen habe er sich im Mai 2018 einer Rückenoperation unterziehen müssen
. Die Tat
sa
che, dass er aufgrund der Schmerzen psychiatrische Unterstützung und Me
di
ka
tion beanspruche, sei von der Beschwerdegegnerin nicht berücksichtigt wor
den. Im Übrigen sei nie eine neutrale, ärztliche Untersuchung in die Wege geleitet worden. Er bedaure, dass sein Wunsch auf Eigenständigkeit durch eine Um
schu
lung von der Beschwerdegegnerin nicht unterstützt
worden sei
.
3.
3.1
Aufgrund einer akut auftretenden Hyposensibilität im gesamten linken Bein so
wie eines tieflumbalen starken Schmerzes wurde der Beschwerdeführer am 7.
Juli 2016 in der Rheumatologie der Klinik
D._
vorstellig (
Urk.
6/1/3-5).
Während der Sprechstunde habe der Beschwerdeführer angegeben, die letzten zwei Wochen mehrheitlich zu 50
%
gearbeitet zu haben, zeitweise aber auch bei der Arbeit habe
fehlen müssen
.
Die unter
suchenden Ärzte
diagnostizierten
ein
lumbo
spondylo
ge
nes
Schmerzsyndrom, aktuell links
betont
. Bildgebende Befunde würden eine
leicht
progrediente Diskus
hernie mit Tangierung der Nervenwurzel S1 beid
seits zeigen. Eine Nervenwurzel
infiltration S1 auf der linken Seite habe keine Schmerz
besserung ergeben.
Klinisch würden sich keine motorischen Ausfälle zei
gen. Im Bereich des
Derma
toms
S1 linksseitig werde eine veränderte Sensibilität beschrieben und der Achilles
sehnenreflex links sei nicht sicher auslösbar, was zu einer S1-Sympto
matik passe. Am 1
3.
Juli 2016 wurde eine
Epiduralinfiltration
L5/S1 durch
geführt, infolge derer es zu einer leichten
Schmerzregredienz
gekom
men sei
(zirka 40
%
besser)
. Im Rahmen einer Verlaufskontrolle am 3
0.
August 2016 habe der Be
schwerdeführer berichtet,
lumbal keine Schmerzen mehr zu ver
spüren. Im linken Bein habe er noch Schmerzen, welche insbesondere im Stehen und Sitzen auftreten würden. Beim Gehen und Liegen sei es zu einer deut
lichen Schmerzverbesserung gekommen. Die Physiotherapie tue ihm gut. A
uf
grund des Arbeitsausfalles
sei er nun aber
psychisch ange
schlagen und
kämpfe
mit Insuffi
zienzgefühlen. Die Ärzte der Klinik
D._
melde
ten den Beschwerde
führer daher zu einer multimodalen stationären Reha
bilitation im E._
an (vgl. Sprechstundenbericht vom 3
0.
August 2016,
Urk.
6/16).
3.2
Aufgrund chronischer Schmerzen und einer eingeschränkten Funktions- und Leistungsfähigkeit war der Beschwerdeführer vom 1
3.
September bis
7.
Oktober 2016 im
Rehazentrum
E._
hospitalisiert (
Urk.
6/26). Der behandelnde Physiotherapeut konstatierte,
im Rahmen der physiotherapeutischen Weiter
be
handlung zeige sich ein komplikationsloser Verlauf und die gesetzten Ziele
seien
grösstenteils erreicht
worden
.
Ein durchgeführter Leistungstest (Eva
luation der funk
tionellen Leistungsfähigkeit) habe ein mittleres Arbeits
belas
tungs
niveau mit He
ben von maximal 25 kg ergeben.
E
s würden ausgeprägte
myo
fasziale
Be
funde und eine wechselhaft ausgeprägte Reizsymptomatik be
stehen. Ansatz
punkte und Ver
besserungen gebe es vor allem im Bereich der Mobilität der Hüfte und Stabi
lität der Lendenwirbelsäule sowie in der Balance von Rücken
stabilisa
toren und
-
mo
bi
li
satoren
.
Das instruierte spezifische Heimprogramm und der Auf
bau via spezifischen MTT Übungen würden ihre Wirkung jedoch erst länger
fristig zeigen. Die arbeitsspezifische Belastungsfähigkeit habe während des Aufenthaltes gestei
gert werden können. In Anbetracht der geplanten IV Ab
klä
rung
und
möglichen Um
schulung und unter Berücksichtigung der Kombi
belastung von Therapie und Ar
beit sei es sinnvoll
,
mit einem Teilpensum von 20 bis 40
%
zu beginnen und
dieses
im Verlauf zu steigern. Wichtig sei aber die Weiter
führung und der Ausbau der aktiven Therapie (medizinische Trainings
therapie und Heim
programm) und der Weg hin zur Selbsthilfe
(vgl. Austrittsbericht Physiotherapie vom
6.
Oktober 2016,
Urk.
6/26)
.
3.3
Den Psychostatus betreffend führte der untersuchende Arzt
des
Rehazentrums
E._
aus, der Beschwerde
führer zeige sich wach und allseits orientiert.
Es seien jedoch leichte
Auf
merksamkeits- und Gedächtnisstörungen vorhanden. Das for
male Denken sei unauf
fällig, Inkohärenzen gebe es keine. Ängste und Zwänge sowie Sinnestäuschungen und Ich-Störungen würden ebenfalls verneint werden. Anhaltspunkte für wahn
haftes Erleben gebe es keine. Der Rapport sei herstellbar, der Beschwerdeführer wirke jedoch leichtgradig deprimiert, wobei keine Hoff
nungs
losigkeit und keine Schuldgefühle angegeben
worden
seien
. Er bezeich
ne sich als leichtgradig affektlabil. Der Antrieb werde zeitweise als erhöht empfun
den. Circadiane Besonderheiten gebe es keine. Auch ein sozialer Rückzug sei nicht feststellbar, ebenso wenig Aggressivität oder selbstschädigendes Ver
halten. Schlafstörungen habe der Beschwerdeführer verneint. Ebenso suizidale Tenden
zen.
Der untersuchende Arzt
berichtete
weiter, im Verlauf des stationä
ren Auf
enthaltes seien
bei
Verbesserung der Schmerzsymptomatik die psycho
sozialen Belastungen zunehmend in den Vordergrund getreten, was sich in Schlaf
störun
gen geäussert habe.
In den Assessments hätten stark erhöhte
Scores
für Angstbe
zogenes Vermeidungsverhalten sowie für Angst und Depression (HADS Test) fest
gestellt werden können. Während des Aufenthaltes habe sich der Wunsch nach einer Umschulung zum Sozialbegleiter heraus
kristallisiert.
Insgesamt habe die Körperhaltung und die Körperwahrnehmung des Beschwer
deführers deutlich verbessert werden können. Auch seine körperliche Leistungs
fähigkeit habe er erheblich steigern können. Bei erfreulichem Verlauf habe er in gebessertem Allgemeinzustand in die ambulante Weiterbehandlung entlassen werden können. Zu beachten sei jedoch die bei Austritt noch stark erhöhten
Scores
in den Fragebögen für
a
ngstbedingtes
Vermeidungsverhalten und
Angst
. Bis zum 2
0.
Oktober 2016 sei der Beschwerdeführer noch vollständige arbeits
un
fähig, danach sei es sinnvoll und realistisch
,
mit einem Teilpensum von 20 bis 40
%
zu beginnen und dieses im Verlauf langsam zu steigern. Die Fortführung der Psychotherapie im ambulanten Rahmen werde empfohlen
(vgl. Austritts
be
richt vom
7.
Oktober 2016,
Urk.
6/25).
3.4
Seit dem
3.
Februar 2017 war der Beschwerdeführer bei Dr.
F._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, in psychiatrisch-psychothera
peutischer Behandlung
(zwei Wochen Rhythmus)
.
Dieser hielt in seinem Arzt
be
richt vom 2
1.
Februar 2018 (
Urk.
6/71) fest, der Beschwerdeführer sei bewusst
seins
klar, zeitlich, örtlich, situativ und zur eigenen Person ausreichend orientiert. Psychomotorisch wirke er eher unruhig und angespannt. Konzentration, Merk
fä
higkeit, Gedächtnis und Auffassung seien im Normbereich. Das formale Denken sei unauffällig. Es gebe keinen Anhalt für Wahn, Ich-Störungen oder Sinnes
täu
schungen. Im Affekt wirke der Beschwerdeführer reduziert schwingungsfähig. Er
habe angegeben, dass die Stimmung stark durch den jeweiligen Schmerz
zustand oder schlechte Erfahrungen bezüglich seiner Arbeitssituation
beeinflusst werde. Negativ erlebe er seine Stimmung dann als bedrückt, zukunftsängstlich, affektla
bil, gereizt. Auch der Antrieb reduziere sich diesbezüglich. Er erlebe sich generell als misstrauisch, was mit seiner strafrechtlichen Vergangenheit zusam
men
hänge. Sein Schlaf habe sich stabilisiert. Von selbst- und fremdgefährdendem Verhalten distanziere sich der Beschwerdeführer glaub
haft.
Dr.
F._
dia
gnos
ti
zierte eine Anpassungsstörung (ICD-10: F43.21) mit längerer depressiver Reaktion
, hielt aber fest, dass die Funktionsein
schränkungen primär somatischer Art seien
.
Hin
sichtlich der Prognose zur Arbeits
fähigkeit äusserte
Dr.
F._
, der Beschwer
deführer sei äusserst moti
viert und sehr bemüht. Die Prognose sei entsprechend gut (zumindest für eine Teilzeitan
stellung). Der Beschwerdeführer müsse
kon
struktiv und unterstützend in einer körperlich angepassten Tätigkeit begleitet werde
n, wobei durch Probearbeiten eruiert werden müsste, in welchem Bereich er zu wieviel Prozent Leistung erbringen könn
t
e.
Der Beschwerdeführer selber habe verschiedene Vorstellungen bezüglich seiner beruflichen Zukunft. Für ihn vorstellbar seien Tram- oder Zugchauffeur oder agogische Betreuung in der Handwerksbranche, wobei er für zusätzliche Vorschläge offen sei.
3.5
Im Rahmen einer aktenbasierten Einschätzung nahm RAD-Arzt
Dr.
B._
am 2
0.
Juli 2018 Stellung (vgl. Feststellungsblatt,
Urk.
6/76 S. 5ff.).
Er hielt folgende Diagnose mit dauerhafter Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit fest:
-
Lumbovertebrales
bis
lumbospondylogenes
Schmerzsyndrom beidseits, E
rstmanifestation
2011
-
Magnetresonanztomographie
(MRI)
der Lendenwirbelsäule
vom 20.
Ju
ni 2016:
Progrediente Diskushernie sowie
erosive
Osteochondrose
L5/S1 mit progredienter leichtgradiger Bedrängung der Nervenwurzel S1 beid
seits. Stationäre
erosive
Veränderungen L2/3 bei
regredienten
ödema
t
ösen Endplattenveränderungen. Stationäres
hypointenses
Knochen
mark
signal im Sinne einer geringen fettigen Knochenmarksinfiltration als unspezifischer Befund
Ohne dauerhafte Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit seien:
-
Anpassungsstörung mit längerer depressiver Reaktion (ICD-10: F43.21), E
rstdiagnose
März 2017
-
Thorakovertebrales
Schmerzsyndrom
-
Status nach
Bizepssehnenruptur
rechts September 2014
-
Status nach
Refixation
im Double
Incisions
Technik September 2014
Gestützt auf die Angaben des Hausarztes
Dr.
G._
, FMH Innere Medizin, speziell Rheumatologie, vom
5.
Oktober 2016 (
Urk.
6/24/4-6) fasste Dr.
B._
zusammen, in der bisherigen Tätigkeit als Hilfselektriker auf Baustel
le
n
sei der
Beschwerdeführer auf Dauer zu 100
%
arbeitsunfähig. In einer ange
passten Tätigkeit sei er ab 2
1.
Oktober 2016 in einem 20 bis 40%-Pensum arbeitsfähig, wobei das Pensum langsam gesteigert werden könne, sodass spätes
tens ab März 201
7
eine vollständige Arbeitsfähigkeit bestehe. Als angepasst gelte jede körperlich leichte wechselbelastende Tätigkeit, ohne Arbeiten auf Leitern und Gerüsten, ohne häufiges Treppensteigen, ohne häufige wirbelsäulen
belastende und den rechten Arm belastende Zwangshaltungen und Tätigkeiten (Bücken, Hocken, Kauern, Knien, Überkopfarbeiten, Arbeiten in weiter Armvor
halte), ohne häufige Rumpfrotationen, ohne häufiges Gehen auf un
ebenem Ge
lände. Andau
ernde Vibrationsbelastungen und Nässe-/Kälteexpo
sition seien eben
falls zu ver
meiden.
3.6
Im Rahmen des Beschwerdeverfahrens reichte der Beschwerdeführer den Opera
tionsbericht der
C._
vom 2
9.
Mai 2018 zu den Akten (
Urk.
3)
.
Dr.
H._
, Facharzt Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewe
gungsapparates FMH,
konstatierte, der Beschwerdeführer leide unter einem the
ra
pie
resistenten
diskogenen
Schmerzsyndrom ohne begleitende
radikuläre
Symp
to
matik. In der Bildgebung zeige sich eine ausgeprägte Endplattenver
ände
rung L2/3 und eine stark fortgeschrittene Segmentdegeneration L5/S1 mit Vakuum
phäno
men und Hinweisen für eine vertikale Instabilität. Aufgrund der ausblei
benden Besserung trotz intensiver konservativer Therapien führte
Dr.
H._
eine
Spon
dylodese
durch, wobei er den Beschwerdeführer darauf hingewiesen habe, dass das postoperative Ausmass der Schmerzbefreiung nicht sicher vorausgesagt werden könne, insbesondere nicht eine Wiedererlangung der Arbeitsfähigkeit für eine Tätigkeit mit starker körperlicher Beanspruchung.
4.
Wie aus der
dargelegten medizinischen Aktenlage ersichtlich ist, sind sich die vorliegend involvierten Ärzte einig und ist im Übr
igen auch unbestritten, dass dem
Beschwerdeführer die angestammte, körperlich schwere Tätigkeit als
Hilfs
elektriker auf Baustelle
n
aufgrund eines
lumbovertebralen
bis
lumbospondylo
ge
nen
Schmerzsyndroms
nicht mehr zumutbar ist
(vgl. E. 3.5 vorstehend,
Urk.
6/24/4-6)
.
Hinsichtlich der Arbeitsfähigkeit in einer leidensangepassten Tätigkeit
sind den vorliegenden Berichten der behandelnden Ärzte keine
respek
tive nur unvollständige
Angaben zu entnehmen.
Der Psychiater
Dr.
F._
empfahl durch Probearbeiten zu eruieren, in welchem Bereich der Beschwerde
führer zu wieviel Prozent Leistung erbringen könnte (E. 3.4). In Bezug auf ein Belastungsprofil bat Hausarzt
Dr.
G._
um eine ergonomische Evalua
tion (
Urk.
6/66).
Die Ärzte im
Rehazentrum
E._
erachteten ein mittleres Arbeitsbe
lastungsniveau als zumut
bar und verwiesen dabei auf eine
n
bei Austritt durch
geführten Leistungstest
(E. 3.2)
.
Ein ausführlicher Bericht
über eine allenfalls durchgeführte Evaluation der funktionellen Leistungsfähigkeit
ist nicht in den Akten und hat auch dem RAD-Arzt nicht vorgelegen.
Dass sich der Beschwerde
führer im Mai 2018 bei ausbleibender Besserung der Schmerz
symptomatik einer
Spondylodese
unterzogen hat (E. 3.6 hiervor),
konnte aus zeitlicher Sicht
vom RAD nicht berücksichtigt
werden
(vgl. Urk. 6/76)
.
Auch eine aktuelle Berichter
stattung der allfälligen hausärzt
lichen oder rheumatologischen Nach
betreuung fehlt in den Akten. Vor diesem Hin
ter
grund erweist sich die Ansicht des RAD-Arztes
Dr.
B._
, der den Be
schwerdeführer nicht persönlich unter
sucht hat und nur eine unvollständige Aktenlage beurteilte und gestützt darauf eine 100%ige Arbeitsfähigkeit in einer leidensangepassten Tätigkeit ab März 2017 annimmt, als nicht hinreichend verlässlich.
Es ist nicht mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit erstellt, in welchem Ausmass der Beschwerde
führer
seit Ablauf des Wartejahres bis zum Zeitpunkt der angefochtenen Verfügung
in einer leidensangepassten Tätigkeit arbeitsfähig ist.
So
lange Anhalts
punkte für körper
liche Einschränkungen vorliegen und wei
tere Sachverhalts
abklärungen möglich sind, darf im Rahmen des Untersuchungs
grundsatzes (Art. 61
lit
. c ATSG) die Folge der Beweislosigkeit für einen invali
denversiche
rungsrechtlich relevan
ten Gesundheitsschaden nicht greifen (vgl. BGE 138 V 218 E. 6 S. 221; 117 V 261 E. 3b S. 264 mit Hinweis).
Das Gericht kann die Ange
legenheit zu neuer Ent
schei
dung
an die Vorinstanz zurückweisen,
insbesondere
wenn mit dem ange
fochte
nen Entscheid nicht auf die Sache einge
treten oder der Sachverhalt unge
nügen
d festgestellt wurde (§ 26 Abs.
1 des Gesetzes über das So
zialver
siche
rungs
gericht,
GSVGer
).
Da die medizinische Aktenlage unvoll
ständig und zur Klärung des allenfalls invalidisierenden Ge
sund
heitsschadens weitere medizi
nische Angaben notwendig sind, ist die Sache an die Beschwerde
gegnerin zu
rück
zuweisen. Gestützt auf diese Abklärun
gen wird sie in Berück
sich
tigung des gesundheitli
chen Verlaufs erneut über die Sache zu entscheiden haben.
Die Beschwerde ist in diesem Sinne gutzuheissen.
5.
D
a es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrens
aufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG) und auf
Fr.
6
00.-- anzusetzen. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind sie de
r
Beschwerde
gegnerin
aufzuerlegen.