# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 8531e822-de60-4df3-9de1-094b9b88a2e3
**Court:** ZH_HG
**Chamber:** ZH_HG_001
**Year:** 2018
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

betreffend vorsorgliche Massnahmen
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Rechtsbegehren: (act. 1 S. 2)
"1. Es sei der Beklagten, unter Strafandrohung gegen ihre Organe nach Art. 292 StGB und Art. 343 ZPO im Widerhandlungsfall,  und vorab per Telefax (Fax-Nr. 1; mit Kopie an die , Fax-Nr. 2) zu verbieten, sämtliche bei der Beklagten hinterlegten Vermögenswerte der Klägerin wie Forderungen, , Wertschriften und sonstige Vermögenswerte, insbesondere die im Depot ... hinterlegten Aktien C._ (ISIN ...), zur Tilgung von bestehenden Kreditverbindlichkeiten zu  oder im Hinblick auf eine Verwertung zu kaufen und/oder zu verschieben und/oder zu verkaufen und/oder sonstwie zu .
2. Es sei das in Ziffer 1 beantragte Verbot superprovisorisch, d.h. ohne Anhörung der Beklagten, anzuordnen.
3. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der ."

## Considerations

Das Einzelgericht zieht in Erwägung:
1. Prozessverlauf
Mit Eingabe vom 4. Juni 2018 (überbracht) stellte die Gesuchstellerin (fortan
Klägerin) hierorts ein Gesuch um Erlass vorsorglicher Massnahmen mit obge-
nannten Begehren und beantragte gleichzeitig den superprovisorischen Erlass
dieser Massnahmen (act. 1). Mit Verfügung vom gleichen Tag wurde das Begeh-
ren gutgeheissen und es wurde der Gesuchsgegnerin (fortan Beklagte) Frist an-
gesetzt, um dazu Stellung zu nehmen (act. 4). Mit Eingabe vom 21. Juni 2018
nahm die Beklagte zum Massnahmebegehren Stellung (act. 8). Die Klägerin äus-
serte sich zur Massnahmeantwort mit Eingabe vom 6. August 2018 (act. 15). Die
Beklagte nahm ihr Replikrecht mit Eingabe vom 23. August 2018 wahr (act. 21).
Diese Eingabe wurde der Klägerin am 27. August 2018 zugestellt (Prot. S. 6). Da-
raufhin nahm die Klägerin am 7. September 2018 erneut Stellung (act. 22).
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2. Eingaben in Ausübung des Replikrechts
Ein Replikrecht im Sinne der bundesgerichtlichen Rechtsprechung steht den
Parteien auch im Rahmen des summarischen Verfahrens zu. Die Eingaben der
Parteien vom 6. August 2018 (Klägerin; act. 15) und vom 23. August 2018 (Be-
klagte; act. 21) und vom 7. September 2018 (Klägerin; act. 22) erfolgten jeweils
als Reaktion auf die letzte Eingabe der Gegenseite innert angesetzter oder kurzer
Frist. Die Eingaben sind folglich - unter dem Vorbehalt des Novenrechts - zu be-
achten. Dass den Parteien für die Ausübung des Replikrechts jeweils eine formel-
le Frist angesetzt worden ist (act. 11; act. 17) ändert nichts an der Natur der Ein-
gaben. Insbesondere wurde bereits in der Verfügung vom 4. Juni 2018 darauf
hingewiesen, dass nur ein Schriftenwechsel stattfinden wird (act. 4 E. 8) und die
Parteien wurden bei der Fristansetzung auf die Geltung des Novenrechts hinge-
wiesen (act. 11; act. 17). Ein zweiter Schriftenwechsel wurde nicht durchgeführt.
Entsprechend sind die Eingaben zu beachten, wobei für neue Behauptungen die
Voraussetzungen des Novenrechts zu berücksichtigen sind. Soweit lediglich
rechtliche Ausführungen gemacht werden, können die Parteieingaben vollumfäng-
lich beachtet werden. Auf die Eingaben eingegangen wird aber nur soweit die
Ausführungen für die Entscheidfindungen überhaupt relevant sind; Wiederholun-
gen der Ausführungen in der ersten Rechtsschrift haben keine Relevanz.
Nachdem sich in der Eingabe der Klägerin vom 7. September 2018 keine
neuen entscheidrelevanten Ausführungen finden, rechtfertigt es sich - zur Be-
schleunigung des Verfahrens -, diese Eingabe der Beklagten erst mit dem vorlie-
genden Entscheid zuzustellen.
3. Unbestrittener Sachverhalt
Bei der Klägerin handelt es sich um eine Gesellschaft mit Sitz in Panama.
Sie ist eine Tochtergesellschaft (100%) der A1._ SA in Panama, welcher
wiederum zu 100% von der A._ mit Sitz in Panama gehalten wird. Einzige
Begünstigte der A._ ist die A3._ Inc. mit Sitz auf den British Virgin Is-
lands. Diese steht wiederum im Alleineigentum von D._ (act. 1 Rz. 28 f.). Die
Beklagte ist eine Bank mit Sitz in Zürich (act. 1 Rz. 32).
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Unbestritten ist, dass die Klägerin bei der Beklagten eine Konto- und Depot-
beziehung unterhält, auf die Schweizer Recht zur Anwendung kommt. Im Rahmen
dieser Beziehung hat die Beklagte der Klägerin eine Kreditlimite gewährt, wobei
diese mit Kredit- und Sicherheitsverträgen abgesichert war. Weiter gewährte die
Beklagte der Klägerin einen festen Vorschuss im Umfang von USD 160 Mio.
Nachdem das US-amerikanische Office of Foreign Assets Control (fortan OFAC)
D._ auf eine Sanktionsliste gesetzt hat, wurde am 25. April 2018 der feste
Vorschuss zur Rückzahlung fällig. Die Klägerin hat der Beklagten mitgeteilt, dass
sie den Vorschuss nicht erneuern sondern zurückzahlen wolle und diesen mittels
dem Verkauf von Wertschriften begleichen wolle. Die Beklagte hat diesen Auftrag
mit Hinweis auf die Sanktionierung von D._ und damit auch der Klägerin
nicht ausgeführt und den festen Vorschuss neu im Kontokorrent der Klägerin ver-
bucht (act. 1 Rz. 33 ff.; act. 8 Rz. 9 ff.). Nach geführter Korrespondenz hat die Be-
klagte mit Schreiben vom 31. Mai 2018 die Klägerin aufgefordert den (behaupte-
ten) "Collateral Shortfall" von USD 156'932'614.– bis am 4. Juni 2018 um 12.00
Uhr auszugleichen mit der Androhung, dass ansonsten die sich im Depot der Klä-
gerin befindlichen Aktien der E._ [Bank] verwertet würden (act. 1 Rz. 71 ff.;
act. 8 Rz. 39 ff.).
4. Parteistandpunkte
Die Klägerin stellt sich zusammengefasst auf den Standpunkt, indem die
Beklagte die Verwertung wie angewiesen und damit auch die Annahme der Rück-
zahlung des Vorschusses verweigert hat, befinde sich die Beklagte im Gläubiger-
verzug (act. 1 Rz. 48 ff.). Sie berufe sich zu Unrecht auf eine Anwendbarkeit der
Sanktionen auf die Klägerin, zumal D._ nur indirekt Begünstigter der Klägerin
sei, aber weder Eigentum noch Kontrolle an ihrem Vermögen geltend machen
könne. Auch bestehe die vorliegende Konstellation bereits seit mehr als 20 Jah-
ren, weshalb nicht von einer formaljuristischen Konstruktion zur Umgehung der
Sanktionen ausgegangen werden könne (act. 1 Rz. 43 ff.). Zudem könne den
Ausführungen der Beklagten bezüglich der fehlenden Deckung des Kontokorrents
nicht gefolgt werden, zumal dies den eigenen Bewertungen widersprechen würde.
Eine Verwertung der E._ Aktien sei damit nicht erforderlich (act. 1 Rz. 71 ff.).
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Die Beklagte macht dagegen geltend, die Sanktionen würden auch die Klä-
gerin selbst betreffen. Diese habe selbst angegeben, dass D._ der wirt-
schaftlich Berechtigte an ihrem Vermögen sei. Entsprechend seien keine Ge-
schäfte mit der Klägerin zulässig, die über US-Kanäle abgewickelt werden und die
von der Klägerin in USD gehaltenen Wertpapiere könnten nicht verkauft werden.
Beachte sie die Sanktionen gegen die Klägerin nicht, laufe die Beklagte in Gefahr
selbst Ziel von Sanktionen zu werden. Nachdem die USD-Wertschriften nicht
mehr verkauft werden könnten, liege auch keine werthaltige Sicherheit zu Guns-
ten der Beklagten mehr vor, weshalb sie im Einklang mit den Verträgen die Ver-
wertung der E._-Aktien angekündigt habe (act. 8 Rz. 20 ff.).
5. Voraussetzungen für den Erlass vorsorglicher Massnahmen
Das Gericht trifft die notwendigen vorsorglichen Massnahmen, wenn die ge-
suchstellende Partei glaubhaft macht, dass ein ihr zustehender Anspruch verletzt
ist oder eine Verletzung zu befürchten ist und dass ihr aus der Verletzung ein
nicht leicht wieder gutzumachender Nachteil droht (Art. 261 Abs. 1 ZPO). Weiter
wird vorausgesetzt, dass die anzuordnende Massnahme verhältnismässig ist
(ANDREAS GÜNGERICH, in: HAUSHEER/WALTER [Hrsg.], Berner Kommentar, Schwei-
zerische Zivilprozessordnung, Band II, Bern 2012, N 2 zu Art. 262 ZPO). Die
Massnahme darf zudem den Hauptsachenprozess nicht präjudizieren. Sie darf
folglich keinen Zustand schaffen, der nicht mehr rückgängig zu machen ist (GÜN-
GERICH, a.a.O., N 4 zu Art. 262 ZPO).
6. Würdigung
6.1. Hauptsacheprognose
Unbestritten ist die vertragliche Beziehung zwischen den Parteien. Soweit
nicht bestritten - und glaubhaft - ist auch, dass sich aus den Verträgen - ohne Be-
rücksichtigung der Sanktionen - grundsätzlich eine Pflicht der Beklagten ergibt,
die Anweisungen der Klägerin betreffend Kauf und Verkauf von Wertpapieren
auszuführen (in diesem Sinne act. 1 Rz. 48; act. 8 Rz. 31). Folglich erscheint
auch der Anspruch der Klägerin, den festen Vorschuss mittels Verkaufs von Ak-
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tien und späterer Verrechnung zu tilgen, glaubhaft. Das Recht der Tilgung als sol-
che ergibt sich aus dem Credit Agreement (act. 3/2 Ziff. 13), wobei den Ausfüh-
rungen der Beklagten, es käme nur eine Barüberweisung in Frage (act. 8
Rz. 60 ff.), nicht gefolgt werden kann. So hat die Klägerin nämlich nicht die Til-
gung durch Übertragung von Wertpapieren zahlungshalber sondern vielmehr aus
dem Verkaufserlös besagter Wertpapiere, also in Bar, angeboten. Aus vertragli-
cher Sicht erscheint damit ein Anspruch in der Hauptsache - nämlich dass andere
als die E._-Aktien zur Tilgung der beklagtischen Ansprüche verwertet werden
- glaubhaft.
Allerdings sind die von der OFAC erlassenen Sanktionen gegen russische
Staatsbürger näher zu betrachten. So ist anerkannt, dass D._, nicht aber die
Klägerin auf der Sanktionsliste aufgeführt ist (act. 1 Rz. 42; act. 8 Rz. 21; act.
3/16). Ebenso unbestritten ist, dass D._ zwar nicht Eigentümer aber indirekt
Begünstigter der Klägerin bzw. ihrer Assets ist und dass die Konstruktion nicht zur
Umgehung der Sanktionen aufgebaut wurde (act. 8 Rz. 89). Irrelevant ist in die-
ser Hinsicht die Deklaration im "Formular A" zumal sich die Parteien über die Rol-
le von D._ einig sind. Strittig ist einzig, ob die Sanktionen gegenüber der
Klägerin trotzdem zur Anwendung kommen. Beide Parteien haben Rechtsgutach-
ten amerikanischer Anwaltsbüros eingereicht (act. 3/17; act. 10/2; act. 16/6; act.
20/1), die in sich nachvollziehbar sind. Während sich die Klägerin auf eine formal-
juristische Argumentation beruft, stützt sich die Beklagte auf die tatsächlich Be-
günstigung D._s.
Im Rahmen eines Verfahrens über den Erlass vorsorglicher Massnahmen ist
der Anspruch in der Hauptsache lediglich glaubhaft zu machen. Es liegt nicht in
der Kompetenz des Einzelgerichts den Anwendungsbereich des US-
Sanktionenrechts abschliessend auszulegen. Die in den Parteigutachten zitierten
Bestimmungen des Sanktionenrechts lassen beide Auslegungen zu. Bei einer
formalistischen Betrachtung scheint die Klägerin nicht von den Sanktionen um-
fasst, zumal D._ nicht als Eigentümer sondern lediglich als (indirekt) Begüns-
tigter der Klägerin anzusehen ist und die Konstruktion schon seit rund 20 Jahren
so besteht. Diese Expertenmeinung einer amerikanischen - und damit mit dem
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US-Sanktionenrecht besser vertrauten - Anwaltskanzlei ist nachvollziehbar und
als glaubhaft anzusehen. Es rechtfertigt sich, einstweilen darauf abzustellen, ins-
besondere weil das beklagtische Gutachten mögliche Ausnahmen von den Sank-
tionen nennt (act. 10/2 Ziff. 24), die vorliegend durchaus zu prüfen wären. Damit
erscheint glaubhaft, dass der Verkauf von USD-Wertschriften der Klägerin zur Til-
gung des festen Vorschusses durch die Sanktionen nicht erfasst ist.
Damit ist ein Anspruch der Klägerin in der Hauptsache auf Erfüllung des
Vertrages durch Verkauf der von ihr genannten Wertschriften und Tilgung des
Vorschusses gemäss Anweisungen der Klägerin glaubhaft.
6.2. Nachteilsprognose
Der nicht wieder gutzumachende Nachteil besteht nach der glaubhaften
Darstellung der Klägerin darin, dass es sich bei den E._ Aktien um die wich-
tigste Position im klägerischen Portfolio handle, der Käufer könne nicht gezwun-
gen werden, diese zu verkaufen. Ausserdem sei aufgrund des angekündigten
Preismechanismus der Beklagten eine spätere Schadensberechnung kaum mög-
lich (act. 1 Rz. 123 f.; act. 15 Rz. 93 f.).
Das Vorliegen eines nicht wieder gutzumachenden Nachteils erscheint trotz
der Einwände der Beklagten glaubhaft. So hat die Klägerin nicht im Detail auszu-
führen und zu belegen, worin ihre Strategie bezüglich der E._ Aktien besteht
und weshalb die Beteiligung wichtig wäre. Alleine der Umfang der Investition zeigt
bereits die Relevanz der Investition. Aus dem Depotauszug von Ende Mai 2018
ergibt sich, dass die E._ Aktien mit einem Wert von rund USD 155 Mio. die
weitaus grösste Position ausmachen und rund 30% des investierten Kapitals um-
fassen (act. 3/12). Zudem erscheint glaubhaft, dass ein Wiederaufbau der Beteili-
gung nur erschwert möglich wäre. Auch wenn die Beklagte zu Recht vorbringt, die
Käufe könnten über die Börse stattfinden (act. 8 Rz. 74 und Rz. 47), so erscheint
eine Beteiligung die rund 2/3 des täglichen Handelsvolumens umfasst zu gross
um ohne Weiteres und ohne Aufsehen zu erregen wieder erworben zu werden.
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6.3. Verhältnismässigkeit
Hinsichtlich der Verhältnismässigkeit ist vorab festzuhalten, dass die Anord-
nung der vorsorglichen Massnahmen lediglich den bisherigen Zustand aufrecht
erhält. Die Klägerin hält zu Recht fest, dass der Beklagten nach wie vor zur De-
ckung der Verbindlichkeiten Vermögenswerte im Umfang von über USD 500 Mio.
zur Verfügung stehen (act. 1 Rz. 130). Den Ausführungen der Beklagten (act. 8
Rz. 77 ff.) kann nicht gefolgt werden. So kann zwar heute noch nichts zum
Schicksal der USD-Positionen der Klägerin gesagt werden, damit sind diese aber
auch noch nicht ausgefallen. Ein Wertverlust alleine aufgrund der Blockade kann
jedenfalls nicht angenommen werden. Ausserdem verfügt die Klägerin bei der
Beklagten neben den USD-Anlagen und den E._-Aktien über weitere Ver-
mögenswerte im Umfang von rund USD 88 Mio. (act. 3/12). Auch daraus könnte
sich die Beklagte befriedigen. Unter diesen Umständen kann das Kursrisiko hin-
sichtlich der RUB-Anlage, das die Beklagte mit rund der Hälfte des Werts beziffert
(act. 8 Rz. 77), also rund USD 78 Mio., vernachlässigt werden. Die Massnahme
ist verhältnismässig.
6.4. Dringlichkeit
Die Dringlichkeit einer Anordnung ist weiterhin gegeben. Die Beklagte stellt
sich nach wie vor auf den Standpunkt zur Verwertung der E._-Aktien berech-
tigt zu sein. Es muss folglich davon ausgegangen werden, dass sie diese vor dem
Abschluss eines ordentlichen Prozesses verwerten würde.
6.5. Sicherheitsleistung
Die Beklagte beantragt eventualiter die Anordnung einer Sicherheit von
CHF 80 Mio., wobei sie sich auf die fehlende Werthaltigkeit bzw. die Kursrisiken
der E._-Aktien beruft (act. 8 Rz. 88).
Die Anordnung einer Sicherheitsleistung beruht auf Art. 264 ZPO. Dabei hat
die beantragende Partei glaubhaft zu machen, dass und in welcher Höhe ein
Schaden droht (JOHANN ZÜRCHER, in: BRUNNER/GASSER/SCHWANDER, Schweizeri-
sche Zivilprozessordnung, Kommentar, 2. Aufl., Zürich 2016, N 6 zu Art. 264
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ZPO). Selbst wenn vorliegend vom beklagtischen Szenario, dass die E._-
Aktien bis zu einem Urteil in der Hauptsache allenfalls die Hälfte ihres Werts ver-
lieren könnten (act. 8 Rz. 83 f.), ausgegangen wird, besteht vorliegend keine
Grundlage für die Anordnung einer Sicherheitsleistung. Die Beklagte beziffert ih-
ren drohenden Schaden nämlich nicht näher. Sie nennt lediglich den pauschalen
Betrag von CHF 80 Mio. - wohlgemerkt mehr als die Hälfte des aktuellen Werts
der Aktien. Ausser Acht lässt sie dabei auch die weiteren, nicht auf USD lauten-
den, Wertpapiere des Portfolios und die Sicherheiten, die dadurch weiterhin be-
stehen. Es ist nicht ersichtlich, weshalb sie sich nicht aus diesen bezahlt machen
könnte. Bereits dieser Betrag von USD 88 Mio. übersteigt die beantragte Sicher-
heitsleistung.
Auch befasst sich die Beklagte nicht mit der von der Klägerin vorgebrachten
Behauptung, dass das Risiko weit günstiger abgesichert werden könnte (act. 15
Rz. 104 ff.). Bei einer späteren Festsetzung des Schadenersatzes wäre eine
Schadenminderungspflicht der Beklagten zu berücksichtigen (ZÜRCHER, a.a.O.,
N 14 zu Art. 264 ZPO), da die Beklagte den potentiellen Schaden glaubhaft zu
machen hat, ist dies auch für eine Sicherheitsleistung relevant. Der dafür benötig-
te Finanzbedarf - der als Schadensposition anzusehen wäre - wird von der be-
hauptungsbelasteten Beklagten allerdings nicht dargetan. Damit ist es dem Ge-
richt auch unter diesem Aspekt nicht möglich, eine angemessene Sicherheitsleis-
tung festzusetzen.
Daraus ergibt sich, dass die Anordnung der vorsorglichen Massnahmen vor-
liegend nicht von der Leistung einer Sicherheit abhängig gemacht werden kann.
6.6. Fazit und Umfang des Verbots
Zusammengefasst gelingt es der Klägerin, einen Anspruch in der Hauptsa-
che, einen nicht wieder gutzumachenden Nachteil sowie die Verhältnismässigkeit
und Dringlichkeit der Massnahme glaubhaft zu machen.
In Bezug auf die begehrten Massnahmen ist allerdings eine Einschränkung
zu machen: Die Klägerin beantragte ein Verbot der Verwertung sämtlicher hinter-
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legten Vermögenswerte bei der Beklagten. In ihrer Rechtsschrift äussert sie sich
allerdings nur zur den Aktien der E._. Inwiefern sie aus der Verwertung wei-
terer Vermögenswerte einen Nachteil erleiden sollte, legt sie nicht dar und ist
auch nicht ersichtlich. Immerhin ist unbestritten, dass ihr die Beklagte einen festen
Vorschuss im Umfang von USD 160 Mio. gewährt hat und sie diesen früher oder
später zurückzahlen muss. Die Klägerin macht aber gar Ausführungen die im Wi-
derspruch zu ihrem Rechtsbegehren stehen. So macht sie geltend einen An-
spruch auf Ausführung ihrer Anweisungen zu haben (act. 1 Rz. 48 ff.), welche
aber ebenfalls den Verkauf von Wertschriften umfassen. Ausserdem hält sie fest,
dass die Beklagte Wertschriften im Gegenwert von USD 88 Mio., die in anderen
Währungen lauten, als Sicherheiten beiziehen könnte (act. 15 Rz. 82).
Entsprechend ist das Verbot einschränkend zu umschreiben, so dass es le-
diglich die explizit genannten Aktien der E._ umfasst. Im Mehrumfang ist das
Gesuch abzuweisen, die mit Verfügung vom 4. Juni 2018 angeordneten Mass-
nahmen fallen entsprechend per sofort dahin.
7. Prozessfortgang
Der Klägerin ist Frist anzusetzen, um den Prozess gegen die Beklagte in der
Hauptsache anhängig zu machen (Art. 263 ZPO). Bei Säumnis würde die ent-
sprechende Anordnung ohne Weiteres dahinfallen. Die Prosequierungsfrist ist
praxisgemäss auf 60 Tage festzulegen.
8. Kosten- und Entschädigungsfolgen
8.1. Gerichtsgebühr
Die Höhe der Gerichtsgebühr wird nach der Gebührenverordnung des
Obergerichts bestimmt (Art. 96 ZPO i.V.m. § 199 Abs. 1 GOG) und richtet sich in
erster Linie nach dem Streitwert bzw. nach dem tatsächlichen Streitinteresse (§ 2
Abs. 1 lit. a GebV OG). Der Streitwert wird von der Klägerin auf CHF 30 Mio. be-
ziffert (act. 4 E. 7). In Anwendung von § 4 Abs. 1 und 2 i.V.m. § 8 Abs. 1 GebV
OG, angesichts auch des Aequivalenzprinzips, ist die Gerichtsgebühr auf
CHF 30'000.– festzulegen.
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8.2. Kostenverteilung
Da das Massnahmegesuch teilweise abzuweisen ist, sind der Klägerin in
diesem Umfang ausgangsgemäss die diesbezüglichen Gerichtskosten definitiv
aufzuerlegen (Art. 106 Abs. 1 ZPO). In gesamthafter Betrachtung ihres Mass-
nahmegesuchs unterliegt die Klägerin zu rund zwei Dritteln, (Verbot bezüglich der
E._-Aktien, die wertmässig rund 1/3 der bei der Beklagten liegenden Vermö-
genswerte entsprichen; act. 3/12), weshalb es sich rechtfertigt, ihr die Gerichts-
kosten von im Umfang von CHF 20'000.– definitiv aufzuerlegen.
Im Übrigen ist dagegen die definitive Regelung bezüglich der Verteilung der
Gerichtskosten in der Höhe von CHF 10'000.– gestützt auf Art. 104 Abs. 3 ZPO
dem Entscheid des Hauptsachegerichts vorzubehalten. Nur für den Fall, dass die
Anordnung wegen Nichtanhängigmachens des Prozesses in der Hauptsache da-
hinfällt, ist eine definitive (wenn auch bedingte) Anordnung zu treffen. Gemäss
Praxis des Einzelgerichts des Handelsgerichts des Kantons Zürich sind die Ge-
richtskosten im vorsorglichen Massnahmeverfahren von der Klägerin zu beziehen,
wobei der endgültige Entscheid des Gerichts im ordentlichen Verfahren vorbehal-
ten bleibt.
8.3. Parteientschädigung
Ausgehend von einer Gebühr betreffend die Parteientschädigung von
CHF 40'500.– (§ 4 Abs. 1, § 9 und § 11 AnwGebV OG), ist der Beklagten - ent-
sprechend der teilweisen Abweisung des Massnahmegesuchs - definitiv eine um
einen Drittel reduzierte Parteientschädigung von CHF 27'000.– zuzusprechen.
Im Übrigen ist dagegen die definitive Regelung betreffend die Entschädi-
gungsfolgen dem ordentlichen Verfahren vorbehalten. Für den Fall, dass die Klä-
gerin ihren Anspruch jedoch nicht prosequieren sollte, hat sie die Beklagte mit zu-
sätzlichen CHF 13'500.– zu entschädigen.
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