# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 073c9297-52c1-5332-a613-f54f3a3df75d
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2015
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
1.1
Die 1970 geborene
X._
ist gelernte Büroangestellte.
Vor ihrer Anmeldung bei der Eidgenössischen Invalidenversicherung
leis
tete sie
zuletzt
Einsätze als Sitzwache am Universitätsspital
Y._
, jedoch lediglich in einem Kleinstpensum. Am 7. Februar 2008 meldete sie sich wegen
Zwangs
gedanken
, Zwangsverhalten, Depressione
n, Angststörungen sowie
Panik
at
tacken
zum Be
zug von Leistungen der Invalidenversicherung an und beantragte Berufsbera
tung, Umschulung auf eine neue Tätigkeit sowie eine Rente (Urk.
9
/1). Die
Sozi
alversicherungsanstalt
des Kantons Zürich, IV-Stelle, klärte die medizinischen und erwerblichen Verhältnisse ab und veranlasste die Erstel
lung eines psychiat
rischen Gutachtens bei Dr. med.
Z._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, welches am 12. November 2008 erstattet wurde (Urk.
9
/29).
Mit Vorbescheid vom 29. Januar 2009 stellte die
IV-Stelle der Versicherten
die Ab
weisung
des Renten
begehren
s in Aussicht
(Urk. 9/34)
, wogegen die Versicherte am 31. Januar 2009 Einwand erhob
(Urk. 9/36)
. Daraufhin holte die IV-Stelle
den
Arztbericht des behandelnden Psychiaters Dr. med.
A._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie,
vom 1. April 2009
ein (Urk.
9/48
) und verfügte am 27. August 2009 im ange
kündigten Sinn
(Urk. 9/52)
. Die
hiergegen
von der Versicherten am 7. Oktober 2009 erhobene Beschwerde (Urk.
9
/55) hiess das
Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich
gut und wies die
Sache zur Erstellung eines verlässlichen und umfassenden psychiatri
schen Gutachtens
an die Vorinstanz
zurück (Urteil des
Sozialversicher
ungsge
richts
des Kantons Zürich
IV.2009.00977 vom 15. März 2011;
Urk.
9
/62).
1.2
In Nachachtung dieses Urteils holte die IV-Stelle
das psychiatrische Gutachten von
Dr.
med.
B._
, Facharzt für
Psychiatrie und Psychotherapie
, vom 2
0.
Dezember 2011
(Urk. 9/82) sowie Stellungnahmen des
Regionalen Ärztlichen Dienstes (RAD;
Urk.
9/90)
ein
. Mit Vorbescheid vom 1
9.
März 2012 stellte sie der Versicherten die
Zusprache
einer ganzen Invalidenrente mit Wir
kung ab
1.
Januar 2009 in Aussicht (Urk. 9/93). Gleichzeitig
machte sie die
Versicherte
auf die
Schadenminderungspflicht
aufmerksam
. Sie wies
sie
darauf hin, dass gemäss ihren Abklärungen ihre Arbeitsfähigkeit mit
der Durchführung der weiteren regelmässigen psychiatrischen Behandlung gesteigert
werden könne. Sie
sei
daher ge
hal
ten, sich
einer solchen Behandlung zu unterziehen
(Urk.
9/91
). Mit Verfügung vom 1
1.
Juli 2012
sprach sie der Versicherten wie angekündigt mit Wirkung ab
1.
Januar 2009
eine
ganze R
ente der Invaliden
versicherung zu (Urk.
9/100, zur Begründung vgl. Urk. 9/96
).
1.3
Im April 2013 leitete die IV-Stelle ein Revisionsverfahren ein, wobei sie den Fragebogen betreffend Rentenrevision einholte (Urk. 9/122), Berichte der behandelnden Ärzte zu den Akten nahm (Urk. 9/
123, 9/126
)
, einen Auszug aus dem individuellen Konto der Versicherten (IK-Auszug, Urk. 9/127) sowie das Gutachten von
med.
pract
.
C._
,
Fachärztin
für
Psychiatrie und Psychotherapie
,
vom
2
8.
Januar 2014
erstellen liess (Urk. 9/
135
)
und
zu
letze
rem
eine RAD-Stellungnahme einholte (Urk. 9/138/3).
Mit Vorbescheid vom
4.
März 2014 stellte sie der Versicherten in Aussicht, dass sie ihre bisherige ganze Rente mit Wirkung auf den ersten Tag des zweiten Monats nach Zustel
lung der Verfügung auf eine
Viertelsrente
herabsetzen werde (Urk. 9/140). Dagegen erhob die Versicherte am 2
6.
März 2014 Einwand (Urk. 9/146) und reichte weitere medizinische Berichte ein (Urk. 9/143-144). Diese legte die IV
Stelle med.
pract
.
C._
zur Stellungnahme vor (Urk. 9/148), welche am 2
4.
April 2014 erfolgte (Urk. 9/150). Mit Verfügung vom
5.
Mai 2014 setzte die IV-Stelle die bisherige ganze Invalidenrente wie angekündigt auf eine
Viertels
rente
herab (Urk. 9/155, Urk. 9/152
)
.
2.
Gegen die Verfügung vom
5.
Mai 2014 (Urk. 2) erhob die Versicherte am 2. Juni 2014 Beschwerde und beantragte,
diese
sei aufzuheben und es sei ihr
weiterhin
eine
ganze R
ente zuzusprechen. In prozessualer Hinsicht stellte sie den Antrag, der Beschwerde sei die aufschiebende Wirkung zu erteilen. Weiter ersuchte sie um Gewährung der unentgeltlichen Proz
essführung und Rechtsvertretung
(Urk. 1 S. 2). Die Beschwerdegegnerin schloss in ihrer Beschwerdeantwort vom 1
1.
Juli 2014 auf Abweisung der Beschwerde (Urk. 8).
Mit Verfügung vom 1
7.
Juli 2014 wies das hiesige Gericht sowohl das Gesuch um Wiederherstellung der aufschiebenden Wirkung der Beschwerde als auch das Gesuch um Gewäh
rung der unentgeltlichen Prozessführung und Bestellung einer unentgeltlichen Rechtsvertretung ab. Zugleich wurde der Beschwerdeführerin die
Beschwerde
antwort
zur Kenntnis gebracht (Urk. 10).
Auf die Ausführungen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, soweit erforderlich, in den
nachfolgenden
Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des
Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des
Sozialversicherungsrechts; ATSG
).
Sie kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung; IVG
).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beein
trächtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verur
sachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommen
den ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesund
heitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
Zur Annahme der Invalidität nach
Art.
8 ATSG ist – auch bei psychischen Erkran
kungen – in jedem Fall ein medizinisches Substrat unabdingbar, das (fach-)ärztlicherseits schlüssig festgestellt wird und nachgewiesenermassen die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit wesentlich beeinträchtigt. Je stärker psychosozi
ale und soziokulturelle Faktoren wie beispielsweise Sorge um die Familie oder Zukunftsängste (etwa ein drohender finanzieller Notstand) im Einzelfall in den Vordergrund treten und das Beschwerdebild mitbestimmen, desto ausgeprägter muss eine fachärztlich festgestellte psychische Störung von Krankheitswert vor
handen sein (BGE 127 V 294 E. 5a; Urteil des Bundesgerichts 8C_730/2008 vom 23. März 2009 E. 2).
1.2
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertels
rente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines
Rentenbe
zügers
erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (
Art.
17
Abs.
1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tat
sächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente nicht nur bei einer wesentlichen Änderung des Gesundheitszustandes, sondern auch dann
revidier
bar
, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen des an sich gleich gebliebenen
Gesundheitszustandes erheblich verändert haben (BGE 130 V 343 E. 3.5 mit Hinweisen). Eine Veränderung der gesundheitlichen Verhältnisse liegt auch bei gleich gebliebener Diagnose vor, wenn sich ein Leiden in seiner Intensität und in seinen Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit verändert hat (Urteile des Bundesgerichts 9C_261/2009 vom 1
1.
Mai 2009
,
E. 1.2 und I 212/03 vom 28. August 2003
,
E. 2.2.3). Dagegen stellt die bloss unterschiedliche Beurteilung der Auswirkungen eines im Wesentlichen unverändert gebliebenen Gesund
heits
zustandes auf die Arbeitsfähigkeit für sich allein genommen keinen
Revisi
onsgrund
im Sinne von
Art.
17
Abs.
1 ATSG dar. Zeitliche Vergleichsbasis für die Beurteilung einer anspruchserheblichen Änderung des Invaliditätsgrades bil
den die letzte rechtskräftige Verfügung oder der letzte rechtskräftige
Ein
sprache
entscheid
, welche oder welcher auf einer materiellen Prüfung des Ren
ten
anspruchs mit rechtskonformer Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und Invaliditätsbemessung beruht (BGE 133 V 108; vgl. auch BGE 130 V 71 E.
3.2.3; Urteil des Bundesgerichts 9C_438/2009 vom 26. März 2010
,
E. 1 mit Hinweisen).
1.4
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gege
benenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 256 E. 4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden kön
nen (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E. 4b/cc).
1.5
Versicherungsträger und Sozialversicherungsgerichte haben die Beweise frei, das heisst ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Für das Beschwerdeverfahren bedeutet dies, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel, unabhängig davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden hat, ob die verfüg
baren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruches gestatten. Insbesondere darf es bei einander widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich des Beweiswertes eines
Arztbe
richtes
ist also entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfas
send ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwer
den berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schluss
folgerungen begründet sind. Ausschlaggebend für den Beweiswert ist grund
sätz
lich somit weder die Herkunft eines Beweismittels noch die Bezeich
nung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin stellte sich in der angefochtenen Verfügung auf den Standpunkt, ihre Abklärungen hätten ergeben, dass sich der Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin wesentlich verbessert habe. Insbesondere sei bei der gutachterlichen Untersuchung im Januar 2014 die Zwangssymptomatik nur noch leicht bis allenfalls zweitweise mässig ausgeprägt gewesen und ein für
eine
Agoraphobie charakteristisches beziehungsweise für die Diagnosestellung erforderliches Kriterium im Sinne eines Vermeidungsverhaltens sei nicht mehr zu eruieren gewesen.
Bei einer Arbeitsfähigkeit von 60
%
in der angestammten Tätigkeit im kaufmännischen Bereich ermittelte sie einen Invaliditätsgrad von 40
%
(Urk. 2).
2.2
Die Beschwerdeführerin wandte hiergegen zusammengefasst ein,
aus ihren Akti
vitäten lasse sich nicht auf eine Arbeitsfähigkeit schliessen. Auto fahre sie zudem nicht mehr (Urk. 1 S. 8 f.). Die drei Gutachter und der behandelnde Psy
chiater hätten alle das gleiche Krankheitsbild diagnostiziert, seien aber zu unterschiedlichen Beurteilungen der Arbeitsfähigkeit gekommen. Dabei komme der Beurteilung von
Dr.
A._
erhöhte Glaubwürdigkeit zu, da er sie am besten kenne. Med.
pract
.
C._
habe sie demgegenüber nur einmalig begut
achtet und ihre Beurteilung stehe in einem erheblichen Widerspruch zu derjeni
gen von
Dr.
A._
und von
Dr.
B._
. Ihr Zustandsbild sei schwan
kend, weshalb es möglich sei, dass sie anlässlich der Begutachtung durch med.
pract
.
C._
einen guten Tag gehabt habe. Grundsätzlich sei
ihr Leiden
jedoch
chronifiziert
. Im Übrigen habe
Dr.
A._
ihre Arbeitsunfähigkeit über
zeugend begründet (Urk. 1 S. 10-1
2
).
3.
3.1
Die Zusprechung
der ganzen Rente
mit Wirkung ab dem 1.
Januar 2009
(vgl.
Urk.
9/100
) basierte
, was die massgeblichen medizinischen Aspekte betrifft, in erster Linie
auf
dem psychia
tri
schen Gutachten
des
Dr.
B._
vom 2
0
.
Dezember 2011
(Urk.
9/82
).
Der
Gutachter
nannte damals
als Diagnose
mit Einfluss auf
die Arbeitsfähigkeit eine
Zwangsstörung verbunden mit Panik
(ICD-10: F
42/
41.
0;
Urk.
9/82/8)
.
Er attestierte der Beschwerdeführer
in
aus psychiatri
scher Sicht eine
Arbeitsun
fähig
keit
von 70
%
in jeglicher Tätigkeit
(Urk. 9/82/9).
Dazu führte er aus, die Erklärung für die Arbeitsplatzprobleme sei in der Zwangskrankheit zu finden. Im Jahr 2008 seien die Zwänge stärker geworden.
Die Beschwerdeführerin
gerate
jeweils
in Panik. Zwangshandlungen bezie
hungsweise -gedanken seien allgegenwärtig. Sie wirke fahrig und
maniform
angetrieben. Sie könne kaum irgendeine ihrer Aussagen beenden,
da sie sof
ort wieder auf eine andere Schiene springe.
Sie könne sich nicht an Regeln halten, weil sie sich - wie auch anlässlich des Begutachtungsgesprächs - beinahe stän
dig gezwungen sehe, ihre Probleme zu erläutern beziehungsweise ihren Zwän
gen nachzugehen. Dadurch sei sie nicht fähig, Arbeitsabläufe über längere Zeit zu strukturieren.
Ebenso seien die Parameter des Mini-ICF-P der Flexibilität und Umstellungsfähigkeit, der Entscheidungs- und Urteilsfähigkeit, der
Durchhalte
fähigkeit
sowie der Gruppenfähigkeit eingeschränkt.
Teilweise sei auch der Kontakt gestört, da es kaum vorstellbar sei, dass ein Vorgesetzter das bizarre Verhalten der Beschwerdeführerin ertragen würde (Urk. 9/82/6-
8
).
RAD-Psychiater
Dr.
med.
D._
, Facharzt für
Psychiatrie und Psy
chotherapie
, merkte in seiner Stellungnahme vom
6.
März 2012 an, es müsse von einer formalen Denkstörung gesprochen werden, da das Interview durch die Zwangskrankheit erschwert worden sei (Urk. 9/90/6).
3.
2
3.
2
.1
Im Rahmen des im
April 2013
eingeleiteten Revisionsverfahrens (Urk.
9/122
ff.), das zur angefochtenen Verfügung vom
5.
Mai 2014
(Urk. 2) führte, wurde ein
Verlaufsbericht von Dr.
A._
eingeholt. Dieser hielt fest, der Gesundheits
zu
stand
der Beschwerdeführerin sei stationär (Urk. 9/123/9). Sie sei in der angestammten Tätigkeit seit Jahren nur
zu
10
bis
20
Prozent
arbeitsfähig (Urk.
9/123/11
).
Die Beschwerdeführerin
leide nach wie vor an einer
Zwangsstö
rung
mit Zwangsgedanken (ICD-10: F42.0) sowie an einer Agoraphobie mit Panikattacken (ICD-10: F40.01; Urk. 9/123/7) und
konsultiere ihn in monatli
chen Abständen (Urk. 9/126).
3.
2
.2
Med.
pract
.
C._
diagnostizierte in
ihr
em psychiatrischen Gutachten vom
28
.
Januar 2014
mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine
Zwangsstörung
, Zwangsgedanken und -handlungen gemischt (ICD-10: F42.2), gegenwärtig leicht bis allenfalls zweitweise mässig ausgeprägt, sowie eine
histronische
(infantile) Persönlichkeitsstörung (ICD-10: F60
.4). Der gegenwärtig weitgehend
remittierten Agoraphobie mit Panikstörung (ICD-10: F40.01) mass sie keinen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit zu
(Urk. 9/
135/26).
Sie führte aus, nach den Angaben der Be
schwerdeführerin und der Aktenlage
sei
die Zwangsstörung im Langzeitverlauf deutlichen Schwankungen unter
worfen gewesen
(Urk. 9/
135/21). Bei der Begut
achtung durch
Dr.
B._
sei die Zwangssymptomatik der Beschwerdeführerin „allgegenwärtig“ gewesen. Anlässlich der aktuellen gutachterlichen Untersuchung im Januar 2014 sei sie nur leicht bis allenfalls zeitweise mässig ausgeprägt gewesen. Wesentliche Einschränkungen des psychosozialen Funktionsniveaus seien aktuell aufgrund der erhobenen Befunde und auch anhand der Angaben der Beschwerdeführerin zu ihrem Tagesablauf und den Freizeitaktivitäten nicht fest
stellbar gewesen.
Aufgrund der Aktenlage und de
r
Angaben der Beschwerdefüh
rerin zu ihrem Krankheitsverlauf beziehungsweise ihre
r
Angaben zur sozialen Anamnese sei bei ihr vom häufigsten Verlauf
einer Zwangsstörung auszugehen, nämlich
einem chronischen Verlauf, schwankend und wechselnd in der Ausprä
gung mit inzwischen deutlichen Verbesserungstendenzen
(Urk. 9/
135/22).
Die Angststörung sei inzwischen weitestgehend remittiert. Die Beschwerde
führe
rin könne gemäss ihren Angaben wieder ohne die Notwendigkeit des Gebrauchs von Benzodiazepinen mit öffentlichen Verkehrsmitteln fahren, fahre seit etwa zwei Jahren selber Auto, gehe täglich einkaufen und besuche regelmässig Gottes
dienste
(Urk. 9/
135/22). Die aktuelle ambulante psychiatrisch-psychotherapeuti
sche Behandlung sei mit - gemäss den Angaben der Beschwerdeführerin - Kon
sultationen alle drei bis vier Wochen niederfrequent und die Dosis von
Seropram
niedrig. Trotz der suboptimalen Behandlung lasse sich eine Besserung der Zwangssymptome sowie eine wesentliche Remission der Angstsymptome fest
stellen. Ihre Angaben über die aktuellen Beschwerden seien zumindest teilweise diskrepant gewesen zum bei ihr erhobenen psychopathologischen Befund. Ferne
r
seien sie diskrepant zu den angegebenen Aktivitäten im Tagesverlauf und im Rahmen ihrer Freizeitgestaltung. Einschränkungen in Bezug auf die Pflege der sozialen Kontakte, bei der Freizeitgestaltung oder der Tätigkeit im Haushalt auf
grund der Zwangssymptomatik oder der Angstsymptomatik seien aktuell nicht beschrieben worden. Dies zeuge von einem aktuell nicht wesentlich, sondern
leicht eingeschränkten psychischen und sozialen Funktionsniveau (Urk. 9/135/23).
Aus der Zwangssymptomatik und den
persönlichkeits
struk
tu
rel
len
Defiziten resultierten Einschränkungen der Stress- und
Frustrationstole
ranz
, Einschränkungen der emotionalen Belastbarkeit und Einschränkungen der sozia
len
Kompetenzen
(Urk. 9/
135/24). Die Zwangssymptomatik könne je nach
Aus
prägungsgrad
zu einer Minderung der Leistungsfähigkeit und zu gewissen Ermü
dungserscheinungen führen
(Urk. 9/
135/24-25). Es sei jedoch von einer deutli
chen Besserung der Zwangsstörung und einer wesentlichen Remission der Agoraphobie auszugehen
(Urk. 9/
135/25).
Im Rahmen der Mini-ICF-P sei die Fähigkeit zur Anpassung an Regeln und Routinen aktuellen allenfalls zeitweise
leichtgradig
eingeschränkt, die Fähigkeit zur Planung und Strukturierung von Aufgaben sei nicht wesentlich eingeschränkt, die Flexibilität und die
Umstel
lungsfähigkeit
stellten gar eine wichtige Ressource dar, Entscheidungs- und Urteilsfähigkeit seien nicht eingeschränkt.
D
as Durchhaltevermögen sei allenfalls leicht eingeschränkt und die Kontaktfähigkeit zu Dritten sowie die Wegefähigkeit seien nicht eingeschränkt
(Urk. 9/
135/25).
Insgesamt sei die Beschwerdeführerin infolge der Zwangsstörung, Zwangsgedanken und -handlungen sowie der
histro
nischen
Persönlichkeitsstörung sowohl in der erlernten Tätigkeit als Büroange
stellte als auch in der bisherigen Tätigkeit als Sitzwache auf Abruf sowie auch in anderen adaptierten Tätigkeiten maximal zu 40
%
eingeschränkt
. Nach der Begutachtung durch
Dr.
B._
sei es allmählich zu einer Verminderung der
Arbeitsunfähigkeit
bei deutlicher Besserung der Zwangssymptome und einer we
sentlichen Remission der Angstsymptome gekommen. Die
Arbeitsunfähigkeit
von höchstens 40
%
bestehe daher vermutlich schon länger, mit Sicherheit aber ab dem Zeitpunkt der gutachterlichen Untersuchung im Januar 2014
(Urk. 9/
135/26).
3.
2.3
Dr.
A._
nahm am 2
5.
März 2014 zum Gutachten von med.
pract
.
C._
Stellung (Urk. 9/143).
Er führte aus, die Auffassung, dass die Zwangsstörung nur wenig belastend und die Beschwerdeführerin zu 80
%
arbeitsfähig sei, teile er nicht. Die Zwangsgedanken beschäftigten die Beschwerdeführerin den gan
zen Tag und sie sei unablässig damit beschäftigt, wodurch die Konzentrations- und Leistungsfähigkeit massiv beeinträchtigt sei
(Urk. 9/143/1). Sie habe den dringenden Wunsch zu arbeiten, weshalb sie verschiedene Ausbildungen ge
macht habe, beispielsweise als Kinderbetreuerin sowie als interkulturelle Über
setzerin. Sie gestatte sich indes nicht, für solche Arbeiten sowie das Erteilen von Nachhilfeunterricht Geld zu verlangen. Sie achte peinlich darauf, dass niemand Zwangshandlungen oder -gedanken bemerke, weshalb die Gutachterin die dar
aus resultierende Konzentrationsstörung nicht bemerkt habe. Im Gespräch mit ihm habe er jedoch schon mehrfach beobachtet, dass sie innerlich offensichtlich mit Anderem beschäftigt gewesen sei und dem Gespräch daher nur mit Mühe und Unterbrechungen habe folgen können. Ferner handle es sich um ein
chro
ni
fiziertes
Zustandsbild, bei dem keinesfalls eine substanzielle Besserung erwar
tet werden könne
(Urk. 9/143/2). Ihre Leistungs- und Funktionsfähigkeit sei definitiv massiv eingeschränkt (Urk. 9/143/3).
3.2.4
Dem Austrittsbericht der Medizinischen Poliklinik des Universitätsspitals
Y._
vom 2
7.
Januar 2012 ist zu entnehmen, die Beschwerdeführerin sei
dort
vom 1
2.
Juli 2011 bis zum 2
7.
Januar 2012 ambulant behandelt worden (Urk. 9/144/1). Unter selbständiger Reduktion der
Sertralin
-Dosis sei es zu ver
mehrtem Auftreten von Zwangsgedanken sowie Verkennung gekommen
. Die Beschwerdeführerin habe sich im Januar 2011 mit rezidivierendem
Einschlaf
gefühl
beider Arme auf der Poliklinik vorgestellt. Die ausführliche Diagnostik habe eine
Bandscheibenprotrusion
HWK 5/6 ergeben, welche die Beschwerden
jedoch nicht erkläre. Auch das diagnostizierte Karpaltunnelsyndrom erkläre die Beschwerden nur bedingt. Bezüglich der geklagten wechselnden Beschwerden im Hals sowie Rücken-Bereich sei der Beschwerdeführerin primär empfohlen worden, die gelernten Übungen selbständig anzuwenden (Urk. 9/144/2).
3.2.5
Am 2
4.
April 2014 ergänzte med.
pract
.
C._
ihr Gutachten mit Blick auf den Einwand der Versicherten vom 2
6.
März 2014 (Urk. 9/146) sowie auf die damit eingereichten medizinischen Berichte (vgl. vorstehende E. 3.2.3 und 3.2.4). Zu den Angaben der Beschwerdeführerin hielt med.
pract
.
C._
fest, es handle sich dabei um ihre subjektiven Beschwerden, über welche sie bereits anlässlich der Begutachtung berichtet habe. Die von der Beschwerdeführerin nun vorge
nommene genaue Beschreibung des Ablaufs der Untersuchung zeuge von einer sehr guten Aufmerksamkeit und Konzentrationsfähigkeit während der gesamten gutachterlichen Untersuchung. Dass sie noch einige
s
hinzugedichtet habe, passe zum bekannt dramatischen Erzählstil mit Tendenz zur Ausschmückung
und zur
gestellten Diagnose einer
histr
i
onischen
(infantilen) Persönlichkeitsstörung (Urk. 9/150/1-2).
Der Bericht der Poliklinik des
Y._
enthalte keine psychiatri
schen Befunde oder Fakten, zu welchen Stellung zu nehmen sei (Urk. 9/150/2).
Zum Bericht von
Dr.
A._
hielt med.
pract
.
C._
fest, die angegebene massive Beeinträchtigung von Konzentrations- und Leistungsfähigkeit lasse sich nicht mit den umfangreichen Aktivitäten inklusive Ausbildungen der Beschwer
deführerin vereinbaren. Diese zeugten
- im Längsschnittverlauf gesehen -
von einer Be
sserung der Zwangsstörung. Mit „
temporären Schwankungen“ liessen sich
insbesondere die absolvierten verschiedenen Ausbildungen
nicht erklären (Urk. 9/150/3). Abschliessend gab sie an, sie halte an ihrer gutachterlichen Beurteilung fest (Urk. 9/150/4).
4.
4.1
Med.
pract
.
C._
standen die medizinischen
Vorakten
zur Verfügung (Urk.
9
/13
5
/1
, 9/135/
3
-10, 9/150/1
).
Sie
berücksichtigte die persönliche
Leidens
schil
derung
de
r
Beschwerdeführer
in (Urk. 9/135/15-18) und
erhob die Anam
nese
sowie
die Befunde (Urk.
9/135/10-15, 9/135/18-19
).
Ferner setzte sie sich mit der Selbsteinschätzung der Beschwerdeführerin sowie mit den früheren ärztlichen Einschätzungen auseinander (Urk. 9/135/28-29).
Med.
pract
.
C._
legte ihren Standpunkt, die Zwangsstörung habe sich deutlich gebessert, die Agoraphobie sei wesentlich remittiert und die Arbeitsunfähigkeit betrage noch maximal 40
%
, unter Bezugnahme auf die durch sie erhobenen Befunde, die anamnestischen Angaben der Beschwerdeführerin zum Krankheitsverlauf, die aktuelle soziale Anamnese und das Freizeitverhalten der Beschwerdeführerin
in
nachvollziehbarer Weise
dar.
So ist das Vorliegen einer Verbesserung b
eispiels
weise
deswegen überzeugend, weil
beim Explorationsgespräch durch med.
pract
.
C._
nur punktuell während der ersten halben Stunde sowie gegen Ende der Untersuchung Zwangsgedanken und -handlungen feststellbar
waren
(Urk. 9/135/20). Bei der spontanen genauen und umfangreichen Beschreibung ihrer Zwangssymptomatik wirkte sie zielgerichtet. Eine Unterbrechung des Re
de
flusses durch aktuelle Zwangsgedanken und -handlungen
wurde nach an
fäng
lichen Auffälligkeiten mit
Bekreuzigungen
nicht beobachtet
(Urk. 9/135/18
-19
)
.
Bei der Begutachtung durch Dr.
B._
musste sie ihren Zwängen wäh
rend der Begutachtung demgegenüber nachgeben und konnte sie damals noch nicht beherrschen und verheimlichen (Urk. 9/82/7).
Das Interview wurde durch die Zwangskrankheit erschwert (Urk. 9/90/6).
Auf eine
- trotz eine
s
subjektiven Gefühl
s
einer verminderten Konzentration (Urk. 9/135/19) -
mittlerweile gute Konzentration und Aufmerksamkeit wies die Tatsache hin, dass die Beschwer
deführerin den Ablauf der Untersuchung rund zwei Monate nach der Explora
tion noch genau beschreiben konnte (Urk. 9/150/2) und dass sie unter anderem ein Zertifikat für interkulturelle Übersetzungen erlangt hatte (Urk. 9/150/3)
.
Aufgrund dieser nachvollziehbaren Ausführungen ist die Verbesserung aus psy
chiatrischer Sicht im Vergleich
zum Zeitpunkt der
Begutachtung
durch
Dr.
B._
rechtsgenüglich
ausgewiesen
.
Sodann
legte
med.
pract
.
C._
die noch vorliegenden Einschränkungen
i
m Rahmen der Mini-ICF-P im Vergleich zu jenen
i
m Zeitpunkt der Begutachtung durch
Dr.
B._
(vgl.
Urk.
9/82/8) dar, wonach sie zusammenfassend zum Schluss
gelangte,
die Beschwerdeführerin sei aktuell noch leicht bis allenfalls zeitweise mittelgradig in ihrer Arbeitsfähigkeit eingeschränkt
, was überzeugt
. Die Einschränkungen s
ind
bedingt durch eine leicht bis mittelgradig verminderte Stress- und Frustrationstoleranz, eine mittel
gradig eingeschränkte emotionale Belastbarkeit, allenfalls leichte Einschränkun
gen in Bezug auf Anpassung an Regeln und Routinen, ein
leichtgradig
ver
mindertes Durchhaltevermögen und eingeschränkte soziale Kompetenzen mit Einschränkungen der Abgrenzungs- und Konfliktfähigkeit
(Urk. 9/
135/25). Bei
diesen Einschränkungen ist die attestierte
Arbeitsunfähigkeit
von maximal 40
%
nachvollziehbar. Im Übrigen passt sie auch zu den vorhandenen Aktivitäten mit guten sozialen Kontakten inklusive Kommunikation via Facebook, de
m ausgiebi
gen
Spazieren
und Spielen
mit ihren Hunden,
der Bewältigung ihres Haushalts,
dem
Kochen,
dem
Einkaufen, dem Besuch von Gottesdiensten
(
Urk. 9/
135/12,
Urk. 9/
135/16-17) sowie
der Nutzung von öffentlichen Verkehrsmitteln ohne spe
zielle Medikation
(Urk. 9/
135/17-18)
.
4.2
Die Beschwerdeführerin wandte gegen das Gutachten von med.
pract
.
C._
ein, sie fahre seit dem
8.
April 2014 wegen häufiger Medikamenteneinnahme nicht
mehr Auto und aus den übrigen Aktivitäten könne nicht auf eine Arbeitsfähigkeit geschlossen werden
(Urk.
1 S. 8). Dem Autofahren wurde indes keine entschei
dende Bedeutung beigemessen im Gutachten von med.
pract
.
C._
. Sie gelangte denn auch nicht alleine aufgrund der vorhandenen Aktivitäten zu einer mindes
tens 60%igen Arbeitsfähigkeit, sondern würdigte
insbesondere
die erhoben
en Befunde. Dass med.
pract
.
C._
die von der Beschwerdeführerin ausgeübten Aktivitäten mit den Angaben zu ihren Beschwerden
ver
glich und dabei Diskre
panzen beobachtete
(Urk. 9/
135/19), ist nicht zu beanstanden, sondern gehört zur bei einer Begutachtung erforderlichen Plausibilitätsprüfung.
4.3
Weiter machte die Beschwerdeführerin geltend, sämtliche Gutachter seien sich einig über die psychiatrischen Diagnosen, hingegen nicht in der Beurteilung der Arbeitsfähigkeit. Diesbezüglich sei
Dr.
A._
zu folgen, da er sie am besten kenne
(Urk.
1 S.
10).
Med.
pract
.
C._
diagnostizierte zwar nach wie vor eine Zwangssymptomatik, eine
histr
i
onische
Persönlichkeitsstörung, eine Agoraphobie mit Panikstörung sowie einen Status nach Essattacken bei anderen psychischen Störungen
(Urk. 9/
135/26). Jedoch
ist i
nvalidenversicherungsrechtlich einzig erheblich, ob und in welchem Mass eine Beeinträchtigung der Erwerbsfähigkeit - und zwar unabhängig von der Diagnose und grundsätzlich unbesehen
der Ätiologie
–
aus
ge
wiesen ist (
Urteil
des Bundesgerichts
8C_449/2010 vom 3
0.
November 2010, E.
3.1
). Med.
pract
.
C._
fand dieselben Störungen nun in weniger ausgeprägter Form vor, weshalb sich auch
die Annahme einer höheren
Arbeitsfähigkeit recht
fertigte.
Bei der Einschätzung von med.
pract
.
C._
handelt es sich nicht ledig
lich um eine andere Beurteilung, sondern sie legte in nachvollziehbarer Weise eine Verbesserung der gesundheitlichen Einschränkungen der Beschwerdeführerin dar.
Da somit ein Revisionsgrund vorliegt, besteht keine Bindung an frühere Beurteilungen (
Urteil
des Bundesgerichts
9C_378/2014 vom 2
1.
Oktober 2014, E.
4.2
)
.
Wegen der inzwischen eingetretenen
tatsächlichen
Veränderungen kann denn auch nicht mehr auf die Beurteilung von
Dr.
B._
abgestellt werden.
Vom behandelnden Psychiater
Dr.
A._
lagen hingegen auch aktuelle Berichte vor.
D
ie unterschiedliche Natur von Behandlungsauftrag des
therapeu
tisch tätigen (Fach-)Arztes einerseits und Begutachtungsauftrag des amtlich
bestellten fachmedizinischen Experten anderseits
lässt es indes
nicht zu,
ein Administrativ- oder Gerichtsgutachten stets in Frage zu stellen und zum Anlass
weiterer Abklärungen zu nehmen, wenn behandelnde Ärzte zu anderslautenden
Einschätzungen gelangen. Vorbehalten bleiben Fälle, in denen sich eine abwei
chende Beurteilung aufdrängt, weil
die behandelnden Ärzte wichtige - und nicht rein subjektiver ärztlicher Interpretation
entspringende - Aspekte benennen, die
im Rahmen der Begutachtung unerkannt oder
ungewürdigt geblieben sind (
Urteil des Bundesgerichts
9C_1021/2008 vom 28.
Januar
2009
,
E. 2.2
mit Hinweisen
)
.
Dies ist vorliegend nicht der Fall.
Es verhält sich nicht so, dass med.
pract
.
C._
die von
Dr.
A._
angeführte massive Beeinträchtigung der
Konzentrati
ons
- und Leistungsfähigkeit
nicht bemerkt
hat,
wie die Beschwerdeführerin dies geltend macht
(Urk.
1 S. 12 oben),
sondern sie hielt eine solche aufgrund der von der Beschwerdeführerin ausgeübten anspruchsvollen kognitiven Tätigkeiten für ausgeschlossen
(Urk. 9/
150/3)
, was nachvollziehbar ist
.
4.4
Des Weiteren wandte die Beschwerdeführerin ein, ihre Zwangsstörung sei
chroni
fiziert
und laut
Dr.
A._
sei keinesfalls eine substanzielle Besse
rung zu erwarten (Urk. 1 S. 11).
Dr.
A._
hatte sich zwar dahingehend geäussert (vgl. vorstehende E. 3.2.3)
, jedoch hielt bereits Dr.
B._
eine
p
osi
tive Beeinflussung der Zwangskrankheit innert einem bis zwei Monaten durch
ein
zusätzliches dämpfendes Medikament
für möglich
(Urk. 9/82/7).
Insgesamt gehen also die Meinungen darüber auseinander. Med.
pract
.
C._
legte unter Zuhilfenahme von Literatur dar,
dass Zwangsstörungen am häufigsten so ver
laufen, dass
zwar nicht
eine Symptomfreiheit, aber über die Jahre deutliche Verbesserungen
erreicht werden
können
(Urk. 9/135/22),
weshalb die Äusse
run
gen von
Dr.
A._
keine Zweifel an der von
der Gutachterin
beobach
te
ten Ver
besserung zu erwecken vermögen.
4.5
Die von
Dr.
A._
angeführte Begründung der Arbeitsunfähigkeit der Beschwerdeführerin (Urk. 1 S. 11, Urk. 9/143/1-2) ist zwar in sich schlüssig,
je
doch
basiert sie auf den Angaben und der Selbsteinschätzung der Beschwer
deführerin.
Letztere
ist aber zu tief und med.
pract
.
C._
führte
Verdeutli
chungs
tendenzen
der Beschwerden, einen hohen sekundären Krankheitsgewinn sowie zahlreiche psychosoziale Belastungsfaktoren an und grenzte diese auch ab (Urk. 9/135/28
, Urk. 9/135/19, Urk. 9/135/21
). Als den Behandlungsverlauf entscheidend beeinflussende psychosoziale Faktoren nannte sie ein subjektives Krankheitskonzept mit einem maladaptiven Krankheits- und Schonverhalten, länger zurückliegende Erfahrungen im erlernten Beruf, zuletzt
eine
berufs
frem
de Tätigkeit, eher geringe Chancen auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt, motiva
tionale Faktoren, einen aktuell geringen beruflichen Ehrgeiz, eine ange
spannte finanzielle Situation, Wiedergutmachungswünsche nach früheren Ent
behrungen und einen weiterhin bestehenden Rentenwunsch (Urk. 9/135/29).
Mit Blick auf diese Faktoren liegt es
nahe, dass med.
pract
.
C._
unter Berück
sichtigung ein
zig der invalidenversicherungsrechtlich relevanten
Gegebenheiten
zu einer tieferen Arbeitsunfähigkeit gelangte als
Dr.
A._
.
4.6
Zusammenfassend steht nach dem Gesagten
mit überwiegender Wahrscheinlich
keit
fest, dass sich das psychische Leiden
der Beschwerdeführerin
seit der
Ren
tenzusprechung
in dem Sinne verbessert hat, dass
es weniger ausgeprägt ist
,
und
aus psychiatrischer
Sicht nur noch
eine Arbeitsunfähigkeit von maximal 40
%
besteht. Dabei ist die gelernte Tätigkeit als Büroangestellte ideal
leidens
ad
aptiert
, jedoch besteht auch in der
vor der Anmeldung bei der Invalidenversi
cherung zuletzt ausgeübten
Tätigkeit als Sitzwache eine Arbeitsfähigkeit von 60
%
(Urk. 9/135/26-27).
5.
5.1
Bei der Invaliditätsbemessung kommt der allgemeinen Methode des
Einkom
mens
vergleichs
gemäss
Art.
28a
Abs.
1 IVG in Verbindung mit Art.
16 ATSG grundsätzlich Vorrang zu. Insoweit die fraglichen Erwerbseinkommen ziffern
mässig nicht genau ermittelt werden können, sind sie indes nach Massgabe der im Einzelfall bekannten Umstände zu schätzen und die so gewonnenen Annä
herungswerte miteinander zu vergleichen. Wird eine Schätzung vorgenommen, so muss diese nicht unbedingt in einer ziffernmässigen Festlegung von Annä
herungswerten bestehen. Vielmehr kann auch eine Gegenüberstellung blosser Prozentzahlen genügen. Das ohne eine Invalidität erzielbare hypothetische Erwerbseinkommen ist alsdann mit 100 % zu bewerten, während das
Invaliden
einkommen
auf einen entsprechend kleineren Prozentsatz veranschlagt wird, so dass sich aus der Prozentdifferenz der Invaliditätsgrad ergibt (sog.
Prozentver
gleich
; Urteil des Bundesgerichts 8C_131/2011 vom 5. Juli 2011
,
E.
10.2.1 mit Hinweis auf BGE 114 V 310 E.
3a).
5.2
Aufgrund der Tatsache, dass
in der erlernten sowie in der
vor dem Anmeldung zum Leistungsbezug
zuletzt ausgeübten Tätigkeit eine 60%ige Arbeitsfähigkeit besteht, kann
sowohl für
die Bestimmung des
Valideneinkommens
als auch für
die Ermittlung des
Invalideneinkom
mens
auf dieselben Tätigkeiten
beziehungs
weise Einkommenszahlen
abgestellt werden. Demnach
genügt für die Ermitt
lung des
Inva
lidi
täts
grades
die Gegenüberstellung blosser Prozentzahlen. Nach
dem
die Beschwerdeführerin zu 40
%
arbeitsunfähig ist
, resul
tiert ein
Invalidi
tätsgrad
von 40 % und damit der Anspruch der Beschwerde
führerin auf eine
Viertelsrente
.
Die Anpassung der Rente aufgrund der von med.
pract
.
C._
festgestellten gesundheitlichen Verbesserung hat nach Mass
gabe von Art. 88
bis
Abs. 2
lit
. a
der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV)
auf den ers
ten Tag des zweiten der Zustel
lung der Revisionsverfügung folgenden Monats zu erfolgen, so wie dies die Beschwerdegegnerin korrekt verfügt
hat
.
Im Zeit
punkt des Erlasses der angefochtenen Verfügung vom
5.
Mai 2014 hatte die
auf
jeden Fall vor
der
gutachterlichen U
ntersuchung vom 2
0.
Januar 2014 einge
tretene Verbesserung auch bereits drei Monate angedauert (vgl.
Art.
88a
Abs.
1
IVV).
Demnach ist die angefochtene Verfügung nicht zu beanstanden und die dagegen erhobene Beschwerde ist abzuweisen.
6.
Der Streitgegenstand des Verfahrens betrifft die Bewilligung oder Verweigerung von
L
eistungen
der Invalidenversicherung
. Das Verfahren ist daher kosten
pflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhän
gig vom Streitwert festzulegen (
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG) und ermessensweise auf
Fr.
8
00.
--
anzusetzen. Ausgangsgemäss sind die Gerichtskosten
der Beschwer
deführerin
aufzuerlegen.