# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 27e7eab2-2c7c-5f3b-8f9f-510e8066c587
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2013
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
Der 1962 geborene
X._
meldete sich am 2
0.
Juli 2009 bei der Sozialver
sicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, zum Rentenbezug an (
Urk.
8/2). Die IV-Stelle traf daraufhin medizinische und erwerbliche Abklärun
gen
und liess den Versicherten am 1
3.
April 2010
von
Dr.
med.
Y._
, Facharzt FMH für Rheumatologie und Innere Medizin,
begutachten (Expertise vom 3
0.
April 2010 [
Urk.
8/26]). In Bestätigung ihres Vorbescheids vom 1
1.
Mai 2010 (
Urk.
8/30) verfügte
sie
am 2
2.
Juni 2010 – unter Hinweis auf das Fehlen eines invalidisierenden Gesundheitsschadens – die Abweisung des Leistungsbegehrens (
Urk.
8/35).
Am 2
8.
März 2011 meldete sich der Versicherte erneut zum Leistungsbezug an (
Urk.
8/37-38)
und legte Arztberichte der
K
linik
Z._
vom 2
0.
Oktober, 5. und 2
9.
November 2010 (
Urk.
8/36/1-6), der
K
linik
A._
vom
6.
und 2
5.
Januar 2011 (
Urk.
8/36/14-18) und von
Dr.
med. B._
vom 21.
Februar 2011 (
Urk.
8/36/19-21) sowie den
Konsiliarbericht
von Dr. med.
C._
, Facharzt FMH für Innere Medizin und Rheumatologie, vom 1
7.
Januar 2011 (
Urk.
8/36
/7-13
)
auf
.
Die IV-Stelle
veranlasste in der Folge eine rheuma
tologisch-psychiatrische Abklärung (
Urk.
8/43).
Dr.
med.
D._
, Facharzt FMH für Rheumatologie, und der Facharzt FMH für Psychiatrie und Psychothe
rapie
E._
erstatteten am 2
6.
Oktober 2011 ihr Gutachten (Urk. 8/44). Nach durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(
Urk.
8/58) verneinte die Verwaltung den Leistungsanspruch des Versicherten mit Verfügung vom
7. September 2012 abermals (
Urk.
8/64 =
Urk.
2).
2.
Dagegen erhob der Versicherte mit Eingabe vom 1
2.
Oktober 2012 Beschwerde und beantragte, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben und es sei ihm eine halbe Invalidenrente zuzusprechen. Mit Beschwerdeantwort vom 2
1.
November 2012 schloss die IV-Stelle auf Abweisung der Beschwerde (
Urk.
7). Am 22. November 2012 wurde dem Beschwerdeführer das Doppel der Beschwerdeantwort zugestellt (
Urk.
9).
3.
Auf die Ausführungen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (
Art.
8
Abs.
1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [
ATSG
]
). Die Invalidität kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (
Art.
4
Abs.
1
des Bun
desgesetzes über die Invalidenversicherung [
IVG
]
). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (
Art.
7
Abs.
1 ATSG). Für die Beur
teilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfä
higkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (
Art.
7
Abs.
2 ATSG).
1.2
War eine Rente wegen eines zu geringen Invaliditätsgrades verweigert worden und ist die Verwaltung auf eine Neuanmeldung eingetreten (Art. 87 Abs. 3 der Verordnung über die Invalidenversicherung [IVV]), so ist im Beschwerdeverfahren zu prüfen, ob im Sinne von
Art.
17 ATSG eine für den Rentenanspruch relevante Änderung des Invaliditätsgrades eingetreten ist (BGE 117 V 198 E. 3a mit Hinweis).
Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines Rentenbezügers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (
Art.
17
Abs.
1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tat
sächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente nicht nur bei einer wesentlichen Änderung des Gesundheitszustandes, sondern auch dann revidierbar, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen des an sich gleich gebliebenen Gesundheitszustandes erheblich verändert haben (BGE 130 V 343 E. 3.5 mit Hinweisen). Eine Veränderung der gesundheitlichen Verhältnisse liegt auch bei gleich gebliebener Diagnose vor, wenn sich ein Leiden in seiner Intensität und in seinen Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit verändert hat (Urteile des Bun
desgerichts 9C_261/2009 vom 1
1.
Mai 2009 E. 1.2 und I 212/03 vom 28. Au
gust 2003 E. 2.2.3). Dagegen stellt die bloss unterschiedliche Beurteilung der Aus
wirkungen eines im Wesentlichen unverändert gebliebenen Gesund
heits
zustandes auf die Arbeitsfähigkeit für sich allein genommen keinen Revisionsgrund im Sinne von
Art.
17
Abs.
1 ATSG dar. Zeitliche Vergleichsbasis
für die Beurteilung einer anspruchserheblichen Änderung des Invaliditätsgrades bilden die letzte rechtskräftige Verfügung oder der letzte rechtskräftige
Einspracheentscheid
, welche oder welcher auf einer materiellen Prüfung des Ren
tenanspruchs mit rechtskonformer Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und Invaliditätsbemessung beruht (BGE 133 V 108; vgl. auch BGE 130 V 71 E.
3.2.3; Urteil des Bundesgerichts 9C_438/2009 vom 26. März 2010 E. 1 mit Hinweisen).
1.3
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gege
benenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 256 E. 4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden kön
nen (BGE 125 V 261 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E. 4b/cc).
1.4
Das Sozialversicherungsgericht hat den Sachverhalt von Amtes wegen festzu
stel
len und alle Beweismittel objektiv zu prüfen, unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden, ob sie eine zuverlässige Beur
teilung des strittigen Leistungsanspruches gestatten. Insbesondere darf es beim Vor
liegen einander widersprechender medizinischer Be
richte den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweisma
terial zu würdigen und die Gründe anzu
geben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt (ZAK 1986 S. 188 E. 2a). Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Gut
achtens ist im Lichte dieser Grundsätze ent
scheidend, ob es für die Beant
wortung der gestellten Fragen umfassend ist, auf den erforderlichen allseitigen Untersuchun
gen beruht, die geklagten Beschwerden berücksichtigt und sich mit diesen sowie dem Verhalten der untersuchten Person auseinander setzt
was vor allem bei psychischen Fehlent
wicklungen nö
tig ist
, in Kenntnis der und gegebenenfalls in Auseinander
setzung mit den
Vorakten
abgegeben worden ist, ob es in der Darlegung der medizinischen Zustände und Zusammenhänge ein
leuchtet, ob die Schlussfolgerungen der medizinischen Exper
ten in einer Weise begründet sind, dass die rechtsanwendende Person sie prüfend nachvollziehen kann, ob der Experte oder die Expertin nicht auszu
räumende Unsicherheiten und Unklarheiten, welche die Be
antwortung der Fragen erschweren oder ver
unmöglichen, gegebe
nenfalls deutlich macht (BGE
134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c; U. Meyer
Blaser, Die Rechtspflege in der Sozialversi
cherung, BJM 1989, S. 30 f.; derselbe in H.
Fredenhagen
, Das ärztliche Gutach
ten,
3.
Aufl. 1994, S. 24 f.).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete die erneute Verneinung des Leistungsanspruchs damit,
dem Beschwerdeführer
sei
– wie bereits im Zeitpunkt der erst
maligen Leistungsabweisung –
die Ausübung einer behinderungsangepassten Tätigkeit zu 100
%
zumutbar.
Die neu diagnostizierte
somatoforme
Schmerzstörung sei
überwindbar und bei der mittelgradigen depressiven Episode handle es sich um ein vorübergehendes Leiden, weshalb keine Invalidität bestehe (
Urk.
2).
2.2
Der Beschwerdeführer stellte sich demgegenüber auf den Standpunkt,
die
somatoforme
Schmerzstörung
sei nicht überwindbar.
Nebst einer erheblichen psychi
schen
Komorbidität
würden
eine chronische körperliche Begleiterkr
ankung sowie ein verfestigter, therapeu
tisch kaum mehr beeinflussbarer Konflikt vor
liegen. Die vom psychiatrischen Gutachter aufgestellte Prognose über den weite
ren Verlauf der Erkrankung habe sich ausserdem bis anhin nicht bewahr
heitet. Es bestehe eine Arbeitsunfähigkeit von 50
%
, weshalb er Anspruch auf eine halbe Rente der Invalidenversicherung habe (
Urk.
1).
3.
3.1
Die Verfügung vom 2
2.
Juni 2010 (
Urk.
8/35) erging im Wesentlichen gestützt auf das rheumatologische Gutachten von
Dr.
Y._
vom 3
0.
April 2010 (Urk. 8/26). Der Experte stellte folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (S. 18):
Chronisches
lumbospondylogenes
Syndrom rechts (ICD-10 M54) mit/bei
initial
radikulärem
sensorischen Reizsyndrom S1 rechts wahrschein
lich (dies gemäss Aktenlage)
derzeit keinem Hinweis für eine
radikuläre
Reizsituation und eine
spon
dylogene
Symptomatik rechts
kleiner
breitbasiger
medianer Diskushernie L5/S1 ohne Nervenkompression (MRT Lendenwirbelsäule vom 1
5.
Januar und 17. September 2009
)
Dem Status nach rezidivierenden Ulcera
duodeni
mass er keinen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit
bei (S. 18).
Der Gutachter beri
chtete nebst einem
lumbovertebralen
Syndrom von einer leicht höhengeminderten Bandscheibe L5/S1 mit einer kleinen, medianen Diskushernie, wie sie bei etwa 30
%
der gesunden
Bevölkerung vorliege. Dieser Befund sei nicht geeignet, das vom Beschwerdeführer beklagte Schmerzbild zu
erklären, weshalb eine massive Diskrepanz zwischen dem subjektiven Schmerzerleben und den objektiven Befunden bestehe (S. 20). Für eine körperlich leichte bis gelegentlich mittelschwere, wechselbelastende Tätigkeit, die ohne repetitives Heben, Stossen oder Ziehen von Lasten über zehn Kilogramm – gelegentlich von 15 Kilogramm – und ohne Zwangshaltungen verrichtet werden könne, bestehe eine uneingeschränkte Arbeitsfähigkeit (S. 21).
3.2
3.2.1
Im Zeitpunkt des Erlasses der Verfügung vom
7.
September 2012 (
Urk.
2) präsen
tierte sich der medizinische Sachverhalt wie folgt:
Dr.
med.
F._
, Oberärztin in Vertretung
an der
K
linik
Z._
, stellte am
5
. November 2010 (
Urk.
8
/36/3-4
) folgende Diagnosen (S. 1):
Chronisches
lumbospondylogenes
Schmerzsyndrom rechts, Differential
di
agnose: intermittierend
radikuläres
Reizsyndrom S1 rechts mit/bei:
leichtgradig
degenerativen Bandscheibenveränderungen L5/S1 und klei
ner
breitbasiger
medianer Diskushernie mit knapper Tangierung der Nervenwurzel S1 beidseits (MRI Lendenwirbelsäule Januar 2009)
Status nach Sturz am 1
2.
Januar 2009
Status nach
Sacralblock
mit 80
mg
Kenacort
am 1
5.
Juli 2009 ohne deutliche
Schmerzregredienz
Depression
Nikotinabusus
(über 30
py
)
Status nach Ulcus
duodeni
(letztmals 1995)
Sie führte aus, in der neurophysiologischen Untersuchung habe kein fokal-neuro
logisches Defizit nachgewiesen werden können. Sie bescheinigte eine vollständige Arbeitsunfähigkeit als Chauffeur (S. 2).
3.2.2
Nachdem sie den Beschwerdeführer vom 1
3.
Dezember 2010 bis
8.
Januar 2011 stationär behandelt hatten, stellten die Ärzte der
K
linik
A._
im Austrittsbericht vom 2
5.
Januar 2011 (
Urk.
8/36/16-18) nachstehende Diagno
sen (S. 1):
Chronisches
lumbospondylogenes
Schmerzsyndrom rechts (
ICD-10
M54.5)
Differentialdiagnose: intermittierend
radikuläres
Reizsyndrom S1 rechts
leichtgradig
degenerative Bandscheibenveränderungen L5/S1 und kleine
breitbasige
mediane Diskushernie mit knapper Tangierung von S1 beidseits
Status nach Sturz am 1
2.
Februar
(richtig: Januar)
2009
als Auslöser
Status nach
Sacralblock
mit 80
mg
Kenacort
am 1
5.
Juli 2009
ohne deutliche Schmerzminderung
CT-kontrollierte
epidurale
Steroidinfiltration Höhe L5/S1: Reduktion von VAS 8 auf VAS 6
Anpassungsstörung mit längerer depressiver Reaktion (ICD-10 F43.2 [
Dr.
B._
])
rezidivierende
Suizidalität
Status nach Ulcus
duodeni
(
ICD-10 Z87.1), letztmalig 1995
Ihrem Bericht kann entnommen werden, dass sie den Beschwerdeführer in gutem Allgemeinzustand und ansatzweise verbesserter psychophysischer Belast
barkeit in das häusliche Umfeld und die ambulante Weiterbehandlung entlassen haben. Der Versicherte habe im Rehabilitationsverlauf zunehmend Vertrauen gefasst und Strategien im Umgang mit Gedankenkreisen und innerer An
spannung erlernt (S. 2).
3.2.3
Dr.
C._
stellte in seinem am 1
7.
Januar 2011 im Auftrag der Taggeld
versicherung erstatteten
Konsiliarbericht
(
Urk.
8/36/7-13) folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (S. 4 f.):
Diskopathie
im Segment L5/S1 mit MRI-dokumentierter medianer Diskushernie ohne Kompression der Nervenwurzel mit
höchstens möglicher, zeitweise auftretender S1-Wurzelreizung rechts
ohne Hinweise für eine Facettengelenks- oder
radikuläre
Ausfallsymptomatik mit
klinisch reproduzierbarer korrespondierender
Ligamentose
interspi
nal
L5/S1, aber
inkonstant reproduzierbaren Schmerzpunkten
panlumbal-paralum
bal
mit Ausweitung bis in die mittlere Brustwirbelsäule mit höchstens angedeuteter Hartspannbildung paralumbal beidseits und
bewusstseinsnaher Verdeutlichung mit Diskrepanzen und Inkonsisten
zen bei
Verdacht auf ein dysfunktionales Krankheitsverhalten
Anamnestisch ängstlich-depressive Entwicklung
Der betreffende Arzt
berichtete, das vom Beschwerdeführer präsentierte Aus
mass des Schmerzleidens könne rheumatologisch-somatisch nicht nachvollzo
gen werden. Er könne sich rheumatologisch nicht erklären, wieso trotz der bis
herigen therapeutischen Massnahmen keine Besserung des Gesundheitszustands erreicht worden sei (S. 5). Er hielt die Ausübung einer behinderungsangepassten Tätigkeit zu 50
%
für
zumutbar. Die Arbeitsfähigkeit müsse jedoch nach oben angepasst werden, sofern Hinweise auf eine
Somatisierungsstörung
respektive ein dysfunktionales Krankheitsverhalten bestünden (S. 6).
3.2.4
Dr.
med.
B._
diagnostizierte am 2
1.
Februar 2011 eine Anpassungsstörung mit längerer depressiver Reaktion (ICD-10 F43.2) und eine
Somatisierungsstörung
(ICD-10 F45.0). Er attestierte eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit (
Urk.
8/36/19-21).
3.2.5
Gestützt auf die Ergebnisse der
im Juni und Juli 2011
durchgeführten
rheuma
tolo
gischen und psychiatrischen Untersuchung
(Gutachten vom 26. Oktober 2011 [
Urk.
8/44]) stellten die Gutachter
D._
und
E._
folgende sich auf die Arbeitsfähigkeit auswirkende Diagnosen
(S. 12):
Mittelgradige depressive Episode mit somatischem Syndrom (ICD-10 F32.11)
Anhaltende
somatoforme
Schmerzstörung (ICD-10 F45.4) mit/bei:
chronischem
lumbospondylogenem
Syndrom rechts
geringgradiger
Diskopathie
L5/S1
Status nach Sturz 2009
verschiedenen einflussnehmenden psychosozialen Belastungsfaktoren (ICD-10 Z59 und Z63.0)
Aus rheumatologischer Sicht – so
Dr.
D._
– müsse aufgrund der Befunde von einem nicht somatisch verursachten S
chmerzleiden ausgegangen werden. Weder der Sturz vor zwei Jahren ohne strukturelle Verletzung der Wirbelsäule noch die minimale
Diskopathie
L5/S1 seien als Ursache für dauer
hafte lumbale oder
spondylogene
Beschwerden plausibel. In einer körperlich leichten bis mittelschweren, wechselbelastenden Tätigkeit ohne repetitives Heben und Tragen von Lasten über fünf Kilogramm respektive von Einzellasten über 20 Kilogramm bestehe eine uneingeschränkte Arbeitsfähigkeit (S. 7 und S.
12).
Der Facharzt
für Psychiatrie und Psychotherapie
E._
berichtete in seinem psychiatrischen Teilgutachten, der Beschwerdeführer habe im Rahmen der psy
chiatrischen Begutachtung im psychopathologischen Untersuchungsbefund ein depressives Beschwerdebild mit depressiver Stimmungslage, affektiver Instabi
lität und emotionaler Labilität sowie vermindertem Antrieb und Belastbarkeit mit
einem sich zudem andeutenden,
latenten Fremdgefährdungsmoment im Rahmen einer gesteigerten Impulsivität bei zusätzlich vermitteltem Angsterleben gezeigt. Hinsichtlich der Ausgestaltung der Beschwerden des Versicherten sei
en
eine ausgeprägt
e
demonstrativ-
aggravierende
Komponente mit Hinweisen für das Schmerzerleben potentiell mitbeeinflussender innerpsychischer Konfliktdynamiken und
psychosoziale
Belastungsfaktoren (Erkrankung der Ehefrau und Verschuldung des Sohns [S.
7]) ersichtlich gewesen. Gegen Ende der Unter
suchung habe sich der Beschwerdeführer verzweifelt weinend gezeigt, wobei auch diesbezüglich im Rahmen des ausdrücklich zu objektivierenden affektiven Krankheitsgeschehens eine demonstrative Komponente deutlich
geworden sei
(S. 8).
Das depressive Krankheitsgeschehen habe sich im Vergleich zu den im April 2010
vorgelegenen Verhältnissen entsprechend der aktuell objektivier
baren mittelgradigen depressiven Episode verschlechtert (S. 11).
Aus psychiatri
scher Sicht bestehe bei
einem nicht erreichten
medizinischen Endzu
stand
und nicht optimaler Behandlung
aktuell eine prognostisch vorüberge
hende 50%ige Arbeitsunfähigkeit. Angesichts der Behandel- und Besserbarkeit der Depression sei nach optimierter Therapie keine versicherungsmedizinisch relevante dauer
hafte Einschränkung der Arbeitsfähigkeit
zu erwarten (S.
11 und S.
13).
4.
4.1
4.1.1
Nach Lage der Akten ist keine anspruchsbeeinflussende Veränderung des Gesundheitszustands de
s Beschwerdeführers seit Erlass
der (unangefochten in Rechtskraft erwachsenen) Verfügung vom 2
2.
Juni 2010 (
Urk.
8/35) ausge
wiesen.
Aus physischer Sicht präsentiert sich die Situation im Wesentlichen unver
ändert. So stellten die behandelnden Ärzte wie auch die Gutachter
E._
und
D._
– entsprechend den vom
Experten
Dr.
Y._
schon am 3
0.
April 2010 gestellten Diagnosen
(
Urk.
8/26 S. 18)
– hauptsächlich ein chro
nisches
lumbospondylogenes
Syndrom mit einer
geringgradigen
Diskopathie
L5/S1 fest und attestierten eine vollständige Arbeitsfähigkeit in einer adaptier
ten Tätigkeit
(
Urk.
8/36/1-6, 8/36/16-18 und 8/44 S. 12)
. Was die
von
Dr.
C._
bescheinigte
50%ige Arbeitsfähigkeit in einer behinderungsangepassten Tätigkeit betrifft
(
Urk.
8/36/7-13 S. 6), ist festzuhalten, dass es sich dabei lediglich um eine revisionsrechtlich nicht relevante andere Beurteilung eines im Wesentlichen gleich gebliebenen Sachverhalts handelt (vgl. E. 1.2)
, konnte er doch keine abweichenden Befunde nennen.
4.1.2
Nachdem der Beschwerdeführer bei Erlass der ursprünglichen Verfügung vom 2
2.
Juni 2010 (
Urk.
8/35) aktenkundig ausschliesslich unter physisch bedingten Beeinträchtigungen gelitten hatte, weist er mittlerweile auch einen psychischen Gesundheitsschaden auf.
Die Beschwerdegegnerin ging gestützt auf das Gut
achten vom Facharzt
E._
und von
Dr.
D._
(
Urk.
8/44) davon aus, dass dem Beschwerdeführer die Ausübung einer behinderungsangepassten Tätigkeit weiterhin zu 100
%
zumutbar sei (
Urk.
2).
Die fragliche Expertise äussert sich umfassend zu den vorhandenen psychischen (und auch physischen) Beeinträchtigungen und deren Auswir
kungen auf die Arbeitsfähigkeit. Sie
beruht auf am
2
2.
Juni und
2
7.
Juli
2011 durchgeführten eingehenden Untersuchungen, berücksichtigt die vom Exploranden geklagten Beschwerden und erging in Kenntnis der medizinischen
Vorakten
.
Die Gutachter
begründeten ihre Beurteilung des psychischen (und physischen) Gesundheitszu
stands beziehungsweise der Auswirkungen der festgestellten Defizite auf die Leistungsfähigkeit ausführlich und nachvollziehbar. So leg
ten sie einleuchtend dar, dass die eigentliche Ver
schlechterung
des psychischen Gesundheitszustands
in der aktuell objektivierbaren mittelgradigen depressiven Episode bestehe und diese
hauptsächlich
für die vorübergehend eingeschränkte Arbeitsfähigkeit ver
antwortlich sei
.
Aus der neu diagnostizierten
somatoformen
Schmerzstörung
leiteten sie keine eigenständige Einschränkung im Leistungsvermögen ab (Urk. 8/44 S. 11 und S. 13).
Die von den Gutachter
n
nach optimierter Therapie
prognostizierte 100%ige Arbeitsfähigkeit (
Urk.
8/44 S. 11)
steht sodann mit
der bundesgerichtlichen Rechtsprechung
in Einklang:
B
ei der mittelgradigen depressiven Episode handelt es sich definitionsgemäss um ein vorübergehendes Leiden, das im Mittel etwa sechs Monate, selten länger als ein Jahr dauert und bei längerem Anhalten anderweitig zu subsumieren ist (vgl.
hiezu
etwa Urteile des Bundesgerichts I 510/06 vom 2
6.
Januar 2007
E. 6.3
mit Hinweis auf
Dilling
/
Mombour
/Schmidt [Hrsg.],
Internationale
Klassifikation psychischer Stö
rungen, ICD-10,
5.
Aufl., Bern 2005, S. 142 ff.
;
und 8C_80/
2011 vom 14. Juni 2011 E. 6.3.2)
und dessen Folgen willentlich überwindbar sind (vgl.
hiezu
etwa Urteil des Bundesgerichts 8C_213/2012 vom 1
3.
April 2012 E.
3.2).
Der Bericht von
Dr.
B._
vom 2
1.
Februar 2011
(
Urk.
8/36/19-21) stellt
die Beweiskraft des Gutachtens nicht in Frage.
Seine Diagnosestellung beruhte nicht auf objektiven Befunden, sondern wurde mit den subjektiven Angaben des Beschwerdeführers begründet
. Die Anpassungsstörung gilt rechtsprechungsgemäss zudem als vorübergehendes und damit nicht invalidisierendes psychisches Leiden (Urteil des Bundesgerichts 8C_322/2010 vom
9.
August 2010 E. 5.2 mit weiteren Hinweisen).
Auf die Beurteilung von
pract
. med.
G._
vom
5.
Oktober 2012 (
Urk.
3) kann schon deswegen nicht abgestellt werden, da sie keine fach
ärztlich gestellte Diagnose nach einem wissenschaftlich anerkannten Klassifikationssystem enthält (BGE 130 V 398 E.
5.3 und 6) und er auch nicht darlegt, inwieweit
sich
die
chronifizierte
Schmerzproblematik – im Einzelnen – auf das funktionelle Leistungsvermögen des Beschwerdeführers auswirkt
.
Im Gegenteil wäre gar auf eine Verbesserung der Symptomatik zu schliessen, da er
im Wesentlichen von einer
chronifizierten
Schmerzproblematik und von kei
nen depressiven Beschwerden mehr berichtete (Urk. 3). Im Übrigen wird das Beschwerdebild in beträchtlichem Masse von –
grundsätzlich invaliditätsfrem
den und daher auszuklammernden (BGE 127 V 294 E. 5a; ferner etwa Urteil des Bundesgerichts 9C_285/2013 vom 16. September 2013 E. 2.1) – psychosozialen Belastungsfaktoren geprägt.
In diesem Zusammenhang ist ausserdem darauf hinzuweisen, dass das Gericht der Erfahrungstatsache, dass behandelnde Spezialärzte
mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patienten aussagen, Rechnung tragen soll und darf (Urteil des damaligen Eidgenössischen Versicherungsgerichts I 570/04 vom 2
1.
Februar 2005 E. 5.1; vgl. auch BGE 125 V 353 E. 3b/cc).
4.2
N
ach dem Gesagten ergibt sich, dass der Beschwerdeführer zwar gesundheitliche Beeinträchtigungen hinnehmen musste, eine die Arbeitsfähigkeit massgeblich weiter einschränkende Verschlechterung des Gesundheitszustands aber nicht ausgewiesen ist.
Bei diesem Ergebnis erübrigt sich
in Bezug auf die diagnosti
zierte anhaltende
somatoforme
Schmerzstörung
auch
eine
Prüfung der in BGE 130 V 352
festgehaltenen,
sogenannten „Foerster-Kriterien“.
Im
Übrigen wären
selbst bei Anwendung der
Überwindbarkeitsrechtsprechung
die Voraus
setzungen
für die Annahme einer ausnahmsweisen Unüberwindbarkeit des Schmerzsyndroms nicht gegeben.
Entgegen den Ausführungen des Beschwer
deführers (
Urk.
1 S. 4) ist eine psychische
Komorbidität
von erheblicher Schwere, Intensität, Ausprägung und Dauer nicht ausgewiesen
(vgl.
hiezu
z.B.
Urteil
e
des Bundesgerichts 8C_979/2008 vom
1.
Juli 2009 E. 5.1
, 9C_736/2011 vom
7.
Februar 2012 E. 4.2.2.1
und 9C_942/2011 vom
6.
Juli 2012 E. 5.3.3
, je mit weiteren Hinweisen
)
.
Zutreffend ist zwar, dass das Bundesgericht im Urteil 8C_958/2010
vom 2
5.
Februar 2011
davon ausging, dass mit der neben der anhaltenden
somatoformen
Schmerzstörung diagnostizierten leichten depressi
ven Episode eine p
sychische
Komorbidität
vorliege
n könne
.
Gleichzeitig äus
serte das Bundesgericht aber gewisse Zweifel bezüglich der Erheblichkeit
dieser Störung
, d.h. der Eignung, ausnahmsweise auf
die Unzumutbarkeit einer willent
l
i
chen Schmerzüberwindung schliessen zu lassen
,
und ging einzig auf
grund der besonderen Umstände
des Falls
– der Versicherte befand sich seit geraumer Zeit in psychiatrisch-psychotherapeutischer Behandlung, hielt sich während zweieinhalb Monaten während fünf Tagen pro Woche teilstationär in einer psychiatrischen Tagesklinik auf und unterzog sich einer regelmässigen antidepressiven Medikation –
von einer verminderten zumutbaren Willenskraft, derer es für eine Schmerzüberwindung bedarf, aus (E. 6.2.2.2).
Insoweit unt
er
scheidet sich der vorliegende
von dem
in jenem
Urteil beurteilten Sachverhalt.
Dies
zeigt sich
auch
darin,
dass der behandelnde Psychiater einzig
noch
von der Schmerzproblematik
– und nicht von der depressiven Symptomatik –
und
deren Behandlung berichtete (
Urk.
3).
Weitere Kriterien, welche die Überwindbarkeit der
somatoformen
Schmerzstörung ausschliessen, sind nicht gegeben.
So liegt insbesondere keine
schwere soma
tische Erkrankung vor
. Es
bestand
zudem
eine erhebliche
Diskrepanz im (Schmerzäusserungs-)Verhalten bei der rheumatologischen Untersuchung in beobachteten und abgelenkten Situationen (
Urk.
8/36/7-
13 S.
3 ff. und Urk. 8/44 S. 25 f.;
vgl.
BGE 131 V 49 E.
2
.
1
und Urteil des Bundesgerichts 9C_784/2012 vom
7.
Dezember 2012 E. 3.2.3).
Schliesslich sind auch
die thera
peutischen Möglichkeiten nicht ausgeschöpft. Im Rahmen des mehrwöchigen Aufenthalts in der
K
linik
A._
konnte eine ansatzweise verbes
serte psychophysische Belastbarkeit erreicht werden und die behandelnden Ärzte empfahlen
die
Fortsetzung der physiotherapeutischen
und der psychiatri
schen Behandlung (
Urk.
8/36/16-18 S. 2 f.).
Auch Facharzt
E._
kam zum Schluss, dass die psychiatrische Behandlung intensiviert werden müsste
,
und schlug eine Behandlung in einer Tagesklinik vor (
Urk.
8/44 S. 13 f.). Ob von einem sozialen Rückzug in allen Belangen des Lebens gesprochen werden kann, kann offenbleiben. Selbst wenn die Frage mit dem Beschwerdeführer bejaht wird, ändert sich nichts am Ergebnis, dass eine rechtlich relevante psychisch bedingte Arbeitsunfähigkeit zu verneinen ist
(vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_784/2012 vom
7.
Dezember 2012 E. 3.2.3)
.
Dasselbe gilt in Bezug auf
die weiteren
Vorbringen in seiner Beschwerdeschrift.
Damit sind die Voraussetzun
gen für die Annahme einer ausnahmsweisen Unüberwindbarkeit des Schmerzsyndroms nicht gegeben.
5.
Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die angefochtene Verfügung nicht zu beanstanden und die Beschwerde abzuweisen ist.
6.
Die Kosten des Verfahrens sind auf
Fr.
600.-- festzulegen und ausgangsgemäss dem Beschwerdeführer aufzuerlegen (
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG).