# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** c73fa4a9-5e9e-43b1-a991-e896aad8e26f
**Court:** ZH_SRK
**Chamber:** ZH_SRK_001
**Year:** 2015
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** Tax

## Facts

hat sich ergeben:
A. A (nachfolgend der Pflichtige) und B waren zu Beginn der Steuerperiode
2012 je zur Hälfte Eigentümer der Z AG, Zürich. Dieses Unternehmen bezweckt Mie-
te/Vermietung, Kauf/Verkauf, Verwaltung, Vermittlung, Wartung und Unterhalt von Lie-
genschaften und verfügt über ein Aktienkapital von Fr. 100'000.-, welches in 100 Na-
menaktien im Nennwert von je Fr. 1'000.- eingeteilt ist. Sie hielt zu dieser Zeit 50% der
S AG, welche ihrerseits Inhaberin der T AG und der I AG ist.
Am 20. Juni 2012 verkauften die beiden Aktionäre ihre Aktien an die C AG, mit
Wirkung ab 1. Januar 2012. Der Kaufpreis wurde auf Fr. 5 Mio. festgesetzt. Hiervon
waren Fr. 3,4 Mio. per Vertragsunterzeichnung zu bezahlen; der Restbetrag war in
zwei Teilzahlungen von je Fr. 800'000.- per 20. Dezember 2015 und 20. Dezember
2016 zu leisten. Die beiden Verkäufer sollten hiervon jeweils immer die Hälfte erhalten.
Der Vertrag enthielt u.a. ein auf drei Jahre befristetes Konkurrenzverbot. Zugleich wur-
den neue Arbeitsverträge über die Weiterbeschäftigung der beiden Verkäufer abge-
schlossen. Über die Transaktion war am 31. Mai 2012 ein Ruling beim kantonalen
Steueramt eingeholt worden. Dementsprechend deklarierte der Pflichtige in der Steu-
ererklärung 2012 keine Einkünfte aus dem Verkauf.
Mit Auflagen vom 30. Juli und 27. Oktober 2014 führte der Steuerkommissär
eine Untersuchung darüber durch, ob im Kaufpreis eine Abgeltung für das Konkurrenz-
verbot bzw. eine Karenzentschädigung enthalten war. Hierzu verlangte er u.a. eine
substanziierte Sachdarstellung bezüglich der Kaufpreisfestsetzung und allfällige weite-
re sachdienliche Unterlagen. Der Pflichtige liess am 28. November 2014 antworten.
Dabei wandte er sich gegen die vom kantonalen Steueramt vertretene Betrachtungs-
weise. Dieses mahnte am 12. Dezember 2014 die Auflage, worauf der Pflichtige am
5. Januar 2015 reagierte. Letzterer bezeichnete den Standpunkt des kantonalen Steu-
eramts als nicht nachvollziehbar und beantragte eine Besprechung. Diese fand am
6. Februar 2015 statt.
Am 3. März 2015 schätzte das kantonale Steueramt den Pflichtigen für die
direkte Bundessteuer 2012 mit einem steuerbaren Einkommen von Fr. 874'100.- und
für die Staats- und Gemeindesteuern 2012 mit einem steuerbaren und satzbestimmen-
den Einkommen von Fr. 873'200.- sowie einem steuerbaren Vermögen von
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Fr. 5'224'000.- (satzbestimmend Fr. 5'752'000.-) ein. Dabei rechnete es Einkünfte von
Fr. 800'000.- auf mit der Begründung, der Veräusserungserlös für die Z AG habe eine
steuerbare Karenzentschädigung enthalten; diese werde nach pflichtgemässem Er-
messen auf Fr. 800'000.- geschätzt. Das Ruling sei aus näher dargelegten Gründen in
Bezug auf diese Frage nicht bindend.
B. Hiergegen erhob der Pflichtige am 2. April 2015 Einsprache mit dem An-
trag, auf die Aufrechnung von Fr. 800'000.- sei zu verzichten.
Das kantonale Steueramt wies die Einsprachen am 22. Juni 2015 ab.
C. Mit Beschwerde bzw. Rekurs vom 23. Juli 2015 wiederholte der Pflichtige
Einspracheantrag und -begründung. Mit Ergänzung vom 27. Juli 2015 stellte er zudem
den Antrag auf Ausrichtung einer Parteientschädigung.
Das kantonale Steueramt schloss am 21. August 2015 auf Abweisung der
Rechtsmittel. Die Eidgenössische Steuerverwaltung (ESTV) liess sich nicht verneh-
men.
Mit Verfügung vom 26. Oktober 2015 verlangte das Steuerrekursgericht vom
Pflichtigen die Jahresrechnungen 2011 der Gruppengesellschaften. Dieser kam dem
am 29. Oktober bzw. 2. November 2015 nach. Am 11. November 2015 reichte er zu-
dem eine Replik ein, in welcher er an seinen Anträgen festhielt. Das kantonale Steuer-
amt verzichtete am 18. November 2015 auf erneute Stellungnahme.

## Considerations

Die Kammer zieht in Erwägung:
1. a) aa) Gemäss Art. 16 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die direkte Bun-
dessteuer vom 14. Dezember 1990 (DBG) bzw. § 16 Abs. 1 des Steuergesetzes vom
8. Juni 1997 (StG) unterliegen der Einkommenssteuer alle wiederkehrenden und ein-
maligen Einkünfte mit Ausnahme der Kapitalgewinne aus der Veräusserung von Pri-
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vatvermögen. Steuerbar sind nach Art. 17 Abs. 1 DBG bzw. § 17 Abs. 1 StG insbeson-
dere alle Einkünfte aus privatrechtlichen oder öffentlich-rechtlichen Arbeitsverhält-
nissen mit Einschluss der Nebeneinkünfte wie Entschädigungen für Sonderleistungen,
Provisionen, Zulagen, Dienstalters- und Jubiläumsgeschenke, Gratifikationen, Trink-
gelder, Tantiemen und andere geldwerte Vorteile. Leistungen, welche der Steuerpflich-
tige nicht vom Arbeitgeber, sondern von Dritten erhält, sind ebenfalls dem Arbeitsein-
kommen zuzurechnen, wenn sie ihm im Zusammenhang mit dem Arbeitsverhältnis
ausgerichtet worden sind (Richner/Frei/Kaufmann/Meuter, Handkommentar zum DBG,
2. A., 2009, Art. 17 N 37 DBG, und Kommentar zum Zürcher Steuergesetz, 3. A., 2013,
§ 17 N 37 StG). Steuerbar sind nach Art. 23 lit. c DBG bzw. § 23 lit. c StG ferner Ent-
schädigungen für Konkurrenzverbote (Zigerlig/Jud, in: Kommentar zu Schweizerischen
Steuerrecht, Band I/2 a, 2. A., 2008, Art. 23 N 15a DBG).
Steuerfrei sind die Kapitalgewinne aus der Veräusserung von beweglichem
Privatvermögen (Art. 16 Abs. 3 DBG; § 16 Abs. 3 StG). Solche ergeben sich dadurch,
dass der Mehrwert eines obligatorischen oder dinglichen Vermögensrechts beim Aus-
scheiden aus dem Vermögen der bisher berechtigten Person durch Umwandlung in ein
(auch wirtschaftlich betrachtet) anderes Vermögensrecht realisiert wird (Richner/Frei/
Kaufmann/Meuter, Art. 16 N 152 DBG und § 16 N 113 StG).
bb) Beim Verkauf von personenbezogenen Aktiengesellschaften kann sich die
Frage der Abgrenzung zwischen Kaufpreis und Entschädigungen für weitere Leistun-
gen stellen, wenn sich der Verkäufer gleichzeitig verpflichtet, weiterhin für die verkaufte
Gesellschaft tätig zu sein. Enthält die anlässlich des Aktienverkaufs ausgerichtete Leis-
tung eine Entschädigung hierfür, wäre diese nicht mehr als Kapitalgewinn, sondern als
Einkunft zu betrachten und entsprechend zu besteuern.
Bei dieser Abgrenzung ist nicht allein auf den Wortlaut der getroffenen Verträ-
ge abzustellen, sondern sind alle Umstände in Betracht zu ziehen. Im Entscheid BGr,
16. Juni 2005, 2P.69/2005 bzw. 2P.269/2003 beurteilte deshalb das Bundesgericht es
nicht als willkürlich, eine solche Entschädigungskomponente für die Weiterbeschäfti-
gung aus dem Kaufpreis in einem Fall auszuscheiden, in welchem eine Ungleichbe-
handlung der verkaufenden Anteilsinhaber bezüglich des Kaufpreises festgestellt wur-
de, welche der bevorzugte, als einziger weiterhin für das Verkaufsobjekt tätige
Steuerpflichtige nicht erklären konnte. Eine solche Entschädigung wurde ebenfalls in
einem Fall angenommen, bei welchem sämtliche Aktien einer Gesellschaft am selben
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Datum übertragen wurden, die letzte Kaufpreistranche von 20% aber erst zwei Jahre
nach Zustandekommen des Vertrages fällig wurde und unter der Bedingung stand,
dass die ausgeschiedenen Aktionäre ein Konkurrenzverbot einhielten (StRG, 4. Febru-
ar 2011, 1 DB.2010.235 + 1 ST.2010.330, www.strgzh.ch). Die Verletzung des Konkur-
renzverbots hätte demnach die Käuferin von der Bezahlung der letzten Tranche des
Kaufpreises befreit, während der Verkauf der Aktien gleichwohl als vollzogen gegolten
hätte. Folglich war diese letzte Tranche des Kaufpreises im Ergebnis nicht als Kauf-
preiszahlung, sondern als Entschädigung für die Einhaltung eines vertraglichen Kon-
kurrenzverbots zu qualifizieren und unterlag damit der Einkommenssteuer.
Demnach gilt es in solchen Fällen zu prüfen, ob sich aus den Verträgen An-
haltspunkte dafür ergeben, dass mit dem Kaufpreis auch eine zukünftige Arbeitsleis-
tung oder ein sonstiges Verhalten entschädigt wird. Auf einen solchen Sachverhalt ist
zu schliessen, wenn die Verträge Klauseln enthalten, welche das vereinbarte Verhalten
des Verkäufers garantieren bzw. die Käuferin bei Verletzung schadlos halten sollen,
und diese mit dem Verkaufspreis verknüpft sind. Dies kann geschehen durch positive
(wie Ratenzahlung des Kaufpreises bei Wohlverhalten) oder negative Anreize (wie
Konventionalstrafen, bedingte Preisrückleistungsverpflichtungen).
b) Nach der allgemeinen Beweislastregel haben die Steuerbehörden den
Nachweis zu erbringen, dass ein Steuerpflichtiger bestimmte Einkünfte erzielt hat, da
es sich hierbei um einen steuerbegründenden Umstand handelt. Der Nachweis eines
Vermögenszuflusses begründet sodann die natürliche Vermutung, dass dieser steuer-
bares Einkommen darstellt. Die Vermutung kann vom Steuerpflichtigen entkräftet wer-
den, indem er den Gegenbeweis erbringt, dass nämlich die zugeflossenen Einkünfte
kein steuerbares Einkommen darstellen (wie z.B. Vorliegen eines steuerfreien Kapital-
gewinns aus der Veräusserung beweglichen Privatvermögens). Liegt ein Kaufvertrag
unter Dritten vor und ist der Kaufpreis bedingungslos geschuldet, begründet dies die
tatsächliche Vermutung, dass der verurkundete Kaufpreis auch ein solcher ist. Der
allgemeinen Beweislastregel folgend, obliegt daraufhin den Steuerbehörden die Be-
weislast dafür, dass der Gegenleistung ganz oder teilweise keine Kaufpreisqualität
zukommt.
c) In Ziff. 3.1 des Aktienkaufvertrags vom 20. Juni 2012 wird der gesamte Be-
trag von Fr. 5 Mio. als Kaufpreis bezeichnet. Die Vertragsparteien sind voneinander
unabhängig. Damit hat der Pflichtige den Nachweis einer Kaufpreisleistung erbracht,
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und obliegt dem kantonalen Steueramt die Beweislast für seine Behauptung, dass dar-
in auch als Einkünfte zu besteuernde Arbeitsentgelte enthalten sind. Die Vorinstanz
begründet ihre Auffassung im Wesentlichen mit der erheblichen Differenz zwischen
Kaufpreis und dem von ihr ermittelten viel tieferen Verkehrswert. Zudem würden zwei
Raten des Kaufpreises von je 16% erst nach Ablauf der Karenzfristen des Konkurrenz-
bzw. Abwerbeverbots zur Auszahlung gelangen. Weiter seien neue Arbeitsverträge
abgeschlossen worden mit einem erheblich tieferen Bruttolohn.
d) aa) Der Aktienkaufvertrag enthält in Ziff. 10 ein auf drei Jahre befristetes
Konkurrenz- und Abwerbeverbot. Bei jeder Verletzung hat der zuwider handelnde Ver-
käufer eine Konventionalstrafe von Fr. 100'000.- zu bezahlen. Die Leistung der Kon-
ventionalstrafe befreit ihn nicht von der Pflicht zur Einhaltung der vertraglichen Pflich-
ten. Indessen besteht keinerlei rechtliche Verknüpfung zwischen der Einhaltung des
Konkurrenz- bzw. Abwerbeverbots einerseits und den Auszahlungen der beiden Kauf-
preisraten andrerseits. Nach dem Aktienkaufvertrag haben diese vielmehr vorausset-
zungslos nach Ablauf der festgesetzten Zeitdauer zu erfolgen (Ziff. 3.2 lit. b des Akti-
enkaufvertrags). Zudem gehören weder die Weiterarbeit des Pflichtigen noch die
Einhaltung des Konkurrenz- oder Abwerbeverbots zu den von den Verkäufern zu ge-
währleistenden Pflichten nach Ziff. 6 des Aktienkaufvertrags. Der Pflichtige könnte so-
mit selbst bei frühestmöglicher Kündigung des Arbeitsverhältnisses und Aufnahme
einer konkurrenzierenden Tätigkeit den vollen Kaufpreis einfordern.
bb) Fragen könnte sich einzig, ob die befristete Auszahlung der Kaufpreisra-
ten nicht auch der Sicherung der Einhaltung des Konkurrenzverbotes dient, indem bei
Verletzung des Konkurrenzverbots die Konventionalstrafe mit den ausstehenden Raten
verrechnet werden kann. Damit wäre die Auszahlung im Ergebnis nicht mehr nur be-
fristet erfolgt, sondern wäre zusätzlich unter der Bedingung der Einhaltung des Konkur-
renzverbots gestanden. Bei einer solchen Betrachtung stellt sich indessen die Frage
nach der zeitlichen Realisation: Nach ständiger Rechtsprechung werden einer be-
stimmten Steuerbemessungsperiode alle steuerbaren Einkünfte zugerechnet, die dem
Steuerpflichtigen in dieser Zeitspanne mit der Wirkung zugegangen sind, dass sie sei-
ne wirtschaftliche Leistungsfähigkeit gesteigert haben (RB 1981 Nr. 56 = ZBl 1982,
314, auch zum Folgenden). Einkünfte sind zugeflossen, sobald der Rechtserwerb voll-
endet ist, der Steuerpflichtige also einen festen Rechtsanspruch auf das Vermögens-
recht erworben hat, dessen Erfüllung nicht besonders unsicher ist (Richner/Frei/Kauf-
mann/Meuter, Art. 210 N 22 DBG und § 50 N 21 StG). Bei aufschiebend (supensiv)
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bedingten Rechtsgeschäften bleibt der Erwerb von Einkommen bis zum Eintritt eines
künftigen Ereignisses in der Schwebe, so dass der Einkommenszufluss erst in dem
Zeitpunkt erfolgt, in welchem der Schwebezustand wegfällt und feststeht, dass der
Empfänger das fragliche Einkommen ohne weitere Gegenleistung behalten kann. Er
erhält mit Abschluss des aufschiebend bedingten Vertrags erst eine Anwartschaft auf
die ihm zugedachten Rechte (Richner/Frei/Kaufmann/Meuter, Art. 210 N 29 ff. DBG
und § 50 N 26 ff. StG).
Wäre demnach vorliegend die Auszahlung der Kaufpreisraten auf die erwähn-
te Weise mit der Konventionalstrafe verknüpft, wäre vor Ablauf der Zahlungsfristen
bzw. der Dauer des Konkurrenzverbots noch gar nicht bekannt, ob die Bedingung für
die Leistung der Kaufpreisraten eingehalten wurde. Damit wäre aber über die Steuer-
barkeit des betreffenden Zuflusses – wenn überhaupt – erst im Zeitpunkt der Auszah-
lung der Teilraten zu entscheiden, welche erst Ende 2015 bzw. 2016 erfolgen und da-
mit jedenfalls in der Steuerperiode 2012 keine Aufrechnung zu rechtfertigen vermögen.
cc) Eine Verbindung zwischen dem Aktienkaufvertrag und der Weiterbeschäf-
tigung des Pflichtigen liegt indessen vor, indem Ziff. 8.3 den Abschluss von neuen Ar-
beitsverträgen zur Voraussetzung macht. Dies alleine reicht aber nicht aus, um ent-
sprechende Lohnbestandteile im Kaufpreis zu vermuten. Vielmehr kann in diesem Fall
ausgeschlossen werden, dass die in zwei Raten erfolgte Auszahlung der Restkauf-
preissumme als Lohn für die Weiterarbeit hätte dienen sollen. Hierzu wäre der Käufer
nämlich nur dann bereit gewesen, wenn er Sicherheit gehabt hätte, dass die entspre-
chende Arbeitszeit auch abgeleistet wird bzw. dass andernfalls der Restkaufpreis nicht
ausbezahlt werden muss bzw. zurückbezahlt wird. An einer solchen Absicherung fehlt
es hier. Der am 20. Juni 2012 unterzeichnete Arbeitsvertrag enthält keinerlei Sanktio-
nen in Form von Lohnrückleistungspflichten bei einer allfälligen frühzeitigen Auflösung.
Vielmehr hatte der Pflichtige eine jederzeit ausübbare sechsmonatige Kündigungsfrist.
Zudem schied er sogar 2014 aus der Unternehmung aus, ohne dass dies seinen An-
spruch auf die beiden Restkaufpreisraten beeinträchtigt hätte.
Es bestehen weiter keinerlei Anhaltspunkte, dass die vorgelegten Verträge
unvollständig und weitere, nicht offen gelegte Vereinbarungen vorhanden wären. Die
im Aktienkaufvertrag erwähnten Beilagen liegen alle bei den Akten.
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dd) Damit unterscheidet sich der vorliegende Fall wesentlich von allen Präju-
dizien, wo eine klare rechtliche oder tatsächliche Verknüpfung zwischen der Auszah-
lung der letzten Rate und der Weiterarbeit bzw. der Einhaltung eines Konkurrenzverbo-
tes bestanden hat.
e) Als weiteres Argument verweist die Vorinstanz auf die Höhe des Kaufprei-
ses, welcher sich nach ihrer Ansicht mit dem Wert der verkauften Gesellschaft nicht
erklären liesse.
aa) Das kantonale Steueramt schätzte den Verkehrswert nach zwei Metho-
den: Zunächst ging es von einem EBIT von (konsolidiert) Fr. 339'000.- aus und wandte
darauf einen durchschnittlichen Branchenmultiplikator (6,3 bzw. 5,2) an, was einen
Ertragswert von Fr. 2,15 Mio. bzw. Fr. 1,75 Mio. ergab. Den Branchenmultiplikator ent-
nahm es einer Tabelle, welcher von einer Wirtschaftspublikation auf dem Internet ver-
öffentlicht wurde (Ziff. 25 des Einspracheentscheids sowie Anhang) und einer Internet-
seite der ESTV (KMU-Portal – Multiplikatorverfahren). Da mit Bezug auf die
einschlägige Tätigkeit keine Erfahrungszahlen vorhanden waren, wandte es bei beiden
Methoden jeweils den Durchschnitt aller Branchen an. Den Substanzwert errechnete
es mit Fr. 2,535 Mio. Gemäss Bewertung nach den Richtlinien der Schweizerischen
Steuerkonferenz (SSK) ermittelte es sogar nur einen Steuerwert von Fr. 840'000.-. Der
Verkaufspreis von Fr. 5 Mio. sei damit unerklärbar zu hoch.
Der Pflichtige begründet die Höhe des Kaufpreises ebenfalls mit einem Bran-
chenmultiplikator, allerdings gestützt auf den jährlichen Umsatz. Die Bewertung auf der
Basis des jährlich wiederkehrenden Bewirtschaftungsertrags sei in der einschlägigen
Branche üblich. Das Verhältnis zwischen Umsatz und Verkaufspreis entspreche in et-
wa demjenigen bei Kauf der Tochtergesellschaften in den Jahren 2000, 2004 und
2005. Zur Branchenüblichkeit legte er zwei Bestätigungen von Dritten zu den Akten.
Konkret hätten dem Verkaufspreis folgende Elemente zugrunde gelegen:
TCHF
Jährlich wiederkehrende Bewirtschaftungshonorare 4'530
Buchmässiges Eigenkapital 2'539
Arbeitgeberbeitragsreserven 400
./. Kaufpreisoption 50% Aktien der S AG – 1'950
Zwischentotal 5'519
gerundet 5'000.
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Zudem stellte er eine weitere Berechnung an, wobei er statt vom buchmässi-
gen Eigenkapital von den konsolidierten Substanzwerten ausging, was einen Unter-
nehmenswert von Fr. 5,455 Mio. ergab.
bb) Die von den Parteien primär verwendete Bewertungsmethode entspricht
im Wesentlichen der in der Schätzungspraxis bekannten Bewertung zum Multiplikato-
rensatz (Loderer/Wälchli, Handbuch der Bewertung, Band II, 5. A., 2010, S. 37 ff.). Das
Ziel dieses Ansatzes ist die Bewertung von Unternehmen oder deren Eigenkapital,
ohne eine umständliche Prognose von Cash Flows und ohne eine komplizierte Schät-
zung von Diskontsätzen durchführen zu müssen. Die Methode besteht darin, ver-
gleichbare Unternehmen (oder Transaktionen) zu finden, für diese die Multiplikatoren
von spezifischen einfach zu beobachtenden Variablen zu berechnen und diese Multi-
plikatoren auf das zu bewertende Unternehmen anzuwenden. Variablen sind zum Bei-
spiel der Umsatz, EBIT (Ertrag vor Zinsen und Steuern) oder EBITDA (Ertrag vor Zin-
sen, Steuern und Abschreibungen). Der Umsatz kommt vor allem zur Anwendung,
wenn der Unternehmenswert von diesem abhängt (Loderer/Wälchli, S. 42). Die Ansät-
ze sind je nach Branche verschieden. Die Methode dient zur Ermittlung des Werts des
operativen Geschäfts; überschüssige flüssige Mittel werden in einem ersten Schritt
ausgeschieden und am Ende wieder zum Ergebnis hinzugezählt (Loderer/Wälchli,
S. 39, 40 und 43).
Die Bewertung des Steuerkommissärs ist demnach unvollständig, weil er die
für das operative Geschäft nicht notwendigen flüssigen Mittel nicht entsprechend be-
rücksichtigt hat. Was genau operativ nicht nötig ist, lässt sich aufgrund der Bilanzen
nur annäherungsweise und sehr grob erkennen. Dabei ist zu berücksichtigen, dass die
verkaufte Gesellschaft und die von dieser gehaltenen Unternehmen nach der Sachdar-
stellung des Pflichtigen in einem spezifischen Bereich tätig sind; mithin verfügen sie
deswegen über keine Warenvorräte und Halbfertigprodukte, sondern besteht das Um-
laufvermögen nahezu vollständig aus Forderungen. Bei diesen Verhältnissen ist aber
demnach von operativ nicht notwendigen Mitteln auszugehen, soweit das Umlaufver-
mögen das Fremdkapital überschreitet. Aus den Bilanzen ergibt sich per
31. Dezember 2011 bei der Z AG ein solcher Überschuss von Fr. 0,765 Mio.), bei der S
AG von rund 1,032 Mio., bei der I AG von rund Fr. 0,385 Mio. und bei der T AG von
Fr. 0,148 Mio. Die Mittel der drei Tochtergesellschaften sind der Z AG entsprechend
deren Beteiligungsanteil zur Hälfte, somit im Umfang von Fr. 0,783 Mio. zuzurechnen.
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Weiter zu erwähnen sind in den Bilanzen nicht aufgeführte, in den Anhängen aber er-
wähnte Arbeitgeberbeitragsreserven von total rund Fr. 0,4 Mio. bzw. Fr. 0,3 Mio. bei
nur hälftiger Berücksichtigung derjenigen der Tochtergesellschaften. Diese stellen
ebenfalls nicht operativ genutzte Mittel dar, welche der Gesellschaft zustehen. Die
Schätzung des Ertragswerts des Steueramts (Fr. 2,15 Mio. bzw. Fr. 1,75 Mio.) ist des-
halb um rund Fr. 1,548 Mio. flüssige Mittel und Fr. 0,3 Mio. Arbeitgeberbeitragsreser-
ven zu erhöhen, was einen Ertragswert von rund Fr. 3,998 Mio. bzw. Fr. 3,598 Mio.
ergibt.
Die Berechnung des Pflichtigen beruht auf der Annahme, dass ein mit dem
Aktionärsbindungsvertrag vom 29. September 2000 vereinbartes Kaufrecht auf die
restlichen 50% der Aktien der S AG ausgeübt werde (Beschwerde/Rekurs S. 8). Ge-
mäss Ziff. V dieses Vertrags erhielt die Z AG das Recht, diese Beteiligung zu einem
Preis von Fr. 1,75 Mio., indexiert zum Stand vom 1. Mai 2000, zu übernehmen. Die
Schätzung auf dieser Grundannahme erscheint als sachlich gerechtfertigt, wurde doch
2013 das Kaufrecht auch tatsächlich ausgeübt. Damit ist auf die Zahlen der gesamten
Gruppe abzustellen. Die diesbezügliche Berechnung des Pflichtigen weist indessen
den Mangel auf, dass er das Eigenkapital addierte statt die operativ nicht notwendigen
flüssigen Mittel, und sie damit nicht den Vorgaben der Multiplikatorenmethode ent-
spricht. Der Betrag der jährlich wiederkehrenden Bewirtschaftungshonorare (Umsatz)
der gesamten Gruppe beziffert der Pflichtige 2011 auf Fr. 4,530 Mio. (Beschwer-
de/Rekurs S. 25; vgl. demgegenüber den Bruttoumsatz der gesamten Gruppe von rund
Fr. 6,48 Mio.). Stellt man auf den von ihm vertretenen Multiplikationssatz von 1 (d.h.
Umsatz = Wert des operativen Geschäfts) ab, so ergibt sich zusammen mit den Arbeit-
geberbeitragsreserven von Fr. 0,4 Mio., den erwähnten flüssigen Mitteln der gesamten
Gruppe von rund Fr. 2,327 Mio. und abzüglich des Verkaufspreises für die Kaufoption
(gemäss dem Pflichtigen nunmehr Fr. 1,95 Mio.) ein Unternehmenswert von rund Fr.
5,304 Mio. Gestützt auf den vom Steuerkommissär ermittelten durchschnittlichen Um-
satz-Multiplikator (0,74) beträgt der solcherart berechnete Wert des operativen Teils Fr.
3,35 Mio. und der Gesamtwert Fr. 4,127 Mio.
cc) Soweit der Steuerkommissär auf die Bewertung nach der Wegleitung der
SSK zur Bewertung von Wertpapieren ohne Kurswert für die Vermögenssteuer (Kreis-
schreiben Nr. 28 vom 28. August 2008; www.steuerkonferenz.ch,) verweist, ist darauf
nicht weiter einzugehen. Zum einen hat er diese Bewertung nicht weiter detailliert dar-
gelegt. Zum anderen ist bei dem von ihm errechneten Substanzwert von Fr. 2,535 Mio.
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auszuschliessen, dass ein Verkäufer die Gesellschaft zum Steuerwert gemäss Kreis-
schreiben von Fr. 840'000.- veräussern würde.
dd) Die Höhe des Kaufpreises ist letztlich das Resultat von Verhandlungen,
wobei Ausgangspunkt jeder Partei der von ihr dem Kaufobjekt zugemessene Wert ist.
Dabei können sich die Grundannahmen beider Vertragsparteien für die Bewertung
erheblich unterscheiden. Ebenso wichtig für die Preisgestaltung sind aber auch weitere
Faktoren, wie etwa Verhandlungsmacht und -geschick. Vor diesem Hintergrund lässt
sich aus der Differenz zwischen Kaufpreis und objektiver Bewertung nur mit Zurückhal-
tung auf allfällige, im vereinbarten Kaufpreis versteckte weitere Leistungsentgelte
schliessen.
Die vorstehenden korrigierten Berechnungen der Parteien zeigen auf, dass
der Verkaufspreis von Fr. 5 Mio. zwar tatsächlich über den daraus resultierenden
Schätzungen liegt, allerdings nicht in dem Ausmass, wie es die Vorinstanz angenom-
men hat. Hinzu kommt, dass die dabei verwendeten Zahlen mit sehr grossen Unklar-
heiten behaftet sind. So fällt der vom Pflichtigen vertretene Umsatzmultiplikator nicht
aus dem oberen Rahmen der vom Steuerkommissär herangezogenen Werte. Die vom
Pflichtigen angeführten früheren Transaktionen sowie die Bestätigungen von Dritten
untermauern seinen Standpunkt zusätzlich. Wird auf die von den Dritten benützten
Werte abgestellt, wird der Verkaufspreis durch ihre Schätzung gedeckt.
Hinzu kommt, dass es vorliegend nicht darum geht, den effektiven Wert der
Gesellschaft im Zeitpunkt des Verkaufs zu bestimmen, sondern darum, ob mit dem
Verkaufspreis weitere Leistungen als nur das Verkaufsobjekt hätten abgegolten wer-
den können. Wenn der Pflichtige den Verkaufspreis mit fehlerhaften methodischen
Annahmen begründet, führt dies nicht automatisch dazu, dass sein Standpunkt damit
widerlegt wäre. Seine Herleitung muss nur unter den damaligen Umständen plausibel
sein. Vor diesem Hintergrund lässt sich seine Begründung des Preises nicht eindeutig
widerlegen.
Insgesamt ist deshalb festzuhalten, dass gestützt auf solche überschlagsmäs-
sige Schätzungen zwar nicht ausgeschlossen werden kann, dass mit dem Verkaufs-
preis weitere Leistungen abgegolten wurden, dies für sich allein aber nicht ausreicht,
um eine solche Vermutung zu begründen.
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f) Das Steueramt verweist weiter darauf, dass die Löhne der beiden weiterhin
bei der Z AG angestellten Altaktionäre nach der Veräusserung der Gesellschaft erheb-
lich gesunken seien. Inklusive des nicht mehr ausbezahlten Verwaltungsratshonorars
habe die Einbusse des Pflichtigen innerhalb der Karenzfrist von fünf Jahren knapp
Fr. 660'000.- betragen.
aa) Gemäss Arbeitsvertrag vom 20. Juni 2012 wurde der Pflichtige (Jahrgang
1949) rückwirkend per 1. Januar 2012 als Geschäftsleiter angestellt. Sein Salär betrug
Fr. 197'000.- brutto pro Jahr, hinzu kamen Fr. 12'000.- Pauschalspesen, Handykosten,
ein unentgeltliches Geschäftsfahrzeug sowie Fr. 250.- pro Monat für das private Büro.
Sein Ferienanspruch belief sich auf 50 Tage pro Jahr, die Kündigungsfrist auf sechs
Monate. Gemäss Lohnausweis bezog er in der Folge 2012 einen Bruttolohn von Fr.
147'000.- sowie eine Verwaltungsratsentschädigung von Fr. 50'000.-.
Der Pflichtige hat über seine Lohnentwicklung folgende Übersicht eingereicht:
Fr.
2004 Jahressalär 180'000.- total 180'000.-
2005 Jahressalär 138'100.- total 138'100.-
2006 Jahressalär 206'000.- total 206'000.-
2007 Jahressalär 206'000.- total 206'000.-
2008 Jahressalär 255'100.- Bonus 50'000.- total 305'100.-
2009 Jahressalär 289'000.- Bonus 50'000.- total 339'000.-
2010 Jahressalär 289'000.- Bonus 50'000.- total 339'000.-
2011 Jahressalär 289'000.- Bonus 50'000.- total 339'000.-
2012 Jahressalär 197'000.- total 197'000.-.
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Er begründet die Lohnabnahme per 2012 damit, dass seine Arbeitszeit und
seine Verantwortlichkeiten abgenommen hätten. Neu hätten ihm 50 statt 25 Ferientage
zugestanden. Nach dem Verkauf sei er zudem nur noch für Marketing und Verkauf
zuständig gewesen. Ab 1. Juli 2012 sei ein Nachfolger für ihn aufgebaut worden, per
1. Juli 2013 habe er sein Arbeitspensum auf 50% reduziert und per 1. April 2014 sei er
pensioniert worden. Der zweite Altaktionär habe einen Teil seiner Verantwortung an die
neu bestellte Geschäftsleitung abgegeben. Beide hätten ihre Tätigkeiten für die Fir-
mengruppe reduziert und sich mehr ihrer Freizeit gewidmet. Der neue Inhaber sei nicht
gewillt gewesen, die Zusatzlohnkosten aufgrund der Erweiterung der Geschäftsleitung
selber zu tragen, und habe deswegen eine Reduktion der Saläre der beiden Altaktionä-
re gewollt. Würde man den Lohn um den Ferienanspruch proportional hochrechnen,
resultiere ein Lohn von Fr. 220'000.-, was dem langjährigen Durchschnitt entspreche.
2008 bis 2011 hätten aufgrund eines ausserordentlich guten Ergebnisses der Gesell-
schaft höhere Grundsaläre und Bonuszahlungen geleistet werden können. Zudem sei
die Festsetzung der Lohnbezüge bis Ende 2011 im Ermessen der beiden Altaktionäre
gestanden; seit dem Verkauf werde der Lohn vom neuen Inhaber bestimmt.
bb) Die vorinstanzliche Argumentation läuft darauf hinaus, dass der Pflichtige
nur gegen entsprechende Entschädigung ein dreijähriges Konkurrenzverbot akzeptiert
hätte, und die eingetretene Lohnreduktion deshalb einen Hinweis darauf darstelle, dass
diese Entschädigung auf andere Weise, nämlich in Form des Kaufpreises erfolgt sei.
Diese Schlussfolgerung vereinfacht indessen die Sachlage zu sehr. Sie hängt
wesentlich vom Umfang des beruflichen Engagements des Pflichtigen ab. Würde von
einer gleichbleibenden Erwerbstätigkeit ausgegangen, erschiene sie als nachvollzieh-
bar, nicht aber, wenn der Pflichtige nach Verkauf der Gesellschaft sein berufliches En-
gagement sowohl zeitlich als auch mit Bezug auf seine Verantwortlichkeiten reduzierte.
Hinweise für Letzteres liegen aber vor. Ins Gewicht fällt die Erhöhung des Ferienan-
spruchs auf 50 Tage, was für Personen in Leitungspositionen als aussergewöhnlich
hoch erscheint und auf einen teilweisen Rückzug aus der Erwerbstätigkeit hindeutet. In
der Folge hat der Pflichtige seine Arbeitszeit nach einem Jahr auf die Hälfte reduziert
und dann sogar ganz aufgegeben. Gemäss Handelsregister bestand die Führung der
Z AG zudem ursprünglich nur aus dem Verwaltungsrat mit den beiden Aktionären; im
Februar 2013 wurde dieser um ein weiteres Mitglied erweitert und eine aus drei Perso-
nen bestehende Geschäftsleitung eingerichtet. Ähnlich präsentierte sich das Bild bei
der grössten Gesellschaft der Gruppe, der S AG. Gemäss Handelsregisterauszug um-
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fasste der Verwaltungsrat ursprünglich die drei Aktionäre, während die Geschäftslei-
tung von einer weiteren Person wahrgenommen wurde, welche im Oktober 2010 aus-
schied. Im Februar 2013 wurde der Verwaltungsrat durch eine weitere Person ergänzt
und eine Geschäftsleitung mit drei weiteren Personen eingerichtet. Überdies ist allge-
mein festzuhalten, dass eine Lohneinbusse der Altaktionäre nach dem Verkauf wohl
zum Teil auch in der Natur der Verhältnisse begründet ist. Vor dem Verkauf konnten
die Altaktionäre ihren eigenen Lohn frei festsetzen. Es erscheint als nachvollziehbar,
dass dabei auch Gewinnanteile auf diesem Weg ausbezahlt wurden, welche sich der
Erwerber nach dem Verkauf selber zuhalten wollte.
Insgesamt gilt damit dasselbe, was auch bei der Frage des Verkaufspreises
zutage trat. Es kann aufgrund der Aktenlage nicht ausgeschlossen werden, dass die
Lohnreduktion dem Konkurrenzverbot nicht Rechnung trug; für sich allein reichen die
Hinweise in den Akten aber nicht aus, um eine solche Vermutung hinreichend zu be-
gründen.
g) Bei dieser Aktenlage ist zusammenfassend nicht von der Abgeltung des
Konkurrenzverbots in Form eines Teils des Kaufpreises auszugehen. Ausschlagge-
bend ist, dass keine unmittelbare rechtliche Verknüpfung zwischen den Restzahlungen
und der Einhaltung des Verkaufsvertrags durch den Pflichtigen ersichtlich ist. Die Un-
klarheiten mit Bezug auf die Höhe des Verkaufspreises und die Lohnhöhe allein ver-
mögen diesen Schluss nicht umzustossen und sind für sich betrachtet nicht eindeutig
genug, um eine solche Annahme zu rechtfertigen.
h) Bei diesem Ergebnis erübrigt es sich, auf die Frage der Verbindlichkeit des
Rulings sowie die Zulässigkeit der Einschätzung nach pflichtgemässem Ermessen wei-
ter einzugehen.
2. Zentrales Indiz für die Richtigkeit der Sachdarstellung des Pflichtigen wird
der Umstand sein, dass die noch ausstehenden Verkaufspreistranchen auch tatsäch-
lich vereinbarungsgemäss überwiesen werden, obwohl der Pflichtige relativ früh, im
Jahr 2014, aus der Unternehmung ausschied. Der Steuerkommissär wird hiermit auf-
gefordert, in den nachfolgenden Steuerperioden hierauf ein besonderes Augenmerk zu
richten und eine entsprechende Untersuchung durchzuführen. Sollte sich herausstel-
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len, dass die Parteien sich nicht an die vertraglichen Abmachungen halten, so wäre
betreffend die Steuerperiode 2012 ein Nach- und Strafsteuerverfahren zu eröffnen.
3. Gestützt auf diese Erwägungen sind die Beschwerde bzw. der Rekurs gut-
zuheissen. Ausgangsgemäss sind die Kosten des Verfahrens der Beschwerdegegnerin
bzw. dem Rekursgegner aufzuerlegen (Art. 144 Abs. 1 DBG und § 151 Abs. 1 StG).
Dem Pflichtigen ist eine Parteientschädigung zuzusprechen (Art. 144 Abs. 4 DBG
i.V.m. Art. 64 Abs. 1 des Bundesgesetzes über das Verwaltungsverfahren vom
20. Dezember 1968 bzw. § 152 StG i. V. m. § 17 Abs. 2 des Verwaltungsrechtspflege-
gesetzes vom 24. Mai 1959/8. Juni 1997). Dem Umstand, dass der Fall inhaltlich dem
Parallelfall 1 DB.2015.149/ST.2015.188 entspricht, wird durch eine leichte Reduktion
der Verfahrenskosten und den Parteientschädigungen Rechnung getragen.