# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** f15c1880-f885-4e3b-aac4-409ab00f947e
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2015
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** 

## Facts

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1925, Bezügerin einer Rente der Alters- und Hinter
lassenenversicherung (
vgl.
Urk.
7/A2
),
schloss
per 22. Juli 2013 mit der
Y._
einen Pensionsvertrag ab (Urk. 7/11a) und
meldete sich am
24. Juli 2013
zum Bezug von
Ergänzungsleistungen
an (Urk.
7/1c
). Mit Verfügung vom
30. Oktober 2013 sprach ihr die Stadt Zürich, Amt für Zusatzleistungen zur AHV/IV (im Folgenden: AZL)
,
mit Wirkung ab
September 2013 Ergänzungsleistungen von Fr. 4‘124.-- pro Monat zu
(Urk. 7/29/3)
.
Hieran hielt sie auf Einsprache vom 28. November 2013 (Urk. 7/19;
Einspracheergänzung vom 3. Februar 2014, Urk. 7/24) hin mit Ent
scheid vom 26. März 2014 fest (Urk. 7/29/4 = Urk. 2).
2.
Gegen den Einspracheentscheid vom
26. März 2014
(
Urk.
2) erhob
X._
am
9. Mai 2014
Beschwerde und beantragte
, das
AZL sei zu ver
pflichten,
ihr die gesetzlichen Leistungen zu gewähren, insbesondere Fr. 4‘124.--
pro Monat übersteigende Ergänzungsleistungen auszurichten (Urk. 1). In der
Be
schwerdeantwort
vom 3. Juni 2014 schloss das AZL auf Abweisung der Be
schwerde (Urk. 6), was der Beschwerdeführerin am 10. Juni 2014 zur Kenntnis gebracht wurde (Urk. 8).
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Bei
Versicherten
, die dauernd oder längere Zeit in einem Heim oder Spital le
ben,
wird als Ausgabe im Rahmen der EL-Berechnung u
nter anderem
die
Ta
gestaxe
anerkannt (
Art.
10
Abs.
2 lit. a
des Bundesgesetzes über
Ergänzungs
leistungen
zur Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenversicherung,
ELG). Diese hat grund
sätzlich alle regelmässig anfallenden Kosten des Heim- oder
Spital
aufenthalts
zu enthalten (Ralph
Jöhl
, Ergänzungsleistungen zur AHV/IV, SBVR/Band
XIV,
2.
Aufl. 2007, S. 1708
Rz
106; Wegleitung über die
Ergän
zungslei
stungen
zur AHV und IV [WEL]
Rz
3320.01, Stand 1. Januar 2013
; Ur
teil des
Bundesgerichts
P 47/94 vom
8.
September 1995 E.
4c, in: AHI 1996 S.
137). Die Kantone können
die Kosten begrenzen, die wegen des Aufenthaltes in einem Heim oder Spital be
rücksichtigt werden
, und sie sorgen dafür,
dass durch den Aufenthalt in einem anerkannten Pflegeheim in der Regel keine Sozialhilfe-Abhängigkeit
begründet wird
(
Art.
10
Abs.
2 lit. a ELG; vgl. zum Ganze
n auch
Jöhl
, a.a.O., S.
1715
Rz
117).
1.2
Gemäss
§
11 Abs. 1 des kantonalen Zusatzleistungsgesetzes (ZLG)
kann die zu
ständige Direktion des Regierungsrates die anrechenbaren Heim- und
Spital
kosten
nach Art. 10 Abs. 2 lit. a ELG begrenzen. Dabei orientiert sie sich an den
Vorgaben für die Taxgestaltung für Einrichtungen, die vom Kanton mitfinan
ziert
werden.
Laut
Ziff.
2.3.1 der Weisungen zum Vollzug der Zusatzleistungen zur AHV/
IV hat das kantonale Sozialamt
die
bei der EL-Berechnung zu berück
sich
tigende
Heimtaxe
für Personen in Spital- und Pflegeheimen gemäss
§
1 lit. a ZLV
auf maximal Fr.
250.-
-
pro Tag festgesetzt
(Stand 2013)
. Die
Heimtaxe
setzt sich aus dem Hotellerie-, Betreuu
ngs- und Pflegeanteil der versi
cherten Person von maximal Fr.
21.60 pro Tag zusammen. Zuschläge für erhöhten Komfort gehören nicht zu den anrechenbaren Heimkosten und können daher nicht als anerkannte
Ausgaben berücksichtigt werden. Ebenso sind in Heimen mit offensichtlich hohe
n Taxen, welche insbes
ondere überdurchschnittliche Ho
tellerie- und
Betreuungs
leis
tungen
beinhalten, grundsätzlich lediglich die entsprechenden Taxanteile öffent
licher/gemeinnütziger Heime der betroffenen Region anrechenbar. Diese Regelungen gelten auch für Taxen unterhalb der Taxobergrenze
(
Ziff.
2.3.1.2 der Weisungen)
.
1.3
Verwaltungsweisungen richten sich an die Durchführungsstellen und sind für das Sozialversicherungsgericht nicht verbindlich. Dieses soll sie bei sei
ner Ent
schei
dung aber berücksichtigen, sofern sie eine dem Einzelfall ange
passte und gerecht werdende Auslegung der anwendbaren gesetzlichen Bestim
mungen zu
lassen. Das Gericht weicht also nicht ohne triftigen Grund von
Ver
waltungs
weisungen
ab, wenn diese eine überzeugende Konkretisierung der rechtlichen Vor
gaben darstellen. Insofern wird dem Bestreben der Verwaltung, durch in
tern
e Weisungen eine rechtsgleiche Gesetzesanwendung zu gewähr
leisten, Rechnung getragen (BGE 133 V 587 E. 6.1; 133 V 257 E. 3.2 mit Hin
weisen; vgl. BGE 133 II 305 E. 8.1).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin legte der
EL-B
erechnung Heimkosten von jährlich Fr. 84‘534.
--
zugrunde
(Urk. 7/
29/
1 S.
5
)
. Diese setz
en sich zusammen aus der von ihr anerkannten
Ho
tellerietaxe
von Fr. 160.--, den
Betreuungskosten von Fr. 50.--
und dem Pflegekosteneigenanteil von Fr. 21.60 pro Tag (Fr. 231.60 x 365 Tage
;
vgl. Urk.
2 S. 2
Ziff.
2
).
Zur Begründung, weshalb sie nicht die ge
samte
Hotellerietaxe
für das
von der B
eschwerdeführerin bewohnte Zimmer im
Pflegeheim
Y._
im Betrag von Fr. 215.-- in die Berechnung aufnahm, führte
sie
zusammengefasst
an, die Beschwerdeführerin bewohne ein Zimmer der dritte
n Kategorie mit eigenem WC und eigener Dusche. Die gleiche Institu
tion biete Doppelzimmer mit WC und Dusche für Fr. 150.
--
pro Tag und Einzel
zimmer mit
eine
r Toilette
pro
zwei Zimmer für Fr. 160.--
an. Somit handle es sich bei dem
von der Beschwerdeführerin bewohnten Zimmer um eine
s
mit er
höhtem Komfort
.
Dieser erhöhte Komfort werde bei der
EL-Berechnung
nicht berücksichtigt
(Urk. 2
S.
3 f.)
.
2.2
Die Beschwerdeführer
in wandte
im Wesentlichen ein
(Urk. 1)
,
das von ihr be
wohnte Einzelzimmer verfüge über eine eigene Toilette und Dusche. Es verfüge weder über eine eigene Küche noch sei es besonders geräumig und biete somit keinen Luxus.
Bei
den Zimmern, die die
Y._
zur von der
Beschwerdegeg
nerin
anerkannten
Hotellerietaxe
(Fr. 160.-- pro Tag)
anbiete, handle es sich um Dopp
elzimmer, bei welchen sich zwei
Zimmer eine Toilette teilten
,
und
die
über
eine Etagendusche verfügten. Vor dem Hintergrund, dass s
ie
die Tage im We
sen
t
lichen in ihrem Zimmer verbringe, und unter Berücksichtigung, dass sie zeit
l
ebens in einer eigenen Wohnung mit eig
e
ner Dusche und Toilette gelebt habe, könne keine Rede von Luxus sein, wenn sie nun ein Einzelzimmer belege. Sollte das Gericht nicht ohnehin zum Schluss kommen, dass bei der Bedarfsrechnung die gesamten Kosten zu berücksichtigen seien, wäre zumindest der in den Wei
sungen des kantonalen Sozialamtes genannte Maximalbetrag anzuerkennen (
Ziff.
9 f.
S. 4 f).
2.3
Streitig und zu prüfen ist, welche
Heimtaxe
bei der Berechnung der
Ergän
zungs
leistungen
zu berücksichtigen ist.
3.
3.1
Die den Kantonen
in Art. 10 Abs. 2 lit. a
ELG eingeräumte
Möglichkeit
zur Fest
le
gung des bei Heim- oder Spitalaufenthalten zu berücksichtigenden Höchstbe
trages soll einerseits dazu dienen, Missbräuchen zu begegnen, indem Heime der
Versuchung erliegen könnten, die Taxen zu erhöhen, um die durch die
Ergän
zungs
leistungen
gebotenen Möglichkeiten möglichst auszuschöpfen.
Anderer
seits
sollte durch die Ermächtigung der Kantone zur Begrenzung dieser Kosten dem Umstand Rechnung getragen werden, dass im
R
ahmen der
Ergän
zungsleis
tung
en
nur für einfache und zweckmässige
He
imaufenthalte aufzu
kommen ist (Urteil des Bundesgerichts P 25/04
vom 21. September 2004
E. 4.3).
Die Begrenzung der Kosten darf indessen nur so weit gehen, dass durch den Aufenthalt in einem
anerkannten Pflegeheim in der Regel keine Sozialhilfeabhängigk
eit begründet wird
.
3.2
Die
Y._
stellt der Beschwerdeführerin für ihren Aufenthalt täglich
Fr. 215.--
für Hotellerie, Fr. 50.-- für Betreuung und einen Pflegeanteil von Fr. 21.60, mithin
Fr. 286.60 in Rechnung (vgl. Urk. 7/11e), wovon die
Be
schwerdegegnerin
lediglich Fr. 160.
--
für Hotellerie, Fr. 50.
--
für Betreuung und einen Pflegeanteil von Fr. 21.60, mithin
Fr. 231.60 als Ausgaben in de
r EL-Be
rechnung anrechnen will
(365 x
Fr.
231.60 = Fr. 84‘534.--; vgl. Urk. 7/29/
1
S.
5
)
. Der Beschwerde
führerin fallen damit täglich nicht b
erücksichtigte Kosten von Fr. 55
.-- an, die
sie aus ihrem Vermögen – so lange ein solches noch vorhanden ist – bezahlen soll.
Bei einem laut EL-Berechnung vorhandenen Vermögen
von
Fr. 40‘141.
-- (vgl. Urk. 7/29/
1
S.
5
)
befürchtet die Beschwerde
führe
rin zu Recht, mit der nicht vollständigen Anrechnung der Heimtaxen könnte sie diese der
einst nicht mehr bezahlen.
3.3
Laut Preisübersicht der
Y._
(Urk. 7/25) bietet diese
Doppelzimmer mit
Dusche und WC zu eine
r
Hotellerietaxe
von Fr. 150.--, Einzelzimmer mit WC pro
zwei Zimmer zu
einer
Hotellerietaxe
von Fr.
160.--, Einzelzimmer mit Dusche und
WC zu
einer
Hotellerietaxe
von Fr. 215.
-- und Einzelzimmer mit Dusche,
WC und Balkon zu
einer
Hotellerietaxe
von Fr. 230.
--
an. Zur
Hotellerietaxe
kommen bei jedem Zimmer die Betreuungstaxe sowie der Pflegeanteil hinzu.
3.4
Aus der
Preisübersicht
der
Y._
geht hervor, dass
die
se auch
günstigere Zimmer als das von der Beschwerdeführerin be
wohn
t
e anbietet
. Dabei handelt es sich beim günstigsten Zimmer um ein Doppelzimmer mit Dusche und WC. Die von der Beschwerdegegnerin an
erkannte
Hotellerietaxe
von Fr. 160.
--
ent
s
pricht
entgegen
der
Behauptung
der Beschwerdeführerin
de
r Taxe
eines Einzel
zimmers
. Das Zimmer verfügt zwar weder über eine eigene Toilette noch eine
eigene Dusch
e, die Toilette wird aber nicht - wie vorgebracht (vgl. Urk. 1 S. 5) -
von vier Heimbewohnerinnen, son
dern nur von einer Heimbewohnerin aus einem
anderen Einzelzimmer
mitbe
nützt
.
Ein solches
Z
immer ist zugegebener
massen einfach.
Es bietet aber
den Vorteil,
dass sich die Beschwerde
führerin
nicht den
von ihr befürchteten
zwi
schenmenschlichen alltäglichen Konflikten be
züglich Musik- und Fernsehpro
gramm sowie Häufigkeit der Besuche aus
setzen muss. Einzig die Toilette muss sie sich mit einer anderen Person teilen, was
absolut zu
mutbar ist. Auch die Be
nützung der Gemeinschaftsdusche auf dem Gang ist zumutbar, sucht eine Per
son die Dusche in der Regel
doch
nicht mehr
mals
pro Tag auf. Damit hält das von der
Y._
angebotene Einzelzimmer zur
Hotel
le
rietaxe
von Fr. 160.-- pro Tag den Minimalanforderungen an ein Zimmer in einem Pflegeheim
bei weitem stand, weshalb nicht zu bemängeln ist, dass die
Beschwerdegegnerin in der EL-Berechnung nicht die gesamte von der Beschwer
deführerin zu bezahlende
Ho
tellerietaxe
berücksichtigt hat.
3.5
D
er Eventualantrag der Beschwerdeführerin, es sei ihr zumindest die
festgelegte
Höchsttaxe
anzu
rechnen,
zielt
am Gebot, dass die Ergänzungsleistungen lediglich einen einfachen und zweckmässigen Hei
maufenthalt garantieren sollen,
vor
bei. Ein Einzelzimmer mit eigene
r
Toilette
und eigener Dusche
entspricht einem hohen Komfort, der bei den Ergänzungsleistungen nicht zu berücksichtigen ist.
Insbesondere kann sich die Beschwerdeführerin nicht auf die Austauschbefugnis berufen, gilt die Austauschbefugnis
doch
für S
ach- und nicht für Geldleistungen
(vgl. BGE 127 V 123)
. Beim Anspruch auf jährliche
Ergän
zungsleistungen
han
delt
es sich
aber
um einen Anspruch auf Geldleistung
(vgl. Art. 3 Abs. 2 ELG)
.
3.6
Zusammenfassend hat die Beschwerdegegnerin die anrechenbare
Hotellerietaxe
zu
Recht auf Fr. 160.--
beziehungsweise die
Heimtaxe
auf Fr. 231.60
be
schränkt
, weshalb die Beschwerde abzuweisen ist.