# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** fcd5bc47-9d25-458e-ac7b-c18769e6a7ed
**Court:** GR_VG
**Chamber:** GR_VG_002
**Year:** 2016
**Language:** de
**Jurisdiction:** GR / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

massgebende Sachverhalt als überwiegend wahrscheinlich zu
betrachten.
7. Am 20. April 2015 hielt der Beschwerdeführer replicando an seinen
Anträgen fest und vertiefte seine Argumentation, ohne dabei wesentlich
Neues vorzubringen.
8. Am 4. Mai 2015 hielt auch die Beschwerdegegnerin an ihren Anträgen
fest.
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9. Am 14. Januar 2016 wurden vom streitberufenen Verwaltungsgericht in
Anwesenheit des Rechtsvertreters des Beschwerdeführers, der
Vertreterin der Beschwerdegegnerin sowie dem Rechtsvertreter des
Kantonsspitals Graubünden in dieser Angelegenheit die operierenden
Ärzte Dr. med. G._ und Dr. med. H._ als Zeugen
einvernommen. Im Nachgang zu diesen Einvernahmen reichten die
Parteien am 16. Februar 2016 (Beschwerdeführer) beziehungsweise am
16. und 23. Februar 2016 (Beschwerdegegnerin) ihre Stellungnahmen zu
den Einvernahmeprotokollen ein.
Auf die weiteren Ausführungen der Parteien in ihren Rechtsschriften, die
Aussagen der Zeugen anlässlich der Einvernahmen vom 14. Januar 2016
sowie auf den angefochtenen Einspracheentscheid vom 12. Februar 2015
wird, soweit erforderlich, in den nachstehenden Erwägungen
eingegangen.

## Considerations

Das Gericht zieht in Erwägung:
1. a) Gemäss Art. 1 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung
(UVG; SR 832.20) i.V.m. Art. 56 Abs. 1 und Art. 58 Abs. 1 des
Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des
Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) kann gegen
Einspracheentscheide Beschwerde beim Versicherungsgericht
desjenigen Kantons erhoben werden, in dem die versicherte Person zur
Zeit der Beschwerdeerhebung Wohnsitz hat. Vorliegend hat der
Beschwerdeführer Wohnsitz im Kanton Graubünden, weshalb die örtliche
Zuständigkeit des Verwaltungsgerichtes des Kantons Graubünden
gegeben ist. Die sachliche Zuständigkeit des Verwaltungsgerichtes ergibt
sich aus Art. 57 ATSG i.V.m. Art. 49 Abs. 2 lit. a des Gesetzes über die
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Verwaltungsrechtspflege (VRG; BR 370.100), wonach das
Verwaltungsgericht als kantonales Versicherungsgericht Beschwerden
gegen Einspracheentscheide und Verfügungen in
Sozialversicherungssachen beurteilt, die gemäss Bundesrecht der
Beschwerde unterliegen. Der angefochtene Einspracheentscheid vom
12. Februar 2015, mit welchem die Beschwerdegegnerin die Einsprache
des heutigen Beschwerdeführers abgewiesen und gleichzeitig ihre
Verfügung vom 24. Juli 2014 bestätigt hat, stellt demnach ein taugliches
Anfechtungsobjekt für ein Verfahren vor dem Verwaltungsgericht dar. Als
formeller und materieller Adressat des angefochtenen
Einspracheentscheids ist der Beschwerdeführer berührt und weist ein
schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung auf (Art. 59 ATSG). Auf
die zudem frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde ist somit −
unter Vorbehalt der nachfolgenden Erwägung 1b − einzutreten.
b) Der Beschwerdeführer beantragt in seiner Beschwerde vom 10. März
2015 die Aufhebung des Einspracheentscheids vom 12. Februar 2015
sowie der Verfügung vom 24. Juli 2014. Diesbezüglich gilt es zu
beachten, dass der Einspracheentscheid gemäss ständiger
Rechtsprechung des Bundesgerichtes an die Stelle der Verfügung tritt
und damit alleiniger Anfechtungsgegenstand des Beschwerdeverfahrens
bildet. Die Verfügung, soweit angefochten, hat mit dem Erlass des
Einspracheentscheids jede rechtliche Bedeutung verloren (vgl. Urteil des
Bundesgerichtes 8C_592/2012 vom 23. November 2012 E.3.2 mit
Hinweisen). Soweit der Beschwerdeführer also auch die Verfügung vom
24. Juli 2014 anficht, ist darauf nach dem soeben Gesagten nicht
einzutreten.
2. In materieller Hinsicht streitig und zu prüfen ist die Frage, ob die
Beschwerdegegnerin für die Folgen der komplikationsbehafteten
Operation vom 16. Mai 2012 beziehungsweise des postoperativen
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Komplikationsmanagements gestützt auf das Vorliegen eines Unfalls im
Sinne von Art. 6 Abs. 1 UVG i.V.m. Art. 4 ATSG leistungspflichtig ist.
a) Die Unfallversicherung erbringt gemäss Art. 6 Abs. 1 UVG
Versicherungsleistungen bei Berufsunfällen, Nichtberufsunfällen und
Berufskrankheiten, soweit das Gesetz nichts anderes bestimmt. Gemäss
der Legaldefinition von Art. 4 ATSG ist unter einem Unfall die plötzliche,
nicht beabsichtigte schädigende Einwirkung eines ungewöhnlichen
äusseren Faktors auf den menschlichen Körper, die eine
Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen
Gesundheit oder den Tod zur Folge hat, zu verstehen.
b) Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung ist der äussere Faktor
ungewöhnlich, wenn er − nach einem objektiven Massstab − nicht mehr
im Rahmen dessen liegt, was für den jeweiligen Lebensbereich alltäglich
und üblich ist (BGE 134 V 72 E.4.1, 118 V 283 E.2a). Dies gilt auch, wenn
zu beurteilen ist, ob ein ärztlicher Eingriff den gesetzlichen Unfallbegriff
erfüllt (BGE 118 V 283 E.2b). Nach der Praxis ist es indessen mit dem
Erfordernis der Aussergewöhnlichkeit streng zu nehmen, wenn eine
medizinische Massnahme in Frage steht (BGE 121 V 35 E.1b, 118 V 283
E.2b). Die Vornahme des medizinischen Eingriffs muss unter den jeweils
gegebenen Umständen vom medizinisch Üblichen ganz erheblich
abweichen und zudem, objektiv betrachtet, entsprechend grosse Risiken
in sich schliessen.
c) Ob der Unfallbegriff, namentlich das Merkmal des ungewöhnlichen
äusseren Faktors, im Rahmen einer Krankenbehandlung, für welche der
Unfallversicherer grundsätzlich nicht leistungspflichtig ist, ausnahmsweise
erfüllt ist, ist aufgrund objektiver medizinischer Kriterien zu prüfen. Die
Frage ist nur dann zu bejahen, wenn die ärztliche Vorkehr als solche den
Charakter des ungewöhnlichen äusseren Faktors aufweist, denn das
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Merkmal der Aussergewöhnlichkeit bezieht sich nach der Definition des
Unfallbegriffs nicht auf die Wirkungen des äusseren Faktors, sondern
allein auf diesen selbst. Ohne Belang für die Prüfung der
Ungewöhnlichkeit ist somit, dass der äussere Faktor allenfalls
schwerwiegende, unerwartete Folgen nach sich zog. Ein
Behandlungsfehler kann den Unfallbegriff namentlich dann erfüllen, wenn
es sich um grobe und ausserordentliche Verwechslungen und
Ungeschicklichkeiten oder sogar um absichtliche Schädigungen handelt,
mit denen niemand rechnet oder zu rechnen braucht. Ob ein Unfall im
Sinne des obligatorischen Unfallversicherungsrechts vorliegt, beurteilt
sich unabhängig davon, ob der Arzt oder die Ärztin einen Kunstfehler
begangen hat, der eine zivil- oder öffentlich-rechtliche Haftung begründet.
Ebenso wenig besteht eine Bindung an eine allfällige strafrechtliche
Beurteilung des ärztlichen Verhaltens (RUMO-JUNGO/HOLZER, in:
MURER/STAUFFER [Hrsg.], Rechtsprechung des Bundesgerichts zum
Sozialversicherungsrecht, Bundesgesetz über die Unfallversicherung,
4. Aufl., Zürich/Basel/Genf 2012, Art. 6 S. 31 f.; LARGIER, Schädigende
medizinische Behandlung als Unfall, Diss., Zürich 2002, S. 138; BGE
121 V 35 E.1b, 118 V 283 E.2b; Urteile des Bundesgerichtes
8C_858/2014 vom 24. April 2015 E.2.2.2, 8C_283/2014 vom
2. September 2014 E.2.2.2, 8C_708/2011 vom 9. November 2011 E.6.1;
RKUV 2003 Nr. U 492 S. 371 E.2.3).
3. Zur Beurteilung vieler sich im Sozialversicherungsrecht stellenden Fragen
sind Sozialversicherungsträger und Sozialversicherungsgerichte auf
Unterlagen angewiesen, die ihnen vorab von Ärzten zur Verfügung zu
stellen sind. Das Bundesrecht schreibt nicht vor, wie die einzelnen
Beweismittel zu würdigen sind. Für das gesamte Verwaltungs- und
Verwaltungsgerichtsbeschwerdeverfahren gilt der Grundsatz der freien
Beweiswürdigung. Danach haben Versicherungsträger und
Sozialversicherungsgerichte die Beweise frei, d.h. ohne Bindung an
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förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu
würdigen. Für das Beschwerdeverfahren bedeutet dies, dass das Gericht
alle Beweismittel, unabhängig davon, von wem sie stammen, objektiv zu
prüfen und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen
eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruchs gestatten.
Insbesondere darf es bei einander widersprechenden medizinischen
Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial
zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum es auf die eine und nicht
auf die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich des Beweiswerts
eines Arztberichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen
Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die
geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen
Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation
einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten begründet sind
(BGE 134 V 231 E.5.1) Ausschlaggebend für den Beweiswert ist
grundsätzlich somit weder die Herkunft eines Beweismittels noch die
Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen
Stellungnahme als Bericht oder Gutachten (BGE 125 V 351 E.3a,
122 V 157 E.1c mit Hinweisen). Dennoch hat es die Rechtsprechung mit
dem Grundsatz der freien Beweiswürdigung als vereinbar erachtet, in
Bezug auf bestimmte Formen medizinischer Berichte und Gutachten
Richtlinien für die Beweiswürdigung aufzustellen. Den im Rahmen des
Verwaltungsverfahrens eingeholten Gutachten von externen
Spezialärzten, welche auf Grund eingehender Beobachtungen und
Untersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und
bei der Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, ist
bei der Beweiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht
konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE
137 V 210 E.1.3.4, 125 V 351 E.3b/bb). Auch den Berichten und
Gutachten versicherungsinterner Ärzte kommt sodann Beweiswert zu,
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sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar begründet sowie in
sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit
bestehen. Die Tatsache allein, dass der befragte Arzt in einem
Anstellungsverhältnis zum Versicherungsträger steht, lässt nicht schon
auf mangelnde Objektivität und auf Befangenheit schliessen. Es bedarf
vielmehr besonderer Umstände, welche das Misstrauen in die
Unparteilichkeit der Beurteilung objektiv als begründet erscheinen lassen.
Im Hinblick auf die erhebliche Bedeutung, welche den Arztberichten im
Sozialversicherungsrecht zukommt, ist an die Unparteilichkeit des
Gutachters allerdings ein strenger Massstab anzulegen. Bestehen auch
nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der
ärztlichen Feststellungen, sind ergänzende Abklärungen vorzunehmen
(BGE 139 V 225 E.5.2, 135 V 465 E.4.4, 125 V 351 E.3b/ee, 122 V 157
E.1c).
4. a) Vorliegend wurde aufgrund einer beginnenden medialseitigen
Gonarthrose und einer medialen Meniskusdegeneration links (bei Status
nach diagnostischer Kniearthroskopie links mit Teilresektion mediales
Hinterhorn, Débridement Knorpeldefekt Femur medialseitig mit bone
cracking am 1. April 2009 und Status nach Kniearthroskopie links mit
Narbenshaving antero-medial am 19. Mai 2009) im Kantonsspital
Graubünden die Indikation für eine gelenkserhaltende Chirurgie mittels
Tibiavalgisationsosteotomie gestellt, da sich lateralseitig intakte chondrale
Verhältnisse gezeigt hätten und der Beschwerdeführer noch relativ jung
sei. In der Folge wurde im Kantonsspital Graubünden am 16. Mai 2012
eine Arthroskopie des linken Knies sowie eine open wedge-Osteotomie
der proximalen Tibia mit TomoFix-Platte links durchgeführt. Bei der
Osteotomie mit der Säge wurde dabei die Kniekehlenarterie (arteria
poplitea) verletzt, was weitere operative Eingriffe erforderlich machte (vgl.
die entsprechenden Operationsberichte vom 16. Mai 2012 [Akten der
Beschwerdegegnerin [Bg-act.] 4], 17. Mai 2012 [Bg-act. 2, 5 und 7],
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20. Mai 2012 [Bg-act. 6], 21. Mai 2012 [Bg-act. 8], 24. Mai 2012 [Bg-act. 9
und 10], 27. Mai 2012 [Bg-act. 12], 30. Mai 2012 [Bg-act. 11] und 2. Juni
2012 [Bg-act. 13] sowie die Aktenzusammenfassung in der chirurgischen
Beurteilung vom 21. Juli 2014 von Dr. med. C._, Facharzt für
Allgemein Innere Medizin, Dr. med. D._, Facharzt für Chirurgie FMH
und für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des
Bewegungsapparates, und Dr. med. E._, Fachärztin für Chirurgie
FMH und für Gefässchirurgie FMH [Bg-act. 87 S. 2 ff.]). In der Folge
wurde der Beschwerdeführer am 21. August 2012 von Dr. med. K._,
Facharzt FMH für Neurologie, untersucht und neuromyographiert. Dabei
wurde unter anderem eine ischämische Schädigung des N. peronaeus
und des N. tibialis sowie eine Partialnekrose des M. extensor digitorum
longus, des M. extensor hallucis longus sowie des M. tibialis posterior
diagnostiziert. Dr. med. K._ führte aus, dass klinisch-neurologisch
erhebliche motorische und sensible Ausfälle von Seiten des N. peronaeus
und des N. tibialis links vorlägen. Am störendsten seien für den
Beschwerdeführer die sensiblen Defizite begleitet von brennenden
Dysästhesien und elektrisierenden Sensationen (vgl. den entsprechenden
Arztbericht von Dr. med. K._ vom 24. August 2012 [Bg-act. 46]).
Dr. med. L._, Fachärztin für Innere Medizin und Rheumatologie
FMH, führte im Arztbericht vom 21. Februar 2014 (Bg-act. 35) unter
anderem aus, dass beim Beschwerdeführer postoperativ eine
persistierende eingeschränkte Beweglichkeit der linken unteren Extremität
verblieben sei. Es sei von einer dauerhaften Schädigung der linken
unteren Extremität auszugehen.
b) Aus den medizinischen Akten ergibt sich, dass es anlässlich der
Tibiavalgisationsosteotomie vom 16. Mai 2012 und damit im Rahmen
einer medizinischen Massnahme zu einer Verletzung − nicht aber zu einer
Durchtrennung (entgegen Frage 6 der beschwerdegegnerischen
Zeugenfragethema) − der Kniekehlenarterie gekommen ist. Des Weiteren
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lässt sich den medizinischen Akten entnehmen, dass beim
Beschwerdeführer bereits am 1. April und 19. Mai 2009 zwei
Kniearthroskopien durchgeführt wurden und dieser bereits rund
eineinhalb Jahre vor dem operativen Eingriff vom 16. Mai 2012 an
progredienten Schmerzen im linken Kniegelenk anteromedial gelitten hat.
Die durchgeführten Abklärungen ergaben sodann eine medialseitige
Gonarthrose und eine mediale Meniskusdegeneration links (vgl. der
Operationsbericht vom 16. Mai 2012 [Bg-act. 4]). Folglich stellt die in der
Folge durchgeführte Operation vom 16. Mai 2012, bei welcher es zur
Verletzung der Kniekehlenarterie gekommen ist, eine Behandlung für
Krankheitsfolgen dar, für welche der Unfallversicherer grundsätzlich nicht
leistungspflichtig ist. Wie vorstehend bereits dargestellt kann ein
Behandlungsfehler ausnahmsweise den Unfallbegriff erfüllen, wenn es
sich um grobe und ausserordentliche Verwechslungen und
Ungeschicklichkeiten oder sogar um absichtliche Schädigungen handelt,
mit denen niemand rechnet oder zu rechnen braucht (vgl. vorstehend
E.2c). Zu prüfen ist im Folgenden somit, ob die anlässlich des operativen
Eingriffs vom 16. Mai 2012 erfolgte Verletzung der Kniekehlenarterie
einen ungewöhnlichen äusseren Faktor darstellt, mithin ein
Behandlungsfehler vorliegt, und − bejahendenfalls − ob den operierenden
Ärzten eine absichtliche Schädigung oder eine grobe und
ausserordentliche Verwechslung oder Ungeschicklichkeit vorzuwerfen ist,
mit welcher der Beschwerdeführer weder rechnete noch zu rechnen
brauchte.
5. a) Der Beschwerdeführer bringt im Wesentlichen vor, mit dem fehlenden
Schutz der Weichteile und der Nichtbeachtung der Empfehlungen
bezüglich Beugung des Knies bei der Erstoperation vom 16. Mai 2012,
der unterlassenen apparativen Diagnostik trotz diverser Alarmzeichen
nach der Operation, dem Zuwarten mit dem operativen Eingriff
(Gefässrekonstruktion) trotz Wissen um das fehlende Flusssignal in der
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Arterie sowie der unterlassenen Logenspaltung im unmittelbaren
Anschluss an die Gefässrekonstruktion trotz Kenntnis des
Reperfusionssyndroms seien elementarste Sorgfaltspflichten verletzt
worden. Diese Sorgfaltspflichtverletzungen hätten zur fatalen bleibenden
Schädigung am Unterschenkel des Beschwerdeführers geführt. Gemäss
den beschwerdegegnerischen Versicherungsmedizinern müsse von
einem schweren Organisationsversagen gesprochen werden. Jedes
einzelne Versagen für sich beziehungsweise jede einzelne
Pflichtverletzung erfülle die Anforderungen an die Ungewöhnlichkeit und
Plötzlichkeit. Auch die zu späte Sanierung der verletzten Arterie und die
zu späte Logenspaltung erfüllten den Unfallbegriff.
Demgegenüber verneint die Beschwerdegegnerin gestützt auf die
chirurgische Beurteilung ihrer Versicherungsmediziner Dres. med.
C._, D._ und E._ vom 21. Juli 2014 (Bg-act. 87) das
Vorliegen eines ungewöhnlichen äusseren Faktors und damit eine
Leistungspflicht ihrerseits.
b) Zunächst gilt es festzuhalten, dass aufgrund der Akten und der
chirurgischen Beurteilung von Dr. med. C._, Dr. med. D._ und
Dr. med. E._ vom 21. Juli 2014 eine absichtliche Schädigung
ausgeschlossen werden kann. Eine solche wird vom Beschwerdeführer
denn auch nicht geltend gemacht. Sodann wird in der chirurgischen
Beurteilung der beschwerdegegnerischen Versicherungsmediziner vom
21. Juli 2014 (Bg-act. 87 S. 8 f.) anhand der Akten schlüssig aufgezeigt,
dass das bei der komplikationsbehafteten Operation vom 16. Mai 2012
zur Anwendung kommende Operationsverfahren vollumfänglich indiziert
gewesen und die präoperative Planung mit der zu fordernden Sorgfalt
durchgeführt worden ist. Bei den Akten finden sich keine Hinweise, die
dem entgegen sprechen würden.
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c) Hinsichtlich der komplikationsbehafteten Operation vom 16. Mai 2012
haben die beiden vom streitberufenen Gericht am 14. Januar 2016
einvernommenen Zeugen Dr. med. G._ und Dr. med. H._,
welche die fragliche Operation durchgeführt haben, übereinstimmend
bestätigt, dass während der Operation keine Komplikationen aufgetreten
seien. Die Weichteile seien mittels der dazu notwendigen Hebel/Haken
geschützt worden und die Umstellungsosteotomie (Durchtrennung des
Knochens) sei in Beugestellung des Knies vorgenommen worden.
Ebenfalls übereinstimmend sagten die Zeugen zur Frage, weshalb weder
der Schutz der Weichteile noch die Beugung des Knies im
entsprechenden Operationsbericht vom 16. Mai 2012 erwähnt seien, dass
es sich bei der fraglichen Operation um eine Standardoperation handle,
bei welcher nicht jeder Standardschritt Eingang in den Operationsbericht
fände. Solche Standardsachen, die ohnehin dazu gehörten, würden nicht
explizit erwähnt und oftmals weggelassen, weil sonst der
Operationsbericht viel zu lang werde (vgl. die entsprechenden
Zeugenaussagen in den Einvernahmeprotokollen vom 14. Januar 2016).
Bestätigt werden diese Aussagen auch durch die chirurgische Beurteilung
der beschwerdegegnerischen Versicherungsmediziner, wo ausgeführt
wird, dass aus der fehlenden Angabe im Operationsbericht, mit welchen
Instrumenten die Strukturen der Kniekehle bei der Osteotomie mit der
Säge geschützt worden seien, kein Behandlungsfehler abgeleitet werden
könne. Es handle sich beim Schutz der Weichteile um eine
Selbstverständlichkeit, welche im Operationsbericht nicht erwähnt werde
(vgl. chirurgische Beurteilung vom 21. Juli 2014 [Bg-act. 87] S. 9).
Inwiefern nach den übereinstimmenden Aussagen der Zeugen hinsichtlich
Schutz der Weichteile weiterhin von einem ungenügenden Schutz
derselben auszugehen wäre − wie dies vom Beschwerdeführer in dessen
Stellungnahme vom 16. Februar 2016 zu den Einvernahme-Protokollen
behauptet wird − ist weder ersichtlich noch wird dies vom
Beschwerdeführer näher ausgeführt.
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d) Gemäss Operationsbericht vom 16. Mai 2012 (Bg-act. 4) wurde die
komplikationsbehaftete Operation in Oberschenkel-Blutsperre links
durchgeführt. In der chirurgischen Beurteilung der
beschwerdegegnerischen Versicherungsmediziner wird diesbezüglich
ausgeführt, dass dies ein gebräuchliches Verfahren sei und sich eine
Gefässverletzung naturgemäss bei liegender Oberschenkelblutsperre
nicht an einer Blutung erkennen lasse (vgl. chirurgische Beurteilung vom
21. Juli 2014 [Bg-act. 87] S. 9 f.). Dies ist auch für medizinische Laien
nachvollziehbar und verständlich. Anlässlich der Zeugeneinvernahme
vom 14. Januar 2016 bestätigte Dr. med. H._ denn auch, dass die
Verletzung eines arteriellen Gefässes nicht bemerkt werden könne, wenn
die Operation in Blutsperre durchgeführt werde, da die verwendete
Oberschenkeldruckmanschette den Blutfluss völlig sistiere (vgl. die
entsprechende Zeugenaussage von Dr. med. H._ im
Einvernahmeprotokoll vom 14. Januar 2016 S. 5 f.). Dementsprechend
kann aber aus der Tatsache, dass die Gefässverletzung der
Kniekehlenarterie anlässlich der Operation vom 16. Mai 2012 von den
Ärzten nicht erkannt wurde − entgegen der beschwerdeführerischen
Auffassung − nicht auf eine unsorgfältige Vorgehensweise geschlossen
werden.
e) Nicht relevant hinsichtlich der Frage nach einem allfälligen
Behandlungsfehler im Sinne einer groben und ausserordentlichen
Verwechslung oder Ungeschicklichkeit ist sodann die Tatsache, dass bei
der Operation vom 16. Mai 2012 die Osteotomie (Durchtrennung des
Knochens) offenbar nicht auf Anhieb geklappt hat. Dr. med. H._
führte anlässlich der Zeugeneinvernahme vom 14. Januar 2016
diesbezüglich aus, dass die Durchtrennung des Knochens sehr selten auf
Anhieb genau schön gelinge. In den meisten Fällen müsse − wie
vorliegend − noch etwas nachgesägt oder mit einem Meissel noch etwas
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nachgeholfen werden (vgl. die entsprechende Zeugenaussage von
Dr. med. H._ im Einvernahmeprotokoll vom 14. Januar 2016 S. 7).
Vor diesem Hintergrund ist es − entgegen der beschwerdeführerischen
Auffassung − denn auch nicht zu beanstanden, dass die nicht auf Anhieb
erfolgreiche Durchtrennung des Knochens keinen Eingang in den
Operationsbericht gefunden hat, zumal es sich beim Nachsägen
beziehungsweise bei der Nachhilfe mit einem Meisel offensichtlich um ein
übliches, standardmässiges Vorgehen handelt.
f) Nach dem vorstehend Gesagten erweist sich das Fazit der chirurgischen
Beurteilung von Dr. med. C._, Dr. med. D._ und Dr. med.
E._ vom 21. Juli 2014, wonach dem Operationsbericht nichts zu
entnehmen sei, dass vom üblichen Vorgehen abgewichen worden sei und
keine Verletzung der Sorgfaltspflicht zu erkennen sei, als schlüssig und
nachvollziehbar. Im Gegenteil dokumentieren − wie die
beschwerdegegnerischen Versicherungsmediziner zu Recht festhalten −
weite Passagen des Operationsberichts ein besonders sorgfältiges
Vorgehen. Ebenfalls nachvollziehbar und schlüssig anhand der
Erläuterungen zur Lage der Gefässe in Relation zum Knochen und den
Literaturangaben (vgl. chirurgische Beurteilung vom 21. Juli 2014 [Bg-
act. 87] S. 14 f.) ist sodann, dass es keiner groben und
ausserordentlichen Verwechslung oder Ungeschicklichkeit bedarf, um die
Arterie zu verletzen. Die beschwerdegegnerischen
Versicherungsmediziner führen diesbezüglich aus, dass das Verletzen
der Kniekehlenarterie bei einer Tibiakopfumstellungsosteotomie eine
seltene aber typische Komplikation sei. Die besondere Nähe zwischen
Gefässnervenbündel, hier der Arterie, und dem mit der Säge zu
durchtrennenden Knochen erkläre, warum es keiner groben und
ausserordentlichen Verwechslung oder Ungeschicklichkeit bedürfe, um
die dem Knochen eng benachbarte Arterie zu verletzen. Es handle sich
nicht um eine Komplikation, mit der niemand rechne. Es läge kein Hinweis
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vor, dass die komplikationsbehaftete Operation nicht mit der notwendigen
Sorgfalt durchgeführt worden sei. Ein Behandlungsfehler für die Operation
selber sei nicht ausgewiesen (vgl. chirurgische Beurteilung vom 21. Juli
2014 [Bg-act. 87] S. 15). Wie die Beschwerdegegnerin in ihrer
Beschwerdeantwort vom 31. März 2015 zu Recht ausführt, gelten diese
Ausführungen auch bezüglich des Nervus peronaeus superficialis.
Entgegen den beschwerdeführerischen Ausführungen in dessen
Beschwerdeschrift vom 10. März 2015 haben sich die
beschwerdegegnerischen Versicherungsmediziner auch zum Nervus
peronaeus superficialis geäussert und festgehalten, dass anlässlich der
Operation vom 16. Mai 2012 eine ischämische Neuropathie des Nervus
peronaeus resultiert habe und von einer dauerhaften Schädigung der
linken unteren Extremität auszugehen sei (vgl. chirurgische Beurteilung
vom 21. Juli 2014 [Bg-act. 87] S. 12). Zudem sei das Verletzungsrisiko
des Nervus peronaeus gemäss Statistik um ein Vielfaches höher als die
Verletzung der Kniekehlenarterie (vgl. chirurgische Beurteilung vom
21. Juli 2014 [Bg-act. 87] S. 15). Wenn es aber aufgrund der besonderen
Nähe zwischen Gefässnervenbündel und dem zu durchtrennenden
Knochen bereits keiner groben und ausserordentlichen Verwechslung
oder Ungeschicklichkeit bedarf, um die Kniekehlenarterie zu verletzen,
muss dies aufgrund des höheren Verletzungsrisikos erst recht auch für
den Nervus peronaeus gelten. Im Übrigen lässt sich auch aus der
Tatsache, dass iatrogen verursachte Verletzungen der Kniekehlenarterien
sehr selten beziehungsweise auch Verletzungen des Nervus peronaeus
selten sind, noch kein Behandlungsfehler ableiten. Denn die
Komplikationshäufigkeit ist nach der Rechtsprechung bei der zu
beantwortenden Frage nach dem Vorliegen eines Unfalls wohl
mitzuberücksichtigen, kann aber nicht alleiniges, ausschlaggebendes
Kriterium zur Bejahung der Aussergewöhnlichkeit des äusseren Faktors
bilden (vgl. Urteil des Bundesgerichtes 8C_283/2014 vom 2. September
2014 E.3.5). Schliesslich erweisen sich die Schlussfolgerungen der
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Versicherungsmediziner Dres. med. C._, D._ und E._,
wonach die akzidentielle Verletzung der Kniekehlenarterie bei der
Tibiakopfosteotomie weder einen Behandlungsfehler darstelle noch das
Kriterium einer groben und ausserordentlichen Verwechslung, mit der
niemand rechne, erfülle (vgl. chirurgische Beurteilung vom 21. Juli 2014
[Bg-act. 87] S. 16), auch angesichts der Zeugeneinvernahmen vom
14. Januar 2016 als schlüssig und nachvollziehbar. Die chirurgische
Beurteilung vom 21. Juli 2014 ist für die streitigen Belange umfassend
und wurde in Kenntnis der Vorakten (SUVA-Akten, medizinische Berichte,
Röntgendossier) abgegeben. Die Beurteilung ist einleuchtend und die
Schlussfolgerungen der Versicherungsmediziner sind begründet.
Dementsprechend kommt der chirurgischen Beurteilung vom 21. Juli
2014 voller Beweiswert zu. Im Sinne eines Zwischenfazits lässt sich nach
dem vorstehend Gesagten somit festhalten, dass es sich bei der
anlässlich des operativen Eingriffs vom 16. Mai 2012 iatrogen
verursachten Schädigung der Kniekehlenarterie (und des Nervus
peronaeus) weder um eine grobe und ausserordentliche Verwechslung
noch um eine grobe Ungeschicklichkeit, mit der niemand rechnet oder zu
rechnen braucht, handelt. Folglich liegt − zumindest hinsichtlich der
komplikationsbehafteten Operation vom 16. Mai 2012 − kein Unfall im
Sinne von Art. 1 Abs. 1 UVG i.V.m. Art. 4 ATSG vor (zur Kasuistik bei
schädigenden medizinischen Behandlung vgl. RUMO-JUNGO/HOLZER,
a.a.O., Art. 6 S. 33 - 35; LARGIER, a.a.O., S. 99 ff.). Bei diesem
Zwischenergebnis sowie angesichts der übereinstimmenden Aussagen
der operierenden Ärzte Dr. med. H._ und Dr. med. G._ kann in
Anwendung der antizipierten Beweiswürdigung (vgl. BGE 134 I 140 E.5.3,
127 V 491 E.1b, 124 V 90 E.4b, 122 V 157 E.1d) auf die vom
Beschwerdeführer in dessen Stellungnahme zu den
Einvernahmeprotokollen vom 16. Februar 2016 abermals beantragte
Einvernahme des Assistenzarztes cand. med. I._ verzichtet werden,
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da von dessen Aussagen keine weiteren entscheidrelevanten
Erkenntnisse zu erwarten sind.
6. Zu prüfen bleibt, ob das unmittelbar an die komplikationsbehaftete
Operation vom 16. Mai 2012 anschliessende Komplikationsmanagement
den Unfallbegriff im Sinne von Art. 1 Abs. 1 UVG i.V.m. Art. 4 ATSG erfüllt
und dementsprechend eine Leistungspflicht der Beschwerdegegnerin
auszulösen vermag.
a) Hinsichtlich des Komplikationsmanagements sind sich die Parteien
insofern einig, als dieses fehlerhaft war. In der chirurgischen Beurteilung
vom 21. Juli 2014 halten Dr. med. C._, Dr. med. D._ und
Dr. med. E._ zusammenfassend denn auch fest, dass das
Komplikationsmanagement die zu fordernde Sorgfalt vermissen lasse. Die
postoperative Überwachung sei unzureichend gewesen und die
erforderlichen Untersuchungen seien nicht zeitgerecht durchgeführt
worden. Es müsse als Behandlungsfehler angesehen werden, dass die
Gefässrekonstruktion trotz konkreter Hinweise auf eine
Minderdurchblutung des Beins nicht innerhalb von sechs Stunden,
sondern erst rund elf Stunden nach der komplikationsbehafteten
Operation erfolgt sei. Das nicht Gewährleisten des die Ischämie
beseitigenden gefässchirurgischen Eingriffs innerhalb eines Zeitraums
von sechs Stunden stelle eine Verletzung der Sorgfaltspflicht dar. Zudem
sei auch die wegen des Reperfusionssyndroms erforderliche
Logenspaltung zu spät vorgenommen worden. Auch dies stelle einen
Behandlungsfehler dar (vgl. chirurgische Beurteilung vom 21. Juli 2014
[Bg-act. 87] S. 11 f. und 15 f.). Die Versicherungsmediziner verneinen
indes das Vorliegen einer groben und aussergewöhnlichen Verletzung
oder Ungeschicklichkeit, mit der niemand rechnen müsse. Sie begründen
dies damit, dass an der postoperativen Überwachung, der postoperativen
Diagnostik sowie den Revisionsoperationen Ärzte und Pflegekräfte
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mehrerer Abteilungen beteiligt gewesen seien. Ein zähes Zusammenspiel
dieser Abteilungen, das zu einer derartigen, schädigenden zeitlichen
Verzögerung führe, stelle ein Organisationsversagen dar. Da der korrekte
Ablauf vom Zusammenspiel vieler einzelner Akteure unterschiedlicher
Bereiche des Spitals abhänge, sei dieses Misslingen der guten
Zusammenarbeit nicht gleichzusetzen mit einer groben und
ausserordentlichen Verwechslung oder Ungeschicklichkeit, mit der
niemand rechnen müsse (vgl. chirurgische Beurteilung vom 21. Juli 2014
[Bg-act. 87] S. 15 f.).
b) Dieser Beurteilung ist im Ergebnis zuzustimmen, auch wenn die
Begründung nicht vollends zu überzeugen vermag. Vorliegend gilt es die
Aussagen der Zeugin Dr. med. G._ zum Ablauf nach Beendigung der
komplikationsbehafteten Operation vom 16. Mai 2012 zu beachten,
nachdem der Beschwerdeführer unter starken Schmerzen aufgewacht ist.
Danach seien nach einem Untersuch des Beschwerdeführers die
Differenzialdiagnosen Hämatom im Rückenbereich,
Kompartmentsyndrom und Gefässverletzung gestellt worden. Nachdem
der Beschwerdeführer vom Kreuzspital an den Hauptstandort verlegt und
ein Kompartmentsyndrom aufgrund normaler Druckverhältnisse im
Unterschenkel habe ausgeschlossen werden können, habe entschieden
werden müssen, ob zuerst eine Magnetresonanztomographie (MRI) zur
Klärung der Rückenproblematik oder eine Angio-Computertomographie
(Angio-CT) zur Feststellung einer allfälligen Gefässverletzung
durchgeführt werden solle. Weil das MRI noch in Betrieb gewesen sei,
was für diese Tageszeit aussergewöhnlich sei, habe man sich
entschieden, zuerst eine MRI-Untersuchung durchzuführen. Die
entsprechende Untersuchung habe ergeben, dass im Rückenbereich
alles in Ordnung sei. Danach sei die Angio-CT durchgeführt worden,
wobei die Bilder aufgrund technischer Probleme nicht sofort einsehbar
gewesen seien, was zu einer Zeitverzögerung geführt habe. Rückblickend
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betrachtet sei die MRI-Untersuchung eine Zeitverzögerung gewesen, weil
die Gefässverletzung früher erkannt worden wäre, wenn zuerst die Angio-
CT durchgeführt worden wäre. Es sei eine Abwägungsentscheidung
gewesen, welche Untersuchung zuerst durchgeführt werden solle. Ein
Hämatom im Rückenbereich, welches einen Nerv abdrücke, sei auch eine
Notfallsituation und könne schwerwiegende Folgen haben. Deshalb sei
zuerst die MRI-Untersuchung und erst danach die Angio-CT durchgeführt
worden. Nach Feststellung der Gefässverletzung sei die Gefässchirurgie
informiert worden, welche sich in der Folge nochmals mit dem Radiologen
abgesprochen habe. Daraufhin sei nochmals eine Sonografie der
Kniekehle zur genauen Darstellung gemacht worden, bevor dann die
Operation angemeldet worden sei (vgl. die entsprechende
Zeugenaussage von Dr. med. G._ im Einvernahmeprotokoll vom
14. Januar 2016 S. 7 f.).
c) Diese Schilderungen der Zeugin Dr. med. G._ lassen die Beurteilung
der beschwerdegegnerischen Versicherungsmediziner, wonach das zähe
Zusammenspiel der involvierten Abteilungen zwar ein Organisa-
tionsversagen darstelle, welches aber nicht gleichzusetzen sei mit einer
groben und ausserordentlichen Verwechslung oder Ungeschicklichkeit,
mit der niemand rechnen müsse, plausibler erscheinen. Wie die Zeugin
Dr. med. G._ glaubwürdig darstellt, standen nach der komplika-
tionsbehafteten Operation vom 16. Mai 2012 drei Differentialdiagnosen im
Raum, welche in der Folge mittels Differentialdiagnostik voneinander
abgegrenzt beziehungsweise mittels Ausschlussdiagnostik eine nach der
anderen ausgeschlossen werden musste, um zur eigentlichen Diagnose
zu gelangen. Nachdem ein Kompartmentsyndrom aufgrund normaler
Druckverhältnisse im Unterschenkel relativ schnell ausgeschlossen
wurde, entschieden sich die nachbehandelnden Ärzte − wie gesehen −,
zuerst eine MRI-Untersuchung durchzuführen, weil ein Hämatom im
Rückenbereich, welches einen Nerv abdrücke, ebenfalls eine
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Notfallsituation darstelle und schwerwiegende Folgen haben könne. Das
in der Folge durchgeführte MRI konnte die akute
Beschwerdesymptomatik indes nicht erklären. Bezüglich der
durchgeführten MRI-Untersuchung bemängeln die
beschwerdegegnerischen Versicherungsmediziner, dass diese vor der
Duplexsonographie und der Angio-CT durchgeführt worden sei, weil
aufgrund des abgeschwächten Fusspulses nicht zu erwarten gewesen
sei, dass das MRI die akute Beschwerdesymptomatik erklären könne (vgl.
chirurgische Beurteilung vom 21. Juli 2014 [Bg-act. 87] S. 10 f.). In der
Folge wurde nach Durchführung einer Duplexsonographie, mit welcher
kein Flusssignal über der Kniekehlenarterie nachgewiesen werden
konnte, eine Angio-CT durchgeführt, anlässlich welcher die
Gefässverletzung erkannt wurde. Rückblickend betrachtet wäre es − wie
Dr. med. G._ anlässlich der Zeugeneinvernahme vom 14. Januar
2016 selber eingestand − sicherlich sinnvoller gewesen, vor der MRI-
Untersuchung eine Angio-CT durchzuführen, weil dadurch die
Gefässverletzung früher erkannt worden wäre und dementsprechend die
Gefässrekonstruktion früher hätte vorgenommen werden können. Dies
zumal es gemäss den beschwerdegegnerischen Versicherungsmediziner
aufgrund des abgeschwächten Fusspulses − wie gesehen − nicht zu
erwarten gewesen sei, dass die MRI-Untersuchung die akute
Beschwerdesymptomatik erklären könne. Des Weiteren bemängeln die
beschwerdegegnerischen Versicherungsmediziner, dass im unmittelbaren
postoperativen Verlauf die Fusspulse nur durch Tasten beurteilt wurden
und im Bereich der Grosszehe des operierten Beins kein Sensor einer
Pulsoxymetrie befestigt wurde, welcher mit hoher Wahrscheinlichkeit
angezeigt hätte, dass die Durchblutungsverhältnisse nicht intakt waren,
wodurch das Ischämiesyndrom früher erkannt worden wäre (vgl.
chirurgische Beurteilung vom 21. Juli 2014 [Bg-act. 87] S. 10).
Schliesslich sei es auch unverständlich, dass die Logenspaltung
(Kompartmentspaltung) nicht im unmittelbaren Anschluss an die
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Gefässrekonstruktion, sondern erst mit einer Verzögerung von rund drei
Stunden, durchgeführt worden sei (vgl. chirurgische Beurteilung vom
21. Juli 2014 [Bg-act. 87] S. 11 f.). Dennoch haben die
Versicherungsmediziner das Vorliegen einer groben und
aussergewöhnlichen Verletzung oder Ungeschicklichkeit, mit der niemand
rechnen müsse, verneint, da an der postoperativen Überwachung und
Diagnostik sowie den Revisionsoperationen Ärzte und Pflegekräfte
mehrerer Abteilungen beteiligt gewesen seien und ein zähes
Zusammenspiel dieser Abteilungen zwar ein Organisationsversagen,
nicht aber eine grobe und ausserordentliche Verwechslung oder
Ungeschicklichkeit darstelle, mit der niemand rechnen müsse (vgl.
chirurgische Beurteilung vom 21. Juli 2014 [Bg-act. 87] S. 15 f.).
d) Zusammenfassend lässt sich nach dem vorstehend Gesagten festhalten,
dass die involvierten Ärzte nach der komplikationsbehafteten Operation
vom 16. Mai 2012 wohl nach bestem Wissen und Gewissen gehandelt
haben; dennoch weist das Komplikationsmanagement − wie gesehen −
einige Fehler auf. Insbesondere muss die postoperative Überwachung als
unzureichend qualifiziert werden und die erforderlichen Untersuchungen
wurden nicht zeitgerecht durchgeführt. Die unzureichende Überwachung
und die nicht zeitgerecht erfolgten Untersuchungen in der postoperativen
Phase sind − zumindest teilweise − auf ein Verkennen der Situation
zurückzuführen. Sie vermögen indes keine Haftung der
Beschwerdegegnerin zu erfüllen. Analog einer falschen Indikation kann
die Fehlbeurteilung der Schmerzen und Symptome nämlich nicht als
aussergewöhnlich bezeichnet werden (vgl. Urteil des Eidgenössischen
Versicherungsgerichtes U 368 vom 16. November 1999 E.3c, 3d und 4;
LARGIER, a.a.O., S. 118 f.). Da das fehlerhafte Komplikationsmanagement
die von der Rechtsprechung gesetzte Schwelle der Ungewöhnlichkeit
nicht überschreitet, fehlt es vorliegend am Begriffsmerkmal der
Ungewöhnlichkeit. Folglich liegt aber auch hinsichtlich des fehlerhaften
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Komplikationsmanagements kein Unfall im Sinne von Art. 1 Abs. 1 UVG
i.V.m. Art. 4 ATSG vor.
7. a) Da weder der operative Eingriff vom 16. Mai 2012 selber noch das
postoperative, fehlerhafte Komplikationsmanagement die von der
Rechtsprechung gesetzte Schwelle der Ungewöhnlichkeit überschreiten,
fehlt es vorliegend am Begriffsmerkmal der Ungewöhnlichkeit, weshalb
ein Unfall im Sinne von Art. 1 Abs. 1 UVG i.V.m. Art. 4 ATSG und damit
verbunden auch die Leistungspflicht der Beschwerdegegnerin zu
verneinen ist. Da die Aktenlage ausreichend ist, um den medizinischen
Sachverhalt beurteilen zu können und der chirurgischen Beurteilung der
Versicherungsmediziner vom 21. Juli 2014 (Bg-act. 87), auf welche die
Beschwerdegegnerin zu Recht abgestellt hat, voller Beweiswert zukommt,
sind weitere medizinische Abklärungen nicht angezeigt, da hiervon keine
weiteren Erkenntnisse zu erwarten sind (antizipierte Beweiswürdigung;
vgl. BGE 134 I 140 E.5.3, 127 V 491 E.1b, 124 V 90 E.4b, 122 V 157
E.1d). Der angefochtene Einspracheentscheid vom 12. Februar 2015
erweist sich somit als rechtens, was zur vollumfänglichen Bestätigung
desselben und zur Abweisung der dagegen erhobenen Beschwerde führt,
soweit darauf einzutreten ist (vgl. vorstehend E.1b).
b) Gemäss Art. 61 lit. a ATSG ist das kantonale Beschwerdeverfahren in
Sozialversicherungssachen − ausser bei leichtsinniger oder mutwilliger
Prozessführung − für die Parteien kostenlos. Demnach werden für das
vorliegenden Beschwerdeverfahren keine Kosten erhoben. Der
obsiegenden Beschwerdegegnerin steht kein Anspruch auf Ersatz der
Parteikosten zu (Umkehrschluss aus Art. 61 lit. g ATSG).