# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** fc672109-0111-4b5c-949a-88e6e68907bc
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2019
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1965, war
letztmals vom November bis Dezember 2016 als Gebäudereinigerin bei der
Y._
AG, tätig
(
Urk.
9/14)
, als
sie sich am
1
6.
Februar 2018
unter Hinweis auf
eine Depression und ein Burnout
bei der Inva
lidenver
si
che
rung zum
Leistungsbezug
anmeldete (Urk.
9/8
Ziff.
6.2
).
Mit Mitteilung vom
7.
März 2018 (
Urk.
9/13) stellte die Sozialversicherungs
anstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, fest, dass die Durchführung von Eingliede
rungsmassnahmen gegenwärtig nicht möglich sei.
Nach
durchge
führtem
Vorbescheidverfahren
(Urk.
9/29,
Urk.
9/30
)
hielt
die IV-Stelle mit Verfügung vom 1
0.
Dezember 2018 (
Urk.
9/33 =
Urk.
2) fest,
dass
keine im invaliden
versiche
rungsrechtlichen Sinne relevante Gesundheitsbeeinträchtigung vorliege
,
und verneinte einen Anspruch der Versicherten auf Versicherungs
leistungen.
2.
2.1
Gegen die Verfügung vom
1
0.
Dezember
2018 (Urk. 2) erhob die Versicherte am
4.
Januar 2019
Beschwerde (
Urk.
1
/1 =
Urk.
9/35
)
und
beantragte
sinngemäss
,
ihr
Gesundheitszustand sei
ergänzend
abzuklären
,
anschliessend
seien
ihre Ansprü
che auf Eingliederungsmassnahmen und auf eine Rente
erneut zu prüfen
.
Die von der Versicherten bei der IV-Stelle eingereichte Beschwerde (
vgl.
Urk.
1
/2
)
über
wies Letztere
am 2
2.
Januar 2019 (
Urk.
4 =
Urk.
9/39) dem zuständigen hiesigen Gericht.
Mit
Beschwerdeantwort
vom
1
8.
Februar 2019
(Urk.
8
)
beantragte die
IV-Stelle
die Ab
weisun
g der Beschwerde
.
Mit Verfügung vom 2
0.
Februar 2019 (
Urk.
12) wurde der Beschwerdeführerin davon Kenntnis gegeben und es wurde ein zweiter Schriftenwechsel angeordnet.
2.2
Mit Replik vom
2
2.
März 2019
(
Urk.
15)
beantragte die
inzwischen vertretene
Beschwerdeführerin
(vgl.
Urk.
9/10-11)
in Ergänzung zu ihrem beschwerdeweise gestellten Rechtsbegehren,
dass
die angefochtene Verfügung vom 1
0.
Dezember 2018 aufzuheben
sei, und dass
ihr für die Zeit ab September 2018 eine Rente der Invalidenversicherung zuzusprechen
sei
; eventuell sei die Beschwerdegegnerin anzuweisen, den
entscheidrelevanten
Sachverhalt
rechtsgenüglich
abzuklären.
Mit Eingabe vom
6.
Mai 2019 (
Urk.
17) verzichtete die Beschwerdegegnerin auf ein
e
Duplik, wovon der Beschwerdeführerin am 1
4.
Mai 2019 (
Urk.
18) Kenntnis gegeben wurde.
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allge
meinen Teil des Sozialversicherungsrech
ts, ATSG). Sie kann Folge von Geburts
gebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherun
g, IVG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgegliche
nen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beein
trächtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss Art. 28 Abs. 1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betä
ti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen
wieder herstellen
, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (Art. 8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (Art. 28 Abs. 2 IVG).
1.3
Gemäss BGE 143 V 418 sind grundsätzlich sämtliche psychischen Erkrankungen einem strukturierten Beweisverfahren nach BGE 141 V 281 zu unterziehen (E.
7.2; vgl. BGE 143 V 409 E. 4.5.1). Diese Abklärungen enden laut Bundes
ge
richt stets mit der Rechtsfrage, ob und in welchem Umfang die ärztlichen
Fest
stellungen anhand der nach BGE 141 V 281 rechtserheblichen Indikatoren auf
Arbeitsunfähigkeit schliessen lassen (BGE 143 V 418 E. 7.1; vgl. BGE 144 V 50 E. 4.3).
Entscheidend ist dabei, unabhängig von der diagnostischen Einordnung des Leidens, ob es gelingt, auf objektivierter Beurteilungsgrundlage den Beweis einer rechtlich relevanten Arbeits- und Erwerbsunfähigkeit zu erbringen, wobei die versicherte Person die materielle Beweislast zu tragen hat (BGE 143 V 409
E. 4.5.2 unter Hinweis auf BGE 141 V 281 E. 3.7.2
; vgl. BGE 144 V 50 E. 4.3
). Rechtsprechung
1.4
Die für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit bei psychischen Erkrankungen im Regelfall beachtlichen Standardindikatoren (BGE 143 V 418, 143 V 409, 141 V
281) hat das Bundesgericht wie folgt systematisiert (BGE 141 V 281 E. 4.3.1):
-
Kategorie «funktioneller Schweregrad» (E. 4.3)
-
Komplex «Gesundheitsschädigung» (E. 4.3.1)
-
Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde (E. 4.3.1.1)
-
Behandlungs- und Eingliederungserfolg oder -resistenz (E. 4.3.1.2)
-
Komorbiditäten (E. 4.3.1.3)
-
Komplex «Persönlichkeit» (Persönlichkeitsdiagnostik, persönliche Res
sourcen, E. 4.3.2)
-
Komplex «Sozialer Kontext» (E. 4.3.3)
-
Kategorie «Konsistenz» (Gesichtspunkte des Verhaltens, E. 4.4)
-
gleichmässige Einschränkung des
Aktivitätenniveaus
in allen vergleich
baren Lebensbereichen (E. 4.4.1)
-
behandlungs- und eingliederungsanamnestisch ausgewiesener Leidens
druck (E. 4.4.2)
Beweisrechtlich entscheidend ist der verhaltensbezogene Aspekt der Konsistenz (BGE 141 V 281 E. 4.4; vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_604/2017 vom 15. März 2018 E. 7.4).
1.
5
Aus Gründen der Verhältnismässigkeit kann dort von einem strukturierten Beweisverfahren nach BGE 141 V 281 abgesehen werden, wo es nicht nötig oder auch gar nicht geeignet ist. Ein Beweisverfahren bleibt daher entbehrlich, wenn im Rahmen beweiswertiger fachärztlicher Berichte (vgl. BGE 125 V 351) eine Arbeitsunfähigkeit in nachvollziehbar begründeter Weise verneint wird und allfälligen gegenteiligen Einschätzungen mangels fachärztlicher Qualifikation oder aus anderen Gründen kein Beweiswert beigemessen werden kann (BGE 143 V 409 E. 4.5.3; vgl. BGE 143 V 418 E. 7.1). Insbesondere in Fällen, in welchen nach der Aktenlage überwiegend wahrscheinlich von einer bloss leichtgradigen depressiven Störung auszugehen ist, die nicht schon als
chronifiziert
gelten kann und auch nicht mit Komorbiditäten einhergeht, bedarf es in aller Regel keines strukturierten Beweisverfahrens (BGE 143 V 409 E. 4.5.3; vgl. Urteil des Bundes
gerichts 9C_580/2017 vom 16. Januar 2018 E. 3.1).
1.6
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schluss
folgerungen der Experten begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a mit Hinweis).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin ging in der angefochtenen Verfügung vom
1
0.
Dezem
ber
2018 (Urk. 2) davon aus,
dass
die
psychischen Beschwerden
der Beschwerde
führer
in
massgeblich
auf invaliditätsfremde, psychosoziale Faktoren, wie insbe
sondere ihre Arbeitslosigkeit, die Trennung von ihrem Ehegatten und den Tod ihrer Mutter, zurückzuführen seien,
weshalb
es sich dabei nicht um einen für den Anspruch auf Versicherungsleistungen relevanten Gesundheitsschaden handle
(S. 1).
2.2
Die Beschwerdeführerin bringt
hiegegen
vor, dass
sie
unter einer depressiven Episode, einer Agoraphobie mit Panikstörung und unter einer anhaltenden soma
toformen Schmerzstörung leide, weshalb für die Beurteilung ihres Gesundheits
zustandes und der daraus folgenden Arbeits- und Erwerbsfähigkeit die Standar
dindikatoren gemäss BGE 141 V 281 massgebend seien. Selbst wenn die Therapierbarkeit der depressiven Episoden zu bejahen wäre, werde dadurch ein Rentenanspruch nicht per se ausgeschlossen (
Urk.
15
S.
7
ff.
). Zudem sei ihre psychische Erkrankung nicht
durch psychosoziale Faktoren verursacht worden
. Vielmehr würde diese
selbst dann fortbestehen, wenn keine psychosozialen Faktoren mehr vorlägen (S.
9 f.
)
.
3.
3.1
Im Folgenden gilt es vorerst die für den Leistung
sanspruch der Beschwerdefüh
rerin
massgeblichen medizinischen Akten zu prüfen.
3.2
Die Ärzte der
Z._
erwähnten im Austritts
bericht vom
9.
Oktober 2017 (
Urk.
9/23/31-35), dass die Beschwerdeführerin vom
6.
bis 1
8.
September 2017 hospitalisiert gewesen sei und stellten die Diagnose einer mittelgradigen depressiven Episode mit somatischem Syndrom. Sie erwähn
ten, dass die Beschwerdeführerin seit zwei bis drei Monaten unter Nieder
gestimmtheit, Antriebslosigkeit,
Anhedonie
, innerer Unruhe, Appetitlosigkeit und Schuldgefühlen gegenüber ihrer Familie gelitten habe. Seit
drei Wochen sei die
Symptomatik derart
exazerbiert
, dass sie ihrer Arbeitstätigkeit nicht mehr habe nachgehen können (S. 1). Zu Beginn des Spitalaufenthalts habe eine deutliche Somatisierung bestanden. Bei Spitalaustritt seien die psychosomatischen Beschwerden
regredient
gewesen. Der Beschwerdeführerin sei bei weiterhin bestehender Symptombelastung und ausstehender Remission eine Verlaufsbe
obachtung im Hinblick auf einen Ausbau der antidepressiven Medikation und einen Wiedereinstieg in die Arbeits
tätig
keit empfohlen worden (S. 3).
3.3
Im
Austrittsbericht vom
7.
Dezember
2017
(
Urk.
9/15/9-12) erwähnten die
Ärzte des
A._
, dass die Beschwerdeführerin vom 1
0.
Oktober bis
9.
November 2017 hospitalisiert gewesen sei und stellten die folgenden Diag
nosen (S. 1):
-
depressive Episode
schwergradig
, mit somatischem Syndrom
-
Agoraphobie
-
arterielle Hypertonie
Sie führten aus, dass
die
Beschwerdeführerin
bei Klinikeintritt unter
eine
r
mittel- bis
schwergradigen
depressive
n
Episode, mit somatischem Syndrom,
vor dem Hintergrund diverser Belastungen
gelitten habe
. Zudem
habe sie
unter ausgepräg
ten Ängsten bis zu Panikzuständen in Menschenansammlungen
gelitten
. Im Rahmen des stationären Aufenthalts
sei es zu einer
psychophysisch
en
Rekondi
tionierung
gekommen. Die Beschwerdeführerin habe insbesondere
Copingstrate
gien
hinsichtlich der
Ängste und der depressiven Symptome erlernt (S. 2).
3.4
Dr.
med.
B._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, stellte in seinem Bericht vom
3
1.
Januar 2018 (
Urk.
9/17/12-15) die folgenden Diagno
sen (S. 2):
-
depressive Episode
schwergradig
, mit somatischem Syndrom
-
Agoraphobie
-
anhaltende
somatoforme Schmerzstörung
-
arterielle Hypertonie
Er erwähnte, dass die Beschwerdeführerin zu Beginn der Behandlung im August 2017 ihre Wohnung nicht mehr ohne Begleitung
habe
verlassen
können
. Nach
der
Hospitalisation
in
C._
sei es zu einer partiellen Verbesserung gekommen
, sodass sie
ihre Wohnung wieder alleine
habe
verlassen
können
. Es bestehe seit dem 3
0.
August 2017 eine vollständige Arbeitsunfähigkeit für Erwerbstätigkeiten und für die Betätigung im Haushalt (S. 3).
3.5
Dr.
med.
D._
, Fachärztin für
Allgemeine Innere Medizin
,
diag
nostizierte in ihrem Bericht vom 2
1.
März 2018 (
Urk.
9/15/7-8) depressive Episoden mit somatischem Syndrom, eine Agoraphobie mit Panikstörung und eine anhaltende
somatoforme Schmerzstörung und attestierte der Beschwerde
führerin eine vollständige Arbeitsunfähigkeit bis auf Weiteres (S. 1).
3.6
Dr.
B._
stellte in seinem Bericht vom 2
6.
März 2018 (
Urk.
9/19/1-8) die folgenden Diagnosen (S. 5):
-
depressive Episode
schwergradig
,
mit somatischem Syndrom
-
Agoraphobie
mit Panikstörung
-
Spannungskopfschmerz
-
tägliche aber nicht permanente Verspannungen und Schmerzen im Rücken, Nacken und in den Extremitäten
Er führte aus, dass die Beschwerdeführerin seit ihrem Austritt aus dem
C._
grundsätzlich ihre Wohnung
wieder
alleine verlassen
könne, dass s
eit November 2017
von einem stationären Gesundheitszustand auszugehen
sei (S. 3), und dass ab
3
0.
August 2017
eine vollständige Arbeitsunfähigkeit
bestanden habe
(S. 1).
3.7
Dr.
med.
E._
,
Fachärztin für
Allgemeine Innere Medizin
und für Rheumatologie, stellte in ihrem Bericht vom 2
3.
April 2018 (
Urk.
9/22/9-10) die folgenden Diagnosen (S. 1):
-
chronisches
Panvertebralsyndrom
mit/bei:
-
radiologisch wenig degenerative
n
Veränderungen
-
HLA B27
(Human
Leukocyte
Antigen-B27)
negativ
-
Vitamin D3-Mangel
-
Depression mit somatischem Syndrom
-
Agoraphobie mit Panikstörung
-
arterielle Hypertonie
Sie erwähnte, dass eine
Spondarthropathie
eher unwahrscheinlich sei,
und dass keine Hinweise auf ein
radikuläres
Syndrom bestünden, weshalb die Beschwerden im Rahmen der Depression und des somatischen Syndroms zu erklären seien (S. 2).
3.8
Mit Bericht vom 1
8.
Juni 2018 (
Urk.
9/23/18-23)
stellte
Dr.
B._
fest
, dass eine abschliessende Beurteilung gegenwärtig noch nicht möglich sei
. Erst
der weitere Verlauf der nächsten sechs bis zwölf Monate
werde
zeigen, ob es
entweder
zu einer Verbesserung
und Wiederherstellung
der Arbeitsfähigkeit oder einer
Chronifizierung
beziehungsweise einer Vollinvalidität kommen werde (S. 6).
3.9
Med.
pract
.
F._
, Fachärztin für
Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates
,
Regionaler Ärztlicher Dienst der Beschwerdegegnerin (RAD)
,
führte in
der von ihr verfassten und von
Dr.
med.
G._
, Fachärztin für
Psychiatrie und Psychotherapie
, RAD, visier
ten
Stellungnahme vom 2
4.
Oktober 2018 (
Urk.
9/28/4-5) aus, dass das
C._
im November 2017 eine weitgehende Remission der Symp
tome festgestellt habe, und dass auch
Dr.
B._
eine Verbesserung des Gesundheitszustandes nach dem Aufenthalt in
C._
und anschliessend seit November 2017 einen stationären Gesundheitszustand festgestellt habe. Unter diesen Umständen sowie in Berücksichtigung der von
Dr.
B._
festgestell
ten Ressourcen
, insbesondere
einer guten Beziehungsfähigkeit
,
sei nicht nachzu
vollziehen, dass
dieser trotzdem
von einer möglicherweise dauerhaften Arbeits
unfähigkeit ausgehe. Da der depressiven Episode und der Agoraphobie der Charakter der Dauerhaftigkeit fehlten, und da
erhebliche psychosoziale Belas
tungsfaktoren bestünden
, sei
ein
dauerhafter Gesundheitsschaden
aus versiche
rungsmedizinischer Sicht
nicht
ausgewiesen (S. 2).
3.10
Dr.
B._
nahm in seiner Stellungnahme vom 2
1.
Dezember 2018 (
Urk.
3) zur angefochtenen Verfügung vom 1
0.
Dezember 2018 (
Urk.
2) Stellung und
führte aus, dass die depressive Episode nicht durch psychosoziale Faktoren beeinflusst werde. Denn
die Beschwerdeführerin
habe
die Trennung von ihrem Ehegatten als Erlösung erlebt
und
sei
nach dem Tod ihrer Mutter im Dezember 2016 zwar traurig
, nicht aber
depressiv gewesen
(S. 1). Auch sei
die psychische Erkrankung nicht ausschliesslich durch
die Kündigung der Arbeitsstelle im August 2017
verursacht worden
. Vielmehr sei die
se
Erkrankung vorwiegend in ihrer Persönlichkeit und in der Persönlichkeitsentwicklung begründet (S. 2).
4
.
4
.1
Den erwähnten medizinischen Akten ist zu entnehmen, dass
die Beschwerdefüh
rerin im August 2017 unter einer depressiven Episode litt und deswegen vom
6.
bis 1
8.
September 2017 in der
Z._
und anschliessend vom 1
0.
Oktober bis
9.
November 2017 im
C._
hospitalisiert war. Die
Ärzte des
A._
stellten in ihrem
Austrittsbericht vom
7.
Dezember
2017 (
vorstehend E.
3.3
)
fest, dass sich die Beschwerdeführerin während des stationären Aufenthalts psychophysisch
habe
rekonditionieren
können und
Copingstrategien
hinsichtlich der Ängste und der depressiven Symptome erlernt habe. Damit übereinstimmend
führte
Dr.
B._
in seinen
Bericht
en
vom 3
1.
Januar 2018 (
vorstehend E.
3.4
)
und vom 2
6.
März 2018 (vorstehend E.
3.6
) aus, dass es nach der
Hospitalisation
in
C._
zu einer partiellen Verbesserung
des Gesundheitszustandes der Beschwer
deführerin
gekommen
sei, dass die Beschwerdeführerin seither insbesondere wieder alleine
ihre Wohnung verlassen
könne, was ihr vordem nicht möglich gewesen sei, und dass der Gesundheitszustand seit November 2017 stationär gewesen sei. Während
Dr.
B._
und
Dr.
D._
in ihrem Bericht
vom 2
1.
März 2018 (
vorstehend E.
3.5
)
der Beschwerdeführerin seit 3
0.
August 2017 eine vollständige Arbeitsunfähigkeit attestierten, vertrat med.
pract
.
F._
in
ihrer
Stellungnahme vom 2
4.
Oktober 2018 (
vorstehend E.
3.9
)
die Ansicht, dass die Arbeitsfähigkeitsbeurteilung durch
Dr.
B._
, welcher einerseits
eine Verbesserung des Gesundheitszustandes nach dem Aufenthalt
der Beschwerde
führerin
in
C._
fest
gestellt habe
und
welcher andererseits von einer
möglicherweise dauerha
ften Arbeitsunfähigkeit ausgehe, nicht nachzuvollziehen sei. Vielmehr
wiesen
sowohl
die depressive
Episode
als auch
die
Agoraphobie
nicht die erforderliche
Dauerhaftigkeit
auf
.
4.2
4.2
.1
In Bezug auf die Stellungnahme der
RAD-Ärztin med.
pract
.
F._
vom
2
4.
Oktober
2018 (
vorstehend E.
3.9
)
gilt es
sodann
zu beachten, dass der Beweis
wert von RAD-Berichten (Art. 49 Abs. 2
der Verordnung über die Invalidenver
sicherung;
IVV) gemäss der Rechtsprechung mit jenem exter
ner medizinischer Sach
verständigen
gutach
ten vergleichbar ist, sofern sie den praxis
gemässen Anforderungen an ein ärztli
ches Gutachten (BGE 134 V 231 E. 5.1) genügen und die Arztperson über die notwendigen fachlichen Qualifika
tionen verfügt (BGE 137 V 210 E. 1.2.1). Auf das Ergebnis versicherungsinterner ärzt
licher Abklärun
gen – zu denen die RAD-Berichte gehören – kann indes nicht abgestellt werden, wenn auch nur geringe Zweifel an ihrer Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit bestehen (BGE 139 V 225 E. 5.2 und 135 V 465 E. 4.4 und E. 4.7; Urteil des Bundesgerichts 8C_197/2014 vom 3. Oktober 2014 E. 4). Der Stel
lung
nahme von
med.
pract
.
F._
kommt daher lediglich ein eingeschränkter Be
weiswert als Administrativbericht zu, und es kann darauf nicht abgestellt werden, wenn auch nur geringe Zweifel an seiner Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit be
stehen.
4.2
.2
Den erwähnten Berichten von
Dr.
B._
lassen sich keine nachvollzieh
baren Beurteilungen der Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin in zumutbaren, angepassten Tätigkeiten entnehmen. Insbesondere vermag nicht zu überzeugen, dass
Dr.
B._
darin einerseits
eine erhebliche Verbesserung der Sympto
matik nach Ende der stationären Behandlung im
C._
im November 2017 feststellte und andererseits der Beschwerdeführerin unverändert seit dem 3
0.
August 2017 eine vollständige Arbeitsunfähigkeit attestierte. Auf die Beurteilungen durch
Dr.
B._
kann vorliegend
daher
alleine nicht abge
stellt werden. Die Beurteilungen durch
Dr.
B._
vom
3
1.
Januar 2018
(vorstehend E.
3.4
), 2
6.
März 2018 (vorstehend E.
3.6
) und vom 2
1.
Dezember 2018 (vorstehend E.
3.10
), worin
dieser
der Beschwerdeführerin eine vollständige Arbeitsun
fähigkeit aus psychischen Gründen attestiert
e
, sind
indes immerhin geeig
net, zumindest geringe Zweifel an der Zuver
lässigkeit der Beurteilung durch RAD-Ärztin
F._
hervorzurufen, wes
halb auf deren Stellungnahme vom
2
4.
Oktober 2018
vorliegend nicht abgestellt werden kann.
4.2.3
Des Weiteren gilt es in Bezug auf die Beurteilung durch med.
pract
.
F._
zu beachten, dass
diese
über eine in der Schweiz anerkannte medizinische Weiter
bildung als Fachärztin für
Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des
Be
we
gungsapparates verfügt (
Medizinal
berufe
regis
ter
; www.medregom.admin.ch),
dass sie indes keinen Facharzttitel für Psy
chiatrie und Psychotherapie erworben hat. Insoweit
med.
pract
.
F._
in ihrer
Stellungnahme vom
2
4.
Oktober
2018 (vorstehend E.
3.9
)
die
Ansicht
vertrat, dass
die der Beschwerdeführerin durch
Dr.
B._
attestierte Arbeitsunfähigkeit aus psychischen Gründen nicht nachzuvollziehen sei, und dass es den psychischen Gesundheits
beeinträchtigun
gen der Beschwerdeführerin im Sinne einer
depressiven Episode
und einer
Ago
raphobie
an einer für einen Leistungsanspruch vorausgesetzten
Dauerhaftigkeit
fehle, fehlt es ihr daher an einer für die Beurteilung des psychischen Gesundheits
zustandes der Beschwerdeführern angezeigten Weiterbildung als Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie. Daran ändert nichts, dass
Dr.
G._
, welche Fachärztin für
Psychiatrie und Psychotherapie
ist, die von med.
pract
.
F._
verfasste Stellungnahme visiert beziehungsweise mitunterzeichnet hat. Denn die
Mitunterzeichnung durch
Dr.
G._
macht die von
med.
pract
.
F._
verfasste
Stellungnahme nicht zur Stellungnahme einer Fachärztin für Psychiat
rie und Psychotherapie (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_334/2018 vom
8.
Januar 2019 E. 4.2.2, wonach es sich bei einem von einer Ärztin mitunter
zeichneten
Befas
-Abklärungsbericht weder um einen medizinischen Bericht noch um ein Gutac
hten handelt). Auf die Stellungnahm
e
durch
Dr.
F._
vom 2
4.
Oktober 2018 (vorstehend E.
3.9
) kann vorliegend daher auch aus diesem Grunde nicht alleine abgestellt werden.
5
.
5
.1
Das Gericht
holt
gemäss Rechtsprechung
(BGE 139 V 99 E. 1.1 und 137 V 210 E. 4.4.1.4)
in der Regel ein Gerichtsgutachten ein, wenn
es
im Rahmen der Beweiswürdigung zum Schluss kommt, ein bereits erhobener medizinischer Sach
verhalt müsse (insgesamt oder in wesentlichen Teilen) noch gutachtlich geklärt werden oder eine Administrativexpertise sei in einem rechtserheblichen Punkt nicht beweiskräftig. Eine Rückweisung an die IV-Stelle bleibt hingegen möglich, wenn es darum geht, zu einer bisher vollständig ungeklärten Frage ein Gutachten einzuholen. Ebenso steht es dem Versicherungsgericht frei, eine Sache zurückzu
weisen, wenn allein eine Klarstellung, Präzisierung oder Ergänzung
der medizi
nischen Akten beziehungsweise von gutachtlichen Ausführungen
erforderlich ist (BGE 137 V 210 E. 4.4.1.4).
Gemäss
§ 26 Abs. 1 des Gesetzes über das Soz
ialver
si
che
rungsgericht (
GSVGer
) kann das Gericht insbesondere dann die Angelegen
heit zu neuer Entscheidung an die Vo
r
in
stanz zurückweisen, wenn mit dem angefoch
tenen Entscheid nicht
auf die Sache eingetreten oder der Sachverhalt ungenügend festgestellt wu
rde.
5
.2
Des Weiter
e
n
gilt es zu berücksichtigen, dass gemäss der Rechtsprechung - wie bereits erwähnt (vor
ste
hend E.
1.3 f.
) - grundsätzlich sämtliche psychischen Leiden, namentlich auch leichte bis mittelschwere Depressionen, für die Beurtei
lung der Arbeits
fähigkeit grundsätzlich einem strukturierten Beweisverfahren nach Mass
gabe von BGE 141 V 281 zu unterziehen sind (unter Vorbehalt der Fälle, in wel
chen davon aus Grün
den der Verhältnismässigkeit abgesehen werden kann; vgl. vorstehend E.
1.5
). Dieses für somatoforme Leiden entwickelte Vorge
hen defi
niert
systema
tisierte Indikatoren, die - unter Berücksichtigung von leistungs
hin
dern
den
äusseren Belastungsfaktoren einerseits und von Kompen
sations
poten
tia
len (Res
sourcen) anderseits - erlauben, das tatsächlich erreichbare Leistungsver
mögen einzu
schätzen (BGE 141 V 281 E. 2, E. 3.4 bis 3.6 und 4.1
; vgl. vorstehend E.
1.4
). Entscheidend ist da
bei, unabhängig von der diagnos
tischen Einordnung des Lei
dens, ob es ge
lingt, auf objektivierter Beurteilungs
grundlage den Beweis einer rechtlich releva
nten Arbeits- und Erwerbsunfähigkeit zu erbringen, wobei die ver
sicherte Person die materielle Beweislast zu tragen hat (Urteil des Bundes
ge
richts 9C_590/2017
vom 1
5.
Februar 2018
E. 5.1).
5
.3
Nach Gesagtem erweist sich der medizinische Sachverhalt in Bezug auf die Rest
arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin in psychiatrischer Hinsicht als ungenü
gend abgeklärt,
weshalb die vorhan
denen medizini
schen Akten zu ergänzen sind.
Die Sache ist deshalb an die Beschwerdegegnerin zurückzu
wei
sen, damit sie
- nach Vervollständigung der Akten sowie Einholung allfälli
ger weiterer
wesentli
cher
Entscheidgrundlagen
- die
Frage nach eine
m
im invalidenver
sicherungs
rechtlichen Sinne erheblichen psychischen Gesundheitsschaden
neu beurteile und anschliessend über den
Renten
anspruch der Beschwerdeführerin neu verfüge.
Da
die behandelnden Ärzte, insbesondere
Dr.
B._
, davon ausgehen, dass die
Be
schwerdeführerin unter einem psychischen Leiden von Krankheitswert leidet und deswegen in ihrer Arbeitsfähigkeit beein
trächtigt wird,
wird die Beschwer
degegnerin
sinnvollerweise
eine psychia
trische Begutachtung der Beschwerde
führerin veranlassen
und dabei
die begut
ach
tende Stelle mit der Bemessung des Leistungsvermögens in psychiatrischer Hinsicht anhand der einschlägigen
Standardi
ndikatoren
(vgl. vorstehend E. 1.4
)
beauftragen. Falls diese ergänzen
den Sachverhaltsabklärungen ergeben sollten, dass die Beschwerdeführerin nicht lediglich unter
eine
r
leicht
gradige
n
psychische
n
Störung ohne
Chronifi
zierung
und ohne Komorbiditäten
leiden sollte (vgl. vorstehend E.
1.5
), wird sie das
psy
chische Leiden der Beschwer
de
führerin
zudem
einem strukturieren Beweisver
fah
ren nach BGE 141 V 281
(vorstehend E.
1.4
)
unter
ziehen
.
Demzufolge ist die Beschwerde in genanntem Sinne gutzuheissen.
6
.
6
.1
Gemäss Art. 69 Abs. 1
bis
IVG ist das Beschwerdeverfahren vor dem kantonalen
Versicherungsgericht bei Streitigkeiten um die Bewilligung oder die Verwei
ge
rung
von IV-Leistungen kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem Verfahrens
aufwand
und unabhängig vom Streitwert unter Berücksichtigung des gesetzli
chen Rahmens
(Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.--) auf Fr. 700.-- festzusetzen und ausgangs
gemäss der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen.
6
.2
Nach § 34 Abs. 1
des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht (
GSVGer
)
hat die obsiegende Beschwerde führende Person Anspruch auf Ersatz der Partei
kos
ten. Diese werden ohne Rücksicht auf den Streit
wert nach der Bedeutung der Streitsache, der Schwierigkeit des Prozesses und dem Mass des Obsiegens be
mes
sen (§ 34 Abs. 3
GSVGer
). Für unnötigen oder geringfügigen Aufwand einer
Partei wird keine Prozessent
schädigung zugesprochen (§ 8 Abs. 1 der Verord
n
ung über die Gebühren, Kosten und Entschädigungen vor dem Sozialversicherungs
gericht,
GebV
SVGer
).
6
.3
Ausgangsgemäss
hat die
Beschwerdeführerin für die Rechtsvertretung
ab 1
8.
Februar 2019 (
Urk.
11)
Anspruch auf
eine Pro
zessent
schä
di
gung, welche in
Berücksichtigung
der Bedeutung der Streitsache
und
der Schwie
rig
keit des Pro
zesses
auf Fr.
2’400
.-- (inklusive Baraus
lagen un
d Mehrwert
steuer) festzu
setzen ist.