# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 6593ef4f-1522-4214-ac4a-06dd4015326a
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2019
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1974, war
ab dem
1.
April 2008
in
einem Teil
zeitpensum
als Betreuer bei der
Y._
,
Z._
, angestellt und dadurch bei der ASGA Pensionskasse Genossenschaft (nachfolgend: ASGA) be
rufsvorsorgeversichert (
Urk.
2/3 und
Urk.
10
).
Zudem
studierte der
Versicherte
ab
Herbst
2007 an der
A._
Philosophie und Geschichte, ehe er dieses Studium im Dezember 2012 abbrach (
Urk.
1 S. 8 und
Urk.
2/7
).
Per 30.
September
2014 kündigte der Versicherte
die Stelle
bei der
Y._
(
Urk.
11 und
Urk.
14/29/3
).
Zuvor
war
der
Versicherte, der 1997 die
B._
erfolgreich abgeschlossen hatte
(
Urk.
14/3)
, als Schauspieler
tätig gewesen.
Am 2
6.
Mai 2014 (Eingangsdatum)
meldete sich der V
ersicherte unter Hinweis auf eine Multiple Sklerose
(MS)
bei der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, zum Leistungsbez
ug an (
Urk.
14/5
). Mit Verfügung vom 19.
Oktober 2015 sprach die IV-Stelle
ihm
mit Wirkung ab dem
1.
November 2014 bei einem ermittelten Invaliditätsgrad von 100
%
eine ganze Rente der Invalidenversicherung zu
(
Urk.
14/37 und
Urk.
14/49).
Mit
Schreiben
vom
1
3.
November 2015 lehnte
die
ASGA
einen Anspruch
des Versicherten
auf Leistungen aus der beruflichen Vorsorge
ab mit der Begründung, dass die
massgebende
Arbeitsunfähigkeit
bereits
vor Eintritt in ihre Mitglieds
firma
eingetreten sei
(Urk. 2/13
).
2.
Am
1
2.
Februar 2018
erhob der Versicherte
Klage gegen die ASGA
mit folgend
em Rechtsbegehren (Urk. 1 S. 2
):
1.
Die Beklagte sei zu verpflichten, dem Kläger rückwirkend ab
1.
November 2014 eine
ganze Invalidenrente aus der obligatorischen und der überobligatorischen
Versicherung zuzüglich 5
%
Verzugszins ab Klageeinleitung auf den nac
h
zuzahlenden
Rentenbetreffnisse
n
auszurichten;
2.
Die Beklagte sei zu verpflichten, dem Kläger die volle Beitragsbefreiung aus der
obligatorischen und der überobligatorischen Versicherung zu gewähren,
unter Entschädigungsfolgen (zzgl.
MWSt
) zu Lasten der Beklagten.
Die Beklagte
liess
sich
innert der mit Ver
fügung vom 2
0.
Februar 2018
(
Urk.
4)
ang
esetzten Frist nicht vernehmen,
retournierte die
ihr zugestellten Akten des
Kläger
s
nicht
und reichte auch ihre
vollständigen Akten, insbesondere die anwendbaren Statuten und Reglemente,
nicht ein.
Nachdem die Beklagte
diese Akten
auch innert der mit Verfügung vom 1
7.
April 2018
(
Urk.
6)
angesetzten Nachfrist nicht eingereicht
bzw. zurückgesandt
hatte, wurde sie mit Verfügung vom
8.
Mai 2018
(
Urk.
8)
androhungsgemäss
mit einer Ordnungsbuss
e von Fr.
300.-- bestraft
. Gleichzeitig wurde der Beklagten erneut eine
entsprechende
Nachfrist an
gesetzt. Am
2
3.
Mai 2018
reichte die Beklagte
eine
Klageantwort ein, in welcher sie die Abweisung der Klage beantragte
(
Urk.
10). Mi
t Verfügung vom 2
5.
Mai 2018
(
Urk.
12) zog das Gericht die Akten der Eidgenössischen Invaliden
versicherung in Sachen des Klägers (
Urk.
14) bei.
Mit Verfügung vom 1
5.
Juni 2018
(
Urk.
15)
wurde
n
dem Kläger die Klageantwort vom 2
3.
Mai 2018
und die beigezogenen IV-Akten
zugestellt. Gleichzeitig wurde die Beklagte wegen
des
Nichteinreichens
ihrer
vollständigen Akten und
des Nichtretournierens der
Akten des Klägers mit einer Ordnungsbusse von
Fr.
1‘000.
--
bestr
aft.
Innert der
weite
ren,
mit
Verfügung vom
1
5.
Juni 2018
angesetzten Nachfrist
reichte die Beklagte
die verlangt
en Akten am 2
9.
Juni 2018
ein (
Urk.
17-18).
Am
3.
Juli 2018
wurden der Beklagten die beigezogenen
Akten
der IV-Stelle und dem Kläger die Akten der Beklagten zur Kenntnisnahme zugestellt (
Urk.
19).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Akten wird, soweit erfor
derlich, im Rahmen der nachfolgen
den Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Nach
Art.
24
Abs.
1
des Bundesgesetzes über die berufliche Alters-, Hinterlasse
nen- und Invalidenvorsorge (
BVG
)
hat der Versicherte Anspruch auf eine volle Invalidenrente, wenn er im Sinne der Invalidenversicherung mindestens zu 70 %, auf eine
Dreiviertelsrente
, wenn er mindestens zu 60 %, auf eine halbe Rente, wenn er mindestens zur Hälfte und auf eine
Viertelsrente
, wenn er mindestens zu 40 % invalid ist. Gemäss
Art. 26 Abs. 1
BVG gelten für den Beginn des Anspruchs auf Invalidenleistungen sinngemäss die entsprechenden Bestimmun
gen des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (
Art.
29 IVG). Die Inva
lidenleistungen nach BVG werden von derjenigen Vorsorgeeinrichtung geschul
det, welcher die den Anspruch erhebende Person bei Eintritt des versicherten Ereignisses angeschlossen war. Im Bereich der obligatorischen beruflichen Vor
sorge fällt dieser Zeitpunkt nicht mit dem Eintritt der Invalidität nach IVG, son
dern mit dem Eintritt der Arbeitsunfähigkeit zusammen, deren Ursache zur Inva
lidität geführt hat (vgl.
Art.
23 BVG). Auf diese Weise wird dem Umstand Rech
nung getragen, dass die versicherte Person meistens erst nach einer längeren Zeit der Arbeitsunfähigkeit (nach einer Wartezeit von einem Jahr gemäss
Art.
28
Abs.
1
lit
. b IVG in Verbindung mit
Art.
26 BVG) invalid wird. Damit nämlich der durch die zweite Säule bezweckte Schutz zum Tragen kommt, muss das Invaliditätsrisiko auch dann gedeckt sein, wenn es rechtlich gesehen erst nach einer langen Krankheit eintritt, während welcher die Person unter Umständen aus dem Arbeitsverhältnis ausgeschieden ist und daher nicht mehr dem
Obliga
torium
unterstanden hat (BGE 123 V 262 E. 1b, 121 V 97 E. 2a, 120 V 112 E. 2b, je mit Hinweisen).
1.2
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 des Bun
desgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG) in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der Einkommensver
gleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invali
ditätsgrad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
1.3
Damit eine Vorsorgeeinrichtung, der eine Arbeitnehmerin oder ein Arbeitnehmer beim Eintritt der Arbeitsunfähigkeit angeschlossen war, für das erst nach Been
digung des Vorsorgeverhältnisses eingetretene Invaliditätsr
isiko aufzukommen hat, ist
erforderlich, dass zwischen Arbeitsunfähigkeit und Invalidität ein enger sachlicher und zeitlicher Zusammenhang besteht (BGE 130 V 270 E. 4.1). In sach
licher Hinsicht liegt ein solcher Zusammenhang vor, wenn der der Invalidität zu Grunde liegende Gesundheitsschaden im Wesentlichen derselbe ist, der zur
Arbeitsunfähigkeit geführt hat (BGE 134 V 20 E. 3.2).
Der zeitliche Zusammen
hang setzt voraus, dass die versicherte Person nach Eintritt der Arbeitsunfähig
keit
(
Einbusse
a
n funktionellem Leistungsvermögen im bisherigen Beruf von zumindest 20 Prozent
)
nicht während längerer Zeit wieder arbeitsfähig geworden ist. Bei der Prüfung dieser Frage sind die gesamten Umstände des konkreten Ein
zelfalles zu berücksichtigen, namentlich die Art des Gesundheitsschadens, dessen prognostische Beurteilung durch den Arzt sowie die Beweggründe, welche die versicherte Person zur Wiederaufnahme oder Nichtwiederaufnahme der Arbeit veranlasst haben. Zu den für die Beurteilung des zeitlichen Konnexes relevanten Umständen zählen auch die in der Arbeitswelt nach
aussen
in Erscheinung tre
tenden Verhältnisse, wie etwa die Tatsache, dass eine versicherte Person über längere Zeit hinweg als voll vermittlungsfähige Stellensuchende Taggelder der Arbeitslosenversicherung bezieht. Allerdings kann solchen Zeiten nicht die glei
che Bedeutung beigemessen werden wie Zeiten effektiver Erwerbstätigkeit. Mit Bezug auf die Dauer der den zeitlichen Konnex unterbrechenden Arbeitsfähigkeit kann die Regel von Art. 88a Abs. 1
der Verordnung über die Invalidenversiche
rung (
IVV
)
als Richtschnur gelten. Nach dieser Bestimmung ist eine anspruchs
beeinflussende Verbesserung der Erwerbsfähigkeit in jedem Fall zu berücksichti
gen, wenn sie ohne wesentliche Unterbrechung drei Monate gedauert hat und voraussichtlich weiterhin andauern wird. Eine mindestens drei Monate andau
ernde volle Arbeitsfähigkeit, gestützt auf welche eine dauerhafte Wiedererlan
gung der Erwerbsfähigkeit als objektiv wahrscheinlich erscheint, stellt daher ein gewichtiges Indiz für eine Unterbrechung des zeitlichen Zusammenhangs dar.
Anders verhält es sich, wenn die fragliche, allenfalls mehr als dreimonatige Tätigkeit als
Eingliederungsversuch zu werten ist oder
massgeblich
auf sozialen Erwägungen des Arbeitgebers beruhte und eine dauerhafte Wiedereingliederung unwahrscheinlich war
(BGE 134 V 20 E. 3.2.1 mit Hinweisen).
1.4
Für den
Eintritt der Arbeitsu
nfähigkeit im Sinne von
Art.
23
lit
. a BVG ist
die
Einbusse
an funktionellem Leistungsvermögen
im bisherigen Beruf
massgeblich
.
Der zeitliche Zusammenhang zur später eingetretenen Invalidität als weitere Voraussetzung für den Anspruch auf Invalidenleistungen der damaligen Vorsor
geeinrichtung beurteilt sich hingegen nach der Arbeitsunfähigkeit resp. Arbeits
fähigkeit in einer der gesundheitlichen Beeinträchtigung angepassten zumutba
ren Tätigkeit. Darunter fallen auch
leistungsmässig
und vom Anforderungsprofil her vergleichbare Ausbildungen. Diese Tätigkeiten müssen jedoch bezogen auf die angestammte Tätigkeit die Erzielung eines
rentenaussc
hliessenden
Einkom
mens erlauben (BGE 134 V 20 E. 5.3).
1.5
Von einer relevanten Arbeitsunfähigkeit ist rechtsprechungsgemäss dann auszu
gehen, wenn diese mindestens 20 % beträgt und sich auf das Arbeits
verhältnis sinnfällig auswirkt oder ausgewirkt hat. Es muss arbeitsrechtlich in Erscheinung treten, dass die versicherte Per
son im bisherigen Beruf an Leis
tungsvermögen eingebüsst hat, so etwa durch einen Abfall der Leistungen mit entsprechender Fest
stellung oder gar Ermahnung des Arbeitgebers oder durch gehäufte, gesund
heitlich bedingte Arbe
itsausfälle. Eine erst nach Jah
ren rückwirkend festgelegte medizinisch-theoretische Arbeitsunfähigkeit genügt nicht. Vielmehr muss der Zeitpunkt des Eintritts der berufsvorsorge
rechtlich relevanten Arbeitsunfähigkeit mit dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit echtzeitlich nachgewiesen sein. Dieser Nachweis darf nicht durch nachträgliche Annah
men und spekulative Überlegungen ersetzt werden (vgl. hierzu etwa Urteile des Bundesgerichts 8C_380/2009 vom 17. September 2009 E. 2.1 und 9C_178/2008 vom 15. Juli 2008 E. 3.2, je mit Hinweisen).
1.
6
Aus der engen Verbindung zwischen dem Recht auf eine Rente der Invalidenver
sicherung und demjenigen auf eine Invalidenleistung nach BVG ergibt sich, dass der Invaliditätsbegriff im obligatorischen Bereich der beruflichen Vorsorge und in der Invalidenversicherung grundsätzlich der gleiche ist (BGE 123 V 269 E. 2a, 120 V 106 E. 3c, je mit Hinweisen).
Praxisgemäss sind daher die Vorsorgeeinrichtungen im Bereich der gesetzlichen Mindestvorsorge (
Art.
6 BVG) an die Feststellungen der IV-Organe (Eintritt der invalidisierenden Arbeitsunfähigkeit, Eröffnung der Wartezeit, Festsetzung des Invaliditätsgrades) gebunden, soweit die IV-rechtliche Betrachtung aufgrund einer gesamthaften Prüfung der Akten nicht als offensichtlich unhaltbar erscheint (BGE 126 V 309 E. 1 in
fine
). Diese Konzeption fusst auf der Überle
gung, die Organe der (obligatorischen) beruflichen Vorsorge von eigenen auf
wändigen Abklärungen freizustellen, und gilt nur bezüglich Feststellungen und Beurteilungen der IV-Organe, welche im invalidenversicherungsrechtlichen Ver
fahren für die Festlegung des Anspruchs auf eine Invalidenrente entscheidend waren (BGE 132 V 1 E. 3.2). So hat beispielsweise eine verspätete Anmeldung zum Leistungsbezug bei der Invalidenversicherung rechtsprechungsgemäss die freie Überprüfbarkeit des leistungserheblichen Sachverhaltes durch die Vorsor
geeinrichtung beziehungsweise das Berufsvorsorgegericht zur Folge (Urteil des Bundesgerichts 9C_49/2010 vom 2
3.
Februar 2010 E. 2.1).
2.
2.1
Der Kläger brachte zur Begründung seiner Klage vor,
dass aus vorsorgerechtlicher Sicht nicht entscheiden
d sei
, wann
er
aufgrund seiner MS-Erkrankung als Schau
spi
eler arbeitsunfähig geworden sei. Denn bis
Dezember 2012
sei er
trotz gesund
heitlicher Beeinträchtigung in der Lage
gewesen
, ein
Er
werbseinkommen zu erzielen, das
jedenfalls so hoch
gewesen sei wie
das von der IV-Stelle ermittelte
Valideneinkom
men
. Da
er
schon ab
dem
1.
April 2008 bei der Beklagten vorsor
gerechtlich versichert
gewesen sei, sei
diese
für die Folgen der seit dem 2
8.
April 2014 bestehenden vollen Arbeitsunfähigkeit
in nahezu jeder Art von Tät
igkeit
leistungspflichtig
. Die Beklagte sei deshalb zu verpflichten, ihm ab dem
1.
November 2014 die statutarischen Leistungen (Invalidenrente, Beitragsbefrei
ung) zu gewähren
(
Urk.
1 S. 9).
2.2
Die Beklagte stellte sich dagegen auf den Standpunkt, dass die IV-Stelle in der Verfügung vom 1
9.
Oktober 2015, mit welcher dem Kläger mit Wirkung ab dem
1.
November 2014 eine ganze Rente zugesprochen worden sei, davon ausgegan
gen sei, dass die massgebende Arbeitsunfähigkeit bereits im Jahr 2007 eingetre
ten sei. Zu jenem Zeitpunkt sei der Kläger
indes
noch nicht bei de
r Beklagten versichert gewesen, weshalb sie nicht leistungspflichtig sei
(
Urk.
2/13
).
In der verspätet eingereichten Klageantwort vom 2
3.
Mai 2018 ergänzte die Beklagte, dass im Jahr 2012 keine Versicherung bestanden habe, da
das Einkom
men des Klägers
– wie aus dem Lohnaus
weis
der
Y._
von
2012 ersichtlich sei -
unter der Eintrittsschwelle zur berufsvorsorgerechtlichen Versi
cherung gelegen habe (
Urk.
10).
2.3
Fest steht, dass zwischen der ab
Sommer 2013 attestierten
Arbeitsunfähigkeit
(als Student;
Urk.
14/12/2 und
Urk.
14/15/2)
und der
am
1.
November 2014
einge
tretenen
vollen Invalidität (
Urk.
14/37 und
Urk.
14/49
), die aufgrund der medizi
nischen Akten ausgewiesen ist,
ein enger sachlicher Zusammenhang besteht.
Dies hat die Beklagte auch nicht bestritten.
Umstritten ist hing
egen der zeitliche Zusammenhang
bzw. die Frage, ob die
massgebliche
Arbeitsunfähigkeit
während des
Vorsorgeverhältnisses
mit der Beklagten
eingetreten ist.
3.
3.1
C._
, Arzt und Psychoanalytiker, stellte im Bericht vom 3
0.
Juni 2014 zuhanden der IV-Stelle als Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine rezidivierende depressive Störung, früher mittelgradig
e
, gegenwärtig leichte Episode (ICD-10 F33.0/F33.1), bestehend seit 200
7.
Er erklärte, dass es sich
um eine reaktive Depression auf die Diagnose einer MS
im Jahr
2007 (V
ermutungs
diagnose bereits 2006)
handle
.
Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfä
higkeit nannte
C._
nicht.
Der
Kläger
sei
seit dem 1
2.
Jun
i 2011 bei ihm in Behandlung
. Als
Schauspieler
sei er
seit 2007
und als Student seit Sommer 2013 zu 100
%
arbeitsunfähig.
Als Betreuer im Behindertenbereich sei er seit 2007 zu 50
%
arbeitsunfähig
(
Urk.
14/12/1-2
).
3.2
Dr.
med. D._
, FMH Neurologie,
nannte im an die IV-Stelle gerichteten Bericht vom 2
5.
August 2014 als Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfä
higkeit (1) MS mit Beinparese seit 2006 und (2) rezidivierend depressive Störun
gen seit 200
7. Dr.
D._
erklärte, dass der Kläger als Schauspieler seit 2007 und als Student seit Sommer 2013 nicht meh
r arbeitsfähig sei. Bis zum 18.
August 2014 sei er als Behindertenbetreuer zu 50
%
arbeitsfähig gewesen. Zurzeit sei er wegen einer Verschlechterung seines Gesundheitszustands nicht arbeitsfähig. Er habe die Stelle
auch
wegen zunehmender Belastung und Überforderung gekün
digt (
Urk.
14/15/1-2
).
3.3
Gemäss
Lohnausweisen der
Y._
erzielte der
Kläger in den Jahren 2008 bis 2014 folgende
jährliche
Brutto-Einkommen:
2008
Fr.
25'539.-- (
Urk.
2/
2/
1)
2009
Fr.
35'667.-- (
Urk.
2/
2/
2)
2010
Fr.
27'736.-- (
Urk.
2/
2/
3)
2011
Fr.
34'462.-- (
Urk.
2/
2/
4)
2012
Fr.
15'727.-- (
Urk.
2/
2/
5)
2013
Fr.
33'068.
--
(
Urk.
2/
2/
6)
3.4
Dem Zwischenzeugnis der
Y._
vom 2
8.
August 2012 ist zu ent
nehmen, dass der Kläger se
it dem
1.
April 2008
als Betreuer
im Wohnhaus
mit
arbeite. Bis Ende
Dezember
2011 habe er
Einsätze in einer Wohngruppe mit acht Bewohnern geleistet. Sein Arbeitspensum habe im Durchschnitt 50
%
einer 42 Stundenwoche
betragen
. Seit Februar
2012 arbeite er in der Aussenwohngruppe mit vier Bewohnern
.
Bis
Ende
Juli 2012
habe sein Arbeitspensum
im Durchschnitt 20
%
einer 42-Stundenwoche entsprochen.
Seit dem
1.
August 2012 betrage es 30
%
. Der Kläger habe alle ihm übertragenen Arbeiten bis heute
stets
zu ihrer vollsten Zufriedenheit ausgeführt (
Urk.
2/3).
3.5
Aus dem Leistungsausweis der
A._
vom 1
8.
September 2012 geht hervor, dass der Kläger vom Herbstsemester 2007 bis zum Frühjahrsemester 2012
Phil
osophie und Geschichte studiert ha
t
(
Urk.
2/7).
4.
4.1
Vorab ist darauf hinzuweisen, dass die IV-Stelle in der rentenzusprechenden Ver
fügung vom 1
9.
Oktober 2015
(
Urk.
14/37 und
Urk.
14/49
)
von einer verspäteten Anmeldung
zum Leistungsbezug ausging.
Die
Beklagte und das Gericht sind
an die Feststellungen der
IV-Stelle damit nicht gebunden. Der leistungserhebliche Sachverhalt ist f
rei zu überprüfen (vgl. E. 1.5
).
4.2
Aktenmässig
erstellt ist, dass
beim Kläger
im Jahr
2007 eine MS diagnostiziert wurde
(
Urk.
14/19/9
)
.
Wie aus dem Bericht von PD
Dr.
med. E._
, FMH Neurologie, vom 1
7.
J
uli 2008 hervorgeht, waren
Mitte 2007 ein Taubheitsgefühl und intermittierende Parästhesien an den Fingern IV und V beider Hände auf
ge
treten
. Im November 2007 stellte der Kläger
zudem
ein
Taubheitsgefühl im linken
Fuss
und Unterschenkel
fest
(
Urk.
14/13/6).
Am 2
0.
Dezember 2011
berichtete
Prof.
Dr.
med.
F._
, FMH Radiologie
, dass
derzeit
ein Schub mit Beinparese rechts
bestehe
(
Urk.
14/19/12). Anlässlich der von der IV-Stelle ver
anlassten Haushaltabklärung vom
2
2.
Juni 2015
gab der Kläger
sodann
an, dass er die 50%-Stelle als Betreuer angenommen habe,
um ein
regelmässiges
Einkom
men zu erzielen,
weil er als Schauspieler nicht mehr voll belastbar gewesen sei und weniger Aufträge erhalten habe. Als er realisiert habe, dass er als Schauspie
ler auf Dauer keine Chance mehr
habe
, habe er entschieden, an der
A._
Philosophie und Geschichte zu studieren (
Urk.
14/29/4-5).
Die
behan
delnde Neurologin
Dr.
D._
attestierte dem Kläger in der Tätigkeit als Schau
spieler
seit
ca.
2007
eine
Arbeitsunfähigkeit (Urk.
14/15
/2
).
Wie die nachfolgen
den Erwägungen zeigen, erübrigen sich
hier
jedoch nähere Erörterungen zum Verlauf
und Grad der
Arbeits
un
fähigkeit
des Klägers
als Schauspieler.
Vorliegend ist nämlich zu beachten
, dass
Dr.
E._
im
Bericht vom 1
7.
Juli 2008
darauf hinwies
, dass es sich bei der
diagnostizierten
MS um eine
schubartig ver
laufende Form
handle (
Urk.
14/13/6-7
; vgl
. dazu auch den Bericht von Dr.
D._
vom
1.
Oktober 2010,
Urk.
14/19/5-6
). Bei einer solchen Form der MS bilden sich die Symptome - anders als bei einer sekundär progredienten MS - zunächst wie
der vollständig zurück
(
https://de.wikipedia.org/wiki/Multiple
_Sklerose
)
.
W
ie sich aus dem Zwischenzeugn
is der
Y._
vom
28.
August 2012 (
Urk.
2/3)
und deren Lohnausweisen ergibt
(
Urk.
2/2
)
, war der Kläger ab April 20
0
8 denn auch
mehrere Jahre lang in der Lage
,
in einem Pensum von durch
schnittlich 50
%
- das
heisst
zuweilen auch in einem etwas höheren Pensum -
als Betreuer in einem Behindertenheim zu arbeiten
.
Der Arbeitgeberin war die Erkrankung des Klägers dabei nicht bekannt (
Urk.
14/10/2).
Gleichzeitig studierte er
von 2007 bis 2012
während zehn
Semestern an der
A._
Philo
sophie und Geschichte und
erlangte
in diesem
Zeitraum 92
Credits
(Urk.
2/7
)
. Da davon ausgegangen wird, dass im Vollzeitpensum
60
Leistungspunkte pro aka
demischem Jahr gesammelt werden können
(
vgl.
https://de.wikipe
dia.org/wiki/European_Credit_Transfer_System
),
entsprechen diese 92
Credits
ca.
eineinhalb Jahre
n
erfolgreichem
Vollzeitstudium, was umgerechnet auf 10 Semester einem Teilzeitstudium von 30 % entspricht.
4.3
Mit Blick darauf, dass die
Tätigkeit
en
des Klägers als Betreuer und Student
leis
tungsmässig
und vom
(
körperlichen
)
Anforderungsprofil vergleichbar war
en
mit derjenig
en als Schauspieler (vgl. E. 1.4
), kann vor diesem
Hintergrund
davon ausgegangen werden, dass
er
nach dem ersten MS-Schub von 2007 und der in diesem Zusammenhang bestehenden Arbeitsunfähigkeit in der Folge
zumindest zwischenzeitlich
wieder über einen längeren Zeitraum zu mehr als 80
%
arbeits- und leistung
sfähig wurde
.
Dieser Schluss drängt sich auch deshalb auf, weil anzunehmen ist, dass
der Kläger - wenn er nicht teilzeitlich an d
er
A._
studiert hätte –
in einem höheren Pensum als
Betreuer
hätte
tätig sein und damit ein Einkommen in der
Grössenordnung
des von der
IV-Stelle auf
Fr.
45‘912.20 festgesetzte
n
Valideneinkommen
s
als Schauspieler
(
Urk.
14/
30
und
Urk.
14/37
; vgl. dazu die jährlichen Einkommenszahlen in E. 3.3
) hätte
erzielen
können.
Er hätte
demzufolge
ein klar
rentenausschliessendes
Einkom
men erwirtschaften
können (vgl. E. 1.4
).
4.4
Der zeitliche Konnex zwischen der ab 2007
bestehenden
Arbeitsunfähigkeit
infolge des ersten MS-Schubes
und der
ab Sommer 2013 erneut von fachärztlich-neurologischer Seite
attestierten
Arbeitsunfähigkeit
wurde somit
unterbrochen.
Die Arbeitsunfähigkeit, deren Ursache zur Invalidität geführt hat, trat daher im Sommer 2013 ein.
Damals war der Kläger bei der Beklagten berufsvorsorgever
sichert.
Die Beklagte ist
deshalb
leistungspflichtig.
5.
5.1
Der Kläger hat
demnach
mit Wirkung ab dem
1.
November 2014
Anspruch auf eine
volle
Invalidenrente der Beklagten.
Die Festsetzung des gesetzlichen und reglementarischen Leistungsanspruchs in
masslicher
Hinsicht bleibt
praxisge
mäss
einstweilen der Beklagten überlassen; in einem allfällig diesbezüglich sich ergebenden Streitfall stünde dem Kläger erneut der
Klageweg
offen (vgl. BGE 129 V 450).
5.2
Auf Invalidenleistungen sind Verzugszinsen geschuldet, wobei grundsätzlich Art. 105 Abs. 1 des Obligationenrechts anwendbar ist (BGE 119 V 131 E. 4). Danach ist der Verzugszins vom Tag der Anhebung der Betreibung oder der gerichtlichen Klage an geschuldet. Der Zinssatz beträgt 5 %, sofern das Regle
ment der Vorsorgeeinrichtung keine andere Regelung kennt (BGE 119 V 131 E. 4c). Art. 29 Abs. 2 des
Kassenreglements der Beklagten
(gültig ab 1.
Januar 2014; Urk. 18/4) sieht vor, dass Forderungen im Verzugsfall zum BVG-Mindestzinssatz zu verzinsen sind.
Damit ist für den Zeitraum ab Klageerhebung
am 1
2.
Februar 2018
(
Urk.
1)
ein
Verzugszins von
1
%
geschuldet
(vgl. Art. 15 Abs. 2 BVG
i.V.m
. Art. 12 Verordnung über die berufliche Alters-, Hinterlasse
nen- und Invalidenvorsorge, BVV 2).
5.3
Die Beklagte ist somit zu verpflichten, dem Kläger mit Wirkung ab dem
1.
November 2014
basierend auf einem Invaliditätsgrad von
100
% eine volle Invalid
enrente
zuzüglich Verzugszinsen von 1 % seit dem 1
2.
Februar 2018 für die bis dahin fällig gewordenen
Rentenbetreffnisse
sowie für die übrigen ab dem jeweiligen Fälligkeitsdatum auszurichten.
6
.
6.1
Zu prüfen bleibt der Anspruch auf Beitragsbefreiung.
6.2
Nach
Art.
28
Abs.
1 des Kassenreglements der Beklagten tritt bei Invalidität nach einer Wartefrist vo
n 90 Tagen die Befreiung von den
Arbeitgeber- und Arbeit
nehmerbeiträgen ein, sofern die versicherte Person zu diesem Zeitpunkt das ordentliche Pensionierungsalter noch nicht erreicht hat (
Urk.
18/4).
6.3
Da der Kläger 90 Tage nach Eintritt der Invalidität am
1.
November 2014
infolge seiner Kündigung
der Stelle
bei der
Y._
per
3
0.
September
2014
keinen Lohn mehr erhielt
, entfällt eine Beitragsbefreiung.
Die Klage ist daher teilweise
gutzuheissen
.
7
.
Gemäss
§ 34 Abs. 1 und 3 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht (
GSVGer
) haben die Parteien nach
Massgabe
ihres Obsiegens Anspruch auf den vom Gericht festzusetzenden Ersatz der Parteikosten. Dieser wird ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierig
keit des Prozesses bemessen. Unter Berücksichtigung
der
massgeblichen
Kriterien
erscheint die
Zusprache
einer Prozessentschädigung für den anwaltlich
vertrete
nen Kläger von Fr. 1‘900.
-- (inkl. Barauslagen und
MWSt
) als angemessen.