# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 4b9f64e7-08f0-4ea0-998c-6b0f1007bef9
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2020
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
X._
,
geboren
1969
,
hat eine
Anlehre
als
Coiffeuse
absolviert
. Sie war zwei
mal verheiratet, die Ehen wurden 2004 und 2011 geschieden (
Urk.
9/3, 9/2).
Sie arbeitete ab dem 1. Mai 2012 bei der
Genossenschaft
Y._
als Kassiererin in Teilzeit.
Am 17. Dezember 2015 kündigte sie ihre Stelle per 29. Februar
2016 (Urk. 9/1, Urk. 9/15/2 f., Urk. 9/15/8 f.).
Danach war sie nicht mehr erwerbstätig (Urk. 9/3/6). Unter Hinweis auf eine rezidivierende depressive Störung, mitte
lgra
dige Episode, eine p
osttraumatische Belastungsstörung (PTBS) sowie chronische Schmerzen an der Lendenwirbelsäule (LWS) meldete sie sich am 1
0
. Mai 2017 bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an (Urk. 9/3). Die Sozialversiche
rungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, klärte die erwerbliche Situation ab (Urk. 9/13, Urk. 9/15) und holte Berichte der behandelnden Ärzte ein (Urk. 9/16, Urk. 9/19). Gestützt darauf
stellte
sie der Versicherten mit Vorbescheid vom 4. September 2017
die Abweisung des Leistungsbegehrens in Aussicht und wies
sie
gleichentags
auf ihre Schadenminderungspflicht hin
(Urk. 9/24, Urk. 9/22). Dagegen liess die Versicherte am 4. Oktober 2017, ergänzt am 2. November 2017, Einwand erheben (Urk. 9/29, Urk. 9/32). Daraufhin tätigte die IV-Stelle weitere medizinische und erwerbliche Abklärungen und liess die Versicherte durch die
Medizinische Abklärungsstelle
Z._
(fortan: MEDAS)
polydiszipli
när begutachten
(MEDAS-
Gutachten vom 27. Dezember 2018, Urk. 9/72). Am 4. März 2019 nahm die Versicherte Stellung zu ergänzenden Abklärungen im Rahmen des
Vorbescheidverfahrens
und reichte
einen Bericht
des Zentrums
A._
vom 26. Februar 2019
ein
(Urk. 9/78
-79
)
.
Mit Ver
fügung vom 27. März
2019 wies die IV-Stelle das Leistungsbegehren ab (Urk. 9/81 = Urk. 2).
2.
Dagegen liess die Versicherte am 10. Mai
2019
, vertreten durch Milosav
Milovanovic
,
Beschwerde erheben und beantragen, die Verfügung
vom 27. März
2019
sei aufzuheben und
es sei
ihr eine ganze
Rente der Invalidenver
sicherung
zuzu
sprechen. Event
u
aliter sei die angefochtene Verfügung aufzu
heben und
die Sache
an die Beschwerdegegnerin zwecks weitere
r
Abklärungen zurückzuweisen. In proz
essualer Hinsicht ersuchte sie u
m Gewährung der unent
geltlichen Prozess
führung (Urk. 1 S. 1).
Die Beschwerdegegnerin schloss mit Beschwerdeantwort vom 11. Juni 2019 auf Abweisung der Beschwerde (Urk. 8). Am 17. Juni 2019
ersuchte
die Beschwerdeführerin, nun vertreten durch Rechts
an
wältin Aurelia Schmid, zudem um Bewilligung der unentgeltlichen Rechtsver
tretung (Urk. 10). Mit Verfügung vom 25. Juni 2019 wurde
n
der Beschwerde
führerin antragsge
mäss die unentgeltliche Prozessführung sowie Rechtsver
tretung bewilligt und ein zweiter Schriftenwechsel angeordnet (Urk. 13). Mit Replik vom 28. August 2019
hielt die Beschwerdeführerin an ihren Anträgen fest
(Urk. 14)
.
Ihrer Replik legte
sie verschiedene medizinische Berichte und Fotodokumentationen bei (
Urk.
15/1
8).
Die Beschwerdegegnerin verzichtete a
m 25. September
2019 auf das Einrei
chen einer Duplik (Urk. 20), was der Beschwerdeführerin am 26. Sep
tem
ber 2019 mitgeteilt wurde (Urk. 21).
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allge
meinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom
menden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der ge
sundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.
2
Die Annahme eines psychischen Gesundheitsschadens im Sinne von Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG)
sowie Art. 3 Abs. 1 und Art. 6 ATSG setzt eine psychiatrische, lege
artis
auf die Vorgaben eines aner
kannten Klassifikationssystems abgestützte Diagnose voraus (vgl. BGE 145 V 215 E. 5.1, 143 V 409 E. 4.5.2, 141 V 281 E. 2.1, 130 V 396 E. 5.3 und E. 6). Eine fachärztlich einwandfrei festgestellte psychische Krankheit ist jedoch nicht ohne weiteres gleichbedeutend mit dem Vorliegen einer Invalidität. In jedem Einzelfall muss eine Beeinträchtigung der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit unabhängig von der Diagnose und grundsätzlich unbesehen der Ätiologie ausgewiesen und in ih
rem Ausmass bestimmt sein. Entscheidend ist die nach einem weitgehend objek
tivierten Massstab zu beurteilende Frage, ob es der versicherten Person zumutbar ist, eine Arbeitsleistung zu erbringen (BGE 145 V 215 E. 5.3.2, 143 V 409 E. 4.2.1, 141 V 281 E. 3.7, 139 V 547 E. 5.2, 127 V 294 E. 4c; vgl. Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.
3
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen
wieder herstellen
, er
halten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.
4
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob er für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) ab
gegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten begründet sind. Ausschlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag ge
gebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125
V
351 E. 3a).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin
begründete die
angefochtene Verfügung
damit
,
dass
zwar
der Beschwerdeführerin
seit dem 1. August 2016 eine volle Arbeitsunfähig
keit attestiert
werde
.
Die
Abklärungen hätten ergeben, dass
sich
belastende äussere Faktoren negativ auf die Arbeitsfähigkeit auswirken würden. Diese Um
stände
seien jedoch
als invaliditätsfremd
einzuordnen
und könnten deshalb nicht berücksichtigt werden. Trotz de
r
psychischen Einschränkungen weise die Be
schwerdeführerin genügend Ressourcen für eine aktive Alltagsgestaltung auf (Urk. 2 S. 1). Nach erhobenem Einwand seien weitere Arztberichte angefordert und ein Gutachten in mehreren Fachrichtungen in Auftrag gegeben worden. Es sei weiterhin keine Diagnose mit massgebender Auswirkung auf die Arbeitsfä
higkeit ausgewiesen. Das Gutachten sei schlüssig, nachvollziehbar und berück
sichtige die ge
samte Aktenlage, weshalb darauf
abgestellt werden könne
(Urk. 2 S. 2). Demzufolge sei kein langandauernder beziehungsweise invalidisierender Gesundheitsschaden ausgewiesen
.
D
as Gesuch
um Ausrichtung von Leistungen der Invalidenversicherung
sei daher
abzuweisen (Urk. 2 S. 1).
2.2
Die Beschwerdeführerin brachte demgegenüber vor,
das MEDAS-Gutachten
weise erhebliche Mängel auf
.
Das psychiatrische Teilgutachten sei – aus näher darge
legten Gründen (Urk. 14 S. 4-7)
– aufgrund der unsorgfältig erhobenen Anam
nese und Symptomaufnahme mangelhaft (Urk. 14 S. 7). Zudem werde
– ebenfalls aus näher ausgeführten Gründen (Urk. 14 S. 7-10) –
die Verwertbarkeit der neu
ropsychologischen Abklärung angezweifelt
(Urk. 14 S. 7).
Im Ergebnis sei das Gutachten widersprüchlich, da unter anderem Verhaltensbeobachtungen nicht in die Beurteilung der Arbeits- und Leistungsfähigkeit aufgenommen worden seien (Urk. 14 S. 10). Zudem würden sich das psychiatrische Teilgutachten und die in
terdisziplinäre Gesamtbeurteilung widersprechen (Urk. 14 S. 11). Des Weiteren sei die Begründung betreffend Konsistenz und Plausibilität alles andere als ausführ
lich (Urk. 14 S. 12). Die
Behandler
, Dr. med.
B._
, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie, sowie Dr.
phil
.
C._
, klinischer Psy
chologe
vom Zentrum
A._
,
hätten
ihre Diagnosen der
rezidivierenden depressiven Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode (ICD
10
F33.1)
,
der posttraumatischen Belastungsstörung (ICD-10 F43.1) sowie des Status nach Suizidversuchen
(
2006, 201
6) aktuell mit Schreiben vom 5.
Juli 2019 erneut bestätigt.
Das Gutachten
sei daher nicht beweiskräftig
, weshalb darauf nicht ab
gestellt werden könne. Ihre
invalidenversicherungsrechtlich relevanten
Be
schwerden seien offensicht
lich, weshalb ihr eine ganze
Rente zuzu
sprechen sei. Eventualiter sei der Fall zwecks weitere
r
Abklärungen (psychia
tri
sche Begutach
tung sowie neuropsychologische Abklärung plus Intelligenz
ab
klärung) an die Be
schwerdegegnerin zurückzuweisen (Urk. 14 S. 12).
3.
3.1
Dem Austrittsbericht des Universitätsspitals
D._
, Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie, vom 11. Dezember 2016 (Urk. 9/16/14 f.) ist zu entnehmen, dass die Beschwerdeführerin am 12. Dezember 2016 (
richtig
wohl: 11. Dezember 2016) dort in Behandlung war. Die behandelnden Ärzte diagnostizierten eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig schwere Episode ohne psycho
ti
sche Symptome, eine posttraumatische Belastungsstörung (ICD-1
0
F43.1) sowie ein
multilokuläres
und
zervikospondylogenes
Schmerzsyndrom. Die Beschwerde
füh
rerin
habe vor zwei Monaten einen Suizidversuch begangen (Sprung vor die S-Bahn), dies aufgrund anhaltender Depressivität und familiärer Probleme. Sie habe heute die Wohnung der Mutter nach einem Streit und ständigen Ausein
anderset
zungen sowie Überlastung und Hilflosigkeit verlassen
und sich in die Behandlung des
D._
begeben
(Urk. 9/16/14).
Da die Versicherte sich nicht glaub
haft von Su
izidgedanken zu distanzieren vermochte, wurde sie
in das Spital
E._
zur Krisenintervention und Etablierung einer adäquaten Therapie über
wiesen (Urk. 9/16/15).
Dort
wurde
die Beschwerdeführerin vom 1
1.
bis 15. Dezember 2016 stationär be
handelt.
Die behandelnden Ärzte stellten
im Bericht vom 1
6.
Dezember
2016
die
Diagnosen einer Anpassungsstörung bei längerer depressiver Reaktion (ICD
10
F43.21) bei psychosozialen Belastungsfaktoren, einer rezidivierende
n
depressive
n
Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode (Differentialdiagnose [DD], ICD-10 F33.1), einer vordiagnostizierten PTBS (Therapie im
D._
bis 2015 ambulant) so
wie eines multiplen
lobulären
Schmerzsyndroms.
Die Beschwerde
führerin
be
richte
über ihre prekäre Wohnsituation und Streitereien mit der Mut
ter
, bei der sie wohne,
sowie der Schwester
;
infolge
dieser Streitereien habe
sie sich umbrin
gen wollen.
Die Beschwerdeführ
erin sei wach, bewusstseinsklar und
zu allen Qua
litäten orientiert. Im Gespräch fänden sich keine Anhalte für bedeutsame kogni
tive Defizite. Das formale Denken sei geordnet, zum Teil einge
engt auf die schwie
rige soziale Situation. Anamnestisch bestehe
Grübelneigung
, ferner kein Anhalt für wahnhaftes Erleben, psychotische Ich-Störungen oder Wahrnehmungsstörun
gen. Affektiv wirke sie eher wenig schwingungsfähig und moduliert bei gedrück
ter Stimmungslage und Besorgtheit sowie
Klagsamkeit
. Sie habe in der Aufnah
mesituation
einen
akuten suizidalen Handlungsdruck ver
neint
. Sie
berichte
über gelegentlich persistierende Suizidgedanken. Es bestehe jedoch kein Anhalt für akute handlungsrelevante Suizidalität oder Fremdge
fährdung. Es sei eine stüt
zend-interpersonelle Gesprächsführung erfolgt. Eine anxi
oly
tische, schlaf-an
stossende Medikation sei von der Beschwerdeführerin abgelehnt worden. Sie habe sich eine akute Lösung ihrer Wohnungsproblematik
erhofft
, welche der Sozial
dienst der Klinik nicht habe bieten können. Daher
habe
sie
den raschen Austritt aus der Klinik erbeten
, welcher bei fehlender Eigen- oder Fremdgefährdung wunschgemäss erfolgt sei
. Im Vordergrund des stationären Aufenthaltes sei die soziale Problematik bei Symptomen einer Anpassungs
stö
rung gestanden
(Urk. 9/72/
17-
18).
3.
2
Die
ab März 2017
behandelnden Ärzte
des
A._
hielten in ihrem Bericht vom 27. Juni 2017
(Urk. 9/19)
als
Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähig
keit
eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode (ICD
10 F33.1), eine andauernde Persönlichkeitsveränderung nach Extrembe
lastung (ICD-10 F62.0), eine leichte Intelligenzminderung (Intelligenzquotient [IQ] von 65) sowie
einen
Status nach Suizidversuchen (2006, 2016)
fest
.
Die Beschwerde
führerin sei geistig eingeschränkt. Die Aufmerksamkeits- und Kon
zen
trationsleis
tung seien unterdurchschnittlich. Psychisch sei sie unsicher und labil, sie leide unter einem permanenten Gefühl der Bedrohung. Sie
berichte
über Albträume, Schreckhaftigkeit und häufi
ge Angstzustände sowie negatives
Gedan
kenkreisen und Antriebslosigkeit. Sie sei gedanklich oft abgelenkt und könne sich nicht gut konzentrieren. Dadurch sei die psychische und körperliche Belastbarkeit
reduziert, es könne ihr weder eine lange Arbeitszeit noch eine
Aufgabe
mit viel Verantwor
tung zugemutet werden. Gut sei eine einfache und klare Aufgabe, welche körper
lich nicht anstrengend sei und sie in ihrem Tempo erledigen könne (Urk. 9/19/7).
Betreffend die Arbeitsfähigkeit
ergänzten
die Behandler
, die Beschwerdeführerin sei seit Oktober 2016 bis
heute zu 100 % arbeitsunfähig
(
Urk. 9/19/6).
Es gehe ihr mit der Therapie soweit gut und die Depression habe bereits reduziert werden können. Allerdings bleibe die Persönlich
keits
verän
derung nach der traumati
schen Belastung beständig. Die Gewalter
fahrungen (in den beiden Ehen, vgl. Urk. 9/16/6) hätten
ihr
Leben für immer verändert und es sei ein bleibender Scha
den vorhanden. Durch die Intelli
genzminderung seien ihre Bewältigungsstrate
gien beschränkt. Es könne davon ausgegangen werden, dass sie sich nicht mehr voll remittieren werde. Sie sei unsicher, verwirrt und labil. Sie sei motiviert zu arbeiten und werde vermutlich ab September 2017 versuchen, einer 20%igen Ar
beit nachzugehen.
Dazu
brauche
sie
jedoch einen bleibenden Rahmen, eventuell sogar auf langfristige Sicht (Urk. 9/19/7).
3.
3
Der Hausarzt der Beschwerdeführerin, Dr. med.
F._
, Facharzt für Allge
meinmedizin, nannte in seinem Bericht vom 5. Juli 2017
(Urk. 9/16)
als Diagno
sen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine psychosoziale Belastungssi
tuation mit rezidivierenden depressiven Episoden sowie eine posttraumatische Belastungsstörung.
Dem
Vitamin D3-Mangel
mass er keine Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit zu
(Urk. 9/16/1). Die Beschwerdeführerin sei aufgrund ihrer psy
chischen Einschränkungen seit Oktober 2016 und bis auf Weiteres in ihrer ange
stammten Tätigkeit als Verkäuferin zu 100 % arbeitsunfähig (Urk. 9/16/2). Eine behinderungsangepasste Tätigkeit sei ebenfalls nicht möglich (Urk. 9/16/3).
Fer
ner verwies er auf weitere Berichte
des
A._
(Urk. 9/16/2).
Mit Bericht vom 30. April 2018 (Datum Eingang Beschwerdegegnerin, Urk.
9/44)
statuierte
Dr.
F._
einen stationären Gesundheitszustand und
nannte
ergänzend ein
zervikospondylogenes
Schmerzsyndrom als Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit. Die Beschwerdeführerin sei zu 100 % arbeitsunfähig in ihrer bisherigen sowie einer angepassten Tätigkeit (Urk. 9/44/1).
3.
4
Vom 20. August bis 14. September 2018 liess das Regionale Arbeitsvermittlungs
zentrum (RAV) bei der Beschwerdeführerin eine
arbeitsmarktliche
Abklä
rung durchführen (Urk. 9/66). Dem
Schlussbericht
lässt sich entnehmen, dass die Beraterin Eingliederungsmassnahmen der
Invalidenversicherung
empfahl
, na
mentlich Beschäftigungsmassnahmen
zur Aufrechterhaltung
der Tagesstruktur und der Restarbeitsfähigkeit bis zum Beginn von beruflichen Massnahmen
(Urk. 9/66/1)
.
Die Beschwerdeführerin habe manchmal in sich gekehrt und orien
tierungslos gewirkt. Wenn sie viel Zuwendung erhalten habe, sei sie für kurze
Zeit aufgeblüht. Die Coaching-Gespräche hätten klar strukturiert sein müssen, damit sie sich nicht in Erinnerungen verloren habe. Ihr Arbeitsverhalten sei durch Willenskraft geprägt gewesen. Trotzdem sei es ihr gemäss Selbst- und Fremdein
schätzung nicht möglich, länger als 10 bis 15 Minuten zu arbeiten, um danach kurz (bis 5 Minuten) Pausen einzulegen. Im regulären Arbeitsmarkt würde
n
Effi
zienz und Wirtschaftlichkeit gefordert, was die Beschwerdeführerin während der Abklärungszeit nicht habe erbringen können. Somit sei es fraglich, ob sie die nötige Begleitung erhalten könne, um einem 50%igen Pensum nachzukommen (Urk. 9/66/5).
3.
5
3.
5
.1
Am 27. Dez
ember 2018 erstattete d
ie
MEDAS
Z._
das polydisziplinäre Gut
achten in den Bereichen Orthopädie, Neurologie, Psychiatrie, Neuropsychologie sowie allgemein-internistische Medizin (Urk.
9/72). Darin hielten die Gutachter keine Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit fest (Urk. 9/72/4). Als Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit nannten sie die folgenden (Urk. 9/72/5):
-
Hypothyreose nach Hashimoto Thyreoiditis, Erstdiagnose (ED) 02/2013
-
Status nach Hypovitaminose D, ED 02/2013
-
Zervikospondylogenes
Schmerzsyndrom ohne
radikuläre
Zeichen, M53.0
-
Lumbovertebrales
Schmerzsyndrom ohne
radikuläre
Zeichen
,
M54.9
-
Beginnende
Coxarthrosen
beidseits bei fraglicher
Impingement
Konstella
tion
-
Leichte degenerative Veränderungen im Mittel- und
Vorfuss
rechts
-
Dependente
Persönlichkeitsstörung (ICD-10 F60.7), vorwiegend, jedoch bestehen auch andere,
dieser untergeordnete Persönlichkeitsanteile
-
Anpassungsstörung in der Vergangenheit (remittiert, ICD-10 F43.2)
-
Schwierigkeiten in der Lebensbewältigung (ICD-10 Z73)
-
ADHS in der Kindheit möglich (gegenwärtig ohne Relevanz)
-
In ihrer Ausprägung nicht-authentische kognitive Minderleistungen in den Bereichen Aufmerksamkeit, Neugedächtnis, Exekutivfunktionen,
Visu
o
konstruktion
und Sprache mit/bei bewusster Leistungsverzerrung
(= Aggravation, DD Simulation)
3.
5
.2
Im orthopädischen Teilgutachten vom 3. September 2018 hielt Dr. med.
G._
, Fachärztin für orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungs
apparates
,
fest
,
in der klinischen Untersuchung
hätten
sich ein normaler Barfuss
gang in allen drei Positionen, lokale
Druckdolenzen
in der HWS und der LWS über beide
Sternoclaviculargelenken
, in beiden Hüften und im rechten Mittelfuss
gefunden
, wo der Beschwerdeführerin vor drei Tagen eine schwere
Pet
-F
lasche
d
a
rauf
gefallen sei. Die HWS
-
und die LWS-Beweglichkeit seien leicht vermindert.
Radikuläre
Zeichen würden fehlen. Der paravertebrale Hartspann sei minimal. Im MRI der HWS würden sich ausgeprägte degenerative Veränderungen der HWS ohne Kompression neuraler Strukturen finden, Das MRI der LWS sei
bland
. Das Fussröntgen zeige leichte degenerative Veränderungen im Mittel- und
Vorfuss
ohne eine traumatische Läsion. Im Bereich des Beckens finde sich eine leichte
Coxarthrose
beids
eits mit fraglicher
Impingement
Konstellation sowie eine leichte Degeneration des
Iliosakralgelenks
.
Es seien daher die
Diagnosen
des
zervikos
pondylogenen
und
lumbovertebralen
Schmerzsyndroms ohne
radukuläre
Zei
chen, der beginnenden
Coxarthrosen
beidseits bei fraglicher
Impingement
Kon
stellation und der leichten degenerativen Veränderungen im Mittel- und
Vorfuss
rechts zu stellen.
Im Vordergrund
stehe
die psychiatrische Problematik. Die orthopädischen Probleme seien radiologisch nur teilweise nachvollziehbar. Radio
logisch sei einzig der HWS-Befund mit einer ausgeprägten Degeneration, jedoch ohne Neurokompression, evident (Urk. 9/72/44).
Bei der Beschwerde
führerin
be
st
ünden
eine reduzierte Rückenbelastbarkeit und eine reduzierte HWS-Belastbarkeit. Aus orthopädischer Sicht
bestehe
folgendes Zumutbarkeitsprofil: Das Heben und Tragen von schweren Lasten von mehr als 10 kg beidseits sei
en
nicht zumutbar, wie auch Arbeiten mit Zwangspositionen des Kopfes und/oder des Rumpfes. Arbeiten in gebückter Stellung seien
ebenfalls
nicht zumutbar wie auch Arbeiten mit viel Überkopfarbeiten und Arbeiten, welche rein stehend, sit
zend oder gehend seien (Urk. 9/72/45).
3.
5
.3
Lic
. phil.
H._
, Fachpsychologin für Neuropsychologie, untersuchte die Beschwerdeführerin neuropsychologisch
(Urk. 9/72/95 ff.)
. Sie
führte aus
, die Be
schwerdeführerin sei zeitlich, persönlich, situativ und örtlich sicher orientiert. Die Kontaktaufnahme sei unauffällig
. Sie habe von Beginn an offen Auskunft gege
ben und auf präzise Fragen sehr ausführliche Antworten gegeben. Sie habe immer wieder bestimmte Themen erwähnt (Gewalt in der Ehe), auch ohne danach gefragt zu werden. Sie sei stets freundlich zugewandt und die Anstrengungsbereitschaft sei deutlich auffällig. Die Aufmerksamkeit in der 1-zu-1-Situation sei schwan
k
end, sie unterbreche sich selbst
immer wieder durch Reden. Innerhalb der 2
Stunden und 45 Minuten dauernden Untersuchung hätten sich weder zuneh
mende Ermüdungszeichen wie Gähnen oder kleine Augen noch
ein
sichtbarer Leistungsabfall gezeigt. Sie habe am Ende wacher als zu Beginn gewirkt. Ihr Arbeitstempo sei ohne Zeitdruck nicht übermässig langsam, teilweise auch unauf
fällig. Mit Zeitdruck sei es deutlich verlangsamt, die Initiierung von Handlungen und deren Aufrechterhaltung in der gut strukturierten Untersuchungssituation sei unauffällig. Ihr Vorgehen sei strukturiert, sie weise eine ungenügende Fehlerkon
trolle auf. Affektiv wirke sie eher flach, schwinge reduziert mit. Ihr Schmerzver
halten zeige sich dadurch, dass sie sich immer wieder an den Brustkorb greife und Schmerzen äussere, sie habe jedoch keine weiteren Pausen einlegen wollen (Urk. 9/72/100).
Sie habe in der neuropsychologischen Begutachtung bis zu schwer defizitäre Leistungen in den Bereichen Gedächtnis, Aufmerksamkeit, Exe
kutivfunktionen,
Visuokonstruktion
und Sprache gezeigt. Allerdings sei die Va
lidität dieser Defizite eingeschränkt, was bedeute, dass die gezeigten Leistungen mit überwiegender Wahrscheinlichkeit nicht der tatsächlichen Leistungsfähigkeit entsprechen würden
(Urk. 9/72/102)
.
Vergleichbare Resultate hätten in Studien beispielsweise
78-jährige hospitalisierte Personen mit fortgeschrittener Demenz gehabt. Die Leistungen der Beschwerdeführerin seien zudem am besten vergleich
bar mit Personengruppen, welche gebeten worden seien, ihre Leistungen zu simulieren. Aus rein empirischer Sicht habe
sie
sogar eine Menge an richtigen Ant
worten unter dem Zufallsbereich geliefert.
Leistungen aus dem Zufallsbereich
seien solche
,
bei welcher die Probandin
– vorausgesetzt
sie
sei leistungsmotiviert –
die korrekte
Antwort tatsächlich nicht kenne. Unter dem Zufallsbereich würden allerdings Leistunge
n liegen, bei welchen die Proba
ndin die tatsächliche Antwort kenne und bewusst die falsche Antwort gebe. Solche Ergebnisse kämen auch nicht zustande, wenn eine Probandin unkonzentriert oder müde sei oder lediglich rate, dann wären die Ergebnisse im Zufallsbereich. Auch eingebettete Faktoren seien deutlich auffällig. Schmerzpatienten würden in diesen Verfahren deutlich besser abschneiden. Gemäss Studien würden die Leistungen der Beschwerdeführerin in den Bereich von Aggravation und Simulation fallen
. Zudem bestünden zahlreiche Inkonsistenzen
(Urk. 9/72/103
f.
).
Negative und bewusste Antwort- und Leis
tungsverzerrung seien belegbar, sodass kein gültiges Testprofil habe erhalten wer
den können und das tatsächliche Leistungsniveau und –
profil
unklar
ge
blieben
seien
. Die subjektiven Schmerzen könnten zwar schmerzabhängige Konzentrati
onsschwankungen bewirken, allerdings übersteige das gezeigte Ausmass das theo
retisch mögliche. Im Rahmen der psychischen Erkrankung seien ebenfalls leichte kognitive Einschränkungen möglich. Doch auch wenn tatsächlich geringfügige echte kognitive Einschränkungen bestünden, könnten sie weder die deutlichen Auffälligkeiten im
Perfoman
ce
-V
alidierungsverfahren in den einge
betteten Fak
toren noch die Diskrepanz erklären. Daher bestünden bei der Beschwer
deführerin in ihrer Ausprägung nicht-authentische kognitive Minder
leistungen in den Be
reichen Aufmerksamkeit, Neugedächtnis, Exekutiv
funk
tionen,
Visuokonstruktion
und Sprache bei bewusster Leistungsverzerrung (Aggravation, DD Simulation).
Mit Bezug auf die Würdigung von Fähigkeiten, Ressourcen und Belastungen hielt die Gutachter
i
n
F
olgendes fest:
Wären die Befunde valide, wäre die Beschwerde
führerin erheblich vergesslich, könnte sich auf Anhieb nur eine eingeschränkte Menge an Informationen merken, würde neue Informationen rasch wieder ver
gessen, könnte daher neue Abläufe schlecht lernen und über ihre Situation nur lückenhaft Auskunft geben. Sie wäre bereits bei einfachen Aufgaben erheblich verlangsamt, würde verlangsamt sprechen, die Wörter nicht finden und oft den Faden verlieren. Aufgrund der invaliden Ergebnisse werde ein positives Funkti
onsprofil erstellt, das aufzeige, welche Leistungen der Beschwerdeführerin min
destens möglich sein sollten: Sie könne einem Gespräch folgen, adäquat Antwort (in Deutsch und in der Muttersprache) geben, sich mündlich klar und verständlich ausdrücken und differenziert ihre Situation beschreiben. Sie verstehe mündliche Anweisungen auf Anhieb (teilweise bereits in der deutschen Sprache) und könne diese umsetzen. Sie habe keine Probleme, einfache Handlungsabfolgen und Handbewegungen nachzuahmen. Im Gespräch verliere sie den roten Faden nicht und habe keine Wortfindungsprobleme. Sie sei flexibel, verliere also bei Aufga
benwechseln nicht verstärkt an Geschwindigkeit und gehe systematisch vor. Sie könne türkische Wörter lesen und verstehen sowie einen einfachen Satz fehlerfrei schreiben. Sie sei fähig, innerhalb der 2 Stunden und 45 Minuten Bezug auf zuvor gegebene Informationen zu nehmen. Für diese Dauer sei sie gut belastbar, ihre Leistungen würden nicht einbrechen, sie wirke am Ende wach und präsent. Zu
dem könne sie selbständig eine kurze Reise mit dem Zug an einen ihr wenig bekannten Ort unternehmen.
Eine differenzierte Einschätzung der Leistungsfä
higkeit sei aufgrund der invaliden Ergebnisse nicht möglich. Es gebe jedoch keine schlüssige Ätiologie, die anhaltende und relevante kognitive Probleme begründen könne (Urk. 9/72/105).
3.
5
.
4
Im psychiatrischen Teilgutachten
(Urk. 9/72/62 ff.)
hielt Dr. med.
I._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, betreffend den psychiatrischen Be
fund fest, das Ich-Bewusstsein der Beschwerdeführerin sei ungestört. Die Auf
merksamkeit und Konzentration hätten im Verlauf der Untersuchung nicht nach
gelassen und im Rahmen der Untersuchung keine relevanten Defizite gezeigt. Dies gelte auch für die
Mnestik
, die Datierung bestimmter Lebensereignisse in der rich
tigen Reihenfolge erfolge korrekt und ohne langes Überlegen. Sie spreche gut deutsch. Die Übersetzerin benötige sie offensichtlich als Brücke bei unange
nehmen oder detaillierten Fragen. Es bestünden keine
Störungen der Wahr
nehmun
gen. Das Intelligenzniveau werde unter Berücksichtigung der aktuellen Untersu
chungssituation, der Schulbildung, des beruflichen Werdegangs und der allge
meinen Sozialisation als knapp durchschnittlich differenziert.
Psycho
mo
torisch sei die
Beschwerdeführerin
ruhig, ab und zu stehe sie auf und gehe etwas im
Raum umher. Sie vermittle einen freundlichen, gut gelaunten, zum Teil auch ver
gnügten Eindruck und lächle viel. Zu keinem Zeitpunkt wirke sie depressiv her
abgestimmt oder
maniform
. Besorgt wirke sie im Zusammenhang mit ihrer be
ruflichen und wirtschaftlichen Zukunft und Absicherung. Dies betreffe zum Teil auch ihre persönliche Situation. Bei der Beschwerdeführerin bestünden unter Zu
hilfenahme des strukturierten klinischen Interviews SKID-II (Achse II: Persön
lich
keitsstörungen)
Hinweise auf eine vorwiegend
dependente
Persön
lich
keits
struk
turierung, jedoch fänden sich bei ihr auch narzisstische, selbstunsichere und im
pulsive Persönlichkeitsanteile
. Ferner bestünden keine alltagsrelevanten Zwän
ge, allenfalls diskrete und stark situations- oder themengebundene
antro
pho
bi
sche
Reaktionsweisen. Die Willens- und Antriebskraft seien wenig struk
turiert, die Re
alitätsorientierung und der Realitätsbezug erschienen adäquat. Die Moti
vation zur Aufnahme einer beruflichen Tätigkeit erscheine ambivalent (
Urk.
9/72/73).
Im Rahmen der Ehesituation seien nach Angaben der Beschwerde
führerin schwie
rige und belastende Ereignisse aufgetreten, jedoch würden diese nicht einer PTBS entsprechen. Es handle sich vielmehr um abhängige Beziehun
gen, das dysfunk
tionale Verhaltensmuster entspreche durchaus der Persönlichkeit der Beschwer
deführerin. Eine überzeugende Darstellung von mittelschweren und schweren de
pressiven Episoden gelinge in den psychischen Befunden der Akten
lage nicht. Die Störungen der Affektivität und auch die
appellativen
suizidalen Äusserungen seien ebenfalls Ausdruck der Persönlichkeitsstörung, diese würden eine starke situative Abhängigkeit zeigen. Die Beschwerdeführerin sei 2016 vor allem mit dem Wunsch nach Hilfe und Versorgung ins Spital
E._
einge
treten. Als diese Erwartungen nicht hätten erfüllt werden können, habe sie das Spital schnell wieder verlassen. Auch die anderen Behandler hätten sich in ihren Angaben zum Krankheitsbild und zum Verlauf offensichtlich vornehmlich auf die Angaben der Beschwerdeführerin und ihre hilfesuchenden Appelle gestützt (Urk. 9/72/76 f.).
Bei der Beschwerdeführerin würden lediglich Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit vorliegen, so eine
dependente
Persönlich
keitsstörung (ICD-10 F60.7
,
vorwiegend, jedoch bestünden auch andere, dieser untergeordneten Persönlichkeitsanteile), eine Anpassungsstörung in der Vergan
gen
heit (remittiert, ICD-10 F43.2)
sowie
Schwierigkeiten in der Lebensbe
wältigung (ICD-10 Z73). Zu
dem sei ein ADHS in der Kindheit möglich, welches
derzeit
ohne Relevanz sei.
Gegenwärtig würden psychosoziale Probleme die Si
tua
tion der Beschwerdefüh
rerin bestimmen. Sie bewerbe sich zahlreich, erhal
ten jedoch keine Resonanz. Da
bei betone sie jeweils ihre guten Fähigkeiten. Ihre Angaben, sie habe früher häu
figer Stellen gewechselt wegen ihrer schlechten Konzentration
,
könnten retro
spektiv nicht nachvollzogen werden, dies auch unter besonderer Berücksichti
gung der neuropsychologischen Untersuchung, bei
wel
cher
erhebliche Inkonsis
tenzen hätten dargestellt werden können. Im Rahmen der aktuellen psychiatri
schen Untersuchung, die mehr als drei Stunden gedauert habe, sei die Beschwer
deführerin überaus konzentriert und aufmerksam gewesen. Es hätten sich keine relevanten Störungen der Konzentration ergeben. Die meis
ten Beschwerden und geschilderten Symptome der Aktenlage würden sich von der Persönlichkeitsstö
rung ableiten, wofür auch das jeweils nur kurze Bestehen der Symptome spreche und teilweise auch nur sehr kurze klinische Aufenthalte wie im Jahr 2016 die Beschwerdeführerin entlasten würden (Urk. 9/72/77).
Es bestünden Hinweise auf deutliche Einschränkungen der Konsistenz. Die geklagten Beschwerden und/oder Funktionseinschränkungen seien nicht konsistent und plau
sibel. Dies gelte auch für das neuropsychologische Gutachten (Urk. 9/72/78).
Betreffend die Würdigung von Fähigkeiten, Ressourcen und Belastungen verwies der psychiatrische Gut
achter auf die neuropsychologische Beurteilung und ergänzte, auch in der psy
chiatrischen Untersuchung sei die
Beschwerdeführerin
hinreichend belastbar
ge
wesen
. Aus rein psychiatrischer Sicht würden sich keine relevanten Einschrän
kungen des Fähigkeitsprofils unter Berücksichtigung der infrage kommenden Tä
tigkeiten ergeben. Die in der Aktenlage zum Teil beschriebenen Störungen des Tätigkeitsprofils erschienen nicht valide bezie
hungs
weise nicht dauerhaft vorzu
liegen. Es handle sich zum grossen Teil um medi
zinisch nicht begründete Funk
tionsstörungen, speziell psychosoziale Belas
tun
gen. Der psychiatrische Gutachter ging von einer 100%igen
Arbeitsfähigkeit sowohl in angestammter als auch in ein
er leidensangepassten Tätigkeit aus
und erklärte, eine leidensangepasste Tä
tigkeit sei eine solche ohne permanenten Zeit
druck und mit strukturierten Auf
gaben
(Urk. 9/72/79
).
3.
5
.
5
Dr. med.
J._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie sowie Neu
rologie, hielt im neurologischen Teilgutachten
einen weitgehend unauffälligen Untersuchungsbefund fest und stellte die
Diagnosen einer chronischen
Zervikoce
phalgie
sowie chronische
r
Rückenschmerzen
, welche die Arbeitsfähigkeit nicht einschränken würden
(Urk. 9/72/57 f.
und 59
).
Dazu bemerkte er, es
bestehe
eine deutliche Diskrepanz zwischen den beklagten Beschwerden und den objektivier
baren Befunden. Bis auf eine
occipitale
Druckschmerzhaftigkeit der Halswirbel
säule und der Klopfschmerzhaftigkeit der gesamten Wirbelsäule liessen sich keine Einschränkungen finden. Im Gegensatz dazu sehe sich die Beschwerdeführerin selbst überhaupt nicht leistungsfähig. Sie glaube auch nicht an die Zurückerlan
gung der Leistungsfähigkeit in der Zukunft. Es bestehe auch eine Diskrepanz zwi
schen den angegebenen Medikamenten und der im Serum nachweisbaren.
Aus rein neurologischer Sicht lebe die Beschwerdeführerin nach ihren Angaben zwar
zurückgezogen, sei jedoch durchaus in den Lebensalltag integriert ohne Hinweis auf eine Einschränkung der sozialen Kompetenz (Urk. 9/72/59).
3.
5
.
6
Dr. med.
K._
, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, statuierte in sei
nem allgemein-internistischem Teilgutachten einen unauffälligen Befund ohne Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (Urk. 9/72/90 f.).
3.
5
.
7
Aus interdisziplinärer Sicht führten die Gutachter aus,
es
best
ünden
aus orthopä
discher Sicht eine reduzierte Rückenbelastbarkeit sowie eine reduzierte Belastbar
keit der Halswirbelsäule. Das Heben und Tragen von mehr als 10 kg sei nicht zu
mut
bar, wie auch Arbeiten mit Zwangsposition des Kopfes und/oder des Rump
f
e
s. Arbeiten in gebückter Stellung seien nicht zumutbar wie auch Arbeiten mit viel Überkopfarbeiten und Arbeiten, welche rein stehend
, sitzend
oder gehend seien (Urk. 9/72/5). D
ie Beschwerdeführerin sei
zu 100 % arbeitsfähig in ihrer angestammten sowie
einer
angepassten Tätigkeit. Dies gelte auch retrospektiv. Die geklagten Beschwerden und/oder Funktionseinbussen seien grösstenteils nicht konsistent und plausibel. Dies gelte auch für das neuropsychologische Gut
achten (Urk. 9/72/6).
3.
6
In seiner St
ellungnahme vom 8. Januar 2019
führte RAD-Arzt Dr. med.
L._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, aus, das Gutachten sei um
fassend, berücksichtige die gesamte Aktenlage sowie sämtliche Beschwerden und Symptome der Beschwerdeführerin. Es beruhe auf eigenen Untersuchungen, sei insgesamt schlüssig und nachvollziehbar und in seinen Feststellungen plausibel. Es könne darauf abgestellt werden. Es liege kein Gesundheitsschaden vor, welche
r
eine anhaltende Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit in angepasster Tätigkeit bewirken könne. Die Arbeitsfähigkeit in angepasster Tätigkeit unter dem im Gut
achten beschriebenen Belastungsprofil betrage 100 %
. Die Prognose sei ge
mäss Gutachter gut (Urk. 9/80/4)
.
3.
7
Am 26. Februar 2019 verfassten die Behandler des
A._
zuhanden der damaligen Rechtsvertreterin der Beschwerdeführerin
eine Stellungnahme zum psychiatri
schen Teil des
MEDAS
-Gutachtens (Urk. 9/79).
Sie brachten vor, die seitens des
A._
beispielsweise am 27. Juni
2017 genannten, sich auf die Arbeitsfähigkeit deutlich auswirkenden Diagnosen der mittelgradigen Depression sowie der PTBS und der Intelligenzminderung würden als
dependente
Persönlichkeitsstörung mit psychosozialen Belastungen sowie Aggravation
als solche ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
heruntergestuft.
Die Beschwerdeführerin sei im psychiatri
schen Teilgutachten zu den Schmerzen und den zwei gescheiterten Ehen sowie zum Suizidversuch von 2016 und den Behandlungen befragt worden. Es fehle
jedoch
jegliche detaillierte Symptomaufnahme sowohl während den Ehejahren wie auch heute. Es
werde
lediglich von Depressionen, Schmerzen und Traumata
berichtet und dass sie in den Ehen ausgenutzt worden sei. Effektiv habe sie täglich und über Jahre Gewalt durch die beiden Ehemänner (Alkoholiker) erlebt. Auch Ver
gewaltigungen habe sie über die Jahre immer wieder erlebt. Aufgrund der Ge
walt habe sie
eine
commotio
cerebri erlitten und
ihre Kleider seien verschnitten worden. Sie habe beide Ehemänner bei der Polizei angezeigt. Bis heute habe sie Angst, sie werde von den Ehemännern getötet. Auch die neuropsychologische Abklärung folge dem gleichen Muster. Aus zu tiefen Werten werde der Kurz
schluss einer Inkonsistenz gezogen, was falsch sei. Die Beschwerdeführerin sei in der gegenwärtigen Verfassung gar nicht mehr in der Lage, wegen der über 10
Jahre dauernden Traumatisierung am Alltag und an Aufgaben zu partizi
pieren. Zudem sei keine Intelligenzabklärung
vorgenommen worden
und der Ein
fluss der Depression auf die Konzentration und die Aufmerksamkeit sei nicht diskutiert worden. Ferner werde im
A._
entgegen dem Gutachten gar keine Physiotherapie angeboten. Die
dependente
Persönlichkeitsstörung werde im Wesentlichen aus dem SKID-II abgeleitet. SKID-I werde zur Diagnostik der psy
chischen Störungen gar nicht eingesetzt, was darauf hinweise, dass das ganze Gutachten nur darauf ausgerichtet sei, möglichst keine Symptome mit klinischer Relevanz zu finden. Das Gutachten sei mit Sicherheit nicht verwertbar, unter dem Strich geschlechts
abwertend und falsch. Die Beschwerdeführerin sei
schwerst
traumatisiert (Urk. 9/79/2).
3.
8
Nach Eingang der Stellungnahme der Beschwerdeführerin zu den Abklärungen im
Vorbescheidverfahren
(Urk.
9/78
) bat die Beschwerdegegnerin
den
RAD-Arzt Dr.
L._
um eine nochmalige Stellungnahme betreffend die Verwertbarkeit des Gutachtens, unter Berücksichtigung des Berichts des
A._
vom 26. Februar 2019 (Urk. 7/79). Dr.
L._
hielt daraufhin fest, das Schreiben des
A._
vermöge in
haltlich nicht zu überzeugen. Im Wesentlichen handle es sich um eine andere Beurteilung desselben Sachverhalts. Die seitens des
A._
postulierte schwere de
pressive Episode beziehungsweise PTBS seien vom psychiatrischen Gutachter be
rücksichtigt worden. An der RAD-Stellungnahme vom
8.
Januar 2019 werde fest
gehalten (Urk. 7/80/5).
4.
4.1
Die Beschwerdegegnerin stützte sich in der leistungsabweisenden Verfügung auf das
MEDAS
-Gutachten, gemäss welchem die Beschwerdeführerin in angestamm
ter sowie angepasster Tätigkeit zu 100 % arbeitsfähig sei (Urk. 2 S. 2).
Zwischen den Parteien ist soweit ersichtlich unbestritten, dass die Beschwerdeführerin aus somatischer Sicht (orthopädisch, internistisch sowie neurologisch) nicht in ihrer Arbeitsfähigkeit eingeschränkt ist
.
Die diesbezügliche Einschätzung der Gutachter
erweist sich
denn auch
als nachvollziehbar.
So konnten weder aus neurologischer noch aus allgemein-internistischer Sicht Einschränkungen in Bezug auf die Ar
beitsfähigkeit festgestellt werden (Urk. 9/72/5). Der orthopädische Teilgutachter stellte zwar eine reduzierte Belastbarkeit des Rückens sowie der Halswirbelsäule fest. Das genannte Belastungsprofil (kein Heben und Tragen von Lasten von mehr als 10 kg, kein Arbeiten mit Zwangspositionen des Kopfes und/oder des Rumpfes sowie in gebückter Stellung wie auch mit viel Über
kopfarbeiten oder rein ste
hende, gehende oder
sitzende Arbeiten
, Urk. 9/72/5
)
erweist sich jedoch als mit der angestammten Tätigkeit
der Beschwerdeführerin
als Kassiererin vereinbar.
Insbesondere lässt sich dem Arbeitgeberfragebogen entnehmen, dass die Tätigkeit der Beschwerdeführerin weder rein stehend, gehend noch sitzend war und sie
selten
leichte Lasten von 0-10 kg heben oder tragen musste. Auch auf Arbeiten in den zu vermeidenden Positionen finden sich im Arbeitgeberfragebogen keine Hinweise (Urk. 9/15/7). Somit ist davon auszugehen, dass die
Arbeitsfähigkeit der
Beschwerdeführerin aus somatischer Sicht
in angestammter sowie angepasster Tätigkeit
100 %
beträgt
.
4.2
4.2.1
Die Beschwerdeführerin brachte hingegen diverse Einwendungen gegen das psy
chiatrische sowie neuropsychologische Teilgutachten vor. So stellte sie sich auf den Standpunkt, das psychiatrische Gutachten sei nicht verwertbar
,
und stützte sich dabei im Wesentlichen auf den Bericht des
A._
vom 26. Februar
2019 (Urk. 9/79). Darin brachten die Behandler vor, die von ihnen gestellten Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (mittelgradige Depression sowie PTBS zusammen mit der Intelligenzminderung) würden als
dependente
Persönlichkeits
störung mit psychosozialen Belastungen und Aggravation ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit heruntergestuft. Das psychiatrische Teilgutachten enthalte keine detaillierte Symptomaufnahme betreffend die Ehejahre wie auch aktuell. Es werde lediglich über Depressionen, Schmerzen und Traumata berichtet und dass die Beschwerdeführerin während der Ehe «ausgenutzt» worden sei. Sie habe effektiv über Jahre hinweg täglich Gewalt durch die beiden Ex-Ehemänner (Alko
holiker) erlebt. Auch sei sie über Jahre hinweg immer wieder vergewaltigt worden und habe eine
C
ommotio cerebri aufgrund der Gewalt erlit
ten. Ferner seien ihre Kleider z
erschnitten worden. Sie habe gegen beide Ex-Ehemänner Anzeigen bei der Polizei erstattet. In der Folge habe sie bis heute Angst, sie werde von ihnen getötet. Ferner
kritisierte die Beschwerdeführerin, es
habe kein klärendes Inter
view gemäss den Qualitätsleitlinien für versicherungspsychiatrische Gutachten stattgefunden (Urk. 14 S. 4 f., Urk. 9/79/2). Zwar trifft es zu, dass der psychiatri
sche Gutachter keine detaillierte Symptomaufnahme betreffend die Erlebnisse während der Ehejahre vornahm. Allerdings vermag dies das Gutachten nicht in
Zweifel zu ziehen. Denn grundsätzlich schreiben weder Gesetz noch Rechtspre
chung den Psychiatern eine Begutachtung nach den Qualitätsleitlinien für psy
chiatrische Gutachten der SGPP vor. Ein Gutachten verliert nicht automatisch seine Beweiskraft, wenn es sich nicht an die fraglichen Qualitätsrichtlinien an
lehnt (Urteil des Bundesgerichts 9C_273/2018 vom 28. Juni 2018 E. 5.4 mit Hin
weisen). Im vorliegenden Fall schilderte die Beschwerdeführerin anlässlich des offenen Interviews im Rahmen der psychiatrischen Exploration ausführlich und detailliert, was sich während den beiden Ehen zugetragen hatte. Dabei wies sie auch auf die erlittene körperliche und sexuelle Gewalt hin.
Sie berichtete
bei
spielsweise, wie ihr Ex-Ehemann sie geschlagen habe, sodass sie das Gleichge
wicht verl
oren habe,
bewusstlos
geworden war
und keine Kraft
mehr
gehabt habe um aufzustehen (Urk. 9/72/65). Des Weiteren erzählte sie, wie ihre Ex-Ehemänner von ihr Geschlechtsverkehr verlangt hätten (Urk. 9/72/64 f.). Somit hatte der Gut
achter Kenntnis von den genannten Ereignissen,
die durch die Beschwerdeführe
rin auch teilweise dokumentiert wurden (
Urk.
15/2-4),
die auch in der Stellung
nahme des
A._
erwähnt wurden. Ferner erfolgte die psychiatrische Begutachtung in Kenntnis sämtlicher
Vorakten
, insbesondere der Berichte des
A._
mit den dort jeweils beschriebenen Symptomen (Urk. 9/72/10 und 11, Urk. 9/72/63 f.).
4.2.2
Was die anderslautende Diagnosestellung des Gutachters anbelangt, so ist darauf hinzuweisen, dass gemäss bundesgerichtlicher Praxis nicht die diagnostische Ein
ordnung eines Gesundheitsschadens entscheidend ist, sondern dessen konkrete Auswirkungen auf die Arbeits- und Leistungsfähigkeit (BGE 143 V 418 E. 6, Urteil des Bundesgerichts 9C_228/2013 vom 26. Juni 2013 E. 4.1.4 mit Hinweis). Der psychiatrische Gutachter untersuchte die Beschwerdeführerin ausführlich und würdigte die festgestellten Einschränkungen (Urk. 9/72/73) im Rahmen einer
dependenten
Persönlichkeitsstörung (mit dieser Störung untergeordneten Persön
lichkeitsanteilen), einer remittierten Anpassungsstörung sowie Schwierigkeiten in der Lebensbewältigung und einem möglichen ADHS in der Kindheit. Diese seien jeweils ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (Urk. 9/72/77). Dass er die
dependente
Persönlichkeitsstörung im Wesentlichen aus dem SKID-II und nicht aus dem SKID-I ableitete, wie die Beschwerdeführerin bemängelt (Urk. 14 S. 9), än
dert daran nichts, zumal dem Gutachter – was die Wahl der Untersuchungs
methode betrifft – ein weiter Ermessensspielraum zukommt (Urteil des Bundes
gerichts 8C_780/2014 vom 25. März
2015 E. 5.1). Dazu
führte
er
aus
, die Beschwer
de
führerin sei in der psychiatrischen Untersuchung hinreichend belast
bar, über
aus konzentriert und aufmerksam gewesen. Zudem könne sie gemäss neuropsy
chologischer Untersuchung einem Gespräch folgen, adäquat antworten, verstehe mündliche Anweisungen auf Anhieb und könne diese umsetzen. Sie
verliere im Gespräch den roten Faden nicht und habe keine Wortfindungs
probleme. Sie sei überdies flexibel und gehe bei Aufgaben systematisch vor (Urk. 9/72/77-79). Ge
stützt auf die erhobenen Befunde kam der Gutachter zum nachvollziehbaren Schluss, die Beschwerdeführerin sei aus psychiatrischer Sicht in ihrer Arbeitsfä
higkeit nicht eingeschränkt
(Urk. 9/72/79)
.
Die
anderslautende
Einschätzung des
A._
, wonach eine 100%ige Arbeits
unfähigkeit seit Oktober 2016 vorliegen soll, vermag
die gutachterlichen Schluss
fol
gerungen
nicht
umzustossen
.
Denn einerseits darf der Erfahrungstatsache Rech
nung getragen werden, dass Hausärzte sowie behandelnde Ärzte mitunter im Hin
blick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patientinnen und Patienten aussagen (BGE 135 V 465 E. 4.5, 125 V 351 E. 3b/cc). Andererseits erweisen sich die Berichte des
A._
auch als widersprüchlich, indem sie in diagnostischer Hinsicht in ihrem Bericht vom 27. Juni 2017 anstelle der früher festgestellten PTBS von einer andauernden Per
sönlichkeitsänderung ausgingen, am 26. Februar 2019 dann aber wiederum von einer PTBS sprachen (Urk. 9/16/10, Urk. 9/16/6, Urk. 9/79/2). Ferner erscheint nicht schlüssig, weshalb sie am 21. März 2017 immer noch eine 100%ige Arbeits
fähigkeit attestierte
n
, jedoch darauf hinwiesen, dass es der Beschwerdeführerin jetzt mit der Therapie soweit gut gehe und die Depression habe reduziert werden können (Urk. 9/19/7). Gegen eine invalidisierende Einschränkung der Arbeitsfä
higkeit
spricht
ferner
der Umstand, dass die Beschwerdeführerin offenbar erst seit dem 21. März 2017 – und somit erst ein halbes Jahr nach Eintritt der geltend gemachten Arbeitsunfähigkeit – eine kontinuierliche psychotherapeutische Be
handlung in Anspruch nahm, während dem sie die zuvor besuchten Therapien jeweils von sich aus wieder abgebrochen hatte (Urk. 9/19/6, Urk. 9/72/66).
Die genannte Erfahrungstatsache ist auch im Zusammenhang mit der Würdigung der Berichte von Hausarzt Dr.
F._
zu beachten, welcher seine Einschätzung der Arbeitsfähigkeit medizinisch nicht näher begründete. Überdies erweist sich seine Beurteilung als widersprüchlich, indem er mit Bericht vom 30. April 2018 eine vollständige Arbeitsfähigkeit in jeglicher Tätigkeit festhielt (Urk. 9/44/1), gleich
zeitig jedoch seit 1. Januar 2018 eine solche von 50 % in angestammter Tätigkeit attestierte, wie sich dem Feststellungsblatt der Beschwerdegegnerin vom 27. März 2019 entnehmen lässt (Urk. 9/80/6). Die anderslautende Beurteilung der Arbeits
fähigkeit durch die Behandler des
A._
sowie des Hausarztes vermögen das Gut
achten daher nicht in Zweifel zu ziehen.
D
ie Schlussfolgerung des psychiatrischen Gutachters
leuchtet
auch in retrospek
tiver Hinsicht
ein
. Insbesondere dem Austrittsbericht der Psychiatrie des Spitals
E._
vom 16. Dezember 2016 lässt sich entnehmen, dass anlässlich des sta
tionären Aufenthaltes lediglich eine stützend-interpersonelle Gesprächsführung
stattfand. Eine schlafanstossende Medikation habe die Beschwerdeführerin da
mals abgelehnt. Ferner habe die Beschwerdeführerin den raschen Austritt aus der Klinik erbeten, als ihr der Kliniksozialdienst keine Abhilfe
für
ihre
missliche Wohnsituation
habe bieten können. Bei fehlender Behandlungsmotivation habe ihr lediglich die
Kontaktnahme
mit dem
Sozialamt empfohlen werden können (Urk. 9/72 18 f.). Weitere medizinische und insbesondere psychotherapeutische Schritte empfahl die Psychiatrie
des Spitals
E._
damit nicht, was gegen eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit in erheblichem Umfang spricht. Auch der Umstand, dass die Beschwerdeführerin anlässlich der psychiatrischen Begutach
tung angab, sie nehme heute regelmässig Antidepressiva ein (Urk. 9/72/72)
,
än
dert daran nichts, zumal sich die entsprechende Medikation im Rahmen der Blut
entnahme entweder gar nicht oder lediglich im unteren Bereich nachweisen liess, was nach wie vor gegen eine gewisse Behandlungsmotivation spricht (Urk. 9/72/73 f.).
4.2.
3
Ferner bemängelt die Beschwerdeführerin das neuropsychologische Teilgutach
ten. Mit Verweis auf den
aktuellen
Bericht des
A._
rügte
sie, aufgrund der zu tiefen Werte in den Testergebnissen sei der Kurzschluss einer Inkonsistenz gefasst worden. Sie sei in der gegenwärtigen Verfassung gar nicht in der Lage, am Alltag und an Aufgaben teilzunehmen. Dies zeige auch der Schlussbericht der Praxis
M._
(Urk. 14 S. 7 f., Urk. 9/79/2). Diesbezüglich führte der psychiatrische Gut
achter jedoch nachvollziehbar aus, im besagten Bericht werde die Einschätzung, wonach die Beschwerdeführerin nicht länger als 10-15 Minuten arbeiten könne, nicht näher begründet. Überdies werde nicht ausgeführt, weshalb sie in der Ge
samtbeurteilung so schlecht abgeschnitten habe, obwohl ihre sonstigen Fähigkei
ten durchwegs positiv beurteilt worden seien (Urk. 9/72/78). Tatsächlich wurde die Beschwerdeführerin anlässlich der
arbeitsintegrativen
Abklärung als enga
giert und lernfreudig bezeichnet und ihre Arbeitsergebnisse
wurden
im Wesent
lichen als gut bewertet (Urk. 9/66/3). Weshalb sie nicht länger als 10-15 Minuten ohne Pause arbeiten könne
n soll
, erscheint daher nicht schlüssig, zumal
sie
ge
mäss Bericht immer konzentriert und ruhig gearbeitet habe (Urk. 9/66/3). Der Be
richt der
Abklärungsstelle
ist
daher – auch, weil er keine fachärztliche Einschät
zung enthält – nicht geeignet, das neuropsychologische Gutachten zu entkräften.
Im Übrigen begründete die neuropsychologische Gutachterin nachvollziehbar, weshalb sie zum Schluss einer bewussten Leistungsverzerrung im Sinne einer Aggravation beziehungsweise von einer zumindest teilweise vorliegenden Simu
la
tion kam (Urk. 9/72/104).
So wies sie darauf hin, dass die Testresultate in einem gut standardisierten Performan
ce-V
alidierungstest hoch auffällig gewesen seien, indem die Beschwerdeführerin Resultate erzielt habe, welche
mit
jenen
aus Stu
dien mit durchschnittlich 78-jährige
n
hospitalisierte
n
Personen mit fortgeschrit
tener Demenz vergleichbar gewesen seien (Urk. 9/72/103). Konträr dazu könne sich die
Beschwerdeführerin
aber beispielsweise sicher orientieren, Termine selb
ständig wahrnehmen, wohne alleine und bestelle ihre Administration selbständig. Zudem habe in der klinischen Beobachtung keine Verlangsam
ung festgestellt werden können (ausser bei den zeitkritischen Aufgaben), ferner hätten sich keine Probleme mit dem freien Gedächtnisabruf gezeigt und die Beschwerdeführerin habe keine Mühe gehabt, dem Gespräch zu folgen, auf zuvor gemachte Aussagen Bezug zu nehmen
und keine
Wortfindungsprobleme
gehabt
. Testdiagnostisch hät
ten sich jedoch in all diesen Bereichen Einschränkungen
bis zu einem schwe
ren Grad
gezeigt
(Urk. 9/72/104).
Ergänzend wies sie darauf hin, wenn die Be
fun
de valide wären, wäre die Beschwerdeführerin beispielsweise erheblich ver
gesslich und könnte über ihre Situation nur lückenhaft Auskunft geben (Urk. 9/72/105).
Die Einschätzung
einer bewussten Aggravation beziehungsweise Simulation
deckt sich auch mit
dem erhobenen Befund aus der psychiatrischen Untersuchung
, in welcher die Beschwerdeführerin äusserst detailliert übe
r ihre Vergangenheit berichtete,
keine Defizite in Bezug auf Aufmerksamkeit, Gedächt
nis sowie Konzentration festgestellt werden konnten und
sie
auch die Datierung bestimmter Lebensereignisse korrekt und ohne langes Überlegen
habe vornehmen können
(Urk. 9/72/64 ff. und 73). Daher ist es nicht zu beanstanden, dass die neuropsychologische Gutachterin aufgrund der invaliden Testergebnisse ein po
sitives Funktionsprofil erstellte (Urk. 9/72/105). Das neuropsychologische Teil
gutachten erweist sich somit entgegen der Meinung der Beschwerdeführerin als verwertbar.
4.2.
4
Die Beschwerdeführerin bringt des Weiteren vor, es hätte eine Intelligenzabklä
rung vorgenommen werden müssen (Urk. 14 S. 8). Dem ist zu entgegnen, dass die Behandler des
A._
zwar eine leichte Intelligenz
minderung (IQ
von 65) dia
gnostiziert
en
, dies jedoch med
izinisch nicht näher begründet
en
(Urk. 9/19/6). Im Gegensatz dazu führte der psychiatrische Gutachter aus, unter Berücksichtigung der Untersuchungssituation, der Schulbildung, des beruflichen Werdegangs sowie der Sozialisation werde das Intelligenzniveau als knapp durchschnittlich diffe
renziert (Urk. 9/72/73). Anlässlich der neuropsychologischen Untersuchung führte die Gutachterin zudem schlüssig aus, dass die Einschätzung des
A._
nicht nachvollziehbar sei. Zum einen hätte weder eine Validierung noch eine kritische Diskussion der Ergebnisse stattgefunden. Zum anderen würden bei beobachteten kognitiven Problemen auch die Resultate in einem Intelligenztestverfahren nega
tiv beeinflusst, selbst wenn es keine Zeitvorgabe gebe. Insbesondere das Ab
solvieren einer zweijährigen
Anlehre
spreche gegen einen leichte Intelligenz
minde
rung (Urk. 9/72/105). Zudem könne sich die
Beschwerdeführerin sicher orientie
ren, Termine selbständig wahrnehmen,
sie
wohne alleine und bestelle ihre Admi
nistration selbständig (Urk. 9/72/104). Vor diesem Hintergrund erscheint eine Intelligenzminderung mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit als nicht überwie
gend wahrscheinlich, insbesondere, da auch die Ärzte des Spitals
E._
in ihrem Befund vom 16. Dezember 2016 festhielten, im Gespräch habe sich kein An
halt für bedeutsame kognitive Defizite ergeben (Urk. 9/72/18).
Nach dem Ge
sagten scheint eine invalidenversicherungsrechtlich relevante Intelligenz
min
de
rung nicht überwiegend wahrscheinlich.
Von einer Intelligenzabklärung
sind
daher
keine zusätzlichen Erkenntnisse zu erwarten, weshalb
die Beschwerde
geg
ne
rin darauf
in antizipierter Beweiswürdigung
verzichten durfte
(
vgl. BGE 136 I 229 E. 5.3
)
.
4.2.
5
Des Weiteren brachte die Beschwerdeführerin vor, die Verhaltensbeobachtung der neuropsychologischen Untersuchung sei bei der Beurteilung der Arbeits- und Leistungsfähigkeit nicht berücksichtigt worden (Urk. 14 S. 10). Dem ist zu ent
gegnen, dass sich anlässlich der neuropsychologischen Untersuchung zwar eine schwankende Aufmerksamkeit, eine reduzierte Schwingungsfähigkeit und eine mit Zeitdruck deutlich verlangsamte Arbeitsweise ergab. Die neuropsycholo
gische Gutachterin hielt jedoch ebenfalls fest, dass während der 2 Stunden und 45
Minuten dauernden Untersuchung keine zunehmenden Ermüdungszeichen wie Gähnen, kleine Augen oder sichtbarer Leistungsabfall hätten beobachtet wer
den können. Ohne Zeitdruck sei das Arbeitstempo zudem nicht übermässig lang
sam und teilweise unauffällig (Urk. 9/72/100). Der psychiatrische Gutachter würdigte dies insofern
,
als er festhielt, eine angepasste Tätigkeit müsse ohne permanenten Zeitdruck und mit klar strukturierten Aufgaben sein (Urk. 9/72/79). Im Übrigen entspricht dies auch der angestammten Tätigkeit der Beschwerde
führerin als Kas
siererin, bestehen doch auch dort strukturierte Bereiche ohne permanenten Zeit
druck wie beispielsweise beim
Einräumen
von Waren
und selbst an der Kasse gibt es neben Spitzenzeiten auch ruhigere Zeiten
(Urk. 9/15/7).
Inwiefern sich das psy
chiatrische Teilgutachten und die interdisziplinäre Gesamt
beurteilung vor diesem Hintergrund widersprechen sollten, wie die Beschwerde
führerin geltend macht (Urk. 14 S. 10)
,
ist nicht ersichtlich. Vielmehr hielt der Gutachter aus psychiatri
scher Sicht weder eine Einschränkung in der angestamm
ten noch in einer lei
densangepassten Tätigkeit fest, was auch so in den inter
diszi
plinären Konsens einfloss (Urk. 9/72/79, Urk. 9/72/5).
4.2.
6
Weiter
stellte sich die Beschwerdeführerin auf den Standpunkt, die Begründung von Konsistenz und Plausibilität im psychiatrischen Teilgutachten sei zu wenig ausführlich ausgefallen (Urk. 14 S. 11). Zwar trifft es zu, dass der Gutachter unter dem Titel
«
Beurteilung von Konsistenz und Plausibilität
»
lediglich eine knappe
Begründung folgen liess (Urk. 9/72/78). Allerdings wies der Gutachter an mehre
ren anderen Stellen des Gutachtens auf die fehlende Konsistenz der Angaben der Beschwerdeführerin hin. So verwies er zum einen auf das neuropsychologische Gutachten. An anderer Stelle erklärte er, die Angabe der Beschwerdeführerin, sie habe früher aufgrund ihrer Konzentrationsschwierigkeiten häufig ihre Stellen ge
wechselt, seien im Rahmen der aktuellen psychiatrischen Untersuchung, bei wel
cher sie über drei Stunden überaus konzentriert und aufmerksam gewesen sei, nicht nachvollziehbar (Urk. 9/72/77).
Ferner erschienen ihre Angaben zum Ver
hältnis zu ihren Ex-Ehemännern nicht immer konsistent, zumal sie mit ihnen viele Jahre verbracht habe (Urk. 9/72/72). Nach dem Gesagten vermag die dies
bezügliche Einwendung der Beschwerdeführerin dem Gutachten
h
insicht
lich der Beweiskraft
keinen Abbruch zu tun.
4.3
Zusammenfassend
vermögen die Einwendungen der Beschwerdeführerin das MEDAS-Gutachten nicht zu entkräften. Dieses
erfüllt die Anforderungen an eine beweiskräftige ärztliche Expertise (vgl. E. 1.4 hiervor), weshalb nicht zu bean
standen ist, dass die Beschwerdegegnerin dieses als überzeugend einstufte (Urk. 9/80/4 f.).
Gestützt darauf ist
erstellt, dass die Beschwerdeführerin in ihrer angestammten Tätigkeit als Kassiererin zu
100
%
arbeitsfähig ist
und
auch
keine relevanten Einschränkungen im Haushalt bestehen
, was zur Abweisung der Be
schwerde führt.
5.
5.1
Da die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen zu prüfen war, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfah
rensaufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen
(Art. 69 Abs. 1
bis
IVG)
un
d ermessensweise auf Fr. 700.--
anzusetzen.
Ausgangsgemäss sind sie der
un
terliegenden
Beschwerdeführerin aufzuerlegen, zufolge Bewilligung der unent
geltlichen Prozessführung (Urk.
13
) jedoch einstweilen auf die Gerichtskasse zu nehmen.
5.2
Mit Honorarnote vom 29. August 2019 machte die unentgeltliche Rechtsvertre
terin der Beschwerdeführerin,
Rechtsanwältin
Aurelia Schmid
,
für den Zeitraum vom 12. Juni bis 30. August 2019
einen Aufwand von
16.6 Stunden
à Fr. 220.--
und
Barauslagen von Fr. 18.60
, zuzüglich Mehrwertsteuer von 7.7 %
,
geltend
, was ges
amthaft einem Betrag von Fr. 3’
953.25 entspricht
(Urk. 17)
.
Nach § 34 Abs. 3 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht (
GSVGer
) bemisst sich die Höhe der gerichtlich festzusetzenden Entschädigung nach der Bedeutung der Streitsache, der Schwierigkeit des Prozesses und dem Mass des
Obsiegens, jedoch ohne
Rücksicht auf den Streitwert.
D
er geltend gemachte Auf
wand
ist der Bedeutung der Streitsache und der Schwierigkeit des Proze
sses nicht angemessen.
Insbesondere die verrechneten Aufwendungen im Zusammenhang mit der
Replik
vom 28. August 2019
(Urk. 14)
von total 7.42 Stunden
(
Aufwände vom 11. und 2
2.
Juli sowie 15. und 21. August 2019)
erscheinen überhöht
, ins
besondere aufgrund der Tatsache, dass sich
die
Vorbringen
in der
Replik in weiten Teilen an die Stellungnahme vom 4. März 2019 (Urk. 9/78) anlehn
en und damit bereits im Verwaltungsverfahren ausgeführt wurden
.
Daher rechtfertigt es sich, den geltend gem
achten Aufwand von 7.4
2 Stunden auf
3
Stunden zu kürzen.
Ausserdem erweist sich der geltend gemachte Aufwand für die
als «Beschwerde» bezeichnete
Eingabe vom 16. respektive 17.
Juni
2019
von total 1.51 Stunden
(
zweimal
Eingabe an Sozialversicherungsgericht und Brief an M.) unter Berück
sichtigung der Tatsache, dass
die Beschwerdeführerin bereits am 10. Mai 2019 Beschwerde einreichen liess (Urk. 1)
als
weitgehend
unnötig
.
Die Eingabe erfolgte sodann unaufgefordert.
Der besagte Aufwand ist
deshalb
auf eine
Stunde zu kür
zen
.
Insgesamt ist
damit ein Zeitaufwand von 11.67
Stunden à Fr. 220.--,
sind
mithin Fr. 2'
567.40
, zu vergüten, was unter Berücksichtigung der Barauslagen von Fr. 18.60 und der Mehrwertsteuer (7.7 %) eine Entschädigung
aus der Ge
richtskasse
von
gerundet
Fr. 2'
786
.—
ergibt.
5.3
Die Beschwerdeführerin ist auf § 16 Abs. 4
GSVGer
hinzuweisen, wonach sie zur Nachzahlung der Gerichtskosten sowie der Entschädigung an
Rechtsanwältin
Aurelia Schmid
verpflichtet ist, sobald sie dazu in der Lage ist.