# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 5b453776-a39f-4aa6-8350-c735ef56e55e
**Court:** GR_KG
**Chamber:** GR_KG_006
**Year:** 2016
**Language:** de
**Jurisdiction:** GR / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

hat sich ergeben:
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I. Sachverhalt
A. X._ und Y._ sind die unverheirateten Eltern des am _ 2013 geborenen A._. X._ und Y._ wohnen nicht zusammen und der Mutter obliegt die Obhut über ihren Sohn.
B. Auf gemeinsamen Antrag der Eltern verfügte die Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde Nordbünden (nachfolgend KESB Nordbünden) mit Entscheid vom 9. April 2013, mitgeteilt am 16. April 2013, die gemeinsame elterliche Sorge über A._. Zudem genehmigte sie den zwischen A._ (vertreten durch seine Mutter) und Y._ geschlossenen Unterhalts- und Betreuungsvertrag vom 4. April 2013 (vgl. Auszug des Betreuungs- und Unterhaltsvertrages in KESB act. 29).
C. Am 18. September 2013 stellte X._ bei der KESB Nordbünden telefonisch den Antrag um Aufhebung der gemeinsamen elterlichen Sorge (KESB act. 1), woraufhin B._ der KESB Nordbünden mit der entsprechenden Abklärung betraut wurde. Die Eltern wurden mit Schreiben vom 9. Oktober 2013 über die Eröffnung des Abklärungsverfahrens informiert. X._ wurde aufgefordert, der KESB Nordbünden bis Mitte Dezember 2013 mitzuteilen, ob sie an ihrem Antrag festhalten möchte und ob die Situation nochmals abgeklärt werden soll (KESB act. 3). Im Telefonat mit B._ vom 12. November 2013 gab X._ an, sich nun von Y._ getrennt zu haben, da sich dieser nicht um seinen Sohn kümmere (KESB act. 5). Am Treffen vom 11. Februar 2014 verkündigten X._ und Y._ der KESB Nordbünden, dass das Anliegen auf Aufhebung der gemeinsamen elterlichen Sorge nicht mehr aktuell sei und sie nun zusammenziehen wollten (KESB act. 8). In den folgenden Monaten schilderten X._ bzw. Y._ der KESB Nordbünden vermehrt zwischenelterliche Probleme, wobei sie diese zumeist wieder selbständig lösen konnten.
D. Mit undatiertem Schreiben, bei der KESB Nordbünden am 6. Januar 2016 eingegangen, erstattete X._ der KESB Nordbünden eine Kindswohlgefährdungsmeldung, da sich die Situation mit dem Vater dramatisch verschlechtert habe. X._ informierte die KESB Nordbünden, dass sie nun vom Vater getrennt lebe und das alleinige Sorgerecht beantrage (KESB act. 12).
E. Anlässlich des Treffens vom 8. Februar 2016 zwischen Y._, dessen Mutter und der KESB Nordbünden informierte Y._, dass er sich zur Zeit in einer stationären Drogenentzugstherapie befinde und das Sorgerecht nicht
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abgeben möchte, da sein Sohn ihm sehr wichtig sei (KESB act. 15). Am Treffen vom 23. Februar 2016 zwischen den Eltern und der KESB Nordbünden berichtete Y._, dass bei ihm Hepatitis C festgestellt worden sei, aber eine Ansteckungsgefahr nur durch Geschlechtsverkehr oder Blut bestehen würde. Die Eltern stimmten schliesslich begleiteten Besuchstagen für Vater und Sohn zu (KESB act. 22). In ihrer E-Mail an B._ vom 25. Februar 2016 beharrte X._ aber auf dem alleinigen Sorgerecht für ihren Sohn (KESB act. 24).
F. Mit Erklärung vom 27. Februar 2016 stimmte Y._ einer Beistandschaft mit besonderen Befugnissen (Art. 308 Abs. 2 ZGB) im Bereich persönlicher Verkehr und Regelung Besuchskontakte sowie der Wahl eines Berufsbeistandes für A._ zu (KESB act. 27). Den gemeinsamen Termin mit X._ und der KESB Nordbünden vom 12. April 2016 verpasste Y._ jedoch, worüber X._ enttäuscht war und anführte, dass dies für sie ein weiteres Zeichen sei, dass er es nicht ernst meine und kein Interesse an seinem Sohn habe. X._ wollte deshalb den begleiteten Besuchstag vom kommenden Samstag absagen und auch mit der Errichtung einer Beistandschaft für ihren Sohn war sie nicht einverstanden (KESB act. 38).
G. Die Mutter von Y._ meldete der KESB Nordbünden am 2. Juni 2016, dass ihr Sohn wieder in stationärer Drogenentzugstherapie sei, er A._ aber unbedingt sehen wolle und mit der Errichtung einer Beistandschaft einverstanden sei (KESB act. 50). Am gleichen Tag wurde X._ von der KESB Nordbünden in Dreierbesetzung zu der Frage einer Besuchsrechtsbeistandschaft angehört. X._ erklärte, dass sie grundsätzlich mit begleiteten Besuchstagen für Y._ einverstanden sei; einer Besuchsrechtsbeistandschaft stehe sie aber eher kritisch gegenüber, obwohl sie zugebe, dass so jemand "schon gut" wäre. Sie würde auf alle Fälle das alleinige Sorgerecht für ihren Sohn wollen (KESB act. 51).
H. Mit Entscheid vom 2. Juni 2016, mitgeteilt am 13. Juni 2016, beschloss die KESB Nordbünden was folgt (KESB act. 52):
1. Im Zusammenhang mit dem persönlichen Verkehr wird folgendes festgelegt:
a. In Abänderung des Unterhalts- und Betreuungsvertrags vom 4. April 2013 wird der Vater berechtigt, seinen Sohn begleitet mindestens einmal monatlich während mindestens zwei Stunden zu sehen.
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b. Die begleiteten Besuche gemäss vorstehender Ziffer finden ab sofort und bis mindestens Ende Februar 2017 im Rahmen der begleiteten Besuchstage (BBT, KJBE Graubünden) statt.
c. Die Fachstelle KJBE wird aufgefordert, der KESB per Ende Januar 2017 einen Verlaufsbericht über die begleiteten Besuchstage mit Empfehlungen für die weitere Ausgestaltung der persönlichen Kontakte einzureichen.
2. Für A._ wird eine Beistandschaft nach Kindesschutzrecht (Art. 308 ZGB) errichtet.
3. Die Beistandsperson hat im Rahmen einer Beistandschaft mit besonderen Befugnissen (Art. 308 Abs. 2 ZGB) die Aufgaben und Kompetenzen:
a. die Mutter und den Vater von A._ bei der Ausübung des persönlichen Verkehrs zwischen A._ und dem Vater (inkl. regelmässige Auswertung) angemessen zu beraten und zu ;
b. im Konfliktfall im Rahmen der bestehenden Regelung über den persönlichen Verkehr konkrete Lösungen und Modalitäten festzulegen;
c. dem Vater auf Verlangen Auskunft über die Entwicklung von A._ zu erteilen.
4. Die Beistandsperson wird aufgefordert, unverzüglich nach Erhalt der Ernennungsurkunde sich die zur Erfüllung der Aufgaben nötigen Kenntnisse zu verschaffen und mit den Eltern persönlich Kontakt aufzunehmen.
5. Die Beistandsperson ist gehalten:
a. der KESB alle zwei Jahre (erstmals per Ende Mai 2018) einen schriftlichen Rechenschaftsbericht (Ausführungen
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über die Lage von A._ und die Ausübung der Beistandschaft) einzureichen;
b. bei Hinweisen auf massgebliche Veränderungen der Lebensumstände von A._ während der Rechenschaftsperiode die KESB mit einem Bericht zu informieren und allenfalls eine geeignete Anpassung oder die Aufhebung der Massnahme vorzuschlagen.
6. C._ (Berufsbeistandschaft D._) wird zur Beiständin von A._ ernannt.
7. (Verfahrenskosten)

## Considerations