# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** ecf58f87-987e-43f2-8d63-259add62cf5f
**Court:** GR_KG
**Chamber:** GR_KG_006
**Year:** 2018
**Language:** de
**Jurisdiction:** GR / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

hat sich ergeben:
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I. Sachverhalt
A. Zwischen X._ und Y._ ist seit Juni 2014 ein Scheidungsverfahren auf gemeinsames Begehren beim Regionalgericht Prättigau/Davos (bis zum 31. Dezember 2016 Bezirksgericht Prättigau/Davos) hängig. Im Zuge eines Verfahrens betreffend Abänderung der vorsorglichen Massnahmen wurde Y._ mit Urteil des Kantonsgerichts von Graubünden vom 7. April 2016, mitgeteilt am 19. Oktober 2016, verpflichtet, ab 1. Mai 2016 für die weitere Dauer des Scheidungsverfahrens jeweils auf den 1. jeden Monats folgende Beiträge an den Unterhalt der Familie zu bezahlen:
 CHF 750.00 zuzüglich Kinderzulagen für A._
 CHF 1'013.00 für X._
B. Mit Eingabe vom 24. Mai 2017 (Poststempel) reichte X._ beim Regionalgericht Landquart ein Gesuch betreffend Anweisung an den Schuldner im Sinne von Art. 132 ZGB mit nachfolgenden Rechtsbegehren ein:
"1. Der Arbeitgeber des Gesuchsgegners, die B._ AG, _strasse 14-16, O.1_, sei gerichtlich anzuweisen, gemäss Art. 132 Abs. 1 ZGB die jeweiligen Unterhaltsbeiträge von derzeit monatlich Fr. 750.00 zuzüglich die jeweiligen gesetzlichen und/oder vertraglichen Kinderzulagen für das Kind A._ und von Fr. 1'013.00 zugunsten der Gesuchstellerin, d.h. für derzeit total Fr. 1'983.00 (einschliesslich Kinderzulagen) mit Wirkung ab 01. Juni 2017 auf das auf den Namen der Gesuchstellerin lautende Konto bei der B.1_, Konto IBAN _, zu bezahlen.
2. Unter amtlicher und ausseramtlicher Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten des Gesuchsgegners."
C. Mit Eingabe vom 3. Juli 2017 reichte Y._ innert erstreckter Frist eine Stellungnahme mit nachfolgenden Rechtsbegehren ein:
"1. Das Gesuch sei abzuweisen.
2. Unter voller Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten der Gesuchstellerin."
D. Mit Entscheid vom 11. September 2017, gleichentags mitgeteilt, erkannte der Einzelrichter in Zivilsachen am Regionalgericht Landquart was folgt:
"1. Das Gesuch wird abgewiesen.
2. Kosten
a) Die Kosten des vorliegenden Verfahrens in der Höhe von CHF 1'500.00 werden der Gesuchstellerin auferlegt, werden indes aufgrund der bewilligten unentgeltlichen Rechtspflege auf die Gerichtskasse genommen.
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b) Die Gesuchstellerin wird verpflichtet, den Gesuchsgegner ausseramtlich mit CHF 2'767.80 zu entschädigen. Der unentgeltliche Rechtsbeistand des Gesuchsgegners, lic. iur. Wilfried Caviezel, wird gestützt auf Art. 122 Abs. 2 ZPO mit CHF 2'188.75 aus der Gerichtskasse entschädigt. Der Anspruch gegenüber der Gesuchstellerin geht in diesem Umfang auf den Kanton über
c) Der unentgeltliche Rechtsbeistand der Gesuchstellerin, Rechtsanwalt Dr. iur. Christian Schreiber, wird  unter Vorbehalt von Art. 123 ZPO  mit CHF 1'977.05 aus der Gerichtskasse entschädigt.
3. (Rechtmittelbelehrungen)
4. (Mitteilung)"
Die Abweisung des Gesuches wurde im wesentlichen damit begründet, dass unter Berücksichtigung dessen, dass Y._ seiner Unterhaltsverpflichtung seit Juni 2017 wieder nachgekommen sei, sowie aufgrund der Tatsache, dass eine Schuldneranweisung vorliegend massiv in sein Existenzminimum eingreifen würde, sich eine Schuldneranweisung im Rahmen einer Gesamtbetrachtung der dafür notwendigen Voraussetzungen als unverhältnismässig erweisen würde.
E. Gegen diesen Entscheid erhob X._ mit Eingabe vom 20. September 2017 Berufung beim Kantonsgericht von Graubünden mit folgenden Anträgen:
"1. Der angefochtene Entscheid sei aufzuheben.
2. Der Arbeitgeber des Berufungsbeklagten, die B._ AG, _strasse 14-16, O.1_, sei gerichtlich anzuweisen, die jeweiligen Unterhaltsbeiträge von derzeit monatlich Fr. 750.00 zuzüglich die jeweiligen gesetzlichen und/oder vertraglichen Kinderzulagen für das Kind A._ und von Fr. 1'013.00 zugunsten der Berufungsklägerin, d.h. für derzeit total Fr. 1'983.00 (einschliesslich Kinderzulagen) auf das auf den Namen der Berufungsklägerin lautende Konto bei der B.1_, Konto IBAN _, zu bezahlen.
3. Unter amtlicher und ausseramtlicher Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten des Berufungsbeklagten für beide Instanzen."
F. Mit Berufungsantwort vom 25. September 2017 stellte Y._ Antrag auf kostenfällige Abweisung der Berufung.
Auf die weitergehenden Ausführungen im angefochtenen Entscheid sowie in den Rechtsschriften wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
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II. Erwägungen
1.1. Angefochten wird vorliegend ein Entscheid, mit welchem der erstinstanzliche Richter ein Gesuch um Schuldneranweisung gemäss Art. 132 ZGB abgewiesen hat. Ein solcher Entscheid kann  gleich wie die Anordnung einer Schuldneranweisung  mit Berufung gemäss Art. 308 ff. ZPO angefochten werden. Zwar handelt es sich bei der Schuldneranweisung  unabhängig davon, ob sich diese auf Art. 132 ZGB, Art. 177 ZGB oder Art. 291 ZGB stützt  nach der konstanten bundesgerichtlichen Rechtsprechung um eine privilegierte Zwangsvollstreckungsmassnahme sui generis, welche an die Stelle einer definitiven Rechtsöffnung mit nachfolgender Pfändung tritt (BGE 137 III 193 E. 1.2 mit Verweis auf BGE 134 III 667 E. 1.1, 130 III 489 E. 1.2 und 110 II 9 E. 1). Mit Blick auf diesen vollstreckungsrechtlichen Charakter der Massnahme wird in der Lehre daher teilweise die Auffassung vertreten, dass für den Entscheid über eine Schuldneranweisung der Berufungsausschluss von Art. 309 lit. a ZPO gelte. Ein anderer Teil der Lehre wie auch die kantonale Gerichtspraxis spricht sich indessen dafür aus, dass ein solcher Entscheid grundsätzlich der Berufung unterliegt. Begründet wird dies einerseits mit der eigenständigen Regelung, welche dieses Institut in der ZPO erfahren hat (vgl. Art. 271 lit. i sowie Art. 302 Abs. 1 lit. c ZPO) und darauf schliessen lässt, dass der Gesetzgeber die Schuldneranweisung nicht als Vollstreckung im Sinne von Art. 335 ff. ZPO aufgefasst hat. Zum andern wird darauf hingewiesen, dass der Anweisungsrichter im Gegensatz zum Vollstreckungsrichter gemäss Art. 335 ff. ZPO auch gewisse materiell-rechtliche Fragen zu prüfen hat und dem Anweisungsentscheid folglich nicht bloss Vollstreckungs-, sondern auch Erkenntnischarakter zukommt. Eine Beschränkung der Kognition im Rechtsmittelverfahren erscheint daher nicht als angezeigt (vgl. Martina Patricia Steiner, Die Anweisungen an die Schuldner, Die Voraussetzungen der Massnahmen nach Art. 132 Abs. 1, Art. 177 und Art. 291 ZGB sowie nach Art. 13 Abs. 3 PartG, Diss. Zürich 2015, N 406, N 580 ff. und N 735, je mit weiteren Hinweisen; zur kantonalen Praxis u.a. ZR 113 [2014] Nr. 21 E. 2.1 f., LGVE 2011 Nr. 37, RBOG 2011 Nr. 14 sowie Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft vom 9. August 2012 [400 12 193] E. 1.1). Dementsprechend hat auch die I. Zivilkammer des Kantonsgerichts von Graubünden die Berufungsfähigkeit von Entscheiden über eine Schuldneranweisung bisher stets bejaht, wenn auch jeweils ohne weitere Begründung (vgl. Urteile ZK1 15 63 vom 02. November 2015 E. 1.a sowie ZK 16 154 vom 09. Januar 2017 E. 1.a). Von dieser Praxis abzuweichen, besteht nach dem Gesagten kein Anlass.
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## Considerations