# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 74e93ce8-0695-5d24-90a7-cb666d435c61
**Court:** BE_VB
**Chamber:** BE_VB_001
**Year:** 2019
**Language:** de
**Jurisdiction:** BE / Espace_Mittelland
**Law Area:** Public
**Law Sub-area:** $law_sub_area

## Facts

I. Sachverhalt
1. Die Beschwerdegegnerin und der Beschwerdegegner reichten am 29. Oktober 2018
bei der Gemeinde Ipsach ein nachträgliches Baugesuch ein für die Erstellung eines
Sichtschutzes, bestehend aus fünf Dreiergruppen von versetzt angeordneten
Betonlamellen auf der Parzelle Ipsach Grundbuchblatt Nr. D._. Diese befindet sich
im Perimeter der Überbauungsordnung "Gewerbezone E._". Gegen dieses
Bauvorhaben erhob die Beschwerdeführerin Einsprache. Sie machte insbesondere
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geltend, die Parzelle Nr. D._ sei massiv aufgeschüttet worden, zwei Meter höher
als der natürlich gewachsene Boden, und die Sichtschutzelemente seien daher zu hoch.
Der Beschwerdegegner reichte daraufhin eine Stellungnahme ein, in der er erläuterte,
welche Vorschriften für die Höhe und die Abstände von Mauern und Zäunen gälten,
welches Terrain massgebend sei und dass ein Bauplan aus dem Jahre 1986 eine
Aufschüttung von maximal 0.55 Meter zeige. Die Gemeinde Ipsach stellte der
Beschwerdeführerin diese Stellungnahme am 17. Dezember 2018 mit sämtlichen vom
Beschwerdegegner eingereichten Beilagen zu und gab ihr Gelegenheit zur Einreichung
von Schlussbemerkungen.
Mit Entscheid vom 10. Januar 2019 erteilte die Gemeinde Ipsach die Baubewilligung. Sie
hielt darin unter anderem fest, aufgrund des von der Bauherrschaft eingereichten Planes
aus dem Jahr 1986 sei ersichtlich, dass das Terrain des Baugrundstückes um maximal
0.55 Meter aufgeschüttet worden sei. Die Betonelemente seien unter Berücksichtigung
dieser Aufschüttung genügend von der Parzellengrenze zurück versetzt und hielten die
massgebenden Vorschriften ein.
2. Gegen diesen Entscheid reichte die Beschwerdeführerin am 22. Januar 2019
Beschwerde bei der Bau-, Verkehrs- und Energiedirektion des Kantons Bern (BVE) ein. Sie
beantragt sinngemäss die Aufhebung der Baubewilligung und die Erteilung des
Bauabschlags und macht geltend, es sei nicht nachvollziehbar, nach welchen Kriterien die
Gemeinde den gewachsenen Boden beurteilt bzw. die Höhe der Aufschüttung bei der
Bauparzelle eruiert habe.
3. Das Rechtsamt, das die Beschwerdeverfahren für die BVE leitet1, holte die Vorakten
ein und führte den Schriftwechsel durch. Die Gemeinde Ipsach verweist mit Stellungnahme
vom 31. Januar 2019 auf ihren Bauentscheid vom 10. Januar 2019 und beantragt die
Abweisung der Beschwerde. Die Beschwerdegegnerin und der Beschwerdegegner
beantragen, die Beschwerde sei abzuweisen, soweit darauf einzutreten sei. Sie machen
insbesondere geltend, dem Beschwerdetext könne weder ein Antrag noch eine
Begründung entnommen werden. Daher sei auf die Beschwerde nicht einzutreten. Im
1 Art. 7 der Verordnung vom 18. Oktober 1995 über die Organisation und die Aufgaben der Bau-, Verkehrs- und Energiedirektion (Organisationsverordnung BVE, OrV BVE; BSG 152.221.191)
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Übrigen sei im Bauentscheid ausführlich festgehalten worden, dass die
Beschwerdeführerin alle Unterlagen erhalten habe, auf die sich der Bauentscheid stütze.
Aus diesen ergebe sich, welche Kriterien eingehalten werden müssten und weshalb diese
durch das Zurückversetzen der Sichtschutzelemente eingehalten seien. Da sich bereits
aus den der Beschwerdeführerin im Einspracheverfahren zugestellten Unterlagen die
Erklärungen ergäben, welche die Beschwerdeführerin nun von der BVE fordere, sei es
sachgerecht, der Beschwerdeführerin die Kosten des Beschwerdeverfahrens aufzuerlegen.
Ihr seien auch die Kosten des Einspracheverfahrens aufzuerlegen, da sie nach Zusendung
aller Unterlagen die Einsprache hätte zurückziehen können.
4. Auf die Rechtsschriften wird, soweit für den Entscheid wesentlich, in den
nachfolgenden Erwägungen näher eingegangen

## Considerations

II. Erwägungen
1. Eintretensvoraussetzungen
a) Angefochten ist ein Bauentscheid. Laut Art. 40 BauG2 kann er innert 30 Tagen seit
Eröffnung mit Baubeschwerde bei der BVE angefochten werden. Die BVE ist somit für die
Beurteilung der Beschwerde zuständig.
b) Zur Beschwerde befugt sind die Baugesuchstellerinnen, die Baugesuchsteller, die
Einsprecherinnen, die Einsprecher und die zuständige Gemeindebehörde (Art. 40 Abs. 2
BauG). Die Beschwerdeführerin, deren Einsprache abgewiesen wurde, ist durch den vor-
instanzlichen Entscheid beschwert und daher zur Beschwerdeführung legitimiert.
c) Beschwerden müssen gemäss Art. 32 Abs. 2 VRPG3 bestimmten
Mindestanforderungen an die Form genügen. Sie müssen unter anderem einen Antrag und
eine Begründung enthalten; diese gehören zu den eigentlichen Gültigkeits- und
2 Baugesetz vom 9. Juni 1985 (BauG; BSG 721.0) 3 Gesetz vom 23. Mai 1989 über die Verwaltungsrechtspflege (VRPG; BSG 155.21)
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Prozessvoraussetzungen.4 Generell sind aber an Laieneingaben keine hohen
Anforderungen zu stellen. Es ist ausreichend, wenn sich aus dem Zusammenhang
sinngemäss ergibt, was beantragt wird.5 Was die Begründung betrifft, so genügt es, wenn
aus der Beschwerdeschrift ersichtlich ist, in welchen Punkten und weshalb der
angefochtene Entscheid beanstandet wird. Die Begründung braucht nicht zuzutreffen; sie
muss aber sachbezogen sein. Es genügt nicht, bloss zu behaupten, der angefochtene
Entscheid sei falsch. Die Rechtsmitteleingabe muss sich wenigstens in minimaler Form mit
dem angefochtenen Entscheid auseinandersetzen und es muss sinngemäss erkennbar
sein, welche Rechtsnorm oder Grundsätze der Ermessungsausübung nach Auffassung der
beschwerdeführenden Partei verletzt oder inwiefern Sachverhaltselemente unrichtig oder
unvollständig festgestellt worden sind.6
Die Beschwerdeschrift der Beschwerdeführerin enthält keinen eigentlichen Antrag und die
darin enthaltene Begründung ist sehr knapp. Aus den Ausführungen der
Beschwerdeführerin und den in der Beschwerde enthaltenen Fotos ergibt sich aber in
genügender Weise, dass die Beschwerdeführerin der Meinung ist, die Gemeinde habe die
Höhe des massgebenden Terrains und damit die Höhe der Sichtschutzelemente falsch
beurteilt. Daher seien die Sichtschutzelemente zu hoch und es sei die Baubewilligung
aufzuheben und der Bauabschlag zu erteilen. Auf die fristgerecht eingereichte Beschwerde
ist daher einzutreten.
2. Höhe der Sichtschutzelemente und Grenzabstand
a) Die Beschwerdegegnerin und der Beschwerdegegner haben in der westlichen Ecke
ihrer Parzelle Ipsach Grundbuchblatt Nr. D._, welche in diesem Bereich an drei
Nachbarparzellen angrenzt, einen Sichtschutz aus mehreren Betonelementen aufgestellt.
Dieser besteht aus fünf Gruppen von jeweils drei versetzt angeordneten Betonlamellen.
Diese sind je 0.5 Meter breit und ihre Höhe über Boden beträgt 1.65 Meter. Zwei dieser
Gruppen sind gegen die Parzelle Ipsach Grundbuchblatt Nr. F._ gerichtet, auf der
die Beschwerdeführerin eine private Spitex-Tagesstätte betreibt. Die einzelnen
Dreiergruppen stehen in unterschiedlichen Abständen zu den Parzellengrenzen. Eine der
4 Merkli/Aeschlimann/Herzog, Kommentar zum bernischen VRPG, 1997, Art. 32 N. 10 und 12 5 Merkli/Aeschlimann/Herzog, a.a.O., Art. 32 N. 13; VGE 2018/187 vom 21. Januar 2019 E. 3.1 6 Merkli/Aeschlimann/Herzog, a.a.O., Art. 32 N. 15; VGE 2018/187 vom 21. Januar 2019 E. 3.1
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Gruppen hält einen Abstand von 1.0 Meter ein, alle anderen grössere Abstände von 1.3 bis
1.8 Meter.
Die Vorinstanz kam zum Schluss, die Betonelemente seien genügend von der
Parzellengrenze zurück versetzt und hielten die massgebenden Vorschriften betreffend
Höhe und Abstand ein. Die Beschwerdeführerin kritisiert, es sei nicht nachvollziehbar, nach
welchen Kriterien die Vorinstanz das natürliche gewachsene Terrain bzw. die Höhe der
Aufschüttung eruiert habe.
b) Die Parzelle Nr. D._ befindet sich im Perimeter der Überbauungsordnung
"Gewerbezone E._".7 Die Sonderbauvorschriften der Überbauungsordnung
enthalten keine Bestimmungen über den Grenzabstand von Einfriedungen, weshalb dafür
gemäss Art. 3 der Sonderbauvorschriften die Vorschriften des Baureglementes der
Gemeinde Ipsach (GBR)8 zur Anwendung kommen. Gemäss Art. 3.8 Abs. 3 GBR gelten für
Einfriedigungen, Stützmauern, Böschungen sowie Abort- und Düngegruben die
Bestimmungen der Art. 79 ff. EG ZGB9 auch als öffentlich-rechtliche Bestimmungen der
Gemeinde.
Laut Art. 79k Abs. 1 EG ZGB dürfen Einfriedungen wie Holzwände, Mauern, Zäune mit
einer Höhe bis zu 1.2 Meter, gemessen vom gewachsenen Boden des höher gelegenen
Grundstücks aus, an die Grenze gestellt werden. Höhere Einfriedungen sind um das Mass
der Mehrhöhe von der Grenze zurückzunehmen, jedoch höchstens auf 3 Meter (Art. 79k
Abs. 2 EG ZGB).
Im geltenden Baureglement der Gemeinde Ipsach ist die Verordnung vom 25. Mai 2011
über die Begriffe und Messweisen im Bauwesen (BMBV; BSG 721.3) noch nicht umgesetzt
worden. Für die Auslegung des Begriffs des gewachsenen Bodens gelten daher nach wie
vor die Bestimmungen von Art. 97 aBauV.10 Demnach gilt als gewachsener Boden
grundsätzlich das Terrain, wie es vor Baubeginn besteht (Art. 97 Abs. 1 aBauV). Ist die
7 Überbauungsordnung "Gewerbezone E._" der Gemeinden Bellmund, Ipsach, und Sutz-Lattrigen, bestehend aus Überbauungsplan und Sonderbauvorschriften, beschlossen von der Einwohnergemeinde Ipsach am 15. Mai 1975, genehmigt von der Baudirektion des Kantons Bern am 3. September 1976, mit Änderungen genehmigt am 18. April 1978, 28. Februar 1994, 19. März 1998 und 5. Mai 2003 8 Baureglement der Einwohnergemeinde Ipsach vom 27. Mai 1993, genehmigt vom AGR am 22. Juni 1994 9 Gesetz vom 28. Mai 1911 betreffend die Einführung des Schweizerischen Zivilgesetzbuches (EG ZGB: BSG 211.1) 10 Vgl. Art. 34 Abs. 2 der Übergangs- und Schlussbestimmungen der BMBV
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Oberfläche des Baugrundstücks jedoch sichtbar durch künstliche Terrainauffüllungen
gehoben, ist laut Art. 97 Abs. 2 aBauV entweder vom ursprünglichen Terrain aus zu
messen, wenn die Baubewilligung für die Auffüllung einen entsprechenden Vorbehalt
enthält (Bst. a), oder bei Einfriedungen zwischen beidseitig aufgeschütteten Grundstücken
vom tieferen fertigen Terrain aus (Bst. b), und in den übrigen Fällen vom Niveau aus, das
dem umgebenden natürlichen Geländeverlauf entspricht (Bst. c).
c) Es ist unbestritten, dass bei der Bebauung der Parzelle Nr. D._ Ende der
1980er-Jahre das Terrain teilweise durch Auffüllungen gehoben wurde. Die Fotos in den
Akten zeigen denn auch einen sichtbaren Niveauunterschied zwischen der Parzelle Nr.
D._ und den westlich angrenzenden Nachbarparzellen. Das massgebende
Terrain, ab dem zu messen ist, bestimmt sich daher nach Art. 97 Abs. 2 aBauV.
Die Vorinstanz erachtete das ursprüngliche gewachsene Terrain der Parzelle Nr.
D._ vor deren Überbauung als massgebend. Sie stützte sich bei dessen
Bestimmung auf die vom Beschwerdegegner mit seiner Stellungnahme zur Einsprache
eingereichten Unterlagen zur Bebauung der Parzelle. Es handelt sich um eine Kopie des
Baugesuchsplanes "Südwestfassade" vom 11. Dezember 1986 mit Einzeichnung des
gewachsenen und des neuen Terrains, ein Foto vom Februar 1987, welches das
unbebaute Grundstück und die Profile des geplanten Gebäudes zeigt, sowie ein Foto vom
Juni 1993, auf dem das fertig erstellte Gebäude sowie die noch unbebaute
Nachbarparzelle Nr. F._ zu sehen sind. Diese Unterlagen zeigen, dass das
westlich der Bahnlinie Biel-Täuffelen-Ins gelegene Gebiet, in dem sich die Parzellen der
Parteien befinden, vor seiner Bebauung nahezu flach war und gegen Westen bzw.
Nordwesten in Richtung Bielersee leicht abfällt. Beim Bau des auf der Parzelle Nr.
D._ stehenden Gebäudes wurde das Terrain mit einer Aufschüttung begradigt.
Das neue Terrain im westlichen bzw. nordwestlichen Teil der Parzelle ist gemäss dem
eingereichten Baugesuchsplan maximal 0.55 Meter höher als der ursprünglich
gewachsene Boden. Die Vorinstanz kam gestützt darauf zum Schluss, die zu
berücksichtigende Höhe der Betonelemente betrage 2.2 Meter (Höhe 1.65 Meter ab
fertigem Boden zuzüglich Terrainaufschüttung von 0.55 Meter). Da Einfriedungen mit einer
Höhe über 1.2 Meter um das Mass der Mehrhöhe von der Grenze zurückzunehmen seien,
müssten die Betonelemente mindestens einen Abstand von einem Meter zur
Parzellengrenze einhalten. Die Sichtschutzelemente hielten diesen Abstand ein und seien
deshalb nicht zu hoch.
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d) Entgegen der Kritik der Beschwerdeführerin ist somit ohne weiteres nachvollziehbar,
wie die Vorinstanz das massgebende Terrain bzw. die Höhe der Aufschüttung eruiert und
die notwendige Rückversetzung bzw. die zulässige Höhe der Sichtschutzelemente beurteilt
hat. Sie hat sich dabei in erster Linie auf einen Baugesuchsplan aus dem Jahr 1986
abgestützt, der für die Erstellung des Gebäudes auf der Parzelle Nr. D._
massgebend war. Dieser Plan zeigt das damals bestehende gewachsene Terrain längs der
Südwestfassade des Gebäudes bis zur nordwestlichen Parzellengrenze. Der Punkt, wo die
eingezeichnete Terrainlinie auf die Grenze trifft, befindet sich in jenem Bereich, in dem auf
einer Länge von insgesamt 6.5 Metern drei Betonelementgruppen nahe der
Nachbarparzellen Nr. G._ und Nr. F._ stehen. Da die Fotos aus dieser
Zeit zeigen, dass das Terrain im Bereich der Grenzen der genannten Parzellen vor deren
Bebauung eben war, ging die Vorinstanz zu Recht für den gesamten Bereich von einer
Höhe der Aufschüttung von 0.55 Metern aus. Ein noch genauerer Verlauf des damaligen
Terrains im massgebenden Bereich könnte heute kaum mehr eruiert werden. Die Gebäude
auf den angrenzenden Parzellen Nr. G._ und Nr. F._ wurden später
realisiert. Deren Pläne können daher keine Auskunft über das ursprüngliche Terrain der
Parzelle Nr. D._ geben. Das Vorgehen der Vorinstanz und ihre
Sachverhaltsfeststellungen sind daher nicht zu beanstanden. Sie hat sich zwar nicht damit
auseinandergesetzt, ob die damalige Baubewilligung einen Vorbehalt im Sinne von Art. 97
Abs. 2 Bst. a aBauV enthält und auf das ursprüngliche Terrain im Sinne dieser
Bestimmung abzustellen ist, oder ob mangels Vorbehalt der damalige natürliche
Geländeverlauf der Umgebung massgebend ist (Art. 97 Abs. 2 Bst. c aBauV). Dies ist aber
unerheblich: Das im Baugesuchsplan von 1986 eingetragene gewachsene Terrain im
Bereich der Grenze zu den nordwestlich gelegenen Nachbarparzellen entspricht sowohl
dem ursprünglichen Terrain in diesem Bereich als auch dem damaligen umgebunden
natürlichen Geländeverlauf, da sowohl die Parzelle Nr. D._ als auch die
angrenzenden Parzellen Nr. G._ und Nr. F._ noch unbebaut waren und
ihr Terrain damit dem natürlichen Geländeverlauf entsprach.
Die Beschwerdeführerin bringt denn auch nicht konkret vor, inwiefern das Vorgehen oder
die Sachverhaltsfeststellungen der Vorinstanz falsch sein sollten. Sie erwähnt nur, dass
auch ihre "vordere Parzelle" aufgeschüttet worden sei. Was genau sie daraus ableiten will,
ist unklar. Soweit sie damit geltend machen will, es handle sich vorliegend um einen
Anwendungsfall von Art. 97 Abs. 2 Bst. b BauV, weshalb vom tieferen fertigen Terrain auf
der Parzelle Nr. F._ auszugehen sei, geht sie fehl. Die genannte Vorschrift kommt
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nur zum Tragen, wenn entlang der massgebenden Grenze auf beiden Grundstücken
sichtbare Aufschüttungen vorhanden sind. Unerheblich sind dagegen Aufschüttungen in
einem anderen Bereich der Parzellen. Die von der Beschwerdeführerin eingereichten Fotos
zeigen, dass die Parzelle Nr. F._ mit grosser Wahrscheinlichkeit im westlichen
Bereich gegen die Keltenstrasse hin und im Bereich des westlichen Teils des Gebäudes
aufgeschüttet wurde. Im östlichen Bereich der Parzelle Nr. F._ an der Grenze zur
Parzelle Nr. D._ zeigen die Fotos dagegen keine Aufschüttung; die Ausgestaltung
der Umgebung und des Grenzbereichs zur Parzelle Nr. G._ deuten im Gegenteil
auf eine Abgrabung auf der Parzelle Nr. F._ hin. Es würde auch nicht einleuchten,
weshalb bei einem gegen Westen abfallen Gelände im Osten einer Parzelle eine
Aufschüttung vorgenommen werden sollte.
e) Die Vorinstanz hat somit zu Recht basierend auf dem Baugesuchsplan vom 11.
Dezember 1986 auf das gewachsene Terrain, wie es vor der Bebauung der Parzelle Nr.
D._ bestand, abgestellt und die Höhe der Aufschüttung bzw. des massgebenden
Terrains richtig festgelegt. Gestützt darauf hat sie die Höhe bzw. den Grenzabstand der
Betonelemente richtigerweise als vorschriftskonform beurteilt. Die Beschwerde ist daher
abzuweisen und der vorinstanzliche Entscheid ist zu bestätigen.
3. Kosten des vorinstanzlichen Verfahrens
a) Die Vorinstanz hat mit dem Bauentscheid vom 10. Januar 2019 der Bauherrschaft die
Kosten des Baubewilligungsverfahrens in der Höhe von Fr. 625.00 auferlegt. Darin
enthalten sind 140.00 Franken für die Behandlung der Einsprache der Beschwerdeführerin
sowie 70.00 Franken für die Eröffnung von Verfügungen an sie. Die Beschwerdegegnerin
und der Beschwerdegegner beantragen, diese Kosten seien der Beschwerdeführerin
aufzuerlegen.
b) Die Beschwerdeführerin hat die Erteilung der Baubewilligung, nicht aber die
Kostenverfügung des Bauentscheides vom 10. Januar 2019 angefochten; sie wäre dazu
mangels schutzwürdigem Interesse auch nicht legitimiert gewesen. Die
Beschwerdegegnerin und der Beschwerdegegner haben innert der Rechtsmittelfrist die
ihnen auferlegten Kosten nicht angefochten. Die Kosten des Bauentscheides sind daher
nicht Verfahrensgegenstand. Der entsprechende Antrag der Beschwerdegegnerin und des
RA Nr. 110/2019/15 9
Beschwerdegegners in ihrer Beschwerdeantwort erfolgte nach Ablauf der Rechtsmittelfrist
und damit zu spät; es kann daher nicht darauf eingetreten werden.
4. Kosten des Beschwerdeverfahrens
Die Verfahrenskosten werden bestimmt auf eine Pauschalgebühr von Fr. 800.00 (Art. 103
Abs. 2 VRPG i.V.m. Art. 19 Abs. 1 GebV11). Da die Beschwerdeführerin in der Hauptsache
unterliegt, hat sie die Verfahrenskosten zu tragen (Art. 108 Abs. 1 VRPG). Das
Nichteintreten auf den Antrag der Beschwerdegegnerin und des Beschwerdegegners
betreffend der vorinstanzlichen Kosten ist von untergeordneter Bedeutung und rechtfertigt
keine andere Kostenverlegung. Parteikosten werden keine gesprochen (Art. 104 Abs. 1
und 4 VRPG).