# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 3a64f0fe-10b0-44b1-839e-da57440bfddb
**Court:** GR_VG
**Chamber:** GR_VG_001
**Year:** 2019
**Language:** de
**Jurisdiction:** GR / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Daueraufenthaltsbewilligung sowie die Rückweisung des Sachverhalts an
die Vorinstanz zur Neubeurteilung. In prozessualer Hinsicht ersuchte er um
Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege unter Beiordnung von
Rechtsanwalt Dr. iur. Pascal Domenig und um Erteilung der
aufschiebenden Wirkung. Zur Begründung führte der Beschwerdeführer im
Wesentlichen aus, die finanzielle Unterstützung sei unbestrittenermassen
nicht geringfügig gewesen. Vergleichsweise liege aber ein anderes Mass
an Erheblichkeit vor, als dies das DJSG vorgebracht habe. Er habe sich in
den letzten drei Jahren bemüht, eine neue Arbeitsstelle zu finden. Indem
das DJSG die sich in den Akten befindlichen Nachweise betreffend seine
Arbeitsbemühungen nicht gewürdigt und einzig darauf hingewiesen habe,
dass keine ernsthaften Arbeitsbemühungen vorgenommen worden seien,
habe dieses den Sachverhalt ungenügend festgestellt. Vor kurzem habe er
sich sodann beim RAV X._ als Stellensuchender angemeldet und auf
privater Basis individuelle Unterstützung bei einem Bewerbungscoach
gesucht. Zudem habe er sich bei diversen Temporärfirmen als
Stellensuchender registriert und weitere Bewerbungsschreiben verschickt.
Kürzlich habe er auch eine Einladung für ein Vorstellungsgespräch und
einen Schnuppertag erhalten, der Mitte März 2018 stattfinden soll. Diese
vorgenommenen Anstrengungen belegten, dass er gewillt sei, eine
Erwerbstätigkeit anzunehmen und die Gefahr einer Fürsorgeabhängigkeit
zukünftig nicht mehr bestehen könnte. Selbst bei Vorliegen eines
möglichen Widerrufsgrundes könne mangels Verhältnismässigkeit kein
Widerruf der Daueraufenthaltsbewilligung erfolgen. Die Schlussfolgerung
des DJSG, wonach die Interessen des Kindswohls im vorliegenden Fall
hinter das öffentliche Interesse zurückzutreten habe, sei nicht
nachvollziehbar. Insbesondere sei ungenügend geprüft worden, ob von
einer konkreten Gefährdung des Kindswohls auszugehen sei. Die Ehe sei
intakt und er sei Ansprechpartner für Lehrer und Behördenmitglieder, wenn
es um die Erziehung und Betreuung der gemeinsamen Kinder gehe. Seine
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Ehefrau sei aufgrund gesundheitlicher Probleme nicht in der Lage, die
Kinder alleine zu unterstützen und zu betreuen, sondern sei auf seine
Mithilfe angewiesen. Seine Wegweisung hätte eine vollständige
Fremdbetreuung bzw. –unterbringung zur Folge. Eine Betreuung durch
Verwandte sei nicht möglich. Das Kindeswohl wäre im Falle einer Trennung
der Familie somit konkret gefährdet. Zudem hätte seine Wegweisung
gemäss dem Bericht der Psychiaterin Dr. med. C._ auch ungünstige
Folgen für den Gesundheitszustand seiner Ehefrau. Im Übrigen sei er
bestens in die Gesellschaft integriert und habe sich nie etwas zu schulden
kommen lassen. Im Weiteren hätte ein Umzug der gesamten Familie ins
Ausland negative Auswirkungen auf die Entwicklung der Kinder und sei ein
solcher Umzug seiner Ehefrau gemäss Bericht der Psychiaterin Dr. med.
C._ nicht zumutbar. Zusammenfassend sei seine Wegweisung
unverhältnismässig und erweise sich der Beschwerdeentscheid nicht als
bundesrechts- und konventionskonform.
8. Mit Stellungnahme betreffend aufschiebende Wirkung vom 27. März 2018
teilte das DJSG dem Gericht mit, mit der Gewährung der aufschiebenden
Wirkung bis zum Entscheid in der Hauptsache einverstanden zu sein.
9. Das DJSG (nachfolgend: Beschwerdegegner) beantragte in seiner Ver-
nehmlassung vom 18. April 2018 die Abweisung der Beschwerde und
verwies hauptsächlich auf die Ausführungen in der angefochtenen
Verfügung. Bezüglich der vom Beschwerdeführer in Aussicht gestellten
Anstellung bei der D._ AG hielt der Beschwerdegegner fest, nach
seinem Kenntnisstand sei ein entsprechender Arbeitsvertrag bisher nicht
unterzeichnet worden. Die entsprechende Stellensuche sei ohne Zweifel
unter dem Druck der drohenden Wegweisung aus der Schweiz erfolgt. Alle
geltend gemachten Bemühungen des Beschwerdeführers wie Anmeldung
beim RAV, Inanspruchnahme eines Bewerbungscoaches oder Einreichung
von Bewerbungen seien zeitlich nach dem Erhalt der angefochtenen
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Verfügung anzusiedeln. Dementsprechend seien auch diese Bemühungen
zu bewerten. Selbst wenn der Beschwerdeführer bei der genannten Firma
eine Anstellung erhalte, würde diese erst kurze Zeit andauernde und noch
in der Probezeit befindliche Anstellung des Beschwerdeführers nicht
ausreichen, um eine zukünftige und auf längere Sicht bestehende,
gesicherte Erwerbstätigkeit bejahen zu können. Es bestehe somit weiterhin
die Gefahr, dass der Beschwerdeführer auch in Zukunft nicht für seinen
Lebensunterhalt werde aufkommen könne und weiterhin bzw. erneut von
der Fürsorge abhängig sein werde. Sodann mögen die Belange des
Kindswohls insgesamt bedeutend sein, haben diese jedoch angesichts des
Ausmasses der langjährigen und erheblichen Fürsorgeabhängigkeit hinter
die öffentlichen Interesse an einer Fernhaltung des Beschwerdeführers
zurückzutreten. Die Verlängerungsverweigerung sei unter den gegebenen
Umständen gerechtfertigt und verhältnismässig.
10. Mit Verfügung vom 19. April 2018 gewährte der Instruktionsrichter der
Beschwerde die aufschiebende Wirkung, nachdem der Beschwerdegegner
keine Einwände dagegen hatte.
11. Nachdem der Beschwerdeführer innert der ihm angesetzten Frist keine
Replik eingereicht hatte, erklärte der Instruktionsrichter mit Schreiben vom
25. Oktober 2018 den Schriftenwechsel als abgeschlossen. Daraufhin
reichte der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers mit Schreiben vom
5. November 2018 seine Honorarnote ein.
12. Am 6. Februar 2019 ersuchte der Instruktionsrichter den Rechtsvertreter
des Beschwerdeführers, das Gutachten der Klinik Valens betreffend
B._ (IV-Anmeldung) einzureichen sowie über den Stand des IV-
Verfahrens zu orientieren.
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13. Mit Eingabe vom 14. Februar 2019 reichte der Rechtsvertreter des
Beschwerdeführers das Teilgutachten von Dr. med. E._ betreffend
B._ ein. Dieser hielt fest, dass überwiegend wahrscheinlich eine relativ
hohe Gesamtarbeitsfähigkeit (50-80 %) bestehe. Es sei jedoch davon
auszugehen, dass B._ aufgrund ihres Ressourcen- und Defizitprofils
(insbesondere körperliche Einschränkungen, etwa in Form geringerer
motorischer Leistungsfähigkeit, z.B. bezüglich des Gehens) eine erhöhte
Pausenbedürftigkeit aufweisen würde. Es sei somit auch angesichts der
langen Arbeitsmarktabwesenheit von einer vorerst (erste drei Monate)
50%igen Leistungsfähigkeit auf ein 100 % Pensum gerechnet auszugehen.
In seiner Schlussbemerkung empfiehlt Dr. med. E._, B._ – sollte
dies gemäss IV-Rechtsprechung möglich sein – mit rund 20 Jahren
Verspätung die Möglichkeit nochmals anzubieten, einen Beruf zu erlernen.
Die Ressourcen zum Abschluss einer beruflichen Erstausbildung und/oder
beruflichen Massnahmen im Sinne von Förderung durch Kurse/Praktika
seien zweifelsohne gegeben und B._ ungebrochen lernwillig.
14. Mit Eingabe vom 4. März 2019 nahm der Beschwerdegegner zum
eingereichten Teilgutachten Stellung und führte im Wesentlichen aus, aus
dem Gutachten gehe hervor, dass der Beschwerdeführer in seinem Muster
einer langjährigen selbstgewählten Fürsorgeabhängigkeit verharre,
weshalb ein erhebliches öffentliches Interesse an der Nichtverlängerung
der Daueraufenthaltsbewilligung EU/EFTA des Beschwerdeführers
bestehe. Dies müsse umso mehr gelten, weil aus dem Gutachten –
entgegen den Vorbringen des Beschwerdeführers – hervorgehe, dass er
offenbar keine wesentlichen Unterstützungsleistungen zugunsten seiner
Ehefrau erbringe. Es entstehe aus dem Gutachten insgesamt ein ganz
anderes Bild sowohl des mentalen als auch des körperlichen
Leistungszustandes der Ehefrau, welche – wenn überhaupt – in weit
geringerem Masse als behauptet auf dessen Unterstützung im Alltag
angewiesen sei.
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15. In seiner Stellungnahme vom 13. März 2019 relativierte der
Beschwerdeführer – unter Einlage des Berichts von Dr. med. C._
(Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie) vom 4. März 2019 – das
Teilgutachten und wies auf den Umstand hin, dass das IV-Verfahren
betreffend B._ noch nicht abgeschlossen sei. Erst wenn die
beruflichen Massnahmen durch einen Berufsberater abgeschlossen seien,
könne die Rentenfrage geprüft werden. Vor diesem Hintergrund wäre es
verfehlt, auf Grundlage der heute vorliegenden Fakten, einen Entscheid zu
treffen. Vielmehr sei der weitere Gang des Verfahrens abzuwarten.
Insbesondere seien die grundsätzlich positiven Aussagen von B._ im
Teilgutachten in Bezug auf die Kinderbetreuung bzw. Haushaltsführung
insofern zu relativieren, als sie einer möglichen Fremdplatzierung ihrer
Kinder habe entgegenwirken wollen. Die neuropsychologischen
Abklärungen zeigten, dass sie keinesfalls intellektuell in der Lage sei, ihre
Kinder im zunehmenden Alter alleine schulisch zu unterstützen. Auch die
behandelnde Fachärztin attestiere B._, dass diese dringend auf die
Unterstützung ihres Ehemannes angewiesen sei, da beide Kinder sich
noch im Primarschulalter befinden und entsprechende familiäre Betreuung
benötigen würden. Weiter bestätige die behandelnde Fachärztin, dass aus
psychiatrischer Sicht eine berufliche Eingliederung durch die
Landesverweisung des Beschwerdeführers und Vater ihrer Kinder
verunmöglicht würde. Darüber hinaus würde eine Wegweisung das
Kindeswohl gefährden. Vor diesen Hintergrund sei die Nichtverlängerung
der Daueraufenthaltsbewilligung EU/EFTA des Beschwerdeführers in
keiner Form verhältnismässig.
16. Mit Schreiben vom 21. März 2019 verzichtete der Beschwerdegegner auf
das Einreichen einer weiteren Stellungnahme.
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17. Mit Stellungnahme vom 27. März 2019 reichte der Beschwerdeführer einen
Bericht des Hausarztes Dr. med. F._ vom 11. März 2019 ein und
führte aus, in diesem Bericht halte der Hausarzt fest, dass gemäss seinen
Beobachtungen die Erziehungsverantwortung mehrheitlich durch den
Beschwerdeführer wahrgenommen werde. Bezüglich der Unterstützung
bei den Hausaufgaben halte sich die Ehefrau vollumfänglich zurück,
sodass diesbezüglich der Beschwerdeführer alleine verantwortlich sei.
Weiter sei der Hausarzt der Überzeugung, dass sich die Kinder
möglicherweise in schulischer Hinsicht als auch sozial ungünstig
entwickeln würden, wenn die erzieherische Verantwortung alleine bei
B._ liegen würde. Demzufolge belege auch der Bericht des
Hausarztes, dass eine Nichtverlängerung der Daueraufenthaltsbewilligung
nicht verhältnismässig wäre.
18. Der Beschwerdegegner verzichtete in der Folge mit Schreiben vom 2. April
2019 abermals auf die Einreichung einer Stellungnahme.
19. Mit Eingabe vom 14. Juni 2019 reichte der Beschwerdegegner den
Vorbescheid der IV-Stelle betreffend B._ ein, wonach kein Anspruch
auf eine Invalidenrente bestehe. Massgeblich für diesen Vorbescheid war
der Umstand, dass B._ der Aufforderung der IV-Stelle zur Abklärung
im Zentrum für berufliche Abklärung in Y._ nicht nachgekommen sei,
weshalb die beruflichen Massnahmen abgeschlossen worden seien. Ohne
diese Abklärung könne die wirtschaftliche Verwertbarkeit der
Arbeitsfähigkeit nicht abschliessend beurteilt werden, weshalb von einer
Umsetzbarkeit der medizinisch-theoretisch attestieren Arbeitsfähigkeit von
100 % auf dem ersten Arbeitsmarkt auszugehen sei, was zu einem nicht
rentenbegründenden Invaliditätsgrad von 40 % führe.
20. Diese Akteneinlage wurde dem Beschwerdeführer am 18. Juni 2019 zur
Kenntnis zugestellt.
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21. Mit Schreiben vom 8. Juli 2019 reichte der Beschwerdeführer ein Exemplar
der Verwaltungsgerichtsbeschwerde vom 4. Juli 2019 gegen die Verfügung
der SVA Graubünden vom 6. Juni 2019 sowie des Einwands vom 6. Juli
2019 gegen den Vorbescheid der SVA Graubünden vom 11. Juni 2019
(beides betreffend B._) ein. Er führte aus, dass der gesundheitliche
Zustand der Ehefrau es nicht zugelassen habe, dass sie die erforderlichen
IV-Abklärungen in Y._ hätte vornehmen können.
22. Mit Schreiben vom 12. Juli 2019 verzichtete der Beschwerdegegner auf
das Einreichen einer Stellungnahme.
23. Der Beschwerdegegner reichte am 6. August 2019 die am 10. Juli 2019
erfolgte Bestätigung des in Ziff. 21 genannten Einwandes zu den Akten
sowie die Verfügung der SVA Graubünden vom 17. Juli 2019, wonach
B._ keinen Anspruch auf eine IV-Rente habe. Diese beiden
Dokumente wurden dem Beschwerdeführer am 7. August 2019 zur
Kenntnis gebracht.
Auf die weiteren Vorbringen und Argumente der Parteien wird, soweit
erforderlich, im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen eingegangen.

## Considerations

Das Gericht zieht in Erwägung:
1.1. Anfechtungsobjekt des vorliegenden Verfahrens bildet der Departements-
entscheid vom 16. Februar 2018, mit welchem der Beschwerdegegner die
ablehnende Verfügung des AFM vom 7. Juni 2017 betreffend Nicht-
verlängerung der Daueraufenthaltsbewilligung EU/EFTA bestätigt hat.
Gemäss Art. 49 Abs. 1 lit. c des Gesetzes über die
Verwaltungsrechtspflege (VRG; BR 370.100) beurteilt das
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Verwaltungsgericht Beschwerden gegen Entscheide der kantonalen
Departemente, soweit diese nicht nach kantonalem oder eidgenössischem
Recht endgültig sind. Der angefochtene Entscheid des
Beschwerdegegners ist nicht endgültig, weshalb er ein taugliches
Anfechtungsobjekt darstellt. Als Adressat der angefochtenen Verfügung ist
der Beschwerdeführer berührt und weist ein schutzwürdiges Interesse an
dessen Aufhebung auf (Art. 50 VRG). Die weiteren
Prozessvoraussetzungen geben zu keinen Bemerkungen Anlass, weshalb
auf die frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde einzutreten ist.
1.2. Nach Art. 51 VRG erstreckt sich die Kognition des Verwaltungsgerichtes
bei der Beurteilung der vorliegenden Beschwerde auf Rechtsverletzungen
einschliesslich Überschreitung oder Missbrauch des Ermessens sowie
unrichtige oder unvollständige Feststellung des Sachverhalts. Das
Verwaltungsgericht überprüft somit den Sachverhalt und die Rechtsfragen
frei. Dagegen beurteilt es nicht, ob der angefochtene Entscheid
zweckmässig oder angemessen ist.
2. Streitig und nachfolgend zu prüfen ist, ob die Nichtverlängerung der
Daueraufenthaltsbewilligung EU/EFTA und die damit einhergehende
Wegweisung des Beschwerdeführers aus der Schweiz mit Verfügung des
AFM vom 7. Juni 2017, bestätigt und geschützt durch den vorliegend
angefochtenen Beschwerdeentscheid des Beschwerdegegners vom 16.
Februar 2018, zu Recht erfolgt ist. Streitgegenstand bildet zum einen die
Frage, ob der Widerrufsgrund nach Art. 63 Abs. 1 lit. c AIG erfüllt ist und
zum anderen, ob die privaten Interessen des Beschwerdeführers am
Verbleib in der Schweiz das öffentliche Interesse an seiner Wegweisung
überwiegen.
3. Der Beschwerdeführer ist deutscher Staatsangehöriger. Aufgrund seiner
Heirat mit einer Schweizerbürgerin und des Familiennachzugsgesuchs
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seiner Ehefrau erhielt er eine Daueraufenthaltsbewilligung EU/EFTA,
welche zuletzt bis zum 17. Februar 2017 gültig war (Beilagen
Beschwerdegegner [Bg-act.] I/28). Mit seiner Ehefrau hat der
Beschwerdeführer zwei Kinder (Jahrgang 2008 und 2009).
4. Der Beschwerdegegner hat im angefochtenen Beschwerdeentscheid vom
16. Februar 2018 zu Recht festgehalten, dass dem Beschwerdeführer
keinen Anspruch auf Erteilung bzw. Verlängerung der Bewilligung gestützt
auf das Abkommen zwischen der Europäischen Gemeinschaft und ihren
Mitgliedstaaten einerseits und der Schweizerischen Eidgenossenschaft
andererseits über die Freizügigkeit (Freizügigkeitsabkommen, FZA,
SR 0.142.112.681) zukommt (vgl. angefochtener Entscheid E.10). Dies
blieb seitens des Beschwerdeführers denn auch unbestritten.
5. Der Beschwerdeführer könnte aber einen Anspruch gestützt auf das
Bundesgesetz über die Ausländerinnen und Ausländer (AIG; SR 142.20)
haben. Ausländische Ehegatten von Schweizerinnen und Schweizer haben
Anspruch auf Erteilung und Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung, wenn
sie mit diesem zusammenwohnen (Art. 42 Abs. 1 AIG). Der
Beschwerdeführer lebt zusammen mit seiner Ehefrau und den beiden
gemeinsamen Kindern in einer Wohnung in X._. Damit ergibt sich
grundsätzlich ein Anspruch auf Erteilung bzw. Verlängerung der
Aufenthaltsbewilligung.
6.1. Dieser Anspruch erlischt unter anderem, wenn Widerrufsgründe nach
Art. 63 AIG vorliegen (Art. 51 Abs. 1 lit. b AIG). Ein Widerrufsgrund liegt
unter anderem dann vor, wenn die Ausländerin oder der Ausländer oder
eine Person, für die sie oder er zu sorgen hat, dauerhaft und in erheblichem
Mass auf Sozialhilfe angewiesen ist (Art. 63 Abs. 1 lit. c AIG).
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Praxisgemäss setzt Art. 63 Abs. 1 lit. c AIG die konkrete Gefahr einer
fortgesetzten und erheblichen Abhängigkeit von der Sozialhilfe voraus.
Blosse finanzielle Bedenken genügen nicht. Ausgehend von den
bisherigen und gegenwärtigen Verhältnissen ist die künftige finanzielle
Entwicklung auf längere Sicht abzuschätzen. Ein Widerruf der
Niederlassungsbewilligung soll in Betracht fallen, wenn eine Person bereits
beträchtliche Leistungen bezogen hat und nicht damit gerechnet werden
kann, dass sie in Zukunft für ihren Lebensunterhalt sorgen wird. Inwiefern
dies auf Selbstverschulden zurückzuführen ist, spielt erst bei der Prüfung
der Verhältnismässigkeit eine Rolle (Urteile des Bundesgerichts
2C_260/2017 vom 2. November 2015 E.3.3 mit Hinweisen, 2C_255/2014
vom 9. Oktober 2014 E. 2.3.2)
6.2.1. Der Beschwerdegegner erwog im Zusammenhang mit der
Sozialhilfeabhängigkeit, dass der Beschwerdeführer und seine Familie seit
2009 von ihrer Wohngemeinde X._ sozialhilferechtlich unterstützt
werden und sich der per 31. Dezember 2016 von der Gemeinde X._
ausbezahlte Unterstützungsbetrag auf Fr. 271'488.45 belaufen habe. Der
monatlich ausbezahlte Betrag habe Fr. 3'280.90 betragen, womit von
einem entsprechenden Anstieg für das Jahr 2017 von Fr. 39'370.80
auszugehen sei. Bereits von der vorherigen Wohnsitzgemeinde Z._
habe der Beschwerdeführer Unterstützungsleistungen im Gesamtbetrag
von Fr. 5'316.85 erhalten. Diesem hohen Bezug von Fürsorgegeldern
stehe die über zehn Jahre andauernde, langjährige Arbeitslosigkeit des
Beschwerdeführers gegenüber (vgl. angefochtener Entscheid E.7).
6.2.2. Die Feststellungen hinsichtlich der Sozialhilfeschulden blieben seitens des
Beschwerdeführers unbestritten und ergeben sich alsdann auch aus den
Akten (vgl. Bg-act. I/39 und I/48). Der Beschwerdeführer pflichtet in seiner
Beschwerdeschrift im vorliegenden Beschwerdeverfahren dem
Beschwerdegegner sogar bei, dass die finanzielle Unterstützung
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unbestrittenermassen nicht geringfügig gewesen sei (vgl.
Beschwerdeschrift S. 5). Allerdings macht der Beschwerdeführer in diesem
Zusammenhang geltend, der Beschwerdegegner hätte seine
Stellenbemühungen nicht gewürdigt und damit den Sachverhalt
ungenügend festgestellt. Die vorgenommenen Anstrengungen würden
belegen, dass er gewillt sei, eine Erwerbstätigkeit anzunehmen. Damit
bestünde keine Gefahr einer zukünftigen Fürsorgeabhängigkeit
(Beschwerdeschrift S. 5 f.).
6.2.3. Aus dem angefochtenen Entscheid geht hervor, dass der
Beschwerdegegner nicht konkret auf die vom Beschwerdeführer
eingereichten diversen Bewerbungsschreiben aus den Jahren 2015 und
2016 eingegangen ist, sondern lediglich festhält, dass die vom
Beschwerdeführer behaupteten Anstellungsbemühungen nicht konkret
nachgewiesen worden seien. Der Beschwerdeführer verweise vielmehr
darauf, dass er von den Firmen jeweils keine Antwort auf seine
Bewerbungen erhalten habe oder mache geltend, Dritte würden ihm bei der
Stellensuche schaden wollen. Diese Einwendungen seien als
unglaubwürdig zu qualifizieren (vgl. angefochtener Entscheid E.7).
Diesbezüglich ist festzuhalten, dass der Beschwerdeführer dem AFM
Bewerbungsschreiben für die Monate Januar 2015, April 2015 sowie Juni
2015 bis Januar 2017 einreichte (vgl. Beilagen Beschwerdeführer [Bf-
act.] 5, Bg-act. I/act. 31), wobei pro Monat zwischen sechs bis acht
Bewerbungsschreiben vorhanden sind. Im Rahmen der vom AFM
getätigten Abklärungen betreffend die Verlängerung seiner
Daueraufenthaltsbewilligung wurde der Beschwerdeführer vom AFM nebst
dem Einreichen von Arbeitsbemühungen zudem zur Einreichung von
Absagen der Arbeitgeber aufgefordert (vgl. Bg-act. I/30). Diese Absagen
reichte der Beschwerdeführer trotz Aufforderung nicht ein. Dass der
Beschwerdegegner die vom Beschwerdeführer in diesem Zusammenhang
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getätigte Aussage, wonach er von den Arbeitgebern jeweils keine Antwort
auf seine Bewerbungen erhalte, als nicht glaubwürdig qualifizierte, ist nicht
zu beanstanden. Es ist wohl kaum davon auszugehen, dass der
Beschwerdeführer auf keine der angeblich versendeten
Bewerbungsschreiben eine Antwort bekommen hat. Auffallend ist zudem –
wie dies bereits das AFM in der Verfügung vom 7. Juni 2017 festgestellt
hat (vgl. Bg-act. I/51 E.7) – dass sich der Beschwerdeführer oft immer
wieder bei den gleichen Arbeitgebern bewirbt. Gestützt auf diese
Feststellungen erscheinen die Arbeitsbemühungen des
Beschwerdeführers als wenig glaubhaft und sind im Übrigen mit sechs bis
acht Bewerbungsschreiben pro Monat auch als nicht genügend zu
betrachten.
Soweit der Beschwerdeführer im vorliegenden Beschwerdeverfahren
sodann vorbringt, er habe sich am 2. März 2018 beim RAV X._ als
Stellensuchender angemeldet, am 28. Februar 2018 einen
Bewerbungscoach gesucht und zudem Bewerbungsschreiben aus dem
Jahr 2018 einreicht (vgl. Beschwerdeschrift S. 5), ist festzuhalten, dass all
diese Bemühungen offenbar erst getätigt wurden, nachdem der
Beschwerdeführer Kenntnis vom angefochtenen negativen Entscheid vom
16. Februar 2018 und damit vom Ernst der Lage hatte. Indem der
Beschwerdeführer in seiner Beschwerdeschrift zudem ausführt, dass diese
Bemühungen belegen würden, dass er sich entschieden habe, seine
berufliche Situation endgültig an die Hand zu nehmen (vgl.
Beschwerdeschrift S. 5), gesteht er implizit ein, dass er dieses Ziel in den
Jahren zuvor offenbar nicht ernsthaft verfolgte. Im Übrigen sind seither
beinahe wieder eineinhalb Jahre vergangen. Dem hiesigen Gericht wurde
aber bis heute kein Arbeitsvertrag eingereicht, weshalb davon auszugehen
ist, dass der Beschwerdeführer auch heute noch keiner Erwerbstätigkeit
nachgeht. Insbesondere hat es offenbar auch mit der von ihm in der
Beschwerdeschrift erwähnten möglichen Anstellung bei der D._ AG,
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bei welcher er im März 2018 ein Schnuppertag absolvieren konnte, nicht
geklappt, was aus dem Gutachten von Dr. med. E._, vom 17. Oktober
2018 (vgl. Psychiatrisches Gutachten vom 17. Oktober 2018 S. 19)
hervorgeht. Gemäss der Aussage von B._ gegenüber dem Gutachter
soll der Beschwerdeführer die Stelle deshalb nicht angetreten haben
können, weil er über keine gültige Aufenthaltsbewilligung verfügt hätte (vgl.
Psychiatrisches Gutachten vom 17. Oktober 2018 S. 19). Dies trifft nicht
zu. Vielmehr ist der Beschwerdeführer während des hängigen
Beschwerdeverfahrens berechtigt, einer Erwerbstätigkeit nachzugehen,
was denn auch dem Rechtsvertreter des Beschwerdeführers vom AFM mit
Schreiben vom 22. März 2018 mitgeteilt wurde (vgl. Bg-act. I/52).
6.2.4. Gestützt auf diese Ausführungen ist nicht damit zu rechnen, dass der
Beschwerdeführer in Zukunft für seinen Lebensunterhalt sorgen wird. So
hielt denn auch der Regionale Sozialdienst Mittelbünden im Schreiben vom
6. November 2017 fest, dass eine Anstellung des Beschwerdeführers im
bezahlten ersten Arbeitsmarkt sehr fraglich sei, weil er seit Jahren keiner
ausserhäuslichen bezahlten Arbeit nachgegangen sei und über keine
aktuellen Arbeitszeugnisse oder aktuelle Arbeitserfahrungen, auch nicht
als Hilfsarbeiter, verfüge (Bg-act. II/8). Der Beschwerdeführer vermag denn
auch nicht aufzuzeigen, weshalb ihm der Einstieg in die Arbeitswelt bislang
misslungen ist und aus welchem Grund dies fortan möglich sein sollte. Die
vorliegende Bezugshöhe und Bezugsdauer genügen den Massstäben von
Art. 63 Abs. 1 lit. c AIG. Das Bundesgericht hat den Tatbestand schon bei
deutlich geringerer Höhe und Dauer angenommen (vgl. die im Urteil
2C_268/2011 vom 22. Juli 2011 E. 6.2.3 zusammengefasste Praxis). Der
Beschwerdegegner hat damit zu Recht den Widerrufsgrund von Art. 63
Abs. 1 lit. c AIG als erfüllt betrachtet.
7.1. Das Vorliegen eines Widerrufsgrundes führt nicht automatisch zum
Erlöschen des Aufenthaltsanspruchs. Rechtmässig ist die
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Nichtverlängerung einer Aufenthaltsbewilligung nur, wenn sie sich nach der
im Einzelfall vorzunehmenden Interessenabwägung als verhältnismässig
erweist (BGE 135 II 377 E.4.3). Dabei sind die öffentlichen und privaten
Interessen sowie die Integration zu berücksichtigen (Art. 96 Abs. 1 AIG).
7.2. Art. 8 Ziff. 1 der Konvention zum Schutze der Menschenrechte und
Grundfreiheiten (EMRK; SR 0.101) bzw. der inhaltlich identische Art. 13
Abs. 1 der Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft
(BV; SR 101) schützt im Zusammenhang der Bewilligung respektive
Beendigung des Aufenthalts in erster Linie die Kernfamilie, d.h. die
Gemeinschaft der Ehegatten mit ihren minderjährigen Kindern (BGE 135 I
143 E.1.3.2). Der sich im Land aufhaltende Angehörige muss über ein
gefestigtes Anwesenheitsrecht, etwa über das Schweizer Bürgerrecht oder
die Niederlassungsbewilligung, verfügen (BGE 130 II 281 E.3.1 mit
Hinweisen; 139 I 330 E.2.1). Ist es dieser Person ohne Schwierigkeiten
möglich bzw. zumutbar, das Familienleben zusammen mit der von der
Wegweisung betroffenen Person andernorts zu pflegen, liegt kein Eingriff
in ein konventionsrechtlich geschütztes Rechtsgut vor (BGE 139 I 330
E.2.1 mit Hinweisen). Wird in das durch Art. 8 Ziff. 1 EMRK geschützte
Rechtsgut der Achtung des Privat- und Familienlebens eingegriffen, ist
auch eine Verhältnismässigkeitsprüfung nach Art. 8 Ziff. 2 EMRK
vorzunehmen; diese entspricht jener nach Art. 96 Abs. 1 AIG und kann
grundsätzlich in einem einzigen Schritt vorgenommen werden (Urteil des
Bundesgerichts 2C_91/2014 vom 18. Dezember 2014 E.4.1).
7.3. Zur Beurteilung der Verhältnismässigkeit ist zunächst zu prüfen, ob es dem
Beschwerdeführer und seiner Ehefrau und Kinder zugemutet werden kann,
ihr gemeinsames Leben im Ausland zu führen. Konkret ist die Frage zu
beantworten, ob es der Ehefrau und den Kindern "ohne Schwierigkeiten"
möglich und zumutbar ist, mit dem Beschwerdeführer nach Deutschland
auszureisen. Vorliegend ist der Beschwerdeführer mit einer Schweizerin
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verheiratet und führt mit ihr unbestrittenermassen eine echte
Familienbeziehung. Es kann nicht davon ausgegangen werden, dass es
der Ehefrau gänzlich ohne Schwierigkeiten möglich wäre, mit dem
Beschwerdeführer auszureisen, nachdem sie ihr ganzes Leben in der
Schweiz verbracht hat und gesundheitlich angeschlagen ist (vgl. Bf-act. 15,
17, 18, 20 und 24 [beigelegte Arztberichte]). Die gemeinsamen Kinder,
welche ebenfalls seit ihrer Geburt in der Schweiz leben, waren im Zeitpunkt
des angefochtenen Entscheids acht- und neunjährig und besuchten die
zweite bzw. dritte Primarschule (vgl. Bf-act. 13 und 14). Auch für diese wäre
es mit gewissen Schwierigkeiten verbunden, sich im Schulbetrieb in
Deutschland zu integrieren. Grundsätzlich würden sich die Kinder
hinsichtlich einer Ausreise allerdings noch in einem anpassungsfähigen
Alter befinden (vgl. Urteile des Bundesgerichts 2A.188/2002 vom 2. Mai
2002 E.2.1, 2A.80/2006 vom 24. März 2006 E.3, 2C_824/2008 vom 20.
Februar 2009 E.2.2.2; 2A.471/2001 vom 29. Januar 2002 E.2b/cc). Die
Ausreise nach Deutschland ist deshalb für die Familienangehörigen als
"nicht von vornherein ohne weiteres zumutbar“ zu beurteilen. Damit ist der
Schutzbereich der Achtung des Privat- und Familienlebens berührt und
eine Interessenabwägung nach Art. 8 Ziff. 2 EMRK geboten (BGE 135 I
153 E.2.1; Urteil des Bundesgerichts 2C_147/2014 vom 26. September
2014 E.5.3 und 2C_155/2014 vom 28. Oktober 2014 E.5.3).
7.4. Die Notwendigkeit einer Interessenabwägung ergibt sich somit – nebst Art.
96 AIG – auch aus Art. 13 Abs. 1 i.V.m. Art. 36 Abs. 2 und 3 BV sowie Art.
8 EMRK. Nach Art. 8 Ziff. 2 EMRK ist ein Eingriff in das durch Ziff. 1
geschützte Rechtsgut statthaft, soweit er einen Akt bildet, der sich in einer
demokratischen Gesellschaft für die nationale Sicherheit, die öffentliche
Ruhe und Ordnung, für das wirtschaftliche Wohl des Landes und zur
Verhinderung von strafbaren Handlungen, zum Schutz der Gesellschaft
und Moral sowie der Rechte und Freiheiten anderer als nötig erweist. Die
Konvention verlangt, dass die individuellen Interessen an der Erteilung
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bzw. am Erhalt des Anwesenheitsrechts und die öffentlichen Interessen an
dessen Verweigerung gegeneinander abgewogen werden (vgl. BGE 142 II
35 E.6.1, 135 I 143 E.2.1). Das öffentliche Interesse überwiegt, wenn die
Massnahme durch ein „herausragendes soziales Bedürfnis“ gerechtfertigt
und in Bezug auf das rechtmässig verfolgte Ziel verhältnismässig erscheint
bzw. einer „fairen“ Interessenabwägung entspricht (BGE 139 I 330 E.2.2).
7.5. Bei der Interessenabwägung sind namentlich die Schwere des
Verschuldens an der Sozialabhängigkeit, der Grad der Integration bzw. die
Dauer der bisherigen Anwesenheit sowie die der betroffenen Person und
ihrer Familie drohenden Nachteile zu berücksichtigen. Zu beachten ist auch
die Qualität der sozialen, kulturellen und familiären Beziehungen sowohl im
Gast- wie im Heimatland. Die Gründe, aus denen eine Person
sozialhilfeabhängig geworden ist, müssen jeweils in die Beurteilung
miteinbezogen werden (vgl. Urteil 2C_775/2017 vom 28. März 2017 E.3.2
mit weiteren Hinweisen). Von Bedeutung sind auch die Nachteile, welche
dem Ehepartner oder den Kindern erwachsen würden, müssten sie dem
Betroffenen in dessen Heimat folgen (zum Ganzen BGE 135 II 377 E.4.3;
Urteil des Bundesgerichts 2C_229/2014 vom 20. November 2014 E.2.3).
Bei der Abwägung ist insbesondere auch das Kindeswohl angemessen zu
berücksichtigen (vgl. Urteil des Bundesgericht 2C_1125/2014 vom 9.
September 2015 E.4.2).
7.6.1. Der Beschwerdeführer bringt dazu vor, seine Wegweisung bzw. eine
Trennung der Familie würde das Kindswohl konkret gefährden, da seine
Ehefrau aufgrund gesundheitlicher Probleme nicht in der Lage sei, die
Kinder alleine zu betreuen. Ein Umzug der gesamten Familie nach
Deutschland habe sodann negative Auswirkungen auf die Entwicklung der
Kinder und seiner Ehefrau sei ein solcher nicht zumutbar. Im Übrigen sei
er bestens in die Gesellschaft integriert und habe sich nie etwas zu
Schulden kommen lassen (Beschwerdeschrift S. 9).
https://www.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&type=highlight_simple_query&page=1&from_date=&to_date=&sort=relevance&subcollection_mI2=on&insertion_date=&top_subcollection_aza=any&query_words=2C_260%2F2017&rank=0&azaclir=aza&highlight_docid=atf%3A%2F%2F135-II-377%3Ade&number_of_ranks=0#page377
- 20 -
7.6.2. Der mittlerweile 41-jährige Beschwerdeführer reiste im Alter von 29 Jahren
in die Schweiz ein und hält sich seither ununterbrochen über zehn Jahre
hier auf. Zunächst war er im Besitz von Kurzaufenthaltsbewilligungen
EU/EFTA. Nach der Heirat am 27. November 2017 mit seiner Schweizer
Ehefrau erhielt er im Rahmen des Familiennachzugs eine
Daueraufenthaltsbewilligung EU/EFTA. Der Beschwerdeführer konnte sich
in dieser über 10-jährigen Aufenthaltszeit in der Schweiz nicht erfolgreich
beruflich integrieren. So war er lediglich vom 13. August 2007 bis 17.
August 2007, mithin während gerade mal fünf Tagen, als Maler
erwerbstätig (Bg-act. I/6 und I/7). In der Folge verschuldeten sich er und
seine Familie beim Sozialamt in beträchtlichem Masse. So wurde er bereits
seit dem 1. Dezember 2007 von seiner damaligen Wohnsitzgemeinde
Z._ (vgl. Bg-act. I/10) und seit dem 1. Januar 2009 von der
Wohnsitzgemeinde X._ mit Sozialhilfeleistungen unterstützt (vgl. Bg-
act. I/13). Auch gegenwärtig ist der Beschwerdeführer – soweit ersichtlich
– nach wie vor arbeitslos und von der öffentlichen Hand abhängig.
Aufgrund dieser langandauernden und bedeutsamen
Sozialhilfeabhängigkeit des Beschwerdeführers und seiner Familie besteht
ein erhebliches öffentliches Interesse an der Beendigung seines
Aufenthalts. Aus den Akten geht weiter hervor, dass der Beschwerdeführer
in der Zeit von Mai 2009 bis Februar 2012 für verschiedene
Beschäftigungsprogramme von der Gemeinde X._ aus angemeldet
war, diese aber nur unregelmässig besuchte (Bg-act. I/22). Mit Schreiben
vom 7. Juni 2013 teilte das AFM dem Beschwerdeführer mit, dass aufgrund
der öffentlichen Unterstützung bei der nächsten Verlängerung seiner
Aufenthaltsbewilligung eine Überprüfung des Aufenthalts vorgenommen
werde, sofern er und/oder seine Ehefrau nicht über existenzsicherende
Erwerbstätigkeit verfügten (Bg-act. I/17). Bereits vor sechs Jahren wurde
der Beschwerdeführer damit auf die Problematik im Zusammenhang mit
der Fürsorgeabhängigkeit bzw. auf die mögliche Verweigerung der
- 21 -
Aufenthaltsbewilligung hingewiesen. Dieses Schreiben liess den
Beschwerdeführer offensichtlich unbeeindruckt. So ergibt sich aus den
Akten, dass der Beschwerdeführer von Februar 2013 bis Januar 2014 im
kommunalen Beschäftigungsprogramm eingeteilt war, ab Februar 2014
seine Teilnahme an diesem verweigerte und seither sogar eine Kürzung
des Grundbedarfs in Kauf nimmt (Bg-act. I/22). Dieses Verhalten zeigt sein
Desinteresse an einer beruflichen Integration. Hinzu kommt, dass dem
Beschwerdeführer im Jahr 2015 trotz der Sozialhilfeabhängigkeit die
Daueraufenthaltsbewilligung EU/EFTA nochmals verlängert wurde, er aber
mit Schreiben vom 11. August 2015 vom AFM dazu aufgefordert wurde,
sich nun intensiv um eine Erwerbstätigkeit zu bemühen (vgl. Bg-act. I/27).
Auch diese weitere Chance nutzte er aber nicht. Der Beschwerdeführer
legte über mehrere Jahre keine besonders ernsthaften Bemühungen an
den Tag, um eine feste Anstellung zu finden, dies auch nachdem er
mehrmals auf die Konsequenzen aufmerksam gemacht wurde. Seine
belegten Bemühungen erscheinen nicht glaubhaft (vgl. E.6.2.3 vorstehend)
und unterstützende Massnahmen, wie Aufsuchen eines
Bewerbungscoaches oder Anmeldung beim RAV, erfolgten erst am
28. Februar 2018 bzw. 2. März 2018 und damit wohl unter dem Druck des
für den Beschwerdeführer negativen Entscheids des Beschwerdegegners
vom 16. Februar 2018 und wohl auf Anraten seines Rechtsvertreters, mit
welchem er am 1. März 2018 erstmals Kontakt hatte (vgl. Honorarnote vom
14. März 2018). In diesem Zusammenhang kann als Grund für die
langjährige Arbeitslosigkeit denn auch nicht die Krankheit der Ehefrau
angeführt werden, geht aus dem Bericht des Hausarztes der Ehefrau, Dr.
med. F._, vom 3. August 2015 hervor, dass die Ehefrau zwar auf die
Mithilfe des Beschwerdeführers angewiesen sei, der Beschwerdeführer
aber dennoch einer Erwerbstätigkeit im Vollzeitpensum nachgehen könne
(Bf-act. I/15). Vor diesem Hintergrund kann nicht darauf geschlossen
werden, dass den Beschwerdeführer kein Verschulden an der offenbar
nach wie vor bestehenden Sozialhilfeabhängigkeit trifft. Vielmehr wiegt sein
- 22 -
Verschulden nach dem Ausgeführten massiv und lässt sein Verhalten
darauf schliessen, dass er sich in der Sozialhilfe eingerichtet und kein
ernsthaftes Interesse hat, um auch nur geringfügig etwas zum
Familienunterhalt beizutragen.
7.6.3. Im Weiteren sind vertiefte soziale Beziehungen im ausserfamiliären
Bereich in der Schweiz nicht erstellt. Der Beschwerdeführer ist in
Deutschland geboren, dort aufgewachsen, hat dort seine Schulzeit
absolviert und bis zu seinem 29. Lebensjahr dort gelebt. Zudem verliert er
durch seine Ausreise aus der Schweiz weder eine Arbeitsstelle noch
irgendwelche finanziellen Ansprüche. Er weist keine gesundheitlichen
Einschränkungen auf und es ist ihm daher zuzumuten, sich in seinem
Heimatland eine den Lebensunterhalt sichernde Arbeit zu suchen oder
dann in Deutschland Fürsorgeleistungen zu beantragen.
7.6.4. Demgegenüber sind die intakten familiären Beziehungen zu seiner
Schweizer Ehefrau und Kinder als erhebliches privates Interesse des
Beschwerdeführers an einem weiteren Verbleib zu gewichten. Diese
Beziehungen würden durch eine Wegweisung stark belastet werden. Was
die Beziehung des Beschwerdeführers zu seiner Ehefrau anbelangt, wird
die Härte einer solchen Trennung allerdings dadurch relativiert, dass die
Ehegatten die Voraussetzungen, unter denen dem Beschwerdeführer das
Aufenthaltsrecht gewährt wird, genau kannten. So wurde der
Beschwerdeführer vom AFM bereits mit Schreiben vom 7. Juni 2013 darauf
aufmerksam gemacht, dass sein Aufenthalt bei der nächsten Verlängerung
geprüft werde, wenn er und/oder die Ehefrau nach wie vor keiner
Erwerbstätigkeit nachgehen würden (Bg-act. I/17). Ebenso wurde er mit
Schreiben vom 11. August 2015 nochmals dazu aufgefordert, sich intensiv
um Stellen zu bemühen (Bg-act. I/27). Das Ehepaar durfte in der Folge
nicht mehr ohne weiteres davon ausgehen, dass fortgesetztes
Fehlverhalten (insbesondere nicht hinreichende Arbeitsbemühungen oder
- 23 -
der Bezug von Sozialhilfe) folgenlos sein werde und der Beschwerdeführer
längerfristig in der Schweiz bleiben könne, um hier sein Familienleben in
der Sozialhilfeabhängigkeit zu führen.
Nebst der Beziehung zur Ehefrau würde eine Wegweisung jedoch auch
das Verhältnis des Beschwerdeführers zu seinen beiden Kindern belasten
und den Kontakt zwar nicht verunmöglichen, jedoch wesentlich
erschweren. Bei allen Massnahmen, die Kinder betreffen, stellt das Wohl
des Kindes einen vorrangig zu berücksichtigenden Gesichtspunkt dar.
Damit ist insbesondere zu prüfen, ob das Kindeswohl im Fall einer
Wegweisung des Beschwerdeführers konkret gefährdet ist. Diesbezüglich
gilt es insbesondere die Betreuungssituation bzw. die gesundheitliche
Verfassung der Ehefrau des Beschwerdeführers genauer anzuschauen. In
Bezug auf den Gesundheitszustand der Ehefrau geht aus den Akten
hervor, dass die Ehefrau des Beschwerdeführers an einem Hydrocephalus
leidet. In psychiatrischer Hinsicht konnte der Gutachter Dr. med. E._
in seinem Gutachten vom 17. Oktober 2018 keine Diagnose mit
Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit stellen. Als Diagnose ohne Auswirkung
auf die Arbeitsfähigkeit hielt er Probleme in Verbindung mit Berufstätigkeit
und Arbeitslosigkeit ICD-10 Z56 fest; in Verbindung mit Problemen durch
negative Kindheitserlebnisse, ungenügende familiäre (und behördliche)
Unterstützung und in der Eigenanamnese bestimmte sonstige
Erkrankungen (Krankheit des Nervensystems) (vgl. Psychiatrisches
Gutachten vom 17. Oktober 2018 S. 37). Dr. med. E._ empfahl, der
Ehefrau des Beschwerdeführers mit rund 20 Jahren Verspätung die
Möglichkeit nochmals anzubieten, einen Beruf zu erlernen. Die Ressourcen
zum Abschluss einer beruflichen Erstausbildung und/oder beruflichen
Massnahmen im Sinne von Förderung durch Kurse/Praktika seien
zweifelsohne gegeben und B._ ungebrochen lernwillig (vgl.
Psychiatrisches Gutachten Kliniken Valens vom 17. Oktober 2018 S. 42).
In Bezug auf die Kinderbetreuung ergibt sich aus den Schreiben des
- 24 -
Hausarztes der Ehefrau, Dr. med. F._, vom 3. August 2015 und 8.
März 2018, dass die Ehefrau aufgrund ihrer Erkrankung in der
Kinderbetreuung immer wieder an ihre Grenzen stosse und deshalb auf die
Mithilfe des Beschwerdeführers angewiesen sei (Bf-act. 15 und 17). Im
Schreiben vom 11. März 2019 bestätigte der Hausarzt gestützt auf seine
Beobachtungen, dass die erzieherische Verantwortung mehrheitlich beim
Beschwerdeführer liege. Die acht- und neunjährigen Kinder hätten
schulisch keine Schwierigkeiten und entwickelten sich erfreulich gut. Was
die Unterstützung bei den Schulaufgaben angehe, halte sich die Ehefrau
des Beschwerdeführers völlig aus der Verantwortung heraus, da sie selbst
mit Aufgaben der Unterstufe intellektuell völlig überfordert sei. Hier liege die
erzieherische Verantwortung einzig und allein beim Beschwerdeführer.
Zwischen den Kindern und dem Beschwerdeführer bestehe ein
vertrauensvolles und herzliches Verhältnis. Der Hausarzt kam deshalb zum
Schluss, dass sich die Kinder schulisch sowie auch in ihrem sozialen
Verhalten möglicherweise ungünstig entwickeln würden, falls aufgrund
einer Ausweisung des Beschwerdeführers die erzieherische
Verantwortung allein bei der Ehefrau liegen würden. Eine Ausweisung
könne aus hausärztlicher Sicht deshalb nicht verantwortet werden (Bf-act.
20). Die Psychiaterin der Ehefrau, Dr. med. C._ hielt in ihrem
Arztbericht vom 4. März 2019 fest, gemäss Aussagen von beiden
Ehepartnern würden sich diese bei den Hausarbeiten und der
Kinderbetreuung gegenseitig helfen. Aus psychiatrischer Hinsicht sei klar,
dass eine Wegweisung des Beschwerdeführers die Chancen für eine
berufliche Eingliederung von B._ drastisch einschränken bzw.
aufgrund eines fehlenden sozialen Netzes, das die Abwesenheit des
Beschwerdeführers kompensieren könnte, verunmöglichen würde. Dies
deshalb, da die Kinder sich noch im Primarschulalter befänden und
entsprechende familiäre Betreuung benötigten. Im Falle einer Wegweisung
des Beschwerdeführers sehe sie auch das Kindeswohl gefährdet. Die
beiden Kinder hätten gemäss ihren Beobachtungen zum
- 25 -
Beschwerdeführer eine sehr gute Beziehung (Bf-act. 19). Im Rahmen der
psychiatrischen Begutachtung am 1. Juni 2018 gab die Ehefrau des
Beschwerdeführers gegenüber dem Gutachter Dr. med. E._ an, als
Mutter zweier Kinder achte sie darauf, dass diese in jeder Hinsicht gut
versorgt seien. Morgens bereite sie ihre Kinder für die Schule vor und helfe
ihnen im Tagesverlauf, soweit es ihr möglich sei, bei den Hausaufgaben.
Der Haushalt gehe ihr gut von der Hand, sie benötige keine Hilfe. Punktuell
beteiligte sich der Beschwerdeführer an den Aufgaben der
Haushaltsführung (vgl. Psychiatrisches Gutachten vom 17. Oktober 2018
S. 26). Aus diesen Aussagen der Ehefrau des Beschwerdeführers geht nun
aber hervor, dass der Beschwerdeführer offenbar keine wesentlichen
Unterstützungsleistungen zugunsten seiner Ehefrau erbringt, was im
Widerspruch zu den Ausführungen des Hausarztes Dr. med. F._ steht.
Der Beschwerdeführer bringt im Zusammenhang mit den Aussagen seiner
Ehefrau gegenüber dem Gutachter hervor, diese seien insofern zu
relativieren, als B._ einer möglichen Fremdplatzierung ihrer Kinder
habe entgegenwirken wollen. Dieser Einwand ist vorderhand nicht von der
Hand zu weisen. Aufgrund der widersprüchlichen Aktenlage bleibt die Rolle
des Beschwerdeführers in der Kindererziehung fraglich bzw. können
allfällige Nachteile, die der Familie und vor allem den Kindern bei einer
Wegweisung des Beschwerdeführers drohen würden, nicht abgeschätzt
werden. Insbesondere ist unklar, ob die Ehefrau tatsächlich auf die
Unterstützung des Beschwerdeführers in der Kinderbetreuung angewiesen
ist oder ob sie in der Lage ist, eine adäquate Betreuung der Kinder
sicherzustellen. Selbst wenn Ersteres zutreffen sollte, führt dies aber nicht
automatisch dazu, dass eine Wegweisung unverhältnismässig wäre.
Vielmehr gilt es diesfalls abzuklären, ob diese Unterstützung auch durch
andere Personen wie beispielsweise Verwandte erbracht werden könnte.
Hier ist insbesondere zu klären, ob die 67-jährige Mutter der Ehefrau des
Beschwerdeführers bzw. die Eltern generell Unterstützung bei der
Kinderbetreuung leisten könnten. Die Begründung des Beschwerdeführers,
- 26 -
wonach der Ehemann seiner Schwiegermutter Diabetiker sei und von
dieser Unterstützung bedürfe, weshalb die Mutter der Ehefrau bei der
Betreuung der Kinder nicht behilflich sein könne (vgl. Beschwerdeschrift S.
9) erscheint jedenfalls sehr dürftig. So ist bei einem Diabetiker wohl kaum
von einer Rundumbetreuung auszugehen. Ebenfalls wurde nicht genügend
abgeklärt, ob der Ehefrau des Beschwerdeführers sowie den Kindern ein
Umzug nach und ein Leben in Deutschland zusammen mit dem
Beschwerdeführer zugemutet werden könnte. Die Kinder haben offenbar
gemäss den Ausführungen des Hausarztes in seinem Schreiben vom
11. März 2019 (Bf-act. 20) schulisch gar keine Schwierigkeiten, entwickeln
sich sehr gut und würden sich hinsichtlich einer Ausreise grundsätzlich
noch in einem anpassungsfähigem Alter befinden (vgl. E.7.3 vorstehend).
Die Kinder wurden nie zur Sache und auch nicht zur ihrer Beziehung zum
Beschwerdeführer befragt. Anhand der Akten kann folglich nicht
abschliessend beurteilt werden, ob das Kindeswohl im Fall einer
Wegweisung des Beschwerdeführers gefährdet ist.
7.7. Der Sachverhalt erweist sich nach dem Gesagten betreffend die
Betreuungssituation der Kinder in der Schweiz sowie betreffend einen
Umzug der gesamten Familie nach Deutschland als nicht hinreichend
abgeklärt. Der angefochtene Entscheid vom 16. Februar 2018 ist somit
aufzuheben. Das Verwaltungsgericht enthält sich bei dieser Rechts- und
Sachlage, auch zur Wahrung des Instanzenzugs, einer selbständigen
Prüfung. Die Sache ist deshalb zur ergänzenden Sachverhaltsabklärung
und zur neuen Beurteilung an den Beschwerdegegner zurückzuweisen
(vgl. Art. 56 Abs. 3 VRG). Der Beschwerdegegner wird abzuklären haben,
ob das Kindeswohl im Fall einer Wegweisung des Beschwerdeführers
sowie bei einem Umzug der gesamten Familie nach Deutschland konkret
gefährdet ist. Für die diesbezüglichen Abklärungen erscheint es sinnvoll,
dass der Beschwerdegegner bei der Kinder- und
Erwachsenenschutzbehörde (KESB) einen Amtsbericht einholt, in
- 27 -
welchem insbesondere abgeklärt wird, ob die Ehefrau des
Beschwerdeführers eine adäquate Betreuung der Kinder sicherstellen kann
oder ob diese tatsächlich auf Unterstützung in der Kinderbetreuung
angewiesen ist und falls ja, ob die sich in der Schweiz befindenden
Verwandten geeignet sind, diese Unterstützung in der Betreuung der
Kinder zu übernehmen oder ob weitere Betreuungsmöglichkeiten
bestehen. Insbesondere erscheint auch die Prüfung einer Fremdbetreuung
der Kinder als sinnvoll. Des Weiteren ist die Beziehung der Kinder zum
Beschwerdeführer zu klären. Ebenso soll die Frage geklärt werden, ob der
Ehefrau des Beschwerdeführers sowie den Kindern ein Umzug nach
Deutschland zusammen mit dem Beschwerdeführer zugemutet werden
kann. Für diese weiteren Abklärungen hat die KESB die Ehefrau des
Beschwerdeführers, die Verwandten sowie die Kinder zur Sache
anzuhören. Nach Ergänzung der Untersuchung wird der
Beschwerdegegner erneut über die Verhältnismässigkeit der Wegweisung
des Beschwerdeführers aus der Schweiz im Licht von Art. 8 EMRK zu
befinden haben.
8. Zusammenfassend ist die Beschwerde damit gutzuheissen, der
angefochtene Entscheid des Beschwerdegegners vom 16. Februar 2018
aufzuheben und die Sache zur weiteren Abklärung und zu neuem
Entscheid im Sinne der Erwägungen an den Beschwerdegegner
zurückzuweisen.
9.1. Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Gerichtskosten gestützt auf
Art. 73 Abs. 1 VRG dem Beschwerdegegner aufzuerlegen. Die
Staatsgebühr wird praxisgemäss und ermessensweise auf Fr. 1'500.--
festgelegt. Der Beschwerdegegner hat den anwaltlich vertretenen
Beschwerdeführer gemäss Art. 78 Abs. 1 VRG zudem aussergerichtlich
angemessen zu entschädigen. Die vom Rechtsvertreter des
Beschwerdeführers mit Schreiben vom 13. März 2019 eingereichte
- 28 -
Honorarnote weist einen Aufwand im Umfang von 19 Stunden und 10
Minuten auf. Nach dem 13. März 2019 erfolgten noch zwei weitere
Stellungnahmen seitens des Rechtsvertreters des Beschwerdeführers,
namentlich am 27. März 2019 sowie am 8. Juli 2019. Es erscheint deshalb
angemessen, den per 13. März 2019 geltend gemachten Stundenaufwand
unter Berücksichtigung der beiden genannten Eingaben auf 22 Stunden zu
erhöhen. Dieser Stundenaufwand ist mangels Einreichung einer
Honorarvereinbarung zum üblichen Stundenansatz von Fr. 240.-- zu
entschädigen. Unter Berücksichtigung der Barauslagen von Fr. 14.30
sowie 7.7 % MWST resultiert ein Honorar von Fr. 5'702.50. Der
Beschwerdegegner hat den Beschwerdeführer demzufolge im Umfang von
Fr. 5'702.50 (inkl. MWST) aussergerichtlich zu entschädigen.
9.2. Das vom Beschwerdeführer gestellte Gesuch um Gewährung der
unentgeltlichen Rechtspflege ist damit im vorliegenden Fall
gegenstandslos geworden, da der Beschwerdeführer obsiegt und ihm
demzufolge keine Gerichtskosten aufzuerlegen sind und eine
aussergerichtliche Entschädigung zuzusprechen ist.