# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 0bac230e-9b7c-57ca-beca-1fa935175aa6
**Court:** SG_VG
**Chamber:** SG_VG_001
**Year:** 2008
**Language:** de
**Jurisdiction:** SG / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

hat das Verwaltungsgericht festgestellt:
A./ Der Musiker Peter Roth, der Gemeindepräsident von Alt St. Johann und Präsident
des Vereins "Klangwelt", Alois Ebneter, sowie der Architekt Peter Zumthor begannen
im Jahr 2003 mit einer mehrjährigen gemeinsamen Entwicklungsphase für das Projekt
"Klanghaus" am Schwendisee in Unterwasser. Es war geplant, ein Klanghaus aus
einheimischen Ahorn- und Fichtenhölzern zu erstellen und eine weit über das
Toggenburg hinaus bekannte Akustik zu bieten. Das Klanghaus sollte nicht nur zum
Zentrum der "Klangwelt Toggenburg" werden, sondern auch Musikern und Chören aus
dem In- und Ausland mitten in der Berglandschaft Probe-, Aufnahme- und
Aufführungsräume bieten. In dieser Entwicklungsphase wurde zusammen mit Peter
Zumthor das provisorische Raumprogramm und die Grobkostenschätzung vom 29.
September 2003 erarbeitet. Mit der Unterzeichnung des Vertrags "1. Phase" am 26.
Januar 2004 wurde die Zusammenarbeit konkretisiert. Als Leistungen der 1. Phase
wurden die Programmentwicklung, das Studium von Lösungsmöglichkeiten, das
Vorprojekt, die Detailstudien und die Kostenschätzung definiert, worauf Peter Zumthor
ein Landschaftsmodell des Gebietes Schwendisee erstellte. Nach der Ablehnung des
Zukunftsfonds in der Volksabstimmung vom 28. November 2004 geriet das Projekt in
der Folge aufgrund unzureichender Finanzierungsmöglichkeiten ins Stocken.
Am 24. Januar 2006 verabschiedete die Regierung die strategischen Leitlinien der st.
gallischen Kulturpolitik mit insgesamt sechs Strategiefeldern, zu denen auch die
Plattform "Südkultur" mit dem Projekt "Klangpark Toggenburg/Werdenberg" gehörte.
Sie stimmte am 19. Dezember 2006 dem Projektauftrag "Momentaufnahme Klangpark
Toggenburg/Werdenberg" zu, der die Vorarbeiten zum eigentlichen Projektauftrag
bildete. Am 2. Mai 2007 genehmigte die Regierung die Projektaufträge "Klanghaus
Toggenburg" und "Klangschloss Werdenberg" zur Klärung unterschiedlicher
konzeptioneller Fragestellungen. Im Rahmen des Projektauftrags "Klanghaus
Toggenburg" sollten insbesondere die offenen Fragen zu Nutzung, Wirtschaftlichkeit,
Finanzierung und Trägerschaft bestimmt und geregelt sowie weitere Themen geprüft
werden. Zudem sollten im Rahmen einer "baulichen" Machbarkeitsstudie
planungsrechtliche Abklärungen getätigt, raumprogrammliche, architektonische und
finanzielle Vorgaben und Anforderungen ermittelt sowie ein Erschliessungskonzept
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erarbeitet werden. In der Folge sprach der Kantonsrat dafür einen Projektkredit von Fr.
250'000.–– aus dem Lotteriefonds in Form eines Rahmenkredits.
B./ Mit Beschluss vom 11. März 2008 erteilte die Regierung den Gesamtauftrag für die
Architekturleistungen (ohne Kostenplanung und Bauleitung) freihändig an Peter
Zumthor. Die Kostenplanung und die Leistungen für Bauleitung/Kostenkontrolle/
Inbetriebnahme/Leitung der Garantiearbeiten und Abrechnung sollten gesondert, im
offenen oder selektiven Verfahren, vergeben werden. Zur Begründung führte die
Regierung im wesentlichen an, dass sich Peter Zumthors Bauten durch ihre Sorgfalt
und Poesie, durch ihre klare Ästhetik und Formensprache sowie durch ihren
feinfühligen Bezug zur Umgebung auszeichneten. Peter Zumthor sei gerade deshalb in
den Jahren 1992 und 1995 bereits zweimal mit dem "Internationalen Architekturpreis
für Neues Bauen in den Alpen" geehrt worden. Er biete Gewähr, dass ein von ihm
erstelltes Klanghaus wesentlich zur Markenbildung der Region Toggenburg beitrage.
Seine in der näheren und weiteren Umgebung errichteten Bauwerke (Kunsthaus
Bregenz, Therme Vals, Kapelle Sogn Benedetg) würden, ergänzt durch das Klanghaus
Toggenburg, zahlreiche kunstinteressierte Touristen in die Region Toggenburg führen.
Kein Architekt mit vergleichbarem Leistungs- und Erfahrungsausweis verfüge über eine
nur annähernd ähnliche Dichte von ausgezeichneten Architekturwerken in touristisch
relevanter Reisedistanz zum Toggenburg wie Peter Zumthor. Das Projekt Klanghaus
könne deshalb nicht mit einem anderen Architekten realisiert werden, weil es die
Architektursprache von Peter Zumthor habe und diese Mentalität und Philosophie
schon in den anderen Projekten mitgedacht sei. Peter Zumthor habe sich sinngemäss
so in das Projekt eingearbeitet, dass nur eine Vergabe im freihändigen Verfahren
möglich sei.
Der Beschluss der Regierung, den Auftrag im freihändigen Verfahren an Peter Zumthor
zu vergeben, wurde im Amtsblatt vom 25. März 2008 veröffentlicht.
C./ Mit Eingabe vom 4. April 2008 erhoben die Sektion St. Gallen/Appenzell des
Schweizerischen Ingenieur- und Architektenvereins sia, der Bund Schweizer
Architekten BSA, das Architektur Forum Ostschweiz, der SWB Schweizerischer
Werkverbund Ortsgruppe Ostschweiz sowie A., B., C. und D. beim Verwaltungsgericht
Beschwerde gegen den Entscheid der Regierung vom 11. März 2008 mit den
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Begehren, der Beschwerde sei die aufschiebende Wirkung zu erteilen, der Zuschlag für
Architekturleistungen betreffend Klanghaus Toggenburg vom 11. März 2008
(Publikation am 25. März 2008) sei aufzuheben und es sei die Vorinstanz anzuweisen,
zur Beschaffung der Architekturleistungen ein offenes Verfahren durchzuführen.
Eventualiter sei die Rechtswidrigkeit des Zuschlags vom 11. März 2008 festzustellen,
alles unter Kosten- und Entschädigungsfolge zulasten der Regierung. Zur Begründung
führen die Beschwerdeführer im wesentlichen an, die freihändige Vergabe des Projekts
Klanghaus sei rechtswidrig, da keine architektonischen oder anderen Vorleistungen von
Peter Zumthor vorlägen. Die Nichtdurchführung eines offenen Wettbewerbs verstosse
gegen die grundlegenden Prinzipien der Gleichbehandlung und der
Nichtdiskriminierung gemäss Art. 5 der Verordnung über das öffentliche
Beschaffungswesen (sGS 841.11, abgekürzt VöB). Eine ausnahmsweise freihändige
Vergabe trotz klarer Überschreitung des massgeblichen Schwellenwerts für ein offenes
Verfahren sei mangels nachgewiesener künstlerischer Besonderheiten und
Schutzrechte des geistigen Eigentums unzulässig.
Mit Vernehmlassung vom 10. April 2008 beantragte die Regierung die Abweisung des
Begehrens um Erteilung der aufschiebenden Wirkung, soweit darauf einzutreten sei.
Sie machte im wesentlichen geltend, die freihändige Vergabe an den weltweit
bekannten Architekten Peter Zumthor werde mit den besonderen Ansprüchen und
Erwartungen an das Klanghaus hinsichtlich dessen aussergewöhnlicher Aufgabe, den
exklusiven Erfahrungen des Architekten Peter Zumthor im Umgang mit Holz in
Verbindung mit Klang- und Musikräumen sowie dessen aussergewöhnlicher
Sensibilität für Akustik in der Architektur begründet. Peter Zumthor sei deshalb als
einziger Architekt in der Lage, die von der Regierung gestellten Anforderungen an das
Klanghaus zu erfüllen. Aus diesem Grund müsse der Auftrag für die
Architekturleistungen freihändig vergeben werden.
Der Präsident des Verwaltungsgerichts erteilte der Beschwerde mit Verfügung vom 15.
April 2008 die aufschiebende Wirkung.
Mit Vernehmlassung vom 7. Mai 2008 stellte die Regierung das Rechtsbegehren, die
Beschwerde sei abzuweisen, soweit darauf eingetreten werden könne. Die
Beschwerdeführer seien zur Tragung der amtlichen Kosten zu verpflichten und es sei
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ihnen kein Ersatz der amtlichen Kosten zuzusprechen. Zur Begründung führte sie im
wesentlichen an, die freihändige Vergabe sei mit Blick auf die technischen und
künstlerischen Besonderheiten des Bedarfs, die einzig durch Peter Zumthor erbracht
werden könnten, rechtmässig.
Am 19. Juni 2008 reichten die Sektion St. Gallen/Appenzell des Schweizerischen
Ingenieur- und Architektenvereins sia, der Bund Schweizer Architekten BSA, das
Architektur Forum Ostschweiz, der SWB Schweizerischer Werkbund Ortsgruppe
Ostschweiz, A., B., C. und D. ihre Vernehmlassung mit den im Vergleich zur
Beschwerde vom 4. April 2008 grundsätzlich unveränderten Rechtsbegehren ein. Zur
Begründung führten sie im wesentlichen an, die Regierung habe einen allgemeiner zu
formulierenden öffentlichen Bedarf enger formuliert, als er tatsächlich sei, indem sie
den von privater Seite spezifizierten Bedarf ganz einfach übernommen habe. Die
vermeintlichen technischen oder künstlerischen Besonderheiten beruhten deshalb auf
einer unzulässigerweise eingeengten Bedarfsdefinition.
Peter Zumthor erhielt Gelegenheit, sich zu den Eingaben der Sektion St. Gallen/
Appenzell des Schweizerischen Ingenieur- und Architektenvereins sia, des Bundes
Schweizer Architekten BSA, des Architektur Forums Ostschweiz, des SWB
Schweizerischer Werkbund Ortsgruppe Ostschweiz sowie von A., B., C. und D. sowie
der Regierung zu äussern. Er liess sich jedoch nicht vernehmen, weshalb er vom
Verwaltungsgericht nicht mit einer eigenen Ausfertigung des Urteils bedient wird.

## Considerations

Darüber wird in Erwägung gezogen:
1. Die sachliche Zuständigkeit des Verwaltungsgerichts ist gegeben (Art. 5 Abs. 2 des
Einführungsgesetzes zur Gesetzgebung über das öffentliche Beschaffungswesen, sGS
841.1, abgekürzt EGöB). Zu prüfen ist im folgenden die Legitimation der
Beschwerdeführer. Die anwendbaren Vorschriften des Submissionsrechts enthalten
keine Regeln über die Legitimation zur Anfechtung vergaberechtlicher Verfügungen.
Folglich richtet sich die Berechtigung zur Beschwerdeerhebung gegen die freihändige
Vergabe nach Art. 45 Abs. 1 in Verbindung mit Art. 64 Abs. 1 des Gesetzes über die
Verwaltungsrechtspflege (sGS 951.1, abgekürzt VRP). Zur Beschwerde ist demnach
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befugt, wer an der Änderung oder Aufhebung der Verfügung ein eigenes
schutzwürdiges Interesse dartut.
1.1. Mit dem Erfordernis des "eigenen" Interesses wird zum Ausdruck gebracht, dass
der Zweck der Verwaltungsrechtspflege vorab dem Schutz des einzelnen Bürgers
dient. Gegen behördliches Handeln soll daher grundsätzlich nur einschreiten können,
wer selbst davon betroffen ist (Cavelti/Vögeli, Verwaltungsgerichtsbarkeit im Kanton
St. Gallen, St. Gallen 2003, Rz. 387). Das zweite Element besteht in der
"Schutzwürdigkeit" des oder der geltend gemachten Interessen. Nach der
Rechtsprechung des Verwaltungsgerichts ist die Rechtsmittelbefugnis nicht nur dann
zu bejahen, wenn der Betroffene rechtlich geschützte Interessen geltend macht,
sondern auch dann, wenn eine Verfügung oder ein Entscheid ihn in seiner tatsächlichen
Interessensstellung mehr als irgendeinen Dritten oder die Allgemeinheit berührt. Dabei
darf die Beeinträchtigung der Interessenlage nicht nur subjektiv empfunden werden,
sondern muss insofern objektivierbar sein, als der Beschwerdeführer stärker als irgend
jemand berührt sein und in einer besonderen, beachtenswerten, nahen Beziehung zur
Streitsache stehen muss. Das schutzwürdige Interesse liegt im "praktischen Nutzen",
den ein erfolgreich geführtes Rechtsmittel dem Betroffenen in seiner rechtlichen oder
tatsächlichen Situation einträgt, bzw. in der Abwendung materieller, ideeller oder
sonstiger Nachteile, den ein Bestand der angefochtenen Verfügung oder des
Entscheids mit sich bringen würde. Diese Anforderungen sollen die verpönte
Popularbeschwerde ausschliessen (Cavelti/Vögeli, a.a.O., Rz. 389 ff. mit weiteren
Hinweisen; vgl. Galli/Moser/Lang/Clerc, Praxis des öffentlichen Beschaffungsrechts, 2.
Aufl., Zürich 2007, Rz. 850). Der in einem freihändigen Vergabeverfahren nicht
berücksichtigte Anbieter ist zur Anfechtung des Zuschlags legitimiert, wenn er bei
Gutheissung eine Ausschreibung des Submissionsverfahrens herbeiführen kann, so
dass er die Möglichkeit zur Einreichung eines eigenen Angebots erhält. Ist sein
Angebot dagegen als chancenlos zu beurteilen und kommt auch keine neue
Ausschreibung in Frage, kann ihm die Aufhebung des angefochtenen Entscheids
keinen Vorteil verschaffen. Demzufolge ist der nicht berücksichtigte Anbieter nicht zu
dessen Anfechtung legitimiert (vgl. Entscheid des Verwaltungsgerichts B 2006/53 vom
9. Mai 2006, Erw. 1d).
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1.2. Vorliegend ist darüber zu entscheiden, unter welchen Voraussetzungen ein
Interessent, der kein Angebot einreichen konnte, zur Anfechtung einer
vergaberechtlichen Verfügung legitimiert ist. Wendet er sich gegen die freihändige
Vergabe, hat er grundsätzlich dieselben Legitimationsvoraussetzungen zu erfüllen, die
auch für abgewiesene Anbieter gelten; er kann bei Gutheissung der Beschwerde eine
Ausschreibung herbeiführen, die unter anderen Bedingungen zu erfolgen hat. Seine
Beschwerdelegitimation hängt in diesem Fall davon ab, ob er in der Lage ist, einen
Auftrag der betreffenden Art zu übernehmen, und ob er ein Interesse an dessen
Ausführung glaubhaft macht. Wesentlich ist, dass der Beschwerdeführer überhaupt
zum Kreis der potentiellen Anbieter gerechnet werden kann; nur dann ist er in seinen
eigenen Interessen hinreichend betroffen (Galli/Moser/Lang/ Clerc, a.a.O., Rz. 854 ff.;
BGE 2P.282/1999 vom 2. März 2000 E. 1b betreffend die Rüge, ein öffentlicher Auftrag
werde zu Unrecht ohne das vorgeschriebene Verfahren vergeben; vgl. Urteil des
Verwaltungsgerichts, Zürich VB 2001.00116 E. 2c betreffend die Rüge, dass zu
Unrecht auf die öffentliche Ausschreibung eines Auftrags verzichtet worden sei).
1.2.1. Als Architekten sind die Beschwerdeführer A., B., C. und D. direkt vom Entscheid
der Vorinstanz, die Architekturleistungen freihändig an den Beschwerdegegner zu
vergeben, betroffen. Auch machen sie durch die Erhebung der Beschwerde ihr
Interesse an der Ausführung der Architekturleistungen für das Projekt Klanghaus
glaubhaft. Im Zusammenhang mit der formellen Beschwerdelegitimation ist die Eignung
der genannten Beschwerdeführer zur Teilnahme an einer Ausschreibung entgegen der
Ansicht der Vorinstanz nicht grundsätzlich in Frage zu stellen, gehören diese doch der
gleichen Berufsgattung wie der Beschwerdegegner an. Die genannten
Beschwerdeführer sind deshalb als formell beschwert zu betrachten. In materieller
Hinsicht kann ihnen die Beschwerdelegitimation nicht allein aufgrund der
vorinstanzlichen Behauptung abgesprochen werden, sie müssten zuerst ihre
Fähigkeiten zum Bau des abstrakt definierten Klanghauses beweisen. Wie vorstehend
ausgeführt, genügt zur Annahme der materiellen Beschwerdelegitimation das Vorliegen
eines eigenen schutzwürdigen Interesses. Ein solches Interesse ist vorliegend als
gegeben zu betrachten, sind die genannten Beschwerdeführer doch an der Aufhebung
der freihändigen Vergabe und an der Durchführung eines offenen Verfahrens
interessiert. Zusammenfassend sind A., B., C. und D. somit als beschwerdelegitimiert
anzusehen.
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1.2.2. Das Submissionsrecht sieht eine besondere Beschwerdelegitimation von
Gewerbe- oder Berufsorganisationen vor (Galli/Moser/Lang/Clerc, a.a.O., Rz. 862). Mit
der sogenannten egoistischen Verbandsbeschwerde kann ein Verband im eigenen
Namen, aber im Interesse seiner Mitglieder Beschwerde erheben, wobei jedoch zwei
Voraussetzungen erfüllt sein müssen. Zum einen muss der Verband gemäss seinen
Statuten zur Wahrung der betroffenen Interessen seiner Mitglieder berufen sein, und
zum anderen müssen die Interessen der Mehrheit oder zumindest einer grossen Anzahl
der Mitglieder betroffen und diese deshalb selbst zur Beschwerde legitimiert sein
(Häfelin/Müller/Uhlmann, Allgemeines Verwaltungsrecht, 5. Aufl., Zürich 2006, Rz.
1787; BGE 127 V 80 mit weiteren Hinweisen). Nur das Interesse an der Wahrung des
Qualitätsstandards einer Berufsbranche kann die Beschwerdelegitimation eines
Anbieters nicht begründen (BRK 5/98 Erw. 2b). Die Sektion St. Gallen/Appenzell des
Schweizerischen Ingenieur- und Architekten-Vereins sia hat gemäss Art. 2 ihrer
Statuten unter anderem die Aufgabe, die Standesinteressen ihrer Mitglieder
wahrzunehmen. Der Bund Schweizer Architekten BSA vertritt gemäss Art. 2.1 der
Statuten die beruflichen Anliegen des Standes, wahrt dessen Unabhängigkeit und setzt
sich für den freien Wettbewerb ein. Er macht seinen Einfluss auf Behörden und
Öffentlichkeit geltend, indem er seine Anliegen vertritt. Gestützt auf die entsprechenden
Statuten sind die beiden Vereine als zur Beschwerde legitimiert anzusehen. Mit der
Anfechtung der freihändigen Vergabe verfolgen sie die Interessen der Mehrheit ihrer
Mitglieder am freien Wettbewerb. Das Architektur Forum Ostschweiz bezweckt
demgegenüber den Betrieb eines Forums sowie Aktivitäten mit Fachvereinen (Art. 2 der
Statuten). Der SWB Schweizerischer Werkbund setzt sich schliesslich zum Ziel, eine für
verantwortungsbewusstes Gestalten notwendige Auseinandersetzung anzuregen und
zu vertiefen (§ 2 der Statuten). Gestützt auf die jeweiligen Statuten kann den beiden
Vereinen keine Beschwerdelegitimation zugestanden werden, stehen deren
Zweckbestimmungen doch in keinem Zusammenhang mit der Anfechtung von
öffentlichen Vergaben.
1.3. In formeller Hinsicht fällt sodann in Betracht, dass die Vorinstanz dem
Beschwerdegegner den Zuschlag mit Regierungsbeschluss vom 11. März 2008, der
am 25. März 2008 als Verfügung im Amtsblatt und im Internet veröffentlicht worden ist
(Art. 6 und 36 VöB), eröffnet hat. Die Eingabe entspricht damit zeitlich, formal und
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inhaltlich den gesetzlichen Anforderungen (Art. 5 Abs. 1 EGöB in Verbindung mit Art. 15
und 16 IVöB).
1.4. Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die Beschwerdeführer A., B., C. und D.
sowie die Sektion St. Gallen/Appenzell des Schweizerischen Ingenieur- und
Architekten-Vereins sia und der Bund Schweizer Architekten BSA zur Erhebung der
Beschwerde legitimiert sind. Insofern ist auf die Beschwerde einzutreten. Nicht
einzutreten ist dagegen mangels Legitimation auf die Beschwerde des Architektur
Forums Ostschweiz und des SWB Schweizerischer Werkbund.
2. Die Beschwerdeführer bringen vor, die freihändige Vergabe der Architekturleistungen
für das Projekt Klanghaus an den Beschwerdegegner aufgrund künstlerischer
Besonderheiten im Sinne von Art. 16 lit. d VöB sei rechtswidrig.
2.1. Gemäss Art. 5 Abs. 1 VöB werden Anbieter im Vergabeverfahren gleich behandelt
und nicht diskriminiert. Das Gleichbehandlungsgebot ist im wesentlichen identisch mit
dem Verbot der unsachlichen Differenzierung. So dürfen einem Anbieter weder Vorteile
gewährt noch Nachteile auferlegt werden, die für andere Anbieter nicht gelten (Galli/
Lehmann/Rechsteiner, Das öffentliche Beschaffungswesen in der Schweiz, Zürich
1996, Rz. 194). Der Auftraggeber kann einen Auftrag im freihändigen Verfahren
vergeben (Art. 13 lit. d VöB). Das freihändige Verfahren im Sinne von Art. 16 VöB
kommt einerseits zur Anwendung, wenn der Auftragswert unterhalb des
Schwellenwerts für das Einladungsverfahren nach Art. 14 Abs. 1 VöB liegt.
Andererseits kann es sich auch unabhängig vom Auftragswert aufdrängen, sofern
bestimmte Gründe gegen eine Ausschreibung oder eine Einladung mehrerer Anbieter
sprechen (Handbuch Öffentliches Beschaffungswesen im Kanton St. Gallen 2002,
abgekürzt HöB, Art. 16 Rz. 1; vgl. GVP 1999 Nr. 36). Das freihändige Verfahren ist nur
unter den in Art. 16 VöB detailliert ausgeführten Voraussetzungen zulässig. Da es sich
dabei um Ausnahmen handelt, sind die Tatbestände, unter denen eine freihändige
Vergabe erlaubt ist, restriktiv auszulegen (BR 2/2001, S. 62; VPB 65.77 [2001] Erw. 2a;
64.8 [2000] Erw. 1b/aa). Ein Auftrag kann unabhängig von seinem Wert unter anderem
dann im freihändigen Verfahren vergeben werden, wenn aufgrund technischer oder
künstlerischer Besonderheiten oder wegen Schutzrechten des geistigen Eigentums nur
ein Anbieter in Frage kommt (Art 16 lit. d VöB). Andere Anbieter dürfen somit aufgrund
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von Besonderheiten oder Schutzrechten faktisch oder rechtlich nicht in der Lage zur
Ausführung des Auftrags sein. Bei der Beurteilung dieser Fragen sind indes auch
Alternativausführungen miteinzubeziehen. Je mehr Alternativen bestehen, desto
weniger darf die freihändige Vergabe eines Auftrags zulässig sein (HöB, Art. 16 Rz. 9;
vgl. Art. XV Ziff. 1 lit. b des Übereinkommens über das öffentliche Beschaffungswesen,
SR 0.632.231.422). Die Beweislast dafür, dass die aussergewöhnlichen Umstände,
welche die Ausnahmen rechtfertigen, tatsächlich vorliegen, obliegt im allgemeinen
demjenigen, der sich auf sie berufen will. Die Vergabestelle ihrerseits ist nicht nur
verpflichtet, zur Rechtfertigung der Anwendung des freihändigen Verfahrens das
Vorliegen technischer oder künstlerischer Gründe darzulegen, sondern sie muss auch
glaubwürdig erläutern und wenn möglich belegen, dass diese Gründe die freihändige
Vergabe des Auftrags unbedingt erforderlich machen (VPB 65.77 [2001] Erw. 2a; Galli/
Moser/Lang/Clerc, a.a.O., Rz. 160).
2.2. Die Beschwerdeführer machen geltend, dass die Publikationen im Zusammenhang
mit dem Projekt Klanghaus sehr allgemein gehalten seien. So sei der
Internetpublikation des Amts für Kultur unter dem Titel "Die Vision des Klanghauses"
nur zu entnehmen, dass das Klanghaus durch seine hochstehende Architektur und die
hohe Qualität der Akustik besteche. Im weiteren werde die Vision des Raumprogramms
und der Funktionen des Klanghauses umrissen, wobei jedoch weitere
Konkretisierungen fehlten. Auch sei unklar geblieben, ob sich diese Vision bereits
materialisiert habe und, wenn ja, in welcher Form bereits Projektierungsarbeiten des
offensichtlich favorisierten Beschwerdegegners beständen und ob für die
Architekturleistungen zu diesem bedeutsamen Projekt ein vergaberechtliches
Wettbewerbsverfahren in die Wege geleitet werden würde. Anlässlich der Besprechung
zwischen Vertretern der Beschwerdeführer und der Vorinstanz vom 3. März 2008 sei
die letztgenannte nicht in der Lage gewesen, konkrete Angaben zu architektonischen
Leistungen zu machen oder gar Dokumente vorzulegen. Daraus sei zu schliessen, dass
keine architektonischen oder andere Vorleistungen des Beschwerdegegners vorlägen,
da sie andernfalls nach dem Grundsatz von Treu und Glauben hätten präsentiert
werden müssen. Auch gingen aus den genannten Publikationen keine Bedingungen
hervor, welche die Erbringung der nachgefragten Architekturleistungen nur einem
einzigen Architekten vorbehalten würde. So schränkten die zweckspezifischen
Anforderungen des Klanghauses an eine optimale Akustik und eine hochstehende
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Architektur den Kreis der in Frage kommenden Architekten keineswegs auf einen
einzigen Anbieter ein. Die Nichtdurchführung eines offenen Wettbewerbs verstosse
somit gegen die grundlegenden Prinzipien der Gleichbehandlung und der
Nichtdiskriminierung gemäss Art. 5 VöB.
2.3. Die Vorinstanz bringt in ihrer Stellungnahme demgegenüber vor, dass im
Toggenburg kein Bedarf nach "irgendeinem" Klanghaus bestehe, möge es noch so mit
solider Architektur und ansprechender Akustik gebaut werden. Vielmehr sei aus der
Entstehungsgeschichte der Idee für ein Klanghaus und aus der Vorgeschichte des
Projekts klar erkennbar, dass dieses Haus von Beginn an unzertrennlich mit den
Persönlichkeiten von Peter Roth und des Beschwerdegegners verknüpft sei. Schon als
der Bedarf nach einem Klanghaus entstanden sei, seien das Klanghaus sowie Peter
Roth und der Beschwerdegegner nicht voneinander zu trennen gewesen. Ohne den
Beschwerdegegner gäbe es heute kein Projekt Klanghaus, da dieser das Projekt von
Beginn an mit seiner Inspiration, seinen Ideen und seiner Arbeit entscheidend geprägt
habe. Auch verhalte es sich nicht so, dass ein recht allgemeiner Bedarf nach
Musikräumen in manipulativer Absicht so zugeschnitten worden sei, bis er nur noch
durch den Beschwerdegegner habe erfüllt werden können. Vielmehr bestehe gar kein
allgemeiner Bedarf nach irgendwelchen Musikräumen. Dieser alleine würde die
Klangwelt nicht voranbringen, hätte nie die breite Unterstützung finanzieller und ideeller
Natur in Bevölkerung und Gewerbe zu mobilisieren vermocht und wäre vom Kanton
überdies nie unterstützt worden. Das von Peter Roth und dem Beschwerdegegner als
begehbares Instrument entwickelte Klanghaus sei hinsichtlich seines Anspruchs, seiner
Einzigartigkeit und seiner kulturellen Qualität vielmehr als von künstlerischer Natur zu
betrachten. Das Klanghaus solle neben an Musik interessierten Touristen auch solche
ins Toggenburg bringen, die sich für die Architekturwerke des Beschwerdegegners
interessierten und die ihren Besuch anderer von diesem geschaffenen Stätten mit
einem Besuch des Klanghauses im Toggenburg ergänzen wollten.
2.4. Im folgenden ist zu prüfen, ob die Vorinstanz den Auftrag für die
Architekturleistungen gemäss Art. 16 lit. d VöB aufgrund künstlerischer Besonderheiten
im freihändigen Verfahren an den Beschwerdegegner vergeben durfte.
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2.4.1. Die Vorinstanz verzichtete im Vergabeverfahren auf die Prüfung alternativer
Projektvorschläge für das Klanghaus. Zur Begründung führte sie an, das Klanghaus sei
schon von Beginn weg untrennbar mit der Persönlichkeit des Beschwerdegegners
verbunden, weshalb sich eine freihändige Vergabe rechtfertige. Die Beschwerdeführer
stellen indes zu Recht fest, dass aus den Akten keine konkreten Gründe ersichtlich
seien, welche die freihändige Vergabe des Auftrags an den Beschwerdegegner
aufgrund künstlerischer Besonderheiten rechtfertigen könnten. Tatsächlich sind den
Akten nur allgemeine Angaben zum Projektvorschlag des Beschwerdegegners zu
entnehmen. Insbesondere fehlen konkrete Argumente, welche die künstlerische
Besonderheit des Projektvorschlags belegen könnten. Die blosse Erarbeitung eines
provisorischen Raumprogramms sowie einer Grobkostenrechnung durch den
Beschwerdegegner stellt für sich keine ausreichende Konkretisierung des Projekts dar,
auf deren Grundlage die Vorinstanz transparent und objektiv über das
Vergabeverfahren hätte entscheiden können. Auch beschränken die von der Vorinstanz
vorgebrachten zweckspezifischen Anforderungen des Projekts an eine optimale
Akustik und eine hochstehende Architektur den Kreis der in Frage kommenden
Anbieter nicht ausschliesslich auf den Beschwerdegegner. Den Akten ist schliesslich
auch nicht zu entnehmen, dass es sich, wie von der Vorinstanz behauptet, beim
Klanghaus um ein von Peter Roth und dem Beschwerdegegner entwickeltes
begehbares Instrument handle, das in seiner Einzigartigkeit und seiner kulturellen
Qualität als von künstlerischer Natur zu betrachten sei. Es gelingt der Vorinstanz nicht,
das Projekt des Beschwerdegegners ausreichend zu materialisieren, weshalb es den
Anforderungen an die künstlerische Besonderheit im Sinne von Art. 16 lit. d VöB unter
den gegebenen Umständen nicht genügen kann.
2.4.2. Die Vorinstanz vermag zudem nicht überzeugend darzulegen, inwieweit nicht
andere potentielle Anbieter ein Klanghaus erstellen könnten. Die fehlende
Konkretisierung des Projektvorschlags des Beschwerdegegners verunmöglicht einen
direkten Vergleich mit allfälligen Projekten anderer Anbieter. An dieser Feststellung
ändert auch die Behauptung der Vorinstanz nichts, wonach der Beschwerdegegner
zahlreiche Lösungsvorschläge insbesondere im Zusammenhang mit Formen,
Materialien und Nutzungen des Klanghauses entwickelt habe, die jedoch aufgrund
seiner üblichen Arbeitsweise, bei der sich die Ideen, Entwürfe und Konzepte erst nach
überaus langem geistigem Reifeprozess in Plänen, Skizzen und Modellen
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materialisierten, bis heute allein in dessen Kopf existierten. Ausschliesslich im Kopf des
Beschwerdegegners existierende Ideen können keinen Einfluss auf die Vergabe des
Auftrags haben, muss sich die Vorinstanz für ihre Entscheidung doch auf objektive
Gegebenheiten stützen können. Andernfalls könnte die Transparenz der Vergabe nicht
gewährleistet werden. Folglich ist der Ansicht der Beschwerdeführer zuzustimmen,
dass aus den Akten keine Gründe ersichtlich sind, die es rechtfertigen würden, die
Erbringung der nachgefragten Architekturleistungen nur dem Beschwerdegegner
vorzubehalten. Folglich kann die Vorinstanz den Entscheid der freihändigen Vergabe
nicht mit künstlerischen Besonderheiten im Sinne von Art. 16 lit. d VöB rechtfertigen.
2.5. Die Vorinstanz macht geltend, die freihändige Vergabe sei letztlich als
Subventionierung im Sinne einer Finanzhilfe für im öffentlichen Interesse liegende
Tätigkeiten von Privaten zu betrachten.
2.5.1. Nach Darstellung der Vorinstanz ist das Klanghaus ein privates Projekt, dessen
Nutzen für die öffentlichen Interessen der Kanton anerkannt habe. Dass der Kanton
nun selber einen Auftrag im Hinblick auf die Realisierung dieses Projekts vergebe, sei
bloss eine atypische Ausgestaltung dieser Subventionierung. Die Vergabe von
Subventionen unterliege nicht dem Submissionsrecht, und selbst wenn sie
submissionsrechtlich betrachtet werde, würde sie offensichtlich nicht unter die
gewöhnlichen Regeln bzw. Verfahren des Submissionsrechts passen.
2.5.2. Die Beschwerdeführer bringen in ihrer Vernehmlassung demgegenüber vor, es
sei verfehlt, von einer atypischen Ausgestaltung einer Subventionierung zu sprechen.
Es sei unbestritten, dass der Kanton als Auftraggeber fungiere und somit das
Vergaberecht anzuwenden sei. Schliesslich führe gemäss Art. 2 Abs. 2 EGöB schon die
Ausrichtung von Subventionen der öffentlichen Hand an jede Person, Körperschaft
oder Organisation zur Anwendbarkeit der Submissionsvorschriften, wenn die Beiträge
mehr als die Hälfte der anrechenbaren Kosten betrügen bzw. erheblich seien. Selbst
wenn der Kanton vorliegend nur als Subventionsgeber fungierte, hätten sich die
privaten Arbeitgeber an das Submissionsrecht zu halten.
2.5.3. Unbestritten handelt es sich beim Projekt Klanghaus ursprünglich um ein von
Peter Roth initiiertes privates Projekt. Aus den Akten ergibt sich jedoch, dass Peter
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Roth schon von Beginn weg auf Beiträge der öffentlichen Hand zur Realisation des
Projekts angewiesen war. So führte er im Schreiben vom 27. Oktober 2003 aus, dass
er einerseits von Gemeinde und Kanton insgesamt Fr. 200'000.–– sowie andererseits
von der P.-Stiftung einen Beitrag erwarte und er erst anschliessend den Vertrag über
das Vorprojekt mit dem Beschwerdegegner unterzeichnen könne. Peter Roth konnte
das Projekt somit zu keinem Zeitpunkt ohne Beizug öffentlicher Mittel finanzieren.
Entgegen der Darstellung der Vorinstanz kann unter diesen Umständen nicht von einer
Subventionierung durch die öffentliche Hand gesprochen werden, sondern es ist von
einer praktisch vollständigen Finanzierung durch die öffentliche Hand auszugehen.
Dafür sprechen insbesondere auch der vom Kantonsrat genehmigte Rahmenkredit von
Fr. 250'000.-- aus dem Lotteriefonds, die für die Architekturleistungen des Projekts
Klanghaus von der öffentlichen Hand zur Verfügung gestellten Mittel von
Fr. 3'000'000.-- sowie die von der Vorinstanz am 11. März 2008 beschlossene und am
25. März 2008 im Amtsblatt publizierte freihändige Vergabe der Architekturleistungen
an den Beschwerdegegner. Somit ergibt sich unzweifelhaft, dass das Projekt
Klanghaus ein öffentliches Projekt darstellt, dessen Finanzierung hauptsächlich durch
die öffentliche Hand gesichert wird.
2.5.4. Selbst wenn das Projekt Klanghaus nicht als öffentliches Projekt qualifiziert
würde, hätte dies auf die Anwendung des Submissionsrechts keinen Einfluss. Wie die
Beschwerdeführer zu Recht feststellen, findet das Submissionsrecht auch auf
Privatpersonen, Körperschaften oder Organisationen Anwendung, sofern die
öffentliche Hand Beiträge ausrichtet, die zusammen mehr als die Hälfte der
anrechenbaren Kosten betragen (Art. 2 Abs. 2 Ziff. 2 EGöB). Das Gemeinwesen steuert
mit der Finanzierung der Architekturleistungen in der Höhe von Fr. 3'000'000.--
unbestritten weitaus mehr als die Hälfte der anrechenbaren Kosten zum Projekt
Klanghaus bei. Auf ein privates Projekt käme das Submissionsrecht im konkreten Fall
jedoch selbst dann zur Anwendung, wenn der besagte Schwellenwert nicht erreicht
würde. Gemäss Art. 2 Abs. 2 Ziff. 1 EGöB wird das EGöB unter anderem auch auf
Privatpersonen angewendet, wenn die öffentliche Hand erhebliche Beiträge ausrichtet
und seine Anwendung in der Beitragszusicherung verfügt wird (HöB, Art. 2 N 9). Die
Verfügung einer solchen Beitragszusicherung ergibt sich aus der Publikation der
freihändigen Vergabe im Amtsblatt vom 25. März 2008. Das EGöB findet somit auf das
Projekt Klanghaus unabhängig von dessen Qualifikation als öffentliches oder privates
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Projekt Anwendung, weshalb sich das Vorbringen der Vorinstanz als unbegründet
erweist.
2.6. Zwischen den Beschwerdeführern und der Vorinstanz ist streitig, ob im
Zusammenhang mit dem Projekt Klanghaus Schutzrechte des geistigen Eigentums
existierten, die eine freihändige Vergabe im Sinne von Art. 16 lit. d VöB rechtfertigten.
2.6.1. Gemäss Art. 2 Abs. 1 des Bundesgesetzes über das Urheberrecht und
verwandte Schutzrechte (SR 231.10, abgekürzt URG) sind Werke, unabhängig von
ihrem Wert oder Zweck, geistige Schöpfungen der Literatur und Kunst, die individuellen
Charakter haben. Dazu gehören nach Art. 2 Abs. 2 URG unter anderem Werke mit
wissenschaftlichem oder technischem Inhalt wie Zeichnungen, Pläne, Karten oder
plastische Darstellungen (lit. d) und Werke der Baukunst (lit. e). Ebenfalls geschützt
sind Entwürfe, Titel und Teile von Werken, sofern es sich um geistige Schöpfungen mit
individuellem Charakter handelt (Art. 2 Abs. 4 URG). Nach bundesgerichtlicher
Rechtsprechung fallen unter den Begriff des geschützten Werks konkrete
Darstellungen, die nicht bloss Gemeingut enthalten, sondern insgesamt als Ergebnis
geistigen Schaffens von individuellem Gepräge oder als Ausdruck einer neuen
originellen Idee zu werten sind. Individualität oder Originalität gilt denn auch als
Wesensmerkmal des urheberrechtlich geschützten Werks. Am eindrücklichsten sind
die Schutzvoraussetzungen erfüllt, wenn das Werk den Stempel der Persönlichkeit
seines Urhebers trägt, unverkennbar charakteristische Züge aufweist und sich von
Darstellungen der gleichen Werkgattung deutlich unterscheidet (BGE 117 II 468 E. 2a;
113 II 196 E. I.2a mit Hinweisen; vgl. BGE 130 III 168 E. 4.1). Schliesslich handelt im
Zusammenhang mit der Verwertung fremder Leistungen gemäss Art. 5 des
Bundesgesetzes gegen den unlauteren Wettbewerb (SR 241, abgekürzt UWG)
insbesondere unlauter, wer ein Arbeitsergebnis eines Dritten wie Offerten,
Berechnungen oder Pläne verwertet, obwohl er wissen muss, dass es ihm
unbefugterweise überlassen oder zugänglich gemacht worden ist (lit. b).
2.6.2. Die Vorinstanz bringt vor, dass es im vorliegenden Fall insbesondere um die
Schutzrechte von Peter Roth und des Beschwerdegegners gehe, die sich namentlich
auf die Idee zum Klanghaus, auf die Art der Bauweise, die innere Ausgestaltung mit der
Idee zur Herstellung eines Gebäudes als begehbares Musikinstrument und
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Klangkörper, die Raumaufteilung und Materialwahl, die Einflechtung in die Klangwelt
Toggenburg, die Nutzung des Hauses sowie auf unzählige Detailideen betreffend die
Konstruktionsweise des Vorführungssaals als akustisch einmaligen Raum insbesondere
mit der Idee, den Saal auf Füsse zu stellen, damit er mit dem Klang mitschwinge,
bezögen. Die Ideen und Konzepte wiesen teilweise für sich selber, jedenfalls aber in
ihrer Kombination, alle Begriffsmerkmale des Werkes im Sinne von Art. 2 URG auf und
ständen daher unter urheberrechtlichem Schutz. Daran ändere nichts, dass viele Ideen
und Konzepte erst im Kopf oder allenfalls im persönlichen Skizzenbuch des
Beschwerdegegners existierten, da sie sich jedenfalls dann, wenn sie umgesetzt
werden sollten, materialisierten, und ein allfälliger auf Art. 2 Abs. 4 URG abgestützter
Einwand daher ins Leere fiele. Selbst wenn, was jedoch bestritten werde, einzelne der
angesprochenen Ideen, Skizzen und Konzepte dem Werksbegriff des URG nicht zu
genügen vermöchten und auch ihre Gesamtheit diesem Begriff nicht entspräche,
stellten diese im einzelnen und vor allem in ihrem Gesamtzusammenhang ein
schutzwürdiges Arbeitsergebnis im Sinne von Art. 5 UWG dar. Da die Vorinstanz im
vorliegenden Fall einen hochspezifischen Bedarf habe, der nur unter der Nutzung der
besagten Schutzrechte erfolgreich gedeckt werden könne, gäbe es keine
angemessene Alternative zur Beschaffung der erforderlichen Leistungen beim
Beschwerdegegner. Insbesondere wäre jede Abstrahierung des Projekts weg von
seinen Initianten dem Plagiatsvorwurf derselben ausgesetzt. Damit stehe fest, dass die
Vorinstanz einen Bedarf habe, der sich nicht anders als unter Nutzung der
Schutzrechte decken lasse.
2.6.3. Die Beschwerdeführer machen demgegenüber geltend, es müssten solche
Schutzrechte tatsächlich bestehen, damit die Durchführung eines offenen oder
selektiven Verfahrens zu Urheberrechtsverletzungen führen würde. Wiederum seien
Alternativausführungen miteinzubeziehen, und schliesslich gelte auch hier, dass die
Beweislast für das Vorliegen von Schutzrechten des geistigen Eigentums bei der sich
darauf berufenden Vergabeinstanz liege. Den Beschwerdeführern sei nichts über die
Existenz urheberrechtlich geschützter Werke bekannt. So gehe weder aus den
verfügbaren Publikationen noch aus den direkten Gesprächskontakten mit der
Vorinstanz hervor, in welcher Art und Weise und ob überhaupt die Vision des
Klanghauses Toggenburg bereits Niederschlag in urheberrechtlich schutzfähigen
Werken gefunden habe. Die Vorinstanz gebe mithin unumwunden zu, dass neben
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einem provisorischen, bloss in Worten festgehaltenen Raumprogramm und einer
Grobkostenrechnung nichts Greifbares vorliege, sondern die Ideen und Konzeptionen
eines Klanghauses erst im Kopf des Beschwerdegegners existierten. Von
schützenswerten Werken im Sinne des URG könne somit nicht gesprochen werden,
weshalb die Anwendbarkeit von Art. 16 lit. d VöB dahinfalle. Auch müssten sich im
Zusammenhang mit Art. 5 UWG die Arbeitsergebnisse in irgendeiner Weise
materialisieren. Da noch keine Arbeitsergebnisse in diesem Sinne, sondern erst Ideen
des Beschwerdegegners vorlägen, falle ein theoretisch denkbarer Schutz nach Art. 5
UWG ausser Betracht. Weitere Ideen zum Klanghaus (Art der Bauweise, innere
Ausgestaltung, Raumaufteilung, Materialwahl, zahlreiche Detailideen) seien
offensichtlich nie konkret geäussert und umschrieben worden. Es könne deshalb nicht
von einem willkürfrei ermittelten, hochspezifischen Bedarf die Rede sein, zumal dieser
von der Vorinstanz nicht pflichtgemäss ermittelt worden sei. Vielmehr habe sie diesen
von privater Seite so sehr eingeengten Bedarf unbesehen und damit willkürlich
übernommen.
2.6.4. Im Zusammenhang mit der Anwendbarkeit der Schutzrechte des geistigen
Eigentums im Sinne von Art. 16 lit. d VöB bringt die Vorinstanz grundsätzlich die
gleichen Argumente vor wie für die Rechtfertigung der freihändigen Vergabe an den
Beschwerdegegner aufgrund künstlerischer Besonderheiten. Den Akten sind wiederum
keine Anhaltspunkte zu entnehmen, welche die vorinstanzlichen Behauptungen stützen
könnten. Die Vorinstanz gibt in ihrer Stellungnahme vielmehr ohne weiteres zu, dass
viele Ideen und Konzepte erst im Kopf oder allenfalls im persönlichen Skizzenbuch des
Beschwerdegegners existierten. Indes verzichten die Vorinstanz und der
Beschwerdegegner darauf, ihre scheinbar bereits entwickelten und ausgereiften Ideen
und Konzepte für das Projekt Klanghaus anhand von Akten zu konkretisieren. Auch
legen sie das in der Vernehmlassung geltend gemachte Skizzenbuch nicht ins Recht.
Die bundesgerichtliche Rechtsprechung verlangt zur Erfüllung des Werkbegriffs im
Sinne von Art. 2 URG das Vorliegen konkreter Darstellungen, die als Ergebnis geistigen
Schaffens von individuellem Gepräge oder als Ausdruck einer neuen originellen Idee zu
werten sind. Aufgrund der Akten ist nicht festzustellen, dass die Vision des
Klanghauses Toggenburg bereits Niederschlag in urheberrechtlich geschützten Werken
im Sinne von Art. 2 URG gefunden hätte. Es fehlt den von der Vorinstanz geltend
gemachten Ideen und Konzepten ein Mindestmass an der von Art. 2 VöB verlangten
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Konkretisierung, weshalb sie nicht als konkrete Darstellungen im Sinne der
bundesgerichtlichen Rechtsprechung qualifiziert werden können. Die Vorinstanz kann
sich somit mangels Erfüllung des Werkbegriffs im Sinne von Art. 2 URG nicht auf die
Schutzrechte des geistigen Eigentums gemäss Art. 16 lit. d VöB berufen. Die in Art. 5
UWG genannten Arbeitsergebnisse geniessen formal betrachtet lauterkeitsrechtlichen
Schutz. In der Sache handelt es sich indes um genuines Immaterialgüterrecht im
Gewand des Lauterkeitsrechts (C. Baudenbacher, Lauterkeitsrecht, Kommentar zum
Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb [UWG], Basel 2001, Art. 5 N 25). Unter
diesen Umständen ist auch nicht von einem schutzwürdigen Arbeitsergebnis im Sinne
von Art. 5 lit. b UWG auszugehen. Das Vorbringen der Vorinstanz erweist sich deshalb
auch in diesem Punkt als unbegründet.
2.7. Zusammenfassend ist festzustellen, dass sich die freihändige Vergabe der
Architekturleistungen an den Beschwerdegegner durch die Vorinstanz gestützt auf Art.
16 lit. d VöB mangels des Vorliegens von künstlerischen Besonderheiten und
Schutzrechten des geistigen Eigentums als nicht gerechtfertigt erweist. Aufgrund des
Auftragsvolumens von Fr. 3'000'000.-- ist der für das freihändige Verfahren geltende
Schwellenwert von Fr. 150'000.-- für Architekturleistungen klar überschritten, weshalb
der Auftrag im öffentlichen oder selektiven Verfahren auszuschreiben ist (Art. 14 Abs. 1
VöB in Verbindung mit dem Anhang zur VöB). Die Beschwerde vom 4. April 2008 ist
somit gutzuheissen, und die freihändige Vergabe der Architekturleistungen für das
Projekt Klanghaus an den Beschwerdegegner vom 11. März 2008 (Publikation im
Amtsblatt am 25. März 2008) ist aufzuheben.
3. In Streitigkeiten gilt nach Art. 95 Abs. 1 VRP grundsätzlich das Erfolgsprinzip,
weshalb die Kostenverteilung nach Obsiegen und Unterliegen zu erfolgen hat (Cavelti/
Vögeli, a.a.O., Rz. 758). Das Nichteintreten auf ein Rechtsmittel ist als Unterliegen zu
qualifizieren. Dem Verfahrensausgang entsprechend gehen die amtlichen Kosten
einerseits zulasten der beiden Beschwerdeführer Architektur Forum Ostschweiz und
SWB Schweizerischer Werkbund, auf deren Beschwerde mangels Legitimation nicht
eingetreten worden ist, sowie andererseits zulasten des Staates. Eine Entscheidgebühr
von Fr. 8'000.-- für das Verfahren vor Verwaltungsgericht sowie für die Verfügung vom
15. April 2008 ist angemessen (Ziff. 382 Gerichtskostentarif, sGS 941.12). Davon haben
die beiden Beschwerdeführer Fr. 1'000.-- und der Staat Fr. 7'000.-- zu tragen. Auf die
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Erhebung des Anteils des Staates ist zu verzichten (Art. 95 Abs. 3 VRP). Vom
geleisteten Kostenvorschuss von Fr. 8'000.-- ist den Beschwerdeführern Fr. 7'000.--
zurückzuerstatten.
Obsiegende Verfahrensbeteiligte haben grundsätzlich Anspruch auf Entschädigung der
ausseramtlichen Kosten (Art. 98 Abs. 1 und Art. 98bis VRP). Der Rechtsvertreter der
Beschwerdeführer reichte keine Kostennote ein, weshalb die ausseramtlichen Kosten
gemäss Art. 6 der Honorarordnung für Rechtsanwälte und Rechtsagenten (sGS 963.75,
abgekürzt HonO) nach Ermessen festzusetzen sind. Das Verwaltungsgericht erachtet
eine Entschädigung von Fr. 4'000.-- (inkl. Barauslagen, zuzüglich MWSt) für das
Beschwerdeverfahren sowie für die Verfügung vom 15. April 2008 für angemessen (Art.
22 Abs. 1 lit. b HonO).
Demnach hat das Verwaltungsgericht