# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 4a3d5398-1dd1-4ab6-bfc5-c8429d9ab172
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2019
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
Die
1962 geborene
X._
war
seit dem
15. Oktober 2007
bei
der
Y._
als Maschinenführerin in einem 100 %-Pensum tätig (Urk. 7/31).
Am
14. September 2016
meldete sie sich
bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an (Urk.
7/12). Die Sozialversiche
rungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle,
liess einen Auszug aus dem Individu
ellen Konto der Versicherten erstellen (IK-Auszug, Urk.
7/22
), zog die Akten der Krankentaggeldversicherung bei und
tätigte medizinische und erwerbliche Abklärungen.
Am 7. April 2017 teilte die IV-Stelle der Versicherten mit, dass
eine
Arbeitsvermittlung zurzeit nicht möglich sei (Urk. 7/36).
Mit Vorbescheid vom 12. Oktober 2018 stellte die IV-Stelle der Versicherten die Abweisung ihres Leis
tungsgesuchs in Aussicht (Urk. 7/62).
Dagegen erhob die Versicherte mit Einga
ben vom 8. November 2018 und
14. Dezember 2018
Einwände (Urk.
7/65 und Urk.
7/75).
Am 4. Februar 2019 teilte die IV-Stelle der Versicherten mit, dass sie eine bidisziplinäre medizinische Abklärung (Rheumatologie/Psychiatrie) als not
wendig erachte und schlug als
Z._
vor (Urk. 7/78).
Mit Mitteilung vom
26. Februar 2019 schlug sie als Gutachter
Dr.
med.
A._
(Rheumatologie) und
Dr.
med.
B._
(Psychiatrie)
vor (Urk. 7/80).
Gegen die in Aussicht gestellte bidisziplinäre Begutachtung
erhob die Versicherte mit Eingabe vom 27. Februar 2019 Einwände (Urk. 7/81). Daraufhin erliess die IV-Stelle am 20. März 2019 eine Zwischenverfügung, mit welcher sie an der bidisziplinären Begutachtung durch die
Z._
festhielt (Urk. 7/86).
2.
Dagegen erhob die Versicherte mit Eingabe vom 18. April 2019 Beschwerde und beantragte, die angefochtene Zwischenverfügung sei aufzuheben und es sei eine multidisziplinäre Begutachtung durchzuführen (Urk. 1 S. 2).
Mit Beschwerdeant
wort vom 29. Mai 2019 beantragte die Beschwerdegegnerin die Abweisung der Beschwerde (Urk. 6), was der Beschwerdeführerin mit Verfügung vom 31. Mai 2019 mitgeteilt wurde (Urk. 9).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Unterlagen ist, soweit für die Entscheidfindung erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen einzuge
hen.
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Anfechtungsgegenstand bildet die Verfügung vom
20. März 2019
, mit welcher die Beschwerdegegnerin an der
bidisziplinären
Begutacht
ung des Beschwerde
führers in den
Fachrichtung
en Rheumatologie und Psychiatrie
festgehalten hat (Urk. 2). Hierbei handelt es sich um eine Zwischenverfügung im Sinne von Art. 55 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungs
rechts (ATSG) in Verbindung mit Art. 5 Abs. 2 und Art. 46 des Bundesgesetzes über das Verwaltungsverfahren (VwVG), welche bei Bejahung eines nicht wieder gutzumachenden Nachteils (Art. 46 Abs. 1 lit. a VwVG) grundsätzlich selbständig mit Beschwerde angefochten werden kann.
1.2
Das Bundesgericht hat mit BGE 137 V 210 bei der Anordnung eines Gutachtens die Anfechtbarkeitsvoraussetzung eines nicht wieder gutzumachenden Nachteils für das erstinstanzliche Beschwerdeverfahren bejaht, zumal die nicht sachge
rechte Begutachtung in der Regel einen rechtlichen und nicht nur einen tatsäch
lichen Nachteil bewirke (vgl. BGE 137 V 210 E. 3.4.2.7 mit Hinweisen). Somit ist auf die vorliegende Beschwerde einzutreten.
2.
2.1
Wird eine Begutachtung veranlasst und mittels Verfügung angeordnet, so kann die versicherte Person mit Beschwerde an das kantonale Versicherungsgericht materielle Einwendungen gegen eine Begutachtung an sich (etwa mit dem Ein
wand, es handle sich um eine unnötige second opinion, gegen Art und Umfang der Begutachtung (beispielsweise betreffend die Auswahl der medizinischen Dis
ziplinen) oder gegen bezeichnete Sachverständige (etwa betreffend deren Fach
kompetenz) erheben. Weiter können formelle Ausstandsgründe gegen Gutachter
personen geltend gemacht werden (vgl. BGE 138 V 271 E. 1.1).
2.2
Gemäss dem in Art. 43 Abs. 1 ATSG statuierten Untersuchungsgrundsatz sind die notwendigen Abklärungen von Amtes wegen vorzunehmen. Im Rahmen der Ver
fahrensleitung kommt dem Versicherungsträger nach der Rechtsprechung ein grosser Ermessensspielraum bezüglich Notwendigkeit, Umfang und Zweckmäs
sigkeit von medizinischen Erhebungen zu. Was zu beweisen ist, ergibt sich aus der jeweiligen Sach- und Rechtslage. Gestützt auf den Untersuchungsgrundsatz ist der Sachverhalt soweit zu ermitteln, dass über den Leistungsanspruch zumin
dest mit dem Beweisgrad der
überwiegenden Wahrscheinlichkeit entschieden werden kann (vgl. Kieser, ATSG-Kommentar, 3. Auflage 2015, Art. 43 N 20).
2.3
Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts ist eine umfassende administrative Erstbegutachtung regelmässig polydisziplinär anzulegen. Eine polydisziplinäre Expertise ist auch dann einzuholen, wenn der Gesundheitsschaden zwar bloss auf eine oder zwei medizinisch
e Disziplinen fokussiert
erscheint, die Beschaffenheit der Gesundheitsproblematik aber noch nicht vollends gesichert ist.
Von einer polydisziplinären Begutachtung kann abgesehen und eine mono- oder bidiszip
linäre Begutachtung durchgeführt werden, sofern die medizinische Situation offenkundig ausschliesslich ein oder zwei Fachgebiete beschlägt, keine weiteren interdisziplinären Bezüge (z.B. internistischer Art) notwendig sind und kein besonderer arbeitsmedizinischer bzw. eingliederungsbezogener Klärungsbedarf besteht, was vor allem bei Verlaufsbegutachtungen zutreffen dürfte (vgl. BGE 139 V 349 E. 3.2).
2.4
Seitens der IV-Stelle obliegt es grundsätzlich dem RAD, eine umfassende Einord
nung vorzunehmen, welche Fachdisziplinen an einer erforderlichen Begutach
tung zu beteiligen sind (vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_296/2018 vom 24. Feb
ruar 2019 E.
6.1 mit weiteren Hinweisen). Den Gutachtern muss es jedoch frei
stehen, die von der IV-Stelle bzw. dem RAD (oder im Beschwerdefall durch ein Gericht) bezeichneten Disziplinen gegenüber der Auftraggeberin zur Diskussion zu stellen, wenn ihnen die Vorgaben nicht einsichtig sind (vgl. BGE 139 V 349 E. 3.3; Urteil des Bundesgerichts 9C_474/2013 vom 20. Februar 2014 E. 5.2.1).
3.
3.1
Im angefochtenen Entscheid erwog die Beschwerdegegnerin,
nach Rücksprache mit dem RAD-Arzt sei der Bedarf einer multidisziplinären Begutachtung aus ver
sicherungsmedizinisch theoretischer Sicht nicht ersichtlich. Eine weitere Fachdis
ziplin bei Verdachtsdiagnosen und «Weisskittelhypertonie» sei nicht erforderlich (Urk. 2).
3.2
Die Beschwerdeführerin machte demgegenüber im Wesentlichen geltend,
sie leide neben Depression, Rückenbeschwerden und Kniebeschwerden beidseitig auch an Gelenkschmerzen im ganzen Körper, Herzbeschwerden, Migräne-Attacken, Kon
zentrationsstörungen, Vergesslichkeit, Tinnitus, Schlafstörungen, Dauermüdig
keit und Schwindel. Das
C._
gehe im Bericht vom 10. April 2019 davon aus, dass im vorliegenden Fall eine multidisziplinäre Begutachtung durchzuführen sei, um die Arbeitsfähigkeit festzustellen
. Betref
fend die LWS-Beschwerden sei eine orthopädische
Begutachtung angezeigt. Betreffend die Hypertonie mit Vorbelastungen mütterlich- und väterlicherseits sei eine kardiologisch/internistische Begutachtung
erforderlich. Betreffend die chro
nischen Kopfschmerzen sei ein neurologisches Gutachten angezeigt. Betreffend die seit 2015 bekannte Depression sei eine psychiatrische Begutachtung notwen
dig. Als weitere zwingende Disziplin bei einem multidisziplinären Gutachten sei ein Gutachten der Allgemeinen oder Inneren Medizin zu erstellen (Urk. 1 S.
3 f.).
3.3
Streitig und zu prüfen ist
, ob eine bidisziplinäre
Begutachtung genügt
oder
ob
eine
poly
disziplinäre
Abklärung
notwendig ist. Unbestritten ist, dass ein Gutach
ten einzuholen ist.
4.
4.1
Dr.
med. D._
, Facharzt FMH für Chirurgie, stellte in seinem Bericht vom 31. August 2016
zuhanden der Krankentaggeldversicherung
die folgenden Diagnosen
(Urk. 7/13)
:
-
Lumbovertebrales Schmerzsyndrom am ehesten muskulär bedingt bei tastbaren Myogelose
n
im Nacken- und Schulterübergang links sowie paravertebral bds. im Bereich der autochthonen Rückenmuskulatur
-
cervical und lumbal betontes Panvertebralsyndrom
-
lumobvertebrales Syndrom bei degenerativen Veränderungen der LWS mit multisegmentaler Diskopathie mit im MRI nachgewiesener mediolate
raler linksseitiger Diskushernie L5/S1
-
Vitamin D-Mangel
In seinem nicht datierten Bericht betreffend die Behandlung vom 23. April 2016 bis 19. April 2017 zuhanden der IV-Stelle
(dort eingegangen am
8.
Mai 2017)
nannte
Dr.
D._
zusätzlich die folgenden Diagnosen
(Urk. 7/40 S. 1)
:
-
Diskushernie L4/5 mit Kompression der Nervenwurzel L5 links
-
regredienter Drehschwindel, wahrscheinlich peripher-vestibulärer Genese
-
St. n. unwillkürlichen Bewegungen des Unterkiefers und der rechten Hand unklarer Ätiologie
4.2
Im Bericht der
E._
vom 24.
Oktober 2016 betreffend den stationären Aufenthalt vom
3.
b
is 22.
Oktober 2016 wurden die fol
g
enden Diag
nosen genannt
(Urk.
7/29)
:
-
Lumbovertebrales Schmerzsyndrom am ehesten muskulär bedingt bei tastbaren Myogelosen im Nacken- und Schulterübergang lin
k
s sowie paravetebral bds. im Bereich der autochthonen Rückenmuskulatur
-
d
egenerative Veränderungen der LWS mit multisegmentaler Diskopa
thie mit im MRI nachgewiesener mediol
a
teraler linksseitiger Diskusher
nie L5/S1 (MRI Befund vom 26.08.16)
-
Vitamin D-Mangel
4.3
Im Bericht des
F._
vom 21. April 2017 wurden die folgenden Diagnosen genannt
(Urk. 7/74 S. 1)
:
«
-
Rezidivierende depressive Störung, ggw.
m
ittelgradige Episode (ICD-10,
F33.1
)
-
Lumboischialgien links
(Swiss Sc
oliosis 24.08.16)
-
Discushernie L4/5 mit Komperssion der Nervenwurzel L5 links (Swiss Scoliosis 20.12.16)
-
d
egenerative neuroforaminale Stenose L4/5 links und deg
enerative Engstellung des later
alen Recessus mit möglicher Beeinträchtigung der hier abgehenden Ne
rvenwurzeln L4 und L5 links
, eine
Osteochondrose und linksbetonte
r
dorsolaterale
r
Spondylose. Mediolaterale linksseitige Diskushernie L5/S1 mit Kontakt zur abgehenden Nervenwurzel S1 links, kein Nachweis einer Neurokompr
e
ssion. Multisegmentale Osteo
chondrose und Spondylarthrose L3-S
1.
Leichtgradige Progredienz der degenerativen Veränderungen gegenüber der Voruntersuchung vom 11.09.13 (MRI LWS,
G._
03.05.16)
-
Vd a
Herpes zoster Brustwand links
-
asymptomatisch
-
Nikotinabusus
-
Vd a
COPD
-
Adipositas m/b
-
BMI: 30 kg/m2
-
a
rt. Hypertonie whs essentiell m/b
-
Möglicherweise noch ungenügend eingestellt DD Weisskittelhypertonie
-
Reflux/GERD
-
a
namnestisch Diskushernie
-
Dyslipidämie, kontrollbedürftig beim HA
»
4.4
Im Bericht des
F._
vom 10. Juli 2017 zuhan
den der IV-Stelle und
in demjenigen
vom 15. August 2017 zuhanden der Kran
kentaggeldversicherung wurden als Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeits
fähigkeit eine rezidivierende depressive Störung, ggw. mittelgradige Episode sowie chronische LWS- und HWS-Schmerzen genannt. Als Diagnose ohne Aus
wirkung auf die Arbeitsfähigkeit wurde eine Hypertonie erwähnt (Urk. 7/43
und Urk. 7/44
; vgl. Verlaufsbericht des
C._
vom 12. März 20
18,
Urk.
7/50
)
.
Im Bericht vom 10. Juli 2017 wurde ausgeführt, die Beschwerdeführerin leide unter einem persistenten Schmerzzustand und einer depressiven Symptomatik. Seit vielen Jahren habe sie therapieresistente lumbalgieforme Schmerzen und Ausstrahlung in beide Beine, zunehmende und chronifizierte Rückenschmerzen im LWS- und HWS-Bereich (vor allem bei Belastung), chronisch Kopfschmerzen rechtsbetont und bis frontal reichend, Migräneattacken (1-2 Mal/Monat), G
e
lenk
schmerzen (überall) und Nackenschmerzen. Sie berichte über ein Schwächegefühl mit Blockierung in beiden Beinen, ausserdem beklage sie Kniebeschwerden beid
seitig. Als weitere Beschwerden werden kognitiver Leistungsabfall, Konzentrati
onsstörungen, Vergesslichkeit, Schwindel, Tinnitus, Dauermüdigkeit, Schlafstö
rungen und Depression
erwähnt
. Die Abklärungsuntersuchungen mit bildgeben
den Verfahren hätten den Befund degenerativer Veränderungen im Bereich der LWS mit multisegmentaler Diskopathie und insbesondere einer mediolateralen linksseitigen Diskushernie L5/S1 mit Kontakt zur abgehenden Nervenwurzel S1 links ergeben (Urk. 7/43 S. 6).
Im Bericht vom 15. August 2017 wurde
betreffend Familienanamnese
festgehal
ten, dass die Mutter der Beschwerdeführerin und Cousins mütterlicherseits an einem Hi
rn
schlag und der Vater und der ältere Bruder
der Beschwerdeführerin
wegen einer Herzkrankheit gestorben seien. Ärztliche Untersuchungen hätten bei der Beschwerdeführerin bislang keine kardiologischen Auffälligkeiten gezeigt (Urk. 7/44 S. 3).
4.
5
Im Bericht des
E._
vom 15.
Februar 2018 betre
ffend die Konsultation vom 13.
Februar 2018
(Abschlusskontrolle nach erfolgter ambulan
ter Rehabilitation)
wurden die folgenden Diagnosen genannt
(Urk.
7/55)
:
-
Panvertebralsyndrom
-
a
ktuell vor allem lumbale Schmerzen, jedoch auch Druckdolenzen paravertebral beidseits im Bereich der gesamten Wirbelsäule
Vitamin D-Mangel
4.6
RAD-Arzt
Dr.
med.
H._
, Facharzt für Chirurgie, legte in seiner Stel
lungnahme vom 18. Januar 2019 dar, die seit 2016 vorliegenden Diagnosen eines lumbovertebralen Schmerzsyndroms sowie einer rezidivierenden depressiven Störung mit gegenwärtig mittelgradiger Episode hätten 2016 zu einer 100%-igen Arbeitsunfähigkeit als Maschinenführerin geführt. Eine stationäre Rehabilitation sei vor einem Jahr durchgeführt worden. Es hätte jedoch weiterhin subjektiv eine 100%-ige Arbeitsunfähigkeit für jede Tätigkeit bestanden. Zwischenzeitlich sei die Arbeitsstelle gekündigt worden. Trotz aktenanamnestisch objektivierbarer Besserung des Gesundheitszustandes bestehe gemäss Rechtsvertreter keine Arbeitsfähigkeit mehr. Bei
fehlender aktueller medizinischer Sachlage werde eine medizinische Abklärung in Form eines bidisziplinären Gutachtens der Fachrich
tungen Rheumatologie/Psychiatrie empfohlen (Urk. 8 S. 3).
4
.7
In seiner Stellungnahme vom 18. März 2019 führte RAD-Arzt
Dr.
H._
aus, nach erneutem Durchgang der Aktenlage werde der vom Rechtsvertreter gefor
derte Bedarf einer multidisziplinären Begutachtung aus versicherungsmedizini
scher theoretischer Sicht nicht ersichtlich. Die
gemäss
Bericht zur interdisziplinä
ren Schmerzbehandlung
des
F._
vom 21. April 2017 geltend gemachten Diagnosen seien folgendermassen zu strukturieren:
Diagnosen mit dauerhafter Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit:
-
Lumboischialgien links (Rheu
matologie) bei
-
Discushernie L-4/5 mit Kompression der Nervenwurzel L5 links
-
degenerativer neuroforaminaler Stenose L-4/5 links
-
degen
erativer Engstellung des lateralen Recessus mit möglicher Beein
trächtigung der hier abgehenden Nervenwurzeln L4/5 links
-
mediolateraler linksseitiger Diskushernie L5/S1 mit Kontakt zur abge
henden Nervenwurzel S1 links, kein Nachweis einer Neurokompression
-
multisegmentaler Osteochondrose und Spondylarthrose L3-S1
Diagnosen ohne dauerhafte Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit:
-
Rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode (F33.1; Psychiatrie)
-
Verdacht auf Herpes zoster Brustwand links
-
asymptomatisch
-
Nikotinabusus
-
Verdacht auf COPD
-
Adipositas mit/bei
-
BMI
: 30 kg/m
2
-
arterieller Hypertonie
-
Reflux/GERD
-
anamnestisch Diskushernie
-
Dyslipidämie
Eine weitere Fachdisziplin bei Verdachtsdiagnosen und «Weisskittelhypertonie
»
sei aus versicherungsmedizinisch theoretischer Sicht nicht erforderlich. Es werde daher empfohlen, an den bisherigen Fachrichtungen (Rheumatologie/Psychiatrie) ohne Erweiterungen festzuhalten (Urk. 8 S. 4 f.).
4.8
In dem im Rahmen des Beschwerdeve
rfahrens eingereichten Bericht
des
C._
vom 10. April 2019
zuhanden des Rechtsvertreters der Beschwerdeführerin
wurde ausgeführt, die Beschwerdeführerin leide nach genauer Abklärun
g durch die
I._
vom 21. Ap
ril 2017 unter vier Problemberei
chen. Die Problematik habe mit den LWS-Schmerzen begonnen, daher sei eine orthopädische Begutachtung ange
zeigt.
Kardiologisch bestehe eine Hypertonie mit Vorbelastungen mütterlicher- und väterlicherseits. Daher sei eine kardiologisch/internistische Begutachtung ebenfalls angezeigt. Es bestünden chronische Kopfschmerzen, daher sei eine neu
rologische Begutachtung angezeigt. Aufgrund der bekannten Depression sei eine psychiatrische Begutachtung angezeigt (Urk. 3).
5.
5.1
Aus den medizinischen Akten geht
übereinstimmend
hervor,
dass
bei der
Beschwerdeführerin
als Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
chro
nische
Wirbelsäulenb
eschwerden
sowie eine
rezidivierende
depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode
,
bestehen.
5.2
RAD-Arzt
Dr.
H._
kommt aufgrund der vorhandenen Arztberichte nachvoll
ziehbar zum Schluss, dass eine medizinische Abklärung in Form eines bidiszipli
nären Gutachtens in den Fachrichtungen Rheumatolog
ie und Psychiatrie notwen
dig sei
(Urk. 8 S. 3). Die Beschwerdeführerin macht geltend, dass gestützt auf den Bericht des
C._
vom 10. April 2019 (Urk.
3) eine multidi
sziplinäre Abklärung in den Fachbereichen Orthopädie, Kardiologie/Innere Medizin, Neurologie und
Psychiatrie
angezeig
t sei (Urk. 1 S.
4).
Unstrittig ist
, dass eine psychiatrische
Abklärung
durchzuführen ist.
5.3
Gründe
,
weshalb die Beschwerdeführerin eine orthopädische anstelle einer rheu
matologischen Abklärung durchgeführt haben will, sind weder ersichtlich noch näher dargetan.
Das vom RAD empfohlene Fachgebiet der Rheumatologie und das von der Beschwerdeführerin verlangte Fachgebiet der Orthopädie überschnei
den sich in der Diagnostik und Beurteilung der Krankheitsbilder weitgehend.
Nach der Rechtsprechung bilden (chronische) Schmerzen des Bewegungsappara
tes Gegenstand sowohl der Rheumatologie als auch der Orthopädie (Urteil des Bundesgerichts 8C_602/2017 vom
1.
März 2018 E. 4.3 mit Hinweisen) und ist
ein Rheumatologe namentlich auch zur Beurteilung von Wirbelsäulenbeschwerden fachlich kompetent (Urteil des Bunde
s
gerichts 8C_325/2018 vom 1
1.
Sep
-
tember 2018 E. 4.1).
Im
Üb
rigen wird dem Rheumatologen auch in Bezug auf psychoso
matische
Beschwerden eine
(
beschränkte
)
Beurteilungskompetenz zugebilligt (
vgl.
Urteil
des Bundesgerichts
9C_621/2010 vom 22.
Dezember 2010 E. 2.2.2
mit Hin
weis
).
Somit erscheint e
ine Begutachtung
in den Fachbereichen Psychiatrie und Rheumatologie
auch
mit Blick darauf
, dass möglicherweise
eine Gesundheitsschä
digung
mit psychischen und somatischen Ursachen
besteht
, als sinnvoll.
Entge
gen der Auffassung der Beschwerdeführerin bedingt
a
llein d
er Umstand, dass
–
abgesehen von den
erhobenen
objek
t
iven
Befunden –
zahlreiche subjektive
Beschwerden verschiedener Art vorliegen, noch nicht, dass eine
multidisziplinäre
Begutachtung
anzuordnen ist
.
Wie RAD-Arzt
Dr.
H._
zutreffend festhält, haben
Diagnosen
wie
Nikotinabu
sus, Adipositas, arterielle Hypertonie, Reflux und Dyslipidämie
keine
relevanten
Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit
(vgl. Urk. 8 S. 5)
, weshalb sich eine inter
nistische Begutachtung erübrigt.
Auch aus kardiologischer Sicht besteht kein Abklärungsbedarf, zumal die behandelnden Ärzte festhielten, dass
sich bei der Beschwerdeführerin – trotz allfälliger familiärer Vorbelastung
–
bislang keine kardiologischen Auffä
lligkeiten g
ezeigt hätten
und die
diagnostizierte Hypertonie keine Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit
habe (vgl. E. 4.4).
Schliesslich drängt sich auch keine neuro
log
ische Abklärung auf, da den medizinischen Unterlagen keine Anhaltspunkte zu entnehmen sind
, dass den geklagten Kopfschmerzen eine neurologische Ursache zugrunde liegen würde
.
Überdies steht es den Gutachtern offen, Fachärzte weiterer Fachrichtungen beizuziehen
, wenn dies
zur punktuellen Abklärung von klar definierbaren Spezialfragen notwendig
sein sollte
(
vgl. vor
stehend E. 2.4
).
5.4
Da der medizinische Sachverhalt vorliegend offenkundig die Fachgebiete der Psy
chiatrie und Rheumatologie beschlägt und
laut der plausiblen Beurteilung des RAD
weitere interdisziplinäre Bezüge
nicht
notwendig erscheinen
, hat d
ie IV-Stelle zu Recht e
ine bidisziplinäre Begutachtung
angeordnet
(vgl. E. 2.3 und E.
2.4)
.
Dies führt zur Abweisung der Beschwerde.
6.
Da es vorliegend nicht um die Bewilligung oder Verweigerung von Versiche
rungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenlos (Art. 61 lit. a ATSG in Verbin
dung mit Art. 69 Abs. 1
bis
IVG).