# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 8ccfefcd-626b-4f23-8169-d30c80b275e6
**Court:** GR_VG
**Chamber:** GR_VG_002
**Year:** 2021
**Language:** de
**Jurisdiction:** GR / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

I. Sachverhalt:
1. A._ wohnhaft in B._, arbeitete saisonal seit dem 22. Mai 2017
als Hilfsarbeiter bei der C._ AG, D._, und war somit bei der Suva
berufs- und nichtberufsunfallversichert. Gemäss Schadenmeldung vom
1. Juni 2017 erlitt er am 23. Mai 2017 einen Arbeitsunfall, indem er von
einem Dach stürzte und sich dabei an der rechten Hand eine Fraktur des
Kahnbeins zuzog. Die Erstbehandlung fand am 1. Juni 2017 im E._
D._ SA statt, wo anhand des Röntgenbefunds eine
Handgelenkskontusion mit Verdacht auf eine mögliche Fissur im Bereich
des Processus styloideus radii festgestellt wurde. Der Rechtshänder
A._ wurde ab dem 1. Juni 2017 als 100 % arbeitsunfähig eingestuft.
2. Mit Verfügung vom 2. Juli 2019 verneinte die Suva, Abteilung
Versicherungsleistungen (nachfolgend: Suva), den Anspruch von A._
auf eine Invalidenrente bei einem Invaliditätsgrad von 2.85 % und einem
Leidensabzug von 5 %. Gleichzeitig sprach sie ihm eine
Integritätsentschädigung von CHF 7'410.-- aufgrund einer
Integritätseinbusse von 5 % zu.
3. Dagegen erhob A._ am 31. Juli 2019 Einsprache, die mit
Einspracheentscheid vom 9. September 2019 abgewiesen wurde.
Begründend führte die Suva im Wesentlichen an, dass noch immer kein
rentenbegründender Invaliditätsgrad erreicht werde, selbst bei einem
Leidensabzug von 10 %, da der Invaliditätsgrad dann blosse 7.96 %
betrage. Bestätigt wurde die Integritätsentschädigung von 5 %.
4. Gegen diesen Entscheid erhob A._ (nachfolgend: Beschwerdeführer)
am 10. Oktober 2019 Beschwerde an das Verwaltungsgericht des Kantons
Graubünden mit den Anträgen, der Einsprache-Entscheid der Suva vom
9. September 2019 sei aufzuheben und es sei ein Leidensabzug von
20 %, mindestens von 15 %, ein Invaliditätsgrad von mindestens 13.08 %
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sowie der Rentenanspruch des Gesuchstellers festzustellen; es sei eine
Integritätseinbusse von mindestens 10 %, mit entsprechender
Integritätsentschädigung, sowie folgender Ausbezahlung der dem
Versicherungsnehmer gestützt darauf zustehenden gesetzlichen
Versicherungsleistungen festzustellen; eventuell sei die Sache zur
Neuentscheidung an die Suva zurückzuweisen; unter Kosten- und
Entschädigungsfolge zu Lasten der Beschwerdegegnerin. Der
Beschwerdeführer machte im Wesentlichen geltend, seit dem Unfall sei es
ihm nicht mehr einmal möglich, sich auf der rechten Hand abzustützen,
die Hand sei sichtlich blockiert und nur noch in geringem Ausmasse
einsatzfähig. Die Einschränkungen in der Beweglichkeit und der
Funktionsweise seiner rechten Hand verunmöglichte es ihm, entgegen der
Ansicht der Suva, einer Arbeit im Baugewerbe nachzugehen. Hinzu trete,
dass er an Hämophilie Typ A leide. Eine Gesamteinschätzung über alle
Kriterien hinweg müsse demnach einen Leidensabzug von 20 %,
mindestens jedoch 15 % ergeben. Somit sei es höchst unwahrscheinlich,
dass er unter den genannten Umständen einen Tabellenlohn von
CHF 5'340.-- nach Leidensabzug von 5 % erzielen könne. Bezüglich der
zugesprochenen Integritätsentschädigung von CHF 7'410.-- gehe die
Beschwerdegegnerin nicht auf die Argumente des Beschwerdeführers in
der Einsprache vom 31. Juli 2019 ein. Nebst dem Arthrosebefund sei auch
die allgemeine Einschränkung der Beweglichkeit der Hand zu
berücksichtigen und die Integritätsentschädigung somit auf 10 % zu
erhöhen.
5. In der Beschwerdeantwort vom 22. November 2019 schloss die Suva
(nachfolgend: Beschwerdegegnerin) unter Verweis auf den
Einspracheentscheid vom 9. September 2019 auf die Abweisung der
Beschwerde.
6. In der Replik vom 6. Januar 2020 hielt der Beschwerdeführer unverändert
an seinen Rechtsbegehren fest und hob insbesondere hervor, dass er die
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an ihn gestellten Pflichten (SVA-Eingliederungsberatung, Deutschkurs,
Physiotherapie, Beschäftigungsprogramm F._) sehr wohl erfülle. Im
Beschäftigungsprogramm der F._ ab 24. Oktober 2019 habe er
leichte Handwerksarbeiten ausgeführt, nämlich das Zusammensetzen und
Basteln von Weihnachtsdekorationen und die Reparatur von Holzmöbeln,
die seinem Zumutbarkeitsprofil entsprächen. Von Anfang an habe er auch
bei nur leichten Arbeitsbewegungen starke Schmerzen im rechten
Handgelenk verspürt trotz ausreichender Pausen, grösstmöglicher
Schonung und wechselseitigen Belastungen. Bis zum 17. November 2019
habe er durchgehalten. Am 18. November 2019 habe er sich in ärztliche
Behandlung ins E._ in D._ begeben und sei seither
krankgeschrieben. Am 5. Dezember 2019 sei er in die handchirurgische
Sprechstunde bei Dr. med. G._, leitender Arzt am U._,
gegangen. Dieser habe eine eingeschränkte Handgelenksbeweglichkeit
rechts (Flexion/Extension 30-0-40°, Radial- und Ulnarduktion 20-0-30°),
was seiner Ansicht nach erheblich von den Normwerten eines gesunden
Handgelenks abweiche, eine Weichteilschwellung und Rötung über dem
Handgelenk sowie erhebliche Druckdolenzen diagnostiziert. Die
Radiologie habe eine deutliche Gewebeverhärtung des gesamten
Scaphoids, osteophytäre Anbauten der dorsalen Radiuslippe, und einen
SL-Winkel von knapp 90° ergeben. Der Fachmediziner halte die
Beschwerden des Beschwerdeführers als glaubhaft begründet. Die
aktuellen Beschwerden seien im radiocarpalen Handgelenk zu
lokalisieren. Prognostisch müsse davon ausgegangen werden, dass eine
handwerkliche Berufstätigkeit für den Beschwerdeführer nicht mehr
zumutbar sei. Der Facharzt stelle bei ihm kein Motivationsproblem fest.
Die weiteren Behandlungsvorschläge liessen zwar eine Reduktion der
Schmerzen, aber auch eine weitere Einschränkung der Beweglichkeit und
Kraft erwarten. Der Kreisarzt solle ihn deshalb erneut fachärztlich
begutachten, da sich die Arbeitssituation nun so geändert habe, dass
gemäss Facharzt eine Arbeitsanpassung notwendig sei. Der
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angefochtene Einspracheentscheid gehe von nicht ermittelten bzw. nicht
zutreffenden Werten der Bewegungsfreiheit der Hand und von nicht aktuell
bestehenden Kraftmöglichkeiten aus. Auch würdige er die glaubhaften
Beschwerden nicht, ebenso wenig weitere Bewegungseinschränkungen
nach weiteren Eingriffen. Zumindest sei eine Rückweisung zur
Neubeurteilung durch die Beschwerdegegnerin zur fachärztlichen
Begutachtung (Beweglichkeit, Beeinträchtigung durch weitere
chirurgische Intervention, Grobkraft einschliesslich Daumen im
Schlüsselgriff) notwendig, um die tatsächlichen bleibenden körperlichen
Beeinträchtigungen zu quantifizieren und daraus den Invaliditätsgrad zu
bestimmen.
7. In der Duplik vom 27. Januar 2020 hielt die Beschwerdegegnerin an ihrem
bisherigen Standpunkt bezüglich Rentenberechnung (insbesondere
Leidensabzug) und Integritätsschaden fest. Sie führte im Wesentlichen an,
dass der Arztbericht von Dr. med. G._ vom 6. Dezember 2019 dem
Kreisarzt Dr. med. H._ zur Stellungnahme vorgelegt worden sei. Dr.
med. H._ habe sich dahingehend geäussert, dass er bereits
anlässlich der kreisärztlichen Abschlussuntersuchung darauf hingewiesen
habe, dass mit Folgeoperationen zu rechnen sei. Dementsprechend
könne sich der Beschwerdeführer für die Übernahme von
Folgeoperationen bei der Beschwerdegegnerin zur Prüfung melden. Dies
habe aber keinen Zusammenhang mit dem vorliegenden
Beschwerdeverfahren und unabhängig davon zu erfolgen. Im Zeitpunkt
des Fallabschlusses habe der medizinische Endzustand vorgelegen. Ob
die vom Kreisarzt gesetzten Zumutbarkeitslimiten vom Beschwerdeführer
eingehalten würden, könne aufgrund der Unterlagen nicht gesagt werden.
Es bestünden aber keine Zweifel am voll beweiswertigen
Untersuchungsbericht von Dr. med. H._.
8. Unaufgefordert reichte der Beschwerdeführer am 1. Dezember 2020 eine
Eingabe und mehrere Beilagen ein. Darin schilderte er, dass sich im
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Rahmen einer IV-Vorbereitungsmassnahme bei der I._ ab dem 3.
Februar 2020 trotz sehr leichter Belastung und geringem Arbeitspensum
von nur 16 Stunden pro Woche starke Schmerzen bemerkbar gemacht
hätten, ebenso wie bei einem Einsatz in der Küche im Restaurant J._
ab dem 1. Juli 2020. Der daraufhin aufgesuchte Arzt Dr. med. G._
beabsichtige, eine weitere Operation zur Schmerzreduktion
durchzuführen.
Auf die weiteren Ausführungen in den Rechtsschriften, den angefochtenen
Entscheid sowie die übrigen Akten wird, soweit erforderlich, in den
nachstehenden Erwägungen eingegangen.

## Considerations

II. Das Gericht zieht in Erwägung:
1. Die vorliegende Beschwerde richtet sich gegen den Einspracheentscheid
der Beschwerdegegnerin vom 9. September 2019. Gemäss Art. 1 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG; SR 832.20) i.V.m.
Art. 56 Abs. 1 und Art. 58 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den
Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) kann
gegen einen Einspracheentscheid innert 30 Tagen seit seiner Eröffnung
Beschwerde an das Versicherungsgericht desjenigen Kantons erhoben
werden, in welchem die versicherte Person im Zeitpunkt der
Beschwerdeerhebung ihren Wohnsitz hat. Der Beschwerdeführer wohnt
im Kanton Graubünden, womit die örtliche Zuständigkeit des
Verwaltungsgerichts des Kantons Graubünden gegeben ist. Dessen
sachliche Zuständigkeit ergibt sich aus Art. 57 ATSG i.V.m. Art. 49 Abs. 2
lit. a des kantonalen Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege (VRG;
BR 370.100). Als formeller und materieller Adressat des angefochtenen
Einspracheentscheids ist der Beschwerdeführer davon überdies berührt
und weist ein schutzwürdiges Interesse an dessen Überprüfung auf (vgl.
Art. 59 ATSG). Auf die im Übrigen frist- und formgerecht eingereichte
Beschwerde ist somit einzutreten (vgl. Art. 60 und 61 ATSG).
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2. Zu prüfen ist – identisch wie im Einspracheverfahren – ob die
Beschwerdegegnerin mit Einspracheentscheid vom 9. September 2019 zu
Recht einen Invalidenrentenanspruch gemäss UVG ab 1. August 2019
verneinte und eine Integritätsentschädigung bei einer Integritätseinbusse
von 5 % zusprach. Damit sind das Anfechtungsobjekt und der
Streitgegenstand vorgegeben und das Gericht daran gebunden (BGE 131
V 407 E.2.1.2.1, 119 V 347 E.1b). Nicht Streitgegenstand ist hingegen der
Fallabschluss durch die Suva per 31. Juli 2019, welcher durch den
Beschwerdeführer nicht moniert wurde.
3.1. Nach Art. 6 Abs. 1 UVG werden Leistungen der Unfallversicherung bei
Berufsunfällen, Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten gewährt,
soweit das Gesetz nichts anderes bestimmt. Gemäss Art. 10 Abs. 1 UVG
hat die versicherte Person nach einem Unfall Anspruch auf die
zweckmässige Behandlung ihrer Unfallfolgen. Ist sie zufolge Unfalls voll
oder teilweise arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG), so steht ihr gemäss Art. 16
Abs. 1 UVG ein Taggeld zu. Wird sie infolge des Unfalls zu mindestens
zehn Prozent invalid (Art. 8 ATSG), hat sie Anspruch auf eine
Invalidenrente (Art. 18 Abs. 1 UVG). Kann von der Fortsetzung der
ärztlichen Behandlung keine namhafte Besserung des
Gesundheitszustands des Versicherten mehr erwartet werden und sind
allfällige Eingliederungsmassnahmen der Invalidenversicherung
abgeschlossen (Art. 19 Abs. 1 UVG), hat die zuständige
Unfallversicherungsgesellschaft den Fall unter Einstellung der
vorübergehenden Leistungen mit gleichzeitiger Prüfung des Anspruchs
auf eine Invalidenrente und auf eine Integritätsentschädigung
abzuschliessen (vgl. BGE 134 V 109 E.4.1, 133 V 57 E.6.6.2). Für die
Bestimmung des Invaliditätsgrades wird das Erwerbseinkommen, das die
versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der
medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen
durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage
http://links.weblaw.ch/de/BGE-134-V-109 http://links.weblaw.ch/de/BGE-133-V-57
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erzielen könnte, in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie
erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Art. 16 ATSG).
3.2. Zur Abklärung medizinischer Sachverhalte sind Sozialversicherungsträger
und Sozialversicherungsrichter auf Unterlagen angewiesen, die ihnen
vorab von Ärzten zur Verfügung zu stellen sind. Das Gericht hat die
medizinischen Unterlagen nach dem für den Sozialversicherungsprozess
gültigen Grundsatz der freien Beweiswürdigung (vgl. Art. 61 lit. c ATSG) –
wie alle anderen Beweismittel – frei, d.h. ohne Bindung an förmliche
Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Dies
bedeutet, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel,
unabhängig, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu
entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige
Beurteilung des streitigen Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf
es bei einander widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess
nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die
Gründe anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere
medizinische These abstellt. Dennoch hat es die Rechtsprechung mit dem
Grundsatz der freien Beweiswürdigung als vereinbar erachtet, in Bezug
auf bestimmte Formen medizinischer Berichte und Gutachten Richtlinien
für die Beweiswürdigung aufzustellen (BGE 125 V 351 E.3b, 118 V 286
E.1b). Betreffend Beweiswert eines Arztberichtes ist entscheidend, ob der
Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen
Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt,
in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der
Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung
der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen
des Experten begründet sind (BGE 135 V 465 E.4.6, 134 V 231 E.5.1, 125
V 351 E.3a). Den Berichten eines Versicherungsmediziners kommt
Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar
begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen
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ihre Zuverlässigkeit bestehen. Bestehen auch nur geringe Zweifel an der
Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit seiner Feststellungen, so sind weitere
Abklärungen notwendig (vgl. BGE 145 V 97 E.8.5, 142 V 58 E.5.1 mit
weiteren Hinweisen, BGE 139 V 225 E.5.2, 135 V 465 E.4.6 f., 125 V 351
E.3b/ee, vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_730/2018 vom 27. März 2019
E.5.1.2).
3.3. Gestützt auf Art. 19 Abs. 1 UVG hat der Unfallversicherer einen Fall in dem
Zeitpunkt abzuschliessen, in welchem von der Fortsetzung der ärztlichen
Behandlung keine namhafte Besserung des Gesundheitszustandes der
versicherten Person mehr erwartet werden kann und allfällige
Eingliederungsmassnahmen der Invalidenversicherung abgeschlossen
sind (Satz 1). Mit dem Rentenbeginn fallen die Heilbehandlung und die
Taggeldleistungen dahin (Satz 2). In dieser Norm wird zunächst geregelt,
wann ein Versicherungsfall zum Abschluss zu bringen ist (BGE 134 V 109
E.3.2). Die vorübergehenden Leistungen, wie Taggelder und
Heilbehandlung, hat der Unfallversicherer – sofern allfällige
Eingliederungsmassnahmen der Invalidenversicherung abgeschlossen
sind – nur so lange zu gewähren, als von der Fortsetzung der ärztlichen
Behandlung noch eine namhafte Besserung des Gesundheitszustandes
erwartet werden kann. Trifft dies nicht mehr zu, ist der Fall unter
Einstellung der vorübergehenden Leistungen mit gleichzeitiger Prüfung
des Anspruches auf eine Invalidenrente und/oder eine
Integritätsentschädigung abzuschliessen (BGE 144 V 354 E.4.1, 134 V
109 E.4.1; Urteil des Bundesgerichts 8C_371/2020 vom 7. September
2020 E.2.2). Ob eine namhafte Besserung noch möglich ist, bestimmt sich
insbesondere nach Massgabe der zu erwartenden Steigerung oder
Wiederherstellung der Arbeitsfähigkeit, soweit diese unfallbedingt
beeinträchtigt ist. Die Verwendung des Begriffes "namhaft" in Art. 19
Abs. 1 UVG verdeutlicht demnach, dass die durch weitere
(zweckmässige) Heilbehandlung im Sinne von Art. 10 Abs. 1 UVG erhoffte
http://links.weblaw.ch/de/9C_730/2018
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Besserung ins Gewicht fallen muss. Unbedeutende Verbesserungen
genügen nicht (BGE 134 V 109 E.4.3; GEERTSEN, in: HÜRZELER/KIESER
[Hrsg.], Kommentar zum schweizerischen Sozialversicherungsrecht,
UVG, Bundesgesetz über die Unfallversicherung, Bern 2018, Art. 19 UVG,
Rz. 8 f.). Weder eine weit entfernte Möglichkeit eines positiven Resultats
einer Fortsetzung der ärztlichen Behandlung noch ein von weiteren
Massnahmen zu erwartender geringfügiger therapeutischer Fortschritt
verleihen Anspruch auf deren Durchführung. Der Begriff der ärztlichen
Behandlung setzt eine kontinuierliche, mit einer gewissen Planmässigkeit
auf eine namhafte Verbesserung des Gesundheitszustands gerichtete
Vorkehr voraus. Blosse ärztliche Verlaufskontrollen,
manualtherapeutische Behandlungen und vergleichbare Vorkehren
erfüllen dieses Erfordernis nicht (HÜRZELER/KIESER, a.a.O., Art. 19 UVG,
Rz. 7; vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_306/2016 vom 22. September
2016 E.5.3). In diesem Zusammenhang muss der Gesundheitszustand
der versicherten Person prognostisch und nicht aufgrund retrospektiver
Feststellungen beurteilt werden (Urteile des Bundesgerichts 8C_399/2020
vom 28. September 2020 E.3.2, 8C_371/2020 vom 7. September 2020
E.2.2 und 4.1, 8C_614/2019 vom 29. Januar 2020 E.5.2). Grundlage für
die Beurteilung dieser Rechtsfrage bilden in erster Linie die ärztlichen
Auskünfte zu den therapeutischen Möglichkeiten und der
Krankheitsentwicklung, die in der Regel unter dem Begriff Prognose
erfasst werden (Urteil des Bundesgerichts 8C_651/2016 vom 15.
Dezember 2016 E.4.1).
3.4. Der Beschwerde- und Behandlungsverlauf des Beschwerdeführers
präsentiert sich wie folgt: Nach der Erstbehandlung im E._ D._
SA am 1. Juni 2017 mit Verdacht auf eine mögliche Fissur im Bereich des
Processus styloideus radii erfolgte am 4. Juli 2017 ein MRI in der Klinik
K._, Klinik für Orthopädische Chirurgie und Unfallchirurgie, gestützt
darauf Dr. med. L._, Facharzt für Radiologie FMH, eine frischere
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Scaphoidfraktur am rechten Handgelenk, mit ausgeprägtem
Knochenödem und Gelenkserguss, eine leichte Abkippung des distalen
Anteils, MR-tomographisch Zeichen einer partiellen zentralen
Konsolidierung, ein Knochenödem im distalen Ulnaköpfchen, eine
Distorsion der Strecksehne im ersten Fach und eine Distorsion bzw.
Partialruptur der extrinsischen Bänder dorsal feststellte
(Beschwerdeführerische Akten [Bf-act.] 3 und 4). Gemäss
Verlaufsberichten von Dr. med. M._ am E._ D._ SA erfolgte
eine konservative Therapierung (Beschwerdegegnerische Akten [Bg-act.]
26, 31, 40, 52, 53). Der Beschwerdeführer war ab dem 1. Juni 2017 zu
100 % arbeitsunfähig. Gemäss CT vom 23. August 2017 bestand beim
Beschwerdeführer eine Pseudoarthrose des Scaphoids, so dass durch
Dr. med. N._, Leitender Arzt Handchirurgie, am 13. November 2017
die Indikation für eine Operation am 6. Dezember 2017 gestellt wurde (Bg-
act. 54). Am 15. November 2017 meldete die Beschwerdegegnerin den
Fall der Invalidenversicherung (Bg-act. 56, 58, 60-61). Am 6. Dezember
2017 erfolgte am U._ aufgrund der persistierenden
Beschwerdesymptomatik die indizierte Operation, eine Sanierung der
Pseudoarthrose mittels Scaphoid-Rekonstruktion mit Beckenkammspan
und Spongiosaplastik; dazu wurde eine weitere Arbeitsunfähigkeit von
100 % für mindestens drei Monate festgehalten (Bg-act. 69, 72). Es
erfolgten ab dem 11. Dezember 2017 Verlaufskontrollen am U._ (Bg-
act. 76, 77, 85, 93, 94, 99, 111, 118, 126, 136). Am 16. April 2018 erfolgte
die Beurteilung durch PD Dr. med. O._, Leitender Arzt Radiologie,
wonach nach der Skaphoidrekonstruktion dorsalseitig eine zunehmende
knöcherne Überbrückung ohne Nachweis einer fortschreitenden
knöchernen Integration des palmarseitigen Knochenspans bestand (Bg-
act. 101). Am 28. Mai 2018 erfolgte ein CT Scaphoid rechts durch Dr. med.
N._. Im Vergleich zur Voraufnahme vom 16. April 2018 zeigte sich
keine wesentliche Progredienz der knöchernen Durchbauung. Als
Procedere wurden Kraftaufbau und Steigerung des Bewegungsumfangs
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vorgesehen (Bg-act. 111). Gemäss Arztbericht von Dr. med. G._ vom
7. September 2018 zeigte sich gestützt auf das CT vom 6. September
2018 im Vergleich zur Voraufnahme keine wesentliche Progredienz der
knöchernen Durchbauung. Weiter lagen unverändert keine
Schraubendislokation oder Lockerungszeichen vor, keine Sinterung der
Fraktur bei insgesamt guter dorsal betonter Konsolidierung und
Durchbauung. Nach wie vor bestand eine leichte Humpback-Deformität.
Die Handgelenksbeweglichkeit zeigte sich wie folgt: Flexion/Extension 45-
0-40°, Radialduktion weiterhin 10° und eingeschränkt, die Ulnarduktion bei
etwa 20°. Als Procedere wurde ab sofort eine Arbeitsaufnahme (50 % als
Dachdecker) für zwei Monate vorgesehen, im Wesentlichen Arbeiten im
Magazin und nicht auf dem Dach (Bg-act. 126 S. 1, 130). Am 29. Oktober
2018 erging die von der Beschwerdegegnerin angeforderte Zweitmeinung
von Prof. Dr. med. P._ und Dr. med. Q._, Klinik für Hand-,
Plastische und Wiederherstellungschirurgie. Sie empfahlen primär die
Entfernung der Schraube. Über allfällige weitere Massnahmen müsse
nach dem Eindruck der Stabilität des Knochens durch den primären
Operateur am U._ entschieden werden (Bg-act. 133). Am 16.
November 2018 beschrieb Dr. med. G._ den klinischen und
radiologischen Befund ("klassische Pseudarthrose") sowie die Beurteilung
und das Operations-Procedere (Bg-act. 143). Am 21. Dezember 2018
erfolgte die zweite Operation (Operations-Bericht, Bg-act. 146; prov.
Austrittsbericht, Bg-act. 149). Es erfolgten danach Verlaufskontrollen am
U._ (Bg-act. 156, 162). Am 27. März 2019 äusserten die Dres. med.
R._ und S._, Radiologen, nach der Untersuchung vom 25. März
2019 den Befund einer gering zunehmenden Sklerosierung des
proximalen und distalen Scaphoidpoles, kein Scaphoidkollaps, keine
sekundäre Deformierung, gelenkgerechte Stellung, Alignement der
Handwurzelknochen erhalten und eine geringe Ulnaplusvariante (Bg-act.
165). Am 29. März 2019 erfolgte eine erste kreisärztliche Beurteilung
durch den Kreisarzt Dr. med. H._ (Bg-act. 163). Am 3. Mai 2019
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beurteilte Dr. med. G._ abschliessend, das Scaphoid sei konsolidiert,
ein möglicher Schmerzfaktor sei die nunmehr entfernte Schraube
gewesen. Die Schmerzen seien nun besser als präoperativ. Er habe heute
eine Infiltration mit Lidocain und Kortison durchgeführt. Die Ergotherapie
solle für mindestens sechs Monate postoperativ weitergeführt werden, um
eine Verbesserung der Handgelenksbeweglichkeit zu erzielen und auch
eine Prognose über die Arbeitszuweisung geben zu können. Die Kraft sei
gut und wahrscheinlich kein einschränkendes Kriterium im angestammten
Beruf. Allerdings sei der Beschwerdeführer nach seinen eigenen Angaben
weiterhin im Beruf eingeschränkt (erhebliche Ermüdung, Schmerzen,
eingeschränkte Handgelenksbeweglichkeit). Die Einschätzung über die
Anpassung am Arbeitsplatz überlasse er der Suva respektive dem
Kreisarzt. Chirurgisch lasse sich die Situation aktuell nicht verbessern.
Vorbehältlich einer erneuten Zuweisung aufgrund etwaiger Zunahme von
Beschwerden (arthrotische Veränderungen) erfolge der
Behandlungsabschluss (Bg-act. 174). Am 24. Mai 2019 stellte die
behandelnde Physiotherapeutin fest, die Situation bezüglich
Beweglichkeit und Kraft würde sich im Laufe der Zeit nur mehr
geringgradig verbessern (Bf-act. 12; Bg-act. 217, S. 17). Am 5. Juni 2019
fand die kreisärztliche Untersuchung bei Kreisarzt Dr. med. H._,
Facharzt für Chirurgie, speziell Allgemein-, Unfall- und Handchirurgie,
Mitglied FMH, statt. Er beurteilte am 11. Juni 2019 den Fall wie folgt: "Der
Verlauf ist kompliziert in Folge der verzögerten Rekonstruktion des Os
scaphoideums bei etablierter Scaphoidpseudarthrose und Status nach
partieller Styloidektomie des Radius. Der Endzustand ist erreicht, die
Restfolgen des Unfallereignisses sind dauernd und erheblich. Die Arbeit
in der angestammten Tätigkeit als Dachdecker ist nicht mehr zumutbar,
insbesondere Arbeiten auf Dächern, Gerüsten und Leitern dürfen aus
Sicherheitsgründen nicht mehr ausgeführt werden. Zumutbar sind jedoch
ganztägige Tätigkeiten mit Wechselbelastung der rechten Hand unter
Vermeiden von Schlägen und Vibrationen und repetitiven starken
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Belastungen der rechten Hand. Die Physiotherapieserie kann noch
abgeschlossen werden, Schmerzmedikation bei Bedarf. Je nach Verlauf
werden möglicherweise weitere Operationen notwendig sein, welche
durch die Suva übernommen werden" (Bg-act. 186). Am 18. Juni 2019
erging das Schreiben der Beschwerdegegnerin über die Einstellung der
Heilkosten und des Taggelds per 31. Juli 2019; mit Kopie z.K. auch an die
IV-Stelle Graubünden (Bg-act. 190). Gleichentags meldete die
Beschwerdegegnerin den Beschwerdeführer für IV-
Eingliederungsmassnahmen an (Bg-act. 197; siehe auch Bg-act. 189 S. 1,
208 S. 2). Am 21. Juni 2019 beurteilte der Kreisarzt Dr. med. H._ den
Integritätsschaden auf 5 % (Bg-act. 203). Am 2. Juli 2019 erging die
Verfügung der Beschwerdegegnerin, wonach kein
Invalidenrentenanspruch gemäss UVG ab 1. August 2019 jedoch
Anspruch auf eine Integritätsentschädigung aufgrund einer
Integritätseinbusse von 5 %, d.h. von CHF 7'410.--, bestehe (Bf-act. 13;
Bg-act. 207). Am 10. Juli 2019 bestätigte Dr. med. T._, E._
D._ SA, die volle Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers in
angepasster Tätigkeit ab 1. August 2019 (vgl. Bf-act. 14). Ab November
2019, d.h. nach Ergehen des angefochtenen Einspracheentscheids vom
9. September 2019, machte der Beschwerdeführer wieder verstärkt
Beschwerden geltend, die auch zum Abbruch der Tätigkeiten im Rahmen
von Einsatzprogrammen geführt haben sollen (Bf-act. 18-25). Am 6.
Dezember 2019 beurteilte Dr. med. G._, dass das Scaphoid verheilt
sei, dass aber die aktuellen Beschwerden, die glaubhaft begründet seien,
eindeutig auf das radiocarpale Handgelenksgefüge zurückzuführen seien.
Klinisch und radiologisch entsprächen die Befunde einer beginnenden
posttraumatischen Arthrose. Prognostisch müsse man davon ausgehen,
dass ein handwerklicher Beruf nicht mehr für den Patienten zumutbar sei
und dies bereits nun auch mehrfach ausprobiert worden sei. Ein
Motivationsproblem bestehe nach seiner Einschätzung nicht. Es gäbe die
Möglichkeiten einer Resektion des Scaphoids bei gleichzeitiger
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Teilarthrodese oder Proximal row carpectomie. Er bitte die
Beschwerdegegnerin um eine kreisärztliche Begutachtung, da sich die
Arbeitssituation nun so geändert habe, dass eine Arbeitsanpassung
seines Erachtens notwendig sei (Bf-act. 25).
3.5. Streitig und zu prüfen ist vorliegend die Rechtmässigkeit der Ablehnung
einer Invalidenrente nach UVG und ein (geltend gemachter) Anspruch auf
eine Integritätsentschädigung, die höher ist als 5 %. Bei der Beurteilung
der streitigen Fragen ist der Sachverhalt zu berücksichtigen, der sich bis
zum Erlass des angefochtenen Einspracheentscheids am 9. September
2019 verwirklicht hat (BGE 142 V 337 E.3.2.2). Der
Sozialversicherungsprozess ist vom Untersuchungsgrundsatz beherrscht.
Danach hat das Gericht von Amtes wegen für die richtige und vollständige
Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts zu sorgen. Es darf eine
Tatsache nur dann als bewiesen annehmen, wenn es von ihrem Bestehen
überzeugt ist. Massgeblich ist dabei der im Sozialversicherungsrecht
übliche Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit (BGE 141 V
15 E.3.1, 138 V 218 E.6).
3.6.1. Nach Art. 18 Abs. 1 UVG hat ein Versicherter Anspruch auf eine
Invalidenrente, wenn er infolge des Unfalles zu mindestens 10 % invalid
ist (Art. 7 und 8 ATSG). Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades wird
das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der
Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und
allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit
bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung
gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht
invalid geworden wäre (Art. 16 ATSG). Am 3. Mai 2019 bezeichnete der
behandelnde Arzt Dr. med. G._ den Behandlungsabschluss (Bg-act.
174). Am 24. Mai 2019 stellte die behandelnde Physiotherapeutin fest, die
Situation bezüglich Beweglichkeit und Kraft würde sich im Laufe der Zeit
nur mehr geringgradig verbessern (Bg-act. 217 S. 17). Und am 11. Juni
- 16 -
2019 bezeichnete der Kreisarzt Dr. med. H._ den Endzustand als
erreicht (Bg-act. 186). Zugleich erstellte er nach persönlicher
Untersuchung des Beschwerdeführers am 5. Juni 2019 die
Zumutbarkeitsbeurteilung hinsichtlich einer Berentung, wonach die Arbeit
in angestammter Tätigkeit als Dachdecker nicht mehr zumutbar sei,
insbesondere Arbeiten auf Dächern, Gerüsten und Leitern aus
Sicherheitsgründen nicht mehr ausgeführt werden dürften. Zumutbar aber
seien ganztägige Tätigkeiten in Wechselbelastung der rechten Hand unter
Vermeiden von Schlägen und Vibrationen und repetitiven starken
Belastungen der rechten Hand (Bg-act. 186 S. 5). Und am 10. Juli 2019
bestätigte Dr. med. T._ die volle Arbeitsfähigkeit des
Beschwerdeführers in angepasster Tätigkeit ab 1. August 2019 (vgl. Bf-
act. 14).
Bezüglich der Verwertbarkeit der (Rest-)Arbeitsfähigkeit ist auf die
ärztlichen und physiotherapeutischen Berichte vor dem Fallabschluss
abzustellen. Nicht berücksichtigt werden rechtsprechungsgemäss nach
Fallabschluss geltend gemachte Beschwerden; solche sind vielmehr im
Sinne eines Rückfalls/einer Spätfolge (Art. 11 UVV) in einem neuen
Verfahren durch die Suva zu prüfen. Im Zeitpunkt des Fallabschlusses hat
der medizinische Endzustand vorgelegen. Massnahmen, die der
Stabilisierung eines Zustands dienen, stehen einem Fallabschluss nicht
entgegen (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_126/2008 vom 11. November
2008 E.5). Auch ist nicht notwendig, dass keine ärztliche Behandlung
mehr erforderlich ist (Urteil des Bundesgerichts 8C_590/2008 vom 3.
Dezember 2008 E.4.2). Aufgrund des Gesagten ist der Arztbericht von Dr.
med. G._ vom 6. Dezember 2019 vorliegend nicht zu
berücksichtigen.
Vorliegend sind aufgrund der vor dem Fallabschluss erstellten ärztlichen
und physiotherapeutischen Berichte keine Anhaltspunkte ersichtlich, die
an der vollumfänglichen Verwertbarkeit der Arbeitsfähigkeit des
- 17 -
Beschwerdeführers in angepasster Tätigkeit zweifeln lassen. Dr. med.
G._ stellte am 3. Mai 2019 fest, das Scaphoid sei konsolidiert, ein
möglicher Schmerzfaktor sei die Scaphoidschraube gewesen, die nun
entfernt sei. Die Schmerzen seien nun besser als präoperativ. Die
Ergotherapie solle für mindestens sechs Monate postoperativ
weitergeführt werden, um eine Verbesserung der
Handgelenksbeweglichkeit zu erzielen und eine Prognose über die
Arbeitszuweisung geben zu können. Die Kraft sei gut und wahrscheinlich
kein einschränkendes Kriterium im angestammten Beruf, allerdings
bestehe nach längerer Belastung offenbar eine erhebliche Ermüdung und
Schmerzen. Zudem sei der Patient gemäss eigenen Angaben aufgrund
der eingeschränkten Handgelenksbeweglichkeit im Beruf weiterhin
eingeschränkt. Dr. med. G._ überliess die Einschätzung über die
Anpassung am Arbeitsplatz der Beschwerdegegnerin resp. dem Kreisarzt
(Bf-act. 11 S. 2, Bg-act. 172 S. 2). Auch die behandelnde
Physiotherapeutin am E._ D._ SA ging am 24. Mai 2019 davon
aus, dass sich die Situation bezüglich Beweglichkeit und Kraft im Laufe
der Zeit nur mehr geringfügig verbessern werde (Bf-act. 12 S. 2, Bg-act.
217, S. 17). Der Kreisarzt Dr. med. H._ befand mit Bericht vom 11.
Juni 2019, aufgrund persönlicher Untersuchung des Beschwerdeführers
am 5. Juni 2019, in Kenntnis von Anamnese, vollständiger Bildgebung und
Aktenlage, dass der Endzustand erreicht und die Restfolgen des
Unfallereignisses dauernd und erheblich seien. Die Arbeit in der
angestammten Tätigkeit als Dachdecker sei nicht mehr zumutbar,
insbesondere Arbeiten auf Dächern, Gerüsten und Leitern dürften aus
Sicherheitsgründen nicht mehr ausgeführt werden. Als zumutbar erachtete
er jedoch ganztägige Tätigkeiten mit Wechselbelastung der rechten Hand
unter Vermeiden von Schlägen und Vibrationen und repetitiven starken
Belastungen der rechten Hand (Bg-act. 186). Aufgrund dieser
vorliegenden Untersuchungs- und Behandlungsergebnisse war die
Zumutbarkeitsbeurteilung von Kreisarzt Dr. H._ vom 11. Juni 2019
- 18 -
vertretbar und wurde sie vom Beschwerdeführer nicht moniert. Was das
Zumutbarkeitsprofil in einer angepassten Tätigkeit anbelangt, darf mit der
Beschwerdegegnerin festgehalten werden, dass der Beurteilung von
Kreisarzt Dr. med. H._ voller Beweiswert zukommt, ist sie doch für
die streitigen Belange umfassend, beruht sie auf einer persönlichen
Untersuchung des Beschwerdeführers am 5. Juni 2019, berücksichtigt sie
die geklagten Beschwerden des Beschwerdeführers, wurde sie in
Kenntnis der Vorakten (Anamnese, Bildgebung und Akten) abgegeben
und leuchtet sie in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge
und in der Beurteilung der medizinischen Situation ein. Sie ist schlüssig
und – wenn auch knapp, so doch – nachvollziehbar begründet sowie in
sich widerspruchsfrei und es sprechen keine Indizien gegen ihre
Zuverlässigkeit. Da keine auch nur geringen Zweifel an der Zuverlässigkeit
und Schlüssigkeit der kreisärztlichen Feststellungen im Zeitpunkt des
Fallabschlusses bestehen, sind keine weiteren medizinischen
Abklärungen notwendig.
Der Beschwerdeführer selbst hat das Zumutbarkeitsprofil, das von
Kreisarzt Dr. med. H._ nach der Untersuchung vom 5. Juni 2019 am
11. Juni 2019 erstellt wurde, nicht beanstandet. Es wird auch nicht vom
behandelnden Arzt Dr. med. G._ oder von den Ärzten am E._
D._ SA angezweifelt oder in Frage gestellt. Dem Beschwerdeführer
steht ein genügend breites Spektrum an zumutbaren Verweistätigkeiten
offen, welche in Wechselbelastung der rechten Hand unter Vermeiden von
Schlägen und Vibrationen und repetitiven starken Belastungen ausgeführt
werden können. Zu denken ist hierbei an einfache Überwachungs-, Prüf-
und Kontrolltätigkeiten, bei denen die rechte Hand zumutbar einsetzbar
ist. Dies trifft auch unter Berücksichtigung der Hämophilie A zu, die dem
Kreisarzt Dr. med. H._ bekannt war und in seiner Beurteilung
mitberücksichtigt wurde. Hierbei ist zu beachten, dass der
Beschwerdeführer seit über zwölf Jahren zu 100 % als Hilfsspengler bzw.
- 19 -
Hilfsdachdecker (saisonal) tätig war, obschon er erblich bedingt und ihm
bekannt, an Hämophilie A leidet. Zudem wird er z.B. vor medizinischen
Eingriffen jeweils mit Faktor VIII substituiert, d.h. die Hämophilie A wird
adäquat medizinisch begleitet (Bg-act. 53).
3.6.2.1. Das Invalideneinkommen (IVEK) berechnete die Beschwerdegegnerin in
der Verfügung vom 2. Juli 2019 anhand des Tabellenlohns gemäss
Schweizerischer Lohnstrukturerhebung des Bundesamtes für Statistik
(LSE 2016, Schweiz, privater Sektor, Kompetenzniveau 1, Männer), unter
Gewährung eines Leidensabzugs (LA) von 5 % (CHF 5'340.-- x 12 : 40 x
41.7 + Index 0.4 % (2017] + 0.5 % [2018] + 0.5 % [2019] ./. 5 % LA), was
einem IVEK von CHF 64'356.-- entsprach (Bg-act. 207). Im
Einspracheentscheid berechnete die Beschwerdegegnerin ein IVEK unter
Berücksichtigung eines Leidensabzugs von 10 % von CHF 60'969.--.
3.6.2.2. Bezüglich des Invalideneinkommens (IVEK) begründet der
Beschwerdeführer seinen Anspruch, es sei ihm ein höherer Leidensabzug
zu gewähren als der von der Beschwerdegegnerin zugesprochene von
maximal 10 % damit, dass eine Gesamtschätzung über alle Kriterien
(leidensbedingte Einschränkung, Alter, Dienstjahre,
Nationalität/Aufenthaltskategorie und Beschäftigungsgrad) einen
Leidensabzug von 20 %, mindestens jedoch 15 % ergeben müsse. Er sei
spanischer Staatsangehöriger, 42-jährig, habe über zwölf Jahre in der
Schweiz zu 100 % als Hilfsspengler bzw. Hilfsdachdecker im gleichen
Betrieb gearbeitet, verfüge über die Aufenthaltsbewilligung B und sei
keiner amtlichen Landessprache mächtig (Bg-act. 33 S. 2, 55, 89). Er
verfüge nicht über eine in der Schweiz abgeschlossene Berufslehre. Seit
dem Unfall sei es ihm nicht mehr möglich, sich auf der rechten Hand
abzustützen, sie sei sichtlich blockiert und nur noch in geringem Ausmass
einsatzfähig. Ein Job im Baugewerbe sei verunmöglicht, weshalb dieser
Sektor auszusortieren sei. Zudem leide er an Hämophilie Typ A, so dass
ihm gemäss spanischem Recht ein InvaliditätsGrad von 38 %
- 20 -
zugesprochen worden sei (Bf-act. 16, Bg-act. 182). Somit sei es ihm
aufgrund des erhöhten Risikos einer lebensgefährlichen Situation nicht
möglich, grosse Maschinen zu bedienen. Gewisse Wirtschaftszweige
fielen damit ausser Betracht (Tiefbau, Produktionsfertigung, etc.). Einen
Tabellenlohn von CHF 5'340.-- nach Leidensabzug von 5 % zu erzielen,
sei für ihn höchst unwahrscheinlich (Bf-act. 17).
3.6.2.3. Beim Invalideneinkommen ist nach der Rechtsprechung primär von der
beruflich erwerblichen Situation auszugehen, in der die versicherte Person
konkret steht. Erzielt die versicherte Person nach Eintritt des
Gesundheitsschadens keine oder jedenfalls keine ihr an sich zumutbare
neue Erwerbstätigkeit, so können nach der Rechtsprechung die
Tabellenlöhne der vom Bundesamt für Statistik herausgegebenen
Lohnstrukturerhebung (LSE) herangezogen werden (BGE 135 V 297
E.5.2, Urteile des Bundesgerichts 8C_7/2014 vom 10. Juli 2014 E.7.1,
8C_448/2014 vom 29. Dezember 2014 E.5.1). Rechtsprechungsgemäss
kann von dem auf statistischer Grundlage ermittelten Invalideneinkommen
ein leidensbedingter Abzug vorgenommen werden (BGE 135 V 297 E.5.2
mit Hinweisen). Wird das Invalideneinkommen auf der Grundlage von
statistischen Durchschnittswerten ermittelt, ist der entsprechende
Ausgangswert allenfalls zu kürzen. Damit soll der Tatsache Rechnung
getragen werden, dass persönliche und berufliche Merkmale, wie Art und
Ausmass der Behinderung, Lebensalter, Dienstjahre, Nationalität oder
Aufenthaltskategorie und Beschäftigungsgrad Auswirkungen auf die
Lohnhöhe haben können (BGE 142 V 178 E.1.3, 124 V 321 E.3b/aa) und
die versicherte Person je nach Ausprägung deswegen die verbliebene
Arbeitsfähigkeit auch auf einem ausgeglichenen Arbeitsmarkt nur mit
unterdurchschnittlichem erwerblichem Erfolg verwerten kann (BGE 126 V
75 E.5b/aa i.f.). Der leidensbedingte Abzug soll aber nicht automatisch
erfolgen. Er ist unter Würdigung der Umstände im Einzelfall nach
pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu schätzen und darf 25 % nicht
- 21 -
übersteigen (BGE 135 V 297 E.5.2, 134 V 322 E.5.2, 126 V 75 E.5b/bb-
cc, vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_112/2020 vom 13. Mai 2020 E.7.1).
Allfällige bereits in der Beurteilung der medizinischen Arbeitsfähigkeit
enthaltene gesundheitliche Einschränkungen dürfen nicht zusätzlich in die
Bemessung des leidensbedingten Abzugs einfliessen und so zu einer
doppelten Anrechnung desselben Gesichtspunkts führen (BGE 146 V 16
E.4.1, Urteil des Bundesgerichts 8C_433/2020 vom 15. Oktober 2020
E.7.2, 8.1 und 8.2.2). Grundsätzlich können für einen Leidensabzug nur
Umstände berücksichtigt werden, die auch auf einem ausgeglichenen
Arbeitsmarkt als ausserordentlich zu bezeichnen sind (vgl. Urteile des
Bundesgerichts 8C_82/2019 vom 19. September 2019 E.6.3.2 und
8C_61/2018 vom 23. März 2018 E.6.5.2). Die Frage nach der Höhe des
Leidensabzugs ist eine typische Ermessensfrage. Das kantonale Gericht
darf sein Ermessen nicht ohne triftigen Grund an die Stelle desjenigen der
Verwaltung setzen; es muss sich auf Gegebenheiten abstützen können,
welche seine abweichende Ermessensausübung als naheliegender
erscheinen lassen (Urteil des Bundesgerichts 8C_477/2016 vom 23.
November 2016 E.4.1 m.w.H.).
Mit der Beschwerdegegnerin ist festzuhalten, dass das Alter des
Beschwerdeführers kaum ins Gewicht fällt, da Hilfsarbeiten auf dem
massgebenden hypothetischen ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 16
ATSG) grundsätzlich altersunabhängig nachgefragt werden und sich das
Alter bei Männer-Hilfsarbeitertätigkeiten im hier relevanten
Kompetenzniveau 1 im Alterssegment von 40 bis 64/65 eher
lohnerhöhend auswirkt (BGE 146 V 16 E.7.2.1, Urteil des Bundesgerichts
8C_477/2016 vom 23. November 2016 E.4.2). Der Beschwerdeführer
selbst tut nicht dar, inwiefern er als 41-jähriger (im Zeitpunkt des
Einspracheentscheids; im Urteilszeitpunkt 43-Jähriger) in der Verwertung
seiner (Rest-)Arbeitsfähigkeit eingeschränkt wäre. Altersmässig steht er
mitten in seiner beruflichen Erwerbstätigkeit und es ist nicht davon
- 22 -
auszugehen, dass ihm altersbedingt sein wirtschaftliches Fortkommen
erschwert wäre. Gleiches gilt praxisgemäss auch hinsichtlich der
fehlenden Ausbildung, wenn der statistische Durchschnittslohn für
einfache und repetitive Tätigkeiten im Kompetenzniveau 1 angewendet
wird (BGE 146 V 16 E.6.2.3, Urteile des Bundesgerichts 8C_139/2020
vom 30. Juli 2020 E.6.3.4 mit Hinweis, 8C_61/2018 vom 23. März 2018
E.6.5.2; Bg-act. 56 S. 5). Die Beschwerdegegnerin geht von
Einsatzmöglichkeiten im privaten Arbeitssektor aus. Der Tatsache, dass
der Beschwerdeführer keine Berufsausbildung und keine Kenntnisse der
hiesigen Sprachen hat, ist mit der Einstufung im Kompetenzniveau 1
Rechnung getragen, welches gerade eine Vielzahl von Hilfstätigkeiten
beinhaltet. Hilfsarbeitertätigkeiten, wie sie im Kompetenzniveau 1
enthalten sind, erfordern keine guten Kenntnisse der deutschen Sprache
(vgl. etwa Urteil des Bundesgerichts 9C_695/2018 vom 13. März 2019
E.5.3). Die Bedeutung der Dienstjahre nimmt im privaten Sektor ab, je
niedriger das Anforderungsprofil ist. So kommt im Kompetenzniveau 1 der
Dauer der Betriebszugehörigkeit praxisgemäss keine relevante
Bedeutung zu (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_884/2017 vom 24. Mai
2018 E.4.3). Der Beschwerdeführer war vom 20. April 2005 bis 31. Mai
2017, d.h. über zwölf Jahre lang, jeweils vom Frühjahr bis anfangs Winter
als Hilfsdachdecker und Hilfsspengler bei der C._ AG tätig (Bf-act. 9),
was rechtsprechungsgemäss bezüglich Leidensabzug aber nicht
entscheidrelevant ist, so dass sich nicht erschliesst, was der
Beschwerdeführer daraus ableiten möchte. Das Argument des
Beschwerdeführers, es sei ihm aufgrund des erhöhten Risikos einer
lebensgefährlichen Situation nicht möglich, grosse Maschinen zu
bedienen, so dass gewisse Wirtschaftszweige (Tiefbau,
Produktionsfertigung etc.) ausser Betracht fielen, ist aktenmässig nicht
belegt und damit bezüglich Leidensabzug nicht stichhaltig. Die Hämophilie
A ist zudem kein unfallbedingtes Leiden, so dass sie höchstens die
Auswahl der Arbeitsstellen schmälern könnte, nicht jedoch in die
- 23 -
Bemessung des leidensbedingten Abzugs einfliessen und so zu einer
doppelten Anrechnung desselben Gesichtspunkts führen darf.
Mit der Beschwerdegegnerin darf davon ausgegangen werden, dass das
umschriebene Zumutbarkeitsprofil ein breites Spektrum an zumutbaren
Verweisungstätigkeiten eröffnet, die keine besondere Beanspruchung der
rechten Hand hinsichtlich Kraft, Feinmotorik und Sensibilität erfordern.
Eine faktische Einarmig- oder Einhändigkeit, die den anbegehrten Abzug
von 20 %, mindestens 15 % rechtfertigen soll, liegt unter diesen
Umständen nicht vor. Sie wird von keinem der behandelnden Ärzten
dokumentiert. Bei vergleichbarer Ausgangslage hat das Bundesgericht die
Vornahme eines leidensbedingten Abzugs grundsätzlich auch schon als
ungerechtfertigt erachtet (vgl. Urteile des Bundesgerichts 8C_495/2019
vom 11. Dezember 2019 E.4.2.2, 8C_174/2019 vom 9. Juli 2019 E.5.2, je
mit Hinweisen). Zudem hat es selbst bei Vorliegen einer funktionellen
Einarmigkeit oder Einhändigkeit – wovon vorliegendenfalls nicht
auszugehen ist - Abzüge von (nur) 10 % als angemessen bezeichnet
(Urteil des Bundesgerichts 8C_587/2019 vom 30. Oktober 2019 E.7.3 mit
Hinweisen). Die Höhe des aufgrund der Einschränkungen an der rechten
Hand gewährten Abzugs von 10 % liegt somit jedenfalls im
Ermessensspielraum der Beschwerdegegnerin. Dass weitere Umstände
einen höheren Abzug erfordern sollen, wird nicht substanziiert geltend
gemacht und es liegen keine entsprechenden Anhaltspunkte vor. Das
Gericht setzt sein Ermessen nicht ohne triftigen Grund an die Stelle
desjenigen der Vorinstanz, so dass es beim leidensbedingten Abzug von
maximal 10 % sein Bewenden hat.
3.6.3 Das Valideneinkommen (VEK) beruht auf einem Schreiben der
ehemaligen Arbeitgeberin des Beschwerdeführers vom 19. Juni 2019 (Bg-
act. 200; Stundenlohn von CHF 28.-- zuzüglich Ferienentschädigung und
Anteil 13. Monatslohn) und wurde in der Verfügung vom 2. Juli 2019 mit
- 24 -
CHF 66'246.-- beziffert (Bg-act. 207 S. 2). Es blieb im Einsprache- und im
Beschwerdeverfahren unbestritten und ist nicht zu beanstanden.
3.6.4. Bei einem Valideneinkommen von CHF 66'246.-- und einem
Invalideneinkommen von somit CHF 60'969.-- (unter Berücksichtigung
eines Leidensabzugs von 10 %) ergibt sich ein nicht rentenbegründender
Invaliditätsgrad von maximal 7.96 %. Der Einspracheentscheid ist somit
rechtskonform und die Beschwerde bezüglich des
Invalidenrentenanspruchs nach UVG abzuweisen.
3.7.1. Der Beschwerdeführer macht geltend, er habe Anspruch auf eine höhere
Integritätsentschädigung, als zugesprochen. Der Anspruch auf eine
angemessene Integritätsentschädigung entsteht, wenn ein Versicherter
durch den Unfall eine dauernde erhebliche Schädigung der körperlichen,
geistigen oder psychischen Integrität erleidet (Art. 24 Abs. 1 UVG).
Gemäss Art. 25 UVG wird die Integritätsentschädigung in Form einer
Kapitalleistung gewährt. Sie darf den am Unfalltag geltenden
Höchstbetrag des versicherten Jahresverdienstes nicht übersteigen und
wird entsprechend der Schwere des Integritätsschadens abgestuft (Abs.
1). Der Bundesrat regelt die Bemessung der Entschädigung (Abs. 2).
Gemäss Art. 36 Abs. 1 UVV gilt ein Integritätsschaden als dauernd, wenn
er voraussichtlich während des ganzen Lebens mindestens in gleichem
Umfang besteht. Er ist erheblich, wenn die körperliche, geistige oder
psychische Integrität, unabhängig von der Erwerbsfähigkeit, augenfällig
oder stark beeinträchtigt wird. Nach Art. 36 Abs. 2 UVV gelten für die
Bemessung der Integritätsentschädigung die Richtlinien des Anhangs 3.
Diese Skala wurde von der Beschwerdegegnerin in diversen Tabellen
konkretisiert. Die 22 Suva-Tabellen zur "Integritätsentschädigung gemäss
UVG" enthalten Richtwerte (sog. Feinraster; BGE 124 V 29 E.1c). Die
Feststellung des Integritätsschadens ist eine Tatfrage, die ein Mediziner
zu beurteilen hat (Urteile des Bundesgerichts 8C_734/2019 vom 23.
Dezember 2019 E.4.2, 8C_121/2018 vom 14. Juni 2018 E.4.1,
- 25 -
8C_42/2018 vom 6. Juni 2018 E.5.1 mit Hinweisen u.a. auf BGE 132 V
393 E.3.2; BERGER, in: FRÉSARD-FELLAY/LEUZINGER/PÄRLI (Hrsg.), Basler
Kommentar zum Unfallversicherungsgesetz, Basel 2019, Art. 25 Rz. 13).
Dabei beurteilt sich die Schwere des Integritätsschadens einzig nach dem
medizinischen Befund; allfällige individuelle Besonderheiten des
Versicherten bleiben, im Gegensatz zur privatrechtlichen Genugtuung,
unberücksichtigt (BGE 113 V 218 E.4). Der Kreisarzt Dr. med. H._
beurteilte am 21. Juni 2019 nach der Untersuchung des
Beschwerdeführers vom 5. Juni 2019, dass eine mässiggradige Arthrose
des Handgelenks gemäss Suva-Tabelle 5.2 ("Integritätsschaden bei
Arthrosen") einen Integritätsschaden von 5 bis 10 % ergebe (Bg-act. 203).
Der Beschwerdeführer moniert, die Höhe der gesprochenen
Integritätsentschädigung von CHF 7'410.-- sei äquivalent zum Verlust von
mindestens zwei Gliedern eines Langfingers gemäss UVV Anhang 3. Der
Beschwerdeführer sei trotz zwei Operationen und etlichen Therapien nach
wie vor stark eingeschränkt und dies werde voraussichtlich auch so
bleiben. Es sei ihm nicht mehr möglich, sowohl beruflichen wie auch
privaten Tätigkeiten unbeschwert und ohne Einbussen nachzugehen.
Aufgrund der Blockade und der fehlenden Kraftübertragung sei das
Abstützen auf dem Handgelenk nicht mehr möglich. Er besitze noch alle
fünf Finger, könne diese aber nicht im gewünschten Sinne nutzen. Nebst
dem Arthrosebefund sei auch die allgemeine Einschränkung der
Beweglichkeit der Hand zu berücksichtigen und die
Integritätsentschädigung entsprechend auf 10 % zu erhöhen.
3.7.2. Die Beschwerdegegnerin verweist auf die persönliche Untersuchung des
Beschwerdeführers durch Kreisarzt Dr. med. H._ am 5. Juni 2019,
welcher eine mässige Handgelenk-Arthrose feststellte und gestützt auf
ihre Tabelle 5 auf einen Integritätsschaden von 5-10 % schloss (Bg-act.
186, 203).
- 26 -
3.7.3. Mit der Beschwerdegegnerin erachtet das Gericht die kreisärztliche
Beurteilung als nachvollziehbar und voll beweiswertig. Es ist den Akten
nichts zu entnehmen, was gegen seine Ausführungen spricht. Von einer
Pseudoarthrose des Scaphoids spricht bereits Dr. med. N._,
Leitender Arzt Handchirurgie, am 13. November 2017 (Bg-act. 54). Der
Kreisarzt Dr. med. H._ nahm seine Beurteilung auf der Grundlage der
gesamten Aktenlage (Anamnese, Bildgebung und Akten) und nach einer
persönlichen Untersuchung des Beschwerdeführers vor. Er
berücksichtigte die beklagten Beschwerden. Es sind keine Berichte von
behandelnden Ärzten vorhanden, die einen höheren Integritätsschaden
angeben, vielmehr äussert sich nur Kreisarzt Dr. med. H._ zu dieser
Thematik und dies zuverlässig und schlüssig. Weitere medizinische
Abklärungen hierzu erübrigen sich und in antizipierter Beweiswürdigung
kann darauf verzichtet werden, da keine entscheidrelevanten
Erkenntnisse zu erwarten wären (vgl. BGE 144 V 361 E.6.5, 136 I 229
E.5.3). Auch die Integritätsentschädigung wurde von der
Beschwerdegegnerin in Ausübung ihres Ermessens rechtskonform auf
5 % festgelegt. Zusammengefasst erweist sich der Einspracheentscheid
vom 9. September 2019 damit als rechtens, womit die Beschwerde
abzuweisen ist.
4. Gemäss aArt. 61 lit. a ATSG iVm. Art. 83 ATSG ist das Verfahren –
vorbehältlich der mutwilligen oder leichtsinnigen Verfahrensführung – für
die Parteien kostenlos, weshalb vorliegend keine Kosten erhoben werden.
Ein Parteikostenersatz wird der obsiegenden Beschwerdegegnerin nicht
zugesprochen (vgl. Art. 61 lit. g ATSG).