# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** f9e6e68b-9d8b-4f4e-bdb9-42db763862ee
**Court:** SG_VGN
**Chamber:** SG_VGN_001
**Year:** 2017
**Language:** de
**Jurisdiction:** SG / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Das Verwaltungsgericht stellt fest:
A. X.Y. (Beschwerdeführer) erhob gegen den Rekursentscheid des Sicherheits- und
Justizdepartements (Vorinstanz) vom 11. August 2016 (Versand: 15. August 2016)
betreffend Widerruf der Aufenthaltsbewilligung EU/EFTA mit Eingabe vom 22. August
2016 (Postaufgabe: 29.08.16) Beschwerde beim Verwaltungsgericht und ersuchte um
Ansetzung einer Begründungfrist. Da die Eingabe einzig eine Beschwerdeerklärung
enthielt, wurde dem Beschwerdeführer mit verfahrensleitender Verfügung vom 30.
August 2016 eine Nachfrist zur Ergänzung der Beschwerde hinsichtlich Anträgen,
Darstellung des Sachverhalts und Begründung bis 23. September 2016 unter
Androhung des Nichteintretens im Säumnisfall und eine Frist zur Leistung eines
Kostenvorschusses bis ebenfalls 23. September 2016 angesetzt. Diese vom
Beschwerdeführer nicht abgeholte eingeschrieben versandte Verfügung wurde ihm mit
Begleitbrief vom 20. September 2016 per A-Post nochmals zugestellt mit dem Hinweis,
die angesetzten Fristen gälten unverändert. Der Beschwerdeführer bezahlte den
Kostenvorschuss fristgerecht am 23. September 2016. Die vom 25. September 2016
datierte und nicht unterzeichnete Ergänzung, in welcher er auch Gründe für die
Verspätung vorbrachte, übergab er am 4. Oktober 2016 der Schweizer Post.
Am 18. Oktober 2016 wies der Präsident des Verwaltungsgerichts das sinngemässe
Gesuch um Wiederherstellung der Frist zur Einreichung der Beschwerdeergänzung ab
und trat auf die Beschwerde mangels Begründung nicht ein. Der Beschwerdeführer
wurde auf die Möglichkeit hingewiesen, innert vierzehn Tagen durch einfache
schriftliche Erklärung einen Entscheid des Gerichts zu verlangen. Die Verfügung wurde
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mit eingeschriebenem Brief am 19. Oktober 2016 versandt und von der Post am 20.
Oktober 2016 ausgehändigt.
B. Mit Erklärung vom 5. November 2016 (Poststempel: 06.11.16) erhob der
Beschwerdeführer „Einsprache“ und verlangte einen Entscheid des Gerichts. Mit
Eingabe vom 28. November 2016 (Postaufgabe: 29.11.16) brachte er die Gründe vor,
aus denen er nicht in der Lage gewesen sei, die „Einsprache“ rechtzeitig zu verfassen
und zuzustellen, und reichte dazu verschiedene Beweismittel ein. Am 7. Dezember
2016 ging ein weiteres Beweismittel ein. Am 9. Dezember 2016 wies das Gericht den
Beschwerdeführer auf die verspätete Einreichung der Erklärung, mit welcher er einen
Entscheid des Gerichts verlangte, und die nicht rechtsgenüglich belegten
Wiederherstellungsgründe hin. Von der Möglichkeit, die Erklärung bis 3. Januar 2017
zurückzuziehen, machte der Beschwerdeführer keinen Gebrauch. Das Gericht holte bei
der Vorinstanz weder die Akten noch eine Vernehmlassung ein.

## Considerations

Darüber zieht das Verwaltungsgericht in Erwägung:
1. Das Verwaltungsgericht ist zur Behandlung der Beschwerde in der Sache zuständig
(Art. 59bis Abs. 1 des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege; sGS 951.1, VRP).
Der Beschwerdeführer, dessen Rekurs gegen den Widerruf seiner
Aufenthaltsbewilligung EU/EFTA mit dem angefochtenen Entscheid abgewiesen wurde,
ist zur Erhebung der Beschwerde befugt (Art. 64 in Verbindung mit Art. 45 Abs. 1 VRP).
Ob die weiteren Eintretensvoraussetzungen erfüllt sind, insbesondere ob die
Beschwerde rechtzeitig begründet worden ist, kann offen bleiben, wenn auf die
Erklärung vom 5. November 2016, mit welcher der Beschwerdeführer nach dem
präsidialen Nichteintretensentscheid vom 18. Oktober 2016 einen Entscheid des
Gerichts verlangte, verspätet eingereicht wurde und darauf deshalb nicht eingetreten
werden kann.
2. Entsprechend dem Rechtsmittelhinweis in der ihm am 20. Oktober 2016
ausgehändigten Abschreibungsverfügung verlangte der Beschwerdeführer mit
Erklärung vom 5. November 2016 (Poststempel: 06.11.16) einen Entscheid des
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Gerichts. Das gleichzeitig sinngemäss gestellte Gesuch um Wiederherstellung der nicht
eingehaltenen Frist zur Einreichung der Erklärung begründete er mit Eingabe vom 28.
November 2016 (Postaufgabe 29.11.16).
2.1. Nachdem die mit verfahrensleitender Verfügung vom 30. August 2016 angesetzte
Frist zur Einreichung einer Beschwerdebegründung bis 23. September 2016 ungenutzt
verstrichen war und keine ausreichend belegten Wiederherstellungsgründe vorlagen,
war die Frist zur Ergänzung der Beschwerde verwirkt. Da die Eingabe vom 22. August
2016 einzig eine Beschwerdeerklärung enthielt, mangelte es der Beschwerde an einer
Begründung. Gestützt auf Art. 39bis Abs. 1 Ingress und lit. a VRP trat der Präsident auf
die angesichts der fehlenden Begründung offensichtlich unzulässige
Beschwerdeeingabe (vgl. Präsidialentscheide B 2015/229 vom 18. November 2015 E. 1
und B 2015/281 vom 4. Januar 2016 E. 1) nicht ein und wies auf den Rechtsbehelf
gemäss Art. 39bis Abs. 2 VRP hin.
2.2. Entsprechend Art. 39bis Abs. 2 VRP können die Beteiligten innert einer Frist von
14 Tagen durch einfache Erklärung einen Entscheid des Gerichts verlangen. Nach Art.
30 Abs. 1 VRP in Verbindung mit Art. 143 Abs. 1 der Schweizerischen
Zivilprozessordnung (SR 272, ZPO) müssen Eingaben am letzten Tag der Frist beim
Gericht eingereicht oder zu dessen Handen der Schweizerischen Post übergeben
werden. Gesetzliche Fristen haben nach Art. 30bis VRP Verwirkungsfolge, wenn das
Gesetz nichts anderes bestimmt.
Gemäss der Sendungsverfolgung wurde die mit eingeschriebenem Brief versandte
Abschreibungsverfügung vom 18. Oktober 2016 dem Beschwerdeführer am 20.
Oktober 2016 ausgehändigt. Die 14-tägige Frist zur Einreichung der einfachen
schriftlichen Erklärung gemäss Art. 39bis Abs. 2 VRP begann dementsprechend am 21.
Oktober 2016 zu laufen und endete am 3. November 2016. Die Erklärung vom 5.
November 2016, die der Beschwerdeführer am 6. November 2016 der Post übergab,
ist dementsprechend verspätet und der Anspruch auf einen Entscheid des Gerichts
verwirkt.
2.3. Eine Frist kann gemäss Art. 30ter Abs. 1 VRP in Verbindung mit Art. 148 Abs. 1
ZPO wiederhergestellt werden, wenn die Partei glaubhaft macht, dass sie kein oder nur
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ein leichtes Verschulden trifft. Die Beweislast für den behaupteten
Wiederherstellungsgrund trägt die säumige Partei, wobei die Glaubhaftmachung der
materiellen Voraussetzungen genügt. Die Gründe für die Wiederherstellung sind soweit
möglich zu belegen und entsprechende Beweismittel einzureichen (vgl. N. Frei, in:
Berner Kommentar zum schweizerischen Privatrecht, ZPO Band I, Bern 2012, N 36 zu
Art. 148 ZPO). Das Gesuch ist innert zehn Tagen seit Wegfall des Säumnisgrundes
einzureichen (Art. 30 Abs. 1 VRP in Verbindung mit Art. 148 Abs. 2 ZPO).
Vorliegend ist einzig zu klären, ob die Frist zur Einreichung der Erklärung vom 5.
November 2016, mit welcher der Beschwerdeführer einen Entscheid des Gerichts
verlangte, wiederherzustellen ist. Der Beschwerdeführer setzt sich in der Eingabe vom
28. November 2016 mit dieser Verspätung – und auch mit der verspäteten Einreichung
der Beschwerdeergänzung am 4. Oktober 2016 – auseinander. Zudem wurde er mit
verfahrensleitender Verfügung vom 9. Dezember 2016 ausdrücklich darauf
hingewiesen, die Erklärung vom 5. November 2016 sei verspätet und die in der Eingabe
vom 28. November 2016 vorgebrachten Gründe für die Wiederherstellung der Frist
gemäss Art. 39bis Abs. 2 VRP nicht ausreichend. Der Beschwerdeführer hat darauf
nicht reagiert und damit auch keine – weiteren – Gründe vorgebracht, aus denen es
ihm nicht möglich gewesen sein soll, rechtzeitig einen Entscheid des Gerichts zu
verlangen.
Krankheit kann ein zur Wiederherstellung einer Frist führendes unverschuldetes
beziehungsweise entschuldbares Hindernis sein, doch muss die Erkrankung derart
sein, dass die rechtsuchende Person oder ihre Vertretung durch sie davon abgehalten
wird, selber innert Frist zu handeln oder doch eine Drittperson mit der Vornahme der
Handlung zu beauftragen (vgl. BGer 9C_390/2009 vom 24. Juni 2009 E. 2, 5G_1/2013
vom 21. März 2013 E. 4.2 und 4.3). Eine Wiederherstellung der Frist wegen Krankheit
setzt voraus, dass die körperliche, geistige oder psychische Beeinträchtigung jegliches
auf die Fristwahrung gerichtetes Handeln wie etwa den Beizug eines Vertreters
verunmöglichte (vgl. BGer 9C_154/ 2010 vom 24. Februar 2010). Als
krankheitsbedingter Fristwiederherstellungsgrund gilt beispielsweise eine schwere
Lungenentzündung eines hospitalisierten Verfahrensbeteiligten oder eine schwere
nachoperative Blutung, die zu massiven zerebralen Veränderungen führt und den
Säumigen intellektuell so stark beeinträchtigt, dass er während der gesamten
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Rechtsmittelfrist weder fähig ist, selber Beschwerde zu erheben, noch sich bewusst
werden kann, dass er jemanden mit der Interessenwahrung hätte betrauen sollen.
Keine Wiederherstellungsgründe sind hingegen beispielsweise ein immobilisierter
rechter Arm oder eine schwere Grippe. Auch eine Depression genügt grundsätzlich
nicht als Fristwiederherstellungsgrund (vgl. K. Plüss, in: A. Griffel [Hrsg.], Kommentar
zum Verwaltungsrechtspflegegesetz des Kantons Zürich, 3. Aufl. 2014, N 62 zu § 12
VRG/ZH mit Hinweisen auf die Rechtsprechung). In zeitlicher Hinsicht muss die
Erkrankung am Ende der Frist liegen beziehungsweise sich mit dem Termin
überschneiden. Erkrankt die Partei hingegen eine gewisse Zeit vor Fristablauf
beziehungsweise dem Termin, ist sie in der Regel in der Lage, selber zu handeln oder
die Dienste eines Dritten in Anspruch zu nehmen (vgl. N. Gozzi, in: Basler Kommentar
ZPO, 2. Aufl. 2013, N 20 zu Art. 148 ZPO).
Mit den Ausführungen in der Eingabe vom 28. November 2016 und den dazu
eingereichten Belegen macht der Beschwerdeführer keine krankheitsbedingten Gründe
glaubhaft, aus denen es ihm nicht möglich gewesen sein sollte, dem Gericht in der Zeit
vom 20. Oktober bis 3. November 2016 eine – wie in der Rechtsbelehrung des
Präsidialentscheides vom 18. Oktober 2016 ausdrücklich ausgeführt – einfache
schriftliche Erklärung einzureichen. Im ärztlichen Zeugnis vom 23. November 2016 des
Psychiaters, an den er sich am 14. Oktober 2016 wandte und der ihn seit 14.
November 2016 behandelt, wird zwar eine gegenwärtig mittelgradige bis schwere
Episode einer depressiven Störung und eine posttraumatische Belastungsstörung
diagnostiziert. Dazu wird ausgeführt, aus therapeutischen Gründen sollte ihm der
weitere Aufenthalt in der Schweiz ermöglicht werden. Dass er aber krankheitsbedingt
nicht in der Lage sein sollte, in einem mit seinem Aufenthaltsrecht im Zusammenhang
stehenden gerichtlichen Verfahren eine einfache schriftliche Erklärung zu verfassen und
einzureichen, geht daraus nicht hervor (act. 12.1). Die weiteren Unterlagen betreffen die
Meldung eines Bagatellunfalls vom 30. Juni 2016 (act. 12.2), Mitteilungen über Termine
für die ambulante Sprechstunde in der Klinik für Orthopädische Chirurgie und
Traumatologie des Bewegungsapparats am Kantonsspital St. Gallen vom 6. September
2016 und vom 29. November 2016 (act. 12.3-5), ärztliche Arbeitsunfähigkeitszeugnisse
für die Dauer von fünf Wochen ab 2. August 2016 (act. 12.6 und 7) sowie ärztliche
Verordnungen zur Physiotherapie vom 6. September 2016 (act. 12.8 und 9) und vom
29. November 2016 (act. 13). Diese Unterlagen lassen keine Schlüsse auf konkrete
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gesundheitliche Beeinträchtigungen zu, welche es dem Beschwerdeführer in der Zeit
vom 20. Oktober bis 3. November 2016 verunmöglichten, dem Gericht eine einfache
schriftliche Erklärung einzureichen. Unter diesen Umständen hat der Beschwerdeführer
ein bloss leichtes Verschulden an seiner Säumnis nicht rechtsgenüglich belegt. Eine
Wiederherstellung der versäumten Frist wäre deshalb selbst bei einer allfälligen
Zustimmung der Vorinstanz nicht zu gewähren, zumal auch keine öffentlichen
Interessen für eine Wiederherstellung sprechen (vgl. VerwGE B 2014/232 vom 19.
Februar 2015 E. 2.1 und 2.2, www.gerichte.sg.ch). Das Wiederherstellungsgesuch ist
damit abzuweisen.
3. Dementsprechend ist auf die einfache schriftliche Erklärung vom 5. November 2016
wegen Verspätung nicht einzutreten. Es ist deshalb festzustellen, dass die präsidiale
Abschreibungsverfügung vom 18. Oktober 2016 rechtskräftig geworden ist.
4. (...).