# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 212e468e-7485-4176-80e5-dae4ef33c6d3
**Court:** SG_VG
**Chamber:** SG_VG_001
**Year:** 2022
**Language:** de
**Jurisdiction:** SG / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Das Verwaltungsgericht stellt fest:
A.
Die Politische Gemeinde Steinach schrieb im Zusammenhang mit der Bachsanierung
Steinach die Planerleistungen "Geologie und Bodenschutz" im Einladungsverfahren
aus. Mit der Durchführung der Beschaffung und insbesondere mit der Bewertung der
Angebote und der Unterbreitung einer Vergabeempfehlung betraute sie die
DÜNNENBERGER Projektentwicklung GmbH. Innert der bis 4. April 2022 offenen Frist
reichten vier Unternehmen je ein Angebot ein. Am 27. April 2022 erteilte der
Gemeinderat der Politischen Gemeinde Steinach den Zuschlag der Dr. Roland Wyss
GmbH, deren Angebot zum Preis von CHF 116'184.61 (netto, inklusive
Mehrwertsteuer) mit 465 von 500 gewichteten Punkten bewertet worden war.
B.
Die Grundbauberatung-Geoconsulting AG (Beschwerdeführerin), deren Angebot zum
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Preis von CHF 125'160 (netto inklusive Mehrwertsteuer) 389 gewichtete Punkte erzielt
hatte, erhob gegen die Zuschlagsverfügung des Gemeinderates der Politischen
Gemeinde Steinach (Vorinstanz) vom 27. April 2022 mit Eingabe ihres Rechtsvertreters
vom 9. Mai 2022 Beschwerde beim Verwaltungsgericht mit den Anträgen, unter
Kosten- und Entschädigungsfolge (zuzüglich Mehrwertsteuer) sei die angefochtene
Verfügung aufzuheben und ihr der Zuschlag zu erteilen, eventualiter die Vorinstanz
anzuweisen, ein neues Verfahren durchzuführen. Das gleichzeitig gestellte Gesuch, es
sei der Beschwerde die aufschiebende Wirkung zu erteilen, wies der verfahrensleitende
Abteilungspräsident am 23. Mai 2022 ab. Am 13. Juni 2022 teilte die Vorinstanz dem
Gericht den Abschluss des Vertrags mit der Zuschlagsempfängerin mit.
Die Vorinstanz verzichtete stillschweigend darauf, ihre Vernehmlassung vom 17. Mai
2022, mit welcher sie sowohl die Abweisung des Gesuchs um aufschiebende Wirkung
als auch der Beschwerde beantragt hatte, zu ergänzen. Die Dr. Roland Wyss AG
(Beschwerdegegnerin), die sich im Verfahren zur aufschiebenden Wirkung nicht hatte
vernehmen lassen, verzichtete stillschweigend auch darauf, sich zur Beschwerde
vernehmen zu lassen. Von der Möglichkeit, sich abschliessend zum Verfahren zu
äussern, machte die Beschwerdeführerin stillschweigend keinen Gebrauch.
Auf die Ausführungen der Beschwerdeführerin und der Vorinstanz zur Begründung ihrer
Anträge sowie die Akten wird, soweit wesentlich, in den Erwägungen eingegangen.

## Considerations

Darüber zieht das Verwaltungsgericht in Erwägung:
1. Eintreten
Das Verwaltungsgericht ist zum Entscheid in der Sache zuständig (Art. 5 Abs. 2 des
Einführungsgesetzes zur Gesetzgebung über das öffentliche Beschaffungswesen; sGS
841.1, EGöB).
Die Beschwerdeführerin, deren Offerte gegenüber dem berücksichtigten Angebot der
Beschwerdegegnerin mit einem Rückstand von 76 Punkten (bei maximal erreichbaren
500 gewichteten Punkten) den zweiten Rang erreichte und die die Bewertung der
Angebote in verschiedenen Punkten beanstandet, hat bei Gutheissung ihrer Begehren
reelle Chancen auf den Zuschlag und ist dementsprechend zur Erhebung der
Beschwerde befugt (Art. 64 in Verbindung mit Art. 45 Abs. 1 des Gesetzes über die
Verwaltungsrechtspflege; sGS 951.1, VRP). Mit dem Abschluss des Vertrags über den
Beschaffungsgegenstand zwischen der Vergabebehörde und der
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Zuschlagsempfängerin vom 8./13. Juni 2022 fällt das aktuelle Interesse der
Beschwerdeführerin an der Feststellung der Rechtswidrigkeit des Zuschlags nicht
dahin (vgl. Art. 18 Abs. 2 der Interkantonalen Vereinbarung über das öffentliche
Beschaffungswesen, sGS 841.32, IVöB; BGE 141 II 307 E. 6.3 mit Hinweisen auf
weitere Rechtsprechung). Folgenlos bleibt, dass die Beschwerdeführerin nach
Abschluss des Vertrags nicht ausdrücklich ein Feststellungsbegehren gestellt hat. Ein
Rechtsbegehren auf Aufhebung des Zuschlags kann diesfalls umgedeutet werden,
auch wenn ein solcher Antrag nicht ausdrücklich gestellt wurde (vgl. BGer 2D_17/2017
vom 7. März 2018 E. 1.1.2 mit Hinweisen auf weitere Rechtsprechung).
Die Beschwerde gegen die Zuschlagsverfügung vom 27. April 2022 wurde mit Eingabe
vom 9. Mai 2022 unter Berücksichtigung des Fristenlaufs am Wochenende (vgl. Art. 30
Abs. 1 VRP in Verbindung mit Art. 142 Abs. 3 der Schweizerischen
Zivilprozessordnung, Zivilprozessordnung, SR 272, ZPO) rechtzeitig erhoben und erfüllt
die formellen und inhaltlichen Anforderungen (Art. 15 Abs. 3 IVöB). Auf die Beschwerde
ist dementsprechend einzutreten.
2. Streitgegenstand
Die Beschwerdeführerin rügt eine Verletzung des Vergabeverfahrensrechts durch die
Vorinstanz, weil letztere einer nicht korrekt zustande gekommenen Vergabeempfehlung
gefolgt sei (dazu nachfolgend Erwägung 3). Sodann macht sie geltend, die Vorinstanz
habe die Beschaffung auf die Zuschlagsempfängerin zugeschnitten und dadurch einen
wirksamen Wettbewerb vereitelt (dazu nachfolgend Erwägung 4). Schliesslich
bemängelt die Beschwerdeführerin die Bewertung ihres Angebots als nicht objektiv
und parteiisch und damit als rechtsungleich (dazu nachfolgend Erwägung 5).
3. Zusammensetzung des Evaluationsteams
Die Beschwerdeführerin bringt vor, im Evaluationsteam habe der Vertreter des
kantonalen Amtes für Wasser und Energie, Abteilung Wasserbau, eine gewichtige
Stellung eingenommen. Ausgerechnet er habe aber ferienhalber an der Sitzung für die
Beschlussfassung über die Vergabeempfehlung gefehlt. Das habe zu einer verzerrten
Wahrnehmung der eingereichten Offerten führen können. Er kenne Offerenten aus
vielen anderen Projekten und die fachlichen Anforderungen wohl am besten. Er könne
deshalb bestens beurteilen, ob eine Anbieterin geeignet sei, den Auftrag auszuführen.
Er wäre eine gewichtige Referenz für die Beschwerdeführerin gewesen, die man nicht
berücksichtigt habe. Diese Abweichung von den Ausschreibungsunterlagen wiege
schwer und führe dazu, dass die Vergabe – aufgrund der Empfehlung des
unvollständigen Evaluationsteams – nicht korrekt erfolgt sei. – Die Vorinstanz hält dem
entgegen, die formale und materielle Auswertung der vier eingeholten Angebote sei
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nach der Offertöffnung bei dem mit der Durchführung der Beschaffung betrauten
Unternehmen im Vier-Augen-Prinzip durchgeführt worden. Alle fünf Mitglieder des
Evaluationsteams seien immer in den Vergabeprozess eingebunden gewesen. Das
Evaluationsteam habe eine eigenständige Beurteilung durchgeführt und der
Evaluationsbericht sei gemäss den Vorgaben des Evaluationsteams angepasst worden.
Auch der Vergabeantrag an die Vorinstanz sei im Vier-Augen-Prinzip und in enger
Absprache mit allen Mitgliedern des Evaluationsteams am 20. April 2022 per E-Mall
versandt worden. Der Vertreter des kantonalen Amtes für Wasser und Energie,
Abteilung Wasserbau, habe mit E-Mail vom 16. Mai 2022 seine Zustimmung zur
Bewertung der Angebote und zum Vergabeantrag bestätigt.
Wenn die Beschwerdeführerin der Auffassung ist, die Vergabe sei aus
verfahrensrechtlichen Gründen nicht korrekt erfolgt, strebt sie – im Ergebnis – den
Abbruch des Verfahrens an. Gemäss Art. 3 Ingress und lit. i IVöB in Verbindung mit
Art. 38 Abs. 1 der Verordnung über das öffentliche Beschaffungswesen (sGS 841.11,
VöB) kann die Auftraggeberin das Verfahren aus wichtigen Gründen abbrechen und
wiederholen. Die zum Entscheid über den Zuschlag berechtigte Vergabestelle muss die
Angebote gemäss Art. 31 Abs. 1 VöB prüfen. Dazu kann sie Sachverständige beiziehen
(vgl. BGer 2C_346/2013 vom 20. Januar 2014 E. 1.3.3 mit Hinweis auf die
Vergaberichtlinien des Interkantonalen Organs für das öffentliche Beschaffungswesen
zur IVöB). Sie darf sich bis zu einem gewissen Grad darauf verlassen, dass der Anbieter
seinen Vertragspflichten nachkommt, solange keine konkreten Hinweise darauf
bestehen, dass dies nicht der Fall ist (vgl. BGE 141 II 14 E. 10.3).
Die Vorinstanz hat die DÜNNENBERGER Projektentwicklung GmbH mit der
Durchführung des Vergabeverfahrens und insbesondere mit der Bewertung der
eingehenden Angebote und der Unterbreitung einer Vergabeempfehlung betraut. Die
Gesellschaft bietet ingenieurtechnische und ökonomische Beratungen (vgl. Internet
Information aus dem Handelsregister des Kantons St. Gallen) in den Bereichen Bauen,
Umwelt und Energie (vgl. www.d-ing.ch) an, wobei sie unter anderem bereits Projekte
zum Hochwasserschutz (Region Wil, Chemenbach) und zur Fluss-Sanierung (Thur)
koordiniert und Auflageprojekte und Auswahlverfahren durchgeführt hat (act. 6/24; vgl.
auch www.d-ing.ch, Projekte/Referenzliste). Die Beschwerdeführerin macht denn auch
– abgesehen davon, dass sie die Einladungsunterlagen widerspruchslos akzeptiert hat
und die Rüge deshalb verspätet wäre – zu Recht nicht geltend, das Unternehmen sei
zur Durchführung des Planerwahlverfahrens im Bereich der Sanierung eines
Fliessgewässers nicht befähigt gewesen.
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Das mit der Durchführung der Beschaffung betraute Unternehmen hat in den von ihm
erarbeiteten Unterlagen zur Einladung die Zusammensetzung des Evaluationsteams für
die Vergabeempfehlung bekanntgegeben (act. 2/4 Seite 22 Ziffer 3.8). Dass das
Evaluationsteam über die Empfehlung anlässlich einer Sitzung entscheiden muss, lässt
sich daraus nicht ableiten. Die Vorinstanz hatte keinerlei Anhaltspunkte dafür, dass die
Empfehlung nicht auf einer entsprechenden Einschätzung durch die Mitglieder des
Evaluationsteams beruhte. Sie hatte damit auch keinen Anlass, an der fachlichen
Begründetheit des Vergabeantrags zu zweifeln. Ihre Ausführungen in der
Vernehmlassung belegen, dass sämtliche Mitglieder des Teams zunächst am Montag,
18. April 2022 eine erste Auswertung der Angebote durch die DÜNNENBERGER
Projektentwicklung GmbH zur Kenntnis erhalten haben (act. 6/17). Nach der
Evaluationsbesprechung vom Mittwoch, 20. April 2022, 10.30 Uhr, an welcher der
Mitarbeiter des kantonalen Amtes für Wasser und Energie, Abteilung Wasserbau zwar
wegen ferienbedingter Abwesenheit nicht teilgenommen hatte, hat die
DÜNNENBERGER Projektentwicklung GmbH sämtlichen Mitgliedern des
Evaluationsteams die Bewertungen der Angebote und die Übersichten dazu nochmals
zugestellt mit der Einladung, sich bei Fragen oder Anmerkungen zu melden (act. 6/19).
Der Gemeinderat der Politischen Gemeinde Steinach hat am Montag, 25. April 2022
über die Vergabe entschieden (act. 6/20). Der Vertreter der Abteilung Wasserbau ist
Mitarbeiter des kantonalen Amtes für Wasser und Energie, dessen Amtsleiter oder
dessen Leiter des Rechtsdienstes für die Genehmigung wasserbaulicher Massnahmen
zuständig ist (vgl. Art. 32 des Wasserbaugesetzes, sGS 734.1, WBG; Art. 2 Abs. 1 der
Wasserbauverordnung, sGS 734.11, WBV; Art. 1 Abs. 1 und Ziffer BUD.A.28 des
Anhangs zur Ermächtigungsverordnung, sGS 141.41, ErmV). Er verfügt – was die
Beschwerdeführerin zu Recht annimmt – im Vergleich mit den drei Vertretern der
Politischen Gemeinde Steinach über besondere Sachkenntnis. Gleichzeitig ist davon
auszugehen, dass er Einwendungen gegen die Bewertung der Angebote und die
Vergabeempfehlung erhoben hätte. Das hat er nicht getan, sondern vielmehr im
Beschwerdeverfahren am 16. Mai 2022 bestätigt, dass ihm die Unterlagen mit den
Angeboten und den Auswertungen beziehungsweise Auswertungsentwürfen jeweils
zugestellt worden seien, die vier ausgesuchten und eingeladenen Unternehmen
grundsätzlich für die gestellten Aufgaben geeignet seien und die – bewusst selektive –
Bewertung der Angebote gemäss den ausgeschriebenen Zuschlagskriterien aus seiner
Sicht mit den ihm vorliegenden Unterlagen nachvollziehbar sei und die Bewertung
sowie der Vergabeantrag bzw. der Vergabeentscheid richtig seien (act. 6/21).
Wenn die Vorinstanz auf die Vergabeempfehlung des von ihr mit der Bewertung der
Angebote beauftragten, in der Begleitung solcher Projekte auch im Bereich des
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Wasserbaus erfahrenen Unternehmens abgestellt hat, hat sie unter den dargelegten
Umständen deshalb die verfahrensrechtlichen Vorgaben gemäss
Ausschreibungsunterlagen nicht verletzt. Insbesondere liegt im konkreten Vorgehen
des mit der Durchführung der Beschaffung betrauten Unternehmens bei der Ermittlung
seiner Vergabeempfehlung kein Grund vor, der vergaberechtlich den Abbruch des
Verfahrens verlangen würde.
4. Unabhängigkeit der Vergabestelle
Die Beschwerdeführerin bringt vor, es sei "auffallend und stossend", dass der Zuschlag
an ein Unternehmen mit der exakt gleichen Adresse wie jener des von der Vorinstanz
mit der Durchführung der Vergabe betrauten Unternehmens gegangen sei. Das wecke
erhebliche Zweifel an der Unabhängigkeit des Entscheides. Welche Folgen diese
Feststellung auf das Vergabeverfahren haben soll, legt die Beschwerdeführerin
indessen nicht dar. Insbesondere macht sie nicht geltend, die Beschwerdegegnerin
hätte nicht zur Einreichung eines Angebots eingeladen werden dürfen oder ihr Angebot
hätte vom Verfahren ausgeschlossen werden müssen. Da das Verwaltungsgericht
gemäss Art. 63 VRP über die Begehren der Beschwerdeführerin nicht hinausgehen darf
und das Angebot der Beschwerdegegnerin deshalb nicht aus dem Verfahren
ausschliessen kann, ist auf die Frage der ungenügenden Unabhängigkeit des von der
Vergabebehörde mit der Durchführung des Verfahrens betrauten Unternehmens nicht
weiter einzugehen.
Im Übrigen sind den Vergabeakten keine konkreten Hinweise dafür zu entnehmen,
dass das mit der Durchführung des Verfahrens betraute Unternehmen bei der
Umschreibung des Beschaffungsgegenstandes und der Beschaffungsform auf
besondere Kenntnisse und Fähigkeiten der Beschwerdegegnerin Rücksicht genommen
hätte. Die Aufgabenstellung – Planerleistungen im Bereich "Geologie/Bodenschutz" bei
der Sanierung eines Fliessgewässers – ist weitestgehend durch die tatsächlichen, von
der Vergabestelle nicht beeinflussbaren Vorgaben bestimmt (act. 2/4, Seiten 1 ff. der
Unterlagen, Ziffer 1 "Ausgangslage" und Ziffer 2 "Beschaffungsgegenstand"). Die
Beschaffungsform – Planerwahl im Einladungsverfahren (act. 2/4, Seite 19, Ziffer 3.2
und 3.3 der Unterlagen) – ergibt sich aus der konkreten Grössenordnung des Projekts.
Allenfalls im Bereich der Organisationsform – Zulassung von Planungsgemeinschaften
und Subplanenden, Umschreibung und Abgrenzung der Fachbereiche der
Schlüsselpersonen – und bei der Festlegung der Zuschlagskriterien (act. 2/4, Seiten 19
ff., Ziffer 3.4 der Unterlagen) ergeben sich Möglichkeiten, die Umschreibungen auf ein
bestimmtes Unternehmen auszurichten. Die konkrete Ausgestaltung dieser Elemente
der Ausschreibung – insbesondere auch die Festlegung und Gewichtung der
Zuschlagskriterien – erscheint indessen mit Blick auf den Beschaffungsgegenstand in
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keiner Weise als ungewöhnlich. Schliesslich ist auch nicht ersichtlich, inwieweit die in
den Unterlagen zur Einladung bekannt gegebene Preisbewertungsmethode auf die
Beschwerdegegnerin hätte ausgerichtet werden können (vgl. dazu auch die
Präsidialverfügung B 2022/91 vom 23. Mai 2022 E. 2.2.2).
Insgesamt lassen sich keine konkreten Anhaltspunkte dafür feststellen, dass die
Beschaffung auf die Beschwerdegegnerin zugeschnitten und dadurch der
vergaberechtliche Grundsatz gemäss Art. 11 Ingress und lit. b IVöB, den wirksamen
Wettbewerb unter den Anbieterinnen und Anbietern zu fördern, vereitelt worden wäre.
Ob die Vorinstanz ihr Ermessen in vergaberechtswidriger Weise zulasten der
Beschwerdeführerin und zugunsten der Beschwerdegegnerin ausgeübt und damit den
Grundsatz der Gleichbehandlung der Anbieterinnen und Anbieter gemäss Art. 11
Ingress und lit. a IVöB verletzt hat, ist nachfolgend zu prüfen.
5. Bewertung
Vorbringen
Die Vorinstanz hat die Angebote nach den Zuschlagskriterien ZK1 "Fachkompetenz der
Schlüsselpersonen" (40 Prozent; ZK1.1 "Projektleiter Geologie/Geotechnik,
Hydrogeologie", 25 Prozent; "Projektleiter Stv. Boden", 15 Prozent), ZK2
"Aufgabenanalyse und Vorgehensvorschlag" (40 Prozent; ZK2.1 "Aufgabenanalyse", 10
Prozent; ZK2.2 "Beurteilung Chancen/Risiken", 5 Prozent; ZK2.3 "Vorgehenskonzept",
20 Prozent; ZK2.4 "Projektorganisation", 5 Prozent) und ZK3 "Preisangebot" (ZK3.1
"Phase 32-33", 10 Prozent; ZK3.2 "ZMT für Phasen 41-53", 10 Prozent) bewertet. Bei
den qualitativen Zuschlagskriterien hat sie die Angebote für jedes Unterkriterium mit
einer ganzzahligen Note entsprechend der Bewertungsskala von 0-5 bewertet (0 nicht
beurteilbar/keine Angaben; 1 schlechte Erfüllung/ungenügende, unvollständige
Angaben; 2 teilweise Erfüllung/Angaben ohne ausreichenden Bezug zum Projekt; 3
Erfüllung/durchschnittliche Qualität, den Anforderungen der Ausschreibung
entsprechend, 4 gute Erfüllung/überdurchschnittliche Qualität, die Anforderungen der
Ausschreibung übererfüllend, 5 sehr gute Erfüllung/qualitativ ausgezeichnet, sehr
grosser Beitrag zur Zielerreichung; act. 2/4, Seite 22).
Die Beschwerdeführerin macht geltend, es seien ihr bei der Bewertung ihres Angebots
nach den beiden qualitativen Zuschlagskriterien von der maximal erzielbaren Punktzahl
von 400 ohne sachlichen Grund 75 Punkte abgezogen worden. Nur so habe die
Beschwerdegegnerin die Ausschreibung gewinnen können. Konkret beanstandet die
Beschwerdeführerin in erster Linie die Bewertung der Fachkompetenz ihrer
5.1.
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Schlüsselpersonen (ZK1; dazu nachfolgend Erwägung 5.2). Die Prüfung der weiteren,
die Bewertung ihres Angebots nach dem Zuschlagskriterium "Aufgabenanalyse und
Vorgehensvorschlag" (ZK2.1 "Aufgabenanalyse"; Note 4 statt 5, entsprechend einem
Abzug von 10 Punkten; ZK2.3 "Vorgehenskonzept", Note 4 statt 5, entsprechend
einem Abzug von 20 Punkten; Rückstand gegenüber der Beschwerdegegnerin 30
Punkte) betreffenden Rügen kann gegebenenfalls offenbleiben (dazu nachfolgend
Erwägung 5.3).
Zuschlagskriterium "Fachkompetenz der Schlüsselpersonen"
Für die Beurteilung der Fachkompetenz der Schlüsselpersonen war gemäss
Ausschreibungsunterlagen ein Referenzprojekt zu bezeichnen, welches die
Schlüsselperson selbständig mit vergleichbarer Aufgabenstellung in vergleichbarer
Funktion bearbeitet hat. Zudem war ein Lebenslauf beizulegen (act. 2/4 Seite 21).
5.2.
Ausschreibung
Nach Auffassung der Beschwerdeführerin ist es nicht sachgerecht, die Bewertung
streng anhand eines einzelnen Referenzprojekts vorzunehmen. Ein Offerent könne eine
Ausschreibung nur gewinnen, wenn er ein deckungsgleiches Projekt schon einmal
bearbeitet habe. Aus Fairnessgründen müsse es möglich sein, fehlende Teil-
Referenzen mit einem anderen Projekt nachzuweisen. Wenn schon phasengerecht
beurteilt werden solle, hätten die ausgeschriebenen geologischen Arbeiten eigentlich
einer Hauptuntersuchung entsprochen, welche gemäss der – geologische Leistungen
umschreibenden – Ordnung SIA 106 der Teilphase 31 zuzuschreiben sei. Entsprechend
hätten Referenzen für diese Phase eingeholt werden müssen.
Die Beschwerdeführerin hat im Zusammenhang mit der Einladung und der Einreichung
ihres Angebots die Beschränkung auf jeweils ein Referenzprojekt zu den Teilphasen
32-33 gemäss den Unterlagen zur Einladung nicht beanstandet. Zudem hätte sie – was
ihr unbenommen gewesen wäre – in den Lebensläufen für die Schlüsselpersonen auf
weitere von ihnen bearbeitete Projekte hinweisen können, um allfällige Lücken im
Referenzprojekt zu relativieren. Dies hat die Beschwerdeführerin – anders als die
Beschwerdegegnerin (act. 6/18, Anhang A des Angebots) – nicht getan. Die
Beanstandung erst im Beschwerdeverfahren gegen den Zuschlag vorzubringen,
widerspricht deshalb dem verfassungsrechtlichen Gebot gemäss Art. 5 Abs. 2 der
Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft (SR 101, BV), nach Treu
und Glauben zu handeln (vgl. VerwGE B 2015/75 vom 27. Oktober 2015 E. 2.1 mit
Hinweisen; GVP 2006 Nr. 60). Der Berücksichtigung von Ergänzungen in diesem
Beschwerdeverfahren stünde zudem der Anspruch der weiteren Bewerberinnen auf
5.2.1.
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Gleichbehandlung gemäss Art. 11 Ingress und lit. a IVöB entgegen. Entsprechendes
gilt für den Einwand der Beschwerdeführerin, die für das Projekt ausgeschriebenen
geologischen Arbeiten entsprächen eigentlich einer Hauptuntersuchung, welche
gemäss SIA 106 bei phasengerechter Beurteilung eine Ausschreibung für die Teilphase
31 und nicht für die Teilphasen 32 und 33 verlangt hätte.
Schlüsselperson "Geologie/Geotechnik, Hydrogeologie"
Die Beschwerdeführerin anerkennt zwar, dass das Referenzprojekt "Sanierung
Dorfbach Zuzwil" ihrer Schlüsselperson "Geologie/Geotechnik, Hydrogeologie" die
Teilphase 33 nicht umfasste. Zwar möge es nach strenger Lesart stimmen, wenn sie
deswegen einen Abzug von 40 Punkten hinnehmen müsse. Sie ist aber der Auffassung,
die Erfahrungen ihrer Schlüsselperson aus der Teilphase 31 seien bei der Bewertung
mitzuberücksichtigen. – Die Vorinstanz hat die Qualifikation der Schlüsselperson der
Beschwerdeführerin anhand des Referenzprojekts und ihres Lebenslaufs mit der Note
4 bewertet (act. 6/18, Seiten 4/8 und 6/8). Dass die Schlüsselperson der
Beschwerdeführerin nicht die Maximalnote 5 erzielte, ist nachvollziehbar. Sie hat im
Referenzprojekt die Teilphase 33 (Bewilligungsverfahren, Auflageprojekt) nicht
bearbeitet. Ziele dieser Teilphase sind die Projektbewilligung, die Verifikation von
Kosten und Terminen und die Genehmigung des Baukredits (vgl. beispielsweise SIA
112 Bauplanung). Die damit verbundenen Aufgaben decken sich offensichtlich nicht
mit jenen in der Teilphase 31 (Vorprojekt), welche Konzeption und Definition von
Funktion und Wirtschaftlichkeit zum Ziel hat. Die allenfalls in der Teilphase 31
erworbene eingehende Erfahrung kann deshalb die mangelnde Erfahrung in der
Teilphase 33 nicht kompensieren.
Die Beschwerdeführerin beanstandet, dass die Vorinstanz weder bei Referenzpersonen
noch bei kantonal zuständigen Stellen Referenzauskünfte eingeholt hat. Diese
Personen und Stellen hätten sicher bestätigt, dass derartige zu offerierende Arbeiten
für die Beschwerdeführerin tägliche Routine bedeuten und zur vollsten Zufriedenheit
der jeweiligen Kunden erledigt würden. Wünschenswert sei ein Gesamtbild. –
Referenzenprojekte dürfen nach ihrer Vergleichbarkeit mit dem
Ausschreibungsgegenstand bewertet werden. Die Vorinstanz hat sich in den
Unterlagen zur Einladung auch nicht verpflichtet, Referenzauskünfte einzuholen.
Werden allerdings Referenzpersonen angefragt, sind die Auskünfte unter Beachtung
des Gleichbehandlungsgebots einzuholen und aktenmässig festzuhalten (vgl.
Präsidialverfügung B 2017/233 vom 2. Dezember 2017 E. 2.2.4; VerwGE B 2017/233
vom 26. April 2018 E. 3.2; VerwGE B 2016/168 vom 26. Oktober 2016 E. 3.2.3; BGE
5.2.2.
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139 II 489 E. 3.3).
Die gleiche Benotung der Schlüsselperson "Geologie/Geotechnik, Hydrogeologie" der
Beschwerdegegnerin erscheint sachgerecht. Die Schlüsselperson hat im
Referenzprojekt "Gesamtsanierung Kaserne Auenfeld" auch die Teilphase 33
bearbeitet. Sie hatte zwar lediglich die Funktion der Stellvertretung der Projektleitung
inne. Allerdings überschritt das Projekt mit einem Investitionsvolumen von rund 271
Millionen Franken das voraussichtliche Investitionsvolumen der Bachsanierung
Steinach in der Grössenordnung von 17 Millionen Franken (act. 2/4, Seite 2, Ziffer 1.4
der Unterlagen zur Einladung). Das Projekt hat zwar keinen Bach betroffen, indessen
war die Schlüsselperson in anderen Projekten, welche die Korrektion und Sanierung
von Fliessgewässern zum Gegenstand hatten, als Projektleiter und stellvertretender
Projektleiter beteiligt (act. 6/16, Seite 3 des Angebots und Anhang A).
Schlüsselperson "Bodenschutz"
Die Vorinstanz hat die Qualifikation der Schlüsselperson "Bodenschutz" der
Beschwerdeführerin anhand des Referenzprojekts "Ausbau Ernetschwilerbach Uznach"
und ihres Lebenslaufs mit der Note 3 bewertet; (act. 6/18, Seiten 4/8 und 6/8). Die
Vorinstanz führt dazu aus, das Referenzprojekt Bodenschutz "Ausbau
Ernetschwilerbach 2012-2015" erfülle mit der Note 3 die Anforderungen, beinhalte aber
im Vergleich zum Referenzprojekt "Thursanierung Wattwil 2016 bis heute" der
Beschwerdegegnerin nicht die aktuelle Praxis des Kantons St. Gallen bezüglich
Bodenverwertungsprojekten auf anthropogenen Standorten.
Die Beschwerdeführerin hat die Frage nach den bearbeiteten Teilphasen 32-33 im
Angebot zwar bejaht, anschliessend allerdings angemerkt: "Phasen 41-53 (inkl.
bodenkundlicher Baubegleitung und Erfolgskontrolle gemäss Vorgabe AFU)" (act. 2/5
Seite 5). Die Vorinstanz hat in der Bewertung das Fehlen der Phasen 32-33 festgestellt
(act. 2/7 und 6/18, Seite 4/8). Die Beschwerdeführerin hat diese Feststellung nicht
bestritten.
Die Vorinstanz hat sodann festgehalten, das Referenzprojekt habe die Bearbeitung des
Aspektes der Neophyten nicht enthalten (act. 2/7 und 6/18, Seite 4/8). Die
Beschwerdeführerin anerkennt zwar diesen Umstand, geht aber davon aus, ihre
Schlüsselperson sei auf der Expertenliste des Schweizerischen Verbandes der
Neobiota-Fachleute geführt. Dies setze die entsprechenden Kenntnisse voraus. Im
Lebenslauf wird der Schweizerische Verband der Neobiota-Fachleute unter dem Titel
5.2.3.
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"Mitgliedschaften" aufgeführt. Die Mitgliedschaft allein führt noch nicht zur Aufnahme
ins Verzeichnis der Experten. Die Schlüsselperson wird indessen vom Verband – wie
die Beschwerdeführerin geltend macht – in seinem Expertenverzeichnis geführt
(www.neobiota.ch, Expertenverzeichnis). Ob dies bereits im Zeitpunkt der Einreichung
des Angebots der Fall war, kann offenbleiben. Die Aufnahme in dieses Verzeichnis stellt
Anforderungen an die Ausbildung und setzt grundsätzlich auch Berufserfahrung
voraus. Bewerbende müssen – begründete Abweichungen vorbehalten – mindestens
zwei Jahre im Bereich Biologie/Umwelt/Unterhalt/Bau/andere Dienstleistungen mit
nachweislich regelmässigem Arbeitsschwerpunkt (mehr als 20 Prozent der Tätigkeit) im
Bereich Neobiota tätig gewesen sein (www.neobiota.ch, Experte werden). Daraus, dass
die Schlüsselperson im Expertenverzeichnis verzeichnet ist, kann zwar auf
Berufserfahrung in diesem Bereich, nicht aber darauf geschlossen werden, dass sie
Projekte in den Teilphasen 32-33 in leitender Funktion bearbeitet hat. Im Lebenslauf
werden zudem relevante Aus- und Weiterbildungen (Studium der
Umweltnaturwissenschaften an der ETHZ; Grüngutverwertung in der Gemeinde")
angeführt, die nicht ausschliessen, dass die Schlüsselperson im Expertenverzeichnis
allenfalls nicht aufgrund ihrer Berufserfahrung, sondern vielmehr aufgrund ihrer
qualifizierten Ausbildung – verlangt werden lediglich Matura oder abgeschlossene
Berufslehre oder gleichwertiges Zeugnis/Abschluss sowie in der Regel
Zusatzausbildung auf dem Gebiet der Biologie, Grünflächenunterhalt, Naturschutz,
nicht aber ein ETH-Studium – aufgeführt ist. Projekterfahrung in diesem Bereich ist
auch aus dem Lebenslauf der Schlüsselperson "Bodenschutz" nicht ersichtlich.
Dass die Schlüsselperson "Bodenschutz" der Beschwerdeführerin mit der Note 3 – den
Anforderungen entsprechend – bewertet wurde, ist sachlich nachvollziehbar und stellt
dementsprechend keinen Ermessensmissbrauch der Vorinstanz dar. Ebenfalls – und
insbesondere auch im Verhältnis zur Note 3 bei der Bewertung der entsprechenden
Schlüsselperson der Beschwerdeführerin – sachlich nachvollziehbar begründet ist die
Bewertung der Qualifikation der Schlüsselperson "Bodenschutz" der
Beschwerdegegnerin anhand des Referenzprojekts "Thursanierung Wattwil" und des
Lebenslaufs mit der Maximalnote 5. Deren Referenzprojekt betrifft zwar nicht anders
als das Referenzprojekt der Beschwerdeführerin die Sanierung eines Fliessgewässers.
Es ist indessen aktueller und umfasste unter anderem eine Untersuchung bezüglich
chemischer und biologischer (Neophyten-) Belastungen und die Erarbeitung eines
Neophytenkonzepts für die präventive mehrjährige Bekämpfung (act. 6/16 Seite 5).
Zuschlagskriterium "Aufgabenanalyse und Vorgehensvorschlag"
Die Rügen der Beschwerdeführerin zur Bewertung ihres Angebotes nach dem
5.3.
http://www.neobiota.ch http://www.neobiota.ch
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6. Zusammenfassung und Kosten
Zusammenfassend erweist sich die Beschwerde als unbegründet. Sie ist abzuweisen.
Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die amtlichen Kosten des
Beschwerdeverfahrens von der Beschwerdeführerin zu tragen (Art. 95 Abs. 1 VRP).
Eine Entscheidgebühr von CHF 1'500 ist angemessen (Art. 7 Ziff. 222 der
Gerichtskostenverordnung; sGS 941.12). Sie ist durch den bei der Hauptsache
verbliebenen Rest von CHF 1'500 des von der Beschwerdeführerin in der Höhe von
CHF 2'500 geleisteten Kostenvorschusses gedeckt.
Ausseramtliche Kosten sind für das Beschwerdeverfahren nicht zu entschädigen. Die
Beschwerdeführerin unterliegt. Die Vorinstanz stellt ihre Anträge zwar unter
Entschädigungsfolge, hat jedoch als verfügende Vergabebehörde keinen Anspruch auf
eine Entschädigung (Cavelti/Vögeli, Verwaltungsgerichtsbarkeit im Kanton St. Gallen,
2. Aufl. 2003, Rz. 829). Die Beschwerdegegnerin hat sich am Beschwerdeverfahren
nicht beteiligt (Art. 98 Abs. 1, Art. 98 und Art. 98 VRP).