# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 2aae59c7-c380-5870-9b3e-f2a141775e8f
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2016
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1975,
war von September 2003 bis Ende Januar 2015 als Geschäftsführer bei der
Y._
GmbH
angestellt
(Urk. 8/I/4).
Am
12. Januar 2015
beschloss die Gesellschafterversammlung, die
Y._
GmbH durch
Liquidation aufzulösen (Urk. 3/6
).
Der Versicherte
,
welcher bereits zuvor als Gesellschafter und Vorsitzender der Geschäftsleitung der
Y._
GmbH im Handelsregister eingetragen war, wurde daraufhin zusätzlich als Liquidator eingetragen (Urk.
8/III/3
).
Am
5. Januar 2016
meldete sich der Versicherte
beim Regionalen
Arbeitsvermitt
lungszentrum
(RAV) zur Arbeitsvermittlung an (Urk. 8/I/1) und beantragte ab demselben Datum Arbeitslosenentschädigung (Urk. 8/I/2).
Mit
V
erfügung vom
19. Januar 2016
verneinte die
Unia
Arbeitslo
senkasse
einen Anspruch des Versicherten auf Arbeitslosenentschädigung ab dem
5. Januar 2016
,
da der Versicherte b
eim Unternehmen
Y._
GmbH in Liquidation nach wie vor eine arbeitgeberähnliche Stellung inne habe
(Urk.
8
/I/
6
). Die dagegen vom Ver
sicherten erhobene Einsprache (Urk.
8
/I
I/1)
wies die
Unia
Arbeitslosenkasse mit Entscheid vom
10
.
Mai 2016
ab (Urk. 2).
2.
Dagegen erhob der Versicherte am
13. Juni 2016
Beschwerde und bean
tragte, der angefochtene
Einspracheentscheid
sei aufzuheben und
es sei
ihm ab dem 5. Januar 2016
Arbeitslosenentschädigung
zu gewähren
(Urk. 1
S. 2
). Die Beschwerdegegnerin sch
loss mit Beschwerdeantwort vom 22
.
August
2016 auf Abweisung der Beschw
erde (Urk. 6), was dem Beschwer
deführer
mit Verfügung vom 30. August 2016 zur Kenntnis gebracht wurde (Urk. 10).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Akten wird, soweit erfor
derlich, im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
Gemäss Art. 31 Abs. 3
lit
. c
des
Bundesgesetz
es
über die obligatorische Arbeitslo
senversicherung und die Insolvenzentschädigung (AVIG)
haben Perso
nen, die in ihrer Eigenschaft als Gesellschafter, als finanziell am Betrieb Betei
ligte oder als Mitglieder eines obersten betrieblichen Entscheidungsgremiums die Entscheidungen des Arbeitgebers bestimmen oder massgeblich beeinflussen können, sowie ihre mitarbeitenden Ehegatten keinen Anspruch auf
Kurzarbeits
entschädigung
. Hinsichtlich des Anspruchs auf Arbeitslosenentschädigung fin
det sich zwar in Art. 8 ff. AVIG keine Regelung, die dieser Norm zur Kurzarbeit entsprechen würde. Nach der Rechtsprechung gilt diese Regelung jedoch grundsätzlich auch für den Anspruch auf Arbeitslosenentschädigung (BGE 123 V 234 E. 7b/
bb
).
Die Frage, ob eine
arbeitnehmende
Person einem obersten betrieblichen
Entschei
dungsgremium
angehört und ob sie in dieser Eigenschaft massgeblich Einfluss auf die Unternehmensentscheidungen nehmen kann, ist aufgrund der internen betrieblichen Struktur zu beantworten. Keine Prüfung des Einzelfalles ist erforderlich, wenn sich die massgebliche Entscheidungsbefugnis bereits aus dem Gesetz selbst (zwingend) ergibt (BGE 123 V 234 E. 7a).
Damit eine versicherte Person in arbeitgeberähnlicher Stellung oder deren mitar
beitender Ehegatte Anspruch auf Arbeitslosenentschädigung hat, muss sie mit dem Ausscheiden aus dem Betrieb definitiv auch die arbeitgeberähnliche Stellung verlieren. Behält sie nach der Entlassung ihre arbeitgeberähnliche Stellung im Betrieb bei und kann sie dadurch die Entscheidungen des Arbeitge
bers weiterhin bestimmen oder massgeblich beeinflussen, verfügt sie nach wie vor über die unternehmerische Dispositionsfreiheit, den Betrieb jederzeit zu reaktivieren und sich bei Bedarf erneut als Arbeitnehmer einzustellen. Ein sol
ches Vorgehen läuft auf eine rechtsmissbräuchliche Umgehung der Regelung des
Art.
31
Abs.
3
lit
. c AVIG hinaus, welche ihrem Sinn nach der
Missbrauchs
verhütung
dient und in diesem Rahmen insbesondere dem Umstand Rechnung tragen will, dass der Arbeitsausfall von arbeitgeberähnlichen Personen praktisch unkontrollierbar ist, weil sie ihn aufgrund ihrer Stellung bestimmen oder mass
geblich beeinflussen können. Diese Rechtsprechung will nicht bloss dem ausge
wiesenen Missbrauch an sich begegnen, sondern bereits dem Risiko eines sol
chen, welches der Ausrichtung von Arbeitslosenentschädigung an
arbeitge
berähnliche
Personen inhärent ist (Urteile des Bundesgerichts C 255/05 vom 2
5.
Januar 2006 und C 92/02 vom 14. April 2003; vgl. Barbara Kupfer Bucher, Rechtsprechung des Bundesgerichts zum Sozialversicherungsrecht, Bundesge
setz über die obligatorische Arbeitslosenversicherung und die
Insolvenzentschä
digung
, 4. Auflage, Zürich/Basel/Genf 2013, S. 15 ff. mit Hinweisen zur Recht
sprechung).
2.
2.1
M
it Blick auf die bundesgerichtliche Rechtsprechung, wonach dem geschäftsfüh
renden Gesellschafter und Liquidator von Gesetzes wegen eine arbeitgeberähnliche Stellung zukommt (Urteile des Bundesgerichts C 75/04 vom 20. April 2005 E. 3, 8C_821
/2013 vom 31. Januar 2014 E. 3.2
f.),
ist
es
nicht zu beanstanden
, dass
die
Beschwerdegegnerin
eine Anspruchsberechtigung
des Beschwerdeführers
aufgrund
seiner
nach wie vor
bestehenden Stellung als Liquidator, Gesellschafter und Vorsitzender der Geschäftsleitung
der
Y._
GmbH in Liquidation verneint hat
.
2.2
Soweit der Beschwerdeführer
dagegen
vorbringt, vorliegend sei ein
Missbrauchsri
siko
ausgeschlossen, da die operative Tätigkeit des
Unternehmens eingestellt worden
sei
,
die angeordnete Liquidation unwiderruflich und eine Wiederaufnahme des Geschäftsbetriebes somit nicht mehr möglich sei
(Urk. 1
S. 4 f., S. 8 ff.
)
,
vermag dies zu keiner anderen Beurteilung zu führen
.
Gemäss ständiger bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist weder die Inaktivität einer Firma noch die angeordnete Liquidation ein taugliches Kriterium, das Ausschei
den einer Person in arbeitgeberähnlicher Stellung zu belegen,
da
diese Umstände nichts daran
ändern
, dass der Geschäftsführer oder Liquidator – im begrenzten Rahmen der Liquidationstätigkeiten – weiterhin die Geschicke des Betriebs bestimmen kann (Urteile des Bundesgerichts
8C_821/2013 vom 31. Januar 2014 E. 3.2 f., 8C_521/2007 vom 8. August 2008 E. 3.2 sowie
C 75/04 vom 20. April
2005 E. 3
; vgl.
sodann
auch
das
Urteil des Bundesgerichts
8C_571/2012 vom
21. Januar 2013
, in welchem ein Leistungsanspruch auf
grund der bestehenden formellen Organstellung und den damit bestehenden Einflussmöglichkeiten auf die Unternehm
en
sentscheidungen verneint wurde trotz den Feststellungen der Vorinstanz, es sei nichts mehr zu liquidieren gewesen [Urteil des Sozialversicherungsgerichts des Kantons Zürich AL.2012.0008 vom 4. Juni 2012 E. 3.3]).
Es bleibt
schliesslich
darauf hinzuweisen, dass
die
Y._
GmbH in Liquida
tion
trotz
der vom Beschwerdeführer eingereichten
Löschungsanmel
dung vom
11. Februar 2016
(Urk. 3/15)
gemäss
dem
Handelsregister-Auszug im Internet (vgl.
www.zefix.ch
) nach wie vor nicht gelöscht ist
.
2.3
Die Beschwerdegegnerin hat einen Anspruch des Beschwerdeführers auf
Arbeits
losenentschädig
ung
zufolge seiner arbeitgeberähnlichen Stellung somit
zu Recht verneint
, weshalb die Beschwerde abzuweisen ist
.