# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** f9a1b50f-139f-4801-85e1-848467240dae
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2018
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
X._, geboren 1973, war von 1998 bis 2012 zu 100 % als Maler bei der A._ angestellt, als ihm sein Arbeitsverhältnis am 27. Januar 2012 per Ende Mai 2012 infolge Auflö
sung des Malerbetriebs gekündigt wurde (Urk. 9/1/1 und Urk. 9/9). Kurz darauf schrieb ihn die B._ ab 10. Februar 2012 wegen Rücken- und Kniebeschwerden sowie Depressionen zu 100 % arbeitsun
fähig (Urk. 9/1/1, Urk. 9/19/5). Unter Hinweis auf eine mittelschwere Depres
sion, Probleme wegen einer Diskushernie seit August 2011 und Knieschmerzen meldete er sich am 3. April 2012 bei der Invalidenversicherung zum Leistungs
bezug an (Urk. 9/4/6-7, Urk. 9/1/2).
Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, tätigte erwerbliche und medizinische Abklärungen. Sie holte einen IK-Auszug (Urk. 9/6) ein, liess einen Arbeitgeberfragebogen ausfüllen (Urk. 9/8)
und zog verschiedene Arztbe
richte bei, unter anderem Berichte der B._ (Urk. 9/15), der Vertrauensärztin der Pensionskasse C._ (Urk. 9/13) und des D._ (Urk. 9/20). Ferner besorgte sie die Akten der Krankentaggeldversicherung Zürich Versicherungs-Gesellschaft AG (Urk. 9/19/1-11). In Folge liess sie über die E._ zuerst ein Belastbarkeitstraining vom 7. Januar bis 6. April 2013 (Urk. 9/35, Urk. 9/43) und dann ein Aufbautraining durchführen, das vom 7. April bis am 6. Oktober 2013 (Urk. 9/45, Urk. 9/51-52) dauern sollte. Am 24. Juni 2013 brach X._ das Aufbautraining aus psychischen Gründen ab. Daraufhin schloss die IV-Stelle die beruflichen Massnahmen am 19. Juli 2013 ab und veranlasste eine Rentenprüfung (Urk. 9/52-53). Sie holte bei den bereits erwähnten medizinischen Institutionen weitere Berichte ein (B._ [Urk. 9/55, Urk. 9/63], Vertrauensärztin der Pensionskasse C._ [Urk. 9/58, Urk. 9/76], D._ [Urk. 9/54]) und besorgte einen gemeinschaftlichen Bericht des behandelnden Internisten und der behan
delnden Fachpsychologin (Urk. 9/67). Am 9. Oktober 2015 liess die IV-Stelle den Versicherten vom Regionalen Ärztlichen Dienst (RAD) fachärztlich psychi
atrisch und orthopädisch untersuchen (RAD-Untersuchungsberichte vom 16. November 2015 [Urk. 9/81, Urk. 9/82]).
Gestützt auf ihre Abklärungen, insbesondere den bidisziplinären Konsens der RAD-Untersuchungsärzte vom 16. November 2015
(Urk. 9/83/9), stellte die IV-Stelle dem Versicherten mit Vorbescheid vom 23. November 2015 (Urk. 9/85) die Verneinung des Anspruchs auf eine Invalidenrente in Aussicht. Dagegen liess
der Versicherte, vertreten durch Frau Z._ von der Y._, am 5. Januar 2016 innert erstreckter Frist Einwand (Urk. 9/86; Urk. 9/89) erheben. Mit Einwandergänzung vom 1. Februar 2016 (Urk. 9/93) liess er eine ausführliche Stellungnahme zum versicherungspsychiat
rischen Untersuchungsbericht des RAD-Arztes med. pract. F._, Fach
arzt für Psychiatrie und Psychotherapie, vom 16. November 2015 (Urk. 9/81) einreichen, welche die behandelnde Fachpsychologin lic. phil. G._, Fachpsychologin für Psychotherapie, und die Psychiaterin, Dr. med. H._, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie, am 25. Januar 2016 erstellt hatten (Urk. 9/92). Mit Verfügung vom 8. Februar 2016 verneinte die IV-Stelle den Anspruch auf Invalidenrente wie angekündigt (Urk. 2 = Urk. 9/97).
2.
Hiergegen liess X._ am 3. März 2016 Beschwerde führen mit den Rechtsbegehren, die Verfügung vom 8. Februar 2016 sei aufzuheben und es sei ihm eine ganze Rente zuzusprechen (Urk. 1). Mit Beschwerdeantwort vom 24. Mai 2016 (Urk. 8) ersuchte die IV-Stelle innert erstreckter Frist
um Abwei
sung der Beschwerde, was dem Versicherten am 25. Mai 2016 zur Kenntnis gebracht wurde (Urk. 10).
Am 8. Januar 2018 gewährte das Gericht den Parteien das rechtliche Gehör, damit diese sich zur Rechtsprechungsänderung betreffend psychische Erkran
kungen (BGE 143 V 409 und 143 V 418) äussern konnten (Urk. 11). Die IV-Stelle nahm mit Eingabe vom 22. Januar 2018 Stellung (Urk. 13). Hierauf liess der Versichere innert erstreckter Frist am 19. März 2018 eine Stellungahme ein
reichen und ausserdem die unentgeltliche Prozessführung beantragen (Urk. 17). Nach getätigten Abklärungen betreffend finanzielle Bedürftigkeit (Urk. 19, Urk. 21) bewilligte das Gericht dem Versicherten am 10. April 2018 die unent
geltliche Prozessführung (Urk. 22). Zudem brachte es der IV-Stelle die Stellung
nahme des Versicherten vom 19. März 2018 zur Kenntnis (vgl. Urk. 22).
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.

## Considerations

Das Gericht zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts; ATSG
).
Sie kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung; IVG
).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beein
trächtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursach
te und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommen
den ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesund
heitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie körperliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 8 ATSG bewirken.
Rechtsprechungsgemäss ist bei psy
chischen Beeinträchtigungen zu prüfen,
ob ein psychischer Gesundheitsschaden mit Krankheitswert besteht, welcher
die versicherte Person auch bei Aufbietung allen guten Willens daran hindert, ein rentenausschliessendes Erwerbseinkom
men zu erzielen (
vgl.
BGE
139 V 547
E. 5
,
131 V 49
E. 1.2
,
130 V 352
E. 2.2.1
; vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_125/2015 vom 18. November 2015 E. 5.4).
Die Annahme
eines psychischen Gesundheitsschadens im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG sowie Art. 3 Abs. 1 und Art. 6 ATSG setzt
eine psychiatrische,
lege artis auf die Vorgaben eines anerkannten Klassifikationssystems abgestützte Diagnose voraus (
vgl. BGE 143 V 409 E. 4.5.2,
141 V 281 E. 2.1
, 130 V 396
E. 5.3 und E. 6
). Eine fachärztlich
einwandfrei
festgestellte psychische Krankheit ist jedoch nicht ohne
W
eiteres gleichbedeutend mit dem Vorliegen einer Invali
dität. In jedem Einzelfall muss eine Beeinträchtigung der Arbeits- und Erwerbs
fähigkeit unabhängig von der Diagnose und grundsätzlich unbesehen der Ätio
logie ausgewiesen und in ihrem Ausmass bestimmt sein. Entscheidend ist die
nach einem weitgehend objektivierten Massstab zu beurteilende
Frage, ob es der versicherten Person zumutbar ist, eine Arb
eitsleistung zu erbringen (BGE 143 V 409 E. 4.2.1, 141 V 281 E. 3.7,
139 V 547 E. 5.2
, 127 V 294 E. 4c, je mit Hin
weisen; vgl. Art. 7 Abs. 2 ATSG
).
1.3
Mit BGE 143 V 418 entschied das Bundesgericht, dass grundsätzlich sämtliche psychischen Erkrankungen für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit einem struk
turierten Beweisverfahren nach BGE 141 V 281 zu unterziehen sind (E. 6 und 7, Änderung der Rechtsprechung; vgl. BGE 143 V 409 E. 4.5.2 speziell mit Bezug auf leichte bis mittelschwere Depressionen).
Das für somatoforme Schmerzstörungen und vergleichbare psychosomatische Leiden entwickelte strukturierte Beweisverfahren definiert systematisierte Indi
katoren,
die es
–
unter Berücksichtigung leistungshindernder äusserer Belas
tungsfaktoren einerseits und von Kompensationspotentialen (Ressourcen) ande
rerseits
–
erlauben, das tatsächlich erreichbare Leistungsvermögen einzuschät
zen (BGE 141 V 281 E. 2, E. 3.4-3.6 und 4.1; vgl. statt vieler: Urteil des Bundes
gerichts 9C_590/2017 vom 1
5.
Februar 2018 E. 5.1).
Die Anerkennung eines rentenbegründenden Invaliditätsgrades ist nur zulässig, wenn die funktionellen Auswirkungen der medizinisch festgestellten gesundheitlichen Anspruchsgrund
lage im Einzelfall anhand der Standardindikatoren schlüssig und widerspruchs
frei mit (zumindest) überwiegender Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sind. Fehlt es an diesem Nachweis, hat die materiell beweisbelastete versicherte Person die Folgen der Beweislosigkeit zu tragen (BGE 141 V 281 E. 6; vgl. zur Publikation in der Amtlichen Sammlung bestimmtes Urteil des Bundesgerichts 8C_409/2017 vom 2
1.
März 2018 E. 4.3).
Diese Rechtsprechung ist auf alle im Zeitpunkt der Praxisänderung noch nicht erledigten Fälle anzuwenden (Urteil des Bundesgerichts 9C_580/2017 vom 16. Januar 2018 E. 3.1 mit Hinweisen).
1
.
4
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine Vier
telsrente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine Dreiviertelsren
te und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.
5
Versicherungsträger und Sozialversicherungsgerichte haben die Beweise frei, das heisst ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Für das Beschwerdeverfahren bedeutet dies, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel, unabhängig davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden hat, ob die verfüg
baren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruches gestatten. Insbesondere darf es bei einander widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztbe
richtes ist also entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfas
send ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwer
den berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schluss
folgerungen begründet sind. Ausschlaggebend für den Beweiswert ist grund
sätzlich somit weder die Herkunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gut
achten (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin stellte sich in der angefochtenen Verfügung gestützt auf die RAD-Untersuchungsberichte vom 16. November 2015 auf den Stand
punkt, dass aus psychiatrischer und chirurgisch-orthopädischer Sicht kein Gesundheitsschaden bestehe, welcher die Arbeitsfähigkeit längerfristig ein
schränke. Ein Anspruch auf Leistungen der Invalidenversicherung sei somit nicht gegeben (Urk. 2).
2.2
Der Beschwerdeführer lässt demgegenüber im Wesentlichen geltend machen,
es dürfe nicht auf den psychiatrischen RAD-Untersuchungsbericht vom 16. Novem
ber 2015 abgestellt werden. Aus den verschiedenen Berichten der Fachärztinnen und Fachärzte sowie der E._ sei ersichtlich, dass er durch seine psychischen Störungen in der Arbeitsfähigkeit erheblich eingeschränkt sei. Es seien sich bis auf den RAD alle behandelnden Ärzte einig, dass er im ersten Arbeitsmarkt zu 100 % arbeitsunfähig sei. Es sei ihm daher eine ganze Rente der Invalidenversicherung zuzusprechen (Urk. 1).
3.
3.1
Der Gesundheitszustand des Beschwerdeführers stellt sich anhand der Aktenlage zusammengefasst im Wesentlichen wie folgt dar:
Am 10. Februar 2012 trat der Beschwerdeführer im Rahmen einer Anpassungs
störung mit depressiver Verstimmung, innerer Unruhe und Suizidgedanken, die sich nach der Kündigung seiner Arbeitsstelle
ergeben ha
tte
, in die
B._
ein (
Austrittsbericht vom 26. März 2012;
Urk. 9/15/1). Dort hielt er sich bis
zum
19. März 2012 auf. In dieser Zeit wurden am 28. Februar, am 8. März und am 19. März 2012 neuropsychologische Unter
suchungen durchgeführt (Urk. 9/15/2). Darin wurden vordergründig Defizite des Gedächtnisses beziehungsweise des Lernens und der exekutiven Funktionen (Arbeitsgedächtnis, geteilte Aufmerksamkeit, spontane verbale Flexibilität) fest
gestellt. Die Aufmerksamkeitsleistung sei je nach Aufgabe normal oder unter
durchschnittlich. Weitere Funktionen hätten sich unauffällig präsentiert. Der Beschwerdeführer erziele einen klinisch knapp relevanten Beck-Depressions-Inventars-Wert (BDI-Wert) von 18 Punkten, was einer milden Depression ent
spreche
.
Die Depression sei aber zu wenig ausgeprägt, um die Defizite erklären zu können. Die neuropsychologischen Befunde würden auf eine frühkindliche zerebrale Entwicklungsschwäche hindeuten. Mit grosser Wahrscheinlichkeit habe der Beschwerdeführer ein prämorbid tiefes Leistungsprofil mit einer Auf
merksamkeits- und Leistungsschwäche. Nach Verlust seiner sicheren und geschützten Umgebung bei der Arbeit habe dies zu einer Dekompensation geführt (Urk. 9/15/2).
3.2
Am 27. April 2012 (Urk. 9/7) stellte Dr. I._, Fachchiropraktiker und Gutachter der J._, in somatischer Hinsicht als Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit ein lumbovertebrales Syn
drom mit Diskushernie L5/S1 seit August 2011 fest (Urk. 9/7/1). Der Beschwer
deführer sei vom 12. August bis 30. September 2011 zu 100 % und vom 1. bis 15. Oktober 2011 zu 50 % arbeitsunfähig gewesen (Urk. 9/7/2). Durch die chiro
praktischen Massnahmen und die Physiotherapie sei er Ende 2011 beschwerde
frei gewesen (Urk. 9/7/1).
3.3
Dr. med.
K._
, Vertrauensärztin
der Pensionskasse
C._
und Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie, nannte am
14
. Mai 2012 (Urk. 9/13) die Diagnosen einer Agoraphobie (ICD-10 F40.0) und einer sozialen Phobie (ICD-10 F40.1) mit massivem Meidungsverhalten und sozialer Isolation, die differentialdiagnostisch im Rahmen einer ängstlichen Persönlich
keitsstörung (ICD-10 F60.6) oder einer Angststörung (ICD-10 F40.1/F40.0) zu stellen sei
en
. Weiter listete sie einen Verdacht auf eine Aufmerksamkeitsdefi
zitstörung (ICD-10 F90.0) und die Diagnose einer mittelgradigen depressiven Episode (ICD-10 F32.1) auf. Die Diagnosen bestünden seit der Kindheit, eine akute depressive Symptomatik sei seit 2011 zunehmend (Urk. 9/13/2). Klinisch zeige sich als für die Arbeitsunfähigkeit relevante Hauptdiagnose eine invalidi
sierende Angstproblematik, wahrscheinlich im Rahmen einer Persönlichkeitsstö
rung, und die Verdachtsdiagnose einer Aufmerksamkeitsdefizitstörung (ADS) oder einer anderen frühkindlichen zerebralen Entwicklungsschwäche (gemäss neuropsychologischer Abklärung der
B._
[vgl. Urk. 9/15/2]) als Grunderkran
kung (Urk. 9/13/2). Die Prognose in der angestammten Tätigkeit sei un
günstig und es bestehe eine 100%-ige
Arbeitsunfähigkeit (Urk. 9/13/8). Die Arbeits
t
ä
t
ig
keit sei vorher nur wegen
des
Nischenarbeitsplatzes möglich gewesen. In einer leidensangepassten Tätigkeit ohne Hektik und mit stabilen Beziehungen im Mit
arbeiterteam
schätz
e sie den Beschwerdeführer
als
voll arbeitsfähig ein (Urk. 9/13/6).
3.4
Im Bericht vom 11. Juni 2012 erhob
Dr. L._
im Wesentlichen die Diagnosen chronische Knie- und Leistenschmerzen linksbetont, nachdem
er
den Beschwerdeführer vom 1
0.
bis 25. April 2012 behandelt hatte. Er habe von on-off Schmerzen in
beiden Knien
berichtet, die seit Jahren (circa seit 2005) beste
hen würden. Ausserdem habe er beim Gehen Schmerzen in der Leiste. Im ärzt
lichen Befund
habe
lediglich eine Einschränkung der Inklination der Lenden
wirbelsäule festgestellt werden
können
. Die LWS sei vermindert belastbar (schwere Lasten, häufiges Bücken). Dasselbe gelte für die Knie (Knien, lange Kauerstellung). Bestimmend für die Arbeitsfähigkeit sei jedoch die psychische Erkrankung (Urk. 9/16).
3.5
Dr. med. M._, Oberarzt am D._, äus
serte im Bericht vom 4. Juli 2012 (Urk. 9/20) den Verdacht auf eine Persönlich
keitsstörung und erhob ebenfalls die Diagnose einer mittelgradigen depressiven Episode. Der Verlust der Arbeitsstelle habe den Beschwerdeführer aus der Bahn geworfen; er sei unkonzentriert, im sozialen Kontakt blockiert. Er leide unter Schlafstörungen, an Soziophobie, Überforderung und Antriebsmangel. In der angestammten Tätigkeit als Maler bestehe eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit, und auch eine angepasste Tätigkeit sei zurzeit nicht möglich. Er müsse wieder ler
nen, unter Menschen zu gehen und brauche eine ruhige Umgebung ohne Über
forderung.
Gestützt darauf leitete die IV-Stelle das Belastbarkeits- und anschliessend das Aufbautraining ein, das im Juni 2013 aus gesundheitlichen Gründen abge
brochen werden musste (Urk. 9/53).
3.6
Der Arztbericht der B._ vom 9. September 2013 (Urk. 9/55) erging nach dem zweiten stationären Aufenthalt, der vom 25. Juni bis 11. Juli 2013 gedauert hatte. Darin bestätigte Dr. med. H._, Oberarzt und Facharzt für Neurologie sowie für Psychiatrie und Psychotherapie, die Diagnosen einer mit
telgradigen rezidivierenden Depression (ICD-10 F33.1) und einer Aufmerksam
keitsdefizit- und Hyperaktivitätsstörung (ADHS; ICD-10 F90.0). Der Beschwer
deführer sei aktuell zu 100 % arbeitsunfähig. Bei erfolgreicher Weiterführung der tagesklinischen Behandlung wäre die schrittweise Wiederaufnahme der bis
herigen Tätigkeit als Maler möglich; allerdings sei die allgemeine Belastbarkeit aufgrund der Depression reduziert, und eine Zunahme der Belastung würde zu einer Verschlechterung der depressiven Symptomatik führen (Urk. 9/55/4).
3.7
Am 26. Februar 2014 (Urk. 9/57) erstellte die B._ nach dem dritten stationären Aufenthalt vom 22. Januar bis 21. Februar 2014 einen weiteren Bericht.
Wäh
rend der Hospitalisation waren am 29. Januar eine neuropsychologische (Urk. 9/75/5-
8) und am
12. und
18. Februar 2014 eine psychodiagnostische Untersuchung (Urk. 9/75/1-4)
gemacht worden. Dr. H._ erwähnte im zusammenfassenden Bericht (Urk. 9/57) nebst den bisherigen psy
chischen Diagnosen einer rezidivierenden mittelgradigen Depression (ICD-10 F33.1), einer sozialen Phobie (ICD-10 F40.1) und einer ADHS (ICD-10 F90.0) neu die Diagnose einer posttraumatischen Belastungsstörung (PTBS, ICD-10 F43.1), die wahrscheinlich seit der Kindheit bestehe.
Als ärztlichen Befund hielt er im Wesentlichen fest, der Beschwerdeführer habe Angst vor negativer Bewer
tung. Er sei der Überzeugung, dass sein eigenes Verhalten negativ bewertet werde. Aus diesem Grund vermeide er Situationen, wo er sich beurteilt fühle. Er habe auch leichte Beziehungsideen (Passagiere im Tram bzw. Autolenker wür
den ihn beobachten, ihn auslachen oder komisch anschauen). Vom 12. Juli 2013 bis heute (26. Februar 2014)
und anamnestisch seit Februar 2012
sei eine Arbeitsunfähigkeit von 100 % in der angestammten Tätigkeit als Maler zu attestieren (Urk. 9/57/4). Die bisherige Tätigkeit sei nun auch aus seiner medizi
nischen Sicht nicht mehr zumutbar, zumal geistige (mittelgradige Konzentra
tions- und Aufmerksamkeitsstörung, Gedankenkreisen, Neigung zum Grübeln), psychische (niedergedrückte Stimmung, Ängste, Vermeidungstendenzen) und körperliche (Rückenschmerzen) Einschränkungen bestünden. In einer leidensan
gepassten Tätigkeit seien wegen der Rückenbeschwerden und der verminderten psychischen Belastbarkeit nur Arbeiten mit geringer körperlicher Belastbarkeit und niedrigem Arbeitspensum möglich (Urk. 9/57/5).
3.8
Dr. K._ von der Pensionskasse C._ nannte am 27. April 2014 (Urk. 9/58) in ihrem Bericht dieselben psychischen Diagnosen wie Dr. B. H._ (vgl. Urk. 9/57). Der Beschwerdeführer wirke jedoch gegen
über 2012 etwas weniger ängstlich, etwas aufgehellter und im Kontakt etwas aufgeschlossener. Die depressive Symptomatik wirke reduziert (Urk. 9/58/4). Es liege in der bisherigen Tätigkeit eine Arbeitsunfähigkeit von 100 % vor und mit deren Wiederaufnahme sei nicht zu rechnen (Urk. 9/58/9). Auch in einer lei
densangepassten Tätigkeit sei vorübergehend bis langfristig von einer Erwerbs
unfähigkeit auszugehen (Urk. 9/58/10).
3.9
Im Bericht der B._ vom 20. November 2014 (Urk. 9/63) attestierte Dr. H._ dem Beschwerdeführer ebenfalls eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit als Maler. Einschränkend wirkten sich die Antriebshemmung, die Reduktion der Belastbarkeit, die Beeinträchtigung der Konzentrationsfähigkeit, die schnelle Ermüdbarkeit, die Ängste und die soziophobischen Züge aus. Mit der Wieder
aufnahme der angestammten Tätigkeit könne nicht gerechnet werden, eine IV-gestützte berufliche Integration sollte indes möglich sein.
3.10
Am 4. Februar 2015 stellten Dr. med. G._, Facharzt für Allge
meinmedizin, und die behandelnde Psychologin lic. phil. G._, Fachpsychologin für Psychotherapie, in einem gemeinschaftlichen Bericht (Urk. 9/67) ebenfalls die Diagnosen einer rezidivierenden depressiven Störung, sozialer Phobien, einer PTBS und einer ADS, die sich auf die Arbeits
fähigkeit auswirkten (Urk. 9/58). Der Beschwerdeführer sei in seinem ange
stammten Beruf aufgrund der körperlichen und psychischen Beschwerden nicht mehr arbeitsfähig. Durch medizinische Massnahmen könne die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers jedoch verbessert werden. Es seien berufliche Massnah
men angezeigt. Seine Leistungsfähigkeit sei aufgrund psychischer Beeinträchti
gungen (soziale Phobie, ADHS) zurzeit zu 100 % eingeschränkt (Urk. 9/67/2).
3.11
Dr. I._
bestätigte im Arztbericht vom 19. Februar 2015 (Urk. 9/69) die Diag
nose eines lumbovertebralen Syndroms mit Diskushernie L5/S1 seit August 2011, welche er bereits am 27. April 2012 (Urk. 9/7) gestellt hatte. Im März 2013 und im März 2014 sei es zu einem Rezidiv mit lokalem lumbovertebralem Syndrom ohne Anzeichen einer Diskushernie gekommen. Im April 2014 habe die letzte Behandlung stattgefunden, wobei der Beschwerdeführer zu dieser Zeit beschwerdearm gewesen sei (Urk. 9/69/1).
3.12
Im Arztbericht vom 26. Mai 2015 (Urk. 9/76) bestätigte Dr. K._ im Wesentlichen die Diagnosen ihres letzten Berichts (Urk. 9/58). Unter den objek
tiven Befunden beschrieb Dr. K._ einen deutlich ängstlichen und depressiven Exploranden, der im Kontakt gehemmt, verhalten, schüchtern und unsicher sei. Der Redefluss sei stark verlangsamt. Er wirke insgesamt überfor
dert, verloren und hilflos. Die sozialen Ängste und das Meideverhalten hätten sich eher wieder verstärkt (Urk. 9/76/4). Unter dem psychopathologischen Befund hielt die Psychiaterin weiter eine Verminderung von Aufmerksamkeit, Auffassung und Gedächtnis fest. Das formale Denken sei zerfahren, sprunghaft, vorbeiantwortend, den Faden verlierend. Inhaltlich sei der Beschwerdeführer problem- und beschwerdezentriert. Im Affekt sei er niedergeschlagen, bedrückt, rat- und perspektivenlos, ängstlich-unsicher, pessimistisch, nicht schwingungs
fähig, nicht auslenkbar. Ein affektiver Rapport sei knapp möglich (Urk. 9/76/4). Er sei bis Ende Dezember 2014 in tagesklinischer Behandlung gewesen, sei seit
her jedoch ohne Tagesstruktur (Urk. 9/76/3). Es liege in der bisherigen Tätigkeit eine Arbeitsunfähigkeit von 100 % vor und mit deren Wiederaufnahme sei nicht zu rechnen (Urk. 9/76/8). In einer leidensangepassten Tätigkeit sei nicht mehr nur von einer vorübergehenden bis langfristigen (Urk. 9/58), sondern von einer dauernden Erwerbsunfähigkeit auszugehen (Urk. 9/76/9). Die Prognose sei ungünstig, weil erstens eine komplexe psychische Erkrankung vorliege, die chronifiziert sei und bei der durch stationäre, teilstationäre und ambulante Behandlungen kaum Fortschritte erzielt worden seien. Zweitens sei der Verlauf bisher therapeutisch kaum zu beeinflussen gewesen. Drittens wirke sich eine Ich-Schwäche, eine geringe Selbständigkeit und eine Hilflosigkeit ohne Führung negativ aus (Urk. 9/76/5).
3.13
Im psychiatrischen RAD-Untersuchungsbericht vom 16. November 2015 (Urk. 9/81) nannte med. pract. F._ keine Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (Urk. 9/81/8). Als Diagnosen
ohne
dauerhafte Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit erwähnte er hingegen die bisher bekannten Diagnosen einer Aufmerksamkeitsdefizit- und Hyperaktivitätsstörung (ADHS; ICD-10 F90.0), einer Agoraphobie (ICD-10 F40.0), einer sozialen Phobie (ICD-10 F40.1), eines Zustands nach gegenwärtig remittierter rezidivierender depressiver Störung (ICD-10 F33.4) und eine Lernschwäche (ICD-10 F81.9).
Unter dem Titel psychopathologischer Befund schilderte der RAD-Psychiater den Beschwerdeführer als eine Person mit flüssigem und zusammenhängendem Gedankengang, bei der keine inhaltlichen Denkstörungen feststellbar seien. Er sei affektiv schwingungsfähig und habe auch gelacht. Es bestehe kein Anhalt für Herabgestimmtheit. Mimik, Gestik und Antrieb seien unauffällig. Er sei über die gesamte 140minütige Untersuchungszeit aufmerksam und konzentriert gewesen (Urk. 9/81/4).
Weiter führte der RAD-Psychiater unter dem Titel Tagesablauf aus, dass sich der Beschwerdeführer um die beiden Katzen kümmere und die Haushaltarbeiten besorge (Geschirrspüler räumen, putzen, staubsaugen, glätten). Abends koche abwechselnd der Beschwerdeführer oder seine Partnerin. Zudem bringe er seine Freundin zur Arbeit und hole sie wieder ab (Urk. 9/81/2).
Der Beschwerdeführer zeige sich als eine Persönlichkeit, die trotz übler Kind
heitserfahrungen und einer Lernbehinderung eine Malerlehre geschafft und vie
le Jahre an derselben ruhigen Arbeitsstelle gearbeitet habe, bis er im Mai 2012 diese Stelle verloren habe. Es sei gut nachvollziehbar, dass diese psychosoziale Belastung ihn psychisch sehr getroffen habe. Inzwischen habe er aber erfreu
liche Fortschritte gemacht: Er wohne nun erstmals mit einer Partnerin zusam
men (Urk. 9/81/7).
Zur wiederholt diagnostizierten posttraumatischen Belastungsstörung meinte der RAD-Psychiater, dass die kindlichen Belastungen zwar unbestritten seien. Sie hätten aber nicht zur Arbeitsunfähigkeit geführt. Vielleicht werde sich der Beschwerdeführer schwertun, mit seinem langsamen Arbeitstempo wieder eine neue Arbeitsstelle zu finden. Aber aus versicherungspsychiatrischer Sicht sei keine gravierende Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit erkennbar. Deshalb betrage die Arbeitsunfähigkeit in Bezug auf jegliche Tätigikeiten 0 % (Urk. 9/81/8).
3.14
Im orthopädisch-chirurgischen RAD-Untersuchungsbericht vom 16. November 2015 (Urk. 9/82) stellte Dr. med. N._, Facharzt für orthopädische Chirurgie und Traumatologie, ebenfalls keine Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (Urk. 9/82/6). Als Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeits
fähigkeit erwähnte er eine chronische, in der Intensität wechselnde Lumbalgie rechtsbetont bei anamnestisch bekannter Bandscheibenprotrusion L5/S1 und muskulärer Verspannung, eine chronische muskuläre Verspannung im Schulter
gürtelbereich, eine Dekonditionierung und anamnestisch einen Zustand nach Morbus-Osgood Schlatter links (Urk. 9/82/6). Es sei kein somatischer Gesund
heitsschaden ausgewiesen, der die Arbeitsfähigkeit in der Tätigkeit als Maler und Hauswartsgehilfe beeinträchtigen würde. In der zuletzt ausgeübten Tätig
keit bestehe medizinisch-theoretisch weiterhin eine uneingeschränkte Arbeitsfä
higkeit, da es sich hierbei um eine in der Regel maximal mittelschwere Arbeit handle. Auch für andere, körperlich leichte und mittelschwere Tätigkeiten des allgemeinen Arbeitsmarktes bestehe eine 100%ige Arbeitsfähigkeit, sofern es sich dabei nicht um Tätigkeiten in ständig vornüber gebeugter oder verdrehter Zwangshaltung des Rumpfes handle oder um solche in Verbindung mit Heben und Tragen von Lasten mit mehr als maximal 20 kg Gewicht (Urk. 9/82/6).
3.15
Im ärztlichen Bericht vom 25. Januar 2016 (Urk. 9/92) bekräftigen Dr. med. H._, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie, und die Fachpsychologin G._, dass sich die Diagnosen ADHS (ICD-10 F90.0), soziale Phobie (ICD-10 F40.1), posttraumatische Belastungsstörung (ICD-10 F43.1) und mittelgradige rezidivierende depressive Störung (ICD-10 F33.1) auf die Arbeitsfähigkeit auswirken würden (Urk. 9/92/1-3). Bezüglich Arbeitsfä
higkeit erklärten sie, in der bisherigen Arbeit habe der Beschwerdeführer eine Art Nischenarbeitsplatz gehabt, in dem er lange habe funktionieren können. Nun sei ihm mangels genügender psychischer und physischer Belastbarkeit und Stabilität der angestammte Beruf nicht mehr zu empfehlen. Eine angepasste Tätigkeit sollte in einem geschützten Rahmen stattfinden, in dem nicht ein zu hohes Arbeitstempo gefordert werde und er sich zurückziehen könne. Es sei vorstellbar, dass er so eine Tätigkeit zu circa 40 % (eventuell mit späterer Stei
gerung) bewältigen könne (Urk. 9/92/4).
4.
Der Beschwerdeführer meldete sich am 3. April 2012 bei der Invalidenversiche
rung zum Leistungsbezug an (Urk. 9/4/7). Da er ab dem 10. Februar 2012 arbeitsunfähig geschrieben war (Urk. 9/19/5) und in Beachtung von Art. 28 Abs. 1 und Art. 29 Abs. 1 und 2 IVG konnte ein allfälliger Rentenanspruch frü
hestens nach Abbruch der beruflichen Massnahmen im Juni 2013 (Urk. 9/53) entstanden sein. Die gesundheitlichen Einschränkungen des Beschwerdeführers und die daraus resultierende Arbeits- und Erwerbsunfähigkeit sind daher für den Zeitraum von Februar 2012 (Beginn der Wartezeit gemäss Art. 28 Abs. 1 lit. b IVG) bis zum Erlass der angefochtenen Verfügung am 8. Februar 2016 (Urk. 2) zu prüfen.
5.
5.1
In somatischer Hinsicht steht fest, dass der Beschwerdeführer im Wesentlichen an einem lumbovertebralen Syndrom mit Diskushernie L5/S1 leidet, das behan
delt werden konnte und aus dem in einem angepassten Belastungsprofil keine anhaltende Einschränkung der Arbeitsfähigkeit resultiert (vgl. Urk. 9/7/1, 9/69/1 und 9/82/6). Dies ist anhand der Ergebnisse der orthopädischen RAD-Untersuchung vom 9. Oktober 2015 (Urk. 9/82), die im Einklang mit den Aus
führungen des Chiropraktikers Dr. I._ vom 27. April 2012 und vom 19. Februar 2015 (Urk. 9/7, Urk. 9/69) stehen, schlüssig und nachvollziehbar dargetan und wird auch nicht bestritten (vgl. Urk. 1). Weiterungen hierzu erüb
rigen sich daher.
Auch was die chronischen Knie- und Leistenschmerzen betrifft, die im Bericht von Dr. L._ vom 11. Juni 2012 festgehalten wurden, ergibt sich daraus keine massgebende Einschränkung der Arbeitsfähigkeit in einer angepassten, körper
lich nicht belastenden Tätigkeit. Laut Dr. L._ war die psychische Erkrankung massgebend für die Arbeitsunfähigkeit, während die körperlichen Beeinträchti
gungen in einem angepassten Belastungsprofil berücksichtigt werden könnten (Urk. 9/16/2-3). Anlässlich der orthopädischen RAD-Untersuchung gab der Beschwerdeführer ausdrücklich an, er habe keine Knieschmerzen mehr (Urk. 9/82/1). Da der RAD-Bericht von Dr. N._ sämtliche von der Rechtspre
chung verlangten Voraussetzungen (BGE 134 V 231 E. 5.1 mit Hinweis auf BGE 125 V 351 E. 3a) erfüllt, inhaltlich überzeugt und mit den übrigen Akten über
einstimmt, ist darauf abzustellen und aus somatischer Sicht von einer uneinge
schränkten Arbeitsfähigkeit sowohl in der angestammten Tätigkeit als Maler und Hauswartsgehilfe als auch in jeder anderen den Rückenbeschwerden ange
passten Tätigkeit auszugehen.
5.2
Betreffend die psychische Seite des Gesundheitszustandes ergibt sich aus den Akten zusammengefasst, dass der Beschwerdeführer eine Lernschwäche und seit den sexuellen Übergriffen in der Kindheit soziale Phobien mit Meideverhalten aufweist. Trotzdem hielt er sich an der seit 1998 innegehabten Arbeitsstelle problemlos. Die Kündigung der Arbeitsstelle im Januar 2012 bewirkte eine Dekompensation (vgl. Urk. 9/15). Einerseits kamen die Phobien mit massivem Meideverhalten und sozialer Isolation und die Angst, beobachtet und kritisiert zu werden, verstärkt zum Ausdruck, andererseits entwickelte der Beschwerde
führer eine mittelgradige Depression, derentwegen er in intensiver ärztlicher Behandlung mit verschiedenen Hospitalisationen und tagesklinischer Begleitung war. Die behandelnden Ärzte bescheinigten durchwegs eine 100%ige Arbeitsun
fähigkeit in der angestammten Tätigkeit, wobei sich aus den Berichten nicht klar ergibt, ob die Arbeitsunfähigkeit wegen der Depression, wegen der vorhan
denen Phobien mit Rückzugsverhalten, wegen der Lernschwäche oder aufgrund der Rückenproblematik attestiert wurde.
Unterschiedlich sind die ärztlichen Beurteilungen hinsichtlich der – für den all
fälligen Rentenanspruch massgeblichen - Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit. Während anfänglich und bis Februar 2014 eine angepasste Tätigkeit in ruhiger Umgebung und ohne Belastung mindestens teilzeitlich als möglich erachtet wurde (Bericht von Dr. K._ vom 14. Mai 2012 [Urk. 9/15/2], Berichte der B._ vom 9. September 2012 [Urk. 9/55] und vom 26. Februar 2014 [Urk. 9/57]), hielt Dr. K._ in den Berichten vom 27. April 2014 (Urk. 9/58) und vom 26. Mai 2015 (Urk. 9/76) trotz Besserung des Gesundheits
zustands dafür, der Beschwerdeführer sei auch in einer leidensangepassten Tätigkeit arbeitsunfähig, es müsse von einer dauernden Erwerbsunfähigkeit ausgegangen werden.
Ab April 2015, als der Beschwerdeführer mit seiner Freundin zusammenzog und wieder eine Tagesstruktur hatte, trat offenbar eine entscheidende Besserung ein, was auch der Beschwerdeführer subjektiv wahrnahm. So ging er wieder ins Hal
lenbad, konnte wieder mit öffentlichen Verkehrsmitteln fahren, ging ins Fit
nesscenter und plante mit seiner Freundin Ferien (Urk. 9/81/2-3). Dementspre
chend ging der RAD-Psychiater med. prakt. F._ im November 2015 von einer Remission der Depression aus und hielt den Beschwerdeführer wieder zu 100 % arbeitsfähig. Der Lernschwäche und den sozialen Phobien mass er keine Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit zu (Urk. 9/81/5). Demgegenüber hielten Dr. H._ und die Psychologin G._ im Bericht vom 25. Januar 2016 (Urk. 9/92) fest, eine angepasste Tätigkeit im geschützten Rah
men ohne Anforderungen an das Arbeitstempo sei dem Beschwerdeführer allen
falls zu 40 % möglich.
5.3
Den Ausführungen von med. prakt. O._, die zeitnahen medizinischen Berichte seien hinsichtlich der Beurteilung der depressionsbedingten Arbeitsunfähigkeit nicht überzeugend beziehungsweise nicht nachvollziehbar, so dass daraus keine Arbeitsunfähigkeit abgeleitet werden könne, kann nicht gefolgt werden.
Immerhin war der Beschwerdeführer dreimal in der B._ hospitalisiert, insge
samt rund 15 Wochen (vgl. Urk. 9/15, Urk. 9/55 und Urk. 9/57), und befand sich fast durchgehend in tagesklinischer (Urk. 9/57, Urk. 9/63 und Urk. 9/81/3) und zusätzlich in ambulanter psychotherapeutischer Behandlung (Urk. 9/63 und Urk. 9/92). Zudem wurde er jahrelang unter anderem mit Antidepressiva behan
delt (Urk. 9/63/4).
Zutreffend ist, dass sich den verschiedenen Arztberichten nicht eindeutig ent
nehmen lässt, auf welche der diagnostizierten Leiden die Einschränkungen nach Auffassung der Ärzte zurückzuführen waren. Soweit die Lernschwäche und die damit verbundene kognitive Beeinträchtigung für eine (Teil-)Arbeitsunfähigkeit verantwortlich gemacht wurden, ist der Beschwerdegegnerin zuzustimmen, dass dieser Faktor – soweit er nicht ein krankheitswertiges Ausmass angenommen hat – invaliditätsfremd und für einen allfälligen Rentenanspruch nicht massge
blich ist. Das Gleiche gilt hinsichtlich des eingeschränkten Arbeitstempos und bis zu einem gewissen Grad für die sozialen Phobien. Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts umfasst der für die Bemessung der Invalidität massgebliche allgemeine Arbeitsmarkt auch sogenannte Nischenarbeitsplätze, also Stellen- und Arbeitsangebote, bei welchen Behinderte mit einem sozialen Entgegen
kommen von Seiten des Arbeitgebers rechnen können (Urteil des Bundesge
richts 9C_294/2017 vom 4. Mai 2018 E. 5.4.2 mit Hinweisen).
Sollten die Ängste des Beschwerdeführers allerdings wenigstens vorübergehend ein Ausmass angenommen haben, das es ihm verunmöglichte, überhaupt soziale Kontakte zu pflegen und im normalen gesellschaftlichen Rahmen zu funktionie
ren, so kann eine Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit aus diesem Grund nicht ausgeschlossen werden.
Das Gleiche gilt für die durchgehend diagnostizierte mittelgradige depressive Episode. Auch wenn die depressive Störung bis zum Erlass der angefochtenen Verfügung remittiert gewesen sein sollte, ist eine dadurch bedingte vorüber
gehende invalidenversicherungsrechtlich relevante Einschränkung und damit allenfalls ein Anspruch auf eine befristete Invalidenrente nicht ausgeschlossen (BGE 143 V 409 E.4.2.1 mit Hinweisen).
5.4
Zusammenfassend ist nach dem Gesagten festzuhalten, dass sich aufgrund der bestehenden Aktenlage nicht beurteilen lässt, ob und bejahendenfalls in wel
chem Ausmass der Beschwerdeführer in der Zeit ab Beginn des theoretischen Rentenanspruchs bis zum Erlass der angefochtenen Verfügung aufgrund der psychischen krankheitsbedingten Beeinträchtigung in der Arbeits- und Erwerbs
fähigkeit eingeschränkt war. Die IV-Stelle, an welche die Sache zurückzuweisen ist, hat dazu ein externes psychiatrisches Gutachten einzuholen, das die gege
benenfalls festgestellten psychischen Gesundheitsstörungen auch im Rahmen des strukturierten Beweisverfahrens (Erwägung 1.3 hiervor) zu würdigen und sich insbesondere auch dazu zu äussern hat, ob die depressive Störung im mas
sgeblichen Beurteilungszeitraum remittierte oder nicht. Anschliessend wird sie über den Rentenanspruch des Beschwerdeführers neu zu befinden haben. In die
sem Sinne ist die Beschwerde gutzuheissen und die angefochtene Verfügung aufzuheben.
6.
Gemäss Art. 69 Abs. 1
bis
IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um die Bewilligung oder die Verweigerung von Leistungen der Invalidenversiche
rung vor dem kantonalen Versicherungsgericht in Abweichung von Art. 61 lit. a ATSG kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1‘000.-- festge
legt. Die Kosten sind auf Fr. 900.-- anzusetzen. Da die Rückweisung der Sache an die Verwaltung zu weiterer Abklärung und neuem Entscheid nach ständiger Rechtsprechung als vollständiges Obsiegen gilt (vgl. ZAK 1987 S. 268 f. E. 5 mit Hinweisen), sind die Kosten ausgangsgemäss der Beschwerdegegnerin aufzuer
legen.
Die Prozessentschädigung nach Art. 61 lit. g ATSG in Verbindung mit § 34 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht ist ohne Rücksicht auf den Streit
wert nach der Bedeutung der Streitsache, nach der Schwierigkeit des Prozesses, dem Zeitaufwand und den Barauslagen festzusetzen. Diese ist
unter Berücksich
tigung des reduzierten Stundenansatzes für Nichtjuristen (Fr. 145.-- exklusive Mehrwertsteuer), der Bedeutung der Streitsache und der Schwierigkeit des Pro
zesses auf Fr. 1‘800.-- (inklusive Mehrwertsteuer und Barauslagen) festzusetzen.