# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 9f4180a8-4737-4d61-a291-46d0f989217c
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2014
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** 

## Facts

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
,
geboren 1964, war
seit dem
1. Juni 1986 als Chauffeur bei der
Y._
angestellt
und in dieser Funktion bei der Allianz Suisse Versicherungs-Gesellschaft (vormals Helvetia Unfall bezie
hungsweise
Elvia
; nachfolgend: Allianz
) gegen die Folgen v
on Unfällen versi
chert (Urk. 8/2 Ziff. 3
). Am 19. Juli 1987 erlitt er einen Motorradunfall, als er eine Linkskurve zu spät bemerkte, mit dem Motorrad neben die Fahrbahn geriet und, nachdem er
die Mauer
einer Mistgrube streifte, gegen eine Hausmauer prallte (Urk. 8/3-4).
Dabei zog er sich ein Schädelhirntrauma mit
Schädelkalot
ten
- und Basisfraktur beidseits frontal,
bifrontalem
Epiduralhämatom
und Fraktur der lateralen
Orbitawand
, eine Nasenbeinfraktur sowie eine
Mehrfrag
mentenfraktur
des
Femur
links zu (Urk. 8/5-6).
Die Invalidenversicherung (IV) richtete ihm seit dem 1. Juli 1988 eine ganze Invalidenrente aus (Urk. 8/27).
Mit Verfügung vom 29. April 1994 sprach die Allianz dem Versicherten mit Wirkung per 1. Mai 1994 basierend auf einem Invaliditätsgrad von 100 % und einem
versicherten Verdienst von Fr.
57‘363.-- eine
monatliche
Komplemen
tärrente
zur Invalidenrente der IV zu (Urk. 8/67). Mit Verfügung vom 22. Juli 1994 sprach sie dem Versicherten sodann basierend auf einer
Integritätsein
busse
von 80 % eine Integritätsentschädigung von Fr. 65‘280.--
zu (Urk. 8/70).
1.2
Mit Verfügung vom 17. Juli 2012
(Urk. 8/178)
hob die Allianz
die
rentenzuspre
chende
Verfügung vom 29. April 1994 wiedererwägungsweise
auf, da der versi
cherte Verdienst damals zweifellos u
nrichtig festgesetzt worden sei
.
Neu ging sie
von einem versicherten
Verdienst von Fr. 50‘581.-- aus
.
Die dagegen erho
bene Einsprache (Urk. 8/181) wies die Allianz mit
Einspracheentscheid
vom 13. Dezember 2012 ab (Urk. 8/184 = Urk. 2).
2.
Gegen den
Einspracheentscheid
vom 13. Dezember 2012 (Urk. 2) erhob der Versi
cherte am 14. Januar 2013 Beschwerde und beantragte, der angefochtene Entscheid sei aufzuheben und die Allianz sei zu verpflichten, ihm mit Wirkung ab 1. Juli 2012 weiterhin die bi
sherige Rente im Betrag von Fr.
2‘789.-- zuzüg
lich zukünftiger Teuerungsanpassungen auszurichten (Urk. 1 S. 2).
Mit
Be
schwerdeantwort
vom 15. Februar 2013 schloss die
Beschwerdegegnerin
auf Abweisung der Beschwerde (Urk. 7), was dem Beschwerdeführer am
6. März 2013 zur Kenntnis gebracht wurde (Urk. 9).
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Gemäss einem allgemeinen Grundsatz des
Sozialversiche
r
ungsrechts
kann die Verwaltung auf formell rechtskräf
tige Verfügungen oder
Einspracheentscheide
, die nicht Gegenstand materieller richter
licher Beurteilung gebildet haben, zu
rückkommen, wenn sie zweifellos unrichtig sind und wenn ihre Berichtigung von erheblicher Be
deutung ist (Art. 53
Abs.
2
des Bundesgesetzes über den All
gemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG
; BGE 133 V 50 E. 4.1 S. 52).
1.2
Bei der Beurteilung, ob eine Wiedererwägung wegen zwei
felloser Unrichtigkeit zulässig sei, ist vom Rechts
zust
and auszugehen, wie er im Zeitpunkt des
Verfü
gungs
erlas
ses
be
standen hat, wozu auch die seinerzeitige
Rechts
praxis
ge
hört; eine Praxisänderung vermag aber kaum je die frühere Praxis als zweifellos un
richtig erscheinen zu las
sen (BGE 125 V 383 E. 3 S. 389).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin ging im angefochtenen
Einspracheentscheid
(Urk. 2) davon aus,
Art. 53 Abs. 2 ATSG gehöre zu den allgemeinen
Verfahrensbestim
mungen
, welche am 1. Januar 2003 sofort in Kraft getreten und in vollem Um
fang anwendbar seien. Diese Bestimmung sei daher auch im vorliegenden Fall anwendbar (S. 3 f. Ziff. 3a ff.). In der Verfügung vom 29. April 1994 sei zur Berechnung der Invalidenrente darauf abgestellt worden, was der Beschwerde
führer verdient hätte, wenn er seinen Tätigkeitsbereich gewechselt hätte und als Lastwagenchauffeur auf einem Überlandzug unterwegs gewesen wäre. Dieses Vorgehen
habe
jedoch in klarem Widerspruch zur Bestimmung von Art. 24 Abs. 2
der
Verordnung über die Unfallversicherung (UVV)
gestanden, wonach der ver
sicherte Verdienst an die normale Lohnentwicklung im angestammten Tätig
keitsbereich anzupassen sei, andere als teuerungsbedingte Änderungen der er
werblichen Verhältnisse jedoch nicht in Betracht zu fallen hätten.
Mit der Be
rücksichtigung von besseren Verdienstmöglichkeiten aufgrund eines Wechsels des Tätigkeitsbereiches sei die damalige Festlegung des versicherten Verdienstes zweifellos unrichtig gewesen, weshalb die Wiedererwägung zu Recht erfolgt sei (S. 4 ff. Ziff.
4a ff.).
Ergänzend führte die Beschwerdegegnerin mit Beschwerdeantwort aus, die
frühere
unklare Rechtslage betreffend Art. 24 Abs. 2 UVV habe einzig darin be
standen, ob das ein Jahr vor dem Unfall erzielte Einkommen der allgemeinen statistische
n oder der
allgemeinen Lohnentwicklung im damaligen
Beschäfti
gungsbetrieb
anzupassen sei. Es habe jedoch
bereits damals
festgestanden, dass persönliche Karrieresprünge oder künftige berufliche Veränderungen bei der Berechnung des versicherten Verdienstes nicht
zu berücksichtigen seien
. Beim vorgesehenen internen Wechsel auf einen Überlandzug und der damit einherge
henden Lohnerhöhung wegen der veränderten Funktion und Tätigkeit
habe
es sich aber eben gerade nicht um eine normale betriebsübliche Lohnentwicklung
gehandelt
, sondern die Lohnerhöhung
sei
einzig und allein vom Wechsel der Funktion ab
hängig gewesen
. Die Berücksichtigung der monetären Auswirkun
gen einer beruflichen Entwicklung respektive Veränderung, die sich ohne das Unfall
ereignis zeitlich er
st
nach letzterem entwickelt hätte, sei auch im Sinne der damaligen Rechtsprechung zweifellos unrichtig gewesen (Urk. 7 S. 5 f.).
2.2
Demgegenüber stellte sich der Beschwerdeführer auf den Standpunkt (Urk. 1),
Art. 53 Abs. 2 ATSG sei auf den vorliegenden Fall gar nicht anwendbar, da die Übergangsbestimmungen in Art. 82 Abs. 1 ATSG festhalten würden, dass die materiellen Bestimmungen dieses Gesetztes auf die bei seinem Inkrafttreten laufenden Leistungen und festgesetzten Forderungen nicht anwendbar seien. Gemäss ständiger Rechtsprechung des Bundesgerichts seien in zeitlicher Hin
sicht grundsätzlich diejenigen Rechtssätze relevant, die bei der Verwirklichung des zu Rechtsfolgen führenden Sachverhaltes in Geltung gestanden
hätten
(S. 4 ff. Ziff. II.1
a ff.
).
Sofern davon auszugehen sei, dass Art. 53 Abs. 2 ATSG oder eine analoge Bestimmung anwendbar sei, könne trotzdem nicht von einem zweifellos unrichtig bemessenen versicherten Verdienst in der
rentenzuspre
chenden
Verfügung vom 29. April 1994 ausgegangen werden: Erst mit Urteil
U 79/06 vom 19. September 2006 habe das Bundesgericht die bisherige
unein
-
heit
liche
Rechtsprechung präzisiert, dass nach Art. 24 Abs. 2 UVV bei mehr als fünf Jahre nach dem Unfall beginnenden Renten bei der Bemessung des versicherten Verdienstes auf die allgemeine statistische
Nominallohnent
-
wicklung im ange
stammten Tätigkeitsbereich und nicht auf die
Lohnent
-
wicklung beim konkreten
Arbeitgeber abzustellen sei. B
eim Erlass der ur
-
sprünglichen
Verfügung im April 1994
habe somit
eine unklare Rechtslage bezüglich der Bemessung des versi
cherten Verdienstes bestanden
. D
ie
Be
-
schwerdegegnerin
habe
den versicherten Verdienst
entsprechend der Lohn
-
entwicklung im Betrieb des damaligen Arbeit
gebers festlegt, was zwar seit dem Urteil U 79/06 nicht mehr zulässig sei, vor der mit diesem Entscheid erfolgten Präzisierung jedoch „gang und gäbe“ gewe
sen sei. Es könne daher
nicht
von einem zweifellos unrichtig bemessen
en versi
cherten Verdienst
die Rede sein (S. 6 ff. Ziff. II.2a ff.).
2.3
Streitig und zu prüfen ist, ob der mit der rentenzusprechenden Verfügung vom 29. April 1994 festgesetzte versicherte Verdienst zweifellos unrichtig
ist
und die
Beschwerdegegnerin daher die ursprüngliche Verfügung zu Recht in
Wiederer
wägung
zog.
3.
Wie die Beschwerdegegnerin
unter Hinweis auf die Rechtsprechung und Litera
tur
(insbesondere
Ueli
Kieser
, ATSG-Kommentar,
2.
Aufl. 2009,
N
.
10 f.
zu Art.
82
sowie N. 26 zu Art. 53 ATSG)
korrekte darlegte, gehört Art. 53 Abs. 2 ATSG zu den formellen Bestimmungen, welche sofort und in vollem Umfang mit Inkrafttreten des ATSG am 1. Januar 2003 anwendbar geworden
sind
.
Art. 53 Abs. 2 ATSG ist daher vorliegend anwendbar (vgl. auch Urteil des Bun
desgerichts I 88/04 vom
24. Mai 2005 E. 2.1 f.).
4.
4
.1
Der Beschwerdeführer trat per 1. Juni 1986 seine Stelle als Chauffeur bei der
Y._
an (Urk. 8/2 Ziff. 3). Mit Schreiben vom 29. Mai 1987 kündigte er diese Anstellung per 31. August 1987 (Urk. 8/1). Er hatte
danach nach eigenen Angaben
eine Anstellung bei
der
Z._
als Chauffeur für Auslandfahrten auf einem Anhängerzug in Aussicht. Infolge des am 19. Juli 1987 erlittenen Unfalles widerrief der Beschwerdeführer seine Kündigung gegenüber der
Y._
allerdings wieder
. E
s kam nie zum Stellenantritt bei der
Z._
(vgl. Schreiben vom 13. März 1989, Urk. 8/36).
4.2
4.2.1
Der Unfallmeldung des Arbeitgebers vom 26. Juli 1987 ist zu entnehmen, dass der Beschwerdeführer
vor dem Unfall
einen monatlichen Grundlohn von Fr. 3‘000.-- sowie eine jährliche Gratifikation von Fr. 2‘000.-- erhielt (Urk. 8/2 Ziff. 13).
Damit erzielte er vor dem Unfallereignis einen Jahresverdienst von Fr. 38‘000.-- (Fr. 3‘000.-- x 12 + Fr. 2‘000.--).
4.2.2
A._
von
der
Y._
führte mit
Schreiben vom 26. Januar 1989 gegenüber der Beschwerdegegnerin aus, der Beschwerde
führer sei vom 1. Juni 1964 (richtig: 1986) „bis zu seinem schweren
Motorrad
unfall
im Juli 1987 bei unserer Firma in Stellung“ gewesen.
E
r
habe
beabsich
tigt, per August 1987 auf einen Überlandzug zu wechseln, was auch mit einer merklichen Lohnsteigerung verbunden gewesen wäre. Eine realistische Beurtei
lung hätte für das Jahr 1988 einen Monatslohn von Fr. 3‘600.-- ohne Spesen gerechtfertigt. Überdies hätte er eine übliche Gratifikation in der Höhe eines Monatslohnes bei Bewährung erhalten
(Urk. 8/30).
4.2.3
Am 25. Januar 1994
füllte
A._
das Formular „mutmass
lich entgangener Verdienst“
mit den folgenden Angaben
aus
(Urk. 3/9)
:
Lohn 1989: Grundlohn/Monat Fr. 3‘500.--
, Auswärtsspesen fix Fr. 250.--, Gratifikation 70 % des 13. Monatslohnes
Lohn 1990: Grundlohn/Monat Fr. 3‘800.--, Auswärtsspesen fix Fr. 250.--, 13. Monatslohn
Lohn 1991: Grundlohn/Monat Fr. 4‘000.--, Auswärtsspesen Fr. 250.--, 13. Monatslohn
Lohn 1992: Grundlohn/Monat Fr. 4‘250.--, Auswärtsspesen fix Fr. 250.--, 13. Monatslohn
Lohn 1993: Grundlohn/Monat Fr. 4‘400.--, Auswärtsspesen fix Fr. 300.--, 13. Monatslohn
Lohn 1994: Grundlohn/Monat Fr. 4‘450.--, Auswärtsspesen fix Fr. 300.--, 13. Monatslohn
4.3
4.3.1
Gemäss Art. 15 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG) werden Taggelder und Renten nach dem versicherten Verdienst bemessen (
Abs.
1). Als versicherter Verdienst gilt für die Bemessung der Taggelder der letzte vor dem Unfall bezogene Lohn, für die Bemessung der Renten der innerhalb eines Jahres vor dem Unfall bezogene Lohn (
Abs.
2).
Gestützt auf Art. 15
Abs.
3 UVG hat der Bundesrat ergänzende Vorschriften zum versicherten Verdienst erlassen und in Art. 22
Abs.
4 UVV bestimmt, als Grundlage für die Bemessung der Renten gelte der innerhalb eines Jahres vor dem Unfall bei einem oder mehreren Arbeitgebern bezogene Lohn, einschliess
lich noch nicht ausbezahlter Lohnbestandteile, auf die ein Rechtsanspruch be
steht. Dauerte das Arbeitsverhältnis nicht das ganze Jahr, so wird der in dieser Zeit bezogene Lohn auf ein volles Jahr umgerechnet. Bei einer zum Voraus be
fristeten Beschäftigung bleibt die Umrechnung auf die vorgesehene Dauer be
schränkt.
4.3.2
Mit Art. 24 UVV hat der Bundesrat Vorschriften zum massgebenden Lohn für Renten in Sonderfällen erlassen. Gemäss
Abs.
2 dieser Bestimmung ist - wenn die Rente mehr als fünf Jahre nach dem Unfall oder dem Ausbruch der Berufs
krankheit beginnt - der Lohn massgebend, den die versicherte Person ohne den Unfall o
der die Berufskrankheit im Jahr
vor dem Rentenbeginn bezogen hätte, sofern er höher ist als der letzte vor dem Unfall oder dem Ausbruch der Berufs
krankheit erzielte Lohn.
Nach d
er Rechtsprechung (BGE 127 V 165
E. 3b) bezweckt die Sonderregel von Art. 24 Abs. 2 UVV die Anpassung des versicherten Verdienstes an die normale
Lohnentwicklung im angestammten Tätigkeitsbereich (BGE 118 V
298
E. 3b), weshalb im Rahmen von Art. 24
Abs.
2 UVV nicht jeder Bezug zur Grundregel von Art. 15
Abs.
2 UVG in Verbindung mit Art. 22
Abs.
4 UVV (Massgeblich
keit der Verhältnisse vor dem Unfall) aufgehoben ist. Bei der Festsetzung des versicherten Verdienstes ist vielmehr beim angestammten Arbeitsverhältnis an
zuknüpfen. Arbeitsverhältnisse, die erst nach dem Unfallereignis angetreten werden, fallen daher ausser Betracht. Denn es entspricht dem Willen des Ge
setzgebers, dass Veränderungen des von der versicherten Person ohne den Ver
sicherungsfall mutmasslich erzielbaren Jahresverdienstes keinen Einfluss auf die Rente der Unfallversicherung haben sollen (Urteil des Bundesgerichts U 79/06 vom 19. September 2006 E
. 2; BGE 127 V 165
E
. 3b).
Nicht anders verhält es sich grundsätzlich, wenn zwischen dem Eintritt des versi
cherten Ereignisses und der Rentenfestsetzung nach Art. 24
Abs.
2 UVV eine berufliche Veränderung oder Karriereschritte zu höherem Einkommen füh
ren oder ein neues Arbeitsverhältnis mit anderem Lohnniveau angetreten wird. Es handelt sich dabei um Änderungen in den erwerblichen Verhältnissen, die bei der Bemessung des für die Rentenberechnung massgebenden Verdienstes ausser Acht zu bleiben haben (RK
UV 1999 Nr. U 340 S. 405 E
. 3c). Im Rahmen von Art. 24
Abs.
2 UVV sollen lediglich die allgemeine Lohnentwicklung, nicht aber andere den versicherten Verdienst beeinflussende Änderungen in den er
werblichen Verhältnissen berücksichtigt werden (
zum Ganzen: BGE 127 V 165 f. E
. 3b).
4.4
Der Beschwerdeführer machte geltend, es habe beim Erlass der ursprünglichen Verfügung im April 1994 eine unklare Rechtslage bezüglich der Bemessung des versicherten Verdienstes bestanden, die erst mit dem Urteil U
79/06 vom 19. September 2006
geklärt
worden sei.
Wie e
r
richtig dar
legt
e
,
ist
mit dem be
sagten Urteil
die bisherige unklare Rechtsprechung präzisiert und insbesondere
klargestellt
worden
, dass
Sinn und Zweck des Art. 24
Abs.
2 UVV sowie auch Gründe der Praktikabilität dafür sprechen, bei mehr als fünf Jahre nach dem Unfall beginnenden Renten bei der Bemessung des versicherten Verdienstes auf die allgemeine statistische Nominallohnentwicklung im angestammten Tätig
keitsbereich und nicht auf die Lohnentwicklung beim konkreten Arbeitgeber ab
zustellen (vgl. E. 4.2.3 des genannten Urteils). Doch bereits vor diesem Urteil war
bezüglich Art. 24 Abs. 2 UVV klar
, dass
Sinn und Zweck
dieser Bestim
mung
einzig ist, der Härte zu begegnen, dass ein Verunfallter mit langdauernder Heilbehandlung nicht auf dem vor dem Unfall erzielten Lohn haftenbleibt, was vor allem dann zu stossenden Ergebnissen führen kann, wenn die Löhne wäh
rend dieser Zeit zufolge überdurchschnittlicher Lohnentwicklung stark anstei
gen. Angestrebt wird also die Anpassung an die normale Lohnentwicklung im
angestammten Tätigkeitsbereich (
vgl.
BGE 118 V 298 E.
3b)
.
Zwar wurde vor dem Urteil
U
79/06 der versicherte Verdienst teilweise auch den betrieblichen Lohnentwicklungen angepasst (vgl. dazu Hinwe
ise in E.
4.1
des Urteils U
79/06)
. Eine Berücksichtigung d
er Lohnentwicklungen aufgrund eines zeitlich nach dem Unfallereignis geplanten Stellenwechsels oder aufgrund ei
nes Wechsels des Aufgabengebiet
s
-
also allgemein aufgrund künftiger beruflicher Veränderun
gen
-
ist
jedoch klarerweise
nicht gleichzusetzen mit den betrieblichen
Lohn
entwicklungen
und fi
nd
et
folglich auch unter
Berücksichtigung
der früheren Rechtsprechung keine Legitimation
.
4.5
Vorliegend hatte der Beschwerdeführer wenige Wochen vor seinem Unfall das Arbeitsverhältnis sogar gekündigt
- die Kündigung widerrief er allerdings nach seinem Unfall -
und hätte eine Anstellung mit Auslandfahrten in einem anderen Betrieb aufgenommen
, wäre es nicht zum Unfall gekommen
. So
weit
der bishe
rige Arbeitgeber Angaben zum
mutmasslich
entgangenen Verdienst macht
(vgl. E. 4.2.3)
, handelt es sich dabei eben gerade um Angaben zum Lohn,
wel
-
chen
der Beschwerdeführer im Zusammenhang mit sogenannten Überland
-
fahrten und damit
infolge eines
angestrebten
Stellenwech
sels oder zumindest
infolge eines
erweiterten
Tätigkeit
sprofils
ab September 1987
, und damit nach dem
Unfaller
eignis
,
erzielt hätte. Es handelt sich aber
eindeutig
nicht um den im letzten Jahr vor dem Unfall tatsächlich erzielten Verdienst
.
Indem die Beschwerdegegnerin den
mutmasslich
entgangenen Verdienst
– mithin das
Valideneinkommen
-
an
stelle des tatsächlich vor dem Unfall erzielten - und auf den Zeitpunkt der
Ren
tenzusprache
der
teuerungsbedingten
Lohnentwicklung angepassten -
Ver
dienst
e
s
berücksichtigte, war die damalige
Leistungszu
-
sprechung
zweifellos un
richtig.
Denn die damalige Berechnung basierte auf den Angaben, was der Be
schwerdeführer verdient hätte, wenn er den Tätigkeits
-
bereich gewechselt hätte und als Lastwagenchauffeur auf einem
Überland
zug tätig gewesen wäre. Dies
hat mit der allgemeinen betrieblichen
Lohnent
-
wicklung
entgegen der Meinung des Beschwerdeführers (Urk. 1 S. 8 f.
lit
. g ff.)
nichts zu tun, sondern berück
sichtigte die besseren Verdienst
-
möglichkeiten aufgrund eines Wechsels der Tä
tigkeit und
st
and damit selbst im Lichte der damaligen Rechtsprechung
(vgl. E. 1.2)
in einem eindeutigen Widerspruch zu Art. 24 Abs. 2 UVV
(vgl.
E. 4.3.2)
. D
ie Beschwerdegegnerin
zog
die renten
-
zusprechende Verfügung vom 29. April 1994
demnach zu Recht in Wieder
-
erwägung
.
4.6
Die von der Beschwerdegegnerin vorgenommene Berechnung des versicherten Verdienstes mit den herangezogenen Werten der Nominallohnentwicklung der Jahre 1988 bis 1994 (vgl. Urk. 8/178 S. 2 unten) wurde beschwerdeweise nicht be
mängelt
und ist aufgrund der Akten- und Rechtslage nicht zu
beanstanden
.
Es ist daher von einem für die Rentenberechnung (ab 1. Mai 1994) massgeben
den versicherten Verdienst von
rund
Fr. 50‘581.-- (Fr. 38‘000.-- x 1.034 x 1.038 x 1.059 x 1.072 x 1.049 x 1.026 x 1.015) auszugehen.
Demzufolge ist die Beschwerde abzuweisen.