# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 6c449ea8-c8c6-5c07-af46-3ff3ffc1fad9
**Court:** SG_VG
**Chamber:** SG_VG_001
**Year:** 2018
**Language:** de
**Jurisdiction:** SG / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Das Verwaltungsgericht stellt fest:
A.
a. A._, geboren 1981, ist iranischer Staatsangehöriger und reiste am 20. Januar 2012
mit seiner Ehefrau illegal in die Schweiz ein. Tags darauf stellten sie ein Asylgesuch. Mit
Verfügung vom 10. Februar 2015 stellte das Staatssekretariat für Migration (SEM) fest,
dass dem Ehepaar keine Flüchtlingseigenschaft zukomme. Es lehnte das Asylgesuch
ab und wies das Ehepaar aus der Schweiz weg. Die dagegen erhobene Beschwerde
wies das Bundesverwaltungsgericht mit Urteil vom 18. September 2015 ab. Das SEM
setzte dem Ehepaar mit Schreiben vom 16. Oktober 2015 die Ausreisefrist neu an und
forderte es auf, die Schweiz bis am 13. November 2015 zu verlassen. Dieser
Aufforderung kamen sie indes nicht nach, sondern hielten sich weiter in der Schweiz
auf. Mit Strafbefehl vom 22. Juli 2016 wurde A._ wegen rechtswidrigem Aufenthalt zu
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einer bedingten Geldstrafe von 60 Tagessätzen zu je CHF 30 und einer Busse von
CHF 300 verurteilt.
b. Mit Schreiben vom 17. Februar 2017 reichten A._ und seine Ehefrau durch ihre
Rechtsvertreterin beim Migrationsamt des Kantons St. Gallen ein Gesuch um
Unterbreitung als Härtefall nach Art. 14 Abs. 2 Asylgesetz (SR 142.31, AsylG) ein. Sie
machten geltend, dass ihnen eine Rückkehr in den Iran nicht mehr zumutbar sei und
legten dazu diverse Empfehlungsschreiben bei. Das Migrationsamt trat mit Verfügung
vom 21. September 2017 nicht auf das Gesuch ein. Es begründete seinen Entscheid im
Wesentlichen mit der Überlegung, dass den Gesuchstellern keine Parteistellung
zukomme. Zudem gründe die Anwesenheitsdauer in der Schweiz lediglich im
unkooperativen Verhalten bezüglich der ihnen mehrfach angesetzten Ausreise. Auf den
dagegen erhobenen Rekurs trat das Sicherheits- und Justizdepartement mit Entscheid
vom 15. Mai 2018 nicht ein. Es führte aus, dass den Gesuchstellern – wie bereits im
Verfahren vor dem Migrationsamt – keine Parteistellung zukomme und sie daher nicht
zur Rekurserhebung legitimiert seien.
B.
a. Gegen den Entscheid des Sicherheits- und Justizdepartements (Vorinstanz) vom 15.
Mai 2018 erhoben A._ (Beschwerdeführer) und seine Ehefrau B._
(Beschwerdeführerin) gemeinsam durch ihre Rechtsvertreterin am 31. Mai 2018
Beschwerde beim Verwaltungsgericht. Sie beantragten, dass der Entscheid der
Vorinstanz aufgehoben werde und das Gesuch um Erteilung einer
Aufenthaltsbewilligung wegen Vorliegens eines schwerwiegenden persönlichen
Härtefalls gutzuheissen, resp. dem SEM zur Zustimmung zu unterbreiten sei. Mit
Schreiben vom 6. August 2018 gab die Rechtsvertreterin dem Verwaltungsgericht
bekannt, dass sich der Beschwerdeführer und die Beschwerdeführerin getrennt hätten.
In ihrer Beschwerdeergänzung vom 23. August 2018 hielt sie ferner fest, das Verfahren
werde aufgrund der zwischenzeitlich erfolgten Trennung der Eheleute nur noch namens
des Beschwerdeführers weitergeführt. Für diesen werde denn auch die Gewährung der
unentgeltlichen Rechtspflege und –verbeiständung beantragt. Bezüglich der
Beschwerdeführerin werde die Beschwerde zurückgezogen.
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b. Der Abteilungspräsident des Verwaltungsgerichts bewilligte dem Beschwerdeführer
mit Schreiben vom 27. August 2018 die unentgeltliche Rechtspflege (inkl.
Rechtsverbeiständung).
c. Mit Vernehmlassung vom 3. September 2018 schloss die Vorinstanz auf Abweisung
der Beschwerde und verzichtete auf ergänzende Bemerkungen.
Auf die Ausführungen der Verfahrensbeteiligten zur Begründung ihrer Anträge und die
Akten wird, soweit wesentlich, in den Erwägungen eingegangen.

## Considerations

Darüber zieht das Verwaltungsgericht in Erwägung:
1. Das Verwaltungsgericht ist zum Entscheid in der Sache zuständig (Art. 59 Abs. 1
des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege; sGS 951.1, VRP). Der
Beschwerdeführer ist zwar Adressat des angefochtenen Entscheides, hingegen kommt
ihm als abgewiesenem Asylbewerber mit vollstreckbarer Wegweisungsverfügung
gemäss den dem Anwendungsgebot von Art. 190 der Bundesverfassung der
Schweizerischen Eidgenossenschaft (SR 101, BV) unterliegenden Bestimmungen von
Art. 14 Abs. 1 und 4 des Asylgesetzes (SR 142.31, AsylG) vor den kantonalen
Behörden keine Parteistellung zu, es sei denn, es bestehe ein Anspruch auf die
Erteilung einer Aufenthaltsbewilligung (VerwGE B 2014/93 vom 24. März 2015 E. 1, mit
weiteren Hinweisen, www.gerichte.sg.ch).
2. Der Beschwerdeführer beruft sich auf keine solche Anspruchsgrundlage, sondern
einzig und in allgemeiner Hinsicht auf die Härtefallregelung gemäss Art. 14 Abs. 2
AsylG. Daraus kann er indes nichts zugunsten seiner Anliegen ableiten.
2.1. Nach Art. 14 Abs. 2 AsylG kann der Kanton mit Zustimmung des SEM einer ihm
nach diesem Gesetz zugewiesenen Person eine Aufenthaltsbewilligung erteilen, wenn
sich die ihm nach dem Asylgesetz zugewiesene Person seit fünf Jahren in der Schweiz
aufhält und wegen der fortgeschrittenen Integration ein schwerwiegender persönlicher
Härtefall vorliegt (Voraussetzungen gemäss Art. 14 Abs. 2 lit. a bis d AsylG). Will der
Kanton von dieser Möglichkeit Gebrauch machen, so meldet er dies dem SEM
unverzüglich (Art. 14 Abs. 3 AsylG). Die betroffene Person hat nur beim
Zustimmungsverfahren des SEM Parteistellung (Art. 14 Abs. 4 AsylG). Das Verfahren
bis
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hinsichtlich der Härtefallbewilligung gemäss Art. 14 Abs. 2 AsylG verläuft demnach
zweistufig (C. Hruschka, in: Spescha/Thür/Zünd/Bolzli/Hruschka [Hrsg.], Kommentar
Migrationsrecht, 4. Aufl. 2015, Rz. 8 zu Art. 14 AsylG). Dem abgewiesenen
Asylbewerber mit vollstreckbarer Wegweisungsverfügung kommt gemäss dem
Anwendungsgebot von Art. 190 BV) unterliegenden Bestimmungen von Art. 14 Abs. 1
und 4 AsylG vor den kantonalen Behörden keine Parteistellung zu, um ein
entsprechendes kantonales Verfahren in Gang zu setzen und zu durchlaufen (BGer
2D_90/2008 vom 9. September 2008 E. 2.1, 2D_137/2008 vom 12. Dezember 2008 und
2D_3/2014 vom 16. Januar 2014 E. 2; BGE 137 I 128 E. 4.1 in: Pra 2011 Nr. 72, Motion
Geschäfts-Nr. 10.4107 vom 17. Dezember 2010 eingereicht von Katharina Prelicz-
Huber: Asylverfahren. Schaffung einer Beschwerdemöglichkeit bei Härtefallgesuchen:
Ablehnung des Nationalrates am 28. September 2011, https://www.parlament.ch/de
unter: Ratsbetrieb/Suche Curia Vista, VerwGE B 2014/93 vom 24. März 2015 E. 1,
www.gerichte.sg.ch). Dementsprechend kann der Beschwerdeführer, der sich als ab-
und weggewiesener Asylsuchender ohne Anspruch auf Erteilung einer
Aufenthaltsbewilligung weiterhin in der Schweiz aufhält, weder formell ein
Härtefallgesuch stellen noch die Weiterführung des Bewilligungsverfahrens verlangen.
Es lässt sich bereits daher nicht beanstanden, wenn das erstbefasste Migrationsamt
auf sein Anliegen nicht eingetreten ist.
2.2. Rechtsprechungsgemäss (VerwGE B 2014/93 vom 24. März 2015 E. 1,
www.gerichte.sg.ch) erliess die Vorinstanz einen Nichteintretensentscheid, weil dem
Beschwerdeführer im kantonalen Rechtsmittelverfahren mangels Rechtsanspruch auf
Erteilung einer (Härtefall-)Bewilligung weder von Völkerrechts- noch
Bundesrechtsrechtswegen, noch gestützt auf kantonales Verfahrensrecht
Parteistellung zukommt. Entsprechend ist der angefochtene Nichteintretensentscheid
denn auch im Ergebnis zu bestätigen.
2.3. Zufolge fehlender Parteistellung kann er sich im vorliegenden Verfahren ebenfalls
nicht auf seine Parteirechte berufen, weshalb auf seine Beschwerde aus den nämlichen
Überlegungen nicht eingetreten werden kann.
3.
https://www.parlament.ch/de http://www.gerichte.sg.ch/ http://www.gerichte.sg.ch/
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3.1. Dem Verfahrensausgang – das Nichteintreten kommt einer Abweisung der
Beschwerde gleich – entsprechend sind die amtlichen Kosten dem
Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 95 Abs. 1 VRP). Eine Entscheidgebühr von
CHF 1'000 erscheint angemessen (Art. 7 Ziff. 222 der Gerichtskostenverordnung,
sGS 941.12, GKV). Zufolge Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege gehen
die Kosten zulasten des Staates (Art. 99 Abs. 2 VRP in Verbindung mit Art. 122
Abs. 1 lit. b der Schweizerischen Zivilprozessordnung, SR 272, ZPO). Auf die
Erhebung ist zu verzichten (Art. 95 Abs. 3 VRP).
3.2. Der Staat hat die Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers für die ausseramtlichen
Kosten des Beschwerdeverfahrens zufolge unentgeltlicher Rechtsverbeiständung zu
entschädigen (Art. 99 Abs. 2 VRP in Verbindung mit Art. 122 Ingress und Abs. 1 lit. a
ZPO). Die Rechtsvertreterin hat keine Kostennote eingereicht, weshalb die
Entschädigung nach Ermessen festzusetzen ist (Art. 30 lit. b Ziff. 2 und Art. 31 Abs. 1
des Anwaltsgesetzes; sGS 963.70, AnwG, Art. 6 und 19 der Honorarordnung für
Rechtsanwälte und Rechtsagenten; sGS 963.75, HonO). Eine Entschädigung von CHF
2'000 für das Beschwerdeverfahren erscheint angemessen (Art. 22 Abs. 1 lit. b HonO).
Der Staat hat somit die Rechtsvertreterin mit CHF 1'600 (80% von CHF 2'000 [Art. 31
Abs. 3 AnwG]) sowie CHF 80 Barauslagen (4% von CHF 2‘000, Art. 28 Abs. 1 HonO)
zuzüglich der Mehrwertsteuer von 7,7% zu entschädigen.
4.
4.1. Mit Schreiben vom 6. August 2018 erklärte die Rechtsvertreterin den
Rückzug der Beschwerde für die Beschwerdeführerin. Aufgrund des Rückzugs ist
die Beschwerde abzuschreiben (Art. 64 in Verbindung mit Art. 57 Abs. 1 VRP). Die
Abschreibung ist vom Präsidenten zu verfügen (Art. 64 in Verbindung mit Art. 57
Abs. 2 VRP). Da das Verwaltungsgericht in Abteilungen gegliedert ist, steht diese
Befugnis dem Abteilungspräsidenten zu (Art. 4 Abs. 1 des Reglements über die
Organisation und den Geschäftsgang des Verwaltungsgerichts, sGS 941.22, in
Verbindung mit Art. 33 Abs. 2 VRP).
Umständehalber wird auf die Erhebung amtlicher Kosten verzichtet (Art. 97 VRP);
ausseramtliche Kosten sind bei diesem Verfahrensausgang keine zu entschädigen (Art.
98 und Art. 98 VRP).
bis
bis
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