# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 690e7fb8-0dea-4d33-b23e-6a7a7dc66f00
**Court:** ZH_OG
**Chamber:** ZH_OG_001
**Year:** 2018
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

betreffend Ehescheidung / Scheidung auf gemeinsames Begehren /  vorsorglicher Massnahmen / Antrag aufschiebende Wirkung
Berufung gegen eine Verfügung des Einzelgerichtes im ordentlichen  des Bezirksgerichtes Andelfingen vom 2. März 2018; Proz. FE150008
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Rechtsbegehren:
des Gesuchstellers: (act. 6/178 S. 2)
1. Das sistierte Verfahren (Verfügung Bezirksgericht Andelfingen vom 1. November 2016) über die vorsorglichen Massnahmen sei umgehend an die Hand zu nehmen.
2. Die Obhut über den gemeinsamen Sohn C._ sei dem Kläger zuzuteilen.
2.1 Eventualiter: Es sei den Parteien die alternierende Obhut über den Sohn C._ zuzuteilen.
2.2 Es sei der Beklagten ein übliches Besuchsrecht einzuräumen.
3. Die Vereinbarung vom 20. Januar 2015 sowie der Entscheid des Bezirksgerichtes Andelfingen vom 3. Februar 2016 (. FE150008) seien wie folgt abzuändern:
3.1 Der Kläger sei rückwirkend seit dem 1. Oktober 2016 zu , für die Beklagte monatlich angemessene Unterhaltsbeiträge von Fr. 550.– zu bezahlen. Die Beklagte sei zu verpflichten, die zu viel bezahlten Unterhaltsbeiträge dem Kläger zurück zu .
4. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der  [recte: Beklagten].
5. Prozessualer Antrag: Dem Kläger sei für das Verfahren der  Massnahmen die unentgeltliche Rechtspflege zu .
der Gesuchsgegnerin: (act. 6/188 S. 2)
1. Das Gesuch des Klägers um Abänderung der bestehenden  Massnahmen im Rahmen des pendenten  mit den dort gestellten Anträgen sei vollumfänglich .
2. Das Gesuch des Klägers um unentgeltliche Prozessführung und unentgeltliche Rechtsvertretung sei abzuweisen.
3. Der Beklagten sei in Bestätigung der bestehenden  Rechtspflege die unentgeltliche Prozessführung und in der Person des Unterzeichnenden ein unentgeltlicher Rechtsvertreter zu bewilligen.
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Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (zzgl. 8 % MwSt.)  des Klägers.
Verfügung des Einzelgerichts des Bezirksgerichts Andelfingen vom 2. März 2018:
(act. 6/216 = act. 3/1 = act. 5 [Aktenexemplar])
1. Dispositiv-Ziffer 3. des Eheschutzurteils vom 9. Januar 2013 (Geschäfts-
Nr. EE120034-B) wird mit sofortiger Wirkung aufgehoben und durch folgen-
de Fassung ersetzt:
"Die Obhut für den Sohn C._, geboren am tt.mm.2006, wird für die
Dauer des Scheidungsverfahrens beiden Parteien mit wechselnder Betreu-
ung übertragen. Der zivilrechtliche Wohnsitz des Sohnes ist bei der Mutter."
2. Dispositiv-Ziffer 4. des Eheschutzurteils vom 9. Januar 2013 (Geschäfts-
Nr. EE120034-B) wird mit sofortiger Wirkung aufgehoben und durch folgen-
de Fassung ersetzt:
"Die Parteien sprechen sich über die Betreuung des Sohnes untereinander
ab, dabei sind insbesondere die jeweiligen Arbeitspläne der Parteien und die
Wünsche des Kindes C._ zu berücksichtigen. Können sie sich nicht ei-
nigen, erfolgt die Betreuung wie folgt:
Betreuung des Kindes C._ durch die Mutter:
• in den geraden Kalenderwochen während insgesamt 4 Tagen unter Mit-
einbezug des Wochenendes und in den ungeraden Kalenderwochen
während 3 Tagen;
• in den geraden Jahren jeweils am ersten Tag der Doppelfeiertage Weih-
nachten und Neujahr und in den ungeraden Jahren jeweils am zweiten
Tag der Doppelfeiertage Weihnachten und Neujahr;
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• in den Jahren mit gerader Jahreszahl von Karfreitag bis Ostermontag
und in Jahren mit ungerader Jahreszahl von Pfingstsamstag bis
Pfingstmontag;
• während der Hälfte der Schulferien, wobei die Mutter berechtigt ist, das
Kind C._ mindestens eine zusammenhängende Woche während
der Sommerferien zu betreuen.
Betreuung des Kindes C._ durch den Vater:
• in den ungeraden Kalenderwochen während insgesamt 4 Tagen unter
Miteinbezug des Wochenendes und in den geraden Kalenderwochen
während 3 Tagen;
• in den ungeraden Jahren jeweils am ersten Tag der Doppelfeiertage
Weihnachten und Neujahr und in den geraden Jahren jeweils am zwei-
ten Tag der Doppelfeiertage Weihnachten und Neujahr;
• in den Jahren mit ungerader Jahreszahl von Karfreitag bis Ostermontag
und in Jahren mit gerader Jahreszahl von Pfingstsamstag bis Pfingst-
montag;
• während der Hälfte der Schulferien, wobei der Vater berechtigt ist, das
Kind C._ mindestens eine zusammenhängende Woche während
der Sommerferien zu betreuen.
Die Eltern sprechen sich über die Aufteilung der Ferien jeweils rechtzeitig
ab. Besondere Ferienwünsche müssen der anderen Partei jeweils 3 Monate
im Voraus angekündigt werden."
3. Dispositiv-Ziffer 2. der Verfügung vom 3. Februar 2016 wird mit Wirkung ab
1. Oktober 2017 aufgehoben und durch folgende Fassung ersetzt:
"Der Gesuchsteller wird verpflichtet, der Gesuchsgegnerin monatliche Un-
terhaltsbeträge wie folgt zu bezahlen:
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• Vom 1. Oktober 2017 bis 31. Januar 2018 insgesamt Fr. 1'584.– (zuzüg-
lich die hälftige Kinderzulage von Fr. 100.–), nämlich Fr. 573.– für sie
persönlich und Fr. 1'011.– für C._ (wobei Fr. 321.– auf den Betreu-
ungsunterhalt entfallen);
• vom 1. Februar 2018 bis 31. Dezember 2018 insgesamt Fr. 1'561.– (zu-
züglich die hälftige Kinderzulage von Fr. 125.–), nämlich Fr. 521.– für sie
persönlich und Fr. 1'040.– für C._ (wobei Fr. 366.– auf den Betreu-
ungsunterhalt entfallen);
• ab 1. Januar 2019 bis zum Lehrabschluss von D._ insgesamt
Fr. 1'416.– (zuzüglich die hälftige Kinderzulage von Fr. 125.–), nämlich
Fr. 653.– für sie persönlich und Fr. 763.– für C._ (wobei Fr. 89.– auf
den Betreuungsunterhalt entfallen);
• ab dem Lehrabschluss von D._ insgesamt Fr. 1'542.– (zuzüglich
die hälftige Kinderzulage von Fr. 125.–), nämlich Fr. 519.– für sie per-
sönlich und Fr. 1'023.– für C._ (wobei Fr. 89.– auf den Betreuungs-
unterhalt entfallen).
Die Unterhaltsbeiträge sind zahlbar im Voraus jeweils auf den Ersten eines
jeden Monats. Bis jetzt ausstehende Unterhaltsbeiträge werden sofort fällig.
Der Gesuchsteller wird berechtigt erklärt, ab 1. Oktober 2017 zu viel bezahl-
te Unterhaltsbeiträge mit ausstehenden Unterhaltsbeiträgen zu verrechnen
bzw. von künftigen Unterhaltsbeiträgen in Abzug zu bringen.
Die Parteien sind verpflichtet, für die Kosten von C._ während der Zeit
aufzukommen, in der er von ihnen jeweils betreut wird bzw. betreut worden
ist. Die Partei, mit der C._ jeweils die Ferien verbringt, hat die jeweili-
gen Kosten zu tragen."
4. Beiden Parteien wird für das vorliegende Verfahren betreffend vorsorgliche
Massnahmen die unentgeltliche Rechtspflege bewilligt.
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5. Dem Gesuchsteller wird Rechtsanwalt Dr. iur. Y._, ... [Adresse], als
unentgeltlicher Rechtsbeistand bestellt.
6. Der Gesuchsgegnerin wird Rechtsanwalt Dr. iur. X._, ... [Adresse], als
unentgeltlicher Rechtsbeistand bestellt.
7. Über die Kosten- und Entschädigungsfolgen wird zusammen mit der Haupt-
sache befunden.
8./9. (Mitteilung / Rechtsmittel).
Berufungsanträge:
der Gesuchsgegnerin, Beklagten und Berufungsklägerin (act. 2):
1. Die Verfügung des Bezirksgerichtes Andelfingen vom 2. März 2018 sei aufzuheben.
2. Dieser Berufung sei die aufschiebende Wirkung zu erteilen. 3. Der Klägerin [recte: Berufungsklägerin] sei für das vorliegende
Berufungsverfahren die unentgeltliche Rechtspflege zu gewähren und in der Person von Rechtsanwalt Dr. iur. X._ ein  Rechtsbeistand zu bestellen.
Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (zzgl. 7.7% MWST) zulasten des Beklagten [recte: Berufungsbeklagten].

## Considerations

Erwägungen:
I. Sachverhalt und Prozessgeschichte
1.1 Die Parteien haben im Jahr 1994 geheiratet und stehen sich seit dem
17. Februar 2015 vor dem Einzelgericht des Bezirksgerichtes Andelfingen (nach-
folgend: Vorinstanz) im Scheidungsverfahren gegenüber, wo sie die Scheidung
ihrer Ehe gestützt auf Art. 112 ZGB verlangen (vgl. act. 6/1 und act. 6/4). Sie ha-
ben drei gemeinsame Kinder: den 12-jährigen C._ (geb. tt.mm.2006), den
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bereits volljährigen D._ (geb. tt. Juli 1996) und die ebenfalls bereits volljähri-
ge E._ (geb. tt. Oktober 1994) (vgl. act. 6/98/3/2).
1.2 Mit Eheschutzurteil vom 9. Januar 2013 (act. 6/98/14) stellte das Ehe-
schutzgericht C._ für die Dauer des Getrenntlebens unter die Obhut der Ge-
suchsgegnerin, Beklagten und Berufungsklägerin (nachfolgend: Berufungskläge-
rin) und den damals noch minderjährigen D._ unter die Obhut des Gesuch-
stellers, Klägers und Berufungsbeklagten (nachfolgend: Berufungsbeklagter) (vgl.
a.a.O., S. 2). Des Weiteren verpflichtete es den Berufungsbeklagten, der Beru-
fungsklägerin ab 1. Februar 2013 monatliche, im Voraus zahlbare Unterhaltsbei-
träge von insgesamt Fr. 2'700.– zu bezahlen, nämlich Fr. 1'900.– für sie persön-
lich und Fr. 800.–, zuzüglich der damaligen Kinderzulage von Fr. 200.– für
C._ (vgl. a.a.O., S. 3).
Auf Antrag des Berufungsbeklagten änderte das Eheschutzgericht dieses
Eheschutzurteil sodann mit Urteil vom 21. Januar 2015 (act. 6/97/22) hinsichtlich
der Unterhaltsbeiträge ab und reduzierte die Beiträge des Berufungsbeklagten für
die Berufungsklägerin persönlich für die Zeit ab 15. Oktober 2014 bis zur Rechts-
kraft eines künftigen Scheidungsurteils auf Fr. 1'610.– für Oktober 2014 und ab
November 2014 auf Fr. 1'320.– pro Monat. Den monatlichen Unterhaltsbeitrag für
den Sohn C._ beliess es bei Fr. 800.– pro Monat zzgl. Kinderzulagen. Dabei
stützte es sich auf eine Vereinbarung, welche die Parteien einen Tag zuvor ohne
Mitwirkung des Gerichtes erarbeitet hatten (vgl. a.a.O., S. 2 f. i.V.m. act. 6/97/18).
Nachdem die Berufungsklägerin mit Eingabe vom 17. Februar 2015 das
Scheidungsverfahren vor Vorinstanz rechtshängig gemacht hatte, beantragte der
Berufungsbeklagte mit Eingabe vom 27. Oktober 2015, er sei in Abänderung des
Urteils vom 21. Januar 2015 zu verpflichten, ab November 2015 monatliche Un-
terhaltsbeiträge von Fr. 1'353.– und ab 1. Dezember 2015 von Fr. 718.– pro Mo-
nat zuzüglich Kinderzulagen für C._ zu bezahlen. Nachdem die Berufungs-
klägerin widerklageweise eine Erhöhung der Unterhaltsbeiträge auf insgesamt
Fr. 3'074.– pro Monat verlangt hatte, zogen beide Parteien ihre Anträge um Ab-
änderung der Unterhaltsbeiträge anlässlich der Verhandlung vom 3. Februar 2016
zurück. Gleichzeitig vereinbarten sie, dass der Berufungsbeklagte weiterhin ver-
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pflichtet sei, der Berufungsklägerin Unterhaltsbeiträge von Fr. 2'120.– pro Monat
(nämlich Fr. 1'320.– für sie persönlich und Fr. 800.– für C._) zuzüglich Kin-
derzulagen zu bezahlen (vgl. act. 5 S. 9 f. E. III./3 i.V.m. act. 6/48 i.V.m. act. 6/47).
Vor der Abänderung durch die angefochtene Verfügung war der Berufungs-
beklagte somit gestützt auf den bisherigen Rechtstitel verpflichtet, der Berufungs-
klägerin für sich und C._ insgesamt Fr. 2'120.– pro Monat zuzüglich Kinder-
zulagen zu bezahlen. Dabei wurde von einem 100 %-Pensum des Berufungsbe-
klagten ausgegangen und die Berufungsklägerin hatte seit dem Eheschutzurteil
vom 9. Januar 2013 die (alleinige) Obhut über C._ inne.
2.1 Das ursprüngliche Abänderungsbegehren des Berufungsbeklagten vom
11. Juli 2016 bezog sich nur auf den Unterhalt und die Herausgabe von Unterla-
gen durch die Berufungsklägerin (vgl. act. 6/89 S. 2). Der Berufungsbeklagte ver-
langte in seiner Eingabe vom 27. September 2017 vor Vorinstanz erstmals, dass
die Obhut über C._ ihm zuzuweisen sei; eventualiter sei den Parteien die al-
ternierende Obhut zuzuteilen (vgl. act. 6/178 S. 2).
2.2 Mit Verfügung vom 2. März 2018 (vgl. act. 6/216 = act. 3/1 = act. 5 [Akten-
exemplar]) entschied die Vorinstanz über die vom Berufungsbeklagten beantrag-
ten vorsorglichen Massnahmen für die Dauer des Scheidungsverfahrens im ein-
gangs wiedergegebenen Sinne.
3.1 Mit Eingabe vom 19. März 2018 (act. 2) erhob die Berufungsklägerin recht-
zeitig (vgl. act. 6/216 i.V.m. act. 6/218/2 i.V.m. act. 2) Berufung bei der Kammer
mit den eingangs wiedergegebenen Berufungsanträgen. Der Antrag, es sei der
Berufung die aufschiebende Wirkung zuzuerkennen, wurde mit Beschluss vom
29. März 2018 (act. 7) teilweise gutgeheissen bzw. im übrigen Umfang abgewie-
sen. Gleichzeitig wurde der Berufungsklägerin für das Berufungsverfahren an-
tragsgemäss die unentgeltliche Prozessführung bewilligt, und ihr in der Person
von Rechtsanwalt Dr. iur. X._ für das Berufungsverfahren ein unentgeltlicher
Rechtsbeistand bestellt sowie dem Berufungsbeklagten eine einmalige Frist zur
Stellungnahme zur teilweisen Erteilung der aufschiebenden Wirkung angesetzt.
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Mit Eingabe vom 17. April 2018 (Poststempel) liess der Berufungsbeklagte den
Verzicht auf die Stellungnahme dazu mitteilen (act. 9), weshalb es dabei blieb.
3.2 Die vorinstanzlichen Akten wurden beigezogen (act. 6/1-219). Auf die Einho-
lung einer Berufungsantwort wird verzichtet (vgl. Art. 312 Abs. 1 ZPO). Die Sache
ist spruchreif.
II.
Prozessuale Vorbemerkungen
1.1 Erstinstanzliche Entscheide über vorsorgliche Massnahmen sind mit Beru-
fung anfechtbar (Art. 308 Abs. 1 lit. b ZPO). Die Berufung vom 19. März 2018
(Poststempel) wurde rechtzeitig (vgl. act. 6/216 i.V.m. act. 6/218/2 i.V.m. act. 2),
schriftlich und begründet bei der Kammer als der zuständigen Rechtsmittelinstanz
eingereicht, weshalb insoweit darauf einzutreten ist.
1.2 Nach Art. 296 Abs. 3 ZPO entscheidet das Gericht über Kinderbelange in
familienrechtlichen Angelegenheiten grundsätzlich ohne Bindung an die Parteian-
träge. Die Einleitung des Rechtsmittelverfahrens setzt aber auch unter der Offi-
zialmaxime voraus, dass eine Partei ein form- und fristgerechtes Rechtsschutzer-
suchen an die Rechtsmittelinstanz richtet (vgl. BGE 137 III 617 ff., E. 4.5). Die Be-
rufung hat Berufungsanträge zu enthalten. Bei diesen darf sich ein Berufungsklä-
ger nicht damit begnügen, einzig die Aufhebung des angefochtenen erstinstanzli-
chen Entscheides oder die Rückweisung des Prozesses an die Vorinstanz zu be-
antragen. Er hat auch einen Antrag in der Sache selbst zu stellen und grundsätz-
lich im Rechtsbegehren anzugeben, wie im Fall der Gutheissung der Berufung zu
entscheiden wäre. Das folgt zwangsläufig aus der reformatorischen und nicht
bloss kassatorischen Natur der Berufung (vgl. etwa OGer ZH, LE110051 vom
10. November 2011; BGer 4D_61/2011 vom 26. Oktober 2011). Mindestens aber
muss sich der Berufungsantrag aus der Begründung des Antrags oder aus dem
angefochtenen Urteil ergeben (vgl. OGer ZH LC150004 E. II./2.1 mit Verweis auf
OGer ZH RU120018 vom 12. Juni 2012; E. 3.2.1.; IWO W. HUNGERBÜHLER/MANUEL
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BUCHER, DIKE-Komm-ZPO, 2. Aufl. 2016, Art. 311 N 23; BGE 137 III 617 ff.,
E. 4.2.2).
1.3.1 Die anwaltlich vertretene Berufungsklägerin stellt in der Sache keine for-
mellen Rechtsbegehren (am Anfang oder Ende ihrer Berufungsschrift), sondern
verlangt in diesen lediglich die Aufhebung des angefochtenen Entscheides
(vgl. act. 2 S. 2). Aus diesem Aufhebungsantrag in Verbindung mit der Begrün-
dung ergeben sich jedoch grundsätzlich die Anträge in der Sache: Im Rahmen ih-
res Hauptantrages erachtet die Berufungsklägerin die Abänderungsvorausset-
zungen als nicht gegeben (vgl. act. 2 S. 3 ff. E. 4) und will eventualiter, selbst
wenn diese bejaht würden, an der bisherigen Obhuts- und Unterhaltsregelung
festhalten. Dies zum einen mit der Begründung, der Berufungsbeklagte übe zwar
sein Besuchsrecht exzessiv aus, zuverlässige Absprachen seien mit ihm aber
nicht möglich, weshalb die Verantwortung für die Betreuung und damit auch die
Obhut faktisch bei ihr verblieben seien. Zum anderen macht sie sinngemäss gel-
tend, die Anordnung der geteilten Obhut beeinträchtige das Kindeswohl von
C._, da diese die finanziellen Verhältnisse verändere bzw. sich auf die Un-
terhaltsbeiträge auswirke (vgl. act. 2 S. 5 ff. E. 4.2 ff.). Wie darzulegen sein wird,
sind die Abänderungsvoraussetzungen gegeben (vgl. nachfolgend E. III./1). Im
Umfang dieser Anträge ist daher auf die Berufung einzutreten.
1.3.2 Für den Fall, dass die Abänderungsvoraussetzungen bejaht und die An-
ordnung der alternierenden Obhut durch die Vorinstanz geschützt wird, verlangt
die Berufungsklägerin subeventualiter die Abänderung der von der Vorinstanz
festgesetzten monatlichen Unterhaltsbeiträge für C._ und für sie persönlich
(vgl. act. 2 S. 6 ff. E. 5.4 ff.). Weiter beantragt sie unter diesem Titel, der Beru-
fungsbeklagte sei zu verpflichten, sein Einkommen aus Dolmetschertätigkeit je-
weils offen zu legen (vgl. act. 2 S. 8 f. Rz. 5.6 und 6). Ein allfälliges Einkommen
aus Dolmetschertätigkeit inkludierte die Vorinstanz pauschal in dem hypotheti-
schen Einkommen, welches sie dem Berufungsbeklagten anrechnete (vgl. act. 5
S. 23, 27, 29, 31 und 33 E. V./5a, 6c, 7c, 8c, 9c).
Mit diesem Subeventualantrag verlangt die Berufungsklägerin Geldzahlun-
gen. Auf Geldzahlung gerichtet Berufungsanträge sind zu beziffern, da ein
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Rechtsbegehren so bestimmt sein muss, dass es im Falle der Gutheissung un-
verändert zum Urteil erhoben werden kann. Fehlt eine entsprechende Beziffe-
rung, fehlt es an einer Zulässigkeitsvoraussetzung und es ist insoweit auf die Be-
rufung nicht einzutreten (vgl. ZK ZPO-REETZ/THEILER, 3. Aufl. 2016, Art. 311
N 35). Schliesslich ermöglichen erst klare und im Falle von Geldforderungen be-
zifferte Anträge einer Gegenpartei, sich in der Berufungsantwort zu verteidigen.
Dies gilt auch in Verfahren, in welchen – wie vorliegend (vgl. Art. 296 ZPO) – die
Offizial- sowie die Untersuchungsmaxime zur Anwendung gelangen
(vgl. BGE 137 III 617 ff. E. 4.3, 4.5 und 5). Die Rechtsfolge des Nichteintretens
auf unbezifferte Begehren steht jedoch unter dem Vorbehalt des überspitzten
Formalismus (Art. 29 Abs. 1 BV). Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung
folgt aus diesem, dass auf eine Berufung mit formell mangelhaften Rechtsbegeh-
ren ausnahmsweise einzutreten ist, wenn sich aus der Begründung, allenfalls in
Verbindung mit dem angefochtenen Entscheid, ergibt, was der Berufungskläger in
der Sache verlangt (vgl. oben E. II./1.3.1) oder – im Falle zu beziffernder Rechts-
begehren – welcher Geldbetrag zuzusprechen ist. Die Rechtsbegehren sind im
Lichte der Begründung auszulegen (vgl. BGE 137 III 617 ff. E. 6.2).
Die Berufungsklägerin beanstandet zwar, die Vorinstanz sei bei ihr ab 2019
von einem 75 % Pensum ausgegangen und habe ihr ein (entsprechendes) hypo-
thetisches Einkommen angerechnet. Zudem macht sie geltend, es sei durchaus
möglich, dass der Berufungsbeklagte ein höheres Erwerbseinkommen erzielen
könnte, als das ihm von der Vorinstanz angerechnete (hypothetische) von
Fr. 6'045.– pro Monat; er könne ein Einkommen erzielen, welches die Fortführung
des bisherigen ehelichen Lebensstandards ermöglichen würde (vgl. act. 2 S. 7 f.
Rz. 5.5 und S. 9 Rz. 6). Damit äussert sich die Berufungsklägerin aber nicht dazu,
welche Erwerbstätigkeit ihr und dem Berufungsbeklagten (im Unterschied zum
vorinstanzlichen Entscheid) basierend auf welchem (anderen) Pensum und in
welcher (anderen) Höhe zumutbar und möglich sein soll. Daher ergibt sich weder
aus den formellen Rechtsbegehren noch der Berufungsbegründung, welche mo-
natlichen Unterhaltsbeiträge die Berufungsklägerin konkret verlangt. Da die Beru-
fungsklägerin ausserdem weder die Höhe des dem Berufungsbeklagten von der
Vorinstanz angerechneten hypothetischen Einkommens noch das diesem zu-
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grunde liegende Pensum rechtsgenügend beanstandet, entfällt ein schützenswer-
tes Interesse daran, den Berufungsbeklagten zu verpflichten, seine darin enthal-
tenen, allfälligen Einkommen aus Dolmetschertätigkeit offenzulegen. Wie nachfol-
gend darzulegen sein wird, ist sowohl der Haupt- wie auch der Eventualantrag der
Berufungsklägerin (vgl. oben E. II./1.3.1) abzuweisen (vgl. nachfolgend E. III./1-2).
Auf den sich aus diesem Grund aktualisierenden Subeventualantrag ist nach dem
Gesagten nicht einzutreten.
2.1 Im Berufungsverfahren kann sowohl die unrichtige Rechtsanwendung als
auch die unrichtige Feststellung des Sachverhaltes geltend gemacht werden
(Art. 310 ZPO). Ebenfalls gerügt werden kann die (blosse) Unangemessenheit
des vorinstanzlichen Entscheides, da es sich bei der Berufung um ein vollkom-
menes Rechtsmittel handelt. Grundsätzlich auferlegt sich die Berufungsinstanz
bei der Überprüfung von Ermessensentscheiden der Vorinstanz jedoch insoweit
Zurückhaltung, als sie nicht eigenes Rechtsfolgeermessen ohne Weiteres an
die Stelle des vorinstanzlichen stellt, insbesondere wo es örtliche und persön-
liche Verhältnisse zu berücksichtigen gilt, denen das Sachgericht nähersteht
(vgl. BK ZPO-STERCHI, Bern 2012, Art. 310 N 3; KURT BLICKENSTORFER, DIKE-
Komm ZPO, 2. Aufl. 2016, Art. 310 N 10).
2.2 Im Übrigen gilt die Begründungsobliegenheit, was bedeutet, dass die beru-
fungführende Partei sich mit den Erwägungen der Vorinstanz im Einzelnen ausei-
nanderzusetzen und konkret aufzuzeigen hat, was am angefochtenen Urteil
oder am Verfahren des Bezirksgerichts falsch war. Daher genügt es nicht, ledig-
lich auf die vor erster Instanz vorgetragenen Vorbringen zu verweisen, sich mit
Hinweisen auf frühere Prozesshandlungen zufriedenzugeben oder den angefoch-
tenen Entscheid in allgemeiner Weise zu kritisieren (vgl. BGE 138 III 374 ff.
E. 4.3.1). Soweit Rügen konkret vorgebracht worden sind, wendet die Berufungs-
instanz das Recht von Amtes wegen an (vgl. Art. 57 ZPO). Fehlt eine hinreichen-
de Begründung, tritt die Berufungsinstanz insoweit auf die Berufung nicht ein
(vgl. BGE 138 III 374 E. 4.3.1; BGer 4A_290/2014 vom 1. September 2014,
E. 3.1; BGer 5A_438/2012 vom 27. August 2012, E. 2.2). Dies gilt auch im Be-
https://www.swisslex.ch/DOC/ShowLawViewByGuid/d14b19c8-5e79-4de6-89de-e2501acd79f5/c8d6598e-abac-4f12-a140-599e39aa11b5?source=document-link&SP=5|f343v2
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reich der Untersuchungsmaxime (vgl. ZK ZPO-REETZ/THEILER, 3. Aufl. 2016,
Art. 310 N 5 f. und Art. 311 N 36 ff., insbes. N 37 m.w.H.).
2.3 Im Entscheid über die Berufung ist dabei auf die durch die Parteien erhobe-
nen Einwände einzugehen, indes verpflichtet die Begründungspflicht
(Art. 53 ZPO) das Gericht nicht dazu, sich mit jedem einzelnen rechtlichen oder
sachverhaltlichen Einwand der Parteien eingehend auseinanderzusetzen. Viel-
mehr darf sich das Gericht in der Begründung seines Entscheids auf die wesentli-
chen Überlegungen konzentrieren, von welchen es sich hat leiten lassen, und auf
die sich sein Entscheid stützt (vgl. BK ZPO-HURNI, Bern 2012, Art. 53 N 60 f.
m.w.H.). Nachfolgend ist daher nur insoweit auf die Parteivorbringen (und auf die
eingereichten Unterlagen) einzugehen, als dies für die Rechtsfindung erforderlich
ist.
3. Was die prozessualen Voraussetzungen von vorsorglichen Massnahmen
anbelangt, kann auf die vorinstanzlichen Erwägungen verwiesen werden (vgl.
act. 5 S. 14 f. E. III./1). Zutreffend ist auch, dass aus prozessualer Sicht blosses
Glaubhaftmachen für das Vorhandensein einer in Frage kommenden Tatsache
genügt (vgl. act. 5 S. 15 E. III./1.3).
III.
Zur Berufung im Einzelnen
1. Abänderungsvoraussetzungen
1.1 Die Vorinstanz erwog dazu im Wesentlichen, der Berufungsbeklagte habe
seine Stelle als Pflegefachmann HF bei der F._ am 28. Juni 2016 per
31. August 2016 eigenmächtig gekündigt und am 1. September 2016 seine aktu-
elle 60 %-Stelle als Lehrbeauftragter Pflege HF angetreten, was für sich alleine zu
keiner Abänderung berechtigte. Daher seien die Unterhaltsbeiträge auch nicht
(wie beantragt) rückwirkend per 1. Oktober 2016 zu ändern (vgl. act. 5 S. 21 f.
E. V./3c). Jedoch sei davon auszugehen, dass C._ spätestens seit April 2017
hälftig (oder nahezu hälftig) von seinen Eltern betreut werde und es für ihn so
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stimme (vgl. a.a.O., S. 15 E. IV./2c). Dies wiederum bedeute eine wesentliche und
dauerhafte Veränderung gegenüber den Verhältnissen, wie sie noch dem Ehe-
schutzurteil vom 9. Januar 2013 zugrunde gelegen hätten, mit welchem das Ehe-
schutzgericht C._ für die Dauer des Getrenntlebens unter die (alleinige) Ob-
hut der Berufungsklägerin gestellt hatte, weshalb dieses abzuändern sei
(vgl. a.a.O., S. 16 E. IV./3 und S. 7 E. III./1).
1.2 Die Berufungsklägerin hält dem im Wesentlichen entgegen, eine Abände-
rung sei ausgeschlossen, wenn die Sachlage durch eigenmächtiges, widerrechtli-
ches, mithin rechtsmissbräuchliches Verhalten herbeigeführt worden sei. Der Be-
rufungsbeklagte habe eigenmächtig und unter Vernachlässigung seiner Unter-
haltspflichten sein Pensum und damit einhergehend sein Einkommen sukzessive
reduziert. Schon mit der Reduktion seines Arbeitspensums im Mai 2014 habe er
begonnen, die Betreuung von C._ schleichend an sich zu reissen. Der Beru-
fungsbeklagte habe zwar die Betreuung erhöht, die Verantwortung bzw. Organi-
sation der Betreuung sei jedoch voll bei ihr verblieben (vgl. a.a.O., S. 4 f.
Rz. 4.2 f.). Sie müsse jederzeit damit rechnen, dass der Berufungsbeklagte die
Betreuung doch nicht übernehme und sie für eine alternative Betreuungslösung
besorgt sein müsse. Es könne nicht von einer tatsächlichen Betreuung gespro-
chen werden; vielmehr sei von einem ausgedehnten und flexiblen Besuchsrecht
auszugehen (vgl. a.a.O., S. 6 Rz. 5.2). Eine zuverlässige Absprache mit dem Be-
rufungsbeklagten sei nicht möglich; er diktiere ihr nach seinem Gutdünken die
Aufteilung der Betreuungszeiten und ändere diese auch öfters kurzfristig
(vgl. a.a.O., S. 5 Rz. 5.3). Damit macht die Berufungsklägerin geltend, es sei kein
hinreichender Abänderungsgrund gegeben.
1.3 Die Berufungsklägerin anerkennt, dass der Berufungsbeklagte die Betreu-
ung erhöht habe und bestreitet namentlich die vorinstanzliche Feststellung nicht,
wonach davon auszugehen sei, dass der Berufungsbeklagte C._ spätestens
seit April 2017 hälftig (oder nahezu hälftig) betreue. Sie hält dem zwar zusam-
mengefasst entgegen, es könne nicht von einer tatsächlichen (hälftigen) Betreu-
ung gesprochen werden, weil der Berufungsbeklagte die Verantwortung für die
Betreuung zu keinem Zeitpunkt übernommen habe. Gleichzeitig führt sie gegen
- 15 -
die Anordnung der alternierenden Obhut ins Feld, mit dieser werde C._ die
Wahl entzogen, bei welchem Elternteil er sich aufhalten wolle. Aus der Befragung
von C._ gehe hervor, dass er diese Flexibilität und die mit dieser Betreuung
einhergehenden Freiheiten wünsche und schätze, dass er bis anhin nach Lust
und Laune zum Vater oder zur Mutter habe gehen können (vgl. act. 2 S. 6
Rz. 5.3). Wenn es, wie die Berufungsklägerin auch bereits vor Vorinstanz geltend
machte (vgl. act. 6/188 S. 7), grundsätzlich C._ anheim gestellt ist, ob er sich
bei der Berufungsklägerin oder dem Berufungsbeklagten aufhalten will, ist nicht
ohne Weiteres nachvollziehbar, weshalb die Berufungsklägerin dem Berufungs-
beklagten fehlende Zuverlässigkeit in den Absprachen vorhält. Wenn C._
nach Lust und Laune zum Vater oder zur Mutter gehen kann, liegt es in der Natur
der Sache, dass sich die Elternteile allenfalls auch kurzfristig über die Betreuung
verständigen und organisieren müssen, wenn der betreffende Elternteil nicht ab-
kömmlich ist. Auch wenn der von den Parteien gemäss Angaben der Berufungs-
klägerin vor Vorinstanz gemeinsam aufgestellte Wochenplan vielleicht etwas an-
deres vorgesehen hätte (vgl. Prot. Vi. S. 87). Auch schildert die Berufungsklägerin
keine konkreten Situationen, welche von ihr regelmässig eine erhöhte oder gar
ständige Verfügbarkeit als "Backup" und Verantwortungsträgerin erforderlich ge-
macht hätten bzw. welche ihre Darstellung unterstützt hätten. Überdies führt sie
nicht aus und ist auch nicht ersichtlich, inwiefern sie mit der Erhöhung der Betreu-
ungsleistung seitens des Berufungsbeklagten nicht einverstanden gewesen sein
sollte.
Die Berufungsklägerin vermag nicht glaubhaft zu machen, dass und weshalb
die Erhöhung der Betreuung von C._ seitens des Berufungsbeklagten ein
widerrechtliches, rechtsmissbräuchliches Verhalten darstellen soll. Soweit die Be-
rufungsklägerin geltend machen will, ein solches Verhalten sei in der Reduktion
des Arbeitspensums seitens des Berufungsbeklagten zu sehen, zielte dies an der
Begründung der Vorinstanz vorbei. Die Vorinstanz bejahte die Abänderungsvo-
raussetzungen somit zu Recht.
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2. Obhut
2.1 Zur Vermeidung von Wiederholungen kann auf die zutreffenden rechtlichen
Ausführungen der Vorinstanz zur Obhut verwiesen werden (vgl. act. 5 E. IV./4a
S. 16 f.). Ergänzend bleibt anzufügen, dass von einer alternierenden Obhut ge-
sprochen wird, wenn das Kind von beiden Elternteilen zu ungefähr gleichen zeitli-
chen Anteilen betreut wird (vgl. BÜCHLER/CLAUSEN, Die elterliche Sorge – Entwick-
lungen in Lehre und Rechtsprechung, FamPra.ch 2018, S. 1 ff., S. 10 m.w.H.). Ob
die alternierende Obhut in Frage kommt und ob sie sich mit dem Kindeswohl ver-
trägt, hängt von den konkreten Umständen ab. Das bedeutet, dass das Gericht
gestützt auf festgestellte Tatsachen der Gegenwart und der Vergangenheit eine
sachverhaltsbasierte Prognose darüber zu stellen hat, ob die alternierende Obhut
als Betreuungslösung aller Voraussicht nach dem Wohl des Kindes entspricht. In
Bezug auf die von der Vorinstanz erwähnten, massgeblichen Kriterien ist zu prä-
zisieren, dass das Kriterium der Stabilität, die eine Weiterführung der bisherigen
Regelung für das Kind gegebenenfalls mit sich bringt, bei Säuglingen und Klein-
kindern noch eine wichtige Rolle spielt, während bei Jugendlichen der Zugehörig-
keit zu einem sozialen Umfeld eine grosse Bedeutung zukommt. Das Sachgericht
verfügt bei der Beurteilung dieser für die Obhutszuteilung massgebenden Krite-
rien über grosses Ermessen (vgl. BGE 142 III 612 ff. E. 4.3 und 4.5 m.w.H.).
2.2 Die Vorinstanz hielt diesbezüglich im Wesentlichen fest, gestützt auf die
Aussagen der Parteien und von C._ sei davon auszugehen, dass dieser spä-
testens seit April 2017 hälftig (oder nahezu hälftig) von den Parteien betreut wer-
de und es für ihn so stimme (vgl. act. 5 S. 15 E. IV./2c). C._ pflege zu beiden
Elternteilen eine liebevolle Beziehung und einen engen Kontakt, indem er bei bei-
den etwa gleich viel Zeit verbringe. Es sei davon auszugehen, dass beide Eltern-
teile gleichermassen im Stande seien, C._ zu betreuen. Die hälftige Betreu-
ung entspreche dem Wunsch von C._ und die Wohnorte der Elternteile seien
eine Postautofahrt von rund 15 Minuten voneinander entfernt. Sodann werde die
alternierende Obhut bereits heute faktisch gelebt. Daher gebe es aus Sicht des
Kindeswohls keine Gründe, diese nicht auch gerichtlich anzuordnen (vgl. a.a.O.,
S. 15 E. IV./2c und S. 17 E. IV./4b).
- 17 -
2.3 Die Berufungsklägerin setzt sich mit diesen Erwägungen der Vorinstanz
nicht auseinander. Vielmehr hält sie dem – wie bereits dargelegt (vgl. oben
E. III./1.2) – entgegen, der Berufungsbeklagte übernehme keine Verantwortung
für C._, weshalb eher von einem "exzessiv wahrgenommenen Besuchsrecht"
des Berufungsbeklagten auszugehen sei, denn von einer Wahrnehmung einer
"eigentlichen Obhut". Hierfür bestehen wie bereits dargelegt (vgl. oben E. III./1.3)
jedoch keine konkreten Anhaltspunkte. Das aktuell gelebte Betreuungsmodell
bzw. die Tatsache, dass der Berufungsbeklagte nach der Trennung zusätzliche
Betreuungsanteile übernahm, scheint denn auch nicht das eigentliche Problem zu
sein. Vielmehr sieht die Berufungsklägerin das Wohl von C._ gefährdet, weil
diese Erhöhung der Betreuungsleistung seitens des Berufungsbeklagten mit einer
Einkommenseinbusse verbunden ist (vgl. act. 2 S. 8 E. 5.6 i.V.m. Prot. Vi. S. 67).
So bemängelt die Berufungsklägerin am Obhutsentscheid im Wesentlichen,
die finanziellen Verhältnisse hätten von der Vorinstanz bei der Prüfung der Mög-
lichkeit der alternierenden Obhut berücksichtigt werden müssen, soweit sie das
Kindeswohl beeinflussten (vgl. act. 2 S. 5 Rz. 5.1). Sie müsse gemäss Vorinstanz
ab 2019 zu 75 % arbeiten und werde weniger Unterhalt für C._ und sich sel-
ber zur Verfügung haben, was ihr nicht zuzumuten sei (vgl. a.a.O., S. 6 f. Rz. 5.3).
Die Anordnung der alternierenden Obhut werde damit insbesondere dazu führen,
dass ihr ein hypothetisches Einkommen angerechnet werde, welches zu erzielen
sie kaum in der Lage sein werde. Sie werde den eigenen Bedarf sowie jenen von
C._ nicht mehr decken können und daher auf Sozialhilfe angewiesen sein.
Es sei illusorisch, davon auszugehen, dass die betreuungsbedingt finanziell
schlechten Verhältnisse der Eltern keinerlei negativen Einfluss auf das Kindes-
wohl haben würden (vgl. a.a.O., S. 8 Rz. 5.5).
2.4 Inwiefern eine Sozialhilfeabhängigkeit konkret zu befürchten wäre, legt die
Berufungsklägerin nicht dar und ist auch nicht ersichtlich. Insbesondere geht die
Berufungsklägerin nicht darauf ein, dass die Vorinstanz beiden Parteien in allen
Phasen auf ihre erweiterten Existenzminima einen Zuschlag von 20 % eingerech-
net hat (vgl. act. 5 S. 22 E. V./4, S. 27 E. V./6c, S. 30 E. V./7c, S. 31 E. V./8c und
S. 33 E. V./9c) und dass die Berufungsklägerin in der vierten Phase nach Ab-
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schluss der Ausbildung von D._ am 31. Juli 2019 im Umfang eines Drittels,
d.h. in der Höhe von Fr. 519.– pro Monat, am Überschuss partizipieren wird (vgl.
act. 5 S. 33 E. V./9c). Im Übrigen übersieht die Berufungsklägerin in diesem Kon-
text, dass der Berufungsbeklagte das Betreuungsmodell "exzessives Besuchs-
recht unter Verantwortung der Mutter", so wie es offenbar ihrer Ansicht nach ge-
lebt werde, nicht mittragen und gleichzeitig seine Arbeitskraft im Sinne eines Voll-
zeitpensums ausschöpfen kann (vgl. act. 2 S. 4 Rz. 4.2 und 5.6).
Inwiefern das Kindeswohl aufgrund der vorinstanzlich angeordneten alternie-
renden Obhut konkret gefährdet sein soll, erschliesst sich somit nicht. Bleibt an-
zumerken, dass dem vorinstanzlichen Entscheid, die bisherige Obhutszuteilung
abzuändern und die alternierende Obhut anzuordnen, weder eine Kindeswohlge-
fährdung noch Unzulänglichkeiten seitens der Berufungsklägerin zugrunde liegt.
Vielmehr glich die Vorinstanz die rechtlichen den tatsächlichen, von den Parteien
bereits gelebten Verhältnissen an.
2.5 Soweit die Berufungsklägerin bemängelt, der Berufungsbeklagte sei nicht in
der Lage, sich während 3-4 Tagen am Stück um C._ zu kümmern, und
gleichzeitig gegen die alternierende Obhut einwendet, C._ werde mit dieser
die Wahl entzogen, bei welchem Elternteil er sein wolle, weil er sich dann 3-4 Ta-
ge am Stück beim jeweiligen Elternteil aufzuhalten hätte, mutet dies widersprüch-
lich an. Es ist auf die von der Vorinstanz angeordnete Betreuungsregelung zu
verweisen, welche es den Parteien anheimstellt, sich über die jeweilige Lage der
Wochenbetreuungstage zu verständigen. Gerade wenn einem Elternteil unerwar-
tet etwas dazwischen kommt, kann von den Parteien erwartet werden, dass sie
zum Wohl von C._ gemeinsam eine Lösung finden und diese Situationen
gegenseitig auffangen. In Anbetracht der liebevollen Beziehung von C._ zu
beiden Elternteilen und seiner schulischen Entwicklung bleibt den Parteien zu
wünschen, dass es ihnen daran anknüpfend gelingt, zum Wohl ihrer gemeinsa-
men Kinder als Eltern zusammenwirken.
2.6 Nach dem Gesagten bringt die Berufungsklägerin nichts vor, was an der vor-
instanzlichen Anordnung der alternierenden Obhut etwas ändern würde. Derartige
Gründe sind auch nicht ersichtlich. Als Zwischenfazit ist festzuhalten, dass der
- 19 -
Haupt- und Eventualantrag der Berufungsklägerin abzuweisen sind und damit der
vorinstanzliche Entscheid in Bezug auf die darin abgeänderte Obhuts- und Be-
treuungsregelung zu bestätigen ist.
3. Unterhalt
3.1 Nachdem die Obhut neu zu regeln war, regelte die Vorinstanz auch die Ali-
mente neu. Wie bereits dargelegt änderte die Vorinstanz die Unterhaltsbeiträge
aufgrund der eigenmächtigen Kündigung des Berufungsbeklagten nicht rückwir-
kend per 1. Oktober 2016 ab. Vielmehr passte sie diese per 1. Oktober 2017 an,
weil der Berufungsbeklagte mit Eingabe vom 27. September 2017 erstmals eine
Anpassung der Obhut verlangte (vgl. act. 5 S. 22 E. V./3c).
3.2 Wie bereits ausgeführt (vgl. oben E. II./1.3.2) ist auf den Subeventualantrag
der Berufungsklägerin betreffend die Unterhaltsbeiträge mangels Bezifferung der
verlangten Geldbeträge nicht einzutreten. Selbst wenn auf diesen Antrag einzutre-
ten gewesen wäre, hätte es entgegen der Ansicht der Berufungsklägerin im vor-
sorglichen Massnahmeverfahren in der Scheidung nicht mehr darum gehen kön-
nen, die ursprünglich gewählte Aufgabenteilung und den ehelichen Lebensstan-
dard fortzuführen. Denn eine Rückkehr zu oder Beibehaltung der ursprünglich
gemeinsam vereinbarten Aufgabenteilung wird nach Rechtshängigkeit der Schei-
dung weder angestrebt noch ist eine solche wahrscheinlich (vgl. BGE 130 III 537
ff. E. 3.2 vgl. dazu auch: BGE 128 III 65 ff. E. 4a; BGer 5P.279/2005 vom 10. No-
vember 2005, E. 5.3.2.1).
4. Fazit
Nach dem Gesagten ist die Berufung abzuweisen, soweit darauf einzutreten ist.
Die Verfügung des Einzelgericht des Bezirksgerichtes Andelfingen vom 2. März
2018 (FE150008-B/Z34) ist zu bestätigen.
- 20 -
IV.
Kosten- und Entschädigungsfolgen
1. Die Vorinstanz behielt in Anwendung von Art. 104 Abs. 3 ZPO den Ent-
scheid über die Kosten- und Entschädigungsfolgen dem Endentscheid vor
(vgl. act. 5 S. 39 Dispositiv-Ziffer 7), was nicht angefochten wurde. Demgegen-
über ist über die Kosten- und Entschädigungsfolgen des Berufungsverfahrens
nicht erst mit dem erstinstanzlichen Endentscheid in der Hauptsache (vgl. Art. 104
Abs. 1 ZPO), sondern bereits an dieser Stelle zu befinden.
2.1 Im Rechtsmittelverfahren bemisst sich die Gebühr nach Massgabe dessen,
was vor der Rechtsmittelinstanz noch im Streit liegt (§ 12 Abs. 2 GebV OG). Da
es namentlich um die Abänderung der Obhutsregelung betreffend C._ geht,
liegt eine nicht vermögensrechtliche Streitigkeit vor. Bei nicht vermögensrechtli-
chen Streitigkeiten wird die Gebühr nach dem tatsächlichen Streitinteresse, dem
Zeitaufwand des Gerichts und der Schwierigkeit des Falles bemessen (§ 5 GebV
OG). In analoger Anwendung von § 6 Abs. 2 lit. b GebV OG kann die Gebühr so-
dann bis auf die Hälfte ermässigt werden. Die zweitinstanzliche Entscheidgebühr
ist auf Fr. 1'400.– festzusetzen.
2.2 Die Kosten werden in der Regel nach Obsiegen und Unterliegen verteilt.
Davon kann in familienrechtlichen Verfahren abgewichen werden (Art. 107 Abs. 1
lit. c ZPO). Da sich die Berufung in Bezug auf den Haupt- und den Eventualantrag
sogleich als unbegründet und in Bezug auf den Subeventualantrag als unzulässig
erweist (vgl. Art. 312 Abs. 1 ZPO), rechtfertigt sich keine Abweichung von dieser
Regel. Die Kosten sind daher der unterliegenden Berufungsklägerin aufzuerlegen.
Die Berufungsklägerin hat für das Berufungsverfahren ein Gesuch um Bewilligung
der unentgeltlichen Rechtspflege und um Bestellung eines unentgeltlichen
Rechtsbeistandes gestellt, welches die Kammer mit Beschluss vom 29. März
2018 bewilligte (vgl. act. 7). Die ihr aufzuerlegenden Gerichtskosten sind daher
einstweilen auf die Staatkasse zu nehmen (vgl. Art. 122 Abs. 1 lit. b ZPO). Die
Berufungsklägerin ist zur Nachzahlung verpflichtet, sobald sie dazu in der Lage ist
(vgl. Art. 123 Abs. 1 ZPO).
https://www.swisslex.ch/DOC/ShowLawViewByGuid/d14b19c8-5e79-4de6-89de-e2501acd79f5/d5a16f82-eeba-4a15-9cb5-c9fbaf3aeb25?source=document-link&SP=17|r2zfvm https://www.swisslex.ch/DOC/ShowLawViewByGuid/d14b19c8-5e79-4de6-89de-e2501acd79f5/d5a16f82-eeba-4a15-9cb5-c9fbaf3aeb25?source=document-link&SP=17|r2zfvm
- 21 -
2.3 Der unentgeltliche Rechtsbeistand der Berufungsklägerin ist vom Kanton
angemessen zu entschädigen (Art. 122 Abs. 1 lit. a ZPO). Die Entschädigung
kann erst festgesetzt werden, wenn RA Dr. iur. X._ dem Gericht eine Aufstel-
lung über seinen Zeitaufwand und die Auslagen vorlegt (vgl. § 23 Abs. 2 Anw-
GebV). Da eine solche noch nicht vorliegt, ist dessen Entschädigung, die sich
aufgrund von § 23 Abs. 1-2 und § 22 AnwGebV nach den §§ 13 Abs. 1-2 i.V.m.
§ 3 und 5 Abs. 1 AnwGebV zu richten haben wird, einem späteren Beschluss vor-
zubehalten.
2.4 Die Berufungsklägerin hat dem Berufungsbeklagten eine Parteientschädi-
gung zu bezahlen (vgl. Art. 122 Abs. 1 lit. d ZPO), weil von diesem eine Stellung-
nahme zur teilweisen Erteilung der aufschiebenden Wirkung eingeholt wurde
(act. 9). In Anwendung von §§ 13 Abs. 1 und 2, 11 Abs. 3 p.a., 9 und 5 AnwGebV
ist die Parteientschädigung auf Fr. 500.– festzusetzen und der Berufungsklägerin
aufzuerlegen.