# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** ee0283a0-63c1-46b0-929c-f14b57f98031
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2019
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1966,
war zuletzt als
Haushälterin/Nanny tätig (
Urk.
11/14,
Urk.
11/17/2). Unter Hinweis auf
ein depressives Kra
n
kh
e
itsbild seit Mai 2015 so
wie
eine
n
am 2
2.
Juni 2015
erlittenen
Hirnsch
l
a
g
meldete sich
die Versicherte
am
2
8.
September 2015
bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an (
Urk.
11/4
). Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, klärte die medizinisch
e und erwerbliche Situation ab
und holte bei
der
Y._
ein polydisziplinäres Gutachten ein, das am
1
2.
November 2017
erstattet wurde (
Urk.
11/107
).
Nach
durchgeführtem
Vorbescheid
verfahren
(
Urk.
11/109-118)
verneinte
die IV
Stelle
mit Verfügung vom 1
9.
Februar 2018 einen
Rentenanspruch (Urk.
11/119
=
Urk.
2)
.
2.
Die Versicherte erhob am 2
1.
März 2018
Beschwerde (
Urk.
1)
gegen die Verfü
gung vom
1
9.
Februar 2018
(
Urk.
2) und beantragte, diese sei aufzuheben
und
die Sache sei unter Feststellung, dass sie mit Wirkung ab 6 Monaten nach der Anmeldung Anspruch auf eine ganze Rente der Invalidenversicherung habe unter Berücks
ichtigung der Verbesserung des G
esundheitszu
s
tandes zu
Vornahme einer rechnerischen Invaliditätsbemessung und die Prüfung des weiteren Rentenan
spruchs an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen (S. 2
Ziff.
1), eventuell sei die Verfügung vom 1
9.
Februar 2018 aufzuheben und die Sache sei zur erneuten medizinischen Begutachtung und anschliessendem neuen Entscheid an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen (S. 2
Ziff.
2).
Die IV-Stelle beantragte mit Beschwerdeantwort vom
2.
Mai 2018
(
Urk.
10
) die Abweisung der Beschwerde.
Mit Gerichtsverfügung vom
1
5.
Juni 2018
wu
rden antragsgemäss (vgl.
Urk.
1 S.
2
Ziff.
5
) die unentgeltliche Prozessführung und Rechtsvertretung bewilligt und der Beschwerdeführerin die Beschwerdeantwort zugestellt (
Urk.
14
).
Mit Replik vom 1
9.
Oktober 2018 (
Urk.
17) hielt die Beschwerdeführeri
n an ihren Anträgen fest und reichte weitere medizinische Berichte
und den deutschen Rentenbescheid vom 1
1.
Juli 2018
zu den Akten (Urk.
18/1
6).
Mit Schreiben vom 2
3.
November 2018 (
Urk.
20) verzichtete die Beschwerde
gegnerin auf das Einreichen einer Duplik.
Dies wurde der Beschwerdeführerin am 2
6.
November 2018 zur Kenntnis gebracht (
Urk.
21).
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allge
meinen Teil
des Sozialversicherungsrechts;
ATSG)
. Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beur
tei
lung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähig
keit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss Art. 28 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG)
Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen
wieder herstellen
, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (Art. 8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (Art. 28 Abs. 2 IVG).
1.3
Die Wartezeit im Sinne von Art. 28 Abs. 1 lit. b IVG gilt in jenem Zeitpunkt als eröffnet, in welchem eine deutliche Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit einge
treten ist. Als erheblich in diesem Sinne gilt bereits eine Arbeitsunfähigkeit von 20 % (AHI 1998 S. 124 E. 3c; Urteil des Bundesgerichts I 10/05 vom 14. Juni 2005 E. 2.1.1 in
fine
mit Hinweisen). Unter relevanter Arbeitsunfähigkeit im Sinne dieser Bestimmung ist eine Einbusse an funktionellem Leistungsvermögen im bisherigen Beruf oder Aufgabenbereich zu verstehen. Das heisst, es muss arbeitsrechtlich in Erscheinung treten, dass die versicherte Person an Leistungs
vermögen eingebüsst hat, so etwa durch einen Abfall der Leistungen mit entspre
chender Feststellung oder gar Ermahnung des Arbeitsgebers oder durch gehäufte, aus dem Rahmen fallende gesundheitlich bedingte Arbeitsausfälle. Mit anderen Worten: Die Leistungseinbusse
muss in aller Regel dem seinerzeitigen Arbeitgeber aufgefallen sein. Eine erst nach Jahren rückwirkend festgelegte medizinisch-theoretische Arbeitsunfähigkeit genügt nicht. Umgekehrt ist eine in der berufli
chen Tätigkeit im Vergleich zu einer gesunden Person tatsächlich nur reduziert erbrachte Leistung für sich allein gesehen in aller Regel ebenso wenig ausreichend für die Bejahung einer Arbeitsunfähigkeit im Sinne des Gesetzes. Vielmehr bedarf es dazu regelmässig zusätzlich einer (überzeugenden) medizinischen Ein
schätzung, die
ordentlicher
weise
echtzeitlicher Natur ist. Der Zeitpunkt des Ein
tritts der Arbeitsunfähigkeit muss mit dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der über
wiegenden Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sein. Dieser Nachweis darf nicht durch nachträgliche erwerbliche oder medizinische Annahmen und spekulative Überlegungen ersetzt werden (Urteil des Bundesge
richts 8C_204/2012 vom 19. Juli 2012 E. 3.2 mit weiteren Hinweisen).
Obwohl das Gesetz dies nicht ausdrücklich bestimmt, kann ein Rentenanspruch nach Art. 28 Abs. 1 lit. b IVG nur entstehen, wenn nach Ablauf der Wartezeit eine Erwerbsunfähigkeit gegeben ist. Damit eine Rente zugesprochen werden kann, müssen sowohl die durchschnittliche Arbeitsunfähigkeit während eines Jahres als auch die nach Ablauf der Wartezeit bestehende Erwerbsunfähigkeit die für die betreffende Rentenabstufung erforderliche Mindesthöhe erreichen (BGE 129 V 411 E. 2.1, 121 V 264 E. 6b/cc; AHI 2001 S. 279 E. 2; Urteil des Bun
des
gerichts 8C_189/2008 vom 4. Juli 2008 E. 2.2).
1.4
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie körperliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 8 ATSG bewirken. Rechtsprechungsgemäss ist bei psy
chi
schen Beeinträchtigungen zu prüfen, ob ein psychischer Gesundheitsschaden mit Krankheitswert besteht, welcher die versicherte Person auch bei Aufbietung
allen guten Willens daran hindert, ein rentenausschliessendes Erwerbsein
kommen
zu erzielen (vgl.
BGE 139 V 547
E. 5,
131 V 49
E. 1.2,
130 V 352
E. 2.2.1; vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_125/2015 vom 18. November 2015 E. 5.4).
Die Annahme eines psychischen Gesundheitsschadens im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG sowie Art. 3 Abs. 1 und Art. 6 ATSG setzt eine psychiatrische, lege
artis
auf
die Vorgaben eines anerkannten Klassifikationssystems abgestützte Diagnose vor
aus (vgl. BGE 143 V 409 E. 4.5.2, 141 V 281 E. 2.1, 130 V 396 E. 5.3 und E. 6). Eine fachärztlich einwandfrei festgestellte psychische Krankheit ist jedoch nicht ohne weiteres gleichbedeutend mit dem Vorliegen einer Invalidität. In jedem Ein
zelfall muss eine Beeinträchtigung der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit unab
hängig von der Diagnose
und grundsätzlich unbesehen der Ätiologie ausgewiesen und in ihrem Ausmass bestimmt sein. Entscheidend ist die nach einem weit
geh
end objektivierten Massstab zu beurteilende Frage, ob es der versicherten Person zumutbar ist, eine Arbeitsleistung zu erbringen (BGE 143 V 409 E. 4.2.1, 141 V 281 E. 3.7, 139 V 547 E. 5.2, 127 V 294 E. 4c, je mit Hinweisen; vgl. Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.5
Mit BGE 143 V 418 entschied das Bundesgericht, dass grundsätzlich sämtliche psychischen Erkrankungen für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit einem struk
turierten Beweisverfahren nach BGE 141 V 281 zu unterziehen sind (E. 6 und 7, Änderung der Rechtsprechung; vgl. BGE 143 V 409 E. 4.5.2 speziell mit Bezug auf leichte bis mittelschwere Depressionen).
Das für somatoforme Schmerzstörungen und vergleichbare psychosomatische Leiden entwickelte strukturierte Beweisverfahren definiert systematisierte Indika
toren, die es
-
unter Berücksichtigung leistungshindernder äusserer Belastungs
faktoren einerseits und von Kompensationspotentialen (Ressourcen) anderer
seits
erlauben, das tatsächlich erreichbare Leistungsvermögen einzu
schätzen (BGE
141
V 281 E. 2, E. 3.4-3.6 und 4.1; vgl. statt vieler: Urteil des Bundes
ge
richts 9C_590/2017 vom 15. Februar 2018 E. 5.1). Die Anerkennung eines rentenbe
grün
denden Invaliditätsgrades ist nur zulässig, wenn die funktionellen Auswir
kungen der medizinisch festgestellten gesundheitlichen Anspruchs
grund
lage im Einzelfall anhand der Standardindikatoren schlüssig und wider
spruchs
frei mit (zumindest) überwiegender Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sind. Fehlt es an diesem Nachweis, hat die materiell beweisbelastete versicherte Person die Folgen der Beweislosigkeit zu tragen (BGE 141 V 281 E. 6; vgl.
BGE 144 V 50 E. 4.3).
Diese Rechtsprechung ist auf alle im Zeitpunkt der Praxisänderung noch nicht erledigten Fälle anzuwenden (Urteil des Bundesgerichts 9C_580/2017 vom 16. Januar 2018 E. 3.1 mit Hinweisen).
Die für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit bei psychischen Erkrankungen im Regelfall beachtlichen Standardindikatoren (BGE 143 V 418, 143 V 409, 141 V 281) hat das Bundesgericht wie folgt systematisiert (BGE 141 V 281 E. 4.3.1):
-
Kategorie «funktioneller Schweregrad» (E. 4.3)
-
Komplex «Gesundheitsschädigung» (E. 4.3.1)
-
Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde (E. 4.3.1.1)
-
Behandlungs- und Eingliederungserfolg oder -resistenz (E. 4.3.1.2)
-
Komorbiditäten (E. 4.3.1.3)
-
Komplex «Persönlichkeit» (Persönlichkeitsdiagnostik, persönliche Res
sourcen, E. 4.3.2)
-
Komplex «Sozialer Kontext» (E. 4.3.3)
-
Kategorie «Konsistenz» (Gesichtspunkte des Verhaltens, E. 4.4)
-
gleichmässige Einschränkung des
Aktivitätenniveaus
in allen vergleich
baren Lebensbereichen (E. 4.4.1)
-
behandlungs- und eingliederungsanamnestisch ausgewiesener Leidens
druck (E. 4.4.2)
Beweisrechtlich entscheidend ist der verhaltensbezogene Aspekt der Konsistenz (BGE 141 V 281 E. 4.4; vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_604/2017 vom 15. März 2018 E. 7.4).
1.6
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vor
akten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuch
tet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
2.
2.
1
Die Beschwerdegegnerin ging in der angefochtenen Verfügung (
Urk.
2) davon aus, dass die Beschwerdeführerin
seit
dem 1
7.
Mai 20
15 in ihrer A
rbeitsfähigkeit
eingeschränkt
sei und der
Ablauf
des
Wartejahr
es
daher
am
1
6.
Mai 20
16
erfolgt
sei
. Zu diesem Zeitpunkt habe sich der G
esundheitszustand
bereits verbessert gehabt
. Aus ärztlicher Sicht bestehe seitdem eine Arbeitsunfähigkeit von
20
%
.
Die
b
isher ausgeübte Tätigkeit als Haushälterin
könne auch unter Berück
sichti
gung von geringen Einschränkungen als
angepasste Tätigkeit
betrachtet werden. Somit betrage der Invaliditätsgrad
20
%
(S. 1).
Es sei davon auszugehen, dass das festgestellte Leistungsprofil ab der Zeit nach abgeschlossener ambulanter Reha
bilitation in der
Z._
Gültigkeit habe, also ab dem
1.
Mai 201
6.
In der Zeit vom 2
2.
Juni 2015, also dem Zeitpunkt des erlittenen ischämischen Schlag
anfalles, bis zum 3
0.
April 2016 habe eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit bestan
den. Ab dem
1.
Mai 2016 sei retrospektiv gesehen wieder eine 80%ige Arbeitsfä
higkeit für die frühere als auch für angepasste Tätigkeiten gegeben (S.
2).
2.2
Demgegenüber
machte die Beschwerdeführerin geltend (
Urk.
1),
d
er Beginn des Wartejahres sei nicht erst auf
den
1
7.
Mai 20
15 b
eziehungsweise
7.
Mai 20
15 zu setzen, sondern
ein solcher sei
bereits ab Februar
2015 in den Akten belegt.
Denn vor dem ischämischen Schlaganfall vom 2
2.
Juni 2015 habe ab Frühjahr (even
tuell Januar 2015) eine Arbeitsunfähigkeit von 100
%
infolge depressive
r
Beschwerden bestanden (S. 4 f.).
Sogar die B
eschwerdegegnerin
habe intern gerügt, dass die Gutachter die Krankheitsphase vom
1.
Februar 2015 bis 2
1.
Juni 20
15 nicht berücksichtigt hätten. Auch deshalb genüge das Gutachten nicht den Anforderungen an ein beweistaugliches Gutachten.
Es fehle auch ein Bericht der A._
z
uhanden
der B
eschwerdegegnerin in den Akten
.
Sie habe bereits
ab April
20
15
die Arbeit
aus finanziellen Gründen
wieder
aufgenommen
,
obschon ihr Gesundheitszustand
instabil gewesen sei.
Die Art der Tätigkeit und das Pensum hätten sich aber angesichts der bestehenden depressiven Beschwer
den
als unzumutbare Belastung dargestellt, so dass bereits ab
dem
7.
Mai 20
15
wieder eine Arbeitsunfähigkeit eingetreten sei.
Der
missglückte
Wiedereingliede
rungsversuch sei verfrüht erfolgt und
angesichts des Beschwerde
bildes sei die Aufnahme eines
volle
n
Pensum
s
unzumutbar
gewesen
, weshalb dieser Monat nicht zum Unterbruch des Wartejahres führen könne
. Überwiegend wahrschein
lich habe angesichts der Diagnose und der Art des psychischen Beschwerdebildes auch für die Periode vom
1.
April bis
6.
Mai 2015 faktisch eine Teilarbeitsunfä
higkeit von mindestens 20
%
bestanden (S. 5 f.).
Selbst der
Gutachter weise darauf hin,
die retrospektive Beurteilung der
Arbeitsfähigkeit sei schwierig, gehe aber anschliessend aus nicht nachvollziehbaren Gründen davon aus, dass seine Ein
schätzung der Arbeitsfähigkeit bereits rückwirkend für die Zeit ab dem
1.
Mai 2016 zu gelten habe. Entgegen der gutachterlichen Einschätzung habe jedenfalls die RAD-Ärztin eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit bis am 30.
August 2016 festge
halten (S. 6).
Die behandelnden Ärzte hätten sodann eine schrittweise Erhöhung der Arbeitsfähigkeit von 20
%
ab September 2016 bis maximal 50
%
als möglich erachtet
(S. 7)
.
Zudem sei auch die
deutsche Rentenversicherung von
einer
100%
igen
A
rbeitsunfähigkeit
ausgegangen.
Es bestünden Zweifel am
Beweiswert des Gutachtens
(S. 8). Ausserdem werde
gerügt, dass
die Beschwerdegegnerin
keinen rechnerischen
Einkommensv
ergleich vorgenommen habe, obschon
sie
als Gesunde mehr verdienen würde als im Krankheit
sfall
.
Es sei ein Leidensabzug
vorzunehmen
(S. 8 f.)
.
2.3
Streitig und zu prüfen ist der Anspruch der Beschwerdeführerin auf eine Rente der Invalidenversicherung.
3.
3.1
Die Ärzte der
A._
berichteten am
4.
Juni 2015 (
Urk.
11/17/2
3) und führten aus, die Beschwerdeführerin habe bis Ende Januar 2015 fünf Tage lang zehn Stunden pro Tag als Nanny und im Haushalt bei einer Familie gearbeitet. Danach habe eine depressive Episode angefangen und sie habe die Arbeit verloren. Am
1.
April 2015 habe sie eine neue Stelle als Nanny angefangen bis zum aktuellen Rückfall, was Mitte Mai 2015 zu einer 100%igen Arbeitsunfä
higkeit geführt habe. Seit Sommer 2014 habe die Beschwerdeführerin zunehmend unter Magenkrämpfen, Rückenschmerzen, Kopfschmerzen sowie unter häufigen Krankheiten aufgrund von Infekten gelitten. Sie habe Ein- und Durchschlafstö
rungen, Antriebsstörungen, ein häufiges Gefühl der Traurigkeit, starke innere Unruhe mit Herzrasen, starkes Grübeln und Suizidgedanken in der Nacht, zudem habe ein sozialer Rückzug stattgefunden. Es habe eine deutliche Besserung aller Symptome ab Mitte März 2015 stattgefunden, seit Mitte Mai 2015 bestehe ein Rückfall mit der gleichen Symptomatik. Es bestehe eine deutliche emotionale Labilität. Der Leidensdruck sei deutlich spürbar (S. 1). Es finde eine medikamen
töse Behandlung seit Anfang Februar 2015 statt und es hätten fünf Einzelge
spräche von Anfang Februar bis zum 1
0.
März 2015 stattgefunden. Danach habe es eine Pause der psychotherapeutischen Gespräche aufgrund des Wiedereinstiegs in die Arbeit sowie eine selbständige Sistierung der medikamentösen Behandlung gegeben. Am 1
8.
Mai 2015 habe es eine Wiederaufnahme der Behandlung auf
grund eines depressiven Rückfalls gegeben. Vom
1.
Februar bis 3
1.
März 2015 und seit dem 1
7.
Mai 2015 bis auf weiteres bestehe eine 100%ige Arbeitsunfä
higkeit (S. 2).
3.2
Med. pract. B._
, Fachärztin für Allgemeine Innere Medizin, berich
tete am
3.
November 2015 (
Urk.
11/19/1-5) und nannte folgende Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (S. 1
Ziff.
1.1):
-
Status nach
ischämschem
Schlaganfall im Stromgebiet der
Arteria
cerebri
media
links am 2
2.
Juni 2015 mit
-
motorischer
Dysphasie
-
undulierender homonymer Hemianopsie nach rechts
-
Dysästhesie rechte obere Extremität
-
neuropsychologischen Defiziten mit verminderter Belastbarkeit
-
Neurasthenie
Als Diagnose ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit nannte sie eine vorbe
stehende latente Depression (S. 1
Ziff.
1.1). Sie führte aus,
bei der Beschwerde
führerin sei im
C._
eine
Thrombolyse
gemacht worden. Die neurologischen Defizite hätten sich
schnell gebessert
. Geblieben sei eine neuropsychologische Schwäche, die sich bei Belastungen im Berufsleben gezeigt habe,
so
dass wieder eine Arbeitsunfähigkeit bestehe und eine Neurore
habilitation angeordnet worden sei (S. 2
Ziff.
1.4).
Es bestehe eine Neurasthenie, eine verminderte Konzentrationsfähigkeit sowie eine verminderte psychische Belastbarkeit
.
N
ach dem Schlaganfall vom 2
2.
Juni 2015
sei die Arbeit als Haus
hälterin nicht mehr möglich. Erschwerend komme die vorhandene Depression, welche vorbestehend sei, dazu (S. 2
Ziff.
1.7).
Mit einer Wiederaufnahme der Tätigkeit könne schätzungsweise in einem halben Jahr bis einem Jahr gerechnet werden (S. 3
Ziff.
1.9).
3.3
Die Ärzte der
Z._
berichteten am
8.
Mai 2016 (
Urk.
11/81)
über die Behandlung der Beschwerdeführerin im Zeitraum vom 1
9.
Januar bis 1
8.
April 201
6.
Sie nannten folgende Diagnosen:
-
Status nach
ischämschem
Insult im Stromgebiet der
Arteria
cerebri
media
links mit motorischer
Dysphasie
, undulierender
homonymer Hemianopsie nach rechts und Dysästhesie rechte obere Extremität am 2
2.
Juni 2015
-
leichte organische kognitive Störung
-
rezidivierende depressive Störung, aktuell unter
Valdoxan
remittiert
Sie führten aus, dass die Beschwerdeführerin subjektiv von einer deutlichen Ver
besserung im Vergleich zum Therapiebeginn berichte. Ihre
konzentrative
Belast
barkeit habe sich verbessert, jedoch könne sie immer noch nicht wirklich lange konzentriert an einer kognitiv anstrengenden Aufgabe arbeiten und viele Ein
drücke miteinander würden sie überfordern und Kopfschmerzen provozieren (S.
1).
Der Antrieb der Beschwerdeführerin sei zu Beginn der Therapie leicht reduziert gewesen, bei modulierbarem Affekt und depressiver Grundstimmung. Während dem Verlauf sei der Antrieb regelrecht gewesen und die Grund
stimmung durch
aus positiv.
Die kognitive Belastbarkeit sei leicht reduziert, das Arbeitsverhalten motiviert und bezüglich des Tempos fluktuierend gewesen. Die Belastbarkeit und das Tempo hätten während der Therapie gesteigert werden können
(S. 2 oben)
.
Die Beschwerdeführerin besuche seit Mitte Januar 2016 regelmässig zweimal wöchentlich die neuropsychologische Therapie am
D._
. Im Vergleich zur neuropsychologischen Erstunter
suchung habe die Beschwerdeführerin in der Verlaufsdiagnostik Verbesserungen in den Exekutiv
funktionen sowie in den Gedächtnisfunktionen verzeichnen können. Diese Test
werte würden nun durchschnittliche Werte aufweisen (S. 3 f.).
Die psychomoto
rische Geschwindigkeit weise einen leicht bis mittelgradig unterdurchschnittli
chen
Testwert
auf, was mit der leicht verlangsamten Reaktionszeit in der Auf
merksamkeitsaktivierung korreliere.
Am 1
7.
August 2015 habe die Beschwerde
führerin eine neue Stell
e
zu 80
%
als Haushälterin ange
fangen, welche sie nach wenigen Tagen wegen Überforderung wieder habe ver
lassen müssen.
Die Beschwerdeführerin plane voraussichtlich Anfang August einen beruflichen Wiedereinstieg (S. 4).
3.4
Med.
pract
.
B._
berichtete am 1
6.
Mai 2016 (
Urk.
11/40/1-3) und führte aus,
die Beschwerdeführerin habe in der Rehabilitation in der
Z._
gute Fort
schritte gemacht bezüglich der Konzentrationsstörungen und der Merkfähigkeits
schwäche, was
wieder
zu einer 50%igen Arbeitsfähigkeit
ab August 2016 führe
(S. 1
Ziff.
2.1)
.
3.5
Die Ärzte der
Z._
berichteten am 1
0.
August 2016 (
Urk.
11/50/2-8) und nannten folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (S. 1 Ziff.
1.1):
-
Status nach
ischämschem
Insult im Stromgebiet der
Arteria
cerebri
media
links mit motorischer
Dysphasie
, undulierender
homonymer Hemianopsie nach rechts und Dysästhesie rechte obere Extremität am 2
2.
Juni 2015
-
temporaler Kopfschmerz rechts mit Kribbelparästhesien, chronische Spannungs
kopfschmerzen
-
augenärztliche Dia
gnose eines
Fla
mmer
-Syndroms
-
chronische Rückenverspannungen bei/nach 2 Steissbeinfrakturen
-
leichte neuropsychologische Funktionsstörung (ICD-10 F08.7)
-
rezidivierende depressive Störung, aktuell leichte depressive Episode (ICD
10 F33.0)
-
Persönlichkeit mit unsicher-
dependenten
,
histrionischen
und emotional-instabilen Zügen
Sie führten aus,
dass sich bei Eintritt in die Rehabilitation neuropsychologisch vereinbar mit der Topographie des ischämischen Insults sowie gemäss den sub
jektiven Angaben der Beschwerdeführerin in der lexikalischen Wortflüssigkeit eine leichte bis mittelgradige und im verbalen Arbeitsgedächtnis eine leichte Funktionsstörung hätten objektivieren lassen.
In der Aufmerksamkeitsaktivierung habe sich eine leichte bis mittelgradig reduzierte Reaktionsfähigkeit, in den Gedächtnisfunktionen eine mittelgradig beeinträchtigte kurzfristige verbale und visuelle
Behaltensleistung
und in der verbalen Lernleistung eine erhöhte Anzahl
perseverativer
Nennungen gezeigt.
Weiter sei die Leistung in der kognitiven Flexibilität leicht reduziert gewesen. Während der Untersuchung habe bei der Beschwerdeführerin eine fluktuierende Leistung beobachtet werden können, was auf eine reduzierte
konzentrative
, kognitive
sowie emotionale Belastbarkeit hin
gewiesen habe. Mit gezielter kognitiver Therapie im Bereich der
Aufmerksam
keits
- sowie Exekutivleistungen sei die
konzentrative
und kognitive Belastbarkeit trainiert worden. Die Beschwerdeführerin
habe sehr motiviert teilgenommen und ihre Leistung in Qualität und Quantität deutlich steigern können (S. 2
Ziff.
1.4). Die depressive Episode lasse sich medikamentös und mittels Psychotherapie gut behandeln, depressive Episoden könnten jedoch immer wieder neu ausgelöst werden
(S. 3
Ziff.
1.4)
.
Die Beschwerdeführerin sei als Nanny/Haushälterin seit dem 2
2.
Juni 2015 bis September 2016 zu 100
%
arbeitsunfähig
(S. 3
Ziff.
1.6)
.
Bezogen auf die ursprüngliche Arbeit wirkten sich die psychischen, kognitiven und körperlichen Defizite gravierend aus. Die kognitiven Einschränkungen, ins
besondere die reduzierte Belastbarkeit
,
sowie die chronischen Schmerzen würden die Beschwerdeführerin verunsichern und könnten zu weiteren depressiven Phasen beitragen (S. 3
Ziff.
1.7).
Bezogen auf die Arbeit als Nanny/Haushälterin sei die Tätigkeit aus medizinischer Sicht ab September 2016 zum Pensum von zunächst 20
%
zumutbar. Eine Erhöhung des Pensums sollte nur schrittweise und bis maximal 50
%
erfolgen
.
Aufgrund der psychischen und neuropsychologi
schen Störungen bestünden mittelgradige Leistungseinbussen (S. 4
Ziff.
1.7).
3.6
Dipl.-med.
E._
, Fachärztin für Allgemeine Innere Medizin, und Dr.
med. F._
, Facharzt für Anästhesiologie, Regionaler Ärztlicher Dienst (RAD) der Beschwerdegegnerin, nahmen am 2
2.
August 2016 Stellung (Urk.
11/108/3-4) und führten aus,
vom
1.
Februar bis 3
1.
März 2015, vom 17.
Mai bis 2
1.
Juni 2015 (aufgrund einer Depression), vom 2
2.
Juni bis 30.
August 2016 (Apoplex und Depression) habe eine 100%ige, vom
1.
September bis 3
1.
Oktober 2016 eine 80%ige und ab dem
1.
November 2016 eine 60%ige Arbeitsunfähigkeit bestanden. Es sei von einer weiteren Besserung des Gesund
heitszustandes auszugehen. Die Beschwerdeführerin sei zunächst an einer Depression erkrankt, welche im Februar 2015 zu einer 100%igen Arbeitsun
fähig
keit geführt habe. Nach Besserung des Gesundheitszustandes
habe sie vorüberge
hend wieder an ihren inzwischen gewechselten Arbeitsplatz zurückkehren können, bevor sie im Mai 2015 ein Rezidiv erlitten habe. Im Juni 2015 habe sich ein Schlaganfall ereignet, welcher zu neuropsychologischen Funktionsstörungen geführt habe.
Aktuell seien die Krankheitssymptome rück
läufig, die Wiederauf
nahme der Berufstätigkeit sei
im kommenden Monat in einem 20
%
-
Pensum mög
lich.
Eine rasche Steigerung der Arbeitsfähigkeit sei anzustreben. Es liege ein Gesundheitsschaden vor, welcher sich längerfristig auf die Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit ausgewirkt habe.
3.7
Med.
pract
.
B._
berichtete am 1
8.
März 2017 (
Urk.
11/74) und führte aus, die Beschwerdeführerin sei seit dem
1.
September 2016 als Haushälterin zweimal einen halben Tag pro Woche, entsprechend 20
%
, arbeitsfähig. Die Beschwerde
führerin sei noch in der Rehabilitation in der
Z._
, das Ziel sei das Errei
chen einer 50%igen Arbeitsfähigkeit bis zum
1.
April 2017.
3.8
Die Ärzte der
Z._
berichteten am 2
9.
März 2017 (
Urk.
11/75) und führ
ten aus, die depressive Störung sei gegenwärtig remittiert (S. 1
Ziff.
1.2). Seit Ende November 2016 bestehe ein verbesserter affektiver Zustand und keine depressive Episode mehr unter der aktuellen
thymoleptischen
Medikation. Es bestehe eine 20%ige Arbeitsfähigkeit seit Anfang September 201
6.
Bestehen blieben jedoch eine deutlich reduzierte Belastbarkeit und Konzentrations
schwankungen sowie chronische Schmerzen (Rücken- und Kopfschmerzen
; S. 1
Ziff.
1.3
).
Als Nanny/Haushälterin
sowie in angepassten Tätigkeiten
sei sie zu 20-30
%
arbeitsfähig (S. 1
f.
Ziff.
2.1).
Es bestünden aufgrund der neuropsychologi
schen Störungen längerfristig leichte Leistungseinbussen (S. 2
Ziff.
2.2). Es sei davon auszugehen, dass die reduzierte kognitive Belastbarkeit bestehen bleibe. Eine leichte Steigerung der Belastbarkeit auf 30-40
%
könnte vermutlich mittels neuropsychologischer Psychotherapie erreicht werden (S. 2
Ziff.
3.3).
3.9
Dipl.-med.
E._
, RAD, nahm am 2
3.
Mai 2017 Stellung (
Urk.
11/108/6-7) und führte aus,
aus versicherungsmedizinischer Sicht seien die vorliegenden Angaben widersprüchlich. Einerseits sei die neurokognitive Störung so schwerwiegend, dass in beruflicher Hinsicht nur noch ein 20-30%-Pensum möglich sein soll, während andererseits die Fahreignung habe wiedererlangt werden können, hier also keine schwerwiegende kognitive Einschränkung mehr vorliege. Um das Leistungsvermögen der Beschwerdeführerin zuverlässig beurteilen zu könne
n
, sei eine MEDAS-Abklärung erforderlich.
3.10
Die Ärzte der
Y._
erstatteten ihr polydisziplinäres Gutachten am 12.
No
vember 2017 (
Urk.
11/107) gestützt auf die Akten sowie die Unter
suchungen der Beschwerdeführerin. Sie
nannten folgende Diagnose mit Aus
wirkung auf die Arbeitsfähigkeit (S. 24
Ziff.
4.4.1):
-
rezidivierende depressive Störung, zum Untersuchungszeitpunkt weit
ge
hend remittiert (
neurasthene
Restbeschwerden; ICD-10 F33.4)
Als Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit nannten sie die folgen
den (S. 24
Ziff.
4.4.2):
-
Obstipationsneigung, verstärkt unter antidepressiver Medikation
-
Heuschnupfen
-
transitorische (passagere) Ischämie im Mediastromgebiet links am 2
2.
Juni 2015
-
akzentuierte (
dependente
und ängstlich-vermeidende) Persönlichkeit (ICD-10 Z73.1)
Sie führten aus, dass sich aus interdisziplinärer Sicht eine Arbeitsunfähigkeit in der angestammten beziehungsweise zuletzt durchgeführten Tätigkeit als Kinder
betreuerin und Haushaltshilfe (Nanny) von 20
%
ergebe.
Auch für Verweistätig
keiten bestehe eine Arbeitsunfähigkeit von 20
%
. Ausschlaggebend für die fest
gestellte Leistungsbeeinträchtigung seien die Gesundheitsstörungen auf psychiatri
schem Fachgebiet. Die festgestellte akzentuierte Persönlichkeit habe für sich gesehen keinen eigenen Krankheitswert, beeinflusse jedoch den
Behand
lungs
- und Heilverlauf der rezidivierenden depressiven Störung ungünstig
.
Die noch bestehenden isolierten kognitiven Einbussen dürften sich mit überwiegen
der Wahrscheinlichkeit bei längerer psychischer Stabilität und Überwindung wieder bessern. Aus neuropsychologischer Sicht sei vermutet worden, dass die beklagten subjektiven Einbussen im Alltag möglicherweise einen sekundären Kra
nkheitsgewinn darstellen würden
(S. 25
f.
Ziff.
4.7).
Letztlich sei eine retro
spektive Beurteilung der Arbeitsfähigkeit schwierig, ohne die begutachtete Person auch früher selber untersucht zu haben, da man sich auf von anderen Personen erhobene Anamnesen, Befunde und daraus abgeleitete Diagnosen verlassen müsse. Auf Grundlage der geschilderten Berichterstattung
sei jedoch davon aus
zugehen, dass das festgestellte Leistungsprofil Gültigkeit habe ab der Zeit nach abgeschlossener ambulanter Rehabilitation in der
Z._
, also ab
dem
1.
Mai 201
6.
In der Zeit vom 2
2.
Juni 2015 bis zum 3
0.
April 2016 habe eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit bestanden
(S. 26)
.
3.11
RAD-Ärztin
dipl.-med.
E._
nahm am 2
2.
November 2017 Stellung (Urk.
11/108/7-8) und führte aus,
dass das Gutachten umfassend und hinsichtlich der Schlussfolgerungen begründet sei. Es könne darauf abgestellt werden.
4.
4.1
Die Gutachter der
Y._
diagnostizierten in ihrem Gutachten vom Novem
ber 2017 (vgl. vorstehend E. 3.10) eine rezidivierende depressive Störung, zum Untersuchungszeitpunkt weitgehend remittiert (
neurasthene
Restbe
schwerden; ICD-
10 F33.4)
,
und gingen davon aus, dass
sich
seit abgeschlossener Rehabilita
tion, also seit dem
1.
Mai 2016 eine Arbeitsunfähigkeit in der angestammten beziehungsweise zuletzt durchgeführten Tätigkeit als Kinder
betreuerin und Haus
haltshilfe (Nanny) sowie für Verweistätigkeiten von 20
%
ergebe.
In der Zeit vom 2
2.
Juni 2015 bis zum 3
0.
April 2016 habe eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit bestanden
.
4.2
Das Gutachten der
Y._
vom
November 2017
erfüllt die formalen Beweis
wert-
Anforderungen (vorstehend E. 1.
6
) ohne weiteres, ist es doch für die streiti
gen Belange umfassend, beruht auf allseitigen Untersuchungen, berücksichtigt auch die geklagten Beschwerden und wurde in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben.
Darüber hinaus leuchtet es in der Darlegun
g der medizinischen Zu
sammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation ein und ent
hält nachvollziehba
r begründete Schlussfolgerungen, weshalb darauf abge
stellt werden kann.
Dass dem Gutachten de
r
Y._
Beweiswert zukommt
, bestätigte auch die RAD-Ärztin
dipl.-med.
E._
in ihrer Stellungnahme vom 2
2.
November 2017 (vgl. vorstehend E. 3.11).
Eine entsprechende Prüfung ergibt denn auch, dass der psychiatrische Gutachter die heute massgebenden Standardindikatoren (vorstehend E. 1.5) in seine Beur
teilung weitestgehend einbezogen hat. So hat er sich einlässlich mit den diagno
serelevanten Befunden und deren Ausprä
gung auseinandergesetzt (Urk.
11/107/62-80 S. 8
f
f.
, S. 13 f.
)
,
ebenso mit dem Be
handlungserfolg (S. 18), wobei er ausführte, dass die etablierte psychiatrisch-psychotherapeutische Behandlung bereits zu einer weitgehenden Remission der depressiven Störung geführt habe.
Zum Aspekt der Persönlichk
eit wies er insbesondere darauf hin, dass den
akzentuierte
n
Persönlichkeit
santeilen per se kein
Krankheitswert zukomme, sie allerdings den Behandlungs- und Heilverlauf ungünstig beein
flussen würden (S. 14
, S. 16). D
en sozialen Kontext betreffend wies er
namentlich darauf hin, dass kein erheblicher sozialer Rückzug vorliege, die
Beschwerde
führer
in die Haushaltarbeiten selbst erledige und stundenweise einer Arbeitstä
tigkeit nachgehe (S. 15).
Schliesslich äusserte sich der Gutachter zur Konsistenz, dass
sich keine wesentlichen Diskrepanzen zwischen den anamnestischen Anga
ben beziehungsweise des Aktivitätsniveaus der Beschwerde
führerin und den erhobenen Untersuchungsbefunden ergeben hätten. Das Verhalten der Beschwer
deführerin habe im Rahmen der Untersuchung keine ausgeprägte Aggravations- beziehungsweise Simulationstendenz aufgewiesen (S.
16).
Die Bestimmung der Arbeitsunfähigkeit (S.
17
f.) ist zudem so erfolgt, dass sie sich gleichsam aus dem Saldo aller wesentlichen Belastungen und Ressourcen (BGE 141 V 2
81 E. 3.4.2.1) ergibt. Der psychiatrische Gutachter
führte diesbezüg
lich zudem ausführlich und nachvollziehbar aus, dass
die Leistungsfähigkeit auf der psychisch-geistigen und psychiatrisch-körperlichen Ebene durch die darge
stellte
neurasthene
Restsymptomatik leichtgradig beeinträchtigt werde (S. 17).
Die gutachterliche Beurteilung der Arbeitsfähigkeit wird zudem gest
ützt durch den Umstand, dass die
Beschwerdeführer
in im November 2016 die Fahreignung wiedererlangt hat
(vgl.
Urk.
11/75)
. Die von den behandelnden Ärzten attestierte 20%ige Arbeitsfähigkeit ab
dem
1.
September 2016
s
cheint an das effektiv aus
geübte Arbeitspensum angelehnt zu sein
(vgl.
Urk.
11/46)
und erscheint aufgrund der Akten nicht schlüssig. So gehen selbst die behandelnden Ärzte von einer guten Behandelbarkeit der Depression und einer schrittweisen Erhöhung des Arbeitspensums bis auf 50
%
aus
(vgl.
Urk.
11/50/2-8,
Urk.
11/40/1-3)
, legen sich jedoch betreffend Zeitpunkt und Pensum nicht genau fest.
Nachdem sich der
psychiatrische
Gutachter in seiner Beurteilung (auch) an den Standardindikatoren orientiert hat, ist die von der Rechtsanwendung zu prüfende Frage, ob er sich an die massgebenden normativen Rahmenbedingungen gehalten und das Leistungsvermögen in Berücksichtigung der einschlägigen Indikatoren einge
schätzt hat (BGE 141 V 281 E. 5.2.2), klar zu bejahen. Die funktionellen Aus
wirkungen der medizinisch festgestellten gesundheitlichen Anspruchsgrund
lage lassen sich anhand der Standardindikatoren schlüssig und widerspruchsfrei mit überwiegender Wahrscheinlichkeit nachweisen
(BGE 144 V 50 E. 3.4). Mithin erfüllt das Gutachten sowohl die praxisgemässen herkömmlichen Anforderungen (vorstehend E. 1.6) als auch diejenigen des strukturierten Beweis
v
erfahrens (vor
stehend E. 1.4
-1.5
). Somit ist betreffend die Diag
nosen wie auch hinsichtlich der Arb
eitsfähigkeit auf das Gutachten der
Y._
abzustellen.
4.3
Zusammenfassend steht der Sachverhalt dahingehend fest, dass die Arbeits
fähig
keit de
r
Be
schwerdeführerin
krankheitsbedingt in dem gutachterlich attestier
ten Umfang
(vgl. vorstehend E. 3.10
)
eingeschränkt ist, mithin
sowohl in der ange
stammten wie auch
in
einer
ange
passten
Tätigkeit
um
20
%
ab dem
1.
Mai 201
6.
In der Zeit vom 2
2.
Juni 2015 bis zum 3
0.
April 2016 hat eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit bestanden.
4.
4
Vor dem Hintergrund, dass med.
pract
.
B._
eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit ab dem
7.
Mai 2015 attestierte (vgl.
Urk.
11/1/9), erscheint die Annahme des Beginns des
Wartejahres mit frühestens
7.
Mai 2015 als nachvollziehbar und aus
gewiesen. Wenn die Beschwerde
führerin geltend macht, das Wartejahr sei bereits per Januar oder Februar 2015 zu er
öffnen, bleibt anzumerken, dass die Ärzte der
A._
zwar von einem Beginn der depressiven Episode ab Februar 2
015 ausgingen,
eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit
jedoch lediglich
vom
1.
Februar bis 3
1.
März
2015 und seit dem 1
7.
Mai 2015 attestierten, womit
ein Unterbruch
von mehr als 30 Tagen besteht.
Sie führten sodann
aus, dass ab Mitte März 2015 eine deutliche Besserung der Symptomatik
eingetreten sei.
Die Beschwerdeführerin arbeitete denn auch vom
1.
April 2015 bis zum Rückfall Mitte Mai 2015 zu 100
%
als Nanny
(vgl. auch
Urk.
1 S. 5)
, womit keine anhal
tende Arbeitsunfähigkeit von mindestens 20
%
gegeben war
.
Nach dem Gesagten erweisen sich die Ausführungen der Beschwerdeführerin betreffend Beginn des Wartejahres als n
icht durch die medizinis
che Aktenlage abgestützt und stehen im Widerspruch auch zur übrigen Aktenlage sowie zum tatsächlich geleisteten Pen
sum.
4.5
Zumal der Beschwerdeführerin auch die angestammte Tätigkeit gemäss beweis
kräftigem Gutachten (vgl. vorstehend E. 4.3) noch zu 80
%
zumutbar ist,
ist
ent
gegen den Ausführungen der Beschwerdeführerin
nicht zu beanstanden, dass die Beschwerdegegnerin keinen rechnerischen Einkommensvergleich vorgenommen hat.
So resultierte bei einer Arbeits
unfähigkeit von 20 % auch in der angestamm
ten Tätigkeit ein rentenausschlies
sender Invaliditätsgrad von 20 % (Prozentver
gleich; Urteil des Bundesgerichts 8C_131/2011 vom 5. Juli 2011 E. 10.2.1 mit Hinweis auf BGE 114 V 310 E. 3a).
Somit besteht keine Invalidität im Rechtssinn.
Die Beschwerdegegnerin hat einen Anspruch der Beschwerdeführerin auf eine Rente im Ergebnis zu Recht verneint. Dies führt zur Abweisung der Beschwerde.
5.
5.1
Da es im vorliegenden Verfahren um die Bewilligung oder Verweigerung von IV
Leistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung, IVG) und auf Fr. 700.-- anzusetzen. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind sie der unterliegenden Beschwerdeführerin aufzuerlegen,
infolge Gewährung der unent
geltlichen
Prozessführung jedoch einstweilen, unter Hin
weis auf
§
16
Abs.
4 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht (
GSVGer
), auf die Gerichtskasse zu nehmen.
5.2
Die Entschädigung der unentgeltlichen Rechtsvertretung wird gestützt auf § 8 in Verbindung mit § 7 der Verordnung über die Gebühren, Kosten und Entschä
di
gungen vor dem Sozialversicherungsgericht (
GebV
SVGer) nach dem Zeitauf
wand u
nd den Barauslagen bemessen. Die
unentgeltliche Rechts
vertreter
in
reicht dem Gericht hierzu vor dem Endentscheid eine detaillierte Zusammenstellung über
ihren
Zeitaufwand und
ihre
Barauslagen ein. Im Unterlassungsfall setzt das Gericht die Entschädigung nach Ermessen fest.
Die unentgeltliche Rechtsvertreterin der Beschwerdeführerin, Rechtsanwältin Stephanie Schwarz, Winterthur, ist gemäss dem mit Honorarnote vom 30.
No
vember 2018 geltend
gemachten sachgerechten
Aufwand von 16
Stunden zuzüg
lich Barauslagen (Urk.
23
) mit Fr. 3’904.80 (inklusive Barauslagen und Mehrwert
steuer) aus der Ge
richtskasse zu entschädigen.