# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** eb254063-95ac-41f6-91bd-44304faa2433
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2021
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1969, bezog
seit dem
1.
März 2017
bei
der Arbeits
losenkasse des Kantons Zürich Arbeitslosenentschädigung und war dadurch bei der Suva obligatorisch gegen die
Folgen von Unfällen versichert, als er am 3
0.
August 2018 beim
Gokartfahren
eine Heckauffahrkollision erlitt.
Der
Versi
cherte
blieb
nach einer langen Geraden
an einem
Pneus
tapel
hängen
.
Nachdem er
den
Gokart
hinausgezogen un
d sich wieder hineingesetzt hatte, fuhr
ein ande
rer
Gokart
gemäss Schadenmeldung UVG vom 1
1.
September 2018
mit 40
bis 45
km/h auf ihn auf
(
Urk.
7/1). Am
3.
September 2018 begab sich der Ver
sicherte in die Notfallpraxis des Spitals
Y._
, wo
Dr.
med.
Z._
ein
Cervical
syndrom
und
cervicocephale
Symptome nach
einer
Halswirbel
säulen- (HWS-)Dis
torsion
mit unauffälligem
CT Schädel und HWS
diagnostizierte
(
Urk.
7/10). Die
Suva erbrachte Heilbehandlungs- und Taggeldleistungen.
Am
7.
Januar 2019 wurde im Spital
Y._
eine neurologische Untersuchung durchgeführt (
Urk.
7/35
).
Am 2
1.
Februar 2019 nahm Kreisärztin med. pract.
A._
, Fachärztin für Chirurgie,
eine ärztliche Beurteilung vor (
Urk.
7/44). Mit Verfügung vom 2
2.
Februar 2019 reduzierte die Suva die Taggeldleistungen
ab dem
4.
Februar 2019
um 50
%
, da der Versicherte ab diesem Zeitpunkt wieder zu 50
%
arbeits
fähig sei (
Urk.
7/45).
Mit Schreiben vom 2
6.
Februar 2019 teilte die Suva dem Versicherten mit, dass er (doch) weiterhin Taggelder
aufgrund einer
Arbeitsun
fähigkeit
von
100
%
erhalte (
Urk.
7/47).
Am
1.
April
2019 gab Kreisärztin
A._
eine Stellungnahme ab (
Urk.
7/56).
Am 2
2.
Mai 2019 wurde
in der
Klinik
B._
eine
neurootolog
ische
Untersuchung
(
Urk.
7/67)
und am 1
2.
Juli 2019
im
Universitätsspital
C._
eine neuropsychologische Unter
suchung
(
Urk.
7/79
)
durchgeführt
.
Am 2
6.
Juli
2019 nahm Kreisärztin
A._
eine weitere ärztliche Beurteilung vor (
Urk.
7/81).
Mit Verfügung vom
9.
August 2019 stellte die Suva die Versicherungsleistungen per 1
0.
Juni 2019 ein. Weiter hielt sie fest, das
s
kein Anspruch auf eine Invalidenrente und/oder auf eine Integritätsent
schä
digung bestehe (
Urk.
7/84). Die dagegen vom Versicherten am
4.
September 2019 erhobene Einsprache (
Urk.
7/87) wies die Suva mit Entscheid vom 1
3.
Februar 2020 (
Urk.
2) ab.
2.
Dagegen erhob der Versicherte am 1
3.
März 2020 Beschwerde und beantragte, es sei
en
der angefochtene Entscheid aufzuheben und ihm die gesetzlichen Leis
tungen auszurichten (
Urk.
1). Die Beschwerdegegnerin beantragte mit Beschwer
de
antwort vom 2
4.
April 2020 die Abweisung der Beschwerde (
Urk.
6), unter Bei
lage der neurologischen Beurteilung von
Dr.
med. D._
, Fach
arzt für Neurologie,
vom Kompetenzzentrum für Versicherungsmedizin der Be
schwerdegegnerin
vom 2
2.
April 2020 (
Urk.
8). Mit Replik vom
4.
September 2020
hielt der
Beschwerdeführer an seinen Anträgen fest (
Urk.
13). Die Beschwer
de
gegnerin teilte mit Eingabe vom 2
4.
September 2020 mit, dass sie auf das Ein
reichen einer Duplik verzichte (
Urk.
16). Dies wurde dem Beschwerdeführer am
1.
Oktober 2020 zur Kenntnis gebracht (
Urk.
17).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Akten wird, soweit erfor
derlich, im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Gemäss
Art. 6 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung
(
UVG
)
werden – soweit das Gesetz nichts
anderes
bestimmt – die Versicherungs
leis
tungen bei Berufsunfällen, Nichtberufsunfällen und Be
rufs
krankheiten gewährt.
1.2
Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss UVG setzt voraus, dass zwi
schen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Invalidität, Tod) ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht. Ursachen im Sinne des natür
lichen Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne deren Vorhandensein der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der gleichen Weise beziehungsweise nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann. Ent
sprechend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des natürlichen Kausalzu
sammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleinige oder un
mittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schädi
gende Ereignis zusammen mit anderen Bedingungen die körperliche oder geis
tige Integrität der versicherten Person beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht weg
gedacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene ge
sundheitliche Störung entfiele (BGE 129 V 177 E. 3.1, 402 E. 4.3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen Störung ein
natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, worüber die Ver
waltung beziehungsweise im Beschwerdefall das Gericht im Rahmen der ihm oblie
genden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Be
weis
g
rad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse Mög
lichkeit eines Zusammenhangs genügt für die Begründung eines Leistungs
anspruches nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
1.3
Bei objektiv ausgewiesenen organischen Unfallfolgen deckt sich die adäquate, das heisst rechtserhebliche Kausalität weitgehend mit der natürlichen Kausalität; die Adäquanz hat hier gegenüber dem natürlichen Kausalzusammenhang prak
tisch keine selbständige Bedeutung (BGE 134 V 109 E. 2.1).
1.4
Die Beurteilung des adäquaten Kausalzusammenhangs zwischen einem Unfall und der infolge eines Schleudertraumas der
Halswirbelsäule
auch nach Ablauf einer gewissen Zeit nach dem Unfall weiterbestehenden gesundheitlichen Beein
trächtigungen, die nicht auf organisch nachweisbare Funktionsausfälle zurück
zu
führen sind, hat nach der in BGE 117 V 359 begründeten Rechtsprechung des Bundesgerichts in analoger Anwendung der Methode zu erfolgen, wie sie für psychische Störungen nach einem Unfall entwickelt worden ist (vgl. BGE 123 V 98 E. 3b, 122 V 415 E. 2c). Es ist im Einzelfall zu verlangen, dass dem Unfall eine massgebende Bedeutung für die Entstehung der Arbeits- beziehungsweise der Erwerbsunfähigkeit zukommt. Das trifft dann zu, wenn er eine gewisse Schwere aufweist oder mit anderen Worten ernsthaft ins Gewicht fällt. Demnach ist zu
nächst zu ermitteln, ob der Unfall als leicht oder als schwer zu betrachten ist oder ob er dem mittleren Bereich angehört. Auch hier ist der adäquate Kausal
zu
sam
menhang zwischen Unfall und gesundheitlicher Beeinträchtigung bei leichten Unfällen in der Regel ohne Weiteres zu verneinen und bei schweren Unfällen ohne Weiteres zu bejahen, wogegen bei Unfällen des mittleren Bereichs weitere Kriterien in die Beurteilung mit einzu
beziehen sind. Je nachdem, wo im mittleren Bereich der Unfall einzuordnen ist und abhängig davon, ob einzelne dieser Kriterien in besonders ausgeprägter Weise erfüllt sind, genügt zur Bejahung des adäquaten Kausalzusammenhangs ein Kriterium oder müssen mehrere herange
zogen werden.
Als Kriterien nennt die Rechtsprechung hier:
-
besonders dramatische Begleitumstände oder besondere Eindrücklichkeit des Unfalles;
-
die Schwere oder besondere Art der erlittenen Verletzungen;
-
fortgesetzt spezifische, belastende ärztliche Behandlung;
-
erhebliche Beschwerden;
-
ärztliche Fehlbehandlung, welche die Unfallfolgen erheblich verschlimmert;
-
schwieriger Heilungsverlauf und erhebliche Komplikationen;
-
erhebliche Arbeitsunfähigkeit trotz ausgewiesener Anstrengungen.
Diese Aufzählung ist abschliessend. Anders als bei den Kriterien, die das Bundes
gericht in seiner oben zitierten Rechtsprechung (BGE 115 V 133) für die Beur
teilung des adäquaten Kausalzusammenhangs zwischen einem Unfall und einer psychischen Fehlentwicklung für relevant erachtet hat, wird bei der Beurteilung
des adäquaten Kausalzusammenhangs zwischen einem Unfall mit Schleuder
trau
ma der Halswirbelsäule und den in der Folge eingetretenen Beschwerden auf eine Differenzierung zwischen physischen und psychischen Komponenten verzichtet, da es bei Vorliegen eines solchen Traumas nicht entscheidend ist, ob Beschwer
den medizinisch eher als organischer und/oder psychischer Natur bezeichnet werden (BGE 134 V 109; RKUV 2001 Nr. U 442 S. 544 ff., 1999 Nr. U 341 S. 409 E. 3b, 1998 Nr. U 272 S. 173 E. 4a; BGE 117 V 359 E. 5d/
aa
und 367 E. 6a).
1.5
Nach Gesetz und Rechtsprechung ist der Fall unter Einstellung der vorüber
ge
henden Leistungen und Prüfung des Anspruchs auf eine Invalidenrente und eine Integritätsentschädigung abzuschliessen, wenn von der Fortsetzung der ärztli
chen Behandlung keine namhafte Besserung des Gesundheitszustandes der versicherten Person mehr erwartet werden kann und allfällige Eingliederungs
massnahmen der Invalidenversicherung abgeschlossen sind (vgl. Art. 19 Abs. 1, Art. 24 Abs. 2 UVG; Urteil des Bundesgerichts 8C_888/2013 vom 2. Mai 2014 E. 4.1, vgl. auch Urteil 8C_639/2014 vom 2. Dezember 2014 E. 3). In diesem Zeitpunkt ist der Unfallversicherer auch befugt, die Adäquanzfrage zu prüfen (Urteil des Bundesgerichts 8C_377/2013 vom 2. Oktober 2013 E. 7.2 mit Hinweis auf
BGE
134 V 109, vgl. auch Urteil 8C
_
454/2014 vom 2. September 2014 E. 6.3).
Ob eine namhafte Besserung noch möglich ist, bestimmt sich insbesondere nach Massgabe der zu erwartenden Steigerung oder Wiederherstellung der Arbeits
fähig
keit, soweit diese unfallbedingt beeinträchtigt ist. Die Verwendung des Begriffes «namhaft» in Art. 19 Abs. 1 UVG verdeutlicht demnach, dass die durch weitere (zweckmässige) Heilbehandlung im Sinne von Art. 10 Abs. 1 UVG erhoffte Besserung ins Gewicht fallen muss. Weder eine weit entfernte Möglich
keit eines positiven Resultats einer Fortsetzung der ärztlichen Behandlung noch ein von weiteren Massnahmen – wie etwa einer Badekur – zu erwartender gering
fügiger therapeutischer Fortschritt verleihen Anspruch auf deren Durchführung. In diesem Zusammenhang muss der Gesundheitszustand der versicherten Person prognostisch und nicht aufgrund retrospektiver Feststellungen beurteilt werden (Urteil des Bundesgerichts 8C_888/2013 vom 2. Mai 2014 E. 4.1 mit Hinweisen, insbesondere auf BGE 134 V 109 E. 4.3; vgl. auch Urteil 8C_639/2014 vom 2. Dezember 2014 E. 3).
1.6
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und
in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schluss
folgerungen der Experten begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a mit Hinweis).
Nach der Rechtsprechung kommt auch den Berichten und Gutach
ten versicherungsinterner Ärztinnen und Ärzte Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen (BGE 125 V 351
E. 3b/ee). Das Anstellungsverhältnis einer versicherungsinternen Fachperson zum
Versicherungsträger alleine lässt nicht schon auf mangelnde Objektivität und Befangenheit schliessen (BGE 137 V 210 E. 1.4, 135 V 465 E. 4.4). Soll ein Ver
sicherungsfall jedoch ohne Einholung eines externen Gutachtens entschieden werden, so sind an die Beweiswürdigung strenge Anforderungen zu stellen. Be
ste
hen auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der ve
r
sicherungsinternen ärztlichen Feststellungen, so sind ergänzende Abklä
rungen vorzunehmen (BGE 142 V 58 E. 5.1, 139 V 225 E. 5.2, 135 V 465 E. 4.4 und E. 4.7).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete den angefochtenen Entscheid damit,
dass die
vom Beschwerdeführer noch geklagten Beschwerden nicht auf einem objekti
vier
baren organischen Substrat beruhen würden, welches beim Unfallereignis vom 3
0.
August 2018 gesetzt worden sei.
Im Januar 2019, spätestens aber am 1
0.
Juni 2019 sei der medizinische Endzustand erreicht gewesen.
Zwischen den
geklagten
Beschwerden und dem Unfallereignis bestehe kein adäquater Kausalzusammen
hang.
Die Beschwerdegegnerin habe die gesetzlichen Versicherungsleistungen
daher
z
u Recht per 1
0.
Juni 2019 eingestellt und einen A
nspruch auf eine Inva
lidenrente und/oder
Integritätsentschädigung verneint
(
Urk.
2 S. 10 ff.
).
2.2
Der Beschwerdeführer machte demgegenüber
in der Beschwerde
geltend, dass
er gemäss
Beurteilung
der Neuropsychologin des
C._
vom 1
2.
Juli 2019
, die
ihn als durchwegs anstrengungsbereiten Patienten bezeichnet habe, zum damaligen Zeitpunkt in der angestammten Tätigkeit als Finanzberater noch nicht arbeits
fähig gewesen sei.
Dr.
med.
E._
, Allgemeine Innere Medizin,
habe
am 1
9.
August 2019
eine Verbesserung d
e
s
Gesundheitszustands festgestellt und eine 30%
ige
Arbeitsfähigkeit attestiert
.
Ab dem
2.
September 2019 habe die Arbeits
fähigkeit auf 40
%
, ab dem
4.
Dezemb
er 2019 auf 50
%
und ab dem 27.
Januar 2020 auf 60
%
gesteigert werden können. Damit stehe fest, dass der Fallabschluss
verfrüht erfolgt sei. Durch die weitere Heilbehandlung habe eine namhafte Bes
se
rung des Gesundheitsz
ustands erreicht werden können.
K
reisärztin
A._
habe zu
Unrecht
erklärt
, dass er die
Arbeitsunfähigkeit
simulieren oder übertreiben würde. Auf deren Beurteilungen könne nicht abgestellt werden
(
Urk.
1 S. 5 ff.
).
In der Replik ergänzte der Beschwerdeführer, dass sich die Beschwerdegegnerin
veranlasst gesehen habe, im Beschwerdeverfahren
eine neurologische Beurtei
lung
einzuholen. Damit stehe fest, dass die Beschwerdegegnerin den Untersuchungs
grundsatz verletzt habe, weshalb die Beschwerde ohnehin gutzuheissen sei.
Der neurologische Bericht der Beschwerdegegnerin sei
überdies
nicht geeignet, den Beweis für den Wegfall des natürlichen Kausalzusammenhangs
zu erbringen (
Urk.
13
).
3.
3.1
Dr.
med.
F._
, Facharzt für Radiologie, vom Spital
Y._
hielt im Bericht vom
3.
September 2018 fest
, dass in den
gleichentags durchgeführten CT des Schädels und der HWS keine frische intrakranielle Einblutung und kein Frakturnachweis ersichtlich gewesen seien (
Urk.
7/9).
3.2
Dr.
Z._
vom Spital
Y._
gab im Bericht vom
3.
September
2018 an,
dass
beim Beschwerdeführer unmittelbar nach dem
Gokart
-Unfall vom 3
1.
August 2018
Beschwerden im Nacken aufgetreten
seien
.
In der Folge
sei der Beschwer
deführer
noch 10 Minuten gefahren. Seither habe er
zunehmend
Nacken
schmer
zen,
ein
Schwindelgefühl und Schmerzen
nuchal
. Gestern und heute Morgen habe er erbrochen.
Der Beschwerdeführer v
erspüre beim Gehen eine Unsicherheit und ein
«
Drümmelgefühl
»
. Bei Bewegung verspüre er ein Stechen. Einschiessend werde es ihm kurz schummrig und schwarz. Frontal
e Kopfschmerzen habe er selten
. Vorbestehende Nackenbeschwerden habe er nicht
(
Urk.
7/10
).
3.3
Dr.
E._
diagnostizierte im Bericht vom 2
2.
Oktober 2018 ein
cervicocephales
und
postcommotionelles
Syndrom nach HWS-Distorsion am 3
0.
August 201
8.
Er erklärte, dass der Beschwerdeführer unverändert Nackenschmerzen schildere, vor allem rechts seitlich mit Ausstrahlung gegen den Hinterkopf. Er leide unter Konzentrationsstörungen, Schwindel und könne nicht länger als 30 Minuten vor dem Bildschirm sitzen
. Der Beschwerdeführe
r
sei viel müde und fühle sich nicht wohl und leistungsfähig. Klinisch sei die HWS in allen Bewegungsrichtungen deutlich schmerzhaft eingeschränkt.
Rechts liege ein paravertebraler
Hartspann
nuchal
vor. Neurologische Defizite seien nicht gegeben. Er habe dem Be
schwer
deführer eine Physiotherapie und ergänzend eine Therapie bei Frau
G._
(Ergotherapie) verordnet. Zur Stabilisierung der
po
stcom
m
otionellen
Beschwer
den werde er weiterhin
Tebokan
ein
nehmen
. Der Beschwerdeführer sei
nach wie vor
zu 100
%
arbeitsunfähig
(
Urk.
7/17).
3.4
Im Rahmen
d
es Besuch
s des Aussendienstmitarbeiters der Beschwerdegegnerin
vom 3
1.
Oktober 2018
gab der Beschwerd
eführer an, dass es ihm durch den
erheblichen
Aufprall
auf der
Gokartbahn
am
3
0.
August 2018
im Kopf kurz «s
turm
» geworden sei. Schmerzen habe er keine verspürt. Ca. zwei bis drei Tage später h
abe er
Kopfschmerzen, Nackenschmerzen,
eine
Bewegungseinschränkung des Kopfes beim Drehen,
Schwindel, Übelkeit, Müdigkeit und
Konzentrations
probleme
gehabt und erbrechen müssen
. Diese gesundheitlichen Probleme hätten ihn dazu veranlasst,
sich
am
3.
September 2018
in die Notfallstation des
Spitals
Y._
zu begeben
. Beim Unfall habe
er den Kopf nicht angeschlagen
(
Urk.
7
/21/1).
3.5
Dr.
med.
H._
,
Chefärztin des MRI-Zentrums des Spitals
Y._
,
erklärte im Bericht vom 1
7.
Dezember 2018, dass im gleichentags durchgeführten MR des Schädels und der HWS
k
eine posttrau
matischen Veränderungen
cervical
bzw.
cerebral
ersichtlich gewesen seien. Es lägen
multietagere
Uncovertebralarthrosen
mit mässigen spinalen Einengungen mehrerer
HWS-Segmente vor (
Urk.
7/31
).
3.6
Dr.
med.
I._
, Leitender Arzt Neurologie des
Spitals
Y._
, führte
im Bericht
zur neurologischen Sprechstunde
vom
7.
Januar 2019 aus
, dass
die Beschwerden gemäss Angaben des Beschwerdeführers in den vergangenen vier Monaten merklich besser geworden seien.
Nach
etwa einer Stunde Autofahrt
trete aber immer noch ein
ungerichteter
Schwindel auf.
Der Beschwerdeführer
hab
e Schlafprobleme und sei etwas niedergestimmt.
Die Übungen zur Dehnung des Schult
ergürtels und des Nackens seien
vorgemacht und mit ihm besprochen worden. Zur Schmerzmodulation und zum vegetativen Training sei ein länger
dauerndes aerobes Training (bei ihm auf dem Hometrainer) empfohlen worden. Wegen der Durchschlafstörungen, der beginnenden Niedergestimmtheit und auch zur Schmerzmodulation habe sich der Beschwerdeführer an einem schlafan
stossenden Antidepressivum interessiert gezeigt. Zu empfehlen sei
ihm
Saroten
(
Urk.
7/35).
3.7
Kreisärztin
A._
führte in der ärztlichen Beurteilung vom 2
1.
Februar 2019 aus,
es sei unklar, ob der Beschwerdeführer
am 3
0.
August 2018
eine
HWS-Distorsion
erlitten habe
.
Er
habe sich nicht direkt beim Arzt gemeldet. Betreffend Auftreten der Beschwerden lägen unterschiedliche Angaben vor. Gegenüber dem Aussen
dienst
mitarbeiter der Beschwerdegegnerin habe er angegeben, dass die Beschwer
den nach zwei bis drei Tagen aufgetreten seien. Im Notfallbericht des Spitals
Y._
werde erwähnt, dass er sofort Nackenbeschwerden
gehabt habe.
Im Spital
Y._
sei die Diagnose eines
Cervic
alsyndroms
gestellt worden. Computertomo
graphisch habe in einem CT Schädel und HWS eine unfallbedingte strukturelle Läsion, insbesondere eine Fraktur oder Blutung
,
ausgeschlossen werden können. Der Beschwerdeführer habe zwei Mal wöchentlich Physiotherapie durchgeführt.
Beim Neurologen habe er am
7.
Januar 2019 erfreulicherweise berichtet, dass die Beschwerden merklich besser geworden seien.
Dr.
E._
habe mit Schreiben vom 2
3.
Januar 2019 festgehalten, dass die Arbeitsfähigkeit aktuell noch nicht definiert werden könne. Eine ganztägige Präsenz sei aber sicher noch nicht möglich.
Der
Endzustand
sei
– so Kreisärztin
A._
weiter -
aktuell
noch
nicht anzunehmen
. Durc
h Fortsetzung der Therapie sei
überwiegend wahrscheinlich
noch
eine
namhafte Besserung zu erreichen.
Da es sich
bei der Tätigkeit des Beschwerdeführers (
administrative Tätigkeit, Beratungstätigkeit als Finanz
mak
ler)
um eine leichte Tätigkeit handle, sei
eine Teilarbeitsfähigkeit von 50
%
anzu
nehmen
. Problematisch sei im vorliegenden Fall weniger die Tätigkeit an sich, sondern die langanhaltende Stellenlosigkeit mit b
ald ausgesteuerter Situation. Der Beschwerdeführer
sei Alleinverdiener und möglicherweise alleinerziehend
. Eine frühe Rückkehr zur Arbeit sei sinnvoll und notwendig, auch um der Chroni
fizierung Einhalt zu bieten
(
Urk.
7/44/
3-
5
).
3.8
Dr.
med.
J._
vom ORL-
Zentrum de
r Klinik
B._
hielt im Be
richt
vom 2
3.
Mai 2019
fest, dass
die
tags zuvor durchgeführte
neurootolo
gische
Untersuchung
keine Anhaltspunkte für eine periphere
cochleo
-vestibuläre Stö
rung ergeben habe, welche die Symptomatik des Beschwerdeführers
erkläre
. Die Symptomatik dürfte durch das HWS-Distorsionstrauma
zu erklären und als
postc
ommotionelles
Syndrom zu betrachten sein (
Urk.
7/67
/1
).
3.9
Die medizinischen Fachpersonen der Klinik
für Neurologie des
C._
legten
im
Bericht zur neuropsychologischen Untersuchung vom 1
2.
Juli 2019
dar
,
dass beim
Beschwerdeführer
vordergründig deutliche
attentionale
Einschränkungen vor
lä
gen
. Diese würden sich insbesondere in einer reduzierten Ge
schwindigkeit, aber auch in einer
leicht erhöhten Fehleranfälligkeit äussern. Darüber hinaus
seien
isolierte, leichte Minder
leistungen im visuellen Arbeitsgedächtnis, in der verbal-episodischen Wiedererkennung und im Abzeichnen einer komplexen geome
tri
schen Figur
gegeben
. Im klinischen Eindruck würden beim freundlichen und durchwegs anstrengungsbereiten
Patienten
die psychische Belastung und eine verminderte konze
ntrative Belastbarkeit deutlich.
Sowohl die testdiagnostisch festgestellten, vorwiegend attentionalen Defizite als auch die anamnestisch und klinisch reduzierte konzentrative Belastbarkeit seien prinzipiell charakteristisch
für ein
postcommotionelles
Syndrom
und
könnten somit Unfallfolgen entspre
chen.
Zusätzlich könnte sich die psychosoziale Belastungssituation (der Beschwerde
führer habe finanzielle Sorgen und sei alleinerziehender Vater eines 11-jährigen Mädchens; kürzlich habe er sich von seiner Partnerin getrennt, die schon länger suchtkrank sei und nun
auf der Strasse lebe) akzentuierend auf die Einschrän
kung der kognitiven Leistungsfähigkeit auswirken. Aus neuropsychologischer Sicht
sei die Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit (Finanzberater) aktu
ell noch nicht gegeben.
Aufgrund der psychosozialen Belastungssituation werde
die Inanspruchnahme einer psychologischen Beratung empfohlen
(
Urk.
7/79/
2-
3
).
3.10
Kreisärztin
A._
legte
in der ärztlichen Beurteilung vom 2
6.
Juli 2019
dar
, dass die neuropsychologischen Beschwerden, die gemäss Bericht vom 1
2.
J
uli 2019 b
eklagt würden,
unspezifisch seie
n. Diese Beschwerden
könnten nicht mit dem
geforderten überwiegend wahrscheinlichen Kausalzusammenhang mit dem Trauma
vom 3
0.
August 2018
in Verbindung
gebracht werden
(
Urk.
7/81/7).
3.11
Dr.
D._
vom Kompetenzzentrum für Versicherungsmedizin der Beschwerde
gegnerin führte in der neurologischen Beurteilung vom 2
2.
April 2020 aus,
dass es beim Unfall vom 3
0.
August 2018
keinen Kopfanprall bzw. keine typische peitschenartige Bewegun
g («
Whiplash
»)
gegeben
habe
. Dies bei
fehlendem Rück
holsystem und fehlender
Th
oraxkontusion
. Erst später sei
als Schädigungs
me
ch
anismus eine Nickbewegung
angegeben
worden.
De
r
Mechanismus
erscheine
nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit
geeignet
f
ür eine HWS-Distorsion.
Würde
man von einem
leichtgradigen
HWS-Bes
chleunigungstrauma im Sinne ei
ner HWS-Distorsion
aus
gehen
, wäre
bei fehlenden strukturellen Verletzungs
folgen und
muskuloskelettalen
Beschw
erden im Bereich des Nackens sowie bei abwesenden neuro
logischen fokalen Ausfallssymptomen
eine
HWS-Distorsion Grad II gemäss
Quebec Task Force (QTF)-Klassifikation
gegeben. Leitliniengerecht sei bei einer solchen
HWS-Distorsion
von einem üblichen Heilverlauf von
maximal drei Monate
n
auszugehen.
Im Fall des Beschwerdeführers, bei welchem vorbestehende unfallfremde degenerative
HWS-Veränderungen
vorlägen, gelte die Symptomatik nach sechs
Monaten als abgeheilt.
Der
p
rotrahierte Verlauf
und die weiterhin bestehende
n
Beschwerden/
Arbeitsunfähigkeit
seien
nicht mit über
wiegender
Wahrscheinlichkeit unfallkausal, sondern
nur durch unfallfremde Faktoren (psychosoziale Situation)
zu erklären (
Urk.
8
S. 10 f.
).
4.
4.1
Streitig und zu prüfen
ist zunächst, ob über den
9.
Juni 2019 hinaus organische Folgen des Unfallereignisses vom 3
0.
August 2018 ausgewiesen sind.
4.2
Von organisch objektiv ausgewiesenen Unfallfolgen kann rechtsprechungs
ge
mä
ss
gesprochen werden, wenn die erhobenen Befunde mit appara
tiven/bildgebenden Abklärungen bestätigt wurden und die
hiebei
angewendeten Untersuchungsme
thoden wissenschaftlich anerka
nnt sind (BGE 138 V 248 E. 5.1).
4.3
Kreisärztin
A._
erklärte
in
de
r
Stellungnahme
vom
1.
April 2019, auf welche sich die Beschwerdegegnerin im angefochtenen Entscheid
im Wesentlichen
stützte,
dass beim Fehlen von unfallbedingten strukturellen Läsionen ein halbes Jahr nach dem Trauma nicht mehr überwiegend wahrscheinlich von einer namhaften Besserung auszugehen sei. Der me
dizinische Endzustand sei
erreicht.
Es sei nun
mehr
von einer vollen Arbeitsfähigkeit sowohl auf dem allgemeinen Arbeits
markt als auch als Finanzmakler/Berater auszugehen (
Urk.
7/56/2).
4.4
Diese Beurteilung von Kreisärztin
A._
, welche sie sieben Monate nach dem Unfallereignis vom 3
0.
August 2018 abgab,
ist nachvollzieh
bar und findet in den vorliegenden medizinischen Akten ihre Stütze.
Im Spital
Y._
wurden weder in
den
CT
-Untersuchungen
des Schäd
els und der HWS
vom
3.
September 2018 noch in den
MR
-Untersuchungen
des Schädels und der HWS vom 1
7.
Dezember 2018
posttraumatische Veränderungen festgestellt
(vgl. E. 3.1
und E. 3.5
).
Im Weiteren waren die anlässlich der neurologischen Untersuchung im Spital
Y._
vom
7.
Januar 2019 erhobenen Be
funde unauffällig (vgl.
Urk.
7/35/1
) und die
neurootologische
Abklärung
in
der Klinik
B._
vom 2
2.
Mai 2019 ergab keine Anhaltspunkte für eine periphere
cochleo
-ves
tibuläre Störung (vgl. E. 3.8
).
Nicht zu
beanstanden
ist auch
, dass
Kreisärztin
A._
eine A
ktenbeurteilung vor
nahm.
Dies deshalb, weil
gestützt
auf die
erfolgten
bildgebenden, neurologischen und
neur
ootologischen
Untersuchungen
ein lückenloser Befund
bzw. ein fest
ste
hender medizinischer Sachverhalt
vor
lag
(vgl. SVR 2010 UV Nr. 17 S. 63, Urteil des Bundesgerichts
8C_281/2018
vom 2
5.
Juni 2018 E.
3.2.2 mit Hinweisen).
Auch ohne die n
eurologische Beurteilung
von
Dr.
D._
vom 22.
April 2
020 (vgl. E.
3.11)
war d
er medizinische Sachverhalt
bereits
hinreichend abgeklärt. Eine Verletzung des Untersu
chungsgrundsatzes (vgl. Art.
43
Abs.
1
des Bundes
gesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts,
ATSG)
ist
– entgegen dem Vorbringen des Beschwerdeführers
(vgl. E. 2.2)
-
nicht gegeben.
Die
Bemerkung von
Kreisärztin
A._
in der ärztlichen Beurteilung vom
21.
Febru
ar 2019,
wonach sie
überzeugt sei, dass der Beschwerdeführer unter anderen
Umständen (sprich nicht beim Regionalen Arbeitsvermittlungszentrum
,
sondern intaktes Arbeitsverhältnis bei einer Versicherung o.ä.) längstens wieder die Arbeit aufgenommen hätte (
Urk.
7/44/5),
vermag
den Beweiswert ihrer Beurteilungen nicht zu schmälern.
Entgegen dem
Einwand
des Beschwerde
führers (
Urk.
1 S. 5) liegt aufgrund dieser Bemerkung
keine Verletzung des Anspruch
s
auf ein faires Verfahren nach der Bundesverfassung (BV) oder der
Konvention zum Schutze der Menschenrechte und Grundfreiheiten (EMRK) vor.
Aus dem Umstand, dass
Dr.
E._
im Unfallschein UVG bis
zum 1
8.
August
2019 eine
100%ige,
ab dem
1
9.
August 2019
eine 70%ige,
ab dem
2.
September 2019 eine 60%ige und ab dem
4.
Dezember 2019 eine 50%ige Arbeitsunfäh
i
gkeit attestierte (
Urk.
7/92/2), kann der Beschwerdeführer
schliesslich
nichts zu seinen Gunsten ableiten. Insbesondere kann aus diesen
Eintragungen, denen jegliche Begründung fehlt,
nicht darauf geschlossen werden, dass zu den jeweiligen Zeit
punkten
noch
namhafte Besserung
en
des Gesundheitszustands
eintrat
en.
4.
5
Aufgrund des Gesagten ist nicht zu beanstanden,
dass die Beschwerdegegnerin die Heilbehandlungs- und Taggeldleistunge
n per 1
0.
Juni 2019 einstellte.
5.
5.1
Da die
Unfalladäquanz
der noch geklagten, organisch nicht hinreic
hend nach
weisbaren Beschwerden n
icht von Vornherein bejaht werden kann, hat die Beschwerdegegnerin
sodann
zu Recht die Schleudertrau
ma-Praxis (vgl.
E.
1.4) angewandt (Urk. 2 S. 7 ff.
).
5.2
Im Rahmen der Beurteilung des adäquaten Kausalzusammenhangs nach der Schleudertrauma-Praxi
s hat die Beschwerdegegnerin das
Unfallere
ignis
vom
30.
August 2018
als mittelschwer im Grenzbereich zu le
icht eingestuft. Im Weite
ren erachtete
sie keines der
sieben
diesfalls
zu prüfenden unfallbezogenen Krite
rien
als erfüllt.
Demgemäss
ist die Be
schwer
degegnerin zum Schluss gekommen, dass kein adäquater Kausalzusammenhang zwischen
dem Unfallereignis vom 3
0.
August 2018 und
den vom Beschwerdeführer
noch geklagten Beschwerden gegeben sei. Diese Adäquanzbeurteilung wurde vom
Beschwerdeführer nicht in Zweifel gezogen (vgl. Urk. 1) und gibt
auch
nicht An
lass zu Weiterungen.
6.
Der angefochtene Einspracheentscheid, mit dem die
Versicherungsleistungen per
1
0.
Juni 2019
eingestellt und ein Anspruch auf eine Invalidenrente und/ode
r eine Integritätsentschädigung verneint wurde (Urk. 2), erweist sich demnach
als rech
tens. Die Beschwerde ist daher abzuweisen
.