# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** eeccb46b-5ac4-54ca-8ea4-9dcedff4ff0b
**Court:** BE_VB
**Chamber:** BE_VB_001
**Year:** 2019
**Language:** de
**Jurisdiction:** BE / Espace_Mittelland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** Urban Planning and Environmental

## Facts

I. Sachverhalt
1. Die Beschwerdegegnerinnen 2 und 3 und die Beschwerdegegner 1 und 4
(nachfolgend: die Beschwerdegegnerschaft) reichten am 13. April 2016 bei der Gemeinde
Köniz ein Baugesuch ein für den Um- und Ausbau eines denkmalgeschützten
Bauernhauses in ein Wohnhaus mit neun Wohneinheiten unter Abbruch diverser Anbauten
und Erstellung von acht Aussenparkplätzen auf den Parzellen Köniz Grundbuchblatt
Nrn. M._, N._ und O._. Gemäss Baugesuch ist auf der südlich
bzw. südöstlich ausgerichteten Dachseite des schützenswerten Bauernhauses
(P._strasse Nr. 64) eine PV-Anlage vorgesehen. Die Parzellen liegen in der
Landwirtschaftszone (LWZ). Die vom Um- bzw. Ausbau betroffenen Gebäude liegen
gemäss kantonalem Inventar in der Baugruppe E (Köniz, L._). Das Bauernhaus
mit Scheune aus dem Jahr 1731 (Wohnteil von 1842) an der P._strasse Nr. 64 ist
ein K-Objekt, das gemäss kantonalem Inventar als schützenswert eingestuft ist. Die sog.
Stallscheune bzw. Querscheune aus dem Jahr 1874 an der P._strasse Nr. 68 ist
ebenfalls ein K-Objekt, das nach kantonalem Bauinventar als erhaltenswert eingestuft ist.
Die kantonale Denkmalpflege (KDP) nahm mit Fachbericht vom 15. Juni 2016 zum
Bauvorhaben Stellung und beantragte unter Auflagen dessen Bewilligung. Gemäss Ziff. 3
RA Nr. 110/2018/118 3
ihres Berichts formulierte die KDP bezüglich der Photovoltaik (PV)-Anlage folgende
Auflage: " - PV-Anlage: Vollintegriert. Reflektionsarm, glänzende Materialien sind zu vermeiden. Typ und
Farbigkeit ist mit uns abzusprechen." 1
In einer weiteren Ziffer hielt die KDP folgendes fest:
" 4. PV-Anlage Das schützenswerte Bauernhaus mit seiner Querscheune bildet den Kernbau der Gebäudegruppe.
Die grosse mit Ziegeln gedeckte Fläche des Bauernhauses ist sowohl für das Gebäude selber wie
auch für die Hofgruppe von grosser Ausstrahlung. Durch die geplante PV-Anlage werden nach
unserer Auffassung sowohl Baudenkmal wie auch die Umgebung beeinträchtigt. Es wird empfohlen,
für die PV-Anlage einen geeigneteren Standort vorzusehen."
Gegen das Bauvorhaben erhoben unter anderen die Beschwerdeführer 1 und 3
Einsprache2, die später zurückgezogen wurde. Gestützt auf den Fachbericht der KDP
erteilte das AGR dem Vorhaben mit Verfügung vom 12. Januar 2017 die
Ausnahmebewilligung nach Art. 24d Abs. 2 RPG3 i.V. mit Art. 83 Abs. 2 BauG4, worauf die
Gemeinde dem Vorhaben mit Gesamtentscheid vom 26. Januar 2017 die Baubewilligung
erteilte.5 Mit Datum vom 4. April 2017 reichte die Beschwerdegegnerschaft eine erste
Projektänderung ein betreffend «Umplatzierung Photovoltaikanlage und Umnutzung
Technikraum».6 Gegen dieses Bauvorhaben erhoben die Beschwerdeführenden 1 bis 3
Einsprache.7 Nach Rückzug der Projektänderung bezüglich Umplatzierung der
Photovoltaikanlage, zogen die Beschwerdeführenden ihre Einsprache zurück.8 Mit
Entscheid vom 11. September 2017 bewilligte die Gemeinde die Projektänderung für die
Umnutzung des Technikraums gestützt auf die Ausnahmebewilligung des AGR vom
1 Vgl. Baugesuch 18331 (Dossier 1), pag. 182/183 2 Baugesuch 18331, pag. 62 bis 82 3 Bundesgesetz vom 22. Juni 1979 über die Raumplanung (Raumplanungsgesetz, RPG; SR 700) 4 Baugesetz vom 9. Juni 1985 (BauG; BSG 721.0). Vgl. Baugesuch 18331, pag. 191 5 Baugesuch 18331, pag. 197. Die BPK nahm zu diesem Vorhaben nicht mehr Stellung, da es nach Auffassung der Gemeinde der Voranfrage entsprach; vgl. Schreiben der Gemeinde Köniz vom 5. Mai 2016, pag. 56 6 Baugesuch 18331-P1n (Dossier 2) 7 Baugesuch 18331-P1n, pag. 17-30 8 Baugesuch 18331-P1n, pag. 35
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8. August 2017 und die «Kurzantwort» der KDP vom 30. August 2017.9 Am 30. Oktober
2017 reichte die Beschwerdegegnerschaft eine zweite Projektänderung ein für die
Umplatzierung der Photovoltaikanlage vom Bauernhaus (Gebäude Nr. 64) zur Scheune
(Gebäude Nr. 68) auf Parzelle Köniz Grundbuchblatt Nr. N._.10 Gegen diese
Projektänderung erhoben die Beschwerdeführenden 1 bis 6 (nachfolgend: die
Beschwerdeführenden) Einsprache.11 Die KDP stimmte mit Fachbericht vom 29. November
2017 dem Vorhaben zu.12 Das AGR nahm zum Vorhaben mit Verfügung vom
11. Dezember 2017 (unter dem Vorbehalt allfälliger Einsprachen) sowie mit Verfügung vom
11. Juli 2018 Stellung und erteilte der zweiten Projektänderung seine Zustimmung.13 Es
wies darauf hin, dass die Verwendung von matt beschichteten, farblich auf ein Ziegeldach
abgestimmten Photovoltaikelementen und die Belegung der ganzen Hauptdachflächen zu
einer "ruhigen, unauffälligen Dachlandschaft" führen werde, welche im Einklang mit den
Zielen der Denkmalpflege und des Ortsbildschutzes stehe. Die geplante Anlage entspreche
zudem Art. 2.4 der kantonalen Richtlinien für baubewilligungsfreie Anlagen zur Gewinnung
erneuerbarer Energien. Die Gemeinde bewilligte die zweite Projektänderung mit Entscheid
vom 17. Juli 2018.
2. Dagegen reichten die Beschwerdeführenden am 22. August 2018 Beschwerde bei
der Bau-, Verkehrs- und Energiedirektion des Kantons Bern (BVE) ein. Sie beantragen die
Aufhebung der Baubewilligung vom 17. Juli 2018 und die Erteilung des Bauabschlags.
Eventualiter sei die Baubewilligung aufzuheben und die Sache zur Neubeurteilung an die
Vorinstanz zurückzuweisen. Die Beschwerdeführenden machen unter anderem geltend,
dass für die Umplatzierung der PV-Anlage vom Bauernhaus zur Querscheune eine
hinreichend dichte, transparente und nachvollziehbare Begründung aus Sicht des
Denkmalschutzes fehle. Insbesondere erstaune die Zustimmung der KDP, die in ihrem
Bericht vom 15. Juli 2016 die PV-Anlage auf einer Dachhälfte des Bauernhauses noch als
Beeinträchtigung qualifiziert habe. Die Projektänderung beeinträchtige die Scheune sowie
9 Baugesuch 18331-P1n: Bewilligung Projektänderung vom 11. September 2017, pag. 45 bis 47 sowie Verfügung des AGR, pag. 40 und Plan P1 «Grundriss EG, OG und Schnitt, PÄ Technikraum» mit Stempel KDP vom 30. August 2017 10 Baugesuch 18331-P2n (Dossier 3), «Nachtrag zu Baueingabe», vgl. Pläne P1 bis P4, Projektänderung vom 20. Oktober 2017 11 Baugesuch 18331-P2n (Dossier 3), pag. 5-28 12 Vgl. Baugesuch 18331-P2n: Fachbericht KDP vom 29. November 2017, pag. 55 13 Baugesuch 18331-P2n: Verfügung des AGR vom 11. Juli 2018 (ersetzt die Verfügung vom 11. Dezember 2017), pag. 60-62 bzw. 56-58
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die geschützte Baugruppe L._ wesentlich. Zudem stelle die PV-Anlage auf der
Scheune einen Störfaktor dar. Es sei daher ein Gutachten der Kommission zur Pflege der
Orts- und Landschaftsbilder (OLK) einzuholen. Zum besseren Verständnis der Position und
Wirkung der PV-Anlage beantragen die Beschwerdeführenden einen Augenschein.
3. Das Rechtsamt, das die Beschwerdeverfahren für die BVE leitet14, führte den
Schriftenwechsel durch und holte die Vorakten ein. Zudem wurden das AGR und die KDP
um Einreichung einer Stellungnahme gebeten. Das AGR beantragt in seiner
Stellungnahme vom 17. September 2018 die Abweisung der Beschwerde und verweist auf
seinen Entscheid vom 11. Juli 2018. Es fügt an, dass mit den gewählten PV-Modulen die
Fernwirkung der gesamten PV-Anlage stark verbessert werde. Die KDP erachtet die
Beschwerde gemäss ihrer Stellungnahme vom 13. September 2018 als unbegründet und
beantragt deren Abweisung. Das vorliegende Projekt genüge den kantonalen Richtlinien
für baubewilligungsfreie Anlagen zur Gewinnung erneuerbarer Energien "in sämtlichen
Punkten". Ferner halte das Vorhaben Art. 10b Abs. 3 BauG stand. Die
Beschwerdegegnerschaft beantragt in ihrer Beschwerdeantwort vom 21. September 2018
ebenfalls die Abweisung der Beschwerde. Sie weist darauf hin, dass die von den
Beschwerdeführenden geäusserte Kritik an der Denkmalpflege jeglicher Grundlage
entbehre. Nebst der KDP habe auch die Bau- und Planungskommission (BPK) der
Gemeinde die Projektänderung in ästhetischer Hinsicht beurteilt. Schliesslich beantragt
auch die Gemeinde mit Eingabe vom 20. September 2018 die Abweisung der Beschwerde
und verweist auf die Ausführungen im angefochtenen Entscheid. Mit Verfügung vom
6. November 2018 gab das Rechtsamt Kenntnis von den bei der Gemeinde eingeholten
Protokollen der kommunalen Bau- und Planungskommission (BPK). Die
Beschwerdeführenden reichten mit Eingabe vom 27. November 2018 eine weitere
Stellungnahme ein.
4. Auf die Rechtsschriften und die Vorakten wird, soweit für den Entscheid wesentlich,
in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
14 Art. 7 der Verordnung vom 18. Oktober 1995 über die Organisation und die Aufgaben der Bau-, Verkehrs- und Energiedirektion (Organisationsverordnung BVE, OrV BVE; BSG 152.221.191)
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## Considerations

II. Erwägungen
1. Sachurteilsvoraussetzungen
Angefochten ist ein Gesamtentscheid nach Art. 9 KoG15. Laut Art. 11 Abs. 1 KoG kann er –
unabhängig von den geltend gemachten Einwänden – nur mit dem Rechtsmittel
angefochten werden, das für das Leitverfahren massgeblich ist. Das Leitverfahren ist im
vorliegenden Fall das Baubewilligungsverfahren (Art. 5 Abs. 1 KoG). Bauentscheide
können nach Art. 40 Abs. 1 BauG innert 30 Tagen seit Eröffnung mit Baubeschwerde bei
der BVE angefochten werden. Die BVE ist somit zur Beurteilung der Beschwerde gegen
den Gesamtentscheid zuständig. Zur Beschwerde befugt sind die Baugesuchstellerinnen,
die Baugesuchsteller, die Einsprecherinnen, die Einsprecher und die zuständige
Gemeindebehörde (Art. 10 KoG i.V.m. Art. 40 Abs. 2 BauG). Die Beschwerdeführenden
sind durch den vorinstanzlichen Gesamtentscheid beschwert und daher zur
Beschwerdeführung legitimiert. Auf die form- und fristgerecht eingereichte Beschwerde ist
somit einzutreten.
2. Rechtliches Gehör
a) Die Beschwerdeführenden rügen, die Vorinstanz habe ihr rechtliches Gehör verletzt,
da eine hinreichend dichte, transparente und nachvollziehbare Begründung fehle, weshalb
die Projektänderung aus Gründen des Denkmalschutzes als bewilligungsfähig qualifiziert
werde.
b) Nach Art. 52 Abs. 1 Bst. b VRPG16 muss eine Verfügung die Tatsachen, Rechtssätze
und Gründe enthalten, auf die sie sich stützt. Die Begründung muss so abgefasst sein,
dass die Betroffenen den Entscheid sachgerecht anfechten können. Deshalb muss die
Behörde mindestens kurz die Überlegungen nennen, von denen sie sich hat leiten lassen
und auf die sie ihren Entscheid stützt. Sie muss sich dabei nicht ausdrücklich mit jeder
Behauptung zum Sachverhalt und jedem rechtlichen Einwand auseinandersetzen.
Vielmehr kann sie sich auf die für den Entscheid wesentlichen Gesichtspunkte
15 Koordinationsgesetz vom 21. März 1994 (KoG; BSG 724.1) 16 Gesetz vom 23. Mai 1989 über die Verwaltungsrechtspflege (VRPG; BSG 155.21)
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beschränken.17 Die Begründung muss jedoch umso ausführlicher und differenzierter
ausfallen, je komplexer oder umstrittener ein Sachverhalt ist, je stärker ein Sachverhalt in
die individuellen Rechte eingreift und je grösser der Entscheidungsspielraum der Behörde
ist.18
c) In ihrer Einsprache rügen die Beschwerdeführenden insbesondere, dass die geplante
Verlegung der PV-Anlage vom Bauernhaus zur Querscheune aus Gründen des
Denkmalschutzes nicht überzeuge und einen schweren Eingriff in die Baugruppe
L._ bedeute. Zudem stelle das Vorhaben eine Beeinträchtigung dar, die mit dem
Ortsbildschutz nicht vereinbar sei. Die Vorinstanz setzte sich im Gesamtentscheid unter
«Materielles» in Ziffer 10 mit den einzelnen Rügen detailliert auseinander. Zudem nimmt
sie darin Bezug auf die zustimmenden Stellungnahmen der KDP und der BPK.
d) Mit diesen Ausführungen ist die Vorinstanz ihrer Begründungspflicht in genügender
Weise nachgekommen. Sie ging auf rund zwei Seiten ihres Entscheides auf die erwähnten
Rügen hinsichtlich Denkmal- und Ortsbildschutz ein. Wie die Beschwerde der
Beschwerdeführenden belegt, war deren Begründung so abgefasst, dass sie den
Entscheid sachgerecht anfechten konnten. Die Vorinstanz hat somit das rechtliche Gehör
der Beschwerdeführenden nicht verletzt. Der Umstand, dass die Vorinstanz ihre
Auffassung nicht teilte, bedeutet keine Verletzung der Begründungspflicht. Ob eine
Begründung zutrifft, ist eine Frage der materiellen Rechtsanwendung. Die Rüge der
Beschwerdeführenden hinsichtlich fehlender Begründung erweist sich somit als
unbegründet.
3. Anwendbarkeit der kantonalen Richtlinien
a) Die Beschwerdeführenden sind der Auffassung, dass die kantonalen Richtlinien
«Baubewilligungsfreie Anlagen zur Gewinnung erneuerbarer Energien» bzw. die dort
enthaltenen Gestaltungshinweise nicht für bewilligungspflichtige PV-Anlagen gälten.
Zudem seien diese Richtlinien weder für bewilligungsfreie noch für bewilligungspflichtige
PV-Anlagen verbindlich.
17 BGE 134 I 83 E. 4.1; Merkli/Aeschlimann/Herzog, Kommentar zum bernischen VRPG, 1997, Art. 52 N. 6 ff. 18 Merkli/Aeschlimann/Herzog, a.a.O., Art. 52 N. 8
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b) Die erwähnten Richtlinien des Regierungsrats des Kantons Bern für
baubewilligungsfreie Anlagen zur Gewinnung erneuerbarer Energien vom Januar 2015 (im
Folgenden: Richtlinien19) sind sowohl nach Meinung der KDP als auch des AGR bei der
Beurteilung von PV-Anlagen an K-Objekten von vorrangiger Bedeutung.20 Die
Beschwerdegegnerschaft weist darauf hin, dass die kantonale Fachbehörde dies entgegen
der Rüge der Beschwerdeführenden "zu Recht" anders sehe. Der Regierungsrat des
Kantons Bern äussere sich in den Richtlinien explizit zu baubewilligungspflichtigen Anlagen
und zum Spannungsfeld verschiedener öffentlicher Interessen.21
c) Der Förderung von erneuerbarer Energie wurde mit der Neufassung von Art. 18a
RPG Rechnung getragen. In Bau- und Landwirtschaftszonen bedürfen "auf Dächern
genügend angepasste Solaranlagen" unter bestimmten Voraussetzungen keiner
Baubewilligung nach Art. 22 RPG. Genügend angepasste Solaranlagen auf Dächern
können baubewilligungsfrei erstellt werden. Davon ausgenommen sind Anlagen auf einem
Kultur- oder Naturdenkmal von kantonaler oder nationaler Bedeutung (Art. 18a Abs. 1 und
3 RPG). Die weiteren Ausführungsvorschriften zu Solaranlagen auf Kulturdenkmälern
ergeben sich aus Art. 32b RPV22.
Gemäss Art. 6 Abs. 1 Bst. f BewD23 sind Anlagen zur Gewinnung erneuerbarer Energie
bewilligungsfrei, wenn sie an Gebäuden angebracht oder als kleine Nebenanlage zu
Gebäuden installiert werden und den kantonalen Richtlinien entsprechen.24 Für Anlagen
erneuerbarer Energien an schützenswerten und erhaltenswerten Baudenkmälern nach
Art. 10c Satz 1 BauG ist gemäss Art. 7 Abs. 3 BewD eine Baubewilligung erforderlich. Die
PV-Anlage befindet sich vorliegend auf einem Baudenkmal, weshalb die Bewilligungspflicht
unbestrittenermassen gegeben ist.
d) Bestritten ist, ob die Richtlinien hinsichtlich ihrer Gestaltungshinweise auch für
bewilligungspflichtige PV-Anlagen gelten. Der Titel der Richtlinien suggeriert, dass diese
19 Richtlinien «Baubewilligungsfreie Anlagen zur Gewinnung erneuerbarer Energien», vom Regierungsrat genehmigt am 28. Januar 2015, RRB 75/2015, nachfolgend: Richtlinien 20 Stellungnahme KDP vom 13. September 2018 bzw. Stellungnahme des AGR vom 17. September 2018 21 Beschwerdeantwort vom 21. September 2018, Rz. 10-14 22 Raumplanungsverordnung des Bundesrats vom 28. Juni 2000 (RPV; SR 700.1) 23 Dekret vom 22. März 1994 über das Baubewilligungsverfahren (Baubewilligungsdekret, BewD; BSG 725.1) 24 Vgl. auch Vortrag vom 30. April 2008 des Regierungsrates an den Grossen Rat betreffend das Dekret über das Baubewilligungsverfahren und das Dekret über das Normalbaureglement (Änderungen), S. 6
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nur für baubewilligungsfreie Anlagen zur Gewinnung erneuerbarer Anlagen gelten. Ziff. 1.2
der Richtlinien stellt jedoch ausdrücklich klar, dass die Richtlinien neben der Abgrenzung
zwischen baubewilligungsfreien und baubewilligungspflichtigen Anlagen zudem
Gestaltungshinweise enthalten und diese "eine einheitliche Beurteilung von
baubewilligungspflichtigen Anlagen sicherstellen" sollen.25 Die Gestaltungshinweise in
Ziff. 2.4 sind folglich eine Arbeitshilfe für die Behörden und die Grundeigentümerinnen und
Grundeigentümer und erfassen insbesondere bewilligungsfreie Anlagen. Aus dem Aufbau
der Richtlinien folgt weiter, dass in Ziff. 2.2 die Voraussetzungen für die Bewilligungsfreiheit
von Anlagen zur Gewinnung erneuerbarer Energien dargestellt werden. Anschliessend
beschreibt Ziff. 2.3 die baubewilligungspflichtigen Solaranlagen. Einleitend wird darauf
hingewiesen, dass Solaranlagen immer eine Baubewilligung benötigen, wenn sie an einem
K-Objekt erstellt werden sollen. Die umstrittenen Gestaltungshinweise sind entgegen der
Auffassung der Beschwerdeführenden somit sowohl für die bewilligungspflichtigen als auch
für die bewilligungsfreien Anlagen zur Gewinnung erneuerbarer Energien massgebend. Die
Rüge der Beschwerdeführenden hinsichtlich den gemäss ihrer Auffassung unberechtigten
Einbezug der kantonalen Richtlinien erweist sich daher als unbegründet (vgl. zu deren
materieller Berücksichtigung die nachfolgende E. 4).
4. Denkmal- und Ortsbildschutz
a) Nach Ansicht der Beschwerdeführenden stellt die PV-Anlage auf der Querscheune
bzw. die Belegung der beiden Dachseiten einerseits eine Störung der "optischen Einheit
von Bauernhaus und Scheune" dar. Andererseits entstünde ein von "allen Seiten
einsehbarer Fremdkörper" in der Baugruppe «L._».
b) Die Gemeinde bestreitet gemäss ihrem Entscheid, dass die beantragte Lösung einen
schweren Eingriff in das Erscheinungsbild der Baugruppe bedeute und auch keine
unzulässige Änderung der äusseren Struktur, namentlich des historischen Dachs vorliege.
Sie beruft sich dabei auf die Stellungnahmen der KDP und der BPK.26
Die Beschwerdegegnerschaft wendet ein, dass die KDP in ihrem Fachbericht Vorbehalte
gegenüber der PV-Anlage am vorgesehenen Standort geäussert habe. Dem angepassten
25 Vgl. Richtlinien, Ziff. 1.2 26 Vgl. angefochtener Entscheid, E 01, Ziff. 10.1 und 10.2
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Projekt, das den denkmalpflegerischen Bedenken Rechnung trage, habe die KDP
"vorbehaltlos" zustimmen können. Dies bedeute explizit, dass das angepasste Projekt
keine wesentliche Beeinträchtigung im Sinne der bundesgerichtlichen Rechtsprechung
darstelle.27
c) Das Bauernhaus und die Querscheune sind Teil der im Bauinventar aufgenommenen
Baugruppe E (Köniz, L._), die wie folgt beschrieben wird: "Herrschaftlicher Landsitz auf der Geländeterrasse über der Aare, heute inmitten der Agglomeration
Q._. Wohl im frühen 18. Jh. erneuert oder entstanden. Das Gehöft besteht im Kern aus
dem Herrenhaus (P._strasse 70), flankiert von einer grossen Scheune mit Wohnteil (Nr. 64)
u. einem Ofenhaus mit Kornhaus u. Melkerwohnung (Nr. 70). Vor dem Herrenhaus liegt der
prächtige terrassierte Barockgarten mit Einfriedung. Die Scheune mit Datum 1731 nahm in ihrer
urspr. Ausdehnung Bezug auf den Garten. Wohnteil im 19. Jh. erneuert u. vergrössert, damit
Umwandlung zum Bauernhaus. Gleichzeitig wurde der Ökonomieteil um eine grosse Stallscheune
unter Querfirst erweitert (Nr. 68). Das Bauernhaus erweist sich als räumlicher u. funktionaler
Kernbau der Gruppe. Der S-seitige Hof wird flankiert von einer Scheune des 20. Jh. (Nr. 60a) u. ist
möbliert mit Sodbrunnen u. mächtiger Hoflinde. Das L._ dokumentiert den Typus der ehem.
in Q._ zahlreichen Sommersitze (...)."
Das schützenswerte Bauernhaus (K-Objekt) wird wie folgt dargestellt: "Bauernhaus mit Scheune von 1731, Wohnteil wohl von 1842; Vorkeller 1873 ergänzt
Pächterhaus des Landsitzes L._. Die Scheune ist mit 1731 datiert. Rückseitig Keller mit
Tuffsteintonne. 1842 wurde dem kleinen Wohnteil ein neuer grosszügiger Wohntrakt vorgesetzt.
Dadurch Umwandlung zum üblichen Bauernhaus mit Ründi. Auffällig hohe Stuben im OG markieren
einen repräsentativen Anspruch. Stubentäfer original erhalten. Giebelfront mit Ründi und
nachträglich verrandetem Riegwerk. Säulenförmige Vordachstreben, insgesamt schlichte
Formensprache Ställe sandsteingefasst, darüber Gimwände. Dat. Vorkeller unter
Steinplattenterrasse. Zentraler Bau des Landsitzes L._ und wichtiges Element der Gruppe
mit ausgeprägter räumlicher hofbildender und historischer Funktion."
Die als erhaltenswert eingestufte Querscheune (K-Objekt) wird folgendermassen
charakterisiert: "Stallscheune von 1874: Kreuzfirstanbau an den Stall- und Ökonomietrakt des Bauernhauses
Nr. 64. Schlichter Bau unter Teilwalmdach. Mauerwerk im EG mit kräftigen Sandsteingliederungen,
darüber Gimwände. Zentrales Tenntor mit originalen Beschlägen. Beidseits Pultdachanbauten
27 Beschwerdeantwort vom 21. September 2018, Art. 6
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(Remise und Holzschopf). Steht über dem hangseitigen Keller des Bauernhauses. Markantes
Volumen, als Teil des Landsitzes L._ von Bedeutung."
d) Das Bauvorhaben umfasst die Verlegung der gemäss Baubewilligung auf der
südlichen Dachfläche des Bauernhauses vorgesehenen PV-Anlage auf das Dach der
Querscheune. Gemäss der Projektänderung sollen die ziegelfarbigen, matten Panels
dachflächenintegriert auf dem Querscheunendach auf beide Dachseiten montiert werden.28
e) Wie vorangehend ausgeführt, bedürfen Solaranlagen auf Kultur- und
Naturdenkmälern von kantonaler oder nationaler Bedeutung stets einer Baubewilligung.
Dabei dürfen sie "solche Denkmäler nicht wesentlich beeinträchtigen" (Art. 18a RPG).
Neben dem bundesrechtlich vorgegebenen Verbot der wesentlichen Beeinträchtigung von
Denkmälern sind auch die kantonalen Bestimmungen zu beachten. Das Bauernhaus und
die Querscheune gelten als K-Objekte bzw. als Baudenkmal im Sinne von Art. 10a Abs. 1
BauG. Die Querscheune ist wie erwähnt gemäss Art. 10a Abs. 3 BauG als erhaltenswert
eingestuft. Baudenkmäler können nach den Bedürfnissen des heutigen Lebens und
Wohnens für bisherige oder passende neue Zwecke genutzt und unter Berücksichtigung
ihres Wertes verändert werden. Sie dürfen durch Veränderungen in ihrer Umgebung nicht
beeinträchtigt werden. Erhaltenswerte Baudenkmäler sind in ihrem äusseren Bestand und
mit ihren bedeutenden Raumstrukturen zu bewahren. Veränderungen sind somit nur
zulässig, wenn sie gestalterisch auf den Baustil, die Materialisierung, die Baustruktur und -
substanz Rücksicht nehmen.
f) Sowohl das AGR als auch die KDP befürworten die umstrittene Verlegung der PV-
Anlage. Die KDP weist in ihrer Stellungnahme darauf hin, dass sie sich während des
gesamten Baubewilligungsverfahrens einlässlich mit dieser auseinandergesetzt habe. 29
Die ursprünglich auf dem Bauernhaus vorgesehene PV-Anlage habe sie zwar als
bewilligungsfähig erachtet, aber dennoch die Empfehlung abgegeben, einen geeigneteren
Standort zu suchen. Die erste Projektänderung habe in der konkreten Ausgestaltung nicht
überzeugt, weshalb diese durch die Bauherrschaft zurückgezogen worden sei. Mit der nun
zu beurteilenden zweiten Projektänderung und den gewählten PV-Modulen, die in ihrer
28 Vgl. Plan P4 «Grundriss Dachaufsicht / Projektänderung PV-Anlage)» vom 11. April 2016, Baugesuch  (Dossier 3) bzw. Publikation, a.a.O., pag. 1 29 Stellungnahme der KDP vom 13. September 2018 sowie Fachbericht der KDP vom 29. November 2017 in: Baugesuch 18331-P2n, pag. 55
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Farbigkeit und Grösse/Struktur näher an die Erscheinung von Ziegeln herankämen, werde
die Fernwirkung der gesamten PV-Anlage stark verbessert. Daher habe die KDP die
Bewilligung des Bauvorhabens beantragen können, insbesondere da es den
Gestaltungshinweisen der kantonalen Richtlinien entspräche. Diese deckten grundsätzliche
Schutzanliegen von Baudenkmälern im Zusammenhang mit PV-Anlagen ab, namentlich
solche in Bezug auf Form, Farbgebung, Materialisierung und Blendwirkung. Ferner halte
das Vorhaben Art. 10b Abs. 3 BauG stand. Das AGR verweist in seinem Entscheid vom
11. Dezember 2017 auf die Beurteilung durch die gemäss Art. 10c BauG zuständige
Fachstelle und durch die BPK. Die Beurteilung der beiden Fachstellen lasse darauf
schliessen, dass kein schwerer Eingriff in das Erscheinungsbild der Baugruppe
L._ vorliege.30 Gemäss den eingeholten Protokollen der Bau- und
Planungskommission der Gemeinde (BPK), die als Fachkommission für die Begutachtung
von Planungs- und Bauvorhaben hinsichtlich des Ortsbild- und Landschaftsschutzes
zuständig ist (vgl. Art. 102 Abs. 1 GBR31 i.V.m. Art. 3 Reglement BPK32), stützt sich diese
ebenfalls auf die Beurteilung der KDP.
g) Gemäss Art. 18a Abs. 3 RPG sind Solaranlagen auf (Kultur-)Denkmälern nicht
generell ausgeschlossen, sondern es ist ein Bewilligungsverfahren notwendig und die
entsprechenden Denkmäler dürfen "nicht wesentlich beeinträchtigt" werden. Gemäss den
Materialien ergeben sich gute, mit Denkmälern in der Regel vereinbare Lösungen
beispielsweise bei sorgfältig gestalteten, eine ganze Dachfläche vollflächig umfassenden
Solaranlagen.33 Gleiches folgt wie erwähnt aus den kantonalen Richtlinien, wonach
Solaranlagen immer eine Baubewilligung brauchen, wenn sie an einem K-Objekt erstellt
werden sollen, wobei in diesen Fällen die Gestaltungshinweise zu beachten sind.34 Daraus
folgt, dass Photovoltaikanlagen grundsätzlich auch auf einem K-Objekt möglich sind.
Gemäss den Gestaltungshinweisen bedeckt die Solaranlage im Idealfall die ganze
Dachfläche: "Der Dacheinbau wirkt integrierend, die Solaranlage wird so zu einem Teil der
Gebäudehülle. Mit keiner anderen Massnahme kann eine derart hohe Integrationswirkung
30 Baugesuch 18331-P2n, pag. 61 31 Baureglement der Gemeinde Köniz vom 7. März 1993 mit Änderungen bis 14. August 2017. Das neue Baureglement der Gemeinde Köniz wurde in der kommunalen Abstimmung vom 23. September 2018 angenommen. Die Genehmigung des AGR liegt jedoch noch nicht vor. 32 Reglement für die Bau- und Planungskommission vom 15. Dezember 1993 der Einwohnergemeinde Köniz, nachfolgend Reglement BPK 33 Vgl. Bundesamt für Raumentwicklung (ARE), Erläuternder Bericht zur Teilrevision vom 2. April 2014 der Raumplanungsverordnung, S. 17 ff., insbes. S. 18 (nachfolgend: Erläuternder Bericht 2014) 34 Vgl. Richtlinien, Ziff. 2.3.1
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erzielt werden."35 Zur Farbgebung äussert sich Ziff. 2.4.2 der Richtlinien wie folgt: "Farben
sind Ausdruck der Funktionen und des Materials eines Bauteils. (...). Diese Abstimmung
kann mit zurückhaltenden matten und eher dunklen, an die bauliche Umgebung
angepassten Farbtönen der Materialien erreicht werden. (...) Armaturen und Leitungen
sollten ebenfalls farblich abgestimmt werden. Glänzende Materialen und Farben sind zu
vermeiden."
Die Photovoltaikanlage der Beschwerdegegnerschaft entspricht den genannten
Gestaltungshinweisen. Insbesondere bedeckt sie die ganze Dachfläche und wird in einem
zurückhaltenden matten und dunklen Farbton ausgeführt. Zudem nehmen die gewählten
PV-Module bzw. Panels nicht nur den Farbton, sondern auch die Grösse und Struktur von
Ziegeln auf, was die Wirkung der Anlage im Vergleich mit der baubewilligten stark
verbessert. Für die Projektänderung spricht zudem, dass die PV-Anlage neu auf dem Dach
der lediglich als erhaltenswert eingestuften und im Gesamtkontext weniger bedeutsamen
Querscheune und nicht auf dem Dach des schützenswerten Bauernhauses verwirklicht
wird. Bildet das Bauernhaus gemäss Bauinventar doch das zentrale Gebäude bzw. den
"Kernbau" der Baugruppe «L._». Überdies wird das Bauernhaus als wichtiges
Element mit räumlicher hofbildender Funktion dargestellt, während die Scheune vorab
durch ihr markantes Volumen in Erscheinung tritt (vgl. E. 4 c). Als Zwischenergebnis ist
somit festzuhalten, dass die BVE entgegen den Einwänden der Beschwerdeführenden
keine Veranlassung sieht, von der Einschätzung der Fachbehörde abzuweichen. Die als
erhaltenswert eingestufte Querscheune wird durch die PV-Anlage nicht wesentlich
beeinträchtigt.
h) Die Beschwerdeführenden machen ferner geltend, dass sich die geplante PV-Anlage
nicht nur auf das Baudenkmal selbst, sondern auch auf die Umgebung auswirke.
i) Die Gemeinde vertritt in ihrem Entscheid die Auffassung, dass die geplante PV-
Anlage farblich an ein Ziegeldach angepasst und kleinteilig ausgelegt sei. Damit sei sie
optisch am "Unauffälligsten". Eine noch bessere Einpassung sei mit aktueller Technik gar
nicht möglich. Dem aufmerksamen Beobachter werde selbstverständlich nicht entgehen,
dass es sich nicht um eine normale Dacheindeckung handle. Dies werde jedoch
keineswegs dazu führen, dass das Dach im übergeordneten Ortsbildschutz als Störfaktor
35 Vgl. Richtlinien, Ziff. 2.4.1
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in Erscheinung trete. Zudem sei das primäre Ziel des Ortsbildschutzes die Verhinderung
von störenden Neubauten und Erweiterungen innerhalb des geschützten Perimeters. Die
Verhinderung von Fehlentwicklungen laufe "über den Objektschutz". Die zustimmenden
Stellungnahmen der KDP sowie der BPK liessen den Schluss zu, dass sie keine
Beeinträchtigung der Ortsbildschutzzone L._ erblicken könne. Wie vorangehend
ausgeführt, erachtet die KDP die gewählte PV-Anlage am neuen Standort hinsichtlich ihrer
Fernwirkung als starke Verbesserung. Auch das AGR teilt diese Einschätzung. Die
Beschwerdegegnerschaft verweist auf den Beizug der kantonalen Fachbehörde und des
kommunalen Fachgremiums (BPK). Diese hätten dem Projekt vorbehaltlos zugestimmt.
j) Bauten, Anlagen, Reklamen, Anschriften und Bemalungen dürfen Landschaften,
Orts- und Strassenbilder nicht beeinträchtigen (Art. 9 Abs. 1 BauG). Die Gemeinden
können nähere Vorschriften erlassen (Art. 9 Abs. 3 BauG).36 Die Gemeinde Köniz hat in
ihrem Baureglement in Art. 14 ff. GBR37 von ihrer Kompetenz Gebrauch gemacht. Das
Bauvorhaben befindet sich wie erwähnt in einem Ortsbildschutzgebiet. Gemäss Art. 16
Abs.1 GBR sind als Ortsbildschutzgebiete Siedlungen und Siedlungsteile wie Quartiere,
Dörfer, Weiler, Baugruppen von besonders hoher Qualität bezeichnet. Ihre das Quartier
prägende bauliche und aussenräumliche Struktur ist zu erhalten beziehungsweise
sinngemäss zu erneuern (Art. 16 Abs. 2 GBR). Nach Art. 14 Abs. 1 GBR sind Bauten,
Anlagen, Reklamen, Anschriften und Bemalungen – unter Beachtung ihrer
Zweckbestimmung – so zu gestalten, dass sich zusammen mit ihrem näheren und weiteren
Umfeld eine gute Gesamtwirkung ergibt. Was den Denkmalschutz betrifft, können
Baudenkmäler – solche sind auch Baugruppen (Art. 10a Abs. 1 BauG) – nach den
Bedürfnissen des heutigen Lebens und Wohnens für bisherige oder passende neue
Zwecke genutzt und unter Berücksichtigung ihres Wertes verwendet werden. Sie dürfen
wie bereits ausgeführt durch Veränderungen in ihrer Umgebung nicht beeinträchtigt
werden (Art. 10b Abs. 1 BauG).
k) Wie vorangehend ausgeführt, hat die kantonale Denkmalpflege die zweite
Projektänderung positiv beurteilt, da die PV-Anlage einerseits nicht mehr auf dem Dach
des schützenswerten Bauernhaues verwirklicht wird und andererseits auf Grund ihrer
36 Aldo Zaugg/Peter Ludwig, a.a.O., Art.°9/10 N. 4 und 13; BVR 2009 S. 328 E. 5.2 mit Hinweisen 37 Baureglement der Gemeinde Köniz vom 7. März 1993 mit Änderungen bis 14. August 2017. Das neue Baureglement der Gemeinde Köniz wurde in der kommunalen Abstimmung vom 23. September 2018 angenommen. Die Genehmigung des AGR liegt jedoch noch nicht vor.
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Ausgestaltung (Wahl der Module, Farbigkeit und Grösse/Struktur) die Fernwirkung der
gesamten Anlage verbessert. Die KDP hat das Bauvorhaben geprüft. Da die betroffene
Querscheune Teil der Baugruppe E (Köniz, L._), ist, musste die KDP nicht nur die
Wirkungen der PV-Anlage auf die Scheune selbst, sondern auch auf die Baugruppe
berücksichtigen. Unter diesen Umständen konnte auf die Einholung eines OLK-Gutachtens
im Beschwerdeverfahren verzichtet werden.
Die Verlagerung der PV-Anlage auf die Querscheune stellt sowohl für das schützenswerte
Bauernhaus (P._strasse Nr. 64) als auch für die Baugruppe «L._» eine
Verbesserung dar. Indem die Anlage vollumfänglich den Gestaltungshinweisen für
Solaranlagen auf K-Objekten entspricht, überzeugt sie auch hinsichtlich ihrer
Auswirkungen auf die nähere und weitere Umgebung. Zum einen erfasst sie die gesamte
Dachfläche und erzielt damit eine hohe Integrationswirkung. Zum andern vermag sie sich
hinsichtlich der gewählten ziegelartigen Struktur, Mattigkeit und Farbe gut einzugliedern.
Daraus folgt, dass die PV-Anlage am neuen Standort mit Bezug auf die Baugruppe bzw.
die weitere Umgebung keinen Fremdkörper darstellt und dem Vorhaben die gute
Gesamtwirkung nicht abzusprechen ist. Zusammenfassend ergibt sich, dass das geplante
Vorhaben mit dem Denkmal- und Ortsbildschutz vereinbar ist.
5. Blendwirkung
a) Die Beschwerdeführenden rügen eine mögliche Blendwirkung der umstrittenen
Anlage. PV-Anlagen seien gemäss den Richtlinien so zu installieren, dass Blendwirkungen
in der Nachbarschaft vermieden werden könnten. Nordseitigen Anlagen sei besondere
Beachtung zu schenken.38
b) Gemäss Entscheid der Gemeinde sind Lichtreflexionen vorsorglich an der Quelle zu
begrenzen. Dies geschehe vorliegend durch die Verwendung von reflexionsarmen
Solarpanels mit matter Folienbelegung und einer diffusen Abstrahlcharakteristik. Somit
könne es nicht zu einer Blendwirkung kommen, welche als unzulässig beurteilt werden
müsste.
38 Vgl. Beschwerdeschrift, Art. 7, S. 16
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Die Beschwerdegegnerschaft weist darauf hin, dass die Anlage bezüglich der geltend
gemachten Blendwirkung ausschliesslich Ost-West ausgerichtet sei. Zum andern weise die
Anlage reflexionsarme Solarpanels auf. Eine massgebliche Blendwirkung werde dadurch
nicht entstehen.
c) Aus den Ausführungen der Beschwerdeführenden ist nicht ersichtlich, wo es zu einer
Blendwirkung kommen sollte. Zum einen ist die vollintegrierte PV-Anlage entgegen der
Darlegung der Beschwerdeführenden nicht auf die Nordostseite, sondern auf die Ost- und
Westseite ausgerichtet. Zum andern sind die gewählten Solarpanels matt und
reflexionsarm gestaltet. Schliesslich ist hinsichtlich Blendwirkung eine direkte
Nachbarschaft zu verneinen: Die Liegenschaften der Beschwerdeführenden liegen
zwischen rund 160 m (Beschwerdeführerin 2), 250 m (Beschwerdeführer 1, 4 und 5) sowie
270 m (Beschwerdeführer 6) von der PV-Anlage auf der Querscheune entfernt. Eine
Beeinträchtigung der Beschwerdeführenden durch Blendwirkung erscheint unter diesen
Umständen ausgeschlossen. Die Rüge hinsichtlich Blendwirkung erweist sich somit
ebenfalls als unbegründet.
6. Beweisabnahme
Die Behörden stellen den Sachverhalt von Amtes wegen fest; sie sind nicht an die
Beweisanträge der Parteien gebunden (Art. 18 VRPG39). Der Anspruch auf rechtliches
Gehör (Art. 21 ff. VRPG) verpflichtet aber die Behörden, die von den Parteien angebotenen
Beweise abzunehmen, sofern diese nötig sind für die Klärung des Sachverhalts. Wenn die
Behörde bei freier, pflichtgemässer Beweiswürdigung zur Überzeugung gelangt, die
vorhandenen Akten erlaubten die richtige und vollständige Feststellung des Sachverhalts
oder die behauptete Tatsache sei für die Entscheidung der Streitsache nicht von
Bedeutung, so kann sie auf das Erheben weiterer Beweise verzichten. Diese sogenannte
antizipierte Beweiswürdigung verletzt den Anspruch auf rechtliches Gehör nicht.40
Vorliegend beantragten die Beschwerdeführenden das Einholen eines Gutachtens der
Kommission zur Pflege der Orts- und Landschaftsbilder (OLK), die Durchführung eines
Augenscheins und die Einholung eines Gutachtens hinsichtlich Blendwirkung. Von diesen
Beweismitteln waren gemäss den vorangehenden Ausführungen bezüglich Einbezug der
39 Gesetz vom 23. Mai 1989 über die Verwaltungsrechtspflege (VRPG; BSG 155.21) 40 BVR 2012 S. 252 E. 3.3.3, mit Hinweisen
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KDP und der ästhetischen Beurteilung hinsichtlich Ortsbild- und Landschaftsschutz durch
die BPK sowie bezüglich Blendwirkung keine weiteren entscheidrelevanten Erkenntnisse
zu erwarten, weshalb darauf verzichtet werden konnte.
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7. Zusammenfassung und Kosten
a) Zusammenfassend ergibt sich, dass die Beschwerde abzuweisen ist. Der
angefochtene Gesamtentscheid und die Verfügung des AGR werden bestätigt.
b) Die Verfahrenskosten im Beschwerdeverfahren bestehen aus einer Pauschalgebühr
(Art. 103 Abs. 1 VRPG). Für Entscheide in einer Verwaltungsjustizsache wird eine Gebühr
von Fr. 200.– bis Fr. 4'000.– erhoben (Art. 103 Abs. 2 VRPG i.V.m. Art. 19 Abs. 1 GebV41).
In Anwendung dieser Bestimmungen werden diese auf eine Pauschalgebühr von
Fr. 1'500.– bestimmt. Bei diesem Ausgang des Verfahrens unterliegen die
Beschwerdeführenden. Sie haben somit die Verfahrenskosten zu tragen (Art. 108 Abs. 1
VRPG). Sie haften solidarisch für den gesamten Betrag.
c) Die unterliegende Partei hat der Gegenpartei die Parteikosten zu ersetzen, sofern
nicht deren prozessuales Verhalten oder die besonderen Umstände eine andere Teilung
oder Wettschlagung gebieten oder die Auflage der Parteikosten an das Gemeinwesen als
gerechtfertigt erscheint (Art. 108 Abs. 3 VRPG). Die Kostennote des Anwaltes der
Beschwerdegegnerschaft gibt zu keinen Bemerkungen Anlasse. Die Beschwerdeführenden
haben somit der Beschwerdegegnerschaft die Parteikosten von Fr. 2'754.20 zu ersetzen
(Honorar Fr. 2'550.–, Auslagen Fr. 7.30 sowie Mehrwertsteuer Fr. 196.90). Sie haften
solidarisch für den ganzen Betrag.
41 Verordnung vom 22. Februar 1995 über die Gebühren der Kantonsverwaltung (Gebührenverordnung, GebV; BSG 154.21)
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