# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 91d5424a-6433-50bd-98b5-63fefd29f950
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2017
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1961
,
meldete sich
am 11. Oktober 2012 u
nter Hinweis auf
Schlafstörungen, Angstattacken am Arbeitsplatz sowie g
edrückter Stimmung
bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an (Urk. 6/7). Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, klärte die medizini
sche und erwerblich
e Situation ab und
zog Akten der Krankentaggeldversiche
rung bei (Urk. 6/10)
. Am 13. Mai 2013 sprach die IV-Stelle der Versicherten ei
nen
Arbeitsversuch
im
Y._
vom 2. Mai bis
1. November 2013 zu (Urk. 6/23) und erteilte i
m Anschluss daran Kostengutsprache für ein
Ar
beitstraining
am gleichen Ort
vom 4. November 2013 bis 30. Januar 2014 (Urk. 6/32).
Nachdem die Versicherte im
Y._
in einem
Teilzeit
pensum angestellt worden war
(
vgl.
Urk. 6/44), schloss die IV-Stelle die berufli
chen Massnahmen mit Mitteilung vom 10. April 2014 (Urk. 6/47) ab.
1.2
Am 23. April 2015 meldete sich die Versicherte unter Hinweis auf Schlafstörun
gen, Angstattacken am Arbeitsplatz und in Stresssituationen, getrübter Stim
mung und Heulattacken
erneut
bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbe
zug an (Urk. 6/49). Die IV-Stelle klärte die medizinische und erwerbliche Situa
tion ab und stellte der Versicherten mit Vorbescheid vom 5. Januar 2016 (Urk. 6/65) die Verneinung eines Rentenanspruchs in Aussicht. Dagegen erhob die Versicherte Einwände (Urk. 6/66 = Urk. 6/69). Daraufhin holte die IV-Stelle ein psychiatrisches Gutachten ein, das am
9. Juli 2016 erstattet wurde (Urk. 6/87). Mit Verfügung vom 28. September 2016 (Urk. 6/90 = Urk. 2) hielt die IV-Stelle an ihrem Vorbescheid fest und verneinte einen Rentenanspruch.
2.
Die Versicherte erhob am 9. Oktober 2016 Beschwerde gegen die Verfügung vom 28. September 2016 (
Urk.
2) und beantragte sinngemäss, diese sei aufzuhe
ben und es sei ihr eine Rente zuzusprechen (Urk. 1). Die IV-Stelle beantragte mit Beschwerdeantwort vom 10. November 2016 (Urk. 5) die Abweisung der Be
schwerde. Dies wurde der Beschwerdeführerin am 28. November 2016 zur Kenntnis gebracht (Urk. 7).
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG
). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Ge
sundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung ver
bleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Er
werbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG)
Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich
min
-
des
tens
40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine Vier
telsrente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertels
rente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
G
emäss
der mit
BGE 130 V 352
begründeten und seither stetig weiter
ent
-
wickel
ten Rechtsprechung vermochten eine fachärztlich (psychiatrisch) diag
nostizierte somatoforme Schmerzstörung und vergleichbare psychosomatische Leiden (
BGE 140 V 8 E. 2.2.1.3
) in der Regel keine lang dauernde, zu einer In
validität im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG führende Arbeitsunfähigkeit zu bewir
ken. Vielmehr bestand die Vermutung, dass solche Beschwerdebilder oder ihre Folgen mit einer zumutbaren Willensanstrengung überwindbar seien und nur bestimmte Umstände, welche die Schmerzbewältigung intensiv und konstant behindern, den Wiedereinstieg in den Arbeitsprozess unzumutbar machten, weil die versicherte Person alsdann nicht über die für den Umgang mit den Schmer
zen notwendigen Ressourcen verfügt (zur Entstehungsgeschichte dieser Praxis:
BGE 135 V 201
E.
7.1.2;
Urteil des Bundesgerichtes 9C_739/2014 vom 30. November 2015 E. 2.1
).
Ob ein solcher Ausnahmefall vorlag, entschied sich im Einzelfall anhand verschiedener Kriterien (so genannte „Foerster-Kriterien“, vgl. BGE 130 V 352, BGE 131 V 39 E. 1.2, BGE 139 V 547 E. 3.2.3).
Mit BGE 141 V 281 hat das Bundesgericht die Überwindbarkeitsvermutung aufge
geben und das bisherige Regel-/Ausnahme-Modell durch einen struktu
rierten normativen Prüfungsraster ersetzt. In dessen Rahmen wird im Regelfall anhand von auf den funktionellen Schweregrad bezogenen Standardindikatoren das tatsächlich erreichbare Leistungsvermögen ergebnisoffen und symmetrisch beurteilt, indem
gleichermassen
den
äusseren
Belastungsfaktoren wie den vor
handenen Ressourcen Rechnung getragen wird (BGE 141 V 574 E. 4.2 mit Hin
weisen; Urteil des Bundesgerichts 9C_534/2015 vom 1. März 2016 E. 2.2 mit Hinweisen). Die Anerkennung eines rentenbegründenden Invaliditätsgrades ist nur zulässig, wenn die funktionellen Auswirkungen der medizinisch festgestell
ten gesundheitlichen Anspruchsgrundlage im Einzelfall anhand der Standardin
dikatoren schlüssig und widerspruchsfrei mit (zumindest) überwiegender Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sind. Fehlt es daran, hat die Folgen der Be
weislosigkeit nach wie vor die materiell beweisbelastete versicherte Person zu tragen (BGE 141 V 281 E. 6; BGE 141 V 547 E. 2; Urteil des Bundesgerichts 8C_28/2016 vom 15. April 2016 E. 3.2).
Die Durchführung eines strukturierten Beweisverfahrens nach dem dargelegten Prüfungsraster erübrigt sich
rechtsprechungsgemäss
, wenn Ausschlussgründe vorliegen, etwa wenn die Leistungseinschränkung überwiegend auf Aggravation oder einer ähnlichen Erscheinung beruht, welche die Annahme einer gesund
heitlichen Beeinträchtigung von vornherein
ausschliessen
(BGE 141 V 281 E. 2.2; vgl. Urteile des Bundesgerichts 9C_549/2015 vom 29. Januar 2016 E. 4.1 und 9C_899/2014 vom 29. Juni 2015 E. 4).
Die Rechtsprechung hat zu den „vergleichbaren psychosomatischen Leiden“ ausdrücklich jene gezählt, die im Nachgang zu BGE 130 V 352 über die Jahre als sogenannte „
pathogenetisch
-ätiologisch unklare
syndromale
Beschwerdebil
der ohne nachweisbare organische Grundlage“ in invalidenversicherungsrechtli
cher Hinsicht den gleichen sozialversicherungsrechtlichen Anforderungen (Re
gel-Ausnahmemodell mit "Überwindbarkeitsvermutung“) unterstellt wurden (BGE 142 V 342 E. 5.2.1; BGE 141 V 281 E. 4.2; BGE 140 V 8 E. 2.2.1.3; bis
lang: Fibromyalgie: BGE 132 V 65 E. 4 [Urteil des Bundesgerichts I 336/04 vom 8. Februar 2006]; dissoziative Sensibilitäts- und Empfindungsstörung: Urteil des Bundesgerichts I 9/07 vom 9. Februar 2007 E. 4 in
fine
, in: SVR 2007 IV Nr. 45 S. 149; dissoziative Bewegungsstörung: Urteil des Bundesgerichts 9C_903/2007
vom 30. April 2008 E. 3.4;
Chronic
Fatigue
Syndrome [CFS; chronisches Müdigkeitssyndrom] und Neurasthenie: Urteile des Bundesgerichts I 70/07 vom 14. April 2008 E. 5; 9C_98/2010 vom 28. April 2010 E. 2.2.2, in: SVR 2011 IV Nr. 17 S. 44, und 9C_662/2009 vom 17. August 2010 E. 2.3, in: SVR 2011 IV Nr. 26 S. 73; spezifische und unfalladäquate HWS-Verletzungen [Schleuder
trauma] ohne organisch nachweisbare Funktionsausfälle: BGE 136 V 279 [Urteil des Bundesgerichts 9C_510/2009 vom 30. August 2010]; nichtorganische
Hy
persomnie
: BGE 137 V 64 E. 4 [Urteil des Bundesgerichts 9C_871/2010 vom 25. Februar 2011]; leichte Persönlichkeitsveränderung bei chronischem Schmerzsyndrom: Urteil des Bundesgerichts 8C_167/2012 vom 15. Juni 2012 E 5.2 und 6.1).
Gemäss
BGE 142 V 342 ist die Rechtsprechung
gemäss
BGE 141 V 281 auch auf eine posttraumatische Belastungsstörung anwendbar
.
1.4
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkom
men), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog. Valideneinkommen). Der Einkom
mensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die b
eiden hypo
thetischen Erwerbsein
kommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und ei
nander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des Einkommensver
gleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
1.5
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorak
ten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zu
sammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin
ging
in der angefochtenen Verfügung (Urk. 2)
gestützt auf die medizinischen Abklärungen davon aus, dass zwar fachärztliche
Diag
nosen
vorlägen
, die
se
jedoch
keine erheblichen gesundheitlichen Einschränkun
gen aufwiesen. Sei
t
Jahren werde nur eine niedrige Behandlungsfrequenz mit
monatlichen Terminen durchgeführt. Es lägen genügend gesunde Persönlich
keitsressourcen vor, so die bis anhin bewiesene Arbeitsmotivation, die korrekten sozialen Umgangsformen und das angenehme Wesen der
Beschwerdeführerin
. Die
Beschwerdeführerin
habe auch die Fähigkeit, auf soziale Alltagskompeten
zen zurückzugreifen. Es sei
ihr
zumutbar, in eine Erw
erbstätigkeit zurückzu
kehren. Somit
liege kein invalidisi
erender Gesundheitsschaden vor (S. 2).
2.2
Die Beschwerdeführerin vertrat demgegenüber den Standpunkt (Urk. 1), dass neben den
bekannten Diagnosen einer Arthritis, Depression und Hypertonie noch ein irreparables Augenleiden
dazugekommen sei
, welches weder mit Me
dikamenten noch operativ geheilt werden könne. Auch wenn ihre Arbeitsmoti
vation vorhanden sei, stelle sie mit einem solchen Kran
kheitsbild niemand ein.
Die
Gesamtsituation
sei daher
nochmals zu überprüfen.
2.3
In der Beschwerdeantwort (Urk. 5) hielt die Beschwerdegegnerin an ihren Ausfüh
rungen in der angefochtenen Verfügung
(Urk. 2)
fest und führte ergän
zend aus, dass d
ie Einschränkung der Sehleistung aus rechtlicher Sicht zu einer Einschränkung im Zumutbarkeitsprofil in dem Sinne
führe
, dass der
Beschwer
deführerin
Tätigkeiten mit besonderen Anforderungen an die Sehleistung nicht mehr zumutbar seien. Da in der angestammten Tätigkeit der
Beschwerdeführerin
als Kassiererin keine besonders hohen Anforderungen an die Sehkraft zu stellen seien, sei sie momentan in dieser Tätigkeit nic
ht entscheidend eingeschränkt,
zumal sie auf dem linken Auge
noch keine Einschränkungen habe (S. 2).
2.4
Strittig und zu prüfen
sind
die Arbeitsfähigkeit und der Invaliditätsgrad der Be
schwerdeführerin sowie ein allfälliger Rentenanspruch.
3.
3.1
Dr. med.
Z._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, Chefarzt
Psychi
atriestütztpunkt
,
A._
, legte in seinem
Schreiben
vom 10. Juni 2015 (
Urk.
6/54) dar,
dass sich die Arbeitsfähigkeit
der
Beschwerdeführerin
seit Oktober
20
14 schrittweise reduziert
habe. Im Dezember
2014 habe
eine
Arbeits
unfähigkeit von 30
% vor
gelegen, im Februar
20
15
eine von 50
%. Die
Be
schwerdeführerin
arbeite derzeit als Kassier
er
in
bei
B._
in einem 50
%
-Pen
sum
. Seit dem Tod ihres Vaters Ende Mai
2015 habe die Arbeitsfähigkeit
weiter abgenommen.
3.2
In seinem Bericht vom 9. Juli 2015 (Urk. 6/57) nannte Dr.
Z._
als Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
eine
seit 2008 bestehende
rezidivie
rende depressive Erkrankung, gegenwärtig mittelgradig (
ICD-10
F32.1
, Ziff. 1.1
).
Er b
ehandle
die
Beschwerdeführerin
seit Juni
20
11, gegenwärtig in monatlichen
Konsultationen
(Ziff. 1.2, Ziff. 1.5)
.
Aufgrund des rezidivierenden Verlaufs mit häufigen Arbeitsunfähigkeiten zwischen 70 % und 100 % sei von einer dauern
den Teilzeit-Erwerbsunfähigkeit von zirka 50 % auszugehen (Ziff. 1.4)
. In der angestammten Tätigkeit als Verkäuferin bestehe seit November 2014 eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit (Ziff. 1.6).
Derzeit sei sie in einem Pensum von 50 % tätig (Ziff. 1.9).
D
ie Beschwerdeführerin sei n
ur psychisch eingeschränkt
, nicht körperlich (Ziff. 1.7).
Eingeschränkt seien das Konzentrationsvermögen, das Auffassungs
vermögen und die Anpassungsfähigkeit sowie teilweise die Belastbarkeit (Ziff. 1.11).
Zudem werde die
Fortführung der ambulanten Therapie
empfohlen (Ziff. 1.5)
.
3.3
Dr. med.
C._
, Fachärztin für Allgemeine Innere Medizin und Haus
ärztin der Beschwerdeführerin,
führte
in ihrem Bericht vom 25. August 20
15
(Urk. 6/62
/1-4
)
aus, dass sie die Beschwerdeführerin seit November 2013 be
handle (Ziff. 1.2), und nannte
als Diagnose
mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit eine
rezidivierende depressive Störung, Erstdiagnose 2009
(Ziff. 1.1).
Die Be
schwerdeführerin sei durch
Konzentrationsstörungen, Stimmungsschwankun
gen, psychomotorische Verlangsamung, deutlich reduzierte Stresstoleranz und Belastbarkeit
eingeschränkt. Seit einigen Monaten arbeite sie an der Kasse in einer
B._
-Filiale in einem 50%-Pensum und komme dabei an ihre psychi
schen und körperlichen Grenzen. Diese Tätigkeiten sei
en
ihr
bis
zu 4 Stunden
pro Tag
zumutbar (Ziff. 1.7).
3.4
PD
Dr.
med.
D._
, Facharzt für Neurologie, Regionaler Ärztlicher Dienst (RAD), führte in seiner Stellungnahme vom 17. November 2015 (Urk. 64/4/4) aus, dass eine Hospitalisation
bisher nicht erforderlich gewesen
sei
,
die
Symptomatik
sei
eher
niedriggradig
.
Die vorhandenen
Berichte würden Belastungen nennen wie alleine lebend, zweimal geschieden, Verlust des Part
ners durch Krebserkrankung, Verlust
von Besitz durch Wohnungsbrand und
Tod des Vaters
, welche
nicht im Sinne der
Invalidenversicherung
versichert
seien
. Die attes
tierte 50
%
ige Arbeitsunfähigkeit
sei nicht nachvollziehbar.
3.5
In seinem Schreiben vom 12. Januar 2016 (
Urk.
6/68/2) legte Dr.
Z._
dar,
dass die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin
dauerhaft zu 50
% eingeschränkt
sei
.
Es bestehe eine m
ittelgradige depressive Episode, die aber auch unter wei
terhin regelmässiger Behandlung nicht ausreichend remittiere
, um eine höhere Arbeitsfähigkeit
als 50
% zu erlangen.
3.6
Dr.
Z._
ergänzte seinen Bericht vom 9. Juli 2015 (vorstehend E. 3.2) im Auf
trag der Beschwerdegegnerin (vgl. Urk. 6/76) am 30. März 2016 (Urk. 6/77). Er führte aus, dass bis anhin keine s
trukturelle Befunderhebung nach dem AMDP
System
erfolgt sei
.
Es liege eine
Behandlungsresistenz
dahingehend
vor,
als dass die Arbeitsfähigkeit auch unter kunstgerechter regelmässiger Behandlung wei
terhin über Monate nicht über 50 % gestiegen
sei (S. 1). Durch die Depression liege eine gleichmässige Einschränkung des
Aktivitäten-Niveaus in den Lebens
bereichen
Arbeit und
Soziales
vor. Der Leidensdruck der Beschwerdeführerin sei hoch (S. 2).
3.7
Dr. med.
E._
, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie, erstattete das von der Beschwerdegegnerin in Auftrag gegebene psychiatrisch
e Gutachten am 9. Juli 2016 (Urk. 6/87
) gestützt auf
die ihr überlassenen Akten (S. 3
ff.), die Angab
en der Beschwerdeführerin (S. 6
ff.) und auf ihre am
6. Juli 2016
durch
g
eführte Untersuchung (S. 2 oben
).
Die Gutachterin nannte folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die
Arbeits
-
fähig
keit (S. 26 f. Ziff. 6.1):
-
Neurasthenie (ICD-10 F48.0)
-
Dysthymia (ICD-10 F34.1)
-
psychosoziale Belastungsfaktoren
-
Probleme mit Bezug auf Berufstätigkeit oder Arbeitslosigkeit (ICD-10 Z56)
-
Probleme mit Bezug auf die Wohnbedingungen oder die wirtschaftli
chen Verhältnisse (ICD-10 Z59)
-
Probleme mit Bezug auf den engeren Familienkreis, einschliesslich fami
liärer Umstände
/
Verlust des Partners und des Vaters (ICD-10 Z63)
Zudem nannte
sie folgende Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähig
keit (S. 27 Ziff. 6.2):
-
Status nach rezidivierenden Anpassungsstörungen mit depressiven und psychosomatischen Reaktionen bis mittleren Grades, gegenwärtig remit
tiert (ICD-10 F33.4)
-
anamnestisch Entwicklungsstörungen schulischer Fertigkeiten (ICD-10 F81)
Sei 2015 noch eine mittelgradig depress
ive Episode beziehungsweise
Anpas
-
sungs
störung
mit mittelgradiger Depressivität festgestellt worden, prä
sentiere sich heute eine insgesamt psychopathologisch normvariant erschei
nende
Beschwerdeführerin
. Es könnten aktuell nur subjektive zentral einschrän
kende
dysthyme
und neurasthenische
Beschwerden festgehalten werden, bei aber faktisch normvarianten Psychostatus ohne wesentlichen aktuellen, auch psychometrischen, Befund (S. 22 unten f.).
Die Gutachterin führte ferner – näher ausgeführt – anhand der bundesgerichtli
chen
Standardindikatoren
eine Bewertung der diagnostizierten Neurasthenie
durch (vgl. S. 23 unten ff.)
,
und kam zum Ergebnis, dass
aus fachärztlich-psy
chiatrischer arbeitsmedizinischer Sicht mit dem vorliegenden neurast
he
nischen Krankheitsgesche
he
n und der neurotischen Dysthymia
, zumal auf dem Hinter
grund von auslösenden und unterhaltenden psychosozialen Belastungsfaktoren,
keine etwaige hochgradige anhaltende Arbeitsunfähigkeit verbunden w
erden könne
. Insgesamt liege eine etwa 20%ige Arbeitsunfähigkeit für Hilfstätigkeiten mit geringen körperlichen Anstrengungsanforderun
gen vor. Die Beschwerde
führerin sei durch ihre psychische Störung gegenwärtig noch leichtgradig ein
geschränkt
. Die attestierte Arbeitsunfähigkeit gelte zumindest seit Septem
ber
/
Oktober 2015
(S. 27
f.
Ziff. 7.1/7.2).
Einer sofortigen beruflichen Eingliede
rung stehe nichts entgegen
(S. 28 Ziff. 7.3)
.
Die aktuell niederfrequente psychi
atrische
Gesprächstherapie und
der
Einsatz von Antidepressiva seien adäquat
(S. 28 Ziff. 8)
.
Bei der Beschwerdeführerin
lägen genügend gesund
e Persönlichkeitsressourcen vor sowie die Fähigkeit, auf soziale Alltagskompetenzen zurückzugreifen, die es zumutbar erscheinen lassen
würden
, dass sie aus rein psychiatrischer Sicht zu einer Hilfstätigkeit zurückkehren könnte.
Einschränkend würden allenfalls die intellektuell knappen Ressourcen und rechnerischen Schwächen wirken, wes
halb
eine Arbeit als Kassiererin nicht sinnvoll
erscheine
(S. 29 Ziff. 9).
Die 2012 und 2015
attestierte
höhergradige
Arbeitsunfähigkeit sei vorwiegend auf
psy
chosozial
en Belastungsfaktoren, die eine Erschöpfungsdepression als Anpas
sungsstörung zu sich gezogen hätten, begründet
gewesen
(S. 29 Ziff. 10)
.
Der Beschwerdeführerin seien abwechslungsreiche handwerkliche Tätigkeiten ohne besondere intellektuelle Herausforderungen, ausdrücklich auch ohne Anforde
rungen an rechnerische Fähigkeiten, und durchaus in Kontakt mit Kunden und im Teamkontext, ohne Schichtbetrieb möglich.
Eine solche
Tätigkeit sei zwi
schen Oktober
20
12 und Mai
2015 zu 80
%, zwischen Mai
und Septem
ber/Oktober
20
15 zu 50
%
und spätestens seit November
2015 wieder zu 80
% zumutbar
(S. 31 Ziff. 13).
3.8
Der RAD-Arzt PD
Dr.
D._
führte in seiner Stellungnahme vom 15. Juli 2016 (
Urk.
6/89/
3
) aus, es könne auf das psychiatrische Gutachten abgestellt werden
.
3.9
Ein Arzt der
Augenklinik
des
F._
nannte in seinem Bericht vom 28. Juli 20
16
(Urk. 3) folgende
opthalmologische
Diagnosen (S. 1 Mitte):
-
Drusenpapillen
rechts mehr als links mit fortgeschrittenen Gesichts
-
feldde
fekten rech
ts grösser als links
-
Hyperopie
-
Astigmatismus
-
Presbyopie
Die Beschwerdeführerin berichte über eine seit zirka
2
Monaten
bestehende
lang
same
Visusreduktion
des rechten Auges mit wolkigen Schatten, am linken Auge bestünden keinerlei Probleme. Es zeigten sich am rechten Auge fortge
schrittene konzentrische Gesichtsfelddefekte, mit zentraler Restinsel und am lin
ken Auge beginnende konzentrische Ausfälle.
Die t
herapeutische
n
Möglichkei
ten seien beschränkt (S. 2 Mitte).
4.
4.1
Die psychiatrische Gutachterin Dr.
E._
ist Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie,
so dass sie zur Beurteilung des Gesundheitszustands und der
Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin grundsätzlich befähigt ist. Das psychi
atrische
Gutachten
(vorstehend E. 3.7) erscheint denn auch für die streitigen Belange umfassend und berücksichtigt die geklagten Beschwerden der Be
schwerdeführerin. Zudem wurde es in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) er
stellt und leuchtet in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation ein und die Schlussfolgerungen wurden nachvollziehbar begründet. Damit erfüllt das psychiatrische
Gutachten
die praxisgemässen Kriterien an ein beweiskräftiges
Gutachten
(vgl. vorstehend E. 1.5).
Die Gut
achterin
diagnostizierte sodann eine Neurasthenie (ICD-10 F48.0)
und
eine Dysthymia (ICD-10 F34.1)
mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
.
Sie legte in schlüssiger und nachvollziehbarer Weise dar, weshalb im Begutach
tungszeitpunkt keine mittelgradig depressive Episode beziehungsweise Anpas
sungsstörung mit mittelgradiger Depression
mehr
vorgelegen habe
, sondern nur noch eine Neurasthenie sowie eine Dysthymia
(vorstehend
E. 3.7
). So seien die aktuellen subjektiven Beschwerden diagnostisch als neurotische Verstimmungs
zustände im Rahmen einer Dysthymia zusammen zu fassen. Die Kriterien für ein
e
Dysthymia erschienen heute – vor allem im Sinne einer sorgenvollen Grundstimmung – als erfüllt. Eine aktuelle klinische Depression werde auch psychometrisch durch die gegenwärtig tiefe Scoren auf der Hamilton- und MADRS-Depressionsskalen widerlegt. Zudem habe die
Dysthymia
als neuroti
sche Depressionsvariante keine arbeitsmedizinische Relevanz (Urk. 6/87 S. 23, vgl. S. 20).
4.2
Eine
Dysthymie
ist nach der im gebräuchlichen Klassifikationssystem ICD-10 enthaltenen Umschreibung eine chronische depressive Verstimmung, die weder schwer noch hinsichtlich einzelner Episoden anhaltend genug ist, um die Krite
rien einer schweren, mittelgradigen oder leichten rezidivierenden depressiven Störung zu erfüllen. Findet sich im Psychostatus nur eine Dysthymie, so kann
dies
rechtsprechungsgemäss
wohl eine
Einbusse
an Leistungsfähigkeit mit sich bringen, kommt aber für sich allein betrachtet nicht einem Gesundheitsschaden im Sinne des Gesetzes gleich. Diese Schlussfolgerung, die sich auf medizinische Empirie abstützt und damit eine Rechtsfrage darstellt, ist freilich nicht absolut zu setzen; eine
dysthyme
Störung kann die Arbeitsfähigkeit im Einzelfall er
heblich beeinträchtigen, wenn sie zusammen mit anderen Befunden - wie etwa einer ernsthaften Persönlichkeitsstör
ung - auftritt (Urteile des Bundesgerichts 8C_623/2013 vom 11. März 2014 und 9C_146/2015 vom 19. Januar 2016 E. 3.2, je mit Hinweisen). Diese Grundsätze wurden durch die Rechtsprechung
gemäss
BGE 141 V 281 nicht relativiert (Urteil des Bundesgerichts 9C_146/2015 vom 19. Januar 2016 E 3.2 mit Hinweis; vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_162/2015 vom 30. September 2015 E. 3.3.3).
Vorliegend wurde die Dysthymia von der Gutachterin fachärztlich einwandfrei diagnostiziert und nachvollziehbar begründet (vorstehend E. 4.1). Mangels Vor
liegen einer Persönlichkeitsstörung vermag daher die Diagnose
Dysthymia
kei
nen Gesundheitsschaden im invalidenversicherungsrechtlichen Sinn zu begrün
den.
4.3
Für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit bei Vorliegen einer anhaltenden somato
formen Schmerzstörung
oder eines damit vergleichbaren psychosomati
schen Leidens (BGE 141 V 281 E. 4.2)
–
worunter
unter anderem
die Neurasth
e
nie gehört (vgl.
vorstehend E. 1.3
)
–
sind
Indikatoren beachtlich, die das Bun
desgericht wie folgt systema
tisiert hat (BGE 141 V 281 E. 4.1.3
):
-
Kategorie „
funktioneller Schweregrad"
-
Komplex „Gesundheitsschädigung"
-
Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde
-
Behandlungs- und Eingliederungserfolg oder –
resistenz
-
Komorbiditäten
-
Komplex „Persönlichkeit" (Persönlichkeitsdiagnostik, persönliche Res
sourcen)
-
Komplex „Sozialer Kontext"
-
Kategorie „Konsistenz" (Gesichtspunkte des Verhaltens)
-
gleichmässige Einschränkung des
Aktivitätenniveaus
in allen
ver
-
gleich
baren Lebensbereichen
-
behandlungs- und eingliederungsanam
nestisch ausgewiese
ner
Lei
-
dens
druck
Diese
Standardindikatoren erlauben - unter Berücksichtigung leistungshindern
der
äusserer
Belastungsfaktoren einerseits und Kompensationspotenzialen (Ressourcen) anderseits - das tatsächlich erreichbare Leistungsvermögen einzu
schätzen (BGE 141 V 281 E. 3.4-3.6 und E. 4.1; Urteil des Bundesgerichts 9C_534/2015 vom 1. März 2016 E. 2.2.1).
Die Gutachterin führte, wie bereits erwähnt, anhand der bundesgerichtlichen Standardindikatoren eine Bewertung der diagnostizierten Neurasthenie durch (vorstehend E. 3.7). In Bezug auf den funktionellen Schweregrad
legte
sie
dar
,
dass
sich im Alltag
eine erhebliche Diskrepanz zwischen den geschilderten Ein
schränkungen und dem tatsächlich gezeigten
Aktivitätenniveau
der Beschwer
deführerin zeige
. Das psychosoziale Umfeld der Beschwerdeführerin sei dabei trotz geltend gemachter erheblicher Krankheit und Einschränkung weitgehend intakt. Es würden dadurch gewisse Ausschlu
sskriterien eine Rolle spielen
(Urk. 6/87 S. 24 oben)
. In Bezug auf den
Indikator
Behandlungs- und Einglie
derungserfolg oder –
resistenz
hielt die Gutachterin fest,
dass die bei den
(so
matoformen,
dysthymem
) Leiden
der Beschwerdeführerin erforderliche prob
lemfokussierte psychotherapeutische Behandlung nicht oder nur ungenügend stattgefunden habe. Einschränkend sei hier auf die beschränkten intellektuellen Kapazitäten der Beschwerdeführerin hinzuweisen. Die seit Jahren beibehaltene niedrige Behandlungsfrequenz (monatliche Termine) sei zudem an sich schon ein Hinweis auf die relative Milde des psychischen Leidens. Das Ausmass der heute subjektiv geschilderten Beschwerden und die geltend gemachte mittelgra
dige Depression würden somit nicht mit der Intensität der bisher in Anspruch genommenen therapeutischen Hilfe übereinstimmen. Psychopharmakologisch werde unverändert mit einer Zweierkombination von Antidepressiva behandelt, die Dosis sei offenbar im letzten Halbjahr reduziert worden, was ebenso auf ei
nen ree
ll doch guten Verlauf hinwei
se (Urk. 6/87 S. 24 Mitte
). Zudem hielt die Gutachterin fest, dass
keine etwaige psychische Komorbiditäten
, die der Be
schwerdeführerin ihre Ressourcen zusätzlich rauben würden, festzustellen seien. Die Dysthymia stelle hier auch lediglich eine neurotische Befindlichkeitsvariante dar; Depressionen erheblichen Schweregrads lägen heute keine vor (Urk. 6/87 S. 24 unten).
Bezüglich des Indikators Persönlichkeit legte die Gutachterin dar, dass bei der Beschwerdeführerin eine hinreichend gesunde Persönlichkeitsstruktur, ohne jeglichen Hinweis auf ein
e
etwaige strukturelle Persönlichkeitsstörung, vorliege. Einschränkend seien lediglich die grenzwertigen intellektuellen Ressourcen (Urk. 6/87 S. 24 unten f.). Damit sei auch der Indikator sozialer Kontakt be
leuchtet, wobei der soziale Lebenskontext der Beschwerdeführerin, durch ihr Engagement zu ihrem Bekanntenkreis sowie die von diesen sozialen Interaktio
nen und Streben ihr auch entgegenkommende Wertschätzung und Sinngebung, mobilisierende Ressourcen bereit halte (Urk. 6/87 S. 25 Mitte).
In der Kategorie Konsistenz
wies die Gutachterin nochmals
auf die erheblichen Inkonsistenzen zwischen der von der Beschwerdeführerin geltend gemachten Einschränkungen im Beruf und Erwerb und ihrem normvariant strukturierten und gele
b
ten Alltag
hin. Auch sei anlässlich der Begutachtung festgestellt worden, dass die Be
schwerdeführerin teilweise der Wahrheit ausgewichen sei, indem sie sich erst nach Konfrontation mit der Aktenlage „erinnert“ habe, ihre vorletzte reguläre Anstellung infolge Ladendiebstahls verloren zu haben (Urk. 6/87 S. 25 Mitte). Ausserdem lasse die seit Jahren bestehende Therapieform mit lediglich monatli
chen Terminen beim Psychiater und Psychopharmaka in gegenwärtig abneh
mender Dosierung den tatsächlich vorhandenen Leidensdruck relativieren (Urk. 6/87 S. 25 unten). Schliesslich erscheine die abwartende Grundhaltung und anlässlich der Begutachtung nicht ersichtliche Motivation der Beschwer
deführerin, sich in die vollständige Autarkie eines 100%igen Erwerbs zurück zu begeben
,
prognostisch negativ (Urk. 6/87 S. 25 unten).
4.4
Das von der Gutachterin Dr.
E._
anhand eines strukturierten, normativen Prüfrasters beurteilte tatsächlich erreichbare Leistungsvermögen der Beschwer
deführerin von 80 %
in angepasster Tätigkeit
(vorstehend E.
3.7
)
überzeugt
nach dem Dargelegten
nicht
vollkommen
, sprechen doch all die genannten Faktoren gegen eine Arbeitsunfähigkeit
beziehungsweise für das Vorliegen eine
r
vollen Arbeitsfähigkeit
der Beschwerdeführerin
.
T
rotz ausge
wiesenen Ressour
cen liegt
keine Motivation
der Beschwerdeführerin
vor beziehungsweise fehlt es am Wunsch nach einer selbständigen Existenzsicherung mittels Rückkehr in eine Vollzeitanstellung in den ersten Arbeitsmarkt.
Demnach erscheint
der Be
schwerdeführerin
– der Beschwerdegegnerin folgend (vorstehend E. 2.1, vgl. Urk. 6/89/4) – das Zurückkehren in eine Erwerbstätigkeit zumutbar. Dies wurde von der Beschwerdeführerin denn auch nicht substantiiert bestritten (vgl. Urk. 1).
Da die Arbeitsunfähigkeit ein unbestimmter Rechtsbegriff des formellen Geset
zes ist (Art. 6 ATSG), kommt der Arztperson bei der Folgenabschätzung der von ihr erhobenen gesundheitlichen Beeinträchtigung keine abschliessende Beurtei
lungskompetenz zu, sondern sie nimmt hierzu Stellung, das heisst sie gibt eine Schätzung ab. Diese ist durch die rechtsanwendenden Behörden im Rahmen der rechtlichen Vorgaben zu würdigen (BGE 140 V 193 E. 3.1 und 3.2 S. 194 ff.). Weil die Arbeitsfähigkeit somit keine rein medizinische, sondern letztlich eine juristische Frage ist, können sich Konstellationen ergeben, bei welchen von der im medizinischen Gutachten festgestellten Arbeitsfähigkeit abzuweichen ist, ohne dass dieses seinen Beweiswer
t verlöre (SVR 2013 IV Nr. 9 S. 21, 8C_842/2011 E.
4.2.2). Im vorliegenden Fall ist insofern vom psychiatrischen Gutachten abzuweichen, als dass festgehalten werden kann, dass
der Beschwer
deführerin aus psychiatrischer Sicht abwechslungsreiche handwerkliche Tätig
keiten ohne besondere intellektuelle Herausforderungen, ausdrücklich auch
ohne Anforderungen an rechnerische Fähigkeiten, und durchaus in Kontak
t mit Kunden und im Teamkontext,
ohne Schichtbetrieb zu 100 % zumutbar sind.
4.5
Dem Bericht des Arztes der Augenklinik des
F._
vom Juli 2016 (vorstehend E. 3.9) ist zu entnehmen, dass die Beschwerdeführerin neu an beidseitigen
Drusenpapillen
leide. Die Beschwerdeführerin
nehme eine
langsame
Visusreduktion
des rechten Auges mit wolkigen Schatten
wa
h
r
, am linken Auge bestünden
hingegen
keinerlei Probleme
. Inwiefern sich diese Gesichtsfeldein
schränkungen auf die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin auswirken, ist dem Bericht
jedoch
nicht zu entnehmen. Diese Gesichtsfeldeinschränkungen führen
aber in dem Sinne
unweigerlich zu einer Einschränkung der Arbeitsfä
higkeit, als dass der Beschwerdeführerin keine Tätigkeiten mit besonderen An
forderungen an die Sehleistung mehr zumutbar sind. Die
zuletzt ausgeübte
Tä
tigkeit als Kassier
er
in erscheint ihr deshalb – entgegen der Ansicht der Be
schwerdegegnerin (vorstehend E. 2.1) – nicht mehr möglich, muss sie doch da
bei unter anderem auch Geldstücke nachzählen. Eine angepasste Tätigkeit ohne besondere Anforderungen an die Sehleistung erschein
t
ihr jedoch aus somati
scher Sicht weiterhin möglich.
5.
5.1
Zu prüfen bleibt damit die Ermittlung des Invaliditätsgrades anhand eines Ein
kommensvergleiches.
5.2
Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist für die Ermittlung des Validen
-
ein
kommens entscheidend, was die versicherte Person im Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbeginns nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit als Gesunde tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkom
mensentwicklung angepassten Verdienst angeknüpft, da es empirischer Erfah
rung entspricht, dass die bisherige Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden fortge
setzt worden wäre. Ausnahmen müssen mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt sein (BGE 139 V 28 E. 3.3.2; BGE 135 V 58 E. 3.1; BGE 134 V 322 E. 4.1 mit Hinweis).
Ist
mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass die versi
cherte Person die bisherige Tätigkeit unabhängig vom Eintritt der Invalidität nicht mehr ausgeübt hätte, kann das Valideneinkommen auf Grundlage der vom Bundesamt für Statistik herausgegebenen Schweizerischen Lohnstruk
turerhebung (LSE) berechnet werden, wobei die für die Entlöhnung im Einzelfall gegebenenfalls relevanten persönlichen und beruflichen Faktoren zu berück
sichtigen sind (BGE 139 V 28
E. 3.3.2; BGE 128 V 29 E. 4e; Urteil des Bundes
gerichts 9C_887/2015 vom 12. April 2016 E. 4.2).
5.3
Die Beschwerdeführerin
machte eine Anlehre zur Floristin und war danach als Floristin, Verkäuferin und Reinigungsmitar
beiterin tätig (Urk. 6/86, vgl.
den Auszug aus den individuellen Konto, IK-Auszug, in
Urk. 6/58). Nachdem die Beschwerdegegnerin der Beschwerdeführerin im Rahmen der ersten IV-Anmel
dung im Oktober 2012
(Urk. 6/7)
einen Arbeitsversuch im
Y._
von anfangs Mai bis anfangs
November 2013 zu
sprach
(Urk. 6/23)
,
und danach die Kosten für
ein Arbeitstraining
am gleichen Ort
vo
n
anfangs November 2013 bis Ende Januar 2014 (Urk. 6/32) übernahm,
wurde die Beschwerdeführerin
im
Y._
als Aushilfe Auspackerei ab April 2014
in
einem 20%-Pensum angestellt (Urk. 6/44), wo sie bis Ende 2014 tätig war (vgl. Urk. 6/58).
Danach
war die Beschwerdeführerin
von Februar bis Dezember 2015 beim
B._
Markt als Kassiererin in einem 50%-Pensum tätig (vgl. Urk. 6/49 Ziff. 5.4, Urk. 6/63, Urk. 6/68).
Aufgrund der häufigen Stellenwechsel
und kurzen Anstellungsdauern in den letzten Jahren (vgl. Urk. 6/58)
rechtfertigt es sich, für die Bemessung des
Vali
deneinkommens
auf den
standardisierten Durchschnittslohn für einfache Tätig
keiten körperlicher oder handwerklicher Art
im Detailhandel gemäss LSE abzu
stellen.
Das im Jahr 2014 von Frauen
im Durchschnitt aller einfachen Tätigkei
ten körperlicher oder handwerklicher Art
im Detailhandel
erzielte Eink
ommen betrug pro Monat Fr. 4‘517.-- (LSE 2014
, Tabellengruppe TA1, Monatlicher Bruttolohn nach Wirtschaftszeigen, Kompetenzniveau und Geschlecht,
Priva
-
ter
Sektor,
Ziff. 47 Detailhandel, Kompetenzniveau 1, Total Frauen,
www.bfs.admin.ch,
Arbeit und Erwerb,
Löhne/Erwerbseinkommen/Ar
-
beitskosten
, Lohnniveau - Schweiz
), mithin Fr.
54‘204
.-- pro Jahr
(Fr. 4‘517.-- x 12)
bei einem Pensum von 100 %.
Unter Berücksichtigung der allgemeinen Lohnentwicklung
im Sektor 3 Dienst
-
leis
tungen
im Jahr 2015 in der Höhe von 0.
3
% und im Jahr 2016 in der Höhe
von 0.8
% (Nominallohnindex 1993-2016, Tabelle T1.93, Sektor 3 Dienstleistungen
, www.bfs.admin.ch, Arbeit und Erwerb, Löhne/Erwerbs
-
einkommen/Arbeitskosten, Lohnentwicklung
) sowie der durch
schnittlichen wöchentlichen Arbeitszeit
im Detailhandel
im Jahr 2016
von 41.8
Stunden (Betriebsübliche Arbeitszeit nach Wirtschaftsabteilungen, Total, www.bfs.admin.ch, Arbeit und Erwerb, Erwerbstätigkeit und Arbeitszeit, Ar
beitszeit) ergibt dies ein
Valideneinkommen
von rund Fr. 5
7‘268
.-- für das Jahr 2016
(Fr. 54‘204
.--
x 1.003 x 1.008 : 40 x 41.8).
5.4
Für die Bestimmung des Invalideneinkommens können nach der Rechtspre
chung Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für Statistik periodisch her
ausgegebenen Lohnstrukturerhebungen (LSE) herangezogen werden (BGE 139 V 592 E. 2.3, BGE 135 V 297 E. 5.2; BGE 129 V 472 E. 4.2.1; BGE 126 V 75 E. 3b). Dabei sind grundsätzlich die im Verfügungszeitpunkt aktuellsten veröf
fentlichten Tabellen der LSE zu verwenden (Urteile des Bundesgerichts 9C_699/2015 vom 6. Juli 2016 E. 5.2, 8C_78/2015 vom 10. Juli 2015 E. 4 und 9C_526/2015 vom 11. September 2015 E. 3.2.2; zur Verwendung der aktuellsten statistischen Daten bei Rentenrevisionen vgl. BGE 142 V 178 E. 2.5.8.1 und BGE 133 V 545 E. 7.1). Der Griff zur Lohnstatistik ist subsidiär, das heisst deren
Bei
zug
erfolgt nur, wenn eine Ermittlung des Invalideneinkommens aufgrund und nach Massgabe der konkreten Gegebenheiten des Einzelfalles nicht möglich ist (vgl. BGE 142 V 178 E. 2.5.7; BGE 139 V 592 E. 2.3, BGE 135 V 297 E. 5.2; vgl. auch Meyer/
Reichmuth
, IVG, 3. Aufl., N 55 und 89 zu Art. 28a, mit weiteren Hinweisen auf die Rechtsprechung).
Wird das Invalideneinkommen auf der Grundlage von statistischen
Durch
-
schnitts
werten
ermittelt, ist der entsprechende Ausgangswert allenfalls zu kürzen. Mit dem sogenannten Leidensabzug wurde ursprünglich berücksichtigt, dass versicherte Personen, welche in ihrer letzten Tätigkeit körperliche Schwer
arbeit verrichteten und nach Eintritt des Gesundheitsschadens auch für leichtere Arbeiten
nurmehr
beschränkt einsatzfähig sind, in der Regel das entsprechende durchschnittliche Lohnniveau gesunder Hilfsarbeiter nicht erreichen. Der ur
sprünglich nur bei Schwerarbeitern zugelassene Abzug entwickelte sich in der Folge zu einem allgemeinen behinderungsbedingten Abzug, wobei die Recht
sprechung dem Umstand Rechnung trug, dass auch weitere persönliche und berufliche Merkmale der versicherten Person wie Alter, Dauer der Betriebszuge
hörigkeit, Nationalität oder Aufenthaltskategorie sowie Beschäftigungsgrad Auswirkungen auf die Höhe des Lohnes haben können. Ein Abzug soll aber nicht automatisch, sondern nur dann erfolgen, wenn im Einzelfall Anhalts
punkte dafür bestehen, dass die versicherte Person wegen eines oder mehrerer dieser Merkmale ihre gesundheitlich bedingte (Rest-)Arbeitsfähigkeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt nur mit unterdurchschnittlichem Einkommen ver
werten kann. Bei der Bestimmung der Höhe des Abzuges ist der Einfluss aller in Betracht fallenden Merkmale auf das Invalideneinkommen unter Würdigung der Umstände im Einzelfall gesamthaft zu schätzen und insgesamt auf höchstens 25
%
des Tabellenlohnes zu begrenzen (vgl. zum Ganzen BGE 126 V 75). Dabei ist zu beachten, dass allfällige bereits bei der Parallelisierung der Vergleichsein
kommen mitverantwortliche invaliditätsfremde Faktoren im Rahmen des soge
nannten Leidensabzuges nicht nochmals berücksichtigt werden dürfen (BGE 134 V 322 E. 5.2).
5.5
Der Beschwerdeführerin ist die zuletzt ausgeübte Tätigkeit als Kassiererin auf
grund ihres Augenleidens nicht mehr zumutbar. Eine angepasste Tätigkeit ohne besondere Anforderungen an die Sehleistung erscheint ihr jedoch weiterhin möglich
(vorstehend E. 4.5)
.
Für die Ermittlung des Invalideneinkommens rechtfertigt es sich deshalb, auf den standardisierten Durchschnittslohn für ein
fache Tätigkeiten körperlicher oder handwerklicher Art in sämtlichen Wirt
schaftszweigen des privaten Sektors gemäss LSE abzustellen.
Das im Jahr 2014 von Frauen im Durchschnitt für einfache Tätigkeiten körperli
cher oder handwerklicher Art in sämtlichen Wirtschaftszweigen erzielte Ein
kommen betrug pro Monat Fr. 4‘300.-- (LSE 2014, Tabellengruppe TA1, Monat
licher Bruttolohn nach Wirtschaftszeigen, Kompetenzniveau und Geschlecht, Privater Sektor, Kompetenzniveau 1, Total Frauen, www.bfs.admin.ch,
Arbeit und Erwerb,
Löhne/Erwerbseinkommen/Arbeitskosten
, Lohnniveau - Schweiz
), mithin Fr. 51‘600.-- pro Jahr (Fr. 4‘300.-- x 12). Unter Berücksichtigung der allgemeinen Lohnentwicklung im Jahr 2015 in der Höhe von 0.4 % und im Jahr 2016 in der Höhe von 0.7 % (Nominallohnindex 1993-2016, Tabelle
T1.93, To
tal,
www.bfs.admin.ch,
Arbeit und Erwerb,
Löhne/Erwerbseinkommen/Ar
-
beitskosten
, Lohnentwicklung
) sowie der durch
schnittlichen wöchentlichen Arbeitszeit im Jahr 2016 von 41.7 Stunden (Be
triebsübliche Arbeitszeit nach Wirtschaftsabteilungen, Total, www.bfs.admin.ch, Arbeit und Erwerb, Erwerbstätigkeit und Arbeitszeit, Arbeitszeit) ergibt dies ein In
valideneinkommen von rund Fr. 54‘386.-- für das Jahr 2016 (Fr. 51‘600.-- x 1.004 x 1.007 : 40 x 41.7).
Der Umstand, dass der Beschwerdeführerin
nur noch angepasste Tätigkeiten ohne besondere Anforderungen an die Sehleistung möglich sind, rechtfertigt
höchstens
einen leidensbedingten Abzug vom Tabellenlohn von 10 %. Dies ergibt ein Invalideneinkommen von rund Fr. 48‘947.
-- (Fr. 54‘386 x 0.9).
5.6
Der Vergleich des Valideneinkommens von Fr. 57‘268.-- mit dem Inval
idenein
kommen von Fr. 48‘947.--
ergibt eine Einkommenseinbusse von Fr. 8‘321.-- und damit einen nicht rentenbegründenden Invaliditätsgrad von rund 15 %.
Folglich hat die Beschwerdeführerin keinen Anspruch auf eine Rente. Dem
-
entspre
chend ist die angefochtene Verfügung zu bestätigen und die dage
gen erhobene Beschwerde abzuweisen.
6.
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind unabhängig vom Streitwert festzulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG) und auf Fr. 800.-- anzusetzen. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind sie der unterliegenden Be
schwerdeführerin aufzuerlegen.