# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 10c7bf2c-3ef0-4406-b0e9-da252ae5b149
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2016
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1959 und Mutter
von
vier Kinder
n
(Jahrgänge 1986, 1987, 1995, 1996), meldete sich am 14. April 2011 bei der Invalidenversiche
rung zum Leistungsbezug an (Urk. 8/2). Mit Verfügung vom 6. Dezember 2011 (Urk. 8/19) verneinte die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle,
einen Anspruch
der Versicherten auf eine Invalidenrente.
1.2
Am 11. Oktober 2014 meldete sich die Versicherte
unter Einreichung
zweier
medizinischer Berichte (Urk. 8/28)
erneut bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an (Urk.
8/24).
Nach durchgeführtem
Vorbescheidve
rfahren
(Urk. 8/27, Urk. 8/31)
, trat die IV-Stelle mit Verfügung vom 2. Dezember 2014 auf das Leistungsbegehren der Versicherten nicht ein (Urk. 8/33 = Urk. 2).
2.
Die Versicherte erhob am 19. Januar 2015 Beschwerde gegen die Verfügung vom 2. Dezember 2014 (Urk. 2) und beantragte, es sei ihr ab dem 15. Oktober 2014 mindestens eine halbe Rente zuzusprechen. Eventuell sei ein
polydiszipli
näres
medizinisches Gutachten anzuordnen und anschliessend der
Invaliditäts
grad
festzulegen (Urk. 1 S. 2).
In prozessualer Hinsicht ersuchte sie um Bewilli
gung der une
ntgeltlichen Rechtspflege (Urk. 1 S.
2 Mitte).
Die IV-Stelle beantragte mit Beschwerdeantwort vom
12. Februar 2015 (Urk. 7) die Abweisung der Beschwerde, was der Beschwerdeführerin mit
Gerichtsverfü
gung
vom 24. Juni 2015 zur Kenntnis gebracht wurde (Urk. 13).
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Wurde eine Rente wegen eines zu geringen Invaliditätsgrades verweigert, so wird nach
Art.
87
Abs.
3
der Verordnung über die Invalidenversicherung (
IVV
)
eine neue Anmeldung nur geprüft, wenn die Voraussetzungen gemäss
Abs.
2 die
ser Bestimmung erfüllt sind. Danach ist im Revisionsgesuch glaubhaft zu machen, dass sich der Grad der Invalidität der versicherten Person in einer für den Anspruch erheblichen Weise geändert hat. Tritt die Verwaltung auf die Neuanmeldung ein, so hat sie die Sache materiell abzuklären und sich zu ver
gewissern, ob die von der versicherten Person glaubhaft gemachte Veränderung des Invaliditätsgrades auch tatsächlich eingetreten ist; sie hat demnach in analo
ger Weise wie bei einem Revisionsfall nach
Art.
17
Abs.
1
des Bundesge
setzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (
ATSG
)
vorzu
gehen (BGE 117 V 198 E. 3a, vgl. auch BGE 133 V 108 E. 5.2). Stellt sie fest, dass der Invaliditätsgrad seit Erlass der früheren rechtskräftigen Verfügung keine Veränderung erfahren hat, so weist sie das neue Gesuch ab. Andernfalls hat sie zunächst noch zu prüfen, ob die festgestellte Veränderung genügt, um nunmehr eine anspruchsbegründende Invalidität zu bejahen, und hernach zu beschliessen. Im Beschwerdefall obliegt die gleiche materielle Prüfungspflicht auch dem Gericht (BGE 117 V 198 E. 3a, 109 V 108 E. 2b).
1.2
Nach Eingang einer Neuanmeldung ist die Verwaltung zunächst zur Prüfung verpflichtet, ob die Vorbringen der versicherten Person überhaupt glaubhaft sind; verneint sie dies, so erledigt sie das Gesuch ohne weitere Abklärungen durch Nichteintreten. Dabei wird sie unter anderem zu berücksichtigen haben, ob die frühere Verfügung nur kurze oder schon längere Zeit zurückliegt, und dementsprechend an die Glaubhaftmachung höhere oder weniger hohe Anfor
derungen stellen (ZAK 1966 S. 279, vgl. auch BGE 130 V 64 E. 5.2, 72 E. 2.2 mit Hinweisen). Insofern steht ihr ein gewisser Beurteilungsspielraum zu, den das Gericht grundsätzlich zu respektieren hat. Daher hat das Gericht die Behandlung der
Eintretensfrage
durch die Verwaltung nur zu überprüfen, wenn das Eintreten streitig ist, das heisst wenn die Verwaltung gestützt auf
Art.
87
Abs.
3 IVV Nichteintreten beschlossen hat und die versicherte Person deswegen Beschwerde führt; hingegen unterbleibt eine richterliche Beurteilung der
Ein
tretensfrage
, wenn die Verwaltung auf die Neuanmeldung eingetreten ist (BGE 109 V 108 E. 2b).
1.3
Mit
Art.
87
Abs.
3 in Verbindung mit
Abs.
2 IVV soll verhindert werden, dass sich die Verwaltung nach vorangegangener rechtskräftiger
Leistungsverweige
rung
immer wieder mit gleich lautenden und nicht näher begründeten, das heisst keine Veränderung des Sachverhalts darlegenden Gesuchen befassen mu
ss (BGE 109 V 108 E. 2a, 264 E.
3). Hingegen kann diese
Eintretensvorschrift
nicht dahingehend ausgelegt werden, dass die glaubhaft zu machende Ände
rung gerade jenes Anspruchselement betreffen muss, welches die Verwaltung der früheren rechtskräftigen Leistungsabweisung zugrunde legte. Vielmehr muss es genügen, wenn die versicherte Person zumindest die Änderung eines Sach
verhalts aus dem gesamten für die Rentenberechtigung erheblichen
Tatsachen
spektrum
glaubwürdig dartut. Trifft dies zu, ist die Verwaltung verpflichtet, auf das neue Leistungsbegehren einzutreten und es in tatsächlicher (wie selbstver
ständlich auch in rechtlicher) Hinsicht allseitig zu prüfen (BGE 117 V 198 E. 3a und E. 4b; vgl. auch BGE 130 V 64 E. 5.2, 72 E. 2.2 mit Hinweisen).
1.4
Zur Frage des Bedeutungsgehalts des
Art.
87
Abs.
2 und 3 IVV
hat das Bundesge
richt in BGE 130 V 64 E. 5.2.5 festgehalten, dass die versicherte Per
son mit dem Revisionsgesuch oder der Neuanmeldung die massgebliche
Tatsa
chenänderung
glaubhaft machen muss, ihr mithin ausnahmsweise eine
Beweis
führungslast
zukommt.
2.
2.1
Die Beschwerde
gegnerin
begründete ihr Nichteintreten damit, die Beschwerde
führerin habe nicht glaubhaft dargelegt, dass sich die tatsächlichen Verhältnisse seit der leistungsabweisenden Verfügung vom 6. Dezember 2011 geändert hät
ten. Es liege lediglich eine andere Beurteilung desselben Sachverhaltes vor. Der Beschwerdeführerin wäre jegliche körperlich leichte, wechselbelastende Tätig
keit vollschichtig zumutbar. Aus medizinischer Sicht wäre es
zudem
sinnvoll, eine Bewegungstherapie und eine ärztlich begleitete Diät bis zur Normalisierung des
Body Mass Index
(
BMI
)
auf 25 kg/m
2
durchzuführen (Urk. 2 S. 1).
2.2
Demgegenüber stellte sich die Beschwerdeführerin auf den Standpunkt, schon mit den damaligen Diagnosen (2011) habe
der
Invaliditätsgrad 19.25 %
betra
gen. Heute
sei der
Invaliditätsgrad
mit den neu hinzugekommenen Diagnosen höher. Weil die Belastbarkeit wegen
ihrer gesundheitlicher
Leiden stark einge
schränkt sei und eine deutlich schmerzhaftere Bewegungseinschränkung als 2011 vorliege, sei ein Invaliditätsgrad von mindestens 50 % anzunehmen (Urk. 1
Rz
13 f.). Indem die Beschwerdegegnerin nicht näher auf die von ihr eingereichten Arztberichte eingegangen sei, habe sie ausserdem ihr rechtliches Gehör verletzt (
Rz
. 15).
2.3
Streitig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegnerin auf die Neuanmeldung der Beschwerdeführerin vom
11. Oktober 2014
zu Recht nicht eingetreten ist. Prozessthema bildet somit die Frage, ob die Besch
werdeführerin im Sinne von Art. 87 Abs.
2 IVV glaubhaft gemacht hat, dass sich die tatsächlichen Verhält
nisse seit der
Ablehnung eines Leistungsanspruches
a
m 6. Dezember 2011 (Urk. 8/19
) bis zum Erlass der Verfügung vom
2. Dezember 2014
in einer für den Anspruch erheblichen Weise geändert haben (BGE 130 V 64 E. 5.2.5 S. 68).
Ob ein materieller Anspruch besteht, ist erst nach einer vollständigen
Sachver
haltsprüfung
zu ermitteln, weshalb das Begehren der Beschwerdeführerin um Ausrichtung einer halben Invalidenrente (Urk.
1 S. 2)
nicht
im vorliegenden Verfahren
beurteilt werden kann
.
3.
3.1
Der anspruchsverneinenden Verfügung vom 6. Dezember 2011 (Urk. 8/19) lagen im Wesentlichen die folgenden medizinischen Berichte
zugrunde
:
3.2
Dr. med.
Z._
, Facharzt für Allgemeine Medizin, diagnostizierte
gestützt auf ältere medizinische Berich
te (Urk. 8/8/16-23) sowie seine
eigenen ambulanten Behandlungen
in seinem Bericht vom 20. Mai 2011 (Urk. 8/8/1-9)
eine arterielle Hypertonie, eine
femoropatellär
betonte Gonarthrose links sowie eine Adipositas
permagna
(Ziff. 1.1).
Er führte aus, die
Beschwerdeführerin zeige eine deutliche Einschränkung der
Gehfähigkeit
. Es sei lediglich eine Fortbewe
gung mit Gehstöcken möglich. Kniende oder kauernde Tätigkeit
en
sei
en
völlig ausgeschlossen (Ziff. 1.7).
3.3
Vom 4.
b
is 23. Juli 2011 war die Beschwerdeführerin in der
A._
, Fachklinik für Rehabilitation, Rheumatologie und Osteoporose, hospitali
siert. Die Ärzte nannten in ihrem Bericht vom 22. Juli 2011 (Urk. 8/11) folgende Diagnosen (S. 1):
morbide Adipositas (Gewicht 127 kg, Grösse 165 cm, BMI 46.6 kg/m
2
)
Status nach
laparoskopischer
Hernienversorgung
mit intraperitonealem Netz im Mai 2008 bei symptomatischer
epigastrischer
Hernie
chronisches
lumbovertebrales
Schmerzsyndrom
arterielle Hypertonie
Gonarthrose beidseits
f
emoropatellär
betonte Gonarthrose links
Karpaltunnel-Syndrom (CTS)
-
Operation links 1993
Die Ärzte führten aus, die Zuweisung zur stationären
muskuloskelettalen
Reha
bilitation sei mit dem Ziel der Aktivierung,
Rekonditionierung
und
Gewichtsre
duktion
bei erfolgloser ambulanter Physiotherapie erfolgt.
Bei Eintritt habe sich die Beschwerdeführerin in gutem Allgemeinzustand präsentiert. Während des ganzen Rehabilitationsaufenthalts seien die Schmerzen in den Knien und in der Lendenwirbelsäule (LWS) im Vordergrund gestanden. Während funktionell eine deutliche Besserung habe erreicht werden können, habe sich diesbezüglich nur ein mässiger Rehabilitationserfolg ergeben (S. 1 f.).
3.4
Dem Haushaltabklärungsbericht vom 1
9
. Oktober 2011 (Urk. 8/15) lässt sich entnehmen, dass die Beschwerdeführerin seit 2001 keiner ausserhäuslichen Tätigkeit mehr nachgegangen ist und deshalb von der Abklärungsperson als zu 100 % im Haushalt Tätige qualifiziert wurde (Ziff. 2). Ferner ermittelte die Abklärungsperson eine gesundheitsbedingte Einschränkung im Haushaltbereich von 19.25 % (Ziff. 8).
3.5
Dr. med.
B._
, Praktische Ärztin, Regionaler Ärztlicher Dienst (RAD), hielt in ihrer Stellungnahme vom 21. Oktober 2011 (Urk. 8/16/3) fest, die im Haushaltabklärungsbericht dargelegten funktionellen Einschränkungen bei
bekannter Diagnose seien aus versicherungsmedizinischer Sicht nachvollziehbar und die Beurteilung des Einschränkungsrades (19.25 %) plausibel. Es sei anzu
me
rken, dass bei einem BMI von 55 kg/m
2
eine Gewichtsabnahme unter ärztli
cher Aufsicht dringend zur Vorbeugung weiterer Einschränkungen zu empfeh
len sei.
4.
4.1
Im Rahmen der Neuanmeldung
vom 11. Oktober 2014 (Urk. 8/24)
reichte die Beschwerdeführerin die
folgenden medizinischen Berichte
ein
:
4.2
Dr.
C._
, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, führte in seinem Bericht vom 15. Juni 2014 (Urk. 8/28/5 = Urk. 8/30/5) als Diagnosen ein chro
nisches Schmerzsyndrom, eine morbide Adipositas,
Gonarthrosen
beidseits,
Lymphö
deme
/
Lipödeme
Becken-Beine, Varizen sowie eine arterielle Hypertonie auf und erachtete die Beschwerdeführerin aufgrund dieser Diagnosen in ihrer körperlichen Belastbarkeit als stark eingeschränkt.
4.3
Die Ärzte des
Muskulo
-Skelettal-
Zentrums, Rheumatologie und Rehabilitation, Klinik
D._
, nannten am 7. Oktober 2014 (Urk. 8/28/1-4 = Urk. 8/30/1-4) folgende
(Haupt-)
Diagnosen (S. 1):
f
ortgeschrittene Gonarthrose alle 3 Kompartimente beidseits
Röntgen vom 07.10.2014: deutliche medial betonte Gonarthrose beidseits, ausgeprägte
retropatelläre
Arthrose mit
Lateralisierung
der
Patellae
l
etztmalige Injektionstherapie zirka 2011
Heberden
-Arthrosen beidseits
Adipositas per magna BMI 45 kg/m
2
c
hronisch-venöse Insuffizienz
c
hronisches
multilokuläres
Schmerzsyndrom
i
m Bereich LWS und der grossen
Extremitätengelenke
sowie Hand- und Sprunggelenke beidseits
Röntgen April 2014: mässig bis deutliche
Osteochondrose
Lendenwir
belkörper
(LWK) 3 bis 5, mässige
Fazettengelenksarthrose
Es wurde festgehalten, dass sich klinisch eine deutliche schmerzhafte
Bewe
gungseinschränkung
beider Kniegelenke, sowohl in Flexion als auch bei links
seitiger Extension
,
bei sehr adipösem Ernährungszustand zeige. Radiologisch präsentiere sich beidseits eine fortgeschrittene deutliche
trikompartimentelle
Gonarthrose
. Des Weiteren bestünden ausgeprägte Lymph-/
Lipödeme
in beiden Beinen, zurückzuführen auf eine chronisch venöse Insuffizienz bei einge
schränkter Mobilität aufgrund der Adipositas und den degenerativ bedingten
Schmerzen. Laborchemisch zeige sich eine leichte Erhöhung der Blutsenkung und
des C-reaktiven Proteins (
CRP
)
bei normalem
Leukozytenstatus
. Die leichte Erhöhung von CRP könne ursächlich durch eine ausgeprägte Adipositas bedingt sein. Eine erhobene Rheumaserologie sowie das klinische Beschwerdebild ergä
ben derzeit keine Hinweise auf eine rheumatisch-entzündliche Erkrankung. Die chron
ischen
lumbalen Beschwerden im Bereich der LWS mit deutlicher schmerz
hafter Bewegungseinschränkung seien auf im Vorfeld
radiologisch
erhobene degenerative Veränderungen,
Osteochondrosen
LWK3-5 sowie
auf eine
ausgeprägte Fehlstatik aufgrund
Adipositas und
M
uskeldysbalancen
zurück
zuführen (S. 3).
Als Prozedere schlugen die Ärzte der Beschwerdeführerin eine Lymphdrainage-Therapie zur Verbesserung der Lymphabflussstörung,
des
Schwellungsabbau
s
und der Durchblutung vor. Fe
r
ner
eine physiotherape
utische Behandlungsserie mit den
Schwerpunkt
en
Analgesie, Verbesserung der Ge
lenkbeweglichkeit und muskuläres
Aufbautraining
. Schliesslich wiesen sie darauf hin, dass für eine langfristige Verbesserung eine Verringerung des Körpergewichts von grosser Bedeu
tung sei (S. 4).
4.4
Dr. med.
E._
, Fachärztin für Arbeitsmedizin und Allgemeinmedi
zin, RAD, führte in ihrer Stellungnahme vom 2
8.
und 30. Oktober 2014 (Urk. 8/32 S. 2-3) aus, die Adipositas sei gemäss Kreisschreiben
Rz
1015 per se nicht invalidisierend. Dass sie langfristig zu Folgeschäden (nämlich Abnützung der Gelenke) führe, sei bekannt. Die Folgeschäden seien bei der Beschwerde
führerin
(jedoch)
noch nicht stark ausgeprägt.
Es sei aber wegen dieser drohen
den Invalidität bei massiver Adipositas eine medizinische Massnahme aufzuer
legen, das heisse
,
eine Bewegungstherapie und eine ärztlich begleitete Diät bis zur Normalisierung des BMI auf 25 kg/m
2
.
D
e
r
Beschwerdeführerin wäre jedoch jegliche körperlich leichte, wechselbelastende Tätigkeit seit jeher vollschichtig zumutbar gewesen und sei es auch weiterhin.
5.
5.1
Die Frage, ob
sich die tatsächlichen Verhältnisse
seit der letzten
rentenan
spruchs
verneinenden
Verfügung vom Dezember 2011 bis zum Dezember 2014 in relevanter Weise verändert haben beziehungsweise
ob eine solche Verände
rung
von der Beschwerdef
ührerin glaubhaft gemacht wurde
, ist mit folgender Begründung zu verneinen.
Den zwei neu eingereichten medizinischen Berichten sind kei
ne wesentlichen neuen Diagnosen und
Befunde mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit zu entneh
men. Ebenso wenig lässt sich aus den Berichten ableiten, dass die
bereits
bekannten Diagnosen nun wesentlich grössere Einschränkungen zur Folge hät
ten als seinerzeit.
Weder attestierten die behandelnden Ärzte eine Arbeitsunfä
higkeit der Beschwerdeführerin beziehungsweise quantifizierten ihre gesund
heitlichen Einschränkungen
,
noch hielten sie explizit eine Verschlechterung des Gesundheitszustandes fest.
Dass – selbst unter Berücksichtigung einer zumut
baren Mitwirkungspflicht von Ehemann und Töchtern – eine
rentenanspruchs
begründende
Einschränkung im Aufgabenbereich
, das heisst eine Verdopplung der seinerzeit gemäss Abklärungsbericht
ermittelten 19.25%igen Einschränkung (vgl. vorstehend E.
3.4
)
bestünde, ist gestützt auf die medizinische Aktenlage
daher
weiterhin nicht anzunehmen.
5.2
Zudem ist zu beachten, dass Fettleibigkeit nach der Rechtsprechung grundsätz
lich keine leistungsbegründende Invalidität begründet, wenn sie keine körperli
chen, geistigen oder psychischen Schäden bewirkt und nicht die Auswirkung von solchen Schäden ist. Hingegen muss sie unter Berücksichtigung der beson
deren Gegebenheiten des Einzelfalles als invalidisierend betrachtet werden, wenn sie weder durch geeignete Behandlung noch durch zumutbare Gewichts
abnahme auf ein
Mass
reduziert werden kann, bei welchem das Übergewicht in Verbindung mit allfälligen Folgeschäden keine voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde Beeinträchtigung der Erwerbsfähigkeit bzw. der Betäti
gung im bisherigen Aufgabenbereich zur Folge hat (ZAK 1984 S. 345 f. E. 3; Urteile des Bundesgerichts I 839/06 vom 17. August 2007 E. 4.2.3 und I 745/06 vom 21. März 2007 E. 3).
Den medizinischen Akten sind keine Hinweise auf eine primäre Ursache der
Adipositas
zu entnehmen. Das
heisst
, die
Adipositas
ist nicht Folge einer patho
lo
gischen Entwicklung. Sodann sind die gestellten weitergehenden Diag
nosen eher diskret
(
gemäss
RAD
-Ärztin
E._
seien die Folgeschäden noch nicht stark ausgeprägt, vgl. vorstehend E.
4.4
)
und vermögen eine
relevante Ein
schrän
kung der
Arbeit
s
fähigkeit nicht zu begründen, was die Ärzte denn auch gar nicht
geltend machten;
vielmehr
verwiesen
sie
wiederholt auf die
Gesamt
situation
sowie die Einschränkungen durch das Übergewicht und
stellten
eine
Besserung des gesundheitlichen Zustandes
nach Gewichtsverlust in Aus
sicht. Damit aber besteht vorliegend genau die von der Rechtsprechung defi
nierte Konstellation, weshalb kein Ausnahmefall und damit auch keine
invali
denversi
cherungsrechtliche
Relevanz der Beschwerden gegeben ist. Dass eine
Gewichts
reduktion
nicht möglich sein sollte, ist den medizinischen Akten nicht zu e
nt
nehmen, wiesen doch sämtliche behandelnde
Ärzte auf die Wichtigkeit einer solchen hin, ohne irgendwelche Einschränkungen zu nennen.
5.3
Soweit die Beschwerdeführerin geltend machte, ihr Anspruch auf
rechtliches
Gehör sei verletzt worden, da die Begründung im
Einwandverfahren
derart pauschal formuliert
sei
und der medizinische Sachverhalt nicht umfassend abgeklärt
sei
, weshalb weitere Abklärungen zu treffen seien
(Urk. 1 Ziff. 15)
, vermag dies nicht zu überzeugen.
Aus den Akten (Urk
. 8/
32
) ergibt sich, dass sich die Beschwerdegegnerin zumin
dest rudimentär mit den erhobenen Einwänden auseinandergesetzt hat und für die Beschwerdeführerin knapp ersichtlich ist, aus welchen Gründen die Beschwerdegegnerin ihre Einwände tatsächlich als nicht stichhaltig erachtete. Da nicht erforderlich ist, dass sich die Begründung mit allen Parteistandpunkten einlässlich auseinandersetzt und jedes einzelne Vorbringen ausdrücklich wider
legt (BGE 136 I 184 E. 2.2.1; 136 I 229 E. 5.2, je mit Hinweisen), ist davon auszugehen, dass sich die Beschwerdegegnerin im Rahmen des
Vorbescheidver
fahrens
rechtsgenüglich
mit den Vorbringen der Beschwerdeführerin auseinan
dergesetzt hat. Im Übrigen kann nach der Rechtsprechung jedenfalls eine nicht besonders schwerwiegende Verletzung des rechtlichen Gehörs als geheilt gelten, wenn die betroffene Person - wie die Beschwerdeführerin im vorliegenden Ver
fahren - die Möglichkeit erhält, sich vor einer Beschwerdeinstanz zu
äussern
, die sowohl den Sachverhalt wie die Rechtslage frei überprüfen kann (BGE 133 I 201 E. 2.2; 127 V 431 E. 3d/
aa
).
5.4
Zusammenfassend
ergibt sich, dass
die eingereichte
n
Berichte
offensichtlich nicht geeignet
sind
, eine Verschlechterung des Gesundheitszustands der Beschwerdeführerin glaubhaft zu machen, weshalb die Beschwerdegegnerin auf die Neuanmeldung der Beschwerdeführerin vom
11. Oktober 2014
zu Recht nicht eingetreten ist.
Die Verfügung vom
2. Dezember 2014
erweist sich somit als rechtens, weshalb die dagegen erh
obene Beschwerde abzuweisen ist
.
6
.
6
.1
Die Beschwerdeführerin ersuchte um Gewährung der unentgeltlichen Rechts
pflege für das
vorliegende Verfahren (Urk. 1 S. 2 Mitte).
6
.2
Nach Gesetz und Praxis sind in der Regel die Voraussetzungen für die Bewilli
gung der unentgeltlichen Prozessführung und
Rechtsvertretung
erfüllt, wenn der Prozess nicht aussichtslos, die Partei bedürftig und die anwaltliche
Vertre
tung
notwendig oder doch geboten ist (BGE 103 V 46, 100 V 61, 98 V 115).
Die unentgeltliche Rechtspflege kann nur gewährt werden, wenn die
Rechtsvor
kehr
nicht aussichtslos ist. Als aussichtslos sind nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung Prozessbegehren anzusehen, bei denen die Gewinnaussichten (ex ante betrachtet) beträchtlich geringer sind als die Verlustgefahren und die deshalb kaum als ernsthaft bezeichnet werden können. Dagegen gilt ein Begehren nicht als aussichtslos, wenn sich Gewinnaussichten und Verlust
gefahren ungefähr die Waage halten oder jene nur wenig geringer sind als diese. Massgebend ist, ob eine Partei, die über die nötigen finanziellen Mittel verfügt, sich bei vernünftiger Überlegung zu einem Prozess entschliessen würde; eine Partei soll einen Prozess, den sie auf eigene Rechnung und Gefahr nicht führen würde, nicht deshalb anstrengen können, weil er sie nichts kostet (BGE 133 III 614 E. 5 mit Hinweisen).
6
.3
D
ie zwei
eingereichte
n
Bericht
e
von
Dr.
C._
(vgl. vorstehend E.
4.2
) und von der Klinik
D._
(vgl. vorstehend E.
4.3
)
erweis
en
sich als offensichtlich nicht ausreichend, um eine für den Anspruch erhebliche Veränderung glaubhaft darzutun
(vgl. vorstehend E. 5.1 f.)
. Daher
fragt es sich, ob
die vorliegende Beschwerde
als
bereits bei der Einreichung (ex ante betrachtet) offensichtlich aussichtslos
qualifiziert und d
as Gesuch um Bewilligung der unentgeltlichen Rechtspflege im vorliegenden Verfahren demnach zufolge Aussichtslosigkeit der Beschwerde ab
gewies
en
werden muss
.
Wie es sich damit verhält, kann aber offen gelassen werden, wie
die
folgenden Ausführungen zeigen.
6.4
Dem am 26. Februar 2015 unterzeichneten Formular zur Abklärung der prozessu
alen Bedürftigkeit (Urk. 11) und den dazugehörigen Beilagen (Urk. 12/2-16) ist Folgendes zu entnehmen:
Auf der Einnahmeseite verfügt der Ehemann der Beschwerdeführerin über ein
ausgewiesenes
monatliches
Gesamt
e
inkommen
(inkl. Ausbildungszulage)
von Fr.
5‘310.90 (Urk. 1
2
/2)
, welches unter Berücksichtigung des ausgerichteten 13. Monatslohnes
rund
Fr. 5‘
753.--
beträgt
. Nach Angaben der Beschwerdeführerin erzielt auch ihre volljährige Tochter
F._
, die im gleichen Haushalt wohnt, einen Lohn im Betrag von rund Fr. 2‘800.--, wovon Fr. 500.-- an die Haushaltungskosten gezahlt werden (Urk. 11 Ziff. 9). Als Vermögen
machen die Eheleute
Fr. 4‘000.--
geltend
(Urk. 11 S. 7).
Auf der Ausgabenseite ist der Grundbetrag für Ehepaare in dauernder
Haushalt
ge
meinschaft
in Höhe von Fr.
1‘700
.
--
plus
ein
Zuschlag
von Fr. 600.--
für
die
sich noch in Ausbildung befindende Tochter
G._
anzurechnen
(Urk. 11 Ziff. 3)
. Dazu kommen die monatliche Nettomiete von Fr
. 1‘802.--
(vgl. Urk.
12/3) reduziert um den Anteil der erwerbstätigen Tochter im Betrag von Fr. 500.--
, die monatlichen Krankenkassenprämien
der obligatorischen Grund
versicherung
der Beschwerdeführerin
(
abzüglich der Beträge der gewährten individuellen Prämienverbilligung
)
sowie
monatlich
anerkannte
Gesundheits
kosten
der Beschwerdeführerin
im Betrag von
total
Fr.
328
.
(
Fr. 3‘9
31
.
: 12;
Urk. 12/14
),
die entsprechenden – zwar nicht oder nur teilweise belegten, aber vermutlich in der Höhe von rund
Fr.
300.-- (für den Ehemann) und rund
Fr.
250.-- (für die Tochter
G._
) an
f
allenden – Kosten (
Urk.
12/4, 12/14),
die durchschnittlichen
Heizkosten im Betrag von Fr. 8
0
.-- (
Urk. 12/7
)
, die Kosten für Elektrizität in der Höhe von
Fr.
43.-- (
Fr.
130.-- : 3;
Urk.
12/8)
sowie
die Rückstellung für die laufenden Steuern in Höhe von
Fr.
275
.
(Urk
. 12/1
2
)
. Nicht angerechnet werden
können
die unbelegt geb
liebenen Kreditschulden von Fr. 7‘000.-- (
Urk. 11 Ziff. 1) sowie
die gelten
d
gemachten Kosten für Tele
fon/TV, Privathaftpflicht- und Hausratversicherungen, da diese Ausgaben bereits im Grundbetrag inbegriffen sind
(vgl. BGE 126 III 353 E. 1a/
bb
)
.
Eben
falls nicht berücksichtigt werden können die geltend gemachten Fahrkosten sowie die Auslagen für ausw
ärtige Verpflegung der Tochter
G._
(vgl.
Urk.
1 S. 7), da davon auszugehen ist, dass sie diese von ihrem Le
h
rlingslohn (3. Lehrjahr; vgl.
Urk.
11 S. 4) begleichen kann, zumal sie sich offenbar sonst nicht an den Haushaltskosten beteiligt (
Urk.
11 S. 4
).
Damit ergeben sich Ausla
gen von insgesamt Fr.
4‘
878
.
, was nach Abzug des Fre
ibetrages für Ehepaare von Fr. 6
00.-- einen
monatlichen Überschuss von
rund
Fr.
275
.--
ergibt.
Selbst wenn man von diesem Betrag noch einen
bescheidenen
Abzug für
Berufsausla
gen
des Ehemannes (wobei es hier zu berücksichtigen gilt, dass der Wohnort Bassersdorf auch der Arbeitsort ist
[
vgl. Urk. 12/2
]
, weshalb hier
kaum
Kosten anfallen dürften
und ohnehin mangels Substantiierung der Kompetenzcharakter des Autos
zu verneinen
und
die entsprechenden
A
us
lagen
nicht zu übernehmen
wären
)
gewähren würde, wäre
die Beschwerdeführerin in der Lage, selbst für die Gerichts- und Anwaltskosten aufzukommen. Ihr Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung und
Rechtsvertretung
für dieses Verfahren
ist
demnach
jedenfalls
auch
mangels Bedürftigkeit abzuweisen.
6
.5
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem
Verfahrens
aufwand
und unabhängig v
om Streitwert festzulegen (Art.
69 Abs.
1
bis
IVG). Vor
liegend sind die Kosten auf Fr.
600.-- anzusetzen und der unterliegenden Beschwerdeführerin aufzuerlegen.