# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 42cf6b07-b2ce-4527-b6bb-d24e37402076
**Court:** ZH_OG
**Chamber:** ZH_OG_001
**Year:** 2015
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

betreffend Eheschutz
Berufung gegen ein Urteil des Einzelgerichts im summarischen Verfahren am Bezirksgericht Andelfingen vom 22. Mai 2015 (EE140011-B)
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Rechtsbegehren:
A. Der Klägerin und Berufungsbeklagten (Urk. 1 und 9, sinngemäss):
1. Es sei der Klägerin das Getrenntleben zu bewilligen und davon Vormerk zu nehmen, dass die Parteien seit dem 1. Juli 2014  leben.
2. Der Sohn C._, geb. tt.mm.2001, sei für die Dauer des  unter die Obhut der Mutter zu stellen.
3. Der Vater sei zu berechtigen und zu verpflichten, den Sohn jedes zweite Wochenende von Freitagabend bis Sonntagabend sowie während drei Wochen in den Schulferien auf eigene Kosten zu sich oder mir sich auf Besuch zu nehmen.
4. Die eheliche Liegenschaft an der D._-Gasse 4 in E._ sei samt Hausrat und Mobiliar für die Dauer des Getrenntlebens der Klägerin und dem Sohn zur alleinigen Benutzung zuzuweisen.
5. Der Beklagte sei zu verpflichten, der Klägerin sämtliche Schlüssel der Liegenschaft (3 Hausschlüssel, 1 Briefkastenschlüssel, Schlüssel zur Scheune) sowie die Fernbedienung der Garage herauszugeben.
6. Der Beklagte sei berechtigt zu erklären, seine in der Garage der Liegenschaft in E._ eingestellten Möbel und persönlichen Gegenstände mitzunehmen.
7. Der Klägerin sei der PW Opel Agila für die Dauer des  zur alleinigen Benutzung zuzuweisen und der Beklagte zu verpflichten, ihr den Ersatzschlüssel für diesen PW .
8. Der Beklagte sei zu verpflichten, der Klägerin für sie persönlich und für den Unterhalt und die Erziehung des Sohnes mit Wirkung ab 1. Juli 2014 für die Dauer der Trennung einen monatlichen im Voraus zahlbaren Unterhaltsbetrag von Fr. 5'000.–, zuzüglich  Kinder- bzw. Familienzulagen, zu bezahlen, davon Fr. 1'400.– exkl. Kinderzulagen für den Sohn, unter Anrechnung ab 1. Juli 2014 bereits an den Unterhalt geleisteter Zahlungen.
9. Der Beklagte sei darüber hinaus zu verpflichten, der Klägerin die Hälfte von ausserordentlichen Kosten für den Sohn (insbesondere allfällige Therapiebehandlungen, schulische Fördermassnahmen, Sehhilfen und Zahnarzt ) zu bezahlen, soweit solche Kosten nicht von Dritten (insbesondere Versicherungen) gedeckt sind.
10. Der Beklagte sei zu verpflichten, der Klägerin die  der Krankenkasse ... (Fr. 1'317.40 und Fr. 1'018.–) für die Rechnungen von Dr. med. F._ vom 10. Juli 2014 über Fr. 1'463.80 und vom 4. September 2014 über Fr. 1'131.10 zu überweisen.
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11. Es sei zwischen den Parteien mit Wirkung ab 17. September 2014 die Gütertrennung anzuordnen.
12. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (zuzüglich ) zu Lasten des Beklagten.
B. Des Beklagten und Berufungsklägers (Urk. 11, sinngemäss):
1. Es sei davon Vormerk zu nehmen, dass die Parteien seit dem 1. Juli 2014 getrennt leben.
2. Der Sohn C._ sei für die Dauer des Getrenntlebens unter die Obhut des Beklagten zu stellen und der Klägerin ein  Besuchsrecht einzuräumen.
3. Die eheliche Liegenschaft D._-Gasse 4 in E._ sei dem Beklagten und dem Sohn ab 1. April 2015 für die Dauer des  zur Benützung zuzuweisen und die Klägerin zu , die Liegenschaft bis spätestens 31. März 2015 zu .
4. Es sei die Klägerin zu verpflichten, ab 1. April 2015 angemessene Unterhaltsbeiträge für den Sohn C._ zu bezahlen.
Eventualiter, falls der Sohn bei der Klägerin bleibt, sei der  zu verpflichten, ab 1. Januar 2015 für die Dauer des  Fr. 800.– für die Klägerin und Fr. 800.–, zuzüglich  für den Sohn, zu bezahlen.
5. Die Klägerin sei zu verpflichten, die Hälfte der Gesundheitskosten von Sohn C._, die nicht von Dritten übernommen werden, zu bezahlen.
6. Es sei die Klägerin unter Hinweis auf Art. 170 ZGB zu , dem Beklagten auf erstes Verlangen von ihrem Lohnkonto lückenlose Kontoauszüge seit dessen Eröffnung herauszugeben.
7. Es sei zwischen den Parteien ab 18. September 2014 die  anzuordnen.
8. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der .
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Urteil des Einzelgerichts im summarischen Verfahren am Bezirksgericht Andelfingen vom 22. Mai 2015 (Urk. 49):
1. Es wird festgestellt, dass die Parteien gemäss Art. 175 ZGB auf unbestimmte Zeit zum Getrenntleben berechtigt sind. Überdies wird davon Vormerk genommen, dass die Parteien seit dem 1. Juli 2014 getrennt leben.
2. Das Kind C._, geboren tt.mm.2001, wird für die Dauer des Getrenntlebens unter die Obhut der Klägerin gestellt.
3. Der Beklagte wird berechtigt, den Sohn C._ am ersten und dritten Wochenende eines jeden Monates jeweils von  18.00 Uhr bis Sonntagabend 18.00 Uhr sowie in den  Jahren an Ostern von Donnerstagabend vor dem Karfreitag 18.00 Uhr bis Ostermontag 18.00 Uhr, und in den geraden Jahren an Pfingsten von Freitagabend vor Pfingsten 18.00 Uhr bis Pfingstmontag 18.00 Uhr sowie am 25. Dezember auf eigene Kosten zu sich oder mit sich auf Besuch zu nehmen. Ausserdem wird der Beklagte berechtigt, den Sohn C._ jeweils für die Dauer von vier Wochen pro Jahr in den Schulferien auf eigene Kosten zu sich oder mit sich in die Ferien zu nehmen. Die  des Ferienbesuchsrechts hat der Beklagte der Klägerin mindestens drei Monate im Voraus mitzuteilen.
4. Die eheliche Liegenschaft an der D._-Gasse 4 in E._ wird inkl. Hausrat und Mobiliar für die Dauer des Getrenntlebens der Klägerin und dem Sohn C._ zur alleinigen Benützung zugeteilt.
5. Der Beklagte wird verpflichtet, der Klägerin sämtliche Schlüssel der Liegenschaft an der D._-Gasse 4 in E._ (3 , 1 Briefkastenschlüssel, Schlüssel zur Scheune) sowie die Fernbedienung der Garage herauszugeben.
6. Es wird Vormerk genommen, dass der Beklagte das Begehren der Klägerin anerkannt hat, wonach der Beklagte zu verpflichten sei, seine in der Garage der ehelichen Liegenschaft an der D._-Gasse 4 in E._ eingestellten Möbel und  Gegenstände mitzunehmen.
7. Es wird Vormerk genommen, dass der Beklagte das Begehren der Klägerin anerkannt hat, wonach der Opel Agila für die Dauer des Getrenntlebens der Klägerin zur alleinigen Benützung  sei.
Der Beklagte wird verpflichtet, der Klägerin den Ersatzschlüssel zu diesem Fahrzeug herauszugeben.
8. Der Beklagte wird verpflichtet, der Klägerin für sie persönlich und an den Unterhalt und die Erziehung des gemeinsamen Sohns C._ monatliche Unterhaltsbeiträge, zuzüglich allfällige ge-
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setzliche oder vertragliche Kinder- oder Ausbildungszulagen, wie folgt zu bezahlen: – Rückwirkend für die Zeit vom 1. Juli 2014 bis 30. September
2014 für den Sohn C._ Fr. 850.– und die Klägerin Fr. 1'523.40;
– rückwirkend für den Monat Oktober 2014 für den Sohn C._ Fr. 850.– und die Klägerin Fr. 1'649.90;
– rückwirkend für die Zeit vom 1. November 2014 bis 31.  2015 für den Sohn C._ Fr. 850.– und die Klägerin Fr. 1'741.85;
– für die Zeit von 1. Februar 2015 bis 31. Juli 2015 für den Sohn C._ Fr. 850.– und die Klägerin Fr. 1'540.60;
– ab 1. August 2015 bis 31. Dezember 2015 für den Sohn C._ Fr. 850.– und die Klägerin Fr. 1'283.40;
– ab 1. Januar 2016 für den Sohn C._ Fr. 850.– und die Klägerin Fr. 2'010.80.
Die bis dato ausstehenden Unterhaltsbeiträge werden sofort fällig. Die weiteren Unterhaltsbeiträge sind jeweils am Ersten eines  Monats im Voraus zu entrichten.
Der Beklagte ist berechtigt, die seit dem 1. Juli 2014 bereits an die Klägerin geleisteten Unterhaltsbeiträge und die zur Deckung der einzelnen Bedarfspositionen der Klägerin an Dritte bezahlten Beiträge von den in diesem Urteil festgesetzten  verrechnungsweise abzuziehen.
9. Die nicht von einer Versicherung übernommenen  von C._, wie beispielsweise Zahnarztkosten, , Sehhilfen, schulische Fördermassnahmen etc., werden unter der Voraussetzung einer vorgängigen Absprache von beiden Parteien je hälftig getragen. Ohne Absprache werden die Kosten von demjenigen Elternteil alleine übernommen,  die Therapien, Behandlungen etc. veranlasst.
10. Der Beklagte wird verpflichtet, der Klägerin die Rückerstattungen der Krankenkasse ... in der Höhe von Fr. 1'317.40 und Fr. 1'018.– für die Rechnungen von Dr. med. F._ vom 10. Juli 2014 über Fr. 1'463 und vom 4. September 2014 über Fr. 1'131.10 zu .
11. Der Antrag des Beklagten, die Klägerin sei unter Hinweis auf Art. 170 ZGB zu verpflichten, dem Beklagten auf erstes Verlangen von ihrem Lohnkonto lückenlose Kontoauszüge seit dessen  herauszugeben, wird abgewiesen.
12. Es wird die Gütertrennung mit Wirkung ab 17. September 2014 angeordnet.
13. Die Gerichtsgebühr wird pauschal auf Fr. 2'500.– festgesetzt.
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14. Die Kosten werden der Klägerin zu einem Viertel und dem  zu drei Vierteln auferlegt.
15. Der Beklagte wird verpflichtet, der Klägerin zur Deckung ihrer Rechtsvertretungskosten eine Parteientschädigung im Umfang von der Hälfte des angemessen erscheinenden Anwaltshonorars zu bezahlen. Herr Rechtsanwalt Y._ wird zu diesem Zweck eingeladen, seine Kostennote nach Eintritt der Rechtskraft dieses Entscheides einzureichen.
16. (Mitteilungssatz.) 17. (Rechtsmittelbelehrung.)
Berufungsanträge:
Des Beklagten und Berufungsklägers (Urk. 48 S. 2 ff.):
"I. Es seien Dispositiv Ziff. 2, 3, 4, 5, 6, 8, 10, 11, 13, 14 und 15  und durch folgende Fassungen zu ersetzen: Ziff. 2 Es sei das Kind C._, geb. tt.mm.2001 für die Dauer des  unter die Obhut des Beklagten zu stellen und die Klägerin zu verpflichten, dem Beklagten einen angemessenen Unterhaltsbeitrag für den Sohn C._ zu bezahlen Ziff. 3 Es sei der Klägerin für die Dauer des Getrenntlebens ein  Besuchs- und Ferienbesuchsrecht an C._ einzuräumen Ziff. 4 Es sei die eheliche Liegenschaft samt Mobiliar und Hausrat für die Dauer des Getrenntlebens dem Beklagten und dem Sohn C._ zur Benützung zuzuweisen
Es sei die Klägerin zu verpflichten, die Liegenschaft D._-Gasse 4 in E._ bis spätestens 30. September 2015 zu verlassen
Ziff. 5 und Ziff. 6 Seien ersatzlos aufzuheben Ziff. 8 a) Es sei davon Vormerk zu nehmen, dass der Beklagte bis und mit  2014 seiner Unterhaltspflicht gegenüber der Klägerin und C._ vollumfänglich nachgekommen ist und für diese Zeit keine Zahlungen mehr schuldet.
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b) Es sei der Beklagte zu verpflichten, der Klägerin ab 1. Januar 2015 monatliche Unterhaltsbeiträge von CHF 600.–, zuzüglich , für C._ zu bezahlen für solange, wie C._ mit ihr lebt. c) Es sei davon Vormerk zu nehmen, dass der Beklagten für die Monate Januar-April 2015 für C._ je CHF 600.– und für Mai 2015 CHF 400.– bereits bezahlt hat.
d) Der Klägerin seien ab Januar 2015 keine Unterhaltsbeiträge für sich zuzusprechen.
Ziff. 10 Diese Ziffer sei infolge Gegenstandslosigkeit ersatzlos aufzuheben
Ziff. 11 Diese Ziffer sei infolge Gegenstandslosigkeit ersatzlos aufzuheben Ziff. 13, 14, 15 Diese Ziffern seien aufzuheben und durch einen neuen  zu ersetzen
II. a) Es sei der Sohn C._ vom Obergericht anzuhören
b) Es sei ein Bericht von G._, Praxisgemeinschaft ..., ... [Adresse] durch das Gericht über die Situation von Sohn C._ einzuholen
III. Es sei dem Beklagten für das Berufungsverfahren die unentgeltliche Rechtspflege zu gewähren und es sei ihm in der Person von RA X._ ein unentgeltlicher Rechtsvertreter zu bestellen Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der Klägerin und Berufungsbeklagten."
Der Klägerin und Berufungsbeklagten (Urk. 58)
"1. Die Berufung des Beklagten sei abzuweisen und das Urteil der Vorinstanz zu bestätigen.
2. Eventualanträge (Für den Fall der Unterstellung des Sohnes unter die Obhut des Vaters)
2.1. Es sei eventualiter der Klägerin zum Auszug aus der ehelichen Liegenschaft eine Frist von vier Monaten ab Rechtskraft des  einzuräumen.
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2.2. Die Klägerin sei eventualiter berechtigt zu erklären, bei ihrem Auszug neben ihren persönlichen Sachen folgende Gegenstände mitzunehmen:
- 1 Besteck-Set - Küchenwaage Dr. Oetker - Pffer&Salz-Mühle Zwilling
- die Steakmesser - sämtliche Pfannen
- im J._ gekaufte Treueaktionen - hälftiger Anteil an Geschirr und Wäsche 2.3. Die Klägerin sei eventualiter berechtigt zu erklären, den Sohn
C._ am ersten und dritten Wochenende eines jeden Monats jeweils von Freitagabend 18.00 Uhr bis Sonntagabend 18.00 Uhr sowie in den ungeraden Jahren an Ostern von Donnerstagabend vor dem Karfreitag 18.00 Uhr bis Ostermontag 18.00 Uhr, in den geraden Jahren an Pfingsten von Freitagabend vor Pfingsten 18.00 Uhr bis Pfingstmontag 18.00 Uhr sowie am 25. Dezember auf eigene Kosten zu sich oder mit sich auf Besuch zu nehmen. Ausserdem sei sie berechtigt zu erklären, den Sohn C._  für die Dauer von 4 Wochen pro Jahr in den Schulferien auf eigene Kosten zu sich oder mit sich in die Ferien zu nehmen.
2.4 Der Beklagte sei eventualiter zu verpflichten, der Klägerin ab  Auszug aus der ehelichen Liegenschaft für die Dauer des Getrenntlebens monatlich im Voraus zahlbare Unterhaltsbeiträge von Fr. 2'000 für sie persönlich zu bezahlen.
2.5. Es sei festzustellen, dass die Klägerin nicht zur Zahlung eines Unterhaltsbeitrags für den Sohn verpflichtet ist.
3. Das Gesuch des Beklagten um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege sei abzuweisen.
4. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (zuzüglich ) zu Lasten des Beklagten."
Schlussanträge der Klägerin und Berufungsbeklagten (Urk. 110):
"1. Der Sohn C._ sei unter die Obhut des Vaters zu stellen. 2. Es sei der Klägerin zum Auszug aus der ehelichen Liegenschaft
eine Frist bis Ende März 2016 einzuräumen. 3. Die Klägerin sei berechtigt zu erklären, bei ihrem Auszug neben
ihren persönlichen Sachen folgende Gegenstände mitzunehmen:
- 1 Besteck-Set
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- Küchenwaage Dr. Oetker
- Pffer&Salz-Mühle Zwilling - die Steakmesser
- sämtliche Pfannen - im J._ gekaufte Treueaktionen
- hälftiger Anteil an Geschirr und Wäsche
4. Es sei festzustellen, dass die Klägerin den Sohn C._ wie folgt betreut:
- alternierend jedes zweite Wochenende jeweils von  18.00 Uhr bis Sonntagabend 18.00 Uhr
- wenn das Wochenende auf Ostern fällt von Donnerstagabend 18.00 Uhr bis Ostermontag 18.00 Uhr, wenn es auf Pfingsten fällt von Freitagabend 18.00 Uhr bis Pfingstmontag 18.00 Uhr
- am 25. Dezember - während 4 Wochen pro Jahr in den Schulferien.
5. Es sei festzustellen, dass die Klägerin nicht zur Zahlung eines Unterhaltsbeitrags für den Sohn verpflichtet ist.
6. Der Beklagte sei zu verpflichten, der Klägerin ab ihrem Auszug aus der ehelichen Liegenschaft für die Dauer des Getrenntlebens monatlich im Voraus zahlbare Unterhaltsbeiträge von Fr. 2'000.– zu bezahlen.
7. Im Übrigen sei die Berufung abzuweisen und das vorinstanzliche Urteil zu bestätigen.
8. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (zuzüglich ) zulasten des Beklagten."

## Considerations

Erwägungen:
I.
1. Die Parteien heirateten am tt. Mai 1995. Aus der Ehe ging der Sohn
C._, geboren am tt.mm.2001, hervor (Urk. 1). Zum Ablauf des vorinstanzli-
chen Verfahrens, welches mit dem vorliegend angefochtenen Urteil vom 22. Mai
2015 einen Abschluss fand (Urk. 41 = Urk. 49), kann auf die Ausführungen der
Vorinstanz verwiesen werden (vgl. Urk. 49 S. 6 ff.).
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2. Mit Eingabe vom 8. Juni 2015 (Urk. 48) erhob der Beklagte und Berufungs-
kläger (nachfolgend Beklagter) innert Frist Berufung, wobei er oben angeführte
Anträge stellte. Die Klägerin und Berufungsbeklagte (nachfolgend Klägerin) er-
stattete mit Eingabe vom 2. Juli 2015 (Urk. 58) innert Frist ihre Berufungsantwort.
Auf entsprechendes Ersuchen des Beklagten (Urk. 61) wurde diesem mit Verfü-
gung vom 7. Juli 2015 Frist zur Stellungnahme zur Berufungsantwort angesetzt
(Urk. 62), welche am 21. Juli 2015 hierorts einging (Urk. 64). Am 11. August 2015
teilte die Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde (KESB) Winterthur/Andelfingen
der Kammer mit, dass mit Schreiben vom 6. August 2015 eine Gefährdungsmel-
dung der IPW (Integrierte Psychiatrie Winterthur), wo sich der Sohn der Parteien
in einer freiwilligen stationären Behandlung befinde, eingegangen sei (Urk. 67).
Nachdem die KESB Winterthur/Andelfingen das fragliche Schreiben der IPW vom
6. August 2015 (Urk. 70) der Kammer übermittelt hatte, wurde dieses den Partei-
en mit Verfügung vom 12. August 2015 zur Stellungnahme zugestellt (Urk. 71).
Die Stellungnahmen der Parteien datieren vom 22. und 24. August 2015 (Urk. 72
und 73). Am 31. August 2015 fand die Kinderanhörung von C._ durch eine
Delegation der Berufungsinstanz in der Klinik H._ der IPW in Winterthur statt
(Prot. S. 6 ff.). Mit Schreiben vom 1. September 2015 wurde vom behandelnden
Psychologen von C._ eine schriftliche Auskunft eingeholt (Urk. 77), welche
am 4. September 2015 hierorts einging (Urk. 81). Die schriftliche Auskunft der Kli-
nik H._ und das Protokoll der Kinderanhörung wurde den Parteien mit Be-
schluss vom 8. September 2015 zu Stellungnahme zugestellt. Gleichzeitig wurde
das Gesuch des Beklagten um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege ab-
gewiesen (Urk. 82). Die Stellungnahme der Klägerin vom 22. September 2015
(Urk. 86) wurde dem Beklagten zur Kenntnisnahme zugestellt (Prot. I S. 12). Die
Stellungnahme des Beklagten datiert vom 25. September 2015 (Urk. 88). Am 3.
Oktober 2015 erfolgte eine weitere Eingabe vom Beklagten (Urk. 90). Am 6. Ok-
tober 2015 berichtete die IPW der hiesigen Kammer telefonisch unaufgefordert
über die aktuelle Situation von C._ und dessen geplanten Übertritt in eine
Tagesklinik (Urk. 92), wobei die Klinik der Kammer diese Informationen mit Ein-
gabe vom 7. Oktober 2015 (Urk. 93 ) in Schriftform zukommen liess (Urk. 93). Mit
Verfügung vom 12. Oktober 2015 (Urk. 97) wurde den Parteien mitgeteilt, dass
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sie durch separate Vorladung zu einer Berufungsverhandlung vorgeladen würden,
anlässlich welcher ihnen zur neuen Entwicklung das rechtliche Gehör zu gewäh-
ren sein werde (Urk. 97). Die Parteien wurden in der Folge zur Berufungsverhand-
lung auf den 29. Oktober 2015 vorgeladen (Urk. 99). Mit Beschluss vom 21. Ok-
tober 2015 (Urk. 101) wurden die Parteien aufgefordert, die Lohnabrechnungen
des Jahres 2015 zur Berufungsverhandlung mitzubringen. Mit Eingabe vom 21.
Oktober 2015 retournierte Rechtsanwältin lic. iur. X._ der hiesigen Kammer
die Vorladung zur Berufungsverhandlung mit dem Hinweis, dass diese mangels
Unterschrift durch das Gericht die zwingenden Anforderungen nach Art. 133 lit. g
ZPO nicht erfülle, wobei sie einen Verhandlungstermin nach dem 5. November
2015 mit korrekter Vorladung beantragte. Ausserdem reichte sie neue Unterlagen
ein (Urk. 102-104). Mit Beschluss vom 23. Oktober 2015 wurde den Parteien je
unter Zustellung einer vom Gericht unterzeichneten Vorladung mitgeteilt, dass an
der Berufungsverhandlung am 29. Oktober 2015, 8.30 Uhr, festgehalten werde
(Urk. 106). Am 29. Oktober 2015 fand die Berufungsverhandlung in Anwesenheit
von Rechtsanwalt lic. iur. Y._, der Klägerin und des Beklagten statt (Prot. S.
17 ff.). Rechtsanwältin lic. iur. X._ hatte der Kammer tags zuvor telefonisch
mitgeteilt, dass sie infolge Arbeitsüberlastung nicht an der Verhandlung teilneh-
men werde (Urk. 109).
3. Die Dispositiv-Ziffern 1, 7, 9 und 12 des vorinstanzlichen Entscheides blie-
ben unangefochten, weshalb diese in Rechtskraft erwachsen sind, wovon Vor-
merk zu nehmen ist.
II.
A. Prozessuales
Im Streit liegen im Wesentlichen die Zuteilung der Obhut über den Sohn C._,
die Zuweisung der ehelichen Liegenschaft, die Kinder- und Ehegattenunterhalts-
beiträge sowie die vorinstanzlichen Kosten- und Entschädigungsfolgen. Gemäss
Art. 272 ZPO gilt in eherechtlichen Summarverfahren der Untersuchungsgrund-
satz. Dies bedeutet, dass das Gericht den Sachverhalt von Amtes wegen fest-
stellt. Betreffend die Belange der Ehegatten untereinander gilt die Dispositions-
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maxime (Art. 58 Abs. 1 ZPO), d.h. das Gericht ist an die Parteianträge gebunden
(Pfänder Baumann, DIKE-Komm-ZPO, Art. 272 N 2 f.). In Kinderbelangen und
somit auch hinsichtlich des Kindesunterhaltes gelten demgegenüber die Offizial-
und die Untersuchungsmaxime (Art. 296 Abs. 1 ZPO). Da sowohl die Frage des
Einkommens der Parteien wie auch diejenige des Bedarfs die gesamte Unter-
haltsbemessung und damit auch die Kinderunterhaltsbeiträge betreffen, sind auf
diese Fragen vorliegend grundsätzlich die Offizial- und die Untersuchungsmaxime
anzuwenden.
B. Obhut
1. Der Sohn C._ wurde mit vorinstanzlichem Urteil für die Dauer des Ge-
trenntlebens unter die Obhut der Klägerin gestellt (Dispositivziffer 2). Zur Begrün-
dung führte die Vorinstanz an, dass die Klägerin C._ seit der Geburt über-
wiegend betreut habe. Die für C._ angesichts seiner gesundheitlichen Situa-
tion wichtige Stabilität der Verhältnisse sei auf Seiten der Klägerin eher gewähr-
leistet als auf Seiten des Beklagten. Insbesondere erscheine es nicht realistisch,
dass der Beklagte, welcher gemäss eigenen Angaben immer noch mit den Folgen
seines "Burnouts" zu kämpfen habe und zugleich ein volles Arbeitspensum an-
strebe, C._ eine umfangreichere und stabilere Betreuung gewähren könne,
als es die Klägerin bereits tue (Urk. 49 S. 14).
2. Der Beklagte verlangt berufungsweise die Zuteilung der Obut an ihn. Er sei
nach wie vor gewillt und in der Lage, C._ seinen Bedürfnissen entsprechend
zu erziehen und zu betreuen und die Verantwortung von C._ in organisatori-
scher und medizinischer Hinsicht zu übernehmen sowie die für die Entwicklung
von C._ notwendigen Strukturen sicherzustellen. Er spricht der Klägerin die
Betreuungs- und Erziehungsfähigkeit ab, indem er vorbringen lässt, dass sich
schon bald nach Aufnahme des Getrenntlebens im Juli 2014 gezeigt habe, dass
die Klägerin bei der Erziehung von C._ überfordert sei. Sie sei nicht in der
Lage, C._ die für einen Jugendlichen erforderlichen Grenzen aufzuzeigen.
C._ seinerseits respektiere die Klägerin nicht und nehme ihre Anweisungen
nicht ernst. Es sei gar zu Handgreiflichkeiten zwischen der Klägerin und C._
gekommen. Die Schulnoten von C._ seien kontinuierlich gesunken. Auch sei
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er vermehrt verspätet zur Schule gekommen. C._ sei emotional und körper-
lich weiter verwahrlost (Urk. 48 S. 22 ff.).
Mit Eingabe vom 3. Oktober 2015 liess der Beklagte neu vorbringen, dass
C._ am Wochenende vom 25. September 2015 die halbe Nacht vor dem
Computer verbracht habe, wobei sich die Klägerin nicht gegen C._ habe
durchsetzen können. Es sei ausserdem erneut zu Tätlichkeiten und Handgreif-
lichkeiten zwischen C._ und der Klägerin gekommen. Dieser Zwischenfall
habe mit einem zerrissenen T-Shirt von C._ geendet (Urk. 90 S. 2).
3. Die Klägerin beantragte in der Berufungsantwort die Abweisung des Beru-
fungsantrages des Beklagten und die Bestätigung der vorinstanzlichen Obhutszu-
teilung an sie. Sie bestritt, dass der Beklagte besser als sie in der Lage wäre,
C._ zu erziehen und ihm die nötige Stabilität zu geben, und liess vorbringen,
dass sich der Beklagte in den Auseinandersetzungen der letzten Monate gänzlich
auf die Seite von C._ geschlagen, seine Position übernommen und gegen
die Klägerin agiert habe. Wenn C._ den Wunsch äussere, beim Beklagten zu
wohnen, habe dies primär mit den massiven Beeinflussungsversuchen des Be-
klagten zu tun, weshalb sein Wunsch kritisch zu hinterfragen sei. Die schulischen
Schwierigkeiten von C._ und seine Verhaltensauffälligkeiten seien vor dem
Hintergrund einer psychischen Erkrankung zu sehen. Wie sich aus dem Bericht
des Psychologen G._ vom 14. April 2015 ergebe, befinde sich C._ in ei-
ner akuten Krise und sei halt- und orientierungslos, was sich in einer depressiven
Entwicklung, zunehmenden Zwangshandlungen, Angstzuständen und der Unfä-
higkeit, die schulischen Anforderungen zu erfüllen, äussere (Urk. 58 S. 16 ff.).
3.1. In der Stellungnahme vom 24. August 2015 zur Gefährdungsmeldung der
IPW (Urk. 72) hielt die Klägerin am Antrag um Obhutszuteilung an sie fest. Eben-
so hielt sie daran fest, dass aufgrund des Verhaltens von C._ nicht geschlos-
sen werden könne, dass sie nicht fähig sei, für C._ zu sorgen. Die in der Ge-
fährdungsmeldung aufgeführten Auffälligkeiten und Symptome von C._ hät-
ten bereits während des Zusammenlebens der Parteien bestanden, wobei sie sich
durch die Trennung der Parteien und das verunmöglichte Zusammenwirken der
Eltern erheblich verstärkt hätten (Urk. 73 S. 1 ff.).
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3.2. Auch in der Stellungnahme vom 21. September 2015 (Datum des Poststem-
pels) zum Protokoll der Anhörung von C._ sowie zur schriftlichen Auskunft
der IPW hielt die Klägerin nach wie vor am Antrag um Obhutszuteilung an sie so-
wie an den in diesem Zusammenhang gemachten Ausführungen fest. Sie wies
insbesondere darauf hin, dass gemäss schriftlicher Auskunft der IPW die psychi-
sche Erkrankung von C._ aktuell und auch in Zukunft einer medikamentösen
Behandlung bedürfe. Diesbezüglich sei C._ bei ihr besser aufgehoben. Sie
habe die Empfehlungen der Fachpersonen stets mitgetragen, während der Be-
klagte sich klar gegen eine medikamentöse Behandlung gestellt habe. Weiter
liess sie ausführen, dass mit der Tagesklinik des KJPD ... ein Übertritt von
C._ in diese Klinik besprochen worden sei. Im Falle des Eintritts in die Ta-
gesklinik wäre C._ nur noch über Nacht zu Hause. Aufgrund der Tagesstruk-
turen in der Tagesklinik mit schulischer Betreuung inkl. Erledigung der Hausauf-
gaben werde sich eine Entlastung ergeben, weshalb die Klägerin in der Lage wä-
re, für C._ zu sorgen (Urk. 86 S. 2 f.).
3.3. Anlässlich der Berufungsverhandlung vom 29. Oktober 2015 hielt die Kläge-
rin an ihrem Antrag um Bestätigung des Obhutsentscheids nicht länger fest und
beantragte, dass C._ unter die Obhut des Beklagten gestellt werde. Sie be-
stätigte, dass es am Wochenende vom 25.–27. September 2015 zu einer heftigen
Auseinandersetzung zwischen ihr und C._ gekommen sei. Um durchzuset-
zen, dass C._ nicht die halbe Nacht vor dem Computer verbringe, habe sie
ihm diesen wegnehmen wollen, als sie zu Bett gegangen sei. C._ habe sich
gewehrt, sei aggressiv geworden und habe sie in den Arm geboxt, worauf sie sich
zurückgezogen haben. Am nächsten Morgen habe sie das Aufladekabel behän-
digt, worauf es erneut zu einem Streit gekommen sei und C._ in seiner Wut
sein T-Shirt zerrissen habe. Sie sei nach wie vor gewillt, den Medienkonsum von
C._ zu steuern, könne dies aber aktuell nicht mehr durchsetzen. Gleichzeitig
bestritt sie, dass beim Beklagten eine inhaltliche Kontrolle des Medienkonsums
stattfinde. Sie müsse zur Kenntnis nehmen, dass C._ nicht mehr bei ihr woh-
nen möchte, was er mit einem konsequenten Verweigerungsverhalten ihr gegen-
über zum Ausdruck bringe. Sie sei heute tatsächlich nicht mehr in der Lage, sich
gegenüber C._ durchzusetzen (Urk. 110 S. 1 ff.).
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Aus nachfolgenden Gründen kann dem übereinstimmenden Antrag der Par-
teien um Zuteilung der Obhut an den Beklagten zugestimmt werden. Diese Ein-
schätzung stützt sich dabei im Wesentlichen auf die bei der Klinik H._ einge-
holte schriftliche Auskunft vom 2. September 2015 (Urk. 81), den Verlaufsbericht
der Klinik H._ vom 7. Oktober 2015 sowie die Ausführungen von C._
anlässlich seiner Anhörung am 31. August 2015 (Prot. S. 6 ff.).
4. Der schriftlichen Auskunft der Klinik H._ vom 2. September 2015 ist zu
entnehmen, dass C._ an einer behandlungsbedürftigen psychiatrischen Er-
krankung mit Zwangshandlungen und Tics leidet. Durch die Erkrankung zeige
C._ ein sehr auffälliges ritualisiertes Verhalten in Form von Gesten und Be-
rührungen. Als Behandlungsmassnahme sei gemäss der Klinik H._ vorerst
ein stationärer Aufenthalt mit medikamentöser Behandlung, einer Verhaltensthe-
rapie sowie mit einer begleitenden Psychotherapie indiziert. Nach Austritt aus der
Klinik H._ sei eine Rückkehr nach Hause und ein anschliessender Aufenthalt
in einer Tagesklinik gut vorstellbar.
4.1. Die Beziehung zwischen C._ und der Klägerin wird von Dipl. Psych.
I._ von der Klinik H._ als inhomogen bezeichnet. So beschreibe
C._ häufig, wie er sich gegenüber der Klägerin durchsetze. Er habe hierfür
ein grosses Verhaltensrepertoire. Dies gehe von Provokation über lautstarke und
aggressive verbale Auseinandersetzungen bis hin zu anhaltendem unterschwelli-
gem Nerven. Je nach Erschöpfungszustand könne die Klägerin nach eigenem
Bekunden dem Verhalten ihres Sohnes etwas entgegensetzen. Teilweise be-
schreibe sie, die Situation zu dulden, weil sie die Konfrontation und den Diskurs
scheue. Zu Beginn habe die Klinik die Klägerin sehr gewährend erlebt, wenn
C._ Wünsche geäussert habe. Inzwischen bemühe sich die Klägerin darum,
klarer und strenger mit C._ umzugehen, auch wenn sie dies bis anhin nicht
durchgängig habe umsetzen können.
4.2. Hinsichtlich der Beziehung von C._ zum Beklagten wird festgehalten,
dass beide übereinstimmend von positiver gemeinsamer Zeit berichten. Die Inter-
aktion der beiden bestehe in erster Linie in Wochenendkontakten und gemeinsa-
men Ferien. Der Beklagte übernehme in dieser Zeit die Betreuung von C._
- 16 -
nicht durchgängig, sondern suche bisweilen Unterstützung, beispielsweise durch
seine Eltern. Der Beklagte arbeite daran, C._ für einen längeren Zeitraum
ohne Medienkonsum zu erziehen. Er probiere dies durch die Reduktion der Medi-
enzeit zu erreichen, was bisher gelinge. Wenn C._ sich durch die Klägerin
ungerecht behandelt fühle, suche er den Kontakt zum Beklagten. C._ selbst
beschreibe den Beklagten als strenger im Vergleich zur Klägerin und sei der An-
sicht, sich beim Beklagten besser an Vorgaben und Regeln halten zu können
(Urk. 81 S. 2).
4.3. Mit Bezug auf die Frage einer medikamentösen Behandlung von C._
hält die Klinik H._ fest, dass es in Zukunft wohl immer wieder notwendig sei,
C._ medikamentös zu behandeln, weshalb sie die Zuteilung der medizini-
schen Sorge an den Elternteil, welcher die Obhut innehabe, als sinnvoll erachten
würden (Urk. 81 S. 2).
5. Im Verlaufsbericht der Klinik H._ vom 7. Oktober 2015 (Urk. 93) berich-
tet Dipl. Psych. I._, dass sich die beiden Parteien sehr deutlich in der Zu-
sammenarbeit mit der Klinik unterscheiden würden. Die Klägerin habe der Klinik
H._ vergangenen Freitag gegenüber mitgeteilt, dass sie den Medienkonsum
von C._ nicht weiter steuern wolle. Ausserdem sei die Klägerin zu einem Re-
flexionsgespräch über das vergangene Wochenende nicht bereit gewesen. Es
dränge sich der Eindruck auf, dass die Klägerin mit der Medikation ihres Sohnes
bekommen habe, was sie erwartet habe. Eine Behandlung mit den verabreichten
Medikamenten könne indes nur einen Teil zur Genesung von C._ beitragen.
Ebenso wichtig seien die begleitende Psychotherapie und Veränderungen in der
Erziehung bzw. im häuslichen Umfeld, wozu für die Klinik gehöre, dass C._
in seinem Zimmer schlafe und sich die Erwachsenen ihm gegenüber durchsetzen
könnten. Einen dauerhaften Aufenthalt bei der Klägerin sehe die Klinik H._
als sehr fraglich an. Dagegen beurteilt Dipl. Psych. I._ die Zeiten, welche
C._ mit dem Beklagten verbringt, als strukturiert und zielführend geplant. Ei-
ne Steuerung der Medienzeiten gelinge beim Beklagten besser. Ebenso finde ei-
ne inhaltliche Kontrolle statt. Im Kontakt mit dem Beklagten folge C._ Regeln
und Anweisungen. C._ und der Beklagte würden beabsichtigen, im Oktober
- 17 -
zusammen wandern zu gehen, ohne Medienkonsum. Auf dieser Grundlage sei für
die Klinik H._ vorstellbar, dass C._ zusammen mit dem Beklagten auch
langfristig zusammenwohnen könne (Urk. 93).
6. Vorab ist festzuhalten, dass sich gemäss schriftlicher Auskunft der Klinik
H._ für eine Platzierung von C._ in einer familienergänzenden oder fa-
milienersetzenden Institution im Moment keine Anhaltspunkte ergeben (Urk. 81 S.
3). Auf diese fachliche Einschätzung ist abzustellen, zumal C._ anlässlich
der Kinderanhörung erklärte, dass eine Fremdplatzierung für ihn eine Katastrophe
wäre (Prot. S. 6 ff.).
6.1. Für die Zuteilung der Obhut an einen Elternteil gelten grundsätzlich die glei-
chen Kriterien wie im Scheidungsfall. Nach der Rechtsprechung hat das Wohl des
Kindes Vorrang vor allen anderen Überlegungen, insbesondere vor den Wün-
schen der Eltern. Vorab muss die Erziehungsfähigkeit der Eltern geklärt werden.
Ist diese bei beiden Elternteilen gegeben, sind vor allem Kleinkinder und grund-
schulpflichtige Kinder demjenigen Elternteil zuzuteilen, der die Möglichkeit hat und
dazu bereit ist, sie persönlich zu betreuen. Erfüllen beide Elternteile diese Vo-
raussetzung ungefähr in gleicher Weise, kann die Stabilität der örtlichen und fami-
liären Verhältnisse ausschlaggebend sein. Unter Umständen kann die Möglichkeit
der persönlichen Betreuung auch dahinter zurücktreten (BGer 5C.212/2005 vom
25. Januar 2006 E. 4.2 und 4.4.1, in: FamPra.ch 2006 S. 753 ff.). Schliesslich ist –
je nach Alter des Kindes – seinem eindeutigen Wunsch Rechnung zu tragen. Die-
sen Kriterien lassen sich die weiteren Gesichtspunkte zuordnen, namentlich die
Bereitschaft eines Elternteils, mit dem anderen in Kinderbelangen zusammenzu-
arbeiten, oder die Forderung, dass eine Zuteilung der Obhut von einer persönli-
chen Bindung und echter Zuneigung getragen sein sollte (vgl. BGer 115 II 206 E.
4a S. 209; 115 II 317 E. 2 und 3 S. 319 ff.; 117 II 353 E. 3 S. 354 f.; BGer
5A.798/2009 vom 4. März 2010 E. 5.3). Es ist im Folgenden auf die einzelnen Kri-
terien einzugehen.
- 18 -
6.2. Betreuungs- und Erziehungsfähigkeit
6.2.1. Gemäss der schriftlichen Auskunft der Klinik H._ vom 2. September
2015 sind sowohl die Klägerin als auch der Beklagte in der Lage, ihre Rechte und
Pflichten als Obhutsinhaber wahrzunehmen. Beim Beklagten wird als Einschrän-
kung angeführt, dass dieser die Betreuung von C._ zeitweise an Dritte abge-
be. Demgegenüber wird bei der Klägerin in der schriftlichen Auskunft vom 2. Sep-
tember 2015 als Einschränkung gewertet, dass sie sich nur schwer gegenüber
C._ durchsetzen könne, wobei dem Verlaufsbericht vom 7. Oktober 2015 zu
entnehmen ist, dass sich diese Einschätzung bei Dipl Psych. I._ verstärkt hat
(vgl. Urk. 93 S. 1).
6.2.2. Aus der schriftlichen Auskunft der Klinik H._ vom 2. September 2015
und dem Verlaufsbericht vom 7. Oktober 2015 sowie aus den Ausführungen von
C._ anlässlich der Kinderanhörung wird deutlich, dass dieser zur Bewälti-
gung seines Alltags auf klare Regeln und Strukturen angewiesen ist, damit er aus
seiner Krisensituation herausfinden und wieder in der Lage sein wird, die an ihn
gestellten Anforderungen zu erfüllen.
6.2.3. C._ gab in der Kinderanhörung zu Protokoll, dass er sich gegen die
Klägerin durchsetzen könne. Den Beklagten beschrieb er im Vergleich zur Kläge-
rin als strenger. Die Klägerin räumte in der Berufungsverhandlung wie erwähnt
selbst ein, dass sie nicht mehr in der Lage sei, sich gegenüber C._ durchzu-
setzen (Urk. 110 S. 3).
6.2.4. Dem Beklagten steht gemäss vorinstanzlichem Entscheid jedes zweite Wo-
chenende ein Wochenendbesuchsrecht zu. Gemäss den Ausführungen von
C._ anlässlich der Kinderanhörung hat er dieses nur unregelmässig wahrge-
nommen (Prot. S. 7). Zwar ist die Ausübung des Wochenendbesuchsrechts nicht
mit dem Alltag vergleichbar. Doch scheint es dem Beklagten gemäss der Ein-
schätzung von Dipl. Psych. I._ zumindest während des Besuchsrechts an
den Wochenenden besser zu gelingen, den Medienkonsum von C._ zu steu-
ern und die Tage strukturiert zu gestalten. Die Klinik H._ wertet beim Beklag-
ten den Umstand, dass dieser die Betreuung von C._ während seiner Be-
- 19 -
suchswochenenden nicht alleine wahrnimmt, sondern auf die Unterstützung durch
Dritte, insbesondere durch seine Eltern, angewiesen ist, als Einschränkung der
Erziehungs- und Betreuungsfähigkeit des Beklagten. Aufgrund des Vorbringens
der Klägerin, wonach der Beklagte am Samstag seines Besuchswochenendes an
einem Vereinsausflug teilgenommen habe und C._ von Freitagabend bis
Samstagabend durch die Eltern des Beklagten betreut worden sei (Urk. 86 S. 3),
sowie der Ausführungen von C._, wonach er vor dem Klinikeintritt nur wenige
Wochenenden beim Beklagten verbracht habe (Prot. S. 7), sind Zweifel daran,
dass der Beklagte willens ist, die anspruchsvolle Betreuung von C._ zu
übernehmen, nicht von der Hand zu weisen. Selbstverständlich soll C._ trotz
der Trennung seiner Eltern zu seinen Grosseltern weiterhin regelmässigen Kon-
takt haben und sie besuchen, doch ist die Betreuung und Erziehung von C._
durch die obhutsberechtigte Partei zu übernehmen. Es liegt auf der Hand, dass es
Situationen gibt, welche die Ausübung des Besuchsrechts unmöglich und eine
Betreuung von C._ durch Dritte nötig machen, doch ist der Beklagte an die-
ser Stelle darauf hinzuweisen, dass sowohl das Obhuts- als auch das Besuchs-
recht nicht nur ein Recht, sondern auch eine Pflicht darstellt, weshalb die Betreu-
ung von C._ durch die Eltern des Beklagten nur in Ausnahmefällen erfolgen
soll.
6.2.5. Zusammenfassend ist festzuhalten, dass aufgrund des konsequenten Ver-
weigerungsverhalten von C._ gegenüber der Klägerin sowie der Selbstein-
schätzung der Klägerin, wonach sie sich heute nicht mehr gegen C._ durch-
zusetzen vermöge, davon auszugehen ist, dass der Beklagte zumindest momen-
tan besser in der Lage ist, C._ die nötige Struktur und Unterstützung im All-
tag zu geben, weshalb das Kriterium der Betreuungs- und Erziehungsfähigkeit
einstweilen zugunsten des Beklagten zu gewichten ist.
6.3. Kindeswille
6.3.1. Neben dem Kriterium der Betreuungs- und Erziehungsfähigkeit ist vorlie-
gend massgeblich der Wille des 14-jährigen Sohnes der Parteien zu berücksichti-
gen. C._ hielt anlässlich der Anhörung vor einer Delegation der angerufenen
Kammer am 31. August 2015 klar fest, dass er beim Beklagten leben möchte. Er
- 20 -
begründete seinen Wunsch damit, dass der Beklagte ihm mehr Struktur geben
und sich gegen ihn durchsetzen könne, wenn es darum gehe, mit Computerspie-
len aufzuhören und die Hausaufgaben zu erledigen (Prot. S. 7).
6.3.2. Hinsichtlich des Einwands der Klägerin, wonach C._ den Wunsch,
beim Beklagten zu wohnen, massgeblich deshalb äussere, weil C._ vom Be-
klagten stark beeinflusst werde, weshalb er sich in einem massiven Loyalitätskon-
flikt befinde (Urk. 58 S. 16), ist Folgendes festzuhalten: Die Beeinflussung von
Kindern bzw. ihres Willens und ihrer Einstellung ist eine Begleiterscheinung in fa-
milienrechtlichen Konflikten. Es ist erfahrungsgemäss oft so, dass dann, wenn
Kinder eine Meinung oder einen Willen äussern, der einer Konfliktpartei nicht ge-
nehm ist, die Gegenpartei dies als Ergebnis von Beeinflussung abwertet. Damit
stellt sich die Frage, ob es gerechtfertigt ist, eine so entstandene Willensbekun-
dung als weniger bedeutsam einzuschätzen. Dabei ist zu bedenken, dass jeder
Wille ein beeinflusster Wille ist, auch der Wille Erwachsener. Zu hinterfragen wäre
der Kindeswille allenfalls dann, wenn Anzeichen dafür bestünden, dass der ge-
äusserte Kindeswille nicht den "wirklichen" Intentionen entsprechen würde (Harry
Dettenborn, Kindeswohl und Kindeswille, psychologische und rechtliche Aspekte,
2. Auflage, München 2007, S. 91 mit weiteren Hinweisen, S. 105 f.). Dies ist hier
aber nicht der Fall. Zwar fällt auf, dass sich C._ im vorinstanzlichen Verfah-
ren noch nicht für eine Obhutszuteilung an den Beklagten aussprach. Doch ist zu
berücksichtigen, dass die erste Kinderanhörung fast ein Jahr zurückliegt und sich
die Situation seit der Kinderanhörung vor Vorinstanz stark verändert hat.
Sodann ist festzuhalten, dass ein Kind im Alter von 14 Jahren in der Lage
ist, seine Bedürfnisse zu kennen und seinen Gefühlen Ausdruck zu geben. Damit
besteht kein Grund, gegen seinen Willen zu entscheiden. Nur dann, wenn seine
Weiterentwicklung beim gewählten Elternteil ernsthaft gefährdet wäre, würde sich
eine Nichtberücksichtigung des Kindeswillen rechtfertigen (vgl. R. Schätzle, Das
Kind im Zivilprozess, Zürich 1982, S. 169). Dies ist aber vorliegend nicht der Fall.
Ob der Beklagte im Falle einer Obhutszuteilung an ihn tatsächlich besser in der
Lage sein wird, C._ – wie von diesem erhofft – die nötige Struktur und Unter-
stützung im Alltag zu geben, damit er wieder aus seiner Krisensituation herausfin-
- 21 -
det, ist letztlich ungewiss, macht den Willen von C._, unter die Obhut des
Beklagten gestellt zu werden, jedoch nicht weniger beachtlich.
6.4. Zeitliche Verfügbarkeit
Die Klägerin arbeitet als Aushilfsangestellte bei J._, wobei ihr Pensum im
Jahre 2015 durchschnittlich rund 50% beträgt (Prot. S. 24). Der Beklagte ist der-
zeit arbeitslos und ausserdem zu 50% krankgeschrieben (Urk. 66/1 und 103/1+2).
Weil geplant ist, dass C._ nach dem Aufenthalt in der Klinik H._ in eine
Tagesklinik eintreten und dort eine Tagesschule besuchen wird, beschränkt sich
die Betreuung der obhutsberechtigten Partei aktuell auf die Abende und jedes
zweite Wochenende. Selbst wenn der Beklagte in Zukunft wieder im Umfang von
einem 100% Pensum erwerbstätig sein sollte, wäre es ihm nach wie vor möglich,
C._ an den Abenden zu betreuen. Vor diesem Hintergrund schränkt die Stel-
lensuche des Beklagten auch seine Betreuungsmöglichkeit nicht ein.
6.5. Kontinuität und Stabilität
Da die eheliche Liegenschaft demjenigen Elternteil, welchem die Obhut zuge-
sprochen wird, zuzuteilen ist und weil wie erwähnt der Eintritt von C._ in eine
Tagesklinik vorgesehen ist und damit aktuell die Kontinuität in den örtlichen Ver-
hältnissen ohnehin nicht gewahrt werden kann, lässt sich gestützt auf dieses Kri-
terium nichts herleiten.
6.6. Zusammenfassend ist aufgrund des Kriteriums der Betreuungs- und Erzie-
hungsfähigkeit, welches zugunsten des Beklagten ausfällt, sowie aufgrund des
von C._ geäusserten Wunsches, beim Beklagten zu wohnen, dem überein-
stimmenden Antrag der Parteien, C._ unter die Obhut des Beklagten zu stel-
len, zu entsprechen.
7. Medikamentöse Behandlung
7.1. Dem Verlaufsbericht der Klinik H._ ist zu entnehmen, dass C._ in-
zwischen medikamentös behandelt wird (Urk. 93 S. 1). Der Beklagte widersetzte
- 22 -
sich lange einer medikamentösen Behandlung von C._. Aus diesem Grund
hielt die Klinik H._ in ihrer schriftlichen Auskunft vom 2. September 2015
denn auch fest, dass es in Zukunft wohl immer wieder notwendig sei, C._
medikamentös zu behandeln, weshalb sie die Zuteilung der medizinischen Sorge
an den Elternteil, welcher die Obhut innehabe, als sinnvoll erachten würden (Urk.
81 S. 3).
7.2. Die Blockierung eines für den Schutz der Gesundheit des Kindes notwendi-
gen Entscheides muss zu Kindesschutzmassnahmen führen. Bei Unmöglichkeit
einer Einigung kann die punktuelle Übertragung der Alleinentscheidungsbefugnis
als geeignete Massnahme in Frage kommen, die von Gericht oder Kindesschutz-
behörde angeordnet werden kann. Ein Beistand kann eingesetzt werden, um die
Eltern in der Entscheidfindung zu unterstützen (Art. 308 Abs. 1 ZGB), oder es
können einzelne Entscheidbefugnisse auf ihn übertragen und die elterliche Sorge
entsprechend beschränkt werden (Art. 308 Abs. 3 ZGB).
7.3. Weil sich die Parteien inzwischen über die medikamentöse Behandlung von
C._ einigen konnten und deshalb aktuell der Schutz der Gesundheit von
C._ nicht blockiert ist, erscheint zum jetzigen Zeitpunkt die Errichtung einer
Beistandschaft oder die Übertragung der Alleinentscheidungsbefugnis mit Bezug
auf Fragen der medizinischen Behandlung von C._ nicht angezeigt, weshalb
vom Erlass von Kindesschutzmassnahmen abzusehen ist.
C. Besuchsrecht
1. Die Klägerin beantragt, den Sohn C._ wie folgt zu betreuen:
• alternierend jedes zweite Wochenende jeweils von Freitagabend 18.00 Uhr bis Sonntagabend 18.00 Uhr
• wenn das Wochenende auf Ostern fällt von Donnerstagabend 18.00 Uhr bis Ostermontag 18.00 Uhr, wenn es auf Pfingsten fällt von  18.00 Uhr bis Pfingstmontag 18.00 Uhr
• am 25. Dezember
• während 4 Wochen pro Jahr in den Schulferien
- 23 -
2. Diese Besuchsrechtsregelung entspricht im Wesentlichen dem von der Vor-
instanz dem Beklagten gewährten Besuchsrecht (vgl. Urk. 48 S. 46).
3. Der Beklagte stellt keinen konkreten Antrag, sondern beantragt einzig, dass
der Klägerin für die Dauer des Getrenntlebens ein angemessenes Besuchs- und
Ferienbesuchsrecht einzuräumen sei (Urk. 48 S. 2).
4. Weil sich das von der Klägerin beantragte Besuchsrecht im gerichtsüblichen
Rahmen bewegt, ist ihrem Antrag zu entsprechen, wobei die Klägerin zwecks
Konfliktvermeidung und in Analogie zum vorinstanzlichen Urteil zusätzlich zu ver-
pflichten ist, die Ausübung des Ferienbesuchsrecht dem Beklagten mindestens
drei Monate im Voraus mitzuteilen.
D. Eheliche Liegenschaft, Hausrat und Mobiliar
1. Die Parteien sind sich darüber einig, dass die eheliche Liegenschaft samt
Hausrat und Mobiliar für die Dauer des Getrenntlebens derjenigen Partei zuzutei-
len ist, welcher die Obhut über C._ zugesprochen wird (vgl. Urk. 48 S. 2 und
Urk. 58. S. 2). Umstritten ist einzig die Auszugsfrist. Der Beklagte beantragt in der
Berufungsbegründung vom 8. Juni 2015, die Klägerin sei zu verpflichten, die ehe-
liche Liegenschaft bis spätestens 30. September 2015 zu verlassen (Urk. 48 S.
2). Nachdem die Klägerin in der Berufungsantwort ursprünglich beantragt hatte,
es sei ihr für den Fall der Unterstellung von C._ unter die Obhut des Beklag-
ten für den Auszug aus der ehelichen Liegenschaft eine Frist von vier Monaten ab
Rechtskraft des obergerichtlichen Entscheids einzuräumen (Urk. 58 S. 2 und S.
20), beantragte sie in der Berufungsverhandlung vom 29. Oktober 2015, dass ihr
zum Auszug aus der ehelichen Liegenschaft eine Frist bis Ende März 2016 einzu-
räumen sei (Urk. 110 S. 7).
2. Da es für die Klägerin mit ihren geringen Einkünften nicht einfach sein wird,
im Raum .../.../... eine bezahlbare Wohnung zu finden, und weil der nächste or-
dentliche Umzugstermin am 31. März 2016 ist, erscheint die von der Klägerin be-
antragte Auszugsfrist bis Ende März 2016 angemessen. Die Klägerin ist daher zu
verpflichten, die eheliche Liegenschaft bis spätestens 31. März 2016 zu verlas-
- 24 -
sen, wobei sie dem Beklagten im Auszugszeitpunkt sämtliche Schlüssel der Lie-
genschaft (Hausschlüssel, Briefkastenschlüssel, Schlüssel zur Scheune) sowie
die Fernbedienung der Garage herauszugeben hat.
5. Hinsichtlich der Zuteilung des Hausrats und Mobiliars beantragt die Klägerin,
dass sie für berechtigt zu erklären sei, neben ihren persönlichen Sachen das Be-
steck-Set, die Küchenwaage Dr. Oetker, die "Pfeffer&Salz-Mühle Zwilling", die
Steakmesser, sämtliche Pfannen, im J._ gekaufte Treueaktionen sowie den
hälftigen Anteil an Geschirr und Wäsche mitzunehmen (Urk. 58 S. 2). Der Beklag-
te widersetzt sich diesem Antrag nicht, weshalb ihm zu entsprechen ist und dem
Beklagten der restliche Hausrat und das übrige Mobiliar für die Dauer des Ge-
trenntlebens zur alleinigen Benützung zuzuweisen ist.
E. Unterhaltsbeiträge
1. Der Beklagte beantragt, es sei festzustellen, dass er seiner Unterhaltspflicht
bis 31. Dezember 2014 vollumfänglich nachgekommen ist (Urk. 48 S. 2). Die Klä-
gerin anerkennt, dass der Beklagte seine Unterhaltspflicht für die genannte Zeit-
spanne erfüllt hat (Urk. 58 S. 5). Damit ist im Berufungsverfahren einzig noch über
die Unterhaltsbeiträge ab 1. Januar 2015 für die weitere Dauer des Getrenntle-
bens zu entscheiden.
2. Die Vorinstanz hat den Beklagten zur Leistung von monatlichen Kinderun-
terhaltsbeiträgen für den Sohn C._ von Fr. 850.– verpflichtet. Der Klägerin
wurden monatliche Ehegattenunterhaltsbeiträge von Fr. 1'741.85 (Januar 2015),
Fr. 1'540.60 (1. Februar 2015 bis 31. Juli 2015), Fr. 1'283.40 (1. August 2015 bis
31. Dezember 2015) sowie von Fr. 2'010.80 (ab 1. Januar 2016 für die weitere
Dauer des Getrenntlebens) zugesprochen (Urk. 49 S. 47).
3. Die Vorinstanz legte der Unterhaltsberechnung einen Bedarf der Klägerin
(inkl. den Sohn C._) von Fr. 2'756.15 (Januar 2015), Fr. 2'777.20 (1. Februar
2015 bis 31. Juli 2015), Fr. 3'061.20 (1. August 2015 bis 31. Dezember 2015) so-
wie von Fr. 3'061.20 (ab 1. Januar 2016 für die weitere Dauer des Getrenntle-
bens) und ein Einkommen von Fr. 910.– bzw. ab 1. August 2015 ein solches von
- 25 -
Fr. 2'100.– zu Grunde. Auf Seiten des Beklagten ging die Vorinstanz von einem
Erwerbseinkommen von Fr. 8'000.– (bis 31. Dezember 2015) und ab 1. Januar
2016 von Fr. 10'200.– sowie einem Bedarf von Fr. 4'662.45 (Januar 2015),
Fr. 5'086.05 (1. Februar 2015 bis 31. Juli 2015), Fr. 4'694.45 (1. August 2015 bis
31. Dezember 2015) und Fr. 5'439.65 (ab 1. Januar 2016) aus. Den in den ge-
nannten Perioden resultierenden Freibetrag teilte die Vorinstanz jeweils hälftig auf
die Parteien auf.
4. Vorliegend sind sowohl die Bedarfe als auch die Einkommen beider Parteien
umstritten.
5. Bedarf der Parteien
5.1. Phase I (Januar 2015):
In dieser Phase ist von folgenden Bedarfspositionen der Parteien auszugehen:
Klägerin Beklagter
1) Grundbetrag Fr. 1'350.– Fr. 1'200.–
1) Grundbetrag Kind Fr. 600.– Fr. 0.–
2) Wohnkosten, inkl. Nebenkosten Fr. 0.– Fr. 2'354.45
3) Krankenkasse (KVG) Fr. 305.50 Fr. 312.70
3) Krankenkasse Kind (KVG) Fr. 0.– Fr. 89.20
4) Telefon/Internet/TV/Radio Fr. 150.– Fr. 150.–
5) Hausrat-/Haftpflichtversicherung Fr. 30.– Fr. 30.–
6) Fahrkosten Fr. 130.– Fr. 0.–
7) auswärtige Verpflegung Fr. 105.– Fr. 0.–
8) Anschaffung/Reinigung Fr. 0.– Fr. 0.–
9) Leasingkosten Fr. 0.– Fr. 591.60
10) Gesundheitskosten Fr. 140.– Fr. 183.–
11) Gesundheitskosten Kind Fr. 30.– Fr. 0.–
12) Besondere Kinderkosten Fr. 30.50 Fr. 0.–
- 26 -
13) Liegenschaftsunterhalt D. 4 Fr. 0.– Fr. 0.–
Total (gerundet) Fr. 2'871.– Fr. 4'911.–
In der Folge wird nur auf die angefochtenen Positionen eingegangen:
1) Grundbetrag: Der Grundbetrag ergibt sich aus dem Kreisschreiben der Ver-
waltungskommission des Obergerichts des Kantons Zürich über die Richtli-
nien für die Berechnung des betreibungsrechtlichen Existenzminimums vom
16. September 2009 (fortan Kreisschreiben). Der Beklagte wohnt seit
6. Januar 2015 in K._ in einer 3.5 Zimmerwohnung (Urk. 26/4). Der
Hinweis des Beklagten, wonach der Grundbetrag bei einem Alleinstehenden
ohne Haushaltsgemeinschaft Fr. 1'200.– (Ziff. II.1.2. Kreisschreiben) – und
nicht Fr. 1'100.– (vgl. Urk. 49 S. 32) beträgt (Urk. 48 S. 14), ist korrekt.
3) Krankenkasse: Die Vorinstanz hat versehentlich die Zunahme der Kranken-
kassenprämien seit Januar 2015 (vgl. Urk. 12/32 S. 2) erst ab Februar 2015
berücksichtigt, was zu korrigieren ist. Der Beklagte macht geltend, dass die
Krankenkassenprämien von C._ in seinem Bedarf aufzunehmen seien,
da er die Prämien bezahle (Urk. 48 S. 6). Die Kinderkosten und damit auch
die Krankenkassenprämien von C._ sind grundsätzlich im Bedarf der
obhutsberechtigten Partei zu berücksichtigen. Da jedoch unbestritten und
belegt ist, dass der Beklagte Schuldner der Krankenkassenprämien von
C._ ist (vgl. Urk. 26/7), erscheint es sachgerecht, die Krankenkassen-
prämien von C._ im Bedarf des Beklagten zu berücksichtigen.
6) Fahrkosten: Die Vorinstanz rechnete der Klägerin Fahrkosten von Fr. 52.–
pro Monat an, wobei sie den Arbeitsweg mit 4.4 km pro Strecke bezifferte,
die Anzahl Arbeitstage bei einem 20% Pensum auf 8.4 festsetzte und der
Berechnung eine Kilometerpauschale von Fr. 0.70 zugrunde legte (Urk. 49
S. 27). Die Klägerin erklärte anlässlich der Berufungsverhandlung vom 29.
Oktober 2015 auf Befragen, dass sie nach wie vor bei J._ in ... und ...
arbeite, wobei ihr Arbeitspensum im Jahr 2015 durchschnittlich 50% betra-
gen habe (Prot. S. 24). Vor Vorinstanz führte die Klägerin aus, dass beide
- 27 -
Parteien während des ehelichen Zusammenlebens über je ein Auto verfügt
hätten (Urk. 9 S. 12), was vom Beklagten nicht bestritten wurde. Es gehörte
daher zum ehelichen Standard, dass beide Parteien je ein Auto zur Verfü-
gung hatten. Weiter führte die Klägerin vor Vorinstanz aus, dass sie den Ar-
beitsweg nach ... mit dem Auto zurücklege (Prot. I S. 30). Ein Blick auf den
Fahrplan zeigt, dass es von E._ nur jede Stunde eine Zug- und Busver-
bindung nach ... gibt. Vor diesem Hintergrund sind der Klägerin nicht nur die
Kosten für die öffentlichen Verkehrsmittel in ihrem Bedarf einzurechnen.
Weil die von der Vorinstanz vorgenommene Berechnung der Fahrkosten
vom Beklagten nicht beanstandet wurde und ausserdem die Festsetzung
der Fahrkosten im Rahmen seines Bedarfs in gleicher Weise vorgenommen
wurde, sind im Bedarf der Klägerin in Anlehnung an die vorinstanzliche Be-
rechnung und dem höheren Pensum Rechnung tragend Fahrkosten von
monatlich Fr. 130.– zu berücksichtigen.
7) Mehrkosten für auswärtige Verpflegung: Die Vorinstanz rechnete der Kläge-
rin bei einem hypothetischen Arbeitspensum von 60% Mehrkosten für aus-
wärtige Verpflegung von monatlich Fr. 126.– (Fr. 10.– x 21 : 100 x 60) an
(Urk. 49 S. 34).
Das Vorbringen des Beklagten, wonach der Klägerin keine Mehrkosten für
auswärtige Verpflegung anzurechnen seien, da sie keine solchen geltend
gemacht habe (Urk. 48 S. 9), ist unzutreffend. So beantragte die Klägerin für
den Fall der Ausdehnung des Arbeitspensums eventualiter die Anrechnung
von Kosten für Auswärtsverpflegung (Prot. I S. 18). Wie zuvor ausgeführt
wurde, arbeitet die Klägerin im Jahr 2015 durchschnittlich zu einem 50%
Pensum, weshalb ihr angemessene Mehrkosten für auswärtige Verpflegung
einzurechnen sind. Der von der Vorinstanz bei einem 60% Pensum ange-
rechnete Betrag von Fr. 126.– erscheint angemessen. Damit ist bei der Klä-
gerin in Anlehnung an die vorinstanzliche Berechnung von Mehrkosten für
auswärtige Verpflegung in der Höhe von monatlich Fr. 105.– (Fr. 10.– x 21 :
100 x 50) auszugehen.
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10) Gesundheitskosten Klägerin: Die Vorinstanz berücksichtigte im Bedarf der
Klägerin Gesundheitskosten von Fr. 140.– (Urk. 49 S. 29). Der Beklagte ist
der Ansicht, dass im Bedarf der Klägerin keine Gesundheitskosten zu be-
rücksichtigen seien, ohne dies zu begründen (vgl. Urk. 48 S. 8). Die Klägerin
lässt unter Bezugnahme auf die Leistungsabrechnung der ... (Urk. 60/6) aus-
führen, dass ihr in der Zeit von Januar 2015 bis April 2015 bereits Gesund-
heitskosten von Fr. 541.35 (Franchise und Selbstbehalt) angefallen seien.
Die Behandlungen bei Dr. med. F._ würden andauern, weshalb in ih-
rem Bedarf nach wie vor die von der Vorinstanz veranschlagten Gesund-
heitskosten von monatlich Fr. 140.– zu berücksichtigen seien (Urk. 58 S. 7).
Der von der Vorinstanz eingesetzte Betrag von Fr. 140.– für Gesundheits-
kosten, welcher sich aus der Franchise von Fr. 300.–, dem Selbstbehalt von
Fr. 700.–, Kosten für eine neue Brille alle drei Jahre (Fr. 1'300.– : 36 = ge-
rundet Fr. 40.–) sowie aus von der Kasse nicht übernommenen Kosten zu-
sammensetzt (vgl. Urk. 9 S. 11), erscheint angemessen. Da die Klägerin
nach wie vor in psychotherapeutischer Behandlung steht, erscheint es
glaubhaft, dass ihr auch in Zukunft selbst zu tragende Gesundheitskosten
von Fr. 140.– pro Monat anfallen.
Gesundheitskosten Beklagter: Ausgehend von einer Jahresfranchise von
Fr. 1'500.– sowie Selbstbehaltskosten von Fr. 700.– und in der Annahme,
dass sämtliche beim Beklagten anfallenden Arztkosten von der Krankenkas-
se übernommen werden (Urk. 49 S. 29), ging die Vorinstanz beim Beklagten
von ungedeckten Gesundheitskosten von Fr. 183.– pro Monat aus (Urk. 49
S. 29). Der Beklagte macht wie bereits vor Vorinstanz monatliche Gesund-
heitskosten von Fr. 781.60 geltend (Urk. 48 S. 14), setzt sich indes mit den
vorinstanzlichen Erwägungen mit keinem Wort auseinander. Der Beklagte
bestreitet insbesondere nicht, dass die bei ihm anfallenden Gesundheitskos-
ten bis auf den Selbstbehalt und die Franchise durch die Krankenkasse
übernommen werden. Entsprechend bleibt es beim vorinstanzlich berück-
sichtigten Betrag von Fr. 183.–.
- 29 -
11) Gesundheitskosten C._: Die Höhe der beim Bedarf von C._ be-
rücksichtigten Gesundheitskosten von monatlich Fr. 30.– blieb unbestritten.
Umstritten ist einzig, bei welcher Partei diese Position zu berücksichtigen ist.
Der Beklagte macht geltend, die Parteien seien sich einig, dass sie die Ge-
sundheitskosten von C._ in Zukunft je hälftig übernehmen würden (Urk.
48 S. 7). Es ist nicht sachgerecht, die Gesundheitskosten beiden Parteien
hälftig anzurechnen, wie dies vom Beklagten beantragt wird. Kinderkosten
und damit auch die ungedeckten Gesundheitskosten von C._ sind im
Bedarf der Klägerin, welche damals die Obhut über C._ innehatte, zu
berücksichtigen.
12) Besondere Kinderkosten: Im Bedarf der Klägerin wurden Kinderkosten von
Fr. 30.50 berücksichtigt, was den Abonnementskosten für sechs Monate (6 x
Fr. 61.– / 12) für den Schulweg von E._ nach ..., welchen C._ im
Winterhalbjahr mit der Bahn zurücklegt, entspricht (Urk. 49 S. 30). Der Be-
klagte stellt sich auf den Standpunkt, dass die Abonnementskosten durch
den Grundbetrag und die Kinderzulagen zu decken seien, weshalb diese
Position aus der Bedarfsberechnung der Klägerin zu streichen sei (Urk. 48
S. 7). Gemäss Ziff. III. 5.1 des Kreisschreibens sind besondere Auslagen für
die Schulung der Kinder wie Fahrtauslagen zusätzlich zum Grundbetrag zu
berücksichtigen. Entsprechend wurden die Fahrkosten von der Vorinstanz
zu Recht in die Bedarfsberechnung aufgenommen.
13. Liegenschaftsunterhalt D._-Gasse 4, E._: Der Beklagte macht wie
bereits vor Vorinstanz (vgl. Urk. 11 S. 13) für den Unterhalt der ehelichen
Liegenschaft einen Betrag von Fr. 500.– pro Monat geltend, wobei er diese
Position mit keinem Wort begründet hat. Sie muss deshalb unberücksichtigt
bleiben.
5.2. Phase II (1. Februar 2015 bis 31. Juli 2015)
In dieser Periode sind nachfolgende Bedarfspositionen umstritten:
5.2.1 Fahrkosten
- 30 -
Der Beklagte war in der Zeit vom 1. November 2014 bis 31. Januar 2015 zu 100%
arbeitsunfähig (vgl. Urk. 49 S. 31), weshalb ihm im Januar 2015 denn auch keine
Fahrkosten angerechnet wurden. Der Beklagte führte vor Vorinstanz aus, dass er
ab Februar 2015 beginnen werde, zu einem Pensum von 25-50% zu arbeiten
(Prot. I S. 35). Entsprechend ging die Vorinstanz ab Februar 2015 seitens des
Beklagten von einem durchschnittlichen Arbeitspensum von 35% aus (Urk. 49
S. 33). Der Beklagte macht im Berufungsverfahren neu geltend, dass er ab Feb-
ruar 2015 zu 50% und ab Mai 2015 lediglich noch im Umfang von 25% arbeitsun-
fähig gewesen sei, und reicht ein entsprechendes Arbeitsunfähigkeitszeugnis vom
13. Mai 2015 ein (Urk. 51/2). Die angerechneten Beträge für "Fahrkosten", "aus-
wärtige Verpflegung" sowie "Anschaffung/Reinigung" seien dem höheren Arbeits-
pensum entsprechend anzupassen (Urk. 48 S. 10). Die Klägerin stellt sich auf den
Standpunkt, dass die vorinstanzliche Bedarfsberechnung nicht zu beanstanden
sei (Urk. 58 S. 9). Der Beklagte tut nicht dar, inwiefern es ihm nicht bereits vor
Vorinstanz möglich gewesen sein soll, das fragliche Arztzeugnis, welches im Zeit-
punkt des vorinstanzlichen Entscheids bereits bestanden hatte, einzureichen.
Entsprechend ist dieses Beweismittel als unzulässiges Novum unbeachtlich. Weil
das neu eingereichte Arbeitsunfähigkeitszeugnis unberücksichtigt bleiben muss
(Urk. 51/2) und da der Beklagte die höheren Fahrzeugkosten lediglich mit der ge-
ringeren Arbeitsunfähigkeit begründet hat, bleibt es beim vorinstanzlich berück-
sichtigten Betrag von Fr. 185.50 für Fahrkosten.
5.2.2. Mehrkosten für auswärtige Verpflegung
Die Klägerin macht sodann geltend, dass dem Beklagten entgegen der Ansicht
der Vorinstanz keine Mehrkosten für auswärtige Verpflegung entstünden, weshalb
der von der Vorinstanz angerechnete Betrag von Fr. 126.– nicht zu berücksichti-
gen sei. Gemäss Vermerk in den Lohnausweisen 2012 und 2013 (Urk. 12/7) habe
der Beklagte nämlich die Möglichkeit, sich in der Kantine zu verpflegen. Zudem
erhalte er eine Spesenvergütung für effektiv anfallende Kosten für Reisen, Ver-
pflegung und Übernachtungen (Urk. 58 S. 9). Diese Vorbringen werden vom Be-
klagten bestritten. Mit der Spesenentschädigung würden die Auslagen für Kun-
denessen, Reisekosten sowie auswärtige geschäftliche Übernachtungen gedeckt
- 31 -
(Urk. 64 S. 4). Entgegen der Klägerin ergibt sich aus den Lohnausweisen 2012
und 2013 nicht, dass der Beklagte sich in einer Kantine verpflegen kann. Weil der
Beklagte vor Vorinstanz ausserdem glaubhaft ausführte, dass gewöhnliche Mit-
tagessen nicht durch die Spesenpauschale gedeckt würden, sind in dessen Be-
darf Mehrkosten für auswärtige Verpflegung zu berücksichtigen. Der durch die
Vorinstanz angerechnete Betrag von Fr. 126.– pro Monat (Fr. 15.– x 21 / 100 x
40) erscheint ausserdem angemessen, weshalb es dabei bleibt.
5.2.3. Anschaffung/Reinigung
Die Klägerin macht geltend, dass beim Beklagten kein überdurchschnittlicher
Kleider- und Wäscheverbrauch vorliege, weshalb die Vorinstanz im Bedarf des
Beklagten zu Unrecht einen Betrag für die Anschaffung und Reinigung seiner An-
züge berücksichtigt habe. Der Einwand der Klägerin ist berechtigt. Ein Zuschlag
im familienrechtlichen Grundbedarf für bloss dem Erscheinungsbild dienende
Kleidung von Personen im Dienstleistungssektor wie z.B. Bankangestellten oder
Rechtsanwälten ist praxisgemäss ausgeschlossen (Six, Eheschutz, 2. A., Bern
2014, Rz 2.123 m.w.H.). Sodann wendet die Klägerin mit Bezug auf die bestritte-
nen und nicht belegten Reinigungskosten zu Recht ein, dass diese durch den
Grundbetrag zu decken seien (Urk. 58 S. 9). Damit findet die Position "Anschaf-
fung/Reinigung" im Bedarf des Beklagten keine Berücksichtigung.
5.2.4. Zusammenfassend ergibt sich, dass beim Beklagten aufgrund der im Ver-
gleich zur Vorperiode neu zu berücksichtigenden Fahrkosten von monatlich
Fr. 185.50 sowie der Mehrkosten für auswärtige Verpflegung von Fr. 126.– von
einem um Fr. 311.50 erhöhten Bedarf von Fr. 5'222.– auszugehen. Der Bedarf
der Klägerin (inkl. C._) bleibt unverändert bei Fr. 2'871.–.
5.3. Phase III (August 2015)
Nachfolgende Bedarfspositionen sind umstritten oder sind von Amtes wegen an-
zupassen:
- 32 -
5.3.1. Grundbetrag Klägerin und C._
Da sich der Sohn der Parteien seit 20. Juli 2015 in der Klinik H._ befindet
und lediglich die Wochenenden abwechselnd bei den Parteien verbringt, ist neu
auch auf Seiten der Klägerin lediglich von einem Grundbetrag von Fr. 1'200.–
(Ziff. II. 1.2 des Kreisschreibens) auszugehen. Sodann ist der Grundbetrag von
C._ von Fr. 600.– hälftig auf die Parteien zu verteilen.
5.3.4. Leasingkosten
Ab August 2015 wurden von der Vorinstanz im Bedarf des Beklagten die belegten
Leasingkosten von Fr. 591.60 lediglich noch im Umfang von Fr. 200.– angerech-
net, da diese unter Berücksichtigung der Einkommen und des Gesamtbedarfs der
Parteien unangemessen hoch seien (Urk. 49 S. 28). Der Beklagte möchte die
Leasingkosten nach wie vor in voller Höhe berücksichtigt wissen. Das Fahrzeug
sei Kompetenzstück, weshalb der ganze Betrag anzurechnen sei. Ausserdem
seien die Kosten nicht unverhältnismässig hoch (Urk. 48 S. 12). Betreffend die
Leasingkosten ist entgegen dem Beklagten nicht von Relevanz, ob diese bereits
während des ehelichen Zusammenlebens bestanden haben (vgl. Urk. 48 S. 12),
sondern es ist einzig zu prüfen, ob die Leasingkosten im Verhältnis zum erhöhten
Trennungsbedarf unverhältnismässig hoch sind, was die Vorinstanz zu Recht be-
jaht hat. Eine Reduktion auf Fr. 200.– unter gleichzeitiger Berücksichtigung von
Fahrzeugkosten von Fr. 185.80 trägt den finanziellen Verhältnissen der Parteien
angemessen Rechnung. Es bleibt damit bei der Berechnung der Vorinstanz. Der
Beklagte ist im Umfang des in seinem Bedarf unberücksichtigten Teils der Lea-
singkosten von Fr. 391.60 auf den Freibetrag zu verweisen.
5.3.5. Zusammenfassend ist damit auf Seiten der Klägerin von einem im Ver-
gleich zur Vorperiode um Fr. 450.- tieferen Bedarf von Fr. 2'421.– auszugehen.
Beim Beklagten ist im Vergleich zur Vorperiode von einem um Fr. 92.– tieferen
- 33 -
Bedarf von Fr. 5'131.– (um Fr. 300.– gestiegene Grundbeträge, um Fr. 391.60 re-
duzierte Leasingkosten) auszugehen.
5.4. Phase IV (1. September 2015 bis 31. Oktober 2015)
Nachfolgende Bedarfspositionen sind umstritten oder sind von Amtes wegen an-
zupassen.
5.4.1. Fahr- und Leasingkosten
Dem Beklagten wurden gemäss vorinstanzlicher Bedarfsberechnung Fahrkosten
von Fr. 185.80 sowie Leasingkosten von Fr. 200.– berücksichtigt. Das Arbeitsver-
hältnis mit der M._ AG, seiner bisherigen Arbeitgeberin, endete am 31. Au-
gust 2015 (Urk. 66/1). Der Beklagte ist zurzeit arbeitslos (Urk. 103/2), womit Fahr-
kosten zum Arbeitsplatz entfallen. Entsprechend sind im Bedarf des Beklagten als
Mobilitätskosten lediglich die reduzierten Leasingkosten von Fr. 200.– zu berück-
sichtigen.
5.4.2. Mehrkosten für auswärtige Verpflegung
Aufgrund der Arbeitslosigkeit des Beklagten entfällt auch die Position "Mehrkos-
ten für auswärtige Verpflegung".
5.4.3. Damit ist auf Seiten des Beklagten im Vergleich zur Vorperiode von einem
um Fr. 311.50 reduzierten Bedarf von gerundet Fr. 4'819.– auszugehen. Der Be-
darf der Klägerin beläuft sich in dieser Periode nach wie vor auf Fr. 2'421.–.
5.5. Phase V (1. November 2015 bis Auszug der Klägerin aus der ehelichen Lie-
genschaft, längstens bis 31. März 2016)
Der Sohn C._ wird mit vorliegendem Urteil unter die Obhut des Beklagten
gestellt, weshalb der Kindergrundbetrag von Fr. 600.– pro Monat neu vollumfäng-
lich in dessen Bedarf zu berücksichtigen ist und sich der Grundbetrag des Beklag-
ten auf Fr. 1'350.– erhöht. Beim Beklagten ist damit im Verhältnis zur Vorperiode
von einem um Fr. 450.– erhöhten Bedarf von Fr. 5'269.– auszugehen. Der Bedarf
- 34 -
der Klägerin reduziert sich um den in den Vorperioden berücksichtigten hälftigen
Kindergrundbetrag von Fr. 300.– auf Fr. 2'121.–.
5.6. Phase VI (ab Auszug der Klägerin aus der ehelichen Liegenschaft [spätes-
tens ab 1. April 2016] bis 30. April 2016)
Die Parteien sind sich darüber einig, dass der Klägerin ab deren Auszug aus der
ehelichen Liegenschaft Wohnkosten von Fr. 1'800.– pro Monat anzurechnen sind
(vgl. Urk. 48 S. 9 und Urk. 58 S. 8). Wie vorstehend ausgeführt, ist der Klägerin
eine Auszugsfrist bis Ende März 2016 einzuräumen, weshalb seitens der Klägerin
ab deren Auszug aus der ehelichen Liegenschaft, spätestens ab 1. April 2016,
von einem Bedarf von Fr. 3'921.– auszugehen ist. Gleichzeitig entfallen ab Um-
zug des Beklagten in die eheliche Liegenschaft die Mietkosten für die von ihm
bewohnte Wohnung in K._ von Fr. 1'650.–, weshalb sich sein Bedarf auf
Fr. 3'619.– reduzieren wird.
5.7. Phase VII (ab 1. Mai 2016 für die weitere Dauer des Getrenntlebens)
Wie sogleich zu zeigen sein wird, ist von der Klägerin zu verlangen, dass sie ihr
Arbeitspensum ab 1. Mai 2016 auf 100% ausweitet. Da der Klägerin bei einem
50% Pensum Fahrkosten von Fr. 130.– angerechnet werden, ist diese Position ab
1. Mai 2016 auf Fr. 260.– zu erhöhen. Dasselbe gilt für die Position "Mehrkosten
für auswärtige Verpflegung". Ausgehend von Kosten von Fr. 105.– bei einem
50%-Pensum ist ab 1. Mai 2016 von einer Erhöhung dieser Position auf Fr. 210.–
auszugehen. Damit erhöht sich der Bedarf der Klägerin auf Fr. 4'156.–, derjenige
des Beklagten bleibt unverändert bei Fr. 3'619.–.
6. Einkommen Klägerin
6.1. Die Klägerin arbeitet seit Ende Oktober 2011 bei J._ in ... und ... im
Stundenlohn (Urk. 9 S. 9). Gestützt auf die Nettojahreseinkommen von Fr. 9'985.–
im Jahr 2013 sowie von Fr. 11'884.70 im Jahr 2014 ist die Vorinstanz auf Seiten
der Klägerin von einem monatlichen Nettoeinkommen von Fr. 910.– (20% Pen-
sum) in der Zeit von Januar bis Juli 2015 ausgegangen (Urk. 49 S. 22). Die Vo-
rinstanz erachtete es als zumutbar, dass die Klägerin ihr Arbeitspensum ab Au-
- 35 -
gust 2015 auf 60% erhöhen könne, weshalb der Klägerin ab diesem Zeitpunkt ein
hypothetisches Einkommen von Fr. 2'100.– angerechnet wurde, wobei davon
ausgegangen wurde, dass eine ungelernte Angestellte im Detailhandel bei einem
100% Pensum Fr. 3'500.– netto pro Monat verdient (Urk. 49 S. 23).
6.2. Der Beklagte stellt sich auf den Standpunkt, dass das Einkommen der Klä-
gerin während des ehelichen Zusammenlebens nicht massgebend sei. Abzustel-
len sei auf die Monate seit Aufnahme des Getrenntlebens. Die Klägerin habe in
den Monaten Juli bis Dezember 2014 bei einem 20%-Pensum im Durchschnitt
Fr. 1'135.40 pro Monat verdient. Weiter liess der Beklagte ausführen, dass der
Klägerin ab Oktober 2015 die Aufnahme eines 100% Pensums zumutbar sei,
weshalb ihr ab diesem Zeitpunkt ein monatliches Einkommen von Fr. 5'677.– (5 x
Fr. 1'135.40) anzurechnen sei (Urk. 48 S. 16 f.).
6.3. Weil bei der Einkommensberechnung auf die aktuelle Einkommenssituation
abzustellen ist, ist das Einkommen der Klägerin gestützt auf die an der Beru-
fungsverhandlung eingereichten Lohnabrechnungen des Jahres 2015 zu ermit-
teln. Die Nettoeinkünfte der Klägerin in den Monaten Januar bis September 2015
betrugen durchschnittlich Fr. 1'856.– pro Monat, wobei sie im Durchschnitt 92.55
Stunden pro Monat gearbeitet hat (Urk. 111/1), was einem 50%-Pensum ent-
spricht. Im Stundenlohn sind 12.07% Feiertags- und Ferienentschädigung enthal-
ten. Die Klägerin liess anlässlich der Berufungsverhandlung ausführen, dass sie
im Jahre 2015 erst zwei Wochen Ferien gemacht habe (Urk. 110 S. 4), was sei-
tens des Beklagten nicht bestritten wurde. Wird von den errechneten Nettoein-
künften eine weitere Ferienwoche, welche der Klägerin in neun Monaten zusteht,
abgezogen, ist von einem durchschnittlichen Nettolohn von gerundet Fr. 1'800.–
auszugehen.
6.4. Was das Vorbringen des Beklagten, wonach der Klägerin ab Oktober 2015
die Aufnahme eines 100% Pensums zumutbar sei, anbelangt, ist Folgendes fest-
zuhalten: C._ stand bis zum vorliegenden Entscheid unter der Obhut der
Klägerin. Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist erst von einer vollen
Erwerbsfähigkeit auszugehen, wenn das jüngste Kind das 16. Altersjahr vollendet
hat (BGE 115 II 427 Erw. 5; BGE 115 II 6 Erw. 3b). C._ ist 14 1⁄2 jährig, wes-
- 36 -
halb der Klägerin lediglich ein Teilzeitpensum zumutbar war. Daran änderte auch
der Umstand nichts, dass sich C._ seit dem 20. Juli 2015 in der Klinik
H._ befindet und sich deshalb die Betreuungsarbeit der Klägerin seither auf
jedes zweite Wochenende beschränkt, handelt es sich dabei doch einerseits le-
diglich um eine Übergangsphase und war andererseits die Obhutsfrage zum Zeit-
punkt des Klinikeintritts noch nicht entschieden.
Durch die Unterstellung von C._ unter die Obhut des Beklagten ist der
Klägerin nach einer Übergangsfrist die Aufnahme eines Vollzeitpensums zumut-
bar. Aufgrund des Umstandes, dass die Klägerin seit der Geburt von C._
nicht mehr als Büroangestellte gearbeitet hat und erst seit Ende Oktober 2011 in
einem Teilzeitpensum bei J._ arbeitet, beschränken sich ihre Erwerbsmög-
lichkeiten auf eine Stelle im Detailhandel. Weil die Klägerin bei einer Pensumser-
höhung auch Beiträge an die berufliche Vorsorge zu entrichten hat, ist ihr, ausge-
hend von dem zuvor errechneten Nettoeinkommen von Fr. 1'800.– bei einem
50%-Pensum ein Nettolohn von Fr. 3'500.– bei einem Vollzeitpensum anzurech-
nen. Die Klägerin beantragt, ihr bis zur Anrechnung eines vollen Pensums eine
Übergangsfrist von sechs Monaten einzuräumen, und führt aus, dass eine Fest-
anstellung im Vollzeitpensum bei J._ ... bisher nicht möglich gewesen sei. Da
sie psychisch angeschlagen sei, seien das Arbeitsumfeld und verständige Vorge-
setzte äusserst wichtig für sie, andernfalls drohe Arbeitsunfähigkeit. Diese Vo-
raussetzungen seien an der jetzigen Stelle erfüllt. Weiter führte sie aus, dass bei
personellen Änderungen die Ausdehnung ihres Arbeitspensums möglich sei
(Prot. S. 25). Dass für die Klägerin in ihrer aktuellen belastenden Situation Stabili-
tät in ihrem beruflichen Umfeld wichtig ist, ist nachvollziehbar, weshalb ihr durch
Gewähren einer Übergangsfrist von sechs Monaten die Möglichkeit geboten wer-
den soll, ihr Pensum bei J._ ... zu erhöhen. Selbst wenn die Klägerin ihr
Pensum bei J._ ... nicht erhöhen könnte und sie sich eine neue Stelle im De-
tailhandel suchen müsste, wäre ihr eine Übergangsfrist von sechs Monaten zu
gewähren. Zwar wohnt die Klägerin in der Nähe der Stadt ..., wo es eine grosse
Anzahl an Grossverteilern gibt, doch ist die gerichtsnotorische Tatsache zu be-
rücksichtigen, dass es im Detailhandel im Vergleich zu Teilzeitstellen wenig Voll-
zeitstellen gibt.
- 37 -
6.5. Zusammenfassend ist bei der Klägerin in der Zeit von 1. Januar 2015 bis
30. April 2016 von einen Nettoeinkommen von Fr. 1'800.– und ab 1. Mai 2016 für
die weitere Dauer des Getrenntlebens von einem solchen von Fr. 3'500.– auszu-
gehen.
7. Einkommen Beklagter
7.1. Auf Seiten des Beklagten ging die Vorinstanz aus seiner Tätigkeit bei der
M._ AG für die Phase vom 1. Juli 2015 bis 31.Dezember 2015, während wel-
cher er vollumfänglich krankgeschrieben war, von einem gerundeten monatlichen
Nettoeinkommen von Fr. 8'000.– (exkl. Kinderzulagen) aus. Sie erwog, dass der
Beklagte gemäss den Lohnabrechnungen Juni bis Oktober 2014 ein Durch-
schnittseinkommen von Fr. 7'782.10 (exkl. Kinderzulagen) erzielt habe, wobei da-
zu die Pauschalspesen von Fr. 350.– hinzuzurechnen seien, weshalb von einem
gerundeten Einkommen von Fr. 8'000.– auszugehen sei. Ab Januar 2016 ging sie
gestützt auf die Lohnausweise 2012 und 2013 und in der Annahme, dass der Be-
klagte dannzumal wieder in der Lage sein werde, 100% zu arbeiten, von einem
Einkommen von Fr. 10'200.– (exkl. Kinderzulagen) aus (Urk. 49 S. 24).
7.2. Der Beklagte macht in der Berufungsschrift geltend, dass ihm die Arbeitge-
berin mit Schreiben vom 21. Mai 2015 infolge Umstrukturierung gekündigt habe,
und reicht als Beleg dafür das Kündigungsschreiben ein (Urk. 51/2). Da dieses
Schreiben lediglich ein Tag vor Erlass des angefochtenen Entscheids verfasst
wurde, war es dem Beklagten nicht möglich, das Kündigungsschreiben vor Vo-
rinstanz einzureichen, weshalb es sich bei diesem Beleg um ein zulässiges No-
vum handelt. Weiter bestreitet der Beklagte, dass sein Einkommen Fr. 8'000.– be-
trage, und macht geltend, dass bis Ende August 2015 von einem Einkommen von
Fr. 7'567.– auszugehen sei. Die Vorinstanz habe bei der Einkommensberechnung
fälschlicherweise die Spesen nicht in Abzug gebracht. Aufgrund der Auflösung
des Arbeitsverhältnisses sei ab September 2015 von einem Einkommen von mo-
natlich Fr. 6'055.– (80% des vormaligen Lohnes) auszugehen (Urk. 48 S. 15 f.).
7.3. Die Klägerin macht demgegenüber in der Berufungsbegründung geltend,
dass seitens des Beklagten mindestens von einem Nettoeinkommen von monat-
- 38 -
lich Fr. 8'000.– (exkl. Kinderzulagen) auszugehen sei (Urk. 58 S. 11). Anlässlich
der Berufungsverhandlung liess die Klägerin gestützt auf die Krankentaggeldab-
rechnung vom 28. September 2015 (Urk. 103/1) ausführen, dass daraus ein ver-
sicherter Verdienst von monatlich Fr. 12'120.– hervorgehe. Daraus folge, dass
das Einkommen des Beklagten bis August 2015 höher gewesen sein müsse als
das von der Vorinstanz angerechnete Nettoeinkommen von Fr. 8'000.– (Urk. 110
S. 5). Ab Januar 2016 sei es dem Beklagten, welcher seit dem Jahre 1999 erfolg-
reich als IT-Fachmann tätig sei, ohne weiteres möglich und zumutbar, rasch wie-
der eine Stelle mit einem Einkommen in zuletzt (vor der Arbeitsunfähigkeit) erziel-
ter Höhe anzutreten. Das durchschnittliche Einkommen in der Zeit vor der Ar-
beitsunfähigkeit habe gemäss Lohnausweisen 2012 und 2013 rund Fr. 10'200.–
(exkl. Pauschalspesen) betragen, weshalb trotz Kündigung des Arbeitsverhältnis-
ses mit der Vorinstanz mit Wirkung ab Januar 2016 von einem erzielbaren Ein-
kommen von Fr. 10'200.– auszugehen sei (Urk. 58 S. 11 ff.).
7.4. Wie erwähnt, wurde der Beklagte mit Beschluss vom 21. Oktober 2015 zur
Einreichung von Seite 2 der Austrittsvereinbarung vom 21. Mai 2015 sowie zur
Einreichung der Lohnabrechnungen des Jahres 2015 aufgefordert, wobei der Be-
klagte darauf hingewiesen wurde, dass die Nichtbefolgung dieses Beschlusses
gemäss Art. 164 ZPO gewürdigt würde (Urk. 101 S. 2). Mit Eingabe vom 21. Ok-
tober 2015 reichte der Beklagte unabhängig vom erwähnten Editionsbeschluss
die Abrechnung der Krankentaggeldversicherung für September 2015 ein (Urk.
103/1). Hingegen kam der Beklagte der Aufforderung zur Einreichung der ge-
nannten Urkunden nicht nach, wobei er ausführte, er habe vom besagten Be-
schluss keine Kenntnis gehabt. Fest steht, dass die Rechtsvertreterin des Beklag-
ten den Beschluss vom 21. Oktober 2015 am 26. Oktober 2015 in Empfang nahm
(Urk. 101 S. 3). Ist eine Partei in einem Prozessverfahren vertreten, hat die Zu-
stellung lediglich an die Vertretung zu erfolgen (Art. 137 ZPO); d.h. das Gericht
hat die Partei nicht gleichzeitig mit einer Kopie der Gerichtsurkunde zu bedienen.
Lässt sich folglich eine Partei in einem Gerichtsverfahren vertreten, nimmt sie in
Kauf, dass sie die Gerichtsurkunden nicht mehr direkt erhält, sondern von solchen
durch ihren Vertreter in Kenntnis gesetzt wird, wobei vom Vertreter selbstver-
ständlich verlangt wird, dass er die vertretene Person innert nützlicher Frist über
- 39 -
die Zustellung informiert. Hat eine Partei einen rechtmässigen Vertreter bestellt,
muss die Zustellung sogar an jenen erfolgen, andernfalls gilt sie als nicht gehörig
erfolgt und kann keine Rechtsfolgen auslösen. Mit Zugang bei der Vertretung (und
nicht erst nach Weiterleitung an den Vertretenen) ist die Zustellung erfolgt (BK
ZPO-Frei, Art. 137 ZPO N 4 und 5 m.w.H.). Nach dem Gesagten folgt, dass dem
Beklagten das Vorbringen, wonach er vom fraglichen Beschluss keine Kenntnis
gehabt habe, nichts nützt. Indem der Beklagte die von ihm einverlangten Unterla-
gen nicht eingereicht hat, ist von einem unberechtigten Verweigern der Mitwir-
kungspflicht auszugehen, welches Verhalten androhungsgemäss nach Art. 164
ZPO zu berücksichtigen ist. Für die Prozessparteien bildet die Mitwirkung bei der
Beweiserhebung eine Obliegenheit, die weder sanktioniert noch direkt erzwungen
werden kann. Die Ahndung der ungerechtfertigten Verweigerung erschöpft sich
vielmehr in der Berücksichtigung des renitenten Verhaltens im Rahmen der Be-
weiswürdigung (Hasenböhler in: Kommentar zur Schweizerischen Zivilprozess-
ordnung, Sutter-Somm/Hasenböhler/Leuenberger [Hrsg.], Zürich/Basel/Genf
2013, 3. Aufl., Art. 164 ZPO N 4). Wie nachfolgend zu zeigen sein wird, befinden
sich vorliegend aufgrund der vom Beklagten nach Ergehen des Beschlusses vom
21. Oktober 2015 unaufgefordert eingereichten Taggeldabrechnungen der Kran-
kentaggeldversicherung und der Arbeitslosenversicherung genügend Grundlagen
für die Einkommensermittlung in den Akten, weshalb sich eine weitere Auseinan-
dersetzung mit dem Verhalten des Beklagten erübrigt.
7.5. Das Arbeitsverhältnis mit der M._ AG endete am 31. August 2015 (Urk.
66/1). Der Beklagte ist seit April 2014 (teilweise) krankgeschrieben (Urk. 12/5,
Urk. 51/2 und Urk. 80). Betreffend das Einkommen bzw. das Erwerbsersatzein-
kommen des Beklagten im Jahre 2015 befindet sich die Lohnabrechnung vom
21. Mai 2015 (Urk. 51/4), die Abrechnung der Krankentaggeldversicherung vom
28. September 2015 (Urk. 103/1) sowie die Abrechnung der Arbeitslosenversiche-
rung für den Monat September 2015 (Urk. 103/2) bei den Akten. Weiter erklärte
der Beklagte vor Vorinstanz, dass er während der Krankschreibung von der Ar-
beitgeberin den vollen Lohn erhalte (Urk. 11 S. 3).
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7.6. Aus den Lohnabrechnungen von Juli bis Dezember 2014 (Urk. 12/6) sowie
der Lohnabrechnung von Mai 2015 (Urk. 51/4) geht hervor, dass die Arbeitgeberin
dem Beklagten während seiner Krankschreibung den Grundlohn von Fr. 9'200.–
brutto bzw. Fr. 7'927.50 netto ausrichtete. Weiter ist daraus ersichtlich, dass die
Pauschalspesen von monatlich Fr. 350.– auch während der (teilweisen) Krank-
schreibung ausgerichtet wurden, woraus folgt, dass diese Lohnbestandteil dar-
stellen. Aus der Abrechnung der Krankentaggeldversicherung ist ersichtlich, dass
das Krankentaggeld des Beklagten bei 50% Arbeitsunfähigkeit Fr. 199.25 beträgt.
Aufgerechnet auf eine volle Arbeitsunfähigkeit ergibt sich ein versicherter Lohn
von monatlich Fr. 12'120.– (2 x Fr. 199.25 x 365 : 12). Aus den Lohnausweisen
2012 und 2013 ergibt sich sodann, dass das Einkommen des Beklagten zu einem
massgeblichen Teil aus Provisionen bestand. So erzielte der Beklagte im Jahre
2012 ein Nettoeinkommen von Fr. 131'913.–, d.h. von monatlich Fr. 10'992.75
(Urk. 10/19) und im Jahr 2013 ein solches von Fr. 113'259.–, d.h. von monatlich
Fr. 9'438.25 (Urk. 3/3). Durch Hinzurechnung der Spesenpauschale von monat-
lich Fr. 350.– ergibt sich ein monatliches Durchschnittseinkommen von
Fr. 11'343.– im Jahr 2012 und von Fr. 9'788.25 im Jahr 2013. Aufgrund des Um-
standes, dass der durch das Krankentaggeld versicherte Lohn Fr. 12'120.– be-
trägt, kann geschlossen werden, dass durch die Krankentaggeldversicherung ne-
ben dem Grundlohn auch der variable Lohnbestandteil versichert ist. Da die Ar-
beitgeberin dem Beklagten während seiner Krankschreibung lediglich einen Lohn
von Fr. 8'162.50 (Nettolohn von Fr. 7'927.50 zuzüglich Pauschalspesen von Fr.
350.– sowie Mobile Hardware Entschädigung von Fr. 15.– abzüglich Parkplatz-
kosten von Fr. 130.–) ausgerichtet hat, muss davon ausgegangen werden, dass
spätestens bei Beendigung des Arbeitsverhältnisses über die Taggelder, auf wel-
che der Beklagte infolge seiner Arbeitsunfähigkeit Anspruch hat, abgerechnet
wurde.
7.7. Aus den Akten ergibt sich, dass der Beklagte vom 1. Januar 2015 bis
8. Februar 2015 zu 100% (Urk. 49 S. 31), vom 9. Februar 2015 bis 17. Mai 2015
zu 50% (Urk. 51/2) und vom 18. Mai 2015 bis 9. August 2015 zu 25% arbeitsun-
fähig war. Seit dem 10. August 2015 ist er zu 50% krankgeschrieben (Urk. 80 und
Urk. 103/1). Der Beklagte war danach in der Zeit vom 1. Januar 2015 bis 31. Au-
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gust 2015 durchschnittlich 50% arbeitsunfähig. Gestützt darauf ist von einem An-
spruch auf Krankentaggeldern von Fr. 6'060.– pro Monat (Fr. 199.25 x 365 Tage:
12 Monate) auszugehen, wobei zu berücksichtigen ist, dass es sich dabei um den
Nettobetrag handelt, weil auf dem Krankentaggeld keine Sozialversicherungsleis-
tungen abgezogen werden. Unter Hinzurechnung des hälftigen Nettogrundlohns
(zuzüglich Pauschalspesen), mithin von Fr. 4'256.– (Fr. 8'162.– + Fr. 350.– : 2), ist
auf Seiten des Beklagten in der Zeit vom 1. Januar 2015 bis 31. August 2015 von
einem monatlichen (Erwerbsersatz-)einkommen von gerundet Fr. 10'315.– (Fr.
6'060.– + Fr. 4'256.–) auszugehen.
7.8. Im September 2015 erhielt der Beklagten Leistungen seiner Krankentag-
geldversicherung in der Höhe von Fr. 5'977.50 (Urk. 103/1) sowie eine Arbeitslo-
senentschädigung Fr. 708.60 (Urk. 103/2), wobei der Abrechnung zu entnehmen
ist, dass der Beklagte im September lediglich für 1.3 Arbeitstage einen Taggeld-
anspruch hatte. Ein Taggeld beträgt Fr. 381.55. Gesamthaft belief sich das Er-
werbsersatzeinkommen des Beklagten im September 2015 auf Fr. 6'686.–.
7.9. Aus der Abrechnung der Krankentaggeldversicherung vom 28. September
2015 geht einerseits hervor, dass der Beklagte nach wie vor zu 50% arbeitsunfä-
hig ist, andererseits, dass die Krankentaggeldversicherung auch nach Beendi-
gung des Arbeitsverhältnisses weiter besteht und bezahlt.
Gemäss Art. 28 des Bundesgesetzes über die obligatorische Arbeitslosen-
versicherung und die Insolvenzentschädigung (SR 837.0; nachfolgend: AVIG) ha-
ben Versicherte, die wegen Krankheit, Unfall oder Schwangerschaft vorüberge-
hend nicht oder nur vermindert arbeits- und vermittlungsfähig sind, Anspruch auf
das volle Taggeld, sofern sie die übrigen Anspruchsvoraussetzungen erfüllen.
Dieser dauert längstens bis zum 30. Tag nach Beginn der ganzen oder teilweisen
Arbeitsunfähigkeit und ist innerhalb der Rahmenfrist auf 44 Taggelder beschränkt.
Art. 28 Abs. 2 AVIG hält weiter fest, dass Taggelder der Kranken- oder Unfallver-
sicherung, die Erwerbsersatz darstellen, von der Arbeitslosenentschädigung ab-
gezogen werden. Art. 28 Abs. 4 AVIG hält sodann fest, dass Arbeitslose, welche
ihren Anspruch nach Art. 28 Abs. 1 AVIG ausgeschöpft haben und welche weiter-
hin vorübergehend vermindert arbeitsfähig sind und deshalb Leistungen einer
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Taggeldversicherung beziehen, Anspruch auf das volle Taggeld haben, wenn sie
mindestens 75 Prozent arbeitsfähig sind (lit. a) und Anspruch auf das um
50 Prozent gekürzte Taggeld haben, wenn sie zu mindestens 50 Prozent arbeits-
fähig sind (lit. b), sofern sie unter Berücksichtigung ihrer verminderten Arbeitsfä-
higkeit vermittelbar sind und die übrigen Anspruchsvoraussetzungen erfüllen.
Aus dem Gesagten folgt, dass der Beklagte, sollte er während des ganzen Mo-
nats November 2015 nach wie vor zu 50% arbeitsunfähig sein, in Anwendung von
Art. 28 Abs. 1 AVIG Anspruch auf das volle Taggeld gemäss Arbeitslosenversi-
cherung hat, weil er bis Oktober lediglich für 1,3 Tage Taggelder erhalten hat und
deshalb die Rahmenfrist von 44 Tagen erst Ende November 2015 auslaufen wird.
Der Entschädigungsanspruch des Beklagten berechnet sich wie folgt:
Taggeld brutto (21,7 Tage x Fr. 381.55): Fr. 8'279.65 ./. AHV/EV/EO, NBU: 7.78% Fr. 644.15 ./. BVG Abzug* Fr. 37.45 netto Fr. 7'598.–
*) Zu versichern ist lediglich der Teil des Taggeldes, welcher Fr. 94.75 übersteigt und nicht höher als 324.90 ist, d.h. maximal Fr. 230.15. Die Beiträge auf den versicherten Lohn betragen 1,5%, wobei der Anteil der durch die versicherte Person zu tragen ist, 0.75% beträgt. Damit ergibt sich folgende Rechnung: Fr. 230.15 x 0.75% x 21,7 Tage = Fr. 37.45 (vgl. Info-Blatt Seco Berufliche Vorsorge für arbeitslose Personen, abrufbar : www.treffpunkt-arbeit.ch)
7.10 Sollte der Beklagte im Dezember 2015 nach wie vor zu 50% arbeitsunfähig
sein, ergibt sich in Anwendung von Art. 28 Abs. 4 AVIG ein Entschädigungsan-
spruch aus der Arbeitslosenversicherung von Fr. 3'799.– (Fr. 7598.05 : 2). Der
Beklagte ist seit dem 22. April 2014 krankgeschrieben (Urk. 12/5). Die Leistungs-
dauer der Taggeldversicherung beträgt in der Regel 720 bis 730 Tage, weshalb
davon ausgegangen werden darf, dass der Beklagte bis März 2016 Anspruch auf
Krankentaggelder hat. Bei 50%-iger Arbeitsunfähigkeit beträgt ein Taggeld wie
erwähnt Fr. 199.25 (vgl. Urk. 103/1). Damit ergeben sich monatliche Leistungen
der Krankentaggeldversicherung von Fr. 6'060.– (Taggeld von Fr. 199.25 x 365 :
12). Ab Dezember 2015 bis 31. März 2016 ist deshalb von einem Erwerbsersatz-
einkommen des Beklagten von Fr. 9'859.– auszugehen ist.
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7.11. Wie soeben ausgeführt, wird der Krankentaggeldanspruch des Beklagten im
April 2016 auslaufen. Es kann davon ausgegangen werden, dass der Beklagte ab
April 2016 wieder zu 100% arbeitsfähig sein wird, führte er doch selbst aus, dass
er davon ausgehe, dass sich sein Zustand nach Abschluss des Gerichtsverfah-
rens weiter verbessern werde (Prot. S. 20). Für die von der Klägerin beantragte
Anrechnung eines hypothetischen Einkommens von Fr. 10'200.– ab 1. Januar
2016 auf Seiten des Beklagten bleibt jedoch kein Raum, da aufgrund der Unter-
stellung von C._ unter die Obhut des Beklagten dessen zukünftiger Beschäf-
tigungsgrad ungewiss ist und weil vom Beklagten gemäss der zuvor zitierten
Rechtsprechung (BGE 115 II 427 Erw. 5; BGE 115 II 6 Erw. 3b) die Aufnahme ei-
ner vollen Erwerbstätigkeit erst erwartet werden kann, wenn C._ das 16. Al-
tersjahr vollendet hat. Weil ausserdem ungewiss ist, ob der Beklagte bis April
2016 eine neue Stelle gefunden haben wird, ist ihm ab April 2016 eine volle Ent-
schädigung der Arbeitslosenversicherung von Fr. 7'598.– (vgl. oben) anzurech-
nen.
7.12 Zusammenfassend ist auf Seiten des Beklagten von folgenden monatlichen
Einkommen auszugehen:
− Fr. 10'315.– vom 1. Januar 2015 bis 31. August 2015
− Fr. 6'686.– September 2015
− Fr. 7'598.– vom 1. Oktober 2015 bis 30. November 2015
− Fr. 9'859.– vom 1. Dezember 2015 bis 31. März 2016
− Fr. 7'598.– ab 1. April 2016 für die weitere Dauer des Getrenntlebens
8. Unterhaltsberechnung
8.1. Phase I: 1. Januar 2015 bis 30. November 2015
8.1.1. Aus Praktikabilitätsgründen ist der Unterhaltsanspruch für die bereits in der
Vergangenheit liegende Periode zu nivellieren.
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8.1.2. Das Gesamteinkommen der Parteien in der Zeit vom 1. Januar 2015 bis 30.
November 2015 beläuft sich auf Fr. 124'202.–. Bedarfsseitig ergibt sich ein Ge-
samtbedarf von Fr. 85'762.–. Damit resultiert in der genannten Zeitspanne ein
Freibetrag von Fr. 38'440.–, was einen durchschnittlichen Freibetrag von monat-
lich Fr. 3'495.– ergibt. Die Vorinstanz erachtete eine hälftige Freibetragsaufteilung
angemessen (Urk. 49 S. 36), was von keiner Partei gerügt wurde, weshalb der
Überschuss hälftig auf die Parteien aufzuteilen ist. Der Bedarf der Klägerin (inkl.
C._) beläuft sich auf durchschnittlich Fr. 2'680.– pro Monat, während das
durchschnittliche Einkommen der Klägerin Fr. 1'800.– beträgt. Somit ergibt sich
folgender Unterhaltsanspruch der Klägerin zusammen mit C._:
Bedarf der Klägerin: Fr. 2'680.–
+ Anteil Freibetrag 50%): Fr. 1'748.–
./. Einkommen Klägerin: Fr. 1'800.–
Unterhaltsanspruch: Fr. 2'628.–
8.1.3. Die Vorinstanz hat den Kinderunterhaltsbeitrag von C._ auf monatlich
Fr. 850.– (zuzüglich allfälliger gesetzlicher oder vertraglicher Kinderzulagen) fest-
gesetzt (Urk. 49 S. 37), was angemessen erscheint, weshalb es bei dieser Höhe
bleibt. Aufgrund der mit vorliegendem Entscheid erfolgten Obhutsumteilung ent-
fällt die Pflicht zur Leistung von Kinderunterhaltsbeiträgen an die Klägerin ab Ent-
scheiddatum.
8.1.4. Der Klägerin wurden von der Vorinstanz für den Monat Januar 2015 Ehe-
gattenunterhaltsbeiträge von Fr. 1'741.85 zugesprochen. In den Monaten Februar
bis Juli 2015 verpflichtete die Vorinstanz den Beklagten zur Leistung von Ehegat-
tenunterhaltsbeiträgen von monatlich Fr. 1'540.60 und in den Monaten August
2015 bis November 2015 zu solchen von Fr. 1'283.40.
8.1.5. Wie aus obiger Berechnung hervorgeht, würde ein im Vergleich zum vo-
rinstanzlichen Urteil höherer Ehegattenunterhaltsbeitrag resultieren. Eine Erhö-
hung der Unterhaltsbeiträge ist aufgrund der Dispositionsmaxime jedoch nicht
möglich, weshalb es mit Bezug auf die für die Zeit von Januar 2015 bis November
2015 geschuldeten Unterhaltsbeiträge beim vorinstanzlichen Entscheid bleibt. An
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dieser Stelle ist darauf hinzuweisen, dass vor diesem Hintergrund letztlich nicht
von Bedeutung ist, ob und in welchem Umfang dem Beklagten neben dem ihm
von der Arbeitgeberin ausgerichteten Grundlohn noch Krankentaggelder ausbe-
zahlt wurden. Selbst wenn der Unterhaltsberechnung beim Beklagten von Januar
bis August 2015 ein Einkommen von Fr. 7'567.– und in den Monaten September
bis Oktober 2015 ein solches von Fr. 6'055.– zu Grunde gelegt würde, wie dies
vom Beklagten beantragt wird (vgl. Urk. 48 S. 15), würden nach wie vor die von
der Vorinstanz festgesetzten Unterhaltsbeiträge resultieren.
8.2. Phase II: 1. Dezember 2015 bis 31. März 2016
Ab Dezember 2015 ist auf Seiten des Beklagten von einem Einkommen von
Fr. 9'859.– auszugehen. Auf Seiten der Klägerin ist nach wie vor von einem Ein-
kommen von Fr. 1'800.– auszugehen. Der Bedarf der Klägerin beträgt unverän-
dert Fr. 2'121.– und derjenige des Beklagten zusammen mit C._ Fr. 5'269.–.
Es resultiert ein Freibetrag von Fr. 4'269.–, weshalb folgende Unterhaltsberech-
nung resultiert:
Bedarf der Klägerin: Fr. 2'121.–
+ Anteil Freibetrag (50%): Fr. 2'135.–
./. Einkommen Klägerin: Fr. 1'800.–
Unterhaltsanspruch: : Fr. 2'456.–
Die Vorinstanz sprach der Klägerin für den Monat Dezember 2015 einen Ehegat-
tenunterhaltsbeitrag von Fr. 1'283.40. Ab Januar 2016 (für die weitere Dauer des
Getrenntlebens) verpflichtete sie den Beklagten zur Leistung von Ehegattenunter-
haltsbeiträgen von monatlich Fr. 2'010.80. Auch in dieser Periode bleibt es auf-
grund der Dispositionsmaxime bei den von der Vorinstanz festgesetzten Unter-
haltsbeiträgen. Die Klägerin beantragte, den Beklagten ab Auszug aus der eheli-
chen Liegenschaft zu Ehegattenunterhaltsbeiträgen von Fr. 2'000.– zu verpflich-
ten. Sollte die Klägerin bereits vor dem 31. März 2016 die eheliche Liegenschaft
verlassen haben, ist ab diesem Zeitpunkt von dieser leicht reduzierten Unterhalts-
- 46 -
pflicht auszugehen. Da die Klägerin nicht leistungsfähig ist, schuldet sie dem Be-
klagten bis auf weiteres keinen Kinderunterhalt.
8.3. Phase III: April 2016
In dieser Phase ist auf Seiten des Beklagten von einem Einkommen von
Fr. 7'598.– auszugehen. Das Einkommen der Klägerin beträgt unverändert
Fr. 1'800.–. Der Bedarf der Klägerin beträgt Fr. 3'921.– und derjenige des Beklag-
ten zusammen mit C._ Fr. 3'619.–. Es resultiert ein Freibetrag von
Fr. 1'858.–. Die Klägerin geht ab Auszug aus der ehelichen Liegenschaft von ei-
ner Partizipation am Freibetrag im Umfang von lediglich 40% aus (vgl. Urk. 58 S.
21). Damit resultiert folgende Unterhaltsberechnung:
Bedarf der Klägerin: Fr. 3'921.–
+ Anteil Freibetrag (40%): Fr. 743.–
./. Einkommen Klägerin: Fr. 1'800.–
Unterhaltsanspruch: : Fr. 2'864.–
Weil die Klägerin ab Auszug aus der ehelichen Liegenschaft lediglich Unterhalts-
beiträge von Fr. 2'000.– beantragt (vgl. Urk. 110 S. 8), beschränkt sich die Unter-
haltspflicht des Beklagten aufgrund der Dispositionsmaxime auf diesen Betrag.
8.4. Phase IV: Ab 1 Mai 2016 für die weitere Dauer des Getrenntlebens
Ab Mai 2016 ist auf Seiten der Klägerin von einem Einkommen von Fr. 3'500.–
auszugehen. Auf Seiten des Beklagten ist nach wie vor von einem Einkommen
von Fr. 7'598.– auszugehen. Der Bedarf der Klägerin beträgt Fr. 4'156.– und der-
jenige des Beklagten zusammen mit C._ auf Fr. 3'619.–. Es resultiert ein
Freibetrag von Fr. 3'323.–, weshalb folgende Unterhaltsberechnung resultiert:
Bedarf der Klägerin: Fr. 4'156.–
+ Anteil Freibetrag (40%): Fr. 1'329.–
./. Einkommen Klägerin: Fr. 3'500.–
Unterhaltsanspruch : Fr. 1'985.–
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Es rechtfertigt sich, den errechneten Unterhaltsanspruch auf Fr. 2'000.– pro Mo-
nat aufzurunden.
8.5. Aufgrund der vorstehenden Ausführungen sind der Klägerin persönlich fol-
gende monatliche Unterhaltsbeiträge zuzusprechen: rückwirkend für die Zeit vom
1. Januar 2015 bis 30. November 2015 Fr. 1'465.– (Durchschnitt der von der Vor-
instanz für diesen Zeitraum zugesprochenen Unterhaltsbeiträge), Fr. 1'283.40 für
Dezember 2015, Fr. 2'010.80 ab 1. Januar 2016 bis zum Auszug aus der eheli-
chen Liegenschaft, längstens bis 31. März 2016, Fr. 2'000.– ab Auszug aus der
ehelichen Liegenschaft, spätestens ab 1. April 2016, für die weitere Dauer des
Getrenntlebens.
9. Bereits geleistete Zahlungen
9.1. Der Beklagte beantragt, es sei davon Vormerk zu nehmen, dass er an den
Unterhalt für C._ für die Monate Januar, Februar, Juni, Juli, August und Sep-
tember 2015 je Fr. 600.– sowie für April und Mai je Fr. 400.– bereits bezahlt habe.
Im Mai 2015 habe er lediglich Fr. 400.– bezahlt, weil er den Kostenanteil der Klä-
gerin am Geburtstagsfest von C._ von Fr. 200.– verrechnet habe (Urk. 48 S.
3 und S. 22 und Urk. 94). Dazu reicht er einen E-Banking-Auszug der Zürcher
Kantonalbank (Urk. 96/1) ein.
9.2. Die Klägerin anerkennt die behaupteten Zahlungen bis auf die Zahlung von
September 2015 (Prot. S. 28), wobei der Beklagte anlässlich der Berufungsver-
handlung einräumte, dass die in Auftrag gegebene Zahlung im September 2015
infolge einer Unterdeckung des Kontos nicht habe ausgeführt werden können
(Prot. S. 28). Die Berechtigung zur Verrechnung eines Kostenanteils von
Fr. 200.– betreffend den Unterhaltsbeitrag für Mai 2015 bestreitet die Klägerin.
Sie lässt diesbezüglich ausführen, dass sie von Anfang an gegen die vom Beklag-
ten gewählten kostspieligen Aktivitäten gewesen sei (Urk. 58 S. 5). Da die vom
Beklagten geltend gemachte Verrechnungsforderung von Fr. 200.– bestritten
- 48 -
wurde, kann in diesem Umfang nicht von einer Tilgung der Unterhaltsforderung
ausgegangen werden.
9.3. Der Beklagte ist nach dem Gesagten seiner Unterhaltspflicht bereits im Um-
fang von Fr. 3'800.– (Zahlungen berücksichtigt bis Ende September 2015) nach-
gekommen, wovon Vormerk zu nehmen ist.
10. Überweisung der Rückerstattungen der Krankenkasse (Dispositivziffer 10) /
Editionsbegehren (Dispositivziffer 11)
10.1. Der Beklagte beantragt, Dispositivziffer 10 des vorinstanzlichen Urteils, wo-
nach er verpflichtet wurde, der Klägerin die Rückerstattungen der Krankenkasse
... in der Höhe von Fr. 1'317.40 und Fr. 1'018.– für die Rechnungen von Dr. med.
F._ vom 10. Juli 2014 über Fr. 1'463.– und vom 4. September 2014 über
Fr. 1'131.10 zu überweisen, infolge Gegenstandslosigkeit ersatzlos aufzuheben
(Urk. 48 S. 3), da er die Rückerstattungen bereits am 12. Januar 2015 (Urk.
26/12) vorgenommen habe (Urk. 48 S. 22). Die Klägerin führt zutreffend aus, dass
sich im Zeitpunkt des vorinstanzlichen Entscheids in den Akten lediglich ein Zah-
lungsauftrag, nicht jedoch ein Zahlungsbeleg betreffend die fraglichen Zahlungen
befunden habe. Die Klägerin anerkennt jedoch, dass die Rückerstattung der bei-
den Beträge zwischenzeitlich erfolgt ist (Urk. 58 S. 16). Weil nicht belegt ist, dass
die fraglichen Rückzahlungen bereits vor Erlass des vorinstanzlichen Entscheids
erfolgt sind, musste die Vorinstanz das Begehren nicht infolge Gegenstandslosig-
keit erledigt abschreiben. Unbestritten ist, dass die beiden Zahlungen mittlerweile
erfolgt sind, wovon Vormerk zu nehmen ist.
10.2. Sodann beantragt der Beklagte, Dispositivziffer 11, womit sein Antrag um
Verpflichtung der Klägerin i.S.v. Art. 170 ZGB zur Herausgabe der Kontoauszüge
ihres Lohnkontos seit dessen Eröffnung abgewiesen wurde, infolge Gegenstands-
losigkeit aufzuheben (Urk. 48 S. 3). Weil der Beklagte diesen Antrag mit keinem
Wort begründet, erschliesst sich nicht, was der Beklagte mit diesem Antrag be-
zweckt, weshalb darauf nicht weiter einzugehen ist.
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F. Vorinstanzliche Kosten- und Entschädigungsfolgen
1. Die Vorinstanz auferlegte die Gerichtsgebühr von Fr. 2'500.– der Klägerin zu
einem Viertel und dem Beklagten zu drei Vierteln (Dispositivziffer 14). Sodann
verpflichtete sie den Beklagten zur Leistung einer hälftigen Parteientschädigung
an die Klägerin (Dispositivziffer 15).
2. Der Beklagte beantragt, Dispositivziffer 13 (Gerichtsgebühr) sei aufzuheben.
Auch hier begründet der Beklagte mit keinem Wort, weshalb er mit der Höhe der
Gerichtsgebühr nicht einverstanden ist. Da sich das vorinstanzliche Verfahren als
verhältnismässig aufwändig gestaltete – es wurden zwei Verhandlungen und eine
Kinderanhörung durchgeführt –, ist die Gerichtsgebühr von Fr. 2'500.– in Anwen-
dung von § 5 Abs. 1, § 6 Abs. 2 lit. b sowie § 8 Abs. 1 GebV OG nicht zu bean-
standen.
2.1. Vor Vorinstanz waren die Obhutsfrage, die Kinder- und Ehegattenunter-
haltsbeiträge sowie die Benützung der ehelichen Liegenschaft umstritten. Der
Aufwand für die Beurteilung der Unterhaltsfrage ist mit 4/7, die Obhutsfrage mit
2/7 und die Benützung der ehelichen Liegenschaft (inkl. Hausrat- und Mobiliar)
mit 1/7 bei den Kosten zu berücksichtigen.
2.2. Die eheliche Liegenschaft wird mit vorliegendem Entscheid dem Beklagten
zur alleinigen Benützung zugewiesen, womit auch die vorinstanzliche Verpflich-
tung zur Herausgabe der Schlüssel und der Fernbedienung der Garage (Disposi-
tivziffer 5) entfällt. Der Beklagte obsiegt in diesem Punkt vollumfänglich.
2.3. Gemäss ständiger Praxis des Obergerichts sind die Kosten des Verfahrens
mit Bezug auf Kinderbelange – unabhängig vom Ausgang – den Parteien je zur
Hälfte aufzuerlegen und die Parteientschädigungen wettzuschlagen, wenn die
Parteien unter dem Gesichtspunkt des Kindesinteresses gute Gründe zur Antrag-
stellung hatten (OGer ZH LE110067 vom 13. April 2012 E. II/8; ZR 84 Nr. 41).
Damit sind die Parteien hinsichtlich der Obhutsfrage je zur Hälfte als obsiegende
Partei zu betrachten.
- 50 -
2.4. Mit Bezug auf die Unterhaltsbeiträge verlangte die Klägerin ab 1. Juli 2014
für sich persönlich Unterhaltsbeiträge von monatlich Fr. 3'600.– und für C._
solche von Fr. 1'400.– pro Monat (Urk. 85 S. 2). Der Beklagte hingegen erklärte
sich bereit, im Falle der Zuteilung der Obhut von C._ an die Klägerin dieser
ab 1. Januar 2015 für die Dauer des Getrenntlebens Unterhaltsbeiträge von
Fr. 800.– und dem Sohn C._ solche von Fr. 800.– zu bezahlen. Für den Fall
der Obhutszuteilung an den Beklagten beantragte dieser, die Klägerin sei zur
Leistung von angemessenen Kinderunterhaltsbeiträgen zu verpflichten.
2.4.1. In Abänderung des vorinstanzlichen Entscheids, gemäss welchem Kinder-
und Ehegattenunterhaltsbeiträge ab 1. Juli 2014 zugesprochen wurden, werden
mit vorliegendem Entscheid erst ab 1. Januar 2015 Kinder- und Ehegattenunter-
haltsbeiträge festgesetzt. Weil die Klägerin vor Vorinstanz beantragt hat, dass die
durch den Beklagten ab 1. Juli 2014 bereits geleisteten Zahlungen anzurechnen
seien (Rechtsbegehren Ziff. 8), die Vorinstanz indes in ihrem Urteil nicht festge-
stellt hat, in welchem Umfang der Beklagte seiner Unterhaltspflicht bereits nach-
gekommen ist, darf die Anerkennung der Klägerin, wonach der Beklagte seiner
Unterhaltspflicht seit der Trennung bis 31. Dezember 2014 nachgekommen ist,
dieser nicht zum Nachteil gereichen. Die Zeitspanne vom 1. Juli 2014 bis 31. De-
zember 2014 bleibt deshalb bei der Regelung der Kosten- und Entschädigungs-
folgen unberücksichtigt.
2.4.2. In der Periode vom 1. Januar 2015 bis zum 31. Oktober 2015 (10 Monate)
wird der Beklagte zu Kinder- und Ehegattenunterhaltsbeiträgen von monatlich
Fr. 2'333.– verpflichtet, weshalb der Beklagte in dieser Periode zu 4/5 obsiegt.
2.4.3. Ausgehend von einer mutmasslichen Gültigkeitsdauer der vorliegenden
Eheschutzmassnahmen bis 30. Juni 2017, mithin von drei Jahren ab Aufnahme
des Getrenntlebens im Juli 2014, verlangt die Klägerin ab der Obhutsumteilung
Ehegattenunterhaltsbeiträge von insgesamt Fr. 72'000.– (20 [Monate] x
Fr. 3'600.–). Der Beklagte beantragt im Falle der Obhutszuteilung an ihn von der
Zusprechung von Ehegattenunterhaltsbeiträgen abzusehen. Das vorinstanzliche
Urteil wird mit Bezug auf die Ehegattenunterhaltsbeiträge bestätigt. Auch die Kin-
derunterhaltsbeiträge bleiben bis zur Obhutsumteilung unverändert bei Fr. 850.–
- 51 -
pro Monat. In der Zeitspanne vom 1. November 2015 bis 30. Juni 2017 resultiert
insgesamt ein Ehegattenunterhaltsanspruch von rund Fr. 38'000.–, weshalb sich
Obsiegen und Unterliegen mit Bezug auf die Ehegattenunterhaltsbeiträge in die-
ser Periode ungefähr die Waage halten. Mangels Leistungsfähigkeit ist die Kläge-
rin ab dem Zeitpunkt der Obhutsumteilung nicht zur Leistung von Kinderunter-
haltsbeiträgen zu verpflichten, weshalb der Beklagte mit Bezug auf seinen Antrag
um Zusprechung von angemessenen Kinderunterhaltsbeiträgen vollumfänglich
unterliegt.
2.4.4. Im Ergebnis ist nach dem Gesagten mit Bezug auf die Unterhaltsfrage von
einem leichten Obsiegen der Klägerin auszugehen.
2.5. Gesamthaft betrachtet halten sich im erstinstanzlichen Verfahren Obsiegen
und Unterliegen fast die Waage, weshalb es sich rechtfertigt, die Kosten des erst-
instanzlichen Verfahrens den Parteien je zur Hälfte aufzuerlegen und die Partei-
entschädigungen wettzuschlagen.
III.
1. Das vorliegende Berufungsverfahren erweist sich für ein summarisches Ver-
fahren als verhältnismässig umfangreich und aufwändig. Für das zweitinstanzli-
che Verfahren rechtfertigt sich daher übers Ganze gesehen – in Anwendung von
§ 2 lit. a, c und d sowie § 12 Abs. 1 in Verbindung mit Abs. 2 und § 5 Abs. 1 und
2, § 6 Abs. 2 lit. b und § 8 Abs. 1 der Gebührenverordnung des Obergerichts
(GebV OG) – eine pauschale Entscheidgebühr von Fr. 7'000.–.
2. Umstritten waren im vorliegenden Berufungsverfahren im Wesentlichen die
Kinder- und Ehegattenunterhaltsbeiträge und bis zur Berufungsverhandlung die
Obhutsfrage, wobei der Aufwand für die Beurteilung dieser Fragen mit je 1/2 bei
den Kosten zu gewichten ist. Mit Bezug auf die Zuteilung der ehelichen Liegen-
schaft war lediglich der Auszugszeitpunkt umstritten, wobei dieser aufwandmässig
kaum ins Gewicht fällt. Auch die Regelung der vorinstanzlichen Kosten- und Ent-
schädigungsfolgen war vom Aufwand her marginal.
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2.2. Hinsichtlich der Obhutsfrage sind die Parteien je zur Hälfte als obsiegende
Partei zu betrachten (Art. 107 Abs. 1 lit. c ZPO).
2.3. Mit Bezug auf die Unterhaltsbeiträge beantragt der Beklagte die Festsetzung
von Kinderunterhaltsbeiträgen von Fr. 600.– ab 1. Januar 2015, solange C._
unter der Obhut der Klägerin steht. Für die Zeit ab Obhutszuteilung an den Be-
klagten verlangt dieser die Zusprechung von angemessenen Kinderunterhaltsbei-
trägen (Urk. 48 S. 2). Die Klägerin beantragt, den Beklagten ab ihrem Auszug aus
der ehelichen Liegenschaft zur Leistung von Ehegattenunterhaltsbeiträgen von Fr.
2'000.– pro Monat zu verpflichten (Urk. 110 S. 8). Im Übrigen beantragt sie die
Abweisung der Berufung und Bestätigung des vorinstanzlichen Entscheids (Urk.
58 S. 2 und Urk. 110 S. 8).
2.4. Wie erwähnt (Erw. II./F./2.5.1.) rechtfertigt es sich vorliegend, die Zeitspanne
vom 1. Juli 2014 bis 31. Dezember 2014 bei der Regelung der Kosten- und Ent-
schädigungsfolgen unberücksichtigt zu lassen, weshalb die Klägerin mit Bezug
auf die Unterhaltsfrage vollumfänglich obsiegt.
3. Gesamthaft betrachtet ist von einem Obsiegen der Klägerin im Berufungs-
verfahren im Umfang von 3/4 auszugehen, weshalb die Kosten des Berufungsver-
fahrens dem Beklagten im Umfang von 3/4 und der Klägerin im Umfang von 1/4
aufzuerlegen sind. Überdies ist der Beklagte zu verpflichten, der Klägerin eine auf
die Hälfte reduzierte Parteientschädigung zu bezahlen. Die volle Parteientschädi-
gung ist in Anwendung von § 5 Abs. 1, § 6 Abs. 3, § 9 und § 11 der AnwGebV auf
Fr. 8'000.– festzusetzen, womit der Beklagte zu verpflichten ist, der Klägerin eine
Parteientschädigung von Fr. 4'000.– zu bezahlen. Antragsgemäss ist der Mehr-
wertsteuerzuschlag von 8% zuzusprechen.