# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 62d43b00-03aa-4924-961c-1a25e4a75887
**Court:** SG_VB
**Chamber:** SG_VB_001
**Year:** 2020
**Language:** de
**Jurisdiction:** SG / Eastern_Switzerland
**Law Area:** Public
**Law Sub-area:** $law_sub_area

## Facts

Sachverhalt
A.
a) A._ erwarb im Jahr 2006 in Z._ das – gemäss geltendem
Zonenplan der Politischen Gemeinde Z. – in der Landwirtschafts- und
Grünzone gelegene Grundstück Nr. 001, Grundbuch Z. Dieses hatte
eine Fläche von rund 5,5 ha und war zu rund einem Drittel bewaldet
sowie mit einem Wohnhaus (Vers.-Nr. 003), einem Nebengebäude
(Vers.-Nr. 004), einer Remise (Vers.-Nr. 005) und einem Stall (Vers.-
Nr. 006) überbaut. Im Jahr 2007 wurde ein 966 m2 grosser Grund-
stücksteil mit Wohnhaus und Nebengebäude mit der Begründung ab-
parzelliert, dass das Wohnhaus und das Nebengebäude zu keinem
landwirtschaftlichen Gewerbe mehr gehörten (Grundstück Nr. 002). Im
Januar 2008 bewilligte der Gemeinderat Z._ unter anderem gestützt
auf die zustimmende raumplanungsrechtliche Teilverfügung des Am-
tes für Raumentwicklung (heute: Amt für Raumentwicklung und Geoin-
formation [AREG]) eine Sanierung des Wohnhauses und den Abbruch
der Remise.
b) Im Juli 2008 und Januar 2009 verfügte der Gemeinderat wegen
unbewilligter Bauarbeiten am Stall und am Wohnhaus Baustopps, wo-
rauf A._ hinsichtlich beider Gebäude nachträgliche Baugesuche ein-
reichte. Diese wies der Gemeinderat im Juni 2009 gestützt auf die ab-
lehnenden raumplanungsrechtlichen Teilverfügungen des AREG ab;
zudem ordnete er den Abbruch des Wohnhauses und des Stalls an.
Dagegen gelangte A._ zunächst erfolglos an das Baudepartement
(BDE Nr. 39/2010 vom 7. Juli 2010) und anschliessend an das Ver-
waltungsgericht, das die Abbruchverfügung hinsichtlich des Stalls auf-
hob und stattdessen ein Verbot zonenwidriger Nutzung verfügte, an-
sonsten aber die Beschwerde abwies (VerwGE B 2010/193 vom
16. März 2011). Die von A._ dagegen erhobene Beschwerde hiess
das Bundesgericht im März 2012 wegen einer absehbaren wesentli-
chen Änderung des Raumplanungsrechts gut (vgl. Urteil des Bundes-
gerichtes 1C_187/2011 vom 15. März 2012). Es wies die Sache zu

## Considerations

neuer Prüfung im Sinn der Erwägungen an das Verwaltungsgericht
zurück, welches sie am 12. April 2012 an die Politische Gemeinde
Z._ weiterverwies.
c) Zwischenzeitlich hatte der Gemeinderat am 7. Oktober 2011
verfügt, dass die Pferdehaltung umgehend einzustellen und die Pferde
von Grundstück Nr. 001 wegzuschaffen seien. Die nachträglich einge-
zogenen provisorischen Wände im Stall seien zu entfernen. Weiter un-
tersagte er jegliche Nutzung des Wohnhauses und des Stalls während
des laufenden Baubewilligungs- und Wiederherstellungsverfahrens.
A._ erhob am 19. Oktober 2011 dagegen Rekurs (11-6309) beim
Baudepartement. Während des Rekursverfahrens wurde die damals
von A._ getrennt lebende Ehefrau, B._, am 10. Mai 2012 zur
Hälfte Miteigentümerin von Grundstück Nr. 002. Das Baudepartement
hiess den Rekurs von A._ bezüglich der Entfernung der baulichen
Veränderungen in der Folge gut, wies ihn im Übrigen aber ab, soweit
Entscheid des Baudepartementes SG (Nr. 3/2020), Seite 3/13
es darauf eintrat (BDE Nr. 37/2012 vom 8. August 2012). Eine dage-
gen erhobene Beschwerde beim Verwaltungsgericht wurde durch den
Präsidenten des Verwaltungsgerichtes abgewiesen (VerwGE
B 2012/171 vom 10. Oktober 2012). A._ erhob dagegen am 9. No-
vember 2012 beim Bundesgericht Beschwerde und beantragte eine
teilweise Aufhebung des angefochtenen Entscheids und die Rückwei-
sung der Sache an die zuständige Behörde. Das Bundesgericht trat
auf die Beschwerde nicht ein (Urteil des Bundesgerichtes
1C_579/2012 vom 21. März 2013).
d) Mit Entscheid vom 1. bzw. 4. Juli 2013 wies der Gemeinderat
die nachträglichen Baugesuche in der an ihn zur Neubeurteilung zu-
rückgewiesenen Sache gestützt auf die ablehnende raumplanungs-
rechtliche Teilverfügung des AREG vom 6. Juni 2013 ab; zudem ord-
nete er den Abbruch des Wohnhauses und die Wiederherstellung des
Stalls an. Den von A._ dagegen erhobenen Rekurs hiess das Bau-
departement insoweit gut, als es die Wiederherstellungsanordnung für
den Stall aufhob und stattdessen ein Verbot zonenwidriger Nutzung
verfügte; im Übrigen wies es ihn ab (BDE Nr. 30/2016 vom 30. Mai
2016).
e) Gegen den Rekursentscheid gelangte A._ mit Beschwerde an
das Verwaltungsgericht. Dieses stellte fest, dass ein Einsprecher zu
Unrecht am Verfahren beteiligt worden sei; ansonsten wies es die Be-
schwerde ab, soweit es darauf eintrat (VerwGE B 2016/127 vom
23. Mai 2018). Das Bundesgericht wies eine dagegen erhobene Be-
schwerde von A._ ab, soweit es darauf eintrat (Urteil des Bundes-
gerichtes 1C_325/2018 vom 15. März 2019).
f) Gestützt darauf forderte der Gemeinderat Z._ A._ mit
Schreiben vom 24. April 2019 auf, das Wohnhaus (Vers.-Nr. 003) bis
31. Mai 2019 abzubrechen. Nachdem A._ die Frist ungenutzt ver-
streichen liess, wurde ihm von der Gemeinde mit Schreiben vom
4. Juni 2019 eine Nachfrist bis 15. Juni 2019 zur Einreichung eines
schriftlichen Vorschlags zur Wiederherstellung des rechtmässigen Zu-
stands angesetzt. Gleichzeitig wurde ihm für den Fall des unbenützten
Fristablaufs die Umsetzung der Wiederherstellung durch den Gemein-
derat mit Androhung der Ersatzvornahme und Erstattung einer Straf-
anzeige in Aussicht gestellt.
g) Mit Schreiben vom 10. Juni 2019 teilte A._ der Gemeinde
Z._ mit, dass ihm die finanziellen Mittel für den Abbruch des Wohn-
hauses fehlten, und er deshalb nicht in der Lage sei, die notwendigen
Aufträge zu vergeben. Er überlasse es der Gemeinde Z._, die Wie-
derherstellungsmassnahmen im Rahmen des pflichtgemässen Er-
messens festzulegen.
h) Das Bauamt holte deshalb bei der C._AG eine Offerte für den
Abbruch der Liegenschaft ein. Die voraussichtlichen Kosten für den
Abbruch samt Baustelleninstallation und Umgebungsarbeiten beliefen
sich auf netto Fr. 25'309.50.
Entscheid des Baudepartementes SG (Nr. 3/2020), Seite 4/13
i) Mit Schreiben vom 8. August 2019 wurde A._ und B._ ein
Verfügungsentwurf des Gemeinderates betreffend Ersatzvornahme-
und Kostenvorschuss zwecks Wahrung des rechtlichen Gehörs zur
Stellungnahme eingeschrieben zugestellt. A._, vertreten durch
Dr. Andres Büsser, Rechtsanwalt, St.Gallen, beantragte mit Schreiben
vom 23. August 2019, es sei vom Erheben einer Strafanzeige gegen
ihn sowie von der in der Verfügung vorgesehenen Androhung dersel-
ben abzusehen. Der Miteigentümerin B._ sei im vorausgegangenen
Bewilligungsverfahren keine Parteistellung eingeräumt worden. Die
Abbruchverfügung sei auch gegenüber der Miteigentümerin B._ zu
erlassen und ihr sei auch das rechtliche Gehör zu gewähren. A._
habe keine alleinige Verfügungsmacht über das Grundstück und sei
somit aus rechtlichen und finanziellen Gründen nicht in der Lage, die
Abbrucharbeiten zu veranlassen. Schliesslich seien die geschätzten
Kosten für die Wiederherstellung zu begründen und durch Einsichts-
gewährung in den Kostenvoranschlag zu plausibilisieren. B._ liess
sich nicht vernehmen.
B.
Mit Beschluss vom 16. September 2019 ordnete der Gemeinderat die
Ersatzvornahme an. Demgemäss hätten A._ und B._ Gelegen-
heit, bis 29. Februar 2020 die Wiederherstellung selbst vollständig
auszuführen. Ansonsten werde das vom Gemeinderat beauftragte Un-
ternehmen ab März 2020 mit den Wiederherstellungsarbeiten, d.h. mit
der Beseitigung der Wohnbaute (Vers.-Nr. 003) auf Grundstück
Nr. 002, beginnen. A._ und B._ wurden verpflichtet, für die anfal-
lenden Kosten der Wiederherstellung des rechtmässigen Zustands ei-
nen Kostenvorschuss in der Höhe von Fr. 25'000.– zu leisten.
C.
a) Gegen diesen Beschluss erhob A._ (im Folgenden Rekur-
rent 1), durch seinen Rechtsvertreter, mit Schreiben vom 1. Oktober
2019 Rekurs beim Baudepartement (Nr. 19-7699; im Folgenden Re-
kurs 1). Es werden folgende Anträge gestellt:
1. Die Verfügung der Gemeinde Z._ vom 16. Septem-
ber 2019 sei aufzuheben.
2. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolge.
Zur Begründung wird geltend gemacht, dass B._, zwischenzeitlich
geschiedene Ehefrau von Rekurrent 1, seit 10. Mai 2012 – also schon
vor Erlass der Abbruchverfügung vom 6. Juni 2013 (recte 1. bzw.
4. Juli 2013) – Miteigentümerin von Grundstück Nr. 002 sei. Sie sei
aber während des gesamten Verfahrens nie einbezogen worden, habe
weder Parteistellung gehabt noch sei ihr das rechtliche Gehör gewährt
worden. Rekurrent 1 als blosser Miteigentümer sei entsprechend nicht
allein verfügungsberechtigt über das Gebäude. In einem solchen Fall
könne auch eine Ersatzvornahme nicht erfolgen, weil die Rechte des
bisher nicht verpflichteten, duldungswilligen Eigentümers dem Eingriff
Entscheid des Baudepartementes SG (Nr. 3/2020), Seite 5/13
des Staats oder des mit der Ersatzvornahme beauftragten Dritten ent-
gegenstünden. Ausserdem liege eine Verletzung der Begründungs-
pflicht, des rechtlichen Gehörs und des Akteneinsichtsrechts vor, weil
die Vorinstanz dem Rekurrenten 1 – trotz Einsichtsbegehren – keine
Einsicht in die Offertunterlagen gewährt und die geschätzten Kosten
nicht begründet habe.
b) Weiter erhob auch B._ (im Folgenden Rekurrentin 2) mit
Schreiben vom 1. Oktober 2019 Rekurs beim Baudepartement
(Nr. 19-7701; im Folgenden Rekurs 2). Es werden folgende Anträge
gestellt:
1. Die Verfügung der Gemeinde Z._ vom 16. Septem-
ber 2019 sei aufzuheben.
unter Kosten- und Entschädigungsfolge.
Zur Begründung wird geltend gemacht, dass sie bereits seit 10. Mai
2012 Miteigentümerin des Grundstücks Nr. 002 sei. Sie habe weder
einem Abbruch des Wohnhauses zugestimmt noch sei sie am Verfah-
ren beteiligt gewesen. Darum dürfe die Vollstreckung bzw. Ersatzvor-
nahme nicht angeordnet werden. Ob die Kosten von Fr. 25'000.– be-
gründet seien, könne sie nicht beurteilen; sie habe auch nie Einsicht
in betreffende Offerten und Unterlagen erhalten.
D.
Mit Vernehmlassung vom 4. November 2019 beantragt die Vorinstanz
beide Rekurse unter Kostenfolge abzuweisen. Zur Begründung wird
geltend gemacht, dass die Behauptung unzutreffend sei, die Rekur-
rentin 2 habe keine Kenntnis über den widerrechtlichen Zustand auf
Grundstück Nr. 002 gehabt. Sie sei während des gesamten Wieder-
herstellungsverfahrens mit sämtlicher Korrespondenz bedient und in
Kenntnis gesetzt worden. Die eingeschriebenen Briefe vom 8. August
sowie 16. September 2019 seien ihr am 15. August bzw. 18. Septem-
ber 2019 zugestellt worden.
E.
Auf die weiteren Ausführungen der Verfahrensbeteiligten in den vor-
genannten Eingaben wird – soweit erforderlich – in den Erwägungen
eingegangen.
Erwägungen
1.
1.1 Die beiden Rekursverfahren stehen im gleichen sachlichen Zu-
sammenhang. Sie werfen dieselben Sachverhalts- und Rechtsfragen
auf. Es ist somit zweckmässig, sie verfahrensrechtlich zu vereinigen
und durch einen einzigen Entscheid zu erledigen (GVP 1972 Nr. 30).
Entscheid des Baudepartementes SG (Nr. 3/2020), Seite 6/13
1.2 Die Zuständigkeit des Baudepartementes ergibt sich aus
Art. 43bis des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege (sGS 951.1;
abgekürzt VRP).
1.3 Die Frist- und Formerfordernisse von Art. 47 Abs. 1 und Art. 48
VRP sind erfüllt. Die Rekursberechtigung ist sowohl bei Rekurrent 1
als auch bei Rekurrentin 2 gegeben (Art. 45 VRP). Auf die Rekurse ist
einzutreten.
2.
Rekurrent 1 und Rekurrentin 2 machen eine Verletzung des rechtli-
chen Gehörs geltend, indem ihnen das Einsichtsrecht in die Offerte
samt Unterlagen verweigert worden sei.
2.1 Der Anspruch auf rechtliches Gehör ist in Art. 29 Abs. 2 der Bun-
desverfassung (SR 101) verankert. Ausflüsse dieses verfassungs-
mässigen Prinzips werden vorab in Art. 15 VRP (Gelegenheit zur Stel-
lungnahme) und Art. 16 VRP (Akteneinsicht) geregelt. Zum Anspruch
auf rechtliches Gehör gehört das Recht auf Teilnahme am Verfahren
und auf Einflussnahme auf den Prozess der Entscheidfindung. In die-
sem Sinn dient das rechtliche Gehör einerseits der Sachaufklärung,
anderseits stellt es ein persönlichkeitsbezogenes Mitwirkungsrecht
beim Erlass eines Entscheids dar, der in die Rechtsstellung des Ein-
zelnen eingreift. Der Anspruch auf rechtliches Gehör umfasst ausser-
dem das Recht, an der Erhebung wesentlicher Beweise mitzuwirken
oder sich zumindest zum Beweisergebnis zu äussern, wenn dieses
geeignet ist, den Entscheid zu beeinflussen (CAVELTI/VÖGELI, Verwal-
tungsgerichtsbarkeit im Kanton St.Gallen, St.Gallen 2003, Rz. 988 f.)
2.2 Gemäss Art. 16 Abs. 1 VRP haben die Beteiligten Anspruch auf
Einsicht in die Akten, soweit nicht wichtige öffentliche oder schutzwür-
dige private Interessen entgegenstehen. Das Akteneinsichtsrecht er-
streckt sich auf alle für den Entscheid wesentlichen Akten, d.h. all jene
Akten, die Grundlage einer Anordnung bilden. Abzustellen ist dabei
ausschliesslich auf die objektive Bedeutung eines Schriftstücks für die
entscheidwesentliche Sachverhaltsfeststellung (A. GRIFFEL, in:
A. Griffel [Hrsg.], Kommentar VRG, 3. Aufl., Zürich 2014, N 12 ff. zu
§ 8 mit weiteren Hinweisen; KÖLZ/HÄNER/BERTSCHI, Verwaltungsver-
fahren und Verwaltungsrechtspflege des Bundes, 3. Aufl., Zürich
2013, N 494 mit weiteren Hinweisen). Einsicht ist somit in alle Akten
zu gewähren, welche geeignet sind, Grundlage der späteren Verfü-
gung bzw. des späteren Entscheids zu bilden (CAVELTI/VÖGELI, a.a.O.,
Rz. 1131 mit Hinweisen). Akteneinsicht wird grundsätzlich nur auf Ge-
such hin gewährt. Die Behörden sind nicht verpflichtet, die Akten den
Einsichtsberechtigten von Amtes wegen auszuhändigen oder zuzu-
stellen. Gegebenenfalls müssen sie sie jedoch über das Vorhanden-
sein bestimmter Aktenstücke informieren (GRIFFEL, a.a.O., N 16 zu
§ 8).
Entscheid des Baudepartementes SG (Nr. 3/2020), Seite 7/13
2.3 Dieses Recht umfasst unter anderem die Befugnis, am Sitz der
Akten führenden Behörde selbst Einsicht in die Unterlagen zu neh-
men, sich Aufzeichnungen zu machen und, wenn dies der Behörde
keine übermässigen Umstände verursacht, Fotokopien zu erstellen.
Im Allgemeinen besteht hingegen kein Anspruch auf Zusendung von
Akten (HÄFELIN/MÜLLER/UHLMANN, Allgemeines Verwaltungsrecht,
7. Aufl., Zürich/St.Gallen 2016, Rz. 1019 ff.). Bei den patentierten
Rechtsanwälten ist eine Zusendung der Akten gleichwohl gebräuch-
lich. Deren bevorzugte Behandlung lässt sich gemäss dem Bundesge-
richt damit rechtfertigen, dass sie einer strengeren disziplinarischen
Aufsicht unterworfen sind. Sie bieten daher besser als andere Private
Gewähr dafür, dass ausgehändigte Akten vollständig und unverändert
an die Behörde zurückgelangen und nicht an Drittpersonen weiterge-
geben werden (vgl. BGE 108 Ia 5 Erw. 3; M. ALBERTINI, Der verfas-
sungsmässige Anspruch auf rechtliches Gehör im Verwaltungsverfah-
ren des modernen Staates, Bern 2000, S. 249 ff.).
2.4 Die Offerte für den Abbruch des Wohnhauses – welche Grund-
lage der angefochtenen Verfügung ist – hätte daher dem Rechtsver-
treter des Rekurrenten 1 auf dessen Gesuch vom 23. August 2019 zu-
gestellt werden müssen. Die Vorinstanz hat daher diesbezüglich das
rechtliche Gehör verletzt.
2.5 Anders verhält es sich bei Rekurrentin 2. Mangels Gesuch war
die Vorinstanz nicht verpflichtet, ihr von sich aus Einsicht in die Offerte
zu gewähren bzw. sie ihr zuzustellen. Aus dem Verfügungsentwurf
vom 8. August 2019 war zu entnehmen, dass die Vorinstanz eine Kos-
tenschätzung für den Abbruch eingeholt hatte. Sie war daher über das
Vorhandensein eines entsprechenden Dokuments informiert. Eine
Verletzung des rechtlichen Gehörs ist in ihrem Fall nicht gegeben.
2.6 Der Anspruch auf rechtliches Gehör ist formeller Natur. Liegt
eine Verletzung des rechtlichen Gehörs vor, wird der angefochtene
Hoheitsakt aufgehoben, ohne Rücksicht darauf, ob die Verletzung für
den Ausgang des Verfahrens relevant ist. Nach der bundesgerichtli-
chen Praxis kann eine Verletzung des rechtlichen Gehörs aber geheilt
werden, wenn die unterlassene Anhörung, Akteneinsicht oder Begrün-
dung in einem Rechtsmittelverfahren nachgeholt wird, das eine Prü-
fung im gleichen Umfang wie durch die Vorinstanz erlaubt. Begründet
wird dies mit prozess-ökonomischen Überlegungen. Grundsätzlich
lässt das Bundesgericht die Heilung allerdings nur zu, wenn die Ver-
letzung des rechtlichen Gehörs nicht besonders schwer wiegt; die Hei-
lung des Mangels soll die Ausnahme bleiben (HÄFELIN/MÜLLER/
UHLMANN, a.a.O., Rz. 1175 mit Hinweisen).
2.7 Das Baudepartement prüft sowohl die Tat- als auch die Rechts-
fragen uneingeschränkt. Vorliegend konnten Rekurrent 1 und Rekur-
rentin 2 im Rahmen des Rekursverfahrens Anträge stellen und zu
sämtlichen entscheidrelevanten Akten Stellung nehmen. Mit Schrei-
ben vom 19. November 2019 wurden sie mit der Vernehmlassung der
Entscheid des Baudepartementes SG (Nr. 3/2020), Seite 8/13
Vorinstanz samt Richtofferte der Firma C._AG bedient mit dem Hin-
weis, dass um entsprechende Mitteilung gebeten werde, falls Einsicht
in weitere Vorakten gewünscht werde. Eine Reaktion darauf blieb so-
wohl beim Rekurrenten 1 als auch bei der Rekurrentin 2 aus. Die Ge-
hörsverletzung wiegt deshalb nicht sonderlich schwer und konnte im
Rahmen des Rekursverfahrens geheilt werden. Von einer Rückwei-
sung an die Vorinstanz ist abzusehen; die Gehörsverletzung ist jedoch
bei der Kostenverlegung zu berücksichtigen.
3.
Rekurrent 1 und Rekurrentin 2 machen geltend, dass eine
Ersatzvornahme nicht verfügt werden könne, weil Rekurrentin 2 als
Miteigentümerin von Grundstück Nr. 002 dem Abbruch nie zugestimmt
habe, obwohl sie bereits seit 12. Mai 2012 Miteigentümerin sei.
Ebenso wenig sei sie im Baubewilligungs- bzw. Abbruchsverfahren
verfahrensbeteiligt gewesen. Ein Abbruch einer rechtswidrig erstellten
Baute könne aber nicht allein gegenüber dem Verhaltensstörer
(Bauherr) rechtsgültig verfügt werden.
3.1 Grundsätzlich dürfen einem Betroffenen aus einer mangelhaften
Eröffnung keine Nachteile erwachsen. Für den Übergangenen beginnt
die Beschwerdefrist deshalb vorläufig nicht zu laufen, so dass die
Verfügung auch nicht in formelle Rechtskraft erwächst (ALBERTINI,
a.a.O., S. 441 f.). Dritte, die – wie beispielsweise vorliegend durch die
unterlassene Eröffnung – vom Einreichen eines Rechtsmittels
abgehalten wurden, können aus diesem Grund Rechtsmittel ergreifen,
sobald sie von der Baubewilligung bzw. Abbruchverfügung Kenntnis
erhalten haben (Urteil des Bundesgerichtes 1C_478/2008 vom
28. August 2009 Erw. 2.4). Der Berufung auf eine mangelhafte
Eröffnung steht unter Umständen aber der Grundsatz von Treu und
Glauben entgegen. Dieser verbietet es dem Betroffenen, mit einer
Anfechtung des ihm bekannt gewordenen Entscheids in treuwidriger
Weise zuzuwarten. Ausserdem ist unter dem Aspekt der
Rechtssicherheit der ungewissen Situation über die
Rechtswirksamkeit einer Verfügung irgendwann ein Ende zu setzen.
Es gilt zu verhindern, dass Anordnungen auf unbestimmte Zeit beliebig
in Frage gestellt werden können. In solchen Fällen ist das Interesse
an der Rechtssicherheit gegen das Rechtsschutzinteresse des
Betroffenen abzuwägen. Wenn der Betroffene vom Inhalt der
Verfügung tatsächlich Kenntnis genommen hat, ist zu prüfen, ob er die
zumutbaren Vorkehren zur Wahrung seiner Rechte getroffen hat
(CAVELTI/VÖGELI, a.a.O., Rz. 897 f.). Denn wenn der Betroffene einmal
von der ihn berührenden Verfügung Kenntnis erhalten hat, muss er
nach Treu und Glauben dafür besorgt sein, den genauen Inhalt der
Verfügung zu erfahren. Unanfechtbar wird die mangelhaft eröffnete
Verfügung nach dem Vertrauensprinzip also dann, wenn dem Über-
gangenen nach den gesamten Umständen übermässig langes Zuwar-
ten zur Last fällt oder wenn die Gegenpartei im Vertrauen auf die ver-
meintlich rechtskräftige Verfügung gutgläubig von den darin verbrief-
ten Rechten Gebrauch gemacht hat (VerwGE B 2009/71 und 72 vom
18. März 2010 Erw. 2.4 mit Hinweisen).
Entscheid des Baudepartementes SG (Nr. 3/2020), Seite 9/13
3.2 Der Beschluss des Gemeinderates vom 1. bzw. 4. Juli 2013,
worin der Abbruch des Wohnhauses (Vers.-Nr. 003) auf Grundstück
Nr. 002 verfügt wurde, wurde der neuen Miteigentümerin
(Rekurrentin 2) unbestrittenermassen nicht zugestellt und sie war
auch am Verfahren zuvor nicht beteiligt. Rekurrentin 2 wurde erstmals
seitens der Behörden (oder Gerichte) mit Schreiben des
Gemeindebauamtes vom 24. April 2019 mittels Kopie über die
Tatsache orientiert, dass das Bundesgericht im Urteil vom 15. März
2019 die Beschwerde von Rekurrent 1 abgewiesen habe, soweit es
darauf eintrat, und das Wohnhaus (Vers.-Nr. 003) auf Grundstück
Nr. 002 abzubrechen sei. Mit einer weiteren Orientierungskopie vom
4. Juni 2019 wurde sie darüber informiert, dass Rekurrent 1 bis
15. Juni 2019 einen schriftlichen Vorschlag für die Wiederherstellung
des rechtmässigen Zustands einzureichen habe. Eine weitere
Orientierungskopie an Rekurrentin 2 zeigte ihr an, dass das
Wiederherstellungsverfahren eingeleitet werde. Schliesslich wurde ihr
als Adressatin ein Entwurf der Anordnung der Ersatzvornahme vom
8. August 2019 eingeschrieben zugestellt. Sie war daher spätestens
seit 24. April 2019 im Bilde, dass der Abbruch des Wohnhauses
(Vers.-Nr. 003) letztinstanzlich rechtskräftig verfügt worden war und
hätte sich nach dem Grundsatz von Treu und Glauben bei der
Vorinstanz erkundigen und sich um die Eröffnung der
Wiederherstellungsverfügung bemühen müssen. Dennoch hat sie
keinerlei Anstrengungen unternommen, den Inhalt der Verfügung zu
erfahren oder überhaupt zu reagieren. Erst anlässlich des
vorliegenden Rekurses – mithin fünf Monate nach Kenntnisnahme –
macht sie eine Verletzung ihrer Mitwirkungsrechte geltend. Damit steht
fest, dass sie zu spät tätig wurde und die Wiederherstellungsverfügung
in formelle Rechtskraft erwachsen ist.
3.3 Die von Rekurrent 1 aufgerufenen Urteile des Bundesgerichtes
(1C_292/2017 vom 15. September 2017 und BGE 107 Ia 19) besagen,
dass der Verhaltensstörer, dem über das betroffene Grundstück keine
(alleinige) Verfügungsmacht zusteht, eine verlangte Beseitigung nur
vornehmen kann, wenn ihr die Grundstückseigentümer zustimmen.
Widersetzen diese sich dem entsprechenden Eigentumseingriff, wird
die Beseitigungsverfügung gegenüber dem Verhaltensstörer zur Zeit
nicht vollstreckbar. Das Vollstreckungshindernis kann beseitigt
werden, indem gegen die Grundeigentümer, die ihre Zustimmung zur
angeordneten Beseitigung verweigern, eine Duldungs- oder
Beseitigungsverfügung erlassen wird. Dagegen können die
Grundeigentümer Rechtsmittel ergreifen und insbesondere die
Verhältnismässigkeit der Anordnung in Frage stellen. Wie oben
ausgeführt, hat die Rekurrentin 2 als Miteigentümerin aber ihre
diesbezüglichen Rechte, dagegen Rechtsmittel zu ergreifen, durch zu
langes Zuwarten verwirkt.
3.4 Die Rüge, die Ersatzvornahme habe aufgrund der fehlenden
Parteistellung von Rekurrentin 2 im Wiederherstellungsverfahren nicht
verfügt werden können, ist daher unbehelflich.
Entscheid des Baudepartementes SG (Nr. 3/2020), Seite 10/13
3.5 Im Übrigen ist es mehr als stossend, wenn der Rekurrent 1
während der gesamten Verfahren es nicht für nötig befunden hat, die
Behörden bzw. Gerichte über die geänderten Eigentumsverhältnisse
an Grundstück Nr. 002 zu informieren, und sich nun darauf beruft,
dass die Miteigentümerin in keine Verfahren einbezogen worden sei.
Der Wechsel der Eigentumsverhältnisse an Grundstück Nr. 002 ging
in der Zeit vonstatten, nachdem das Verwaltungsgericht die vom
Bundesgericht zurückgewiesene Angelegenheit seinerseits an die
Vorinstanz zur Neubeurteilung zurückwies und bevor die Vorinstanz
ein erneutes Anzeige- und Auflageverfahren durchführte. Die an
Rekurrent 1 und seinen Rechtsvertreter sowie den Einsprechern
gerichtete Wiederherstellungsverfügung wurde in der Folge vom
Rekurrenten 1 durch alle Instanzen angefochten, bis in dieser Sache
am 15. März 2019 das Urteil des Bundesgerichtes erging. Ebenso war
zum Zeitpunkt der Eigentumsveränderung ein Rekurs von Rekurrent 1
betreffend Nutzungsverbot hängig, dessen Gegenstand ein von der
Vorinstanz am 7. Oktober 2011 erlassenes Nutzungsverbot war,
welcher mit Entscheid vom 8. August 2012 abgeschlossen wurde.
3.6 Das Verwaltungsgericht hielt bereits in seinem Urteil B 2010/193
vom 16. März 2011, Erw. 2.7, fest, dass der "Beschwerdeführer im
Verlauf des Verfahrens immer wieder neue und sich widersprechende
Angaben gemacht und sich dabei widersprüchlich verhalten habe".
Dieses widersprüchliche Verhalten äussert sich auch in diesem
Verfahren wieder. In Rekursverfahren Nr. 13-4173 äusserte sich der
Rekurrent 1 im Sachverhalt Ziff. 1 der Rekursschrift vom 11. Juli 2013,
d.h. bereits nachdem Rekurrentin 2 Miteigentümerin geworden ist,
dass er das Grundstück Nr. 002 erworben habe und dessen
Eigentümer geworden sei. Seine heute geschiedene Ehefrau war aber
sehr wohl bereits Thema in Rekursverfahren Nr. 09-3784, als im
darauffolgenden Beschwerdeverfahren über fünf Seiten über die Rolle
der Rekurrentin 2 referiert wurde, als es um ihre Beteiligung an der
Bewirtschaftung des Pferde- und Heilpflanzenzuchtbetriebs auf
Grundstück Nr. 002 ging. Nachdem die Vorinstanz in der an sie
zurückgewiesenen Angelegenheit am 1. bzw. 4. Juli 2013 neu über die
Wiederherstellung des rechtmässigen Zustands entschieden und die
Verfügung lediglich Rekurrent 1 eröffnete hatte, hielt er es aber nicht
für nötig, das Versäumnis zu rügen oder überhaupt die Änderung der
Eigentumsverhältnisse zu melden. Ausserdem dürfte auch erwartet
werden, dass Rekurrent 1 seine damalige Ehefrau, von der er zwar
bereits seit dem Jahr 1994 getrennt lebte, mit ihr aber trotzdem nach
eigenen Angaben den Hof führen wollte, über solch einschneidende
Veränderungen der Situation wie ein drohender Abbruch des
Wohnhauses sowie ein Nutzungsverbot des Stalls für
Hobbytierhaltung informieren würde. Das gesamte Verhalten des
Rekurrenten 1 lässt an der nach Treu und Glauben geforderten
Vertrauenswürdigkeit missen.
Entscheid des Baudepartementes SG (Nr. 3/2020), Seite 11/13
4.
Zusammenfassend ergibt sich, dass die Vorinstanz das rechtliche Ge-
hör des Rekurrenten 1 verletzt hat, dieser Mangel jedoch im Rekurs-
verfahren geheilt wurde. Die Abbruchverfügung vom 1. bzw. 4. Juli
2013 ist formell in Rechtskraft erwachsen und die Vorinstanz hat ge-
stützt darauf zu Recht die angefochtene Ersatzvornahme verfügt. Ge-
gen die Ersatzvornahme selber wurden keine materiellen Gründe gel-
tend gemacht. In der Sache erweisen sich die Rekurse 1 und 2 des-
halb als unbegründet und sind abzuweisen.
5.
5.1 Nach Art. 95 Abs. 1 VRP hat in Streitigkeiten jener Beteiligte die
Kosten zu tragen, dessen Begehren ganz oder teilweise abgewiesen
werden. Weil es sich um zwei Rekursverfahren handelt, die parallel
durchgeführt wurden, aber in einem Entscheid ohne Augenschein er-
ledigt werden konnten, rechtfertigt es sich, eine reduzierte Gebühr zu
erheben. Für beide Rekurse wird gesamthaft eine Entscheidgebühr
von Fr. 3'600.– erhoben (Nr. 10.01 des Gebührentarifs für die Kan-
tons- und Gemeindeverwaltung, sGS 821.5). In den vorliegenden Ver-
fahren unterliegen der Rekurrent 1 und die Rekurrentin 2 in der Sache;
Rekurrent 1 obsiegt indessen in Bezug auf die geltend gemachte Ge-
hörsverletzung. Es ist daher angemessen, ihnen die amtlichen Kosten
im Umfang von Fr. 3'100.– aufzuerlegen. Dem Ausgang des Verfah-
rens entsprechend sind die amtlichen Kosten zu Fr. 1'300.– dem Re-
kurrenten 1 und zu Fr. 1'800.– der Rekurrentin 2 zu überbinden. Die
Vorinstanz trägt Fr. 500.–; auf deren Erhebung wird jedoch verzichtet
(Art. 95 Abs. 3 VRP).
5.2 Die am 8. Oktober 2019 bzw. 11. Oktober 2019 von der
D._GmbH für den Rekurrenten 1 sowie für die Rekurrentin 2 geleis-
teten Kostenvorschüsse von je Fr. 1‘800.– sind zu verrechnen. Der
Rest von Fr. 500.– ist an Rekurrent 1 zurückzuerstatten.
6.
Rekurrent 1, Rekurrentin 2 und die Vorinstanz stellen ein Begehren
um Ersatz der ausseramtlichen Kosten.
6.1 Im Rekursverfahren werden ausseramtliche Kosten entschädigt,
soweit sie auf Grund der Sach- und Rechtslage notwendig und ange-
messen erscheinen (Art. 98 Abs. 2 VRP). Die ausseramtliche Ent-
schädigung wird den am Verfahren Beteiligten nach Obsiegen und Un-
terliegen auferlegt (Art. 98bis VRP). Die Vorschriften der Schweizeri-
schen Zivilprozessordnung (SR 272; abgekürzt ZPO) finden sachge-
mäss Anwendung (Art. 98ter VRP). Nicht anwaltlich vertretene Verfah-
rensbeteiligte haben grundsätzlich mangels eines besonderen Auf-
wands keinen Anspruch auf eine ausseramtliche Entschädigung
(Art. 98ter VRP in Verbindung mit Art. 95 Abs. 3 Bst. c ZPO; vgl. dazu
und zum Folgenden: VerwGE B 2013/178 vom 12. Februar 2014
Erw. 4.3 ff., zusammengefasst in: Baudepartement SG, Juristische
Mitteilungen 2014/I/6). Dass ihnen gleichwohl ersatzfähige Kosten für
Entscheid des Baudepartementes SG (Nr. 3/2020), Seite 12/13
Umtriebe erwachsen, ist ungewöhnlich und bedarf deshalb einer be-
sonderen Begründung (vgl. auch hierzu VerwGE B 2013/178 vom
12. Februar 2014 Erw. 5, insbesondere Erw. 5.1 mit Hinweisen).
6.2 Der Rekurrent 1 unterliegt in der Sache, obsiegt jedoch in Bezug
auf die geltend gemachte Gehörsverletzung. Weil das Verfahren zu-
dem in tatsächlicher und rechtlicher Hinsicht Schwierigkeiten bot, die
den Beizug eines Rechtsvertreters rechtfertigen, besteht grundsätzlich
Anspruch auf eine ausseramtliche Entschädigung (Art. 98bis VRP).
Weil keine Kostennote eingereicht wurde, wird die ausseramtliche Ent-
schädigung in Anwendung von Art. 6 in Verbindung mit Art. 22 der Ho-
norarordnung (sGS 963.75) auf Fr. 1'000.– festgelegt. Die anwaltliche
Entschädigung ist von der Politischen Gemeinde Z._ zu bezahlen.
6.3 Die anwaltlich nicht vertretene Rekurrentin 2 unterliegt mit ihren
Anträgen vollständig und hat daher keinen Anspruch auf eine Um-
triebsentschädigung, zumal ihr Begehren nicht begründet wurde.
6.4 Die Vorinstanz hat grundsätzlich keinen Anspruch auf Ersatz der
ausseramtlichen Kosten (R. HIRT, Die Regelung der Kosten nach
st.gallischem Verwaltungsrechtspflegegesetz, Lachen/St.Gallen 2004,
S. 176). Sie bringt keine Gründe vor, die ein Abweichen von dieser
Regel rechtfertigen. Ihr Begehren ist daher abzuweisen.