# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** a7537ae4-fe25-45c2-b9c2-3ec648361c42
**Court:** GR_KG
**Chamber:** GR_KG_004
**Year:** 2013
**Language:** de
**Jurisdiction:** GR / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

hat sich ergeben:
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I. Sachverhalt
A. M._, von _, wurde am _ geboren. Er ist _ und arbeitet bei der _ in _. M._ ist verheiratet.
B. Mit Urteil des Kreispräsidenten Alvaschein vom 24. Juni 2010, mitgeteilt am 30. September 2010, in Sachen W._, Ehefrau von M._, gegen Y._ und X._ betreffend Notwegrecht, wurde unter anderem Folgendes erkannt:
„1.a Zu Gunsten der Parzellen Nr. Z.1._ und Z.2._ (Eigentümerin W._,O.1._), beide Plan Z.3._, Gemeinde O.2._, und zu Lasten der Parzellen Z.4._ (Eigentümerin Y._, O.3._) und Z.5._ (Miteigentümer zu je 50% Y._, O.3._ und X._, O.2._), beide Plan Z.3._, Gemeinde O.2._, besteht ein Fuss- und beschränktes Fahrwegrecht.
b. Das Fahrwegrecht beschränkt sich auf den landwirtschaftlichen Verkehr sowie auf 4 weitere, den Eigentümern der belasteten Grundstücke im Voraus zu bezeichnende Halbtage pro Jahr. Diese 4 Halbtage sind den Eigentümern der belasteten Parzellen rechtzeitig anzuzeigen. Soweit für Warentransporte zusätzliche Fahrten notwendig sind, sind diese mit den Eigentümern der belasteten Grundstücke abzusprechen und müssen durch dieselben genehmigt werden, soweit ein Transport zu Fuss nicht zumutbar ist.
(...“)
C. Mit Eingabe vom 27. Juni 2011 stellten Y._ und X._, beide vertreten durch Rechtsanwältin lic. iur. Ylenia Baretta Mazzoni, beim Bezirksgericht Albula Strafantrag gegen M._ betreffend Widerhandlung gegen ein gerichtliches Verbot (Art. 258 Abs. 1 ZPO), weil dieser am 10. Juni 2011 unberechtigt über die Parzelle Nr. Z.5._ gefahren sei. Im Strafantrag stellten sie folgendes Rechtsbegehren:
„1. M._ sei wegen unberechtigtem Befahren auf der Parzelle Nr. Z.5._ im Grundbuch der Gemeinde O.2._ mit einer Busse von Fr. 200.00 zu bestrafen.
2. Unter vollumfänglicher Kosten- und Entschädigungsfolge (zuzüglich 8% MWSt) zulasten von M._.“
D. In der Folge wurde M._ die Gelegenheit zur schriftlichen Stellungnahme bis zum 14. Juli 2011 eingeräumt. Mit der Stellungnahme vom 10.
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Juli 2011, welche am 12. Juli 2011 der Post zur Zustellung übergeben wurde, stellte er folgende Rechtsbegehren:
„1. Der Strafantrag vom 27.06.2011 sei wegen inhaltlichen Mängeln vollumfänglich abzuweisen (keine Zeugen und falsche Grundbuchauszüge).
2. Der Strafantrag sei ebenfalls vollumfänglich abzuweisen, da gemäss Urteil vom 24. Juni 2010 zusätzliche Fahrten bewilligt werden müssen, soweit ein Transport zu Fuss nicht zumutbar ist.
3. Unter vollumfänglicher Kosten- und Entschädigungsfolge zuzüglich gesetzlicher Mehrwertsteuerfolge zu Lasten der Klägerparteien.
4. Der Zeuge P._, _, O.2._, steht in einem verwandtschaftlichen und freundschaftlichen Verhältnis zum Kläger X._ und darf nicht zugelassen werden. Wir bestreiten die Fahrt jedoch nicht.
5. Die von den Klägerparteien beigelegten Grundbuchauszüge sind veraltet und entsprechen nicht der Tatsache (Fehlende Dienstbarkeiten).
6. Die Strafanzeige ist gegen den Fahrzeuglenker zu richten und nicht gegen den Fahrzeughalter, falls dieser unterschiedlich war.“
E. Der Einzelrichter am Bezirksgericht Albula erliess gegen M._ am 3. November 2011 einen Strafbefehl und sprach ihn der Widerhandlung gegen ein gerichtliches Verbot gemäss Art. 258 Abs. 1 ZPO schuldig. Von einer Bestrafung wurde jedoch abgesehen. Die Verfahrenskosten von insgesamt CHF 200.00 wurden M._ auferlegt. Weiter wurde er verpflichtet, die Privatklägerschaft mit CHF 500.00, inkl. MWSt, zu entschädigen.
F. Mit Eingabe vom 10. November 2011, welches der Post am 11. November 2011 zur Zustellung übergeben wurde, erhob M._ Einsprache gegen den Strafbefehl vom 3. November 2011. Im Rahmen der Ergänzung der Untersuchung nahm der Einzelrichter in Strafsachen die weiteren Beweise ab, die zur Beurteilung der Einsprache erforderlich waren (Art. 355 Abs. 1 StPO). Infolge dessen vernahm er am 24. Mai 2012 M._ als beschuldigte Person in Konfront mit P._ als Zeugen. Der Einzelrichter hielt nach Ergänzung der Untersuchung gemäss Art. 355 Abs. 1 StPO am Strafbefehl fest (Art. 355 Abs. 3 lit. a StPO) und überwies die Akten mit Verfügung vom 28./30. November 2012 an das Bezirksgericht Albula zur Durchführung des Hauptverfahrens. Der Strafbefehl gilt als Anklageschrift (Art. 356 Abs. 1 StPO).
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G. M._ wurde der Widerhandlung gegen ein gerichtliches Verbot gemäss Art. 258 Abs. 1 ZPO angeklagt. Der Einzelrichter in Strafsachen am Bezirksgericht Albula legte der Anklage gemäss Anklageschrift folgenden Sachverhalt zugrunde:
„ Am 10. Juni 2011 um 14.30 Uhr ist M._ mit seinem Motorfahrzeug A._ über das mit einem gerichtlichen Verbot belegte Grundstück (Parzelle Nr. Z.5._, Plan Nr. Z.3._, O.4._, Grundbuch der Gemeinde O.2._) gefahren.“
H. Mit Verfügung vom 16. Januar 2013 lud das Bezirksgericht Albula für den 14. Februar 2013 zur Hauptverhandlung vor. Mit Schreiben vom 6. Februar 2013 informierte die Rechtsvertreterin der Privatklägerschaft das Bezirksgericht Albula, dass sie und ihre Mandanten nicht an der Hauptverhandlung teilnehmen werden und am Strafantrag vom 27. Juni 2011 festhalten würden.
I. Mit Eingabe vom 19. Januar 2013, der Post am 23. Januar 2013 zur Zustellung übergeben, stellte M._ verschiedene Beweisanträge. Diese wurden in der Folge vom Bezirksgericht Albula abgelehnt.
J. Die Hauptverhandlung fand am 14. Februar 2013 statt (vgl. Protokoll Hauptverhandlung vom 14. Februar 2013). Die Anträge der Anklagebehörde wurden dem Strafbefehl entnommen und vollständig verlesen (Art. 356 Abs. 1 StPO und Art. 340 Abs. 2 StPO). M._ stellte den Antrag, er sei freizusprechen oder milde zu bestrafen.
K. Mit Urteil vom 14. Februar 2013, schriftliches Urteilsdispositiv mitgeteilt am 15. Februar 2013 bzw. ersetzt durch ein von Amtes wegen berichtigtes Urteilsdispositiv vom 21. Februar 2013, erkannte das Bezirksgericht Albula was folgt:
„1. M._ wird vom Vorwurf der Widerhandlung gegen ein gerichtliches Verbot gemäss Art. 258 Abs. 1 ZPO freigesprochen.
2. Die Verfahrenskosten von insgesamt CHF 3‘230.00 (Strafmandatsverfahren Einzelrichter in Strafsachen am Bezirksgericht Albula CHF 200.00, Kosten der Ergänzung der Untersuchung durch diesen CHF 530.00, Kosten Bezirksgericht Albula CHF 2‘500.00) gehen zu Lasten des Kantons Graubünden.
3. Entschädigung an M._ und die Privatklägerschaft werden keine zugesprochen.

## Considerations