# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 7e9f2dac-1a6c-46de-b6c5-32866537325d
**Court:** ZH_OG
**Chamber:** ZH_OG_001
**Year:** 2018
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

betreffend Forderung
Beschwerde gegen ein Urteil des Einzelgerichts im vereinfachten Verfahren am Bezirksgericht Hinwil vom 22. Dezember 2017 (FV170015-E)
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Urteil des Bezirksgerichts Hinwil vom 22. Dezember 2017:
1. Die Beklagte wird verpflichtet, dem Kläger Fr. 6'440.– zu bezahlen. 2. Die Entscheidgebühr wird festgesetzt auf: Fr. 1'200.00 ; die weiteren Auslagen betragen: Fr. 864.00 Gutachterkosten 3. Die Gerichtskosten werden der Beklagten auferlegt, aber aus den vom Klä-
ger geleisteten Vorschüssen bezogen. Der nicht beanspruchte Anteil der Kostenvorschüsse wird dem Kläger zurückerstattet. Die Beklagte wird , dem Kläger die aus seinem Kostenvorschuss bezogenen Kosten zu ersetzen.
4. Die Beklagte wird verpflichtet, dem Kläger die Kosten des  von Fr. 380.– zu ersetzen und dem Kläger eine Parteientschädigung in der Höhe von Fr. 450.– zu bezahlen.
5. Schriftliche Mitteilung an die Parteien. 6. [Rechtsmittelbelehrung: Beschwerde, Frist 30 Tage]
Beschwerdeanträge:
"Das Urteil des Bezirksgerichts Hinwil vom 22. Dezember 2017 sei  und es sei:
1) die Beschwerdeführerin zu verurteilen, dem Beschwerdegegner den Sachmangel, welcher beim Kauf nicht ersichtlich war, in Form einer Mängelrüge fachmännisch zu beheben
2) die Gerichts- und Gutachterkosten beiden Parteien zur Hälfte 
3) der Beschwerdeführerin keine Parteientschädigung aufzuerlegen"

## Considerations

Erwägungen:
1. a) Am 26. Januar 2016 kaufte der Kläger von der Beklagten ein Oc-
casionsauto Audi A4 Avant 3.0 TDI Quattro zum Preis von Fr. 22'380.--; im Kauf-
vertrag war u.a. vereinbart: "Ausschliesslich 12 Monate Quality 1 Garantie. Jede
weitere Garantie-Gewährleistung ist wegbedungen. Garantiert kein Unfallwagen.
Ab MFK". Im Oktober 2016 stellte der Kläger einen Mangel fest und übergab das
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Auto zur Beurteilung einer Spenglerei; diese schätzte die voraussichtlichen Repa-
raturkosten auf Fr. 6'119.81 (Urk. 33 S. 2).
Am 22. Dezember 2016 machte der Kläger beim Friedensrichteramt
C._ eine Klage auf Verpflichtung der Beklagten zur Zahlung von Fr. 6'119.81
rechtshängig und am 12. April 2017 reichte er diese beim Bezirksgericht Hinwil
(Vorinstanz) ein (Urk. 1). Am 14. Juni 2017 wurde die vorinstanzliche Verhand-
lung durchgeführt. Am 28. August 2017 gab die Vorinstanz ein Gutachten in Auf-
trag, welches am 7. November 2017 einging. In seiner Stellungnahme zum Be-
weisergebnis erhöhte der Kläger seine Klage auf Fr. 6'440.--. Am 22. Dezember
2017 fällte die Vorinstanz das eingangs wiedergegebene Urteil (Urk. 30 =
Urk. 33).
b) Hiergegen hat die Beklagte am 26. Februar 2018 fristgerecht (Urk. 31)
Beschwerde erhoben und die eingangs aufgeführten Beschwerdeanträge gestellt
(Urk. 32 S. 2).
c) Die vorinstanzlichen Akten wurden beigezogen. Mit Verfügung vom
23. März 2018 wurde der Beklagten eine Nachfrist zur Unterzeichnung der Be-
schwerde und zur Leistung eines Kostenvorschusses von Fr. 1'000.-- angesetzt
(Urk. 38). Beides ging fristgerecht ein (Urk. 39, Urk. 40). Da sich im Übrigen die
Beschwerde sogleich als unbegründet bzw. unzulässig erweist, kann auf die Ein-
holung einer Beschwerdeantwort verzichtet werden (Art. 322 Abs. 1 ZPO).
2. a) Die Beklagte hat ihre Beschwerde anlässlich der nachträglichen
Unterzeichnung noch ergänzt (Urk. 39, neue Ziffer II.1.d; vgl. Urk. 32). Diese Er-
gänzung ist, da weit nach Ablauf der Beschwerdefrist eingereicht, unbeachtlich.
b) Die Beklagte stellt in ihrer Beschwerde den Antrag, sie sei – gemeint:
anstelle einer Zahlungsverpflichtung – zur fachmännischen Behebung des Man-
gels zu verpflichten (Beschwerdeantrag 1). Im vorinstanzlichen Verfahren hat sie
keinen solchen Antrag gestellt (vgl. Vi-Prot. S. 6 f. und S. 8, Urk. 28). Im Be-
schwerdeverfahren sind jedoch neue Anträge nicht mehr zulässig (Art. 326 Abs. 1
ZPO, ebensowenig auch neue Tatsachenbehauptungen und Beweismittel); was
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im vorinstanzlichen Verfahren nicht beantragt wurde, kann im Beschwerdeverfah-
ren grundsätzlich nicht mehr verlangt bzw. nachgeholt werden. Insoweit kann da-
her auf die Beschwerde nicht eingetreten werden.
c) Aufgrund des soeben erwähnten Beschwerdeantrags auf Verpflichtung
zur fachmännischen Mängelbehebung könnte angenommen werden, die Beklagte
anerkenne das Vorliegen eines Mangels und damit den grundsätzlichen Anspruch
auf Minderung des Kaufpreises. Nachdem sie jedoch in der Beschwerdebegrün-
dung ausführt, dass die Voraussetzung für eine Minderung nicht gegeben sei, ist
davon auszugehen, dass sie eine Zahlungsverpflichtung generell ablehnt und da-
mit (auch) den Antrag auf Abweisung der Klage stellt.
3. a) Die Vorinstanz erwog im Wesentlichen, der Gutachter habe beim
gekauften Fahrzeug diverse schlecht behobene Schäden festgestellt, u.a. diverse
schlechte Ausbeulungen an den rechten Türen und am rechten Türschweller und
einen Bruch der hinteren rechten Unterboden-Abdeckung; da der Türschweller
zur tragenden Fahrzeugstruktur zähle, dürfe das Fahrzeug nicht mehr als "unfall-
frei" deklariert werden. Das Fahrzeug erweise sich somit als mangelhaft im Sinne
von Art. 197 Abs. 1 OR. Dass die Beklagte keine Kenntnis davon gehabt habe,
sei aufgrund von Art. 197 Abs. 2 OR nicht entscheidend (Urk. 33 S. 7). Der Kläger
habe rechtzeitig Mängelrüge erhoben (Urk. 33 S. 7 f.). Er habe damit Anspruch
auf Minderung. Diese entspreche der Differenz zwischen dem Wert mit Mangel
und demjenigen ohne Mangel. Vorliegend sei davon auszugehen, dass der Min-
derwert mit den Kosten der Mängelbeseitigung identisch sei. Diese würden laut
Gutachten Fr. 6'440.-- betragen. Die Klage sei somit gutzuheissen (Urk. 33 S. 8).
die Kosten- und Entschädigungsfolgen seien ausgangsgemäss zulasten der un-
terliegenden Beklagten zu regeln (Urk. 33 S. 9).
b) Mit der Beschwerde können unrichtige Rechtsanwendung und offen-
sichtlich unrichtige Feststellung des Sachverhalts geltend gemacht werden
(Art. 320 ZPO). Dabei bedeutet Geltendmachung, dass in der Beschwerde konk-
ret dargelegt werden muss, was genau am angefochtenen Entscheid unrichtig
sein soll; was nicht in dieser Weise beanstandet wird, braucht von der Beschwer-
deinstanz nicht überprüft zu werden und hat insofern grundsätzlich Bestand.
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c) Die Beklagte wirft der Vorinstanz in ihrer Beschwerde hinsichtlich eines
allfälligen Minderwerts eine offensichtlich unrichtige Sachverhaltsfeststellung vor.
Sie macht geltend, der Zeitwert des Fahrzeugs beim Kauf im Januar 2016 habe
mit Fr. 22'000.-- bei 28.7 % vom Neupreis von Fr. 76'660.-- gelegen; das Gutach-
ten halte fest, es könne nicht von einem Minderwert gesprochen werden, weil der
Zeitwert des Fahrzeugs im Zeitpunkt des Occasionskaufs unterhalb der 60 %
Grenze gelegen habe. Damit sei offensichtlich, dass die Voraussetzung für eine
Minderung nicht gegeben sei. Das Gutachten führe sodann auch aus, dass bei
einer einwandfreien Reparatur darüber gestritten werden könne, ob überhaupt ein
relevanter Minderwert vorliege (Urk. 32 S. 2).
d) Die Beklagte vermischt verschiedene Arten von Minderwerten. Ein
Minderwert kann einerseits bestehen zwischen einem mangelhaften (nicht repa-
rierten) und einem fachgerecht reparierten Fahrzeug; andererseits kann auch ein
nicht unfallfreies, aber fachgerecht repariertes Fahrzeug einen Minderwert ge-
genüber einem unfallfreien Fahrzeug aufweisen. Einzig ein solcher Minderwert
(zwischen einem unfallfreien und einem zwar nicht unfallfreien, aber fachgerecht
reparierten Fahrzeug) kann gemäss dem Gutachten beim vorliegenden Fahrzeug
nicht vorliegen, weil der Kaufpreis schon so tief war (28.7 % des Neupreises),
dass dieser Unterschied (unfallfrei – nicht unfallfrei, aber fachgerecht repariert)
nicht mehr ins Gewicht fällt (Urk. 22 S. 4). Umgekehrt stellt das Gutachten dage-
gen eindeutig fest, dass das fragliche Fahrzeug eben gerade nicht fachgerecht
repariert ist, sondern dass Kosten von Fr. 6'440.-- für eine solche fachgerechte
Reparatur aufzuwenden seien (Urk. 22 S. 4). Mit anderen Worten ist das verkauf-
te Fahrzeug erst nach Investition dieser Fr. 6'440.-- als fachgerecht repariert an-
zusehen und ist es erst dann in dem Zustand, in dem es gegenüber dem von der
Beklagten unbestritten zugesicherten Zustand (unfallfrei) keinen relevanten Min-
derwert mehr hat. Die Vorinstanz hat dies alles richtig erkannt und das Gutachten
korrekt gewürdigt; eine unrichtige Sachverhaltsfeststellung liegt nicht vor (schon
gar keine offensichtlich unrichtige).
e) Dass bei dieser Sachlage die Klage gutgeheissen wurde, wird in der
Beschwerde nicht konkret beanstandet. Aufgrund der Klagegutheissung ent-
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spricht aber auch die vorinstanzliche Regelung der Kosten- und Entschädigungs-
folgen dem Gesetz (und wird ohnehin nicht konkret beanstandet).
f) Nach dem Gesagten erweist sich die Beschwerde als unbegründet und
ist daher abzuweisen, soweit auf sie einzutreten ist (oben Erwägung 2.b).
4. a) Für das Beschwerdeverfahren beträgt der Streitwert Fr. 6'440.--.
Die zweitinstanzliche Entscheidgebühr ist in Anwendung von § 4 Abs. 1 und § 12
der Gerichtsgebührenverordnung auf Fr. 1'000.-- festzusetzen.
b) Die Gerichtskosten des Beschwerdeverfahrens sind ausgangsgemäss
der Beklagten aufzuerlegen (Art. 106 Abs. 1 ZPO) und mit dem von ihr geleisteten
Kostenvorschuss zu verrechnen (Art. 111 Abs. 1 ZPO).
c) Für das Beschwerdeverfahren sind keine Parteientschädigungen zuzu-
sprechen, der Beklagten zufolge ihres Unterliegens, dem Kläger mangels relevan-
ter Umtriebe (Art. 95 Abs. 3, Art. 106 Abs. 1 ZPO).