# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 98cc1277-9656-49e5-bc0d-b1777cc3ad7b
**Court:** CH_BSTG
**Chamber:** CH_BSTG_001
**Year:** 2022
**Language:** de
**Jurisdiction:** CH / Federation
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
A. Am 21. November 2019 führte die Kantonspolizei Zürich in Räumlichkeiten in Z., eine Gastgewerbekontrolle durch. Dabei wurden mehrere Personen beim Pokerspielen angetroffen. Die Kantonspolizei Zürich rapportierte am 29. Januar 2020 an die Eidgenössische Spielbankenkommission ( «ESBK») wegen Verdachts der Widerhandlungen gegen das  vom 29. September 2017 über Geldspiele (Geldspielgesetz, BGS; SR 935.51), Art. 130 Abs. 1 BGS (act. 1.4).
B. Mit Nachtrag vom 14. März 2020 ergänzte die Kantonspolizei Zürich den Rapport vom 29. Januar 2020 (act. 1.5). Am 11. Mai 2021 ersuchte die  Zürich die ESBK um Ausstellung eines  für die Räumlichkeiten in Z. (act. 1.6).
C. Am 18. Juni 2021 erliess die ESBK einen Hausdurchsuchungs- und  im Verwaltungsstrafverfahren Nr. 62-2020-053 gegen B. wegen Verdachts der Widerhandlungen gegen das BGS für die  in Z. (act. 1.7).
D. Anlässlich der Hausdurchsuchung am 26. Juni 2021 wurde von A. ein  (U53740) sichergestellt. Gegen A. wurde vor Ort ein  eröffnet. A. wünschte die Siegelung sämtlicher  Datenträger und hielt am Siegelungsbegehren anlässlich seiner  gleichentags fest (act. 1.1, 1.2, 1.3, 1.8).
E. Mit Gesuch vom 3. August 2021 gelangt die ESKB an die  des Bundesstrafgerichts und beantragt, sie sei zu ermächtigen, den  Gegenstand U53740 zu entsiegeln und zu durchsuchen. Die Verfahrenskosten seien A. aufzuerlegen (act. 1).
F. Mit Gesuchsantwort vom 13. September 2021 beantragt A. hauptsächlich, das Gesuch um Entsiegelung sei abzuweisen (act. 7). Die Gesuchantwort wurde der ESBK mit Schreiben vom 14. September 2021 zur Kenntnis  (act. 8).
- 3 -
Auf die Ausführungen der Parteien und die eingereichten Akten wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden rechtlichen Erwägungen Bezug .

## Considerations

Die Beschwerdekammer zieht in Erwägung:
1. 1.1 Am 1. Januar 2019 ist das Geldspielgesetz in Kraft getreten. Nach Art. 134
Abs. 1 BGS ist bei Widerhandlungen im Zusammenhang mit  das Bundesgesetz vom 22. März 1974 über das  (VStrR; SR 313.0) anwendbar. Verfolgende Behörde im Sinne von Art. 20 Abs. 1 VStrR ist wie schon unter altem Recht das Sekretariat der ESBK (Art. 134 Abs. 2, Art. 104 Abs. 5 BGS). Das Sekretariat vertritt die ESBK vor eidgenössischen und kantonalen Gerichten (Art. 104 Abs. 5 BGS).
1.2 Die Bestimmungen der Eidgenössischen Strafprozessordnung (StPO; SR 312.0) sind insoweit ergänzend oder sinngemäss anwendbar, als das VStrR dies ausdrücklich festlegt (vgl. Art. 22, Art. 30 Abs. 2–3, Art. 31 Abs. 2, Art. 41 Abs. 2, Art. 43 Abs. 2, Art. 58 Abs. 3, Art. 60 Abs. 2, Art. 80 Abs. 1, Art. 82, Art. 89 und Art. 97 Abs. 1 VStrR). Soweit das VStrR einzelne Fragen nicht abschliessend regelt, sind die Bestimmungen der StPO grundsätzlich analog anwendbar (BGE 139 IV 246 E. 1.2 S. 248, E. 3.2 S. 249; Urteile des Bundesgerichts 1B_210/2017 vom 23. Oktober 2017 E. 1.1; 1B_91/2016 vom 4. August 2016 E. 4.1; zum Ganzen Urteil des Bundesgerichts 1B_433/2017 vom 21. März 2018 E. 1.1). Die allgemeinen strafprozessualen und verfassungsrechtlichen Grundsätze sind jedenfalls auch im  zu berücksichtigen (BGE 139 IV 246 E. 1.2 und E. 3.2; TPF 2018 162 E. 3; TPF 2017 107 E. 1.2 und E. 1.3; TPF 2016 55 E. 2.3).
2. Die Eintretensvoraussetzungen sind vorliegend erfüllt und geben zu keinen
Bemerkungen Anlass (vgl. dazu zuletzt u.a. Beschluss des  BE.2022.9 vom 8. Juni 2022 E. 2). Auf das Gesuch ist einzutreten.
3. Gemäss konstanter Praxis der Beschwerdekammer entscheidet diese bei Entsiegelungsgesuchen in einem ersten Schritt, ob die Durchsuchung im Grundsatz zulässig ist und, sofern dies bejaht wird, in einem zweiten Schritt, ob die Voraussetzungen für eine Entsiegelung erfüllt sind. Von einer Durch-
- 4 -
suchung von Papieren, bei der es sich um eine strafprozessuale  handelt, wird gesprochen, wenn Schriftstücke oder Datenträger im Hinblick auf ihren Inhalt oder ihre Beschaffenheit durchgelesen bzw.  werden, um ihre Beweiseignung festzustellen und sie allenfalls  später erfolgender Beschlagnahme zu den Akten zu nehmen. Eine  Durchsuchung ist nur zulässig, wenn ein hinreichender Tatverdacht besteht, anzunehmen ist, dass sich unter den sichergestellten Papieren Schriften befinden, die für die Untersuchung von Bedeutung sind (Art. 50 Abs. 1 VStrR) und der Grundsatz der Verhältnismässigkeit respektiert wird. Die Durchsuchung von Papieren ist dabei mit grösster Schonung der  und unter Wahrung der Berufs- und Amtsgeheimnisse  (Art. 50 Abs. 1 und 2 VStrR; vgl. zum Ganzen TPF 2007 96 E. 2).
4. 4.1 Im Entsiegelungsentscheid ist vorab zu prüfen, ob ein hinreichender Tatver-
dacht für eine die Durchsuchung rechtfertigende Straftat besteht. Dazu  es zweier Elemente: Erstens muss ein Sachverhalt ausreichend  umschrieben werden, damit er unter einen oder allenfalls auch alternativ unter mehrere Tatbestände des Strafrechts überhaupt nachvollziehbar  werden kann. Zweitens müssen ausreichende Beweismittel oder  angegeben und vorgelegt werden, die diesen Sachverhalt stützen. In Abgrenzung zum dringenden setzt dabei der hinreichende Tatverdacht  nicht voraus, dass Beweise oder Indizien bereits für eine erhebliche oder hohe Wahrscheinlichkeit einer Verurteilung sprechen (vgl. zum Ganzen bereits ausführlich den Entscheid des Bundesstrafgerichts BE.2006.7 vom 20. Februar 2007 E. 3.1 m.w.H.; die dort angeführten Überlegungen in Bezug auf das ordentliche Strafverfahren gelten gleichermassen auch für das , gibt es doch diesbezüglich keinen sachlichen Grund für eine unterschiedliche Rechtsanwendung; vgl. u.a. den Beschluss des Bundesstrafgerichts BE.2018.7 vom 22. November 2018 E. 4.1).
4.2 Gemäss Art. 130 Abs. 1 lit. a BGS wird mit bis zu drei Jahren Freiheitsstrafe oder mit Geldstrafe bestraft, wer vorsätzlich ohne die dafür nötigen  oder Bewilligungen Spielbankenspiele durchführt, organisiert oder zur Verfügung stellt. Spielbankenspiele sind Geldspiele, die einer eng  Anzahl Personen offenstehen; ausgenommen sind die , die Geschicklichkeitsspiele und die Kleinspiele (Art. 3 lit. g BGS).
4.3 Gemäss Rapport der Kantonspolizei Zürich vom 29. Januar 2020 wurden am 21. November 2019 anlässlich der Gastgewerbekontrolle in den  der C. GmbH in Z., diverse Personen beim Pokerspielen angetroffen
- 5 -
(act. 1.4). Dem Nachtrag der Kantonspolizei Zürich vom 14. März 2020 liegt ein Betriebskonzept der C. GmbH bei. Demnach bezweckt die C. GmbH die Vermietung und Bewirtschaftung von Immobilien für Vereine und zur Durchführung von verschiedenen Freizeitaktivitäten. Am Standort in Z. stellt die C. GmbH namentlich dem Verein D. die Infrastruktur zur Verfügung. Anlässlich seiner Einvernahme vom 5. März 2020 durch die Kantonspolizei Zürich gab B. an, er sei Geschäftsführer der C. GmbH. Es treffe zu, dass im Lokal resp. im Verein D., in dem er Mitglied sei, Poker gespielt werde (act. 1.5). Gemäss Bericht der Kantonspolizei Zürich vom 11. Mai 2021 fiel im Zuge von Ermittlungen im Spezialgewerbe die Publikation des  wieder aufgenommenen Betriebs des Vereins D., welcher innerhalb der Bar C. GmbH domiziliert sei, auf. Einer polizeilichen Beobachtung vom 21. April 2021 sowie 23. April 2021 sei tatsächlich von zumindest , regem Betrieb auszugehen (act. 1.6). Dem Bericht zur  vom 26. Juni 2021 (act. 1.8) lässt sich u.a. entnehmen, dass einige der anwesenden Personen hohe Bargeldbeträge mitführten (B.: Fr. 280.--; Gesuchsgegner: Fr. 2'620.--; E.: Fr. 4'530.--; F.: Fr. 3'010.--; G.: Fr. 4'000.--; H.: Fr. 3'980.--).
Anlässlich der Hausdurchsuchung vom 26. Juni 2021 wurde I. von der  – zunächst in Abwesenheit von B. und des Gesuchsgegners – als  einvernommen (act. 1.15). Dabei sagte er insbesondere aus, dass an jenem Tag «A. [Vorname]» für die «Buy-Ins» zuständig gewesen sei (a.a.O., S. 9). Nach einer Pause sagte I. – nun in Anwesenheit von B. und des Gesuchsgegners – insbesondere aus, er denke, dass an jenem Tag «A. [Vorname]» für die «Buy-Ins» zuständig gewesen sei. Er sei davon , dass «A. [Vorname]» zuständig gewesen sei (a.a.O., S. 10).
Damit liegen genügend konkrete Anhaltspunkte für eine Straftat (Art. 130 Abs. 1 lit. a BGS) und eine Beteiligung des Gesuchsgegners an dieser Tat vor. Der Ansicht des Gesuchsgegners, dass es am hinreichenden  fehle, der für eine Entsiegelung nötig wäre, kann nicht gefolgt werden. Der geltend gemachte Umstand, I. habe seine Aussage zurückgezogen,  den Tatverdacht vorliegend nicht entscheidend zu entkräften.
5. 5.1 Weiter ist zu prüfen, ob anzunehmen ist, dass sich unter den zu durchsu-
chenden Papieren Schriften befinden, die für die Untersuchung von  sind (Art. 50 Abs. 1 VStrR). Die Untersuchungsbehörden müssen  jedoch im Rahmen des Entsiegelungsgesuchs noch nicht darlegen,  ein konkreter Sachzusammenhang zwischen den Ermittlungen und
- 6 -
einzelnen noch versiegelten Dokumenten besteht. Es genügt, wenn sie , inwiefern die versiegelten Unterlagen grundsätzlich  sind (Urteil des Bundesgerichts 1B_637/2012 vom 8. Mai 2013 E. 3.8.1 m.w.H.; TPF 2004 12 E. 2.1). Betroffene Inhaber von  und Gegenständen, welche die Versiegelung beantragen bzw.  geltend machen, haben ihrerseits die prozessuale , jene Gegenstände zu benennen, die ihrer Ansicht nach  keinen Sachzusammenhang mit der Strafuntersuchung aufweisen. Dies gilt besonders, wenn sie die Versiegelung von sehr umfangreichen bzw. komplexen Dokumenten oder Dateien verlangt haben (Urteil des  1B_637/2012 vom 8. Mai 2013 E. 3.8.1 in fine; gleiches gilt in Bezug auf die StPO, siehe hierzu BGE 138 IV 225 E. 7.1).
5.2 Angesichts der bisherigen Ermittlungsergebnisse besteht der Verdacht, dass der Gesuchsgegner an der Durchführung, Organisation oder  von Spielbankenspielen ohne die dafür nötigen Konzessionen oder Bewilligungen beteiligt sein könnte. Die im Mobiltelefon des  befindlichen Informationen (Kontakte, Unterhaltungen etc.) könnten Aufschluss über Einsätze, Gewinne, Anzahl der Spieler, Häufigkeit der Spiele, Rolle des Gesuchsgegners und allfällige Mittäter geben. Der  hat sich dazu nicht geäussert. Seiner prozessualen  ist er damit eindeutig nicht nachgekommen. Einer Durchsuchung der  Daten steht vor diesem Hintergrund nichts im Weg.
6. 6.1 Bei einer Durchsuchung ist mit der dem Betroffenen und seinem Eigentum
gebührenden Schonung zu verfahren (Art. 45 Abs. 1 VStrR). Papiere sind mit grösster Schonung der Privatgeheimnisse zu durchsuchen (Art. 50 Abs. 1 VStrR). Zudem sind bei der Durchsuchung das Amtsgeheimnis sowie Geheimnisse, die Geistlichen, Rechtsanwälten, Notaren, Ärzten, , Hebammen und ihren beruflichen Gehilfen in ihrem Amte oder Beruf anvertraut wurden, zu wahren (Art. 50 Abs. 2 VStrR). Diese Bestimmungen konkretisieren im Bereich des Verwaltungsstrafrechts den  Verhältnismässigkeitsgrundsatz (Art. 5 Abs. 2 und Art. 36 Abs. 3 BV), welcher bei der Durchsuchung von Papieren zu beachten ist.
6.2 Der Inhaber der sichergestellten Unterlagen hat im Entsiegelungsverfahren nicht nur die Schriften bzw. Datenträger zu benennen, die seiner Ansicht nach der Versiegelung und Geheimhaltung im Sinne von Art. 50 Abs. 3 VStrR unterliegen, sondern auch die Berufs-, Privat- oder Geschäftsgeheim-
- 7 -
nisse glaubhaft zu machen, die seiner Ansicht nach dem öffentlichen  an der Aufklärung und Verfolgung von mutmasslichen Straftaten  (Urteil des Bundesgerichts 1B_671/2012 vom 8. Mai 2013 E. 3.6.1 m.w.H.).
6.3 Der Gesuchsgegner hat die Siegelung verlangt, ohne ein Berufs-, Privat- oder Geschäftsgeheimnis geltend zu machen. In der Gesuchsantwort macht er lediglich geltend, auf dem Mobiltelefon auch viele persönliche Sachen zu haben, die niemanden etwas angingen. Damit kommt der Gesuchsgegner seiner prozessualen Obliegenheit nicht nach. Die Durchsuchung des  des Gesuchsgegners ist in Anbetracht der zu untersuchenden  verhältnismässig.
7. Nach dem Gesagten ist das Entsiegelungsgesuch gutzuheissen und die  ist zu ermächtigen, das sichergestellte Mobiltelefon (U53740) des Gesuchsgegners zu entsiegeln und zu durchsuchen.
8. Die Gerichtskosten sind bei diesem Ausgang des Verfahrens dem  aufzuerlegen (vgl. Art. 25 Abs. 4 VStrR i.V.m. Art. 66 Abs. 1 BGG analog; TPF 2011 25 E. 3). Die Gerichtsgebühr ist auf Fr. 1'500.--  (vgl. Art. 5 sowie Art. 8 Abs. 1 des Reglements des Bundesstrafgerichts vom 31. August 2010 über die Kosten, Gebühren und Entschädigungen in Bundesstrafverfahren [BStKR; SR 173.713.162]).
- 8 -