# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 1af733de-5662-4a9a-aaaf-efd900f95e23
**Court:** CH_BSTG
**Chamber:** CH_BSTG_001
**Year:** 2017
**Language:** de
**Jurisdiction:** CH / Federation
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
A. Die belgischen Strafverfolgungsbehörden ermitteln u. a. gegen B. wegen des
Verdachts des Steuerbetrugs, der Geldwäscherei und weiterer Straftaten. Im
Rahmen dieser Untersuchung stellte der zuständige Untersuchungsrichter
am 8. Juni 2015 ein Rechtshilfeersuchen an das hiesige Bundesamt für Jus-
tiz (nachfolgend «BJ»). Darin ersuchte er u. a. um Herausgabe der Unterla-
gen zu auf die A. Ltd. lautenden Konten bei der Bank C. (Rechtshilfeakten,
act. 1 und 2).
B. Das BJ übertrug den Vollzug dieses Rechtshilfeersuchens am 8. Okto-
ber 2015 der Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich (nachfolgend «Staats-
anwaltschaft»; Rechtshilfeakten, act. 3). Diese trat mit Verfügung vom
19. November 2015 auf das Ersuchen ein und verpflichtete die Bank C. zur
Herausgabe der im Rechtshilfeersuchen bezeichneten Unterlagen zu den
auf die A. Ltd. lautenden Konten (Rechtshilfeakten, act. 5/3). Die Bank über-
mittelte der Staatsanwaltschaft am 10. Dezember 2015 die gewünschten Un-
terlagen (Rechtshilfeakten, act. 7/1). Mit Schlussverfügung Nr. 3 vom 24. Ok-
tober 2016 bewilligte die Staatsanwaltschaft die Herausgabe der Unterlagen
zum auf die A. Ltd. lautenden Konto Nr. 1 bei der Bank C. an die ersuchende
Behörde (act. 1.2).
C. Hiergegen liess die A. Ltd. am 28. November 2016 bei der Beschwerdekam-
mer des Bundesstrafgerichts Beschwerde erheben (act. 1). Sie beantragt
Folgendes:
1. Es sei das Rechtshilfegesuch der Staatsanwaltschaft Ostflandern, Belgien, in Aufhebung
der Schlussverfügung Nr. 3 der Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich vom 24. Okto-
ber 2016 abzuweisen.
2. Es sei Ziffer 2 der Schlussverfügung Nr. 3 der Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich vom
24. Oktober 2016 aufzuheben und die rechtshilfeweise Herausgabe der edierten Bankunter-
lagen zu verweigern.
3. Eventualiter sei die Schlussverfügung Nr. 3 der Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich
vom 24. Oktober 2016 aufzuheben und zur Neubeurteilung an diese zurückzuweisen.
4. Subeventualiter sei den belgischen Behörden eine Verwendungsbeschränkung der edier-
ten Bankunterlagen dergestalt aufzuerlegen, dass die Unterlagen nicht als Beweismittel in
Verfahren der direkten Steuern verwendet werden dürfen wie Einkommenssteuern, Vermö-
genssteuern, Körperschaftssteuern usw.
5. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten der Beschwerdegegnerin sowohl für das
Rechtshilfeverfahren wie auch für das vorliegende Beschwerdeverfahren.
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Die Beschwerdekammer forderte die Vertreter der A. Ltd. am 30. November
2016 bzw. am 13. Dezember 2016 auf, ihr einen beglaubigten, aktuellen
Handelsregisterauszug der beschwerdeführenden Gesellschaft einzu-
reichen bzw. dessen Vorliegen glaubhaft zu machen, welcher über die Un-
terschriftsberechtigung Aufschluss gebe, sowie die Identität der Person be-
kannt zu geben, welche für die Beschwerdeführerin die Vollmacht unter-
zeichnet hat (act. 3 und 5). Mit Eingabe vom 3. Januar 2017 reichte die
Vertreterin der A. Ltd. der Beschwerdekammer u. a. das die Gesellschaft
betreffende «Certificate of Incorporation» vom 4. Juni 2007 (act. 7.1) sowie
eine gegenüber der Bank abgegebene Erklärung ein, wonach B. deren Di-
rektor sei (act. 7.2).
Nach Eingang der Beschwerdeantworten des BJ (act. 9) und der Staatsan-
waltschaft (act. 10) lud die Beschwerdekammer die Vertreterin der A. Ltd.
zur Einreichung einer allfälligen Replik ein (act. 11). Weiter wurde sie am
17. Januar 2017 aufgefordert, einen Nachweis des Bestandes der Be-
schwerdeführerin zum Zeitpunkt der Einreichung ihrer Beschwerde (bspw.
durch ein aktuelles Certificate of Good Standing oder dergleichen) einzu-
reichen (act. 13). Mit Eingabe vom 6. Februar 2017 nahm sie zu dieser Auf-
forderung Stellung, ohne jedoch weitere Unterlagen einzureichen, und er-
stattete gleichzeitig ihre Beschwerdereplik (act. 16). Diese Eingabe wurde
dem BJ und der Staatsanwaltschaft am 7. Februar 2017 zur Kenntnis ge-
bracht (act. 17).
Auf die Ausführungen der Parteien und die eingereichten Akten wird, soweit
erforderlich, in den folgenden rechtlichen Erwägungen Bezug genommen.

## Considerations

Die Beschwerdekammer zieht in Erwägung:
1.
1.1 Für die Rechtshilfe zwischen der Schweiz und Belgien sind primär das Euro-
päische Übereinkommen vom 20. April 1959 über die Rechtshilfe in Strafsa-
chen (EUeR; SR 0.351.1) und das hierzu ergangene zweite Zusatzprotokoll
vom 8. November 2001 (ZPII EUeR; SR 0.351.12) massgebend. Ausserdem
gelangen die Bestimmungen der Art. 48 ff. des Übereinkommens vom
19. Juni 1990 zur Durchführung des Übereinkommens von Schengen vom
14. Juni 1985 (Schengener Durchführungsübereinkommen, SDÜ; Abl. L 239
vom 22. September 2000, S. 19 – 62) zur Anwendung (TPF 2009 111 E. 1.2
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S. 113). Diese Abkommen werden schliesslich ergänzt mit dem Übereinkom-
men vom 8. November 1990 über Geldwäscherei sowie Ermittlung, Be-
schlagnahme und Einziehung von Erträgen aus Straftaten (GwUe; SR
0.311.53).
1.2 Soweit diese Staatsverträge bestimmte Fragen nicht abschliessend regeln,
gelangen das Bundesgesetz vom 20. März 1981 (Rechtshilfegesetz, IRSG;
SR 351.1) und die Verordnung vom 24. Februar 1982 über internationale
Rechtshilfe in Strafsachen (Rechtshilfeverordnung, IRSV; SR 351.11) zur
Anwendung (Art. 1 Abs. 1 lit. b IRSG). Das innerstaatliche Recht gelangt
nach dem Günstigkeitsprinzip auch dann zur Anwendung, wenn dieses ge-
ringere Anforderungen an die Rechtshilfe stellt (BGE 142 IV 250 E. 3; 140 IV
123 E. 2 S. 126; 137 IV 33 E. 2.2.2 S. 40 f.). Vorbehalten bleibt die Wahrung
der Menschenrechte (BGE 135 IV 212 E. 2.3; 123 II 595 E. 7c S. 617; TPF
2008 24 E. 1.1 S. 26). Auf Beschwerdeverfahren in internationalen Rechts-
hilfeangelegenheiten sind zudem die Bestimmungen des Bundesgesetzes
vom 20. Dezember 1968 über das Verwaltungsverfahren (Verwaltungsver-
fahrensgesetz, VwVG; SR 172.021) anwendbar (Art. 39 Abs. 2 lit. b i.V.m.
Art. 37 Abs. 2 lit. a Ziff. 1 StBOG), wenn das IRSG nichts anderes bestimmt
(siehe Art. 12 Abs. 1 IRSG).
2.
2.1 Die Schlussverfügung der ausführenden kantonalen oder der ausführenden
Bundesbehörde unterliegt der Beschwerde an die Beschwerdekammer des
Bundesstrafgerichts (Art. 80e Abs. 1 IRSG). Die entsprechende Beschwer-
defrist beträgt 30 Tage (Art. 80k IRSG). Zur Beschwerdeführung ist berech-
tigt, wer persönlich und direkt von einer Rechtshilfemassnahme betroffen ist
und ein schutzwürdiges Interesse an ihrer Aufhebung oder Änderung hat
(Art. 80h lit. b IRSG). Als persönlich und direkt betroffen im Sinne der Art. 21
Abs. 3 und Art. 80h lit. b IRSG gilt namentlich der Kontoinhaber bei der Er-
hebung von Kontoinformationen (Art. 9a lit. a IRSV).
2.2 Im Beschwerdeverfahren ist darüber hinaus als Partei nur zuzulassen, wer
zum Zeitpunkt der Einreichung der Beschwerde partei- und prozessfähig ist
(Urteil des Bundesverwaltungsgerichts A-5410/2012 vom 28. Mai 2013, E. 2
m.w.H.). Die Partei- und Prozessfähigkeit einer Gesellschaft richtet sich in
Fällen wie dem vorliegenden praxisgemäss nach dem Recht des Staates,
nach dessen Vorschriften die Gesellschaft organisiert ist, wenn sie die darin
vorgeschriebenen Publizitäts- oder Registrierungsvorschriften erfüllt oder,
falls solche Vorschriften nicht bestehen, wenn sie sich nach dem Recht die-
http://links.weblaw.ch/BGE-123-II-595
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ses Staates organisiert hat (vgl. Art. 154 Abs. 1 und Art. 155 lit. c des Bun-
desgesetzes vom 18. Dezember 1987 über das Internationale Privatrecht
[IPRG; SR 291]; Entscheide des Bundesstrafgerichts RR.2016.232 vom
3. März 2017, E. 2.3.2b/aa; RR.2016.36 vom 14. Juli 2016, E. 1.5.2;
RR.2015.71 vom 12. August 2015, E. 1.3.1; RR.2014.190 vom 12. Mai 2015,
E. 1.4.4; RR.2012.189 vom 13. Februar 2013, E. 1.3.2b/aa; RR.2012.160
vom 10. Oktober 2012, E. 1.3.2.b/aa).
Ob die Legitimation zum Verfahren vorliegt, ist von Amtes wegen zu prüfen.
Ist sie nicht ohne Weiteres ersichtlich, muss der Beschwerdeführer sie ein-
gehend erörtern und belegen, wofür er beweisbelastet ist (Entscheide des
Bundesstrafgerichts RR.2016.160 vom 27. Februar 2017, E. 2.2.3;
RR.2016.272 vom 10. Januar 2017; RR.2016.84 vom 20. September 2016,
E. 2.3). Die für die Parteistellung vorausgesetzte Partei- und Prozessfähig-
keit ist zu vermuten, sofern keine gegenteiligen Anhaltspunkte eine Prüfung
von Amtes wegen aufdrängen. Vage Vermutungen genügen nicht, um diese
Voraussetzungen in Zweifel zu ziehen (MARANTELLI/HUBER, in: Wald-
mann/Weissenberger [Hrsg.], Praxiskommentar Verwaltungsverfahrensge-
setz, 2. Aufl., Zürich/Basel/Genf 2016, Art. 48 VwVG N. 6 m.w.H.). Fehlt bei
Beschwerdeeinreichung die Partei-/Prozessfähigkeit bzw. die Beschwerde-
legitimation oder wird sie in Zweifelsfällen nicht substanziiert dargelegt, ist
auf eine Beschwerde nicht einzutreten (MARANTELLI/HUBER, a.a.O., Art. 48
VwVG N. 7 m.w.H.).
2.3 Bei der Beschwerdeführerin handelt es sich um eine Gesellschaft mit Sitz in
Belize. Deren Vertreter wurden am 30. November 2016 bzw. am 13. Dezem-
ber 2016 u. a. aufgefordert, einen beglaubigten, aktuellen Handelsregister-
auszug der beschwerdeführenden Gesellschaft einzureichen bzw. dessen
Vorliegen glaubhaft zu machen (act. 3 und 5). Mit Eingabe vom 3. Ja-
nuar 2017 reichte die Beschwerdeführerin lediglich ein sie betreffendes
«Certificate of Incorporation» vom 4. Juni 2007 ein (act. 7.1). Ein aktueller
Handelsregisterauszug sei demgegenüber nicht erhältlich (act. 7), dies ob-
wohl mit Eingabe vom 12. Dezember 2016 noch mitgeteilt worden war, ein
solcher sei angefordert worden (act. 4). Die Beziehung der Beschwerdefüh-
rerin zum Konto Nr. 1 bei der Bank C. wurde am 24. Dezember 2012 beendet
(vgl. Rechtshilfeakten, act. 7/1, pag. 1 000). In den Bankunterlagen befinden
sich demzufolge auch keine aktuellen Dokumente zur Beschwerdeführerin.
Gemäss einer am 17. Januar 2017 durchgeführten Online-Recherche im In-
ternational Business Companies Registry von Belize resultierte die Be-
schwerdeführerin als inaktiv (act. 12). Entgegen den Vorbringen der Be-
schwerdeführerin (act. 7, act. 16 Ziff. 1) vermag eine über neun Jahre alte
Gründungsurkunde den Bestand der Beschwerdeführerin zum Zeitpunkt der
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Beschwerdeerhebung nicht zu belegen. Die Gesamtheit dieser Umstände
begründet berechtigte Zweifel an der aktuellen Parteifähigkeit der Beschwer-
deführerin. Mit Schreiben vom 17. Januar 2017 wurde sie ausdrücklich da-
rauf hingewiesen und aufgefordert, einen entsprechenden Nachweis (bei-
spielsweise durch ein aktuelles Certificate of Good Standing oder derglei-
chen) einzureichen (act. 13). Diesen Nachweis blieb die Beschwerdeführerin
auch innerhalb erstreckter Frist schuldig. Zu bemerken ist, dass die Be-
schwerdeführerin zwecks Begründung der Bankbeziehung im Jahr 2009 of-
fenbar in der Lage war, ein damals aktuelles «Certificate of Incumbency»
beizubringen (Rechtshilfeakten, act. 7/2, pag. 2 024). Auf die Beschwerde ist
daher mangels hinreichend belegter Parteifähigkeit der Beschwerdeführerin
nicht einzutreten. Die Ausführungen der Beschwerdeführerin in ihrer Ein-
gabe vom 6. Februar 2017 (act. 16) vermögen daran nichts zu ändern. An
den Antrag der Beschwerdegegnerin, auf die Beschwerde sei einzutreten
(act. 10, Rz. 1), ist die Beschwerdekammer nicht gebunden (Art. 25 Abs. 6
IRSG). Ob der Vermerk «Inactive» im Online-Register tatsächlich nur auf
eine aktuell fehlende geschäftliche Tätigkeit hindeutet, wird von der Be-
schwerdeführerin lediglich behauptet, aber nicht belegt. Tatsächlich lässt
das Gesellschaftsrecht von Belize unter bestimmten Voraussetzungen auch
die Wiedereintragung einer bereits gelöschten Gesellschaft zu. Die entspre-
chenden Voraussetzungen sind der Beschwerdekammer bekannt (vgl. TPF
RR.2015.241 vom 18. März 2016 E. 2.3 und 2.5, zur Publikation vorgese-
hen). Allerdings schweigt sich die Beschwerdeführerin auch zu diesen Vo-
raussetzungen aus (act. 16 Ziff. 5). Auf das von ihr eventualiter gestellte Ge-
such um Fristerstreckung zur Erwirkung einer Wiedereintragung ist daher
schon mangels Begründung nicht einzutreten. Im erwähnten Fall war es der
betroffenen Gesellschaft im Übrigen möglich, ihren Bestand durch ein kurz-
fristig erhältlich gemachtes «Certificate of Good Standing» bestätigen zu las-
sen (vgl. TPF RR.2015.241 vom 18. März 2016 E. 2.3, zur Publikation vor-
gesehen).
3. Nach dem Gesagten ist auf die Beschwerde mangels hinreichend belegter
Parteifähigkeit der Beschwerdeführerin nicht einzutreten.
4. Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Gerichtskosten der unterlie-
genden Beschwerdeführerin aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Die Ge-
richtsgebühr ist auf Fr. 1'500.– festzusetzen (Art. 63 Abs. 5 VwVG i.V.m.
Art. 73 StBOG sowie Art. 5 und 8 Abs. 3 lit. a des Reglements des Bun-
desstrafgerichts vom 31. August 2010 über die Kosten, Gebühren und Ent-
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schädigungen in Bundesstrafverfahren [BStKR; SR 173.713.162]), unter An-
rechnung des entsprechenden Betrages aus dem geleisteten Kostenvor-
schuss von Fr. 2‘500.– (act. 3 und 6). Die Bundesstrafgerichtskasse ist an-
zuweisen, den Vertretern der Beschwerdeführerin Fr. 1‘000.– zurückzuer-
statten.
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