# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 7698e283-aa84-4cf0-9d72-f488702e841b
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2021
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
Die 1966 geborene
X._
, diplomierte Arztgehilfin
und
ausgebildete
Spielgruppenleiterin
, war
zuletzt als medizinische Praxisassistentin
(MPA)
mit einem Pensum von 70 % bei Dr. m
ed.
Y._
in
Z._
tätig und
betrieb zudem als
Selbständi
gerwerbende
mit einem Pensum von
zirka 30 % die
A._
-
Boutiqu
e in
B._
.
A
m
7. Oktober 2015
meldete sie sich
unter
Hinweis auf eine Erschöpfungsd
epression bei der Invalidenversicherung zu
m Leistungs
bezug an (Urk. 12/4), worauf die
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, erwerbliche und medizinische Abklärungen
vornahm
und unter ande
rem die Akten des Krankentaggeldversicherers bei
zog
(vgl. Urk. 12/9/1-21)
.
Am 18. Mai 2016 teilte die IV-Stelle der Versicherten mit, dass
aufgrund ihres aktu
ellen Gesundheitszustands keine beruflichen Eingliederungsmassnahmen möglich seien (Urk. 12/32). Mit Mitteilung
en
vom 23. Mai 2017 (Urk. 12/61)
erteilte die IV-Stelle Kostengutsprache für eine Potenzialabklärung
bei
der
C._
vom 12. Juni bis 7. Juli 2017
, am 30. August 2017 für ein Job Coaching
durch
D._
vom 1. September 2017 bis 31. März 2018 (Urk. 12/87), am 15. September 2017 für ein Belastbar
keitstraining
bei
C._
vom 2. Oktober bis 31. Dezember 2017 (Urk. 12/90) und am 29. November 2017 für ein Aufbautraining
bei
C._
vom 1. Januar bis 30. Juni 2018 (Urk. 12/110).
Am 6. Juni 2018 informierte die IV-Stelle die Versicherte über
die
Zusprache
der Kosten
für einen
Arbeitsversuch im Geburts
haus
E._
inklusive Job Coaching
durch
C._
vom 1. Juli bis 30. September 2018 (Urk. 12/131), welcher am 4. September 2018 bis
zum
31. Dezember 2018 verlängert wurde (Urk. 12/143). Am 19. Oktober 2018
infor
mierte
sie
d
ie Versicherte über die Kostenübernahme
für den Arbeitsversuch bei der
F._
vom 20. November bis 31. Dezember 2018
inklusive Job Coaching
durch
C._
(Urk. 12/159).
Am
9. Januar 2019
(Urk. 12/174)
teilte
sie
der
Versicherte
n mit
, dass letztere den Arbeitsversuch bei
F._
erfolgreich habe absolvieren können und per 1. Januar 2019 einen Fest
an
stellungsvertrag zu 40 % erhalten habe, weshalb die beruflichen Massnahmen erfolgreich abgeschlossen seien.
In der Folge führte die IV-Stelle
bei der
Versicherten
am 31. Mai 2019
eine Abklärung für
Se
lbständigerwerbende
durch
(Abklärungsbericht vom 17. Juni 2019, Urk. 12/191).
Mit Vorbescheid vom 20. September 2019 (Urk. 12/198) stellte
sie
der Versicherten
für die Zeit vom 1. Januar bis 30. September 2019
die Ausrichtung einer
Viertelsrente
in Aussicht
, wogegen letztere am 21. Oktober 2019 unt
er Auflage des Berichts von Dr.
med.
H._
, Psychiatrie und Psycho
therapie FMH, vom 29. September 2019 (Urk. 12/209) Einwand (Urk. 12/210)
erhob. Am 15. Mai 2020 sprach die IV-Stelle
der Versicherten vom 1. Januar bis 30. September 2019 verfügungsweise eine
befristete
Dreiv
iertelsrente
zu (Urk. 2).
2.
Dagegen erhob die
Versicherte am 15. Juni 2020 Beschwerde (Urk. 1) und bean
tragte, dass ihr eine unbefristete Rente auf der Basis eines Invalid
itäts
grads von 61 % ab 1. Januar 2019 zuzusprechen sei (S. 2). Am 2. September 2020
(Urk. 7)
reichte die Beschwerdeführerin den Beric
ht von Dr.
H._
und
dipl
.
psych.
G._
vom 9. Juni 2020
(Urk. 8)
ein, welcher der Beschwerdegegnerin am 10. September 2020 zur Stellungnahme zugestellt wurde (Urk. 9). Mit Beschwer
deantwort vom 28. Oktober 2020 (Urk. 11) schloss die Beschwerdegegnerin auf Abweisung der Beschwerde. In ihrer
Replikschrift
vom 15. Februar 2021 (Urk. 17) präzisierte die Beschwerdeführerin
unter Auflage des Berichts v
on Dr.
H._
vom 1. Februar 2021
(Urk. 18)
ihren ursprünglichen Antrag insofern, als dass
ihr
vom 1. Oktober
2019
bis 30. September 2
020
eine Rente auf d
er Basis eines Invalidi
tätsgrad
s von 61 %
und ab
1. Oktober 2020
eine solche auf de
r Basis eines Invaliditätsgrad
s von mindestens 50 %
(richtig wohl:
a
b
1. April 2021 eine
Vi
er
telsrente
;
S. 2
, S. 6
Ziff. 6
)
zuzusprechen sei
. Die Beschwerdegegnerin verzichtete am 17. März 2021 auf das Einreichen einer Duplik (Urk. 21), was der Beschwer
deführerin am 23. März 2021 zur Kenntnis gebracht wurde (Urk. 22).
Mit Verfügung vom 25. Mai 2021 (Urk. 23) wurde die Personalvorsorgestiftung der Ärzte und Tierärzte PAT-BVG zum Prozess beigeladen, woraufhin diese mit Schreiben vom 4. Juni 2021 erklärte, auf eine Stellungnahme zu verzichten (Urk.
25).
Am 24. Juni 2021 reichte die Beschwerdeführerin den Lohnausweis für das Jahr 2019 bei
F._
ein (Urk. 27/2).
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des
Bundesgesetz
es
über den Allge
meinen Teil
des Sozialversicherungsrechts, ATSG
). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beur
teilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen
der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsun
fähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Die Annahme eines psychischen Gesundheitsschadens im Sinne von Art. 4 Abs. 1
des
Bundesgesetz
es
über die Invalidenversicherung (IVG)
sowie Art. 3 Abs. 1 und Art. 6 ATSG setzt eine psychiatrische, lege
artis
auf die Vorgaben eines aner
kannten Klassifikationssystems abgestützte Diagnose voraus (vgl. BGE
145 V 215 E. 5.1, 143 V 409 E. 4.5.2, 141 V 281 E.
2.1, 130 V 396
E. 5.3 und E.
6). Eine fachärztlich einwandfrei festgestellte psychische Krankheit ist jedoch nicht ohne weiteres gleichbedeutend mit dem Vorliegen einer Invalidität. In jedem Einzelfall muss eine Beeinträchtigung der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit unabhängig von der Diagnose und grundsätzlich unbesehen der Ätiologie ausgewiesen und in ihrem Ausmass bestimmt sein. Entscheidend ist die nach einem weitgehend objektivierten Massstab zu beurteilende Frage, ob es der versicherten Person zumutbar ist, eine Arbeitsleistung zu erbringen (BGE
145 V 215 E. 5.3.2,
1
43
V
409 E. 4.2.1, 141 V 281 E.
3.7, 13
9 V 54
7 E. 5.2, 127 V 294 E. 4c; vgl.
Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.3
Anspruch auf eine Rente haben gemäss Art. 28 Abs. 1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen
wieder herstellen
, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (Art. 8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (Art. 28 Abs. 2 IVG).
1.4
Nach der Rechtsprechung sind bei rückwirkender Zusprechung einer abgestuften oder befristeten Invalidenrente die für die Rentenrevision geltenden Bestim
mungen (Art. 17 ATSG in Verbindung mit Art. 88a
der
Verordnung
über die Invalidenversicherung, IVV
) analog anzuwenden (BGE 133 V 263 E. 6.1 mit Hinweisen; Urteil des Bundesgerichts 9C_399/2016 vom 18. Januar 2017 E. 4.8.1). Ob eine für den Rentenanspruch erhebliche Änderung der tatsächlichen Verhältnisse eingetreten und damit der für die Abstufung oder Befristung erfor
derliche Revisionsgrund gegeben ist, beurteilt sich durch Vergleich des Sach
verhalts im Zeitpunkt des Rentenbeginns mit demjenigen im – nach Massgabe des analog anwendbaren Art. 88a Abs. 1 IVV festzusetzenden – Zeitpunkt der Anspruchsänderung (vgl. BGE 125 V 413 E. 2d mit Hinweisen; vgl. statt vieler: Urteile des Bundesgerichts 8C_375/2017 vom 25. August 2017 E. 2.2 und 8C_350/2013 vom 5. Juli 2013 E. 2.2 mit Hinweis
).
Nach der bundesgerichtl
ichen Praxis zu Art. 88a Abs. 1
IVV ist eine Leistungs
anpassung in der Regel erst nach Ablauf von drei Monaten seit dem Eintritt der Änderung vorzunehmen (vgl. BGE 130 V 343 E. 3.5.3; vgl. ZAK 1984 S. 134; vgl. Urteile des Bundesgerichts 9C_32/2015 vom 10. September 2015 E. 4.1 und I 583/05 vom 15. März 2006 E. 2.3.2 ̧ je mit Hinweisen).
1.5
Die rückwirkend ergangene Verfügung über eine befristete oder
im Sinne einer Reduktion abgestufte Invalidenrente umfasst einerseits die Zusprechung der Leis
tung und andererseits deren Aufhebung oder Herabsetzung (BGE 125 V 413 E. 2d; Urteil des Bundesgerichts 8C_780/2007 vom 27. August 2008 E. 2.3; vgl. Meyer/
Reichmuth
, Bundesgesetz über die Invalidenversicherung, 3. Auflage 2014,
Rn
11 zu Art. 30–31). Rechtsprechungsgemäss bildet eine solche Verfügung insgesamt den Anfechtungs- und Streitgegenstand und unterliegt integral der gerichtlichen Prüfung, selbst wenn nur einzelne Punkte davon bestritten sind (vgl. BGE 131 V 164 E. 2.2, 125 V 413 E. 2d; vgl. Urteile des Bundesgerichts 8C_440/2017 vom 25. Juni 2018 E. 5.1 [in BGE 144 V 153 nicht publiziert] und 9C_50/2011 vom 25. Mai 2011 E. 2.1).
1.6
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schluss
folgerungen der Experten begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a mit Hinweis).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete die angefochtene Verfügung (Urk. 2) damit, dass die depressive Störung weitgeh
end zurückgegangen sei. Medizin
theoretisch sei durch Anpassung der seit Juli 2015 bestehenden Medikation eine weitere Verbesserung möglich und die Behandlungsoptionen sei
en
noch nicht vollum
fänglich ausgeschöpft
(S. 3; vgl. auch Urk. 11 S. 1)
. Die defizitären Persönlich
keitszüge und
die
Auswirkung
en
der Kindheitserfahrungen seien berücksichtigt worden (
Urk. 2
S. 3). Gestützt auf den Einkommensvergleich
resultiere ein Invaliditätsgrad von 61 %. Per 1. Oktober 2019 habe sich der Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin verbessert und es sei ihr eine angepasste Tätigkeit mit körperlich leichten Arbeiten in Wechselbelastung zu 80 % zumutbar.
Ab diesem Zeitpunkt
bestehe ein Invaliditätsgrad von 38 %, weshalb der Beschwerdeführerin ab
1. Oktober 2019
kein Rentenanspruch mehr zustehe
.
F
ür die Zeit vom 1. Januar bis 30. September 2019
habe sie
Anspruch auf eine befristete
Dreivier
telsrente
(S. 3).
In ihrer Beschwerdeantwort
(Urk. 11)
präzisierte die Beschwerde
gegnerin, dass
aus dem aktuellsten Arztbericht
keine wesentliche Veränderung des Gesundheitszustands hervorgehe
und der erst im Beschwerdeverfahren eingereichte Bericht vorliegend nicht relevant sei. Im Weiteren handle es sich bei der von der Beschwerdeführerin bei
F._
ausgeübten Tätigkeit um keine optimal angepasste
Verrichtung
(S. 2).
2.2
Die Beschwerdeführerin stellte sich demgegenüber auf den
Standpunkt (Urk. 1
), dass die Annahme der Ärztin
des Regionalen Ärztlichen Dienstes (RAD)
,
wonach sich
der Gesundheitszustand ab Oktober 2019 verbessert habe und sie (die Beschwerdeführerin) ab dann zu 80 % arbeitsfähig sei, nicht nachvollziehbar sei. Die behandelnden
Fachpersonen
gingen
davon aus,
dass ein
Arbeitspensum von 40 bis 55 % beziehungsweise von drei Stunden pro Tag
zumutbar sei
und dass die medikamentöse Behandlung
und
therapeutischen Massnahmen ausgereizt seien
(S. 4 ff. Ziff. 2.1
, vgl. auch Urk. 7 S. 2
). Im Weiteren sei die Beschwerde
gegnerin von einem zu tiefen
Valideneinkommen
ausgegangen. Unter Berück
sichtigung einer Arbeitsfähigkeit von maximal 40 % sowie eine
s
Validen
lohn
s
von Fr. 80'000.-- sei von einem Invaliditätsgrad von 60.5 % auszugehen (S. 7 f. Ziff. 2.2).
In ihrer Replik (Urk. 17)
präzisierte
die Beschwerdeführerin, dass eine Vollremission
der Depression
durch eine Anpassung
der Medik
ation
nicht möglich sei, da sie verschiedene Medikamente ausprobiert habe
, welche
indes aus medizinischen Gründen
wieder hätten abgesetzt werden müssen
. Die Medikation und
die
psychotherapeutische Behandlung (inklusive stationäre und tages
k
linische
Therapie
) sei
en
im Rahmen des Möglichen erfolgreich gewesen
, da ihr der Wiedereinstieg in ein teilzeitliches Arbeitspensum nac
h einem sehr langen Arbeitsausfa
ll gelungen sei (S. 2
ff. Ziff. 1 ff.). Die Feststellung der Beschwerde
gegnerin, es liege seit September 2019 keine rentenbegründende Invalidität
mehr
vor, beruhe einzig auf einer rein theoretischen hypothetischen Einschätzung der RAD-Ärztin, welche
die Beschwerdeführerin nicht untersucht habe
(S. 4 Ziff. 3).
Letztere
wies schliesslich darauf hin, dass sie ihr Pensum ab 1. Januar 2021 auf 51.
2 % steigern werde (S. 6
Ziff. 6
).
3.
Zwischen den Parteien ist unbestritten
, dass die Beschwerdeführerin
aufgrund psychischer Beschwerden
in
einer angepassten
Tätigkeit
für die Zeit vo
n
April
2015
(vgl. Urk. 12/196/11)
bis 30. September 2
0
18
zu 100 %
arbeitsunfähig und vom 1. Oktober 201
8 bis 30. September 2019 zu 40
,
5
respektive 50 %
arbeitsfähig
war
.
Die
Beschwer
den
im Zusammenhang mit den
Rotatoren
manschetten
r
upturen
an
de
n Schultern sowie
dem
Karpaltunnelsyndrom an
d
en
Händen
mit entsprechenden Opera
tionen i
n den
Jahren 2012, 2015,
2016 und 2017
(vgl. Urk. 12/181/1-6 S. 2 Ziff. 1.2)
standen bei der zu beurteilenden IV-Anmeldung (Urk.
12/32) respektive der
angefochtenen Verfügung vom 15.
Mai 2020 (Urk. 2) nicht im Vordergrund.
Ebenfalls unbestritten ist, dass die Beschwerdeführerin durch ihr psychisches Leiden auch nach dem 1. Oktober 2019 in der Arbeitsfähigkeit beeinträchtigt
war
(Urk. 12/196 S. 8 f.).
Strittig ist demgegenüber der Umfang der Arbeitsfähigkeit
in
angepasster Tätigkeit
seit
1. Oktober 201
9. Während die Beschwerdegegnerin von einer Verbesserung des Gesundheitszustands der Beschwerdeführerin per 1. Oktober 2019 und
seit
diesem Zeitpunkt von einer Arbeitsfähigkeit von 80 %
in einer behinderungsangepassten Verrichtung
ausgeht
(Urk. 2 S. 3
)
, verneint
die Beschwerdeführerin eine entsprechende Veränderung ihrer gesundheitlichen Situation und
postuliert für die Zeit vom 1. Oktober 2019 bis 31. Dezember 20
2
0
weiterhin
eine Arbeitsfähigkeit von 40,5 % respektive
ab
1. Januar 20
21
eine solche von 51.2 % (Urk. 1 S. 4
f
f.
Ziff. 4.1
, Urk. 17 S. 6 Ziff. 6).
4.
4
.1
In
seinem
Bericht vom 17. Dezember 2018 (Urk. 12/171/1-9) nannte
der behan
delnde Psychiater
Dr.
H._
folgende Diagnosen (S. 1 Ziff. 1.1):
-
mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit:
-
rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode (ICD-10 F33.1,
Becks-Depressions-Inventar [BDI]
29)
-
akzentuierte Persönlichkeitszüge mit unsicher-vermeidenden und emotio
nal-instabilen Anteilen (ICD-10 F61.1)
-
Störung durch negative Kindheitserlebnisse: sexueller Missbrauch durch den Vater (ICD-1
0
Z61)
-
Status nach Fussarthrose
-
ohne Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit:
-
Essattacken bei anderen psychischen Störungen (ICD-10 F50.4)
Dr.
H._
führte aus, dass sich die Beschwerdeführerin seit April 2018 bei ihm in Behandlung befinde und sich anfänglich ein klares Bild einer mittelgradigen bis schweren Depression mit somatischen Symptomen gezeigt habe. Hauptsymptome seien eine ausgeprägte depressi
ve und niedergedrückte Stimmung -
phasenweise mit suizidalen
G
edanken -
,
Antriebsverlust, Verlust der Vitalgefühle, Grübeln, Freudlosigkeit, Schlafstörung, Appetiterhöhung und erhöhte Ermüdbarkeit gewe
sen. Im Laufe der psychotherapeutischen Behandlung habe sich dieses anfäng
liche Bild allmählich aufgehellt, wobei immer noch eine grosse emotionale Instabilität, je nach Arbeitsbelastung bestehe. Erst vor einigen Wochen habe nach
einem
Medikamentenwechsel (von
Cym
balta
zu
Deprivita
und Zeller Schlaf Forte) eine Ve
rbesserung des depressiven Bilds mit Stimmungsaufhellung und der
Steigerung
des Antriebs und
der
Fähigkeit zur Freude beobachtet werden können.
D
ie Stimmung
wechsle sich
indes seit vielen Jahren zyklisch ab, wobei sich die Beschwerdeführerin in diesen Phasen erschöpft, kraftlos, ermüdet und in der Stimmung deutlich niedergedrückt fühle (S. 3).
Bei der Beschwerdeführerin zeige sich ein klares Beziehungsmuster, vor allem im beruflichen aber auch im persönlichen Umfeld, indem sie keine klaren Grenzen setzen könne und sich ausgenützt fühle. Dies resultiere in Fehlwahrnehmungen von Situationen und
im
Fehlverhalten im Umgang mit Mitmenschen und erschwere die vollständige Wiedereingliederung ins Berufsleben.
Innerpsychisch leide sie unter einem starken Leidensdruck, erlebe aber gleichzeitig ausgeprägte Selbstentwertungstendenzen, was ein typisches Muster bei Opfern von Misshand
lungen
darstelle. Des Weiteren zeigten sich
ausgeprägte Vermeidungs- und Abhängigkeitstendenzen
. Aktuell finde wöchentlich eine psychodynamische und ressourcenorientierte Psychotherapie statt
(S. 4)
.
Die Beschwerdeführerin habe in den letzten Jahren
mehrmals
die Medikamente gewechselt, wobei das aktuelle
Deprivita
kombiniert mit Zeller Schlaf Forte am besten wirke. 2017 sei
Wellbutrin
wegen Herzrasen
s
abgesetzt worden, 2018
Brintelix
wegen fehlender Wirkung
sowie
Cymbalta
und
Valdoxan
wegen starker V
erschlimmerung der Symptomatik - vor allem Suizidgedanken
(
S. 5).
Bei Vorhandensein der psychischen Stabilität könne die Beschwerdeführerin weiterhin eine Mischform von Anstellungsverhältnis von (aktuell) 40 % und einem Anteil an Selbständigkeit (möglich 5 %) ausüben. Eine Erhöhung der Arbeitsfähigkeit im nächsten Jahr sei eher unwahrscheinlich, da das Arbeits
training deutlich zeige, dass die Belastbarkeitsgrenze im Anstellungsverhältnis mit 40 % erreicht sei. (S. 4).
Für die zuletzt ausgeübte Tätigkeit bestehe anam
nestisch eine 100%ige Arbeits
un
fähigkeit seit 22. April 2015. Seit Ende Oktober 2018 sei bis auf Weiteres von einer Arbeitsunfähigkeit von 55 % auszugehen. Die bisherige Tätigkeit sei der Beschwerdeführerin mit einem Pensum von 40 % zumutbar. Obwohl sie aktuell zu 40 % arbeite, bestehe eine gewisse Verminde
rung der Leistungsfähigkeit. Die Beschwerdeführerin sei deshalb in der kleinen Arztpraxis mit einer privaten Klientel und in einem sehr persönlichen und geschützten Umfeld am besten aufgehoben (S. 5 Ziff. 1.6 f.)
.
Dr.
H._
führ
t
e
weiter
aus, dass die Beschwerdeführerin in der gynäkologischen Praxis
aktuell keine Laboraufgaben
aus
führe. Dies sei eventuell für das Jahr
2019 geplant, wobei dies bei der Beschwerdeführerin grosse Sorgen auslöse, da alles, was mit Blut/Nadeln in Verbindung stehe, für sie wie ein Trigger wirke und starke Ängste auslöse. Funktionseinschränkungen bestünden insofern, als die Beschwer
deführerin nicht vollständig belastbar sei und in Zeiten erhöhter Belastungen bei der Arbe
it emotional instabiler werde. Mit dem
momentan
en
Pensum von 40 % sei sie voll belastet. Für das eigene Geschäft wende sie im Durchschnitt zirka 2 Stunden pro Woche auf, teilweise mit Hilfe von Dritten. Die Beschwerdeführerin sei mit einem Pensum von 40 % als Angestellte und 5 % als
Selbständig
e
rwerbende
an ihre Belastbarkeitsgrenze gekommen. Eine behinderungsange
passte Tätigkeit sei für höchstens 3-4 Stunden pro Tag zumutbar. Wegen der langzeitigen psychischen Erkrankung habe sich schliesslich bei der Beschwerde
führerin im Haushalt und in der Administration
Vieles
aufgestaut, so dass sie
zusätzlich
Hi
lfe der Psychiatrie-
Spitex erhalte, welche sie unter anderem bei der Erledigung administrativer Aufgaben unterstütze.
Den Haushalt könne die Beschwerdeführerin selbst erledigen
(S. 6 f. Ziff. 1.11).
4
.
2
Dr. med.
I._
, Neurologie FMH und Fachärztin del. Psychotherapie FMPP, und Psychologin
lic
. phil.
J._
, welche die Beschwerde
führer bis April 2018 betreut
hatten
,
führten am 14. Januar 2019 folgende Diagnosen mit Auswirkung
en
auf die Arbeitsfähigkeit auf (Urk. 12/178 S. 1):
-
rezidivierende depressive Störung, Episoden schwankend zwischen leichten und überwiegend mittelgradigen Episoden (ICD-10 F33.1), teilweise mit somatischem Syndrom (ICD-10 F33.11)
-
komplexe
posttraumatische Belastungsstörung
(PTBS)
in der Kindh
eit (ICD-10 F43.1, Typ II Trauma (
Traumafolgestörung
)
welche bisher noch nicht gemäss ICD habe kodiert werden können
-
phobische Ängste (Zahnarzt, Autofahren auf Autobahn, Angst vor Nadeln/Blut) und andere phobische Störungen (ICD-10 F40.8)
-
akzentuierte P
ersönlichkeitszüge mit unsicher-vermeidenden und emotional-
instabilen Anteilen
(ICD-10 Z73.1)
-
Probleme bei sexuellem Missbrauch in der Kindheit durch eine Person inner
halb der Familie
(ICD-10 Z61.4)
-
Probleme in Verbindung mit der Berufstätigkeit (ICD-10 Z56)
-
wahrscheinlicher Verdacht
auf eine
Aktivitäts- und Verhaltensstörung ADS (ICD-10 F90.0)
-
Fussarthrose mit chronischen Schmerzen
-
verschiedene Operationen
während des therapeutischen Verlaufs
: senso
motorisches Karpaltunnelsyndrom links und rechts, Schulter wegen eines Unfalls, wegen Komplikationen 2. Operation
-
Divertikulitits
, Thrombose am rechten Unterschenkel
Es sei
davon aus
zugehen
, dass das frühere Arbeitspensum habe reduziert werden müssen und die Tätigkeit – in der bisherigen oder in einer angepassten Verrich
tung – nicht zu belastend sein sollte.
Betreffend die bisherige
Tätigkeit sei zu beachten, dass die Beschwerdeführerin praktisch nicht mehr in der Lage sei, Blut
entnahmen
vorzunehmen
(vermutlich werde ein tra
umatisches Ereignis getrig
gert),
und auch mit Notfällen überfordert sei (Insuffizienzgefühle, S. 2).
Die Fachpersonen führten weiter au
s
, dass
eine depressive Stimmungslage mit Freudlosigkeit, Gedankenkreisen, mangelnder Belastbarkeit und Antrieb, Agitiertheit, Zukunfts-/Versagensängsten, vermindertem Selbstwertgefühl und psychosomatischen Symptomen dominiert
habe
. Es hätten Essstörungen sowie eine komplexe
PTBS
vorgelegen, wobei letztere zu den typischen Störungen der Gefühlsregula
tion (Stimmungsschwankungen,
verminderte Fähigkeit, sich selbst zu beruhigen), zur Störung der Beziehung zu sich selbst (Schuld-/Schamgefühle und mangelnde Selbstfürsorge) sowie zu Beziehungsstörungen (insbesondere mangelndes Vertrauen und Nähe-Distanzprobleme) geführt hätten (S. 2).
Die
Beschwerdeführerin
habe sich
während des gesamten Therapieverlaufs bemüht, ihre frühere Arbeitsfähigkeit wieder zu erlangen
.
Im Rahmen des Inte
grationsprogramms
bei
der
K._
in
L._
sei sie immer wieder an die Grenzen ihrer Belastbarkeit gekommen. In der letzten Therapiephase habe sie zudem im Alltag Unterstützung durch die
Psychiatrie-
Spitex
erhalten
. Aufgrund der Bemühungen und des Einsatzes der Beschwerdeführerin sei davon auszu
gehen, dass ein Teilpensum wieder erreicht werden könne. Wie gross
dieses
sein werde,
könne nicht entschieden werden
,
es sei aber
am Schluss der therapeu
tischen Behandlung von einem Arbeitspensum von zirka 40 bis 50 % aus
zugehen
(S. 2 f.).
4
.
3
Der Hausarzt der Beschwerdeführerin, Dr. med.
M._
,
Allgemeine Innere Medizin
, nannte
a
m 30. Januar 2019 (Urk. 12/181/1-6) folgende Diagnosen (S. 2 Ziff. 1.1 f.):
-
mit Auswirkung
en
auf die Arbeitsfähigkeit:
-
rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode (ICD
10 F33.1)
-
komplexe
PTBS
in der Kindheit
-
phobische Ängste
-
akzentuierte P
ersönlichkeitszüge mit unsicher-
ve
rmeidenden und emotio
nal-
instabilen Anteilen (ICD-10 Z73.1)
-
Probleme bei sexuellem Missbrauch in der Kindheit durch eine Person innerhalb der Familie (ICD-10 Z61.4)
-
chronische Fussschmerzen bei degenerativen Veränderungen
-
ohne Auswirkung
en
auf die Arbeitsfähigkeit:
-
thromboembolische
Erkrankung mit
Status nach Thrombosen bei APC
Resistenz bei heterozygotem Faktor V Leiden Mutation
-
Lap
.
Sleeve
-
Gastrektomie (34F) am 18.06.2012
bei Adipositas
-
Status nach
arthroskop
. Rekonstruktion am 23.03.2012 bei
Rota
toren
manschetten
r
uptur
Schulter rechts nach Sturz am 14.01.2012
-
Status nach
Rotatorenmanschetten
-R
ekonst
ru
ktion und
Acromioplastik
am 30.10.2015 bei Ruptur
Supraspinatussehne
Schulter links nach Sturz am 22.07.2014
-
Status nach
Rotatorenmanschetten
-Re-
Rekonstruktion links am 24.05.2016 bei Re-Ruptur
-
Status nach Karpaltunneloperation am 07.02.2017 rechts
und am 24.05.2016 links
In der zuletzt ausgeübten Tätigkeit als MPA bestehe seit 22. Oktober 2018 eine Arbeits
un
fähigkeit von 55 % (S. 2 Ziff. 2).
Die Beschwerdeführerin sei aufgrund einer
Rotatorenmanschettenläsion
sowohl an der rechten wie auch linken Schulter operiert worden, wobei bei Re-Ruptur eine zweite Operation
der
linken Schulter erfolgt sei. Dies habe im Rahmen der langen Rehabilitation auch eine schwere depressive Krise ausgelöst. Die Schulter
n
seien nicht mehr voll belastbar beim Heben
/
Tragen von mittelschweren bis schweren Laste
n
oder bei Überkopf
arbeiten. Im Jahre 2012 sei aufgrund des langjährigen chronischen Übergewichts eine
Adipositas-
Operation erfolgt, wobei die Beschwerdeführerin alles versucht
habe, um das Gewicht zu halten. A
ktuell
habe sie das Gewicht deutlich reduzieren können, wo
bei
bereits wieder eine
Tendenz zur Gewichtszunahme
bestehe
und die Beschwerdeführerin für das Halten des aktuellen Gewichts enorme psychische Anstrengungen benötige. Es bestünden e
ine Vielzahl von Problemfeldern – Essattacken, Schlafschwierigkeiten aus psychischen Gründen und Schmerzen, chronische Fussschmerzen (vor allem bei Mehrbelastung), rasche Ermüdbarkeit, psychische Instabilität,
PTBS
und depressive Symptome -
welche sich gegenseitig beeinflussten und
verstärkten
(S. 3 Ziff. 3.3 f.)
.
Der Gesundheitszustand sei stationär und es sei kurz- und mittelfristig keine Verbesserung der Arbeitsfähigkeit zu erwarten. Eine langfristige Prognose sei sehr schwierig, da die Beschwerdeführerin sehr häufig Höhen und Tiefen erlebe (S. 3 Ziff. 4.1 f.
).
4.4
RAD-Ärztin Dr.
N._
, Fachärztin
für Psychiatrie und Psychother
apie, stellte in ihrer Stellungnahme vom 11. April 2019 (Urk. 12/196/7-9) folgende Diagnosen:
-
mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit:
-
rezidivierende depressive Störung, mittelgradige Episode, derzeit remittiert (ICD-10 F33.1)
-
phobische Ängste (Zahnarzt, Autofahren auf Autobahn, Angst vor Nadeln/Blut (ICD-10 F40.8)
-
akzentuierte Persönlichkeitszüge mit unsicher-vermeidenden und emotio
nal-instabilen Anteilen (ICD-10 Z73.1)
-
ohne Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit:
-
komplexe PTBS in der Kindheit, Typ II Trauma (ICD-10 F43.1)
-
Probleme bei sexuellem Missbrauch in der Kindheit (ICD-10 Z61.4)
-
Probleme in Verbindung mit der Berufstätigkeit (ICD-10 Z56)
-
chronische Fussschmerzen bei degenerativen Veränderungen
-
morbide Adipositas WHO III, Status nach Magenverkleinerung am 18.06.2012
-
Essattacken (ICD-10 F50.4)
-
Nikotinabhängigkeit
-
Status nach
arthroskopischer
Rekonstruktion rechts am 23.02.2012 bei
Rotatorenmanschettenruptur
nach Sturz am 14.01.2012
-
Status nach
arthro
skopischer
Rotatorenmanschetten
-R
ekonst
r
uktion links vom 30.10.2015 nach Sturz am 22.07.2014 und nach Re-Ruptur am 24.05.2016
-
Status nach offener Spaltung
Retinaculum
flexorum
,
Neurolyse
Nervus
medianus
und Status nach Karpaltunnel-Operation rechts am 07.02.2017 und links am 2
4
.05.2016
-
Synovialektomie
Hand link
s
vom 30.10.2015
-
Status nach Muskelvenent
h
r
ombose Unterschenkel rechts vom 27.09.2015
Unter dem Titel Einschränkungen
in Bezug auf die bisherige Tätigkeit als MPA führte die RAD-Ärztin aus, dass die Fähigkeit zur Planung und Strukturierung mittelgradig reduziert sei. Die Fähigkeit zur Anwendung fachlicher Kompetenzen sei durch die phobischen Ängste (Blut, Nadeln) und durch Kontaktschwierigkeiten schwer eingeschränkt. Als MPA seien Belastbarkeit, Stresstoleranz, Teamfähigkeit und soziale Kompetenzen gefordert. Die Durchhaltefähigkeit sei durch die verminderte emotionale Belastbarkeit und Konzentrationsminderung reduziert. Die Selbstbehauptungsfähigkeit sei durch die Kontaktschwierigkeiten und durch das verminderte Selbstwerterleben eingeschränkt. Die Kontaktfähigkeit zu Dritten sei durch die vorliegenden Persönlichkeitsakzentuierungen mittelgradig redu
ziert: dem Gefühl, ausgenutzt zu werden, und der Schwierigkeit, Grenzen zu setzen, mit resultierendem Fehlverhalten im Umgang. Dadurch sei auch die Grup
penfähigkeit eingeschränkt. Die Verkehrsfähigkeit sei nicht beeinträchtigt und es bestünden Ängste bezüglich längerer Fahrten und Fahrten auf der Autobahn.
Als Belastungsprofil nannte die RAD-Ärztin körperlich leichte Arbeiten in Wech
selbelastung ohne Heben/Tragen von mittelschweren bis schwere
n
Lasten und ohne Überkopfarbeiten.
Leidensgerecht
seien Tä
tigkeiten ohne permanenten Zeit
/Termindruck und ohne
Verrichtungen in Verbindung mit Blut/Nadeln sowie im Lebensmittelbereich bei nur geringem Publikumsverkehr, klar strukturierte Tätig
keiten in ruhiger und emotional spannungsarmer Atmosphäre ohne hohe Anfor
derungen an die psychische Belastbarkeit in einem eher kleinen Team. An einem angepassten Arbeitsplatz sei eine Leistungsfähigkeit von zunächst 50 % zu erwarten, welche innerhalb eines halben Jahres sukzessiv und unter psycho
therapeutischer Begleitung auf 80 % gesteigert werden könne.
In der bisherigen Tätigkeit als MPA bestehe eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit vom 23. April 2015 bis 30. September 2018. Seit 1. Oktober 2018 liege eine Arbeits
unfähigkeit von 55 % vor. In einer angepassten Verrichtung sei von einer 100%igen Arbeitsunfähigkeit vom 23. April 2015 bis 30. September 2018, einer 50%igen Arbeitsunfähigkeit vom 1. Oktober 2018 bis 30. September 2019 und ab 1. Oktober 2019 von einer 20%igen Arbeitsunfähigkeit auszugehen.
Im Zusammenhang mit einer möglichen wesentlichen Veränderung des Gesund
heitszustands führte die RAD-Ärztin aus, dass sich die depressive Episode bereits habe remittieren können und eine weitere Stabilisierung des Gesundheitszustands zu erwarten sei. Es werde weiterhin eine ambulante psychiatrisch-psycho
therapeutische Weiterbehandlung inklusive medikamentöse Prophylaxe sowie die Weiterführung der hausärztlichen Betreuung empfohlen. Die Beschwerdeführerin sei
compliant
und die Therapien würden zuverlässig wahrgenommen.
Im Weiteren führte Dr.
N._
aus, dass die Beschwerdeführerin am Patien
tenempfang und am Computer arbeite, wobei zusätzliche Aufgaben, unter ande
rem im Labor, geplant seien. Es handle sich um keine optimal angepasste Tätigkeit und es könne davon ausgegangen werden, dass in einer solchen dauerhaft ein höheres Leistungsvermögen erreicht werden könne.
4
.
5
Dr.
H._
und Psychotherapeutin
G._
nannten
in ihrem Bericht vom 29. September 2019 (Urk. 12/209) folgende Diagnosen (S. 1):
-
rezidivierende depressive Störun
g
, gegenwärtig mittelgradige Episode (ICD-
10 F33.1)
-
akzentuierte Persönlichkeitszüge mit unsicher-vermeidenden und emotional-instabilen Anteilen (ICD-10 F61.1)
Die Fachpersonen
führten aus, dass
gemäss
BDI
aktuell ein Wert von 25
Punkten vorliege. Dies deute zwar auf eine leichte Aufhellung der Stimmung im Vergleich zum Dezember 2018 hin, die Beschwerdeführerin befinde sich gemäss der erwähnten Punktezahl
aber
noch
immer
im Bereich der mittelgradigen depres
siven Störung, was die Krit
erien
von
ICD-10 F33.1 erfülle.
Die Beschwerdeführerin kämpfe
stets
mit ih
rer chronischen Erschöpfung und
innerlichen Spannungszuständen. Die zu Hause zu erledigenden Tätigkeiten (Haushalt, Administration) gel
ängen
ihr nur unter grosser Anstrengung, weshalb sie alle zwei Wochen die Hilfe der Psychiatrie
-S
pitex in Anspruch nehme. Sie brauche oft den Halt, die Motivation und den Fokus, die ihr eine solche Hilfs
person bieten könne. Der Umfang mit der positiven Aggression sei sehr schlecht. Sie könne sich zumeist nicht/nur schlecht wehren und durchsetzen und fresse ihre Aggression in sich hinein, was zu Missmut, schlechter Laune, Niederge
schlagenheit und oft depressiver Stimmung führe. Diese Gefühle kompensiere sie durch übermässiges Essen (Binge-
eating
-Störung), was wi
ederum die Stimmung niederdrücke
und das bereits sehr niedrige Sel
bstwertgefühl noch mehr schwäche
. Es liege eine chronische Müdigkeit, ein Gefühl der Überforderung und Erschöp
fung, eine sehr rasche Ermüdb
arkeit,
eine ausgeprägte Antriebsarmut/-hemmung
und eine Ein-/Durchschlafstörung
vor. Im Kontakt wirke sie oft schwermütig, wobei der emotionale Rapport trotzdem gut herstellbar sei. Es bestehe ein starker sozialer Rückzug
mit
nur sehr wenige
n
soziale
n
Kontakte
n ausserhalb des Arbeitsplatzes
. Somit sei klargestellt, dass die Diagnose einer rezidi
vierenden Störung erfüllt sei
(S. 2).
Der Charakter der Chronizität der depressiven Erkrankung sei
für die Beurteilung des Fall
s u
ngenügend in Betracht gezogen wo
rden. Eine chronische Erkrankung erschwere eine vollständige Heilung respektive eine Wiedererlangung einer höheren Arbeits-/Leistungsfähigkeit. Im Vorbescheid der Beschwerdegegnerin sei zudem keine Rücksicht
auf die
Dysfunktionalität
der Persönlichkeit der Beschwer
deführerin aufgrund
der
Persönlichkeitsdefizite und der traumatischen Kindheits
erfahrungen infolge
des
jahrelange
n
Missbrauch
s
in sehr frühem Kindesalter genommen worden
. Die Kombination der Depression mit den dysfunktionalen Persönlichkeitsanteilen
und
Persönlichkeitsveränderungen durch jahrelangen sexuellen Missbrauch
hinterlasse
eine zerbrechliche Persönlichkeit, wodurch die Beschwerdeführerin der Welt eher mit Skepsis und Angst begegne
und sie ein völlig instabiles Selbstwertgefühl habe. Im alltäglichen Leben habe sie grosse Mühe mit persönlichen Stellungnahmen, ein schwaches Durchsetzungsvermögen und sehr hohe Ansprüche an sich
selbst - vor allem im Berufsleben -
was die Leistungsfähigkeit beeinträchtige (S. 3).
Sofern die bisher erreichte
psychische Stabilität beibehalten werden könne, könne die Beschwerdeführerin weiterhin im aktuellen Anstellungsverhältnis von 40 % arbeiten. Eine Erhöhung der Arbeitsfähigkeit im kommenden Jahr sei eher unwahrscheinlich, da die Belastbarkeitsgrenze mit 40 % erreicht sei. Die Beschwerdeführer
in
sei trotz aller Schwierigkeiten in den letzten Monaten fehlerfrei zur Arbeit erschienen, erledige diese mit viel Engagement und werde vom Arbeitsteam sehr geschätzt. Die Arbeitsstelle sei daher als optimal angepasst anzuschauen und funktioniere ohne zu hohe Arbeitsbelastung und Leistungs
tempo in einer wertschätzenden und wohlwollenden Atmosphäre. Die Begrün
dung im Vorbescheid, wonach der aktuelle Arbeitsplatz der Behinderung nicht optimal angepasst sei, sei deshalb nicht nachvollziehbar. Wichtig sei, dass aktuell keine Labo
rtätigkeiten
geplant seien, weil die Beschwerdeführe
rin solche Aufga
ben aufgrund d
er Misshandlung
en
in der Kindheit nicht mehr ausführen könne. Die Argumentation, wonach in einer angepassten Tätigkeit ein höheres Leistungs
vermögen erzielt werden könne, sei deshalb unrealistisch. In einer behinderungs
angepassten Verrichtung sei der Beschwerdeführerin eine Arbeitszeit von zirka drei Stunden pro Tag zumutbar (S. 4).
Seit der Bericht
erstattung vom 17. Dezember 2018
habe sich der Gesundheits
zustand nicht erheblich verbessert, so dass die RAD-Annahme einer 80%igen Arbeitsfähigkeit
seit
1. Oktober 2019 absolut unrealistisch und unverständlich sei. Die Beschwerdeführerin habe zwar durch die therapeutische Behandlung
, durch
eine Festanstellung an einem behinderungsangepassten Arbeitsplatz sowie durch di
e Unterstützung der Psychiatrie-S
pitex eine leichte Verbesserung der Depression erreicht, es bestehe aber immer noch eine eindeutige emotionale Instabilität, je nach Arbeitsbelastung und psychischer Verfassung. Diese Instabi
l
ität bestehe seit vielen Jahren und
habe einen
zyklischen Verlauf, was ein klares Anzeichen einer minderen Form der Persönlichkeitsstörung sei. Die Beschwerde
führerin habe in den letzten Monaten ihre Arbeit ohne Abbruch oder Verschlech
terung der Symptomatik ausführen können und habe so eine gewisse Stabilität erreicht. Die Leistungsfähigkeit habe sich indes nicht erhöht und
die Beschwer
deführerin
sei weiterhin auf die wohlwollende und wenig belastende Arbeits
situation an ihrer aktuellen Arbeitsstelle
angewiesen
. Eine leistungsrelevante Verbesserung des Zustandes habe damit nicht beobachtet werden können (S. 4 f.).
Aufgrund der Chronizität sei nicht zu erwarten, dass
die Arbeits- und
Leistungs
fähigkeit wesentlich erhöht werden könnten. Für die nächsten Jahre könne zwar eine leichte
Steigerung
der Arbeitsfähigkeit (bestenfalls um 10 %) erwartet werden, aber mit einem bleibenden Verlust der Leistungsfähigkeit. Das Beibehal
ten einer der Behinderung angepassten Tätigkeit, welche
die Beschwerdeführerin
in der aktuellen Arztpraxis habe, sei deshalb wichtig. Die
Einschätzung, wonach
die Beschwerdeführerin ab 1. Oktober 2019 zu 80 % arbeitsfähig sei, sei nicht nachvollziehbar (S. 8).
4
.
6
Am 3. Dezember 2019 äusserte sich RAD-Ärztin Dr.
N._
erneut zum Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin und führte aus,
dass im Bericht von Dr.
H._
vom 29. September 2019 weiterhin eine rezidivierende Störung festge
stellt worden sei. Diese habe sich zwischenzeitlich (Dezember 2018) weitgehend remittieren können. Eine Vollremission sei medizintheoretisch durch die Anpas
sung der seit Juli 2015 bestehenden Medikation (Johan
n
iskrautpräparat und Baldrian-/Hopfenextrakt) möglich, weshalb die Behandlungsoptionen nicht ausgereizt seien. Die defizitären Persönlichkeitszüge und Auswirkungen der Kind
heitserfahrungen seien berücksichtigt worden und zeig
t
en sich in den beruflichen Einschränkungen. Wie Dr.
H._
bereits am 17. Dezember 2018 festgestellt habe, sei die Beschwerdeführerin in Zeiten erhöhter Arbeitsbelastung emotional insta
bil
.
V
iele Arbeiten als MPA seien schwierig
für sie, weshalb sie im Ausbildungs
bericht vom 12. Januar 2018 selbst angegeben habe, nicht mehr als MPA arbeiten zu wollen
.
Dr.
H._
habe sodann am 17. Dezember 2018 beschrieben, dass die aktuelle Tätigkeit der Beschwerdeführerin Belastbarkeit, Stresstoleranz, Team
fähigkeit und soziale Kompetenzen erfordere. Die Beschwerdeführerin sei unter anderem zuständig für PC-Arbeiten, telefonischen Dienst, Patientenempf
ang und Rezepte, wobei seitens der verständnisvollen
Arbeitgeber
in
am aktuellen Arbeits
platz auf die zu erwartenden Laborarbeiten verzichtet werde. Bei der psychisch instabilen
,
psychisch
wenig
belastbaren und stressintoleranten Beschwerde
führerin
sei
in einer Tätigkeit ohne Zeit-/
Termindruck, ohne/mit geringem
Publi
kumsverkehr und ohne Anforderungen an die psychische Belastbarkeit eine höhere L
e
istungsfähigkeit
zu erwarten. Psychosoziale Belastungen bestünden
aufgrund
finanzielle
r
Sorgen, insbesondere seit etwa drei Jahren. Insgesamt seien keine neuen, unberücksichtigten Fakten vorgebracht worden, weshalb an der RAD-Stellungnahme vom 11. April 2019 festgehalten werden könne (Urk. 12/
220/
3-4).
4
.
7
Am 9. Juni 2020
nahmen
Dr.
H._
und Psychotherapeutin
G._
erneut zum Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin
Stellung
, wobei sie folgende Diagnosen
aufführten
(Urk. 8 S. 1):
-
rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode (
ICD-10 F33.1), aktuelles BDI 28
Punkte
-
akzentuierte Persönlichkeitszüge mit unsicher-vermeidenden und emotional-
in
stabilen Anteilen (ICD-10 F61.1) aufgrund einer komplexen
PTBS
(
ICD-10 F43.1)
Die Fachpersonen führten aus, dass die diagnostische Kategorie der PTBS zum ersten Mal aufgeführt
werde
, weil sie bisher nur
implizit durch die Diagnose ICD
10 F61.1 beschrieben worden sei.
Wie im Bericht vom 17. Dezember 201
9 [richtig
2018]
ausgeführt worden sei, sei die Beschwerdeführerin
in Baby- und Frühkind
heitsjahren jahrelang von ihrem Vater sexuell schwer mi
ssbraucht worden. Diese Erfahrung
habe zur Diagnose ICD-10 F61.1 geführt,
was
invalidisierender und weniger gut therapierbar sei als eine komplexe
Traumafolgestörung
. Die Diagnose der stark akzentuierten Persönlichkeitszüge sei somit als Fol
ge der komplexen PTBS zu sehen und
sei angesichts der Schwere und der schlechten Prognose dieser Störung zu wenig berücksichtigt. Die Beschwerdeführerin leide sehr oft unter Intrusionen, Stimmungsschwankungen und Gefühlsausbrüchen, was einen direk
ten Einfluss auf ihre Arbeitsfähigkeit habe
(S. 1 f.)
.
Die depressive Störung sei niemals remittiert. Es habe sich – wie bereits im Bericht vom 17. Dezember 2018 erwähnt - einzig eine leichte Aufhellung der depressiven Symptomatik gezeigt. Das aktuelle BDI zeige
im Vergleich zum Bericht vom 29. September 2019
wieder eine Verschlechteru
ng des depressiven Zustandsbild
s.
Diese Punktzahl grenze an eine schwere
Depression, welche ab 29 Punkte
n
diag
nostiziert werde, weshalb die Kriterien
von
ICD-10 F33.1 erfüllt seien
(S. 2)
.
Die bisher erreichte psychische Stabilität habe beibehalten werden können, wobei die Beschwerdeführerin weiterhin im aktuellen Anstellungsverhältnis von 40 % arbeite und ihre Aufgaben relativ gut erledige.
Eine Erhöhung der Arbeits
fähigkeit in diesem Jahr sei eher unwahrscheinlich und es scheine, als dass die Belastbarkeitsgrenze im Anstellungsverhältnis mit 40 % erreicht sei. Im besten Fall könnte die Arbeitsfähigkeit im Laufe der nächsten Jahre um 5 bis 10 % erhöht werden. Die aktuelle Arbeitsstelle sei optimal an das Arbeitsprofil der Beschwerdeführerin angepasst. Die Arbeitsstelle funktioniere wie ein geschützter Arbeitsplatz, mit einem kleinen Team
, ohne zu hohe Arbeitsbelastung
und in einer familiären Atmosphäre. Die Beschwerdeführerin müsse an der aktuellen Arbeitsstelle kei
ne Laboraufgaben erledigen
. Als aktuelles zumutbares Arbeits
pensum nannten die Fachpersonen etwa drei Stunden pro Tag in einer ange
passten Tätigkeit
(S. 2).
Im Weiteren wurde festgehalten, dass sich der Gesundheitszustand seit dem 17. Dezember 2018 nicht erheblich verbessert habe. Die im letzten Bericht aufge
führte leichte Verbesserung der Depression sei nicht mehr aktuell. Die Beschwer
deführerin sei nach wie vor emotional
instabil
, wobei die psychische Instabilität einen chronischen Charakter und einen zyklischen Verlauf habe, was ein klares Anzeichen einer minderen Form einer Persönlichkeitsstörung sei. Die Beschwer
deführer
in
habe in den letzten Monaten ihre Arbeit zwar ohne Abbruch durch
führen können, die Leistungsfähigkeit habe sich indes nicht erhöht und es habe auch keine leistungsrelevante Verbesserung des Gesundheitszustands beobachtet werden können (S. 3).
Im Laufe der Behandlung seien einige Antidepressiv
a
ausprobiert worden (vgl.
den Bericht vom 17. Dezember 2018). Die Beschwerdeführerin habe sich unter
Deprivita
am wohlsten gefühlt und habe bei der Einnahme von
Wellbutrin
,
Brintelix
,
Cymbalta
und
Valdoxan
unter starken Nebenwirkungen gelitten. Die eindeutig stark akzentuierten unsicher-vermeidenden Persönlichkeitsant
e
ile (ICD-10 F61.1) spielten eine zentrale Rolle bei der Abneigung der Beschwerde
führerin
,
neue Medikamente auszuprobieren. Eine weitere, nicht ausgeschöpfte therapeutische Massnahme wäre eine stationäre Langzeitbehandlung in einer psychiatrischen Klinik für die Behandlung von
Traumafolgestörungen
. Eine
solche Behandlung
sei aber insofern kontraindiziert, als dies mit hoher Wahr
scheinlichkeit zum Verlust der jetzigen Arbeitsstelle und der beruflichen Rehabi
litation führen würde (S. 3).
5.
5.1
Die RAD-Ärztin
, welche die Beschwerdeführerin nicht persönlich untersucht
hatte
,
ging
in ihrer Stellungnahme vom 3. Dezember 2019
(Urk. 12/220/3-4)
von einer weitgehenden Remission der depressiven Störung im Dezember 2018 aus. Im Weiteren wies sie darauf hin, dass durch die Anpassung der seit Juli 2015 bestehenden Medikation (Johanniskrautpräparat, Baldrian-/Hopfenextrakt) eine Vollremission der depressiven Störung möglich sei, weshalb die Behandlungs
optionen nicht ausgereizt seien (
vgl. auch Urk. 11 S. 1 f.
).
Dr.
N._
beliess es dabei
beim pauschalen
Hinweis auf eine Teilremission der depressiven Störung im Dezember 2018
und legte
insbesondere
nicht dar, inwiefern sich die depressive Symptomatik
bis zum
genannten Zeitpunkt konkret verbessert hat
te
. Im Weiteren
setzte
sie
sich nicht mit der Einschätzung
der
behandelnden
Fachpersonen
vom 29. September 2019 auseinander, wonach trotz leichter Verbesserung der Depres
sion im Dezember 2018 keine erhebliche Veränderung des Gesundheitszustands der Beschwerdeführerin eingetreten sei und keinesfalls von einer 80%igen Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit ausgegangen werden könne, da noch immer eine eindeutige psychische Instabilität bestehe (Urk. 12/2
09
S. 4).
Soweit der Hinweis der RAD-Ärztin auf die Anpassung der Medikation impliziert, dass die Beschwerdeführerin seit Juli 2015 zur Behandlung der psychischen Störungen einzig Johanniskrautpräparate und Baldrian-/Hopfenextrakte ein
ge
nommen habe
, ist darauf hinzuweisen, dass
im Rahmen der Behandlung
zumin
dest seit 2017 mehrere Antidepressiva (
Wellbutrin
,
Brintelix
,
Cymbalta
,
Valdoxan
)
eingesetzt wurden
, welche
jedoch
wegen fehlender Wirkung, Neben
wirkungen respektive starker Verschlimmerung der Symptomatik wieder haben abgesetzt werden müssen (Urk. 12/171/1-9 S. 5 Ziff. 1.5
).
Sodann handelt es sich beim eingenommenen Johanniskrautpräparat um ein für die Behandlung von leichten bis mittelschweren Depressionen zugelassenes, anerkanntes und rezept
pflichtiges Antidepressiv
um
.
Mit welchen
anderen Antidepressiva
im Falle der Beschwerdeführerin eine Vollremission der Depression erreicht werden könnte, zeigte die RAD-Ärztin nicht auf.
5.2
Was den Hinweis der RAD-Ärztin betrifft, bei der aktuellen Arbeitsstelle bei
F._
handle es sich um keine optimal angepasste Tätigkeit (Urk. 12/220/3-4, Urk.
12
/196/9
, vgl. auch Urk. 11 S. 2
), ist Folgendes zu bemerken:
Die Beschwer
deführerin hat die
40 %-
Stelle bei
F._
noch während
ihres Arbeitsversuchs im Geburtshaus
E._
(Urk. 12/131, Urk. 12/143
)
gefunden
(Urk. 12/172 S. 1
)
. Da die fünfwöc
hige Einarbeitung bei
F._
ab
20. Novem
ber 2018 und somit noch während des bis
ursprünglich
zum 31. Dezember 2018 laufenden Arbeitsversuchs im Geburtshaus stattfand, wurde letzterer seitens der Beschwerdegegnerin frühzeitig beendet und bis Ende Dezember 2018 bei
F._
weitergeführt (Urk.12/159
, Urk. 12/173 S. 2
).
Die Beschwerdeführerin wurde bei
F._
– einer auf Pflanzenheilkunde und manuelle Techniken spezialisierte
n
gynäkologischen Praxis -
für die Erledigung administrativer Tätigkeiten eingesetzt und war für die Outlook-
Agendaführung
, den Telefondienst, den E
M
ailver
kehr, den Ausdruck/die Verteilung von Tagesplänen, die Ausstellung/das Faxen/
die
Triamed
-Verrechnung von Rezepten, das Heraussuchen/Versorgen von Dossiers, das Vornehmen von Eintragungen in
die
Dossiers, die Abwicklung von Bar-/Kartenzahlungen inklusive Ausstellung von entsprechenden Quittungen sowie (ab 2019)
zwei- bis dreimal pro Woche
fürs Kochen für das Team zuständig (S. 3).
Sie
führte keine Labortätigkeiten aus und ein entsprechender Einsatz war gemäss den Angaben des behandelnden Psychiaters vom 29. September 2019 seitens der Arbeitgeberin auch zukünftig
nicht
geplant (Urk. 12/209 S. 4).
Der Beschwerdeführerin stehen
sodann
acht Wochen bezahlte Ferien pro Jahr zu (Urk. 12/172 S. 2).
Dr.
H._
bezeichnete die Arbeitsstelle bei
F._
als optimal angepasst
. Diese
funktioniere wie ein geschützter Arbeitsplatz, mit einem kleinen Team in einer privaten Praxis, ohne zu hohe Arbeitsbelastung und Leistungs
tempo und in einer wertschätzenden und wo
hlwollenden Atmosphäre (Urk. 12
/209 S. 4
, vgl. auch Urk. 12/171/1-9 S. 5 Ziff. 1.7
).
Die Beschwerde
führerin berichtete von einer verständnisvollen und offenen Chefin sowie einer wohlwollenden, wertschätzenden und verständnisvollen Atmos
phäre am Arbeits
platz (Urk. 12/1
73 S. 19
).
Der
Eingliederungsberater der Beschwerdegegnerin
wies
darauf hin, dass der zuständige Job-Coach bei
C._
das Setting bei
F._
als ideal empfinde
(Urk. 12/173 S.
2
)
.
Betreffend den zumutbaren Umfang der Arbeitsfähigkeit in einem Anstellungsverhältnis bestand zwischen den behan
delnden Ärzten sowie der zuständigen Integrationsberaterin bei
C._
Einigkeit darüber, dass
mit einem Pensum von 40 % das Maximum erreicht se
i (vgl. E. 4.1-2, E. 4.5, E. 4.7
, Urk. 12/172 S. 2).
In diesem Zusammenhang ist darauf hinzu
weisen, dass die Beschwerdeführerin im August 2018 ihr Pensum im Geburtshaus von ursprünglich 40 auf 50 % erhöht
hatte
, diese Steigerung jedoch aufgrund der deutlichen Überbelastung
der Beschwerdeführerin
per September 2018 wieder rückgängig gemacht
wurde
(S. 1
, vgl. auch Urk. 12/150 S. 1 f.
).
Vor diesem Hintergrund
ist festzuhalten, dass die von der Beschwerdeführerin bei
F._
ausgeübte Tätigkeit
sowohl in qualitativer als auch quan
ti
tativer Hinsicht
als
angepasst einzustufen ist. Der Fokus der Tätigkeit lag
auf
der Erledi
gung administrativ
er Tätigkeiten, wobei der Publikumsverkehr im Hintergrund stand und weder eine
zu
hohe Arbeitsbelastung noch ein zu hohes Leistungs
tempo vorherrschte.
Dies gilt auch weiterhin.
I
nsofern ist der Hinweis der RAD
Ärztin, dass in einer Tätigkeit ohne Zeit- und Termindruck, mit geringem Publi
kumsverkehr und ohne Anforderungen an die psychische Belastbarkeit eine höhere Leistungsfähigkeit zu erwarten sei (Urk. 12/220/4)
,
nicht nachvo
llziehbar.
Die Beschwerdegegnerin
legte
denn auch
nicht
dar
, welche
konkreten anderen
Tätigkeit
en diese Bedingungen – im Gegensatz zur Arbeit bei
F._
- erfüllen könnten
.
In diesem Zusammenhang
ist fraglich, ob eine
Tätigkeit
gänzlich
ohne jeglichen Zeit- und Termindruck und
gänzlich
ohne Anforderungen an die psychische Belastbarkeit im 1. Arbeitsmarkt überhaupt existiert.
Festzuhalten bleibt in diesem Zusammenhang auch, dass
die Beschwerdeführerin für die Arbeit bei
F._
ausgebildet ist und sie über Berufserfahrung verfügt, wohingegen sie bei anderen
, berufsfremden
(Hilfs-)Tätigkeiten nicht gleichermassen auf spezifi
sche Kenntnisse oder Erfahrung zurückgreifen kann
, was
die
Belastbarkeit und
Leistungsfähigkeit
ebenfalls vermindern kann
. Dr.
H._
bemass denn die Arbeitsfähigkeit in einer anderen leidensangepassten Tätigkeit mit höchstens drei bis vier Stunden pro Tag (Urk. 12/171/1-9 S. 7
, 12/209 S. 4
).
5.3
Für
die von der RAD-Ärztin
am 11. April 2019
prognostizierte
(vgl. BGE 145
V
215
E. 8.2)
und
postulierte Arbeitsfähigkeit von 80 % in einer optimal ange
passten Tätigkeit
seit
1. Oktober 2019 (Urk. 12/196/8
-9
)
fehlt es an einer
(
nach
vollziehbaren
)
Begründung.
Dr.
N._
hielt diesbezüglich lediglich fest, es könne davon ausgegangen werden, dass die zunächst auf 50 % beschränkte A
rbeitsfähigkeit innerhalb eines
halben Jahre
s sukzessive und unter
psycho
therapeutischer Begleitung auf 80 % gesteigert werden könne. Dazu, ob sich diese Prognose in der Folge tatsächlich verwirklicht hat, äusserte sich die RAD-Ärztin in ihrer Stellungnahme vom 3. Dezember 2019 (Urk. 12/220/3-4)
zudem
nicht.
Der behandelnde Psychiater verneinte
am 29. September 2019
in
plausibler
Weise
eine erhebliche Verbesserung des Gesundheitszustands der Beschwerdeführerin seit 1. Oktober 2019 (Urk. 12/209 S. 4 f.).
Der
Hinweis der Beschwerdegegnerin, aus dem Bericht
der behandelnden Fachpersonen
vom 9.
Juni 2020 (Urk. 8) gehe keine wesentliche Veränderung des Gesundheitsz
ustands vor (Urk. 11 S. 2)
,
geht ins Leere. Es ist nicht die Beschwerdeführerin,
welche
eine Veränderung ihrer gesundheitlichen Situation per 1. Oktober 2019 geltend macht
, sondern die Beschwerdegegnerin,
die
daraus eine Befristung der
Rente
ableiten will.
Nach dem Gesagten ist
per 1. Oktober 2019
– entgegen der Auffassung der Beschwerdegegnerin – keine versicherungsrelevante Veränderung des Gesund
heitszustands
mit dem erforderlichen Beweisgrad der überwiegenden Wahr
scheinlichkeit
ausgewiesen
(vgl. BGE 145 V 215 E. 8.2 in
fine
)
.
6.
6.1
6.
1
.1
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der Einkommens
ver
gleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegen
übergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditäts
grad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2
, 128 V 29 E. 1
).
Gemäss bundesgerichtlicher Recht
sprechung ist für die Ermittlung des
Validen
einkommens
entscheidend, was die versicherte Person im Zeitpunkt des frühest
möglichen Rentenbeginns nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrschein
lichkeit als Gesunde tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, nötigenfalls der Teue
rung und der realen Einkommensentwicklung an
gepassten Verdienst angeknüpft, da es empirischer Erfahrung entspricht, dass die bisherige Tätigkeit ohne Gesund
heitsschaden fortgesetzt worden wäre. Ausnah
men müssen mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt s
ein (BGE 139 V 28 E. 3.3.2, 135 V 58 E. 3.1,
134 V
322 E. 4.1).
Ist
mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass die versicherte Person die bisherige Tätigkeit unabhängig vom Eintritt der Inva
lidität nicht mehr ausgeübt hätte, kann das
Valideneinkommen
auf Grundlage der vom Bundesamt für Statistik
(BFS)
herausgegebenen Schweizerischen Lohn
strukturerhebung (LSE) berechnet werden, wobei die für die
Entlöhnung
im Einzelfall gegebenenfalls relevanten persönlichen und beruflichen Faktoren zu berücksichtigen sind (BGE 139 V 28 E. 3.3.2; Meyer/
Reichmuth
, Bundesgesetz über die Invalidenversicherung, 3. Auflage 2014,
Rn
55 f. zu Art.
28a
).
6.
1
.2
Zwischen den Parteien ist unbestritten und aufgrund des Abklärungsberichts vom 17. Juni 2019 (Urk. 12/191) erstellt, dass die Beschwerdeführerin im Gesundheits
fal
l zu 100 %
in einem Anstellungsverhältnis
erwerbstätig wäre
(S. 8)
. Die Beschwerdeführerin gab in diesem Zusammenhang nachvollziehbar an, dass sie aus finanziellen Gründen bereits bei Dr.
Y._
ein höheres Arbeitspensum – idealerweise ein solches von 100 % - habe ausüben wollen,
eine Steigerung des Pensums
in der entsprechenden Arztpraxis aber nicht möglich gewesen sei.
Der Arbeitgeber habe gewusst
, dass -
sobald sie eine passende Stelle mit einem Pensum von 100 % oder sicher schon 90 % gefunden
hätte -
sie sofort die Stelle gewechselt hätte
. Dieser Umstand habe bei der Kündigung der Stelle – neben den bevorstehenden Operationen - auch eine Rolle gespielt (S. 3).
Vor diesem Hintergrund kann – entgegen der Auffassung der Beschwerde
gegnerin
(Urk. 12/219
,
Urk. 12/22 S. 2 f.
)
– bei der Ermittlung des
(
hypothe
tischen
)
Validenlohns
nicht
direkt
auf den zuletzt bei Dr.
Y._
in einem
70 %
Pensum erzielten und auf ein 10
0 %-Pensum aufge
rechneten
und der Teuerung angepass
ten Jahreslohn
abgestellt werden.
Gemäss den Lohnempfehlungen für Arztgehilfinnen aus der Grossregion Zürich (Volkswirtschaftsdirektion des Kantons Zürich,
Lohnbuch
Schweiz 2015, Tätig
keitsbereich 86.2
1
, Arztgehilfin, S. 530) entsprach
der von der Beschwerde
führerin
im Jah
r 2015 bei Dr.
Y._
erzielte
Verdienst einem Lohn für eine Person
mit rund
12 Jahren Berufserfahrung (Jahresgehalt
2015 bei Dr.
Y._
bei 100 %-Tätigkeit
: Fr. 49'536.--/ 7 x 10 =
Fr. 70'765.70
[Urk. 12/219 S. 1]
; Lohn gemäss
Lohnbuch
2015
im 12. Berufsjahr
Fr. 5'170.-- zuzüglich Fr. 26
0.
= Fr. 5'430.--; x 13 = Fr.
70'590.--).
Die Beschwerdeführerin war
denn
im März 2015 (Kündigung des Arbeits
verhältnisses durch Dr.
Y._
;
Urk. 12/13 S. 2,
Urk. 12/22) seit
mehr als
elf
Jahren
als MPA bei verschiedenen Ar
beitgebern tätig
gewesen
(vgl. Urk.
12/
15
S. 2 ff.)
.
Es ist anzunehmen, dass die
entsprechenden Lohnempfehlungen der Grossregion Zürich die hypothetischen Verdienst
möglichkeiten der Versicherten im Gesundheitsfall
grundsätzlich
realistisch ab
bilden
.
Dementsprechend sind sie für die Ermittlung des
Valideneinkommens
des Jahres 2019 heranzuziehen.
Im Jahr
2019 hätte die Beschwerdeführerin
im Gesundheitsfall
gegenüber 2015
vier zusätzliche Berufsjahre ausweisen
können
. Entsprechend dem
Lohnbuch
2019 der Volkswirtschaftsdirektion des Kantons Zürich ist
damit
von einem
Einkommen
von Fr. 79'950.-- auszugehen (Lohn gemäss
Lohnbuch
2019 bei 16
-jä
hriger Berufserfah
rung Fr. 5'370.-- zuzüglich
bis
Fr.
780.-- = Fr. 6'150
.--;
x 13).
Dieses Einkommen entspricht
denn
im Wesentlichen dem Lohn gemäss der Lohnstrukturerhebung
2018
, welches Frauen im Kompetenz
niveau
3 (komplexe praktische Tätigkeiten, welche ein grosses Wissen in einem Spezialgebiet voraussetzen)
im Gesundheits- und Sozialwesen erzielten
und welches Fr. 80'289.18 betrug
(
Fr. 6'418.-- angepasst an die durch
schnittliche Arbeitszeit von 41,7 Stunden
; für 2019 zuzüglich Nominallohn
entwicklung von 0.9 % = Fr. 81'011.78
).
6.
2
6.
2
.1
Für die Festsetzung des trotz Gesundheitsschädigung
zumutbarerweise
noch realisierbaren Einkommens (Invalideneinkommen) ist nach der Rechtsprechung primär von der beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte Person konkret steht. Übt sie nach Eintritt der Invalidität eine Erwerbstätigkeit aus, bei der – kumulativ – besonders stabile Arbeitsverhältnisse gegeben sind und anzunehmen ist, dass sie die ihr verbliebene Arbeitsfähigkeit in zumutbarer Weise voll ausschöpft, und erscheint zudem das Einkommen aus der Arbeitsleistung als angemessen und nicht als Soziallohn, gilt grundsätzlich der tatsächlich erzielte Verdienst als Invalidenlohn (BGE 139 V 592 E. 2.3; 135 V 297 E. 5.2; 129 V 472 E. 4.2.1; 126 V 75 E. 3b/
aa
).
6.
2
.2
Die Beschwerdeführerin war seit 1. Januar 2019 - und somit vor Erlass der an
ge
fochtenen Verfügung vom 15. Mai 2020 (Urk. 2) – mit einem Pensum von 40.5 % bei
F._
tätig, wobei
sie
ein
Jahrese
inkommen von Fr. 3
1’590
.-- erzielte (Urk.
1 S.
8,
Urk.
27/1-2
). Dieser Lohn ist dem Invalideneinkommen zugrunde zu legen.
6.
3
Unter Berücksichtigung einer Einkommenseinbusse von Fr.
48'360.--
(
Fr.
79'950.
abzüglich
Fr. 31’590.--
) resultiert bei einem
Invalideneinkommen von Fr.
31'590.--
ein Invaliditätsgrad von
abgerundet 60 %
.
6.4
Nach dem Gesagten ergibt sich, dass die Beschwerdeführerin
ab
1. Januar 2019
bei einem Invaliditäts
grad von 6
0
% Anspruch auf eine
unbefristete
Dreiviertels
rente
(vgl. E. 1.3)
hat.
Dies führt zur Gutheissung der Be
schwerde.
6.5
Was die Erhöhung des Arbeitspensums der Beschwerdeführerin per 1. Januar 2021 betrifft (Urk. 17 S. 6 Ziff. 6), so erfolgte diese nach Erlass der angefochtenen Verfügung vom 15. Mai 2020 (Urk. 2) und
bildet
somit nicht Gegenstand des vorliegenden Beschwerdeverfahrens.
Entsprechend ist auf den Antrag der Beschwerdeführerin
auf
Anpassung der Rente
(Urk. 17 S. 6 Ziff. 6
)
nicht einzu
treten.
Die Sache wird nach Eintritt der Rechtskraft
dieses Entscheids
an die Beschwerdegegnerin überwiesen, damit sie
per 1. Ja
nuar 2021 eine Revision vornehme
und
eine Anpass
ung der Rente
prüfe und vollziehe
.
7.
7.1
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrens
aufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG) und auf Fr. 800.-- anzusetzen. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind sie der unterliegenden Beschwerdegegnerin aufzuerlegen.
7
.2
Die Höhe der gerichtlich festzusetzenden Entschädigung bemisst sich nach der Bedeutung der Streitsache, der Schwierigkeit des Prozesses und dem Mass des Obsiegens, jedoch ohne Rücksicht auf den Streitwert (§ 34 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht,
GSVGer
, in Verbindung mit Art. 61
lit
. g ATSG). Es ist der Beschwerdeführerin unter Berücksichtigung dieser Grundsätze eine Pro
zess
ent
schädigung von Fr.
2’900
.-- (inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) zuzusprechen.