# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 608b2b91-05e4-4ebe-af94-826da611bef3
**Court:** SG_VGN
**Chamber:** SG_VGN_001
**Year:** 2015
**Language:** de
**Jurisdiction:** SG / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Das Verwaltungsgericht stellt fest:
A. X.Y. wurde per 1. August 2005 am Berufs- und Weiterbildungszentrum A.
(heute B.) je zu 50 Prozent als der Schulleitung angehörende Leiterin der
Weiterbildungsabteilung und als Lehrkraft angestellt. Am 17. November 2009
vereinbarte sie mit dem Präsidenten der Berufsfachschulkommission und dem Rektor,
per 31. Juli 2010 als Leiterin Weiterbildung zurückzutreten und das Lehrpensum auf 19
bis 25 Lektionen zu erhöhen. Am 21. Dezember 2009 beschloss die
Berufsfachschulkommission, die Vereinbarung vom 17. November 2009 als
gegenstandslos zu erklären, die Anstellung von X.Y. als Leiterin Weiterbildung sowie
als Lehrperson auf Ende des Schuljahres 2009/2010 zu kündigen und sie ab sofort
freizustellen. X.Y. wurde am 4. Januar 2010 entsprechend informiert und erhielt am 9.
März 2010 Gelegenheit, zum Entwurf der Kündigung Stellung zu nehmen. Die
Berufsfachschulkommission verfügte am 26. April 2010 die Kündigung per 31. Juli
2010. Im August und September 2010 trat X.Y. zwei Stellen im Bildungsbereich des
Kantons Thurgau mit einem Beschäftigungsgrad von zusammen knapp 100 Prozent an.
X.Y. erhob einerseits am 7. Mai 2010 Rekurs beim Bildungsdepartement gegen die
Kündigung und anderseits am 22. Dezember 2010 Klage beim Verwaltungsgericht
gegen den Kanton St. Gallen mit dem Begehren, der Beklagte habe ihr – sollte sich die
Kündigung als missbräuchlich erweisen – CHF 30'000 zuzüglich fünf Prozent Zins seit
1. August 2010 zu bezahlen. Das Klageverfahren wurde bis zum Entscheid über die
Anfechtung der Kündigung sistiert.
Am 4. März 2011 hiess das Bildungsdepartement den gegen die Kündigung erhobenen

## Considerations

Rekurs "im Sinn der Erwägungen" gut und hob die Kündigungsverfügung vom 26. April
2010 auf; der Entscheid wurde unangefochten rechtskräftig. Das Bildungsdepartement
erachtete die Kündigung der Anstellung als Lehrerin als sachlich nicht gerechtfertigt,
jene als Leiterin Weiterbildung als sachlich zwar gerechtfertigt, jedoch
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unverhältnismässig. Die Beteiligten wurden angewiesen, über eine Weiterführung der
Anstellung von X.Y. als Lehrperson zu befinden. Sollte das Dienstverhältnis nicht
weitergeführt werden, sollte der Entscheid – hinsichtlich der Unzulässigkeit der
Kündigung – feststellenden Charakter haben und für allfällige
Entschädigungsansprüche von X.Y. relevant sein. Am 28. März 2011 ersuchte X.Y. das
Berufs- und Weiterbildungszentrum "um Kontaktaufnahme, um die Angelegenheit einer
definitiven Regelung zuzuführen". Dieses teilte ihr am 31. März 2011 mit, aufgrund der
neuen Anstellung könne davon ausgegangen werden, dass auch sie das
Dienstverhältnis nicht aufleben lassen wolle. Es stellte eine erneute Kündigung des
Anstellungsverhältnisses als Lehrperson, das über den 31. Juli 2010 hinaus
fortbestanden habe, per Ende des Sommersemesters 2011 in Aussicht. Zudem wurde
die Bereitschaft bekundet, Gespräche über eine sofortige, einvernehmliche Auflösung
des Anstellungsverhältnisses mit gleichzeitiger Bereinigung der finanziellen Ansprüche
zu führen. Eine Reaktion von X.Y. darauf ist nicht aktenkundig.
X.Y. ging am 31. Mai 2011 davon aus, die Klage sei gegenstandslos geworden und
könne zurückgezogen werden, da die Kündigung vom 26. April 2010 aufgehoben
worden sei. Die Klage wurde am 6. Juni 2011 zufolge Rückzugs abgeschrieben (K
2010/4).
B. Obwohl sich die Vertragsparteien über die Weiterführung des
Dienstverhältnisses offenkundig nicht einig wurden, kündigte das Berufs- und
Weiterbildungszentrum mit nicht datierter, X.Y. am 21. April 2011 zugegangener
Verfügung das Dienstverhältnis auf Ende des Schuljahres 2010/2011 erneut. X.Y.
(Klägerin) erhob in der Folge wiederum einerseits am 3. Mai 2011 Rekurs gegen die
Kündigung und anderseits am 25. Januar 2012 Klage beim Verwaltungsgericht gegen
den Kanton St. Gallen (Beklagter) mit dem Rechtsbegehren, der Beklagte sei unter
Kosten- und Entschädigungsfolge zu verpflichten, X.Y. – sollte sich die Kündigung als
missbräuchlich erweisen – CHF 63'700 netto zuzüglich fünf Prozent Zins seit 1. August
2011 zu bezahlen. Das Klageverfahren wurde bis zum Entscheid über die Anfechtung
der Kündigung sistiert.
Am 3. Juli 2012 wies das Bildungsdepartement den gegen die Kündigung erhobenen
Rekurs ab. X.Y. erhob gegen den Entscheid des Bildungsdepartements am 23. August
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2012 Beschwerde beim Verwaltungsgericht. Nachdem sich die am
Beschwerdeverfahren Beteiligten in einem mehrfachen Schriftenwechsel zu den
Vorbringen der jeweiligen Gegenpartei geäussert hatten, leitete das Verwaltungsgericht
in den beiden Verfahren – nämlich im Klageverfahren K 2012/1 und im
Beschwerdeverfahren B 2012/176 – am 30. Oktober 2013 einen
Verständigungsversuch ein, der allerdings gemäss Mitteilung der Klägerin vom 16.
Dezember 2013 schliesslich scheiterte. Das Verwaltungsgericht kam am 16. April 2014
im Verfahren B 2012/176 zum Schluss, über Beschwerde und Klage gleichzeitig zu
befinden.
In der Folge wurde das Klageverfahren wieder aufgenommen. Die Klägerin ergänzte die
Klage am 16. Juni 2014, der Beklagte beantragte mit Klageantwort vom 4. Juli 2014 die
Abweisung der Klage. Die Klägerin verzichtete am 21. Juli 2014 auf eine Replik. Auf die
Ausführungen der Verfahrensbeteiligten und die Akten wird, soweit wesentlich, in den
Erwägungen eingegangen.
Darüber zieht das Verwaltungsgericht in Erwägung:
1. Das Verwaltungsgericht ist gemäss Art. 79 Abs. 1 Ingress und lit. a in
Verbindung mit Art. 76 Abs. 1 Ingress und lit. a des Gesetzes über die
Verwaltungsrechtspflege (sGS 951.1, VRP) zur Beurteilung von Ansprüchen aus
öffentlich-rechtlichen Verträgen zuständig, wenn der Staat – wie bei der Klägerin als ihr
Arbeitgeber – Partei ist. Diese Zuständigkeit ergibt sich zudem für vermögensrechtliche
Ansprüche ausdrücklich aus dem seit 1. Juni 2012 anwendbaren Art. 79 Abs. 1 Ingress
und lit. b Ingress und Ziffer 1 des Personalgesetzes (sGS 143.1, PersG).
Die Klage kann gemäss Art. 80 Abs. 2 Satz 1 VRP, dessen Wortlaut bereits in der
ursprünglichen Fassung des Gesetzes enthalten war (vgl. nGS 3 477 ff., 498),
angehoben werden, wenn die oberste in der Sache zuständige Verwaltungsbehörde
des Gemeinwesens den Anspruch abgelehnt hat. In diesem Sinn setzt das
Anhängigmachen der personalrechtlichen Klage beim Verwaltungsgericht gemäss dem
seit 1. Juni 2012 anwendbaren Art. 78 Abs. 2 PersG (in Kraft getreten am 1. Juni 2012)
das – gescheiterte - Schlichtungsverfahren vor der Schlichtungsstelle für
Personalsachen voraus. Die Klägerin hat die Klage bereits am 25. Januar 2012
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angehoben. Die Streitigkeit ist deshalb entsprechend Art. 110 Abs. 2 PersG von den
nach bisherigem Recht zuständigen Behörden in dem nach bisherigem Recht
massgebenden Verfahren zu erledigen. Gemäss Art. 79bis VRP in der mit Art. 104 des
Staatsverwaltungsgesetzes am 1. Januar 1995 in Kraft getretenen Fassung beurteilte
das Verwaltungsgericht vermögensrechtliche Ansprüche unter anderem aus dem
öffentlichen Beamten- oder Angestelltenverhältnis (nGS 43-110). Nachdem die Klägerin
sich mit dem Bildungsdepartement in einem Verständigungsversuch nicht einigen
konnte, gilt der Anspruch gemäss der verwaltungsgerichtlichen Rechtsprechung als
abgelehnt im Sinn von Art. 80 Abs. 2 Satz 1 VRP (vgl. Cavelti/Vögeli,
Verwaltungsgerichtsbarkeit im Kanton St. Gallen, 2. Aufl. 2003, Rz. 1155 mit Hinweis).
2. Die Klägerin leitet ihre Forderung aus der ihr am 21. April 2011 zugegangenen
ungerechtfertigten Kündigung des Dienstverhältnisses als Lehrperson per Ende des
Schuljahres 2010/2011 ab. Bei der Beurteilung der Zulässigkeit dieser Kündigung,
kommt das Verwaltungsgericht im Beschwerdeverfahren B 2012/176 zum Schluss,
eine solche Kündigung sei nicht mehr möglich gewesen, weil das Dienstverhältnis mit
der Beschwerdeführerin als Lehrerin aufgrund der Beurteilung aller konkreten
Umstände mangels Einigung nicht mehr weitergeführt worden sei (VerwGE B 2012/176
vom 30. Juni 2015). Damit würde es an sich an einer Grundlage für einen Anspruch
wegen missbräuchlicher Kündigung fehlen. Hingegen stünde der Klägerin bei dieser
Betrachtungsweise ein solcher Anspruch aus der – im Rekursentscheid des
Bildungsdepartements vom 4. März 2011 rechtskräftig festgestellten –
Missbräuchlichkeit und Unverhältnismässigkeit der Kündigung vom 26. April 2010 zu.
Die entsprechende Klage (K 2010/4) hat die Klägerin zwar am 31. Mai 2011
zurückgezogen, weil sie davon ausging, mit dem Rekursentscheid sei die Kündigung
vom 26. April 2010 aufgehoben worden. Insbesondere unter dem damals geltenden
Personalrecht war diese Auffassung in guten Treuen vertretbar. Hinzu kommt, dass
sich – wäre das Dienstverhältnis weitergeführt worden – auch die zweite Kündigung als
missbräuchlich erwiesen hätte (vgl. B 2012/176). Dementsprechend rechtfertigt es das
aus Art. 29 Abs. 1 der Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft (SR
101, BV) abgeleitete Verbot des überspitzten Formalismus, davon auszugehen, dass
nach wie vor die missbräuchliche Kündigung vom 26. April 2010 Grundlage der
Entschädigungsforderung bildet.
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3. Die Klägerin stützt ihre Forderung auf Art. 83 StVG (aufgehoben per 31. Mai
2012) in Verbindung mit Art. 336 ff. des Schweizerischen Obligationenrechts (SR 220,
OR).
3.1. Der Beklagte vertritt die Auffassung, nach dem im Zeitpunkt der Auflösung des
Dienstverhältnisses mit der Klägerin geltenden Recht könne systematisch kein
Anspruch auf eine Entschädigungszahlung bei missbräuchlicher Kündigung bestehen.
Eine solche Kündigung sei aufzuheben und das Anstellungsverhältnis weiterzuführen
gewesen. Die Kündigung sei allerdings nicht missbräuchlich gewesen. Im Übrigen
strebe die Klägerin die Weiterbeschäftigung am Weiterbildungszentrum B. an.
Die Klägerin geht davon aus, die erneute ihr am 21. April 2011 zugegangene
Kündigung sei mit vermeintlich betrieblichen Gründen, nämlich damit, es könnten ihr
keine Pensen angeboten werden, begründet. Ihre Pensen seien aber – weil sie ihre
arbeitsrechtlichen Ansprüche durchsetzte – anderweitig weitergegeben worden. Wer
freistelle und unbegründet kündige sowie gleichzeitig die Lektionen der ungesetzlich
Gekündigten definitiv weitergebe, antizipiere und organisiere mangelhaft. Werde mit
dieser Begründung nach Aufhebung einer Kündigung umgehend und ohne
Regelungsversuch erneut gekündigt, liege widersprüchliches Verhalten vor.
3.2. Auch nach dem anwendbaren früheren Personalrecht musste die
missbräuchliche beziehungsweise im Sinne des öffentlichen Dienstrechts rechtswidrige
Kündigung nicht in jedem Fall zu einer Weiterführung des öffentlich-rechtlichen
Anstellungsverhältnisses führen. Im Fall einer rechtswidrigen Auflösung des
Dienstverhältnisses – wie derjenigen vom 26. April 2010 (vgl. VerwGE B 2012/176) –
hatte der zu Unrecht entlassene Mitarbeiter die Möglichkeit, auf dem Anfechtungsweg
die Wiederbeschäftigung zu erstreiten oder eine Entschädigung geltend zu machen.
Genügte die Kündigung den Anforderungen gemäss Art. 336 OR nicht, konnte er eine
Entschädigung in sachgemässer Anwendung von Art. 336a OR beanspruchen (vgl.
VerwGE K 2004/4 vom 22. März 2005 E. 3, www.gerichte.sg.ch). Diese Entschädigung
wird vom Richter unter Würdigung aller Umstände festgesetzt, sie darf aber den Betrag
nicht übersteigen, der dem Lohn für sechs Monate entspricht (GVP 2005 Nr. 4).
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Nach Lehre und Rechtsprechung sind für eine Entschädigung nach Art. 336a Abs. 2
OR insbesondere die Schwere des Eingriffs in die Persönlichkeit der gekündigten
Partei, die Enge der vertraglichen Beziehungen sowie die Art und Weise der Kündigung
des vertraglichen Verhältnisses zu berücksichtigen. Ein besonders rücksichtsloses
Verhalten bei der Kündigung kann sich erhöhend auswirken; eine Mitverantwortung der
gekündigten Partei kann reduzierend berücksichtigt werden, nicht aber eine besonders
kurze Dauer des Arbeitsverhältnisses. Die Entschädigung soll den Arbeitgeber in erster
Linie für das dem Arbeitnehmer durch die missbräuchliche Kündigung zugefügte
Unrecht bestrafen. Trotz der missverständlichen Bezeichnung ist die Entschädigung
nicht Schadenersatz und setzt daher auch keinen Schadensnachweis voraus (GVP
2005 Nr. 4 E. h/bb mit Hinweisen auf BGE 123 III 255 und 119 II 160).
3.3. Für die Festlegung der Höhe der Strafzahlung sind – entsprechend der
differenzierten Beurteilung des Vorgehens des Berufs- und Weiterbildungszentrums im
Rekursentscheid des Bildungsdepartements vom 4. März 2011 – der Unrechtsgehalt
der Auflösung des Dienstverhältnisses als Leiterin Weiterbildung einerseits (dazu
nachfolgend Erwägung 3.3.1) und als Lehrerin anderseits (dazu nachfolgend Erwägung
3.3.2) getrennt zu würdigen.
3.3.1. Im rechtskräftigen Rekursentscheid des Bildungsdepartements vom 4. März
2011 wird die Kündigung, soweit sie die Stellung der Klägerin als Leiterin der Abteilung
Weiterbildung betraf, als sachlich begründet bezeichnet. Hingegen kam das
Departement zum Schluss, der Arbeitgeber hätte eine Weiterbeschäftigung der
Klägerin als Lehrperson im Umfang der bisherigen Beschäftigung als Leiterin
Weiterbildung prüfen müssen. Zumal das Ausmass der möglichen Ausweitung der
Lehrtätigkeit der Klägerin nicht feststand und gemäss Vereinbarung vom 17. November
2009 auch von der Bereitschaft der Klägerin abhängig gemacht wurde, innerhalb von
fünf Jahren die Ausbildung zur Berufsschullehrerin nachzuholen, rechtfertigt es diese
Unterlassung, die Klägerin mit einem Monatslohn zu entschädigen.
3.3.2. Im rechtskräftigen Rekursentscheid vom 4. März 2011 wird die Auflösung des
Dienstverhältnisses, soweit es die Anstellung der Klägerin als Lehrperson betraf, als
sachlich nicht gerechtfertigt beurteilt mit der Begründung, noch in der Vereinbarung
vom 17. November 2009 sei vorgesehen gewesen, das Lehrpensum mit 19-25
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Lektionen weiterzuführen. Das deute darauf hin, dass die Klägerin in diesem Zeitpunkt
als Lehrperson nicht umstritten war. Weder aus den Akten noch aus den Ausführungen
des Berufs- und Weiterbildungszentrums gehe hervor, die Arbeit der Klägerin als
Lehrperson sei ungenügend gewesen. Im Gegenteil werde im Protokoll der Sitzung der
Schulleitung vom 24. November 2009 festgehalten, die Schulleitung sei einhellig der
Meinung, die Klägerin mache ihre Aufgabe als Lehrperson gut. Wie in der Vereinbarung
vorgesehen, wolle man sie als Lehrerin am Berufs- und Weiterbildungszentrum
behalten, wenn die Vertrauensbasis nicht durch emotionale Äusserungen zerstört
werde. Die Arbeitgeberin lege nicht substantiiert dar, dass die Klägerin das
Vertrauensverhältnis nach dieser Schulleitungssitzung durch ihr Verhalten weiter
beeinträchtigt habe. Dies sei auch unwahrscheinlich, nachdem die Klägerin nur sechs
Tage nach dieser Aussprache krankheitsbedingt zu 100 Prozent arbeitsunfähig und bis
zur Sitzung der Berufsfachschulkommission vom 21. Dezember 2009, bei welcher die
Kündigung beschlossen worden sei, vom Unterricht und von ihren Aufgaben als
Leiterin der Weiterbildungsabteilung dispensiert gewesen sei. Inwieweit der
Schulbetrieb bei einer Weiterbeschäftigung der Klägerin als Lehrperson beeinträchtigt
gewesen wäre, lasse sich weder aus den Akten noch aus den Ausführungen des
Berufs- und Weiterbildungszentrums entnehmen.
In den Akten aus der Zeit zwischen der Vereinbarung vom 17. November 2009 und der
Sitzung vom 24. November 2009 einerseits und dem Beschluss der Schulleitung vom
21. Dezember 2009, das Dienstverhältnis mit der Klägerin in allen Teilen aufzulösen,
anderseits wird in erster Linie die Erfüllung der Funktionen der Klägerin als Leiterin
Weiterbildung thematisiert. Es wird aber auch ausgeführt, es gebe Äusserungen der
Klägerin, welche an ihrer Loyalität zweifeln lassen. Die Klägerin ziehe sich in vielen
Bereichen total zurück. Warum die Mitglieder der Schulleitung nur einen Tag nach der
Schulleitungssitzung, an welcher klar die Absicht zum Ausdruck gebracht wurde, die
Klägerin als Lehrerin am Berufs- und Weiterbildungszentrum – gegebenenfalls sogar in
erhöhtem Umfang – weiter zu beschäftigen, auch ihre Loyalität als Lehrerin in einem
Ausmass in Frage stellten, welches eine Kündigung rechtfertigte, erscheint unklar (vgl.
act. 11a/7, Aktennotiz betreffend Besprechung Thema "Leiterin Weiterbildung"
zwischen dem Präsidenten und dem Vizepräsidenten der Berufsfachschulkommission
und den Mitgliedern der Schulleitung vom 25. November 2009). Am 27. November
2009 hielt der Präsident der Berufsfachschulkommission gegenüber der Klägerin
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nochmals ausdrücklich fest, die Schulleitung kritisiere ihre Qualifikation als Lehrerin
nicht. Sobald aber die Loyalität gegenüber der Schule und das gegenseitige Vertrauen
in Zweifel gezogen würden, müsse auch die Frage einer längerfristigen
Zusammenarbeit als Lehrperson geprüft werden. Momentan könne die Klägerin ihre
Lehrtätigkeit weiter ausüben. Die längerfristige Anstellung werde von der Entscheidung
der Berufsfachschulkommission abhängen. Die Klägerin äusserte darauf hin, sie wolle
mindestens bis im Juli einen Job als Lehrerin am Berufs- und Weiterbildungszentrum
(vgl. act. 11a/8, Protokoll Aussprache vom 27. November 2009).
Unter Berücksichtigung, dass sich einerseits der Meinungsumschwung der
Schulleitung vom 24. zum 25. November 2009 zwar kaum erklären lässt, anderseits
aber das Spannungsverhältnis zwischen dem Rektor und den Mitgliedern der
Schulleitung und der Klägerin auch für die weitere Zusammenarbeit mit der Klägerin als
Lehrperson von Belang war, erscheint die Auflösung des Dienstverhältnisses durch das
Berufs- und Weiterbildungszentrum jedenfalls nicht als Rachekündigung. Insgesamt
erscheint eine Strafzahlung in der Höhe von drei Monatslöhnen für die
ungerechtfertigte Auflösung des Dienstverhältnisses, soweit es die Lehrtätigkeit der
Klägerin betraf, als angemessen.
3.4. Da es sich bei der Entschädigungszahlung gemäss Art. 336a Abs. 2 OR um
eine Strafzahlung handelt, ist der nach Monatslöhnen berechnete Betrag ohne jeden
Abzug von Sozialversicherungsprämien rein netto auszurichten (vgl. Streiff/von Kaenel/
Rudolph, Arbeitsvertrag, Praxiskommentar zu Art. 319-362 OR, 7. Aufl. 2012, N 2 zu
Art. 336a OR). Zu berücksichtigen ist nicht nur der Grundlohn, sondern jede
geschuldete Entschädigung mit Lohncharakter, so Provisionen, unechte
Pauschalspesen, Lohnzulagen, der 13. Monatslohn und andere Gratifikationen, soweit
auf sie ein Rechtsanspruch besteht, Naturallohn und auch Überstunden (vgl. Streiff/von
Kaenel/Rudolph, a.a.O., N 3 zu Art. 336a OR). Dem von der Klägerin eingeklagten
Betrag von CHF 63'700 netto liegen sechs Monatslöhne von CHF 9'800 zuzüglich ein
hälftiger Anteil am 13. Monatslohn zugrunde. Der Beklagte hat sich zu den Grundlagen
dieser Berechnung nicht geäussert. Zudem macht er auch keine
Verrechnungsforderung geltend.
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Der Klägerin ist dementsprechend eine Strafzahlung in der Höhe von vier
Monatslöhnen von CHF 9'800 zuzüglich ein Anteil von einem Drittel am 13. Monatslohn
von CHF 3'267, zusammen CHF 42'467, zuzusprechen. Entsprechend dem
klägerischen Antrag und der Bindung des Verwaltungsgerichts an die Begehren der
Parteien (vgl. Art. 80 in Verbindung mit Art. 61 Abs. 3 VRP) ist die Forderung ab 1.
August 2011 – in jenem Zeitpunkt war das Dienstverhältnis auch bei der zweiten
Kündigung und dem mangelnden Willen der Parteien, das Dienstverhältnis
weiterzuführen, aufgelöst – mit fünf Prozent zu verzinsen (vgl. Streiff/von Kaenel/
Rudolph, a.a.O., N 2 zu Art. 336a OR).
4. Nachdem die Streitwertgrenze von CHF 30'000 überschritten ist, ist das
Verfahren nicht kostenfrei (nach dem geltenden Recht Art. 82 Abs. 2 des
Personalgesetzes, sGS 143.1, und Art. 114 Ingress und lit. c der Schweizerischen
Zivilprozessordnung, SR 272; zum früheren Recht vgl. Cavelti/Vögeli, a.a.O. Rz. 1161).
Bei diesem Verfahrensausgang – die Klägerin dringt hinsichtlich des Bestands des
Entschädigungsanspruchs ganz und hinsichtlich der Höhe des Anspruchs teilweise
durch – sind die amtlichen Kosten zu einem Drittel der Klägerin und zu zwei Dritteln
dem Beklagten aufzuerlegen (Art. 80 in Verbindung mit Art. 95 Abs. 1 VRP). Eine
Entscheidgebühr von CHF 2'100 erscheint angemessen (Art. 7 Ziff. 222 der
Gerichtskostenverordnung, sGS 941.12; Cavelti/Vögeli, a.a.O., Rz. 1160). Auf die
Erhebung ist nicht zu verzichten (Art. 80 Abs. 1 und Art. 95 Abs. 3 VRP).
Die Klägerin hat Anspruch auf Ersatz ihrer ausseramtlichen Kosten im Klageverfahren
im Umfang von einem Drittel (Art. 80 in Verbindung mit Art. 98 Abs. 1 und Art. 98bis
VRP; R. Hirt, Die Regelung der Kosten nach st. gallischem
Verwaltungsrechtspflegegesetz, St. Gallen 2004, S. 182 ff.). Sie hat keine Kostennote
eingereicht. Der Beklagte hat sie dementsprechend ermessensweise mit CHF 2'000
zuzüglich vier Prozent pauschale Barauslagen und Mehrwertsteuer ausseramtlich zu
entschädigen (Art. 6, 19, 22 Abs. 1 Ingress und lit. b, 28bis Abs. 1 und 29 HonO;
Cavelti/Vögeli, a.a.O., Rz. 1160 und 1162).