# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 2f362302-df4e-41b1-ab3c-db35da7f2750
**Court:** GR_VG
**Chamber:** GR_VG_003
**Year:** 2020
**Language:** de
**Jurisdiction:** GR / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

I. Sachverhalt:
1. A._ wurde 1966 geboren. Sie hat drei Töchter und ist seit 2009
geschieden. Sie ist gelernte Konfektionärin und war unter anderem von
2011 bis 2014 bei der C._ AG in D._ als Verkäuferin in einem
80%-Pensum und danach bei der B._ AG in D._ als Sales
Advisor in einem 100%-Pensum tätig.
2. Gemäss Aussagen von A._ habe sie auf Empfehlung ihrer damaligen
Vorgesetzten im Sommer 2016 eine Ausbildung als Visual Managerin
absolviert, an der sie besondere Freude bekommen habe. A._ sei
dann aber ab Dezember 2016 von einer neuen Vorgesetzten oft kritisiert
und von anderen Mitarbeiterinnen schikaniert worden. Auch habe sie die
in Aussicht gestellte Lohnerhöhung und Beförderung nicht erhalten. Im
März 2017 wurde bei A._ ein Dickdarmkrebs diagnostiziert, woraufhin
sie im April operiert wurde. Sie sei aufgrund vieler geleisteter Überstunden
und schwierigen Arbeitsklimas erschöpft gewesen. In der Folge seien
vermehrt Schlafprobleme und grosse innere sowie motorische Unruhe
aufgetreten, die Stimmung sei bedrückt gewesen und es habe
Gedankenkreisen bestanden (vgl. IV-act. 9 und 10 S. 1 f.).
3. Am 23. Juni 2017 fand eine Erstkonsultation bei den Psychiatrischen
Diensten Graubünden (PDGR) statt. Die Oberärztin und Fachärztin für
Psychiatrie und Psychotherapie Dr. med. E._ und die Psychologin
und eidgenössisch anerkannte Psychotherapeutin F._ gaben in ihrem
Bericht (IV-act. 10 S. 1 f.) als Zuweisungsgrund an, die Hausärztin
Dr. med. G._ habe A._ aufgrund einer Mobbingsituation am
Arbeitsplatz, die zu einer psychischen Dekompensation mit Panikattacken
geführt habe, an sie verwiesen; es werde um psychologische
Unterstützung gebeten. Gemäss Familienanamnese habe sich der Vater
von A._ im Alter von 64 Jahren im Rahmen einer schweren
depressiven Episode das Leben genommen. Bei A._ werde
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Suizidalität hingegen klar und glaubhaft verneint und es bestünden keine
Hinweise auf eine Fremdgefährdung. Im Sinne einer vorläufigen
Beurteilung hielten die Berichterstatterinnen fest, A._ leide seit ca.
drei Wochen unter Gedankenkreisen, bedrückter Stimmung,
eingeschränktem Antrieb, innerlicher und psychomotorischer Unruhe
sowie Schlafstörungen. Sie diagnostizierten eine mittelgradige depressive
Episode (F32.1). Hinsichtlich der Arbeitsfähigkeit hielten sie fest, dass
A._ von ihrer Hausärztin seit dem 14. Juni 2017 und bis 7. Juli 2017
für 100% arbeitsunfähig erklärt wurde. Zudem führten sie zur somatischen
Anamnese aus, dass im März 2017 ein Dickdarmkarzinom diagnostiziert
worden sei. Gemäss Angaben von A._ sei dieses im April 2017
operiert worden.
4. In der Zeit vom 1. August 2017 bis 1. September 2017 befand sich
A._ in stationärer Behandlung in der Klinik Q._. In ihrem Bericht
vom 14. September 2017 (IV-act. 10 S. 5 ff.) stellten der Facharzt für
Psychiatrie und Psychotherapie Dr. med. H._, stellvertretender Co-
Chefarzt bei den PDGR, und der Assistenzarzt I._ eine bipolare
affektive Störung, gegenwärtig manische Episode ohne psychotische
Symptome (F31.1) als Hauptdiagnose sowie sonstige Reaktionen auf
schwere Belastungen (F43.8) und Probleme mit Bezug auf
Schwierigkeiten in der Lebensbewältigung (Z73) als Nebendiagnosen fest.
Zum Verlauf hielten sie fest, A._ habe beim Eintritt manisch bis max.
mittelgradig logorrhoisch imponiert. Nach vierwöchiger stationärer
Behandlung trete sie in stabilisiertem Zustand in die häusliche Umgebung
aus mit einer Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung bis 5. September 2017.
Mit Blick auf das weitere Prozedere wurde die Weiterführung der
Medikation und der ambulanten psychiatrischen Behandlung sowie eine
Anbindung an die Tagesklinik in D._ mindestens an drei Halbtagen in
der Woche vorgeschlagen.
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5. Am 23. Oktober 2017 meldete sich A._ unter Hinweis auf eine
manische Depression und einer seit dem 14. Juni 2017 bestehenden
100%igen Arbeitsunfähigkeit bei der Sozialversicherungsanstalt des
Kantons Graubünden, IV-Stelle (nachfolgend: IV-Stelle) zum
Leistungsbezug an (IV-act. 3).
6. Die IV-Stelle holte daraufhin einen Arztbericht für die Beurteilung des
Anspruches auf Massnahmen für die berufliche Eingliederung ein. Dieser
wurde am 17. November 2017 erstellt (IV-act. 19). Der Facharzt für
Psychiatrie und Psychotherapie Dr. med. J._, Oberarzt bei den
PDGR, und die Psychologin und eidgenössisch anerkannte
Psychotherapeutin K._, welche A._ seit dem 19. Juli 2017
ambulant behandelten, wiesen darin unter den Diagnosen mit Auswirkung
auf die Arbeitsfähigkeit neben den vorgenannten Nebendiagnosen eine
bipolare affektive Störung, gegenwärtig mittelgradige depressive Episode
(F31.3) als Hauptdiagnose aus. Sie hielten als Prognose insbesondere
fest, depressive Phasen mit Schlafstörungen, Grübeln und sozialem
Rückzug würden sich mit hypomanen bis manischen Phasen abwechseln,
bei denen Gereiztheit, Nervosität, starke psychomotorische Unruhe und
formale Denkstörungen aufträten. Für eine Wiedereingliederung in den
Arbeitsprozess sei die Balance in der Regulation Voraussetzung und sie
würden die Weiterführung des multimodalen Programmes empfehlen. Sie
attestierten A._ weiterhin eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit bis
17. Dezember 2017, erachteten aber die Wiederaufnahme der bisherigen
Tätigkeit in sechs bis zwölf Monaten für zumutbar.
7. Die B._ AG kündigte den Arbeitsvertrag mit A._ am
29. November 2017 per 31. Januar 2018 (IV-act. 21 S. 7).
8. In einem weiteren von der IV-Stelle eingeholten Arztbericht vom
30. Januar 2018 führten die Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie
Dr. med. P._, Chefärztin APD/ATK Region Nord, und die
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Psychotherapeutin K._ zum bisherigen Therapieerfolg aus, die
Stimmungsschwankungen und eine sehr starke Erregbarkeit des
Vegetativums hätten sich ganz leicht verbessert. Weiter bestehe eine
psychomotorische Unruhe und anhaltend eine starke innere Anspannung.
A._ sei emotional stabiler, sodass sie die anstehenden Hausarbeiten
und die Betreuung der bei ihr wohnenden 10-jährigen Tochter auch ohne
Unterstützung der mittlerweile ausgezogenen ältesten Tochter machen
könne. Die Berichterstatterinnen bescheinigten weiterhin eine 100%ige
Arbeitsunfähigkeit über einige Wochen (IV-act. 31).
9. Da A._ anlässlich des Evaluationsgesprächs mit der
Eingliederungsberaterin der IV-Stelle am 6. März 2018 kundtat, sich noch
nicht in der Lage zu fühlen, mit Eingliederungsmassnahmen zu beginnen
(IV-act. 23 S. 2), wurde die Arbeitsvermittlung mit Mitteilung vom 27. März
2018 abgeschlossen (IV-act. 27).
10. Die Krankentaggeldversicherung R._ AG gab ein psychiatrisches
Gutachten in Auftrag. Der Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie
Dr. med. L._, zertifizierter medizinischer Gutachter SIM, explorierte
A._ am 29. März 2018 und erstattete am 9. April 2018 sein Gutachten
(IV-act. 35). Er konnte keine psychiatrische Diagnose stellen, weshalb die
Arbeitsfähigkeit aus psychiatrischer Sicht nicht eingeschränkt sei (IV-act.
35 S. 33 f.). Zu den in den Berichten der PDGR gestellten Diagnosen hielt
er fest, in den bei Ein- bzw. Austritt aus dem stationären Klinikaufenthalt
beschriebenen Psychostatus fänden sich keine Hinweise auf eine affektive
Störung. Zudem werde beim Austritt festgehalten, dass der Zustand stabil
sei, weshalb nicht nachvollzogen werden könne, warum man eine bipolare
affektive Störung mit gar manischer Episode diagnostiziert habe. Soweit
in der Folge eine mittelgradige depressive Episode bei bipolarer affektiver
Störung diagnostiziert worden sei, würden im Affekt
Stimmungsschwankungen beschrieben und nicht etwa eine anhaltende
depressive Verstimmung über mindestens 14 Tage, was nach ICD-10 die
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Voraussetzung wäre, um eine depressive Episode diagnostizieren zu
können. Zum Zeitpunkt der Untersuchung durch den Gutachter könne
deshalb die Diagnose einer affektiven Störung nicht gestellt werden.
Schliesslich hielt der Gutachter fest, es sei möglich, dass zu Beginn eine
gewisse reaktive depressive Verstimmung im Sinne einer
Anpassungsstörung bestanden habe; wie den Psychostatus entnommen
werden könne, sei dies aber bereits zum Zeitpunkt des Aufenthalts in der
Klinik Q._ nicht mehr der Fall gewesen (IV-act. 35 S. 31 ff.).
11. Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie Dr. med. M._ des
Regionalen Ärztlichen Dienstes (RAD) Ostschweiz stellte in seiner
Abschlussbeurteilung am 8. Mai 2018 auf das psychiatrische Gutachten
von Dr. med. L._ ab. Er beurteilte A._ in adaptierten Tätigkeiten
ab dem 29. März 2018 als zu 100% arbeitsfähig (siehe Case Report
BM/RE in IV-act. 132 S. 11 f.).
12. In ihrem Bericht vom 10. Mai 2018 (IV-act. 37) wiesen Dr. med. J._
und Psychotherapeutin K._ bei den bekannten Diagnosen (F31.3,
F43.8 und Z73; siehe oben 4. und 6.) verschiedene leichte bis
mittelgradige Beeinträchtigungen im Bereich der Aktivität und Partizipation
aus. Sie erachteten einen Einstieg in den Arbeitsprozess im Rahmen eines
20%-Pensums in einem Integrationsprogramm mit sukzessiver Steigerung
für möglich. Des Weiteren beschrieben sie, dass sich die
Stimmungsschwankungen und die sehr starke Erregbarkeit gebessert
hätten. Die psychomotorische Unruhe und innere Anspannung seien
rückläufig und A._ sei emotional stabiler.
13. Die IV-Stelle gewährte A._ mit Mitteilung vom 20. Juni 2018 Beratung
und Unterstützung bei der Stellensuche (IV-act. 41) und erteilte mit
Mitteilung vom 22. Juni 2018 eine Kostengutsprache für ein Arbeitstraining
im Einsatzprogramm S._ in D._ vom 25. Juni 2018 bis
30. September 2018 (IV-act. 44). Für die Dauer des Einsatzprogrammes
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erhielt sie Taggeldleistungen (IV-act. 45). In der entsprechenden
Zielvereinbarung wurde gemeinsam festgelegt, dass A._ in der
Hauswirtschaft und im (Näh- bzw. Druck-)Atelier zu einem
Beschäftigungsgrad von 50% eingesetzt werde, wobei dieser langsam auf
80-100% gesteigert werden soll (IV-act. 55 und 56).
14. Da A._ im Einsatzprogramm zwar Fortschritte machte, angesichts
des Unterstützungsbedarfs jedoch ein langsamer Aufbau als zielführender
erachtet wurde (vgl. IV-act. 60 S. 3 f. bzw. Case Report BM/RE in IV-act.
132 S. 5), wurden die beruflichen Massnahmen per 31. August 2018
abgebrochen (siehe Mitteilung vom 10. September 2018 in IV-act. 62).
Stattdessen erteilte die IV-Stelle mit Mitteilung vom 14. September 2018
eine Kostengutsprache für ein Aufbautraining im Sinne einer
Integrationsmassnahme durch das Einsatzprogramm S._ in D._
vom 1. September 2018 bis 30. November 2018 (IV-act. 65). Während der
Dauer der Massnahme sprach sie A._ weiterhin ein Taggeld zu (IV-
act. 66).
15. Am 14. November 2018 fand ein Standortgespräch statt, bei dem es unter
anderem um die Weiterführung der Massnahme ging. A._ gab an, mit
40% Präsenz eigentlich schon am Anschlag, am Nachmittag müde und
nach 1.5 Stunden erschöpft zu sein (IV-act. 71). RAD-Arzt Dr. med.
M._ befürwortete die Weiterführung der Massnahme, merkte jedoch
an, dass bei Ausbleiben einer rentenausschliessenden Eingliederung
weitere Abklärungen im Rahmen der Rentenprüfung zur sauberen
Abgrenzung von effektiv krankheitsbedingten Einschränkungen und
invaliditätsfremden psychosozialen Belastungsfaktoren erfolgen müssten.
Als Ziel wurde an jenem Tag definiert, bis Ende Januar 2019 sukzessive
eine Steigerung von 10% und damit eine stabile 50%ige Arbeitsfähigkeit
zu erreichen. Unter dieser Prämisse wurde die Massnahme einschliesslich
die Taggeldleistungen mit Mitteilung vom 23. November 2018 nochmals
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um drei Monate, also bis 28. Februar 2019, verlängert (IV-act. 73, 76 und
77).
16. Anlässlich der Standortbestimmung vom 29. Januar 2019 wurde
festgestellt, dass zwar die Präsenzzeit auf 50% habe gesteigert werden
können, nicht aber die Arbeitsfähigkeit. Die Leistung reiche indes nicht für
den ersten Arbeitsmarkt aus. Der Versuch, die Präsenz auf ein bis zwei
Nachmittage zu erweitern, sei gescheitert (IV-act. 86). Im Schlussbericht
zum Einsatzprogramm vom 28. Februar 2019 wurde zudem festgehalten,
eine Arbeit im Team oder mit vielen Menschen (z.B. im Verkauf) sei ganz
klar nicht möglich (IV-act. 97). Mit Mitteilung vom 8. März 2019 wurde die
Integrationsmassnahme als per Ende Februar 2019 abgeschlossen erklärt
(IV-act. 100).
17. In ihrem Verlaufsbericht vom 20. Februar 2019 (IV-act. 101) stellten
Dr. med. J._ und Psychotherapeutin K._ neu eine bipolare
affektive Störung, gegenwärtig remittiert (F31.7), als Hauptdiagnose aus.
An den zuvor gemachten Nebendiagnosen (F43.8 und Z73; siehe oben 4.,
6. und 12.) hielten sie fest. Sie berichteten von Verbesserungen in den
Bereichen Aktivität und Partizipation. Die starke Reizempfindlichkeit habe
sich aber nur minim verbessert. A._ sei weiterhin schnell und stark
ablenkbar. Die psychomotorische Unruhe mit zappelnden Bewegungen
habe sich verbessert, bestehe unter starker Anspannung jedoch nach wie
vor. Die Schlafstörungen seien behoben und dadurch sei die Belastbarkeit
etwas verbessert. Die Stimmungsschwankungen seien ebenfalls weniger
stark. Gesamthaft zeige sich, dass A._ vulnerabel sei. Phasenweise
könnten Anforderungen des Alltags- und Berufslebens wahrgenommen
werden. So könne auch aktuell eine Remission der Akutsymptomatik
beschrieben werden. Wenn die Anforderungen an Selbständigkeit
und/oder Präsenzpensum ein gewisses Mass überschreiten würden,
kämen wiederholt Exazerbationen im Rahmen der Grunderkrankung vor.
Dieses kritische Präsenzpensum habe sich auch im Rahmen des
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Arbeitstrainings dargestellt. Bei einem 50%-Pensum (und dabei
reduzierter Leistung) gelange A._ an ihre Belastbarkeitsgrenze. Es
werde von einer dauerhaften, krankheitsbedingten Einschränkung der
Arbeitsfähigkeit ausgegangen.
18. Daraufhin liess die IV-Stelle A._ bei der SMAB AG durch Fachärztin
für Psychiatrie und Psychotherapie Dr. med. N._ psychiatrisch
begutachten (vgl. IV-act. 106 ff.). Die Untersuchung fand am 3. Juli 2019
statt, gefolgt von einer nachträglichen neuropsychologischen
Begutachtung am 15. Juli 2019, und das Gutachten wurde am
9. September 2019 erstattet (IV-act. 118). Darin diagnostizierte die
Gutachterin eine soziale Phobie (F40.1) mit Relevanz für die
Arbeitsfähigkeit und stellte den Verdacht auf eine depressive Episode,
gegenwärtig remittiert, sowie differenzialdiagnostisch den Verdacht auf
Status nach Anpassungsstörung, längere depressive Reaktion (F43.21),
alles ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit. Zusammenfassend hielt sie
fest, bei A._ lägen im Mini-ICF-APP mittelgradige Einschränkungen
in der Flexibilität und Umstellungsfähigkeit bzw. der Kontaktfähigkeit zu
Dritten und Gruppenfähigkeit sowie leichtgradige Einschränkungen der
Durchhaltefähigkeit vor. Diese Einschränkungen bestünden vor allem in
für sie sozial belastenden Situationen (z.B. Arbeit in einem Team/einer
Gruppe, Arbeit mit vielen Kunden etc.) und führten zu einer
eingeschränkten Leistungsfähigkeit und Belastbarkeit in der bisherigen
Tätigkeit als Verkäuferin, sodass in der angestammten Tätigkeit von einer
Arbeitsfähigkeit von ungefähr 50% ausgegangen werden müsse. In einer
angepassten Tätigkeit mit entsprechendem Anforderungsprofil bestehe
eine Arbeitsfähigkeit von 100% (IV-act. 118 S. 20).
19. In seiner Beurteilung vom 4. Oktober 2019 erachtete RAD-Arzt Dr. med.
M._ A._ gestützt auf das SMAB-Gutachten in der bisherigen
Tätigkeit ab dem 25. Juni 2018 als zu 50% arbeitsfähig. In adaptierter
Tätigkeit, d.h. in einer gut strukturierten Tätigkeit in ruhigem Umfeld ohne
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Teamarbeit und ohne besonderen Zeitdruck, ging er in Anbetracht der
Gutachten der Dres. med. L._ und N._ von einer 100%igen
Arbeitsfähigkeit ab dem 29. März 2018 aus (siehe Case Report BM/RE in
IV-act. 132 S. 11 f.).
20. Mit Vorbescheid vom 8. Oktober 2019 (IV-act. 123) stellte die IV-Stelle
A._ die Abweisung des Leistungsbegehrens in Aussicht. Dabei stellte
sie auf die vorgenannten, gestützt auf die Gutachten der Dres. med.
L._ und N._ getroffenen Schlussfolgerungen zur Arbeitsfähigkeit
von RAD-Arzt Dr. med. M._ ab.
21. In der Folge unterstützte die Pro Infirmis A._ im Einwandverfahren
(vgl. IV-act. 126 ff.). Am 27. November 2019 teilte die Pro Infirmis der IV-
Stelle mit, dass die PDGR keinen Bericht einreichen könnten, der
argumentativ die Sicht der Gutachter zu entkräften vermöchte und sie
somit bei A._ keinen Einwand erheben würden (IV-act. 130).
Daraufhin verfügte die IV-Stelle am 5. Dezember 2019 wie vorbeschieden
die Abweisung des Leistungsbegehrens (IV-act. 131 = act. B.2).
22. Dagegen hat A._ am 21. Januar 2020 Beschwerde beim
Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden erheben lassen (act. A.1).
Neben der Aufhebung der angefochtenen Verfügung vom 5. Dezember
2019 unter Kostenfolge zulasten des Kantons beantragt sie, ihr sei ein
ihrer Erwerbsunfähigkeit angemessener Invaliditätsgrad (von mindestens
60%) festzulegen und eine entsprechende Invalidenrente zuzusprechen.
Eventualiter sei die Sache zur Neubeurteilung an die IV-Stelle
zurückzuweisen. In prozessualer Hinsicht ersucht sie um unentgeltliche
Rechtspflege und Verbeiständung. In materieller Hinsicht kritisiert sie im
Wesentlichen das SMAB-Gutachten von Dr. med. N._ vom
9. September 2019 als widersprüchlich und nicht nachvollziehbar,
weshalb ihm der Beweiswert abzusprechen sei. Die sich darauf
abstützende Verfügung widerspreche krass den tatsächlichen
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Verhältnissen, da sämtliche behandelnden Ärzte und Psychologen von
einer bipolaren affektiven Störung ausgehen würden. Die
Beschwerdeführerin legt dazu eine weitere Stellungnahme von Dr. med.
J._ und Psychotherapeutin K._ vom 14. Januar 2019 (recte:
2020) ins Recht (act. B.3). Sie sei mithin seit dem 14. Juni 2017 zu 100%
arbeitsunfähig und auch nicht in den Arbeitsmarkt eingliederbar, selbst in
angepasster Tätigkeit nicht. Sie sei vom 1. April 2019 bis Ende November
2019 in einem 15%-Pensum für die T._ Stiftung tätig gewesen (vgl.
act. B.4), habe diese Tätigkeit aber infolge Verschlechterung ihres
Gesundheitszustandes vollständig aufgeben müssen. Zur Begründung
des URP-Gesuchs legt sie die Verfügung des Sozialdienstes ihrer
Wohngemeinde vom 13. Juni 2018 ins Recht (act. B.6), in welcher unter
anderem ihr und ihrer Tochter ab Mitte Mai 2018 monatlich maximal
CHF 1'579.00 aus öffentlichen Mitteln zur Bestreitung ihres
Lebensunterhalts zuzüglich weiterer Leistungen zugesprochen wurden.
23. Die IV-Stelle (nachfolgend: Beschwerdegegnerin) hat in ihrer
Stellungnahme vom 26. Februar 2020 (act. A.2) die Abweisung der
Beschwerde beantragt und ihre in der Verfügung vom 5. Dezember 2019
angeführte Begründung gestützt auf die in der Beschwerde vorgetragenen
Vorbringen vertieft.
24. Die Beschwerdeführerin hat daraufhin am 31. März 2020 eine Replik
eingereicht (act. A.3), ihren Standpunkt ebenfalls punktuell vertieft und
einen im Sinne einer Zweitmeinung eingeholten Bericht des Facharztes
für Psychiatrie und Psychotherapie Dr. med. O._ vom 28. März 2020
eingereicht (act. B.7).
25. Nachdem die Beschwerdegegnerin am 15. April 2020 bei unveränderten
Anträgen dupliziert hat (act. A.4), hat die Beschwerdeführerin ihrerseits am
30. April 2020 eine Duplik (recte: Triplik) eingereicht (act. A.5).
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Auf die angefochtene Verfügung sowie auf die Begründungen in den
Eingaben der Parteien wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden
Erwägungen eingegangen.

## Considerations

II. Das Gericht zieht in Erwägung:
1. Nach Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die
Invalidenversicherung vom 19. Juni 1959 (IVG; SR 831.20) sind
Verfügungen der kantonalen IV-Stelle direkt vor dem Versicherungsgericht
am Ort der IV-Stelle anfechtbar. Die sachliche und örtliche Zuständigkeit
des Verwaltungsgerichts des Kantons Graubünden ergibt sich aus Art. 57
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des
Sozialversicherungsrechts vom 6. Oktober 2000 (ATSG; SR 830.1) und
Art. 49 Abs. 2 lit. a des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege vom
31. August 2006 (VRG; BR 370.100). Als formelle und materielle
Verfügungsadressatin ist die Beschwerdeführerin von der angefochtenen
Verfügung unmittelbar betroffen, hat ein schutzwürdiges Interesse an
deren Aufhebung oder Änderung und ist somit zur Beschwerdeerhebung
legitimiert (Art. 1 Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 59 ATSG). Auf die im
Übrigen im Sinne von Art. 60 und 61 lit. b ATSG (sowie Art. 38 Abs. 4 lit. c
ATSG) frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde ist somit
einzutreten.
2. Anspruch auf eine Invalidenrente hat eine versicherte Person gemäss
Art. 28 Abs. 1 IVG nur dann, wenn sie ihre Erwerbsfähigkeit oder die
Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare
Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern
kann (lit. a), während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch
durchschnittlich mindestens 40% arbeitsunfähig gewesen ist (lit. b) und sie
nach Ablauf des Wartejahres zu mindestens 40% invalid ist (lit. c). Im
vorliegend zu beurteilenden Fall ist der Teilaspekt des Wartejahres
unbestritten geblieben.
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2.1. Bei erwerbstätigen versicherten Personen gilt als Invalidität die durch
einen körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheitsschaden
verursachte, voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze
oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG), welche Folge von
Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein kann (Art. 4 Abs. 1 IVG).
Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind
ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu
berücksichtigen, wobei eine Erwerbsunfähigkeit zudem nur vorliegt, wenn
sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG). Keine
Beeinträchtigungen der Gesundheit stellen soziokulturelle Schwierigkeiten
mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit sowie psychosoziale Faktoren
dar. Invaliditätsfremde Faktoren sind darüber hinaus auch Aggravation
und Simulation (vgl. zum Ganzen UELI KIESER, Kommentar zum
Bundesgesetz über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts
ATSG, 4. Aufl., Zürich/Basel/Genf 2020, N 22 ff. zu Art. 7 ATSG.; siehe
bezüglich Aggravation und ähnlicher Erscheinungen auch BGE 141 V 281
E.2.2.1 f. und BGE 140 V 193 E.3.3).
2.2. Für die Bemessung der Invalidität von erwerbstätigen Versicherten ist
Art. 16 ATSG anwendbar (Art. 28a Abs. 1 IVG). Danach wird für die
Bestimmung des Invaliditätsgrades das Erwerbseinkommen, das die
versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der
medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen
durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitslage erzielen
könnte (Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum
Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid
geworden wäre (Valideneinkommen). Der Einkommensvergleich hat in der
Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen
Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander
gegenübergestellt werden. Aus der Einkommensdifferenz lässt sich der
Invaliditätsgrad bestimmen (allgemeine Methode des
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Einkommensvergleichs; BGE 144 I 21 E.2.1, BGE 142 V 290 E.4, BGE
141 V 15 E.3.2, BGE 128 V 29 E.1; Urteil des Bundesgerichts
9C_225/2019 vom 11. September 2019 E.2).
3. Streitgegenstand im hier zu beurteilenden Fall bildet die Frage, ob die
Beschwerdeführerin einen Anspruch auf eine Rente der
Invalidenversicherung hat bzw. ob die Abweisung ihres
Leistungsbegehrens gemäss Verfügung der Beschwerdegegnerin vom
5. Dezember 2019 rechtskonform erfolgt ist.
3.1. Nach der in der angefochtenen Verfügung vertretenen Ansicht der
Beschwerdegegnerin beginnt der Rentenanspruch in Anbetracht der seit
dem 14. Juni 2017 bestehenden Arbeitsunfähigkeit in der angestammten
Tätigkeit (und der im Oktober 2017 erfolgten Anmeldung) am 1. Juni 2018.
Dabei ist aber zu berücksichtigen, dass die Beschwerdeführerin während
der Eingliederungsmassnahmen vom 25. Juni 2018 bis 28. Februar 2019,
anlässlich derer sie ein Taggeld bezog, keinen Anspruch auf eine Rente
der Invalidenversicherung hat (Art. 43 Abs. 2 IVG). Insofern ist
insbesondere der Rentenanspruch ab dem 1. März 2019 zu prüfen.
3.2. Nicht streitig ist das gestützt auf die letzte Anstellung der
Beschwerdeführerin bemessene Valideneinkommen von CHF 53'362.60.
3.3. Uneins sind sich die Parteien indes hinsichtlich der (Rest-)Arbeitsfähigkeit
in leidensangepasster Tätigkeit. Die Beschwerdeführerin kritisiert dabei
die im psychiatrischen SMAB-Gutachten angenommene Arbeitsfähigkeit
von 100% in adaptierter Tätigkeit seit Ende März 2018. Sie stellt sich auf
den Standpunkt, sie sei auch in einer angepassten Tätigkeit nicht in den
Arbeitsmarkt eingliederbar.
3.4. Zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegnerin zu Recht auf das psychiatrische
SMAB-Gutachten vom 9. September 2019 abgestellt hat oder ob konkrete
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Indizien gegen dessen Zuverlässigkeit sprechen bzw. dieses von den
übrigen medizinischen Akten derart in Zweifel gezogen wird, dass von
einer 100%igen Arbeitsfähigkeitseinschätzung in adaptierter Tätigkeit
(d.h. gut strukturierte Tätigkeit in ruhigem Umfeld, ohne Zeitdruck und
nicht in einem Team) für den hier massgebenden Zeitraum ab dem 1. Juni
2018 (bzw. 1. März 2019) abzuweichen wäre.
4. Vorab sind die beweisrechtlichen Grundsätze in Erinnerung zu rufen.
4.1. Sowohl das Verwaltungsverfahren wie auch das kantonale
Sozialversicherungsgerichtsverfahren sind vom Untersuchungsgrundsatz
beherrscht. Danach haben Verwaltung und Gericht von Amtes wegen für
die richtige und vollständige Feststellung des rechtserheblichen
Sachverhaltes zu sorgen (vgl. Art. 43 Abs. 1 und Art. 61 lit. c ATSG). Der
Sozialversicherungsträger als verfügende Instanz und im Beschwerdefall
das Gericht dürfen eine Tatsache nur dann als bewiesen annehmen, wenn
sie von ihrem Bestehen überzeugt sind. Im Sozialversicherungsrecht hat
das Gericht seinen Entscheid, sofern das Gesetz nicht etwas
Abweichendes vorsieht, nach dem Beweisgrad der überwiegenden
Wahrscheinlichkeit zu fällen. Die blosse Möglichkeit eines bestimmten
Sachverhalts genügt den Beweisanforderungen nicht. Das Gericht hat
vielmehr jener Sachverhaltsdarstellung zu folgen, die es von allen
möglichen Geschehensabläufen als die wahrscheinlichste würdigt. Der
Untersuchungsgrundsatz schliesst die Beweislast im Sinne der
Beweisführungslast begriffsnotwendig aus, da es Sache des
Sozialversicherungsgerichts (oder der verfügenden Verwaltungsstelle) ist,
für die Zusammentragung des Beweismaterials besorgt zu sein. Im
Sozialversicherungsverfahren tragen mithin die Parteien in der Regel eine
Beweislast nur insofern, als im Falle der Beweislosigkeit der Entscheid zu
Ungunsten jener Partei ausfällt, die aus dem unbewiesen gebliebenen
Sachverhalt Rechte ableiten wollte. Diese Beweisregel greift allerdings
erst Platz, wenn es sich als unmöglich erweist, im Rahmen des
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Untersuchungsgrundsatzes aufgrund einer Beweiswürdigung einen
Sachverhalt zu ermitteln, der zumindest die Wahrscheinlichkeit für sich
hat, der Wirklichkeit zu entsprechen (Urteil des Bundesgerichts
8C_17/2017 vom 4. April 2017 E.2.2 mit Verweis auf BGE 138 V 218 E.6).
4.2. Die Untersuchungspflicht dauert so lange, bis über die für die Beurteilung
des streitigen Anspruchs erforderlichen Tatsachen hinreichende Klarheit
besteht. Der Untersuchungsgrundsatz weist enge Bezüge auf zum auf
Verwaltungs- und Gerichtsstufe geltenden Grundsatz der freien
Beweiswürdigung. Führen die im Rahmen des
Untersuchungsgrundsatzes von Amtes wegen vorzunehmenden
Abklärungen den Versicherungsträger oder das Gericht bei umfassender,
sorgfältiger, objektiver und inhaltsbezogener Beweiswürdigung zur
Überzeugung, ein bestimmter Sachverhalt sei als überwiegend
wahrscheinlich zu betrachten und es könnten weitere
Beweismassnahmen an diesem feststehenden Ergebnis nichts mehr
ändern, so liegt im Verzicht auf die Abnahme weiterer Beweise keine
Verletzung des Anspruchs auf rechtliches Gehör (antizipierte
Beweiswürdigung). Bleiben jedoch erhebliche Zweifel an Vollständigkeit
und/oder Richtigkeit der bisher getroffenen Tatsachenfeststellung
bestehen, ist weiter zu ermitteln, soweit von zusätzlichen
Abklärungsmassnahmen noch neue wesentliche Erkenntnisse zu
erwarten sind (vgl. zum Ganzen das Urteil des Bundesgerichts
8C_281/2018 vom 25. Juni 2018 E.3.2.1).
4.3. Um beurteilen zu können, wie sich der Gesundheitszustand einer
versicherten Person im massgebenden Zeitpunkt darstellt, sind die
Verwaltung und das im Beschwerdefall angerufene Gericht auf Unterlagen
angewiesen, die von ärztlichen und gegebenenfalls auch anderen
Fachleuten zur Verfügung zu stellen sind. Deren Aufgabe besteht darin,
den Gesundheitszustand zu beurteilen und wenn nötig seine Entwicklung
im Laufe der Zeit zu beschreiben, d.h. mit den Mitteln fachgerechter
- 17 -
ärztlicher Untersuchung unter Berücksichtigung der subjektiven
Beschwerden Befunde zu erheben und gestützt darauf eine Diagnose zu
stellen. Hiermit erfüllt die medizinische Fachperson ihre originäre Aufgabe,
wofür die Verwaltung und das im Streitfall angerufene Gericht nicht
kompetent sind. Bei der Folgenabschätzung der erhobenen
gesundheitlichen Beeinträchtigungen für die Arbeitsfähigkeit kommt den
ärztlichen Fachleuten hingegen keine abschliessende
Beurteilungskompetenz zu. Vielmehr geben sie eine Einschätzung zur
Arbeitsunfähigkeit ab, welche sie aus ihrer Sicht so substanziell wie
möglich begründen. Die ärztlichen Auskünfte bilden sodann eine wichtige
Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der
versicherten Person konkret noch zugemutet werden können (vgl.
BGE 140 V 193 E.3.2, BGE 132 V 93 E.4 und BGE 125 V 256 E.4).
4.4. Das Bundesrecht schreibt nicht vor, wie die einzelnen Beweismittel zu
würdigen sind. Für das gesamte Verwaltungs- und
Verwaltungsgerichtsbeschwerdeverfahren gilt der Grundsatz der freien
Beweiswürdigung. Danach haben Versicherungsträger und
Sozialversicherungsgerichte die Beweise frei, d.h. ohne Bindung an
förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen.
Für das Beschwerdeverfahren bedeutet dies, dass das Gericht alle
Beweismittel, unabhängig davon, von wem sie stammen, objektiv zu
prüfen und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen
eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruchs gestatten.
Insbesondere darf es bei einander widersprechenden medizinischen
Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial
zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum es auf die eine und nicht
auf die andere medizinische These abstellt (BGE 143 V 124 E.2.2.2 und
BGE 125 V 351 E.3a). Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen
Berichtes ist entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend
ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten
- 18 -
Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese)
abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen
Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation
einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der Expertin oder des Experten
begründet sind (BGE 134 V 231 E.5.1, BGE 125 V 351 E.3a).
Ausschlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die
Herkunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten
oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten
(BGE 125 V 351 E.3a, BGE 122 V 157 E.1c mit Hinweisen). Dennoch hat
es die Rechtsprechung mit dem Grundsatz der freien Beweiswürdigung
als vereinbar erachtet, in Bezug auf bestimmte Formen medizinischer
Berichte und Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung aufzustellen
(BGE 125 V 351 E.3b, BGE 118 V 286 E.1b, BGE 112 V 30 E.1a mit
Hinweisen).
4.5. Den im Rahmen des Verwaltungsverfahrens eingeholten Gutachten von
externen Spezialärztinnen und -ärzten, welche auf Grund eingehender
Beobachtungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten
Bericht erstatten und bei der Erörterung der Befunde zu schlüssigen
Ergebnissen gelangen, ist bei der Beweiswürdigung volle Beweiskraft
zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit
der Expertise sprechen (BGE 137 V 210 E.1.3.4, BGE 125 V 351 E.3b/bb).
Sodann kommt auch den Berichten und Gutachten versicherungsinterner
Ärztinnen und Ärzte ein vergleichbarer Beweiswert zu, sofern sie als
schlüssig erscheinen, nachvollziehbar begründet sowie in sich
widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit
bestehen (siehe BGE 137 V 210 E.1.2.1, Urteil des Bundesgerichts
8C_839/2016 vom 12. April 2017 E.3.1 f.). Die Tatsache allein, dass die
befragte Ärztin oder der befragte Arzt in einem Anstellungsverhältnis zum
Versicherungsträger steht, lässt nicht schon auf mangelnde Objektivität
und auf Befangenheit schliessen. Es bedarf vielmehr besonderer
- 19 -
Umstände, welche das Misstrauen in die Unparteilichkeit der Beurteilung
objektiv als begründet erscheinen lassen. Im Hinblick auf die erhebliche
Bedeutung, welche den ärztlichen Berichten im Sozialversicherungsrecht
zukommt, ist an die Unparteilichkeit der Gutachterin oder des Gutachters
allerdings ein strenger Massstab anzulegen (vgl. zum Ganzen BGE 125 V
351 E.3b/ee, BGE 122 V 157 E.1c). Bestehen auch nur geringe Zweifel an
der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der versicherungsinternen ärztlichen
Feststellungen, sind ergänzende Abklärungen vorzunehmen (BGE 139 V
225 E.5.2, BGE 135 V 465 E.4.3.2 und 4.4; Urteile des Bundesgerichtes
9C_415/2017 vom 21. September 2017 E.3.2, 8C_452/2016 vom
27. September 2016 E.4.2.2 f. und 8C_245/2011 vom 25. August 2011
E.5.3). In Bezug auf Berichte von behandelnden Ärztinnen und Ärzten darf
und soll das Gericht auch der Erfahrungstatsache Rechnung tragen, dass
diese mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung in
Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patientinnen und Patienten aussagen
(BGE 135 V 465 E.4.5, BGE 125 V 351 E.3b/cc). Insbesondere lässt es
die unterschiedliche Natur von Behandlungsauftrag der therapeutisch
tätigen (Fach-)Person einerseits und der Begutachtungsauftrag der
amtlich bestellten fachmedizinischen Expertin (vgl. dazu BGE 124 I 170
E.4) andererseits nicht zu, ein Administrativ- oder Gerichtsgutachten stets
in Frage zu stellen und zum Anlass für weitere Abklärungen zu nehmen,
wenn die behandelnden Arztpersonen zu anderslautenden
Einschätzungen gelangen. Vorbehalten bleiben immerhin die Fälle, wo
sich eine vom (amtlichen) Gutachten abweichende Beurteilung aufdrängt,
weil die Berichte der behandelnden Ärztinnen und Ärzte wichtige – nicht
rein der subjektiven Interpretation entspringende – Aspekte benennen, die
bei der Begutachtung unerkannt oder ungewürdigt geblieben sind (Urteile
des Bundesgerichts 8C_317/2019 vom 30. September 2019 E.2.3,
8C_379/2019 vom 21. August 2019 E.2.2 und 8C_835/2018 vom 23. April
2019 E.3).
- 20 -
4.6. In tatsächlicher und zeitlicher Hinsicht ist im Beschwerdeverfahren für das
angerufene Gericht schliesslich der gesundheitliche Zustand
massgebend, wie er sich bis zum Zeitpunkt des Erlasses der
angefochtenen Verfügung verwirklicht hat (siehe statt vieler Urteil des
Bundesgerichts 8C_136/2017 vom 7. August 2017 E.3; vgl. UELI KIESER,
a.a.O., N 109 zu Art. 61 ATSG). Im vorliegenden Fall ist somit auf die
Verhältnisse, wie sie sich bis zum 5. Dezember 2019 präsentierten,
abzustellen.
5. Soweit die Beschwerdeführerin vorbringt, das SMAB-Gutachten sei weder
schlüssig noch nachvollziehbar, weshalb ihm kein Beweiswert zukomme,
verfängt ihr Einwand nicht. Vielmehr ist der Beschwerdegegnerin
beizupflichten, dass die Gutachterin sich in ihrer Beurteilung in Kenntnis
der medizinischen Vorakten (IV-act. 118 S. 25 ff.) sorgfältig mit den
gesundheitlichen Einschränkungen der Beschwerdeführerin
auseinandergesetzt und ihre Schlussfolgerungen gestützt auf die eigenen
Untersuchungen getroffen hat (vgl. z.B. IV-act. 118 S. 13 ff.). Auch flossen
die von der Beschwerdeführerin gemachten Angaben zur
Krankheitsentwicklung und zum jetzigen Leiden in die Gesamtbeurteilung
zum Gesundheitszustand und zur Arbeitsfähigkeitseinschätzung mit ein
(vgl. IV-act. 118 S. 5 ff.).
5.1.1. Die Gutachterin Dr. med. N._ orientierte sich bei der Frage, ob die
diagnostizierten psychischen Leiden zu einer Arbeitsunfähigkeit führen,
rechtssprechungsgemäss an den Standardindikatoren gemäss BGE 141
V 281 (siehe auch BGE 145 V 361 E.4 mit Hinweisen; vgl. IV-act. 118
S. 17 ff.). Ihre Ausführungen zur der Beurteilung der medizinischen
Situation sind einleuchtend und die gezogenen Schlussfolgerungen zum
Gesundheitszustand nachvollziehbar begründet. So hielt sie zur
Diagnoseherleitung nachvollziehbar fest, im Zeitpunkt der gutachterlichen
Untersuchung seien bei der Beschwerdeführerin die Kriterien gemäss
ICD-10 für eine depressive Episode nicht erfüllt. Insbesondere die nach
- 21 -
ICD-10 geforderten mindestens zwei Zentralkriterien (depressive
Stimmung [in einem für die Betroffenen deutlich ungewöhnlichen
Ausmass, die meiste Zeit des Tages, fast jeden Tag, im Wesentlichen
unbeeinflusst von den Umständen und mindestens zwei Wochen
anhaltend], Interessen- oder Freudeverlust [an Aktivitäten, die
normalerweise angenehm seien] sowie ein verminderter Antrieb oder
gesteigerte Ermüdbarkeit) seien nicht in ausreichendem Schweregrad
erfüllt (IV-act. 118 S. 16). Dies leuchtet insbesondere vor dem Hintergrund
des von Dr. med. N._ erhobenen Untersuchungsbefunds zur
Affektivität ein, wozu festgehalten wurde, die Beschwerdeführerin habe
sich während der gutachterlichen Exploration ganz überwiegend in
ausgeglichener Stimmung gezeigt. Einmalig, als sie über ihren im 2003
verstorbenen Vater gesprochen habe, habe sie leicht bedrückt und leicht
affektlabil gewirkt, was nachvollziehbar sei. Die affektive
Schwingungsfähigkeit sei nicht reduziert. Die Beschwerdeführerin habe
während der Untersuchung auch wiederholt lachen können. Ein
ausgewiesener Freude- oder Interessenverlust bestehe nicht. Es
bestünden Insuffizienzgefühle und Gefühle der Wertlosigkeit. Die
Beschwerdeführerin habe auch teilweise Suizidgedanken angegeben
ohne Hinweis für eine akute Suizidalität. Es gebe keine Hinweise für einen
ausgewiesenen sozialen Rückzug (IV-act. 118 S. 14).
5.1.2. Zur Diagnoseherleitung führte Dr. med. N._ des Weiteren aus, es sei
aufgrund der Unterlagen nicht abschliessend zu beurteilen, ob in der
Vergangenheit bereits eine depressive Episode vorgelegen habe. So
müsse von einer Verdachtsdiagnose depressive Episode, gegenwärtig
remittiert (F32.4), differenzialdiagnostisch möglicherweise auch ein Status
nach Anpassungsstörung, längere depressive Reaktion (F43.21),
ausgegangen werden. Die von der Beschwerdeführerin beschriebene
sozialphobische Symptomatik (z.B. unter unbekannten Menschen, in
neuen unbekannten Situationen) mit begleitender körperlicher
- 22 -
Symptomatik (Atemnot, Herzrasen, Hitzewellen, Miktionsdrang) und auch
entsprechenden Vermeidungsverhalten sei am ehesten im Rahmen einer
sozialen Phobie (F40.1) zu interpretieren. Besonders erwähnenswert sei
aber, dass diese Symptomatik bisher nicht in den psychiatrischen Akten
festgehalten sei, sodass bisher auch keine entsprechende
störungsspezifische Behandlung erfolgt sei. Die Störung sei als
mittelgradig ausgeprägt und mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit
einzuschätzen. Hinweise für histrionische Persönlichkeitszüge, wie in den
Akten festgehalten, seien nicht festzustellen (IV-act. 118 S. 16).
5.2. Die Gutachterin setzte sich ferner mit der Einschätzung der behandelnden
Ärztinnen und Ärzte sowie Psychologinnen, einschliesslich jener von
Dr. med. J._ und Psychotherapeutin K._, auseinander und
zeigte nachvollziehbar auf, weshalb sie eine andere Ansicht vertritt (IV-act.
118 S. 18 ff.). So werde im Bericht vom 23. Juni 2017 (von Dr. med.
E._ und Psychotherapeutin F._, IV-act. 10 S. 1 f.) die Diagnose
einer mittelgradigen depressiven Episode (F32.1) gestellt, welche aber
nicht vollständig nachvollzogen werden könne, da der
psychopathologische Befund unvollständig sei. Im Bericht vom
14. September 2017 (von Dr. med. H._ und Assistenzarzt I._,
IV-act. 10 S. 5 ff.) zum stationären Klinikaufenthalt werde eine manische
Episode ohne psychotische Symptome diagnostiziert (F31.1) basierend
darauf, dass die Beschwerdeführerin mittelgradig logorrhoisch sei. Bei
Eintritt werde die Stimmung im psychopathologischen Befund als
ambivalent, lachend und zwischendurch weinend, bei einem leicht
erhöhten Antrieb beschrieben. Die diagnostische Einschätzung einer
manischen Episode aufgrund dieses psychopathologischen Befundes sei
nicht nachzuvollziehen. Auch dass die Beschwerdeführerin am Vortag
suizidale Gedanken gehabt habe und am Tag nach der psychiatrischen
Hospitalisation auf eine offene Station habe übertreten können, spreche
eher gegen das Vorliegen einer manischen Episode. Im Bericht fehlten
- 23 -
zudem Angaben zu Libido, Geldausgaben und auch Schlaf, die für eine
abschliessende Beurteilung einer manischen/hypomanischen Episode
wichtig wären. Aus demselben Grund sei auch der Bericht vom
17. November 2017 (von Dr. med. J._ und Psychotherapeutin
K._ [IV-act. 19]) nicht vollständig nachzuvollziehen. Der
psychopathologische Befund sei unvollständig, sodass der Schweregrad
einer mittelgradigen depressiven Episode nicht vollständig
nachvollziehbar sei. Hypomanische und manische Phasen mit Gereiztheit,
Nervosität, starker psychomotorischer Unruhe und formalen
Denkstörungen würden beschrieben. Diese Symptome seien gemäss
ICD-10 indes nicht ausreichend, um eine manische oder hypomanische
Episode zu diagnostizieren. Im Verlaufsbericht vom 20. Februar 2019
(wiederum von Dr. med. J._ und Psychotherapeutin K._ [IV-act.
101]) werde in Übereinstimmung mit der aktuellen gutachterlichen
Untersuchung von einer remittierten depressiven Episode ausgegangen
(IV-act. 118 S. 18 f.).
5.3.1. Soweit die Beschwerdeführerin und Dr. med. O._ in seinem Bericht
vom 28. März 2020 (act. B.7) kritisieren, dass erstere aus gutachterlicher
Sicht an einer sozialen Phobie leiden soll, kann ihnen nicht gefolgt werden.
Vielmehr gab die Beschwerdeführerin anlässlich der Begutachtung selbst
an, sie fühle sich vor allem unter ihr unbekannten Menschen unwohl,
sodass sie nicht in einem Team arbeiten könne. Sie könne sich in solchen
Situationen nicht konzentrieren. Sie habe das Gefühl, die Leute würden
sie komisch anschauen. Sie fühle sich nicht kompetent und habe
Probleme mit der Atmung sowie Herzrasen. Es werde ihr ganz heiss im
Kopf und sie müsse dann raus bzw. die Situation verlassen. Wenn sie
nervös sei, würde sie auch einen Miktionsdrang haben. Wenn Leute neben
ihr seien, könne sie nur schlecht nähern (recte wohl: nähen). Sie würde
deswegen auch nicht mit vielen Leuten die Pausenzeit verbringen. Auch
neue und unbekannte Situationen würden ihr Angst bereiten. Es sei ihr
- 24 -
manchmal auch peinlich, dass sie stottern würde (IV-act. 118 S. 5). Die
psychiatrische Gutachterin erkannte bereits in den Unterlagen zur
durchgeführten Integrationsmassnahme Hinweise auf eine
sozialphobische Symptomatik (IV-act. 118 S. 21). So wurde im
Schlussbericht vom 28. Februar 2019 unter anderem beschrieben, dass
eine Arbeit im Team oder mit vielen Menschen (z.B. im Verkauf) ganz klar
nicht möglich sei. Die Beschwerdeführerin werde auch in einer kleinen
Gruppe (im Atelier 3 Personen) extrem nervös sowie zittrig und die
Konzentration sei weg (IV-act. 97 S. 2). Von solchen Symptomen wird
auch in den weiteren Akten zur Eingliederung berichtet (vgl. z.B.
Verlaufsprotokoll, Eintrag vom 17. Oktober 2018 [IV-act. 98 S. 1], wonach
die Beschwerdeführerin immer noch sehr starke Schwankungen habe und
sehr schnell "hypere", am Morgen noch stark zittere und rund eine Stunde
brauche, um sich zu sammeln; Standortgespräch vom 29. Januar 2019
[IV-act. 86], wonach es der Beschwerdeführerin schwerfalle, mit anderen
Teilnehmern im gleichen Raum zu arbeiten, wobei sie sage, dass sie sich
nicht konzentrieren könne und viele Fehler mache; Standortgespräch vom
5. Oktober 2018 [IV-act. 68], dem die Aussage der Beschwerdeführerin zu
entnehmen ist, dass sie viele Leute nicht ertrage und sie oft sehr nervös
sei; Verlaufsprotokoll, Eintrag vom 9. August 2018 [IV-act. 60 S. 3],
wonach sie sehr, sehr nervös sei und es ihr viel schwindelig werde, wobei
die Geräusche der Nähmaschinen sie noch nervöser gemacht hätten;
Verlaufsprotokoll, Eintrag vom 22. August 2018 [IV-act. 60 S. 3], wonach
es Tage gäbe, an denen sie extrem zittere; Beobachtungsbogen vom Amt
für Industrie, Gewerbe und Arbeit, Eintrag vom 4. Juli 2018 [IV-act. 58
S. 2], wonach die Beschwerdeführerin nervlich angespannt erscheine,
wippe, zittere und sich sehr stark an die Gesichtshaut greife). Soweit die
Beschwerdeführerin in der Replik bemängelt, die Integrationsmassnahme
decke nur einen Zeitraum von acht Monaten ab, weshalb darin keine
Grundlage für die Diagnose einer Sozialphobie erblickt werden könne, ist
ihr entgegenzuhalten, dass sich bereits zuvor Anhaltspunkte dafür in
- 25 -
medizinischen Unterlagen finden. So gab sie beispielsweise anlässlich der
Begutachtung bei Dr. med. L._ (Exploration vom 29. März 2018) an,
sie verspüre ein Zittern, habe öfter Panik und Angst, wobei sie davon
manchmal nicht selber rauskomme (IV-act. 35 S. 11). Auch würden sie
viele Leute oder Lärm stören und sie müsse sich oftmals zurückziehen (IV-
act. 35 S. 18 und 31). Zwar könne sie den Haushalt schon selber machen,
aber sie mache viel Geschirr kaputt wegen ihrer Nervosität und dem Zittern
(IV-act. 35 S. 19). Des Weiteren tat die Beschwerdeführerin anlässlich des
Evaluationsgesprächs mit der Eingliederungsberaterin am 6. März 2018
namentlich kund, sie habe Schwindel, Angstzustände im Einkaufsladen
sowie im Bus und zittere stark; bei einer beruflichen Tätigkeit seien solche
mit Menschenansammlungen zu vermeiden (IV-act. 23; vgl. ferner auch
den Schadeninspektionsbericht der Helsana vom 8. September 2017 [IV-
act. 9 S. 6]). Insgesamt erscheint die von Dr. med. N._ gestellte
Diagnose einer sozialen Phobie somit als plausibel.
5.3.2. Auch ist der von ihr sorgfältig hergeleitete Ausschluss einer manischen
Episode bei einer bipolaren affektiven Störung nachvollziehbar. Dabei
stellte sie namentlich auf den echtzeitlichen psychopathologischen Befund
ab (vgl. hierzu vor allem den Bericht vom 14. September 2017 zum
stationären Klinikaufenthalt vom 1. August 2017 bis 1. September 2017,
IV-act. 10 S. 5 ff.), wobei sie dazu anmerkte, daraus lasse sich die
Diagnose einer manischen Episode nicht nachvollziehen (IV-act. 118
S. 18). Dass die damalige Befunderhebung mangelhaft und somit nicht
nachvollziehbar ist, stimmt denn auch mit der Einschätzung von Dr. med.
O._ in dem von der Beschwerdeführerin selbst beigebrachten Bericht
vom 28. März 2020 überein (act. B.7). Darin bemerkte dieser, dass der
anlässlich des Klinikaufenthalts erhobene Psychostatus nicht den Kriterien
nach AMDP (Arbeitsgemeinschaft für Methodik und Dokumentation in der
Psychiatrie) entspreche. Dies sei entweder auf einen unerfahrenen
Assistenzarzt zurückzuführen, welcher nicht ausreichend exploriert habe,
- 26 -
oder auf den Umstand, dass ein vernünftiger Psychostatus aufgrund der
gehobenen Stimmung nicht möglich gewesen sei (act. B.7 S. 3). Weshalb
gemäss Dr. med. O._ trotzdem auf die Austrittsdiagnose einer
bipolaren affektiven Störung, gegenwärtig manische Episode ohne
psychotische Symptome (F31.1) abgestellt werden könne, begründet er in
seiner Stellungnahme nicht weiter. Dies leuchtet gestützt auf die eigenen
Angaben der Beschwerdeführerin zum Klinikaufenthalt im August 2017
denn auch nicht ein, gibt sie dazu doch selbst an, sich damals nicht in einer
gehobenen, situationsinadäquaten Stimmung, sondern vielmehr in einer
gedrückten Stimmung befunden zu haben. So führte sie anlässlich der
SMAB-Begutachtung an, sie sei damals alleine gewesen, da ihre kleine
Tochter beim Vater in den Ferien und ihre beiden anderen Töchter
ebenfalls abwesend gewesen seien, sodass sie sich alleine gefühlt habe
und es ihr psychisch nicht gut gegangen sei. Sie habe auch gedacht, da
ihre kleine Tochter beim Vater sei, es sei in Ordnung, sich umzubringen,
sodass sie zuerst in die Kirche beten gegangen und danach zum Bach
gelaufen sei. Es sei ihr dann der Gedanke gekommen, zuerst noch mit
Psychotherapeutin K._ zu sprechen, weshalb sie ins naheliegende
Spital gegangen sei. Dort habe eine Putzfrau sie weinen sehen und sie
auf den Notfall begleitet, woraufhin sie in die psychiatrische Klinik
eingewiesen worden sei. In der Klinik habe sie Quetiapin erhalten, was sie
müde gemacht habe. Sie sei in dieser Zeit sehr traurig gewesen, habe viel
gegrübelt und sei wegen ihres Arbeitgebers enttäuscht und verletzt
gewesen. In der Klinik sei sie auch unruhig und ungeduldig gewesen und
habe alles alleine machen wollen, da sie das gewohnt gewesen sei (IV-
act. 118 S. 6). Die gleichen Umstände gab die Beschwerdeführerin auch
gegenüber Dr. med. L._ an, indem sie ausführte, im August [2017]
sei ihre jüngste Tochter mit dem Vater in die Ferien gegangen und sie sei
alleine gewesen. Da sei es ihr schlecht gegangen. Sie habe gedacht, dass
sich nicht mehr leben müsse bzw. dass sie es nicht im Griff habe usw. (IV-
act. 35 S. 11). Vor diesem Hintergrund leuchten die gutachterlichen
- 27 -
Schlussfolgerungen zur manischen Episode bzw. zur bipolaren Störung
entgegen der Auffassung der Beschwerdeführerin und von Dr. med.
O._ ein.
5.4. Des Weiteren kritisiert die Beschwerdeführerin, dass im SMAB-Gutachten
lediglich ein Verdacht auf eine depressive Episode sowie auf eine längere
depressive Reaktion nach einer Anpassungsstörung gestellt worden sei.
Diese Ansicht ist insoweit zu relativieren, als Dr. med. N._
ausweislich davon ausging, dass ab dem 14. Juni 2017 eine depressive
Symptomatik bei der Beschwerdeführerin vorgelegen habe, sich indes
deren Schweregrad nicht vollständig aus den Akten nachvollziehen lasse,
sodass die möglichen Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit nicht
abschliessend beurteilt werden könne (vgl. IV-act. 118 S. 21). Dies stimmt
denn auch insoweit mit der Einschätzung von Dr. med. L._ in seinem
Gutachten vom 9. April 2018 überein, als er darin ausführte, es sei
möglich, dass zu Beginn eine gewisse reaktive depressive Verstimmung
im Sinne einer Anpassungsstörung bestanden habe, diese aber bereits im
Zeitpunkt des Klinikaufenthalts (gemäss damaligem Psychostatus) nicht
mehr vorgelegen habe (IV-act. 35 S. 33). Dr. med. L._ verneinte auch
für den Zeitpunkt seiner Untersuchung vom 29. März 2018 das Vorliegen
einer affektiven Störung. Dazu führte er aus, die Grundstimmung der
Beschwerdeführerin sei euthym gewesen und die affektive
Modulationsfähigkeit nicht eingeschränkt. Die Beschwerdeführerin habe
zwar über Stimmungsschwankungen berichtet, vor allem aber über
psychovegetative Symptome, welche gelegentlich auftreten würden und
nicht über eine anhaltende depressive Verstimmung über mindestens
14 Tage, was Voraussetzung wäre, um nach ICD-10 die Diagnose einer
depressiven Episode stellen zu können (IV-act. 35 S. 32). Darüber hinaus
ergibt sich aus dem von der Beschwerdeführerin seinerzeit beschriebenen
Tagesablauf, dass sie nach dem Frühstück zu Fuss in die Tagesklinik
gehe, was sie super finde und rund eine halbe Stunde dauere. Am Mittag
- 28 -
sei sie manchmal müde und fahre deshalb mit dem Bus nach Hause, wo
sie mit ihrer jüngsten Tochter das Mittagessen einnehme. Manchmal
koche sie vor oder mache Nudeln, manchmal mache auch ihre Tochter
etwas selber oder sie würden etwas aus dem Kühlschrank essen. Nach
dem Mittagessen mache sie eine Pause, lege sich hin und würde lesen.
Am Nachmittag mache sie nichts Grosses. Manchmal gehe sie mit ihrer
Tochter einkaufen. Am Abend würden sie zusammen essen und über die
Schule sprechen, bevor sie im Fernsehen die Nachrichten schaue, mit
ihrer Tochter rede und etwas lese. Manchmal koche sie etwas für den
nächsten Tag. Mit Blick auf die Freizeitaktivitäten führte die
Beschwerdeführerin namentlich aus, einmal sei sie mit ihrer jüngsten
Tochter langlaufen gewesen. Ihre Tochter habe ihr auch Skaten
beibringen wollen. Ausserdem koche sie gerne, worin sie nach Auffassung
anderer in der Klinik gut sei. Sie sei kreativ und würde auch etwas
zeichnen. Sie koche in der Klinik, gehe aber über Mittag trotzdem nach
Hause, weil es ihr wichtig sei, ihre Tochter zu sehen. Sie habe auch
Kontakt zu anderen Leuten, wenn auch nicht viel. Sie habe ganz liebe
Freundinnen, die ihr auch beim Umzug geholfen hätten (IV-act. 35 S. 21
f.). Diese Verhaltensweisen deuten insgesamt nicht darauf hin, dass
damals bei der Beschwerdeführerin ein Interessenverlust oder ein
Antriebsmangel vorgelegen hätten (vgl. dazu die gutachterlichen
Bemerkungen in IV-act. 118 S. 19). Weshalb auf das Gutachten von
Dr. med. L._ – wie die Beschwerdeführerin in der Replik vorbrachte
– nicht abgestellt werden dürfte, leuchtet nicht ein. Wie erwähnt (siehe
oben E.4.4) ist für den Beweiswert grundsätzlich weder die Herkunft eines
Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag
gegebenen Stellungnahmen als Bericht oder Gutachten
ausschlaggebend. Auch kommt es nicht auf die Dauer der Untersuchung
an; vielmehr ist in erster Linie massgebend, ob die Expertise inhaltlich
vollständig und im Ergebnis schlüssig ist (vgl. Urteil des Bundesgerichts
8C_290/2019 vom 25. September 2019 E.4.2 mit Hinweisen), was
- 29 -
vorliegend zutrifft. Entgegen der Auffassung der Beschwerdeführerin
berücksichtigte Dr. med. L._ auch ihre Angaben zum jetzigen Leiden
sowie zur Krankheitsentwicklung und es finden sich keine Anhaltspunkte
dafür, dass seine Beurteilung unfair oder voreingenommen gewesen wäre
(vgl. IV-act. 35 S. 10 ff.). Zudem ist darauf hinzuweisen, dass auch RAD-
Arzt Dr. med. M._ anlässlich des Standortgesprächs vom
14. November 2018 anmerkte, die Beschwerdeführerin berichte mit
grossen Gesten, reger Mimik und Gestik, modulierter Stimme und sei gut
schwingungsfähig. Ihren Angaben zufolge gehe es besser, sie könne die
Energie besser einteilen und Freude empfinden, wodurch ihre
Arbeitsqualität besser geworden sei (IV-act. 71). Dies deckt sich denn
auch mit dem während der Eingliederungsmassnahmen gewonnenen
Eindruck, wonach sie z.B. grosse Freude und Geschick beim Siebdruck
oder im Rahmen des für sie eingerichteten Nähateliers entwickelt hatte
(vgl. Standortgespräch vom 5. Oktober 2018 [IV-act. 68], Besprechung
vom 14. November 2018 [IV-act. 73], Verlaufsprotokoll, Eintrag vom
19. November 2018 [IV-act. 98 S. 2] und Schlussbericht vom 28. Februar
2019 [IV-act. 97 S. 3 f.]). Zudem bestätigte auch Dr. med. O._ in
seinem Bericht vom 28. März 2020, dass unter der ambulanten und
tagesklinischen Behandlung eine psychische Stabilisierung der
Beschwerdeführerin erreicht werden konnte (act. B.7). Damit
übereinstimmend stellten Dr. med. J._ und Psychotherapeutin
K._ in ihrem Verlaufsbericht vom 20. Februar 2019 eine gegenwärtig
remittierte bipolare affektive Störung fest (IV-act. 101). Schliesslich
verneinte auch Dr. med. N._ in ihrem Gutachten vom 9. September
2019 (Exploration am 3. Juli 2019) – wie bereits dargelegt – das Vorliegen
einer depressiven Symptomatik nachvollziehbar (vgl. IV-act. 118 S. 16 und
14).
5.5. In Abweichung von den behandelnden Fachpersonen hielt Dr. med.
N._ gestützt auf die vorerwähnte schlüssige Herleitung der
- 30 -
Diagnosen und in Würdigung der Ressourcen (insbesondere stabiles und
gutes soziales bzw. familiäres Umfeld mit regelmässigen Kontakten und
ohne Hinweise für einen ausgewiesenen sozialen Rückzug, gute
Integration mit auch guten Deutschkenntnissen, Wahrnehmung von
Interessen und Hobbies sowie jahrelange Berufserfahrung als
Verkäuferin) wie auch der Einschränkungen (mittelgradig eingeschränkte
Flexibilität, Umstellungsfähigkeit, Kontaktfähigkeit zu Dritten und
Gruppenfähigkeit sowie leichtgradig eingeschränkte Durchhaltefähigkeit
vor allem in sozial belastenden Situationen) nachvollziehbar eine 100%ige
Arbeitsfähigkeit in adaptierter Tätigkeit im Sinne einer gut strukturierten
Tätigkeit in einem sehr ruhigen Umfeld ohne Arbeit im Team und in der
Gruppe, ohne besonderen Zeitdruck, ohne zu hohe Anforderungen an die
emotionale Belastbarkeit bzw. Konzentrationsfähigkeit, ohne
Gefährdungspotential sowie ohne Schichtdienst fest (IV-act. 118 S. 20 f.).
Dieses Anforderungsprofil für eine ideal leidensadaptierte Tätigkeit trägt
auch den im Rahmen des Einsatzprogramms festgestellten
Schwierigkeiten Rechnung. Insbesondere wurde im Schlussbericht vom
28. Februar 2019 festgehalten, eine Arbeit im Team oder mit vielen
Menschen (z.B. im Verkauf) sei ganz klar nicht möglich; die
Beschwerdeführerin werde auch in einer kleinen Gruppe (im Atelier seien
drei Personen) extrem nervös bzw. zittrig und die Konzentration sei weg
(IV-act. 97 S. 2; vgl. ferner Verlaufsprotokoll, Eintrag vom 9. August 2018,
wonach die Geräusche der Nähmaschinen die Beschwerdeführerin noch
nervöser machen würden [IV-act. 60 S. 3], Standortgespräch vom
5. Oktober 2018, wonach die Beschwerdeführerin viele Leute nicht ertrage
[IV-act. 68], Standortgespräch vom 29. Januar 2019, wonach sie ihre
Pausen brauche, es ihr schwerfalle, mit anderen Teilnehmern im gleichen
Raum zu arbeiten, und sie sich dabei nicht konzentrieren könne [IV-act.
86], oder Detailbericht zum Einsatzprogramm vom 28. Februar 2019,
wonach sich die Unmöglichkeit der Teamarbeit gezeigt habe, weil die
Beschwerdeführerin z.B. im Pausenraum, bei der Arbeit in Kleingruppen
- 31 -
und bei den Bildungsmodulen im Schulzimmer grosse Mühe gehabt habe
[IV-act. 95 S. 3]). Zudem deckt sich das gutachterlich festgelegte
Anforderungsprofil auch weitgehend mit jenem der behandelnden
Fachpersonen (vgl. hierzu z.B. Bericht von Dr. med. J._ und
Psychotherapeutin K._ vom 17. November 2017 [IV-act. 19 S. 3],
Arztbericht von Dr. med. P._ und Psychotherapeutin K._ vom
30. Januar 2018 [IV-act. 31 S. 3] oder Arztbericht von Dr. med. J._
und Psychotherapeutin K._ vom 10. Mai 2018 [IV-act. 37 S. 3]). Im
Rahmen der Eingliederungsmassnahmen wurden ausserdem mehrere
Ressourcen der Beschwerdeführerin ausgewiesen. So wurde sie für ihre
Kreativität und schnelle Aneignung der Siebdrucktechnik gelobt, welche
sie gut mit Näharbeiten verknüpfen konnte und schöne Sachen herstellte
(vgl. Besprechung vom 14. November 2018 [IV-act. 73]; vgl. auch
Detailbericht zum Einsatzprogramm vom 28. Februar 2019 [IV-act. 95
S. 1]). Ferner blühte sie auf, als für sie ein Nähatelier eingerichtet wurde,
in welchem sie diverse Aufträge entgegennehmen und ausführen konnte
(vgl. Schlussbericht vom 28. Februar 2019 [IV-act. 97 S. 3] sowie
Verlaufsprotokoll, Eintrag vom 19. bzw. 23. November 2018 [IV-act. 98
S. 2]). Auch war die Beschwerdeführerin in der Lage, ihren Haushalt
weitgehend selbstständig zu erledigen und sich um ihre Tochter zu
kümmern (vgl. Arztbericht von Dr. med. P._ und Psychotherapeutin
K._ vom 30. Januar 2018 [IV-act. 31 S. 2]). Aus dem SMAB-
Gutachten geht ferner hervor, dass die Beschwerdeführerin regelmässig
Kontakt zur ihren Kolleginnen pflegte und für diese kochte (IV-act. 118
S. 10), in ihrer Freizeit gerne nähte, backte, kochte und spazierte (IV-act.
118 S. 11) und auch Ferienreisen unternahm (IV-act. 118 S. 11).
Angesichts dieser beachtlichen, auch in einer angepassten Tätigkeit
nutzbaren Ressourcen und Fähigkeiten erscheint es plausibel, wenn die
psychiatrische Gutachterin auf eine 100%ige Arbeitsfähigkeit in
adaptierter Tätigkeit schloss.
- 32 -
5.6.1. Wenn nun insbesondere Dr. med. J._ und Psychotherapeutin
K._ aufgrund der psychischen Leiden eine andere
Arbeitsfähigkeitseinschätzung vornahmen, ist der sich darauf
abstützenden Beschwerdeführerin entgegenzuhalten, dass ärztliche
Beurteilungen, insbesondere in psychiatrischer Hinsicht, von der Natur der
Sache her unausweichlich Ermessenszüge aufweisen, die es zu
respektieren gilt (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_699/2018 vom
28. August 2019 E.4.2.2 mit Hinweisen). Nur weil behandelnde
Fachpersonen zu einer anderen Einschätzung gelangen bzw. an
vorgängig geäusserten abweichenden Auffassungen festhalten, ist es
rechtsprechungsgemäss nicht geboten, ein Administrativgutachten stets
in Frage zu stellen und zum Anlass weiterer Abklärungen zu nehmen.
Dr. med. J._ und Psychotherapeutin K._ brachten in ihren
Stellungnahmen denn auch nichts vor, was in der psychiatrischen
Begutachtung unerkannt oder ungewürdigt geblieben sein soll (vgl. Urteil
des Bundesgerichts 8C_379/2019 vom 21. August 2019 E.2).
5.6.2. Auch können Dr. med. J._ und Psychotherapeutin K._ genauso
wenig wie die Beschwerdeführerin nichts zugunsten Letzterer ableiten,
wenn sie vorbringen, die aus der durchgeführten Integrationsmassnahme
gewonnenen Erkenntnisse, insbesondere das Scheitern dieser
Massnahme, stünden im Widerspruch zur gutachterlichen
Arbeitsfähigkeitseinschätzung (vgl. insbesondere den Arztbericht vom
14. Januar 2020 [act. B.3] sowie Beschwerde [act. A.1] Ziff. 7). Zwar trifft
es zu, dass die Beschwerdeführerin ihre Präsenz anlässlich der
Eingliederungsmassnahme im Einsatzprogramm nicht über ein 50%-
Pensum (bei reduzierter Leistungsfähigkeit) hat steigern können (vgl.
Standortgespräch vom 29. Januar 2019 [IV-act. 86], Schlussbericht vom
28. Februar 2019 [IV-act. 97 S. 2], Auftrag Gutachten vom 8. Mai 2019 [IV-
act. 109]). Diese Feststellung ist aber insoweit zu relativieren, als die
Beschwerdeführerin anlässlich der Begutachtung selbst angab, sie habe
- 33 -
im Integrationsprogramm öfters Pausen gebraucht, sei müde und nicht fit
genug gewesen und habe auch nicht im Team arbeiten können. Menschen
hätten sie gestört und sie habe Mühe mit der Konzentration gehabt (IV-
act. 118 S. 9). Dies wiederspiegelt sich denn auch insoweit in den Akten,
als im Schlussbericht vom 28. Februar 2019 ausgeführt wurde, eine Arbeit
im Team oder mit vielen Menschen (z.B. im Verkauf) sei ganz klar nicht
möglich. Die Beschwerdeführerin werde auch in einer kleinen Gruppe
extrem nervös bzw. zittrig und die Konzentration sei weg (IV-act. 97 S. 2).
Insoweit erweist sich die Integrationsmassnahme im Einsatzprogramm
aus gutachterlicher Sicht nicht als optimal angepasste Tätigkeit, denn
diese umfasst namentlich gut strukturierte Arbeiten in einem sehr ruhigen
Umfeld, ohne Arbeit im Team und in der Gruppe (IV-act. 118 S. 21),
weshalb nicht weiter verwunderlich ist, dass die Beschwerdeführerin nach
ihren Angaben an ihre Grenzen stiess. Dass auch RAD-Arzt Dr. med.
M._ der Auffassung gewesen sei, sie könne aufgrund ihrer Labilität
kein Pensum von 50% bewältigen, findet keine Stützte in den Akten.
Vielmehr führte er in seinem Bericht vom 15. November 2018 aus, auf
Basis des Verlaufs der Eingliederungsmassnahmen und des klinischen
Eindrucks bestünden bei der Beschwerdeführerin Ressourcen und
Defizite. Eine saubere Abgrenzung von effektiv krankheitsbedingten
Einschränkungen und invaliditätsfremden psychosozialen
Belastungsfaktoren sei ihm angesichts des blossen Eindrucks anlässlich
der Standortbestimmung ohne vertiefte psychiatrische Exploration nicht
möglich. Sollte keine rentenausschliessende Eingliederung gelingen,
müssten entsprechende weitere Abklärungen im Rahmen der
Rentenprüfung erfolgen (IV-act. 71 S. 2). Tatsächlich scheinen
invalidenversicherungsrechtlich grundsätzlich nicht relevante Faktoren,
insbesondere des psychosozialen Formenkreises (vgl. dazu BGE 141 V
281 E.3.4.2.1, BGE 127 V 294 E.5a), für den Abbruch der
Integrationsmassnahmen eine nicht unwesentliche Rolle gespielt zu
haben. So merkte die Beschwerdeführerin im Standortgespräch vom
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29. Januar 2019 selbst an, dass sie den Versuch, auch am Nachmittag ins
Eingliederungsprogramm zu kommen, nicht in den Angriff nehmen konnte,
da dies zu viel Stress für sie gewesen sei. Da seien zu viele Gedanken
zusammengekommen, wie sie das Mittagessen für ihre Tochter zubereiten
solle, wann sie wieder auf den Bus müsse, damit sie nicht zu spät komme
etc. All dies habe zu viel Stress verursacht und ihr Schwierigkeiten
bereitet. Ausserdem hätte sie seinerzeit zusätzlich Stress mit ihrer
mittleren Tochter gehabt, welche arbeitslos gewesen sei und Schulden
gehabt habe (IV-act. 86). Sie hätte ihr schon geholfen, habe aber selber
auch kein überflüssiges Geld (IV-act. 86; vgl. ferner Verlaufsprotokoll,
Eintrag vom 17. Oktober 2018 [IV-act. 98 S. 2] und Eintrag vom
11. Februar 2019 [IV-act. 98 S. 3]). Ausserdem ist darauf hinzuweisen,
dass rechtsprechungsgemäss die Frage nach den noch zumutbaren
Tätigkeiten und Arbeitsleistungen ohnehin nach Massgabe der objektiv
feststellbaren Gesundheitsschädigung in erster Linie durch die Ärzte und
nicht durch die Eingliederungsfachleute auf der Grundlage der von ihnen
erhobenen, subjektiven Arbeitsleistung zu beantworten ist (Urteile des
Bundesgerichts 9C_798/2018 vom 26. Juli 2019 E.4.2.1, 8C_801/2018
vom 13. Februar 2019 E.4.3 und 9C_646/2015 vom 19. Mai 2016 E.4.4).
5.6.3. Nicht gefolgt kann der Beschwerdeführerin bzw. Dr. med. J._ und
Psychotherapeutin K._ in ihrem Bericht vom 14. Januar 2020 (act.
B.3) des Weiteren, soweit vorgebracht wird, die am 25. Juli 2019 (recte:
15. Juli 2019) durchgeführte neuropsychologische Untersuchung sei im
SMAB-Gutachten nicht bzw. nur ungenügend gewürdigt worden und
könne die Diskrepanzen zwischen dem Gutachten und den von den
behandelnden Fachpersonen gestellten Diagnosen erklären. Entgegen
ihrer Auffassung flossen die Ergebnisse dieser neuropsychologischen
Abklärung und der durchgeführten Testungen in das SMAB-Gutachten mit
ein und wurden von Dr. med. N._ gewürdigt (vgl. IV-act. 118 S. 14 f.
und 18). Dazu führte sie aus, die durchgeführten
- 35 -
Beschwerdevalidierungstests hätten hoch auffällige Werte gezeigt. Da
auch interne Testparameter auffällig gewesen seien, weise dies auf eine
Nicht-Authentizität der erhobenen Befunde hin. Wenngleich sichere
Hinweise auf negative, bewusste Antwortverzerrungen fehlten, sei die
Validität der erzielten Befunde anzuzweifeln bzw. als nicht gegeben zu
beurteilen. Am ehesten liege eine eher bewusstseinsferne
Verdeutlichungstendenz der Leidenssituation vor, die wohl durch
psychosoziale Belastungsfaktoren (mit-)aufrechterhalten werde
(somatische Vorerkrankung, berufliche Kränkung und Kündigung, keine
berufliche Perspektive sowie finanzielle Not). Die Leistungen der
Beschwerdeführerin seien z.T. so schlecht gewesen, wie man sie
höchstens bei einer hochgradig hirnorganischen Schädigung oder einer
sehr stark ausgeprägten psychischen Störung sehen würde. Beides liege
indes bei der Beschwerdeführerin nicht vor. Aufgrund der nicht gegebenen
Validität der aktuellen Befunde könnten keine spezifischen kognitiven
Einschränkungen abgeleitet werden und es könne auch keine
zuverlässige Aussage zu möglichen Funktionseinschränkungen im Alltag
und Beruf gemacht werden (IV-act. 118 S. 14 f.). Vor diesem Hintergrund
ist mit der Beschwerdegegnerin davon auszugehen, dass sich aus den
vorerwähnten Befunden nichts zugunsten der Beschwerdeführerin
ableiten lasse. Inwiefern die Ergebnisse der neuropsychologischen
Testung die Diskrepanz in diagnostischer Hinsicht zwischen Dr. med.
N._ und den behandelnden Fachpersonen erklären könnte, leuchtet
nicht ein, handelt es sich bei der gutachterlich ausgewiesenen sozialen
Phobie bzw. bei der von den behandelnden Fachpersonen
diagnostizierten bipolaren affektiven Störung doch um psychische Leiden,
deren diagnostische Kriterien zumindest in den Hauptsymptomen nicht in
kognitiven Defiziten – welche ohnehin nicht validiert werden konnten –
begründet sind (vgl. dazu SMAB-Gutachten [IV-act. 118 S. 19] oder
Bericht von Dr. med. O._ [act. B.7]). Insofern ist auch nicht
- 36 -
nachvollziehbar, weshalb die neuropsychologische Untersuchung
wiederholt werden soll.
5.7.1. Die Beschwerdeführerin kritisiert ferner, dass im SMAB-Gutachten nach
dreistündiger Exploration nur eine leichte Ermüdung festgehalten worden
sei (vgl. IV-act. 118 S. 13). Abgesehen davon, dass dieser Einwand die
Expertise ohnehin nicht zu erschüttern vermag, ist der
Beschwerdegegnerin darin beizupflichten, dass Hinweise dafür fehlen,
wonach diese Befunderhebung nicht korrekt sein soll.
5.7.2. Soweit die Beschwerdeführerin bemängelt, das Gutachten beruhe auf
unvollständigen Akten, ist ihr zwar zuzugestehen, dass im SMAB-
Gutachten selbst moniert wird, zu der von der Beschwerdeführerin
wahrgenommenen tagesklinischen Behandlung liege kein Bericht vor (vgl.
IV-act. 118 S. 17 Ziff. 7.2). Indes bringt die Beschwerdegegnerin in ihrer
Beschwerdeantwort zu Recht vor, dass die Behandlung in der Tagesklinik
bei Dr. med. J._ und Psychotherapeutin K._ erfolgte, die
mehrere Berichte, welche auch von der psychiatrischen Gutachterin
Dr. med. N._ gewürdigt worden sind, erstellt haben (vgl. Bericht vom
17. November 2017 [IV-act. 19], Bericht vom 10. Mai 2018 [IV-act. 37] und
Verlaufsbericht vom 20. Februar 2019 [IV-act. 101]). Daher fand die
Entwicklung des Krankheitsverlaufs durchaus seine Berücksichtigung im
SMAB-Gutachten (IV-act. 118 S. 25 f., 29 und 31).
5.7.3. Mit Blick auf die nach Verfügungserlass erstellten Berichte von Dr. med.
J._ und Psychotherapeutin K._ vom 14. Januar 2020 (act. B.3)
sowie Dr. med. O._ vom 28. März 2020 (act. B.7) bringt die
Beschwerdegegnerin zu Recht vor, dass die darin diagnostizierte schwere
bzw. mittelgradige depressive Episode keine Beachtung finden könne, da
diese ausdrücklich mit Bezug auf die aktuelle Situation, d.h. Januar bzw.
März 2020, gestellt wurden. Daraus lassen sie keine Rückschlüsse auf die
im Zeitpunkt des Abschlusses des Verwaltungsverfahrens gegebene
- 37 -
Situation ziehen (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_414/2019 vom
25. September 2019 E.2.2.2). Insofern ist auch unbeachtlich, dass die
Beschwerdeführerin wegen einer schweren depressiven Episode ihre
Tätigkeit bei der T._ Stiftung hat niederlegen müssen.
5.8. Insgesamt ergibt sich somit, dass die Vorbringen der Beschwerdeführerin
und die von ihr beigebrachten medizinischen Stellungnahmen,
insbesondere jene von Dr. med. J._ und Psychotherapeutin K._
bzw. Dr. med. O._ nicht geeignet sind, den Beweiswert des SMAB-
Gutachtens zu schmälern. Dasselbe gilt mit Blick auf das Gutachten von
Dr. med. L._ vom 9. April 2018. Es ist daher nicht zu beanstanden,
wenn die Beschwerdegegnerin für den hier massgebenden Zeitraum ab
dem 1. Juni 2018 bzw. vor allem ab dem 1. März 2019 auf attestierte
100%ige Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit abstellte. Dabei
ist nicht ersichtlich, inwiefern die Beschwerdegegnerin ihrer
Abklärungspflicht nicht nachgekommen oder überspitzt formalistisch
gehandelt haben soll. Vor diesem Hintergrund kann auf die beantragte
Einholung eines neuen Gutachtens sowie auf die zahlreichen weiteren
Beweisvorkehren, namentlich die Edition der vollständigen medizinischen
Akten der behandelnden Fachpersonen sowie die Einholung einer
Parteiaussage und der Auskunft der T._ Stiftung, verzichtet werden,
zumal das streitberufene Gericht aufgrund der bereits abgenommenen
Beweise seine Überzeugung gebildet hat und annehmen kann, dass diese
Überzeugung durch weitere Beweiserhebungen nicht geändert würde (vgl.
BGE 136 I 229 E.5.3, BGE 134 I 140 E.5.3).
5.9. Das Invalideneinkommen der Beschwerdeführerin per 2019 wurde auf
CHF 55'900.65 bemessen. Für deren Berechnung stützte sich die
Beschwerdegegnerin auf die Zahlen der Lohnstrukturerhebung des
Bundesamtes für Statistik in der zur Zeit des Erlasses der angefochtenen
Verfügung gültigen Fassung (LSE 2016) zum monatlichen Bruttolohn nach
Wirtschaftszweigen, privater Sektor (TA1_skill-level), für eine weibliche
- 38 -
Person im Kompetenzniveau 1 bei einem Pensum von 100%, wobei dieser
Betrag auf 41.7 Wochenstunden umgerechnet und aufindexiert wurde
(CHF 4'363.00 x 12 : 40 x 41.7 x 1.003995 x 1.01 x 1.01; vgl. das
Berechnungsblatt in IV-act. 133). Bei einem unbestritten gebliebenen
Valideneinkommen von CHF 53'362.60 resultiert ein negativer und somit
von vornherein rentenausschliessender Invaliditätsgrad.
6. Im Ergebnis erweist sich die angefochtene Verfügung vom 5. Dezember
2019 als rechtens, was zur Bestätigung derselben und zur Abweisung der
dagegen erhobenen Beschwerde mit schriftlicher Eingabe vom 21. Januar
2020 führt.
7. Es bleibt über die Kosten zu befinden. Nach Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das
Beschwerdeverfahren (in Abweichung von Art. 61 lit. a ATSG in der
damals gültigen Fassung) bei Streitigkeiten um die Bewilligung oder
Verweigerung von Leistungen der Invalidenversicherung vor dem
kantonalen Versicherungsgericht kostenpflichtig. Die Kosten werden nach
dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von
CHF 200.00 bis CHF 1'000.00 festgelegt. Bei Fällen wie dem
vorliegenden, in denen ein durchschnittlicher Aufwand entstanden ist,
setzt das Gericht die Kosten in Berücksichtigung des bundesrechtlichen
Kostenrahmens praxisgemäss auf CHF 700.00 fest. Aufgrund des
Ausgangs des Beschwerdeverfahrens gehen diese gestützt auf Art. 73
Abs. 1 VRG grundsätzlich zulasten der unterliegenden
Beschwerdeführerin.
8. Gemäss Art. 61 lit. f ATSG muss das Recht, sich verbeiständen zu lassen,
gewährleistet sein. Wo die Verhältnisse es rechtfertigen, wird der
Beschwerde führenden Person ein unentgeltlicher Rechtsbeistand
bewilligt. Die Beschwerdeführerin hat mit ihrer Beschwerde um
unentgeltliche Rechtspflege ersucht. Anhand der von ihr eingereichten
Unterlagen ist ihre Mittellosigkeit ausgewiesen (act. B.6; vgl. Art. 76 Abs. 1
- 39 -
VRG). Die von ihr erhobene Beschwerde kann weder als offensichtlich
mutwillig noch als von Anfang an aussichtslos bezeichnet werden,
weshalb die unentgeltliche Rechtspflege grundsätzlich gewährt werden
kann. Somit werden die Gerichtskosten aus der Gerichtskasse bezahlt und
die Beschwerdeführerin zur Bezahlung verpflichtet, sobald sie dazu in der
Lage sein wird (Art. 77 VRG).
Gleichsam rechtfertigt es sich hier, der Beschwerdeführerin eine
Rechtsbeiständin in der Person der sie vertretenden Rechtsanwältin zu
bezeichnen und sie auf Kosten des Gerichts zu entschädigen. Die
Rechtsanwältin hat mit Honorarnote vom 30. April 2020 (act. E.1)
insgesamt CHF 4'444.65 geltend gemacht, bestehend aus 20.75 Stunden
à CHF 210.00/h zuzüglich einer Kleinspesenpauschale von 2% (ohne
MWST). Der Stundenansatz wurde im Auftrag vom 3. Januar 2020 mit
ausdrücklicher Honorarvereinbarung so festgelegt. Allerdings sieht Art. 5
Abs. 1 der Verordnung über die Bemessung des Honorars der
Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälte vom 17. März 2009
(Honorarverordnung, HV; BR 310.250) vor, dass für den berechtigten
Aufwand der unentgeltlichen Vertretung und der amtlichen Verteidigung
ein Honorar von CHF 200.00 pro Stunde zuzüglich notwendige
Barauslagen und Mehrwertsteuer (soweit geltend gemacht) auszurichten
ist und keine Zuschläge gewährt werden. Vor diesem Hintergrund und in
Berücksichtigung des dreifachen Schriftenwechsels erscheint hier eine
Entschädigung in Höhe von insgesamt CHF 4'233.00, bestehend aus
einem Honorar für 20.75 Stunden à CHF 200.00/h (=CHF 4'150.00)
zuzüglich 2% Spesenpauschale (=CHF 83.00) als angemessen.
Der obsiegenden beschwerdegegnerischen IV-Stelle steht keine
Parteientschädigung zu (Art. 61 lit. g ATSG e contrario).
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