# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 01db7b4a-6447-4043-aa4e-f515ebd037fd
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2018
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1985, meldete sich am 1
5.
Februar 2016 beim Regio
na
len Arbeitsvermittlungszentrum
(RAV) zur Ar
beits
ver
mittlung (Urk. 5/43) und am
4.
März 2016 bei der Arbeitslosenkasse
Syndicom
zum Bezug von Arbeitslosenentschädigung an, wobei sie sich bereit erklärte
,
im vollzeitlichen Umfang
zu
arbeiten (Urk. 5/42
Ziff.
3)
. Mit Schreiben vom 7.
Februar 2017 (
Urk.
5/5) forderte das RAV die Versicherte auf, die persönlichen Arbeitsbemühungen für den Monat Januar 2017 und ein Arztzeugnis
betreffend den
voraussichtlichen
Zeitpunkt ihrer Niederkunft bis zum 1
4.
Februar 2017
ein
zureichen
, wobei
die Versicherte darauf hin
gewiesen wurde
, dass ein Nich
t
befol
gen dieser Weisung eine Einstellung in der Anspruchsberechtigung bewirken könne.
Die ärztliche Bestätigung des voraussichtlichen Geburtstermins vom 3
0.
August 2017 (
Urk.
5/7) reichte die Versicherte erst mit
Mail vom 17.
Februar 2017
(
Urk.
5/6) beim RAV
ein
.
1.2
Am
1
5.
Februar 2017
überwies das RAV
die Sache an das AWA zum Entscheid über d
ie Einstellung in der Anspruchs
berechtigung
(
Urk.
5
/1)
. Mit Ver
fügung vom
2
7.
Februar 2017
(
Urk.
5/2
) stellte das AWA die Versicherte wegen
Nichtbefol
gens von Kontrollvorschriften und Missachtens von Weisungen
für
fünf
Tage mit Beginn am 1
5.
Februar 2017
in der Anspruchsberechtigung ein.
Die von der Ver
sicherten am 1
6.
März 2017 dagegen erhobene Einsprache (
Urk.
5/3) wies das AWA mit Entscheid vom 2
1.
April 2017 (
Urk.
5/4 =
Urk.
2) ab.
2.
Gegen den
Einspracheentscheid
vom
2
1.
April
2017 (Urk. 2) erhob
die
Versi
cherte am
1
5.
Mai
2017 (
Poststempel;
Urk. 1) Beschwerde
und
bean
trag
te sinngemäss
dessen
Aufhebung
und eine ungekürzte Ausrichtung
der
Arbeitslosen
entschädi
gung ab 1
5.
Februar 2017 (
Urk. 1).
Mit Beschwer
deantwort vom
6.
Juni
2017 (Urk.
4
) beant
ragte das AWA
die Abwei
sung der Be
schwerde, wovon der
Versicherten am 7. Juni 2017 Kenntnis gege
ben wurde (Urk. 6).
Der Einzelrichter

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Da der Streitwert Fr. 20’000.-- nicht übersteig
t, fällt die Beurteilung der Be
schwer
de in die einzelrichterliche Zuständigkeit (§ 11 Abs. 1 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht).
1.2
Nach
Art.
17
Abs.
1
des Bundesgesetzes über die obligatorische Arbeitslosen
ver
sicherung und die Insolvenzentschädigung (AVIG)
muss die versicherte Person,
die Versicherungsleistungen beanspruchen will, mit Unterstützung des zuständi
gen Arbeit
samtes alles Zumutbare unterneh
men, um Arbeitslosigkeit zu v
ermei
den oder zu verkürzen. Insbesonde
re ist sie verpflichtet, Arbeit zu suchen, nöti
genfalls auch ausserhalb ihres bisherigen
Berufes. Sie muss ihre Bemühun
gen nachweisen können.
1.3
Nach
Art.
43
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialver
siche
rungsrechts (ATSG)
prüft
d
er
Versicherungsträger
die Begehren, nimmt die not
wendigen Abklärungen von Amtes wegen vor und holt die erforderlichen Aus
künfte ein (
Abs.
1). Soweit ärztliche oder fachliche Untersuchungen für die Beurteilung notwendig und zumutbar sind, hat sich die versicherte Person diesen zu unterziehen (
Abs.
2).
Art.
28
Abs.
2
ATSG
bestimmt, dass eine versicherte Person, welche
Versiche
rungs
leistungen beansprucht, unentgeltlich alle Auskünfte
zu
erteilen
hat
, die zur Abklärung des Anspruchs und zur Festsetzung der Ver
siche
rungsleistungen erfor
derlich sind.
Gemäss
Art. 17 Abs. 3
lit
.
c
AVIG
hat
die versicherte Person auf Weisung der zuständigen Amtsstelle
insbesondere
die Unterlagen für die Beurteilung
ihrer
Ver
mittlungs
fähigkeit oder der Zumutbarkeit einer Arbeit zu liefern.
1.
4
Gemäss Art. 30 Abs. 1
lit
. d AVIG ist die versicherte Person in der An
spruchs
be
rechtigung einzustellen, wenn sie die Kontrollvorschriften oder die Weisungen der zuständigen Amtsstelle nicht befolgt, namentlich eine zumut
bare Arbeit nicht annimmt oder eine
arbeitsmarktliche
Massnahme ohne ent
schuldbaren Grund nicht antritt, abbricht oder deren Durchführung oder Zweck
durch ihr Verhalten beeinträchtigt oder verunmöglicht
(
vgl.
Urteile des Bundesgerichts 8C_543/2009 vom 23. Juli 2009 E. 2 und C 123/04 vom 18. Juli 2005).
R
echtsprechungsgemäss
ist
vor
der
Verfügung einer Einstellung
keine Verwar
nung auszusprechen, d
a die v
ersicherten
Personen
von Anfang an auf ihre Pflichten aufmerksam gemacht
werden (
Art.
19a AVIV
;
Urteil des Bundesgerichts C 4/05 vom 1
3.
April 2005 E. 4; BGE 124 V 233 E
. 5b).
Demzufolge ist eine der
Einstellung
in der Anspruchsberechtigung
vorangehende Mahnung
in der Arbeits
losenversicherung
nicht vorgesehen.
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin ging im angefochtenen
Einspracheentscheid
vom 2
1.
April 2017 (
Urk.
2) davon aus, dass die Beschwerdeführerin der Anordnung
des RAV vom
7.
Februar 2017, innerhalb einer bis 1
4.
Februar 2017
laufenden Frist
ein ärztliches Zeugnis betreffend den voraussichtlichen Termin ihrer Nieder
kunft einzureichen,
ohne entschuldbare Gründe
nicht nachgekommen ist, wes
halb eine Einstellung in der Anspruchsberechtigung für fünf Tage
gerechtfertigt
sei.
2.2
Die Beschwerdeführer
in
brachte
hiegegen
vor, dass sie schwanger gewesen
und
auf
die Ausrichtung
eine
r
ungekürzte
n
Arbeitslosen
entschädigung angewiesen sei
(
Urk.
1).
3.
3.1
Den Akten ist zu entnehmen, dass das RAV die Beschwerdeführerin mit Schreiben vom
7.
Februar 2017 (
Urk.
5/5) aufforderte, bis zum 1
4.
Februar 2017 unter anderem ein Arztzeugnis einzureichen, welchem der voraussichtliche Termin ihrer Niederkunft entnommen werden kann. Die Beschwerdeführerin unterliess es
jedoch
, dem RAV ein solches Arztzeugnis rechtzeitig
bis zum
1
4.
Februar 2017 ein
zu
reichen. Erst mit Mail vom 1
7.
Februar 2017 (
Urk.
5/6) reichte sie
ein
Arzt
zeugnis der Ärzte der Klinik für Geburtshilfe des
Y._
vom
9.
Februar 2017 (
Urk.
5/7) ein,
worin der
voraussichtlich
e Zeitpunkt ihrer Niederkunft
mit dem
3
0.
August 2017
angegeben wurde
.
3.2
Den Akten lassen sich keine Hinweise auf entschuldbare Gründe für das
verspä
tete
Einreichen eines Arztzeugnisses entnehmen.
Auf Grund des Umstandes, dass das von der Beschwerdeführerin am 1
7.
Februar 2017 verspätet eingereichte Zeugnis der Ärzte des
Y._
am
9.
Februar 2017 datiert ist (
Urk.
5/7)
,
ist davon auszu
gehen, dass die Beschwerdeführerin dieses vor de
m 1
4.
Februar 2017 erhal
ten hat und
die verspätete Einreichung des Arztzeugnisses nicht
auf
das
Ver
halten der
Ärzte des
Y._
zurückgeführt werden kann
.
Etwas Anderes wurde auch von der Beschwerdeführerin selbst nicht geltend gemacht.
3.3
In ihrer Einsprache
vom 1
6.
März 2017 (
Urk.
5/3) gab die Beschwerdeführerin an, dass sie wegen
ihrer
Schwangerschaft die letzten drei Monate im Bett verbracht habe. Hinweise für eine Arbeitsunfähigkeit beziehungsweise
für eine
Bettlägerig
keit der Beschwerdeführerin
während des
fraglichen Zeitraum
es
vom
7.
bis 1
4.
Februar 2017 lassen sich den Akten indes nicht entnehmen. Gemäss dem sich bei den Akten befindenden Zeugnis der Ärzte des
Y._
vom 2
0.
Februar 2017 (
Urk.
5/29)
ist eine Arbeitsunfähigkeit infolge der Schwangerschaft erst für die Zeit
ab 2
0.
Februar 2017 bis
8.
März 2017
ausgewiesen
.
Die Frage
n
nach einer
Arbeitsunfähigkeit und nach einer Bettlägerigkeit der Beschwerdeführerin
während des fraglichen Zeitraumes vom
7.
bis 1
4.
Februar 2017 können vor
liegend indes
offen gelassen
werden. Denn selbst bei Bejahung dieser Fragen, wäre es der Beschwerdeführerin zuzumuten gewesen, eine Drittperson mit dem Versand des Arztzeugnisses zu beauftragen beziehungsweise beim RAV um Frist
er
streckung
zu ersuchen
.
3.4
Nach Gesagtem steht
demnach
fest, dass die Beschwerdeführerin
dem RAV
das verlangte
Arztzeugnis betreffend den voraussichtlichen Zeitpunkt der Nieder
kunft
einzureichen,
ohne entschuldbare Gründe
verspätet eingereicht hat
. Damit ist sie den
ihr
als Arbeitslose
und Leistungsbezüger
in obliegenden Pflichten
in schuldhafter Weise nicht
nachgekommen
und hat
den Tatbestand des Nicht
befol
gens von Kontrollvorschriften oder Weisungen im Sinne Art. 30 Abs. 1
lit
. d AVIG erfüllt. Eine
Einstellung in der Anspruchsberech
ti
gung
ist daher
zu Recht erfolgt.
4.
4.1
Zu prüfen
bleibt
die Dauer der Einstellung, insbesondere der Grad des dafür mass
gebenden Verschuldens.
4.2
Die Dauer der Einstellung bemisst sich nach
dem Grad des Verschuldens (Art. 30 Abs.
3 AVIG) und beträgt 1 bis 15 Tage bei leichtem, 16 bis 30
Tage bei mittel
schwerem und 31
bis 60 Tag
e bei schwerem Verschulden (Art. 45 Abs.
3 AVIV).
4.3
Gemäss dem Einstellraster des Staatssekretariats für Wirtschaft (
seco
;
AVIG
Praxis ALE Ziff. D7
9
) ist bei einer erstmaligen Nichtbefolgung weiterer Weisun
gen des RAV, wie beispielsweise
solcher betreffend
die Beschaffung von Unterla
gen oder die Vorsprache beim Berufsberater, ein leichtes Verschulden anzunehmen und es ist eine Einstellung in der Anspruchsbe
rechtigung im Umfang von 3 bis 10 Tagen anzuordnen.
4.4
Verwaltungsweisungen richten sich an die Durchführungsstellen und sind für das Sozialversicherungsgericht nicht verbindlich. Dieses soll sie bei seiner Ent
schei
dung aber berücksichtigen, sofern sie eine dem Einzelfall angepasste und gerecht werdende Auslegung der anwendbaren gesetzlichen Bestimmungen zu
lassen. Das Gericht weicht also nicht ohne triftigen Grund von Verwaltungs
wei
sungen ab, wenn diese eine überzeugende Konkretisierung der rechtlichen Vor
gaben dar
stellen. Insofern wird dem Bestreben der Verwaltung, durch interne Weisungen eine rechtsgleiche Gesetzesanwendung zu gewährleisten, Rechnung getragen (BGE 133 V 587 E. 6.1 S. 591; 133 V 257 E. 3.2 S. 258 mit Hinweisen; vgl.
BGE
133 II 305 E. 8.1 S. 315).
4.5
Die verfügte Einstellung von fünf Tagen scheint dem Fehlverhalten der Beschwer
deführerin unter den vorliegenden Umständen jedoch nicht mehr angemessen Rechnung zu tragen, zumal die angesetzte Frist sehr kurz war und die Beschwer
deführerin das verlangte Arztzeugnis lediglich mit dreitägiger Verspätung ein
reichte und im Übrigen keine Hinweise darauf vorliegen, dass sie ihre Pflichten als Arbeitslose ansonsten nicht genügend ernst nehmen würde.
5.
Der angefochtene
Einspracheentscheid
vom 2
1.
April 2017 (
Urk.
2) ist somit in teilweiser Gutheissung der Beschwerde abzuändern und die Dauer der Einstellung auf drei Tage herabzusetzen.