# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 6c0adf9f-5924-4e54-9a80-af82374c492c
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2015
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
1.1
Der 1959 geborene
X._
war von April 1986 bis September 2004 bei der
Z._
AG, als Hilfsarbeiter im Tiefbau angestellt; letzter effektive
r
Arbeitstag war der 1
2.
April 2000 (
Urk.
14/114). Am
7.
April 2000 erlitt der Versicherte anlässl
ich eines Berufsunfalles eine Me
niskusläsion am linken Knie (Unfallmeldung vom
2.
Mai 2000, Urk. 14/7/34), woraufhin ihm die Schweize
rische Unfallversicherungsanstalt (SUVA) mit Verfügung vom 2
5.
Oktober 2005 gestützt auf eine Erwerbsunfähigkeit von 27
%
eine Rente zusprach (
Urk.
14/140). Mit Datum vom
3.
Dezember 2001 meldete sich der Versicherte bei der Eidgenössischen Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an (
Urk.
14/5). Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, tätigte beruflich-erwerbliche und medizinische Abklärungen und sprach dem Versi
cherten mit Verfügung vom
8.
November 2002 gestützt auf einen
Invaliditäts
grad
von 100 % vom
1.
April 2001 bis zum 3
1.
März 2002 eine
befristete
ganze Invalidenrente zu (
Urk.
14/42).
Auf
Beschwerde
hin
(
Urk.
14/49/5ff.)
zog
die IV
Stelle die angefochtene Verfügung am 2
7.
Februar 2003 bezüglich der
Periode nach
dem
1.
April 2002
in
W
iedererwägung
(
Urk.
14/54)
und
wies das Sozial
versicherungsgericht des Kantons Zürich die Sache mit Urteil IV.2002.00714 vom
8.
April 2003 an die IV-Stelle zurück, damit diese weitere medizinische Abklärungen vornehme und hernach über den Rentenanspruch des
Versicherten
neu verfüge (
Urk.
12/62). Die IV-Stelle liess in der Folge das polydisziplinäre Gutachten des
A._
vom
1.
Juni 2004 erstellen (
Urk.
14/91). Mit Verfügung vom 2
0.
Juli 2004 wies sie das
Leistungs
begehren
(auf Ausrichtung einer Invalidenrente ab dem
1.
April 2002) gestützt auf einen Invaliditätsgrad von 18
%
ab (
Urk.
14/94). Die am 1
6.
August 2004 dagegen erhobene Einsprache (
Urk.
14/95) wies die IV-Stelle mit unangefochten in Rechtskraft erwachsenem Entscheid vom 5. November 2004 ab (
Urk.
14/106).
1.2
Mit Datum vom
7.
April 2005 meldete sich der Versicherte erneut bei der IV
Stelle zum Lei
s
tungsbezug an (
Urk.
14/107). Nach medizinischen und erwerbli
chen Abklärungen verneinte die IV-Stelle mit Verfügung vom 26. Juli 2005 einen Rentenanspruch des Versicherten, da eine Verschlechterung des Gesund
heitszustandes nicht ausgewiesen sei (
Urk.
14/126). Die
s wurde
letztinstanzlich
durch Urteil des Bundesgerichts 9C_
394/2007 vom 2
8.
August 2007 bestätigt (
Urk.
14/161;
Einsprache
e
ntscheid
vom 1
7.
März 2006
,
Urk.
14/155
;
Urteil
des hiesigen Gerichts
IV.2006.00388 vom 1
0.
Mai 2007,
Urk.
14/159).
1.3
Mit Datum vom 1
3.
März 2008
beantragte
der Versicherte erneut eine Rente und machte hierfür unter Beilage des Berichts des
B._
vom 2
0.
Januar 2008 (Urk. 14/165) eine Verschlechterung sei
nes Gesundheitszustandes geltend (Urk. 14/166). Nach durchgeführtem
Vorbe
scheidverfahren
(Vorbescheid vom 1
0.
April 2008,
Urk.
14/168) trat die IV
Stelle mit Verfügung vom
4.
Juni 2008 auf die Neuanmeldung des Beschwer
deführers nicht ein (
Urk.
14/170). Die am
8.
Juli 2008 dagegen erho
bene Beschwerde (
Urk.
14/171/3ff.) wies das hiesige Gericht mit
Urteil
IV.2008.00726
vom 3
0.
September 2009
ab (
Urk.
7/175) ab. Auf
die gegen den Entscheid des hiesigen
Gerichts geführte Beschwerde (
Urk.
7/178/2ff.) trat
das
Bundes
gericht mit Urteil vom 2
1.
Dezember 2009
nicht ein
(
Urk.
14/177
).
1.4
Mit Datum vom
3.
Mai 2011
stellte der Versicherte
abermals ein Rentengesuch
und machte eine Verschlechterung seines Gesund
heitszustandes geltend (Urk.
1
4
/1
85
). Er legte seinem Gesuch
die Berichte des
B._
vom 2
2. November 2010
(
Urk.
14/184
/1ff.
)
sowie des
C._
vom 1
4.
April 2011 (
Urk.
14
/1
84/5ff.) bei. Die IV-Stelle liess einen aktuellen Auszug aus dem Individuellen Konto (IK-Auszug vom
9.
Mai 2011,
Urk.
14/188) erstellen und gab ein polydisziplinäres Gutachten beim
D._
in Auftrag, welches am 2
3.
Oktober 2012 erstattet wurde (
Urk.
14/203). Zwischenzeitlich erteilte die IV-Stelle dem Versicherten Kostengutsprache für orthopädische Serienschuhe (Mitteilung vom 29. Dezember 2011 Urk. 14/195). Mit Vorbescheid vom 2
2.
November 2012 stellte sie dem Versicherten gestützt auf einen Invaliditätsgrad von 35 % die Abweisung seines Rentenbegehrens in Aussicht (
Urk.
14/208). Dagegen erhob der Versicherte am 2
7.
Dezember 2012
Einwand (
Urk.
14/210) und legte nebst den bereits aktenkundigen Berichten des
B._
vom 2
2.
November 2010 (
Urk.
14/184/1ff.
=
Urk.
14/209/14ff.) und des
C._
vom 1
4.
April 2011 (
Urk.
14/184/5ff.
=
Urk.
14/209/7ff.) neu den Bericht des
E._
vom 3
0.
Januar 2012 (
Urk.
14/209/5f.) auf. Mit Eingabe vom 15. Januar 2013 wies er schliesslich d
en
Bericht des
B._
vom 7. Januar 2013 zu den Akten (
Urk.
14/212,
Urk.
14/213
).
Zu den eingereichten Berichten holte die IV-Stelle die ergänzende Stellungnahme der
D._
-Gutachter
vom 9. August 2013 ein (
Urk.
7/218). Nach
Beizug
einer Stellungnahme
ihres Regionalen Ärzt
lichen Dienstes
(
RAD,
Urk.
14/225/4f.)
hielt die IV-Stelle
an ihrem Standpunkt fest und wies das Rentenbegehren mit Verfügung vom 1
7.
Dezember 2013 im angekündigten Sinne ab (
Urk.
2).
2.
Dagegen erhob der Beschwerdeführer, vertreten durch
Y._
, Beratungsstelle für Ausländer, am 2
4.
Januar
2014 Beschwerde und beantragte
, es sei die angefochtene Verfügung aufzuheben und ihm eine ganze Rente der Invalidenversicherung zuzusprechen. In prozessualer Hinsicht ersuchte der
Beschwerdeführer um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung (
Urk.
1 S. 1). Zudem gab er neu den Bericht von
Dr.
med.
F._
, Facharzt FMH für Neurologie, vom 1
6.
Dezember 2013 (
Urk.
3/4) zu den Akten. Mit Ein
gabe vom 2
0.
Februar 2014 legte er sodann das Schreiben von
Dr.
med.
G._
, Facharzt FMH für Psychiatrie und Psychotherapie,
B._
,
vom 29. Januar 2015 auf (
Urk.
7,
Urk.
10), welcher der Beschwerdegegnerin am 21. Februar 2014
nachgereicht
wurde (
Urk.
11,
Urk.
12). Mit Beschwerdeantwort vom 2
8.
Februar 2014 schloss die Beschwerdegegnerin auf Abweisung der Beschwer
de (
Urk.
13), was dem Beschwerdeführer am
4.
Mai 2014 zur Kenntnis gebracht wurde (Urk. 15).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Akten wird, soweit erfor
derlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (
Art.
8
Abs.
1 des Bundesgesetzes über den All
gemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG]).
Die Invalidität kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (
Art.
4
Abs.
1
des Bun
desgesetzes über die Invalidenversicherung [
IVG
]
).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (
Art.
7
Abs.
1 ATSG). Für die Beur
teilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfä
higkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (
Art.
7
Abs.
2 ATSG).
1.2
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie körperliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von
Art.
4
Abs.
1 IVG in Verbindung mit
Art.
8 ATSG bewirken. Nicht als Folgen eines psychischen Gesundheitsschadens und damit invalidenversicherungsrechtlich nicht als rele
vant gelten Einschränkungen der Erwerbsfähigkeit, welche die versicherte Per
son bei Aufbietung allen guten Willens, die verbleibende Leistungsfähigkeit zu verwerten, abwenden könnte; das Mass des
Forderbaren
wird dabei weitgehend
objektiv bestimmt. Festzustellen ist, ob und in welchem Umfang die Ausübung einer Erwerbstätigkeit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt mit der psychi
schen Beeinträchtigung vereinbar ist. Ein psychischer Gesundheitsschaden führt also nur soweit zu einer Erwerbsunfähigkeit (
Art.
7 ATSG), als angenommen werden kann, die Verwertung der Arbeitsfähigkeit (
Art.
6 ATSG) sei der versi
cherten Person sozial-praktisch nicht mehr zumutbar (BGE 131 V 49 E. 1.2 mit Hinweisen).
An diesem Grundsatz ändert auch das kürzlich publizierte Urteil des Bundesgerichts vom
3.
Juni 2015 (9C_492/2014, insbesondere E. 3.7) nichts.
1.3
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betä
tigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder her
stellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich min
destens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertels
rente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.4
War eine Rente wegen eines zu geringen Invaliditätsgrades verweigert worden und ist die Verwaltung auf eine Neuanmeldung eingetreten (Art. 87 Abs. 3 IVV), so ist im Beschwerdeverfahren zu prüfen, ob im Sinne von
Art.
17 ATSG eine für den Rentenanspruch relevante Änderung des Invaliditätsgrades eingetreten ist (BGE 117 V 198 E. 3a mit Hinweis).
1.5
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gege
benenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 256 E. 4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden kön
nen (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E. 4b/cc).
1.6
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen
beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorak
ten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuch
tet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin erwog in der angefochtenen Verfügung, die Abklärun
gen hätten ergeben, dass dem Beschwerdeführer die Ausübung der angestamm
ten Tätigkeit als Hilfsarbeiter im Strassenbau nicht mehr möglich sei. Dem
gegenüber sei ihm eine behinderungsangepasste Tätigkeit, so etwa eine leichte Produktions- oder Montagearbeit oder eine Tätigkeit in der industriellen Ferti
gung oder im Bereich von Qualitätskontrollen, aus medizinischer Sicht im Pensum von 70
%
möglich und zumutbar. Aufgrund des Einkommensvergleichs gestützt auf die Lohnerhebungen des Bundesamtes für Statistik resultiere ein Invaliditätsgrad von 35
%
, womit kein Rentenanspruch bestehe (
Urk.
2).
2.2
Dagegen wandte der Beschwerdeführer im Wesentlichen ein, es bestehe Anlass, das Gutachten des
D._
in Zweifel zu ziehen: Zunächst arbeite er bereits seit 14 Jahren nicht mehr. Sodann habe
Dr.
F._
, welcher im Raum Zürich und Umge
bung die medizinische Autorität habe, mit Bericht vom 1
6.
Dezember 2013 be
scheinigt und gut begründet, dass er (der Beschwerdeführer) schwer krank und arbeitsunfähig sei. Weiter hätten die Ärzte des
C._
in zahlreichen Berich
ten aus
führlich begründet, weshalb er nicht arbeiten könne. Insbesondere im Be
richt vom
7.
Januar 2013 werde ausführlich begründet, weshalb auf das Gut
achten des
D._
nicht abzustellen sei. Ausserdem hätten es die Ärzte des
D._
unterlassen, sich mit den Folgen der Wirbeloperation, der Tumoroperation, der
Knie
beschwerden
, der ständigen und sehr oft unerträglichen Kopfschmerzen so
wie mit seinem vollständigen sozialen Rückzug auseinanderzusetzen (
Urk.
1 S.
3).
3.
Die Parteien gingen übereinstimmend von einer Verschlechterung des Gesund
heits
zustandes seit
der höchstrichterlich bestätigten Rentenabweisung vom
1
7.
März 2006 (
Urk.
14
/155),
anlässlich welcher letztmals
eine umfassende Abklärung des medizinischen Sachverhalts stattgefunden hat,
aus. Angesichts
der
neu
diagnostizierten Schulterbefunde links sowie
der
leichtgradig
depressi
ven Episode
ist eine Veränderung des Gesundheitszustandes ausgewiesen. Strit
tig und zu prüfen sind die Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit
.
4.
4.1
Gemäss Feststellungsblatt zum Beschluss (
Urk.
14/206) stellte die IV-Stelle den angefochtenen Entscheid im Wesentlichen auf das polydisziplinäre Gutachten des
D._
vom 2
3.
Oktober 2012 (
Urk.
14/203) ab.
Hinsichtlich
der medizini
schen
Vorakten
wird im Wesentlichen auf die chronologische und vollständige Wiedergabe im Gutachten selbst verwiesen (
Urk.
17/203/5-23).
Die beurteilenden Fachärzte des
D._
stellten folgende Diagnosen mit Auswir
kung auf die Arbeitsfähigkeit (
Urk.
14/203/49):
Diskushernie L4/5
mediolateral
rechts 2003
Status nach
Diskushernienoperation
L4/5 rechts 2004
Geringe
Rezidivhernie
L4/5 rechts mit Tangierung und leichter Verlage
rung der Wurzel L5 rechts
Status nach iatrogener Läsion des
Nervus
occipitalis
major
links, anläss
lich einer
Lipomexzision
im Nacken, Mai 2009 mit
persistierender Neuralgie, wahrscheinlich auch Neuromschmerzen
Leichte mediale Gonarthrose links mit
Chondropathia
patellae
bei
Status nach dreimaliger Meniskusoperation unter
Arthroskopiebedin
gungen
Leichte
Impingementsymptomatik
der linken Schulter bei Verdacht auf
Supraspinatussehnenläsion
Leichtgradige
depressive Episode ohne somatisches Syndrom
Ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit diagnostizierten die Gutachter (1)
eine
Adipositas (BMI 36), (2)
einen
Status nach mehrmaligen Inzisionen von
perianalen
Abszessen, (3)
einen
Status nach Entfernung eines benignen
Hals
tumors
1997, (4)
einen
Status nach unklarer Wangenoperation links 1996, und schliesslich (5) Konflikte in der Beziehung zur Ehefrau (
Urk.
14/203/49).
Aus internistischer Hinsicht bestünden beim Beschwerdeführer keine Einschrän
kungen der Arbeitsfähigkeit (
Urk.
14/203/50).
Aus orthopädischer Sicht liege subjektiv ein ausgeprägtes,
multilokuläres
Schmerz
syndrom
vor, wobei die linke Schulter, die Lendenwirbelsäule und das linke Knie im Vordergrund stünden. Bei klinisch jeweils diskreten Befunden sei die Schmerzreaktion des Beschwerdeführers doch sehr auffällig. Der objektive Schulterbefund sei leichter Natur. Bezüglich der
Diskusherniensymptomatik
sei auf das neurologische Teilgutachten hingewiesen. Aus orthopädischer Sicht bestehe in einer körperlich anspruchsvollen Tätigkeit, zum Beispiel als Bauar
beiter, keine Arbeitsfähigkeit. Hinsichtlich einer Verweistätigkeit werde auf die Schlussbeurteilung verwiesen (
Urk.
7/203/35).
Die Befunde im Neurostatus seien insgesamt wenig eindrücklich. Eine ne
nnens
werte
radikuläre
Läsion la
sse sich lumbal im Bereich der operierten
Diskusher
nie
nicht nachweisen. Sodann sei der Befund in Bezug auf den iatrogen geschä
digten
Nervus
occipitalis
major
links nicht schwer oder zumindest sehr regional umschrieben. Demgegenüber finde sich in einer letzten
Magnetresonanz
(MR)-Untersuchung vom September 2011 als Ursache der noch immer persistierenden
Lumboischialgie
rechts erneut eine Rezidiv-Diskushernie, welche die Wurzel L5 zumindest rechts tangiere. Dies könne die immer noch geklagten Beschwerden erklären. Die ausgeprägt beklagten lanzinierenden Schmerzen, vom Nacken ausstrahlend in die Schädelkonvexität links, seien mit dem Befund einer iatro
genen Läsion dieses
Nervus
occipitalis
major
links gut zu erklären. Der klinische Befund mit der schmerzhaften Überempfindlichkeit im Bereich der Kopfhaut links sei damit zu vereinbaren. Jedenfalls seie
n die im neurologischen Gebiet g
e
klagten Beschwerden und Behinderungen – ungeachtet des schmer
z
betonten Ver
haltens des Beschwerdeführers - anatomisch und funktional erklärbar. So wie sich der Beschwerdeführer präsentiere sowie gestützt auf den Untersu
chungs
befund seien ihm körperlich schwere Arbeiten nicht zumutbar (
Urk.
14/203/39f.).
Im Rahmen der psychiatrischen Untersuchung habe der Beschwerdeführer den Untersuchungsraum leicht hinkend betreten, diesen indes ohne Hinken wieder verlassen. Auf entsprechende Frage habe er erklärt,
nervös und depressiv zu sein
,
wenn er Schmerzen habe. Danach habe er sich dahingehend korrigiert, er sei die ganze Zeit nervös. Im Allgemeinen schlafe er gut. Wenn er
Temesta
nehme, verspüre er genügend Energie. Im Moment habe er auch keine
Suizid
gedanken
.
Der psychiatrische Gutachter hielt weiter fest, im Rahmen der Untersuchung
habe sich zeitweise ein Zittern des linken Beines feststellen las
sen, welches jedoch bei Ablenkung gestoppt habe. Der affektive Rapport zum Beschwerdeführer sei gut herstellbar. Sein
Gedankengang sei in formaler Hin
sicht stark auf das Schmerzerleben eingeschränkt, in inhaltlicher Hinsicht aber unauffällig.
Die affektive Modulationsfähigkeit und die Vitalität seien leicht eingeschränkt. D
emgegenüber habe der
Beschwerdeführer
auch
immer wieder lächeln
und einige Male auch
verhalten, aber dennoch herzhaft lachen können. Zeitweise habe er mit einem Lächeln auf den Lippen gesprochen.
Er
habe Freude an seinen vier Enkelkindern. Zusammen mit ihnen könne er auch fröhlich sein und lachen.
Seine
psychosoziale Funktionsfähigkeit in der Beziehung zu seiner Ehefrau, den Söhnen, den Enkelkindern, den Geschwistern sowie zur Mutter
sei
nicht beeinträchtigt. Allerdings
sei die Beziehung zur
Ehefrau seit drei Jahren
wegen deren Eifersucht
angespannt
. Das eheliche Sexualleben sei indes intakt. Die subjektiv
g
eklagte Müdigkeit und schnellere Ermüdbarkeit wie auch
Kon
zentrationsstörungen
hätten sich klinisch nicht
bestätigen
lassen. Für einen leichten Schweregrad der Depression spreche ferner, dass der Beschwerdeführer nach eigenen Angaben anfallende Alltagsarbeiten problemlos bewältigen könne und
aktuell nicht mehr mit einem
Antidepressivum behandelt werde
.
Im Ver
gleich zu den Befunden im Bericht des
B._
vom 2
0.
Januar 2008 lasse sich heute keine psychomotorisch stark angespannte und unruhige Situation mehr erkennen. Zwar hinterlasse der Beschwerdeführer zeitweise einen etwas ange
spannten und unruhigen, dazwischen aber auch einen völlig entspannten Ein
druck. Die Stimmung sei aber nicht mehr deutlich depressiv resigniert, wie noch im Bericht vom Januar 2008 beschrieben, sondern ernst, jedoch nicht bedrückt. Es sei indes davon auszugehen, dass sich die depressive Symptomatik anlässlich einer polizeilichen Hausdurchsuchung (im Zusammenhang mit einem Strafver
fahren betreffend unrechtmässiges Erwirken wirtschaftlicher Hilfe) und der darauffolgenden Gerichtsverhandlungen im Jahre 2009 vorübergehend leicht intensiviert habe. Im Nachgang des für den Beschwerdeführer positiven Aus
gangs des Verfahrens mit Entscheid des Bundesgerichts sei diesbezüglich vor etwa einem Jahr wieder Entspannung eingetreten. Auch im Unterschied zu den Berichten des
B._
vom 2
2.
November 2010 und 1
4.
April 2011 lasse sich heute keine stark ausgeprägte gehemmte Depression mehr nachweisen. Ungeachtet dessen sei die damals attestierte 100%ige Arbeitsunfähigkeit vor dem Hinter
grund der damals festgestellten
,
mittelgradigen depressiven Episode sowie anhaltenden
somatoformen
Schmerzstörung nach den heute gültigen Beurtei
lungskriterien nicht nachvollziehba
r. Hinsichtlich des noch immer g
eklagten Schmerzsyndroms sei den somatischen Akten zu entnehmen, dass diese Schmerzen durch körperliche Störungen erklärbar seien. Es könne daher heute nicht von einer anhaltenden
somatoformen
Schmerzstörung ausgegangen wer
den. Ausserdem sei eine ausgeprägte Verdeutlichungs- und
Dramatisierungsten
denz
festzustellen und seien die
Anga
ben des Beschwerdeführers nicht immer konsistent
. Er habe auch nicht immer präzise Angaben machen können
(
Urk.
14/203/41ff.)
.
Zusammenfassend sei von einer als
leichtgradig
zu beurtei
lenden depressiven Episode und aus rein psychiatrischer Sicht von einer 20%igen Einschränkung der Arbeitsfähigkeit auszugehen (
Urk.
14/203/47).
Im Rahmen der Konsensbeurteilung kamen die Gutachter zum Schluss, der Beschwerdeführer sei aufgrund der orthopädischen und neurologischen Erkran
kungen in einer körperlichen Tätigkeit deutlich eingeschränkt und in seiner angestammten Tätigkeit als Strassenarbeiter nicht mehr einsetzbar. In einer
abwechslungsweise stehenden und sitzenden Verweistätigkeit, ohne Heben von Lasten über 10 kg, ohne längeres Gehen und ohne Überkopfarbeiten, sei er aus polydisziplinärer Sicht zu 70
%
arbeitsfähig (
Urk.
14/203/51).
Auf entsprechendes Ersuchen der Beschwerdegegnerin hielten die Gutachter schliesslich mit
ergänzender Stellungnahme vom
9.
August 2013 im Wesentli
chen fest, aufgrund der
einwandweise
eingereichten Arztberichte und vorge
brachten Argumente des Beschwerdeführers bestünde kein Anlass zur
Neubeur
teilung
der Arbeitsfähigkeit (
Urk.
14/218).
5
.
5
.1
Das Gutachten des
D._
erging in Kenntnis und in Auseinanderse
tzung mit den
Vorakten
und den g
eklagten Beschwerden sowie gestützt auf die
stationäre kli
nische Untersuchung vom 1
9.
bis 2
3.
März 201
2.
Es leuchtet in der Darlegung der medizinischen Situation und Zusammenhänge ein und ist hinsichtlich der
im Einklang mit den erhobenen Befunden
gestellten Diagnosen schlüssig. Ins
besondere haben die Gutachter zu den
Beurteilungen
in den
Vorak
ten
Stellung bezo
gen und – soweit Diskrepanzen bestanden – ihre abweichende Einschät
zung plausibel begründet (
Urk.
17/203/45f.
,
Urk.
17
/
203
/
52
).
Damit genügt
das Gutachten
den an eine beweiskräftige Entscheidungsgrundlage gestellten Anforderungen (E. 1.6),
womit
zur
Entscheidfindung
grundsätzlich darauf
abgestellt
werden kann.
5
.2
Die Gutachter kamen überein, der Beschwerdeführer sei in seiner angestammten Tätigkeit als Hilfsarbeiter im Strassenbau nicht mehr arbeitsfähig. In einer – nä
her umschriebenen - Verweistätigkeit wiesen sie dem Beschwerdeführer
„
auf
grund der Gesamtpathologie
“
aus polydisziplinärer Sicht eine 30%ige Arbeits
unfähigkeit aus (
Urk.
14/203/51). Den somatischen Teilgutachten sind indes keinerlei
zeitliche Einschränkungen
mit Bezug auf eine Verweistätigkeit zu ent
nehmen.
Vielmehr
erschöpfen sich die Arbeitsfähigkeitsbeurteilungen
des
orthopädis
chen
und neurologischen Fachgutachters
in der Feststellung, es seien dem Beschwerdeführer keine Schwerarbeiten
zumutbar
(
Urk.
14/203/35, Urk.
14/203/40).
Darüber hinaus
schwieg sich der neurologische Facharzt
zur Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers
aus und begnügte sich der orthopä
dische Facharzt mit dem Hinweis auf die
ko
n
se
nsual
e
Schlussfolgerung
(Urk.
14/203/
35
).
Aus internistischer Hinsicht
wurden dem Beschwerdeführer
keine
rlei
Einschränkungen der Arbeitsfähigkeit
attestiert
(
Urk.
14/203/50).
Aus
der psychiatrischen Beurteilung
geht
schliesslich
nicht
explizit hervor
, ob die festgestellte Arbeitsunfähigkeit von 20
%
auf die angestammte oder auf eine Verweistätigkeit
Bezug nimmt
.
Vor diesem Hintergrund sowie mit Blick auf die
als „diskret“ beziehungsweise „wenig eindrücklich“ bezeichneten
objektivierba
ren somatischen
Befunde (
Urk.
14/203/35,
Urk.
14/203/39, E. 4.1) ist nicht nachvollziehbar
,
woraus
im Rahmen der gesamtmedizinischen Beurteilung eine Arbeitsunfähigkeit von 30
%
hinsichtlich einer Verweistätigkeit
resultierte. Ins
besondere ist nicht
dargelegt
, weshalb dem Beschwerdeführer
in einer leichten bis mittelschweren Verweistätigkeit aus
rein
somatischer Sicht
eine
vollschich
tige
Arbeitstätigkeit
nicht zumutbar sein soll. In psychiatrischer Hinsicht ist
sodann
festzuhalten, dass der Beschwerdeführer einem strukturierten Alltag nachgeht,
er
die anfallenden Alltagsarbeiten problemlos bewältigen kann (Haushaltsarbeiten, Einkaufen,
Urk.
14/203/42, Urk. 14/203/45), über
verschie
dene Interessen und Hobby
s verfügt (Aktualitäten, Nachrichten, Sport,
Fischen, zwei
mal pro Tag eine Stunde spazieren,
Urk.
14/203/42) und - zumin
dest
fami
lien
intern
– ein intaktes Sozialleben pflegt, mithin psychosozial funk
tionsfähig ist (
Urk.
14/203/41,
Urk.
14/203/46). Mit anderen Worten verfügt der Beschwer
de
führer offensichtlich über ausreichend Ressourcen, um die ihm ver
bleibende
(Rest-)Arbeits
fähigkeit
sozi
al-praktisch zu verwerten.
Bei
einer Gesamtwürdigung der
konkreten
medizinischen und persönlichen
Aus
gangslage
des Beschwerdeführers
ist ausgewiesen und
daher
gerechtfertigt, aus gesamtmedizinischer Sicht von einer
höchstens
20%igen Einschränkung der Arbeitsfähigkeit
in
einer seinen Leiden angepassten Verweistätigkeit auszuge
hen. Gegen die Annahme einer höheren Arbeitsunfähigkeit
sprechen
ferner
die mehrfach
dokumentierte
bewusstseinsnahe Verdeutlichungs- und
Aggravati
ons
ten
denz
sowie Selbstlimitierung und Krankheitsüberzeugung des Beschwer
de
führers (
Urk.
14/203/39f.,
Urk.
14/203/45,
Urk.
14/203/50,
Urk.
14/203/51).
5
.3
Dem grundsätzlichen Beweiswert des
D._
-Gutachtens vermag auch die
von Dr.
G._
mit Schreiben vom
7.
Januar 2013 zuhanden des Beschwerdeführers gegen das Gutachten geäusserte Kritik keinerlei Abbruch zu tun (
Urk.
3/3). Sind doch die darin vornehmlich auf
subjektiven Behauptungen beruhenden Anga
ben, die grösstenteils nicht aktuell sind, nicht
geeignet, die medizinischen
Einschätzungen
im
D._
-Gutachten unter objektivierten Gesichtspunkten in Zweifel zu ziehen.
Aktuelle objektive Befunde für eine anhaltende mittelgradige oder gar schwerer depressive Episode werden nicht aufgeführt.
5
.4
Im Schreiben
zuhande
n des Beschwerdeführers vom
16. Dezember 2013 (Urk.
3/4)
stellte
Dr.
F._
keine neuen Diagnosen
und stützt
e
er sich
hinsichtlich der postulierten vollumfänglichen Arbeitsunfähigkeit
im Wesentlichen
auf das
vom Beschwerdeführer
subjektiv g
eklagte
multilokuläre
Schmerzsyndrom. Dar
über hinaus sind dem Bericht keinerlei objektive Befunde zu entnehmen, wes
halb die
Arbeitsfähigkeitsbeurteilung
von
Dr.
F._
nicht
nachvollzogen werden kann.
Im Übrigen räumte er selbst ein, die neurologische Beurteilung im
D._
-Gutachten sei nachvollziehbar und stimme mit den neurologischen
Vorakten
überein. Die festgestellten neurologischen Leiden wurden denn auch - entgegen der Darstellung von
Dr.
F._
- im Rahmen der interdisziplinären
Konsensbeur
teilung
im
D._
-Gutachten
berücksichtigt. Wurde
dem Beschwerdeführer
doch
explizit aufgrund
der
neurologischen
(und
orthopädischen
) Befunde
eine voll
umfängliche
Arbeitsunfähigkeit
in
seiner
angestammte
n Tätigkeit als Strassen
arbeiter
ausgewiesen (
Urk.
14/203/51)
.
5
.5
Den Berichten des
B._
vom 2
2.
November 2010 (
Urk.
3/1 =
Urk.
14/184 = Urk. 14/209/14-17
)
und
des
C._
vom 1
4.
April 2011 (
Urk.
3/2 = Urk.
14/184/5-10 =
Urk.
14/209/7-13) mangelt es an einer einleuchtenden Darlegung der medizinischen Zusammenhänge
und
differenzierten Auseinandersetzung mit den subjektiv
geklagten
Beschwerden
sowie
an einer plausiblen Erklärung für die postulierte
Arbeitsunfähigkeit von 100%
.
Im Gegenteil vermag letztere
mit Blick auf die
erhobenen
somatischen Befunde und
die
als mittelgradig qualifi
zie
rte
depressi
ve
Episode sowie den Umstand
, dass sich der B
eschwerdeführer
lediglich von 2005 bis Herbst 2006 einer fachärztlichen ambulanten Psycho
therapie
unterzog
(vgl.
Urk.
14/160/31) und anschliessend während unbekann
ten Zeitraums sowie
in unbekannten Abständen
bei wechselnden Psycho
thera
peut
e
n im
B._
eine ambulante Psychotherapie frequentierte (
Urk.
14/203/42)
,
mithin eine durchgehende und konsequent wahrgenommene psychotherapeuti
sche Behandlung in nützlicher Kadenz nicht ausgewiesen ist,
nicht
zu überzeu
gen
.
Da
r
an vermag selbstredend auch d
er
angebliche Missbrauch von Medika
menten und der als grenzwertig bezeichnete Alkoholkonsum (anamnestisch 1 Kaffee fertig, 1-2 Glas
Wein oder Bier)
nichts zu ändern.
Ganz zu schweigen davon
, dass
die in den Berichten des
B._
und
C._
gemachten Angaben zur Arbeitsfähigkeit
nicht mit den Alltagsaktivitäten
korrelieren
und daher
nicht
nachvollzogen werden können
.
5
.6
Die vom Beschwerdeführer erbetene Stellungnahme von
Dr.
G._
(
Urk.
10) da
tiert vom 2
9.
Januar 2015 und erging somit nach Erlass der angefochtenen Verfügung.
Nach ständiger Rechtsprechung beurteilt das
Sozial
versicherungs
gericht
die Gesetzmässigkeit des angefochtenen Entscheids
demgegenüber
in der Regel nach dem Sachverhalt, der zur Zeit des Abschlusses des
Verwaltungsver
fahrens
gegeben war. Tatsachen, die jenen Sachverhalt seither verändert haben, sollen im Normalfall Gegenstand einer neuen Verwaltungsverfügung sein (BGE 131 V 242 E. 2.1, 121 V 362 E. 1b).
Abgesehen davon ist dieser Bericht inhalt
lich praktisch identisch mit denjenigen
seines Gesundheitszustandes
aus frühe
ren Jahren (E. 5.5).
5
.
7
Betreffend die vorgebrachte
Dekonditionierung
ist es dem Beschwerdeführer bei Aufbietung allen guten Willens (BGE 131 V 49 E. 1.2 mit Hinweisen) sowie in Nachachtung des im Sozialversicherungsrecht allgemein geltenden Grundsatzes der Schadenminderungspflicht
schliesslich
zuzumuten, eine physikalische Behandlung in Anspruch zu nehmen und/oder ein Trainingszentrum aufzusu
chen, mitunter sein Gewicht zu optimieren, was er zumindest bis dato der Begut
achtung im März 2012 offenbar unterlassen hat (
Urk.
17/203/27). Der Eindruck eingeschränkter Motivation hinsichtlich einer aktiven und eigenver
antwortlichen Verbesserung seiner Situation sowie fehlender Compliance wird auch im Austrittsbericht
der
RehaClinik
H._
vom 2.
Juni 2008 (
Urk.
14/172/6) deutlich.
5
.
8
Zusammenfassend ist mit dem im Sozialversich
erungsrecht massgebenden
Beweis
grad
der überwiegenden Wahrscheinlichkeit
erstellt
,
dass der Beschwer
deführer
jedenfalls seit März 2012
in einer abwechslungsweise s
tehenden und sitzenden Verweistätigkeit
, ohne Heben von Lasten über 10 kg, ohne längeres Gehen und ohne Überkopfarbeite
n,
zu
8
0
%
arbeitsfähig
ist. Aufgrund der vor
liegenden medizinischen Aktenlage ist
auch
retrospektiv
keine
höhere
Arbeits
unfähigkeit ausgewiesen. M
angels Dauerhaftigkeit
ist im Übrigen auch
d
ie Feststellung
der
D._
-Gutachte
r
, wonach sich die depressive Symptomatik
des Beschwerdeführers
anlässlich einer polizeilichen Hausdurchsuchung (im Zu
sammenhang mit einem Strafverfahren betreffend unrechtmässiges Erwirken wirtschaftlicher Hilfe) und der darauffolgenden Gerichtsverhandlungen im Jahre 2009 vorübergehend leicht intensiviert, jedoch im Nachgang des für den Be
schwerdeführer positiven Ausgangs des Verfahrens mit Entscheid des Bundes
gerichts wieder entspannt habe (
Urk.
14/203/46), nicht
ge
eignet, eine invaliden
versicherungs
rechtlich relevante Arbeitsunfähigkeit zu begründen.
Aufgrund der beweiskräftigen medizinischen Aktenlage besteht
– entgegen dem sinngemässen Vorbringen von
Dr.
F._
(Bericht vom
1
6.
Dezember 2013
zuhan
den des Beschwerdeführers,
Urk.
3/4)
–
auch
kein weiterer Abklärungsbedarf (antizipierte Beweiswürdigung; vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_468/2007 vom
6.
Dezember 2006 E.2.2 mit Hinweisen).
Ob
die Voraussetzung des
Wartejahr
s nach Massgabe von
Art.
28
Abs.
1
lit
. b IVG
(E. 1.3)
bei
einer
20%igen Arbeits
un
fähigkeit in einer Verweistäti
gkeit
erfüllt ist
,
erscheint fraglich
. Wurde dem Beschwerdeführer doch bereits im
A._
-Gutachten vom
3.
Juni 2004 seit April 2000 eine
100%ige
Arbeitsunfähigkeit in der
zuletzt ausgeübten
Tätigkeit ausgewiesen
(
Urk.
14/91/51)
,
und sind
bei lang
andauernder
Arbeitsunfähigkeit
auch
andere zumutbare Tätigkeiten in einem anderen Beruf oder Aufgabenbereich zu
berücksichtigen (
Art.
6 zweiter Satz ATSG).
Wie es sich vorliegend im Einzelnen damit verhält,
kann indes offen gelassen werden, wi
e nachfo
lgend aufzuzeigen sein wird.
6
.
6
.1
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss
Art.
16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a
Abs.
1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog.
Invalideneinkom
men
), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der
Einkom
mens
vergleich
hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypo
thetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt (allgemeine Methode des
Einkommensver
gleichs
; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
6
.2
Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist für die Ermittlung des
Validen
einkommens
entscheidend, was die versicherte Person im Zeitpunkt des
frühest
möglichen Rentenbeginns nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahr
scheinlichkeit als Gesunde tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, nötigenfalls der Teuerung und der realen
Einkommensent
wicklung
angepassten Verdienst angeknüpft, da es empirischer Erfahrung ent
spricht, dass die bisherige Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden fortgesetzt wor
den wäre. Ausnahmen müssen mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt sein (BGE 134 V 322 E. 4.1 mit Hinweisen).
Der bei der Bemessung des Invalideneinkommens zu berücksichtigenden aus
ge
gli
chenen Arbeitsmarktlage (Art.
16 ATSG) ist grundsätzlich auch bei der Fest
setzung des
Validenlohnes
Rechnung zu tragen, wobei auf die Ergebnisse der vom Bundesamt für Statistik herausgegebenen Schweizerischen
Lohnstruk
tur
er
hebung
(LSE) abgestellt werden kann (Urteil des Bundesgerichts 9C_192/2014 vom 23. September 2014 E.
3.2 mit Hinweisen).
6
.3
Praxisgemäss kann
der
Tatsache, dass
personen- oder arbeitsplatzbezogene Ein
schränkungen
wie etwa Art und Ausmass der Behinderung, Dauer der Betrieb
s
zugehörigkeit
sowie Beschäftigungsgrad
,
Auswirkungen auf die Höhe des Loh
nes einer versicherten Person haben, durch einen Abzug vom LSE-Tabellenlohn
Rechnung getragen werden. Ein (behinderungsbedingt oder anderweitig be
grün
deter) Abzug kann aber nur vorgenommen werden, wenn im Einzelfall An
halts
punkte dafür bestehen, dass die versicherte Person wegen eines oder mehrerer der genannten Kriterien ihre gesundheitlich bedingte (Rest
)Arbeitsfähigkeit auch auf einem ausgeglichenen Arbeitsmarkt nur mit unterdurchschnittlichem Erfolg erwerblich verwerten kann (BGE 135 V 297 E.
5.2 S. 301 mit Hinweisen).
Die gesundheitlich bedingte Unmöglichkeit, wei
terhin körperlich schwere Arbeit zu verrichten, führt nicht automatisch zu einer Verminderung des hypotheti
schen Invalidenlohnes,
zumal
der Tabellenlohn im Anforderungsniveau 4 be
reits eine Vielzahl von leichten und mittelschweren Tätigkeiten umfasst (Urteil des Bundesgerichts 9C_455/2
013 vom
4.
Oktober 2013 E. 4.4). Dasselbe gilt für das fortgeschrittene Alter
, zumal sich dieses im Anforderungsniveau 4 sogar eher lohnerhöhend auswirkt.
Es ist jedoch bezogen auf die durchschnittliche Lebensarbeitszeit als ein abzugsrelevanter Aspekt immer unter Berücksichtigung aller konkreten Umstände des Einzelfalles zu prüfen (Urteil des Bundesgerichts 9C_455/2013 vom
4.
Oktober 2013 E. 4.2).
Dass das Alter die Stellensuche fak
tisch negativ beeinflussen kann, muss als invaliditätsfremder Faktor unberück
sichtigt bleiben (Urteil des Bundesgerichts 8C_808/20
13 vom 1
4.
Februar 2014 E. 7.3). Demgegenüber anerkennt
d
ie Rechtsprechung unter dem Titel Beschäfti
gungsgrad bei Männern, welche aus gesundheitlichen Gründen nur noch
teil
zeitlich
erwerbstätig sein können, einen Abzug vom Tabellenlohn nach BGE 126 V 75
(Urteil des Bundesgerichts
8C_20/2012 vom
4.
April 2012 E. 3.2). Damit soll dem Umstand Rechnung getragen werden, dass bei Männern statistisch ge
sehen Teilzeitarbeit vergleichs
weise weniger gut
entlöhnt
wird als eine
Vollzeit
tätigkeit
(
vgl.
die nach dem Beschäftigungsgrad differenzierenden Tabellen T2* in der LSE 06 S. 16 und T6* in der LSE 04 S. 25
,
wonach der Bruttolohn von Männern in einfachen repetiti
ven
Tätigkeiten bei „
Vollzeit [>= 90
%
]“ rund 10
%
höher ist als der auf ein 100%-Pensum hochgerechnete Lohn bei „Teilzeit zwischen 50
%
und 74
%
“;
Urteil des Bundesgerichts 9C_796/2
013 vom 2
8.
Januar 2014 E.
3.1.2
, E. 1.4
).
Bei der Bestimmung der Höhe des Abzuges ist der Einfluss aller in Betracht fal
lenden Merkmale auf das Invalideneinkommen unter Würdigung der Umstände im Einzelfall gesamthaft zu schätzen und ins
gesamt auf höchstens 25
%
des
Ta
bellenlohnes
zu begrenzen
(vgl. zum Ganzen BGE 126 V 75 E. 5b/
bb
-cc S. 80).
6
.4
Entgegen den Erwägungen der Beschwerdegegnerin ist für die Bemessung des
Valideneinkommens
auf die Angaben der letzten Arbeitgeberin, der
Z._
AG
, vom 2
9.
April 2005 abzustellen (
Urk.
14/114). Das Einkommen des Be
schwer
de
führers hätte unter Berücksichtigung der Nominallohnentwicklung bis ins mass
gebliche Jahr 2012
(Indexstand
114 [2005] auf 124.9 [2012
],
Schwei
zerischer
Nominallohnindex T1.93,
Baugewerbe
, Bundesamt für Statistik –
Lohn
ent
wick
lung
, einzusehen unter: h
ttp://www.bfs.admin.ch/bfs/por
tal/de/in
dex/the
men/03/04/blank/da
ta/02.html
)
im Jahre 2012 im Gesundheitsfall rund
Fr.
70‘930.-- betragen
(
Fr.
4‘980.
-- x
1
3
: 114 x 124.9).
6
.
5
Da der Beschwerdeführer nach Eintritt des Gesundheitsschadens keine Erwerbs-tätigkeit mehr aufgenommen hat, mit welcher er die verbleibende Restarbeits-fähigkeit voll ausschöpfte, hat die Beschwerdegegnerin zu Recht das
Invali
deneinkommen
anhand von Lohntabellen ermittelt. Wie erläutert (E.
5.8
), is
t gestützt auf das
D._
-Gutachten
davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer jedenfalls ab März 2012 in einer – näher umschriebenen - Verweistätigkeit zu 80
%
arbeitsfähig ist. Da er über keine abgeschlossene Berufsausbildung ver
fügt, ist für die Bemessung des Invalideneinkommens mit der
Beschwerde
gegnerin
vom
Tabellenlohn für einfache und repetitive Hilfsarbeiten von
Fr.
4‘901.-- (LSE 2010, S. 26, Tabelle TA1, Wirtschaftsabteilungen Total,
Anfor
derungsniveau
4) auszugehen. Unter Berücksichtigung der
betriebsüblichen
Arbeitszeit im Jahr 2012
von 41.7 Stunden pro Woche (
Betriebsübliche Arbeits
zeit nach Wirtschaftsabteilungen,
TOTAL
, einzusehen unter:
http://www.bfs.ad
min.ch/bfs/por
tal/de/in
dex/the
men/03/02/blank/da
ta/07.html
)
sowie der
Nomi
nallohnentwicklung
für Männer bis ins massgebliche Jahr 2012 (Indexstand 123.4 [2010
] auf
125.5
[2012], Schweizerischer Nominallohnindex T1.93,
TOTAL
, Bundesamt für Statistik – Lohnentwicklung, einzusehen unter: h
ttp://www.bfs.admin.ch/bfs/por
tal/de/in
dex/themen/03/04/blank/data/02.html
) ergibt sich bei einem zumutbaren Arbeitspensum von 80
%
ein Jahreseinkom
men von
rund
Fr.
49‘883.90 (
Fr.
4‘901.-- : 40 x 41.7 x 12 : 123.4 x 125.5 x 0.8).
Mit Verweis auf das unter E.
6
.3 Gesagte ist dem Beschwerdeführer unter dem Titel Beschäftigungsgrad sodann ein Abzug von
maximal
10
% zu gewäh
ren. Demnach beträgt das Invalideneinkommen rund
Fr.
44‘895.50 (Fr.
49‘883.90
x 0.90).
Wird das
Valideneinkommen
von
Fr
70‘930.
dem Invalideneinkommen gemäss LSE von
Fr.
44‘895.50
gegenübergestellt, resultiert eine Erwerbseinbusse von rund
Fr.
2
6
‘0
34.5
0, was –
selbst bei gegebenem Wartejahr
–
einen
renten
ausschliessenden
Invaliditätsgrad von 3
6
.
7 %
, gerundet 3
7
%, ergibt.
Die Beschwerde erweist sich damit im Ergebnis als unbegründet und ist abzuwei
sen.
7
.
7
.1
Da der Prozess indes nicht als aussichtslos betrachtet werden kann und die übri
gen Voraussetzungen zur Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege erfüllt sind (vgl.
Urk.
8,
Urk.
9/1-20), ist das Gesuch vom 2
4.
Januar 2014 um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung zu bewilligen.
Der Beschwerdeführer ist darauf hinzuweisen, dass er zur Nachzahlung der Gerichtskosten verpflichtet ist, sobald er dazu in der Lage ist (
§
16
Abs.
3 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht,
GSVGer
).
7
.2
Die gestützt auf
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG auf
Fr.
600.-- festzusetzenden Gerichts
kosten werden ausgangsgemäss dem Beschwerdeführer auferlegt, zufolge Ge
währung der unentgeltlichen Rechtspflege jedoch einstweilen auf die Gerichts
kasse genommen.
Das
Gericht
beschliesst:
In Bewilligung des Gesuchs vom
2
4.
Januar
201
4
wird dem Beschwerdeführer die unent
geltliche Prozessführung gewährt,
und
erkennt:
1.
Die
Beschwerde
wird abgewiesen.
2.
Die Gerichtskosten von
Fr.
600
.-- werden
dem Beschwerdeführer
auferlegt
, zufolge Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung jedoch einstweilen auf die Gerichts
kasse genommen.
Der Beschwerdeführer wird
auf § 16 Abs. 4
GSVGer
hingewiesen.
3.
Zustellung gegen Empfangsschein an:
Y._
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
Bundesamt für Sozialversicherungen
sowie an:
Gerichtskasse
(im Dispositiv nach Eintritt der Re
c
htskraft)
4.