# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 6023736a-d38a-45b4-ba1f-4fb493b9fe6a
**Court:** SG_VGN
**Chamber:** SG_VGN_001
**Year:** 2005
**Language:** de
**Jurisdiction:** SG / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

hat das Verwaltungsgericht festgestellt:
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A./ a) Mit Urteil vom 9. März 1998 sprach die Strafkammer des Kantonsgerichts St.
Gallen X.Y. des Mordes, des qualifizierten Raubes, des qualifizierten Diebstahls, der
mehrfachen Sachbeschädigung, des mehrfachen Hausfriedensbruchs und der
mehrfachen Entwendung eines Motorfahrzeugs zum Gebrauch schuldig und verurteilte
ihn zu siebzehn Jahren Zuchthaus, abzüglich 570 Tage Untersuchungshaft.
X.Y. verbüsst zur Zeit die Freiheitsstrafe in der Strafanstalt Pöschwies, Regensdorf.
b) Am 6. August 1998 erhob der Verurteilte Nichtigkeitsbeschwerde gegen das Urteil
der Strafkammer. Mit Entscheid vom 18. Dezember 1998 wies das Kassationsgericht
des Kantons St. Gallen die Nichtigkeitsbeschwerde ab. X.Y.erhob dagegen beim
Bundesgericht Nichtigkeitsbeschwerde, welche mit Urteil vom 8. November 1999
abgewiesen wurde.
c) Am 27. Dezember 2001 reichte X.Y. bei der Strafkammer des Kantonsgerichts ein
Wiederaufnahmegesuch ein. Am 20. April 2004 entschied die Strafkammer, auf das
Gesuch nicht einzutreten.
d) Am 28. August 2002 stellte X.Y. ein Gesuch um Bewilligung eines
Beziehungsurlaubs (Besuch der Eltern und Geschwister). Das Gesuch wurde von der
Strafanstalt Pöschwies am 2. September 2002 dem Justiz- und Polizeidepartement des
Kantons St. Gallen übermittelt. Einen Antrag stellte die Strafanstalt nicht.
Am 23. Juni 2003 verfügte das Justiz- und Polizeidepartement, das Gesuch um
Gewährung eines Beziehungsurlaubs werde derzeit abgewiesen. Es hielt fest, dem
Eingewiesenen stehe kein Rechtsanspruch auf Urlaub zu. Urlaube dürften nur gewährt
werden, wenn Grund zur Annahme bestehe, dass der Eingewiesene rechtzeitig und
geordnet in die Anstalt zurückkehre und während des Urlaubs das in ihn gesetzte
Vertrauen nicht missbrauche. Das Kantonsgericht sei wie der Gutachter von einer
unsicheren Prognose für die Zukunft ausgegangen und zum Schluss gelangt, dem
Gesuchsteller könne es aufgrund seiner charakterlichen Defizite in einer
Konfliktsituation überdurchschnittlich schwer fallen, aggressive, aber auch
angstgeladene Impulse zu kontrollieren und so einsichtsgemäss von einer strafbaren
Handlung Abstand zu nehmen. Zudem sei der Gesuchsteller erheblich vorbestraft.
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Auch wenn man sein bisheriges Vollzugsverhalten weniger negativ beurteile als die
Fachkommission, so sei die Bewilligung von Vollzugslockerungen derzeit doch
eindeutig nicht zu verantworten. Der Gesuchsteller übernehme keine Verantwortung für
seine Tat und lehne eine Therapie vehement ab. Es müsse deshalb davon
ausgegangen werden, dass sich an seiner Persönlichkeitsstruktur nichts Wesentliches
geändert habe.
B./ Mit Eingabe vom 15. Juli 2003 erhob X.Y. gegen die Verfügung des Justiz- und
Polizeidepartements Rekurs bei der Regierung und beantragte, es seien ihm
rückwirkend auf August 2002 aus Gründen der Rechtsgleichheit und gemäss den
Richtlinien der Ostschweizerischen Strafvollzugskommission monatliche
Beziehungsurlaube zu gewähren, wobei eventuell nicht mehr als ein bis drei Urlaube
begleitet stattfinden sollten.
Mit Entscheid vom 28. September 2004 wies die Regierung den Rekurs ab. Sie erwog,
die Fachkommission habe eine Gesamtwürdigung der Umstände vorgenommen und
gestützt darauf eine Prognose über das künftige Wohlverhalten gestellt. Danach
bestehe beim Gesuchsteller die Gefahr von gemeingefährlichem Verhalten. Ebenso
weise die Stellungnahme der Strafanstalt auf Umstände hin, nach denen der
Gesuchsteller keine Gewähr für eine ordentliche Durchführung eines Urlaubes biete. Er
habe Tätlichkeiten gegen Mitinsassen begangen und werde vom Betreuungspersonal
als teilweise aufbrausend beschrieben. Unter diesen Umständen könne nicht von einer
günstigen Prognose ausgegangen werden. Es sei eine Güterabwägung zwischen dem
Sicherheitsinteresse der Allgemeinheit und dem privaten Interesse an der
Urlaubsgewährung zu treffen. Aufgrund der negativen Legalprognose und der sich
daraus ergebenden gravierenden Risiken müsse das öffentliche Sicherheitsinteresse
höher bewertet werden als das private Interesse des Gesuchstellers.
C./ Mit Eingabe vom 18. Oktober 2004 erhob X.Y. gegen den Rekursentscheid der
Regierung Beschwerde beim Verwaltungsgericht. Er hält an seinem im Rekurs
gestellten Antrag fest, beharrt aber nicht mehr auf der rückwirkenden
Urlaubsgewährung. Weiter beantragte er die unentgeltliche Rechtsverbeiständung. Der
Beschwerdeführer macht im wesentlichen geltend, die Urlaubsgewährung werde von
einer langjährigen Therapie mit entsprechenden Bescheinigungen von
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Therapiepersonen abhängig gemacht. Es sei rechtsstaatlich nicht zulässig, ein
Geständnis und eine Verarbeitung der Tat zu fordern sowie Gemeingefahr zu
behaupten, solange und weil eine Tat bestritten werde. Ausserdem sei Fluchtgefahr im
Zusammenhang mit einer Urlaubsgewährung bislang nicht geltend gemacht worden,
weshalb nicht ersichtlich sei, weshalb diese Frage von der Regierung plötzlich offen
gelassen werde. Im weiteren sei belegt worden, inwiefern die Darstellung des
Vollzugsverhaltens durch die Fachkommission willkürlich erscheine. Auf die weiteren
Vorbringen in der Beschwerde wird, soweit wesentlich, in den nachstehenden

## Considerations

Erwägungen eingegangen.
Am 19. Oktober 2004 wurde dem Beschwerdeführer die unentgeltliche
Rechtsverbeiständung gewährt und entsprechend seinem Antrag eine Frist für die
Ergänzung der Beschwerde durch einen unentgeltlichen Rechtsbeistand angesetzt.
Mit Eingabe vom 11. November 2004 teilte der Beschwerdeführer dem
Verwaltungsgericht mit, es sei ihm nicht gelungen, einen geeigneten Rechtsvertreter zu
beauftragen. Er habe daher beschlossen, auf eine Vertretung zu verzichten in der
Annahme, dass sein Standpunkt materiell und wenigstens im Grossen und Ganzen
auch rechtlich dargelegt sein sollte. Deshalb ersuche er auch nicht um eine neuerliche
Fristerstreckung.
Die Vorinstanz schliesst in ihrer Vernehmlassung vom 6. Dezember 2004 unter Hinweis
auf die Begründung des angefochtenen Entscheids auf Abweisung der Beschwerde.
Darüber wird in Erwägung gezogen:
1./ Die sachliche Zuständigkeit des Verwaltungsgerichts ist gegeben (Art. 59bis Abs. 1
des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege, sGS 951.1, abgekürzt VRP). Der
Beschwerdeführer ist zur Ergreifung des Rechtsmittels legitimiert (Art. 64 Abs. 1 in
Verbindung mit Art. 45 Abs. 1 VRP). Der Entscheid über die Gewährung von Urlaub im
Strafvollzug gilt als anfechtbare Verfügung bzw. der Rekursentscheid als Entscheid im
Sinn von Art. 59bis Abs. 1 VRP. Die Beschwerdeschrift vom 18. Oktober 2004 wurde
rechtzeitig eingereicht und genügt formal und inhaltlich den gesetzlichen
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Anforderungen (Art. 64 Abs. 1 in Verbindung mit Art. 47 Abs. 1 und Art. 48 Abs. 1 VRP).
Auf die Beschwerde ist einzutreten.
2./ Für den Vollzug von Freiheitsstrafen und Massnahmen hat der Kanton St. Gallen mit
anderen Ostschweizer Kantonen eine Vereinbarung abgeschlossen (Ostschweizer
Strafvollzugskonkordat, sGS 962.51, abgekürzt Konkordat). Nach Art. 11 Abs. 1 des
Konkordats richtet sich der Vollzug nach den Vorschriften für die einzelnen Anstalten.
Sie werden von dem Kanton erlassen, der die Anstalt führt.
Nach Art. 1 Abs. 2 des Konkordats obliegt der Strafvollzugskommission die Aufsicht
über die Handhabung der Vereinbarung. Sie erlässt die Ausführungsbestimmungen und
ist überdies befugt, die notwendigen Richtlinien zu erlassen. Nach Art. 19 der
Ausführungsbestimmungen zur ostschweizerischen Vereinbarung über den Vollzug
freiheitsentziehender Strafen und Massnahmen (sGS 962.52) regeln die
Vollzugsvorschriften insbesondere die interne Anstaltsordnung, die Arbeit, die
Durchführung der Halbfreiheit, die Arbeitsentschädigung, die Besuche, die Urlaube,
das Disziplinarwesen und die Beschwerdemöglichkeiten.
a) Für den Geltungsbereich des Ostschweizer Konkordats hat die
Strafvollzugskommission im Bereich der Urlaubsgewährung detaillierte Richtlinien
(publiziert in: www.justizvollzug.ch) erlassen. Nach Ziff. 1.1 der Richtlinien über die
Urlaubsgewährung in Strafvollzugsanstalten vom 10. April 1987 (Richtlinien I) ist zur
Gewährung von Urlauben bei Gefangenen in Rückfälligenanstalten die einweisende
Behörde zuständig.
Gemäss Ziff. 1.2 der Richtlinien steht dem Eingewiesenen kein Rechtsanspruch auf
Urlaub zu.
Urlaube dürfen nach Ziff. 1.3 gewährt werden, wenn Grund zur Annahme besteht, dass
der Eingewiesene rechtzeitig und geordnet in die Anstalt zurückkehrt, sich an die durch
die zuständige Behörde festgelegten Bedingungen und Auflagen hält und während des
Urlaubs das in ihn gesetzte Vertrauen nicht missbraucht, insbesondere keine strafbaren
Handlungen begeht.
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Gemäss Ziff. 1.1 wird die Anwendung der besonderen Richtlinien über den Vollzug von
Freiheitsstrafen an gemeingefährlichen Straftätern vom 16. April 1999 (Richtlinien II)
ausdrücklich vorbehalten.
Die Richtlinien II sind auf Straftäter anwendbar, die als gemeingefährlich eingestuft
werden. Als gemeingefährlich gelten nach Ziff. 1 der Richtlinien II Personen, welche die
körperliche oder seelische Integrität von Drittpersonen unmittelbar und schwer
gefährden.
Die Frage der Gemeingefährlichkeit ist insbesondere bei Straftätern zu prüfen, die
wegen Mordes verurteilt worden sind (Ziff. 2.1 in Verbindung mit dem Anhang zu den
Richtlinien II). Bei solchen Straftätern ist bei Vollzugsbeginn eine Beurteilung der
Gemeingefährlichkeit vorzunehmen (Ziff. 2.1 der Richtlinien II). Die Beurteilung ist zu
wiederholen, wenn ein Entscheid über die erstmalige Gewährung eines begleiteten
oder unbegleiteten Urlaubs oder einer anderen Freiheit, die eine Gefahr für Dritte
darstellen kann, aus einer geschlossenen Anstalt oder einer stationären Massnahme zu
treffen ist (Ziff. 2.2 lit. c der Richtlinien II). Zudem kann die Vollzugsbehörde die
Fachkommission zur Ueberprüfung der Frage der Gemeingefährlichkeit eines
Straftäters beauftragen, wenn sie sich der zu treffenden Massnahme nicht schlüssig ist
oder sie trotz Bejahung einer Gemeingefährlichkeit die Gewährung einer
Vollzugslockerung gemäss Ziff. 2.2 in Betracht zieht (Ziff. 2.3 der Richtlinien II).
b) Wie erwähnt, besteht aufgrund der Richtlinien kein Rechtsanspruch auf Urlaub. Auch
nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung folgt aus dem Grundrecht der
persönlichen Freiheit (Art. 10 Abs. 2 der Schweizerischen Bundesverfassung, SR 101,
abgekürzt BV) kein Anspruch auf die Gewährung von Hafturlauben. Allerdings dürfen
die Beschränkungen der Freiheitsrechte von Gefangenen nicht über das hinausgehen,
was zur Gewährleistung der Haftzwecke und zur Aufrechterhaltung eines
ordnungsgemässen Gefängnisbetriebs erforderlich ist (BGE 124 I 204 mit Hinweis).
Wird ein Urlaubsgesuch ohne ernsthafte und objektive Gründe verweigert, so verstösst
dies gegen das in Art. 9 BV verankerte Willkürverbot. Dabei ist zu beachten, dass den
kantonalen Behörden im Bereich des Strafvollzugs ein weiter Ermessensspielraum
zukommt (BGE 1P.470/2004 vom 15. Oktober 2004).
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c) Dem Verwaltungsgericht steht ausschliesslich die Rechtskontrolle zu. Es kann somit
lediglich prüfen, ob die Vorinstanz den Sachverhalt unrichtig oder unvollständig
festgestellt oder Rechtsnormen und allgemeine Rechtsgrundsätze fehlerhaft
angewendet hat (Art. 61 Abs. 1 und 2 VRP). Die Kontrolle des verwaltungsbehördlichen
bzw. regierungsrätlichen Ermessens steht dem Verwaltungsgericht hingegen nicht zu.
Das Verwaltungsgericht hat sich daher darauf zu beschränken, über die Einhaltung des
Ermessensspielraums zu wachen, und es schreitet nur ein, wenn die Vorinstanz das ihr
zustehende Ermessen überschritten oder missbraucht hat (vgl. statt vieler GVP 1996
Nr. 9; Cavelti/Vögeli, Verwaltungsgerichtsbarkeit im Kanton St. Gallen, St. Gallen 2003,
Rz. 740 mit Hinweisen).
Im Streitfall bedeutet dies, dass das Verwaltungsgericht den Ermessensspielraum der
Regierung zu respektieren hat, wenn diese bei ihrem Entscheid von sachlichen und
vernünftigen Ueberlegungen ausging, die im Einklang mit Sinn und Zweck des
Gesetzes stehen. Die Verwaltung darf aber nicht willkürlich entscheiden, sondern ist an
die in Verfassung und Gesetz enthaltenen Rechtsgrundsätze, insbesondere an die
Gebote der Rechtsgleichheit und der Verhältnismässigkeit gebunden (Häfelin/Müller,
Allgemeines Verwaltungsrecht, 4. Aufl., Zürich 2002, Rz. 441).
d) Die Grundsätze über die Gewährung von Urlaub sind in Richtlinien der
Ostschweizerischen Strafvollzugskommission verankert. Diesen Richtlinien kommt
keine Gesetzeskraft zu. Sie sind daher für das Verwaltungsgericht nicht verbindlich. Als
Richtlinien gewähren sie jedoch eine einheitliche und rechtsgleiche Verwaltungspraxis
in einem Bereich, in dem die Behörde einen weiten Ermessensspielraum hat. Sie dürfen
aber nicht schematisch angewendet werden oder die dem Einzelfall angepasste und
gerecht werdende Anwendung und Auslegung des Bundesrechts vereiteln oder
erschweren (vgl. Rhinow/Krähenmann, Schweizerische Verwaltungsrechtsprechung,
Ergänzungsband, Basel 1990, Nr. 9 B I mit Hinweisen).
e) Die Vorinstanz würdigte das im Strafverfahren eingeholte psychiatrische Gutachen
sowie den Bericht der Strafanstalt Pöschwies vom 2. September 2002 und den Bericht
der Fachkommission vom 11. Februar 2003.
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aa) Die Strafkammer des Kantonsgerichts hielt in ihrem Urteil vom 9. März 1998 fest,
der Beschwerdeführer leide an einer Persönlichkeitsstörung. Eine Massnahme gemäss
Art. 43 Ziff. 1 Abs. 1 StGB werde vom Gutachter nicht empfohlen - und sei demzufolge
auch nicht anzuordnen - , weil es sich bei der Persönlichkeitsstörung nicht um ein
psychiatrisch behandelbares Leiden handle, anderseits dem therapieerfahrenen
Exploranden jede weitergehende diesbezügliche Motivation fehle. Bei einer
Freiheitsstrafe von siebzehn Jahren Zuchthaus stelle sich die Frage, ob nicht schon die
schuldangemessene Strafe ausreiche, um das Bedürfnis der Sicherung der
Allgemeinheit zu erfüllen. Diese Frage könne hier bejaht werden. Hinzu komme, dass
sich die Notwendigkeit einer Verwahrung - wenn auch auf Art. 42 StGB gestützt - nicht
aus dem Gutachten ergebe. Für den Angeklagten werde zudem eine "eher unsichere
Legalprognose" gestellt. Nur wenn erwiesen sei, dass der Angeklagte den
Polizeikorporal getötet habe, könne gesagt werden, der Lebensstil des Angeklagten
könne zu Situationen führen, welche für Drittpersonen lebensbedrohlich seien.
Abgesehen davon, dass diese Ausführungen recht vage seien, sei auch zu
berücksichtigen, dass der Angeklagte noch nie in derart schwerer Weise gegen die
Rechtsordnung verstossen habe. Zwar habe er schon früher gefährlich mit Waffen
hantiert, doch sei dies vor allem im Zusammenhang mit Suizidhandlungen geschehen.
Es könne auch nicht gesagt werden, dass er in seinem bisherigen Leben eine konstant
aggressive Haltung gegenüber Drittpersonen gezeigt habe. Unter diesen Umständen
sei von einer Verwahrung gemäss Art. 43 Ziff. 1 Abs. 2 StGB abzusehen.
bb) Die Strafanstalt hielt in ihrem Bericht fest, der Beschwerdeführer werde vom
Betreuungspersonal als oft nicht einfacher und bisweilen aufbrausender Insasse
beschrieben. Seit seinem Eintritt in die Anstalt habe gegen ihn insgesamt acht Mal
rapportiert werden müssen, in drei Fällen wegen Tätlichkeiten mit anderen Insassen,
letztmals am 15. September 2001. Der Beschwerdeführer verweigere die Aufnahme
einer Therapie. Er bestreite die Tatbegehung, deshalb bemühe er sich um die
Wiederaufnahme des Verfahrens. Eine Therapie sei seiner Ansicht nach aufgrund seiner
Unschuld nicht nötig. Im März 2002 sei eine Vollzugsplanungskonferenz durchgeführt
worden. Nach dieser sollte der Beschwerdeführer vor weiteren
Vollzugslockerungsschritten lernen, seine Frustrationen besser zu kontrollieren. Sollte
ein Urlaub geplant werden, dann müsste dieser aus Sicht der Strafanstalt vorerst
begleitet stattfinden.
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cc) Die Fachkommission des Ostschweizerischen Strafvollzugskonkordats hielt in
ihrem Bericht vom 11. Februar 2003 fest, es sei hinsichtlich der bisherigen Kriminalität
negativ festzuhalten, dass der Gesuchsteller über einige Vorstrafen verfüge, wovon
auch einschlägige, welche nicht nur den Vermögensbereich betreffen würden, sodass
Kriminalität durchaus als eingeschliffenes Verhaltensmuster in der Biographie des
Gesuchstellers bezeichnet werden könne, selbst wenn sich dies erst im Alter von ca.
30 Jahren etabliert habe. Hievon zeuge überdies auch der Umstand, dass der
Beschwerdeführer im Rahmen der Anlasstat eine ganze Reihe von Vermögensdelikten
begangen habe, was schliesslich auch auf eine grosse kriminelle Energie schliessen
lasse und sich insgesamt negativ auf die Legalprognose auswirke. Seine Taten hätten
im direkten Zusammenhang mit seiner kombinierten Persönlichkeitsstörung mit
emotionaler Instabilität, dissozialem Einschlag und narzisstischen Zügen gestanden.
Grundsätzlich wäre eine Verantwortlichkeit des Gesuchstellers für das Tatgeschehen
sowie eine selbstkritische Aufarbeitung seiner Persönlichkeitsstruktur Voraussetzung
einer verminderten Rückfallgefahr. Die Sozialkompetenz müsse sowohl in beruflicher
als auch in persönlicher Hinsicht als defizitär betrachtet werden. Nach der
Gesamtbeurteilung aller prognostisch relevanten Faktoren, insbesondere der fehlenden
Auseinandersetzung mit der Tat und der problematischen Persönlichkeit sowie dem
äusserst negativen Vollzugsverhalten könne dem Gesuchsteller zum heutigen Zeitpunkt
keine günstige Prognose hinsichtlich einer stabilen, sozial angepassten und delikt-
freien Zukunft gestellt werden. Solange sich der Beschwerdeführer unschuldig wähne,
sich für sein Tatverhalten nicht verantwortlich zeige und sich auch keine Veränderung
in seinem provokativen, aggressiven und zuweilen tätlichen Verhalten zeige und er sich
jeglicher Therapie verweigere, ohne welche eine Verbesserung seines Zustandes kaum
möglich sei, sei es unter dem Gesichtspunkt der Gemeingefährlichkeit nicht
verantwortbar, dem Gesuchsteller Vollzugslockerungen zu gewähren.
f) aa) Eine Gemeingefahr, welche eine Verwahrung angezeigt erscheinen liess, nahm
die Strafkammer des Kantonsgerichts nicht an. Diese hielt fest, die
schuldangemessene Strafe von 17 Jahren Zuchthaus reiche aus, um das Bedürfnis
nach Sicherung der Allgemeinheit zu erfüllen. Hinzu komme, dass sich aus dem
psychiatrischen Gutachten keine Notwendigkeit einer Verwahrung ergebe. Auch sei zu
berücksichtigen, dass der Verurteilte noch nie in derart schwerwiegender Weise gegen
die Rechtsordnung verstossen habe. Zwar habe er schon früher gefährlich mit Waffen
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hantiert, dies sei indes vor allem im Zusammenhang mit Suizidhandlungen erfolgt. Es
könne auch nicht gesagt werden, dass er in seinem bisherigen Leben eine konstant
aggressive Haltung gegenüber Drittpersonen gezeigt habe. Unter diesen Umständen
sei von einer Verwahrung gemäss Art. 43 Ziff. 1 Abs. 2 StGB abzusehen.
bb) Demgegenüber erachtet die Fachkommission die Gemeingefährlichkeit als derart
hoch, dass dem Beschwerdeführer keine Vollzugslockerungen gewährt werden dürften.
Allerdings fällt auf, dass die Fachkommission teilweise von einem unrichtigen
Sachverhalt ausging. Unter anderem hielt sie fest, die Sozialkompetenz des
Beschwerdeführers müsse sowohl in beruflicher als auch in persönlicher Hinsicht als
defizitär bezeichnet werden, und begründete dies damit, der Beschwerdeführer habe
seinen Lehrabschluss verpasst. Dies schloss sie fälschlicherweise wohl aus der
Feststellung der Strafkammer, der Beschwerdeführer habe beim Lehrabschluss ein
Leistungsdiplom knapp verpasst. Demgegenüber war im psychiatrischen Gutachten
vom 14. Januar 1991 festgehalten worden, der Beschwerdeführer habe die vierjährige
Elektromonteur-Lehre mit guter Note von 5,1 abgeschlossen, was durch die im
Rekursverfahren eingereichte Kopie des Abschlusszeugnisses bestätigt wird.
Sodann stellte die Fachkommission aufgrund des Berichts der Strafanstalt fest, der
Beschwerdeführer werde als äussert schwieriger Insasse beschrieben, unter anderem
drohe er oft erheblich. In den Unterlagen der Strafanstalt sowie namentlich in der
Stellungnahme der Anstaltsleitung zum Urlaubsgesuch sind jedoch keine Drohungen
verzeichnet. Der Beschwerdeführer macht diesbezüglich geltend, im Rahmen einer
Wohngruppenqualifikation sei ihm vorgehalten worden, er habe mit einer Beschwerde
"gedroht". Wie es sich damit verhält, kann offen bleiben. Jedenfalls ging die
Fachkommission fälschlicherweise davon aus, der Beschwerdeführer habe im Vollzug
Drohungen im Sinne aggressiven Verhaltens bzw. Ankündigung von Gewalt geäussert.
cc) Der Bericht der Strafanstalt zeigt, dass der Beschwerdeführer während des
Vollzugs wiederholt durch aggressives Verhalten aufgefallen ist. Er hatte mehrere
tätliche Auseinandersetzungen mit anderen Häftlingen und liess sich mehrmals ein
Fehlverhalten bei der Arbeit zuschulden kommen.
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g) Der Entscheid über den Urlaub beruht letztlich immer auf unsicheren Annahmen,
doch muss er im Beurteilungsvorgang von sachlichen Anhaltspunkten getragen sein
(BGE 124 IV 198). Anderseits ist dem Beschwerdeführer zuzustimmen, dass die
Urlaubsgewährung nicht schematisch davon abhängig gemacht werden darf, dass er in
eine Therapie einwilligt. Das Bundesgericht hat dazu festgehalten, eine solche
Verknüpfung widerspreche dem Zweck des Beziehungsurlaubes. Dieser solle dem
Betroffenen die Möglichkeit geben, seine Beziehungen zur Aussenwelt zu festigen oder
seine Wiedereingliederung nach der Strafentlassung vorzubereiten. Diese Vorbereitung
sei auch und gerade bei Verurteilten erforderlich, die aufgrund ihrer
Therapieverweigerung rückfallgefährdet erschienen (BGE 1P.470/2004 vom 15.
Oktober 2004).
aa) Im vorliegenden Fall hat die Strafvollzugsbehörde den Urlaub nicht in dem Sinne
von einer Therapie abhängig gemacht, dass ohne solche ein Urlaub kategorisch
ausgeschlossen bliebe. Wie die Vorinstanz zutreffend festhält, erachtete das Justiz-
und Polizeidepartement allfällige Therapieresultate als zusätzliche Kriterien, um ein
Urlaubsgesuch zu beurteilen. Zeige sich in der Therapie eine positive Veränderung des
Straftäters, werde dies zu seinen Gunsten in die Prognose über das künftige
Wohlverhalten miteinbezogen.
bb) Aufgrund des psychiatrischen Gutachtens ist beim Beschwerdeführer von einer
Persönlichkeitsstörung auszugehen, wobei diese Feststellung letztlich nicht davon
abhängig ist, ob er den ihm vorgeworfenen Mord begangen hat oder nicht. Der
Gutachter hielt fest, in bezug auf das Persönlichkeitsbild des Beschwerdeführers könne
die Diagnose einer kombinierten Persönlichkeitsstörung mit emotionaler Instabilität,
dissozialen und narzisstischen Zügen gestellt werden. Diese Störungen entsprächen
am ehesten einer geistig mangelhaften Entwicklung. Angesichts seines
Persönlichkeitsbildes mit Instabilitäten in verschiedenen Bereichen und der für ihn
unbefriedigenden, ja frustrierenden Lebenssituation seien soziale Verhaltensstörungen
auch weiterhin zu befürchten. Dabei könnte seine Affinität zu kriminellen Kreisen, seine
fraglose Kompetenz an den Waffen und seine dissozialen Wertvorstellungen
zusammen mit einer gewissen Unbeherrschtheit des Temperaments erschwerend ins
Gewicht fallen.
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Dem Beschwerdeführer ist es an sich unbenommen, eine Therapie zu verweigern.
Doch muss er dadurch in Kauf nehmen, dass die Beurteilung seiner Persönlichkeit und
namentlich deren Entwicklung während des Strafvollzugs erheblich erschwert wird. Die
für die Urlaubsgewährung oder andere Entscheidungen zuständigen Instanzen müssen
sich beim Fehlen von Therapieberichten zwangsläufig auf die psychiatrischen
Begutachtungen stützen und haben keine Möglichkeit, eine fachkundige Beurteilung
des gegenwärtigen Persönlichkeitsbildes zu würdigen. Dies wirft namentlich bei der
Prognose künftigen Wohlverhaltens erhebliche Probleme auf.
Zwar hält der Anstaltsseelsorger in seinem Bericht fest, dass er eine Veränderung in
der Persönlichkeit des Beschwerdeführers zu erkennen vermöge. Dies bedeutet, dass
beim Beschwerdeführer offenbar auch ohne Psychotherapie eine Veränderung der
Persönlichkeit nicht ausgeschlossen erscheint. Eine solche Veränderung bzw. eine
positive Entwicklung liesse sich durch eine Therapie allenfalls unterstützen oder besser
dokumentieren.
Weiter ist auch zu berücksichtigen, dass im Rahmen des Vollzugs seit 2001 keine
disziplinarischen Sanktionen mehr angeordnet wurden und die Anstalt in ihrer
Stellungnahme keine Einwendungen zum Urlaubsgesuch erhob.
cc) Die zum Teil fehlerhaften tatsächlichen Feststellungen der Fachkommission sowie
der positive Bericht des Anstaltsseelsorgers lassen aber im Ergebnis die Beurteilung
der Vorinstanz und der Strafvollzugsbehörde mindestens zur Zeit nicht als rechtswidrig
erscheinen. Zu berücksichtigen ist namentlich, dass der Mord nicht die einzige Straftat
ist, für die der Beschwerdeführer verurteilt wurde. Dieser wurde von der Strafkammer
des Kantonsgerichts am 9. März 1998 auch wegen qualifizierten Raubes schuldig
gesprochen, was wiederum ein schweres Gewaltdelikt ist. Sodann wurde er 1988
wegen versuchter Nötigung, 1991 u.a. wegen wiederholter Gefährdung des Lebens,
Nötigung sowie Gewalt und Drohung gegen Beamte und 1994 u.a. wegen
Brandstiftung schuldig gesprochen. Auch diese Delikte dokumentieren eine erhebliche
Gemeingefahr bzw. einen Hang zu Gewalttaten.
Der psychiatrische Gutachter schildert die Persönlichkeitsstörung des
Beschwerdeführers dahingehend, dass die emotionale Instabilität sich durch eine
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deutliche Tendenz auszeichne, impulsiv und ohne Berücksichtigung von
Konsequenzen zu handeln, sowie durch eine wechselhafte, instabile Stimmungslage.
Auf die dissoziale Persönlichkeitsstörung deute unter anderem das herzlose
Unbeteiligtsein gegenüber Gefühlen anderer, die deutliche und andauernde
Verantwortungslosigkeit und Missachtung sozialer Normen, Regeln und
Verpflichtungen, das Unvermögen zur Beibehaltung längerfristiger Beziehungen, und
unter anderem die sehr geringe Frustrationstoleranz und die niedrige Schwelle für
aggressives, auch gewalttätiges Verhalten.
Dieser Beurteilung entspricht der Umstand, dass der Beschwerdeführer während des
Strafvollzugs durch gewalttätiges Handeln auffiel. Mehrmals war er an einer Schlägerei
unter Mitgefangenen beteiligt. Aktenkundig sind auch verbale Auseinandersetzungen
mit Mitgefangenen und die Beschädigung des Zellenmobiliars. Gegen den
Beschwerdeführer wurden insgesamt acht Disziplinarmassnahmen angeordnet.
g) Zusammenfassend gelangt das Verwaltungsgericht zum Schluss, dass
Strafvollzugsbehörde und Rekursinstanz von sachlichen und nachvollziehbaren
Erwägungen ausgingen, als sie das Urlaubsgesuch des Beschwerdeführers wegen
dessen Gemeingefährlichkeit ablehnten. Aufgrund der psych-
iatrischen Beurteilung sowie des Verhaltens im Strafvollzug bestehen hinreichende
Anhaltspunkte für eine Gemeingefährlichkeit des Beschwerdeführers, welche zur Zeit
die Verweigerung von Urlaub gerechtfertigt erscheinen lässt. Das wiederholte
ordnungswidrige Verhalten während des Vollzugs zeigt, dass sich der
Beschwerdeführer häufig nur ungenügend unter Kontrolle hat und dass er sich durch
Provokationen zu Aggressivitäten hinreissen lässt.
Nicht stichhaltig ist der Einwand des Beschwerdeführers, die Strafkammer hätte die
Verwahrung oder zumindest eine Therapie angeordnet, wenn bei ihm Gemeingefahr
bestehen würde. Gemeingefahr im Sinne der Richtlinien über die Urlaubsgewährung ist
insbesondere auch im Lichte des Verhaltens im Strafvollzug zu würdigen. Nicht
ausschlaggebend ist sodann der Umstand, dass der Beschwerdeführer andere Fälle
von Gefangenen nennt, bei denen trotz Bestreitens der Tat Urlaub gewährt wurde. Wie
erwähnt, ist vorliegend das Bestreiten der Tat nicht ausschlaggebend für die
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Verweigerung des Urlaubs, und zudem vermöchten abweichende Entscheide in
anderen Fällen dem Beschwerdeführer keinen Anspruch auf Gleichbehandlung im
Unrecht zu verschaffen. In diesem Punkt kann auf die zutreffenden Erwägungen der
Vorinstanz (Erw. 6c) verwiesen werden. Ungerechtfertigt ist allerdings der Einwand der
Vorinstanz, der Beschwerdeführer lege nicht substantiiert dar, inwiefern bei den drei
von ihm genannten Straftätern ohne Therapie oder neues psychiatrisches Gutachten
Urlaub gewährt worden sei. Der Beschwerdeführer dürfte gar nicht in der Lage sein,
wie er zutreffend geltend macht, die entsprechenden Fälle näher zu dokumentieren.
h) Wie erwähnt, ist es nach der Rechtsprechung des Bundesgerichtes nicht zulässig,
Urlaub von einer Therapie abhängig zu machen. Ungeachtet einer Therapie wird sich
beim Beschwerdeführer nach Verbüssung von zwei Dritteln der Strafe (2008) die Frage
der bedingten Entlassung stellen. Selbst wenn dieser Aspekt unberücksichtigt bliebe,
würde spätestens im Jahr 2014 die Entlassung des Beschwerdeführers anstehen. Der
Vollzug der Freiheitsstrafe hat dieser Tatsache Rechnung zu tragen. Die Strafkammer
hat von einer Verwahrung ausdrücklich Umgang genommen. Der Beschwerdeführer
wird somit im Strafvollzug auf die Entlassung vorbereitet werden müssen. In diesem
Zusammenhang werden künftig auch Urlaube in Betracht zu ziehen sein. Dem
Sicherheitsbedürfnis ist unter Umständen dadurch Rechnung zu tragen, dass diese
Urlaube zumindest zu Beginn begleitet durchgeführt werden.
Dem Bericht der Strafanstalt ist zu entnehmen, dass im Jahr 2002 eine
Vollzugsplanungskonferenz durchgeführt wurde. Dabei wurde aufgrund des vom
Beschwerdeführer angestrengten Wiederaufnahmeverfahrens eine erneute
psychiatrische Begutachtung in Betracht gezogen. Der Gutachter erklärte sich jedoch
ausserstande, eine Risikobeurteilung vorzunehmen, solange die Tat bestritten werde.
Die Vollzugsplanung wird jedoch ungeachtet des Wiederaufnahmeverfahrens und der
Verweigerung einer Therapie fortgesetzt werden müssen, da sich in einigen Jahren
beim Beschwerdeführer die Frage der bedingten Entlassung stellen wird und die
Gewährung von Urlaub auch zur Festigung seiner Beziehungen zur Aussenwelt dient
und die Wiedereingliederung nach der Entlassung vorzubereiten hat (vgl. BGE 1P.
470/2004 vom 15. Oktober 2004). Aufgrund des Bestreitens der Mordtat dürfte eine
erneute psychiatrische Beurteilung nicht zu umgehen sein. Es ist nicht nachvollziehbar,
inwiefern allein aufgrund des Umstands, dass eine Tat auch nach der Verurteilung
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 15/16
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bestritten wird, eine Begutachtung unterbleibt. Hinzu kommt, dass eine erneute
Beurteilung der Gemeingefährlichkeit durch die Fachkommission notwendig sein wird,
nachdem diese in einem wesentlichen Punkt von einem offensichtlich falschen
Sachverhalt ausgegangen war (vgl. oben E. f, bb). Sodann wird auch das Verhalten des
Beschwerdeführers im Strafvollzug erneut zu berücksichtigen sein, nachdem seit der
Stellungnahme der Strafanstalt bereits rund zweieinhalb Jahre verstrichen sind. Ein
neuerliches Urlaubsgesuch wird schliesslich innert angemessener Frist beurteilt werden
müssen; eine Verfahrensdauer von über zwei Jahren vom Gesuch bis zur Fällung eines
Rekursentscheids, wie dies vorliegend der Fall war, dürfte künftig nicht mehr statthaft
sein.
h) Zusammenfassend ergibt sich aus den vorstehenden Erwägungen, dass der
Vorinstanz keine Ueberschreitung bzw. kein Missbrauch des Ermessens vorgeworfen
werden kann und die Verweigerung des Urlaubs rechtmässig ist. Folglich ist die
Beschwerde abzuweisen.
3./ Aufgrund der unentgeltlichen Rechtspflege gehen die amtlichen Kosten des
Beschwerdeverfahrens zulasten des Staates. Eine Entscheidgebühr von Fr. 2'000.-- ist
angemessen (Ziff. 382 Gerichtskostentarif, sGS 941.12). Auf ihre Erhebung ist zu
verzichten (Art. 95 Abs. 3 VRP).
Ausseramtliche Kosten sind nicht zu entschädigen (Art. 98bis VRP).