# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 48006483-8110-44e3-b308-2247c095a4f7
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2018
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
Der 1969 geborene
X._
arbeitete ab dem 1. März 2011 mit einem Beschäftigungsgrad von 100 % als Lagerist für die Firma
A._
AG (Urk.
8/3
) und war über diese im Rahmen einer kollektiven Krankentaggeldver
sicherung nach
VVG (
Vertrags-
Nr.
60051298
) bei der Helsana Zusatzversicherun
gen AG für ein Taggeld von 80 % des versicherten
Lohns
gegen Krankheit
ver
sichert, und zwar für eine Leistungsdauer von 730 Tagen
nach einer Wartefrist von 3
0
Tagen (
Urk.
8/
1-
2
).
Am 23. Juni 2015 meldete die Arbeitgeberin der Helsana, dass der Versicherte wegen Krankheit ab 18. Juni 2015 arbeitsunfähig sei (Urk
. 8/3).
Nach Ablauf der Wartefrist von 30 Tagen erbrachte die Helsana
ab 1
8.
Juli 2015
Taggeldleistungen (
Urk.
8/4a-k
).
Nach
dem sie zunächst
den Verlaufsbericht
vom 2
6.
Juni 2015
der
damaligen
Hausärztin
Dr.
B._
, Fac
härztin für Allgemeine Medizin
(
Urk.
2/3)
,
beigezogen hatte,
holte
die Helsana
den Bericht von
Dr.
C._
, Facharzt für Psychiatrie,
vom 1
0.
August 2015 über
ein
L
ow-level
-
Assessment
des
Versicherten
ein
(
Urk.
2/4).
Dieser Arzt
bescheinigte dem Ver
sicherte
n
ebenfalls
eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit
wegen eines psychischen
Leidens
(
Urk.
2
/5
). Vom 2
8.
Juli bis
1.
September 2015 war der Versicherte in der psychiatrischen Klinik
D._
AG stationär hospitalisiert (
Urk.
2/6/1).
Dr.
E._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, behandelte
ihn
seit dem 2
6.
Juni 2015 ambulant und attestierte in seinem Verlaufsbericht vom 2
4.
Dezember 2015 weiterhin eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit (
Urk.
2/6/3).
In der Folge holte die Helsana
bei der Gutachtenstelle
F._
das
psychiatrische
Gutachten von
Dr.
G._
, Facharzt für Neurologie, und
Dr.
H._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie
, vom 2
2.
Februar 2016 ein.
Da die Gutachter dem Versicherten eine 100%ige Arbeitsfähigkeit attestiert hatten (
Urk.
2/7
1), stell
t
e s
ie
dem Versicherten mit Schreiben vom
7.
März 2016
die
Einstellung der
Taggeld
leistungen per Ende April 2016
in Aussicht
. Zudem wies sie ihn an, sich bei der Arbeitslosenversicherung anzumelden
(
Urk.
2/7).
Mit Stellungnahme vom
4.
April 2016 opponierte der Versicherte dagegen (
Urk.
2/7/3), worauf die Helsana das Dossier am
3.
März sowie am
6.
April 2016 durch ihren Vertrauensarzt
Dr.
I._
versicherungsmedizinisch beurteilen liess
(
Urk.
8/5-6) und
dem Versicherten am
8.
April 2016
schriftlich mitteilte,
an der geplanten Einstellung der Taggeldleistungen ab dem
1.
Mai 2016 fe
stzuhalten (
Urk.
2/8).
2.
Mit Eingabe vom 1
4.
Juni 2017 reichte der Versicherte, vertreten durch Rechts
anwältin Corinne Schoch, Klage gegen die Helsana ein und beantragte, die Beklagte sei zur Nachleistung von Taggeldern von Mai 2015 bis zur Ausschöp
fung der Leistungsdauer gemäss Kollektivversicherungsvertrag zuzüglich Zins zu 5
%
seit Fälligkeit zu verpflichten, eventualiter sei seine Oberbegutachtung zu veranlassen. In prozessualer Hinsicht sei ihm eine unentgeltliche Rechtsvertrete
rin in der Per
s
on von Rechtsanwältin Corinne Schoch zu bestellen (
Urk.
1 S. 2). Mit Klageantwort vom
6.
Juli 2017 beantragte die Helsana die Abweisung der Klage (
Urk.
7). Mit Verfügung vom 1
1.
Juli 2017 bestellte das Gericht dem Kläger in Gutheissung seines Gesuchs Rechtsanwältin Corinne Schoch als unentgeltliche Rechtsvertreterin. Gleichzeitig ordnete es einen zweiten Schriftenwechsel an
und forderte den Kläger auf, die Klage zu beziffern
(
Urk.
9).
In der Replik vom 1
4.
Sep
tember 2017 beantragte der Kläger, die Beklagte sei zur Nachleistung von Tag
geldern vom
1.
Mai 2016 bis 1
5.
Juni 2017 in der Höhe von
Fr.
56'959.70 zuzüg
lich Verzugszins von 5
%
seit Fälligkeit respektive mittlerem Verfalltag am 2
2.
November 2016 zu verpflichten und hielt am Eventualantrag auf Anordnung eines Obergutachtens fest (
Urk.
12 S. 2). Am 1
8.
September 2017 reichte er
einen Verlaufsbericht von
Dr.
E._
vom 1
6.
September 2017 zu den Akten (
Urk.
15-16), welcher der Beklagten vom Gericht zugestellt wurde (
Urk.
17; vgl. auch
Urk.
19 S. 3).
Mit Duplik vom 2
9.
September 2017 hielt die Beklagte an ihrem Antrag auf Klageabweisung fest (
Urk.
19).
Auf
die
Vorbringen
der Parteien und
die
eingereichten Unterlagen wird,
soweit
für
die
Entscheidfindung
erforderlich, nachfolgend eingegangen.
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Zusatzversicherungen zur sozialen Krankenversicherung nach dem Bundesgesetz über die Krankenversicheru
ng (KVG) unterstehen nach Art.
2 Abs.
2
des Bundes
gesetztes betreffend die Aufsicht über die Krankenversicherung (
KV
A
G
)
dem Bun
desgesetz über den Versicherungsvertrag (VVG). Das Bundesgericht subsumiert kollektive Krankentaggeldversicherungen wie alle weiteren Taggeld
versicherun
gen in ständiger Praxis unter den Begriff der Zusatzversicherung zur sozialen Krankenversicherung (Urteil des Bundesgerichts 4A_47/2012 vom 12. März 2012 E. 2 mit weiteren Hinweisen). Die Kantone können gestützt auf Art. 7 der Schwei
zerischen Zivilprozessordnung (ZPO) ein Gericht bezeichnen, welches als einzige kantonale Instanz für Streitigkeiten in diesem Gebiet sachlich zuständig ist. Im
Kanton Zürich liegt die Zuständigkeit beim Sozialver
sicherungsgericht
(§ 2 Abs. 2
lit
. b
GSVGer
).
1.3
Die für das Sozialversicherungsgericht verbindliche Regelung der örtlichen Zuständigkeit im Bereich der Zusatzversicherungen zur sozialen Krankenver
sicherung findet sich in Art. 32
ZPO
. Demnach ist bei Streitigkeiten aus Konsu
mentenverträgen für Klagen der Konsumentin oder des Konsumenten das Gericht am Wohnsitz oder Sitz einer der Parteien zuständig (Art. 32 Abs. 1
lit
. a ZPO). Kläger
und Beklagte haben ihren
Wohnsitz
beziehungsweise Sitz
im Kanton Zürich; damit ist auch die örtliche Zuständigkeit des Sozialversicherungsgerichts des Kantons Zürich gegeben.
1.4
Das Verfahren richtet sich nach der ZPO, wobei das einfache Verfahren zur Anwendung gelangt (Art. 243 Abs. 2
lit
. f ZPO) und die Klage direkt beim Gericht anhängig zu machen ist (BGE 138 III 558 E. 3.2 und 4.6). Das Gericht darf einer Partei nicht mehr und nichts
anderes
zusprechen, als sie verlangt, und nicht weniger, als die Gegenpartei anerkannt hat (Art. 58 ZPO). Es stellt den Sachver
halt von Amtes wegen fest (Art. 247 Abs. 2
lit
. a
i.V.m
. Art. 243 Abs. 2
lit
. f ZPO), erhebt von Amtes wegen Beweis (Art. 153
i.V.m
. Art. 247 Abs. 2
lit
. a ZPO) und bildet seine Überzeugung nach freier Würdigung der Beweise (Art. 157 ZPO).
1.5
Nach
Art.
247
Abs.
2
lit
. a
i.V.m
.
Art.
243
Abs.
2
lit
. f ZPO untersteht die v
orlie
gende Streitigkeit der sogenannten
sozialen Untersuchungsmaxime. Bei der sozi
alpolitisch begründeten Untersuchungsmaxime geht es darum, die wirt
schaftlich schwächere Partei zu schützen, die Gleichheit zwischen den Parteien herzustellen sowie das Verfahren zu beschleunigen. Die Parteien sind jedoch nicht davon befreit, bei der Feststellung des
entscheidwesentlichen
Sachverhalts aktiv mitzu
wirken und die allenfalls zu erhebenden Beweise zu bezeichnen. Sie tragen auch im Bereich der sozialen Untersuchungsmaxime die Verantwortung für die Sach
verhaltsermittlung. Das Gericht hat lediglich seine Fragepflicht auszuüben, die Parteien auf ihre Mitwirkungspflicht sowie das Beibringen von Beweisen hinzu
weisen. Zudem hat es sich über die Vollständigkeit der Behauptungen und Beweise zu versichern, wenn diesbezüglich ernsthafte Zweifel bestehen. Aber es führt nicht von sich aus eigene Untersuchungen durch.
Ist eine Partei durch einen Anwalt vertreten
,
kann und
muss sich das Gericht
ihr gegenüber wie bei Geltung der Verhandlungsmaxime
zurückhalten
(
Urteil des Bundesgerichts 4A_592/2015 vom 18. März 2016, E. 3 mit Hinweis auf BGE 141 III 569
).
1.6
Nach
Art.
8 ZGB hat, wo es das Gesetz nicht anders bestimmt, derjenige das Vor
handensein einer behaupteten Tatsache zu beweisen, der aus ihr Rechte ableitet. Demgemäss hat die Partei, die einen Anspruch geltend macht, die rechtsbegrün
denden Tatsachen zu beweisen, während die Beweislast für die rechtsaufhebenden bzw. rechtsvernichtenden oder rechtshindernden Tatsachen bei der Partei liegt, die den Untergang des Anspruchs behauptet oder dessen Entstehung oder Durch
setzbarkeit bestreitet. Der Eintritt des Versicherungsfalls ist nach diesen Grundsätzen vom Anspruchsberec
htigten zu beweisen
. Ist eine Krankentaggeld
versicherung als Schadenversicherung ausgestaltet, setzt der Eintritt des Versicherungsfalls einen Schaden - namentlich einen Erwerbsaus
fall - voraus. Dabei gilt das herabgesetzte Beweismass der ü
ber
wiegenden Wahrscheinlichkeit
. Dem Versicherer steht gemäss
Art.
8 ZGB das Recht auf Gegenbeweis zu. Für das Gelingen des Gegenbeweises ist nur erforder
lich, dass der Hauptbeweis erschüttert wird
(
Urteil des Bundesgerichts 4A_592/2015 vom 18. März 2016, E. 3 mit Hinweisen)
.
1.7
Im Rahmen eines Gutachtens hat die sachverständige Person aufgrund ihres Fachwissens über allgemein und jederzeit zugängliche Erfahrungstatsachen Aus
kunft zu geben. Der Gutachter ist im Gegensatz zum (allenfalls sachverständigen) Zeugen, der über eigene Wahrnehmungen aussagt, ersetzbar, weshalb er vom Gericht bestimmt wird. Von den Parteien in Auftrag gegebene Stellungnahmen sind, soweit sie über allgemein und jederzeit zugängliche Erfahrungstatsachen Auskunft geben, über die eine beliebige sachverständige Person Auskunft geben könnte, nach dem Willen des Gesetzgebers für sich allein nicht zum Beweis geeignet und fallen insoweit auch nicht unter den Begriff der Urkunde (BGE 141 III 433 E. 2.5.3 und E. 2.6). Von der Versicherung veranlasste Aktengutachten sind Musterbeispiel derartiger Parteigutachten. Denn die Akten können zur Beantwortung allfälliger Fachfragen jeder beliebigen sachverständigen Person unterbreitet werden (Urteil des Bundesgerichts 4A_85/2017 vom
4.
September 2017, E. 2.2.1).
Allerdings ist zu beachten, dass nur Tatsachenbehauptungen bewiesen werden müssen, die ausdrücklich bestritten sind. Parteibehauptungen, denen ein Privat
gutachten zugrunde liegt, werden meist besonders
substanziiert
sein. Ent
sprechend genügt eine pauschale Bestreitung nicht; die Gegenpartei ist vielmehr gehalten zu
substanziieren
, welche einzelnen Tatsachen sie konkret bestreitet. Wird eine Tatsachenbehauptung von der Gegenpartei
substanziiert
bestritten, so vermögen Parteigutachten allein diese grundsätzlich nicht zu beweisen. Dies schliesst jedoch nicht aus, dass sie allenfalls als Parteibehauptungen zusammen mit - durch Beweismittel nachgewiesenen - Indizien den Beweis erbringen (BGE 141 III 433 E. 2.6).
1.8
Das Recht auf Beweis wird durch die Nichtabnahme von beantragten Beweismit
teln nicht verletzt, wenn das Gericht
– ohne dabei in Willkür verfal
len zu sein – bei pflichtgemässer antizipier
ter Beweiswürdigung zur Überzeu
gung gelangt
, die Beweismittel
vermögen keine Klärung herbeizu
führen, seien zur Erbringung des Beweises untauglich oder könnten die bereits gebildete Überzeugung so oder so nicht mehr
umstossen (Urteile des Bundesge
richts 4A_571/2016 vom 23. März 2017, E. 4.1, 4A_626/2015 vom 24. Mai 2016, E. 2.4, sowie 4A_491/2014 vom 30. März 2015, E. 2.5 mit Hinweisen).
2.
Es steht fest und ist unbestritten, dass der Kläger über die von seiner ehemaligen Arbeitgeberin mit der Beklagten abgeschlossene kollektive Krankentaggeldver
sicherung
(Vertrags-Nr. 60051298) für ein Taggeld von 80 %
seines
Jahreslohns von
Fr.
63'180.-- gegen Krankheit versichert war, und zwar für eine Leistungs
dauer von 730 Tagen
mit
einer Wartefrist von 3
0
Tagen (
Urk. 8/1-2; vgl. auch
Urk.
7 S. 2,
Urk.
8/4a-k
).
Gemäss
Art.
3.4 der
anwendbar
en
Allgemeinen Versicherungsbedingungen (AVB) für die Helsana Business
Salary
Kollektiv-Taggeldversicherung nach VVG, Aus
gabe 2006 (
vgl.
Urk.
7 S. 2
und 8
,
Urk.
8/1 S. 2,
Urk.
8/2 S. 3
), ist Arbeitsun
fähigk
eit die durch eine Beeinträchti
gung der körperlichen, geistigen oder psy
chischen Gesundheit bedingte volle oder teilweise Unfähigkeit, im bisherigen B
eruf oder Aufgabenbereich zumut
bare Arbeit zu leisten. Bei langer Dauer wird auch die zumutbare Tätigkeit in einem anderen Beruf oder Aufgabenbereich berücksichtigt. Das Taggeld wird bei nachgewiesener Arbeitsunfähigkeit von mindes
tens 25 % anteilsmässig entspre
chend dem Grad der Arbeitsunfähigkei
t ausgerichtet (Art. 12.1 AVB).
Die Berechnung der Taggeldhöhe erfolgt mittels Umrechnung des versicherten Lohnes auf ein volles Jahr und Teilung der versicherten
Jahreslohnsumme durch die Zahl
365 bzw. 366 in Schaltjahren (
Art.
21 AVB).
3.
3.1
Der
Kläger
macht geltend
,
bei ihm bestehe
seit
Mai 2016
anhaltend
eine mittel
gradige beziehungsweise schwere
Depression
. Er
sei
daher zu 100
%
arbeitsun
fähig
(
Urk.
12 S. 2)
.
Er leide unter folgenden gemäss ICD-10 für die Diagnose einer depressiven Episode vorausgesetzten Symptomen: depressive Stimmung, Bedrücktheit/Niedergeschlagenheit, Interessenverlust oder Verlust von Freude sowie Energieverlust, erhöhte Ermüdbarkeit, sporadisch wiederkehrende Gedan
ken an Suizid, Klagen über oder Nachweis eines verminderten Denk- und Kon
zentr
at
ionsvermögens, Unschlüssigkeit oder Unentschlossenheit, psychomoto
rische Agitiertheit oder Hemmung, Schlafstörungen sowie Appetitverlust.
Dies werde insbesondere durch die Stellungnahmen von
Dr.
C._
vom
5.
August 2015, des behandelnden Psychiaters
Dr.
E._
vom 2
8.
Januar 2017
und der Ärzte der
Klinik
D._
vom 2
1.
September 2016 bewiesen (
Urk.
1 S. 11 f.).
Entgegen
der Behauptung der Beklagten habe er sich nicht
freiwillig, sondern wegen seines
schwer belastenden Zustands mit Phasen von
Suizidalität
, also aufgrund einer Verschlechterung der psychischen Symptomatik,
in die stationäre Therapie bege
ben
(
Urk.
12 S. 6
und 11
).
Er sei erwiesenermassen durchgehend bis zur
Fertig
stellung der Replik zu 100
%
krankgeschrieben gewesen
, und gemäss dem neu
esten Verlaufsbericht von
Dr.
E._
vom 1
6.
September 2017
bestehe nach wie vor eine mittel- bis
schwergradige
Depression
.
Grundlage für die Beurteilung von
Dr.
E._
seien die regelmässigen und inzwischen wöchentlichen Therapiesitzun
gen bei diesem Arzt gewesen (
Urk.
12 S. 7,
Urk.
15-16).
Dieser Arzt habe ihm von Anfang an eine medikamentöse Therapie verschrieben (
Urk.
12 S.
4)
, und er nehme nach wie vor regelmässig Medikamente ein
.
Dr.
E._
behandle ihn sodann psychotherapeutisch
.
Bei seinen Arztberichten handle es sich nicht um Gutachten, welche eingehendere Erläuterungen
etwa zu den therapeutischen Massnahmen
enthielten
(
Urk.
12 S. 8 f.)
. Sie seien aber relativ ausführlich und beruhten auf
regelmässigen, inzwischen wöchentlichen Therapiesitzungen (
Urk.
12 S. 7).
Die Erfahrungstatsache, dass behandelnde Ärzte im Zweifelsfall eher zu Gunsten ihrer Patienten aussagten, stehe hier nicht im Vordergrund, da auch die Berichte der unabhängigen Ärzte der
Klinik
D._
sowie des von der Beklagten beauftragten Gutachters
Dr.
C._
die Beurteilung von
Dr.
E._
bestätigten. Zu beachten sei auch, dass die behandelnden Psychiater besser
in der Lage seien, seine Beschwerden zu beurteilen,
als
ein Gutachter, welcher ihn ein
mal gesehen habe (
Urk.
12 S. 10 f.).
Beim
Gutachten von
Dr
.
G._
vom 2
2.
Feb
ruar 2016 handle es sich
hingegen
um ein Parteigutachten ohne Beweiswert.
Die
ses
weise
zudem erhebliche
Mängel auf:
Er habe weder zur Person des Gutachters noch zu den ihm gestellten Fragen Stellung nehmen können.
Die Begutachtung habe lediglich 30 Minuten gedauert, womit die gemäss den Qualitätsrichtlinien für psychiatrische Gutachten vorausgesetzte wohlwollende und entspannte Gesprächsatmosphäre gar nicht habe aufkommen kö
nnen.
Ein solches
Gutachten
könne
lediglich eine Momentaufnahme
beschreiben
. Überdies
hab
e
er den Ein
druck
gehabt, dass der Guta
chter kein Interesse an seinem L
eiden gehabt habe und i
h
m gegenüber voreingenommen gewesen sei.
Sodann sei auf das Einholen von Fremdeinkünften verzichtet worden
und
es seien nicht sämtliche relevanten medizinischen
Vorakten
berücksichtigt worden
. D
as Gutachten setze sich
auch
nicht mit
den
Beurteilungen der anderen Ärzte auseinander
, insbesondere der in diesen Berichten dokumentierten depressiven Symptomatik
. Seine schwierige familiäre Situation
ebenso wie zahlreiche von ihm beschriebene Symptome und Befunde würden im Gutachten ungenügend berücksichtigt, etwa,
dass seine Sui
zidgedanken Anlass für die stationäre Aufnahme gewesen seien
und er vor der Begutachtung in verschiedene Schlägereien geraten sei
.
Im
Gutachten
seien lediglich die mittels gutachterlicher F
rem
d
beurteilung
nach dem AMDP-System
erhobenen Befunde berücksichtigt worden
, womit es auf einer ungenügenden Befunderhebung basiere.
In der Expertise
sei schliesslich auch nicht erläutert wor
den, ob und inwiefern sich die anerkannten psychischen Funktionseinschränkun
gen auf die Arbeitsfähigkeit in der angestammten und in anderen Tätigkeiten auswirkten
(
Urk.
1 S. 5 und 12-16
).
Deshalb sei
das Gutachten
nicht geeignet, die
Beweiskraft der übrigen Arztberichte
psychiatrischer Fachärzte
zu
erschütter
n.
Der ebenfalls von der Beklagten beauftragte Psychiater
Dr.
C._
habe denn auch im Widerspruch zu
Dr
.
G._
eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit attestiert. Dieser Arzt habe zwar anders als die behandelnden Ärzte eine Anpassungsstörung diagnostiziert, aber ebenfalls typische depressive Symptome erhoben.
Falls das Gericht zum Schluss komme, dass
auch unter
Berücksichtigung der Arztberichte von
Dr.
E._
und
der
Klinik
D._
eine Beweislücke vorliege, so sei
diese durch die Einholung
ein
es
Obergutachten
s
zu schliessen
(
Urk.
12 S.
7,
9 und 12)
. Die Beklagte schulde ihm
für die Zeit vom
1.
Mai 2016 bis 1
5.
Juni 2017
weitere 412 Taggelder
in Höhe von
Fr.
56'959.70
zuzüglich Verzugszins von 5
%
.
Da die Beklagte ihre Leistungspflicht mit Schreiben vom
8.
April 2016 definitiv abge
lehnt habe, seien Fälligkeit und Verzug der einzelnen Taggelder ab
1.
Mai 2016 fortlaufend eingetreten, wobei der für den Beginn des Zinsenlaufs massgebliche mittlere Verfalltag zwischen
dem
1.
Mai 2016 und dem 1
5.
Juni 2017 der 2
2.
November 2016 sei
(
Urk.
1 S.
2,
Urk.
12 S.
2 ff. und
12).
3.2
Die Beklagte stellt sich demgegenüber auf den Standpunkt, in den Akten fehle ein ärztlicher Bericht, der geeignet sei, eine Arbeitsunfähigkeit des Klägers hin
reichend zu begründen.
Die Hausärztin
Dr.
B._
habe in ihrem Bericht nicht begründet, inwiefern die erhobenen Befunde den Kläger daran hindern würden, die bisherige Arbeit auszuüben.
Dr.
C._
habe sodann keine mittelschwere Depression, sondern lediglich eine Anpassungsstörung (ICD-10: F43.2) diagnos
tiziert bei Verdacht auf eine Persönlichkeitsakzentuierung mit dissozialen, para
noiden und narzisstischen Zügen.
Dr.
E._
seinerseits begründe
in seinen Berichten nicht, weshalb der Kläger zu 100
%
arbeitsunfähig
sein solle
;
auch habe er
keinen Therapievorschlag unterbreitet, um der von ihm befürchteten
Chronifi
zierung
entgegenzuwirken
.
In seinem
Zeugnis vom 1
6.
September 2017 habe er lediglich notiert, der Kläger sei «seiner Ansicht nach» zu 100
%
arbeitsunfähig.
Mit einer solchen subjektviven Auffassung ohne Begründung gelinge der Nach
weis einer Arbeitsunfähigkeit nicht (
Urk.
19 S. 3).
Hinsichtlich der Arbeitsfähig
keitsbeurteilungen der behandelnden Ärzte müsse auch
die
Erfahrungstatsache berücksichtigt
werden, dass
behandelnde Ärzte
aufgrund ihrer auftragsrecht
lichen Vertrauensstellung zu ihren Patienten eher zu deren Gunsten aussagen würden, weshalb ihre Berichte mit Vorbehalt zu würdigen seien. Im Streitfall komme eine direkte
Leistungszusprache
einzig gestützt auf die Angaben der behandelnden Ärzte kaum je in Frage.
Dr.
G._
habe in seinem Gutachten vom 2
2.
Februar 2016 aufgezeigt, dass
der klinische
Befund einer Anpassungsstörung mit leichter depressiver Symptomatik im Sinne einer Verbitterungsstörung ent
spreche. Sodann habe er schlüssig dargelegt, dass Verbitterungsstörungen
typi
scherweise durch negative Lebensereignisse wie Kündigung, berufliche Herab
würdigung und Mobbing ausgelöst würden
, woraufhin sich die Betroffenen oft ungerecht behandelt fühlten und mit Verbitterung, emotionaler Erregung und Aggressivität reagierten
. Der Kläger habe ihm denn auch angegeben, in den letz
ten sechs Monaten seiner Tätigkeit beim bisherigen Arbeitgeber gemobbt worden zu sein und weiterhin viel an die Mobbingsituation zu denken. Laut dem Gutach
ter
führe
weder die Anpassungsstörung noch die von ihm ebenfalls diagnosti
zierte Persönlichkeitsstörung mit narzisstischen und dissozialen Zügen
zu
eine
r
Einschränkung der Arbeitsfähigkeit.
Entgegen der Ansicht des Klägers sei das Gutachten beweisrechtlich verwertbar.
Nachvollziehbar sei auch die Empfehlung des Gutachters, wie
der eine Arbeit aufzunehmen, da
dies einer die Verbitterung fördernden
Verharrenshaltung
entgegenwirke.
Der
Kläger sei sodann beide Male freiwillig in die
Klinik
D._
eingetreten.
Dem Austrittsbericht der
Klinik
D._
vom 2
1.
September 2016 sei zu entnehmen, dass die Schlafstörung
und der Antriebsmangel
während der
Hospitalisation
zurückgegangen sei
en und die Niedergeschlagenheit persistiert habe, aber in keinem klinischen Ausmass.
Eine Arbeits
un
fähigkeit sei seitens dieser Klinik nicht attestiert worden.
Bereits von Beginn an sei lediglich eine Arbeitsunfähigkeit beim bisherigen Arbeitgeber als Folge der dortigen Mobbingsituation ausgewiesen.
Der Kläger trage die Beweis
last dafür, dass eine
über den 3
0.
April 2016 hinaus andauernde
Arbeitsunfähig
keit von mindestens 25
%
in derselben Tätigkeit bei einem anderen Arbeitgeber
bestanden habe; da dieser Beweis nicht erbracht worden sei
,
seien
die Taggelder zu Recht per 3
0.
April 2016 eingestellt worden (
Urk.
7
,
Urk.
19 S. 2
).
3.
3
.1
Folgende bei den Akten liegenden
ärztlichen Stellungnahmen
enthalten
Äusse
rungen zum Gesund
heitszustand respektive zur Arbeitsfähigkeit des Klägers:
3.2
Die den Kläger laut Angabe in der Krankmeldung (
Urk.
2/2) ab 1
8.
Juni 2015 behandelnde Hausärztin
Dr.
B._
diagnostizierte in ihrem Bericht vom 2
4.
Juni 2015 eine depressive Störung mittleren Grades. Als Befunde nannte sie Impulsivität, eine depressive Stimmung sowie eine Schlafstörung. Der Kläger habe auch über Lustlosigkeit geklagt. Wegen mangelnder Belastbarkeit
sei er
vom 1
8.
b
is 2
8.
Juni
2015 in der angestammten Tätigkeit als Lagerist
zu 100
%
arbeitsunfähig
(
Urk.
8/3).
3.3
Im Auftrag der Beklagten erstell
t
e der Psychiater
Dr.
C._
gestützt auf
seine
Untersuchung des Klägers am
4.
August 2015 sowie den Bericht von
Dr.
B._
vom 2
4.
Juni 2015 ein
L
ow-level
-
Assessment über den Kläger.
Dem Bericht von
Dr.
C._
ist
zu entnehmen, dass der Kläger dem Psychiater angab, seit sechs Monaten am Arbeitsplatz von drei Mitarbeitern gemobbt wor
den zu sein. Nachdem er von einem der Mitarbeiter, der nur telefoniert und Pau
sen gemacht habe, Videoaufnahmen angefertigt und diese dem Chef gezeigt habe, sei er per 2
3.
April 2015 freigestellt worden mit einer Kündigungsfrist von zwei Monaten.
Seit einer Woche sei er in der
Klinik
D._
hospitalisiert.
Dr.
C._
diagnostizierte eine Anpassungsstörung (ICD-10: F43.2) bei Ver
dacht auf eine Persönlichkeitsakzentuierung mit dissozialen, paranoiden und nar
zisstischen Zügen (ICD-10: Z73.1).
In seiner Beurteilung hielt er fest
, der Kläger habe vor dem Hintergrund einer Konfliktsituation am Arbeitsplatz eine Anpas
sungsstörung entwickelt, wobei derzeit keine typisch depressiven Symptome wie Niedergeschlagenheit, psychomotorische Hemmung, Herabsetzung des Selbst
wertgefühls sowie
Anhedonie
vorhanden seien. Vielmehr habe sich der Kläger mit einer Antriebssteigerung und einer gereizten Dysphorie präsentiert und habe offen von gewalttätigen Auseinandersetzungen in den letzten Wochen und Monaten sowie von autoaggressiven Gedanken berichtet. Ferner habe er relevante Störungen in der sozialen Kommunikation gezeigt und
sich mit leichtgradigen kognitiven Defiziten präsentiert
. Seine erhebliche Selbstzentriertheit, sein arro
gantes, hochnäsiges Auftreten sowie die grundsätzlich berichtete Neigung, wenig auf existierende Normen und Re
geln zu achten, sondern die Gere
chtigkeit durch Selbstjustiz herstellen zu wollen, könnten im Sinne eines Persönlichkeitsstils mit narzisstischen und dissozialen, möglicherweise auch paranoiden Zügen interpre
tiert werden.
In diese Richtung wiesen auch das Verhalten des Klägers im Unter
suchungsgespräch sowie die fremdanamnestischen Angaben durch den beigezo
genen türkischsprachigen Dolmetscher hin.
Momentan
sei der Kläger in keiner beruflichen Tätigkeit arbeitsfähig. Die aktuelle stationäre Behandlung folge den anerkannten Therapiegrundsätzen, wobei fraglich erscheine, ob der Kläger ange
sichts des nur teilweise vorhandenen Zielsyndroms von der antidepressiven Erkrankung in relevantem Ausmass profitieren könne (
Urk.
2/5).
3.4
Nachdem sich der
Kläger
notfallmässig
beim Psychiatriezentrum
J._
vor
gestellt hatte, weil der behandelnde Psychiater
Dr.
E._
ferienabwesend war, trat er auf Zuweisung der ihn dort behandelnden Ärztin am 2
8.
Juli 2015 in die
Klinik
D._
ein und hielt sich dort bis
zum
1.
September 2015 auf. In den Berichten vom 2
4.
September und 2
3.
November 2015 über den stationären Therapieaufenthalt diagnostizierten die Ärzte eine rezidivierende depressive Stö
rung, gegenwärtig mittelgradige Episode (ICD-10: F33.1) und bescheinigten dem Kläger eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit vom 2
8.
Juli bis
6.
September 2015 mit dem Hinweis, die Arbeitsfähigkeit nach diesem Zeitraum müsse vom nachbehan
delnden Psychiater
Dr.
E._
beurteilt werden. Den Berichten
der
Klinik
D._
ist weiter zu entnehmen, dass der Kläger den Ärzten gegenüber berich
t
ete, seit rund 10 Monaten zunehmend unter einer depressiven Symptomatik zu leiden. Belastungsfaktoren seien die seit mehreren Jahren bestehende psychische Krank
heit seiner Ehefrau, die bei ihm zu Überlastungsempfinden geführt habe
, die Absagen auf Bewerbungen, die er seit dem Verlust seiner letzten Arbeitsstelle erhalten habe sowie finanzielle Probleme. Laut Angaben des Klägers bestehe sei
t
mehreren Jahren ein sozialer Rückzug; sein
e Familie sei sozial weitgehend
iso
liert. Zu Hause herrsche ein Chaos, er habe keine Kraft mehr für den Haushalt. Deshalb leide er unter Hoffnungslosigkeit mit lebensmüden Gedanken.
Den Berichten der
Klinik
D._
ist weiter zu entnehmen, dass der Kläger vor fünf bis sechs Jahren wegen einer wenige Wochen anhaltenden depressiven Episode psychiatrisch-psychotherapeutisch behandelt wurde. Anamnese und
aktuelle
Befund
e
sprachen aus Sicht der Ärzte für eine depressive Episode mittelgradiger Ausprägung im Rahmen einer rezidivierenden depressiven Störung; erfüllt seien die Kriterien einer niedergeschlagenen Stimmung seit über zwei Wochen,
des
Verlust
s von Freude, eines
verminderten Antrieb
s
, von Klagen über ein vermin
dertes Konzentrationsvermögen, einer psychomotorische
n
Hemmung,
von Appe
titverlust sowie Schlaf
störungen. Trotz der Behandlung mit verschiedenen thera
peutischen Ansätzen und der Unterstützung durch die hausinterne Sozialarbeite
rin habe die psychopathologische Symptomatik weitgehend fortbestanden, so dass
er in stabilisiertem, aber nur teilremittiertem Zustand entlassen worden sei
(
Urk.
2/6/1)
.
3.5
Laut dem Verlaufsbericht vom 2
4.
Dezember 2015 von
Dr.
E._
, welcher den Kläger seit dem 2
6.
Juni 2015 in seiner Muttersprache Türkisch psychiatrisch-psychotherapeutisch behandelte
, wirkte der Kläger etwas verwahrlost; er sei jeweils psychomotorisch in sich gesunken gewesen
, habe den Blickkontakt ver
mieden und mit leiser Stimme gesprochen, wobei das Denken inhaltlich depressiv und ängstlich gewirkt habe. Weiter hätten eine
Antriebshemmung, Grübeln, Trau
rigkeit, Freud- und Lustlosigkeit beobachtet werden können. Zudem habe er über Schlafstörungen und vereinzelte Suizidideen berichtet.
Dr.
E._
diagnostizierte eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode mit somatischem Syndrom (ICD-10: F33.11). In seiner abschliessenden Beurteilung hielt er fest, der Kläger lebe in einer schwierigen psychosozialen Situation, da die Ehefrau seit Jahren depressiv sei und der Sohn oh
ne Lehre und Zukunftsaussich
ten
. Zudem bestünden in der Familie finanzielle Schwierigkeiten
.
Zur Z
eit
sei er zu 100
%
arbeitsunfähig, die Prognose sei noch offen (
Urk.
2/6/3).
3.7
Das psychiatrische Gutachten von
Dr.
G._
und
Dr.
H._
vom 2
2.
Februar 2016 erging gestützt auf
das von der Beklagten zur Verfügung gestellte Akten
dossier, insbesondere
den
Low-level-Assessment-
Bericht von
Dr.
C._
vom
5.
August 2015,
den Bericht der
Ärzte der
Klinik
D._
vom 2
3.
November 2015 und den Befundbericht von
Dr.
E._
vom 2
4.
Dezember 2015
, und die mit einem Dolmetscher erfolgte psychiatrische Exploration des Klägers durch
Dr.
H._
am
2.
Februar 2016 (
Urk.
2/7/1 S. 1 und 5 ff.).
In d
er Expertise
wird angegeben
,
der Kläger
habe
während der psychiatrischen Exploration Au
genkontakt
gehalten
und insgesamt psychisch nicht namhaft beeinträchtigt
ge
wirkt.
D
as Denken
sei
auf eine vermeintlich ungerechtfertigte Behandlung durch Arbeitskollegen und den Arbeitgeber eingeengt
gewesen
. Mit Ausnahme
von finanziellen
Sorgen und Zukunftssorgen
habe
er keine Ängste
geäussert
.
An
haltspunkte für Suizidgedanken oder Pläne hätten gefehlt (
Urk.
2/7/1 S. 7 ff.). Die Gutachter diagnostizierten eine Anpassungsstörung mit längerer depressiver Reaktion (ICD-10: F43.21) und eine kombinierte Persönlichkeitsstörung mit nar
zisstischen und dissozialen Zügen
(ICD-10: F60.9).
In ihrer abschliessenden Beurteilung hielten
sie
fest, der Kläger habe vorwiegend depressive Verstimmun
gen, Antriebs- und Motivationsprobleme, Ein- und Durchschlafstörungen sowie Aggressionen, Reizbarkeit und Zukunftsängste g
eschildert. Die Besch
werden hät
ten sich in Zusammenhang mit einer als Mobbing wahrgenommenen beruflichen Auseinandersetzung im vergangenen Jahr entwickelt. Die AMDP-konform erho
benen Untersuchungsbefunde ergäben das Bild eines
dysphorischen
Versicherten, der ohne Hinweise für mnestische oder
konzentrative
Einschränkungen über sei
nen Werdegang und seine Beschwerden berichtet habe. Die Stimmung sei dabei
gereizt, vorwurfsvoll, aggressiv
gewesen
und geprägt von inadäquaten Grössen
phantasien, einer erhöhten Kränkbarkeit und Schuldzuweisungen gegenüber anderen ohne die Bereitschaft, allfällige eigene Beiträge zu Konfliktsituationen zu erkennen
. Klinische Zeichen einer Depressivität wie psychomotorische Hem
mung, Antriebsstörung oder Niedergeschlagenheit hätten gefehlt. Die von den behandelnden Ärzten gestellte Diagnose einer mittelgradigen depressiven Episode könne vor diesem Hintergrund nicht
bestätigt
werden. Das klinische Bild entspre
che einer Anpassungsstörung mit leichter depressiver Symptomatik im Sinne einer
Verbitterungsstörung.
Solche Störungen würden typischerweise durch negative Lebensereignisse wie Kündigung, berufliche Herabwürdigung und Mob
bing ausgelöst, woraufhin sich die Betroffenen oft ungerecht behandelt fühlten und mit Verbitterung, emotionaler Erregung und Aggressivität reagierten.
Die emotionale Schwingungsfähigkeit sei hierbei nicht beeinträchtigt, und diese Per
sonen zeigten meist einen normalen Affekt bei Ablenkung. Die im psychopatho
logischen Befund aufscheinenden prämorbiden narzisstischen und dissozialen Persönlichkeitszüge könnten als prädisponierende Faktoren für die Entwicklung der Verbitterungsstörung angesehen werden. Weder die Anpassungsstörung noch die definitionsgemäss seit dem jungen Erwachsenen
alter bestehende Persönlich
keitsstörung
hätten
jedoch eine Minderung der Arbeitsfähigkeit
sowohl in der zuletzt ausgeübten Tätigkeit als Lagerist wie auch in jeder anderen Tätigkeit des allgemeinen Arbeitsmarkts zur Folge; der Kläger könne sein Verhalten nämlich durchaus kontrollieren. Zudem könne dieses Leiden therapiert werden. Ab sofort sei er zu 100
%
arbeitsfähig. Aus therapeutischer Sicht sei die Wiederaufnahme einer Arbeit zu empfehlen, da dies einer die Verbitterung fördernden
Verharrens
haltung
entgegenwirke (
Urk.
2/7/1 S. 9 ff.).
Gestützt auf das
F._
-Gutachten gelangte der Vertrauensarzt der Helsana
Dr.
I._
, Facharzt für
Allgemeine Innere Medizin
, in seiner Beurteilung vom
3.
März 2016 zur Schlussfolgerung, dass der Kläger ab sofort
wegen einer gesundheitlichen Besserung
zu 100
%
arbeitsfähig sei in sämtlichen Tätigkeiten (
Urk.
8/5; vgl. auch
Urk.
8/6).
3.8
Im Verlaufsbericht vom 2
6.
März 2016 wiederholte
Dr.
E._
die in seinem Vor
bericht gestellten Diagnosen und Befunde
im W
esentlichen (vgl.
Urk.
2/6/3). Neu erwähnte er bei den Befunden angestaute innere Wut, einen verkehrten Tag-Nacht-Rhythmus und eine bereits etablierte depressive Weltsicht. Weiter führte er aus, der Kläger sei seiner Ansicht nach von den Gutachtern nicht korrekt erfasst worden. Zwar habe er auf die Frage des Gutachters, ob er arbeiten würde, wenn
er eine Arbeit fände, mit «Ja» geantwortet; aus psychiatrisch-psychotherapeuti
scher Sicht sei er
zur Zeit
aber zu 100
%
arbeitsunfähig und keinesfalls in der Lage, eine Stelle anzutreten (
Urk.
2/7/2).
3.9
Vom 1
5.
August bis
7.
September 2016 hielt sich der Kläger zum zweiten Mal in der
Klinik
D._
stationär auf. Dem Austrittsbericht vom 2
1.
September 2016 ist zu entnehmen, dass er freiwillig eintrat und den Ärzten angab, mit Ausnahme der ein- bis zweimal pro
Monat stattfindenden Gespräche
bei
Dr.
E._
über keine Tagesstruktur zu
verfügen. Hauptbelastungsfaktoren seien die schwierige finan
zielle Situation, der immer stärkere Rückzug, die Einschlafstörung und die Antriebsminderung. Seit Beendigung der Arbeit als Lagerist vor mehr als einem Jahr sei er ohne Arbeit. Der Lebensunterhalt werde von der IV-Rente der psy
chisch erkrankten Ehefrau finanziert. Er sei beim RAV angemeldet und geb
e dort regelmässig K
rankmeldungen ab. Durch diverse Situationen im Alltag, beispiels
weise im Strassenverkehr, reagiere er mit starken Aggressionen, wobei es seit rund einem Jahr zu keinen Handgreiflichkeiten mehr gekommen sei. Es komme zu lebensmüden Gedanken, sich mit der eigenen legalen Schusswaffe das Leben zu nehmen
. Als psychopathologische Befunde nach AMDP bei
Eintritt in die Kli
nik
erwähnen die Ärzte eine Konzentrationsminderung, einen niedergeschlage
nen Affekt und eine reduzierte Schwingungsfähigkeit. Antrieb und Psychomoto
rik seien gemindert
gewesen
, der Kläger habe erschöpft gewirkt. Auf Alltagssitu
ationen habe er an
ge
spannt und aggressiv reagiert
, ferner habe eine Einschlaf
störung bestanden. Zuletzt habe er vor zwei Wochen lebensmüde Gedanken gehabt, wobei keine akute Suizidalität bestehe. Diagnostisch gingen die Psychia
ter der
Klinik
D._
von einer rezidivierenden depressiven Störung mit einer gegenwärtig mittelgradigen Episode (ICD-10: F.33.1) aus. Zum Therapieverlauf hielten sie fest, im Vordergrund der Symptomatik hätten Interessenverlust, Nie
dergestimmtheit sowie die Einschlafstörung gestanden. Die Depression sei von einer psychophysischen Angespanntheit und
Dünnhäutigkeit
begleitet worden.
Nach Ergänzung der vorbestehenden Medikation seien die Schlafstörung und der Antriebsmangel zurückgegangen. Weitere Symptome wie Niedergeschlagenheit hätten fortbestanden, jedoch nicht in einem klinischen Ausmass
(
Urk.
2/9/1).
3.10
In einem weiteren Verlaufsbericht vom 2
8.
Januar 2017 diagnostizierte
Dr.
E._
n
eu
eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig schwere Episode mit somatischem Syndrom (ICD-10: F33.2) in sehr schwieriger psychosozialer Situa
tion
. Er hielt fest, der
zweite stationäre Aufenthalt in der
Klinik
D._
habe leider auch keine Verbesserung des Gesundheitszustandes gebracht. Bei den geklagten Beschwerden erwähnte
Dr.
E._
die gleichen Symptome wie in den Vorberichten. Auch der in diesem Verlaufsbericht festgehaltene Psychostatus ent
spricht im Wesentlichen demjenigen im Vorbericht. Zusätzlich legte
Dr.
E._
dar, der Kläger sei etwas misstrauisch, wodurch er von seiner Umgebung, etwa dem Pflegepersonal der Tagesklinik, als etwas bedrohlich wahrgenommen werde. Des
halb sei er zu früh aus der Behandlung entlassen worden. Er sei nach wie vor zu 100
%
arbeitsunfähig. Der Krankheitsverlauf tendiere stark dazu, sich zu
chroni
fizieren
(
Urk.
2/9).
Dem letzten Verlaufsbericht von
Dr.
E._
vom 1
6.
September 2017 ist als Diag
nose neu eine rezidivierende depressive Störung, schwankend zwischen mitte
l
gradigen und schweren Episoden
, gegenwärtig schwere Episode mit somatischem Syndrom (ICD-10: F33.2) in sehr schwieriger psychosozialer Situation
,
zu ent
nehmen. Bei den subjektiv geklagten Beschwerden werden die gleichen Symp
tome wie in den Vorberichten aufgeführt, ebenso beim
Psychostatus. Abschlies
send führte
Dr.
E._
aus, der Kläger sei schwer depressiv und könne trotz aller Bemühungen keine Tagesstruktur
aufrecht erhalten
. Seiner Ansicht nach sei er aufgrund der psychischen Probleme zu 100
%
arbeitsunfähig. Der Krankheitsver
lauf habe sich mittlerweile
chronifiziert
, die Prognose sei nicht gut (
Urk.
16).
4.
4.1
Strittig und zu prüfen ist
in erster Linie
, ob der Kläger
ab der Einstellung der Taggeldleistungen
am
1.
Mai 2016
bis zum
1
5.
Juni 2017
effektiv
zu 100% arbeitsunfähig war.
Dabei ist zu beachten, dass nicht die Beklagte ab
1.
Mai 2016 eine Zustandsverbesserung zu beweisen hat, sondern der Kläger mit dem Beweis
mass der überwiegenden Wahrscheinlichkeit den Nachweis zu erbringen
hat, dass die Arbeitsunfähigkeit
von
100
%
weiter angedauert hat.
Für eine Klageabwei
sung genügt es, dass Zweifel am Fortbestand einer Arbeitsunfähigkeit aufkom
men, so dass diese nicht als überwiegend wahrscheinlich erscheint. Derartige Zweifel können auch allein durch Parteivorbringen beziehungsweise Privatgut
achten ausgelöst werden (vgl. die Urteile des Bundesgerichts 4A_85/2017 vom
4.
September 2017, E. 2.3 mit Hinweis sowie 4A_445/2016 vom 1
6.
Februar 2017, E. 4.2.
1
)
.
4.2
In der Zeit vor
dem
1.
Mai 2016
(und ab Mitte Juni 2015)
wurde dem Kläger in den Berichten der Hausärztin
Dr.
B._
vom 2
6.
Juni 2015 (
Urk.
2/3)
, des von der Helsana beauftragten Arztes
Dr.
C._
vom
5.
August 2015
(
Urk.
2/5)
, der
den Kläger stationär
behandelnden Ärzte der
Klinik
D._
AG vom 2
4.
September
sowie
vom 2
3.
November 2015
(
Urk.
2/6/1-2) und
des behandelnden Psychiaters
Dr.
E._
vom 2
4.
Dezember 2015 (
Urk.
2/6/3) wegen einer mittelgradigen depressiven Störung beziehungsweise – im Fall von
Dr.
C._
– einer Anpassungsstörung eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit für sämtliche beruf
lichen Tätigkeiten bescheinigt.
4.3
Die Beklagte be
ruft sich zur Begründung ihres Standpunktes im Wesentlichen auf das
F._
-Gutachten von
Dr.
G._
und
Dr.
H._
vom 2
2.
Februar 2016
, in welchem erstmals seit Beginn der Erkrankung im Juni 2015 keine Arbeitsun
fähigkeit mehr attestiert wurde
. Der Kläger macht zu Recht geltend, dass es sich
bei dieser Stellungnahme
um ein von der Beklagten eingeholtes Parteigutachten handelt, welche
m
grundsätzlich
keine Beweisqualität zukommt, sondern bloss der Charakter substantiierter Parteivorbringen
(vorstehend E. 1.7).
Aus diesem Grund geht
aber sein
Vorwurf, er habe im Vorfeld der Begutachtung weder zur Person der Gutachter noch zu den Fragen Stellung neh
men können, an der Sache vorbei
. Ferner finden
die vom Kläger
angeführten
Verfahrensgrundsätze bei der Einho
lung eines Gutachtens durch einen Sozialversicherer auf den Bereich der privaten Krankentaggeldversicherung keine Anwendung (Urteil des Bundesgerichts
8C_15/2015
vom 3
1.
März 2015,
E. 6.4
).
Soweit der Kläger geltend macht, die
F._
-Gutachter hätten ihn lediglich während 30 Minuten untersucht, ist ihm entgeg
enzuhalten, dass eine derartige
Untersuchungsdauer zwar eher kurz ist,
eine hinreichende Erfassung des psychischen Gesundheitszustands einer Person im Grundsatz
aber
noch nicht verunmöglicht.
Immerhin
werden in der Parteiexpertise
Untersuchungsbefunde
erwähnt
, welche von den
zuvor berichtenden Ärzten noch nicht festge
stellt
wurden
und vom Klä
ger aktuell auch nicht substantiiert bestritten werden: Im Gegensatz zur Beobach
tung von
Dr.
E._
, dem gegenüber der Kläger laut
Bericht vom 2
4.
Dezember 2015
noch Blickkontakt vermied und mit leiser Stimme sprach (
Urk.
2/6/3)
, wird im
F._
-Gutachten festgehalten, der Kläger habe mitunter
dysphorisch
und aggressiv gewirkt und
den Augenkontakt zum Gutachter
gehalten
(
Urk.
2/7/1
S.
8 und 10). Dies
deutet
eher in Richtung einer
zwischenzeitliche
n
Besserung der psychischen
Symptomatik
auf das von den Gutachtern behauptete Niveau einer leichten depressiven Störung hin.
Im Übrigen ist für die Beurteilung allfälliger Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit ohne Bedeutung, o
b
die depressive
Symp
tomatik
diagnostisch bei den Anpassungsstörungen
mit längerer depressiver Reaktion
oder den rezidivierenden depress
iven Störungen eingeordnet wird
.
D
ie Einschätzung der
F._
-Gutachter, dass der Kläger im Februar 2016 nur noch unter leichten depressiven Symptomen
litt
,
wird
durch verschiedene
weitere
Indizien
gestützt
:
Der Kläger macht selbst geltend, er habe sich jeweils wegen einer Verschlechterung der psychischen Symptomatik beziehungsweise Phasen von Suizidalität in die
Klinik
D._
begeben
,
um sich stationär b
ehandeln zu lassen.
Diese Ärzte erhoben bei Eintritt jeweils eine mittelgradig depressive Störung, was
dafür spricht
, dass die Depression vor der jeweiligen Verschlecht
e
r
ung weniger schwer war.
Dass
der Schweregrad der
Symptomatik
schwankte, wohl auch infolge der stationären Behandlungen,
ergibt sich auch aus den
Berichten der
Klinik
D._
:
Die B
eklagte weist zu Recht darauf hin, dass im Bericht
der
Klinik
D._
vom 2
1.
September 2016
festgehalten wird,
während der
zweiten
Hospitalisation
seien die Schlafstörung und der Antriebsmangel zurückgegangen
und die weiteren bei Eintritt erhobenen Symptome hätten zuletzt nicht mehr in klinisch relevantem Ausmass fortbestanden
. Zudem
wurde laut diesem Bericht bereits bei Klinikeintritt eine gewisse Änderung der Symptomatik registriert, indem der Kläger
a
uf Alltagssituationen angespannt und aggressiv reagiert
e
(
Urk.
2/9/1 S. 2). Auch dem Bericht der
Klinik
D._
vom 2
4.
Sep
tember 2015 über die erste
Hospitalisation
vom 2
8.
Juli bis
1.
September 2015 kann entnommen werden, dass die bei Klinikeintritt erhobene mittelgradige depressive Episode bei Austritt teilweise zurückgegangen war (
Urk.
2/6/1 S. 3).
N
ach dem natürlichen Verlauf rezidivierender depressiver
Störungen
ist
die Bes
serung zwischen den einze
lnen,
zwischen drei und zwölf Monaten
dau
ernden Episoden oft
sogar
vollständig (vgl. auch die
Internationale
Klassifikation
psy
chischer
Störungen, ICD-10 Kapitel V [F], Klinisch-diagnostische Leitlinien,
10. Auflage, Bern 2015
, S. 176 f.). Die Einschätzung der
F._
-Gutachter, dass der Kläger im Februar 2016, rund acht Monate nach Beginn der psychischen Symptomatik, nur noch
unter einer
leichten depressive
n
Symptomatik im Sinne einer Verbitterungsstörung litt, entspricht folglich dem erfahrungsgemäss
en
Ver
lauf
, welcher bereits durch die im Austrittsbericht der
Klinik
D._
vom 2
4.
September
2015 erwähnte Teilremission der depressiven Episode mittelgradi
ger Ausprägung angedeutet wurde.
Dass eine leichte depressive Störung
und die von den
F._
-Gutachtern ebenfalls diagnostizierte Persönlichkeitsstörung
bei zumutbarer Anstrengung
keine wesentliche
Beeinträchtigung des beruflichen Leistungsvermögens nach sich
ziehen
, ist
vor dem Hintergrund der erhobenen Befunde nachvollziehbar
.
4.4
Schliesslich ist zu beachten, dass
der behandelnde Psychiater
Dr.
E._
dem Klä
ger
als
einzige
r Arzt
durchgehend eine 100%ige A
rbeitsunfähigkeit bescheinigte
. Zwar
behandelte
nur
dieser Arzt
den Kläger
während längerer Zeit i
n regelmäs
sigen Abständen. E
r
konnte
deshalb
auf
wertvolle Erkenntnisse
betreffend die Beschwerdesymptomatik
zurückgreifen, um die Arbeitsfähigkeit zu beurteilen
.
Auf der anderen Seite ist aber auch die
Erfahrungstatsache
zu berücksichtigen, dass Hausärzte und behandelnde Ärzte
im Hinblick auf ihre auftragsrechtlich
e Vertrauensstellung sowie ihren
Behandlungsauftrag
in
Zweifelsf
ällen mitunter eher zu
g
un
sten ihrer Patienten aussagen dürften (vgl. die Urteile des Bundesge
richts 4A_526/2014 vom 1
7.
Dezember 2014, E. 2.4
sowie 9C_24/2008 vom 2
7.
Mai 2008, E. 2.3.2 mit weiteren Hinweisen)
.
Darauf, dass die Beurteilungen von
Dr.
E._
eher zugunsten des Klägers ausfielen,
weist der Umstand,
dass
die
ser
Arzt
durchgehend
mindestens mittelgradige
und teilweise schwe
re depressive
Episoden
diagnostizierte
(
Urk.
2/7/2,
Urk.
2/9,
Urk.
16), während
die Fachärzte der
Klinik
D._
die schwere der Symptomatik zurückhaltender einschätzten: J
eweils zu Beginn der beiden
stationären
Hospitalisationen
, welche nach Angabe des Beschwerdeführers im Anschluss an Akzentuierungen der psychischen Symp
tomatik erfolgten,
diagnostizierten sie
lediglich mittelgradige depressive Episo
de
n
;
am Ende der
Hospitalisationen
beobachteten sie jeweils
eine
relevante
Bes
serung der Symptomatik
.
Diese Ärzte sind tendenziell
als
neutral
er
einzu
stufen, weil sie den Kläger weniger eng und lange betreuten als der
ambulant behan
delnde Psychiater
.
Auch ist der Beklagten zuzustimmen, dass mit zunehmender Dauer der psychiatrisch-psychotherapeutischen Behandlung
und der
bescheinig
ten anhaltenden vollständigen Arbeitsunfähigkeit von
Dr.
E._
hätte erwartet werden können, dass er
fortbestehende
funktionelle Einschrän
kungen und deren Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit näher
beschreibt
.
A
uch
wäre eine Erklärung
, weshalb seiner Ansicht nach die
Beeinträchtigung
en
trotz Therapie
und entgegen dem üblichen Verlauf solcher Störungen
unverändert an
h
alten
, der Überzeu
gungskraft seiner späteren Verlaufsberichte zuträglich gewesen
.
Nicht ins Bild passt zudem, dass trotz der von
Dr.
E._
prognostizierten
Chronifizierung
der
depressiven Symptoma
t
i
k
Anhaltspunkte für eine Anmeldung des Klägers bei der Invalidenversicherung fehlen.
Diese Unzuläng
lich
keiten reichen z
usammen mit der durch Indizien gestützten Behauptung der
F._
-Gutachter, dass anlässlich ihrer Abklärung des Klägers im Februar 2016 nur eine leichte depressive Symp
tomatik bestand, aus, um
den
Aussage
wert
der
Berichte von
Dr.
E._
vom 2
6.
März 2016, 2
8.
Januar sowie 1
6.
September 2017
zu
relativieren
. Mit ihnen kann die behauptete 100%ige Arbeitsunfähigkeit ab dem
1.
Mai 2016 folglich nicht bewiesen werden.
4.5
Werden die Berichte von
Dr.
E._
ausser Acht gelassen, wird e
ine mittelgradige depressive Episode
nach der Leistungseinstellung durch die Beklagte
erstmals wieder im Bericht
der
Klinik
D._
vom 2
1.
September 2016
diagnostiziert
, allerdings mit dem Hinweis, dass die Symptomatik bei Austritt aus der Klinik signifikant zurückgegangen war
(
Urk.
2/9/1)
.
Diesbezüglich ist von Bedeutung, dass der Versicherungsschutz für den Kläger mit dem Ende seines Arbeitsverhältnisses
(spätestens) am 3
1.
August 2015 (
Urk.
8/5; vgl. auch
Urk.
2/5 S. 2), was zu
seinem
Ausscheiden aus dem ver
sicherten Personenkreis
geführt hat,
geendet hat
(
Art.
9.3
lit
. a AVB).
Zwar
bleibt gemäss
Art.
9.4 AVB der Leistungsanspruch für eine versicherte Person, die bei Ende der Versicherung arbeitsunfähig ist, für den laufenden Fall gewahrt (Nach
leistung). Mit dem Wiedererlangen der vollständigen Arbeitsfähigkeit erlischt der Anspruch auf Nachleistung
aber
, und Rückfälle geben keinen Anspruch auf wei
tere Leistungen
(
Urk.
8/1
S. 4
)
. Bei der
mindestens
für die Zeit des stationären Aufenthalts
in der
Klinik
D._
vom
1
5.
August bis
7.
September 2016, wel
cher laut Angaben des Beschwerdeführers wegen einer erneuten Akzentuierung der psychischen Symptomatik erfolgte, anzunehmenden 100%igen Arbeitsunfä
higkeit
handelt es sich nach den vorstehenden Erwägungen um einen Rückfall nach Wiedererlangen der vollständigen Arbeitsfähigkeit. Die
se
erneute Arbeits
unfähigkeit gibt
aufgrund der genannten AVB-Regelung
keinen Anspruch au
f weitere Taggeldleistungen.
4.6
Der Kläger beantragt die Erstellung eines psychiatrischen Gerichtsgutachtens
, um den Beweis für die von ihm behauptete 100%ige Arbeitsunfähigkeit ab
1.
Mai 2016 zu erbringen
.
Ein solches Gutachten hätte sich nach dem
in den vorstehen
den Erwägungen 4.4 und 4.5
Gesagten in erster Linie zur Entwicklung
des Gesundheitszustandes und der Arbeitsfähigkeit des Klägers in der Zeit vom
1.
Mai 2016 bis zum erneuten Eintritt in die
Klinik
D._
am
1
5.
August 2016
zu äussern.
Wie sich vorstehend ergeben hat,
ist von einer zwischen verschie
denen Schweregraden schwankenden psychischen Symptomatik auszugehen.
Dies folgt nicht zuletzt auch aus der wechselnden diagnostischen Einordnung der Depres
sion zwischen einer mittelgradigen und einer schweren Episode in den Berichten von
Dr.
E._
vom
2
6.
März 2016,
2
8.
Januar 2017 und 2
1.
September 2017 (
Urk.
2/7/2,
Urk.
2/9,
Urk.
16). Selbst wenn im Zeitpunkt einer durch das Gericht angeordneten Begutachtung noch psychische Beeinträchtigungen
erhoben wer
den könnten
,
wäre
deshalb
völlig unklar,
ob diese zumindest annäherungsweise der Symptomatik im massgeblichen Zeitraum von Mai bis August 2016 entspre
chen.
Eine retrospektive Beguta
chtung
des damaligen Gesundheitszustands
müsste sodann im Wesentlichen
auf die subjektiven Angaben des Klägers und die Angaben des behandelnden Psychiaters
Dr.
E._
abstellen. Dass der Kläger der Ansicht ist, auch nach dem
1.
Mai 2016 zu 100
%
arbeitsunfähig zu sein, ist bereits bekannt.
S
odann
ist
davon
auszugehen
, dass
Dr.
E._
die in den Ver
laufsberichten vom 2
6.
März 2016, 2
8.
Januar 2017 und 2
1.
September 2017 (
Urk.
2/7/2,
Urk.
2/9,
Urk.
16) bescheinigte 100%ige Arbeitsunfähigkeit
bestäti
gen
würde, wenn er von
den Gutachtern
dazu befragt würde
.
Dass die Angaben
von
Dr.
E._
zum Gesundheitszustand und zur Arbeitsfähigkeit des Klägers im massgeblichen Zeitraum
zurückhaltend zu würdigen und diese im Zweifelsfall
nicht beweistauglich sind, wurde bereits in Erwägung
4.4
dargelegt.
Deshalb sind von einem psychiatrischen Gerichts
gutachten keine
entscheidwesentlichen
neuen Erkenntnisse zu erwarten; in antizipierter Beweiswürdigung ist darauf zu ver
zichten (
vgl. die vorstehende Erwägung 1.8;
vgl. auch das Urteil des Bundesge
richts 4A_445/2016 vom 1
6.
Februar 2017, E. 4.3
).
4.6
Da die Beweislast für die geltend gemachte Arbeitsunfähigkeit beim Kläger liegt, wirkt sich die Beweislosigkeit bezüglich der geltend gemachten Arbeitsunfähig
keit vom 1. Mai 2016
bis zum erneuten Eintritt in die
Klinik
D._
am 1
5.
August 2016
zu seinen Lasten aus. Die vom Kläger behauptete Arbeitsunfä
higkeit
in diesem Zeitraum
,
welche Voraussetzung für den Anspruch auf die beantragten Taggelder ab
1.
Mai 2016 bildet,
ist nicht ausgewiesen. Sodann ist eine allfällige erneute 100%ige Arbeitsunfähigkeit ab dem 1
5.
August 2016 als Rückfall zu qualifizieren. Weil der Kläger damals nicht mehr versichert war,
gibt dieser Rückfall
keinen Anspruch auf weitere Leistungen.
Dies führt zur Abwei
sung der Klage.
5.
5.1
Die Kantone setzen die Tarife für die Prozesskosten fest (Art. 96 ZPO). Die Bemessung der Parteientschädigung
und der Entschädigung der unentgeltlichen Rechtsvertretung
richtet sich im Klageverfahren vor dem Sozialversicherungsge
richt nach § 34
des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht (
GSVGer
)
sowie den §§ 1, 6, 7 und 8 der Verordnung über die Gebühren, Kosten und Entschädi
gungen vor dem Sozialver
sicherungsgericht (
GebV
SVGer
). Gemäss § 34 Abs. 1
GSVGer
ist die Höhe der gerichtlich festzusetzenden Entschädigung nach der Bedeutung der Streitsache, der Schwierigkeit des Prozesses und dem Mass des Obsiegens, jedoch ohne Rücksicht auf den Streitwert festzusetzen.
Für unnötigen oder geringfügigen Aufwand einer Partei wird keine Parteientschädigung (§ 7 Abs. 1
GebV
SVGer
) beziehungsweise keine Entschädigung für die unentgeltliche Rechtsvertretung (§ 8
GebV
SVGer
) zugesprochen.
5.2
Die unentgeltliche Rechtsvertreterin des Klägers, Rechtsanwältin
Corinne Schoch, reichte dem Gericht am 17. Oktober 2017
ihre
Honorarnote
ein. Dieser sind ein
im Zeitraum vom 1
0.
April
bis zum
5.
Oktober 2017 entstandener
Zeitaufwand von
25
Stunden
und 10 Minuten
sowie
Auslagen für Spesen, Kopien und den Verlaufsbericht von
Dr.
E._
vom 1
6.
September 2017 (
Urk.
16)
von Fr.
316
.55
zu entnehmen, was
beim üblichen Ansatz von
Fr.
220.-- pro Stunde
eine Hono
rarforderung von Fr.
6'321.75
ergibt
(
inklusive
damals gültigem
Mehrwertsteuer
satz von 8
%
;
Urk. 21
). Der geltend gemachte
Zeita
ufwand
-
im Speziellen
derje
nige
für das Verfassen
von
Klage und
der Replik
v
on total 19 Stunden
und
5 Minuten
(exklusive Aktenstudium)
-
ist unter Berücksichtigung der Bedeutung der Streitsache und der Schwierigkeit des Prozesses sowie mit Blick auf den praxisgemäss bei vergleichbaren Verfahren anerkannten
A
ufwand überhöht.
Als unnötig zu qualifizieren
sind
insbesondere
die an der Sache vorbeigehenden Aus
führungen zu den im Bereich des Sozialversicherungsrechts geltenden Verfah
rensgrundsätzen bei der Einholung eines Gutachtens
;
die Erörterungen zum Beweiswert psychiatrischer Gutachten sind sodann unnötig weitschweifig.
In Würdigung der gesamten Umstände und un
ter Berücksichtigung der in E. 5
.1 genannten Grundsätze
erscheint
ein Aufwand von
9 Stunden für das Verfassen der Klage und Replik (exklusive Aktenstudium) als
angemessen und gerechtfer
tigt.
Zusammen mit den übrigen Aufwandpositionen gemäss Kostennote verbleibt ein zu entschädigender Arbeitsaufwand von 14 Stunden und 5 Minuten.
B
ei einem Stundensatz von Fr. 220
.-- ergibt dies, inklusive Mehrwertsteuer
von 8
%
, eine Entschädigung für den zeitlichen Aufwand von Fr.
3’346.2
0.
Die
ausgewie
senen
Spesen und A
uslagen von insgesamt Fr.
316.55
beziehungsweise Fr.
341.85
(mit Mehrwertsteuer) sind nicht zu beanstanden. Die unentgeltliche Rechtsvertre
terin des Klägers ist folglich mit Fr.
3'688.05
aus der Gerichtskasse zu entschädi
gen.