# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** a6262f09-9847-464c-a0ae-d4685e33242b
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2015
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** 

## Facts

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1974
, war zuletzt seit
1.
Oktober 2011
bei der
Y._
AG,
Z._
, als
Store-Agent
tätig und kündigte das Arbeitsverhältnis am 2
6.
Juli
per 3
1.
Oktober 2013 (
Urk.
6/41
,
Urk.
6/43
,
Urk.
6/47
Ziff.
2-3
).
Am
8.
Oktober 2013 meldete sich die
Versicherte beim Regionalen
Arbeitsver
mittlungszentrum
(RAV)
A._
zum Leistungsbezug ab selbigem Datum
an und stellte sich der Arbeitsvermittlung für eine
Vollzeitstelle zur Verfügung (
Urk.
6/44-45
).
Gestütz
t auf die Meldung des RAV vom 2
0.
Dezember 2013 (
Urk.
6/2
) stellte das Amt für
Wirtschaft und Arbeit (AWA) die Versicherte mit Verfügung vom
3.
Februar 2014 (
Urk.
6/3
) wegen ungenügender persönlicher
Arbeitsbemühun
gen
ab
1.
Dezember 2013 für die Dauer von 7
Tagen in der
Anspruchsber
echti
gung
ein. Die von der Versicherten
dagegen
am 1
7.
Februar 2014
erhobene Ein
sprache (
Urk.
6/4) hiess das AWA mit
Einspracheentscheid
vom 1
7.
April 2014 teilweise gut und stellte die Versicherte ab
1.
Dezember 2013 wegen un
genü
gen
der persönlicher Arbeitsbemühungen für die Dauer von 4 Tagen in der Anspruchsberechtigung ein (
Urk.
6/7 =
Urk.
2)
.
2.
Die
Versicherte erhob
am
6.
Mai 2014 Beschwerde
gege
n den
Einspracheent
scheid
vom 1
7.
April 2014
(
Urk.
2) und beantragte, die Einstellung in der
An
spruchsberechtigun
g
sei aufzuheben (
Urk.
1
). Am 2
3.
Mai 2014
ersuchte das AWA um Abweisung der B
eschwerde (
Urk.
5), was der Beschwerdeführerin am
2.
Juni 2014
zur
Kenntnis gebracht wurde (
Urk.
7
). Am 2
7.
Mai 2015 äusserte sich
die Beschwerdeführerin
zur Beschwerdeantwort und fragte nach, wann sie mit einem Entscheid rechnen könne
(
Urk.
8).
Mit Schreiben vom
1.
Juni 2015 teilte das Gericht der Beschwerdeführerin mit, dass sie in nächster Zeit noch nicht mit einem Entscheid rechnen könne und stellte dem Beschwerdegegne
r ihre Eingabe vom 2
7.
Mai 2015
zur Kenntnisnahme zu
(
Urk.
9).
Die Einzelrichterin

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Da der Streitwert
Fr.
20’000.-- nicht übersteigt, fällt die Beurteilung der
Beschwerde
in die einzelrichterliche Zuständigkeit (
§
11
Abs.
1 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht).
1.2
Nach
Art.
17
Abs.
1
des
Bundesgesetz
es
über die obligatorische Arbeitslosenver
sicherung und die Insolvenzentschädigung (AVIG)
muss die versicherte Person, die Versicherungsleistungen beanspruchen will, mit Unterstützung des zustän
digen Arbeitsamtes alles Zumutbare unterneh
men, um Arbeitslosigkeit zu ver
meiden oder zu verkürzen. Insbe
sonde
re ist sie verpflichtet, Arbeit zu suchen, nötigenfalls auch ausserhalb ihres bisherigen Berufes. Sie muss ihre Bemühun
gen nachweisen können. Gemäss
Art.
30
Abs.
1
lit
.
c AVIG ist die versicherte Person in der Anspruchsberechtigung ein
zustellen, wenn sie sich persönlich nicht genügend um zumut
bare Arbeit bemüht.
1.3
Bei der Beurteilung der Frage, ob sich eine versicher
te Person genügend um zumutbare Arbeit bemüht hat, ist nicht nur die Quantität, sondern auch die Qualität ihrer Bewer
bungen von Bedeutung (BGE 124 V 225 E. 4a mit Hinweis).
Dabei kommt es nicht auf den Erfolg der Arbeitsbemühungen an, sondern viel
mehr auf die Tatsache und Intensität der
selben (ARV 1980 Nr. 45 S. 112 E. 2). Die Arbeitsbemühungen müssen zudem
um so
intensiver sein, je weniger Aus
sicht eine versicherte Person hat, eine Stelle zu finden (Gerhards, Kommentar zum Arbeitslosenversicherungsgesetz, Band I, Bern/Stuttgart 1987, N 13 ff. zu Art. 17 AVIG). Betreffend Quantität der persönlichen Arbeitsbemühungen kön
nen zwar keine eindeutigen Zahlenwerte angegeben werden, in der Regel müs
sen aber mindestens zehn bis zwölf geeignete Arbeitsbemühungen je
Kontroll
periode
nachgewiesen wer
den (vgl. Gerhards, a.a.O., N 15 zu Art. 17 AVIG).
Bei der Beantwortung der Frage, ob die ausgewiesenen Arbeitsbemühungen in qualitativer Hinsicht genügen, sind die persönlichen Umstände und Möglich
keiten der versicherten Person sowie Schul- und Berufsbildung zu berücksichti
gen (Jacqueline
Chopard
, Die Einstellung in der Anspruchsberechtigung, Zürich 1998, S. 139 mit Hinweis auf BGE 120 V 74 E. 4a).
1.4
Die Dauer der Einstellung bemisst sich nach dem Grad des Verschuldens (
Art.
30
Abs.
3 AVIG) und beträgt 1 bis 15 Tage bei leichtem, 16 bis 30
Tage bei mittelschwerem und 31
bis 60 Tage bei schwerem Verschulden (
Art.
45
Abs.
3
der
Verordnung über die obligatorische Arbeitslosenversicherung und die Insol
venzentschädigung
,
AVIV
).
2.
2.1
Der Beschwerdegegne
r begründete die Einstellung der
Beschwer
deführerin
in
der Anspruchsberechtigung für vier
Tage in seinem
Einspracheentscheid
(
Urk.
2)
damit, die im Monat November
2013 getätigten Arbeits
bemühungen vermöch
ten in qual
itativer Hinsicht
nicht
zu genügen.
Für die besagte Kontrollperiode habe die Beschwerdeführerin lediglich zwei schriftliche Bewerbungen getätigt, obwohl sie gemäss dem prozessorientierten Beratungsprotokoll vom
4.
Novem
ber 2013 gehalten gewe
sen wäre, monatlich mindestens sechs
schrift
liche Bewerbungen für geeignete Stellen zu tätigen (S. 2 f.). Auch stelle das fehlende Arbeitszeugnis kein entschuldbarer Grund dar, da es ihr unbenommen gewesen wäre, sich auch ohne das Arbeitszeugnis unter dem Hinweis darauf zu bewerben, dass sie
dieses sobald
wie
möglich nachreichen werde (
Urk.
5 S. 2).
2.2
Dagegen machte die Beschwerdeführerin in ihrer Beschwerde (
Urk.
1) geltend, da sie ihr Arbeitszeugnis erst Ende November 2013 bekommen habe, habe sie hauptsächlich persönliche Bewerbungen getätigt, was sie ihrem RAV-Berater auch per E-Mail mitgeteilt habe. Auch habe sie ihm die Zusicherung gegeben, ab sofort mehrheitlich schriftliche Bewerbungen zu machen, was auf dem Arbeitsbemühungs-Formular für den Monat Dezember 2013 ersichtlich sei. Von 14 Bewerbungen seien 12 schriftlich
(vgl. auch Urk. 8)
.
2.3
St
rittig und zu prüfen ist, ob die
Beschwerdeführer
in
zu Recht für die Dauer von
vier
Tagen in der Anspruchsberechtigung eingestellt wurde.
3.
3.1
Unbestritten ist, dass die
Beschwerdeführer
in im Monat November
2013 in quan
titativer Hinsicht genügende persönliche Arbeitsbemühungen getätigt hat. Streitig und zu prüfen ist, ob diese den qualitativen Anforderungen genügen.
3.2
Bereits a
us dem Nachweis der persönlichen Arbeitsbemühungen für die Monate August bis Oktober
2013 geht hervor, dass die Beschwerdeführe
rin ausschliess
lich persönliche
oder telefonische Bewerbungen getätigt und keine einzige schriftlichen Bewerbung vorgenommen hatte (vgl.
Urk.
6/25-27).
Zudem weist der hauptsächlich angegebene Absagegrund „kein Bedarf“
und der Umstand, dass viele der angegebenen Firmen jeweils im gleichen Gebäude waren,
darauf hin, dass es sich im Wesentlichen um Spontanbewerbungen auf nicht ausge
schri
ebene Stellen gehandelt haben d
ü
r
fte.
Gemäss dem prozessorientierten Beratungsprotokoll (
Urk.
6/5) wurde die Beschwerdeführerin anlässlich des Beratungsgespräches vom
4.
November 2013
zu R
echt
ausdrücklich darauf hingewiesen, dass v
on den geforderten zehn
Bewerbungen mindestens
sechs
davon schriftlich zu erfolgen haben.
Aus dem Nachweis der persönlichen Arbeitsbemühungen für den Monat Novem
ber 2013
(vgl.
Urk.
6/28)
geht hervor, dass sich die Beschwerdeführerin
dennoch lediglich auf zwei Stellen schriftlich beworben hat. Sie hat damit die anlässlich des Beratungsgespräches vom
4.
November 2013 festgesetzten quali
tativen Anforderungen an die zu tätigenden Arbeitsbemühungen nicht einge
halten. Wie der Beschwerdegegner zu Recht ausführte, wäre es ihr auch zumut
bar gewesen, sich mit Hinweis auf noch nachzureichende Unterlagen
schriftlich
bei einem Arbeitgeber zu bewerben. Aus ihren Arbeitsbemühungen im Monat Dezember 2013 kann die Beschwerdeführerin für den Monat Novembe
r 2013 nichts für sich ableiten
,
genauso wenig aus der
erst
am 1
8.
Dezember 2013 an den RAV-Berater gesendeten E-Mail
, wo
sie sich erklärte, weshalb sie
entgegen der Abmachung
keine schriftlichen Bewerbungen habe verfassen können
(
Urk.
3/1).
Aufgrund des Gesagten erweisen sich die im
November
2013 nachgewiesenen Stellenbemühungen de
r Beschwerdeführerin
in qualitativer Hin
sicht als unge
nügend, weshalb sie
zu Recht vom Beschwerdegegner in der
Anspruchsberech
tigung
eingestellt worden ist.
3.3
Die verfügte Einstellung in der Anspruchsb
erechtigung für die Dauer von vier
Tagen liegt im
unteren
Bereich des für ein leichtes Verschulden anwend
baren Rahmens (vorstehend E. 1.4
). In Anbetracht der gesamten Umstände ist die Annahme eines leichten Verschuldens nicht zu beanstanden
. Eine
Einstellungs
dauer
von vier
Tagen erscheint als gerechtfertigt und den Verhältnissen ange
messen.
Folglich erweist sich der angefochtenen
Einspracheentscheid
(
Urk.
2) als rech
tens, was zur Abweisung der Beschwerde führt.