# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** a2744c7d-d31e-416b-86bf-433a3dfae3d7
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2022
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
1.1
Die 1965 geborene
X._
arbeitete als Haus
angestellte jeweils halbtags in zwei Privathaushalten
(
Urk.
10/A17 S. 2
,
Urk.
10/A15
),
unter anderem im Privat
haushalt der Familie
Y._
,
und war dadurch bei der AXA Versicherung AG (nachfolgend: AXA) gegen die Folgen von Berufs- und Nichtberufsunfällen versichert, als sie am 12. September 2012
bei der Arbeit
auf
eine
r
Steintreppe mit der rechten Schulter
aufwärts
direkt auf die Tr
eppenkante stürzte (vgl. Urk. 10
/A1
, Urk. 10/A13, Urk. 10
/A17
). Der tags darauf erstbehandelnde Arzt
der Uniklinik
Z._
_
(nachfolgend:
Z._
)
diagnostizierte eine AC-Gelenkkontusion rechts und verordnete ein
e konservative Therapie
; radiologisch ergab sich kein Anhalt für frische
ossäre
Läsionen
(Urk. 10/M1, Urk. 10
/M9). Die AXA anerkannte den Schadenfall und erbrachte die gesetzlichen Versicherungs
leistungen.
Das
am 20.
März 2013
infolge persistierender Schmerzen
durchge
führte
Arthro
-MRI der rechten Schulter
beurteilte
Dr.
med.
A._
, Fachärztin FMH für Radiologie und Oberärztin des
Z._
,
als unauffällig
(Urk. 10
/M3
).
Im April 2013 hielt
Dr.
med.
B._
, Facharzt FMH für orthopä
dische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates
sowie Oberarzt des
Z._
,
ein
Im
pingement
der Schulter sowie
eine posttraumatische AC-
Arthropathie
rechts und darüber hinaus fest, i
nfolge
der anhaltenden
Beschwer
den ohne längerfristiges
Ansprechen auf kon
servative Therapiemassnahmen
ergebe sich eine Operationsindikation
(vgl.
Bericht vom 3
0.
April 2013
,
Urk.
10/M4; vgl. auch
Urk.
10/M2)
.
Daraufhin wurde die Versicherte am
10. Mai 2013
an der rechten Schulter operiert
(
Schulterarthroskopie,
intraarticuläres
Débridement
,
subacromiales
Dé
bridement
,
anteriore
und laterale
Acromioplastik
und AC-Resektion,
vgl.
OP-Bericht
,
Urk. 10
/M6). Weder der operative Eingriff noch die physikalischen Nachbehandlungen
erbrachten
eine Besserung (Urk. 10
/M12 ff.).
Dr.
med.
C._
, Facharzt
FMH
für orthopädische Chirurgie und Traumatologie
des Bewegungsapparates sowie
beratender Arzt der AXA
,
bejahte in de
r
versicher
ungsmedizinischen Stellungnahme
vom
2
5.
Juni
2013 eine Unfallkausalität der am 1
0.
Mai 2013 durchgeführten Operation
; gemäss Angaben der Versicherten hätten vor dem Unfall keine Schulterprobleme bestan
den
(
Urk.
10
/M16
; vgl.
Urk.
10/M20
).
Im
August 2013
wurde
eine
Frozen
shoulder
rechts
diagnostiziert
(
Urk.
10
/M19)
.
Im Februar 2014 zeigte sich MR-tomographisch eine
Cuff
Capture der
Supraspinatussehne
sowie
Tendinopathie
der
Bizepssehne
in der rechten Schulter (
Urk. 10
/M27). Bei weiterhin persistieren
den Schmerzen
er
folgte im Mai 2014 die zweite Schulterarthroskopie
rechts (
Bizepstenotomie
,
Rotatorenmanschetten
-Rekonstruktion,
subacromiales
Débridement
, Re-Resektion AC-Gelenk; vgl. OP-B
ericht vom 15. Mai 2014, Urk. 10
/M29). Die Schmerzen persistierten
weiterhin
(Urk. 10/M33, Urk. 10/M36, Urk. 10/M39, Urk. 10
/M41). Daraufhin veranlasste
die AXA das interdisziplinäre (Orthopädie/Rheumatologi
e
, inkl. EFL
) Gutacht
en der Gutachterstelle D._
vom 15. Juli
2014 (Urk. 10
/M34; mit Ergänz
ung vom 29. August 2014, Urk. 10
/M35
, vgl. auch
Urk.
10/
A71
; vgl. ausserdem
Urk.
10/M42).
Infolge eines
nozizeptiv
-entzündlichen Schmerzsyn
droms bei deutlicher Belastungs- und Bewegungsabhängigkeit
(Urk. 10
/M46 ff.) und
bildgebend
ausgewiesener
Partialruptur der
Supraspinatussehne
(
vgl.
Arthro
-MRI vom
20. Oktober 2014, Urk. 10
/M52) wurde die Versicherte i
m
Juni 2015
erneut an der rechten Schulter operiert
(
vgl.
OP-Be
richt vom 12. Juni 2015, Urk. 10
/M5
7
). Die
Beschwerden hielten an (Urk. 10/M58 f., Urk. 10
/M62 ff.).
Nachdem beide Arbeitsverhältnisse als Haushalthilfe per Ende
August bzw.
Oktober 2013
(aus unfallfremden Gründen,
Urk.
10/A18;
vgl.
Urk.
10/M
35
S. 24)
aufg
elöst worden waren (vgl. Urk. 10
/54 S. 16), arbeitete die Versicherte seit dem 1. Februar 2015 als Raumpflegerin
im Stundenlohn
(
ca.
30 %)
im
E._
(
Urk.
10/A144,
Urk. 10
/A189).
Am 1
5.
März 2016 stürzte sie im Bus erneut auf die rechte Schulter
. Die
selbentags
notfallmässig behandelnden Ärzte des
Z._
diagnostizierten eine
Kontusion
am
Humerus
und
an der Fibula
(Urk. 10
/M72 f.,
vgl.
MRI vom 16. Mä
rz 2016, Urk. 10
/M76);
die für diesen
Unfall
zuständige Unfallversicherung
stellte ihre Leistungen per 1
9.
Mai 2016 ein
(vgl.
Urk.
10
/A138 ff.
,
Urk.
10/A146,
Urk.
10
/A151,
Urk.
10
/A154
).
Am 2
0.
Mai 2016
erfolgte
abermals eine
Schulterarthroskopie rechts
(
subacromiales
Débridement
und Ankerentfernung, PASTA-
Repair
, vgl.
OP-Bericht vom
20. Mai 2016, Urk. 10
/M81), wofür die AXA
ihre
Leistungspflicht
weiterhin
anerkannte (
Urk.
10
/A151).
Postoperativ wurde erneut eine
Frozen
Shoulder
diagnostiziert (Urk. 10
/M84 ff.).
Mit
Verfügung vom 27. September 2016
stellte die AXA
ihre Taggeldleistungen pe
r 31. Dezember 2016 ein (Urk. 10
/A159). Die
von der Versicherten
dage
gen erhobene Einsprache (Urk. 10
/A164) wies sie mit
Einspracheentscheid
vom 30. Oktober 2017 ab (Urk. 10
/A203). Dieser Entscheid verblieb unangefochten. Zwischenzeitlich wurde eine partielle Re-Ruptur der
Supraspinatussehne
rechts festgestellt (
vgl.
Arthr
o
-MRI vom 17. März 2017, Urk. 10
/M104), berichtete die Versicherte abe
rmals massive Schmerzen (Urk. 10
/M105 ff.) und wurde die
Rotato
renmanschette
im November 2017
re
-rekonstruiert (
vgl.
OP-Berich
t vom 10. November 2017, Urk. 10
/M130). Es folgten physio- und wassertherapeutische Nachbehandlungen. Für die Behandlungs- und Heilungskoste
n
anerkannte
die AXA
gestützt auf die versich
erungsärztliche Stellungnahme von
Dr.
med.
F._
, Facharzt FMH für Chirurgie und beratender Arzt der AXA,
vom 1
5.
August
2017 (
Urk.
10
/M128
)
weiterhin ihr
e Leistungspflicht (vgl. Urk. 10/A195, Urk. 10/A202, Urk. 10
/A259).
1.2
Im Juni 2017 wurden erstmals linksseitige Schulterbeschwerd
en dokumentiert (Urk. 10
/M108,
vgl. auch
das
Arthr
o
-MRI vom 26. Juli 2017, Urk. 10
/M119).
M
it Verfügung vom 11. Juni 2018
lehnte die AXA
diesbezüglich
eine Leistungspflicht mangels Kausalität zum Unfall vom 12. September 2012 ab
(
Urk.
10
/A249
)
.
G
leich
zeitig
verneinte sie einen UV-Taggeldanspruch im Rahmen der postoperativen Rekonvaleszenz nach dem Eingriff vom 10. November 2017 an
der rechten Schulter
infolge der seit dem 26. September 2017 (aufgrund der linken Schulter) vorbestehenden, krankheitsbedingten 100%igen Arbeitsunfähigkeit
(Urk. 10/A249;
vgl. auch Urk. 10
/A218,
Urk. 10/A229, Urk. 10/
A231
;
vgl. ausser
dem die versicherungsmedizinische Beurteilung von Dr
.
G._
vom
7.
Juni 2018,
Urk. 10
/M151
).
Am 1
2.
Juli 2018 erhob die Versicherte dagegen Einsprache (
Urk.
10
/A258), welche die AXA mit
Einspracheentscheid
vom 2
8.
Februar 2019
abwies
(
Urk.
10
/A28
5
)
.
Die am 2. April 2019
von
der Versicherten
dagegen
erhobene Beschwerde wies das hiesige Gericht
mit Urteil
UV.2019.00087
vom
3.
April 2020 ab (
Urk.
10
/A329
).
1.3
Z
um Leistungsanspruch
i
m Zusammenhang mit der rechten Schulter gab Kreis
arzt
Dr.
med. H._
, Facharzt FMH für orthopädische Chirurgie
,
am 15.
März 2019 eine medizinische Beurteilung ab (
Urk.
10/M162). Gestützt darauf
verneinte die AXA rückwirkend ab 2
1.
März 2013 die Unfallkausalität der Beschwerden und
stellte die
Heil- und Behandlungskosten
mit Verfügung vom 2
7.
März 2019
mit Wirkung «
ex
nunc
et
pro
futura
»
per 3
1.
März 2019
ei
n (Urk.
10/A294).
Auf die
von der Versicherten da
gegen erhobene Einsprache (Urk.
10/A300)
veran
lasste die
AXA
die Aktenbeurteilung von
Dr.
med.
I._
, Facharzt FMH für orthopädische Chirurgie, vom 2
8.
Mai 2020
(
Urk.
10/
M164
)
.
Gestützt darauf
hielt
die
AXA
an ihrem Standpunkt fest
und wies die Einsprache
der Versicherten
mit
Einspracheentscheid
vom 2
5.
März 2021
ab
(Urk.
2).
2.
Dagegen erhob
X._
am 1
4.
Mai 2021 (Eingangsdatum) Beschwerde und beantragte, es seien ihr in Aufhebung des angefochtenen E
ntscheids vom 25.
März 2021 die gesetzlichen Leistungen, insbesondere eine Integritätsentschä
digung und Rente zuzusprechen. Eventualiter sei die Angelegenheit zur Durchführung einer medizinischen Expertise an die Beschwerdegegnerin zurückzuwei
sen. In prozessualer Hinsicht ersuchte die Beschwerdeführerin um
Anordnung eines medizinischen Gerichtsgutachtens und um
Durchführung eines zweiten Schriftenwechsels (
Urk.
1 S. 2). Mit Beschwerdeantwort vom 2
4.
Sep
tember 2021 schloss die Beschwerdegegnerin auf Abweisung der Beschwerde (
Urk.
11), was der Beschwerdeführerin am 2
8.
September 2021 zur Kenntnis gebracht wurde; zeitgleich wurde ihr mitgeteilt, dass das Gericht die Anordnung eines weiteren Schriftenwechsels als nicht notwendig erachte (
Urk.
12).
Mit Eingabe vom 15.
Oktober 2021 ersuchte die Beschwerdeführerin um Fristansetzung zur
Ein
reichung einer «(
gewillkürten) Replik» (
Urk.
13). Unter Hinweis auf die Verfügung vom 2
8.
September 2021 (
Urk.
12) teilte ihr das Gericht
am 1
9.
Oktober 2021
mit, eine Frist zur Replik werde nicht angesetzt; es stehe den Parteien
frei, bis zur Urteilsfällung
weitere, notwendige Eingaben zu tätigen (
Urk.
14).
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Am 1. Januar 2017 sind die am 25. September 2015 beziehungsweise am 9. November 2016 verabschiedeten geänderten Bestimmungen des Bundesge
setzes über die Unfallversicherung (UVG) und der Verordnung über die Unfall
versicherung (UVV) in Kraft getreten.
Gemäss den allgemeinen übergangsrechtlichen Regeln sind der Beurteilung jene Rechtsnormen zu Grunde zu legen, die in Geltung standen, als sich der zu den materiellen Rechtsfolgen führende und somit rechtserhebliche Sachverhalt verwirklicht hat (vgl. BGE 127 V 466 E. 1, 126 V 134 E. 4b, je mit Hinweisen). Dementsprechend sehen die Übergangsbestimmungen zur Änderung vom 25. September 2015 des UVG vor, dass Versicherungsleistungen für Unfälle, die sich vor dem 1. Januar 2017 ereignet haben, und für Berufskrankheiten, die vor diesem Zeitpunkt ausgebrochen sind, nach bisherigem Recht gewährt werden (Absatz 1 der genannten Übergangsbestimmungen).
Der hier zu beurteilende Unfall hat sich am 12. September 2012 ereignet, weshalb die bis 31. Dezember 2016 gültig gewesenen Normen auf den vorliegenden Fall Anwendung finden und in dieser Fassung zitiert werden.
1.2
Gemäss
Art. 6 UVG werden – soweit das Gesetz nichts
anderes
bestimmt – die Versicherungsleistungen bei Berufsunfällen, Nichtberufsunfällen und Berufs
krankheiten gewährt (Abs. 1).
Die Versicherung erbringt ihre Leistungen
ausserdem
für Schädigungen, die dem Verunfallten bei der Heilbehandlung zugefügt werden (
Abs.
3).
1.3
Nach
Art.
10
Abs.
1 UVG hat die versicherte Person Anspruch auf die zweck
mässige Behandlung der Unfallfolgen, nämlich auf die ambulante Behandlung durch den Arzt, den Zahnarzt oder auf deren Anordnung durch eine medizinische Hilfsperson sowie im
weiteren
durch den
Chiropraktor
(
lit
. a), die vom Arzt oder Zahnarzt verordneten Arzneimittel und Analysen (
lit
. b), die Behandlung, Verpflegung und Unterkunft in der allgemeinen Abteilung eines Spitals (
lit
. c), die ärztlich verordneten Nach- und Badekuren (
lit
. d) und die der Heilung dien
lichen Mittel und Gegenstände (
lit
. e).
1.4
Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss UVG setzt voraus, dass zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Inva
li
dität, Tod) ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht. Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne deren Vorhan
den
sein der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der glei
chen Weise beziehungsweise nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann. Entsprechend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des natürlichen Kausal
zusammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleinige oder un
mittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schädi
gende Ereignis zusammen mit anderen Bedingungen die körperliche oder geis
tige Integrität der versicherten Person beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht weggedacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene ge
sundheitliche Störung entfiele (BGE 129 V 177 E. 3.1, 402 E. 4.3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, worüber die Verwaltung beziehungsweise im Beschwerdefall das Gericht im Rahmen der ihm obliegenden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt für die Begründung eines Leistungs
anspruches nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
1.5
Bei objektiv ausgewiesenen organischen Unfallfolgen deckt sich die adäquate, d.h. rechtserhebliche Kausalität weitgehend mit der natürlichen Kausalität; die Adäquanz hat hier gegenüber dem natürlichen Kausalzusammenhang praktisch keine selbständige Bedeutung (BGE 134 V 109 E. 2.1).
1.6
Ist die Unfallkausalität einmal mit der erforderlichen Wahrscheinlichkeit nachge
wiesen, entfällt die deswegen anerkannte Leistungspflicht des Unfallversicherers erst, wenn der Unfall nicht die natürliche und adäquate Ursache des Gesundheits
schadens darstellt, wenn also Letzterer nur noch und ausschliesslich auf unfallfremden Ursachen beruht. Dies trifft dann zu, wenn entweder der (krank
hafte) Gesundheitszustand, wie er unmittelbar vor dem Unfall bestanden hat (Status quo ante), oder aber derjenige Zustand, wie er sich nach dem schicksals
mässigen Verlauf eines krankhaften Vorzustandes auch ohne Unfall früher oder später eingestellt hätte (Status quo sine), erreicht ist. Ebenso wie der leistungs
begründende natürliche Kausalzusammenhang muss das Dahinfallen jeder kausalen Bedeutung von unfallbedingten Ursachen eines Gesundheitsschadens mit dem im Sozialversicherungsrecht allgemein üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sein. Die blosse Möglichkeit nunmehr gänzlich fehlender ursächlicher Auswirkungen des Unfalls genügt nicht. Da es sich hierbei um eine anspruchsaufhebende Tatsache handelt, liegt die entsprechende Beweislast
anders als bei der Frage, ob ein leistungsbegründender natürlicher Kausalzusammenhang gegeben ist
nicht beim Versicherten, sondern beim Unfallversicherer. Diese Beweisgrundsätze gelten sowohl im Grundfall als auch bei Rückfällen und Spätfolgen und sind für sämtliche Leistungsarten mass
gebend (Urteile des Bundesgerichts 8C_600/2021 vom 3. März 2022 E. 3.2 und 8C_669/2019 vom 25. März 2020 E. 2.2, je mit Hinweisen).
Mit dem Erreichen des Status quo sine
vel
ante entfällt eine Teilursächlichkeit für die noch bestehenden Beschwerden. Solange jedoch dieser Zustand noch nicht wieder
erreicht
ist, hat der Unfallversicherer gestützt auf Art. 36 Abs. 1 UVG Leistungen zu erbringen (Urteil des Bundesgerichts 8C_589/2017 vom 21. Februar 2018 E. 3.2.3 mit Hinweisen).
1.
7
Der Unfallversicherer hat die Möglichkeit, die durch Ausrichtung von Heilbehandlung (und allenfalls Taggeld) anerkannte Leistungspflicht mit Wirkung ex
nunc
et pro
futuro
ohne Berufung auf den
Rückkommenstitel
der Wiedererwä
gung oder der prozessualen Revision einzustellen, etwa mit dem Argument, bei richtiger Betrachtung liege kein versichertes Ereignis vor (BGE 130 V 380 E. 2.3.1) oder der Kausalzusammenhang zwischen Unfall und leistungs
begrün
dendem Gesundheitsschaden habe gar nie bestanden oder sei dahin
gefallen. Eine solche Einstellung kann auch rückwirkend erfolgen, sofern der Unfallversicherer keine Leistungen zurückfordern will (nicht
publ
. E. 3 des Urteils BGE 146 V 51; Urteil des Bundesgerichts 8C_786/2021 vom 11. Februar 2022 E. 2 mit Hinwei
sen).
1.
8
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusam
menhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
Den Berichten und Gutachten versicherungs
interner Ärztinnen und Ärzte kommt nach der Rechtsprechung Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen (BGE 134 V 231 E. 5.1 mit Hinweis auf BGE 125 V 351 E. 3b/
ee
).
2.
2.1
Im angefochtenen Entscheid erwog die Beschwerdegegnerin, gestützt auf die Beurteilung
en
von
Kreisarzt
Dr.
H._
habe die
Arthro
-MRT-Untersuchung der rechten Schulter vom
2
0.
März 2013 keinen pathologischen Befund ergeben. Insbesondere hätten sich keine Residuen de
s stattgehabten Unfalls vom 12.
Sep
tember 2012 mehr gezeigt. Mithin sei der Status quo sine spätestens am 2
0.
März 2013 eingetreten
.
Dr.
I._
sei ebenfalls zum Schluss gekommen, der anato
mische Status quo sine sei allerspätestens 3 Monate nach dem auslösenden Moment eingetreten; im Zeitpunkt der MRT- Untersuchung der rechten Schulter habe zweifelsfrei kein objektivierbares somatisches Korrelat mehr bestanden
. Mithin stünden d
ie Schulterbeschwerden rechts über
den 3
0.
März 2013
hinaus
nicht mehr in einem natürlichen Kausalzusa
mmenhang mit dem Unfall vom 12.
September 2012 (
Urk.
2).
2.2
Dagegen wandte die Beschwerdeführerin ein, es existierten divergierende medizinische Standpunkt
e
zur Unfallkausalität der bis heute persistierenden Schulterbeschwe
rden.
Im Operationsbericht vom 1
4.
Mai 2013 sei ein teilweise abgerissenes Labrum und an der Unterfläche des
Infraspinatus
ein möglicher kleiner Riss dokumentiert worden. Damit sei es offenkundig, dass die Erstopera
tion aufgrund des Unfalls notwendig geworden
sei
und Unfallfolgen dokumen
tiert worden seien
.
Im Schreiben vom 2
0.
Oktober 2014 habe der ärztliche Direktor des
Z._
bestätigt, dass die Operationen vom 1
0.
Mai 2013 und 1
5.
Mai 2014 auf den Unfall zurückzuführen seien.
Auch
habe
Dr.
C._
wieder
holt festgehalten, es würden Unfallfolgen vorliegen
.
Alsdann
sei
Dr.
G._
zum Schluss gekommen
, die Schulterkontusion vom 12.
September 2012 habe zu einer richtunggebenden Verschlimmerung in Form einer Aktivierung der vorbestehen
den, asymptomatischen AC-Arthrose geführt. Die Operationen vom 1
0.
Mai 2013 und 1
5.
Mai 2014 seien überwiegend wahrscheinlich unfallkausal.
Die Einschät
zung von
Dr.
J._
, wonach sich das AC-Gelenk regelrecht darstelle, beruhe nicht auf einer umfassenden Prüfung und sei damit unvollständig.
Auf die Beurteilung von Dr.
I._
könne
auch
nicht abgestellt werden. Seine Ausfüh
rung
en seien anmassend, aktenwidrig und
mit erheblichen Zweifeln b
ehaftet
.
So habe sich dieser angemasst, die Beurteilungen anderer Mediziner als «heroisch anmutend» oder «abenteuerlich aber auch provokativ» zu bezeichnen. Auch habe
Dr.
I._
festgehalten, andere Mediziner hätten «wahrscheinlich» einfach die Angaben der Versichert
e
n übernommen.
Es sei zudem erstaunlich, dass die AXA
nach der Beurteilung von Vertrauensarzt
Dr.
H._
erneut ein Vertrauensgut
achten eingeholt habe. Laut Bundesgericht (BGE 125 V 351, 135 V 465) dürfe ein Versicherer nicht immer wieder und wieder interne Gutachten erzeugen, welche ja ohne Gewährung des rechtlichen Gehörs und Mitwirkungsrechte der versicher
ten Person zustande kämen. Vielmehr müsse gestützt auf die Bundesgerichts
praxis ein externes
medizinisches Gutachten im Sinne von
Art.
44
ATSG eingeholt werden
.
Der Anspruch auf ein externes G
utachten ergebe sich vorliegend
auch bereits aus der widersprüchlichen medizinischen Aktenlage
.
Andererseits
liege
mit dem
D._
-Gutachten vom 15.
Juli 2014 bereits ein exter
nes Gutachten vor. Rechtsprechungsgemäss geniesse dieses vollen Beweiswert und die Aktenstellungnahme von
Dr.
I._
sei nicht geeignet dieses in Frage zu stellen. Andernorts wies die Beschwerdeführerin darauf hin, bei der Stellung von Ergänzungsfragen an die
D._
sei ihr rechtliches Gehör unheilbar verletzt worden.
Weiter handle es sich be
i
Dr.
I._
um keinen (recte:
einen) Kniespe
zialisten, weshalb ihm zur Beurteilung der komplexen Schultersituation fehlende Fachkompetenz zu attestieren sei. Selbstverständlich lägen an der Schulter organische Unfallfolgen vor. Dies gelte rechtsprechungsgemäss auch für die
frozen
shoulder
und für den Labrumriss. Vorsorglich sei schliesslich eine Verletzung des Rechts auf eine faires Verfahren gestützt auf
Art.
6 EMRK zu rügen, da die Beschwerdeführerin offensichtlich aufgrund der unfallbedingt notwendig gewordenen Operationen erhebliche gesundheitliche Einschränkungen zu gewärtigen und damit Anspruch auf eine Integritätsentschädigung und Rente habe (
Urk.
1).
3.
Anfechtungsgegenstand des vorliegenden Verfahrens
und damit Sachurteils
voraussetzung
bildet d
er angefochtene Entscheid vom
2
5.
März 2021
, welche
r
die Einstellung der
Versicherungsleistungen aus UVG
per 3
1.
März 2019
mangels eines natürlichen Kausalzusammenhangs der
Beschwerden an der rechten Schulter
per 2
0.
März 2013
zum Inhalt hat (
Urk.
2) (BGE 125 V 413 E. 1a)
. Darauf hinzuweisen ist, dass die Taggeldleistungen bereits mit unangefochten in Rechts
kraft erwachsenem
Einspracheentscheid
vom 3
0.
Oktober 2017 per 3
1.
Dezember 2016 eingestellt worden sind (
Urk.
10/A203) und danach der Anspruch auf Ausrichtung von Taggeldern infolge eines Rückfalls bzw. aus Spätfolgen des Unfalles vom 1
2.
September 2012 mit rechtskräftigem Urteil UV.2019.00087 vom
3.
April 2020 verneint wurde.
In diesem Umfang der
pauschal
geltend gemachten Leistungsansprüche aus dem Unfall vom 1
2.
September 2012 besteht daher
Rechtsbeständigkeit bzw.
res
iudicata
und ist auf die Beschwerde nicht einzutre
ten
.
Zu prüfen verbleiben der Anspruch auf Heil- und Behandlungskosten über den 3
1.
März 2019 hinaus sowie die Ansprüche auf Rente und Integritätsentschä
digung.
4
.
4
.1
Anlässlich der Erstkonsultation i
m
Z._
am 1
3.
September 2012
habe die Beschwerdeführerin berichtet,
seit dem Unfall vom 1
2.
September 2012
bestehe
eine schmerzhafte Bewegungseinschränkung. Klinisch
habe
sich eine vor allem aktiv leicht reduzierte Beweglichkeit in alle Richtungen sowie
eine
diffuse
Druck
dolenz
im gesamten Schultergürtelbereich
gezeigt
; radiologisch ergab sich kein Anhalt für
frische
ossäre
Läsion
en
. Es wurde eine AC-Gelenkskontusion diagnos
tiziert und eine konservative Therapie mit Schmer
z
medikation und Physiothera
pie verordnet (
vgl.
Bericht vom 1
3.
Juni 2013,
Urk.
10/M9
,
vgl. auch Urk.
10/M1).
4
.2
Die
am 2
0.
März 2013 durchgeführte MR Schulter-
Arthrographie
rechts beurteilte
Dr.
A._
als unauffällig. Die
Rotatorenmanschette
und der Knorpel seien intakt, die Muskulatur eutroph. Im Buford-Komplex beste
he ein verdicktes mediales
glen
ohumerales
Ligament und das
anteriore
Labrum fehle, im Übrigen sei das Labrum intakt.
Ein freier Gelenkskörper, ein Knochenmarksödem oder eine Bursitis bestehe nicht. Zudem sei das AC-Gelenk reizlos
(
Urk.
10
/M3)
.
4.3
Im
Gutachten des
D._
vom 15. Juli 2014
hielten die Gutachter
folgende Diagnosen mit Auswirkungen auf di
e
A
rbeitsfähigkeit fest (
Urk.
10/M34
S. 27):
-
Treppensturz am 1
2.
September
2012 auf die rechte Schulter
-
AC-Gelenkskontusion
-
AC-Arthrose ger
ingen Grades (MRI 2
0.
März
2012)
-
Status nach
Schulter-Ar
throskopie rechts am 1
0.
Mai
2013
-
intraartikuläres
Débridement
,
subacromiales
Dé
bridement
,
anteriore
und latera
le
Acromioplastik
, AC-Resektion
-
Frozen
Shou
lder
(Beginn anfangs Juni 2013)
-
Cuff
-Capture der
Supraspinatu
ssehne
rechts (MR
I
1
2.
Februar
2014)
-
Status nach
Rearthroskopie
der
rechten Schulter am 1
5.
Mai
2014
-
Bicepstenotomie
,
Rotatorenmanschetten
-Rekonstru
ktion (
Subscapu
laris-Oberrand
, 1
Storz-Anker),
subacromiales
D
é
bridement
, Re-
Resek
tion AC-Gelenk,
Biopsieentna
hme
(Mikrobiologie
negativ)
Ohne Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit hielten sie einen Status nach
Gastrognemius
- und
Steindler
-Release bei
fasc
iitis
plantaris
rechts am 17. Februar
2012
fest (
Urk.
10/M3
4 S. 2
7
).
Die Beschwerdeführerin habe sofort nach dem Unfall massive, diffuse Schmerzen im ganzen Schulterbereich gehabt. Sie habe die Schulter auch nur noch schlecht bewegen können. Die Operation 2013 habe keine Beschwerdeverbesserung gebracht.
Trotz Physiotherapie, NSAR-Einnahme und Infiltrationen sei die Beweglichkeit im weiteren Verlauf rasch schlechter geworden
.
Für Mitte Mai 2014 sei ein erneuter operativer Eingriff geplant. Die Schmerzen hätten sich nach dem Unfall eigentl
ich immer verstärkt (
Urk.
10/M3
4 S. 17 ff.).
In klinisch rheumatologischer
sowie orthopädisch-
traumatologischer
Hinsicht hätten sich im Bereich der rechten Schulter
diffuse, mässig ausgeprägte
Druck
dolenzen
ergeben, welche keinem Muskel, Sehnenansatz oder peripheren Inner
vationsgebiet eines Nervs hätten zugeordnet werden können. Zudem hätten sich erhebliche
Bewegungseinschränkungen
gezeigt
, wobei
die
Bewegungsprüfung infolge starker Schmerzangaben teilweise nicht
habe
geprüft werden können. Demgegenüber sei der
Schultergürtel punkto muskulärer
Trophik
symmetrisch und unauffällig
; neurologische
Auffälligkeiten seien nicht festgestellt worden
. Der übrige Bewegungsapparat habe sich als unauffällig erwiesen
(
Urk.
10/M3
4
S. 18 ff.
,
Urk.
10/M3
4 S. 23
).
Zusammenfassend
habe die Beschwerdeführer
in
beim Treppensturz
vo
m 12.
September 2012 eine Kont
usion des AC-Gelenks
rechts
, ohne
ossäre
Läsionen oder eindeuti
ge traumatisc
he Sehnenverletzungen
erlitten
. Die anlässlich der Schulterarthroskopie vom 1
0.
Mai 2013 festge
stellten Veränderungen müss
t
en als
degenerativ bezeichnet werden;
Traumafolgen
im Bereich des AC-Gelenks seien nicht festgestellt worden.
Die am 1
2.
September 2012 erlittene Kontusion des AC-Gelenks sei Auslöser einer ungünstigen Entwicklung hin zu chronischen Schulterschmerzen gewesen. Diese Schmerzen hätten zur Indikation der Opera
tion vom 1
0.
Mai 2013 geführt.
Postoperativ sei eine Verschlechterung der Schmerzsituation mit Entwicklung einer
Frozen
Shoulder
eingetreten
.
Die zweite Operation
vom 1
5.
Mai 2014
infolge eines
Cought
Cuff
(Verklebungen der
Rota
torenmanschette
) habe eine weiterhin sehr eingeschränkte Schulterbeweglichkeit und persistierende Schmerzen rechts
zur Folge gehabt
.
Mithin sei d
er Unfall vom 1
2.
September 2012 als entscheidende, die ungünstige Entwicklung auslösende Teilursache der heutigen Beschwerden und Einschränkungen im Bereich der rechten Schulter zu betrachten. Ohne dieses Unfallereignis wäre diese Entwick
lung mit grösster Wahrscheinlichkeit nicht eingetreten. Aufgrund der
Reope
ration
vom 1
5.
Mai 2014 sei die Beschwerdeführerin zurzeit 100
%
arbeitsunfähig. Die rechte Schulter sei noch derart eingeschränkt, dass die funktionale Belastungs
fähigkeit aktuell nicht beurteilt werden könne
; es bleibe das Ergebnis der Operation abzuwarten. Auch seien weitere Behandlungen geeignet, eine namhafte Verbesserung zu erreichen. So etwa eine weiterführende Physiotherapie
(
Urk.
10/M34 S
. 22 f., S. 28
f.
)
.
M
it Ergänzung
vom 29. August 2014 führten die Gutachter präzisierend aus, die anlässlich der Schulterarth
r
oskopie vom 1
0.
Mai 2013 festgestellten degenera
tiven Veränderungen müssten als vorbestehend bezeichnet werden. Diese Veränderungen seien aber bis zum Unfallzeitpunkt glaubhafterweise asymptoma
tisch gewesen.
Der Unfall vom 1
2.
September 2012 habe zu einer Kontusion des AC-Gelenks ohne strukturelle oder
ossäre
Gelenkverletzung geführt. Mithin werde daran festgehalten, dass keine direkten
Traumafolgen
operiert worden sei
en
.
Die operativen Eingriffe seien nicht infolge unfallbedingter Befunde, sondern infolge persistierender Schmerzen und Funktionseinschränkungen erfolgt; in der Hoffnung, durch Korrektur der (vorbestehenden) degenerativen Veränderungen eine Schmerzlinderung und Funktionsverbesserung zu erzielen, was leider nicht der Fall gewesen sei.
Ein unfallbedingtes, organische
s
Korrelat liege nicht vor und die am 1
0.
Mai 2013 intraoperativ festgestellten Befunde seien degenerativer Natur.
Nach allgemeiner medizinischer Erfahrung sei die
vorlie
gende
Schulterkontusion
mit überwiegender Wahrscheinlichkeit
innert drei bis sechs Monaten abgeheilt
, zumal keine strukturellen Veränderungen im Schulter
bereich festgestellt worden seien.
Es bestünden mit überwiegender Wahrschein
lichkeit zum heutigen Zeitpunkt keine Unfallfolgen
mehr
; der Status quo sine sei spätestens 6 Monate nach dem Unfall eingetreten
(
U
rk. 11/M35
)
.
4.4
In seiner Stellungnahme vom 2
4.
November 2014 kam
Dr.
G._
zum Schluss, die bestehenden Beschwerden seien überwi
e
gend wahrscheinlich auf den schicksal
haften ungünstigen Verlauf nach dem ersten Schultereingriff am 1
0.
Mai 2013 zurückzuführen; die Beschwerdeführerin habe hernach eine
frozen
shoulder
sowie eine «
Cuff
-Capture» entwickelt, weshalb eine zweite Operation notwendig geworden sei. Es sei medizinisch plausibel, dass es postoperativ wiederum zu einem protrahierten Verlauf gekommen sei. Ob zusätzlich unfallfremde psychi
sche Faktoren beteiligt gewesen seien, vermöge er (
Dr.
G._
) nicht zu beurteilen. Eine Teilurs
ächlichkeit des Unfalls vom 12.
September 2012 sei jedenfalls gegeben; im Februar 2013 habe sich
das klinische Bild eines sekundären
Impingements
nach Traumatisierung des Schultereckgelenkes gezeigt. Im MRI vom 2
0.
März 2013
stelle sich das AC-Gelenk
aufgetrieben mit irregulärem
Discus
und
caudal
liegender gerin
g
er entzündlicher Infiltration
dar
. Aufgr
und dieses Befundes teile er (
Dr.
G._
) die gutachterliche Beurteilung, wonach die Schulter
kontusion vom 1
2.
September 2012 keine st
rukturellen Veränderungen gezei
t
igt
habe, nicht. Zusammen mit der Anamnese und der Beschwerdefreiheit vor dem Unfall von Seiten des AC-Gelenkes, welche sehr wohl zu würdigen und nicht à priori zum Fehlschluss «
post
hoc ergo
propter
hoc»
führen müsse
, sei es überwi
e
gend wahrscheinlich, dass es durch die Schulterkontusion zu einer Aktivierung der unfallfremden
asymptomatischen leichten AC-Arthrose gekommen sei. Dies im Sinne einer Verschlimmerung eines Vorzustandes. Aufgrund des
traumatolo
gisch
nachvollzie
hbaren klinischen Verlaufes, des
fehlenden Ansprechen
s
auf die konservative Therapie und Infiltration sei diese Verschlimmerung überwiegend wahrscheinlich als richtunggebend zu bezeichnen. Die Operation vom 1
5.
Mai 2014 sei eine Folge der Operation vom 1
0.
Mai 2013 und damit ebenfalls überwiegend wahrscheinlich auf den Unfall vom 1
2.
Septem
ber 2012 zurückzu
führen (
Urk.
10
/M42).
4.5
Dr.
F._
kam in seiner Stellungnahme vom 1
5.
August 2017 zum Schluss, die aktuell beklagten Beschwerden stünden indirekt im Zusammenhang mit dem Ereignis vom 1
2.
September 201
2.
Dabei habe es sich um eine Verletzung des rechten AC-Gelenks gehandelt mit Entwicklung einer ausgeprägten AC-Gelenks-
Arthropathie
und dadurch bedingter, sehr schmerzhafter
Impingement
-Sympto
matik. Wahrscheinlich bedingt durch physiotherapeutische Massnahmen im Rahmen
der Behandlung der (postoperativ entstandenen)
Frozen-Shoulder
sei es zu oberflächlichen Einrissen an der
Subscapularis
- und
Supraspinatussehne
gekommen. Weder die konservativen noch operativen Massnahmen hätten eine Besserung gebracht. Zusammenfassend könne das gesamte Geschehen als
Failed-Shoulder-Surgery
aufgefasst werden, wie es im Anschluss an einen Schulterein
griff in seltenen Fällen auftreten könne. Im Vordergrund stehe offenbar die individuelle Tendenz zur Ausbildung einer
retraktilen
Kapsulitis
(
Frozen-Shoulder
) nach einem Eingriff oder Verletzung. So betrachtet lasse sich der gesamte
deplorable
Verlauf kausal auf das Ereignis vom 1
2.
September 2012 zurückführen. Wesentliche Vorzustände fänden sich nicht. Die degenerativen Veränderungen der
Rotatorenmanschette
seien altersentsprechend; bei den im Verlauf festgestellten, kleinen, oberflächlichen Sehnenläsionen dürfte es sich auch um Mobilisationsfolgen im Rahmen der Behandlung der
Frozen-Shoulder
handeln (
Urk.
10
/
M128).
4.6
Mit Stellu
ngnahme vom 1
5.
März 2019 hielt
Dr.
H._
fest,
anlässlich des Ereignisses vom
1
2.
September 2012 sei
es zu einer Kontusion gekommen; radiologisch habe sich kein Anhalt für eine
osteoartikuläre
Läsion ergeben.
Im weiteren Verlauf habe die Beschwerdeführerin persistierende, hauptsächlich bewegungsabhängige Schulterschmerzen berichtet; klinisch
hätten
sich
bei guter Kraft und
unauffällige
r
Beweglichkeit in alle Richtungen
(Druck-)
Dolenzen
im AC-Gelenks- resp. im lateralen Schulterbereich
ergeben.
Das
Arthro
-MRT vom 2
0.
März
2013
habe
gemäss
Dr.
A._
einen unauffälligen Befund erbracht. D
ies
könne er (
Dr.
H._
) bei eigener Betrachtung der Bilder bestätigen.
Insbe
sondere fehlten Hinweise auf eine Läsion der
Rotatorenmanschette
,
bone
bruise
, AC-Gelenksproblematik,
subakromiale
Bursitis oder intraartikuläre Pathologie.
Mangels pathologischem Befund
fehle es an
Residuen des stattgehabten Ereignis
ses, sodass spätestens
am
2
0.
März 2013
ein morphologischer S
tatus quo sine belegt
sei
(
Urk.
10/
M
162).
4.7
Am 1
3.
Januar 2020 gab Prof.
J._
eine
Zweitmeinung
zur
Arthro
-MRT vom 2
0.
März 2013 der rechten Schulter ab.
Dieser kam zum Schluss, es bestünden Hinweise auf eine Partialruptur der
Subscapularissehne
am
Oberrand
ansatznahe und mögliche
Tendinopathie
der lan
gen
Bizepssehne
im
Rotatorenman
schetten
intervall
. Diese Verdachtsdiagnosen seien
indes
unsicher.
Zusammengefasst könne ein pathologischer Befund in der
Arthro
-MRT der rechten Schulter mit
Tendopathie
der langen
Bizepssehne
und Partialruptur der
Subscapularissehne
am
Oberrand
und an der Innenseite nicht ausgeschlossen werden. Letztgenanntes könnte auf das Unfallereignis am 1
2.
September 2012 zurückzuführen
sein;
posttraumatische Veränderungen am AC-Gelenk und an den
korakoklavikulären
Ligamenten könnten nicht abgegrenzt werden
(
Urk.
10/M163).
4.8
Dr.
I._
kam in seiner Aktenbeurteilung vom 2
8.
Mai 2020 zum Schluss, im Nachgang des Unfalls vom September 2012 habe sich
weder klinisch noch radiologisch eine
somatisch objektivierbare Pathologie ergeben.
Soweit in den
Vorakten
ein
Impingement
festgehalten worden sei, so sei dies irreführend. Insbesondere habe ein echtes
Impingement
mit einem verminderten
acromio-humeralen
Abstand nie bestanden.
Die
schmerzbedingte
n Einschränkungen der rechten Schulter seien
mangels
patho
-somatisch objektivierbarem Korrelat
vielmehr
durch sogenannte Mikroverletzungen nachvollziehbar erklärbar. Es sei notorisch, dass derartige Verletzungen immer folgenlos ausheilten.
Mangels
strukturelle
r
Läsion
daure die
natürliche Heilung rund 6-8 Wochen
,
aller
längstens
drei Monate
. Das
Arthro
-MRT habe ergeben, dass die
Rotatorenmanschette
intakt und die Muskulatur keine Atrophie oder Verfettung aufgewiesen habe. Die dokumentierte unsichere Verdachtsdiagnose einer P
artia
lruptur an der
Subsca
pularissehne
an ihrem
Oberrand
und die mögliche
Tendinopathie
der langen
Bizepssehne
im
Rotatorenmanschettenintervall
sei durch den O
per
a
t
ionsbericht
vom 1
0.
Mai 2013
widerlegt.
Beim intraoperativ festgestellten
aufgefransten
Bizepsanker
handle es sich um
eine alterskorrelierende Degeneration (im Sinne einer beginnenden SLAP-II-Läsion). Mithin
sei im Zeitpunkt der MRI-Untersuchung der Status quo sine überwiegend wahrscheinlich bereits
eingetre
ten. Zudem
habe
kein objektivierbares
somatisches
Korrelat
vorgelegen, welches auch nur annähernd Anlass zu einer Operation ergeben hätte
.
Mithin kö
nnten auch die
postoperativen
Komplikationen
nicht auf das Ereignis vom 12.
Septem
ber 2012 zurückgeführt werden. Daran ändere auch nichts, wenn
Dr.
G._
von einer Aktivierung ausgehe. Auch diese heile mit Sicherheit aus; länger anhaltende Beschwerden würden einem Status quo sine entsprechen.
Im
D._
-Gutachten vom 1
5.
Juli 2014 sei die Kausalitätsfrage basierend auf den subjektiven Angaben trotz objektivierten Diskrepanzen nicht richtig beantwortet worden. Die Korrektur (Beantwortung der Z
usatzfragen vom 2
9.
August 2014, vgl.
Urk.
11/M35)
bringe bezüglich de
r
intraoperativ erkannten und behandelten Veränderungen jedoch Klarheit und korreliere mit den Ausführungen von
Dr.
H._
(
Urk.
10/M164).
5
.
5
.1
Zu prüfen ist zunächst, ob organisch objektiv ausgewiesene somatische Unfall
folgen vorliegen.
Nach der Rechtsprechung kann von organisch objektiv ausgewiesenen Unfall
folgen erst dann gesprochen werden, wenn die erhobenen Befunde mit appa
ra
ti
ven/bildgebenden Abklärungen bestätigt wurden und die hierbei angewen
deten Untersuchungsmethoden wissenschaftlich anerkannt sind (BGE 138 V 248 E. 5.1 mit Hinweisen).
5
.2
Unbestritten ist, dass die Beschwerdeführerin anlässlich des Unfalls vom 12
. Sep
tember 2012 eine AC-Gelenk
kontusion erlitt
(
Urk.
10
/M1).
Fest steht auch, dass die Röntgenuntersuchung vom 1
3.
September 2012 keinen Anhalt für frische
ossäre
Läsionen ergab (vgl.
Urk.
10/M9).
Dr.
A._
hielt
gestützt auf
die MR Schulter-
Arthrographie
vom 2
0.
März 2013
einen unauffälligen Befund,
insbesondere
ein
reizloses AC-Gelenk fest (
Urk.
1
0
/M3).
Dres
.
H._
,
J._
und
I._
sowie die
D._
-Gutachter
bestätigten
, dass gestützt auf die Bildgebung vom 2
0.
März 2013 keine strukturelle oder
ossäre
Schädigung des AC-Gelenks vorlag.
Gegenteiliges ergibt sich auch nicht aus den Ausführungen von Dr.
F._
; welche «Verletzung» des AC-Gelenks die Beschwerdeführerin am 12. September 2012 erlitten haben soll, hat er denn auch nicht weiter substan
tiiert.
Inwiefern aufgrund des (einzig) von
Dr.
G._
, bei welchem es sich nicht um einen Facharzt für Radiologie handelt, im MRT vom 2
0.
März 2013 gesehenen aufgetriebenen AC-Gelenks mit irregulärem
Discus
und
caudal
liegender geringer entzündlicher Infiltration eine strukturelle Veränderung
vorliegen
sollte, ist nicht nachvollziehbar und hat dieser auch nicht begründet (vgl.
Urk.
10/M42, vgl.
E.
4
.4).
Die von
Dres
.
B._
und
J._
(als Verdachtsdiagnose) notierte
Biceps
tendinopathie
und (allenfalls) diskrete
Subscapularisoberrand
-Läsion (Urk. 10/M4,
Urk.
10/M163) sind durch die intraoperativen Befunde vom 1
0.
Mai 2013 widerlegt; die
Bicepssehne
war nicht
tendinitisch
verändert und die
Sub
scapularissehne
erwies sich als intakt (
Urk.
11/M6).
Die
von
Dr.
B._
postulierte
posttraumatische AC-
Arthropathie
rechts
(vgl.
Urk.
10/M
4
)
steht
nach dem Gesagten
im Widerspruch zu den einhelligen Beurteilungen von
Dres
.
H._
,
J._
und
I._
sowie
der
D._
-Gutachter
, wonach sich gestützt auf das MRT vom 2
0.
März 2013
keine
T
raumafolgen
im Bereich des AC-G
elenks ergaben
. Die
D._
-Gutachter wiesen zudem darauf hin,
dass sich
auch intraope
rativ
am 1
0.
Mai 2013
keine
Traumafolgen
im Bereich des AC-Gelenks
ergaben
(
Urk.
10/M34 S.
24
).
Betreffend das von
Dr.
B._
ausserdem
diagnostizierte
Impingement
(vgl.
Urk.
10/M6) stellte
Dr.
I._
klar, mangels vermindertem
acromio-humeralen
Abstand habe gar nie ein echtes
Impingement
bestanden (vgl.
Urk.
10/M164 S. 22; vgl. auch den Konsultationsbericht vom 13. Juni 2013, wonach der im Januar 2013 durchgeführte
Impingement
-Test nach Hawkins ein negatives Ergebnis gezeitigt habe,
Urk.
10/M10)
.
Vielmehr stützte sich
Dr.
B._
hierfür
augenscheinlich
auf die Schmerzangaben der Versicherten
sowie
die
fest
gestellten
(aktiven)
Funktionseinschränkungen
ab
(vgl.
Urk.
10/M4
, vgl. auch
Urk.
10/M1
).
Dr.
G._
führte
in seiner Stellungnahme vom 2
4.
November 2014
dementsprechend
aus, es habe sich das «klinische Bild» eines
Impingements
gezeigt (
Urk.
10/M42).
Schmerzen sowie klinisch feststellbare Bewegungsein
schränkungen vermögen für sich allein
indes
kein klar fassbares organisches Korrelat eines Beschwerdebildes zu begründen (vgl. etwa Urteil U 9/05 des dama
ligen Eidgenössischen Versicherungsgerichts vom 3. August 2005 E. 4; Urteile des Bundesgerichts U 354/06 vom 4. Juli 2007 E. 7.2, U 328/06 vom 25. Juli 2007 E. 5.2 sowie 8C_369/2007 vom 6. Mai 2008 E. 3).
M
angels bildgebend ausgewiesenen Unfallfolgen lässt sich
damit auch nichts
zum Vorteil der Beschwerdeführerin ableiten, wenn
Dr
es
.
C._
und
F._
festhielt
en
, das
Impingement
der rechten Schulter und die posttraumatische AC-
Arthropathie
rechts se
ien
(indirekt) unfallkausal (
Urk.
10
/M20
,
Urk.
10/M128
).
Selbst wenn es anlässlich des Unfalls vom 1
2.
September 2013 zu der von Dr.
G._
postulierten unfallbedingten Aktivierung und damit Verschlimmerung der zuvor asymptoma
tischen AC-Gelenksarthrose gekommen sein sollte, so wäre diese mangels struktureller
Verletzungen
gestützt
auf
die übereinstimmenden Ausführungen der
D._
-Gutachter sowie
von
Dr
es
.
H._
und
I._
jedenfalls späteste
ns nach sechs Monaten abgeheilt
. Eine allfällige rich
tungsgebende Verschlimmerung müsste zudem bildgebend ausgewiesen sein (vgl. Urteil des Bundesgerichtes 8C_174/2008 vom
8.
August 2008 E. 4.2 mit Hinweisen), was
nach dem bisher Gesagten
nicht der Fall ist.
Davon abgesehen
kam
Dr.
G._
zum Schluss
, die bestehenden Beschwerden seien überwiegend wahrscheinlich auf den schicksal
haften ungünstigen Verlauf nach dem ersten S
chultereingriff vom 10.
Mai 2013 zurückzuführen.
Weshalb
Dr.
C._
in seiner Kurzstellungnahme
vom 1
5.
Juni
2013
die
Unfallkausalität
der am 10.
Mai 2013 durchgeführten Operation
bejahte
,
liess
er
gänzlich unbegründet
; augenscheinlic
h begnügte er sich hierfür
mit der Aussage der Beschwerdeführerin, wonach sie vor dem Unfall keine Schulterprob
leme gehabt habe
(
Urk.
10
/M
16
)
. Dasselbe gilt für die Stellungnahme
von Prof.
med.
K._
, Facharzt FMH für orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates sowie ärztlicher Direktor,
Z._
,
vom
2
0.
O
ktober 2014, worin dieser
eine Unfallkausalität der 2013 und 2014 durchgeführten Operationen bejahte (
Urk.
10/A86/1)
.
UV170570
Post hoc ergo propter hoc
02.2021
Die Argumentation nach der Formel «
post
hoc ergo
propter
hoc», nach deren Bedeutung eine gesundheitliche Schädigung schon dann als durch den Unfall verursacht gilt, weil sie nach diesem aufgetreten ist, ist beweisrechtlich nicht zulässig und vermag zum Nachweis der Unfall
kausalität nicht zu genügen (BGE 119 V 335 E. 2b/
bb
, Urteil des Bundesgerichts 8C_332/2013 vom 25. Juli 2013 E. 5.1).
Ärztliche Auskünfte, die allein auf dieser Argumentation beruhen, sind beweisrechtlich nicht zu verwerten (Urteil des Bundesgerichts 8C_
241/2020 vom 29. Mai 2020 E. 3)
.
Zu erwähnen ist auch, dass Dr.
B._
die Indikation für die am 1
0.
Mai 2013 durchgeführte Schulterarthro
skopie
nicht mit objektiven Befunden, sondern
damit begründete
, man h
abe sich aufgrund der «nun mehrmonatigen Beschwerden ohne längerfristiges Ansprechen auf konservative Therapien» für ein operatives Vorgehen entschieden (
Urk.
10
/M2). Entsprechend führten auch die
D._
-Gutachter aus,
die Operation sei
nicht infolge unfallbedingter Befunde, sondern infolge persistierender Schmerzen und Funktionseinschränkungen - ohne unfallbedingtes, organische Korrelat - erfolgt; in der Hoffnung, durch Korrektur der (vorbestehenden) degenerativen Veränderungen eine Schmerzlinderung und Funktionsverbesse
rung zu erzielen.
Schliesslich
ist aufgrund der insoweit übereinstimmenden ärzt
lichen Beurteilungen davon auszugehen
, dass sich die
Rotatorenmanschette
am 2
0.
März 2012 bildgebend
als intakt
erwies,
die M
uskulatur keine Atrophie zeigte und die
anlässlich der Schulterarthroskopie vom 1
0.
Mai 2013 festgestellten Veränderungen als degenerativ
zu taxieren sind (
Urk.
10
/M164 S. 20)
.
Mithin sind o
b
jektivierbare Unfallfolgen nicht ausgewiesen.
Da bei dieser Sachlage am 1
0.
Mai 2013 keine objektivierbaren Unfallfolgen operiert wurden, erübrigen sich
auch
Weiterungen zu einer allfälligen
Failed-Shoulder-Surgery
Problem
atik.
Aufgrund der vorliegenden medizinischen Aktenlage ist mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass spätestens im März 2013 die Folgen der Schulterkontusion abgeheilt waren
(E. 1.6)
und jedenfalls die operativen Eingriffe nicht der Behandlung einer allfällig
verbliebene
n, unfallbedingten
Schmerzproblematik dienten bzw. keine wesent
liche Verbesserung versprachen, zumal die Beschwerdeführer
in
vor der Operation vom 1
0.
Mai 2013
vollständig
arbeitsfähig gewesen war
(vgl.
Urk.
10/A364)
.
Dieser Eingriff
erfolgte
denn auch ohne vorgängige Kostengutsprache (vgl.
Urk.
10/A
4
i.V.m
.
Urk.
10/A12).
Zusammenfassend erweist es sich als rechtens, wenn
die Beschwerde
gegnerin
in zutreffender Würdigung der Akten
zum überzeugenden Schluss gelangt ist, dass
die
Heil
- und Behandlungs
kosten
ohne Berufung auf den
Rückkommenstitel
der Wiedererwägung
oder der prozessualen Revision
ex
nunc
et pro
futuro
mit Wirkung ab dem
3
1.
März 2019
einzustellen sind, weil ein
Kausalzusammenhang zwischen Unfall und leistungsbegr
ündendem Gesundheitsschaden
jedenfalls seit dem 3
0.
März 2013 dahingefallen
war
(
Urk.
2,
vgl. E.
1.
7
).
Bei diesem Ergebnis erübrigen sich
weitere Abklärun
gen
(antizipierte Beweiswürdigung;
vgl. BGE 144 V 361 E. 6.5, 136 I 229 E. 5.3 je mit Hinweisen
).
Insbesondere
liegen –
entgegen dem Dafürhalten der
Beschwerdeführerin (
Urk.
1
Ziff.
42 und 44) - keine sich diametral entgegengesetzte
n
medizinische
n
Stellungnahmen vor.
Da
sich der rechtserhebliche Sachverhalt
v
orliegend
zudem
auf die Frage beschränkte
, ob gestützt auf die MR Schulter-
Arthrographie
vom 2
0.
März 2013 objektivierbare Unfallfolgen ausgewiesen sind, ist
– entgegen der
Beschwerdeführer
in
-
auch
nicht einzusehen, weshalb die Beschwerdegegnerin eine Begutachtung im Sinne von
Art.
4
4 ATSG hätte durchführen müssen;
d
ie
hierfür
eingeholten ärztlichen Stellungnahmen
und Aktenexpertisen
erweisen sich als
beweiskräftig
.
Davon abgesehen
steht die umstrittene Leistungseinstellung
(auch)
im Einklang
mit dem
nach Massgabe von
Art.
44 ATSG eingeholte
n
D._
-Gutachten vom 1
5.
Juli 2014
, wonach die Beschwerdeführerin anläss
lich des Treppensturzes vom 12.
September 2012 eine Schulterkontusion ohne
ossäre
Läsionen oder trauma
tische Sehnenverletzungen erlitten
habe
und sich am 1
0.
Mai 2013
auch
intraoperativ keine
Traumafolgen
im Bereich des AC-Gelenks ergeben habe
n
(
Urk.
10/M34 S. 24).
Die
ergänzenden Ausführungen
der Gutachter
vom 2
9.
August 2014
,
wonach
die am 1
2.
September 2012
erlittene Schulterkontusion
mangels
einer strukturellen Schulterveränderung
nach allgemeiner medizinischer Erfahrung mit überwiegender Wahrscheinlichkeit innert drei bis sechs Monaten abgeheilt
war
, erging
en
denn auch nicht unter
einer «unheilbaren Gehörsver
letzung»
der Beschwerdeführerin (vgl.
Urk.
1
Ziff.
15
). Vielmehr wurde
der Beschwerdeführerin
wiederholt die Möglichkeit eingeräumt
,
zum Hauptgutachten und den ergänzenden Ausführungen Stellung zu beziehen und allfällige
Erläute
rungs
- sowie Ergänzungsfragen zu stellen (vgl. Schreiben vom 2
2.
September 2014
Urk.
10/A75; vgl. auch
Urk.
10/A81; vgl. ausserdem
Urk.
10/A87). Daran ändert auch das
Urteil
8C_408/2009 vom 2
5.
Mai 2010 nichts, worin das Bundesgericht erwog, es sei angebracht
,
allfällige Erläuterungs- und Ergänzungs
fragen des Versiche
rungsträgers und der begutachtet
en Person
dem Gutachter
gleichzeitig
zu unterbreiten (E. 5.4; vgl.
Urk.
10/A86).
Mit ihrer übrigen
Kriti
k vermag die Beschwerdeführerin
schliesslich
nicht durchzudringen.
6.
Der angefochtene Entscheid erweist sich damit als rechtens, was zur
Abweisung der Beschwerde führt, soweit darauf einzutreten ist.