# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** bc8c2c32-f3aa-46dd-90c8-d079db967b27
**Court:** GR_KG
**Chamber:** GR_KG_006
**Year:** 2015
**Language:** de
**Jurisdiction:** GR / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

hat sich ergeben:
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I. Sachverhalt
A. Bei der F._ handelt es sich um eine im Jahre 1986 von G._ gegründete gemeinnützige Stiftung mit Sitz in O.1_, welche im Handelsregister des Kantons Graubünden eingetragen ist und unter der Aufsicht der Finanzverwaltung des Kantons Graubünden steht.
Am 7. Februar 2001 wurde die Stiftungsurkunde geändert und ein Reglement erlassen. Gemäss Art. 2 der Stiftungsurkunde liegt der Zweck der Stiftung primär in der Erhaltung, dem Ausbau und der Erschliessung ihres Sammelgutes. Dieses zeigt Land und Leute Graubündens, insbesondere im Spiegel der darstellenden Kunst und Grafik.
Im Jahre 2009 ist G._ und im Jahre 2010 dessen Ehefrau H._ verstorben. Als gesetzliche Erbinnen haben die Eheleute G.H._ die beiden Töchter E._ und D._ hinterlassen.
Gemäss dem bei den Akten liegenden Handelsregisterauszug setzte sich der Stiftungsrat der F._ bis anfangs November 2013 aus E._ (Präsidentin) sowie I._, Z._ und Dr. iur. Y._ zusammen. Als Geschäftsführerin war im Handelsregister des Kantons Graubünden J._ eingetragen.
B. Schon bald nach dem Tod von G._ entstanden zwischen den Erbinnen und dem Stiftungsrat Meinungsverschiedenheiten bezüglich der Eigentumsverhältnisse am Sammelgut. Dabei vertraten erstere die Auffassung, dass der grösste Teil der Sammlung zum Nachlass ihres Vaters gehöre. Entsprechend liessen E._ und D._ über den Willensvollstrecker eine Teilungsvereinbarung ausarbeiten, welche von ihnen am 25./27. Februar 2013 unterzeichnet worden ist. Dieser Teilungsvertrag geht davon aus, dass die Kunstsammlung, deren gesamter Bestand mit Fr. 10 Millionen bewertet wird, zum überwiegenden Teil Bestandteil des Nachlasses bildet; davon werden 543 Werke mit einem Wert von Fr. 1,3 Millionen den beiden Erbinnen zu Eigentum zugewiesen, während das restliche Sammelgut (26'474 Werke) mit einem Wert von Fr. 8,1 Millionen in Erfüllung des ihr testamentarisch zugedachten Vermächtnisses ins Eigentum der Stiftung übergehen soll. Demgegenüber stellten sich die Stiftungsräte I._, Z._ und Dr. iur. Y._ auf den Standpunkt, der allergrösste Teil der gesammelten Objekte gehöre der Stiftung bereits zu Eigentum. Überdies waren sie auch mit der Bewertung des Sammelguts nicht einverstanden.
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C. Am 8. September 2013 teilte D._ – welche anlässlich der Sitzung vom 21. Dezember 2009 aus dem Stiftungsrat der F._ ausgetreten war, jedoch gemäss Stiftungsurkunde einen lebenslangen Sitz im Stiftungsrat hat – dem Stiftungsrat schriftlich mit, dass sie wieder Einsitz in den Stiftungsrat der F._ nehme. Kurz darauf, nämlich am 15. September 2013, erklärte I._ seinen Rücktritt aus dem Stiftungsrat "auf den nächstmöglichen Termin". Den von E._ in der Folge vorbereiteten Zirkularbeschluss, mit welchem vom Rücktritt von I._ Kenntnis genommen und im Hinblick auf die Handelsregisteranmeldung Funktion und Zeichnungsberechtigung der neu Einsitz nehmenden D._ geregelt werden sollte, lehnten sowohl Z._ als auch Dr. iur. Y._ unter Verweis auf die Notwendigkeit einer grundsätzlichen Diskussion über die Besetzung des Stiftungsrates umgehend ab.
D. Mit Zirkularbeschluss vom 10./14. Oktober 2013 kamen die Stiftungsräte I._, Z._ und Dr. iur. Y._ schliesslich überein, eine Feststellungs- und Herausgabeklage gegen die Erbinnen von G._ einzureichen, und beauftragten Rechtsanwalt Dr. iur. et lic. oec. Marco Toller mit deren Einleitung und der Führung des Prozesses. Am 12. November 2013 wurden die Erbinnen über die betreffende Beschlussfassung in Kenntnis gesetzt.
E. Am 4. November 2013 fand zwecks Regelung von Funktion und Zeichnungsberechtigung von D._ in O.2_ eine ausserordentliche Stiftungsratssitzung der F._ statt, an der lediglich die Stiftungsratspräsidentin E._ und ihre Schwester D._ teilnahmen. Gemäss Sitzungsprotokoll fasste der Stiftungsrat anlässlich dieser Sitzung den einstimmigen Beschluss, dass D._ als Mitglied des Stiftungsrates im Handelsregister mit Kollektivzeichnungsrecht zu zweien einzutragen sei. Die Stiftungsratspräsidentin veranlasste in der Folge die Eintragung von D._ im Handelsregister per 6. November 2013. Gleichzeitig liess E._ I._ als Mitglied des Stiftungsrates im Handelsregister löschen.
F. Mit Schreiben vom 20. November 2013 lud die Stiftungsratspräsidentin E._ die Stiftungsratsmitglieder zu einer ordentlichen Stiftungsratssitzung der F._ auf den 13. Dezember 2013 ein. Diese Einladung ging zusammen mit den Unterlagen für die statutarischen Traktanden und einem Begleitschreiben, wonach an der Jahresversammlung dessen gebührende Verabschiedung erfolgen werde, auch an I._. Gemäss Traktandenliste wurde unter Ziffer 5 das Traktandum " Wahl Stiftungsrat" angekündigt.
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Durchgeführt wurde die Stiftungsratssitzung vom 13. Dezember 2013 in den Archivräumlichkeiten der Stiftung in O.1_. Laut dem von K._ verfassten Sitzungsprotokoll nahmen daran nebst einem Vertreter der Revisionsstelle und der Geschäftsführerin J._ sämtliche bisherigen Stiftungsräte (unter Einschluss von I._) sowie D._ teil. Deren Stellung als Stiftungsrätin wurde von Dr. iur. Y._ zu Beginn des Traktandums „Wahl Stiftungsrat“ ausdrücklich bestritten; nach wie vor stimmberechtigter Stiftungsrat sei dagegen I._. Ohne auf die Einwände von Dr. Y._ einzugehen, schlug E._ daraufhin Dr. A._, B._ und Dr. C._ als neue Stiftungsräte vor, welche sogleich den Sitzungsraum betraten. Nach kurzer Diskussion, in deren Verlauf Dr. iur. Y._ gegen das Vorgehen der Stiftungsratspräsidentin protestierte, schritt letztere zur Abstimmung. Dabei stimmten E._ und D._ für die drei Kandidaten, während Dr. iur. Y._ und Z._ gegen deren Zuwahl votierten. I._ gab – nachdem ihn Dr. Y._ zur Stimmabgabe aufgefordert, E._ seine Stimmberechtigung aber verneint hatte – keine Stimme ab. Unter Berufung auf den ihr gemäss Stiftungsurkunde bei Stimmengleichheit zustehenden Stichentscheid, den sie zugunsten der drei Kandidaten ausübe, stellte E._ daher die Wahl von Dr. A._, B._ und Dr. C._ in den Stiftungsrat fest. Dr. iur. Y._ und Z._ verliessen daraufhin gemeinsam mit I._, J._ und dem Revisor den Sitzungsraum.
Die verbliebenen Personen behandelten in der Folge die weiteren Traktanden, wobei sie zunächst über die Konstituierung des Stiftungsrates und die Zeichnungsberechtigung der neuen Mitglieder Beschluss fassten. Unter dem Traktandum 11 „Vermächtnis G._“ wurde sodann im Ausstand von E._ und D._ beschlossen, Rechtsanwalt Toller das ihm erteilte Mandat zur Klage gegen die beiden Erbinnen mit sofortiger Wirkung zu entziehen. Unter dem Traktandum 12 „Varia“ hielt der Stiftungsrat schliesslich fest, dass das Vertrauensverhältnis zur Geschäftsführerin J._ als Folge ihres Verhaltens an der Sitzung derart gestört sei, dass nur noch eine Kündigung mit sofortiger Freistellung in Frage komme. Sowohl der Mandatsentzug als auch die Kündigung des Arbeitsverhältnisses wurde den Betroffenen noch gleichentags schriftlich mitgeteilt.
J._ hat ihr Arbeitsverhältnis mit der F._ in der Folge per Ende Mai 2014 selbst gekündigt.
G. Am 19. Dezember 2013 reichten Z._ und Dr. iur. Y._ bei der Finanzverwaltung des Kantons Graubünden eine
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Stiftungsaufsichtsbeschwerde ein. Darin stellten sie die folgenden Rechtsbegehren:
"1. Der Beschluss des Stiftungsrates der F._ vom 13. Dezember 2013 betreffend die Wahl von B._, Dr. C._ und Dr. A._ als neue Mitglieder des Stiftungsrates sei aufzuheben.
2. Der Beschluss des Stiftungsrates vom 13. Dezember 2013, die Geschäftsführerin der F._, J._, zu entlassen, sei aufzuheben, bzw. es sei dessen Unwirksamkeit festzustellen. Die Freistellung von J._ sei daher aufzuheben.
3. Es sei eine Handelsregistersperre anzuordnen und das Handelsregisteramt des Kantons Graubünden anzuweisen, diese im Handelsregister zu vollziehen. Eventuell seien andere geeignete Massnahmen nach Gutdünken der Stiftungsaufsicht anzuordnen, um den Vollzug der Beschlüsse gemäss Ziff. 1 und 2 hiervor zu verhindern.
4. Es seien alle Stiftungsräte vorübergehend, d.h. für die Dauer von max. 4 Monaten zu suspendieren. Es sei ein Sachwalter zu bestimmen und mit der Leitung der Stiftung ad interim zu beauftragen. Der Sachwalter sei zu ermächtigen, J._ als Geschäftsführerin einzusetzen.
5. Der Sachwalter sei zudem im Sinne einer permanenten Aufgabe zu beauftragen, den Beschluss des Stiftungsrates der F._ vom 10./14. Oktober 2013 umzusetzen und damit die Eigentumsverhältnisse bezüglich des Sammelgutes der F._ klageweise feststellen zu lassen sowie das Eigentum der F._ am fraglichen Sammelgut zu erlangen.
6. Es sei der Stiftungsrat der F._ anzuweisen, dem Sachwalter vorläufig einen Betrag von Fr. 300'000.00 aus dem Vermögen der Stiftung zu treuen Händen zu überweisen, um aus diesem Betrag die mit der Feststellungs- und Herausgabeklage sowie mit einer allfälligen Vermächtnisklage anfallenden Gerichts- und Anwaltskosten vorzuschiessen bzw. zu bezahlen.
7. Dem Stiftungsrat sei – unter Androhung der Straffolgen gemäss Art. 292 StGB – zu verbieten, über die im Archiv der F._ deponierten Werke zu verfügen. Zwecks Absicherung dieses Verfügungsverbots seien geeignete Massnahmen nach Ermessen der Aufsichtsbehörde anzuordnen. Eventuell sei der Sachwalter damit zu beauftragen, die geeigneten Massnahmen zum Schutze des Sammelgutes zu treffen.
8. Superprovisorisch, d.h. ohne vorherige Anhörung der Beteiligten, seien die Massnahmen gemäss den Rechtsbegehren gemäss Ziff. 3, 4 und 7 anzuordnen.
9. Unter gesetzlicher Kostenfolge."
H. Mit Verfügung vom 20. Dezember 2013 erkannte die Finanzverwaltung des Kantons Graubünden als Aufsichtsbehörde:
"1. Sämtliche Stiftungsratsbeschlüsse vom 13. Dezember 2013, soweit solche nach der Genehmigung der Jahresrechnung und des
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Jahresberichts der Stiftung für das Geschäftsjahr 2012/2013 gefällt wurden, werden aufgehoben.
2. Der Stiftungsrat der "F._" in der Zusammensetzung von E._, D._, Z._ und Y._ gemäss den gegenwärtigen Handelsregistereintragungen wird in seinem Amt und in all seinen Funktionen mit sofortiger Wirkung und für die Dauer von 4 Monaten ab Erlass dieser Verfügung suspendiert.
Den suspendierten Stiftungsräten wird unter Androhung der Straffolgen gemäss Art. 292 des Strafgesetzbuches (StGB; SR 311.0) untersagt, die im Archiv der Stiftung an der Rheinfelsstrasse 1 in O.1_ deponierten Werke wie auch alle Stiftungsunterlagen zu entfernen. Die Archivschlüssel sind dem Sachwalter unaufgefordert auszuhändigen.
3. Zum Sachwalter der "F._" wird für die Dauer der Suspendierung des Stiftungsrates Rechtsanwalt Dr. iur. L._ ernannt. Für die Dauer seiner Tätigkeit führt er Einzelunterschrift. Die Entschädigung des Sachwalters geht zu Lasten der Stiftung.
Der Sachwalter wird insbesondere angewiesen:
 die Stiftung zu führen, zu verwalten und ihre Interessen wahrzunehmen;
 die erforderlichen Massnahmen für die Wahrung des Stiftungsvermögens und der Stiftungsakten zu veranlassen;
 die Eigentumsverhältnisse an der umfangreichen Kunstsammlung des verstorbenen Stifters unverzüglich zu veranlassen respektive feststellen zu lassen;
 die Stiftungsaufsicht laufend zu orientieren.

## Considerations