# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 3290d51a-1f9d-4d37-b5c3-a5821c221eb9
**Court:** GR_KG
**Chamber:** GR_KG_007
**Year:** 2013
**Language:** de
**Jurisdiction:** GR / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

hat sich ergeben:
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I. Sachverhalt
A. Y._ wurde mit Arbeitsvertrag vom 11. November 2010 von der X._AG als Sous-Chef angestellt. Mit Schreiben vom 21. April 2011 kündigte Y._ das Arbeitsverhältnis und bezog seine nichtbezogenen Feiertage, Freitage, Überstunden und Ferientage per sofort. Die Kündigung übergab Y._ am Abend des 21. Aprils 2011 (Abend vor Ostersamstag) einem Mitarbeiter, indem er diese unter die Scheibenwischer dessen Fahrzeugs klemmte. Der sofortige Bezug der nichtbezogenen Feiertage, Freitage, Überstunden und Ferientage war nicht mit der X._AG abgesprochen. Die X._AG leistete Y._ ab anfangs April 2011 keine Lohnzahlung mehr. Die Parteien konnten sich aussergerichtlich nicht einigen.
B. Das Schlichtungsgesuch an das Vermittleramt des Bezirks Inn wurde am 3. November 2011 der Post übergeben. Die Parteien konnten sich anlässlich der Schlichtungsverhandlung vom 14. Dezember 2011 nicht einigen. Am 20. Dezember 2011 stellte der Vermittler die Klagebewilligung aus, die folgende Rechtsbegehren enthält:
„Rechtsbegehren klagende Partei:
1. Die Beklagte sei zu verpflichten, dem Kläger den Betrag von CHF 9‘200.00 abzüglich Sozialleistungen im üblichen und bisherigen Umfange zuzüglich 5% Zins seit dem 1. Juni 2011 sowie CHF 5‘000.00 zuzüglich 5% Zins seit dem 5. Dezember 2011 zu bezahlen.
2. Die Beklagte sei zu verpflichten, das Formular „Arbeitgeberbescheinigung-Bescheinigung von Versicherungszeiten (EG Art. 67 VO 1408/71) gesetzeskonform und unter Berücksichtigung der Erwägungen und des Dispositivs des Gerichtsentscheides in dieser Sache auszufüllen und dem Kläger unterschrieben auszuhändigen.
3. Es sei davon Vormerk zu nehmen, dass sich der Kläger die Geltendmachung weiterer Ansprüche gegenüber der Beklagten ausdrücklich vorbehält.
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4. Unter voller gerichtlicher und aussergerichtlicher Kosten- und Entschädigungsfolge zulasten der Beklagten.“
Rechtsbegehren beklagte Partei:
„1. Die Klage sei vollumfänglich abzuweisen, soweit darauf eingetreten werden kann.
2. Unter voller gerichtlicher und aussergerichtlicher Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten des Klägers.“
C. Die Klage vom 20. März 2012 wurde frist- und formgerecht gleichentags der Post zur Zustellung übergeben und ging am 21. März 2012 beim Bezirksgericht Inn ein. Die Rechtsbegehren wurden abgeändert und lauteten neu wie folgt:
„1. Die Beklagte sei zu verpflichten, dem Kläger den Betrag von CHF 9‘200.00 abzüglich Sozialleistungen im üblichen und bisherigen Umfange zuzüglich 5% Zins seit dem 1. Juni 2011 sowie CHF 5‘321.00 zuzüglich 5% Zins seit dem 5. Dezember 2011 zu bezahlen.
2. Es sei davon Vormerk zu nehmen, dass sich der Kläger die Geltendmachung weiterer Ansprüche gegenüber der Beklagten ausdrücklich vorbehält.
3. Unter voller gerichtlicher und aussergerichtlicher Kosten- und Entschädigungsfolge zulasten der Beklagten.“
Zur Begründung führte Y._ unter anderem aus, dass das Verhalten der X._AG dazu geführt habe, dass ihm vorprozessuale Aufwände in der Höhe von CHF 5‘321.00 entstanden seien, die von der X._AG zu entschädigen seien.
D. Die innert Frist und in der erforderlichen Form eingereichte Klageantwort und Widerklage datiert vom 21. Mai 2012. Die Rechtsbegehren lauteten wie folgt:
„1. Die Klage sei vollumfänglich abzuweisen, soweit darauf eingetreten werden kann.
2. Widerklage
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Der Kläger und Widerbeklagte sei zu verpflichten, der Beklagten und Widerklägerin einen Betrag von CHF 2‘875.60 zuzüglich 5% Zins seit 15. Dezember 2011 zu bezahlen.
3. Unter voller gerichtlicher und aussergerichtlicher Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten des Klägers und Widerbeklagten.“
Zur Begründung führte die X._AG aus, dass die Kündigung durch Y._ keine ordentliche Kündigung, sondern ein fristloses Auflösen des Arbeitsverhältnisses ohne Grund sei. Folglich stehe der X._AG eine Entschädigung in der Höhe von Fr. 1‘150.- zuzüglich Ersatz weiteren Schadens zu. Der Nettoanspruch der X._AG betrage nach Abzug der Pauschalentschädigung folglich Fr. 3‘245.20. Im Weiteren mache die X._AG Schadenersatz aus entgangenem Gewinn geltend. Aufgrund des ungerechtfertigten Verlassens der Arbeitsstelle durch Y._ sei ihr wegen Reservationsabsagen ein Schaden in der Höhe von CHF 4‘350.- entstanden. Dieser Betrag werde ebenfalls zur Verrechnung gebracht. Widerklageweise mache die X._AG schliesslich ihre vorprozessualen Aufwände in Höhe von Fr. 2‘875.60 geltend.
E. Die Hauptverhandlung, zu der mit prozessleitender Verfügung vom 21. September 2012 vorgeladen wurde, fand am 30. November 2012 um 13:30 Uhr in Scuol statt.
F. Mit Entscheid vom 30. November 2012, mitgeteilt am 21. Dezember 2012, erkannte das Erstinstanzliche Zivilgericht des Bezirksgerichts Inn wie folgt:
„1. Die Klage wird teilweise gutgeheissen und die beklagte Partei verpflichtet, der klagenden Partei CHF 835.20 zuzüglich 5% Zins seit 1. Juni 2011 und CHF 4‘977.85 zuzüglich 5% Zins seit 5. Dezember 2011 zu bezahlen.
2. Die Widerklage wird gutgeheissen und die klagende Partei verpflichtet der beklagten Partei CHF 2‘875.60 zuzüglich 5% Zins seit 15. Dezember 2011 zu bezahlen.
3. a) Die Gerichtskosten in Höhe von CHF 2‘690.00 (Entscheidgebühr CHF 2‘500.00, Kosten der Beweisführung CHF 190.00) gehen zu Lasten der Gerichtskasse.
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4. Die klagende Partei hat die beklagte Partei aussergerichtlich mit CHF 5‘108.60 zu entschädigen.

## Considerations