# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** a2aaf6ee-2b4c-5fda-9c72-10102fac6765
**Court:** SG_VG
**Chamber:** SG_VG_001
**Year:** 2018
**Language:** de
**Jurisdiction:** SG / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Das Verwaltungsgericht stellt fest:
A. A._ ist Eigentümerin des Grundstücks Nr. 0_, Grundbuch B._, welches an einem
von Nordwesten nach Südosten abfallenden Hang liegt. Nach dem Zonenplan der
Politischen Gemeinde B._ ist diese Parzelle überwiegend der Landwirtschaftszone
zugewiesen. Der Südostteil entlang der Z._-strasse, Parzelle Nr. 01_,
Gemeindestrasse dritter Klasse, ist dem übrigen Gemeindegebiet zugeordnet. Bis
Dezember 2015 war A._ Eigentümerin der nordöstlich an das Grundstück Nr. 0_
angrenzenden Parzelle Nr. 02_ (ehemals Bestandteil der Parzelle Nr. 0_), welche mit
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Genehmigung des Baudepartements vom 28. April 2014 in die Wohnzone W3
eingezont wurde (act. 47/43). Gemäss Zwischenergebnis im Richtplan der Politischen
Gemeinde B._ vom 5. September 2011 (Karte und Objektblatt N 1.2.7) soll der
Südostteil der Parzelle Nr. 0_ im Halte von 19‘332 m in 15 bis 25 Jahren in die
Wohnzone W3 eingezont werden (act. 20, S. 5 f. Ziff. III/A/1 und B/5, act. 21/60-65,
act. 28/1/Beilagen Nrn. 5 und 10, www.geoportal.ch, www. ... .ch).
B. Über das Grundstück Nr. 0_ führen zwei Gerinne: Im Südwesten verläuft das X._-
bächlein (auch: R._-bach 1) zunächst eingedolt von der Nordwestecke entlang der
Grenze zur Parzelle Nrn. 03_, dann ab rund 10 m südöstlich der T._-strasse, Parzelle
Nr. 04_, bis rund 32 m nordwestlich der Z._-strasse offen und danach auf einer
Strecke von 20 m entlang der südwestlichen Grenze und auf einer solchen von rund 30
m über die Südwestecke eingedolt zur Z._-strasse, Parzelle Nr. 01_. Im Nordosten
verläuft der eingedolte R._-bach (auch: R._-bach 2) rund 12 bis 14 m von der Grenze
zur Parzelle Nr. 02_ entfernt, bis er im Südosten rund zwei Meter nordwestlich der
Z._-strasse zur Parzelle Nr. 02_ und von dort nach ca. 18 m zur Z._-strasse, Parzelle
Nr. 05_, führt. Nach der Unterquerung der Z._-strasse führen beide Gerinne eingedolt
bis zur jeweiligen Einmündung auf Parzelle Nr. 06_ resp. Nr. 07_ in das
Gemeindegewässer Y._-bach (West), welches etwa 200 bis 275 m südöstlich der
Z._-strasse entlang der Gemeindegrenze zur Stadt M._ verläuft (act. 45,
www.geoportal.ch).
C. Am 30. Oktober 2006 genehmigte das Baudepartement das Ausbauprojekt
Sanierung Y._-bachzuflüsse der Politischen Gemeinde B._ vom 16. Oktober 2006
(act. 28/1 f.). Das Projekt soll in erster Linie dem Hochwasserschutz im überbauten
Gebiet zwischen der Z._- und R._-strasse (Parzelle Nr. 08_) dienen. Es sieht die
Verlegung und Offenlegung des X._-bächleins und des R._-bachs (nur
streckenweise) vor. Insbesondere soll das X._-bächlein auf Parzelle Nr. 0_ entlang
der Grenze zur Parzelle Nr. 03_ neu bis zur Südwestspitze und von dort auf einer
Strecke von ca. 240 m entlang der Z._-strasse bis zur Parzelle Nr. 02_ offen geführt
werden.
D. Während der öffentlichen Auflage vom 15. Mai bis 13. Juni 2007 gingen beim
Baudepartement mehrere Einsprachen gegen das Projekt und bei der von der
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Regierung ernannten Schätzungskommission Gewässerperimeter Y._-bachzuflüsse
Einsprachen gegen den gleichzeitig öffentlich aufgelegten Beschluss der
Schätzungskommission (Perimeterbericht, Umgrenzung und Beitragsplan) vom 25.
April 2007 ein, darunter diejenigen von A._ vom 13. Juni 2007 (act. 28/3 f., act. 47/4.4
und 39). Am 2. Oktober 2007 führte das Baudepartement eine Einspracheverhandlung
durch (act. 28/6). In deren Folge wurde das Perimeterverfahren von der
Schätzungskommission offenbar sistiert (act. 20, S. 11 Ziff. III/C/23). Mit
Zwischenverfügung vom 4. Juni 2008 sistierte das Baudepartement das
Projektverfahren bis zum Vorliegen der Naturgefahrenkarte am 27. April 2012 (act. 28/8
und 12 f.). Am 9./14. November 2012 schlossen A._ und die Politische Gemeinde B._
einen Vertrag betreffend Einzonung, Erschliessung und Überbauung des Grundstücks
Nr. 02_ (ehemals: Nr. 0_) ab (act. 47/45). Am 8. Juni 2012 und 21. Januar 2014 nahm
die Q._ AG Ingenieure, Zweigniederlassung V._, im Auftrag des Tiefbauamtes und am
14. August 2013 und 29. Oktober 2013 im Auftrag von A._ weitere Abklärungen zum
Projekt vor (act. 28/14 und 25 f. sowie 28). Am 3. Februar 2014 erliess der Gemeinderat
B._ den Baulinien- und Anlagebaulinienplan Sanierung Y._-bachzuflüsse (act. 28/30).
Am 4. November 2014 ergänzte A._ ihre Einsprache (act. 28/31). Mit Entscheid vom
24. Mai 2016 wies das Baudepartement die Einsprache ab (act. 2).
E. Gegen den Entscheid des Baudepartements (Vorinstanz) vom 24. Mai 2016 erhob
A._ (Beschwerdeführerin) durch ihren Rechtsvertreter am 6. Juni 2016 Beschwerde
beim Verwaltungsgericht (act. 1). Am 12. Dezember 2016 ergänzte sie ihre Beschwerde
mit einer Begründung und dem Rechtsbegehren, es sei der angefochtene Entscheid
unter Kosten- und Entschädigungsfolge aufzuheben. Eventualiter sei die Angelegenheit
an die Politische Gemeinde B._ (Beschwerdegegnerin) oder, subeventualiter, an die
Vorinstanz zur Prüfung von alternativen Hochwasserschutzmassnahmen und neuem
Entscheid zurückzuweisen (act. 20). Mit Vernehmlassung vom 2. März 2017 (act. 27)
schloss die Vorinstanz und mit Stellungnahme vom 24. März 2017 (act. 30) die
Beschwerdegegnerin auf Abweisung der Beschwerde. Am 26. April 2017 liess sich die
Beschwerdegegnerin nochmals vernehmen (act. 35). Mit Replik vom 15. Mai 2017
bestätigte die Beschwerdeführerin ihre Anträge und Ausführungen (act. 39). Am
19. März 2018 reichte die Beschwerdegegnerin ihr Massnahmenkonzept Naturgefahren
(CD, auszugsweise auf Papier) vom 18. Oktober 2013, letztmals angepasst am 4. März
2015 (act. 44 f.), und am 20. März 2018 die Vorinstanz die Beilagen zur Einsprache vom
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13. Juni 2007 und zu deren Ergänzung vom 4. November 2014 nach (act. 46 f.). Am 16.
April 2018 nahm die Beschwerdeführerin zum Massnahmenkonzept Naturgefahren
Stellung (act. 49 f.). Am 3. Mai 2018 führte das Verwaltungsgericht im Beisein der
Parteien einen Augenschein mit mündlicher Verhandlung durch (act. 56). In der Folge
liessen sich die Vorinstanz am 23. Mai 2018 (act. 59), die Beschwerdegegnerin am
18. Juni 2018 (act. 63) und die Beschwerdeführerin am 30. Mai 2018, 20. Juni 2018 und
6. Juli 2018 abschliessend vernehmen (act. 60, 64, 69).
Auf die Ausführungen der Verfahrensbeteiligten zur Begründung ihrer Anträge und die
Akten wird, soweit wesentlich, in den Erwägungen eingegangen.

## Considerations

Darüber zieht das Verwaltungsgericht in Erwägung:
1. Die sachliche Zuständigkeit des Verwaltungsgerichts ist gegeben (Art. 59 Abs. 1
des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege, sGS 951.1, VRP). Die
Beschwerdeführerin ist zur Erhebung des Rechtsmittels befugt (Art. 64 in Verbindung
mit Art. 45 Abs. 1 VRP). Die Beschwerdeeingabe vom 6. Juni 2016 (act. 1) erfolgte
rechtzeitig und erfüllt zusammen mit der Ergänzung vom 12. Dezember 2016 (act. 20)
formal und inhaltlich die gesetzlichen Anforderungen (Art. 64 in Verbindung mit Art. 47
Abs. 1 und Art. 48 Abs. 1 und 2 VRP). Auf die Beschwerde ist somit grundsätzlich
einzutreten. Verfahrensgegenstand bildet das Gewässerausbauprojekt Sanierung Y._-
bachzuflüsse (vgl. hierzu Art. 37 Abs. 2 des Wasserbaugesetzes vom 23. März 1969,
nGS 18-58 mit Nachträgen, aWBG SG). Deshalb ist auf die Beschwerde nicht
einzutreten, soweit sich die Beschwerdeführerin mit Verweis auf die fehlende
Auslösungssumme (Art. 26 ff. aWBG SG) gegen das Beizugsgebiet und die Höhe der
Perimeterbeiträge (Art. 21 Abs. 1 aWBG SG) wehrt (act. 20, S. 15 Ziff. IV/B/8).
2. Das strittige Gewässerausbauprojekt wurde von der Vorinstanz am 30. Oktober 2006
genehmigt (act. 28/1 f.) und lag vom 15. Mai bis 13. Juni 2007 öffentlich auf (act. 28/3).
Am 1. Januar 2010 ist das Wasserbaugesetz vom 17. Mai 2009 (sGS 734.1, WBG SG)
in Kraft getreten (nGS 44-116). Entgegen der Auffassung der Beschwerdeführerin
(act. 20, S. 13 f. Ziff. IV/A/2-6, act. 39, S. 11-13 Ziff. III/B/g/27-30) bleiben auf das
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vorliegende Projekt übergangsrechtlich sowohl in verfahrens- als auch in
materiellrechtlicher Hinsicht die Regeln des aWBG SG anwendbar (vgl. Art. 71 WBG
SG, VerwGE B 2012/74 vom 8. November 2013 E. 2 und VerwGE B 2010/179 vom
16. März 2011 E. 2, www.gerichte.sg.ch). Daran ändert nichts, dass bestehende
Perimeter nach dem aWBG SG gemäss Art. 27 der Wasserbauverordnung (sGS
734.11, WBV SG) angepasst werden müssen, wenn sich die Verhältnisse massgeblich
geändert haben. Soweit die Beschwerdeführerin eine Verletzung von Art. 14 WBG SG
rügt (act. 20, S. 24 f. Ziff. V/E), sind die entsprechenden inhaltlichen Vorbringen bei der
Verhältnismässigkeitsprüfung (E. 11 hiernach) zu berücksichtigen.
3. Am 3. Mai 2018 führte das Verwaltungsgericht antragsgemäss einen Augenschein
mit mündlicher Verhandlung durch (act. 56). Darüber hinaus stellt die
Beschwerdeführerin die Beweisanträge (act. 20, S. 4 Ziff. II/5, S. 13 Ziff. III/D/b/26, S.
17 f. Ziff. IV/D/a/17, S. 22 Ziff. V/B/11, S. 29 Ziff. V/F/b/34, S. 32 f. Ziff. V/F/c/42 und
Ziff. V/F/d/45, S. 34-37 Ziff. V/F/e/48 und 51, S. 39 f. Ziff. V/G/58 und Ziff. VI/12, act.
39, S. 3 Ziff. II/6 und 10, S. 5 Ziff. III/A/3, act. 50, S. 6 lit. B/b/19, S. 8 f. lit. C, act. 60, S.
3 lit. A/6, S. 4 f. lit. B/2), es seien die Akten der Perimeterkommission und der
Gebäudeversicherung (GVA) beizuziehen; die Beschwerdegegnerin sei zu verpflichten,
die Akten zum kommunalen Richtplan, sämtliche Unterlagen zu den Niederschlägen im
Jahr 2002 und zu den geprüften Projektvarianten, die Bauakten der Liegenschaften am
X._-bächlein unterhalb der Z._-strasse (inkl. Entwässerung), die Berichte über den
Zustand der dort befindlichen Leitungen und über die getroffenen
Objektschutzmassnahmen sowie das Dossier Gefahrenkarten B._ zu edieren; es seien
E._, F._, G._, H._, I._, J._ (am Augenschein), K._ und L._ als Zeugen sowie
M._, N._, O._, P._ und Rechtsanwalt Dr. iur. S._ als Partei zu befragen; es sei ein
Amtsbericht der GVA und ein Gutachten der Ingenieure W._ AG einzuholen. Auf die
beantragten prozessualen Vorkehren kann verzichtet werden. Die entscheidrelevanten
tatsächlichen Verhältnisse ergeben sich aus den Verfahrensakten und den
Feststellungen am Augenschein vom 3. Mai 2018 (vgl. zur antizipierten
Beweiswürdigung BGer 8C_649/2017 vom 4. Januar 2018 E. 7.6.2 mit Hinweisen).
Folglich kann der Beschwerdegegnerin auch kein Verstoss gegen Art. 64 in Verbindung
mit Art. 52 VRP vorgeworfen werden (act. 39, S. 3 Ziff. II/7 und 9). Auch bestand kein
Anlass, die Perimeterkommission und die GVA zur Vernehmlassung (Art. 64 in
Verbindung mit Art. 53 VRP, vgl. hierzu VerwGE B 2016/42 vom 29. Juni 2017 E. 2.1
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mit Hinweisen, www.gerichte.sg.ch, siehe dazu auch E. 4.1 hiernach) einzuladen
(act. 39, S. 3 Ziff. II/8).
4. Die Beschwerdeführerin bringt zunächst vor (act. 20, S. 10 Ziff. III/C/19-21, S. 15 f.
Ziff. IV/B/9 und C/10-14, act. 39, S. 11 Ziff. III/B/f/24-26, act. 60, S. 8 lit. B/b/3), das
Projektverfahren hätte mit dem Perimeter- und Enteignungsverfahren sowie der
Ausscheidung der Baulinien für die Festlegung des Gewässerraums koordiniert werden
müssen.
4.1. Das strittige Gewässerausbauprojekt als Sondernutzungsplan (vgl. W. Ritter,
Kommentar zum Wasserbaugesetz des Kantons St. Gallen, Widnau 2012, S. 78,
allerdings in Bezug auf das WBG SG) und der Beschluss der Schätzungskommission
vom 25. April 2007 wurden vom 15. Mai bis 13. Juni 2007 gleichzeitig öffentlich
aufgelegt (act. 28/3, vgl. Art. 25a Abs. 2 lit. b und Abs. 4 des Bundesgesetzes über die
Raumplanung, Raumplanungsgesetz; SR 700, RPG, siehe auch Art. 1 f. des bis 30.
September 2017 gültigen Gesetzes über die Verfahrenskoordination in Bausachen,
nGS 34-12, VKoG, Art. 25 Abs. 3 WBG SG, und VerwGE B 2011/152 vom 24. Januar
2013 E. 4.1 mit Hinweisen, www.gerichte.sg.ch). Hingegen entschied die
Schätzungskommission nicht gleichzeitig mit der Vorinstanz über die Einsprachen
(Art. 21 aWBG SG), sondern sistierte das Perimeterverfahren – offenbar auf Antrag der
Beschwerdeführerin (act. 28/7, S. 6 Ziff. 12) – bis zum Abschluss des
Projektverfahrens. Dieses Vorgehen ist koordinationsrechtlich nicht zu beanstanden.
Die Koordinationspflicht nach Art. 25a RPG kann nur soweit reichen, als ein
Koordinationsbedarf besteht (vgl. Waldmann/Hänni, Raumplanungsgesetz, Bern 2006,
Art. 25a Rz. 25 und 33). Das Projektverfahren hat insofern Vorrang, als feststehen
muss, was gebaut wird, bevor über die Kostentragung endgültig entschieden werden
kann. Eine Pflicht zur gleichzeitigen Eröffnung der Einspracheentscheide lässt sich
weder aus dem aWBG SG noch aus Art. 25a RPG ableiten (vgl. hierzu VerwGE
B 1999/174; B 1999/177 vom 16. November/14. Dezember 2000 E. 3b sowie BGer
2C_1131/2014 vom 5. November 2015 E. 3.1 ff. mit Hinweisen, kommentiert von K.
Scherrer Reber, in: ZBl 118/2017, S. 331 ff., S. 338 ff.), wenngleich mit dem Bau
grundsätzlich nicht begonnen werden darf, bevor die Deckung der Baukosten gesichert
ist (Art. 38 Abs. 1 aWBG SG). Demzufolge kann in dieser Hinsicht auch kein Verstoss
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gegen Art. 33 Abs. 4 RPG vorliegen (vgl. hierzu Art. 21 Abs. 2 und Art. 37 Abs. 3 aWBG
SG in der Fassung vom 9. November 1995, nGS 31-27).
4.2. Soweit es vorliegend zur Sicherung der Verlegung und Offenlegung des X._-
bächleins auf Parzelle Nr. 0_ nachträglich eines Enteignungsverfahrens bedarf (vgl.
hierzu Landbeanspruchungsplan vom 16. Oktober 2006, act. 28/1/Beilage Nr. 10,
sowie zur Zulässigkeit der Enteignung Art. 5 lit. a und Art. 6 des Enteignungsgesetz,
sGS 735.1, EntG, und VerwGE B 2012/182; B 2012/183 vom 11. Juni 2014 E. 4 mit
Hinweis auf VerwGE B 2010/7 vom 24. August 2010 E. 3.1, www.gerichte.sg.ch), ist im
Ausbauprojektverfahren nach Art. 37 aWBG SG die koordinierte Behandlung von
enteignungsrechtlichen Einsprachen nicht vorgesehen. Damit können die Einsprecher
im Enteignungsverfahren dieselben Rügen wie im Ausbauprojektverfahren erheben.
Derartige Doppelspurigkeiten mögen mit Blick auf Art. 25a RPG und die
Prozessökonomie zwar unerwünscht sein. Sie können aber letztlich nur vom
kantonalen Gesetzgeber beseitigt werden (vgl. hierzu BGE 125 II 18 E. 4c/bb mit
Hinweisen, A. Marti, in: Aemisegger/Moor/Ruch/Tschannen [Hrsg.], Kommentar zum
Bundesgesetz über die Raumplanung, Zürich 2010, Art. 25a Rz. 18, wonach
Projektbewilligung und Enteignung soweit zu koordinieren sind, als dies nach den
massgebenden Rechtsgrundlagen möglich ist, sowie E. Jeannerat, in: Aemisegger/
Moor/Ruch/Tschannen [Hrsg.], Praxiskommentar RPG: Nutzungsplanung, Zürich 2016,
Art. 20 Rz. 56, allerdings in Bezug auf das Landumlegungsverfahren). Die nach aWBG
SG vorgesehene zeitliche Staffelung von Ausbauprojekt- und Enteignungsverfahren
verstösst demnach nicht gegen Art. 25a und Art. 33 Abs. 4 RPG, zumal sich eine
Enteignung je nach Ausgang des Projektverfahrens als überflüssig oder eine andere als
notwendig erweisen könnte. Daran ändert nichts, dass gemäss dem WBG SG in
Anlehnung an Art. 45 Abs. 1 des Strassengesetzes (sGS 732.1, StrG) die persönliche
Anzeige neu als Einleitung des Enteignungsverfahrens gilt (vgl. Art. 31 Abs. 2 EntG)
sowie gleichzeitig mit der Einsprache gegen das Projekt auch Einsprache gegen die
Zulässigkeit der Enteignung zu erheben ist (vgl. Art. 25, Art. 28 und Art. 34 f. WBG SG
und Botschaft der Regierung zum Wasserbaugesetz vom 22. April/14. Mai 2008, in: ABl
2008, 2175 ff., 2191 und 2205, siehe auch Art. 39 Abs. 2 lit. d und Art. 132 Abs. 5 lit. a
und c des am 1. Oktober 2017 in Kraft getretenen Planungs- und Baugesetzes, sGS
731.1, PBG) und der Gesetzgeber dadurch dem Grundsatz der Koordinationspflicht im
Vergleich zur Regelung nach aWBG SG besser Rechnung getragen hat.
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4.3. Im Weiteren wurden die Kantone erst nach der Genehmigung am 30. Oktober 2006
sowie der öffentlichen Auflage des streitigen Projekts vom 15. Mai bis 13. Juni 2007 mit
der Änderung des Bundesgesetzes über den Schutz der Gewässer
(Gewässerschutzgesetz; SR 814.20, GSchG) vom 11. Dezember 2009, in Kraft gesetzt
am 1. Januar 2011 (AS 2010 4285), und der Änderung der Gewässerschutzverordnung
(SR 814.201, GSchV) vom 4. Mai 2011, in Kraft gesetzt am 1. Juni 2011 (AS 2011
1955), zur Festlegung des Gewässerraums bis 31. Dezember 2018 verpflichtet (vgl.
Abs. 1 der Übergangsbestimmungen zur Änderung vom 4. Mai 2011 [fortan: ÜbBst
GSchV]). Insofern ist in koordinationsrechtlicher Hinsicht (vgl. Art. 25a RPG, Art. 3 Abs.
3 des Bundesgesetzes über den Wasserbau, SR 721.100, WBG, und Art. 21 Abs. 3 der
Verordnung über den Wasserbau, SR 721.100.1, WBV, 36a Abs. 3 Satz 1 GSchG und
Art. 46 Abs. 1 GSchV sowie E. Hepperle, in: Hettich/Jansen/Norer [Hrsg.],
Kommentar zum GSchG und zum WBG, Zürich 2016, Art. 3 WBG Rz. 35, siehe auch
Art. 40 des Vollzugsgesetzes zur eidgenössischen Gewässerschutzgesetzgebung,
sGS 752.2, GSchVG) nicht zu beanstanden, dass der Baulinien- und
Anlagebaulinienplan Sanierung Y._-bachzuflüsse zur Ausscheidung des
Gewässerraums entlang des R._-bachs ab der Z._-strasse erst nachträglich vom
19. Februar bis 20. März 2014 von der Beschwerdegegnerin öffentlich aufgelegt wurde
(act. 28/30), um das eher grosszügig bemessene eidgenössische übergangsrecht nicht
länger anwenden zu müssen (vgl. hierzu Abs. 2 Ingress und lit. a ÜbBst GSchV). Ob die
Beschwerdegegnerin dabei verpflichtet gewesen wäre, den Gewässerraum im Jahr
2014 nachträglich entlang des gesamten strittigen Ausbauprojekts auszuscheiden (vgl.
hierzu VerwGE B 2015/19 vom 26. April 2018 E. 11.1 mit Hinweisen,
www.gerichte.sg.ch), kann dahingestellt bleiben. Wie zu zeigen sein wird (vgl. E. 11
hiernach), ist der angefochtene Entscheid bereits aus anderen Gründe aufzuheben.
5. Die Beschwerdeführerin wirft der Vorinstanz weiter vor (act. 20, S. 16-18 Ziff. IV/D/
15-18, S. 31 Ziff. V/F/c/42, act. 39, S. 2 f. Ziff. II/5, S. 6 Ziff. III/B/a/2), sie habe ihren
verfassungsmässigen Anspruch auf rechtliches Gehör verletzt. Sie habe ihrem Antrag,
es sei eine Expertise der Ingenieure W._ AG als Zweitmeinung einzuholen, ohne
Begründung nicht stattgegeben. Auf ihren Antrag auf vollständige Akteneinsicht
(act. 28/4 f. und 7, act. 28/31, S. 6 f. Ziff. III/1, act. 47/34) sei sie nicht hinreichend
eingegangen. Insbesondere sei ihr das Massnahmenkonzept der Ingenieure W._ AG
nicht offengelegt worden.
bis
sexies
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5.1. Der Anspruch auf rechtliches Gehör (Art. 29 Abs. 2 der Bundesverfassung der
Schweizerischen Eidgenossenschaft, SR 101, BV, Art. 4 lit. c der Verfassung des
Kantons St. Gallen, SR 131.225, sGS 111.1, KV, Art. 6 Ziff. 1 der Europäischen
Konvention zum Schutze der Menschenrechte und Grundfreiheiten, SR 0.101, EMRK,
vgl. BGE 142 I 86 E. 2.2 mit Hinweisen und zum Anwendungsbereich von Art. 6 Ziff. 1
EMRK in Bezug auf das Bau- und Planungsrecht BGE 127 I 44 E. 2 sowie Meyer-
Ladewig/Harrendorf/König, EMRK, 4. Aufl. 2017, Art. 6 N 21) umfasst als Teilgehalt die
Pflicht der Behörden, Vorbringen der Beteiligten tatsächlich zu hören, zu prüfen und bei
der Entscheidfindung zu berücksichtigen. Dazu hat die Behörde ihren Entscheid zu
begründen (vgl. Art. 24 Abs. 1 lit. a VRP und BGer 2C_961/2017 vom 21. Februar 2018
E. 3.1 mit Hinweisen). Nicht erforderlich ist, dass sich die Begründung mit allen
Parteistandpunkten einlässlich auseinandersetzt und jedes einzelne Vorbringen
ausdrücklich widerlegt (vgl. BGer 1C_353/2017 vom 10. Januar 2018 E. 3.2 mit
Hinweisen). Die Begründung muss so abgefasst sein, dass sich die betroffene Person
über die Tragweite des Entscheids Rechenschaft geben und ihn in voller Kenntnis der
Sache an die höhere Instanz weiterziehen kann. In diesem Sinn müssen wenigstens
kurz die Überlegungen genannt werden, von denen sich die Behörde hat leiten lassen
und auf die sich ihr Entscheid stützt. Es genügt dabei, wenn die Begründung implizit
erfolgt (vgl. BGE 140 I 99 E. 3.4, BGer 8C_606/2017 vom 7. November 2017 E. 3.2 und
VerwGE B 2015/309 vom 26. April 2017 E. 2.1 je mit Hinweisen, www.gerichte.sg.ch).
Aus dem Anspruch auf rechtliches Gehör fliesst auch das Recht auf Akteneinsicht
sowie das Recht, sich zu rechtserheblichen Sachverhaltsvorbringen zu äussern, auf die
zu ihrem Nachteil abgestellt wird (vgl. Art. 15 und Art. 16 VRP). Die Ausübung des
Einsichtsrechts erfordert ein Ersuchen um Akteneinsicht, bedingt aber eine
entsprechende Information über die bestehende Aktenlage (vgl. BGer 2C_444/2017
vom 19. Februar 2018 E. 4.3 mit Hinweisen).
5.2. Die Vorinstanz hat in Erwägung 4.1-4.3 und 5.1 des angefochtenen Entscheids
(act. 2, S. 18-23) dargetan, wieso sie den von der Beschwerdeführerin offenbar
gestützt auf eine mündliche Einschätzung von J._ vorgeschlagenen und von der
Q._ AG Ingenieure am 14. August 2013 und 29. Oktober 2013 (act. 28/25 f.) geprüften
alternativen Lösungsvorschlag „Entlastung mit Winkelmauer“ ablehnt. Damit legte sie
auch implizit dar, wieso sie den Antrag der Beschwerdeführerin abwies, eine Expertise
der Ingenieure W._ AG zur Notwendigkeit des vorliegend strittigen Projekts und zu
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Anpassungsmöglichkeiten einzuholen (act. 28/31, S. 7 f. Ziff. III/2). Im Übrigen wies sie
diesen Antrag sowie den Antrag auf Akteneinsicht bereits mit verfahrensleitender
Anordnung vom 7. November 2014 begründet ab (act. 28/32). Die Vorinstanz
begründete ihren Entscheid insoweit hinreichend.
5.3. In Erwägung 5.1 des angefochtenen Entscheids (act. 2, S. 23 f.) hat die Vorinstanz
im Zusammenhang mit der Frage, ob eine Projekttrennung und Etappierung der
Massnahmen zulässig sei (act. 28/31, S. 68-70 Ziff. IV/J2), auf einen undatierten
„Entwurf“ des Massnahmenkonzepts Naturgefahren der Beschwerdegegnerin vom
18. Oktober 2013, letztmals angepasst am 4. März 2015 (act. 45), abgestellt, ohne
diesen vorgängig antragsgemäss der Beschwerdeführerin zur Einsichtsnahme
zuzustellen. Damit hat sie den Anspruch der Beschwerdeführerin auf rechtliches Gehör
verletzt. Ob dieser Verfahrensmangel vorliegend ausnahmsweise als geheilt betrachtet
werden kann (vgl. hierzu BGer 1C_254/2017 vom 5. Januar 2018 E. 2.5 mit Hinweisen
und VerwGE B 2016/229 vom 26. April 2018 E. 2.3 mit Hinweisen sowie zur Kognition
des Verwaltungsgerichts: Art. 49 Abs. 1 BV, Art. 2 Abs. 3 und Art. 33 Abs. 3 lit. b RPG,
Art. 61 Abs. 1 und 2 VRP sowie Aemisegger/Haag, Praxiskommentar zum
Rechtsschutz in der Raumplanung, Zürich 2010, Art. 33 Rz. 72, anders: VerwGE B
2010/179 vom 16. März 2011 E. 5.3.2 mit Hinweis auf VerwGE B 2008/30 vom 14.
Oktober 2008 E. 4.3, a.a.O.), braucht nicht abschliessend erörtert zu werden, da der
angefochtene Entscheid bereits aus anderen Gründe aufzuheben ist. Im übrigen kann
offen bleiben, ob das Massnahmenkonzept gemäss der Beschwerdeführerin (act. 50,
S. 2-5 lit. A und B/a) in rechtswidriger Weise erstellt wurde, da der Verzicht auf eine
Projekttrennung im angefochtenen Entscheid (act. 2, S. 23 f. E. 5), welcher sich unter
anderem auf das Konzept abstützte, im Beschwerdeverfahren inhaltlich nicht gerügt
wurde.
6. Soweit die Beschwerdeführerin rügt, das Ausbauprojekt enthalte nicht alle
notwendigen Unterlagen (act. 20, S. 9 Ziff. III/C/17 f., S. 13-15. Ziff. IV/A/2 und 5, B/7 f.
sowie D/a/16, S. 19 Ziff. V/A/3, act. 39, S. 8 f. Ziff. III/B/d/12-16, S. 13 Ziff. III/B/g/31,
act. 50, S. 4 lit. A/c/10), kann ihr nicht gefolgt werden. Insbesondere ergibt sich die
Entwidmung des X._-bächleins unterhalb der Z._-strasse ohne Weiteres aus den
Projektunterlagen (act. 28/1/Beilagen Nrn. 5 und 2, S. 6 Ziff. 5.2.1, vgl. demgegenüber
Gewässerperimeter Y._-bachzuflüsse vom 21. Dezember 2006 / 25. April 2007,
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Beilage zu act. 47/4.4). Auch durften die fehlenden Gefahrenkarten im
Einspracheverfahren nachgereicht werden (vgl. Art. 19 VRP, Cavelti/Vögeli,
Verwaltungsgerichtsbarkeit im Kanton St. Gallen, 2. Aufl. 2003, Rz. 636 und act. 28/12
f.). Im übrigen schreibt das aWBG SG nicht ausdrücklich vor, welche Unterlagen ein
Projekt grundsätzlich enthalten muss (anders: Art. 23 WBG SG und Art. 14 WBV SG).
Der von der Beschwerdeführerin in diesem Zusammenhang angerufene Entscheid
BGer 1C_365/2015 vom 9. Dezember 2015, welcher sich auf das
Einzonungsmoratorium gemäss Art. 38a Abs. 2 RPG in Verbindung mit Art. 52a Abs. 2
der Raumplanungsverordnung (SR 700.1, RPV) bezog, ist nicht einschlägig.
7. Soweit die Beschwerdeführerin die Ansicht vertritt (act. 20, S. 12 Ziff. III/D/a/24e),
ihre Ausführungen und Begründungen seien im Einspracheentscheid in wesentlichen
Teilen unvollständig und nicht korrekt wiedergegeben, erweist sich ihre Beschwerde als
unbegründet. Es ist nicht Aufgabe der Vorinstanz, die aus ihrer Sicht nicht
entscheidrelevanten und teilweise sehr umfangreichen, langatmigen Ausführungen der
Beschwerdeführerin (vgl. Sachverhalt lit. R in fine des angefochtenen Entscheids, act.
2, S. 12) im angefochtenen Entscheid als Sachverhaltselement anzuführen (vgl. Art. 24
Abs. 1 lit. a VRP, Cavelti/Vögeli, a.a.O., Rz. 587, und BGer 2C_676/2017 vom 20. März
2018 E. 3.4.4 und 3.5).
8. Die Beschwerdeführerin macht sodann geltend (act. 20, S. 8 Ziff. III/B/12, S. 20 Ziff.
V/B/6 f., S. 27 Ziff. V/F/b/30. act. 39, S. 8 Ziff. III/B/c/11), das X._-bächlein oberhalb
der Z._-strasse sei von der Vorinstanz willkürlich als öffentliches Gewässer eingestuft
worden, ohne dass diese vorgängig ein Gewässerfeststellungsverfahren durchgeführt
hätte.
8.1. Das aWBG SG regelt den Unterhalt und den Ausbau der öffentlichen Gewässer
sowie die Wasserbaupolizei (Art. 1 Abs. 1 aWBG SG). Der Begriff öffentliche Gewässer
in Art. 1 Abs. 1 aWBG SG lehnt sich an denjenigen in Art. 2 Abs. 1 des Gesetzes über
die Gewässernutzung (sGS 751.1, GNG) an (vgl. Botschaft des Regierungsrates über
den Entwurf zu einem Wasserbaugesetz vom 22. August 1967, in: ABl 1967 S. 1141 ff.,
S. 1149). Öffentliche Gewässer sind unter anderem Seen, Flüsse und Bäche sowie
Quellen von der mittleren Ergiebigkeit eines Baches oder Flusses, d.h. von mehr als
600 Minutenlitern (Art. 2 Abs. 1 Ziff. 1 und 3 GNG in Verbindung mit Art. 2 Abs. 1 der
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Vollzugsverordnung zum GNG, sGS 751.11, VVGNG). Was unter einem öffentlichen
Bach im Sinn von Art. 2 Abs. 1 Ziff. 1 GNG zu verstehen ist, ist durch Auslegung zu
ermitteln. Massgebend sind Funktion, Bedeutung und Ausdehnung des Gewässers.
Der Wasserlauf muss eine gewisse mittlere Ergiebigkeit aufweisen, damit er zu den
öffentlichen Gewässern zählt. Dies schliesst nicht aus, dass ein Bach auch dann zu den
öffentlichen Gewässern gehört, wenn das Gerinne nicht während 365 Tagen im Jahr
Wasser führt, weil die Wasserführung von der Jahreszeit bzw. von den Niederschlägen
abhängt. Ein öffentliches Gewässer liegt nicht vor, wenn ein Gerinne nur eine sehr
geringe mittlere Ergiebigkeit aufweist (vgl. VerwGE B 2015/126 vom 30. Mai 2017 / 4.
Juli 2017 E. 2.1.1 und VerwGE B 2008/13 vom 5. November 2008 E. 5.1 je mit
Hinweisen auf GVP 1978 Nr. 62 und GVP 1987 Nr. 88, www.gerichte.sg.ch, siehe auch
Art. 1 Abs. 2 und 3 WBG SG resp. Art. 1a Abs. 1 des Nachtrags zum WBG SG, Entwurf
des Baudepartements vom 5. Juni 2018, www.sg.ch, W. Ritter, a.a.O., S. 42 f., BVR
2016, S. 281 ff., E. 3, sowie Art. 76 Abs. 4 Satz 1 BV, Art. 1 Abs. 2 WBG, Art. 1 Abs. 2
des Bundesgesetzes über die Nutzbarmachung der Wasserkräfte, Wasserrechtsgesetz;
SR 721.80, WRG, Art. 2 und Art. 4 lit. a und b GSchG, D. Thurnheer resp. Sutter/Norer,
in: Hettich/Jansen/Norer [Hrsg.], Kommentar zum Gewässerschutzgesetz und zum
Wasserbaugesetz, Zürich 2016, Art. 2 GSchG Rz. 5 ff., Art. 4 GSchG Rz. 1 ff. bzw.
Art. 1 WBG Rz. 35 ff., H.W. Stutz, Schweizerisches Abwasserrecht, Zürich 2008, S. 70
ff. und H. Maurer, Revitalisierung der Gewässer, in: URP 5/2008, S. 441 ff., S. 464 f.).
8.2. Nicht umstritten ist, dass für das X._-bächlein nach wie vor keine
Gewässerfeststellungsverfügung vorhanden ist, obgleich die Beschwerdeführerin dies
bereits im Einspracheverfahren gerügt hatte (vgl. act. 28/31, S. 57 Ziff. IV/H3/86a, S. 61
Ziff. IV/H4/89f, S. 65 Ziff. IV/I3/98f). Ob die Angelegenheit deswegen zum Erlass einer
entsprechenden Gewässerfeststellungsverfügung an die Vorinstanz zurückzuweisen ist
(vgl. hierzu Art. 64 in Verbindung mit Art. 56 Abs. 2 VRP und Cavelti/Vögeli, a.a.O., Rz.
1029 ff., Art. 2 Abs. 2 GNG und Art. 18 Abs. 1 VVGNG, act. 27, S. 2 zu III.B.Ziff.12 und
act. 39), braucht indes ebensowenig geklärt zu werden wie die rechtliche Qualifikation
des X._-bächleins an sich, da die Beschwerde bereits aus anderen Gründen
gutzuheissen ist.
9. Im Weiteren hält die Beschwerdeführerin der Vorinstanz vor (act. 20, S. 11-13 Ziff. III/
D/24-26, S. 17 Ziff. IV/D/a/16, S. 19-24 Ziff. V/A-D/2-19, S. 26-28 Ziff. V/F/b/27 f. und
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30 f., S. 34 f. Ziff. V/F/e/48, act. 39, S. 4 f. Ziff. III/A/1-4, S. 9 f. Ziff. III/B/e/17-22), den
Sachverhalt falsch und unvollständig festgestellt zu haben.
9.1. Zunächst spricht die Vorinstanz in Sachverhalt lit. A des angefochtenen Entscheids
(act. 2, S. 2) in Bezug auf Parzelle Nr. 0_ anfänglich zwar missverständlich nur von
„Offenlegung“ der Y._-bachzuflüsse (Abs. 1). Allerdings stellt sie später klar (Abs. 4),
dass der „neue Lauf der Y._-bachzuflüsse“ auf einer Länge von rund 300 m vom
bestehenden offenen Bachlauf auf dem Grundstück Nr. 0_ entlang der Z._-strasse
bis zur Brücke über die Z._-strasse nördlich des Grundstücks Nr. 09_ führe. Daraus
ergibt sich somit klar, dass es vorliegend nicht nur um die Offenlegung des X._-
bächleins, sondern auch um dessen Verlegung auf Parzelle Nr. 0_ geht.
9.2. Weiter sind die von der Beschwerdegegnerin behaupteten und von der Vorinstanz
nicht in Frage gestellten Überschwemmungen zwischen der Z._- und der R._-strasse
im Jahr 2002 und der dadurch (teilweise) entstandene Sachschaden nicht weiter belegt
(vgl. hierzu Technischer Bericht vom 16. Oktober 2006, act. 28/1, Beilage Nr. 2, S. 2,
und GEP Vorprojekt Nr. 2: Z._-strasse/R._-strasse vom 25. März 2003, act. 47/4.2, S.
3). Dasselbe gilt für die von der Beschwerdegegnerin mit Eingabe vom 26. April 2017
(act. 35) geltend gemachten regelmässig überschwemmten Keller unterhalb der Z._-
strasse. Auch ist unklar, ob allfällige Überschwemmungen auch von zu kleinen oder
defekten (von der Beschwerdegegnerin nicht bewilligten resp. nicht abgenommenen,
vgl. Art. 7 Abs. 2 GSchG in Verbindung mit Art. 3 ff. GSchVG) Meteorwasserleitungen
auf den betroffenen Grundstücken, von mangelhaftem Unterhalt – die Leitungen
wurden nach Angaben der Beschwerdeführerin allerdings letztmals Mitte 2013 gespült
(act. 20, S. 22 Ziff. V/C/13e) – oder einer schadhaften Eindolung herrühren. Zudem
fehlte im Zeitpunkt der öffentlichen Auflage vom 15. Mai bis 13. Juni 2007 eine
punktuelle Gefahrenabklärung. Wie es sich damit verhält, kann indessen offen bleiben,
da die Vorinstanz zulässigerweise (vgl. E. 6 hiervor) nachträglich die Gefahrenkarte
C._-D._ aus dem Jahr 2011 (www.geoportal.ch, nachgeführt am 29. März 2018)
sowie die Gefahrenkarte (vor Massnahmen) vom 27. April 2012 (act. 28/12) beigezogen
hat (vgl. hierzu Art. 6 Abs. 1 RPG, Art. 27 Abs. 1 Ingress und lit. c WBV sowie VerwGE
B 2012/74 vom 8. November 2013 E. 4.2, a.a.O.). Diese Karten geben in Bezug auf die
Gefahrenquelle Y._-bachzuflüsse hinlänglich Aufschluss über die
Hochwassergefährdungssituation im fraglichen Gebiet entlang des X._-bächleins.
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Daraus geht hervor, dass vom X._-bächlein oberhalb der Z._-strasse – neben dem
Oberflächenwasser auf Parzelle Nr. 0_ als hauptsächliche Gefahrenquelle (vgl. E. 4.3
des angefochtenen Entscheids, act. 2, S. 21) – eine mittlere Gefährdung für Teilflächen
des Gebiets unterhalb der Z._-strasse, insbesondere für die Parzellen Nrn. 010_ und
011_, ausgeht. Inwiefern die von der Ingenieure W._ AG erstellte Gefahrenkarten
resp. die entsprechende 2D-überflutungsmodellierungen als Fachgutachten (vgl.
Hinweise in E. 8.2 hiervor) auf falschen und unzureichenden Annahmen und
Grundlagen (vgl. hierzu Wegleitung zur Naturgefahrenanalyse der
Naturgefahrenkommission des Kantons St. Gallen aus dem Jahr 1999, Stand 2015,
Kap. 8.5 f. und 13 f., www.sg.ch) beruhen sollten, insbesondere indem sie gemäss der
Beschwerdeführerin eine Überlastung des X._-bächleins lediglich konstruierten, ist
nicht ersichtlich. Überdies ist vorliegend nicht relevant, ob sich aus dem strittigen
Ausbauprojekt, welches dem Hochwasserschutz im überbauten Gebiet zwischen der
Z._- und R._-strasse und damit einhergehend der ökologischen Aufwertung der Y._-
bachzuflüsse dient, eine Verbesserung der Hochwassersituation für das Grundstück
Nr. 0_ der Beschwerdeführerin ergibt, selbst wenn dies die Vorinstanz im
angefochtenen Entscheid behauptete (vgl. act. 2, S. 22 E. 4.3).
9.3. Im Weiteren ist nicht zu beanstanden, dass die Vorinstanz auf den in der Schweiz
für Siedlungsgebiete geltenden Hochwasserschutzstandard (HQ ) abgestellt hat (vgl.
VerwGE B 2010/179 vom 16. März 2011 E. 5.2.1 mit Hinweisen auf BGer 1A.157/2006
vom 9. Februar 2007 E. 3.5.1 und BGer 1C_148/2008 vom 11. Dezember 2008 E. 4.5.1,
in: URP 2009, S. 150 ff., www.gerichte.sg.ch). überdies durfte die Vorinstanz von einer
ökologischen Aufwertung des X._-bächleins ausgehen: Gemäss der Bewilligung des
Amtes für Natur, Jagd und Fischerei (ANJF, ehemals: Amt für Jagd und Fischerei) vom
11. April 2006 ist das Vorhaben aus gewässerökologischer Sicht sehr zu begrüssen.
Zudem wird die Bachoffenlegung gemäss Mitbericht des Amtes für Raumentwicklung
und Geoinformation (AREG, ehemals: Amt für Raumentwicklung) vom 18. April 2006 für
Flora und Fauna sehr positive Auswirkungen haben (act. 28/1/Beilage Nr. 4). Es ist
nicht erkennbar und wird von der Beschwerdeführerin nicht weiter substantiiert, dass
sich diese Einschätzungen der kantonalen Fachstellen nur auf die Verlegung und
Offenlegung des R._-bachs und nicht auch auf jene des X._-bächleins beziehen
sollten.
100
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9.4. Darüber hinaus berücksichtigte die Vorinstanz im angefochtenen Entscheid (act. 2,
S. 6 lit. I, act. 28/14), dass nicht von einer Dimensionierungswassermenge von HQ100
= 4 m /s, sondern nur von einer solchen von 1.5 m /s bis 2.5 m /s auszugehen ist. Ob
der Flächenverlust so klein wie möglich gehalten wurde, ist ferner nicht bei der
Sachverhaltskontrolle, sondern im Rahmen der Verhältnismässigkeitsprüfung zu klären.
Sodann hat die Vorinstanz im angefochtenen Entscheid (act. 2, S. 21 f. E. 4.3) nicht in
Abrede gestellt, dass eine Änderung des X._-bächleins auf der heutigen
Linienführung, insbesondere ein Ausbau der bestehenden Eindolung unterhalb der
Z._-strasse, technisch machbar sei (siehe auch Zusatzstudie vom 21. Januar 2014,
act. 28/28, S. 4 f.). Ferner sind im Rahmen der Generellen Entwässerungsplanung im
Jahr 2004 verschiedene Varianten geprüft worden (act. 47/4.2, S. 6 f. und GEP
Vorprojekt Nr. 2: Z._-strasse/R._-strasse). Wie die Vorinstanz zutreffend ausgeführt
hat, war die Linienführung im vorliegend strittigen Bereich auf Parzelle Nr. 0_ entlang
der Z._-strasse bei all diesen Varianten allerdings identisch („Wasserdamm“).
Hingegen finden sich in den Akten keine Anhaltspunkte dafür, dass die Vorinstanz
gemäss ihren Beteuerungen im angefochtenen Entscheid (act. 2, S. 2 Sachverhalt lit. A
Abs. 3) mit den betroffenen Grundeigentümern, insbesondere mit der
Beschwerdeführerin, vor der öffentlichen Auflage des Projekts Rücksprache
genommen hätte. Dies tut indessen nichts zur Sache, da die Beschwerdeführerin in
Bezug auf das strittige Projekt (vgl. demgegenüber in Bezug auf die Gefahrenkarten,
die Karte Gewässernetz 1:10‘000 [GN10] und das Massnahmenkonzept, act. 20, S. 20
Ziff. V/B/6 f., und act. 50, S. 2 f. lit. A/b/4-7) weder im Einsprache- noch im
Beschwerdeverfahren eine Verletzung der Mitwirkung gemäss Art. 4 Abs. 2 RPG gerügt
hat.
Nach dem Gesagten kann der Vorinstanz keine rechtsfehlerhafte unvollständige oder
unrichtige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts vorgeworfen werden (vgl.
hierzu Art. 12 VRP, VerwGE B 2014/197; B 2015/307 vom 24. August 2017 E. 7.1.1,
www.gerichte.sg.ch, und Cavelti/Vögeli, a.a.O., Rz. 586 ff.).
10. Des Weiteren ist die Beschwerdeführerin der Ansicht (act. 20, S. 37-39 Ziff. V/G/
52-58), das Projekt widerspreche dem Vertrag zwischen ihr und der
Beschwerdegegnerin vom 9./14. November 2012. Darin sei ihr von der
Beschwerdegegnerin zugesichert worden, dass der Gewässerausbau die
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Erschliessung und Überbauung des Grundstücks Nr. 0_ möglichst wenig
beeinträchtige.
10.1. Streitigkeiten aus verwaltungsrechtlichen Verträgen sind grundsätzlich im
Klageverfahren zu klären. Aus verfahrensökonomischen Gründen macht es indessen
Sinn, vorliegend darüber zu befinden (vgl. hierzu VerwGE B 2012/93 vom 30. April 2013
E. 3.4 mit Hinweisen, www.gerichte.sg.ch). Für die Auslegung verwaltungsrechtlicher
Verträge ist wie bei einem privatrechtlichen Vertrag in erster Linie auf den
übereinstimmenden wirklichen Willen der Parteien abzustellen (vgl. Art. 18 Abs. 1 des
Bundesgesetzes betreffend die Ergänzung des Schweizerischen Zivilgesetzbuches,
Fünfter Teil: Obligationenrecht; SR 220, OR, analog; subjektive Vertragsauslegung). Die
subjektive Vertragsauslegung bezieht sich auf den Willen der Vertragsparteien im
Zeitpunkt des Vertragsschlusses. Lässt sich ein übereinstimmender Parteiwille nicht
feststellen, ist der Vertrag so auszulegen, wie er nach dem Vertrauensgrundsatz
verstanden werden durfte und musste (objektive Vertragsauslegung, vgl. VerwGE K
2015/6 vom 15. August 2017 E. 3.3 Abs. 4 mit Hinweisen, www.gerichte.sg.ch).
10.2. Laut Ziff. 1.3 des Vertrags zwischen der Beschwerdeführerin und der
Beschwerdegegnerin vom 9./14. November 2012 (act. 47/45, S. 3) sind das
Wasserbauprojekt „Sanierung Y._-bachzuflüsse“ und die Verfahren zur Erschliessung
und Überbauung des Grundstücks Nr. 0_ zu koordinieren, so dass die Erschliessung
und Überbauung des Grundstücks Nr. 0_ möglichst wenig beeinträchtigt wird.
Entgegen der Darstellung der Beschwerdeführerin bezog sich dieser Vertrag indessen
nicht auf die heutige Parzelle Nr. 0_, sondern lediglich auf die Parzelle Nr. 02_,
welche bei Vertragsschluss noch Bestandteil der Parzelle Nr. 0_ war (vgl. Ziff. 1.1 in
Verbindung mit Planbeilage des Vertrages). Demzufolge kann die Beschwerdeführerin
aus diesem Vertrag unter dem Gesichtspunkt von Treu und Glauben (Art. 9 BV)
bezüglich der heutigen Parzelle Nr. 0_ mangels Vertrauensgrundlage nichts zu ihren
Gunsten ableiten (vgl. hierzu VerwGE B 2016/42 vom 29. Juni 2017 E. 6.1 mit
Hinweisen, www.gerichte.sg.ch). Soweit das strittige Projekt die Parzelle Nr. 02_
tangiert, hat die Beschwerdeführerin selbst eingeräumt, dass sie insoweit mit dem
Projekt einverstanden sei. Dessen ungeachtet ist nicht ersichtlich, dass die
Erschliessung und Überbauung des Grundstücks Nr. 02_ durch das Projekt
vertragswidrig beeinträchtigt würde.
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Ferner stellt sich die Beschwerdeführerin auf den Standpunkt (act. 20, S. 18-37 Ziff. V/
A-F, act. 39, S. 6 f. Ziff. III/B/a/1-4, S. 8 Ziff. III/B/b/10, S. 12-15 Ziff. III/B/g/28 f. und
30v, Ziff. III/B/h/32-39, act. 50, S. 4-7 lit. A/c/9 f., lit. B/b/16-18, 21), das strittige
Ausbauprojekt sei unverhältnismässig.
Durch die geplante Verlegung und Öffnung des X._-bächleins ist die
Beschwerdeführerin als Eigentümerin der Parzelle Nr. 0_ in der Eigentumsgarantie
(Art. 26 Abs. 1 BV) betroffen. Einschränkungen von Grundrechten bedürfen gemäss Art.
36 BV einer gesetzlichen Grundlage (Abs. 1), müssen durch ein öffentliches Interesse
oder den Schutz von Grundrechten Dritter gerechtfertigt (Abs. 2) und verhältnismässig
sein (Abs. 3).
11.1. Die Beschwerdeführerin stellt zunächst die gesetzliche Grundlage für das
Ausbauprojekt in Frage. Zu prüfen ist, ob sich die vorliegend strittige Verlegung des
X._-bächleins auf Parzelle Nr. 0_ auf Art. 3 f. WBG und Art. 37 GSchG stützen kann,
welche die in Art. 2, Art. 3 Abs. 1 und Art. 34 Abs. 1 aWBG SG statuierten
Anforderungen nach kantonalem Recht im Wesentlichen präzisieren und darüber
hinausgehen. Danach haben die Kantone den Hochwasserschutz in erster Linie durch
den Unterhalt der Gewässer und durch raumplanerische Massnahmen zu
gewährleisten (vgl. Art. 3 Abs. 1 WBG, BGer 1C_608/2014 vom 3. September 2015
E. 5.1 mit Hinweisen, BGer 2C_461/2011 vom 9. November 2011 E. 5.3 mit Hinweisen,
in: ZBl 113/2012, S. 617 ff., VerwGE B 2015/308 vom 26. Oktober 2017 E. 7.1 und
VerwGE B 2007/117 vom 12. Februar 2008 E. 3.5, www.gerichte.sg.ch, und
E. Hepperle, a.a.O., Art. 3 WBG Rz. 3). Reicht dies nicht aus, so müssen Massnahmen
wie Verbauungen, Eindämmungen, Korrektionen, Geschiebe- und
Hochwasserrückhalteanlagen sowie alle weiteren Vorkehren, die Bodenbewegungen
verhindern, getroffen werden (Art. 3 Abs. 2 WBG, vgl. K. Hoffmann, in: Griffel/Liniger/
Rausch/Thurnherr [Hrsg.], öffentliches Baurecht, Zürich 2016, Rz. 5.455, siehe auch
BGer 1C_148/2008 vom 11. Dezember 2008 E. 4.5, a.a.O., und VerwGE B 2005/5 vom
22. Februar 2006 E. 3d/cc). Ein Gewässer darf bzw. muss verbaut oder korrigiert
werden, wenn dies dem Schutz von Menschen und erheblichen Sachwerten dient (vgl.
Art. 1 ff. WBG und Art. 37 Abs. 1 lit. a GSchG). Art. 37 Abs. 1 lit. a GSchG setzt nicht
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voraus, dass eine hohe Gefährdung besteht oder dass durch die Korrektion eine starke
Verbesserung des Schutzes erfolgt (vgl. BGer 1C_109/2010 vom 8. September 2010 E.
6.3.2, in: URP 7/2010, S. 717 ff.). Ist eine der Voraussetzungen von Art. 37 Abs. 1 lit. a
GSchG gegeben, muss nicht zusätzlich geprüft werden, ob mit der vorgesehenen
Massnahme der Zustand des Gewässers im Sinne von Art. 37 Abs. 1 lit. c GSchG
verbessert werden könnte (vgl. C. Fritzsche, in: Hettich/Jansen/Norer [Hrsg.], a.a.O.,
Art. 37 GSchG Rz. 14). Bei Eingriffen in das Gewässer muss dessen natürlicher Verlauf
möglichst beibehalten oder wiederhergestellt werden. Gewässer und Gewässerraum
müssen so gestaltet werden, dass sie einer vielfältigen Tier- und Pflanzenwelt als
Lebensraum dienen können, die Wechselwirkungen zwischen ober- und unterirdischen
Gewässern weitgehend erhalten bleiben und eine standortgebundene Vegetation
gedeihen kann (vgl. Art. 4 Abs. 2 WBG und Art. 37 Abs. 2 GSchG). Damit soll erreicht
werden, dass natürliche und bewaldete Bachläufe als wertvolle Landschaftselemente
soweit wie möglich erhalten werden. Sind sie, wie vorliegend, bereits beeinträchtigt,
soll ihre Renaturierung gefördert werden (vgl. BGE 122 II 274 E. 5b, siehe auch
Art. 43a GSchG, Art. 21 Abs. 2 des Bundesgesetzes über den Natur- und
Heimatschutz, SR 451, NHG, und Art. 7 Abs. 2 des Bundesgesetzes über die Fischerei,
SR 923.0, BGF, und Art. 6 des Gesetzes über die Fischerei sowie den Schutz der im
Wasser lebenden Tiere und deren Lebensgrundlagen, Fischereigesetz; sGS 854.1, FiG).
In überbauten Gebieten (vgl. hierzu BGer 1A.62/1998 vom 15. Dezember 1998 E. 4c, in:
ZBl 2000, S. 323 ff., S. 330) kann die Behörde Ausnahmen von Art. 37 Abs. 2 GSchG
resp. Art. 4 Abs. 2 WBG bewilligen (vgl. Art. 37 Abs. 3 GSchG und Art. 4 Abs. 3 WBG
sowie BGer 1C_100/2017 vom 3. Oktober 2017 E. 2.4 mit Hinweis auf BGer
1C_255/2013 vom 24. Juni 2013 E. 2, VerwGE B 2015/25 vom 23. September 2015 E.
2.3 und 2.5.1, www.gerichte.sg.ch, und C. Fritzsche, a.a.O., Art. 37 GSchG Rz. 53 f.).
Selbst die von der Beschwerdeführerin bevorzugte Variante „Entlastung mit
Winkelmauer“ sieht den Ausbau der bestehenden Eindolung DN 120 im obersten
Abschnitt des X._-bächleins nach der Unterquerung der Z._-strasse auf die Kapazität
der nachfolgenden Haltung (DN 250) vor (vgl. Zusatzstudie der Q._ AG vom
29. Oktober 2013, act. 28/26, S. 7 und Situation 1:100, siehe auch Zusatzstudie vom
14. August 2013, act. 28/25, S. 5 f.). Damit räumt die Beschwerdeführerin selbst ein,
dass der Hochwasserschutz nicht allein durch den Unterhalt des X._-bächleins
gewährleistet werden kann. Überdies ist nicht ersichtlich und wird von der
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Beschwerdeführerin auch nicht behauptet, dass der Hochwasserschutz im bereits
überbauten Gebiet zwischen Z._- und R._-strasse anstelle des strittigen
Gewässerausbaus mit anderweitigen raumplanerischen Massnahmen (etwa mittels
Um- oder Auszonungen oder Sondernutzungsplänen) gewährleistet werden könnte.
Aus den Gefahrenkarten aus dem Jahr 2011, nachgeführt am 29. März 2018
(www.geoportal.ch), und vom 27. April 2012 (vor und nach Massnahmen, act. 28/12 f.)
geht sodann hervor, dass die mittlere Hochwassergefährdung durch die Y._-
bachzuflüsse sowie – hauptsächlich – durch das von Parzelle Nr. 0_ abfliessende
Oberflächenwasser (vgl. E. 9.2 hiervor) mittels des vorliegend strittigen
Gewässerausbaus, insbesondere durch die Verlegung und Offenlegung des X._-
bächleins auf Parzelle Nr. 0_, im Bereich zwischen der Z._- und R._-strasse bis auf
die Restgefahr auf den Parzellen Nrn. 012_, 013_, 014_ und 015_ beseitigt werden
kann. Insofern ist mit Blick auf Art. 3 Abs. 1 und 2 WBG, Art. 37 Abs. 1 lit. a GSchG
sowie Art. 2 und Art. 34 Abs. 1 aWBG nicht zu beanstanden, dass die Vorinstanz den
Hochwasserschutz mittels des vorliegend strittigen Gewässerausbaus gewährleisten
will, zumal dies, wie ausgeführt, keine hohe Gefährdung oder starke Verbesserung des
Hochwasserschutzes voraussetzt. Weiter ist nicht erstellt, dass die bestehende
Eindolung des X._-bächleins unterhalb der Z._-strasse gemäss Art. 37 Abs. 2 Satz 1
GSchG und Art. 4 Abs. 2 Satz 1 WBG dem natürlichen Verlauf dieses Gewässers
entspricht. Auch beinhaltet die von der Beschwerdeführerin favorisierte Variante nicht,
das Gewässer unterhalb der Z._-strasse offenzulegen. Dementsprechend befassten
sich die von der Beschwerdeführerin veranlassten Zusatzstudien mit dem Ausbau resp.
Ersatz der bestehenden Eindolung (vgl. act. 28/14, 25 f. und 28). Dessen ungeachtet
hat die Vorinstanz in Bezug auf eine Offenlegung der bestehenden Eindolung des X._-
bächleins in Erwägung 4.3 des angefochtenen Entscheids (act. 2, S. 21 f.) ausgeführt,
dass aufgrund der Überbauungen und der entsprechend engen Platzverhältnisse eine
Offenlegung ausgeschlossen resp. mit einem vernünftigen Kosten-Nutzen-Verhältnis
nicht möglich sei. Entgegen der Darstellung der Beschwerdeführerin (act. 20, S. 23 Ziff.
V/D/17) kann somit nicht gesagt werden, die Vorinstanz habe eine (teilweise)
Offenlegung nicht geprüft resp. den Verzicht darauf nicht oder nicht hinreichend
begründet, zumal die Eindolung im dicht überbauten Gebiet unterhalb der Z._-strasse
hauptsächlich unter der U._-strasse (Parzelle Nr. 016_), der R._-strasse, resp. dem
Parkplatz auf Parzelle Nr. 06_ verläuft (www.geoportal.ch). Selbst wenn eine
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streckenweise Ausdolung entlang der Grenze der Parzellen Nrn. 010_ und 011_
machbar wäre, ist unter diesen Umständen nicht zu beanstanden, dass die Vorinstanz
resp. das verfahrensleitende Tiefbauamt, welches für die Erteilung einer
Ausnahmebewilligung im Zeitpunkt des angefochtenen Entscheids noch zuständig war
(vgl. Art. 41 lit. a GSchVG in Verbindung mit Art. 5 lit. a der Verordnung zum GSchVG,
sGS 752.21, GSchVV, in der bis 30. Juni 2017 gültigen Fassung vom 21. Juni 2011),
die Voraussetzungen für eine Ausnahme vom Grundsatz der Beibehaltung des
natürlichen Gewässerverlaufs (Art. 37 Abs. 3 GSchG und Art. 4 Abs. 3 WBG) im
angefochtenen Einspracheentscheid als erfüllt betrachtete. Darüber hinaus ist die
ökologische Aufwertung durch die geplante Verlegung und Offenlegung des X._-
bächleins im Sinne von Art. 37 Abs. 2 Satz 2 GSchG und Art. 4 Abs. 2 Satz 2 WBG
ausgewiesen (vgl. E. 9.3 hiervor). Auch kann keine Rede davon sein, dass wegen des
offenen Gewässerverlaufs entlang der bestehenden Z._-strasse eine Schneise in das
gewachsene Terrain geschlagen wird. Vielmehr nimmt das Projekt auf Parzelle Nr. 0_
mit dem Verlauf entlang der Z._-strasse auf das Landschaftsbild Rücksicht (vgl. Art. 3
Abs. 1 aWBG SG). Wie die Vorinstanz in Erwägung 3.5 des angefochtenen Entscheids
im Ergebnis demzufolge zutreffend ausführte (act. 2, S. 18), erfüllt der strittige
Gewässerausbau grundsätzlich die gewässerschutz- und wasserbaurechtlichen
Anforderungen. Damit sind die gesetzlichen Grundlagen für die
Eigentumsbeschränkung vorhanden.
11.2. Ein öffentliches Interesse (Hochwasserschutz, ökologische Aufwertung) an der
geplanten Verlegung und Offenlegung des Gewässers ist ohne Weiteres vorhanden.
Auch ist das vorgesehene Projekt geeignet, den Hochwasserschutz als zentrales
Anliegen sowie die Ökologie des Gewässers und damit die Lebensbedingungen der
Wassertiere zu verbessern (vgl. bereits E. 11.1 hiervor). Näherer Untersuchungen
bedarf hingegen die Frage, ob der strittige Gewässerausbau dafür erforderlich resp.
notwendig ist. Die Beschwerdeführerin vertritt die Auffassung, mittels der von ihr
vorgeschlagenen Hochwasserschutzlösung „Entlastung mit Winkelmauer“ könne der
Eingriff in ihr Grundeigentum minimiert werden. Die Vorinstanz habe diese Lösung ohne
Begründung abgelehnt und an der strittigen Variante festgehalten. Die Vorinstanz
wendet dagegen ein (vgl. E. 4.3 des angefochtenen Entscheids, act. 2, S. 22), die von
der Beschwerdeführerin favorisierte Variante sei gewässerschutzrechtlich nicht
bewilligungsfähig.
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Art. 38 Abs. 1 GSchG verbietet grundsätzlich das überdecken und Eindolen von
Fliessgewässern (vgl. BGer 1C_533/2010 vom 20. Juli 2011 E. 4.1). Die Behörde kann
Ausnahmen für den Ersatz bestehender Eindolungen und Überdeckungen bewilligen
(Art. 38 Abs. 2 GSchG). In Betracht fällt vorliegend der Ausnahmetatbestand, wonach
eine offene Wasserführung nicht, d.h. nicht mit einem vernünftigen Kosten-Nutzen-
Verhältnis, möglich ist (vgl. Art. 38 Abs. 2 lit. e GSchG in Verbindung mit Art. 41
lit. b GSchVG und Art. 5 lit. b GSchVV in der bis 30. Juni 2017 gültigen Fassung sowie
C. Fritzsche, a.a.O., Art. 38 GSchG Rz. 18 ff.). Eine solche Ausnahmebewilligung darf
indessen nur erteilt werden, wenn sich im Rahmen einer umfassenden
Interessenabwägung die für eine offene Wasserführung sprechenden Gründe als
weniger gewichtig erweisen als die Gründe für eine Eindolung (vgl. BGer 1A.140/1995
vom 26. Februar 1996 E. 4a, in: ZBl 7/1997, S. 320 ff., und URP 1997/2, S. 153 ff.,
sowie VerwGE B 2015/25 vom 23. September 2015 E. 3.1.2, a.a.O., und VerwGE B
2013/153 vom 24. März 2015 E. 3.2, in: GVP 2015 Nr. 27). In den übrigen in Art. 38
Abs. 2 GSchG nicht genannten Fällen dürfen Fliessgewässer demnach nicht eingedolt
werden (vgl. BGer 1C_137/2009 vom 7. September 2009 E. 3.4 mit Hinweis auf BGE
130 II 313 E. 3.6).
Wie unter Erwägung 11.1 hiervor in Bezug auf Art. 37 GSchG (Verlegung
Fliessgewässer) bereits ausgeführt, ist eine offene Wasserführung des X._-bächleins
entlang der bestehenden Eindolung unterhalb der Z._-strasse aufgrund der
räumlichen Verhältnisse in einem vernünftigen Kosten-Nutzen-Verhältnis nicht möglich.
Dasselbe muss auch unter dem Gesichtspunkt von Art. 38 Abs. 2 lit. e GSchG (Ersatz
bestehender Eindolungen) gelten. Der von der Beschwerdeführerin im Rahmen der
Variante „Entlastung mit Winkelmauer“ vorgeschlagene Ersatz resp. Ausbau der
bestehenden Eindolung des X._-bächleins im obersten Abschnitt nach der Z._-
strasse (act. 28/26, S. 7 und Situation 1:1000) ist im Gegensatz zum geplanten
oberirdischen naturnahen Gewässerverlauf auf Parzelle Nr. 0_ zwar mit keinerlei
ökomorphologischer Verbesserung verbunden. Dieser Nachteil ist aber gesamthaft
betrachtet insofern zu relativieren, als ein naturnaher Gewässerverlauf lediglich im
Abschnitt zwischen dem bestehenden offenen Gerinne des X._-bächleins und Profil 4
verhindert würde. Auch die Variante „Entlastung mit Winkelmauer“ geht von einer
Realisierung des vorliegend strittigen Ausbauprojekts aus, allerdings erst ab Profil 4.
Überdies könnte gemäss der Variante „Entlastung mit Winkelmauer“ insofern ein
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Eingriff ins Grundeigentum der Beschwerdeführerin verhindert werden, als auf den
„Wasserdamm“ (vgl. act. 47/4.2, S. 6 f.) resp. die Mulde entlang der Z._-strasse
verzichtet werden könnte. Diese Variante fällt umso mehr ins Gewicht, als die
Hochwassergefahr eigenen Angaben der Vorinstanz zufolge (act. 2, S. 21 E. 4.3, siehe
auch Voten T. Meyer und H. Meier am Augenschein vom 3. Mai 2018, act. 56, S. 2)
hauptsächlich das von Parzelle Nr. 0_ abfliessende Oberflächenwasser, welches vom
aWBG SG nicht erfasst wird (vgl. Art. 1 Abs. 1 aWBG SG, wonach das Gesetz nur auf
öffentliche Gewässer anwendbar ist), und damit nicht das X._-bächlein betrifft. Vor
diesem Hintergrund wäre die Vorinstanz verpflichtet gewesen, die von der
Beschwerdeführerin favorisierte Variante „Entlastung mit Winkelmauer“ detailliert zu
prüfen, was sie mit dem Bericht vom 21. Januar 2014 (act. 28/28) höchstens
ansatzweise und fälschlicherweise unter Berücksichtigung des auf Parzelle Nr. 0_
abfliessenden Oberflächenwassers tat. Stattdessen wäre sie gehalten gewesen,
abzuklären, ob mit der Variante „Entlastung mit Winkelmauer“ die vom X._-bächlein
ausgehende Hochwassergefahr tatsächlich und in einem vernünftigen Kosten-Nutzen-
Verhältnis beseitigt werden könnte. Da sie dies unterliess, kann nicht abschliessend
gesagt werden, ob die von der Beschwerdeführerin favorisierte Variante im Vergleich
zum strittigen Projekt geringer zu gewichten ist, d.h. dafür keine Ausnahme nach
Art. 38 Abs. 2 lit. e GSchG in Verbindung mit Art. 41 lit. b GSchVG in Verbindung mit
Art. 5 lit. b GSchVV (jeweils in der bis 30. Juni 2017 gültigen Fassung vom 21. Juni
2011) erteilt werden kann, wodurch es dem strittigen Ausbauprojekt bis Profil 4 an der
Erforderlichkeit fehlen würde.
11.3. Wie sich am Augenschein vom 3. Mai 2018 im Weiteren gezeigt hat, handelt es
sich beim X._-bächlein oberhalb der Z._-strasse, soweit es sich dabei überhaupt um
ein öffentliches Gewässer handelt (vgl. E. 8.2 hiervor), um ein sehr kleines, im Zeitpunkt
des Augenscheins nur 1 bis 2 cm tiefes und 20 bis 25 cm breites Gewässer, dessen
mittlere Ergiebigkeit nicht bekannt ist (act. 56, S. 4 f.). Selbst wenn sich die Wassertiefe
je nach Wetterlage ändern könnte, weist es nur eine sehr geringe Grösse auf. Auch
fehlt ein erkennbarer Uferbereich mit einer Verlandungszone. Neu soll das sehr kleine
X._-bächlein gemäss den unbestrittenen Angaben des Rechtsvertreters der
Beschwerdeführerin am Augenschein vom 3. Mai 2018 (act. 56, S. 5) in einen 10 m
breiten offenen Graben entlang der Z._-strasse verlegt werden. Gemäss Angaben der
Beschwerdeführerin würde auf Parzelle Nr. 0_ dadurch unmittelbar eine Fläche von
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1‘500 m (Gerinne 1 m, Ufer je 2 m, Länge etwa 300 m) beansprucht (vgl. hierzu Art.
664 Abs. 2 des Schweizerischen Zivilgesetzbuches, SR 210, ZGB). Zusätzlich würde
die landwirtschaftliche Bewirtschaftung dieses Grundstücks durch den von der
Beschwerdegegnerin noch nicht festgelegten Gewässerraum (Art. 36a GSchG in
Verbindung mit Abs. 2 Ingress und lit. a ÜbBst GSchV sowie Art. 41c Abs. 1 und 2
GSChV) eingeschränkt (vgl. zum subsidiär anwendbaren kantonalen Gewässerabstand
Art. 90 Abs. 2 f. PBG), welcher nach den Berechnungen der Beschwerdeführerin
übergangsrechtlich 19 m, nach Angaben des Tiefbauamtes 11 m breit ist (vgl. zur
definitiven Festlegung des Gewässerraums Art. 41a Abs. 2 ff. GSchV, insbesondere
Art. 41a Abs. 5 lit. d GSchV, in der Fassung vom 22. März 2017, AS 2017 2585,
wonach auf die Festlegung des Gewässerraums verzichtet werden kann, wenn das
Gewässer sehr klein ist). Sodann könnte die Erschliessung der Parzelle Nr. 0_ über die
Z._-strasse und deren allfälliger, künftiger Ausbau erschwert werden. Bei dieser
Sachlage erscheint das strittige Hochwasserschutzprojekt, falls es die Vorinstanz nach
eingehender Prüfung der Variante „Entlastung mit Winkelmauer“ denn vorziehen sollte,
im fraglichen Abschnitt als überdimensioniert und damit als unverhältnismässig mit
Blick auf den damit verbundenen Eingriff ins Eigentum der Beschwerdeführerin. Ein
solcher Ausbau dient in erster Linie der Ableitung des von Parzelle Nr. 0_
abfliessenden Oberflächenwasser, welches, wie gesagt (vgl. E. 11.2 hiervor), vom
aWBG SG gerade nicht erfasst wird. Daran ändert nichts, dass die Vorinstanz
verbindlich in Aussicht gestellt hat, das Gerinneprofil des Baches in Tiefe und Breite zu
reduzieren und die nördliche Böschungsoberkante um rund 0.5 m zur Z._-strasse hin
zu verschieben (act. 2, S. 18 E. 3.4, S. 20 f. E. 4.2), und mehr als ungewiss erscheint,
ob es zu der im kommunalen Richtplan als Zwischenergebnis aufgeführten Einzonung
des Südostteils des Grundstücks Nr. 0_ kommt, da im kantonalen Richtplan (von der
Regierung am 17. Januar 2017 erlassen, vom Bundesrat am 1. November 2017
genehmigt, www.sg.ch) auf Parzelle Nr. 0_ kein Siedlungsgebiet ausgeschieden ist
(vgl. hierzu Art. 8a lit. a, Art. 9 Abs. 1 und Art. 15 Abs. 4 lit. e RPG, in Kraft gesetzt am
1. Mai 2014, AS 2014 899, sowie die entsprechende Festsetzung im Koordinationsblatt
S12, S. 3).
Nach dem Gesagten ist die Beschwerde (im Subeventualantrag) gutzuheissen, soweit
darauf einzutreten ist. Der angefochtene Entscheid ist aufzuheben und die Sache zur
Prüfung von alternativen Hochwasserschutzmassnahmen im fraglichen Abschnitt,
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namentlich der von der Beschwerdeführerin favorisierte Variante „Entlastung mit
Winkelmauer“, und zu neuem Entscheid an die Vorinstanz zurückzuweisen.
12. Dem Ausgang des Verfahrens entsprechend gehen die amtlichen Kosten des
Beschwerdeverfahrens zu Lasten der Beschwerdegegnerin (Art. 95 Abs. 1 VRP, vgl.
VerwGE B 2017/76 vom 16. August 2018 E. 5 mit Hinweisen, www.gerichte.sg.ch,
sowie VerwGE B 1999/174; B 1999/177 vom 16. November/14. Dezember 2000 E. 8).
Angemessen ist eine Entscheidgebühr von CHF 4‘000 (Art. 7 Ziff. 222 der
Gerichtskostenverordnung, sGS 941.12). Auf die Erhebung ist zu verzichten (Art. 95
Abs. 3 VRP). Der Beschwerdeführerin ist der geleistete Kostenvorschuss von
CHF 2‘000 zurückzuerstatten.
Entsprechend der Verlegung der amtlichen Kosten hat die Beschwerdegegnerin die
Beschwerdeführerin für das Beschwerdeverfahren ausseramtlich zu entschädigen
(Art. 98 VRP in Verbindung mit Art. 98 VRP). Ein Anlass, die Beschwerdeführerin für
das Einspracheverfahren gestützt auf Art. 98 Abs. 3 Ingress und lit. b VRP
ausnahmsweise ausseramtlich zu entschädigen, ist konkret nicht dargetan (vgl. hierzu
VerwGE B 2015/313 vom 29. Juni 2017 E. 2.1 mit Hinweisen, allerdings in Bezug auf
das erstinstanzliche Verfahren nach dem Gesetz über die disziplinarische
Verantwortlichkeit der Behördemitglieder, Beamten und öffentlichen Angestellten,
Disziplinargesetz; sGS 161.3, DG, www.gerichte.sg.ch). Ihr Rechtsvertreter hat für das
Beschwerdeverfahren keine Kostennote eingereicht, weshalb die Entschädigung nach
Ermessen festzulegen ist (vgl. Art. 30 Ingress und lit. b Ziff. 1 und Art. 31 Abs. 1 und 2
des Anwaltsgesetzes, sGS 963.70, AnwG, sowie Art. 6 und 19 der Honorarordnung für
Rechtsanwälte und Rechtsagenten, sGS 963.75, HonO). Eine Entschädigung von
CHF 4‘500 zuzüglich vier Prozent Barauslagen und Mehrwertsteuer ist angemessen
(Art. 22 Abs. 1 lit. a und b, Art. 28 und Art. 29 HonO). Die vom Rechtsvertreter der
Beschwerdeführerin erbrachten anwaltlichen Leistungen unterliegen sowohl den
bisherigen als auch den neu ab 1. Januar 2018 geltenden Mehrwertsteuersätzen. Da
die Leistungen mehrheitlich vor, teils nach dem 1. Januar 2018 erbracht wurden, ist ein
Anteil der ausseramtlichen Entschädigung von CHF 3‘500 zuzüglich 4 % Barauslagen
mit dem bisherigen Mehrwertsteuersatz von 8 % und ein solcher von CHF 1‘000
zuzüglich 4 % Barauslagen mit dem neuen Steuersatz von 7.7 % abzurechnen (vgl.
bis
bis
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Ziff. 2.1 der MWST-Info 19 zur Steuersatzänderung per 1. Januar 2018,
www.estv.admin.ch).