# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 0ae5d8d1-3624-5990-95ec-62380fb33405
**Court:** BE_VB
**Chamber:** BE_VB_001
**Year:** 2018
**Language:** de
**Jurisdiction:** BE / Espace_Mittelland
**Law Area:** Public
**Law Sub-area:** $law_sub_area

## Facts

I. Sachverhalt
RA Nr. 110/2018/83 2
1. Die Beschwerdegegnerin will ein Teilstück der E._strasse sanieren. Dabei
soll der Einmündungsbereich der E._strasse in die F._strasse
(Kantonsstrasse) umgestaltet werden. Auf der heutigen Strassenkreuzung steht eine alte
Linde, die als Einzelbaum kommunal geschützt ist.1 Diese Linde soll gefällt und durch eine
junge Linde an der gleichen Stelle ersetzt werden. Am 5. Dezember 2017 reichte die
Beschwerdegegnerin bei der Gemeindeverwaltung Niederhünigen ein Baugesuch ein für
die Teilsanierung der E._strasse inkl. Strassenentwässerung sowie für das Fällen
der geschützten Linde mit Ersatzpflanzung. Das Bauvorhaben (Parzellen Niederhünigen
Grundbuchblatt Nrn. G._, H._, I._) liegt im
Ortsbilderhaltungsgebiet und in der Landwirtschaftszone.
2. Die Gemeindeverwaltung Niederhünigen leitete das Baugesuch zuständigkeitshalber
an das Regierungsstatthalteramt Bern-Mittelland weiter, welches das Bauvorhaben
publizierte. Gegen das Bauvorhaben gingen keine Einsprachen ein. Gestützt auf die
Beurteilung der Denkmalpflege passte die Beschwerdegegnerin die Platzgestaltung an und
reichte am 16. April 2018 eine Projektänderung ein.
3. Am 16. Mai 2018 erteilte das Regierungsstatthalteramt Bern-Mittelland für das
umschriebene Bauvorhaben die Gesamtbaubewilligung sowie die Ausnahmebewilligung für
das Fällen eines kommunal geschützten Einzelbaumes.
4. Dagegen reichten die Beschwerdeführer 1 bis 3 am 15. Juni 2018 und der
Beschwerdeführer 4 am 14. Juni 2018 Beschwerde bei der Justiz-, Gemeinde- und
Kirchendirektion des Kantons Bern (JGK) ein. Die JGK leitete die Beschwerden an die
Bau-, Verkehrs- und Energiedirektion des Kantons Bern (BVE) weiter. Beide Beschwerden
richten sich gegen die Ausnahmebewilligung für das Fällen der geschützten Linde. Zur
Begründung machen die Beschwerdeführer insbesondere geltend, es handle sich um eine
550-jährige Dorflinde, die zu den zehn grössten Linden der Schweiz gehöre. Die Rinde und
1 Zonenplan 2 (Landschaft) i.V.m. Art. 515 Baureglement der Gemeinde Niederhünigen, vom Amt für Gemeinden und Raumordnung genehmigt am 12. Januar 2012
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das Blattwerk zeigten, wie vital der Baum noch sei. Mit einem korrekten Pflegeschnitt
könne diese markante Linde erhalten werden.
5. Weil beide Beschwerden den gleichen Gegenstand betreffen, vereinigte das
Rechtsamt, welches die Beschwerdeverfahren für die BVE leitet2, die Verfahren unter RA
Nr. 110/2018/83. Es beschränkte das Verfahren auf die Frage der Beschwerdelegitimation.
Das Rechtsamt gab den Verfahrensbeteiligten Gelegenheit, sich hierzu zu äussern und
holte die Vorakten ein. Mit gemeinsamer Stellungnahme vom 7. Juli 2018 äusserten sich
die Beschwerdeführer 1 bis 3 und der Beschwerdeführer 4 zu ihrer
Beschwerdelegitimation. Der Beschwerdeführer 4 reichte zudem seine Vereinsstatuten ein.
Die Beschwerdegegnerin beantragt in ihrer Eingabe vom 26. Juni 2018, auf die
Beschwerden sei nicht einzutreten. Mit Schreiben vom 5. Juli 2018 verzichtete das
Regierungsstatthalteramt Bern-Mittelland auf das Einreichen einer förmlichen
Vernehmlassung und verwies auf die Vorakten.
6. Auf die Rechtsschriften wird, soweit für den Entscheid relevant, in den nachfolgenden
Erwägungen eingegangen.

## Considerations

II. Erwägungen
1. Formelle Eintretensvoraussetzungen
a) Angefochten ist ein Gesamtentscheid nach Art. 9 KoG3. Laut Art. 11 Abs. 1 KoG kann
er – unabhängig von den geltend gemachten Einwänden – nur mit dem Rechtsmittel
angefochten werden, das für das Leitverfahren massgeblich ist. Das Leitverfahren ist im
vorliegenden Fall das Baubewilligungsverfahren (Art. 5 Abs. 1 KoG). Bauentscheide
2 Art. 7 der Verordnung vom 18. Oktober 1995 über die Organisation und die Aufgaben der Bau-, Verkehrs- und Energiedirektion (OrV BVE; BSG 152.221.191) 3 Koordinationsgesetz vom 21. März 1994 (KoG; BSG 724.1)
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können nach Art. 40 Abs. 1 BauG4 innert 30 Tagen seit Eröffnung mit Baubeschwerde bei
der BVE angefochten werden. Die BVE ist somit zur Beurteilung der Beschwerden gegen
den Gesamtentscheid zuständig. Die Beschwerden vom 14. Juni und vom 15. Juni 2018
wurden form- und fristgerecht eingereicht.
b) Nach Art. 40 Abs. 2 BauG5 sind die Baugesuchsteller, die Einsprecher sowie die
zuständige Gemeindebehörde beschwerdebefugt. Die Beschwerdelegitimation setzt
demnach voraus, dass sich die Beschwerdeführer bereits als Einsprecher am
vorinstanzlichen Verfahren beteiligt haben und mit ihrer Einsprache nicht durchgedrungen
sind.
Die Beschwerdeführer 1 bis 3 und der Beschwerdeführer 4 haben am vorinstanzlichen
Verfahren nicht teilgenommen. Sie machen geltend, sie hätten nie die Gelegenheit zur
Einreichung einer Einsprache erhalten, wären aber einsprachebefugt gewesen. Aus
diesem Grund sei ihre Beschwerdebefugnis zu bejahen.
c) Beschwerdebefugt ist auch, wer sich ohne eigenes Verschulden nicht am
Baubewilligungsverfahren beteiligen konnte (vgl. Art. 40 Abs 5 BauG i.V.m. Art. 65 Abs. 1
Bst. a VRPG6). Dies kann beispielsweise der Fall sein, wenn die erforderliche
Bekanntmachung des Bauvorhabens unterblieben ist.7 Das Regierungsstatthalteramt Bern-
Mittelland hat das Bauvorhaben in den Ausgaben des Amtsanzeigers Konolfingen vom
4. Januar 2018 und 11. Januar 2018 gemäss Art. 26 BewD8 publizieren lassen. Die
Projektänderung vom 16. April 2018 betraf die Umgestaltung des Platzes; die Fällung der
Linde war unter den Fachpersonen hingegen unbestritten geblieben und bildete nicht
Gegenstand der Projektänderung. Die Einsprachefrist gegen das Fällen der geschützten
Linde lief somit am 5. Februar 2018 ab. In der Publikation wurde das Fällen des
geschützten Baumes als Bauvorhaben genannt. Die Bekanntmachung war demnach
aussagekräftig, so dass betroffene Personen oder Organisationen Einsprache hätten
erheben können. Wird das Baugesuch publiziert, besteht für die Behörden keine Pflicht,
4 Baugesetz vom 9. Juni 1985 (BauG; BSG 721.0) 5 Baugesetz vom 9. Juni 1985 (BauG; BSG 721.0) 6 Gesetz vom 23. Mai 1989 über die Verwaltungsrechtspflege (VRPG; BSG 155.21) 7 Aldo Zaugg/Peter Ludwig, Kommentar zum Baugesetz des Kantons Bern, 4. Aufl., Band I, Bern 2013, Art.  N. 4; Markus Müller, Bernische Verwaltungsrechtspflege, 2. Aufl., Bern 2011, S. 164 8 Dekret vom 22. März 1994 über das Baubewilligungsverfahren (Baubewilligungsdekret, BewD; BSG 725.1)
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auswärtige Grundeigentümer oder private Organisationen zu benachrichtigen. Von diesen
wird erwartet, dass sie die örtlichen Publikationen selber verfolgen oder damit eine
Drittperson beauftragen.9 Aufgrund der erfolgten Publikation hätten die Beschwerdeführer 1
bis 3 und der Beschwerdeführer 4 grundsätzlich über die Möglichkeit verfügt, vom
Bauvorhaben Kenntnis zu nehmen und fristgerecht dagegen Einsprache zu erheben. Die
Beschwerdeführer machen keine Gründe geltend, die sie an der Teilnahme am
Baubewilligungsverfahren gehindert hätten. Solche Gründe sind auch nicht ersichtlich. Auf
die Beschwerden ist bereits aus diesem Grunde nicht einzutreten.
d) Selbst wenn die Beschwerdeführer rechtzeitig Einsprache erhoben hätten, würde
dies noch nicht heissen, dass sie sich zulässigerweise am Baubewilligungsverfahren
beteiligt hätten.10 Neben der formellen Beschwer bedarf es auch einer speziellen
Beziehungsnähe zum Bauvorhaben (materielle Beschwer). Die ideelle
Verbandsbeschwerde ist an spezifische Voraussetzungen geknüpft.
2. Beschwerdelegitimation der Beschwerdeführer 1 bis 3
a) Beschwerdebefugt ist nur, wer durch das Bauvorhaben unmittelbar in eigenen
schutzwürdigen Interessen betroffen ist (Art. 40 Abs. 2 BauG i.V.m. Art. 35 Abs. 2 Bst. a
BauG). Das Rechtsschutzinteresse ist gegeben, wenn die tatsächliche oder rechtliche
Situation der Einsprecher bzw. Beschwerdeführer durch den Ausgang des Verfahrens
beeinflusst werden kann. Es ist erforderlich, dass die Beschwerdeführer persönlich vom
Bauvorhaben in höherem Mass als jedermann berührt sind. Diese Betroffenheit muss
direkt sein und eine gewisse beachtenswerte Intensität erreichen. Darin liegt die
Abgrenzung zur unzulässigen Popularbeschwerde. Ein bloss allgemeines ideelles
Interesse an der Sache genügt nicht. Als wichtiges Kriterium zur Beurteilung der
Betroffenheit dient die räumliche Distanz zum Bauvorhaben. In einer besonders nahen
Beziehung zur Streitsache stehen naturgemäss die Nachbarn des Baugrundstücks.11
9 Aldo Zaugg/Peter Ludwig, Kommentar zum bernischen BauG, 4. Aufl. 2013, Art. 35–35c N. 7 10 BVR 2008 S. 396 E. 1.2 11 Aldo Zaugg/Peter Ludwig, a.a.O., Art. 35–35c N. 16 - 17
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b) Die Beschwerdeführer 1 bis 3 bestreiten nicht, dass ihnen eine nahe räumliche
Beziehung fehlt. Die Wohnorte der Beschwerdeführer 1 bis 3 liegen über 110 km von der
Bauparzelle bzw. von der geschützten Linde entfernt.12 Die Beschwerdeführer 1 bis 3
machen geltend, die Voraussetzung der räumlichen Beziehung sei anhand der konkreten
Umstände des Einzelfalls zu beurteilen. Es handle sich nicht um ein Bauvorhaben mit
beschränkter räumlicher Auswirkung, sondern um ein solches mit überregionaler
Bedeutung. Es gehe um die Fällung einer der zehn grössten Linden der Schweiz. Die 550-
jährige Linde stehe zudem in einer schweizweit einmaligen Dorfplatzsituation. Von der
geplanten Fällung dieses einmaligen Landschafts- und Kulturdenkmals seien nicht nur die
unmittelbaren Nachbarn betroffen.
c) Das Bundesgericht hat in Zusammenhang mit Bauvorhaben, die Immissionen
verursachen, auch einen grösseren Kreis von Personen zur Beschwerde zugelassen und
festgehalten, es dürfe für die Beschwerdebefugnis nicht schematisch auf bestimmte
Distanzwerte abgestellt werden. Vielmehr sei eine Gesamtwürdigung anhand der
konkreten Verhältnisse erforderlich.13 Die persönliche Betroffenheit muss aber auch in
diesen Fällen grösser sein als diejenige der Allgemeinheit, die allfälligen nachteiligen
Auswirkungen des Vorhabens müssen dargelegt werden. Dies gilt insbesondere auch bei
Beeinträchtigungen ideeller Interessen.14
Die Beschwerdeführer machen keine persönlichen Nachteile geltend, sondern verfolgen
mit ihrer Beschwerde explizit ideelle, sprich öffentliche Interessen am Schutz dieses
Baumes. Auch wenn sich die Beschwerdeführer persönlich und / oder beruflich für den
Erhalt von Bäumen engagieren, resultiert daraus keine besondere Beziehungsnähe zur
geschützten Linde in Niederhünigen. Die Beschwerdeführer sind von der Fällung nicht
stärker als die Allgemeinheit betroffen. Beschwerden, mit denen ausschliesslich allgemeine
öffentlichen Interessen geltend gemacht werden, ohne dass im Falle des Obsiegens der
beschwerdeführenden Person ein Vorteil entsteht, sind nicht zulässig.15 Die
Beschwerdeführer 1 bis 3 sind somit nicht zur Beschwerde legitimiert.
12 Verkehrsstrecke, Herausgemessen aus Google Maps 13 Vgl. BGE 136 II 274 E. 2.3.2 S. 285 f. 14 Vgl. Aldo Zaugg/Peter Ludwig, Kommentar zum Baugesetz des Kantons Bern, 4. Aufl., Band I, Bern 2013, Art. 35-35c N. 17 Bst. b mit Hinweisen auf die Rechtsprechung; BGer 1C_124/2016 vom 7. Juli 2016 E. 3.3.1 15 Aldo Zaugg/Peter Ludwig, a.a.O., Art. 35–35c N. 16, 16a
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3. Verbandsbeschwerde
a) Der Beschwerdeführer 4 macht in seiner Stellungnahme vom 7. Juli 2018 geltend, er
sei als Verein nach Art. 35a BauG beschwerdelegitimiert. Der Verein verfolge ideelle
Zwecke; namentlich gehe es darum, den Bäumen eine Stimme zu geben. Die
Verhinderung der Fällung des schweizweit einmaligen Baumes stelle ein zentrales
Anliegen des Vereins dar.
b) Art. 35a BauG lässt private Organisationen zur Erhebung von Einsprachen auch
ohne Nachweis eines besonderen Berührtseins zu, wenn sie die Rechtsform einer
juristischen Person aufweisen und rein ideelle Zwecke verfolgen (sogenannte ideelle
Verbandsbeschwerde).16 Gemäss Art. 35c Abs. 3 BauG können die Organisationen nur
Rügen in Rechtsbereichen erheben, die seit mindestens zehn Jahren Gegenstand ihres
statutarischen Zwecks bilden.
c) Der Beschwerdeführer 4 ist als Verein nach den Art. 60 ff. ZGB17 und damit als
juristische Person konstituiert. Auch bei der ideellen Verbandsbeschwerde ist
Voraussetzung, dass sich die Organisation zuvor am Einspracheverfahren beteiligt hat.18
Daran fehlt es vorliegend (siehe vorne Erwägung 1). Der Verein D._ besteht erst
seit dem 1. März 2018 und erfüllt daher auch die Voraussetzung des mindestens 10-
jährigen Bestehens nach Art. 35 c Abs. 3 BauG nicht. Der Beschwerdeführer 4 bezweifelt,
dass Art. 35c Abs. 3 BauG bundesrechtskonform sei, da diese Bestimmung den Kreis
potentieller Einspracheberechtigter unverhältnismässig stark einschränke. Die Bedeutung
der ideellen Verbandsbeschwerde im Baubewilligungs- und Baubeschwerdeverfahren liegt
einerseits darin, dass die Organisationen damit ein wirksames Mittel zur Wahrung
bestimmter öffentlicher Interessen erhalten. Andererseits bringen die Organisationen
spezifische Fachkenntnisse in die Verfahren ein, die von den Behörden unterstützend
genutzt werden können. Die Einsprache- und Beschwerdebefugnis ist daher beschränkt
auf Organisationen, die sich dauernd und ernsthaft mit den Anliegen des Bau- und
Planungsrechts auseinandersetzen.19 Würde beim statutarischen Zweck auf das zeitliche
Erfordernis verzichtet, könnten angesichts der Einfachheit einer Vereinsgründung (vgl. Art.
16 Aldo Zaugg/Peter Ludwig, a.a.O., Art. 35–35c N. 23 17 Schweizerisches Zivilgesetzbuch vom 10. Dezember 1907 (ZGB; SR 210) 18 Aldo Zaugg/Peter Ludwig, a.a.O., Art. 35–35c N. 24 19 Aldo Zaugg/Peter Ludwig, a.a.O., Art. 35–35c N. 22 f. und 28
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60 ZGB) kurzfristig Vereine im Hinblick auf bestimmte Bauvorhaben gegründet werden.
Dies entspricht nicht Sinn und Zweck des Verbandsbeschwerderechts und würde faktisch
Popularbeschwerden ermöglichen. Die Bestimmungen von Art. 35a und Art. 35c Abs. 3
BauG über die Einsprachebefugnis privater Organisationen sind im Übrigen denjenigen
von Art. 12 NHG20 und Art. 55 USG21 nachgebildet. Auch nach Art. 12 Abs. 2 NHG steht
die Beschwerdelegitimation nur ideellen Organisationen zu, die den betreffenden
statutarischen Zweck seit mindestens zehn Jahren verfolgen.22
d) Als Verein kann der Beschwerdeführer 4 ausserdem wie ein Privater Einsprache
erheben, wenn er selber betroffen ist (z.B. als Grundeigentümer) oder wenn er nach seinen
Statuten die Interessen seiner Mitglieder zu vertreten hat und die Mehrheit oder doch eine
Grosszahl der Mitglieder durch das Bauvorhaben in solchen Interessen berührt sind und
selbst zur Einsprache legitimiert wären (sog. egoistische Verbandsbeschwerde).
Schliesslich muss der Verein am vorinstanzlichen Verfahren teilgenommen haben.23 Dies
war nicht der Fall. Der statutarische Sitz des Vereins liegt in Zürich. Es ist nicht ersichtlich
und wird auch nicht geltend gemacht, dass der Beschwerdeführer 4 selber oder eine
grosse Anzahl seiner Mitglieder die erforderliche Beziehungsnähe zum Bauvorhaben
aufweisen würde. Dazu kann auf Erwägung 2 verwiesen werden. Hinzu kommt, dass in
den Statuten des Beschwerdeführers 4 das Ergreifen von Rechtsmitteln zur Wahrung von
entsprechenden Mitgliederinteressen nicht als Vereinsaufgabe genannt ist.24 Auch die
Eintretensvoraussetzungen einer egoistischen Verbandsbeschwerde sind daher nicht
erfüllt.
e) Nach dem Gesagten ist auf die Beschwerde des Beschwerdeführers 4 mangels
Beschwerdelegitimation nicht einzutreten.
4. Zusammenfassung und Kosten
20 Bundesgesetz vom 1. Juli 1966 über den Natur- und Heimatschutz (NHG; SR 451) 21 Bundesgesetz vom 7. Oktober 1983 über den Umweltschutz (Umweltschutzgesetz, USG; SR 814.01) 22 Fahrländer/Keller/Zufferey, in Kommentar NHG, Zürich 1997, Art. 12 N 7 23 Aldo Zaugg/Peter Ludwig, Kommentar zum Baugesetz des Kantons Bern, 4. Aufl., Band I, Bern 2013, Art. 35–35c N. 16 und 21; Markus Müller, Bernische Verwaltungsrechtspflege, 2. Aufl., Bern 2011, S. 167 f. 24 Vgl. Statuten des Vereins D._, Beilage zur Stellungnahme vom 7. Juli 2018
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a) Das Bauvorhaben wurde ordnungsgemäss bekannt gemacht. Die Beschwerdeführer
1 bis 3 und der Beschwerdeführer 4 haben sich nicht am vorinstanzlichen Verfahren
beteiligt und sind formell nicht beschwert. Den Beschwerdeführern 1 bis 3 fehlt ausserdem
die für die Beschwerdelegitimation erforderliche Beziehungsnähe; beim Beschwerdeführer
4 sind weder die Voraussetzungen einer ideellen noch diejenigen einer egoistischen
Verbandsbeschwerde erfüllt. Im Übrigen vermöchte auch eine gegebene materielle
Beschwerdebefugnis die verpasste Einsprache nicht zu heilen. Die
Eintretensvoraussetzungen sind in mehrfacher Hinsicht nicht erfüllt.
b) Bei diesem Ausgang des Verfahrens unterliegen die Beschwerdeführer 1 bis 3 und
der Beschwerdeführer 4. Laut Art. 108 Abs. 1 VRPG werden die Verfahrenskosten der
unterliegenden Partei auferlegt, es sei denn, das prozessuale Verhalten einer Partei
gebiete eine andere Verlegung oder die besonderen Umstände rechtfertigten, keine
Verfahrenskosten zu erheben. Vorliegend ist keiner der Gründe gegeben, die ein
Abweichen von der Regel rechtfertigen würden. Die Beschwerdeführenden haben somit
die gesamten Verfahrenskosten zu tragen (Art. 108 Abs. 1 VRPG). Diese werden bestimmt
auf eine Pauschalgebühr von Fr. 450.‒ pro Beschwerde (Art. 103 Abs. 2 VRPG i.V.m.
Art. 19 Abs. 1 GebV25). Werden in einem einzigen Entscheid mehrere Beschwerden
beurteilt, so kann die Pauschalgebühr für die einzelnen Beschwerdeführenden
angemessen reduziert werden (Art. 21 Abs. 3 GebV). Die Pauschalgebühr wird daher auf
Fr. 300.‒ pro Beschwerde festgesetzt. Die Beschwerdeführer 1 bis 3 haften solidarisch für
den gesamten auf sie entfallenden Betrag.
c) Der Beschwerdegegnerin sind keine ersatzfähigen Parteikosten entstanden (Art. 108
Abs. 3 i.V.m. Art. 104 Abs. 1 und 4 VRPG). Es werden keine Parteikosten gesprochen