# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** a0feda6b-a395-4d1f-b982-5222b5401881
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2021
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1960,
arbeitete seit 1981 als Fassadenflachdachisolierer, zuletzt bei der
Y._
AG (letzter effektiver Arbe
itstag: 2
3.
Dezember 2015; Urk. 8/8, Urk. 8/10, Urk. 1 S.
3).
Ab dem 2
5.
Dezember 2015 war der Versicherte zu 100
%
krankgeschrieben
(Urk. 8/14/2)
.
Am
1.
Jun
i 2016
(Eingangsdatum)
mel
dete
er
sich
unter Hinweis auf ein
Glottiskarzinom
links sowie ein
en
Status nach einer HWS-Versteifung
(2
6.
Oktober 2007)
bei der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, zum Leistungsbezug an (
Urk.
8/1).
Nachdem die IV-Stelle Abklärungen des erwerblichen und medizinischen
Sachverhaltes vorge
nommen (Urk.
8/8, Urk.
8/10-20
, Urk.
8/23-24
) und in diesem Zusammenhang die Akten der zuständigen Kranken
taggeld
vers
icherung beigezogen hatte (Urk.
8/19-22
, Urk.
8/25
, Urk.
8/30-31
)
,
forderte sie den Versicherten mit
Mittei
lung vom 1
1.
Januar 2018 –
unter Hinwei
s auf seine Mitwirkungspflicht –
dazu auf,
sich
eine
r
fachärztliche
n
rheumatologische
n
oder orthopädische
n
Behand
lung mit Physiotherapie
zu unterziehen
(
Urk.
8/33).
Am 1
6.
Januar 2018
infor
mierte
der Versicherte
darüber
, dass er die auferlegte Behandlung b
ei
Dr.
med.
Z._
, Fachärztin FMH für Allgemeine Innere Medizin,
durchführe (
Urk.
8/34).
Am 6.
April 2018
teilte der Versicherte der IV-Stelle mit,
weitere Untersuchungen an der Hüfte und der Wirbelsäule
hätten
ergeben, dass an der Wirbelsäule eine Operation nötig werde und weitere Behandlungen sowie Thera
pien
wie Physiotherapie
nichts bringen würden (Urk.
8/39
).
Nachdem d
ie IV-Stelle
das Dossier ihrem R
egionalen
Ä
rztlichen Dienst (RAD) vorgelegt h
atte (RAD-Stellungnahme vom 16.
Juli 2018 [
Urk.
8/47/
8-
9])
,
stellte sie dem Versi
cherten mit Vorbescheid vom 17.
Dezember 2018 die Zusprache einer
ganzen
befristeten Invalidenrente in Aussicht
(
Urk.
8/46).
Dageg
en erhob der Versicherte am 28.
Januar 2019 Einwand (
Urk.
8/50) und ergänzte diesen mit Eingabe vom
5.
März 2019 (
Urk.
8/54).
Mit Verfügung vom
4.
September 2019 sprach die IV-Stelle dem Versicherten
–
wie vorbeschieden
–
eine
ganze
befristete Invaliden
rente vom
1.
Dezember 2016 bis am 3
0.
September 2017 zu und verneinte einen darüberhinausgehenden
Leistungsanspruch
(
Urk.
8/57 +
Urk.
8/62 =
Urk.
2).
2.
Dagegen erhob der Versicherte am
4.
Oktober 2019 Beschwerde und beantragte, die Verfügung vom
4.
September 2019 sei aufzuheben und
es seien
ihm eine un
befristete Rente
, eventualiter
berufliche Massnahmen, zuzusprechen
(
Urk.
1 S. 2). Mit Beschwerdeantwort vom
6.
Dezember 2019 schloss die IV-Stelle auf
Ab
weisung der Beschwerde (Urk.
7),
was dem Beschwerdeführer am 10.
Dezem
ber 2019
mitgeteilt wurde (Urk.
9). Mit Eingabe vom
9.
Oktober 2020 reichte der Be
schwerdeführer weitere Arztberichte
zu den Akten
(
Urk.
10-11), welche der Be
schwerdegegnerin am 1
2.
Oktober 2020 zugestellt wurden (
Urk.
12).
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des
Bundesgesetz
es
über den Allge
meinen Teil des Sozialversicherungsrechts
,
ATSG
). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom
menden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der ge
sundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch a
uf eine Rente haben gemäss Art. 28 Abs.
1
des
Bundesgesetz
es
über die Invalidenversicherung (IVG)
Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betä
tigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
Nach der Rechtsprechung sind bei rückwirkender Zusprechung einer abgestuften oder befristeten Invalidenrente die für die Rentenrevision geltenden Bestim
mung
en (Art. 17 ATSG in Verbindung mit Art. 88a
der
Verordnung über die Invaliden
versicherung
,
IVV
) analog anzuwenden (BGE 133 V 263 E. 6.1 mit Hinweisen;
Urteil
des Bundesgerichts 9C_399/2016 vom 18. Januar 2017 E. 4.8.1). Ob eine für
den Rentenanspruch erhebliche Änderung der tatsächlichen Verhältnisse einge
treten und damit der für die Abstufung oder Befristung erforderliche Revisions
grund gegeben ist, beurteilt sich durch Vergleich des Sachverhalts im Zeitpunkt des Rentenbeginns mit demjenigen im – nach Massgabe des analog anwendbaren Art. 88a Abs. 1 IVV festzusetzenden – Zeitpunkt der Anspruchsänderung (vgl.
BGE 125 V 413 E. 2d mit Hinweisen; vgl. statt vieler: Urteile des Bundesgerichts 8C_375/2017 vom 25. August 2017 E. 2.2 und 8C_350/2013 vom 5. Juli 2013 E. 2.2 mit Hinweis
).
1.4
Versicherungsträger und das Sozialversicherungsgericht haben den Sachverhalt von Amtes wegen festzustellen und die Beweise frei, das heisst ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Sie haben alle Beweismittel, unabhängig davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuver
lässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruches gestatten. Insbesondere dürfen
sie bei einander widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzuge
ben, warum sie auf die eine und nicht auf die andere medizinische Th
ese abstellen (BGE 125 V 351 E.
3a).
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist also entscheidend, ob er für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten begründet sind. Ausschlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Her
kunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a).
Die RAD stehen den IV-Stellen zur Beurteilung der medizinischen Vorausset
zung
en
des Leistungsanspruchs zur Verfügung. Sie setzen die für die Invalidenver
siche
rung nach Art. 6 ATSG massgebende funktionelle Leistungsfähigkeit der Versi
cher
ten fest, eine zumutbare Erwerbstätigkeit oder Tätigkeit im Aufgabenbereich auszuüben. Sie sind in ihrem medizinischen Sachentscheid im Einzelfall unab
hängig (Art. 59 Abs. 2
bis
IVG). Nach Art. 49 IVV beurteilen die RAD die medizi
nischen Voraussetzungen des Leistungsanspruchs. Die geeigneten Prüfmethoden können sie im Rahmen ihrer medizinischen Fachkompetenz und der allgemeinen fachlichen Weisungen des Bundesamtes frei wählen (Abs. 1). Die RAD können Versicherte bei
Bedarf selber ärztlich untersuchen. Sie halten die Untersuchungs
ergebnisse schriftlich fest (Abs. 2; Urteil des Bundesgerichts 9C_406/2014 vom 31. Oktober 2014 E. 3.5 mit Hinweis auf BGE 135 V 254 E. 3.5).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin hielt in der angefochtenen Verfügung fest,
der
Be
schwe
r
deführer
sei
n
ach Ablauf des Wartejahres (Dezember 2016) in seiner Arbeits
fähigkeit zu 100
%
eingeschränkt gewesen.
Dementsprechend habe er
a
b Dezem
ber 2016 Anspruch auf eine ganze Rente der Invalidenversicherung. Ab Juni 2017 bestehe in einer optimal angepassten Tätigkeit wieder eine 100%ige Arbeitsfähig
keit. Dass die behandelnden Ärzte zur Verbesserung
des Gesundheitszustandes eine
Operation empfehlen würden, vermöge daran nichts zu ändern.
Das vom RAD formulierte Zumutbarkeitsprofil enthalte keine Einschränkungen in dem Leiden optimal angepassten Tätigkeiten. Damit stehe dem Beschwerdeführer ein breites Spektrum
an zumutbaren Tätigkeiten offen
und e
in Leidensabzug sei nicht gerechtfertigt.
Da eine
Verbesserung des Gesundheitszustandes zu berücksichti
gen
sei
, wenn sie mindestens drei Monate andauere,
habe
der Beschwerdeführer ab Oktobe
r 2017 –
bei e
inem Invaliditätsgrad von 22
%
–
keinen Anspruch mehr auf eine Rente der Invalidenversicherung.
Berufliche Massnahmen seien bei zur
zeit
ungeklärtem weiteren therapeutischen beziehungsweise operativen Vorgehen
nicht angezeigt (Urk. 2).
2.2
Demgegenüber machte der Beschwerdeführer geltend,
sein Gesundheitszustand
habe sich
unterdessen massiv verschlechtert. Laut der Beurteilung des behandeln
den Arztes sei die Wiederaufnahme einer selbst körperlich wenig belastenden Arbeit unter der gegenwärtigen Hüftsituation nicht möglich.
Dies bedeute, dass
er
insbesondere aufgrund der Hüftproblematik weiterhin zu 100
%
arbeitsunfähig sei, dies auch unter Berücksichtigung der neuen MRI-Befunde vom 1
1.
Februar 201
9.
Im Weiteren habe
er
angesichts seines Alters und der Tatsache, dass er in der angestammten Tätigkeit nicht mehr arbeitsfähig sei, Anspruch auf Eingliede
rungsmassnahmen, allenfalls auch auf eine Umschulung. Zudem habe die Be
schwer
degegnerin das Inval
ideneinkommen zu hoch berechnet.
Ansonsten müsste
auf dem errechneten Invalideneinkommen ei
n Abzug von 25
% berücksichtigt werden, da
er
keine Schwerarbeit mehr leisten könne und ein Berufswechsel in eine Tätigkeit ohne jegliche Erfahrung vornehmen müsste. Ein Leidensabzug rechtfertige sich auch aufgrund der Sprachkenntnisse und des Alters.
Zu beachten
sei, dass
ihm
aufgrund der vielen gesundheitlichen Beeinträchtigungen und seines
weit fortgeschrittenen Alters für die Verwertbarkeit seiner Restarbeits
fähigkeit nur noch ein sehr enges
Tätigkeitsfeld mit zahlreichen qualitativen Einschrän
kungen verbleibe. Realistischerweise werde seine Restarbeitsfähigkeit auch auf dem hypothetisch ausgeglichenen Arbeitsmarkt nicht mehr nachgefragt, zumal auch die verbleibende Aktivitätsdauer mit Blick auf
die
erforderliche
Einar
bei
tungs
- und Angewöhnungszeit aus Sicht eines potentiellen Arbeitgebers als kaum mehr wirtschaftlich bezeichnet werden könne
(
Urk.
1 S. 4 ff.).
2.3
In ihrer Beschwerdeantwort
hielt die
Beschwerdegegnerin
daran fest, dass kein leidensbedingter Abzug zu gewähren sei. Der für eine Invalidenrente erforderliche Invaliditätsgrad würde aber
selbst bei einem leidensbedingten Abzug i
n der Höhe von 20
%
nicht erreicht.
Die vom Beschwerdeführer eingereichten Arztberichte seien dem RAD vorgelegt worden, welcher gestützt darauf keine Verschlechterung des Gesundheitszustandes
habe
erkennen
können
. Die medizinisch-theoretische Leistungsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit belaufe sich auch ohne Durch
führung der empfohlenen Operatio
nen auf 100
%. Da das weitere operative Vor
gehen derzeit ungeklärt sei, könnten Eingliederungsmassnahmen durch mögliche Operationen unterbrochen werden. Es mache deshalb keinen Sinn, mit Eingli
e
de
rungsmassnahmen zu beginnen
(
Urk.
7).
3.
3.1
Dr. med.
A._
, Facharzt FMH für Allgemeine Innere Medizin,
nann
te in seinem Bericht vom 28. Oktober 2016
die Diagnose
ein
es
Glottiskarzinom
s
sowie eine
r
Belastungssituation nach Kündigung
. Die Prognose sei im Prinzip günstig. In der bisherigen Tätigkeit bestehe seit dem 25. Dezember 2015
eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit bis am
30. Oktober respektive am 31. Dezember 201
6.
Ab Januar 2017 könne mit einer Wiederaufnahme der beruflichen Tätigkeit in einem Pensum von 50-100 % gerechnet werden
(Urk. 8/14/1
-4
).
3.2
Nachdem
Dr. med.
B._
, Fachärztin FMH für Radiologie und Allgemeine Innere Medizin,
am 2. Februar 2017 ein MRI der HWS
und am 7. Februar 2017 ein MRI der Hüfte durchgeführt hatte, stellte sie f
olgende Diagnosen
(Urk.
8/22/
12-14
):
-
Mehrsegmentale
Chondrosen
mit rechtsbetonter Retrospondylose von HWK 3/4 bis HWK 6/7 mit:
-
Hochgradiger, mehrsegmentaler
Spinalkanalstenose von HWK 3/4 bis HWK 6/7, Punctum maximum HWK 4/5 mit mehrsegmentalen
myelo
pathischen
Veränderungen
-
Neuroforaminalen
Stenosen von HWK 4/5 bis HWK 6/7 beidseitig und rechts HWK 3/4
-
Mässige mehrsegmentale Spondylarthrose
-
Status nach
Femurkopfnekrose
mit leichter Impression der
subchondralen
Lamelle in der Belastungsachse mit:
-
Sekundärer Arthrose betont in der Belastungsachse
und
ventral
-
Vergrösserter Offsetwinkel passend zu einem vorbestehenden Cam
Impin
gement
3.3
Dr. med.
C._
, F
acharzt FMH für Neurologie und l
eitender Arzt in der
Klinik D._
, stellte in seinem Bericht vom 6. Februar
2018
folgende Diag
nosen (Urk. 8/43/1):
-
Zervikale Myelopathie bei/mit
-
Primär engem Spinalkanal und Spinalstenose zirk
ulär mit Myelo
pa
thie-Signal
punc
tum
Maximum C4/5
-
Ätiologie: am ehesten kongestiv bei Spinalstenose
-
Status nach Diskektomie ventral und
Sequesterektomie
und Implan
tation einer Bandscheibenprothese C6/7 2007
-
Klinisch-
neurologisch: Leichtgradige Beinspastik mit Reflexbetonung distal des
Neuronenpools
C5/6
-
Normale Elektroneurographische Untersuchung vom 5. Februar 2018
-
Status nach symptomatischen
Femurkopfnekrosen
beidseitig
-
Schilddrüsenkarzinom beidseitig bei/mit
-
Status nach Radiotherapie 2016
Der
Beschwerdeführer
habe über in den letzten Monaten zunehmend
e
zum Teil auch schmerzhafte Kribbelsensationen flächig vor allem der Hände weniger auch der Füsse geklagt. In der klinischen Untersuchung habe sich eine spastische Para
parese mit
subkloni
und Reflexbetonung distal des
Neuronenpools
C5/6 mit
einer
in der Bildgebung vom Februar 2017 abgrenzbaren, am ehesten kongestiven zer
vikalen Myelopathie gezeigt. Klinisch und elektrophysiologisch habe sich kein Hinweis für eine periphere Polyneuropathie mit einer leichtgradigen DML-Verän
derung für den
Nervus
medianus rechts gezeigt (Urk. 8/43/3).
3
.4
Nach Vornahme einer
weiteren
elektrophysiologischen Untersuchung,
der Durch
f
ührung
eines MRIs der HWS sowie einer Besprechung mit PD Dr. med.
E._
, Facharzt FMH für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates sowie l
eitender Oberarzt der Wirbelsäulenchirurgie
in der
Klinik D._
,
empfahl
Dr.
C._
in seinem Bericht vom
9.
März 2018
eine
operative Dekompression im Sinne einer zervikalen
Laminotomie
.
Ein konser
va
tives therapeutisches Vorgehen sei a
ufgrund der strukturellen Enge und der zu
nehmend
en neurologischen Defizite
nicht indiziert. Der
Beschwerdeführer
möchte sich das Procedere nochmals überdenken
(
Urk.
8/43/4-5).
3.5
Dr. med.
F._
, Facharzt FMH für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates,
Klinik D._
,
führte in seinem Be
richt vom 3. Mai 2018 aus, beim
Beschwerdeführer
bestünden seit circa 2 Jahren Schmerzen an beiden Hüftgelenken. Seit Ende 2017 seien diese intensiver ge
wor
den. Bei der Konsultation habe
d
er
Beschwerdeführer
eine reduzierte Lauf
strecke von circa 30 bis 60 Minuten angegeben. Zudem habe ein zunehmender Nacht- und Ruheschmerz an beiden Hüftgelenken bestanden. Aktuell sei davon auszu
gehen, dass eine Leistungssteigerung der Arbeitsfähigkeit erzielt werden könne. Mittelfristig werde dem
Beschwerdeführer
nur die Implantation einer
Hüfttotalen
doprothese
helfen können (Urk. 8/40/7-8).
3.
6
In seinem Bericht vom 3. Juli 2018 hielt
Dr.
C._
fest, es bestehe soweit anamnestisch bekannt seit 2016 bis auf weiteres eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit als Dachdecker.
Einschränkend würde sich eine spastische Paraparese auswirken, was eine Behinderung der motorischen Koordination insbesondere der Beine be
wirke. Dies sei eine relevante Funktionseinschränkung, welche die Ausübung des gelernten Berufes als Dachdecker aus neurologischer Sicht nicht erlaube
.
Aus neurologischer und wirbelsäulenchirurgischer Sicht sei eine operative Dekom
pression C4/5 indiziert
.
Eine
k
örperlich
wenig beanspruchende Tätigkeit
, welche keine Einschränkung der Koordination sowie Kraft der unteren Extremitäten vor
aussetze, sei prinzipiell zu 100 % zumutbar. Für normale Arbeiten im Hausha
lt bestehe keine Einschränkung
(
Urk.
8/42).
3.7
Med
.
pract
.
G._
, Facharzt FMH für Arbeitsmedizin,
hielt in seiner
RAD-S
tellungnahme vom 16.
Juli 2018 fest, nach der bis April 2016 erfolgten Radiotherapie sei der
Beschwerdeführer
klinisch und radiologisch tumorfrei ge
wesen. Aus psychiatrischer Sicht bestehe keine Arbeitsunfähigkeit mehr
, die Psychotherapie sei bei klinischer Verbesserung Ende April 2017 abgeschlossen worden.
Auf Grund der Beschwerden im Bereich der HWS und der Hüften sei von einer dauerhaften Einschränkung für körperlich schwere Tätigkeiten auszugehen. Es bestehe folgendes Belastungsprofil: Körperlich leichte Tätigkeit, nicht dauer
haft stehend, gehend, keine besondere Belastung der Wirbelsäule (Tätigkeiten nicht kauernd, nicht vornübergebeugt, keine belastenden Zwangshaltungen der Wirbelsäule et
cetera
), keine die HWS belastende Tätigkeiten
(zum Beispiel keine Überkopfarbeiten). In der bisherigen Tätigkeit als Dachdecker sei der
Beschwer
deführer
zu 100 % arbeitsunfähig, dauerhaft seit Dezember 201
5.
In einer dem Belastungsprofil angepassten Tätigkeit bestehe zunächst eine 100%ige Arbeitsun
fähigkeit wie in der bisherigen Tätigkeit. Ab Juni 2017
sei eine 100%ige Arbeits
fähigkeit gegeben
. Abgestützt auf die neuen Arztberichte
seien ein
e Operation im Bereich der HWS und
eine Operation an der Hüfte vorgesehen. Die vorgeschla
genen
Therapien seien aus arbeitsmedizinischer Sicht sinnvoll. Es sei auch von einer Verbesserung des Gesundheitszustandes im Sinne einer Verbesserung der Lebensqualität auszugehen. Aus arbeitsmedizinischer Sicht könne jedoch nicht von einer wesentlichen Verbesserung der Arbeitsfähigkeit ausgegangen werden. Auf Grund der von den behandelnden Ärzten empfohlenen/vorgeschlagenen Therapiemassnahmen könne es gegebenenfalls zu erneuten Zeiten der Arbeitsun
fähigkeit kommen (auf Grund der Operation und entsprechenden postoperativen Erholungszeiten). Aus arbeitsmedizinischer Sicht sei nicht von dauerhaften Ein
schränkungen in angepasster Tätigkeit auszugehen (
Urk.
8/47/
8-
9
).
3.
8
In seinem Bericht vom 1
4.
Januar 2019 wies
Dr.
C._
auf eine
anamnestische Zunahme der Beschwerden im Sinne von rasch auftretenden Kribbelsensationen beider Arme
und
Beine bei Rotation und Flexion aus dem Nackenbereich sowie unter Hustenanfall
hin
. In der klinisch-neurologischen Untersuchung habe
sich
insgesamt ein unveränderter Befund mit einem Reflexsprung distal des
Neuro
nen
pools
C5/6 ohne sichere
sensomotorische Defizite
bei zudem fraglich positivem
Lhermitte
-Zeichen
ergeben
. In Anbetracht der bekannten hochgradigen Spinal
stenose C4/5 bei primär eng angelegtem Spinalkanal und Status nach Dekom
pression und Bandscheibenprothese C6/7 sei
,
wie bereits im Vorbericht vom März 2018 erwähnt
,
eine operative Dekompression indiziert.
Bis auf weiteres bestehe aus neurologischer Sicht eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit im angestammten Beruf
(
Urk.
8/49
)
.
3.9
Dr.
C._
berichtete am
11. Februar 2019
, es hätte sich insgesamt keine Ände
rung im Beschwerdebild mit einerseits belastungsbetonten
Hüftschmerzen beid
seits wie auch intermittierenden Kribbelsensationen der Arme und Beine
ergeben
.
Die
Bildgebung
(MRI vom 5. Februar 2019) zeige
im Vergleich zu vor ein
em Jahr stationäre Verhältnisse.
Aus neurologischer Sicht hätten sich keine wesentlichen Änderungen im klinischen und elektrophysiologischen Befund bei bekannter zer
vikaler Myelopathie auf Höhe C4/5 und einer
residuellen
Signalalteration bei Status nach Dekompression C6/7 gezeigt.
E
ine operative Dekompression auf Höhe C4/5
sei
aus neurologischer Sicht weiterhin indiziert
(Urk.
8/53/1-2)
3.10
Dr.
med.
H._
, Facharzt FMH für Orthopädie und Traumatologie des Be
wegungsapparates,
Oberarzt Orthopädie,
Klinik D._
,
wies
in seinem Bericht vom
1
8.
Februar 2019
daraufhin
,
dass
d
er
Beschwerdeführer
seit
mehreren Jahren einerseits unter einer zervikalen Myel
o
pathie bei Spinalkanalstenose C4
/C5 und andererseits unter einer
Femurkopfnekrose
beidseits
leide
, wobei diese zwei Krankheitsbilder puncto Leidensdruck subjektiv in etwa gleich gewichtet würden. Was die Hüften angehe, bestünden seit 2.5 Jahren belastungsabhängige inguinale
Hüftschmerzen beidseits bei
Femurkopfnekrose
, wobei die Symptomatik über das letzte Jahr gleichbleibend stark geblieben sei. Links bestehe mittlerweile ein post-
collapse
state
, rechts befinde sich die Hüfte vermutlich im Übergang von eine
m
pre-collapse
state
zu einem post-
collapse
state
.
Die Wiederaufnahme einer selbst
körperlich wenig belastenden Arbeit werde unter Belassen der gegenwärtigen Hü
ft
situation vermutlich nicht möglich sein.
Entsprechend werde die Implantation einer Hüfttotalprothese beidseits, in erster Linie zur Wiederherstellung der Lebensqualitä
t und in zweiter Linie, um eine berufliche Wiederintegration –
wenn auch
nicht im angestammten Bereich –
zu ermöglichen.
Der
Beschwerdeführer
könne sich gegenwärtig noch nicht für eine
Hüft-Totalprothese entscheiden
(Urk.
3/4).
3.1
1
In seiner RAD-Stellungnahme vom 6. Mai 2019 hielt
med.
pract
.
G._
fest,
a
us neurologischer Sicht würden sich keine wesentlichen Veränderungen im klinischen und elektrophysiologischen Befund (Bildgebung unverändert im Ver
gleich zu vor einem Jahr) bei anamnestisch durch den
Beschwerdeführer
ange
gebener Verschlechterung der Kribbelsensationen im Vergleich zu März 2018 ergeben. Aus orthopädischer Sicht werde eine seit etwa 2.5 Jahren bestehende Symptomatik beschrieben, welche im Wesentlichen über das letzte Jahr gleich
bleibend stark geblieben sei. In der bisherigen Tätigkeit als Dachdecker bestehe weiterhin eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit, dauerhaft seit Dezember 201
5.
Bei
derzeit aus medizinischer (orthopädisch/neurologischer) Sicht empfohlenen thera
peutischen Massnahmen (Operation HWS [Dekompression und Spondylodese C4/5]
und Operation Hüfte beidseits [Hüft-Totalprothese]) sei aus versicherungs
medizinischer Sicht somit von einem instabilen Gesundheitszustand auszugehen. Es erscheine aus versicherungsm
edizinischer Sicht fraglich, inwie
weit berufliche Massnahmen zum aktuellen Zeitpunkt sinnvoll seien.
In einer angepassten Tätig
keit sei aus arbeitsmedizinischer Sicht
,
wie bereits in der RAD-Stellungnahme vom 1
6.
Juli 2018 festgehalten
,
nicht von einer dauerhaften
Arbeitsunfähigkeit auszugehen (Urk. 8/58/3).
3.12
In Bezug auf die vom
Beschwerdeführer
am 9. Oktober 2020 eingereichten Arzt
berichte (Urk. 11/1-4) ist darauf hinzuweisen, dass i
n zeitlicher Hinsicht di
e ange
fochtene Verfügung Grenze
der richterlichen Überprüfungsbefugnis bil
det (BGE 130 V 445 E. 1.2),
mithin
die Berichte vom 28., 29. und 30. September sowie vom 6. Oktober 2020 vorliegend keine
Berücksichtigung zu finden
haben
.
Im Übrigen enthalten sie keine Hinweise darauf, dass sich die funktionelle Leistungs
fähigkeit des Beschwerdeführers seit Erlass der Verfügung bedeutend verändert hätte.
4.
4.1
Vorliegend ist unter den Parteien unbestritten
und
anhand der
Akten
ausgewiesen
(E. 3.
1, E. 3.6-3.8, E. 3.10-3.11
), dass dem
Beschwerdeführer
die bisherige, kör
perlich belastende Tätigkeit als
Fassadenflachdachisolierer (
vgl. Urk. 8/10/7)
nicht
mehr zumutbar ist. Strittig und zu prüfen ist, wie es sich mit der Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit verhält.
4.2
Die
Beschwerdegegnerin
stützt sich bei ihrem Entscheid auf die
Aktenbeurteilung
von med.
pract
.
G._
vom 6. Mai 201
9.
Diese erging unter Berücksichtigung der
Vorakten
(Urk. 8/47/2 ff., Urk. 8/58/2 ff.), der Anamnese sowie der vom Be
schwerdeführer
gegenüber den behandelnden Ärzten
geklagten Beschwerden (Urk. 8/47/8, Urk. 8/58/3
). Med.
pract
.
G._
hat
die medizinischen Zusam
menhänge
einleuchtend dargelegt und seine Schlussfolgerung nachvollziehbar begründet (Urk. 8/58/2-3).
Auf
telefonische Nachfrage der
Beschwerdegegnerin
hin
bestätigte
er
sodann
,
sich
bei seiner Beurteilung
im Wesentlichen
auf d
en
Arztbericht von Dr.
C._
v
om 3. Juli 2018 abgestützt
zu
habe
n (
Urk.
8/58/4,
vgl. bereits Urk. 8/58/3)
. Eine hernach eingetretene Veränderung
des Gesund
heit
s
zustandes
verneinte er
unter Würdigung der
seither eingereichten
Arztbe
richte
(Urk. 8/58/
3-
4)
, womit sich auch sein Verweis auf
die im Jahr 2018 beste
henden Fakten mitsamt dem in
seiner Stellungnahme vom 1
6.
Juli 2018
definierten Be
lastungsprofil
(
E. 3.7
) als schlüssig erweist
.
Damit genügt
die RAD-Aktenbeurtei
lung
vom
6. Mai 2019
den an eine beweiskräftige Beurteilungsgrundlage gestell
ten Anforde
rungen (E. 1.4) vollumfänglich.
4.3
Der
Beschwerdeführer
macht
eine
massive Verschlechterung seines Gesundheits
zustandes
geltend und
stützt sich
diesbezüglich auf die Berichte von Dr.
C._
vom 14. Januar
und vom 11. Februar 2019 sowie auf den Bericht
von Dr.
H._
vom 18. Februar 2019 (Urk. 1 S. 4 f.
Rn
1
-2
; E. 3.8-3.10
).
In seinem Bericht vom
14. Januar 2019
wies Dr.
C._
auf eine
anamnestische Zunahme der Beschwerden hin. Die klinisch-neurologische Untersuchung ergab
jedoch
einen im Ver
g
leich zum Vorbericht vom März 2018 unveränderten Befund
(E. 3.8), was sich anhand der sich aus dem Verlaufs-MRI vom 5. Februar 2019 ergebenden stationären Verhältnisse bestätigte (E. 3.9).
Einschränkungen in einer
angepassten Tätigkeit wurden von Dr.
C._
nach wie vor nicht attestiert (E. 3.6
, E. 3.8-3.9).
Anlässlich der Konsultation bei
Dr.
H._
vom 1
8.
Februar
2019
bezeichnete
der Beschwerdeführer die armbetonten neurologischen Be
schwer
den sowie den beidseits bestehenden belastungsabhängigen inguinalen Hüftschmerz als
seit
bereits 2.5 Jahren bestehend, wobei der Leidensdruck
und die Sympto
matik
über das letzte Jahr
gleichgeblieben
sei
en
(E. 3.10).
Bereits aus diesem Grund kann
alleine gestützt auf die
angefertigten Röntgenaufnahmen
nicht auf
eine relevante Verschlechterung
geschlossen werden
,
zumal
bereits die MRI-Auf
nahmen vom 7. Februar 2017 einen Status nach
Femurkopfnekrose
mit in der Be
l
astungsachse ausgedünntem bis fehlendem Knorpel
zeigt
en (Urk. 8/22/14)
und der
Einschät
zung von Dr.
F._
schon die Diagnose einer beidseitigen
Femur
kopf
ne
krose
zugrunde lag (Urk. 8/40/7).
Daran vermag auch die von
Dr.
H._
vorge
nommene
Ficat-Stadiumseinteilung
nichts zu ändern,
da
sich die Einteilung nach
Ficat
und
Arlet
ohnehin
nicht für eine
sinnvolle
Verlaufsbeobachtung eignet
sowie Klinik und Krankheitsstadium nicht zwingend miteinander korrelieren
(vgl. Andrea van Dyck, Inter- und
Intraobserverreliabilität
zweier Klassifikationen der Hüftkopfnekrose anhand von konventionellen Röntgenbildern und kernspinto
mo
gra
phischen Aufnahmen, Dissertation, München 2009,
S. 40)
.
Damit erweist es sich im Lichte der medizinischen Aktenlage als schlüssig, dass RAD-Arzt
G._
von seit dem Jahr 2018 unveränderten Verhältnissen ausge
gangen ist.
Dazumal erachtete
Dr.
C._
den Beschwerdeführer in einer kör
per
lich wenig beanspruchenden Tätigkeit, welche keine Einschränkung der Koordi
na
tion sowie Kraft der unteren Extremitäten voraussetze, als zu 100 % arbeits
fähig (E. 3.6)
und hatte Dr.
F._
keine Arbeitsunfähigkeit attestiert (Urk. 8/40/7)
.
Soweit
Dr.
H._
in seinem Bericht vom 18. Februar 2019
die Wiederaufnahme
selbst
einer körperlich wenig belastenden Arbeit unter Belassen der gegenwär
tigen Hüftsituation
als vermutlich nicht möglich bezeichnete (E. 3.10), kann
ihm
daher
nicht gefolgt werden
.
Im Übrigen
mangelt es seiner
– lediglich mit der gegenwärtigen Hüftsituation begründeten (E. 3.10) –
Einschätzung an objektiven Befunden, welche eine derart hohe Einschränkung auch in einer leidensange
passten Tätigkeit zu plausibilisieren vermö
cht
en und ist seine Beurteilung der Leistungsfähigkeit des Beschwerdeführers mit erheblicher Unsicherheit belastet.
Die Einschätzung
von RAD-Arzt
G._
, wonach beim
Beschwerdeführer
in einer angepassten Tätigkeit entsprechend dem formulierten Belastungsprofil eine 100%ige
Arbeitsfähigkeit besteht (E. 3.7
und E. 3.11),
vermag somit angesichts der Aktenlage
zu überzeugen.
4.4
Ebenfalls nicht zu beanstanden ist, dass med.
pract
.
G._
die medizinisch-theoretische Arbeitsfähigkeit von 100 % bereits seit Juni 2017 als gegeben erach
tete.
So ist
nach dem Dargelegten (E. 4.3)
erstellt, dass
sich die Beschwerden am Bewegungsapparat (Wirbelsäule, Hüfte) ausschliesslich auf die Arbeitsfähigkeit in
der bisherigen, körperlich
schweren
Tätigkeit auswirkten. Im Weiteren ist auf
gru
nd der medizinischen Akten belegt und von Seiten des Beschwerdeführers unbe
stritten (vgl. Urk. 1 S. 3 ff.)
, dass
d
ie psychische Symptomatik sowie auch die Beschwerden
aufgrund des
behandelten
Glottiskarzinoms
den
Beschwerdeführer
spätestens
ab
Juni 2017
nicht mehr relevant
beeinträchtigten
(
Urk. 8/47/5-6 [RAD
-Stellungnahme vom
28. Juli
2017]
, vgl. E. 3.1,
Urk. 8/22/9-10, Urk. 8/25/2-4, Urk. 8/31/7
-9
)
.
4.5
Nach dem Gesagten ist von einer andauernden 100%igen Arbeitsunfähigkeit
in der angestammten Tätigkeit
seit dem 25. Dezember 2015
auszugehen. Eine voll
umfängliche Arbeitsunfähigkeit bestand sodann
vom 25. Dezember 2015 bis am 31. Mai 2017
auch in einer le
idensangepassten Tätigkeit.
Ab dem 1. Juni 2017
ist der
Beschwerdeführer
in einer leidensangepassten Tätigkeit wieder zu 100 % arbeitsfähig.
5.
5.1
Basierend auf dieser medizinisch-theoretischen Zumutbarkeitsbeurteilung ist die Rechtsfrage zu prüfen, ob der
Beschwerdeführer
angesichts seines fortgeschritte
nen Alters noch als vermittelbar und die Restarbeitsfähigkeit als realistischer
weise noch verwertbar einzustufen ist.
5.2
5.2.1
Das trotz der gesundheitlichen Beeinträchtigung
zumutbarerweise
erzielbare Ein
kommen ist bezogen auf einen ausgeglichenen Arbeitsmarkt zu ermitteln, wobei an die Konkretisierung von Arbeitsgelegenheiten und Verdienstaussichten keine übermässigen Anforderungen zu stellen sind (BGE 138 V 457 E. 3.1 mit Hinweis; Urteil des Bundesgerichts 9C_118/2015 vom 9. Juli 2015 E. 2.1 mit Hinweis).
Das fortgeschrittene Alter wird, obgleich an sich ein invaliditätsfremder Faktor, in der Rechtsprechung als Kriterium anerkannt, welches zusammen mit weiteren persönlichen und beruflichen Gegebenheiten dazu führen kann, dass die einer versicherten Person verbliebene Resterwerbsfähigkeit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt realistischerweise nicht mehr nachgefragt wird, und dass ihr deren Verwertung auch gestützt auf die Selbsteingliederungspflicht nicht mehr zumut
bar ist. Der Einfluss des Lebensalters auf die Möglichkeit, das verbliebene Leis
tungsvermögen auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt zu verwerten, lässt sich nicht nach einer allgemeinen Regel bemessen, sondern hängt von den Umständen des Einzelfalles ab. Massgebend können die Art und Beschaffenheit des Gesund
heitsschadens und seiner Folgen, der absehbare Umstellungs- und Einarbeitungs
aufwand und in diesem Zusammenhang auch Persönlichkeitsstruktur, vorhan
de
ne
Begabungen und Fertigkeiten, Ausbildung, beruflicher Werdegang oder Anwend
barkeit von Berufserfahrung aus dem angestammten Bereich sein (BGE 138 V
457 E. 3.1 mit Hinweisen). Die Möglichkeit, die verbliebene Arbeitsfähigkeit auf dem
ausgeglichenen Arbeitsmarkt zu verwerten, hängt nicht zuletzt davon ab, welcher Zeitraum der versicherten Person für eine berufliche Tätigkeit und vor allem auch für einen allfälligen Berufswechsel noch zur Verfügung steht (BGE 138 V 457 E. 3.2 mit Hinweisen; vgl. statt vieler: Urteil des Bundesgerichts 8C_645/2017 vom 23. Januar 2018 E. 3.1 mit Hinweisen).
Gemäss BGE 138 V 457 richtet sich der Zeitpunkt, in welchem die Frage nach der Verwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit bei vorgerücktem Alter beantwortet wird, nach dem Feststehen der medizinischen Zumutbarkeit einer (Teil-)Erwerbs
tätig
keit (E. 3.3). Als ausgewiesen gilt die medizinische Zumutbarkeit einer (Teil-)Er
werbstätigkeit, sobald die medizinischen Unterlagen diesbezüglich eine zuver
lässige Sachverhaltsfeststellung erlauben (BGE 143 V 431 E. 4.5.1; vgl. BGE 138
V 457 E. 3.4).
5.2.2
Das damalige Eidgenössische Versicherungsgericht hat einen 60-jährigen Versi
cherten, welcher mehrheitlich als Wirker in der Textilindustrie tätig gewesen war, als zwar nicht leicht vermittelbar erachtet. Es sah aber mit Bezug auf den hypo
thetischen ausgeglichenen Arbeitsmarkt gleichwohl Möglichkeiten, eine Stelle zu finden, zumal Hilfsarbeiten grundsätzlich altersunabhängig nachgefragt würden, und der Versicherte zwar eingeschränkt (weiterhin zumutbar waren leichte und mittelschwere Arbeiten im Gehen, Stehen und Sitzen in geschlossenen Räumen), aber immer noch im Rahmen eines Vollpensums arbeitsfähig war (Urteil I 376/05 vom 5. August 2005 insbesondere E. 4.2). Bejaht hat das Bundesgericht auch die Verwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit eines (ebenfalls) 60-jährigen Versicherten mit einer aufgrund verschiedener psychischer und physischer Limitierungen (es bestanden u.a. rheumatologische und kardiale Probleme) um 30 % eingeschränk
ten Leistungsfähigkeit (Urteil I 304/06 vom 22. Januar 2007 E. 4.1 und 4.2). Bei einem 61-jährigen Versicherten, dem eine angepasste (körperlich leichtere, wech
selbelastende) Verweistätigkeit zu 80 % (Vollpensum mit um 20 % reduzierter Leis
tung) zumutbar war und der über keine Berufsausbildung verfügte, schloss
das Bundesgericht ebenfalls auf Verwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit. Dabei wurde
berücksichtigt, dass der Versicherte in leichten wechselbelastenden Verweis
tätig
keiten nicht zusätzlich eingeschränkt war und über eine gewisse Erfahrung mit beruflichen Umstellungen verfügte (Urteil 8C_910/2015 vom 19. Mai
2016 E. 4.3.2 und E. 4.3.4). Das Bundesgericht erachtete auch die 80%ige Restarbeits
fähigkeit bei einem 62 Jahre alten Barpianisten als verwertbar, der – unter Beach
tung geregelter Arbeitszeiten und unter Ausschluss von Nachtarbeit und längerer Engagements – weiterhin als Pianist arbeiten oder einer leichten bis mittel
schweren Tätigkeit nachgehen konnte. Damit stehe ihm ein breites Spekt
rum an Verweistätigkeiten offen (Urteil 8C_892/2017 vom 23. August 2018 E. 5).
5.2.3
Verneint wurde dagegen die Verwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit bei einem über 61-jährigen Versicherten, der über keine Berufserfahrung verfügte und bezüglich der aus medizinischer Sicht im Umfang von 50 % zumutbaren feinmo
torischen Tätigkeiten keinerlei Vorkenntnisse besass. Die Teilarbeitsfähigkeit des Versicherten unterlag dabei weiteren krankheitsbedingten Einschränkungen in Form von Atemnot und Hustenanfällen, derentwegen die von der Vorinstanz als zumutbar bezeichneten Arbeiten (Portier- und Kurierdienste) wegen der damit verbundenen Anstrengungen praktisch ausser Betracht fielen. Das Bundesgericht bezweifelte anhand der Akten, dass der Versicherte noch über die für einen ent
sprechenden Berufswechsel erforderliche Anpassungsfähigkeit verfügte (Urteil I 392/02 vom 23. Oktober 2003 E. 3.3). Ebenfalls verneint hat das Bundesgericht die Verwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit bei einem 60-jährigen Versicherten, der in einer leichten wechselbelastenden Tätigkeit medizinisch-theoretisch zu 100 % arbeitsfähig war, keine Berufsausbildung abgeschlossen hatte und über 20 Jahre als Hotelportier gearbeitet hatte. Dabei berücksichtigte das Bundesge
richt insbesondere, dass der Versicherte selbst bei leichten Tätigkeiten noch ein
geschränkt war, da ihm schmerzbedingt nur eingeschränktes Ziehen oder Stos
sen und die Vornahme von Verrichtungen mit den Händen möglich war, er in seiner Tätigkeit als Hotelportier aber meist mittelschwere bis schwere Arbeiten ausge
führt und sich hierbei keine feinmotorischen Fähigkeiten hatte aneignen können. Darüber hinaus wurde auf eine geringe Anpassungsfähigkeit und die Tatsache, dass behindertengerechte Arbeitsplätze mit der Möglichkeit, teils stehend, teils sitzend zu arbeiten von Behinderten in jungem und mittlerem Alter ebenfalls stark nachgefragt würden, hingewiesen (Urteil 9C_954/2012 vom 10. Mai 2013 E. 3.2.1 und E. 3.2.2). Ebenso entschied das Bundesgericht bei einem 61.5-jäh
ri
gen Versicherten, dem es medizinisch-theoretisch zumutbar war, ganztags in eine
r adaptierten leichten, nicht schulterbelastenden Arbeit mit Wechselbelastung tätig zu sein. Das Bundesgericht begründete diesen Entscheid insbesondere damit, dass das fortgeschrittene Alter in Verbindung mit dem Herz
leiden und der damit ver
knüpften Verzögerung einer allfälligen Schulteropera
tion eine Situation mit vielen
Unwägbarkeiten schaffe. Es müsse damit gerechnet werden, dass eine Anstellung durch krankheitsbedingte Unterbrüche geprägt und eine halbwegs ungestörte Tätigkeit gar nicht möglich sei. Dies halte potentielle Arbeitgeber davon ab, das Risiko einer mit solchen Komplikationen behafteten Anstellung einzugehen (Urteil 9C_734/2013 vom 13. März 2014 E. 3.4).
5.3
Geht man zu Gunsten des Beschwerdeführers davon aus, dass die medizinische Zumutbarkeit
der Restarbeitsfähigkeit von 100 %
in angepasster Tätigkeit nicht
bereits mit
der ersten
RAD-
Aktenbeurteilung vom 28. Juli 2017 feststand, son
dern
die Durchführung von weiteren
,
die Rücken- und Hüftbeschwerden betref
fenden
Abklärungen bedingte, stand die Zumutbarkeit der Verwertbarkeit der Restar
beits
fähigkeit
vorliegend erst am 3. Juli 2018 fest, als auch der behandelnde Arzt
eine
vollumfängliche Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit attestierte (E. 3.
6).
Das für die Beurteilung der Verwertbarkeit massgebliche Alter beträgt damit
knap
p
58 Jahre.
5.4
Mit Blick auf die bundesgerichtliche Rechtsprechung
zur
Verwertbarkeit der Rest
arbeitsfähigkeit infolge fortgeschrittenen Alters kann zusammenfassend festge
halten werden, dass eine Unverwertbarkeit grundsätzlich nur dann angenommen wird, wenn
bei einer – im massgeblichen Zeitpunkt (vgl. E. 5.3) – mindestens 60 Jahre alten
versicherten
Person
selbst in leichten Tätigkeiten krankheits
be
dingte Einschränkungen bestehen
(E. 5.2.3)
.
So verhält es sich auch in dem vom
Beschwerdeführer zitierte
n
Entscheid des damaligen Eidgenössischen Versiche
rungs
gerichts
(Urteil I 392/02 vom 23. Oktober 2003; Urk. 1 S. 8)
: Der
Versicherte
war dort
bereits über 61 Jahre alt und
es standen
ihm
lediglich
feinmotorische Tätigkeiten in einem 50%-Pensum
offen.
I
nfolge Atemnot und Hustenanfällen
fielen sodann
jegliche Arbeiten mit damit verbundenen Anstrengungen ausser Betracht (
vgl. davor
E. 5.2.3).
Im Vergleich
dazu
verbleibt
dem
Beschwerdeführer
in seinem Alter von knapp 58 Jahren ein
e
verhältnismässig lange
Aktivitätsdauer
. Ferner sind ihm wechsel
seitig ausgeübte
,
körperlich leichte Tätigkeiten ohne besondere Belastung der Wirbelsäule respektive der HWS zu 100 % zumutbar und es bestehen diesbe
züglich keine weiteren krankheitsbedingten Einschränkungen. Damit ist der
Be
schwerdeführer
ungleich bessergestellt, als die versicherten Personen, bei denen das Bundesgericht eine Verwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit verneint hat
(E. 5.2.3)
.
Als einschlägig erweisen sich vielmehr die zitierten Entscheide, wo eine Verwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit bejaht wurde
(insbesondere Urteil
8C_910/2015)
, wobei hervorzuheben ist, dass Hilfsarbeiten altersunabhängig nach
gefragt
werden (
vgl. davor
E. 5.2.2).
5.5
Im Lichte der dargelegten Grundsätze und der relativ hohen Hürden, welche das Bundesgericht für die Unverwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit älterer Menschen entwickelt hat, ist ein invalidenversicherungsrechtlich e
rheblicher fehlender Zu
gang des
Beschwerdeführers zum Arbeitsmarkt zu verneinen. Dieser war im mass
geblichen Zeitpunkt
58 Jahr
e
alt und daher zwar nicht leicht vermittelbar. Indes sind
die Anstellungschancen auf dem von Gesetzes wegen als ausgeglichen unter
stellten Arbeitsmarkt nach dem Gesagten als intakt zu erachten.
6
.
6
.1
Die
Beschwerdegegnerin
sprach
dem
Beschwerdeführer
ab dem 1. Dezember 2016 eine ganze Rente der Invalidenversicherung zu
(
Urk.
2)
, was vo
n diesem
zu Recht nicht beanstandet wird
(vgl.
Urk.
1)
. Zu prüfen bleibt, wie sich die 100%ige Arbeitsfähigkeit in angepasster Tätigkeit ab dem 1. Juni 2017 in erwerblicher Hinsicht auswirkt.
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss
Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkom
mens
vergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versi
cherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizi
nischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalidenein
kommen), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte,
wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der Einkommens
vergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothe
tischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invalidi
tätsgrad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2
, 128 V 29 E. 1
).
6.2
Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist für die Ermittlung des
Validen
einkommens
entscheidend, was die versicherte Person im Zeitpunkt des frühest
möglichen Rentenbeginns nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrschein
lichkeit als Gesunde tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung angepassten Verdienst angeknüpft, da es empirischer Erfahrung entspricht, dass die bisherige Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden fortgesetzt worden wäre. Aus
nahmen müssen mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt s
ein (BGE 139 V 28 E. 3.3.2, 135 V 58 E. 3.1,
134 V 322 E. 4.1).
Vor Eintritt der gesundheitlichen Beeinträchtigung war der
Beschwerdeführer
bei der
Y._
AG in einem 100%-Pensum als
Fassadenflachdachisolierer
angestell
t.
Gemäss Arbeitgeberbericht vom 11. Juli 2016 hätte
er
im Jahr 2016 einen Jahres
lohn von Fr. 86'320.-- erzielt
(Urk. 8/10
/4
).
Unter Berücksichtigung
der Nominal
lohnentwicklung
von Männern bis zum Jahr 2017 (
vgl. Bundesamt für Statistik, T39 Entwicklung der Nominallöhne, der Konsumentenpreise
und der Reallöhne, 1942 bis
2019)
ist
der
Berechnung ein
Valideneinkommen
von gerundet
Fr.
86'706.
--
(Fr.
86’320.-- :
2'239 x 2'249
)
zugrunde zu legen.
6.3
Für die Bestimmung des Invalideneinkommens können nach der Rechtsprechung
Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für Statistik periodisch herausgege
be
nen Lohnstrukturerhebungen (LSE) herangezogen werden (BGE 139 V 592 E. 2.3, 135 V 297 E. 5
.2, 129 V 472 E. 4.2.1
). Dabei sind grundsätzlich die im Verfü
gungszeitpunkt aktuellsten veröffentlichten Tabellen der LSE zu verwenden (BGE 143 V 295 E. 4.1.3; zur Verwendung der aktuellsten statistischen Daten bei Ren
ten
revisionen vgl. BGE 143 V 295 E. 4.2.2, 142 V 178 E. 2.5.8.1, 133 V 545 E. 7.1)
. Die Verwendung der Tabellenlöhne
ist subsidiär, das heisst deren Beizug erfolgt nur, wenn eine Ermittlung des Invalideneinkommens aufgrund und nach Massga
be der konkreten Gegebenheiten des Einzelfalles nicht möglich ist (vgl. BGE 142 V 178 E. 2.5.7, 139 V 592 E. 2.3, 135 V 297 E. 5.2; vgl. auch Meyer/Reichmuth,
Bundesgesetz
über die Invalidenversicherung
,
3.
Auflage 2014,
Rn
55 und 89 zu Art. 28a, mit weiteren Hinweisen auf die Rechtsprechung).
Seit der Kündigung durch die
Y._
AG
stand
der
Beschwerdeführer
nicht mehr in einem Anstellungs
verhältnis. Mangels Ausschöpfens
seiner Restarbeitsfähig
keit ist für die Berechnung des Invalideneinkommens daher auf die Tabellenlöhne der LSE abzustellen.
Dass die
Beschwerdegegnerin
für
die Berechnung des Inva
lideneinkommens auf den Zentralwert für Hilfsarbeiten der Tabelle TA1
abgestellt hat
(
Urk
. 8/44)
, steht
in Einklang mit der bundesgerichtlichen Rechtsprechung
(BGE 144 I 103 E. 5.2 mit Hinweisen)
, zumal vorliegend auch kein Ausnahmefall gegeben ist, wo
nach für den
Beschwerdeführer
eine Arbeit in einem anderen Be
reich kaum in Frage kommt
(
vgl.
Urteil des Bundesgerichts 8C_457/2017 vom
11. Oktober 2017 E. 6.2).
Vielmehr
kann der Beschwerdeführer
säm
tliche wechsel
seitig
ausgeübten, körperlich leichten
Tätigkeiten ohne besondere Belastung der Wirbelsäule respektive der HWS in einem 100%
-Pensum
verrichten
,
womit
praxisgemäss
vom «Total» der
im privaten Sektor mit einfachen und repetitiven Tätigkeiten Beschäftigten auszugehen
ist
.
Der gestützt darauf ermittelte Brutto
lohn beläuft sich auf monatlich Fr. 5'340.-- (TA1,
TOTAL
Männer, Kompetenz
niveau 1, LSE 2016). Unter Berücksichtigung der durchschnit
tlichen Arbeitszeit
im Jahr 2017
von 41.7 Stunden pro Woche (vgl. Bundesamt für Statistik, Be
trieb
s
übliche Arbeitszeit nach Wirtschaftsabteilungen,
in Stunden pro Woche, 2004-2018
)
sowie
unter Anpassung an die
Nominallohnentwicklung
ergibt
sich ein Invalideneinkommen von
gerundet
Fr.
67’102
.-- (Fr. 5'340.-- x 12
: 40 x 41.7 :
2’239 x 2’249
)
.
6.4
Der Beschwerdeführer
macht
in seiner Beschwerdeschrift einen leidensbedingten Abzug
von 25
% geltend
(Urk. 1 S. 7)
.
Dabei verkennt er, dass die
Einschränkung des Belastungsprofils auf leichte Tätigkeiten (Urteil des Bundesgerichts 9C_447/2019 vom 8. Oktober 2019 E. 4.3.2)
ebenso wie
mangelnde Sprachkennt
nisse und ungenügende Ausbildung (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_549/2019
vom 26.
November 2019 E. 7.7) sowie
–
infolge der ihm
offenstehenden Hilfs
arbeit
en –
auch
das fortgeschrittene Alter
(Urteile des Bundesgerichts
8C_403/2017 vom 25. August 2017 E. 4.4.1 und 8C_805/2
016 vom 22. März 2017
E. 3.4.3)
gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung
keine anerkannten
Abzugs
gründe
bilden.
Demzufolge ist nicht zu beanstanden, d
ass die Beschwerde
geg
ne
rin
das Vorliegen von Faktoren für
einen leidensbedingten Abzug auf dem Inva
lideneinkommen verneint hat (
Urk.
2,
Urk.
7
).
6.5
Aus der Gegenüberstellung von Validen- und Invalideneinkommen resultiert
ab dem
1.
Juni 2017
eine E
rwerbseinbusse von Fr. 19'604.-- (
Fr.
86'706.-- -
Fr.
67'102.--).
Bei
einem Invaliditätsgrad von gerundet 23
%
(100 :
Fr. 86’706.-- x Fr. 19'604.--
)
besteht kein Anspruch auf eine Rente der Invalidenversicherung
mehr (E. 1.2),
womit die Beschwerdegegnerin die Rente
i
n Anwendung
von Art. 88
a
Abs. 1 IVV
zu Recht per 3
0.
September
2017 aufgehoben
hat
(E. 1.3)
.
7.
7.1
Zu prüfen bleibt der Eventualantrag des Beschwerdeführers auf Zusprache von beruflichen Massnahmen (
Urk.
1 S. 2), welchen er
mit seinem A
lter und der
seit dem Jahr 2016
bestehenden Arbeitsunfähigkeit in der bisherigen Tätigkeit be
gründete
(
Urk.
1 S. 5
Rn
3).
7.2
Invalide oder von einer Invalidität (Art. 8 ATSG) bedrohte Versicherte haben ge
mäss Art. 8
Abs. 1
IVG Anspruch auf Eingliederungsmassnahmen, soweit:
a.
diese notwendig und geeignet sind, die Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, wieder herzustellen, zu erhalten oder zu verbessern; und
b.
die Voraussetzungen für den Anspruch auf die einzelnen Massnahmen erfüllt sind.
Der Anspruch auf Eingliederungsmassnahmen besteht unabhängig von der Aus
übung einer Erwerbstätigkeit vor Eintritt der Invalidität. Bei der Festlegung der Massnahmen ist die gesamte noch zu erwartende Dauer des Erwerbslebens zu berücksichtigen (Abs. 1
bis
). Nach Massgabe der Art. 13 und 21 IVG besteht der Anspruch auf Leistungen unabhängig von der Möglichkeit einer Eingliederung ins
Erwerbsleben oder in den Aufgabenbereich (Abs. 2). Nach Massgabe von Art. 16 Abs. 2
lit
. c IVG besteht der Anspruch auf Leistungen unabhängig davon, ob die Eingliederungsmassnahmen notwendig sind oder nicht, um die Erwerbs
fähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, zu erhalten oder zu verbessern (Abs. 2
bis
).
Die Eingliederungsmassnahmen bestehen gemäss Abs. 3 in medizinischen Mass
nahmen (
lit
. a), Integrationsmassnahmen zur Vorbereitung auf die berufliche Ein
gliederung (
lit
.
a
bis
), Massnahmen beruflicher Art (Berufsberatung, erstmalige be
ruf
liche Ausbildung, Umschulung, Arbeitsvermittlung, Kapitalhilfe;
lit
. b) und in
der Abgabe von Hilfsmitteln (
lit
. d).
7.3
Der Aktenlage lässt sich entnehmen, dass dem Beschwerdeführer
ärztlicherseits
seit dem 9. März 2018 eine Operation
an der Wirbelsäule
und seit dem 3. Mai 2018
die operative Versorgung mit einer
Hüfttotalendoprothese
empfohlen
wird
(E.
3.4-3.5
, vgl. auch
Urk.
8/39
)
.
Obwohl die
Operationsindikation
hernach
wiederholt
bestätigt wurde (E. 3.6, E. 3.8-3.10
), konnte sich der
Beschwerdeführer
in der Folge
weder für noch gegen ein operatives Vorgehen entscheiden
(
Urk. 8/58/3
)
.
Im Verfügungszeitpunkt bestand
deshalb
keine Gewissheit darüber, ob
er
die angezeigten Operationen durchführen lassen wird, was den
angestrebten
Eingliederungserfolg massge
blich in Frage stellt
e
, zumal eine
Durchführung der
Operationen entsprechende postoperative Erholungszeiten
(
Urk.
8/47/9) und dam
it
zumindest einen Unterbruch
der
beruflichen Massnahmen mit sich bringen würde
.
Der Beschwerdeführer hat es unterlassen
,
diesbezüglich für Klarheit zu sorgen
, was sich im vorliegenden Fall zu Lasten der Geeignetheit von beruflichen Mass
nahmen auswirkt
. Vor diesem Hintergrund ist
nicht zu beanstanden, dass die
Beschwerdegegnerin
Eingliederungsmassnahmen
als
im Verfügungszeitpunkt
nich
t angezeigt erachtete
.
8.
Nach dem Gesagten
ist die angefochtene
Verfügung vom
4.
September 2019 (
Urk.
2)
nicht
zu
beanstanden
. Die Beschwerde erweist sich folglich als unbe
gründet, weshalb sie abzuweisen ist.
9.
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrens
aufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG) und ermessensweise auf Fr. 800.-- anzusetzen. Entsprechend dem
Ausgang des Ver
fahrens sind sie dem Beschwerdeführer
aufzuerlegen.