# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 06796f79-7e09-45e8-b31e-0bb3f39ad2fd
**Court:** GR_VG
**Chamber:** GR_VG_003
**Year:** 2017
**Language:** de
**Jurisdiction:** GR / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

seien. Der medizinische Sachverhalt sei damit ungenügend abgeklärt.
Wenn aber zwischen einer Alkoholsucht und einem krankheitswertigen
psychischen oder physischen Gesundheitsschaden ein
Kausalzusammenhang bestehe, seien für die Frage nach der noch
zumutbaren Erwerbstätigkeit die psychischen und die suchtbedingten
Beeinträchtigungen gesamthaft zu berücksichtigen. Sollte bei ihr
tatsächlich ein Suchtgeschehen vorhanden sein, sei nicht abgeklärt
worden, ob eine Alkoholabstinenz ihr überhaupt zumutbar sei und des
Weiteren auch geeignet sei, ihre Arbeitsfähigkeit zu steigern. Auf jeden
Fall habe sich dies gemäss Bestätigung der Arbeitgeberin und der sie
betreuenden Personen in der Tagesklinik nicht auf ihre Arbeitsfähigkeit
ausgewirkt. Schliesslich habe sich die ihr auferlegte
Schadenminderungspflicht bloss auf die Eingliederungsmassnahmen und
nicht auf einen allfälligen Rentenanspruch bezogen.
4. In ihrer Vernehmlassung vom 1. Dezember 2016 beantragte die IV-Stelle
(nachfolgend: Beschwerdegegnerin) die Abweisung der Beschwerde. Sie
trug vor, erstens sei ihr die Schadenminderung, Alkohol- und
Drogenabstinenz während der beruflichen Eingliederung u.a. auch
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auferlegt worden, damit die Beschwerdegegnerin den ohne Konsum
allenfalls vorliegenden Gesundheitsschaden bzw. dessen Auswirkungen
auf die Arbeitsfähigkeit überhaupt habe abklären können, was durch ihre
verweigerte Mitwirkung aber nicht möglich gewesen sei. Zweitens könne
dem Bericht des Kantonsspitals St.Gallen vom 8. August 2014 und dem
Austrittsbericht der Kliniken Valens vom 16. Dezember 2014 entnommen
werden, dass während der stationären Aufenthalte – mithin wohl unter
relativ abstinenten Verhältnissen – "keine choreatischen Bewegungen"
resp. "von körperlicher Seite kein Zittern der Hände sowie auffällige
Gangstörungen beobachtet werden konnten". Dementsprechend sei der
Beschwerdeführerin im Austrittbericht der Kliniken Valens eine 100%ige
Arbeitsfähigkeit attestiert worden. Drittens werde im Austrittsbericht der
Psychiatrischen Dienste Graubünden (PDGR) vom 11. September 2015
keine depressive Störung diagnostiziert. Vielmehr werde als
Hauptdiagnose lediglich psychische und Verhaltensstörungen durch
Alkohol (schädlicher Gebrauch, ICD-10: F10.1) angegeben. Aus dem
gleichen Bericht sei klar ersichtlich, dass der Beschwerdeführerin ein
Entzug zumutbar sei, weil sie dort nicht unter Entzugserscheinungen
gelitten habe. Gestützt auf all diese fachärztlichen Berichte habe RAD-
Arzt Dr. med. B._ in der Abschlussbeurteilung vom 20. Juni 2016
nachvollziehbar und schlüssig festgehalten, dass sich die neurologische
Symptomatik nicht habe objektivieren lassen, die Beschwerdeführerin der
auferlegten Schadenminderungspflicht nicht nachgekommen sei und
unter Annahme von Abstinenz von einer vollständigen Arbeitsfähigkeit
auszugehen sei. Schliesslich sei festzustellen, dass die Prüfung von
Eingliederungsmassnahmen vor Prüfung der Rentenfrage die Regel sei
und die Erkenntnisse der Eingliederung selbstverständlich zur Prüfung
des Rentenanspruches berücksichtigt werden könnten. In der
Aufforderung vom 14. Oktober 2015 werde dementsprechend auch
einleitend festgehalten, dass die IV-Stelle den Anspruch auf berufliche
Massnahmen und Rentenleistungen prüfe.
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5. In der Replik vom 22. Dezember 2016 führte die Beschwerdeführerin aus,
dass gemäss sämtlichen der sie behandelnden Ärzten bei ihr eine Chorea
ungeklärter Ätiologie bestehe. Dies werde sowohl vom behandelnden
Hausarzt Dr. med. C._, dem Neurologen Dr. med. D._ als auch
von der bei den PDGR tätigen Psychiaterin Dr. E._ bzw. der
Psychologin lic. phil. F._ bestätigt. Gemäss Dr. med. D._ sei sie
wegen der Chorea in ihrer Arbeitsfähigkeit eingeschränkt, auch wenn
daneben eine Alkoholsucht bestehen sollte. Auch sei eine solche
Bewegungsstörung nicht auf den Alkoholkonsum zurückzuführen. Ob die
Suchterkrankung eine Folge davon sei, sei gemäss der behandelnden
Psychologin denkbar. Demnach handle es sich dabei höchstens um eine
sekundäre Sucht, welche im Rahmen der Bestimmung der Invalidität
mitzuberücksichtigen sei. Der RAD-Arzt Dr. med. B._, welcher zu
gegenteiligen Schlüssen komme, sei Facharzt für Psychiatrie und
Psychotherapie und somit kein ausgewiesener Spezialist für
neurologische Erkrankungen. Seine Einschätzung, wonach die bei ihr
vorliegende Chorea sich nicht objektivieren lasse, sei fachmedizinisch
nicht fundiert und somit nicht schlüssig. Schliesslich werde daran
festgehalten, dass die erwähnte Schadenminderungspflicht gemäss
Schreiben vom 14. Oktober 2015 ihr nur für die Dauer der beruflichen
Massnahmen gemäss Art. 21 Abs. 4 ATSG auferlegt worden sei und
somit nicht die Folgen des für die Rentenfrage notwendigen Mahn- und
Bedenkzeitverfahrens nach Art. 43 Abs. 3 ATSG greifen könnten.
6. Mit Schreiben vom 29. Dezember 2016 verzichtete die
Beschwerdegegnerin auf die Einreichung einer Duplik.
Auf die weiteren Ausführungen der Parteien in ihren Rechtsschriften
sowie auf die angefochtene Verfügung wird, soweit erforderlich, in den
nachstehenden Erwägungen eingegangen.
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## Considerations

Das Gericht zieht in Erwägung:
1. Nach Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die
Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20) sind Verfügungen der kantonalen
IV-Stellen direkt vor dem Versicherungsgericht am Ort der IV-Stelle
anfechtbar. Die Verfügung der IV-Stelle des Kantons Graubünden vom
21. September 2016 stellt somit ein taugliches Anfechtungsobjekt für ein
Verfahren vor dem Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden dar. Die
sachliche Zuständigkeit ergibt sich aus Art. 57 des Bundesgesetzes über
den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1)
i.V.m. Art. 49 Abs. 2 lit. a des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege
(VRG; BR 370.100). Als Adressatin der strittigen Verfügung ist die
Beschwerdeführerin berührt und weist ein schutzwürdiges Interesse an
deren Aufhebung auf (Art. 59 ATSG). Auf die frist- und formgerecht
eingereichte Beschwerde ist somit einzutreten.
2. Streitig und zu prüfen ist vorliegend, ob die Beschwerdegegnerin zu
Recht mangels invalidisierenden Gesundheitsschadens einen Anspruch
der Beschwerdeführerin auf Rentenleistungen verneinte bzw. ob der
Beschwerdeführerin, wie von ihr beantragt, eine halbe Invalidenrente
zuzusprechen ist.
3. a) Anspruch auf eine Invalidenrente hat, wer im Sinne des Gesetzes invalid
ist. Bei erwerbstätigen Versicherten gilt als Invalidität die durch einen
körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheitsschaden
verursachte, voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde
Erwerbsunfähigkeit (Art. 1 IVG i.V.m. Art. 8 Abs. 1 ATSG), die die Folge
von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein kann (Art. 4 Abs. 1
IVG).
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b) Nach der Rechtsprechung führt Drogensucht (wie auch Alkoholismus und
Medikamentenmissbrauch) als solche nicht zu einer Invalidität im Sinne
des Gesetzes. Dagegen wird sie im Rahmen der Invalidenversicherung
relevant, wenn sie eine Krankheit oder einen Unfall bewirkt hat, in deren
Folge ein körperlicher oder geistiger, die Erwerbsfähigkeit
beeinträchtigender Gesundheitsschaden eingetreten ist, oder wenn sie
selber Folge eines körperlichen oder geistigen Gesundheitsschadens ist,
dem Krankheitswert zukommt (BGE 124 V 265 E.3c). Aus letzterem
Leitsatz folgt nicht, dass die Auswirkungen einer Drogensucht, die
ihrerseits auf einen Gesundheitsschaden zurückgeht, per se
invaliditätsbegründend sind. Die zitierte Praxis setzt vielmehr den
Grundsatz um, dass funktionelle Einschränkungen nur
anspruchsbegründend sein können, wenn sie sich als Folgen
selbstständiger Gesundheitsschädigungen darstellen (Art. 6 ff. ATSG und
Art. 4 Abs. 1 IVG). Insofern verhält es sich ähnlich wie im Verhältnis
zwischen psychosozialen oder soziokulturellen Umständen und
fachärztlich festgestellten psychischen Störungen von Krankheitswert
(BGE 127 V 294 E.5a): Wo die Gutachter im Wesentlichen nur Befunde
erheben, welche in der Drogensucht ihre hinreichende Erklärung finden,
gleichsam in dieser aufgehen, ist kein invalidisierender psychischer
Gesundheitsschaden gegeben. Dies trifft zu, wenn davon auszugehen ist,
dass sich beispielsweise ein depressives Zustandsbild bei einer
(angenommenen) positiven Veränderung der suchtbedingten
psychosozialen Problematik wesentlich bessern (und die damit
verbundene Beeinträchtigung des Leistungsvermögens sich
entsprechend verringern) würde (Urteile des Bundesgerichts
8C_580/2014 vom 11. März 2015 E.2.2.1, 9C_856/2012 vom 19. August
2013 E.2.2.1).
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c) Angesichts der insoweit finalen Natur der Invalidenversicherung (BGE
120 V 95 E. 4c S. 103; MEYER/REICHMUTH, Bundesgesetz über die
Invalidenversicherung, 3. Aufl. 2014, Art. 4 IVG Rz. 51) ist nicht
entscheidend, ob die Drogensucht Folge eines körperlichen oder
geistigen Gesundheitsschadens ist oder ob die Sucht ausserhalb eines
Kausalzusammenhangs mit dem versicherten Gesundheitsschaden steht.
In beiden Konstellationen sind reine Suchtfolgen IV-rechtlich irrelevant,
soweit sie als solche allein leistungsmindernd wirken. Hingegen sind sie
gleichermassen IV-rechtlich relevant, soweit sie in einem engen
Zusammenhang mit einem eigenständigen Gesundheitsschaden stehen.
Dies kann der Fall sein, wenn die Drogensucht – einem Symptom gleich –
Teil eines Gesundheitsschadens bildet (BGE 99 V 28 E.3b); dies unter
der Voraussetzung, dass nicht allein die unmittelbaren Folgen des
Rauschmittelkonsums, sondern wesentlich auch der psychiatrische
Befund selber zu Arbeitsunfähigkeit führt. Sodann können selbst reine
Suchtfolgen invalidisierend sein, wenn daneben ein psychischer
Gesundheitsschaden besteht, welcher die Betäubungsmittelabhängigkeit
aufrecht erhält oder deren Folgen massgeblich verstärkt. Umgekehrt
können die Auswirkungen der Sucht (unabhängig von ihrer Genese) wie
andere psychosoziale Faktoren auch mittelbar zur Invalidität beitragen,
wenn und soweit sie den Wirkungsgrad der Folgen eines
Gesundheitsschadens beeinflussen (Urteile des Bundesgerichts
8C_580/2014 vom 11. März 2015 E. 2.2.2; 9C_856/2012 vom 19. August
2013 E. 2.2.2; vgl. zum Ganzen Urteil des Bundesgerichts 8C_582/2015
vom 8. Oktober 2015 E.2.2).
4. Im vorliegenden Fall tauchten bei der Beschwerdeführerin anfangs 2014
Chorea-Symptome auf (vgl. etwa den bei der Beschwerdegegnerin am
18. August 2015 eingegangenen Arztbericht des Hausarztes Dr. med.
C._ [Bg-act. 22]), weshalb sie zuerst im Kantonsspital St. Gallen
(Aufenthalt vom 5. bis zum 8. August 2014 [vgl. Bg-act. 22 S. 5 ff.) und
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daraufhin in den Kliniken Valens (Aufenthalt vom 13. November bis zum
4. Dezember 2014 [vgl. Bg-act. 22 S. 15 ff.]) stationär behandelt wurde.
Die übereinstimmenden Diagnosen lauteten: 1) Chorea ungeklärter
Ätiologie (ICD-10: G 25.5) 2) Strukturelle Epilepsie ED 2005 3) Bekannter
Tremor (am ehesten familiär). 4) Status nach Alkoholabusus bis 2002.
Gemäss Austrittbericht des Kantonsspitals St. Gallen vom 8. August 2014
wurden während des Aufenthalts keine choreatischen Bewegungen
beobachtet (vgl. Bg-act. 22 S. 6). Ferner ist im Austrittbericht vom 16.
Dezember 2014 der Klinken Valens unter anderem Folgendes zu lesen
(vgl. Bg-act. 22 S. 16):
"[...] während der Hospitalisation [liess sich eine] deutliche klinische Besserung
erreichen. Die Patientin ist letztlich in der Lage gewesen, ohne Hilfsmittel eine
Gehstrecke über 400 m zu bewältigen und beim Laufen fühlte sie sich viel
selbstsicherer. Insbesondere die bestehende Erschöpfung konnte ebenfalls durch den
Aufenthalt verbessert werden. Durch die gesamte Verbesserung des AZ äusserte die
Patientin den Wunsch, die bisherige Arbeitsfähigkeit in einem 100%igen Pensum
fortzuführen. Neuropsychologische Testung ergab keine grösseren Defizite."
Die Arbeitsfähigkeit wurde dabei ab dem 8. Dezember 2014 auf 100 %
attestiert. Da nach der Anmeldung zum Leistungsbezug vom 27. Juli 2015
im Rahmen der eingeleiteten beruflichen Massnahmen am bisherigen
Arbeitsplatz der Beschwerdeführerin ein Verdacht auf einen weiterhin
andauernden Alkoholkonsum bestand, vereinbarte die zuständige
Mitarbeiterin der Beschwerdegegnerin mit der Beschwerdeführerin einen
Alkoholentzugsaufenthalt einer Klinik, welcher vom 2. bis zum 9.
September 2015 erfolgte. Gemäss entsprechendem Austrittsbericht vom
11. September 2015 (Bg-act. 33) "befand sich die Patientin zur
Beobachtung der Alkoholproblematik und der Chorea-Erkrankung seit
dem 2. September 2015 im Suchtzentrum. Die Patientin zeigte sich
kooperativ und interessiert im Austausch. Der Hausarzt wurde bereits
während des stationären Aufenthaltes der Patientin darüber informiert,
dass vordergründig keine Alkoholabhängigkeit behandelt werde, sondern
in Absprache mit der Patientin entschieden, dass eine ambulante
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psychiatrische Behandlung im Zusammenhang mit der Chorea-
Erkrankung die bessere Lösung zu sein scheint." Da die
Beschwerdegegnerin aus den ihr vorgelegten Berichten ein Suchtproblem
erkannte, ordnete sie sodann am 14. Oktober 2015 unter Hinweis auf die
Schadenminderungspflicht gemäss Art. 21 Abs. 4 ATSG eine Alkohol-
und Drogenabstinenz für die Dauer der beruflichen Massnahmen mit
entsprechenden Kontrollmassnahmen an (vgl. Bg-act. 36). Während die
beruflichen Massnahmen im bisherigen Betrieb fortdauerten, wurde am 9.
Februar 2016 zur Kontrolle der Alkoholabstinenz, nachdem die Blutwerte
auf einen Alkoholkonsum hingewiesen hatten, eine Haarkontrolle
angeordnet (vgl. Bg-act. 77). Diese ergab gemäss "Bericht zu
Haaranalysen" der Universität Zürich vom 18. März 2016 (Bg-act. 83) im
Zeitraum von Ende September 2015 bis Ende Februar 2016 eine
Konzentration von Ethylglucuronid von >100 pg/mg, was für einen
starken, chronischen Alkoholkonsum spricht (laut erwähntem Bericht
spricht für einen starken chronischen Alkoholkonsum bereits ein
Messwert über 30 pg/mg). Gestützt darauf ging der untersuchende Arzt
Dr. med. G._, Facharzt Rechtsmedizin FMH, in seinem Bericht vom
24. März 2016 davon aus, dass die Beschwerdeführerin seit Ende
September 2015 erhebliche Mengen Trinkalkohol konsumiert habe (Bg-
act. 84). Am 24. Mai 2016 teilte die Beschwerdegegnerin dem Beistand
der Beschwerdeführerin mit, dass die Integrationsmassnahmen durch die
Anpassung des bisherigen Arbeitsplatzes (keine Tätigkeit mehr im
Verkauf, sondern in der Packerei/Rüsterei) und die Eingliederung zu 50 %
erfolgreich am 30. April 2016 abgeschlossen wurden. Eine höhere
Arbeitsfähigkeit sei zurzeit nicht gegeben (vgl. Bg-act. 109). Fussend auf
der Abschlussbeurteilung des RAD-Arztes Dr. med. B._ vom 20. Juni
2016 (Bg-act. C2 S. 7 f.) erging in der Folge auch die hier angefochtene
rentenverneinende Verfügung vom 21. September 2016. Dr. med.
B._ stellte in seiner Abschlussbeurteilung gestützt auf die Vorakten
fest, dass die Beschwerdeführerin ihrer Pflicht zur Schadensminderung
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während der Eingliederungsmassnahmen nicht nachgekommen sei.
Möglicherweise hätte sich unter Abstinenzbedingungen eine höhere
Arbeitsfähigkeit erzielen lassen. Ein iv-relevanter Gesundheitsschaden sei
folglich nicht ausgewiesen. Der Beschwerdeführerin sei unter Annahme
eines positiven Verlaufs im Falle von Abstinenz nach Abschluss der
Eingliederungsmassnahmen eine 100%ige Arbeitsfähigkeit anzurechnen.
5. a) Im Gebiet der Invalidenversicherung gilt ganz allgemein der Grundsatz,
dass die invalide Person, bevor sie Leistungen verlangt, alles ihr
Zumutbare selber vorzukehren hat, um die Folgen ihrer Invalidität
bestmöglich zu mildern (BGE 113 V 28 E.4a m.H.). Dieses Gebot der
Selbsteingliederung ist Ausdruck des in der ganzen Sozialversicherung
geltenden Grundsatzes der Schadenminderungspflicht (vgl. BGE 120 V
373 E.6b, 117 V 278 E.2b), wobei jedoch von der versicherten Person nur
Vorkehren verlangt werden können, die unter Berücksichtigung der
gesamten objektiven und subjektiven Gegebenheiten des Einzelfalles
zumutbar sind (BGE 113 V 28 E.4a m.H.).
b) Aus der Schadenminderungspflicht entspringt auch die Pflicht zur
Mitwirkung an all jenen Massnahmen, welche auf direktem oder
indirektem Weg der Schadenminderung dienen können
(Mitwirkungspflicht; Botschaft 5. IV-Revision, BBl 2005 4525). Die
Schranken der Mitwirkungspflicht finden sich im Grundsatz der
Verhältnismässigkeit (vgl. MÜLLER, Das Verwaltungsverfahren in der
Invalidenversicherung, Bern 2010, Rz. 1113 ff.). Die Anordnung einer
Entzugsbehandlung und der Nachweis einer Abstinenz bereits im
Abklärungsverfahren kann unter dem Titel der Mitwirkungspflicht
angezeigt sein, wenn es darum geht, einen invaliditätsfremden
Alkoholkonsum bei der Einschätzung der Arbeitsunfähigkeit
auszublenden (Urteil des Bundesgerichts 9C_370/2013 vom 22.
November 2013 E.4.2.1).
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c) Im vorliegenden Fall war der auferlegte Drogen- und Alkoholentzug
unzweifelhaft geeignet und erforderlich, um den Einfluss einer
Suchterkrankung auszuklammern. Ein Entzug war der
Beschwerdeführerin ausserdem zumutbar, verliefen doch ihre bisherigen
stationären Aufenthalte allesamt zufriedenstellend (vgl. Austrittsberichte
des Kantonsspitals St. Gallen vom 8. August 2014 [Bg-act. 22 S. 6] und
der Kliniken Valens vom 16. Dezember 2014 [Bg-act. 22 S. 16]). Somit
war der verlangte Entzug verhältnismässig.
d) Einschlägig hinsichtlich der Folgen unerfüllter Mitwirkungspflichten ist hier
Art. 43 Abs. 3 IVG, der das Folgende besagt: "Kommen die versicherte
Person oder andere Personen, die Leistungen beanspruchen, den
Auskunfts- oder Mitwirkungspflichten in unentschuldbarer Weise nicht
nach, so kann der Versicherungsträger auf Grund der Akten verfügen
oder die Erhebungen einstellen und Nichteintreten beschliessen. Er muss
diese Personen vorher schriftlich mahnen und auf die Rechtsfolgen
hinweisen; ihnen ist eine angemessene Bedenkzeit einzuräumen." Im
vorliegenden Fall hat die Beschwerdegegnerin die Beschwerdeführerin
mit der Aufforderung vom 14. Oktober 2015 schriftlich gemahnt und auf
die betreffenden Rechtsfolgen hingewiesen (vgl. Bg-act. 36). Aufgrund
der eindeutigen Ergebnisse der Haaranalyse (vgl. vorne E.4), und weil die
Beschwerdeführerin gegenüber Dr. med. H._ einen Alkoholkonsum
während laufender beruflicher Massnahmen offenbar einräumte (vgl. Bg-
act. 86), ist von einer Nichteinhaltung der auferlegten Abstinenz
auszugehen.
e) Dazu ist noch zu bemerken, dass die Beschwerdegegnerin ihre
Aufforderung zur Schadenminderung während laufender beruflicher
Massnahmen mit der Drohung zur Leistungskürzung gemäss Art. 21
Abs. 4 ATSG verknüpft hat. Dieser besagt Folgendes: "Entzieht oder
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widersetzt sich eine versicherte Person einer zumutbaren Behandlung
oder Eingliederung ins Erwerbsleben, die eine wesentliche Verbesserung
der Erwerbsfähigkeit oder eine neue Erwerbsmöglichkeit verspricht, oder
trägt sie nicht aus eigenem Antrieb das ihr Zumutbare dazu bei, so
können ihr die Leistungen vorübergehend oder dauernd gekürzt oder
verweigert werden. Sie muss vorher schriftlich gemahnt und auf die
Rechtsfolgen hingewiesen werden; ihr ist eine angemessene Bedenkzeit
einzuräumen. Behandlungs- oder Eingliederungsmassnahmen, die eine
Gefahr für Leben und Gesundheit darstellen, sind nicht zumutbar." Die
Aufforderung zur Schadenminderung gemäss Art. 21 Abs. 4 ATSG war
nicht zu beanstanden, zumal die Beschwerdegegnerin die gewährten
beruflichen Massnahmen aufgrund des (sich später bestätigten)
Verdachts auf einen Alkoholkonsum als gefährdet ansah. Da die
Abklärungen im Rahmen der beruflichen Massnahmen auch für die
Prüfung eines Rentenanspruchs verwendet werden dürfen, spielt es keine
Rolle, ob der angeordnete Entzug unter dem Titel der
Schadenminderungspflicht angeordnet wurde. Im Rahmen der Prüfung
des Rentenanspruchs hat die Verletzung dieser angeordneten
Massnahme hier dieselben Folgen einer Verletzung der Mitwirkungspflicht
gemäss Art. 43 Abs. 3 ATSG. Dies darum, weil beide Normen dasselbe
Mahn- und Bedenkzeitverfahren vorschreiben und in der zur Diskussion
stehenden Aufforderung vom 14. Oktober 2015 (Bg-act. 36) zudem die
Rechtsfolgen von Art. 43 Abs. 3 IVG angedroht wurden. Demnach erweist
sich die Behauptung der Beschwerdeführerin, die Beschwerdegegnerin
hätte zur Abklärung der Arbeitsfähigkeit und des Rentenanspruchs eine
Mitwirkungspflicht gemäss Art. 43 Abs. 3 ATSG statt gestützt auf Art. 21
Abs. 4 ATSG auferlegen müssen, als rein akademische Frage. Das von
der Beschwerdeführerin diesbezüglich erwähnte Urteil des
Sozialversicherungsgerichts des Kantons Zürich IV.2007.01499 vom 8.
Juli 2008, wonach es unzulässig sei, das Abklärungsverfahren mit
Schadenminderungspflichten zu verbinden und den Entscheid über das
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Leistungsbegehren bis zur Erfüllung von Schadenminderungsauflagen
auszusetzen, ist hier im Übrigen unter anderem deshalb nicht
massgebend, weil dort der Nachweis einer Abstinenz für die Prüfung des
Leistungsbegehrens – anders als vorliegend – nicht notwendig erschien
(vgl. E.3.3 des Urteils). Die Beschwerdegegnerin durfte demnach
aufgrund der unentschuldigten Mitwirkungspflichtverletzung der
Beschwerdeführerin aufgrund der Akten verfügen.
6. Das Bundesgericht schreibt nicht vor, wie die einzelnen Beweismittel zu
würdigen sind. Für das gesamte Verwaltungs- und
Verwaltungsgerichtsverfahren gilt daher der Grundsatz der freien
Beweiswürdigung. Danach haben Versicherungsträger und
Sozialversicherungsgerichte die Beweise frei, d.h. ohne Bindung an
förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu
würdigen. Für das Beschwerdeverfahren bedeutet dies, dass das Gericht
alle Beweismittel, unabhängig davon, von wem sie stammen, objektiv zu
prüfen und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen
eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruchs gestatten.
Insbesondere darf es bei einander widersprechenden medizinischen
Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial
zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum es auf die eine und nicht
auf die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich des
Beweiswertes eines Arztberichtes ist also entscheidend, ob der Bericht für
die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen
beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der
medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen
Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten
begründet sind. Ausschlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich
somit weder die Herkunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der
eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder
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Gutachten. Dennoch hat es die Rechtsprechung mit dem Grundsatz der
freien Beweiswürdigung als vereinbar erachtet, in Bezug auf bestimmte
Formen medizinischer Berichte und Gutachten Richtlinien für die
Beweiswürdigung aufzustellen. Den im Zuge des Verwaltungsverfahrens
eingeholten Gutachten von externen Fachleuten und Spezialärzten,
welche auf Grund eingehender Beobachtungen und Untersuchungen
sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der Erörterung
der Befunde zu schlüssigen Resultaten gelangen, ist bei der
Beweiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete
Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen. In Bezug auf
Berichte von Hausärzten darf und soll das Gericht der Erfahrungstatsache
Rechnung tragen, dass Hausärzte mitunter im Hinblick auf ihre
auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten
ihrer Patienten aussagen (vgl. BGE 135 V 465 E.4.5, 125 V 351 E.3a mit
Hinweisen). Auch den Berichten und Gutachten versicherungsinterner
Ärzte kommt schliesslich Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig
erscheinen, nachvollziehbar begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind
und keine Anhaltspunkte gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen. Die
Tatsache allein, dass der befragte Arzt in einem Anstellungsverhältnis
zum Versicherungsträger steht, lässt nicht schon auf mangelnde
Objektivität oder Befangenheit schliessen. Es bedarf vielmehr besonderer
Umstände, welche das Misstrauen in die Unparteilichkeit der Beurteilung
objektiv als begründet erscheinen lassen. Im Hinblick auf die erhebliche
Bedeutung, die den Arztberichten im Sozialversicherungsrecht zukommt,
ist an die Unparteilichkeit des verwaltungsinternen Gutachters allerdings
ein strenger Massstab anzulegen (s. BGE 125 V 351 E.3b, 122 V 157
E.1c). Bestehen auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und
Schlüssigkeit der verwaltungsinternen Feststellungen, so sind
ergänzende medizinischen Abklärungen vorzunehmen oder allenfalls ein
gerichtliches Obergutachten zur Klärung der festgestellten Widersprüche
einzuholen (BGE 135 V 465 E.4.4).
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7. a) Die Diagnose "Chorea ungeklärter Ätiologie" (ICD:10: G25.5 [sonstige
Chorea]) wurde vorliegend von den hierfür spezialisierten Fachmedizinern
der Klinik für Neurologie des Kantonsspitals St. Gallen zwar gestellt. Dem
Austrittsbericht vom 8. August 2014 der besagten Klinik über die vom 5.
bis zum 8. August 2014 erfolgten Hospitalisierung der
Beschwerdeführerin (Bg-act. 22 S. 5 ff.) ist aber Folgendes zu
entnehmen:
"Während des Aufenthaltes wurden von uns keine choreatischen Bewegungen
beobachtet. Es erfolgte ein cMRT, welches jedoch keine relevanten Veränderungen
zeigte. Die Ergebnisse der Lumbalpunktion waren unauffällig. Eine Bewegungsstörung
aufgrund einer Hyperthyreose konnte anhand normaler Werte von TSH und
Schilddrüsenautoantikörpern ausgeschlossen werden. Ebenso zeigte das Labor keine
Hinweise für eine Vaskulitis oder einer Kupferspeicherkrankheit. lm EMG und ENG
zeigte sich ein Normalbefund. in der neuropsychologische Testung fiel eine leichte bis
mittelschwere kognitive Funktionsstörung, sowie eine leichte bis mittel schwere Störung
der Antriebs- und Aufmerksamkeitsregulierung auf. Zur genetischen Testung einer
Chorea Huntington wurde eine Blutprobe ins USZ gesendet."
Angesichts dieser Feststellungen erscheint die Auffassung des RAD-
Arztes Dr. med. B._, die Chorea-Symptomatik liess sich während
des stationären Aufenthalts vom 5. bis zum 8. August 2014 nicht
objektivieren, nachvollziehbar (vgl. Abschlussbeurteilung vom 20. Juni
2016 [Bg-act. C2 S. 7 f.]). Die Richtigkeit dieser Auffassung wird zudem
durch die Feststellungen im Austrittsbericht der Kliniken Valens vom 16.
Dezember 2014 [Bg-act. 22 S. 15 ff.]) bekräftigt, wonach sich während
der Hospitalisierung der Beschwerdeführerin eine deutliche klinische
Besserung erreichen liess, und zwar sowohl körperlich als auch
neuropsychologisch. Die Ärzte der Kliniken Valens Dres. med. I._
und K._ attestierten sodann eine Arbeitsfähigkeit von 100 % ab dem
8. Dezember 2014.
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b) Zu untersuchen ist des Weiteren, ob die auf den soeben erwähnten
Austrittberichten beruhende nachvollziehbare Beurteilung des RAD-
Arztes von anderen aktenkundigen medizinischen Berichten erschüttert
wird. Zum Ausschluss der eigenständigen Berücksichtigung der
Alkoholproblematik verweist die Beschwerdeführerin auf die Aktennotizen
der Telefonate ihrer Rechtsvertreterin mit dem Neurologen Dr. med.
D._, Facharzt für Neurologie FMH, vom 19. Dezember 2016 (Bf-act.
9) sowie Dr. med. L._ von den PDGR, Fachärztin Psychiatrie und
Psychotherapie FMH, und der Psychologin lic. phil. F._ vom 2.
Januar 2017 (Bf-act. 11). Zunächst ist zu der von Dr. med. L._ sowie
von der Arbeitgeberin der Beschwerdeführerin (vgl. Telefonnotiz vom 22.
Dezember 2016 [Bf-act. 10]) berichteten ausgeprägten Ermüdung bzw.
dem objektiv ersichtlichem starkem Zittern der Beschwerdeführerin zu
sagen, dass diese beobachteten Beschwerden an der Feststellung des
RAD-Arztes, ein iv-relevanter Gesundheitsschaden sei nicht
ausgewiesen, nichts ändern. Ferner sind die in der Telefonnotiz vom 2.
Januar 2017 (Bf-act. 11) angegebenen, von den PDGR festgestellten
Angstsymptome und die rezidivierende depressive Störung (zurzeit
mittleren Grades) für die Beurteilung der vorliegend angefochtenen
Verfügung vom 21. September 2016 nicht massgebend. Im
Austrittsbericht der PDGR vom 11. September 2015 (Bg-act. 33) wurde
nämlich keine depressive Störung diagnostiziert. Im Zeitpunkt des
Verfügungserlasses war somit – soweit ersichtlich – keine psychiatrische
Problematik aktenkundig, weshalb eine solche im vorliegenden Verfahren
keine Berücksichtigung finden kann. Schliesslich ist noch auf die
Beurteilung von Dr. med. D._ einzugehen. Auch dieser
diagnostizierte eine Chorea unbekannter Ätiologie. Wie Dr. med. M._
vom Kantonsspital St. Gallen sei er der Meinung, dass bei der
Beschwerdeführerin aufgrund dessen eine Einschränkung der
Arbeitsfähigkeit vorliege. Die Chorea sei stark beinbetont, so dass das
stets eine Sturzgefahr bestehe. Ob auch aus kognitiven Gründen eine
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Beeinträchtigung bestehe, könne er nicht sagen. Der Umstand einer
allfälligen Alkoholsucht ändere nichts an dieser Diagnosestellung und
dem Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit. So beeinflusse der Alkoholkonsum
das Kleinhirn, was zu anderen Bewegungsbeeinträchtigungen führe, als
die Chorea. Entsprechend habe auch Dr. M._ im Wissen um die
anamnestisch vorhandene Alkoholsucht dennoch eine Choreaerkrankung
diagnostiziert. Zur genauen Bestimmung derselben seien noch weitere
Untersuchungen notwendig (vgl. Telefonnotiz vom 19. Dezember 2016
[Bf-act. 9]). Die Chorea-Erkrankung ungeklärter Ätiologie und deren
Folgen wurden aber bereits im Rahmen der oberwähnten Klinik-
Aufenthalte der Beschwerdeführerin im Jahr 2014 untersucht. Am
Kantonsspital St. Gallen wurden bei der Beschwerdeführerin trotz
entsprechender Diagnose keine choreatischen Einschränkungen
festgestellt und die Fachärzte der Kliniken Valens haben ihr eine 100%ige
Arbeitsfähigkeit attestiert (vgl. oben E.7a). Gegen die Zuverlässigkeit der
gestützt auf die Austrittsberichte des Kantonsspitals St. Gallen vom 8.
August 2014 (Bg-act. 22 S. 5 ff.) und der Kliniken Valens vom 16.
Dezember 2014 (Bg-act. 22 S. 15 ff.) abgegebenen Abschlussbeurteilung
des RAD-Arztes Dr. med. B._ vom 20. Juni 2016 (Bg-act. C2 S. 7 f.)
sprechen demnach keine stichhaltigen Indizien, insbesondere vermag
auch die Einschätzung von Dr. med. D._ die Beurteilung des
versicherungsinternen Arztes nicht zu erschüttern, weshalb die
Beschwerdegegnerin darauf abstellen durfte.
c) An der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der Beurteilung des RAD-Arztes
ändert im Übrigen auch nichts, dass dieser Facharzt für Psychiatrie und
Psychotherapie und kein Neurologe ist, da seine medizinische
Einschätzung auf den erwähnten externen Arztberichten beruht. Die
überzeugende Schlussfolgerung, die der RAD-Arzt daraus zog, wonach
sich die Corea-Symptomatik während des klinischen Aufenthalts – mithin
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wohl unter relativ abstinenten Verhältnissen – nicht objektivieren liess,
setzte kein besonderes neurologisches Fachwissen voraus.
d) Die die Verwaltungsbehörde und das Sozialversicherungsgericht
treffende Untersuchungspflicht wird durch die Mitwirkungspflicht der
Parteien, zur Abklärung des Sachverhalts beizutragen, eingeschränkt
(vgl. BGE 121 V 204 E.6c, 122 V 157 E.1a je m.H.). Nachdem die
Beschwerdeführerin ihrer Mitwirkungspflicht zur Abstinenzeinhaltung nicht
nachkam (vgl. oben E.4d), war die Beschwerdegegnerin entgegen dem
Vorbringen der Beschwerdeführerin umso mehr nicht gehalten, weitere
Abklärungen über den Kausalzusammenhang zwischen dem
Suchtgeschehen und den Beschwerden zu tätigen. Mit dem RAD-Arzt ist
somit festzuhalten, dass vorliegend kein iv-relevanter
Gesundheitsschaden nachgewiesen ist. Es ist demnach davon
auszugehen, dass die Bewegungsstörungen der Beschwerdeführerin
überwiegend wahrscheinlich ausschliesslich in einem übermässigen
Alkoholkonsum begründet sind.
8. Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die Beschwerdegegnerin infolge
der Verletzung der Mitwirkungspflicht über das Leistungsbegehren der
Beschwerdeführerin aufgrund der vorliegenden Akten entscheiden durfte
und keine weiteren Abklärungen vornehmen musste. Gestützt auf die
vorliegende Aktenlage ging die Beschwerdegegnerin sodann in
nachvollziehbarer Weise davon aus, dass unter Annahme von Abstinenz
eine vollständige Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin besteht. Die
vorliegende Beschwerde ist in Bestätigung der angefochtenen Verfügung
somit abzuweisen.
9. Zu prüfen bleibt, ob der Beschwerdeführerin die beantragte unentgeltliche
Rechtspflege (Prozessführung und Rechtsverbeiständung) zu gewähren
ist.
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a) Nach Art. 29 Abs. 3 der Bundesverfassung der Schweizerischen
Eidgenossenschaft (BV; SR 101) hat jede Person, die nicht über die
erforderlichen Mittel verfügt, Anspruch auf unentgeltliche Rechtspflege,
wenn ihr Rechtsbegehren nicht aussichtslos erscheint. Soweit es zur
Wahrung ihrer Rechte notwendig ist, hat sie ausserdem Anspruch auf
unentgeltlichen Rechtsbeistand. Art. 61 lit. f ATSG wiederholt dieses
Recht auf unentgeltliche Rechtspflege explizit. Laut diesen
Bestimmungen sind die Voraussetzungen für die Bewilligung der
unentgeltlichen Rechtspflege erfüllt, wenn der Prozess nicht aussichtslos
erscheint, die Partei bedürftig und die Verbeiständung durch einen Anwalt
oder eine Anwältin geboten erscheint (vgl. BGE 125 V 201 E.4a m.H.).
Bedürftig im Sinne von Art. 61 lit. f ATSG ist eine Partei, die zur Leistung
der Parteikosten die Mittel zur Deckung des Grundbedarfs für sich und
ihre Familie angreifen müsste. Dabei liegt die Grenze der Bedürftigkeit
höher als diejenige des betreibungsrechtlichen Existenzminimums (SVR
2007 AHV Nr. 7 S. 20). Aussichtslos ist ein Prozess, dessen
Gewinnchancen beträchtlich geringer sind als die Verlustgefahr und kaum
als ernsthaft bezeichnet werden können. Hingegen darf nicht von
Aussichtslosigkeit ausgegangen werden, wenn sich Gewinnaussichten
und Verlustgefahr ungefähr die Waage halten oder jene nur wenig
geringer sind als diese. Massgebend ist, ob eine Partei, die über die
nötigen Mittel verfügt, sich bei vernünftiger Überlegung zu einem Prozess
entschliessen würde. Eine Partei soll einen Prozess, den sie auf eigene
Rechnung und Gefahr nicht führen würde, nicht allein deshalb anstrengen
können, weil er nichts kostet (BGE 138 III 217 E.2.2.4, 129 I 129 E.2.3.1,
122 I 267 E.2b; KIESER, ATSG-Kommentar, 3. Aufl., Zürich/Basel/Genf
2015, Art. 61 Rz. 173 ff.). Ob im Einzelfall genügende Erfolgsaussichten
bestehen, beurteilt sich aufgrund einer vorläufigen und summarischen
Prüfung der Prozessaussichten, wobei die Verhältnisse im Zeitpunkt der
Einreichung des Gesuchs massgebend sind (BGE 138 III 217 E.2.2.4).
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b) Vorliegend erscheint der Rechtsstreit weder offensichtlich mutwillig noch
von vornherein als aussichtslos. Auch ist die Vertretung durch eine
Anwältin notwendig oder doch zumindest geboten, zumal es sich bei
Beschwerdeführerin um eine Laie handelt.
c) Fraglich ist, ob die Beschwerdeführerin bedürftig ist. Die prozessuale
Bedürftigkeit beurteilt sich nach der gesamten wirtschaftlichen Situation
der Rechtsuchenden. Dazu gehören einerseits sämtliche finanziellen
Verpflichtungen, andererseits die Einkommens- und
Vermögensverhältnisse. Ein allfälliger Überschuss zwischen dem zur
Verfügung stehenden Einkommen und dem Zwangsbedarf der Gesuch
stellenden Partei ist mit den für den konkreten Fall zu erwartenden
Gerichts- und Anwaltskosten in Beziehung zu setzen, dabei sollte es der
monatliche Überschuss ihr ermöglichen, die Prozesskosten bei weniger
aufwendigen Prozessen innert einiger Monate bis rund eines Jahres, bei
anderen aufwendigeren Prozessen innert zweier Jahre zu tilgen (vgl.
Urteil des Bundesgerichts 9C_234/2008 vom 4. August 2008 E.4;
MEICHSSNER, Das Grundrecht auf unentgeltliche Rechtspflege [Art. 29
Abs. 3 BV], Basel 2008, S. 75 f., je mit Hinweisen).
d) Für die Berechnung des prozessualen Zwangsbedarfs wird der
betreibungsrechtliche Grundbetrag durch effektive Bedarfsposten wie
Wohnungsmiete, Sozialbeiträge, Berufsauslagen, Arztkosten, laufende
Steuern usw. erweitert. Zudem ist der betreibungsrechtliche Grundbetrag
praxisgemäss um einen pauschalen Zuschlag von 20 % zu erhöhen (vgl.
MEICHSSNER, Das Grundrecht auf unentgeltliche Rechtspflege [Art. 29
Abs. 3 BV], Basel 2008, S. 74-95; Kreisschreiben des Kantonsgerichts
betreffend Richtlinien für die Berechnung des betreibungsrechtlichen
Existenzminimums [Notbedarf] nach Art. 93 SchKG vom 18. August 2009;
Urteil des Verwaltungsgerichts S 16 89 vom 8. Juni 2017 E.12cc). Im
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vorliegenden Fall sind gemäss dem eingereichten Gesuchsformular und
den beigelegten Unterlagen monatliche Ausgaben von insgesamt
Fr. 2'510.-- ausgewiesen. Dazu ist noch der Grundbedarf für
Alleinstehende (inkl. prozentualen Zuschlags von 20 %) von Fr. 1'440.--
hinzuzurechnen. Der Aufwand für den notwendigen Lebensunterhalt
(prozessualen Zwangsbedarf) beträgt somit total Fr. 3'950.--. Im Zeitpunkt
der Gesucheinreichung wies die Beschwerdeführerin noch ein
Erwerbseinkommen von
Fr. 4'364.-- auf. Wie von ihrer Arbeitgeberin bestätigt, bezieht die
Beschwerdeführerin ab März 2017 (also nach Ablauf des Anspruches auf
Krankentaggelder) entsprechend einem 50%igen Pensum nur noch die
Hälfte ihres bisherigen Lohnes. Da der Zeitpunkt der Entscheidung über
das Gesuch massgebend ist (vgl. MEICHSSNER, a.a.O., S. 79), beläuft sich
das Einkommen der Beschwerdeführerin auf Fr. 2'182.--. Die
Gegenüberstellung des monatlichen Einkommens (total Fr. 2'182.--) mit
dem Aufwand für den notwendigen Lebensunterhalt (prozessualen
Zwangsbedarf, total Fr. 3'950.--) der Beschwerdeführerin ergibt einen
Negativsaldo von Fr. 1'768.--.
e) Wie aus dem Gesuchsformular ersichtlich, verfügt die
Beschwerdeführerin über Wertschriften in der Höhe von Fr. 9'891.35.
Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung kann einer Gesuchstellerin,
die über ein Vermögen verfügt, zugemutet werden, dieses zur
Finanzierung des Prozesses zu verwenden, soweit es einen
angemessenen Vermögensfreibetrag, den sogenannten "Notgroschen",
nicht übersteigt (Urteil des Bundesgerichtes 9C_874/2008 vom
11. Februar 2009 E.2.2.2). Bei dessen Festsetzung ist nach der
Rechtsprechung den Verhältnissen des konkreten Falles, wie namentlich
Alter und Gesundheit der Gesuchstellerin, Rechnung zu tragen. Es wäre
unverhältnismässig, von einer Gesuchstellerin für einen normalen
Prozess die Zerstörung ihrer wirtschaftlichen Basis zu verlangen und sie
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dadurch in die Sozialhilfeabhängigkeit abzudrängen. In der Literatur wird
dabei die Auffassung vertreten, dass im Normalfall von einem
verfassungsrechtlich gebotenen Freibetrag von gegenwärtig Fr. 15'000.--
für Alleinstehende auszugehen ist, wobei ein Notgroschen von über Fr.
20'000.-- nur in besonderen Fällen in Frage kommt (MEICHSSNER, a.a.O.,
S. 86 m.H.; vgl. auch Urteil des Eidgenössischen Versicherungsgerichtes
I 362/05 vom 9. August 2005 E.5.3 m.H.; Urteile des
Verwaltungsgerichtes des Kantons Graubünden U 11 12 vom
18. November 2011 E.4c und S 15 7 vom 24. September 2015 E.4b). Die
flüssigen Mittel der Beschwerdeführerin von Fr. 9'891.35 werden vom
erwähnten Notgroschen erfasst. Vor diesem Hintergrund sowie in
Anbetracht der Verhältnisse des konkreten Falles ist es ihr daher nicht
zuzumuten, für die Gerichtskosten von Fr. 700.-- sowie die durch das
vorliegende Beschwerde-verfahren verursachten Anwaltskosten
aufzukommen. Dem Gesuch der Beschwerdeführerin um Gewährung der
unentgeltlichen Rechtspflege ist demnach stattzugeben und
Rechtsanwältin lic. iur. Susanne von Aesch Kamer als unentgeltliche
Rechtsvertreterin einzusetzen. Demzufolge gehen die Gerichtskosten von
Fr. 700.-- zulasten der Gerichtskasse. Dasselbe gilt für die Anwaltskosten,
sofern sich diese als notwendig und angemessen erweisen.
f) Die unentgeltliche Rechtsvertreterin kann für den berechtigten Aufwand
ein Honorar von Fr. 200.-- pro Stunde zuzüglich notwendiger Barauslagen
und Mehrwertsteuer beanspruchen (Art. 76 Abs. 3 VRG i.V.m. Art. 16 des
kantonalen Anwaltsgesetzes [BR 310.100] und Art. 5 der Verordnung
über die Bemessung des Honorars der Rechtsanwältinnen und Rechts-
anwälte [BR 310.250]). Die Rechtsvertreterin der Beschwerdeführerin
macht in der Honorarnote vom 12. Januar 2017 einen Zeitaufwand von 14
Stunden geltend, was angemessen erscheint. Daraus ergibt sich ein
Honorar von Fr. 2'800.--. Dazu sind die geltend gemachten Barauslagen
von Fr. 35 sowie 8 % MWST hinzuzurechnen. Es resultiert somit ein
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Honoraranspruch von Fr. 3'061.80, der aus der Gerichtskasse zu
entschädigen ist.
g) Wenn sich die Einkommens- oder Vermögensverhältnisse der
Beschwerdeführerin gebessert haben und sie hierzu in der Lage ist, hat
sie das Erlassene und die Kosten der Rechtsvertretung zu erstatten (Art.
77 VRG).