# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 6a10d6f3-0d8e-4f1f-9a23-b4b4deea2d16
**Court:** GR_KG
**Chamber:** GR_KG_007
**Year:** 2013
**Language:** de
**Jurisdiction:** GR / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

hat sich ergeben:
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I. Sachverhalt
A. Im Jahre 2008 verhandelte die Y._ mit ihren Gläubigern über einen Verzicht auf 60% der offenen Forderungen, um einen möglichen Konkurs abzuwenden. Zu den Gläubigern gehörte auch die X._ AG, bei der die Y._ Ausstände aus früheren Lieferungen hatte. Im Bestreben, den drohenden Verlust möglichst gering zu halten, vereinbarte die X._ AG am 5. Juni 2008 mit der Y._ anlässlich eines Telefonats, dass zur Tilgung der offenen Ausstände eine Lieferung von Waren an Zahlungs statt erfolgen solle. Am späten Abend desselben Tages holte die X._ AG daraufhin rund 12.9 Tonnen Rohschinken zu Fr. 26.20/kg, rund 7 Tonnen Eckstück Bündnerfleisch zu Fr. 49.20/kg und rund 0.5 Tonnen dicke Schulter zu Fr. 39.20/kg, insgesamt somit rund 20.4 Tonnen Fleisch zum Preis von Fr. 719‘653.45 (inklusive Mehrwertsteuer), bei der Y._ ab. Die einzelnen Fleischstücke waren vakuumverpackt und tiefgefroren.
B. Am 29. September 2008 erfolgte eine erste summarische Prüfung der Ware durch die A._, wobei mit Bezug auf das Bündnerfleisch (Eckstück und dicke Schulter) insgesamt drei mal 120 g Fleisch entnommen und geprüft wurden. In einem Kurzgutachten vom 2. Oktober 2008 stellte der Prüfleiter B._ fest, dass aufgrund einer Fehlreifung das Produkt nicht verkehrsfähig sei. Mit Schreiben vom 17. Oktober 2008 teilte die X._ AG der Y._ dieses Prüfungsergebnis mit und forderte sie auf, die Ware wieder abzuholen und einen Vorschlag zur Begleichung des entsprechenden Debitorenausstandes zu unterbreiten. In ihrer Antwort vom 22. Oktober 2008 wies die Y._ sämtliche Vorwürfe zurück. Sie machte unter anderem geltend, die Prüfung des Fleisches vier Monate nach der Übernahme sei verspätet erfolgt; das Prüfergebnis belege nicht, dass ein Mangel, der bestritten werde, schon im Zeitpunkt der Übernahme bestanden habe. In den Monaten Juli und August 2009 holte die X._ AG insgesamt acht weitere Prüfungsberichte ein.
C. Die rund 12.9 Tonnen Rohschinken konnte die X._ AG verkaufen. Am 22. September 2009 zeigte sie der Y._ daher die Reduktion der Forderung von Fr. 719‘653.45 auf Fr. 408‘681.35 (inklusive Mehrwertsteuer, Kosten der Laborberichte und der Qualitätssicherung) an.
D. Da sich die Parteien nicht einigen konnten, meldete die X._ AG am 12./13. November 2009 beim Kreisamt Surses eine Klage zur Vermittlung an.
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Nachdem auch an der Sühneverhandlung vom 15. Dezember 2009 keine Einigung erzielt werden konnte, wurde der Leitschein gleichentags mit folgenden Rechtsbegehren ausgestellt und übergeben:
„Klägerisches Rechtsbegehren:
1. Die Beklagte sei zu verpflichten, der Klägerin den Betrag von Fr. 372‘518.25 zuzüglich Zins zu 5 % seit 18. Oktober 2008 zu bezahlen.
2. Die Beklagte sei zu verpflichten, der Klägerin den Betrag von Fr. 17‘663.10 für Laborkosten zuzüglich Zins zu 5 % seit 22. September 2009 zu bezahlen.
3. Die Beklagte sei zu verpflichten, der Klägerin den Betrag von Fr. 16‘000.00 für Qualitätssicherung zuzüglich Zins zu 5 % seit 22. September 2009 zu bezahlen.
4. Die Beklagte sei zu verpflichten, der Klägerin den Betrag von Fr. 2‘500.00 für Lagerkosten zuzüglich Zins zu 5 % seit 22. September 2009 zu bezahlen.
5. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten der Beklagten.
Beklagtisches Rechtsbegehren:
1. Abweisung der Klage.
2. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten der Klägerin.“
E. Am 19. Januar 2010 prosequierte die X._ AG ihre Klage mit unverändertem Rechtsbegehren an das Bezirksgericht Albula. Die Klageantwort erfolgte mit ebenfalls unverändertem Rechtsbegehren am 12. April 2010. In der Replik vom 27. Mai 2010 und der Duplik vom 23. Juni 2010 hielten beide Parteien an ihren Rechtsbegehren fest. Mit Beweisverfügung vom 5. November 2010 wurden die mit den Rechtsschriften eingelegten Urkunden und beantragten Zeugen als erheblich und abzunehmen erklärt. Im Weiteren wurde A._ zur Beweisaussage anlässlich der Hauptverhandlung zugelassen.
F. An der Hauptverhandlung vor dem Bezirksgericht Albula am 27. September 2011 waren auf der klägerischen Seite E.G._ von der X._ AG sowie die Rechtsanwälte Dr. iur. Daniel Fischer und lic. iur. Günther Oberholzer und auf der beklagtischen Seite A._ von der Y._ und Rechtsanwalt lic. iur. Martin Boric anwesend.
Mit Urteil vom 27. September 2011, mitgeteilt am 3. November 2011, erkannte das Bezirksgericht Albula wie folgt:
„1. Die Klage wird abgewiesen.
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2. Die Entscheidgebühr beträgt CHF 18‘000.00 und geht zulasten der Klägerin. Sie wird mit dem geleisteten Kostenvorschuss verrechnet. Der von der Klägerin zu viel bezahlte Kostenvorschuss von Fr. 7‘000.00 wird ihr nach Erhalt eines Einzahlungsscheins zurückerstattet. Ebenso erhält die Beklagte den von ihr geleisteten Kostenvorschuss in der Höhe von Fr. 25‘000.00 nach Eingang eines Einzahlungsscheines zurückerstattet.
3. Die Klägerin wird verpflichtet, der Beklagten eine ausseramtliche Parteientschädigung von Fr. 35‘434.15 (inkl. Auslagen und Mehrwertsteuer) zu bezahlen.

## Considerations