# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 77524b18-f13d-40cc-829d-09b31ef22480
**Court:** GR_KG
**Chamber:** GR_KG_006
**Year:** 2019
**Language:** de
**Jurisdiction:** GR / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

I. Sachverhalt
A. Die Liegenschaft Nr. _ "C._" in O.1_ (Grundstück Nr. _ Grundbuch O.2_) ist in Stockwerkeigentum im Sinne von Art. 712a ff. ZGB eingeteilt und wird von der D._ in O.1_ verwaltet. Der Kläger, A._, ist Mitglied der beklagten B._ (nachfolgend B._). A._ ist Stockwerkeigentümer der 3 1⁄2-Zimmerwohnung Nr. 11 (Stockwerkeigentum Nr. _) sowie Miteigentümer am Grundstück Nr. _ (Autoeinstellplatz Nr. _; Miteigentumsanteil Nr. _). Seine Wertquote beträgt total 80.5/1000.
B. Das Dach der Liegenschaft "C._" besteht aus einem Haupt- und einem Nebengebäude und setzt sich aus acht Dachschichten mit unterschiedlichen Materialien zusammen. In der äussersten Schicht befinden sich Eternitziegel, darunter eine Dachlattenkonstruktion. Zwischen den Parteien ist unbestritten, dass dieses Dach schadhaft sowie im Grundsatz sanierungsbedürftig ist und es nicht mehr dem Stand der Technik und den heutigen (energetischen) Anforderungen entspricht. Insbesondere sind sich die Parteien darüber einig, dass der U-Wert (Wärmedurchgangskoeffizient) den heute gültigen Grenzwert überschreitet. Umstritten ist demgegenüber, in welchem Umfang und in welcher Art die erforderliche Dachsanierung vorgenommen werden soll. Um über das Vorgehen betreffend Dachsanierung zu beschliessen, fand am 28. August 2015 eine ausserordentliche Stockwerkeigentümerversammlung statt (vgl. RG act. II.3). Unter Traktandum 3 beschloss die Mehrheit der B._ entgegen den Wünschen des Klägers insbesondere, dass die Grundlage für die Entscheidungsfindung betreffend Art der Sanierung angemessen sei (Beschluss Nr. 1), die Dachsanierung gemäss Empfehlung von Herrn E._ bzw. der D._ erfolgen soll (d.h. mittels Ersatz der Eternitziegel und Austausch der defekten Dachlatten ohne weitere Isolation im Frühjahr 2016 [Beschluss Nr. 4]), und dass auf die bereits eingeholten Offerten der F._ oder der G._ abgestellt werden soll (Beschluss Nr. 5). Der Zuschlag für die Durchführung der Dachsanierung ging schliesslich an die F._ (Beschluss Nr. 6).
C. A._ stimmte diesen Beschlüssen nicht zu, sondern sprach sich für eine weitergehende Dachsanierung, welche die Verbesserung der Isolation umfasst hätte, aus. Er ist der Auffassung, dass der von der B._ gefasste Beschluss über die Dachsanierung nicht nur in ökologischer und ökonomischer Hinsicht unsinnig, sondern auch rechtswidrig sei, da er gegen die heute massgeblichen und anwendbaren Energievorschriften des Kantons Graubünden verstosse. Er focht diese Beschlüsse deshalb an und reichte am 28. September 2015 beim
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Vermittleramt des Bezirks Inn ein Schlichtungsgesuch ein. Da sich die Parteien anlässlich der Schlichtungsverhandlung nicht einigen konnten, prosequierte A._ seine Klage mit Eingabe vom 30. April 2016. Seine Rechtsbegehren lauten wie folgt:
1. Es seien die am _ 2015 von der Stockwerkeigentümerversammlung "C._", O.1_, unter dem Traktandum 3: Dachsanierung gefassten Beschlüsse Nrn. 1, 4, 5 und 6 vollständig und rückwirkend per _ 2015 aufzuheben.
2. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolge zulasten der Beklagten.
D. Mit Klageantwort vom 20. August 2016 beantragte die B._ die vollumfängliche Abweisung der Klage unter Kosten- und Entschädigungsfolge zulasten von A._.
E. Mit Replik vom 18. Oktober 2016 bzw. Duplik vom 6. Dezember 2016 hielten die Parteien an ihren Rechtsbegehren fest und vertieften ihre Standpunkte.
F. Die Hauptverhandlung fand am 3. Mai 2018 statt. Das Regionalgericht Engiadina Bassa/Val Müstair erkannte mit Entscheid vom 8. Mai 2018 (sic), welcher den Parteien ohne Begründung am 14. Mai 2018 mitgeteilt wurde, was folgt (act. B.5):
1. Die Klage wird abgewiesen.
2. Die Kosten des Schlichtungsverfahrens der Schlichtungsbehörde Inn in Höhe von CHF 400.00 und die Gerichtskosten in Höhe von insgesamt CHF 12'684.00 (Gerichtskosten CHF 4'500.00, Kosten Gutachten CHF 7'884.00, Kosten Zeugeneinvernahme CHF 300.00), total somit CHF 13'084.00, gehen zu Lasten der klagenden Partei. Die Gerichtskosten von CHF 12'684.00 werden mit den geleisteten Vorschüssen von CHF 11'300.00 verrechnet. Die klagende Partei hat dem Regionalgericht Engiadina Bassa/Val Müstair den Restbetrag von CHF 1'384.00 innert 30 Tagen zu bezahlen und der beklagten Partei CHF 300.00 zu ersetzen (Art. 111 Abs. 2 ZPO).
3. Die klagende Partei hat die beklagte Partei mit CHF 25'130.40 (inkl. Barauslagen und MWST) aussergerichtlich zu entschädigen.

## Considerations