# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 282206be-5c93-4494-b00b-c723fca5be6b
**Court:** GR_KG
**Chamber:** GR_KG_004
**Year:** 2006
**Language:** de
**Jurisdiction:** GR / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

hat sich ergeben:
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A. Gemäss ihrer Anklageschrift vom 17. Januar 2006 erachtete die Staatsanwaltschaft Graubünden den folgenden Sachverhalt als massgeblich und ausgewiesen:
1. Zum Vorwurf der groben Verletzung von Verkehrsregeln gemäss Art. 34 Abs. 4 SVG und Art. 12 Abs. 1 VRV in Verbindung mit Art. 90 Ziff. 2 SVG
Am Nachmittag des 18. März 2004 fuhr Z. mit dem Personenwagen Subaru Legacy vom Oberengadin her über die Julierstrasse in Richtung Chur. Hinter ihm befand sich Y. mit seinem Fahrzeug Fiat Seicento gefolgt von X. in einem BMW. Nachdem Y. um circa 13 Uhr auf der geraden Strecke vor Rona das Fahrzeug von Z. überholt hatte, verringerte er seine Geschwindigkeit beim Ortseingang auf die dort erlaubten 50 km/h. Während dieses Manövers schloss Z. so dicht zum Fiat Seicento auf – der Abstand betrug nur noch zwei bis fünf Meter –, dass Y. im Rückspiegel das Kennzeichen des Subaru Legacy nicht mehr sehen konnte.
2. Zum Vorwurf der groben Verletzung von Verkehrsregeln gemäss Art. 37 Abs. 1 SVG und Art. 12 Abs. 2 VRV in Verbindung mit Art. 90 Ziff. 2 SVG
Im Anschluss an das eben beschriebene Geschehen wurde Y. in Rona von Z. wieder überholt (vgl. hierzu Ziff. 6.1.). Unmittelbar nach dem Verlassen des Dorfes bremste Z. den von ihm gelenkten Subaru Legacy kurz vor einer unübersichtlichen Kurve ohne ersichtlichen Grund brüsk ab. Um eine Auffahrkollision zu verhindern, war Y. gezwungen, auf die andere Strassenhälfte auszuweichen, wo zu diesem Zeitpunkt kein Gegenverkehr herannahte.
3. Zum Vorwurf der mehrfachen groben Verletzung von Verkehrsregeln gemäss Art. 35 Abs. 1 SVG in Verbindung mit Art. 90 Ziff. 2 SVG
3.1. Auf der Weiterfahrt in Richtung Chur über die A 13 am Nachmittag des 18. März 2004 befand sich Z. nördlich des Anschlusses Rothenbrunnen hinter dem BMW des X.. Als X. auf der Überholspur den rechten Blinker stellte und sich anschickte, auf die Normalspur einzuschwenken, wurde er von Z. rechts überholt. X. gelang es nur knapp, eine Kollision zu vermeiden.
3.2. Am Nachmittag des 28. Juni 2005 befand sich Z. mit dem Personenwagen Subaru Legacy auf der Fahrt von Lenzburg über die A 1 in Richtung Zürich. Um circa 15 Uhr näherte er sich bei Mägenwil auf der Überholspur dem Lieferwagen Opel Movano der von W. gesteuert wurde. Vor dem Lieferwagen befanden sich zwei weitere Fahrzeuge, deren Lenker im Begriffe waren, einen auf der Normalspur fahrenden Lastwagen mit Anhänger zu überholen. Z. wechselte von der Überholspur auf die Normalspur, fuhr anschliessend rechts am Lieferwagen von W. vorbei und kehrte dann wieder auf die Überholspur zurück.
4. Zum Vorwurf der mehrfachen groben Verletzung von Verkehrsregeln gemäss Art. 44 Abs. 1 SVG und Art. 10 Abs. 1 VRV in Verbindung mit Art. 90 Ziff. 2 SVG
4.1. Beim eben geschilderten Manöver vom Nachmittag des 28. Juni 2005 bog Z. derart knapp vor dem Opel Movano auf die Überholspur ein, dass W., um eine Kollision zu vermeiden, nach links gegen die Mittelleitplanke ausweichen und die Bremse betätigen musste. Die Behinderung erfolgte bei einer Geschwindigkeit von circa 130 km/h.
4.2. Etwas später wechselte er auf der dreispurigen Fahrbahn bei Brunegg von der ersten auf die zweite Überholspur, wobei er dies so knapp vor dem Opel Movano tat, dass W. wiederum ein Bremsmanöver einleiten musste. Während
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dieses Fahrstreifenwechsels betrug der Abstand zwischen den beiden Fahrzeugen lediglich zwei bis drei Meter, und dies bei einem Tempo von ungefähr 120 km/h.
5. Zum Vorwurf der Verletzung von Verkehrsregeln gemäss Art. 35 Abs. 7 SVG in Verbindung mit Art. 90 Ziff. 1 SVG
Als sich Y. am Nachmittag des 18. März 2004 beim Überholvorgang auf dem geraden Strassenstück vor Rona (vgl. hierzu auch Ziff. 1.) mit seinem Fiat Seicento ungefähr auf der Höhe des Subaru Legacy befand, erhöhte Z. die Geschwindigkeit seines Fahrzeugs. Er behinderte dadurch den Überholenden beim Wiedereinbiegen.
6. Zum Vorwurf der mehrfachen Verletzung von Verkehrsregeln gemäss Art. 27 Abs. 1 SVG in Verbindung mit Art. 90 Ziff. 1 SVG
6.1. Als Z. auf der beschriebenen Fahrt vom Nachmittag des 18. März 2004 in Rona den Fiat Seicento des Y. überholte, beschleunigte er den Subaru Legacy auf rund 60 km/h. Er missachtete dadurch die signalisierte Höchstgeschwindigkeit von 50 km/h.
6.2. Kurze Zeit später überholte er in Tinizong auch noch den Wagen von X., wobei er die innerorts geltende, signalisierte Höchstgeschwindigkeit von 50 km/h wiederum überschritt.
B. In seiner Ergänzung vom 17. Januar 2006 zur Anklageschrift der Staatsanwaltschaft Graubünden vom gleichen Tag stellte der Untersuchungsrichter die folgenden Anträge:
„1. Z. sei der mehrfachen groben Verletzung von Verkehrsregeln gemäss Art. 34 Abs. 4 SVG und Art. 12 Abs. 1 VRV, Art. 35 Abs. 1 SVG, Art. 37 Abs. 1 SVG und Art. 12 Abs. 2 VRV, Art. 44 Abs. 1 SVG und Art. 10 Abs. 1 VRV in Verbindung mit Art. 90 Ziff. 2 SVG sowie der mehrfachen Verletzung von Verkehrsregeln gemäss Art. 27 Abs. 1 SVG und Art. 35 Abs. 7 SVG in Verbindung mit Art. 90 Ziff. 1 SVG schuldig zu sprechen.
2. Dafür sei er mit zwanzig Tagen Gefängnis und einer Busse von CHF 2500.00 zu bestrafen.
3. Der Vollzug der Freiheitsstrafe sei mit einer Probezeit von drei Jahren aufzuschieben. Nach Ablauf der Probezeit sei bei Bewährung auch der Eintrag der Busse im Strafregister zu löschen.
4. Kostenfolge sei die gesetzliche.“
C. Anlässlich der mündlichen Hauptverhandlung vom 29. Mai 2006 vor Bezirksgerichtsausschuss Albula stellte der private Verteidiger des Angeklagten die folgenden Rechtsbegehren:
„1. Herr Z. sei wegen einfacher Verkehrsregelverletzung am 18. März 2004 gemäss Ziff. 303 lit. b der Ordnungsbussenliste in der
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Ordnungsbussenverordnung schuldig zu sprechen und mit CHF 120.00 zu büssen.
2. Im Übrigen sei Herr Z. von Schuld und Strafe freizusprechen. Eventualiter sei die Verhandlung zu vertagen und es seien durch das Gericht im Konfront die Zeugen Y., V. und X. einzuvernehmen und dem Angeklagten sei Gelegenheit zu gewähren, Fragen an die Zeugen zu stellen. Zudem sei ein Glaubwürdigkeitsgutachten betreffend die schriftliche Strafanzeige des Herrn Y. einzuholen. Schliesslich wird beantragt, bei der Einsatzzentrale Chur der Kantonspolizei die (angeblichen) Meldungen Y. und V./X. zu edieren.
3. Die Untersuchungs- und Gerichtskosten seien auf die Staatskasse zu nehmen. Der Staat habe Herrn Z. für den Beizug des privaten Verteidigers in Gerichtsverfahren für die bisher aufgelaufenen Bemühungen mit CHF 5449.95 zu entschädigen.“
D. Mit mündlich eröffnetem Urteil vom 29. Mai 2006, schriftlich mitgeteilt am 21. August 2006, erkannte der Bezirksgerichtsausschuss Albula:
„1. Z. ist schuldig der Verletzung von Verkehrsregeln gemäss Art. 27 Abs. 1 SVG in Verbindung mit Art. 90 Ziff. 1 SVG, der mehrfachen groben Verletzung von Verkehrsregeln gemäss Art. 35 Abs. 1 SVG in Verbindung mit Art. 90 Ziff. 2 SVG sowie Art. 44 Abs. 1 SVG und Art. 10 Abs. 1 VRV in Verbindung mit Art. 90 Ziff. 2 SVG. In den übrigen Anklagepunkten wird Z. von Schuld und Strafe freigesprochen.
2. Dafür wird Z. mit einer Busse von CHF 2500.00 bestraft.
3. Der Eintrag der Busse im Strafregister ist bei Wohlverhalten nach Ablauf einer Probezeit von zwei Jahren zu löschen.
4. Die Kosten des Strafverfahrens bestehend aus: Untersuchungskosten der Staatsanwaltschaft CHF 1932.45 Gerichtsgebühren CHF 3500.00 insgesamt CHF 5432.45 gehen zulasten des Verurteilten und sind innert 30 Tagen mittels beiliegenden Einzahlungsscheines zu bezahlen.

## Considerations