# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 3617c320-d055-4db1-b21b-1ee8e5c6ca19
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2015
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1976, war von Januar 2007 bis Juni 2008 bei der
Z._
AG als Chef de Bar tätig (
Urk.
9/12)
.
Unter Hinweis auf
Knie
be
schwerden
meldete sich
die Versicherte
am 2
3.
April 2009 bei der Invaliden
ver
sicherung zum Leistungsbezug an (
Urk.
9/3). Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, klärte in der Folge die medizinische und erwerbliche Situation ab.
Mit Mitteilung vom 1
0.
Mai 2010 teilte sie der Versicherten mit,
dass auf
grund ihres Gesundheitszustandes zurzeit keine beruflichen Eingliede
rungs
mass
nahmen möglich seien (
Urk.
9/20).
Nach durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(
Urk.
9/28
;
Urk.
9/31
)
tätigte die IV-
Stelle weitere medizinische Abklärungen. Nach erneutem
Vorbescheidver
fahren
(
Urk.
9/58;
Urk.
9/62, 9/63) gewährte die IV-Stelle mit Mitteilung vom
7.
Septem
ber 2012 (
Urk.
9/79) Beratung und Unterst
ützung bei der Stellensuche
, welche
mit Mitteilung vom 2
8.
Februar 2013 (
Urk.
9/98) abgeschlossen
wurde
.
Die IV-Stelle verneinte schliesslich mit Verfügung vom 1
5.
Juli 2014
einen Rentenan
spruch (
Urk.
9/123
=
Urk.
2)
.
2.
Die Versicherte erhob am
9.
September 2014
Beschwerde gegen die Verfügung vom
1
5.
Juli
2014
(
Urk.
2) und beantragte, diese sei aufzuheben und es sei ihr
eine halbe Invalidenrente
zuzusprechen (
Urk.
1 S.
3
).
Die IV-Stelle beantragte mit Beschwerdeantwort vom
1
6.
Oktober 2014
(
Urk.
8
) die Abweisung der Beschwerde. Dies wurde der Beschwerdeführerin am
1
1.
Novem
ber 2014
zur Kenntnis gebracht (
Urk.
10
).
Mit Gerichtsverfügung vom
1
9.
Dezember 2014
wurde antragsgemäss (vgl.
Urk.
1
S. 3
) die unentgeltliche Prozessführung bewilligt (
Urk.
12
).
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze
oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den All
gemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG). Sie kann Folge von
Ge
burts
gebrechen
, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die
Invalidenversicherung, IVG)
.
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beein
trächtigung
der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verur
sachte und nach
zu
mut
barer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Ver
lust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommen
den
ausgegli
che
nen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens ei
ner Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesund
heitlichen Beein
trächtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1
IVG
Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich min
des
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertels
rente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im
Be
schwerdefall
das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebe
nenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 256 E. 4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage,
welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden kön
nen
(BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E. 4b/cc).
1.4
Versicherungsträger und Sozialversicherungsgerichte haben die Beweise frei, das
heisst ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und pflicht
ge
mäss zu würdigen. Für das Beschwerdeverfahren bedeutet dies, dass das Sozial
versicherungsgericht alle Beweismittel, unabhängig davon, von wem sie stam
men,
objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden hat, ob die verfüg
baren Un
terlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruches gestatten. Insbesondere darf es bei einander widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medi
zinische These abstellt.
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist also entscheidend, ob der Be
richt für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen
beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorak
ten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen Situa
tion einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Aus
schlag
ge
bend
für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft ei
nes Beweis
mittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag ge
gebenen Stell
ungnahme als Bericht oder Gutachten (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E.
3a)
.
1.5
Berichte und Gutachten versicherungsinterner Ärztinnen und Ärzte unterliegen
wie andere Beweismittel der freien richterlichen
Beweis
würdigung
. Es kann ihnen
Beweiswert beigemessen werden, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvoll
ziehbar begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen.
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin ging in der angefochtenen Verfügung (
Urk.
2) gestützt auf die medizinische Beurteilung des Regionalen Ärztlichen Dienstes (RAD) da
von aus, dass der Beschwerdeführerin eine leidensangepasste Tätigkeit unter Berücksichtigung eines entsprechenden Belastungsprofils (S. 3 unten) zu 100
%
zumutbar sei, weshalb sie einen Rentenanspruch verneinte.
2.2
Die Beschwerdeführerin bestritt beschwerdeweise (
Urk.
1) die von der
Beschwer
degegnerin
angenommene Arbeitsfähigkeit und machte
im Wesentlichen
gel
tend
,
die Beschwerdegegnerin gehe
unkorrekterweise
und entgegen diversen
Arztbe
rich
ten
davon aus, dass eine leidensangepasste volle Arbeitsfähigkeit be
stehe (S.
1).
Medizinisch stehe klar fest, dass eine Behinderung des linken Knies und
lediglich eine Teilarbeitsfähigkeit im Umfang von etwa 50
%
vorliege (S.
1 unten).
Die Beschwerdegegnerin habe auf eine eigene Untersuchung verzichtet. Die bisher vorgenommene medizinische Beurteilung sei somit von nicht medizi
nischem Verwaltungspersonal erfolgt, womit die Annahme der vollen Arbeits
fähigkeit unkorrekt entstanden sei
(S. 2 oben)
.
2.3
S
trittig und zu prüfen ist somit
der Anspruch auf eine Invalidenrente und in diesem Zusammenhang insbesondere die Höhe der Arbeitsfähigkeit in einer an
gepassten Tätigkeit.
3.
3.1
Die Ärzte der Uniklinik
A._
berichteten am
3.
Juli 2009 (
Urk.
9/9/6-7) von einer ambulanten Verlaufskontrolle. Der Beschwerdeführerin gehe es eigentlich
gut, jedoch seien die Kniebeschwerden seit der Arthroskopie nicht
regredient
und
nach wie vor belastungsabhängig vorhanden.
Insbesondere nach längerem Stehen
habe sie nach wie vor Knieschmerzen. Sie habe ihre Tätigkeit an einer Bar deswegen aufgeben müssen. Sie sei bis anhin zu 50
%
arbeitsunfähig ge
we
sen und habe die übrigen 50
%
als Kleinkindbetreuerin gearbeitet, wo sie ei
ner abwechselnd sitzenden und stehenden Tätigkeit nachgehen könne, was ihr deut
lich weniger Beschwerden bereite (S. 2).
Die Ärzte führten
weiter
aus, bei der Beschwerdeführerin würden nach wie vor Restbeschwerden nach multiplen Eingriffen am linken Kniegelenk
bestehen
. Die Beschwerden seien glaubhaft, wofür auch ein intraartikulärer Erguss spreche.
A
rthroskopisch
seien das mediale sowie das laterale
als auch das
femoropatel
lare
Kompartiment unauffällig ohne wesentliche deg
e
nerative Veränderung gewesen. Langfristig werde wohl eine stehende sowie belastende Tätigkeit mit
He
ben von Lasten über 15 kg nicht sinnvoll sein.
Jedoch könne d
ie Arbeits
fähig
keit
in
einer abwechselnd sitzenden, stehenden oder einer rein sitzenden Tätig
k
eit auf 100
%
gesteigert werden (S. 2 Mitte).
3.2
Die Ärzte der Uniklinik
A._
berichteten am
8.
Januar 2010 (
Urk.
9/13) von einer Verlaufskontrolle nach MRI und hielten dazu fest, im MRI zeige sich kein akuter Riss des medialen Meniskus bei bekannten degenerativen Veränderun
g
en
. Das erneute Durchsehen der
Arthroskopiebilder
bestätige die recht deutli
chen degenerativen Veränderung
en
bei Status nach subtotaler medialer
Menis
kektomie
. Letzte Möglichkeit sei ein künstlicher Meniskusersatz medial, wenn
gleich ein grosses Risiko von Beibehalten von relevanten Beschwerden vorhan
den
sei
(S. 2). Zur Arbeitsfähigkeit nahmen die Ärzte keine Stellung.
3.3
Die Ärzte der Uniklinik
A._
berichteten am
9.
April 2010 (
Urk.
9/14) über
eine
Operation (
Kniearthroskopie links
und Meniskustransplantation) mit ent
spre
chender
Hospitalisation
vom
8.
März bis
9.
März 201
0.
Bis zur klinischen Kontrolle am 2
7.
April 2010 bestehe eine Arbeitsunfähigkeit von 100
%
(S. 2).
Nach postoperativer
6-Wochen
kontrolle berichteten die Ärzte am 1
1.
Mai 2010 (
Urk.
9/21) von einem insgesamt erfreulichen Verlauf mit deutlicher Besserung bezüglich ROM
(Range
of
Motion)
und Schmerzsituation im Vergleich zu prä
operativ. Es bestehe
ab sofort
eine Arbeitsunfähigkeit von 50
%
als Kinder
pfle
gerin (S. 2)
.
Am 17
.
Juni 2010 berichteten die Ärzte über die
postoperative
Verlaufskontrolle
nach
3 Monate
n
(
Urk.
9/22). Die Beschwerdeführerin berichte über eine deutli
che
Besserung der Beschwerden. Insbesondere sei die Streckung laut ihren An
gaben
nun fast vollständig durchführbar. Sie klage noch über intermittierende Schmer
zen, insbesondere bei längerem Sitzen im Kniegelenkspalt
,
sowie
über
belas
tungsabhängige
,
leichtgradige
Beschwerden (S.
1). Ab August möchte die Be
schwerdeführerin wieder
zu
100
%
arbeiten. Die Beschwerdeführerin sei instru
iert worden, dass
mit
leichte
m
Joggen auf ebenem Untergrund ab dem
4.
Monat postoperativ
begonnen werden könne (S. 2).
Am 2
9.
Juli 2010 (
Urk.
9/23/4) bestätigten die Ärzte
schliesslich
auf
entspre
chende
Nachfrage
, dass die Beschwerdeführerin ab August 2010
in einer leich
ten Tätigkeit in Wechselbelastung vorwiegend sitzend ohne Heben, Tragen und
Transportieren von Lasten grösser als 5 kg, ohne Verharren in
Zwangshal
tung
en
, ohne Knien und Kauern sowie längere
n
Wegstrecken auf unebenem Untergrund
(vgl. Urk. 9/23/3)
,
zu 100
%
arbeitsfähig sei.
3.4
Die Ärzte der Uniklinik
A._
berichteten am 1
1.
März 2011 (
Urk.
9/40) über
die Jahreskontrolle und führten aus,
seit September und insbesondere auch bei der
Arbeitsaufnahme als Kinderbetreuerin seien zunehmend Schmerzen auf
getreten, welche die Lebensqualität deutlich einschränk
t
e
n
(S.
1). Es sei eine wei
te
re
MRI-
Abklärung geplant (S. 2).
In der MRI-
Besprechung am
5.
Mai 2011 (Bericht vom 1
2.
Juli 2011;
Urk.
9/47) führten die Ärzte aus, der Kunstmeniskus erscheine
undisloziert
. Die
Schmerzu
rsache
werde in der beginnenden
leichtgradigen
Gonarthrose medial gesehen. Aufgrund der
valgischen
Beinachsen könne keine sinnvolle operative Therapie
angeboten werden. Die Ärzte attestierten eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit als
Spiel
gruppenleiterin
bis am 3
1.
Mai 2011 (S. 2).
Nach einer
weiteren
Verlaufskontrolle
führten
die Ärzte am
3.
August 2011 (
Urk.
9/49)
aus,
die Beschwerden würden mit der medialen Gonarthrose zusam
menhängen und auch die Ergussbildung
en
klar mit dieser Veränderung einher
ge
hen. Ausser eines prothetischen Ersatzes könne nichts Chirurgisches angebo
ten werden, welches die Beschwerden verbessern würde. Die Beschwerdefüh
rerin
bleibe in der Tätigkeit als Spielgruppenleiterin
zu
50
%
arbeitsunfähig und werde
dies auch längerfristig sein (S. 2).
Am
7.
Oktober 2011 berichteten die Ärzte n
ach einer weiteren Verlaufskontrolle
von einer schwierigen Situation
(
Urk.
9/52 =
Urk.
9/53
/6-7
)
. Bei weiterer 50%iger
Arbeitsunfähigkeit als Spielgruppenleiterin solle längerfristig ein
e
kniescho
nend
e
Tätigkeit ins Auge gefasst werden (S. 2).
Nach einer erneuten Verlaufskontrolle berichteten die Ärzte am 1
1.
Mai 2012 (
Urk.
9/70)
schliesslich
von unveränderten Schmerzen. Die durchgeführte intra
artikuläre Infiltration habe zu einer guten vorübergehenden
Beschwerdelinde
rung
geführt. Aufgrund der Entlastung habe die Beschwerdeführerin nun Schmerzen in der rechten Ferse
(S. 1)
. Sowohl klinisch als auch radiologisch zeige sich eine fortschreitende Arthrose medial betont. Alle möglichen konservativen und ope
rativen Möglichkeiten seien ausgeschöpft worden, so dass aktuell bis auf Scho
nung sowie systematische und lokale Analgesie keine weiteren
Thera
piemass
nahmen
möglich seien. Es bestehe bis auf weiteres eine Arbeitsunfähig
keit von 50
%
(S. 2).
3.5
Dr.
med.
B._
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumato
logie des Bewegungsapparates,
Regional Ärztlicher Dienst der
Beschwerdegeg
ne
rin
(
RAD
)
, führte in seiner Stellungnahme vom 1
2.
Juni 2012 (
Urk.
9/122/2-5)
aus, der ausgewiesene somatische
Gesundheits
schaden
, welcher auch im aktu
ells
ten Bericht der Uniklinik
A._
vom 1
1.
Mai 2012 (vorstehend E.
3.4) erneut
bestätigt werde
, sei unstrittig
. Die dau
erhafte 50%ige Arbeitsfähigkeit in der bis
herigen Tätigkeit sei auch in den bis
herigen RAD-Stellungnahmen
(vgl.
Urk.
9/26
,
Urk.
9/56)
anerkannt worden. Konkrete Angaben
zur Arbeitsfähigkeit in einer
be
hinderungsangepassten
Tä
tigkeit
würden
jedoch
weiterhin nicht vorliegen (S.
4).
Da behandelnde Ärzte eine Arbeitsunfähigkeit üblicherweise für die jeweils aus
geübte Tätigkeit bescheinigen würden, seien Angaben zu einer angepassten, das heisst theoretisch möglichen Tätigkeit immer als medizinisch-theoretische Über
legungen unter Berücksichtigung der vorliegenden objektiven (klinischen und radiologischen) Befunde zu verstehen (S. 4 Mitte).
An dem in der RAD-Stellungnahme vom 2
2.
Juli 2011 (vgl.
Urk.
9/56 S. 4 f.) formulierten Belastungsprofil
(körperlich leichte bis gelegentlich mittelschwere Arbeiten ohne Heben und Tragen von Lasten über 10 kg, gelegentlich maximal
15 kg, ohne langes Stehen auf einer Stelle, das heisst wechselbelastend zwi
sche
n Sitzen, Stehen und kurzen Gehstrecken, ohne Hocken, Kauern und Knien, ohne
Steigen auf Leitern/Gerüste oder häufiges Treppensteigen)
könne im We
sent
liche
n festgehalten werden
(S. 4 unten)
.
Hinsichtlich der retrospektiven Festlegung des Arbeitsunfähigkeitsverlaufs für
eine optimal angepasste Tätigkeit sei davon auszugehen, dass in den Zeiträu
men
einer 100%igen Arbeitsunfähigkeit für die bisherige Tätigkeit mit überwie
gen
der Wahrscheinlichkeit
,
diese auch für eine angepasste Tätigkeit bestanden habe,
da es sich zumeist um postoperative Phasen gehandelt habe, während in den Zeit
räumen einer 50%igen Arbeitsfähigkeit für die b
isherige (
knie
belas
tende
) Tätig
keit für eine optimal angepasste, das heisst eine
knie
schonende Tä
tigkeit keiner
lei Einschränkung bestand
(S. 5 oben)
.
3.6
Die Ärzte der Uniklinik
A._
führten im Bericht vom 1
2.
Juli 2013
(
Urk.
9/102/6-7) unter Beilage von weiteren Berichten (vgl.
Urk.
9/102/9-15) aus,
einschränkend beste
he
ein persistierender, durch Belastung verstärkter Knie
schmerz links
,
insbesondere medial. Eine Auswirkung auf die berufliche Betäti
gung bestehe in einer Verschlechterung durch längere Position sowohl im Sitzen
als auch im Stehe
n
, Stufen steigen, das Heben von Lasten sei erschwert. Dabei sei eine verminderte Leistungsfähigkeit gegeben und betreffe sowohl kör
perlich anspruchsvolle
Tätigkeiten
als auch längeres Sitzen. Eine
wechselbelas
tende
Tätigkeit sei längerfristig zu 100
%
anzustreben (
Ziff.
1.7).
3.
7
A
m
9.
Januar 2014
berichteten die Ärzte der Uniklinik
A._
von einer Infil
tration des rechten oberen Sprunggelenkes
(OSG)
bei Verdacht auf
anteromedi
ales
Impingement
(
Urk.
9/114/1-2)
. 6 Wochen nach
Infiltration bestehe keine
wesentliche Verbesserung. Konventionell-radiologisch sowie MRI-tomogra
phisch
zeige sich kein morphologisches Korrelat zu den Beschwerden
(S. 2)
.
3.
8
Die Ärzte der Uniklinik
A._
berichteten am
4.
Juni 2014 (
Urk.
9/121/6-7)
vom Verlauf nach OSG-Arthroskopie am 1
6.
April 201
4.
Die Beschwerdeführe
ri
n sei mit dem Behandlungserfolg sehr zufrieden und im Alltag diesbezüglich nicht mehr eingeschränkt (S. 1).
4.
4.1
Soweit die Beschwerdeführerin einwendet, dass die bisher vorgenommene medi
zinische Beurteilung von nicht medizinischem Verwaltungspersonal vorgenom
men
wurde, verkennt sie, dass d
ie
Beschwerde
gegnerin
zur Begründung der ange
fochtenen Verfügung (Urk. 2) auf die Stel
lungnahme de
s
RAD-
Arztes
Dr.
B._
ab
stellte
, wonach bei
der
Beschwerdefüh
rer
in
von einer vollen Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit auszuge
hen sei (vorstehend E. 3.
5
).
4.2
Auf Stellungnahmen de
s
RAD kann indes nur abgestellt werden, wenn sie den allgemeinen beweisrechtlichen Anforderungen an einen ärztlichen Bericht (vgl. vorstehend E. 1.4
und
E.
1.5
) genügen (Urteil des Bundesgerichts I 694/05 vom 15. Dezember 2006 E. 2). Sie müssen insbesondere in Kenntnis der
Vorakten
(Anam
nese) abgegeben worden sein und in der Beschreibung der medizinischen Situation und Zusammenhänge einleuchten; die Schlussfolgerungen sind zu be
gründen (BGE 125 V 351 E. 3a). Die RAD-Ärzte müssen sodann über die im Einzelfall gefragten persönlichen und fachlichen Qualifikationen verfügen
(Urteile des Bundesgerichts I 142/07 vom 20. November 2007 E. 3.2.3 und I 362/06 vom 10. April 2007 E. 3.2.1).
Dr.
B._
berücksichtige die medizinischen
Vorakten
wie a
uch die geklagten Be
schwerden der Beschwerdeführerin. Sodann leuchte
n
seine Darlegung der medi
zinischen Befunde sowie deren Beurteilung ein und die Schlussfolgerungen sind
nachvollziehbar begründet. Die Beurteilung wurde
ausserdem
in Kenntnis der un
d
soweit möglich
in Auseinandersetzung mit den
Vorakten
erstellt und trägt der konkreten medizinischen Situation Rechnung. Die vorhandenen Befunde werden dabei in nachvollziehbarer Weise bei der Einschätzung der Leistungsfä
higkeit beziehungsweise dem entsprechend formulierten Zumutbarkeitsprofil berücksichtigt. Im Übrigen handelt es sich bei
Dr.
B._
um einen Facharzt
für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates,
und seine Stellungnahme ist für die Beantwortung der gestellten Fragen genügend um
fassend, so dass für die
Entscheidfindung
und insbesondere die Einschätzung der
Arbeitsfähigkeit darauf abgestellt werden kann.
4.3
Gemäss
Art. 59 Abs. 2
bis
IVG stehen die regionalen ärztlichen Dienste den IV-
Stellen zur Beurteilung der medizinischen Voraussetzungen des
Leistungsan
spruchs
zur Verfügung. Sie setzen die für die Invalidenversicherung nach Arti
kel
6 ATSG
massgebende
funktionelle Leistungsfähigkeit der Versicherten fest, eine zumutbare Erwerbstätigkeit oder Tätigkeit im Aufgabenbereich auszuüben. Sie sind in ihrem medizinischen Sachentscheid im Einzelfall unabhängig. Nach Art. 49 der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV) beurteilen die re
gio
nalen ärztlichen Dienste die medizinischen Voraussetzungen des
Leistungs
anspruchs
. Die geeigneten Prüfmethoden können sie im Rahmen ihrer medizi
nischen Fachkompetenz und der allgemeinen fachlichen Weisungen des Bun
des
amtes frei wählen (Abs. 1). Die regionalen ärztlichen Dienste können bei Be
darf selber ärztliche Untersuchungen von Versicherten durchführen. Sie halten die Untersuchungsergebnisse schriftlich fest (Abs. 2).
Sinn und Zweck dieser Bestimmung liegen darin, dass die IV-Stellen zur Beur
teilung der medizinischen Anspruchsvoraussetzungen auf eigene Ärzte und Ärztinnen zurückgreifen können. Diese sollen aufgrund ihrer speziellen
versi
cherungsmedizinischen
Kenntnisse für die Bestimmung der für die Invaliden
ver
sicherung
massgebenden
funktionellen Leistungsfähigkeit der Versicherten ver
antwortlich sein. Damit soll eine konsequente Trennung der Zuständigkeiten zwischen behandelnden Ärzten (Heilbehandlung) und Sozialversicherung (Be
stimmung der Auswirkungen des Gesundheitsschadens) geschaffen werden. Die
regionalen ärztlichen Dienste
bezeichnen die zumutbaren Tätigkeiten und die
unzumutbaren Funktionen unter Angabe einer allfälligen medizinisch begrün
de
ten zeitlichen Schonung. Damit soll im Hinblick auf eine erfolgreiche Einglie
derung eine objektive Fest
legung der
massgebenden
funktionellen Leistungs
fähig
keit der Versicherten er
möglicht werden. Gestützt auf die Angaben des RAD
hat die IV-Stelle zu beur
teilen, was einer versicherten Person aus objekti
ver Sicht noch zumutbar ist und was nicht.
4.4
Soweit die Beschwerdeführerin einwendet, dass die Beschwerdegegnerin trotz ent
sprechendem Angebot auf einen Untersuch durch den RAD verzichtet habe, ist zu bemerken, dass
es nicht in jedem Fall zwingend erforderlich ist,
dass die ver
sicherte Person durch den RAD untersucht wird.
Nach Art. 49 Abs. 2 IVV führt der RAD für die Beurteilung der medizinischen Voraussetzungen des
Leis
tungsanspruchs
nur „bei Bedarf“ selber ärztliche Untersuchungen durch.
In den übrigen Fällen stützt er seine Beurteilung auf die vorhandenen ärztlichen Unter
lagen ab. Das Absehen von eigenen Untersuchungen ist somit nicht an sich ein Grund, um eine RAD-
Stellungnahme
in Frage zu stellen. Dies gilt ins
besondere, wenn es
-
wie im vorliegenden Fall
-
im Wesentlichen um die Beur
teilung eines feststehenden medizinischen Sachverhalts geht und die direkte ärztliche Befass
ung mit der versicherten Person in den Hintergrund rückt (Urteil des Bundes
ge
richts I 1094/06 vom 14. November 2007 E. 3.1.1; vgl. auch BGE 127 I 54 E. 2e und f).
Dass der RAD vorliegend nicht selber eine klinische Untersuchung durchführte, schmälert nach dem Gesagten den Beweiswert seiner Stellungnahme nicht, und
zwar umso weniger, als die somatischen Befunde als solche nie umstritten wa
ren,
sondern lediglich deren Auswirkung auf die Leistungsfähigkeit
, insbeson
dere in einer angepassten Tätigkeit
.
4.5
Sodann
finden die Vorbringen der Beschwerdeführerin
, wonach
behandelnde Ärzte
bei der Beurteilung der Arbeitsfähigkeit
nicht nur die ausgeübte
,
sondern auch eine behinderungsangepasste Tätigkeit betrachten würden
(Urk. 1 S. 2)
, in den Akten keine Stütze
.
In
zahlreichen Berichten der Uniklinik
A._
finden sich
ledig
lich Einschätzungen der Arbeitsunfähigkeit in der ausgeübten Tätig
keit als Spielgruppenleiterin
(vgl. vorstehend E.
3.1, E.
3.3, E.
3.4)
.
A
uf entspre
chende Nachfrage hin hielten di
e Ärzte der Uniklinik
A._
a
m 2
9.
Juli 2010 (vgl. vorstehend E.
3.3)
sogar ausdrücklich
fest, dass die Beschwerdefüh
rerin ab August 2010 in einer leichten Tätigkeit in Wechselbelastung vorwie
gend sitzend ohne Heben, Tragen und Transportieren von Lasten grösser als 5 kg, ohne Ver
harren in Zwangshaltungen, ohne Knien und Kauern sowie länge
ren Weg
strecken auf unebenem Untergrund, zu 100
%
arbeitsfähig sei.
Dem
ent
spre
chen
d ist
die Tätigkeit als Spielgruppenleiterin oder auch als Kinderpfle
gerin
, insbe
son
dere vor dem Hintergrund der ausgewiesenen somatischen Be
schwerden,
sich
erlich nicht als
leidensangepasste Tätigkeit anzusehen
. Die
Ärzte der
Uni
klinik
A._
hielten
in ihrem Bericht vom
7.
Oktober
2011
zudem
fest, dass längerfristig eine
knie
schonende Tätigkeit ins Auge gefasst werden solle (vgl. vor
stehend E. 3.4).
4.6
Soweit die Beschwerdeführerin einwendet, aufgrund der nachgereichten
Arbeits
un
fähigkeitszeugnisse
des
C._
vom 1
5.
April und 2
2.
Juni
2015
(
Urk.
1
5/1-2
)
sei belegt, dass sie nach wie vor an massiven ge
sundheit
li
chen Problemen leide, ist zu bemerken, dass diese vorliegend zur Be
urteilung nicht
herangezogen werden können, da diese erst nach
Verfügungs
erlass
erstellt
worden sind. Rechtsprechungsgemäss bildet der Erlass der ange
fochtenen Verfü
gung die Grenze der gerichtlichen Überprüfungsbefugnis (vgl. etwa BGE 131 V 407 E. 2.1.2.1 und BGE 129 V 354 E.
1). Eine allfällige seither eingetretene gesundheitliche Verschlechterung kann daher nicht Gegen
stand dieses Verfah
rens bilden.
Schliesslich kann die Beschwerdeführerin auch aus der Nichtverlängerung ihrer
Arbeitsanstellung (
Urk.
1
5/3-4
) als Spielgruppenassistentin nichts zu ihren Guns
ten ableiten.
Nach der Rechtsprechung gilt im Gebiet der Invalidenversi
cherung ganz allgemein der Grundsatz, dass die versicherte Person, bevor sie Leistungen verlangt, alles ihr Zumutbare selber vorzukehren hat, um die Folgen ihrer Inva
li
dität bestmöglich zu mildern. Ein Rentenanspruch ist dann zu ver
neinen, wenn
die versicherte Person selbst ohne
Eingliederungsmassnahmen
, nötigenfalls mit einem
Berufswechsel,
zumutbarerweise
in der Lage ist, ein
ren
tenaus
schliessen
des
Erwerbseinkommen zu erzielen (Urteil des Bundesgerichts 8C_460/2011
vom 22. September
2011 E.
2 mit Hinweisen).
Die Beschwerde
führerin geht trotz
der seit Jahren bestehenden Knieprobl
ematik nach wie vor keiner
knie
schonen
den
Tätigkeit nach
, obwohl
sich
die behandelnden Ärzte
be
reits im Oktober 2011
dahingehend äusserten, längerfristig solle eine
knie
scho
nende
Tätigkeit ins Auge
gefasst werden (vgl. vorstehend E.
3.4) und diese Aussage im Juli 2013
erneut
bestätigten (vgl. vorstehend E.
3.6).
Die Aussage der Beschwerdeführerin, wonach
sie alles daran setze, möglichst im Umfang von rund 50
%
zu arbeiten und die medizinisch mögliche Arbeitsfähigkeit auch auszuüben, vermag nach dem Ge
sagten nichts daran zu ändern, dass sie aus medizinischer Sicht in einer
leidens
angepassten
und entsprechend
knie
schonen
den
Tätigkeit
zu
100
%
arbeitsfähig
ist.
Dass
die Beschwerdeführerin
ihre zumut
bare Arbeitsfähigkeit nicht verwertet
,
beruht
folglich
nicht auf gesundheitlichen und
invalidenversicherungs
rele
van
ten
Gründen
, weshalb
für deren Folgen
nicht die Invalidenversicherung
einzustehen
hat
, sondern
von der Beschwerdeführerin
selbst zu tragen
sind
.
5.
Nach dem Gesagten
steht fest, dass in einer leidensangepassten Tätigkeit eine
zeitlich uneingeschränkte Arbeitsfähigkeit besteht
und die
Beschwerdefü
hrerin
bei Ausschöpfung ihres beruflichen Leistungsvermögens keine
rentenbegrün
den
de
Erwerbseinbusse erleidet.
Somit ist der durch die Beschwerdegegnerin zur
Ermittlung der erwerblichen Auswirkungen vorgenommene
Einkommensver
gleich
,
welcher durch die Beschwerdeführerin nur hinsichtlich der Höhe der Ar
beitsfähigkeit gerügt wurde, nicht zu beanstanden.
Damit erweis
t
sich die einen
Rentenanspruch verneinende Verfügung vom
1
5.
Juli 2014
als rechtens, was zur
Abweisung der dagegen erhobenen Beschwerde führt.
6.
Da es im vorliegenden Verfahren um die Bewilligung oder Verweigerung von Ver
sicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichts
kosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert fest
zulegen (
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG) und auf
Fr.
6
00.-- anzusetzen. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind sie der unterliegenden Beschwerdeführerin aufzu
erlegen. Zufolge Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung werden diese jedoch einstweilen auf die Gerichtskasse genommen, dies mit Hinweis auf §16
Abs.
4 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht (
GSVGer
).