# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** a58c2591-548c-47ca-8d66-3f1779fa95aa
**Court:** GR_KG
**Chamber:** GR_KG_007
**Year:** 2012
**Language:** de
**Jurisdiction:** GR / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

hat sich ergeben:
Seite 2 — 12
I. Sachverhalt
A. Im Rahmen einer zwangsweise angestrengten Auflösung des Miteigentums von X. an der Liegenschaft Nr. 298, Plan 3, Grundbuch der Gemeinde A., ordnete der Kreisnotar Lumnezia/Lugnez gestützt auf Art. 651 ZGB eine öffentliche Versteigerung der Miteigentumsanteile im Sinne von Art. 229 ZGB an. In der gleichen Verfügung wurden die Steigerungsbedingungen festgehalten, wobei Ziffer 4 die folgende Regelung vorsah:
„Der Besitzesantritt erfolgt per 31. März 2012 um 14.00 Uhr. Bis zu diesem Termin ist das Steigerungsobjekt restlos zu räumen und im gereinigten Zustand zu übergeben. X. und seine Ehegattin sind berechtigt, das Grundstück (Miteigentumsanteil zu 2/5) bis 31. März 2012 um 14.00 Uhr zu bewohnen. Für die Monate Dezember 2011 bis und mit März 2012 bezahlt X. dem Ersteigerer einen monatlichen Mietzins von CHF 700.00. Die laufenden Nebenkosten, bezogen auf den Miteigentumsanteil zu 2/5 an der Liegenschaft Nr. 298, gehen bis zum 31. März 2012 ebenfalls zulasten von X..“
Am 25. November 2011 wurde die öffentliche Versteigerung durchgeführt. Die Gesamtliegenschaft Nr. 298 ging zum Preis von Fr. 300‘000.-- an Z..
B. Mit Eingabe vom 23. März 2012 stellten X. und Y. bei der Schlichtungsbehörde für Mietsachen Surselva ein Gesuch um Mieterstreckung bis zum 30. September 2012. Am 2. Mai 2012 erteilte die Schlichtungsbehörde für Mietsachen Surselva die Klagebewilligung.
C. Am 2. April 2012 stellte Z. beim Einzelrichter des Bezirksgerichts Surselva ein Gesuch um Rechtsschutz in klaren Fällen gemäss Art. 257 ZPO, wobei er das folgende Rechtsbegehren stellte:
„1. Das Gesuch sei gutzuheissen und den Gesuchsgegnern sei richterlich zu befehlen, die Wohnung im Dachgeschoss Liegenschaft „Z.“, Parzelle Nr. 298, Plan 3, auf Gemeindegebiet von A., in welcher die Gesuchsgegner bis zum 31. März 2012, 14.00 Uhr, das Recht gehabt haben, zu wohnen, unverzüglich zu verlassen, restlos zu räumen und im gereinigten Zustand und mit allen Schlüsseln an den Gesuchsteller zu übergeben.
2. Den Gesuchsgegnern sei bei Widerhandlung gegen den richterlichen Befehl nach Ziffer 1 Busse nach Art. 292 StGB anzudrohen (Art. 343 Abs. 1 lit. a ZPO).
3. Verlassen die Gesuchsgegner die vorerwähnte Wohnung nicht innert 10 Tagen seit Rechtskraft des Urteils des Bezirksgerichts Surselva, gereinigt und geräumt, sei der Gesuchsteller zu berechtigen - nebst der Bestrafung nach Ziffer 2 - , auf Kosten der Gesuchsgegner polizeiliche Hilfe in Anspruch zu nehmen (Art. 343 Abs. 1 lit. d ZPO).
Seite 3 — 12
4. Zusprechung einer angemessenen Umtriebsentschädigung nach richterlichem Ermessen.
5. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge zulasten der Gesuchsgegner.“
D. In ihrer Stellungnahme vom 3. Mai 2012 beantragten X. und Y., es sei auf das Gesuch nicht einzutreten, eventualiter sei es unter Kosten- und Entschädigungsfolge gemäss Gesetz abzuweisen. In prozessualer Hinsicht ersuchten die Gesuchsgegner um Sistierung des Verfahrens bis zum rechtskräftigen Entscheid des pendenten Parallelverfahrens betreffend Erstreckung des Mietverhältnisses bei der Schlichtungsbehörde in Mietsachen des Bezirks Surselva.
E. Mit Entscheid vom 8. Mai 2012, gleichentags mitgeteilt, erkannte der Einzelrichter am Bezirksgericht Surselva wie folgt:
„1. Das Gesuch wird gutgeheissen und die Gesuchsgegner werden angewiesen, die Wohnung im Dachgeschoss der Liegenschaft „Z.“, in A., bis spätestens Donnerstag, 31. Mai 2012, mittags 12.00 Uhr, zu räumen und ordentlich abzugeben.
Der Vermieter wird ermächtigt, ab diesem Datum die Wohnung auf seine Kosten zu räumen.
2. Dieser Entscheid ergeht unter Androhung der Straffolgen nach Art. 343 Abs. 1 lit. a ZPO i.V.m. Art. 292 StGB, wonach mit Busse bestraft wird, wer der von einer zuständigen Behörde oder einem zuständigen Beamten unter Hinweis auf die Straffolgen dieses Artikels an ihn erlassenen Verfügung nicht Folge leistet.
3. Falls die gesuchsgegnerische Partei den Anordnungen dieser Verfügung nicht innert Frist Folge leistet, kann die gesuchstellende Partei den Einzelrichter schriftlich veranlassen, das zuständige Polizeiorgan gerichtlich anzuweisen, die Ausweisung gemäss dieser Verfügung zu vollziehen (Art. 343 Abs. 1 lit. d und Abs. 3 ZPO sowie Art. 9 EGzZPO). Dadurch entstehende (Polizei-)Kosten würden gleichfalls dem Gesuchsteller belastet, unter Regresserteilung auf die Gesuchsgegner.
4. Die Gerichtskosten in der Höhe von CHF 1‘500.00 (Entscheidgebühr) werden der gesuchsgegnerischen Partei auferlegt und mit dem von der gesuchstellenden Partei geleisteten Kostenvorschuss verrechnet. Die gesuchsgegnerische Partei wird verurteilt, diesen Betrag der gesuchstellenden Partei zu ersetzen und ihr unter solidarischer Haftbarkeit eine Parteientschädigung von CHF 200.00 zu bezahlen.

## Considerations