# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** bce8c5d7-a336-4798-a2df-87fc7c60ab59
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2015
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** 

## Facts

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1951, erlitt am
5.
November 1970 einen
Motor
radunfall
,
nach welchem ihm das linke Bein im Unterschenkel amputiert wurde (
Urk.
7/6).
Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, sprach ihm mit Ver
fügung vom 2
5.
April 2000 von Januar 2000 bis Dezember 2009 eine Un
ter
schenkel-Prothese zu (
Urk.
7/58). Mit Mitteilung vom
3.
März 2010 verlän
gerte sie die
Zusprache
bis Januar 2020 (
Urk.
7/71).
Mit Mitteilung vom
4.
Oktober 2011 bestätigte sie die Kostenübernahme für
eine - abnutzungsbedingte (vgl.
Urk.
7/83) - Zweitversorgung gemäss einge
reich
tem Kostenvoranschlag (vgl.
Urk.
7/82) im Umfang von
Fr.
6‘794.30 (
Urk.
7/84).
Am 2
3.
Februar 2012 stellte die Orthopädie-Technik
Y._
Fr.
692.05 (
Urk.
7/85/2
=
Urk.
7/88/4
)
,
Fr.
536.55 (
Urk.
7/88/7)
und
Fr.
6‘794.30 (
Urk.
7/85/3-4
=
Urk.
7/88/2-3
) in Rechnung.
1.2
Mit Verfügung vom 1
5.
Dezember 2012 verneinte die IV-Stelle einen Kosten
gutsprache-Anspruch für Prothesenreparaturen infolge fehlender Versicherungs
unterstellung und forderte seit 2008 erbrachte Leistungen zurück (
Urk.
7/106). Die genannte Verfügung hob
sie - nach Hinweis auf die geltende Rechtslage durch die IV-Stelle für Versicherte im Ausland (vgl.
Urk.
7/107) -
am 1
5.
Januar 2013 wiedererwägungsweise wieder auf (
Urk.
7/108).
Mit
Vorbescheid
vom 1
6.
Januar 2013 stellte die IV-Stelle dem Versicherten in
Aussicht, sie werde keine Kostengutsprache erteilen, weil er trotz entsprechen
der
Aufforderung nicht mit der zuständigen Beratungsstelle Kontakt aufge
nommen
habe (
Urk.
7/110
). Dagegen erhob der Versicherte Einwände (
Urk.
7/113,
Urk.
7/119)
.
Mit Verfügung vom
5.
Juni 2013 (
Urk.
7/124 =
Urk.
2) hielt die IV-Stelle fest,
aus näher dargelegten Gründen würden
die
Reparaturkosten von
Fr.
536.55 für die Prothese aus dem Jahr 2008, nicht aber jene von
Fr.
692.05 für die Prothese aus dem Jahr 2002
übernommen.
2.
Der Versicherte erhob am
8.
Juli 2013 Beschwerde gegen die Verfügung vom
5.
Juni 2013 (
Urk.
2) und beantragte, diese sei dahin abzuändern, dass auch die
Reparaturkosten von
Fr.
692.05 für die Prothese aus dem Jahr 2002 übernom
men
würden (
Urk.
1 S. 2).
Die IV-Stelle beantragte mit Beschwerdeantwort vom 2
6.
August 2013 (
Urk.
6) die Abweisung der Beschwerde, was dem Beschwerdeführer am 2
9.
August 2013 zur Kenntnis gebracht wurde (
Urk.
8).
Der Einzelrichter

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
Da der Streitwert
Fr.
20’000.-- nicht übersteigt, fällt die Beurteilung der
Be
schwerde
in die einzelrichterliche Zuständigkeit (
§
11
Abs.
1 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin führte in der angefochtenen Verfügung (
Urk.
2) aus, die beiden Reparaturen (
Fr.
692.05 für die Prothese aus dem Jahr 2002 und
Fr.
536.55 für die Prothese aus dem Jahr 2008) seien aufgrund üblicher Abnut
zung bei sorgfältiger Verwendung notwendig geworden (S. 2 Mitte). Dass der Ver
sicherte über zwei Prothesen verfüge, sei verständlich; drei funktionstüch
tige Prothesen - „wie dies vorliegend der Fall zu sein scheint“ - entsprächen je
doch
nicht mehr dem Grundsatz der Einfachheit und Zweckmässigkeit, weshalb zu
min
dest die Instandhaltung der Prothese aus dem Jahr 2002 nicht mehr zu fi
nan
zieren sei (S.
2). Übernommen würden die Reparaturkosten von
Fr.
536.55 für die
Prothese aus dem Jahr 2008 (S. 3 oben).
2.2
Der Beschwerdeführer stellte sich demgegenüber auf den Standpunkt (
Urk.
1),
die vermeintlich dritte Prothese sei zwar im Februar 2012 fertiggestellt, aber noch
nicht einsatzfähig gewesen; erst am
7.
Februar 2013 habe er sie nach Hause neh
men
und
einlaufen können (S.
5
Ziff.
3.1). Im Februar 2012, als die um
strittenen Reparaturkosten für die Prothese aus dem Jahr 2002 entstanden seien, habe er somit nur über die Prothese aus dem Jahr 2008 - die ihm Schmerzen verursache - und die (revisionsbedürftige) Prothese aus dem Jahr 2002 verfügt (S. 6 f.
Ziff.
3.2).
3.
3.1
Die
Sachdarstellung des Beschwerdeführers ist unbestritten geblieben. Die
Be
schwerdegegnerin
hat sich in der Beschwerdeantwort (
Urk.
6) darauf be
schränkt
,
auf eine Stellungnahme ihres Rechtsdienst zu verweisen, die noch vor
Verfü
gungs
erlass
ergangen ist
, und hat a
uf die
Vorbringen
des Beschwerdefüh
rers keinen Bezug genommen.
3.2
Der Beschwerdeführer hat eine Bestätigung des Herstellers bezüglich der verzö
gerten Verfügbarkeit der 2012 angefertigten Prothese in Aussicht gestellt (
Urk.
1
S. 5
Ziff.
3.1). Eine solche ist jedoch verzichtbar, ist doch nicht ersicht
lich, in
wiefern der geschilderte Ablauf unzutreffend sein sollte.
Aus prozessökonomischen Gründen ist davon abzusehen, die erwähnte Bestäti
gung einzufordern, denn die damit verbundenen (effektiven) Kosten dürften den Streitwert deutlich übersteigen.
3.3
Die Beschwerdegegnerin ist davon ausgegangen, es sei verständlich, dass der Be
schwerdeführer über zwei Prothesen verfüge; deren drei jedoch würden dem Grundsatz der Einfachheit und Zweckmässigkeit nicht mehr gerecht.
Im Zeitpunkt, als die hier strittigen Reparaturkosten anfielen, verfügte der Be
schwerdeführer effektiv über zwei funktionsfähige
Prothesen (
aus dem Jahr 2002
und aus dem Jahr 2008
)
; die vermeintlich dritte Prothese war erst rund ein Jahr später verwendungsfähig.
3.4
Damit ist d
as
von der Beschwerdegegnerin selber als ausschlaggebend
einge
führte
Kriterium - Reparaturanspruch
bei
zwei Prothesen, nicht aber bei drei -
erfüllt
.
Dementsprechend sind auch die Kosten für die Reparatur der Prothese aus dem Jahr 2002 im Betrag von
Fr.
692.05 zu übernehmen.
In diesem Sinne
ist, in Gutheissung der Beschwerde, die angefochtene Verfü
gung
abzuändern.
4.
4.1
Die Verfahrenskosten gemäss
Art.
69
Abs.
1
bis
des Bundesgesetzes über die In
va
li
denversicherung (IVG) sind ermessensweise auf
Fr.
600.-- festzusetzen und ausgangsgemäss der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen.
4.2
Der obsiegende und anwaltlich vertretene Beschwerdeführer hat Anspruch auf eine Prozessentschädigung, die beim praxisgemässen Stundenansatz von
Fr.
200.--
(zuzüglich Mehrwertsteuer) für bis Ende 2014 angefallenen Aufwand
ermessensweise auf
Fr.
1‘700.-- (inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) fest
zusetzen und von der Beschwerdegegnerin zu bezahlen ist.
Der Einzelrichter
erkennt:
1.
Die Verfügung der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, vom
5.
Juni
2013 wird dahin abgeändert, dass
der Beschwerdeführer zusätzlich Anspruch auf
Übernahme der
Kosten von
Fr.
692.05 für die Reparatur der Prothese aus dem Jahr 2002 hat.
2.
Die Gerichtskosten von
Fr.
600
.-- werden
der Beschwerdegegnerin
auferlegt. Rech
nung
und Einzahlungsschein werden
der
Kostenpflichtigen nach Eintritt der Rechts
kraft zu
gestellt.
3.
Die Beschwerdegegnerin wird
verpflichtet,
dem Beschwerdeführer
eine
Prozessent
schädigung
von
Fr.
1'700
.-- (inkl. Barauslagen und
MWSt
) zu bezahlen.
4.
Zustellung gegen Empfangsschein an:
Rechtsanwalt Peter Fertig
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
Bundesamt für Sozialversicherungen
sowie an:
Gerichtskasse (im Dispositiv nach Eintritt der Rechtskraft)
5.