# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 966eec29-db19-514c-a2f0-5b404799a0ee
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2016
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
1.1
Die 1975 geborene
X._
arbeitete
nach dem Erwerb des Lizenti
at
s der Rechtswissenschaft
an der
Y._
im Juli 2003 vom 1.
August 2003 bis
am
30.
September 2004 als
Auditorin
am
Bezirksgericht
Z._
. In dieser Eigenschaft war sie bei der BVK Personalvorsorge des Kan
tons Zürich (nachfolgend: BVK) berufsvorsorgeversichert. Vom 1. Oktober 2004 bis
am
30. September 2010 war
X._
als
wissenschaftliche Assistierende
des an der
Y._
lehrenden
Prof.
Dr.
iur
.
A._
in wechselnden
Arbeitspensen
zwischen 20
% und 100 % tätig und dadurch bei der Vorsorgestiftung VSAO berufsvorsorgeversichert. Ab Februar 2010 arbeitete sie zu 40 % bei Rechtsanwalt
B._
. Nachdem ihr auf Ende September 2010 gekündi
gt worden war, bezog sie vom November 2010
bis
Januar 2011
Taggelder der Ar
beitslosenversicherung. Seit 1. Januar
2011 ist
X._
als wissenschaftliche Mitarbeiterin
im Dekanat der rechtswissenschaftli
chen Fakultät der
Y._
zu 60 % angestellt und somit wiederum bei der BVK berufsvorsorgeversichert
(Urteil des Bundesgerichts 9C_61/2014 vom 23. Juli 2014 Sachverhalt
lit
.
A.a
[
Urk.
1]
)
.
1.2
X._
meldete sich – nach erfolgter invalidenversicherungs
-
recht
licher Früherfassung (Urk. 2/13/3) – am 21.
Januar
20
10
bei der Sozialver
sicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, zum Leistungsbezug (berufliche Massnahmen und Rent
e) an (Urk. 2/13/8). Nach durch
geführtem
Vorbescheid
verfahren
(Urk. 2/13/65) sprach ihr die Verwaltung mit Verfügung
en
vom
19. Mai 2011 für die Zeit vom 1. August bis 31. Oktober 2010 eine
Viertelsrente
(Invaliditätsgrad 40 %) und mit Wirkung ab 1. November 2010 eine halbe Rente der Invalidenversicherung (Invaliditätsgrad 55 %) zu (Urk. 2/13/81). Diese be
stätigte sie in der Folge anlässlich eines im Juni 2011
von
Amtes
wegen initi
ierten
Revisionsverfahrens – bei einem neu ermittelten Invaliditätsgrad von 52 % – mit Verfügung vom 24.
Oktober 2011 (Urk. 2/13/97).
1.3
Auf entsprechendes Gesuch der Versicherten hin lehnte die BVK mit Schreiben vom 13. Juli 2011 eine Leistungspflicht ab. Daran hielt sie – auf Opponieren von
X._
hin – mit „
Einspracheentscheid
“ vom 11. Oktober 2011 fest (vgl. Urk. 2/2/3).
2.
Die von
X._
erhobene Klage gegen die BVK mit dem Rechtsbegehren, die Beklagte sei zu verpflichten, ihr ab 1. September 2005, basierend auf einer Arbeitsunfähigkeit von 50 %, die reglementarischen und gesetzlichen Leistun
gen bei Invalidität aus beruflicher Vorsorge auszurichten, und die nachzuzah
lenden
Rentenbetreffnisse
seien mit Wirkung ab Klageeinleitung mit 5 % zu verzinsen, wies das Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich mit Ent
scheid vom
2
2.
November 2013 ab (Prozess-Nr. BV.2012.00043
[
Urk.
2/36
]
). Die dagegen erhobene Beschwerde hiess das Bundesgericht mit Urteil
9C_61/2014
vom 23. Juli 2014
teilweise gut, hob den angefochtenen Entscheid auf und wies die Sache zu neuer Entscheidung an das hiesige Gericht zurück
(
Urk.
1)
.
3.
In Nachachtung
dieses Entscheids
führte das hiesige Gericht am 9. Februar 2015 eine Zeugeneinvernahme von
Prof.
Dr.
iur
.
A._
durch (
Urk.
15) und holte von der Personalabteilung der
Y._
sowie
der Psycholo
gin
C._
je
eine schriftliche Auskunft ein (
Urk.
16, 19-20/
1-6, 29, 37 und 40).
Hiezu
liessen sich die Parteien und die Verfahrensbet
eiligte vernehmen (
Urk.
23, 25, 27, 44, 48 und
50). Die Sache erweist sich damit als spruchreif.
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
Gestützt auf den Rückweisungsentscheid des Bundesgerichts ist vorliegend zu prüfen, ob die Klägerin (auch) gesundheitlich bedingt und nicht bloss aus einem
subjektiven Krankheitsgefühl heraus lediglich ein reduziertes Arbeitspensum
am Lehrstuhl von Prof.
Dr.
iur
.
A._
leistete
(Urteil des Bundesgerichts 9C_61/2014 vom 23. Juli 2014 E. 5.3)
.
2.
2.1
Anspruch auf Invalidenleistungen haben gemäss Art. 23 des Bundesgesetzes über die berufliche Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenvorsorge (BVG) in der bis 31. Dezember 2004 in Kraft gestandenen Fassung Personen, die im Sinne der IV zu mindestens 50 % invalid sind und bei Eintritt der Arbeitsunfähigkeit, deren Ursache zur Invalidität geführt hat, versichert waren. Nach dem seit 1. Januar 2005 gültigen Art. 23 Abs. 1
lit
. a BVG haben Anspruch auf
Invali
denleistungen
Personen, die im Sinne der IV zu mindestens 40 % invalid sind und bei Eintritt der Arbeitsunfähigkeit, deren Ursache zur Invalidität geführt hat, versichert waren. Nach Art. 23 BVG versichertes Ereignis ist einzig der Ein
tritt der rele
vanten Arbeitsunfähigkeit, unabhängig davon, in welchem Zeit
punkt und in welchem Masse daraus ein Anspruch auf Invalidenleistungen ent
steht. Die
Ver
sicherteneigenschaft
muss nur bei Eintritt der Arbeitsunfähigkeit gegeben sein, dagegen nicht notwendigerweise auch im Zeitpunkt des Eintritts oder der Ver
schlimmerung der Invalidität. Diese wörtliche Auslegung steht in Einklang mit Sinn und Zweck der Bestimmung, nämlich denjenigen Arbeit
neh
merinnen und Arbeitnehmern Versicherungsschutz angedeihen zu lassen, wel
che nach einer längeren Krankheit aus dem Arbeitsverhältnis ausscheiden und erst später inva
lid werden. Für eine einmal aus
während der
Versiche
rungs
dauer
aufgetretene
Arbeitsunfähigkeit geschuldete Invalidenleistung bleibt die
Vorsorgeeinrich
tung
somit leistungspflichtig, selbst wenn sich nach Beendigung des
Vorsorge
verhältnisses
der Invaliditätsgrad ändert. Entsprechend bildet denn auch der Wegfall der Versicherteneigenschaft kein
Erlöschungs
grund
(Art. 26 Abs. 3 BVG e
contrario
; BGE 123 V 262 E. 1a, 118 V 35 E. 5).
2
.
2
Art. 23 BVG kommt auch die Funktion zu, die Haftung mehrerer
Vorsorge
einrich
tungen
gegeneinander abzugrenzen, wenn eine in ihrer Arbeitsfähigkeit bereits beeinträchtigte versicherte Person ihre Arbeitsstelle (und damit auch die Vorsorgeeinrichtung) wechselt und ihr später eine Rente der In
validen
ver
siche
rung zugesprochen wird. Der Anspruch auf Invalidenleistungen nach Art. 23 BVG entsteht in diesem Fall nicht gegenüber der neuen
Vorsorge
ein
richtung
, sondern gegenüber derjenigen, welcher die Person im Zeitpunkt des Eintritts der invalidisierenden Arbeitsunfähigkeit angehörte.
Damit eine Vorsorgeeinrichtung, der eine Arbeitnehmerin oder ein Arbeit
neh
mer beim Eintritt der Arbeitsunfähigkeit angeschlossen war, für das erst nach Beendigung des Vorsorgeverhältnisses eingetretene Invaliditätsrisiko auf
zu
kommen hat, ist indes erforderlich, dass zwischen Arbeitsunfähigkeit und Inva
lidität ein enger sachlicher und zeitlicher Zusammenhang besteht (BGE 130
V 270 E. 4.1). In sachlicher Hinsicht liegt ein solcher Zusammenhang vor, wenn der der Invalidität zu Grunde liegende Gesundheitsschaden im Wesentlichen derselbe ist, der zur Arbeitsunfähigkeit geführt hat. Sodann setzt die Annahme eines engen zeitlichen Zusammenhangs voraus, dass die versicherte Person nach Eintritt der Arbeitsunfähigkeit nicht während längerer Zeit wieder ar
beitsfähig wurde. Die frühere Vorsorgeeinrichtung hat nicht für Rückfälle oder Spätfolgen einer Krankheit einzustehen, die erst Jahre nach Wiederer
langung der vollen Arbeitsfähigkeit eintreten. Demnach darf nicht bereits eine Unterbre
chung des zeitlichen Zusammenhangs angenommen werden, wenn die Person bloss für kurze Zeit wieder an die Arbeit zurückgekehrt ist. Ebenso wenig darf die Frage des zeitlichen Zusammenhangs zwischen Arbeitsun
fähigkeit und In
validität in schematischer (analoger) Anwendung der Regeln von Art. 88a Abs. 1 der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV) beur
teilt werden, wonach eine anspruchsbeeinflussende Verbesserung der Erwerbs
fähigkeit in je
dem Fall zu berücksichtigen ist, wenn sie ohne wesentliche Unterbrechung drei Monate gedauert hat und voraussichtlich andauern wird. Zu berücksichti
gen sind vielmehr die gesamten Umstände des konkreten Einzel
falles, nament
lich die Art des Gesundheitsschadens, dessen prognostische ärztliche Beurtei
lung und die Beweggründe, die die versicherte Person zur Wieder
aufnahme der Ar
beit veranlasst haben (BGE 123 V 262 E.
lc
, 120 V 112 E. 2c/
aa
und 2c/
bb
mit Hinweisen).
2.
3
Der
rechtsgenügliche
Nachweis einer berufsvorsorgerechtlich relevanten Ein
busse an funktionellem Leistungsvermögen erfordert nicht zwingend eine
echt
zeitlich
ärztlich attestierte Arbeitsunfähigkeit. Nachträgliche Annahmen und spekulative Überlegungen, wie etwa eine erst nach Jahren rückwirkend festge
legte medizinisch-theoretische Arbeitsunfähigkeit, reichen aber nicht aus. Die gesundheitliche Beeinträchtigung muss sich auf das Arbeitsverhältnis sinnfällig auswirken oder ausgewirkt haben; die Einbusse an funktionellem Leistungsver
mögen muss mit anderen Worten arbeitsrechtlich in Erscheinung getreten sein, etwa durch einen Abfall der Leistungen mit entsprechender Feststellung oder gar Ermahnung des Arbeitgebers oder durch gehäufte aus dem Rahmen fallende gesundheitlich bedingte Arbeitsausfälle. Nur bei Vorliegen besonderer Umstände darf die Möglichkeit einer von der arbeitsrechtlich zu Tage getretenen Situation
abweichenden Lage in Betracht gezogen werden, etwa in dem Sinne, dass ein Arbeitnehmer zwar zur Erbringung einer vollen Arbeitsleistung verpflichtet war und auch entsprechend
entlöhnt
wurde, tatsächlich aber doch keine volle A
r
beitsleistung erbringen konnte.
Eine Reduktion des Arbeitspensums kann ein gewichtiges Indiz für das Vorlie
gen einer berufsvorsorgerechtlich relevanten Arbeitsunfähigkeit sein, genügt allein in der Regel jedoch nicht für den Nachweis einer gesundheitlich beding
ten funktionellen Leistungseinbusse. Dies gilt insbesondere, wenn die Reduktion aus einem subjektiven Krankheitsgefühl heraus erfolgt oder wenn konkurrie
rende Gründe bestehen (z.B. der Wunsch nach mehr Zeit für bestimmte [Frei
zeit-]Aktivitäten oder für eine berufsbegleitende Weiterbildung). Es braucht grundsätzlich eine echtzeitliche ärztliche Bestätigung, dass die
Pensenreduktion
gesundheitlich bedingt notwendig ist, weil beispielsweise die weitere Verrich
tung der Berufsarbeit nur unter der Gefahr der Verschlimmerung des Gesund
heitszustandes möglich wäre. Davon kann abgesehen werden, wenn andere Umstände, wie etwa krankheitsbedingte Absenzen vor der Arbeitszeitreduktion, den Schluss nahelegen, dass dieser Schritt auch objektiv betrachtet aus gesund
heitlichen Gründen erfolgt und insoweit eine arbeitsrechtlich in Erscheinung getretene (sinnfällige) Leistungseinbusse zu bejahen ist (
Urteil des Bundesge
richts 9C_61/2014 vom 23. Juli 2014 E. 5.1 mit weiteren Hinweisen).
2.4
Nach Art. 24 Abs. 1
BVG
der bis 31. Dezember 2004 in Kraft ge
standenen Fassung hat der Versicherte Anspruch auf eine volle Invaliden
rente, wenn er im Sinne der Invalidenversicherung mindestens zu zwei Dritteln, auf eine halbe Rente, wenn er mindestens zur Hälfte invalid ist. Laut der ab 1. Januar 2005 gültigen Version von Art. 24 Abs. 1 BVG hat der Versicherte An
spruch auf eine volle Invaliden
rente, wenn er im Sinne der Invalidenversi
cherung mindestens zu 70 Prozent, auf eine
Dreiviertelsrente
, wenn er mindes
tens zu 60 Prozent, auf eine halbe Rente, wenn er mindestens zur Hälfte und auf eine
Viertelsrente
, wenn er min
destens zu 40 Prozent invalid ist. Gemäss Abs. 1 von Art. 26 BVG gelten für den Beginn des Anspruchs auf
Invaliden
leistungen
sinngemäss die entsprechen
den Bestimmungen des Bundesgesetzes über die Invalidenversiche
rung (Art. 29 des Bundesgesetzes über die Invaliden
versicherung [IVG]).
3
.
3.1
Die Klägerin leidet an einer
bipolaren affektiven Störung (ICD-10 F31).
Auf
grund der echtzeitlichen Aufzeichnungen des Hausarztes
Dr.
D._
, Facharzt FMH für Allgemeine Medizin
,
vom 29. September 2004 und der von ihm ver
ordneten Abgabe von Psychopharmaka ist vom Auftreten einer depressiven Episode noch während der Dauer des Vorsorgeverhältnisses bei der BVK auszu
gehen (vgl. Urteil des Bundesgerichts
9C_61/2014 vom 23. Juli 2014 E.
5.3.1 f.).
Entgegen den dem hiesigen Gericht im Prozess BV.2012.00043 vorgelegenen Akten geht aus dem Berich
t von Rechtsanwalt Bopp vom 14.
Januar 2014
– der in seiner damaligen Funktion als Gerichtsschreiber am Bezirksgericht
Z._
direkter Vorgesetzter der Versicherten war –
hervor,
dass die Klägerin bereits während ihrer (befristeten) Anstellung am
Bezirksgericht
erheblich in ihrer Ar
beitsfähigkeit eingeschränkt war.
Rechtsanwalt Bopp
berichtete von einer
in den letzten Wochen vor Ablauf des
Auditorenjahres
festgestellten
merkliche
n
Ein
busse
der
arbeits
spezifischen Leistungsfähigkeit
der Klägerin
.
Er führte weiter aus, s
ie habe vermehrt Mühe gehabt, sich zu konzentrieren, es seien ihr immer häufiger Wiederholungsfehler unterlaufen und sie sei nicht mehr wie gewohnt belastbar gewesen.
Die Klägerin habe in dieser Zeit einen hohen Grad an per
sönlicher Unsicherheit ausgestrahlt. Sie habe sich, im Gegensatz zu ihrem zu Beginn der Zusammenarbeit stets selbstbewussten Auftreten, persönlich immer weniger zugetraut (
Urk.
28/1). In Übereinstimmung damit beschrieb die Klä
gerin der damals beha
ndelnden
lic
. phil.
C._
massive
Konzentrations
schwierigkeiten
und berichtete über die Unfähigkeit, klar zu denken. Letztere
beantwortete die Frage nach der
Arbeitsfähigkeit der
Versicherten
im Zeitpunkt der Aufnahme der psychotherapeutischen Behandlung
dann auch
dahingehend, dass eine Krankschreibung gerechtfertigt gewesen wäre (Urk.
40).
Angesichts der Tatsache, dass die Klägerin bereits von sich aus eine Anstellung zu 50 %
(ab 1.
Oktober 2004)
gewählt hatte, bestand für die behandelnde
Fachpsychologin
– und wohl
auch für den Hausarzt Dr.
D._
am 29. September 2004 –
kein An
lass, die Versicherte krank zu schreiben
bzw. schreiben zu lassen
. Mit diesem Umstand ist denn auch zu erklären, dass keine – wie vo
n der Beklagten bemän
gelt (Urk.
25 S. 1 und
Urk.
50 S.
2 ff.) – echtzeitlich attestierte Arbeitsunfähig
keit aktenkundig ist.
H
iezu
kann
auch
dem von der Klägerin eingereichten, aber im Auftrag der Beklagten erstellten psychiatrischen Gutachten von
Dr.
med.
E._
, Facharzt FMH für Psychiatrie und Psychotherapie, vom 15. Dezember 2014 entnommen werden, dass es evident ist, dass die Klägerin bei einer bipolaren Störung seit Krankheitsbeginn immer wieder in unterschiedlichem Ausmass krankheitsbedingt ganz oder teilweise – trotz einer engagierten und adäquaten Behandlung – ausfiel
(Urk.
28/5 S. 25).
Hinzu kommt, dass die Klägerin damals die gesundheitlichen Einschränkungen ihrer schwerwiegenden
Erkrankung aus verständlichen Gründen (noch) nicht wahrhaben wollte.
Die Aufnahme der Therapie bei
lic
. phil.
C._
erfolgte zwar erst am 15. Oktober 2004. Dies ist jedoch angesichts der Tatsache
erklärlich
, dass es nicht
einfach ist, eine
Psychot
herapeuti
n für eine langfristige
und ein spezielles Vertrauensverhältnis voraussetzende
Behandlung
z
u finden. Zudem wurden der
Klägerin zu diesem Zeitpunkt
bereits von ihrem Hausarzt
M
edikamente verschrieben
.
3.2
Die Beklagte
legt zwar
an sich
richtig dar, dass
grundsätzlich
keine gesund
-
heitli
che
Leistungseinschränkung ab Beginn des Arbeitsverhältnisses als
wissen
-
schaftliche
Assistierende
am Lehrstuhl von
Prof.
Dr.
iur
.
A._
do
kumentiert ist. Dabei klammert sie aber aus, dass die Klägerin – wie
soeben dar
gelegt
– nur noch eine Teilleistung erbringen konnte.
Dass
Prof.
Dr.
iur
.
A._
keine reduzierte Leistungsfähigkeit wahrnahm
(
vgl.
Urk.
25 S. 2 und
Urk.
50 S. 2 ff.)
, ist
damit zu erklären
, dass
die
Klägerin eine Teilzeitstelle inne hatte
und Fehlzeiten kompensieren konnte
. Ausserdem herrschte
am Lehrstuhl von
Prof.
Dr.
iur
.
A._
keine strikte Anwesenheits
- und
Arbeitszeit
kon
trolle
(Urk.
15 S. 6 f.).
Anlässlich der Zeugeneinvernahme hielt
Prof. Dr.
iur
.
A._
diesbezüglich dann auch fest, dass man krankheitsbedingte Abwe
senheiten verstecken konnte.
Er
verlangte
keine Arbeitsunfähigkeitszeugnisse
für Fehlzeiten
,
reagierte
sehr verständnisvoll (Urk. 28/5 S. 11)
und
bezeichnete
sich selbst als
ein
„sehr Administrations-unlustiger-Typ“
(Urk.
15 S. 6).
Im be
schriebenen
Arbeitsumfeld dürfte
wohl auch die Erklärung für die fehlende Nachfrage der Personalabteilung nach ärztlichen Attesten
zu finden sein
(vgl.
Urk.
50 S. 3
Abschnitt 2
)
. In diesem Zusammenhang stellt sich ohnehin di
e Frage, ob die Klägerin
eine andere
Arbeitsstell
e (mit einem Pensum von 50 %)
, an der sie unter
stärkerer
Beaufsichtigung
bei vorgegebenen Anwesenheitszeiten gestanden hätte
,
überhaupt hätte
bekleiden können
, zumal ihr
auch
die Arbeit im Anwaltsbüro
B._
bereits
nach acht Monaten – und nach einer Krank
schreibung im Sommer 2010 (vgl.
Urk.
2/2/13) – gekündigt worden war
(
Urk.
2/13/57 S. 1).
Diesbezüglich kann auch dem Bericht von
lic
. phil.
C._
vom 16.
November 2015 entnommen werden, dass die Arbeitsfähigkeit der Klägerin unter bestimmten Bedingungen erhalten und zumindest eine
Teil
zeittätigkeit
bewältig
t
werden konnte (
Urk.
40 S. 2).
3.3
Vor diesem Hintergrund
kann dem Fehlen einer echtzeitlichen
Arbeitsunfähig
keitsbescheinigung
sowie
dokumentierter
k
rankheitsbedingter Absenzen und
anderer
zu Beginn der Tätigkeit am Lehrstuhl von Prof.
Dr.
iur
.
A._
ar
beitsrechtlich
in Erscheinung getretener Umstände, die
auf gesundheitliche
Probleme hinweisen konnten, keine entscheidende Bedeutung zugemessen wer
den.
3.4
Aus dem Dargelegten lässt sich schliessen, dass die Klägerin
gesundheitlich be
dingt lediglich ein reduziertes Arbeitspensum als wissenschaftliche Assistierende am Lehrstuhl von Prof.
Dr.
iur
.
A._
leistete.
4.
4.1
Die Annahme eines e
n
gen zeitlichen Zusammenhangs setzt voraus, dass die versicherte Person nach Eintritt der Arbeitsunfähigkeit, deren Ursache zur Inva
lidität geführt hat, nicht während längerer Zeit wieder arbeitsfähig war.
Beim
Beschwerdebild
einer bipolaren affektiven Störung
wechseln sich manische und depressive Episoden ab, was entsprechende Auswirkungen auf die Arbeitsfähig
keit haben kann. Es besteht somit eine gewisse Ähnlichkeit zu den sogenannten Schubkrankheiten (Schizophrenie und Multiple Sklerose
)
, bei welchen nach der Rechtsprechung bei der Beurteilung der zeitlichen
Konnexität
zwischen Arbeits
unfähigkeit und Invalidität kein allzu strenger Massstab anzuwenden ist. Damit soll dem Umstand Rechnung getragen werden, dass derartige Krankheitsbilder sich nicht immer gleich manifestieren und unterschiedliche Verläufe aufweisen. Dies stellt ein erhöhtes Risiko dar, dass die Krankheit zu einem Zeitpunkt aus
bricht, in welchem eine Versicherungsdeckung fehlt, was unter dem Gesichts
punkt des Versicherungsschutzes stossend sein kann. Daher kommt bei
Schub
krankheiten
den gesamten Umständen des Einzelfalls besondere
Bedeutung zu (Urteil des Bundesgerichts 9C_61/2014 vom 23. Juli 2014 E. 5.3.1 mit weiteren Hinweisen
).
4.2
Aus den von der Personalabteilung des Rechtswissenschaftlichen Instituts der
Y._
eingereichten Akten
(
Urk.
20/1-6)
gehen folgende
Arbeits
pensen
der Klägerin am Lehrstuhl von Prof.
Dr.
iur
.
A._
während ihrer vom 1. Oktober 2004 bis am 30. September 2010 dauernden Anstellung hervor:
von
bis
Pensum
1. Oktober 2004
30. September 2006
50 %
1. Oktober 2006
31. Dezember 2006
100 %
1. Januar 2007
31. Dezember 2007
80 %
1. Januar 2008
30. Juni 2008
60 %
1.
Juli 2008
28. Februar 2009
50 %
1. März 2009
31. Mai 2009
30 %
1. Juni 2009
31. Oktober 2009
50 %
1. November 2009
31. Dezember 2009
75 %
1. Januar 2010
31. Januar 2010
50 %
1. Februar 2010
31. März 2010
30 %
1. April 2010
30. September 2010
20 %
Mittels Lohnabrechnungen stellte die Klägerin richtig, dass sie von Oktober bis Dezember 2007 nicht ein Arbeitspensum von 80 %, sondern
ein solches von einzig
60 % inne hatte (
Urk.
28/3).
Entgegen der Beklagten
(
Urk.
25 S. 3 und
Urk.
50 S. 4)
kann in der
Tätigkeit der Klägerin an der
Y._
keine
massgebliche
Unterbrechung des zeitli
chen Zusammenhangs gesehen werden.
Was das von 1. Oktober bis 31.
Dezember 2006 mit 100 % angegebene Arbeitspensum betrifft,
legte Prof.
Dr.
iur
.
A._
anlässlich der Zeugeneinvernahme dar, dass gegen Ende Jahr versucht werde, die nicht konsumierten Stellenprozente auszunutzen. Dass die Klägerin in diesen Monaten wirklich vollzeitig tätig
gewesen sei
, könne da
her daraus nicht abgeleitet werden (
Urk.
15 S. 8).
Das Beschwerdebild einer bi
polaren affektiven Störung,
d
ie
Entwicklung der Krankheit
der Klägerin
auf der Zeitachse
und
der Umstand, dass der
Gutachter
Dr.
E._
im Durchschnitt über die letzten Jahre nur eine Arbeitsfähigkeit von maximal 50 % – bei einem Pensum von 60 % –
für
realistisch hält (
Urk.
28/5 S. 25), lassen sodann eine dauerhafte Wiedererlangung einer (annähernd) vollständigen Erwerbsfähigkeit objektiv
nicht
als (überwiegend)
wahrscheinlich erscheinen.
Zudem wurde be
reits in dem die Parteien betreffenden Bundesgerichtsentscheid 9C_ 61/2014 vom 23. Juli 2014
– bei Kenntnis einer von der Klägerin erstellten Übersicht über ihre
Arbeitspens
en
in den Jahren 2003 bis 2010 (
Urk.
2/2/11) – festgehal
ten, dass die Anspruchsvoraussetzung des engen zeitlichen Zusammenhangs nicht ohne weiteres verneint werden könne (E. 5.3).
5.
5.1
Nach dem Gesagten
ergibt sich, dass
die Beklagte
für die im September 2004 eingetretene Arbeitsunfähigkeit, die zur Invalidität führte, leistungspflichtig
ist
.
In Anbetracht dieses Ausgangs des Verfahrens besteht kein Anlass für die von der Klägerin
anbegehrten
weiteren
Zeugeneinvernahmen (
Urk.
27 S.
10).
5.2
Mit Blick darauf, dass die Klägerin nach Beendigung ihres
Auditorats
am Bezirks
gericht
Z._
bei Prof.
Dr.
iur
.
A._
eine
S
telle mit einem
Ar
beitspensum
von 50 % annahm
, der Invaliditätsbemessung der IV-Stelle
für die
Verfügung
en
vom 19. Mai 2011 eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit zugrunde lag (
Urk.
2/13/79)
und der die Klägerin im Auftrag der Beklagten untersuchende
Dr.
E._
eine seit Jahren bestehende durchschnittliche Arbeitsfähigkeit von maximal 50 % attestierte (
Urk.
28/5 S. 25),
ist davon auszugehen, dass die Klä
gerin sowohl in ihrer angestammten Arbeit als auch in einer
behinderungsan
gepassten
Tätigkeit zu 50 % arbeitsunfähig ist. Hiervon
geht
auch die Klägerin selbst aus (
Urk.
2/1 S. 2).
6.
6.1
Mit ihrer Klage vom 11. Mai 2012 stellte die Klägerin das Rechtsbegehren, die Beklagte sei zu verpflichten, ihr ab 1. September 2005, basierend auf einer Ar
beitsunfähigkeit von 50 %, die reglementarischen und gesetzlichen Leistungen bei Invalidität aus beruflicher Vorsorge auszurichten, und die nachzuzahlenden
Rentenbetreffnisse
seien mit Wirkung ab Klageeinleitung mit 5 % zu verzinsen (
Urk.
2/1 S. 2; Urteil des Bundesgerichts 9C_61/2014 vom 23. Juli 2014 Sach
verhalt
lit
. B
)
. Auf Grund der Dispositionsmaxime steht es im Belieben der klä
gerischen Partei, den Streit vor dem Berufsvorsorgegericht zu definieren (siehe dazu BGE 129 V 450 E. 3.2). Diese bestimmt somit den Streitgegenstand. Dem
zufolge ist die Beklagte in Gutheissung der Klage zu verpflichten, der Klägerin ab 1. September 2005, basierend auf einer Arbeitsunfähigkeit von 50 %, die gesetzlichen und reglementarischen Leistungen bei Invalidität auszurichten.
Mithin bleibt die
konkretere
Festsetzung des Leistungsanspruchs
,
so auch
in
masslicher
Hinsicht
,
einstweilen der Beklagten überlassen; in einem allfällig diesbezüglich sich ergebenden Streitfall stünde der Klägerin erneut der Klage
weg offen (vgl. BGE 129 V 450).
6.2
Auf Invalidenleistungen sind Verzugszinsen geschuldet, wobei grundsätzlich Art. 105
Abs.
1 des Obligationenrechts anwendbar ist (BGE 119 V 131 E. 4
c
). Danach ist der Verzugszins vom Tage der Anhebung der Betreibung oder der gerichtlichen Klage an geschuldet. Der Zinssatz beträgt 5 %, sofern das Regle
ment der Vorsorgeeinrichtung keine andere Regelung kennt (BGE 119 V 131
E. 4
d
).
Die Statuten der Versicherungskasse für das Staatspersonal enthielten keine Regelung betreffend die Verzugszinspflicht für fällige Invalidenleistungen
, wes
halb die
Rentenbetreffnisse
ab dem Zeitpunkt der Klageerhebung am
11. Mai 2012 (
Urk.
2/1) bzw. ab späterem Fälligkeitsdatum mit 5 % zu verzinsen sind.
Am 1. September 2014 trat indes das Vorsorgereglement 2014 in Kraft, welches in Anhang
II
lit
. C
Abs.
1 vorsieht, dass sämtliche Forderungen gegenüber der BVK im Verzugsfall zum jeweiligen BVG-Mindestzinssatz (Art. 15
Abs.
2 BVG in Verbindung mit Art. 12 der Verordnung über die berufliche Alters-, Hinter
lassenen- und Invalidenvorsorge [BVV 2]) plus 1 % (Art. 7 der Verordnung über die Freizügigkeit in der beruflichen Alters-, Hinterlassenen- und
Invalidenvor
sorge
[FZV]) verzinst werden. Der BVG-Mindestzinssatz betrug vom 1. Januar 2014 bis 31. Dezember 2015 1.75 % und seit 1. Januar 2016 1.25 %,
weshalb die Beklagte ab 1. September 2014 Verzugszinsen von 2.75 % und seit 1. Januar 2016 solche von 2.25 % zu entrichten hat.
7.
7.1
Ausgangsgemäss ist die Beklagte gestützt auf
§
34
Abs.
1 und 3 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht (
GSVGer
) zu verpflichten, der anwaltlich vertretenen Klägerin für das Verfahren BV.2012.00043
sowie das vorliegende
eine Prozessentschädigung zu entrichten, wobei ein Betrag von
Fr.
11
‘000.--
(inklusive Barauslagen und
MWSt
) als angemessen erscheint.
7.2
Art.
73 Abs. 2 BVG schliesst einen Anspruch der obsiegenden
Versicherungsträge
rin
auf eine Prozessentschädigung zwar nicht aus. Indes werden den Trägern der beruflichen Vorsorge gemäss BVG beziehungsweise den mit
öffentlichrechtlichen
Aufgaben betrauten Organisationen in Anlehnung an die Rechtsprechung zu Art. 159 Abs. 2 des bis Ende 2006 in Kraft gestandenen Bundesgesetzes über die Organisation der
Bundesrechtspflege
(
Bundesrechts
pflegegesetz
/OG) praxisgemäss keine Parteientschädigungen zugesprochen. Es besteht kein Grund, bei der
Beigeladenen
– trotz ihres Antrags
und der Tatsa
che, dass sie mit ihrem Antrag durchdringt
– anders zu verfahren (vgl. BGE 128 V 124 E. 5b, 126 V 143 E. 4a, 118 V 158 E.
7 und 117 V 349 E.
8, je mit Hin
weisen).