# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** d5a4b21a-b335-509e-be72-80744071865e
**Court:** BE_VB
**Chamber:** BE_VB_001
**Year:** 2015
**Language:** de
**Jurisdiction:** BE / Espace_Mittelland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** Urban Planning and Environmental

## Facts

I. Sachverhalt
1. Anfangs 2007 erteilte die Gemeinde Ochlenberg dem Beschwerdeführer die Bau-
und das Amt für Gemeinden und Raumordnung (AGR) die Ausnahmebewilligung für die
Teilsanierung des Bauernhaues Nr. X._ im Weiler D._ in der Gemeinde
Ochlenberg. Die Bewilligung vom 7. Februar 2007 hatte den Einbau einer zusätzlichen
Wohneinheit im ehemaligen Ökonomieteil des bestehenden Bauernhauses und den Einbau
einer Heizung zum Gegenstand. Am 24. März 2014 nahm die Gemeinde eine
Bauabnahme und Baukontrolle vor. Sie stellte folgende Abweichungen zu den bewilligten
Plänen fest:
2
- Einbau von fünf Dachflächenfenstern, vier Lichtbändern und einem
Dacheinschnitt, der hydraulisch angehoben werden kann, im Hauptdach
(nordwest).
- Weglassen von zwei Lichtbändern im Gehrschild (südwest) und Erstellung einer
Eternitverkleidung.
- Einbau von einem Lichtband im angeschleppten Pultdach (nordost).
- Einbau von zwei Lichtbändern und Verschiebung eines Dachfensters im
Hauptdach (südost).
- Fehlen der Schlitzschalung bei der Stotz- und Gymwand (Büro und
Gästezimmer).
- Fehlen der Schlitzschalung bei der Hocheinfahrt.
2. In der Folge fanden zwischen der Gemeinde, dem AGR und dem Beschwerdeführer
diverse Begehungen und Besprechungen vor Ort statt. Am 3. November 2014 reichte der
Beschwerdeführer bei der Gemeinde ein nachträgliches Bau- und Ausnahmegesuch ein.
Es umfasste das Anbringen eines textilen Rolltors, das Weglassen der Schlitzschalung bei
der Stotz- und Gymwand, das Erstellen einer Schlitzschalung bei der Hocheinfahrt und den
Einbau von sechs Lichtbändern im Hauptdach des Bauernhaueses auf Parzelle
Ochlenberg Grundbuchblatt Nr. C._. Die Parzelle liegt im Streusiedlungsgebiet.
3. Mit Verfügung vom 23. Dezember 2014 erteilte das AGR für das Anbringen des
textilen Rolltors, das Weglassen der Schlitzschalung bei der Stotz- und Gymwand und das
Erstellen der Schlitzschalung bei der Hocheinfahrt die Ausnahmebewilligung nach Art. 24
RPG1 i.V.m. Art. 39 RPV2 (standortgebundenes Bauvorhaben im Streusiedlungsgebiet).
Für den Einbau von sechs Lichtbändern im Wohnbereich des Gebäudes Nr. X._
verweigerte es dagegen die Ausnahmebewilligung. Das AGR wies die Gemeinde an, das
Verfahren weiterzuführen und im Rahmen der negativen Verfügung über den Umfang der
Wiederherstellung zu befinden.
1 Bundesgesetz vom 22. Juni 1979 über die Raumplanung (Raumplanungsgesetz, RPG; SR 700) 2 Raumplanungsverordnung des Bundesrates vom 28. Juni 2000 (RPV; SR 700.1)
3
4. Mit Entscheid vom 21. Januar 2015 erteilte die Gemeinde für das Anbringen des
textilen Rolltors und das Erstellen der Schlitzschalung bei der Hocheinfahrt die
Baubewilligung. Zudem bewilligte sie das Weglassen der Schlitzschalung bei der Stotz-
und Gymwand. Für den Einbau von sechs Lichtbändern im Wohnbereich des Gebäudes
Nr. X._ erteilte sie den Bauabschlag (Ziffer 5.2 des Dispositivs des angefochtenen
Entscheids). Daneben forderte sie den Beschwerdeführer auf (vgl. Ziffer 5.3 des
Entscheiddispositivs), die vier Lichtbänder im Hauptdachbereich auf der Nord-Westseite
des Gebäudes Nr. X._ (Grösse: drei Lichtbänder 70 cm x 360 cm und ein
Lichtband 70 cm x 240 cm) sowie die zwei Lichtbänder auf der Süd-Ostseite des Daches
(Grösse: ein Lichtband 70 cm x 360 cm und ein Lichtband 70 cm x 240 cm) bis am
15. August 2015 zurückzubauen und mit Ziegeln einzudecken. Gleichzeitig drohte sie die
Ersatzvornahme und eine Busse bei Nichtbefolgung an.
5. Gegen den Entscheid reichte der Beschwerdeführer am 19. Februar 2015
Beschwerde bei der Bau-, Verkehrs- und Energiedirektion des Kantons Bern (BVE) ein. Er
stellt folgende Rechtsbegehren: "1. Ziffer 5.2 des Bauentscheids sei aufzuheben.
2. Dem Beschwerdeführer sei die Baubewilligung für den Einbau der im Baugesuch
vom 3. November 2014 beantragten sechs Lichtbänder im Hauptdachbereich des
Gebäudes Ochelnberg-Grundbuchblatt Nr. C._, D._, 3367
Ochlenberg, zu erteilen.
3. Eventualiter sei dem Beschwerdeführer die Baubewilligung für den Einbau einer
geringeren Anzahl als der sechs im Baugesuch vom 3. November 2014 beantragten
Lichtbänder im Hauptdachbereich des Gebäudes Ochlenberg-Grundbuchblatt
Nr. C._, D._, 3367 Ochlenberg, zu erteilen.
4. Ziffer 5.3 des Bauentscheids sei aufzuheben.
5. Eventualiter sei die Vorinstanz anzuweisen, den Rückbau einer geringeren Anzahl
als der sechs Lichtbänder im Hauptdachbereich des Ochlenberg-Grundbuchblatt
Nr. C._, D._, 3367 Ochlenberg, zu verfügen."
6. Das AGR beantragt in seiner Stellungnahme vom 23. März 2015 die Abweisung der
Beschwerde. Es führt aus, die bereits eingebauten Lichtbänder würden nach seiner
langjährigen Praxis den "Grundsatz der Wesensgleichheit" (Identität) der Baute nach
Art. 42 RPV verletzen. Eine allfällige Wiederherstellung sei im Gesamtzusammenhang aller
4
vier nachträglich zur Bewilligung beantragten Vorhaben betrachtet als verhältnismässig zu
bezeichnen. In der Stellungnahme vom 20. März 2015 hält die Gemeinde Ochlenberg ohne
einen Antrag zu stellen fest, sie erachte den Rückbau der sechs Lichtbänder als
verhältnismässig. Das öffentliche Interesse an der vollständigen Wiederherstellung des
rechtmässigen Zustands sei gross.
7. Das Rechtsamt, das die Beschwerdeverfahren für die BVE leitet3, führte den
Schriftwechsel durch und holte bei der Gemeinde die Vorakten ein. Danach führte es im
Beisein der Parteien, einer Vertretung der Gemeinde und des AGR einen Augenschein mit
Instruktionsverhandlung durch. Die Parteien erhielten Gelegenheit, sich zum Protokoll des
Augenscheins zu äussern und Schlussbemerkungen einzureichen. Der Beschwerdeführer
teilte mit Schreiben vom 13. Juli 2015 mit, er verzichte auf die Einreichung von
Schlussbemerkungen und bestätige die Darlegungen und Rechtsbegehren in seiner
Beschwerde. Das AGR und die Gemeinde haben keine Schlussbemerkungen eingereicht.
Auf die vorhandenen Akten, Rechtsschriften sowie auf das Ergebnis des Augenscheins
wird, soweit für den Entscheid relevant, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.

## Considerations

II. Erwägungen
1. Sachurteilsvoraussetzungen
a) Angefochten sind ein Bauentscheid und eine Wiederherstellungsverfügung.
Bauentscheide können nach Art. 40 Abs. 1 BauG4 und Wiederherstellungsverfügungen
nach Art. 49 Abs. 1 BauG innert 30 Tagen seit Eröffnung mit Baubeschwerde bei der BVE
angefochten werden. Gleichzeitig eröffnete die Gemeinde Ochlenberg auch die
Ausnahmebewilligung nach Art. 24 RPG i.V.m. Art. 39 RPV vom 23. Dezember 2014 des
AGR, welche mitangefochten ist. Nach Art. 84 Abs. 4 BauG können Ausnahmeentscheide
zusammen mit dem Bauentscheid bei der BVE angefochten werden. Die Verfahren werden
im Baubeschwerdeverfahren vereinigt und mit einem Gesamtentscheid erledigt (Art. 2a
Abs. 2 Bst. d BauG).
3 Art. 7 der Verordnung vom 18. Oktober 1995 über die Organisation und die Aufgaben der Bau-, Verkehrs- und Energiedirektion (OrV BVE; BSG 152.221.191) 4 Baugesetz vom 9. Juni 1985 (BauG; BSG 721)
5
b) Zur Beschwerde befugt sind die Baugesuchsteller, die Einsprecher im Rahmen ihrer
Einsprachegründe und die zuständige Gemeindebehörde (Art. 40 Abs. 2 BauG). Der
Beschwerdeführer, dessen nachträgliches Baugesuch teilweise abgewiesen und der zum
Rückbau der Lichtbänder verpflichtet wurde, ist durch den vorinstanzlichen Entscheid
beschwert und daher zur Beschwerdeführung legitimiert. Auf die form- und fristgerecht
eingereichte Beschwerde ist einzutreten.
2. Streitgegenstand
a) Angefochten sind der Bauabschlag (Ziffer 5.2 des Dispositivs des angefochtenen
Entscheids), die Wiederherstellung des rechtmässigen Zustands, d.h. der Rückbau von
sechs Lichtbändern (Ziffer 5.3 des Dispositivs des angefochtenen Entscheids) und die
Verfügung des AGR vom 23. Dezember 2014.
b) Konkret ist der Einbau folgender Lichtbänder umstritten:
- Vier Lichtbänder auf der Nord-Westseite im Hauptdach des Gebäudes
Nr. X._ (Abmessungen 3 x 70 cm x 360 cm und 70 cm x 240 cm).
Gemäss dem Foto Nr. 17 (vgl. Fotodokumentation zum Augenscheinprotokoll
vom 30. April 2015) handelt es sich um die Lichtbänder Nr. 1, 2, 3 und 4.
- Zwei Lichtbänder auf der Süd-Ostseite im Dach des Gebäudes Nr. X._
(Abmessung 70 cm x 360 cm und 70 cm x 240 cm). Gemäss dem Foto Nr. 18
(vgl. Fotodokumentation zum Augenscheinprotokoll vom 30. April 2015) handelt
es sich um die Lichtbänder Nr. 5 und 6.
In ihrer Stellungnahme zum Augenscheinprotokoll vom 22. Mai 2015 teilte die Gemeinde
mit, das Lichtband Nr. 95 sei ebenfalls nicht bewilligungsfähig, da es den Wohnbereich
belichte. Die Frage, ob das Lichtband Nr. 9 bewilligungsfähig ist, wurde im vorinstanzlichen
Verfahren nicht thematisiert und geht über den Rahmen des Streitgegenstands hinaus.
Diese Frage kann nicht erstmals durch die BVE als Rechtsmittelinstanz geprüft werden.
5 Vgl. Foto Nr. 20 der Fotodokumentation zum Augenscheinprotokoll vom 30. April 2015
6
3. Ausnahmen im Streusiedlungsgebiet
a) Art. 39 RPV erlaubt es den Kantonen, in Gebieten mit traditioneller Streubauweise, in
denen eine Dauerbesiedlung gestärkt werden soll, unter bestimmten Voraussetzungen
Nutzungsänderungen bestehender Bauten als standortgebunden zu bewilligen, obschon
sie sonst nach den Bestimmungen der Art. 24 ff. und Art. 37a RPG nicht bewilligt werden
könnten.6 Die Bestimmung von Art. 39 RPV bezweckt in erster Linie eine bessere Nutzung
bestehender Bausubstanz, insbesondere die Möglichkeit, die Wohnnutzung in bestehende
Ökonomieteile auszuweiten.7
b) Der Kanton Bern hat von dieser bundesrechtlichen Kompetenz Gebrauch gemacht
und im kantonalen Richtplan Streusiedlungsgebiete im Sinn von Art. 39 RPV bezeichnet.8
Die Ausnahmebewilligung setzt voraus, dass die Bauten seinerzeit in Übereinstimmung mit
dem materiellen Recht erstellt wurden, im kantonalen Richtplan räumlich festgelegt sind
und die weiteren in Art. 39 Abs. 1 und 3 sowie Art. 43a RPV genannten Voraussetzungen
erfüllen. Namentlich schreibt Art. 39 Abs. 3 RPV vor, dass Bewilligungen nur erteilt werden
dürfen, wenn die äussere Erscheinung und die bauliche Grundstruktur im Wesentlichen
unverändert bleiben. Diese Voraussetzung entspricht wortwörtlich jener von Art. 24d Abs. 3
Bst. b RPG. Zu beachten ist allerdings, dass Art. 39 RPV – anders als Art. 24d Abs. 3 RPG
– vom Kriterium der Eignung der Baute zur vorgesehenen Nutzung absieht, weshalb die
Umnutzungsmöglichkeiten bezüglich dem Ökonomiegebäude weiter reichen.9 Auch gilt die
Einschränkung von Art. 42a RPV, wonach Erweiterungen nur erlaubt sind, wenn sie für
eine zeitgemässe Wohnnutzung unumgänglich sind, nur für Ausnahmebewilligungen nach
Art. 24d RPG. Schliesslich besteht nach Art. 39 RPV – anders als in Art. 24c RPG – für
Erweiterungsbauten innerhalb des bestehenden Gebäudevolumens keine flächenmässige
Begrenzung (Art. 42 Abs. 3 RPV).10
6 Aldo Zaugg/Peter Ludwig, Kommentar zum Baugesetz des Kantons Bern, 3. Aufl., Band II, Bern 2010, Art. 81 - 83 N. 17 7 BGE 137 III 338 E. 2.6 8 Richtplan des Kantons Bern, Stand Juli 2013 (RRB 0956/2013), Massnahmenblatt A_02: Rückseite (Abrufbar unter: www.be.ch/richtplan) 9 Bernhard Waldmann / Peter Hänni, Handkommentar RPG, 2006, Art. 24 N. 28 10 Rudolf Muggli, in Kommentar RPG, Ausgabe Juni 2009, Art. 24 N. 25
http://www.be.ch/richtplan
7
c) Das AGR hat im Merkblatt A4, Bauwerke in Streusiedlungsgebieten – Wohnen oder
örtliches Kleingewerbe11, den Wortlaut von Art. 39 Abs. 3 RPV (die äussere Erscheinung
und die bauliche Grundstruktur müssen im Wesentlichen unverändert bleiben) näher
konkretisiert. Im Merkblatt steht, dem Gebäude dürfe man zwar ansehen, dass es anders
als ursprünglich genutzt werde. Der typische Charakter des Gebäudes, z.B. die
Dreiteiligkeit eines Bauernhaueses, müsse erhalten bleiben. Auch das Dach müsse
möglichst unverändert bleiben. Erlaubt seien höchsten drei, bei grossen Dachflächen vier
Dachflächenfenster. Im Ökonomieteil sei nur die Umnutzung der bestehenden
Geschossebenen zulässig. Nicht erlaubt sei, eine zusätzliche Geschossebene einzubauen.
In Ergänzung zum Merkblatt A4 hat das AGR detaillierte Gestaltungsgrundsätze zu Art. 39
Abs. 3 RPV formuliert.12 Namentlich gelten für die Dachgestaltung gemäss der Praxis des
AGR folgende Grundsätze: "- Belichtung Dachraum: 1. Priorität hat eine dem Objekt angepasste Fassadenbefensterung
(siehe Punkt 2); 2. Priorität: Häuser mit normal grosser Dachfläche (Gebäudelänge < 25 m):
Je ein horizontales Lichtband von max. 2.40 m2 pro Hauptdachseite (maximal drei Ziegel
bzw. 90 cm hoch), oder bis zu drei regelmässig und auf einer Linie angeordnete
Dachflächenfenster (DFF) pro Hauptdachseite (maximale Grösse 66 x 118 cm oder 78 x 98
cm (dachbündig in das Dach eingebaut, ohne aussen installierte Beschattungselemente).
Häuser mit grosser Dachfläche (Gebäudelänge > 25 m): Bis zu drei horizontal und auf einer
Linie angeordnete Lichtbänder von total max. 4.40 m2, oder bis zu vier regelmässig und auf
einer Linie angeordnete DFF pro Hauptdachseite, maximale Grösse 78 x 140 cm. Für die
Belichtung des unbeheizten Dachraumes (Estrich) über dem Ökonomieteil kann pro
Hauptdachseite ein „Spenglerfenster“ (Dachausstiegfenster) in der Grösse 45 x 55 cm
eingebaut werden. Bei einer Gebäudelänge über 25 m können pro Hauptdachseite zwei
solche „Spenglerfenster“ eingebaut werden. Störende Bauteile auf dem Dach können
gestalterisch verbessert werden. Bei einer Baute mit integriertem Wohnteil können auf den
Bautyp abgestimmte Dachaufbauten, die sich der Dachfläche unterordnen, erstellt werden.
Von dieser Regelung sind Bauernhäuser ausgenommen (nebst Hocheinfahrt und
Deichsellukarne).
- Vordachbelichtung im Gehrschild: Bis zu Viertelwalm ist keine Vordachbelichtung möglich.
Grösser als Viertelwalm: Über der zweiten Ziegel- bzw. Faserzementplattenreihe von unten
können zwei Reihen mit lichtdurchlässigem Material, das die Struktur des vorhandenen
11 Abrufbar unter: www.jgk.be.ch / Baubewilligungen / Bauen ausserhalb der Bauzonen / Themenblatt Bauen ausserhalb der Bauzonen / Änderung von Bauten und Anlagen im Streusiedlungsgebiet für die Wohnnutzung nach Art. 39/1a RPV S. 4 12 Vgl. www.jgk.be.ch / Baubewilligungen / Bauen ausserhalb der Bauzonen / Gestaltungsgrundsätze zu Artikel 39 RPV – Bauten und Anlagen im Streusiedlungsgebiet, Fassung vom Juni 2015
http://www.jgk.be.ch/ http://www.jgk.be.ch
8
Eindeckungsmaterials übernimmt, ersetzt werden. Diese lichtdurchlässigen Reihen können
seitlich je bis 1 Meter an den Grat herangezogen werden.
- Vordachbelichtung traufseitig: Mit lichtdurchlässigem Material, das die Struktur des
vorhandenen Eindeckungsmaterials übernimmt, möglich, maximal 2 Ziegel, bzw. 60 cm
hoch. Länge des möglichst durchgehenden Lichtbandes analog den Fenstern, denen das
Licht zugeführt wird.
- Anlagen zur Gewinnung erneuerbarer Energien: Solche Anlagen sind zulässig, wenn sie die
Richtlinien des Regierungsrates des Kantons Bern vom Januar 2015 einhalten.
- Für die Belichtung des Dachraumes in Kombination mit einer Solaranlage gelten dieselben
Angaben wie oben (Gebäudelänge < 25 m = max.2.40 m2 / Gebäudelänge > 25 m = max.
4.40 m2, die Elemente, sind über dem Wohnteil bis und mit Tenn zugelassen und sind auf
einer Linie anzuordnen. Über dem Ökonomieteil kann der unbeheizte Dachraum (Estrich)
pro Hauptdachseite mit einer Öffnung 45 x 55 cm belichtet werden. Bei einer Gebäudelänge
über 25 m können pro Hauptdachseite zwei solche Öffnungen eingebaut werden.
Unzulässig sind.
- Dacheinschnitte
- Kumulation von Dachaufbauten bzw. Dacheinbauten, die eine unruhige Gesamtwirkung des
Dachbildes ergeben
- Dachflächenfenster im Gehrschild, auf dem Dach der Hocheinfahrt, auf angeschleppten
Bauteilen und auf den kürzeren Walmdachseiten
- Kürzung oder Verlängerung der Dachvorsprünge
- Zurückschneiden oder Verlängern des Gehrschildes
- Veränderungen von Dachneigung und -form
- Die Firstlinie unterbrechende Firstlichtbänder (...)"
Gemäss der Praxis des AGR gelten bei Ausnahmebewilligungen nach Art. 24c RPG
(bestehende zonenwidrige Bauten), Art. 24d Abs. 1 RPG (landwirtschaftsfremde
Wohnnutzung) und Art. 24d Abs. 2 RPG (schützenswerte Bauten und Analgen) betreffend
die Dachgestaltung die gleichen Kriterien wie bei Ausnahmebewilligungen nach Art. 39
RPV i.V.m. Art. 24 RPG.
4. Einbau von Lichtbändern
a) Das AGR hat in seiner Verfügung vom 23. Dezember 2014 festgehalten, der Einbau
von vier Lichtbändern im Hauptdachbereich auf der Nord-Westseite des Gebäudes Nr.
X._ sowie auf der Süd-Ostseite des Daches beeinträchtige die Wesensgleichheit
9
der Baute erheblich. Die homogene Dachfläche werde durch die eingebauten Glaseinsätze
arg zerstückelt und wirke unruhig. Sie würden einen unzulässigen Dacheingriff darstellen.
Nach geltender Praxis und seinen Gestaltungsgrundsätzen zu Art. 39 RPV seien nur im
Vordachbereich Lichtbänder zulässig. Im Zuge der Ausnahme- und Baubewilligung für den
Einbau der Dachwohnung im Jahr 2006/2007 sei das zulässige Mass an Lichtquellen im
Wohn- bzw. im Hauptdachbereich des Bauernhauses Nr. X._ bereits ausgeschöpft
worden. Zudem habe sich gezeigt, dass nicht nur die drei durch das AGR bewilligten
Dachflächenfenster auf der Nord-Westseite eingebaut wurden, sondern dass bereits zwei
Dachflächenfenster zum Zeitpunkt der Baugesuchseinreichung vorhanden waren, die
irrtümlicherweise bei den eingereichten Plänen nicht eingezeichnet wurden. In seiner
Stellungnahme vom 23. März 2015 ergänzte das AGR, nach seiner langjährigen Praxis
würden die bereits eingebauten Lichtbänder klarerweise den "Grundsatz der
Wesensgleichheit" (Identität) der Baute nach Art. 42 RPV verletzen.
Auch die Vorinstanz hielt in ihrer Stellungnahme vom 20. März 2015 fest, die sechs
Lichtbänder seien nicht baubewilligungsfähig, weil sie den Gestaltungsgrundsätzen des
AGR nach Art. 24 RPG i.V.m. Art. 39 RPV widersprächen.
b) Der Beschwerdeführer führt in seiner Beschwerde aus, massgebliche Grundlage sei
Art. 24c Abs. 2 und Abs. 4 RPG. Er kritisiert, die umstrittenen Lichtbänder würden hier nur
eine geringe Abweichung vom Gesamtbild des Daches darstellen. Ins Gewicht falle, dass
zwei bewilligte Lichtbänder im Gehrschild nicht ausgeführt worden seien. Die äussere
Erscheinung des Gebäudes mit seinen typischen Gestaltungsmerkmalen (Stilelementen)
bleibe gewahrt. Die fraglichen Lichtbänder würden eine Einheit ins Gesamtbild bringen, da
bereits an anderen Stellen Lichtbänder gebaut und bewilligt worden seien. Von einer
Zerstückelung des homogenen Dachs könne nicht die Rede sein. Die umstrittene
Dachseite sei von keinem öffentlichen Weg aus sichtbar. Für eine zeitgemässe
Wohnnutzung sei genügend Lichteinfall unerlässlich. Ohne die umstrittenen Lichtbänder
seien die Lichtverhältnisse im Dachgeschoss des alten Bauernhauses ungenügend. Dabei
vermöchten auch baubewilligungsfreie Glasziegel keinen ausreichenden Lichteinfall zu
bewirken. Durch die Umsetzung der starren Gestaltungsgrundsätze des AGR zu Art. 24c
RPG werde im konkreten Fall eine situationsgerechte, verhältnismässige Anwendung des
Bundesrechts verunmöglicht. Die Vorinstanzen würden damit bundesrechtswidrig handeln
10
und den verfassungsmässigen Grundsatz von Art. 5 Abs. 2 BV13, wonach staatliches
Handeln im öffentlichen Interesse liegen und verhältnismässig sein muss, verletzen.
c) Entgegen der Ansicht des Beschwerdeführers ist hier nicht Art. 24c RPG, sondern
Art. 39 RPV i.V.m. Art. 24 RPG einschlägig. Das Bauernhaus ist nicht durch die
nachträgliche Änderung von Erlassen oder Plänen zonenwidrig geworden. Vielmehr wurde
hier die Bewirtschaftung des landwirtschaftlichen Betriebs aufgegeben. Der Dachraum wird
dadurch für die landwirtschaftliche Nutzung nicht mehr benötigt. Da die Liegenschaft des
Beschwerdeführers im Streusiedlungsgebiet liegt14, ist hier zu prüfen, ob sich die
Bewilligung für die umstrittenen Lichtbänder – wie bereits jene für den Einbau der
Dachwohnung im Bauernhaus Nr. X._ – auf Art. 24 RPG i.V.m. Art. 39 RPV
abstützen lässt. Zu prüfen ist, ob durch die eingebauten Lichtbänder Nr. 1 bis 6 (vgl.
Erwägung 2b) die äussere Erscheinung des Bauernhauses Nr. X._ im
Wesentlichen unverändert bleibt.
d) Das Rechtsamt hat einen Augenschein durchgeführt und sich von der Situation einen
eigenen Eindruck verschafft. Das Bauernhaus des Beschwerdeführers liegt in der
Streusiedlungsgemeinde Ochlenberg im Weiler D._. Am Augenschein erklärte der
Beschwerdeführer, dass seine Eltern die Bewirtschaftung des landwirtschaftlichen Betriebs
Ende 2006 vollständig aufgaben. In der Folge habe er das Haus mit der Idee übernommen,
für sich im Dachstock des Ökonomietrakts eine dreieinhalb Zimmerwohnung einzubauen.
Diese sei bewilligt worden. Im Unterschied zum Wohnteil auf der Süd-Westseite erstrecke
sich die Dachwohnung im ehemaligen Ökonomieteil über die ganze Gebäudelänge. Im
Dachgeschoss gebe es in der Regel keine Fenster, weshalb der Lichteinfall über das Dach
erfolgen müsse. Betreffend die Belichtung habe zudem jedes Gebäude einen eigenen
Charakter.
e) Vorliegend handelt es sich um ein stattliches Bauernhaus, bei dem Wohn- und
ehemaliger Ökonomieteil unter einem Steildach vereint sind. Auf der Süd-Ostseite führt
eine Hocheinfahrt zur ehemaligen Heubühne im Dachgeschoss. Die Hocheinfahrt verfügt
über ein auffälliges und langes Satteldach, das die Trauflinie des Hauptdachs des
Bauernhauses durchbricht. Heute dient der vordere Teil der Hocheinfahrt als gedeckter
Zugang zur Dachgeschosswohnung. Im bewohnten Teil der Hocheinfahrt wurde ein
13 Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft vom 18. April 1999 (BV; SR 101) 14 Abrufbar unter: www.be.ch/geoportal / Kartenangebot / Richtplan-Informationssystem
http://www.be.ch/geoportal
11
freistehender Kubus für Bad, Dusche und Toiletten platziert. Weiter befinden sich
südwestseitig auf dem Niveau des Dachgeschosses das Schlafzimmer mit einer separaten
Ankleide. Neben dem Schlafzimmereingang führt eine steile Treppe auf eine Galerie, die
als Abstellraum genutzt wird. In der Mitte des Daches liegen der Wohn- und Essbereich
sowie eine offene Küche. Von der Dachgeschossebene aus führt eine Treppe ins
Gästezimmer hinunter; dieses wurde auf dem Niveau des ersten Obergeschosses
eingebaut. Die Aussenwände des Gästezimmers sind auf drei Seiten verglast.15 Über dem
Luftraum des Gästezimmers wurde eine zusätzliche Nutzungsebene im Dachraum
eingefügt, die der Beschwerdeführer zu Bürozwecken nutzt.
Hinsichtlich der Aussenfassaden fällt auf, dass auf der nordwestlichen Längsseite die
ursprüngliche Fassade des Bauernhaues nicht mehr sichtbar ist. Die Fassade ist dort über
die ganze Gebäudelänge durchgehend gemauert. Zudem wurde das Hauptdach auf dieser
Seite soweit verlängert, dass nur noch die gemauerte Backsteinfassade des
Erdgeschosses in Erscheinung tritt. Es ist weder die ursprüngliche Fassade des
Ökonomietrakts noch jene des Wohnteils sichtbar. Ähnlich präsentiert sich die Situation für
den Betrachter von der Nord-Ostseite her. Auch auf dieser Seite ist das Dach
angeschleppt, so dass nur noch die Fassade des Erdgeschosses der Anbaute sichtbar ist.
Das AGR und die Vorinstanz haben an der Begehung vom 18. September 2014
festgestellt, dass die Stotz- und Gymwand von aussen nicht gut ersichtlich sind.16 Dieser
Umstand hat hier zur Folge, dass die Dachgeschosswohnung über die Aussenfassaden
des Ökonomietrakts (Stotz- und Gymwand) nicht unmittelbar belichtet werden kann. Dies
ist wohl auch der Grund, weshalb dem Beschwerdeführer nachträglich das Weglassen der
Schlitzschalung bei der Stotz- und Gymwand bewilligt wurde.
f) Gemäss den Gestaltungsgrundsätzen des AGR steht eine dem Objekt angepasste
Fassadenbefensterung im Vordergrund (vgl. Erwägung 3c). Vorliegend ist eine Belichtung
der Dachgeschosswohnung über die Fassaden nur sehr eingeschränkt möglich. Auf der
Nord-Westseite und Nord-Ostseite verfügt das Dachgeschoss über keine
Fassadenöffnungen. Einzig das Schlafzimmer im Dachgeschoss lässt sich mit Hilfe von
zwei Fenstern in der südwestlichen Fassade natürlich und direkt belichten. Weiterer
natürlicher Lichteinfall ist nur noch über die Hocheinfahrt oder allfälligen Dachöffnungen
(Deichsellukarne, Dachflächenfenster oder Lichtbänder) möglich. Wie die Fotos vom
15 Vgl. pag. 54 der Vorakten der Einwohnergemeinde Ochlenberg 16 Vgl. pag. 54 und 60 der Vorakten der Einwohnergemeinde Ochlenberg
12
Augenschein zeigen, kann das Gästezimmer auf dem Niveau des ersten Obergeschosses
nur durch die Lichtbänder Nr. 2, 5 und 9 direkt belichtet werden.17 Eine andere direkte
Belichtungsmöglichkeit besteht nicht, da die Fassadenverglasungen des Gästezimmers
zurückversetzt innerhalb des Gebäudes liegen.18 Die strikte Anwendung der allgemeinen
Gestaltungsvorschriften des AGR hat hier zur Folge, dass das Gästezimmer auf dem
Niveau des ersten Obergeschosses von aussen nicht genügend natürliches Licht erhalten
würde. Dies steht nicht im Einklang mit Art. 64 Abs. 1 BauV19. Danach soll die
Fensterfläche mindestens einen Zehntel der Bodenfläche betragen. Liegt eine solche
besondere Situation vor, dürfen die Gestaltungsgrundsätze des AGR nicht schematisch
und unbesehen der konkreten Verhältnisse angewendet werden. Dies auch vor dem
Hintergrund, dass nach Art. 39 RPV i.V.m. Art. 24 RPG bei Erweiterungen innerhalb des
Gebäudevolumens keine flächenmässige Begrenzung besteht (vgl. Erwägung 3b) und das
fragliche Gebäude weder als erhaltens- noch schützenswert eingestuft ist. Zudem darf
unter dem Gesichtspunkt des Erscheinungsbildes einer Baute der bauästhetische Aspekt
nicht überbewertet werden. Es kommt darauf an, wie ein unbefangener Betrachter es
empfindet.20 Es rechtfertigt sich daher, die Lichtbänder differenziert und einzelfallweise auf
ihre Verträglichkeit mit dem äusseren Erscheinungsbild des Gebäudes zu prüfen. Dieses
Vorgehen verträgt sich auch besser mit der Zielsetzung A22 im Richtplan des Kantons
Bern21 und dem Grundsatz der Verhältnismässigkeit.
g) Vorliegend vermag das Lichtband Nr. 2 auf der Nord-Westseite des Hauptdachs die
äussere Erscheinung des Gebäudes nicht wesentlich zu verändern: Es ist dachbündig
eingebaut und dient der direkten Belichtung des Gästezimmers.22 Durch den
flächenbündigen Einbau hebt es sich nicht störend vom Dach ab, sondern ist gut in die
bestehende Dachfläche integriert. Auf dem Foto Nr. 17 ist ersichtlich, dass es sich auf der
gleichen Ebene befindet wie die bestehenden Dachfenster Nr. 1 bis 3.23 Es ist lediglich
zwei Ziegel hoch und zudem genau zwischen der Deichsellukarne und dem Kamin
17 Siehe Fotos Nr. 1, 2, 17, 18 und 20 der Fotodokumentation zum Augenscheinprotokoll vom 30. April 2015 18 Vgl. pag. 54 der Vorakten der Einwohnergemeinde Ochlenberg 19 Bauverordnung vom 6. März 1985 (BauV; BSG 721.1) 20 BVR 1986 S. 33 21 Danach soll im Streusiedlungsgebiet mit den traditionellen Siedlungsformen von Einzelhöfen, Hofgruppen und Weilern gestützt auf den Grundsatz des haushälterischen Umgangs mit dem Boden eine zweckmässige Siedlungsentwicklung möglich sein (Richtplan des Kantons Bern, Stand Juli 2013 (RRB 0956/2013), Zielsetzung A22, S. 4, abrufbar unter: www.be.ch/richtplan) 22 Siehe Foto Nr. 1 und Nr. 17 der Fotodokumentation zum Augenscheinprotokoll vom 30. April 2015 23 Siehe Foto Nr. 17 der Fotodokumentation zum Augenscheinprotokoll vom 30. April 2015
http://www.be.ch/richtplan
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platziert. Indem es sich an bestehenden Dachaufbauten orientiert, über eine angepasste
Grösse verfügt und im unteren Teil des Hauptdachs integriert ist, beeinträchtigt es das
Erscheinungsbild der Dachfläche kaum. Es ist nicht ersichtlich, inwieweit das Lichtband
Nr. 2 den typischen Charakter oder die Identität des Bauernhauses verändert. Es kann
aufgrund seiner Lage in der Dachfläche auch nicht von einer störenden Zersplitterung des
Dachs gesprochen werden.
Auch das Lichtband Nr. 5 auf der anderen Dachseite (Süd-Ostseite) ist aus
bauästhetischer Sicht nicht zu beanstanden: Es befindet sich ebenfalls im unteren Bereich
des Daches und ist dachbündig eingebaut. Es ist zudem deutlich kürzer als die Lichtbänder
Nr. 1, 3 und 6, wie der Vergleich zwischen den Fotos Nr. 17 und Nr. 18 zeigt.24 Zu
berücksichtigen ist ausserdem, dass die Hocheinfahrt das Hauptdach auf dieser Seite in
zwei optisch voneinander getrennte Teile spaltet. Anders als auf den Bildern in den
Merkblättern des AGR zu sehen ist, kann hier nicht mehr von einer homogenen und
empfindlichen Dachfläche gesprochen werden. Damit ist der nördliche Teil des Hauptdachs
aus ästhetischer Sicht weit weniger sensibel als das Hauptdach auf der Nord-Westseite.
Hinzu kommt, dass der nördliche Hauptdachteil vom mächtigen Satteldach der
Hocheinfahrt stark konkurrenziert wird, wie aus Fotos in den Akten hervorgeht.25 Die
Bedeutung des fraglichen Hauptdachteils wird dadurch zusätzlich geschmälert. Der
nördliche Hauptdachteil ist denn auch flächenmässig deutlich kleiner als das Satteldach
der Hocheinfahrt. Das Lichtband Nr. 5 ist zwar unbestritten sichtbar. Es tritt aber im optisch
weniger exponierten Dachteil nicht störend in Erscheinung; ihm wird – wie in der
Fotodokumentation vom Augenschein ersichtlich ist26 – kaum grosse Beachtung
geschenkt. Die äussere Erscheinung des Gebäudes wird dadurch nicht negativ beeinflusst.
Von einer Beeinträchtigung der Wesensgleichheit des Gebäudes kann nicht gesprochen
werden.
Nach dem Gesagten steht fest, dass die Lichtbänder Nr. 2 und 5 aus ästhetischer Sicht
nicht zu bemängeln sind. Diese Dacheingriffe sind zulässig. Sie tragen zusätzlich der
Anforderung an eine genügende Belichtung in Wohnräumen Rechnung (Art. 64 Abs. 1
BauV). Ihnen stehen keine öffentlichen oder privaten Interessen entgegen. Die Lichtbänder
stehen auch in Einklang mit den Zielen des Richtplans des Kantons Bern und dem
24 Siehe Foto Nr. 17 und 18 der Fotodokumentation zum Augenscheinprotokoll vom 30. April 2015 25 Vgl. pag. 47 der Vorakten der Einwohnergemeinde Ochlenberg 26 Siehe Foto Nr. 18 der Fotodokumentation zum Augenscheinprotokoll vom 30. April 2015
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Raumplanungsgesetz. Dem Beschwerdeführer wird für die Lichtbänder Nr. 2 und 5 deshalb
die Ausnahme- und Baubewilligung erteilt. Demzufolge wird die Wiederherstellung oder
besser der verfügte Rückbau dieser Lichtbänder (Nr. 2 und 5) aufgehoben. Der
angefochtene Entscheid und die Verfügung des AGR werden entsprechend korrigiert.
h) Anders verhält es sich hingegen bei den Lichtbändern Nr. 1, 3, 4 und 6. Mit
Ausnahme des Lichtbands Nr. 3 liegen diese Lichtbänder alle in Firstnähe. Dies wirkt sich
– entgegen der Auffassung des Beschwerdeführers – stark störend auf die Firstlinie aus,
die für die äussere Erscheinung des Bauernhauses prägend ist. Das Dach wirkt dadurch
sehr unruhig, was besonders auf der Nord-Westseite des Hauptdachs, wo die Lichtbänder
Nr. 1 und 4 liegen, gut zum Ausdruck kommt.27 Die Lichtbänder Nr. 1, 3, 4 und 6 haben
zudem keinen Bezug zu bestehenden Dachelementen, wie das beim Lichtband Nr. 2 der
Fall ist. Ins Auge springt ausserdem, dass das Lichtband Nr. 3 einen Ziegel höher ist als
die übrigen Lichtbänder. Im Gegensatz zu den anderen Lichtbändern auf dieser Dachseite
wurde das Lichtband Nr. 3 auch mit einer zusätzlichen horizontalen Sprosse ausgestattet.
Durch das breitere Mass und die auffällige Sprossenanordnung stellt es ein weiteres
unruhiges Element in der Dachfläche dar. Es wirkt fremd und stört stark. Von einem
einheitlichen Gesamtbild kann hier keine Rede sein. Die Lichtbänder auf der Nord-
Westseite (Nr. 1, 3 und 4) machen aus der mächtigen Dachfläche eine Fleckenlandschaft
auf zwei weiteren Ebenen. Durch diese Beeinträchtigungen des Daches ist das äussere
Erscheinungsbild des Gebäudes nicht mehr gewahrt. Der Umstand, dass der
Beschwerdeführer im Satteldach der Hocheinfahrt ebenfalls Lichtbänder (ohne
Baubewilligung) einbaute, ändert an dieser Beurteilung nichts: Die Lichtbänder im
Satteldach tangieren die Dachflächen des Hauptgebäudes nicht. Auch vermag der
Beschwerdeführer aus dem Einwand, er habe auf die Realisierung von zwei Lichtbändern
(südwest) im Gehrschild verzichtet, nichts zu seien Gunsten abzuleiten. Es besteht
dadurch kein Anspruch auf die Realisierung der Lichtbänder auf einer anderen Dachfläche
als dem Gehrschild. Dazu kommt, dass es sich beim Gehrschild und dem Hauptdach um
unterschiedliche Dachflächen handelt, die nicht miteinander verglichen werden können.
Demnach sind die Lichtbänder Nr. 1, 3, 4 und 6 mit der Vorschrift von Art. 39 Abs. 3 RPV
nicht vereinbar. Hinzu kommt, dass mit den Lichtbändern Nr. 1, 3, 4 und 6 Flächen
belichtet werden, für die die Belichtungsvorschrift von Art. 64 Abs. 1 BauV nicht gilt: Mit
den Lichtbändern Nr. 1 und 6 wird eine zusätzliche Nutzungsebene im Dachraum belichtet,
27 Siehe Foto Nr. 17 der Fotodokumentation zum Augenscheinprotokoll vom 30. April 2015
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die in Abweichung zu den bewilligten Plänen erstellt wurde und nach den Merkblättern des
AGR gar nicht zulässig wäre (vgl. Erwägung 4a). Ferner dient das Lichtband Nr. 3 der
Belichtung einer Treppe und eines Abstellraums sowie das Lichtband Nr. 4 der Belichtung
der Galerie oberhalb des Schlafzimmers.28 Diese Flächen werden der
Bruttogeschossfläche nicht angerechnet (Art. 93 Abs. 2 Bst. b und f BauV).
Nicht stichhaltig ist ferner der Hinweis des Beschwerdeführers, die umstrittene Dachseite
sei von keinem öffentlichen Weg aus direkt einsehbar. Das Gebäude Nr. X._ ist
von der Lindenstrasse (Kantonsstrasse) aus zwar nur auf einem sehr kurzen
Strassenabschnitt einsehbar.29 Wie am Augenschein festgestellt werden konnte, ist das
betroffene Gebäude Nr. X._ allerdings von diversen privaten
Erschliessungsstrassen aus einsehbar. An diesen Privatstrassen bestehen gemäss
GRUDIS30 Fahrwegdienstbarkeiten zugunsten der Öffentlichkeit. Damit sind diese Strassen
dem Gemeingebrauch gewidmet (Art.13 Abs. 3 Bst. b SG31) und gelten als öffentliche
Strassen (Art. 8 SG). Die Vorinstanz und das AGR haben somit für die Lichtbänder Nr. 1,
3, 4 und 6 zu Recht den Bauabschlag erteilt.
5. Wiederherstellung
a) Es steht fest, dass die Lichtbänder Nr. 1, 3, 4 und 6 nachträglich nicht bewilligt
werden können; sie sind materiell rechtswidrig. Steht die Widerrechtlichkeit einer Baute
oder Anlage fest, so ist darüber zu entscheiden, ob und inwieweit der rechtmässige
Zustand wiederherzustellen ist. Die Wiederherstellungsverfügung muss im öffentlichen
Interesse liegen, verhältnismässig sein und darf den Vertrauensgrundsatz (guter Glaube)
nicht verletzen.32 Die Frage nach der Verhältnismässigkeit ist dabei mit der Frage nach
dem öffentlichen Interesse und dem Vertrauensschutz verknüpft, es geht letztlich um eine
Interessenabwägung. So ist eine Wiederherstellungsmassnahme, an der kein öffentliches
Interesse besteht, auch unverhältnismässig.33 Öffentliche Interessen sind vorab Folgende:
28 Vgl. S. 9 und S. 10 des Augenscheinprotokolls der BVE vom 30. April 2015 29 Vgl. Augenscheinprotokoll der BVE vom 30. April 2015 S. 10, drittes Votum von Fürsprecher Josseck 30 Grundstückdaten-Informationssystem des Kantons Bern 31 Strassengesetz vom 4. Juni 2008 (SG; BSG 732.11) 32 Aldo Zaugg/Peter Ludwig, Kommentar zum Baugesetz des Kantons Bern, 4. Aufl., Band I, Bern 2013, Art. 46 N. 9 33 Siehe Ursula Boos in: KPG-Bulletin 2/2015 S. 62 f.
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Das Interesse an der Einhaltung von Rechtsnormen, die präjudizielle Wirkung durch deren
Nichteinhaltung und der Schutz des durch die verletzte Norm geschützten Rechtsgutes.
Private Interessen sind insbesondere die geldwerten Interessen: In der Regel sind dies die
Kosten, die für eine Wiederherstellung aufgewendet werden müssen, sowie der Verlust von
Sachwerten durch die Beseitigung des widerrechtlichen Bauwerks.
b) Vorliegend kann der Beschwerdeführer nicht als gutgläubig bezeichnet werden. Er
bestreitet zwar, bösgläubig gehandelt zu haben. Er behauptet, der zuständige
Bauinspektor des AGR habe ihm telefonisch erklärt, die umstrittenen Lichtbänder seien
zulässig. Wie es sich damit genau verhält, kann offengelassen werden, da eine Berufung
auf den guten Glauben und damit auf den Vertrauensschutz von vornherein ausscheidet.
Dem Beschwerdeführer war aufgrund der Auflagen in der Baubewilligung vom 7. Februar
2007 bekannt, dass er die Bauarbeiten nach den bewilligten Planunterlagen ausführen
muss. In einer Auflage stand zudem ausdrücklich, dass Abänderungen unzulässig sind.34
An diese Auflage hat sich der Beschwerdeführer nicht gehalten. Der Einbau der fraglichen
Lichtbänder stellt gegenüber den bewilligten Plänen eine massive baubewilligungspflichtige
Abweichung dar. Indem er die Lichtbänder abweichend zur Baubewilligung ohne
vorgängiges Projektänderungs- bzw. Baubewilligungsverfahren einbaute, gilt er als krass
bösgläubig. Dazu kommt, dass die für die baupolizeiliche Selbstdeklaration verantwortliche
Person (Bauherr) verpflichtet ist, die Gemeindebaupolizeibehörde zu benachrichtigen,
sobald im Verlaufe der Bauarbeiten baubewilligungspflichtige Abweichungen von den
Vorgaben der Baubewilligung und den darin enthaltenen Bedingungen und Auflagen
erkennbar werden (Art. 47a BewD35). Aus den Akten geht nirgends hervor, dass der
Beschwerdeführer der Gemeindebaupolizeibehörde über die Abweichungen unterrichtete.
Im Gegenteil: Die Gemeindebaupolizeibehörde stellte die Abweichungen von den
bewilligten Plänen im Rahmen der ordentlichen Baukontrolle, die der Beschwerdeführer
verzögerte, selbst fest.36
c) Der Beschwerdeführer bringt weiter vor, die Wiederherstellung sei
unverhältnismässig und das Belassen der Lichtbänder widerspreche nicht
schwerwiegenden öffentlichen Interessen. Die Lichtbänder würden nur eine geringe
Abweichung vom Gesamtbild des Daches darstellen. Ein konkretes öffentliches oder
34 Vgl. pag. 63 der Vorakten der Einwohnergemeinde Ochlenberg 35 Dekret vom 22. März 1994 über das Baubewilligungsverfahren (Baubewilligungsdekret, BewD; BSG 725.1) 36 Vgl. pag. 62 der Vorakten der Einwohnergemeinde Ochlenberg
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nachbarliches Interesse sei angesichts des weitgehend alleinstehenden Hauses nicht
ersichtlich, zumal seit dem Einbau der Lichtbänder rund acht Jahre vergangen seien und in
der überschaubaren Gemeinde Ochlenberg bis 2014 niemand daran Anstoss genommen
habe. Eine Abweichung vom Gesetz sei – wenn überhaupt – nur gering, da sich die
Behörde in erster Linie auf gesetzliche Grundlagen stütze, die der Auslegung bedürften.
Einzig eine Verletzung der behördeninternen Richtlinien vermöge keine
Gesetzesabweichung zu begründen. Zudem sei der Rückbau für ihn finanziell nicht
verkraftbar, nachdem er sich im Mai 2014 als Dachdecker selbständig gemacht habe.
e) Die Argumentation des Beschwerdeführers verfängt nicht. Das öffentliche Interesse
an der Wiederherstellung des rechtmässigen Zustands besteht hier im Schutz der
Rechtsgleichheit und der Durchsetzung des Raumplanungsrechts. Ihm kommt ein
massgebendes Gewicht zu. Aus Erwägung 4h folgt ausserdem, dass die vier Lichtbänder
(Nr. 1, 3, 4 und 6) in der Dachfläche des Gebäudes Nr. X._ stark stören und in
Widerspruch zu Art. 39 Abs. 3 RPV stehen. Von einer geringfügigen Abweichung von
Art. 39 Abs. 3 RPV kann somit nicht gesprochen werden. Die Lichtbänder stehen zudem in
direktem Zusammenhang mit dem Ausbau der Dachgeschosswohnung, die neu zu
landwirtschaftsfremden Wohnzwecken, das heisst zonenfremd, genutzt wird. Art. 39 Abs. 3
RPV erlaubt zwar ausnahmsweise die Durchbrechung des Grundsatzes der Trennung von
Bau- und Nichtbaugebiet. Damit wird aber auch klar, dass Art. 39 Abs. 3 RPV
raumplanerische Ziele und somit konkrete öffentliche Interessen, wie namentlich die
Wahrung des verfassungsrechtlichen Grundsatzes der Trennung von Bau- und
Nichtbaugebiet, verfolgt.37 Falsch ist ferner der Einwand des Beschwerdeführers, die
Gemeinde habe in den vergangen acht Jahren gegen die Lichtbänder nichts unternommen.
Es ist aktenkundig, dass die Gemeinde aufgrund des Verhaltens des Beschwerdeführers
die ordentliche Baukontrolle erst im März 2014 durchführen konnte.38 In ihrer
Stellungnahme vom 20. März 2015 hielt sie fest, sie habe den Beschwerdeführer jährlich
kontaktiert und angefragt, ob eine Baukontrolle durchgeführt werden könne. Überdies hätte
der Beschwerdeführer die Abweichung von den bewilligten Plänen von sich aus der
Gemeindebaupolizeibehörde melden müssen (Art. 47a Abs. 3 BewD). Dies hat er
offensichtlich nicht getan.
37 Bernhard Waldmann / Peter Hänni, Handkommentar RPG, 2006, Art. 24 N.26 38 Vgl. pag. 62 der Vorakten der Einwohnergemeinde Ochlenberg
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f) Das öffentliche Interesse am Rückbau der vier Lichtbänder überwiegt hier die
Nachteile, die dem Beschwerdeführer durch die Wiederherstellung entstehen. Der
Beschwerdeführer hat sich krass bösgläubig verhalten. Die finanziellen Nachteile, die ihm
durch den Rückbau der Lichtbänder erwachsen, haben somit nur eine untergeordnete
Bedeutung. Zu berücksichtigen ist zudem, dass der Beschwerdeführer ein eigenes
Dachdeckergeschäft betreibt. Er kann den Rückbau der Lichtbänder selber vornehmen und
die ausgebauten Glaseinsätze womöglich anderenorts sogar wieder verwenden. Die
finanziellen Nachteile dürften sich somit in Grenzen halten. Eine mildere Massnahme, mit
der dasselbe Ziel erreicht werden könnte, ist nicht ersichtlich. Der angeordnete Rückbau
der vier Lichtbänder ist dem Beschwerdeführer somit sowohl in sachlicher wie auch in
finanzieller Hinsicht zumutbar. Die angefochtene Wiederherstellungsverfügung betreffend
die Lichtbänder Nr. 1, 3, 4 und 6 ist nicht zu beanstanden. Die Beschwerde ist insoweit
abzuweisen.
g) Die angesetzte Wiederherstellungsfrist (15. August 2015) ist während des
Beschwerdeverfahrens abgelaufen. Die BVE setzt die Wiederherstellungsfrist deshalb neu
auf den 27. November 2015 an. Angesichts der Tatsache, dass der Beschwerdeführer die
vier Lichtbänder eigenhändig zurückbauen kann, erscheint die angesetzte Frist als
angemessen.
6. Kosten
a) Die Verfahrenskosten im Beschwerdeverfahren bestehen aus einer Pauschalgebühr.
Für besondere Untersuchungen, Gutachten und dergleichen können zusätzliche Gebühren
erhoben werden (Art. 103 Abs. 1 VRPG39). Die Pauschalgebühr wird festgesetzt auf
Fr. 1'600.00 (Art. 103 Abs. 2 VRPG i.V.m. Art. 19 Abs. 1 und Art. 20 Abs. 1 GebV40). Für
den Augenschein vom 28. April 2015 wird in Anwendung von Art. 20 Abs. 1 GebV eine
zusätzliche Gebühr von Fr. 300.00 erhoben. Die Verfahrenskosten des
Beschwerdeverfahrens betragen somit Fr. 1'900.00.
39 Gesetz vom 23. Mai 1989 über die Verwaltungsrechtspflege (VRPG; BSG 155.21) 40 Verordnung vom 22. Februar 1995 über die Gebühren der Kantonsverwaltung (Gebührenverordnung, GebV; BSG 154.21)
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b) Vorliegend dringt der Beschwerdeführer in einem geringfügigen Umfang mit seinem
Eventualbegehren (Ziff. 3 und 5 der Rechtsbegehren) durch. Mit seinen Hauptanträgen
(Ziff. 1, 2 und 3 der Rechtsbegehren) ist er demgegenüber vollständig unterlegen. Bei
diesem Ausgang des Verfahrens rechtfertigt es sich, dem Beschwerdeführer vier Fünftel
der Verfahrenskosten von Fr. 1'900.00, ausmachend Fr. 1'520.00, zur Bezahlung
aufzuerlegen. Der restliche Teil der Verfahrenskosten wird nicht erhoben, da Behörden
keine Verfahrenskosten auferlegt werden können (Art. 108 Abs. 2 VRPG).
c) Da der Beschwerdeführer zu einem Fünftel obsiegt, hat er in diesem Umfang
Anspruch auf Parteikostenentschädigung. Die Auferlegung der Parteikosten an die
Gemeinde Ochlenberg erscheint hier nicht gerechtfertigt, da sie von der Verfügung des
AGR nicht abweichen darf. Das AGR hat somit dem Beschwerdeführer ein Fünftel der
Parteikosten zu ersetzen (Art. 108 Abs. 3 VRPG). Die Parteikosten umfassen den durch
die berufsmässige Parteivertretung anfallenden Aufwand (Art. 104 Abs. 1 VRPG). Nach
Art. 11 Abs. 1 PKV41 beträgt das Honorar in verwaltungsrechtlichen Beschwerdeverfahren
Fr. 400.00 bis Fr. 11’800.00 pro Instanz. Innerhalb des Rahmentarifs bemisst sich der
Parteikostenersatz nach dem in der Sache gebotenen Zeitaufwand sowie der Bedeutung
der Streitsache und der Schwierigkeit des Prozesses (Art. 41 Abs. 3 KAG42). Die vom
Anwalt des Beschwerdeführers eingereichte Kostennote beträgt Fr. 7'622.30 (inkl.
Auslagen und Mehrwertsteuer). Im vorliegenden Fall ist der gebotene Zeitaufwand zwar als
durchschnittlich zu werten, da ein Augenschein durchgeführt wurde. Hingegen sind
angesichts der geringen Baukosten (gemäss Baugesuch rund Fr. 20'000.00) und der
umstrittenen Rechtsfrage sowohl die Bedeutung der Streitsache und die Schwierigkeit des
Prozesses insgesamt als knapp durchschnittlich einzustufen. Daher wird das Honorar auf
Fr. 5'500.00 gekürzt. Demnach hat das AGR dem Beschwerdeführer einen Fünftel der
Parteikosten von Fr. 6'247.70 (Honorar Fr. 5'500.00, Auslagen Fr. 307.70 und
Mehrwertsteuer Fr. 440.00), ausmachend Fr. 1'249.55, zu ersetzen.