# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 944240ce-1eb6-414a-880a-a63548fd7038
**Court:** SG_VGN
**Chamber:** SG_VGN_001
**Year:** 2015
**Language:** de
**Jurisdiction:** SG / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Das Verwaltungsgericht stellt fest:
A. X.Y. (geboren am 29. September 2002) ist die Tochter von A.Y. und B.Y. Im
August 2008 trat sie nach einem Jahr Kindergarten vorzeitig in die 1. Klasse der
Primarschule Q. ein (vgl. vi-act. 13a/2, Beilage 3). Im Schuljahr 2011/12 besuchte sie
die 4. Klasse. Mit Blick auf eine allfällige Hochbegabung klärte der
Schulpsychologische Dienst des Kantons St. Gallen (SPD) X.Y. am 21. und 23. Februar
2012 ab. Die untersuchende Psychologin hielt fest, anhand zweier geeigneter
Testverfahren sei bei X.Y. ein überdurchschnittliches Leistungspotenzial festgestellt
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worden. Es könne klar von einer guten Begabung, jedoch nicht von einer
Hochbegabung ausgegangen werden. X.Y.s Leistungsprofil zeige sich unausgeglichen;
während ihre Fähigkeiten im Sprachverständnis, im logischen Denken und in der
visuellen Informationsaufnahme überdurchschnittlich seien, liege die auditive
Informationsaufnahme und -bearbeitung im unteren Durchschnittsbereich. Im Rechnen
sowie im Lesen und Leseverständnis hätten sich die Schulleistungsproben
stufenentsprechend gezeigt. Bei diesem Befund könne kein Antrag auf Besuch einer
Schule für Hochbegabte gestellt werden. Als Kind mit guter Begabung könne X.Y.
grundsätzlich in der Regelklasse beschult und spezifisch gefördert werden (vgl. vi-
act. 13a/1, Beilage 2).
Ab dem 23. April 2012 liessen die Eltern X.Y. durch die Privatschule «R.» in K.
beschulen. Anfang September 2012 wechselte X.Y. von der «R.» an die Privatschule
«S.» in L. Auf Wunsch ihrer Eltern wurde X.Y. am 3. September 2012 erneut durch den
SPD auf Hochbegabung untersucht. Im Bericht vom 11. September 2012 hielt dieser
fest, bei den erzielten Ergebnissen könne zwar von intellektuellen Fähigkeiten im
überdurchschnittlichen Bereich, jedoch nicht von einer Hochbegabung gesprochen
werden (vgl. vi-act. 13a/1, Beilage 3).
Am 25. November 2012 stellten X.Y.s Eltern beim Schulrat Q. ein Gesuch um
Übernahme der Kosten für die private Beschulung. Der Schulrat erteilte am
21. Dezember 2012 für den Zeitraum vom 1. Dezember 2012 bis 31. Juli 2014 eine
Kostengutsprache von insgesamt Fr. 4‘000.--. Er hielt fest, diese Kostenbeteiligung sei
freiwillig, weil die Eltern für die Kosten der Privatschule grundsätzlich selber
aufkommen müssten (zum Ganzen vgl. vi-act. 13a/2).
In der Folge, am 12. Februar 2013, liessen die Eltern X.Y. durch eine als
Privatgutachterin beigezogene Psychologin auf Hochbegabung abklären. Diese kam
zum Schluss, X.Y. sei tatsächlich hochbegabt, und kritisierte die Vorgehensweise und
Ergebnisse bei den durch den SPD durchgeführten Testreihen in verschiedener
Hinsicht (vi act. 1a/18).
Mit Schreiben vom 25. Februar 2013 beantragten X.Y.s Eltern dem Schulrat der
Primarschulgemeinde Q. wiederum, die Kosten für die Beschulung an den
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Privatschulen «R.» bzw. «S.» und die Fahrspesen ab 23. April 2012 zu übernehmen.
Eventuell sei X.Y. durch Verfügung der Schulgemeinde an eine andere Schule für
Hochbegabte zuzuweisen oder es sei die Rückschulung in die öffentliche Volksschule
per 11. März 2013 umzusetzen. Der Schulrat wies das Gesuch mit Verfügung vom
3. April 2013 ab. Zur Begründung hielt er fest, X.Y. sei zweimal durch den SPD
abgeklärt worden, jeweils mit dem Ergebnis, dass sie nicht hochbegabt sei. Diese
Resultate seien massgebend und durch das Privatgutachten nicht widerlegt. Die
notwendigen Voraussetzungen für eine Zuweisung in eine Schule für Hochbegabte
seien damit nicht erfüllt (vi-act. 1a/1).
B. Gegen diese Verfügung erhoben A.Y. und B.Y. mit Eingabe vom 15. April 2013
Rekurs beim Erziehungsrat. Sie beantragten insbesondere, dem Rekursentscheid über
X.Y.s Hochbegabung sei ihr Privatgutachten vom 15. Februar 2013 und nicht die
beiden Gutachten des SPD zu Grunde zu legen. Eventualiter sei ein neues
(Ober-)Gutachten zu erstellen. Der Schulrat der Primarschule Q. beantragte in der
Folge, den Rekurs abzuweisen. Die Rekursinstanz liess den SPD zu den durch die
Privatgutachterin angeführten Beanstandungen und zur Frage Stellung nehmen, ob
andere, namentlich persönliche Gründe eine Weiterbeschulung in der Wohngemeinde
unmöglich bzw. unzumutbar gemacht hätten. Sowohl die Eltern als auch die von
diesen beauftragte Privatgutachterin nahmen zu den Ausführungen des SPD Stellung.
Während des Schriftenwechsels – am 6. August 2013 – verfügte der Schulrat der
Primarschulgemeinde Q. die Zuweisung von X.Y. in die Privatschule «S.» ab dem
Schuljahr 2013/14 – ohne Rückwirkung auf den bisherigen Schulbesuch an
Privatschulen ab dem 23. April 2012 –, unter Kostengutsprache für Schulgeld und
Materialkosten, nicht aber für die Kosten des Schulweges. Die Eltern haben diese
Verfügung – soweit ersichtlich – separat beim Bildungsdepartement angefochten, weil
sie nicht damit einverstanden waren, die Kosten für den Schulweg selbst tragen zu
müssen.
Anfang März 2014 teilten beide Parteien mit, sie würden auf das beantragte
Obergutachten verzichten. Mit Schreiben vom 31. März 2014 gaben die Eltern der
Rekursinstanz bekannt, X.Y. habe die Aufnahmeprüfung ans Untergymnasium der
Kantonsschule Burggraben bestanden und werde im Sommer 2014 ins erste
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Untergymnasium eintreten. Auch dies sei ein weiteres massgebliches Indiz für ihre
Hochbegabung, sei sie doch wesentlich jünger als ihre Jahrgangsstufe.
C. Mit Entscheid vom 21. Mai 2014 wies der Erziehungsrat den Rekurs ab,
soweit er darauf eintrat. Er hielt fest, die beiden SPD-Gutachten seien in sich schlüssig,
stellten auf professionelle Abklärungen ab und enthielten klare Empfehlungen. Die
privat eingebrachten Gutachten könnten diese nicht erschüttern, auch wenn es hierbei
zu anderen bzw. für die Hochbegabung von X.Y. günstigeren Ergebnissen gekommen
sei. Die Differenzen seien einerseits begründbar und andererseits bestehe bei den
entsprechenden Abklärungen anerkanntermassen ein Ermessensspielraum. Es stehe
demnach fest, dass X.Y. überdurchschnittlich, jedoch nicht hochbegabt sei, weshalb
zu Recht kein Antrag auf Beschulung in einer Schule für Hochbegabte gestellt worden
sei. Hieran ändere auch nichts, dass X.Y. offenbar am Ende des Schuljahres 2012/13
(recte: 2013/14) bereits den Stoff der 6. Primarklasse absolviert habe und im Frühjahr
2014 die Aufnahmeprüfung an das Untergymnasium der Kantonsschule Burggraben
bestanden habe. Dies sei bei einem überdurchschnittlich begabten Kind, das an einer
privaten Schule für vorwiegend leistungsstarke Schülerinnen und Schüler mittels
zusätzlicher pädagogischer Ressourcen und hoch individualisiert unterrichtet werde,
einleuchtend und lasse für sich allein gesehen nicht auf eine anspruchsbegründende
Hochbegabung schliessen. Die Rekurrenten gingen in ihrer Annahme, es bestehe ein
grundrechtlicher Anspruch auf das geeignetste, optimale schulische Angebot, fehl. Im
übrigen seien weitere anspruchsbegründende Voraussetzungen konkret nicht erfüllt.
So habe die Regelschule gar nicht alle Massnahmen zur Förderung von X.Y.s
Begabung ausschöpfen können, weil X.Y. auf Initiative der Eltern bereits seit April 2012
privat beschult worden sei. Die Volksschule sei bereit gewesen, bei einem
Wiedereintritt von X.Y. vom SPD vorgeschlagene Massnahmen zur Begabtenförderung
umzusetzen. Auch dem Gutachten vom 11. September 2012 würden sich
Empfehlungen zur erneuten Beschulung von X.Y. in der Regelschule entnehmen
lassen. Vor diesem Hintergrund sei gar nicht erst zu prüfen, ob bei ihr aufgrund der
überdurchschnittlichen Begabung die Gefahr von Lern-, Leistungs- oder
Verhaltensauffälligkeiten bestanden hätte. Immerhin sei aber festzuhalten, dass sowohl
nach Ansicht des Schulrates als auch des SPD eine Beschulung von X.Y. in der
öffentlichen Volksschule jederzeit möglich gewesen wäre, ohne dass eine Gefahr von
Störungen dieser Art bestanden hätte. Die (kumulativen) Voraussetzungen für eine
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Zuweisung von X.Y. in eine Schule für Hochbegabte seien damit nicht erfüllt. Ob X.Y.
bzw. ihre Eltern bei dieser Ausgangslage aus anderen Gründen das Recht auf Ersatz
der privaten Beschulungskosten hätten, liege nicht in der Zuständigkeit des
Erziehungsrates, sondern des Bildungsdepartements, weshalb insoweit nicht auf den
Rekurs eingetreten werde.
D. Gegen den Entscheid des Erziehungsrates (Vorinstanz) liessen die Eltern A.Y.
und B.Y., nunmehr vertreten durch Rechtsanwalt Dr. Matthias Suter, Staad, für ihre
Tochter X.Y. (Beschwerdeführerin) mit Eingabe vom 16. Juni 2014 beim
Verwaltungsgericht Beschwerde erheben (act. 1). Die Beschwerdeführerin beantragte,
der angefochtene Entscheid sei aufzuheben und es sei festzustellen, dass sie
hochbegabt sei, weshalb alle Kosten für den Besuch einer Schule für Hochbegabte von
der öffentlichen Hand zu tragen seien. Eventualiter sei die Sache an die Vorinstanz
zurückzuweisen; alles unter Kosten- und Entschädigungsfolge. Zur Begründung wird
vorgebracht, der Intelligenzquotient (IQ) der Beschwerdeführerin sei falsch berechnet
worden, die öffentliche Schule habe im Zeitpunkt ihres Übertrittes in die Privatschule
sämtliche Fördermöglichkeiten ausgeschöpft gehabt, und die «staatlichen Stellen»
hätten sich ihr bzw. ihren Eltern gegenüber widersprüchlich verhalten. Insgesamt
würden starke Indizien dafür sprechen, dass sie eine Schule für Hochbegabte
besuchen solle.
Die Vorinstanz und die Primarschulgemeinde Q. (Beschwerdegegnerin) beantragten in
ihren Vernehmlassungen vom 1. Juli 2014 bzw. 19. August 2014 Abweisung der
Beschwerde (act. 7 bzw. 10).
Mit Schreiben vom 25. August 2014 forderte der Präsident des Verwaltungsgerichts
den Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin auf, sich im Rahmen einer allfälligen
Stellungnahme insbesondere zum Rechtsschutzinteresse zu äussern, nachdem die
Beschwerdeführerin nunmehr das Untergymnasium besuche (act. 11). Der
Rechtsvertreter räumte am 3. September 2014 ein, dass der Nachteil nicht
begabungsgemässer Förderung nicht mehr bestehe. Indessen vermittle allein der
Umstand, dass die Eltern der Beschwerdeführerin die aufgelaufenen Kosten der
Privatschule vom 23. April 2012 bis Ende Schuljahr 2012/13 selbst hätten tragen
müssen, ein ausreichendes Interesse an der Behandlung der Beschwerde (act. 12). Die
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Vorinstanz verzichtete in der Folge auf eine weitere Stellungnahme (act. 14); die
Beschwerdegegnerin liess sich erneut vernehmen (act. 15).
Mit Eingabe vom 8. Juni 2015 orientierte der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin
das Gericht über die Resultate von X.Y. an einem nationalen Schreibwettbewerb und
am Kurzgeschichtenwettbewerb der Kantonsschule am Burggraben, St. Gallen. Auch
diese beiden Ereignisse würden beispielhaft aufzeigen, dass die Beschwerdeführerin
hochbegabt sei (act. 18.1).
Auf die Vorbringen der Verfahrensbeteiligten und den angefochtenen Entscheid wird –

## Considerations

soweit notwendig – in den Erwägungen näher eingegangen.
Darüber zieht das Verwaltungsgericht in Erwägung:
1. Die sachliche Zuständigkeit des Verwaltungsgerichts ist gegeben (Art. 59bis
Abs. 1 des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege, sGS 951.1, VRP). Als
gesetzliche Vertreter (vgl. Art. 304 Abs. 1 des Schweizerischen Zivilgesetzbuches, SR
210) sind die Eltern der Beschwerdeführerin zur Ergreifung des Rechtsmittels sowohl in
eigenem als auch in deren Namen grundsätzlich legitimiert (Art. 64 in Verbindung mit
Art. 45 Abs. 1 VRP; BGer 2C_433/2011 vom 1. Juni 2012 E. 1.2; VerwGE B 2014/247
vom 30. Juni 2015 E. 1.2, www.gerichte.sg.ch). Die Beschwerde vom 16. Juni 2014
wurde rechtzeitig erhoben und entspricht den Anforderungen in inhaltlicher und
formeller Hinsicht (vgl. Art. 64 in Verbindung mit Art. 47 Abs. 1 und 48 Abs. 1 VRP). Auf
die Beschwerde ist einzutreten.
2.
2.1. Art. 19 der Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft (SR
101, BV) gewährleistet einen Anspruch auf ausreichenden und unentgeltlichen
Grundschulunterricht. Nach Art. 62 Abs. 1 und 2 BV sorgen die für das Schulwesen
zuständigen Kantone für den ausreichenden, allen Kindern offenstehenden, an
öffentlichen Schulen unentgeltlichen obligatorischen Grundschulunterricht. Die
aufgrund von Art. 19 BV garantierte «ausreichende» Grundschulung muss für den
Einzelnen angemessen und geeignet sein bzw. genügen, um ihn angemessen auf ein
selbstverantwortliches Leben im Alltag vorzubereiten. Aus Art. 19 BV ergibt sich mithin
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ein Anspruch auf eine den individuellen Fähigkeiten des Kindes und seiner
Persönlichkeitsentwicklung entsprechende unentgeltliche Grundschulausbildung an
einer öffentlichen Schule. Der Anspruch wird verletzt, wenn die Ausbildung des Kindes
in einem Masse eingeschränkt wird, dass die Chancengleichheit nicht mehr gewahrt ist
bzw. wenn es Lehrinhalte nicht vermittelt erhält, die in der hiesigen Wertordnung als
unverzichtbar gelten.
Wie andere soziale Grundrechte gewährleistet auch der Anspruch auf ausreichenden
und unentgeltlichen Grundschulunterricht nur einen Mindeststandard. Der
grundrechtliche Anspruch umfasst daher nur ein angemessenes, erfahrungsgemäss
ausreichendes Bildungsangebot an öffentlichen Schulen. Ein Mehr an individueller
Betreuung, das theoretisch möglich wäre, kann daraus mit Rücksicht auf das staatliche
Leistungsvermögen nicht abgeleitet werden. Mit anderen Worten ist der
verfassungsmässige Anspruch auf ausreichenden unentgeltlichen Grundschulunterricht
nicht gleichbedeutend mit dem Anspruch auf die optimale bzw. geeignetste Schulung
eines Kindes (zum Ganzen vgl. BGE 138 I 162 E. 3 mit Hinweisen; BGer 2P.216/2002
vom 5. Februar 2003 E. 4 f.)
2.2. Die kantonale Schulgesetzgebung konkretisiert den verfassungsmässigen
Anspruch auf ausreichenden und unentgeltlichen Grundschulunterricht – soweit es hier
interessiert – wie folgt: Das im Kanton wohnhafte Kind hat das Recht, jene öffentliche
Schule oder anerkannte private Sonderschule zu besuchen, die seinen Fähigkeiten
entspricht und deren Anforderungen es erfüllt (Art. 51 des Volksschulgesetzes, sGS
213.1, VSG). Dem Grundsatz nach hat es die öffentliche Schule am Ort zu besuchen,
wo es sich aufhält (vgl. Art. 52 VSG). Der Schulrat gestattet ihm aber den Besuch einer
(privaten) Schule für Hochbegabte, wenn eine Hochbegabung sich in der öffentlichen
Schule am Aufenthaltsort nicht entfalten kann und die Schule den Erziehungs- und
Bildungsauftrag erfüllt und am Standort öffentlich anerkannt ist. Die Regierung
bezeichnet die Voraussetzungen für den Besuch einer Schule für Hochbegabte, die
anerkannten Schulen und den Beitrag der Schulgemeinde an das Schulgeld durch
Verordnung (vgl. Art. 53bis Abs. 1 und 2 VSG).
2.2.1. Nach dem Willen des Gesetzgebers (Botschaft und Entwurf der Regierung vom
10. Januar 2006 zum IX. Nachtrag zum Volkschulgesetz, ABl 2006 S. 173 ff.) ist diese
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Bestimmung restriktiv auszulegen. Intellektuell besonders begabte Kinder sind primär
mit verschiedenen pädagogisch-didaktischen Mitteln im Klassenverband zu schulen.
Dazu gehören etwa individualisierte oder erweiterte Lernformen, eigenständiges
Lernen, kooperatives bzw. interaktives Lernen, offener Unterricht sowie angereicherte,
beschleunigte oder selbst bestimmte Lerninhalte. Daneben sind auch schulhausweite
Angebote wie klassenübergreifender Unterricht, Schüleraustausch,
Projektgemeinschaften oder Fördertage möglich. In der Volksschule sind unter dem
Titel «Nachhilfeunterricht» nach Art. 34 Abs. 1 lit. b VSG weiter Einzel- oder Gruppen-
Förderstunden denkbar. Zudem bestehen in der Volksschule die beiden besonderen
Massnahmen «Vorverlegung der Schulpflicht» (Art. 47 VSG) und «Überspringen einer
Klasse» (Art. 31bis VSG). Vorwiegend in der Primarschule gibt es laut Botschaft eine
Handvoll Schulkinder, denen der lehrplanmässige Unterricht samt diesen
Fördermassnahmen nicht gerecht wird. Der Erziehungsrat habe im Rahmen seiner
Rekurspraxis durch Lückenfüllung Vorgaben für diese Fälle gemacht: Höchstbegabten
Schülerinnen und Schülern, für die nachgewiesen sei, dass alle schulinternen
Fördermassnahmen einschliesslich Überspringen der Klasse erfolglos waren und für
die der Schulpsychologische Dienst durch schriftliches Gutachten für den Fall des
Verbleibens in der Klasse eine gravierende Beeinträchtigung voraussage, sei eine
unkonventionelle Schulung zu ermöglichen und mitzufinanzieren (vgl. GVP 2001 Nr.
86). Die Gesetzesbestimmung von Art. 53bis VSG schaffe im Verbund mit dem
späteren Verordnungsrecht nachträglich auch eine Grundlage für diese lückenfüllende
Rekurspraxis des Erziehungsrates zur ausserschulischen Förderung eines intellektuell
höchstbegabten Volksschul-Kindes.
2.2.2. Von ihrer Verordnungskompetenz hat die Regierung im Hinblick auf die
Förderung intellektuell höchstbegabter Schulkinder bislang nur unvollständig Gebrauch
gemacht. Aus Art. 11quater der Verordnung über den Volksschulunterricht (sGS
213.12) ergibt sich einzig, dass das Bildungsdepartement den Schulrat im besonderen
Fall ermächtigen oder verpflichten kann, einem intellektuell hochbegabten Schüler den
Besuch einer Schule für Hochbegabte zu gestatten, und es den Beitrag der
Schulgemeinde an das Schulgeld bestimmt.
2.2.3. Der angefochtene Entscheid stützt sich auf das «Konzept
Hochbegabtenförderung im Kanton St. Gallen», erlassen vom Erziehungsrat am 23.
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November 2011 (vgl. www.schule.sg.ch). Demnach werden intellektuell hochbegabte
Kinder und Jugendliche primär durch die Regelschule mit niederschwelligen
Massnahmen angemessen unterstützt. Die Begabungs- und Begabtenförderung findet
auf mehreren Ebenen statt, und zwar durch Anreicherung (zusätzliche, vertiefende
Angebote bzw. eine Unterrichtsgestaltung, die durch Differenzierung und
Individualisierung den unterschiedlichen Begabungen aller entgegenkommt) und
Straffung (Verkürzung des Lernstoffes). Nebst der Förderung im Klassenzimmer
kommen nach diesem Konzept klassenübergreifende Anreicherungs- und
Ergänzungsangebote zum Zug (Interessen- oder Leistungsgruppen,
Ressourcenzimmer, Experimentierräume, Unterstützung durch Fachexpertinnen und
Fachexperten). Soweit die Begabungsförderung nicht in den Regelklassenunterricht
eingebunden ist, kann sie unter Anrechnung des zusätzlichen Pensenpools – je 100
Schülerinnen und Schülern steht eine zusätzliche Lektion zur Verfügung, bei kleineren
Schulgemeinden jedoch wenigstens zwei (vgl. Art. 30 der Weisungen über die
fördernden Massnahmen vom Februar 2006, in: Schulblatt 2006, Nr. 7-8) – in
ergänzendem Einzel- oder Gruppenunterricht erfolgen.
Das Konzept Hochbegabtenförderung verweist ferner auf die Voraussetzungen von
Art. 31 VSG, wonach ausserordentlich begabte und sozial reife Schüler mit
Zustimmung der Eltern und nach Anhören des Lehrers eine Klasse überspringen
können. Voraussetzungen sind intellektuelle Fähigkeiten im oberen Bereich,
überdurchschnittliche Leistungen in mehreren Fachbereichen sowie hohes
Durchhaltevermögen und hohe Motivation. In gleichem Zusammenhang wird der
vorzeitige Übertritt vom Kindergarten in die Primarschule aufgeführt, der, sofern es der
Entwicklungsstand des Kindes erlaubt, eine weitere Massnahme der Akzeleration ist
und bei besonderen Begabungen erlaubt, die Zeit, in der die Lernziele erreicht werden,
zu verkürzen.
Unter dem Titel «Förderung im besonderen Fall» nennt das Konzept Hochbegabung die
Bedingungen, unter denen der Schulrat Schülerinnen und Schüler, deren intellektuelle
Hochbegabung mit Begabungsverzerrungen bzw. Schulschwierigkeiten einhergeht,
einer besonderen (Privat-)Schule zuweisen kann. Kumulativ müssen
- die dem öffentlichen Volksschulträger zur Verfügung stehenden
niederschwelligen Möglichkeiten der Begabtenförderung ausgeschöpft worden sein;
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- eine Klasse übersprungen worden sein;
- dem Kind durch ein Gutachten des SPD zum einen ein weit
überdurchschnittliches Potenzial im Sinn einer Höchstbegabung attestiert und zum
andern bei einem Verbleib in der öffentlichen Volksschule die Gefahr von Lern-,
Leistungs- oder Verhaltensstörungen prognostiziert worden sein.
Sind diese Voraussetzungen erfüllt, ist die Herkunftsgemeinde mit Blick auf die
verfassungsmässige Unentgeltlichkeit des Grundschulunterrichts zur Übernahme eines
angemessenen Schulgeldes verpflichtet (zum Ganzen vgl. Ziff. 3 des Konzepts
Hochbegabung).
2.3. Die Vorinstanz hielt fest, die kumulativen Kriterien für die Zuweisung der
Beschwerdeführerin in eine Schule für Hochbegabte seien konkret nicht erfüllt. Der
SPD habe in zwei Gutachten festgestellt, dass diese zwar überdurchschnittlich begabt,
jedoch nicht hochbegabt im Sinn von Art. 53bis VSG sei. Diese Feststellung könne
durch die eingereichten Privatgutachten nicht erschüttert werden. Zudem ergebe sich
aus den Akten, dass die dem öffentlichen Schulträger zur Verfügung stehenden
Möglichkeiten der Begabtenförderung noch nicht ausgeschöpft worden seien, als die
Beschwerdeführerin im April 2012 auf Initiative ihrer Eltern in die Privatschule «R.»
übergetreten sei. Bereits im Gutachten des SPD vom 3. April 2012 und im
vorangegangenen Gespräch seien vom SPD Möglichkeiten zur Förderung der
Beschwerdeführerin in der Regelschule aufgezeigt worden. Die Beschwerdegegnerin
habe die Eltern zudem mit Schreiben vom 19. Juni 2012 darauf hingewiesen, dass die
Schulsituation bei einem Wiedereintritt der Beschwerdeführerin zu klären sei, und habe
damit ihre Bereitschaft signalisiert, die vom SPD vorgeschlagenen Massnahmen zur
Begabtenförderung umzusetzen. Auch im Gutachten des SPD vom 11. September
2012 fänden sich Empfehlungen zur erneuten Beschulung der Beschwerdeführerin in
der Regelschule. Diese seien im Gespräch mit den Eltern am 19. September 2012
konkretisiert worden und es sei in Aussicht gestellt worden, dass ein allfälliger
Wiedereintritt in die öffentliche Volksschule durch Fachpersonen begleitet würde.
Insgesamt sei damit offenkundig, dass die Möglichkeiten der Begabtenförderung in der
öffentlichen Volksschule noch nicht ausgeschöpft worden seien, weshalb die
Zuweisung zu einer Schule für Hochbegabte auch unter diesem Aspekt nicht in Frage
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komme. Unter diesen Umständen sei nicht mehr zu prüfen, ob bei weiterer Beschulung
in der öffentlichen Volksschule die Gefahr von Lern-, Leistungs- oder
Verhaltensstörungen bestanden hätte. Immerhin sei aber festzuhalten, dass die
Beschwerdeführerin nach Ansicht sowohl der Beschwerdegegnerin als auch des SPD
jederzeit hätte in der Regelschule unterrichtet werden können, ohne dass die Gefahr
von Störungen der erwähnten Art bestanden hätte (zum Ganzen vgl. E. 6 des
angefochtenen Entscheids).
2.4. Die Beschwerdeführerin lässt geltend machen, schon die Umstände, dass sie
mittlerweile zwei Klassen übersprungen habe und die Aufnahmeprüfung an das
Untergymnasium der Kantonsschule Burggraben bestanden habe, indizierten ihre
Hochbegabung. Zudem habe die Vorinstanz bei der Ermittlung ihrer Intelligenz zu
Unrecht auf die Klassennorm statt auf die Altersnorm abgestellt. Da sie im Zeitpunkt
der Abklärung bereits eine Klasse übersprungen habe, sei ihr Intelligenzquotient (IQ)
von 134 auf 124 Punkte «gedrückt» worden. Richtigerweise müsse der IQ im Verhältnis
zum Alter festgelegt werden, wie die Privatgutachterin festgehalten habe. Gleiches
habe selbst der Direktor des SPD eingeräumt; nach wie vor gegenteiliger Ansicht sei
lediglich die Wiler Regionalstellenleiterin des SPD.
2.4.1. Nach der ersten Abklärung einer allfälligen Hochbegabung durch den SPD (21.
und 23. Februar 2012) konstatierte die Schulpsychologin ein überdurchschnittliches
Leistungspotenzial und eine klar gute Begabung, jedoch keine Hochbegabung (vgl. vi-
act. 13a/1, Beilage 2). Wie sich aus der Stellungnahme des SPD vom 13. Dezember
2013 (vi-act. 32) ergibt, ist der Intelligenzquotient bei der Frage nach einer
Hochbegabung ein wesentliches Kriterium, das ab einem Wert von 130 erfüllt ist. Der
SPD ermittelte bei der ersten Abklärung aufgrund des «HAWIK-IV» Tests einen
Gesamt-IQ von 119 (vgl. vi-act. 32), wobei sich bei keinem der Teilbereiche
Sprachverständnis, Wahrnehmungsgebundenes Logisches Denken, Arbeitsgedächtnis
und Verarbeitungsgeschwindigkeit ein Wert im Bereich der Hochbegabung ergab.
Dieser Test ist – so der SPD – ausdrücklich zur Abklärung einer Hochbegabung
empfohlen (Schreiben vom 6. Juli 2012, vgl. vi-act. 1a, Beilage 39). Ergänzend wurde
der IQ nach dem Verfahren «CFT-20R» ermittelt. Im gleichen Schreiben führte der SPD
aus, dieses Verfahren ermittle Teilaspekte der Intelligenz und werde somit auch nur
ergänzend in die Beurteilung der Fragestellung einbezogen. Nach der Klassennorm der
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4. Klasse sei hierbei ein Wert von 124 gemessen worden. Die Altersnorm hätte
hingegen einen Wert von 134 ergeben, sei aber nicht beigezogen worden, weil eine
breit abgestützte Altersnorm schon dem «HAWIK-IV» habe entnommen werden
können. An der gesamten Beurteilung hätte sich hingegen auch nichts geändert, wenn
dieser Wert zusätzlich mit einbezogen worden wäre. Der Direktor des SPD hielt in
seiner Stellungnahme an die Vorinstanz vom 13. Dezember 2013 (vgl. vi-act. 32) fest,
richtigerweise hätte beim «CFT 20-R» auf die Altersnorm abgestellt werden müssen.
Allerdings handle es sich um ein ergänzendes Verfahren, welches eine zusätzliche
Bestätigung zu einem entsprechenden Ergebnis im Test «HAWIK-IV» sein könnte. Für
sich allein sei die Aussagekraft des «CFT 20-R» im Hinblick auf die schulische Relevanz
beschränkt. Beim zweiten SPD-Untersuch – d.h. am 3. September 2012 (Bericht vgl. vi-
act. 1a, Beilage 17) – habe aufgrund zu befürchtender Lerneffekte mit dem «PSB-R-
Horn» ein anderes Intelligenzprüfverfahren gewählt werden müssen. Auch hier habe die
Beschwerdeführerin mit einem IQ von 119.5 nicht im hochbegabten Bereich eingestuft
werden können.
2.4.2. Die Beschwerdeführerin rügt konkret lediglich, dass ihr IQ nach dem beim
ersten Untersuch angewendeten Verfahren «CFT 20-R» aufgrund der Klassennorm und
damit falsch bemessen worden sei. Bereits im vorinstanzlichen Verfahren haben
sowohl die Leiterin der Regionalstelle Wil als auch der Direktor des SPD eingeräumt,
dass hierbei korrekterweise auf die Alters- und nicht auf die Klassennorm abzustellen
gewesen wäre. Gleichzeitig äusserten sie aber, dieses Verfahren sei wegen seiner
beschränkten Aussagekraft lediglich «ergänzend» anzuwenden und an der gesamten
Beurteilung der Situation hätte sich durch Abstellen auf die Altersnorm nichts geändert.
Diese Ausführungen haben weder die Privatgutachterin noch die Beschwerdeführerin
bestritten. Entgegen der Darstellung der Vorinstanz (vgl. E. 6.a des angefochtenen
Entscheids) hat die Privatgutachterin im vorinstanzlichen Verfahren namentlich nicht
geltend gemacht, die Abweichung zwischen Alters- und Klassennorm sei beim
«HAWIK-IV» – und damit beim für das Ergebnis entscheidenden Test – entstanden. Mit
dem SPD ist demnach davon auszugehen, dass das Verfahren «CFT 20-R» lediglich
ergänzend zu verwenden war und deshalb selbst das Abstellen auf die Altersnorm am
Gesamtergebnis nichts geändert hätte. Die Rüge der Beschwerdeführerin ist deshalb
unbegründet. Es ist zudem nicht ersichtlich, inwiefern der Umstand, dass sie vorzeitig
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in das Untergymnasium übergetreten ist, hieran etwas ändern könnte. Es steht nämlich
durchaus fest, dass sie überdurchschnittlich begabt und leistungsbereit ist.
2.5.
2.5.1. Im Hinblick auf die Fördermassnahmen in der Regelschule rügt die
Beschwerdeführerin, dass die Klassenlehrerin bereits in der Anmeldung zur
schulpsychologischen Diagnostik und Beratung am 27. Januar 2012 vermerkt habe, sie
wisse nicht, was sie noch tun könne und sei mit ihren Möglichkeiten am Ende. Sie
macht damit sinngemäss geltend, die dem öffentlichen Volksschulträger zur Verfügung
stehenden niederschwelligen Möglichkeiten der Begabtenförderung seien im Zeitpunkt
ihres Übertritts an die Privatschule ausgeschöpft gewesen. Nachdem bereits feststeht,
dass bei der Beschwerdeführerin zu Recht keine Hochbegabung konstatiert worden ist,
vermag auch diese Rüge keine Kostentragungspflicht der Beschwerdegegnerin zu
begründen.
2.5.2. Im übrigen greift die Argumentation der Beschwerdeführerin zu kurz, wenn sie
einzig auf diese Äusserung der Klassenlehrerin abstellt (vgl. act. 1, Ziff. 19 mit Hinweis).
Dem Abklärungsbericht des SPD vom 3. April 2012 (a.a.O.) sind durchaus zusätzliche
Förderhinweise zu entnehmen. Zudem ergibt sich daraus, dass diese in jenem
Zeitpunkt bereits mit den Eltern und Vertretern der Beschwerdegegnerin erörtert
worden waren. Konkret war die Rede von Dispens vom Unterricht während zwei
Lektionen pro Woche, um an anderen Projekten zu arbeiten. Auch werde die
Lehrperson den Unterricht noch mehr individualisieren sowie mit der Klasse am Thema
«Ausgrenzung und Akzeptanz von Individualität» arbeiten. Auch im Gutachten des SPD
vom 19. September 2012 (vgl. vi-act. 13a/1, Beilage 3) finden sich konkrete (Förder-)
Hinweise. Diese wurden am 25. September 2012 an einem Gespräch mit den Eltern,
dem Schulratspräsidenten, der Schulleiterin, der Schulischen Heilpädagogin, der
Klassenlehrerin und drei Vertretern des SPD weiter konkretisiert, indem
Differenzierungsmöglichkeiten und begleitende Massnahmen für einen Wiedereintritt
der Beschwerdeführerin in die öffentliche Volksschule (Fachperson, die mit der Klasse
das Thema Mobbing aufarbeiten soll, Begleitung der Erwachsenen durch dieselbe
Fachperson in der Anfangsphase der Rückschulung) festgelegt wurden
(Beschlussprotokoll in vi-act. 13a/1, Beilage 9). Damit liegt auf der Hand, dass die
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Beschwerdeführerin durchaus auch im Rahmen der öffentlichen Volksschule mit
niederschwelligen Massnahmen hätte weiter gefördert werden können. Dass die Eltern
dieses Angebot nicht angenommen haben, ist nicht der Beschwerdegegnerin
anzulasten.
2.6.
2.6.1. Die Beschwerdeführerin lässt der Beschwerdegegnerin bzw. den «staatlichen
Stellen» treuwidriges Verhalten vorwerfen. Am 26. Oktober 2012 habe die Mutter der
Beschwerdeführerin der Schulleiterin mitgeteilt, dass diese per 1. Dezember 2012
wieder in die angestammte Schule zurückkehren werde. Die Kriseninterventionsgruppe
(KIG) des SPD sei – wie im Beschlussprotokoll vom 25. September 2012 vorgesehen –
mit der fachlichen Begleitung dieses Wiedereintritts betraut worden. In einem Gespräch
mit einem Mitarbeiter der KIG sei am 12. November 2012 vereinbart worden, dass die
Rückkehr der Beschwerdeführerin vorerst sistiert werde und später, im Januar 2013,
ein Gespräch mit der Beschwerdegegnerin stattfinden solle. Auf Veranlassung der KIG
habe dieses nicht stattgefunden; man habe sie glauben lassen, dass stattdessen ein
weiteres Privatgutachten zu erstellen sei. Kaum habe dieses vorgelegen, sei es
ignoriert worden. Letztlich sei also das geplante Gespräch bezüglich Wiedereintritt
verschoben worden mit der Begründung, es sei das Privatgutachten abzuwarten, und
später sei den Eltern mitgeteilt worden, eben dieses Gutachten sei nicht von Interesse
und es ändere nichts.
Treuwidrig sei auch, dass die Beschwerdegegnerin am 3. April 2012 an den SPD
herangetreten sei mit der Frage, ob Beitragszahlungen an den Besuch einer Schule für
Hochbegabte beantragt werden könnten, weil die Schule keine Fördermöglichkeiten
mehr anbieten könne, und jetzt argumentiert werde, die Fördermöglichkeiten seien
damals noch gar nicht ausgeschöpft worden.
2.6.2. Der Grundsatz von Treu und Glauben (vgl. Art. 5 Abs. 3 und Art. 9 BV) gebietet
ein loyales und vertrauenswürdiges Verhalten im Rechtsverkehr. In der Form des
Vertrauensschutzes verleiht er den Privaten einen Anspruch auf Schutz ihres
berechtigten Vertrauens in das bestimmte Erwartungen begründende Verhalten der
Behörden (Häfelin/Müller/Uhlmann, Allgemeines Verwaltungsrecht, 6. Aufl. 2010,
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Rz. 622 f.). Eine Abweichung vom Gesetz nach den Regeln des Vertrauensschutzes
kommt dann in Frage, wenn sich der Beschwerdeführer nach Treu und Glauben auf
Zusicherungen der zuständigen Behörde verlassen konnte und gestützt darauf
entsprechende Dispositionen getroffen hat. Voraussetzung dafür ist jedoch, dass sich
das Verhalten der Behörde auf eine konkrete, den betreffenden Bürger berührende
Angelegenheit bezieht. Notwendig ist eine gewisse Bestimmtheit und
Vorbehaltlosigkeit der Auskunft (vgl. z.B. BGE 125 I 267 E. 4.c; 122 II 113 E. 3b/cc mit
Hinweisen; Häfelin/Müller/Uhlmann, a.a.O., Rz. 668 ff mit Hinweisen).
2.6.3. Die Beschwerdegegnerin wäre allenfalls dann zur Übernahme der externen
Beschulungskosten ab April 2012 zu verpflichten, wenn sie eine das berechtigte
Vertrauen der Beschwerdeführerin bzw. ihrer Eltern erweckende Auskunft erteilt hätte.
Eine solche geht indes aus den Akten nicht hervor und kann insbesondere nicht darin
gesehen werden, dass die Klassenlehrerin die Notwendigkeit der
schulpsychologischen Abklärung damit untermauert hat, dass sie aus ihrer Sicht die
möglichen Fördermöglichkeiten ausgeschöpft habe. Bei der Abklärung ging es in für
die Eltern erkennbarer Weise gerade auch darum, zusätzliche Fördermöglichkeiten im
Unterricht an der öffentlichen Volksschule zu evaluieren. Im übrigen haben die Eltern
der Beschwerdeführerin spätestens nach dem Schreiben des Amts für Volksschule
vom 5. Juni 2012 gewusst, dass der Privatschulbesuch nur finanziert würde, falls der
SPD einen entsprechenden Antrag stellen sollte (vgl. vi-act. 13a/1, Beilage 8). Da zu
keinem Zeitpunkt ein entsprechender Antrag vorlag, durften sie nicht darauf vertrauen,
der Privatschulbesuch werde von der öffentlichen Hand finanziert. Dass die bereits
zuvor vorgenommene Einschulung ihrer Tochter an der «R.» in K. aus allein eigener,
privater Initiative und ohne behördliche Vertrauensgrundlage erfolgt ist, kann aufgrund
der Akten ebenfalls nicht in Frage gestellt werden.
Auch kann der Beschwerdegegnerin nicht angelastet werden, sie habe sich geweigert,
die Beschwerdeführerin wieder zu beschulen. Hierzu ist einerseits auf den in E. 2.5.2.
hiervor geschilderten Aufwand hinzuweisen, der betrieben wurde, um genau dieses Ziel
zu erreichen. Zum andern waren es nach der glaubhaften Schilderung des Direktors
des SPD die Eltern, welche im Anschluss daran (trotz gegenteiliger Mitteilung an die
Beschwerdegegnerin) die weitere Beschulung an der «S.»-Schule favorisierten und
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vorantrieben (vgl. vi-act. 32, S. 3). Dass sie unter den gegebenen Umständen auch für
die Kosten selbst aufkommen müssten, war ihnen bekannt.
2.7. Zusammenfassend ergibt sich, dass der angefochtene Entscheid nicht
rechtsfehlerhaft und die Beschwerde demnach abzuweisen ist. Eine Hochbegabung
der Beschwerdeführerin ist nicht nachgewiesen. Weil diese bereits im April 2012 – und
damit kurz nach der ersten schulpsychologischen Abklärung – von ihren Eltern in eine
Privatschule überwiesen wurde, hatte die Beschwerdegegnerin gar keine Möglichkeit,
sie weitergehend zu fördern. Die örtlich möglichen Fördermassnahmen können deshalb
nicht als ausgeschöpft gelten. Ferner erweist sich auch der Verweis auf ein angeblich
treuwidriges Verhalten der Beschwerdegegnerin als unbegründet.
3. (...).