# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** a344bed3-9ba6-4e10-a0ed-0e78b026c3f6
**Court:** GR_KG
**Chamber:** GR_KG_006
**Year:** 2015
**Language:** de
**Jurisdiction:** GR / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

hat sich ergeben:
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I. Sachverhalt
A. Im Jahre 1977 übertrug A._, von Beruf Landwirt, einem seiner Söhne, B._, seinen gesamten Landwirtschaftsbetrieb zu Eigentum, darunter auch das Maiensäss „O.1_“ (Parzelle Nr. Z.2_ im Grundbuch der Gemeinde O.2_), welches mit einem Stall mit integrierter Hütte bebaut war. Zwischen 1979 und dem Beginn der 80er Jahre wurde auf dem genannten Grundstück eine Maiensässhütte errichtet, welche in der Folge gemäss Aussagen von X._ aufgrund einer mündlichen Vereinbarung zwischen ihm und seinem Bruder B._ von ihren Familien nach bestimmten Belegungsregeln abwechselnd benutzt worden sein soll.
B. Mit Kauf- und Abtretungsvertrag auf Anrechnung künftiger Erbschaft (Erbvorbezug nach Art. 626 ZGB, mit Begründung eines Rückkaufsrechts) vom 5. März 2012 erhielt Y._, von Beruf ebenfalls Landwirt und Inhaber eines landwirtschaftlichen Betriebes in O.2_, von seinem Vater B._ dessen gesamtes Grundeigentum (19 Grundstücke), darunter auch das Maiensäss „O.1_“, zu Eigentum übertragen. In der Folge ergaben sich zwischen Y._ und seinem Onkel X._ Differenzen hinsichtlich der Benutzung der Maiensässhütte. Eine unpräjudizielle Offerte für eine schriftliche Vereinbarung, die für ihn und seine Familie unter Auflagen für einen Teil der Hütte ein unentgeltliches Benutzungsrecht nach jeweiliger Voranmeldung und in der Regel für vier Wochenenden und zwei Wochen pro Jahr vorgesehen hatte, wollte X._ nicht annehmen. Mit Schreiben vom 17. September 2012 teilte Y._ seinem Onkel X._ mit, da kein Interesse an einer gemeinsamen Nutzung im Sinne der von ihm vorgeschlagenen gütlichen Lösung vorhanden sei, verlange er, wie mündlich besprochen, dass sämtliches Mobiliar/Inventar per 1. November 2012 aus dem Maiensäss entfernt werde.
C. Am 11. Oktober 2012 stellte X._ beim Vermittleramt des Bezirks Hinterrhein ein Schlichtungsgesuch. Anlässlich der Schlichtungsverhandlung vom 8. November 2012 konnten sich die Parteien nicht einigen, weshalb gleichentags die Klagebewilligung ausgestellt wurde. Diese enthält folgende Rechtsbegehren:
„Rechtsbegehren des Klägers
1. Ab Parzelle Z.2_, Grundbuch O.3_, des Beklagten, sei eine Teilfläche von 1‘000 m2 mit darauf stehender Maiensässhütte Assek.- Nr. Z.1_ abzuparzellieren, als eigenständiges Grundstück auszuscheiden und dem Kläger gegen eine Entschädigung von CHF 20‘000.00, allenfalls einen Betrag nach richterlichem Ermessen zu Alleineigentum zuzuweisen.
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Zu Gunsten des neu in das Grundbuch aufzunehmenden Grundstückes und zu Lasten Parzelle Z.2_ seien folgende Dienstbarkeiten zu begründen:
- Fuss- und Fahrwegrecht auf bestehendem Spurweg
- Wasserbezugsrecht mit Durchleitungsrecht ab bestehender Quelle
- Durchleitungsrecht für Abwasser
Das Grundbuchamt O.4_ sei zu den erforderlichen Eintragungen zu ermächtigen und zu beauftragen.
2. Der Wald auf Parzelle Z.2_, Grundbuch O.3_, sei mit der Aufforstungsparzelle 7012 zusammenzuführen und dem Kläger gegen eine Entschädigung von CHF 12‘000.00, allenfalls einen Betrag nach richterlichem Ermessen, zu Alleineigentum zuzuweisen.
3. Eventualiter sei der Beklagte zu verpflichten, dem Kläger eine Entschädigung in Höhe von CHF 280‘000.00, nebst 5% Zins seit 10. Oktober 2012, allenfalls einen Betrag nach richterlichem Ermessen, zu bezahlen.
4. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten des Beklagten.
Rechtsbegehren des Beklagten
1. Abweisung der Klage.
2. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten des Klägers.“
D. Gleichzeitig mit der Stellung des Schlichtungsgesuchs gelangte X._ am 11. Oktober 2012 mit einem Gesuch um Erlass vorsorglicher Massnahmen an den Präsidenten des Bezirksgerichts Hinterrhein. Er beantragte, dass ihm während hängigem Prozess nach wie vor zu gestatten sei, die Maiensässhütte „O.1_“ wie bis anhin zu benutzen. Mit Entscheid vom 6. Februar 2013 wies der Bezirksgerichtspräsident Hinterrhein das Gesuch ab. Auf Berufung von X._ hin bestätigte das Kantonsgericht mit Urteil vom 29. April 2013 im Ergebnis den vorinstanzlichen Entscheid.
E. Mit Klage vom 21. Februar 2013 unterbreitete X._ die Streitsache dem Bezirksgericht Hinterrhein mit folgendem verändertem Rechtsbegehren:
„1. Ab Parzelle Z.2_, Grundbuch O.3_, des Beklagten, sei eine Teilfläche von 1‘000 m2 mit darauf stehender Maiensässhütte Assek.- Nr. Z.1_ abzuparzellieren, als eigenes Grundstück auszuscheiden und dem Kläger gegen eine Entschädigung von CHF 20‘000.00, allenfalls einen Betrag nach richterlichem Ermessen zu Alleineigentum zuzuweisen.
Zu Gunsten des neu in das Grundbuch aufzunehmenden Grundstücks und zu Lasten Parzelle Z.2_ seien folgende Dienstbarkeiten zu begründen: - Fuss- und Fahrwegrecht auf bestehendem Spurweg
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- Quellrecht mit Durchleitungsrecht ab bestehender Quelle mit Druckleitung
- Durchleitungsrecht für Abwasser
Soweit erforderlich, seien die entsprechenden Bewilligungen von Amtes wegen beim Grundinspektorat des Kantons Graubünden einzuholen.
Das Grundbuchamt O.4_ sei zu den erforderlichen Eintragungen zu ermächtigen und zu beauftragen.
2. Eventualiter sei der Beklagte zu verpflichten, dem Kläger eine Entschädigung in Höhe von CHF 320‘000.00, nebst 5% Zins seit 10. Oktober 2012, allenfalls einen Betrag nach richterlichem Ermessen, zu bezahlen.
3. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten des Beklagten.“
Am 12. April 2013 reichte Y._ seine Klageantwort ein, in welcher er die kostenfällige Abweisung der Klage beantragte, soweit auf sie einzutreten sei. Die Replik datiert vom 3. Juni 2013 und die Duplik vom 22. Oktober 2013.
F. In der Replik vom 3. Juni 2013 beantragte X._ des Weiteren, es sei folgende Streitverkündungsklage gegen B._ zuzulassen:
„Für den Fall, dass die Klage gegen Y._ abgewiesen werden sollte, sei B._ zu verpflichten, dem Kläger eine Entschädigung in Höhe von CHF 320‘000.00, nebst 5% Zins seit 10. Oktober 2012, allenfalls einen Betrag nach richterlichem Ermessen, zu bezahlen.“
Sowohl Y._ als auch B._ schlossen in ihren Stellungnahmen vom 25. Juni 2013 auf Nichtzulassung der Streitverkündungsklage. Mit prozessleitender Verfügung vom 21. August 2013 wies der Bezirksgerichtspräsident Hinterrhein das Gesuch um Zulassung der Streitverkündungsklage ab. Gleichzeitig setzte er B._ Frist bis zum 10. September 2013, um sich darüber zu äussern, ob er als Streitberufener in den Prozess eintreten wolle. Die Verfügung blieb unangefochten. Am 9. September 2013 teilte B._ dem Bezirksgericht Hinterrhein mit, dass er nicht als Streitberufener in den Prozess eintrete.
G. Am 24. Januar 2014, mitgeteilt am selben Tag, erliess der Bezirksgerichtspräsident Hinterrhein die Beweisverfügung, mit welcher sämtliche von den Parteien eingereichten Urkunden zu den Prozessakten genommen wurden. Die beantragten Zeugen und Editionen wurden nur teilweise zugelassen beziehungsweise angeordnet, Augenscheine sowie die Erstellung von Gutachten wurden vorbehalten. Auch die Beweisverfügung blieb unangefochten.
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H. Am 30. Oktober 2014 fand die Hauptverhandlung vor dem Bezirksgericht Hinterrhein statt, welches mit Entscheid vom gleichen Tag, mitgeteilt am 13. November 2014, wie folgt erkannte:
„1. Die Klage von X._ wird abgewiesen.
2. a. Die Gerichtskosten in Höhe von CHF 8‘000.00 gehen zu Lasten von X._. Sie werden aus den von ihm in gleicher Höhe geleisteten Kostenvorschüssen bezogen und sind damit getilgt.
b. X._ ist verpflichtet, Y._ eine Parteientschädigung von CHF 13‘270.50 zu bezahlen.

## Considerations