# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 6cfaf175-1516-587f-908a-09a6287906cd
**Court:** SG_VG
**Chamber:** SG_VG_001
**Year:** 2013
**Language:** de
**Jurisdiction:** SG / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

hat das Verwaltungsgericht festgestellt:
A./ a) X.Y., Gossau, führt auf der Parzelle Nr. 0001, Grundbuch Gossau, einen
Landwirtschaftsbetrieb mit einer Nutzfläche von 14,32 ha. Das Grundstück liegt
gemäss Zonenplan der Politischen Gemeinde Gossau vom 12. Juni 1981 ausserhalb
der Bauzone. Der Betrieb weist einen Rindviehbestand von 28,3 Grossvieheinheiten auf
und ist auf Milchproduktion ausgelegt.
b) Das Amt für Umwelt und Energie (AFU) überprüfte am 4. Oktober 2006 die
Hofdüngerlagereinrichtungen und kam dabei zum Schluss, dass die Lagerkapazität für
Gülle mit Blick auf die eingestellten Rinder ungenügend sei bzw. ein Manko von 77 m
aufweise. Statt wie vorhanden 350 m müsse die Lagerkapazität vorliegend 427 m
betragen. Am 8. Januar 2010 gab das AFU dem Betriebsinhaber Gelegenheit, zum
festgestellten Mangel Stellung zu nehmen. Dieser antwortete am 24. Januar 2010, dass
seine Lagerkapazität tatsächlich nicht ausreiche. Bis anhin habe er aber noch keine
Gewässerverschmutzung verursacht bzw. noch immer eine Lösung gefunden, den
gesamten Güllenanfall zu lagern. Am 29. Januar 2010 erklärte er sich gleichwohl bereit,
sein Wohnhaus Q. 000 an die öffentliche Schmutzwasserkanalisation anzuschliessen,
sobald diese erstellt werde.
c) Ebenfalls am 29. Januar 2010 verfügte das AFU, dass der Betriebsinhaber die
minimal notwendige Hofdüngerlagerkapazität von 427 m bis am 30. September 2011
erstellt haben müsse. Stattdessen könne er auch das Wohnhaus an die
Schmutzwasserkanalisation anschliessen. In zeitlicher Hinsicht gelte es zu beachten,
dass der Bau neuer Hofdüngeranlagen eine Baubewilligung voraussetze, deren
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Erteilung bis zu drei Monate beanspruchen könne. Diese Sanierungsverfügung erwuchs
unangefochten in Rechtskraft.
B./ a) Statt fristgerecht eine neue Güllegrube zu bauen bzw. sein Wohnhaus an die
öffentliche Kanalisation anzuschliessen, reichte X.Y. dem AFU zwei Tage vor Ablauf der
Sanierungsfrist bzw. am 28. September 2011 einen Güllenlager-Mietvertrag zur
Genehmigung ein. Das AFU lehnte das Gesuch mit Verfügung vom 26. Oktober 2011
ab. Dagegen erhob der Gesuchsteller am 10. November 2011 beim Baudepartement
des Kantons St. Gallen Rekurs und verlangte die Genehmigung des Mietvertrags. Am
6. Januar 2012 erklärte sich das AFU grundsätzlich bereit, einen Mietvertrag zu
genehmigen, sofern die erforderlichen Voraussetzungen dafür erfüllt seien. Das
Rekursverfahren wurde darauf bis zum Nachweis dieser Voraussetzungen sistiert.
b) Mit Schreiben vom 6. Juni 2012 informierte das AFU die zuständige Gemeinde, dass
der Betriebsinhaber rechtskräftig verpflichtet sei, seine Hofdüngerlagereinrichtungen zu
sanieren und dass es im Rahmen einer Übergangslösung bereit sei, den neu
eingereichten Mietvertrag befristet zu genehmigen. Die Baukommission der Stadt
Gossau verpflichtete X.Y. darauf mit Verfügung vom 22. Juni 2012, sein Wohnhaus auf
Parz.-Nr. 0000 bis am 31. März 2014 an die öffentliche Kanalisation anzuschliessen. Im
Juni 2012 unterzeichneten X.Y. und sein Vermieter einen Mustermietvertrag der
landwirtschaftlichen Beratung St. Gallen für Hofdüngerlagerraum zur gemeinsamen
Nutzung für 120 m , wobei die Vertragspartner die Kündigungsfrist von einem auf ein
halbes Jahr abänderten. Der Vertrag ist erstmals auf den 1. Juli 2014 kündbar.
c) Am 9. Juli 2012 beantragte X.Y. dem AFU, den Mietvertrag unbefristet zu
genehmigen. Gleichzeitig erhob er gegen die Verfügung der Baukommission beim
Baudepartement Rekurs, wobei er deren ersatzlose Aufhebung verlangte. Allenfalls sei
das Verfahren bis zur Erledigung des bereits sistierten Verfahrens zu sistieren.
d) Wie in Aussicht gestellt entsprach das AFU am 13. bzw. 16. Juli 2012 dem Gesuch
des Betriebsinhabers nur teilweise und genehmigte den Mietvertrag vom Juni 2012 zur
Bereitstellung zusätzlichen Güllelagervolumens als Übergangslösung bis 31. März
2014. Das mit Verfügung vom 26. Oktober 2011 abgelehnte Gesuch erklärte es als
hinfällig. Zur Begründung hielt das Amt fest, dass es bereits telefonisch mitgeteilt habe,
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dass der Vertrag bloss als Übergangslösung bewilligt werden könne. Dazu komme,
dass eine auf ein halbes Jahr reduzierte Kündigungsfrist keine genügende Gewähr für
die rechtskonforme Lagerung überschüssiger Gülle leiste. Diese
Genehmigungsverfügung erwuchs unangefochten in Rechtskraft.
e) Am 19. Juli 2012 schrieb das Baudepartement das seit 10. November 2011 hängige
Rekursverfahren betreffend Nichtgenehmigung des Mietvertrags vom 28. September
2011 wegen Gegenstandslosigkeit ab. Am 20. November 2012 führte es im
Rekursverfahren betreffend Kanalisationsanschluss einen Augenschein durch und wies
den Rekurs gegen die Verfügung der Baukommission der Stadt Gossau mit Entscheid
vom 4. März 2013 kostenpflichtig ab. Die Abweisung begründete es damit, dass die
Voraussetzungen für die landwirtschaftliche Verwertung von häuslichem Abwasser
konkret nicht gegeben seien, auch wenn fehlendes Lagervolumen grundsätzlich
zugemietet werden könnte. Der Anschluss des betroffenen Wohnhauses an die
öffentliche Kanalisation sei konkret mach- und zumutbar.
C./ Gegen diesen Entscheid erhob der Rekurrent am 15. März 2013 beim
Verwaltungsgericht des Kantons St. Gallen Beschwerde, wobei er die kostenpflichtige
Aufhebung bzw. Rückweisung des Rekursentscheids fordert. Weiter verlangt er die
Anpassung der Verfügungen des AFU vom 29. Januar 2010 und 16. Juli 2012 in dem
Sinn, dass der Mietvertrag vom Juni 2012 unbefristet bewilligt werde. Für die von der
Vorinstanz getroffene Unterscheidung zwischen einem gemieteten Güllenkasten, der
gemeinschaftlich mit dem Vermieter genutzt werde, und einem räumlich getrennten,
gebe es keine sachliche Begründung.
D./ Die Vorinstanz beantragt mit Schreiben vom 12. April 2013, die Beschwerde
abzuweisen. Sie macht geltend, die Miete eines Güllenlagers, das zusammen mit dem
Vermieter genutzt werde, stelle nicht sicher, dass die Hofdüngerbilanz des Betriebs
nachvollziehbar bleibe. Der Mietvertrag hätte somit auch nicht befristet genehmigt
werden dürfen. Das AFU habe den Vertrag nur deshalb ausnahmsweise genehmigt,
damit dem Beschwerdeführer genügend Zeit bleibe, sein Wohnhaus an die
Kanalisation anzuschliessen. Die Stadt Gossau verzichtete mit Eingabe vom 23. April
2013 auf eine Stellungnahme.
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E./ Der Beschwerdeführer nahm am 2. Mai 2013 zur Vernehmlassung der Vorinstanz
Stellung. Auf die weiteren von den Verfahrensbeteiligten vorgebrachten Ausführungen
wird, soweit erforderlich, in den nachstehenden Erwägungen eingegangen.

## Considerations

Darüber wird in Erwägung gezogen:
1. Die sachliche Zuständigkeit des Verwaltungsgerichts ist gegeben (Art. 59bis Abs. 1
des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege, sGS 951.1, abgekürzt VRP). Der
Beschwerdeführer ist als Adressat des Rekursentscheids grundsätzlich zur Ergreifung
des Rechtsmittels berechtigt (Art. 64 in Verbindung mit Art. 45 Abs. 1 VRP). Die
Eingabe entspricht zeitlich, formal und inhaltlich den gesetzlichen Voraussetzungen
(Art. 64 in Verbindung mit Art. 47 Abs. 1 und Art. 48 Abs. 1 VRP). Auf die Beschwerde
ist demnach einzutreten, soweit sie sich gegen die Anschlussverfügung der
Baukommission der Stadt Gossau vom 22. Juni 2012 richtet. Nicht Streitgegenstand
sind die unangefochten in Rechtskraft erwachsenen Verfügungen des AFU vom
29. Januar 2010 und 16. Juli 2012, deren Anpassung der Beschwerdeführer im
vorliegenden Verfahren ebenfalls verlangt. Diesbezüglich hätte der Beschwerdeführer