# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 640f6a42-0167-4c4c-8320-f64da83a2331
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2014
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
Die 1969 geborene
X._
ist ausgebildete Ökonomin. Ab Dezem
ber 2009
bezog sie Arbeitslos
en
entschädigung. Im
Rahmen eines
Zwischenver
dienstes
stand sie
bei
Y._
als Skilehrerin in einem befris
teten Arbeitsverhältnis
, als sie am 2
2.
Januar 2010 - in ihrer Freizeit - einen S
kiunfall erlitt, bei welchem sie von einem anderen Skifahrer angefahren wurde
(
Urk.
12/2/2-6,
Urk.
11/M1).
In der Folge klagte sie
über Schulterbeschwerden rechts, unter anderem unterzog sie sich deswegen am 1
6.
April 2010 einer
Schultero
peration (
Urk.
11/M6
).
Die
Schweizerische Mobiliar Versicherungsge
sellschaft AG
(nachfolgend: Mobiliar)
kam für die Heilbehandlung auf und
er
brachte Taggeldleistungen
(vom
2
2.
Januar bis 3
1.
Dezember 2010
auf der Basis einer Arbeitsunfähigkeit von 100
%
,
vom
1.
bi
s 3
1.
Januar 2011 auf der Basis einer Arbeitsunfähigkeit von 50
%
)
. Mit Verfügung vom
1
9.
März 2012
teilte die Mobiliar mit, spätestens seit Ende August 2010 stünden die Gesundheits
störungen nicht mehr in einem Kausalzusammenhang mit dem Unfall vom 2
2.
Januar 201
0.
Die gesetzlichen Leistungen würden deshalb per Ende August 2010 eingestellt. Auf eine Rückforderung von über diesen Zeitpunkt hinaus er
brachten Leistungen werde verzichtet (
Urk.
12/185-190). Daran hielt die Mobi
liar mit
Einspracheentscheid
vom 2
4.
August 2012 fest (
Urk.
2).
2.
Dagegen liess
X._
am 2
6.
September 2012 Beschwerde erhe
ben und beantragen, es seien ihr die gesetzlichen Leistungen zu gewähren und die Sache sei zur weiteren Abklärung an die Beschwerdegegnerin zurückzuwei
sen. Eventualiter seien im Rahmen der im parallel
laufenden IV-Verfahren an
geordneten Begutachtung UV-spezifische Zusatzfragen zu stellen.
Subeventua
lier
sei das vorliegende Verfahren bis zum Vorliegen des IV-Gutachtens zu sis
tieren (
Urk.
1 S. 3). Die Mobiliar schloss in der Beschwerdeantwort vom 1
1.
Januar 2013 auf Abweisung der Beschwerde (
Urk.
10). Mit Verfügung vom 1
5.
Januar 2013 wurde
n das Gesuch auf Ergänzungsfragen zum IV-Gutachten und der Antrag auf Sistierung des Verfahrens abgewiesen (
Urk.
13).
In der Folge
liess
X._
ein
Privatgutachten von
Dr.
med.
Z._
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie, vom 2
8.
Februar 2013 sowie weitere Be
richte, unter anderem ihrer neuerlichen Schulteroperation vom 2
8.
Mai 2013, einreichen (
Urk.
20/1, 26/1-5, 30/1-3
, 41/1-2
). Die Beschwerdegegnerin ihrer
seits gab das im IV-Verfahren veranlasste Gutachten
der
A._
vom 2
6.
März 2013 zu den Akten (
Urk.
34/M35).
Zu diesen Berichten
wie auch den Ausführungen der Gegenpartei
nahmen die
Parteien Stellung (
Urk.
19, 25, 29, 33, 40, 48
, 50
).
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Nach Art. 10 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG) hat die versicherte Person Anspruch auf die zweckmässige Behandlung ihrer Un
fallfolgen. Ist sie infolge des Unfalles voll oder teilweise arbeitsunfähig (Art. 6 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG]), so steht ihr gemäss Art. 16 Abs. 1 UVG ein Taggeld zu. Wird sie in
folge des Unfalles zu mindestens 10 Prozent invalid (Art. 8 ATSG), so hat sie An
spruch auf eine Invalidenrente (Art. 18 Abs. 1 UVG).
1.2
Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss UVG setzt nebst anderem voraus, dass zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Invalidität, Tod) ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht. Ursa
chen im Sin
ne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind alle Um
stände, ohne deren Vorhandensein der eingetretene Erfolg nicht als einge
treten oder nicht als in der gleichen Weise beziehungsweise nicht zur gleichen Zeit eingetreten ge
dacht werden kann. Entspre
chend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des natürli
chen Kau
salzusammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die al
lei
nige oder unmittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass
das schä
digende Ereignis zu
sammen mit anderen Bedingungen die kör
perliche oder geistige Integrität der versicherten Person beein
trächtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht wegge
dacht werden kann, ohne dass auch die ein
getretene gesund
heitliche Störung entfiele (BGE 129 V 177 E. 3.1, 406 E. 4.3.1, 123 V 45 E. 2b, 119 V 335 E. 1, 118 V 289 E. 1b, je mit Hinweisen).
Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesund
heitlichen Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang be
steht, ist eine Tatfrage, worüber die Verwaltung beziehungsweise im Beschwerdefall das Gericht im Rahmen der ihm obliegenden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungsrecht übli
chen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt für die Begründung eines
Leistungs
anspruches
nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinwei
sen).
1.3
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorak
ten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zu
sammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuch
tet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
2.
2.1
Streitig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegnerin, die ihre Leistungspflicht im Anschluss an das Unfallereignis vom 2
2.
Januar 2010 anerkannte, einen Kausalzusammenhang zwischen dem Unfall und den über den 3
1.
August 2010
hinaus
bestehenden Beschwerden zu Recht verneint hat. Da der
Einspracheent
scheid
vom 2
4.
August 2012 leistungsaufhebend ist, trägt die
Beschwerdegeg
nerin
in dieser Hinsicht die objektive Beweislast, was bedeutet, dass sie so lange Versicherungsleistungen zu erbringen hat, als nicht mit überwiegender Wahr
scheinlichkeit ein Dahinfallen der Kausalität erstellt ist
(Urteil des Bundesge
richts 8C_303/2013 vom 1
2.
Dezember 2013 E. 3.1 mit Hinweis auf U 355/98).
2.2
2.2.1
Unmittelbar nach dem Unfall wurde die Beschwerdeführerin in die Klinik
B._
,
C._
, überwiesen, wo Kontusionen der rechten Schulter, des rechten Ellbo
gens und des Steissbeins diagnostiziert wurden. Die Röntgenbilder der Schulter, der Halswirbelsäule und des Beckens
ergaben keine Hinweise auf
ossäre
Läsio
nen
(
Urk.
11/M1
+3
).
Eine am 1
0.
Februar 2010 durchgeführte Sonographie zeigte mehrere
kleinvolumige
Einblutungen
im
Musculus
supraspinatus
, diskret im
Musculus
subscapularis
und etwas Flüssigkeit im Schultergelenk. Die Radio
login,
Dr.
med.
D._
, vermutete zudem kleine Partialrupturen im Bereich der langen
Bizepssehne
(
Urk.
11/M4
, v
gl. auch
Urk.
11/M2
).
Am 1
8.
März 2010 erfolgte ein
Arthro
-MRI der rechten Schulter.
Als Befund wurde eine mögliche
niedergradige
SLAP-Läsion angegeben. Die
Rotatorenmanschette
wurde als in
takt beurteilt
(
Urk.
11/M5). Gestützt
darauf wurde
am 1
6.
April 2010
eine Schulterarthroskopie rechts durchgeführt. Der Operateur,
Dr.
med.
E._
, Facharzt für Chirurgie,
F._
,
diagnostizierte eine SLAP II-Läsion
und nahm eine
Refixation
des
kranialen Labrums und des
Bize
psan
kers
mittels dreier resorbierbarer Knotenankern vor
(
Urk.
11/M
6-
7). In
der Folge
berichtete
Dr.
E._
von
einer langsamen Verbesserung in kleinen Schritten unter Physiotherapie
, indessen klage die Beschwerdeführer
in
über zeit
weise starke Schmerzen. Ab 1
9.
Juli
2010
hielt
er
eine Arbeitsfähigkeit von 50
%
als Ökonomin fest (
Urk.
11/M
8-
10
, vgl. auch
Urk.
11/M11).
2.2.2
Die Ärzte der
G._
, wo sich die Beschwerdeführerin vom 1
8.
Oktober bis
7.
November 2010 aufg
ehalten hatte, stellten die Diagnose
eine
r
postoperative
n
Frozen
Shoulder
rechts bei Status nach Unfall vom 2
2.
Januar 201
0.
Sie
erklärten, die Intensität der Schmerzen habe nicht wesentlich verrin
gert werden können (
Urk.
11/M13).
In Anbetracht der nach Austritt aus der Kli
nik
G._
bestehenden Beweglichkeit
der rechten Schulter
(Flexion 150°,
Abd
uktion 150°,
Schürzengriff bis in die mit
tlere Brustwirbelsäule,
Aussenrotation
hälftig eingesch
ränkt) bescheinigte die nach
behandelnde Ärztin,
med.
pract
.
H._
,
A._
, ab 1
8.
November 201
0
eine Arbeitsfähigkeit von 25
%
als Öko
nomin
, wobei sie eine kontinuierliche Steigerung erwartete
(
Urk.
11/M14
-15
).
Ab
8.
März 2011 a
ttestierte sie, nachdem eine neuerliche
Beweglichkeits
prüfung
die gleichen Werte ergeben hatte, eine volle Arbeitsfähigkeit
(
Urk.
11/M19).
2.2.3
Prof.
Dr.
med.
I._
,
Facharzt für
Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates
, Ärztlicher Dire
ktor an der
J._
,
welcher die Beschwerdeführerin am
1
5.
Juni 2011
konsiliarisch
untersucht hatte,
diag
nostizierte posttraumatisch-postoperative Schulterschmerzen. Gestützt auf das von ihm gleichentags veranlasste
Arthro
-
MRI
(vgl.
Urk.
3/6)
hielt er fest, es zeige sich ein Status nach
Refixation
einer SLAP-Läsion, wobei auf den Hori
z
ontalschnitten ein Anker
auf Gel
enkhöhe eingesetzt worden sei. Je eine
par
tielle
Subscapulari
s
- und
Supraspinatusläsion
seien
erkennbar,
welche wohl
ir
relevant
seien
. Weiter führte er aus, eine Begutachtung sei unumgänglich,
da die Beschwerdeführerin
unter sehr starken Schmerzen
leide, die aber mit der
klinischen Unte
rsuchung und dem MRI von heute
nicht erklärt werden könnten
. Insgesamt sei die Beweglichkeit der Schulter nicht vollständig wiederhergestellt. Vor allem bestehe ein
Aussenrotationsdefizit. Dieses sei
mit überwiegender Wahrscheinlichkeit auf die Oper
ation zurückzuführen
,
was
indessen einer häu
fige
n
Folge einer SLAP-Läsion entspreche.
Der Schmerzcharakter und die In
tensität seien aussergewöhnlich. Strukturelle Befunde hie
r
für fehlten. Für die abschliessende
Begutachtung
sei
eine
Arthroskopie
notwendig, um eine intraar
tikuläre Restpathologie a
uszuschliessen. Aber selbst
eine solche Pathologie würde
die Schmerzcharakterist
ika nicht vollständig erklären.
Weiter
schlug er
in Hinblick auf die Begutachtung
und zum Ausschluss einer
intraartikuläre
n
Schmerzursache eine
Lidocain
i
nfilt
r
ation
vor.
Zur Arbeitsfähigkeit erklärte er, er würde sie provisorisch auf 50
%
festlegen. Eine abschliessende Einschätzung habe gutach
terlich zu erfolgen (
Urk.
11/M22
, vgl. auch
Urk.
11/M24
).
2.2.4
Auf Veranlassung des Hausarztes der Beschwerdeführer
in
wurde am 1
6.
August 2011 ein MRI der Halswirbelsäule angefertigt. Diese
s
zeigte eine flache
Dis
kushernie
auf der Höhe C5/6, jedoch ohne Anhaltspunkte für
Neurokompressio
nen
. Die Radiologen
Dr.
med.
K._
und
Dr.
med.
L._
hielten dazu fest,
Aussagen zur Genese liessen sich nicht machen (
Urk.
11/M26).
2.2.5
Im Auftrag der Mobiliar
erstatte
te
Dr.
med.
M._
, Facharzt für orthopädische Chirurg
ie
,
am
1.
November 2011
ein Aktengutachten
(
Urk.
11/M28)
. Er diagnosti
zierte
ein
en
Status nach Kontusion der rechten Schulter am 2
2.
Januar 2010, ein
en
Status nach operativer Revision des Labrums am 1
6.
April 2010 sowie ein
chronifiziertes
Schme
rzsyndrom der rechten Schulter (S.
27)
. Unter Bezugnahme
auf das
Arthro
-
MRI vom 1
8.
März 2010
hielt er fest, eine SLAP-Läsion könne durch einen plötzlichen und unerwarteten Zug oder Druck auf die bereits vor
gespannte
Bizepsseh
ne
hervorgerufen werden. Eine
SLAP II-Läsion sei schwierig von einem
Rezessus
s
ublabralis
zu unterscheiden. In über 20
%
der
Schulter
arthroskopien
fänden sich anatomische Normvarianten, wobei das
Sublabral
hole mit 19,1
%
am häufigsten vorkomme. Daraus ergebe sich, dass vorliegend ein
sublabraler
Rezessus
vorgelegen habe. Dies sei keine Unfallfolge und stelle auch keinen
behandlungsbedürftigen
Befund dar
. Eine unfallbedingte Läsion des Labrums sei unwahrscheinlich, weil der Unfallhergang für eine derartige Verle
tzung nicht geeignet und radiologisch keine eindeutige SLAP-Läsion be
schrieben sei
(S. 2
1 f.
, 28 f.
).
Das Ausmass der demonstrierten Einschränkungen und Schmerzen liessen sich wegen fehlenden pathologischen Befunden nicht erklären (S. 25). Es liege eine volle Arbeitsfähigkeit vor. Insbesondere die nach dem Rehabili
t
ationsaufenthalt in der
G._
erreichten
Bewe
gungsamplituden
reichten bei Weitem aus, um eine Bürotätigkeit
auszuüben
(S. 23).
D
ie nachträglich eingebrachte Problematik der Halswirbelsäule
entspreche
einer Symptomausweitung im Rahmen der
Chronifizierung
. Der natürliche Kausalzusammenhang könne nur bis zur Abheilung der Kontusionsverletzungen bejaht werden. Der Status quo im somatischen Sinne sei spätestens am 1
8.
März 2010 eingetreten
.
Die Schmerzen könnten noch doppelt so lange, also während sechs Monaten
,
auf das Unfallereignis zurückgeführt werden
(S
. 31).
Spätestens
sechs bis ac
ht Wochen nach der Operation habe
eine volle Arbeitsfähigke
it als Ökonomin bestanden
(S. 33 f.).
2.2.6
Das Gutachten von
Dr.
Z._
vom 2
8.
Februar 2013 ist ebenfalls ein Aktengutachten
(
Urk.
20/1)
. Dem Privatgutachter standen, anders als
Dr.
M._
, die Videoaufzeichnungen der Schulteroperation vom 1
6.
April 2010 zur Verfügung
(vgl.
Urk.
16)
.
In Kommentierung
dieser Bilder hielt er fest
,
es finde sich eine SLAP IV
-Läsion. Die
Bizepssehne
sei zu gut d
er
Hälfte aus dem Labrum herausgerissen. Es handle sich klar um eine traumatische Läsion. Bei der operativen
Refixation
werde der
dorsalste
von den drei Knotenankern sehr weit ins Gelenk hineingesetzt. Der Längsriss der
Bizepssehne
werde nicht ge
flickt. Ebenfalls nicht angegangen werde eine gröbere Läsion des inneren Blat
tes d
er
Supraspinatussehne
. Das Endresultat dieser Operation sei eine instabile Situation. Der postoperative Verlauf
habe sich denn auch als durchzogen er
wiesen (S. 3 und 9
)
.
Das von Prof.
Dr.
I._
veranlasste
Art
hro
-MRI vom 1
5.
Juni 2011 wurde erst
mals vom Radiologen
Dr.
med.
N._
befundet
. In seiner
(erstmaligen)
Beur
teilung hielt er ein MR-Korrelat einer adhäsiven
Kapsulitis
sowie einen intakten SLAP-
Repair
fest (
Urk.
3/6).
Auf Anfrage von
Dr.
Z._
nahm
Dr.
N._
am 2
5.
Januar 2013 eine
Nachbefundun
g
vor. Dabei
beschrieb
er
eine intakte
Rotatorenmanschette
, einen Verdacht auf
einen
Längsriss der lan
gen
Bizepssehne
im Ankerbereich, drei Anker im
Glenoid
antersuperior
mit Ab
stand von bis zu 10 mm
zum
Tuberculum
supraglenoidale
sowie
Zeichen einer adhäsiven
Kapsulitis
(
Urk.
20/2). Dieser Beurteilung schloss sich
Dr.
Z._
an, wobei er hinzufügte, die Ankerlage in der Gelenksfläche sei kritisch zu beurt
eilen. Die Anker überragten
die Knorpelfläche nicht und der
dorsalste
stehe seiner Meinung nach weiter als 10 mm in der Gelenksfläche. D
ie SLAP-Läsion, inklusive
der
Längsriss der
Bizepssehne
und die Läsionen im
Supraspi
natus
und
Subscapularis
, bestünde
n
weiterhin (S. 5, 8 und 9
).
D
ie vorhandenen Pathologien
in der Schulter führte er
auf den Unfall vom 2
2.
Januar 2010 be
ziehungsweise die Operation vom 1
6.
April 2010 zurück.
Hinsichtlich der Ar
beitsfähigkeit ging er davon aus, dass
zur Zeit
eine Arbeitsfähigkeit von 25
%
bestehe und bei Eingewöhnung eine solche von 60
%
erreicht werden könne
. Die von Pr
of.
Dr.
I._
angeregte Arthroskopie hielt
er
für angezeigt.
Die in
traartikuläre Restpathologie liesse sich damit qualifizieren
(S. 15 f.).
2.2.7
D
as
A._
-Gutachten vom 2
6.
März 2013, welches zu
Handen
der IV-Stelle verfasst wurde,
hält fest
, dass
noch
residuelle
und wenn überhaupt endphasige Bewegungsschmerzen in der rechten Schulter
bestünden
. Die diagnostizierte persistierende adhäsive
Kapsulitis
falle klinisch nicht mehr ins Gewicht. Eine
Frozen
Shou
lder
liege nicht vor. Als Ökonomin sei die Beschwerdeführerin zu 100
%
arbeitsfähig (
Urk.
34/M35 S. 21, 22,
26 und
28
).
2.2.8
Dr.
med.
O._
, Facharzt für
Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates
,
leitender Arzt Orthopädie o
bere Extremitäten an der
P._
,
dem die Beschwerdeführerin
im April 2013
konsiliarisch
überwiesen worden war, stellte aufgrund der klinischen Befunde und dem von ihm veranlassten
Arthro
-MRI vom 1
3.
Mai 2013 die Diagnose einer Rezidiv-SLAP-Läsion der Schulter rech
t
s mit
subacromialem
Impingement
bei Status nach
arthroskopischer
SLAP-
Refixation
am 1
6.
April 201
0.
Die Beschwerden er
achtete er als unfallkausal
(
Urk.
26/1+3
+4
)
.
Am 2
8.
Mai 2013 führte er eine
A
rthroskopie
der Schulter
durch. Im
Operationsbericht beschrieb er
oberflächli
che
Knorpelschäden am
Humeruskopf
.
Im kranialen
Labrum würden
sich zwei lose Fä
den
zeigen
, die keine Haltefun
ktion mehr hätten. Das gesamte kraniale Labrum sei massiv ausgelockert. Korrespondierend dazu best
ehe
eine deutliche
Synovitis
im kranialen Gelenksabschnitt. Zudem finde sich eine Längsspaltung des kranialen Labrums mit einer kleinen Korbhenkelbildung, die sich vernarbt bis in den Ansatz der langen
Bizepssehne
fortsetze. Operativ löste
Dr.
O._
die Verwachsungen zwischen dem Labrum und der kranialen Gelenkskapsel und
nahm
eine Transfixation de
r langen
Bizepssehne
vor
(
Urk.
30/1). In seinen Be
richten attestierte
Dr.
O._
bis zur Operation eine Arbeitsfähigkeit von 50
%
als Ökonomin
. Postoperativ verneinte er
zunächst
unter Hinweis auf die nötige Re
habilitation eine
Arbeitsfähigkeit. Im Bericht vom
5.
September 2013 schätzte er, dass ab
1.
November 2013 eine Arbeitsfähigkeit von 50
%
wieder möglich sein sollte (
Urk.
26/2
+4,
Urk.
41
/2
).
Dr.
Z._
nahm am 1
3.
Juni 2013 zum Operationsbericht
Stellung. Er erklärte, die Kno
rpelschäden am
Humeruskopf
dürften auf das persistierende Hin- und Herschwingen der nicht richtig
fixiert
gewesenen
Bizepssehne
zurück
zuführen sein. Dass das kraniale Labrum massiv ausgelockert ge
wesen sei, sei nicht überraschend
. Denn anlässlich der Operation vom 1
6.
April 2010 sei
es
nicht richtig fixier
t worden (
Urk.
30/2).
3.
3.1
Die
Beschwerdegegnerin
stützte ihre Leistungseinstellung auf das von ihr in Auftrag gegebene Gutachten von
Dr.
M._
. Seine Auffassung, der Unfall vom 2
2.
Januar 2010
habe
lediglich eine Kontusion der Schulter, nicht aber
eine
SLAP-
Läsion verursacht, vermag nicht zu überzeugen.
Gemäss seinen eigenen Ausfü
hrungen kann eine SLAP-Läsion
durch einen Sturz
auf
einen gestreckten Arm respektive
auf eine
vorge
spannte
Bizepssehne
verursacht werden (
Urk.
11/
M
28
S. 21 f.
). Ein vergleichbarer Mechanismus ist hier wahrscheinlich. Die Beschwerdeführerin
wurde
von einem anderen Skifahrer von hinten ange
fahren. Es entspricht der allgeme
inen Lebenserfahrung, dass
die Beschwerde
führerin
versucht hatte, sich
beim Sturz
aufzufangen, was zu einem erheblichen Druck auf die vorgespannte
Bizepssehne
geführt haben dürfte.
Die Beschwer
deführerin musste nach dem Zusammenprall von der Pistenwache abtranspor
tiert werden und trug
neben der Schulterverletzung
einen Zahnschaden
davon
(
Urk.
11/M1)
, was auf eine erheblich
e
Krafteinwirkung durch den
Unfallverursa
cher
schliessen lässt.
Weiter lässt die Schlussfolgerung
von
Dr.
M._
, wonach sich in über 20
%
der Schulterarthroskopien anatomische Normvarianten fän
den,
wo
von das
Sublabral
hole mit 19,1
%
am häufigsten vorkomme, weshalb dies auch im Falle der Beschwerd
eführerin so sei, eine hinreichende
Bezug
nahme auf den
konkreten
Fall vermissen.
D
e
mgegenüber zweifelten die
übrigen Fachärzte mit Ausnahme der
A._
-Gutachter, die aber keine eigene Beurtei
lung der Bildgebungen vornahmen, sondern s
ich lediglich auf die Beurteilung
von
Dr.
M._
stütz
ten,
nicht
am Vorliegen
einer
SLAP-Läsion
und
deren Unfall
kausalität
.
Zudem ist am Gutachten von
Dr.
M._
zu beanstanden
,
dass
darin
zwar
zustim
mend auf die
Beurteilung von Prof.
I._
Bezug genommen wird
. Die Möglichkeit der von diesem
in Erwägung gezogenen intraartikulären Ursache der Schmerzen
wird jedoch nicht diskutiert
. Angesichts dieser Mängel kann das Gutachten
offensichtlich
nic
ht als beweiskräftig eingestuft werden
. Insbesondere lässt sich gestützt darauf die Frage nach dem Nachweis des Da
hinfallens der natürlichen Kausalität nicht beantworten.
3.2
3.2.1
Dr.
Z._
, auf dessen Privatgutachten
sich die Beschwerdeführerin be
ruft,
standen
die Videoaufzeichnungen der Arthroskopie vom 1
6.
April 2010 zur Verfügung, was
ihm
eine bessere Einschätzung der medizinischen Situation er
laubte
. Dies gilt insbesondere
für die
Interpretation des
Arthro
-MRI vom
1
5.
Juni
2
01
1.
Seine Auffassung, wonach kein intakter SLAP-
Repair
, sondern
ein
Längsriss der langen
Bizepssehne
im Ankerbereich
best
ehe
, bestätigte sich bei
der Operation vom 2
8.
Mai 2013
(
Urk.
30/1,
vgl. auch
Urk.
41/1 S. 4)
.
Dass bei diesem neuerlichen Eingriff
eine ungenügend
fixierte
Bizepssehne
sowie ein
massiv ausgelockertes kraniales Labrum vorgefunden wurde
,
scheint
überdies
für
seine Kritik
zu sprechen, wonach die
Revision der
SLAP-Läsion
anlässlich der Schulterarthroskopie
vom 1
6.
April 2010
nur ungenügend erfolgt sei (
Urk.
30/2)
. Soweit die Beschwerdegegnerin
bestreitet, dass es sich bei den von
Dr.
Z._
begutachteten Videoaufzeichnungen um jene der Arthrosko
pie der Beschwerdeführerin vom 1
6.
April 2010 handelt
(
Urk.
33 S. 3
,
Urk.
48
S. 4
)
,
kann ihr
nicht gefolgt werden.
Richtig ist, dass die Beschwerdeführerin
da
rauf al
s Person nicht zu sehen und nirgends ihr
Name zu lesen ist (
Urk.
16
). Die in den Au
fzeichnungen sichtbaren Befunde
korrelieren indessen mit den weite
ren
Bildgebungen, was eine
rechtsgenügliche
Zuordnung der Aufzeichnung zur
Beschwerdeführerin erlaubt.
Die Beschwerdegegnerin vermag die
Beurt
eilung von
Dr.
Z._
auch nicht mit Verweis auf die ursprüngliche
Befundung
des
Arthro
-MRI
vom 1
5.
Juni 2011
durch
Dr.
N._
in Zweifel zu ziehen,
wo von einem intakten SLAP-
Repair
die Rede ist,
z
umal diese durch dessen
Nach
befundung
vom 2
5.
Januar 2013
und die Operation vom 2
8.
Mai 2013
überholt ist
(
Urk.
33 S. 6 f.)
. Gleich verhält es sich mit dem Umstand, dass
ärztlicherseits
eine adhäsive
Kapsulitis
, unter anderem von
Dr.
Z._
,
diagnostiziert wurde.
Es trifft zwar zu,
dass diese Diagnose in der Regel bei nicht bekannten Ursachen verwendet wird (
Urk.
1
0
S. 12).
Dies bedeutet
aber
nicht
, dass die Unfallkausalität
deswegen
per se zu verneinen wäre
. Vorliegend wird sie denn auch mit Ausnahme von
Dr.
M._
und den
A._
-Gutachtern nicht in Frage gestellt.
3.2.2
Indessen kann nicht unbesehen auf das Gutachten von
Dr.
Z._
abge
stellt werden. Er geht davon aus, dass der Grundfall noch nicht abgeschlossen ist. Demgegenüber lässt die von
Dr.
O._
gestellte Diagnose
einer
Rezidiv-S
LAP-Lä
sion
einen Rückfall
vermuten. Zumindest impliziert diese Diagnose, dass sich der Zustand zuvor vorübergehend stabilisiert und sich danach wieder verschlechtert hat.
Wie es sich damit verhält, lässt sich gestützt auf
die Akten
lage nicht abschliessend
beurteilen. Dazu kommt, dass unterschiedliche
Ein
schätzungen zur
Arbeitsfähigkeit
der Beschwerdeführerin
als Ökono
min beste
hen.
Dr.
Z._
legte sie auf 25
%
und
Dr.
O._
auf 50
%
fest. Zu einer ganz anderen Beurteilung kamen die behandelnden Ärzte der
A._
. Aufgrund der erhobenen klinischen Befunde attestierten sie ab
8.
März 2011 eine volle Arbeitsfähigkeit
(
Urk.
11/M19)
. In diese Richtung scheint auch die Einschätzung von Prof.
I._
zu gehen. Zwar bescheinigte er im Bericht vom 1
5.
Juni 2011
„
provisorisch
“
eine Arbeitsfähigke
it von 50
%
, doch ist aus dieser
Formulierung und dem weiteren Bericht vom 1
3.
Juli 2011, wo
rin
er die Beschwerdeführerin als arbeitsfähig bezeichnete (
Urk.
11/M24), zu schliessen, dass er
effektiv
von einer höheren Arbeitsfähigkeit ausging.
Zu seiner Beurtei
lung ist indessen der Vorbehalt anzubringen, dass er bei der Beurteilung des
Arthro
-MRI vom 1
5.
Juni 2011 die Läsionen im
Supraspinatus
und
Subscapula
ris
erwähnte, nicht aber den Längsriss in der
Bizepssehne
. Es bleibt daher un
klar, ob er diesen Befund erkannte und ob dies etwas an seiner Beurteilung ge
ändert hätte.
3.2.3
Nach dem Gesagten bedarf die Sache der weiteren Abklärung.
Rechtsprechungs
gemäss
holt das kantonale Versicherungsgericht in der Regel ein
Gerichtsgut
achten
ein, wenn es im Rahmen der Beweiswürdigung zum Schluss kommt, ein bereits erhobener medizinischer Sachverhalt müsse (insgesamt oder in wesentli
chen Teilen) noch gutachtlich geklärt werden oder eine Administrativexpertise sei in einem rechtserheblichen Punkt nicht beweiskräftig. Eine Rückweisung an die Verwaltung bleibt hingegen möglich, wenn es darum geht, zu einer bisher vollständig ungeklärten Frage ein Gutachten einzuholen. Ebenso steht es dem Versicherungsgericht frei, eine Sache zurückzuweisen, wenn allein eine Klar
stellung, Präzisierung oder Ergänzung von gutachterlichen Ausführungen erfor
derlich ist (BGE 137 V 210 E. 4.4.1.4 S. 264, 138 V 318, 139 V 349).
Nach der gesetzlichen Konzeption obliegt dem Versicherungsträger die Abklä
rung des rechtserheblichen Sachverhalts (Art. 43 ATSG). Hierzu holte die
Be
schwerdegegnerin
das Gutachten von
Dr.
M._
ein. Diesem konnte von vorn
herein kein hinreichender Beweiswert zukommen. Aufgrund der Ausführungen von Prof.
Dr.
I._
, welchem
Dr.
M._
grundsätzlich beipflichtete, stand die Frage nach einer intraartikulären Ursache der Schmerzen im Raum. Damit setzte sich
Dr.
M._
nicht auseinander. Insbesondere äusserte er sich nicht dazu, weshalb eine intraartikuläre Restpathologie ohne
Weiteres
, mithin ohne die von Prof.
Dr.
I._
geforderten Abklärungen, hätten ausgeschlossen werden kön
nen. Ungeachtet des Privatgutachtens von
Dr.
Z._
blieb damit eine rechtserhebliche Frage ungeklärt, worauf die Beschwerdeführerin im Übrigen in der Einsprache hingewiesen hatte (
Urk.
12/244 S. 3). Da sich die (bisherigen) Abklärungen der Beschwerdegegnerin offensichtlich als ungenügend erweisen, rechtfertigt es sich, die Sache an sie zur neuerlichen Abklärung und erneutem Entscheid zurückzuweisen.
In Hinblick auf den zu fällenden Entscheid bleibt anzumerken, dass bei der Be
messung der Versicherungsleistungen auf die Arbeitsfähigkeit als Ökonomin ab
zustellen ist. Soweit die Beschwerdeführerin in Bezug auf die Taggelder geltend macht,
hiefür
hätte ihr eine Übergangsfrist angesetzt werden müssen, weil die
versicherte Tätigkeit beim Unfall Skilehrerin und nicht Ökonomin gewesen sei (
Urk.
50), geht sie fehl. Im Rahmen ihrer Schadenminderungspflicht hat sie sich die Tätigkeit als Ökonomin anrechnen zu lassen. Die von ihr erwähnte Recht
sprechung, wonach eine Übergangsfrist einzuräumen ist (vgl. etwa
Bundesge
richtsurteil
8C_39/2011 vom 1
3.
Dezember 2011 E. 4.2, Urteil des Eidgenössi
schen Versicherungsgerichts U 301/2002 vom
1.
Oktober 2003 E. 1), gilt in Fäl
len, in denen eine berufliche Neuorientierung der versicherten Person erforder
lich ist, was bei ihr gerade nicht der Fall ist.
4.
Ausgangsgemäss ist die Beschwerdegegnerin zur Bezahlung einer
Prozessentschä
digung
an die anwaltlich vertretene Beschwerdeführerin zu ver
pflichten. Die Entschädigung ist ohne Rücksicht auf den Streitwert ausgehend von der Bedeutung der Streitsache und der Schwierigkeit des Prozess auf rund Fr.
4‘200
.
festzusetzen (inkl. Barauslagen und Mehrwertsteuer [
MWSt
]; Art. 61
lit
. g ATSG in Verbindung mit § 34 Abs. 1 und 3
des Gesetzes über das Sozial
versicherungsgericht [
GSVGer
]
).