# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 22ac8268-7f2e-42d9-bfa2-4ce9c806a2d1
**Court:** CH_BSTG
**Chamber:** CH_BSTG_001
**Year:** 2011
**Language:** de
**Jurisdiction:** CH / Federation
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** 

## Facts

Sachverhalt:
A. Die Eidgenössische Steuerverwaltung (nachfolgend „ESTV“) führte gegen A. und gegen verschiedene Mitbeschuldigte eine besondere Untersuchung gemäss Art. 190 ff. des Bundesgesetzes vom 14. Dezember 1990 über die direkte Bundessteuer (DBG; SR 642.11) wegen des Verdachts der  Steuerwiderhandlungen (BV.2010.15, act. 2.6). Im Rahmen dieser  erliess die ESTV am 9. Juni 2010 eine Verfügung, mit welcher sie alle A. gehörenden Vermögenswerte oder diejenigen, an welchen A. wirtschaftlich berechtigt oder bezüglich derer er zeichnungsberechtigt ist, bei der B. SA beschlagnahmte (BV.2010.15, act. 1.1). Konkret  wurde daraufhin das auf A. lautende, Kontokorrente in  Währungen und Wertpapiere umfassende Konto Nr. 1 (BV.2010.15, act. 2, S. 2).
B. Mit Entscheid BV.2010.15 vom 23. Dezember 2010 hiess die I.  des Bundesstrafgerichts eine von A. gegen diese  erhobene Beschwerde gut. Mit Urteil 1B_11/2011 vom 1.  2011 hiess das Bundesgericht die von der ESTV gegen den Entscheid der I. Beschwerdekammer erhobene Beschwerde gut, hob den  Entscheid auf und wies das Verfahren zur Neubeurteilung an die Vorinstanz zurück (act. 1).
C. Hierauf lud die I. Beschwerdekammer vorab A. ein, sich in Ergänzung zu
seinen bisherigen Eingaben zum weiteren Verlauf des Verfahrens zu  (act. 2), worauf dieser am 30. Mai 2011 die Sistierung des  beantragte (act. 5). Mit Verfügung vom 14. Juni 2011 hiess der Präsident der I. Beschwerdekammer den Antrag von A. auf Sistierung des Verfahrens gut (act. 9). In der Folge hob die ESTV am 20. Oktober 2011 die angefochtene Beschlagnahme auf (act. 10.3),  mit Eingabe vom 21. Oktober 2011 an die I. Beschwerdekammer und beantragt, das Verfahren BV.2011.11 sei als gegenstandslos  und die Kosten des Verfahrens seien dem Beschwerdeführer  (act. 10). A. beantragt diesbezüglich in seiner Stellungnahme vom 24. November 2011 Folgendes (act. 14):
1. Das Beschwerdeverfahren sei als gegenstandslos abzuschreiben.
2. Auf die Erhebung von Gerichtskosten sei zu verzichten.
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3. Eventualiter seien die Gerichtskosten vollumfänglich der Eidgenössischen Steuerverwal-
tung aufzuerlegen.
4. Der Beschwerdeführer sei für das Beschwerdeverfahren mit Fr. 30'933.-- ausseramtlich
zu entschädigen.
Diese Stellungnahme wurde der ESTV am 25. November 2011 zur  gebracht (act. 15).
Auf die Ausführungen der Parteien und die eingereichten Akten wird,  erforderlich, in den folgenden rechtlichen Erwägungen Bezug .

## Considerations

Die I. Beschwerdekammer zieht in Erwägung:
1. Gemäss Art. 191 Abs. 1 DBG richtet sich das Verfahren wegen des  schwerer Steuerwiderhandlungen gegenüber dem Täter, dem  und dem Anstifter nach den Artikeln 19 – 50 VStrR.
2. 2.1 Gegen Zwangsmassnahmen im Sinne der Art. 45 ff. VStrR und damit zu-
sammenhängende Amtshandlungen kann bei der I. Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts Beschwerde geführt werden (Art. 26 Abs. 1 VStrR i.V.m. Art. 37 Abs. 2 lit. b StBOG und Art. 19 Abs. 1 des  vom 31. August 2010 für das Bundesstrafgericht [ BStGer, BStGerOR; SR 173.713.161]). Zur Beschwerde ist , wer durch die angefochtene Amtshandlung berührt ist und ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung oder Änderung hat (Art. 28 Abs. 1 VStrR). Der Betroffene kann einen Entscheid allerdings nur  derjenigen Punkte anfechten, die für ihn ungünstig lauten, die ihn also beschweren. Andernfalls fehlt ein Rechtsschutzinteresse und damit eine Prozessvoraussetzung (SCHMID, Handbuch des schweizerischen , Zürich/St. Gallen 2009, N. 1458; Entscheid des  BB.2005.81 vom 14. September 2005, E. 1.1). Fällt das aktuelle  des Beschwerdeführers im Verlaufe des Beschwerdeverfahrens , so wird Letzteres als erledigt erklärt (vgl. hierzu das Urteil des  2C_77/2007 vom 2. April 2009, E. 3 m.w.H.).
2.2 Durch die Aufhebung der angefochtenen Beschlagnahme ist der Rechts-
streit gegenstandslos geworden.
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In Anwendung von Art. 25 Abs. 4 VStrR i.V.m. Art. 62 ff. und Art. 71 BGG (analog; vgl. hierzu den Beschluss des Bundesstrafgerichts BV.2011.2 vom 16. März 2011, E. 2, sowie den Entscheid des Bundesstrafgerichts BV.2010.77 vom 12. Januar 2011) i.V.m. Art. 72 BZP ist bei  das Verfahren als erledigt abzuschreiben. Gemäss denselben  ist mit summarischer Begründung auf Grund der Sachlage vor Eintritt des Erledigungsgrundes über die Prozesskosten zu entscheiden.
3. 3.1 Art. 46 Abs. 1 lit. b VStrR ermächtigt die Beschwerdegegnerin als zustän-
dige Untersuchungsbehörde im Rahmen der besonderen  bei schweren Steuerwiderhandlungen zur prozessualen  von Gegenständen und anderen Vermögenswerten, die  der Einziehung unterliegen (vgl. in diesem Sinne BGE 137 IV 145 E. 6.4 S. 151 f.). Der Einziehung gemäss Art. 70 Abs. 1 StGB unterliegen u. a. alle wirtschaftlichen Vorteile, die sich rechnerisch ermitteln lassen und die direkt oder indirekt durch die strafbare Handlung erlangt worden sind. Bei der Steuerhinterziehung besteht der sich aus dem Delikt ergebende Vermögensvorteil im Gegenwert der hinterzogenen Steuern (Urteile des Bundesgerichts 1S.8/2006 vom 12. Dezember 2006, E. 5.3; 1S.9/2005 vom 6. Oktober 2005, E. 7.1; 1S.5/2005 vom 26. September 2005, E. 7.4;  mit Hinweis auf BGE 120 IV 365 E. 1d). Die Beschlagnahme muss wie jedes Zwangsmittel verhältnismässig sein (Art. 36 Abs. 3 BV; vgl. auch Art. 45 Abs. 1 VStrR).
3.2 Der Beschlagnahme lag u. a. der Verdacht zu Grunde, dass sich der Be-
schwerdeführer ungeachtet der formellen Abmeldung aus der Schweiz im Jahre 1999 weiterhin hier aufgehalten habe und demzufolge hier  gewesen sei (vgl. hierzu BV.2010.15, act. 2, S. 4 f., Ziff. 2.4). Die Beschwerdegegnerin ging auch während des Beschwerdeverfahrens von einem nach wie vor in der Schweiz bestehenden Wohnsitz des  aus und hielt entsprechend an ihrem Tatverdacht fest.  ersuchte sie am 3. März 2011 die Steuerverwaltung des Kantons Zug um einen Feststellungsentscheid über den Wohnsitz des  betreffend die Jahre 1999 und nachfolgende (act. 5.2). Die  des Kantons Zug stellte schliesslich mit Verfügung vom 21.  2011 das Verfahren zur Feststellung des bundessteuerlichen Wohnsitzes des Beschwerdeführers für die Steuerperioden 1999 und 2000 infolge Verwirkung ein. Hinsichtlich der Steuerperioden 2001 bis 2010  sie fest, dass der Beschwerdeführer seinen bundessteuerlichen Wohn-
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sitz nicht in der Schweiz, sondern in Brasilien hatte (act. 10.1). Den  zu diesem Entscheid ist zu entnehmen, dass der  von der Steuerverwaltung des Kantons Zug am 22. Juli 2011 nochmals Gelegenheit zur Stellungnahme erhielt, weil der Aktenstand für einen steuerlichen Wohnsitz des Beschwerdeführers in der Schweiz  würde (act. 10.1, S. 3). Hierauf habe der Beschwerdeführer mit  vom 31. August 2011 ein Gutachten zweier brasilianischer Anwälte eingereicht, wonach der Beschwerdeführer im fraglichen Zeitraum in  unbeschränkt steuerpflichtig gewesen sei (act. 10.1, S. 7). Angesichts der in jener Eingabe deutlich ergänzten Sachverhaltsdarlegung und der hierzu eingereichten Beilagen kam die Steuerverwaltung des Kantons Zug zum Schluss, dass nach wie vor Umstände darauf hinwiesen, dass trotz der Abmeldung des Beschwerdeführers weiterhin mehr oder weniger enge Beziehungen zur Schweiz bestanden hätten, entgegen der diesbezüglich vorhandenen Indizien jedoch seiner unbeschränkten Steuerpflicht in  Rechnung zu tragen sei, und es „aufgrund der Eingabe vom 31. August 2011 (...) knapp ausreichend dargetan“ sei, dass der Beschwerdeführer seinen Wohnsitz im Herbst 1999 nach Brasilien verlegt habe (act. 10.1, S. 7 f.). Unmittelbar nachdem diese Verfügung der Steuerverwaltung des Kantons Zug in Rechtskraft erwuchs, stellte die Beschwerdegegnerin die Ermittlungen bezüglich des Vorwurfs der Steuerhinterziehung ein (act. 10.2) und hob die Beschlagnahme der Vermögenswerte umgehend auf (act. 10.3).
3.3 Angesichts dieser Ausführungen wird offensichtlich, dass die Beschlag-
nahme als provisorische Massnahme zur Sicherung allenfalls  Vermögenswerte von Beginn weg und bis zu ihrer Aufhebung  war. Demzufolge bestehen selbst heute noch ernst zu nehmende , wonach der Beschwerdeführer auch nach 1999 noch mit der Schweiz verbunden war. Zur Begründung eines hinreichenden, die  rechtfertigenden Tatverdachts waren diese angesichts des im Untersuchungsstadium geltenden Grundsatzes „in dubio pro duriore“ bis zuletzt genügend. Insbesondere hervorzuheben gilt es, dass der  offenbar erst mit dem am 31. August 2011 eingereichten Gutachten ein Ausschlag gebendes Beweismittel für seinen Wohnsitz in Brasilien eingereicht hat. Die anderweitigen Ausführungen des  zum Tatverdacht in seiner Eingabe vom 24. November 2011 (act. 14) gehen fehl. Sofern dessen Begründung in der angefochtenen  sich tatsächlich als ungenügend erwiesen hätte (vgl. hierzu act. 14, Rz. 22 ff.), so hätte es sich hierbei um eine heilbare Verletzung des  Gehörs gehandelt, nicht um einen Grund zur sofortigen Aufhebung der Beschlagnahme. Mit seiner Rüge, wonach es an einem Einzie-
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hungstatbestand gefehlt habe (act. 14, Rz. 32 ff.), lässt der  die Möglichkeit der Sicherstellung einer Ersatzforderung mittels  im Sinne von Art. 71 Abs. 3 StGB ausser acht. Die Rüge der fehlenden Verhältnismässigkeit der Beschlagnahme bzw. die Vorbringen, welche Folgen diese gehabt habe, entbehren schliesslich einer  Substantiierung (act. 14, Rz. 37 ff.).
4. Anhand des Gesagten waren die Erfolgschancen der Beschwerde – ex
post betrachtet – gering. Es kann keine Rede davon sein, dass sich die  Beschlagnahme aufgrund der erst kürzlich vorliegenden  und Beweismittel zur unbeschränkten Steuerpflicht des  in Brasilien nachträglich als von Beginn weg unzulässig erwiesen hätte.
5. Nach dem Gesagten ist daher auf die Ausrichtung einer Entschädigung an
den Beschwerdeführer zu verzichten (Art. 68 Abs. 2 BGG analog). Da das vorliegende Beschwerdeverfahren ohne weiterführenden Aufwand mit  summarisch begründeten Entscheid zur Prozesskostenfolge  werden kann, wird demgegenüber auf die Erhebung von  verzichtet (Art. 66 Abs. 1 Satz 2 BGG analog). Der vom  geleistete Kostenvorschuss in der Höhe von Fr. 1'500.-- ist diesem zurückzuerstatten.
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