# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 5a918931-4614-4264-8d74-1f62f4f46f93
**Court:** BL_SG
**Chamber:** BL_SG_001
**Year:** 2014
**Language:** de
**Jurisdiction:** BL / Northwestern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** Tax

## Facts

Sachverhalt
1. Mit Veranlagungsverfügung der Staatssteuer 2012 vom 27. Februar 2014 wurden die
Pflichtigen zu einem steuerbaren Einkommen in Höhe von Fr. 176‘672.-- veranlagt.
2. Gegen diese Veranlagung erhoben die Pflichtigen Einsprache und begehrten u.a., es seien
unter der Rubrik übrige berufsnotwendige Kosten die vollständigen Ausgaben für das EDV-
zubehör und den Bürostuhl zum Abzug zuzulassen. Zur Begründung führten sie aus, dass von
der Steuerverwaltung für die als berufsnotwendige Kosten geltend gemachten Auslagen für das
EDV-Zubehör und den Bürostuhl ein Privataufwand von 50% aufgerechnet worden sei. Es sei
dabei unklar, auf welcher Grundlage dieser Anteil berechnet worden sei. Der Bürostuhl und die
EDV-Auslagen würden ausschliesslich im Arbeitszimmer benutzt. Es sei zu betonen, dass der
Arbeitgeber des Rekurrenten kein Arbeitszimmer mit entsprechender Materialversorgung zur
Verfügung stelle.
3. Mit Einsprache-Entscheid vom 6. August 2014 wies die Steuerverwaltung die
Einsprache ab. Zur Begründung führte sie u.a. aus, dass die Schweiz eine hohe
Computerdichte habe. Es sei davon auszugehen, dass die geltend gemachten Computerkosten
im Vergleich zu einem normalen Schweizer Haushalt nicht höher seien. Bei den Auslagen für
die Anschaffung eines Laptops und dessen Zubehör könne daher nicht von berufsspezifischen
Mehrkosten gesprochen werden, vielmehr seien dies mehrheitlich private
Lebenshaltungskosten. Die Veranlagungsbehörde habe zu Gunsten der Rekurrenten einen
Anteil von 50% steuerlich anerkannt. Mit dem bereits gewährten Arbeitszimmerabzug seien
zudem sämtliche Auslagen wie bspw. für einen Bürostuhl oder einen Tisch vollständig
abgegolten. Ein zusätzlicher Abzug für den Bürostuhl in Höhe von Fr. 299.-- könne somit nicht
gewährt werden. Der 50%-Anteil sei von der Veranlagungsbehörde jedoch zu Unrecht gewährt
worden. Folglich sei zusätzlich eine Aufrechnung von 50% für den Bürostuhl und die EDV-
Auslagen vorzunehmen. Aus verfahrensökonomischer Sicht werde im vorliegenden Fall jedoch
auf eine Aufrechnung verzichtet.
4. Mit Eingabe vom 13. August 2014 erhoben die Pflichtigen Rekurs und begehrten, es sei
unter der Rubrik übrige berufsnotwendige Kosten ein Betrag in Höhe von Fr. 9‘844.-- zum
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Abzug zuzulassen. Zur Begründung machten sie geltend, dass im Einsprache-Entscheid explizit
festgestellt worden sei, dass nur Berufsauslagen abzugsrelevant seien. Folglich habe er seine
Berufsauslagen in diesem Sinne bei der Steuererklärung 2012 eingereicht. Seine privaten
Ausgaben, die ebenso verschiedenste Kosten für elektronische Mittel betreffen würden, habe er
nicht eingereicht und daher nicht als Berufsauslagen deklariert. Zudem sei ein solch hoher
Privatverbrauch für Computer-Zubehör generell unwahrscheinlich.
5. Mit Vernehmlassung vom 16. September 2014 beantragte die Steuerverwaltung die
Abweisung des Rekurses. Zur Begründung führte sie aus, dass grundsätzlich auf den
Einsprache-Entscheid verwiesen werde. Anschaffungskosten eines Personalcomputers,
dazugehöriger Software und zusätzlicher Peripheriegeräte könnten ausnahmsweise
berufsbedingte Auslagen darstellen. Der Steuerpflichtige müsse für die Berufsausübung auf den
PC angewiesen sein und es dürfe am Arbeitsplatz kein entsprechendes Gerät zur Verfügung
stehen. Falls Computer an der Arbeitsstätte verfügbar seien, sei erforderlich, dass dessen
Benützung am Arbeitsplatz unzumutbar sei. Nach konstanter Praxis und Rechtsprechung
würden die nachgewiesenen Kosten jedoch nur zu 50 % anerkannt werden. Der hälftige Abzug
rechtfertige sich dadurch, dass ein PC grundsätzlich auch für private Zwecke eingesetzt werden
könne.

## Considerations

Der Präsident des Steuergerichts zieht in Erwägung:
1. Das Steuergericht ist gemäss § 124 des Gesetzes über die Staats- und
Gemeindesteuern (Steuergesetz) vom 7. Februar 1974 (StG) zur Beurteilung des vorliegenden
Rekurses zuständig. Gemäss § 129 Abs. 1 StG werden Rekurse, deren umstrittener
Steuerbetrag wie im vorliegenden Fall Fr. 2'000.-- pro Steuerjahr nicht übersteigt, vom
Präsidenten des Steuergerichts als Einzelrichter beurteilt.
Da die in formeller Hinsicht an einen Rekurs zu stellenden Anforderungen erfüllt sind, ist
ohne weitere Ausführungen darauf einzutreten.
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2. Vorliegend unterliegt der Beurteilung, ob die von den Rekurrenten geltend gemachten
Auslagen für das Computer-Zubehör und den Bürostuhl als Berufskosten zum Abzug
zuzulassen sind.
a) Gemäss § 29 Abs. 1 lit. a StG werden von den steuerbaren Einkünften bei
unselbständig Erwerbstätigen die Erwerbsunkosten, wie Kosten für Fahrten zwischen Wohn-
und Arbeitsstätte, Mehrkosten der Verpflegung und für Schichtarbeit, die Kosten für
Berufskleider, Schwerarbeit, besonderen Kleiderverschleiss, Berufswerkzeuge und
Fachliteratur, ferner die mit der Ausübung des Berufes zusammenhängenden Weiterbildungs-
und Umschulungskosten und die statutarischen Mitgliederbeiträge des Berufsverbandes sowie
ein zusätzlicher Pauschalabzug von 500 Franken für weitere Berufsauslagen abgezogen.
b) § 29 Abs. 1 lit. a StG statuiert die Abziehbarkeit der Erwerbsunkosten vom
Roheinkommen und zählt exemplarisch verschiedene Arten von Gewinnungskosten bei
unselbstständiger Erwerbstätigkeit auf (vgl. Schweighauser in: Nefzger/Simonek/Wenk,
Kommentar zum Steuergesetz des Kantons Basel-Landschaft, 29 N 4). Wesentliche
Voraussetzung der Abziehbarkeit der Unkosten ist gemäss Art. 9 Abs. 1 StHG deren
Notwendigkeit zur Erzielung des Erwerbseinkommens. Verlangt wird ein enger, wesentlicher
Zusammenhang zwischen der Ausgabe und den erzielten Einkünften (vgl. Reich in: Kommentar
zum Schweizerischen Steuerrecht I/1, Art. 12 StHG N 1).
c) Berufswerkzeuge sind alle Gegenstände und Einrichtungen, auf die der Pflichtige
für die Ausübung seines Berufs angewiesen ist, wie bspw. berufliches Mobiliar oder EDV-Hard-
und Software (vgl. Der Steuerentscheid [StE], 1993, B 22.3 Nr. 49, E. 3a). Aufwendungen des
Pflichtigen für ein Arbeitsgerät sind aber keine abzugsfähigen Berufskosten, wenn er für ein
Arbeitsgerät lediglich um seine grösseren Bequemlichkeit oder persönlicher Präferenzen willen
das ihr am Arbeitsplatz zur Verfügung stehende Berufswerkzeug nicht benutzt (vgl.
Richner/Frei/Kaufmann/Meuter, Kommentar zum Zürcher Steuergesetz, 3. A. Zürich 2013, § 26
N 27). Ebenfalls nicht abzugsfähig sind Auslagen für solche Gegenstände, über die ein
normaler Haushalt sowieso verfügt (vgl. BStPra, Bd. XX, S. 137;
Richner/Frei/Kaufmann/Meuter, a.a.O., § 26 N 27).
d) Gemäss der im Kanton Basel-Landschaft geltenden Kurzmitteilung Nr. 250 vom
18. April 1995 (KM Nr. 250) der Steuerverwaltung muss der Pflichtige für die Zulassung des
Abzugs für Computeranlagen den Nachweis erbringen, dass der private Computer für die
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Berufsausübung erforderlich ist. Diese Voraussetzung ist erfüllt, wenn der Pflichtige auf die
Benützung des privaten Computers angewiesen ist. Zudem darf er am Arbeitsplatz über keinen
Computer verfügen oder die Benutzung des am Arbeitsplatz vorhandenen Computers kann ihm
nicht zugemutet werden. Sind diese Voraussetzungen erfüllt, kann der Pflichtige 50% der
Anschaffungskosten für Computeranlagen zum Abzug geltend machen.
e) Zur spezifischen Frage, ob Lehrkräfte Auslagen für Computeranlagen als
Berufskosten abziehen können, führte das Bundesgericht in seinem Urteil vom 27. Mai 1999
aus, dass im Sinne der bisherigen Rechtsprechung zu den Berufskosten, die entsprechenden
Auslagen für die Erzielung des Einkommens erforderlich sein müssen. Danach genügt für die
Bejahung der Erforderlichkeit, dass diese nach wirtschaftlichem Ermessen als der Gewinnung
des Einkommens förderlich erachtet werden und dass ihre Vermeidung dem Steuerpflichtigen
nicht zumutbar war. Ist von Erforderlichkeit auszugehen, muss im Sinne einer Ermessensfrage
der Privatanteil festgelegt werden, sofern die Computeranlage dem Pflichtigen auch zu privaten
Zwecken dienen könnte (vgl. StE 2000, B 22.3 Nr. 70, E. 2a und 4).
3. Vorliegend machen die Rekurrenten Berufskostenabzüge für Computer-Zubehör (eine
Laptoptasche, mehrere USB-Sticks, einen HD-Projektor, mehrere Druckerpatronen und
kleineres Computerverbrauchsmaterial) in Höhe von Fr. 1‘247.60 und einen Bürostuhl im Betrag
von Fr. 299.-- geltend. Beizufügen ist, dass es sich bei den in der Veranlagung mittels einer
Auflistung geltend gemachten Kosten für einen Laptop in Tat und Wahrheit um einen HD-
Projektor handelt. Dies ergibt sich aus der von den Pflichtigen ins Recht gelegten Faktura.
Wie hiervor in Erw. 2b ausgeführt, können Berufskosten nur zum Abzug zugelassen
werden, wenn sie für die Erzielung des Erwerbseinkommens erforderlich waren. Der Pflichtige
ist als Lehrperson an einer Fachhochschule, in deren Funktion er die jeweiligen Lektionen
vorbereitet und abhält, tätig. Zudem stehe er gemäss eigenen Angaben mit den Studenten via
E-Mail in Kontakt. Die geltend gemachten Gegenstände sind allesamt für die Ausübung seines
Berufes unbestrittenermassen erforderlich und deshalb grundsätzlich als Berufskosten
abzugsfähig.
Nicht abzugsfähig ist aber ein allfälliger Privatanteil an beruflich angeschafften
Gegenständen, weshalb in casu geprüft werden muss, ob der Pflichtige das Computer-Zubehör
und den Bürostuhl für private Zwecke verwendet. Die Bemessung des Privatanteils stellt dabei
weitgehend eine Ermessensfrage dar (Erw. 2e). Anlässlich der heutigen Verhandlung erklärte
der Pflichtige, dass er einen Grossteil seines Arbeitspensums zu Hause bewerkstellige und die
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geltend gemachten Gegenstände deshalb zwingend für seine Einkommenserzielung brauche.
Der Einsprache-Entscheid sei zudem nicht einzelfallgerecht und verstosse gegen Treu und
Glauben. Die Steuerverwaltung verwies hingegen sowohl in der Vernehmlassung als auch an
der heutigen Verhandlung auf die basellandschaftliche Kurzmitteilung Nr. 170 und erklärte, es
sei höchstens ein Berufskostenabzug von 50% zuzulassen. Der Ansicht der Steuerverwaltung
ist beizupflichten, dass nach allgemeiner Lebenserfahrung davon auszugehen ist, dass dem
Pflichtigen das Computerzubehör wie die Laptoptasche, der USB-Stick, der HD-Projektor, die
Druckerpatronen und das Computerverbrauchsmaterial sowie der Bürostuhl teilweise auch zu
privaten Zwecken dient. Die Erklärungen der Rekurrenten bringen zudem keine stichhaltigen
Beweise hervor, weshalb er die Gegenstände ausschliesslich für geschäftliche Zwecke
verwenden würde. Wie die Steuerverwaltung im Einsprache-Entscheid bereits ausführte, sind
das geltend gemachte Computerzubehör und der Bürostuhl Gegenstände, die gewöhnlich in
allen Haushalten in der Schweiz zu finden sind, weshalb die neuere Rechtsprechung für solche
Kosten einen Abzug verneint bzw. zumindest einen Privatanteil beim Abzug berücksichtigt
wissen will (Erw. 2c). Diesem Umstand ist bei der ermessensweisen Festlegung des
prozentualen Privatanteils des Berufskostenabzugs zwingend Rechnung zu tragen. Eine
Berücksichtigung eines Privatanteils von 50% ist im Sinne dieser Kriterien angemessen und
steht zudem im Einklang mit der bisherigen Praxis der Steuerverwaltung für Computeranlagen
(Erw. 2d). Es rechtfertigt sich deshalb, den von der Veranlagungsbehörde geschätzten
Privatanteil von 50% an den geltend gemachten Gegenständen zu bestätigen.
Aus all diesen Erwägungen folgt, dass der Rekurs abzuweisen ist.
4. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind dem Rekurrenten Verfahrenskosten in
Höhe von Fr. 400.-- aufzuerlegen (§ 130 StG i.V.m. § 20 Abs. 1 und 3 des Gesetzes vom 16.
Dezember 1993 über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung [VPO]).
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