# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 2bbc188a-e435-473b-a0d3-fe3edfbfc0e9
**Court:** GR_KG
**Chamber:** GR_KG_004
**Year:** 2009
**Language:** de
**Jurisdiction:** GR / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

hat sich ergeben:
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I. Sachverhalt
A. X. wurde am 11. Juni 1976 in A./B. geboren und verbrachte dort die ersten sieben Lebensjahre. Danach zog die Familie Z. in die Schweiz, wo X. vorerst bei den Eltern und nach dem Tod der Mutter beim Vater aufwuchs. Die Schulen, nämlich sechs Jahre die Primar- und drei Jahre die Sekundarschule, besuchte sie im Kanton C.. Danach absolvierte X. eine Lehre als Drogistin, welche sie 1996 abschloss. Bis 2004 arbeitete sie in der Folge an verschiedenen Orten im Kanton C. im Verkauf sowie im Gastgewerbe. Fortan hatte X. ihren Wohnsitz in E. und war vor allem im Gastgewerbe und bei den Bergbahnen tätig. Während der Wintersaison 2007/2008 arbeitete sie als Servicemitarbeiterin im Hotel D. in F., wo sie netto Fr. 3'000.-- verdiente. X. besitzt Vermögenswerte in Höhe von rund Fr. 140'000.--.
Im schweizerischen Strafregister ist X. nicht verzeichnet. Gemäss Leumundsbericht geniesst sie an ihrem Wohnort einen guten Ruf.
B. Mit Verfügung der Staatsanwaltschaft Graubünden vom 21. Februar 2008 wurde gegen X. eine Strafuntersuchung wegen Diebstahls etc. eröffnet.
C. Mit Verfügung der Staatsanwaltschaft Graubünden vom 7. August 2008 wurde X. wegen mehrfachen Diebstahls gemäss Art. 139 Ziff. 1 StGB sowie wegen mehrfacher Urkundenfälschung gemäss Art. 251 Ziff. 1 StGB in Anklagezustand versetzt. Der Fall wurde gestützt auf Art. 340 StGB und Art. 48 StPO dem Bezirksgerichtsausschuss Prättigau/Davos zur Beurteilung überwiesen. Der Anklage liegt gemäss Anklageschrift vom 7. August 2008 folgender Sachverhalt zugrunde:
„In der Wintersaison 2006/2007 arbeitete die Angeklagte als Teilzeitmitarbeiterin bei den G. in E., H. AG, als Kassiererin. In dieser Funktion verkaufte sie am 23. März 2007, ca. 10.55 Uhr, dem deutschen Staatsangehörigen I. bei der Zahlstation J., Kasse 5, drei Sechstagesskikarten für total Fr. 861.--. Diesen Betrag bezahlte der Kunde mit seiner Visakarte , welche er darauf versehentlich an der Zahlstelle zurück liess. X. behändigte diese Kreditkarte und belastete sie als Kassiererin in den folgenden Tagen mit insgesamt CHF 7'879.--. Denselben Betrag nahm sie aus der Geschäftskasse und verwendete das Geld für ihren Lebensunterhalt. Dabei ging sie wie folgt vor: Veräusserte die Angeklagte als Kassiererin der G. Skikarten etc. auf Kredit, wurde dies gemäss den internen Richtlinien im Kassensystem vorerst als Barverkauf erfasst. Sodann musste sie den entsprechenden Betrag in das  Kreditkartengerät eingeben, einen Kreditkartenbeleg ausdrucken und diesen vom Kunden unterzeichnen lassen. Vor Arbeitsschluss wurde aufgrund dieser Belege bzw. der
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Kreditkartengerätedaten der Kreditkartenumsatz ermittelt und von den Bareinnahmen in Abzug gebracht. Dadurch wurde unter anderem der Kassensollbetrag bestimmt. In Kenntnis dieser Abläufe belastete X. zwischen dem 23. März 2007 und dem 06. April 2007 an den von ihr bedienten Kassen 5 und 6 (Zahlstelle J.) die erwähnte Visakarte unrechtmässig mit Beträgen zwischen CHF 300.-- und CHF 1'300.--. Dazu fügte sie die Kreditkarte in das ausserhalb des Kassenhauses angebrachte Lesegerät ein oder erfasste auf der kassenseitigen Terminaleingabetastatur Kartennummer und Verfalldatum, um die Angaben anschliessend am Kartenlesegerät zu bestätigen. Die dabei ausgedruckten Kreditkartenbelege unterschrieb die Angeklagte mit einem der Unterschrift von I. nachgeahmten Schriftzug und legte sie zu den korrekten Kreditkartenbelegen ihrer Kasse. Weil es zu diesen ungerechtfertigten Kreditkartenbelastungen keine entsprechenden Verkäufe bzw. Transaktionen gab, entstand in der Kasse ein scheinbarer Bargeldüberschuss. Diesen Betrag nahm X. jeweils bis spätestens Arbeitsschluss unbemerkt aus der ihr zugewiesenen Geschäftskasse. Auf diese Weise belastete sie die Visakarte von I. im Einzelnen wie folgt:
1. 23.03.2007, 11.08 Uhr, CHF 300.--, Kasse 5.
2. 23.03.2007, 11.09 Uhr, CHF 300.--, Kasse 5.
3. 23.03.2007, 11.20 Uhr, CHF 300.--, Kasse 5.
4. 02.04.2007, 11.14 Uhr, CHF 989.--, Kasse 5.
5. 02.04.2007, 11.41 Uhr, CHF 1'300.--, Kasse 5.
6. 02.04.2007, 13.16 Uhr, CHF 930.--, Kasse 5.
7. 03.04.2007, 10.27 Uhr, CHF 980.--, Kasse 5.
8. 03.04.2007, 11.59 Uhr, CHF 660.--, Kasse 5.
9. 04.04.2007, 13.59 Uhr, CHF 820.--, Kasse 5.
10. 06.04.2007, 12.29 Uhr, CHF 1'300.--, Kasse 6.
Bei der Zahlstelle J. handelt es sich um ein Kassenhaus mit zwei Kassen, welches bei der Talstation des Sesselliftes J. aufgestellt ist und sich einige Hundert Meter von der Talstation der G. entfernt befindet. Am 23. März 2007, 02. April 2007, 03. April 2007 sowie am 04. April 2007 war in dieser Zahlstation nur die von der Angeklagten bediente Kasse 5 offen. Am 06. April 2007 waren beide Kassen geöffnet. X. betreute an diesem Tag die Kasse 6.
Die Angeklagte bestreitet den dargelegten Sachverhalt. Wo sich die erwähnte Kreditkarte von I. zwischenzeitlich befindet, konnte nicht geklärt werden.“
D. An der Hauptverhandlung vor dem Bezirksgerichtsausschuss Prättigau/Davos vom 14. Mai 2009 waren die Angeklagte X. mit ihrem privaten Verteidiger Rechtsanwalt lic. iur. Markus Peyer anwesend. Ebenfalls anwesend war der Untersuchungsrichter Dr. iur. Patrik Bergamin. Der Anklagevertreter stellte und begründete folgende Anträge:
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„1. X. sei schuldig zu sprechen des mehrfachen Diebstahls gemäss Art. 139 Ziff. 1 StGB sowie der mehrfachen Urkundenfälschung gemäss Art. 251 Ziff. 1 StGB.
2. Dafür sei sie zu verurteilen:
a) Zu einer Geldstrafe von 90 Tagessätzen zu je Fr. 90.--.
Der Vollzug der Geldstrafe sei aufzuschieben unter Ansetzung einer Probezeit von zwei Jahren.
b) Zur Bezahlung einer Busse von Fr. 1'000.--, ersatzweise zu einer Freiheitsstrafe von elf Tagen.
3. Die erstandene Polizeihaft von einem Tag sei an die Geldstrafe anzurechen.
4. Kostenfolge sei die gesetzliche.“
E. Mit Urteil vom 14. Mai 2009, mitgeteilt am 27. Juli 2009, erkannte der Bezirksgerichtsausschuss Prättigau/Davos:
„1. X. ist schuldig des mehrfachen Diebstahls gemäss Art. 139 Ziff. 1 StGB sowie der mehrfachen Urkundenfälschung gemäss Art. 251 Ziff. 1 StGB.
2. Dafür wird X. verurteilt:
a. Zu einer Geldstrafe von 90 Tagessätzen zu je Fr. 90.--.
Der Vollzug der Geldstrafe wird aufgeschoben unter Ansetzung einer Probezeit von zwei Jahren.
b. Zur Bezahlung einer Busse von Fr. 1'000.--, ersatzweise zu einer Freiheitsstrafe von elf Tagen.
3. Die erstandene Polizeihaft von einem Tag ist an die Geldstrafe anzurechnen.
4. Die Kosten des Verfahrens, bestehend aus:
- der Untersuchungsgebühr der Staatsanwaltschaft von Fr. 2'110.00
- den Barauslagen der Staatsanwaltschaft von Fr. 110.00
- der Gerichtsgebühr von Fr. 3'600.00
total somit von Fr. 5'820.00
gehen zulasten der X.. Sie sind zusammen mit der Busse – total also Fr. 6'820.00 (Fr. 5'820.-- + Fr. 1'000.--) – innert 30 Tagen nach Rechtskraft dieses Urteils der Bezirksgerichtskasse, PC 70-3922-1, zu überweisen.

## Considerations