# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** a0460fdd-a8f5-4381-b6ed-813f5ca0045b
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2020
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren
1965
,
Mutter einer im Jahr 2005 geborenen Tochter, besuchte die obligatorische Schule in der Türkei und verfügt über keinen
erlern
ten
Beruf
(Urk. 7/2 S. 1-4
)
.
Z
uletzt
arbeitete die Versicherte
seit
1.
Mai 2003
als
Gruppenleiterin Kleintransfo
r
matoren
bei der
Y._
AG
(Urk. 7/8
S. 1
)
.
Die Versicherte meldete sich am
9
.
Dezember
2005
unter Hinweis auf
Komplikationen nach einer Kaiserschnittgeburt
vom
2.
Februar 2005
und wegen schwerer Depressionen
bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an (Urk.
7
/
2
).
Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, sprach ihr mit Verfügungen vom
13
.
März
2007 (Urk. 7/44)
bei einem Invaliditätsgrad von 100 %
und einer Qualifikation als Vollerwerbstätige
ab 1. Februar 2006
eine ganze Rente zu
(S. 3)
.
Nach
Intervention der Krankentaggeldversicherung
Allianz
wurde
die Verfügung vom 13. März 2007
wiedererwägungsweise aufgehoben
und der
Versicherten
mit Verfügung
vom 19.
März 2008 (Urk. 7/62)
bereits
ab dem 1.
Juni 2005 eine ganze Rente zugesprochen
(vgl. dazu auch Urk. 7/56-57)
.
Im Zuge von amtlichen Revisionen wurde der Anspruch auf eine ganze Rente mit
Mitteilungen vom
13
.
Mai
2008
(Urk.
7
/
67
) und
20
.
September
2011 (Urk.
7
/
75
) bestätigt.
1.2
Nach Eingang eines am
20
. November 2016 ausgefüllten Revisionsfragebogens (Urk.
7
/
81
)
klärte die IV-Stelle die medizinische und erwerbliche Situation ab und
holte
unter anderem b
eim
I
nstitut
Z._
ein polydisziplinäres
Gutachten
vom 21. Juni 2017
ein
(Urk. 7/100/2-27).
Nach durchgeführtem Vorbescheidverfahren (vgl. Urk.
7
/
101
-128
)
– im Rahmen dessen war auch die Stellungnahme der Ärzte des
Z._
vom 1
0.
Januar 2018 eingeholt worden (
Urk.
7/115) -
hob
die IV-Stelle mit Verfügung vom
13
.
September
2018 die
bisher ausgerichtete Rente auf (
Urk.
2
).
2.
Die Versicherte erhob am
12
.
Oktober
2018
(Urk. 1)
Beschwerde gegen die Verfügung vom
13
.
September
2018 und beantragte, diese sei aufzuheben und es sei ihr weiterhin eine ganze Invalidenrente auszurichten;
eventualiter
sei
der Fall an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen und es sei unter Berücksichtigung der neuen Schmerzrechtsprechung gemäss BGE 141 V 281 ein neutrales polydis
ziplinäres Gutachten
im Sinne von
Art.
44
ATSG
anzuordnen
(S. 2)
.
Die IV-Stelle beantragte mit Beschwerdeantwort vom
14
.
November
2018 (Urk.
6
) Abweisung der Beschwerde
, was
der Beschwerdeführerin am
15
.
November
2018 zur Kenntnis gebracht
wurde
(Urk.
8
).
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allge
meinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG]). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurtei
lung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine Vier
telsrente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine Dreiviertelsrente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (Art. 28 Abs. 2 des
Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung [IVG]
)
.
1.3
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog. Valideneinkommen). Der Einkommensver
gleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegen
übergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditäts
grad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
1.4
Ändert sich der Invaliditätsgrad eines Rentenbezügers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (
Art.
17
Abs.
1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision
gibt jede wesentliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen seit Zuspre
chung der Rente, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenan
spruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente bei einer wesentlichen Änderung des Gesundheitszustandes revidierbar. Weiter sind, auch bei an
sich gleich gebliebenem Gesundheitszustand, veränderte Auswirkungen auf den Erwerbs- oder Aufgabenbereich von Bedeutung (BGE 141 V 9 E. 2.3, 134 V 131 E. 3). Ferner kann ein Revisionsgrund unter Umständen auch in einer wesentlichen Änderung hinsichtlich des für die Methodenwahl massgeblichen (hypothetischen) Sachverhalts bestehen (BGE 144 I 28 E. 2.2, 130 V 343 E. 3.5, 117 V 198 E. 3b, je mit Hinweisen). Hingegen ist die lediglich unterschiedliche Beurteilung eines im Wesentlichen gleich gebliebenen Sachverhalts im revisions
rechtlichen Kontext unbeachtlich (BGE 141 V 9 E. 2.3 mit Hinweisen).
Liegt in diesem Sinne ein Revisionsgrund vor, ist der Rentenanspruch in recht
licher und tatsächlicher Hinsicht umfassend («allseitig») zu prüfen, wobei keine Bindung an frühere Beurteilungen besteht (BGE 141 V 9 E. 2.3 mit Hinweisen).
1.5
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schluss
folgerungen der Experten begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a mit Hinweis).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete ihre
Rentenaufhebung
vom
13
.
September
2018
(Urk.
2
) gestützt auf das
polydisziplinäre Gutachten des
Z._
damit,
dass sich
d
er Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin verbessert habe und es ihr
nun
zumutbar sei
eine
Tätigkeit
in einem
Pensum von 80 % auszuüben, womit ein rentenausschliessender Invaliditätsgrad von 20 % resultiere
(S.
1 f.
).
2.2
Die Beschwerdeführerin stellte sich in ihrer Beschwerde vom
12
.
Oktober
2018 (Urk. 1) hingegen auf den Standpunkt, das
Z._
-Gutachten sei
mangelhaft, unvollständig und widersprüchlich und sei deshalb nicht verwertbar (S. 8-11)
.
Zudem habe der
psychiatrische Gutachter selber bestätigt, dass sich die ursprüng
lich schwere depressive Störung zwischenzeitlich chronifiziert habe, weshalb lediglich eine unterschiedliche Beurteilung eines im Wesentlichen unveränderten Sachverhaltes vorgenommen worden sei. Dies sei jedoch kein Revisionsgrund
(S. 15-17).
Weiter
brachte
die Beschwerdeführerin hinsichtlich des Einkommens
vergleichs
vor, selbst bei Berücksichtigung des
Z._
-Gutachtens betrage der Invaliditätsgrad mindestens 62 %, weshalb weiterhin Anspruch mindestens auf eine Dreiviertelsrente bestehe (S. 17-20).
Im Übrigen sei der medizinische Sach
verhalt mangelhaft abgeklärt worden
(S. 20-23).
2.3
Strittig und zu prüfen ist
unter anderem
, ob sich der Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin in einer sich auf die Invalidenrente auswirkenden Weise verbessert hat und falls ja, ob und in welchem Umfang sie immer noch Anspruch auf eine Invalidenrente hat.
Vergleichszeitpunkt
für die Prüfung einer möglichen Veränderung
bildet
die Verfügung vom
19. März 2008 (Urk. 7/62)
, mit welche
r
die Beschwerdegegnerin der Beschwerdeführerin ab
1. Juni 2005
gestützt auf einen Invaliditätsgrad von 100 % eine ganze Rente zugesprochen ha
tte. Die rentenbestätigenden Mitteilun
gen vom
13. Mai 2008 (Urk. 7/67)
und
20. September 2011 (Urk. 7/75)
beruhten lediglich auf knappen Formularbericht
en
der
behandelnden
Ärzte
(Urk.
7
/
60, Urk. 7/64)
beziehungsweise die Mitteilung
vom 20. September 2011
auf medizi
nischen Berichten ohne umfassende Beurteilung sowie
eingehende
Aussagen über die Veränderung des Gesundheitszustandes oder Funktionseinschränkungen (vgl. Urk.
7
/
70
-
71, Urk. 7/73
). Von einer materiellen Prüfung mit rechtkonformer Sachverhaltsabklärung
und einer seitens der IV-Stelle erfolgten Beweiswürdigung
kann nicht die Rede sein (vgl. BGE 133 V 108 und Urteil des Bundesgerichtes 8C_441/2012 E. 6.2 vom 25. Juli 2013).
3.
Die Verfügung
vom
19. März 2008 (Urk. 7/62)
beruhte
gemäss versicherungs
internen Feststellungsblä
tt
ern
vom
22
.
Januar
und vom 16. November 2007
(Urk.
7
/
30, Urk. 7/52
)
für die vorliegend entscheidende Frage über
den Gesund
heitszustand
im für den Vergleich wesentlichen Zeitpunkt am 19.
März 2008
auf
dem psychiatrischen Gutachten von
Dr. med.
A._
,
Spezialärztin
für Psychiatrie und Psychotherapie FMH, vom 16. Mai 2006 (Urk. 7/15)
. Dr.
A._
stellte die Diagnose einer rezidivierenden depressiven Störung, gegenwärtig schwere Episode (ICD-10 F33.2)
und hielt fest, bei einer möglicher
weise familiären Belastung für Depressionen leide die Versicherte seit der Geburt des Kindes an einer anhaltenden, schweren dritten depressiven Episode. Die Symptomatik entspreche einer schweren, eigenständigen psychischen Störung von Krankheitswert, die natürlicherweise durch psychosoziale Belastungen mitausgelöst worden sei und deren Behandlung durch invaliditätsfremde Fakto
ren (Sprache, soziokultureller Hintergrund) erschwert werde. A
ufgrund
der
depressiven Störung
im
aktuellen Zustand sei eine Arbeitstätigkeit nicht zumut
bar (S. 3 f.).
Prognostisch
seien
schwer genaue Angaben zu machen.
Im besten Fall erreiche die Beschwerdeführerin
wieder
eine
Arbeitsfähigkeit zumindest im Haushalt und eventuell
auch ausserhäuslich. Im schlechtesten Fall
sei
die Erkran
kung bereits
chronifiziert und irreversibel
(S. 5)
.
4.
4.1
Die
rentenaufhebende
Verfügung vom
13
.
September 2018
(Urk.
2
) beruhte im Wesentlichen auf nachstehenden medizinischen
Unterlag
en:
4.2
Dr. med.
B._
, bei
welchem sich
die
Beschwerdeführer
in seit
18
.
Mai
2005 (vgl. Urk. 7/
70/5-6 S. 1
)
in Behandlung
befand
, stellte in seinem Bericht vom
7
.
Dezember
2016
(Urk.
7
/
8
3)
folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (S. 1):
-
Unveränderte langdauernde
Depression
bei diversen Belastungen
-
R
estless-legs
-Syndrom
-
Generalisiertes Schmerzsyndrom
-
Lupus erythematodes
-
Schlafapnoe-Syndrom
-
Adipositas
Er führte aus,
die depressiven Symptome und übrigen gesundheitlichen Probleme, die der Beschwerdegegnerin mitgeteilt worden seien, bestünden weiter (S. 1
Ziff.
1.3). Der Beschwerdeführerin seien in der freien Wirtschaft keine T
ätigkeiten zumutbar (S. 2 Ziff.
2.1).
4.3
Dr. med.
C._
, Facharzt für Innere Medizin FMH, bei welchem sich die Beschwerdeführerin seit 1998 in Behandlung befindet, beric
htete
am
20.
Dezem
ber 2016 (Urk. 7/84
/5-6
)
,
der Gesundheitszustand sei stationär und habe sich eher verschlechtert. Seines Erachtens sei keine Berufstätigkeit möglich.
4.
4
Dr. med.
D._
, Fachärztin für Rheumatologie und Innere Medizin FMH, hielt in ihrem Bericht vom 3.
Januar 2017 (Urk. 7/85/1-4) fest, die letzte Untersuchung der Beschwerdeführerin sei im Juni 2016 erfolgt. Der aktuelle Zustand sei ihr nicht bekannt. Sie könne die Frage über die Zumutbarkeit der bisherigen oder einer angepassten Tätigkeit nicht beantworten (Ziff. 2.1). Die Prognose vom systemischen Lupus erythematodes sei abhängig mit dem Organbefall. Bisher
bestünden
muskulokutane
Manifestationen und damit zeige sich eine gute Prog
nose. Das chronische
cervicovertebrale
Schmerzsy
nd
rom habe aus rheumatolo
gischer Sicht eine gute Prognose (Ziff. 3.3).
4.
5
Dr. med.
E._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie
FMH
, Dr. med.
F._
,
Facharzt
für
Allgemeine
Innere Medizin FMH,
Dr. med.
G._
, Facharzt für Rheumatologie FMH,
und Dr. med.
H._
,
Facharzt
für
Neurologie
FMH, vom
Z._
nannten in ihrem
Gutachten vom
21
.
Juni
2017
(Urk.
7
/
100/2-27
) folgende Diagnosen mit
Einfluss
auf die Arbeitsfähigkeit (S.
23
):
-
Verdacht auf systemischen Lupus erythematodes (ICD-10 M32)
-
anamnestisch Status nach wahrscheinlichem Schmetterlingserythem sowie diskoiden Hautveränderungen, erstmalig manifest 2002/2003
-
anamnestisch Fotosensibilität
-
rezidivierende orale Ulzerationen
-
aktenmässig Nachweis von antinukleären Antikörpern
-
humeral erhöhte Entzündungswerte mit Blutsenkung von 30 mm in der
1.
Stunde und CRP von 12 mg/l bei anamnestisch fehlenden Hinweisen für einen Infektfokus sowie Thrombozytose von 350’000
-
Rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig leichte Episode (ICD-10 F33.0)
Daneben nannten sie folgende Diagnosen ohne
Einfluss
auf die Arbeitsfähig
keit (S.
24
):
-
Chronisch-rezidivierendes lumbovertebrales Schmerzsyndrom (ICD-10 M54.5)
-
Haltungsinsuffizienz mit
Lendenwirbelsäule(LWS)
-Hyperlordose,
t
hora
kaler Hyperkyphose, diskreter
thorakolumbal linkskonvexer Skoliose
-
deutliche muskuläre Dysbalancen mit Abschwächung der abdominel
len und
rückenstabilisierenden Muskelgruppen
-
radiologisch keine Hinweise für relevante degenerative lumbale Verän
derungen
-
Adipositas permagna, BMI
47 kg/m
2
(ICD-10 E66.0)
-
Substituierte Hypothyreose (ICD-10 E03.9)
-
Chronischer Nikotinabusus, circa 30 packyears (ICD-10 F17.1)
-
Obstruktives Schlafapnoe-Syndrom (ICD-10 G47.3)
-
unter nächtlicher CPAP-Maskenbeatmung
-
bei Diagnose
einer
Adipositas permagna
-
Vitamin
D
3-Mangel
-
Folsäuremangel
-
Anamnestisch Syndrom unruhiger Beine (ICD-10 G25.81)
-
Status nach Sectio caesarea Februar 2005, Status nach
«
diagnostischer Laparoskopischer und Adhäsiolyse
»
Juli
2005, Status nach
Cholezystekto
mie
bei
Cholezystolithiasis
2011
Die Gutachter führten aus,
aus rheumatologischer Sicht beeinflusse der Verdacht auf
einen
systemischen Lupus erythematodes die Arbeitsfähigkeit. Unter Berück
sichtigung aller klinischen Fakten bestehe rheumatologisch-theoretisch eine 80%ige Arbeits- und Leistungsfähigkeit für jegliche körperlich leichte bis mittel
schwere, wechselbelastende berufliche Tätigkeit, somit auch in der angestammten
Tätigkeit. Aus neurologischer und aus allgemeininternistischer Sicht könnten keine weiteren Diagnosen mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit in der angestamm
ten Tätigkeit gestellt werden. Aus psychiatrischer Sicht bestehe eine 20%ige Einschränkung der Arbeitsfähigkeit aufgrund der rezidivierenden depressiven Störung
.
Die ursprünglich schwere depressive Episode habe sich zwischenzeitlich chronifiziert, jedoch sei das Ausmass des depressiven Zustandes heute als höchs
tens leichtgra
dig einzustufen. Insgesamt könn
e somit aus polydisziplinärer Sicht eine Arbeits- respektive Leistungsfähigkeit von 80
%
in der angestammten Tätigkeit und in jeder anderen körperlich leichten bis mittelschweren, wechselbelas
tenden Tätigkeit festgestellt werden. Die rheumatologischen und die psychiat
rischen Einschränkungen könnten nicht addiert werd
en. Diese
ergän
z
t
en sich, da die Beschwerdeführerin dieselben Zeitabschnitte zum Einlegen von Pausen und zur Erholung nutzen könne. Das Pensum könne vollschichtig umgesetzt werden mit erhöhtem Pausenbedarf. Für körperlich schwere Tätig
keiten bestehe eine Arbeitsunfähigkeit (S. 24 f.
Ziff.
6.3).
Weiter hielten die Gutachter fest, aufgrund der anamnestischen Angaben und der aktuellen klinischen Befunde könne die jahrelange vollständige Arbeitsunfähig
keit für sämtliche Tätigkeiten aus gutachterlicher Sicht nicht nachvollzogen werden. Mangels objektivierbarer Befunde und valider Berichte lasse sich somit retrospektiv nicht zuordnen, seit wann nur noch eine leichte depressive Störung vorgelegen habe (S. 25 Ziff. 6.3).
4.
6
Dr. med.
I._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie FMH, bei welchem sich die Beschwerdeführerin
auf Zuweisung
des Hausarztes
seit 21. September 2017 in Behandlung befindet, nannte in seinem Bericht vom 26. Oktober 2017 (Urk. 7/109) folgende Diagnosen mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit (S. 5):
-
Rezidivierende
(wiederholte) depressive Störung, gegenwärtig schwere depressive Episode (ICD-10 F33.2)
-
Agoraphobie mit Panikstörung (ICD-10 F40.01)
-
Kombinierte Persönlichkeitsstörung mit selbstunsicheren,
negativis
tischen
, depressiven Anteilen (ICD-10 F61.0)
-
Chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren (ICD-10 F45.41)
-
Adipositas
Dr.
I._
attestierte der
Beschwerdeführerin
eine
100%
ige Arbeitsunfähigkeit
(S. 5)
und
wies
sie
am 5. Januar 2018 (Urk. 7/116) der
Klinik
J._
zur stationären Behandlung
zu.
4.
7
Auf Rückfrage der Beschwerdegegnerin
hielten
Dr.
E._
und Dr.
K._
vom
Z._
am 10. Januar 2018 (Urk. 7/115)
nach Vorlage des Bericht
s
von
Dr.
I._
vom 26. Oktober 2017 (E. 4.6
)
in
einer eingehenden
Stellungnahme
an ihrer gutachter
lichen Beurteilung fest.
4.
8
Lic
. phil.
L._
, Fachpsychologe für Psychotherapie FSP,
MSc
M._
, klinischer Psychologe, und med.
pract
.
N._
, Fachärztin für Neurologie,
von der
J._
nannten in ihrem Austrittsbericht vom 21. März 2018 (Urk. 7/121/2-13) über die Hospitalisation der Beschwerdeführerin vom 22. Januar bis 21. März 2018 in der
J._
, folgende psychiatrische Diagnosen (S. 1):
-
Mittelgradige depressive Episode (ICD-10
F32.1
), Erstdiagnose im Jahr 2005
-
Chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren
(ICD-10 F45.41)
-
Psychische und Verhaltensstörungen durch Tabak: Abhängigkeitssyn
drom
(ICD-10 F17.2)
Zudem nannten sie folgende somatische Diagnose
n
(S. 1):
-
Obstruktives Schlafapnoe-Syndrom,
nCPAP
-
Substituierte Hypothyreose
-
Adipositas
-
Systemischer Lupus erythematodes
-
Xerostomie
, orale Aphten
-
chronische Polyarthralgien und Myalgien
-
humorale Aktivität, ANA 1:320, Differenzierung negativ, RF und Anti-CCP negativ
-
Sono
-Abdomen Juli 2015: unauffällig. Thorax-
Rx
Juli 2015: unauf
fällig
-
Arterielle Hypertonie
-
Chronisches
Panvertebralsyndrom
-
ausgeprägte
myofasziale
Komponente, Fehlhaltung und Haltungsin
suffizienz
-
MRI Bru
stwirbelsäule, LWS und ISO August 2017: leicht aktivierte
Osteochondrose
Brustwirbelkörper 8/9 und Lendenwirbelkörper 2/3
-
keine Neurokompression
-
Migräne
Die Fachpersonen der
Klinik
J._
führten aus, die Beschwerdeführerin sei ohne Eigen- und Fremdgefährdung mit depressiver Restsymptomatik in Form von gedrückter Stimmung und Zukunftsängsten in die vorbeste
henden Verhältnisse ausgetreten
und
empfahlen die Weiterführung der antidepressiven Medikation bei regelmäs
sigen Laborkontrollen (S.
3 f.
).
Zur Arbeitsfähigkeit äusserten sie sich nicht.
4.
9
M
it Bericht vom 22.
Januar 2018 (richtig: 22. August 2018; Urk. 7/126) beim am 22. August 20
18
zu
letzt erfolgter
Untersuchung hielt Dr.
I._
an seiner Einschätzung vom
26.
Oktober 2017 (E. 4.
6
)
fest und führte aus, der Zustand der Beschwerdeführerin habe sich nicht verbessert, obwohl eine stationäre Behand
lung und eine Tagesklinikbehandlung stattgefunden hätten (S. 1).
Die Arbeitsun
fähigkeit liege bei 100 % (S. 4).
5.
5.1
Das polydisziplinäre Gutachten der Fachärzte des
Z._
vom 2
1.
Juni 2017 (E. 4.5) samt Stellungnahme vom 1
0.
Januar 2018 (E. 4.7) ist hinsichtlich der zu beurtei
lenden Leiden der Beschwerdeführerin umfassend. Es beinhaltet internistische, neurologische, rheumatologische und psychiatrische Untersuchungen und beruht auf den erforderlichen allseitigen klinischen und bildgebenden Explorationen sowie notwendigen Laborerhebungen (
Urk.
7/100/2-27 S. 8, S. 11, S. 17 f., S. 22, S. 32-34). Das Gutachten wurde in Kenntnis der und in Auseinandersetzung mit den Vorakten erstattet und auf Rückfragen hin ergänzt (S. 3-6, S. 8, S. 12 f., S. 20, S. 23, S. 25; E. 4.7), berücksichtigt die geklagten Beschwerden und setzt sich mit diesen sowie dem Verhalten der Beschwerdeführerin auseinander (
Urk.
7/100/2-27 S. 6, S. 8 f., S. 9, S. 11 f., S. 16, S. 18-20, S. 21-23).
Die Gutachter legten die medizinischen Zustände und Zusammenhänge einleuch
tend dar und ihre Schlussfolgerung ist, nach erfolgter Konsensbesprechung, nachvollziehbar begründet (S. 23-26). So zeigten sie schlüssig auf, dass die Beschwerdeführerin aufgrund der gegenwärtig leichten Episode der depressiven Störung und aufgrund des Verdachts auf einen systemischen Lupus erythemato
des in der Arbeitsfähigkeit zu je nicht additiven 20
%
eingeschränkt ist und deshalb in der angestammten und in jeder anderen körperlich leichten bis mittel
schweren, wechselbelastenden Tätigkeit eine 80%ige Arbeitsfähigkeit besteht
(E. 4.5). Dabei geht die körperliche Einschränkung auf die im Rahmen des Lupus bestehende latente Entzündungsaktivität ohne Organmanifestation zurück (
Urk.
S. 20 oben und unten). Die psychische Beeinträchtigung gründet in
der leicht instabilen Affektivität (S. 14 oben). Nachvollziehbar besteht daher die 20%-Einschränkung zum Einlegen von Pausen und zur Erholung.
Wenn die Gutachter auch nicht den exakten Zeitpunkt der Verbesserung des psychischen Gesundheitszustandes aufgrund der wenigen diesbezüglich vorhan
denen medizinischen Grundlagen festlegen konnten, zeigten sie doch überzeu
gend auf, dass eine schwere depressive Episode nicht mehr vorliegt und es somit im Vergleich zum Zeitpunkt der Rentenzusprache am 1
9.
März 2008 (
Urk.
7/62) zu einer Verbesserung gekommen ist.
Dr.
E._
legte anschaulich dar, dass zwar die Grundsymptome der depressiven Störung immer noch vorhanden sind, aber darüber hinaus keine weiteren Symptome gemäss ICD-10 in seiner klinischen Untersuchung erkennbar waren und das Ausmass höchstens als leicht einzustufen ist, da schwer depressive Merkmale mit psychomotorischer Gehemmtheit, affektiver oder gedanklicher Verarmung, zirkadianem Rhythmus oder Suizid
impulsen nicht vorhanden sind (
Urk.
7/100/2-27 S. 11).
5.2
5.2.1
Hinsichtlich der somatischen Leiden vermag das
Z._
-Gutachten durch die Berichte von
Dr.
B._
und
Dr.
C._
(E. 4.2-3 sowie
Urk.
7/111) – soweit sich deren abweichende Einschätzungen der Arbeitsunfähigkeit überhaupt auf die somatischen Leiden beziehen, was sich aus ihren Berichten teilweise nicht eindeutig ergibt - nicht in Frage gestellt werden. Den Berichten fehlt es an einer eigentlichen Erhebung von Befunden und Beschreibung einer Symptomatik zur Diagnosestellung sowie einer begründeten Umschreibung, wie die gestellten Diagnosen die Leistungsfähigkeit überhaupt einschränken sollten. Die
Z._
-Gutachter haben sich demgegenüber eingehend mit den von ihnen gestellten somatischen Diagnosen (Restless-legs-Syndrom, Schmerzsyndrom, Lupus erythema
todes, Schlafapnoe-Syndrom, Adipositas) auseinandergesetzt (vgl.
Urk.
7/100/2-27 S. 5, S. 8 f., S. 18 ff., S. 22 f.) und konnten darlegen, dass ledig
lich der Lupus erythematodes einen gewissen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit hat (vgl. E. 5.1 vorstehend). Wichtige Aspekte, die im Rahmen der Begutachtung unerkannt oder ungewürdigt geblieben sind, nannten
Dr.
B._
und
Dr.
C._
keine.
Im Übrigen ist das
Z._
-Gutachten vereinbar mit den weiteren somatischen Berichten. Dies gilt insbesondere für den Bericht von
Dr.
D._
. Wenn
Dr.
D._
auch zur Arbeitsfähigkeit keine Stellung nehmen wollte, stellte sie doch fest, dass hinsichtlich des systemischen Lupus erythematodes und des chronischen Schmerzsyndroms gute Prognosen bestünden (E. 4.4).
5.2.2
Die Beschwerdeführerin brachte in der Beschwerde vor, der neurologische
Z._
-Gutachter
Dr.
H._
verfüge nicht über die nötige Berufsausübungs
bewilligung,
weshalb das neurologische Gutachten nicht verwertbar sei (
Urk.
1
S. 8
Ziff.
15.14.2 und S. 14
Ziff.
21). Dem ist nicht so. Es bedarf einer Fachaus
bildung, welche auch im Ausland erworben sein kann (BGE 137 V 210 E. 3.3.2).
Dr.
H._
verfügt über einen im Jahr 2007 in Deutschland erworbenen Weiterbildungstitel in Neurologie (vgl.
Medizinalberufregister
der Schweize
rischen Eidgenossenschaft).
5.2.3
Die Beschwerdeführerin beanstandete weiter – ohne dies etwa durch den Verweis auf diesbezügliche medizinische Unterlagen zu untermauern - die allgemein internistische Einschätzung sei nicht glaubhaft, da sie trotz einer Adipositas permagna keine Einschränkungen festgestellt habe (
Urk.
1 S. 9
Ziff.
5.14.3). Der internistische
Z._
-Gutachter berücksichtigte die Adipositas. So erhob er einen auch auf Laborwerte gestützten unauffälligen Allgemeinzustand mit starkem Übergewicht, regelmässigem Puls, klinisch unauffälligen Herz und Lunge und mit normalen Darmgeräuschen mit zwar diffuser
Druckdolenz
im Unterbauch, aber einem ansonsten klinisch unauffälligen Abdomen.
Organomegalien
oder Resis
tenzen bei der Adipositas konnte er nicht konklusiv beurteilen. Aufgrund dieser Erhebungen stellte er klar, dass keine Einschränkungen für die angestammte und körperlich leichte Tätigkeiten bestehen. Für die Beurteilung des Bewegungsappa
rats verwies er zudem explizit auf das rheumatologische Teilgutachten (vgl.
Urk.
7/100/2-27 S. 8). Der rheumatologische
Z._
-Gutachter konnte zwar eine deutliche muskuläre
Dysbalance
mit klarer Haltungsinsuffizienz, welche unter anderem durch die Adipositas begünstigt werde, feststellen, seine Untersuchung ergab aber nur eine diskrete Bewegungseinschränkung des Achsenskeletts (
Urk.
7/100/2-27 S. 19 oben).
Die Diagnose der Adipositas wurde
damit berück
sichtigt und nicht, wie die Beschwerdeführerin geltend machte,
unter den Tisch gewischt (vgl.
Urk.
1 S. 10 f.
Ziff.
5.14.6). Wenn sie sich zwar in der Diagnose des rheumatologischen Gutachters nicht findet, ist sie doch in der interdisziplinären Diagnoseliste enthalten (vgl. E. 4.5).
5.3
5.3.1
Vorab ist hinsichtlich des psychiatrischen Teilgutachtens festzuhalten, dass die Berichte von
Dr.
B._
und
Dr.
C._
(vgl. E. 4.2-E. 4.3) in Bezug auf die im Vordergrund stehende psychische Problematik nicht herangezogen werden können, da sie keine Fachärzte für Psychiatrie und Psychotherapie sind.
Im Unterschied zum
Z._
-Gutachten diagnostizierte
Dr.
I._
in seinem Bericht vom 2
6.
Oktober 2017 (E. 4.6) aus psychiatrischer Sicht eine schwere depressive Episode, eine Agoraphobie mit Panikstörung, eine kombinierte Persönlichkeits
störung und eine chronische Schmerzstörung.
Das psychiatrische
Z._
-Teilgutachten enthält eine klinische Untersuchung
mit Anamneseerhebung, Symptomerfassung und Verhaltensbeobachtung (
Urk.
7/100/2-27 S. 9-15) und entspricht somit den bundesgerichtlichen Voraus
setzungen an ein psychiatrisches Gutachten (Urteil des Bundesgerichts 8C_47/2016 vom 1
5.
März 2016 E. 3.2.2).
Dr.
E._
lag der spätere Bericht von
Dr.
I._
vom 2
6.
Oktober 2017 bei der Begutachtung zwar nicht vor, er hielt jedoch nach dessen Vorlage in der Stellungnahme vom 1
0.
Januar 2018 (E. 4.7) an seiner Beurteilung fest. Insoweit Widersprüche in der Befunderhebung und Diagnosestellung bestehen, ist darauf hinzuweisen, dass die psychiatrische Exploration von der Natur der Sache her nicht ermessensfrei erfolgen kann und dem begutachtenden Psychiater deshalb praktisch immer einen gewissen Spiel
raum eröffnet, innerhalb dessen verschiedene medizinisch-psychiatrische Inter
pretationen möglich, zulässig und zu respektieren sind, sofern der Experte lege artis vorgegangen ist, was vorliegend der Fall ist. Abweichende Beurteilungen behandelnder Ärzte vermögen grundsätzlich ein Gutachten nach
Art.
44 ATSG nicht in Frage zu stellen. Ausser sie benennen wichtige Aspekte, die im Rahmen der Begutachtung unerkannt oder ungewürdigt geblieben sind (Urteil des Bundesgerichts 9C_246/2018 vom 1
6.
August 2018 E. 4.1). Dies ist vorliegend jedoch nicht der Fall.
Dr.
E._
setzte sich mit der Beurteilung von
Dr.
I._
in der Stellungnahme vom 1
0.
Januar 2018 auseinander und legte schlüssig dar, dass diese nicht dem in seiner Begutachtung erhobenen Befund entsprachen, weil die Diagnosen nicht mit der von der Beschwerdeführerin an den Tag gelegten Mobilität korrespon
dierten. Die Beschwerdeführerin sei in der Lage, in die Türkei zu reisen und Transportaufgaben ihrer Tochter zu übernehmen (vgl.
Urk.
7/115 S. 2).
Dr.
E._
wies mit Blick auf die Beobachtungen und geschilderten Symptome von
Dr.
I._
darauf hin, dass die Beschwerdeführerin anfänglich in der Gutach
tenssituation ebenfalls eine dementsprechende demonstrative Beschwerdeschil
derung mit weinerlichem Auftreten wie bei der Exploration durch
Dr.
I._
an den Tag gelegt hatte, sich jedoch im weiteren Verlauf der Untersuchung beruhigt und auf die theatralischen Effekte verzichtet hatte. Er konnte so höchstens noch eine leichtgradige depressive Störung diagnostizieren und ergänzte, dass diese anfänglich demonstrierte Affektlabilität wohl in der Untersuchung von
Dr.
I._
prolongiert worden war.
Dr.
E._
konnte denn auch aufzeigen, dass die sehr zurückhaltende Behandlungsstrategie des psychischen Leidens durch
Dr.
B._
gegen das Vorliegen einer schweren Depression spreche. Die Konsulta
tionen bei
Dr.
B._
fanden jahrelang nur in Abständen von zwei bis drei Monaten statt, seine Behandlung erfolgte mittels relativ milden Antidepressivums und es fanden über Jahre weder eine stationäre Behandlung noch eine notfallmässige
Krisenintervention statt. Demgegenüber nahm
Dr.
I._
in seinem Bericht vom 2
6.
Oktober 2017 keine Zuordnung der krankheitsspezifischen Kriterien zu den von ihm gestellten Diagnosen vor, noch zeigte er auf, inwiefern die von ihm diagnostizierten psychischen Erkrankungen sich auf die Leistungsfähigkeit auswirken. So genügt es nicht, dass der medizinisch-psychiatrische Sachverstän
dige vom diagnostizierten depressiven Geschehen direkt auf eine Arbeitsunfähig
keit, welchen Grades auch immer, schliesst; vielmehr hat er darzutun, dass, inwiefern und inwieweit wegen der von ihm erhobenen Befunde die beruflich-erwerbliche Arbeitsfähigkeit eingeschränkt ist (Urteil des Bundesgerichts 9C_808/2018 vom
2.
Dezember 2019 E. 4.3). Insbesondere erklärte
Dr.
I._
auch nicht, weshalb und aus welchen Gründen er in seiner Einschätzung von der Beurteilung durch die
Z._
-Gutachter abweicht. Mit der gutachterlichen Einschät
zung setzte er sich gar nicht auseinander. Gerade zu der von
Dr.
E._
festge
stellten theatralischen Affektlabilität nahm er keine Stellung – auch nicht in späteren Berichten (vgl.
Urk.
7/126). Daneben ist - insbesondere mit Hinblick auf die von
Dr.
I._
attestierte 100%ige Arbeitsunfähigkeit – auch der Erfahrungs
tatsache Rechnung zu tragen, dass behandelnde Ärzte mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patientinnen und Patienten aussagen (BGE 135 V 465 E. 4.5).
Die Beurteilungen von
Dr.
I._
vermögen demnach die Einschätzung der
Z._
-Gutachter nicht in Frage zu stellen.
5.3.2
Der auf freiwilligen Eintritt stattgefundene stationäre Aufenthalt Anfang 2018
in der
J._
diente in erster Linie der Stabilisation der psychischen Situation
(E. 4.8). Die Beschwerdeführerin erhielt Hilfe bei der Bewältigung der schwierigen sozialen Situation mit ihrem drogenabhängigen Ehemann (
Urk.
7/121/2-13 S. 4). Die Fachpersonen der
J._
äusserten sich weder zu entscheidenden funktio
nellen Einschränkungen, geschweige denn zur Frage der Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin. Neue Aspekte benannten sie nicht. Entsprechend äusserte sich auch
Dr.
med.
O._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, vom Regionalen Ärztlichen Dienst (RAD) am
6.
Juli 2018 (
Urk.
7/128 S. 5).
Nach dem zweimonatigen stationären Aufenthalt in der
J._
hatte sich der Zustand der Beschwerdeführerin nach der Beurteilung von
Dr.
I._
in seinem Bericht vom 2
2.
August 2018 (E. 4.9) nicht verändert.
Dr.
I._
beschrieb einen nahezu identischen Befund wie im vorgehenden Bericht vom 2
6.
Oktober 2017 (E. 4.6). Von einer relevanten, andauernden Veränderung des Gesundheitszu
standes der Beschwerdeführerin ist demnach nicht auszugehen.
Da die Beurteilung durch
Dr.
I._
vom 2
6.
Oktober 2017 den
Z._
-Gutachtern zur Stellungnahme vorgelegt worden war, und diese ihre Einschätzung nachvoll
ziehbar nicht zu ändern vermocht hatte (vgl. dazu E. 5.3.1), ist aus psychischer Sicht immer noch vom Gesundheitszustand auszugehen wie er zum Zeitpunkt des
Z._
-Gutachtens vorgelegen hatte und auf die
Z._
-Beurteilung kann abgestellt werden (vgl. dazu auch die Schlussfolgerung mit dem gleichen Resultat von RAD-Arzt
Dr.
O._
in seiner Stellungnahme vom 1
1.
September 2018 [
Urk.
7/128
S. 7] nach Vorlage des Berichts von
Dr.
I._
vom 2
2.
August 2018 [E. 4.8]).
5.3.3
In der Beschwerde kritisierte der Beschwerdeführer das psychiatrische Teilgut
achten. Die Begutachtung mit Dolmetscher habe lediglich 65 Minuten gedauert, Fremdauskünfte seien keine eingeholt worden, auf psychodiagnostische Instru
mente sei gänzlich verzichtet worden und es müsse bestritten werden, dass die Qualitätsleitlinien der Schweizerischen Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie (SGPP) eingehalten worden seien. Zudem sei es gefährlich, dass der psychiatrische Gutachter keine medizinischen Massnahmen empfehle, da selbst leichte Depressionen fachärztlich angegangen werden müssten (S. 9 f.
Ziff.
5.14.4).
Dem ist zu entgegen, dass die Dauer einer Exploration irrelevant beziehungsweise im Ermessensspielraum des Gutachters liegt. Massgeblich ist einzig die inhaltliche Vollständigkeit (Urteil des Bundesgerichts 9C_44/2017 vom
9.
Mai 2017 E. 4.3). Das psychiatrische Teilgutachten ist vollständig und entspricht den bundes
gerichtlichen Voraussetzungen. Es enthält eine klinische Untersuchung mit Anamneseerhebung, Symptomerfassung und Verhaltensbeobachtung. Der psychopathologische
Befund wurde nach AMDP aufgenommen (vgl.
vgl. E. 5.3.1
).
Hinsichtlich der Fremdauskünfte ist zu bemerken, dass die vorliegenden medizi
nischen Unterlagen sehr wohl allesamt vorlagen, berücksichtigt und entsprechend gewürdigt wurden (vgl.
Urk.
7/100/2-27 S. 3-6, S. 9, S. 12 f.). Der Beschwerde
führer hat denn auch nicht erklärt, welche Fremdauskünfte zu ergänzen gewesen wären. Zudem ist es nicht zwingend notwendig, dass überhaupt fremdanamnes
tische Angaben eingeholt werden (Urteil des Bundesgerichts 8C_660/2013 vom 1
5.
Mai 2014 E. 4.2.3).
Ein Gutachten verliert auch nicht automatisch seine Beweiskraft, wenn es sich nicht an die SGPP Qualitätsrichtlinien anlehnt, solange es – wie vorliegend gegeben - den bundesgerichtlichen Voraussetzungen entspricht (Urteil des Bundesgerichts 9C_273/2018 vom 2
8.
Juni 2018 E. 5.4). Inwiefern die SGPP Qualitätsrichtlinien vorliegend nicht erfüllt sein sollten, ist zudem nicht ersicht
lich. Zusätzliche medizinische Massnahmen empfahl der psychiatrische Gutachter
keine, da er von einer lege artis Behandlung durch
Dr.
B._
ausging (
Urk.
7/100/2-27 S. 14
Ziff.
4.1.10.3).
5.3.4
Es ist zwar richtig, dass der neurologische
Z._
-Gutachter den Verdacht auf ein somatoformes Schmerzsyndrom feststellte und ein solche
s
in das psychiatrische Gebiet fallen würde (
Urk.
1 S. 10
Ziff.
5.14.5). Ein solches war vom psychiat
rischen
Z._
-Gutachter bei seiner vorgehenden Untersuchung vom 2
9.
Mai 2017 jedoch nicht festgestellt worden (vgl.
Urk.
7/100/2-27). Entgegen der Behauptung des Beschwerdeführers hat sehr wohl eine Konsensbesprechung stattgefunden (
Urk.
1 S. 11
Ziff.
5.14.7). Gerade der Umstand, dass nach erfolgter Konsens
besprechung unter Einbezug aller Gutachter auf die Aufnahme der somatoformen Schmerzstörung (auch nur als Verdachtsdiagnose) in die interdisziplinäre Diagnoseliste verzichtet
wurde, spricht dafür. Dem Beschwerdeführer wurde denn auch ein somatisch bedingtes chronisch-rezidivierendes lumbovertebrales Schmerz
syndrom als Diagnose gestellt (vgl. E. 4.4). Hinsichtlich des Vorbringens bezüglich der Anwendung der Indikatorenprüfung ist zudem darauf hinzuweisen, dass dies Aufgabe des Rechtsanwenders ist. Der Rechtsanwender hat die medizinischen Angaben frei insbesondere daraufhin prüfen, ob die Ärzte sich an die massgebenden normativen Rahmenbedingungen gehalten haben und ob und in welchem Umfang die ärztlichen Feststellungen anhand der rechtserheblichen Indikatoren auf Arbeitsunfähigkeit schliessen lassen (BGE 143 V 418 E. 6).
5.4
Weder die eingereichten Berichte noch
die Vorbringen
der Beschwerdeführerin vermögen demzufolge das
Z._
-Gutachten in Frage zu stellen und auf das voll beweiskräftige
Z._
-Gutachten ist abzustellen (vgl. E. 5.1-E 5.3).
Der medizinische Sachverhalt ist damit erstellt und die von der Beschwerdefüh
rerin eventualiter beantragten weiteren medizinischen Abklärungen (
Urk.
1 S. 2) erübrigen sich. Weitere
entscheidwesentliche
Erkenntnisse sind davon nicht zu erwarten (antizipierte Beweiswürdigung; BGE 122 V 157 E. 1d).
In somatischer Hinsicht ist die Beschwerdeführerin aufgrund der im Rahmen des Verdachts eines Lupus bestehenden latenten Entzündungsaktivität ohne Organ
manifestation zu 20
%
in ihrer angestammten als auch angepassten Tätigkeit eingeschränkt (vgl. E. 4.5, E. 5.2.1, E. 5.4.2).
5.5
Die
Z._
-Gutachter attestierten in psychiatrischer Hinsicht eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit vom 20
%
aufgrund der gegenwärtig leichtgradigen depressiven Störung (E. 4.5). Gemäss BGE 143 V 418 sind grundsätzlich sämtliche psychischen Erkrankungen einem strukturierten Beweisverfahren nach BGE 141 V 281 zu unterziehen (E. 7.2; vgl. BGE 143 V 409 E. 4.5.1). Übergangsrechtlich ist bedeutsam, dass die vor der Rechtsprechungsänderung eingeholten Gutachten – wie vorliegend das
Z._
-Gutachten - nicht einfach ihren Beweiswert verlieren
(BGE 141 V 281 E. 8). Die für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit bei psychischen Erkrankungen im Regelfall beachtlichen Standardindikatoren (BGE 143 V 418, 143 V 409, 141 V 281) hat das Bundesgericht wie folgt systematisiert (BGE 141 V 281 E. 4.3.1):
-
Kategorie «funktioneller Schweregrad» (E. 4.3)
-
Komplex «Gesundheitsschädigung» (E. 4.3.1)
-
Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde (E. 4.3.1.1)
-
Behandlungs- und Eingliederungserfolg oder -resistenz (E. 4.3.1.2)
-
Komorbiditäten (E. 4.3.1.3)
-
Komplex «Persönlichkeit» (Persönlichkeitsdiagnostik, persönliche Res
sourcen, E. 4.3.2)
-
Komplex «Sozialer Kontext» (E. 4.3.3)
-
Kategorie «Konsistenz» (Gesichtspunkte des Verhaltens, E. 4.4)
-
gleichmässige Einschränkung des
Aktivitätenniveaus
in allen vergleich
baren Lebensbereichen (E. 4.4.1)
-
behandlungs- und eingliederungsanamnestisch ausgewiesener Leidens
druck (E. 4.4.2)
Beweisrechtlich entscheidend ist der verhaltensbezogene Aspekt der Konsistenz (BGE 141 V 281 E. 4.4; vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_604/2017 vom 1
5.
März 2018 E. 7.4).
Zum Komplex «Gesundheitsschädigung» ist festzuhalten, dass aus klinisch psychiatrischer Sicht Zustände einer leichten depressiven Störung in der Form einer bedrückten Stimmungslage, einer Affektlabilität, einer erhöhten Ermüdbar
keit, etwas reduziertem Interesse sowie etwas reduzierter Freudfähigkeit bestehen. Dabei besteht zudem eine Symptomverdeutlichung (
Urk.
7/100/2-27 S. 13 oben). Eine besondere Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde ist damit nicht erstellt, jedoch liegt eine
Chronifizierung
vor. Hinsichtlich Behandlungserfolg respektive -resistenz ist zu bemerken, dass die Beschwerdeführerin über Jahre hinweg – mindestens seit 2011 (vgl.
Urk.
7/70/5-6 S. 2 zweiter Abschnitt) - eine niederfrequente, alle zwei bis drei Monate stattfindende Therapie bei
Dr.
B._
besuchte und sich erst nach Vorliegen des
Z._
-Gutachtens in eine höher
frequente
, einmal wöchentlich stattfindende psychotherapeutische und medika
mentöse Behandlung bei
Dr.
I._
begab (vgl.
Urk.
7/83,
Urk.
7/126). Als Komorbidität zu berücksichtigen sind die bestehenden somatischen Beschwerden, denn diese beeinträchtigen die Leistungsfähigkeit zweifellos negativ (vgl. E. 4.5, E. 5.1).
Die Beschwerdeführerin ist zwar mit einer hohen subjektiven Krankheitsüberzeu
gung ausgestattet und stellt dies dementsprechend dar, zum Komplex «Persön
lichkeit» ergeben sich aber keine Auffälligkeiten. Der diesbezügliche Befund ist unauffällig. Es bestehen keine Bewusstseins-, Wahn- und Ich-störungen, der Gedankengang ist formal unauffällig, die kognitiven Funktionen, Konzentration und Aufmerksamkeit sind nicht beeinträchtigt (vgl.
Urk.
7/100/2-27 S. 11, S. 13 unten). Damit ist kein strukturelles Defizit im Sinne einer eigentlichen Persön
lichkeitsproblematik erkennbar, welches im Rahmen der Ressourcenprüfung negativ ins Gewicht fallen würde.
Als Ressource, die zum Komplex «sozialer Kontext» zählt, ist insbesondere das grossfamiliäre Umfeld zu nennen.
Die Beschwerdeführerin hat ein sehr enges und gutes Verhältnis zu ihrer Tochter. Ihre Schwiegermutter hält sich tagsüber bei ihr in der Wohnung auf und unterstützt sie. An den Wochenenden erhält die Beschwerdeführerin Besuch von ihrer Schwester mit deren Kindern sowie vom Bruder mit dessen Kindern. Sie darf das Auto des Schwagers für Arzttermine oder den Transport der Tochter ausleihen. Freundinnen und Kolleginnen hat sie keine. Zum Tod ihres Onkels reiste sie im Herbst 2016 vor der
Z._
-Untersuchung im Mai 2017 das letzte Mal ins Ausland. Zur Begutachtung beim
Z._
wurde sie von ihrem Neffen begleitet (vgl.
Urk.
7/100/2-27 S. 10 f.).
Daneben bestehen
Belas
tungen aufgrund des seit Jahren bestehenden aktiven Drogen- und Alkoholmiss
brauchs des Ehemannes, welche unter anderem auch Grund für den stationären Aufenthalt in der
J._
Anfang 2018 waren (vgl.
Urk.
7/100/2-27 S. 10 Mitte,
Urk.
7/121S. 3 unten). Dabei ist insbesondere, was die durch den aktiven Drogen- und Alkoholkonsum des Ehemannes bedingten Probleme angeht, darauf hinzu
weisen, dass das Beschwerdebild ebenfalls mitprägende psychosoziale und soziokulturelle Belastungsfaktoren, soweit sie unmittelbar die Symptomatik beeinflussen, als nicht invalidisierende und damit nicht versicherte Umstände auszuscheiden sind (vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_549/2015 vom 2
9.
Januar 2016 E. 4.3). Damit enthält der Lebenskontext der Beschwerdeführerin sowohl sich positiv als auch sich negativ auswirkende Faktoren.
Was die Kategorie „Konsistenz" anbelangt ist zu bemerken, dass der Tagesablauf der Beschwerdeführerin unauffällig ist. Sie steht zwischen 7:00 und 8:00 Uhr auf, trinkt einen Kaffee und raucht danach eine Zigarette auf dem Balkon. Die Schwiegermutter besorgt ihr die Einkäufe und sie selbst bereitet dann das Mittagsmahl zu und macht sich im Anschluss im Haushalt zu schaffen. Am Nach
mittag schaut sie fern oder legt sich zum
S
chlafen hin. Die Tochter begleitet sie bei den Hausaufgaben, sobald diese nach Hause kommt. Abends schaut sie fern oder geht früh ins Bett. Gerne liest sie Romane und einmal monatlich eine
türkische Tageszeitung. An den Wochenenden erhält sie Besuch von ihrer Ver
wandtschaft. Für Arzttermine oder den Transport ihrer Tochter kann sie das Auto des Schwagers verwenden. Diese Umstände sprechen gegen eine bedeutende Einschränkung der Leistungsfähigkeit in sämtlichen Lebensbereichen (
Urk.
7/100/2-27 S. 10 f.).
Bei gesamthafter Betrachtung insbesondere mit Blick auf das weitgehend erhal
tene Aktivitätsniveau und den nur gering ausgeprägten behandlungsanamnes
tisch ausgewiesenen Leidensdruck ist die von den
Z._
-Gutachtern attestierte 20%ige, nicht additive Arbeitsunfähigkeit nachvollziehbar.
5.6
Zusammenfassend leidet die Beschwerdeführerin im Gegensatz zum Zeitpunkt der ursprünglichen Rentenzusprache im März 2008 nicht mehr an einer schweren Episode, sondern noch an einer leichten Episode einer depressiven Störung, sodass sie heute unter Beachtung der psychischen und somatischen Einschrän
kungen sowohl in der angestammten, als auch einer angepassten Tätigkeit zu 80
%
arbeitsfähig ist. Damit haben sich die gesundheitlichen Verhältnisse wesentlich verändert, sodass diese geeignet sind, den Invaliditätsgrad zu verän
dern. Es liegt ein Revisionsgrund vor (vgl. E. 1.4). In der Folge sind die wirtschaft
lichen Auswirkungen zu prüfen.
6.
Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist für die Ermittlung des
Validen
einkommens
entscheidend, was die versicherte Person im Zeitpunkt des frühest
möglichen Rentenbeginns nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrschein
lichkeit als Gesunde tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung angepassten Verdienst angeknüpft, da es empirischer Erfahrung entspricht, dass die bisherige Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden fortgesetzt worden wäre. Ausnahmen müssen mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt sein (BGE 139 V 28 E. 3.3.2, 135 V 58 E. 3.1, 134 V 322 E. 4.1).
Ist
mit überwiegender Wahr
scheinlichkeit davon auszugehen, dass die versicherte Person die bisherige Tätig
keit unabhängig vom Eintritt der Invalidität nicht mehr ausgeübt hätte, kann das Valideneinkommen auf Grundlage der vom Bundesamt für Statistik heraus
gegebenen Schweizerischen Lohnstrukturerhebung (LSE) berechnet werden, wobei die für die
Entlöhnung
im Einzelfall gegebenenfalls relevanten persönlichen und beruflichen Faktoren zu berücksichtigen sind (BGE 139 V 28 E. 3.3.2; Meyer/
Reichmuth
, Bundesgesetz über die Invalidenversicherung, 3. Auf
lage 2014,
Rn
55 f. zu Art.
28a
).
Das letzte Arbeitsverhältnis bei der
Y._
AG wurde aufgelöst, nach
dem die Beschwerdeführerin die ihr im Rahmen einer Reorganisation angebotene neue
Stelle, die keine Vorgesetztenfunktion mehr beinhaltet hätte und bei geändertem Lohnsystem mit wahrscheinlich einer Lohneinbusse verbunden gewesen wäre, ausgeschlagen hatte (
Urk.
7/8 S. 1, 7/22, 7/26/2 und 7/26/6 ff.). Dass die gesundheitlichen Probleme der Beschwerdeführerin für die Kündigung des bestehenden Vertrages verantwortlich waren, ist nicht ersichtlich (vgl.
Urk.
7/8 S. 1, 7/22, 7/26/1-9) und wurde auch nicht geltend gemacht.
Damit kann
als Ausgangspunkt für das Valideneinkommen
– entgegen ihrer Ansicht (Urk. 1 S. 17 f.)
-
nicht
darauf
abgestellt werden
.
Vor diesem Hintergrund hat die Ermitt
lung des
Valideneinkommens
anhand statistischer Durchschnittswerte zu erfolgen.
Die
Beschwerdeführer
in
verfügt über keinen Berufsabschluss. Bei dieser Aus
gangslage ist
grundsätzlich
sowohl das Valideneinkommen als auch das Invali
deneinkommen aufgrund der gleichen statistischen Durchschnittswerte
,
nämlich
grundsätzlich
aufgrund des Anforderungsniveaus 1 (einfache Tätigkeiten körper
licher oder handwerklicher Art; vgl. Bundesamt für Statistik [BFS], Die Schwei
zerische Lohnstrukturerhebung [LSE] 2016
, Tabelle TA1_tirage_skill_level) zu ermitteln.
Angesichts der langjährigen Berufserfahrung in der Produktion und des dabei erzielten Verdienstes (vgl.
Urk.
7/5) ist vorliegend jedoch anzunehmen, die Versicherte hätte bei guter Gesundheit auch weiterhin eine qualifiziertere Tätigkeit in der Produktion ausgeübt. Für die Bemessung des
Valideneinkommens
ist dementsprechend vom Durchschnittseinkommen aller in der Produktion täti
gen Frauen im Anforderungsniveau 2 von
Fr.
5'105.-- (LSE 2016, TA1_tirage_skill_level) auszugehen. Hinweise dafür, dass die Versicherte gar komplexe praktische Tätigkeiten ausüben würde, - sie etwa über entsprechende betriebliche Fortbildungen verfügt - und sie gar das Anforderungsniveau 3 erreicht hätte, bestehen keine. Für das Jahr 2018 resultiert so unter Berücksich
tigung der Lohnentwicklung bis 2018 (BFS, Nominallohnindex Frauen 2011-2018, Tabelle T1.2.10, 2016 = 104.4, 2018 = 105.4) und nach Anpassung an die durchschnittliche wöchentliche Arbeitszeit im Jahr 2018 von 41,7 Stunden (BFS, Betriebsübliche Arbeitszeit nach Wirtschaftszweigen) ein Valideneinkommen von
Fr.
64'475.2
5.
Beim Invalideneinkommen ist mindestens vom Durchschnittslohn aller Frauen im Anforderungsniveau 1 von
Fr.
4363.-- (LSE 2016,
TA1_tirage_skill_level
) auszu
gehen, was nach Anpassung an die Lohnentwicklung und unter Berücksichtigung der durchschnittlichen wöchentlichen Arbeitszeit im Jahr 2018 zu einem Einkom
men von
Fr.
55'103.95 und bei 80%iger Arbeitsfähigkeit zu einem Einkommen von
Fr.
44'083.15 führt.
Die
Beschwerdeführer
in
brachte vor,
ihr
sei aufgrund
ihrer
gesundheitlichen Einschränkungen
, ihrem Alter, dem Umstand, dass sie lange eine Invalidenrente bezog und nur schlecht deutsch spr
e
che,
ein leidensbedingter Abzug zu gewähren (vgl. Urk. 1 S.
18 f.
). Dazu ist anzumerken, dass allfällige bereits in der Beurtei
lung der medizinischen Arbeitsfähigkeit enthaltene gesundheitliche Ein
schrän
kungen nicht zusätzlich in die Bemessung des leidensbedingten Abzu
ges einflies
sen und so zu einer doppelten Anrechnung desselben Gesichtspunktes führen dürfen
(Urteil des Bundesgerichts 9C_833/2017 vom 20. April 2018
E. 2.2). Die Einschränkungen fanden bereits Eingang in die Beurteilung der
Z._
Gut
achter und führten zur der veranschlagten eingeschränkten Arbeitsfähigkeit in angepasster Tätigkeit von
80
% (vgl. E. 5.1).
Da Hilfsarbeiten auf dem hypothe
tisch ausgeglichenen Arbeitsmarkt altersunabhängig nachgefragt werden, wirkt sich der Faktor Alter nicht (zwingend) lohnsenkend aus
(
Urteil
des Bundesgerichts
9C_808/2015
vom 29.
Februar
2016
E. 3.4.2
)
.
Gleiches gilt für die längere Absti
nenz vom Arbeitsmarkt.
Ebenfalls nicht abzugsrelevant sind die von
ihr
angeführten sprachlichen Schwierigkeiten, da Hilfsarbeitertätigkeiten keine guten Kenntnisse der deutschen Sprache erfordern (U
rteil
des Bundesgerichts
9C_
808
/2015 vom
2
9.
Februar 2016 E. 3.4.2
).
Ein leidensbedingter Abzug vom Tabellenlohn
ist nicht angezeigt. Bei einem Valideneinkommen von
Fr.
64'475.25 und einem Invalideneinkommen von
Fr.
44'083.15 ergibt sich ein Invaliditäts
grad von gerundet 32
%
.
Dies führt
zur Abweisung der Beschwerde.
7.
Die Verfahrenskosten sind gemäss Art. 69 Abs. 1
bis
IVG auf Fr. 800.-- festzu
setzen
und a
usgangsgemäss
der
Beschwerdeführer
in
aufzue
rlegen.