# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** dcad8a79-1d19-4e3b-9e08-190f5034f660
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2014
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** 

## Facts

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1952,
arbeitete zuletzt von August 2011 bis Februar 2013 mit einem Pensum von 66.67
%
als Primarlehrerin
(
Urk.
6/2,
Urk.
6/46 S. 3), als sie sich
wegen psychischen Problemen
am 1
4.
Februar 2012
bei der Invalidenversicherung zum Leistungs
bezug (
Urk.
6/9) anmeldete.
Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, holte einen medi
zinischen Bericht (
Urk.
6/18)
,
Auszüge
aus dem individuellen
Konto der Versi
cher
ten (IK-Auszü
g
e;
Urk.
6/
6
,
Urk.
6/16-17
) sowie einen Arbeitgeberbericht (
Urk.
6/15) ein
und zog die im Auftrag de
r
Arbeitgeber
in
der Versicherten er
stell
ten vertrauensärztlich-psychiatrischen Gutachten (
Urk.
6/20,
Urk.
6/34) bei.
Nach durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(
Urk.
6/47-58)
verneinte die IV-Stelle mit Verfügung vom
2.
Oktober 2013 (
Urk.
6/59 =
Urk.
2)
einen Anspruch der Versicherten auf eine Rente der Invalidenversicherung.
2.
Gegen die Verfügung vom
2.
Oktober 2013 (
Urk.
2) erhob der Kanton Zürich, handelnd durch die BVK Personalvorsorge des Kantons Zürich (BVK), am
6.
November 2013 Beschwerde (
Urk.
1) und beantragte, diese sei aufzuheben, und es sei die Angelegenheit zur Durchführung der Invaliditätsbemessung und anschliessenden Neuverfügung an die IV-Stelle zurückzuweisen (S. 2
Ziff.
1), eventuell sei die angefochtene Verfügung aufzuheben, und es sei die Angele
genheit zwecks Vornahme ergänzender medizinischer Abklärungen und an
schliessenden Neuverfügung an die IV-Stelle zurückzuweisen (S. 2
Ziff.
2).
Nachdem die IV-Stelle mit
Beschwerdeantwort vom
2.
Dezember 2013 (
Urk.
5)
die Abweisung der Beschwerde
beantragt hatte
,
wurde die Versicherte mit Ver
fügung vom
9.
Januar 2014
(
Urk.
7)
zum Prozess beigeladen
.
M
it Stellung
nah
me vom
6.
Februar 2014 (
Urk.
9)
beantragte sie
die Gutheissung der Be
schwerde gemäss den
Anträgen des Beschwerdeführers
. Die Stellungnahme der
Versicherten
sowie die Beschwerdeantwort
wurde
n
den
Verfahrensbeteiligten
am 2
4.
Februar 2014 zur Kenntnis gebracht (
Urk.
11).
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (
Art.
8
Abs.
1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts; ATSG). Die Invalidität kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (
Art.
4
Abs.
1 des Bun
desgesetzes über die Invalidenversicherung; IVG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (
Art.
7
Abs.
1 ATSG). Für die Beur
teilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsun
fähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (
Art.
7
Abs.
2 ATSG).
1.2
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie körperliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von
Art.
4
Abs.
1 IVG in Verbindung mit
Art.
8 ATSG bewirken. Nicht als Folgen eines psychischen Gesundheitsschadens und damit invalidenversicherungsrechtlich nicht als rele
vant gelten Einschränkungen der Erwerbsfähigkeit, welche die versicherte Per
son bei Aufbietung allen guten Willens, die verbleibende Leistungsfähigkeit zu verwerten, abwenden könnte; das Mass des
Forderbaren
wird dabei weitgehend objektiv bestimmt. Festzustellen ist, ob und in welchem Umfang die Ausübung einer Erwerbstätigkeit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt mit der psychi
schen Beeinträchtigung vereinbar ist. Ein psychischer Gesundheitsschaden führt also nur soweit zu einer Erwerbsunfähigkeit (
Art.
7 ATSG), als angenommen werden kann, die Verwertung der Arbeitsfähigkeit (
Art.
6 ATSG) sei der versi
cherten Person sozial-praktisch nicht mehr zumutbar (BGE 131 V 49 E. 1.2 mit Hinweisen).
1.3
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betä
tigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder her
stellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich min
destens 40 Prozent arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 Prozent invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 Prozent besteht Anspruch auf eine
Viertelsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 Prozent auf
eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 Prozent auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 Prozent auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.4
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss
Art.
16 ATSG in Verbindung mit
Art.
28a
Abs.
1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog.
Invalideneinkom
men
), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der
Einkom
mensvergleich
hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypo
thetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt (allgemeine Methode des
Einkommensver
gleichs
; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
1.5
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorak
ten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zu
sammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
1.6
Das Gericht kann die Angelegenheit zu neuer Entscheidung an die Vor
instanz zurückweisen, besonders wenn mit dem angefochtenen Entscheid nicht auf die Sache eingetreten oder der Sachverhalt ungenügend festgestellt wurde (
§
26
Abs.
1 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht,
GSVGer
). Gemäss ständiger Rechtsprechung ist in der Regel von der Rückweisung - da diese das Verfahren verlängert und verteuert - abzusehen, wenn die Rechtsmittelinstanz den Prozess ohne wesentliche Weiterungen erledigen kann. In erster Linie kommt eine Rückweisung in Frage, wenn der Versicherungsträger auf ein Begehren überhaupt nicht eingetreten ist oder es ohne materielle Prüfung abge
lehnt hat, wenn schwierige Ermessensentscheide zu treffen sind, oder wenn der
entscheidrelevante
Sachverhalt ungenügend abgeklärt ist (vgl. SVR 1995 ALV Nr. 27 S. 69).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin ging in
ihrer
Verfügung
vom
2.
Oktober 2013
(
Urk.
2)
gestützt auf die medizinischen Abklärungen
davon aus,
dass bei der Versicher
ten kein langanhaltender Gesundheitsschaden im Sinne der Invalidenversiche
rung vorliege. Im Vordergrund stehe vor allem eine berufliche
Überforderungs
situation
und es bestehe insgesamt keine IV-relevante eigenständige psychische Erkrankung (S. 1 unten).
Die im Einwand genannte Diagnose gehöre nicht zu einer unter den Förster-Kriterien zu prüfende Diagnose. Die beschriebene
Über
forderungssituation
sei durch den Wechsel der Arbeitsstelle im August 2009 entstanden. Es könne davon ausgegangen werden, dass die beschriebenen Ein
schränkungen reaktiv und behandelbar seien. Es könne davon ausgegangen werden, dass es der Versicherten zumutbar sei, die erwähnten Beschwerden zu überwinden (S. 2).
2.2
Der Beschwerdeführer
stellte sich demgegenüber auf den Standpunkt
(
Urk.
1),
d
i
e Arbeitgeber
in
der Versicherten habe diese, nachdem sie seit Mai 2010 immer wieder an psychischen Problemen gelitten habe und seit dem 1
4.
November 2011 wiederum zu 100
%
arbeitsunfähig gewesen sei
,
zur vertrauensärztlichen Untersuchung angemeldet. Die psychiatrische Begutachtung der Versicherten habe eine 30%ige Restarbeitsfähigkeit ergeben, wobei keine abschliessende Beur
teilung der Berufsunfähigkeit erfolgt sei (S. 4 unten). Eine erneute vertrau
ensärztliche Untersuchung habe ergeben, dass die Versicherte als
Primarlehr
person
zu 100
%
berufsunfähig sei, sie hingegen als DAZ (Deutsch als
Zweit
sprache
)-Lehrerin weiterhin vier Wochenlektionen, entsp
rechend einem
Pensum von
13.8
%
, leisten könne
. Daraufhin seien der Versicherten ab dem
1.
März 2013 Berufsinvalidenleistungen nach Massgabe eines Invaliditätsgrades von 100
%
zugesprochen worden (S. 5 oben)
.
Die von der Beschwerdegegnerin vor
gebrachte Begründung entspreche demnach nicht der medizinischen Aktenlage. Die Begutachtung
en hätte
n
klar und schlüssig ergeben, dass bei der Versicher
ten ein nach den Vorgaben eines anerkannten Klassifikationssystems eigenstän
diges und krankheitswertiges psychiatrisches Zustandsbild
ausgewiesen
sei, welches das Arbeits- und Leistungsvermögen erheblich und anhaltend ein
schränke
(S. 6
)
.
Diesen Ausführungen schloss sich die
Versicherte im Wesentli
chen an (
Urk.
9).
2.3
Strittig und zu prüfen ist, ob und in welchem Ausmass die Versicherte in der Arbeitsfähigkeit eingeschränkt ist beziehungsweise ob ein Anspruch auf eine Invalidenrente besteht.
3.
3.1
Dr.
med.
Y._
, Psychiatrie und Psychotherapie FMH, Chefarzt ad
interim
Z._
, berichtete am 2
3.
Mai 2012 (
Urk.
6/18) und
nannte folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Ar
beitsfähigkeit (S. 1
Ziff.
1.1):
Burnout-Syndrom (ICD-10 Z73.0) mit sekundärer depressiver Entwick
lung
rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode (ICD-10 F33.1)
akzentuierte Persönlichk
eitszüge (perfektionistisch; ICD-10 Z73.1)
Er führte aus, er behandle
die Versicherte
seit dem
3.
März 2010 (S. 2
Ziff.
1.2).
Di
e
Versicherte habe sich
aus grosser Sorge, an einer Demenz erkrankt zu sein, nach Selbstzuweisung
bei ihm
vorgestellt.
Im Vordergrund der Symptomatik seien Vergesslichkeit, Aufmerksamkeitsschwierigkeiten,
Planungsschwierig
kei
ten
und allgemeine Erschöpfungsgefühle gestanden. Vorausgegangen sei ein Stellenwechsel an eine Grundstufe im Sommer 2009, was für die Versicherte Neuland gewesen sei. Die Anforderungen seien sehr hoch gewesen.
Die Versi
cherte habe immer mehr Freizeit geopfert, habe abends und an Wochenenden gearbeitet und immer häufiger zu wenig geschlafen. Im Verlauf hätten sich Stimmungsschwankungen, Freudlosig
keit und Reizbarkeit
, wie auch eine zu
nehmende emotionale, kognitive und körperliche Erschöpfung mit
Ineffektivität
gezeigt
. Die Versicherte sei erstmals von Mai bis Juni 2010 zu 100
%
arbeits
unfähig gewesen. Der berufliche Wiedereinstieg sei dann grundsätzlich ge
glückt, die Versicherte habe sich jedoch kräftemässig am Limit befunden.
Von Juli bis November 2010 habe sich bei guten Fortschritten hinsichtlich eines schonenden Umgangs mit den vorhandenen Ressourcen ein erfreulich stabiles Zustandsbild mit Bewältigung des ursprünglichen Arbeitspensums von nicht ganz 70
%
gezeigt. Ab Dezember 2010
sei
infolge erneuter Erschöpfung
eine partielle Krankschreibung bis zu den Frühlingsferien
erfolgt
.
Von Juli bis Sep
tember 2011 habe sich erneut ein erstaunlich stabiles Zustandsbild mit relativ guter Leistungsfähigkeit gezeigt, wobei sich die Versicherte retrospektiv gesehen in dieser Phase einmal mehr selber überfordert habe. Ab Oktober 2011 habe sich eine Häufung resignativer Gefühle gezeigt und s
eit dem 1
4.
November 2011 sei die Versicherte sodann aufgrund einer mittelgradigen depressiven Episode zu 100
%
arbeitsunfähig
(S. 2
Ziff.
1.4
und
Ziff.
1.6
).
Derzeit lasse sich nur schwer abschätzen, wie der weitere Verlauf sein werde. Aktuell sei ein Arbeitsversuch mit einem Pensum von maximal acht Wochenstunden im Gange. Selbst dieses geringe Pensum führe bei der Versicherten zu einer Überforderung (S. 3
Ziff.
1.4).
Bei der Versicherten bestünden eine deutliche Einschränkung der psy
chischen Belastbarkeit sowie deutliche Einschränkungen im Bereich der psycho-physischen
Leistungsfähigkeit, welche sich in einer deutlichen
Leistungsinsuffi
zienz
mit raschem Überforderungserleben auswirkten.
Die bisherige Tätigkeit sei der Versicherten möglicherweise noch in reduziertem zeitlichem Rahmen sowie in angepasster Umgebung möglich (S. 3
Ziff.
1.7).
3.2
Dr.
med.
A._
, Facharzt FMH für Psychiatrie und Psycho
therapie, erstattete sein psychiatrisches Gutachten
zuhanden des Beschwerde
führers
am 3
0.
August 2012 (
Urk.
6/20) im Wesentlichen gestützt auf die Unter
suchung der Versicherten sowie die Akten.
Er nannte folgende Diagnosen
mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (S. 13
Ziff.
3.2):
rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode (ICD-10 F33.1)
akzentuierte Persönlichkeit mit perfektionistischen Zügen und
Selbst
wertproblematik
(ICD-10
F
73.1)
Als Diagnosen ohne Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit
nannte er eine
Er
schöpfungssymptomatik
, Rückenschmerzen, Osteoporose, berufliche Probleme, sozialer Rückzug mit beträchtlichen Partizipationsverlusten (S. 14
Ziff.
3.3).
Er führte aus,
die Versicherte sei erstmals von Mai bis Juni 2010 sowie ab dem 1
4.
November 2011 zu 100
%
arbeitsunfähig gewesen (S. 15 unten).
Die Fähig
keit zur Planung und Strukturierung von Aufgaben gemäss Anforderungsprofil für eine Primarschullehrerin seien mittelgradig bis teilweise schwerer einge
schränkt. Auch die Flexibilität und Umstellungsfähigkeit sowie vor allem die psychophysische Durchhaltefähigkeit
seien deutlich reduziert. Zum Zeitpunkt der Begutachtung bestehe bei der Versicherten demnach für die angestammte wie auch zuletzt ausgeübte Tätigkeit als Primarlehrperson eine Arbeitsunfähig
keit von zirka 70
%
, welche unter Umständen kurzfristig auf 60
%
reduziert werden könne
. Für diese Minderung der Arbeitsfähigkeit sei primär die ge
nannte depressive Störung ausschlaggebend
(S. 16 Mitte)
.
Daraus auf eine Be
rufsunfähigkeit zu schliessen, wäre jedoch verfrüht, da die therapeutischen Optionen noch nicht ausgeschöpft seien
(S. 16 unten)
.
3.3
Dr.
med.
B._
, Fachärztin Psychiatrie/Psychotherapie,
erstattete ihr psychiatrisches Gutachten
zuhanden des Beschwerdeführers
am 1
4.
Januar 2013 (
Urk.
6/34) gestützt auf
die Akten sowie die Untersuchung der Versicher
ten vom 1
8.
Dezember 201
2.
Sie nannte folgende Diagnosen (S. 9
lit
. d):
rezidivierendes depressives Zustandsbild auf dem Boden einer Burnout-Si
tuation (ICD-10 Z73.0), aktuell mittelgradige depressive Episode (ICD.10 F33.1)
akzentuierte Persönlichkeitszüge (perfektionistisch; ICD-10
Z
73.1)
Sie führte aus,
im Nachhinein könne und müsse gesagt werden, dass sich die Versicherte eigentlich immer mehr über- als unterbelastet habe
,
und dass es wohl auch schon in früheren Jahren immer wieder zu einer Überlastung gekom
men sei, welche die Versicherte teilweise durch Timeouts, unbezahlten Urlaub oder Reduktion des Pensums abgefedert habe
(S. 7
Ziff.
5)
.
Das vergangene Jahr
habe gezeigt, dass es trotz intensiver psychiatrisch-psychotherapeutischer Behandlung und grossem Entgegenkommen an der Arbeitsstelle inklusive Case-Mana
gement nicht gelungen sei, mit der Versicherten ein verwertbares
Arbeits
pensum
aufzubauen. Vielmehr liege das tatsächlich geleistete Pensum der Versi
cherten aktuell bei 13.8
%
und damit befinde sich die Versicherte sowohl nach eigenem Gefühl als auch nach Angaben des behandelnden Psychiaters und der Einschätzung der Schulleiterin absolut am Limit
. Es könne somit gesagt werden, dass die Versicherte bis auf das aktuell geleistete Pensum von 13.8
%
auch mittel- und langfristig als berufsunfähig in ihrem erlernten Beruf als
Primar
schullehrerin
zu beurteilen sei. Die Versicherte habe dabei alle ihr zur Verfü
gung stehenden therapeutischen Möglichkeiten ausgenutzt und möglichen Anstrengungen unternommen, um ihr Pensum steigern zu können (S. 8 oben).
Die Versicherte könne das Pensum von vier Stunden DAZ (Deutsch als
Zweit
sprache
)-Unterricht
durchaus bewältigen. Es handle sich um eine Art Einzelun
terricht beziehungsweise Unterricht mit zwei Schülern, was nicht zu vergleichen sei mit einer Tätigkeit als Klassenlehrperson. Die Versicherte scheine in der Lage zu sein, mit einem sehr kleinen Pensum eine Art Einzelunterricht durchzu
führen
. Mit dem genannten Pensum von vier Lektionen pro Woche sei die Versi
cherte am Limit
. Eine Übernahme von Unterricht in Klassen, grösserer Ver
antwortung oder besondere Stressoren wie auch Elterngespräche,
Unterrichts
planung
seien der Versicherten jedoch
auch lä
ng
er
fristig nicht möglich
(S. 8
Ziff.
6).
3.4
Dr.
med.
C._
, Allgemeine Medizin FMH, Regionaler Ärztlicher Dienst (RAD) der Beschwerdegegnerin, nahm am 1
5.
Februar 2013 Stellung (
Urk.
6/46/3) und führte aus,
aus medizinischer Sicht erscheine
eine
100%ige Arbeitsunfähigkeit in der bisherigen Tätigkeit und eine nur noch 13.5%ige Ar
beitsfähigkeit in angepassten schulischen Tätigkeiten
aufgrund einer rezidivie
renden depressiven Störung mit unterdessen unvollständige
r
Remiss
ion
ab 1
1.
November 2011
als
nachvollziehbar.
4.
4.1
G
estützt auf
die
übereinstimmenden
Akten
ist
davon auszugehen, dass bei der Versicherten eine rezidivierende depressive Störung mit einer gegenwärtig mit
telgradigen depressiven Episode ausgewiesen ist, welche Auswirku
ngen auf die Arbeitsfähigkeit im
angestammten Beruf als Primarschulleh
rerin im Sinne einer Berufsunfähigkeit
hat
.
Diesbezüglich bleibt anzumerken, dass der Auffassung der Beschwerdegegnerin, wonach eine rezidivierende depressive Störung per se keinen invalidisierenden Charakter habe, nicht gefolgt werden kann (vgl.
Urk.
6/46 S. 5). So ist die Ar
gumentation der Beschwerdegegnerin vorliegend nicht einschlägig, sondern betrifft die Frage,
ob eine Depression als psychische
Komorbidität
im Rahmen der Überwindbarkeitsrechtsprechung - wenn also zur Hauptsache eine
Schmerz
krankheit
diagnostiziert wurde – gelte, was sie in der Regel tatsächlich nicht tut. Darum geht es vorliegend jedoch nicht. Die Rechtsprechung zur Auswirkung einer mittelgradigen Depression auf die Arbeitsfähigkeit ist zwar facettenreich, doch
ist
es
gemäss
Urteil des Bundesgerichts 9C_1041/2010 vom 3
0.
März 2011 nicht bundesrechtswidrig, eine relevante Einschränkung der Arbeitsfähigkeit wegen einer leichten bis mittelgradigen depressiven Episode anzunehmen (E.
5.2). Auch im Urteil 9C_210/2012 vom
9.
Juli 2012
äusserte
sich das Bun
des
gericht dahingehend, dass eine invalidisierende Wirkung einer mittel
schwe
ren depressiven Störung, sofern sie nicht
bloss
eine Begleiterscheinung einer Schmerzkrankheit darstelle, nicht von vornherein
auszuschliessen
sei (E.
4.2). Nach dem Gesagten steht somit fest, dass die Rechtsprechung in Bezug auf die Diagnose einer mittelgradigen depressiven Störung, wie sie bei der Versicherten vorliegt, Raum lässt, um eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit in relevantem
Ausmass
zu berücksichtigen.
4.2
Gestützt auf die vorliegenden medizinischen Akten
lassen sich d
er Gesundheits
zustand der Versicherten und insbesondere ihre Arbeitsfähigkeit
in einer ange
passten Tätigkeit
jedoch
nur ungenügend beurteilen.
So
liegen
lediglich ein Bericht des behandelnden Psychiaters
Dr.
Y._
, zwei psychiatrische Gutachten zuhanden des Beschwerdeführers sowie die Stel
lungnahme der RAD-
Ärztin
Dr.
C._
vor
. Diesen medizinischen
Beurteilungen
ist
nic
ht ohne weiteres zu entnehmen,
o
b und aus welchem Grund die
diagnos
tizierte rezidivierende
depressive Störung
nicht nur eine Berufsunfähigkeit, sondern auch eine derart hohe Arbeitsunfähigkeit von rund 86
%
in einer
lei
dens
angepassten
Tätigkeit zur Fol
ge haben soll
. Damit erscheinen die Einschät
zungen
nicht
ohne weiteres als
nachvollziehbar
. Ausserdem
wurden die psychiatrischen Gutachten (vgl. vorstehend E. 3.2 und E. 3.3)
zuhanden des Beschwerdeführers erstellt und hatten in erster Linie die Beurteilung einer Berufsunfähig
keit zum Thema, wobei eine Beurteilung der Arbeitsfähigkeit in einer leidensangepassten Tätigkeit nicht Gegenstand der Begutacht
ung war. Insbesondere wurde
in keiner Weise auf die Tätigkeit im kaufmännischen Bereich, welche die Versicherte bis ins Jahre 2010 neben der Tätigkeit als Leh
rerin ausübte
(vgl.
Urk.
6/46 S. 4)
, Bezug genommen
.
So geht aus den Akten nicht eindeutig hervor, ob der Versicherte
n
eine kaufmännische Tätigkeit in
ruhiger Umgebung allenfalls in einem höheren Pensum zumutbar wäre oder ob sie in der Lage wäre, mehr
als vier Lektionen
DA
Z
zu unterrichten.
In diesem Zusammenhang wäre
ebenfalls abzuklären, ob sämtliche zumutbaren
Therapie
möglichkeiten
beim Krankheitsbild der Versicherten
ausgeschöpft sind, bezie
hungsweise inwiefern eine Einnahme von Antidepressiva die Arbeitsfähigkeit der Versicherten
in einer angepassten Tätigkeit
zu
beeinflussen
vermöchte.
Zur Beurteilung des Gesundheitszustandes und der Arbeitsfähigkeit der Versicherten in einer angepassten Tätigkeit kann deshalb nicht auf die psychiatrischen Gut
achten beziehungsweise die vorliegenden ärztlichen Berichte abgestellt werden.
4.3
Zusammenfassend lässt die medizinische Aktenlage eine abschliessende Beurtei
lung der relevanten Fr
age nach dem Gesundheitszustand
und der Arbeitsfähig
keit der Versicherten in einer angepassten Tätigkeit im relevanten Zeitraum nicht zu, weshalb
die Sache an die IV-Stelle zurü
ckzuweisen ist, damit diese entsprechende Abklärungen zum Gesundheitszustand und
zur Arbeitsfähigkeit
sowohl
in der angestammten als auch
insbesondere in
einer angepassten Tätig
keit
vornehme.
Dabei steht das fortgeschrittene Alter der Versicherten der Ver
wertbarkeit einer
allfällig
höheren Restarbeitsfähigkeit in den bisherigen
Tätig
eiten
als DAZ-Lehrerin (Einzelunterricht) sowie im kaufmännischen Bereich nicht entge
gen.
Anschliessend wird die IV-Stelle über den Rentenanspruch der Versicherten neu verfügen.
4.4
Nach dem Gesagten ist die Beschwerde in dem Sinne gutzuheissen, dass die ange
fochtene Verfügung vom
2.
Oktober 2013 aufzuheben und die Sache an die
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, zurückzuweisen ist, damit diese nach erfolgter Abklärung im Sinne der Erwägungen, neu verfüge.
5.
5.1
Die Verfahrenskosten gemäss Art. 69 Abs. 1
bis
IVG sind ermessensweise auf Fr. 600.-- festzusetzen und ausgangsgemäss der Beschwerdegegnerin aufzuerle
gen.
5.2
Dem
obsiegenden Beschwerdeführer
als Sozialver
sicherungsträger
steht keine Parteientschädigung zu, die Voraussetzungen für eine ausnahmsweise Zuspre
chung einer Entschädigung sind nicht gegeben (BGE 128 V 1
24
E. 5b).
5.3
Rechtsprechungsgemäss haben Beigeladene, die mit ihren Anträgen durchdrin
gen, Anspruch auf Ersatz der Parteikosten (BGE 109 V 6
0
E. 4). Diese werden ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache, der Schwierigkeit des Prozesses und dem Mass des Obsiegens bemessen (
§
34
Abs.
3 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht,
GSVGer
).
D
er
vertretene
n
Beigeladene
n
ist eine Prozessentschädigung von
Fr.
1‘200
.-- (inklusive Mehrwertsteuer und Barauslagen) zuzusprechen.