# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 130840e8-dccb-46b5-a50e-9caa1e06f82e
**Court:** ZH_BK
**Chamber:** ZH_BK_004
**Year:** 2017
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** Rental and Lease

## Facts

betreffend Organisation der Wohnungsrückgabe), um nichtprozessuale Kosten,
die nicht unmittelbar im Zusammenhang mit einer gerichtlichen oder vollstre-
ckungsrechtlichen Durchsetzung der Ansprüche standen. Sie werden insofern von
einer Parteientschädigung im Ausweisungs- oder im Betreibungsverfahren nicht
erfasst und können grundsätzlich Gegenstand eines zivilrechtlichen Ersatzan-
spruchs sein. Vorausgesetzt ist aber, dass diese Aufwendungen nach ihrer Art
und ihrem Umfang gerechtfertigt, notwendig und angemessen waren (s. oben,
E. 4.2.3 und E. 4.2.5).
4.3.6 Mit der Vorinstanz ist davon auszugehen, dass dies nicht der Fall war. Die
Kündigung vom 22. September 2011 hat die Klägerin weder in ihrem Schreiben
noch im amtlichen Formular begründet. Weshalb hierzu ein Anwalt beigezogen
werden musste, ist nicht ersichtlich. Nichts anderes gilt für die (begründete) even-
tuelle Zahlungsverzugskündigung vom 15. Oktober 2011, womit eine weitere
Eventualkündigung angedroht wurde, sowie für das Schreiben betreffend Organi-
sation und Terminierung der Rückgabe der Mietsache vom 27. Oktober 2011,
womit eine weitere Eventualkündigung ausgesprochen wurde. Auch eine (be-
gründete) ausserordentliche Kündigung oder eine Aufforderung zur Rückgabe der
Mietsache kann mit minimaler branchentypischer Erfahrung ohne Weiteres in ei-
ner korrekten Form verfasst werden, und es ist von einem Vermieter zu erwarten,
dass er solche üblichen Erklärungen, die zur üblichen Verwaltung gehören, selbst
erledigen kann. Dass sich das Mietverhältnis in der Vergangenheit als mühsam
erwiesen hat, macht weder den Fall "kompliziert" noch einen Anwalt notwendig.
Ebenfalls unbehelflich ist der Hinweis der Klägerin, es bestünden in einem Aus-
weisungsverfahren als summarisches Verfahren nach Art. 257 ZPO (Rechts-
schutz in klaren Fällen) besonders hohe Anforderungen an den Nachweis klarer
Verhältnisse, sodass die Klägerin bereits im Vorfeld auf anwaltliche Hilfe ange-
wiesen gewesen sei, um die Kündigung(en) korrekt auszusprechen und eine Be-
urteilung im summarischen Verfahren zu ermöglichen. Eine Kündigung – ob or-
dentlich oder ausserordentlich – kann in aller Regel mit minimaler branchenübli-
cher Erfahrung formell korrekt vorgenommen werden; der Beizug eines Anwalts
rechtfertigt sich hierfür, wenn überhaupt, höchstens in ganz speziell gelagerten
Ausnahmekonstellationen. Demgegenüber hängt eine Parteientschädigung für
- 32 -
Anwaltskosten im Ausweisungsverfahren grundsätzlich nicht von der Notwendig-
keit einer anwaltlichen Vertretung ab (BGer, 5A_391/2017 vom 13. Februar 2018,
E. 3).
4.3.7 Auch für die "Adressnachforschungen" der Klägerin, die im Wesentlichen in
einer blossen Anfrage an das Bevölkerungsamt der Stadt Zürich zu den Mel-
dungsverhältnissen der Beklagten bestanden haben, war der Beizug eines An-
walts nicht notwendig. Inwiefern eine solche Anfrage nicht von der Vermieter-
schaft selbst bzw. von einer mandatierten Liegenschaftsverwaltung vorgenommen
werden können sollte, ist nicht ersichtlich. Damit kann offen bleiben, ob es sich
auch bei diesen Aufwendungen um nichtprozessuale Kosten handelt, die weder
im Zusammenhang mit dem Betreibungsverfahren noch im Zusammenhang mit
dem Ausweisungsverfahren angefallen sind und entsprechend nicht in den An-
wendungsbereich einer prozessualen Parteientschädigung fallen.
4.3.8 Die Klägerin hält in ihrer Berufung sinngemäss dafür, es sei für das Abfas-
sen der erwähnten Schreiben und für die Adressnachforschungen wenigstens der
Beizug einer professionellen Liegenschaftsverwaltung notwendig gewesen, da sie
selbst nicht über die hierzu erforderliche, branchentypische Erfahrung verfügt ha-
be; entsprechend sei immerhin eine Entschädigung nach Massgabe eines Stun-
denansatzes einer solchen Liegenschaftsverwaltung geschuldet. Im vorinstanzli-
chen Verfahren machte die Klägerin nur – und auch dort erst auf entsprechendes
Nachfragen der Vorinstanz – geltend, sie habe bezüglich dieser Schreiben "so be-
raten werden [müssen], dass die Kündigung auch rechtlich [standhalte]". Man
könne nicht erwarten, dass "ein Laie das so hinkrieg[e]". Damit machte sie der
Sache nach zwar geltend, dass sie nicht über eine juristische Ausbildung verfüge,
nicht aber, dass ihr – obschon sie die Liegenschaft weitgehend selbst verwaltete
– auch eine hierfür an sich erforderliche, minimale Erfahrung in diesem Bereich
abgehen würde. Eine solche Behauptung stellte sie (sinngemäss) erst in ihrer Be-
rufungsschrift auf, ohne aber darzulegen, inwiefern sie dieses unechte Novum
nicht bereits vor Vorinstanz hätte vorbringen können. Es erweist sich deshalb als
unzulässig (Art. 317 Abs. 1 ZPO; s. oben, E. 2.4).
- 33 -
4.3.9 Selbst wenn diese Behauptung aber berücksichtigt würde, wäre die Beru-
fung in diesem Punkt aus folgendem Grund dennoch abzuweisen: Als Entgelt für
die Überlassung und den Gebrauch der Mietsache steht dem Vermieter der Miet-
zins zu (Art. 257 OR). Mit besonderer Abrede kann er zudem Nebenkosten als
Entgelt für Leistungen verlangen, die er oder ein Dritter erbringt und die mit dem
Gebrauch der Sache zusammenhängen (Art. 257a und Art. 257b OR). Gewöhnli-
cher Verwaltungsaufwand des Vermieters ist dabei grundsätzlich – abgesehen
von Kosten für die Erstellung der Nebenkostenabrechnung (Art. 4 Abs. 3 VMWG)
und für die Verwaltung von Heizung und Warmwasser (Art. 5 Abs. 3 VMWG) –
nicht nebenkostenfähig und gilt als durch den Mietzins abgegolten (ZK-HIGI,
Art. 257a OR N 8, Art. 269 OR N 119 ff.; BSK OR I-WEBER, Art. 257a N 3). Bei
den hier fraglichen Aufwendungen der Klägerin für das Verfassen und den Ver-
sand dreier Schreiben an die Beklagten betreffend (mehrfache) Kündigung des
Mietverhältnisses und Rückgabe der Mietsache sowie für Adressnachforschungen
(Anfrage beim Bevölkerungsamt der Stadt Zürich) handelt es sich um solchen
gewöhnlichen Verwaltungsaufwand, zu deren Erledigung ein Vermieter mit mini-
maler branchentypischer Erfahrung oder aber eine von ihm mandatierte Liegen-
schaftsverwaltung ohne Weiteres in der Lage sein muss. Dass sich ein Vermieter
dazu gezwungen sieht, ein Mietverhältnis zu kündigen – allenfalls auch ausseror-
dentlich wegen Zahlungsverzugs – ist jedenfalls nicht unüblich und begründet
grundsätzlich auch keinen ausserordentlichen (Verwaltungs-)Aufwand. Damit ein-
hergehende Verwaltungskosten gelten als durch den Mietzins abgegolten. Etwas
anderes könnte nur dann gelten, wenn aufgrund des den Vertrag verletzenden
Verhaltens der Mieterschaft anwaltliche Beratung notwendig geworden wäre (vgl.
ZK-HIGI, Art. 269 OR N 121 f.), was hier aber – wie vorhin dargelegt – gerade
nicht der Fall ist.
4.3.10 Sind die hier in Frage stehenden Kosten als gewöhnlicher Verwaltungs-
aufwand zu qualifizieren, der als durch den Mietzins abgegolten gilt, so können
diese keinen Schaden im Sinne des Haftpflichtrechts begründen. Was vertraglich
geschuldet ist und wofür bereits ein Entgelt geleistet wurde (bzw. geschuldet ist),
kann nicht ersatzfähiger Schaden sein. Andernfalls würde die Vermieterschaft
doppelt entschädigt. Die Berufung ist in diesem Punkt folglich abzuweisen.
- 34 -
4.4 Kosten für Adressnachforschungen im März 2016 bzw. ab August 2016
4.4.1 Die Klägerin fordert für Aufwendungen, die ihr durch "Adressnachforschun-
gen im Zusammenhang mit der Aufforderung [der Vorinstanz] in der Verfügung
vom 15. August 2016" entstanden seien, CHF 120.– als Ersatz von Gebühren, die
dem Staatssekretariat für Migration bzw. der Stadt Zürich zu entrichten gewesen
seien, CHF 648.– als "Pauschalbetrag" für einen Besuch der vermeintlichen Ad-
resse der Beklagten in London durch die Anwältin der Klägerin sowie
CHF 1'779.85 für anwaltliche Bemühungen im Zusammenhang mit "verschiede-
nen Schreiben, E-Mails, Telefone, Auskunftsbegehren". Auf Nachfrage der Vo-
rinstanz liess die Klägerin zur Notwendigkeit und Angemessenheit dieser Auf-
wendungen ausführen, es hätten bei verschiedenen Behörden, Botschaften sowie
ehemaligen Arbeitgebern Auskünfte eingeholt bzw. Internetrecherchen durchge-
führt werden müssen. Die "Überprüfung der Adresse in London" sei nur deshalb
so einfach (bzw. günstig) gewesen, weil die Vertreterin der Klägerin ohnehin in
London gewesen sei. Man habe bereits vor Klageeinreichung versucht, die Ad-
resse der Beklagten ausfindig zu machen. Auf Nachfrage, inwiefern diese Auf-
wendungen nicht bereits durch die Parteientschädigung des vorliegenden Verfah-
rens abgedeckt sein sollen, liess die Klägerin ausführen, es gebe "diese Recht-
sprechung und Lehrmeinung, dass nicht jeder Aufwand im Zusammenhang mit
einem Verfahren bereits von der jeweiligen Parteientschädigung abgedeckt" sei.
4.4.2 Die Vorinstanz wies dieses Begehren mit der Begründung ab, die entspre-
chenden Aufwendungen würden im Zusammenhang mit der Verfügung vom
15. August 2016 stehen und deshalb als mit der (erhöhten) Parteientschädigung
abgegolten gelten. Namentlich habe die Klägerin nicht dargetan, inwiefern dieser
Aufwand über die Parteientschädigung hinausgehe bzw. notwendig und ange-
messen gewesen sein soll. In Bezug auf die Kosten für den Besuch der Adresse
in London sei nicht ersichtlich, weshalb eine solche Tätigkeit von einer Anwältin
habe durchgeführt werden müssen. Hiergegen wendet die Klägerin in ihrer Beru-
fung im Wesentlichen ein, es habe nur deshalb eine Anwältin die fragliche Adres-
se in London besucht, weil diese ohnehin vor Ort gewesen sei; andernfalls wären
die Kosten noch höher ausgefallen. Eventualiter sei die Höhe dieser Schadens-
- 35 -
position herabzusetzen. In Bezug auf den übrigen anwaltlichen Aufwand und die
externen Auslagen treffe es nicht zu, dass diese durch die Parteientschädigung
des vorliegenden Verfahrens abgedeckt seien, da Letztere – "gerechnet mit den
üblichen Stundensätzen" – nicht einmal ansatzweise den tatsächlichen Prozess-
aufwand der Klägerin abdecke.
4.4.3 Es wurde bereits dargelegt (s. oben, E. 4.2.3-5), dass Anwalts- und andere
Rechtsverfolgungskosten von vornherein nicht im Wege eines zivilrechtlichen Er-
satzanspruchs geltend gemacht werden können, wenn und soweit sie von einer in
der jeweiligen Prozessordnung vorgesehenen Parteientschädigung erfasst wer-
den. Ob und in welcher Höhe eine solche Parteientschädigung geschuldet ist
bzw. zugesprochen wird, ist unerheblich. Selbst dann, wenn eine solche nach
Art. 113 Abs. 1 ZPO oder nach dem in Art. 116 ZPO vorbehaltenen kantonalen
Recht überhaupt nicht erhältlich ist oder wenn nach kantonalem Tarif (Art. 96
ZPO) nur gewisse Leistungen, allenfalls nur in beschränktem Umfang, entschä-
digt werden, können Parteikosten, welche vom Anwendungsbereich von Art. 95
Abs. 3 ZPO erfasst werden, nicht unter dem Titel eines zivilrechtlichen Schaden-
ersatzanspruchs gefordert werden. Mit anderen Worten entfaltet Art. 95 Abs. 3
ZPO eine gewisse Sperr- bzw. Ausschliesslichkeitswirkung in Bezug auf sämtli-
che Kosten, die in seinen Anwendungsbereich fallen, und zwar auch dann, wenn
eine Parteientschädigung nach kantonalem Tarif nur für gewisse dieser Leistun-
gen bzw. nur in beschränktem Umfang vorgesehen ist. Dass einige der effektiv
angefallenen (und notwendigen) prozessualen Anwaltskosten überhaupt nicht
oder nur in geringerem Umfang entschädigt werden, ist somit gerade eine Folge,
die der Gesetzgeber mit Art. 95 Abs. 3 bzw. Art. 96 ZPO in Kauf genommen bzw.
beabsichtigt hat. Mithin geht das Argument der Klägerin, die hier fraglichen Auf-
wendungen würden nicht von der vorinstanzlich gesprochenen Parteientschädi-
gung erfasst, weil diese die tatsächlichen Prozesskosten nicht einmal ansatzwei-
se abdecke, von vornherein fehl. Es ist vielmehr entscheidend darauf abzustellen,
ob diese Aufwendungen unter den Begriff bzw. in den Anwendungsbereich der
Parteientschädigung i.S.v. Art. 95 Abs. 3 ZPO fallen oder nicht. Soweit dies der
Fall ist, werden die entsprechenden Parteikosten ausschliesslich durch die in der
Höhe nach kantonalem Tarif zu bemessende Parteientschädigung abgegolten.
- 36 -
4.4.4 Art. 95 Abs. 3 ZPO erfasst sämtliche Anwalts- und anderen Parteikosten,
die aufgrund oder doch in engem Zusammenhang mit dem Prozess entstanden
sind und ihre Ursache somit unmittelbar in der gerichtlichen Rechtsdurchsetzung
haben, und zwar unabhängig davon, ob sie zeitlich vor oder nach Einleitung des
Prozesses entstanden sind (s. hierzu oben, E. 4.2.4). Dazu zählen namentlich
Kosten, die üblicherweise und unmittelbar im Zusammenhang mit der Vertretung
einer Partei in einem gerichtlichen Verfahren entstehen, sowie Kosten, die zwar
vor dem Prozess angefallen sind, jedoch – retrospektiv betrachtet – für die Vorbe-
reitung bzw. die Durchführung des Prozesses notwendig oder nützlich waren.
Ebenfalls darunter fallen grundsätzlich Sachverhaltsabklärungen der Parteien, die
zur Aufstellung von Tatsachenbehauptungen bzw. zur Substantiierung derselben
notwendig sind (wie etwa die Kosten für ein Privatgutachten; vgl. HGer ZH,
HG140250 vom 31. Januar 2017, E. II.3.1.2.7.3 und E. II.6.9; BSK ZPO-V. RÜ-
EGG/M. RÜEGG, Art. 95 N 17; BK ZPO-STERCHI, Art. 95 N 11).
4.4.5 Vorliegend stehen Kosten in Frage, die der Klägerin für Adressnachfor-
schungen kurz vor Einleitung der Klage (im März 2016) sowie während des Pro-
zesses – namentlich auf entsprechende Aufforderung der Vorinstanz hin (Verfü-
gung vom 15. August 2016; ...) – entstanden sind. Art. 221 Abs. 1 lit. a ZPO sieht
vor, dass die Parteien des Prozesses zu bezeichnen sind; dazu gehört auch die
Benennung einer Zustelladresse (OGer ZH, PS110082, Beschluss vom 8. Juni
2011). Ist der Aufenthaltsort einer Partei unbekannt und kann er trotz zumutbarer
Nachforschungen nicht ermittelt werden, so erfolgt die Zustellung durch Publikati-
on (Art. 141 Abs. 1 lit. a ZPO). Ohne Kenntnis der Zustelladresse bzw. ohne
Nachweis zumutbarer Adressnachforschungen kann ein Prozess nicht (erfolg-
reich) durchgeführt werden. Damit werden Aufwendungen, die dadurch entstehen,
dass im Hinblick auf Art. 221 Abs. 1 lit. a bzw. Art. 141 Abs. 1 lit. a ZPO eine gül-
tige Zustelladresse einer (beklagten) Partei ermittelt bzw. zu ermitteln versucht
wird, unmittelbar durch den Prozess selbst verursacht, und zwar unabhängig da-
von, ob sie vor oder nach dessen Einleitung – allenfalls auch erst auf gerichtliche
Aufforderung hin – anfallen. Es handelt sich damit um Kosten, die in den Anwen-
dungsbereich von Art. 95 Abs. 3 ZPO fallen und ausschliesslich unter dem Titel
einer Parteientschädigung (nach Massgabe des kantonalen Tarifs) abgegolten
- 37 -
werden können. Ob und inwieweit die von der Vorinstanz gesprochene Parteient-
schädigung für das vorinstanzliche Verfahren aufgrund solcher Aufwendungen im
Zusammenhang mit Adressnachforschungen zu erhöhen ist, wie es die Klägerin
verlangt, wird später zu klären sein (dazu unten, E. 5.4). Mittels eines separaten
zivilrechtlichen Schadenersatzanspruches können solche Aufwendungen aber je-
denfalls nicht geltend gemacht werden, weshalb die Berufung auch in diesem
Punkt abzuweisen ist.
4.5 Zeitaufwand der Klägerin
4.5.1 Die Klägerin machte vor Vorinstanz einen Schaden von CHF 2'000.– gel-
tend, der ihr "aufgrund des rechtswidrigen Verhaltens der Beklagten" dadurch
entstanden sei, dass sie "insbesondere sämtliche der durch die Beklagten verur-
sachten Schäden beheben bzw. beheben lassen musste, die von den Beklagten
mitgenommenen Kleinmaterialien sowie die beschädigten Küchengeräte ersetzen
musste, den Beklagten diverse Schreiben mehrmals und auch an verschiedene
Adressen eingeschrieben sowie teilweise auch mit amtlicher Zustellung schicken
musste [...], die Beklagten für die ausstehenden Forderungen betreiben musste,
[...] aufgrund des unkooperativen Verhaltens der Beklagten amtliche Befunde in
Auftrag geben musste und [...] Auskünfte über den Verbleib der Beklagten einho-
len sowie die Stromrechnung der Beklagten bezahlen musste etc." Aufgrund "all
dieser Tätigkeiten" habe die Klägerin "einen enormen Aufwand" gehabt, den sie
"einstweilen mit CHF 2'000.00 in Rechnung" stelle. Auf Nachfrage der Vorinstanz
liess die Klägerin in der Hauptverhandlung durch ihren Prozessvertreter erklären,
sie sei nicht erwerbstätig, man könne von ihr aber "nicht verlangen, dass sie all
diesen Dingen gratis nachrenn[e]." Es müsse auch der "Aufwand für die Montage
und für den Einkauf dieser Dinge" berücksichtigt werden. Auf weitere Nachfrage
der Vorinstanz, ob neben den – bereits anderweitig geltend gemachten – Materi-
alkosten keine effektiven Auslagen angefallen seien, antwortete der Vertreter der
Klägerin: "Vielleicht noch die Autofahrt dorthin". Auf die Frage, wie hoch diese
Kosten gewesen seien, erwiderte dieser, dies habe "man nicht so spezifiziert". Die
Klägerin sei "ja in den Jumbo in Dietlikon" gefahren. Auf die Frage, ob sie einen
Betrag pro Kilometer geltend mache, liess die Klägerin antworten, es sei "nicht
- 38 -
dokumentiert, wie oft man da hin- und hergefahren" sei. Sie mache nur einen zeit-
lichen Aufwand für die Fahrt und den Einkauf geltend.
4.5.2 Die Vorinstanz wies dieses Begehren mit der Begründung ab, es handle
sich beim geltend gemachten zeitlichen Aufwand der Klägerin nicht um Schaden
im Rechtssinne. Fahrtkosten habe sie weder beziffert noch substantiiert behaup-
tet. Hiergegen wendet die Klägerin in ihrer Berufung im Wesentlichen ein, es
handle sich beim geltend gemachten "Zeitaufwand" um Schaden im Rechtssinne.
Indem die Vorinstanz für ihre gegenteilige Rechtsauffassung keinen Bundesge-
richtsentscheid zitiert habe, habe sie ihre Begründungspflicht und damit das recht-
liche Gehör der Klägerin verletzt. Zudem habe die Klägerin durch die Bezifferung
dieser Schadensposition auf CHF 2'000.– "indirekt auch ihren Aufwand für die
Fahrtkosten beziffert, zumal eine konkretere Bezifferung gar nicht möglich" gewe-
sen sei, da sie ihre Fahren nicht minuten- und kilometergenau dokumentiert habe.
4.5.3 Die Klägerin stützt ihren Schadenersatzanspruch auf Art. 267 i.V.m. Art. 97
OR sowie auf Art. 41 OR. Das schweizerische Obligationenrecht definiert den Be-
griff des (ersatzfähigen) Schadens nicht. Nach ständiger bundesgerichtlicher
Rechtsprechung ist der Schaden die ungewollte bzw. unfreiwillige Vermögens-
verminderung, die in einer Vermehrung der Passiven, einer Verminderung der Ak-
tiven oder in entgangenem Gewinn liegen kann. Der haftpflichtrechtlich relevante
Schaden entspricht hierbei der Differenz zwischen dem gegenwärtigen, nach dem
schädigenden Ereignis festgestellten Vermögensstand und dem Stand, den das
Vermögen ohne das schädigende Ereignis hätte (sog. Differenzhypothese; statt
vieler BGE 132 III 359, E. 4; 127 III 403, E. 4a). Demgegenüber stellt eine Beein-
trächtigung persönlich-ideeller Rechtsgüter, die keine konkreten wirtschaftlichen
Auswirkungen auf den Vermögensstand im vorgenannten Sinne zeitigt, grund-
sätzlich keinen (ersatzfähigen) Schaden dar. So ist etwa eine Körperverletzung
als solche kein Schaden im Rechtssinne, sondern es sind allein die wirtschaftli-
chen Nachteile zu ersetzen, die daraus entstehen (BGE 127 III 403, E. 4a).
4.5.4 Von diesem klassischen, tradierten Schadensbegriff ist die bundesgerichtli-
che Rechtsprechung in zwei eng definierten Ausnahmekonstellationen abgewi-
chen und hat für diese zwei Kategorien nicht-wirtschaftlicher Beeinträchtigungen
- 39 -
einen "normativen Schadensbegriff" anerkannt. Erstens wird ein normativer
Schaden, der aus eingeschränkter oder entfallener Fähigkeit zur Haushaltsfüh-
rung entstanden ist, nicht bloss ersetzt, wenn effektive Kosten für eine (externe)
Haushaltshilfe erwachsen sind, sondern es wird – gleichsam von Gesetzes wegen
und ohne Nachweis der daraus konkret entstandenen Vermögenseinbusse –
auch der abstrakte "Wertverlust", gemessen an den Kosten, die eine externe
Haushaltshilfe verursachen würde, ausgeglichen (sog. Haushaltsschaden). Der
Grund liegt darin, dass der Beizug einer aussenstehenden Person für Arbeiten im
privaten Rahmen eines Haushalts regelmässig nicht zumutbar wäre und dass –
was heute jedoch nicht mehr in gleichem Masse zutrifft – ein Markt für die typi-
sche Haushaltsarbeit nur beschränkt besteht (BGE 127 III 403, E. 4b). Zweitens
wird ein normativer Betreuungs- bzw. Pflegeschaden anerkannt, wenn eine ge-
schädigte Person aufgrund eines schädigenden Ereignisses auf Betreuung oder
Pflege angewiesen ist und diese auf familiärer oder freundschaftlicher Basis un-
entgeltlich geleistet wird. Neben den bereits genannten Gründen kommt hier hin-
zu, dass die Pflege oder Betreuung leistende Person den unentgeltlichen Vorteil
regelmässig der geschädigten und nicht der schädigenden Person zukommen
lassen will (BGer, 4C.276/2001 vom 26. März 2002, E. 6b). Andere, in der Lehre
teilweise postulierte Kategorien eines normativen – d.h. vom klassischen Scha-
densbegriff abweichenden – Schadens lässt das Bundesgericht nicht zu. Nament-
lich wird ein in Deutschland teilweise anerkannter Kommerzialisierungs- bzw.
Frustrationsschaden (Beeinträchtigung von bereits erworbenen Nutzungsmöglich-
keiten) abgelehnt (BGE 132 III 379, E. 3.3.2; 115 II 474, E. 3a).
4.5.5 Die Klägerin fordert nicht etwa Ersatz für Erwerbsausfall oder für konkret
angefallene Kosten, sondern sie will die Zeit, die sie selbst zur Organisation der
Schadensbehebung, zum Einkauf gewisser Ersatzteile, für die Korrespondenz mit
den Beklagten sowie für die Rechtsverfolgung aufgewendet habe, "ersetzt" haben
und stellt hierfür CHF 2'000.– "in Rechnung" (act. 1 Rz. 66). Sie will insofern für
ihren "Mehraufwand von Zeit und Mühe" bzw. für die "Beeinträchtigung ihrer Zeit
bzw. Freizeit" nach einer abstrakten Berechnung entschädigt werden (act. 58
Rz. 64). Nach dem klassischen Schadensbegriff, d.h. der Differenzhypothese,
stellt ein solcher, reiner Zeitverlust keinen Schaden dar, weil er sich in keiner
- 40 -
Weise im Vermögen manifestiert. Auch unter eine der in der Rechtsprechung an-
erkannten Kategorien ersatzfähiger normativer Schäden (Hauhalts-, Betreuungs-
oder Pflegeschaden) fällt diese Art der Beeinträchtigung nicht. Insofern müsste
gewissermassen eine neue (dritte) Kategorie eines ersatzfähigen normativen
Schadens geschaffen werden, nämlich für "Zeitverlust im Zusammenhang mit der
Schadensbehebung" oder für "Zeitverlust im Allgemeinen". Dies ist abzulehnen.
Nach geltendem Recht besteht kein Anlass, die Ersatzfähigkeit nicht vermögens-
rechtlicher Schäden auf blossen Zeitverlust auszudehnen. Obschon die vom Bun-
desgericht bisher als ersatzfähig anerkannten Kategorien normativer Schäden
nicht abschliessend sind und in Zukunft allenfalls auch auf weitere, speziell gela-
gerte Ausnahmefälle ausgedehnt werden können, würde eine allgemeine (abs-
trakte) Vergütung von "verlorener Zeit" oder "erstandener Mühen" sachlich, näm-
lich mit Blick auf den geltenden grundlegenden Schadensbegriff, zu weit führen.
Im Unterschied zum Haushalts- bzw. Betreuungsschaden ist es hier gerade zu-
mutbar, eine Drittperson mit der Vornahme der fraglichen Tätigkeiten zu betrauen.
Zudem gebietet sich eine gewisse (unentgeltliche) Eigenleistung zur Schadens-
behebung aus der allgemeinen Schadenminderungsobliegenheit. Schliesslich
spricht auch das Bereicherungsverbot gegen eine allgemeine, abstrakte Vergü-
tung von investierter Zeit der geschädigten Person, jedenfalls dann, wenn diese
Zeit nicht anderweitig gewinnbringend eingesetzt worden wäre.
4.5.6 Nach dem Gesagten hat die Vorinstanz das Recht in diesem Punkt zutref-
fend angewandt. Die Kritik der Klägerin, die Vorinstanz habe hierfür keine bun-
desgerichtlichen Entscheidungen angeführt und dadurch ihren Gehörsanspruch
verletzt, ist unbegründet. Das sich aus dem Anspruch auf rechtliches Gehör erge-
bende Recht auf Begründung verlangt nicht, dass sich die erkennende Instanz mit
allen Parteistandpunkten einlässlich auseinandersetzt und jedes einzelne Vor-
bringen ausdrücklich widerlegt, sondern sie kann sich auf die wesentlichen Punk-
te beschränken. Es müssen zumindest kurz die Überlegungen genannt werden,
die zum entsprechenden Entscheid geführt haben, sodass dieser sachgerecht
angefochten werden kann (BGE 133 III 439, E. 3.3). Diesen Anforderungen wird
der vorinstanzliche Entscheid ohne Weiteres gerecht. Die Vorinstanz hat nach-
vollziehbar dargelegt, auf welche Rechtsregel sie ihren Entscheid gestützt hat.
- 41 -
Dies genügt. Die Angabe bestimmter bundesgerichtlicher Entscheidungen ist
nicht erforderlich, zumal es sich beim hier in Frage stehenden Rechtssatz – dem
klassischen Schadensbegriff und der grundsätzlich fehlenden Ersatzfähigkeit
nicht vermögensrechtlicher Beeinträchtigungen – um einen elementaren Grund-
satz des schweizerischen Privatrechts handelt, der gerade gegenüber einer an-
waltlich vertretenen Partei an sich keiner weiteren Erklärung bedürfte.
4.5.7 Schliesslich macht die Klägerin in ihrer Berufung geltend, es treffe nicht zu,
dass sie es "gänzlich unterlassen haben soll, [die Fahrtkosten] zu beziffern". Mit
der "Bezifferung des gesamten ihr durch das Verhalten der Berufungsbeklagten
entstandenen Schadens von CHF 2'000.00 für ihre persönlichen Aufwendungen
im Zusammenhang mit der Schadensbeseitigung" habe sie "indirekt auch ihren
Aufwand für die Fahrtkosten beziffert, zumal eine konkretere Bezifferung gar nicht
möglich" gewesen sei. Was die Klägerin hiermit im Einzelnen zum Ausdruck brin-
gen will, ist nicht leicht verständlich. Sofern sie damit meint, mit den geforderten
CHF 2'000.– würde (auch) ihr eigener zeitlicher Aufwand für durchgeführte, um-
fangmässig aber nicht näher substantiierte Autofahrten entschädigt, so ist auf die
bereits dargelegte Rechtsprechung zu verweisen, wonach blosser Zeitverlust
nicht ersatzfähiger Schaden darstellt. Sofern die Klägerin damit letztlich aber eben
doch effektive Auslagen für bestimmte Autofahrten (namentlich Benzinkosten und
Abschreibungen am Fahrzeug) geltend machen will, was aus ihren Ausführungen
aber nicht klar hervorgeht, so ist ihr einerseits entgegen zu halten, dass sie sol-
ches im vorinstanzlichen Verfahren gerade nicht gefordert hatte und ein erstmali-
ges Geltendmachen solcher Schadenspositionen im Berufungsverfahren nicht zu-
lässig ist (Art. 317 ZPO). Andererseits unterliess es die Klägerin auch im Beru-
fungsverfahren, ihre konkreten Fahrtkosten zu beziffern oder in irgendeiner Form
zu substantiieren. Dass sie offenbar nicht mehr weiss, welche Fahrten im Einzel-
nen angefallen sind, ändert nichts daran. Namentlich berechtigt dies nicht zu einer
Schadensschätzung nach Art. 42 Abs. 2 OR. Dass die Klägerin ihre Fahrten nicht
einmal ansatzweise rekonstruieren kann oder will, hat sie selbst zu vertreten.
4.5.8 Auch eine Verletzung der sozialen Untersuchungsmaxime (Art. 247 Abs. 2
lit. b Ziff. 1 ZPO; s. dazu unten, E. 4.6.2) kann der Vorinstanz nicht zur Last gelegt
- 42 -
werden, da sie die anwaltlich vertretene Klägerin mehrfach zur Substantiierung
der Fahrtkosten angehalten hatte.
4.6 Malerarbeiten
4.6.1 Die Klägerin machte vor Vorinstanz geltend, die Beklagten hätten die Woh-
nung ungenügend gelüftet, sodass sich an den Wänden Schimmelpilz gebildet
habe und die Wohnung neu habe gestrichen werden müssen. Die Rechnung der
Malerarbeiten habe sich auf CHF 2'900.– belaufen, was sie als Schadenersatz
geltend machte. Auf Nachfrage erklärte sie, der letzte Anstrich sei "noch vor dem
Einzug der Beklagten" erfolgt. Die Vorinstanz sprach ihr für diese Schadenspositi-
on nur den Zustandswert zu, den sie – ausgehend von einem Alter des bisherigen
Anstrichs von 3.25 Jahren im Zeitpunkt des Neuanstrichs – auf CHF 1'721.90
(4.75/8 der Malerkosten) bezifferte. Die Klägerin stellt in ihrer Berufung weder in
Frage, dass nur der Zeitwert als Schaden ersatzfähig sei, noch beanstandet sie
die von der Vorinstanz vorgenommene Bemessung des Zeitwerts als solche. Sie
macht einzig geltend, die Vorinstanz habe mit diesem Vorgehen die soziale Un-
tersuchungsmaxime nach Art. 247 Abs. 2 lit. b Ziff. 1 ZPO verletzt, da es nicht
Sache des Gerichts gewesen sei, die eingereichten Belege nach Sachverhalts-
elementen zu durchforsten, die von keiner Partei in das Verfahren eingebracht
worden seien. Die Beklagten hätten die Höhe der geltend gemachten Malerkosten
nicht bestritten und auch keine Abnützung geltend gemacht, weshalb die Vo-
rinstanz den gesamten Betrag der geltend gemachten Kosten "als unbestritten
und damit erstellt" in ihren Entscheid hätte aufnehmen müssen.
4.6.2 Nach Art. 247 Abs. 2 lit. b Ziff. 1 ZPO stellt das Gericht in den übrigen
(nicht unter Art. 243 Abs. 2 lit. c ZPO fallenden) mietrechtlichen Streitigkeiten den
Sachverhalt von Amtes wegen fest, sofern der Streitwert CHF 30'000.– nicht
übersteigt. Die hier zur Anwendung kommende Untersuchungsmaxime ist jedoch
eine eingeschränkte, die aus sozialen Gründen dem Schutz der nach gesetzgebe-
rischer Wertung schwächeren Partei (i.e. der Mieterschaft) dient (BGE 141 III 569,
E. 2.3.1). Damit wird die Verantwortung für die Erstellung des Sachverhalts ge-
wissermassen zwischen den Parteien und dem Gericht verteilt, wobei Letzterem
eine verstärkte Mitwirkungspflicht zukommt. Die soziale Untersuchungsmaxime
- 43 -
verpflichtet das Gericht aber nicht, von Amtes wegen zu untersuchen, wenn die
Parteien darauf verzichten, ihre Standpunkte zu erklären, sondern sie begründet
im Grundsatz nur eine – gegenüber Art. 56 ZPO – verstärkte Fragepflicht. Wie un-
ter der im ordentlichen Verfahren geltenden Verhandlungsmaxime müssen die
Parteien den Prozessstoff grundsätzlich selbst beschaffen und das Gericht auf
Tatsachen und Beweismittel hinweisen. Das Gericht kommt den Parteien aber mit
spezifischen Fragen zur Hilfe, damit die erforderlichen Behauptungen aufgestellt
und die notwendigen Beweismittel bezeichnet werden. Ist eine Partei durch einen
Anwalt vertreten, so kann und muss sich das Gericht wie im ordentlichen Verfah-
ren eine gewisse Zurückhaltung auferlegen und darf nicht eine Partei zuunguns-
ten der anderen beraten (BGE 141 III 569, E. 2.3; BGer, 4D_87/2017 vom
20. März, E. 3.3.1; 4A_701/2012 vom 19. April 2013, E. 1.2). Die Geltung der Un-
tersuchungsmaxime führt ferner dazu, dass Noven bis zum Beginn der erstin-
stanzlichen Urteilsberatung unbeschränkt vorgebracht werden können (Art. 229
Abs. 3 ZPO) und dass das Gericht nicht an Tatsachenbehauptungen bzw. -
bestreitungen oder an Beweisanträge der Parteien gebunden ist; Art. 55 Abs. 1
und Art. 150 Abs. 1 ZPO gelten insofern nicht (BGE 139 III 457, E. 4.4.3.2; 139 III
13, E. 3.2; BGer, 4A_360/2015 vom 12. November 2015, E. 4.2). Ein Abweichen
von einer beidseitig übereinstimmenden oder nicht bestrittenen Tatsachendarstel-
lung bzw. einem Zugeständnis ist im Geltungsbereich der sozialen Untersu-
chungsmaxime jedoch nur dann zulässig, wenn sich aus den eingereichten Akten
oder dem (übrigen) Parteivorbringen die Unrichtigkeit der fraglichen Tatsache klar
ergibt oder wenn ernsthafte Zweifel daran bestehen (BGE 139 III 13, E. 3.2; 141
III 569, E. 2.3.2; BGer, 4A_360/2015 vom 12. November 2015, E. 4.2;
4A_701/2012 vom 19. April 2013, E. 1.2). Letzteres ist selbst im ordentlichen Ver-
fahren der Fall (Art. 153 Abs. 2 ZPO). Soweit Rechtsfragen und nicht Sachver-
haltsfeststellungen betroffen sind, gilt Art. 57 ZPO (Rechtsanwendung von Amtes
wegen).
4.6.3 Die Vorinstanz ist in rechtlicher Hinsicht zutreffend davon ausgegangen,
dass grundsätzlich nur der Zeitwert einer beschädigten Sache, nicht aber deren
Neuwert ersatzfähiger Schaden darstellt (sog. Vorteilsanrechnung). Der Zeitwert
berechnet sich nach den konkreten Kosten der Anschaffung einer gleichen Sache
- 44 -
im Neuzustand bzw. der Wiederherstellung des Neuzustandes der beschädigten
Sache, abzüglich der durch Gebrauch und Abnützung bereits vor der Schädigung
erlittenen Werteinbusse bzw. Abschreibungen (vgl. BGE 36 II 55, E. 6; ZK-HIGI,
Art. 267 OR N 109, 111, 113 ff.; CHK-MÜLLER, Art. 41 OR N 30). Dass nur der
Zeit- und nicht der Neuwert der Ersatzanschaffung bzw. der wiederhergestellten
Sache zu ersetzen ist, betrifft eine Rechtsfrage und war von der Vorinstanz ent-
sprechend von Amtes wegen zu berücksichtigen. Da sich aus der allgemeinen
Lebenserfahrung ohne Weiteres ergibt, dass eine neu gestrichene Wohnung ge-
genüber einer solchen mit einem älteren Anstrich einen Mehrwert aufweist, erwies
sich das Vorbringen der Klägerin, die nur die tatsächlichen Malerkosten (also
quasi den Neuwert) beziffert hatte, als unvollständig. Entsprechend durfte und
musste die Vorinstanz im Rahmen der sozialen Untersuchungsmaxime den Par-
teien Fragen zur bisher erlittenen Werteinbusse, d.h. namentlich zum Alter des
Anstrichs stellen, zumal die Beklagten – als von Art. 247 Abs. 2 ZPO geschützte
Parteien – nicht anwaltlich vertreten, ja überhaupt säumig waren. Nachdem die
Klägerin hat ausführen lassen, dass die Wohnung jedenfalls seit dem Einzug der
Beklagten – dessen Zeitpunkt sich aus den übrigen Ausführungen der Klägerin
ergibt – nicht mehr gestrichen worden sei, durfte die Vorinstanz von einem ent-
sprechenden (Mindest-)Alter des Anstrichs ausgehen. Die von ihr gestützt auf die
allgemeine Lebenserfahrung ermessensweise vorgenommene Bewertung der an-
zurechnenden Wertsteigerung der Wohnung durch den Neuanstrich (sog. "Abzug
neu für alt") im Verhältnis des bisherigen Alters des Anstrichs (3.25 Jahre) zu ei-
ner Lebenserwartung von acht Jahren hat die Klägerin als solche nicht bean-
standet. Sie erweist sich nicht als offensichtlich unrichtig. Die Berufung ist in die-
sem Punkt folglich abzuweisen.
4.7 Teppichgleiter und Duschschlauch
4.7.1 Die Klägerin machte vor Vorinstanz diverse Schadenspositionen geltend,
die ihr aus der nicht vertragsgemässen Rückgabe der Wohnung entstanden sei-
en, so namentlich CHF 2.90 für den Ersatz von entwendeten Teppichgleitern so-
wie CHF 26.50 für den Ersatz eines Duschschlauches. Die Vorinstanz wies diese
Begehren mit der Begründung ab, es fehle eine diesbezügliche Mängelrüge, wes-
- 45 -
halb ein Schadenersatzanspruch in diesem Umfang verwirkt sei. Die Klägerin rügt
einerseits eine Verletzung der sozialen Untersuchungsmaxime; die Beklagten hät-
ten die geltend gemachten Kosten nicht bestritten, weshalb die Vorinstanz diesen
Betrag "als unbestrittenes Tatsachenelement" in ihren Entscheid hätte aufnehmen
müssen. Andererseits rügt sie eine Verletzung der Dispositionsmaxime (Art. 58
Abs. 1 ZPO). Der letztere Aspekt wurde bereits behandelt; darauf ist nicht zurück-
zukommen (siehe oben, E. 4.1).
4.7.2 Nach Art. 267 Abs. 1 OR hat der Mieter die Sache in dem Zustand zurück-
zugeben, der sich aus dem vertragsgemässen Gebrauch ergibt. Für Schäden, die
sich aus vertragswidrigem, namentlich unsorgfältigem Handeln ergeben, haftet
der Mieter nach Art. 267 Abs. 1 i.V.m. Art. 97 OR. Der Vermieter, der Ansprüche
auf Schadenersatz aufgrund einer Rückgabe der Mietsache in nicht ordnungsge-
mässem Zustand erhebt, trägt nach Art. 8 ZGB für alle haftungsbegründenden
Voraussetzungen – abgesehen vom Verschulden (Art. 97 OR) – die Beweislast,
namentlich für den Mangel, der während der Mietdauer eingetreten sein muss,
sowie für den kausal dadurch verursachten Schaden (ZK-HIGI, Art. 267 N 119 ff.,
BSK OR I-WEBER, Art. 267 N 5). Nach Art. 267a OR hat der Vermieter den Zu-
stand der Sache zu prüfen und allfällige Mängel, für die der Mieter einzustehen
hat, diesem sofort zu melden (Abs. 1). Versäumt er dies, so verliert er seine An-
sprüche, soweit es sich nicht um Mängel handelt, die bei übungsgemässer Unter-
suchung nicht erkennbar waren (Abs. 2). Entdeckt er verdeckte Mängel später, so
hat er diese sofort zu melden (Abs. 3). Die Mängelrüge muss substantiiert sein,
d.h. es muss einzeln, detailliert, erkenn- und unterscheidbar aufgelistet werden,
für welche Mängel der Mieter gerade stehen soll. Die Behauptungs- und Beweis-
last für den Bestand, die Vollständigkeit und die Rechtzeitigkeit der Mängelrüge
liegt beim Vermieter (ZK-HIGI, Art. 267a N 37 [mit Verweis auf BGE 107 II 176];
RONCORONI, in: Mietrecht für die Praxis, 9. Aufl. 2016 [mit Verweis auf BGE 118 II
142]; KUKO OR-BLUMER, Art. 267/267a N 14). Folglich lag es an der Klägerin, zu
behaupten und zu beweisen, dass sie den Beklagten auch in Bezug auf die hier
fraglichen Teppichgleiter und den Duschschlauch rechtzeitig eine hinreichend
substantiierte Mängelrüge hat zukommen lassen.
- 46 -
4.7.3 Dass die Klägerin in Bezug auf die Teppichgleiter in irgendeiner Form ei-
nen Mangel gerügt hätte, behauptet sie in ihrer Klageschrift nicht. Auch geht sol-
ches weder aus dem amtlichen Befund vom 8. Februar 2012 noch aus der Män-
gelrüge der Klägerin vom 11. Februar 2012 hervor. Auf entsprechende Frage der
Vorinstanz liess die anwaltlich vertretene Klägerin ohne Vorbehalte ausführen, sie
habe "keine Ahnung mehr, was mit diesen Teppichgleitern" gewesen sei. Vor die-
sem Hintergrund durfte (und musste) es die Vorinstanz auch bei Geltung der so-
zialen Untersuchungsmaxime dabei bewenden lassen (s. hierzu oben, E. 4.6.2)
und davon ausgehen, dass in Bezug auf die Teppichgleiter keine Mängelrüge er-
hoben worden war. Ein entsprechender Schadenersatzanspruch ist damit verwirkt
(Art. 267a Abs. 2 OR).
4.7.4 Mit Bezug auf den fraglichen Duschschlauch behauptete die Klägerin in ih-
rer Klageschrift, es sei mit der Räumung der Wohnung am 8. Februar 2012 ein
amtlicher Befund u.a. darüber abgenommen worden, dass "die Duschbrause und
der Duschkopf [...] nicht vorhanden" gewesen seien, und sie habe in ihrer Män-
gelrüge die im amtlichen Befund festgestellten Mängel gegenüber den Beklagten
beanstandet. Aus dem zu dieser Behauptung offerierten amtlichen Befund geht
hervor, es sei die "Duschbrause des Duschkopfes" nicht vorhanden gewesen. In
ihrer Mängelrüge vom 11. Februar 2012, welche sie den Beklagten zugestellt hat-
te, welche jedoch als nicht abgeholt retourniert worden war, hielt die Klägerin Fol-
gendes fest: "Im Badezimmer war die Duschbrause beschädigt. Auch die Armatur
der Badewanne/Dusche war defekt und tropfte [...]" (...). Da die Klägerin dieses
Schreiben zur entsprechenden (sehr knappen) Behauptung in ihrer Klageschrift
offerierte, durfte und musste die Vorinstanz bei Anwendung der sozialen Untersu-
chungsmaxime – die sowohl zugunsten wie auch zulasten der Mieterschaft gilt
(vgl. BGer, 5A_169/2012 vom 18. Juli 2012, E. 3.3 [zu Art. 296 ZPO]) – diese Ur-
kunde beachten und den Wortlaut der Mängelrüge direkt aus dieser entnehmen.
Auch darin ist aber – genauso wenig wie in den Behauptungen der Klägerin in der
Klageschrift oder im amtlichen Befund – eine Mängelrüge in Bezug auf den
Duschschlauch zu sehen. Nach allgemeinem Sprachgebrauch bezieht sich der
Begriff "Duschbrause" ausschliesslich auf denjenigen Teil der Duschvorrichtung,
der sich auf den Duschschlauch aufschrauben lässt. "Duschbrause" und "Dusch-
- 47 -
schlauch" sind zwei verschiedene, voneinander abtrennbare Teile, die sich auch
ohne Weiteres separat ersetzen lassen. Bei einer Rüge, die "Duschbrause" sei
beschädigt, muss ein vernünftiger und korrekt handelnder Empfänger nicht davon
ausgehen, es sei auch der Duschschlauch beschädigt. Dasselbe gilt für die Rüge,
es sei "die Armatur der [...] Dusche" defekt. Die Duscharmaturen umfassen nur
diejenigen Teile der Duschvorrichtung, die fest in der Wand verankert sind und
auf welche sich ein Duschschlauch aufschrauben lässt.
4.7.5 Damit fehlt es auch an einer (hinreichend substantiierten) Mängelrüge in
Bezug auf den Duschschlauch. Daran ändert nichts, dass die Klägerin auf ent-
sprechenden Hinweis der Vorinstanz ausführen liess, es müsse "am Dusch-
schlauch etwas kaputt gewesen sein" und es sei "schwierig [gewesen], alles zu
erfassen, da so viele Dinge kaputt" gewesen seien.
4.7.6 Der von der Klägerin hier geltend gemachte Schadenersatzanspruch ist im
entsprechenden Umfang verwirkt (Art. 267a Abs. 2 OR). Die Berufung ist in die-
sem Punkt abzuweisen.
4.8 Filtermatte für den Dunstabzug
4.8.1 Schliesslich verlangt die Klägerin CHF 5.45 als Schadenersatz für eine von
den Beklagten beschädigte bzw. entwendete Filtermatte für den Dunstabzug. Die
Vorinstanz sprach für diese Schadensposition bloss einen Betrag von CHF 3.35
zu, weil sich aus der dazu eingereichten (kaum leserlichen) Kopie der Kaufquit-
tung ergebe, dass die Filtermatte nur CHF 3.35 gekostet habe und dass für den
Gesamtbetrag von CHF 5.45 zudem ein weiterer Artikel gekauft worden sei. Die
Klägerin macht in ihrer Berufungsschrift nicht geltend, dass dies unzutreffend sei,
sondern sie beanstandet einerseits eine Verletzung der sozialen Untersuchungs-
maxime (Art. 247 Abs. 2 lit. b Ziff. 1 ZPO), wonach es "nicht Sache der Vorinstanz
[gewesen sei], die von den Parteien eingereichten Belege nach Sachverhaltsele-
menten zu durchsuchen, die von keiner Partei in das Verfahren eingebracht" wor-
den seien. Andererseits rügt sie eine Verletzung der Dispositionsmaxime (Art. 58
Abs. 1 ZPO). Der letztere Aspekt wurde bereits behandelt; darauf ist nicht zurück-
zukommen (s. oben, E. 4.1).
- 48 -
4.8.2 Nach der hier anwendbaren eingeschränkten Untersuchungsmaxime ist
das Gericht zwar nicht verpflichtet (und auch nicht berechtigt), von Amtes wegen
Ermittlungen anzustrengen, sondern es besteht bloss eine verstärkte Fragepflicht.
Wie im Anwendungsbereich der Verhandlungsmaxime obliegt es grundsätzlich
den Parteien, das relevante Tatsachenfundament in den Prozess einzubringen,
wobei das Gericht aber mit geeigneten Fragen auf dessen Vervollständigung hin-
zuwirken hat. Es besteht zwar keine Bindung an Tatsachenbehauptungen bzw.
-bestreitungen oder an Beweisanträge der Parteien, ein Abweichen von einer
beidseitig übereinstimmenden oder nicht bestrittenen Tatsachendarstellung ist je-
doch nur dann zulässig, wenn sich aus den eingereichten Akten oder den (übri-
gen) Parteivorbringen die Unrichtigkeit der fraglichen Tatsache klar ergibt oder
wenn ernsthafte Zweifel daran bestehen (s. hierzu oben, E. 4.6.2). Offensichtliche
Aktenwidrigkeit ist im Anwendungsbereich der sozialen Untersuchungsmaxime
also – gleich wie bei Geltung der Verhandlungsmaxime (Art. 153 Abs. 2 ZPO) –
zu berücksichtigen.
4.8.3 Aus dem fraglichen Beleg, den die Klägerin zum Beweis ihrer Behauptung
offeriert hat, ergibt sich offensichtlich, dass für den Gesamtbetrag von CHF 5.45
nicht nur eine "Filtermatte Dunstabzug" gekauft worden war, sondern auch ein
weiterer Artikel (der aufgrund der schlechten Qualität der eingereichten Kopie der
Kaufquittung nicht lesbar ist). Der nur schlecht lesbare Preis der Filtermatte be-
trug entweder CHF 3.30 oder CHF 3.35. Den von der Vorinstanz hierfür einge-
setzten Betrag von CHF 3.35 hat die Klägerin als solchen nicht beanstandet. Auf-
grund dieser offenkundigen Aktenwidrigkeit durfte und musste die Vorinstanz
auch bei fehlender Bestreitung der klägerischen Tatsachenbehauptung den sich
aus den Akten ergebenden Ersatzanschaffungspreis von CHF 3.35 bei der Scha-
densberechnung berücksichtigen. Folglich ist die Berufung auch in diesem Punkt
abzuweisen.
5. Kosten- und Entschädigungsfolgen
5.1 Die Klägerin beanstandet die vorinstanzliche Kostenregelung in verschiede-
ner Hinsicht. Vorab macht sie geltend, die Vorinstanz habe die Prozesskosten des
vorinstanzlichen Verfahrens zu Unrecht mit jenen des Berufungsverfahrens
- 49 -
PD160011-O vermengt und in einer "Gesamtrechnung" verlegt. Diese Kritik ist als
solche gerechtfertigt (vgl. aber zur Frage der hinreichenden Rechtsmittelanträge
unten, E. 5.4). Es trifft zu, dass sowohl die Gerichtskosten wie auch die jeweiligen
Parteientschädigungen für das erst- und das zweitinstanzliche Verfahren je sepa-
rat zu bemessen sind. Dies hat die Vorinstanz nur in Bezug auf die Gerichtskos-
ten, nicht aber in Bezug auf die Parteientschädigungen getan. Eine "Gesamtrech-
nung" – d.h. eine Verteilung der erst- und der zweitinstanzlichen Prozesskosten
nach Massgabe des gesamthaften Unterliegens betreffend alle Rechtsbegehren –
kann ferner auch bei der Kostenverteilung zu unzutreffenden Ergebnissen führen.
Die zweitinstanzlichen Prozesskosten, deren Regelung in einem Rückweisungs-
entscheid dem neuen erstinstanzlichen Entscheid vorbehalten wurde, sind zwar
auch nach Massgabe des Prozessausgangs in der Sache und nicht nach demje-
nigen im Rechtsmittelverfahren zu verteilen; Art. 104 Abs. 4 ZPO relativiert inso-
fern das Unterliegerprinzip, indem nicht massgebend ist, welche Partei mit ihren
Rechtsmittelanträgen obsiegt hat, sondern welche Partei später mit ihren ur-
sprünglichen Begehren in der Sache obsiegt (BGer, 4A_364/2013, 4A_394/2013,
4A_396/2013 vom 5. März 2014, E. 15.4). Hierfür kann aber nur das Obsiegen in
Bezug auf diejenigen Rechtsbegehren massgebend sein, die auch vor zweiter In-
stanz im Streit lagen, nicht aber das gesamthafte Obsiegen bezüglich aller
Rechtsbegehren. Auch diesbezüglich hat die Vorinstanz somit eine unzulässige
Vermengung vorgenommen. Eine Rückweisung zur Neubeurteilung der Prozess-
kosten rechtfertigt sich aber – soweit auf die klägerischen Rechtsmittelanträge
überhaupt einzutreten ist (vgl. hierzu unten, E. 5.4) – nicht, da die Kammer dies
ohne Weiteres selbst vornehmen kann.
5.2 Höhe der vorinstanzlichen Gerichtskosten
5.2.1 Die Klägerin beantragt, es seien die von der Vorinstanz für das vorinstanz-
liche Verfahren auferlegten Gerichtskosten von insgesamt CHF 4'907.50 (Ent-
scheidgebühr von CHF 4'480.–, zzgl. CHF 427.50 für Übersetzungskosten) auf
CHF 3'730.– zu reduzieren. Zur Begründung lässt sie ausführen, es sei zum ei-
nen die Entscheidgebühr auf CHF 3'730.– zu reduzieren, was der ordentlichen
Grundgebühr von § 4 Abs. 1 GebV OG entspreche; diese sei entgegen der Vor-
- 50 -
instanz nicht zu erhöhen, namentlich nicht aufgrund eines erhöhten Aufwands im
Zusammenhang mit dem vorinstanzlichen Teilentscheid vom 22. September
2016, weil dieser nicht notwendig gewesen sei. Zum anderen seien die Überset-
zungskosten von der Vorinstanz nicht belegt worden, weshalb diese nicht veran-
schlagt werden dürften.
5.2.2 Grundlage für die Bemessung der vorinstanzlichen Entscheidgebühr bilden
der Streitwert bzw. das tatsächliche Streitinteresse, der Zeitaufwand des Gerichts
sowie die Schwierigkeit des Falles, was der § 2 Abs. 1 GebV OG in grundsätzli-
cher Art festhält. Die Gebührenverordnung konkretisiert diese allgemeinen Grund-
sätze in den §§ 4 ff. noch, bzw. setzt sie um. In vermögensrechtlichen Streitigkei-
ten ist daher anhand des Streitwerts die ordentliche Grundgebühr festzulegen (§ 4
Abs. 1 GebV OG), wobei diese ermessensweise ermässigt oder um bis zu einem
Drittel, in Ausnahmefällen auf das Doppelte, erhöht werden kann (§ 4 Abs. 2
GebV OG). Einen solchen Ermessensentscheid der Vorinstanz hat die Kammer
zwar zu überprüfen, sie greift aber nicht ohne Not ein und setzt nicht einfach ihr
eigenes Ermessen an die Stelle desjenigen der Vorinstanz.
5.2.3 Bei einem Streitwert von CHF 27'337.70 beträgt die Grundgebühr rund
CHF 3'730.–, wovon die Vorinstanz und die Klägerin übereinstimmend ausgehen.
Die Klägerin beanstandet die von der Vorinstanz vorgenommene Erhöhung um
20 % auf rund CHF 4'480.–, welche die Vorinstanz damit begründete, dass im
Zusammenhang mit dem von der Klägerin geforderten Ersatzanspruch für Ge-
richtskosten und Parteientschädigung aus dem Ausweisungsverfahren
ER110316-L und dem neu gestellten Eventualbegehren ein Teilentscheid not-
wendig geworden sei (act. 57 S. 24). Der Klägerin ist zwar darin zuzustimmen,
dass eine Beurteilung dieser Fragen durchaus auch zusammen mit den restlichen
Ansprüche hätte erfolgen können. Der vorinstanzliche Entscheid, den aus ihrer
Sicht bereits spruchreifen Teil der Klage vorab zu beurteilen, betrifft aber das von
ihr auszuübende Prozessleitungsermessen (Art. 124 ff. ZPO) und ist als solcher
nicht zu beanstanden.
5.2.4 Nach § 9 Abs. 2 GebV OG beträgt die Gebühr für Zwischenentscheide die
Hälfte bis drei Viertel der ordentlichen Gebühr. Daraus geht hervor, dass ein we-
- 51 -
gen eines separaten Entscheids erwachsender (Zusatz-)Aufwand zu berücksich-
tigen ist. Sofern sich der Ermessensentscheid, einen separaten Zwischenent-
scheid zu fällen, als sachlich vertretbar erweist, kann es im Rahmen der Kosten-
festsetzung nicht darauf ankommen, ob dieser als solcher zwingend notwendig
war oder ob letztlich auch alle Fragen zusammen in einem Entscheid hätten beur-
teilt werden können. Nichts anderes kann gelten, wenn in sachlich vertretbarer
Weise ein Teilentscheid gefällt wurde, der in einem Rechtsmittelverfahren unter
Rückweisung der Sache aufgehoben wurde. In analoger Anwendung von § 9 Abs.
2 GebV OG ist auch in einem solchen Fall der durch den separaten Entscheid
verursachte Mehraufwand – im Sinne eines Zuschlags zur Grundgebühr – zu be-
rücksichtigen. Insofern erscheint eine Erhöhung um 20 % als angemessen. Hinzu
kommt, dass im vorinstanzlichen Verfahren neben dem Teilentscheid diverse pro-
zessleitende Verfügungen im Zusammenhang mit dem unbekannten Aufenthalt
der Beklagten notwendig wurden (Verfügung vom 15. August 2016, Verfügung
vom 22. September 2016, Verfügung vom 26. September 2016 und Verfügung
vom 15. November 2016) und dass die Ausführungen der Klägerin – obschon von
keiner Gegenpartei bestritten – teilweise langatmig waren. Auch vor diesem Hin-
tergrund rechtfertigt sich eine moderate Erhöhung der Grundgebühr um 20 %.
5.2.5 Die Klägerin macht geltend, die Vorinstanz habe die Übersetzungskosten
von CHF 427.50 "nicht belegt und auch sonst nicht substantiiert", weshalb darin
eine Verletzung der Begründungspflicht und des rechtlichen Gehörs der Klägerin
zu sehen sei. Dies trifft nicht zu. Der Betrag von CHF 427.50 für Übersetzungs-
kosten ergibt sich ohne Weiteres aus den Akten (Kostennote vom 17. November
2016 und dazugehöriges Begleitschreiben gleichen Datums). Der Klägerin muss
bewusst sein, dass es sich hierbei um Kosten für begonnene, aber – auf ihren An-
trag – abgebrochene Übersetzungsarbeiten im Hinblick auf eine rechtshilfeweise
Zustellung an eine vermeintliche Adresse der Beklagten in London handelt. Vor
diesem Hintergrund, namentlich weil der Grund und die Höhe der Übersetzungs-
kosten klar aus den Akten hervorgehen, traf die Vorinstanz keine Pflicht, diese
ganz offenkundigen Umstände, die der anwaltlich vertretenen Klägerin bewusst
sein mussten, im Endentscheid explizit zu begründen. Dies entspräche einem rein
formalistischen Leerlauf.
- 52 -
5.2.6 Damit sind die von der Vorinstanz für das vorinstanzliche Verfahren – in-
klusive des (aufgehobenen) Teilentscheids – veranschlagten Gerichtskosten von
insgesamt CHF 4'907.50 (Entscheidgebühr von CHF 4'480.–, zzgl. CHF 427.50
für Übersetzungskosten) nicht zu beanstanden. Es bleibt damit bei Dispositivzif-
fer 2 des angefochtenen Entscheids.
5.3 Verteilung und Liquidation der Gerichtskosten des vorinstanzlichen Verfah-
rens und des Berufungsverfahrens PD160011-O
5.3.1 Die Klägerin verlangt eine Auflage der vorinstanzlichen Gerichtskosten zu-
lasten der Beklagten und eine Auflage der Gerichtskosten des Berufungsverfah-
rens PD160011-O zulasten des Staates, eventualiter zulasten der Beklagten.
5.3.2 Die Kosten für ein Rechtsmittelverfahren, mit welchem die Sache zur Neu-
beurteilung an die Vorinstanz zurückgewiesen und die Regelung der Prozesskos-
ten dem neuen Entscheid vorbehalten wurde (Art. 104 Abs. 4 ZPO), sind wie ge-
sagt separat zu bemessen und zu verlegen. Die Verteilung bestimmt sich hierbei
nicht nach Massgabe des Unterliegens im Rechtsmittelverfahren, sondern sie
richtet sich grundsätzlich nach dem (späteren) Prozessausgang in der Sache
(Art. 106 Abs. 2 ZPO; BGer, 4A_364/2013, 4A_394/2013, 4A_396/2013 vom
5. März 2014, E. 15.4), jedoch nur mit Bezug auf diejenigen Begehren, die auch
vor zweiter Instanz im Streit lagen.
5.3.3 Eine solche Verlegung der Rechtsmittelkosten nach Massgabe des Unter-
liegens in der Sache ist jedenfalls dann gerechtfertigt, wenn die rechtsmittelbe-
klagte Partei einen Antrag auf Abweisung der Anträge der rechtsmittelklagenden
Partei gestellt und sich so mit dem angefochtenen Entscheid identifiziert hat. Ist
dies – wie vorliegend – nicht der Fall, kommt bei einer Aufhebung des angefoch-
tenen Entscheids eine Kostenauflage der zweitinstanzlichen Gerichtskosten zu-
lasten des Staates in Frage (Art. 107 Abs. 2 ZPO). Entgegen der Klägerin (act. 58
Rz. 88, 105, 113, 115) sind die Gerichtskosten eines Rechtsmittelverfahrens – bei
Fehlen einer Gegenpartei, die sich mit dem angefochtenen Entscheid identifizie-
ren würde – aber nicht bei jedem einfachen Fehler der Vorinstanz auf die Staats-
kasse zu nehmen, sondern in der Regel nur bei gravierenden, von der rechtmit-
- 53 -
telklagenden Partei nicht zu verantwortenden Mängeln im aufgehobenen Ent-
scheid (BGer, 4A_364/2013, 4A_394/2013, 4A_396/2013 vom 5. März 2014,
E. 15.4-15.5; vgl. auch BGer, 4A_300/2016 vom 5. Oktober 2016, E. 3). Solches
liegt hier nicht vor. Die Vorinstanz ist zwar letztlich zu Unrecht nicht auf das Even-
tualbegehren eingetreten, jedoch trägt auch die Klägerin eine gewisse Verantwor-
tung für diesen (Fehl-)Entscheid, da sie mit Eingabe vom 18. September 2016 ei-
nigermassen missverständlich ausführen liess, dass sie neu "unter dieser Position
aber (zumindest eventualiter) Schadenersatz für vor- und ausserprozessuale Kos-
ten des Vorgehens gegen die Beklagte geltend" mache. Dass die Vorinstanz dies
als kumulatives Klagebegehren bzw. als Alternativklage und nicht als Eventual-
klage verstand, ist zwar ein Fehler, aber (...) keine krasse, von der Klägerin nicht
zu verantwortende Fehlleistung. Eine ermessensweise Kostenauflage zulasten
des Staates fällt damit ausser Betracht.
5.3.4 In Bezug auf die im Berufungsverfahren PD160011-O strittigen Rechtsbe-
gehren unterlag die Klägerin mit ihrem Hauptbegehren (Zahlung von CHF 3'400.–
für Gerichtskosten und Parteientschädigung aus dem Ausweisungsverfahren
ER110316-L) vollständig. Entgegen der Vorinstanz, die dies als hälftiges Unterlie-
gen im Rechtsmittelverfahren erachtete und die dies in nicht nachvollziehbarer
Weise in eine Gesamtquote eines klägerischen Unterliegens von 27 % einfliessen
liess, ist nicht das Unterliegen mit den Rechtsmittelanträgen relevant, sondern je-
nes bezüglich der – vor zweiter Instanz strittigen – Begehren in der Sache (BGer,
4A_364/2013, 4A_394/2013, 4A_396/2013 vom 5. März 2014, E. 15.4). Nachdem
auf das klägerische Hauptbegehren nicht eingetreten worden war, trat also gewis-
sermassen das für diesen Fall gestellte klägerische Eventualbegehren in gleicher
Höhe (Zahlung von CHF 3'400.– für vor- und ausserprozessuale Rechtsverfol-
gungskosten aus diversen Lebenssachverhalten) an dessen Stelle. Folglich sind
die Prozesskosten des Berufungsverfahrens PD160011-O letztlich nach Massga-
be des Unterliegens in Bezug auf dieses (Eventual-)Begehren zu verteilen.
5.3.5 Bei diesem Eventualbegehren handelt es sich wie bereits ausgeführt um
eine Teilklage, mit welcher die Klägerin verschiedene Streitgegenstände objektiv
und alternativ gehäuft hat (s. dazu oben, E. 3.3). Aus diesen Streitgegenständen
- 54 -
sprach die Vorinstanz der Klägerin CHF 1'334.90 für Anwaltskosten im Zusam-
menhang mit Verhandlungen mit der N.-Bank AG und dem Bankenombudsman
sowie CHF 30.– für Portokosten im Zusammenhang mit verschiedenen Schreiben
zu, welche die Klägerin im September und Oktober 2011 an die Beklagten ver-
sandt hatte. Im übrigen Umfang (CHF 2'035.10), also zu rund 60 %, unterlag die
Klägerin mit ihrem Eventualbegehren, mit welchem sie auch im vorliegenden Be-
rufungsverfahren keinen Erfolg hat. Folglich sind von den Gerichtskosten des Be-
rufungsverfahrens PD160011-O (CHF 730.–) der Klägerin CHF 440.– und den
Beklagten solidarisch CHF 290.– aufzuerlegen.
5.3.6 Die vorinstanzlichen Gerichtskosten (CHF 4'480.– für die Entscheidgebühr
und CHF 427.50 für Übersetzungskosten) sind nach Massgabe des Unterliegens
bezüglich der Gesamtheit der ursprünglichen Rechtsbegehren zu verteilen. Hier-
bei obsiegt die Klägerin zu rund vier Fünfteln (CHF 22'093.– von eingeklagten
CHF 27'337.70), weshalb von den erstinstanzlichen Gerichtskosten
(CHF 4'907.50) den Beklagten solidarisch CHF 3'966.– und der Klägerin
CHF 941.50 aufzuerlegen sind.
5.3.7 Die Gerichtskosten für das Berufungsverfahren PD160011-O
(CHF 730.–) und für das vorinstanzliche Verfahren (CHF 4'907.50) sind mit den
von der Klägerin im vorinstanzlichen Verfahren geleisteten Kostenvorschüssen
von insgesamt CHF 9'430.– zu verrechnen (Art. 111 Abs. 1 Satz 1 ZPO). Der
Mehrbetrag von CHF 3'792.50 ist der Klägerin zurückzuerstatten. Die Beklagten
sind zudem solidarisch zu verpflichten, der Klägerin die von ihr geleisteten Kos-
tenvorschüsse im Umfang von CHF 4'256.– zu ersetzen (Art. 111 Abs. 2 ZPO).
5.4 Parteientschädigung für das vorinstanzliche Verfahren und das Berufungs-
verfahren PD160011-O
5.4.1 Die Klägerin beantragt, es sei die Parteientschädigung für das vorinstanzli-
che Verfahren "angemessen zu erhöhen (insbesondere auch unter Zusprechung
eines Zuschlags von 8 % für Mehrwertsteuer an die Berufungsklägerin)" und "zu
einem angemessenen Teil den Berufungsbeklagten/Beklagten (mit solidarischer
Haftung) sowie zu einem angemessenen Teil zu Lasten der Staatskasse des Kan-
- 55 -
tons Zürich aufzuerlegen". Ferner sei ihr für das Rechtsmittelverfahren
PD160011-O eine "angemessene Parteientschädigung zuzusprechen (insbeson-
dere unter Berücksichtigung eines Zuschlags von 8 % für die Mehrwertsteuer der
Anwaltskosten)" und es seien die "Kosten- und Entschädigungsfolgen" dieses
Verfahrens auf die Staatskasse zu nehmen, eventualiter den Beklagten aufzuer-
legen.
5.4.2 Die Rechtsmittelanträge müssen im Berufungsverfahren so bestimmt sein,
dass sie im Falle einer Gutheissung unverändert zum Urteil erhoben werden kön-
nen. Werden die Kostenfolgen des erstinstanzlichen Verfahrens unabhängig vom
Ausgang der Hauptsache – aber nicht notwendigerweise "selbständig" i.S.v.
Art. 110 ZPO (d.h. alleine) – angefochten und sind diese nicht aufgrund einer ab-
weichenden Beurteilung in der Hauptsache neu zu verlegen, so ist nach der
Rechtsprechung erforderlich, dass aus den Anträgen klar hervorgeht, in welchen
Beträgen die Verfahrenskosten welcher Partei aufzuerlegen sein sollen (BGer,
4A_35/2015 vom 12. Juni 2015, E. 3.2 m.w.Nw.). Wird die Höhe der gesproche-
nen Parteientschädigung beanstandet, so ist ein beziffertes Begehren zu stellen.
Die Rechtsmittelanträge sind nach Treu und Glauben auszulegen; es genügt da-
bei, wenn aus der Berufungsbegründung, allenfalls in Verbindung mit dem ange-
fochtenen Entscheid, klar hervorgeht, in welchem Sinne der angefochtene Ent-
scheid abgeändert werden soll.
5.4.3 Diesen Anforderungen genügt der Antrag der Klägerin, es sei die Partei-
entschädigung für das vorinstanzliche Verfahren "angemessen zu erhöhen" und
zu einem "angemessenen Teil" dem Staat aufzuerlegen, nicht (vgl. aber zur Frage
der Mehrwertsteuer sogleich, E. 5.4.5). Auch in ihrer Begründung beziffert sie die
von ihr geforderte, erhöhte Parteientschädigung für das erstinstanzliche Verfahren
nicht, sondern sie überlässt es explizit der Berufungsinstanz, diese ermessens-
weise festzusetzen. Dasselbe gilt für den Anteil, der ihr als Parteientschädigung
für das erstinstanzliche Verfahren vom Staat zu erstatten sei. Ein solches Vorge-
hen ist zwar für die Festsetzung und Verlegung der Kosten des jeweiligen Verfah-
rens vor der erkennenden Instanz zulässig, nicht aber dann, wenn ein bereits be-
stehender Kostenentscheid angefochten wird. Auf die erwähnten Rechtsmittelan-
- 56 -
träge ist folglich – abgesehen vom Begehren betreffend Mehrwertsteuer – man-
gels Bestimmtheit nicht einzutreten.
5.4.4 Nichts anderes gilt für die klägerischen Rechtmittelanträge – wiederum ab-
gesehen vom Begehren betreffend Mehrwertsteuer – in Bezug auf die Parteient-
schädigung für das Berufungsverfahren PD160011-O. Auch hier belässt es die
Klägerin beim Antrag, es sei ihr eine "angemessene Parteientschädigung" zuzu-
sprechen. Zwar wird hier deutlich, dass sie eine vollständige Kostenauflage zulas-
ten des Staates fordert, jedoch wäre es an ihr gelegen, einen Betrag zu beziffern,
der ihr für das damalige Rechtsmittelverfahren hätte zugesprochen und – nach ih-
rer Ansicht – vollumfänglich vom Staat hätte erbracht werden sollen. Auch dies-
bezüglich kann mangels Bestimmtheit nicht auf die entsprechenden Rechtsmittel-
anträge eingetreten werden. Immerhin ist anzumerken, dass sich eine Parteient-
schädigung zulasten des Staates nach der Praxis der Kammer ohnehin nur dann
rechtfertigen würde, wenn – abgesehen vom Umstand, dass sich die Gegenpartei
nicht mit dem erstinstanzlichen Entscheid identifiziert hat – der aufgehobene Ent-
scheid qualifiziert unrichtig gewesen wäre (grundlegend: OGer ZH, PQ140037
vom 28. Juli 2014, E. 3 [mit Verweis auf § 17 Abs. 2 VRG]; s. auch OGer ZH,
PS140211 vom 9. September 2014, E. 4; PS160012 vom 18. Februar 2016, E. 4;
PQ160008 vom 16. März 2016, E. 3). Dies war vorliegend aber nicht der Fall.
5.4.5 Einen hinreichenden Rechtsmittelantrag stellte die Klägerin jedoch in Be-
zug auf die von ihr begehrte Mehrwertsteuer von 8 %. Diese beantragte sie –
zwar erst nachträglich und nur sinngemäss – bereits im vorinstanzlichen Verfah-
ren sowie (explizit) auch im Berufungsverfahren PD160011-O. Die Vorinstanz hat
ihr eine solche nicht zugesprochen, obschon die Mehrwertsteuerpflicht des be-
rufsmässigen Vertreters der Klägerin bzw. deren fehlende Abzugsmöglichkeit
nicht bestritten wurde. Die Berufung erweist sich in diesem Punkt als begründet;
es ist der Klägerin auf den von der Vorinstanz gesamthaft festgelegten Betrag von
CHF 4'123.– ein Mehrwertsteuerzuschlag zuzusprechen (vgl. ZK ZPO-SUTER/VON
HOLZEN, Art. 95 N 39). Da die relevanten anwaltlichen Dienstleistungen allesamt
vor dem 1. Januar 2018 anfielen, ist dieser auf 8 % zu bemessen.
- 57 -
5.4.6 Zusammenfassend bleibt es – obschon die Vorinstanz eigentlich eine se-
parate Bemessung der jeweiligen Parteientschädigungen für das erst- und das
zweitinstanzliche Verfahren hätte vornehmen müssen – mangels hinreichender
Rechtsmittelanträge bei der vorinstanzlichen Anordnung, wonach die Beklagten
der Klägerin solidarisch eine Parteientschädigung von insgesamt CHF 4'123.– für
das erst- und das zweitinstanzliche Verfahren zu bezahlen haben. Es ist der Klä-
gerin aber ein Mehrwertsteuerzuschlag von 8 % zuzusprechen.
5.5 Kosten- und Entschädigungsfolgen des vorliegenden Verfahrens
5.5.1 Im Berufungsverfahren bemisst sich die Entscheidgebühr grundsätzlich
nach den für die Vorinstanz geltenden Bestimmungen (§ 12 Abs. 1 GebV OG).
Obschon es für die Frage der Zulässigkeit der Berufung auf den Streitwert der zu-
letzt aufrechterhaltenen Rechtsbegehren ankommt (Art. 308 Abs. 2 ZPO; s. oben,
E. 2.1), ist für die Bemessung der ordentlichen Grundgebühr nach § 4 Abs. 1
GebV OG der Streitwert dessen massgeblich, was vor der Rechtsmittelinstanz
tatsächlich noch im Streit liegt (§ 12 Abs. 2 GebV OG), also die Differenz zwi-
schen den Rechtsmittelanträgen und dem von der Vorinstanz Zugesprochenen.
Dieser für die Kostenbemessung massgebende Streitwert beläuft sich auf
CHF 5'244.70. Die daraus resultierende Grundgebühr von rund CHF 1'080.– ist
aufgrund des von der Klägerin verursachten, angesichts des geringen Streitinte-
resses unverhältnismässig grossen Zeitaufwands des Gerichts nach § 4 Abs. 2
GebV OG auf das Doppelte, also auf CHF 2'160.–, zu erhöhen. Eine Reduktion
aufgrund der Säumnis der Beklagten (§ 10 Abs. 1 GebV OG) rechtfertigt sich un-
ter den gegebenen Umständen nicht.
5.5.2 Im Gegensatz zu einem Rückweisungsentscheid, bei welchem nicht das
Unterliegen mit den Rechtsmittelanträgen, sondern das jeweilige Unterliegen in
der Sache massgebend ist (Art. 104 Abs. 4 ZPO; s. oben, E. 5.1 und E. 5.3.2), ist
für die Verteilung der Kosten des vorliegenden Berufungsverfahrens das Unterlie-
gen mit den Rechtsmittelanträgen relevant. Die Klägerin unterliegt mit ihren An-
trägen praktisch vollumfänglich. Entsprechend sind die Kosten des vorliegenden
Verfahrens vollumfänglich der Klägerin aufzuerlegen (Art. 106 Abs. 1 ZPO)
- 58 -
und – soweit ausreichend – mit dem von ihr geleisteten Kostenvorschuss zu
verrechnen.
5.5.3 Für das vorliegende Berufungsverfahren sind keine Parteientschädigungen
zuzusprechen, der Klägerin zufolge ihres Unterliegens, den Beklagten mangels
Umtrieben, die es zu entschädigen gölte (vgl. auch Art. 95 Abs. 3 ZPO und
Art. 106 Abs. 1 ZPO).
(...)"
Zürcher Mietrechtspraxis (ZMP): Entscheidungen des Mietgerichtes und der Schlichtungsbehör-
de des Bezirkes Zürich. Ausgabe 2016, 26. Jahrgang.
Herausgegeben vom Mietgericht des Bezirkes Zürich, Postfach, 8036 Zürich
© Mietgericht des Bezirkes Zürich, Redaktion: MLaw J. Mosele, Leitende Gerichtsschreiberin; Dr.
R. Weber, Mietgerichtspräsident

## Considerations