# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 837a83fc-e7aa-4687-9ceb-4e1166c6c6ce
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2020
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren
197
6
,
war zuletzt vom
1.
Dezember 1995 bis 2
8.
Februar 2001
als
Hausangestellte
im
vollzeitlichen Umfang bei
m Pflegezentrum
Y._
(Urk.
5/18
Ziff. 1)
, und anschliessend vom
1.
März 2003 bis 3
0.
September 200
4
als Küchenangestellte beim Pflegezentrum
Z._
(
Urk.
5/19
Ziff.
1), erwerbstätig gewesen,
als
sie
sich am
2
9.
November 2004
mit dem Hin
weis auf
unfallbedingte Beschwerden im Bereich der
HWS
(Halswirbelsäule;
Urk.
5/3
Ziff. 7.1
-7.2
)
bei der Invalidenversi
cherung zum Leis
tungsbezug an
mel
dete
.
Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, zog bei der Unfallversicherung der Stadt Zürich verschiedene Unterlagen zum Unfall der Ver
sicherten vom 2
0.
September 2003 (
Urk.
5/14-17,
Urk.
5/22,
Urk.
5/30-31) bei und sprach der Versicherten mit der in Rechtskraft erwachsenen Verfügung vom 1
7.
November 2005 (
Urk.
5/44) für die Zeit ab
1.
September 2004 bei einem Invaliditätsgrad von 100
%
eine ganze Rente, zuzüglich Kinderrenten, zu.
1.2
Nach Eingang des von der Versicherten am
7.
November 2006 ausgefüllten Revisionsfragebogens (
Urk.
5/46)
liess die
IV-Stelle
die Versicherte psychiatrisch begutachten
(
Gutachten vom 2
5.
Februar 2008;
Urk.
5/70
) und stellte mit Mit
teilung vom
1
4.
März 2008
(
Urk.
5/74)
einen unveränderten Anspruch der Versicherten auf eine ganze Rente bei einem unveränderten Invaliditätsgrad von 100
%
fest.
1.3
Nach Eingang des von der Versicherten am
2
6.
Januar 2010
ausgefüllten Revi
sionsfragebogens (
Urk.
5/76/1-4
) holte die IV-Stelle einen Bericht bei
einem die Versicherte behandelnden psychiatrischen Facharzt
(
Urk.
5/79/6
) ein und stellte mit Mitteilung vom
8.
Juli 2010
(
Urk.
5/81
) einen unveränderten Anspruch der Versicherten auf eine ganze Rente bei einem unveränderten Invaliditätsgrad von 100
%
fest.
1.4
Nach Eingang des von der Versicherten am 2
7.
Juni 2013 ausgefüllten Revisions
fragebogens (
Urk.
5/85/1-8)
liess die IV-Stelle die Versicherte polydisziplinär begutachten
(
Gutachten vom 2
8.
März 2014;
Urk.
5/
100/1-61
) und stellte mit Mitteilung vom
4.
Juni 2014
(
Urk.
5
/104
) einen unveränderten Anspruch der Ver
sicherten auf eine ganze Rente bei einem unveränderten Invaliditätsgrad von 100
%
fest
.
1.5
Nach Eingang des von der Versicherten am
8.
Juli 2015
ausgefüllten Revisions
fragebogens (
Urk.
5/115
)
führte die IV-Stelle eine Abklärung
an Ort und Stelle
im Haushalt der Versicherten durch (Abklärungsbericht
vom 1
0.
Juli 2018;
Urk.
5/171)
und sprach der Versicherten n
ach Erlass des Vorbescheids (
Urk.
5/169)
mit Verfügung vom
2.
November 2018 (
Urk.
5/181 und Urk. 5/173/1-5) eine Hilflosenentschädigung für eine leichte Hilflosigkeit
mit Wirkung ab
1.
Juni 2015
zu.
2.
Gegen die Verfügung vom
2.
November 2018
(
Urk.
5/181 und Urk. 5/173/1-5) erhob die
Versicherte am
3
0.
November 2018
Beschwerde (
Urk.
1) und beantragte
sinngemäss
, diese sei
insoweit aufzuheben, als ihr darin für die Zeit ab Renten
beginn keine Hilflosenentschädigung ausgerichtet w
orden sei, und es sei ihr
eine Hilflosenentschädigung
auch
für die Zeit ab Rentenbeginn
vom
1.
September 2004 bis 3
1.
Mai 2015
zuzusprechen.
Mit Beschwerdeantwort vom
1
8.
Januar 2018
(
Urk.
4
) beantragte die IV-Stelle die Abweisung der Beschwerde.
Mit
dem
in Rechtskraft erwachsenem Zwischenentscheid vom
4.
Juni 2019 (Urk.
6) wurde
der
Beschwerdeführerin
die
Gelegenheit
eingeräumt,
um zu
einer allfälligen, vom Gericht als Möglichkeit in Betracht gezogenen
Rück
weisung der Sache an die IV-Stelle zur ergänzenden Abklärung und
einer
damit verbun
denen Ab
änderung der angefochtenen Verfügung zu ihrem Nachteil (
re
formatio
in peius) Stellung zu nehmen oder die Beschwerde zurückzu
zie
hen.
Die Beschwerde
führerin liess sich
indes
nicht
mehr
vernehmen
(vgl.
Urk.
8)
.
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Gemäss
Art.
42
Abs.
1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG)
haben Versicherte mit Wohnsitz und gewöhnlichem Aufenthalt (
Art.
13
des Bun
desgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrech
ts, ATSG
) in der Schweiz, die hilflos (
Art.
9 ATSG) sind, Anspruch auf eine Hilflosenentschä
digung. Vorbehalten bleibt Artikel 42
bis
IVG. Als hilflos gilt eine Person, die wegen einer Beeinträchtigung der Gesundheit für alltägliche Lebensver
richtungen dauernd der Hilfe Dritter oder der persönlichen Überwachung bedarf (
Art.
9 ATSG). Im Bereich der Invalidenversicherung gilt auch eine Person als hilflos, welche zu Hause lebt und wegen der gesundheitlichen Beeinträchtigung dauernd auf lebenspraktische Begleitung angewiesen ist (
Art.
42
Abs.
3 Satz 1 IVG;
Art.
38
der Verordnung über
die Invalidenversicherung, IVV
). Praxisgemäss (BGE
121 V 88 E. 3a mit Hinweisen)
sind die folgenden sechs alltäglichen Lebensver
richtungen massgebend (BGE 127 V 94 E. 3c, 125 V 297 E. 4a):
—
Ankleiden, Auskleiden;
—
Aufstehen, Absitzen, Abliegen;
—
Essen;
—
Körperpflege;
—
Verrichtung der Notdurft;
—
Fortbewegung (im oder ausser Haus), Kontaktaufnahme
.
1.2
Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts richtet sich der zeitliche Beginn des Anspruchs auf Hilflosenentschädigung nach Vollendung des ersten Lebensjahres entgegen dem wörtlich verstandenen Verweis in Art. 42 Abs. 4 IVG nicht nach Art. 29 Abs. 1 IVG. Vielmehr gelangt sinngemäss Art. 28 Abs. 1 IVG zu den Anspruchsvoraussetzungen für eine Rente zur Anwendung (BGE 137 V 351 Regeste und E. 5.1 unter Hinweis auf die – vom Bundesgericht als rechtmässig bezeichnete und seit dem 1. Januar 2008 unveränderte – Randziffer 8092 des Kreisschreibens des Bundesamtes für Sozialversicherung über Invalidität und Hilflosigkeit in der Invalidenversicherung [KSIH]). Der Anspruch auf eine Hilf
losenentschädigung entsteht demnach grundsätzlich nach dem Ablauf eines Wartejahres in sinngemässer Anwendung von Art. 28 Abs. 1
lit
. b IVG.
1.3
Art. 37 IVV sieht drei Hilflosigkeitsgrade vor. Gemäss Abs. 3 dieser Bestimmung gilt die Hilflosigkeit als leicht, wenn die versicherte Person trotz der Abgabe von Hilfsmitteln:
a.
in mindestens zwei alltäglichen Lebensverrichtungen regelmässig in erhebli
cher Weise auf die Hilfe Dritter angewiesen ist;
b.
einer dauernden persönlichen Überwachung bedarf;
c.
einer durch das Gebrechen bedingten ständigen und besonders aufwendigen Pflege bedarf;
d.
wegen einer schweren Sinnesschädigung oder eines schweren körperlichen Gebrechens nur dank regelmässiger und erheblicher Dienstleistungen Dritter gesellschaftliche Kontakte pflegen kann; oder
e.
dauernd auf lebenspraktische Begleitung im Sinne von Art. 38 IVV ange
wiesen ist.
1.4
Gemäss
Art.
37 Abs. 2 IVV gilt die Hilflosigkeit als mittelschwer, wenn die versi
cherte Person trotz der Abgabe von Hilfsmitteln:
a.
in den meisten alltäglichen Lebensverrichtungen regelmässig in erheblicher Weise auf die Hilfe Dritter angewiesen ist;
b.
in mindestens zwei alltäglichen Lebensverrichtungen regelmässig in erhebli
cher Weise auf die Hilfe Dritter angewiesen ist und überdies einer dauernden persönlichen Überwachung bedarf; oder
c.
in mindestens zwei alltäglichen Lebensverrichtungen regelmässig in erhebli
cher Weise auf die Hilfe Dritter und überdies dauernd auf lebens
praktische Begleitung im Sinne von Art. 38 IVV angewiesen ist.
Nach der Rechtsprechung setzt Hilflosigkeit mittelschweren Grades nach Art. 37 Abs. 2
lit
. a IVV eine Hilfsbedürftigkeit in mindestens vier alltäglichen Lebens
verrichtungen voraus (BGE 121 V 88 E. 3b, 107 V 145 E. 2).
1.5
Gemäss
Art.
37
Abs.
1 IVV gilt die Hilflosigkeit als schwer, wenn die versicherte Person vollständig hilflos ist. Dies ist der Fall, wenn sie in allen alltäglichen Lebensverrichtungen regelmässig in erheblicher Weise auf die Hilfe Dritter ange
wiesen ist und überdies der dauernden Pflege oder der persönlichen Überwachung bedarf.
1.6
Pflege und Überwachung beziehen sich nicht auf die alltäglichen Lebensverrich
tungen und sind deshalb von der indirekten Dritthilfe zu unterscheiden (ZAK
1984 S. 357 E. 2c). Es handelt sich vielmehr um eine Art medizinischer oder pflegerischer Hilfeleistung, die infolge des physischen, geistigen oder psychischen Zustandes der versicherten Person notwendig ist. Unter Pflege ist zum Beispiel die Notwendigkeit zu verstehen, täglich Medikamente zu verabreichen oder eine Bandage anzulegen. Die Notwendigkeit der persönlichen Überwachung ist bei
spielsweise dann gegeben, wenn die versicherte Person wegen geistiger Absenzen nicht während des ganzen Tages allein gelassen werden darf (BGE 107 V 136 E.
1b mit Hinweis; ZAK 1990 S. 46 E. 2c; Urteil des Bundesgerichts I 431/05 vom 13. Oktober 2005 E. 1.3 mit Hinweisen).
1
.7
Die benötigte Hilfe kann praxisgemäss nicht nur in direkter Dritthilfe, sondern auch bloss in Form einer Überwachung der versicherten Person bei Vornahme der relevanten Lebensverrichtungen bestehen, indem etwa die Drittperson sie auffor
dert, eine Lebensverrichtung vorzunehmen, die sie wegen ihres psychischen Zustandes ohne besondere Aufforderung nicht vornehmen würde (sog. indirekte Dritthilfe; BGE 121 V 88 E. 3c, 107 V 145 E. 1c und 139 E. 1b, 105 V 38; 106 V 153, 105 V 52 E. 4a; Urteil des Bundesgerichts I 431/05 vom 13. Oktober 2005 E.
1.3 mit Hinweis).
1.8
Nach
Art.
38
Abs.
1 IVV liegt ein Bedarf an lebenspraktischer Begleitung im Sinne von
Art.
42
Abs.
3 IVG vor, wenn eine volljährige versicherte Person aus
serhalb eines Heimes lebt und infolge Beeinträchtigung der Gesundheit:
a.
ohne Begleitung einer Drittperson nicht selbständig wohnen kann;
b.
für Verrichtungen und Kontakte ausserhalb der Wohnung auf Begleitung einer Drittperson angewiesen ist; oder
c.
ernsthaft gefährdet ist, sich dauernd von der Aussenwelt zu isolieren.
Ist lediglich die psychische Gesundheit beeinträchtigt, so muss für die Annahme einer Hilflosigkeit gleichzeitig ein Anspruch auf mindestens eine
Viertelsrente
bestehen (
Art.
38
Abs.
2 IVV).
Zu berücksichtigen ist nur diejenige lebenspraktische Begleitung, die regelmässig und im Zusammenhang mit den in Absatz 1 erwähnten Situationen erforderlich ist. Nicht darunter fallen insbesondere Vertretungs- und Verwaltungstätigkeiten im Rahmen von Massnahmen des Erwachsenenschutzes nach den Artikeln 390
398 des Zivilgesetzbuches (
Art.
38
Abs.
3 IVV).
Unerheblich ist, in welcher Umgebung sich die versicherte Person
abgesehen davon, dass sie ausserhalb des Heims wohnen muss
-
aufhält und ob sie auf die Hilfe des Ehegatten, der Kinder oder der Eltern zählen kann (BGE 133 V 450 E.
2.2.3 und 5).
Als regelmässig im Sinne von
Art.
38
Abs.
3 Satz 1 IVV gilt die lebenspraktische Begleitung, wenn sie über eine Periode von drei Monaten gerechnet im Durch
schnitt mindestens 2 Stunden pro Woche benötigt wird (BGE 133 V 450 E.
6.2).
Die lebenspraktische Begleitung beinhaltet weder die (direkte oder indirekte) Dritthilfe bei den sechs alltäglichen Lebensverrichtungen noch die Pflege noch die Überwachung. Sie stellt vielmehr ein zusätzliches und eigenständiges Institut der Hilfe dar (BGE 133 V 450 E. 9).
Das Gesetz macht den Anspruch auf Hilflosenentschädigung nicht davon abhängig, ob die lebenspraktische Begleitung kostenlos erfolgt oder nicht (BGE
133 V 472 E. 5.3.2).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin ging in der angefochtenen Verfügung
vom
2.
November 2018 (
Urk.
5/181,
Urk.
5/173) davon aus, dass die Beschwerdeführerin auf eine lebenspraktische Begleitung von mehr als zwei Stunden in der Woche angewiesen sei, weshalb ein Anspruch auf eine leichte Hilflosenentschädigung ausgewiesen sei.
Da sich der Gesundheitszustand in den letzten Jahren nicht verändert ha
be
, sei davon auszugehen, dass die Wartefrist bereits vor Jahren, spätestens jedoch seit dem Zeitpunkt der Rentenrevision eröffnet worden sei. Da die Rentenrevision am
1.
Juni 2015 eingeleitet worden sei, sei ein Anspruch auf eine Hilflosen
ent
schädigung für eine Hilflosigkeit leichten Grades ab diesem Zeitpunkt ausge
wiesen (
Urk.
5/173/1).
2.2
Die Beschwerdeführerin bringt
hiegegen
vor, dass ihr Gesundheitszustand seit d
er erstmaligen
Rentenzusprache
vom
1.
September 2004
unverändert
geblieben sei, weshalb
ihr
eine
Hilflosenentschädigung bereits ab diesem Zeitpunkt
zuzuspre
chen
sei
(
Urk.
1)
.
3.
3.1
Die Beschwerdeführerin rügt den Umfang der ihr zugesprochenen Hilflosenent
schädigung für eine Hilflosigkeit leichten Grades nicht, sondern
lediglich
d
en Beginn der
Zusprache der
Hilflosenentschädigung.
3.2
Für die Umschreibung des Prozessthemas ist nach den Regeln über den Anfechtungs- und Streitgegenstand zu verfahren. Streitgegenstand im System der nachträglichen Verwaltungsrechtspflege ist das Rechtsverhältnis, welches
-
im Rahmen des durch die Verfügung bestimmten Anfechtungsgegenstandes
-
den aufgrund der Beschwerdebegehren effektiv angefochtenen Verfügungsgegen
stand bildet. Anfechtungsgegenstand und Streit
gegenstand sind identisch, wenn die Verfügung insgesamt angefochten wird. Bezieht sich demgegenüber die Beschwerde nur auf einzelne der durch die Verfügung bestimmten Rechtsver
hältnisse, gehören die nicht beanstandeten Rechtsverhältnisse zwar wohl zum Anfechtungs-, nicht aber zum Streitgegenstand.
Die begriffliche Unterscheidung von Streit- und Anfechtungsgegenstand erfolgt demnach auf der Ebene von Rechtsverhältnissen. Für die Umschreibung des Streitgegenstandes und seine Abgrenzung vom Anfechtungsgegenstand nicht von Bedeutung sind die bestimmenden
Elemente («
Teilaspekte
»
) des verfügungs
weise festgelegten Rechtsverhältnisses. Dazu zählen bei der Zusprechung von Versicherungsleistungen unter anderem die für die Anspruchsberechtigung als solche massgebenden Gesichtspunkte, wie die versicherungsmässigen Voraus
setzungen, ferner die einzelnen Faktoren für die (massliche und zeitliche) Fest
setzung der Leistung, bei Invalidenrenten insbesondere der Invaliditätsgrad, die Rentenberechnung und der Rentenbeginn. Teilaspekte eines verfügungsweise festgelegten Rechtsverhältnisses dienen in der Regel lediglich der Begründung der
Verfügung und sind daher grundsätzlich nicht selbständig anfechtbar. Die Beschwerdeinstanz überprüft den Streitgegenstand bestimmende, aber nicht beanstandete Elemente indes nur, wenn
hiezu
aufgrund der Vorbringen der Parteien oder anderer sich aus den Akten ergebender Anhaltspunkte hinreichen
der Anlass besteht. Zieht das Gericht an sich nicht bestrittene Aspekte des streitigen Rechtsverhältnisses in die Prüfung mit ein, hat es bei seinem Entscheid je nachdem die Verfahrensrechte der am Prozess Beteiligten, insbesondere das Anhörungsrecht der von einer möglichen Schlechterstellung bedrohten Partei, oder den grundsätzlichen Anspruch auf den doppelten Instanzenzug zu beachten (BGE 130 V 501 E. 1.1 S. 502; 125 V 413 E. 2 S. 415 mit Hinweisen).
3.3
Für die begriffliche Umschreibung des Streitgegenstandes und seine Abgrenzung vom Anfechtungsgegenstand sind Teilaspekte wie die versicherungsmässigen Vor
aussetzungen sowie die einzelnen Faktoren für die massliche und zeitliche Festsetzung der Leistung, bei Invalidenrenten insbesondere der Invaliditätsgrad, die Rentenberechnung und der Rentenbeginn nicht von Bedeutung. Teilaspekte eines verfügungsweise festgelegten Rechtsverhältnisses dienen in der Regel lediglich der Begründung der Verfügung und sind daher grundsätzlich nicht selb
ständig anfechtbar. Sie können folgerichtig erst als rechtskräftig beurteilt gelten, wenn über den Streitgegenstand insgesamt rechtskräftig entschieden worden ist (BGE 125 V 413 E. 2b mit Hinweisen).
Der
Streitgegenstand des vorliegenden Verfahrens
umfasst
daher
sowohl die Höhe des
Anspruch
s
der Beschwerdeführerin
auf eine Hilflosenentschädigung als auch dessen
Beginn in zeitlicher Hinsicht, was im Folgenden zu prüfen ist.
4.
4.1
Nach der im Juni 2013 von Amtes wegen eingeleiteten Rentenrevision liess die Beschwerdegegnerin die Beschwerdeführerin polydisziplinär durch die Ärzte der
Medas
A._
, Medizinische Abklärungsstelle, begutachten
, welche
in ihrem Gutachten vom 2
8.
März 2014 (
Urk.
5/100/1-61)
erwähnten
, dass die Beschwerdeführerin am
3.
und
5.
Februar 2014 rheumatologisch, inter
nistisch, psychiatrisch und neurologisch untersucht worden sei
,
und die folgen
den polydisziplinären Diagnosen (S. 39)
stellten
:
Hauptdiagnosen mit Einschränkung der zumutbaren Arbeitsfähi
gkeit:
-
c
hron
i
fiziertes
zervikospondylogenes
und
-
zephales
sowie
thorakolumbo
vertebrales
Schmerzsyndrom
mit/bei:
-
kraniozervikalem
Beschleunigungstrauma
vom 2
0.
September
2003
-
radiologisch fehlende
n
strukturelle
n
Läsionen der
Halswirbelsäule (
HWS
) und des Gehirns
-
segmentale
r
Dysfunktion
-
muskuläre
r
Dysbalance
-
muskuläre
r
Dekonditionierung und Haltungsinsuffizienz
-
z
ervi
k
ale
r
Streckhaltung
-
S
pondylarthrose
in den Bereichen HWK7 und
BWK1
beidseits
-
Verdacht auf dissoziatives Verhaltensmuster
-
p
sychische- und Verhaltensstörung durch Sedativa und Hypnotika, Abhängigkeitssyndrom, ständiger Substanzgebrauch
Nebendiagnosen ohne wesentliche Einschränkung der Arbeitsfähigkeit
:
-
c
hronische
Spannungstypkopfschmerzen mit/
bei
:
-
erheblichem
Analgetikaübergebrauch
seit Jahren
-
Status nach HWS-Distorsionstrauma
vom September 2003
-
s
aisonale
Pollinosis
-
Hausstaubmilbenallergie
-
allergisches Asthma bronchiale mit/bei:
-
a
ktuell normale
r
Lungenfunktion
-
Status nach laparoskopischer
Cholezystektomie
bei symptomatischer
Cholecystolithiasis
am
1
2.
Januar 2007
-
Reizgasinhalation mit
J
avelwasser
am
4.
November
2006
-
Varikosis
cruris
Die Gutachter führten aus, dass die Beschwerdeführerin anlässlich der
psychiatri
schen
Untersu
chung
stark unter dem Einfluss
von
Benziodia
ze
pinen
gestanden
sei.
Der
zwei Tage vor der psychiatrischen Untersuchung abgenommene Valium-Blutspiegel
sei indes
sehr tief gewesen
, weshalb davon auszugehen sei,
dass die Beschwerdeführerin Benzodiazepine nicht regelmässig
,
sonder
n
n
ur gelegentlich
einnehme, o
bwohl sie
anlässlich der psychiatrischen Untersuchung
angegeben habe, täglich
jeweils am Mittag
10 Milligramm Valium und
am Abend
10 Milligramm Stilnox einzunehmen (
S. 26 f.)
.
Aus somatischer Sicht bestehe keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit. Aus neurologischer Sicht
sei von einem
chron
ischen Spannungstypkopfschmerz
auszugehen, welcher sowohl durch
Analgetika
als auch durch psychologische
Faktoren
verursacht
werde. Ein Zusammenhang zwischen den Schmerzen und dem HWS
Distorsionstrauma, wel
ches mittlerweile mehr als 10 Jahre zurückliege, sei zu verneinen. Aus rheuma
tologischer Sicht seien die zahlreichen geklagten Beschwerden nicht objektivier
bar
und es
sei
eine psychi
sche Überlagerung
festgestellt worden
. Die aktuell von der Beschwerdeführerin geschilderten Beschwerden korrelierten
daher
höchstens teilweise mit den erhobenen pathologischen klinischen Befunden. Strukturelle posttraumatische,
entzündliche oder relevante degenerative Veränderungen seien in den aktuellen Röntgenverlaufsaufnahmen nicht ersichtlich gewesen
(S. 42
f.
)
.
Aus psychiatrischer Sicht
sei
zur genauen Diagnosestellung
die vorgängige Durchführung
ein
es
Benzodiazepinentzug
s
erforderlich
(S. 43)
.
Aus rheumatologischer Sicht
bestehe in Bezug auf die von der Beschwerdeführe
rin zuletzt ausgeübte Tätigkeit als Hilfsköchin, welche
als körperlich leicht
bis mittelschwer
adaptiert anzusehen
sei, eine uneingeschränkte Arbeitsfähigkeit. Des Gleichen hätten auch die neurologischen und internistischen Unter
suchungen eine uneingeschränkte Arbeitsfähigkeit in Bezug auf die zuletzt ausgeübte Tätig
keit ergeben.
Aus
psychiatrische
r
Sicht
sei a
uf Grund des
Benzodiazepinabusus
von einer
voll
ständige
n
Arbeitsunfähigkeit in Bezug auf
die zuletzt ausgeübte Tätigkeit als Hilfsköchin
sowie
für jegliche adaptierte Tätigkeit
auszugehen
. Eine Beurt
eilung und Diagnosestellung wei
terer psychischer Leiden
sei
auf Grund der
Medikation mit Benzodiazepinen und ihrer Wirkung
gegenwärtig
nicht möglich
(S. 43)
,
und es sei ein stationärer Benzodiazepin-Entzug angezeigt.
Die Durchführung eines solchen sei der Beschwerdeführerin zuzumuten (S. 44).
Gegenwärtig sei von einer vollständigen Arbeitsunfähigkeit aus psychischen Gründen auszugehen
(S. 43).
4.2
Der die Beschwerdeführerin
behandelnde Psychologe
B._
diagnosti
zierte mit Bericht vom 2
2.
August 2015 (
Urk.
5/119) eine Somatisierungsstörung,
eine
gegenwärtig leichte
depressive
Episode sowie eine Persönlichkeitsstörung (
Ziff.
1.2) und erwähnte, dass die Beschwerdeführerin gegenwärtig schwanger sei, und dass sie die Medikamente Valium und
Deanxit
langsam abgesetzt habe und seit April 2015 nicht
mehr einnehme
(
Ziff.
3.2). Für Tä
t
igkeiten ausser Haus bestehe eine vollständige Arb
e
itsunfähigkeit
(
Ziff.
2.1).
Die Beschwerdeführerin habe keinen
Bedarf auf Hilfe von Dritten zu
r
Erledigung der alltäglichen Lebens
verrichtungen
wie
An
- und
Auskleiden
, Aufstehen, Absitzen, Abliegen, Essen, Körperpflege, Verrichtung der Notdurft, Fortbewegung und
Pfle
ge gesellschaftli
cher Kontakte und bedürfe keiner
Hilfe bei der Alltagsstrukturierung
(
Ziff.
1.4).
4.3
Dr.
med.
C._
, praktischer Arzt, stellte in seinem Bericht vom 3
0.
August 2015
(
Urk.
5/120)
die folgenden Diagnosen (
Ziff.
1.2):
-
chronische Nacken- und Kopfschmerzen nach Unfall im Jahr 2003
-
depressive Stimmung
Der Arzt erwähnte, dass der Gesundheitszustand
der Beschwerdeführerin sta
tionär sei, und dass die Beschwerdeführerin keinen
Bedarf auf Hilfe von Dritten zu
r
Erledigung der alltäglichen Lebensverrichtungen
wie
An
- und
Auskleiden
,
Aufstehen, Absitzen, Abliegen, Essen, Körperpflege, Verrichtung der Notdurft, Fortbewegung und
der
Pfle
ge gesellschaftlicher Kontakte habe, und dass sie über keine
Hilfe bei der Alltagsstrukturierung
bedürfe (
Ziff.
1.4). Es bestehe ein
e
voll
ständige Arbeitsunfähigkeit
(
Ziff.
2.1). Die Beschwerdeführerin leide unter einer psychosozialen Belastung durch Spannungen zuhause (
Ziff.
4.4).
Mit Bericht vom 1
4.
März 2016 (
Urk.
5/128) bestätigte
Dr.
C._
, dass die Beschwerdeführerin keinen
Bedarf auf Hilfe von Dritten zu
r
Erledigung der all
täglichen Lebensverrichtungen
und
der
Pfle
ge gesellschaftlicher Kontakte habe, und dass sie über keine
Hilfe bei der Alltagsstrukturierung
bedürfe (Ziff.
1.4).
4.4
Dr.
med.
D._
, Facharzt für Psychiatrie und Psycho
thera
pie, stellte in seinem Bericht vom
3.
Oktober 2017 (
Urk.
5/156) die folgenden Diagnosen (
Ziff.
1.2):
-
kombinierte Persönlichkeitsstörung, seit der Jugend
-
rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig schwere Episode, mit psy
chotischen Zeichen,
bestehend
seit dem jungen Erwachsenenalter
Der Arzt führte aus, dass die Beschwerdeführerin seit dem Winter
2016
einmal in der Woche
einer
Unterstützung durch eine psychiatrische Spitex im Sinne einer Grundreinigung der Wohnung und stützender Gespräche bedürfe (
Ziff.
1.4). Es bestehe aus psychiatrischer Sicht eine vollständige Arbeitsunfähigkeit (Ziff. 2.1). Medikamentös werde die Beschwerdeführerin mit
Wellbutrin
und Trittico behan
delt (
Ziff.
3.2). Auf Grund der bestehenden Chronifizierung des Beschwerdebildes, der Komorbidität und der Schwere der S
ymptomatik sei die Prognose als schlecht beziehungsweise als negativ einzustufen
(
Ziff.
3.3).
4.5
Die Abklärungsperson der Beschwerdegegnerin erwähnte im
Haushalt
a
bklärungsbericht vom 1
0.
Juli 2018 (
Urk.
5/171), dass am
9.
Juli 2018 in Anwe
senheit der Abklärungsperson
sowie
dipl.
med.
E._
vom Regionalen Ärztlichen Dienst der Beschwerdegegnerin
, der Beschwerdeführerin und des
Psychologen
F._
eine Abklärung
im Haushalt
am Wohnort der Beschwerdeführerin durchgeführt worden sei (S. 1)
, und
führte aus, dass die Beschwerdeführerin
dabei
verlangsamt gewirkt
habe
und
dass sie gelallt habe. Sie
habe
angegeben,
dass sie
auf Verschreibung
ihres
Hausarzt
es
täglich 30
Milli
gramm
V
alium e
innehme
(S. 1)
, dass sie doppelt sehe
und
sich nicht konzen
trieren könne. Sie habe zudem angegeben, nicht sprechen zu können, und
sie habe
deshalb
den anwesenden Psychologen
F._
um
Auskunfter
teilung
gebeten
. Der Psychologe
F._
habe
erwähnt
, dass die Beschwerdeführerin in Stresssituationen schon mehrmals Synkopen erlitten hätte.
Als die Beschwerdeführerin nach ihrer finanziellen Situation gefragt worden sei, habe s
ie mit beiden Händen auf den Tisch
geschlagen
und
geschrien
, dass dieser
Unfall
(im Jahre 2003)
ihr ganzes Leben zerstört habe
, dass
deswegen
alle ihre
Träume zerplatzt
seien, dass sie
keine Menschen
mehr ertrage, und dass sie
sich nicht in
genügend
em Masse
um ihre Tochter und die anderen Kinder kümmern
könne
. Sie
könne nicht e
inmal ein
en
Spaziergang mit
ihrer
Tochter
unternehmen
,
da
sie sich
draussen
nicht orientieren könne.
Zudem könne sie sich nicht mehr kontrollieren und habe
, als sie in Panik geraten sei,
ihren jüngeren Sohn
schon zweimal gewürgt
. Nach
ungefähr vierzig Minuten sei bei der Beschwerdeführerin
eine Synkope auf
getreten. Dabei habe
sie
gerade noch vom
Psychologen
F._
aufgefangen werden
können
und
sei
anschliessend
gebremst
zu
Boden
geglitten (S. 2). Am Boden liegend sei es zu einem Krampfanfall gekommen. Infolgedessen sei die
Haushalta
bklärung abgebrochen worden und die Abklärungsperson sowie der RAD-Arzt
E._
hätten die Wohnung der Beschwerdeführerin verlassen (S. 3).
Anlässlich der Abklärung an Ort und Stelle sei
- so gut es gegangen sei -
auch der Bedarf an lebenspraktischer Begleitung abgeklärt worden
. Es seien
diesbe
züglich
indes
nur sehr wenige Angaben
zu erhalten gewesen
. Denn
das Gespräch mit
der Beschwerdeführerin
hätte
bereits nach vierzig Minuten vorzeitig
beendet
werden müssen, da e
ine weitere Befragung
auf Grund
eines
psychogenen Schock
zustandes
der Beschwerdeführerin
nicht mehr möglich
gewesen sei
.
Bei der Beurteilung des Bedarfs
an lebenspraktischer Begleitung
sei zu berücksichtigen, dass die
Beschwerdeführerin über
eine Haushaltshilfe
verfüge
.
Der diesbezügliche wöchentliche Aufwand von rund
3.5
Stunden
sei dabei teilweise in Anrechnung zu bringen
.
Zusätzlich gelte es zu berücksichtigen, dass die Beschwerdeführerin
v
on
ihrer
Schwester zur Psychotherapie gefahren
werde, und dass sie
ausser
häusliche Termine
nur in
Begl
eitung
wahrnehmen könne
.
Gemäss
ihren Angaben
könne sie
zudem
nicht
mit ihrer Tochter
nach
draussen gehen
, weil sie
sich
draussen
nicht orientieren
könne. Diesbezüglich sei sie
auf Dritthilfe angewiesen.
Es sei sodann
davon
auszugehen
, dass Einkäufe durch Dritte
erledigt würden.
Die Beschwerdeführerin habe denn auch angegeben
, dass sie von
ihren
Söhnen und dem Ehemann unterstützt werde.
Administrative Aufgaben würden
zudem
angeblich zu einem grossen Teil vom Psychologen
F._
über
nommen
. A
uch die Kontakte mit
den
Amtsstellen
würden
entweder
vom
Psycho
logen oder
von ihrem Rechtsanwalt
wahrgenommen
.
Diese Zeitaufwände könn
t
en
indes
nicht angerechnet werden.
Trotz der
relativ wenigen Angaben
sei daher d
avon auszugehen, dass die
Beschwerdeführerin auf
lebenspraktische Begleitung angewiesen
sei
,
und
dass sie
ohne Unterstützung
durch Familienan
gehörige und die Ha
ush
a
ltshilfe nicht alleine wohnen könnte.
Da davon
auszu
gehen
sei
, dass eine Begleitung von mehr als
zwei
Stunden pro Woche
erforder
lich sei
, sei ein Anspruch auf
eine leichte Hilflosenentschädigung
(
mit Begleitung
)
ausgewiesen. Da sich der
Gesundheitszustand in den letzten Jahren nicht verän
dert
habe
,
sei
die Wartefrist
bereits vor Jahren
eröffnet worden und es sei ein
Anspruch auf eine Hilflosenentschädigung leichten Grades ab Einleitung der
Rentenrevision
per
1.
Juni
2015
ausgewiesen
(S. 5).
4.6
Dipl. med.
E._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie und für Neurologie, Regionaler Ärztlicher Dienst (RAD) der Beschwerdegegnerin,
führte in seiner Stellungnahme vom 2
8.
August 2018 (
Urk.
5/168/1-2 = Urk. 5/171/6) aus, dass die Beschwerdeführerin unter einer stark chronifizierten Konversionsstörung mit dissoziativen Krampfanfällen und dissoziativen Amne
sien sowie unter einer Somatisierungsstörung leide. Ob
sie noch
zusätzlich unter einer ausgeprägten depressiven Störung leide,
sei gegenwärtig
wegen
eines anhaltenden
Benzodiazepinmissbrauch
s
nicht zu beurteilen
. Insgesamt bestehe eine seit dem Jahre 2003 stark chronifizierte, komplexe psychosomatische Erkrankung. Da die Therapien
von der Beschwerdeführerin
wahrgenommen wür
den, sei
ein
Leidensdruck
zu bejahen
. Zusätzlich spielten ein sekundärer Krank
heitsgewinn sowie ein kulturell geprägtes somatisches Krankheitsver
ständnis eine Rolle
. Es habe
eine Somatisierung stattgefunden. Eine erneute medizinische Beurteilung
sei in zwei Jahren angezeigt.
5.
5.1
Den obenerwähnten medizinischen Akten ist zu entnehmen, dass die Ärzte der
Medas
A._
in ihrem Gutachten vom 2
8.
März 2014 (vorstehend E.
4.1
) davon ausgingen, dass die Beschwerdeführerin infolge eines
Benzod
iazepin
abusus
unter psychischen Störungen
und
unter einer
Verhaltensstöru
ng durch Sedativa und Hypnotika im Sinne eines Abhängigkeitssyndroms bei ständigem
Substanzgebrauch leide, und
dass eine genaue
Diagnosestellung aus psychiatri
scher Sicht
erst nach einem
Benzodiazepinentzug
erfolgen könne
. Während der Psychologe
B._
am 2
2.
August 2015 (vorstehend E.
4.2
) davon aus
ging, dass die Beschwerdeführerin unter einer Somatisierungsstörung, einer gegenwärtig leichten depressiven Episode sowie unter einer Persönlichkeits
störung leide
,
und dass
sie
ab April 2015
das Benzodiazepin
Valium nicht mehr einnehme, stellte
Dr.
D._
in seinem Bericht vom
3.
Oktober 2017 (vorstehend E.
4.4
) eine kombinierte Persönlichkeitsstörung und eine rezidi
vierende depressive Störung, gegenwärtig schwere Episode mit psychotischen Zeichen, fest. Demgegenüber ging
Dr.
C._
in seinen Berichten vom 3
0.
August 2015 und vom 1
4.
März 2016 (vorstehend E.
4.3
) davon aus, dass die Beschwer
deführerin in psychischer Hinsicht lediglich unter ei
ner depressiven Stimmung leide.
5.2
Während die Ärzte der
Medas
A._
in ihrem Gutachten vom 2
8.
März 2014 (vorstehend E.
4.1
) zur Frage nach einem Bedarf
für
Dritthilfe bei der Erledigung der alltäglichen Lebensverrichtungen sowie der Pflege gesellschaftlicher Kontakte nicht Stellung nahmen beziehungsweise auf Grund des im Vordergrund gestan
denen Benzodiazepin-Konsums nicht dazu Stellung nehmen konnten (vgl.
Urk.
5/100 S. 28), ging
Dr.
C._
i
n seinen Berichten vom 3
0.
August 2015 und vom 1
4.
März 2016 (vorstehend E.
4.3
) davon aus, dass die Beschwerde
führerin keine
r
Dritthilfe zur Erledigung der alltäglichen Lebensverrichtungen, zur Pflege gesellschaftlicher Kontakte und zur Alltagsstrukturierung bedürfe. Demgegenüber vertrat
Dr.
D._
in seinem Bericht vom
3.
Oktober 2017 (vorstehend E.
4.4
) die Ansicht, dass die Beschwerdeführerin seit dem Winter 2016
einmal in der Woche
der Unterstützung durch eine psychiatrische Spitex im Sinne einer Grundreinigung der Wohnung un
d stützender Gespräche bedürfe.
5.3
Die Abklärungsperson der Beschwerdegegnerin führte im Haushaltabklärungs
bericht vom 1
0.
Juli 2018 (vorstehend E.
4.5
) aus, dass die Beschwerdeführerin anlässlich der Abklärung vom
9.
Juli 2018 unter der Wirkung von Benzodiazepi
nen gestanden sei, und
dass sie
deshalb den anwesenden Psychologen gebeten habe, Auskünfte zu erteilen
. In der Folge sei es
nach ungefähr vierzig Minuten bei der Beschwerdeführerin
zu
eine
r
Synkope
gekommen
, weshalb die Abklärung habe abgebrochen werden müssen. Obwohl nur sehr wenige Auskünfte
erhältlich gewesen seien
,
habe
der Bedarf an lebenspraktischer Begleitung
-
so gut es gegangen sei
-
abgeklärt
werden können
.
Dabei sei ein Bedarf der
Beschwerde
führerin
für
Dritthilfe
zu bejahen
,
weil
sie eine Haushaltshilfe
benötige
, von ihrer Schwester zur Psychotherapie gefahren werden müsse
,
nicht alleine nach draussen gehen und keine ausserhäuslichen Termine wahrnehmen könne.
6.
6.1
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
6.2
Gemäss Art. 69 Abs. 2 IVV kann die IV-Stelle zur Prüfung eines Leistungs
an
spruchs unter anderem Abklärungen an Ort und Stelle vornehmen. Nach der Rechtsprechung hat ein Abklärungsbericht unter dem Aspekt der Hilflosigkeit (Art. 9
ATSG) oder des Pflegebedarfs folgenden Anforderungen zu genügen: Als Berichterstatterin oder Berichterstatter wirkt eine qualifizierte Person, welche Kenntnis der örtlichen und räumlichen Verhältnisse sowie der aus den seitens der Mediziner gestellten Diagnosen sich ergebenden Beeinträchtigungen und
Hilfs
bedürftigkeiten
hat. Bei Unklarheiten über physische oder psychische Störungen und/oder deren Auswirkungen auf alltägliche Lebensverrichtungen sind Rückfra
gen an die medizinischen Fachpersonen nicht nur zulässig, sondern notwendig (vgl. BGE 133 V 450 E. 11.1.1). Weiter sind die Angaben der Hilfe leistenden Personen zu berücksichtigen, wobei divergierende Meinungen der Beteiligten im Bericht aufzuzeigen sind. Der Berichtstext schliesslich muss plausibel, begründet und detailliert bezüglich der einzelnen alltäglichen Lebensverrichtungen sowie der tatbestandsmässigen Erfordernisse der dauernden Pflege und der persönlichen Überwachung und der lebenspraktischen Begleitung sein. Schliesslich hat er in Übereinstimmung mit den an Ort und Stelle erhobenen Angaben zu stehen. Das Gericht greift, sofern der Bericht eine zuverlässige Entscheidungsgrundlage im eben umschriebenen Sinne darstellt, in das Ermessen der die Abklärung tätigen
den Person nur ein, wenn klar feststellbare Fehleinschätzungen vorliegen. Das gebietet insbesondere der Umstand, dass die fachlich kompetente Abklärungsper
son näher am konkreten Sachverhalt ist als das im Beschwerdefall zuständige Gericht (
BGE 140 V 543
E. 3.2.1 mit Hinweisen; SVR 2012 IV Nr. 54 S. 195, Urteil des Bundesgerichts 8C_756/2011 vom 12. Juli 2012 E. 3.2). Diese Grundsätze gel
ten entsprechend auch für die Abklärung der Hilflosigkeit unter dem Gesichts
punkt der lebenspraktischen Begleitung (BGE 133 V 450 E. 11.1.1; vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_464/2015 vom 14. September 2015 E. 4) sowie unter dem Aspekt des Intensivpflegezuschlags (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_308/2016 vom 6. September 2016 E. 5.1 mit Hinweis auf 8C_756/2011 vom 12. Juli 2012 E. 3.2).
6.3
Im Falle einer Beeinträchtigung der geistigen Gesundheit stellt der Abklärungs
bericht im Haushalt ein geeignetes Beweismittel für die Bemessung der Invalidität der betroffenen Personen dar. Stimmen jedoch die Ergebnisse der Haushaltabklä
rung nicht mit den ärztlichen Feststellungen der Behinderungen im gewohnten Tätigkeitsbereich überein, so haben Letztere in der Regel mehr Gewicht als die im Haushalt durchgeführte Abklärung (BGE 133 V 450 E. 11.1.1 mit Hinweisen). Diese Rechtsprechung gilt auch für die Abklärung der Hilflosigkeit unter dem Gesichtspunkt der lebenspraktischen Begleitung (Urteil des Bundesgerichts 8C_464/2015 vom 1
4.
September 2015 E. 4; BGE 133 V 450 E. 11.1.1).
6.4
Gemäss der
Rechtsprechung
ist
die Anwesenheit einer von der versicherten Per
son frei gewählten Drittperson bei einer ärztlichen Untersuchung im Regelfall nicht zulässig ist, ausser die Gutachterperson erachtet dies im Einzelfall aus medizinischen
oder anderen Gründen als no
twendig (BGE 140 V 260 E. 3.2.3 und
132 V 443;
Urteile des Bundesgerichts 8C_504
/2014 vom 2
9.
September 2014 E.
5.2.2 und
I 42/06
vom 2
6.
Juni 2007 E.
4.5
).
Um seinen Begutachtungsauftrag erfüllen zu können, ist es unumgänglich, dass sich der medizinische Experte einen zuverlässigen persönlichen Eindruck von der betroffenen Person verschaffen kann. Die Gegenwart einer dritten Person während der Exploration und Untersu
chung, für die sich keine ärztliche Notwendigkeit ergibt, kann sich unter Umstän
den als kontraproduktiv erweisen und die Tatsachenfeststellung erschweren oder der Aufklärung des medizinischen Sachverhalts sonst wie abträglich sein. Nicht nur bei einer psychiatrischen, sondern auch bei der somatischen Begutachtung besteht nämlich die Gefahr, dass die Begleitperson das Wort ergreift, die Gesprächsführung für die zu begutachtende Person übernimmt und damit ihre eigene Einschätzung einbringt oder dass die versicherte Person sich nicht getraut, unbefangen eigene Aussagen zu machen (
Urteil des Bundesgerichts I 42/06 vom 2
6.
Juni 2007 E. 4.5
).
Diese Rechtsprechung gilt auch in Bezug auf eine
Begleitung bei der Haushalts
abklärung
(Urteil des Bundesgericht
s
8C_504/2014 vom 2
9.
September 2014 E.
5.2.2
).
6.5
Nach der Rechtsprechung ist der Beweiswert eines psychiatrischen Gutachtens, das irregulär
zustandegekommen
ist, weil eine dem Exploranden angehörige Per
son dem Sachverständigen (für die Verständigung unabdingbare) Dolmetscher
dienste geleistet hat, regelmässig erheblich herabgesetzt, auch wenn die Expertise anhand der üblichen Beweiswertkriterien unauffällig erscheint (BGE
140 V 260 E. 3.3.2).
7.
7.1
Der Abklärungsbericht
vom 1
0.
Juli 2018 (vorstehend E.
4.5
)
vermag schon des
halb nicht zu überzeugen, weil der medizinische Sachverhalt zum Zeitpunkt der Abklärung vor Ort in psychischer Hinsicht weder in Bezug auf die
gestellten Diagnosen
noch
hinsichtlich der
sich daraus
ergebenden Beeinträchtigungen und
Hilfsbedürftigkeiten
mit hinreichender Klarheit feststand.
Denn einerseits stellten die
Ärzte der
Medas
A._
in ihrem Gutachten vom 2
8.
März 2014 (vorste
hend E.
4.1
) Störungen im Zusammenhang mit einem
Benzodiazepin
abusus
fest und
gingen
im Übrigen davon aus, dass weitere psychiatrische Diagnosen erst nach einem
Benzodiazepi
nentzug
gestellt werden könnten. Damit überein
stimmend ging auch RAD-Arzt
dipl.
med.
E._
, welcher in seiner Stellung
nahme vom 2
8.
August 2018 (vorstehend E.
4.6
) eine stark chronifizierte Kon
versionsstörung mit dissoziativen Krampfanfällen und dissoziativen Amnesien und eine Somatisierungsstörung fest
hielt
, davon aus,
dass die Frage, ob die Beschwerdeführerin
zusätzlich
unter
einer ausgeprägten depressiven Störung leide,
wegen eines
Benzodiazepinmissbrauch
s
nicht beurteilt werden
könne
.
Dem
gegenüber
diagnostizierte
der Psychologe
B._
(vorstehend E.
4.2
) eine Somatisierungsstörung, eine gegenwärtig leichte depressive Episode sowie eine Persönlichkeitsstörung und
ging davon aus, dass die Beschwerdeführerin keiner Dritthilfe zur Erledigung der alltäglichen Lebensverrichtungen u
nd zur Pflege der gesellschaftlichen
Kontakte bedürfe. Damit übereinstimmend
ging
Dr.
C._
in
seinen
Beurteilungen
vom 3
0.
August 2015 und vom 1
4.
März 2016 (vorstehend E.
4.3
) davon aus, dass die Beschwerdeführerin keine
r
Dritthilfe zur Erledigung der a
lltäglichen Lebensverrichtungen und
zur Pflege gesellschaftlicher
Kontakte
bedürfe. Demgegenüber vertrat
Dr.
D._
am
3.
Oktober 2017 (vor
stehend E.
4.4
)
die Ansicht, dass die Beschwerdeführerin unter
eine
r
kombinierte
n
Persönlichkeitsstörung und eine
r
rezidivierend
en
depressive
n
Störung, gegen
wärtig schwere Episode mit psychotischen Zeichen,
leide, und dass sie seit dem Winter
2016 der Unterstützung durch eine psychiatrische Spitex einmal in der Woche im Sinne einer Grundreinigung der Wohnung und stützender Gespräche bedürfe.
Dr.
D._
ging indes nicht von einer
gesundheitlichen
Ver
schlechterung
aus, sondern stellte
ausdrücklich
einen stationären Gesundheits
zustand fest (
Urk.
5/156
Ziff.
1.1).
7.2
Auf Grund der vorliegenden unklaren medizinischen Aktenlage
zum psychischen Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin
erscheint
der medizinische Sachver
halt in Bezug auf die Frage nach dem Bestand und dem Umfang der
Beeinträch
tigungen
und
Hilfsbedürftigkeiten
unter dem Gesichtspunkt der lebensprakti
schen Begleitung
zum Zeitpunkt der Abklärung vor Ort im Haushalt der Beschwerdeführerin vom
9.
Juli 2018 nicht
als
rechtsgenügend abgeklärt. Mangels eines im Hinblick auf die
lebenspraktische Begleitung
rechtsgenügend abgeklärten psychischen Gesundheitszustandes vermag der
Abklärungsbericht vom 1
0.
Juli 2018 (vorstehend E.
4.5
)
in inhaltlicher Hinsicht
daher
nicht zu über
zeugen
, weshalb vorliegend
darauf
nicht abgestellt werden kann
.
Diesbezüglich gilt es zudem
die erwähnte Rechtsprechung zur
Abklärung der Hilflosigkeit
aus psychischen Gründen und insbesondere
unter dem Gesichtspunkt der lebensprak
tischen Begleitung
(vorstehend E.
6.3
)
zu beachten
, wonach
den ärztlichen Fest
stellungen der Behinderungen im gewohnten Tätigkeitsbereich in der Regel mehr Gewicht
zukommt
als
der
im Haushalt durchgeführte
n
Abklärung
.
7.
3
Der
Abklärungsbericht vom
1
0.
Juli 2018 (vorstehend E.
4.5
) vermag sodann auch
insoweit
nicht zu überzeugen, als
er
,
weil die Abklärung bereits nach 40 Minuten infolge einer Synkope der Beschwerdeführerin hat
te
abgebrochen werden müssen
,
nur
auf
sehr wenigen Angaben
der Beschwerdeführerin beruhte
.
Anlässlich der
Abklärung vom
9.
Juli 2018
wurden denn auch die
der
Beschwer
deführerin
Hilfe leistenden Personen
, insbesondere die
Spitexmit
arbeiterin
,
die
Schwester,
die Söhne
und
der
Ehegatte
nicht befragt, weshalb beim Verfassen des Abklärungsberichts die Angabe
n
dieser Personen nicht
angemessen berücksich
tigt
werden konnten
.
Insgesamt ist dem
Abklärungsbericht
vom 10.
Juli 2018 daher
keine nachvollziehbare und detaillierte Begründung
der Ergebnisse der Beurteilung der
Voraussetzungen für eine lebenspraktische Begleitung
zu ent
nehmen, weshalb darauf nicht abgestellt werden kann.
7.
4
Des Weiteren
ist dem
Abklärungsbericht vom 1
0.
Juli 2018 (vorstehend E.
4.5
)
zu entnehmen, dass die Abklärung in
Anwesenheit einer von der
Beschwerdeführe
rin
frei gewählten Drittperson
, nämlich des Psychologen
F._
,
durchgeführt wurde. Dies erscheint vor dem Hintergrund der erwähnten Recht
sprechung, wonach die Anwesenheit einer von der versicherten Person frei gewählten Drittperson
sowohl
bei ein
er ärztlichen Begutachtung als auch bei der Haushaltabklärung
im Regelfall nicht zulässig ist, ausser die Gutachterperson erachtet dies im Einzelfall aus medizinischen oder anderen Gründen als notwen
dig
, als
zumindest
problematisch
.
Denn es sind den Akten keine o
bjektive
n
Gründe
, welche eine Begleitung der
Beschwerdeführerin
durch den Psychologen
F._
anlässlich der
Haushaltabklärung
als notwendig erscheinen liessen
, zu
entnehmen.
Vielmehr ist dem Abklärungsbericht zu entnehmen, dass die Beschwerde
führerin
gegenüber der
Abklärungsperson
angegeben hat,
sich nicht konzentrieren
und
nicht
sprechen zu
könne
n, worauf der
Psychologe
F._
der Abklärungsperson
die erfragten
Auskünfte
erteilt
e
.
Es ist daher davon auszugehen, dass der
Psychologe
F._
teilweise die Gesprächsführung für die Beschwerdeführerin übernommen hat und damit
allen
falls
seine eigene Einschätzung eingebracht hat, wodurch die Tatsachenfest
stellung durch die Abklärungsperson
möglicherweise
erschwert wurde. Durch die Anwesenheit des
Psychologe
n
F._
während der Haushaltabklärung und durch
eine
teilweise Übernahme der Gesprächsführung durch diesen kommt dem
Abklärungsbericht vom 1
0.
Juli 2018 (vorstehend E.
4.5
)
daher nur ein her
abgesetzter Beweiswert
zu, sodass darauf auch aus diesem Grunde vorliegend nicht abgestellt werden kann.
8.
8.1
Das Gericht
holt
gemäss Rechtsprechung
(BGE 139 V 99 E. 1.1 und 137 V 210 E. 4.4.1.4)
in der Regel ein Gerichtsgutachten ein, wenn
es
im Rahmen der Beweiswürdigung zum Schluss kommt, ein bereits erhobener medizinischer Sach
verhalt müsse (insgesamt oder in wesentlichen Teilen) noch gutachtlich geklärt
werden oder eine Administrativexpertise sei in einem rechtserheblichen Punkt nicht beweiskräftig. Eine Rückweisung an die IV-Stelle bleibt hingegen möglich, wenn es darum geht, zu einer bisher vollständig ungeklärten Frage ein Gutachten einzuholen. Ebenso steht es dem Versicherungsgericht frei, eine Sache zurückzu
weisen, wenn allein eine Klarstellung, Präzisierung oder Ergänzung
der medizi
nischen Akten beziehungsweise von gutachtlichen Ausführungen
erforderlich ist (BGE 137 V 210 E. 4.4.1.4).
Gemäss
§ 26 Abs. 1 des Gesetzes über das Soz
ialver
si
che
rungsgericht (
GSVGer
) kann das Gericht insbesondere dann die Angelegen
heit zu neuer Entscheidung an die Vo
r
in
stanz zurückweisen, wenn mit dem angefoch
tenen Entscheid nicht
auf die Sache eingetreten oder der Sachverhalt unge
nügend festgestellt wu
rde.
8
.2
Nach Gesagtem erweist sich vorliegend
sowohl
der medizinische Sachverhalt in psychischer Hin
sicht als auch
der Sachverhalt hinsichtlich der Auswirkungen der
Beeinträchtigungen und
Hilfsbedürftigkeiten
auf die
einzelnen alltäglichen Lebensverrichtungen im Haushalt der Beschwerdeführerin
sowie
hinsichtlich der persönlichen Überwachung und
der
lebenspraktischen Begleitung nicht als rechtsgenügend abgeklärt. Die
Sache
ist daher
an die Beschwerdegeg
nerin zurückzu
wei
sen, damit sie
die Akten vervollständige, ein
psychiatrisches
Gut
achten
-
insbesondere zur
Frage nach
Beeinträchtigungen und
Hilfs
bedürftig
keiten
unter dem Gesichtspunkt der lebenspraktischen Begleitung
-
einhole und gestützt darauf eine
erneute
Abklärung an Ort und Stelle im Haushalt der Beschwerdeführerin
veranlasse
und
an
schliessend über den
Anspruch der Beschwerdeführerin auf eine Hilflosenentschädigung
neu verfüge.
Demzufolge ist die B
eschwerde in genanntem Sinne gutzuheissen.
9
.
Gemäss Art. 69 Abs. 1
bis
IVG ist das Beschwerdeverfahren vor dem kantonalen
Versicherungsgericht bei Streitigkeiten um die Bewilligung oder die Verwei
ge
rung
von IV-Leistungen kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem Verfahrens
aufwand
und unabhängig vom Streitwert unter Berücksichtigung des gesetzli
chen Rahmens
(Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.--) auf Fr. 700.-- festzusetzen und ausgangs
gemäss der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen.