# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 637bc4e5-9115-449f-981a-d739ca222108
**Court:** SG_VGN
**Chamber:** SG_VGN_001
**Year:** 2020
**Language:** de
**Jurisdiction:** SG / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Das Verwaltungsgericht stellt fest:
A.
Die A._ GmbH ist Eigentümerin des Grundstücks Nr. 0000_, Grundbuch X._. Es liegt
gemäss Zonenplan der politischen Gemeinde X._ vom 4. November 2008 in der
Wohn-Gewerbezone WG3. Gegen Süden grenzt es an die als Kantonsstrasse klassierte
Staatsstrasse, gegen Westen an eine vier Grundstücke - darunter auch das Grundstück
Nr. 0000_ - erschliessende in die Kantonsstrasse einmündende Gemeindestrasse
3. Klasse. Die Grundeigentümerin ersuchte am 18. April 2018 um Erteilung einer
Baubewilligung für den Neubau eines Mehrfamilienhauses mit Tiefgarage. Die
Baubehörde prüfte das Projekt in der Folge weder auf die Einhaltung der
lärmschutzrechtlichen Anforderungen noch holte sie bei der zuständigen kantonalen
Behörde eine strassenpolizeiliche Bewilligung ein. Einzig dem Strassenkreisinspektorat
Y._ stellte sie eine "Bauanzeige" zu. Das Baugesuch lag vom 2.-15. Mai 2018
öffentlich auf. Am 4. Juni 2018 erteilte der Gemeinderat der politischen Gemeinde X._
die Baubewilligung.
B.
In der Bauphase wurde festgestellt, dass die Baute gegenüber der Staatsstrasse den
gesetzlich vorgeschriebenen Mindestabstand von vier Metern nicht einhält. Da weder
eine strassenpolizeiliche Ausnahmebewilligung des kantonalen Tiefbauamts noch eine
lärmschutzrechtliche Zustimmung des kantonalen Amts für Umwelt vorlagen, teilte das
Strasseninspektorat dem Bausekretariat der politischen Gemeinde X._ und der
Projektverfasserin am 22. Juli 2019 mit, der Bau sei unverzüglich zu stoppen. Am
23. Juli 2019 reichte das Bausekretariat dem kantonalen Baudepartement das
Baugesuch zur Prüfung ein. Weil die Bauarbeiten fortgesetzt wurden, gelangte das
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 3/9
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St.Galler Gerichte
Strasseninspektorat am 24. Juli 2019 erneut an das Bausekretariat und an die
Projektverfasserin. Es hielt fest, der Baustopp gelte einzig nicht für die Betonarbeiten
für das Dachgeschoss.
Der Gemeinderat verfügte am 25. Juli 2019 einen Baustopp "bis zur definitiven Klärung
der Situation", ausgenommen die Betonarbeiten für das Dachgeschoss, gab der
Bauherrschaft Gelegenheit zur Stellungnahme innert dreier Tage, erklärte die Verfügung
als sofort vollstreckbar und entzog einem allfälligen Rekurs die aufschiebende Wirkung.

## Considerations