# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 4565f54a-1c55-54fc-91d5-03aa1197315e
**Court:** FR_TC
**Chamber:** FR_TC_010
**Year:** 2019
**Language:** de
**Jurisdiction:** FR / Espace_Mittelland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt
A. Am 9. November 2015 wurden A._ sel. und B._ für das Steuerjahr 2014 nach Ermessen veranlagt. Die gegen diese Ermessensveranlagung am 30. März 2016 erhobene Einsprache wurde mit Einspracheentscheid vom 24. Oktober 2016 teilweise gutgeheissen. Mit berichtigter Veranlagungsanzeige vom 7. November 2016 wurde das Einkommen aus unselbständiger Erwerbstätigkeit (Code 1.110) auf CHF 444‘789.- (satzbestimmend: CHF 737‘207.-) festgesetzt. Unter Berücksichtigung der übrigen Steuerfaktoren ergab sich ein steuerbares Einkommen (Code 7.910) von CHF 345‘586.- (direkte Bundessteuer; satzbestimmend: CHF 611‘959.-; geschuldete Steuer nach Steuerabzug: CHF 36‘902.15) bzw. CHF 347‘642.- (Kantonssteuer; satzbestimmend: CHF 305‘000.-; geschuldete Steuer: CHF 46‘926.-) und ein  Vermögen (Code 7.910) von CHF 339‘877.- (satzbestimmend: CHF 738‘290.-;  Steuer: CHF 985.40).
Am 28. November 2016 erhoben die Steuerpflichtigen gegen diesen Einspracheentscheid Beschwerde an den Steuergerichtshof des Kantonsgerichts Freiburg (nachfolgend: ). Sie machten geltend, die auf dem Lohnausweis ausgewiesenen Mitarbeiterbeteiligungen seien bereits in C._ versteuert worden, weshalb sie einkommenssteuerrechtlich nicht (auch nicht satzbestimmend) berücksichtigt werden dürften.
Mit Urteil 604 2016 155/156 vom 9. Oktober 2017 wies der Steuergerichtshof die Beschwerde ab, soweit er darauf eintrat. Dies mit der Begründung, die Kantonale Steuerverwaltung (nachfolgend: Steuerverwaltung) habe die Einsprache, was die streitigen Mitarbeiterbeteiligungen anbelange, gutgeheissen. Dabei habe sie auf die von den Steuerpflichtigen im Rahmen des  nachgereichten Unterlagen (Steuererklärung; Lohnausweis) abgestellt. Inwiefern die  in Bezug auf die Mitarbeiterbeteiligungen durch den angefochtenen  beschwert seien, sei deshalb nicht ohne Weiteres ersichtlich. Allerdings könne diese Frage offen gelassen werden, da die Beschwerde, sollte darauf eingetreten werden, ohnehin abzuweisen wäre. Eine Ermessensveranlagung könne nämlich nur wegen offensichtlicher Unrichtigkeit  werden. Eine offensichtliche Unrichtigkeit sei aber nicht festzustellen.
Das Urteil des Steuergerichtshofs ist unangefochten in Rechtskraft erwachsen.
B. Am 3. Januar 2018 wurden die Steuerpflichtigen für das Steuerjahr 2015 ordentlich . Die gegen diese Veranlagung am 5. Februar 2018 erhobene Einsprache wurde mit  vom 22. März 2018 abgewiesen. Auch gegen diesen Einspracheentscheid erhoben die Steuerpflichtigen am 25. April 2018 Beschwerde an den Steuergerichtshof. Sie machten wiederum geltend, dass die Mitarbeiterbeteiligungen, welche auf dem Lohnausweis ausgewiesen seien, bereits in C._ versteuert worden seien, weshalb sie zu Unrecht einkommenssteuerrechtlich berücksichtigt worden seien.
Nachdem die Steuerverwaltung den angefochtenen Einspracheentscheid vom 22. März 2018 lite pendente in Wiedererwägung gezogen hatte, wurde das Beschwerdeverfahren mit Verfügung 604 2018 41/42 der stellvertretenden Präsidentin des Steuergerichtshofs vom 20. Juni 2018 als  vom Geschäftsverzeichnis gestrichen.
C. Am 19. September 2018 beantragten die Steuerpflichtigen bei der Steuerverwaltung die Revision der Steuerveranlagung 2014. Sie stellten namentlich die folgenden Rechtsbegehren:
Kantonsgericht KG Seite 3 von 8
1. Der Einspracheentscheid der Kantonalen Steuerverwaltung (...) vom 24. Oktober 2016 sei einer Revision zu unterziehen.
2. Das im Lohnausweis unter Ziffer 5 ausgewiesene Erwerbseinkommen des Ehemannes sei um CHF 271‘478.35 zu reduzieren, da dieses Einkommen bereits in C._ versteuert worden sei.
3. Es seien die Steuerfaktoren (...) wie folgt zu gewähren:
Steuerbares Einkommen (Kanton) CHF 302‘292.- Satzbestimmendes Einkommen CHF 338‘591.-
Steuerbares Vermögen (Kanton) CHF 339‘877.- Satzbestimmendes Vermögen CHF 738‘290.-
Steuerbares Einkommen (Bund) CHF 303‘217.- Satzbestimmendes Einkommen CHF 340‘471.-
Zur Begründung führten sie im Wesentlichen an, dass mit Verfügung der stellvertretenden  des Steuergerichtshofs vom 20. Juni 2018 bestätigt worden sei, dass die Arbeitgeberin die Lohnausweise falsch ausgestellt habe, da diese zu Unrecht bereits in C._ versteuerte Mitarbeiterbeteiligungen auswiesen. Damit basiere die Steuerveranlagung 2014 auf einem offensichtlich unrichtigen Lohnausweis, weshalb auch die Veranlagung als solche offensichtlich unrichtig sei.
Mit Entscheid vom 9. Oktober 2018 wies die Steuerverwaltung das Revisionsgesuch ab. Dies mit der Begründung, dass das Urteil des Steuergerichtshofs vom 9. Oktober 2017 nicht angefochten worden und deshalb in Rechtskraft erwachsen sei. Auch würden keine neuen Tatsachen geltend gemacht, die nicht bereits im ordentlichen Rechtsmittelverfahren hätten angerufen werden können.
Gegen diesen Entscheid erhoben die Steuerpflichtigen am 13. November 2018 Einsprache an die Steuerverwaltung. Sie wiederholten ihre bereits im Revisionsgesuch gestellten Anträge. Zudem beantragten sie, es sei das Revisionsverfahren zu sistieren, bis von der Steuerverwaltung eine Begründung vorliege, weshalb die Steuerveranlagung 2015 lite pendente in Wiedererwägung gezogen worden sei.
Am 10. Dezember 2018 wies die Steuerverwaltung die erhobene Einsprache ab.
D. Mit Beschwerde vom 14. Januar 2019 gelangten die Steuerpflichtigen ein weiteres Mal an den Steuergerichtshof. Sie stellen die folgenden Anträge:
1. Der angefochtene Einspracheentscheid sei wegen widersprüchlichen und treuwidrigen Verhaltens seitens der Steuerverwaltung sowie wegen Verletzung des rechtlichen Gehörs aufzuheben und die Angelegenheit zur Gewährung des rechtlichen Gehörs an diese zurückzuweisen.
2. Die Steuerverwaltung sei zu verpflichten, an der Erstellung korrekter Lohnausweise durch die Arbeitgeberin betreffend die Jahre 2014-2016 mitzuwirken, und es sei das vorliegende Verfahren so lange zu sistieren, bis gesicherte Ausweise betreffend das Jahr 2014 vorliegen.
Dies unter Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten der Steuerverwaltung.
Der mit Verfügung vom 18. Januar 2019 auf CHF 2‘500.- festgesetzte Kostenvorschuss wurde am 7. Februar 2019 geleistet.
Kantonsgericht KG Seite 4 von 8
In ihren Bemerkungen vom 10. April 2019 schliesst die Steuerverwaltung auf Abweisung der Beschwerde.
Die Eidgenössische Steuerverwaltung verzichtete auf eine Vernehmlassung.
Mit Eingabe vom 1. Mai 2019 teilten die Beschwerdeführer dem Steuergerichtshof mit, dass sich die Arbeitgeberin letztendlich bereit erklärt habe, die beantragten Korrekturen der Lohnausweise vorzunehmen. Dies deshalb, weil die von ihr vorgenommenen Abklärungen ergeben hätten, dass die streitigen Mitarbeiterbeteiligungen bereits bei ihrer Ausgabe in C._ versteuert worden und deshalb nicht (mehr) auf dem Lohnausweis aufzuführen seien.
In der Folge wurde das Beschwerdeverfahren einstweilen sistiert.
Nachdem die Beschwerdeführer am 4. Juni 2019 die berichtigten Lohnausweise 2014-2016 zu den Akten gereicht hatten, wurde das Verfahren am 5. Juni 2019 wieder aufgenommen und der  die Möglichkeit zur Stellungnahme gegeben. Die Steuerverwaltung liess sich innert der angesetzten Frist nicht vernehmen.

## Considerations

E. Auf die einzelnen Parteivorbringen wird, soweit für die Beurteilung der Beschwerde , im Rahmen der rechtlichen Erwägungen eingegangen.
Erwägungen
1. Prozessuales