# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** a692fbe8-7cd7-42eb-a45c-90a411deebf9
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2021
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
1.1
Dem 1962 geborenen
X._
wurden durch die Invalidenversicherung medi
zinische
Massnahmen
sowie diverse Hilfsmittel zur Behandlung
des
Geburtsge
brechen
s
Hämophilie A mit sekundären krankheitsbedingten Arthrosen in Knie-,
Fuss
- und Ellbogengelenken gewährt und er erhielt im Weiteren Unterstützung bei der erstmaligen beruflichen Ausbildung (erfolgreicher Abschluss der KV-Lehre 1982 mit
anschliessendem
Stellenantritt beim Lehrbetrieb).
In der Folge absolvierte der Versicherte an der Kantonsschule
Y._
die Matura und studierte
anschliessend
erfolgreich Medizin (Abschluss 1995). Ab Januar 1996 hatte
X._
diverse Anstellungen als Assistenzarzt inne (Urk. 6/172 und Urk. 6/185).
1.2
Mit Schreiben vom 12. April 2002 (Urk. 6/228) meldete sich
X._
bei der
damals zuständigen
IV-Stelle zum Leistungsbezug (Rente) an (Urk. 6/228). Die IV-Stelle tätigte medizinische und erwerbliche Abklärungen. Mit Verfügung vom 5. Februar 2003
(
Urk.
6/255)
sprach die IV-Stelle dem Versicherten mit Wirkung ab 1. Oktober 2001
gestützt auf einen Invaliditätsgrad von 53
%
eine halbe Inva
lidenrente zu (vgl. Feststellungsblatt vom 7. November 2002, Urk. 6/245
, sowie Verfügungsbegründung zweiter Teil,
Urk.
6/250
).
1.3
Im Rahmen einer von Amtes wegen eingeleiteten Rentenrevision beantragte
X._
berufliche
Massnahmen
(Urk. 6/282), welche ihm in Form von Arbeitsver
mittlung und Berufsberatung gewährt wurden (Verfügung vom 26. November 2004, Urk. 6/284). Die
Z._
führte eine Berufs
findung durch und schlug - dem Begehren des Ve
rsicherten folgend (Urk. 6/289)
eine berufliche Neuorientierung (juristische Weiterbildung) vor (vgl. Abschluss
bericht für Berufsfindung vom 21. November 2005, Urk. 6/300, so auch Urk. 6/308). Mit Verfügung vom 27. Februar 2006 wies die IV-Stelle das Umschulungsbegehren ab, da mit einem abgeschlossenen Jus-Studium die Erwerbs
fähigkeit nicht verbessert werden könne (Urk. 6/314). Gleichzeitig wurde die Arbeitsvermittlung beauftragt (Urk. 6/313). Dagegen erhob der Versicherte am 21. März 2006 Einsprache (Urk. 6/321). Mit Verfügung vom 26. April 2006 wurde bei einem stationär gebliebenen Gesundheitszustand der Anspruch auf eine unveränderte Invalidenrente bestätigt (Invaliditätsgrad: 53 %, Urk. 6/336). Nach
dem
X._
per 1. November 2006 eine Anstellung als
beratender
Arzt
zu einem Pensum von 80 bzw. 70
%
angetreten hatte (Urk. 6/340-341), wurde die halbe Invalidenrente
bei einem Invaliditätsgrad von 20
%
eingestellt (
Verfügung vom 19. Dezember 2006,
Urk. 6/347). Mit Schreiben vom 30. April 2007 zog der Versicherte seine Einsprache betreffend abgelehnter Umschulung mangels Moti
vation nach erfolgreicher Selbsteingliederung zurück (Urk. 6/353), weshalb dieses
Einspracheverfahren
abgeschrieben wurde (Urk. 6/356).
Seit April 200
8 ist
X._
ausserdem
nebenberuflich als Schularzt tätig (vgl.
Urk.
6/638/2).
1.4
Am 23. Dezember 2015 (Eingangsdatum) ersuchte
X._
bei der Sozialversi
cherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle,
um Ausrichtung einer Hilflo
senentschädigung (Urk. 6/485). Die IV-Stelle
liess
daraufhin den Abklärungs
bericht für Hilflosenentschädigung für Erwachsene vom 28. Januar 2016 erstellen (Urk. 6/496). Mit Verfügung vom 9. Februar 2016 sprach die IV-Stelle dem Ver
sicherten ab dem 1. Dezember 2014 eine Entschädigung wegen leichter Hilflosig
keit im Sonderfall zu (Urk. 6/502 in Verbindung mit Urk. 6/500).
1.5
Am 24. Oktober 2017 (Eingangsdatum) meldete sich
X._
unter Hinweis auf eine eingetretene gesundheitliche
Verschlechterung
erneut zum Leistungsbezug an (Urk. 6/521). Die IV-Stelle tätigte daraufhin medizinische und erwerbliche Abklärungen. Mit Schreiben vom 26. Februar 2018 teilte die IV-Stelle dem Ver
sicherten mit, dass seit dem 12. Oktober 2017 eine anhaltende Verschlechterung des Gesundheitszustandes ausgewiesen sei, dass zurzeit keine beruflichen
Ein
gliederungsmassnahmen
möglich seien und stattdessen - nach neu zurückge
legtem Wartejahr - der Rentenanspruch geprüft werde (Urk. 6/564). Am 28. März 2018 verlangte der Versicherte eine Berichtigung zur Wartezeiteröffnung (Urk. 6/571, unter Beilage eines Ärztlichen Zeugnisses von
Dr.
med.
A._
, Oberärztin
am Zentrum für
Hämatologie des Universitätsspitals
B._
, vom 27. März 2018, Urk. 6/570). Die IV-Stelle hielt mit Schreiben vom 4. April 2018 daran fest, dass dem Versicherten erst seit 12. Oktober 2017 eine andauernde Arbeitsunfähigkeit ohne wesentlichen Unterbruch attestiert werde (Urk. 6/572). Mit Eingabe vom 25. September 2018 machte der Versicherte geltend, dass ihm seit dem 1. Januar 2017 eine ununterbrochene Arbeitsunfähig
keit von 50 % attestiert werde, was bei der Berechnung der einjährigen Wartezeit zu berücksichtigen sei (Urk. 6/585 samt diversen Beilagen, Urk. 6/589 S. 2-6). Die IV-Stelle
liess
eine Abklärung für Selbständigerwerbende/Erwerbstätigkeit im Angestelltenverhältnis durchführen, wobei
bis 3
1.
Juli 2018
ein
effektives
totales Arbeitspensum
aller Tätigkeiten
von 69.13 % resultierte (vgl. Abklärungsbericht vom 5. März 2019, Urk. 6/638) und sprach dem Versicherten - auf dessen Gesuch hin -
mit
Verfügung vom 26.
März 2019 einen Assistenzbeitrag (Urk. 6/648)
ein
schliesslich
Beratung im Rahmen
der
Assistenz
organisation
(Urk. 6/640)
zu
.
Schliesslich sprach die
IV-Stelle dem Versicherten - nach durchgeführtem
Vor
bescheidverfahren
(Urk. 6/659 und Urk. 6/664) - mit Verfügung vom 4. Oktober 2019 mit Wirkung ab 1. Oktober 2018
bei einem Invaliditätsgrad von 51
%
eine halbe Invalidenrente zu (Urk. 2).
2.
Hiergegen erhob
X._
am 31. Oktober 2019 Beschwerde und beantragte, es sei ihm unter Aufhebung der angefochtenen Verfügung
ab
1.
Januar 2018 oder spätestens ab
1.
April 2018 anstelle der halben eine
Dreiviertelsrente
der Invali
denversicherung
zuzusprechen (Urk. 1
).
Die Beschwerdegegnerin schloss mit Beschwer
deantwort vom 6. Dezember 2019 auf Abweisung der Beschwerde (Urk. 5, unter Beilage ihrer Akten, Urk. 6/1-686), was dem Beschwerdeführer am 10. Dezemb
er 2019 mitgeteilt wurde (Urk. 7
).
Am
8. April 2020
legte der Rechts
vertreter
seine Kostennote auf (Urk. 8
).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird - soweit erforderlich - im Rahmend der nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allge
meinen Teil des Sozialversicherungsrechts,
ATSG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommen
den ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurtei
lung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (
IVG
)
Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.
3
Wurde die Rente nach Verminderung des Invaliditätsgrades aufgehoben, erreicht dieser jedoch in den folgenden drei Jahren wegen einer auf dasselbe Leiden zurückzuführenden Arbeitsunfähigkeit erneut ein rentenbegründendes Ausmass, so werden gemäss
Art.
29
bis
der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV)
bei der Berechnung der Wartezeit nach
Art.
28
Abs.
1
lit
. b IVG früher zurück
gelegte Zeiten angerechnet.
1.
4
Gemäss
Art. 28 Abs. 1
lit
. b IVG haben Versicherte Anspruch auf eine Rente, die unter anderem während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnitt
lich
zu
mindestens
40 % arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind. Bei der Berechnung der durchschnittlichen Arbeitsunfähigkeit gilt die einjährige Warte
zeit in dem Zeitpunkt eröffnet, in dem eine dauernde und erhebliche Beeinträch
tigung der Arbeitsfähigkeit eingetreten ist; erheblich kann sie bereits bei einem Grad von 20 % sein (AHI-Praxis 1998 S. 124, I 411/96 E. 3c, auch zitiert in Urteil des Bundesgerichts 8C_174/2013 vom 21. Oktober 2013, E. 3.2).
Die Wartezeit nach
Art.
28
Abs.
1
lit
. b IVG wird unterbrochen, wenn die versicherte Person an mindestens 30 aufeinanderfolgenden Tagen voll arbeitsfähig war (
Art.
29
ter
IVV).
Gemäss
Rz
. 2017 f. des Kreisschreibens über Invalidität und Hilflosigkeit in der Invalidenversicherung (KSIH) ist die Berechnung der durchschnittlichen Arbeits
unfähigkeit und Wartezeit nach Tagen vorzunehmen (Grundlage 365 Tage).
Gemäss
BGE 96 V 34 kann die Berechnung der durchschnittlichen Wartezeit nach Monaten vorgenommen werden.
Das Er
fordernis der bestandenen Warte
zeit ist eine Anspruchsvoraussetzung (BGE 138 V 475 E. 3).
Die Stufe der
nach Ablauf des Wartejahres
zu gewährend
en Rente (ganze, Dreiviertels-,
halbe oder
Viertelsrente
; vgl. E. 1.2
) wird nach dem
Ausmass
der während der Wartezeit bes
tehenden Arbeitsunfähigkeit und
nach
Massgabe
der nach zurückgelegter Wartezeit verbleibenden Erwerbsunfähi
gkeit bestimmt (AHI-Praxis 1996 S. 177).
Eine ganze Rente kann
demnach nur dann zugesprochen werden,
wenn die durchschnittliche Arbeitsunfähigkeit für das abgelaufene Jahr wenigstens 70 Prozent betragen hat und weiterhin eine Erwerbsunfä
higkeit von mindestens gleichem
Ausmass
besteht (ZAK 1980 S. 282
; BGE 105 V 12d; vgl. auch Ulrich Meyer/Marco Reichmuth, Rechtsprechung des Bundesgerichts zum IVG,
Rz
. 6 ff. zu
Art.
29
; vgl. auch Urteil I 546/02 vom 2
5.
Februar 2003 E. 4.1
).
Ist der
Rentenanspruch einer bestimmten Stufe einmal entstanden, so erfolgt die
revisionsrechtliche Erhöhung (oder Herabsetzung) der Rentenstufe
- auch rückwirkend
- nach den Bestimmungen von
Art.
88a IVV, es sei denn, die durchschnittliche Arbeitsunfähigkeit im notwendigen
Ausmass
sei vor Ablauf der dreimonatigen Anpassungszeit bereits erfüllt.
2
.
2.1
Aufgrund der ausführlichen Aktenlage ist ausgewiesen und überdies unbestritten, dass der Beschwerdeführer seit Geburt an einer schweren Hämophilie Typ A (Bluterkrankheit) und in deren Kontext an einer schweren Hämophilie-Ar
t
hro
pathie diverser Gelenke leidet.
Seit dem 1. Oktober 2001 erhielt er bei einer 40%igen Arbeitsunfähigkeit (vgl. Feststellungsblatt für den Beschluss, Urk. 6/245 S. 2) und einem daraus resultierenden Invaliditätsgrad von 53 % eine halbe Invali
denrente (Verfügung vom 5. Februar 2003,
Urk. 6/250 in Verbindung mit Urk. 6/255
). Nachdem der Beschwerdeführer per 1. November 2006 eine Stelle als
beratender
Arzt angetreten hatte (Urk. 6/340), wurde die bisherige halbe Invali
denrente - bei einem zwar unveränderten Gesundheitszustand (vgl. 6/336)
aber bei einem
neu
rentenausschliessenden
Invaliditätsgrad von 20 %
- per Ende Januar 2007 eingestellt
(Verfügung vom 19. Dezember 2006, Urk. 6/347).
2.2
Im angefochtenen Entscheid
(Urk. 2)
erwog die Beschwerdegegnerin, dass gestützt auf
die medizinische Aktenlage von einem verschlechterten Gesundheits
zustand des Beschwerdeführers auszugehen sei. Seit dem 12. Oktober 2017 könne er nur noch zu 50 % als Arzt arbeiten
(nur noch zu 50 %
im bisherigen Ang
e
stelltenverhältnis
, wobei er die Tätigkeiten als Schularzt und Leiter Therapie an der Schule
C._
je zu circa 10 %
per Ende Juli 2018
aufgegeben habe). Die Voraussetzungen für ein Wiederaufleben der früheren I
nvalidität seien nicht erfüllt, zumal der Beschwerdeführer während mehr als 10 Jahren zu 70 % als Arzt habe tätig sein können.
Entgegen dem Vorbringen des Beschwerdeführers,
wonach
bereits ab 1. Januar 2017 eine auf 50 % reduzierte Arbeitsfähigkeit als Arzt
vorgelegen habe
,
sei
aufgrund der medizinischen Unterlagen erst ab 12. Ok
tober 2017 eine erhebliche und langdauernde Verschlechterung der Arbeitsfähig
keit auf 50 % überwiegend wahrscheinlich.
Damit ende
die einjährige Wartezeit aber erst im Oktober 201
8.
Das
Valideneinkommen
sei anhand von Tabellen
löhnen zu bestimmen und dem tatsächlich erzielten Verdienst (Invalidenlohn) gegen
überzustellen, woraus ein Invaliditätsgrad von 51 % resultiere.
2.3
Der Beschwerdeführer ist demgegenüber der Ansicht, dass gestützt auf eine Berechnung anhand der Berechnungsformel laut
Rz
. 2018 KSIH die einjährige
Wartezeit, während welcher er durchschnittlich zu mindestens 40 % arbeitsun
fähig gewesen sei, am 26. Januar 2018 abgelaufen sei
(
während Jahren zu mindestens 25 % arbeitsunfähig, vom 30. Dezember 2016 bis
zum 12. Januar 2017 zu 100 % arbeitsunfähig, weitere 25%ige Arbeitsunfähigkeit mit krank
heitsbedingter 100%iger Arbeitsunfähigkeit während 24 Tagen im Zeitraum vom 13. Januar bis 11. Oktober 2017).
Im Weiteren sei die sechsmonatige Karenzzeit
nach
Art. 29 Abs. 1 IVG nicht anzuwenden, da im vorliegenden Fall die Invali
dität auf dasselbe verschlechterte Leiden zurückzuführen sei, welches zur ursprüng
lichen
Rentenzusprache
geführt habe. Folglich habe er frühestens ab 1. Januar 2018, eventuell spätestens ab 1. April 2018 Anspruch auf eine Invali
denrente.
Es sei überwiegend wahrscheinlich, dass er im Gesundheitsfall den Facharzttitel für Physikalische Medizin und Rehabilitation erreicht und eine eigene Praxis hätte. Da das
Valideneinkommen
so konkret wie möglich zu bestimmen sei, sei dieses nicht anhand von
Tabellenlöhnen,
sondern anhand des Mittelwerts für die gesamte Ärzteschaft zu eruieren. Daraus resultiere ein Invaliditätsgrad von 67 %, was zu einer
Dreiviertelsrente
berechtige
(Urk. 1)
.
3.
Im Rahmen der
Neuanmeldung
des Beschwerdeführers vom 24. Oktober 2017 (Urk. 6/521) sind im Wesentlichen folgende medizinischen Unterlagen bei der Beschwerdegegnerin eingegangen:
3.1
Im Bericht von
Dr.
A._
vom 31. Januar 2018 (Urk. 6/560) zuhanden der Beschwerdegegnerin wurden folgenden Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeits
fähigkeit
aufgeführt:
-
Schwere Hämophilie A, Restfaktor VIII Aktivität unter 1 %
(
Erstdiag
nose
1964)
-
Schwere Hämophilie-Arthropat
hie beider Ellbogen, beider Knie
, beider
oberer Sprunggelenke sowie der Schulter
-
Episodische
Abduzensarese
(EM 2013)
beginnende Polyneuropathie beider Beine im Rahmen einer Hepatitis C
Ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit verblieben eine chronische Hepatitis C, Genotyp 1A (Erstdiagnose 1985, aktuell in Therapie)
.
Der Beschwerdeführer sei in seinem bisherigen Beruf als Arzt seit über 10 Jahren zu 75 % (wohl richtig: 25 %) arbeitsunfähig, seit dem 12. Oktober 2017 bis auf Weiteres sei er zu 50 % arbeitsunfähig. Die bisherige Tätigkeit sei ihm aus medizinischer Sicht zu 50 % zumutbar. Mit einer Erhöhung der Einsatzfähigkeit sei nicht zu rechnen, da die Hämophilie-Arthropathie irreversibel sei und sogar unter konsequenter Faktor
therapie progredient sei. Die Einschränkungen
liessen
sich durch
Eingliederungs
massnahmen
nicht verhindern. Im Zusammenhang mit diesen Beschwerden sei der Beschwerdeführer im Jahr 2016 27 Tage und im Jahr 2017 48.5 Tage arbeits
un
fähig gewesen. Somit sei von einer deutlichen kontinuierlichen Verschlech
terung des Zustandes, vor allem der Arthropathie, auszugehen, die keine ver
mehrte Arbeitsfähigkeit ermögliche.
Ihm seien wechselnd belastende Tätigkeiten noch zumutbar, wobei die Belastbarkeit eingeschränkt sei; diese Angaben gälten seit Jahren.
3.2
Der Beschwerdeführer legte seinem Schreiben vom 28. März 2018 betreffend Wartezeiteröffnung (Urk. 6/571) ein ärztliches Zeugnis von
Dr.
A._
vom 27. März 2018 bei (Urk. 6/570 S. 2). Darin verwies sie auf ihren Arztbericht vom 31. Januar 2018 und
ergänzte
, dass sich der Gesundheitszustand des Beschwer
deführers während der letzten Jahre
kontinuierlich verschlechtert habe. Bereits vom 30. Dezember 2016 bis 12. Januar 2017 sei wegen einer Schulterblutung eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit attestiert worden
(vgl. beiliegendes ärztliches Zeugnis vom 10. Januar 2017, Urk. 6/570 S. 1)
.
Im Verlauf der weiteren Monate sei es zu einer weiteren Progredienz gekommen und die einzelnen Krankheits
absenzen hätten sich mit 1-
bis
3-tägigen Absenzen auf ein erhebliches
Ausmass
summiert, sodass dem Beschwerdeführer per 12. Oktober 2017 eine Dauer-Arbeitsunfähigkeit von 50 % für unbefristete Zeit ausgestellt worden sei. Als Beginn der ärztlich attestierten Arbeitsunfähigkeitszeiten sei aus medizinischer Sicht demnach der 30. Dezember 2016 zu betrachten.
3.3
Mit ärztlichem Zeugnis vom 12. Juni 2018 (Urk. 6/589 S. 2) bestätigte Dr.
A._
die vom Beschwerdeführer
auch
in seinem Schreiben vom 25. September 2018 gemachten Aussagen (Urk. 6/589 S. 1) und wies nochmals darauf hin, dass sich dessen Gesundheitszustand seit dem 1. Januar 2017 relevant und erheblich verschlechtert habe
mit einer weiteren Verschlechterung im Oktober 201
7.
Daher bestehe eine
regelmässige
und ununterbrochene Arbeitsunfähigkeit von 50 %.
3.4
Im Bericht von
Dr.
A._
vom 4. Dezember 2018 (Urk. 6/618) zuhanden der Beschwerdegegnerin wurde (vgl. E. 3.1) eine beginnende Polyneuropathie beider Beine
als eigenständige Diagnose
aufgeführt. Der als Arzt tätige Beschwerde
führer sei seit dem 12. Oktober 2017 zu 50 % arbeitsunfähig, was vor allem an der schweren Hämophilie-Arthropathie liege.
Anpassungen der
Tätigkeit seien bereits ausgeschöpft worden. Eine deutliche Verbesserung der Hämophilie-Arthropathie sei in den nächsten Jahren nicht zu erwarten. Als die Krankheit aufrechterhaltende Faktoren beständen rezidivierende Einblutungen trotz Durch
führung einer Prophylaxe bei schwerer Hämophilie.
4.
4.1
Seit
der rentenaufhebenden Verfügung
vom 19. Dezember 2006 (
Urk. 6/347
) und der mit Neuanmeldung vom
24. Oktober 2017 (Urk. 6/521
) geltend gemachten gesundheitlichen Einschränkungen
, welche
zwar
auf dasselbe Leiden zurück
zuführen
sind
(Hämophilie
sowie die
sich aus der Hä
mophilie-Arthropathie ergebende
Funktionsbeeinträchtigung
),
sind
mehr als drei Jahre
vergangen (vgl.
E. 2.1). Daher
bedarf es als Voraussetzung für einen Rentenanspruch unter anderem während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch
einer
durchschnitt
lich mindestens 40%igen Arbeits
un
fähigkeit (W
artejahr; vgl. E. 1.
3- 1.
4
).
Da ein Rentenanspruch
gemäss
Art. 29 Abs. 1 IVG frühesten nach Ablauf
von sechs Monaten
nach Geltendmachung
entsteht,
(vgl. zur Karenzfrist bei einer Neuanmeldung BGE 142 V 547 E. 3),
liegt vorliegend der
frühestmögliche
Rentenb
eginn
im
April
2017.
Dementsprechend bräuchte es in der Zeit vom 1.
April
2017 bis
zum
frühest
möglichen Rentenbeginn per 1. April 2018
eine Periode von 365 Tagen von unun
terbrochener durchschnittlicher Arbeitsunfähigkeit von mindestens 40 %
,
um die Voraussetzung des Wartejahres und somit für einen allfälligen Renten
anspruch zu erfüllen.
4.2
Gestützt auf die
unwidersprochen gebliebenen
und nachvollziehbaren
Einschät
zungen der behandelnden Hämatologin Dr.
A._
(vgl. E. 3.1-4) ist davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer seit dem 12. Oktober 2017
andau
ernd
zu 50 % arbeitsunfähig ist. Zuvor war er während Jahren zu 25 % arbeits
unfähig
.
Aus der sich in den
Akten
befindenden
Absenzenliste
der Arbeitgeberin
ergeben sich im zu prüfenden Zeitraum von April bis Oktober 2017 16 Tage krankheits
bedingter 100%iger Absenz (vgl. Urk. 6/589 S. 4).
Damit war der Beschwer
de
führer im Zeitraum
1.
April 2017 bis 3
1.
März 2018 an 171 Tagen zu 50
%
arbeits
unfähig (1
2.
Oktober 2017 bis 3
1.
März 2018), an 16 Tagen zu 100
%
arbeitsunfähig und an den restlichen 178 Tagen zu 25
%
arbeitsunfähig. Hieraus ergibt sich eine durchschnittliche Arbeitsunfähigkeit von 40
%
(
[171 x 50 + 16 x 100 + 178 x 25]
: 365)
.
4.3
Da der Beschwerdeführer damit im geprüften Zeitraum während eine
s
Jahr
es
durchschnittlich zu 40 % arbeitsunfähig war,
kann
bei entsprechendem Invalidi
tätsgrad
ab dem 1. April 2018 Anspruch auf eine
Viertelsrente
entstanden sein
(vgl. E. 1.4
)
.
5.
5.1
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der Einkommensver
gleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothe
tischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegen
übergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditäts
grad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2
, 128 V 29 E. 1
).
5.2
Beim
Einkommensvergleich
ist zu prüfen, wie sich die eingeschränkte Leistungs
fähigkeit
des Beschwerdeführers bei einer
festgestellten
50%igen Arbeitsfähigkeit
in einer angepassten Tätigkeit
(vgl. E. 4.2)
in wirtschaftlicher Hinsicht auswirkt. Für die Vornahme des Einkommensvergleichs ist grundsätzlich auf die Gege
benheiten im Zeitpunkt des
(hypothetischen) Rentenbeginns
abzustellen (BGE 128 V 174, BGE 128 V 222).
Wie bereits festgestellt liegt der
frühestmög
liche Rentenbeginn im April 2018 (vgl. E. 4.3)
.
5.3
5.3.1
Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist für die Ermittlung des
Validen
einkommens
entscheidend, was die versicherte Person im Zeitpunkt des frühest
möglichen Rentenbeginns nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrschein
lichkeit als Gesunde tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung angepassten Verdienst angeknüpft, da es empirischer Erfahrung entspricht, dass die bisherige Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden fortgesetzt worden wäre. Aus
nahmen müssen mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt s
ein (BGE 139 V 28 E. 3.3.2, 135 V 58 E. 3.1,
134 V 322 E. 4.1).
5.3.2
Bei der Festsetzung des
Valideneinkommens
ist nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung auch ein beruflicher Aufstieg im Gesundheitsfall zu berücksich
tigen, den eine versicherte Person normalerweise vollzogen hätte; dazu ist aller
dings erforderlich, dass konkrete Anhaltspunkte dafür bestehen, dass ohne gesund
heitliche Beeinträchtigung ein beruflicher Aufstieg und ein entsprechend höheres Einkommen tatsächlich realisiert worden wären.
Blosse Absichtser
klärungen genügen nicht.
Die Absicht, beruflich weiterzukommen, muss durch konkrete
Schritte wie Kursbesuche,
Aufnahme eines Studiums,
Ablegung von Prüfungen usw. kundgetan worden sein. Die theoretisch vorhandenen beruflichen Entwicklungs- oder Aufstiegsmöglichkeiten sind nur dann zu berücksichtigen, wenn sie mit überwiegender Wahrscheinlichkeit eingetreten wären (BGE
145 V 141 E. 5.2.1,
96 V 29;
Meyer/Reichmuth, Bundesgesetz über die Invalidenver
sicherung, 3. Auflage 2014,
Rn
63 f. zu Art. 28a
).
5.3.3
Die Beschwerdegegnerin
stellte
für die
Ermittlung des mutmasslichen Jahresein
kommens im Gesundheitsfall (
Valideneinkommen
)
auf
die
Tabellenlöhne
ab.
Dabei berücksichtigte sie den beruflichen Werdegang des Beschwerdeführers und ging
schliesslich
davon aus, dass
es überwiegend wahrscheinlich sei, dass
er
ohne Gesundheitsschaden
heute als klinischer Arzt tätig wäre und nicht in die Versi
cherungsmedizin gewechselt hätte.
Gemäss
der Schweizerischen Lohnstruktur
erhebung des Bun
desamtes für Statistik (LSE 2016, Tabelle T11, Kompetenz
niveau 1+2
)
beträgt
das Jahreseinkommen
für Tätigkeiten im obersten, oberen und mittleren Kader nach Abschluss einer univ
ersitären Hochschule (Uni, ETH)
und entsprechend
für einen
klinisch tätigen Arzt
- für das Jahr 2018 Fr. 178‘071.-- (Fr. 14‘102.--
: 40 x 41.7 x 12 : 2239 x 2260
[vgl. Bundesamt für Statistik, Entwicklung der Nominallöhne, Tabelle T 39]
.
5.3.4
Entgegen den Vorbringen des Beschwerdeführers
(Urk. 1 S. ff.)
ist
dagegen die Annahme, dass
er
im Gesundheitsfalle
als
Facharzt für Physikalische Medizin und Rehabilitation
in
eigener Praxis
tätig wäre
, aufgrund der Aktenlage nicht
mit dem Beweisgrad der
überwiegend
en
W
ahrscheinlich
ausgewiesen
.
Dabei ist zu berück
sichtigen, dass der Beschwerdeführer an einem Geburtsgebrechen leidet und hypothetisch bleiben muss, welchen beruflichen Weg er ohne diese im Alter von zwei Jahren diagnostizierte Krankheit eingeschlagen hätte. Angesichts des effek
tiv erfolgreich abgeschlossenen
medizinischen Staatsexamens
ist jedoch mit der Beschwerdegegnerin von einem universitären Abschluss
auszugehen und e
s ist nicht zu beanstanden, dass
sie
mit dem Beschwerdeführer
davon ausging
, dass er
im Gesundheitsfall die
effektiv
angestrebte Weiterbildung zum Facharzt für Physikalische Medizin und Rehabilitation
erfolgreich abgeschlossen
hätte
(vgl. Urk. 2 S. 4).
Es bestehen jedoch keine
Anhaltspunkte
dafür,
dass er
als Fach
arzt
selbständig eine eigene Praxis g
eführt hätte,
wofür der Beschwerdeführer beweisbelastet ist,
weshalb sein Vorbringen, es bestünden keine Anhaltspunkte dagegen
,
unbehelflich
ist
.
Selbst wenn der Medianlohn für angestellte Ä
rzte
gemäss
der
vom
Beschwerdeführer zur Anwendung gebrachten
Analyse
des BAG
„Einkommen, OKP-Leistungen und Beschäftigungssituation der Ärzteschaft 2009-2014“ verwendet würde
(vgl.
hierzu
Urk. 1 S. 8), wonach - jeweils unter Berücksichtigung der Nominallohnentwicklung für das Jahr 2018
(
vgl. Bundes
amt für
Statistik, Entwicklung der Nominallöhne, Tabelle T 39
)
-
der Median für Physikalische Medizin und Reha
bilitation
bei
Fr.
208'299.-- und
der Median ins
gesamt
für die gesamte Fachärzteschaft bei Fr.
200'650.
- lag
, änderte dies aller
dings nichts
am Rentenanspruch
(vgl. nachfolgende Invaliditätsbemessung unter E. 5.5)
.
5.4
5.4.1
Für die Festsetzung des trotz Gesundheitsschädigung
zumutbarerweise
noch realisierbaren Einkommens (Invalideneinkommen) ist nach der Rechtsprechung primär von der beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die ver
sicherte Person konkret steht. Übt sie nach Eintritt der Invalidität eine Erwerbs
tätigkeit aus, bei der – kumulativ – besonders stabile Arbeitsverhältnisse gegeben sind und anzunehmen ist, dass sie die ihr verbliebene Arbeitsfähigkeit in zumut
barer Weise voll ausschöpft, und erscheint zudem das Einkommen aus der Arbeitsleistung als angemessen und nicht als Soziallohn, gilt grundsätzlich der tatsächlich erzielte Verdienst als Invalide
nlohn (BGE 139 V 592 E. 2.3;
135 V 297 E.
5.2; 129 V 472 E. 4.2.1; 126 V 75 E. 3b/
aa
).
5.4.2
Dem Invalideneinkommen legte die Beschwerdegegnerin
zu Recht
das tatsäch
liche
Erwerbseinkommen des Beschwerdeführers
bei einem 50%-Pensum in der Höhe von Fr. 87‘006.-- zugrunde (vgl. Einkommensverg
leich vom 8. Mai 2019, Urk. 6/668
).
5.5
Die Gegenüberstellung von Validen- und Invalideneinkommen ergibt eine
Erwerbseinbus
se
von Fr.
91‘065
.-- (Fr. 178‘071
.-- - Fr.
87‘006.--
) und führt somit zu eine
m Invaliditätsgrad von 51
% (vgl. E. 1.2).
Selbst
unter Beizug des höheren Medians für angestellte Fachärzte für Physikalische Medizin und Rehabilitation von
Fr.
208'299.--
(vgl. E. 5.3.4) würde kein höherer Rentenanspruch resultieren (Invaliditätsgrad von 58 %, vgl. 1.2).
5.6
Da
die
durchschnittliche Arbeitsunfähigkeit
während des Wartejahres lediglich
40
%
beträgt, entstand am
1.
April 2018 jedoch bloss Anspruch auf eine
Viertels
rente
, welcher infolge des höheren Invaliditätsgrades in Anwendung von
Art.
88a
Abs.
2 IVV drei Monate später, also per
1.
Juli 2018 auf denjenigen einer halben Rente zu erhöhen ist
(vgl. E. 1.4)
.
6.
Zusammenfassend ist
in teilweiser
Gutheissung
der
Beschwerde
die Verfügung vom
4.
Oktober 201
9
insoweit
aufzuheben
, als sie einen Rentenanspruch vor dem
1.
Oktober 2018 verneint, und
es ist festzustellen
, dass
der Beschwerdeführer
ab 1. April 2018
Anspruch auf eine
Viertelsrente
und ab
1.
Juli 2018 Anspruch auf eine
halbe Invalidenrente
hat.
I
m Übrigen
ist die Beschwerde abzu
wei
sen.
7.
7.1
Der Beschwerdeführer obsiegt
(teilweise)
hinsichtlich des monierten Renten
beginns, nicht jedoch hinsichtlich der Rentenstufe, wofür der zu tätigende Auf
wand eindeutig abgrenzbar ist, was sowohl bei der Auferlegung der Gerichts
kosten wie dem Anspruch auf Prozessentschädigung zu berücksichtigen ist.
7.
2
Die Gerichtskosten, die nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- und Fr. 1‘000.-- festzusetzen sind (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG), sind auf Fr. 80
0.-- anzusetzen.
Entsprechend
dem Ausgang des Verfahrens
sind die Gerichtskosten zu
je einem
Zweitel
(
Fr.
400.--)
dem Beschwerdeführer und der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen.
7.
3
Unter Berücksichtigung seines Unterliegens steht dem Beschwerdeführer eine reduzierte Prozessentschädigung zu, welche vom Gericht ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses, dem Zeitaufwand und den Barauslagen festgesetzt wird (§ 34 Abs. 1 und 3 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht,
GSVGer
).
Der mit Honorarnote vom
8. April 2020 (Urk. 8
) geltend gemachte Aufwand von
14.75
Stunden und Barauslagen von
Fr.
147.50
erweist sich unter
Berück
sichtigung der genannten Kriterien als angemessen. Der gerichtsüblich
e
Ansatz beläuft sich indes auf
Fr.
220.-- (zuzüglich Mehrwertsteuer), von dem abzuweichen keine Gründe bestehen. Die Entschädigung is
t daher
- gekürzt um die Hälfte infolge des
bloss
teilweisen Obsiegens -
auf
Fr.
1‘830.--
([14.75
x
Fr.
220.-- + Fr.
147.50]
x 1/2
zuzüglich 7.7 % Mehrwertsteuer
)
festzusetzen
und der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen