# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 329da2c4-8c21-42dc-8f89-b6ab4ba12919
**Court:** GR_VG
**Chamber:** GR_VG_002
**Year:** 2020
**Language:** de
**Jurisdiction:** GR / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

I. Sachverhalt:
1. A._ meldete sich nach der Scheidung von B._ (vgl.
Beschwerdeverfahren S 19 42) mit Gesuch vom 23. März 2018 erneut bei
der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Graubünden, AHV-
Ausgleichskasse als Durchführungsstelle für Ergänzungsleistungen
(nachfolgend: AHV-Ausgleichskasse), zum Bezug von
Ergänzungsleistungen an. Zuvor hatte er im Jahr 2017 ein erstes Gesuch
um Ergänzungsleistungen eingereicht und wieder zurückgezogen.
2. Mit Verfügung vom 3. Juli 2018 lehnte die AHV-Ausgleichskasse den
Anspruch auf Ergänzungsleistungen ab. Hiergegen erhob A._ am
25. Juli 2018 Einsprache. Mit Einspracheentscheid vom 7. November 2018
wies die AHV-Ausgleichskasse die Einsprache zur weiteren Abklärung
sowie zum Erlass einer neuen Verfügung an die Ergänzungsleistungsstelle
zurück. Mit Verfügung vom 19. November 2018 wies die AHV-
Ausgleichskasse den Anspruch von A._ auf Ergänzungsleistungen
erneut ab.
3. Die hiergegen von A._ am 21. Dezember 2018 erhobene Einsprache
wies die AHV-Ausgleichskasse mit Einspracheentscheid vom 11. März
2019 ab. Zur Begründung wurde zusammenfassend ausgeführt, dass der
Vermögensverbrauch nach den Liegenschaftsverkäufen und den
Kapitalauszahlungen nicht vollständig belegt sei. Vielmehr seien in den
Auszügen diverse Barbezüge, Überweisungen an die Ex-Eheleute selber
und hohe Zahlungseingänge (unklare wirtschaftliche Tätigkeit) ersichtlich.
Es ergebe sich weiterhin ein Vermögensverzicht in der Höhe von CHF
253'609.--, welcher zum Verzicht aus Schenkungen (Liegenschaften und
Barauszahlungen an Kinder) von CHF 203'500.-- zu addieren sei. Somit
resultiere per Januar 2018 (Scheidung) ein zu teilender Verzicht von total
CHF 457'109.-- (Verzicht pro Ex-Ehegatte: CHF 228'554.--). Im Ergebnis
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ergebe sich für beide Ex-Ehegatten weiterhin ein deutlicher
Einnahmeüberschuss.
4. Gegen diesen Einspracheentscheid erhob A._ (nachfolgend:
Beschwerdeführer) am 11. April 2019 Beschwerde an das
Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden und beantragte, die
Verfügung der AHV-Ausgleichskasse vom 11. März 2019 sei aufzuheben
und es sei sein Anspruch auf Ergänzungsleistungen per 1. April 2019 neu
zu berechnen oder das Verzichtsvermögen per 1. Januar 2018 neu zu
bestimmen. Zudem sei ihm für das Verfahren vor der Vorinstanz sowie das
vorliegende Beschwerdeverfahren die unentgeltliche
Rechtsverbeiständung zu gewähren und Rechtsanwalt lic. iur. Adrian
Scarpatetti als Rechtsvertreter zu bestellen. Begründend wurde im
Wesentlichen ausgeführt, seine Ex-Ehefrau wohne alleine in C._,
weshalb ihr der maximale Mietzins von CHF 13'200.-- anzurechnen sei.
Das per 1. Januar 2018 erfasste Verzichtsvermögen von CHF 203'500.--
sei grundsätzlich korrekt ermittelt worden. Allerdings sei der
Schenkungsbetrag von gesamthaft CHF 12'700.-- vom Verzichtsvermögen
abzuziehen, da er von den Kindern D._ und E._ (recte wohl:
F._) je nach den finanziellen Möglichkeiten wieder an die Eltern
zurückbezahlt werde. Das eigentliche Verzichtsvermögen betrage somit
per 1. Januar 2018 CHF 190'800.-- bzw. per 1. Januar 2019 CHF 180'800.--
. Gemäss der Vorinstanz belaufe sich der Vermögensrückgang auf CHF
253'609.-- und entspreche den Pensionskassenauszahlungen abzüglich
anerkannter Beträge. Das von der damaligen Ehefrau des
Beschwerdeführers im Jahr 2014 bezogene Freizügigkeitskapital in der
Höhe von CHF 50'330.-- (recte: CHF 54'033.15) sei für Steuerbelastungen,
die Rückzahlung von Kreditraten und allgemein für den vor der
Pensionierung gelebten Lebensstandard benötigt worden. Es sei nicht
einzusehen, weshalb dieser Betrag als Verzichtsvermögen angerechnet
werden solle. Betreffend Freizügigkeitskapital des Beschwerdeführers bzw.
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Kapitalabfluss ab 1. Juli 2016 sei festzuhalten, dass die damaligen
Eheleute ab Juli 2016 mit einem Renteneinkommen von monatlich CHF
3'174.-- hätten leben müssen. Der Lebensstandard sei nach der
Pensionierung aufrechterhalten und teilweise sogar ausgebaut worden
(neues Fahrzeug, Reisen, Ausbau Hobbyraum etc.), so dass pro Monat
mehr als CHF 7'000.-- verbraucht worden seien. Über einen Zeitraum von
eineinhalb Jahren (Juli 2016 bis Dezember 2017) ergebe dies bereits eine
Vermögensabnahme von mindestens CHF 126'000.--. Es treffe zwar zu,
dass die Ex-Eheleute beweisen müssten, dass einmal bestehendes
Vermögen in Erfüllung einer rechtlichen Pflicht oder gegen eine adäquate
Gegenleistung hingegeben worden sei. Zu berücksichtigen sei jedoch
zusätzlich, dass ein Leistungsansprecher mit der Beibringung von
Steuerakten, Bank- und Postkontoauszügen der letzten Jahre etc. seiner
Pflicht, an der Sachverhaltsermittlung mitzuwirken und die einen
Vermögensverzicht ausschliessenden Tatsachen soweit möglich zu
belegen, nachkomme. Bei einem früheren Einkommen von mehr als
CHF 120'000.-- seien Schulden angehäuft worden, was exemplarisch
bestätige, dass die Ex-Eheleute bereits damals auf "gutem Fuss" gelebt
hätten. Es sei nachvollziehbar, dass dieser Lebensstandard in der Folge
aufrechterhalten worden sei. Jeden Monat sei sehr viel Geld aus dem
bezogenen Vorsorgeguthaben benötigt worden. Es habe kein
haushälterischer Umgang mit den verfügbaren Mitteln stattgefunden.
Hinsichtlich der anerkannten Steuern in der Höhe von CHF 32'528.--
übersehe die Vorinstanz, dass die Einkommenssteuer auf den jeweiligen
Kapitalbezügen nicht berücksichtigt worden sei und im Jahr 2016 normale
Einkommenssteuern von mindestens CHF 35'219.80 bezahlt worden
seien. Zumindest sei ein Betrag für die Einkommenssteuer auf dem
Kapitalbezug in der Höhe von CHF 16'000.-- zusätzlich in Abzug zu
bringen. Die Reisekosten könnten nicht mehr im Detail belegt werden. Die
Anrechnung eines Betrags von pauschal CHF 10'000.-- sei aber mehr als
nur angemessen. Zusätzlich sei der Kauf eines Smarts zu CHF 2'400.--
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anzurechnen. Der Abzug betrage somit CHF 18'090.--. Den Stall, der zur
Liegenschaft gehöre, welche die damaligen Eheleute ihrer Tochter im Jahr
2008 unentgeltlich überlassen hätten, habe der Beschwerdeführer nach
seiner Pensionierung selber zu einem Hobbyraum ausgebaut. Diesen
Hobbyraum nutze er unentgeltlich. Der Ausbau habe rund CHF 20'000.--
gekostet, was im Detail jedoch nicht mehr belegt werden könne. Die
Waffensammlung werde beim Vermögen mit CHF 39'410.-- berücksichtigt.
Der Beschwerdeführer besitze historische Gegenstände wie Waffen,
Feldstecher etc., welche er teilweise warte und restauriere. Die Vorinstanz
übersehe, dass dieses Vermögen mit Geldmitteln erworben worden sei und
somit Auslagen von mindestens CHF 17'946.30 entstanden seien, welche
das Vermögen geschmälert hätten. Es sei dem Beschwerdeführer
durchaus bewusst, dass der Vermögensrückgang nicht im Detail belegt
werden könne. Anhand der im Recht liegenden Kontoauszüge ab dem Jahr
2014 könne jedoch mehr als nur erahnt werden, dass sehr viel Geld gegen
eine Gegenleistung verbraucht worden sei. Es seien jedenfalls hunderte
von Abbuchungen nachvollziehbar. Nachdem ein Verbrauch von über
CHF 300'000.-- belegt werden könne, ergebe sich für den
Beschwerdeführer ein Ergänzungsleistungsanspruch bis zum 31.
Dezember 2018 von CHF 92.-- pro Jahr und für die Zeit danach ein solcher
von jährlich CHF 1'192.--. Schliesslich sei keinesfalls Aussichtslosigkeit
gegeben, da die Vorinstanz die Berechnungsgrundlagen mehrfach von sich
aus geändert habe, den Betrag von CHF 30'000.-- zumindest bei den
Steuern berücksichtigt habe und die Verneinung der Beibringung des
Nachweises der überwiegenden Wahrscheinlichkeit eines
Vermögensrückgangs nicht einfach zur Aussichtslosigkeit führe.
5. Mit Vernehmlassung vom 29. April 2019 beantragte die AHV-Ausgleichs-
kasse (nachfolgend: Beschwerdegegnerin) die Abweisung der
Beschwerde. Zur Begründung verwies sie auf die Ausführungen im
angefochtenen Einspracheentscheid vom 11. März 2019. Ergänzend
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wurde festgehalten, dass nur das Verfügungsdispositiv, nicht aber die
Begründung einer Verfügung anfechtbar sei. Eine Einsprache bzw.
Beschwerde müsse das Dispositiv anfechten, welches gemäss der
(mitangefochtenen) Verfügung vom 19. November 2018 darauf laute, dass
der Beschwerdeführer keinen Anspruch auf Ergänzungsleistungen habe.
Entgegen der Ansicht des Beschwerdeführers sei er somit nicht
gezwungen gewesen, mit einer Einsprache bzw. Beschwerde im Hinblick
auf einen allenfalls zukünftig früher erfolgenden
Ergänzungsleistungsanspruch eine Verringerung des Vermögensverzichts
durchzusetzen. Vielmehr könne eine Einsprache bzw. Beschwerde erst
dann erfolgsversprechend sein, wenn sie dazu führe, dass der
Ergänzungsleistungsansprecher direkt Anspruch auf
Ergänzungsleistungen erhalte. Dem Beschwerdeführer sei bei der
Erhebung der Einsprache und auch bei der Einreichung der Beschwerde
bewusst gewesen, dass der Vermögensrückgang nicht im Detail belegt
werden könne. Angesichts der klaren Rechtsprechung zur Beweislosigkeit
bei einem Vermögensrückgang wären genau solche Belege und
Nachweise erforderlich, um den angerechneten Vermögensverzicht
relevant (d.h. eben derart, dass heute ein Ergänzungsleistungsanspruch
bestehe, mithin das Dispositiv abgeändert werden könne) zu verringern.
6. Mit freigestellter Stellungnahme vom 1. Mai 2019 reichte der
Rechtsvertreter des Beschwerdeführers seine Honorarnote ein.
Gleichzeitig wurde vorgebracht, dem Beschwerdeführer sei durchaus
bewusst, dass grundsätzlich nur das Dispositiv angefochten werden könne.
Im Rahmen der Anrechnung von Verzichtsvermögen stünden viele
Personen allerdings vor dem Problem, dass das einmal angerechnete
Verzichtsvermögen bei einem abschlägigen Entscheid in Rechtskraft
erwachse und bei einer allfälligen Neuanmeldung nicht mehr korrigiert
werden könne. Der Vermögensrückgang bei den Ex-Eheleuten sei gemäss
der Beschwerdeschrift durchaus erklärbar.
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7. Auf die weiteren Ausführungen in den Rechtsschriften sowie auf den
angefochtenen Einspracheentscheid wird, soweit erforderlich, in den
nachstehenden Erwägungen eingegangen.

## Considerations

II. Das Gericht zieht in Erwägung:
1. Die vorliegende Beschwerde richtet sich gegen den Einspracheentscheid
der Beschwerdegegnerin vom 11. März 2019. Gegen solche
sozialversicherungsrechtlichen Entscheide kann Beschwerde beim
Versicherungsgericht desjenigen Kantons erhoben werden, in dem der
Versicherte zur Zeit der Beschwerdeerhebung seinen Wohnsitz hat (Art. 1
Abs. 1 des Bundesgesetzes über Ergänzungsleistungen zur Alters-,
Hinterlassenen- und Invalidenversicherung [ELG; SR 831.30] i.V.m. Art. 56
Abs. 1 sowie Art. 58 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil
des Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR 830.1]). Der Beschwerdeführer
wohnt im Kanton Graubünden (C._), womit die örtliche Zuständigkeit
des Verwaltungsgerichts des Kantons Graubünden zur Beurteilung der
vorliegenden Beschwerde gegeben ist. Dessen sachliche Zuständigkeit
ergibt sich aus Art. 57 ATSG i.V.m. Art. 49 Abs. 2 lit. a des Gesetzes über
die Verwaltungsrechtspflege (VRG; BR 370.100), wonach das
Verwaltungsgericht als kantonales Versicherungsgericht Beschwerden
gegen Einspracheentscheide und Verfügungen in
Sozialversicherungssachen beurteilt, die gemäss Bundesrecht der
Beschwerde unterliegen (siehe auch Art. 19 des Gesetzes über kantonale
Ergänzungsleistungen zur Alters-, Hinterlassenen- und
Invalidenversicherung [KELG; BR 544.300]). Damit fällt die Beurteilung der
vorliegenden Beschwerde in die Zuständigkeit des angerufenen Gerichts.
Als formeller und materieller Adressat des angefochtenen
Einspracheentscheids ist der Beschwerdeführer berührt und weist ein
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schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung oder Änderung auf (Art.
59 ATSG). Auf die im Übrigen frist- und formgerecht eingereichte
Beschwerde (Art. 1 Abs. 1 ELG i.V.m. Art. 60 ATSG und Art. 61 lit. b ATSG)
ist somit – unter Vorbehalt der nachstehenden Erwägungen – einzutreten.
2.1. Nicht einzutreten ist auf den Antrag des Beschwerdeführers, das
Verzichtsvermögen per 1. Januar 2018 neu zu bestimmen, da dessen
Berechnung lediglich als Grundlage für die Abweisung des Anspruchs auf
Ergänzungsleistungen diente und – da nicht Einspracheentscheiddispositiv
– nicht Anfechtungsobjekt sein kann (vgl. BGE, 110 V 48 E.3c, 106 V 91
E.1; Urteil des Bundesgerichts 8C_272/2011 vom 11. November 2011
E.1.3).
2.2. Zudem beantragt der Beschwerdeführer, sein Anspruch auf
Ergänzungsleistungen sei per 1. April 2019 neu zu berechnen. Er übersieht
dabei, dass dies weder Gegenstand des angefochtenen
Einspracheentscheids vom 11. März 2019 noch der vorangegangenen
Verfügung vom 19. November 2018 war (vgl. beschwerdegegnerische
Akten [Bg-act.] 43 ff. und 59), weshalb auf diesen Antrag im Rahmen des
vorliegenden Beschwerdeverfahrens ebenfalls nicht eingetreten werden
kann (vgl. BGE 131 V 164 E.2.1, 125 V 413 E.1a mit Hinweisen).
3.1. Gemäss Art. 2 Abs. 1 ELG gewähren der Bund und die Kantone Personen,
welche die Voraussetzungen nach den Art. 4-6 ELG erfüllen,
Ergänzungsleistungen zur Deckung ihres Existenzbedarfs. Die jährliche
Ergänzungsleistung entspricht dem Betrag, um den die anerkannten
Ausgaben (Art. 10 ELG) die anrechenbaren Einnahmen (Art. 11 ELG)
übersteigen (Art. 9 Abs. 1 ELG).
3.2. Die anrechenbaren Einnahmen werden nach Art. 11 ELG ermittelt. Als
Einnahmen anzurechnen sind unter anderem Einkünfte und
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Vermögenswerte, auf die verzichtet worden ist (Art. 11 Abs. 1 lit. g ELG).
Eine Verzichtshandlung liegt nach der Rechtsprechung vor, wenn die
leistungsansprechende Person auf Einkünfte oder Vermögen verzichtet
hat, ohne dass hierzu eine rechtliche Verpflichtung oder ein (anderer)
zwingender Grund bestanden hat und ohne eine adäquate Gegenleistung
erhalten zu haben (vgl. BGE 121 V 204 E.4b mit Hinweisen; Urteil des
Bundesgerichts 9C_115/2016 vom 12. Juli 2016 E.2 mit Hinweisen;
Wegleitung über die Ergänzungsleistungen zur AHV und IV [WEL], gültig
ab 1. April 2011, Stand: 1. Januar 2020, Rz. 3481.02). Diese
Voraussetzungen müssen nicht kumulativ erfüllt sein; es reicht, wenn
alternativ eines der beiden Elemente gegeben ist (vgl. BGE 131 V 329
E.4.2 ff. mit Hinweisen). Eine Gegenleistung ist als adäquat zu betrachten,
wenn ihr Wert mindestens 90 % des Werts der Leistung beträgt (vgl. WEL
Rz. 3481.03). Ein Vermögensverzicht ist beispielsweise bei Schenkungen,
Zuwendungen und gewährten Erbvorbezügen anzurechnen (vgl.
CARIGIET/KOCH, Ergänzungsleistungen zur AHV/IV, 2. Aufl.,
Zürich/Basel/Genf 2009, S. 175). In Fällen, in denen eine nicht
gleichwertige Gegenleistung vereinbart wurde, entspricht die Höhe des
Verzichtseinkommens oder des Verzichtsvermögens der Differenz
zwischen Leistung und Gegenleistung (vgl. WEL Rz. 3481.04). Für die
Bewertung des entäusserten Vermögens und einer allfälligen
Gegenleistung ist der Zeitpunkt des Verzichts massgebend (vgl. WEL Rz.
3483.01). Bei der Veräusserung einer Liegenschaft ist zur Prüfung, ob ein
Verzicht vorliegt, der Verkehrswert (Marktwert) ausschlaggebend (vgl.
WEL Rz. 3483.02). Ist eine veräusserte Liegenschaft mit einer Hypothek
belastet, die ganz oder teilweise vom neuen Eigentümer übernommen wird,
so stellt die Summe der übernommenen Schulden einen Teil der
Gegenleistung dar (vgl. WEL Rz. 3483.03).
3.3. Die anrechenbaren Einnahmen der beiden Ehegatten werden
zusammengerechnet. Der Totalbetrag wird anschliessend hälftig auf die
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Ehegatten aufgeteilt (Art. 1b Abs. 1 der Verordnung über die
Ergänzungsleistungen zur Alters-, Hinterlassenen- und
Invalidenversicherung [ELV; SR 831.301]).
3.4. Gemäss Art. 17a Abs. 1 ELV wird der anzurechnende Betrag von
Vermögenswerten, auf die gemäss Art. 11 Abs. 1 lit. g ELG verzichtet
worden ist, jährlich um CHF 10'000.-- vermindert. Der Wert des Vermögens
im Zeitpunkt des Verzichts ist unverändert auf den 1. Januar des Jahres,
das auf den Verzicht folgt, zu übertragen und dann jeweils nach einem Jahr
zu vermindern (Art. 17a Abs. 2 ELV). Für die Berechnung der jährlichen
Ergänzungsleistung ist der verminderte Betrag am 1. Januar des
Bezugsjahres massgebend (Art. 17a Abs. 3 ELV).
4. Das Administrativverfahren und der kantonale Sozialversicherungsprozess
sind vom Untersuchungsgrundsatz beherrscht (Art. 43 Abs. 1 ATSG und
Art. 61 lit. c ATSG). Danach haben die verfügende Verwaltung und im
Streitfall das kantonale Sozialversicherungsgericht von Amtes wegen für
die richtige und vollständige Abklärung des rechtserheblichen Sachverhalts
zu sorgen. Dieser Grundsatz gilt indessen nicht uneingeschränkt; er wird
ergänzt durch die Mitwirkungspflichten der Parteien (vgl. BGE 125 V 193
E.2, 122 V 157 E.1a, je mit Hinweisen). Gemäss Art. 28 Abs. 2 ATSG haben
Personen, die Versicherungsleistungen beanspruchen, unentgeltlich alle
Auskünfte zu erteilen, die zur Abklärung des Anspruchs und zur
Festsetzung der Versicherungsleistungen erforderlich sind. Die
Mitwirkungspflicht – als Korrelat zum Untersuchungsgrundsatz – hat
allgemeine Bedeutung und gilt daher auch im Gebiet der
Ergänzungsleistungen (vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_180/2009 vom
9. September 2009 E.4.2.1). Im Bereich der Ergänzungsleistungen gilt die
Besonderheit, dass gerade das Fehlen bzw. der Verbrauch von
anrechenbarem Einkommen oder Vermögen den Anspruch auf Leistungen
zu begründen vermag. Dessen Fehlen ist somit eine
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anspruchsbegründende Tatsache, weshalb die Beweislast beim
Leistungsansprecher liegt. Ist somit ein einmal bestehendes Vermögen
nicht mehr vorhanden, so trägt der Leistungsansprecher die Beweislast
dafür, dass es in Erfüllung einer rechtlichen Verpflichtung oder gegen
adäquate Gegenleistung hingegeben worden ist bzw. dass kein
Vermögensverzicht vorliegt, wobei der Beweisgrad der überwiegenden
Wahrscheinlichkeit gilt (vgl. BGE 121 V 204 E.6a f.; Urteile des
Bundesgerichts 9C_688/2019 vom 30. Juni 2020 E.2.3.2, 9C_732/2014
vom 12. Dezember 2014 E.4.1.1, 9C_934/2009 vom 28. April 2010 E.3 mit
Hinweisen und E.4.2.2). Die Möglichkeit eines bestimmten Sachverhalts
oder bloss glaubhaft gemachte Sachbehauptungen genügen nicht (vgl.
Urteil des Bundesgerichts 9C_115/2016 vom 12. Juli 2016 E.4.1; zum
Ganzen: MÜLLER, Rechtsprechung des Bundesgerichts zum ELG, 3. Aufl.,
Zürich/Basel/Genf 2015, Art. 11 Rz. 481 ff. mit Hinweisen). Gemäss dem
Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit gilt der Beweis als
erbracht, wenn für die Richtigkeit der Sachbehauptung nach objektiven
Gesichtspunkten derart wichtige Gründe sprechen, dass andere denkbare
Möglichkeiten vernünftigerweise nicht massgeblich in Betracht fallen. Im
Falle der Beweislosigkeit, d.h. wenn es dem Leistungsansprecher nicht
gelingt, einen (überdurchschnittlichen) Vermögensrückgang zu belegen
oder die Gründe dafür rechtsgenügend darzutun, wird ein
Vermögensverzicht angenommen und ein hypothetisches Vermögen sowie
darauf entfallender Ertrag angerechnet (vgl. Urteile des Bundesgerichts
9C_688/2019 vom 30. Juni 2020 E.2.3.2, 9C_813/2019 vom 20. Mai 2020
E.3, 9C_115/2016 vom 12. Juli 2016 E.4.1, 9C_732/2014 vom 12.
Dezember 2014 E.4.1.1, je mit Hinweisen) bzw. es fällt im Falle der
Beweislosigkeit der Entscheid zu Ungunsten jener Partei aus, die aus dem
unbewiesen gebliebenen Sachverhalt Rechte ableiten wollte. Diese
Beweisregel greift allerdings erst Platz, wenn es sich als unmöglich erweist,
im Rahmen des Untersuchungsgrundsatzes aufgrund einer
Beweiswürdigung einen Sachverhalt zu ermitteln, der zumindest die
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Wahrscheinlichkeit für sich hat, der Wirklichkeit zu entsprechen (vgl. BGE
138 V 218 E.6). Das Bundesgericht hat wiederholt ausgeführt, dass das
Ergänzungsleistungssystem keine gesetzliche Handhabe dafür biete, eine
wie auch immer geartete "Lebensführungskontrolle" vorzunehmen und
danach zu fragen, ob ein Gesuchsteller in der Vergangenheit im Rahmen
einer "Normalitätsgrenze" gelebt hat. Dabei hat das Eidgenössische
Versicherungsgericht klargestellt, dass sich die Frage nach den Gründen
einer Vermögenshingabe allein dann erübrigt und nur dann auf die
tatsächlichen Verhältnisse abzustellen ist, wenn kein Verzicht im Sinne von
Art. 11 Abs. 1 lit. g ELG vorliegt. Derjenige, der nicht darzutun vermag,
dass seine Geldhingabe im Austausch gegen eine adäquate
Gegenleistung erfolgt ist, kann sich mithin nicht auf den gegebenen
Vermögensstand berufen, sondern muss sich die Frage nach den Gründen
für den Vermögensrückgang gefallen und mangels entsprechenden
Beweisen hypothetisches Vermögen entgegenhalten lassen (vgl. BGE 121
V 204 E.4b mit Hinweisen).
5.1. In materieller Hinsicht macht der Beschwerdeführer zunächst geltend, dass
seine Ex-Ehefrau alleine in C._ wohne, weshalb ihr die maximale
Mietzinssumme von CHF 13'200.-- anzurechnen sei. Daran ändere auch
die Tatsache nichts, dass er sich aufgrund der Anwesenheit der Enkel
vielfach in dieser Wohnung aufhalte (fast ausschliesslich ohne
Übernachtungen). Hinzu komme, dass er sich mit seiner Ex-Ehefrau
weiterhin gut verstehe und mit ihr über 40 Jahre verheiratet gewesen sei.
Er sei im Übrigen nur deshalb auf dem Mietvertrag aufgeführt, damit die
Vermieterschaft über zwei solidarisch haftende Personen verfüge. Seine
Ex-Ehefrau wohne alleine und er bei seiner Freundin.
Im Mietvertrag vom 7. September 2017 bezüglich der Liegenschaft
Mehrfamilienhaus in C._ werden beide damaligen Ehegatten als
Mieter aufgeführt. Zudem wird im besagten Mietvertrag betreffend
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Mietobjekt Folgendes festgehalten: "31⁄2-Wohnung EG links mit Sitzplatz,
Objektnummer: (1/1001), Verwendung zu Wohnzwecken für 3 Personen,
Familienwohnung: ja" (vgl. Bg-act. 14 S. 3 f.). Die Scheidung der Ehegatten
erfolgte zwar nach Abschluss des Mietvertrags im Januar 2018. Jedoch
wird im entsprechenden Scheidungsurteil vom 11. Januar 2018 die
gemeinsame Adresse in C._ angegeben (vgl. Bg-act. 12 S. 1 und S.
3). Sodann hat sich der Beschwerdeführer gemäss der Dispositiv-Ziffer 5
des genannten Scheidungsurteils verpflichtet, die Wohnung in C._ bis
spätestens 31. März 2018 zu verlassen (vgl. Bg-act. 12 S. 3). Die vom 19.
Juli 2018 bis 30. August 2018 durchgeführten Abklärungen
(Anwesenheitskontrollen) der Abteilung Bekämpfung
Versicherungsmissbrauch (BVM) ergaben jedoch, dass die Ex-Eheleute
die Wohnung in C._ weiterhin teilen (vgl. Bg-act. 35 S. 17 ff., 38 S. 1,
S. 4 f. und S. 7). Der Beschwerdeführer bestätigte anlässlich der am 19.
September 2018 erfolgten Befragung (Evaluationsgespräch) denn auch,
dass er sich mehrheitlich in C._ aufhalte (vgl. Bg-act. 35 S. 8). Insofern
hat die Beschwerdegegnerin den Mietzins von monatlich CHF 1'480.--
(jährlich CHF 17'760.--) für die besagte Wohnung zu Recht dem
Beschwerdeführer und seiner Ex-Ehefrau je zur Hälfte angerechnet (vgl.
Bg-act. 45 S. 1, 46 S. 1, 47 S. 1 und 48 S. 1). Der angefochtene
Einspracheentscheid vom 11. März 2019 erweist sich diesbezüglich als
korrekt (vgl. Bg-act. 59 S. 4). Der Vollständigkeit halber ist noch darauf
hinzuweisen, dass das Gesuch des Beschwerdeführers und seiner Ex-
Ehefrau um unentgeltliche Rechtsverbeiständung sowie die dazugehörigen
Unterlagen das gemeinsame Wohnen der Ex-Eheleute bekräftigen (vgl.
Gesuch des Beschwerdeführers S. 2, G._ Versicherungs-Police des
Beschwerdeführers vom 19. Oktober 2018, Steuerbescheinigung des
Beschwerdeführers vom 10. Januar 2019, Wohnungsmietvertrag vom 7.
September 2017 S. 1, Gesuch der Ex-Ehefrau des Beschwerdeführers im
Beschwerdeverfahren S 19 42 S. 1 und S. 2 sowie Wohnungsmietvertrag
vom 7. September 2017 im Beschwerdeverfahren S 19 42 S. 1).
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5.2. Weiter bringt der Beschwerdeführer vor, dass das per 1. Januar 2018
erfasste Verzichtsvermögen in der Höhe von CHF 203'500.-- grundsätzlich
korrekt ermittelt worden sei. Die Kinder D._ und E._ (recte wohl:
F._) würden jedoch den Schenkungsbetrag in der Höhe von
gesamthaft CHF 12'700.-- je nach den finanziellen Möglichkeiten wieder an
ihre Eltern zurückzahlen, weshalb dieser Betrag vom Verzichtsvermögen
in Abzug zu bringen sei. Die Beschwerdegegnerin anerkenne ausdrücklich,
dass die Kinder vor und nach der erwähnten Schenkung den Eltern Geld
überwiesen hätten, weshalb nicht einzusehen sei, weshalb diese Beträge
nicht berücksichtigt werden sollten. Es sei im Übrigen völlig normal, dass
bei diesen "kleineren Beträgen" in der Familie keine Darlehensverträge
abgeschlossen worden seien. Das eigentliche Verzichtsvermögen betrage
demnach per 1. Januar 2018 CHF 190'800.-- bzw. per 1. Januar 2019
CHF 180'800.--.
Vorliegend kann dem Postenauszug der Graubündner Kantonalbank vom
7. Juni 2018 entnommen werden, dass die damaligen Eheleute ihren
Kindern D._ und F._ mit e-banking-Auftrag vom 13. März 2017
CHF 7'500.-- bzw. CHF 5'200.--, total CHF 12'700.--, überwiesen (vgl. Bg-
act. 31 S. 14). Zudem gehen aus den bei den Akten liegenden
Kontoauszügen diverse Zahlungen der Kinder D._ und F._ an
ihre Eltern hervor. So überwies D._ am 26. Januar 2016 CHF 1'000.-
-, am 24. März 2016 CHF 2'000.--, am 9. Mai 2017 CHF 2'000.--, am 7.
März 2018 CHF 2'000.--, am 23. März 2018 CHF 200.-- sowie am 4. April
2018 CHF 600.-- auf das PostFinance-Konto seiner Mutter bzw. auf das
Konto seines Vaters bei der Graubündner Kantonalbank resp. auf das
gemeinsame Konto seiner Eltern bei der Graubündner Kantonalbank (vgl.
Bg-act. 31 S. 19, S. 40 f., S. 44, S. 50, S. 107 und S. 109). Ebenfalls tätigte
F._ am 25. Januar 2018, 5. Februar 2018 sowie 18. April 2018
Überweisungen in der Höhe von CHF 750.--, CHF 500.-- bzw. CHF 1'000.--
- 15 -
auf das Konto seines Vaters bei der Graubündner Kantonalbank (vgl. Bg-
act. 31 S. 39 und S. 41). Dabei geht es teilweise um Zahlungen, welche vor
der am 13. März 2017 erfolgten Überweisung von total CHF 12'700.-- an
die Kinder D._ und F._ ausgeführt wurden. Wie die
Beschwerdegegnerin zutreffend ausführt, ist in Bezug auf die von D._
und F._ (nach besagtem Datum) getätigten Zahlungen unklar, ob es
sich dabei effektiv um Darlehensrückzahlungen handelt und wie hoch die
angebliche Darlehensschuld zu welchem Zeitpunkt war (vgl. Bg-act. 60 S.
2). Hinzu kommt, dass den im Recht liegenden Akten kein
Darlehensvertrag entnommen werden kann. Auch wurden in den
Anmeldungen des Beschwerdeführers und seiner Ex-Ehefrau für
Ergänzungsleistungen keine Darlehensguthaben erwähnt (vgl. Bg-act. 1 S.
6 und 13 S. 7 sowie Bg-act. 1 S. 6, Beschwerdeverfahren S 19 42). Folglich
ist mit der Beschwerdegegnerin davon auszugehen, dass es sich bei den
Überweisungen vom 13. März 2017 in der Höhe von CHF 7'500.-- und CHF
5'200.--, insgesamt CHF 12'700.--, um Schenkungen handelt. Aufgrund
des Einnahmeüberschusses würde auch ein Verzichtsvermögen per 1.
Januar 2018 in der Höhe von CHF 190'800.-- am (fehlenden) Anspruch des
Beschwerdeführers auf Ergänzungsleistungen nichts ändern.
5.3. Im Folgenden ist sodann auf den im angefochtenen Einspracheentscheid
ausgewiesenen Vermögensrückgang auf CHF 253'609.--
(Kapitalauszahlungen abzüglich anerkannter Beträge; vgl. Bg-act. 59 S. 4)
näher einzugehen.
5.3.1. Hinsichtlich des von der damaligen Ehefrau des Beschwerdeführers im
Jahr 2014 bezogenen Freizügigkeitskapitals von CHF 54'033.15 (vgl. Bg-
act. 2 S. 13, Beschwerdeverfahren S 19 42) wird geltend gemacht, dass
dieses nicht als Verzichtsvermögen angerechnet werden dürfe. Dies
insbesondere deshalb, weil die damaligen Eheleute bis zur Pensionierung
der Ehefrau des Beschwerdeführers über ein Einkommen von mehr als
- 16 -
CHF 120'000.-- und über kein Vermögen verfügt hätten. Nach besagter
Pensionierung habe sich das jährliche Einkommen fortlaufend verringert,
womit die Aufrechterhaltung des Lebensstandards und die weiterhin hoch
gebliebenen Steuerbelastungen über den Kapitalbezug hätten finanziert
werden müssen. Auch hätten Kreditraten zurückbezahlt werden müssen.
Es habe zwar zeitweise ein kleines Vermögen angehäuft werden können,
welches allerdings bis zur Pensionierung des Beschwerdeführers wieder
aufgebraucht worden sei. Nachdem die damaligen Eheleute mit einem
Einkommen von über CHF 120'000.-- kein Vermögen, sondern vielmehr
Schulden angehäuft hätten, stehe mit überwiegender Wahrscheinlichkeit
fest, dass das besagte Freizügigkeitskapital für die Steuerbelastung, die
Rückzahlung von Kreditraten und allgemein für den vorher gelebten
Lebensstandard benötigt worden seien. Zu beachten sei noch die
Einkommenssteuer, welche auf den Kapitalbezug angefallen (ca.
CHF 1'500.-- bis CHF 2'000.--) und von diesem Vermögen bezahlt worden
sei.
Zunächst ist festzuhalten, dass die Beschwerdegegnerin – entgegen der
Auffassung des Beschwerdeführers – die seine Ex-Ehefrau betreffende
Kapitalsteuer in der Höhe von CHF 1'716.-- im Rahmen des
Vermögensrückgangs berücksichtigte (vgl. Bg-act. 59 S. 4). Ausserdem
deklarierten die damaligen Eheleute in ihrer Steuererklärung 2014 vom 31.
März 2015 Einkünfte von total CHF 124'703.-- sowie ein steuerbares
Einkommen von CHF 103'200.-- (Kanton und Gemeinde) bzw.
CHF 94'614.-- (Bund) (vgl. Bg-act. 8 S. 5 und S. 8 f.). Aus den definitiven
Veranlagungsverfügungen direkte Bundessteuer sowie Kantons- und
Gemeindesteuer 2015 ergeben sich sodann Einkünfte von total
CHF 116'094.-- und ein steuerbares Einkommen von CHF 101'400.--
(Bund) bzw. CHF 98'700.-- (Kanton und Gemeinde) (vgl. Bg-act. 8 S. 1 und
S. 3). Aufgrund dieser hohen Einkommen hat die Beschwerdegegnerin auf
eine Schattenrechnung für diese Jahre verzichtet (vgl. Bg-act. 49, 58, 59
- 17 -
S. 3 f. und 60 S. 2). Wie die Beschwerdegegnerin zutreffend festhält, ist
nach dem Gesagten nicht nachvollziehbar, weshalb die damaligen
Eheleute in den Jahren 2014 und 2015 vom Vermögen hätten zehren
müssen. Konkrete Nachweise hierfür bringt der Beschwerdeführer
jedenfalls nicht vor.
5.3.2. Hinsichtlich des vom Beschwerdeführer am 1. Juli 2016 bezogenen
Freizügigkeitskapitals von CHF 330'972.50 (vgl. Bg-act. 2 S. 49, 14 S. 22
und 31 S. 36) bzw. des Kapitalabflusses ab diesem Zeitpunkt bringt er vor,
dass die damaligen Eheleute ab Juli 2016 mit einem Renteneinkommen
von monatlich CHF 3'174.-- hätten leben müssen. Die Mietkosten und die
Kosten für die Krankenkassenprämien hätten dabei bereits CHF 2'586.55
betragen. Trotz einem vormaligen Einkommen bei beidseitiger
Arbeitstätigkeit von über CHF 10'000.-- pro Monat hätten Schulden (Kredit)
gemacht werden müssen, um den Lebensstandard finanzieren zu können.
Dieser Lebensstandard sei nach der Pensionierung aufrechterhalten und
teilweise sogar ausgebaut worden (neues Fahrzeug, Reisen, Ausbau
Hobbyraum etc.), weshalb es fast selbsterklärend sei, dass pro Monat mehr
als CHF 7'000.-- verbraucht worden seien. Über einen Zeitraum von
eineinhalb Jahren (Juli 2016 bis Dezember 2017) ergebe dies bereits eine
Vermögensabnahme von mindestens CHF 126'000.--. Die damaligen
Eheleute hätten mit einem Einkommen von mehr als CHF 120'000.--
Schulden angehäuft, was exemplarisch bestätige, dass sie bereits damals
auf "gutem Fuss" gelebt hätten. Es sei nachvollziehbar, dass dieser
Lebensstandard in der Folge aufrechterhalten und somit Monat für Monat
sehr viel Geld aus dem bezogenen Vorsorgeguthaben benötigt worden sei.
Ein Leistungsansprecher könne im Rahmen eines Vermögensverzichts nie
alle finanziellen Verpflichtungen belegen. Aus Sicht des
Beschwerdeführers sei der Vermögensrückgang verständlich, da mit den
verfügbaren Mitteln nicht haushälterisch umgegangen worden sei.
- 18 -
Die Einwendung des Beschwerdeführers bezüglich einer
Vermögensabnahme während eineinhalb Jahren (Juli 2016 bis Dezember
2017) von mindestens CHF 126'000.-- aufgrund der Aufrechterhaltung des
früheren Lebensstandards erweist sich als pauschal und unbelegt, weshalb
rechtsprechungsgemäss – wie bereits dargelegt – ein Vermögensverzicht
angenommen wird. Dem Beschwerdeführer ist zwar bewusst, dass er für
den Vermögensrückgang beweispflichtig wäre. Den erforderlichen Beweis
erbringt er trotzdem nicht.
5.3.3. Weiter hält der Beschwerdeführer fest, die Beschwerdegegnerin übersehe
bezüglich der anerkannten Steuern in der Höhe von CHF 32'528.--, dass
die Einkommenssteuer auf den jeweiligen Kapitalbezügen nicht
berücksichtigt worden sei und im Jahr 2016 normale Einkommenssteuern
in der Höhe von mindestens CHF 35'219.80 bezahlt worden seien.
Zumindest sei ein zusätzlicher Betrag für die Einkommenssteuer auf dem
Kapitalbezug in der Höhe von CHF 16'000.-- in Abzug zu bringen.
Wie bereits dargelegt (vgl. Erwägung 5.3.1 hiervor), wurde die
Kapitalsteuer betreffend die Ex-Ehefrau des Beschwerdeführers im
Rahmen des Vermögensrückgangs berücksichtigt (vgl. Bg-act. 59 S. 4).
Gemäss den im Recht liegenden Kontoauszügen erfolgten in den Jahren
2016 und 2017 Steuerzahlungen in der Höhe von total CHF 32'529.65 (vgl.
Bg-act. 31 S. 6, S. 8, S. 12, S. 18 und S. 32). Der vom Beschwerdeführer
geltend gemachte Steuerbetrag von CHF 35'219.80 ist vorliegend nicht
belegt. Ob die den Beschwerdeführer betreffende Kapitalsteuer von
angeblich CHF 16'000.-- in den erfolgten Steuerzahlungen von insgesamt
CHF 32'529.65 inbegriffen ist, ist vorliegend nicht klar. Jedenfalls vermag
der Beschwerdeführer einen noch nicht berücksichtigten und bereits
beglichenen Kapitalsteuerbetrag von angeblich CHF 16'000.-- nicht
nachzuweisen. Somit sind im Rahmen des Vermögensrückgangs
- 19 -
ausgewiesene Steuern in der Höhe von total CHF 32'529.65 zu
berücksichtigen.
5.3.4. Ferner will der Beschwerdeführer betreffend Reisekosten einen
angemessenen Betrag in der Höhe von pauschal CHF 10'000.--
angerechnet haben.
Vorliegend kann den Akten entnommen werden, dass der
Beschwerdeführer und seine damalige Ehefrau am 15. August 2016 eine
Flussfahrt (Basel – Amsterdam – Basel) für die Zeit vom 11. Mai 2017 bis
19. Mai 2017 für einen Totalbetrag von CHF 4'012.-- buchten (vgl. Bg-act.
2 S. 62; siehe auch Bg-act. 31 S. 12). Diese Reisekosten wurden seitens
der Beschwerdegegnerin im Rahmen des Vermögensrückgangs
berücksichtigt (vgl. Bg-act. 59 S. 3 f.). Ausserdem findet sich bei den Akten
bezüglich der erwähnten Flussfahrt eine Gästerechnung im Betrag von
Euro 599.50 (= CHF 653.80) (vgl. Bg-act. 2 S. 53 f.). Darüber
hinausgehende Reisekosten vermag der Beschwerdeführer allerdings
nicht nachzuweisen, wie er denn auch selber eingesteht.
5.3.5. Sodann beantragt der Beschwerdeführer einen Abzug von CHF 18'090.--
für den Kauf von Fahrzeugen.
Vorliegend ist der Kauf eines Fahrzeugs zum Preis von CHF 40'700.--
sowie der Kauf eines Anhängers für CHF 3'990.-- im Jahr 2016 unbestritten
(vgl. Bg-act. 11 S. 2, 23 S. 2, 49, 59 S. 3 f. und 60 S. 3) Ebenfalls unstreitig
ist der Verkauf des erwähnten Fahrzeugs zum Preis von CHF 29'000.-- im
November 2017 (vgl. Bg-act. 21, 23 S. 1 f., 35 S. 10, 49, 59 S. 3 f. und 60
S. 3). Gestützt darauf berücksichtigte die Beschwerdegegnerin im
angefochtenen Einspracheentscheid betreffend Autokäufe einen Betrag
von CHF 15'690.-- (CHF 40'700.-- + CHF 3'990.-- - CHF 29'000.--) (vgl. Bg-
act. 59 S. 3 f.). Darüber hinaus ist nun aber eine Quittung vom 25. Juni
- 20 -
2016 über den Kauf eines Smarts zum Preis von CHF 2'400.-- aktenkundig
(vgl. Bg-act. 2 S. 50, 11 S. 2, 13 S. 8, 23 S. 1 und beschwerdeführerische
Akten [Bf-act.] 4). Folglich ist betreffend Autokäufe neu ein Betrag von CHF
18'090.-- (CHF 40'700.-- + CHF 3'990.-- + CHF 2'400.-- - CHF 29'000.--)
zum Abzug zuzulassen. Allerdings ändert die Berücksichtigung dieses
höheren Betrags nichts am (fehlenden) Anspruch des Beschwerdeführers
auf Ergänzungsleistungen, was er richtigerweise denn auch nicht
behauptet.
5.3.6. Des Weiteren bringt der Beschwerdeführer vor, dass er und seine damalige
Ehefrau der Tochter im Jahr 2008 eine Liegenschaft in H._ (recte:
I._) unentgeltlich überlassen hätten. Zu dieser Liegenschaft gehöre
ein Stall, den er unentgeltlich als Hobbyraum nutze. Im Gegenzug habe er
diesen Stall nach der Pensionierung in Absprache mit der Tochter selber
um- bzw. ausgebaut (neue Türen, Isolation, neuer Boden, neues Dach).
Der Ausbau des Hobbyraumes habe rund CHF 20'000.-- gekostet, was im
Detail aber nicht mehr belegt werden könne, da die jeweiligen Quittungen
verständlicherweise nicht aufbewahrt worden seien. Bei den Investitionen
handle es sich um keine Schenkungsbeträge, sondern vielmehr um eine
"Miete" für die Nutzung des Hobbyraumes.
Vorliegend informierte der Beschwerdeführer die Beschwerdegegnerin mit
Schreiben vom 20. Mai 2018 darüber, dass das Material für den Ausbau
des Stalles ca. CHF 8'000.-- und die Einrichtung für die Werkstatt etwa CHF
3'000.-- gekostet habe (vgl. Bg-act. 21). In der späteren Einsprache vom
21. Dezember 2018 bzw. Beschwerde vom 11. April 2019 will der
Beschwerdeführer plötzlich Kosten von rund CHF 20'000.-- für den Ausbau
des Stalles berücksichtigt haben (vgl. Bg-act. 53 S. 6 und
Beschwerdeschrift S. 7). Die geltend gemachten Investitionen sind nicht
konkret belegt, was der Beschwerdeführer denn auch selbst zugibt. Es
handelt sich diesbezüglich lediglich um eine Sachbehauptung, was
- 21 -
rechtsprechungsgemäss – wie bereits dargelegt – nicht genügt, um einen
Vermögensrückgang zu belegen.
5.3.7. Betreffend Waffensammlung macht der Beschwerdeführer geltend, dass
diese im angefochtenen Einspracheentscheid bzw. in den jeweiligen
Berechnungen bei seinem Vermögen mit einem Betrag von CHF 39'410.--
berücksichtigt werde. Er besitze historische Gegenstände wie Waffen,
Feldstecher etc., welche er teilweise warte und restauriere. Die
Beschwerdegegnerin übersehe nun, dass dieses Vermögen mit
Geldmitteln erworben worden sei und dementsprechend Auslagen
entstanden seien, welche das Vermögen geschmälert hätten. Es sei nicht
nachvollziehbar, weshalb folgende Käufe nach der Pensionierung nicht
berücksichtigt worden seien: Rechnungen der J._ AG vom 17.
September 2016 und 2. Februar 2017 über CHF 11'113.--, Rechnung von
K._ vom 30. Juni 2016 über CHF 2'750.--, Rechnungen der L._
AG vom 14. November 2016 und 24. April 2017 über CHF 1'620.-- sowie
Zahlungen an die L._ AG vom 13. September 2016 in der Höhe von
CHF 2'463.30. Bei diesen Käufen handle es sich nur um einen Bruchteil
der Waffenkäufe, welche belegt werden könnten. Viele Käufe seien mittels
normaler Abbuchung über die im Recht liegenden Konti erfolgt, weshalb
das Vermögen allgemein auch infolge der Waffenkäufe zurückgegangen
sei. Leider hätten diese Waffen wohl nicht mehr denjenigen Wert, welchen
sie einmal gehabt hätten.
Beim Beschwerdeführer wird die Waffensammlung im Rahmen der
Ergänzungsleistungsberechnung mit dem von ihm geltend gemachten
Wert von CHF 39'410.-- anerkannt (vgl. Bg-act. 21, 32 S. 2, 35 S. 10 f., 38
S. 30 f., 41 S. 2, 45 S. 1, 46 S. 1, 47 S. 1 und 48 S. 1), was korrekt und
nicht zu beanstanden ist, da sie dem Beschwerdeführer allein gehört und
somit nicht zum zu teilenden Verzichtsvermögen zu zählen ist (vgl. Bg-act.
21, 35 S. 10, 38 S. 30, 41 S. 1 f. und 49). Die vom Beschwerdeführer
- 22 -
geltend gemachte Vermögensabnahme in Bezug auf Gegenstände wie
Waffen, Feldstecher etc. von insgesamt CHF 17'946.30 (CHF 11'113.-- +
CHF 2'750.-- + CHF 1'620.-- + CHF 2'463.30) ist mit Blick auf die
vorliegenden Akten ausgewiesen (vgl. Bg-act. 2 S. 57 ff. und 31 S. 4).
Allerdings ändert die Berücksichtigung dieses Betrags im Rahmen des
Vermögensrückgangs nichts am (fehlenden) Anspruch des
Beschwerdeführers auf Ergänzungsleistungen. Zudem ist der
Vollständigkeit halber darauf hinzuweisen, dass anhand der in den Akten
liegenden Kontoauszügen sehr viele Zahlungseingänge ersichtlich sind,
welche wahrscheinlich im Zusammenhang mit der "Sammlertätigkeit" des
Beschwerdeführers stehen (vgl. Bg-act. 31 S. 3 ff.). Zu seinen Gunsten
wurde seitens der Beschwerdegegnerin darauf verzichtet, diese
zahlreichen Zahlungseingänge weiter zu prüfen.
5.3.8. Soweit der Beschwerdeführer schliesslich auf Arztrechnungen,
Versicherungskosten etc. verweist, ist ihm entgegenzuhalten, dass es sich
dabei um gewöhnliche Lebenshaltungskosten handelt. Diese wurden
seitens der Beschwerdegegnerin mit einer Schattenrechnung zugunsten
des Beschwerdeführers berücksichtigt (vgl. Bg-act. 58 und 59 S. 4).
Zusätzlich hat die Beschwerdegegnerin (irrtümlicherweise)
Versicherungskosten von total CHF 8'060.-- berücksichtigt (vgl. Bg-act. 23
S. 2, 49, 59 S. 2 und S. 4 sowie 60 S. 4).
5.3.9. Im Ergebnis zeigen die im Recht liegenden Kontoauszüge (vgl. Bg-act. 31
S. 3 ff.) ab Juni 2016 zahlreiche, teils sehr hohe Barbezüge und
Zahlungsüberträge (zwischen CHF 2'000.-- bis CHF 119'000.--), die zu
einer (für die Verhältnisse des Beschwerdeführers und seiner damaligen
Ehefrau) überdurchschnittlichen Vermögensabnahme führten. Der
Beschwerdeführer kann den Beweis nicht erbringen, dass diese Abnahme
in Erfüllung einer rechtlichen Verpflichtung (z.B. wird nicht dargetan und ist
nicht ersichtlich, dass die Kinder des Beschwerdeführers Zuwendungen
- 23 -
aufgrund der elterlichen Unterhaltspflicht gemäss Art. 277 des
Schweizerischen Zivilgesetzbuches [ZGB; SR 210] erhalten hätten) oder
gegen eine adäquate Gegenleistung erfolgt ist, was er in der Beschwerde
auch selbst eingesteht, wenn er ausführt, "dass der Vermögensrückgang
nicht im Detail belegt werden könne" (vgl. Beschwerdeschrift S. 8).
5.3.10. Die im angefochtenen Einspracheentscheid von den Kapitalauszahlungen
in Abzug gebrachten Beträge sind nicht alle belegt, werden aber vom
Beschwerdeführer – mit Ausnahme einer Steuerdifferenz, die er jedoch
nicht belegt – nicht moniert. Nach dem, was sich aus den vorliegenden
Akten ergibt, fallen diese Abzüge unbestrittenermassen zu Gunsten des
Beschwerdeführers aus. Selbst bei der hier angezeigten Korrektur der
Berechnung aufgrund des Smart-Autokaufs von CHF 2'400.-- (vgl.
Erwägung 5.3.5 hiervor), des exakten Steuerbetrags von CHF 32'529.65
(vgl. Erwägung 5.3.3 hiervor), der zusätzlichen Reisekosten von CHF
653.80 (vgl. Erwägung 5.3.4 hiervor) sowie von Einkäufen betreffend
Waffen etc. von CHF 17'946.30 (vgl. Erwägung 5.3.7 hiervor) und dem
damit einhergehenden Vermögensrückgang per 31. Dezember 2017 auf
gerundet CHF 232'608.-- (statt CHF 253'609.--; vgl. Bg-act. 59 S. 4) bleibt
zusammen mit dem Vermögensverzicht von CHF 203'500.-- ein zu
teilender Verzicht per Januar 2018 (Scheidung) von CHF 436'108.--. Damit
entfällt auf den Beschwerdeführer ein Verzicht von CHF 218'054.--, womit
im Ergebnis nach wie vor ein deutlicher Einnahmeüberschuss besteht, der
keinen Anspruch auf Ergänzungsleistungen begründet.
6. Hinsichtlich der angebotenen Zeugen ist festzuhalten, dass auf die
Einvernahme der Kinder des Beschwerdeführers gestützt auf die
antizipierte Beweiswürdigung verzichtet werden kann (vgl. BGE 134 I 140
E.5.3, 127 V 491 E.1b, 124 V 90 E.4b, 122 V 157 E.1d; Urteil des
Bundesgerichts 8C_831/2019 vom 13. Februar 2020 E.3.2.1), zumal die
Zeugenaussagen der Kinder des Beschwerdeführers von geringem
- 24 -
Beweiswert sind und sie die (unzureichende) Beweislage aufgrund der im
Recht liegenden Akten nicht entscheidwesentlich beeinflussen würden.
7. Zusammenfassend erweist sich der angefochtene Einspracheentscheid
vom 11. März 2019 als rechtens und die dagegen erhobene Beschwerde
ist abzuweisen, soweit darauf einzutreten ist.
8.1. Gemäss Art. 61 lit. a ATSG ist das kantonale Beschwerdeverfahren in
Sozialversicherungssachen – ausser bei leichtsinniger oder mutwilliger
Prozessführung – kostenlos, weshalb vorliegend keine Kosten erhoben
werden.
8.2. Die obsiegende Beschwerdegegnerin hat keinen Anspruch auf eine
Parteientschädigung (vgl. Art. 61 lit. g ATSG).
9.1. Der Beschwerdeführer beantragt, es sei ihm für das Verfahren vor der
Beschwerdegegnerin die unentgeltliche Rechtsverbeiständung zu
gewähren und Rechtsanwalt lic. iur. Adrian Scarpatetti als Rechtsvertreter
zu bestellen.
9.2. Gemäss Art. 37 Abs. 4 ATSG wird der gesuchstellenden Person im
Sozialversicherungsverfahren ein unentgeltlicher Rechtsbeistand bewilligt,
wo die Verhältnisse es erfordern. Unentgeltliche Verbeiständung im
Verwaltungsverfahren wird gewährt, wenn die Partei bedürftig ist, die
Rechtsbegehren nicht aussichtslos erscheinen und die Vertretung im
konkreten Fall sachlich geboten ist. Die Notwendigkeit der anwaltlichen
Verbeiständung ist im Verwaltungsverfahren, in welchem der
Untersuchungsgrundsatz gilt (Art. 43 ATSG), nur in Ausnahmefällen zu
bejahen. Es müssen sich schwierige Fragen rechtlicher oder tatsächlicher
Natur stellen. Zu berücksichtigen sind die konkreten Umstände des
Einzelfalls, Eigenheiten der anwendbaren Verfahrensvorschriften sowie
- 25 -
weitere Besonderheiten des jeweiligen Verfahrens. Neben der Komplexität
der Rechtsfragen und der Unübersichtlichkeit des Sachverhalts fallen auch
bei der versicherten Person liegende Gründe in Betracht, etwa ihre
Fähigkeit, sich im Verfahren zurechtzufinden. Des Weiteren muss eine
gehörige Interessenwahrung durch Verbandsvertreter, Fürsorgestellen
oder andere Fach- und Vertrauensleute sozialer Institutionen ausser
Betracht fallen. Grundsätzlich geboten ist die Verbeiständung auch, falls
ein besonders starker Eingriff in die Rechtsstellung des Bedürftigen droht;
andernfalls bloss, wenn zur relativen Schwere des Falls besondere
tatsächliche oder rechtliche Schwierigkeiten hinzukommen, denen der
Gesuchsteller auf sich alleine gestellt nicht gewachsen ist (vgl. Urteil des
Bundesgerichts 9C_688/2019 vom 30. Juni 2020 E.3.2 mit Hinweisen).
9.3. Vorliegend ging es im Rahmen des Einspracheverfahrens vor der
Beschwerdegegnerin lediglich um die Höhe des angerechneten
Vermögensverzichts und die Mietzinsanrechnung betreffend die Ex-
Ehefrau des Beschwerdeführers (Maximalbetrag von CHF 13'200.-- oder
hälftiger Wohnkostenanteil) (vgl. Bg-act. 53, 59 und 60). Die
diesbezüglichen Einwände hätte der Beschwerdeführer allein, d.h. ohne
anwaltliche Vertretung darlegen und mit Nachweisen untermauern können.
Es stellten sich keine schwierigen Fragen rechtlicher oder tatsächlicher
Natur, die im Einspracheverfahren zwingend eine anwaltliche
Verbeiständung durch einen Rechtsanwalt erforderlich gemacht hätten.
Zudem ist die Bedürftigkeit fraglich, zumal sich aus den vorliegenden
Kontoauszügen diverse hohe Barbezüge ergeben, welche teilweise
innerhalb eines kurzen Zeitraums getätigt wurden und dabei nicht klar ist,
wofür dieses Geld verwendet wurde (vgl. Bg-act. 31 S. 3 ff.). Hinzu kommt,
dass diverse Überweisungen auf mindestens ein Konto getätigt wurden, für
welches die entsprechenden Kontoauszüge fehlen. Weiter können den
Kontoauszügen diverse Gutschriften von verschiedenen Personen
entnommen werden, welche in der Gesamtsumme hohe Einnahmen
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ergeben (vgl. Bg-act. 31 S. 3 ff.). Daraus kann mit der Beschwerdegegnerin
auf eine wirtschaftliche Tätigkeit (Handel) des Beschwerdeführers
geschlossen werden (vgl. Bg-act. 60 S. 4). Damit sind zwei der kumulativen
Voraussetzungen für die Gewährung der unentgeltlichen
Rechtsverbeiständung nicht gegeben, weshalb der angefochtene
Einspracheentscheid auch bezüglich der Abweisung des Gesuchs um
unentgeltliche Rechtsverbeiständung für das Einspracheverfahren nicht zu
beanstanden ist. Die Frage der Aussichtslosigkeit braucht daher nicht
geprüft zu werden.
9.4. Ebenfalls beantragt der Beschwerdeführer die unentgeltliche
Rechtsverbeiständung für das vorliegende Beschwerdeverfahren.
9.5. Nach Art. 61 lit. f ATSG muss im Verfahren vor dem kantonalen
Versicherungsgericht das Recht, sich verbeiständen zu lassen,
gewährleistet sein. Wo die Verhältnisse es rechtfertigen, wird der
beschwerdeführenden Person ein unentgeltlicher Rechtsbeistand bewilligt.
Praxisgemäss setzt die unentgeltliche Verbeiständung voraus, dass der
Prozess nicht aussichtslos erscheint, die Partei bedürftig und die
anwaltliche Verbeiständung notwendig oder doch geboten ist (vgl. BGE
125 V 201 E.4a mit Hinweisen; Urteile des Bundesgerichts 8C_996/2012
vom 28. März 2013 E.5, 9C_746/2012 vom 22. Oktober 2012 E.2.1).
9.6. Vorliegend erfordert die Schwierigkeit der sich stellenden Fragen
hinsichtlich sachverhaltlicher und rechtlicher Situation keinen anwaltlichen
Beistand. Betreffend Bedürftigkeit kann auf das in Erwägung 9.3 Gesagte
verwiesen werden. Damit sind zwei der kumulativen Voraussetzungen für
die Gewährung der unentgeltlichen Rechtsverbeiständung nicht erfüllt,
weshalb das entsprechende Gesuch abzuweisen ist. Eine Beurteilung der
Aussichtslosigkeit kann damit unterbleiben.
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