# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 4047f992-4842-406b-8f92-527fd16f6d5c
**Court:** GR_KG
**Chamber:** GR_KG_004
**Year:** 2016
**Language:** de
**Jurisdiction:** GR / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

hat sich ergeben:
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I. Sachverhalt
A. Z._ wurde am _ 1945 in O.1_ geboren. Er ist geschieden und Vater von drei erwachsenen Kindern. Gemäss Akten befindet sich Z._ im Rentnerstand. Über die Z._, deren einziger Verwaltungsrat Z._ war, wurde mit Verfügung des Einzelrichters am Bezirksgericht Maloja vom 14. Dezember 2015 der Konkurs eröffnet; die Gesellschaft ist aufgelöst. Das Einkommen von Z._ beschränkt sich somit auf die AHV-Rente.
Im Schweizerischen Zentralstrafregister ist Z._ nicht verzeichnet.
B. Am 7. Mai 2013 reichten X._ und Y._ bei der Staatsanwaltschaft Graubünden eine Strafanzeige gegen Z._ ein und beantragten die Einleitung eines Strafverfahrens gegen den Beschuldigten wegen mehrfacher falscher Anschuldigung. Gleichzeitig erklärten die Anzeigesteller, sich als Privatkläger im Sinne von Art. 118 Abs. 1 StPO am Strafverfahren gegen Z._ in Straf- und Zivilpunkten beteiligen zu wollen. In der Strafanzeige werfen die Privatkläger Z._ vor, er habe sie mit Strafanzeige vom 26. März 2013 bei der Staatsanwaltschaft von Graubünden zu Unrecht und wider besseres Wissen der Urkundenfälschung und des versuchten Betruges bezichtigt. Konkret habe der Beschuldigte in der Strafanzeige geltend gemacht, dass die zwischen der Z._ und der A._ abgeschlossene Fee-Sharing-Vereinbarung von den Privatklägern als Vertreter und Inhaber der A._ gefälscht worden sei. Überdies habe Z._ den Vorwurf erhoben, X._ und Y._ hätten in arglistiger Weise versucht, das Landgericht Vaduz durch unwahre Parteibehauptungen und durch Verwendung der gefälschten Urkunde zu seinem Nachteil respektive zum Nachteil der Z._ AG zu einem unrichtigen Urteil zu veranlassen.
C. Nach Prüfung der Akten und in Anwendung von Art. 309 StPO eröffnete die Staatsanwaltschaft Graubünden mit Verfügung vom 10. Juni 2013 ein Strafverfahren gegen Z._ wegen falscher Anschuldigung gemäss Art. 303 Ziff. 1 StGB. Im Rahmen der Strafuntersuchung beauftragte die Staatsanwaltschaft Graubünden das Forensische Institut Zürich auf Antrag der Verteidigung mit der Erstellung eines graphologischen Gutachtens über die Echtheit der angeblichen Unterschrift von Z._. Die in der Folge gestützt auf den Auftrag der Staatsanwaltschaft ausgearbeitete Expertise datiert vom 27. Juni 2014. Auf deren Inhalt und die Schlussfolgerungen des Gutachters wird, soweit erforderlich, in den Erwägungen zurückzukommen sein.
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D. In der Parteimitteilung vom 17. Juli 2014 kündigte die Staatsanwaltschaft Graubünden den Abschluss der Strafuntersuchung an und stellte die Anklageerhebung beim Gericht gemäss Art. 324 ff. StPO in Aussicht. Den Parteien wurde in der Folge Gelegenheit gegeben, sich zum eingeholten Gutachten zu äussern.
E. Mit Anklageschrift vom 23. September 2014 erhob die Staatsanwaltschaft Graubünden beim Bezirksgericht Maloja Anklage gegen Z._ wegen mehrfacher falscher Anschuldigung gemäss Art. 303 Ziff. 1 Abs. 1 StGB. Der Anklageschrift liegt folgender Sachverhalt zugrunde:
Mit Strafanzeige vom _ 2013 zuhanden der Staatsanwaltschaft Graubünden beschuldigte Z._ die Verantwortlichen der A._, X._ und Y._, wider besseres Wissens der Urkundenfälschung sowie des versuchten Betrugs, indem er geltend machte, seine Unterschrift auf einer Fee-Sharing-Vereinbarung zwischen der Z._ und der A._ sei gefälscht worden.
F. An der Hauptverhandlung vor dem Bezirksgericht Maloja am 11. Februar 2015 waren Z._ mit seinem Verteidiger, Rechtsanwalt lic. iur. Marco Pool, sowie der Privatkläger X._ anwesend.
Die Staatsanwaltschaft Graubünden, welche darauf verzichtete, die Anklage mündlich zu vertreten, stellte gemäss Anklageschrift unter Hinweis auf ihre rechtlichen Erwägungen im Schlussbericht vom 23. September 2014 folgende Anträge:
3.1 Der Beschuldigte sei der mehrfachen falschen Anschuldigung gemäss Art. 303 Ziff. 1 Abs. 1 StGB schuldig zu sprechen.
3.2 Dafür sei er mit einer Geldstrafe von 100 Tagessätzen zu je CHF 300.00, bedingt aufgeschoben bei einer Probezeit von 2 Jahren, und einer Busse von CHF 5'000.00, ersatzweise zu einer Freiheitsstrafe von 15 Tagen, zu bestrafen.
3.3 Kostenfolge sei die gesetzliche.
X._ beantragte sinngemäss, Z._ sei im Sinne der Anklageschrift schuldig zu sprechen. Überdies sei der Beschuldigte zu verpflichten, ihm für die Vertretung im Zivilverfahren vor dem Fürstlichen Landgericht O.2_ CHF 20'000.00 zu bezahlen.
Demgegenüber beantragte der Verteidiger in seinem Plädoyer was folgt:
1. Z._ sei von Schuld und Strafe freizusprechen.
2. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge.
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G. Das Bezirksgericht Maloja erkannte mit gleichentags mündlich eröffnetem Urteil vom 11. Februar 2015, im Dispositiv mitgeteilt am 13. Februar 2015, schriftlich begründet mitgeteilt am 17. Juli 2015, wie folgt:
1. Z._ wird vom Vorwurf der mehrfachen falschen Anschuldigung gemäss Art. 303 Ziff. 1 Abs. 1 StGB freigesprochen.
2. Die Kosten des Verfahrens, bestehend aus:
 Untersuchungsgebühr der Staatsanwaltschaft CHF 2'050.00  Barauslagen der Staatsanwaltschaft CHF 0.00  Gerichtsgebühr CHF 3'000.00
Total CHF 5'050.00
werden auf die Staatskasse genommen, d.h. CHF 2'050.00 zulasten des Kantons Graubünden und CHF 3'000.00 zulasten des Bezirksgerichts Maloja.
3. Die Zivilklage der Privatkläger 1 und 2 wird auf den Zivilweg verwiesen.
4. Z._ wird im Sinne von Art. 429 Abs. 1 lit. a StPO eine Entschädigung zulasten des Bezirksgerichtes Maloja von pauschal CHF 5'000.00 (inkl. MwSt. und Auslagen) zugesprochen.

## Considerations