# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** bb7a1451-0818-4d00-916a-dcd524315560
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2022
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
Der 1980 geborene
X._
meldete sich am 1
5.
Mai 2018 (Eingangsdatum) bei der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, zum Leistungs
bezug an (Urk. 7/2).
Diese tätigte medizinische (Urk. 7/25, 7/28, 7/64) sowie erwerbliche (Urk. 7/9-10) Abklärungen und zog die Akten des Krankentaggeld
vers
icherers bei (Urk. 7/7, 7/14).
Zudem lud sie den Versicherten zu einem Standortgespräch ein, welches am 2
7.
Juni 2018 stattfand (Urk. 7/11). Mit Schreiben vom 1
4.
Mai 2019 erteilte sie Kostengutsprache für eine Arbeits
vermittlung mit Job Coach (Urk. 7/38, Verlängerung dieser Massnahme mit Schreiben vom 2
5.
November 2019,
Urk.
7/45).
Am 1
9.
Dezember 2019 teilte
sie
dem Versicherten mit, sie übernehme die Kosten für einen Arbeitsversuch (Urk. 7/48), welcher in der Folge vom
6.
Januar bis
5.
Juli 2020 durchgeführt wurde. Mit Schreiben vom 2
2.
Juli 2020 teilte
sie
mit, die Eingliederungs
massnahmen würden abgeschlossen und es werde die Rentenprüfung eingeleitet (Urk. 7/61). Nach durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
verneinte die IV-Stelle mit Verfügung vom 7. Oktober 2021 einen Anspruch des Versicherten auf eine Rente der Invalidenversicherung (Urk. 2 [= 7/77]).
2.
Dagegen erhob der Versicherte mit Eingabe vom
1
0.
November 2021 Beschwerde beim hiesigen Sozialversicherungsgericht und beantragte, die angefochtene Ver
fügung sei aufzuheben und es sei ihm nach ergänzenden medizinischen Ab
klärungen und Vornahme eines neuen Einkommensvergleichs ab Januar 2019 eine Rente der Invalidenversicherung (unter Berücksichtigung des Taggeld
anspruchs während der Eingliederungsmassnahmen vom
6.
Januar bis 5. Juli 2020) zuzusprechen (Urk. 1 S. 1).
Mit Beschwerdeantwort vom 1
7.
Dezember 2021 schloss die IV-Stelle auf Ab
weisung der Beschwerde (
Urk.
6), was dem Beschwerdeführer mit Verfügung vom 1
7.
Dezember 2021 angezeigt wurde (Urk. 9).
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
Am 1. Januar 2022 sind die geänderten Bestimmungen des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG), der Verordnung über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSV), des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) sowie der Verordnung über die Invaliden
versicherung (IVV) in Kraft getreten.
In zeitlicher Hinsicht sind –
vorbehältlich besonderer ü
bergangsrechtlicher Regelungen –
grundsätzlich diejenigen Rechtssätze massgebend, die bei Erfüllung des rechtlich zu ordnenden oder zu Rechtsfolgen führenden Tatbestandes Geltung haben (BGE 146 V 364 E. 7.1, 144 V 210 E. 4.3.1, je mit Hinweisen). Da ferner das Sozialversicherungsgericht bei der Beurteilung eines Falles in der Regel auf den bis zum Zeitpunkt des Erlasses der streitigen Verfügung beziehungsweise des streitigen
Einspracheentscheids
eingetretenen Sachverhalt abstellt (BGE 144 V 210 E. 4.3.1, 132 V 215 E. 3.1.1, je mit Hinweisen), sind vorliegend die bis 31. Dezember 2021 gültig gewesenen Rechtsvorschriften anwendbar, die nach
folgend auch in dieser Fassung zitiert werden.
1.2
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbs
unfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.3
Die Annahme eines psychischen Gesundheitsschadens im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG sowie Art. 3 Abs. 1 und Art. 6 ATSG setzt eine psychiatrische, lege
artis
auf die Vorgaben eines anerkannten Klassifikationssystems abgestützte Diagnose voraus (vgl. BGE
145 V 215 E. 5.1, 143 V 409 E. 4.5.2, 141 V 281 E.
2.1, 130 V 396
E. 5.3 und E.
6). Eine fachärztlich einwandfrei festgestellte psychische Krank
heit
ist jedoch nicht ohne W
eiteres gleichbedeutend mit dem Vorliegen einer Invalidität. In jedem Einzelfall muss eine Beeinträchtigung der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit unabhängig von der Diagnose und grundsätzlich unbesehen der Ätiologie ausgewiesen und in ihrem Ausmass bestimmt sein. Entscheidend ist die nach einem weitgehend objektivierten Massstab zu beurteilende Frage, ob es der versicherten Person zumutbar ist, eine Arbeitsleistung zu erbringen (BGE
145 V 215 E. 5.3.2,
1
43 V 409 E. 4.2.1, 141 V 281 E.
3.7, 13
9 V 547 E. 5.2, 127 V 294 E. 4c; vgl. Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.4
Sowohl bei der erstmaligen Prüfung des Rentenanspruchs als auch bei der Rentenrevision und im Neuanmeldungsverfahren ist die Methode der Invaliditätsbemessung (Art. 28a IVG) zu bestimmen (BGE 144 I 28 E. 2.2, 117 V 198 E. 3b).
Die für die Methodenwahl (Einkommensvergleich, gemischte Methode, Betätigungsvergleich) entscheidende Statusfrage, nämlich ob eine versicherte Person als ganztägig oder zeitweilig erwerbstätig oder als nichterwerbstätig ein
zustufen ist, beurteilt sich danach, was die Person bei im Übrigen unveränderten Umständen täte, wenn keine gesundheitliche Beeinträchtigung bestünde. Ent
scheidend ist somit nicht, welches Ausmass der Erwerbstätigkeit der versicherten Person im Gesundheitsfall zugemutet werden könnte, sondern in welchem Pen
sum sie hypothetisch erwerbstätig wäre. Bei im Haushalt tätigen Versicherten im Besonderen (vgl. Art. 27 IVV) sind die persönlichen, familiären, sozialen und erwerblichen Verhältnisse ebenso wie allfällige Erziehungs- und Betreuungsauf
gaben gegenüber Kindern, das Alter, die beruflichen Fähigkeiten und die Aus
bildung sowie die persönlichen Neigungen und Begabungen zu berücksichtigen. Massgebend sind die Verhältnisse, wie sie sich bis zum Erlass der Verwaltungs
verfügung entwickelt haben, wobei für die hypothetische Annahme einer im Gesundheitsfall ausgeübten (Teil-)Erwerbstätigkeit der im Sozialversicherungs
recht übliche Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit erforderlich ist (BGE 144 I 28 E. 2.3, 141 V 15 E. 3.1, 137 V 334 E. 3.2, 125 V 146 E. 2c, 117 V 194 E. 3b).
Die Beantwortung der Statusfrage erfordert zwangsläufig eine hypothetische Beurteilung, die auch die hypothetischen Willensentscheidungen der versicherten Person zu berücksichtigen hat. Diese Entscheidungen sind als innere Tatsachen wesensmässig einer direkten Beweisführung nicht zugänglich und müssen in der Regel aus äusseren Indizien erschlossen werden (vgl. BGE 144 I 28 E. 2.4; Urteil des Bundesgerichts 8C_178/2021 vom 11.
Mai
2021 E. 3.2 mit Hinweisen).
1.5
Bei einer hypothetisch im Gesundheitsfall lediglich teilerwerbstätigen ver
sicherten Person
ohne
Aufgabenbereich im Sinne von
Art.
27 IVV
bemisst sich die Invalidität rechtsprechungsgemäss nach der allgemeinen Methode des Ein
kommensvergleichs oder einer Untervariante (Schätzungs- oder Prozentvergleich, ausserordentliches Bemessungsverfahren) davon. Dabei ist das
Validen
einkommen
nach Massgabe der ohne Gesundheitsschaden ausgeübten Teil
erwerbstätigkeit festzulegen, wobei entscheidend ist, was die versicherte Person als Gesunde tatsächlich an Einkommen erzielen würde, und nicht, was sie bestenfalls verdienen könnte. Wäre sie gesundheitlich in der Lage, voll erwerbs
tätig zu sein, reduziert sie aber das Arbeitspensum, um mehr Freizeit zu haben, hat dafür nicht die Invalidenversicherung einzustehen. Das Invalideneinkommen bestimmt sich entsprechend den gesetzlichen Vorgaben danach, was die ver
sicherte Person nach Eintritt der Invalidität und Durchführung allfälliger Ein
gliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte. Dabei kann das
–
ärztlich festzulegende
–
Arbeitspensum unter Umständen grösser sein als das ohne gesundheitliche Beeinträchtigung geleistete (BGE 131 V 51 E. 5.1.2; wiedergegeben in BGE 142 V 290 E. 5).
In Präzisierung dieser Rechtsprechung hat das Bundesgericht in BGE 142 V 290 entschieden, dass bei teilerwerbstätigen Versicherten ohne Aufgabenbereich die anhand der Einkommensvergleichsmethode zu ermittelnde Einschränkung im (allein versicherten) erwerblichen Bereich proportional – im Umfang der hypo
thetischen Teilerwerbstätigkeit –
zu berücksichtigen ist (E. 7.3).
1.6
Gemäss der Rechtsprechung (Urteil des Bundesgerichts 9C_583/2018 vom
3.
Dezember 2018 E. 4.3) ändert das am
1.
Januar 2018 für die Invaliditäts
bemessung Teilerwerbstätiger mit einem Aufgabenbereich neu eingeführte Berechnungsmodell (neu in Kraft getretene Absätze 2-4 von
Art.
27
bis
IVV) an der mit BGE 142 V 290 präzisierten Methode der Invaliditätsbemessung teil
erwerbstätiger Versicherter ohne einen Aufgabenbereich zumindest bis 3
1.
Dezember 2017 nichts. Da die Invaliditätsbemessung teilerwerbstätiger Ver
sicherter mit einem Aufgabenbereich bis Ende 2017 nach der bisherigen gemisch
ten Methode zu erfolgen habe, habe auch die Invaliditätsbemessung
teil
erwerbs
-
tätiger
Versicherter ohne einen Aufgabenbereich zumindest bis 3
1.
Dezember 2017 nach der bisherigen, mit BGE 142 V 290 präzisierten Methode zu erfolgen. Die Frage nach der für die Zeit ab
1.
Januar 2018 geltenden Methode der Invaliditätsbemessung teilerwerbstätiger Versicherter ohne einen Aufgaben
bereich hat die höchstrichterliche Rechtsprechung bisher
offen gelassen
(vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_583/2018 vom
3.
Dezember 2018 E. 4.5). Jedoch bekräftigte das Bundesgericht mit Urteil 9C_552/2016 vom
9.
März 2017, dass es nicht Sache der Invalidenversicherung sei, die Einbusse in einer Tätigkeit auszu
gleichen, welche im hypothetischen Gesundheitsfall nicht ausgeübt würde (E.
4.2). Diese Rechtsprechung behielt es auch in der Folge bei (vgl. beispielsweise Urteile des Bundesgerichts 9C_823/2017 vom 1
8.
September 2018 E. 3.2 und 8C_820/2018 vom 1
7.
April 2019 E. 3.2 mit Hinweisen), was für die Weiter
führung des bisherigen Modells der Invaliditätsbemessung Teilerwerbstätiger ohne einen Aufgabenbereich spricht.
Hierfür spricht auch die
bundesrätliche
Medienmitteilung zur per
1.
Januar 2018 in Kraft getretenen Verordnungsänderung von
Art.
27
bis
IVV vom
1.
Dezember 2017
(einsehba
r, unter:
https://www.ad
min.ch/gov/de/start/dokumentation/
medienmitteilungen.msg-id-69037.html [
15
.3.202
2
]), gemäss welcher das neue Berechnungsmodell der besseren Vereinbarkeit von Familie und Beruf und der mit Urteil des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte vom
2.
Februar 2016 (Nr. 7186/09) kritisierten Diskriminierung infolge der Anwendung der ge
mischten Methode Rechnung zu tragen beabsichtige. Eine Besserstellung von Teilzeiterwerbstätigen ohne Auf
gabenbereich wurde damit nicht verfolgt. So wird in den Absätzen 2 bis 4 von
Art.
27
bis
IVV gemäss den Erläuterungen des Bun
desamtes für Sozialversicherungen denn auch explizit nur die Invaliditätsbe
messung nach der gemischten Methode geregelt (vgl. angehängtes Dokument unter der obigen Medienmitteilung, S. 12), und die Übergangsbestimmung zur Änderung vom
1.
Dezember 2017 schreibt amtliche Revisionen innerhalb eines Jahres nach Inkrafttreten der Änderung nur für laufende Renten, welche in An
wendung der gemischten Methode zugesprochen worden waren, vor, nicht aber für solche, welche für Teilerwerbstätige ohne Aufgabenbereich ergingen. Für eine Lücken
füllung bleibt angesichts dessen kein Raum.
1.
7
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 256 E. 4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden können (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E. 4b/cc).
2.
2.1
Im angefochtenen Entscheid wurde
sinngemäss
erwogen,
der Versicherte sei in einer angepassten Tätigkeit zu 75
%
arbeitsfähig, was sich aus den medizinischen Unterlagen ergebe. Unter Berücksichtigung dessen, dass er in den letzten Jahren nur zu 80
%
erwerbstätig gewesen sei und über keinen Aufgabenbereich verfüge, lieg
e der Invaliditätsgrad unter 40
%, weshalb kein Anspruch auf eine Rente bestehe (Urk. 2 und 7/70).
2.2
Demgegenüber macht der Beschwerdeführer geltend,
die IV-Stelle gehe zu Un
recht von einer 75%igen Arbeitsfähigkeit in angepasster Tätigkeit aus. Sowohl die behandelnden Ärzte als auch der Arbeitgeber, für den er während des Arbeits
versuchs tätig gewesen sei, würden seine Arbeitsfähigkeit auf höchstens 40
%
beziffern. Zudem habe er sein Pensum im Jahr 2014 gesundheitsbedingt von 100
%
auf 80
%
reduziert, weshalb er als voll erwerbstätig zu qualifizieren sei. Weiter habe die IV-Stelle
zu Unrecht
keinen leidensbedingten Abzug vor
ge
nommen (Urk. 1).
3.
3.1
Im Bericht der
Klinik Y._
AG vom 1
9.
Februar 201
8
werden folgende Diagnosen genannt (Urk. 7/7 S. 8):
-
Chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren (ICD-10: F45.41)
-
Anpassungsstörungen (ICD
-
10
; F43.2), DD
:
Burn-Out (ICD-10: Z73)
-
Durchschlafstörungen (ICD-10: G47.0)
-
Verdacht auf ängstlich vermeidende Persönlichkeitsstörung (ICD-10: F60.6)
-
Kontaktanlässe mit Bezug auf das Berufsleben (ICD-10: Z56)
Der Patient berichte von Durchschlafstörungen, chronischer Müdigkeit und Kraft
losigkeit, erhöhter Erschöpfbarkeit, zunehmenden Kopfschmerzen, innerer Un
ruhe, Rastlosigkeit, Unfähigkeit nach der Arbeit oder in den Ferien abschalten zu können, Überforderungsgefühlen, Konzentrationsstörungen, reduziertem Selbst
wertgefühl,
Minderung der Leistungsfähigkeit, sozialem Rückzug, Interessen
verlust sowie Vernachlässigung von Freizeitaktivitäten. Diese Beschwerden hätten vor ein bis zwei Jahren angefangen und
die Situation habe
sich im Dezember 2017 zugespitzt, weshalb er seine Arbeitsstelle gekündigt habe (Urk. 7/7 S. 7-8).
Der Versicherte sei zurzeit arbeitsunfähig, sowohl in angestammter als auch in angepasster Tätigkeit, wobei mittelfristig mit einer Steigerung der Arbeits
fähigkeit zu rechnen sei (Urk. 7/7 S. 8).
3.2
Am
7.
Juni 2018 wurde der Versicherte im Auftrag des Krankentaggeld
versicherers durch
Dr.
med.
Z._
, Facharzt für Psychiatrie und Psycho
therapie FMH, untersucht. Dieser hielt folgende Diagnosen fest (Urk. 7/14 S. 11):
-
Anpassungsstörungen, längere depressive Reaktion (ICD-10: F43.21)
-
Schädlicher Gebrauch von Cannabis (ICD-10: F12.1), DD: Cannabis
abhängigkeit (ICD-10: F12.2)
-
Persönlichkeitsakzentuierung mit selbstunsicheren und zwanghaften An
teilen (ICD-10: Z73)
Der Versicherte
klage
über Schlafstörungen, Tagesmüdigkeit und traurige Stimmung. Die Konzentration sei für zwei bis drei Stunden in Ordnung und sacke dann deutlich ab. Gesamthaft gehe es ihm nun schon besser als im Januar 201
8.
Seit seinem 1
5.
Lebensjahr leide er unter Kopfschmerzen und habe sic
h deswegen im Jahr 2010 in einer
spezialisierten Klinik in Behandlung begeben. Es sei ein Cluster-Kopfschmerz diagnostiziert worden, weshalb er medikamentös eingestellt worden sei. Dank der Medikamente habe er seine Arbeit gut ausüben und sich ausreichend konzentrieren können (Urk. 7/14 S. 7).
Ein tragfähiger Kontakt zum Versicherten sei rasch herstellbar und könne durch
gehend aufrechterhalten werden. Die Aufmerksamkeit wirke nicht erschwert, die Konzentration erscheine auch gegen Ende der Untersuchung nicht beeinträchtigt. Hinweise für intellektuelle Defizite lägen nicht vor, die kognitiven Leistungen seien angemessen differenziert.
Von der Persönlichkeit her würden sich selbst
unsichere Züge mit reduzierter Konfliktfähigkeit, aber auch leicht zwanghafte Züge im Sinne einer Persönlichkeitsakzentuierung zeigen (Urk. 7/14 S. 10).
Zur Arbeitsfähigkeit wurde festgehalten
, in angestammter Tätigkeit sei der Ver
sicherte zu 50
%
arbeitsfähig. Für kognitiv einfache, regelmässige, gut vor
struk
turierte Tätigkeiten ohne besonderen Zeitdruck und ohne erhöhte Anforderungen an die emotionale Belastbarkeit, bei denen der Versicherte über
wiegend für sich allein arbeiten könne und wenig Abstimmungsbedarf mit Vor
gesetzten und Mit
arbeitern bestehe, sei die Arbeitsfähigkeit auf 75
%
einzu
schätzen. Es könne da
von ausgegangen werden, dass die Arbeitsfähigkeit bei optimaler Behandlung in zwei bis drei Monaten vollständig wiedererlangt werden könne (Urk. 7/14 S. 12-13).
3.3
Im Bericht der
Klinik Y._
AG vom 1
0.
Dezember 2018 wurden folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit aufgeführt (Urk. 7/25 S. 4):
-
Akzentuierung von Persönlichkeitszügen mit selbstunsicheren und zwanghaften Anteilen, DD: kombinierte Persönlichkeitsstörung mit selbstunsicheren und zwanghaften Anteilen (ICD-10: F60.6)
-
Chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren (ICD-10: F45.41
)
bei Cluster-Kopfschmerzen (ICD-10: G44.0)
Der Versicherte
klage
über Cluster-Kopfschmerzattacken, die ihn in seinem Alltag stark beeinträchtigen würden. Er könne sich kaum konzentrieren, habe häufige Stimmungsschwankungen und leide unter Durchschlafstörungen. Aktuell habe er keine Cluster-Kopfschmerzattacken, weshalb sich seine Stimmung gebessert habe. Er sei belastbarer, könne teilweise durchschlafen und fühle sich dadurch erholter (Urk. 7/25 S. 3).
Der Versicherte sei allseits orientiert. Es könnten leichte Aufmerksamkeits- und Konzentrationsstörungen beobachtet werden, so verliere er phasenweise den Fa
den. Affektiv wirke er gedrückt, gereizt und reduziert schwingungsfähig. Der An
trieb sei leicht gemindert, die Psychomotorik unauffällig (Urk. 7/25 S. 3-4).
Zur Arbeitsfähigkeit wurde festgehalten,
in einer angepassten Tätigkeit sei der Versicherte 4 Stunden täglich arbeitsfähig. Es sei mit einer Steigerung der Ar
beitsfähigkeit zu rechnen, wobei keine zeitliche Prognose gestellt werden könne (Urk. 7/25 S. 6).
3.4
Im Bericht des Kopfwehzentrums
A._
vom 1
8.
Dezember 2018 wurde
fest
gehalten, aufgrund von Clusterkopfschmerzen sei der Versicherte seit dem 28. Juni 2018 vollständig arbeitsunfähig. Seit Ende September 2018 seien keine Attacken mehr aufgetreten, weshalb sich der Versicherte sukzessive habe erholen können. Es sei davon auszugehen, dass ab Januar 2019 keine Arbeitsunfähigkeit mehr bestehe, wobei gegebenenfalls ein schrittweiser Wiedereinstieg in die Arbeit erfolgen sollte (Urk. 7/28 S. 2-3).
3.5
Im Bericht der
Klinik Y._
AG vom 5. August 2020 wurden folgende Diagnosen gestellt (Urk. 7/64 S. 2-3):
-
Kombinierte Persönlichkeitsstörung mit selbstunsicheren und zwang
haften Anteilen (ICD-10: F60.6)
-
Chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren (ICD-10: F45.44) bei Cluster-Kopfschmerzen (ICD-10: G44.0)
Der Gesundheitszustand des Versicherten präsentiere sich im Vergleich zu dem
jenigen im Vorbericht vom 1
0.
Dezember 2018 verbessert. Er sei allseits orientiert, im Kontaktverhalten zurückhaltend und freundlich. Es könnten leichte
Auf
merk
samkeits
- und Konzentrati
onsstörungen beobachtet werden (Urk. 7/64 S. 2-3).
Zur Arbeitsfähigkeit wurde festgehalten, bei einer Anwesenheit von 80
%
werde die Leistungsfähigkeit des Versicherten auf 50
%
eingeschätzt (Urk. 7/64 S. 5).
3.6
Am 1
1.
Januar 2020
(recte: 2021)
nahm
Dr.
med.
B._
, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie
FMH
,
vom Regionale
n
Ärztlichen Dienst (RAD) Stellung
und
stützte sich im Wesentlichen auf die Einschätzung de
s
D
r.
Z._
(Urk. 7/
69 S. 7 ff.).
4.
Der Beschwerdeführer macht geltend, die IV-Stelle habe zu Unrecht auf die Beurteilung der
Dr.
B._
abgestellt. Sie wäre gehalten gewesen, weitere Abklärungen zu tätigen.
Sowohl die behandelnde Psychologin als auch die Fach
personen, die ihn beim Arbeitsversuch begleitet hätten, erachteten ihn als zu maximal 40
%
arbeitsfähig.
Entgegen der Ansicht von
Dr.
B._
leide er unter einer Persönlichkeitsstörung, was sich auch in seiner Erwerbsbiographie zeige (Urk. 1
Rz
. 15 ff.).
Dr.
B._
stützte sich bei ihrer Beurteilung auf die Einschätzung des
Dr.
Z._
. Dieser hatte den Beschwerdeführer eingehend untersucht
, detaillierte Befunde erhoben und hieraus begründete Diagnosen gestellt, die medizinischen Zustände und Zusammenhänge schlüssig dargelegt und seine Schlussfolgerungen nachvollziehbar begründet. Zudem setzte er sich eingehend mit der abweichenden Einschätzung der behandelnden Psychologin der
Klinik Y._
AG aus
einander und legte dar, weshalb sich die von
dieser gestellten Diagnosen
gegen
seitig ausschliessen (Urk. 7/14 S. 11). Seine Beurteilung vermag zu überzeugen, w
orauf
Dr.
B._
zu Recht hinwies.
Bezüglich des
Vorbringen
s
,
er
leide an einer Persönlichkeitsstörung, ist darauf hinzuweisen, dass
Dr.
B._
überzeugend
ausführte
(Urk. 7/69 S. 9)
, dass sich eine solche bereits früher leistungsmindernd ausgewirkt hätte, weshalb es dem Beschwerdeführer überwiegend wahrscheinlich nicht möglich gewesen wäre, ein Studium abzuschliessen. Auch der Umstand, dass er seit Jahren in der Lage ist, eine Beziehung zu führen, spricht gegen das Vorliegen einer Persönlichkeits
störung.
Daran ändert nichts, dass er gegenüber seiner Psychologin schilderte, bereits seit seiner Jugendzeit unter Schwierigkeiten bei der sozialen Interaktion zu leiden und sich in seinem Erwerbsleben durch seinen Perf
ektionismus ein
ge
schränkt zu fühlen
(
Urk.
1
Rz
. 19). Unbestrittenermassen leidet der Beschwerde
führer unter einer Persönlichkeitsakzentuierung.
Die von ihm geschilderten Schwierigkeiten in der sozialen Interaktion sowie sein Hang, an sich selber über
höhte Leistungsansprüche zu stellen, sind als Ausdruck dieser Akzentuierung zu werten. Weder seine Erwerbsbiographie noch der Bericht der behandelnden Psychologin sind daher geeignet, auch nur geringe Zweifel an der Einschätzung des
Dr.
Z._
zu wecken.
Dies insbesondere
auch
vor dem Hinter
grund, dass
es sich bei den behandelnden Fachpersonen der
Klinik Y._
AG zwar um Psychologinnen, jedoch um keine Fachärzte im Bereich Psychiatrie und Psycho
therapie handelt. Eine fachärztliche Beurteilung wie diejenige des
Dr.
Z._
kann jedoch grundsätzlich nur gestützt auf eine ebenfalls fachärztlich ab
weichende Beurteilung entkräftet werden (vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_458/2021 vom 1
5.
November 2021 E. 3.3 mit weiteren Hinweisen).
Bezüglich de
s
Umstand
s
, dass im Rahmen des Arbeitsversuchs darauf hin
gewiesen wurde, dass seitens des Beschwerdeführers eine Leistungsfähigkeit von ungefähr 40
%
habe
erreicht werden
können
(
Urk.
7/60 S. 3), ist darauf hinzu
weisen,
dass
di
e Frage nach den noch zumutbaren Tätigkeiten und Arbeits
leistungen rechtsprechungsgemäss nach Massgabe der objektiv feststellbaren Gesundheitsschädigung in erster Linie durch die medizinischen Fachpersonen zu beantworten
ist
. Den Erkenntnissen von Eingliederungsfachpersonen im Rahmen von beruflichen Abklärungen respektive Programmen bezüglich der Beurteilung der Arbeits- und Leistungsfähigkeit kommt nur beschränkte Aussagekraft zu; sie beruhen in der Regel nicht auf vertieften medizinischen Untersuchungen, sondern auf berufspraktischen Beobachtungen, welche
vor allem
die subjektive Arbeits
leistung der versicherten Person wiedergeben (Urteile des Bundesgerichts 8C_170/2021 vom 23. September 2021 E. 5.1.2.2 und 8C_21/2020 vom 8. April 2020 E. 4.1.2, je mit Hinweisen).
Der Beschwerdeführer wurde von
Dr.
Z._
ein
gehend untersucht. Dieser legte schlüssig dar, dass dem Beschwerdeführer kognitiv einfache, regelmässige, gut vorstrukturierte Tätigkeiten ohne besondere und ohne erhöhte Anforderungen an die emotionale Belastbarkeit zumutbar seien
(Urk. 7/14 S. 12)
. Diese Einschätzung stimmt damit überein, dass während des Arbeitsversuchs seitens des Arbeitgebers darauf hingewiesen wurde, dem Beschwerdeführer
würden
wiederkehrende Aufgaben wie das Testen oder das Schreiben von Softwareentwicklung
entsprechen
, was
jedoch
vom Beschwerde
führer aufgrund von Bedenken in Bezug auf Unterforderung nicht in Betracht gezogen wurde (Urk. 7/62 S. 23).
Zusammenfassend bleibt festzuhalten, dass
sich die Beurteilung des
Dr.
Z._
als beweiskräftig erweist, weshalb darauf abgestellt werden kann. Mit dem im Sozialversicherungsrecht geltenden Beweismass der überwiegenden Wahr
scheinlichkeit ist erstellt
, dass der Beschwerdeführer in einer angepassten Tätig
keit zu 75
%
arbeitsfähig ist
.
Weitere medizinische Abklärungen erscheinen nicht notwendig
(antizipierte Beweiswürdigung, vgl. BGE 124 V 90 E. 4b, 122 157 E.
1d und 136 I 229 E.
5.3).
5.
5.1
Aus den Akten geht hervor, dass der Beschwerdeführer vor Eintritt des Gesund
heitsschadens in einem Pensum von 80
%
tätig war
. Der Beschwerdeführer macht geltend, die
Pensumsreduktion
auf 80
%
sei aus medizinischen Gründen erfolgt, weshalb er als zu 100
%
erwerbstätig zu qualifizieren sei (Urk. 1). Als Beleg legte er Arbeitsverträge auf (Urk. 3/
3-6). Aus diesen geht indes lediglich hervor, dass der Beschwerdeführer sein Pensum im Jahr 2014
freiwillig
von 100
% auf 80
%
reduzierte (Urk. 3/4). Ein Hinweis darauf, dass diese Reduktion aus gesund
heit
lichen Gründen erfolgt wäre, findet sich in den aufgelegten Unterlagen nicht.
Zwar
b
egab
sich
der Beschwerdeführer
offenbar im Jahr
2014
zum ersten Mal in psychologische Behandlung
(Urk. 7/7 S. 3).
Regelmässige psychologische Konsultationen finden indes erst seit Januar 2018 statt (Urk. 7/64 S. 5). Gegen
über den behandelnden Psychologinnen gab er im Februar 2018 an,
seine
Probleme hätten vor ein bis zwei Jahren angefangen und sich im Dezember 2017 zugespitzt (Urk. 7/7 S. 8). Weiter geht aus den Unterlagen hervor, dass er sich wegen Clusterkopfschmerzen im Jahr 2016 in Behandlung begab (Urk. 7/28), was
zeitlich damit übereinstimmt,
wonach
er angegeben hatte, die Probleme hätten in den Jahren 2016-2017 angefangen
.
Dass er bereits zwei Jahre früher, im Jahr 2014, aufgrund gesundheitlicher Probleme sein Pensum reduziert haben soll, er
scheint vor diesem Hintergrund nicht plausibel. Vielmehr rechtfertigt sich der Schluss, dass er aufgrund dessen, dass er im Jahr 2014
eine neue Stelle antrat und
ein höheres Salär bezog, sein Pensum auf 80
%
reduzieren konnte. Dem IK-Auszug lässt sich entnehmen, dass er
bei seiner damaligen Arbeitgeberin mit einem Pensum von 80
%
gleich viel verdiente wie bei seiner vorherigen Arbeit
geberin mit 100
%
(Urk. 7/10). Dafür, dass er freiwillig zu 80
%
arbeitete um mehr Freizeit zu haben, spricht überdies, dass anlässlich des Standortgesprächs vom 2
7.
Juni 2018 festgehalten wurde, er sei als zu 80
%
erwerbstätig zu qualifizieren (
Urk.
7/11 S. 2). Da er
gemäss Aktenlage weder Haushaltstätigkeiten im Rahmen einer vereinbarten Aufgabenteilung für eine andere Person
noch
irgendwelche Pflegeaufgaben für Kinder oder Verwandte
hat, gilt für ihn
die Invaliditäts
bemessung als Teilerwerbstätige
r
ohne Aufgabenbereich (vgl. zum Aufgaben
bereich auch: Urteile des Bundesgerichts 9C_522/2019 vom 3
0.
Oktober 2019 E.
6 und 9C_615/2016 E. 5).
5.2
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der Einkommens
vergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypo
thetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des Einkommens
vergleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2, 128 V 29 E. 1).
5.3
Dem Arbeitgeberfragebogen vom 2
5.
Mai 2018 lässt sich entnehmen, dass der Beschwerdeführer
im Jahr 201
7
ein
E
inkommen von
Fr.
81'396.-- erzielte (Urk. 7/9 S. 3).
Dem Einkommensvergleich im Jahr 201
9
ist ein an die Ent
wicklung der Nominallöhne für
männliche
Arbeitskräfte von 2‘
249
Punkten im Jahr 201
7
auf 2‘
279
Punkte im Jahr 201
9
(vgl. www.bfs.admin.ch; Entwicklung der Nominallöhne, Konsumentenpreise und der Reallöhne, 2010 - 201
9
) ange
passtes Einkommen von
Fr.
82’482
.-- zugrunde zu legen.
5.4
Für die Bestimmung des Invalideneinkommens können nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für Statistik periodisch heraus
gegebenen Lohnstrukturerhebungen (LSE) herangezogen werden (BGE 139 V 592 E. 2.3, 135 V 297 E. 5.2, 129 V 472 E. 4.2.1). Dabei sind grundsätzlich die im Verfügungszeitpunkt aktuellsten veröffentlichten Tabellen der LSE zu verwenden (BGE 143 V 295 E. 4.1.3; zur Verwendung der aktuellsten statistischen Daten bei Rentenrevisionen vgl. BGE 143 V 295 E. 4.2.2, 142 V 178 E. 2.5.8.1, 133 V 545 E. 7.1). Die Verwendung der Tabellenlöhne ist subsidiär, das heisst deren
Beizug
erfolgt nur, wenn eine Ermittlung des Invalideneinkommens aufgrund und nach Massgabe der konkreten Gegebenheiten des Einzelfalles nicht möglich ist (vgl. BGE 142 V 178 E. 2.5.7, 139 V 592 E. 2.3, 135 V 297 E. 5.2; vgl. auch Meyer/
Reichmuth
,
Bundesgesetz über die Invalidenversicherung, 3. Auflage 2014,
Rn
55 und 89 zu Art. 28a, mit weiteren Hinweisen auf die Rechtsprechung).
Wird das Invalideneinkommen auf der Grundlage von statistischen Durch
schnittswerten ermittelt, ist der entsprechende Ausgangswert (Tabellenlohn) allenfalls zu kürzen. Damit soll der Tatsache Rechnung getragen werden, dass persönliche und berufliche Merkmale, wie Art und Ausmass der Behinderung, Lebensalter, Dienstjahre, Nationalität oder Aufenthaltskategorie und Beschäftigungsgrad Auswirkungen auf die Lohnhöhe haben können (BGE 124 V 321 E. 3b/
aa
). Aufgrund dieser Faktoren kann die versicherte Person die ver
bliebene Arbeitsfähigkeit auch auf einem ausgeglichenen Arbeitsmarkt möglicherweise nur mit unterdurchschnittlichem erwerblichem Erfolg verwerten. Der Abzug soll aber nicht automatisch erfolgen. Er ist unter Würdigung der Um
stände im Einzelfall nach pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu schätzen und darf 25 % nicht übersteigen (vgl. BGE 135 V 297 E. 5.2, 134 V 322 E. 5.2 und 126 V 75 E. 5b/
aa
-cc). Die Rechtsprechung gewährt insbesondere dann einen Ab
zug auf dem Invalideneinkommen, wenn eine versicherte Person selbst im Rahmen körperlich leichter Hilfsarbeitertätigkeit in ihrer Leistungsfähigkeit ein
geschränkt ist (BGE 126 V 75 E. 5a/
bb
). Zu beachten ist jedoch, dass allfällige bereits in der Beurteilung der medizinischen Arbeitsfähigkeit enthaltene gesund
heitliche Einschränkungen nicht zusätzlich in die Bemessung des leidens
bedingten Abzugs einfliessen und so zu einer doppelten Anrechnung desselben Gesichtspunkts führen dürfen (BGE 146 V 16 E. 4.1 mit Hinweisen).
Nach ständiger Rechtsprechung darf das (kantonale) Sozialversicherungsgericht sein Ermessen, wenn es um die Beurteilung des Tabellenlohnabzuges gemäss BGE 126 V 75 geht, nicht ohne triftigen Grund an die Stelle desjenigen der Ver
waltung setzen; es muss
sich
auf Gegebenheiten abstützen können, welche seine abweichende Ermessensausübung als naheliegender erscheinen lassen (BGE 137 V 71 E. 5.2 und 126 V 75 E. 6). Wurde bei der Festsetzung der Höhe des Abzugs vom Tabellenlohn ein Merkmal oder ein bestimmter Aspekt eines Merkmals zu Unrecht nicht berücksichtigt oder zu Unrecht berücksichtigt, hat die Beschwerdeinstanz den Abzug gesamthaft neu zu schätzen (vgl. Urteile des Bundesgerichts 9C_808/2015 vom 29. Februar 2016 E. 3.4.3 und
8C_113/2015 vom 26. Mai 2015 E. 3.2
).
5.5
Zur Bestimmung des Invalideneinkommens ist vorliegend ein statistischer Tabellenlohn heranzuziehen.
Gemäss Belastungsprofil kann
der
Beschwerde
führer
kognitiv einfache, regelmässige, gut vorstrukturierte Tätigkeiten ohne besonderen Zeitdruck und ohne Anforderungen an die emotionale Belastbarkeit verrichten.
Angesichts seiner Ausbildung sowie der bereits gewonnenen Berufs
erfahrung rechtfertigt es sich,
auf den Lohn für praktische Tätigkeiten (Zentral
wert), Kompetenzniveau
2
, abzustellen und somit von einem standardisierten monatlichen Einkommen von
Fr.
5’649
.-- auszugehen (LSE 2018
, Tabelle TA1, TOTAL, Kompetenzniveau
2
). Aufgerechnet auf die durchschnittliche betriebs
übliche Arbeitszeit von 41,7 Stunden pro Woche (vgl. Bundesamt für Statistik, Betriebsübliche Arbeitszeit nach Wirtschaftsabteilungen, A-S) und angepasst an die Entwicklung der Nominallöhne für
männliche
Arbeitskräfte von 2‘
249
Punkten im Jahr 201
7
auf 2‘
279
Punkte im Jahr 201
9
(vgl. www.bfs.admin.ch, T
39, a
.
a
.
O.) ergibt dies bei einem Beschäftigungsgrad von
75
%
, welcher de
m Beschwerdeführer
zumutbar ist, ein Bruttoeinkommen von
Fr.
53’709
.-- (
Fr.
5’649
.-- / 40 x 41,7 x 12 / 2‘
249
x 2‘
279
x 0,
75
).
Der Beschwerdeführer
macht geltend,
es sei ihm ein leidensbedingter Abzug zu gewähren, da er nur noch sehr eingeschränkt einsatzfähig sei
(
Urk.
1 S.
8
). Da bei der medizinischen Beurteilung der
Arbeitsfähigkeit die Einschränkungen
bereits berücksichtigt worden sind,
rechtfertigt sich kein weiterer Abzug. Dem Ein
kommensvergleich ist daher ein Invalideneinkommen von
Fr.
53'709.--
zu
grunde zu legen.
5.6
Bei teilerwerbstätigen Versicherten ohne Aufgabenbereich ist die anhand der Ein
kommensvergleichsmethode (
Art.
16 ATSG) zu ermittelnde Einschränkung im allein versicherten erwerblichen Bereich proportional – im Umfang der hypo
thetischen Teilerwerbstätigkeit – zu berücksichtigen (vgl. dazu E. 1.4 f.). Der Invaliditätsgrad entspricht der proportionalen Einschränkung im erwerblichen Bereich.
Eine Gegenüberstellung des
Valideneinkommens
mit dem Invalideneinkommen ergibt eine Erwerbseinbusse von
Fr.
28'773.--. Unter Berücksichtigung dessen, dass der Beschwerdeführer lediglich zu 80
%
erwerbstätig war, resultiert ein rentenausschliessender Invaliditätsgrad von rund 28
%
([100 / 82’482.-- x 28’773.--] x 0.8).
Die angefochtene Verfügung ist nicht zu beanstanden, weshalb die Beschwerde abzuweisen ist.
6.
Die Kosten des Verfahrens sind auf
Fr.
700.-- festzulegen und ausgangsgemäss
vom Beschwerdeführer
zu tragen.