# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** beeba0e7-668f-4406-8e16-6ebc9bfd0b44
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2015
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** 

## Facts

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1954, ist bei der SWICA Krankenver
siche
rung AG
(nachfolgend:
SWICA
) obligatorisch krankenversichert. Am
3.
März 2014
ersuchte
Dr.
m
ed.
Z._
,
Plastische
und Ästhetische Chirurgie
,
Klinik
A._
,
die
SWICA
um Kostenübernahme für eine
bei der Versicherten vorgesehene beidsei
tige
Mammareduktionsplastik
(
Urk.
1
3
/
3
). Der Eingriff wurde am
8
.
April
201
4
in der
Klinik
A._
von
Dr.
Z._
durchgeführt (
Urk.
1
3/
5a
).
M
it Verfügung vom
6
.
Juni
201
4
(
Urk.
1
3
/
7
)
lehnte es die
SWICA
ab, die Kos
ten für
die operative
Mammareduktion
zu übernehmen.
Die von der Versicher
ten dagegen am
8
.
Juli
201
4 (
Urk.
13/11) beziehungsweise am 1
8.
August 2014 (
Urk.
13/15)
er
hobene Einsprache
wies die
SWICA
mit Entscheid vom
19
.
September
201
4
(
Urk.
1
3
/
17
=
Urk.
2) ab.
2.
Gegen den
Einspracheentscheid
vom 1
9.
September
201
4
(
Urk.
2) erhob die Ver
si
cherte am
22
.
Oktober
201
4
Beschwerde und bea
ntragte, dieser sei aufzu
heben, und es seien die Kosten für die
Mammareduktionsplastik
in der Klinik
A._
vom
8.
April 2014 im Rahmen von
Art.
25
des Bundesgesetzes über die Krankenversicherung (KVG)
zu übernehmen
(
Urk.
1 S.
2
Ziff.
1 und 2
).
Am 1
4.
November 2014 (
Urk.
9) reichte die Beschwerdeführerin zwei
Arztbe
richte
von
Dr.
med.
B._
ein (
Urk.
10/1-2).
Mit Beschwerdeantwort vom 1
3
.
Januar
2
01
5
(Urk.
12
) schloss die
SWICA auf Abweisung der Beschwerde,
was der Beschwerdeführerin am 1
6
.
Januar
201
5
zur Kenntnis gebracht wurde (
Urk.
1
4
).
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Gemäss
Art.
1a
Abs.
2
lit
. a KVG
gewährt die soziale Krankenversicherung Leis
tungen bei Krankheit (
Art.
3 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG). Nach
Art.
3
Abs.
1 ATSG ist Krankheit jede Beeinträchtigung der kör
perlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit, die nicht Folge eines Unfalles ist und die eine medizinische Untersuchung oder Behandlung erfordert oder eine Arbeitsunfähigkeit zur Folge hat.
1.2
Art.
24 KVG verpflichtet die Krankenkassen, die Kosten für die in den Artikeln 25-31 KVG aufgelisteten Leistungen nach Massgabe der in den Artikeln 32-34
festgelegten Voraussetzungen zu übernehmen. Zum Leistungsbereich gemäss den Artikeln 25-31 gehören die Kosten für Leistungen, die der Diagnose oder Behandlung einer Krankheit und ihren Folgen dienen (
Art.
25
Abs.
1 KVG). Diese Leistungen umfassen
gemäss Art. 25 Abs. 2 KVG
unter anderem die am
bulant oder stationär durchgeführten Untersuchungen und Behandlun
gen durch Ärzte und Ärztinnen (
lit
. a Ziff. 1
)
sowie den Aufenthalt in der allgemeinen Abteilung eines Spitals (
lit
. e).
In
Art.
32
Abs.
1 KVG wird als generelle Voraussetzung für die Pflicht zur Kosten
übernahme verlangt, dass die Leistungen nach den Artikeln 25-31 KVG wirksam, zweckmässig und wirtschaftlich
(abgekürzt: WZW)
sein müssen (Satz
1), wobei die Wirk
samkeit nach wissenschaftlichen Methoden nachge
wiesen sein muss (Satz
2).
1.3
Nach der unter
dem alten Krankenversicherungsgesetz (KUVG)
ergangenen Rechtsprechung (vgl. BGE 121 V 211 E. 4 und 5), welche
im Rahmen der in
Art.
32
Abs.
1 KVG statuierten Wirksamkeit,
Zweckmässigkeit
und Wirtschaft
lichkeit der Leistungen auch unter der Herrschaft des neuen
Krankenversiche
rungsrechts
Gültigkeit
hat
(
Urteil des Bundesgerichts K 15/04 vom 2
6.
August 2004 E. 2.1
;
RKUV 2000 Nr. KV 138 S. 357
; vgl. auch BGE 130 V 299 E. 2), stellt die operative Brustreduktion zur Korrektur einer
Mammahypertrophie
dann eine Pflichtleistung der Krankenkasse dar,
wenn die Hypertrophie körper
liche oder psychische Beschwerden mit Krankheitswert verursacht und Ziel des Eingriffs die Behebung dieser krankhaften Begleitumstände als der eigentlichen Krankheitsursache is
t (RKUV 1994 Nr. K 931 S. 57 E
. 2b mit Hinweisen). Ent
scheidend ist nicht das Vorliegen eines bestimmten Beschwerdebildes, sondern ob die Beschwerden erheblich sind und andere, vor allem ästhetische Motive genügend zurückdrängen
(RKUV 1991 Nr. K 876 S. 249 E
. 3b). Dabei genügt es, wenn sowohl die Beschwerden wie auch deren Kausalzusammenhang mit der
Mammahypertrophie
nach dem im Sozialversicherungsrecht üblichen
Beweis
grad
der überwiegenden Wahrscheinlichkeit
(BGE 119 V 7 E. 3c/
aa
)
erstellt sind; die
blosse
Möglichkeit ist nicht ausreichend, anderseits ist ein Zusammen
hang im streng wissenschaftlichen Sinn nicht erforderlich (RKUV 1992 N
r. K 903 S. 231 f. E
. 3b mit Hinweis).
1.4
Unter dem alten Recht hat sich die vom Eidgenössischen Versicherungsgericht in ständiger Rechtsprechung angewendete Praxis herausgebildet, wonach ei
ne
Mammareduktions
plastik
medizinisch indiziert ist und
dem Erfordern
is der Zweck
mässigkeit genügt
, sofern eine Gewebereduktion von gegen 500
Gramm
oder mehr beidseits vorgesehen ist
beziehungsweise
durchgeführt wurde und wenn gleichzeitig Beschwerden geltend gemacht werden, die auf die Hypertro
phie zurückgeführt werde
n können,
und keine Adipositas vorliegt. Dabei gilt eine Person als übergewichtig (adipös), wenn der Body Mass Index (BMI), also der Quotient von Körpergewicht (kg) und Körperlänge im Quadrat (m
2
) grösser als 25 ist
.
Dabei kommt diesem (unteren) Grenzwert lediglich
Richtwertcharak
ter
zu. Er bildet den Ausgangspunkt für die Gewichtung des Merkmals „keine Adipositas“ im Rahmen der Prüfung des letztlich entscheidenden Kausalzusam
menhangs zwischen den geklagten körperlichen Beschwerden und der
Mamma
hypertrophie
(
BGE 130 V 299 E. 3;
RKUV 1996 Nr. K 972 S. 3 ff. E.
5a
c mit Hinweisen
; Urteil des Bundesgerichts K 171/00 vom 29. Januar 2001 E. 2c).
1.5
Schliesslich
ist bei einer
Mammareduktionsplastik
im Hinblick auf deren Ver
gütung durch die obligatorische Krankenpflegeversicherung zu fragen, ob kon
servative
Massnahmen
, insbesondere Physiotherapie bei Rückenbeschwerden, eine wirksame alternative Behandlungsmöglichkeit darstellen oder dargestellt hätten. Ist das zu bejahen, ist weiter zu prüfen, welche der beiden Leistungen die
zweckmässigere
ist. Je nachdem entfällt eine Kostenübernahmepflicht für die Reduktionsplastik (
BGE 130 V 299
E
. 6.1 und 6.2.3; Urteil des Bundesge
richts K 15/04 vom 26. August 2004 E. 2.1
).
2.
2.1
Strittig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegnerin
die im Zusammenhang mit
der
am 8. April 2014 durchgeführten beidseitigen
Mammareduktions
plastik
entstandenen Kosten im Rahmen
der obligatorischen
Krankenpflegever
siche
rung
zu übernehmen hat.
2.2
Die Beschwerdegegnerin
stützte sich zur Begründung ihres ablehnenden Ent
scheids auf die Beurteilung durch ihren Vertrauensarzt und stellte sich auf den Standpunkt, dass
der Kausalzusammenhang zwischen der
Mammahypertr
ophie
und den geltend gemachten
Nacken
- und Rücken
beschwerden
nicht mit dem
erforderlichen
Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit nachge
wiesen
sei
(
Urk. 2
S
.
5
Ziff.
4
).
Gemäss Operationsbericht seien ausserdem lediglich 310
Gramm Gewebe pro Seite entfernt worden, weshalb aufgrund des deutli
chen Unterschreitens der 500 Gram
m-
Marke nur ganz besondere Umstände körperliche oder psychische Beschwerden
als
überwiegend von der
Mammahy
pertrophie
verursacht erscheinen würden (S. 5
Ziff.
3
;
Urk.
12 S. 2 f.
).
2.3
Die Beschwerdeführerin machte demgegenüber geltend,
Dr.
Z._
habe in seinem Gesuch um Kostengutsprache festgehalten, dass sie an einem chronischen
Schmerz
syndrom
wegen ihrer Halswirbelsäule (HWS) leide und das Gewicht der Mammae diese Schmerzsymptomatik vermutungsweise verstärke.
Die
Mamma
reduktionsplastik
könne eine erhebliche Schmer
z
linderung am Nacken bewirken (
Urk.
1 S. 4
Ziff.
3).
Auch
Dr.
B._
habe festgehalten, dass die
Mammare
duktionsplastik
aus Gründen einer falschen Haltung der Hals- und
Lendenwir
belsäule
(LWS)
mit Folgen indiziert gewesen sei. Die Nackenschmerzen hätten sich nach der
Mammareduktion
stark verbessert (S. 4
Ziff.
4).
Das Ziel des Ein
griffs sei einzig die Behebung der Beschwerden gewesen. Der Zusammenhang zwischen den Beschwerden und der
Mammareduktion
sei sodann durch den Bericht von
Dr.
B._
klar erstellt. Ästhetische Motive für den Eingriff
hätten nicht
vorgelegen (S. 4
Ziff.
6).
3.
3.1
Dr.
med.
Z._
, Facharzt für Plastische,
Rekonstruktive
und Ästhetische Chirurgie, Klinik
A._
,
nannte im Gesuch um Kostengutsprache vo
m
3.
März 2014 (
Urk.
13/3) folgende Diagnosen (S. 1):
Mammahypertrophie
beidseits
Status nach
Mamm
a
reduktionsplastik
in den
C._
vor 25 Jahren
chronisches Schmerzsyndrom Halswirbelsäule (HWS) bei
schwerer Arthrose, Status nach Operation
Er führte aus, dass die
59-jährige, leicht adipöse Beschwerdeführerin (62.7 kg, 160 cm, BMI 24.5)
an einem chronischen Schmerzsyndrom wegen ihrer HWS leide. Seit 2003 fänden regelmässig Physiotherapiesitzungen statt, welche die Symptomatik nur beschränkt beeinflussen könnten. Aufgrund der bestehenden
Mammahypertrophie
sei vom Hausarzt die Vermutung geäussert worden, dass das Gewicht der Mammae die Schmerzsymptomatik an der HWS verstärken würde.
Dies bestätige sich laut Beschwerdeführerin, da sie eine erhebliche Lin
de
rung erfahre, wenn sie ihre Brüste bilateral anhebe (S. 1).
Die
Mammareduktionsplastik
könne eine erhebliche Schmerzlinderung am Nacken bewirken. Es bestehe deshalb eine gute Indikation für diese Operation. Dabei könnten mindestens 500 G
ramm pro Seite entfernt werden (S. 2).
3.2
Dr.
Z._
führte im Operationsbericht vom
8.
April
2014 (
Urk.
13/5a) aus, dass die Beschwerdeführerin
an chronischen Rückenschmerzen und Schmerzen im HWS
Be
reich bei Arthrose leide und durch die Gewichtsreduktion der Mammae die Symptomatik verbessert werden solle.
Der Beschwerdeführerin seien pro Seite je 310 Gramm Gewebe entfernt worden.
3.3
Dr.
med.
D._
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Trau
matologie
des Bewegungsapparates
, Vertrauensarzt der
Beschwerdegegnerin
,
nahm am
2.
April und am 2
6.
Mai 2014 Stellung (Urk.
13/6) und führte aus, dass
die
Möglichkeit einer Beeinflussung der HWS
Arthroseschmerzen
durch schwere Brüste bestehe. Wahrscheinlich komme es beim Anheben der Brüste durch die veränderte Armstellung (Abduktion) zu einer Entlastungsstellung der HWS, das Gewicht der Brüste sei unterhalb der HWS jedoch das gleiche. Eine Indikation zur Verkleinerung der Brüste sei beim beschriebenen L
eidensbild nicht WZW-konform. Die Beschwerden seien ausschliesslich durch die HWS
Arthrose bedingt. Die Arthrose an der HWS verursache die genannten Beschwerden mit hoher Wahrscheinlichkeit unabhängig des Brustgewichts. Somit sei die Verkleinerung der Brüste sicher nicht WZW-konform.
3.4
Dr.
med.
B._
, Fachärztin für Neurochirurgie,
nahm am
1.
Juli 2014
Stellung (
Urk.
3
=
Urk.
13/10
) und führte aus, dass die
Mammareduktions
plastik
aus Gründen einer falschen Haltung der Hals- und Lendenwirbelsäule mit Folge einer
Spondylarthrose
, Nackenschmerzen und Rückenblockaden indi
ziert gewesen sei. Diese Nackenschmerzen hätten sich nach der
Mammareduk
tion
stark verbessert und es sei zu hoffen, dass dadurch auf einen schweren HWS-Eingriff verzichtet werden könne. Das gleiche gelte auch für die LWS
Symptomatik, da diese sehr von der HWS-Haltung abhängig sei.
3.5
Dr.
B._
berichtete
sodann
am
8.
September 2014 (
Urk.
10/2) und nannte folgende Diagnosen (S. 1):
bei L4/5 akzentuierte
Osteochondrose
mit
Diskusbulging
L4/5 und mini
male
Ventralkompression
des Duralsacks. Bei L1/2 auch minimale
Pseu
dolisthese
L1/2, L3/4 und L4/5 und bei L5/S1
Bulging
-Disc mit
Osteo
chondrose
Typ 2 nach
Modic
Status nach Facettengelenksinfiltration und Status nach Hüftinfiltration
Wunddehiszenz
linke Brust nach plastischer Chirurgie der Brust
Verdacht auf
Inpinchment
-Problematik beider Hüften
progrediente Wurzelkompression L5 rechts und teilweise auch L4 links
Sie führte aus, dass die Beschwerdeführerin wieder eine Infiltration gehabt habe, weil sich die Schmerzen im
Dermatom
L5 rechts und L4 links verschlech
tert hätten (S. 1). Priorität habe im Moment eine Rückenoperation mit
mikro
chirurgischer
Dekompression L4/5 von rechts her, mit dem Ziel, den Nerv L5 rechts zu dekomprimieren. Die Nackenbeschwerden hätten sich nach der
Mammaplastik
und –
reduktion
stark verbessert (S. 2).
3.6
Vertrauensarzt
Dr.
D._
nahm am
9.
September 2014 erneut Stellung (
Urk.
13/16) und führte aus,
dass die neurochirurgische Stellungnahme vonei
nander unabhängige medizinische Aussagen enthalte, welche hinsichtlich der Kausalitätsprüfung keinen Sinn ergeben würden. E
ine falsche Haltung stelle keine Operationsindikation in Zusammenhang mit den Brüsten dar
, zumal
50
%
der Bevölker
ung
Haltungsanomalien aufweisen
würden
.
Ein „schwerer HWS
Eingriff“ sei ein schwammiger Begriff. Dass die Beschwerden nach der
Mammareduktionsplastik
besser würden, sei möglich, jedoch werde dies medizi
nisch aufgrund der HWS-Arthrose nicht von Dauer sein. Arthrosen würden einen schwankenden Verlauf aufweisen, woran auch die
Mammareduktion
nichts zu ändern vermöge. So würden kleinere Brüste nicht
arthroseprotektiv
wirken. Die LWS habe mit den Brüsten bezüglich der Schmerzen nichts zu tun, hier bestehe nicht einmal die Möglichkeit eines Kausalzusammenhangs. Dass Schmerzen bei Arthrose schwankend
seien und sich die Operationsindikationen auch ohne die
Mammareduktion
bei Zögern oder Zuwarten wieder ändern
,
sei in der operativen Medizin Gang und G
ä
be.
Aus obigen
G
ründen könne
vorliegend
h
iervon keinerlei Ansp
ruch bezüglich rüc
kwirkender
WZ
W-Anerkennung
abgeleitet werden. Es benötige keine weiteren Abklärungen mehr.
3.7
Dr.
B._
nahm am 1
3.
November 2014 Stellung (
Urk.
10/1) und führte aus, dass die Beschwerdeführerin bereits eine Versteifung C4/5 und C5/6 mit Cages am 2
7.
Januar 2003 habe operieren lassen müssen. Jetzt gebe es eine Einengung des
Foramen
rechts auf Höhe C3/4, wo es auch ein
e
Bulging
Disc und eine beginnende
epifusionelle
Stenose habe. Die
Mammareduktionsplastik
mit Ver
kleinerung des Brustvolumens sei absolut indiziert gewesen und zwar zur Vor
beugung einer Verschlechterung der HWS-Situation mit Folge einer erneuten Operation auf Etage C3/4, wo im MRI der HWS schon eine Schädigung doku
mentiert sei. Der Schaden an der HWS sei mit überwiegender Wahrscheinlich
keit mit den zu schweren Brüsten in Verbindung zu bringen, wegen der schlechten Haltung der Beschwerdeführerin und der progressiven
Kyphosierung
der HWS.
4.
4.1
Unbestritten und durch die medizinischen Akten ausgewiesen ist, dass bei der Beschwerdeführerin vor dem operativen Eingriff vom
8
.
April
201
4
eine
Mammahyperplasie
bestand.
Zu prüfen ist, ob bei der Beschwerdeführerin
vor
der Operation
körperliche oder psychische
Beschwerden vorlagen, die überwiegend wahrscheinlich als
krank
heitswertig
und von der
Mammahyper
plasie
verursacht zu betrachten waren, wobei gemäss
übereinstimmender Auffassung der Parteien
(vgl. vorstehend E. 2.2-3)
Beschwerden im Nacken- und
Lenden
bereich zur
Diskussion stehen.
4.2
Ausweislich der Akten betrug das
Körpergewicht der Beschwerdeführerin unmit
telbar vor dem
operativen Eingriff
62.7
kg
bei einer Körpergrösse von
16
0
cm (
Urk.
1
3
/
3
S. 1
unten
), was einem BMI von
24
.
5
entspricht. Damit war
die Beschwerdeführerin
knapp nicht
übergewichtig im Sinne des von der Rechtsprechung aufge
stellten Kriteriums (vgl. vorstehend E. 1.4
; BMI von 25), was
gerade
noch als Indiz für
den Kausalzu
sammenhang zwischen den
geltend gemachten Beschwerden
und der
Mamma
hyper
trophie
zu werten ist
.
Fest steh
t
sodann,
dass der Beschwerdeführerin
bei der
Operation vom
8
.
April
201
4
an
beiden
Br
ü
st
en je 310 Gramm
Gewebe entfernt
wurden (vgl. vorste
hend E. 3.2
). D
amit
wurde
der untere Grenzwert von 500 Gramm beidseits (vgl.
vorstehend E. 1.4)
nicht erreicht
, was
somit nicht als Indiz für die medi
zinische
Indikation und die Zweckmäs
sigkeit der durchg
eführten
Mamma
reduktions
plastik
gewertet werden kann
.
4.3
Vorab ist festzuhalten, dass d
ie Wirksamkeit sowie die Zweckmässigkeit einer Leistung prognostisch zu beurteilen
sind
(RKUV
2000 Nr. KV 138 S. 362 E. 5b).
Daher lässt der Umstand, dass
gemäss den postop
erativ erstellten Berichten von
Dr.
B._
(
vorstehend E. 3.4, E. 3.5, E. 3.7)
nach der Operation
vom
8
.
April
201
4
in Bezug auf die
zervikothorakalen
Beschwerden
eine
V
erbesserung
ein
getreten ist,
nicht ohne weiteres darauf
schliessen
, dass die
Mammahyperplasie
die Ursache der geklagten Beschwerden w
ar (vgl. BGE 130 V 299 E. 5.2).
4.4
Im Zusammenhang mit der
Mammahyperplasie
s
tehende Schmerzen im HWS
Bereich
wurden
nach Lage der Akten
erst im kurz vor der Operation
am
3
.
März 2014
erstellten Bericht
beziehungsweise
Kosten
übernahmegesuch
von Dr.
Z._
(vorstehend E.
3.1)
erstmals erwähnt.
Dr.
Z._
berichtete von seit Jahr
en bestehenden
chronischen S
chmerzen
der HWS
,
weswegen die Beschwerdeführerin bereits vor 10 Jahren operiert worden sei. Seit 2003 fänden deswegen regelmässig
Physiothera
pie
sitzungen
statt.
Langjährige
HWS-Beschwerden
und diesbezügliche langzeitige Physiotherapien
sind vorliegend
durch
keine
echtzeitlichen medizinischen Akten ausgewie
sen.
Diesbezüglich
ist dem Bericht von
Dr.
Z._
lediglich
zu entnehmen, der Hausarzt der Beschwerdeführerin
habe die Vermutung geäussert
, dass das Gewicht der Mammae die Schmerzsymptomatik an der HWS verstärken würde
.
Angesichts des Umstandes, dass keine
echtzeitlichen
Berichte vom Hausarzt der Beschwer
deführerin
vorliegen
und der sich aus den Berichten von
Dr.
Z._
und
Dr.
B._
ergebenden Erkrankungen
der Beschwerdeführerin
, ins
besondere die
HWS-Arthrose,
erweist sich die Aussage des Hausarztes, wonach die
Mammahyperplasie
die Beschwerden verstärken würde, als sehr pauschal und nicht geeignet, das Vorliegen von krankheitswertigen, im Zusammenhang mit der
Mammahyperplasie
stehenden Beschwerden mit dem notwendigen
Beweis
grad
der überwiegenden Wahrscheinlichkeit darzutun.
Vielmehr ist davon aus
zugehen, dass die HWS-arthrose unabhängig vom Gewicht
der
Mammae Schmerzen verursacht.
Das Gleiche gilt für die Beurteilung durch
Dr.
B._
, zumal
sie
die
Mamma
reduktionsplastik
explizit aus Gründen einer falschen Haltung der Hals- und Lendenwirbelsäule als indiziert bezeichnete
. Dass die schlechte Haltung der Beschwerdeführerin auf die überschweren Mammae zurückzuführen wäre, wurde von
Dr.
B._
jedoch nicht klar dargelegt. Selbst wenn davon auszu
gehen wäre, bedeutete dies nicht, dass die überschweren Mammae
sozusagen mittelbar aufgrund der schlechten Haltung - mit überwiegender Wahrschein
lichkeit auch für die HWS-Arthrose kausal wären. Solches machten denn auch weder
Dr.
B._
noch
Dr.
Z._
geltend. Es wurde somit nicht genügend nachvollziehbar begründet, dass der Schaden an der HWS mit den zu schweren Brüsten in Zusammenhang steht. Ursache der Schmerzen ist denn auch in erster Linie die in der HWS bestehende Arthrose und nicht das Gewicht der Mammae
(vgl. vorstehend E. 3.4).
Die Aussage, wonach sich die Nackenschmerzen nach der
Mammaredukti
on
stark verbessert hätten, wird von
Dr.
B._
sodann
weder medizinisch begründet noch
sonst durch Befunde bestätigt beziehungs
weise gestützt.
4.5
Vor dem Hintergrund der vorstehenden Ausführungen (E. 4.
2
- E. 4.4
) vermag die Beurteilun
g durch den Vertrauensarzt Dr.
D._
, wonach die Kausa
lität
zwi
schen den geltend gemachten
Nackenbeschwerden und der
Mamma
hy
perplasie
nicht überwiegend wahrscheinlich sei (vgl. vo
rstehend E.
3.3 sowie E.
3.6
), ohne
Weiteres
zu überzeugen. Einleuchtend erscheint insbesondere seine Argumentation, wonach
eine falsche Haltung keine Operationsindikation in Zusammenhang mit den Brüsten darstelle und Arthrosen einen schwankenden Verlauf aufweisen würden, weshalb die Verbesserung in Bezug auf die Schmer
zen bei der Beschwerdeführerin nicht von Dauer sein werde.
Sodann wies er
nachvollziehbar
dara
uf hin,
dass
zwar die Möglichkeit einer Beeinflussung der HWS-
Arthroseschmerzen
durch schwere Brüste bestehe, es beim Anheben der Brüste jedoch durch die veränderte Armstellung (Abduktion) zu einer
Ent
lastungs
stellung
der HWS komme, zumal sich das Gewicht der Brüste unterhalb der HWS dadurch nicht verändere.
Anzumerken bleibt sodann, dass namentlich auch
das Gewicht
des entfernten Gewebes von je lediglich 310 Gramm gegen das Vorliegen eines
Kausalzusam
menhang
s
zwischen den geklagten Beschwerden und der
Mammahypertrophie
spricht
, was ebenfalls
mit der Beurteilung durch Dr.
D._
überein
stimmt (vgl. vorstehend E. 1.4, E. 4.2).
4.6
In Würdigung der gesamten Umstände
ist mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass die
Mammahypertrophie
keine körperlichen Beschwerden mit Krankheitswert verursachte.
Damit entfällt eine Übernahmepflicht der
Beschwer
de
gegnerin
für die im Zusammenhang mit der am
8
.
April
201
4
durchgeführten beidseitigen
Mammareduktionsplastik
angefallenen Kosten im Rahmen der obli
gatorischen Krankenversicherung.
Unter diesen Umständen kann offen bleiben, ob konservative Massnahmen, ins
besondere Physiotherapie, eine wirksame und verglichen mit der
Reduktions
plastik
zweckmässigere alternative Behandlungsmöglichkeit darstellten oder dargestellt hätten.
Nach Gesagtem ist daher nicht zu beanstanden, dass die Beschwerdegegnerin im angefochtenen
Einspracheentscheid
vom
19
.
September
201
4
(
Urk.
2) eine Übernahme der Kosten für die am
8
.
April
201
4
durchgeführte
Mammareduk
ti
ons
plas
tik
verneinte. Die dagegen erhobene Beschwerde ist abzuweisen.