# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 93fccf46-284a-4699-8c7f-382207ac9394
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2016
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
Die 1977 geborene
X._
war vom
1.
September 2007 bis 3
1.
Oktober 2013 als HR
Coordinator
für die
Y._
AG beschäftigt (
Urk.
8/62 [=
Urk.
3/6]
). A
m 1
5.
Oktober 2013
erlitt sie
einen Reitunfall, bei welchem sie sich schwere Verletzungen zuzog
und s
either
unter
halb des vierten bzw. fünften Brustwirbels vollständig gelähmt
ist
.
Am 2
8.
November 2013 meldete sich die Versicherte unter Hinweis auf die Quer
schnittlähmung bei der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich,
IV-Stelle, zum Leistungsbezug an (
Urk.
8/4).
Zur Klärung der erwerblichen und medizini
schen Verhältnisse zog die IV-Stelle einen Auszug aus dem individuel
len Kont
o (Urk. 8/8)
sowie die
Akten
des Unfallversicherers (Urk. 8/11)
bei und holte
beim
behandelnden
Facharzt
einen
Bericht
(Urk.
8
/
23
) ein.
Am
1
4.
Januar 2014 fand eine Abklärung der Wohnsituation am Wohnort der Versicherten statt (Protokoll der individuelle
n
Abklärung der Wohnsituation;
Urk.
8/16)
. Am
4.
Juni 2014 erging eine fachtechnische Beurteilung durch die SAHB
Hilfsmit
telberatung
(
Urk.
8/34).
In der Folge
erteilte die IV-Stelle der Versicherten
Kos
tengutsprache
für
verschiedene
bauliche Massnahmen in
der
Wohnung
(Urk.
8/50)
, Änderungen a
n ihrem
Motorfahrzeug
(
Urk.
8/56), ei
nen Haltegriff (
Urk.
8/57),
eine Toilettensitzerhöhung (
Urk.
8/58)
,
einen Drehtürenantrieb (teilweise Kostengutsprache,
Urk.
8/80)
und
einen Senkrechtli
ft bei ihrer Arbeit
geberin (
Kostenbeitrag;
Urk.
8/79)
.
Nach der Durchführung eines
Arbeitsver
suchs
im Jahr 2014 (
Urk.
8/62 [=
Urk.
3/6]) wurde die Versicherte durch ihre letzte Arbeitgeberin ab
1.
Januar 2015 in einem 30
%
-Pensum angestellt (
Urk.
8/66 [=
Urk.
3/7]).
Am 22. August 2014
erging ein Vorbescheid, mit wel
chem die IV-Stelle der
Versicherten die Abweisung
ihres Gesuchs um
K
osten
übernahme
für die Überdachung
ihres
Aussenparkplatzes in
Aussicht stellte
(
Urk.
8/51).
Nachdem die Versicherte Einwände erhob
en hatte
(begründeter Einwand vom 2
2.
September 20
14, Urk.
8/60)
verfügte die IV-Stelle am 6. Februar 2015 –
gestützt
auf die Einschätzung de
r
SAHB
vom 10.
November 2014 (Urk.
8/68)
–
wie vorbeschieden (Urk. 2 [=
Urk.
8/77])
.
2.
Gegen diese Verfügung legte die Versicherte mit Eingabe vom 1
0.
März 2015 Beschwerde (Urk. 1) ein und
stellte folgende Anträge (
Urk.
1 S. 2)
:
„1.
Die Verfügung der Beschwerdegegnerin vom
6.
Februar 2015 sei
aufzuheben und es sei die Beschwerdegegnerin zu verurteilen, die Kosten
für die Überdachung des Aussenparkplatzes der Beschwerdeführerin in
der Höhe von
Fr.
23‘630.40 zu übernehmen.
2.
Eventualiter: Die Verfügung der Beschwerdegegnerin vom
6.
Februar
2015 sei aufzuheben und die Sache sei zur Vornahme weiterer
Abklärungen des Hilfsmittelanspruchs der Beschwerdeführerin an die
Beschwerdegegnerin zurückzuweisen, verbunden mit der Anordnung,
eine neue Verfügung im Sinne der Beschwerde zu erlassen.
Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen“
Mit Beschwerdeantwort vom
2
0.
April 2015
beantragte die IV-Stelle Abweisung der Beschwerde (Urk.
7
)
, was der Beschwerdeführerin am
2
2.
Ap
ril 2015 mitge
teilt wurde
(Urk.
9
).
Mit Eingaben vom 2
8.
April 2015 (
Urk.
10)
und
vom 1
2.
Oktober 2015 (
Urk.
12
unter Beilage
eines
Einzelarbeitsvertrag
s
vom
28.
September 2015 [
Urk.
13]) legte die Beschwerdeführerin
weitere Stellung
nahmen auf.
Am
1
0.
Mai 2016
wurde eine Instruktionsverhandlung durchgeführt
, anlässlich derer R
echtsanwalt
Bütikofer in Aussicht stellte, dem Gericht innert 14 Tagen eine Baubewilligung einzureichen
(Prot. S.
2
).
Mit Stellungnahme vom 3
1.
Mai 2016 liess die Beschwerdeführerin eine Einverständniserklärung
der Vermiete
rin
zum behindertengerechten Umbau des Vordachs
mit dem Hinweis, die
Ver
mieterschaft
werde auf eigenes Risiko auf die Einholung einer Baubewilligung verzichten,
zu den Akten reichen (
Urk.
17, Urk. 19).
3.
Auf die Ausführungen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, so
weit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalide oder von einer Invalidität bedrohte Versicherte haben Anspruch auf Eingliederungsmassnahmen, soweit diese notwendig und geeignet sind, die Er
werbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, wieder herzustellen, zu erhalten und zu verbessern, und die Voraussetzungen für den Anspruch auf die einzelnen Massnahmen erfüllt sind (Art. 8 Abs. 1 des Bundes
gesetzes über die Invalidenversicherung [IVG]). Die Eingliederungsmassnahmen bestehen in medizinischen Massnahmen, Integrationsmassnahmen zur Vorbe
reitung auf die berufliche Eingliederung, Massnahmen beruflicher Art (Berufs
beratung, erstmalige berufliche Ausbildung, Umschulung, Arbeitsvermittlung, Kapitalhilfe) sowie in der Abgabe von Hilfsmitteln (Art. 8 Abs. 3 IVG).
1.2
Gemäss
Art.
21 IVG hat die versicherte Person im Rahmen einer vom Bundesrat aufzustellenden Liste Anspruch auf jene Hilfsmittel, deren sie für die Ausübung der Erwerbstätigkeit oder der Tätigkeit im Aufgabenbereich, zur Erhaltung oder Verbesserung der Erwerbsfähigkeit, für die Schulung, die Aus- und Weiterbil
dung oder zum Zwecke der funktionellen Angewöhnung bedarf (Abs. 1). Versi
cherte, die infolge ihrer Invalidität für die Fortbewegung, für die Herstellung des Kontaktes mit der Umwelt oder für die Selbstsorge kostspieliger Geräte bedür
fen, haben im Rahmen einer vom Bundesrat aufzustellenden Liste ohne Rück
sicht auf die Erwerbsfähigkeit Anspruch auf solche Hilfsmittel (Abs. 2). Die Versicherung gibt die Hilfsmittel zu Eigentum oder leihweise in einfacher und zweckmässiger Ausführung ab. Ersetzt ein Hilfsmittel Gegenstände, die der Versicherte auch ohne Invalidität anschaffen müsste, so hat er sich an den Kosten zu beteiligen (Abs. 3). Der Bundesrat kann vorsehen, dass der Versi
cherte ein leihweise abgegebenes Hilfsmittel nach Wegfall der Anspruchs
voraussetzungen weiter verwenden darf (Abs. 4).
Die Befugnis zur Aufstellung der Hilfsmittelliste und zum Erlass ergänzender Vorschriften im Sinne von
Art.
21
Abs.
4 IVG hat der Bundesrat in
Art.
14
der Verordnung über die Invalidenversicherung
(
IVV
)
an das Eidgenössische Departement des Innern übertragen, welches die Verordnung über die Abgabe von Hilfsmitteln durch die Invalidenversicherung (HVI) mit anhangsweise auf
geführter Hilfsmittelliste erlassen hat. Laut
Art.
2 HVI besteht im Rahmen der im Anhang aufgeführten Liste Anspruch auf Hilfsmittel, soweit diese für
die Fortbewegung, die Herstellung des Kontaktes mit der Umwelt oder
für die Selbstsorge notwendig sind (
Abs.
1). Anspruch auf die in dieser Liste
mit * bezeichneten Hilfsmittel besteht nur, soweit diese für die Ausübung einer Erwerbstätigkeit oder die Tätigkeit im Aufgabenbereich, für die Schulung, die Ausbildung, die funktionelle Angewöhnung oder für die in der zutreffenden Ziffer des Anhangs ausdrücklich genannte Tätigkeit notwendig sind (
Abs.
2; BGE 122 V 212 E. 2a).
Art.
21 IVG beschränkt den Leistungsanspruch ausdrücklich auf Hilfsmittel, die in der entsprechenden Liste enthalten sind. Der Gesetzgeber hat dem Bundesrat damit die Kompetenz übertragen, in der aufzustellenden Liste aus der Vielzahl zweckmässiger Hilfsmittel eine Auswahl zu treffen. Dabei nahm er in Kauf, dass mit einer solchen Aufzählung nicht sämtliche sich stellenden Bedürfnisse gedeckt werden. Der Bundesrat oder das Departement sind daher durch das Gesetz nicht verpflichtet, sämtliche Hilfsmittel, derer eine invalide Person bedarf, in die Hilfsmittelliste aufzunehmen. Vielmehr kann der
Verordnungsge
ber
eine Auswahl treffen und die Zahl der Hilfsmittel beschränken; dabei steht ihm ein weiter Gestaltungsspielraum zu, da das Gesetz keine weiterführenden
Auswahlkriterien enthält. Die Liste der von der Invalidenversicherung abzuge
benden Hilfsmittel ist insofern abschliessend, als sie die in Frage kommenden Hilfsmittelkategorien aufzählt; dagegen ist innerhalb der einzelnen Kategorien jeweils zu prüfen, ob die Aufzählung der einzelnen Hilfsmittel ebenfalls abschliessend oder bloss exemplifikatorisch ist (BGE 131 V 107 E. 3.4.3). Lässt sich ein Hilfsmittel keiner der im HVI Anhang aufgeführten Kategorien zuord
nen, ist es nicht zulässig, den Anspruch auf Kostenübernahme durch die Invali
denversicherung direkt aus der Zielsetzung des Gesetzes abzuleiten, da damit das dem Bundesrat beziehungsweise dem Departement eingeräumte
Auswahl
ermessen
durch dasjenige der Verwaltung und des Gerichts ersetzt würde (BGE 131 V 107 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
1.
3
Ziff.
13 HVI
Anhang steht unter der Überschrift „Hilfsmittel am Arbeitsplatz, im Aufgabenbereich, zur Schulung und Ausbildung sowie bauliche Vorkehren zur Überwindung des Arbeitsweges”; Voraussetzung für einen Anspruch auf die dort aufgeführten Hilfsmittel ist somit die Förderung der Eingliederung im Erwerbsbereich oder im Haushalt im Sinne von Art. 21 Abs. 1 IVG.
In
Ziff. 13.05* HVI Anhang
werden
„Hebebühnen und Treppenlifte sowie Beseiti
gung oder Abänderung von baulichen Hindernissen im und um den Wohn-, Arbeits-, Ausbildungs- und Schulungsbereich, sofern damit die Überwindung des Weges zur Arbeits-, Ausbildungs- oder Schulungsstätte oder die Tätigkeit im Aufgabenbereich ermöglicht wird”
aufgeführt
.
Dass die in
Ziff.
13.05* HVI Anhang genannten Hilfsmittel nur an erwerbstätige oder im Aufgabenbereich tätige Versicherte ausgerichtet werden, ist gesetzes- und verfassungskonform
(BGE 127 V 127).
1.4
In der Regel besteht nur ein Anspruch auf die dem jeweiligen
Eingliederungs
zweck
angemessenen, notwendigen Massnahmen, nicht aber auf die nach den gegebenen Umständen bestmöglichen Vorkehren (BGE 110 V 99). Denn das Gesetz will die Eingliederung lediglich so weit sicherstellen, als diese im Ein
zelfall notwendig, aber auch genügend ist (BGE 124 V 108 E. 2a mit Hinweisen; AHI 2003 S. 213 E. 2.3, 2002 S. 106 E. 2a). Eine Eingliederungsmassnahme hat neben den in
Art.
8
Abs.
1 IVG ausdrücklich genannten Erfordernissen der Geeignetheit und Notwendigkeit auch demjenigen der Angemessenheit (Ver
hältnismässigkeit im engeren Sinne) als drittem Teilgehalt des
Verhältnismäs
sigkeitsgrundsatzes
zu genügen. Sie muss demnach unter Berücksichtigung der gesamten tatsächlichen und rechtlichen Umstände des Einzelfalles in einem angemessenen Verhältnis zum angestrebten Eingliederungsziel stehen. Dabei lassen sich vier Teilaspekte unterscheiden, nämlich die sachliche, die zeitliche, die finanzielle und die persönliche Angemessenheit. Danach muss die Mass
nahme prognostisch ein bestimmtes Mass an Eingliederungswirksamkeit auf
weisen; sodann muss gewährleistet sein, dass der angestrebte
Eingliederungs
erfolg
voraussichtlich von einer gewissen Dauer ist; des Weiteren muss der zu erwartende Erfolg in einem vernünftigen Verhältnis zu den Kosten der konkre
ten Eingliederungsmassnahme stehen; schliesslich muss die konkrete Mass
nahme dem Betroffenen auch zumutbar sein (BGE 132 V 215 E. 3.2.2 und 4.3.1, 130 V 488 mit Hinweisen; Urteil des Bundesgerichts 8C_812/2007 vom 6. Oktober 2008 E. 2.3; Meyer-Blaser, Zum Verhältnismässigkeitsgrundsatz im staatlichen Leistungsrecht,
Diss
. Bern 1985, S. 77 ff., insbes. S. 83 ff.; Jürg
Maeschi
, Kommentar zum Bundesgesetz über die Militärversicherung [MVG] vom 1
9.
Juni 1992, Bern 2000, N 18 f. zu Art. 33).
2.
2.1
In
der angefochtenen Verfügung
vom
6.
Februar 2015
wurde erwogen, die
Kos
tenübernahme
durch die Invalidenversicherung für eine Überdachung des
Aus
senparkplatzes
sei gemäss der abschliessenden Liste der Verordnung über die Abgabe von Hilfsmitteln (HVI) nicht vorgesehen
und könne auch keiner dort aufgeführten Hilfsmittelkategorie zugeordnet werden.
Abgesehen davon sei es
der Beschwerdeführerin zumutbar, sich mittels entsprechender Kleidung vor der Witterung zu schützen
(
Urk.
2)
.
2.2
Demgegenüber
bringt
die Besc
hwerdeführerin
vor
, mangels Vordach über ihrem Aussenparkplatz und
aufgrund des
dadurch fehlenden Witterungsschutz
es
beim Transfer in das Auto und zurück werde sie an der Überwindung ihres
Arbeits
weges
im Sinne der Ziffer 13.05
*
des Anhangs zur HVI behindert
. Die Über
dachung könne folglich entgegen den Behauptungen de
r
SAHB vom
4.
Juni 2012 sowie de
njenigen der
Beschwerdegegnerin unter den Hilfsmittelkatalog subsumiert werden.
Bei der Offerte, welche die Beschwerdeführerin eingeholt habe – die Kosten für die Überdachung würden gemäss Offerte
Fr.
23‘630.40 betragen – handle es sich zweifelsohne um eine geeignete
Überdachungsvari
ante
.
Die Überdachung diene
ihr
zur Ausübung
und
Erhaltung ihrer Erwerbsfä
higkeit
. Das Anbringen dieses Vordaches sei mit de
m Vorteil
verbunden, dass sie das Ein- und
Aussteigemanöver
durchzuführen vermögen würde, ohne bei schlechten Witterungsbedingungen nass zu werden.
Para- und
Tetraplegiker
seien
aufgrund der dauernden Belastungen durch das Sitzen im Rollstuhl besonders auf Hautläsionen anfällig
. Nasse Kleidung
sowie Sitzflächen
würden
die
De
kubitus
bildung
begünstigen
, was schwere gesundheitliche Folgen nach sich ziehen könne. Ihr Parkplatz befinde sich zwar unmittelbar neben dem Hauseingang; bei nasser Witterung fliesse das Dachwasser vom Vordach indes
direkt über demjenigen Bereich ab, auf welchem sie das Ein- und
Aussteigema
növer
durchführen müsse. Es sei ihr nicht möglich, einen der verfügbaren
Gara
genplätze
zu mieten, da diese für sie zu schmal seien; zu diesem Schluss sei auch die SAHB in ihrer fachtechnischen Beurteilung vom
4.
Juni 2014 gekom
men. Die SAHB habe sodann einen überdachten Aussenparkplatz zur Lösung des Problems empfohlen. Die Beschwerdeführerin fügte an, sie habe weder einen Mitbewohner noch eine Mitbewohnerin, auf deren Hilfe sie jeweils zählen könnte. Ein Umzug sei für sie nicht zumutbar, da sie ein gutes soziales Umfeld habe und alle ihre Freunde und Familie an ihrem gegenwärtigen Wohnort leb
ten. Es sei ihr sodann nicht zumutbar, sich
vor
der
Witterung mittels
Regenklei
d
ung
zu schützen
.
Mittlerweile habe sie ihr Pensum auf 50
%
erhöhen und dabei repräsentative Aufgaben durch die Arbeit als Assistentin zweier Geschäftsleitungsmitglieder übernehmen können (
Urk.
1 sowie Prot. S. 2).
3.
Es ist unbestritten, dass die Beschwerdeführerin seit ihre
m
Reitunfall vom 15. Oktober 2013 vollständig auf den Rollstuhl angewiesen ist. Die behandelnde
Fachä
rztin des
Z._
diagnostizierte unter anderem eine sensomotorische komplette Paraplegie initial
sub
Th4 [AIS A], im Verlauf
sub
Th5 (
Urk.
8/23/5).
4.
4
.1
Bei der beantragten Überdachung
des
Aussenparkplatz
es
der Beschwerdeführe
rin handelt es sich um ein Vordach de
r
Ausmasse
4.4
x
6.0
Meter
, wobei
gemäss
Offert
beschreibung
vorne ein Winkelprofil an die Glaskante
geklebt
wird
,
w
as verhinder
t
, dass Regenw
a
sser auf der ganzen Länge herabtropf
t
(vgl. Offerte vom 2
2.
April 2014 der
A._
GmbH
;
Urk.
8/35/1
[=
Urk.
3/12]
).
4
.2
Zu prüfen ist
, ob das Vordach
tatsächlich
erforderlich und geeignet ist, um
die Erwerbsfähigkeit
zu erhalten oder zu verbessern
(vgl. auch Art. 8 Abs. 1 IVG).
Gemäss Art. 2 Abs. 4 HVI besteht
sodann
nur Anspruch auf Hilfsmittel in einfa
cher, zweckmässiger und wirtschaftlicher Ausführung (vgl
. auch Art. 21 Abs. 3 IVG).
Eine versicherte Person hat nämlich
nicht auf die nach den gegebenen Umständen bestmöglichen Vorkehren Anspruch, sondern in der Regel nur auf die dem jeweiligen Eingliederungszweck angemessenen, notwendigen Mass
nahmen, da das Gesetz
die Eingliederung lediglich inso
weit sicherstellen will, als diese im Einzelfall notwendig, aber auch genügend ist (BGE 130 V 163
E.
.3.3. mit Hinweisen).
4.
3
4.3.1
Im HVI Anhang werden unter Ziffer 13 Hilfsmittel am Arbeitsplatz, im Aufgaben
bereich, zur Schulung und Ausbildung sowie bauliche Vorkehren zur Überwindung des Arbeitsweges
aufgeführt
.
Eine Überdachung eines
Aussen
parkplatzes
mittels
Bau eines (neuen)
Vordaches, ist in vorliegendem Fall als Massnahme zur Beseitigung oder Änderung von baulichen Hindernissen im und um den Wohnbereich
zu qualifizieren
.
Damit würde die
Überwindung des Arbeitswegs
im Sinne von Ziff.
13.05* (in Anwendung von
Art.
2
Abs.
2 HVI)
er
leichtert
, indem
es
der Beschwerdeführe
rin bei schlechten Witterungsbedingungen
massgeblich vereinfach
t
w
ü
rd
e
, in Arbeitskleidung
und
ohne nass zu werden, das Ein- und
Aussteigemanöver
in ihr Auto durchzuführen
.
Der Zweck
des hier zur Diskussion stehenden Hilfs
mittels besteht darin,
die Erwerbsfähigkeit der Beschwerdeführerin zu erhalten respektive ihr
die eigenständige Zurücklegung ihres Arbeitswegs und damit die Tätigkeit als HR
Coordinator
bei der
Y._
AG
zu ermögli
chen respektive massgeblich zu erleichtern
. Somit ist die Eignung des Vordachs, den Eingliederungszweck zu erreichen, klar ausgewiesen.
4.3.2
A
ngesichts der vorliegenden
konkreten
Verhältnisse
– die Beschwerdeführerin machte zu den Verhältnissen anlässlich der Instruktionsverhandlung
nachvoll
zie
h
bare und
präzisierende Angaben –
erscheint
der Bau eines Vordachs
(vgl. Fotos;
Urk.
3/11)
über dem Aussenparkplatz
der Beschwerdeführerin
zum Schutz vor schlechter Witterung
erforderlich
.
Geeignete Alternative
n
sind keine ersichtlich. Insbesondere sind d
ie
vorhandenen
Garagenplätze
für das Ein- und
Aussteigemanöv
er
der Beschwerdeführerin
zu schmal (
Urk.
8/34/2)
,
und die
se
ist,
um an ihren Arbeitsort zu gelangen
(
B._
-
C._
-
B._
)
,
ange
sichts ihrer gesundheitlichen Beeinträchtigungen
auf ein Auto angewiesen
. Ein Umzug wäre
der Beschwerdeführerin
aufgrund
ihrer
Verwurzelung
an
ihrem gegenwärtigen Wohnort
nicht zuzumuten und a
uf die Hilfe eines Mitbewohners oder einer Mitbewohnerin kann sie
-
da sie alleine wohnt - nicht zählen
(Prot. S. 2)
.
Das Vorbringen der Beschwerdegegnerin, die Beschwerdeführerin könne sich mit entsprechender Kleidung vor der Witterung schützen
(vgl.
Urk.
2 S. 2)
,
ist nicht stichhaltig
, zumal
die Beschwerdeführerin als HR
Coordinator
und Assistentin von zwei Geschäftsleitungsmitgliedern
repräsentative Aufgaben ausführt
sowie
fixe Termine einzuhalten hat
.
A
ngesichts ihrer körperlichen Behinderung
würde sich ihr Arbeitsweg
bei schlechten Wetterbedingungen
in
unzumutbar
er Weise
verlängern, wenn sie
vor und nach
der Absolvierung ihres Arbeitswegs
jeweils die
Kleidung wechseln
müsste
, zumal fraglich ist, ob Regenkleidung überhaupt genügenden Schutz vor der Witterung bieten würde, dies auch angesichts des
manuellen Festrahmen-Rollstuhls, welcher
der Witte
rung
ohnehin
ausgesetzt
bliebe
.
Entgegen der Ansicht der Beschwerdegegnerin ist das Kriterium der
Notwendig
keit
im konkreten F
all erfüllt.
4.3.3
Angesichts der
vorliegenden
Offerte über Fr.
23‘630.40
(
Urk.
8/35/1
[= Urk. 3/12]
) ist nicht von übersetzten Baukosten und somit mangelnder Wirt
schaftlichkeit auszugehen.
Hinweise dafür, dass es eine einfachere und zweck
mässigere Ausführung gäbe, liegen keine vor.
Angesichts der stabilen Lebens
verhältnisse
(keine Umzugspläne
, keine Kündigung der Arbeitsstelle
geplant oder ersichtlich
) kann auch von einem angemessenen Kosten-Nutzen-Verhältnis ausgegangen werden.
4.4
Zusammenfassend ist davon auszugehen, dass der Bau eines Vordachs über dem Aussenparkplatz der Beschwerdeführerin
zum Schutz vor der Witterung
ein notwendiges und dabei einfaches und zweckmässiges Hilfsmittel für die
an Paraplegie leidende
Beschwerdeführerin bildet
, das ihr die Überwindung des Arbeitswegs
ermöglicht respektive erleichtert
und somit die Ausführung und Beibehaltung ihrer Anstellung bei ihrer gegenwärtigen Arbeitgeberin ermög
licht
.
4.
5
Die Kosten
des
Vordach
s
für den Aussenparkplatz
in der Höhe von Fr.
23‘630.40 (inkl. Montage und Demontage
des
alte
n
Vordach
s)
gemäss
Offerte
der
A._
GmbH
vom
22
.
April
2014 (Urk.
8
/
35
[= Urk. 3
/
12]
) sind daher von der Beschwerdegegnerin zu tragen. Dies führt zur Gutheissung der Beschwerde
, woran die Bedingung zu knüpfen ist, dass die Beschwerdeführerin eine entsprechende Baubewilligung
- welche bisher nicht eingeholt wurde (Urk. 19
, Prot. S. 2
) –
vorweist
.
5.
5.1
Gemäss
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um die Bewilligung oder die Verweigerung von IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht kostenpflichtig. Die Kosten werden unabhängig vom Streit
wert, nach dem Verfahrensaufwand im Rahmen von
Fr.
200.-- bis Fr. 1'000.-- festgelegt und sind der unterliegenden Partei aufzuerlegen.
Die Kosten für das vorliegende Verfahren
sind
auf
Fr.
6
00.-- fest
zusetzen
und ausgangsgemäss de
r Beschwerdegegnerin
als unterliegende Partei auf
zuerlegen
.
5.2
Nach
§
34
Abs.
1 des Gesetzes über das Sozialver
sicherungsgericht (
GSVGer
) hat die obsiegende Beschwerde führende Person Anspruch auf Ersatz der
Partei
kosten
. Diese werden ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache, der Schwierigkeit des Prozesses und dem Mass des Obsiegens bemessen (
§
34
Abs.
3
GSVGer
)
, wobei vorliegend eine Prozessentschädigung von Fr.
3‘600
.-- (inkl. Mehrwertsteuer und Barauslagen) angemessen erscheint.