# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** a2848588-73e1-410b-94c1-6e4ce944e654
**Court:** GR_KG
**Chamber:** GR_KG_006
**Year:** 2016
**Language:** de
**Jurisdiction:** GR / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

hat sich ergeben:
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I. Sachverhalt
A. Die Y._AG reichte durch ihren Vertreter A._ am 10. Dezember 2015 beim Bezirksgericht Hinterrhein ein Gesuch um Rechtsschutz in klaren Fällen gemäss Art. 257 ZPO ein. Darin wird ausgeführt, dass zu Gunsten der im Eigentum der Klägerin stehenden Parzelle Nr. _ und zu Lasten der im Eigentum von X._ stehenden Parzellen Nr. _ und _ in B._ in O.1_ ein landwirtschaftliches Fuss- und Fahrwegrecht bestehe. Dieses Recht sei nach der letzten Mutation vom 24. November 2010 entgegen den Behauptungen von X._ nicht gelöscht worden. Inzwischen habe dieser die Durchfahrt aufgeschüttet und mit Holzstapeln eingeengt, so dass kein landwirtschaftliches Fahrzeug durchfahren könne. Das Rechtsbegehren der Y._AG lautete wie folgt:
"Herr X._ hat das Durchfahrtsrecht unverzüglich und jederzeit zu gewähren. Er muss dazu die Schüttung auf seinem Boden entfernen und die Holzstapel auf eine Durchfahrtsbreite von ca. 3 m wegnehmen."
B. In ihrer Stellungnahme vom 25. Januar 2016 liess X._ durch seinen Rechtsvertreter beantragen, es sei auf das Gesuch nicht einzutreten. Zur Begründung legte er im Wesentlichen dar, die Voraussetzungen für den Rechtsschutz in klaren Fällen seien nicht gegeben. Insbesondere könnten die klägerischen Anträge nicht - wie vom Bundesgericht festgelegt - als Ganzes gutgeheissen werden. Der Sachverhalt sei nicht liquide. So sei nicht nachgewiesen, dass die Gesuchstellerin über die entsprechenden Rechte verfüge. Zudem sei auch die Rechtslage nicht klar. Dass der Gesuchstellerin ein drei Meter breites Durchfahrtrecht zustehe, gehe ebenfalls nirgends hervor. Überdies werde die betroffene Parzelle Nr. _ und insbesondere der darauf stehende Stall nicht mehr landwirtschaftlich genutzt, so dass Zweifel an Umfang und Beständigkeit des Wegrechts bestünden. Im Übrigen könne der beigelegten Fotoaufnahme vom Dezember 2015 entnommen werden, dass der Durchgang breiter sei als von der Gesuchstellerin verlangt werde. Im Dienstbarkeitsvertrag würde zudem jegliche Massangabe fehlen. Das Gesuch stelle eine reine Zwängerei dar, indem versucht werde, ein inhaltsleeres, von der Beklagten bestrittenes Recht im Summarverfahren durchzusetzen.
C. Am 4. Februar 2016 reichte die nunmehr anwaltlich vertretene Y._AG weitere "Bemerkungen" betreffend Besitzesschutz/Rechtsschutz in klaren Fällen ein. Aus dem beigelegten Grundbuchauszug gehe hervor, dass ein landwirtschaftliches Fuss- und Fahrwegrecht "zugunsten der Parzelle Y._"
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eingetragen sei. Das "Umgelände des Stalles" werde als Weideland landwirtschaftlich genutzt. Die eingelegten Fotos würden zeigen, dass der Weg durch eine Holzbeige verstellt, aber auch mit einem "Mäuerchen" erhöht worden sei. Des Weiteren führte sie aus:
"Einzig in Bezug auf die Breite von ca. 3 Metern ist die Angelegenheit nicht ganz klar, da damals 1979 keine Planbeilage für das landwirtschaftliche Fuss- und Fahrwegrecht erstellt wurde. Klar ist jedoch, dass die Breite genügend sein muss, um mit landwirtschaftlichen Fahrzeugen durchfahren zu können, wie der Wortlaut lautete, zur Mistabfuhr. Eine Breite von 2 Metern reicht nicht aus. 3 Meter sind sicher grosszügig, der Richter soll hier entscheiden. Der Antrag der Gesuchstellerin lautet auf ca."
D. Mit Schreiben vom 19. Februar 2016 wies X._ darauf hin, dass mit der Stellungnahme vom 4. Februar 2016 unzulässigerweise versucht werde, Versäumnisse im Gesuch zu korrigieren. Damit sei die Gesuchstellerin nicht zu hören. Sie hätte Gelegenheit gehabt und wäre verfahrensrechtlich verpflichtet gewesen, von Anfang an das Gesuch genügend zu substantiieren und die damals schon verfügbaren Beweise zu präsentieren. Replik und Duplik seien in diesem Verfahren nicht vorgesehen. Die Ausführungen der Gesuchstellerin zum landwirtschaftlichen Fahrrecht würden nicht darüber hinweghelfen, dass dieses nur in der dargelegten eingeschränkten Weise bestehe und auch nicht auf den von der Gesuchstellerin reklamierten drei Metern Breite.
E. Mit Entscheid vom 23. Februar 2016 erkannte der Einzelrichter am Bezirksgericht Hinterrhein wie folgt:
"1. Das Gesuch wird gutgeheissen und der Gesuchsgegner wird verpflichtet, auf den Parzellen Nrn. _ und _ die Aufschüttungen unverzüglich - das heisst bis spätestens innert 30 Tagen seit Rechtskraft des vorliegenden Entscheids - dergestalt wiederherzustellen sowie die Holzstapel zu entfernen, dass die dauernde Befahrung des Weges mit landwirtschaftlichen Fahrzeugen für den Dienstbarkeitsberechtigten wieder möglich ist, was eine Mindestbreite von drei Metern bedingt.
2. Die Gerichtskosten in Höhe von CHF 600.00 gehen zu Lasten des Gesuchsgegners und werden mit dem von der Gesuchstellerin geleisteten Vorschuss von CHF 600.00 verrechnet.
Der Gesuchsgegner hat der Gesuchstellerin den geleisteten Vorschuss in Höhe von CHF 600.00 zu ersetzen.

## Considerations