# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 4a912c07-d643-4b2b-a973-134ad9937f39
**Court:** GR_KG
**Chamber:** GR_KG_004
**Year:** 2007
**Language:** de
**Jurisdiction:** GR / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

hat sich ergeben:
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A. X. fuhr am 23. September 2006, um ca. 13:15 Uhr, innersorts in der Gemeinde A. mit seinem Personenwagen der Marke Alfa Romeo, Kontrollschild GR B., auf der Via C. in Richtung Via F.. Wegen eines auf der linken Strassenseite geparkten Personenwagens sowie eines korrekt entgegenkommenden Fahrzeugs musste X. vor der Kreuzung E. kurz anhalten. In der Folge beschleunigte er sein Fahrzeug und schaute nach rechts in die – aus seiner Sicht freie - Via D.. Als X. mit der Frontseite seines Fahrzeugs ungefähr am Ende der besagten Kreuzung war, kollidierte der Schüler G., welcher mit dem für eine Spritztour ausgeliehenen Motorfahrrad seines Freundes von der Via D. herfuhr, heftig mit der rechten Fahrzeugseite des Personenwagens GR B.. Dadurch kamen Motorfahrrad und G. zu Fall, welcher sich dabei leicht verletzte. Am Personenwagen und am Motorfahrrad entstand Sachschaden. Gemäss einer polizeilichen Messung beläuft sich die Maximalgeschwindigkeit des Motorfahrrades auf ca. 30 km/h.
B. Mit Strafmandat vom 27. Dezember 2006 sprach das Kreispräsidium Rhäzüns X. der Verletzung von Verkehrsregeln im Sinne von Art. 36 Abs. 2 in Verbindung mit Art. 90 Ziff. 1 des Strassenverkehrsgesetzes (SVG; SR 741.01) schuldig und bestrafte ihn mit einer Busse von Fr. 200.00. Der Schulrat der Gemeinde A. bestrafte den am Unfall beteiligten Schüler G. am 29. November 2006 unter anderem wegen Fahrens ohne Führerausweis (Art. 95 Ziff. 1 Abs. 1 SVG) sowie wegen Nichtbeherrschens des Fahrzeugs (Art. 31 Abs. 1 SVG).
C. Gegen das am 27. Dezember 2006 ergangene Strafmandat liess X. mit Schreiben vom 04. Januar 2007 fristgerecht Einsprache beim Kreispräsidium Rhäzüns erheben, welches die Akten dem zuständigen Bezirksgerichtspräsidium Imboden zur Durchführung des weiteren Verfahrens überwies. Im Rahmen der Untersuchung erfolgte am 16. März 2007 die Einvernahme von X. durch den Bezirksgerichtsvizepräsidenten Imboden. Ebenfalls am 16. März 2007 erging gestützt auf Art. 175 in Verbindung mit Art. 97 der Strafprozessordnung (StPO; BR 350.000) die Schlussverfügung. Mit Eingabe vom 02. April 2007 stellte der Rechtsvertreter des Angeklagten den Antrag auf kostenfällige Einstellung des Verfahrens. Eventualiter sei ein Augenschein durchzuführen und der Zeuge H. richterlich einzuvernehmen.
Am 23. März 2007 reichte Y. im Betrag von Fr. 700.00 eine Adhäsionsklage ein. Zur Begründung führte er aus, das Motorfahrrad seines Sohnes habe bei besagtem Verkehrsunfall Totalschaden erlitten.
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D. Am 17. April 2007 erliess das Bezirksgerichtspräsidium Imboden die Anklageverfügung, wonach X. wegen Widerhandlung gegen Art. 36 Abs. 2 SVG in Verbindung mit Art. 90 Ziff. 1 SVG in den Anklagezustand versetzt wurde. Die Beurteilung der von X. in seiner Eingabe vom 02. April 2007 vorgebrachten Anträge wurden dem Gericht vorbehalten.
E. Nach vorgängig durchgeführtem Augenschein fand am 03. Juli 2007 die Hauptverhandlung vor dem Bezirksgerichtsausschuss Imboden in Anwesenheit von X. und seines Verteidigers statt. Anlässlich seines Parteivortrages führte der private Verteidiger zunächst aus, X. habe gewusst, dass er vortrittsbelastet gewesen sei; deshalb sei er entsprechend vorsichtig - mit weniger als 30 km/h - gefahren. Nachdem er sich vergewissert habe, dass keine vortrittsberechtigten Fahrzeuge aus der Via D. nahten, sei er mit sehr gemässigtem Tempo weitergefahren. Plötzlich sei G. mit völlig übersetzter Geschwindigkeit und unter völligem Verlust der Kontrolle mit seinem Mofa in die Hinterseite seines Personenwagens geknallt. G. habe ihm erklärt, er habe die Bremse am Motorfahrrad nicht gefunden, weshalb davon ausgegangen werden müsse, er habe statt der Bremse das Gas betätigt. Somit treffe den Schüler die alleinige Schuld am Unfall; entsprechend sei X. freizusprechen.
F. Mit Urteil vom 03. Juli 2007, mitgeteilt am 13. August 2007, erkannte der Bezirksgerichtsausschuss Imboden wie folgt:
„1. X. ist schuldig der Verletzung von Verkehrsregeln gemäss Art. 36 Abs. 2 SVG in Verbindung mit Art. 90 Ziff. 1 SVG.
2. Dafür wird X. zu einer Busse von Fr. 150.00, ersatzweise zu einer Freiheitsstrafe von zwei Tagen, verurteilt.
3. Die von Y. am 02. April 2007 (recte: am 23. März 2007) eingereichte Adhäsionsklage im Umfang von Fr. 700.00 wird auf den Zivilweg verwiesen.
4. Die Kosten des Verfahrens, bestehend aus:
- den Kosten des Kreisamtes Rhäzüns von Fr. 455.00
- der Gerichtsgebühr von Fr. 2'500.00
total somit Fr. 2'955.00
gehen zulasten des Verurteilten.

## Considerations