# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** f8d86715-da8c-4115-a293-82963ce546c5
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2019
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
Die 1967
geborene
und als Zimmermädchen tätige
X._
meldete sich am
31.
März 2016 (Eingangsdatum
bei der IV-Stelle)
unter Hinweis auf eine am 2
9.
Oktober 2015 erlittene Hirnblutung
zum Bezug von Leistungen der Invalid
enversicherung an (
Urk.
11/4
). Die
Sozialversiche
rungsanstalt des Kantons Zürich,
IV-Stelle
,
nahm die Unterlagen der Kollektiv-Krankentaggeldversicherung zu den Akten
(Urk
.
11/3).
In der Folge führte die IV-Stelle e
in Standortgespräch durch (Urk. 11/11
) und
tätigte erwerbliche (
Urk.
11/10
) sowie medizinische Abklärungen
(
Urk.
11/15)
.
Mit
Mitteilung
vom 2
2.
Juli 2016 teilte die IV-Stelle der Versicherten mit,
dass ihr
Beratung und Unterstützung beim Erhalt des derzeitigen Arbeitsplatzes
gewährt werde
(
Urk.
11/16)
.
Mit Schreiben vom 24. Februar 2017
kündigte d
er Arbeitgeber der Versicherten das Arbeitsverhältnis per 3
0.
April 2017 (
Urk.
11/21). Mit Mitteilung vom 3
0.
Mai 2017
erteilte die IV-Stelle Kostengutsprache für ein
Belastbarkeits
training
vom 4. September bis 3. Dezember 2017
(
Urk.
11/33).
Nachdem sich gemäss dem Abschlussbericht der Integrationsmassnahme
vom
3.
Dezember 2017
eine Steigerung der Belastbarkeit nicht hatte erreichen
lassen (
Urk.
11/44)
,
setzte
die IV-Stelle mit Mitteilung vom 1
2.
Dezember 2017
die Versicherte in Kenntnis,
dass
zurzeit
aufgrund des Gesundheitszustands keine beruflichen Mass
nahmen möglich seien (
Urk.
11/45). In der Folge veranlasste die IV-Stelle die Erstellung eine
s poly
disziplinären Gutachtens be
i der
Y._
,
welches am 2
9.
Juni 2018 erstattet wurde (
Urk.
11/62)
. Nach durchgeführtem
Vorbescheid
verfahren
(
Urk.
11/64-70)
verneinte die IV-Stelle mit Verfügung
vom
2.
Oktober 2018 e
inen
Rentenanspruch
der Versicherten
(
Urk.
2 [=11/71]).
2.
Dagegen erhob
die Versicherte
mit Eingabe vom 3
1.
Oktober 2018 Beschwerde beim hiesigen Sozialversicherungsgericht und beantragte, die Sache sei unter Aufhebung der Verfügung der IV-Stelle vom
2.
Oktober 2018 zur Abklä
r
ung der kognitiven Einsch
r
ä
nk
ung
und deren Einfluss auf die Arbeitsfäh
igkeit
zurückzu
weisen. In prozessualer Hinsicht
ersuchte die
Beschwerdeführerin
um Gewährung der
unentgeltliche
n
Rechtsp
flege
(
Urk.
1)
. Mit
Beschwerdeantwort
vom 2
7.
November 2018 beantragte die IV-Stelle die Abweisung der Beschwerde (
Urk.
10)
, was der Beschwerdeführerin mit Verfügung vom 2
8.
November 2018 angezeigt wurde (
Urk.
12).
Mit Schr
eiben
vom
6.
Februar 2019 legte
die Beschwerdeführerin
den
Bericht
von Prof.
Dr.
med. Z._ und A._
(Neuropsychologin),
B._
,
vom
16. Januar 2019
ins Recht
(
Urk.
13 und 14)
, was
der
Beschwerdegegnerin
mit Verfügung vom 11.
Februar 2
019 zur Kenntnis gebracht wurde (
Urk.
15).
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit
(Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allge
meinen Teil des Sozialversicherungsrechts,
ATSG).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom
menden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Die Annahme eines psychischen Gesundheitsschadens im Sinne von
Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung
(
IVG
)
sowie Art. 3 Abs. 1
und Art. 6 ATSG setzt eine psychiatrische, lege
artis
auf die Vorgaben eines aner
kannten Klassifikationssystems abgestützte Diagnose voraus (vgl. BGE 145 V 215 E. 5.1, 143 V 409 E. 4.5.2, 141 V 281 E. 2.1, 130 V 396 E. 5.3 und E. 6). Eine fachärztlich einwandfrei festgestellte psychische Krankheit ist jedoch nicht ohne weiteres gleichbedeutend mit dem Vorliegen einer Invalidität. In jedem Einzelfall muss eine Beeinträchtigung der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit unabhängig von der Diagnose und grundsätzlich unbesehen der Ätiologie ausgewiesen und in ihrem Ausmass bestimmt sein. Entscheidend ist die nach einem weitgehend objektivierten Massstab zu beurteilende Frage, ob es der versicherten Person zumutbar ist, eine Arbeitsleistung zu erbringen (BGE 145
V
215 E. 5.3.2,
143
V
409 E. 4.2.1, 141 V 281 E. 3.7, 139 V 547 E. 5.2, 127 V 294 E. 4c; vgl.
Art.
7
Abs.
2 ATSG).
1.3
Gemäss BGE 143 V 418 sind grundsätzlich sämtliche psychischen Erkrankungen, nach BGE 143 V 409 namentlich auch leichte bis mittelschwere Depressionen, für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit einem strukturierten Beweisverfahren nach Massgabe von BGE 141 V 281 zu unterziehen (Änderung der Rechtsprechung). Speziell mit Bezug auf leichte bis mittelschwere depressive Störungen hielt das Bundesgericht in
BGE 143 V 409 – ebenfalls im Sinne einer Praxisänderung – fest, dass eine invalidenversicherungsrechtlich relevante psychische Gesundheits
schädigung nicht mehr allein mit dem Argument der fehlenden Therapieresistenz auszuschliessen sei (E. 5.1; zur bisherigen Gerichtspraxis vgl. statt vieler: BGE 140 V 193 E. 3.3; Urteil des Bundesgerichts 9C_13/2016 vom 1
4.
April 2016 E. 4.2). Für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit sind somit auch bei den leichten bis mittelgradigen depressiven Störungen systematisierte Indikatoren beachtlich, die es – unter Berücksichtigung leistungshindernder äusserer Belastungsfaktoren einerseits und von Kompensationspotentialen (Ressourcen) andererseits – erlau
ben, das tatsächlich erreichbare Leistungsv
ermögen einzuschätzen (BGE 141
V
281 E. 2, E. 3.4-3.6 und 4.1). Die Therapierbarkeit ist dabei als Indiz in die gesamthaft vorzunehmende allseitige Beweiswürdigung miteinzubeziehen (BGE 143 V 409 E. 4.2.2; vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_449/2017 vom
7.
März 2018 E. 4.2.1).
Die Anerkennung eines rentenbegründenden Invaliditätsgrades ist nur zulässig, wenn die funktionellen Auswirkungen der medizinisch festgestellten gesundheit
lichen Anspruchsgrundlage im Einzelfall anhand der Standardindikatoren schlüs
sig und widerspruchsfrei mit (zumindest) überwiegender Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sind. Fehlt es an diesem Nachweis, hat die materiell beweisbelastete versicherte Person die Folgen der Beweislosigkeit zu tragen (BGE 141 V 281 E. 6; vgl. BGE 144 V 50 E. 4.3).
1.4
Die für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit bei psychischen Erkrankungen im Regelfall beachtlichen Standardindikatoren (BGE 143 V 418, 143 V 409, 141 V 281) hat das Bundesgericht wie folgt systematisiert (BGE 141 V 281 E. 4.3.1):
-
Kategorie «funktioneller Schweregrad» (E. 4.3)
-
Komplex «Gesundheitsschädigung» (E. 4.3.1)
-
Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde (E. 4.3.1.1)
-
Behandlungs- und Eingliederungserfolg oder -resistenz (E. 4.3.1.2)
-
Komorbiditäten (E. 4.3.1.3)
-
Komplex «Persönlichkeit» (Persönlichkeitsdiagnostik, persönliche Res
sourcen, E. 4.3.2)
-
Komplex «Sozialer Kontext» (E. 4.3.3)
-
Kategorie «Konsistenz» (Gesichtspunkte des Verhaltens, E. 4.4)
-
gleichmässige Einschränkung des
Aktivitätenniveaus
in allen vergleich
baren Lebensbereichen (E. 4.4.1)
-
behandlungs- und eingliederungsanamnestisch ausgewiesener Leidens
druck (E. 4.4.2)
Beweisrechtlich entscheidend ist der verhaltensbezogene Aspekt der Konsistenz (BGE 141 V 281 E. 4.4; vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_604/2017 vom 1
5.
März 2018 E. 7.4).
1.5
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gege
benenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 256 E. 4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, wel
che Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden können (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E. 4b/cc).
1.6
Das Sozialversicherungsgericht hat den Sachverhalt von Amtes wegen festzustel
len und alle Beweismittel objektiv zu prüfen, unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden, ob sie eine zuverlässige Beurteilung des strittigen Leistungsanspruches gestatten. Insbesondere darf es beim Vorliegen einander widersprechender medizinischer Berichte den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt (ZAK 1986 S. 188 E. 2a). Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Gutachtens ist im Lichte dieser Grundsätze entscheidend, ob es für die Beantwortung der gestell
ten Fragen umfassend ist, auf den erforderlichen allseitigen Untersuchungen beruht, die geklagten Beschwerden berücksichtigt und sich mit diesen sowie dem Verhalten der untersuchten Person auseinander setzt – was vor allem bei psychi
schen Fehlentwicklungen nötig ist –, in Kenntnis der und gegebenenfalls in Aus
einandersetzung mit den
Vorakten
abgegeben worden ist, ob es in der Darlegung der medizinischen Zustände und Zusammenhänge einleuchtet, ob die Schlussfol
gerungen der medizinischen Experten in einer Weise begründet sind, dass die rechtsanwendende Person sie prüfend nachvollziehen kann, ob der Experte oder die Expertin nicht auszuräumende Unsicherheiten und Unklarheiten, welche die Beantwortung der Fragen erschweren oder verunmöglichen, gegebenenfalls deut
lich macht (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c; Ulrich Meyer, Die Rechtspflege in der
Sozialversicherung, BJM 1989, S. 30 f.; derselbe in: Hermann
Fredenhagen
, Das ärztliche Gutachten, 4. Auflage 2003, S. 24 f.).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin erwog im angefochtenen Entscheid, dass für die medi
zinischen Abklärungen Berichte der die Beschwerdeführerin beh
andelnden Ärzte eingeholt
, die Akten der Krankentaggeldversicherung beigezogen und zusätzlich ein
Gutachten durch die
Y._
erstellt wo
rde
n
sei
. Hieraus habe sich ergeben, dass keine Diagnose mehr vorliege, welche die Beschwerdeführerin dauerhaft und erheblich in ihrer Arbeitsfähigkeit einschränke.
Ihre
bisherige Tätigkeit als Zim
mermädchen
sei der Beschwerdeführerin
zu 90
%
zumutbar
, w
omit sie
ein ren
tenausschliessendes Einkommen erzielen
könne
(
Urk.
2)
.
2.2
Die Beschwerdeführerin macht demgegenüber geltend
, es könne nicht au
f das Gutachten der
Y._
vom 2
9.
Juni 2018 abgestellt werden
, da
das neuropsy
chologische Teilgutachten keine Aussagen zum effektiven k
ognitiven Leistungs
vermögen beziehungsweise
zur Arbeitsfähigkeit mache.
Es würden allerdings zahlreiche Anhaltspunkte für eine kognitive Einschränkung vorliegen, welche sich auch dem Bericht von
Dr.
med. C._
,
Allgemeine Medizin FMH
,
vom 2
7.
Oktober
2018 (
Urk.
3)
entnehmen liessen
. Dieser Bericht bestätige
zudem
, dass
die Beschwerdeführerin infolge der Hirnblutung nach wie vor eingeschränkt und höchstens zu 25
%
arbeitsfähig sei. Da es die Beschwerdegegnerin versäumt habe
,
die kognitive Einschränkung der Beschwerdeführerin abzuklären
,
sei die Sache zur weiteren Abklärung an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen
(Urk. 1)
.
3.
3.
1
Im interdis
ziplinären
Gutachten der
Y._
vom 2
9.
Juni 2018
wurde als
Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
der Beschwerdeführerin
eine l
eichte depressive Episode
ohne somatische Symptome (ICD-
10: F32.00
) genannt (
Urk.
11/62/5
)
.
Ohne Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit
lägen ein
Status nach
Subarachnoidalblutung
bei
rupturiertem
Acom
-Aneurysma
am 29. Oktober 2015,
eine
arterielle Hypertonie,
eine
Refluxösophagitis
,
eine
Gonarthrose rechts
medial betont und
eine
Adipositas
vor
(
Urk.
11/62/5)
.
3.2
Im psychiatrischen G
utachten
wurde
festgehalten
, die
Beschwerdeführerin
klage
über
rasche
Ermüdung und Gedächtnisprobleme
. Zudem würde ihr bei
Kopfbe
wegung
en
s
chwind
lig werden.
Diese Sympto
matik sei nach d
er Operation a
m Kopf im Jahr 2015 aufgetreten
.
Vor der Hirnblutung hätte sie zu 100
%
arbeiten können, was sie jetzt nicht mehr tun könne
. Sie sei manchmal traurig, da sie sich so hilflos fühle und nicht leistungsfähig sei
(
Urk.
11/62/41).
Seit der Operation habe sie
zudem
Schlafstörungen mit Ei
n- un
d Durchschlafstörungen.
Eine
psy
chiatr
ische Behandlung
habe sie nicht in Anspruch genommen
(Urk.
11/62/42).
Nachdem
sie
in die Schweiz
gereist
sei
,
habe sie etwa
22 Jahre lang als
Zimmer
mädchen und in der Linger
ie in einem Hotel
gearbeitet
. Es sei ein stabiles Arbeitsverhältnis ge
wesen, sie habe
immer Vollz
e
i
t gearbeitet und
die Arbeit
habe
ihr sehr viel Freude bereitet. Aufgrund der Erkranku
ng sei ihr
allerdings
gekün
digt worden. Zw
ischenzeitlich h
abe
sie einen Arbeitsversuch im Hotel gemacht,
welcher allerdings
gescheitert
sei
. Drei Monate
habe
sie ein Traini
ng
sprogramm mit unterschiedlichen Arbeitszeiten absolviert,
was gut gelaufen sei,
aber nicht zu einer Anstellung geführt
habe
. Seit ihrer Hirnblutung im Jahr 2015 sei
die Beschwerdeführerin
arbeitsunfähig
. Die Ar
beit im Hotel sei sehr hektisch und
mit viel notwendiger Flexibilität
verbunden
, was sie jetzt nicht mehr schaffe. Aktuell se
i sie bereits nach 30 Minuten
häuslicher Tätigkeit müde
(
Urk.
11/62/43).
Weiter wurde
im psychiatrischen Gutachten festgehalten, dass
die Beschwerde
führerin
bewusstseinsklar und allseits orientiert
sei
. Die Merkfähigkeit, das Kur
z- und Langzeitgedächtnis würden
im klinisch psychopathologischen Befund unbe
einträchtigt
wirken. T
eilweise
würden
ihr
jedoch
Daten nicht ein
fallen
. Die
Beschwerdeführerin
habe sich
in trauriger Grundstimmung, jedoch nicht auffal
lend depressiv
, gezeigt
. Sie sei affektiv bei bestimm
t
en Themen beteiligt, ausrei
chend schwingungsfähig ohne auffallende Einschränkungen (
Urk.
11/62/45).
Für eine ausgeprägte depressive Erkrankung hätten sich keine eindeutigen Hinweise ergeben. Die angegebene Traurigkeit sei am ehesten reaktiv auf die eingeschränk
ten Leistungen zu werten. Somit ergebe sich allenfalls eine leicht
e
depressive Epi
sode im Sinn einer prolongierten Anpassungsstörung. Die Kriterien für eine Anpassungsstörung nach einem einschneidenden Lebensereignis seien nicht mehr erfüllt (
Urk.
11/62/47)
.
Im neuropsychologischen G
utachten w
urde
festgehalten, dass keine validen Daten
hätten erhoben werden können
. Es habe sich keine ausreichende Anstren
gungsbereitschaft gezeigt.
Bei beiden standardmässig eingesetzten Symptomva
lidierungsverfahren
hätten
sich deutlich auffällige Resultate ergeben. Zudem seien auch deutliche Inkonsistenzen zwischen den Testergebnissen und dem beobachteten Alltagsverhalten erkennbar gewesen
.
Bei einer neuropsychologi
schen Testung könnten auch kulturelle Hintergründe eine wesentliche Rolle spie
len, da die
angewandten Tests für westliche Länder normiert seien. Eine geringe Schulbildung könne sich daher negativ auf die Ergebnisse auswirken.
Vorliegend könne eine kognitive Einschränkung nicht objektiviert werden. Aus
neuropsy
chologischer Sicht lasse sich
somit
keine Aussage zum effektiven
kognitiven Leis
tungsvermögen beziehungsweise
zur
Arbeitsfähigkeit
der Beschwerdeführerin
machen
(
Urk.
11/62/60).
Schliesslich geht aus dem G
utachten hervor, dass
aus psychiatrischer Sicht eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit um 10
%
vorliegt
. Diese Einschränkung bestehe etwa seit Februar 2016, also einige Monate nach der Hirnblutung
, da sich die Depressio
n reaktiv entwickelt habe (Urk.
11/62/51).
3.3
Dem
neurologischen Gutachten
ist zu entnehmen, dass die
Erkrankung folgenlos ausgeheilt
ist
. Die bei der
Beschwerdeführerin
vorliegenden Einschränkungen würden nicht einer Störung aus
dem
neurologi
schen Fachgebiet entsprechen.
Es liege auch kein Widerspruch zur Aktenlage vor. Der neurologische Befund erweise
sich als unauffällig, womit auch
keine Einschr
änkung der Arbeitsfähigkeit vor
liege
(Urk. 11/62/22 f.
).
3.4
Gemäss dem
internistischen Gutachten
führ
en die vorliegenden
internistischen Erkrankungen (a
rterielle Hypertonie,
Refluxösophagitis
, Gonarthrose, Adipositas)
zu keiner Beeinträchtigung der Arbeit
s- und Leistungsfähigkeit
(Urk.
11/62/3
5
)
.
3.5
In interdisziplinärer
Zusammenfassung
hielten die Gutachter schliesslich fest, in einer leidensangepassten Tätigkeit sei von einer uneingeschränkten Arbeitsfähig
keit auszugehen, während die Beschwerdeführerin in der bisherigen Tätigkeit auf
grund der leichten depressiven Episode
geringgradig
eingeschränkt sei
, womit
ei
ne Arbeitsfähigkeit von 90
%
bestehe
(
Urk.
11/62/8).
4.
4.1
Das interdisziplinäre Gutachten vom 29. Juni 2018 erging in Kenntnis
der
und in Auseinandersetzung mit den relevanten
Vorakten
, den geklagten Beschwerden sowie gestützt auf die klinischen Untersuchungen
der Beschwerdeführerin
. Die fachkundigen Spezialärzte begründeten ihre Diagnosen differenziert, nahmen zu den Beurteilungen in den
Vorakten
Stellu
ng und begründeten – soweit Dis
kre
panzen bestanden – abweichende Einschätzungen
plausibel (
Urk.
11/62/
7,
49 und
60). Das
Gutachten erfüllt
damit
die rechtsprechungsgemässen Anforderungen an beweistaugliche Entscheidungsgrundlagen (E. 1.6).
4.2
4.2.1
Soweit die Beschwerdeführerin unter Hinweis auf die Berichte von
Dr.
C._
vom 2
7.
Oktober 201
8
(
Urk.
3) und von Prof.
Dr.
Z._
und
Neuropsychologin
A._
vom 1
6.
Januar 2019 (
Urk.
14
)
vorbringen lässt, es bestünden zahlreiche Anhaltspunkte für eine kognitive Einschränkung, womit eine Arbeitsfähigkeit von bloss 25
%
vorliege, vermag sie nicht durchzudringen.
4.
2.2
Zum einen ist
i
n Bezug auf Berichte von Hausärztinnen und Hausärzten wie über
haupt von behandelnden Arztpersone
n beziehungsweise Therapeute
n auf die Erfahrungstatsache hinzuweisen, dass diese mitunter im Hinblick auf ihre auf
tragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Pati
entinnen und Patienten aussagen (BGE 135 V
465 E. 4.5, 125 V 351 E. 3b/cc).
Wohl kann die einen längeren Zeitraum abdeckende und umfassende Behandlung oft wertvolle Erkenntnisse zeitigen; doch lässt es die unterschiedliche Natur von Behandlungsauftrag der therapeutisch tätigen (Fach-)Person einerseits und Begutachtungsauftrag des amtlich bestellten fachmedizinischen Experten ander
seits (BGE 124 I 170 E. 4) nicht zu, ein Administrativ- oder Gerichtsgutachten stets in Frage zu stellen und zum Anlass weiterer Abklärungen zu nehmen, wenn die behandelnden Arztpersonen bzw. Therap
euten
zu anderslautenden Einschät
zungen gelangen. Vorbehalten bleiben Fälle, in denen sich eine abweichende Beurteilung aufdrängt, weil die anderslautenden Einschätzungen wichtige – und nicht rein subjektiver Interpretation entspringende – Aspekte benennen, die bei der Begutachtung unerkannt oder ungewürdigt geblieben sind (Urteil des Bun
desgerichts 8C_677/2014 vom 2
9.
Oktober 2014 E. 7.2 mit Hinweisen, u.a. auf SVR 2008 IV Nr. 15 S. 43 E. 2.2.1 [I 514/06]).
Solche Aspekte sind nicht akten
kundig.
Zum anderen lag
Dr.
C._
das inte
rdisziplinäre Gutachten der
Y._
nicht vor und
er
konnte somit auch keine Stellung zum Inhalt des Gutachtens nehmen (
Urk.
3/1)
. Berei
t
s
aus dieser
Sicht vermag der Bericht von
Dr.
C._
das Gutach
ten nicht zu erschüttern. Hinzu kommt, dass es sich bei seinen Äusserungen nicht um eine fachärztliche Einschätzung handelt.
4.2.3
Ebenso wenig ist d
er Bericht von Prof.
Dr.
Z._
und
Neuropsychologin
A._
geeignet
, Zweifel an der Beurteilung der
G
utachter zu wecken. Im Gegenteil
wird deren Einschätzung, wonach aus neuropsychologischer Sich
t
die Arbeitsfä
higkeit der
Beschwerdeführerin nicht hinreichend beurteilt werden könne, aus
drücklich bestätigt
(
Urk.
14/3)
. Die
Fachpersonen erklärten, die
Minderleistungen
der Beschwerdeführerin
könnten zum Teil im Rahmen eines sehr tiefen prämor
biden Bildungsniveaus und
ihrer
Sprachfähigkeiten
(Muttersprache: Somalisch)
interpretier
t
werden
(
Urk.
14/3), was mit der diesbezüglichen Einschätzung der Gutachter, welche als mögliche Gründe für die Inkonsistenzen im Rahmen der neuropsychologischen Testung unter anderem kulturelle Hintergründe und eine geringe Schulbildung nannten (E. 3.2), korreliert.
Hinzu kommt, dass d
ie
Unter
su
chung ohne Dolmetscher
erfolgte
,
da
die behandelnden Ärzte
den
Beizug
eines solchen
als
nicht notwendig erachteten
(
Urk.
14/3)
. Dies erscheint auffällig, ins
besondere angesichts der Tatsache, dass bei den einzelnen Untersuchungen
im Zusammenhang mit der
interdisziplinäre
n Beg
utacht
ung
jeweils ein Dolmetscher be
i
gezogen
(
Urk.
11/62/16, 28 und 39)
beziehungsweise
für die neuropsycholo
gische Untersuchung von der Beschwerdeführerin explizit
ein Dolmetscher gewünscht worden war
(
Urk.
11/62/55)
.
Die weiteren
zur Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin gemachten
Äusserungen
im Arztbericht
ste
llen zudem reine Vermutungen dar
(
Urk.
14/3)
, welche mithin ebenso wenig geeignet sind
,
Zweifel am Gutachten zu begründen.
4.3
4.3.1
Nach der allgemeinen Beweisregel (Art. 8
des
Schweizerischen Zivilgesetzbuches,
ZGB) obliegt es bei erstmaliger Rentenprüfung der versicherten Person, die inva
lidisierenden Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit nachzuweisen. Gelingt dieser Nachweis nicht, verfügt sie über keinen Leistungsanspruch. Mit anderen Worten wird bei Beweislosigkeit vermutet, dass sich der geklagte Gesundheitsschaden nicht inva
lidisierend auswirkt (
BGE 139 V 547
E. 8.1). Der Nachweis der Invalidität im Rechtssinn setzt eine gesundheitlich bedingte, erhebliche und evidente, dauer
hafte sowie objektivierbare Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit voraus (BGE 139 V 547 E. 9.4). Sowohl bei Leiden, deren Ursache bekannt oder (bildgebend) zu objektivieren ist, als auch bei Beschwerden mit unklarer Ätiologie und Kausa
lität vermögen die subjektiven Angaben der versicherten Person eine invaliden
versicherungsrechtlich relevante Arbeitsunfähigkeit jedenfalls nicht ohne Weite
res nachzuweisen (BGE 140 V 290 E. 3.3.1 mit Hinweisen). Eine Anspruchsbe
rechtigung setzt daher stets eine nachvollziehbare ärztliche Beurteilung der Aus
wirkungen des Gesundheitsschadens auf die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit voraus (BGE 140 V 290 E. 3.3.2).
4.3.2
Entgegen der Ansicht der Beschwerdeführerin ist die Beschwerdegegnerin ihrer Untersuchungspflicht hinreichend nachgekommen. Das von ihr veranlasste Gut
achten erfüllt - wie dargelegt (E. 4.1-4.2) - die an beweiskräftige medizinische Gutachten gestellten Anforderungen. Mit Blick darauf, dass sich valide neuropsy
chologische Daten weder im Rahmen der Begutachtung noch mittels eigens vom Hausarzt der Beschwerdeführerin veranlasster Abklärung haben erheben lassen, sind von weiteren Beweisvorkehren keine zusätzlichen Erkenntnisse zu erwarten, weshalb in antizipierender Beweiswürdigung darauf zu verzichten ist (BGE 124 V 90 E. 4b; 122 V 157 E. 1d). Nachdem sich kognitive Einschränkungen nicht haben objektivieren und sich die Arbeitsfähigkeit aus neuropsychologischer Sicht nicht hinreichend hat beurteilen lassen, sind die
Folgen dieser
Beweislosigkeit gemäss Art. 8 ZGB
von der
Beschwerdeführerin zu tragen.
5.
5.1
Wie bereits erwähnt, sind gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung grundsätz
lich sämtliche psychischen Leiden einem strukturierten Beweisverfahren nach BGE 141 V 281 zu unterziehen (E. 1.3).
5.2
Unter dem Aspekt «funktioneller Schweregrad» ist in Betracht zu ziehen, dass der diagnoserelevante Befund und die diesbezüglichen Symptome als leicht einzu
schätzen sind. Die geschilderten kognitiven Einschränkungen und
die vermin
derte Belastbarkeit ko
nn
t
e
n
im Rahmen der leichten depressiven Symptomatik nicht
ausreichend
erklärt werden
und liessen sich mittels neuropsychologischer Testung nich
t objektivieren (
Urk.
11/62/48
)
.
Zu berücksichtigen ist weiter, dass die Behandlungsmöglichkeiten grundsätzlich nicht ausgeschöpft sind. Die Beschwerdeführerin hat bislang keine psychotherapeutische Behandlung in Anspruch genommen. Gemäss dem interdisziplinären Gutachten wäre eine psy
chiatrische/psychotherapeutische Behandlung zu erwägen. Die Beschwerdeführe
rin zeigte sich offenbar eher kritisch gegenüber einer solchen Behandlung, was
gemäss Gutachter
auf ihren kulturellen Hintergrund zurückzufü
hren
ist
(
Urk.
11/62/8)
.
Sodann liessen
sich keine Hinweise auf eine Persönlichkei
tsak
zentuierung/-störung erheben
und
wurden Komorbiditäten, welche sich ressour
cenmindernd auswirken würden, nicht benannt
.
Die Beschwerdeführerin ist eine zuverlässige und kontaktfreudige Person (Urk. 11/62/6).
Hinsichtlich des Kom
plexes «sozialer Kontext» ist zu berücksichtigen, dass die Beschwerdeführerin zusammen mit ihrer Tochter
und ihrem Ehemann lebt,
Freunde
und Bekannte
hat
und
mit ihrer Schwester regelmässigen Kontakt pflegt
(
Urk.
11/62/43).
Die Beschwerdeführerin hat einen geregelten Tagesablauf, geht einka
ufen
und reist regelmässig nach Londo
n um ihre Verwandten zu besuchen (
Urk.
11/62/
31,
43 f.
)
.
Damit verfügt sie über ein intaktes soziales Umfeld
mit mobilisierbaren Res
sourcen
.
5.3
Zum – beweisrechtlich entscheidenden – Aspekt der
«
Konsistenz
»
ist zu erwäh
nen, dass
wegen der mangelnden
Anstrengungsbereitschaft im Rahmen der neu
ropsychologischen Untersuchung (
Urk.
11/62/60) und der bislang fehlenden psy
chiatrischen Behandlung (
Urk.
11/62/6) nicht auf einen erheblichen Leidensdruck zu schliessen ist.
5.4
Im Lichte der obigen Erwägungen
und
gestützt auf das beweiskräftige Gutachten der
Y._
erweist sich
eine
geringgradige
Einschränkung der Arbeitsfähigkeit in angestammter Tätigkeit
von 10
%
als
ausgewiesen, während in leidensange
passter Tätigkeit eine uneingeschränkte Arbeitsfähigkeit besteht (E. 3.5).
6.
6.1
Zu prüfen bleibt, wie sich die festgestellte Einschränkung der Arbeitsfähigkeit in erwerblicher Hinsicht auswirkt.
6.2
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der Einkommensver
gleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegen
übergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditäts
grad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
6.3
Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist für die Ermittlung des
Validen
einkommens
entscheidend, was die versicherte Person im Zeitpunkt des frühest
möglichen Rentenbeginns nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrschein
lichkeit als Gesunde tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung angepassten Verdienst angeknüpft, da es empirischer Erfahrung entspricht, dass die bisherige Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden fortgesetzt worden wäre. Aus
nahmen müssen mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt sein (BGE 139 V 28 E. 3.3.2; 135 V 58 E. 3.1; 134 V 322 E. 4.1 mit Hinweis).
6.4
Bezog eine versicherte Person aus invaliditätsfremden Gründen (z.B. geringe Schulbildung, fehlende berufliche Ausbildung, mangelnde Deutschkenntnisse, beschränkte Anstellungsmöglichkeiten wegen
Saisonnierstatus
) ein deutlich unterdurchschnittliches Einkommen, ist diesem Umstand bei der Invaliditätsbe
messung nach
Art.
16 ATSG Rechnung zu tragen, sofern keine Anhaltspunkte dafür bestehen, dass sie sich aus freien Stücken mit einem bescheideneren Ein
kommensniveau begnügen wollte. Nur dadurch ist der Grundsatz gewahrt, dass die auf invaliditätsfremde Gesichtspunkte zurückzuführenden Lohneinbussen entweder überhaupt nicht oder aber bei beiden Vergleichseinkommen gleichmäs
sig zu berücksichtigen sind. Diese Parallelisierung der Einkommen kann praxis
gemäss entweder auf Seiten des
Valideneinkommens
durch eine entsprechende Heraufsetzung des effektiv erzielten Einkommens oder aber auf Seiten des Inva
lideneinkommens durch eine entsprechende Herabsetzung des statistischen Wer
tes erfolgen (BGE 135 V 58 E. 3.1, 134 V 322 E. 4.1 mit Hinweisen). Eine Paral
lelisierung ist indessen nur vorzunehmen, wenn die Differenz zum massgebenden Durchschnitt deutlich ist. Deutlich unterdurchschnittlich im Sinne von
BGE 134 V 322
E. 4 ist der tatsächlich erzielte Verdienst, wenn er mindestens 5
%
vom branchenüblichen LSE-Tabellenlohn abweicht (vgl. BGE 135 V 297 E. 6.1.2).
Sind die Voraussetzungen der
Einkommensparallelisierung
erfüllt, weil die versi
cherte Person aus invaliditätsfremden Gründen infolge fehlender Berufsausbil
dung und mangelhafter Sprachkenntnisse ein unterdurchschnittliches
Validen
einkommen
erzielt hatte, welches um mindestens 5
%
unter dem branchenübli
chen LSE-Tabellenlohn liegt, so vermögen dieselben Faktoren praxisgemäss nicht zusätzlich auch noch einen Leidensabzug zu begründen (vgl. BGE 135 V 297 E. 6.2).
Bei der Durchführung der Parallelisierung ist mit Blick auf eine dem Grundsatz der Rechtsgleichheit genügende Invaliditätsgradermittlung zu vermeiden, dass diese – bei
einer kontinuierlich ansteigenden Differenz zwischen tatsächlich erzieltem Lohn und branchenüblichem Durchschnittseinkommen – ab Erreichen des
Erheblichkeitsgrenzwertes
von mindestens 5
%
gegebenenfalls eine sprung
hafte Erhöhung des Invaliditätsgrades zur Folge hat. Es ist daher nur in dem Umfang zu parallelisieren, in welchem die prozentuale Abweichung den
Erheb
lichkeitsgrenzwert
von 5
%
übersteigt, bezweckt doch die Parallelisierung praxis
gemäss nur die Ausgleichung einer deutlichen – also nicht jeder kleinsten – Abweichung des tatsächlich erzielten Verdienstes vom tabellarisch bestimmten branchenüblichen Referenzeinkommen (vgl. BGE 135 V 297 E. 6.1.3).
6.5
Da
die Beschwerdeführerin ihre bi
sh
erige Arbeitsstelle als Zimmerm
ädchen aus gesundheitlichen Gründen verlor, ist am zuletzt dort erzielen Verdienst anzu
knüpfen. Gemäss dem IK-Auszug (
Urk.
11/10/2) erzielte die Beschwerdeführerin zuletzt, im Jahr 2014, ein Jahreseinkommen von
Fr.
41'
484
.--
.
Das Jahresein
kommen ist der branchenspezifischen Nominallohnentwicklung bei Frauen bis ins Jahre 2016 anzupassen und ergibt
Fr.
42'001.
--
(
Fr.
41'484.--: 104.3 x 105.6; vgl. die Tabelle T1.2.10 [Nominallohnindex, Frauen 2011-2018]
Branche Beher
bergung und Gastronomie 55-56
von 104.3 [2014] auf 105.6 [2016] bei einem Index 2010=100). Das
Valideneinkommen
beträgt demnach
Fr. 42'001.--
.
Dieses Einkommen liegt im Vergleich zum statistischen
Bruttolohn
im
Gastge
werbe
gemäss der Lohnstrukturerhebung (LSE) des Bundesamtes für Statistik (BFS) deutlich unter den branchenüblichen Löhnen.
Der monatliche Bruttolohn (Zentralwert) bei Frauen im Jahr 2016 gemäss der LSE 2016, Tabelle TA1
in der Branche
Gastgewerbe/Beherbergung und Gastronomie
(Sektor 55-56)
, im für die Beschwerdeführerin als
nicht gelerntes Zimmermädchen
a
nwendbaren Kompe
tenzniveau 1
(
einfache Tätigkeiten körperlicher oder handwerklicher Art)
lag bei
Fr.
3’900.-- pro Monat respektive
Fr.
46’800
.-- pro Jahr.
Angepasst an eine bran
chenübliche wöchentliche
Arbeitszeit im Jahr 2016 von 42
.
4
Stunden (Betriebs
übliche Arbeitszeit nach Wirtschaftsabteilungen in Stunden pro Woche, Tabelle T 03.0
2, Abteilung 55-56
, Gastgewerbe/Beherbergung und Gastronomie
) ergibt dies ein statistis
ches Durchschnittseinkommen 2016 von
Fr.
49’608
.--
.
Das hiervor ermittelte
Va
lideneinkommen
von
Fr.
42'001
.--
liegt damit
Fr.
7'607.--, mithin um 15.3
%
, unter dieser branchenüblichen
Entlöhnung
.
Es ist daher beim Einkommensvergleich eine Parallelisierung der Vergleichseinkommen (
E. 6.4
) vorzunehmen. Das
Valideneinkommen
von
Fr.
42'001
.
--
ist rechtspre
chungsgemäss um den 5
%
übersteigenden Prozentsatz der Unterdu
rchschnitt
lichkeit, also um
10.3
%
zu parallelisieren. Das
Va
lideneinkommen
für das Jahr 201
6
beträgt damit Fr. 46'824
.--
, wobei der Betrag von
Fr.
42'001
.--
dem Pro
zentsatz von 89.7 (100 % - 10.3
%) gleichzusetzen ist und dies auf 100
%
hoch
zu
rechnen ist (
Fr.
42'001
.
--
:
89.7
x 100;
vgl. zur Berechnung: Urteil des Bun
desgerichts 8C_2/2017 vom 1
6.
August 2017 E. 2).
Da die Beschwerdeführerin in keinem Arbeitsverhältnis mehr steht, ist
mit Blick auf die ihr offenstehenden Einsatzmöglichkeiten (E. 3.5, 5.4)
das Invalidenein
kommen 2016 ausgehend
vom Tabellenlohn gemäss
der LSE 2016, Tabelle TA1
,
alle Wirtschaftszweige («Total»), Kompetenzniveau 1
zu ermitteln (BGE 142 V 178 E. 2.5.7, 139 V 592 E. 2.3, 135 V 297 E. 5.2; vgl. auch Meyer/
Reichmuth
, IVG,
3.
Aufl., N 55 und 89 zu
Art.
28a, mit weiteren Hinweisen auf die Rechtspre
chung).
Dies führt unter Berücksicht
ig
ung
der dur
ch
schnittlichen Arbeitszeit im Jahr 2016
von
41.7
Stunden
(vgl. vorgenannte Tabelle T 03.02) bei einem Voll
zeitpensum (vgl. E. 5.4) zu einem Invalideneinkommen von Fr. 54'581.
--
(Fr. 4'363.
--
x
12 :
40 x 41.7).
Dieser Betrag ist rechtsprechungsgemäss zu kürzen, wenn persönliche und beruf
liche Merkmale, wie Art und Ausmass der Behinderung, Lebensalter, Dienstjahre, Nationalität oder Aufenthaltskategorie und Beschäftigungsgrad Auswirkungen auf die Lohnhöhe haben (BGE 124 V 321 E. 3b/
aa
). Der Abzug ist unter Würdi
gung der Umstände im Einzelfall nach pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu schätzen und darf 25
%
nicht übersteigen (BGE 134 V 322 E. 5.2; Urteil des Bun
desgerichts 8C_361/2011 vom 2
0.
Juli 2011 E. 6.1 mit weiteren Hinweisen).
Das unterdurchschnittlich erzielte
Valideneinkommen
der Beschwerdeführerin ist wohl auf
IV-fremde Gründe
(Schulbildung, Sprachkenntnisse) zurückzuführen, welche mittels der Parallelisierung
bereits
Berücksichtigung gefunden haben. Folglich können dies
e
Faktoren nicht auch noch im Rahmen des sogenannten Leidensabzugs nochmals berücksichtig
t
werden (
vgl.
BGE
135 V 297 E. 6
.
2
)
. Wei
tere Aspekte, welche darauf schliessen lassen würden
, dass die Beschwerdeführe
rin ihre Arbeitsfähigkeit auf dem Arbeitsmarkt nur unterdurchschnittlich verwer
ten könnte, liegen nicht vor.
6.6
Wird da
s
Valideneinkommen
von
Fr.
46'824.--
dem Invalideneinkommen von Fr.
54
'581.
--
gegenübergestellt
,
resultiert
k
ei
ne Erwerbseinbusse
. Ein Rentenan
spruch ist daher zu verneinen.
Dies führt zur Abweisung der Beschwerde.
7.
7.1
Mit ihrer Eingabe vom 3
1.
Oktober 2018 ersuchte die Beschwerdeführerin um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung sowie um Bestellung einer unentgeltlichen Rechtsvertreterin in der Person von
Rechtsanwältin Anna Willi (Urk.
1).
Vorliegend sind die Voraussetzungen zur Bewilligung der unentgeltli
chen Prozessführung und unentgeltl
ichen Rechtsvertretung gemäss § 16 Abs.
1
und 2
des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht (
GSVGer
) erfüllt (vgl.
Urk.
8 und 9
), weshalb dem Gesuch stattzugeben ist.
7.2
Die Kosten des Verfa
hrens sind auf Fr. 700.
--
festzulegen
(
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG
)
. Ausgangsgemäss sind sie der Beschwerdeführerin aufzuerlegen, zufolge Bewilli
gung der unentgeltlichen Prozessführung jedoch einstweilen auf die Gerichts
kasse zu nehmen.
7.3
Das Gericht setzt die Entschädigung der unentgeltlichen Rechtsvertreterin, Rechtsanwältin Anna Willi
,
nach Ermessen fest (§ 8 in Verbindung mit § 7
Abs. 2 der Verordnung über die Gebühren, Kosten und Entschädigungen vor dem Sozi
alversicherungsgericht [
GebV
SVGer
]). Vorliegend erscheint eine
Entschädigung von Fr.
1’7
00
.-- angemessen. Rechtsanwältin Anna Willi ist daher mit
Fr. 1’7
00
.-- (inkl.
Barauslagen und Mehrwertsteuer) aus der Gerichtskasse zu entschädigen.
7.4
Die Beschwerdeführerin ist auf § 16
Abs.
4
GSVGer
hinzuweisen, wonach sie zur Nachzahlung der Gerichtskosten sowie der Parteientschädigung verpflichtet ist, sobald sie dazu in der Lage ist.