# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** e281965e-0388-519e-b2a0-36e72b55306b
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2019
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
1.1
Der 1978 geborene
X._
war als Pizzabäcker tätig und
meldete sich
a
m 8. Juli 2004
wegen einer Mehlallergie
bei der Invalidenversicherung
zum Leistungsbezug (
Massnahmen
für die berufliche Eingliederung)
an (Urk. 6/3). Mit Verfügung vom 29. Oktober 2004
verneinte die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle,
ein
en
Anspruch
des Versicherten
auf berufliche Mass
nahmen (Urk. 6/14).
Auf sein erneutes Gesuch um berufliche
M
assnahmen vom 21. Mai 2005 (Urk. 6/20) trat die IV-Stelle nicht ein (Urk. 6/23).
1.2
Der Versicherte war
seit dem
21. März 2016
in einem 100
%-Pensum als Chauffeur/
Magazine
r
bei der
Y._
AG tätig, als er
a
m 26. August 2016 einen Unfall
erlitt
.
Für die Folgen dieses Unfalls erbrachte die AXA Versiche
rungen AG
(nachfolgend: AXA)
die gesetzlichen Leistungen.
Das Arbeitsver
hältnis des Versicherten wurde von Seiten des Arbeitgebers per 28. Februar 2017
aufgelöst (Urk. 6/
35
).
Am 23. März 2017 meldete
sich der Versicherte
bei der IV-Stelle zum Leistungsbezug an (Urk. 6/30).
Die IV-Stelle tätigte medizinische und erwerbliche Abklärungen.
Am
14. August 2017
wurde der Versicherte vom
bera
tenden Arzt
der AXA
,
Dr.
med.
Z._
, Facharzt FMH Chirurgie,
unter
sucht
(Urk. 6/52 S. 26-31)
.
In der Folge stellte die
AXA
die
Taggeldleis
tungen per
1. Dezember 2017
ein (Urk.
6/52 S. 2-4
).
Nach durchgeführtem
Vorbescheidver
fahren
verneinte die IV-Stelle mit Verfügung vom
20. Oktober 2017
einen
Leistungs
anspruch des Versicherten (Urk. 6/
63
= Urk. 2).
2
.
Dagegen erhob der Versicherte mit Eingabe vom
22. November 2017
Beschwerde und beantragte,
die angefochtene Verfügung sei aufzuheben und dem Beschwer
deführer seien die gesetzlichen Leistungen, insbesondere berufliche Massnahmen (Umschulung) zu gewähren (Urk. 1
S. 2
). Mit Beschwerdeantwort vom 18. Januar 2018 beantragte die Beschwerdegegnerin die Abweisung der Beschwerde (Urk. 5), was dem Beschwerdeführer mit Verfügung vom 22. Januar 2018 mitgeteilt wurde (Urk. 7).
3.
Die gegen den
Einspracheentscheid
der AXA vom
8. Juni 2018
erhobene Be
schwerde, welche Gegenstand des Verfahrens UV.2018.00164 bildet, wurde mit Urteil heutigen Datums
gutgeheissen
.
4.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Unterlagen ist, soweit für
die
Entscheidfindung
erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen einzugehen
.
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Sie kann Folge von Geburts
gebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 IVG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesund
heit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verblei
bende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurtei
lung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betä
tigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen
wieder herstellen
, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in
Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nich
t
in
valid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der Einkommens
ver
gleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbs
einkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenüberge
stellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad be
stimmen lässt (sog. allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
1.4
Bezog eine versicherte Person aus invaliditätsfremden Gründen (z.B. geringe Schul
bildung, fehlende berufliche Ausbildung, mangelnde Deutschkenntnisse,
beschränkte Anstellungsmöglichkeiten wegen
Saisonnierstatus
) ein deutlich unter
durchschnittliches Einkommen, ist diesem Umstand bei der Invaliditätsbe
mes
sung nach
Art.
16 ATSG Rechnung zu tragen, sofern keine Anhaltspunkte dafür bestehen, dass sie sich aus freien Stücken mit einem bescheideneren Einkom
mensniveau begnügen wollte. Nur dadurch ist der Grundsatz gewahrt, dass die auf invaliditätsfremde Gesichtspunkte zurückzuführenden Lohneinbussen ent
weder überhaupt nicht oder aber bei beiden Vergleichseinkommen gleichmässig zu berücksichtigen sind. Diese Parallelisierung der Einkommen kann praxis
ge
mäss entweder auf Seiten des
Valideneinkommens
durch eine entsprechende Her
aufsetzung des effektiv erzielten Einkommens oder aber auf Seiten des Inva
liden
einkommens durch eine entsprechende Herabsetzung des statistischen Wertes erfolgen (BGE 135 V 58 E. 3.1, 134 V 322 E. 4.1 mit Hinweisen). Eine Paralleli
sierung ist indessen nur vorzunehmen, wenn die Differenz zum massgebenden Durchschnitt deutlich ist. Deutlich unterdurchschnittlich im Sinne von
BGE 134 V 322
E. 4 ist der tatsächlich erzielte Verdienst, wenn er mindestens 5
%
vom branchenüblichen LSE-Tabellenlohn abweicht (vgl. BGE 135 V 297 E. 6.1.2).
Sind die Voraussetzungen der
Einkommensparallelisierung
erfüllt, weil die ver
sicherte Person aus invaliditätsfremden Gründen infolge fehlender Berufsaus
bildung und mangelhafter Sprachkenntnisse ein unterdurchschnittliches
Vali
denein
kommen
erzielt hatte, welches um mindestens 5
%
unter dem branchenüb
lichen LSE-Tabellenlohn liegt, so vermögen dieselben Faktoren praxisgemäss nicht zusätzlich auch noch einen Leidensabzug zu begründen (vgl. BGE 135 V 297 E. 6.2).
Bei der Durchführung der Parallelisierung ist mit Blick auf eine dem Grundsatz der Rechtsgleichheit genügende Invaliditätsgradermittlung zu vermeiden, dass diese – bei einer kontinuierlich ansteigenden Differenz zwischen tatsächlich erzieltem Lohn und branchenüblichem Durchschnittseinkommen – ab Erreichen des
Erheblichkeitsgrenzwertes
von mindestens 5
%
gegebenenfalls eine sprung
hafte Erhöhung des Invaliditätsgrades zur Folge hat. Es ist daher nur in dem Um
fang zu parallelisieren, in welchem die prozentuale Abweichung den
Erheb
lichkeitsgrenzwert
von 5
%
übersteigt, bezweckt doch die Parallelisierung praxis
ge
mäss nur die Ausgleichung einer deutlichen – also nicht jeder kleinsten – Abwei
chung des tatsächlich erzielten Verdienstes vom tabellarisch bestimmten bran
chenüblichen Referenzeinkommen (vgl. BGE 135 V 297 E. 6.1.3)
.
1.5
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Be
schwer
defall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebe
nenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 256 E. 4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden können (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E. 4b/cc).
1.6
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schluss
folgerungen der Experten begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a mit Hinweis).
Nach der Rechtsprechung kommt auch den Berichten und Gutachten versiche
rungs
interner Ärztinnen und Ärzte Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig erschei
nen, nachvollziehbar begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen (BGE 125 V 351 E. 3b/
ee
). Das
An
stellungsverhältnis einer versicherungsinternen Fachperson zum Versiche
rung
s
träger alleine lässt nicht schon auf mangelnde Objektivität und Befan
genheit schliessen (BGE 137 V 210 E. 1.4, 135 V 465 E. 4.4). Soll ein Versiche
rungsfall jedoch ohne Einholung eines externen Gutachtens entschieden werden, so sind an die Beweiswürdigung strenge Anforderungen zu stellen. Bestehen auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der versicherungs
inter
nen ärztlichen Feststellungen, so sind ergänzende Abklärungen vorzunehmen (BGE 142 V 58 E. 5.1, 139 V 225 E. 5.2, 135 V 465 E. 4.4 und E. 4.7).
2.
2.1
Im angefochtenen Entscheid erwog die Beschwerdegegnerin,
gemäss dem K
reis
arztb
ericht
(recte: Bericht des beratenden Arztes des Unfallversicherers)
sei dem Beschwerdeführer eine angepasste Tätigkeit in einem vollen Pensum zumutbar. Aufgrund des In
vali
ditätsgrades von 1 % bestehe weder ein Anspruch auf beruf
liche Massnahmen noch auf Rentenleistungen (Urk. 2).
2.2
Der Beschwerdeführer machte
demgegenüber
im Wesentlichen geltend,
der Be
richt der Uniklinik
A._
stehe in fundamentalem Widerspruch zur Meinung des internen Arztes
des Unfallversicherers
. Dieser nehme mit keinem einzigen Wort Bezug auf die Einschätzung der Uniklinik
A._
, wonach auch in behin
derungsangepassten Tätigkeiten lediglich ein Arbeitspensum von 80 % möglich sei. Mangels einer Auseinandersetzung mit der anderslautenden Einschätzung der Uniklinik
A._
, habe der Bericht des internen Arztes
des Unfallversicherers
als nicht verwertbar zu gelten
. Die Beschwerdegegnerin habe es zudem unterlassen, eine Parallelisierung der Vergleichseinkommen durchzuführen
(Urk. 1 S. 4 f.)
.
3.
3.1
Im Bericht der Universitätskl
inik
A._
, Orthopädie, vom 3
1. August 2016 wurde die Diagnose eines Verdachts auf distale
Bicepssehnenruptur
Ellbogen links nach Unfall vom 26.08.2016 gestellt.
Es wurde ausgeführt, k
linisch bestehe der starke Verdacht einer distalen
Bicepssehnenruptur
. Im extern durchgeführten CT habe keine Fraktur nachgewiesen werden können (Urk. 6/43/57 f.).
3.2
Am 6. September 2016 wurde in der Universitätsklinik
A._
eine offene
Refixation
der distalen
Bizepssehne
des linken Ellbogens durchgeführt.
Im Aus
trittsbericht vom 9. September 2016
wurde ein komplikationsloser intra- und postoperativer Verlauf bei gut therapierbaren Schmerzen erwähnt. Die Mobili
sation unter physiotherapeutischer Anleitung habe sich problemlos gestaltet (Urk. 6/43/55).
3.3
Im Bericht der Universitätsklinik
A._
, Orthopädie, vom 27. September 2016 betreffend die Untersuchung vom 21. September 2016 wurde die Diagnose eines Status nach offener
Refixation
der distalen
Bizepssehne
Ellbogen links am 06.09.2016 mit/bei distaler
Bizepssehnenruptur
Ellbogen links vom 26.08.2016 genannt. Der Verlauf sei zei
t
gerecht (Urk. 6/43/46 f.)
3.4
Im Bericht
derselben Klinik
vom 19. Oktober 2016
wurde
eine regelrechte Ver
laufskontrolle mit noch unverändertem Extensionsdefizit bei verbesserter Flexion
festgehalten
. Radiologisch zeige sich eine regelrechte Ankerlage (Urk. 6/
43/
44 f.).
3.5
Im Bericht der Universitätsklinik
A._
, Orthopädie, vom 7. April 2017 zu
handen der IV-Stelle wurde
ausgeführt, d
er Beschwerdeführer sei letztmalig am 18. Januar 2017 in der Verlaufskontrolle gewesen.
Es habe sich ein protrahierter Verlauf mit jedoch leichter kontinuierlicher Verbesserung gezeigt. Da
nach wie vor Schmerzen im Ellbogengelenk und
ein Extensionsdefizit
bestünden
, sei die Arbeit als Lagerist noch nicht durchführbar. In einer administrativen Tätigkeit sei eine 80%ige Arbeitsfähigkeit gegeben. Die Frage, ob mit einer Wiederaufnahme einer beruflichen Tätigkeit bzw. Erhöhung der Einsatzfähigkeit gerechnet werden könne, wurde bejaht (Urk. 6/38).
3.6
Die MRI
-Untersuchung vom 23. März 2017 hat der Beschwerdeführer nach zwei
Untersuchungssequenzen abgebrochen, weshalb eine konklusive Beurteilung nicht
möglich war (Urk. 6/43
/31
).
3.7
Am 29. März 2017 wurde ein CT des linken Ellbogens durchgeführt. Dieses zeigte eine erhaltene Artikulation im Ellenbogengelenk, keine Luxation, keine Sublu
xa
tion und einen Status nach Re-Implantation der langen
Bizepssehne
an der
Tuberositas
radii
mit objektivierbaren zwei Schrauben. Das
Osteosynthese
ma
terial
sei intakt. Es bestehe kein akut entzündliches oder Knochen destruierendes Geschehen. Es bestünden auch weiterhin keine Frakturen und kein Gelenkserguss. Die umgebenden Weichteile seien regelrecht
(Urk. 6/43/30
)
.
3.8
Im Bericht der Universitätsklinik
A._
, Orthopädie, vom 19. Mai 2017 wurde festgehalten, gestützt auf den
Neurologiebefund
vom 27. April 2017 sei klinisch-neurologisch gegebenenfalls über ein beginnendes oder sehr leichtgradiges Car
pal
tunnelsyndrom (CTS) zu diskutieren
. Der neurophysiologische Befund sei als sehr diskret zu werten. Das MRI Ellbogen links vom 25.04.2017 habe eine i
ntakte
Bizepssehenen
-Rekonstrukti
on und keine Hinweise auf eine Pathologie im Ver
lauf des
Nervus
medianus
ergeben (Urk. 6/52/43 f.).
3.9
Am 14. August 2017 wurde der Beschwer
deführer vom beratenden Arzt des
Unfall
versicherers
,
Dr.
med.
Z._
, Facharzt FMH Chirurgie, untersucht.
Dr.
Z._
stellte die folgenden Diagnosen mit Relevanz für die Arbeitsfähigkeit in der zuletzt ausgeübten Tätigkeit:
Überlastungen linker Ellbogen am 26.08.2016 mit
-
Ruptur der distalen
Bizepssehne
im Ansatzbereich
-
Status nach
Refixation
der
Bizepssehne
-
anhaltender eingeschränkter Beweglichkeit des Ellenbogens und Belast
bar
keit des linken Arms
-
bei anhaltenden physiotherapeutischen Bemühungen.
Als Diagnose
n
ohne Relevanz für die Arbeitsfähigkeit in der zuletzt ausgeübten Tätigkeit stellte er die folgenden:
-
geringe Sensibilitätsstörungen am linken Unterarm und den Fingern I-III bei Verdacht auf
geringgradig
ausgeprägtes Carpaltunnelsyndrom
-
dringender Verdacht auf
Cervikobrachialgie
-
Status nach Schulterprellung bei freier Beweglichkeit des linken Schulter
gelenkes.
Dr.
Z._
führte aus, die klinische Untersuchung zeige eine intakte distale
Bizeps
sehne
. Bei dem Versuch
,
das Ellenbogengelenk über das oben genannte Mass zu strecken, werde vom Beschwerdeführer deutlich aktiv dagegen gespannt und es erfolge eine Schmerzäusserung.
Es liege zurzeit keine Arbeit
sfähigkeit als Chauffeur mit Lad
etätigkeit vor. Diese Tätigkeit, insbesondere das Beladen des Lieferwagens
,
sei zu schwer. Ausserdem bestehe durch die mangelhafte Streck
fähigkeit eine zu grosse Einschränkung, um dieses Fahrzeug sicher bewegen zu können. Auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt bestehe ab dem Untersuchungstag (14. August 2017) wieder ein
e
volle Arbeitsfähigkeit unter Beachtung des folgen
den Belastungsprofils: Für den linken Arm seien leichte Arbeiten mit einem Gewichtslimit von 8 kg, was insbesondere auch für eine Zugbelastung Gültigkeit habe, ohne das Besteigen von Leitern und Gerüsten wegen der erhöhten Absturz
gefahr und ohne Arbeiten
an stossenden
, schlagenden und vibrierenden Maschi
nen zumutbar. Dies bedeute eine Belastung von maximal 16 kg, wenn das Ge
wicht mit beiden Händen gehalten werden müsse. Der rechte Arm alleine sei deutlich höher belastbar. Die Akten der Universitätsklinik
A._
seien in ihrer Befunderhebung vollumfänglich nachvollziehbar und zeigten den Heilungsver
lauf lückenlos auf. Wesentlich
e
Differenzen zu der heutigen Untersuchung zeig
ten sich nicht
(Urk. 6/52 S. 26 ff.)
.
3.10
Im Bericht der Universitätsklinik
A._
, Orthopädie, vom 23. August 2017 be
treffend die Konsultation vom 21. August 2017 wurden die folgenden Diagnosen genannt:
-
St. n. offener
Refixation
distale
Bizepssehne
(2x Superquick) Ellbogen links am 06.09.2016 mit/bei:
-
Distaler
Bizepssehnenruptur
Ellbogen links vom 26.08.2016
-
Vd
. a.
Supinatorsyndrom
links
-
leichtgradiges CTS links
-
Neurophysiologie
A._
07
/2017: Diskrete Hinweise auf N.
media
nus-Neuropathie
im Bereich des Handgelenkes
Es wurde ausgeführt, am 14. April 2017 habe die erneute neurophysiologische Nach
kontrolle stattgefunden, dabei habe sich ein leichtgradiges Carpaltunnel
syndrom linksseitig gezeigt (Urk. 6/52/24
f.
)
.
4.
4.1
Streitig und zu prüfen ist,
ob bei
m
Beschwerdeführer
ein Gesundheitsschaden
vorliegt
, der
ihn
derart in der Erwerbsfähigkeit einschränkt, dass
er
Anspruch auf Leistungen der Invalidenversicherung
hat
.
4.2
Die Beschwerdegegnerin stützte sich beim Erlass der angefochtenen Verfügung
im Wesentlichen
auf die
Beurteilung
von
Dr.
Z._
vom
14. August 2017
(Urk. 6/52 S. 26 ff.)
.
Die darin gestützt auf die den Verlauf seit dem Unfallereignis vom
26. August 2016
lückenlos dokumentierenden Berichte der behandelnden Ärzte
der Universitätsklinik
A._
vorgenommene Beurteilung basiert auf einer
unfallchirurgischen
Untersuchung und wurde in Kenntnis der relevanten Vorak
ten abgegeben.
Dr.
Z._
hat detaillierte Befunde erhoben und sich mit den vom Beschwerdeführer geklagten Beschwerden auseinandergesetzt. Er hat die medizi
ni
schen Zusammenhänge einleuchtend dargelegt und
seine Schlussfolgerungen nachvollziehbar begründet. Somit liegt eine den rech
tsprechungsgemäss erforder
lichen Kriterien entsprechende ärztliche Entscheidungsgrundlage vor (vgl. E. 1.
4
).
4.3
Aus den medizinischen Akten geht hervor, dass
sich
der Beschwerdeführer
beim Unfallereignis vom 26. August 2016 eine distale
Bizepssehnenruptur
am linken Ellbogen zugezogen hat. Am 6. September 2016 wurde eine
Refixation
der
Bizeps
sehne
durchgeführt. Darüber hinaus leidet der Beschwerdeführer an einem leichtgradigen Carpaltunnelsyndrom
links.
Dr.
Z._
kommt
in Übereinstimmung mit den übrigen medizinischen Akten
zum Schluss, dass
eine anhaltende eingeschränkte Beweglichkeit des linken Ellenbogens und eine eingeschränkte Belastbarkeit des linken
(
adominanten
)
Arms bestehen
, weshalb
zurzeit keine Arbeitsfähigkeit in der zuletzt ausgeübten Tätigkeit als Chauffeur mit Ladetätigkeit vor
liegt
.
Gemäss
Dr.
Z._
besteht i
n einer angepassten Tätigkeit hingegen eine volle Arbeitsfähigkeit unter Beachtung des folgenden Belastungsprofils: Für den linken Arm sind leichte Arbeiten mit einem Gewichtslimit von 8 Kilogramm (bzw. 16 Kilogramm, wenn das Gewicht mit beiden Armen gehalten wird) ohne das Besteigen von Leitern und Gerüsten und ohne Arbeiten
an stossenden
, schlagenden und vibrierenden Maschinen zumutbar.
Inwiefern diese Umschreibung des
Belastungsprofil
s nicht genügen soll – wie der Beschwerdeführer unter Hinweis auf das Urteil des Bundesgerichts 9C_335/2015 vom 1. September 2015 geltend macht - wird nicht näher dargetan und ist auch nicht ersichtlich.
Dem vom Beschwerdeführer zitierten Urteil liegt denn auch ein anderer Sachverhalt zugrunde, zumal
darin
d
as funktionelle Leis
tungsvermögen
nicht auf der Grundlage einer aktuellen klinischen Untersuchung,
sondern lediglich aufgrund einer Aktenbeurteilung
umschrieben
wurde.
Im vor
liegenden Fall hat
Dr.
Z._
hingegen
das Belastungsprofil
gestützt auf eine aktuelle eigene Untersuchung
erstellt
und nachvollziehbar erläutert
.
Der medizinische Verlauf ist lückenlos dokumentiert und es liegen keine medi
zinischen Beurteilungen vor, die
wesentlich
von der Einschätzung von
Dr.
Z._
abweichen
würden
.
Dass im Bericht der Universitätsklinik
A._
vom 7. April 2017 zuhanden der Beschwerdegegnerin ohne jegliche Begründung lediglich eine
80%ige Arbeitsfähigkeit in einer administrativen Tätigkeit genannt wird (Urk.
6/38
), ist nicht nachvollziehbar und vermag die schlüssige Beurteilung von
Dr.
Z._
nicht in Zweifel zu ziehen.
So weist
selbst
der Beschwerdeführer darauf hin, dass dieser Bericht unvollständig und die Beurteilung nicht nach
vollziehbar sei (Urk. 1 S. 5).
Den
medizinischen Akten sind denn auch keinerlei Befunde zu entnehmen, die eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit in einer dem Belastungsprofil entsprechenden leichten Tätigkeit begründen würden.
Es kann somit vollumfänglich auf die B
e
urteilung von
Dr.
Z._
abgestellt werden und es erübrigen sich weitere Abklärungen.
5.
5.1
Bei der Ermittlung des
Valideneinkommens
ging die Beschwerdegegnerin in der
angefochtenen Verfügung
vom Erwerbse
inkommen von Fr.
61’100.-- (Fr. 4'700.--
x 13, vgl. Urk. 6/35
)
aus
, das der Beschwerdeführer
im Jahr 2016
bei der
Y._
AG
erzielte
. Das von der Beschwerde
gegnerin
ermittelte
Validenein
kommen
blieb grundsätzlich unbeanstandet.
Eine Korrektur ist insoweit vorzu
neh
men, als die zwischen dem Jahr 2016 und dem Jahr 2017 eingetretene Nominallohnentwicklung von 0,4
%
zu berücksichtigen ist
, w
as ein
Validenein
kommen
von Fr. 61'344.
--
ergibt
.
D
er Beschwerdeführer macht geltend, es sei eine Parallelisierung
der Einkommen vorzunehmen (Urk. 1 S. 6)
. Das entsprechende Vergleichseinkommen in der be
treffenden Branche (
Grosshandel, Ziffer 45-46
Tabelle TA1
der Schweizerischen Lohnstrukturerhebung [LSE]
2014
) beträgt 65
'
265.--
(5'
113
.
-- :
40 x
42.0
x 12 x 1.003 x 1.006
x 1.004
)
.
Die
Einkommensdifferenz beträgt Fr.
3
'
921.--
, was
einer prozentualen Abweichung von
6
% entspricht.
Das
Valideneinkommen
ist somit im Umfang
des
den
Erheblich
keitsgrenzwert
von 5
%
übersteigenden 1 %
zu erhöhen, was Fr. 61'957.-- ergibt
.
5.2
Mangels eines tatsächlich erzielten Erwerbseinkommens stützte sich die Be
schwerdegegnerin bei der Berechnung des Invalideneinkommens
auf die
LSE
2014
, Tabelle TA1,
Kompetenzniveau
1 für Männer
und ging vom stand
ardisierten, nicht
nach Branchen differenzierten Bruttolohn für Männer im privaten Sektor von
Fr.
5‘312
.--
pro Monat
aus
.
Unter Berücksichtigung der betriebsüblichen
Wochen
arbeits
zeit von 41.7 Stunden sowie der Nominallohnentwicklu
ng ergibt dies für das Jahr 2017
ein Einkommen von Fr.
67'
320.60
(
Fr. 5‘312
.
-- :
40 x 41.7 x 12 x 1.003
x 1.006 x 1.00
4
).
Den Leistungseinschränkungen des Beschwerdeführers und der damit zusammen
hängenden Eingrenzung des Spektrums der erwerblichen Tätigkeiten, die noch in Frage kommen, hat die Beschwerdegegnerin mit einem leidensbedingten Abzug von 10 % Rechnung getragen
, was
nicht
un
angemessen erscheint. Die bereits bei
der Parallelisierung berücksichtigten
einkommensbeeinflussenden Faktoren können
nicht
zusätzlich
beim leidensbedingten Abzug berücksichtigt werden.
Damit resultiert ein Invalideneinkommen
von Fr.
60'589.--
.
5.3
Bei einem
Valideneinkommen
von Fr.
61'957.
-- und einem Invalideneinkommen von Fr.
60'589.
-- resultiert eine Erwerbseinbusse von
Fr.
1’368
.
--, was einem Inva
liditätsgrad von gerundet
2
% entspricht.
6
.
Der Beschwerdeführer hat auch keinen Anspruch auf Umschulung, da
der nach der Rechtsprechung vorausgesetzte Mindestinvaliditätsgrad von rund 20 %
(vgl.
BGE 130 V 488 E. 4.2, 124 V 108 E. 2a und b mit Hinweisen
)
vorliegend nicht erreicht ist.
7
.
Zusammenfassend erweist sich die angefochtene Verfügung
im Ergebnis
als rechtens, was zur Abweisung der Beschwerde führt.
8.
Die Kost
en des Verfahrens sind auf Fr. 8
00.-- festzusetzen und ausgangsgemäss dem Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG).