# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 355feab8-9966-48ee-b9b0-86ebcaa27bf8
**Court:** ZH_OG
**Chamber:** ZH_OG_001
**Year:** 2018
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

betreffend negative Feststellungsklage
Berufung gegen einen Beschluss des Bezirksgerichtes Meilen vom 19. September 2017 (CG170007-G)
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Rechtsbegehren:
(Urk. 2)
" 1. Es sei festzustellen, dass der Kläger nicht Schuldner der mit  Nr. ... vom 18. November 2016 des Betreibungsamtes Küsnacht betriebenen Forderung im Umfange von CHF 12'000'000.00 Mio. [recte: CHF 12'000'000.–] nebst Zinsen von 5% seit 22.11.2016 und Kosten von CHF 413.30 ist.
2. Es sei sodann festzustellen, dass das Betreibungsverfahren  Weise eingeleitet worden ist, weshalb Nichtigkeit besteht bzw. die Aufhebung desselbigen zu erklären ist.
3. Das Betreibungsamt Küsnacht sei anzuweisen, den  zu löschen, respektive diesen keinem Dritten mitzuteilen.
4. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (inkl. MwSt.)  der Beklagten."
Prozessuale Anträge:
A Der Beklagten (Urk. 10)
" 1. Das Verfahren sei auf die Frage der Prozessvoraussetzungen zu beschränken;
2. Es sei auf die Klage nicht einzutreten; 3. [...]; unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zuzüglich MwSt. zu Las-
ten des Klägers."
B Des Klägers (Urk. 15)
" 1. Der Antrag gemäss Ziffer 1. der Beklagten auf Beschränkung des Verfahrens auf Prüfung der Prozessvoraussetzungen sei .
2. Eventualiter habe das Gericht, bei Gutheissung des Antrags  Ziffer 1. der Beklagten, ohne weitere Parteivorbringen über die Prozessvoraussetzungen zu entscheiden, subeventualiter  kurzer Fristansetzung für die Beklagte zur Stellungnahme im Zusammenhang mit der vorliegenden klägerischen Eingabe.
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3. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (inkl. MwSt.) zulasten der Beklagten."
Beschluss des Bezirksgerichtes Meilen vom 19. September 2017 (Urk. 31):
1. Auf die negative Feststellungsklage wird nicht eingetreten.
2. Die Entscheidgebühr wird festgesetzt auf CHF 20'000.–.
3. Die Gerichtskosten einschliesslich der Kosten für das Schlichtungsverfahren
von CHF 1'240.– werden dem Kläger auferlegt. Die Entscheidgebühr wird
mit dem vom Kläger geleisteten Kostenvorschuss in der Höhe von
CHF 130'750.– verrechnet.
4. Der Kläger wird verpflichtet, der Beklagten eine Parteientschädigung von
CHF 25'000.– (inkl. 8% MwSt.) zu bezahlen.
5. Schriftliche Mitteilung an die Parteien, an die Beklagte unter Beilage eines
Doppels von act. 25, act. 26 und act. 27/1-2, je gegen Empfangsschein.
6. Eine Berufung gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen von der  an im Doppel unter Beilage dieses Entscheids beim Obergericht des
Kantons Zürich, Zivilkammer, Postfach 2401, 8021 Zürich, erklärt werden. In
der Berufungsschrift sind die Anträge zu stellen und zu begründen. Allfällige
Urkunden sind mit zweifachem Verzeichnis beizulegen.
Wird nur die Regelung der Gerichtskosten und der Parteientschädigung in
diesem Entscheid angefochten, kann innert 30 Tagen von der Zustellung an im Doppel und unter Beilage dieses Entscheids beim Obergericht des Kan-
tons Zürich, Zivilkammer, Postfach 2401, 8021 Zürich, Beschwerde  werden. In der Beschwerdeschrift sind die Anträge zu stellen und zu
begründen. Allfällige Urkunden sind mit zweifachem Verzeichnis beizulegen.
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Berufungsanträge:
des Klägers und Berufungsklägers (Urk. 30 S. 2):
1. Der Beschluss des Bezirksgerichts Meilen vom 19. September 2017 (Ge- schäfts-Nr. CG170007) sei vollumfänglich aufzuheben.
2. Auf die Klage des Berufungsklägers vom 3. Februar 2017 sei einzutreten und die Sache sei an das Bezirksgericht Meilen zwecks ordentlicher Fort- und Durchführung des Verfahrens (Geschäfts-Nr. CG170007-G) zurück- zuweisen.
3. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (inkl. MwSt.) zulasten der Berufungsbeklagten.
der Beklagten und Berufungsbeklagten (Urk. 43 S. 2):
Es sei die Berufung abzuweisen;
Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zuzüglich MwSt. zu Lasten des Klägers.

## Considerations

Erwägungen:
I.
1. Die strittige Forderung der Beklagten gegen den Kläger steht in Zusam-
menhang mit einer Immobilientransaktion in Israel. Gegenstand derselben waren
Liegenschaften in C._, welche von den Schweizer Gesellschaften D._
AG und E._ AG verkauft wurden. Der Vater der Beklagten war durch ein
treuhänderisches Investment am Verkaufserlös dieser Immobilientransaktion be-
teiligt. Noch vor Abschluss der Immobilientransaktion wies der Vater der Beklag-
ten ihr am 19. März 2014 schenkungsweise seine zukünftigen Erträge aus der
D._ AG zu. Die Beklagte wurde darüber mit Schreiben vom 3. Februar 2016
(Urk. 11/2), unterzeichnet vom Kläger für die D._ AG, informiert. Gleich ver-
fuhr der Vater der Beklagten mit dem Erlös der E._ AG für die Schwester der
Beklagten (Urk. 11/5). Nach dem Verkauf der Liegenschaft in C._ erhielten
die Beklagte und deren Schwester den der D._ AG bzw. der E._ AG zu-
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stehenden (angeblichen) Erlös aus dieser Transaktion in der Höhe von je
USD 10 Mio. Die Beklagte geht jedoch von einem wesentlich höheren Erlös aus,
nämlich brutto ca. USD 37 Mio., weshalb noch ein Guthaben von rund USD 12
Mio. bestehe. Der Kläger soll im Rahmen seiner beruflichen Tätigkeit als Rechts-
anwalt sowie als Willensvollstrecker des verstorbenen Vaters der Beklagten tätig
gewesen sein. Zudem war er zeitweise Mitglied des Verwaltungsrats der D._
AG sowie der E._ AG (Urk. 2 S. 7 f.; Urk. 10 S. 3 ff.; Urk. 11/3+4). Nachdem
die Beklagte mehrfach vergeblich versucht hatte, vom Kläger zweckdienliche In-
formationen und Dokumente aus der Immobilientransaktion erhältlich zu machen
(Urk. 11/8-20), leitete sie eine Betreibung über CHF 12 Mio. gegen den Kläger an
dessen Wohnsitz in F._ ein (Urk. 4/3), mit dem Forderungsgrund "Verjäh-
rungsunterbrechung gemäss Art. 135 OR für Forderungen aus Ver-
kauf/Abrechnung der Liegenschaften in C._ sowie weitere Forderungen im
Rahmen der durch den Schuldner aufgesetzten 'trust structure' ".
Der Kläger bestreitet den Bestand der Forderung der Beklagten gegen ihn
und reichte deshalb vorliegende negative Feststellungsklage ein (Urk. 2). Die Be-
klagte wendet ein, dass kein Feststellungsinteresse vorliege, weshalb auf die ne-
gative Feststellungsklage nicht einzutreten sei (Urk. 10).
2. Mit Beschluss vom 19. September 2017 trat die Vorinstanz auf die negati-
ve Feststellungklage mangels Rechtsschutzinteresses nicht ein (Urk. 31). Gegen
diesen Beschluss erhob der Kläger rechtzeitig Berufung und stellte die eingangs
wiedergegebenen Anträge (Urk. 30 S. 2). Mit Verfügung vom 2. November 2017
wurde dem Kläger Frist angesetzt, um für die Gerichtskosten des Berufungsver-
fahrens einen Vorschuss von Fr. 22'000.-- zu bezahlen (Urk. 35). Der Vorschuss
ging rechtzeitig am 8. November 2017 bei der Obergerichtskasse ein (Urk. 36).
Am 27. Dezember 2017 erfolgte eine Noveneingabe des Klägers mit Datum 22.
Dezember 2017 (Urk. 38, 39 und 40/1-3). Am 10. Januar 2018 wurde der Beklag-
ten Frist angesetzt, um die Berufung zu beantworten und zur Noveneingabe des
Klägers Stellung zu nehmen (Urk. 41). Die vom 6. Februar 2018 datierende Beru-
fungsantwortschrift ging am 7. Februar 2018 rechtzeitig ein (Urk. 43). Mit Verfü-
gung vom 7. Februar 2018 wurde das Doppel der Berufungsantwortschrift dem
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Kläger zugestellt und ihm eine einmalige Frist von 30 Tagen angesetzt, um sich
zu den von der Beklagten neu eingereichten Unterlagen und neu aufgestellten
Behauptungen zu äussern (Urk. 46). Die entsprechende Eingabe des Klägers da-
tiert vom 15. März 2018 (Urk. 47). Das Doppel dieser Eingabe wurde der Gegen-
partei unter Einräumung einer einmaligen Frist zu einer allfälligen Stellungnahme
mit Verfügung vom 16. März 2018 zugestellt (Urk. 50). Am 22. März 2018 ging ei-
ne weitere Noveneingabe des Klägers ein (Urk. 51), welche der Beklagten am 23.
März 2018 zur allfälligen Beantwortung innert der bereits angesetzten Frist zuge-
sandt wurde (Urk. 53). Die Stellungnahme der Beklagten weist das Datum 23. Ap-
ril 2018 auf und ging rechtzeitig ein (Urk. 54). Diese Eingabe wurde wiederum
dem Kläger zur Kenntnisnahme zugestellt und gleichzeitig der Aktenschluss ver-
fügt (Urk. 55). Am 19. Juli 2018 erfolgte eine weitere, mit "letzte Noveneingabe
zur Berufung" bezeichnete Eingabe des Klägers (Urk. 56). Das Verfahren erweist
sich als spruchreif.
II.
1. Die Berufung ist "schriftlich und begründet" einzureichen (Art. 311 ZPO).
Aus der Rechtsmittelschrift muss hervorgehen, dass und weshalb der Berufungs-
kläger den erstinstanzlichen Entscheid anficht und inwieweit dieser geändert oder
aufgehoben werden soll. Deshalb hat die Berufungseingabe – obwohl im Gesetz
nicht ausdrücklich erwähnt – Berufungsanträge zu enthalten (BGer 4A_659/2011
vom 7.12.2011, E. 4), wobei mit Blick auf die reformatorische Natur der Berufung
(Art. 318 Abs. 1 lit. b ZPO) grundsätzlich ein Antrag in der Sache selbst zu stellen
ist.
In der Berufungsbegründung sind die gestellten Berufungsanträge zu be-
gründen. Es ist darzulegen, weshalb der erstinstanzliche Entscheid in den ange-
fochtenen Punkten fehlerhaft sein soll bzw. als unrichtig erachtet wird. Dazu sind
in der Berufungsschrift die zur Begründung der Berufungsanträge wesentlichen
Argumente vorzutragen. Die Berufungsschrift muss deshalb – im Gegensatz zur
Klageschrift – regelmässig nicht nur eine tatsächliche, sondern auch eine rechtli-
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che Begründung enthalten (ZK ZPO-Reetz/Theiler, Art. 311 N 36). Der Beru-
fungskläger hat – unter Vorbehalt des Novenrechts – mittels klarer und sauberer
Verweisungen auf die Ausführungen vor der Vorinstanz zu zeigen, wo er die
massgebenden Behauptungen, Erklärungen, Bestreitungen und Einreden erho-
ben hat. Es ist nämlich nicht Sache der Rechtsmittelinstanz, die Akten und die
Rechtsschriften des vorinstanzlichen Verfahrens zu durchforsten, um festzustel-
len, was welche Partei wo ausgeführt hat. Damit ist gesagt, dass den gesetzlichen
Begründungsanforderungen weder durch eine pauschale Verweisung auf die bei
der Vorinstanz eingereichten Rechtsschriften noch durch eine neuerliche Darstel-
lung der Sach- oder Rechtslage Genüge getan wird, welche nicht darauf eingeht,
was vor der Vorinstanz vorgebracht und von dieser erwogen worden ist (BGE 138
III 374 E. 4.3.1 S. 375; BGer 5A_247/2013 vom 15.10.2013, E. 3.2). Pauschale
Verweisungen auf die vor der Vorinstanz eingereichten Rechtsschriften oder die
blosse Wiederholung von bereits vor Vorinstanz Vorgetragenem sind namentlich
dann unzulässig bzw. nicht genügend, wenn sich die Vorinstanz mit den Ausfüh-
rungen des Berufungsklägers auseinandergesetzt hat. Stützt sich der angefoch-
tene Entscheid auf mehrere selbstständige Begründungen, muss sich der Beru-
fungskläger in der Berufungsschrift mit allen Begründungen auseinandersetzen.
Das Gleiche gilt im Falle von Haupt- und Eventualbegründung. Auch hier muss
sich der Berufungskläger mit beiden Begründungen auseinandersetzen (Ivo W.
Hungerbühler/Manuel Bucher, DIKE-Komm-ZPO, Art. 311 N 36 ff.). Wenn der Be-
rufungskläger eine unrichtige Feststellung des Sachverhalts rügt, sollte er auch
zeigen, dass die Korrektur der Sachverhaltsfeststellung für den Ausgang des Ver-
fahrens entscheidend ist. Hat die Vorinstanz tatsächliches Vorbringen oder zu be-
rücksichtigende aktenkundige Tatsachen übersehen, muss der Berufungskläger
in der Berufungsbegründung explizit darauf hinweisen, dass (und wo) die ent-
sprechenden Umstände bereits vor der Vorinstanz vorgebracht wurden bzw. in
den Akten enthalten waren (Hungerbühler/Bucher, a.a.O., Art. 311 N 37). Soweit
die Begründung diesen formellen Anforderungen nicht genügt, ist – ebenfalls oh-
ne vorgängige Ansetzung einer Nachfrist im Sinne von Art. 132 Abs. 1 und 2 ZPO
– auf die Berufung nicht einzutreten (BGer 5A_82/2013 vom 18.3.2013, E. 3.3.3;
4A_203/2013 vom 6.6.2013, E. 3.2). Die Begründungsanforderungen für die Beru-
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fungsantwort entsprechen denjenigen für die Berufung (ZK ZPO-Reetz/Theiler,
Art. 312 N 7, BGer 4A_258/2015 vom 21.10.2015, E. 2.4.2).
Zwar prüft die Berufungsinstanz nicht nur die geltend gemachten Rügen
(Rügeprinzip). Der Berufungskläger hat sich nach dem eben Ausgeführten aber
mit der Begründung des erstinstanzlichen Entscheids auseinanderzusetzen und
gibt mit ihren Beanstandungen den primären Prüfungsgegenstand des Beru-
fungsverfahrens vor. Im Gegensatz zum früheren zürcherischen Prozessrecht
(vgl. § 269 ZPO/ZH) muss das Gericht den angefochtenen Entscheid nicht von
sich aus auf Mängel untersuchen, es sei denn, der Sachverhalt sei geradezu will-
kürlich festgestellt worden oder das Recht sei geradezu willkürlich angewandt
worden und diese Fehlerhaftigkeiten träten klar zutage (ZK ZPO-Reetz/Theiler,
Art. 311 N 36). Aufgrund der umfassenden Überprüfungsbefugnis ist die Beru-
fungsinstanz auch nicht an die mit den Rügen vorgebrachten Argumente oder an
die Erwägungen der Vorinstanz gebunden; sie kann die Rügen auch mit abwei-
chenden Erwägungen gutheissen oder abweisen (vgl. ZK ZPO-Reetz/Theiler,
Art. 310 N 6). Im Ergebnis besteht für die Berufungsinstanz eine Prüfungspflicht
hinsichtlich der in der Berufungsschrift (rechtsgenügend) geltend gemachten
Mängel und ein Prüfungsrecht bezüglich allfälliger anderer Mängel des angefoch-
tenen Entscheids.
2.a) Im Berufungsverfahren sind neue Vorbringen nur noch unter den Vo-
raussetzungen von Art. 317 Abs. 1 ZPO zulässig. Danach sind neue Tatsachen
und Beweismittel nur noch zu berücksichtigen, wenn sie – kumulativ – ohne Ver-
zug vorgebracht werden (Art. 317 Abs. 1 lit. a ZPO) und trotz zumutbarer Sorgfalt
nicht schon vor erster Instanz vorgebracht werden konnten (Art. 317 Abs. 1 lit. b
ZPO). Die Berufungsinstanz soll zwar den erstinstanzlichen Entscheid umfassend
überprüfen, nicht aber alle Sach- und Rechtsfragen völlig neu aufarbeiten und be-
urteilen. Das Berufungsverfahren steht gewissermassen auf den Schultern des
erstinstanzlichen Entscheides und dient nicht dazu, dass die Parteien Versäumtes
nachbessern können. Alles, was relevant ist, ist deshalb in das erstinstanzliche
Verfahren einfliessen zu lassen (ZK ZPO-Reetz/Hilber, Art. 317 N 31). Jede Par-
tei, welche neue Tatsachen und Beweismittel einreicht, hat zunächst zu behaup-
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ten und zu beweisen, dass dies ohne Verzug geschieht. Will eine Partei unechte
Noven geltend machen, so trägt sie die Beweislast für die Zulässigkeit der Noven.
Sie muss zusätzlich Behauptungen aufstellen und Beweise benennen, aus denen
sich ergibt, dass sie umsichtig und sorgfältig gehandelt hat, aber dennoch keine
frühere Kenntnis von den neu vorgebrachten Tatsachen und Behauptungen oder
Beweismitteln hatte. Der anderen Partei steht der Gegenbeweis offen (Steininger,
DIKE-Komm-ZPO, Art. 317 N7; vgl. zum Ganzen auch BGer 5A_330/2013 vom
24. September 2013, E. 3.5.1 m.w.H.).
b) Sobald die Partei, welche das Novenrecht beanspruchen will, von einem
geltend zu machenden Novum Kenntnis erlangt, muss sie die Berufungsinstanz
davon in Kenntnis setzen, d.h. das Novum ist zum nächstmöglichen Zeitpunkt
(schriftliche Eingabe oder Berufungsverhandlung) in das Berufungsverfahren ein-
zubringen. Ist das Behauptungsverfahren von der Berufungsinstanz formell ge-
schlossen worden, so besteht zum Vornherein keine Möglichkeit mehr zum Vor-
bringen von Noven. Nach Aktenschluss können daher keine Noven mehr geltend
gemacht werden. Die vom Kläger nach verfügtem Aktenschluss eingereichten Un-
terlagen (Urk. 56, 57 und 58/1+2) können daher keine Berücksichtigung mehr fin-
den. Läuft der Partei, welche Kenntnis von einem Novum erlangt, eine Frist, kann
die Partei das Novum noch im Rahmen ihrer bevorstehenden Eingabe in das Be-
rufungsverfahren einführen. Ist das Behauptungsverfahren vor Berufungsinstanz
noch nicht formell geschlossen worden und besteht keine offene Frist für die no-
venwillige Partei, so sollen die Noven innert einer Frist von 10 Tagen seit Kennt-
nis oder Kennenmüssen bei der Berufungsinstanz eingereicht werden (ZK ZPO-
Reetz/Hilber, N 46 ff. zu Art. 317).
III.
1.a) Umstritten ist vorliegend, ob der Kläger ein schutzwürdiges Interesse an
der Feststellung hat, wonach er nicht Schuldner der gegen ihn in Betreibung ge-
setzten Forderung über Fr. 12 Mio. sei.
Die Vorinstanz ging davon aus, dass sich der Kläger geweigert habe, eine
Verjährungsverzichtserklärung gegenüber der Beklagten abzugeben. Die Beklag-
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te habe daher rechtsgenügend nachgewiesen, dass sie zur Unterbrechung der
Verjährung keine andere Möglichkeit gehabt habe als die Einleitung der Betrei-
bung gegen den Kläger (Urk. 31 S. 10). Der Kläger bestritt, dass die Beklagte die
Betreibung zur Verjährungsunterbrechung eingereicht habe. Sie habe diese viel-
mehr eingeleitet, um eine Rufschädigung des Klägers zu erreichen. Die Vor-
instanz erwog dazu, dass die Parteien sich in einer vielschichtigen Auseinander-
setzung mit Gerichtsverfahren im In- und Ausland befinden würden, weshalb es
sich bei der fraglichen Betreibung lediglich um einen von vielen Schritten des ge-
genseitigen Prozessierens (Strafverfahren in der Schweiz und in Liechtenstein) zu
handeln scheine (Urk. 31 S. 15). Es sei davon auszugehen, dass die Einleitung
der Betreibung durch die Beklagte einzig dem Zwecke des Verjährungsunter-
bruchs gedient habe (Urk. 31 S. 15). Die Vorinstanz kam weiter zum Schluss,
dass nachvollziehbar sei, dass die Beklagte wegen der Weigerung des Klägers
sowie anderer involvierter Personen zur Akteneinsicht betreffend den Liegen-
schaftsverkauf C._ noch keine Klage habe einreichen können, da eine sol-
che unter den konkreten Umständen äusserst risikoreich wäre. Die zu beklagende
Partei sei aufgrund der fehlenden Informationen nicht eindeutig eruierbar (Urk. 31
S. 17). Die Vorinstanz verneinte daher ein Feststellungsinteresse des Klägers und
trat auf die Klage nicht ein.
b) Der Kläger rügte, dass die Vorinstanz bei der von ihr vorgenommenen
Abwägung der gegenläufigen Interessen der Parteien zum unrichtigen Ergebnis
gelangt sei, dass die Beklagte die Betreibung über Fr. 12 Mio. einzig zwecks Un-
terbrechung der Verjährung eingeleitet habe. Der Kläger kritisierte eine unrichtige
Sachverhaltsfeststellung wie auch eine unrichtige Rechtsanwendung. Namentlich
habe sich die Interessenabwägung der Vorinstanz in unerklärlicher Weise einzig
auf die Betreibung der Beklagten zwecks angeblicher Verjährungsunterbrechung
beschränkt. Auf andere bewiesene Sachverhaltselemente gehe die Vorinstanz bei
ihrer Würdigung nicht ein. Dazu gehöre insbesondere, dass der Kläger wiederholt
die öffentlich geäusserten und teilweise gezielt an Geschäftspartner gerichteten
Vorwürfe, wonach er der Beklagten den Betrag von Fr. 12 Mio. aufgrund kriminel-
ler Machenschaften unterschlagen habe, habe erdulden müssen. Verschiedene
Schreiben solchen Inhalts seien von der Beklagten an Dritte versandt worden
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(Urk. 30 S. 5 f., 10 ff.). Der Sachverhalt mache zweifelsfrei deutlich, dass dem
Kläger selbst ohne die besagte Betreibung aufgrund des Verhaltens der Beklag-
ten ein schutzwürdiges Interesse an der gerichtlichen Feststellung des Nichtbe-
standes der geltend gemachten Forderung zukomme (Urk. 2 S. 9; Urk. 15 S. 19;
Urk. 30 S. 9, 17, 24). Die Betreibung sei ein, aber bei weitem nicht der einzige
Grund für das Vorhandensein eines Feststellungsinteresses (Urk. 30 S. 17). Sein
schutzwürdiges Interesse bestehe nicht nur bezüglich der Löschung der Betrei-
bung, sondern auch bezüglich des Schutzes seines persönlichen Ansehens (kein
Krimineller zu sein) und seiner geschäftlichen Reputation (Urk. 30 S. 12).
2.a) Was die Anforderungen der allgemeinen Feststellungklage (Art. 88
ZPO) bezüglich Gegenstand und Voraussetzungen anbelangt, kann vorab auf die
zutreffenden Ausführungen der Vorinstanz verwiesen werden (Urk. 31 S. 5 f.). Bei
der besonderen negativen Feststellungsklage nach Art. 85a Abs. 1 SchKG geht
das Bundesgericht davon aus, dass das schutzwürdige Interesse an der Feststel-
lung des Nichtbestandes der Forderung grundsätzlich zu bejahen ist, sobald diese
in Betreibung gesetzt wurde, ohne dass der Feststellungskläger konkret nachwei-
sen muss, dass er wegen der Betreibung in seiner wirtschaftlichen Bewegungs-
freiheit empfindlich beeinträchtigt wird (BGE 141 III 68 Ziff. 2.7). Einschränkend
wurde jedoch festgehalten, dass dieses Rechtsschutzinteresse alleinig basierend
auf dem Betreibungsregistereintrag nur anzunehmen ist, wenn die Betreibung
nachweislich einzig zur Verjährungsunterbrechung erhoben wurde, nachdem der
Schuldner die Unterzeichnung einer Verjährungsverzichtserklärung verweigert
hatte, und dem Betreibenden die sofortige Geltendmachung der Betreibungsfor-
derung aus triftigen Gründen nicht möglich war. Dem Betriebenen steht neben
Art. 85a SchKG auch die allgemeine Feststellungsklage zur Verfügung, um das
Nichtbestehen der in Betreibung gesetzten Forderung mit materieller Rechtskraft
gerichtlich feststellen zu lassen. Im Gegensatz zur besonderen Feststellungsklage
muss bei der allgemeinen Feststellungsklage das Rechtsschutzinteresse der
Feststellung des Nichtbestandes der Forderung vom Kläger im Einzelfall nachge-
wiesen werden. Der Kläger wird in diesem Falle gut daran tun, sich nicht nur auf
die erfolgte Betreibung zu berufen, sondern darzulegen, dass er als Folge der un-
gewissen Rechtslage in seiner wirtschaftlichen Bewegungsfreiheit gehindert wird.
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Der Richter hat die widerstreitenden Interessen im Einzelfall abzuwägen und die
Klage zuzulassen, wenn jene des Klägers überwiegen (BSK SchKG I Bodmer/
Bangert, Art. 85a N 12).
b) Was die Ausführungen der Vorinstanz betreffend die Verweigerung des
Klägers zur Unterzeichnung einer Verjährungsverzichtserklärung anbelangt, kann
auf die zutreffenden Ausführungen der Vorinstanz verwiesen werden (Urk. 31 S. 8
ff.). Die dagegen vorgebrachten Argumente des Klägers erscheinen nicht stichhal-
tig (Urk. 30 S. 17 ff.). Es bestehen entgegen der Auffassung des Klägers (Urk. 30
S. 18) keinerlei Hinweise, dass die Beklagte vom Kläger statt eines Verjährungs-
verzichts eigentlich eine (verkappte) Schuldanerkennung erhältlich machen wollte.
Der Wortlaut der dem Kläger von der beklagten Seite unterbreiteten Verjährungs-
verzichtserklärung (Urk. 4/4 = Urk. 11/6) ist - wie die Vorinstanz festhielt (Urk. 31
S. 9) - klar und eindeutig. Dem Kläger stand es frei, diese Erklärung nicht zu un-
terzeichnen, doch kann dann nicht verhindert werden, dass der (angebliche)
Gläubiger diesen Umstand als Argument für die Einleitung einer Betreibung an-
führt und diese auch tatsächlich anhebt.
c) Die Vorinstanz ging weiter davon aus, dass die Einleitung der Betreibung
durch die Beklagte einzig zum Zwecke der Verjährungsunterbrechung erfolgt sei
(Urk. 31 S. 10 ff.). Es kann hiezu auf die Begründung der Vorinstanz verwiesen
werden, welcher grundsätzlich zu folgen ist. Die dagegen vom Kläger erhobenen
Einwendungen in der Berufungsbegründung erscheinen nicht stichhaltig. Entge-
gen der Auffassung des Klägers (Urk. 30 S. 19) geht aus dem Entscheid des
Bundesgerichtes BGE 141 III 68 nicht explizit hervor, dass der betreibende Gläu-
biger den Forderungsgrund, die Forderungssumme sowie die drohende Verjäh-
rung im Detail substantiieren muss. Dem Zahlungsbefehl ist zu entnehmen, dass
die Betreibung zwecks Verjährungsunterbrechung gemäss Art. 135 OR für Forde-
rungen aus Verkauf/Abrechnung der Liegenschaft in C._ sowie weiteren
Forderungen im Rahmen der durch den Kläger aufgesetzten "trust structure" ein-
geleitet wurde (Urk. 4/3). Diese Informationen genügen als Angaben im Zah-
lungsbefehl. Auch ist nicht vorausgesetzt, dass der Eintritt der Verjährung unmit-
telbar droht oder kurz bevorsteht. Es steht im Belieben des Gläubigers, wann er
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die Betreibung anheben will. Die Beklagte machte geltend, dass sie zwecks Ab-
klärung der ihr zustehenden Forderungen den Kläger mehrfach ersucht habe, ihr
zweckdienliche Informationen und Dokumente zugänglich zu machen. Dies sei
nicht erfolgt. Auch ein Gespräch mit der Gegenseite am 22. September 2016 sei
nicht zielführend gewesen. Sie habe dem Kläger daher mit Schreiben vom 23.
September 2016 mitgeteilt, dass sie sich deshalb veranlasst sehe, die Justizbe-
hörden einzuschalten (Urk. 10 S. 7 f.; Urk. 11/17). Die Taktik des Klägers, auf Zeit
zu spielen und sich in die Verjährung zu retten, verdiene keinen Rechtsschutz
(Urk. 10 S. 8). Der Kläger behauptete vor Vorinstanz nicht substantiiert, dass er
der Beklagten die verlangten Auskünfte erteilt habe (Urk. 15). In einem Mail vom
9. September 2016 an das Sekretariat des Rechtsvertreters der Beklagten schrieb
der Kläger wörtlich, dass er den Kollegen (RA Dr. Y._ ) "ein bisschen auflau-
fen lassen" werde (Urk. 11/18). Erst in der Berufungsbegründung und damit ver-
spätet (Art. 317 Abs. 1 ZPO) behauptete der Kläger nun, dass der Rechtsvertreter
der Beklagten am 22. September 2016 in der Kanzlei des Klägers über den Sach-
verhalt aufgeklärt worden sei und ihm spätestens dann habe klar sein müssen,
dass er, der Kläger, für diese Forderung nicht passivlegitimiert sein könne. Der
Kläger reichte neu und somit ebenfalls verspätet auch ein Strukturpapier ein (Urk.
34/8), welches dem Rechtsvertreter der Beklagten damals angeblich unterbreitet
worden war (Urk. 30 S. 8). Der Rechtsvertreter der Beklagten wiederholte im Be-
rufungsverfahren, dass er anlässlich der Sitzung vom 22. September 2016 keine
verlässlichen Informationen erhalten habe. Insbesondere sei es ihm verwehrt
worden, von den spärlichen, ihm vorgelegten Dokumenten Kopien anzufertigen.
Deshalb lasse sich nicht mehr überprüfen, ob die nun unzulässigerweise neu ein-
gereichten Unterlagen dieselben seien, die ihm an der Sitzung präsentiert worden
seien. Weder die in der Grafik gemäss Urk. 34/8 erwähnte "Treuhandvereinba-
rung 1983/87" noch die aufgeführte "Exitvereinbarung 2014" oder die genannten
"Verträge über das partiarische Darlehen" und der "Kaufvertrag 2015" seien ihm
vorgelegt worden (Urk. 43 S. 6 f.).
Im Übrigen ist noch anzumerken, dass es sich bei den vom Kläger in diesem
Zusammenhang gemachten Vorbringen betreffend eine angeblich unrichtige
Feststellung des Sachverhalts durch die Vorinstanz (Urk. 30 S. 7 ff.) weitgehend -
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nebst Wiederholungen von vorinstanzlichen Vorbringen - um unechte Noven und
neu eingereichte Beweismittel (Urk. 34/6, 8-11) handelt. Offenbar hat es der Klä-
ger vor Vorinstanz verpasst, die entsprechenden Tatsachenbehauptungen vorzu-
bringen und die erforderlichen Beweismittel zu bezeichnen. Dies kann im Beru-
fungsverfahren nicht nachgeholt werden, weshalb diese Vorbringen und Beweis-
mittel nicht zu berücksichtigen sind. Da davon auszugehen ist, dass die Beklagte
bezüglich der Anspruchsgrundlage aufgrund der geschilderten Umstände keine
Gewissheit hatte, erscheint es plausibel, dass sie von der denkbar kürzesten Ver-
jährungsfrist gemäss Art. 41 ff. OR ausging, um in jedem Fall einen Rechtsverlust
zu vermeiden. Die Behauptung des Klägers, wonach die Beklagte weitere Perso-
nen, welche als potentielle Schuldner für die vermeintliche Forderung in Frage
kämen, nicht betrieben habe (Urk. 30 S. 21), ist neu und daher nicht zu hören
(Art. 317 Abs. 1 ZPO). Der Kläger wirft der Beklagten auch vor, dass sie einen
doppelt so hohen Betrag in Betreibung gesetzt habe, wie ihr - wenn ihre Unterstel-
lungen zutreffend wären - überhaupt zustehen würde. Er verweist dazu auf Urk.
34/18 (Urk. 30 S. 22). Diese Urkunde wurde mit der Berufung neu in das Verfah-
ren eingeführt, obwohl sie vom 3. April 2017 datiert. Der Kläger machte keinerlei
Angaben, weshalb er sie nicht bereits vor Vorinstanz hätte einreichen können
(Art. 317 Abs. 1 ZPO). Die Urkunde gilt daher als verspätet eingereicht und somit
unbeachtlich. Im Übrigen ist anzumerken, dass nicht bekannt ist, wie sich die von
der Beklagten behauptete Forderung im Detail zusammensetzt, weshalb auch
nicht darauf geschlossen werden kann, dass die in Betreibung gesetzte Forde-
rung übersetzt sei. Zudem ist noch festzuhalten, dass es der Beklagten frei stand,
die aus ihrer Sicht geeignete Massnahme im Sinne von Art. 135 OR zwecks Ver-
jährungsunterbrechung zu wählen. Sie war daher keineswegs verpflichtet, anstel-
le des Betreibungsbegehrens ein Schlichtungsgesuch einzureichen.
Im Verlaufe des Berufungsverfahrens, mit Eingabe vom 15. März 2018
(Urk. 47 S. 15), reichte der Kläger dann zulässigerweise neu ein Witness State-
ment der Beklagten vom 8. März 2018 (Urk. 49/16) ein, welches die Beklagte ge-
genüber dem Londoner Gericht (High Court of Justice Business & Property
Courts) im von ihr und ihrer Mutter angestrengten Prozess gegen den Kläger ab-
gegeben hatte. Darin erklärte die Beklagte ausdrücklich, dass sie den Kläger in
- 15 -
der Schweiz betrieben habe - und dieser daher nun in einem öffentlichen Register
verzeichnet sei - was der Kreditwürdigkeit des Klägers Schaden zufügen werde
(Urk. 49/16 S. 3). Diese Aussage lässt zumindest gewisse Zweifel aufkommen, ob
die Betreibung tatsächlich einzig der Verjährungsunterbrechung diente. Da die
Beklagte zudem diverse andere Mittel benutzte, um den Kläger ab Sommer 2016
allgemein bei Dritten in Misskredit zu bringen, z.B. Schreiben an Banken unter
Beilage von gegen den Kläger gerichteten Strafanzeigen, Zeitungsinterview etc. -
auf welche weiter unten einzugehen ist -, bestehen im Lichte des genannten Wit-
ness Statements allenfalls doch Anhaltspunkte, dass die Beklagte möglicherweise
den Betreibungsgrund (Unterbrechung der Verjährung) nur vorgeschoben hatte
und mit diesem Instrument auch andere Zwecke, z.B. die Rufschädigung des Klä-
gers, bezwecken wollte. Die Beklagte erklärte im Verlaufe des Berufungsverfah-
rens zwar, dass sie im November 2016 noch nicht auf dem heutigen Kenntnis-
stand gewesen sei, weshalb sie es für ratsam gehalten habe, eine allfällige Ver-
jährung sicherheitshalber zu unterbrechen. Mittlerweile sei sie aufgrund des Ver-
haltens des Klägers aber nicht sicher, ob und gestützt auf welchen Titel und auf
welche Rechtsordnung er wo ins Recht zu fassen sei, weshalb die Betreibung
(noch) nicht erneuert worden sei (Urk. 54 S. 5). Diese Aussage überzeugt jedoch
im gesamten Kontext nicht.
d) Schliesslich ging die Vorinstanz auch davon aus, dass die Sache mangels
erforderlicher Informationen zum Liegenschaftsverkauf und somit wegen Unklar-
heiten betreffend die Anspruchsgrundlage und den Prozessgegner nicht prozess-
reif sei, weshalb eine Klageerhebung seitens der Beklagten noch nicht möglich
sei (Urk. 31 S. 17). Um Wiederholungen zu vermeiden, kann auf die detaillierte
Begründung der Vorinstanz verwiesen werden. Die Vorbringen des Klägers (Urk.
30 S. 23 f.) vermögen diese nicht als unrichtig erscheinen zu lassen.
Zusammenfassend ist festzuhalten, dass schon allein aufgrund der eingelei-
teten Betreibung möglicherweise ein Feststellungsinteresse des Klägers gemäss
Art. 85a SchKG gegeben ist, da die Betreibung möglicherweise nicht einzig zum
Zwecke der Verjährungsunterbrechung eingereicht wurde. Die Frage kann jedoch
- 16 -
letztlich offenbleiben, weil - wie nachfolgend zu zeigen ist - mindestens ein Fest-
stellungsinteresse des Klägers im Sinne von Art. 88 ZPO zu bejahen ist.
3.a) Der Kläger machte sinngemäss geltend, dass die fragliche Betreibung
nur eine Massnahme im Rahmen eines umfassend geführten Rachefeldzuges der
Beklagten gegen ihn sei (Urk. 2 S. 7). Er werde durch einen Betreibungsregis-
tereintrag im Betrag von Fr. 12 Mio. weltweit in seinem Ansehen und seiner Kre-
ditwürdigkeit als Rechtsanwalt erheblich geschädigt. Zusammen mit bewusst fal-
schen und mit Lügen versehenen Publikationen in Online-Medien versuche die
Beklagte, ein immer grösseres Lügengebilde aufzubauen, mit dem einzigen Ziel,
sein Ansehen zu schädigen und ihn persönlich zu diffamieren. Er verwies dabei
auf eine Online-Publikation "Oligarchs' favourite trustee in trouble" vom 11. Januar
2017 (Urk. 2 S. 9; Urk. 4/9). Wer Autor dieser Publikation ist, ist aus dem Text
nicht klar ersichtlich. Die Beklagte äusserte sich dazu in ihrer nachfolgenden
Rechtsschrift nicht (Urk. 10). Der Kläger brachte weiter vor, dass die Beklagte ihm
auch in einer Vielzahl von Schreiben an in- und ausländische Bankinstitute die
Unterschlagung und den Diebstahl des in Betreibung gesetzten Betrages unter-
stelle. Er reichte dazu ein im Namen der Beklagten von Dr. G._ am 6. Sep-
tember 2016 an H._ verfasstes Schreiben ein (Urk. 4/5). Auch zu diesem
Schreiben äusserte sich die Beklagte nicht (Urk. 10). Der Kläger verwies bezüg-
lich des Vorliegens seines schutzwürdigen Interesses auch auf ein Schreiben des
Rechtsvertreters der Beklagten vom 28. September 2016 an die I._ [Bank]
(Urk. 15 S. 11; Urk. 25 S. 2 ff.; Urk. 30 S. 10; Urk. 34/13 = Urk. 27/1). Aus diesem
Schreiben sei ersichtlich, dass sich die Beklagte nicht scheue, Drittpersonen, wie
namentlich Geschäftsbanken des Klägers, ihre angebliche Forderung aus strafba-
rer Handlung des Klägers zur Kenntnis zu bringen. Die Beklagte mache geltend,
dass ein Betrag von Fr. 10 Mio. aus dem besagten Immobiliengeschäft fehlen
würde. Ihm würden kriminelle Machenschaften unterstellt, namentlich die Unter-
schlagung von Vermögenswerten. Diese Vorwürfe würden mit der Aufforderung
an die Bank ergänzt, gemäss GwG (Geldwäschereigesetz) entsprechende Mel-
dung an die Strafverfolgungsbehörden einzureichen (Urk. 25 S. 3). Der Kläger
monierte ein weiteres Schreiben des Rechtsvertreters der Beklagten vom 28.
September 2016 an die Bank J._ (Urk. 15 S. 11; Urk. 16/13). Darin werde
- 17 -
ihm wiederum vorgeworfen, in kriminelle Aktivitäten involviert zu sein. Er werde -
ohne Vorliegen konkreter Beweise geschweige denn eines Gerichtsurteils - be-
schuldigt, er habe Geldwäscherei und Urkundenfälschung begangen. Als Beweis
lege der Rechtsvertreter der Beklagten die Strafanzeige seiner Klientschaft gegen
ihn bei und verweise auf eine superprovisorisch angeordnete Verfügung des
liechtensteinischen Gerichts gegen die K._ reg., den Trustee der Nachlass-
struktur des verstorbenen L._. Er sei in diesen Verfahren nicht Partei gewe-
sen (Urk. 15 S. 11). Die superprovisorische Verfügung sei wieder aufgehoben
(Urk. 16/14) und die Strafanzeige sei mittels Nichtanhandnahmeverfügung erle-
digt worden (Urk. 16/15).
b) Des weiteren machte der Kläger geltend, dass die Beklagte in der glei-
chen Zeitperiode umfangreiche Strafanzeigen gegen ihn eingereicht habe, in de-
nen sie ihm die Unterschlagung der streitgegenständlichen Summe unterstellt ha-
be (Urk. 15 S. 8, 12). Bereits am 26. September 2016 habe die Beklagte, unter-
stützt durch Rechtsanwalt M._, eine Strafanzeige gegen ihn in Genf einge-
reicht. Darin werde ihm namentlich Veruntreuung und ungetreue Geschäftsbesor-
gung vorgeworfen. Rechtsanwalt Dr. Y._ habe aktiv mit dem Genfer Kollegen
kommuniziert, bevor die Strafanzeige eingereicht worden sei (Urk. 15 S. 12 f.).
Das Strafverfahren sei von den Genfer Behörden gar nicht erst eröffnet worden
(Urk. 15 S. 13). Anfangs Januar 2017 habe die Beklagte durch N._ eine
zweite Strafanzeige eingereicht (Urk. 16/17). Wiederum werfe die Beklagte ihm
darin Veruntreuung, ungetreue Geschäftsbesorgung und Urkundenfälschung vor
(Urk. 15 S. 13). Basierend auf den gegenüber der Beklagten bzw. ihren Gehilfen
getätigten Falschaussagen von O._ habe die Beklagte am 5. Januar 2017
einen weiteren Artikel (Urk. 16/21) im Internet veröffentlich, um ihre tendenziöse
und falsche Darstellung des im Hintergrund dieses Verfahrens schwellenden Kon-
flikts zwischen ihr und dem Kläger in seiner Funktion als Protektor der Nachlass-
struktur ihres Vaters mit weiteren angeblich illegalen Taten des Klägers zu unter-
mauern. Die rufschädigenden Vorwürfe von O._ seien böswillig und falsch.
Auch gegen ihn habe der Kläger Strafanzeige eingereicht (Urk. 15 S. 18). Je län-
ger dieser Zustand andaure und die Beklagte mit Unterstützung einer Vielzahl von
Gehilfen diese konzertierte Aktion weiterführen könne, (desto mehr) werde er in
- 18 -
einer wohl beispiellosen Kampagne in seiner Ehre verletzt und als Straftäter ge-
brandmarkt, um damit letztlich einer Erbin den Zugriff auf den Nachlass ihres Va-
ters einzuräumen, unter Missachtung der Rechte der übrigen Erben, insbesonde-
re ihrer Schwester (Urk. 15 S. 18). Die Beklagte unterliess es, zu diesen Vorbrin-
gen konkret Stellung zu nehmen. Sie bestritt diese lediglich "der guten Ordnung
halber" pauschal (Urk. 19 S. 7). Sie dementierte jedoch explizit, mit einem gewis-
sen O._ in Verbindung zu stehen. Sie habe mit den im Internet abrufbaren
Artikeln nichts zu tun (Urk. 19 S. 9).
c) Im Berufungsverfahren reichte der Kläger auch ein von der Beklagten ver-
fasstes und an die englische Anwaltskanzlei P._ adressiertes Schreiben vom
13. September 2016 ein, worin u.a. gegenüber dem Kläger der Vorwurf des Dieb-
stahls von Fr. 10 Mio. erhoben wird (Urk. 30 S. 12 unter Verweis auf Urk. 34/16).
Bei dieser Urkunde handelt es sich um ein Novum. Der Kläger unterliess es dar-
zulegen, inwiefern die Voraussetzungen zur Berücksichtigung dieses Novums
gemäss Art. 317 Abs. 1 lit. a und b ZPO gegeben sind. Es ist somit nicht ersicht-
lich, weshalb der Kläger diese Urkunde nicht bereits vor Vorinstanz einreichte. Zu-
folge verspäteter Geltendmachung kann sie nicht berücksichtigt werden. Ebenso
verhält es sich mit dem sog "Witness statement" der Beklagten vom 3. April 2017
(Urk. 34/18). Die nicht substantiierte Behauptung des Klägers, wonach er dieses
Dokument nach Abschluss des Schriftenwechsel vor Vorinstanz erhalten habe
(Urk. 30 S. 14), wurde von der Beklagten bestritten.
Als zulässiges Novum ist dagegen das im Berufungsverfahren vom Kläger
neu eingereichte Affidavit von Q._ (...) vom 27. September 2017 für den
"Grand Court of the Cayman Islands" (Urk. 34/19) zu berücksichtigen (Urk. 30 S.
15). Q._ erklärte darin, dass er von der Familie B._L._ instruiert
worden sei, das Management des ihnen gehörenden Familienvermögens zu un-
tersuchen. Der Kläger monierte, dass dieser Zeuge neben zahlreichen unhaltba-
ren und nicht streitgegenständlichen, wahrheitswidrigen Vorwürfen ihn auch be-
schuldige, USD 10 Mio. aus dem Landverkauf in C._ genommen zu haben.
Die Beklagte äusserte sich nicht zu diesen klägerischen Vorbringen (Urk. 43 S. 10
f.). Wiederum nicht berücksichtigt werden kann dagegen der vom Kläger im Beru-
- 19 -
fungsverfahren neu eingereichte Online-Artikel von "www.intelligenceonline.com"
(Urk. 34/20). Dieser Artikel weist kein Datum auf, und der Kläger unterlässt es
auch zu begründen, inwiefern dieses Beweismittel die Voraussetzungen von Art.
317 Abs. 1 ZPO für die Zulassung als Novum erfüllt.
d) Im Laufe des Berufungsverfahrens reichte der Kläger weitere neue Unter-
lagen ein. Er machte geltend, dass die Beklagte ihn weltweit vor allen möglichen
Gerichten verleumde und eidesstattliche Erklärungen abgebe (Affidavits), in de-
nen sie behaupte, er schulde ihr zwischen USD 6,5 Mio. und USD 10 Mio. (Urk.
38 S. 2). Das Affidavit vom 14. November 2017 der Beklagten (Urk. 40/1), einge-
reicht in R._, ist als zulässiges Novum zu qualifizieren. Darin erklärte die Be-
klagte unter anderem, dass dem Kläger vorgeworfen werde, sie nicht darüber in-
formiert zu haben, was mit den (weiteren) USD 10 Mio. aus dem Landverkauf in
C._ geschehen sei. Bezüglich der weiteren Noven (Urk. 38 S. 2), eines Arti-
kels aus der Informationsplattform S._ vom tt. Dezember 2017 (Urk. 40/2)
sowie der Behauptung, wonach ein Journalist in einem gegen ihn gerichteten Ver-
leumdungsprozess in Tel Aviv zugegeben habe, er sei von der Beklagten für die
Fabrikation und Verbreitung verleumderischer Webseiten bezahlt worden, man-
gelt es an damit in Zusammenhang stehenden substantiierten Behauptungen,
weshalb darauf nicht näher einzugehen ist. Die Vorbringen wurden von der Be-
klagten auch bestritten (Urk. 43 S. 21).
e) Entgegen der Auffassung des Klägers wurde ihm mit Verfügung vom
16. März 2018 nicht Frist für eine generelle Stellungnahme zur Berufungsantwort-
schrift der Beklagten (Urk. 47 S. 2), sondern lediglich zu Noven in dieser Rechts-
schrift angesetzt (Urk. 50). Die Vorbringen in seiner Eingabe vom 15. März 2018
(Urk. 47) erweisen sich demgegenüber als umfassende Stellungnahme in Bezug
auf die Berufungsantwortschrift und enthalten dementsprechend in weiten Teilen
eine ergänzende Darstellung des Sachverhalts bzw. Nachsubstantiierungen, neue
Vorbringen und neue Beweismittel. Der Kläger ist offenbar der Auffassung, dazu
berechtigt zu sein, weil die Beklagte die "ungeheuerliche neue Behauptung" auf-
gestellt habe, er habe nicht USD 10 Mio., sondern rund ("about") USD 10 Mio. un-
terschlagen (Urk. 47 S. 3). Dieser Anlass besteht jedoch nicht. Inwiefern diese
- 20 -
Behauptung neu sein soll, erscheint nämlich nicht plausibel. Die Beklagte hatte in
der Berufungsantwortschrift lediglich ausgeführt, die Übersetzung des Betrages in
Rz 32 der Berufungsschrift (Urk. 30 S. 10) sei insofern unpräzis, als der Kläger
nicht USD 10 Mio., sondern rund USD 10 Mio. unterschlagen habe (Urk. 43 S. 7).
Dass der Kläger diese unwesentliche Differenz, welche inhaltlich kaum einen Un-
terschied macht, zum Anlass nahm, eine ausführliche, mit vielen neuen Tatsa-
chenbehauptungen etc. versehene Rechtsschrift einzureichen, erscheint als Vor-
wand dafür, dass er eine eigentliche Replik erstatten und Versäumtes nachholen
wollte, obwohl hiezu keine Aufforderung des Gerichts erfolgte und dies somit nicht
zulässig ist. Da die meisten Vorbringen den Voraussetzungen von Art. 317 Abs. 1
ZPO nicht entsprechen und vom Kläger auch nicht im Einzelnen dargelegt wurde,
inwiefern er zur Geltendmachung dieser Noven berechtigt sein sollte, ist auf diese
nicht einzugehen. Bezüglich der neu eingereichten Beweismittel ist auf die Aus-
führungen oben (Ziff. II. 2.) zu verweisen, wo explizit ausgeführt wurde, unter wel-
chen Voraussetzungen solche im Berufungsverfahren noch berücksichtigt werden
können. Im Folgenden ist daher nur auf die noch rechtzeitig geltend gemachten
und für das Verfahren relevanten Vorbringen und Beweismittel einzugehen.
Noch zu berücksichtigen ist ein vom Kläger eingereichter Zeitungsartikel
vom tt. Februar 2018, in welchem die Beklagte den Kläger zahlreicher unlauterer
Machenschaften im Zusammenhang mit der Hinterlassenschaft ihres verstorbe-
nen Vaters beschuldigt (Urk. 49/10). Allerdings ergibt sich daraus nicht, dass die
Beklagte in Meilen einen Prozess über die Rückgabe von USD 12 Mio. gegen den
Kläger führe, wie er behauptete (Urk. 47 S. 11). Er erwähnte diesen Umstand
auch nicht in seinem Berichtigungsschreiben an die T._ (Urk. 49/12). In dem
vom Kläger eingereichten Witness Statement der Beklagten vom 26. Februar
2018 gegenüber dem High Court of Justice, London, (Urk. 49/14) erklärte die Be-
klagte, dass sie den Kläger in Zürich für die Rückforderung von USD 12 Mio. be-
trieben habe. Diese Aussage ist offensichtlich nicht falsch, weshalb nicht plausibel
erscheint, was der Kläger daraus ableiten will. Dass die Counsels der Beklagten
am 9. März 2018 vor dem Gericht in London in dem zwischen der Beklagten und
U._ gegen den Kläger angestrengten Prozess erklärten, dass der Kläger mit
seiner negativen Feststellungsklage nicht durchgedrungen sei (Urk. 49/15), ist
- 21 -
gemäss Ausgang des vorinstanzlichen Verfahrens (einstweilen) zutreffend. Es er-
scheint unklar, was der Kläger daraus zu seinen Gunsten ableiten möchte.
Schliesslich verwies der Kläger noch auf ein zulässigerweise neu eingereichtes
Witness Statement der Beklagten vom 8. März 2018 (Urk. 49/16) gegenüber dem
Londoner Gericht im genannten Prozess, worin sie ausdrücklich erklärte, dass sie
den Kläger in der Schweiz betrieben habe - und dieser daher in einem öffentli-
chen Register verzeichnet sei -, was der Kreditwürdigkeit des Klägers Schaden
zufügen werde (Urk. 49/16 S. 3). Wie bereits ausgeführt, erweckt diese Aussage
jedenfalls Zweifel daran, ob die Beklagte die Betreibung lediglich zu Zwecken der
Verjährungsunterbrechung einleitete.
f) Zusammenfassend ist festzuhalten, dass aufgrund der obigen Ausführun-
gen davon auszugehen ist, dass die Beklagte mit allen möglichen Mitteln ver-
sucht, den Kläger gegenüber Dritten in Verruf zu bringen, indem sie ihn strafrecht-
licher Taten zu ihrem Nachteil bezichtigt, um die behauptete Forderung in der Hö-
he von USD 10 bzw. 12 Mio. eintreiben zu können. Auch wenn der Beklagten die
behauptete Geldforderung rechtmässig zustehen sollte und sie daher auch legiti-
miert wäre, entsprechend mit rechtlichen Mitteln gegen den Kläger vorzugehen,
entsteht doch der Eindruck, dass die Vorgehensweise teilweise auch der Ruf-
schädigung des Klägers dienen soll und jedenfalls nicht alle Massnahmen geeig-
net sind, den Anspruch selbst durchzusetzen. So erscheint beispielsweise die
Behauptung der Beklagten, wonach die Strafanzeigen auch Dritten (z.B. Banken)
gegenüber zugänglich gemacht worden seien, um Informationen beschaffen zu
können (Urk. 43 S. 8), reichlich konstruiert. Es ist nicht nachvollziehbar, inwiefern
dadurch mehr und welche zusätzlichen Informationen hätten erhältlich gemacht
werden können. Eine Auskunftspflicht der Banken ist in der Regel allein schon
aufgrund des Bankgeheimnisses ausgeschlossen. Es ist daher wahrscheinlich,
dass die Beklagte die Strafanzeigen auch aus anderen Gründen Dritten, mit de-
nen der Kläger in Geschäftsbeziehungen stand, zukommen liess, nämlich um
Druck auf den Kläger auszuüben und dessen Geschäftsgebaren anzuprangern. In
diesem Lichte erscheint auch die weitere Vorgehensweise der Beklagten. Neben
den erwähnten Schreiben an Dritte, in denen der Kläger strafrechtlicher Taten be-
schuldigt wird, gab die Beklagte auch ein Zeitungsinterview, in welchem schwers-
- 22 -
te Vorwürfe gegen den Kläger erhoben wurden. Offenbar werden auch Personen
instruiert, um solche Aussagen zu machen. Wie oben erwähnt, machte Q._
in einem Affidavit Angaben solchen Inhalts. Die Beklagte selbst wiederholte Aus-
sagen rufschädigenden Inhalts gegen den Kläger ebenfalls an verschiedenen Or-
ten, wie oben ausgeführt. Die Beklagte anerkannte denn auch, dass sich die Par-
teien in dieser Auseinandersetzung nichts schenken würden und mit zahlreichen
(zulässigen) Mitteln gegeneinander vorgingen (Urk. 54 S. 2). Bis anhin - seit über
zwei Jahren - hat die Beklagte jedoch keine konkreten Schritte unternommen, um
diese angebliche Forderung in der Schweiz gegen den Kläger gerichtlich geltend
zu machen. Es ist auch nicht aktenkundig, dass sie bis heute ausserhalb der
Schweiz in einem gerichtlichen Verfahren gegen den Kläger erfolgreich gewesen
wäre. Dennoch fährt die Beklagte damit fort, den Kläger gegenüber allen mögli-
chen Dritten zu beschuldigen, ihr die Summe von mindestens USD 10 Mio. zu
schulden, und bezichtigt ihn eines strafrechtlich relevanten Verhaltens bezüglich
des Besitzes bzw. der Nichtherausgabe dieses Betrages. Andererseits räumt sie
jedoch ein, nicht zu wissen, ob der Kläger überhaupt passivlegitimiert sei und
welche Rechtsordnung auf den Streitfall anwendbar wäre (Urk. 54 S. 4). Dieser
Zustand kann daher noch längere Zeit andauern, ohne dass sich der Kläger ge-
gen die allenfalls unberechtigte Forderung aktiv zur Wehr setzen und ein ab-
schliessendes gerichtliches Urteil erreichen kann. Dieser Umstand erscheint auf
längere Sicht nicht zumutbar. Unter diesen Umständen muss davon ausgegangen
werden, dass der Kläger ein erhebliches schutzwürdiges Interesse an der soforti-
gen Feststellung des Bestehens bzw. Nichtbestehens dieser Forderung hat.
Durch das Verhalten der Beklagten wird seine Kredit- und Vertrauenswürdigkeit
seit längerer Zeit stark in Mitleidenschaft gezogen, was insbesondere für einen
Anwalt eine massive Beeinträchtigung seines beruflichen und persönlichen Anse-
hens bedeutet. Durch die fortdauernde Ungewissheit über den Bestand bzw.
Nichtbestand der behaupteten Forderung wird der Kläger offensichtlich in seiner
Bewegungsfreiheit erheblich eingeschränkt, indem er sich an allen Fronten gegen
die Angriffe verteidigen muss. Die Fortdauer dieser Rechtsungewissheit ist als
unzumutbar zu qualifizieren. Es erscheint plausibel, dass der Kläger dadurch in
seinem Handeln und/oder in seinen Entscheidungen behindert wird, insbesondere
- 23 -
auch angesichts der von der Beklagten geltend gemachten Summe. Die Rechts-
unsicherheit kann auch nicht durch eine Leistungs- oder Gestaltungsklage beho-
ben werden (BGE 131 III 319 Erw 3.4.; 135 III 378 Erw. 2.; ZK ZPO-
Bessenich/Bopp, Art. 88 N 7; Daniel Füllemann, DIKE-Komm-ZPO, Art. 88 N 17).
Gemäss Ansicht des Bundesgerichtes muss bei der Beurteilung des
schutzwürdigen Interesses des Klägers einer negativen Feststellungsklage auch
auf die Interessen der Gegenpartei Rücksicht genommen werden. Wer auf Fest-
stellung des Nichtbestehens einer Forderung klage, zwinge damit den beklagten
Gläubiger zur vorzeitigen Prozessführung. Damit werde die Regel durchbrochen,
dass grundsätzlich der Gläubiger und nicht der Schuldner den Zeitpunkt für die
Geltendmachung eines Anspruchs bestimme. Der vorzeitige Prozess könne den
Gläubiger benachteiligen, wenn er zur Beweisführung gezwungen werde, bevor er
dazu bereit und in der Lage sei (BGE 131 III Erw. 3.4.; BGE 120 II 20). In der Lite-
ratur wurde diese Auffassung teilweise kritisiert. Es wurde ausgeführt, dass diese
Interessenabwägung nicht unproblematisch sei, weil die die negative Feststel-
lungsklage erhebende Partei ja gerade geltend mache, nicht Schuldner bezüglich
der in Frage stehenden Forderung zu sein, und somit auch die Gläubigereigen-
schaft der Gegenpartei - zumindest gegenüber der klagenden Partei - bestreite.
Ebenfalls nicht stimmig sei deshalb die Aussage, wonach mit der negativen Fest-
stellungsklage "die Regel, dass nicht der Schuldner, sondern der Gläubiger den
Zeitpunkt der Geltendmachung eines Anspruchs bestimmt" durchbrochen werde,
bestreite ja der vermeintliche Schuldner gerade das Vorliegen eines Anspruchs
und demnach, überhaupt Schuldner zu sein (Daniel Füllemann, DIKE-Komm-
ZPO, Art. 88 N 16). Bei bereits eingeleiteter Betreibung könne auch nicht unbe-
dingt gesagt werden, dass der vermeintliche Schuldner den Zeitpunkt der Gel-
tendmachung des Anspruchs bestimmen würde; vielmehr habe der vermeintliche
Gläubiger diesen Zeitpunkt ja bereits selbst festgelegt bzw. konkrete Schritte zur
Geltendmachung der Forderung eingeleitet (Daniel Füllemann, DIKE-Komm-ZPO,
Art. 88 N 17). Das Bundesgericht hat zudem festgehalten, wenn der Umfang des
Anspruchs ausschliesslich von Dokumenten abhänge, welche die Gegenpartei
beibringen könne, bestehe kein Grund, mit der Erhebung der Klage zuzuwarten,
da die Edition der Dokumente verlangt und der Anspruch nach Abschluss des
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Beweisverfahrens beziffert werden könne (BGer 4A_36/2009 vom 27. Februar
2009 Erw. 3.1).
Auch unter Einbezug der Interessen der Beklagten als Gegenpartei fällt die
Interessenabwägung vorliegend zu Gunsten des Klägers aus. Da offen ist, wann,
wo und ob die Beklagte überhaupt eine Leistungsklage über den Betrag von min-
destens USD 10 Mio. gegen den Kläger einleiten wird, sie aber dennoch während
nunmehr rund zwei Jahren weiterhin gegenüber zahlreichen Personen und Be-
hörden den Kläger der unrechtmässigen Behändigung bzw. Nichtherausgabe die-
ses Anspruchs beschuldigt, kann dem Kläger diese Ungewissheit und die andau-
ernde Rufschädigung nicht länger zugemutet werden. Der Anspruch bzw. das In-
teresse des Klägers auf Feststellung des Nichtbestehens dieser Forderung ist da-
her als höherwertig einzustufen als die Interessen der Beklagten, nicht vorzeitig
ihren Anspruch geltend machen zu müssen. Das Rechtsschutzinteresse als ent-
sprechende Prozessvoraussetzung ist somit zu bejahen. Demzufolge ist die Beru-
fung des Klägers gutzuheissen. Der Beschluss der Vorinstanz ist aufzuheben und
der Prozess zwecks Eintretens auf die negative Feststellungsklage und Fortset-
zung des Verfahrens an die Vorinstanz zurückzuweisen (Art. 318 Abs. 1 lit. c
ZPO).
IV.
1. Die Festsetzung und Verteilung der erstinstanzlichen Gerichtskosten auf die Parteien wird von der Vorinstanz mit Abschluss des Verfahrens entsprechend
dessen Ausgang neu zu regeln sein, ebenso diejenige der Prozessentschädigun-
gen.
2. Ausgangsgemäss ist die Beklagte im vorliegenden Berufungsverfahren
als unterliegende Partei zu betrachten. Die Beklagte hat daher die Kosten des Be-
rufungsverfahrens von Fr. 22'000.-- zu tragen. Diese Kosten sind mit dem vom
Kläger geleisteten Kostenvorschuss von Fr. 22'000.-- (Urk. 35) zu verrechnen. Die
Beklagte ist zu verpflichten, dem Kläger den geleisteten Kostenvorschuss in der
Höhe von Fr. 22'000.-- zu ersetzen.
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Zudem hat die Beklagte dem Kläger für das Berufungsverfahren eine Partei-
entschädigung von Fr. 25'000.-- (inkl. MwSt) zu bezahlen (§ 4 Abs. 1 und 2, § 13
Abs. 2 AnwGebVO).