# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** bca6c1cf-39c1-4179-93a3-acfd7e993ff6
**Court:** SG_VGN
**Chamber:** SG_VGN_001
**Year:** 2020
**Language:** de
**Jurisdiction:** SG / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Das Verwaltungsgericht stellt fest:
A.
B._, geboren 1968, und C._, geboren 1967, lebten seit 2007 in einer Partnerschaft.
Beide haben je ein Kind aus einer früheren Ehe. Am 10. September 2014 schlossen sie
einen Konkubinatsvertrag, in welchem sie sich zu gegenseitigem Beistand und zur
Leistung eines Beitrags an den gemeinsamen Lebensunterhalt im Rahmen ihrer
wirtschaftlichen Möglichkeiten verpflichteten. B._ übernahm zudem die AHV-Beiträge
von C._, soweit sie nicht erwerbstätig war, und jährlich CHF 6'500 für Schulkosten
und Wohnungsmiete von deren Kind (act. 5/2/5). Für den Fall der Trennung sieht der
Vertrag folgendes vor:
"Sollten wir uns wider Erwarten trennen und damit unser Konkubinat auflösen, entfallen
die obigen Pflichten. Dafür erhält C._ von B._ eine lebenslange Rente von pauschal
CHF 1'500 pro Monat und zwar unabhängig vom Trennungsgrund. Die Rente wird so
lange ausgerichtet, als C._ einen eigenen Haushalt führt und in keiner
Lebensgemeinschaft lebt.
Ab dem Ablauf von 5 Jahren der Rentenzahlung oder falls C._ sich wieder ins
Arbeitsleben integriert haben sollte, hat B._ jederzeit das Recht, die Rentenzahlung
durch einen Pauschalbetrag von CHF 100'000 auszukaufen.
Diese Rente ist weder aktiv noch passiv vererblich."
B._ und C._ trennten sich anfangs 2016, wobei C._ weiterhin – bis zu ihrem Wegzug
Ende 2016 – bei B._ wohnte. Ab 1. März 2016 überwies B._ seiner ehemaligen
Lebenspartnerin monatlich CHF 1'500 (2016 insgesamt CHF 15'000) und am
24. August 2016 einmalig CHF 25'000 (act. 5/2/6). In der Steuererklärung 2016 brachte
er Unterhaltszahlungen in der Höhe von CHF 40'000 in Abzug. Da das Kantonale
Steueramt der Auffassung war, es bestehe keine zivilrechtliche Verpflichtung zur
Leistung von Unterhaltszahlungen an C._, liess es den entsprechenden Abzug nicht
zu. Es veranlagte B._ für das Jahr 2016 mit einem steuerbaren Einkommen von
CHF 1'020'700 und einem steuerbaren Vermögen von CHF 13'489'000 (Kantons- und
Gemeindesteuern) sowie einem steuerbaren Einkommen von CHF 691'900 (direkte
Bundessteuer). Die dagegen erhobenen Einsprachen wies es am 4. Dezember 2019 ab
mit der Begründung, anders als bei geschiedenen und gerichtlich oder tatsächlich
getrenntlebenden Ehegatten bestehe für Konkubinatspartner keine Beistandspflicht
(act. 5/5/10/14 und act. 5/5/12/14).
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B.
Gegen die Einspracheentscheide erhob B._ mit Eingabe seiner (nicht anwaltlichen)
Rechtsvertreterin am 6. Januar 2020 Rekurs und Beschwerde bei der
Verwaltungsrekurskommission (act. 5/1). Er beantragte, das steuerbare Einkommen für
das Jahr 2016 sei auf CHF 1'004'700 (Kantons- und Gemeindesteuern)
beziehungsweise CHF 675'900 (direkte Bundessteuer) festzusetzen. Eventualiter sei die
Angelegenheit zu weiteren Abklärungen an die Vorinstanz zurückzuweisen.
Die Verwaltungsrekurskommission hiess den Rekurs und die Beschwerde am 18. Mai
2020 teilweise gut und hob die Einspracheentscheide des Kantonalen Steueramts vom
4. Dezember 2019 auf (act. 2). Sie qualifizierte die von B._ an seine ehemalige
Lebenspartnerin geleisteten monatlichen Zahlungen von insgesamt CHF 15'000 als
bezahlte Leibrenten und liess einen Abzug im Umfang von 40 Prozent (konkret
CHF 6'000) zu. Folglich veranlagte sie B._ für die Kantons- und Gemeindesteuern
2016 mit einem steuerbaren Einkommen von CHF 1'014'700 und einem steuerbaren
Vermögen von CHF 13'489'000 sowie für die direkte Bundessteuer mit einem
steuerbaren Einkommen von CHF 685'900 (Dispositiv Ziff. 1 und Ziff. 2). Die Kosten
auferlegte sie B._ und dem Kantonalen Steueramt anteilsmässig (Dispositiv Ziff. 3 und
Ziff. 4).
C.
Das Kantonale Steueramt (Beschwerdeführer) erhob gegen den Entscheid der
Verwaltungsrekurskommission (Vorinstanz) am 25. Juni 2020 Beschwerde beim
Verwaltungsgericht. Es beantragte, der vorinstanzliche Entscheid sei aufzuheben und
die Einspracheentscheide vom 4. Dezember 2019 seien zu bestätigen. Die Vorinstanz
schloss mit Vernehmlassung vom 1. Juli 2020 auf Abweisung der Beschwerden und

## Considerations

verwies zur Begründung auf die Erwägungen im angefochtenen Entscheid. Die
Eidgenössische Steuerverwaltung (Beschwerdebeteiligte) liess sich am 12. August
2020 vernehmen und beantragte, unter Hinweis auf die zutreffenden Ausführungen des
Beschwerdeführers, die Gutheissung der Beschwerden. Am 25. August 2020 äusserte
sich B._ (Beschwerdegegner) durch seinen (nun anwaltlichen) Rechtsvertreter. Er
verlangte, die Beschwerden sei unter Kosten- und Entschädigungsfolge zulasten des
Beschwerdeführers abzuweisen und der vorinstanzliche Entscheid sei zu bestätigen.
Auf die Erwägungen im angefochtenen Entscheid und die Ausführungen des
Beschwerdeführers und des Beschwerdegegners zur Begründung ihrer Anträge sowie
die Akten wird, soweit wesentlich, in den Erwägungen eingegangen.
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Darüber zieht das Verwaltungsgericht in Erwägung:
1.
Da die steuerrechtlichen Vorschriften des Bundes und der Kantone zur Veranlagung
des Einkommens insbesondere hinsichtlich der allgemeinen Abzüge vereinheitlicht
sind, hat die Vorinstanz den Rekurs betreffend die Kantons- und Gemeindesteuern
einerseits und die Beschwerde betreffend die direkte Bundessteuer andererseits zu
Recht im gleichen Entscheid, aber mit getrennten Dispositivziffern erledigt; unter
diesen Umständen durfte auch der Beschwerdeführer die Beschwerden in einer
einzigen Eingabe erheben (BGE 142 II 293 E. 1.2). Ebenso ist es zulässig, dass das
Verwaltungsgericht über die Beschwerden im gleichen Urteil entscheidet (vgl. BGer
2C_440 und 2C_441/2014 vom 10. Oktober 2014 E. 1.2).
Das Verwaltungsgericht ist zum Entscheid in der Sache zuständig (Art. 59 Abs. 1 des
Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege; sGS 951.1, VRP; Art. 196 Abs. 1 des
Steuergesetzes; sGS 811.1, StG; Art. 1 Abs. 3 und Art. 7 Abs. 2 der Verordnung zum
Bundesgesetz über die direkte Bundessteuer; sGS 815.1, Vo DBG; Art. 145 Abs. 1 des
Bundesgesetzes über die direkte Bundessteuer; SR 642.11, DBG). Der
Beschwerdeführer ist zur Erhebung der Beschwerde befugt (Art. 196 Abs. 1 StG und
Art. 50 Abs. 3 des Bundesgesetzes über die Harmonisierung der direkten Steuern der
Kantone und Gemeinden [Steuerharmonisierungsgesetz]; SR 642.14, StHG; Art. 145
Abs. 2 und Art. 141 Abs. 1 DBG sowie Art. 1 Abs. 1 Vo DBG). Die Beschwerden gegen
den am 25. Mai 2020 versandten Entscheid der Vorinstanz wurden mit Eingabe vom
25. Juni 2020 (Datum des Poststempels) rechtzeitig erhoben (Art. 196 Abs. 1 StG;
Art. 145 Abs. 2 und Art. 141 Abs. 2 lit. a DBG) und erfüllen in formeller und inhaltlicher
Hinsicht die gesetzlichen Anforderungen (Art. 161 StG und Art. 64 in Verbindung mit
Art. 48 Abs. 1 VRP; Art. 141 und Art. 140 DBG sowie Art. 142 DBG in Verbindung mit
Art. 64 und Art. 48 Abs. 1 VRP; vgl. Richner/Frei/Kaufmann/Meuter, Handkommentar
zum DBG, 3. Aufl. 2016, N 7 zu Art. 141 DBG und N 1 zu Art. 142 DBG). Auf die
Beschwerden ist einzutreten.
2.
Nicht mehr Gegenstand des Verfahrens bildet die Abzugsfähigkeit der vom
Beschwerdegegner am 24. August 2016 einmalig geleisteten Zahlung in der Höhe von
CHF 25'000 an seine ehemalige Lebenspartnerin (vgl. die unbestritten gebliebene
Feststellung im letzten Satz der E. 3c des angefochtenen Entscheids). Strittig ist
hingegen, ob die ab März 2016 vom Beschwerdegegner ausgerichteten Zahlungen in
der Höhe von insgesamt CHF 15'000 an seine ehemalige Lebenspartnerin als bezahlte
Leibrenten zu qualifizieren sind und gemäss Art. 45 Abs. 1 lit. b StG beziehungsweise
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Art. 33 Abs. 1 lit. b DBG im Umfang von 40 Prozent von den Einkünften in Abzug
gebracht werden können.
3.
Die Vorinstanz ist der Auffassung, die Regelung gemäss Abschnitt C. des
Konkubinatsvertrags weise die notwendigen Komponenten einer Leibrente auf. Der
Beschwerdegegner schulde eine lebenslängliche, zeitlich wiederkehrende (monatlich),
betraglich bestimmte Zahlung (CHF 1'500). Dass der Anspruch an gewisse
Bedingungen geknüpft sei, ändere daran nichts. Auch die Möglichkeit der
Rentenablösung bei Integration der ehemaligen Lebenspartnerin in das Arbeitsleben
oder nach Ablauf von fünf Jahren der Rentenzahlung stehe dem nicht entgegen.
Schliesslich würden rückkaufsfähige Leibrentenversicherungen, die im Zeitpunkt des
Rückkaufs vor mindestens fünf Jahren abgeschlossen wurden, ebenfalls privilegiert
besteuert und seien auf Seiten des Rentenschuldners abzugsfähig. Demnach handle es
sich vorliegend um bezahlte Leibrenten. Gemäss Art. 45 Abs. 1 lit. b StG
beziehungsweise Art. 33 Abs. 1 lit. b DBG seien 40 Prozent der im Jahr 2016 bezahlten
Leistungen in der Höhe von CHF 15'000, konkret CHF 6'000, von den steuerbaren
Einkünften in Abzug zu bringen.
Dem hält der Beschwerdeführer entgegen, gemäss der bundesgerichtlichen
Rechtsprechung sei hinsichtlich der Bestimmtheit der Leibrentenleistung einzig
massgebend, ob die entscheidkompetente Person von vornherein die auszurichtenden
Leistungen in einer Weise umrissen habe, dass sich der Barwert ermitteln lasse.
Vorliegend fehle es an der erforderlichen Bestimmbarkeit, da ausgehend von der
getroffenen Vereinbarung der Parteien der Barwert nicht ermittelt werden könne. Es sei
völlig ungewiss, wann und ob überhaupt je eine Rentenleistung fliesse. Der Eintritt des
Leistungsfalls habe grundsätzlich im Belieben der Parteien gestanden, weshalb er nicht
allgemein, objektiv bestimmbar sei. Gleich verhalte es sich mit dem Ende der
Rentenzahlung. Der Konkubinatsvertrag sehe insbesondere den Auskauf durch den
Beschwerdegegner mittels Zahlung eines Pauschalbetrags in der Höhe von
CHF 100'000 nach fünf Jahren Rentenzahlung als Beendigungsgrund vor. Die
mangelnde Berücksichtigung der Lebenserwartung von Rentengläubigerin
beziehungsweise Rentenschuldner einerseits, aber auch die Auskaufsmöglichkeit
durch den Rentenschuldner anstelle einer Rückkaufsmöglichkeit andererseits, würden
gegen das Bestehen einer Leibrente sprechen. Nach der Auffassung des
Beschwerdeführers sei der Rentenauskauf durch den Beschwerdegegner sodann
3.1.
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 7/15
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wesentlich von der Lebenserwartung der Vertragsparteien beziehungsweise der
Rentendauer abhängig. Ein wirtschaftlich vernünftiger Rentenschuldner würde sich bei
einer absehbaren langen Dauer mit dem Pauschalbetrag auskaufen. Der
Beschwerdeführer nimmt aufgrund des im Veranlagungsverfahren eingereichten
Konkubinatsvertrags (act. 5/2/5) denn auch an, die Parteien seien so verblieben, dass
die Rente nach der Trennung (unter Vorbehalt eines vorzeitigen Beendigungsgrundes)
bis Ende September 2021 fliesse und der Auskaufsbetrag in drei Raten bis
1. September 2021 geleistet werde. Zu diesem Zeitpunkt seien Rentengläubigerin und
Rentenschuldner gerade einmal 54 beziehungsweise 53 Jahre alt. Bei einer
Kapitalisierung der Rente mit einem Zinssatz von 3 Prozent würde anhand der
Lebenserwartung der Vertragsparteien (unter Ausklammerung anderer Parameter) ein
wesentlich höherer Barwert resultieren. Aufgrund der zahlreichen Bedingungen, von
welchen die Dauer der zu entrichtenden Rente abhänge, lasse sich mittels der üblichen
finanzmathematischen Verfahren auch nach Beginn der Rentenzahlung der Barwert der
Rentenleistung nicht ermitteln. Dieser sei für die Zwecke der Schenkungs- sowie der
Einkommenssteuer aber unerlässlich. Ferner liege auch das für Leibrenten typische
aleatorische Element nicht vor, zumal die statistische Wahrscheinlichkeit, dass eine der
Vertragsparteien bis zum Rentenauskauf vorversterbe, gering sei. Davon abgesehen
fehle es an der "Kapitalrückzahlungskomponente", da die Rente in erster Linie dazu
diene, das Risiko der Erwerbslosigkeit beziehungsweise den Unterhaltsbedarf der
ehemaligen Lebenspartnerin des Beschwerdegegners infolge Auflösung des
Konkubinats während einer beschränkten Dauer abzusichern. Es handle sich mithin um
ein Ersatzeinkommen und nicht um ein Rentenstammrecht oder Kapital, das in
Abhängigkeit der Lebenserwartung und Verzinsung periodisch zurückbezahlt werde.
Da einer Leibrente gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung aber eine
"Kapitalrückzahlungskomponente" zugrunde liegen müsse, könne die vorliegende
Rente nicht als eine solche qualifiziert werden. Schliesslich handle es sich nach der
Auffassung des Bundesgerichts bei Renten, die eine steuerpflichtige Person aufgrund
einer Schenkung erhalte, um einkommenssteuerfreie Vermögensanfälle aus
Schenkung, sofern der Schenker gleichzeitig Rentenschuldner sei. Auf Seiten des
Rentenschuldners könnten derartig ausgerichtete Zahlungen nicht vom Einkommen in
Abzug gebracht werden. Da hier genau diese Konstellation vorliege, seien die
geleisteten Zahlungen auch deshalb nicht als abzugsfähige Leibrenten zu qualifizieren.
Gemäss Art. 45 Abs. 1 lit. b StG werden von den Einkünften die dauernden Lasten
sowie 40 Prozent der bezahlten Leibrenten abgezogen. Die Bestimmung entspricht den
Vorgaben von Art. 9 Abs. 2 lit. b StHG und deckt sich in Wortlaut und Inhalt mit Art. 33
3.2.
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Abs. 1 lit. b DBG. Der Abzugsfähigkeit beim Rentenschuldner steht die Steuerbarkeit
der Leibrenten beim Rentengläubiger im gleichen Umfang als Einkünfte aus Vorsorge
gegenüber (Art. 35 Abs. 3 StG, Art. 7 Abs. 2 StHG, Art. 22 Abs. 3 DBG). Der Begriff der
Leibrente ist deshalb im Zusammenhang mit der Steuerbarkeit und der Abzugsfähigkeit
einheitlich auszulegen und anzuwenden.
Art. 22 DBG steht unter dem Randtitel "Einkünfte aus Vorsorge". Art. 22 Abs. 3 DBG
findet deshalb nur auf Versicherungsverhältnisse Anwendung, die der Vorsorge dienen.
Der Begriff der Vorsorge ist in den Steuergesetzen nicht allgemein definiert. Immerhin
legt Art. 20 Abs. 1 lit. a DBG für die rückkaufsfähigen Kapitalversicherungen mit
Einmalprämie fest, wann eine solche Versicherung der "Vorsorge dient". Als der
Vorsorge dienend gilt gemäss dieser Vorschrift die Auszahlung der
Versicherungsleistung ab dem vollendeten 60. Altersjahr des Versicherten aufgrund
eines mindestens fünfjährigen Vertragsverhältnisses, das vor Vollendung des
66. Altersjahres begründet wurde (BGE 135 II 183 E. 5.3; dazu nachfolgend E. 3.3.1).
Das Steuerrecht kennt keine eigenständige Definition der Leibrentenleistung. Die Praxis
zu Art. 22 Abs. 3 DBG versteht den Begriff der Leibrente umfassend. Sie knüpft am
Schuldrecht an (Art. 516 ff. des Schweizerischen Obligationenrechts; SR 220, OR;
BGer 2C_711 und 2C_712/2012 vom 20. Dezember 2012 E. 2.4). Als Leibrente wird
eine periodisch wiederkehrende, in der Regel gleichbleibende und auf das Leben einer
oder mehrerer Personen gestellte Leistung zumeist in Form von Geld verstanden. Beim
Rentenschuldner kann es sich um eine Versicherungsgesellschaft, eine Privatperson
oder einen Geschäftsbetrieb handeln (BGE 131 I 409 E. 5.2, 138 II 311 E. 2.1; dazu
nachfolgend E. 3.3.2 und E. 3.3.3).
3.3.
Mit dem Konkubinatsvertrag vom 10. September 2014 verpflichtete sich der
Beschwerdegegner zum einen im Rahmen seiner wirtschaftlichen Möglichkeiten an den
gemeinsamen Lebensunterhalt beizutragen und zum anderen zu konkreten finanziellen
Leistungen gegenüber der Konkubinatspartnerin (Entrichten der AHV-Beiträge bei
fehlendem Erwerbseinkommen) und deren Kind aus einer früheren Ehe (Beitrag an
deren Unterhalt während der Ausbildung in der Höhe des maximal zulässigen
Sozialabzugs gemäss Art. 35 Abs. 1 lit. b DBG von jährlich CHF 6'500). Nach
Auflösung des Konkubinats trat an die Stelle dieser Verpflichtungen die Pflicht des
Beschwerdegegners, seiner früheren Partnerin lebenslänglich eine monatliche Rente
3.3.1.
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 9/15
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von CHF 1'500 zu bezahlen. Diese Verpflichtung wies damit grundsätzlich die für eine
Leibrente wesentlichen Charakteristika – regelmässig wiederkehrende, in der Höhe
bestimmte (dazu aber nachfolgend E. 3.3.2), auf das Leben der Rentengläubigerin
gestellte (dazu aber nachfolgend E. 3.3.3) Zahlung – auf.
Aus den weiteren konkreten Bedingungen ergibt sich allerdings, dass die Rente nicht
der Vorsorge der Zahlungsempfängerin, sondern ihrem nachpartnerschaftlichen
Unterhalt dienen sollte: Während der ersten fünf Jahre nach der Trennung hängt die
Leistung der Rente von den Lebensumständen der Rentengläubigerin ab. Erzielt sie
eigene Erwerbseinkünfte oder ist davon auszugehen, dass sie – nicht mehr in einem
eigenen Haushalt lebend – auf die Unterstützung eines anderen Lebenspartners zählen
kann, geht ihr Anspruch auf die Rente unter. Integriert sich die Rentengläubigerin
wieder ins Arbeitsleben, spätestens aber nach Ablauf von fünf Jahren, hat der
Rentenschuldner die Möglichkeit, sich mit einer Zahlung von CHF 100'000 aus seiner
Pflicht auszukaufen. Die Verpflichtung des Beschwerdegegners weist damit
überwiegend die Züge einer nachpartnerschaftlichen Pflicht zur Leistung einer
Unterhaltsrente auf: Der Rentenschuldner hat die Möglichkeit, seine Verpflichtung
betragsmässig auf die Dauer von rund zehneinhalb Jahren zu beschränken, nämlich
fünf Jahre zu CHF 18'000 zuzüglich des Betrags von CHF 100'000, welcher – ohne
Berücksichtigung einer Verzinsung – rund 67 monatlichen Zahlungen zu CHF 1'500
entspricht. Er hat es deshalb in der Hand, dass sich seine Leistungen bei Auflösung
des Konkubinats anfangs 2016 betragsmässig auf den Zeitraum bis 2027 beschränken.
Dann wäre die Rentengläubigerin sechzig Jahre alt, mithin im Mindestalter um
Versicherungsleistungen als der Vorsorge dienend zu behandeln. Der
Beschwerdegegner hielt denn auch die Absicht fest, seiner früheren
Konkubinatspartnerin – nebst dem monatlichen Beitrag von CHF 1'500 – im August
2016 und im Januar 2017 je CHF 25'000 und per September 2021 CHF 50'000 zu
bezahlen (act. 5/6/03/14).
Die Vereinbarung entspricht inhaltlich der Empfehlung, in Konkubinatsverhältnissen
insbesondere dann eine Regelung für den nachpartnerschaftlichen Unterhalt zu treffen,
wenn während der Dauer der Lebensgemeinschaft nur ein Partner einer
Erwerbstätigkeit nachgeht und/oder Kinder vorhanden sind und lehnt sich an das
gesetzliche Unterhaltsrecht für die Ehescheidung an (vgl. dazu Hausheer/Geiser/Aebi-
Müller, Das Familienrecht des Schweizerischen Zivilgesetzbuches, 5. Aufl. 2014,
Rz. 03.51 und 03.52). Wie die Unterhaltsrente gemäss von Art. 130 Abs. 2 des
Schweizerischen Zivilgesetzbuches (SR 210, ZGB) vorbehältlich einer anderen
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 10/15
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Vereinbarung mit der Wiederverheiratung der berechtigten Person entfällt und bei
einem qualifizierten Konkubinatsverhältnis sistiert wird (vgl. BGer 5A_760/2012 E. 5.1),
sieht auch die Konkubinatsvereinbarung vor, dass die Rente geschuldet ist, solange die
Rentengläubigerin einen eigenen Haushalt führt und in keiner Lebensgemeinschaft lebt.
Sodann hat es der Rentenschuldner in der Hand, die monatlichen Rentenzahlungen mit
einer einmaligen Kapitalleistung von CHF 100'000 auf die Dauer von fünf Jahren zu
begrenzen.
Die erforderliche Bestimmtheit bezieht sich allem voran auf die Höhe der periodischen
Leistung. Neben den konstanten sind auch die indexierten, progressiv oder degressiv
ausgestalteten Rentenleistungen tatbestandsmässig, zumal sich auch solche
Leistungsreihen kapitalisieren lassen. Die Ermittlung des Barwerts schafft
Rechtssicherheit und ist für die Zwecke der Schenkungs- und Erbschaftssteuer ebenso
wie der Einkommenssteuer unerlässlich. Bemisst sich die Leistung hingegen nach der
Leistungsfähigkeit des Rentenschuldners, der Bedürftigkeit des Rentengläubigers, der
Umsatz- oder Ertragslage eines Unternehmens oder nach anderen variablen
Bezugsgrössen, ist die Leistungsreihe weder bestimmt noch bestimmbar (vgl. BGer
2C_711 und 2C_712/2012 vom 20. Dezember 2012 E. 3.3 mit Hinweisen; vgl. auch
Hunziker/Mayer-Knobel, in: Zweifel/Beusch [Hrsg.], Bundesgesetz über die direkte
Bundessteuer, 3. Aufl. 2017, N 14c zu Art. 33 DBG). Das Bundesgericht erwog,
hinsichtlich der bestimmten oder zumindest bestimmbaren Leibrentenleistung sei
einzig in Betracht zu ziehen, ob die entscheidkompetente Person von vornherein die
auszurichtenden Leistungen in einer Weise umrissen habe, dass sich der Barwert
ermitteln lasse (BGer 2C_711 und 2C_712/2012 vom 20. Dezember 2012 E. 4.3 am
Schluss). Um den Barwert einer Leibrente ermitteln zu können, ist nebst dem
Kapitalisierungszinsfuss, dem Faktor gemäss Barwerttafeln und dem jährlichen
Rentenbetrag, das Alter der berechtigten Person am Rechnungstag erforderlich.
Der Beschwerdeführer beanstandet, der Eintritt des Leistungsfalls sei vorliegend völlig
ungewiss, weshalb sich der Barwert der Leibrentenleistung nicht ermitteln lasse und es
demzufolge an der erforderlichen Bestimmtheit fehle. Ausgehend von der getroffenen
Vereinbarung tritt der Leistungsfall mit der Auflösung des Konkubinats ein, wobei die
Parteien im Zeitpunkt des Vertragsabschlusses damit nicht zu rechnen schienen
("sollten wir uns wider Erwarten trennen..."). Eine Trennung kann denn auch
unvermittelt und jederzeit erfolgen. Namentlich gibt es dafür keinen im Voraus
bestimmbaren Stichtag. Daher war vorliegend unklar, ob überhaupt je
3.3.2.
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 11/15
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Rentenleistungen fliessen würden. Dieser Umstand steht einer Qualifikation als
Leibrente indes nicht per se entgegen. Auch bei einer aufgeschobenen Leibrente, die
beispielsweise erst mit Erreichen des Rentenalters ausbezahlt wird, lässt sich nicht
voraussagen, ob die Leistungen tatsächlich zur Auszahlung gelangen. Allerdings ist der
Zeitpunkt, ab welchem die Rentenleistung fliessen soll – das Erreichen des
Rentenalters – im Voraus klar definiert. Mithin lässt sich der Barwert von vornherein
ermitteln. Dies ist vorliegend gerade nicht der Fall. Zwar sind die zur Ermittlung des
Barwerts notwendigen Grössen (Kapitalisierungszinsfuss, Faktor gemäss Barwerttafeln,
jährliche Rente) soweit bekannt beziehungsweise können in Erfahrung gebracht
werden. Das Alter der berechtigten Person (ehemalige Lebenspartnerin des
Beschwerdegegners) am Rechnungstag lässt sich jedoch erst am Tag der Trennung
bestimmen. Vor der Auflösung des Konkubinats ist die Ermittlung des Barwerts der
Leibrentenleistung somit nicht möglich. Angesichts dessen kann offenbleiben, wie es
sich mit den vereinbarten auflösenden Bedingungen (kein eigener Haushalt mehr, neue
Lebensgemeinschaft, Aufnahme einer Erwerbstätigkeit durch die Rentengläubigerin),
welche zur Einstellung der Rentenzahlungen führen würden, verhält. So oder anders
sind die auszurichtenden Leistungen im vornherein nicht derart umrissen worden, dass
sich ausgehend davon der Barwert ermitteln lässt. Dies spricht gegen eine Qualifikation
als Leibrente.
Das Leibrentenverhältnis ist auf das Leben einer natürlichen Person gestellt. Die
Lebensspanne zwischen dem Einsetzen der Leibrentenberechtigung und dem Ableben
dieser Bezugsperson bestimmt die Laufzeit der Leibrentenleistung. Üblicherweise ist
die Lebenszeit des Rentengläubigers massgebend, wobei das Gesetz auch
anderweitige Regelungen zulässt (vgl. Art. 516 Abs. 2 OR). Aufgrund der ungewissen
Lebensspanne der Bezugsperson wohnt dem Leibrentenverhältnis ein aleatorisches
Element inne. Eine Befristung der Rente liesse sich damit nicht vereinbaren. Allerdings
ist nicht ausgeschlossen, dass die Dauer der Leibrente neben der Lebenszeit eine
weitere Begrenzung in Form einer aufschiebenden Bedingung, etwa dem Erreichen des
Rentenalters, erfährt (Bauer/Bauer, in: Basler Kommentar, Obligationenrecht I,
7. Aufl. 2020, N 4 zu Art. 516 OR). Bei der "temporären Leibrente" ("rente viagère
temporaire") ist die Leistungsdauer dadurch von der Lebensspanne einer Person
abhängig, dass die Leistung (längstens) bis zum Ableben dieser Person oder aber bis
zu einem (früheren) Ereignis (z.B. Erreichen eines bestimmten Altersjahres) geschuldet
ist. Indes ist in solchen Konstellationen immerhin zu verlangen, dass mit Blick auf das
Alter der Person überhaupt eine gewisse Wahrscheinlichkeit des vorzeitigen Ablebens
3.3.3.
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besteht. Andernfalls handelt es sich um eine "Zeitrente" ("rente certaine"). Deren zum
Voraus bestimmte oder bestimmbare Leistungsdauer schliesst den für das
Leibrentenverhältnis typischen aleatorischen Ansatz aus. Zeitrenten, eigentliche
Rückzahlungspläne, unterliegen mit ihrer Kapitalzinskomponente der ordentlichen
Besteuerung (vgl. BGer 2C_711 und 2C_712/2012 vom 20. Dezember 2012 E. 3.2
sowie BGE 135 II 183 E. 3.2 je mit Hinweisen).
Dem umstrittenen Passus im Konkubinatsvertrag zufolge schuldet der
Beschwerdegegner seiner ehemaligen Lebenspartnerin eine "lebenslange Rente". Nach
der Auffassung der Vorinstanz steht die Auskaufsmöglichkeit nach Ablauf von fünf
Jahren der Rentenzahlung einer Qualifikation als Leibrente nicht entgegen, zumal die
privilegierte Besteuerung und damit die Abzugsfähigkeit auf Seiten des
Rentenschuldners auch beim Rückkauf einer Leibrentenversicherung gelte, die im
Zeitpunkt des Rückkaufs vor mindestens fünf Jahren abgeschlossen wurde. Obschon
dies zutreffen mag, präsentiert sich die Ausgangslage vorliegend anders. Namentlich
verfügt nicht die Rentengläubigerin über ein Rückkaufsrecht, sondern der
Rentenschuldner (Beschwerdegegner) über ein Auskaufsrecht. Demnach bestimmt –
nach Ablauf von fünf Jahren der Rentenzahlung – allein der Beschwerdegegner über
die Laufzeit der Rentenleistungen. Macht er von seinem Auskaufsrecht Gebrauch, hat
die Rentengläubigerin seine Entscheidung hinzunehmen. Insbesondere spielen weder
ihre beziehungsweise seine Lebenserwartung noch ein anderes zufälliges Element eine
tragende Rolle hinsichtlich der Laufzeit der Leibrentenleistungen. Der
Beschwerdegegner wendet ein, die Praxis anerkenne temporäre Leibrenten. Dies trifft
zwar grundsätzlich zu. Allerdings wird in solchen Fällen immerhin verlangt, dass
aufgrund des Alters der berechtigten Person eine gewisse Wahrscheinlichkeit des
vorzeitigen Versterbens besteht. Zu Beginn der Rentenzahlung befand sich die
Rentengläubigerin im 49. Lebensjahr. Davon ausgehend ist die statistische
Wahrscheinlichkeit, dass sie innerhalb von fünf Jahren – bis der Beschwerdegegner
von seinem Auskaufsrecht Gebrauch machen kann – verstirbt, äusserst gering. Gleich
verhält es sich, wenn umgekehrt davon ausgegangen würde, das Alter des
Rentenschuldners (Beschwerdegegner) sei massgebend. Dieser befand sich bei Eintritt
des Leistungsfalls im 48. Lebensjahr. Dessen vorzeitiges Versterben ist statistisch
gesehen ebenso unwahrscheinlich. Im Ergebnis schliessen das jederzeitige
Auskaufsrechts des Beschwerdegegners nach Ablauf von fünf Jahren der
Rentenzahlung verbunden mit der geringen statistischen Wahrscheinlichkeit, dass die
Rentengläubigerin oder der Beschwerdegegner innerhalb dieser Zeitspanne
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4.
Dementsprechend sind die Beschwerden gutzuheissen und der angefochtene
Entscheid ist aufzuheben. Der Beschwerdegegner ist für die Kantons- und
Gemeindesteuern 2016 mit einem steuerbaren Einkommen von CHF 1'020'700 sowie
für die direkte Bundessteuer 2016 mit einem steuerbaren Einkommen von CHF 691'900
zu veranlagen.
5.
Aufgrund der Gutheissung der Beschwerden hat das Verwaltungsgericht von Amtes
wegen über die Kosten der vorinstanzlichen Verfahren zu befinden. In der Regel erfolgt
die entsprechende Kostenverlegung in Bezug auf die Beteiligten und deren Anteile
analog dem Rechtsmittelentscheid (vgl. R. Hirt, Die Regelung der Kosten nach st.
gallischem Verwaltungsrechtspflegegesetz, St. Gallen 2004, S. 103). Die amtlichen
Kosten für das Rekurs- und das Beschwerdeverfahren vor der Vorinstanz in der Höhe
von je CHF 800 (total somit CHF 1'600) sind somit vollumfänglich dem
Beschwerdegegner aufzuerlegen. Die von ihm in den beiden Rechtsmittelverfahren
geleisteten Kostenvorschüsse von je CHF 1'000 sind anzurechnen. Die Vorinstanz ist
anzuweisen, ihm in den beiden Rechtsmittelverfahren je CHF 200, zusammen CHF 400,
zurückzuerstatten.
vorversterben, den typischen aleatorischen Ansatz aus. Daher kann vorliegend nicht
von einer (auch nicht temporären) Leibrente gesprochen werden.
Zusammenfassend ergibt sich, dass die umstrittenen Leistungen nicht als bezahlte
Leibrenten im Sinne von Art. 45 Abs. 1 lit. b StG beziehungsweise Art. 33 Abs. 1 lit. b
DBG zu qualifizieren sind. Der Beschwerdegegner beruft sich – zu Recht – auch nicht
auf die Abzugsfähigkeit von Unterhaltsrenten gemäss Art. 33 Abs. 1 lit. c DBG. Das
Gesetz beschränkt diese Abzugsmöglichkeit ausdrücklich auf Leistungen an den
geschiedenen, gerichtlich oder tatsächlich getrenntlebenden Ehegatten und schliesst
andere Leistungen in Erfüllung familienrechtlicher Unterhalts- oder
Unterstützungspflichten aus. Für den Abzug von Unterhaltsleistungen aufgrund anderer
zivilrechtlicher Vereinbarungen, wie vorliegend, enthalten Art. 45 Abs. 1 StG
beziehungsweise Art. 33 Abs. 1 DBG keine Rechtsgrundlage. Schliesslich macht der
Beschwerdegegner auch nicht geltend, die Zahlungen seien jedenfalls bei der direkten
Bundessteuer im Rahmen des maximalen Sozialabzugs von CHF 6'500 für eine
erwerbsunfähige oder beschränkt erwerbsfähige Person gestützt auf Art. 35 Abs. 1
lit. b DBG zu berücksichtigen.
3.4.
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 14/15
Publikationsplattform
St.Galler Gerichte
Dem Verfahrensausgang entsprechend hat der Beschwerdegegner die amtlichen
Kosten der Beschwerdeverfahren zu tragen (Art. 95 Abs. 1 VRP, Art. 145 Abs. 2 in
Verbindung mit Art. 144 Abs. 1 DBG). Entscheidgebühren von CHF 1'800 für das
Verfahren betreffend Kantons- und Gemeindesteuern und CHF 1'200 für das Verfahren
betreffend direkte Bundessteuer (total somit CHF 3'000) sind vorliegend angemessen
(Art. 145 Abs. 2 und Art. 144 Abs. 5 DBG in Verbindung mit Art. 7 Ziff. 222 der
Gerichtskostenverordnung; sGS 941.12). Ausseramtliche Kosten sind nicht zu
entschädigen (Art. 98 Abs. 1 und Art. 98 VRP, Art. 145 Abs. 2 und Art. 144 Abs. 4
DBG in Verbindung mit Art. 64 Abs. 1 des Bundesgesetzes über das
Verwaltungsverfahren [Verwaltungsverfahrensgesetz]; SR 172.021, VwVG).