# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 7487a97a-dec5-4ef1-8168-aebda5ad4523
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2014
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1980,
gelernter Detailhandelsangestellter (
Urk.
7/3/5) und
seit 1. November 2006 bei
Y._
als Lagermitarbeiter tätig (
Urk.
7/11), mel
dete sich am 5. Januar 2011
unter Hinweis auf
Rückenschmerzen und einen Bandscheibenvorfall bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an (Urk. 7/4
Ziff.
6.2). Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, verneinte mit Verfügung vom 17. Juni 2011 einen Rentenanspruch (
Urk.
7/19).
1.2
Nach erneuter Anmeldung des Versicherten am 20. August 2012 (Urk. 7/25) und am 17. September 2012 ergangene
m
Vorbescheid (
Urk.
7/30) holte die IV-Stelle unter anderem ein polydisziplinäres Gutachten ein, das
von den Ärzten der
Me
das
Z._
am 13. August 2013 erstattet wurde (Urk. 7/45).
Mit Verfügung vom 5. März 2014 verneinte die IV-Stelle einen Rentenanspruch (Urk. 7/51 = Urk. 2).
2.
Der Versicherte erhob am
31. März 2014
Beschwerde
gegen die Verfü
gung vom 5. März 2014
(
Urk.
2) und beantragte, diese sei aufzuheben, es sei ihm eine Rente zuzusprechen und es sei
ein
Anspruch auf berufliche Massnahmen zu bejahen (Urk. 1 S. 2 oben
Ziff.
1).
Die IV-Stelle beantragte mit Beschwerdeantwort vom 19. Mai 2014 (
Urk.
6) die Abweisung der Beschwerde. Dies wurde dem Beschwerdeführer am 27. Mai 2014 zur Kenntnis gebracht (
Urk.
8).
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8
Abs.
1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Ge
sundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung ver
bleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7
Abs.
1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Er
werbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht über
-
windbar
ist (Art. 7
Abs.
2 ATSG).
1.2
War eine Rente wegen eines zu geringen Invaliditätsgrades verweigert worden und ist die Verwaltung auf eine Neuanmeldung eingetreten, so ist im
Be
-
schwerde
verfahren
zu prüfen, ob im Sinne von Art. 17 ATSG eine für den Rentenanspruch relevante Änderung des Invaliditätsgrades eingetreten ist (BGE 117 V 198 E. 3a mit Hinweis).
1.3
Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines
Rentenbezü
gers
erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (Art. 17
Abs.
1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tat
sächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente nicht nur bei einer wesentlichen Änderung des Gesundheitszustandes, sondern auch dann
revidier
bar
, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen des an sich gleich gebliebenen Gesundheitszustandes erheblich verändert haben (BGE 130 V 343 E. 3.5 mit Hinweisen). Eine Veränderung der gesundheitlichen Verhältnisse liegt auch bei gleich gebliebener Diagnose vor, wenn sich ein Leiden in seiner Intensität und in seinen Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit verändert hat (Urteile des Bun
desgerichts 9C_261/2009 vom 11. Mai 2009 E. 1.2 und I 212/03 vom 28. Au
-
gust
2003 E. 2.2.3).
1.
4
Eine fachärztlich (psychiatrisch) diagnostizierte anhaltende
somatoforme
Schmerzstörung begründet als solche noch keine Invalidität. Vielmehr besteht eine Vermutung, dass die
somatoforme
Schmerzstörung oder ihre Folgen mit einer zumutbaren Willensanstrengung überwindbar sind. Bestimmte Umstände, welche die Schmerzbewältigung intensiv und konstant behindern, können den Wiedereinstieg in den Arbeitsprozess unzumutbar machen, weil die versicherte Person alsdann nicht über die für den Umgang mit den Schmerzen notwendigen Ressourcen verfügt. Ob ein solcher Ausnahmefall vorliegt, entscheidet sich im Einzelfall anhand verschiedener Kriterien.
Im Vordergrund steht die Feststellung einer psychischen
Komorbidität
von erhebli
cher Schwere, Intensität, Ausprägung und Dauer.
Massgebend sein können auch weitere mit gewisser Intensität und Konstanz erfüllte Faktoren, so: chronische körperliche Begleiterkrankungen; ein mehrjäh
riger,
chronifizierter
Krankheitsverlauf mit unveränderter oder progredienter Symptomatik ohne längerdauernde Rückbildung; ein ausgewiesener sozialer Rückzug in allen Belangen des Lebens; ein verfestigter, therapeutisch nicht mehr beeinflussbarer innerseelischer Verlauf einer an sich missglückten, psy
chisch aber entlastenden Konfliktbewältigung (primärer Krankheitsgewinn;
„
Flucht in die Krankheit"); ein
unbefriedigendes Behandlungsergebnis
trotz konsequent durchgeführter ambulanter und/oder stationärer Behandlung (auch mit unterschiedlichem therapeutischem Ansatz) und gescheiterte
Rehabilita
tionsmassnahmen
bei vorhandener Motivation und Eigenanstrengung (koope
rative Haltung) der versicherten Person. Je mehr dieser Kriterien zutreffen und je ausgeprägter sich die entsprechenden Befunde darstellen, desto eher sind - ausnahmsweise - die Voraussetzungen für eine zumutbare Willensanstrengung zu verneinen (BGE 130 V 352, 131 V 49 E. 1.2,
BGE 139 V 547 E. 3 ff.
).
1
.
5
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorak
ten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zu
sammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin ging in der angefochtenen Verfügung (
Urk.
2) davon aus, im eingeholten Gutachten sei eine Arbeitsfähigkeit von 50 % attestiert worden; das diagnostizierte Schmerzsyndrom gehöre zu den
pathogenetisch
-ätiologisch unklaren
syndromalen
Beschwerdebildern ohne nachweisbare orga
nische Grundlage. Die
„
Überwindbarkeit der Diagnose
“
sei geprüft worden
(S. 2). Soweit seit der Verfügung vom 17. Juni 2011 aufgrund der psychischen Symptomatik von einer Verschlechterung des Gesundheitszustandes auszugehen sei, sei die Störung mit der entsprechenden Willensanstrengung überwindbar und es sei aufgrund der Diagnose kein invalidisierender Gesundheitsschaden ausgewiesen (S. 3 oben).
2.2
Der Beschwerdeführer stellte sich demgegenüber in seiner Beschwerde (
Urk.
1) auf den Standpunkt,
gemäss dem ein
geholten Gutachten bestehe bereits auf
grund der somatischen Beschwerden eine Einschränkung von 50 % (S. 4 ff.
Ziff.
4a) und der psychiatrische Gutachter habe die im Rahmen der
Schmerz
rechtsprechung
massgebenden Kriterien geprüft und bejaht (S. 6 f.
Ziff.
4b). Zu
dem h
ätt
en die Gutachter fest
gehalten
, dass er nur mit einer guten Begleitung und beruflichen Massnahmen eine Chance zur Wiedereingliederung habe (S. 7 f.
Ziff.
5).
2.3
Strittig und zu prüfen ist, ob seit der anspruchsverneinenden Verfügung vom 17. Juni 2011 eine revisionsrelevante Veränderung eingetreten ist, was davon abhängt, wie der Gesundheitszustand und die Arbeitsfähigkeit im Zeitpunkt der hier angefochtenen Verfügung (März 2014) beurteilt werden.
3.
3.1
Vom
2.
bis 1
2.
September 2010 weilte der Beschwerdeführer stationär in der Klinik für Rheumatologie und Rehabilitation des
A._
, worüber am 2
2.
September 2010 berichtet wurde (
Urk.
7/10/2-3). Dabei wurden folgende Diagnosen gestellt (S. 1 Mitte):
lumboradikuläres
Reizsyndrom S1 links mit sensiblem Ausfall
MRI Lendenwirbelsäule (LSW) 27. Mai 2010: bei L5/S1 leicht degenera
tive Bandscheibenveränderung und Diskushernie
mediolate
ral
links mit Kompression der Nervenwurzel S1 links bei Austritt aus dem Duralsack
rechtskonvexe Skoliose,
Schmorl’scher
Knoten Lendenwirbelkörper (LWK) 2
Vom
2.
bis 17. September 2010 wurde eine Arbeitsunfähigkeit von 100 % attes
tiert (S. 2 oben).
Dr.
med.
B._
, praktischer Arzt FMH, Regionaler Ärztlicher Dienst (RAD)
,
führte am 16. März 2011 aus, bei Ausübung körperlich schwerer Tätigkeiten, wozu auch die bisher ausgeübte gehöre, liege eine drohende Invali
dität vor. Behinderungsangepasste Tätigkeiten (leichte Tätigkeiten in
Wechsel
belastung
ohne Heben, Tragen und Bewegen von Lasten über 5 kg, ohne Ver
harren in Zwangshaltungen), wozu auch die erlernte Tätigkeit als
D
etailhan
delsangestellter
gehöre, seien zu 100 % zumutbar (
Urk.
7/14 S. 3).
Davon ausgehend erfolgte die Invaliditätsbemessung, die einen Invaliditätsgrad von 14 % ergab (
Urk.
7/13), worauf mit Verfügung vom 17. Juni 2011 ein Ren
tenanspruch verneint wurde (
Urk.
7/19).
3.2
Am 15. November 2011 wurde der Beschwerdeführer operiert (
Foraminotomie
/ Dekompression L5/S1 und
autologe
posterolaterale
Spongiosaanlagerung
), wo
rüber
Dr.
med.
C._
, Facharzt Orthopädie und Unfallchirurgie, und PD
Dr.
med.
D._
, Leitender Arzt,
E._
, am 25. November 2011 bericht
et
en (
Urk.
7/24/16-17).
3.3
Vom 16. bis 31. Januar 2012 weilte der Beschwerdeführer stationär in der Kli
nik für Innere Medizin des
A._
, worüber am 31. Januar 2012 berichtet wurde (
Urk.
7/24/8-9).
Diagnostiziert wurden neu multiple Milz- und linksseitige
Niereninfarkte (S. 1
Ziff.
1) infolge eines
Fibroelastoms
der Mitral
klappe, dessen operative Entfernung in Aussicht genommen wurde (S. 2 oben). Der genannte Eingriff erfolgte am 23. Februar 2012 (vgl.
Urk.
7/24/6-7 S. 1
Ziff.
1).
Vom
2.
bis 20. März 2012 weilte der Beschwerdeführer stationär im
F._
, worüber am 4. April 2012 berichtet wurde (
Urk.
7/24/3-5).
Anlässlich einer postoperativen Nachkontrolle am 15. August 2012 wurde eine Schmerzzunahme im Bereich der sternalen Wunde (wegen einer deutlichen
De
hiszenz
im Bereich des
Manubrium
und im Bereich der unteren Hälfte des Ster
nums) festgestellt und eine Operation zur Sternum-Re-Verdrahtung in Aussicht genommen (
Urk.
7/24/1-2)
, die am 5. September 2012 (vgl.
Urk.
7/34/3-4 S. 1 unten)
stattfinden sollte
.
3.4
Am 7. Januar 2013 nahm
Dr.
C._
, der den Beschwerdeführer im November 2011 operiert hatte (vorstehend E. 3.2), Stellung (
Urk.
7/34/1-29
)
und führte unter anderem aus, der Beschwerdeführer befinde sich seit Februar 2011
auf
grund persistierender Rückenschmerzen
bei ihm in Behandlung (S. 1 Mitte). Aus orthopädischer und wirbelsäulenchirurgischer Sicht sei das
Rückenschmerz
problem
des Beschwerdeführers gut nachvollziehbar
; eine Belastbarkeit für leichte Arbeit sehe er nicht, so dass er den Beschwerdeführer als zu 100 % ar
beitsunfähig einstufen würde. Die Arbeitsfähigkeit werde sicherlich auch noch beeinflusst durch den zweimaligen thorakalen beziehungsweise
bauchchirurgi
schen
Eingriff (S. 1).
3.5
3.5.1
Am 13. August 2013 erstatteten
Dr.
med.
G._
, Innere Medizin FMH, und
Dr.
med.
H._
, Rheumatologie FMH, Chefarzt,
Medas
Z._
, ein Gutachten im Auftrag der Beschwerdegegnerin (
Urk.
7/45/1-29 =
Urk.
3/5).
Sie stützten sich auf die ihnen überlassenen Akten (S. 1 ff.), die Angaben de
s
Beschwerdeführers (S. 14 ff.), die von ihnen am
23. April 2013 (vgl. S. 1 Mitte) erhobenen Befunde (S. 21 ff.) sowie ein rheumatologisches Konsilium vom
24. April 2013 (
Urk.
7/45/31-44), ein kardiologisches Konsilium vom 7. Mai 2013 (
Urk.
7/45/45-52) und ein psychiatrisches Konsilium vom 25. April 2013 (
Urk.
7/45/53-60).
3.5.2
Die Gutachter stellten folgende Diagnosen mit wesentlicher Einschränkung der zumutbaren Arbeitsfähigkeit (S. 27
Ziff.
4.1):
chronisches
lumbospondylogenes
Schmerzsyndrom mit
radikulärer
Reiz
-
symptomatik links bei Fehlstatik der Wirbelsäule mit
Scheuermann
residuen
im oberen LSW-Abschnitt
Status nach
Foraminotomie
/ Dekompression L5/S1 mit
autologer
postero
-lateraler
Spongiosaanlagerung
am 15. November 2011 wegen
chronischem persistierendem
lumboradiku
läre
m
Reizsyndrom S1 links bei
mediolateraler
Diskushernie L5/S1 links mit
Nervenwurzelkom
pression
L5 und S1 links
Segmentdegeneration L5/S1 mit postoperativ verbleibender Diskus
-
her
nie
L5/S1 mit
osteo-diskär
bedingter
rezessaler
Enge L5/S1 links und Verdacht auf Segmentinstabilität L5/S1
mittelgradige depressive Episode mit somatischem Syndrom ICD-10 F32.11
chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren ICD-10 F45.41
iatrogene Opiatabhängigkeit
Als Diagnosen ohne wesentliche Einschränkung der Arbeitsfähigkeit, aber mit Krankheitswert
,
nannten die Gutachter einen Status nach
Fibroelastom
am
an
terioren
Mitralsegel
, eine heterozygote Faktor-V-Mutation, einen Status nach wahrscheinlich
vasovagalen
Synkopen Februar 2012, koronare Risikofaktoren und eine Adipositas (S. 28
Ziff.
4.2).
3.5.3
In ihrer Beurteilung führten die Gutachter unter anderem aus,
der Beschwerde
führer bleibe wegen seines Rückenleidens, wegen der Minderbelastbarkeit seiner Wirbelsäule, auch in einer körperlich leichten Tätigkeit nur noch zu 50 % ar
beitsfähig (S. 26 unten). Aus rheumatologischer Sicht sei
en
die Chancen einer operativen Revision noch einmal zu beurteilen, denn die aktuelle Medikation mit zwei Opiaten zugleich erscheine problematisch; bei geglückter Sanierung des Schmerzherdes könnte eventuell die Arbeitsfähigkeit (aber nur in einer leichten Tätigkeit) vielleicht über 50 % hinaus wieder gesteigert werden (S. 26 f.).
3.5.4
Zur Arbeitsfähigkeit wurde ausgeführt, als Lagermitarbeiter sei der Versicherte definitiv nicht mehr arbeitsfähig; er könne keine schwere und keine mittel
schwere Arbeit mehr leisten. Die Arbeitsfähigkeit im angestammten Beruf sei somit 0 % (S. 28
Ziff.
5.1).
In einer körperlich leichten, vorzugsweise wechselbelastenden Tätigkeit ohne übermässige Belastung des Achsenskelettes und ohne ergonomisch ungünstige erforderte Zwangshaltungen sei er zu 50 % arbeitsfähig (S. 28
Ziff.
5.2).
Weiter führten die Gutachter aus, dass - näher umschriebene - berufliche Mass
nahmen dringend anzeigt seien (S. 29 oben).
Den Beginn der reduzierten Arbeitsfähigkeit könnten sie auf den 27. Oktober 2010, den letzten Arbeitstag des Versicherten, datieren (S. 29
Ziff.
5.4).
3.5.5
Dr.
med.
I._
, FMH für Psychiatrie und Psychotherapie, führte in sei
nem Teilgutachten (
Urk.
7/45/53-60) unter anderem aus,
mit der diagnostizier
ten
depressiven Störung sei eine psychisch ausgewiesene
Komorbidität
zur Di
agnose einer Krankheit aus der Gruppe der
somatoformen
Störungen zu bejahen (S. 6 und S. 7 oben). In Abgrenzung zu IV-fremden soziokulturellen Faktoren sei durch die Depression und die chronische Schmerzstörung eine Arbeitsunfä
higkeit von 50 % zu begründen (S. 8
Ziff.
8).
3.6
3.6.1
Gemäss Feststellungsblatt vom
7.
März 2014 (
Urk.
7/50) ging med.
pract
.
J._
, Fachärztin orthopädische Chirurgie und Traumatologie, RAD, am 2
7.
August 2013 davon aus, auf das Gutachten könne abgestellt wer
den (S. 3 Mitte), in adaptierten Tätigkeiten betrage die Arbeitsfähigkeit 50 % und
es
seien berufliche und medizinische Massnahmen angezeigt (S. 3 unten).
3.6.2
Dr.
med.
K._
, FMH Arbeitsmedizin und FMH Allgemeinmedizin, RAD, ergänzte am 2
8.
August 2013, es sei die Zumutbarkeit der
Überwindbar
keit
der Störung aus rechtlicher Sicht zu prüfen, denn die
radikuläre
Kompo
nente (die im Regelfall einer vorübergehenden Problematik entspreche) sei das aktuell einzig limitierende beziehungsweise leistungseinschränkende Element
(S. 4).
3.6.3
Seitens des Rechtsdienstes wurde daraufhin ausgeführt,
eine leistungsrelevante Sachverhaltsänderung sei ab 1
7.
Juni 2011 zu untersuchen. Es werde nunmehr eine depressive Symptomatik festgehalten, nämlich eine mittelgradige depres
sive Episode mit somatischem Syndrom und eine chronische Schmerzstörung mit somatischen
und
psychischen Faktoren festgehalten (S. 5 oben). Diese werde aber
auf
eine Vielzahl von nicht invaliditätsrelevanten psychosozialen und so
ziokulturellen Faktoren zurückgeführt. Zusammenfassend wurde ausgeführt, soweit von einer Verschlechterung des Gesundheitszustandes auszugehen sei, sei die Störung - aus näher dargelegten Gründen - mit der entsprechenden
Wil
lensanstrengung
überwindbar (S. 5).
4.
4.1
Die Parteien stimmen darin überein, dass auf das eingeholte Gutachten abge
stellt werden kann (vorstehend E. 2.2 und E. 3.6.1). Davon ist, da es den
praxis
gemässen
Kriterien (vorstehend E. 1.4) vollumfänglich entspricht, auszugehen.
4.2
Vom genannten Gutachten ausgehend erweist sich die Annahme der
Be
-
schwerde
gegnerin
, der medizinische Sachverhalt habe sich seit Juni 2011 le
diglich aus psychiatrischer Sicht verändert (vorstehend E. 3.6.3), als offensicht
lich unzutreffend.
Beim Erlass der Verfügung von 2011 wurde eine Arbeitsfähigkeit von 100 % in aus somatischer Sicht leidensangepassten Tätigkeiten angenommen (vorstehend E. 3.1). Im Gutachten wurde eine Arbeitsfähigkeit von lediglich 50 % in
leidens
angepassten
Tätigkeiten sowohl aus
rheumatologischer
Sicht
wegen des
Rü
ckenleidens
(vorstehend E. 3.5.3) als auch aus psychiatrischer Sicht (vorstehend E. 3.5.5)
angenommen
.
Damit ist eine anspruchsrelevante Sachverhaltsänderung (vorstehend E. 1.2) in somatischer Hinsicht ausgewiesen.
4.3
Sodann scheint die Beschwerdegegnerin übersehen zu haben, dass - wie eben erwähnt - die Gutachter die Arb
eitsfähigkei
t bereits aus
rein somatischen Grün
den als um
50
% eingeschränkt beurteilten (vorstehend E. 3.5.3).
Auch wenn mit der Beschwerdegegnerin die im Gutachten nicht kumulativ be
rücksichtigte Einschränkung aus psychischen Gründen als nicht
versicherungs
relevant
zu beurteilen wäre (nachstehend E. 4.4), würde das nichts daran zu än
dern vermögen, dass gemäss gutachterlicher Beurteilung die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers aus somatischen Gründen
-
und damit (anders als die Beeinträchtigungen infolge von
somatoformen
Schmerzstörungen und ver
wandten Beschwerdebildern)
n
icht der zusätzlichen Qualifizierung im Rahmen der Rechts
anwendung
bedürftig oder zugänglich - lediglich 50 % in
leidensan
gepasster
Tätigkeit beträgt.
Der Hinweis, eine
radikuläre
Komponente entspreche im Regelfall einer vor
-
überge
henden Problematik (vorstehend E. 3.6.2), geht schliesslich an den diesbezüglich klaren Ausführungen im Gutachten vorbei, wo die Arbeitsfähig
keit ohne Sanierung des
radikulären
Schmerzherdes mit 50 % bemessen und ausgeführt wurde, nach erfolgreicher Sanierung könnte die Arbeitsfähigkeit eventuell über 50 % hinaus gesteigert werden (vorstehend E. 3.5.3).
Der medizinische Sachverhalt ist in diesem Punkt einwandfrei dahingehend er
stellt, dass der Beschwerdeführer aus somatischen Gründen in einer körperlich leichten, vorzugsweise wechselbelastenden Tätigkeit ohne übermässige Belas
tung des Achsenskelettes und ohne ergonomisch ungünstige erforderte
Zwangs
haltungen
lediglich zu 50 % arbeitsfähig ist.
4.4
Auch die Ausführungen der Beschwerdegegnerin zur Schmerzproblematik über
zeugen nicht. Zwar ist es an sich richtig, dass das Prüfen der einschlägigen Kri
terien Sache der Rechtsanwendung ist. Dies setzt allerdings eine gewissenhafte Auseinandersetzung mit den diesbezüglichen medizinischen Stellungnahmen voraus.
Dass es daran vorliegend fehlt, zeigt sich schon daran, dass behauptet wurde, aus psychiatrischer Sicht sei die depressive Problematik auf invaliditätsfremde Faktoren zurückgeführt worden (vorstehend E. 3.6.3). Das Gegenteil trifft zu: Der Gutachter hat den sorgfältigen und gelungenen Versuch unternommen, zwischen invaliditätsfremden und relevanten Einflüssen zu unterscheiden und hat
ausdrücklich unter Ausklammerung invaliditätsfremder Faktoren eine Ar
beitsfähigkeit von 50 % attestiert (vorstehend E. 3.5.5).
Entscheidend ins Gewicht fällt sodann, dass der psychiatrische Gutachter mit der von ihm als mittelschwer eingestuften depressiven Störung das Kriterium der psychischen
Komorbidität
als erfüllt erachtete (vorstehend E. 3.5.5). Mit dieser Feststellung hat sich die Beschwerdegegnerin mit keinem Wort auseinan
dergesetzt, sondern hat sich stattdessen zu einzelnen der nur subsidiär (bei feh
lender
Komorbidität
) zum Zuge kommenden Kriterien geäussert (vorstehend
E. 3.6.3).
Damit erweist sich die Würdigung des Sachverhalts bezüglich der für die Rechts
anwendung massgebenden Kriterien und insbesondere des Kriteriums der
Komorbidität
als derart mangelhaft, dass darauf nicht abgestellt werden kann
;
der Schluss auf eine Überwindbarkeit der Störung (vorstehend
E. 3.6.3) vermag
dementsprechend
nicht zu überzeugen.
4.5
Nach dem Gesagten steht fest, dass die Annahme der Beschwerdegegnerin, es liege kein invalidisierender Gesundheitsschaden vor (vorstehend E. 2.1), falsch ist; vielmehr ist der Beschwerdeführer in einer - näher umschriebenen -
leidens
gepassten
Tätigkeit lediglich zu 50 % arbeitsfähig (vorstehend E. 4.3).
Dementsprechend ist die angefochtene Verfügung aufzuheben und die Sache an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. Ihr obliegt es, sich in einem ersten Schritt ernsthaft mit dem Hinweis der von ihr beauftragten Gutachter zu befas
sen, dass berufliche Massnahmen dringend angezeigt seien (vorstehend
E. 3.5.4)
,
und in einem zweiten Schritt
d
en Rentenanspruch zu
beurteil
en.
In diesem Sinne ist die Beschwerde gutzuheissen.
5.
5.1
Die Verfahrenskosten gemäss
Art.
69
Abs.
1
bis
des Bundesgesetzes über die Invali
denversicherung (IVG) sind ermessensweise auf
Fr.
700.-- festzusetzen und ausgangsgemäss der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen.
5.2
Dem obsiegenden und anwaltlich vertretenen Beschwerdeführer steht
eine
Prozess
entschädigung
zu, die beim praxisgemässen Stundenansatz von
Fr.
200.-- (zuzüglich Mehrwertsteuer) auf
Fr.
2‘400.-- (inklusive Barauslagen und Mehr
wertsteuer) zu bemessen und von der Beschwerdegegnerin zu bezahlen ist.
Das Gericht
erkennt:
1.
Die Beschwerde wird in dem Sinne gutgeheissen, dass die Verfügung der Sozial
-
versiche
rungsanstalt
des Kantons Zürich, IV-Stelle, vom
5.
März 2014 aufgeho
ben und die Sache an die IV-Stelle zurückgewiesen wird, damit diese im Sinne der Er
wägungen verfahre.
2.
Die Gerichtskosten von
Fr.
700
.-- werden
der Beschwerdegegnerin
auferlegt.
Rech
nung und Einzahlungsschein werden
der
Kostenpflichtigen nach Eintritt der Rechts
kraft zugestellt.
3.
Die Beschwerdegegnerin wird
verpflichtet,
dem
Beschwerdeführer
eine
Prozessent
-
schä
digung
von
Fr.
2'400
.-- (inkl. Barauslagen und
MWSt
) zu bezahlen.
4.
Zustellung gegen Empfangsschein an:
Rechtsanwältin Karin Hoffmann
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
Bundesamt für Sozialversicherungen
sowie an:
Gerichtskasse (im Dispositiv nach Eintritt der Rechtskraft)
5.