# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 11bc0a1c-a6a8-445b-ba00-a19d5182e531
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2020
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
wurde am
7.
Juli 2005 mit einer
Spina bifida,
Meningomyelo
c
ele
(
MMC;
F
ehlbild
ung der Wirbelsäule und des Rückenmarks)
und einem Hydroce
phalus
geboren
und leidet infolgedessen unter anderem an einer
paraspastischen Lähmung,
einer
neurogenen
Blasen- und Darmentleerungsstörung
sowie diversen
orthopädischen
Problemen
(
vgl.
Urk.
9/5/3
,
Urk.
9/292
/1
,
Urk.
9/457/2
-
3
)
. Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, sprach der Versicherten
unter anderem
diverse medizinische
Massnahmen
zur Behandlung des Geburts
gebrec
hens
Ziff.
381
gemäss
dem Anhang zur Verordnung über
Geburtsgebre
chen (
GgV
)
sowie
eine
E
ntschädigung
für
eine
zunächst
leichte und
danach
(mehrfach bestätigte)
m
ittelschwere Hilflosigkeit
zu
(vgl.
Urk.
9/72,
Urk.
9/111,
Urk.
9/127,
Urk.
9/169,
Urk.
9/22
1
,
Urk.
9/224
,
Urk.
9/389
).
Ab
1.
Juli 2013 sprach sie zusätzlich einen Intensivpflegezuschlag
leichten Grades
bei einem invaliditätsbedingten
Betreuungsaufwand
von
4
Stunden und 58 Minuten
pro Tag
zu (
Verfügung vom
2.
April 2014;
Urk.
9/389
).
Mit Verfügung vom 2
5.
Oktober 2016 (
Urk.
9/534) bestätigte die IV-Stelle den Anspruch der Versicherten auf eine
E
ntschädigung für eine mittelschwere Hilflo
sigkeit und erhöhte den Intensivpflegezuschlag
per
1.
Februar 2016
auf einen solchen mittleren Grades
bei einem invaliditätsbedingten
Betreuungsaufwand
von
7
Stunden und 28 beziehungsweise
3
Minuten
pro Tag
.
1.2
Im Rahmen eines von Amtes wegen eingeleiteten Revisionsverfahrens
(vgl.
Urk.
9/606)
und nach Eingang eines Gesuch
s der
Eltern der
Versicherten um Aus
richtung eines Assistenzbeitrags (vgl.
Urk.
9/616,
Urk.
9/623)
führte die IV-Stelle am
4.
Dezember 2018 eine
Abklärung
betreffend
Hilflosigkeit und Intensivpfle
gebedarf durch (
Urk.
9/630). Nach durchgeführten
Vorbescheidverfahren
(
Urk.
9/628-629,
Urk.
9/638,
Urk.
9/649
) bestätigte sie mit Verfügung vom
1
7.
Juli 2019
(
Urk.
9/681 =
Urk.
2
; nachfolgend: Verfügung 1
)
einen Anspruch der Versicherten auf eine
E
ntschädigung für eine mittel
schwere Hilflosigkeit und reduzierte
den
Intensivpfl
egezuschlag per Ende August 2019 auf einen solchen der
Stufe I
bei einem invaliditätsbedingten
Betreuungsaufwand
von
5
Stunden und 30 Minuten
pro Tag
. Mit Verfügung gleichen Datum
s
verneinte
die IV-Stelle sodann
einen Anspruch auf einen Assistenzbeitrag (
Urk.
9/680
=
Urk.
11/2
; nach
folgend: Verfügung 2
)
.
2.
Die
Mutter
der Versicherten erhob
am 1
2.
September 2019 Beschwerde gegen
die Verfügung
1
(
Urk.
2) und beantragte
, diese sei
teilweise a
u
f
zuheben
,
und es sei
der Versicherten
mindestens ein Intensivpflegezuschlag mittleren Grades zuzu
sprechen.
Die IV-Stelle beantragte mit Beschwerdeantwort vom 2
2.
Oktober 2019
(
Urk.
8)
die Ab
weisung der Beschwerde, was de
r
Beschwerdeführe
rin
am
9.
Dezember 2019 zur Kenntnis gebracht wurde (
Urk.
10).
3.
Am
1
2.
September 2019
erhob
die
Mutter
der
Versicherte
n
zudem Beschwerde gegen die Verfügung
2
(
Urk.
9/680
=
Urk.
2 im Prozess
Nr.
IV.2019.00627
;
Urk.
11/2
)
und beantragte, diese sei aufzuheben, und der Versicherten sei ein Assistenzbeitrag zuzusprechen
.
In prozessualer Hinsicht ersuchte sie darum, das Verfahren mit dem Verfahren betreffend Hilflosenentschädi
gung/Intensiv
-
pflegezuschlag
zu
vereinigen
(
Urk.
1 S. 2 oben im Prozess
Nr.
IV.2019.00627
;
Urk.
11/1
).
Die IV-Stelle beantragte mit Beschwerdeantwort vom 2
2.
Oktober 2019 die Ab
weisung der Beschwerde (
Urk.
7 im Prozess Nr. IV.2019.00627
;
Urk.
11/7
).
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
Zwischen den beiden Verfahren besteht ein enger sachlicher und rechtlicher Zusammenhang und die Parteien sind identisch. Dem Antrag der Beschwerde
führerin folgend rechtfertigt es sich daher, den Prozess Nr.
IV.2019.00627 mit dem vorliegenden Prozess Nr. IV.2019.00626 zu vereinigen und unter dieser Prozessnummer weiterzuführen
(
§
28
lit
. a des Gesetzes über das Sozial
versiche
rungs
gericht
,
GSVGer
, in Ver
bindung mit
Art.
125
lit
. c der Zivilprozess
ordnung, ZPO
).
Der Prozess Nr. IV.2019.00
627
ist als dadurch erledigt abzuschreiben; dessen Akten werden i
m vorliegenden Prozess als
Urk.
11/0-9
geführt.
2
.
2
.1
Gemäss
Art.
42
Abs.
1 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG)
haben Versicherte mit Wohnsitz und gewöhnlichem Aufenthalt (
Art.
13
des Bundes
gesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG
) in der Schweiz, die hilflos (
Art.
9 ATSG) sind, Anspruch auf eine Hilflosenent
schädigung.
Vorbehalten bleibt Artikel 42
bis
IVG. Als hilflos gilt eine Person, die wegen einer Beeinträchtigung der Gesundheit für alltägliche Lebensverrichtun
gen dauernd der Hilfe Dritter oder der persönlichen Überwachung bedarf (
Art.
9 ATSG). Praxisgemäss (BGE 121 V 88 E. 3a mit Hinweisen) sind die folgenden sechs alltäglichen Lebensverrichtungen massgebend (BGE 127 V 94 E. 3c, 125 V 297 E. 4a):
-
Ankleiden, Auskleiden;
-
Aufstehen, Absitzen, Abliegen;
-
Essen;
-
Körperpflege;
-
Verrichtung der Notdurft;
-
Fortbewegung (im oder ausser Haus), Kontaktaufnahme.
2
.2
Für Minderjährige, die zusätzlich eine intensive Betreuung brauchen, wird die Hil
flosenentschädigung
gemäss
Art.
42
ter
Abs.
3 IVG
um einen Intensivpflege
zuschlag erhöht; dieser Zuschlag wird nicht gewährt bei einem Aufenthalt in einem Heim
(Satz 1)
. Der monatliche
Intensivpflegezuschlag
beträgt bei einem invaliditätsbedingten Betreuungsaufwand von mindestens 8 Stunden pro Tag
100
Prozent, bei einem solchen von mindestens 6 Stunden pro Tag
70
Prozent und bei einem solchen von mindestens 4 Stunden
pro Tag 40
Prozent des Höchst
betra
ges der Altersrente nach
Art.
34 Absätze 3 und 5 des Bundesgesetzes über die Alters-
und Hinterlassenenversicherung,
AHVG
(Satz 2 in der seit
1.
Januar 2018 in Kraft stehenden Fassung)
. Der Zuschlag berechnet sich pro Tag
(Satz 3)
.
2
.3
Gemäss
Art.
39 der
Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV)
liegt eine intensiv
e Betreuung im Sinne von
Art.
42
ter
Abs.
3 IVG bei Minderjährigen vor, wenn diese im Tagesdurchschnitt infolge Beeinträchtigung der Gesundheit zu
sätzliche Betreuung von mindeste
ns vier Stunden benötigen (
Abs.
1). Anrechen
bar als Betreuung ist der Mehrbedarf an Behandlungs- und Grundpflege im Ver
gleich zu nicht behinderten Minderjährigen gleichen Alters. Nicht anrechenbar ist der Zeitaufwand für ärztlich verordnete medizinische
Massnahmen
, welche durch medizinische Hilfspersonen vorgenommen werden, sowie für pädagogisch-
therapeutische
Massnahmen
(
Abs.
2). Bedarf eine minderjährige Person infolge Beeinträchtigung der Gesundheit zusätzlich einer dauernden Überwachung, so kann diese als Betreuung von zwei Stunden angerechnet werden. Eine besonders intensive behinderungsbedingte Überwachung ist als Betreuung von vier Stunden anrechenbar (
Abs.
3).
2.4
Im Kreisschreiben des Bundesamtes für Sozialversicherungen (BSV) über Invali
dität und Hilflosigkeit in der Invalidenversich
erung (KSIH) werden die in
Art.
39
Abs.
2 und 3 IVV geregelten Tatbestände konkretisiert (
Rz
8074 ff. KSIH
in der ab
1.
Januar 2015
gültig
en Fassung
)
.
In
Rz
8074
KSIH,
Version 2018, wird (neu) festgehalten, dass zur Sicherstellung der Rechtsgleichheit bei der A
nspruchsbemessung betreffend den anrechenbaren Mehraufwand
zeitliche Höchstgrenzen festgelegt wurden. Anhang IV legt diese Höchstgrenzen (pro Bereich) sowie die für die Betreuung nicht behinderter Min
derjähriger notwendige Zeit (altersentsprechende Hilfe) fest.
2
.5
Nach
Art.
17
Abs.
2 ATSG kann eine formell rechtskräftig zugesprochene Dauer
leistung
erhöht,
herabgesetzt
oder aufgehoben
werden, wenn sich der ihr zugrun
del
iegende Sach
verhalt nachträglich erheblich verändert hat.
Die Erhöhung, Herabsetzung oder Aufhebung einer Hilflosenentschädigung und
/oder
des
Inten
-
siv
pflegezuschlags
setzt folglich einen Revisionsgrund voraus.
Ist bei der Revision einer Hilflosenentschädigung das gesamte Rentenrevisionsrecht sinngemäss anwendbar (BGE 137 V 424 E. 2.2 mit Hinweisen),
gilt
dies selbstredend auch für die Revision de
s Intensivpflegezuschlags
.
Unter einem Revisionsgrund
ist jede wesentliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen, unter anderem Verbesserung oder Verschlechterung des Gesund
heitszustandes oder Verwendung neuer Hilfsmittel, zu verstehen, die geeignet ist, den Grad der Hilflosigkeit und damit den Umfang des Anspruchs zu beeinflussen (BGE 137 V 424 E. 3.1 mit Hinweis; vgl. BGE 141 V 9 E. 2.3; vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_248/201
7 vom 15. Februar 2018 E. 3.2).
Zeitlicher Referenz
punkt für die Prüfung einer anspruchserheblichen Änderung bildet die letzte rechtskräftige Verfügung, welche auf einer materiellen Prüfung des Leistungsan
spruchs mit rechtskonformer Sachverhaltsabklärung und Beweiswürdigung beruht (vgl. BGE 133 V 108; vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_204/2014 vom 9. September 2014 E. 3.2 und E. 3.3).
Liegt in diesem Sinne ein Revisionsgrund vor, ist der Anspruch
auf die infrage stehende Dauerleistung
in rechtlicher und tatsächlicher Hinsicht umfassend («all
seitig») zu prüfen, wobei keine Bindung an frühere Beurteilungen besteht (vgl. BGE 141 V 9 E. 2.3 und E. 6.1; vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_
72/2017 vom 23. Mai 2017 E. 1).
2
.
6
Gemäss Art. 69 Abs. 2 IVV kann die IV-Stelle zur Prüfung eines Leistungsan
spruchs unter anderem Abklärungen an Ort und Stelle vornehmen (vgl. auch
Rz
8131 ff. KSIH, gültig ab 1. Januar 2015). Nach der Rechtsprechung hat ein Abklärungsbericht unter dem Aspekt der Hilflosigkeit (Art. 9 ATSG) oder des Pfle
gebedarfs folgenden
Anforderungen zu genügen: Als Berichterstatterin oder Berichterstatter wirkt eine qualifizierte Person, welche Kenntnis der örtlichen und räumlichen Verhältnisse sowie der aus den seitens der Mediziner gestellten Diag
nosen sich ergebenden Beeinträchtigungen und
Hilfsbedürftigkeiten
hat. Bei Un
klarheiten über physische oder psychische Störungen und/oder deren Auswirkun
gen auf alltägliche Lebensverrichtungen sind Rückfragen an die medizinischen Fachpersonen nicht nur zulässig, sondern notwendig. Weiter sind die Angaben der Hilfe leistenden Personen zu berücksichtigen, wobei divergierende Meinun
gen der Beteiligten im Bericht aufzuzeigen sind. Der Berichtstext schliesslich muss plausibel, begründet und detailliert bezüglich der einzelnen alltäglichen Lebensverrichtungen sowie der tatbestandsmässigen Erfordernisse der dauernden Pflege und der persönlichen Überwachung und der lebenspraktischen Begleitung sein. Schliesslich hat er in Übereinstimmung mit den an Ort und Stelle erhobenen Angaben zu stehen. Das Gericht greift, sofern der Bericht eine zuverlässige Ent
scheidungsgrundlage im eben umschriebenen Sinne darstellt, in das Ermessen der die Abklärung tätigenden Person nur ein, wenn klar feststellbare Fehleinschät
zungen vorliegen. Das gebietet insbesondere der Umstand, dass die fachlich kom
petente Abklärungsperson näher am konkreten Sachverhalt ist als das im Beschwerdefall zuständige Gericht (
BGE 133 V 450 E. 11.1.1, 130 V 61 E. 6.1 f.
). Diese Grundsätze gelten entsprechend auch unter dem Aspekt des Intensiv
pflegezuschlags (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_573/2018 vom 8. Januar 2019 E. 3.2).
2.7
Nach
Art.
42
quater
Abs.
1 IVG haben Versicherte Anspruch auf einen Assistenzbei
trag:
a.
denen eine Hilflosenentschädigung der IV nach Artikel 42 Absätze 1-4
ausgerichtet wird;
b.
die zu Hause leben; und
c.
die volljährig sind.
Der Bundesrat legt die Voraussetzungen fest, unter denen Personen mit einge
schränkter Handlungsfähigkeit keinen Anspruch auf einen Assistenzbeitrag haben (
Abs.
2). Er legt die Voraussetzungen fest, unter denen Minderjährige An
spruch auf einen Assistenzbeitrag haben (
Abs.
3).
2.8
In
Art.
39a IVV hat der Verordnungsgeber festgelegt
, dass minderjährige Versi
cherte Anspruch auf einen Assistenzbeitrag haben, wenn sie die Voraussetzungen nach Artikel 42
quater
Absatz 1 Buchstaben a und b IVG erfüllen und:
a.
regelmässig die obligatorische Schule in einer Regelklasse besuchen, eine
Berufsausbildung auf dem regulären Arbeitsmarkt oder eine andere
Ausbildung auf Sekundarstufe II absolvieren;
b.
während mindestens 10 Stunden pro Woche eine Erwerbstätigkeit auf dem
regulären Arbeitsmarkt ausüben; oder
c.
denen ein Intensivpflegezuschlag für einen Pflege- und
Überwa
-
chungs
bedarf
nach Artikel 42ter Absatz 3 IVG von mindestens 6
Stunden pro Tag ausgerichtet wird.
3
.
3
.1
Die Beschwerdegegnerin ging in der angefochtenen Verfügung
1
(
Urk.
2) davon aus,
die
Versicherte
benötige unverändert in fünf von sechs alltäglichen Lebens
verrichtungen regelmässige Dritthilfe, weshalb der Anspruch auf eine Hilf
losenentschädigung mittleren Grades bestehen bleibe. B
eim anrechenbaren zeit
lichen Mehraufwand habe sich eine Veränderung ergeben. Die geforderten
sechs
Stunden Mehraufwand pro Tag für einen Intensivpflegezuschlag der Stufe II würden nicht mehr erreicht. Auch unter Einbezug der zusätzlichen Zeiteinheit resultiere ein zeitlicher Mehraufwand von
(lediglich)
fünfeinhalb Stunden pro Tag, womit ein Intensivpflegezuschlag der Stufe I auszurichten sei (S. 1 unten, S. 2 unten).
Zur näheren Erklärung
des Entscheids
werde die Stellungnahme zum Einwand beigelegt (S. 2 oben). Bei der genannten Stellungnahme handelt es sich
um diejenige des
Abklärungsdienstes vom
1
7.
Juli 2019 (
Urk.
9/679)
.
Da
kein Anspruch auf mindestens eine
n
Intensivpflegezuschlag der Stufe II bestehe und auch die Voraussetzungen gemäss
Art.
39a
lit
. a und b IVV nicht erfüllt seien, bestehe kein Anspruch auf einen Assistenzbeitrag (Verfügung 2;
Urk.
11/2).
3
.2
Die Versicherte liess
geltend machen (
Urk.
1)
, die Beschwerdegegnerin habe bei der Ermittlung des
für den Anspruch auf einen Intensivpflegzuschlag
massgebli
chen zeitlichen Mehraufwands in den einzelnen Lebensverrichtungen zu Unr
echt auf interne Richtlinien
(anstatt auf die Angaben der Eltern anlässlich der Abklä
rung vor Ort) abgestellt (S. 4
Ziff.
4). Die im Anhang IV des KSIH angegebenen Maximalwerte seien bloss Auslegungshilfe und könnten im konkreten Fall nicht angewendet werden, wenn sie keine überzeugende Konkretisierung der rechtli
chen Vorgaben darstellten und somit mit den rechtlichen Bestimmungen nicht vereinbar seien.
Zudem handle es sich dabei nicht um medizinisch abgestützte Erfahrungswer
te (S. 7 f.
Ziff.
10). Die Beschwerdegegnerin
habe anlässlich der Abkl
ärung vor Ort die konkreten Hilfestellungen
in den Bereichen Verrichten der Notdurft, An- und Auskleiden sowie Aufstehen/Absitzen/Abliegen korrekt (gemäss
den
Angaben der Eltern)
erfasst
und auch ausführlich begründet
, den effektiv erhobenen Betreuungs
mehr
aufwand jedoch einzig gestützt auf die Ver
waltungsweisung korrigiert, ohne
den Abzug fallbezogen zu
begründen
(S. 8
Ziff.
11). In den genannten Bereichen betrage die nicht altersentsprechende Hilfe – wie im
Einzelnen
dargelegt (S. 4 ff.
Ziff.
5-8) –
insgesamt
mindestens 121 Minuten mehr pro Tag
, als von der Beschwerdegegnerin
angerechnet. Für die erhebliche Kürzung aufgrund der Maximalwerte gemäss KSIH bestehe angesichts der tatsächlichen Situation kein Raum (S. 9
Ziff.
13).
Abgesehen davon hätten
sich der Gesundheitszustand
und
di
e Situation im Bereich des
Verrichten
s der Notdurft
seit dem letzten Ab
klärungsbericht
v
erschlechtert und
würde sich eine zusätzliche Kürzung des im Jahr 2016 erhobenen
und schon damals knapp bemessenen
Mehraufwands für das Verrichten der Notdurft nur be
i einer Verbes
serung des Gesund
h
e
itszustands rechtfertigen (S. 5
Ziff.
6). Im Übrigen seien
die Maximalwerte
gemäss Anhang IV des KSIH
bereits
in mehreren (näher genann
ten)
Urteilen von Versicherungsgerichten
anderer Kantone kritisiert worden
.
Eine k
ritische Auseinandersetzung mit den Maximalwerten sei auch hier dringend erforderlich (S. 9
Ziff.
14). Schliesslich habe die
Beschwerdegegneri
n für die Pflege des Dekubitus zu Unrecht keinen Mehraufwand angerechnet (S. 9 f.
Ziff.
15).
Bei ausgewiesenem Anspruch auf einen Intensivpflegezuschlag mittleren Grades bestehe Anspruch auf einen Assistenzbeitrag (
Urk.
11/1).
3
.3
Strittig und zu prüfen ist, ob die Reduktion
des Intensivpflegezuschlags mittleren Grades a
uf einen solchen der Stufe I
rechtens ist.
Es stellt sich somit die Frage, ob sich der
tägliche invaliditätsbedingte Betreuungsaufwand
seit der Zusprache des Intensivpflegezuschlags mittleren Grades
m
it Verfügung vom 2
5.
Oktober 2016 (
Urk.
9/534) bis zum Zeitpunkt des Erlasses der angefochtenen Verfügung vom 1
7.
Juli 2019 (
Urk.
2) anspruchserheblich verringert hat.
Nicht umstritten ist die Zusprache einer Entschädigung für
eine mittelschwere
Hilflosigkeit; diesbe
züglich ist die angefochtene Verfügung
1
in Teilrechtskraft erwachsen
.
Strittig ist ferner der Anspruch auf einen Assistenzbeitrag.
4
.
4
.1
Mit Verfügung vom
2.
April 2014 (
Urk.
9/389)
war der Versicherten bei einem durch
den Abklärungsdienst
der Beschwerdegegnerin ermittelten
invaliditätsbe
dingten Betreuungsaufwand
von 4 Stunden und 58 Minuten pro Tag (
Urk.
9/377, vgl. auch
Urk.
9/378) erstmals ein
Intensivpflegezuschlag leichten Grades ab
1.
Juli 2013
zugesprochen w
orden.
4
.2
Am 1
8.
Februar 2016 (
Urk.
9/486)
ersuchten
die Ärzte des
Spitals Z._
, Rehabilitationszentrum
A._
,
um eine Überprüfung der Sachlage bezüglich Hilflosenentschädigung und Intensiv
pflege
zuschlag. Sie führten aus,
seit
mehreren Hospitalisationen im Ra
hmen von multiplen Operationen
habe sich insbesondere die Hilflosigkeit in den täglichen Lebensverrichtungen und der invaliditätsbedingte Betreuungs- und Pflegeaufwand der Eltern s
eit circa Juni 2015 v
erändert. Aufgrund einer
Lockerung von Osteosynthesematerial im Rah
men einer Skoliose-Operation habe die
Versicherte
mehrere Revisionen benötigt, zuletzt die Re-Revision
vom
1
3.
Januar 201
6.
Aufgrund der Skoliose-Revisionen bedürfe es einer strikten Mobilisation en bloc für die täglichen Pflegeverrichtun
gen ohne Korsett und dem Tragen eines Korsetts im Sitzen für die nächsten Monate. Dabei müsse auf eine entsprechend vorsichtige Hüftflexion geachtet wer
den, welche nicht überschritten werden dürfe. Zudem finde im Rahmen der Grund
erkrankung
MMC
alle zwei Tage ein zweieinhalbstündiges
Bowel
-Manage
ment statt. Da
ausserdem
das
Mitrofanoff
-Stoma nach mehrmaliger Revision aktuell nicht mehr funktioniere, müsse die
Versicherte
sechs Mal täglich kathete
risiert werden, wobei das professionell geschulte Personal von wiederholt auftre
tenden Schwierigkeiten in der Durchführung berichte. Die
Versicherte
sei r
oll
stuhlmobil und bei den Transfers sowie der Platzierung der Beine auf Hilfe angewiesen. Auch bei alltäglichen Tätigkeiten wie Körperpflege und Essen brau
che sie viel Unterstützung. Sie sei somit in allen Lebensbereichen hilflos und der
invaliditätsbedingte Mehraufwand belaufe sich auf sechs bis acht Stunden pro Tag.
4
.3
4
.3
.1
Dem in der Folge mit Verfügung vom 2
5.
Oktober 2016 zugesprochenen Inten
sivpflegezuschlag mittleren Grades
ab
1.
Februar 2016
(
Urk.
9/534) lag der Abklärungsbericht vom
1.
September 2016 betreffend die am
3.
August 2016
er
folgte Abklärung vor Ort (
Urk.
9/516
) zugrunde. Zu diesem Zeitpunkt war die Versicherte elf Jahre und einen Monat alt.
Im Bericht wurde
n
als Diagnose
n
das Geburtsgebrechen MMC
sowie
die
damit in Zusammenhang stehenden Behandlungen
erwähnt
. Sodann wurden
folgende, dem Bericht des
Spitals Z._
, Chirurgische Klinik, vom
1.
Dezember 2015
(
Urk.
9/483/6-7)
entnommene aktuelle Diagnosen
aufgeführ
t (S. 1 unten):
-
persistierende Instabilität der Wirbelsäule bei
-
Hebelwirkung aufgrund fehlender Flexionsfähigkeit der Hüf
te beidseits im Rahmen einer ne
u
r
ogenen Skoliose lumbal linkskonvex (Cobb ini
tial 80°) mit ausgeprägtem Beckenschiefstand
-
Status nach
S
kolioseko
rrektur
von dorsal T5 bis Os
il
ium
im Juni 2015
-
Status nach Dislokation der dorsalen Aufrichtung sakral links mit Re
vision im September 2015
.
Die Abklärungsperson führte aus, die Eltern der Versicherten hätten erklärt, dass sie eigentlich einen Antrag auf einen Assistenzbeitrag stellen möchten, da sich der pflegerische Aufwand aufgrund der vielen Operationen seit Juni 2015 erheb
lich erhöht habe. Sie habe den Eltern erklärt, dass sie einen Antrag auf einen Assistenzbeitrag stellen könnten, wenn aufgrund der vor Ort durchgeführten Ab
klärung e
in Intensivpflegezuschlag mittleren Grades
ausgewiesen sei (S. 2 Mitte).
4
.3
.2
Zum
Bereich
An
kleiden/Auskleiden führte die Abklärungsperson aus,
hier habe sich insofern eine Veränderung ergeben, als die Versicherte seit den Operationen keine Mithilfe mehr beim Ankleiden leisten könne. Aufgrund der
Skoliosekorrek
tur
dürfe sie den Oberkörper nicht abdrehen und keine unkontrollierten Bewe
gungen vornehmen. Der Oberkörper müsse stabil gehalten werden, weshalb die Versicherte zwingend ein Stützkorsett tragen müsse.
G
emäss
internen Vorgaben könnten für das An- und Auskleiden eines Kindes ab sechs Jahren bis ins Te
en
ageralter maximal 60 Minuten
(je 20 Minuten am Morgen, tagsüber sowie am Abend)
der von den Elte
rn geltend gemachten 90 Minuten
pro Tag
angerechnet werden. Unter zusätzlicher Berücksichtigung der von den Eltern geltend gemach
ten
und
anzuerkennenden
36 Minuten
für Orthesen/Korsett/Liegeschale
und von 10 Min
u
ten für das L
ösen der Spasmen
belaufe sich der invaliditätsbedingte
Mehraufwand
auf 106 Minuten pro Tag (S.
3
f.
).
4
.3
.3
Im
Bereich Aufstehen/Absitzen/Abliegen
würde
n
die Eltern einen Aufwand von insgesamt 9
0 Minuten pro Tag geltend
machen
. S
eit den Operationen sei die Ver
sicherte bei sämtlichen Transfers auf Dritthilfe angewiesen
. Zusätzlich müsse sie auch in der Nacht zweimal umgelagert werden.
G
emäss
internen Vorgaben
könn
ten
ab vier Jahren maximal 60 Minuten pro Tag für Transfers angerech
net werden
. Hinzu kämen 20 Minuten pro Tag für zweimaliges Umlagern in der Nach
t
à je 10 Minuten, womit sich der invaliditätsbedingte Mehraufwand
auf 80 Minu
ten pro Tag belaufe (S. 4 unten).
4
.3
.4
Im
Bereich Essen
rechnete die Abklärungsperson keinen
Mehraufwand
an
(S. 5).
4
.3
.5
Im Bereich Körperpflege machten
die Eltern einen Aufwand von insg
esamt 51 Minuten geltend. Dazu führte die Abklärungsperson aus,
g
emäss
internen Richt
linien könnten ab zehn Jahren pro Bad/Dusche maximal 15 Minuten angerechnet
werden. Bei einer Dusche/einem Bad täglich sowie unter Berücksichtigung von 5
Minuten für das Eincremen abends resultiere ein invaliditätsbedingter Mehrauf
wand von 20 Minuten pro Tag (S. 6 unten).
Verrichtungen wie das Waschen des Gesichts mit einem Waschlappen, das Waschen der Hände zwischendurch sowie das Nachreinigen der Zähne durch die Mutter könnten nicht berücksichtigt werden, da die Versicherte diese selbst vornehmen könne
(S. 6)
.
4
.3
.6
Zum
Bereich Reinigung nach Verrichtung der Notdurft führte die Abklä
rungs
person aus, die Versicherte
trage
weiterhin Windeln.
Sie werde acht Mal pro Tag ge
wickelt. Weiterhin müsse sie ausgeräumt und sieben Mal am Tag katheterisiert werden. Zweimal pro Tag müsse eine Darmausräumung vorgenommen werden. Zu
sätz
lich müsse fünf Mal pro Woche ein Einlauf gemacht werden. Die Eltern würden einen Aufwand von insgesamt 217 Minuten geltend machen.
Der von den Eltern geltend gemachte Aufwand von 95 Minuten für das Katheterisieren, von 32 Minuten für das Wickeln inklusive Reinigung (8 x 4 Minuten) sowie von 5 Minuten für das digitale Nachtasten oder Ausräumen nach einem Einlauf könn
ten
gemäss
den internen Vorgaben so
berücksichtigt werden. Für die Einläufe selbst seien aber nur 22 Minuten
pro Tag
(5 x 30 Minuten pro Woche
) zu berück
sichtigen statt der geltend gemachten 85 Minuten (5 x 120 Minuten pro Woche), womit ein invaliditätsbedingter Mehraufwand von insgesamt 154 Minuten resul
tiere (S. 7).
4
.3
.7
Im Bereich Fortbewegung/Pflege gesellschaftlicher Kontakte
rechnete die Abklä
rungsperson keinen Mehraufwand an
(S. 7
f.
).
4
.3
.8
Im Bereich
medizinisch-pflegerische Hilfe
rechnete
die Abklärungsperson einen Mehraufwand von
insgesamt
30 Minuten
pro Tag für die Medikamentenabgabe, das Anlegen eines Druckstellenverbands im Bereich des Korsetts sowie opera
tionsbedingte
Massnahmen
an
(S. 8 unten).
4
.3
.9
Die Notwendigkeit einer intensiven Überwachung
wurde seitens der
Abklärungs
person
verneint
(S. 9 oben).
4
.3.10
Im Bereich
Be
gleitung zu Arzt- und Therapiebesuchen
berücksichtigte die Abklä
rungsperson wie von den Eltern geltend gemacht einen Mehraufwand von
38 Minuten
(
von
Juni 2015 bis Ende Juli 2016)
beziehungsweise 18 Minuten
pro Tag
(ab August 2016; S. 9 f.)
.
4
.3.11
Total resultierte
damit
ein Mehraufwand von 7 Stunden und 8 Minuten pro Tag für die Zeit vom
8.
Juni bis 3
1.
Juli 2016 und von 6 Stunden und 48 Minuten pro Tag ab dem
1.
August 2016 (S. 10 Mitte).
5
.
5
.1
5
.1.1
Der am
1
7.
Juli 2019
revisionsweise
verfügten Reduktion des Intensivpflegezu
schlags mittleren Grades a
uf einen solchen der Stufe I per Ende August 2019
(
Urk.
2)
lag der Abklärungsbericht vom
1
4.
Dezember 2018
betreffend die am
4.
Dezember 2018
e
rfolgte Abklärung vor Ort (
Urk.
9/630
) zugrunde.
Zu diesem Zeitpunkt war die Versicherte 13 Jahre und vier Monate alt.
Im Bericht wurde ausgeführt, der Grundzustand der Versicherten habe sich inso
fern verändert, als sie seit vermutlich mehr als einem Jahr mit einem doppelt geb
rochenen Becken lebe. Durch die Knochenverschiebung sei von innen eine dauernde Druckeinwirkung feststellbar, die zu einer Wundbildung führe. Täglich sei ein Verbandwechsel notwendig
. Abgesehen von der Fixation im Rollstuhl werde zurzeit auf Liegeschale und weitere stabilisierende Hilfsmittel verzichtet
. Der von der M
utter zusammengestellte Tagesabl
auf mit den dazugehörigen Zeiten
(
vgl.
Urk.
9/631) sei hinsichtlich der Anrechenbarkeit des zeitlichen
Aufwandes anh
and zweier Beispiele kurz bespr
o
chen worden (S. 1 Mitte).
5
.1.2
Zum Bereich Ankleiden/Auskleiden führte die Abklärungsperson aus, die Ver
sicherte sei beim An- und Ausziehen auf erhebliche Dritthilfe angewiesen, für die unteren Kleidungsstücke sei vollständige Dritthilfe erforderlich. Werde die Ver
sicherte im Liegen angezogen, müsse
sie gehalten werden. Freies Si
tzen sei nicht möglich und das Vornüberbeugen ärztlich verboten. Diese Einschränkungen führten zu Zusatzschwierigkeiten beim Ankleiden des Oberkörpers. Die Ver
sicherte könne zwar ein T-Shirt und den Sport-BH anziehen, benötige aber Hilfe beim Richten und Herunterrollen dieser Kleider.
Die
Eltern
würden
einen Mehr
aufwand von
55 Minuten (13 Minuten morgens, 22 Minuten tagsüber, 20 Minu
ten abends)
geltend
machen.
Angerechnet werden könnten 35 Minuten.
Hinzu komme ein
Zusatzaufwand von
10 Minuten aufgrund der schwierigen Hautver
hältnisse, womit ein anrechenbarer Mehraufwand von 45 Minuten resultiere
(S. 2
Ziff.
1.1.1)
.
5
.1.3
Zum Bereich Aufstehen/Absitzen/Abliegen führte die Abklärungsperson aus, die Versicherte sei bei allen Transfers und Positionswechseln auf umfassende Dritt
hilfe angewiesen. Im Rollstuhl werd
e sie fixiert. Im Bett müsse sie
mit geeignetem Stützmaterial gelagert werden. Im Schnitt seien jede vierte Nacht
Massnahmen
wie Zusatzlagerung/Wäschewechsel/Getränkeabgaben notwendig. Die Mutter führe jeweils um Mitternacht eine Kontrolle durch und nehme die notwendigen Handlungen vor.
Die
Eltern
würden
einen
Aufwand
von 47 Minuten für Positions
wechsel/Transfers
(7 x 5 Minuten
tagsüber und 12 Minuten für den Transfer ins und aus dem Bett)
geltend
machen
. Angerechnet werden könnten 30 Minuten
. Unter zusätzlicher Berücksichtigung der
von den
Eltern geltend gemachten und
anzuerkennenden 15 Minuten für Stuhl/Spasmen und von 6 Minuten für nächtliche Umlagerungen belaufe sich der invaliditätsbedingte Mehraufwand auf 51 Minuten pro Tag (S. 1
Ziff.
1.1.2).
5
.1.4
Im Bereich Essen rechnete die Abklärungsperson keinen Mehraufwand an mit der Begründung, dass die Versicherte bei der Nahrungsaufnahme seit Jahren selb
ständig sei (S. 1
Ziff.
1.1.3).
5
.1.5
Im Bereich Körperpflege rechnete die Abklärungsperson den
von den
Eltern
für Waschen/Zahnpflege, Kämmen sowie Baden/Duschen
geltend gemachten Auf
wand von insgesamt 44 Minuten
pro Tag ungekürzt
an (S. 3
Ziff.
1.1.4).
5
.1.6
Zum Bereich Verrichten der Notdurft führte die Abklärungsperson aus, tagsüber trage die Versicherte Einlagen, die ihr ebenso wie die Nachtwindeln gewechselt werden müssten. Die Versicherte müsse sich in
regelmässigen
Intervallen unter Support katheterisieren. Viermal wöchentlich werde mit Hilfe von Einläufen
gestuhlt
. Der Transfer, die Reinigung sowie das Richten der Kleidung müssten vo
llständig übernommen werden. Der
von den
Eltern geltend gemachte Mehrauf
wand von
35 Minu
ten (7 x 5 Minuten)
für den Transfer zum WC, das Ordnen der Kleider, die Körperreinigung, das Überprüfen der Reinlichkeit sowie das Wech
seln der Windeln könne
angerechnet werden. Für das Katheterisieren sei ein Zusatz
aufwand von 60 Minuten statt der
geltend
gemachten 90 Minuten und für das Setzen des Einlaufs
ein Zusatzaufwand von
5 Minuten statt der
geltend
gemach
ten 68.7 Minuten zu berücksichtigen. Der invaliditätsbedingte Mehraufwand belaufe sic
h damit auf 100 Minuten pro Tag (S. 3
Ziff.
1.1.5).
5
.1.7
Im Bereich Fortbewegung
rechnete die Abklärungsperson keinen Mehraufwand an
(S. 3
Ziff.
1.1.6).
5
.1.8
Für die Behandlungspflege rechnete die Abklärungsperson einen invaliditäts
bedingten Mehraufwand von 56 Minuten pro Tag an, beinhaltend 21 Minuten für Therapien
(statt der
von den
Eltern geltend gemachten 22 Minuten)
, 10 Minuten für spezielle
Massnahmen
bei komplexen Hautproblemen (wie
von den
Eltern geltend gemacht), 15 Minuten für das An- und Ablegen
von Orthe
sen/Pro
-
thesen/Korsett (statt der
von den
Eltern geltend gemachten 36 Minuten) sowie 10 Minuten für Verbandwechsel (wie
von den
Eltern geltend gemacht; S. 4
Ziff.
1.2).
5
.1.9
E
in Mehraufwand für Überwachung
wurde verneint
(S.
5
Ziff.
1.4.3
).
5
.1.10
Im Bereich Begleitung zu Arzt- und Therapiebesuchen
berücksichtigte die
Abklä
rungsperson den von den Eltern geltend gemachten Mehraufwand von 21 Minu
ten pro Tag
, beinhaltend 6 Minuten für Lymphdrainage, 14 Minuten für (Arzt-) Termine (vgl.
Urk.
9/631 S. 2 oben: 70 Stunden : 10 x 12 x 60 : 365) sowie
1
Minute für
Koordination, Fachtelefonate, Materialanpassung (vgl.
Urk.
9/631 S.
2 oben: 30 Minuten x 12 : 365;
S. 4
Ziff.
1.3).
5
.1.11
Total resultierte damit ein Mehraufwand von
5
Stunden und
17
Minuten pro Tag
(S. 5
Ziff.
2
).
5
.2
B._
,
Spital Z._
, Haut-, Wund und
Stomaberatung
,
nahm in ihrem
Schreiben vom 1
9.
März 2019 (
Urk.
9/648)
Stellung zum Pflege
aufwand. Sie wies
unter anderem
auf die Notwendigkeit einer permanenten Kon
trolle der Haut der Versicherten hinsichtlich Druckbelastung und potentiell gefährlich einwirkender Hilfsmittel zur Minimierung schwerer Dekubitus hin.
Sie führte aus, seit Dezember 2018 sei die Versicherte in engmaschiger ambulanter Behandlung wegen eines Dekubitus Kategorie 3 im Bereich des linken
Gesässes
. Die 60 bis 90 Minuten dauernden Verbandwechsel erfolgten
regelmässig
(ein- bis zweimal pro Woche) im
Z._
und erforderten
seitens der Familie einen zeitlichen Aufwand von mindestens drei Stunden pro Verbandwechsel. Durch den Narbenzug der Rückennarbe aufgrund des Geburtsgebrechens sei das Risiko für ein akzidentielles Lösen des Verbandes bei der Versicherten erhöht und bedinge situativ und ungeplant eine Neuversorgung der tiefen Wunde
,
um Sekundärschä
digungen zu verhindern. Diese ungeplanten Verbandwechsel übernehme in der Regel die Mutter der Versicherten und erforderten einen zusätzlichen Arbeitsauf
wand von circa
60 bis 80 Minuten pro Ereignis.
5
.3
Im Einwand vom 2
1.
März 2019 (
Urk.
9/649) gegen den Vorbescheid
vom 1
3.
De
zember 2018 (
Urk.
9/629) wurde
unter anderem
gerügt
, die Reduktion des Intensiv
pflegezuschlags werde
im Wesentlichen mit den
vom BSV im KSIH am
1.
Januar 2018 eingeführten Höchstgrenzen für den anrechenbaren Mehraufwand begründet. Eine
massgebende
Änderung der Hilflosigkeit werde nicht festgehal
ten. Die Einführung der Maximalwerte stelle keinen Revisionsgrund dar (S. 1 Mitte). Abgesehen davon seien beim Intensivpflegezuschlag die im konkreten Einzelfall erheblichen und
regelmässigen
Dritthilfen zu erfassen.
Das Heranziehen vordefinierter Minuten bei der Ermittlung des behinderungsbedingten Mehrbe
darfs an Hilfe, wie es für den Assistenzbetrag gesetzlich statuiert werde, sei bei der Hilflosenentschädigung gesetzlich nicht vorgesehen.
Indem der behinde
rungsbedingte Zusatzaufwand mit den im KSIH vorgesehenen Maximalwerte
n
begrenzt werde, sei den konkreten Verhältnissen des Einzelfalls nicht Rechnung getragen
(S. 1 f.). Sodann sei im Abklärungsbericht der aufgrund des Dekubitus anfallende behinderungsbedingte Mehraufwand
nicht berücksichtigt worden
. Nebst dem Aufwand für Verbandwechsel müsse die Versicherte alle ein bis zwei Stunden beziehungsweise
durchschnittlich zehn Mal täglich umgelagert werden, was jeweils etwa zwei Minuten dauere
(S. 2 unten).
5
.4
Die Abklärungsperson führt
e
in ihrer
Stellungnahme vom 1
7.
Juli 2019 (
Urk.
9/679)
unter anderem aus
,
Grundlage für die Berechnung des Intensivpfle
gezuschlags seien die Angaben der Familie vor Ort sowie die Aufstellung der Mutter der Versicherten (vgl.
Urk.
9/631) gewesen. Das vom BSV vorgegebene Abklärungsinstrument nehme Kürzungen entsprechend der Höchstgrenze
gemäss
KSIH selbständig vor und sei nicht beeinflussbar (S. 2 oben). Die Leistungsreduk
tion sei nicht auf die Maximalwerte
gemäss
KSIH
zurückzuführen
, sondern auf reale Veränderungen, welche vor Ort und in der Aufstel
lung der Mutter der Ver
sicherten
im Vergleich zu den
Vorakten
feststellbar gewesen seien. Als
Beispiel angeführt werden könne etwa, dass Liegeschalen und weitere stabilisierende Hilfsmittel wie Korsetts nicht mehr genutzt/angelegt werden könnten, womit dieser zeitliche Aufwand beim Kleiden entfalle (S. 2 Mitte). Die im Zusammen
hang mit dem Dekubitus erforderlichen Verbandwechsel würden auf Wunsch der Mutter der Versicherten von medizinischem Fachpersonal im Spital durchgeführt und könn
t
e
n
nicht angerechnet werden.
Unregelmässige
, unvorhersehbare Ver
bandseinheiten seien nicht anrechenbar. Zudem sei nicht gesichert, dass diese Ereignisse mindestens während drei Monaten im genannten
Ausmass
durch die Eltern auszuführen seien (S. 3 unten). Der Zusatzaufwand für die Hautpfleg
e sei im Abklärungsbericht bei schon
damals geschädigten Hautverhältnissen bereits berücksichtigt worden. Was die geltend gemachten Umlagerungen anbelange, so seien im Abklärungsbericht
sieben Transfers à 5 Minuten angerechnet worden. Hinzu kämen somit noch drei Transfers, wobei pro Transfer
zur Angleichung an die Angaben in der Abklärung ebenfalls mit einem
Zeitaufw
and von 5 Minuten gerechnet
werde. Der anrechenbare tägliche Mehraufwand belaufe sich somit auf 5 Stunden
und
32 Minuten, was jedoch keinen Einfluss auf
die
Leistungszu
sprache
habe (S. 4).
5
.5
C._
zu
D._
,
Spital Z._
, Chirurgische Klinik, nahm in ihrem Schreiben vom 1
0.
September 2019 Stellung zum intensiv
pflegerischen Mehraufwand im Zusammenhang mit der neurogenen Darment
leerungsstörung der Versicherten (
Urk.
3/3). Sie führte aus, zum Erreichen einer sozialen Kontinenz und Vermeidung von Komplikationen sei die Versicherte auf die Durchführung
regelmässiger
Darmspülungen angewiesen. Aufgrund verschie
dener mit der Grunderkrankung assoziierter Beschwerden (Rumpfinstabilität, reduzierter
Sphinkertonus
, fehlende Beinbeweglichkeit) sei dies erschwert, sodass die Versicherte zum einen auf Hilfe einer weiteren Person angewiesen sei
und zum anderen die gesamte Prozedur länger als die üblichen 60 Minuten daure. Die Gesamtdauer der Einläufe betrage bei der Versicherten gut zwei bis drei Stunden.
5
.6
In einer
ergänzenden Stellungnahme vom
1
1.
September 2019 (
Urk.
3/7) führte
B._
(vorstehend E. 5
.2)
unter anderem
aus, der Dekubitus Kategorie 3 der Versicherten sei am 1
7.
Januar 2019 erstmalig an der wachen Patientin
excidiert
/tief debridiert worden (Abtragen des toten Gewebes). Der Un
ter
druckverband sei durch die Eltern kontrolliert und bei Leckage entsprechend ausgebessert und wenn nicht anders möglich im Spital erneuert worden. Nur dank dem engagierten und intensiven Mehraufwand, welchen die Familie geleistet habe, habe eine chirurgische Sanierung verhindert werden können.
6
.
6
.1
Der Vergleich der Ergebnisse der beiden Abklärungen
z
eigt, dass
der in den Bereichen Ankleiden/Auskleiden, Aufstehen/A
bsitzen/Abliegen und Verrichten
der Notdurft jeweils angerechnete Mehraufwand im Abklärungsbericht vom
1
4.
Dezember 2018
(
vorstehend
E. 5
.1)
deutlich tiefer ausfällt als noch im Abklä
rungsbericht vom
1.
September 2016
(
vorstehend E.
4
.3)
und
d
ie Reduktion des Intensivpflegezuschlag im Wesentlichen darauf zurückzuführen ist.
Diese Positi
onen sind es denn auch, welche beschwerdeweise vornehmlich gerügt wurden (vgl. vo
rstehend E. 3
.2).
6
.2
Im Bereich Ankleiden/Auskleiden war im Jahr 2016 ein zeitlicher Mehraufwand von 106 Minuten angerechnet worden
(vorstehend E. 4
.3.2).
2018
wurden
noc
h 45 Minuten angerechnet
, während d
ie
E
ltern der Versicherten einen
Mehrauf
wand
von
55 Minuten
geltend machten (vorstehend E. 5
.1.2).
Im Bereich Aufstehen/Absitzen/Abliegen war im Jahr 2016 ein zeitlicher Mehr
aufwand von 80 Minuten ang
erechnet worden (vorstehend E. 4
.3.3).
2018
wurden noch 51 Minuten angerechnet, während die Eltern der Versicherten einen
Mehr
aufwand
von 68 Minuten
geltend machten (vorstehend E. 5
.1.3).
Im Bereich Verrichten der Notdurft war im Jahr 2016 ein zeitlicher Mehraufwand von 154 Minuten angerec
hnet wo
rden (vorstehend E. 4
.3.6). 2018
wurden noch 100 Minuten angerechnet, während die Eltern der Versicherten einen Mehrauf
wand von 193.7 Minuten
geltend machten (vorstehend E. 5
.1.6).
6
.3
Anlässlich der im
Dezember
2018
durchgeführten Abklärung orientierte sich die Abklärungsperson an den
per
1.
Januar 2018 eingeführten
Maximalwerten gemäss Anhang IV
zum KSIH (vgl. vorstehend E. 2
.4). In ihrer Stellungnahme vom 1
7.
Juli 2019
(vorstehend E. 5
.4)
erläuterte
sie dementsprechend
, dass im Abklärungsinstrument Kürzungen en
tsprechend den
Höchstgrenzen gemäss KSIH selbst
ändig vorgenommen würden
. Dem Anhang IV zum KSIH entsprechend wur
de
n
im Bereich
An- und Auskleiden 35 Minuten (Maximalwert für Kinder ab 10
Jahren)
und ein Zusatzaufwand von 10 Minuten aufgrund schwieriger Hautver
hältnisse a
ngerechnet. Im Bereich Aufstehen/Absitzen/Abliegen wurden 30 Minuten (Maximalwer
t für Kinder ab 10 Jahren) und – wie im Anhang IV zum KSIH vorgesehen -
ein Zusatzaufwand von 15 Minuten für Stuhl/Spasmen sowie von 6 Minuten für nächtliches Umlagern angerechnet.
Im Bereich Verrichten der Notdurft wurden die von den Eltern geltend gemachten 35 Minuten (der gemäss Anhang IV zum KSIH für ein Kind ab 10 Jahren maximalen 50 Minuten), ein Zusatzaufwand von 60 Minuten für das Katheterisieren sowie von 5 Minuten für das Setzen eines Einlaufs angerechnet.
6
.4
Vorliegend steht die revisionsweise Herabsetzung des Intensivpflegezuschlags im Streite. Damit diese zulässig ist, müssten sich die tatsächlichen Verhältnisse hin
sichtlich des täglichen invaliditätsbedingten Betreuungsaufwandes im Vergleich zum Jahr 2016 erheblich verän
dert haben (vgl. vorstehend E. 2.5, E. 3
.3).
Unter diesem Gesichtspunkt ist zunächst der Bereich Verrichten der Notdurft näher zu prüfen, nachdem sich der angerechnete Mehraufwand in diesem Bereich am meis
ten reduzierte und gleichzeitig die
g
rösste Diskrepanz zwischen dem
im Jahr 2018
angerechneten und dem von den Eltern geltend gemachten Mehraufwand besteht
(vgl. vorsteh
end E. 6
.2)
.
Dem Abklärungsbericht
vom
1.
September
2016
(vorstehend E. 4
.3.6)
ist zu ent
nehmen, dass die Versicherte damals Windeln trug und sie acht Mal pro Tag gewickelt werden musste. Ferner musste sie sieben Mal am Tag katheterisiert werden und zweimal pro Tag erfolgte eine Darmausräumung. Zusätzlich wurde fünf Mal pro Woche ein Einlauf gesetzt
.
Gemäss
den Ausführungen im
Abklä
rungsbericht
vom 1
4.
Dezember 2018
(vorstehend E. 5
.1.6)
t
rägt
die Versicherte neu Einlagen, welche jedoch ebenso wie die Nacht
windeln gewechselt werden
müssen
. Weiterhin muss die Versicherte
in regelmässigen Intervallen unter Sup
port katheterisiert werden und
ist
das Setzen von Einläufen erforderlich, wobei sich die Zahl der Einläufe im Vergleich zu 2016 um einen Einlauf reduziert hat
.
6
.5
Der Vergleich der Situation im Jahr 2016 mit der Situ
a
tion
im Jahr 2018
lässt keine wesentliche Veränderung des täglichen invaliditätsbedingten Betreuungs
aufwandes im Bereich Verrichten der Notdurft erkenn
en.
Hinsichtlich des mass
geblich zum Mehraufwand führenden Leidens einer neurogenen Blasen- und Darmentleerungsstörung hat sich die Situation denn auch nicht verändert und ärztlicherseits wird nicht zuletzt ein erheblicher intensivpflegerischer Mehrauf
wand
bei den Darmspülungen
aufgrund von mit der Grunderkrankung assoziier
ten
Beschwerden (Rumpfinstabilität, reduzierter
Sphinkertonus
, fehlende Beinbe
weglichkeit)
bestätigt (vgl. vorstehend E. 5
.5). Die
im Abk
lärungsbericht aus dem Jahr 2018
im Vergleich zu 2016 vorgenommene Reduktion des angerechneten Mehraufwands
rührt denn auch
im Wesentlichen
daher
, dass für das Katheteri
sieren nurmehr 60 Minuten (2016: 95 Minuten) und für Einläufe nurmehr 5 Minuten (2016: 22 Minuten) angerechnet wurden, wie dies im Anh
ang IV zum KSIH vorgesehen ist.
Eine Reduktion einzig aufgrund der mit Anhang IV zum KSIH (neu) eingeführten Maximalwerte ist mit Blick auf die nicht wesentlich veränderte Situation im Be
reich Verrichten der Notdurft nicht haltbar.
Für das Katheterisieren wurden i
m Abklärungsbericht vom
1.
September
2016
– wie von den Eltern der Versicherten geltend gemacht -
pro Katheterisierungsvorgang
15 Minute
n angerechnet (vgl.
Urk.
9/516 S. 7 oben), was bei damals sieben Katheterisierungen
pro Tag
105 (und nicht
95 Minuten, vgl. vorstehend E. 4
.3.6) Minuten ergab. Im Abklärungsbe
richt vom 1
4.
Dezember 2018 ist
die Rede
davon
, dass die Versicherte in «regelmäs
si
gen Intervallen» unter Suppor
t katheterisiert werden müsse, wobei die Eltern der Versicherten hierfür einen Aufwand von 90 Minuten geltend machten.
Geht man – wie im Jahr 2016 – davon aus, dass ein Katheterisierungsvorgang rund 15 Minu
ten dauert, lässt dies auf 6 Katheterisierungsvorgänge schliessen, wie dies auch beschwerdeweise geltend gemacht wurde (
Urk.
1 S. 4
Ziff.
5).
Angesichts der in diesem Bereich im Wesentlichen unveränderten Situation sind d
ie von den Eltern geltend gemachten 90 Minuten pro Tag für das Katheterisie
ren
ungekürzt anzurechnen.
Was die Einläufe anbelangt, so wurde
n
im Abklärungsbericht vom
1.
September 2016 30 Minuten pro Einlauf angerechnet, was bei fünf Einläufen pro Woche 22 Minuten Mehraufwand pro Tag
(statt der von den Eltern damals geltend ge
machten 85 Minuten
pro Tag
)
ergab.
Zusätzlich wurden 5 Minuten für digitales Nachtasten oder Ausräumen nach einem Einlauf berü
cksichtigt (vgl. vorstehend E. 4
.3.6).
Gestützt
auf den Abklärungsbericht vom 1
4.
Dezember 2018
ist
nicht ausgewiesen, dass sich der im Zusammenhang mit dem Legen der Einläufe anfal
lende Mehraufwand
im
Vergleich zum Jahr 2016
wesentlich
verring
ert hätte,
weshalb
pro Entleerungsvorgang
ein
Mehraufwand
mindestens im gleichen Um
fang
wie im Jahr 2016
anzurechnen ist
. Bei gemäss Abklärungsbericht vom 1
4.
Dezember 2018 vier Einläufen pro Woche
(vgl. vorsteh
end E. 5
.1.6)
resultieren somit (mindestens)
20 Minuten Mehraufwand pro Tag (4 x 30 Minuten pro Woche
+ 4 x 5 Minuten pro Woche).
6
.6
Nach dem Gesagten
ergibt sich, dass bereits im Bereich Verrichten der Notdurft der Mehraufwand
(mindestens)
45
Minuten mehr
(90 statt 60 Minuten für das Katheterisieren, 20 statt 5 Minuten für das Setzen der Einläufe)
beträgt
und der
von der Bes
chwerdegegn
erin angerechnete Mehraufwand von
5 Stunden und 17 beziehungsweise
32 Minuten (vgl. vorstehend E. 5.1.11, E. 5
.4)
entsprechend zu erhöhen ist
. Damit beläuft
sich der invaliditätsbedingte Betreuungsaufwand auf insgesamt mindestens 6 Stunden
pro Tag
und
hat
die Versicherte weiterhin An
spruch auf einen Intensivpfle
gezuschlag
mittleren Grades
.
6
.7
Vor diesem Hintergrund braucht nicht näher auf die Bereiche An-/Auskleiden sowie Aufstehen/Absitzen/Abliegen eingegangen zu werden, da auch ein allfällig über den von der Beschwerdegegnerin
in diesen Bereichen
angerechneten Mehr
aufwand
h
inausgehender Mehraufwand am Ergebnis nichts ändern würde, nach
dem
es
auch unter Berücksichtigung des beschwerdeweise geltend gemachten zusätzlichen Mehraufwands von 121 Minuten
(vgl. vorstehend E. 3
.2)
bei einem Intensivpflegezuschlag
mittleren Grades
bleiben würde.
6
.8
Hinsichtlich des für die Pflege des Dekubitus geltend gemachten Mehraufwandes
(
Urk.
1 S. 9 f.)
bleibt anzumerken, dass Massnahm
en der Behan
d
l
ungspflege, welche durch medizini
sche Hilfspersonen erbracht werden, nicht anrechenbar sind (
Art.
39
Abs.
2 IVV, RZ 8075
und 8077
KSIH). Dies gilt es
hinsichtlich der im
Z._
durchge
führten Verb
andwechsel (vgl. vorstehend E. 5
.2) zu
berücksichtigen
.
Zu berück
sichtigen wäre aber
die Zeit für die Begleitung ins
Z._
sowie der Auf
wand für zu Hause durchgeführte (ungeplante) Verbandwechsel beziehungsweise –
ausb
esserungen
(vgl. vorstehend E. 5.2, E. 5
.6). Dass dadurch ein Mehraufwand in einem Umfang anfiele, welcher dazu führte, dass sich der Mehraufwand ins
gesamt
auf über 8 Stunden beläuft
und damit ein Intensivpflegezuschlag
schweren Grades resultiert
, ist weder ersichtli
ch noch substantiiert dargetan.
Diese Erwägungen führen zur
Gutheissung
der Beschwerde
gegen die Ver
fügung
1
(
Urk.
2)
.
7.
Hat die Versicherte nach dem Gesagten
Anspruch
auf
einen
Intensivpflege
zuschlag für einen
invaliditätsbedingten Betreuungsaufwand
von mindestens sechs Stunden, steht ihr auch ein Assistenzbeitrag (vgl. vorstehend E. 2.7-8) zu (BGE 145 V 278 E. 6). Dies führt zur Gutheissung der Beschwerde gegen die Ver
fügung 2 (
Urk.
11/2).
8
.
8
.1
Die Verfahrenskosten gemäss
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG sind ermessensweise auf Fr.
1’0
00.-- festzulegen und ausgangsgemäss der Beschwerdegegnerin aufzuerle
gen.
8
.2
Nach
§
34
Abs.
1
GSVGer
hat die obsiegende Beschwerde führende Person An
spruch auf Ersatz der Parteikosten. Diese werden ohne Rücksicht auf den Streit
wert nach der Bedeutung der Streitsache, der Schwierigkeit des Prozesses und dem Mass des Obsiegens bemessen (
§
34
Abs.
3
GSVGer
)
und sind beim
praxis
gemässen
Stundenansatz von
Fr.
185.-- (exkl.
MWSt
) auf
Fr.
2‘3
00.--
(inkl.
Bar
auslagen und
MWSt
) festzusetzen.