# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 3e8f13b7-13b7-4b77-ae84-1ef73bddb7a8
**Court:** ZH_OG
**Chamber:** ZH_OG_001
**Year:** 2017
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

betreffend Forderung
Beschwerde gegen ein Urteil des Einzelgerichtes im vereinfachten  des Bezirksgerichtes Affoltern vom 9. März 2017; Proz. FV160014
- 2 -
Rechtsbegehren (act. 2 S. 2):
"Es sei der Beklagte zu verpflichten, dem Kläger CHF 8'454.25 inkl. Zins zu 5% seit dem 22. Februar 2016 zu bezahlen. Alles unter Kosten und Entschädigungsfolgen, einschliesslich 8% MWSt  der Kosten für das Schlichtungsverfahren, zulasten des Beklagten."
Urteil des Einzelgerichts des Bezirksgerichts Affoltern am Albis vom 9. März 2017
(act. 19):
"1. Der Beklagte wird verpflichtet, dem Kläger Fr. 6'006.95 nebst Zins zu 5%
seit 23. Februar 2016 zu bezahlen.
Im Mehrbetrag wird die Klage abgewiesen.
2. Die Entscheidgebühr wird festgesetzt auf Fr. 1'534.–.
3. Die Gerichtskosten (inkl. Kosten des Schlichtungsverfahrens) werden aus-
gangsgemäss dem Kläger zu 29%, (entsprechend Fr. 445.– + Fr. 87.–), und
dem Beklagten zu 71% (entsprechend Fr. 1'089.– + Fr. 213.–) auferlegt und
mit dem bereits vom Kläger geleisteten Vorschuss (Fr. 1‘534.–) verrechnet.
Der den Beklagten betreffende Kostenanteil in der Höhe von total Fr. 1'302.–
(Fr. 1'089.– + Fr. 213.–) hat der Beklagte dem Kläger zu erstatten.
4. Der Beklagte wird verpflichtet, dem Kläger eine reduzierte Parteientschädi-
gung in der Höhe von Fr. 1'015.– (inkl. Mehrwertsteuer) zu bezahlen.
[5.-6 Mitteilung, Rechtsmittel]"
Beschwerdeanträge:
des Klägers und Beschwerdeführers (act. 17 S. 2):
"1. Es sei Ziffer 1 des Dispositivs des Urteils des Bezirksgerichts  vom 9. März 2017 (Geschäfts-Nr.: FV160014-A/U/rr/dp/jl), soweit sie das klägerische Rechtsbegehren betrifft, aufzuheben,
- 3 -
und es sei das klägerische Rechtsbegehren vollumfänglich ;
eventualiter sei die Sache an die Vorinstanz zur materiellen  des klägerischen Rechtsbegehrens zurückzuweisen.
2. Es sei Ziffer 3 des Dispositivs des angefochtenen Urteils  und die vorinstanzlichen Verfahrenskosten (inkl. ), seien vollumfänglich dem Beschwerdegegner aufzuerlegen;
eventualiter sei die Sache an die Vorinstanz zur Neubeurteilung der Verfahrenskosten zurückzuweisen.
3. Es sei Ziffer 4 des Dispositives des angefochtenen Urteils  und dem Beschwerdeführer sei für das vorinstanzliche Verfahren volle Parteientschädigung auszurichten;
eventualiter sei die Sache an die Vorinstanz zur Neubeurteilung der Parteientschädigung zurückzuweisen.
Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (zuzüglich ) zulasten des Beschwerdegegners."
des Beklagten und Beschwerdegegners (act. 25 S. 3, sinngemäss):
Beschwerde und Klage seien abzuweisen und der Kläger sei zu  den bereits geleisteten Betrag zurückzuvergüten, bzw.  einen grossen Teil davon;
unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten des Klägers.

## Considerations

Erwägungen:
1. Streitgegenstand und Prozessgeschichte
1.1. Dr. A._ (fortan Kläger genannt) beriet und unterstützte B._ (fortan
Beklagter genannt) im Juli und August 2015 in dringenden medienrechtlichen An-
gelegenheiten und veranlasste insbesondere die Löschung verschiedener Online-
Berichterstattungen. Eine Honorarvereinbarung wurde nicht getroffen. Die Partei-
en waren sich in der Folge uneins über die Rechtsnatur/Entgeltlichkeit der er-
brachten Dienstleistung, den Stundenansatz und hinsichtlich der an zwei Tagen in
Rechnung gestellten Stunden. Das Einzelgericht im vereinfachten Verfahren des
Bezirksgerichtes Affoltern (fortan Vorinstanz genannt) hiess die vom Kläger erho-
- 4 -
bene Klage mit Ausnahme angeblicher Dienstleistungen über 5.5 Stunden gut.
Der Kläger wendet sich im vorliegenden Verfahren gegen die teilweise Abweisung
seiner Klage sowie die damit einhergehende Regelung der Prozesskosten. Im
Einzelnen entwickelte sich das Verfahren wie folgt:
1.2. Mit Eingabe vom 24. Oktober 2016 reichte der Kläger der Vorinstanz die
Klagebewilligung vom 18. Oktober 2016 ein und stellte das eingangs angeführte
Rechtsbegehren (act. 1 f.). Nach Durchführung der Hauptverhandlung vom
15. Dezember 2016 (Prot. I S. 4 ff.) erliess die Vorinstanz am 9. März 2017 das
eingangs angeführte Urteil, mit welchem sie die Klage überwiegend guthiess
(act. 13 = act. 18 = act. 19). Das Urteil wurde den Parteien am 28. bzw. 29. März
2017 zugestellt (act. 14 f.).
1.3. Der Kläger erhob mit Eingabe vom 12. Mai 2017 (Datum Poststempel) Be-
schwerde gegen das Urteil vom 9. März 2017 und stellte die eingangs angeführ-
ten Beschwerdeanträge (act. 17 S. 2). Mit Präsidialverfügung vom 23. Mai 2017
wurde dem Kläger Frist gesetzt, um für die Kosten des Beschwerdeverfahrens ei-
nen Vorschuss von Fr. 750.– zu bezahlen (act. 20). Der Kläger leistete den Vor-
schuss fristgerecht (act. 21 f.).
1.4. Mit Verfügung vom 1. Juni 2017 setzte der Referent dem Beklagten eine
30tägige Frist an, um die Beschwerde zu beantworten (act. 23). Der Beklagte er-
stattete die Antwort rechtzeitig mit Eingabe vom 13. Juni 2017 und stellte den ein-
gangs angeführten Antrag (act. 25). Die Akten des erstinstanzlichen Verfahrens
wurden beigezogen (act. 1-15). Unbestrittenermassen hat der Beklagte seine
Verpflichtung gemäss dem vorinstanzlichen Urteil in Höhe von Fr. 8'657.65 getilgt
(vgl. act. 25, act. 26/2 und 26/4 sowie act. 27). Das Verfahren ist spruchreif. Dem
Kläger sind indes noch die Doppel von act. 25 und 26/1-4 zuzustellen.
2. Beschwerdevoraussetzungen
2.1. Erstinstanzliche Endentscheide sind mit Berufung anfechtbar. In vermö-
gensrechtlichen Belangen ist allerdings ein Mindeststreitwert von Fr. 10'000.00
- 5 -
vorausgesetzt (Art. 308 ZPO). Gegen den angefochtenen Entscheid ist somit nur
die Beschwerde nach Art. 319 ff. ZPO zulässig (Art. 319 Abs. 1 lit. a ZPO).
2.2. Die Beschwerde ist innert der 30tägigen Rechtsmittelfrist nach Art. 321
Abs. 1 ZPO schriftlich und begründet bei der Rechtsmittelinstanz einzureichen.
Wie eingangs erwähnt, wurde das angefochtene Urteil dem Kläger am
20. Februar 2017 zugestellt (act. 45; vgl. vorne Ziff. 1.3). Die am 13. März 2017
der Post übergebene, schriftlich begründete Beschwerde (act. 49) erfolgte danach
rechtzeitig. Auf die Beschwerde ist somit einzutreten.
2.3. In seiner Beschwerdeantwort beantragt der Beklagte neben der Abweisung
der Beschwerde auch die Abweisung der Klage und ersucht um Rückvergütung
des bereits Geleisteten; zudem erkennt er ein nötigendes Verhalten des Klägers.
Zur Begründung führt er an, der Kläger habe eigentlich viel zu viel Geld erhalten,
ohne Auftrag, Vollmacht, Zwischenrechnung und ohne jedwelchen Hinweis auf
Honorar (act. 25 S. 3). Die Schweizerische Zivilprozessordnung kennt keine An-
schlussbeschwerde (Art. 323 ZPO). Da es der Beklagte vorliegend unterlassen
hat, selbständig Beschwerde gegen den vorinstanzlichen Entscheid zu führen,
kann er keine Änderung desselben zuungunsten des Klägers erreichen. Gleich-
ermassen kann das vom Beklagten gerügte, angebliche Gebaren des Klägers zur
Eintreibung der Honorarforderung in Höhe der vorinstanzlichen Klagegutheissung
(vgl. act. 25 S. 1) nicht Gegenstand des vorliegenden Beschwerdeverfahrens
sein, da neue Anträge und Behauptungen im Beschwerdeverfahren unzulässig
sind (Art. 326 Abs. 1 ZPO). Für Strafanzeigen sind Polizei und Staatsanwaltschaft
zuständig (vgl. Art. 306 ff. StPO). Anhaltspunkte für ein vom Beklagten in den
Raum gestelltes, strafbares, insbesondere nötigendes Verhalten des Klägers sind
nicht erkennbar (vgl. act. 25 S. 2 und insb. act. 26/4), weshalb keine Pflicht der
Kammer zur Anzeigeerstattung besteht (vgl. § 167 Abs. 1 GOG). Der Vollständig-
keit halber sei der Beklagte immerhin darauf hingewiesen, dass sich der Unter-
schied der vom Kläger im Nachgang zum vorinstanzlichen Entscheid gestellten
beiden Rechnungen (act. 26 /1-2) ohne weiteres mit der Pflicht des Beklagten zur
Erstattung der Kosten in Höhe von Fr. 1'302.– gemäss Ziffer 3 des bereits voll-
- 6 -
streckbaren (vgl. dazu Art. 325 Abs. 1 ZPO) erstinstanzlichen Urteils erklären
lässt.
3. Besprechungen im Café C._
3.1. Gemäss den vorinstanzlichen Erwägungen im Verbund mit den eingereich-
ten Unterlagen sind folgende wesentlichen Sachverhaltselemente unbestritten:
Am 2. Juli 2015 erhielt der Beklagte zwei E-Mails von Herr D._ – Verwal-
tungsratspräsident zweier Aktiengesellschaften, in denen auch der Beklagte als
Verwaltungsrat fungierte. Herr D._ liess dem Beklagten zwei Presseartikel
zukommen, bat zunächst um eine Unterredung und forderte ihn sodann ultimativ
auf, aus den Verwaltungsräten auszutreten. Gemäss eigener Darstellung brachte
das den Beklagten ins Schwitzen, weshalb er sich gleichentags mit der Bitte um
Hilfe an den Kläger wandte (act. 10 S. 2; act. 11/1-3; act. 19 S. 6). Der Kläger
schlug eine Besprechung am 3. Juli 2015 vor – auf Wunsch des Beklagten im
1. Stock des Café C._ (act. 10 S. 3; act. 11/7 f.; act. 19 S. 7). Im Café
C._ wurde die Situation in den beiden Verwaltungsräten, die negativen Pres-
semeldungen und die Strategie für die Löschung dieser Artikel eingehend bespro-
chen. Des Weiteren wurde über zwei private Projekte gesprochen. Gleichentags
liess sich der Kläger beim Beklagten noch einmal mit folgender E-Mail verlauten
(act. 11/9; act. 19 S. 7 und S. 13 f.):
"Lieber Herr B._
Ich habe mir die inkriminierten Presseartikel (ich habe letztlich allerdings nur deren zwei ge-
funden) nochmals genau angeschaut: ihren Inhalt, aber auch deren "Herkunft". Wir hatten ja
besprochen, einen Kollegen in Deutschland zu mandatieren mit dem Auftrag, besagte Arti-
kel insbesondere aus dem Internet zu eliminieren. Ich möchte Ihnen nun beliebt machen,
auf diesen Entscheid dergestalt zurück zu kommen, dass zunächst ich die beiden  anschreibe und darum ersuche, Ihren Namen überall, wo er noch auftaucht, zu lö-
schen bzw. löschen zu lassen. Je nach Resultat oder Reaktion können wir danach ent-
scheiden, ob und gegebenenfalls wie wir weiter verfahren wollen/sollen. Es will mir schei-
nen, dass dieser Approach nicht zuletzt im Dienste eines vernünftigen Kosten- / Nutzenver-
hältnisses steht.
Bitte rufen sie mir kurz zu, ob Sie mit diesem Vorgehen einverstanden sind. Alsdann werde
ich entsprechende Schreiben vorbereiten."
- 7 -
Am 26. August 2015 trafen sich die Parteien erneut im Café C._ zu ei-
ner Besprechung; zudem telefonierte der Kläger mit einem in Deutschland mit der
Sache betrauten Rechtsanwalt (act. 10 S. 9; act. 11/29; act. 19 S. 14).
3.2. Die Vorinstanz bejahte einen entgeltlichen Auftrag zwischen den Parteien
(act. 19 S. 9 f.) zu einem üblichen Stundenansatz von Fr. 400.– (act. 19 S. 11).
Sie erwog weiter, dass die Anzahl der vom Kläger aufgelisteten 19 Stunden samt
Kleinspesenpauschale zusammen mit den Leistungsdetails einzig hinsichtlich der
Besprechungen im Café C._ bestritten worden sei (act. 19 S. 12); mangels
substantiiert behaupteter Tatsachen bezüglich der in diesem Zusammenhang ver-
rechneten 5.5 Stunden (3.5 Stunden am 3. Juli 2015 und 2 Stunden am 26. Au-
gust 2015; vgl. act. 19 S. 12 ff.) sei es nicht möglich, ein gutheissendes Urteil zu
fällen.
3.3. In Anwendung von § 124 GOG gab der Gerichtsschreiber seine abwei-
chende Meinung zu Protokoll: Die Teilarbeiten vom 3. Juli und 26. August 2015
seien genügend substantiiert und auch die Leistung an und für sich sei nicht mo-
niert worden. Es sei einzig pauschal die Gesamtdauer an diesen beiden Tagen
bestritten worden; solch eine pauschale Bestreitung reiche indes nicht aus. Es sei
einzig eine Angemessenheitsprüfung der Rechnungspositionen vorzunehmen und
nicht, ob sie bis ins letzte Detail behauptet und beweisbar seien. Die Honorar-
rechnung erscheine verhältnismässig und entsprechend sei die Klage gänzlich
gutzuheissen (Prot. I S. 14 ff.).
3.4. Der Kläger macht geltend, die Forderung der Vorinstanz nach Substantiie-
rung sei rechtsfehlerhaft. Einerseits habe der Beklagte selber das Café C._
als Treffpunkt vorgeschlagen. Andererseits habe der Beklagte ausdrücklich und
vorbehaltlos bestätigt, dass die verrechneten Leistungen erbracht worden seien
und dazu Besprechungen (unter anderem im C._) stattgefunden hätten. So-
dann sei der Beklagte mit seiner Leistung zufrieden gewesen und habe lediglich
die Gesamtdauer der Leistungen an diesen beiden Tagen pauschal bestritten. Ei-
ne pauschale Bestreitung reiche nicht aus. Zudem erwiesen sich die in Rechnung
gestellten Leistungen als verhältnismässig. Diverse Tätigkeiten seien nicht einmal
- 8 -
in die Honorarnote eingeflossen; im Übrigen sei vollumfänglich auf den Minder-
heitsantrag des Gerichts zu verweisen (act. 17 S. 3 f.).
3.5. So weit zulässig (vgl. E. 2.3.) führte der Beklagte in der Beschwerdeant-
wort aus, er finde das Verhalten des Klägers unverschämt. Ein so heikles Thema,
wie sie beide zu besprechen gehabt hätten, erfolge normalerweise nicht an einem
so turbulenten Ort wie dem Café C._, sondern in einem Kanzleibüro. Die
Stundenabrechnungen und der Zeitaufwand liessen erhebliche Zweifel aufkom-
men, weshalb ein Sachverständiger zur Überprüfung einzuberufen sei; beim Auf-
setzen der Schreiben habe es sich hauptsächlich und Standardschreiben gehan-
delt. Er hätte sofort reagiert, wäre das Thema Honorar und Stundenansatz in die-
ser Höhe aufgekommen, da er sich solche Honorarsätze nicht leisten könne. Der
Kläger handle entgegen der anwaltlichen Gepflogenheiten und Berufspflichten
(act. 25).
3.6. Wie der Beklagte ausführt, mag es zutreffen, dass Instruktionsgespräche in
der Regel in einer Anwaltskanzlei und nicht in einem Café erfolgen; wie bereits
die Vorinstanz erwog (act. 19 S. 12), tut dies vorliegend nichts zur Sache, ist doch
unbestritten und durch den E-Mailverkehr der Parteien untermauert, dass sie im
Café C._ mandatsbezogene Besprechungen führten. Fest steht der Bestand,
der Inhalt, die einwandfreie Besorgung des Auftragsverhältnisses und das von der
Vorinstanz definierte übliche Honorar pro Stunde zusammen mit der Kleinspe-
senpauschale (vgl. act. 19 S. 4 und 11). Die fragliche konkrete Bestreitung des
Beklagten im Rahmen der vorinstanzlichen Verhandlung lautete wie folgt (Prot. I
S. 10; act. 19 S. 5): "Dies kann ich bis heute nicht nachvollziehen, wie er auf die-
se Rechnungspositionen im C._ kommt."
3.6.1. Jede Partei hat die von ihr erhobenen Behauptungen in genügender Weise
zu substantiieren. In einem ersten Schritt genügt es für die behauptungsbelastete
Partei zwar, wenn sie dem Gericht eine einfache und schlüssige Behauptung un-
terbreitet. Die Schlüssigkeit entfällt jedoch, wenn die Gegenpartei die Behauptung
bestreitet oder das Gericht im Rahmen der gerichtlichen Frage- und Aufklärungs-
pflicht weitere Fragen zu dem Tatsachenvortrag stellt. In diesem Fall muss die
behauptungsbelastete Partei die Schlüssigkeit der Tatsachenbehauptung durch
- 9 -
Zerlegung in Einzeltatsachen und detaillierte Begründung wieder herstellen. Die
Tatsachenbehauptungen müssen dabei so formuliert sein, dass sie als Beweis-
satz in die Beweisaufnahme aufgenommen werden können (vgl. BGE 127 III 365
E. 2.b).
3.6.2. Mit der Vorinstanz ist lediglich von einer impliziten Bestreitung des Beklag-
ten auszugehen. Fraglich ist dabei zunächst, wie die Bestreitung überhaupt zu
verstehen ist. Möglich ist einerseits, dass der Beklagte generell beanstandete,
dass der Kläger die Treffen im Café C._ in Rechnung stellte oder anderer-
seits – so wie die Vorinstanz erwog –, dass der Beklagte die Dauer der Rech-
nungsposition als übermässig taxierte. Für letzteres spricht seine Aussage, man
werde im Café C._ immer wieder unterbrochen (Prot. I S. 8). Für erstere Auf-
fassung sprechen verschiedene Ausführungen des Beklagten: So schilderte er,
dass man im C._ keine geschäftlichen / seriösen Gespräche führen könne;
zugleich wies er darauf hin, dass er das Konsumierte bezahlt habe (Prot. I S. 7 f.).
Weiter brachte der Beklagte vor, er habe nie gedacht, dass der Kläger seine Ar-
beit in Rechnung stelle, im E._ Institut helfe man sich untereinander (Prot. I
S. 8). Ferner argumentierte er, die Lokalität sei irreführend gewesen (Prot. I
S. 10). Schliesslich gab er zu Protokoll, dass die Situation im 1. Stock des
C._ eher einem Kaffeetrinken, denn einem Arbeitstreffen entspreche (Prot. I
S. 10).
3.6.3. Von der beklagten Partei kann verlangt werden, eine Bestreitung tunlichst
zu substantiieren. Dabei muss es genügen, wenn die Bestreitung ihrem Zweck
entsprechend konkretisiert wird, um den Behauptenden zu der ihm obliegenden
Substantiierung und Beweisführung zu veranlassen. Es darf von der beklagten
Partei erwartet werden, dass sie rechtsrelevanten Sachvorbringen der Klägerin
mit konkreten Angaben widerspricht (vgl. BGer 4A_436/2016; 4A_466/2016, Urteil
vom 7. Februar 2017 E.3.4.2, BGE 105 II 143 E.6.a.bb). Der geschäftserfahrene
Beklagte (vgl. act. 19 S. 10) stellte keinen konkreten Bezug zur klägerischen Ho-
norarnote und den zugehörigen Behauptungen her, als er die klägerischen Rech-
nungspositionen im C._ für nicht nachvollziehbar hielt. Er nahm weder Bezug
auf die unterschiedlichen Daten noch auf die weiteren unter dem gleichen Datum
- 10 -
fakturierten Leistungen noch bezog er sich konkret auf die Dauer. Auch aus dem
Kontext seiner Aussage lässt sich nichts Weiterführendes ableiten, sprach er im
Satz zuvor vom Stundensatz und im Folgesatz von den Zeugen, die er nennen
werde (Prot. I S. 10). Damit erweist sich die widersprechende Behauptung des
Beklagten als unzureichend.
3.6.4. Selbst wenn aber eine zureichende Bestreitung angenommen würde, ist
Folgendes zu berücksichtigen: Der Beklagte äusserte die Bestreitung erst in der
Duplik der vorinstanzlichen Verhandlung (Prot. I S. 10 [dort als Replik bezeich-
net]). Im Anschluss an die Duplik wurde dem Kläger durch die Vorinstanz keine
Gelegenheit zur Stellungnahme eingeräumt (vgl. Prot. I S. 11). Den Parteien steht
aber nach der Rechtsprechung gestützt auf Art. 29 Abs. 1 und 2 BV sowie Art. 6
Ziff. 1 EMRK (insbesondere) zur Wahrung ihres rechtlichen Gehörs ein unbeding-
tes Replikrecht zu (vgl. BGE 138 III 252 E. 2.2). Neue Tatsachen sind – im Ge-
gensatz zur blossen Stellungnahme zu neuen Vorbringen der Duplik – "ohne Ver-
zug" vorzubringen (Art. 219 i.V.m. Art. 229 Abs. 1 ZPO Ingress). Noven müssen in
der Beschwerde zumindest so weit vorgebracht werden können, als erst der Ent-
scheid der Vorinstanz dazu Anlass gibt (vgl. BGE 139 III 466 E.3.4). Der Kläger
macht in der Beschwerdeschrift als unmittelbare Reaktion auf die erst aus dem
Urteil erkennbare Bestreitung des Beklagten und damit ausnahmsweise in zuläs-
siger Weise (vgl. ansonsten Art. 326 Abs. 1 ZPO) substantiierend geltend, er ha-
be am 3. Juli 2015 anderthalb Stunden für das Aktenstudium, eine Stunde für die
Besprechung und je eine halbe Stunde für das Telefonat mit Herrn D._ und
die Korrespondenz aufgewendet. Nicht berücksichtigt worden sei die Hin- und
Rückfahrt zum Besprechungsort. Am 26. August 2015 sei wiederum eine Bespre-
chung abgehalten worden. Zusammen mit der Vorbereitung für die Besprechung
und den Telefonaten mit Rechtsanwalt F._ habe das zu einem angemesse-
nen Aufwand von zwei Stunden geführt (act. 17 S. 4). Die Entgegnung des Be-
klagten in der Beschwerdeantwort dazu ist die pauschale Behauptung, dass die
Stundenabrechnungen wie auch der Zeitaufwand erhebliche Zweifel aufkommen
liessen (act. 25 S. 3). Die in der Duplik vorgebrachte Bestreitung des Beklagten
im Verbund mit der Darstellung in der Beschwerdeantwort erweist sich als unsub-
- 11 -
stantiiert, weshalb die Anzahl der in Rechnung gestellten Stunden als unbestritten
zu gelten hat.
3.6.5. Die fraglichen Positionen erschienen im Übrigen auch als angemessen, wä-
re deren Höhe vom Gericht festzusetzen (vgl. BGE 135 III 259 E.2.2). Zutreffend
hat die Vorinstanz erkannt, dass ein am Vortag telefonisch mandatierter Rechts-
anwalt vor der mündlichen Instruktion die ihm vorgängig überlassenen Unterlagen
studieren wird. Vorliegend ergibt sich auch aus der E-Mail des Klägers – die er im
Anschluss an die Besprechung schrieb – dass er die inkriminierten Presseartikel
mit Blick auf Inhalt und Herkunft nochmals genau angeschaut habe (act. 11/9).
Der Aufwand von 5.5 Stunden für das eingehende Erstinstruktionsgespräch, eine
weitere Besprechung, samt jeweiliger Vorbereitung, das Studium der Pressebe-
richte, die E-Mailkorrespondenz und Telefongespräche mit dem in Deutschland
betrauten Rechtsanwalt sowie Herrn D._ ist ohne weiteres angemessen, be-
rücksichtigt man die Dringlichkeit, die subjektive Wichtigkeit und die Schwierigkeit
der sowie den Erfolg in der Angelegenheit. Der Antrag des Beklagten im Be-
schwerdeverfahren, zur Angemessenheit des Zeitaufwands einen Sachverständi-
gen einzuberufen, ist verspätet und daher unzulässig (vgl. Prot. I S. 10; Art. 326
Abs. 1 ZPO).
3.7. Eine relevante Unsorgfalt in der Auftragsausführung bzw. betreffend die
Nebenpflichten kann zu einer Honorarreduktion führen (vgl. BSK OR I-WEBER,
6. Auflage, Basel 2015, Art.394 N 43). Der Beklagte machte geltend, er habe nie
einen Hinweis auf das Honorar erhalten und er hätte sofort reagiert, wäre das
Thema Honorar und Stundenansatz in dieser Höhe aufgekommen, da er sich sol-
che Honorarsätze nicht leisten könne (act. 25 S. 2 und 3). Bereits im erstinstanzli-
chen Verfahren hatte er ausgeführt, hätte der Kläger den Stundenansatz von
Fr. 400.– erwähnt, dann hätte er sofort eingewendet, es sei zu teuer und hätte
den Kläger erst gar nicht beauftragt, bzw. sofort die Zusammenarbeit beendet
(vgl. act. 19 S. 4).
3.7.1. Die Vorinstanz hat sich einzig zur Üblichkeit des Stundenansatzes von
Fr. 400.– ausgelassen (vgl. act. 19 S. 5 und 11), zur Fragestellung einer Honorar-
reduktion durch eine allfällige Verletzung der Aufklärungspflicht keine gesonder-
- 12 -
ten Erwägungen getroffen. Fraglich ist die Zulässigkeit dieser sinngemäss vom
Beklagten erhobenen Rüge im Rahmen der Beschwerdeantwort. Wie bereits er-
wogen sind Anträge und Behauptungen ausgeschlossen, die über eine blosse
Abweisung der Beschwerde bzw. Bestätigung des vorinstanzlichen Entscheids
hinausgehen (vgl. E.2.3). Innerhalb des Gegenstands der Beschwerde kann der
Beklagte aber sämtliche offensichtlich unrichtigen Tatsachenfeststellungen rügen
sowie rechtliche Argumente vorbringen, auch dann, wenn die Argumente von der
Vorinstanz implizit oder explizit verworfen wurden (vgl. ZPO-Rechtsmittel-KUNZ,
Basel 2013, Art. 312 N 53 i.V.m. Art. 321 N 18).
3.7.2. Dass die Orientierung über die Honoraransätze eine eigentliche Bedingung
für die Entstehung des Honoraranspruchs war, behauptet der Beklagte nicht und
ergibt sich ebenso wenig anderweitig. Insbesondere liesse sich dies auch nicht
aus den berufs- und standesrechtlichen Vorschriften, welche dem Anwalt gebie-
ten, ihre Klientschaft bei Übernahme des Mandates über die Grundsätze ihrer
Rechnungsstellung aufzuklären (Art. 12 lit. i BGFA und Art. 18 Abs. 3 der Stan-
desregeln) ableiten. Art. 12 lit. i BGFA äussert sich weder zur Entstehung des
Honoraranspruchs noch zur Höhe des Anwaltshonorars. Massgebend sind die
Grundsätze des Auftragsrechts. Haben die Parteien eine Vergütung nicht aus-
drücklich oder konkludent vereinbart, so ist im Auftragsrecht trotzdem ein Honorar
geschuldet, wenn es für die infrage stehende Leistung des Beauftragten üblich ist,
was vorliegend der Fall ist (FELLMANN, Kommentar zum Anwaltsgesetz, 2.A.,
Art. 12 Rz 157 ff., 160). Damit ist der Beklagte grundsätzlich so zu stellen, wie
wenn der Kläger den Auftrag korrekt erfüllt hätte. Ein Abzug am Honorar ist daher
nur gerechtfertigt, wenn bei korrekter Erfüllung des Auftrages ein geringeres Ho-
norar aufgelaufen wäre oder dem Beklagten durch die Verletzung der Neben-
pflicht sonst ein Schaden entstanden ist (Art. 97 OR). Es ist zu prüfen, wie sich
der Honoraranspruch des Klägers beziehungsweise das Vermögen des Beklagten
unter Berücksichtigung der konkreten Umstände nach dem gewöhnlichen Lauf
der Dinge entwickelt hätte, wenn der Kläger seine Nebenpflicht mit Blick auf die
zwei umstrittenen Positionen erfüllt hätte.
- 13 -
3.7.3. Eine Kürzung des Honorars für die Tätigkeiten am 3. Juli 2015 geht nur
schon aus dem Grund nicht an, als es zum damaligen Zeitpunkt innert kürzester
Zeit die angegriffene mediale Reputation des Beklagten zu schützen und nach
Möglichkeit dessen Verwaltungsratsmandate zu erhalten galt (vgl. E.3.1). Der Be-
klagte zeigt weder auf, inwiefern er bei dieser Ausgangslage verschiedene Medi-
enrechts-Anwälte angefragt und verglichen sowie mit Blick auf die Stundenansät-
ze verhandelt hätte, noch wäre dies nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge und
der allgemeinen Lebenserfahrung zu erwarten. Bei den Tätigkeiten vom 26. Au-
gust 2015 – rund anderthalb Monate später – ist eine Honorarkürzung zufolge
Verletzung einer vertraglichen Nebenpflicht grundsätzlich eher angezeigt. Den
Feststellungen der Vorinstanz zufolge ist der Beklagte aber ein gut vernetzter Un-
ternehmer, der schon diverse Verwaltungsratsmandate bekleidete, andere
Rechtsanwälte – teils auch namentlich – anlässlich der Verhandlung benennen
konnte und sich eigenen Angaben zufolge auch im Preisniveau gut auskennt
(act. 19 S. 10). Wer sich bei dieser Ausgangslage nicht nach den konkreten Ho-
noraransätzen des Rechtsanwalts erkundigt, darf sich nicht zu dessen Nachteil
auf eine Verletzung der Aufklärungspflicht berufen, beziehungsweise schuldet
zumindest ein übliches Honorar (vgl. dazu BGer 4C.463/2004, Urteil vom
16. März 2005, E.3.). Wie bereits erwogen ist das im Beschwerdeverfahren um-
strittene Honorar als angemessen und üblich zu erachten (vgl. E. 3.6.5).
3.8. Im Ergebnis ist demzufolge sowohl die Beschwerde als damit auch die
Klage gutzuheissen und der Beklagte zu verpflichten, dem Kläger Fr. 8'454.25
nebst Zins zu 5 % seit dem 23. Februar 2016 (vgl. dazu act. 19 S. 16 f.) zu bezah-
len. Von der am 30. März 2017 erfolgten teilweisen Tilgung ist Vormerk zu neh-
men (vgl. E. 1.4; act. 26/4).
4. Kosten- und Entschädigungsfolge
4.1. Die Gutheissung der Beschwerde und die Aufhebung des vorinstanzlichen
Entscheides führen dazu, dass sich auch der Ausgang des vorinstanzlichen Ver-
fahrens teilweise ändert. Zur Höhe der von der Vorinstanz auf Fr. 1'534.– festge-
legten Entscheidgebühr liegen keine Beanstandungen vor, weshalb diese der Hö-
he nach zu bestätigen ist. In der Sache obsiegt der Kläger umfassend; in Anwen-
- 14 -
dung von Art. 106 Abs. 1 ZPO sind die Kosten des erstinstanzlichen Verfahrens
dem Beklagten aufzuerlegen und nach den Grundsätzen von Art. 111 ZPO zu li-
quidieren. Damit sind die erstinstanzlichen Kosten aus dem vom Kläger bei der
Vorinstanz geleisteten Kostenvorschuss zu beziehen (Art. 111 Abs. 1 ZPO) und
ihm wie auch die Kosten der Klagebewilligung vom Beklagten zu ersetzen
(Art. 111 Abs. 2 ZPO). Zudem ist der Beklagte antragsgemäss (vgl. act. 1 S. 2) zu
verpflichten, dem Kläger eine Parteientschädigung auszurichten. Diese ist ge-
stützt auf § 2 Abs. 1 AnwGebV i.V.m. § 4 Abs. 1 und 2 AnwGebV unter Berück-
sichtigung einer Reduktion für die nicht notwendige Instruktion gemäss den vor-
instanzlichen Erwägungen auf Fr. 1'430.– festzusetzen (inkl. MwSt; vgl. act. 19
S. 18).
4.2. Die Entscheidgebühr für das zweitinstanzliche Verfahren ist gestützt auf
§ 12 Abs. 1 und 2 GebV OG i.V.m. § 2 Abs. 1 lit. a und § 4 GebV OG auf
Fr. 750.– festzusetzen. Ausgangsgemäss sind die Kosten dem Beklagten aufzu-
erlegen und nach den bereits genannten Grundsätzen von Art. 111 ZPO zu liqui-
dieren. Antragsgemäss ist der Beklagte schliesslich zu verpflichten, dem Kläger
eine Parteientschädigung auszurichten. Diese ist gestützt auf § 13 Abs. 1 und 2
AnwGebV i.V.m. § 2 Abs. 1 und § 4 Abs. 1 und 2 AnwGebV auf Fr. 432.– (inkl.
MwSt.) festzusetzen.
4.3. Auch hier gilt, dass die zwischen erst- und zweitinstanzlichem Urteil erfolg-
te teilweise Tilgung an die Verpflichtung des Beklagten anzurechnen ist.