# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 934d42d3-cd0e-437f-868d-667ee9b41104
**Court:** SG_VGN
**Chamber:** SG_VGN_001
**Year:** 2016
**Language:** de
**Jurisdiction:** SG / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Das Verwaltungsgericht stellt fest:
A. A.Y. wurde 2009 geboren und wohnt mit seiner Familie in X., wo er ab dem
Schuljahr 2013/14 den Kindergarten hätte besuchen sollen. Nach einer ersten
schulpsychologischen Untersuchung verfügte die örtliche Schulleitung den Aufschub
seiner Einschulung in den Kindergarten um ein Jahr (vi-act. 5a/8). Der Schulpsychologe
hatte am 30. April 2013 u.a. festgestellt, dass A.Y. von seinen Eltern überbehütet und
verwöhnt werde und deshalb von vielen wichtigen Erfahrungen im Umgang mit
Kindern, von der deutschen Sprache, die er folglich nur rudimentär kenne, sowie von
Spiel, Gefahren, alltäglichen Gegenständen und Situationen ferngehalten werde. Im
Beratungsgespräch habe er angesprochen, dass sich die Eltern in ihren
Erziehungsbemühungen verändern müssten, ansonsten sei A.Y. auch im kommenden
Schuljahr für den Eintritt in den Kindergarten nicht genügend vorbereitet (vi-act. 5a/9).
Konkret empfahl er den Besuch einer Spielgruppe und eine Erziehungsberatung durch
den Heilpädagogischen Dienst oder die Sozialpädagogische Familienbegleitung. Nach
den Akten besteht für A.Y. überdies eine Erziehungsbeistandschaft.
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Im Mai und Juni 2014 wurde A.Y. logopädisch und – nachdem die Logopädin grosse
Auffälligkeiten und einen sehr stark verzögerten Erwerb von Deutsch als Zweitsprache
festgestellt und zudem eine allgemeine Entwicklungsverzögerung vermutet hatte –
erneut schulpsychologisch abgeklärt (vi-act. 5a/6 und 7). Diese Untersuchung ergab
Entwicklungsrückstände im kognitiven, sprachlichen und emotionalen Bereich sowie
insgesamt deutlich unterdurchschnittliche nonverbale intellektuelle Fähigkeiten.
Insbesondere im Bedürfnisaufschub, in der Regelbefolgung und in der
Arbeitseinstellung bestehe grosser Entwicklungsbedarf. Trotz des gesamthaft grossen
Entwicklungsrückstandes empfahl die Schulpsychologin ab dem Schuljahr 2014/15
den Besuch des Regelkindergartens, allerdings mit integriertem schulischem
Förderunterricht (ISF) in der Kleingruppe. Der Schulleiter setzte diese Empfehlung um
(Verfügung vom 18. August 2014 in vi-act. 5a/5). Zusätzlich erhielt A.Y. im Verlauf des
ersten Kindergartenjahres heilpädagogische Früherziehung von wöchentlich zwei
Stunden (vi-act. 5a/4) und Deutschunterricht für Kinder mit Migrationshintergrund (vi-
act. 5a/3).
Am 19. Mai 2015 fand erneut eine schulpsychologische Standortbestimmung statt.
Anlässlich der durchgeführten Testreihen ergaben sich wiederum im Verhältnis zum
Altersdurchschnitt deutlich unterdurchschnittliche nonverbale intellektuelle Fähigkeiten.
Schlussfolgerungen zu ziehen und namentlich komplexere Zusammenhänge zu
erkennen, falle A.Y. schwer, auch sei die Verarbeitungsgeschwindigkeit tief. Im
sprachlichen Denken lägen die Leistungen drei Standardabweichungen unterhalb des
Altersdurchschnitts, was unter anderem auf seinen geringen Wortschatz
zurückzuführen sei. Dieser sei weit unterdurchschnittlich, weshalb es A.Y. schwerfalle,
sprachliche Informationen zu verstehen und sich mit Worten auszudrücken. Auch im
Umgang mit Zahlen (mathematisch logisches Denken) zeige A.Y. weit
unterdurchschnittliche Leistungen. Zurückgeblieben erscheine schliesslich auch die
motorische Entwicklung, was sich in der unsicheren Stiftführung und beim
Treppensteigen bemerkbar mache. Die weit unterdurchschnittlichen nonverbalen
Leistungen seien im Rahmen einer Heilpädagogischen Schule (HPS) adäquat
beschulbar. Die Zusammenarbeit mit den Eltern sei schwierig und deren Unterstützung
oft nicht spürbar; beispielsweise würden die Hausaufgaben im Deutschunterricht selten
gemacht. Bei der Arbeitsausführung bedürfe er 1:1-Betreuung. Im grossen
Klassenverband könne er hingegen wenig aufnehmen. Er benötige deshalb einen
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kleinen Klassenverband, viel Einzelbetreuung und Schulstrukturen, die seinen
Bedürfnissen entsprechen würden. Im Regelkindergarten könne er nicht hinreichend
gefördert werden, weshalb die Beschulung in einer HPS ab Schuljahr 2015/16
beantragt werde (act. 5a/2). Gestützt auf diesen Antrag verfügte der Schulrat der
politischen Gemeinde X. am 16. Juni 2015 für A.Y. die externe Sonderschulung in der
HPS X. ab Schuljahr 2015/16 (vi-act. 5a/1).
B. Gegen diese Verfügung liessen A.Y.s Eltern, B.Y. und C.Y., durch ihren
Vertreter Rekurs beim Erziehungsrat erheben. Sie machten im wesentlichen geltend,
der vom SPD festgestellte Sachverhalt sei ungenügend abgeklärt und entspreche nicht
den Tatsachen (vi-act. 1). Zum Beweis reichten sie während des Rekursverfahrens drei
in Serbien angefertigte kinderärztliche und -psychologische Gutachten ein (vi-act. 8).
Der Erziehungsrat betraute ein Mitglied der vorbereitenden Arbeitsgruppe für
Rekursentscheide mit weiteren Sachverhaltsabklärungen (vgl. vi-act. 7 und 9) und wies
den Rekurs schliesslich mit Entscheid vom 16. Dezember 2015 ab.
C. Gegen den Rekursentscheid erhoben B.Y. und C.Y. mit Eingabe vom
10. Januar 2016 für ihren Sohn A.Y. (Beschwerdeführer) Beschwerde beim
Verwaltungsgericht (act. 1). Sie beantragten sinngemäss, der angefochtene Entscheid
sei aufzuheben, sodass A.Y. weiterhin den Regelkindergarten oder eventuell eine
Kleinklasse besuchen könne; unter Kosten- und Entschädigungsfolge. Gerügt wird im
wesentlichen, der Erziehungsrat (Vorinstanz) habe A.Y. zu Unrecht nicht erneut
begutachten lassen. Die Vorinstanz beantragte am 17. Februar 2016 Abweisung der
Beschwerde (act. 6). Der Schulrat verzichtete für die politische Gemeinde X.
(Beschwerdegegnerin) auf eine Stellungnahme (act. 9). Am 24. Februar 2016 reichte der
Beschwerdeführer einen Kurzbericht der Psychologin Dr. R.S. ein (act. 11 und 12).
Auf die Ausführungen der Verfahrensbeteiligten zur Begründung ihrer Anträge und die

## Considerations

Akten wird – soweit notwendig – in den Erwägungen eingegangen.
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Darüber zieht das Verwaltungsgericht in Erwägung:
1. Die sachliche Zuständigkeit des Verwaltungsgerichts ist gegeben (Art. 59bis
Abs. 1 des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege, sGS 951.1, VRP). Der
Beschwerdeführer, der Adressat des angefochtenen Entscheides und von diesem
unmittelbar in seinen schutzwürdigen Interessen betroffen ist, ist zur
Beschwerdeerhebung befugt (Art. 64 in Verbindung mit Art. 45 Abs. 1 VRP). Als seine
gemeinsamen gesetzlichen Vertreter (vgl. Art. 304 Abs. 1 des Schweizerischen
Zivilgesetzbuches, SR 210, ZGB) sind die Eltern zur Ergreifung des Rechtsmittels
sowohl in eigenem als auch im Namen des Beschwerdeführers grundsätzlich legitimiert
(BGer 2C_433/2011 vom 1. Juni 2012 E. 1.2; VerwGE B 2014/247 vom 30. Juni 2015
E. 1.2 und B 2014/113 vom 27. November 2015 E. 1, www.gerichte.sg.ch). Die
Beschwerde wurde rechtzeitig erhoben und entspricht den Anforderungen in
inhaltlicher und formeller Hinsicht (Art. 64 in Verbindung mit Art. 47 Abs. 1 und 48
Abs. 1 VRP). Auf die Beschwerde ist einzutreten.
2.
2.1. Art. 19 der Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft (SR
101, BV) gewährleistet einen Anspruch auf ausreichenden und unentgeltlichen
Grundschulunterricht. Nach Art. 62 Abs. 1 und 2 BV sorgen hierfür die Kantone. Die
aufgrund von Art. 19 BV garantierte «ausreichende» Grundschulung muss für den
Einzelnen angemessen und geeignet sein bzw. genügen, um ihn auf ein
selbstverantwortliches Leben im Alltag vorzubereiten. Aus der Verfassung ergibt sich
mithin ein Anspruch auf eine den individuellen Fähigkeiten des Kindes und seiner
Persönlichkeitsentwicklung entsprechende unentgeltliche Grundschulausbildung an
einer öffentlichen Schule. Wie andere soziale Grundrechte gewährleistet auch der
Anspruch auf Grundschulunterricht nur einen Mindeststandard. Dieser umfasst ein
angemessenes, erfahrungsgemäss ausreichendes Bildungsangebot an öffentlichen
Schulen. Ein Mehr an individueller Betreuung, das theoretisch immer möglich wäre,
kann daraus mit Blick auf das beschränkte staatliche Leistungsvermögen nicht
abgeleitet werden. Mit anderen Worten ist der verfassungsmässige Anspruch auf
ausreichenden unentgeltlichen Grundschulunterricht nicht gleichbedeutend mit dem
Anspruch auf die optimale bzw. geeignetste Schulung eines Kindes (zum Ganzen vgl.
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z.B. BGE 138 I 162 E. 3 mit Hinweisen; BGer 2P.216/2002 vom 5. Februar 2003 E. 4 f.,
in: ZBl 108/2007, S. 162; VerwGE B 2014/113 vom 27. November 2015 E. 2.1,
www.gerichte.sg.ch). Der verfassungsrechtlich garantierte Anspruch wird verletzt, wenn
die Ausbildung des Kindes derart eingeschränkt wird, dass die Chancengleichheit nicht
mehr gewahrt ist, und wenn es Lehrinhalte nicht vermittelt erhält, die in der hiesigen
Wertordnung als unverzichtbar gelten (BGE 119 Ia 178 E. 8a; 129 I 35 E. 7.3).
2.2. Neben dem Grundschulunterricht sorgen die Kantone auch für eine
ausreichende Sonderschulung aller behinderten Kinder und Jugendlichen bis längstens
zum vollendeten 20. Altersjahr (vgl. Art. 62 Abs. 3 BV). Ob es sich dabei um einen
reinen Verfassungsauftrag handelt oder ob Art. 62 Abs. 3 BV ein einklagbares
verfassungsmässiges Individualrecht auf ausreichende Sonderschulung begründet, ist
umstritten. Die zu Art. 19 BV entwickelten und mitunter einschränkenden Grundsätze
kommen dessen ungeachtet auch in Bezug auf die Sonderschulung zum Tragen (vgl.
die weiterführenden Bemerkungen und Hinweise von P. Hänni, in: Waldmann/Belser/
Epiney, Basler Kommentar BV, Basel 2015, N37 f. zu Art. 62 BV sowie Ehrenzeller, in:
Ders./Schindler/Schweizer/Vallender [Hrsg.], St. Galler Kommentar BV, 3. Aufl. 2014, N
36 ff. zu Art. 62 BV).
2.3. Massgebend für den Entscheid, welche (Sonder-)Schule in Frage kommt, ist
vorab das Wohl des (behinderten) Kindes. Deshalb besteht beispielswiese kein
Anspruch, ohne Rücksicht auf die Fähigkeiten eine Schule am Wohnort zu besuchen,
wenn dort keine Sonderschulung möglich ist, die der Behinderung entspricht (BGE 130
I 352 E. 6.1.2 mit Hinweis auf C. Klein, La discrimination des personnes handicapées,
Diss. Bern 2002, S. 56 ff.). Die Eltern spielen beim Entscheidungsprozess eine wichtige,
rechtlich gesicherte Rolle, aber letztlich gehen ihre Rechte nicht dem offensichtlichen
Wohl des Kindes vor (H. Plotke, Schweizerisches Schulrecht, 2. Aufl. 2003, S. 467 f.
mit Hinweis).
3.
3.1. Die kantonale Schulgesetzgebung konkretisiert diese verfassungsmässigen
Ansprüche und Bildungsaufträge wie folgt: Das im Kanton wohnhafte Kind hat das
Recht, jene öffentliche Schule oder anerkannte private Sonderschule zu besuchen, die
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seinen Fähigkeiten entspricht und deren Anforderungen es erfüllt (Art. 51 des
Volksschulgesetzes, sGS 213.1, VSG). Kinder mit besonderem Bildungsbedarf,
namentlich mit Schulschwierigkeiten, Verzögerungen oder Beeinträchtigungen in der
Entwicklung, Behinderungen oder besonderen Begabungen werden durch
sonderpädagogische Massnahmen unterstützt (Art. 34 Abs. 1 VSG). «Besonderer
Bildungsbedarf» ist ein Oberbegriff, an den einzelfallbezogen sonderpädagogische
Massnahmen geknüpft werden (vgl. Botschaft zum XIV. Nachtrag zum VSG, ABl 2013
308 ff., 398). Gemäss Art. 35 VSG orientieren sich sonderpädagogische Massnahmen
am Bedarf der Kinder in Erfüllung des Erziehungs- und Bildungsauftrags, unter
Berücksichtigung des Aufwandes von Schule und Kanton.
3.2. Einem Kind mit ausgewiesenem besonderem Bildungsbedarf steht eine
ausgewiesene sonderpädagogische Massnahme zu (vgl. Art. 35 Abs. 2 VSG).
Schülerinnen und Schüler mit besonderem Bildungsbedarf besuchen gemäss Art.
35bis Abs. 1 VSG die Regel- oder die Kleinklasse, wenn sie (kumulativ) vom Unterricht
profitieren und das soziale Gefüge der Klasse wahrnehmen können (lit. a), der Besuch
für die Erfüllung des Erziehungs- und Bildungsauftrags geeignet, erforderlich und
zumutbar ist (lit. b) und nicht überwiegende Interessen der Klasse oder des Umfeldes
entgegen stehen (lit. c). Kinder, die diese Kriterien für die integrative Beschulung an der
Regelschule nicht erfüllen, besuchen eine separate Sonderschule (Abs. 3). Es besteht
weder ein verfassungs- noch ein bundes- oder kantonalrechtlicher Anspruch, ein Kind
mit ausgewiesener Sonderschulbedürftigkeit in einer Regelklasse zu beschulen (vgl.
VerwGE B 2013/53 vom 12. Juni 2013 E. 3.1, www.gerichte.sg.ch).
3.3. Die Sonderpädagogik im Kanton St. Gallen ist nach dem Gesagten den
Grundsätzen der Verhältnismässigkeit und der Subsidiarität verpflichtet. Die
Volksschule erfüllt ihren Bildungsauftrag, indem sie sowohl integrierende als auch
separierende Angebote vorsieht und diese nach dem Prinzip «so viel Integration wie
möglich, so viel Separation wie nötig» situationsgerecht einsetzt. Die Umsetzung
dieses Prinzips erfolgt unter Berücksichtigung und Abwägung der Interessen der
Schülerinnen und Schüler mit besonderem Bildungsbedarf einerseits sowie der übrigen
Schülerinnen und Schüler und der Lehrpersonen andererseits (Sonderpädagogik-
Konzept des Kantons St. Gallen vom 18. März/4. Mai 2015, Teil «Überblick», Ziff. 3.1,
www.schule.sg.ch). Das Sonderschulangebot richtet sich an Schülerinnen und Schüler
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mit Behinderung (geistige Behinderung, Mehrfachbehinderung, Hör-, Seh- oder
Körperbehinderung, Sprachentwicklungsverzögerung) oder mit schwerwiegenden
Lern- und Verhaltensschwierigkeiten, die trotz sonderpädagogischen Massnahmen aus
dem Grundangebot, individuellen Lernzielen und behinderungsspezifischer Beratung
und Unterstützung dem Unterricht in der Regelschule nicht folgen können und/oder
deren Behinderung die Platzierung in einer Sonderschule unumgänglich macht.
Sonderschulen sind spezialisierte Einrichtungen mit einem oder mehreren
Förderschwerpunkten wie kognitiver Entwicklung, sozialer sowie psychisch-
emotionaler Entwicklung, Sprachentwicklung, körperlicher bzw. motorischer
Entwicklung, Hören und Sehen (Sonderpädagogik-Konzept, Teil «Sonderschule»,
a.a.O., Ziff. 3.1 f.).
3.4. Bevor der Schulrat den Besuch einer Kleinklasse oder einer Sonderschule
verfügt, holt er das Gutachten der zentralen Abklärungsstelle (SPD) ein (vgl. Art. 36 und
36bis VSG und Botschaft, a.a.O., S. 400 f.). Das Gutachten des SPD an den Schulrat
beinhaltet sämtliche für die Schule relevanten Angaben (Einschätzungen,
Handlungsbedarf, Antrag). Der allfällige Bedarf für eine Sonderschulung wird mittels
standardisiertem Abklärungsverfahren erhoben. Aufgrund der Einschätzung der
Entwicklungs- und Bildungsziele sowie des Förderbedarfs werden ein Hauptförderort
und allfällige unterstützende Massnahmen vorgeschlagen. Durch den Beizug des SPD
wird sichergestellt, dass die Abklärung aus einer unabhängigen Perspektive und die
Antragsstellung nach einheitlichen Standards erfolgen (vgl. Sonderpädagogik-Konzept,
Teil «Regelschule», a.a.O., Ziff. 5.5.4).
3.5. Der Schulrat muss anordnen, wie eine sonderpädagogische Massnahme
konkret auszugestalten ist. Die Wahl der Institution, die die Sonderschulung
durchführen soll, liegt ebenso im Ermessen des Schulrates. Sein (Auswahl-)Ermessen
hat er pflichtgemäss, d.h. unter Berücksichtigung der rechtsstaatlichen Grundsätze,
namentlich des Willkürverbots, der Rechtsgleichheit und der Verhältnismässigkeit,
auszuüben. Neben diesen Grundsätzen hat der Schulrat auch den Sinn und Zweck der
gesetzlichen Ordnung zu beachten. Leitlinien bilden im konkreten Fall sowohl das
Kindeswohl als auch die finanzielle Tragbarkeit (vgl. Art. 35 VSG). Die vorgängige und
notwendige schulpsychologische Abklärung soll die Frage erhellen, welche
Beschulungsform bzw. Art der Institution und Unterbringung den Bedürfnissen des
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Kindes am besten gerecht wird. Da eine Behörde in Fachfragen praxisgemäss nur von
der Auffassung des Gutachtens abweicht, wenn gewichtige, zuverlässig begründete
Tatsachen oder Indizien dessen Überzeugungskraft ernsthaft erschüttern (vgl. Cavelti/
Vögeli, Verwaltungsgerichtsbarkeit im Kanton St. Gallen, 2. Aufl. 2003, Rz. 616;
Rhinow/Krähenmann, Schweizerische Verwaltungsrechtsprechung, Ergänzungsband,
Basel 1990, Nr. 146; vgl. auch nachfolgend E. 5.2), sind dessen Schlussfolgerungen
und Anträge in der Regel wegweisend (VerwGE B 2015/296 vom 25. Mai 2016 E. 3.2,
www.gerichte.sg.ch).
4. Dem Verwaltungsgericht ist die Ermessenskontrolle im Beschwerdeverfahren
verwehrt (Art. 61 Abs. 1 und 2 VRP e contrario). Es hat sich daher darauf zu
beschränken, über die Einhaltung des Ermessensspielraums zu wachen, und schreitet
nur ein, wenn die Vorinstanz das ihr zustehende Ermessen über- bzw. unterschritten
oder missbraucht hat. Eine Ermessensüberschreitung liegt vor, wenn die Behörde
Ermessen walten lässt, wo für dieses nach Gesetz kein Raum ist.
Ermessensunterschreitung liegt vor, wo das Gesetz Ermessen einräumt und die
Behörde dieses nicht wahrnimmt. Missbräuchlich wird das Ermessen ausgeübt, wenn
sich die Behörde zwar an den Rahmen des ihr vom Gesetz eingeräumten Ermessens
hält, dabei jedoch die bei der Ermessensausübung zu beachtenden
verfassungsmässigen Grundsätze, insbesondere der Rechtsgleichheit, der
Verhältnismässigkeit oder des Verbots der Willkür, verletzt (Cavelti/Vögeli, a.a.O.,
Rz. 740 ff.).
5.
5.1. Für den Beschwerdeführer wird geltend gemacht, er sei normal entwickelt,
spiele zu Hause und erfülle jede ihm von seinen Eltern erteilte Aufgabe. Den Weg in den
Kindergarten bewältige er alleine. Er sei nur etwas unruhig, was für sein Alter normal
sei. Er zähle in deutscher und in serbischer Sprache problemlos bis 100 und nicht nur,
wie der SPD festgestellt habe, bis 13. Der SPD habe ihn nicht ausführlich untersucht
und auch keinen Bericht seines Hausarztes eingeholt. In Serbien hätten eine
Kinderpsychiaterin und ein Kinderarzt im Sommer 2015 festgestellt, dass der
Beschwerdeführer die Regelschule besuchen könne. Deren Berichte seien von der
Vorinstanz nicht berücksichtigt worden. Diese Auffassung wollen die Eltern des
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Beschwerdeführers mit einem nachträglich eingereichten Kurzbericht der Psychologin
Dr. R.S. untermauern, die am 18. Februar 2016 empfahl, der Knabe sei im Sommer
2016 in der Einführungsklasse einzuschulen (act. 12).
5.2. Die Vorbringen des Beschwerdeführers beschlagen die Beweiswürdigung der
Vorinstanzen. Sowohl das nicht streitige als auch das streitige Verwaltungsverfahren ist
vom Grundsatz der freien Beweiswürdigung beherrscht (Art. 21 Abs. 3 VRP), wonach
die Bewertung der einzelnen Beweise nicht starren Regeln folgt. Die Gewichtung der
einzelnen Beweismittel soll sich aus der inneren Qualität, d.h. aus der anzunehmenden
Übereinstimmung mit der Wirklichkeit, ergeben und nicht durch äussere Eigenart. Mit
Bezug auf Gutachten bedeutet dies, dass die Behörde auch an deren Ergebnisse
grundsätzlich nicht gebunden ist. Allerdings muss sie praxisgemäss triftige Gründe im
Sinne von gewichtigen, zuverlässig begründeten Tatsachen oder Indizien anführen,
welche die Überzeugungskraft des Gutachtens ernsthaft erschüttern, um davon
abzuweichen. Darunter fallen etwa innere Widersprüche, offensichtliche
Lückenhaftigkeit oder irrtümliche tatsächliche Feststellungen. Widrigenfalls wäre die
vorgenommene Beweiswürdigung willkürlich (vgl. Cavelti/Vögeli, a.a.O., Rz. 616;
Rhinow/Krähenmann, Schweizerische Verwaltungsrechtsprechung, Ergänzungsband,
Basel 1990, Nr. 146; Th. Weibel, in: Sutter-Somm/Hasenböhler/Leuenberger,
Kommentar zur Schweizerischen Zivilprozessordnung, 3. Aufl. 2016, N 7 zu Art. 187
ZPO; K. Plüss, in: A. Griffel [Hrsg.], Kommentar zum Verwaltungsrechtspflegegesetz
des Kantons Zürich, 3. Aufl. 2014, N 147 zu § 7 VRG).
Ein Privatgutachten besitzt nicht den gleichen Rang wie ein von der Behörde nach
vorgegebenem Verfahrensrecht eingeholtes Gutachten; ihm kommt lediglich der
Beweiswert von Parteivorbringen zu. Expertisen, die von einer Partei eingeholt und in
das Verfahren eingebracht werden, darf der Beweiswert indessen nicht schon deshalb
abgesprochen werden, weil sie von einer Partei stammen. Von den Parteien
eingereichte Berichte von Ärzten oder Therapeuten dürfen indessen unter
Berücksichtigung der Erfahrungstatsache interpretiert werden, dass diese wegen ihrer
auftragsrechtlichen Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihres Patienten
lauten. Für den Beweiswert eines solchen Berichts ist jedenfalls entscheidend, ob er für
die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, in
Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben wurde, in der Beurteilung der
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Zusammenhänge und der medizinischen Situation einleuchtet und die
Schlussfolgerungen begründet sind (vgl. Cavelti/Vögeli, a.a.O., Rz. 616 ff.; K. Plüss, in:
Kommentar VRG, a.a.O., N 148 und 150 zu § 7 VRG; M. Donatsch, in: ebd., N 14 zu §
60 VRG, je mit Hinweisen.)
Kommt ein privater Gutachter zu einem anderen Schluss als ein behördlicher, muss die
Behörde prüfen, ob die Auffassungen und Schlussfolgerungen des eigens
angeordneten Gutachtens in den rechtserheblichen Fragen derart erschüttert werden,
dass davon abzuweichen ist (Cavelti/Vögeli, a.a.O., Rz. 618).
5.3. Die Vorinstanz hat in E. 4.d des angefochtenen Entscheids dargelegt, dass der
Beschwerdeführer bislang insgesamt dreimal durch den SPD als gesetzliche neutrale
Abklärungsstelle untersucht worden ist. Die entsprechenden Berichte wurden in Bst. A
hiervor inhaltlich in den wesentlichen Zügen wiedergegeben. Im vorerst letzten Bericht
vom 12. Juni 2015 fasste der SPD den bisherigen Verlauf zusammen und legte die
Ergebnisse der schulpsychologischen Untersuchung (persönlicher Eindruck,
Arbeitsverhalten, Sozialverhalten, intellektuelle Fähigkeiten, Wahrnehmungsleistungen
und allgemeine Entwicklung) dar. Die Erhebungen über die rechtserheblichen
Tatsachen erfolgten – wie die Vorinstanz zutreffend erwogen hat – gründlich und
fanden durch Auseinandersetzung mit der konkreten schulischen Situation und den
Beteiligten vor Ort statt. Der im Gutachten enthaltene Antrag für die weitere
Beschulung ist nachvollziehbar und schlüssig begründet; er stützt sich seinerseits auf
logisch nachvollziehbare Schlussfolgerungen.
5.4. Während des Rekursverfahrens besuchte zudem ein Mitglied der
vorinstanzlichen Arbeitsgruppe für Rekursentscheide den Beschwerdeführer im
Kindergarten und führte Gespräche mit seiner Lehrerin, der Schulischen
Heilpädagogin, der Lehrperson für Deutsch für Kinder mit Migrationshintergrund, der
Schulpsychologin, der Schulleitung, dem Schulrat und den Eltern (vgl. vi-act. 9). Der
vorinstanzliche Entscheid stützt sich somit auch auf eigene, unmittelbare
Wahrnehmungen und Beweiserhebungen. Bei seinem Unterrichtsbesuch stellte der
Vertreter der Vorinstanz fest, dass der Beschwerdeführer gängige Tiere (z.B.
Schildkröte und Frosch) nicht benennen konnte, kaum mit anderen Kindern sprach und
versuchte, mit Geräuschen und Gebärden zu interagieren. Die Lehrpersonen
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berichteten, der Beschwerdeführer sei zwar willig und mache im Unterricht gut mit,
brauche aber bei anspruchsvolleren Aufträgen eine erwachsene Person, die ihn durch
die Arbeit führe. Trotz der zusätzlichen Unterstützung mache er (auch in der kleinen
Gruppe) nur kleine Fortschritte. Nach wie vor habe er einen sehr kleinen Wortschatz,
was die Kommunikation mit den anderen Kindern sehr erschwere. Von Seiten der
Beschwerdegegnerin wurde berichtet, die Schule sei von Beginn weg bemüht
gewesen, den Beschwerdeführer mit verschiedenen Massnahmen zu unterstützen (ISF,
Deutsch für Kinder mit Migrationshintergrund). Der Antrag des SPD auf
heilpädagogische Früherziehung sei umgehend bewilligt worden. Der
Beschwerdeführer sei auf eine heilpädagogische Förderung in einer kleinen Gruppe
angewiesen, was er im Regelkindergarten nicht erhalten könne.
Aufgrund seiner eigenen Beobachtungen im Unterricht und den Berichten der
Lehrpersonen, der Vertreter der Beschwerdegegnerin und der Schulpsychologin
empfahl das Mitglied der Arbeitsgruppe dem Erziehungsrat die Abweisung des
Rekurses. Die aktuellen Aussagen der Lehrpersonen hätten die Befunde des SPD, dass
Entwicklungsverzögerungen und ein deutlich unterdurchschnittliches intellektuelles
Potential vorlägen, bestätigt. Der Beschwerdeführer erfülle die Anforderungen, die an
Kinder seines Alters gestellt werden könnten, trotz der durch die Schule eingeleiteten,
weitreichenden, angemessenen und verhältnismässigen Massnahmen nicht. Der
Regelkindergarten werde A.Y.s besonderem Bildungsbedarf auf Dauer nicht gerecht,
da er infolge seiner verminderten kognitiven Fähigkeiten im Allgemeinen und der
Sprachproblematik im Speziellen permanent überfordert sei. Seine Beschulung an der
HPS sei zur Sicherstellung eines ausreichenden Grundschulunterrichts notwendig. Die
Sorge der Eltern, der Beschwerdeführer werde dadurch in seiner Entwicklung
gehemmt, sei unbegründet, weil sich die HPS am jeweiligen Entwicklungsstand der
Kinder orientiere und diese individuell gefördert würden. Bei guter Entwicklung sei die
Rückschulung in eine Regelklasse möglich.
5.5.
5.5.1. Zu den vom Beschwerdeführer eingereichten Privatgutachten bzw.
Arztberichten ist vorab folgendes festzuhalten: Die in Serbien tätigen Ärzte verfügten
offensichtlich nicht über die relevanten Vorakten; die Anamnese wurde im Gegensatz
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zu jener des SPD aufgrund von (unterschiedlichen) Berichten der Eltern vorgenommen.
Prof. Dr. O. ging davon aus, er werde aufgesucht, weil der Beschwerdeführer unruhig
sei (vgl. vi-act. 8a/1). Nach den Ausführungen von Dr. K.M. war die streitige Verfügung
damit begründet worden, der Beschwerdeführer könne nicht auf mehr als 100 zählen,
halte sich beim Treppensteigen am Geländer und sei leise in der Gruppe der
Gleichaltrigen (vgl. vi-act. 8a/2). Die klinische Psychologin T.U. ging davon aus, dass
der Beschwerdeführer im Kindergarten oft aufstehe und er die ihm erteilten Aufträge
nicht abarbeiten könne (vgl. vi-act. 8a/3).
5.5.2. Prof. Dr. O. äusserte sich in seinem Bericht vom 28. Juli 2015 nach einer
körperlichen Untersuchung vorwiegend zu neurologischen Befunden. Sodann führte er
aus, das Kind sei kommunikativ, kooperativ, in seiner Achtsamkeit nicht gestört und
nicht hyperaktiv; die mentalen Fähigkeiten seien altersentsprechend. Anzeichen für
ADHD oder eine ähnliche Störung gebe es nicht. Die Aussagekraft dieses Berichts
erscheint schon deshalb beschränkt, weil der Beschwerdeführer auch nach den
Gutachten des SPD offensichtlich nicht an einer Aufmerksamkeitsstörung leidet und
deshalb die Fragestellung bzw. Anamnese nicht zielführend war. Wie der Arzt die
kognitiven Fähigkeiten des Beschwerdeführers abgeklärt hat, ergibt sich aus dem
Bericht nicht direkt; es scheint aber, dass lediglich ein Gespräch mit dem Knaben
stattgefunden hat (zum Ganzen vgl. vi-act. 8a/1).
5.5.3. Dr. K.M. untersuchte den Beschwerdeführer am 30. Juli 2015. Auch hierbei
sind offensichtlich keine eigentlichen Tests durchgeführt worden. Der Bericht gibt
lediglich den anlässlich der Konsultation gewonnenen persönlichen Eindruck der
medizinischen Fachperson wieder. So heisst es z.B., der Knabe habe adäquat auf
Fragen nach den Namen der Familienangehörigen und seinem besten Freund sowie
seines Lieblingsspiels geantwortet. Im Bericht wird der Schluss gezogen, der
Beschwerdeführer verfüge über ordentliche kognitive Kapazitäten, sei aber aufgrund
der spezifischen Familienumstände überbeschützt und ungenügend psychomotorisch
stimuliert worden, was sich in einem seinem biologischen und intellektuellen Potenzial
nicht angemessenen Verhalten äussere. Dennoch diagnostizierte Dr. K.M. eine
«kombinierte Entwicklungsstörung» (F83 nach der internationalen statistischen
Klassifikation der Krankheiten und verwandter Gesundheitsprobleme ICD-10;
deutscher Text abrufbar unter www.dimdi.de). Unter diesen Diagnoseschlüssel fällt laut
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Definition nach ICD-10 eine Restkategorie von Störungen, bei denen eine gewisse
Mischung von Entwicklungsstörungen des Sprechens und der Sprache, schulischer
Fertigkeiten und motorischer Funktionen vorliegt, von denen jedoch keine so dominiert,
dass sie eine Hauptdiagnose rechtfertigt. Meist sind die Störungen mit einem gewissen
Grad an allgemeiner Beeinträchtigung kognitiver Funktionen verbunden (vgl.
www.dimdi.de). Diese Diagnose widerspricht, soweit ersichtlich, den Feststellungen
des SPD nicht, sondern bestätigt diese vielmehr.
5.5.4. Auch T.U. berichtete – ähnlich wie der SPD – von Sprachverständnis- und
Wortschatzproblemen, von nicht altersgemässer neuropsychologischer Reife und von
ungenügender Stimulation der Funktionen der visuomotorischen Koordination. Die
nonverbale Intelligenz liege in der Grenzebene, und die kognitiven Funktionen seien
nicht harmonisch entwickelt. Die Psychologin führte dies auf Nachlässigkeit,
Überbehütung und mangelnde strukturierte Stimulation seitens der Eltern zurück. Die
Graphomotorik, das verbale Verstehen und das Begriffsrepertoire müsse durch
psychostimulative Behandlungen verbessert werden. Es sei überhaupt nicht
erwünscht, den Beschwerdeführer gesondert zu beschulen (vgl. act. 8a/3). In seinen
Feststellungen widerspricht auch dieser Bericht den Befunden des SPD indessen nicht.
5.6. Im Ergebnis ist festzuhalten, dass die vorgelegten Privatgutachten nicht
geeignet sind, die Auffassungen und Schlussfolgerungen des SPD zu erschüttern. Sie
scheinen dessen Befunde vielmehr im wesentlichen zu bestätigen. Wie die Vorinstanz
in E. 4.d des angefochtenen Entscheids zutreffend dargelegt hat, tätigten die
serbischen Fachpersonen keine eigenen Erhebungen zur Situation des
Beschwerdeführers im Kindergarten. Ferner dürfte ihnen das st. gallische Schulsystem
fremd sein. Ihre abweichenden Empfehlungen zur Beschulung können deshalb nicht
Anlass für eine andere bzw. erneute Beurteilung geben.
Ferner kam auch die von den Eltern während des Beschwerdeverfahrens beigezogene
Dr. R.S. zu ähnlichen Schlüssen (vgl. act. 12). Obwohl deren Kurzbericht hinsichtlich
der Entwicklung des Beschwerdeführers verhalten positiver ist als die Einschätzungen
des SPD und auch der serbischen Fachärzte, vermag er die Schlussfolgerungen der
zentralen Abklärungsstelle nicht zu erschüttern. Der Bericht fällt einerseits äusserst
knapp aus. Andererseits bleibt unerwähnt, wieso der Beschwerdeführer nicht
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 15/16
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St.Galler Gerichte
sonderschulbedürftig sein soll. Eine Auseinandersetzung mit der zentralen
Fragestellung dieses Verfahrens findet sich darin nicht.
5.7. Die HPS X. richtet sich an Schülerinnen und Schüler, die durch
Entwicklungsverzögerungen den Anforderungen der Volksschule und der Kleinklassen
nicht entsprechen (Schulkonzept der HPS X., www. ... .ch). Den Vorinstanzen ist kein
Ermessensfehler im Sinne einer Rechtsverletzung vorzuwerfen, wenn sie den
Beschwerdeführer, der trotz der durch die Schule eingeleiteten umfassenden
Massnahmen nur geringe Lernfortschritte erzielte und infolge seiner verminderten
kognitiven Fähigkeiten im Allgemeinen und der Sprachproblematik im Speziellen dem
Regelunterricht nicht folgen kann, der HPS X. zuwiesen. Die vorgesehene Massnahme
erscheint angesichts des Angebots der neuen Schule bedarfsgerecht und drängt sich
aus Sicht des Kindeswohls auf. Im übrigen ist darauf hinzuweisen, dass auch die HPS
darauf hinwirken, Kindern im Grenzbereich zwischen leichter geistiger Behinderung und
schwerer Lernbehinderung den Übertritt in eine Kleinklasse oder eine integrierende
Primarschulklasse zu ermöglichen. Der (zeitweilige) Aufenthalt an einer HPS kann
einigen Kindern verlorenes Selbstvertrauen zurückgeben oder aber den Freiraum zu
Entwicklungen geben (VerwGE B 2016/296 vom 25. Mai 2016 E. 4.5.2 in fine,
www.gerichte.sg.ch).
6. Zusammenfassend ergibt sich, dass die Beschwerde abzuweisen ist. Der
Beschwerdeführer wird ab dem Schuljahr 2016/17 die HPS X. besuchen. Damit ist der
Rechtsstreit in der Hauptsache entschieden, woran das nachträglich eingereichte
Schreiben des örtlichen Schulleiters vom 7. April 2016 (act. 15) nichts ändert. Dessen
Zuständigkeit zum Erlass einer solchen vorsorglichen Massnahme kann mit Blick auf
den nun vorliegenden Endentscheid offen bleiben (vgl. aber Art. 64 in Verbindung mit
Art. 18 Abs. 1 und 2 VRP).
7. (...).