# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** da78e71b-49e6-45d3-b85f-92bc8cc70b32
**Court:** ZH_OG
**Chamber:** ZH_OG_001
**Year:** 2019
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

betreffend Ehescheidung (vorsorgliche Massnahmen)
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Berufung gegen eine Verfügung des Einzelgerichtes (5. Abteilung) im  Verfahren des Bezirksgerichts Zürich vom 24. Juli 2019; Proz. FE140135
Rechtsbegehren:
Anträge der Gesuchstellerin:
(Prot. Vi. S. 199, 202, 204 sinngemäss)
1. Es sei die Obhutsbeschränkung in Bezug auf die Gesuchstellerin aufzuheben und es sei C._ wieder in die alleinige Obhut der Gesuchstellerin zu geben.
2. Sollte der Gesuchstellerin die Obhut für C._ zugeteilt , sei der Gesuchsteller zu verpflichten, der Gesuchstellerin Unterhaltsbeiträge für sie sowie C._ zu bezahlen.
3. Es sei C._ unter das alleinige Sorgerecht der Gesuchstellerin zu stellen.
4. Eventualiter für den Fall, dass der Obhutsentzug in Bezug auf die Gesuchstellerin nicht rückgängig gemacht werden sollte, sei ihr ein weitgehendes, unbegleitetes Besuchsrecht wie folgt zu : jedes zweite Wochenende ab Freitag nach der Schule bis Sonntagabend, während der Hälfte der Ferien und der Hälfte der Feiertage sowie zusätzlich an einem Tag mit Übernachtung unter der Woche.
5. Subeventualiter sei das begleitete (vom Gericht festgehaltene) Besuchsrecht dahingehend zu modifizieren, dass der Beiständin wieder die Kompetenz zu gewähren sei, dieses Besuchsrecht im oben beantragten Sinne auszudehnen.
6. Es sei C._ durch eine neutrale Stelle (wie beispielsweise das D._ Institut) zu ihrer aktuellen Situation sowie zu ihrer  bezüglich Obhutszuteilung an die Eltern und E._ zu .
7. Eventualiter sei C._ vom Gericht zu befragen. 8. Die Anträge des Gesuchstellers sowie der Kindsvertreterin seien
abzuweisen, soweit sie sich nicht mit den Anträgen der  decken.
9. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der .
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Anträge des Gesuchstellers:
(act. 7/431 S. 2; act. 7/466 S. 2 f.; Prot. Vi. S. 219, sinngemäss)
1. Es sei die mit Verfügung des Bezirksgerichtes Zürich vom 2. Juli 2015 im Sinne einer vorsorglichen Massnahme angeordnete Fremdplatzierung von C._, geboren tt.mm.2010, und der gleichzeitig angeordnete Entzug des  des Gesuchstellers aufzuheben und es sei dem  die alleinige Sorge und Obhut für C._ zuzuteilen.
2. Sollte dem Gesuchsteller die alleinige Obhut zugeteilt werden, seien die Gesuchstellerin und der Gesuchsteller durch die  in Fragen der Kommunikation zu begleiten und zu .
3. Sollte dem Gesuchsteller die Obhut für C._ nicht zugeteilt werden, sei C._ ins E._ umzuplatzieren und die  C._s durch den Gesuchsteller angemessen .
4. Es sei die notwendige Zustimmung der Mutter für die Ausstellung eines Passes für C._ durch richterlichen Entscheid zu .
5. Die Anträge der Gesuchstellerin seien abzuweisen, soweit sie nicht mit den Anträgen des Gesuchstellers übereinstimmen.
6. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der .
Anträge der Kindervertreterin:
(act. 7/444 S. 1)
"1. Es sei dem Vater die alleinige elterliche Sorge über C._ .
2. Es sei die mit Verfügung des Bezirksgerichtes Zürich vom 2. Juli 2015 angeordnete Fremdplatzierung von C._, geboren tt.mm.2010, und der gleichzeitig angeordnete Entzug des  des Vaters aufzuheben und es sei C._ unter seine Obhut zu stellen,
eventualiter sei C._ ins E._ umzuplatzieren."
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Urteil des Einzelgerichtes: (act. 8)
1. Die mit Verfügung vom 2. Juli 2015 im Sinne einer vorsorglichen Massnah-
me angeordnete Fremdplatzierung der Tochter C._, geboren am
tt.mm.2010, wird aufgehoben.
2. Die Obhut für die Tochter C._, geboren am tt.mm.2010, wird ab sofort
und für die weitere Dauer des Scheidungsverfahrens im Sinne einer vorsorg-
lichen Massnahme dem Vater zugeteilt.
3. Der Antrag der Beiständin auf vorsorgliche Umplatzierung von C._ ins
E._, F._, wird als gegenstandslos abgeschrieben.
4. Die Beiständin von C._ wird ergänzend zu den bereits bestehenden
Aufgaben mit folgender Aufgabe betraut:
- die Kommunikation zwischen den Eltern zu begleiten und zu unterstüt-
zen.
5. Der Antrag der Gesuchstellerin auf Zuteilung der alleinigen elterlichen Sorge
über C._ an sie wird abgewiesen.
6. Der Eventualantrag der Gesuchstellerin hinsichtlich Gewährung eines unbe-
gleiteten Besuchsrechts wird abgewiesen.
7. Auf den Subeventualantrag der Gesuchstellerin hinsichtlich Erweiterung der
Kompetenz der Beiständin wird nicht eingetreten.
8. Der Antrag des Gesuchstellers und der Kindervertreterin auf Zuteilung der
alleinigen elterlichen Sorge über C._ an den Gesuchsteller wird abge-
wiesen.
9. Der Antrag des Gesuchstellers in Bezug auf die Passausstellung wird abge-
wiesen.
10. Die Kosten- und Entschädigungsfolgen werden im Endentscheid geregelt.
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11./12. [Mitteilungen / Rechtsmittel]
Berufungsanträge: (act. 2 S. 3 f.)
" 1. Die Ziffern 2., 3. und 6. der Verfügung des Bezirksgerichts Zürich vom 24.07.2019 seien aufzuheben und die vor der ersten Instanz gestellten Rechtsbegehren der Gesuchstellerin und  vollumfänglich gutzuheissen, welche lauten:
1. [...] C._ sei wieder [ab sofort und für die weitere Dauer des Scheidungsverfahrens] in die alleinige Obhut der  zu geben.
3. Eventualiter für den Fall, dass der Obhutsentzug in Bezug auf die Gesuchstellerin nicht rückgängig gemacht werden sollte, sei ihr ein weitergehendes, unbegleitetes  wie folgt zu gewähren: jedes zweite Wochenende ab Freitag nach der Schule bis Sonntagabend, während der Hälfte der Ferien und der Hälfte der Feiertage sowie  an einem Tag mit Übernachtung unter der Woche.
5. Es sei C._ durch eine neutrale Stelle, wie  das D._ Institut, zu ihrer aktuellen Situation sowie zu ihrer Zukunft bezüglich Obhutszuteilung an die Eltern und E._ zu befragen."
2. Eventualiter, für den Fall, dass die alleinige Obhut für die Tochter C._ ab sofort und für die weitere Dauer des  nicht der Gesuchstellerin und Berufungsklägerin zugeteilt werden sollte, sei die Tochter C._ für die Dauer des  im Zentrum G._, ... [Adresse], zu belassen.
3. Es sei ein Erziehungsfähigkeitsgutachten über den Gesuchsteller und Berufungsbeklagten zu erstellen.
4. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zuzüglich gesetzlicher MwSt. zu Lasten des Berufungsbeklagten.
Prozessuale Anträge 1. Es sei der vorliegenden Berufung bezüglich Dispositivziffern 2., 3.
und 6. der Verfügung des Bezirksgerichtes Zürich, Einzelgericht, 5. Abteilung, im summarischen Verfahren, vom 24.07.2019 die aufschiebende Wirkung zu erteilen.
2.1 Für die Dauer des obergerichtlichen Berufungsverfahrens sei die Tochter C._ unter die alleinige Obhut der Gesuchstellerin und Berufungsklägerin zu stellen.
2.2 Evenutaliter sei die Tochter C._ im Zentrum G._, ... [Adresse] zu belassen.
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2.3 Subeventualiter, sei die Tochter C._ ins E._ der Stiftung Zürich Kinder und Jugendheime, ... [Adresse] umzuplatzieren."

## Considerations

Erwägungen:
I. Sachverhalt und Prozessgeschichte
1. A._ (nachfolgend Berufungsklägerin) und B._ (nachfolgend Beru-
fungsbeklagter) sind die Eltern der gemeinsamen Tochter C._, geboren am
tt.mm.2010. Die Parteien stehen sich seit dem 14. Februar 2014 in einem Schei-
dungsverfahren vor dem Einzelgericht (5. Abteilung) des Bezirksgerichtes Zürich
(fortan Vorinstanz) gegenüber.
2. Im Rahmen dieses Scheidungsverfahrens wurde die vorsorgliche Unterbrin-
gung der Tochter C._ in einer geeigneten Institution der Jugendhilfe des
Kantons Zürich angeordnet, unter Aufhebung des Aufenthaltsbestimmungsrechts
der Eltern, und es wurde der Berufungsklägerin die elterliche Sorge in Bezug auf
medizinische und therapeutische Belange C._s entzogen (act. 7/114;
act. 7/156; act. 7/256; act. 7/268). Diese Entscheide wurden mehrfach von der
Vorinstanz und der Kammer bestätigt (act. 7/210 LY150045; act. 7/272
LY170004; act. 7/297; act. 7/300 LY180002; act. 7/370B; act. 7/371F; act. 7/404).
Mit Verfügung vom 24. Juli 2019 hatte die Vorinstanz letztmals über die Be-
schränkung des Sorgerechts, die Fremdplatzierung, die Befragung C._s, das
Besuchsrecht und die Kompetenzen der Beiständin zu befinden. Dabei wies sie
im Wesentlichen die eingangs wiedergegebenen Anträge der Berufungsklägerin
grösstenteils ab und hiess den Antrag des Berufungsbeklagten auf Aufhebung der
Fremdplatzierung und Zuteilung der alleinigen Obhut über C._ gut (act. 8).
3. Dagegen erhob die Berufungsklägerin mit Eingabe vom 5. August 2019 Be-
rufung mit den eingangs wiedergegebenen Anträgen (act. 2). Ihre sinngemäss
auch superprovisorisch gestellten prozessualen Begehren wurden mit Verfügung
vom 7. August 2019 abgewiesen (act. 5). Die vorinstanzlichen Akten wurden bei-
gezogen (act. 7/1–457). Das Verfahren ist spruchreif.
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II. Prozessuale Vorbemerkungen
1. Erstinstanzliche Entscheide über vorsorgliche Massnahmen sind mit Beru-
fung anfechtbar (Art. 308 Abs. 1 lit. b ZPO). Mit der Berufung können die unrichti-
ge Rechtsanwendung und die unrichtige Sachverhaltsfeststellung gerügt werden
(Art. 310 ZPO). Ebenfalls gerügt werden kann die (blosse) Unangemessenheit ei-
nes Entscheides, da es sich bei der Berufung um ein vollkommenes Rechtsmittel
handelt. Bei der Angemessenheitskontrolle darf sich die Rechtsmittelinstanz aller-
dings eine gewisse Zurückhaltung auferlegen (vgl. etwa BLICKENSTORFER, DIKE-
Komm-ZPO, 2. Aufl. 2016, Art. 310 N 10). Es gilt die Begründungsobliegenheit,
was bedeutet, dass die Berufung führende Partei sich sachbezogen mit den Ent-
scheidgründen des erstinstanzlichen Entscheids im Einzelnen auseinanderzuset-
zen und darzulegen hat, was am angefochtenen Entscheid falsch ist. Eine ledig-
lich allgemein geübte Kritik am vorinstanzlichen Entscheid genügt ebenso wenig,
wie das blosse Verweisen auf die Akten oder das Wiederholen der bereits vorin-
stanzlich gemachten Ausführungen. Dies gilt auch im Bereich der Untersuchungs-
maxime (vgl. BGE 138 III 374, E. 4.3.1). Soweit Anordnungen über ein Kind zu
treffen sind, erforscht das Gericht den Sachverhalt von Amtes wegen und es ist
weder von Parteianträgen abhängig noch an solche gebunden (uneingeschränkte
Untersuchungsmaxime und Offizialmaxime, Art. 296 Abs. 1 und 3 ZPO).
2. Im Entscheid über die Berufung ist zwar auf die durch die Parteien erhobe-
nen Rügen einzugehen, die Begründungspflicht (Art. 53 ZPO) verpflichtet das Ge-
richt aber nicht dazu, sich mit jedem einzelnen Einwand der Parteien eingehend
auseinanderzusetzen. Vielmehr darf sich das Gericht in der Begründung seines
Entscheids auf die wesentlichen Überlegungen konzentrieren, von welchen es
sich hat leiten lassen und auf die sich sein Entscheid stützt (BK ZPO-HURNI, 2012,
Art. 53 N 60 f.). Nachfolgend ist daher nur insoweit auf die Parteivorbringen einzu-
gehen, als dies für die Rechtsfindung erforderlich ist.
3. Da sogleich ein Entscheid in der Sache gefällt werden kann, werden die
prozessualen Anträge der Berufungsklägerin gegenstandslos.
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III. Zur Berufung im Einzelnen
1. Befragung von C._
1.1. Zunächst rügt die Berufungsklägerin, dass die Kinderanhörung durch das
Gericht und nicht durch eine "neutrale Stelle" vorgenommen wurde. Sie verlangt,
dass C._ durch eine neutrale Stelle, wie das D._ Institut, zu befragen
sei (act. 2 S. 7 ff.).
1.2. Die Vorinstanz erwog, da C._ nicht über Anfang August 2019 hinaus im
Zentrum G._ habe untergebracht werden können, sei die persönliche Befra-
gung aufgrund der zeitlichen Dringlichkeit am 4. Juli 2019 durch das Gericht er-
folgt. Eine Beauftragung einer neutralen Stelle hätte innert nützlicher Frist nicht
durchgeführt werden können. Die Befragung sei im Hinblick auf das Massnahme-
verfahren durchgeführt worden und habe dazu gedient, herauszufinden, wie es
C._ gehe und was ihre Wünsche hinsichtlich der Wohnsituation seien. Eine
weitere Befragung von C._ – gegebenenfalls durch eine neutrale Stelle –
könne im Rahmen des weitergehenden Scheidungsverfahrens angezeigt sein.
Darüber sei zu einem späteren Zeitpunkt zu befinden (act. 8 E. II.B./2.).
1.3. Mit diesen Erwägungen setzt sich die Berufungsklägerin nicht auseinander.
Sie macht pauschal geltend, davon auszugehen, dass keine neutrale und ausge-
wogene Befragung stattgefunden habe (act. 2 S. 8). Wie sie zu dieser Annahme
kommt, legt sie nicht dar und sie wirft der Vorinstanz auch kein konkretes Fehlver-
halten vor. So zeigt sie insbesondere nicht auf, inwiefern die Befragung nicht neu-
tral und ausgewogen erfolgt sein soll. Dies ist denn auch nicht ersichtlich (vgl.
act. 7/450). Weiter wendet sie ein, die Befragung sei in einem Zeitpunkt erfolgt,
als C._ vor der schwierigen Situation gestanden habe, in ein neues Kinder-
heim wechseln zu müssen. Die unter Zeitdruck erfolgte kurze Befragung von
C._ reiche nicht aus, um die Situation auszuleuchten. Es müsse durch eine
neutrale Stelle eine ausführliche, kindsgerechte und unvoreingenommene Befra-
gung durchgeführt werden, da nur so der wirkliche Wille von C._ eruiert wer-
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den könne (act. 2 S. 8). Einerseits wurde die von der Vorinstanz vorgenommene
Kinderbefragung von der Berufungsklägerin explizit beantragt. Andererseits war
sie genau wegen der schwierigen Situation des sich abzeichnenden Wohnort-
wechsels angezeigt. Die Anhörung durch das Gericht erscheint dabei nur schon
aufgrund der zeitlichen Dringlichkeit angemessen und sachgerecht. Die Vorin-
stanz wies zudem zu Recht darauf hin, dass es nicht darum ging, die letzten vier
Jahre im G._ aufzuarbeiten (act. 8 E. II.B/2.2.) bzw. die Situation auszu-
leuchten, sondern herauszufinden, wie es C._ gehe und was ihre Wünsche
hinsichtlich der Wohnsituation seien. Den Eindruck, dass C._ nicht in der La-
ge gewesen sei, ihren wirklichen Willen zu äussern, hatte die Vorinstanz offenbar
nicht, und dieser lässt sich auch aus dem Kinderanhörungsprotokoll nicht gewin-
nen (vgl. act. 7/450 S. 4). Die Berufungsklägerin übersieht zudem, dass die Vorin-
stanz eine weitere Befragung von C._ nicht ausschloss. Weshalb im jetzigen
Zeitpunkt eine erneute Kinderanhörung durch die Kammer angeordnet werden
sollte, ist nicht ersichtlich. Dass sich die Berufungsklägerin vom Gericht und den
anderen Prozessbeteiligten nicht verstanden fühlt (act. 2 S. 9 f.), stellt jedenfalls
keinen Grund für eine weitere Befragung C._s dar. Die Berufung ist in die-
sem Punkt abzuweisen.
2. Obhutszuteilung
2.1. Die Berufungsklägerin beantragt die Zuteilung der alleinigen Obhut, even-
tualiter die Aufrechterhaltung der Fremdplatzierung C._s (vgl. act. 2 S. 10 ff.).
2.2. Die Vorinstanz legte die Voraussetzungen einer Abänderung von Kindes-
schutzmassnahmen zutreffend dar. Darauf kann verwiesen werden (act. 8
E. II./A.2.). Hinzuzufügen bleibt, dass die Aufrechterhaltung eines Obhutsentzugs
grundsätzlich nur dann zulässig ist, wenn der Gefährdung des Kindes nicht durch
andere Massnahmen begegnet werden und das Kind in seiner körperlichen, geis-
tigen und sittlichen Entwicklung nicht anders geschützt werden kann (Grundsätze
der Verhältnismässigkeit und der Subsidiarität; BGer 5A_875/2013 vom 10. April
2014 E. 3.1; zum Ganzen: BGer 5A_70/2016 vom 25. April 2016 E. 3.1; BGer
5A_548/2015 vom 15. Oktober 2015 E. 4.3).
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2.3. Die Vorinstanz rief zunächst in Erinnerung, dass die Fremdplatzierung erfol-
gte, weil die Berufungsklägerin den Kontakt zwischen C._ und dem Beru-
fungsbeklagten mit allen Mitteln aktiv verweigerte und sich nicht kooperationswillig
zeigte; darin sei eine Kindswohlgefährdung gesehen worden (act. 8 E. II./D. 4). Im
Folgenden hatte die Vorinstanz zu prüfen, ob eine Aufrechterhaltung der Fremd-
platzierung und eine Umplatzierung C._s ins E._ verhältnismässig war
oder die Obhut einem Elternteil rückübertragen werden könnte.
2.4.1. Die Vorinstanz erwog, eine Obhutszuteilung an die Berufungsklägerin
komme nach wie vor nicht in Frage. Es sei nicht erkennbar, inwiefern die Beru-
fungsklägerin ihr Verhalten geändert habe und eine Kindswohlgefährdung ver-
neint werden könne. Die Berufungsklägerin habe sich nicht mit den Gründen aus-
einandergesetzt, die zur Fremdplatzierung geführt haben. Sie lege nicht einmal
dar, inwiefern eine wesentliche und dauernde Veränderung der Gegebenheiten
stattgefunden habe. Sie lege auch nicht dar, inwiefern sich ihr Verhalten geändert
habe, wenn es um eine mögliche Kontaktregelung zwischen C._ und dem
Berufungsbeklagten gehe. Auch ihre Aussagen anlässlich der Verhandlung vom
21. Juni 2019 hätten den Eindruck gewinnen lassen, dass ihr diesbezüglich die
Einsicht fehle. So halte sie daran fest, dass nicht ihr damaliges Verhalten bezüg-
lich der Gewährung des Besuchsrechts zur Fremdplatzierung geführt habe. Folg-
lich müsse davon ausgegangen werden, dass die Berufungsklägerin nach wie vor
das Besuchsrecht des Berufungsbeklagten verweigern würde (act. 8 E. II./D.5).
2.4.2. Dagegen wendet die Berufungsklägerin ein, es sei eine willkürliche An-
nahme der Vorinstanz, dass sie das Besuchsrecht des Berufungsbeklagten wei-
terhin verweigern würde. Sie habe erklärt, dass der Berufungsbeklagte freien Zu-
gang zu C._ haben würde und es sicherlich auch Aktivitäten gebe, die der
Berufungsbeklagte mit C._ unternehmen könne. Es müssten die Kalender
abgesprochen werden. Sie sehe da aber kein Problem. Im Oktober 2017 habe sie
eine Mediation offeriert. Sie sei durchaus gesprächsbereit. Es könne keine Rede
davon sein, dass sie einer Kontaktregelung zwischen dem Berufungsbeklagten
und C._ im Wege stehen würde oder dass gar eine Kindswohlgefährdung
vorliege (act. 2 S. 16).
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2.4.3. Den Erwägungen der Vorinstanz, wonach die Berufungsklägerin nicht
aufzeige, inwiefern sie ihr Verhalten wesentlich verändert habe und sich mit den
Gründen die zur Fremdplatzierung führten, auseinandergesetzt habe, hält die Be-
rufungsklägerin nichts entgegen. Sie bringt einzig vor, die Annahme, sie würde
das Besuchsrecht des Berufungsbeklagten verweigern, sei willkürlich. Diesbezüg-
lich ist darauf hinzuweisen, dass ihre Ausführungen anlässlich der Verhandlung
vom 21. Juni 2019 nicht darauf hindeuten, dass sie einem Besuchsrecht des Be-
rufungsbeklagten offen gegenübersteht. Vielmehr scheint sie davon auszugehen,
dass es ihr bei einer Obhutszuteilung zustünde, die Aktivitäten, die der Berufungs-
beklagte mit der Tochter ausüben darf, zu bestimmen, und sie dem Berufungsbe-
klagten lediglich Zugang zu C._ gewähren müsse (vgl. Prot. Vi. S. 210). Im
Übrigen zeigt auch die unbegründete Verweigerung der Zustimmung zur Erneue-
rung des Passes von C._ (vgl. act. 7/447/17), dass bis heute seitens der Be-
rufungsklägerin keine Kooperationsbereitschaft besteht. Zudem wiederholt die Be-
rufungsklägerin in ihrer Berufungsschrift abermals ihre Vorwürfe gegenüber dem
Berufungsbeklagten und seiner Familie (act. 2 S. 13 f.) und wirft ihm Desinteresse
an der Gesundheit seiner Tochter vor (act. 2 S. 14 f., siehe dazu unten E. 2.5.5).
Auch die aktuellsten E-Mails der Berufungsklägerin von April bis Juni 2019 zeigen
exemplarisch, dass sich ihr Verhalten und ihre Ansichten nicht geändert haben.
Vielmehr wiederholt sie Vorwürfe gegenüber dem Berufungsbeklagten, welche
bereits mehrfach abgehandelt wurden und sich nicht bewahrheitet haben (vgl.
act. 7/447/1–14). Eine konstruktive Kommunikation erscheint nach wie vor un-
möglich. Die Beteuerung der Berufungsklägerin, sie würde einer Kontaktregelung
zwischen dem Berufungsbeklagten und C._ nicht im Wege stehen, wirkt vor
diesem Hintergrund als reines Lippenbekenntnis. Die vorinstanzliche Annahme,
die Berufungsklägerin würde das Besuchsrecht des Berufungsbeklagten verwei-
gern, ist folglich begründet und nicht willkürlich. Eine reibungslose Durchführung
des Besuchsrechts ist zur Zeit nicht vorstellbar. Die anhaltende Aggravierung des
Gesundheitszustands C._s durch die Berufungsklägerin (vgl. etwa
act. 7/448) bestätigt zudem, dass weiterhin von einer eingeschränkten Erzie-
hungseignung der Berufungsklägerin auszugehen ist (vgl. act. 7/207 S. 153,
S. 157). Die Vorinstanz schloss daher zu Recht, dass eine Rückübertragung der
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Obhut an die Berufungsklägerin nach wie vor eine Kindswohlgefährdung darstel-
len würde.
2.5.1. Weiter erwog die Vorinstanz, dass eine Zuteilung der Obhut an den Be-
rufungsbeklagten erfolgen könne und damit die Aufrechterhaltung der Fremdplat-
zierung C._s nicht mehr verhältnismässig sei. Sie begründete dies damit,
dass mittlerweile eine tragfähige, gute und verfestige Vater-Tochter-Beziehung
bestehe. Seit geraumer Zeit fänden Wochenendbesuche inkl. Übernachtungen
und auch gemeinsame Ferien statt. Der Berufungsbeklagte zeige sich kooperativ,
sei es mit der Beiständin, dem G._ oder auch der Berufungsklägerin. Anzei-
chen, dass die Aufenthalte bei ihm nicht gut verliefen, bestünden keine. Die Vor-
bringen der Berufungsklägerin – so bspw. dass der Berufungsbeklagte C._
nicht fördere und fordere – seien wie so oft nicht belegt und entbehrten jeglicher
Grundlage. Die aktuelle Wohnsituation des Berufungsbeklagten sei unproblema-
tisch und per Schuljahr 2019/2020 müsse C._ ohnehin sowohl den Wohnort
(weg vom G._ wegen Erreichens der Altersgrenze) als auch die Schule
wechseln. Es erscheine verhältnismässig resp. für C._ zumutbar, beim Beru-
fungsbeklagten zu wohnen, auch wenn er sie selbst nicht zu 100% betreuen kön-
ne, zumal die Betreuung durch die Eltern und die Fremdbetreuung laut Bundesge-
richt als gleichwertig zu bezeichnen seien. Der Berufungsbeklagte sei zudem oh-
ne Weiteres in der Lage, eine gut funktionierende Fremdbetreuung für C._ zu
organisieren. Eine Obhutszuteilung an einen Elternteil – auch wenn mit einem An-
teil Fremdbetreuung verbunden – sei einer Fremdplatzierung wenn immer möglich
vorzuziehen (act. 8 E. II./D. 6.2. f.).
2.5.2. Die Berufungsklägerin wendet dagegen ein, aufgrund der Ausführun-
gen des Berufungsbeklagten sei nicht klar, wie er C._ betreuen wolle und
werde. Es liege kein konkreter Betreuungsplan vor und die Betreuung könne nicht
durch den Berufungsbeklagten persönlich gewährleistet werden. C._ müsse
fast rund um die Uhr fremdbetreut werden, weshalb nicht ersichtlich sei, wo der
Vorteil im Vergleich zur Heimlösung liegen solle. Eine Bestätigung, dass der Ar-
beitgeber einer Reduktion auf 80% zustimme und der Berufungsbeklagte "Home
Office" machen könne, liege nicht bei den Akten und sei daher nicht glaubhaft. Es
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gebe auch keine konkrete Absprache bzw. Zusage von Nachbarn, eine Tages-
mutter oder einen Hortplatz. Die Schule biete lediglich eine Betreuung von
07:00 Uhr bis 18:00 Uhr an, was aufgrund des langen Arbeitswegs des Beru-
fungsbeklagten nicht genüge (act. 2 S. 10 ff.).
Der Berufungsbeklagte hat vor Vorinstanz nachvollziehbar ausgeführt, wie
er die Betreuung von C._ zu organisieren gedenkt (act. 7/431 Rz. 4; Prot. Vi.
S. 214 f.). Es liegen keinerlei Anhaltspunkte vor, die daran zweifeln liessen, dass
er in der Lage ist, ein angemessenes Betreuungssystem für C._ aufzubauen.
Ob der Berufungsbeklagte auf die Betreuungsstruktur in der Schule oder eine Ta-
gesfamilie zurückgreifen wird, ist ihm überlassen. Inwiefern die Betreuungsstruk-
tur der Schule von 07:00 Uhr bis 18:00 Uhr alleine aufgrund des Arbeitswegs des
Berufungsbeklagten von 45 Minuten nicht genügen sollte, ist selbst bei einem
100% Pensum nicht ersichtlich. Dass der Berufungsbeklagte keinen konkreten
Betreuungsplan vorlegen konnte, wie die Berufungsklägerin verlangt, ist einerseits
angesichts der Kurzfristig- und Unvorhersehbarkeit der Obhutszuteilung nicht
überraschend und führt andererseits zu keiner Kindswohlgefährdung. Eine solche
wäre indes Voraussetzung für die Aufrechterhaltung des Obhutsentzugs. Auch die
Tatsache, dass der Berufungsbeklagte C._ aufgrund seines Arbeitspensums
nicht alleine betreuen kann, spricht nicht gegen eine Zuteilung der Obhut an den
Berufungsbeklagten. Dass C._ durch vermehrte – vom Berufungsbeklagten
organisierte – Fremdbetreuung in ihrer körperlichen, geistigen und sittlichen Ent-
wicklung gefährdet wäre, macht die Berufungsklägerin nämlich zu Recht nicht gel-
tend. Die Berufungsklägerin mag eine Heimplatzierung C._s – und damit die
vollständige Fremdbetreuung – bevorzugen, doch auch dies stellt keinen Grund
für die Aufrechterhaltung eines Obhutsentzugs dar.
2.5.3. Die Berufungsklägerin bemängelt sodann, dass keine Abklärungen zur
Vater-Tochter-Beziehung stattgefunden hätten und kein Erziehungsfähigkeitsgut-
achten über den Berufungsbeklagten erstellt worden sei. Aus den Wochenendbe-
suchen könne nichts zur Erziehungsfähigkeit abgeleitet werden. Er selbst sage, er
könne C._ nicht alleine betreuen, sondern brauche Unterstützung. Der Vor-
fall beim Segeln, den die Vorinstanz verharmlose, zeige, dass der Berufungsbe-
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klagte nicht in der Lage sei, eine kindsgerechte Betreuung für C._ sicherzu-
stellen (act. 2 S. 12 ff.).
Die Berufungsklägerin beanstandet, dass die Vorinstanz ohne Abklärung
des Berufungsbeklagten auf ein intaktes Vater-Tochter-Verhältnis schliesse. Sie
bringt aber nichts vor, was an der Erziehungsfähigkeit des Berufungsbeklagten
zweifeln liesse. Wie die Vorinstanz ausführte, ist der Vorfall, als der Berufungsbe-
klagte mit C._ beim Segeln auf dem Zürichsee in einen Sturm geriet, zwar
unschön, stellt die Erziehungsfähigkeit des Berufungsbeklagten aber nicht in Fra-
ge. Es handelte sich um ein isoliertes Ereignis, welches sich aufgrund einer Fehl-
einschätzung der Wetterbedingungen ereignete, was der Berufungsbeklagte
selbst einräumte und ohne weitere Folgen blieb (Prot. Vi. S. 213). Auch die Tat-
sache, dass der Berufungsbeklagte bei der Betreuung von C._ aufgrund sei-
nes Arbeitspensums auf Unterstützung angewiesen ist, steht in keinem Zusam-
menhang mit seiner Erziehungsfähigkeit. Vielmehr spricht die Tatsache, dass er
sich bewusst ist, auf Unterstützung angewiesen zu sein, für seine Erziehungsfä-
higkeit, da er in der Lage ist, die Situation realistisch einzuschätzen und dafür be-
sorgt ist, C._ eine bestmögliche Betreuung zu organisieren. Die Kindsvertre-
terin konstatierte anlässlich ihres Besuchs am Pfingstsonntag, 9. Juni 2019, eine
mittlerweile schöne Beziehungs- und Erlebniskontinuität zwischen Vater und
Tochter. C._ zeige, dass sie sich bei ihm wohl fühle (act. 7/444 S. 3). Damit
besteht kein Anlass zur Einholung eines Erziehungsfähigkeitsgutachtens über den
Berufungsbeklagten. Die Berufung ist auch in diesem Punkt abzuweisen.
2.5.4. Weiter wiederholt die Berufungsklägerin diverse pauschale Vorwürfe
hinsichtlich der Eltern des Berufungsbeklagten, welche sie bereits mehrfach im
Verfahren platzierte (vgl. etwa act. 7/207 S. 147; act. 7/272 E. 5). So sei der Vater
des Berufungsbeklagten ein "Töpler", welcher Frauen im Intimbereich anfasse.
Besuche bei den Eltern seien daher äusserst problematisch (act. 2 S. 13 f.). Es
handelt sich um schiere Behauptungen ohne jegliche konkreten Anhaltspunkte,
weshalb sich Weiterungen dazu erübrigen.
2.5.5. Die Berufungsklägerin wirft dem Berufungsbeklagten und den übrigen
Beteiligten sodann vor, dass sie die gesundheitlichen Probleme C._s nicht
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erkennen und nicht ernst nehmen würden (act. 2 S. 14 f.). Dabei wiederholt sie ih-
re bereits mehrfach vorgebrachten Behauptungen zum Gesundheitszustand
C._s. Zu den Hämatomen, den Rötungen im Intimbereich, den Dellwarzen,
etc. hat sich sowohl die Vorinstanz wie auch die Kammer bereits mehrfach und
ausführlich geäussert. Es kann auf diese Ausführungen verwiesen werden (vgl.
etwa act. 7/210 E. 4.7. mit Verweis auf den Beschluss vom 20. Oktober 2015
[act. 35 im Verfahren LY150045]; act. 7/272 E. 3.3. und E. 6.4; act. 7/297 E. 5.3.;
act. 7/370B S. 15 ff.). Die Hautprobleme und die Vulvitis sind bekannt und wurden
behandelt (vgl. etwa act. 7/370B S. 17). Aus dem E-Mail der Beiständin vom
12. Juli 2019 ist ersichtlich, dass der Berufungsbeklagte mit C._ einen Ter-
min bei der Beratungsstelle für Haut- und Wundbehandlung wahrnehmen wird
(act. 7/455/1). Die Behauptung, der Berufungsbeklagte würde gesundheitliche
Probleme C._s nicht erkennen und nicht ernst nehmen, ist dadurch wider-
legt. Zudem liegen nach wie vor keinerlei Anhaltspunkte dafür vor, dass es
C._ nicht gut gehen würde. Wie die Vorinstanz ausführte, zeigt der aktuelle
Abschlussbericht der Psychomotoriktherapie vom 4. Mai 2019, dass es C._
gut geht, was diese bestätigte (act. 7/449/9; act. 7/450). Auch seitens der Beistän-
din, der Kindervertreterin oder des G._s sind keine Hinweise eingegangen,
die auf ernsthafte gesundheitliche Defizite hinweisen würden.
2.5.6. Schliesslich wirft die Berufungsklägerin dem Berufungsbeklagten man-
gelnde Kooperationsfähigkeit vor. Dieser Vorwurf mutet angesichts des bisherigen
Verhaltens der Berufungsklägerin geradezu zynisch an (vgl. etwa act. 7/207
S. 144 f.; act. 7/211 E. 4.2. mit Verweis auf act. 7/67/1-2; act. 7/268 E. 6.1–6.4;
sowie zuletzt act. 7/445/4; act. 7/447/17). Die mangelnde Kooperationsfähigkeit
des Berufungsbeklagten leitet die Berufungsklägerin daraus ab, dass er im Jahr
2017 eine Mediation verweigert haben und Treffen von Bedingungen abhängig
gemacht haben soll. Konkrete, in der Gegenwart liegende Vorkommnisse, die auf
eine fehlende Kooperationsfähigkeit des Berufungsbeklagten schliessen liessen,
bringt sie nicht vor. Vielmehr zeigte die Berufungsklägerin vor Vorinstanz selbst
auf, dass der Berufungsbeklagte sich sehr wohl kooperativ verhielt und es ihr er-
möglichte, C._s Geburtstag mit ihr zu feiern, obwohl es sich dabei um einen
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Besuchstag des Berufungsbeklagten handelte (act. 7/448 S. 10). Damit ist auch
der Vorwurf der mangelnden Kooperationsfähigkeit widerlegt.
2.6. Nach dem Gesagten kommt eine Zuteilung der Obhut an die Berufungsklä-
gerin zur Zeit nicht in Frage. Hingegen liegen keinerlei Anhaltspunkte dafür vor,
dass C._ bei einer Zuteilung der Obhut an den Berufungsbeklagten in ihrer
körperlichen, geistigen oder sittlichen Entwicklung gefährdet würde. Die Aufrecht-
erhaltung der Fremdplatzierung lässt sich vor diesem Hintergrund nicht rechtferti-
gen. Die Obhutszuteilung an den Berufungsbeklagten ist zu bestätigen und die
Berufung ist auch in diesem Punkt abzuweisen.
3. Besuchsrecht / Kompetenz der Beiständin
3.1.1. Die Berufungsklägerin beantragte vor Vorinstanz die Gewährung eines
unbegleiteten Besuchsrechts. Die Vorinstanz wies diesen Antrag ab (act. 8
S. 21 f.). Zudem erwog die Vorinstanz, dass der Beiständin die Kompetenz zuste-
he, das begleitete Besuchsrecht in ein unbegleitetes abzuändern (act. 8 S. 24).
3.1.2. Die Berufungsklägerin rügt, dass die Vorinstanz ihren Antrag auf Ge-
währung eines unbegleiteten Besuchsrechts abgewiesen habe, obwohl darauf
nicht einzutreten gewesen wäre, da die Kompetenz der Ausdehnung der begleite-
ten Besuchskontakte der Beiständin zukomme (act. 2 S. 19). Sie beantragt dann
aber die Einräumung begleiteter Besuchskontakte durch das Gericht. Was die Be-
rufungsklägerin genau geltend machen möchte, ist unklar. Zuzustimmen ist ihr in-
sofern, als eine Klarstellung hinsichtlich der Kompetenzverteilung angezeigt ist:
Die Vorinstanz erwog zutreffend, dass der Beiständin mit Urteil der Kammer
vom 6. Juni 2017 die Kompetenz eingeräumt wurde, Besuchsrechte auch wieder
begleitet anzuordnen. Die Kammer erwog im damaligen Entscheid, es sei ange-
zeigt, die Besuche der Berufungsklägerin mit C._ versuchsweise unbegleitet
zuzulassen und im Falle eines nachhaltig positiven Verlaufs auch im zeitlichen
Umfang schrittweise auf maximal fünf Stunden wöchentlich und zusätzlich ein
ganzes Wochenende alle zwei Wochen mit Übernachtung auszudehnen, bzw. bei
Gefährdung des Kindeswohls im Sinne der vom Gutachter aufgezeigten Voraus-
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setzungen wieder einzuschränken und wenn nötig nur begleitet zuzulassen. Zu
diesem Zweck sei der Beiständin die notwendige Kompetenz zu erteilen, und es
seien ihre Aufgaben insoweit anzupassen und zu erweitern, als dass sie das un-
begleitete Besuchsrecht der Berufungsklägerin überwacht, es unter Berücksichti-
gung des Kindeswohls ausdehnt oder wenn nötig wieder einschränkt, auch auf
begleitete Besuche (act. 7/272 E. 4.6). Der Aufgabenkatalog der Beiständin wurde
klar umschrieben. Ihr stand die Kompetenz zu, im Rahmen der versuchsweise un-
begleiteten Kontakte, diese bei positivem Verlauf auf einen zeitlich genau um-
schriebenen Umfang auszudehnen oder, bei einer Gefährdung des Kindeswohls,
wieder einzuschränken und nur begleitet zuzulassen. Da eine Kindeswohlgefähr-
dung festgestellt wurde, machte die Beiständin von ihrer Kompetenz Gebrauch
und ordnete begleitete Besuche an (act. 7/338). Eine erneute Ausdehnung des
Besuchsrechts auf unbegleitete Besuche wurde im Urteil der Kammer vom 6. Juni
2017 nicht vorgesehen. Die Ausdehnung bezog sich einzig auf den im Urteil be-
schriebenen Umfang für den Fall eines positiven Verlaufs der versuchsweise an-
geordneten unbegleiteten Besuchskontakte. Eine generelle Einräumung der Kom-
petenz an die Beiständin, zukünftig über die Umwandlung von begleiteten in un-
begleitete Besuche zu entscheiden, erfolgte nicht und wäre auch nicht zulässig
(vgl. OGer ZH, LY170054 vom 7. Juni 2018, E. B./2.4.2.). Bei der Frage, ob ein
Besuchsrecht begleitet oder unbegleitet anzuordnen ist, handelt es sich nämlich
entgegen der Auffassung der Vorinstanz nicht bloss um eine Modalität des Be-
suchsrechts, sondern um eine Kindesschutzmassnahme im Sinne von Art. 307
ff. ZGB. Eine Delegation der Anordnung von Kindesschutzmassnahmen fällt –
gerade in einem hochstrittigen Verfahren wie hier – ausser Betracht.
3.2. Da das Gericht zuständig ist, über die Einräumung unbegleiteter Besuchs-
kontakte zu entscheiden, ist der entsprechende Antrag der Berufungsklägerin zu
behandeln. Dies hat die Vorinstanz denn auch getan. Sie erwog, das derzeitige
begleitete Besuchsrecht basiere auf einem Schreiben der Beiständin vom 7. Juni
2018. Sie habe damals in der Begründung angeführt, dass die Berufungsklägerin
in medizinischen Belangen interveniert habe (Behandlungsverweigerung, Abbruch
der Therapie, notfallmässige Untersuchungen im Genitalbereich) und C._
habe zulassen müssen, dass Köperstellen von der Berufungsklägerin fotografiert
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worden seien. Die Anträge auf unbegleitete Besuche seien in der Folge mehrfach
behandelt und jeweils abgewiesen worden (act. 7/370B; act. 7/371F und
act. 7/404). Es könne auf die dortige Begründung verwiesen werden. Die Beru-
fungsklägerin unterlasse es, aufzuzeigen, inwiefern sich die Umstände seit Erlass
der rechtskräftigen Verfügung vom 21. Dezember 2018 geändert hätten, die eine
Abänderung des Besuchsrechts rechtfertigen würden, und setze sich nicht mit
den entsprechenden Erwägungen auseinander. Vielmehr bringe sie erneut ledig-
lich das Thema der Abklärungen hinsichtlich Hämatome, Dellwarzen, Pigmentstö-
rungen, Gewichtsreduktion, Entwicklungsrückstände etc. vor. Gerade dies spre-
che eher dafür, dass sich das der Berufungsklägerin vorgeworfene Verhalten
nicht geändert habe. Es sei davon auszugehen, dass sie auch in Zukunft, sofern
sie die Möglichkeit dazu habe, Schritte für diverse Abklärungen tätigen würde (Fo-
tografieren, Arzt- und Spitalbesuche etc.). Folglich sei es nach wie vor nicht im
Sinne des Kindeswohls, erneut unbegleitete Besuche anzuordnen. Es sei
C._ zunächst einmal Zeit zu geben, sich unter möglichst optimalen Bedin-
gungen und ohne verstörende Einflüsse an die neue Obhuts- und Wohnsituation
beim Berufungsbeklagten zu gewöhnen (act. 8 S. 21 f.).
3.3. Die Berufungsklägerin wendet dagegen ein, es gebe keinen Grund, die un-
begleiteten Besuche zu verweigern. Es gebe keine Kindswohlgefährdung. Sogar
die Besuchsrechtsbeiständin habe erklärt, die Besuche zwischen Tochter und
Mutter seien eine Perle. Es sei zu keinerlei Vorfällen gekommen. Sie habe schon
lange keine Fotografien mehr gemacht und diejenigen, die sie gemacht habe, ha-
be sie aus dem Grund gemacht, weil C._ tatsächlich gesundheitliche Proble-
me gehabt habe. Es sei verständlich, dass sie sich Sorgen um die Gesundheit der
Tochter mache. Eine Fotografie sei die einzige Möglichkeit gewesen, die Verant-
wortlichen mit dem bedenklichen Gesundheitszustand der Tochter zu konfrontie-
ren und so eine gute ärztliche Versorgung zu erwirken. Sie fühle sich nicht ernst
genommen. Man werfe ihr vor, es sei nicht glaubhaft gemacht. Wenn sie aber Be-
weise durch Fotografien erstellen wolle, werde ihr vorgeworfen, sie würde ihr Kind
gefährden. Weiter rede die Vorinstanz von verstörenden Einflüssen. Was diese
verstörenden Einflüsse sein sollen, erläutere sie allerdings nicht (act. 2 S. 20 f.).
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3.4. Erneut erfolgt keine Auseinandersetzung mit dem vorinstanzlichen Ent-
scheid, sondern die Berufungsklägerin wiederholt lediglich ihren bereits vorin-
stanzlich vorgetragenen Standpunkt und rechtfertigt ihr Verhalten. Inwiefern sich
die Umstände seit der Anordnung der begleiteten Besuche geändert haben, legt
die Berufungsklägerin nicht dar und ist auch nicht erkennbar. So räumt die Beru-
fungsklägerin selbst ein, nach wie vor den Gesundheitszustand von C._ fo-
tografisch zu dokumentieren (vgl. act. 2 S. 20; act. 7/449/4). Anlässlich der Ver-
handlung vom 21. Juni 2019 führte die Berufungsklägerin sogar aus, dass man
C._ praktisch nackt habe ausziehen müssen, um die Hämatome zu sehen
(Prot. Vi. S. 223). Dies zeigt, dass es die Berufungsklägerin selbst im Rahmen der
begleiteten Besuche nicht unterlässt, C._ am ganzen Körper zu untersuchen.
Die Ausführungen in der Berufungsschrift zeigen zudem, dass die Berufungsklä-
gerin nach wie vor von der Rechtmässigkeit ihres Verhaltens ausgeht und nicht
einsieht, dass ein solches Verhalten für das Kind schädlich und verstörend ist. Mit
der Vorinstanz ist daher davon auszugehen, dass die Berufungsklägerin auch
weiterhin Schritte für diverse Abklärungen tätigen würde (Fotografieren, Arzt- und
Spitalbesuche etc.), sofern sie die Möglichkeit dazu hat. Aus dem Verhandlungs-
protokoll ergibt sich zudem, dass die Berufungsklägerin sogar die begleiteten Be-
suche nutzt, um mit C._ Anwaltstermine wahrzunehmen und sie zur Auf-
nahme von Sprachnachrichten in Bezug auf die Fremdplatzierung zu bewegen
versucht (vgl. Prot. Vi. S. 206 f.). Auch hinsichtlich der Instrumentalisierung
C._s hat die Berufungsklägerin ihr Verhalten somit nicht geändert (vgl.
act. 7/323; act. 7/404 S. 10). Der Vorinstanz ist daher zuzustimmen, dass
C._ – trotz der mehrheitlich gut verlaufenden begleiteten Besuche (vgl.
act. 4/4) – zunächst einmal Zeit zu geben ist, sich unter möglichst optimalen Be-
dingungen an die neue Obhuts- und Wohnsituation beim Berufungsbeklagten zu
gewöhnen. Die Berufung ist auch in diesem Punkt abzuweisen.
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IV. Kosten- und Entschädigungsfolgen
1. Bei diesem Ausgang des Verfahrens wird die Berufungsklägerin kosten-
pflichtig (Art. 106 Abs. 1 ZPO). Eine Abweichung von diesem Grundsatz gestützt
auf Art. 107 Abs. 1 lit. c ZPO ist weder angemessen noch könnten dem Beru-
fungsbeklagten, welcher sich gar nicht zur Berufung äussern musste und konnte,
irgendwelche Kosten in diesem Zusammenhang auferlegt werden.
2. Grundlage für die Festsetzung der Entscheidgebühr bilden der Streitwert
bzw. das tatsächliche Streitinteresse, der Zeitaufwand des Gerichts und die
Schwierigkeit des Falls (§ 2 Abs. 1 GebV OG i.V.m. Art. 96 ZPO). Ausgangspunkt
der Kostenberechnung für das Berufungsverfahren ist § 12 GebV OG i.V.m. § 6
Abs. 1 und § 5 Abs. 1 GebV OG, wonach die Gebühr grundsätzlich nach den für
die Vorinstanz geltenden Bestimmungen bemessen wird und bei nicht vermö-
gensrechtlichen Streitigkeiten in der Regel Fr. 300.– bis Fr. 13'000.– beträgt. Das
vorliegende Verfahren erweist sich trotz des Aktenumfangs als nicht besonders
aufwändig, weshalb die Gerichtsgebühr unter Berücksichtigung des Reduktions-
grundes gemäss § 8 Abs. 1 GebV OG auf Fr. 2'000.– zu bemessen ist.
3. Parteientschädigungen für das Berufungsverfahren sind keine zuzuspre-
chen: Der Berufungsklägerin nicht, weil sie unterliegt, dem Berufungsbeklagten
nicht, da ihm keine erheblichen Umtriebe entstanden sind, die zu entschädigen
wären.