# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** b6ed123c-4184-4f6c-9821-3916a2d625ac
**Court:** GR_KG
**Chamber:** GR_KG_004
**Year:** 2017
**Language:** de
**Jurisdiction:** GR / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

hat sich ergeben:
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I. Sachverhalt
A. X._ wurde am _ 1946 in O.1_ geboren. Im Jahre 1957 kam X._ in die Schweiz und wuchs im Kanton O.2_ auf. Er studierte in L.1_ und schloss sein Studium in O.3_ als Dr. med. ab. In der Schweiz arbeitete X._ daraufhin als Naturarzt. Heute lebt er als Rentner. Er hat keine Unterhaltsleistungen zu erbringen.
Im schweizerischen Zentralstrafregister ist X._ nicht verzeichnet.
B. Mit gleichentags mitgeteiltem Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Graubünden (nachfolgend: Staatsanwaltschaft) vom 22. Oktober 2015 wurde X._ schuldig erklärt der Verletzung der Verkehrsregeln gemäss Art. 34 Abs. 3 SVG und Art. 39 Abs. 2 SVG in Verbindung mit Art. 90 Abs. 1 SVG. Dafür wurde er mit einer Busse von Fr. 300.00 bestraft. Bei schuldhafter Nichtbezahlung sollte an Stelle der Busse eine Ersatzfreiheitsstrafe von drei Tagen treten, alles unter Kostenfolge zu Lasten von X._. Die Staatsanwaltschaft legte ihrem Strafbefehl den folgenden Sachverhalt zu Grunde:
"Am _ 2015, um 16.50 Uhr, lenkte X._ den Personenwagen BMW 318i Touring, ZG _, über die _strasse von O.4_ in Richtung O.5_. Hinter ihm war A._ mit dem Personenwagen BMW Z4 Roadster 2.5l, GR _, unterwegs. Bei der Örtlichkeit O.6_, Gemeindegebiet O.7_, bildet die _strasse eine langgezogene Linkskurve, gefolgt von einer ca. 160 m langen Geraden, welche in eine langgezogene, unübersichtliche Rechtskurve übergeht. Die Sichtweite beträgt von der Linkskurve aus ca. 380 m. Ausgangs der Linkskurve setzte der Beschuldigte zum Überholen eines langsamer vorausfahrenden Personenwagens an. Infolge ungenügender Aufmerksamkeit übersah er beim Ausscheren auf die Gegenfahrbahn, dass A._ bereits zuvor ein Überholmanöver eingeleitet hatte. In der Folge kam es zwischen ihren beiden Fahrzeugen zu einer Streifkollision. Um einen schwerwiegenderen Zusammenstoss zu vermeiden, lenkte A._ seinen Personenwagen auf die links angrenzende Wiese hinaus, wobei er einen Leitpfosten touchierte. An beiden Fahrzeugen entstand Sachschaden."
C. Gegen diesen Strafbefehl erhob X._ am 2. November 2015 Einsprache. Mit gleichentags mitgeteilter Parteimitteilung vom 23. März 2016 teilte die Staatsanwaltschaft mit, dass die Strafuntersuchung gegen X._ abgeschlossen sei und auf Grund der tatsächlichen und rechtlichen Verhältnisse die Überweisung des Strafbefehls ans Gericht gemäss Art. 355 Abs. 3 lit. a und Art. 356 Abs. 1 StPO wegen Verletzung der Verkehrsregeln gemäss Art. 34 Abs. 3 SVG und Art. 39 Abs. 2 SVG in Verbindung mit Art. 90 Abs. 1 SVG in Aussicht gestellt werde. Am 12. April 2016, mitgeteilt am 14. April 2016, verfügte die
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Staatsanwaltschaft gestützt auf Art. 355 Abs. 3 lit. a und Art. 356 Abs. 1 StPO die Überweisung des Strafbefehls ans Bezirksgericht Surselva. Zudem teilte sie mit, dass die Staatsanwaltschaft am Strafbefehl festhalte und die Akten dem erstinstanzlichen Gericht zur Durchführung des Hauptverfahrens überweise, wobei der Strafbefehl gemäss Art. 356 Abs. 1 StPO als Anklageschrift gelte.
D. Die Hauptverhandlung vor dem Bezirksgericht Surselva fand am 1. Juni 2016 statt. An dieser nahm X._ in Begleitung seines Verteidigers teil. Die Staatsanwaltschaft war nicht zugegen. Die Parteien stellten die folgenden Schlussanträge:
"Anträge Staatsanwaltschaft (gemäss Strafbefehl):
1. X._ sei schuldig zu sprechen der Verletzung der Verkehrsregeln gemäss Art. 34 Abs. 3 SVG und Art. 39 Abs. 2 SVG in Verbindung mit Art. 90 Abs. 1 SVG.
2. Die beschuldigte Person sei mit einer Busse von CHF 300.00 zu bestrafen. Bei schuldhafter Nichtbezahlung tritt an Stelle der Busse eine Ersatzfreiheitsstrafe von 3 Tagen.
3. Die Kosten des Verfahrens seien der beschuldigten Person aufzuerlegen."
"Anträge beschuldigte Person:
1. Der Angeklagte sei von Schuld und Strafe freizusprechen.
2. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge zzgl. gesetzliche Mehrwertsteuer zu Lasten des Staates."
E. Gegen das am 1. Juni 2016 mündlich eröffnete und am gleichen Tag ohne schriftliche Begründung mitgeteilte Urteil des Bezirksgerichts Surselva meldete X._ am 8. Juni 2016 Berufung an, woraufhin das Bezirksgericht Surselva das begründete Urteil am 19. August 2016 mitteilte. Darin erkannte es wie folgt:
"1. X._ ist schuldig der Verletzung der Verkehrsregeln gemäss Art. 34 Abs. 3 SVG und Art. 39 Abs. 2 SVG in Verbindung mit Art. 90 Abs. 1 SVG.
2 Dafür wird er mit einer Busse von CHF 300.00 bestraft. Bei schuldhafter Nichtbezahlung tritt an Stelle der Busse eine Ersatzfreiheitsstrafe von 3 Tagen.
3. Die Kosten des Verfahrens, bestehend aus: - den Untersuchungskosten der Staatsanwaltschaft von CHF 1'581.00
- der Gerichtsgebühr von CHF 3'200.00
total somit CHF 4'781.00
gehen zu Lasten des Verurteilten X._.
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In Rechtskraft erwachsene Bussen und Verfahrenskosten sind dem Bezirksgericht Surselva innert 30 Tagen nach Rechtskraft des Entscheids mit beiliegendem Einzahlungsschein zu bezahlen.
4. Das Gericht stellt den Parteien nachträglich ein begründetes Urteil zu, wenn eine Partei dies innert 10 Tagen nach Zustellung des vorliegenden Dispositivs verlangt oder eine Partei ein Rechtsmittel ergreift (Art. 82 Abs. 2 lit. a und b StPO). Wird kein Rechtsmittel ergriffen, erwächst das Urteil ohne schriftliche Begründung in Rechtskraft.

## Considerations