# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 60eb80de-a79d-49ee-9329-f55d645882f9
**Court:** GR_VG
**Chamber:** GR_VG_003
**Year:** 2021
**Language:** de
**Jurisdiction:** GR / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

I. Sachverhalt:
1. Die KESB B._ gewährte A._ mit Entscheid vom 13. Juli 2016 für
das Verfahren betreffend Abklärung von Kindesschutzmassnahmen
(Besuchsregelung für die beiden Kinder aus einer anderen Beziehung) die
unentgeltliche Rechtspflege. Aus diesem Verfahren sind auf A._
Rechtsbeistandskosten von insgesamt CHF 15'939.55 angefallen, die
vom Kanton Graubünden – unter Vorbehalt des Rückforderungsrechts –
übernommen wurden.
2. Mit Schreiben vom 13. Oktober 2020 forderte die Steuerverwaltung des
Kantons Graubünden (nachfolgend Steuerverwaltung) A._ auf, seine
wirtschaftlichen Verhältnisse zwecks allfälliger Rückerstattung der
geleisteten Beiträge an den Kanton in der Höhe von CHF 15'939.55
darzulegen. Am 24. November 2020 reichte A._ die angeforderten
Unterlagen ein. Mit Verfügung vom 4. Januar 2021 forderte die
Steuerverwaltung von A._ den vom Kanton Graubünden
bevorschussten Betrag von CHF 15'939.55, zahlbar in einer ersten
Teilzahlung von CHF 8'000.00 bis zum 31. Januar 2021 und den
Restbetrag in monatlichen Raten à CHF 500.00, erstmals zahlbar per 28.
Februar 2021, zurück. A._ teilte der Steuerverwaltung daraufhin am
25. Januar 2021 mit, dass die Berechnung vom 2. Dezember 2020 gemäss
Verfügung vom 4. Januar 2021 das Einkommen seiner neuen
Lebenspartnerin nicht berücksichtige. Die Steuerverwaltung stellte ihm
deshalb erneut das Formular zur Überprüfung der Vermögens- und
Erwerbsverhältnisse im Zusammenhang mit der Rückerstattung
unentgeltlicher Rechtspflege (URP) zur Nachreichung von Belegen
betreffend die finanzielle Situation der Lebenspartnerin zu, woraufhin
A._ am 25. Januar 2021 Unterlagen nachreichte. Am 29. Januar 2021
bestätigte die Steuerverwaltung, gestützt auf die neue
Existenzminimumberechnung vom 27. Januar 2021, ihren Entscheid vom
4. Januar 2021.
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3. Gegen die Verfügung vom 4. Januar 2021 erhob A._ (nachfolgend
Beschwerdeführer) am 3. Februar 2021 Beschwerde beim
Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden mit dem Begehren um
Aufhebung der angefochtenen Rückforderungsverfügung, eventualiter
Rückweisung der Sache an die Vorinstanz zur Neubeurteilung im Sinne
der Erwägungen des Verwaltungsgerichts, unter Kosten und
Entschädigungsfolge zu Lasten der Steuerverwaltung bzw. der
Staatskasse. Zudem beantragte der Beschwerdeführer die Erteilung der
aufschiebenden Wirkung und die Gewährung der unentgeltlichen
Rechtspflege für das vorliegende Verfahren, unter Einsetzung seines
Rechtsanwalts als Rechtsbeistand. Zur Begründung brachte er im
Wesentlichen vor, er lebe mit seiner Lebenspartnerin zusammen,
gemeinsam hätten sie bereits zwei gemeinsame Kinder und das dritte Kind
komme im Februar zur Welt. Zudem habe er bereits zwei Kinder aus einer
früheren Beziehung, wofür er Unterhaltszahlungen zu leisten habe.
Insgesamt habe er somit demnächst insgesamt fünf Kinder. Die
Steuerverwaltung habe zunächst nicht berücksichtigt, dass er mit seiner
Lebenspartnerin zusammenlebe und ihr gegenüber Betreuungsunterhalt
schulde. Auch deren zweite Berechnung gebe ein unvollständiges Bild
seiner wirtschaftlichen Situation ab bzw. gehe von falschen
Sachverhaltsannahmen aus. Bei der Berechnung der Vermögens- und
Erwerbsverhältnisse sei namentlich zu korrigieren bzw. zu
berücksichtigen, dass er die gesamten Kosten für die Miete und für die
gemeinsamen Kinder alleine trage, ebenso die Kinderunterhaltsbeiträge
für die beiden Kinder aus der früheren Partnerschaft. In
Gegenüberstellung seiner monatlichen Auslagen von CHF 6'395.00 (und
nicht CHF 4'920.00) zu seinen monatlichen Einkünften von CHF 7'135.00
verbleibe ihm gerade mal ein monatlicher Überschuss von CHF 740.00
(und nicht CHF 2'215.00). Dabei werde der Betreuungsunterhalt seiner
Lebenspartnerin nicht berücksichtigt. Berücksichtigt werden müsse auch,
dass er mit seinem Lohnerwerb von CHF 6'421.00 wesentlich mehr
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verdiene als seine Lebenspartnerin mit einem monatlichen Einkommen
von CHF 2'110.00, entsprechend trage er auch den weitaus grössten Teil
der Lebenshaltungskosten. Ebenso unberücksichtigt blieben die mit
zunehmendem Lebensalter steigenden Kinderunterhaltskosten, womit
sich die finanzielle Situation des Beschwerdeführers zusätzlich
verschlechtere. Beim Vermögen habe die Steuerverwaltung
fälschlicherweise auch den Rückkaufswert einer Lebensversicherung
(gebundene Vorsorge 3a) in der Höhe von CHF 13'314.30 berücksichtigt.
Das liquide Vermögen habe Ende 2018 CHF 26'090.95 und Ende 2020
noch CHF 23'929.50 betragen. Seine Lebenspartnerin werde zudem über
den Mutterschaftsurlaub hinaus weitere sechs Monate unbezahlten Urlaub
beziehen, um sich der Kinderbetreuung zu widmen, womit ihr Einkommen
für ganze sechs Monate wegfallen würde. Er werde deshalb seine
Ersparnisse für diese Zeit benötigen. Der Auffassung, wonach er in
günstige wirtschaftliche Verhältnisse gekommen sei, könne nicht gefolgt
werden, das Gegenteil sei der Fall. Seine Einkommenssituation sei
dieselbe geblieben, die finanziellen Verpflichtungen seien jedoch
gestiegen. Für das vorliegende Verfahren sei ihm aufgrund seiner
Mittellosigkeit die unentgeltliche Rechtspflege zu bewilligen, da das
Verfahren weder offensichtlich mutwillig noch aussichtslos sei.
4. Mit Vernehmlassung vom 12. März 2021 beantragte die Steuerverwaltung
(nachfolgend Beschwerdegegnerin) die Abweisung der Beschwerde. Zur
Begründung führte sie aus, dass eine Notbedarfsberechnung
(Existenzminimumberechnung) durchgeführt worden sei, welche sich auf
die gemachten Angaben des Beschwerdeführers stützte, wobei zunächst
die Einkommens- und Vermögenssituation der Lebenspartnerin mangels
entsprechender Angaben unberücksichtigt geblieben sei. Beim Vermögen
des Beschwerdeführers sei die Steuerverwaltung von einem solchen von
CHF 36'781.00, trotz einer Selbstdeklaration von CHF 40'673.75,
ausgegangen. Es sei zudem bloss der Rückkaufswert einer der beiden
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Versicherungen berücksichtigt worden. Tatsächlich würde sich die
Vermögenssituation noch besser darstellen. Sodann setzte sich die
Beschwerdegegnerin mit der Berechnung bzw. den Rügen in der
Beschwerdeschrift auseinander. Sie brachte zudem vor, dass die
Betreuungsgutschriften weder beziffert, noch belegt oder bisher geltend
gemacht worden seien. Sollte tatsächlich ein Zahlungsfluss erfolgen, so
würde es sich um eine reine Umverteilung des Erwerbseinkommens
zwischen dem Beschwerdeführer und seiner Lebenspartnerin handeln.
Die zukünftige Entwicklung der Kinderunterhaltskosten könne zudem in
der vorliegenden Berechnung nicht berücksichtigt werden. Der
Beschwerdeführer bezahle im Weiteren monatlich CHF 200.00 in die
Säule 3a. Auch wenn das gebundene Vermögen nicht für die
Rückerstattung der vom Kanton Graubünden bevorschussten Kosten
genutzt werden könne, so seien die Rückkaufswerte der gebundenen
Vorsorge durchaus zum vorhandenen Vermögen des Beschwerdeführers
hinzuzurechnen und für die Beurteilung des "Notgroschens" und der
finanziellen Situation des Beschwerdeführers zu berücksichtigen. Der
Notgroschen sei vorliegend auf maximal CHF 15'000.00 festzusetzen.
5. In seiner Replik vom 25. März 2021 hielt der Beschwerdeführer an seinen
Anträgen fest, er beantragte die Abweisung sämtlicher Anträge der
Beschwerdegegnerin gemäss Vernehmlassung und bestritt deren
Ausführungen, soweit sie nicht mit seinen Ausführungen übereinstimmten.
6. Mit Duplik vom 20. April 2021 hielt auch die Beschwerdegegnerin an ihren
Anträgen fest. Sie führte ergänzend an, dass der Beschwerdeführer
weiterhin über einen Notgroschen in ungebundener Form von über
CHF 15'000.00 (Guthaben UBS-Sparkonto CHF 23'929.50) verfüge, wenn
die Teilzahlung von CHF 8'000.00 erfolgt sei. Mit den zugestandenen
Vermögenswerten von CHF 15'000.00 könne der Beschwerdeführer auch
den temporären Wegfall des Einkommens seiner Lebenspartnerin von
sechs Monaten (CHF 12'660.00) decken. Auch bei einem temporären
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Wegfall des Einkommens der Lebenspartnerin und der entsprechenden
Übernahme von deren Auslagen durch den Beschwerdeführer, ohne
Berücksichtigung von Berufsauslagen, resultiere beim Einkommen
weiterhin ein monatlicher Überschuss von CHF 488.00. Zu den verfügten
Monatsraten von CHF 500.00 fehlten während dieser sechs Monate pro
Monat CHF 12.00 bzw. insgesamt CHF 72.00, wobei der
Beschwerdeführer diese Fehlbeträge wiederum über sein vorhandenes
Vermögen decken könne.
7. Mit Eingabe vom 26. April 2021 verzichtete der Beschwerdeführer unter
Hinweis auf die bisherigen Anträge und Ausführungen auf eine Triplik und
reichte die Honorarnote ein.
Auf die weiteren Vorbringungen der Parteien und die eingereichten
Beweismittel wird, soweit erforderlich, in den nachstehenden Erwägungen
eingegangen.

## Considerations

II. Das Gericht zieht in Erwägung:
1. Gemäss Art. 12 Abs. 4 des Einführungsgesetzes zur Schweizerischen
Zivilprozessordnung (EGzZPO; BR 320.100) bzw. Art. 77 Abs. 2 in
Verbindung mit Art. 52 Abs. 1 des Gesetzes über die
Verwaltungsrechtspflege (VRG; BR 370.100) können Entscheide
betreffend Rückerstattung von bevorschussten Kosten innert 30 Tagen
seit Mitteilung beim Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden
angefochten werden. Angesichts des über CHF 5'000.00 liegenden
Streitwerts und der Tatsache, dass keine Fünferbesetzung
vorgeschrieben ist (vgl. Art. 43 Abs. 2 VRG), sind die Voraussetzungen für
eine Dreierbesetzung des Gerichts gemäss Art. 43 Abs. 1 VRG erfüllt. Die
weiteren Prozessvoraussetzungen geben zu keiner Bemerkung Anlass,
weshalb auf die frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde
einzutreten ist.
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2. Vorweg ist festzustellen, dass mit der Beurteilung in der Hauptsache der
Entscheid über die aufschiebende Wirkung hinfällig wird.
3. Das Gegenstück zum verfassungsrechtlichen Anspruch des Betroffenen
auf Akteneinsicht und Beweisführung gemäss Art. 29 Abs. 2 der
Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft (BV; SR 101)
bildet die Aktenführungsflicht von Verwaltung und Behörden. Diesem
Grundsatz zufolge hat eine Behörde alles in den Akten festzuhalten, was
von ihr erhoben wurde und Grundlage des zu fällenden Entscheides bilden
könnte (vgl. BGE 142 I 86 E.2.2; 130 II 473 E.4.1, Urteile des
Bundesgerichts 2C_844/2018 vom 12. Juni 2020 E.3.5, 2C_13/2018 vom
16. November 2018 E.3.5.2; WALDMANN/OESCHGER, in:
WALDMANN/WEISSENBERGER [Hrsg.], Praxiskommentar
Verwaltungsverfahrensgesetz, 2. Aufl., Zürich/Basel/Genf 2016, Art. 26
Rz. 37). Diese zur Sache gehörenden Aktenstücke hat sie alsdann
chronologisch zu ordnen und in übersichtlicher Weise abzulegen. Kleinere
Unzulänglichkeiten in der Ablage oder der Dossieranschrift vermögen
noch keine (oder zumindest keine schwere) Verletzung der
Aktenführungspflicht zu begründen (vgl. BGE 138 V 218 E.8.2 f., Urteil des
Bundesgerichts 8C_616/2013 vom 28. Januar 2014 E.2.1). Vorliegend
ergibt sich aus den von der Beschwerdegegnerin eingebrachten Akten
nicht, welche Unterlagen der Beschwerdeführer am 25. Januar 2021 bei
der Beschwerdegegnerin nachgereicht hat, da die Unterlagen nicht nach
dem Schreiben eingeordnet sind und weder chronologisch geordnet noch
nummeriert sind, allenfalls unter den beschwerdegegnerischen Akten (Bg-
act.) 8 eingefügt wurden. Diesen Umstand gilt es demnach zu rügen.
4. Anfechtungsobjekt des vorliegenden Beschwerdeverfahrens bildet die
Rückerstattungsverfügung der Beschwerdegegnerin vom 4. Januar 2021.
Streitig und zu prüfen ist, ob der Beschwerdeführer zu Recht zur
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Rückerstattung der bevorschussten Rechtsbeistandskosten von
insgesamt CHF 15'939.55 verpflichtet wurde.
5.1. Art. 29 Abs. 3 BV statuiert einen verfassungsrechtlichen Anspruch
einerseits auf unentgeltliche Prozessführung und andererseits auf
unentgeltliche Verbeiständung. Ersterer betrifft die Befreiung von Kosten
für das Tätigwerden der Behörden und Gerichte und letzterer garantiert
auch dem Unbemittelten einen Rechtsbeistand. Wird die unentgeltliche
Rechtspflege gewährt, hat dies aber keine definitive Übernahme der
Kosten durch den Staat zur Folge. Gelangt die bedürftige Partei im Laufe
des Verfahrens oder aufgrund des Prozessausgangs in den Besitz
ausreichender Mittel, kann ihr die unentgeltliche Rechtspflege verweigert
oder wieder entzogen werden. Im Rahmen der unentgeltlichen
Rechtspflege ausbezahlte Beträge können ferner selbst nach Erledigung
des Prozesses zurückverlangt werden, wenn sich die wirtschaftliche
Situation der Begünstigten ausreichend verbessert hat (vgl. MEICHSSNER,
Das Grundrecht auf unentgeltliche Rechtspflege [Art. 29 Abs. 3 BV], Diss.
Basel 2008, S. 175 f.; BGE 122 I 322 E.2c). Art. 123 Abs. 1 der
Schweizerischen Zivilprozessordung (ZPO, SR 272) hält denn auch fest,
dass eine Partei, der die unentgeltliche Rechtspflege gewährt wurde, zur
Nachzahlung verpflichtet ist, sobald sie dazu in der Lage ist (vgl. auch
Art. 77 Abs. 1 VRG; MEICHSSNER, a.a.O., S. 176 f.; WUFFLI, Die
unentgeltliche Rechtspflege in der Schweizerischen Zivilprozessordnung,
Diss. Zürich/St. Gallen 2015, RZ. 925 ff.; vgl.
HÄFELIN/HALLER/KELLER/THURNHERR, Schweizerisches
Bundesstaatsrecht, 10. Aufl., Zürich/Basel/Genf 2020, Rz. 841; vgl. auch
Urteile des Verwaltungsgerichts des Kantons Graubünden [VGU] U 12 96
vom 15. Januar 2013 E.2 und U 11 12 vom 18. November 2011 E.3). Wie
das Verwaltungsgericht bereits in seinem Urteil vom 10. April 2018 [U 17
72] E.6c festgehalten hat, ist die Frage, ob und in welchem Umfang ein
Rückforderungsanspruch besteht, nach den gleichen Grundsätzen zu
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prüfen, wie wenn die gleiche Partei ein Gesuch um unentgeltliche
Rechtspflege stellen würde. Die für die Prüfung des Anspruchs auf
unentgeltliche Rechtspflege entwickelten Grundsätze sind daher auch auf
die Überprüfung des Rückerstattungsanspruchs der URP-Kosten
anwendbar (vgl. MEICHSSNER, a.a.O., S. 176 f.). Nicht massgeblich ist
dabei, ob sich die wirtschaftlichen Verhältnisse seit der Gewährung der
URP massgeblich geändert haben. Selbst wenn also die Instanz, welche
die URP gewährt hat, die Bedürftigkeit grosszügiger eingeschätzt hat,
spielt das für die Überprüfung der Rückforderung keine Rolle. Bei einer
allfälligen Rückforderung der unentgeltlichen Rechtspflegekosten gilt es
zu prüfen, ob der URP-Partei im Zeitpunkt des Erlasses der
angefochtenen Verfügung bzw. der Prüfung derselben durch die
Rechtsmittelinstanz nach geltendem Recht und geltender Praxis die
unentgeltliche Rechtspflege hätte gewährt werden müssen. Ist
ausreichend Vermögen vorhanden, erübrigt sich eine erweiterte
Existenzminimumberechnung.
5.2. Im Rahmen der Prüfung eines Gesuchs um unentgeltliche Rechtspflege
gilt der beschränkte Untersuchungsgrundsatz (vgl. dazu auch Urteil des
Verwaltungsgerichts U 17 108 vom 15. Mai 2018 E.2). Dieser Grundsatz
befreit die bedürftige Partei allerdings nicht von der Pflicht, ihre
Einkommens- und Vermögensverhältnisse eindeutig, vollständig und
soweit möglich dokumentiert darzustellen (vgl. MEICHSSNER, a.a.O., S. 77;
WUFFLI, a.a.O., Rz. 681). An diese umfassende Mitwirkungspflicht dürfen
umso höhere Anforderungen gestellt werden, je komplexer die
ökonomischen Verhältnisse des Gesuchstellers sind (MEICHSSNER, a.a.O.,
S. 77 f.). Aus den eingereichten Belegen muss auf jeden Fall der aktuelle
Grundbedarf hervorgehen. Die Belege haben zudem über sämtliche
finanziellen Verpflichtungen der bedürftigen Partei sowie über ihre
Einkommens- und Vermögensverhältnisse Aufschluss zu geben. Von der
Mitwirkungspflicht miterfasst ist auch die Offenlegung der Vermögens- und
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Einkommensverhältnisse allfälliger unterstützungspflichtiger Personen
(vgl. Urteil des Bundesgerichts 5A_36/2013 vom 22. Februar 2013 E.3.3).
Dasselbe hat auch im Rahmen der Prüfung eines
Rückforderungsanspruchs zu gelten; schliesslich gelten bei der
Überprüfung eines Rückforderungsanspruchs dieselben Regeln, wie bei
der Prüfung eines Gesuchs um unentgeltliche Rechtspflege (MEICHSSNER,
a.a.O., S. 176 f.).
5.3. Ausgangspunkt für die Beurteilung der aktuellen Einkommens- und
Vermögenssituation sind die Angaben des Beschwerdeführers sowie die
von der Beschwerdegegnerin eingereichten Unterlagen. Die
Beschwerdegegnerin sieht in Anbetracht der aus den Akten ersichtlichen
Vermögens- und Einkommenssituation des Beschwerdeführers die
Voraussetzungen einer Rückerstattung der vom Kanton geleisteten
Beiträge im Sinne von Art. 123 Abs. 1 ZPO als gegeben.
5.4. Wie die Beschwerdegegnerin richtigerweise ausführte, gelten bei der
Überprüfung der Rückforderung der bevorschussten URP-Kosten
dieselben Regeln wie bei der Prüfung eines URP-Gesuchs. Gemäss
bundesgerichtlicher Rechtsprechung kann einem Gesuchsteller, der über
ein Vermögen verfügt, zugemutet werden, dieses zur Finanzierung des
Prozesses zu verwenden, soweit es einen angemessenen
Vermögensbeitrag, den sogenannten "Notgroschen", übersteigt (vgl.
MEICHSSNER, a.a.O., S. 85; Urteile des Bundesgerichts 4A_250/2019 vom
7. Oktober 2019 E.2.1.2, 9C_874/2008 vom 11. Februar 2009 E.2.2.2).
Dieser Freibetrag bzw. "Notgroschen", welchem der Charakter einer
Notreserve für laufende und künftige Bedürfnisse zukommt, bestimmt sich
bei der unentgeltlichen Rechtspflege nicht anhand einer allgemein gültigen
Pauschale, sondern ist unter Würdigung der konkreten Umstände zu
bemessen, wobei insbesondere den Faktoren Alter und Gesundheit
Rechnung getragen wird. Es wäre unverhältnismässig, vom Gesuchsteller
für einen normalen Prozess die Zerstörung seiner wirtschaftlichen Basis
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zu verlangen und ihn dadurch in die Sozialhilfeabhängigkeit abzudrängen.
In der Rechtsprechung und Literatur wird dabei die Auffassung vertreten,
dass im Normalfall von einem verfassungsrechtlich gebotenen Freibetrag
von CHF 15'000.00 für Alleinstehende auszugehen ist, wobei ein
"Notgroschen" von über CHF 20'000.00 nur in besonderen Fällen in Frage
kommt (vgl. WUFFLI, a.a.O., Rz. 181; Urteil des Bundesgerichts
4A_250/2019 vom 7. Oktober 2019 E.2.1.2; vgl. zum Ganzen Urteil des
Verwaltungsgerichts des Kantons Graubünden U 17 58 vom 10. April 2018
E.4b m.H.). Bei der Mittellosigkeitsprüfung wird das bewegliche wie auch
das unbewegliche Vermögen berücksichtigt. Zum beweglichen Vermögen
zählen unter anderem verfügbare Geldwerte wie Konten, Wertpapiere,
fällige Forderungen oder fällige Leistungen aus der gebundenen Vorsorge
der Säule 3a (vgl. MEICHSSNER, a.a.O., S. 85 f. m.H.; Urteile des
Verwaltungsgerichts des Kantons Graubünden U 11 12 vom 18.
November 2011 E.4c und S 15 7 vom 24. September 2015 E.4b).
5.5.1. Vorliegend ist vorab zu beurteilen, ob der Beschwerdeführer aufgrund
seiner Vermögensverhältnisse zur Rückerstattung der bevorschussten
Gelder einer höheren ersten Rate im Umfang von CHF 8'000.00
verpflichtet werden konnte. Der Beschwerdeführer hatte gemäss Angaben
seines Rechtsbeistandes auf dem UBS-Konto per Ende 2020 ein
Vermögen von CHF 23'929.50 (vgl. beschwerdeführerische Akten [Bf-act.]
5) vorliegen. Gemäss Rechtsprechung des Verwaltungsgerichts ist der
Notgroschen abhängig vom Einzelfall festzulegen. Grundsätzlich ist aber
Vermögen, das die Schwelle von CHF 15'000.00 übersteigt, zur
Finanzierung eines allfälligen Prozesses bzw. für die Rückzahlung
bevorschusster Rechtspflege- und Rechtsvertretungskosten einzusetzen.
Die verfügte Rückzahlung von CHF 8'000.00 ist daher nicht zu
beanstanden, da dem Beschwerdeführer nach der Zahlung dieses
Betrages weiterhin ein Notgroschen von CHF 15'929.50 verbliebe. Dies
unter alleiniger Berücksichtigung seines UBS-Kontos. Dabei verfügt der
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Beschwerdeführer gemeinsam mit seiner Lebenspartnerin auch über ein
(Spar-)Konto bei der Credit Suisse, auf welchem Ende 2019 ein Saldo von
CHF 3'900.00 vorhanden war.
5.5.2. Die Beschwerdegegnerin berücksichtigte bei der Ermittlung des
Notgroschens und der Vermögenssituation des Beschwerdeführers
(CHF 36'781.00) den Rückkaufswert der Lebensversicherungen
(gebundene Vorsorge 3a). Den Akten kann entnommen werden, dass
diese Policen im Jahre 2038 bzw. 2042 ablaufen und sich der jährliche
Einzahlungsbetrag auf insgesamt CHF 2'400.00 beläuft (vgl. Bf-act. 11,
Bg-act. 14 und 15). Gemäss Art. 3 der Verordnung über die steuerliche
Abzugsberechtigung für Beiträge an anerkannte Vorsorgeformen (BVV 3;
SR 831.461.3) können die Altersleistungen frühestens fünf Jahre vor dem
ordentlichen Rentenalter der AHV ausgerichtet werden. Der
Beschwerdeführer wurde am 20. April 2021 44 Jahre alt. Er ist somit noch
lange nicht im ordentlichen Rentenalter. Vor diesem Hintergrund ist es
dem Beschwerdeführer von Gesetzes wegen nicht möglich, die Säule 3a-
Police zurückzukaufen. Der entsprechende Rückkaufswert kann und darf
dem Beschwerdeführer demnach nicht als für die Rückerstattung zur
Verfügung stehender Vermögenswert angerechnet werden. Die Annahme
der Beschwerdegegnerin, wonach gebundene Vermögenswerte (Säule
3a) bei der Ermittlung des Notgroschens und der Vermögenssituation des
Beschwerdeführers zu berücksichtigen seien, ist somit falsch, da diese nur
aus gesetzlich klar geregelten Fällen frühzeitig bezogen werden können.
5.5.3. Reicht das vorhandene Vermögen nicht aus, um den gesamten
Rückforderungsanspruch zu decken oder ist kein solches vorhanden, ist
eine Notbedarfsberechnung (Existenzminimumberechnung)
durchzuführen. Vorliegend ist deshalb zu beurteilen, ob beim
Beschwerdeführer ein monatlicher Einkommensüberschuss resultiert, mit
welchem er in der Lage ist, die verfügten Ratenzahlungen von monatlich
CHF 500.00 zu bezahlen. Hierfür ist vorab der zivilprozessuale Notbedarf
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des Beschwerdeführers zu berechnen, wobei an sich vom
betreibungsrechtlichen Existenzminimum auszugehen ist. Das
Bundesgericht hat aber immer wieder betont, dass bei der Prüfung des
Anspruchs auf unentgeltliche Rechtspflege nicht schematisch auf das
betreibungsrechtliche Existenzminimum abgestellt werden darf, sondern
die individuellen Umstände ebenfalls zu berücksichtigen sind (vgl. BGE
135 I 221 E.5.1, 124 I 2 E.2a, Urteil des Bundesgerichts 2C_4/2018 vom
21. Februar 2018 E.2.3). Wie bereits erwähnt, sind grundsätzlich die für
die Prüfung des Anspruchs auf unentgeltliche Rechtspflege entwickelten
Grundsätze auch bei der Überprüfung eines Rückerstattungsanspruchs
der bevorschussten URP-Kosten beizuziehen. Dabei liegt die Grenze des
zivilprozessualen Notbedarfs höher als diejenige des
betreibungsrechtlichen Existenzminimums, das im Kanton Graubünden
auf der Grundlage des Beschlusses des Kantonsgerichts von Graubünden
vom 18. August 2009 betreffend die Richtlinie zur Berechnung des
betreibungsrechtlichen Existenzminimums festzulegen ist (Prozessarmut
= betreibungsrechtliches Existenzminimum nach Art. 93 des
Bundesgesetzes über Schuldbetreibung und Konkurs [SchKG] plus 20 %
auf Grundbetrag für Notbedarfsberechnung). Demnach ist einer Person
für die Deckung der allgemeinen Lebensunterhaltskosten ein nach den
Verhältnissen abgestufter Grundbedarf zuzugestehen, der um
abschliessend aufgezählte Zuschläge zu erhöhen ist. Der auf diese Weise
berechnete zivilprozessuale Notbedarf ist alsdann von den Einkünften
abzuziehen. Ein sich daraus ergebender Überschuss ist mit den für den
konkreten Fall zu erstattenden Gerichts- und Anwaltskosten in Beziehung
zu setzen. Nachfolgend gilt es in der soeben geschilderten Weise das
URP-Existenzminimum den Einkommensverhältnissen des
Beschwerdeführers gegenüber zu stellen.
5.5.4. Die Beschwerdegegnerin hat der zweiten Existenzminimumberechnung
vom 27. Januar 2021 die Einkünfte des Beschwerdeführers von insgesamt
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CHF 7'135.00 (Nettolohn II gemäss Lohnausweis [CHF 6'421.00] plus die
Hälfte der Prämienverbilligungen [CHF 714.00]) und diejenigen seiner
Lebenspartnerin von insgesamt CHF 2'824.00 (CHF 2'110.00 plus
CHF 714.00) zugrunde gelegt.
Auf der Auslagenseite wurde dem Beschwerdeführer der Grundbedarf (für
Nahrung, Kleidung, Gesundheit, Erholung, etc.) für Paare im Konkubinat
gemäss Tabelle (SKOS-Richtlinien) von CHF 850.00 und für die
gemeinsamen Kinder der (hälftige) Betrag von CHF 600.00 sowie ein
Zuschlag von 20 % (CHF 290.00) zum Grundbetrag gewährt (vgl.
Beschluss des Kantonsgerichts Graubünden vom 18. August 2009
betreffend Richtlinie zur Berechnung des betreibungsrechtlichen
Existenzminimums; vgl. Urteil des Verwaltungsgerichts U 18 26 vom 26.
Juni 2018 E.4.1). Im Weiteren wurden die Unterhaltsbeiträge an die Kinder
aus früherer Partnerschaft (CHF 1'600.00), die Hälfte der Mietkosten
(CHF 875.00), die Krankenkassenkosten (Grundversicherung,
CHF 421.00), ein Betrag für die laufenden Steuern (CHF 69.00) sowie die
Berufsauslagen (CHF 215.00) angerechnet, woraus sich monatliche
Auslagen von CHF 4'920.00 ergaben. Diese Auslagen beinhalteten auch
den Grundbetrag für das ungeborene Kind sowie die
Krankenkassenbeiträge für eines der gemeinsamen Kinder. Der
Lebenspartnerin wurden ihrerseits Auslagen in der Höhe von insgesamt
CHF 3'151.00 angerechnet. Bei der Gegenüberstellung der monatlichen
Einkünfte von CHF 7'135.00 und der monatlichen Auslagen von
CHF 4'920.00 ergab sich ein Saldo von CHF 2'215.00 bzw. als Anteil des
Beschwerdeführers am gemeinsamen Budget-Saldo (CHF 1'888.00) im
Verhältnis zum Einkommen ein solcher von schliesslich CHF 1'352.00
(vgl. Bg-act. 13).
5.5.5. Der Beschwerdeführer monierte bezüglich dieser zweiten
Existenzminimumberechnung, es sei unberücksichtigt geblieben, dass er
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den weitaus grössten Teil der gemeinsamen Auslagen zu tragen habe, da
seine Lebenspartnerin den grössten Teil der Betreuungs- und
Erziehungsaufgaben übernehme und dementsprechend ein geringeres
Einkommen erziele. Ebenso unberücksichtigt sei geblieben, dass er
alleine den monatlichen Mietzins sowie die Kosten für die drei
gemeinsamen Kinder übernehme. Somit beliefen sich die monatlichen
Auslagen auf insgesamt CHF 6'395.00 anstatt auf CHF 4'920.00, woraus
sich noch ein Saldo von CHF 740.00 ergebe (siehe Beschwerde vom 3.
Februar 2021, Seite 6). Dabei würden jedoch weder der
Betreuungsunterhalt seiner Lebenspartnerin noch die künftig steigenden
Kinderunterhaltskosten berücksichtigt.
5.5.6. Die zweite erweiterte Existenzminimumberechnung der
Beschwerdegegnerin ist nach Ansicht des streitberufenen Gerichts als
Grundlage ebenfalls nicht zu beanstanden (u.a. mit den entsprechenden
Anpassungen betreffend das gemeinsame dritte Kind). Der vielfach
erwähnte Betreuungsunterhalt ist, da er trotz anwaltlicher Vertretung und
erhöhter Mitwirkungspflicht (vgl. dazu E.5.2) erst vor Verwaltungsgericht
geltend gemacht und weder belegt noch beziffert wurde, den Auslagen
nicht anzurechnen. Im Übrigen ist mit der Beschwerdegegnerin einig zu
gehen, dass bei einer Senkung des Einkommens des Beschwerdeführers
durch zusätzliche Zahlungen an seine Lebenspartnerin das
Gesamteinkommen der Lebenspartner unverändert bleiben würde. Die
gemeinsamen Lebenshaltungskosten (des Beschwerdeführers, der
Lebenspartnerin und der drei gemeinsamen Kinder) sind im Verhältnis der
Einkommen zu decken bzw. bei der Berechnung der Leistungsfähigkeit
würde so ein allfälliger Überschuss ermittelt. Selbst bei Berücksichtigung
der höheren Unterhaltszahlungen für die Tochter Lia Eden (neu
CHF 800.00 ab Februar 2021 statt wie bis anhin CHF 650.00) bleibt dem
Beschwerdeführer ein monatlicher Überschuss von mehr als CHF 500.00,
was den verfügten monatlichen Raten entspricht.
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Auch in Bezug auf den behaupteten unbezahlten Urlaub seiner
Lebenspartnerin von sechs Monaten über den Mutterschaftsurlaub hinaus
hat der Beschwerdeführer keine Nachweise eingereicht. Grundsätzlich
müsste diese Behauptung aufgrund der dem Beschwerdeführer
obliegenden Mitwirkungspflicht demnach nicht berücksichtigt werden.
Selbst wenn die Lebenspartnerin nach dem Mutterschaftsurlaub für
weitere sechs Monate unbezahlten Urlaub beziehen sollte, könnte der
Beschwerdeführer diesen Ausfall mit dem überlassenen Notgroschen
kompensieren (vgl. dazu auch die Berechnung der Beschwerdegegnerin
vom 20. April 2021, Bg-act. 1). Wie gesagt ist der Beschwerdeführer den
Nachweis für den künftigen unbezahlten Urlaub seiner Lebenspartnerin
jedoch schuldig geblieben, womit er dem im Verfahren um Rückerstattung
geltenden Beweismass der Glaubhaftmachung nicht Genüge getan hat,
was zu seinen Lasten geht (vgl. Urteil des Bundesgerichts 4A_114/2013
vom 20. Juni 2013 E.4.3.2).
5.6. Während bei der Prüfung, ob die unentgeltliche Rechtspflege zu gewähren
ist, der sich aus der Berechnung ergebende monatliche Überschuss eine
Tilgung der Gerichts- und Anwaltskosten für einfache Verfahren innerhalb
eines Jahres bzw. bei komplexeren Verfahren innerhalb zweier Jahre
ermöglichen sollte, spielt es bei der Rückerstattung der bevorschussten
URP-Kosten keine Rolle, wie lange die ratenweise Rückerstattung dauert
(MEICHSSNER, a.a.O., S. 176 f.). Bei der Rückerstattung können daher
auch mehr als 12 monatliche Raten verfügt werden (vgl. Urteile des
Verwaltungsgerichts U 14 1 vom 4. September 2014 E.5a in fine und U 15
98 vom 16. Februar 2016 [wonach eine Rückerstattung des
Gesamtbetrages der bevorschussten URP-Kosten in 60 Monaten möglich
und zumutbar war]). Es ist somit zulässig, dass die monatlichen Raten für
eine Dauer von insgesamt 16 Monaten zu leisten sind. Aufgrund des
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Gesagten erweist sich die angefochtene Verfügung vom 4. Januar 2021
als rechtens, was zur Abweisung der Beschwerde führt.
6.1. Gemäss Art. 73 Abs. 1 VRG hat in der Regel die unterliegende Partei die
Kosten zu tragen. Vorliegend gilt es jedoch zu beachten, dass gewisse
Rügen des Beschwerdeführers berechtigt bzw. durch die
Beschwerdegegnerin verursacht waren. Insbesondere sind dies die
Ausführungen zum Vermögen des Beschwerdeführers in der Ermittlung
des Rückerstattungsanspruchs, da die gebundene Vorsorge, mangels
Liquidität und entgegen der Behauptung der Beschwerdegegnerin, doch
nicht zu berücksichtigen ist. Da die Beschwerdegegnerin somit das
Verfahren mitverursacht hat, rechtfertigt es sich, ihr die Verfahrenskosten
zur Hälfte aufzuerlegen.
6.2. Gemäss Art. 78 VRG wird die unterliegende Partei in der Regel
verpflichtet, der obsiegenden Partei die durch den Rechtsstreit
verursachten notwendigen Kosten zu ersetzen (Abs. 1). Infolge des
hälftigen Obsiegens hat der Beschwerdeführer Anspruch auf eine
ausseramtliche Entschädigung zulasten der Beschwerdegegnerin. Die
Beschwerdegegnerin hat den Beschwerdeführer somit gemäss Art. 78
Abs. 1 VRG angemessen aussergerichtlich zu entschädigen, wobei das
Gericht hier eine Parteientschädigung von 50 % für gerechtfertigt erachtet.
Eine aussergerichtliche Entschädigung steht der Beschwerdegegnerin
laut Art. 78 Abs. 2 VRG hingegen nicht zu, da sie materiell lediglich in
ihrem amtlichen Wirkungskreis obsiegt.
6.3.1. Nach Art. 29 Abs. 3 BV hat jede Person, die nicht über die erforderlichen
Mittel verfügt, Anspruch auf unentgeltliche Rechtspflege, wenn ihr
Rechtsbegehren nicht aussichtslos erscheint (vgl. auch Art. 76 Abs. 1
VRG). Soweit es zur Wahrung ihrer Rechte notwendig ist, hat sie
ausserdem Anspruch auf einen unentgeltlichen Rechtsbeistand. Es stellt
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sich somit die Frage, ob das Verfahren nicht aussichtslos war. In
Anbetracht der besonderen Situation des Beschwerdeführers, unter
anderem mit vier Kindern aus zwei Partnerschaften und dem fünften
ungeborenen Kind, kann die Ergreifung des Rechtsmittels gegen den
Entscheid der Beschwerdegegnerin vom 4. Januar 2021 nicht als
aussichtslos betrachtet werden. Da der Beschwerdeführer zudem für die
Dauer von 16 Monaten den monatlichen Überschuss bzw. einen
erheblichen Teil davon für die Rückerstattung des bevorschussten Betrags
beanspruchen muss, wird sein Notgroschen nach der ersten Teilzahlung
von CHF 8'000.00 auf etwas mehr als CHF 15'000.00 sinken. Vor diesem
Hintergrund werden die Voraussetzungen für die Gewährung der
unentgeltlichen Rechtspflege für das vorliegende Verfahren als gegeben
erachtet und der durch den Beschwerdeführer zu tragende Anteil an den
Verfahrenskosten, vorbehältlich des Rückforderungsrechts im Sinne von
Art. 77 VRG, demzufolge auf die Gerichtskasse genommen.
6.3.2. Sofern es die Verhältnisse rechtfertigen, bestellt die Behörde der
antragstellenden Partei gemäss Art. 76 Abs. 3 VRG eine Anwältin oder
einen Anwalt. Aufgrund der vorliegenden Akten ergibt sich, dass der
Beschwerdeführer auf eine rechtskundige Unterstützung im vorliegenden
Verfahren angewiesen ist. Zudem kann auch von einer gewissen
Komplexität der vorliegenden Angelegenheit ausgegangen werden.
Insofern ist eine rechtskundige Vertretung des Beschwerdeführers
notwendig und die Angelegenheit war auch nicht aussichtslos, womit dem
Beschwerdeführer, in der Person von Rechtsanwalt lic. iur. LL.M. Lukas
Rich, ein unentgeltlicher Rechtsvertreter zu bestellen ist.
6.3.3. Nach Art. 2 Abs. 1 Verordnung über die Bemessung des Honorars der
Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälte (Honorarverordnung, HV; BR
310.250) setzt die urteilende Instanz die Parteientschädigung der
obsiegenden Partei nach Ermessen fest. Dabei geht sie gemäss Art. 2
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Abs. 2 Ziff. 1 HV vom Betrag aus, welcher der
entschädigungsberechtigten Partei für die anwaltliche Vertretung in
Rechnung gestellt wird, soweit der vereinbarte Stundenansatz zuzüglich
allfällig vereinbartem Interessenwertzuschlag üblich ist und keine
Erfolgszuschläge enthält. Als üblich gilt gemäss Art. 3 Abs. 1 HV ein
Stundenansatz von CHF 210.00 bis CHF 270.00. Weiter wird
vorausgesetzt, dass der geltend gemachte Aufwand angemessen und für
die Prozessführung erforderlich ist (Art. 2 Abs. 2 Ziff. 2 HV) und die
geforderte Entschädigung nicht eine von der Sache beziehungsweise von
den legitimen Rechtsschutzbedürfnissen her nicht gerechtfertigte
Belastung der unterliegenden Partei zur Folge hat (Art. 2 Abs. 2 Ziff. 3
HV). Reichen die Parteien zu Beginn des Verfahrens nicht eine
vollständige, unterschriebene Honorarvereinbarung ein, kann die
urteilende Instanz davon absehen, für die Festsetzung der
Parteientschädigung die Anwaltsrechnung heranzuziehen (Art. 4 Abs. 1
HV).
6.3.4. Gemäss Honorarnote vom 26. April 2021 macht der Beschwerdeführer
einen Aufwand von CHF 3'258.55 geltend, bestehend aus dem
Honoraranspruch des Rechtsvertreters von CHF 2'937.50 (11.75 h à
CHF 250.00), Auslagen von CHF 88.10 und 7.7 % MWST (auf den Betrag
von CHF 3'025.60) von CHF 232.95. Dieser Aufwand erscheint in der
vorliegenden Angelegenheit grundsätzlich als angemessen. Der
Rechtsvertreter hat zur Honorarnote keine Vereinbarung eingereicht.
Die Praxis des Verwaltungsgerichts (Praxisänderung vom 5. September
2017, vgl. dazu Urteile des Verwaltungsgerichts U 16 92 vom 25. Oktober
2017 E.13b, S 17 15 vom 27. September 2017 E.7b und R 18 17 vom
18. September 2019 E.9.2.1) geht gestützt auf die Honorarverordnung
dahin, dass bei Einreichen einer Honorarvereinbarung der geltend
gemachte Stundenansatz übernommen wird, sofern er den Ansatz von
CHF 270.00 nicht überschreitet. Wird keine Honorarvereinbarung
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eingereicht, beträgt der Stundenansatz höchstens CHF 240.00 (vgl.
Praxisänderung vom 5. September 2017). Angesichts dieser Praxis ist die
Honorarnote des Rechtsvertreters des Beschwerdeführers anzupassen,
indem nicht ein Stundenansatz von CHF 250.00, sondern ein solcher von
CHF 240.00 zur Anwendung gelangt und das Honorar entsprechend zu
kürzen ist. Da die Beschwerdegegnerin mit ihren falschen Ausführungen
zur gebundenen Selbstvorsorge das Verfahren teilweise mitverursacht hat
(vgl. dazu E.6.2), hat sie die Hälfte der geleisteten Stunden des
Rechtsvertreters, d.h. 5.875 h zum Ansatz von CHF 240.00
(CHF 1'410.00) sowie 3 % pauschale Spesen (CHF 42.30), zuzüglich
7.7 % MWST (CHF 111.80), insgesamt CHF 1'564.10, zu übernehmen.
6.3.5. Gemäss Art. 76 Abs. 3 VRG richtet sich die Entschädigung für die
unentgeltliche Rechtsvertretung nach der Anwaltsgesetzgebung. Gemäss
Art. 16 des kantonalen Anwaltsgesetzes (BR 310.100) setzt die mit der
Sache befasste Instanz die Entschädigung der Anwältin oder des
Anwaltes bei unentgeltlichen Rechtsvertretungen nach dem für eine
sachgerechte Prozessführung notwendigen Zeitaufwand fest. Gemäss
Art. 5 HV wird für den berechtigten Aufwand der unentgeltlichen
Rechtsvertretung ein Honorar von CHF 200.00 pro Stunde zuzüglich
notwendiger Barauslagen und Mehrwertsteuer ausgerichtet. Insofern
rechtfertigt sich ein dementsprechend reduzierter Vergütungsanspruch
des unentgeltlichen Rechtsvertreters zulasten der Gerichtskasse. Der
unentgeltliche Rechtsvertreter ist demnach im Betrag von CHF 1'303.45
(CHF 1175.00 [5.875 h à CHF 200.00] + CHF 35.25 [3 % pauschale
Spesen] + CHF 93.20 [7.7 % MWST]) aus der Gerichtskasse zu
entschädigen.
6.4. Hinzuweisen ist noch auf den Vorbehalt in Art. 77 VRG, wonach die
erlassenen Gerichtskosten und die Kosten für die unentgeltliche
Rechtsvertretung zu erstatten sind, wenn sich die Einkommens- oder
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Vermögensverhältnisse des Beschwerdeführers dereinst verbessern
sollten.