# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 42e84d76-b020-49c0-913e-797adff7e098
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2015
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1970, war seit
2007 bei der
Y._
als Lagerist tätig und meldete sich am 1
0.
Juni 2012 bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an (
Urk.
7/11). Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, zog unter anderem Akten des Taggeldversicherers (
Urk.
7/21
,
Urk.
7/31
)
und der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt (SUVA; Urk.
7/25-26) bei.
Am 2
7.
März 2013 teilte
sie
dem Versicherten mit, es seien keine beruflichen Eingliederungsmassnahmen möglich, da er sich aktuell nicht in der Lage fühle, an solchen teilzunehmen (
Urk.
7/33).
Sodann holte sie unter anderem beim
Z._
Begutachtungszentrum ein polydisziplinäres Gutachten ein, das am 2
3.
Dezember 2013 erstattet wurde (
Urk.
7/66).
Mit Verfügung vom 2
2.
Juli 2014 verneinte die IV-Stelle, nach durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(
Urk.
7/70,
Urk.
7/72,
Urk.
7/75 =
Urk.
3/2), einen Ren
tenanspruch des Versicherten (
Urk.
7/79 =
Urk.
2).
Mit Verfügung vom 2
1.
August 2014 wies
sie
das Gesuch um unentgeltliche Rechtsvertretung im Verwaltungsverfahren ab (
Urk.
7/81 =
Urk.
8/2).
2.
Der Versicherte erhob am 1
9.
August
2014
Beschwerde gegen die den Rentenan
spruch betreffende Verfügung vom 2
2.
Juli 2014 (
Urk.
2) und bean
trag
t
e unter anderem, diese sei aufzuheben, das Verfahren betreffend
Renten
festsetzung
sei zu sistieren und
es
seien ihm berufliche Massnahmen zu gewähren (
Urk.
1 S. 2 Mitte
Ziff.
2); eventuell sei ihm eine ganze Rente zuzusprechen (
Urk.
1 S. 2 Mitte
Ziff.
3).
Am 2
7.
August 2014 erhob der Beschwerdeführer gegen die Verfügung vom 21.
August 2014 betreffend unentgeltliche Rechtsvertretung (
Urk.
8/2) Beschwerde
(
Urk.
8/1)
.
Die IV-Stelle beantragte mit Beschwerdeantworten vom 1
6.
September 2014 (
Urk.
6,
Urk.
8/4) die Abweisung der Beschwerden.
Am 2
4.
Oktober 2014 wurden die beiden Verfahren vereinigt (
Urk.
8/6,
Urk.
9) und es wurden die Beschwerdeantworten dem Beschwerdeführer zur Kenntnis gebracht.
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allge
meinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG
).
Sie kann Folge von
Geburts
gebrechen
, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung; IVG
).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchti
gung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teil
weise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden aus
geglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vor
liegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesund
heitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbs
unfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Gemäss
Art.
28
Abs.
2 IVG
besteht b
ei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindes
tens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente.
1.3
Gemäss
Art.
17 IVG besteht unter Umständen ein Anspruch auf Umschulung.
Nach der Rechtsprechung ist unter Umschulung grundsätzlich die Summe der Eingliederungsmassnahmen berufsbildender Art zu verstehen, die notwendig und geeignet sind, der vor Eintritt der Invalidität bereits erwerbstätig gewesenen versicherten Person eine ihrer früheren annähernd gleichwertige Erwerbsmög
lichkeit zu vermitteln. Massnahmen im Sinne von
Art.
17 IVG setzen subjektive und objektive Eingliederungsfähigkeit voraus (AHI 1997 S. 82 E. 2b/
aa
; ZAK 1991 S. 179 unten f. E. 3).
1.4
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorak
ten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuch
tet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin ging in der den Rentenanspruch betreffenden Verfü
gung (
Urk.
2) davon aus, dass gemäss dem eingeholten Gutachten für eine angepasste Tätigkeit eine volle Arbeitsfähigkeit mit einer Reduktion der Leis
tungsfähigkeit von 20
%
bestehe (S. 2 oben), und ermittelte einen
Invaliditäts
grad
von 29
%
(S. 2 Mitte). Die vom Beschwerdeführer ins Feld geführten
Arzt
berichte
seien im Gutachten bereits berücksichtigt, und berufliche Massnahmen seien nicht angezeigt, da er sich subjektiv zu 100
%
arbeitsunfähig fühle (S. 2).
2.2
Der Beschwerdeführer stellte sich demgegenüber auf den Standpunkt (
Urk.
1), er habe sich (im Einwand zum Vorbescheid) ausdrücklich bereit erklärt, an berufli
chen Massnahmen - die gemäss Feststellungsblatt angezeigt seien - vollum
fänglich mitzuwirken (S. 8
Ziff.
15).
Im psychiatrischen Teilgutachten würden sei
n
e psychischen Leiden nicht in genügendem Masse berücksichtigt (S.
8 ff.
Ziff.
16.1); aufgrund der von ihm angeführten ärztlichen Beurteilungen sei davon auszugehen, dass er derzeit auf dem freien ausgeglichenen Arbeitsmarkt nicht arbeitsfähig sei (S. 10
Ziff.
16.3).
2.3
Strittig und zu prüfen ist somit, wie es sich im Verfügungszeitpunkt mit einem allfälligen Anspruch auf berufliche Massnahmen sowie einem allfälligen Ren
tenanspruch verhält
.
3.
3.1
Im Verlaufsprotokoll der Berufsberatung vom 2
7.
März 2013 (
Urk.
7/34) wurde unter anderem ausgeführt, im Rahmen des gleichentags erfolgten Erstgesprächs (S. 3 f.
Ziff.
2
) sei dem Beschwerdeführer die Möglichkeit einer beruflichen Abklärung erläutert worden;
dies
er könne sich nicht vorstellen, aktuell an einem Programm teilzunehmen (S. 4
Ziff.
3 am Ende).
Gleichentags teilte die Beschwerdegegnerin dem Beschwerdeführer mit, die Berufs
beratung werde aus den genannten Gründen abgeschlossen (
Urk.
7/33).
3.2
Im
Z._
-Gutachten vom 2
3.
Dezember 2013 (
Urk.
7/66/1-65
)
wurde unter anderem ausgeführt, der Versicherte sei aus psychiatrischer Sicht in jeder dem Körperleiden angepassten Tätigkeit vollschichtig arbeitsfähig. Allenfalls brauche er noch eine gewisse Angewöhnungszeit. Vermutlich wäre ein Arbeitstraining durch die IV angezeigt, damit der Versichere lerne, sich wieder ins Berufsleben einzulassen (S. 59 unten).
In der Zusammenfassung und Beurteilung wurde sodann unter anderem ausge
führt, berufliche Massnahmen liessen sich aufgrund der Krankheitsüberzeugung des Versicherten nicht umsetzen (S. 65 oben).
3.3
Im Feststellungsblatt vom 3
0.
Januar 2014 (
Urk.
7/69) wurde unter anderem bezüglich medizinischer und eventuell beruflicher Möglichkeiten zur wesentli
chen Verbesserung des Zustands seitens des RAD ausgeführt, alle aufgeführten möglichen Massnahmen würden keine Verbesserung der Situation bringen (S. 7 oben). Der Fragepunkt, ob anschliessende Eingliederungsmassnahmen (EM) nötig seien, wurde mit der Begründung verneint, die versicherte Person fühle sich subjektiv nicht arbeitsfähig. Zum Fragepunkt, ob Beratung und Begleitung nötig seien, wurde „dito“ angegeben (S. 7 unten).
3.4
D
ie Angabe des Beschwerdeführers in seine
m
Einw
a
nd zum Vorbescheid (Urk.
7/75), gemäss Feststellungsblatt seien berufliche Massnahmen angezeigt und es bestehe voraussichtlich sogar ein Anspruch auf berufliche Massnahmen, und auch dem
Z._
-Gutachten zufolge werde ein
Arbeitstraining empfohlen (S. 3 oben),
erweist sich vor diesem Hintergrund
als unzutreffend im ersten Punkt und als - in irreführender Weise - selektiv im zweiten Punkt.
Wohl erklärte er sich im Rahmen der erhobenen Einwände bereit, „die vorhan
dene Erwerbsfähigkeit auszuschöpfen“ und bei beruflichen Massnahmen voll
umfänglich mitzuwirken (S. 2
Ziff.
2.1).
G
leich
zeitig stellte er sich auf den Standpunkt, er sei derzeit auf dem freien ausgeglichenen Arbeitsmarkt nicht arbeitsfähig und eine allfällige Arbeitsfähigkeit könne erst nach einer intensi
vierten, vorzugweise stationären psychiatrischen Behandlung im geschützten Rahmen erprobt werden
(S. 5
Ziff.
3.3). Damit brachte er klar zum Ausdruck, dass seines Erachtens aktuell gar keine Arbeitsfähigkeit bestehe. Damit verliert die von ihm erklärte Bereitschaft, eine vorhandene Erwerbsfähigkeit auszu
schöpfen, ihren Sinn, war doch die Erwerbsfähigkeit, die
auszuschöpfen er sich bereit erklärte, gemäss seiner eigenen Sichtweise inexistent.
3.5
Dass die Beschwerdegegnerin daraus den Schluss gezogen hat, angesichts der subjektiven Überzeugung, vollständig arbeitsunfähig zu sein, fehle es an den nötigen sachlichen (und rechtlichen) Voraussetzung
en
für einen Anspruch auf berufliche Massnahmen, ist unter diesen Umständen ni
cht nur vertretbar, son
dern eine schon aus Gründen der Logik unabweisbare Schlussfolgerung und somit nicht zu beanstanden.
Dementsprechend ist die Beschwerde in diesem Punkt abzuweisen.
4.
4.1
Am
3.
Mai 2011 berichteten die Ärzte der
A._
Klinik über ihre gleichen
tags erfolgte Untersuchung
und nannten als Diagnosen seit 12 Jahren inter
mittierend auftretende
rechtsseitige
Zervikobrachialgien
(
Urk.
7/37/7-9
)
.
Im Bericht vom
3.
Juni 2011 nannten sie als zusätzliche Diagnose eine
rechts
me
diolaterale
Diskushernie
C5/6 mit Einengung des Spinalkanals und resul
tierender rechts
radikulärer
Schmerzsymptomatik (
Urk.
7/37/5-6
).
4.2
Med.
pract
.
B._
, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, nannte in seinem Bericht vom
8.
Februar 2012 (
Urk.
7/21/33
) folgende Diagnosen
:
rechtsmedi
o
laterale
Diskushernie
C5/6 mit Einengung des Spinalkanals und einer resultierenden rechts
radikulären
Schmerzsymptomatik
Brustwirbelsäulen (BWS)
-Syndrom bei rechts paramedialer Diskushernie Th6/7,
mediolateraler
MRI-Befund vom 1
5.
Dezember 2011
depressive Entwicklung bei schwierigen psychosoz
ialen Verhältnissen, Kündigung von Arbeitsplatz, mit existenziellen Ängsten
Angaben zur Arbeitsfähigkeit machte er keine.
4.3
Am 1
0.
Februa
r 2012 berichteten die Ärzte des C._
über die gleichentags erfolgte Behandlung (
Urk.
7/4/3-5 =
Urk.
7/43/1
+4
) und nannten als Diagnose ein
kraniozervikales
Beschleunigungstrauma gleichen
Datums
,
bei/mit Kontusion der BWS und vorbekannten
Halswirbelsäule
(
HWS
)-Beschwerden (S. 1). Sie attestierten eine Arbeitsunfähigkeit von 100
%
vom 1
0.
bis 1
3.
Februar 2012 (S. 2 oben).
4.4
Die Ärzte der
A._
Klinik nannten in ihrem Bericht vom 1
6.
Februar 2012 (
Urk.
7/37/3-4
) zusätzlich zu den schon 2011 aufgeführten Diagnosen (vorste
hend E. 4.1) als Nebendiagnose einen Verdacht auf akutes psychisches
Belas
tungssyndrom
, Differentialdiagnose (DD) Burnout-Syndrom (S. 1 Mitte).
In ihrem Bericht vom
1
3.
April 2012
(
Urk.
7/37/1-2
) nannten sie die folgenden, hier leicht gekürzt angeführten Diagnosen (S. 1 Mitte):
Verdacht auf mittelgradige bis
schwergradige
depressive Episode
panvertebrales Schmerzsyndrom
Verdacht auf nicht-
nociceptive
Schmerzursache; DD
Somatisierungs
störung
im Rahmen der depressiven Episode
rechts
mediolaterale
Diskushernie C5/6 mit Einengung des
Spinalka
nals
und resultierende
r
rechtsradikulärer
Schmerzsymptomatik
; ge
mäss wirbelsäulenchirurgischer Beurteilung Operationsindikation nicht gegeben (Februar 2012)
kernspintomographisch keine Neurokompression im Bereich der BWS und LWS
Übergewicht
4.5
Am 3
1.
Mai 2012 erstatteten Prof.
Dr.
med.
D._
, Facharzt für Neurolo
gie, und
Dr.
med.
E._
, Facharzt für Psychiatrie und Psy
chotherapie, je ein als Second Opinion bezeichnetes neurologisches
und
psychi
atrisches Gutachten im Auftrag des Taggeldversicherers, wobei das psychiatri
sche Gutachten von beiden unterzeichnet wurde.
Im neurologischen Gutachten (
Urk.
7/21/4-15) wurde unter anderem ausgeführt, die Untersuchung habe keinen ausreichenden Anhalt für eine mit den beklagten Beschwerden korrelierende klinische Störungssymptomatik ergeben, auch kei
nen Anhalt für
ein
radikuläres
Defizit (S. 10
). Es bestehe eine medizinisch zumutbare Arbeitsfähigkeit von 100
%
in der bisherigen Tätigkeit (S. 11 Ziff.
6.4a).
Im psychiatrischen Gutachten (
Urk.
7/21/16-30) wurde
n
als
Diagnose
n
eine
leicht
gradige
depressive Episode (
ICD-10
F32.0)
und ein möglicher Analgetika-Fehlgebrauch genannt (S. 10
Ziff.
4).
Es wurde eine s
tationäre Behandlung mit Absetzen der Analgetika und Optimierung der Medikation
empfohlen (S. 12 f.)
. So
sei
spätestens ab Mitte Juni
2012 eine Arbeitsfähigkeit
in der angestammten wie in je
der vergleichbaren Tätigkeit
von
zumindest
50
%
zu erwarten, die
ab Mitte Juli
2012 auf 100
%
gesteigert werden könne (S.
13 oben)
.
4.6
Dr.
med.
F._
, Facharzt für Neurologie, berichte am 1
8.
September 2012 über seine am 3
1.
August 2012 erfolgte Untersuchung (
Urk.
7/52/7-10
= Urk. 8/5/36
). In seiner Beurteilung nannte er ein massives Schmerzsyndrom im Bereich der HWS und BWS mit entsprechenden Bewegungseinschränkungen ohne neurologische Ausfälle (S. 4 oben), und er attestierte eine Arbeitsunfähig
keit von 100
%
(S. 4 Mitte).
4.7
Dr.
med.
G._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, berichtete am 2
7.
September 2012 über seine am 2
9.
August und 1
9.
September 2012 erfolgten Untersuchungen (
Urk.
7/31/4-6
). Er führte unter anderem aus, diagnostisch handle es sich um eine Reaktivierung einer bis anhin
subsyndro
mal
verlaufenden posttraumatischen Belastungsstörung; aktuell zeige der Patient Symptome, die mit der Diagnose einer Anpassungsstörung mit längerer depressiver Reaktion (ICD-10 F 43.21) einhergingen (S. 2 Mitte). Bezüglich Arbeitsfähigkeit führte er aus, für alle mittelschweren bis schweren Tätigkeiten bestehe derzeit weiterhin eine Arbeitsunfähigkeit von 100
%
; in einem
Arbeits
integrationsprogramm
dürfte die Arbeitsunfähigkeit aus rein psychiatrischer Sicht rund 50
%
betragen (S. 3 Mitte).
4.8
Dr.
med.
H._
, Fach
arzt für Allgemeine Innere Medizin, Regionaler Ärztlicher Dienst (RAD)
,
nahm am 2
5.
Februar 2013 zu den Akten Stellung (
Urk.
7/69
S. 4 f.) und führte unter anderem aus, es lägen objektivierbare
radiologische und klinische Befunde
vor, welche ein
e
deutliche - näher umschriebene -
Einschränkung der
Arbeitsfähig
keit bewirkten; e
s seien nur noch leichte bis knapp mittelschwere Tätigkeiten
ausübbar
(S. 4 unten)
.
Ein
Gesundheitsschaden
sei somit
gegeben
; es
sollten
berufliche Massnahmen
mit dem eingeschränkten Belastungsprofil
versucht werden
(S. 5 oben)
.
4.9
Dr.
F._
(vorstehend E. 4.6) brachte in seiner Stellungnahme vom 2
5.
März 2013 (
Urk.
7/52/2-3) zuhanden des
Rechtsvertreters des Beschwerdeführers Ein
wände gegen das Gutachten von Prof.
D._
(vgl. vorstehend E. 4.5) vor
(S.
1)
.
A
ls Diagnosen nannte er ein
chronifiziertes
Cervikalsyndrom
mit starker Ein
schränkung der Beweglichkeit, ein
Thorakovertebralsyndrom
sowie
Dis
kus
hernien
C5/6 und Th6/7 (S. 2
Ziff.
2).
Auch für eine leidensangepasste Tätig
keit habe in der Behandlungszeit bei ihm aufgrund der starken Schmerzen keine Arbeits
fähigkeit bestanden (S. 2
Ziff.
3).
Med.
pract
.
B._
(vorstehend E. 4.2) berichtete erneut am 1
2.
April 2013 (
Urk.
7/48
/5
),
nannte
die aus anderen Berichten bekannten Diagnosen (
Ziff.
2) und führte aus, seit dem
3.
Dezember 2011 sei der Patient bis auf
weiteres, auch für leichte Tätigkeiten, zu 100
%
arbeitsunfähig (
Ziff.
3)
.
Dr.
F._
berichtete am 1
2.
Juni 2013, die gesundheitliche Situation sei unverän
dert. Der Patient gebe in der Zwischenzeit grosse, familiär bedingte Belastungen an, da seine Ehefrau an Brustkrebs erkrankt sei; diesbezüglich bestehe eine erhebliche psychische Belastungssituation (
Urk.
7/54
).
4.10
Dr.
med.
I._
, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin und für Psychiatrie und Psychotherapie, erstattete am 1
7.
Juni 2013 einen Bericht (
Urk.
7/55
), dies als korrigierte Fassung seines am
7.
Juni 2013 erstatteten Berichts (vgl.
Urk.
7/51,
Urk.
7/53). Er führte aus, dass er den Beschwerdeführer seit dem 1
7.
Oktober 2012 behandle (
Ziff.
1.2) und nannte folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (
Ziff.
1.1):
posttraumatische Belastungsstörung (
ICD-10
F43
.1)
chronifizierte
depressive Störung, aktuell mittelgradige Episode mit soma
t
ischem
Syndrom (
ICD-1
0
F33.1)
panvertebrales Schmerzsyndrom bei div
ersen
Läsionen
Die Arbeitsunfähigkeit als Lagerist bezifferte er aus rein psychiatrischer Sicht und retrospektiv geschätzt mit 70-80
%
seit Dezember 2011 (
Ziff.
1.6). Als Ein
schränkungen nannte er verminderte Konzentration und Aufmerksamkeit, eine
deprimierte Stimmungslage, Albträume, multiple Schmerzen im Bereich von Kopf, Hals und Rücken sowie einen sozialen Rückzug (
Ziff.
1.7). Er empfahl eine (eventuell stationäre) psychiatrische Behandlung mit (kriegs-)
traumaspezifi
schem
Schwerpunkt (
Ziff.
1.8). Bezüglich Wiederaufnahme der Arbeit sei zum jetzigen Zeitpunkt keine Prognose möglich (
Ziff.
1.9).
4.11
Am 2
3.
Dezember 2013 erstattete
n
die Ärzte des
Z._
ihr Gutachten im Auf
trag der Beschwerdegegnerin (
Urk.
7/66/1-65
). Sie stützen sich auf die ihnen überlassenen Akten (S. 6
ff.
), die Angaben des Beschwerdeführers (S.
9 ff.) und die aus internistische
r (S. 14
), orthopädischer (S. 15 ff.), neurologischer (S. 29 ff.) und psychiatrischer (S. 41 ff.) Sicht erhobenen Befunde.
Zusammenfassend stellten die Gutachter folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (S. 60):
chronisches
cervicobrachiales
Syndrom, anamnestisch seit Dezember 2000
rechts-
mediolaterale
Diskushernie C5/6 (Erstdiagnose 2008)
multisegmentale Diskushernien von C2 abwärts mit
Foramen
-Einen
gung bei C5/6
rechts
anamnestisch HWS-Traumatisierung (1
3.
Dezember 2000 und 1
0.
Fe
bruar 2012)
Verdacht auf Schmerzmittel-Übergebrauch
thorakovertebrales
Schmerzsyndrom und sensomotorische Beschwerden der linken oberen und unteren Extremität
Diskushernie Th6/7
kein Nachweis einer Myelopathie und/oder eines
lumboradikulären
Syn
droms
Arbeitsunfall
mit Rückenkontusion
7.
März 2011
Ferner stellten sie folgende Diagnosen ohne Auswirkungen auf die Arbeitsfähig
keit (S. 60 f.):
anhaltende
somatoforme
Schmerzstörung (F45.4) mit Selbstlimitierung und Behindertenüberzeugung nach drei erlittenen Unfällen am 1
3.
De
zember 2000,
7.
März 2011 und 1
0.
Februar 2012
akzentuierte, narzisstische Persönlichkeitszüge (Z73.1)
sonstige Reaktion auf schwere Belastung (F43.8), Kindheit und Jugend
zeit in Kriegswirren des Libanon bei Aufenthalt während der Kindheit in Kriegsgebieten im Libanon mit repetitiven erlebten Verfolgungen, ge
gen
wärtig recht gut kompensiert und nur
subsyndromal
vorhanden
funktionelle Beschwer
d
e-Überlagerung
bildmorphologisch Residuen eines thorakalen
J._
klinisch beidseitige
Patellachondropathie
In psychiatrischer Hinsicht wurde
n
im Gutachten - mit einzelnen Anmerkungen des Gutachters - die Anamnese (S. 41-51), darunter auch die im April 2013 diagnostizierte Brustkrebserkrankung der Ehefrau (S. 50), die
Beschwerdeanga
ben
des Versicherten (S. 51 ff.) und die Untersuchungsbefunde (S. 54 ff.) festge
halten. In der psychiatrischen Beurteilung (S. 56 ff.) wurde unter
andere
m
aus
geführt, i
m Zeitpunkt der Untersuchung liege gesichert keine depressive Fehlentwicklung mehr vor. Der Versicherte zeige weder
Antriebs
schwierig
keiten
, noch Freudlosigkeit, noch Lustlosigkeit, noch habe er seine
Sozial
kompe
tenz
aufgegeben. Ausserdem zeige er eine ausgesprochen gute kognitive und intellektuelle Leistungsfähigkeit mit perfektesten Deutschkenntnissen und guter Konzentrationsfähigkeit. Gesichert liege keine depressive Störung vor (S.
58 oben). Gesichert müsse, aus näher dargelegten Gründen, eine
Schmerz
fehl
verar
beitung
angenommen werden
(S. 58 Mitte). Gesichert könne keine posttrauma
tische Belastungsstörung diagnostiziert werden, wenn auch der Ver
sicherte einige
Traumae
rfahrungen
durchgemacht habe, mit denen er jedoch trotz der widrigen Umstände gut zurecht gekommen sei; immerhin habe er seine soziale Funktionsfähigkeit immer aufrecht erhalten können (S. 58). Eine sonstige Traumareaktion sei anzunehmen. Diese sei allerdings klar nicht geeignet zu begründen, weshalb der Versicherte in keiner Tätigkeit mehr beruflich tätig werden könnte (S. 59 oben). Der Versicherte spreche dermassen gut Deutsch und sei sehr intelligent, so dass ihm deutlich mehr an Anstrengung zumutbar wäre, sich trotz und mit den Beschwerden in eine neue Tätigkeit einzulassen. Weshalb er sich nur noch ein bis zwei Stunden täglich arbeitsfähig einschätze, könne mit einer psychiatrischen Erkrankung
auch mit der Traumareaktion, die klinisch nur noch
subsyndromal
vorliege - nicht erklärt werden (S. 59 Mitte).
In ihrer Beurteilung führten die Gutachter unter anderem aus
, bezüglich des Verlaufs der Arbeitsfähigkeit seit 2011 könne davon ausgegangen werden, dass sich die psychische Problematik Ende 2012 wieder gebessert habe. Unterdessen müsse der Explorand keine Psychopharmaka
mehr einnehmen, auch habe er nicht stationär oder teilstationär hospitalisiert werden müssen; alle vorgeschla
genen Therapiemassnahmen seien nicht umgesetzt worden, auch der Vorschlag nicht, sich in einer spezialisierten Klinik für
Traumaopfer
behandeln zu lassen (S. 61).
Aus psychiatrischer Sicht sei der Versicherte vollschichtig 8
1/4
Stun
den täglich arbeitsfähig. Die möglicherweise 2011/2012 vorgelegene
Teilarbeitsun
fähigkeit
aus psychischen Gründen sei nur von kurzer Dauer und nicht IV-rele
vant gewesen (S. 63).
Aus orthopädischer Sicht seien dem Versicherten keine schweren körperlichen Tätigkeiten mit Heben von Lasten über 5 kg und mit Überkopf-Arbeiten zuzu
muten, dies seit Ende November 2011 (S. 62 Mitte). Leichte bis mittelschwere Tätigkeiten, die teils im Sitzen, teils im Stehen durchgeführt werden könnten, seien dem Versicherten dagegen vollschichtig möglich
(S. 62)
.
Die Beurteilung durch Prof.
D._
im Mai 2012, wonach in adaptierter Tätigkeit eine volle Arbeitsfähigkeit bestand, sei auch aufgrund der heutigen Untersuchung nach
vollziehbar.
Dr.
F._
andererseits habe bei der Angabe einer vollen Arbeits
unfähigkeit im September 2012 nicht zwischen schwerer und adaptierter Tätig
keit differenziert (S. 62 unten). Seine Angabe einer vollen Arbeitsunfähigkeit auch in leidensangepasster Tätigkeit von September bis Dezember 2012 sei dem gegenwärtigen rein orthopädischen Befund nach nicht nachvollziehbar (S. 62 f.). Der Versicherte sei per Ende 2011 in adaptierter Tätigkeit vollschichtig arbeitsfähig; schmerzbedingt bestehe eine Reduktion des Rendements von 20
%
(S. 63 oben).
In der neurologischen Untersuchung habe sich eine deutlich eingeschränkte HWS-Beweglichkeit gefunden, welche allerdings im spontanen
Bewegungsver
halten
weniger in Erscheinung getreten sei. In der Beurteilung durch Prof.
D._
- der von einer vollständigen Arbeitsfähigkeit ausgegangen
sei
-
sei der orga
nische Beschwerdekern in Form der dokumentierten Wirbelsäulenpathologie zu wenig berücksichtigt worden. Auf der anderen Seite habe
Dr.
F._
in seiner Beurteilung auch nicht-neurologische Aspekte berücksichtigt; die von ihm bescheinigte vollständige Arbeitsunfähigkeit auch in einer angepassten Tätigkeit könne aus gutachterlicher Sicht nicht nachvollzogen werden (S. 63).
Gesamtmedizinisch sei festzuhalten, dass dem Versicherten schwere und kon
stant mittelschwere Tätigkeiten seit 2011 nicht mehr zumutbar seien. Leichte bis intermittierend mittelschwere adaptierte Tätigkeiten seien ihm vollschichtig zumutbar mit einer Einschränkung der Leistungsfähigkeit von 20
%, dies eben
falls seit 2011 (S. 64 Mitte).
Berufliche Massnahmen liessen sich aufgrund der Krankheitsüberzeugung des Versicherten nicht umsetzen (S. 65 oben).
5.
5.1
Beschwerdeweise wurde das psychiatrische Teilgutachten als oberflächlich, man
gel
haft und nicht aussagekräftig qualifiziert, dies mit der Begründung, die Exploration habe lediglich 2 Stunden und 10 Minuten gedauert
,
und
es sei dabei vorwiegend der Lebenslauf erfragt und kaum auf die psychischen Beschwerden eingegangen worden;
beispielsweise
sei
mit keinem Wort auf die Krebserkrankung der Ehefrau eingegangen worden (
Urk.
1 S. 10
Ziff.
16.2).
Dieser Kritik kann nicht gefolgt werden.
Gemäss konstanter Rechtsprechung ist für die Aussagekraft psychiatrischer Gutachten die
Untersuchungsdauer grund
sätzlich nicht entscheidend
(statt vieler: Urteil des Bundesgerichts 9C_263/2013 vom 2
8.
November 2013 E. 5.4). Sodann erweist sich die ausgesprochen gründ
liche Anamneseerhebung - zusammen mit den durchaus erfragten subjektiven Beschwerden - als wichtige Voraussetzung für das Ermitteln der relevanten Befunde und der darauf abgestützten Schlussfolgerungen. Soweit der Beschwer
deführer bemängelt, der Psychiater sei im Gespräch nicht auf seine Beschwer
den eingegangen, ist
dar
auf
hinzuweisen, dass die Unterhaltung nicht zu thera
peutischen Zwecken, sondern mit dem Ziel einer gutachterlichen Abklärung geführt wurde, woraus sich eine entsprechend unterschiedliche Akzentuierung ergeben kann
.
5.2
Sodann wurde in der Beschwerde bemängelt, bezüglich der psychischen Beschwer
den seien - einzeln genannte - frühere Arztberichte nicht beziehungs
weise ungenügend gewürdigt worden (
Urk.
1 S. 8 f.
Ziff.
16.1).
Auch dies ist so nicht zutreffend. Die angeführten Berichte des Hausarztes fallen diesbezüglich, da fachfremd, ohnehin ausser Betracht.
Dr.
E._
diagnosti
zierte im März 2012, nebst einem (a
m
besten stationär zu behebenden) Analge
tika-Fehlgebrauch lediglich eine
leichtgradige
depressive Episode (vorstehend E.
4.5), was - da gemäss der Rechtsprechung
eine leichte depressive Episode grundsätzlich nicht geeignet
ist
, eine leistungsspezifische Invalidität zu begrün
den (
vgl.
Urteil des Bundesgerichts 9C_506/2014 vom 1
0.
November 2014 E.
4.2)
- nicht anspruchsrelevant ist.
Mit den Beurteilungen durch
Dr.
G._
im September 2012 (vorstehend E. 4.7) und durch den
seit Oktober 2012 behandelnden
Dr.
I._
im Juni 2013 (vorstehend E. 4.
10
) haben sich die Gutachter
ebenfalls
auseinanderge
setzt: Sie räumten die Möglichkeit einer - vorübergehenden, Ende 2012 wieder gebesserten - teilweisen Arbeitsunfähigkeit aus psychischen Gründen in den Jahren 2011/2012 ein (Gutachten S. 63), und sie begründeten einlässlich, warum die vom behandelnden Psychiater gestellte Diagnose einer posttrauma
tischen Belastungsstörung nicht bestätigt werden konnte (Gutachten S. 58 f.).
5.3
Die Einwände des Beschwerdeführers gegen das eingeholte Gutachten erweisen sich als nicht stichhaltig. Andere Mängel sind weder ersichtlich noch geltend gemacht worden. Daraus ist zu schliessen, dass das Gutachten alle
praxisge
mässen
Kriterien (vorstehend E. 1.4) vollumfänglich erfüllt, so dass darauf abzustellen ist.
Mithin ist der medizinische Sachverhalt dahingehend erstellt, dass
dem Beschwer
deführer leichte bis intermittierend mittelschwere adaptierte Tätigkei
ten vollschichtig zumutbar sind, dies mit einer Einschränkung der Leistungsfä
higkeit von 20
%
.
5.4
Die Beschwerdegegnerin hat die Invaliditätsbemessung gestützt auf die genannte Einschätzung der Arbeitsfähigkeit vorgenommen. Gegen die
Invalidi
tätsbemessung
als solche hat der Beschwerdeführer keine Einwände erhoben, und sie ist nach Lage der Akten (vgl.
Urk.
7/68) denn auch nicht zu beanstan
den, so dass es damit sein Bewenden hat.
Mithin beläuft sich der Invaliditätsgrad auf 29
%
, was einen Rentenanspruch ausschliesst (vorstehend E. 1.2).
Die angefochtene Verfügung
vom 2
2.
Juli 2014
erweist sich damit als rechtens, was zur Abweisung der dagegen erhobenen Beschwerde führt.
6.
6.1
Die Beschwerdegegnerin verneinte mit Verfügung vom 2
1.
August 2014 (Urk.
8/2) einen Anspruch des Beschwerdeführers auf unentgeltliche
Rechtsver
tretung
im Verwaltungsverfahren - unter Hinweis auf die sachlichen Voraus
setzungen (Bedürftigkeit, fehlende Aussichtslosigkeit, Notwendigkeit anwaltli
cher Vertretung)
-
mit der Begründung, die Gewinnaussichten könnten kaum als ernsthaft bezeichnet werden (S. 1 Mitte), mithin infolge Aussichtslosigkeit (S. 2).
6.2
Die Konkretisierung der Anspruchsvoraussetzungen
der unentgeltlichen
Rechts
vertretung
im Verwaltungsverfahren
erfolgt
in Analogie zu den entsprechenden Kriterien im Gerichtsverfahren, wobei hinsichtlich der Erforderlichkeit höhere Anforderungen gelten, während bei den beiden anderen Voraussetzungen (Bedürftigkeit, Nichtaussichtslosigkeit) keine strengere Prüfung angebracht ist als im Gerichtsverfahren (
Kieser
, ATSG-Kommentar, 2.
Auflage, Zürich 2009, N
23 zu
Art.
37 ATSG).
A
ls aussichtslos
sind Prozessbegehren
anzusehen, wenn die Gewinnaussichten beträchtlich geringer sind als die Verlustgefahren, so dass eine Partei, die über die nötigen finanziellen Mittel verfügt, bei vernünftiger Überlegung von einem Prozess absehe
n würde (BGE 129 I 129 E. 2.3.1; 128 I 225 E. 2.5.3
).
Entschei
dend ist dabei
, ob der verfolgte Rechtsstandpunkt im Rahmen des sachlich Ver
tretbaren liegt
beziehungsweise
nicht von vornherein unbegründet erscheint
(Urteile des Bundesgerichts 9C_77/2014 vom
7.
November 2014 E. 2.2, 9C_335/2014 vom 2
7.
Juni 2014 E. 3.2).
6.3
Der Beschwerdeführer erhob in seiner Stellungnahme zum Vorbescheid (Urk.
7/75) die gleichen Einwände gegen die Schlüssigkeit des eingeholten Gut
achtens wie später in der gegen die Verfügung erhobenen Beschwerde. Er führte insbesondere einzelne ärztliche Berichte an, denen vom Gutachten abweichende Feststellungen zu entnehmen seien und die im Gutachten nicht oder nicht hin
reichend berücksichtigt worden seien.
Damit bewegten si
ch
die Einwände des Beschwerdeführers auf der Ebene der Beweiswürdigung und bezogen sich dabei namentlich auf die Frage, ob auf das eingeholte Gutachten abgestellt werden könne und von welcher ärztlich attestierten Arbeitsfähigkeit auszugehen sei.
D
ie genannten Einwände
haben sich
im vorliegenden Verfahren
zwar
als nicht stichhaltig erwiesen (vorstehend E. 5.3)
. D
ass sie nachgerade ausserhalb des
Rahmen
s
des sachlich Vertretbaren
(vorstehend E. 6.2)
geleg
en
hätten
, kann jedoch nicht gesagt werden
, ist es doch für die Beweiswürdigung kennzeich
nend, dass sie je nach Lage des Falles unterschiedlich ausfallen kann
; dies im Unterschied etwa zum Vertreten von Positionen, die der ständigen Praxis des Bundesgerichts widersprechen (Urteil 9C_237/2010 vom
1.
Juni 2010 E. 4.1.3)
.
6.4
Der im Verwaltungsverfahren vom Beschwerdeführer eingenommene Stand
punkt kann somit nicht als aussichtslos qualifiziert werden. Die Erforderlichkeit der Rechtsvertretung hat die Beschwerdegegnerin nicht in Frage gestellt, und die Bedürftigkeit ist angesichts der Bestätigung der Wohngemeinde (
Urk.
7/76
) ausgewiesen.
Damit sind die Anspruchsvoraussetzungen für die unentgeltliche
Rechtsvertre
tung
im Verwaltungsverfahren erfüllt. Mit dieser Feststellung ist, in Gutheis
sung der dagegen erhobenen Beschwerde, die Verfügung vom 21.
August 2014 aufzuheben
und der dem Rechtsvertreter zustehende Betrag festzulegen (nach
stehend E. 7.
2
)
.
7.
7.1
In Gutheissung des entsprechenden Antrags (
Urk.
1 S. 2 Mitte
Ziff.
1) ist dem Beschwerdeführer die unentgeltliche Prozessführung sowie die unentgeltliche Rechtsvertretung durch Rechtsanwalt Yves
Blöchlinger
zu bewilligen.
7.2
Der unentgeltliche Rechtsvertreter hat mit Honorarnote vom
2
1.
September 2015 einen Aufwand von 16.70 Stunden und Barauslagen von
Fr.
91.60 (zuzüglich Mehrwertsteuer) geltend gemacht (
Urk.
12/3
-4
). Davon entfallen 9
Stunden sowie
Fr.
71.30 auf das Verwaltungsverfahren und 7.7 Stunden sowie
Fr.
20.30 auf das Gerichtsverfahren. Beim bis Ende 2014 verwendeten
praxis
gemässen
Stundenansatz von
Fr.
200.-- (zuzüglich Mehrwertsteuer) beträgt die
Entschädigung (inklusive Auslagenersatz und Mehrwertsteuer) somit
Fr.
2‘021.-
- für das Verwaltungsverfahren und
Fr.
1‘685.15 für das Gerichtsverfahren.
7.3
Das Verfahren betreffend Rente unterliegt der Kostenpflicht gemäss
Art.
69 Abs.
1
bis
IVG. Die entsprechenden Ver
f
ahrenskosten sind ermessensweise auf Fr.
700.-- festzusetzen, ausgangsgemäss dem Beschwerdeführer aufzuerlegen und infolge bewilligter unentgeltlicher Prozessführung einstweilen auf die Gerichtskasse zu nehmen, dies unter Hinweis auf
§
16
Abs.
4 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht (
GSVGer
).
Das Verfahren betreffend unentgeltliche
Rechtspflege im Verwaltungsverfahren betrifft keine Leistungsstreitigkeit und ist deshalb nicht kostenpflichtig.
7.4
Der Beschwerdeführer unterliegt im Verfahren betreffend Rente und obsiegt im Verfahren betreffend
unentgeltliche Rechtspflege im Verwaltungsverfahren
. Der zugehörige Aufwand ist ermessensweise mit
rund
2/3 und 1/3 zu beziffern. Somit hat die Beschwerdegegnerin den unentgeltlichen Rechtvertreter im Umfang von
Fr.
550.-- zu entschädigen; die verbleibenden
Fr.
1‘135.-- gehen zu Lasten der Gerichtskasse.