# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 95732c42-e4f6-4bcc-a0f8-80586a0ad7f2
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2014
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** 

## Facts

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1966, arbeitete seit dem
19.
April 2010
als
Servicemonteur
bei
Y._
in
Z._
und war
dadurch bei der Schwei
ze
rischen Unfallversicherungsanstalt (SUVA) obligatorisch gegen die Folgen von Unfällen versichert, als er
– gemäss Schadenmeldung
UVG
vom 16.
September
2011 (
Urk.
10/1) -
am
1
2.
Septembe
r 2011
in Marienbad (Tschechische
Re
p
ublik)
eine Treppe
hinunter
lief
, stolperte und zu Fall kam
.
Der erstbehandelnde Dr.
med.
A._
von der
B._
in Plan
(Tschechische Republik
)
erklär
te
im Bericht vom 1
3.
September 2011
, dass die Untersuchungsergebnisse auf eine paravertebrale Kontraktur links im Bereich der unteren Lenden
-
wirbelsäule ohne
Wurzelirrita
tion
hindeuten würden
(Urk.
10/
10
).
Die SUVA trat auf den Schaden
ein und erbrachte Heilbehandlungs- und Taggeldleistungen.
Vom 4.
Januar bis zum
8.
Februar 2012
wurde der Versicherte
in der Rehaklinik
C._
stationär
be
handelt (Urk.
10/71).
Am 2
1.
März
(
Urk.
10/83)
, 9
.
Mai
(
Urk.
10/105) und
8
.
November 2012 (
Urk.
10/125
)
nahm Kreisarzt
Prof.
Dr.
med.
D._
, FMH Orthopädie und FMH Unfallchirurgie,
medizinische Aktenbeurteilung
en vor.
D
ie
SUVA
stellte
die Heilbehandlungs- und Taggeldleistungen m
it
Verfügung vom
8.
November
2012
rückwirkend
per 1
5.
April 2012 ein (
Urk.
10/
126
)
. Die
dage
gen
vom Versicherten am 22.
November 2012 erhobene Einsprache (
Urk.
10/127) wies die SUVA mit
Einspracheentscheid
vom 1
5.
März 2013
(
Urk.
2) ab.
2.
Da
gegen erhob der Versicherte am 2
9.
April 2013
Beschwerde mit folgendem Rechtsbegehren (
Urk.
1):
„
1.
Der angefochtene
Einspracheentscheid
der SUVA Luzern vom 1
5.
März 2013 und
die Verfügung der SUVA Winterthur vom
8.
November 2012 seien aufzuheben,
und dem Beschwerdeführer seien für die Folgen des Unfalles vom 1
2.
September
2011 auch für den Zeitraum
nach dem 1
5.
April 2012
weiterhin
die gesetzlichen
UVG-Leistungen
(Heilungskosten/Taggelder/Integritätsentschädigung
etc.)
zuzu
-
sprechen.
2.
Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolge
n zulasten der
Beschwerdegegne
-
rin
.“
Die Beschwerdegegnerin beantragte m
it Beschwerdeantwort vom
4.
Juli 2013
die
Abweisung der Beschwerde (
Urk.
9), was dem Beschwerdeführer am
8.
Juli 2013 angezeigt wurde (
Urk.
11).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Akten wird, soweit er
forderlich, im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Nach
Art.
6
Abs.
1 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG) wer
den,
soweit dieses Gesetz nichts anderes bestimmt, Versicherungsleistungen bei Berufsunfällen, Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten gewährt.
1.2
Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss UVG setzt zunächst vo
raus,
dass zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit,
Invalidität, Tod) ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht. Ur
sachen im Sinne
des natürlichen Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne deren
Vorhan
densein der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der
gleichen Weise beziehungsweise nicht zur gleichen Zeit einge
treten gedacht
wer
den kann. Entsprechend dieser Umschreibung ist für die Be
jahung des natür
lichen Kausalzu
sammenhangs nicht erforderlich, dass ein Un
fall die alleinige oder unmittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schädigende Ereignis zusammen mit anderen Bedingungen die körperliche oder geistige Integrität der versicherten Person beeinträchtigt hat, der Unfall mit an
d
e
rn Worten nicht wegge
dacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene ge
sundheitliche Störung entfiele (BGE 129 V 177 E. 3.1, 402 E. 4.3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesund
heitlichen Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, worüber die Ver
wal
tung beziehungsweise im Beschwerdefall das Gericht im Rahmen der ihm oblie
genden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungsrecht übli
chen
Beweis
grad
der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse Möglich
keit eines Zusammenhangs genügt für die Begründung eines
Leistungs
anspruches
nicht (BGE 129 V 177 E.
3.1, 119 V 335 E.
1, 118 V 286 E.
1b, je mit Hinweisen).
1.3
Wird durch den Unfall ein krankhafter
Vorzu
stand
verschlimmert oder über
haupt erst manifest, fällt der natürliche Kausal
zusammenhang dahin, wenn und sobald der Gesundheitsschaden nur noch und ausschliesslich auf unfallfremden
Ursachen beruht. Dies trifft dann zu, wenn entweder der Gesundheitszustand, wie
er unmittelbar vor dem Unfall bestanden hat (Status quo ante) oder aber der
jenige Zustand, wie er sich nach dem schicksalsmässigen Verlauf eines krank
haften Vorzustandes auch ohne Unfall früher oder später eingestellt hätte (Status
quo sine), erreicht ist (RKUV 1992 Nr. U 142 S.
75 E. 4b mit Hinweisen; nicht
pub
liziertes Urteil des Bundesge
richts U 172/94 vom 2
6.
April 1995). Das Da
hin
fallen jeder kausalen Bedeutung von unfallbedingten Ursachen eines
Gesund
heitsschadens
muss mit dem im
So
zialversicherungsrecht
üblichen Beweisgrad
der überwiegenden Wahrschein
lichkeit nachgewiesen sein (RKUV 2000 Nr. U 363
S.
45; BGE 119 V 7 E.
3c/
aa
). Da es sich
hiebei
um eine
anspruchs
auf
hebende
Tatfrage handelt, liegt aber die entsprechende Beweislast - anders als bei der Frage, ob ein
leistungsbegrün
dender
natürlicher Kausalzusammenhang gegeben ist - nicht bei der versicher
ten Person, sondern beim Unfallversicherer (RKUV 1994 Nr. U 206 S.
328 f. E. 3b, 1992 Nr. U 142 S.
76).
1.4
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen
beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorak
ten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zu
sammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuch
tet und
ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BG
E 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E.
1c).
Auch den Berichten und Gutachten versicherungsinterner Ärzte und Ärztinnen kommt Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar be
gründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zu
verlässigkeit bestehen. Die Tatsache allein, dass der befragte Arzt oder die be
fragte Ärztin in einem Anstellungsverhältnis zum Versicherungsträger steht, lässt
nicht schon auf mangelnde Objektivität und auf Befangenheit schliessen. Es be
darf vielmehr besonderer Umstände, welche das Misstrauen in die Unpar
tei
lich
keit der Beurteilung objektiv als begründet erscheinen lassen. Im Hinblick auf die erhebliche Bedeutung, welche den Arztberichten im
Sozialversiche
rungs
recht
zukommt, ist an die Unparteilichkeit des Gutachters oder der Gut
ach
terin allerdings ein strenger Massstab anzulegen (RKUV 1999 Nr. U 356 S. 572; BGE 122 V 15
7 E. 1c; vgl. auch 123 V 331 E.
1c).
Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung ist eine reine Aktenbeurteilung bzw. ein reines Aktengutachten nicht an sich als unzuverlässig zu beurteilen. Dem
reinen Aktengutachten kann voller Beweiswert zukommen, sofern ein lü
ckenloser Befund vorliegt und es im Wesentlichen nur um die ärztliche Beur
teilung eines an sich feststehenden medizinischen Sachverhalts geht (
RKUV 1993
Nr. U 167 S. 95; Urteile des Bundesgerichts 8C_540/2007 vom 2
7.
März 2008 E.
3.2,
U 181
/06 vom 2
1.
Juni 2007 E. 2.3 und U 223/06 vom
8.
Februar 2007 E. 5.1.2).
2.
2.1
Der erstbehandelnde
Dr.
A._
erklärte im Bericht vom 1
3.
September 2011, dass der Beschwerdeführer tags zuvor nach einer ungewohnten Bewegung im Be
reich des Übergangs der Lendenwirbelsäule Schmerzen verspürt habe. Die Un
ter
suchungsergebnisse würden auf eine paravertebrale Kontraktur links im Be
reich
der unteren Lendenwirbelsäule ohne Wurzelirritation hindeuten. Die Röntgen
un
tersuchung habe keine
Traumafolgen
gezeigt (
Urk.
10/10).
2.2
Dr.
med.
E._
, FMH Allgemeine Medizin, diagnostizierte im Zwi
schen
bericht vom 1
4.
Oktober 2011 (1) eine Zerrung/Distorsion der
Lendenwir
bel
säule
nach Treppensturz, (2) MRI mit
kleinvolumiger
Diskushernie L4/5 mit möglicher Reizung Nervenwurzel L5 links und (3) eine
breitbasige
kleinvolu
mige
Diskus
hernie
L5/S1 paramedian bis
rezessal
rechts ohne
Neurokompres
sion
. Er gab an, dass
die Beschwerden
u
nter NSAR und Physiotherapie gebes
sert
hätten. Es be
stün
den jedoch nach wie vor
deutliche vertebrale Verspan
nungen. Im
Heilungs
verlauf
würde als unfallfremder Faktor auch ein Status nach hartnäckiger Lum
balgie im November 2010
eine Rolle spielen
(
Urk.
10/27
; vgl. auch
Urk.
10/42
).
2.3
Dr.
med.
F._
, FMH Rheumatologie und FMH Innere Medi
zin, stellte
im Bericht vom 2
2.
Dezember 2011
die Diagnose ein
es
lumboradi
kulären
Schmerzsyndroms
L5 l
inks. Sie gab an
,
dass am 26.
Oktober 2011 ein
Sac
ralblock
und am 1
1.
November 2011 eine
epidurale
Infiltration
auf
Höhe L4/5
durchgeführt worden seien. Im
Dermatom
L5
bestehe
nach wie vor eine Hypä
st
hesie.
Eine
Rehabilitation in der Reh
aklinik
C._
sei indiziert
, da eine kör
perliche Belastbarkeit
des Beschwerdeführers
– wie
dies in seiner
beruflichen Tätigkeit
notwendig sei -
noch nicht gegeben sei. Auch habe sie den Eindruck, dass einer
C
hronifizierung
vorzubeugen sei
(
Urk.
10/53).
2.
4
PD
Dr.
med.
G._
, FMH Neurologie und FMH Psychiatrie und Psy
cho
therapie,
von der Rehaklinik
C._
erklärte im neurologischen Konsilium vom
3
1.
Januar 2012, dass sich in den Kennmuskeln L5 und S1
links
keine akute
De
nervierung
finde; zu erkennen seien allerdings
Zeichen
eines chronisch neuro
ge
nen
Umbaus
als Hinweis auf ein länger zurückliegendes motorisch
ra
diku
lä
res
Reizsyndrom. Klinisch neurologisch zeige sich ein senso
motorisches
radiku
läres
Ausfall
muster in den
Dermatomen
L5/S1 links mit Hypästhesie und einer ge
gen
über rechts deutlich ausgeprägten Schwäche der L5-innervierten Muskulatur für Fuss- und Grosszehenhebung sowie einer gegenüber rechts dis
kret ausge
präg
ten Schwächung
der Fusssenkung links. Unter
Einbezug
des EMG-Befundes
sei bezüglich der
radikulär
motorischen Symptomatik bei Fehlen von Hinweisen für eine akute Schädigung von einer guten Prognose auszuge
hen. Ansonsten häng
e der Verlauf der Schmerzsymptomatik vom Ansprechen auf die anal
ge
ti
sche
Therapie ab und könne prognostisch aus neurologischer Sicht derzeit nicht richtungsweisend abgeschätzt werden
(
Urk.
10/72/2)
.
2.5
Die Ärzte der Rehaklinik
C._
legten im Austrittsbericht
vom
9.
Februar 2012
dar, dass im Rahmen des stationären Aufenthalts des Beschwerdeführers
vom
4.
Januar bis zum
8.
Februar 2012
eine leichte Verbesserung der
Schmerz
symp
tomatik
habe erreicht werden können. Die körperliche Leistungs
fähigkeit und Belastbarkeit hätten beim Training auf einem mässigen Niveau deutlich gestei
gert werden können. Bezüglich der Bew
eglichkeit der Lenden- und
Brustwir
belsäule
habe insgesamt
ebenfalls
eine deutlic
he Verbesserung er
zielt
werden können. Die berufliche Tätigkeit als Servicemonteur, bei der es sich um eine
schwere, rückenbelastende Tätigkeit handle, sei dem Beschwerdeführer aber nicht
(mehr)
zumutbar. Eine mittelschwere Arbeit sei ihm demgegenüber ganztags zu
mutbar (
Urk.
10/71/2-3).
2.6
Kreisarzt Prof.
D._
gab
in der Stellungnahme vom 2
1.
März 2012
an
, dass der
Unfall vom 1
2.
September 201
1
zu einer vorübergehenden Verschlimmerung einer vorbestehenden bandscheibenbedingten Erkrankung geführt habe. Der Status
quo sine sei im Januar 2012 erreicht
worden
(
Urk.
10/83).
2.7
Dr.
E._
erklärte im Bericht vom
3.
April 2012, dass im Austrittsbericht der Rehaklinik
C._
von einer Besserung, nicht von einer Heilung des Be
schwer
deführers gesprochen worden sei. Am
5.
März 2012
habe der Beschwer
deführer
einen Rückfall erlitten – wiederum mit massiven Schmerzen im linken Bein. Unter konservativer Therapie habe sich die Situation etwas gebesse
rt. Es zeige sich aber, dass der Krankheitszustand
überhaupt nicht stabil sei. Der Be
schwerdeführer wisse, dass er nicht mehr als Servicemonteur arbeiten könne. Das Verhalten der Beschwerdegegnerin sei befremdend, da die vorliegenden Be
schwerden zunächst als Unfallfolge akzeptiert worden sei
en
. Er denke, dass die Beschwerdegegnerin auch für die Restbeschwerden zuständig sei (
Urk.
10/91)
.
2.8
In der Stellungnahme vom
9.
Mai 2012 führte Kreisarzt Prof.
D._
aus,
dass
es
aufgrund der übersetzten
Schreiben (der tschechischen Ärzte
) fraglich sei, in
wie
weit hier überhaupt von äusseren Einwirkungen auf das Achsenorgan ge
spro
chen werden könne. Das MRI vom 3
0.
September 2011 beschreibe aus
schliess
lich bandscheibenbedingte Veränderungen der Lendenwirbelsäule und schliesse
traumatische Schäden aus. Die vom Beschwerdeführer geklagten Rü
cken
schmer
zen seien mit ausreichender Wahrscheinlichkeit auf die degenerati
ven Verände
rungen des Achsenorgans zurückzuführen. Aus kreisärztlicher Sicht sei von einer
Traumatisierung eines vorbestehenden Schadens bis Januar 2012 auszugehen. Danach sei
en
die Beschwerden der bandscheibenbedingten Erkrankung zuzu
ord
nen (
Urk.
10/105).
2.9
In der Stellungnahme vom
8.
November 2012 ergänzte Kreisarzt Prof.
D._
, das
s sich im MRI der Lendenwirbelsäule vom 3
0.
September 2011 kein
Kno
chen
mark
öden
zeige, jedoch eine
kleinvolumige
breitbasige
Diskushernie L4/5
re
zessal
bis
foraminal
, ein intraspinales
Fazettenganglion
L3/4 ohne
Neuro
kom
pression
sowie eine
kleinvolumige
Diskushernie L5/S1 paramedian bis
re
zessal
rechts (
Urk.
10/125).
2.10
Dr.
med.
H._
,
FMH Allgemeine Medizin, gab im ärztlichen Zeugnis vom
1
6.
April 2013 an,
dass er
den Beschwerdeführer wegen des persistierenden post
traumatischen
lumboradikulären
Syndroms zur Beurteilung und weiteren Be
hand
lung in die
I._
Klinik Zürich überwiesen
habe
.
Dort
seien bisher
neben entsprechenden Untersuchungen Infiltrationen von veränderten und schmerz
haften Stellen an der Lendenwirbelsäule und am Becken vorgenommen
worden. Die Evaluation bezüglich der Operationsmöglichkeiten werde
Ende April
2013 erfolgen (Urk.
3/6).
3.
3.1
Streitig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegnerin die Versicherungsleistun
gen
(Heilbehandlung und Taggeld)
zu Recht per 1
5.
April 2012 eingestellt hat.
Dabei stellt sich die Frage, ob im Zeitpunkt der Leistungseinstellung noch
be
handlungsbedürftige
(
organische
)
Unfallfolgen vorlagen.
3.2
Im Bereich des Unfallversicherungsrechts
entspricht
es
einer medizinischen Er
fahrungstatsache, dass praktisch alle Diskushernien bei Vorliegen degenerativer Bandscheibenveränderungen entstehen und ein Unfallereignis nur ausnahms
weise, unter besonderen Voraussetzungen, als eigentliche Ursache in Betracht fällt. Als weitgehend unfallbedingt kann ein Bandscheibenvorfall betrachtet wer
den, wenn das Unfallereignis von besonderer Schwere und geeignet war, eine Schädigung der Bandscheibe herbeizuführen, und die Symptome der
Dis
kus
hernie
(vertebrales oder
radikuläres
Syndrom) unverzüglich und mit soforti
ger Ar
beitsunfähigkeit aufgetreten sind. Wird die Diskushernie durch den Unfall lediglich ausgelöst, nicht aber (weitgehend) verursacht, übernimmt die Unfall
versicherung den durch das Unfallereignis ausgelösten Beschwerdeschub (Urteil des Bundesgerichts U 176/2001 v
om 23.
April 2002 E. 3
b
mit Hinweisen).
Eine
richtunggebende, mithin dauernde, unfallbedingte Verschlimmerung einer vorbestandenen, degenerativen Erkrankung der Wirbelsäule
kann
nur als nach
ge
wiesen gelten, wenn ein plötzliches Zusammensinken der Wirbel sowie das Auf
treten und Verschlimmern von Verletzungen nach einem Trauma
radiosko
pisch
erstellt sind (RKUV 2000 Nr. U 363 S. 45). Die Dauer, während der eine
vorbestehende Wirbelsäulenerkrankung durch einen Unfall - bei Fehlen
unfall
bedingter
Wirbelkörperfrakturen oder struktureller Läsionen an der Wirbelsäule - im Sinne einer vorübergehenden Verschlimmerung beeinflusst wird, beträgt
nach unfallmedizinischer Erfahrung sechs bis neun Monate, längstens jedoch ei
n
Jahr (Urteil des Bundesgerichts 8C_369/2008 v
om 11.
August 2008 E. 9.1 mit Hin
weisen).
3.3
Kreisarzt Prof.
D._
führte
in seinen Stellungnahmen
vom 2
1.
März und
9.
Mai 2012 zusammengefasst
aus
, dass es
aufgrund der übersetzten Schreiben (der tschechischen Ärzte)
fraglich sei,
inwieweit
im Zusammenhang mit dem
Ereig
nis vom 1
2.
September 2011
überhaupt von äusseren Einwirkungen auf das Achsenorgan gesprochen werden könne.
Das MRI vom 3
0.
September 2011 be
schrei
be
sodann
ausschliesslich bandscheibenbedingte Veränderungen der
Len
denwirbelsäule
und schliesse traumatische Schäden aus.
Es sei daher davon
auszugehen, dass d
er Unfall vom 1
2.
S
eptember 2011
lediglich
zu einer vo
rüber
gehenden Verschlimmerung einer vorbestehenden bandscheibenbe
dingten Er
kran
kung geführt
habe
. Der Status quo sine sei im Januar 2012 erreicht
wor
den
. Die vom Beschwerdeführer
danach
geklagten Rückenschmerzen seien mit ausreichender Wahrscheinlichkeit auf die degenerativen Veränderungen
des Achsen
organs zurückzuführen (vgl. E.
2.6 und E.
2.8
). Diese Beurteilung von Kreisarzt Prof.
D._
ist oh
ne Weiteres nachvollziehbar
,
f
indet in den übrigen medizinischen Akten ihre Stütze
und steht im Einklang mit der dargelegten bundesgerichtlichen Rechtsprechung betreffend die medizinischen Erfahrungs
tatsachen bei Vorliegen von Diskushernien
.
Weder
im Bericht von
Dr.
A._
vom 1
3.
September 2011
(vgl. E. 2.1)
noch
im
Bericht von
Dr.
J._
vom 14.
September 2011 (
Urk.
10/11)
war
die Rede von
einem Treppensturz, sondern lediglich von Schmerzen
nach einer unge
wohnten
Bewegung
im Bereich des Übergangs der Lendenwirbelsäule respektive von e
i
nem Stich im Rücken beim Hinunter
gehen einer Treppe.
Wie die
Be
schwer
de
gegnerin
zutreffend bemerkte (
Urk.
9 S.
3), kann der vom Beschwer
deführer be
schriebene Treppensturz
daher
– wenn ein solcher
überhaupt
statt
gefunde
n hat -,
nicht
schwer und damit nicht geeignet gewesen sein, eine Schädigung der Band
scheibe herbeizuführen. In der Folge waren denn auch
weder in
der
Rönt
gen
untersuchung
vom 13.
September 2011
(vgl. E.
2.1
)
noch im
MRI vom 30.
Sep
t
em
ber 2011
(
Urk.
10/42
)
traumatische
Schäden an der Lendenwirbelsäule
zu er
kennen
.
Die Arbeitsfähigkeitsbeurteilung
der
Ärzte der
Rehaklinik
C._
im
Aus
trittsbericht
vom
9.
Februar 2012 erfolgte zudem auch unter Einbezug der nicht
unfallkausalen degenerativen
Veränderungen der Lendenwirbelsäule
(Urk.
10/71/2)
.
3.4
Dass
die vom Beschwerdeführer geklagten Beckenschmerzen, die Ausstrahlun
gen
in das Bein und die neurologischen Ausfälle
(vgl.
Urk.
1 S.
7 f.)
auf das Er
eignis vom 1
2.
September 201
1
zurückzuführen sind,
ist aufgrund der vorlie
genden Arztberichte nicht ausgewiesen
. Ein Bericht
zu den in der
I._
Klinik Zürich
diesbezüglich
durc
hgeführten Untersuchungen wurde
dem Gericht – ent
gegen der Ankündigung in der Beschwerde vom 2
9.
April 2013 (
Urk.
1
S. 8
) – nicht
nachgereicht.
3.5
Es ist somit festzuhalten, dass bei Einstellung
der Heilbehandlungs- und
Tag
geld
leistungen
per 1
5.
April 2012
jede
– soweit überhaupt je
vorhanden gewe
se
ne -
kausale Bedeutung
von
unfallbedingten Ursachen des
Gesund
heits
scha
den
s
des Beschwerdeführers nach dem
Beweis
grad
der überwiegenden Wahr
scheinlichkeit dahingefallen ist. B
ehandlungsbe
dürfti
ge
(
organische
) Unfall
folgen
lagen zu jenem Zeitpunkt nicht mehr vor
. Der angefochtene
Einsprache
ent
scheid
erweist sich damit als
rechtens
, weshalb die Beschwerde abzuweisen ist.