# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** efa44ff7-eb2b-4be3-99c2-279a8cd83bf5
**Court:** GR_KG
**Chamber:** GR_KG_006
**Year:** 2013
**Language:** de
**Jurisdiction:** GR / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

hat sich ergeben:
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I. Sachverhalt
A.1. Am 9. Juni 1983 starb D. Als gesetzliche Erben hinterliess er seine Ehefrau C., geboren am _, sowie die gemeinsamen Nachkommen A., geboren am _, und B., geboren am _. Sein Nachlass wurde zwischen diesen drei Erben geteilt.
2. Am 21. Dezember 2005 starb C., welche als gesetzliche Erben ihren Sohn A. und ihre Tochter B. hinterliess. Ihr Nachlass wurde bislang nicht geteilt. Zu diesem gehört vor allem ein in der Gemeinde Z. gelegenes Grundstück, die Casa E.. Dabei handelt es sich um ein Mehrfamilienhaus an der F. in Z., welches von der Tochter B. bewohnt wird und worin zuvor auch die Erblasserin gelebt hat. Dieses Grundstück trat Letztere bereits am 8. März 1990 mit öffentlich beurkundetem Erbvorbezugsvertrag an ihre Tochter ab. Ein Verkehrswert wurde darin nicht festgelegt, jedoch festgehalten, wie die Liegenschaft dereinst auszugleichen sei. Zugleich wurde C. das lebenslängliche und unentgeltliche Wohnrecht an der bis anhin benützten 4-Zimmer-Wohnung im 2. Stock eingeräumt. Am 18. März 1990 und am 27. Juni 2003 errichtete die Erblasserin noch zwei handschriftliche Testamente.
3. Zur Willensvollstreckerin war die Treuhandunternehmung G. AG (heute H. AG) berufen. Innerhalb dieser Firma zuständig war I., welcher zu Lebzeiten der Erblasserin auch deren Treuhänder war. In dieser Funktion besorgte I. unter anderem die Steuerangelegenheiten von C..
4. Zwischen den Parteien ist vor allem strittig, inwiefern die von B. durch Erbvorbezug erhaltene Liegenschaft der Ausgleichungspflicht, eventuell der Herabsetzung unterliegt.
B. Am 19. Dezember 2006 meldete A. beim Vermittleramt des Kreises Z. eine Erbteilungsklage, eventualiter verbunden mit einer Herabsetzungsklage, gegen seine Schwester B. an. Anlässlich der Sühneverhandlung vom 17. Januar 2007 konnte keine Einigung erzielt werden, indessen wurde beschlossen, das Protokoll offen zu halten und eine einvernehmliche Lösung zu suchen. Weil dies den Parteien in der Folge während der langen Zeit der Offenhaltung des Protokolls nicht gelungen war, verlangte der Kreispräsident Z., dass der Leitschein bezogen werde, woraufhin dieser von A. am 15. September 2009 bezogen wurde.
C. Mit Prozesseingabe vom 7. Oktober 2009 prosequierte A. den Leitschein an das Bezirksgericht Prättigau/Davos, wobei er sein Rechtsbegehren im Vergleich
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zu jenem gemäss Leitschein leicht abänderte. Die entsprechenden Anträge lauteten wie folgt:
„1. Es sei der Nachlass der am 21. Dezember 2005 in Z. verstorbenen Erblasserin, Frau C. festzustellen und zu teilen.
2. Die Beklagte sei zu verurteilen, die ihr von der Erblasserin am 8. März 1990 abgetretene Liegenschaft an der F., in Z. (Grundbuch der Gemeinde Z.: Parzelle Nr._/Blatt_/Plan_)
a) entweder in die Erbmasse einzuwerfen oder
b) sie mit ihrem durch ein gerichtliches Bewertungsgutachten zu ermittelnden Wert am Todestag der Erblasserin der Erbschaft hinzuzuzählen und ihrem eigenen Erbteil anrechnen zu lassen.
3. Eventualiter zu Ziffer 2:
a) Es sei festzustellen, dass der Pflichtteil des Klägers an diesem Nachlass drei Achtel beträgt.
b) Es sei die Abtretung der Liegenschaft an der F., in Z. (Grundbuch der Gemeinde Z.: Parzelle Nr._/Blatt_/Plan_) von der Erblasserin an die Beklagte vom 8. März 1990 herabzusetzen, soweit dies zur Wahrung des Pflichtteils des Klägers erforderlich ist.
c) Demgemäss sei die Beklagte zu verurteilen, nach ihrer Wahl
aa) entweder die Liegenschaft an der F., in Z. (Grundbuch der Gemeinde Z.: Parzelle Nr._/Blatt_/Plan_) an die Erben der Erblasserin zu Eigentum zu übertragen, Zug um Zug gegen Bezahlung eines vom Gericht festzusetzenden Geldbetrages, oder
bb) dem Kläger einen vom Gericht festzusetzenden Geldbetrag zu bezahlen,
wobei die Geldbeträge in beiden Fällen so festzusetzen sind, dass der Kläger seinen Pflichtteil von drei Achtel der um den Wert der erwähnten Liegenschaft zum Todestag der Erblasserin vermehrten Erbschaft ungeschmälert erhält.
d) Zu diesem Zweck sei der Teilungswert der Erbschaft zuzüglich der der Ausgleichung und/oder Herabsetzung unterliegenden lebzeitigen Zuwendung festzustellen, soweit erforderlich durch gerichtliche Einholung eines Bewertungsgutachtens für die erwähnte Liegenschaft, und es sei auf der Grundlage des so ermittelten Gesamtwerts der Umfang des klägerischen Pflichtteils von drei Achteln und der zulässige Maximalwert der Beklagten festzusetzen.
e) Der Beklagten sei durch das Gericht eine angemessene Frist anzusetzen zur Ausübung der Wahl gemäss Klagebegehren Nr. 3 c aa) oder 3 c bb) unter Androhung, dass bei unbenutztem Ablauf der Frist das Urteil aufgrund der Wertanrechnung gemäss Klagebegehren Nr. 3 c bb) ergeht.
4. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten der Beklagten.“
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D. Mit Prozessantwort vom 17. November 2009 stellte B. das folgende Rechtsbegehren:
„1. Hauptbegehren
1.1 Auf die Klage sei nicht einzutreten.
1.2 Unter Kosten- und Entschädigungsfolge zuzüglich MWST zulasten des Klägers.
1.3 Verfahrensrechtlicher Antrag
1.3.1. Das Verfahren sei auszusetzen, bis feststeht, ob auf die Klage eingetreten werden kann.
1.3.2 Das Betreibungsamt Y. und J., X., vertreten durch Rechtsanwältin K., W., seien zur Stellungnahme aufzufordern.
1.3.3 Unter Kosten- und Entschädigungsfolge zulasten des Klägers.
Dieser Antrag erfolgt gestützt auf Art. 93 Abs. 1 ZPO. Danach kann der Gerichtspräsident in jedem Stadium des Verfahrens eine Gerichtsverhandlung ansetzen, an welcher über die Prozessvoraussetzungen entschieden wird. Vorliegend ist fraglich, ob der Kläger wegen der Pfändung seines Erbanteils noch alleine aktivlegitimiert ist (für die Begründung siehe nachfolgende lit. C).
2. Eventualbegehren
2.1 Ziff. 2 bis 4 der klägerischen Rechtsbegehren seien abzuweisen.
2.2 Es sei der Nachlass der am 21. Dezember 2005 verstorbenen C. festzustellen und zu teilen.
2.3 Es sei festzustellen, dass die Erbquote der Beklagten und des Klägers je 1⁄2 des Nachlasses beträgt.
2.4 Hinsichtlich des Umfanges des Nachlasses sei folgendes festzustellen:
2.4.1 Es sei festzustellen, dass die von der Erblasserin am 8. März 1990 an die Beklagte abgetretene Liegenschaft an der F., Z. (Grundbuchblatt der Gemeinde Z.: Parzelle Nr._/Blatt_/Plan_) unter Abzug des der Erblasserin eingeräumten Wohnrechts im Wert von CHF 249‘600.00 sowie der von der Beklagten übernommenen Hypothekarschuld von CHF 1000.00 einen ausgleichungspflichtigen Erbvorbezug der Beklagten im Umfang von CHF 449‘400.00 darstellt. Es sei weiter festzustellen, dass dieser Erbvorbezug zu der für die Erbteilung zwischen dem Kläger und der Beklagten massgeblichen Berechnungsmasse hinzuzuzählen und in diesem Betrag an den Erbteil der Beklagten anzurechnen sei.
2.4.2 Es sei festzustellen, dass die Zahlungen der Erblasserin an den Kläger von insgesamt CHF 467‘433.40 ausgleichungspflichtige Zuwendungen darstellen, die zu der für die Erbteilung zwischen dem Kläger und der Beklagten massgeblichen Berechnungsmasse hinzuzählen und an den Erbteil des Klägers anzurechnen sind.
2.4.3 Es sei festzustellen, dass die Beklagte zulasten des Nachlasses aus Darlehen samt Zins und Zinseszins eine Forderung von insgesamt
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CHF 348‘999.20 hat, die als Passivum des Nachlasses zu berücksichtigen sei.
2.4.4 Es sei festzustellen, dass der Beklagten zulasten des Nachlasses als Lidlohn CHF 94‘050.00 zuzüglich 5 % Verzugszins seit dem 21. Dezember 2005 zustehen, der als Passivum des Nachlasses zu berücksichtigen sei.
Evt. sei festzustellen, dass die Beklagte zulasten des Nachlasses einen Anspruch auf Lidlohn hat, dessen Höhe nach Ermessen des Gerichts durch dieses festzulegen sei. Der so festgelegte Lidlohn sei als Passivum des Nachlasses zu berücksichtigen.
2.4.5 Es sei festzustellen, dass die Beklagte zulasten des Nachlasses aus Zahlung der Liquidationssteuer der Erblasserin eine Forderung von CHF 15‘737.70 hat, die als Passivum des Nachlasses zu berücksichtigen sei.
2.4.6 Es sei festzustellen, dass die Beklagte zulasten des Nachlasses aus Zahlung der AHV-Beiträge der Erblasserin eine Forderung von CHF 18‘735.00 hat, die als Passivum des Nachlasses zu berücksichtigen sei.
2.5 Es sei der Erbteil der Beklagten und des Klägers aufgrund der gemäss den vorstehenden Rechtsbegehren Ziff. 2.4 ermittelten Berechnungsmasse zu berechnen, und es sei festzustellen, dass die Beklagte berechtigt ist, den dadurch in Erscheinung tretenden Mehrwert ihres Erbteils in der Erbteilung zulasten des Erbteils des Klägers zu beanspruchen.
2.6 Unter Kosten- und Entschädigungsfolge zuzüglich MWST zulasten des Klägers.“
E. Mit Replik vom 19. Oktober 2009 (Poststempel 19. März 2010) hielt A. an seinem Rechtsbegehren gemäss Prozesseingabe fest, erweitert um den Antrag, wonach die beklagtischen Anträge zur Sache und zum Verfahren allesamt abzuweisen seien, soweit sich diese nicht mit den klägerischen Anträgen decken würden.
F. Auch B. hielt in ihrer Duplik vom 17. Mai 2010 bis auf Ziffer 2.1 ihres Rechtsbegehrens, welches nunmehr dahingehend lautete, dass die Ziffer 2 bis 5 der klägerischen Rechtsbegehren abzuweisen seien, unverändert an ihrem Rechtsbegehren gemäss Prozessantwort fest.
G. Mit Entscheid vom 24. Mai 2012, mitgeteilt am 25. Juni 2012, erkannte das Bezirksgericht Prättigau/Davos was folgt:
„1. Die Klage des A. gegen B. wird insofern teilweise gutgeheissen, als die Abtretung der Casa E. an B. herabgesetzt und B. verpflichtet wird, A. innert 30 Tagen seit Rechtskraft dieses Urteils CHF 213‘753.00 zu bezahlen. Im Übrigen wird der Nachlass der C. sel. im Sinne der vorstehenden Erwägungen festgestellt und geteilt.
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2. Die Gerichtskosten in Höhe von CHF 20‘000.00 (Gerichtsgebühr von CHF 18‘500.00 + Barauslagen von CHF 120.00 + Schreibgebühren von CHF 1‘380.00) gehen je zur Hälfte zu Lasten des A. und der B.. Der Anteil von B. von CHF 10‘000.00 wird mit dem von ihr geleisteten Kostenvorschuss verrechnet. A. hat seinen Anteil von CHF 10‘000.00 innert 30 Tagen seit Rechtskraft dieses Urteils an die Bezirksgerichtskasse Prättigau/Davos zu bezahlen.
3. Die aussergerichtlichen Kosten werden wettgeschlagen.

## Considerations