# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 9f0efddb-0df4-4a72-bc7d-adb362babeac
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2016
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1965,
war seit dem 1.
September 2013
als
Betreuungs
ange
stellte
in der
Y._
mit einem Arbeitspensum von 60
% tätig (
Urk. 7/2 S. 1,
Urk. 7/16 S.
2).
Am 3.
April 2014
wurde
die Versi
cherte
durch ihre
Arbeitgeber
in
für eine Früherfassung an
gemeldet
(
Urk.
7
/2)
.
Im gegen
sei
ti
gen Einvernehmen wurde der Arbeitsvertrag am 1
5.
Mai 2014 per 31. Mai 2014
wegen andauernder Krankheit
aufgelöst (
Urk.
7/16 S. 2 und
S. 8).
Unter Hinweis auf eine d
epressive Episode, gegen
wärtig mittelgradig bis schwer, schleichender Verlauf ab 2013, meldete sich die Versicherte am 2
8.
April 2014 zum Bezug von
Leistungen der Invalidenversicherung
(Berufliche Integration/
Rente) an (
Urk.
7
/7)
.
Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, nahm den Auszug aus dem individuellen Konto der Versi
cherten zu den Akten (
Urk.
7
/12),
führte mit
der Versicherten
im Rahmen der Früherfassung
ein
G
espräch (
Urk.
7/3) und
zog die Akte
n des
Taggeld
versicherers
(Urk.
7/
14 f.
,
Urk.
7/44
),
medizinische Be
richte
(Urk. 7/13
, Urk. 7/18, Urk. 7/20
) wie auch
einen Bericht der Arbeit
geberin (Urk. 7/16) bei.
Mit Vorbescheid vom
1
8.
Juli
2014 (Urk. 7/2
2
) stellt
e
die IV-Stelle die Abwei
sung des Leistungsbegehrens in Aussicht, wogegen
die Versicherte am
9.
August 2014 (Urk. 7/24) unter Auflage eines Berichts von
Dr.
Z._
(Urk. 7/25) Ein
wand
erhob
und
diesen
am
11.
September 2014 (Urk. 7/
29-30) ergänzte
.
Der Aufforderung der IV-Stelle, den Austrittsbericht der
A._
sobald als möglich nachzureichen
(
Urk.
7/32)
, kam die Versi
cherte mit Schreiben vom 2
1.
September 2014 nach (Urk. 7/35-
36).
Am 2
0.
November 2014
(
Urk.
7/41)
wurde PD
Dr.
med.
B._
, Spezialarzt FMH, Psychiatrie und Psychotherapie für Erwachsene, mit
einer Begutachtung
beauf
tragt
,
der
am 5.
Januar 2015
die Ex
per
tise
erstattete (Urk. 7/42).
Am 2
3.
Februar 2015 (Urk.
2
) verfügt
e
die IV-Stelle
im angekündigten Sinne.
2.
Hiergegen erhob die Versicherte am 2
5.
März 2015 Beschwerde
mit
den Anträ
gen, die Verfügung vom 2
3.
Februar 2015 sei aufzuheben und es seien
ihr
eine
Rente der Invalidenversicherung sowie berufliche Eingliederungsmassnahmen
zu
zu
sprechen
; das Gesuch um berufliche Massnahmen sei prioritär zu behan
deln
. Zudem beantragte sie einen zweiten Schriftenwechsel, wobei ihr in diesem Rahmen die Möglichkeit zur Nachreichung
von Unterlagen zu gewähren sei (Urk. 1 S. 2)
.
Die IV-Stelle schloss am
7.
Mai 2015 auf Ab
weisung der Be
schwerde (Urk. 6)
.
Mit Replik vom
2
0.
November 2015
erneuerte die Beschwer
deführerin ihre Rechtsbegehren unter Beilage von medizinischen Unterlagen
(Urk. 13 und Urk. 14/1-3). Mit Schreiben vom 7. Dezember 2015 verzichtete die
Beschwerdegegnerin auf
das Einreichen einer
Duplik (Urk. 17), was der Be
schwer
deführerin am
8.
Dezember 2015 zur Kenntnis gebracht wurde (
Urk.
18).
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Die Beschwerdeführerin rügte
zunächst
eine Ver
letzung der Begründungspflicht,
da
sich die Begründung im angefochtenen Entscheid
darauf beschränke festzu
halten
,
es sei
kein Gesundheitsschaden von erheblicher Schwere ausgewiesen, wo
mit
auch
kein invalidenversicherungs
-relevanter
Gesundheitsschaden gemäss Art. 8
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des
Sozialversicherungs
rechts
(
ATSG
)
gegeben sei
. Eine Auseinandersetzung mit dem
von
der
Be
schwer
degegnerin
bei
Dr.
B._
eingeholten Gutachten
, welches zu einem anderen Er
gebnis komme, sei nicht erfolgt
(Urk. 1 S. 4 f.).
1.2
Gemäss Art. 29 Abs. 2
der
Bundesverfassung
(
BV
)
haben die Parteien Anspruch auf rechtliches Gehör.
D
ieser Anspruch beinhaltet unter anderem
das Recht auf eine Begründung eines Entscheids, welche die versicherte Person in die Lage ver
setzt, einen Entscheid sachgerecht anzufechten. Um den verfassungs
recht
lichen Anforderungen zu ge
nügen, muss die Begründung wenigstens kurz die Überle
gungen nennen, von denen sich die Behörde bei ihrem Entscheid hat leiten las
sen und auf die sich der Entscheid stützt (BGE 124 V 181 E. 1a;
Kieser
, ATSG-Kommentar,
3
. Auflage, Zürich 20
15
, Art. 52
Rz
52
).
1.
3
Die IV-Stelle legte dar, dass sich eine vertiefte Auseinandersetzung mit dem medizinischen Gutachten e
rübrige, da die Frage, ob ein invalidenversicherungs
-relevanter Gesundheitsschaden vorliege, eine rechtliche sei
(
Urk.
2 S. 2)
.
Diese Begründung ist
gerade noch
hinreichend, zumal die Beschwerdeführerin durchaus in der Lage war, den Entscheid sachgerecht anzufechten. Eine Verlet
zung der Begründungspflicht und damit des Anspruchs der Beschwerdeführerin auf rechtliches Gehör ist zu verneine
n
(
Urteil des Bundesgerichts 8C_608/2015 vom 1
7.
Dezember 2015 E. 3.2.3).
1.4
Zu bemerken bleibt, dass die Beschwerdegegnerin das im
Einwandverfahren
eingeholte Gutachten von Dr.
B._
(
Urk.
7/42) der Beschwerdeführerin vor dem Erlass der angefochtenen Verfügung nicht zur Stellungnahme unterbreitet hat. Allerdings wurden die Akten der von letzterer bevollmächtigten (
Urk.
7/47) Case Managerin zugestellt (
Urk.
7/43). Die Beschwerdeführerin konnte sich
hie
zu
vor dem mit voller Kognition ausgestatteten hiesigen Gericht äussern. Da sie beschwerdeweise diesbezüglich keine Gehörsverletzung gerügt und nicht um
Rückweisung der Angelegenheit an die Beschwerdegegnerin zur
Gehörsgewäh
rung
ersucht hat, ist
hievon
aus prozessökonomischen Gründen abzusehen.
2.
2.1
Im angefochtenen Entscheid hielt d
ie Beschwerdegegnerin
fest
, bei einer mittel
gradigen depressiven Episode handle es sich definitionsgemäss um ein vorüber
gehendes Leiden, in dem solche Episoden im Mittel etwa sechs Monate, sel
ten länger als ein Jahr andauerten
. Falls die depressive Episode länger andau
ern würde, müss
t
e es medizinis
ch
diagnostiziert und mit einer entsprechenden ICD-F-Codierung ausgewiesen werden. Die vorliegende Diagnose gelte nicht als
komor
bid
; sie sei also nicht von erh
e
b
licher Schwere, Intensität, Ausprägung und Dauer. Im Gutachten – so die Beschwerdegegnerin weiter – werde ausser
dem darauf hingewiesen,
dass die Psychopharmakotherapie optimiert werden
könne und somit eine weitere Verbesserung der Beschwerden möglich sei. Ins
ge
samt sei
daher
kein invalidisierender Gesundheitsschaden ausgewiesen,
wes
halb
ein Anspruch auf
Leistungen
der Invalidenversicherung
zu verneinen sei
(Ur
k. 2
).
2.2
Dagegen brachte die
Beschwerdeführer
in
im Wesentlichen
vor
(Urk. 1)
,
die
Be
sc
hwerdegegnerin
habe entgegen den
gutachterlichen Beurteilungen und der Stellungnahme des Regionalärztlichen Dienstes (RAD) entschieden. Weiter sei der Beschwerdegegnerin entge
genzuhalten, dass bereits seit
Januar 2014 über
einstimmend von allen behandelnden Ärzten und Kliniken (Psychiaterin
Dr.
Z._
[Bericht vom 1
4.
Juli 2014], Klinik
C._
[Bericht vom
1.
April 2014]
und Klinik
A._
[Bericht vom 2014]) eine Depression mittelgradiger Schwere
diagnostiziert
worden sei
. Die allgemeine Feststellung, wonach depres
sive Epi
so
den im Mittel sechs Monate und nur
selten mehr als ein Jahr dauer
ten
,
treffe
daher auf den vorliegenden Fall nicht zu. Insbesondere da zu beach
ten
sei
, dass die Des
tabilisierung und Beschwerdeent
wic
klung bereits seit 2010 bestehe
und die
psychischen Beschwerden ab Ende 2013 erheblich zugenommen
hätten
(S.
4
f.)
.
Die Depression habe invalidisierenden Charakter, weshalb auf das Gut
achten von
Dr.
B._
abzustellen und von einer Arbeitsunfähigkeit von 50
%
auszu
gehen sei (S. 6 f., S. 10).
In Bezug auf die beantragten Eingliederungsmassnah
men führte
die Beschwer
de
führerin
aus, diese seien gutachterlich empfohlen worden (S.
12). Eine beruf
liche Wiedereingliederung sei ihr ein grosses Anliegen (S. 13), doch sei sie aufgrund der Folgen der psychischen Krankheit auf Fachberatung und Unter
stüt
z
ung in der beruflichen Umorientierung, ein Aufbautraining und nachfol
gend auf Umschulungs- oder Weiterbildungsmassnahmen angewiesen (S. 14).
Replicando
machte sie im Weiteren geltend (Urk. 13), aus den
ins Recht ge
leg
ten
medizinischen
Berichten
und Zeugnissen gehe hervor, dass
ihre
depressiven Beschwerden
-
anders als von der Beschwerdegegnerin angenommen - leider nicht nur vorübergehender Art gewesen seien
,
sondern auch im Jahr 2015 per
sistiert hätten. Insbesondere sei es nach einem Arbeitsversuch im Frühling 2015 zu einer Verschlechterung der psychischen Beschwerden gekommen und zudem hätten sie sich durch eine Periode mit akuten somatischen Beschwerden nach einem Hexenschuss
a
m 2
5.
Juni 2015 verstärkt. Nach Abklingen der akuten somatischen Beschwerden habe eine stationäre psychiatrische Behandlung ver
anlasst werden müssen. Bis zum Eintritt in d
i
e Klinik
C._
habe
sie,
die Be
schwerdeführerin
,
aufgrund der
exazerbierten
depressiven Symptomatik zur Überbrückung im Kriseninterventionszentrum des
D._
aufgenommen werden müssen
(S. 2).
Um
der
grosse
n
Gefahr
einer
Chronifizierung
zu
begegnen
, sei eine langfristige Planung wichtig. Aus diesem Grund sei ein teilstationäres Setting im Anschluss
an die stationäre Behandlung veranlasst worden. Aktuell werde dies in der
E._
durchgeführt. Im erwähnten Bericht der Klinik
C._
werde ausdrücklich festgehalten, dass im Anschluss
an die teilstationäre
Mass
nahme ein sorgfältiger Arbeitsversuch mit schrittweisem Aufbau der Be
lastung und Arbeitsfähigkeit angezeigt sei, um die Wiedereingliederung zu er
möglichen. Statt über die vorübergehende Natur von depressiven Beschwerden zu disku
tie
ren, sollte von Seiten der Beschwerdegegnerin
vielmehr
der gesetzli
che Wieder
eingliederungsauftrag beachtet werden
(S. 3)
.
2.3
Strittig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegnerin zu Recht einen Anspruch
auf Leistungen
der Invalidenversicherung (Eingliederungs
massnah
men/
Inva
liden
r
ente) verneint hat.
3.
3.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Ge
sund
heit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung ver
bleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die
Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Er
werbs
unfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht über
wind
bar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
3.
2
Nach der Rechtsprechung werden leicht- bis mittelgradige Episoden einer De
pression und selbst mittelgradige depressive Episoden regelmässig nicht als von
depressiven Verstimmungszuständen klar unterscheidbare andauernde Depres
sion
im Sinne eines verselbständigten Gesundheitsschadens betrachtet
.
Daran ändert nichts, wenn die depressive Episode vor dem Hintergrund einer rezidi
vierenden depressiven Störung diagnostiziert worden ist (Urteil des Bundesge
richts 8C_104/2014 vom 2
6.
Juni 2014 E. 3.3.4 mit Hinweisen; vgl. auch Urteil 9C_856/2013 vom 8. Oktober 2014 E. 5.1.2).
E
ine invalidisierende Wirkung einer mittelschweren depressiven Störung
ist
nicht schlechthin auszuschliessen, indes bedingt deren Annahme, dass eine kon
sequente Depressionstherapie befolgt wird, deren Scheitern das Leiden als resistent ausweist (Urteil des Bundesgerichts 8C_774/2013 vom
3.
April 2014 E. 4.2 mit Hinweisen).
3.
3
Invalide oder von einer Invalidität (
Art.
8 ATSG) bedrohte Versicherte haben
gemäss
Art.
8
des
Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG)
An
spruch
auf Eingliederungsmassnahmen, soweit:
a.
diese notwendig und geeignet sind, die Erwerbsfähigkeit oder die Fähig
keit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, wieder herzustellen, zu er
halten oder zu verbessern; und
b.
die Voraussetzungen für den Anspruch auf die einzelnen Massnahmen er
füllt sind (
Abs.
1).
Die Eingliederungsmassnahmen bestehen
laut
Art.
8
Abs.
3 IVG
- unter ande
rem -
in:
-
Integrationsmassnahmen zur Vorbereitung auf die berufliche Eingliede
rung (lit.
a
bis
);
-
Massnahmen beruflicher Art (Berufsberatung, erstmalige berufliche Aus
bil
dung, Umschulung, Arbeitsvermittlung, Kapitalhilfe, lit. b)
.
3
.
4
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorak
ten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zu
sammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (
BGE
134 V 231 E. 5.1,
125 V 351 E
. 3a, 122 V 157 E. 1c).
4.
4.1
Die behandelnde
Dr.
med.
Z._
von der
F._
diagnostizierte am 1
5.
Februar 2014 (Urk. 7/
14
S. 3)
eine depressive Episode, gegenwärtig mittel
gradig bis schwer. I
n ihrem
Bericht vom
4.
Juli 2014
(
Urk.
7/20/2-6)
stellte sie
folgende
Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (bestehend seit 2010
[S. 2]
):
mittelgradige depressive Episode
IC
D
-10
F32.1
Probleme mit Bezug auf Schwierigkeiten bei der Lebensbewältigung
IC
D
-10
Z73
Als o
hne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
erachte
te sie
nachstehende
Diag
nosen:
Adipositas (BMI 32 kg/m
2
)
Arterielle Hypertonie
Fersensporn links
Zustand nach
Hysterektomie bei
Endometriose
2005
Paradoxe Reaktion auf Citalopram 2010
Sie bescheinigte ab Januar 2014 eine Arbeitsunfähigkeit von
100 % (Urk. 7/
14
S.
3
,
Urk.
7
/14/4,
Urk.
7/14/5,
Urk.
7/
14/12,
Urk.
7/20/2-6).
Dr.
Z._
berichtete, de
r
Beschwerdeführerin
tue e
ine Tagesstrukturierung durch das derzeitige Therapieangebot gut. Sie sei wieder in der Lage, soziale Kontakte wahrzunehmen, könne allmählich auch wieder Dinge geniessen und Freude empfinden. Sie spüre sich wieder, könne wieder sagen, was sie empfinde und wolle. Sie sei wieder etwas sicherer, dass sie, trotz der jetzt erfolgten Kün
digung, ihr Leben „wieder in den Griff bekommen könne“, wisse aber, dass sie weiter Unterstützung und Hilfe benötige, die sie auch gerne annehme.
Die angestammte
Tätigkeit
hielt Dr.
Z._
nicht für zumutbar. Die Beschwer
de
führerin
scheine derzeit nicht stabil genug, um Menschen mit psychischen Problemen zu versorgen. Die Erledigung mehre
rer Aufgaben gleichzeitig sei für sie nicht möglich. Es sei ihr derzeit nicht aus
reichend möglich, sich von Gefüh
len anderer Menschen ausreichend zu distan
zieren und deren Belastungen mit ausreichender Distanz zu begegnen.
Dr.
Z._
hielt eine in den Anforderungen reduzierte Tätigkeit in den nächsten Wochen im Umfang von 40
bis
50
% als möglich
(S. 4).
Zu Art und Umfang der gegenwärtigen Behandlung gab
Dr.
Z._
Folgendes an (S. 3):
Ambulante Psychotherapie
:
wöchentlich eine Stunde
Ergotherapie
:
wöchentlich eine Stunde
Physiotherapie
:
zweimal wöchentlich
Medikation:
Seroquase
25 mg als Reserve
Trittico
abgesetzt wegen Schwindel
Mit Schreiben
vom 3
1.
Juli 2014
(
Urk.
7/25)
wies
Dr.
Z._
darauf hin, sie halte
es für ungünstig, dass
die Beschwerdeführerin
in absehbarer Zeit wieder in
ihrem
erlernten Beruf in der Pflege von Menschen mit Krankheit, Alter oder
sonstiger körperlicher Einschränkung arbeite.
I
n absehbarer Zeit
halte sie sie
nicht
für ausreichend belastbar und befürchte eine
Chronifizierung
der Erkran
kung, wenn
sie
unter hoher
psychischer Belastung arbeite
.
4.2
D
ie
Ärzte der
Klinik
C._
nannten
in ihrem Austrittsbericht vom
1.
April
2014
(
Urk.
7/13/1-7)
folgende
Diagnose
n
(S. 1)
:
m
ittelgradige depres
sive Episode
IC
D
-10
F32.1
Probleme mit Bezug auf Schwierigke
iten bei der Lebensbewältigung
IC
D
-10
Z73
Adipositas (BMI 32 kg/m
2
)
Arterielle Hypertonie
Fersensporn links
Z.n
. Hysterektomie bei
Endometriose
2005
Paradoxe Reaktion auf Citalopram 2010
Sie
berichtete
n
, dass die Beschwerdeführerin vom stationären Aufenthalt deut
lich habe profitieren können. Sie habe sich intensiv mit sich selbst und ihren Bedürfnissen auseinandersetzen und eine akzeptierende und mitfühlendere Be
ziehung zu sich selbst aufbauen können. Des Weiteren habe sie
deutlich
vom Kontak
t
mit Mitpatienten profitiert
und
fühle sich durch die regelmässige Be
wegung deutlich leistungsfähiger, ausgeglichener und wieder
entspannungsfä
higer
(S. 3).
Die Ärzte bescheinigten sodann bei Austritt eine 100%ige Arbeits
unfähigkeit
vom 1
9.
Februar
bis
einschliesslich
8.
April 201
4.
Bei einer Rück
kehr an den angestammten Arbeitsplatz
empfa
hlen sie einen langsamen, schritt
weisen Beginn mit maximal 40 % des angestammten Pensums von 60
%
(S. 4).
4.3
Die
Ärzte der
Privatklinik
A._
stellte
n
im
Austrittsbericht vom 1
1.
September 2014
(
Urk.
7/
36
/1-
4
)
folgende Diagnosen
(S. 1)
:
rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode (
ICD-10
F33.1)
Probleme mit Bezug auf Schwierigkeiten bei der Lebensbewältigung (
ICD-10 Z73)
Adipositas (BMI 32 kg/m
2
)
Arterielle Hypertonie
Fersensporn links
Im Austrittsbericht wurde weiter festgehalten, dass sich die Beschwerdeführerin n
ach Zuweisung durch
Dr.
Z._
aufgrund einer depressiven Dekompensation bei psychosozialer Mehrfachbelastung freiwillig in die stationäre Behandlung
be
geben
habe
(S.
1). Ihr seien mögliche Optionen symptomorientierten
verhal
ten
stherapeutischen
Vorgehens (Positivtagebuch, Verhaltensprotokolle usw.) zur Besse
rung der vorliegenden depressiven Symptomatik vorgeschlagen worden so
wie eine Tagesstrukturierung verbunden mit Aktivierung.
Die Beschwerde
füh
rerin habe allerdings wiederum bekräftigt, ihre Sorgen „an der Wurzel“ be
han
deln zu wollen und dass ihr symptomorientiert
e
Vorgehensweisen nicht weiter
helfen würden
. E
benso sei sie
skeptisch gegenüber
psychopharmakologi
scher
Therapie und wolle dies vorerst möglich
st
ohne medikamentöse Unterstüt
zung angehen. Es
sei
sodann gemeinsam mit ihr besprochen
worden
, dass am ehesten eine psychotherapeutische ambulante Behandlung ihren Wünschen entspreche. Nach Abklärung einiger sozialtechnischer Fragestellungen und Ein
holen von
Informationen bei ihrer Sozialarbeiterin habe die Beschwerdeführerin bereits nach zehntägiger
Hospitalisation
die Klinik wieder verlassen wollen.
An der verei
n
barten Tagesstruktur (Ergotherapie
,
Maltherapie, Mus
i
ktherapie, Kochgruppe)
habe sie zwar regelmässig teil
genommen, aber wiederum auch hier berichtet, dass sie dies nicht in der Genesung der Erkrankung unterstütze. Sie hätten daher die Beschwerdeführerin in nahezu unveränderte
m
psychische
n
Zustand und gegenseitigem Einvernehmen entlasse
n (S. 3).
Gemäss
dem
Schreiben vom 2
7.
August 2014 (
Urk.
7/29/3)
wurde
der Beschwer
deführerin f
ür die Dauer der
Hosp
italisation
vom 2
5.
August bis
9.
September 2014
eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit
bescheinigt
(
vgl. auch
Urk.
7/36
S. 1
).
4.
4
Dr.
med.
G._
, Allgemeine
Medizin FMH,
bescheinigte
in seinem
B
ericht vom
1
0.
Juli 2014 (
Urk.
7/18/1-5)
eine Arbeitsunfähigkeit von 100
%
vom 1
6.
Dezem
ber 2013 bis 1
0.
Juli 2014 (S. 2),
stellte selber
jedoch
keine Diagnose, sondern
verwies
auf
die von ihm eingereichte
n
Beilagen
:
Überweisungsschrei
ben
vom 1
7.
Dezember 2013
(
Urk.
7/18/6
)
, Austrittbericht der Klinik
C._
vom
1.
April 2014
(
vgl. E. 4.2
hievor
;
Urk.
7/18/7-14
)
sowie Zusammenfassung der Kranken
geschichte durch
Dr.
med.
H._
, FMH für Innere Medizin,
vom 1
5.
Oktober
2013
(
Urk.
7/18/15-19
)
.
Letzterer
hielt in seiner Zusammenfassung
folgende Diag
nosen
fest
(S. 15):
Tonsillektomie 1972
Gyn. Operation (
Endometriose
)
Diastolische Hypertonie seit 199
5.
Nierenarterienstenose mit MRA ausge
schlossen 1998
Hysterektomie 27.9.05
Allergie auf
Mefenaminsäure
Citalopram
Ca
-Antagonist (Muskelkrämpfe)
4.
5
Im
vom Krankentaggeldversicherer in
Auftrag gegebene
n
Gutachten
diagnosti
zierte
Facharzt
I._
, FMH für Psychiatrie und Psychotherapie
,
im Gutach
ten vom 20.
Januar 2015 (
Urk.
7/44) eine
mindestens
mittelgradige depressive Episode (
ICD-10
F32.11
;
S. 4).
Er hielt
weiter
fest, dass in der Klink
C._
vorübergehend eine antidepressive Medikation mit
Trittico
150 mg erfolgt sei, wobei die Beschwerdeführerin eine Besserung der Schlaf- und Konzentrationsstörungen bestätigt habe. Aufgrund einer grundsätzlich eher ablehnenden Haltung gegenüber Psychopharmaka habe
sie die
Trittico
-Behandlung seit Austritt aus der Klinik nicht mehr eingenom
men
, dies im Gegensatz zu der angegebenen fortgesetzten
Trittico
-Medikation gemäss
den
Arztberichten vom Zentrum
J._
(S. 3).
Gemäss
Facharzt
I._
sei die Beschwerdeführerin auf eine fortgesetzte fach
ärztlich psychiatrische und psychotherapeutische Behandlung inklusive adä
qua
ter Psychopharmaka-Medikation entsprechend geltender
Behandlungs
richt
linien
angewiesen. Das psychische Beschwerdebild sei medikamentös ak
tu
ell nicht be
handelt. Zu fordern wäre als erste Stufe
dies
bezü
g
lich min
d
estens eine konse
quent über einen ausreichend langen Zeitraum durchgeführte Behandlung mit einem hochdosiert
e
n Johanniskraut-Präpar
at. B
ei Unwirksamkeit
entsprechend geltender Behandlungsrichtli
nien
sollte
auf ein gee
i
gnetes
psychophar
makolo
g
i
sches
Antidepr
e
ssivum
gewechselt werden
, worunter in der
Vorgeschichte im Rahmen der Behandlung in der Klink
C._
bereits eine
Zustandsbesserung
habe
ob
jektiv
ie
rt werden
können
.
Er bescheinigte ebenfalls ein 100%ige Arbeitsunfähigkeit im angestammten Tätig
keitsbereich sowie eine maximale Arbeitsfähigkeit von 50
%
in einer ange
passten Tätigkeit
innert zwei bis drei Monaten und unter adäquater Behand
lung
.
Er empfa
hl sodann eine berufliche Neuorientierung, gegebenenfalls mit Unterstützung der involvierten Leistungsträger
(S. 5).
4.
6
PD
Dr.
B._
nannte
in seinem von der Beschwerdegegnerin veranlassten psychiatrischen Gutachten vom
5.
Januar 2015 (
Urk.
7/42/1-21)
als Diagnose mit
Auswirkung auf die Ar
beitsfähigkeit eine mittelgradige depressive Episode (
ICD-10
F32 [S. 11]).
Er at
testierte eine
seit 13. Januar 2014 bestehende
100%ige Arbeitsunfähigkeit
in der angestammten Tätigkeit
als Pflegefachfrau und eine 50%ige Arbeitsfähigkeit in einer Verweistätigkeit, wel
che im Rahmen einer adäquaten antidepressi
ven Behandlung gemäss klinischer
Erfahrung sowie gängiger Lehrmeinung auf 80 % erhöht werden könne (S. 15 f. Ziff. 6
-8
).
Dazu führte er aus
, dass
bezügl
ich
der
Ressourcen
der Be
schwerdeführerin
–
Aus
einandersetzung mit
Menschen mit psychischen Proble
men
–
möglicher
weise
ein Endzustand erreicht sei.
Sie
sei
mit hoher Wahr
scheinlichkeit nicht mehr in der Lage, in einer Weise auf psychisch erkrankte und geistig behinderte Men
schen einzugehen und deren Bedürfnissen gerecht zu werden, wie dies an einer Arbeitsstelle von ihr verlangt würde. Diesbezüglich bestehe bei ihr ein Zustand der Erschöpfung, der massgeblich dafür verantwort
lich gewesen sei, dass sie im Verlaufe der letzten Jahre zunehmend depressiv
dekompensiert
habe
. Eine Besse
rung der depressiven Symptome habe im Rah
men der stationären Behandlung in
C._
erfolgen können, sodass bei Austritt zumindest vorüber
gehend eine leichte depressive Grundstimmung vorgelegen habe, die allerdings nicht lange angehalten habe, zumal die Beschwerdeführerin nach verhältnis
mässig kurzer Zeit mit mittelgradigen depressiven Symptomen in
die
Privat
klinik
A._
eingewiesen worden sei. Daran habe sich bis heute nichts verändert. Im objektiven Psychostatus zeige
die Beschwerde
führerin
eine mittelgradige depressive Grundstimmung, sie sei immer wieder affektlabil, wirke dann verzweifelt und hilflos. Allerdings
werde sie
aktuell nicht antidepressiv behandelt (S. 13).
Die Beschwerdeführerin befinde sich seit dem 1
3.
Januar 2014 bei
Dr.
Z._
in
ambulantpsychiatrischer
Behandlung. Sie gehe dort einmal pro Woche zu einer Sitzung hin.
Dr.
Z._
habe sie dann in die psychosomatische Klinik
C._
eingewiesen, wo die Beschwerdeführerin vom 1
9.
Februar bis 1.
April 2014 hospitalisiert gewesen sei
. Die zweite
Hospitalisation
in der
Pri
vat
klinik
A._
vom 2
5.
August bis
9.
September 2014 sei von der Beschwerdeführerin abgebrochen worden, weil sie sich andere Therapien vor
gestellt habe. Sie gehe nun weiterhin ambulant zu
Dr.
Z._
in Behandlung. Eine antidepressive Medikation mit Citalopram habe sie 2011 durch ihren Haus
arzt erhalten, worauf sie aber mit Panikattacken reagiert
h
ab
e
. Nun habe
Dr.
Z._
wenige Tage vor der hiesigen Untersuchung
Surmontil
25 mg ver
schrieben, mit der Empfehlung, dass die Beschwerdeführerin vor dem Schlafen
gehen eine halbe Tablette einnehmen solle. Da sie aber noch
grosse Skepsis habe, Psychopharmaka zu verwenden, habe sie bis heute noch kein
Surmonti
l
eingenommen. Für den Bedarf habe ihr
Dr.
Z._
auch
Sequase
25 mg ver
schrieben, wovon die Beschwerdeführerin nur selten eine Tablette einnehme, weil sie von
Sequase
auch morgens dann noch sehr müde bleibe (S. 8).
PD
Dr.
B._
hielt
bezüglich Verwendung von Psychopharmaka fe
st
, es gebe kei
nen Grund, weshalb eine adäquate antidepressive Medikation nicht zu einem Erfolg und damit zu einer Besserung des depressiven Zustandsbildes führen
sollte. Auch wenn
die Beschwerdeführerin
bislang mit Citalopram (
Panikatta
cken
)
und
Trittico
(Schwindel) negative Erfahrungen gemacht habe, gebe es doch noch zahlreiche Alternativen, um die Depression zu behandeln und ihre psychi
sche Verfassung zu stabilisieren. Würde eine entsprechende optimale
an
tide
press
i
ve
Medikation zum Gutachtenszeitpunkt beginnen, so könne nach kli
ni
scher Erfahrung sowie gängiger Lehrmeinung davon ausgegangen werden, dass sich diese depressiven Symptome in einem Zeitraum von bis spätestens drei Monaten soweit verbessern liessen, dass noch eine leichte depressive Sympto
matik vorhanden sein
werde
(S. 15
, vgl. auch S. 17
).
PD
Dr.
B._
führte weiter aus, d
ie Beschwerdeführerin
verfüge
über eine aus
ge
zeichnete Motivation sowie intakte intellektuelle und kognitive Ressourcen und
zeige
eine ausgezeichnete Kooperationsbereitschaft. Es lägen zudem keiner
lei Hinweise für eine Persönlichkeitsstörung vor. Ebenso
zeige sie eine hohe Fähig
keit zur Krankheitseinsicht und unternehme sehr viel, um möglichst bald wieder im primären Arbeitsmarkt Fuss fassen zu können. Es sei nachvollziehbar, dass sie im Rahmen ihrer depressiven Entwicklung, die mit erheblichen In
suf
fizienz
gefühlen einhergehe, noch sehr verunsichert sei
.
Aufgrund der zum grossen
Teil noch erhaltenen Ressourcen
b
estehe aber für Verweistätigkeiten, in denen die Beschwerdeführerin nicht mit psychisch kranken oder geistig behin
derten Menschen zu tun habe, eine Situation, in welcher nur geringfügige qua
litative Funktionseinbussen auszumachen seien.
Die Beschwerdeführerin arbeite aktuell in einem Teilzeitpensum unentgeltlich im Bistro
K._
und fühle sich dabei sehr wohl.
Sie habe wieder zu musizieren begonnen, male und lese gerne
(S. 14
). D
ie Beschwerdeführerin
habe zudem angegeben, dass sie
selbständig Einkäufe
tätige
, zu meditieren
begonnen
habe
und
Ent
spannungsü
bungen
mache
. Auch mache sie regelmässig den Body-Scan
,
den
sie in der Kli
nik
C._
„entdeckt" habe. Sie backe sich selber das Brot, und wenn sie sich eine Mahlzeit zubereite, handle es sich dabei meistens um sehr gesunde Nahrungs
mittel.
Für das Musizieren
(
Gitarre und Akko
rdeon)
treffe
sie
sich regelmässig einmal pro Woche in einem sogenannten offenen Atelier mit an
deren Personen, und zwar jeweils Donnerstagvormittags. Dienstag
vormittags gehe sie in eine soziale Gruppe, wo sie ebenfalls im Austausch
mit anderen Personen stehe. Sie mache auch in grossen Abständen an Tanzabenden mit, in diesen kurzen Momenten vergesse sie grösstenteils ihre Probleme, dann gehe es ihr für diesen Moment gut. Sie habe zwei gute Freundinnen in
L._
. Auch pflege sie eine sehr gute Beziehung zu ihrer aktuellen
Hausbe
sitzerin
. Zu
dem habe sie zwei gute Freunde in
M._
und Umgebung. Da sie nach dem Umzug nach
M._
in eine noch schlechtere psychische Ver
fassung geraten sei, habe sie bislang noch kein grösseres soziales Netz aufbauen können (S. 9).
PD
Dr.
B._
führte weiter aus, dass die Beschwerdeführerin
zahlreiche Ideen (beispielsweise als Clownin)
habe
und Kontakte
pflege
. Ihre
n
Haushaltstätigkei
ten
könne sie nachgehen und ihren Alltag gestalten
.
Dies seien Hinweise dafür, dass f
ür eine Arbeit ausserhalb des Pflegeberufs qualitative Funktionsfähigkei
ten vor
lägen
,
die
80 % betrügen. Eine
Einarbeitungs
zeit
von
zwei bis drei
Monaten scheine angebracht (S. 14
f.
).
PD
Dr.
B._
gab an,
die Beschwerdeführerin
habe
in der hiesigen Unter
such
ung nachvollziehbar
erzählt
, dass ihr „Problem" sei, dass sie als einziges Diplom,
welches sie vorweisen könne, jenes der diplomierten Pflegefachfrau habe. Sie
habe
aber eine sehr kreative Seite, sie
habe
sich auch in der Clownerie ausbilden lassen und sie
habe
mit
geteilt
, dass sie sich
beispielsweise
als Beraterin bei der
Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde (
KESB
)
oder auch im Asylwesen durch
aus
sehe
. Sie
verfüge
über genügend gute PC-Kenntnisse,
habe
viel zu geben und zu bieten, sie arbeite grundsätzlich gerne mit Menschen, allerdings
könne
sie nicht mehr mit kranken Menschen arbeiten, weil für sie nach all den vielen Jahren und den stattgehabten Schwierigkeiten in den letzten Jahren das „Sinn
hafte", wie sie es selbst
beschrieben habe
, fehl
e
. Sie
könne
sich vorstellen, in ei
nem Pensum von 60 bis 80% zu arbeiten. Aus gutachterlicher Sicht
sei
dieser Wunsch sehr zu begrüssen und entsprechend auch zu unterstützen, allenfalls
bedürfe
es
hierzu auch einer Umschulung.
Er empfehle
der IV-Zürich, die Be
schwerdeführerin für ein Beratungsgespräch einzuladen,
um
Berufsbereiche
zu definiere
n, in
welchen
sie in Zukunft tätig werden könnte
(S. 17 f.).
4.
7
In der Stellungnahme vom 2
0.
Januar 2015 (
Urk.
7/48 S. 3) gab PD
Dr.
med.
univ.
N._
, FA Neurologie
, Vertrauensarzt SGV, vom RAD an, das psychiatri
sche
Gutachten von
Dr.
B._
gehe detailliert auf die Aktenlage ein und erhebe um
fassend Befunde, womit
darauf abgestellt werden könne
.
5
.
5
.1
5.1.
1
Vorweg ist darauf hinzuweisen, dass lediglich die Verhältnisse bis zum Erlass des angefochtenen Entscheids vom 2
3.
Februar 2014
zu
berücksich
tig
en sind. A
llfällige
mit der
Hospitalisation
im Juli und August 2015 (
Urk.
14/1-2)
einge
tretenen Veränderungen
sind im Rahmen einer Neuanmel
dung zu prüfen
(BGE 121 V 362 E. 1b).
5.1.2
Allen medizinischen Berichten ist die Diagnose einer Depression mitt
elgradiger Schwere zu entnehmen. Obschon
Dr.
Z._
zu Beginn eine mittelgradige bis schwere Depression diagnostizierte (vgl. E. 4.1 S.
7
hievor
), hat
sie später davon
Abstand genommen. Eine schwere Depression
kann folglich
ausgeschlossen wer
den.
Weiter
wird einhellig
eine
seit Januar 2014
bestehende 100%ige Ar
beits
unfähigkeit in der
angestammten Tätigkeit
(als Pflegefachfrau)
und in einer angepassten Tätigkeit eine solche von
zurz
eit
mindestens 50 %
attestiert
.
5
.1
.
3
Das Gutachten von
PD
Dr.
B._
vom
5
.
Januar
201
5
(E.
4.
6
hievor
), welches
vom RAD-Arzt gestützt wird (vgl. E.
4.
7
hievor
),
äussert sich umfassend zu den psy
chischen Gesundheitsstörungen und deren Auswirkungen auf die Arbeits
fähig
keit. Es basiert auf einer eingehenden psychiatrischen Unte
rsuchung, berück
sichtigt die von der
Beschwerdeführer
in
geklagten Beschwerden und er
ging
in Kenntnis der medizinischen
Vorakten
.
PD
Dr.
B._
setzte sich
auch mit den medi
zinischen
Berichten
auseinander
(Urk. 7
/
42 S.
18
ff.
). Der Gutach
ter legte anhand der von ihm erhobenen Befunde in nachvollziehbarer und schlüssiger Weise dar, dass bei
der
Beschwerdeführer
in
aus psychiatrischer Sicht
eine
gesundheitsbe
dingte
Einschränkung der Arbeitsfähigkeit besteht. Die Exper
tise von
PD
Dr.
B._
entspricht damit den
rechtsprechungsgemässen Anfor
de
rungen an eine beweis
kräftige medizinische
Entscheidgrundlage
(vgl. E.
3.
4
hie
vor
).
5.1.
4
Es
gilt
jedoch
zu beachten, dass ein Gutachten zwar zur Arbeitsfähigkeit Stel
lung zu nehmen hat und diese Ausführungen eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Zumutbarkeit von Arbeitsleistungen bilden, es jedoch letztlich der rechtsanwendenden Behörde - der Verwaltung oder, im Streitfall, dem Ge
richt - obliegt, zu beurteilen, ob eine Invalidität im Rechtssinne, bejahendenfalls eine solche rentenbegründender Art eingetreten ist.
Weil die Arbeitsfähigkeit somit keine rein medizinische, sondern letztlich auch eine juristische Frage ist, können sich Konstellationen ergeben, bei welchen von der in einem medizini
schen Gutachten festgestellten Arbeitsunfähigkeit abzuweichen ist, ohne dass dieses seinen Beweiswert verlöre (
vgl. BGE 140 V 193 E. 3.
1-
2
mit Hinweisen;
Urteil des Bundesgerichts 9C_651/2014 vom 23. Dezember 2014 E. 5.1 mit Hin
weisen).
5.2
5.2.1
Das Bundesgericht hat eine mögliche invalidisierende Wirkung einer lege
artis
diagnostizierten leichten (ICD-10 F32.0) bzw. leichten bis mittelgradigen de
pressiven Störung (ICD-10 F32.1) auch schon anerkannt (vgl. etwa Urteil
des Bundesgerichts
9C_369/2014 vom 1
9.
November
2014
)
. Dennoch gelten leichte bis höchstens mittelschwere Störungen aus dem depressiven Formenkreis recht
sprechungsgemäss in der Regel als therapierbar (vgl.
E.
3.2
hievor
). Es trifft zwar
zu, dass die Behandelbarkeit einer psychischen Störung, für sich allein be
trach
tet, nichts über deren invalidisierenden Charakter aussagt (BGE 127 V 294 E. 4c).
Fehlt es aber an einer konsequenten Depressionstherapie, deren Scheitern das Leiden als resistent ausweisen würde (Urteile
des Bundesgerichts
9C_667/2013 vom 2
9.
April 2014 E. 4.3.2 und 9C_902/2012 vom 1
7.
Juli
2013 E. 4.1), kann daraus gefolgert werden, dass die psychische Beeinträchtigung keinen invalidi
sierenden Charakter aufweist.
5.2.2
Entgegen den verschiedenen ärztlichen Empfehlungen
(
Dr.
Z._
,
I._
,
PD
Dr.
B._
)
, welche
übereinstimmend
eine Psychopharmaka-Medikation als not
wen
dig
sowie erfolgsversprechend
erachte
te
n, lehnt
e
die Beschwerdeführerin eine
sol
che strikte ab und weigert
e
sich, die
empfohlenen und teilweise bereits ver
schrie
benen
Medikamente (weiter) einzunehmen.
Gerade in Anbetracht der
möglich
en – von der Beschwerdeführerin sogar teil
weise selber verspürten
(vgl. E. 4.5
hievor
)
–
Verbesserungen ist nicht nach
voll
ziehbar, weshalb sie
nicht einmal
versucht
e
, wenigstens die
von den Ärzten emp
fohlenen und verschriebenen Medikamente
auszuprobieren
. Ihre diesbezüg
lich wenig motivier
t
e Haltung zeigt sich auch darin, dass sie d
ie zweite sta
tionäre Behandlung
nur deshalb abgebrochen hat, weil ihr die
Thera
piemethode
nicht gefiel
.
Folglich
hat
die Beschwerdeführerin
noch keineswegs
alle
Therapie
möglichkei
ten
ausgeschöpft, womit
(
noch
)
nicht ausgewiesen
ist
, dass
ihre Störung thera
pie
resistent wäre
.
D
ie psychische Beeinträchtigung
weist somit
keinen inva
lidi
sierenden Charakter
auf
.
Vor diesem Hintergrund vermögen selbst die wöchent
lich stattfindende ambulante Behandlung bei
Dr.
Z._
sowie die Tatsache, dass sich die Be
schwerdeführerin zwischenzeitlich bereits zweimal in stationäre Behandlung begeben hat, nichts an der versicherungsrechtlichen Beurteilung ändern.
5.3
Ferner bleibt zu bemerken, dass die Beschwerdeführerin zu
ihrem Tagesablauf befragt
angab
(vgl. E.
4.6
)
, dass sie im Grunde genommen zu Hause alles selb
ständig erledigen könne
, was den Haushalt betreffe. Je nach psychi
schem Zu
stand sei sie dort mehr oder weniger aktiv. Sie
tätige auch selbst
ändig Einkäufe
und
lese gerne. S
ie habe begonnen, zu meditieren und mache
Ent
spannungs
übungen. Sie male auch wieder gerne. Sie backe sich
sogar
selber das Brot und wenn sie sich eine Mahlzeit zubereite, handle es sich dabei meistens um sehr gesunde Nahrungsmittel.
Ebenso
habe sie begonnen, Gitarre und Ak
kordeon zu spielen. Sie treffe sich hierzu regelmässig einmal pro Woche in ei
nem soge
nannten offenen Atelier mit
anderen Personen.
Diens
tagvor
mit
tags gehe sie in eine soziale Gruppe, wo sie ebenfalls im
Austausch mit anderen Personen stehe. Ab und zu mache sie an Tanzabenden mit, in die
sen kurzen Momenten vergesse sie grösstenteils ihre Probleme, dann gehe es ihr für diesen Moment gut
.
Aufgrund
der von der Beschwerdeführerin dargelegten Gestaltung des Alltags
liegen keine Anhaltspunkte vor, dass die diagnostizierte Depression eine erheb
liche Beeinträchtigung der Gesundheit
nach sich
ziehen würde
. Vielmehr ist
eine
erhebliche
Diskrepanz zwischen der
gemäss
PD
Dr.
B._
eingeschränkten Leistungsfähigkeit im Beruf
und dem aktiven Freizeitverhalten der Beschwer
deführerin
auszumachen
, die darüber hinaus auch beachtliche soziale Kontakte pflegt
.
Mit Blick auf das
von der Beschwerdeführerin
geschilderte aktive
Freizeitver
halten
und den hierfür aufgewendeten Ressourcen
ist
somit
eine
invalidenversi
cherungsrechtlich
relevante Einschränkung der Arbeitsfähigkeit
nicht
als über
wiegend wahrscheinlich zu betrachten
(vgl. BGE 140 V 290 E. 3.3.2
).
5.
4
Nach dem Gesagten
und in Übereinstimmung mit der Beschwerdegegnerin
bleibt
das psychische Leiden aufgrund
der
gestellten Diagnose ohne
invaliden
ver
siche
rungsrechtliche
Relevanz und stellt keinen invalidisierenden
Gesund
heits
schaden
dar, weshalb der Rentenanspruch zu Recht verneint wurde und diesbezüglich die Beschwerde abzuweisen ist.
5.
5
5.5
.1
Es bleibt der Anspruch auf Eingliederungsmassnahmen; namentlich Umschu
lung (Art. 17 IVG) und Aufbautraining im Sinne von Integrationsmassnahmen nach Art. 14a IVG zu prüfen.
5.5.2
Der Anspruch auf Umschulung setzt voraus, dass die versicherte Person wegen der Art und Schwere des Gesundheitsschadens im bisher ausgeübten Beruf und in den für sie ohne zusätzliche berufliche Ausbildung offen stehenden zumut
baren Erwerbstätigkeiten eine bleibende oder längere Zeit dauernde
Erwerbsein
busse
von etwa 20 % erleidet, wobei es sich um einen blossen Richtwert handelt (BGE 124 V 108 E. 2a und b mit Hinweisen; vgl. auch BGE 130 V 488 E. 4.2; AHI 2000 S. 27 E. 2b und S. 62 E. 1 je mit Hinweisen).
Da bei der Beschwerdeführerin keine Invalidität besteht, fällt ein allfälliger An
spruch auf Umschulung
von vornherein ausser Acht
.
5.5.
3
Versicherte, die seit mindestens sechs Monaten zu mindestens 50 %
arbeitsunfä
hig (Art.
6 ATSG) sind, haben Anspruch auf Integrationsmassnahmen zur Vor
bereitung auf die berufliche Eingliederung (Integrationsmassnahmen), sofern dadurch die Voraussetzungen für die Durchführung von Massnahmen berufli
cher Art geschaffen
werden können (
Art.
14a
Abs.
1
IVG
). Als
Integrations
mass
nahmen
gelten
gemäss Abs. 2
gezielte, auf die berufliche Eingliederung gerichtete Massnahmen zur sozialberuflichen Rehabilitation (lit.
a) und
Be
schäf
tigungsmassnahmen
(lit.
b). Es geht darum, bei denjenigen Versicherten, die aktuell nicht eingliederungsfähig sind oder deren Eingliederungsfähigkeit ver
loren zu gehen droht, die Eingliederungsfähigkeit herzustellen oder zu er
halten
(
BBl
2005 4521 ff., 4564; Erwin
Murer
, Invalidenversicherung: Präven
tion,
Früh
er
fassung
und Integration, Bern 2009, N.
4 und 31 zu Art.
14a IVG; Silvia Bucher, Die Integrationsmassnahmen zur Vorbereitung auf die berufliche Ein
glie
derung nach Art. 14a IVG, in: Soziale Sicherheit – Soziale Unsicherheit, Fest
schrift für Erwin
Murer
zum 65.
Geburtstag, 2010, S.
111). Ist aber jemand in einer anderen zumutbaren Tätigkeit arbeitsfähig, so ist er (in dieser anderen Tätig
keit) bereits eingliederungsfähig; er braucht keine Integrationsmassnahmen mehr, um die Eingliederungsfähigkeit herzustellen. Es gibt keinen Grund, Mass
nahmen zur Ermöglichung einer beruflichen Eingliederung durchzuführen, wenn
auch ohne solche Massnahmen eine berufliche Eingliederung bereits um
gesetzt werden kann (BGE
137 V 1 E.
7.2.3).
Der Beschwerdeführerin wird aus ärztlicher Sicht übereinstimmend eine seit 13. Januar 2014 bestehende 100%ige Arbeitsunfähigkeit in der angestammten Tätigkeit und eine Arbeitsfähigkeit von 50 % in einer leidensangepassten Tätig
keit attestiert. Unter diesen Umständen ist die quantitative Voraussetzung der
sechsmonatigen Arbeitsunfähigkeit, welche die Rechtsprechung in Bezug auf eine
Verweistätigkeit auf
mindestens 50 %
festgelegt hat (Urteil des Bundes
ge
richts 9C_801/2011 vom 10. Oktober 2012 E. 4), jedenfalls erfüllt.
Anspruch auf Integrationsmassnahmen nach Art. 14a Abs. 2 IVG, unter welche das beantragte Aufbautraining zu begreifen ist, besteht jedoch nur, wenn die
Ein
gliederungsfähigkeit
in Bezug auf Massnahmen beruflicher Art noch nicht gegeben ist oder verloren zu gehen droht (Art. 4
quater
Abs. 2-3 der Verordnung
über die Invalidenversicherung, IVV). Hierüber hat die Beschwerdegegnerin noch
nicht befunden
.
Die Beschwerde ist demnach mit der Feststellung gutzuheissen, dass die Beschwerdeführerin die von Art. 14a IVG vorausgesetzte Arbeits
un
fähig
keit erfüllt.
6.
6.1
Da es im vorliegenden Verfahren um die Bewilligung oder Verweigerung von
Invalidenversicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Ge
richtskosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streit
wert festzulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG) und auf Fr. 900.-- anzusetzen. Die
Beschwer
degegnerin
unterliegt hinsichtlich der
Integrationsmassnahmen
, während die Be
schwerdeführerin in Bezug auf den Anspruch auf eine Invalidenrente und auf Umschulung unterliegt. Es rechtfertigt sich bei diesem Ausgang des Verfahrens, die Gerichtskosten im Umfang von zwei Dritteln der Beschwerdeführerin und zu einem Drittel der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen.
6.2
Nach § 34 Abs. 1 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht (
GSVGer
) hat die obsiegende Beschwerde führende Person Anspruch auf Ersatz der
Partei
kosten
. Diese werden ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache, der Schwierigkeit des Prozesses und dem Mass des Obsiegens be
messen (§ 34 Abs. 3
GSVGer
). Nach Massgabe des Unterliegens erscheint eine um zwei Drittel gekürzte Prozessentschädigung von Fr. 900.-- (inkl. Mehrwert
steuer und Barauslagen) als angemessen.