# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 2b4ba02e-ace4-42b1-b8e9-66af2eff9a21
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2015
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
Die 1968 geborene
X._
, Türkische Staatsangehörige und Mutter zweier 1986 und 1988 geborener Kinder, reiste am 2
5.
Dezember 1999 (
Urk.
7/12/3,
Urk.
7/33/12) in die Schweiz ein. Ab
März 2003 war sie als
Mitar
beiterin im Hausdienst
/Reinig
ungs
dienst
bei der
Firma Z._
, Wohn- und Pflegeheim
,
angestellt (
Urk.
7
/12/5
, Urk.
7/15/2
). Am
31.
August 20
12 rutschte
die Versicherte
aus
und
stauchte
sich dabei
den rech
ten Arm nach hinten
(
Urk.
7/15
/13
), woraufhin
sie
zunächst unfallbedingt, danach
ab 17.
Oktober 2012 bis auf Weiteres
krankheitsbedingt zu
100
%
arbeitsunfähig
gesch
rieben
wurde
(Urk.
7/15/11) und
die
Unfall- und
Kranken
taggeldversicherung
die gesetzlichen Leistungen erbrachte (
Urk.
7/24).
Mit Datum vom
4.
April
2013 meldete
sie
sich unter Hinweis
auf Beschwerden im rechten Arm/
Rücken bei
der Eidgenössischen Invalidenversicherung
zum
Leis
tungsbezug
an
(
Urk.
7/12
).
Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, zog einen Auszug aus dem Individuellen Konto (IK-Auszug vom 2
3.
April 2013,
Urk.
7/17) sowie die Akten der Krankentaggeldversicherung bei (
Urk.
7/15) und tätigte medizinische Abklärungen. Mit Vorbescheid vom 1
0.
Juni 2013 stellte
sie
der Versicherten
mangels
versicherungsmedizinisch
relevanten Gesundheitsschadens
die Abweisung
des
Rentenbegehren
s
in Aus
sicht (
Urk.
7/22), wogegen die
Versicherte
am 4.
Juli 2013 Einwand
(
Urk.
7/26;
mit
Einwandbe
gründung
vom
9.
September 2013,
Urk.
7/30) erhob. Zude
m legte
sie
den Ber
icht von med.
pract
.
A._
, Facharzt FMH für Psychiatrie und Psychotherapie, vom
2
6.
August 2013, auf (
Urk.
7/29).
In der
F
olge
gab die IV-Stelle das psychiatrische Gutachten von Prof.
Dr.
med. habil.
B._
vom 2
2.
März 2014 in Auftrag (
Urk.
7/33). Nach
Beizug
ein
er internen Stellungnahme (Urk.
7/36
/2f.
) wies die IV-Stelle das Rentenbegehren mit Verfü
gung vom 2
6.
Mai 2014 im angekündigten Sinne ab (
Urk.
2).
2.
Dagegen erhob die Beschwerd
eführerin, vertreten durch
Y._
,
Pro
Infirmis
Zürich,
am
1
3.
Juni 2014 Beschwerde und beantragte, es sei die Verfü
gung vom 2
6.
Mai 2014 aufzuheben und ihr eine Rente zuzusprechen. In pro
zessualer Hinsicht ersuchte die Beschwerdeführerin um Durchführung eines zweiten Schriftenwechsels (
Urk.
1 S. 1). Mit Beschwerdeantwort vom 1
3.
August 2013
(recte: 2014)
schloss die Beschwerdegegnerin auf Abweisung der Beschwerde (
Urk.
6), was der Beschwerdeführerin unter Hinweis darauf, dass ein zweiter Schriftenwechsel vom Gericht nicht als erfo
rderlich erachtet werde, am 14.
August 2014 zur Kenntnis gebracht wurde (
Urk.
8).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien sowie die eingereichten Unterlagen wird, soweit erforderlich, im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG
).
Die Invalidität kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 IVG).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmög
lichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berück
sichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie kör
perliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 8 ATSG bewirken. Nicht als Folgen eines psychischen
Ge
sundheitsschadens
und damit invalidenversicherungsrechtlich nicht als rele
vant gelten Einschränkungen der Erwerbsfähigkeit, welche die versicherte Per
son bei Aufbietung allen guten Willens, die verbleibende Leistungsfähigkeit zu verwerten, abwenden könnte; das Mass des
Forderbaren
wird dabei weitgehend objektiv be
stimmt. Festzustellen ist, ob und in welchem Umfang die Ausübung einer Er
werbstätigkeit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt mit der psychi
schen Beein
trächtigung vereinbar ist. Ein psychischer Gesundheitsschaden führt also nur so
weit zu einer Erwerbsunfähigkeit (Art. 7 ATSG), als angenommen werden kann, die Verwertung der Arbeitsfähigkeit (Art. 6 ATSG) sei der versi
cherten Person sozial-praktisch nicht mehr zumutbar (BGE 131 V 49 E. 1.2 mit Hinweisen).
An diesem Grundsatz ändert auch das kürzlich publizierte Urteil des Bundesgerichts vom
3.
Juni 2015 (9C_492/2014, insbesondere E. 3.7) nichts.
1.3
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertels
rente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.4
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gege
benenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 256 E. 4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden kön
nen (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E. 4b/cc).
1.5
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorak
ten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuch
tet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin erwog in der angefochtenen Verfügung, den medizini
schen Unterlagen könne entnommen werden, dass bei der Beschwerdeführerin ein Gesundheitsschaden mit einer Schmerzsymptomatik bestehe, der vor allem durch eine psychosoziale Belastung hervorgerufen worden sei. Aus
versiche
rungsmedizinischer
Sicht sei damit kein Gesundheitsschaden ausgewiesen, der eine wesentliche Einschränkung der Arbeitsfähigkeit in der bisherigen Tätigkeit begründe, weshalb das Leistungsbegehren abgewiesen werde (
Urk.
2).
2.2
Die Beschwerdeführerin wandte demgegenüber ein, sie sei damit nicht einver
stan
den, dass kein Gesundheitsschaden mit einschränkender Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit bestehe. Vielmehr erachte sie sich nicht mehr als arbeits
fähig. Auch der behandelnde Psychiater
Dr.
A._
habe mit den Diagno
sen
einer mittel bis schweren Depression mit somatischem Synd
rom (ICD-10 F32.11) sowie
einer
somatoformen
Schmerzstörung (ICD-10 F45.4) eine 100%ige Arbeits
unfähigkeit bestätigt (
Urk.
1).
3.
3.1
Nebst den handschriftlichen, vornehmlich unleserlichen Arztberichten des behan
delnden Hausarztes
Dr.
med.
C._
, Facharzt FMH für Allgemeine Medizin,
(
Urk.
7/15/5,
Urk.
7/15/9,
Urk.
7/16/1f.
) liegen im Wesentlichen die nachfolgenden medizinischen Unterlagen bei den Akten:
3.2
Mit Konsiliarbericht vom
9.
Februar 2013 diagnostizierte
Dr.
med.
D._
, Fachärztin FMH für Neurolo
gie, Psychiatrie und Psychotherapie
, (1) eine
somatoforme
Schmerzstörung, (2) ein chronisch-neurogenes
Schmerzsyn
drom
C7 rechts, bei Status nach zentraler mikrochirurgischer Diskektomie C6/C7 und
Sequestrektomie
am
7.
August 2002,
Klinik E._
, (3) ein sensibles Karpaltunnelsyndrom (CTS) beidseits, (4) ein
en
Sc
hnappfinger Mittelfinger rechts, (5) Migräne, Spannungskopfschmerz sowie (6
) eine psychosoziale Belas
tungssituation (
Urk.
7/16/6). Der rechte Arm werde von der Beschwerdeführerin in Schonstellung gehalten. Die aktive Beweglichkeit sei deutlich reduziert, wobei die passive Beweglichkeit gut erhalten sei. Es bestünden keine sicher nachweisbaren Paresen und Atrophien. Aktuell bestehe auch keine
radikuläre
Ausfallsymptomatik. Das beidseitige CTS sei klinisch und elektrophysiologisch leicht ausgeprägt. Da die Beschwerden weit darüber hinausgingen, stelle sich die Frage, inwieweit die Beschwerdeführerin von einer Operation profitieren werde, wobei sie dem selbst sehr ablehnend gegenüber stehe. Da die psychoso
ziale Problematik die Schmerzsymptomatik wahrscheinlich verstärke, sei der konservative Weg zu befürworten mit einer begleitenden Psychotherapie (
Urk.
7/16/7). Mit Schreiben vom 2
0.
Mai 2013 führte
Dr.
D._
ergänzend aus, das chronisch-neurogene Schmerzsyndrom C7 rechts sowie die
somato
forme
Schmerzstörung hätten Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit. Die Beschwerdeführerin habe besonders über Schmerzen in der rechten Körperhälfte geklagt. Diese hätten klinisch und elektrophysiologisch nicht erklärt werden können. Es bestehe sicherlich eine Ausweitung der Schmerzsymptomatik auf
grund erheblicher psychosozialer Belastungen. Die bisherige Tätigkeit sei der Beschwerdeführerin aus medizinischer Sicht noch zumutbar. Aus neurologischer Sicht bestünden keine wesentlichen Einschränkungen hinsichtlich einer Arbeitsfähigkeit. Andererseits dürften aus psychiatrischer Sicht erhebliche
Ein
schränkungen bestehen (Urk.
7/20).
3.
3
Im psychiatrischen
Gutachten vom 2
6.
Mai 2014 im Auftrag der
Beschwer
degeg
nerin
stellte
Dr.
B._
keine Diagnosen mit Einfluss auf die Arbeits
fähigkeit (
Urk.
7/33/30).
Ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit diagnostizierte er (1) eine chronische
Schmerz
störung
mit psychischen und somatischen Faktoren (ICD-10 F45.41), (2) eine Persönlichkeitsakzentuierung mit
histrionischen
Anteilen (ICD-10 Z73.1), (3) Familienzerrüttung durch Trennung (ICD-10 Z63.5), (4) familiäre
Belas
tungsfaktoren
(chronische psychische Erkrankung des Sohnes, ICD-10 Z63), (5) sozio-kulturelle
Eingewöhnungsschwi
erigkeiten (ICD-10 Z
60.3) sowie (6) Arbeitsplatzverlust (ICD-10 Z56;
Urk.
7/33/30).
Im Rahmen der ps
ychiatrischen Untersuchung hätten
Klagen über Schmerzen im Vordergrund gestanden. Dabei seien die Beschwerden in theatrali
scher Weise vorgetragen worden
,
und es bestünden Hinweise auf Verdeutlichungstendenzen bis hin zum
Malingering
(
Urk.
7/33/20
,
Urk.
7/33/27
).
Ein depressiver Affekt mit verminderter Grundstimmung, Lustlosigkeit und Freudlosigkeit sowie
eine
Antriebsstörung und somatische Symptome (Schlafstörungen, allgemeines Schwächegefühl) seien zwar subjektiv geschildert worden, liessen sich indes pathologisch nicht objektivieren. Vielmehr bestünden ein
dyst
hymer
Affekt und allenfalls ein
reaktive
r
depressive
r
Verstimmungszustand. Die geschilderten Einschränkungen der Fähigkeiten (Hausarbeit, Berufstätigkeit) stünden diskre
pant zum sonstigen Lebensvollzug der Beschwerdeführerin (Reisen,
Kaffekränz
chen
et
cetera
). Hier werde ein erheblicher sekundärer Krankheitsgewinn deutlich. D
ie subjektive Schmerzwahrnehmun
g
der Beschwerdeführerin sei einge
bettet in eine familiensystemische Thematik (erhebliches Kränkungserleben nach zweimaliger Scheidung und
Verlassen werden
vom Ehemann mit unreifem Ver
drängen der Problematik, drohender Verlust des Sohnes, der sich eine Partnerin gesucht habe
,
mit nachfolgender verstärkter subjektiver
Schmerz
wahrnehmung
)
, wobei die Schmerzen zur Bindung der Söhne sowie Aktivierung von Hilfestel
lungen (Schweizer Freundinnen) dienten (
Urk.
7/33/27).
Zusammenfassend würden das Auftreten und die Verstärkung der
Schmerz
symp
tomatik
im Zusammenhang mit den psychosozialen
Belastungs
faktoren
(soziokulturelle Schwierigkeiten, familiäre Probleme, Alleinleben,
Arbeitsplatz
verlust
) und dem Verlusterleben (Ehemann)
respektive
drohendem
Verlust
erleben
(Sohn),
die Sym
ptomausweitung der Schmerzen in
Lokalisation und Intensität, die unzureichend
e Wirkung der Analgetika und der
Physiothera
pie sowie die Schmerzintensivierung im Zusammenhang mit emotionalen und psycho
sozialen Faktoren für die Diagnose einer
somatoformen
Schmerzstörung sprechen. Diese sei bei Vorliegen somatischer Faktoren nach ICD-10 als chro
nische Schmerzstörung mit psychischen und somatischen Faktoren gemäss F
45.41 zu klassifizieren (
Urk.
7/33/28).
Der Bericht des behandelnden Psychiaters
Dr.
A._
enthalte
demgegenüber
keinen Psychostatus, der seine Diagnosen einer mittel- bis
schwergradigen
Depression mit somatischem Syndrom (ICD-10 F45.4) nachvollziehbar machen würden. Zudem seien die psychosozialen Faktoren (Z-Diagnosen) nicht kennt
lich gemacht, sondern (vermutlich) als Depression diagnostisch „
missgedeutet
“ worden (
Urk.
7/33/25).
Ferner sei die
Arbeitsfähigkeit
s
beurteilung
von
Dr.
A._
missverständlich formuliert
, indem dieser zunächst mitteile
, er
könne k
eine Beur
teilung vornehmen
, dann aber angebe
,
die Voraussetzungen gemäss
Art.
8 ATSG seien erfüllt (
Urk.
7/33/27).
Die Abweichung zur
Arbeitsfähigkeitsbeur
teilung
des behandelnden Psychiaters resultiere
schliesslich
daraus, dass bei
letzteren
IV-fremde Faktoren imponierten (
Urk.
7/33/30).
Dr.
B._
kam zum Schluss, das psychopathologische Bild der Beschwerde
führerin sei überwiegend von soziokulturellen und psychosozialen Faktoren bestimmt. Seit ihrer Anmeldung zum Leistungsbezug hätten a
us
versicherungs
medizinischer
Sicht keine psychiatrischen Erkrankungen vorgelegen, die geeignet
seien
, das positive Leistungsbild der Beschwerdeführerin mittel- bis langfristig
um über 20
%
zu mindern (Urk.
7/33/31). Eine berufliche Wiederein
gliederung sei möglich und sollte schrittweise erfolgen. Die Motivation der Beschwerdeführerin sei
allerdings
zweifelhaft.
So sei
der sekundäre
Krankheits
gewinn
erheblich und wahrscheinlich nur in familiensystemischer Behandlung auflösbar. Die negativen prädiktiven Faktoren für eine Rückkehr ins Berufsleben überwiegten stark (
Urk.
7/33/31).
4.
4.1
Die Parteien gingen übereinstimmend davon aus
, dass bei der Beschwerde
führ
e
rin aus somatischer Sicht kein Gesundheitsschaden mit Einschränkung
en
au
f die Arbeitsfähigkeit vorliegt
.
4.2
Mit zur Publikation vorgesehene
m
Entscheid 9C_492/2014 vom
3.
Juni 2015 hat das Bundesgericht unlängst von der Rechtsprechung, dass die
somatoforme
Schmerzstörung oder ähnliche Störungen und ihre Folgen vermutungsweise mit einer zumutbaren Willensanstrengung überwindbar sind (BGE 130 V 352, 131 V 49 E. 1.2, BGE 139 V 547 E. 3), Abstand genommen und eine neue Basis für die Beurteilung
somatoformer
Schmerzstörungen und ihrer Auswirkungen auf die juristisch zu beurteilende Arbeitsunfähigkeit begründet (E. 6):
„Zusammenfassend ergibt sich, dass die Invaliditätsbemessung bei psycho
somati
schen Störungen stärker als bisher den Aspekt der funktionellen Aus
wirkungen zu berücksichtigen hat, was sich schon in den diagnostischen Anfor
derungen niederschlagen muss (E. 2). Auf der Ebene der Arbeitsunfähig
keit (E.
3) bezweckte die durch BGE 130 V 352 begründete Rechtsprechung die Sicherstellung eines gesetzmässigen Versicherungsvollzuges (E. 3.4.1.1) mittels der Regel/Ausnahme-Vorgabe bzw. (seit E. 7.3 von BGE 130 V 396 und BGE 131 V 49) der Überwindbarkeitsvermutung (E. 3.1 und 3.2). Deren Rechtsnatur kann offen bleiben (E. 3.3). Denn an dieser Rechtsprechung ist nicht festzuhal
ten (E. 3.4 und 3.5). Das bisherige Regel/Ausnahme-Modell wird durch ein strukturiertes Beweisverfahren ersetzt (E. 3.6). An der Rechtsprechung zu
Art.
7
Abs.
2 ATSG - ausschliessliche Berücksichtigung der Folgen der gesundheitli
chen Beeinträchtigung und objektivierte Zumutbarkeitsprüfun
g bei
materieller Beweislast der rentenansprechenden Person (
Art.
7
Abs.
2 ATSG) - ändert sich dadurch nichts (E. 3.7). An die Stelle des bisherigen Kriterienkatalogs (bei anhaltender
somatoformer
Schmerzstörung und vergleichbaren psychosomati
schen Leiden) treten im Regelfall beachtliche Standardindikatoren (E. 4). Diese lassen sich in die Kategorien Schweregrad (E. 4.3) und Konsistenz der funktio
nellen Auswirkung
en einteilen (E. 4.4). Auf den
Begriff des primären
Krank
heitsgewinnes
(E. 4.3.1.1) und die
Präponderanz
der psychiatrischen Komorbi
dität (E. 4.3.1.3) ist zu verzichten. Der Prüfungsraster ist rechtlicher Natur (E.
5 Ingress). Recht und Medizin wirken sowohl bei der Formulierung der
Standar
dindikatoren
(E. 5.1) wie auch bei deren - rechtlich gebotener - Anwendung im Einzelfall zusammen (E. 5.2). Im Grunde konkretisieren die in E. 4 und 5 for
mulierten Beweisthemen und Vorgehensweisen für die
Invalidi
tätsbemessung
bei psychosomatischen Leiden (E. 4.2) die gesetzge
berischen Anordnungen nach
Art.
7
Abs.
2 ATSG. Die Anerkennung eines
renten
begründen
den
Invaliditäts
grades
ist nur zulässig, wenn die funktionellen Auswirkungen der medizinisch festgestellten gesundheitlichen
Anspruchs
grundlage
im Einzelfall anhand der Standardindikatoren schlüssig und widerspruchsfrei mit (zumindest) über
wiegender Wahrscheinlichkeit nachge
wiesen sind. Fehlt es daran, hat die Folgen der Beweislosigkeit nach wie vor die materiell beweisbelastete versicherte Person zu tragen.“
4.3
Zunächst ist festzuhalten, dass gemäss altem Verfahrensstandard eingeholte Gutachten nicht per se ihren Beweiswert verlieren. Vielmehr ist im Rahmen einer gesamthaften Prüfung des Einzelfalls mit seinen spezifischen Gegeben
heiten und den erhobenen Rügen entscheidend, ob ein abschliessendes Abstel
len auf die vorhandenen Beweisgrundlagen vor Bundesrecht standhält. In sinn
gemässer Anwendung auf die nunmehr materiell-beweisrechtlich geänderten
Anforderungen ist in jedem
Einzelfall
zu prüfen, ob die beigezogenen admi
nistrativen und/oder gerichtlichen Sachverständigengutachten - gegebenenfalls im Kontext mit weiteren fachärztlichen Berichten - eine schlüssige Beurteilung im Lichte der massgeblichen Indikatoren erlauben oder nicht (Entscheid 9C_492/2014 vom
3.
Juni 2015 E. 8., mit Hinweis).
4.4
Das Gutachten von
Dr.
B._
erging in Kenntnis und in Auseinandersetzung mit den
Vorakten
und den beklagten Beschwerden s
owie gestützt auf die klini
sche Untersuchung
vom 2
1.
März 201
4.
Es leuchtet in der Darlegung der medi
zinischen Situation und Zusammenhänge ein und ist hinsichtlich der im Ein
klang mit der objektiven Befundlage gestellten Diagnosen und
Arbeitsfähig
keitsbeurteilung
schlüssig.
Insbesondere hat
Dr.
B._
zu den Diagnosen und Arbeitsfähigkeitsbeurteilungen in den
Vorakten
differenziert Stellung bezogen und – soweit Diskrepanzen bestanden – seine abweichende Einschätzung plau
sibel begründet (
Urk.
7/33/25,
Urk.
7/33/27).
4.5
Aus dem Gutachten
– worin noch ausschliesslich Ausführungen zu den soge
nannten Foerster-Kriterien
gemacht wurden
(
Urk.
7/33/28f.)
–
ergibt sich
hin
reichend, dass die Ausprägung der psychischen diagnoserelevanten Befunde nicht stark ins Gewicht fällt.
So
führte
Dr.
B._
aus, d
ie Stimmung
der Beschwerdeführerin
sei minim zum n
egativen Pol hin verschoben und die
Schwingungsfähigkeit weitestgehend gegeben, jedoch leicht vermindert. Es bestünden keine Hinweise auf eine ge
nerelle Interessenverarmung,
Freudlosig
keit
oder Antriebsmangel
(
Urk.
7/33/22).
Aus psychiatrischer Sicht attestierte
Dr.
B._
der Beschwerdeführerin im Verlauf seit ihrer
Anmeldung zum Leitungsbezug k
eine länger andauernde wesentliche Arbeitsunfähigkeit.
Festzu
halten ist ferner
, dass
die
in Anspruch genommene psychiatrische Therapie
in der monatlichen Sitzungsfrequenz
wenig intensiv ist, die Beschwerdeführerin
einen geordneten Tagesablauf vollzieht
, regelmässig ausserhäusliche Termine wahrnimmt
und ihre sozial
en Kontakte pflegt.
Berichtete
sie
doch
über regel
mässige soziale Kontakt
e
zu allen Familienangehörigen und über zahlreiche Schweizer Freundinnen
,
mit welchen sie regelmässig Kaffee
trinke
und Reisen
in verschiedene Kantone der Schweiz unternehme (
Urk.
7/33/15,
Urk.
7/33/22).
Dr.
B._
hielt ausdrücklich fest, die Beschwerdeführerin verfüge über gute Ressourcen und habe es geschafft, ein Netzwerk an Hilfestellungen zu organi
sieren (
Urk.
7/33/19).
Bei dieser Sachlage ergeben sich auch unter Berücksichti
gung der im Regelfall beachtlichen Standardindikatoren keine erheblichen funktionellen Auswirkungen der medizinisch festgestellten Diagnosen.
Dies gilt umso mehr, als die Symptombewältigung offenkundig auch massgeblich durch invaliditätsfremde Faktoren (
subjektive Krankheitsüberzeugung,
Verdeutli
chungstendenzen
bis hin zum
Malingering
und psychosoziale Faktoren,
Urk.
7/
33/20f.,
Urk.
7/33/30f.
, vgl. auch
Bericht von
Dr.
D._
vom 2
0.
Mai 2013
,
Urk.
7/20/
2;
Schreiben von Dr.
A._
vom 2
6.
August 2013
,
Urk.
7/29/2f.
) behindert wird, wofür die In
validenversicherung nicht einzu
stehen hat (vgl.
auch
BGE 127 V 294 E. 5a; Urteil des Bundesgerichts 8C_730/2008 vom 2
3.
März 2009 E. 2).
4.6
Entgegen dem Vorb
ringen der Beschwerdeführer
in
hat
der behandelnde Psychia
ter
Dr.
A._
keine
100%ige Arbeitsunfähigkeit ausgewie
sen.
Dieser
führte
vielmehr
aus, die Beschwerdeführerin sei weder körperlich noch psy
chisch in der Lage, die notwendigen häuslich
en Arbeiten auszuführen. Inwie
weit die Beschwerden zu einer IV-Berentung führ
t
e
n
, könne er nicht beurteilen
(Urk.
7/29/3).
4.
7
Der Vollständigkeit halber ist s
chliesslich
darauf hinzuweisen, dass
auch a
kzentu
ierte
Persönlichkeitszüge
als solche nicht unter den Begriff des rechtser
heblichen Gesundheitsschadens
fallen
(vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_506/2014 vom 1
0.
November 2014 E. 4.2 mit Hinweis auf SVR 2008 IV
Nr.
15 S. 43, I 514/06 E. 2
.2.2.2)
.
Entsprechend ging
auch Dr.
B._
nicht von einer Diagnose mit Auswirkung
auf die Arbeitsfähigkeit
aus (
Urk.
7/33/30)
.
4.
8
Zusammenfassend ist mit dem im Sozialversicherungsrecht massgebenden
Beweis
grad
der überwiegenden Wahrscheinlichkeit erstellt, dass es der Beschwerdeführerin bei Aufbietung allen guten Willens (BGE 131 V 49 E. 1.2 mit Hinweisen) und in Nachachtung des im Sozialversicherungsrecht allgemein geltenden Grundsatzes der Schadenminderungspflicht zuzumuten ist, ihre Lei
den zu überwinden und einer Erwerbstätigkeit nachzugehen.
Bei diesem Ergeb
nis erübrigt sich ein Einkommensvergleich.
Der angefochtene Entscheid erweist sich als rechtens, weshalb die Beschwerde abzuweisen ist.
5.
Gemäss
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um di
e Bewilligung oder die Verweige
rung von L
eistungen der Invaliden
versiche
r
ung vor dem kantonalen Versiche
rungsgericht in Abweichung von
Art.
61
lit
. a ATSG kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensaufwand und u
nabhängig vom Streitwert im Rah
men von Fr.
200.-- bis
Fr.
1'000.-- festge
legt.
Vorliegend erweist sich eine Kostenpauschale von
Fr.
600.-- als angemessen. Ausgangsgemäss ist diese der Beschwerdeführerin aufzuerlegen.