# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 835e38fc-c98b-4869-b211-f333c35511ca
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2021
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren
1960, war für die
Y._
GmbH tätig, deren alleiniger Gesellschafter
und Geschäftsführer
er war
(
Urk.
7/128
; Urk.
7/158-160
)
.
Am 2
8.
Oktober
2020 verkaufte er sämtliche Anteil
e
an die
Z._
AG in Gründung (
Urk.
7/80
;
Urk.
7/71-73
),
an
d
er er
von Anfang an
eine Beteiligung von 20
%
hielt
(
Urk.
3/6)
und
in
deren Verwaltungsrat
er
zusammen
mit
den
Hauptaktionären
A._
und
B._
Einsitz
nahm
(
Urk.
7
/126
; Urk. 7/80
)
.
Der Abtretungsvertrag
wurde am
4.
Dezember
2020
unter
zeichnet
(
Urk.
7/86-89)
.
A
n der
gleich
en
tags
d
urchgeführten ausserordent
lichen Gener
alversammlung der
Y._
GmbH reichte
der Ver
sicherte
(wie in
Ziff.
8 des Kaufvertrags vorgesehen,
Urk.
7/72)
seinen R
ücktritt
als Gesellschafter und Geschäftsführer
ein
(
Urk.
7/161)
;
neu in die Geschäfts
führung
gewählt wurden
A._
und
B._
(
Urk.
7/84)
. Die
ent
sprechenden
Einträge/Löschungen
im Handelsregister erfolgte
n
im
Januar 2021 (
Urk.
7/128).
Bereits am
3.
Dezember 2020 hatte
sich der Versicherte
beim Regionalen Arbeits
vermittlungszentrum (RAV)
C._
zur Arbeitsvermittlung angemeldet (
Urk.
7/165
)
und
d
ie Ausrichtung von Ar
beitslosenentschädigung ab
dem
Folge
tag
beantragt
(
Urk.
7/154).
Mit Verfügung Nr.
«...»
vom 1
9.
Januar 2021 verneinte die Arbeitslosenkasse
des
Kanton
s
Zürich einen
entsprechenden
An
spruch des Versicherten
unter Hinweis auf
ein
e arbeitgeberähnliche Stellung
(
Urk.
7/123-125).
B
evor der Versicherte am 1
6.
Februar 2021 dagegen Einsprache erhob (
Urk.
7/10
3-105
),
trat
er a
m 2
3.
Januar 2021 als Verwaltungsrat der
Z._
AG zurück
(
Urk.
7/107)
und
wurde
als
solcher im
Handels
register
gelöscht
(
Urk.
7/108;
Urk.
7/112
)
.
Die
Arbeitslosenkasse des Kantons Zürich
nahm
weitere Abklärungen vor (
insbesondere
Urk.
7/80 f.)
.
Seiner
Stel
lung
n
ahme hierzu
(
Urk.
7/59-61) legte der Versicherte
insbesondere
d
en
Aktio
när
s
bindungsvertrag vom 1
2.
April 2021
bei
(
Urk.
7/74 f.).
Schliesslich wies die Arbeitslosenkasse des Kantons Zürich die Einsprache m
it
Einspracheentscheid
Nr.
164 vom 1
2.
Mai 2021 ab (
Urk.
2).
2.
Gegen diesen Entscheid
erhob der Versicherte, vertreten durch Rechtsanwältin
Gschwend
, mit Eingabe vom 1
1.
Juni 2021 Beschwerde (
Urk.
1). Darin beantragte er, der angefochtene Entsch
ei
d sei aufzuheben und sein Anspruch auf Arbeits
losenentschädigung anzuerkennen; alles unter Kosten- und Entschädigungs
folgen (zzgl. MWST) zulasten der Arbeitslosenkasse des Kantons Zürich (
Urk.
1 S. 2).
Diese schloss in der Beschwerdeantwort vom 1
6.
Juli 2021 auf Abweisung
der Beschwerde (
Urk.
6). Die Beschwerdeantwort wurde dem Versicherten mit Verfügung vom 2
3.
Juli 2021 zur Kenntnis gebracht (
Urk.
9).
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
Gemäss
Art.
31
Abs.
3
lit
. c des
Bundesgesetz
es
über die obligatorische Arbeits
losen
versicherung und die Insolvenzentschädigung (AVIG)
haben Personen, die in ihrer Eigenschaft als Gesellschafter, als finanziell am Betrieb Beteiligte oder als Mitglieder eines obersten betrieblichen Entscheidungsgremiums die Entscheidun
gen des Arbeitgebers bestimmen oder massgeblich beeinflussen können, sowie ihre mitarbeitenden Ehegatten keinen Anspruch auf Kurzarbeitsentschädigung. Praxisgemäss ist diese der Vermeidung von Missbräuchen dienende Bestimmung analog auf arbeitgeberähnliche Personen und deren Ehegatten anzuwenden, die Arbeitslosenentschädigung verlangen
(Urteil des Bundesgerichts 8C_433/2019 vom 2
0.
Dezember 2019 mit Hinweis auf BGE 145 V 200
E. 4.1
).
Rechtsprechungsgemäss (BGE 123 V 234) besteht nur dann Anspruch auf Arbeits
losenentschädigung, wenn das Ausscheiden
solcher Personen
aus der Firma endgültig ist und anhand eindeutiger Kriterien feststeht. Diese Rechtsprechung will nicht nur dem ausgewiesenen Missbrauch an sich, sondern bereits dem Risiko eines solchen begegnen, welches der Ausrichtung von Arbeitslosenentschädigung an arbeitgeberähnliche Personen inhärent ist. Ein konkreter Missbrauch muss demgemäss nicht vorliegen, weshalb von einer Prüfung der konkreten Umstände abgesehen werden k
ann
(
etwa Urteile des Bundesgerichts 8C_529/2016 vom 2
6.
Oktober 2016 E. 5.2 und 8C_102/2018 vom 2
1.
März 2018 E. 6.2
).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin erwog,
der Zweck der beiden Gesellschaften decke sich mindestens teilweise, zwischen ihnen bestehe eine enge personelle Verflechtung und ihr Sitz befinde sich an derselben Adresse. D
er Beschwerdeführer könne sich jederzeit mit den anderen beiden Aktionären zusammenschliessen und
so die Entscheide in beiden Gesellschaften
massgeblich beeinflussen.
Ein tatsächlicher Rechtsmissbrauch müsse nicht nachgewiesen werden. Dabei zeuge der
erst
spät verfasste Aktionärsbindungsvertrag von einem guten Verhältnis zwischen den drei Aktionären. Im Übrigen hätte der Beschwerdeführer seine Anteile einer Dritt
person veräussert, hätte er seine Verbindung zur
Y._
GmbH
tatsächlich aufgeben wollen. Unbeachtlich sei
sein
Vorbringen, der Aktienbesitz habe reine
Sicherungsfunktion. Schliesslich sei davon auszugehen, dass der Be
schwerdeführer nicht gewillt sei, eine Arbeitnehmertätigkeit aufzunehmen.
Mit dem Aktienbesitz habe er weitere Geschäfte finanzieren wollen, so gehe aus den Unterlagen des RAV hervor, dass er 40 Jahre selbständig erwerbend gewesen sei, seinen Fokus erneut auf eine selbständige Erwerbstätigkeit ausrichte und ver
schiedene Verwaltungsratsmandate im Rennen
seien
(
Urk.
2 S. 4-6).
2.2
Der Beschwerdeführer hielt indessen dafür,
er habe die
Anteile an der
Y._
GmbH im Rahmen einer Nachfolgeregelung
verkauft
. Die Min
derheitsbeteiligung
an
der
Z._
AG diene
nur
der
Siche
rung
der
Restkaufpreiszahlung
. Bes
chlüsse der AG würden
gemäss de
n
Statu
t
en mit dem absoluten Mehr der vertretenen Stimmen gefasst, so dass er zwar
an der Generalversammlung teil
nehmen könnte, bei der Beschlussfassung und bei
den
Wahlen
aber
vom Willen von
A._
und
B._
abhängig wäre
.
Seit
4.
Dezember 2020 habe er für
keine der
beiden
Gesellschaften
mehr eine Tätigkeit entfaltet
und
diese in keiner Weise mehr beeinflusst
(
Urk.
1
Ziff.
6-10)
, wie man es auch vereinbart habe (Urk. 1
Ziff.
16)
. Im Übrigen würden die beiden Gesellschaften die Definition eines Konglomerats
, das sich durch eine starke Diversifikation bzw. unterschiedliche Wertschöpfungsketten auszeichne,
nicht erfüllen (
Urk.
1
Ziff.
13).
Allein
aus der Kapitalbeteiligung
könne
keine arbeit
geberähnliche Stellung abgeleitet werden (
Urk.
1
Ziff.
15).
Ferner treffe
es
zu, dass er verschiedene Optionen wie Verwaltungsratsmandate erwäge. Ein solches würde jedoch
einer Anstellung nicht entgegen
stehen (
Urk.
1
Ziff.
18).
3.
3.1
Hervorzuheben ist
zunächst
, dass die Frage, ob
Arbeitnehmende
einem obersten betrieblichen Entscheidungsgremium angehören und ob sie in dieser Eigenschaft massgeblich Einfluss auf die Unternehmensentscheidungen nehmen können, auf
grund der internen betrieblichen Struktur zu beantworten ist (
vgl.
Urteil
des Bun
desgerichts 8C_191/2014
vom
4.
Juni 2014
E
. 4.3.1 mit Hinweis auf
BGE 122 V 270 E. 3). Keine Prüfung des Einzelfalles ist erforderlich, wenn sich die massgeb
liche Entscheidungsbefugnis bereits aus dem Gesetz selbst (zwingend) ergibt. Dies gilt insbesondere für die Gesellschafter einer GmbH (
Art.
804 ff. des
Obliga
tio
nenrecht
s
, OR)
sowie die (mitarbeitenden) Verwaltungsräte einer AG, für die das Gesetz in der Eigenschaft als Verwaltungsrat in
Art.
716-716b OR verschiedene, nicht übertrag- und entziehbare, die Entscheidungen des Arbeitgebers bestim
men
de oder massgeblich beeinflussende Aufgaben vorschreibt (
zum Ganzen: vor
er
wähntes Bundesgerichtsurteil
8C_433/2019
E. 4.2
mit Hinweis auf BGE 145 V 200 E. 4.2).
3.2
Es ist belegt, dass der Beschwerdeführer bis am
7.
Januar 2021 als Gesellschafter und Geschäftsführer der
Y._
GmbH
(vgl.
Urk.
3/4)
und vom 2
5.
November 2020 bis
1
1.
Februar 2021 als Verwaltungsrat der
Z._
AG
(
Urk.
3/9)
im H
andelsregister eingetragen war. Von unterge
ord
neter Bedeutung ist vorliegend die Überlegung, dass es bei
Personen mit arbeit
geberähnlichen Eigenschaften mit Blick auf die Beendigung ihrer Organstellung nicht auf den Zeitpunkt der Löschung im Handelsregister an
kommt, sondern d
er tatsächliche, seinerseits unmittelbar wirksame Rücktritt massgebend
ist
, zumal sich die Löschung des Eintrags, aus welchen Gründen auch immer, verzögern kann (
vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_102/2018 vom 21. März 2018 E. 6.3 mit weiteren Hinweisen).
So erklärte der Beschwerdeführer seinen Rücktritt als Verwaltungsrat der
Z._
AG nur wenige Tage vor der
Löschung im Handelsregister – nämlich am 2
3.
Januar 2021 (vgl.
Urk.
3/8 und 3/7
).
3.3
E
in Firmenkonglomerat mit erhöhter Missbrauchsgefahr im Sinne der Arbeits
lo
senversicherung
ist
im Übrigen
anzunehmen, wenn verschiedene
, von Mitglie
dern
der gleichen Familie beherrschte und
in ihrer Geschäftstätigkeit vergleich
bare Firmen eng verflochten sind und fast identisch zusammengesetzte Entschei
dungs
gremien aufweisen, so dass sie als ein einziges kompaktes Ganzes erschei
nen. Versicherte, die von einem Erstbetrieb entlassen wurden, und gleichzeitig in einem zum gleichen Konglomerat gehörenden Drittbetrieb eine arbeitgeber
ähnliche Stellung innehaben, könnten sich bei Bedarf in einem anderen von der Geschäftstätigkeit her vergleichbaren Betrieb des Konglomerats wieder anstellen lassen. Aus diesem Grund gelten
sie
auch in Bezug auf den Erstbetrieb als arbeitgeberähnliche Person. Arbeitslosenversicherungsrechtlich wird ein Firmen
kon
glomerat nicht anders behandelt als eine Firma,
die
verschiede
n
e Abteilungen und Betriebe hat
(
vgl. dazu
BJM 2003 S. 131; Urteile des Bundesgerichts C 376/99 vom 1
4.
März 2001 E. 3 und C 219/02 vom 1
7.
März 2003 E. 2.3).
3.4
Ob in der vorliegenden Konstellation mit einer Holding-Gesellschaft, die soweit ersichtlich nicht operativ tätig ist (vgl.
Urk.
3/11) und nur Anteile an einer einzigen Gesellschaft hält (vgl.
Urk.
3/9), von einem eigentlichen Firmenkon
glo
merat gesprochen werden kann, ist irrelevant. Die Überlegungen sind die
sel
ben.
Entscheidend ist
eine
Verflechtung der Geschäftstätigkeiten, welche die Weiter
ausübung der bisherigen Tätigkeit erlaubt,
und eine
solche in personeller Hin
sicht
, die eine Wiedereinstellung ermöglicht
.
Als Verwaltungsrat der
Z._
AG
hatte
es
der Beschwerdeführer grundsätzlich
in der Hand
,
für seine erneute Anstellung bei der
Y._
GmbH
zu sorgen und so seine angestammte Tätigkeit fortzuführen.
Eine arbeitgeberähnliche Stellung des Beschwerdeführers ist daher für die erste Phase bis 2
3.
Januar 2021
zweifellos zu bestätigen, wie er zumindest im Verwaltungsverfahren
auch noch
selbst ein
geräumt hatte (vgl.
Urk.
7/114).
4.
4.1
Der
dem Beschwerdeführer in der zweiten Phase ab 2
4.
Januar 2021 ver
b
liebene
Aktienbesitz bildet praxisgemäss eines der in Betracht fallenden Kriterien für den Ausschluss vom Anspruch auf Arbeitslosenentschädigung (
vgl.
Urteil des
Bun
desgerichts
C 61/05 vom 1
0.
April 2006 E. 2.2). Mit Urteil des
Bundesgerichts
C 120/02 vom 1
4.
März 2003 wurde festgehalten, dass ein Alleinaktionär, der keine weiteren Funktionen (mehr) für die Aktiengesellschaft ausübt, keinen Anspruch auf Arbeitslosentaggelder hat. Der Umstand, dass eine ve
rsicherte Person 8 von 50 Namen
aktien (also einen Aktienanteil von 16
%
) besass und die Mehrheit der übrigen Aktien von ihrem Vater gehalten wurde, genügte
dem
-
gegenüber
nicht, um ihr eine arbeitgeberähnliche Stellung anzurechnen (Urteil des
Bundesgerichts
C 45/04 vom 2
7.
Januar 2005 E. 3.2). Dem Beschwerdegegner aus dem Urteil C 61/05 vom 1
0.
April 2006, der nicht mehr Verwaltungs
-
ratsmitglied, nicht mehr zeichnungsberechtigt, jedoch noch mit einem reduzierten Pensum in der Höhe von 20
%
für die Aktiengesellschaft tätig war, und einen Aktienanteil von 49,5
%
hielt, wurde wiederum ein erheblicher Einfluss auf den Betrieb zugeschrieben. Ob ein Mindestanteil von 33 1/3
%
am Kapital vorliegen muss, damit die arbeit
ge
berähnliche Stellung zu b
ejahen ist, konnte damals offen
gelassen werden (Urteil C 61/05 vom 1
0.
April 2006 E. 2.2).
4.2
Im von den Parteien angerufenen Urteil
8C_1044/2008 vom 1
3.
Februar
2009 st
ellte
das Bundesgericht
bei einem Hauptaktionär (40%iger Anteil der Aktien, weitere zwei Aktionäre hielten je 30
%
der Aktien) fest, dass dieser auch nach seinem Rücktritt als (einziger) Verwaltungsrat den grössten Einfluss auf die Aktien
gesellschaft behalten habe, bei der er fast seit deren Gründung Präsident des Verwaltungsrates und anschliessend Verwaltungsrat mit Einzelunterschrift gewesen war. Berücksichtigt wurde dabei auch, dass die Gesellschaft aus Mangel an Kunde
n in einen inaktiven Status («
mise
en
sommeil
»
) überführt werden sollte (E. 3.2.2). In allgemeiner Hinsicht hielt das Bundesgericht fest, der Umstand allein, dass eine versicherte Person über eine Beteiligung am Kapital der Gesellschaft verfüge, bei der sie angestellt gewesen sei, genüge nicht, um sie als arbeitge
ber
ähnliche Person einzustufen. Andererseits könne aus dem formellen Rücktritt aus
dem Verwaltungsrat nicht zwingend abgeleitet werden, dass die arbeitgeber
ähn
liche Stellung
nicht
andauere, indem zum Beispiel eine massgebende Beteiligung am Gesellschaftskapital beibehalten werde. Das entscheidende Kriterium sei die Möglichkeit der versicherten Person, die Entscheidungen der Gesellschaft konkret und massgeblich zu beeinflussen (E. 3.2.1).
4.3
Schliesslich hielt das Bundesgericht in seinem von den Parteien ebenfalls er
wähnten Urteil
8C_433/2019 vom 2
0.
Dezember 2019
E. 5.2.4
zusammengefasst
fest, dass es in seiner bisherigen Rechtsprechung die alleinige Beteiligung am Kapital einer Aktiengesellschaft als nicht genügend erachtet habe, um daraus eine arbeitgeberähnliche Position abzuleiten. Ob ein Mindestanteil am Kapital vorlie
gen müsse, damit eine Einflussmöglichkeit bejaht werden könne, sei bisher eben
falls
offen gelassen
worden
.
Etwas
anderes
ergebe sich auch nicht aus BGE 145 V 200
E. 5
, da die 12%ige Beteiligung eines Gesellschafters an einer GmbH nicht mit einem Anteil am
Aktienkapital vom 25
%
gleichgesetzt werden könne.
D
ie Gesellschafterver
samm
lung als oberstes Organ, der eine Vielzahl von Befugnissen unübertragbar zuge
wiesen seien
, erlaube es den Gesellschaftern einer GmbH
, einen viel stärkeren Einfluss auf die Geschäftsführung auszuüben, als dies der Aktionär an der Gene
ralversammlung könne
(
Art.
804
Abs.
2;
Art.
698 OR
). Als personenbezogen aus
gestal
tete Kapitalgesellschaft besitze
die GmbH überdies eine persönliche Nähe zu den Gesellschaftern
; es bestehe eine engere Bindung
als zwischen den Aktio
nären un
d der AG und damit auch die Gefahr einer
abredeweisen
Einflussnahme der Gesellschafter untereinander.
Das Risiko eines Missbrauchs von
Leistungen der
Arbeitslosenversicherung könne deshalb bei e
inem Gesellschafter einer GmbH
selbst bei einer minimalen finanziellen Beteiligung nicht vernein
t werden
.
Di
e unübertragbaren Befugnisse eines Gesellschafters einer GmbH nach
Art.
804
Abs.
2 OR
seien
mit Blick auf die arbeitslosenversicherungsrechtliche Qualifi
kation einer arbeitgeberähnlichen Person
letztlich
gleich zu werten wie jene eines Verwaltungsrates ei
ner AG.
Es
sei
ausgeschlossen, dass
der
beschwerdeführende
Versicherte
als fristlos entlassener ehemaliger Geschäftsführer und als Minder
heitsaktionär mit den für die sofortige Auflösung des Arbeitsverhältnisses verant
wortlichen Verwaltungsräten und Aktionären Mehrheiten finden könnte, um die Entscheidungen in der Gesellschaft zu beeinflussen. Ein Missbrauchspotential besteh
e
daher nach seinem Rücktritt
als Verwaltungsrat nicht mehr.
4.4
Der Beschwerdeführer
legte
zutreffend dar, dass er lediglich eine Beteiligung von 200 Namenaktien und damit 20
%
des Aktienkapitals der
Z._
AG besitzt, während
A._
und
B._
über je 400 Namen
aktien und somit je 40
%
des
Aktienkapitals dieser Gesellschaft verfügen. In der Tat vermag er damit
nach seinem Rücktritt aus dem Verwaltungsrat
die Ent
scheide in der
Z._
AG sowie deren 100
%-Tochter
ge
sell
schaft, der
Y._
GmbH
,
allein
nicht massgeblich zu beein
flussen (vgl. dazu auch
Art.
13 der Statuten,
Urk.
3/10
, und
Art.
703 ff. OR
).
Die Gründung einer Holdinggesellschaft bei der Nachfolgeplanung mag zudem auch nach dem
1.
Januar 2020 noch steuerliche Vorteile bieten (vgl. dazu etwa
https://core-partner.ch/de/aktuell/2021/04-2021
) und für sich allein noch nicht auf eine Gesetzesumgehung schliessen lassen.
E
in relevantes Missbrauchspotential im Sinne einer Zusammenarbeit der Aktio
näre
erscheint vorliegend
dennoch
real
.
In dies
em
Kontext wies
die
Beschwerde
gegnerin
zu
Recht auf die Chronologie der
Geschehnisse hin. Diese
legt nahe
, dass der Beschwerdeführer ursprünglich als Verwaltungsrat in der
Z._
AG mitwirken sollte, zumal das Schweizerische Recht keine Mindestan
zahl von Verwaltungsratsmitgliedern bei der Gründung oder später vorschreibt und somit keine Notwendigkeit bestand,
ihn
als solches zu ernennen.
Sein
Rück
tritt erfolgte
offensichtlich vor dem Hintergrund der Verfügung vom 1
9.
Januar 2021
bzw.
allein im Hinblick auf den Bezug von Arbeitslosenentschädigung.
Gleiches gilt für den Abschluss eines Aktionärsbindungsvertrags
am 1
2.
April 2021
im Rahmen der Wahrung des rechtlichen Gehörs im
Einspracheverfahren
. Der Vertrag ist
im Übrigen nur zwischen den unterzeichnenden Personen
,
nicht aber gegenüber der Gesellschaft wirksam.
An der zunächst von allen Aktionären gemeinsam angestrebten arbeitgeberähnlichen Stellung des Beschwerdeführers ändert die in
Ziff.
8 des Kau
f
vertrags vereinbarte Auflösung
seines
Arbeitsver
trages mit der
Y._
GmbH
(vgl.
Urk.
3/5 S. 9) nichts.
Die Behauptung
des Beschwerdeführers
, seine
beiden
Nachfolger hätten von Anfang an eine Einmischung oder Beratung abgelehnt, erscheint
daher
als blosse Schutz
behauptung.
Dass
die M
inderheitsbeteiligung
der Sicherstellung des Restkauf
preises
dient
, ist
zudem nur im Ansatz
belegt (vgl.
Urk.
3/7 und 3/11)
und es wurde
hierfür
auch kein zeitlicher Horizont genannt. Dabei hätte e
s wohl auch andere Optionen gegeben und
war
hierfür
keinesfalls ein
Verwaltungsratsmandat
n
ötig
.
Indessen ist der Beschwerdeführer auch
im Rahmen der aktuellen Arbeits
suche primär
an Verwaltungsrats- und Beratungsmandaten interessiert (vgl.
Urk.
7/95 f.).
4.5
Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die drei Aktionäre offensichtlich gut mit
einander harmonieren
,
zusammenarbeiten
und sich Gefälligkeiten erweisen
. Es
ist kein anderer Grund als der seitens des Beschwerdeführers angestrebte Leis
tungs
bezug ersichtlich, weshalb sie heute
–
zumindest vordergründig –
jegliche Einflussnahme auf die Gesellschaften durch den Beschwerdeführer in Abrede stellen.
Die Gefahr, dass der Beschwerdeführer
als Aktionär
in dieser spezifischen Konstellation
(
und
bei
zu vermutendem Wissen
s
vorsprung als bisheriger Ge
schäftsführer
)
letztlich
massgeblich Einfluss auf die Entscheide der beiden Gesell
schaften nimmt, ist nicht von der Hand zu weisen.
5.
Zusammenfassend hat die Beschwerdegegnerin einen Anspruch des Beschwerde
führers auf Arbeitslosenentschädigung
somit
zu Recht verneint.
Der angefochtene Entscheid ist daher nicht zu beanstanden
; d
ie Beschwerde ist folglich abzuweisen.
Es sei angemerkt, dass die Verwaltung andernfalls
mitunter
die Fragen nach
einer
beitragspflicht
ig
en Beschäftigung (vgl.
Urk.
7/129-131
und
7/92)
und einer Ein
stellung in der Anspruchsberechtigung wegen
selbstverschuldete
r
Arbeitslosig
keit
sowie fehlender
Arbeitsbemühungen vor Eintritt der Arbeitslosigkeit
(vgl.
Urk.
7/96)
zu klären hätte
(vgl.
zur Vollstreckbarkeit von Einstelltagen
:
Urteil des Bundesgerichts 8C_1021/2012 vom 1
0.
Mai 2013 E. 4.3)
.
Auch die Tatsache, dass
der Beschwerdeführer
seinen Fokus
offenkundig
auf eine selbständige Erwerbs
tätigkeit (offenbar im Sinne der Akquisition von Verwaltungsrats- und Bera
tu
ngs
mandaten, vgl.
Urk.
7/95 f.)
richtet, wäre
näh
er
abzuklären.