# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 0a5e90d3-9c80-4641-af97-74ea7cc71347
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2016
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1966,
erlitt am 18. November 2002 eine rechtsseitige intrazerebrale
Put
am
enblutung
mit Ausdehnung in das re
chtsseitige temporale Marklager.
Die behandelnden Ärzte führten eine Angiografie durch und diag
nostizierten eine
unilaterale Moya-Moya-Erkrankung.
Der Versicherte wurde noch gleichentags operiert
. Es wurde eine
osteoplastische
frontotempo
roparietale
Kraniotomie durchgeführt und das Hämatom durch einen
transsil
vischen
Zugang entfernt
. Anschliessend wurde eine EC-IC-Anastomose angelegt (
Urk.
11/8/1-2
, 11/
9
/1
,
11/9/5
und 11/9/18
).
Im Juli 2003
kam es zu
eine
r
wei
teren
intraz
erebrale
n
Blutung mit
Ventr
ikeleinbruch
(Urk.
11/16/1
und 11/16/9
).
Ferner leidet der
Versicherte an einer thorakalen Rotationsskoliose nach links mit Rippenbuckel (
Urk.
11/8/1, 11/9/5, 11/9/18 und 11/16/9).
Am
2. Juni 2003
meldete sich der Versicherte
wegen einer armbetonten
linkssei
tigen
Hemiparese, einer
homonymen
Hemianopsie
nach links
und einer herabgesetzten kognitiven Leistungsfähigkeit bei der
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
,
zum Leistungsbezug an
(
Urk.
11/
1
)
. Dies
e
sprach
ihm
nach Abklärung der erwerblichen und medizinischen Verhältnisse
mit Verfügung vom
5. April 2004 ab dem 1. November 2003 eine ganze Invaliden
rente zu
(Urk.
11/24
).
In der Folge wurde der Rentenanspruch wiederholt von Amtes wegen überprüft und anschliessend bestätigt
, letztmals am 17. September 2012
(vgl. Urk. 11/25-29 und 11/39-44).
Am
15
.
Mai
201
4
reichte der
Versicherte
bei der IV-Stelle eine
von
Dr.
med.
Y._
, Facharzt FMH für Innere Medizin, ausgefüllte
Anmeldung für
eine
Hilflosenentschädigung
ein
und machte geltend, dass er
seit November 2012
bei der Fortbewegung im Freien und bei der Pflege gesellschaftlicher Kontakte hilfsbedürftig sei,
er
benötige
auch
dauernd und regelmässig lebenspraktische Begleitung
(Urk.
11/55)
.
Überdies
liess
d
er
Versicherte
am 24. Juni 2014
Z._
von der
A._
im Kanton Aargau eine Anmeldung für
Hilflo
senentschädigung
einreichen
(Urk.
11/63). In derselben wurde neu darauf hin
gewiesen
, dass
die
Hilfsbedürftigkeit bereits seit der Hirnblutung im
Jahr
2002 bestehe
und dass der Versicherte
auch
an die Einnahme von Medikamenten e
rinnert werden
müsse
(Urk.
11/63/
3 und 11/63/4
). Die IV-Stelle
zog das Dossier aus dem Kanton Aargau bei (
Urk.
11/62) und
holte einen Abklärungsbericht
für
Hilflosenentschädigung
für Erwachsene
vom 1.
September 2014 ein (Urk.
11/67)
.
Am 4. September 2014 erliess die IV-Stelle einen negativen
Vor
bescheid (
Urk.
11/68). Dagegen liess der Versicherte Einwand erhe
ben (Urk.
11/69, 11/72 und 11/76) und weitere Unterlagen einreichen
(
vgl. Urk.
11/75). Dazu nahm die Abklärungsperson am 7. Januar 2015
schriftlich
Stellung (
Urk.
11/77).
Mit Verfügung vom
7
.
Januar
2015
verneinte
die IV-Stelle
einen Anspruch auf
Hilflosenentschädigung
(Urk. 2
= 11/78
).
2.
Gegen die Verfügung vom
7. Januar 2015
liess der
Versicherte, vertreten durch
B._
vom Rechtsdienst
Inclusion
Handicap
, mit Eingabe vom
6
.
Februar
2015 Beschwerde erheben mit dem Antrag, die angefochtene Verfü
gung sei aufzuheben und
ihm eine
Hilflosenentschädigung
leichten Grades für lebenspraktische Begleitung zu
zusprechen
;
unter Kosten- und
Entschädigungs
folgen
zu Lasten der Beschwerdegegnerin (Urk. 1 S. 2).
Ferner
liess er
um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung ersuch
en
(
Urk.
1 S.
2).
Am
16
.
März
2015 schloss die IV-Stelle auf Abweisung der Beschwerde (Urk.
10
). Davon wurde de
m
Beschwerdeführer mit Verfügung vom 1
8
.
März 2015
Kennt
nis gegeben
, mit der ihm auch die unentgeltliche Prozessführung gewährt wurde
(Urk.
12 und 13
).
Auf die einzelnen Ausführungen in den Rechtsschriften wird, soweit erforder
lich, in den Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Gemäss Art. 42
Abs.
1 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) haben Versicherte mit Wohnsitz und gewöhnlichem Aufenthalt (Art. 13 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts; ATSG) in der Schweiz, die hilflos (Art. 9 ATSG) sind, Anspruch auf eine
Hilflo
senentschädigung
. Vorbehalten bleibt Artikel 42
bis
IVG. Als hilflos gilt eine Person, die wegen einer Beeinträchtigung der Gesundheit für alltägliche Lebensverrichtungen dauernd der Hilfe Dritter oder der persönlichen Über
wachung bedarf (Art. 9 ATSG). Dauernd im Sinne von Art. 9 ATSG hat nicht die Bedeutung von „rund um die Uhr", sondern ist als Gegensatz zu vorüber
gehend zu verstehen (BGE 107 V 136; ZAK 1990 S. 46 E. 2c; Urteil des Bundes
gerichts I 431/05 vom
13. Oktober 2005 E. 4.1 mit Hinweisen Im Bereich der Invalidenversicherung gilt auch eine Person als hilflos, die zu Hause lebt und wegen der gesundheitlichen Beeinträchtigung dauernd auf lebenspraktische Begleitung angewiesen ist (Art. 42
Abs.
3 Satz 1 IVG; Art. 38 der Verordnung über die Invalidenversicherung; IVV).
Praxisgemäss (BGE 121 V 88 E. 3a mit Hinweisen) sind die folgenden sechs alltäglichen Lebensverrichtungen massgebend (BGE 127 V 94 E. 3c, 125 V 297 E. 4a):
Ankleiden, Auskleiden;
Aufstehen, Absitzen, Abliegen;
Essen;
Körperpflege;
Verrichtung der Notdurft;
Fortbewegung (im oder ausser Haus), Kontaktaufnahme.
1.2
Art. 37 IVV sieht drei Hilflosigkeitsgrade vor. Gemäss Abs. 3 dieser Bestimmung gilt die Hilflosigkeit als leicht, wenn die versicherte Person trotz der Abgabe von Hilfsmitteln:
in mindestens zwei alltäglichen Lebensverrichtungen regelmässig in erheb
licher Weise auf die Hilfe Dritter angewiesen ist;
einer dauernden persönlichen Überwachung bedarf;
einer durch das Gebrechen bedingten ständigen und besonders aufwendigen Pflege bedarf;
wegen einer schweren Sinnesschädigung oder eines schweren körperlichen Gebrechens nur dank regelmässiger und erheblicher Dienstleistungen Dritter gesellschaftliche Kontakte pflegen kann; oder
dauernd auf lebenspraktische Begleitung im Sinne von Art. 38 IVV angewie
sen ist.
1.3
Nach Art. 38
Abs.
1 IVV liegt ein Bedarf an lebenspraktischer Begleitung im Sinne von Art. 42
Abs.
3 IVG vor, wenn eine volljährige, versicherte Person ausserhalb eines Heimes lebt und infolge Beeinträchtigung der Gesundheit:
ohne Begleitung einer Drittperson nicht selbständig wohnen kann;
für Verrichtungen und Kontakte ausserhalb der Wohnung auf Begleitung einer Drittperson angewiesen ist; oder
ernsthaft gefährdet ist, sich dauernd von der Aussenwelt zu isolieren.
Ist lediglich die psychische Gesundheit beeinträchtigt, so muss für die Annahme einer Hilflosigkeit gleichzeitig ein Anspruch auf mindestens eine
Viertelsrente
bestehen (Art. 38
Abs.
2 IVV).
Zu berücksichtigen ist nur diejenige lebenspraktische Begleitung, die regel
mässig und im Zusammenhang mit den in Absatz 1 erwähnten Situationen erforderlich ist. Nicht darunter fallen insbesondere Vertretungs- und
Verwal
tungstätigkeiten
im Rahmen
von
Massnahmen
des Erwachsenenschutzes nach den Artikeln 390-398
des Zivilgesetzbuches (Art. 38
Abs.
3 IVV).
Der Anspruch auf Berücksichtigung des Bedarfs an lebenspraktischer Begleitung ist nicht auf Menschen mit Beeinträchtigung der psychischen oder geistigen Gesundheit beschränkt. Es ist durchaus möglich, dass auch andere Behinderte einen Bedarf an lebenspraktischer Begleitung geltend machen können. Zu den
ken ist insbesondere an hirnverletzte Menschen (BGE 133 V 450 E. 2.2.3).
Als regelmässig im Sinne von Art. 38
Abs.
3 Satz 1 IVV gilt die
lebensprak
tische
Begleitung, wenn sie über eine Periode von drei Monaten gerechnet im Durchschnitt mindestens 2 Stunden pro Woche benötigt wird (BGE 133 V 450 E. 6.2).
Die lebenspraktische Begleitung beinhaltet weder die (direkte oder indirekte) Dritthilfe bei den sechs alltäglichen Lebensverrichtungen noch die Pflege noch die Überwachung. Sie stellt vielmehr ein zusätzliches und eigenständiges Insti
tut der Hilfe dar (BGE 133 V 450 E. 9).
Das Gesetz macht den Anspruch auf
Hilflosenentschädigung
nicht davon abhän
gig, ob die lebenspraktische Begleitung kostenlos erfolgt oder nicht (BGE 133 V 472 E. 5.3.2).
2.
Zur Begründung der angefochtenen Verfügung führte die Beschwerdegegnerin im Wesentlichen an,
der Beschwerdeführer
sei
gemäss der Abklärung vor Ort in sämtlichen alltäglichen Lebensbereichen
selbständig
. Es liege weder eine Pflege- noch eine Überwachungsbedürftigkeit vor. Die Notwendigkeit einer lebens
-
praktischen Begleitung könne ebenfalls nicht bejaht werden, da die Vora
us
-
setzung der Regelmässigkeit, das heisst ein
durchschnittlicher
Bedarf
von mindestens zwei
Stunden pro Woche
über eine Dauer von drei Monaten
, nicht ausgewiesen sei
(Urk. 2).
Demgegenüber lässt
der
Beschwerdeführer den Standpunkt vertreten,
dass er mehr als zwei Stunden pro Woche auf lebenspraktische Begleitung angewiesen sei
. Bereits aus dem Abklärungsbericht
vom 1. September 2014
werde ersicht
lich, dass er erhebliche Dritthilfe benötige
, um selbständig wohnen zu können
(
Urk.
1
; vgl. auch
Urk.
11/72/2
).
3.
3.1
In medizinischer Hinsicht ist festzuhalten,
dass
Dr. Y._
im Rahmen der ersten Rentenüberprüfung unter anderem auch um
die
Beurteilung des
Hilfsbedarf
s
aus medizinischer Sicht
ersucht
worden war
(vgl.
Urk.
11/27/9-11)
.
Er hielt in sei
nem
Bericht vom 27.
März 2008
(Urk. 11/27) fest
, dass der Versicherte keine Hilfsmittel benötige, bei den alltäglichen Lebensverrichtungen nicht auf die Hilfe von Drittpersonen angewiesen sei und keiner lebenspraktischen Begleitung bedürfe (Ur. 11/27/4 und 11/27/9-
11
).
Wahrscheinlich übernehme die Ehefrau gewisse Aufsichtsaufgaben. Er habe keinen Einblick in den Haushalt, weshalb man
die Ehefrau den Fragebogen beantworten lassen
müsste. In der Praxis erscheine der
Patient
recht selbständig (
Urk.
11/27/11).
Nach der Scheidung
des Beschwerdeführers
im
Jahr
2009 (
Urk.
11/31) verfasste
Dr. Y._
am
5.
September 2012
im Zusammenhang mit
der letzten
Rentenüber
prüfung
einen weiteren Bericht. In demselben
führte er aus
, dass der Versicherte
ihn
seit
September 2008 nicht mehr aufgesucht
habe, bis er am
22.
August 2012 wegen des Arztzeugnisses für die IV
zur Untersuchung erschienen sei
.
Nebst
den bereits bekannten Diagnosen vermerkte
Dr. Y._
eine Depression und
hielt fest
, dass
insgesamt
schwere psycho-physische Einschränkungen
bestünden
(Urk.
11/41/5).
3.2
Eine
Verlaufsuntersuchung im Ambulatorium der Klinik für Neurochirurgie des
Universitätsspitals C._
am 2
3.
April 2012
hatte ergeben
, dass
der Beschwer
deführer unverändert über das linksseitige spastische
Hemisyndrom
klagte
. Überdies
schilderte er, dass
die
Quadrantenanopsie
nach ob
en
links in unverän
derter Form
persistiere
. Hinweise auf neue fokal-neurologische Defizite, einen Hirndruck oder epilepsieverdächtige Er
eig
nisse
,
waren nicht
zu eruieren
. Die MRI-Untersu
chung des Gehirns und der Schädelkalotte vom 1
6.
April 2012 zeigte im Vergleich zur Voruntersuchung vom 1
8.
Mai 2011 keine Veränderun
gen
(Urk.
11/41/7).
A
m 1
4.
April 2014
wurde
d
er
Beschwerdeführer
erneut
im Ambulatorium der Klinik für Neurochirurgie des
Universitätsspitals C._
untersucht. Er habe erklärt, persistierend seien das linksseitige spastische
Hemisyndrom
und chro
nische Kopfschmerzen auf einem Level VAS 2-
3.
Im Winter gehe es ihm deut
lich schlechter, da die Kälte einen negativen Einfluss habe.
Zum aktuellen Befund
wurde
ein
Wernicke
-M
ann-Gangbild
und insgesamt eine motorische Ver
langsamung
auf der linken Seite vermerkt
. Es bestehe eine
Bradydiadocho
kinese
in der l
inken Hand
und im linken Fuss.
B
eim
Armvorhalte
versuch komme es zu einem Absinken links. Der Patient sei ohne Gehilfe
gehfähig
(
Urk.
11/62/15). Hinweise auf neue fokal-neurologische Defizite seien keine
v
orhanden. Es zeigten sich neuroradiologisch stationäre Verhältnisse im Ver
gleich zur Voruntersuchung von vor zwei Jahren.
Die
Bypässe
seien
suffizient und
es
habe keine
neuen Infark
te
gegeben
(Urk.
11/62/16). Wegen des tempe
raturabhängigen persistierenden Kopfschmerzes und der temperaturab
hängigen Verschlechterung des
linksseitigen
He
misyndroms
werde
eine Untersuchung
in der
Klinik für Neurologie des
Universitätsspitals C._
empfohlen
(
Urk.
11/62/16).
Eine solche fand
am
2
3.
Mai 2014
statt
(
Urk.
11/62/12)
.
Darauf
wurde
n
ein sekun
därer Kopfschmerz nach ICB und Kraniotomie
sowie
die
Moya-Moya-Erkrankung
als Hauptdiagnosen festgehalten
(
Urk.
11/62/12)
.
Zum Neurostatus wurde unter anderem die homonyme Hemianopsie nach links, insbesondere den linken oberen Quadranten betreffend, eine
Gesichtssensibilität mit
Hemihypäs
thesie
auf der linken Seite,
eine mimische Muskulatur mit leichter zentraler fazia
ler
linksseitiger
Parese und eine diskrete spastische Tonuserhöhung im lin
ken Arm und
etwas weniger
im linken Bein
vermerkt
(
Urk.
11/62/14).
3.
3
Dr. Y._
hielt in seinem
Arztzeugnis
vom 1
6.
November 2014 fest, dass der Beschwerdeführer an den Folgen einer schweren Hirnverletzung mit einer prak
tisch vollständigen Lähmung des linken Armes, an einer Parese
des linken Beines mit erheblicher Einschränkung der Mobilität, an einem linksseitigen Gesichtsfeldausfall und sicherlich an weiteren neurokognitiven Einschränk
un
gen leide. Vereinsamung und Depression seien immer wieder ein Thema gewe
sen. Der Beschwerdeführer sei
auch
immer wieder auf erhebliche Unterstützung
durch sein
Umfeld angewiesen gewes
en.
Dr. Y._
habe ihn stets
ermuntert, einer Selbsthilfegruppe für Behinderte beizutreten, um mehr Unterstützung im Alltag zu erhalten.
Der Beschwerdeführer
sei auf eine lebenspraktische Beglei
tung dringend angewiesen (
Urk.
11/75/1).
4.
4.1
Dem Abklärungsbericht für
Hilflosenentschädigung
für Erwachsene vom
1. September
2014
(
Urk.
11
/
67
) zufolge fand die Abklärung am Wohnort de
s Beschwerdeführers
am
5.
August
201
4
statt (
Urk.
11
/
67
/1).
Einleitend verwies die Abklärungsperson auf die von
Dr. Y._
in seinem Bericht vom
5.
September 2012 gestellten Diagnosen (
Urk.
11/67/1; vgl.
Urk.
11/41/5).
Beim Gang ins Wohnzimmer,
den der Versicherte ohne Hilfsmittel bewältigt habe, sei ein sehr langsamer und schleppender Schritt aufgefallen. Aktuell wohne der Versicherte in einer 3-Zimmerwohnung, die sich im 1
2.
Stockwerk eines Hochhauses befinde. Er erhalte Hilfestellungen von
Z._
von der
A._
.
Er schlafe auf
einer Matratze am Boden, da
er sich so sicherer fühle (Urk.
6/67/2).
Zum
Bereich Ankleiden/Auskleiden
habe der Versicherte ausgeführt, dass er sich
selber anziehen könne
, wenn auch nur sehr langsam. Er trage Schuhe, in die er einfach hinein- und hinausschlüpfen könne (
Urk.
11/67/2).
Aufstehen/Absitzen/Abliegen
könne
der Versicherte
ebenfalls selbständig. Er stehe
gemäss der Beobachtung der Abklärungsperson
zwar etwas langsam auf, er könne sich jedoch problemlos wieder hinsetzen.
Zudem sei zu beachten, dass der Versicherte auf einer Matratze auf dem Boden schlafe, von wo das Aufste
hen zusätzlich erschwert sei
(
Urk.
11
/
67
/
3
).
M
it dem üblichen Besteck
könne der Versicherte
seinen Angaben zufolge
selbstän
dig Mahlzeiten einnehmen und Speisen zerkleinern,
nur
müsse er es
langsam
machen
. Trinken könne er selbständig
(
Urk.
11
/
67/3
).
Auch die Körperpflege verrichte er selbständig und in der Badewanne sitzend. Er
bekunde
etwas
Mühe beim Einsteigen in die Badewanne und beim Ausstei
gen aus der Badewanne. Die Zahnpflege nehme er selbständig vor
(Urk.
11
/
67
/
3
).
D
er
Versicherte
gehe alleine zur Toilette und
könne die Reinigung nach der Ver
richtung der Notdurft selbständig vornehmen (
Urk.
11/67
/
3
).
Mit Bezug auf den Bereich Fortbewegung/Pflege gesellschaftlicher Kontakte
wurde festgehalten, dass sich der Versicherte
an schlechteren Tagen mit dem Gehstock fortbewege. An besseren Tagen benötige er keine Gehilfe und keine Hilfsmittel. Er könne Treppen überwinden, jedoch nur sehr langsam und mit Pausen. Verbal sei eine gute Verständigung in deutscher Sprache möglich. Er spreche etwas verlangsamt, wobei er gut und deutlich spreche. Kontakt habe er nur mit seiner Familie in Form von Telefonaten, da seine
(zweite)
Ehefrau mit den Kindern in
D._
lebe, und mit einem Bekannten, den er regelmässig treffe (
Urk.
11/67/3).
Um ca. 7:00 Uhr stehe der Versicherte auf. Er nehme ein Frühstück zu sich, das er selber zubereite. Danach hole er die Post aus dem Briefkasten. Bei schönem Wetter gehe er ins Freie und mache einen Spaziergang rund um das Wohnareal oder gehe ins nahe gelegene Einkaufszentrum. An Tagen, an denen er die
Lähmungserscheinungen vermehr
t
spüre, vor allem bei nasskaltem Wetter,
ver
wende
er jeweils einen Gehstock, da
er
dann
weniger
Kraft im Bein habe. An solchen Tagen mache er nur einen kurzen Spaziergang ums Wohnareal und leere seinen Briefkasten. Gehen sei ihm nur noch
für
ein paar hundert Meter möglich, ohne dass er eine Pause einlegen müsse. Wenn er im Freien gewesen sei, müsse er sich jeweils etwas hinlegen, da er sich dann mehrheitlich sehr erschöpft fühle. Mit beiden Händen könne er nicht mehr so zugreifen, wie dies früher der Fall gewesen sei. Daher habe er bei der Zubereitung von Mahlzeiten vielfach auf Fertiggerichte umgestellt.
Für das Kochen/Putzen/Waschen habe er sich Dritthilfe organisiert.
Frau E._
, die in unmittelbarer Nähe wohne, komme in der Regel ein Mal pro Woche
,
reinige die Wohnung und wasche die Wäsche. Er mache die Termine telefonisch mit ihr ab (
Urk.
11/67/4).
Frau E._
erledige auch die Einkäufe nach vorange
hender telefonischer Rücksprache mit ihm. Sie komme jeweils direkt nach dem wöchentlichen Einkauf zu ihm in die Wohnung.
Zeitweise
koche
sie auch
für ihn
. Sie
koche dann für die ganze Woche vor, so dass er die Gerichte nur noch aufwärmen könne. Er fühle sich oftmals zu müde, um selber einkaufen zu gehen.
Er gehe jedoch auch ins
Einkaufszentrum
zum E
inkaufen (
Urk.
11/67/5)
.
Den
Arzt
suche er
selbständig und mit öffentlichen Verkehrsmitteln auf, wenn er ein neues Rezept benötige, zum Beispiel letztmals im Mai. Nach dem
Arzt
besuch
besorge er sich die Medikamente selber in der Apotheke. Wenn sein Bekannter Zeit habe, dann bringe er ihn auch mit dem Auto zum Arzt
. Die Medikamente verwalte er selbständig, er richte sie sich selbst und nehme sie auch selbständig ein
(Urk. 11/67/5).
Der Versicherte habe nicht viele Freunde und Bekannte, man helfe sich jedoch gegenseitig sehr. Mehrheitlich erhalte er bei sich zuhause Besuch
. Er sei nicht isoliert; er gehe ins Freie und er pflege Kontakte
(Urk.
11/67/5
).
Z._
von der
A._
sei vor allem mit der Einreise seiner Ehe
frau und seiner Kinder beschäftigt. Sie sei für das Einholen sämtlicher Doku
mente und Unterlagen für das Migrationsamt zuständig. Einzahlungen, zum Beispiel der Miete etc., nehme er selber
bei
der Post im Einkaufszentrum vor. Die Rente erhalte er auf sein Bankkonto
überwiesen
und er hebe das benötigte Geld jeweils selbstständig mit der Bankkarte ab. Wenn er grössere Einkäufe tätige, begleite ihn ein Bekannter mit dem Auto (
Urk.
11/67/5).
Die
Abklärungsperson
gelangte
darauf
zum Schluss, dass der Versicherte in sämtli
chen alltäglichen Lebensbereichen selbständig sei. Es bestehe weder eine Pflege- noch eine Überwachungsbedürftigkeit. Die Notwendigkeit einer
lebens
praktischen
Begleitung könne nicht bejaht werden; die Voraussetzungen der Regelmässigkeit, der Dauer und der Intensität von mindestens zwei Stunden pro
W
oche seien nicht ausgewiesen (
Urk.
11/67/6).
4.2
Z._
von
der
A._
führte in
einem Schreiben vom 4.
November 2014 aus,
der Beschwerdeführer
könne
nicht
p
utzen und
w
aschen
.
Aufgrund seiner Hirnverletzung habe er eine linksseitige Schwäche.
Diese lähme ihm teilweise die Hand, den Arm, das Bein und die gesamte linke Rumpfhälfte. Dazu sei sein Gesichtsfeld linksseitig eingeschränkt. Er habe keine Kraft in den Händen und in den Armen, um einen Staubsauger zu bedienen oder die Wäsche in der Waschküche auf- und abzuhängen
(
Urk.
11/75/2)
.
Für die Reinigung
der Wohnung, das Waschen,
das
Aufhängen und
das
Bügeln der Wäsche
benötige er
pro Woche 1 1⁄2 Stunden Hilfe.
A
ufgrund seiner links
seitigen Körperschwäche und wegen seines chronischen Schwindels bei Bewe
gung
sei der Beschwerdeführer
auch nicht in der Lage, die Vorhänge
, die
Badzimmerteppiche und die Bettwäsche selbständig zu wa
s
chen
respektive auf- und abzuhängen
. Diese
periodisch wiederkehrenden
Arbeiten erledige
ebenfalls
Frau E._
für ihn (
Urk.
11/75/2).
Das selbständige Einkaufen sei nicht möglich. Zwar könne
er sich
innerhalb eines Einkaufsladens räumlich orientieren und theoretisch selber seine Esswaren in den Einkaufswagen legen und diese an der Kasse bezahlen. Danach sei er aber aufgrund seiner linksseitigen Schwäche nicht in der Lage, die Einkaufsta
sche ohne Hilfe Dritter bis zum Bus und von dort in seine Wohnung zu tragen. Zudem könne er sich aufgrund seines Schwindels nicht bücken oder strecken, um Esswaren i
n die Küchenkästen zu versorgen
.
Für den Einkauf inklusive des Verstauens der Esswaren in den Küchenschr
änken benötige
Frau E._
eine 3⁄4
Stunde pro Woche (
Urk.
11/75/3).
Entgegen den Angaben im Abklärungsbericht vom
1.
September 2014 könne der Beschwerdeführer sein Essen nicht selber zerkleinern. Er könne nur bereits
zerkleinerte Nahrung
z
u sich nehmen, weil er mit der linken Hand das Messer nicht führen könne. Dies bedeute, dass
Frau E._
ihm das Essen zerkleinern müsse
. Sie koche
bereits alles in kleinen Stücken. Der Beschwerdeführer
sei
zum Beispiel
alleine
nicht dazu in der Lage, ein St
eak zu zerschneiden
.
Aus demsel
ben Grund sei er auch nicht in der Lage, zu kochen. Er könne weder Gemüse noch Fleisch selber rüsten, zuschneiden oder/und zerkleinern.
Er könne auch keine schweren Pfannen heben. Würde
Frau E._
nicht für ihn kochen und das Essen zerkleinern, müsste er von Fertigmenus leben.
Für das Rüsten,
das
Zer
kleinern,
das
Kochen und
das
Portionieren der Mahlzeiten benötige
Frau E._
eine Stunde pro Woche (
Urk.
11/75/3).
Der Beschwerdeführer werde
mit Unterstützung von
A._
zu Ämtern
wie zur
Einwohnerkontrolle
, zum
Amt für Zusatzleistungen oder
zum
Migra
tionsamt begleitet (
Urk.
11/75/3). Er erhalte Hilfe bei der Wohnungssuche, das heisst beim Lesen der Inserate im Internet, bei
m
Anrufen
der Vermieter
etc. Er sei auch nicht dazu in der Lage
gewesen, ohne die Hilfe von
Z._
und derjenigen seines Bruders eine eigene Wohnung zu suchen und zu finden.
B
eim Lesen und Verstehen von EL- und IV-Verfügungen und von Briefen des Migrationsamtes
werde er ebenfalls
unterstützt. Ebenso beim Ausfüllen der diversen Formulare. Es würden Telefonate mit Ämtern wie der Einwohnerkon
trolle, der
Gemeinde F._
, den Städtischen Gesundheitsdienste
n oder
dem Steueramt,
mit
der Krankenkasse oder
mit
dem Hausarzt geführt (
Urk.
11/75/4). Im Durchschnitt nähmen diese Hilfestellungen etwa 1⁄2 Stunde pro Woche in Anspruch; es habe
auch
Wochen gegeben, in denen vier Stunden lang etwas habe gemacht werden müssen, dann wieder Wochen, in denen nichts habe
getan
werden müssen (
Urk.
11/75/4).
Der Beschwerdeführer wäre interessiert daran, die Selbsthilfegruppen für Men
schen mit Hirnverletzungen, die sich einmal pro Monat träfen, und die Treff
en
für Menschen mit Hirnverletzungen, die wöchentlich an einem Nachmittag stattfänden, zu besuchen. Er wäre sogar sehr daran interessiert, halbtageweise im Tageszentrum für Menschen mit Hirnverletzungen der Stiftung
G._
in Winterthur teilzunehmen. Aber alleine auf sich gestellt könne er diese Angebote nicht wahrnehmen. Entweder müsse
Z._
, sein Bruder oder sein Kol
lege aus Zürich ihn zu diesen Treffen begleiten. Er finde geografisch den Weg dorthin nicht und sei an fremden Ort
en räumlich nicht orientiert. A
u
c
h wenn
Z._
einen Weg mit ihm vorbespreche und
mit ihm zusammen
vor
gängig begehe, sei es ihm –
je nach Tagesform
–
trotzdem nicht möglich, sich
daran
zu erinnern und ihn selbständig wiederzufinden. Fre
izeitgruppen selber zu suchen, zum Beispiel via Internet, se
i
dem Beschwerdeführer
aufgrund seiner raschen Erschöpfung, wenn er sich auf etwas konzentrieren müsse, nicht mög
lich (
Urk.
11/75/4).
Bekomme
er
keine Hilfe für die Organisation von Kontakten zu anderen Men
schen, könne
d
er
Beschwerdeführer
nur auf die Kontakte zu seinem
H._
Umfeld zurückgreifen.
Er könne
keine Kontakte zu Gleichgesinnten, wie zum Beispiel andere
n
hirnverletzte
n
Menschen
,
knüpfen (
Urk.
11/75/4). Der Zeitaufwand für die Begleitung zu entsprechenden Aktivitäten betrage ca. eine Stunde pro Woche. Sollte der Beschwerdeführer mit der Zeit in der Lage sein, den Weg weitgehend zu eri
nnern, würde vermutlich eine halbe
Stunde pro Woche ausreiche
n fürs
Krisenmanagement im Fall
,
dass
er den Weg wegen einer schlechten Tagesform doch wieder vergessen
haben
sollte (Urk. 11/75/5).
Der Beschwerdefü
hrer leide auch an Depressionen.
An den Wochenenden betreue ihn deshalb immer sein Bruder. Sonst
benötigte
er die
I._
, die ihn regelmässig wegen Depressionen besuche (Urk. 11/75/
5
).
Sein Bruder
und
Z._
hätten den Beschwerdeführer
wesentlich beim Lesen der Zeitungsinserate für die Wohnungssuche,
beim Ausfüllen der Formu
lare für
die Wohnungsbewerbung, bei
m
Aufs
uchen von Ämtern und beim Füh
ren von Telefonaten mit Sozialversicherungsanstalten unterstützt. Das Erledigen von administrativen Tätigkeiten habe
der
Bruder zeitweise ganz übernommen. Au
ch beim Bez
ahlen
der
monatliche
n
Rechnungen und beim Lesen und Verste
hen amtlicher Briefe hätten sie ihn unterstützten müssen (Urk. 11/75/5).
Abge
sehen von den Besuchen an den Wochenenden habe der Bruder
im Verlauf der Woche
durchschnittlich mindestens eine Stunde pro Woche für die Erledigung der Administration und des persönlichen Verkehrs mit Ämtern aufgewendet (Urk. 11/75/5).
Der Kollege aus Zürich begleite den Beschwerdeführer an für ihn fremde Orte, wie zum Beispiel den Rechtsdienst für Behindert
e
oder die
J._
in Spreiten
bach. Ohne die Begleitung durch eine Drittperson könne der Beschwerdeführ
er keine fremden Orte auffinden.
Der Aufwand des Kollegen schwanke stark; es gebe Wochen, in denen er bis zu zwei Stunden pro Woche für die Begleitung aufwende. Es gebe
auch
Wochen, in denen keine Begleitungen anfielen, Durchschnittlich werde vermutlich 1⁄4 Stunde pro Woche aufgewendet
(Urk. 11/75/5)
.
4.3
Die Abklärungsperson hielt in ihrer Stellungnahme vom
7.
Januar 2015 (Urk. 11/77) fest, dass der Versicherte unbestritten in allen sechs alltäglichen Lebensverrichtungen selbständig sei.
Sie stelle nicht in Abrede
, dass er
im Bereich
lebenspraktische Begleitung auf Dritthilfe angewiesen sei.
Das Min
destmass
von zwei Stunden pro Woche se
i
der Abklärung vor Ort
zufolge
jedoch nicht erfüllt.
Sie verwies im Wesentlichen auf
ihre
Aus
führungen
im
Abklärungsbericht vom
1.
September 2014 und vertrat den Standpunkt, dass die
Mithilfe im Haushalt nur berücksichtigt werden
könne
, wenn die versicherte Person den Haushalt aus gesundheitlichen Gründen
nicht selber organisieren könne. Dies sei
beim
Versicherten nicht der Fall, da
er kognitiv in der Lage
sei
, den Haushalt zu organisieren und die Arbeiten zu delegieren. Ein Coaching oder eine Begleitung, wie
die
Haushaltarbeiten
zu verrichten seien
, finde nicht statt
.
Z._
von
der
A._
sei vor allem mit dem Einholen
der vom Migrationsamt geforderten Dokumente
für
die Einreise der
Ehefrau
und
der
beiden Kinder
betraut
, was als invaliditätsfremde Dritthilfe zu betrachten sei und nicht als lebenspraktische Begleitung geltend gemacht werden könne.
5.
5.1
Es ist insbesondere strittig und zu prüfen
, ob die Beschwerdegegnerin beim Erlass der angefochtenen Verfügung zu Recht auf den Abklärungsbericht
vom
1. September
2014
(
Urk.
11/67)
und die Stellungnahme de
r
A
bklärungsperson
vom
7.
Januar 2015 (Urk. 11/77)
abgestellt hat (vgl.
Urk.
1 und 2
).
5.2
Ein Abklärungsbericht unter dem Aspekt der Hilflosigkeit (
Art. 9 ATSG
) oder des Pflegebedarfs hat folgenden Anforderungen zu genügen: Als Berichterstat
terin wirkt eine qualifizierte Person,
di
e Kenntnis der örtlichen und räumlichen Verhältnisse sowie der aus den seitens der Mediziner gestellten Diagnosen sich ergebenden Beeinträchtigungen und
Hilfsbedürftigkeiten
hat. Weiter sind die Angaben der Hilfe leistenden Personen zu berücksichtigen, wobei divergierende Meinungen der Beteiligten im Bericht aufzuzeigen sind. Der Berichtstext schliesslich muss plausibel, begründet und detailliert bezüglich der einzelnen alltäglichen Lebensverrichtungen sowie den tatbestandsmässigen Erfordernissen der dauernden Pflege und der persönlichen Überwachung (
Art. 37 IVV
) und der lebenspraktischen Begleitung (
Art. 38 IVV
) gemäss sein. Schliesslich hat er in Übereinstimmung mit den an Ort und Stelle erhobenen Angaben zu stehen. Das Gericht greift, sofern der Bericht eine zuverlässige Entscheidungsgrundlage im eben umschriebenen Sinne darstellt, in das Ermessen der die Abklärung tätigen
den Person nur ein, wenn klar feststellbare Fehleinschätzungen vorliegen. Das gebietet insbesondere der Umstand, dass die fachlich kompetente
Abklärungs
person
näher am konkreten Sachverhalt ist als das im Beschwerdefall zustän
dige Gericht (BGE 140 V 543 E. 3.2.1 mit zahlreichen Hinweisen).
5.3
Es steht fest, dass
der
Beschwerdeführer für das Kochen, das Putzen, das Waschen und das Einkaufen direkte Dri
tthilfe in Anspruch nimmt (Urk.
11/67/4-5
,
11/75/2-3
und 11/77/1-2
). Diesem Umstand mass die
Abklä
rungsperson
von vornherein
keine Bedeutung zu,
weil
sich der Beschwerdefüh
rer diese Hilfeleistungen
selber
organisiert habe und kognitiv dazu in der Lage sei,
seinen Haushalt zu organisieren und
die einzelne
n
erforderliche
Arbeiten zu delegieren
. Er werde
weder bei der Verrichtung der
erwähnten
Haushaltsarbei
ten
angeleitet
noch
wirke
er dabei mit
(
Urk.
11/77/1-2). Dagegen
wird zu Recht eingew
e
nd
e
t
,
es spiele keine
Rolle, ob die Hilfe in Form einer Anleitung oder einer Ersatzvornahme
(d.h. einer direkten Dritthilfe)
geleistet werde (
Urk.
1 S. 9).
G
emäss
der
bundesgerichtliche
n
Rechtsprechung
kann
auch
eine
einzig körper
lich
behinderte
Person lebenspraktische Begleitung
zur Ermöglichung des selb
ständigen Wohnens
beanspruchen
.
Ihr
Unterstützungsbedarf
besteht
regelmäs
sig
in
Form direkter Dritthilfe. Er ist zu berücksichtigen, wenn die versicherte Person gesundheitsbedingt trotz Anleitung oder Überwachung/Kontrolle nicht in der Lage ist, die notwendigerweise anfallenden Tätigkeiten selber auszufüh
ren
(BGE 133 V 450 E. 2.2.3
; vgl. auch die
Urteil
e
des Bundesgerichts 9C_497/2014 vom
2.
April 2015 E. 2.2.2,
4.3 und 4.4
,
9C_410/2009 vom
1.
April 2010 E. 5.4
und I 861/05 vom 2
3.
Juli 2007 E. 3.1
)
.
Es wäre daher detailliert abzuklären gewesen,
in welchem zeitlichen Umfang
aufgrund der bekannten physischen Einschränkungen des Beschwerdeführers tatsächlich
Hilfsbedarf
bei den einzelnen Haushaltsarbeiten
vorhanden ist
und ob dieser gegebenenfalls mit geeigneten Hilfsmitteln
,
wie zum Beispiel
einem
speziell
geformten Messer,
einer besonders leichten Pfanne oder
einem Einkaufswagen
,
reduziert werden kann. Dies hat die Abklärungsperson
versäumt. Es wird
d
es
halb zu Recht gerügt, dass
die
erforderlichen
Zeitangaben
zum
konkreten
Hilfs
bedarf
im
Abklärungsbericht fehlen (Urk.
1 S. 4).
Der Bericht
ist
in diesem Punkt folglich mangelhaft
und ergänzungsbedürftig
.
5.4
Für
administrative Belange
nimmt der Beschwerdeführer
die Hilfe von
Z._
von der
A._
und von seinem Bruder
in Anspruch
(Urk.
11/67/5
und 11/75/3-5
).
Aus den eingehenden Schilderungen von
Z._
geht deutlich hervor, dass sich die Unterstützung nicht allein auf die
Bewältigung
migrationsrechtliche
r
Probleme der Angehörigen des Beschwerde
führers beschränk
t
.
Nur derartige Bemühungen könnten – im Einklang mit der Abklärungsperson – als invaliditätsfremde Dritthilfe qualifiziert und ausser Acht gelassen werden (vgl.
Urk.
11/77/2). Alle anderen sind demgegenüber zu the
matisieren
und zu quantifizieren
. Namentlich hat die Abklärungsperson zu untersuchen, ob
und in welchem zeitlichen Umfang der Beschwerdeführer auf
grund seiner gesundheitlichen Beeinträchtigungen nur mit administrativer Unterstützung selbständig wohnen
und seinen Alltag bewältigen
kann.
In der Beschwerdeschrift wird daher
auch
zu Recht das Fehlen entsprechender Zeitan
gaben moniert (
Urk.
1 S. 4).
5.5
Als Zwischenergebnis ist somit festzuhalten, dass sich
bereits aufgrund
des Feh
lens jeglicher Zeitangaben
der Abklärungsperson gestützt auf deren Ausführun
gen nicht beurteilen lässt
, ob ein Bedarf an lebenspraktischer Begleitung von mindestens zwei Stunden pro Woche über eine Periode von drei Monaten gerechnet besteht
oder nicht (vgl. auch
Urk.
1 S. 4)
.
5.6
W
eder in der von ihm ausgefüllten
und verfassten
Anmeldung
für
Hilflosenent
schädigung
(
Urk.
11/55) noch in seinem
Arztzeugnis vom 16. November 2014 (
Urk.
11/75/1)
hat
Dr. Y._
konkret dargelegt, aufgrund welcher gesundheitli
cher Einschränkungen und in welchem Umfang der Beschwerdeführer auf lebensprak
tische Begleitung angewiesen sein soll
.
Mit
seinen Ausführungen
lässt sich
der hier interessierende Sachverhalt
daher
ebenfalls nicht beurteilen, ungeachtet der Erfahrungstatsache,
dass
behandelnde Ärzte mitunter im Hin
blick auf ihre
auf
tragsrechtliche
Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patientinnen
und Patienten aussagen (BGE 125 V 351 E. 3b/cc)
.
Es kann auch nicht auf die
Angaben der
in die
Betreuung des Beschwerdefüh
rers
involvierten
Z._
von der
A._
abgestellt werden,
unabhängig davon, ob sie über die erforderliche Objektivität verfügt. Im
Widerspruch zu den
Ausführungen
des Beschwerdeführers
hielt sie fest
, dieser könne sein Essen nicht selber zerkleinern (
Urk.
11/67/3
und 11/75/3)
und seine Rechnungen nicht eigenständig bezahlen (
Urk.
11/67/5 und 11/75/5)
. Darüber hinaus hat sie
bei der Bezifferung des Hilfsbedarfs
offenbar
zu Gunsten der Angehörigen des Beschwerdeführers
geleistete Hilfe
(Urk. 11/75/3 und 11/75/4) und den erheblichen (ausserordentlichen) Unterstützungsbedarf im Zusammen
hang mit Wohnungssuche
mit
berücksichtigt (
Urk.
11/67/5 und
11/75/4
)
. Zur
Möglichkeit der Verwendung
geeigneter Hilfsmittel
, um den Hilfsbedarf zu reduzieren,
hat sie sich
nicht geäussert
.
Unter diesen Umständen
vermögen ihre Schilderungen nicht zu überzeugen.
5.7
Aus dem Gesagten folgt, dass über
den
Anspruch auf
Hilflosenentschädigung
nicht ohne die erforderlichen weiteren Abklärungen
zur Ermittlung des
Hilfsbe
darfs
entschieden werden kann.
Der
Abkl
ärungsdienst hat
sich
dabei vor der Abklärung
zu vergewissern, dass er
über
hinreichende
Kenntnis der sich aus den diagnostizierten Leiden ergebenden Beeinträchtigungen und
Hilfsbedürftigkei
ten
verfügt
. Immerhin ist zu bemerken, dass nebst den
diversen
physischen auch
kognitive und psychische Einschränkungen zur Diskussion stehen (
Urk.
1 S. 2 und 7, 11/16, 11/41/5, 11/75/1 und 11/75/4-5), die – soweit ersichtlich – bis anhin medizinisch nicht abgeklärt wurden.
Die Verfügung vom
7.
Januar 2015 ist deshalb aufzuheben und die Sache ist zur weiteren Abklärung des Sachverhaltes im Sinne der Erwägungen und zu neuem Entscheid an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen (§ 26 Abs. 1 des Gesetzes über das Sozial
versicherungsgericht;
GSVGer
). Die Beschwerde ist in diesem Sinne gutzuheis
sen.
6
.
6
.1
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem
Verfahrens
aufwand
und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis 1‘000.-- festzulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG) und auf Fr. 800.-- festzusetzen. Nach ständi
ger Rechtsprechung gilt die Rückweisung der Sache an die Verwaltung zur weiteren Abklärung und neuen Verfügung als vollständiges Obsiegen der
beschwerdeführenden
Partei (BGE 137 V 57 E. 2.1 mit Hinweisen). Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten der unterliegenden
Beschwerde
gegnerin
aufzuerlegen.
6
.2
Überdies hat de
r
obsiegende Beschwerdeführer Anspruch auf den Ersatz der Parteikosten (§ 34 Abs. 1
GSVGer
). Die Höhe der gerichtlich festzusetzenden Entschädigung wird ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache, der Schwierigkeit des Prozesses und dem Mass des Obsiegens be
messen (§ 34 Abs. 3
GSVGer
). Vorliegend erscheint eine Prozessentschädigung von Fr.
1‘2
00
.-- (inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) als angemes
sen.