# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** a996612e-525a-4e21-8794-c500b6399406
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2021
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren
1981
,
besuchte die Sekundarschule und
eine
ein
jährige Berufswahlschule. Eine Lehre als Radio- und Elektrotechniker brach er
im Januar 2001
vorzeitig
ab
(Urk. 14/3
S. 1 und
S. 5).
In der Folge arbeitete der Ver
sicherte in verschiedenen Aushilfstätigkeiten unterbrochen von Perioden der Arbeitslosigkeit (Urk. 14/8/100, Urk. 14/10).
Im
Juli 2006
absolvierte er
eine 3-monatige
kaufmännische
Ausbildung
, welche er mit
einem
Handelsdiplom
ab
schloss (Urk. 14/2/7).
Vo
m
26.
Juli
2007 bis
30.
April 2008 arbeitete er als Ad
ministrator im Zivilschutz
Y._
(
Urk. 14/8/170
, Urk. 14/12
).
Bei
einem Unfall am 2. Februar 2009
im Zuge eines Zivilschutzeinsatzes
(Wiederholungskurs)
zog sich der Versicherte starke Verbrennungen
(50 % der Körperoberfläche)
zu (Urk. 14/
8/149-151
, Urk. 14/8/210
).
Nach mehreren Operationen folgte
eine
über einjährige
Phase der Behandlung
und Rehabilitation
(vgl. Urk. 14/8/1-224
, Urk. 14/11/5-11, Urk. 14/15
/1-33
).
Der Versicherte
meldete sich a
m
29
.
Januar
20
10
(Urk.
14
/
3
)
wegen der
schweren
Brandverletzungen
bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an.
Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, teilte dem Versicherte a
m
16.
Juli 2010 (Urk.
14
/16)
mit
, dass berufliche Massnahmen aufgrund seines Gesundheitszustandes
vorerst
nicht möglich seien
und ein Rentenanspruch
erst nach einem Jahr Wartezeit bzw. frühestens sechs Monate nach Eingang der An
meldung entstehen könne. Er erhalte dafür später eine separate Verfügung
.
Ab dem 15. September 2010 arbeitete der Versicherte
bei der Z._
als
Leiter
Administration
(Urk. 14/24)
.
Mit Verfügung
vom 13.
Juni 2012 (Urk. 14/35)
wies die
IV-Stelle das Leistungsbegehren
be
treffend berufliche Massnahmen ab. Zur Begründung führte sie aus, der Versicherte habe sich trotz Abmachung nicht mehr bei der IV-Stelle gemeldet, woraus zu schliessen sei, dass er derzeit kein Interesse an weiteren Leistungen der Invalidenversicherung habe und die Prüfung der
beruflichen Massnahmen daher abgeschlossen werde. Zudem sei er rentenausschliessend eingegliedert
.
1.2
Am
25
.
Mai
2015 (Urk. 14/36)
ersuchte
der Versicherte
mit dem
Hinweis
, seine gesundheitliche Situation habe sich in den letzten
fünf
Jahren verändert,
um Wiederaufnahme der Prüfung der beruflichen Massnahmen
.
Bis im Juni 2015
be
zog er einen Lohn
bei der
Z._
(vgl. Urk. 14/106), wobei ihm die Stelle
nach eigenen Angaben
aufgrund eines Eigentümerwechsels gekündigt
worden
sei
(vgl. Urk. 14/47/27 unten).
Die IV-Stelle tätigte Abklärung
en in erwerblicher sowie
medizi
nischer Hinsicht
und
zog die Akten der Militärversicherung (Urk. 14/
47, Urk. 14/
61-62, Urk. 14/68
, Urk. 14/
72, Urk. 14/
79
)
bei.
Am
17. März 2016 (Urk. 14/52)
gewährte
die IV-Stelle dem Beschwerdeführer als Frühinterventions
massnahme eine
berufsber
aterische
Abklärung.
N
achdem die Berufsberatung
aus gesundheitlichen Gründen
nicht abgeschlossen werden konnte
(Urk. 14/56 S. 9-11)
,
teilte die IV-Stelle ihm
am 30. August 2016 (Urk. 14/55)
mit,
dass berufliche Massnahmen aufgrund seines Gesundheitszustandes vorerst nicht möglich seien und ein Rentenanspruch erst nach einem Jahr Wartezeit bzw. frühestens sechs Monate nach Eingang der Anmeldung entstehen könne
. Über den Renten
anspruch er
halte
er
später eine separate Verfügung.
In der Folge ergänzte die IV-Stelle
ihre Abklärungen
und veranlasste ein polydisziplinäres Gutachten bei
der
Medas
A._
,
welches am
14
.
Mai
201
8
(Urk.
14
/
101
) er
stattet
und am 31. Mai 2018 (Urk. 14/104) ergänzt
wurde.
Nach durchgeführ
tem
Vorbe
scheidverfahren
(
Urk.
14
/
111
, Urk.
14
/
114)
wies die IV-Stelle das
Renten
begehren mit Verfügung vom
12
.
November
201
8
(Urk. 2) ab.
2.
Dagegen erhob
der
Versicherte am
13
.
Dezember
201
8
(Urk. 1) Beschwerde mit den Anträgen, es seien ih
m
die gesetzlichen Leistungen
zu erbringen und es sei ihm ab Oktober 2015 mindestens eine halbe Invalidenrente auszurichten
(Ziff.
1
)
sowie er sei im Sinne von Art. 17 des Bundesgesetzes über die Invaliden
versicherung (IVG) zum Informatiker bzw. zum IT-Fachmann umzuschulen; eventualiter sei die Beschwerdegegnerin zu verpflichten, ihm eine erstmalige be
rufliche Ausbildung zum Informatiker bzw. zum IT-Fachmann zu bezahlen
(Ziff. 2)
.
Daneben
beantragte der Beschwerdeführer die Gewährung der un
entgeltlichen Rechtspflege und die Bestellung von Rechtsanwalt Michael Grimmer, Zürich, als sein unentgeltlicher Rechtsbeistand
(S. 2).
Die Beschwerdegegnerin beantragte
in ihrer Beschwerdeantwort vom
4
.
März
201
9
(Urk.
13
)
die Abweisung der Beschwerde.
Am
20
.
Januar
2020
(Urk.
16
) reichte
der
Beschwerdeführer
ein im Auftrag der Militärversicherung bei Dr. med.
B._
, Facharzt für Psychiatrie und Psycho
therapie FMH, erstelltes psychiatrisches Gutachten vom 31. Dezember 2019
(Urk.
17
)
ein und änderte sein ursprüngliches Rechtsbegehren in Ziff. 1 dahin
gehend ab, als er neu den Antrag stellte, es sei ihm ab Oktober 2015 eine ganze Invalidenrente auszurichten
.
Die Beschwerdegegnerin verzichtete am 10. Februar 2020 (Urk. 19) auf eine Stellungnahme.
Am
6.
Mai 2020 (
Urk.
21) holte das Gericht einen aktuellen Auszug aus dem individuellen Konto des Beschwerdeführers ein (
Urk.
23) und
liess den Beschwerdeführer in der Folge durch Dr. med.
C._
, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie FMH, begutachten (Expertise vom 27. Oktober 2020; Urk. 35).
Mit Verfügung vom 5. November 2020 (Urk. 36) wurde dem Beschwerdeführer die unentgeltliche Prozessführung gewährt und ihm Rechts
anwalt Michael Grimmer, Zürich, als unentgeltlicher Rechtsvertreter für das vor
liegende Verfahren bestellt. Am 19. November 2020 (Urk. 39) teilte der un
entgeltliche Vertreter mit, dass dem Beschwerdeführer von der Militär
versicherung mit Verfügung vom 20. Juli 2020
rückwirkend ab 1. Juni 2015
eine Invalidenrente von monatlich Fr. 2'800.-- zugesprochen worden sei und sich dementsprechend
die
wirtschaftlichen Verhältnisse verändert hätten.
Am 10. Dezember 2020 (Urk. 41) verzichtete die Beschwerdegegnerin auf eine Stellungnahme zum Gutachten.
In seiner Stellungnahme vom 25. Januar 2021 (Urk. 43) zum Gutachten änderte der Beschwerdeführer sein Rechtsbegehren da
hingehend, dass er neu den Antrag stellte, es sei
en
ihm
die gesetzlichen Leistungen zu erbringen und es sei ihm ab Februar 2015 eine halbe und ab Dezember 2015 eine ganze Invalidenrente auszurichten (S. 2).
Die Eingaben der Parteien zum Gutachten wurden der
jeweils
anderen Partei
a
m 27. Januar 2021 (Urk. 45) zur Kenntnis gebracht.
Die mit Verfügung vom
28
.
Januar
202
1 (Urk. 46
) zum Prozess beigeladene
Y._
Pensionskasse
enthielt
sich
mit Eingabe vom 11. Februar 2021 (Urk. 48)
eines Antrages zur Beschwerde und beantragte, dass die Beiladung formell wieder aufgehoben werde (S. 2). Die Eingabe wurde den Parteien
a
m 16. Februar 2021 (Urk. 50) zugestellt.
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den All
gemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG]). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Fol
gen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbs
unfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Die Annahme eines psychischen Gesundheitsschadens im Sinne von Art. 4 Abs. 1 des
Bundesgesetz
es
über die Invalidenversicherung (IVG)
sowie Art. 3 Abs. 1 und Art. 6 ATSG setzt eine psychiatrische, lege
artis
auf die Vorgaben eines aner
kannten Klassifikationssystems abgestützte Diagnose voraus (vgl. BGE 145 V 215 E. 5.1, 143 V 409 E. 4.5.2, 141 V 281 E. 2.1, 130 V 396 E. 5.3 und E. 6). Eine fachärztlich einwandfrei festgestellte psychische Krankheit ist jedoch nicht ohne weiteres gleichbedeutend mit dem Vorliegen einer Invalidität. In jedem Einzelfall muss eine Beeinträchtigung der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit unabhängig von der Diagnose und grundsätzlich unbesehen der Ätiologie ausgewiesen und in ihrem Ausmass bestimmt sein. Entscheidend ist die nach einem weitgehend ob
jektivierten Massstab zu beurteilende Frage, ob es der versicherten Person zumut
bar ist, eine Arbeitsleistung zu erbringen (BGE 145 V 215 E. 5.3.2, 143 V 409 E. 4.2.1, 141 V 281 E. 3.7, 139 V 547 E. 5.2, 127 V 294 E. 4c; vgl. Art. 7 Abs. 2 ATSG).
Wie in BGE 145 V 361 dargelegt, ist in allen Fällen durch die Verwaltung beziehungsweise das Gericht zu prüfen, ob und inwieweit die ärztlichen Experten ihre Arbeitsunfähigkeitsschätzung unter Beachtung der massgebenden Indika
toren (Beweisthemen) hinreichend und nachvollziehbar begründet haben. Dazu ist erforderlich, dass die Sachverständigen den Bogen schlagen zum voraus
gehenden medizinisch-psychiatrischen Gutachtensteil (mit Aktenauszug, Anam
nese, Befunden, Diagnosen usw.), das heisst sie haben im Einzelnen Bezug zu nehmen auf die in ihre Kompetenz fallenden erhobenen medizinisch-psychiatrischen Ergebnisse fachgerechter klinischer Prüfung und Exploration. Ärztlicherseits ist also
substantiiert
darzulegen, aus welchen medizinisch-psychiatrischen Gründen die erhobenen Befunde das funktionelle Leistungs
vermögen und die psychischen Ressourcen in qualitativer, quantitativer und zeit
licher Hinsicht zu schmälern vermögen. Der psychiatrische Sachverständige hat
darzutun, dass, inwiefern und inwieweit wegen der von ihm erhobenen Befunde die beruflich-erwerbliche Arbeitsfähigkeit eingeschränkt ist, und zwar - zu Ver
gleichs-, Plausibilisierungs- und Kontrollzwecken - unter Miteinbezug der sonstigen persönlichen, familiären und sozialen Aktivitäten der renten
ansprechenden Person (E. 4.3
).
1.
3
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen
wieder herstellen
, er
halten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1
.
4
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schluss
folgerungen der Experten begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a mit Hinweis).
Bei Gerichtsgutachten weicht das Gericht nach der Pra
xis nicht ohne zwingende Gründe von der Einschätzung der medizinischen Fachleute ab, deren Aufgabe es ist, ihre Fachkenntnisse der Gerichtsbarkeit zur Verfügung zu stellen, um einen bestimmten Sachverhalt medizinisch zu erfassen. Ein Grund zum Abweichen kann vorliegen, wenn die Gerichtsexpertise widersprüchlich ist
oder,
wenn ein vom Gericht eingeholtes Obergutachten in überzeugender Weise zu andern Schlussfolgerungen gelangt. Abweichende Beurteilung kann ferner gerechtfertigt sein, wenn gegensätzliche Meinungsäusserungen anderer Fachleute dem Gericht als triftig genug erscheinen, die Schlüssigkeit des Gerichtsgutachtens in Frage zu stellen, sei es, dass es die Überprüfung durch eine weitere Fachperson im Rahmen
einer Oberexpertise für angezeigt hält, sei es, dass es ohne eine solche vom Er
gebnis des Gerichtsgutachtens abweichende Schlussfolgerungen zieht (
BGE 143 V 269 E. 6.2.3.2, 125 V 351 E.
3b/
aa
).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin führte in der angefochtenen Verfügung vom
12
.
November
201
8
(Urk. 2) aus,
zum Anmeldezeitpunkt sei der Beschwerde
führer zu 100 %
berufstätig
gewesen. Im Rahmen von Frühinterventions
massnahmen seien die Kosten für eine externe Berufsberatung übernommen wor
den. Im Verlauf habe der Beschwerdeführer eine Verschlechterung der psychischen Symptomatik geltend gemacht
. Die Eingliederungsberatung
sei
in der Folge abgeschlossen worden
.
Das in Auftrag gegebene polydisziplinäre Gut
achten habe eine 50%ige
– unter Optimierung der Therapie auf 80 %
steigerbare
-
Arbeitsfähigkeit sei
t
Dezember 2016 in der bisherigen
als angepasst beurteilte
n
Tätigkeit ergeben. Es liege keine gesundheitliche Einschränkung vor, welche die Arbeitsfähigkeit erheblich und langandauernd beeinträchtige. Die Überlastung am Arbeitsplatz, der Verlust der Arbeitsstelle und die Rechtsstreitigkeiten mit dem bisherigen Arbeitgeber hätten zur Verschlechterung der psychischen Sympto
matik massgeblich beigetragen. Die therapeutischen Optionen seien nicht aus
geschöpft. Der Beschwerdeführer habe die letzte Stelle trotz seinen gesund
heitlichen Einschränkungen in einem 100%-Pensum ausführen können
(S. 1 f.).
2.2
Der Beschwerdeführer
stellte sich in
seiner
Beschwerde vom
13
.
Dezember
201
8
(Urk. 1) auf den Standpunkt,
die Behauptung,
der
aktuelle Gesundheitsschaden sei durch invalidenversicherungsfremde Gründe verursacht worden, sei
falsch
.
Eine teilstationäre Behandlung sei zudem bereits geplant und die Militär
versicherung habe eine Kostengutsprache dafür gewährt. Er komme seiner Schadenminderungspflicht nach. Ob sich seine Arbeitsfähigkeit aufgrund der Be
handlung ändere, werde sich zeigen. Jedenfalls könne ein Leistungsbegehren ge
stützt auf eine Prognose, wonach die Steigerung der Arbeitsfähigkeit auf 80 % möglich sei, nicht abgewiesen werden.
Es sei richtigerweise davon auszugehen, dass er in einer optimal angepassten Tätigkeit nicht mehr als 50 %
arbeiten könne (S. 8-10 Ziff. 19-26)
. Da er bereits im Zeitpunkt der Anmeldung vom 25. Mai 2015 in seiner Arbeitsfähigkeit zu mindestens 50 % eingeschränkt gewesen sei, sei ihm unter Berücksichtigung der Wartefrist mindestens ab Oktober 2015 eine halbe Invalidenrente auszurichten (S. 10 f. Ziff. 27).
In seiner Eingabe vom 20. Januar 2020 (Urk. 16), mit welcher der Beschwerde
führer das Gutachten von Dr.
B._
vom 31. Dezember 2019 einreichte, brachte
er
vor,
dieser komme zum Schluss, dass seit dem Unfallereignis vom 2. Februar 2009 insgesamt schwere psychische Beschwerden und Beeinträchtigungen be
stünden, welche sich ganz erheblich auf die berufliche Leistungsfähigkeit aus
wirkten und mit de
nen
eine volle Arbeitsunfähigkeit einherg
ehe
.
Er ändere darum sein Rechtsbegehren dahinge
h
en
d
, dass er neu ab Oktober 2015 die Ausrichtung einer ganzen Invalidenrente beantrage.
Nach Vorliegen des Gutachtens von Dr.
C._
führte der Be
schwerdeführer in seiner Stellungnahme vom 25. Januar 2021 (Urk. 43) aus, dem Gutachten könne mit Ausnahme der Beurteilung der Leistungsfähigkeit in ange
passter Tätigkeit zugestimmt werden. Dass er in einer ihm vertrauten administrativen Tätigkeit eine Restarbeitsfähigkeit von zweimal einer Stunde auf
weisen solle, sei nicht nachvollziehbar. Vielmehr sei er, wie
im
von der
Militär
versicherung in Auftrag gegebenen psychiatrischen Gutachten
statuiert, weder in angestammter noch angepasster Tätigkeit arbeitsfähig (S. 2-6). Das von Dr.
C._
umschriebene Tätigkeitsprofil sei zudem sehr limitierend. Eine dementsprechend eingeschränkte Tätigkeit kenne selbst der ausgeglichene Arbeitsmarkt nicht (S. 6 Ziff. 12). Selbst wenn man davon ausginge, dass er im von Dr.
C._
umschriebenen Ausmass in angepasster Tätigkeit arbeitsfähig sei, resultiere nach durchgeführtem Einkommensvergleich ab Dezember 2015 ein Invaliditätsgrad von mindestens 76 % (S. 7).
2.3
Umstritten und zu prüfen ist vorliegend, ob dem Beschwerdeführer eine
Invalidenrente zusteht.
3
.
Dr.
C._
stellte
in ihrem vom Gericht veranlassten psychiatrischen Gutachten vom 27. Oktober 2020 (Urk. 35)
folgende Diagnosen (S. 49):
-
Verbrennungen tief zweiten und dritten Grades von 50
% der Körperober
fläche am 2. Februar 2009
-
Kombinierte Persönlichkeitsstörung mit
s
chizotypen
,
n
arzisstischen,
p
aranoiden und
Borderline
-Anteilen (ICD-10 F 61) beziehungsweise kom
plexe
p
osttraumatische Belastungsstörung auf dem Boden einer vorbestehenden, vorwiegend
s
chizotypen
Persönlichkeitsstörung
-
Anhaltende mittelgradige depressive Episode (ICD-10 F32.1)
-
Differenzialdiagnostisch zusätzlich Somatisierungsstörung (ICD-10 F45.0)
-
Abhängigkeit von Cannabis
bzw. schädlicher Gebrauch von Cannabis
(ICE-10 F12.2
bzw. F. 12.1
)
Dr.
C._
hielt fest,
der Beschwerdeführer weise ein von Beginn an brüchige Arbeitsbiographie auf. Deutlich sei aber auch geworden, dass er sich immer
wieder neue Tätigkeiten gesucht habe. Auch habe er nachvollziehbar be
schrei
b
en können, dass ihm schon als Jugendlicher sehr an der Bestätigung durch Arbeiten und Geld verdienen gelegen gewesen sei. Nach dem Unfallereignis habe er ebenfalls als Hauptziel betrachtet, wieder beruflich einzusteigen, nicht
unwahr
scheinlicherweise
, um sich und anderen zu beweisen, dass er trotz Verbrennungs
folgen in der Lage sei, seinen Lebensunterhalt zu verdienen. Dies sei nicht gelun
gen. Den Hinweisen auf die Leistungsmotivation gegenüber stünden die Mühen im Verlaufe der Aktivitäten von Seiten der Beschwerdegegnerin um die berufliche Wiedereingliederung: Der Beschwerdeführer habe grosse Mühe gehabt, sich auf die Empfehlungen und Vorschläge einzulassen, sie immer wieder konterkariert, abgebrochen, den Empf
e
hlungen nicht Folge geleistet. Allerdings finde sich dieses Verhaltensmuster auch in den ärztlichen Behandlungen. Und es habe
sich
bereits zuvor gegenüber Vorgesetzten und Eltern gefunden. Dies spreche dafür, dass es hier nicht primär um mangelnde Leistungsmotivation gehe. Ebenfalls Fra
gen aufkommen lasse die inzwischen explizit geäusserte Forderung nach einer Rente, die teils drängend, teils gereizt und aggressiv vorgetragen werde. Daneben finde sich aber auch die grosse Selbstunsicherheit und Skepsis der eigenen Leistungsfähigkeit und dem eigenen Durchhaltevermögen gegenüber. Dies spre
c
h
e dafür, dass der Beschwerdeführer mit den vollmundigen Forderungen seine Selbstzweifel überspiele (S. 64 f.).
Die Gutachterin konstatierte,
der Beschwerdeführer
sei in der Selbstpflege und Selbstversorgung leicht bis mittelschwer, in der Planung und Strukturierung von Aufgaben, der Flexibilität und Umstellungsfähigkeit, der Kompetenz- und Wissensanwendung, der Entscheidungs- und Urteil
s
fähigkeit, der Mobilität und Verkehrsfähigkeit mittelschwer, in Anpassung an Regeln und Routinen mittel
schwer bis schwer und in Widerstands- und Durchhaltefähigkeit, der Selbst
behauptungsfähigkeit, der Konversation und Kontaktpflege zu Dritten und der Gruppenfähigkeit schwer eingeschränkt
. Die Einschränkungen beträfen in aus
geprägter Weise auch den privaten Bereich
(S.
67).
I
n einer Führungsfunktion
sei der Beschwerdeführer angesichts der schweren Interaktionsprobleme nicht (mehr) arbeitsfähig. In ihm vertrauten administrativen Bereichen sollte er in der Lage sein, einzelne Stunden einer ihm vertrauten Tätig
keit nachzugehen, sofern die Aufgaben klar strukturiert seien, der Beschwerde
führer seine Zeit frei einteilen könne, und ihm von Seiten Vorgesetzten und Mit
arbeitenden Wohlwollen und Respekt entgegengebracht werde und keine direkte Zusammenarbeit nötig sei. Zudem solle er einen Einzelarbeitsplatz haben oder im Homeoffice arbeiten können. Die Quantifizierung sei angesichts fehlender beruf
licher Massnahmen oder Tätigkeiten seit 5 Jahren nur ganz grob möglich: Es sei
von zweimal einer Stunde pro Tag auszugehen (S. 69).
Aufgrund der vorliegenden Informationen und der Untersuchungsergebnisse sei von einer 50%igen Arbeits
unfähigkeit spätestens ab Februar 2015, von einer vollständigen Arbeitsunfähig
keit ab Dezember 2015 und von einer niederprozentigen Teilarbeitsfähigkeit ab 25. Januar 2017, als sich der Beschwerdeführer neuerlich bei der Invaliden
versicherung gemeldet habe, von etwa 25 % auszugehen (S. 70).
4.
4.1
Das psychiatrische
Gerichtsgutachten
von Dr.
C._
vom
27. Oktober 2020
beruht auf den erforderlichen allseitigen Untersuchungen,
eingehenden
klinischen Untersuchung
en
(Urk. 35 S. 26-40)
eine
r
Anamneseerhebung
samt Ein
holen von Fremdauskünften
(S. 4-26, S. 48 f.), Symptomerfassung und Verhaltensbeobachtung (S. 40-48)
.
Damit entspricht es diesb
e
züglich den An
forderungen an eine psychiatrische Expertise
(
Urteil des Bundesgerichts 8C_47/2016 vom 15. März 2016 E. 3.2.2).
Das Gutachten wurde in Kenntnis der und in Auseinandersetz
ung mit den Vor
akten – insbeson
dere mit dem psychiatrischen Teilgutachten
der
Medas
A._
vom 1
4.
Mai 2018
(Urk. 14/101) und dem von der Militärversicherung in Auftrag gegebenen Gutachten von Dr.
B._
vom 3
1.
Dezember 2019
(Urk. 17)
- erstattet (
Urk. 35
S.
20
-
26
,
S. 58-60 und
S.
68 f.
)
. Letzterer hatte bei der Ha
u
ptdiagnose einer andauernden Persönlichkeitsänderung nach Extrem
belastung auf eine vollumfängliche Arbeitsunfähigkeit geschlossen (
Urk.
17 S. 58) und war demgemäss zu einem ähnlichen Ergebnis gekommen. Die
Medas
-Gutachter waren bei den Diagnosen einer einfachen Aktivitäts- und Auf
merksamkeitsstörung, einer Anpassungsstörung, Angst und depressive Reaktion gemischt, einer posttraumatischen Belastungsstörung sowie einer narzisstischen Persönlichkeitsakzentuierung von einer 50%igen Arbeitsfähigkeit ausgegangen, welche sich auf 80
%
steigern lasse (
Urk.
14/101 S. 38 f.).
Dr.
C._
legte hierzu einleuchtend dar, dass es dieser Einschätzung an einer vertieften Ex
ploration ebenso fehlte wie an einer
detaillierten Auseinandersetzung mit der Vorgeschichte und dem Ver
l
auf seit dem Unfallereignis (
Urk.
35 S. 68).
Die Expertise
berücksichtigt
sodann
die geklagten Beschwerden und setzt sich mit diesen sowie dem Verhalten des Beschwerdeführers auseinander (S.
26
-
3
6
, S.
40
4
5
, S. 49 ff.).
Dr.
C._
legte die medizinischen Zustände und Zusammenhänge einleuchtend dar und begründeten ihre Schlussfolgerung nachvollziehbar.
Die Expertin
verifizierte die Einschränkungen
sodann
unter Berücksichtigung
der vom Bundesgericht festgelegten Standar
d
indikatoren
. Dabei zeigte sie auf, dass
die
Gesundheitsschädigung
im Sinne von dauerhaften Folgen der Verb
r
ennungen so
wie psychischen Störungen
von ausgeprägter Art sind
und auch die Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde (S. 70 f.). Die Behandlungs- und Eingliederungs
erfolge befand sie als bescheiden trotz entsprechender Mitwirkung wie jahrelange Therapiebemühungen und Arbeitsversuche (S. 71 f.). Angesichts der schweren Ver
brennungen ist die bestehende Komorbidität augenfällig (S. 72). Der Komplex «Per
sönlichkeit» zeigt schwere Beeinträchtigungen und als Ressourcen erscheinen seine Intelligenz sowie die Beziehung zur Freundin und den Eltern (S. 72 f.). Indessen ist der soziale Kontext eingeschränkt durch die Selbstunsicherheit, welche sich durch die Verbrennungen akzentuiert hat (S. 73). Die Gutach
t
erin erkannte schliesslich eine gleichmässige Einschränkung des Aktivitätsniveaus wie auch einen hohen Leidensdruck (S. 73 f.).
Aufgrund dieser Angaben ist erstellt, das
der Beschwerdeführer
angesichts
der Einschränkungen wegen
seiner
psychischen Erkrankungen (
k
ombinierte Per
sönlichkeitsstörung,
a
nhaltende mittelgradige depressive Episode, Abhängigkeit von Cannabis)
in einer Führungsfunktion angesichts der schweren Interaktions
probleme nicht (mehr) arbeitsfähig ist
. Zudem zeigte sie auf, dass
er
in
vertrauten administrativen Bereichen in der Lage sein
sollte
, einzelne Stunden einer ihm vertrauten Tätigkeit nachzugehen, sofern die Aufgaben klar strukturiert sind, er seine Zeit frei einteilen kann, und ihm von Seiten Vorgesetzten und Mitarbeitenden Wohlwollen und Respekt entgegengebracht wird und keine direkte Zusammenarbeit nötig
ist sowie ihm ein
Einzelarbeitsplatz
oder
Home
office
zur Verfügung steht, sodass er
seit dem 25. Januar 2017
zweimal
eine
Stunde pro Tag
arbeiten kann
bei zuvor spätestens seit Februar 2015 bestehender reduzierter Leistungsfähigkeit in Form einer 50%igen Arbeitsunfähigkeit
und zwischenzeitlicher vollständiger Arbeitsunfähigkeit in jeglicher Tätigkeit
(Urk. 35
S.
69-74
).
Das Gutachten von
Dr.
C._
entspricht nach dem Gesagten den praxisg
e
mässen Anforderungen an eine beweiskräftige Expertise, weshalb darauf abzustellen ist.
4.2
Die Kritik des Beschwerdeführers am Gerichtsgutachten samt dem
Vorbringen
, ihm sei keine Arbeitstätigkeit mehr zumutbar (
Urk.
43 S. 6 f.), erweist sich als irrel
e
vant. Bei Annahme der gutachterlich attestierten Arbeitsfähigkeit von ledig
lich 25
%
ergibt sich angesichts des zuletzt erzielten Lohnes des Beschwerde
führers von
Fr.
104'000.-- im Jahr 2014 (
Urk.
43 S. 7) jedenfalls ein Invaliditäts
grad über 70
%
und damit ein Anspruch auf eine ganze Rente. Damit ist auch die
Frage obsolet, ob der Arbeit
s
markt überhaupt eine Stelle wie die geforderte zur Verfügung stellt.
4.3
Soweit sich der Beschwerdeführer auf den Standpunkt stellt, dass ihm
ab Februar 2015 eine halbe und ab Dezember 2015 eine ganze Rente der Invaliden
versicherung zusteht, ergibt sich Folgendes:
Die
Erfü
llung des Wartejahres nach Art.
28 Abs. 1
lit
.
b IVG
setzt voraus,
dass
eine ununterbrochene
wesentliche Arbeitsunfähigkeit von mindestens 40 %
während eines Jahres ausgewiesen ist. Dies ist vorliegend
erst ab Februar 2015
der Fall
, wie
von
Dr.
C._
korrekt
festgestellt
.
Ein wesentlicher Unterbruch
der Arbeitsunfähigkeit
liegt vor, wenn die versicherte Person an mindestens 30 aufeinanderfolgenden Tagen voll arbeitsfähig war (Art. 29
ter
Verordnung
über die Invalidenversicherung;
IVV)
. Wenngleich
auch
in den Jahren 2010 bis 2015 gewisse Phasen
gesundheits
bedingter Einschränkungen der
Arbeitsfähigkeit vorlagen, ist doch erst ab Feb
ruar 2015 davon auszugehen, dass keine Phasen mit einer 30
-
tä
g
igen vollen Arbeitsfähigkeit
gegeben war
en
.
So erklärte der Beschwerdeführer gegenüber Dr.
C._
selbst, dass es erst Anfang 2015 bergab gegangen sei und er zuvor in der Tat «400 %» gearbeitet habe (Urk. 35 S. 57).
Echtzeitlich
wurde denn auch erstmals eine Arbeitsunfähigkeit von
schätzungsweise
50 % von seinen damaligen Behandlern ab Februar 2015 attestiert (
Urk. 14/40
)
, wobei diese auch festhielten, dass die
Einschätzung der medizinisch begründeten Arbeits
fähigkeit in der derzeitigen Tätigkeit schwierig
se
i
, weil sich der Beschwerde
führer mit vollstem Engagement in die Arbeit stürze
– also immer noch voll arbeite -
und
e
r
dabei chronisch in eine Überlastungssituation komme
(Ziff. 1.6)
.
Fest
zustellen ist, dass der Beschwerdeführer bis Anfang 2015 seiner Arbeit nachging und auch entsprechend
entlöhnt
wurde. Dass dies nur dank dem Entgegen
kommen des Arbeitg
e
bers, seines Onkels, möglich war, ändert hieran nichts. Bei einer vollumfänglichen Arbeitsfähigkeit in einer Nischentätigkeit gilt ein Ver
sicherter nicht als arbeitsunfähig. Eine andauernde Einschränkung zeigte sich erst ab Februar 201
5.
4.4
Das Wartejahr begann im Februar 2015 zu laufen, vorerst mit einer Arbeits
unfähigkeit von 50
%
und ab Dezember mit einer solchen von 100
%
. Nach Ab
lauf des Wartejahres im Februar 2016 resultierte demnach ein durchschnittlicher Arbeitsunfähigkeitsgrad von 58.3
%
(10 Monate
à 50
%
und 2 Mo
n
a
te à 100
%
). Der Beschwerdeführer hat demnach ab
1.
Februar 2016 Anspruch auf eine halbe Rente der Invalidenversicherung.
Bei vollständiger Arbeitsunfähigkeit erhöht sich die Rente nach Ablauf von drei Monaten auf eine ganze, mithin per
1.
Mai 2016 (
Art.
88a
Abs.
2 IVV, Urteile des Bundesgerichts 8C_690/2012 vom
4.
März 2013
E. 3.2 und 9C_739/2011 vom 2
0.
Dezember 2011 E. 3.2). Dies führt zur teilweisen Gutheissung der Beschwerde.
5
.
Was den Antrag der Beigeladenen auf formelle Wiederaufhebung der Beiladung angeht (Urk. 48 S. 2), ist zu bemerken, dass
nach der Rechtsprechung die IV-Stellen die Vorsorgeeinrichtungen spätestens im Rahmen des
Vorbescheid
verfahrens
zu begrüssen und ihnen die Rentenverfügungen zuzustellen haben (BGE 129 V 73).
In der Folge sind die kantonalen Sozialversicherungsgerichte verpflichtet, die in Frage kommenden Vorsorgeeinrichtungen zum Prozess beizu
laden (Urteil des Bundesgerichts I 89/06 vom 2
7.
Juni 2006 E. 3.2.3)
Die
Verfügung vom
12. November 2018 (Urk. 2)
wurde (dem Rechtsvertreter) der Beigeladenen eröffnet (S. 3 unten; vgl. auch Urk.
14/109 S. 11
), weshalb sie auch im vorliegenden Beschwerdeverfahren beizuladen
war
.
Es ist nicht erkennbar, aus welchem Grund das Gericht hiervon hätte absehen sollen. Namentlich irrt die Beigeladene, wenn sie davon ausgeht,
vor
einer Beiladung im Prozess betreffend Rentenleistungen der Invalidenversicherung habe eine materielle Prüfung all
fälliger vorsorgerechtlicher Ansprüche zu erfolgen. Die Beiladung der Vorsorge
einrichtungen ist standardisiert und eine vorfrageweise BV-rechtliche Aus
einandersetzung wäre jedenfalls fehl am Platz. Es ist Sache der Vorsorge
einrichtung, das kantonale Urteil anzufechten, wenn es damit nicht einverstanden ist, oder aber darauf zu verzichten, wenn es der Meinung ist, ohnehin nicht be
langt werden zu können.
Der Antrag der Beigeladenen auf
formelle Aufhebung der Beiladung ist daher abzuweisen
. Der Antrag auf eine Prozessentschädigung ist sodann unverständlich und ihm kann unter keinem Titel stattgegeben werden. Die Beiladung ist Ausfluss des rechtlichen Gehörs und dient dem Einbezug der Vorsorgeeinrichtung. Es ist mithin eine Wohltat für die Vorsorgeeinrichtung.
Dass
jemand hierfür zahlen soll, ist
geradezu abwegig. Dies gilt auch dann, wenn die Vorsorgeeinrichtung nicht leistungspflichtig wird. Es ist daran zu erinnern, dass im Prozess betreffend Rentenleistungen der Invalidenversicherung kein Raum für die Erörterung spezifisch vorsorgerechtlicher Fragen besteht. Dem entsprechen
den Antrag fehlt weiter eine Auseinandersetzung mit der Rechtsprechung betref
fend Prozessentschädigung von mit der
Durchführung öffentlicher Aufgaben be
traute
n
Institution
en (BGE 128 V 124 E. 5b), weshalb sich weitere Erwägungen
erübrigen.
.
6
.
6
.1
Im vorliegenden Verfahren geht es um die Bewilligung oder Verweigerung von Leistungen, weshalb das Verfahren kostenpflichtig ist. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
I
VG) und ermessensweise auf Fr. 1’0
00.-- anzusetzen. Ent
sprechend dem Ausgang des Verfahrens
(weitgehendes Obsiegen des Beschwerdeführers)
sind sie von der unterliegenden Beschwerdegegnerin zu tra
gen.
6
.
2
Nach
§
34
Abs.
3 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht (
GSVGer
) be
misst sich die Höhe der gerichtlich festzusetzenden Entschädigung nach der Be
deutung der Streitsache, der Schwierigkeit des Prozesses und dem Mass des Ob
siegens, jedoch ohn
e Rücksicht auf den Streitwert.
Die
von Rechtsanwalt
Michael Grimm
mit
Honorarnote
vom
23. Januar 2021 (Urk. 44/4)
geltend gemachte Entschädigung im Umfang von total
Fr 4'776.30
für einen zeitlichen Aufwand von
19.6 Stunden i
nklusive Auslagen
von Fr. 199.80
und Mehrwertsteuer ist der Bedeutung der Streitsache und der Schwierigk
eit des Prozesses angemessen (§ 34 Abs.
3
GSVGer
).
Die Beschwerdegegnerin ist in der Folge zu verpflichten, dem unentgeltlichen Rechtsvertreter des Beschwerde
führer
s
eine Prozessentschädigung in diesem Umfang zu bezahlen.