# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 4ee74cbb-49d4-4079-b152-6c112cc94ede
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2016
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1963, meldete sich am 1
7.
Juli 1998 erstmals bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an (
Urk.
8/2). Die Sozialver
sicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, sprach ihm mit Verfügung vom 1
2.
September 2000 bei einem Invaliditätsgrad von 60
%
eine halbe Rente ab
1.
Februar 1999 zu (
Urk.
8/27).
Mit Verfügung vom 2
4.
Juli 2002 (
Urk.
8/53) wurde ein unveränderter Rentenanspruch bestätigt.
Sodann hob die IV-Stelle die bisher ausgerichtete Rente mit Verfügung vom 2
3.
August 2003 (
Urk.
8/77) auf, was sie mit
Einspracheentscheid
vom 2
6.
November 2003 bestätigte (
Urk.
8/91). Diesen Entscheid hob das hiesige Gericht mit Urteil vom 1
6.
No
vember 2004 mit der Feststellung
auf
, der Versicherte habe weiterhin Anspruch auf die bisherige halbe Rente (Prozess Nr. IV.2004.00021; Urk.
8/114).
In der Folge wurde die halbe Rente
wegen
der Änderung der
Anspruchsgrund
lagen
mit Verfügung vom 3
1.
Mai 2005 ab
1.
Juni 2005 auf eine
Dreiviertels
rente
erhöht
(
Urk.
8/122).
Nach
einer 2007 veranlassten Revision (
Urk.
8/131)
wurde dem Versicherten mit Mitteilung vom 1
0.
Mai 2007 (
Urk.
8/136) ein unveränderter Anspruch bestätigt.
1.2
2012 wurde eine weitere Rentenre
vision veranlasst (
Urk.
8/139). Mit Verfügung vom 2
9.
Juli 2013 (
Urk.
8/155) hielt die IV-Stelle an der polydisziplinären Begutachtung durch die MEDAS
Y._
fest. Die dagegen am 1
1.
September 2013 (
Urk.
8/157/3 ff.) erhobene Beschwerde wies das hiesige Gericht mit Urteil vom 2
8.
Oktober 2013 ab (Prozess Nr. IV.2013.00781;
Urk.
8/160). Das Gut
achten wurde am 1
1.
Juni 2014 erstattet (
Urk.
8/165). Die IV-Stelle schloss die Potentialabklärung und Arbeitsvermittlung am 2
6.
August 2014 ab (Urk.
8/169).
Nach durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(
Urk.
8/175; Urk.
8/177;
Urk.
8/182) hob die IV-Stelle die
Dreiviertelsrente
mit Verfügung vom 2
2.
(vgl.
Urk.
8/186) beziehungsweise 2
6.
Januar 2015
(
Urk.
2) auf.
2.
Am 2
4.
Februar 2015 erhob der Versicherte Beschwerde gegen die Verfügung vom 2
6.
Januar 2015 (
Urk.
2) und beantragte deren Aufhebung und die
Zuspra
che
einer angemessenen Rente, eventuell die Rückweisung zur Prüfung von
Wieder
eingliederungsmassnahmen
(
Urk.
1 S. 2). Mit Beschwerdeantwort vom 1
0.
April 2015 (
Urk.
7) beantragte die Beschwerdegegnerin die Abweisung der Beschwerde, was dem Beschwerdeführer am 2
6.
Mai 2015 mitgeteilt wurde (
Urk.
10).
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG
). Sie kann Folge von
Geburts
gebrechen
, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung, IVG
). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beein
trächtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verur
sachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommen
den ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesund
heitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betä
tigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich min
des
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertels
rente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines
Rentenbezü
gers
erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (
Art.
17
Abs.
1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tat
sächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente nicht nur bei einer wesentlichen Änderung des Gesundheitszustandes, sondern auch dann
revidier
bar
, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen des an sich gleich gebliebenen Gesundheitszustandes erheblich verändert haben (BGE 130 V 343 E. 3.5 mit Hinweisen). Eine Veränderung der gesundheitlichen Verhältnisse liegt auch bei
gleich gebliebener Diagnose vor, wenn sich ein Leiden in seiner Intensität und in seinen Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit verändert hat (Urteile des Bun
desgerichts 9C_261/2009 vom 1
1.
Mai 2009 E. 1.2 und I 212/03 vom 28. August 2003 E. 2.2.3). Dagegen stellt die bloss unterschiedliche Beurteilung der Auswirkungen eines im Wesentlichen unverändert gebliebenen Gesund
heitszustandes auf die Arbeitsfähigkeit für sich allein genommen keinen
Revi
sionsgrund
im Sinne von
Art.
17
Abs.
1 ATSG dar. Zeitliche Vergleichsbasis für die Beurteilung einer anspruchserheblichen Änderung des Invaliditätsgrades bilden die letzte rechtskräftige Verfügung oder der letzte rechtskräftige
Ein
spracheentscheid
, welche oder welcher auf einer materiellen Prüfung des Ren
tenanspruchs mit rechtskonformer Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und Invaliditätsbemessung beruht (BGE 133 V 108; vgl. auch BGE 130 V 71 E.
3.2.3; Urteil des Bundesgerichts 9C_438/2009 vom 26. März 2010 E. 1 mit Hinweisen).
1.4
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorak
ten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuch
tet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete den angefochtenen Entscheid (
Urk.
2) wie folgt (S. 2 f.): Es sei gestützt auf das MEDAS-Gutachten von einer Verbesserung des Gesundheitszustandes auszugehen, da das
cervicoradikuläre
Reizsyndrom C7 nicht mehr nachweisbar und die depressive Komponente nicht mehr vorhan
den sei. Dem Beschwerdeführer sei eine behinderungsangepasste, körperlich leichte wechselbelasten
de Tätigkeit zu 100
%
zumutbar, weshalb kein Renten
anspruch mehr bestehe. Betreffend Eingliederungsmassnahmen habe der Beschwerdeführer mitgeteilt, dass er sich momentan dafür nicht in der Lage fühle. Er sei mit der Beendigung der Massnahmen einverstanden gewesen und über die Konsequenzen orientiert worden.
2.2
Der Beschwerdeführer brachte dagegen vor (
Urk.
1),
es könne wie auch 2004 nicht auf die Begutachtung abgestellt werden. Damals sei eine
chronifizierte
Persönlichkeitsveränderung festgestellt worden. Das
Y._
-Gutachten
zeige
im Vergleich dazu keine wesentliche Veränderung auf. Dass die Rückkehr aus
Z._
eine Stabilisierung bewirkt haben soll
e
, sei unzutreffend, der Umzug sei
infolge des drohenden Entzuges der Rente erfolgt und eigentlich unerwünscht gewesen. Ein Revisionsgrund sei nicht ausgewiesen
und
die Gutachter hätten lediglich eine andere Beurteilung des unveränderten Sachverhaltes vorgenom
men. Darüber hinaus habe er die Rente seit mehr als 15
Jahren bezogen. Die Frage der Eingliederung sei zu wenig geprüft worden (S. 3 ff.).
2.3
Streitig und zu prüfen ist, ob eine
rentenanspruchrelevante
Verbesserung des Gesundheitszustandes des Beschwerdeführers eingetreten ist. Zeitliche
Ver
gleichsbasis
(vgl. vorstehend E. 1.3) bilden das Urteil des hiesigen Gerichts vom
1
6.
November 2004
beziehungsweise der mit diesem aufgehobene
Einsprache
entscheid
vom 2
6.
November 2003
und die angefochtene Verfügung vom 2
6.
Januar 2015.
3.
3.1
Dem Urteil vom 1
6.
November 2004
, in dem die Frage einer Verschlechterung zu beurteilen war,
lagen
im Wesentlichen die folgenden, vom Gericht als beweiswertig beurteilten
medizinische Akten zugrunde (vgl.
Urk.
8/114 E.
3 ff.):
Mit Bericht vom 1
2.
Oktober 1998 (
Urk.
8/19/3 f.) stellten die Ärzte der
A._
folgende Diagnosen (S. 1):
Panvertebralsyndrom
Wirbelsäulen-Fehlhaltung/-
fehlform
Diskushernie Th7/8
mediane
Diskusprotrusion
L5/S1
Schmerzverarbeitungsstörung bei depressiver Grundstimmung
Trotz medikamentöser Behandlung trete keine
Schmerz
linderung
ein. Auch physiotherapeutische Behandlungsschritte seien effektlos geblieben Die ange
fertigten radiologischen und neurologischen Un
tersuchungen seien insgesamt unauffällig gewesen. Gleichzeitig zeige sich eine gewisse Diskrepanz zwischen den objektivierbaren und den vom Beschwerde
führer angegebenen Befunden, so dass eine Schmerzverarbeitungsstörung mit deutlich depressiver Komponente habe postuliert werden müssen. Die therapeutischen Optionen seien in diesem Fall wohl ausgeschöpft; man empfehle bei dieser deutlichen
Schmerzverarbei
tungsstörung
und Depression eine psychiatrische Behandlung. Aus rheumatolo
gischer Sicht sei der Beschwerdeführer für eine leichte körperliche Arbeit zu 100% arbeitsfähig. Ein Arbeitsversuch solle primär mit einem 50%igen Pensum erfolgen;
anschliessend
könnte eine schrittweise Steigerung der Arbeitsfähigkeit durchgeführt werden (S. 1 f.).
3.2
Die Ärzte der MEDAS am
B._
diagnostizierten in ihrem am 2
7.
September 1999 erstatteten Gutachten (
Urk.
8/13) eine
anhaltende somato
forme Schmerzstörung mit deutlicher
Aggravierung
durch eine psychische Überlagerung bei einer eher einfach strukturierten Per
sön
lich
keit sowie ein chronisches panvertebrales
Schmerzsyn
drom
mit multi
plen vege
ta
tiven
Begleit
beschwerden
bei das übliche
Altersaus
mass
nur wenig über
stei
gen
den degene
rativen Verän
derungen (S. 6
).
Das ausgedehnte, vorwiegend panvertebrale Schmerzsyndrom sei klinisch, radi
ologisch und
la
bormässig
weiterhin wenig objektivierbar. Es fänden sich viele Zeichen für nicht organisches Krankheitsverhalten. Zu nennen seien die dau
ernd vorhande
nen, diffus ausgebreiteten Schmerzen, welche auf der
Schmerz
skala
als sehr hoch angegeben würden; die aufgeführten simulierten Tests, das ausgespro
chene Verdeutlichungsverhalten sowie die Erfolglosigkeit sämtlicher Behand
lungen.
Psychiatrischerseits
stehe weiterhin eine anhaltende somato
forme Schmerzstörung im Vordergrund, mit deutlicher
Aggravierung
durch eine psy
chische Überlagerung bei einer eher einfach strukturierten Per
sönlichkeit.
Die
Arbeitsfähigkeit werde subjektiv durch ein ausgedehntes chro
nisches
Schmerz
syndrom
mit multiplen Begleitbeschwerden bestimmt. Psychi
sche Fak
toren, welche mit den funktionellen Beschwerden eng verflochten seien, stün
den weit im Vordergrund. Unter Beachtung aller Aspekte sei für eine körperli
che Schwerarbeit keine Arbeitsfähigkeit mehr gegeben. Die Einschrän
kung für eine körperlich eher leichtere, rückenadaptierte Tätigkeit wurde auf 50
%
ge
schätzt (
S. 7
). Eine psychiatrische Behandlung werde weiterhin nötig sein, damit sich der Zustand des Beschwerdeführers zumindest nicht ver
schlechtere. Weitere somatische Abklärungen und Behandlungen erschienen hingegen wenig sinnvoll und dürften den Beschwerdeführer eher in seiner Auffassung bestätigen, körperlich schwer krank zu sein (
S. 8
). Aufgrund der bisherigen Entwicklung mit
Chronifizierung
eines ausgebreiteten
Schmerzsyn
droms
und Fixierung auf diese Beschwerden müsse die Prognose mit Skepsis gesehen werden. Es spielten dabei auch wesentliche, IV-rechtlich nicht relevante Faktoren eine Rolle: Kaum vorhandene Deutschkenntnisse, minimale Schul- und fehlende Berufsausbildung, Emigrationsproblematik, fami
li
äre Faktoren. Aus psychiatrischer Sicht werde empfohlen,
Wiedereingliede
rungs
- und
Umschulungs
massnahmen
in Erwägung zu ziehen. Deren Er
folgs
aussichten müssten allerdings aufgrund der aufgeführten Faktoren eher skep
tisch gesehen werden (
S. 8
).
3.3
Dr.
med.
C._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie,
hielt
in seinem Gutachten vom 2
9.
März 2002 (
Urk.
8/41
)
fest, dass
der Beschwerde
führer
i
n seinen Schilderungen völlig auf das Somatische ausge
richtet
und
gar nicht in
der Lage
sei
, seine psychische Befindlichkeit auch nur in Ansätzen anschaulich zu schildern. Er präsentiere sich, als ob er sich mit seinem „
Invali
dendasein
“ abgefunden hätte. Zukunftsperspektiven könne er kei
ne erkennen,
ausser
dass er nach
Z._
zurückkehren möchte (S. 7).
Bei der Begutachtung habe der Beschwerdeführer einen völlig resignierten,
dysthym-dysphorisch
herabgestimmten Eindruck hinterlassen. Er habe eine verlang
samte Psychomotorik, eine schmerzgezeichnete Mimik, eine erschwerte Auffassung und nicht zuletzt eine völlig fehlende Motivation mit Bezug auf die Tests gezeigt, wobei keinerlei Arbeitsmotivation erkennbar gewesen sei. Auch sonst habe er kaum eine Motivation erkennen lassen, etwas an seiner traurigen Situation verändern zu wollen. Er habe eine rein passiv-delegierende
Heilser
wartung
gezeigt und schien überhaupt nicht nachvollziehen zu können, dass auch von ihm ein Beitrag zur Überwindung der bereits erheblichen körperlichen
Dekonditionierung
gefordert werden könnte. Die Intelligenz liege auf tiefem Ni
veau; für eine Umschulung in eine mentale Ansprüche stellende Tätigkeit komme er nicht in Frage (S. 12).
Eine eigentliche klinische Depression liege nicht vor. Fatal sei die Tatsache, dass
die Hausärztin
dem Beschwerdeführer wöchentlich Spritzen verabreiche, was diesen in der Annahme bekräftige, schwer krank und invalid zu sein. Damit wer
de die Invalidität des Beschwerdeführers zementiert. Diesem sei
gemäss
eige
ner Aussagen daran gelegen, mit Rente in seine Heimat zu gehen, um dort sein weiteres Leben zu verbringen. Psychosozial sei er in der Schweiz nicht im Min
desten integriert, was sich sehr eindrücklich an seinen mangelnden
Deutsch
kenntnissen
manifestiere (S. 12). So wie er sich anlässlich der Begutachtung präsentiert habe, sei er vernünftigerweise keinem Arbeitgeber auch nur stun
denweise zumutbar (S. 13 oben).
Diagnostisch sei von einer massiven psychischen Überlagerung körperlicher Beschwerden auszugehen, wobei im weitesten Sinne von einer anhaltenden soma
toformen Schmerzstörung im Sinne von ICD-10 F45.4 auszugehen sei. Es sei gerechtfertigt, im vorliegenden Fall auch von einer
Schmerzverarbeitungs
stö
rung
zu sprechen. Da die Beschwerden sich offensichtlich kontinuierlich aus
weiteten, was sicher auch mit der zunehmenden körperlichen
Dekonditionie
rung
zusammenhänge, könne auch von einer Symptomausweitung gesprochen wer
den. Darunter verstehe man ein invalidisierendes, unter dem Einfluss psy
choso
zialer Faktoren erlerntes und aufrecht erhaltenes Überzeugungs- und Ver
hal
tensmuster, bei welchem das meist
aggravierte
Beklagen und ostentative Zeigen von vorhandenen Symptomen dazu diene, Umfeld, Lebensumstände und psy
chiatrisches Gleichgewicht unter Kontrolle zu halten (S. 13).
Es sei davon auszugehen, dass eine mittelgradige Aggravation vorliege, indem diffuse Rückenbeschwerden, aber auch eine psychische Beeinträchtigung
aggra
viert
und ein globales Nicht-mehr-können zumindest vorgetäuscht werde
. Aus
gehend vom klinischen Erscheinungsbild sei von einer klinisch relevanten Depression wenig spürbar gewesen, vielmehr habe er auf
appellative
Art und Weise leidensgeplagt,
dysphorisch
-verstimmt sowie resignativ-traurig
herabge
stimmt
gewirkt.
Eine Einsicht in psychosomatische Zusammenhänge sei nicht vorhanden, was die
Situation zusätzlich erschwere. Es sei fraglich, ob der Versi
cherte einer eigentlichen psychiatrischen Behandlung überhaupt zugänglich wäre. Dies bedeute aber nicht, dass eine entsprechende therapeutische Führung den Versicherten mit der Zeit nicht dazu bringe, sein
dysfunktionales
Verhal
tensmuster aufzugeben, der Aufwand dürfte aber beträchtlich sein
(S. 15).
Es sei davon auszugehen, dass der Versicherte nach Zuspruch der Rente - sei es eine halbe oder
ganze
- die Schweiz verlassen und sich nach
Z._
begeben werde, wo seine ebenfalls berenteten Brüder lebten (S. 16). Es handle sich weni
ger um ein psychiatrisches als vielmehr ein motivationales Problem. Unter Aus
klammerung der verschiedenen IV-fremden Faktoren sei dem Versicherten nach wie vor eine 50%ige Arbeitsfähigkeit zumutbar (
Urk.
8/43).
3.4
Das MEDAS-Gutachten des
D._
wurde am 1
3.
Juni 2003 erstattet (Urk.
8/73) und basierte auf den vorhanden
en Akten und auf einer internis
ti
schen, einer psychiatrischen und einer rheumatologischen Untersuchung
. Es wurden folgende Diagnosen mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit genannt (S.
18):
c
hronisches Schmerzsyndrom mit massiver psychischer Überlagerung (ICD-10 F54)
zervikal- und lumbalbetontes
Panvertebrals
yndrom
(ICD-10 M54.8) mit diffu
ser
spondylogener
Komponente sowie
Generalisierungsten
denz
und Schmerzausweitung
chronische Schmerzverarbeitungsstörung
mediolaterale
Diskushernie L4/5 links sowie mediane Diskushernie L5/S1,
Spondylarthrosen
L5/S1, mediane Diskushernie C7/8 sowie Th7/8 ohne Neurokompression,
Chondrosen
C3-6
Wirbelsäulen-
Fehlform
, -Fehlhaltung und m
uskuläre Insuffizienz sowie
Dys
balance
, betont vom Beckengürteltyp
differentialdiagnostisch: anhaltende somatoforme Schmerzstörung (ICD-10 F45.4)".
Hinsichtlich der Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers in der angestammten Tätigkeit wurde festgehalten, dass dieser jahrelang eine körperlich belastende Tätigkeit im Paketdienst ausgeübt habe, so dass bei ihm aufgrund der vermin
derten Belastbarkeit der Wirbelsäule in dieser Tätigkeit eine mindestens 50%ige Arbeitsunfähigkeit aus rheumatologischer Sicht bestehe. Diese Einschränkung könne ab dem 1
6.
Febr
uar 1998 angenommen werden
. Hinsichtlich der Arbeits
fähigkeit in anderen Tätigkeiten stehe entsprechend den geklagten Beschwerden die Evaluation aus Sicht des Bewegungsapparates im Vorder
grund. Der 1993 erlittene Unfall sei ohne Relevanz. Aus rheumatologischer Sicht sei dem Beschwerdeführer eine adaptierte, leichte bis intermittierend mit
telschwere Tätig
keit ohne Heben, Ziehen und Stossen von Lasten über 10 kg, durchgeführt in Wechselbelastung, ohne die
repetitive Einnahme von
Zwangs
haltungen
und ohne Wirbelsäulentorsionsfunktionen uneingeschränkt zumu
t
bar. Aus inter
nistischer Sicht bestehe keine Diagnose, die die Arbeitsfähigkeit tangieren würde. Aus psychiatrischer Sicht könne keine affektive Störung im Sinne einer Depression abgegrenzt werden. A
ufgrund der
Schmerzfehlverarbei
tung
seien dem Beschwerdeführer den allfälligen somatischen Einschränkungen angepasste Tätigkeiten ganztags zumutbar.
Es könne dabei eine gewisse Ver
langsamung und Leistungseinbusse von allerhöchstens 20
%
attestiert werden. In der
Konsens
besprechung
präsentiere sich eine ausgeprägte Krankheits- und
Behinde
rungsüberzeugung
, die aufgrund der vorliegenden, objektivierbaren Befunde aus somatischer wie auch aus psychiatr
ischer Sicht nicht nachvoll
zieh
bar sei. Aufgrund der objektivierbaren Befunde sei dem Beschwerdeführer eine körperlich leichte und adaptierte Tätigkeit, wie beispielsweise auch die zuletzt bei der
E._
nach der internen
Umteilung
durchgeführte, ganztägig mit einer Leistungseinschränkung von maximal 20
%
zumutbar (
S. 19 f.
).
Aus psy
chiatrischer Sicht könne aufgrund der vorliegenden Befunde und insbesondere aufgrund der mangelnden Einsicht des Versicherten eine psychiatrische Thera
pie nicht vorgeschlagen werden. Tatsächlich nehme er auch beispielsweise die medikamentöse Therapie überhaupt nicht wahr (S. 21 unten).
Ob überhaupt eine 20%ige Einschränkung attestiert werden könne und solle, sei durchaus diskussionswürdig. Es gebe handfeste Hinweise auf eine Simulation, indem der Beschwerdeführer die von ihm
angegebenen Medikamente
entge
gen seiner Beteuerung - aufgrund des nicht nachweisbaren
Se
rum
spiegels
ob
jektiv gar nicht einnehme. Noch viel entscheidender sei die Tatsache, dass eine deutliche Hand- und
Fingerbeschwielung
beidseitig festgestellt werden könne, was mit der von ihm angegebenen Nichttätigkeit für sämtliche Arbeiten nicht vereinbar sei. Vor diesem Hintergrund und d
en offensichtlichen
Simula
tions
hinweisen
sei also die 20%ige Leistungseinbusse bei ganztägiger Zumut
barkeit durchaus als sehr grosszügig zu erachten (S. 20 unten).
Für die massive Diskrepanz zwischen der Selbsteinschätzung des Beschwerde
führers und der medizinisch-theoretischen Zu
mutbarkeit einer ganztägigen Ar
beit mit 20%iger Leistungseinschränkung müssten IV-fremde Gründe wie die sprachlichen, schulischen und beruflichen Voraussetzungen sowie insbesondere
der massive sekundäre Krankheitsgewinn he
rangezogen werden, indem der Be
schwerdeführer aus nicht nachvollziehbaren Gründen eine 85%ige Berentung durch die
E._
und eine halbe Invalidenrente habe erwirken können (
S. 21
).
Aus somatischer Sicht gebe es keine Differenzen zum letzten MEDAS-Gutachten von 1999 und psychiatrisch seien aktuell keine wesentlich von der früheren Beurteilung abweichenden Befunde gegeben. Nie s
ei eine relevante affektive Stö
rung festgestellt worden; entsprechend könne auch die früher attestierte Arbeitsunfähigkeit aus psychiatrischer Sicht nicht nachvollzogen werden. Dass bei der aktuellen Beurteilung eine mindestens partie
lle Simulation festgestellt wor
den sei, relativiere die früheren Befunde zusätzlich (
S. 21
).
Auch rückwirkend könne die 50%ige Rente ni
cht nachvollzogen werden. Letzt
lich müsse die Beschwerdegegnerin entscheiden, ab wann die 20%ige Ein
schrän
kung der Leistungsfähigkeit anzunehmen sei; mit Sicherheit ab dem 1
5.
April 2003, dem Datum
der aktuellen Untersuchung
. Weder der Unfall von 1993 selbst noch die anschliessende 5jährige volle Arbeitsfähigkeit im körper
lich doch schwer belastenden Paketdienst der
E._
liessen eine Einschränkung durch das Unfall
ereignis im Geringsten als nach
vollziehbar erscheinen (
S. 22
)
3.5
Dr.
med.
F._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, erstattete am 2
9.
Januar 2004 zuhanden der Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers und gestützt auf vorhandene Akten sowie sei
ne eigenen Befunde ein psychiat
risches Gutachten (
Urk.
8/101/3-12). Der Beschwerdeführer leide seit einem
Verhebe
trauma
im Februar 1998 an einem
chronifizierten
Panvertebralsyndrom
mit Erstmanifestation der lumbalen Schmerzen ca. 1990, Verschlechterung der lum
balen sowie Erstmanifestation der
cervicalen
Schmerzen seit dem Autounfall 1993 und seit 1998 mit zusätzlicher Erstmanifestation der Schmerzen thorakal. Seit 1998 hätten die Beschwerden trotz intensiver ambulanter Therapie tenden
ziell zugenommen, das Zustandsbild habe sich seit zirka 1999 in einem invali
disierenden chronischen lumbal- und
zervikalbetonten
Schmerzsyndrom des Rückens mit Ausbreitung in andere Körperregionen, insbesondere in die oberen und unteren Extremitäten sowie in den Kopf
,
stabilisiert (S. 8 unten f.).
Aufgrund der Divergenz zwischen den offenbar geringen objektiven Befunden und dem angegebenen, mindestens seit sechs Monaten kontinuierlichen, an den meisten Tagen anhaltenden Schmerz in einem Körperteil, der nicht adäquat durch den Nachweis eines physiologischen Prozesses oder einer körperlichen Störung erklärt werden könne und der anhaltend der Hauptfokus für die Auf
merksamkeit eines Patienten sei, handle es sich aus psychiatrischer Sicht um eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung (ICD-10 F45.4); insbesondere deshalb, weil sonst keine andere psychiatrische Störung gleichzeitig auftrete.
Die im MEDAS-Gutachten des
D._
erwähnte Bedingung, dass für die Diagnose einer somatoformen Störung zusätzlich eine Verbindung zu einem emotionalen Konflikt oder psychosozialen Problem bestehen müsse, werde im klinischen Alltag seit Jahren nicht mehr angewendet (S. 9).
Es bestünden Hinweise für eine Aggravation im Sinne einer Verdeutlichung und Verschlimmerung einer bestehenden Symptomatik, die zum Teil auf dem Boden unbewusster, zum Teil bewusster Motivation entstehe und in einem engen Zusammenhang mit dem Krankheitsbild stehe. Die im MEDAS-Gutachten des
D._
angeblich festgestellten „handfesten“ Hinweise für eine Simulation hätten nicht konstatiert und absolut nicht nachvollzogen werden können. Das Verhal
ten des Beschwerdeführers könne durchaus aufgrund seiner
Schmerzwahr
nehmung
verstanden werden. Insbesondere habe keine deutliche beidseitige Hand- und
Fingerbeschwielung
konstatiert werden können. Darüber hinaus habe der Beschwerdeführer darauf hingewiesen, dass er die antidepressiven Medikamente wegen Magen-Darm-Beschwerden phasenweise abgesetzt habe, was wahrscheinlich auch vor der MEDAS-Begutachtung in
D._
geschehen sei, weshalb der entsprechende Serumspiegel offenbar nicht im messbaren Bereich gewesen sei. Die Inkonsistenzen bezüglich der anamnestischen Angaben des Beschwerdeführers stünden weniger im Zusammenhang mit einer Aggravation als viel mehr mit seiner mangelhaften Intelligenz sowie den herabgesetzten kognitiven und mnestischen Funktionen (S. 9 f.).
Aufgrund der aktuellen Beschwerden und Befunde sei der Explorand für eine schwere und mittelschwere Arbeit, auch für die Arbeit im angestammten Beruf im Paketdienst der
E._
, infolge seiner Rückenproblematik zu 100
%
arbeitsun
fähig. Die Arbeitsfähigkeit für leichte, der Behinderung angepasste Tätigkeiten betrage medizinisch-theoretisch aus psychiatrischer Sicht allerhöchstens 40
%
. Aus praktischer Sicht sei es jedoch illusorisch anzunehmen, dass eine solche Arbeitsfähigkeit erreicht werden könne, da vor einigen Jahren eine Arbeitsfä
higkeit von 20
%
für leichte Arbeiten nicht realisierbar gewesen sei und das Schmerzsyndrom sich seither weiter in Richtung einer andauernden
Persönlich
keitsveränderung
im Sinne von ICD-10 F62
chronifiziert
habe. Die Differenz zwischen medizinisch-theoretischer und tatsächlicher Arbeitsfähigkeit für leichte Arbeiten sei mit IV-fremden Faktoren, insbesondere mit der einfachen Persönlichkeitsstruktur, der mangelnden Intelligenz sowie der spärlichen Aus
bildung des Beschwerdeführers, und nicht mit einem sekundären
Krankheitsge
winn
zu erklären, da dieser insgesamt mehr verloren als gewonnen habe. Von einer psychiatrischen Behandlung sei keine günstige Veränderung des Zustandsbildes zu erwarten (S. 10).
3.6
Gestützt auf diese Aktenlage kam das hiesige Gericht zum Schluss, es bestehe in psychischer Hinsicht weiterhin eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit und damit ein unveränderter Rentenanspruch:
„
Im MEDAS-Gutachten des
D._
2003 wird festgehalten, dass sich die
erhobe
nen Befunde im Vergleich zum MEDAS-Gutachten 1999 nicht verändert hätten
und dass das Unfallereignis vom 2
1.
Februar 1993 für diese Beurteilung irrelevant se
i
. Damit ist be
reits gesagt, dass lediglich eine andere Einschätzung des im Wesentlichen gleich gebliebenen Sachverhalts vorlag: Der Gesundheits
zustand und somit auch die Erwerbsfähigkeit des Beschwerdeführers haben sich nicht verändert, letzte
re wird aber von den Ärzten des
D._
anders einge
sc
hätzt
. Dieser Auffassung war auch die Beschwerdegegnerin, indem sie im angefochtenen Entscheid darauf hinwies, dass praktisch dieselben Befunde er
hoben würden, jedoch die Arbeitsfähigkeit anders beurteilt werde, da die vorlie
genden Befunde keine wesentliche behinderungsbedingte Eins
chränkung bele
gen könnten
. Aus revisionsrechtlicher Sicht ist eine ledig
lich andere Beurteilung eines an sich gleich gebliebenen Sachverhalts jedoch uner
h
eblich“ (E. 5.5)
.
„
Ergänzend ist festzuhalt
en, dass das MEDAS-Gutachten des
D._
im Ver
gleich mit den übrigen medizinischen Akten nicht überzeugt. Eine ins Gewicht fallende abweichende Beurteilung liegt nur bezüglich der psychisch bedingten Arbeitsunfähigkeit vor, während in somatischer Hinsicht über eine volle Arbeitsfähigkeit in einer behinderungsangepassten Tätigkeit Übereinstimmung herrscht. Psychiatrisch wurde der Beschwerdeführer durch die MEDAS
B._
und - vertieft - durch
Dr.
C._
ab
geklärt, wobei in beiden Gutachten eine
Aggravierung
festgestellt und in die Beurteilung der übereinstimmend auf 50
%
festgelegten Arbeitsunfähigkeit aus psychiatrischer S
icht einbezogen wurde
. Diese Einschätzung der Arbeitsfähigkeit deckt sich weitgehend mit den weiteren psychiatrischen Beurteilungen. Während der behandelnde Psychiater
Dr.
G._
zum Umfang der Arbeitsunfähigkeit aus psychiatrischer Sicht nicht Stellung nahm, diese aber im Grundsatz bestätigte, hat
Dr.
F._
- unter be
sonderer Berücksichtigung der Aggravation - im Privatgutachten vom 29.
Januar 2004 eine psychisch bedingte Arbeitsunfähig
keit von 60
%
attestiert. Gegen diese im Kern übereinstimmenden fachärztlichen Beurteilungen kommt
das MEDAS-Gutachten des
D._
nicht an. Denn in diesem Gutachten wird nicht überzeugend dargelegt, warum aus psychiatrischer Sicht trotz gleichen Befunden von einer höchs
tens 20%igen Arbeitsunfähigkeit auszugehen sei. Der Umstand der angenommenen (teilweisen) Simulation vermag zwar die Ein
schätzung der
D._
-Gutachter zu erklären, doch kann dies die anderen fachärzt
lichen Be
urteilungen, die unter Berücksichtigung der Aggravation beziehungs
weise der Simulation übereinstimmend eine höhere Arbeitsunfähigkeit feststell
ten, nicht entkräften. Eine Gesamtwürdigung der psychiatrischen Beurteilun
gen führt daher zum Schluss, dass im massgebenden Zeitpunkt des
Einsprache
ent
scheides
in psychiatrischer Hinsicht bei im Wesentlichen unveränderten
Gesundheits
verhältnissen
weiterhin eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit des Beschwer
de
führers gegeben war.
Damit sind revisionsrechtlich die Voraussetzungen weder für eine Aufhebung noch für eine Erhöhung der b
isherigen halben Rente gegeben
“ (E. 5.6).
4.
4.1
Am
7.
Mai 2014 berichteten die Ärzte des
H._
(
Urk.
8/163) über die
Hospitalisation
des Beschwerdeführers vom 2
9.
April bis 7.
Mai 2014 und stellten folgende Diagnosen (S. 1):
koronare
Eingefässerkrankung
arterielle Hypertonie
nicht insulinpflichtiger Diabetes mellitus
Dyslipidämie
leichte Transaminasen-Erhöhung
gastroösophageale
Refluxkrankheit
lumbovertebrales
Schmerzsyndrom
Die Ärzte attestierten eine volle Arbeitsunfähigkeit vom 2
9.
April bis 2
0.
Mai 2014 (S. 2).
4.2
Die Gutachter des
Y._
stellten
in ihrem nach Berücksichtigung der Akten, Erhebung der Anamnese und Durchführung einer internistischen, rheumatologischen und psychiatrischen Untersuchung am 1
1.
Juni 2014 erstatteten Gutachten (Urk.
8/165) folgende Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (S. 41):
chronifiziertes
panvertebrales, zervikal und lumbal betontes
Schmerz
syn
drom
mit und bei
degenerativen Veränderungen der Hals- und Lendenwirbelsäule
(HWS und LWS)
Diskushernien L4/5 links und L5/S1 median, ohne Kompression neura
ler Strukturen
aktuell klinisch ohne
radikuläre
Reiz- oder Ausfallssymptomatik
Als Diagnosen ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit wurden genannt:
koronare Herzkrankheit mit und bei
Status nach nicht-
transmuralem
Myokardinfarkt
inferolateral
am 29.
April 2004
Status nach Koronarangiographie am 3
0.
April 2004
multiplen kardiovaskulären Risikofaktoren
arterielle Hypertonie, aktuell ungenügend eingestellt
nicht insulinpflichtiger Diabetes mellitus Typ 2
schwere
Dyslipidämie
leichte Transaminasenerhöhung (DD: bei
Steatosis
hepatis
oder als Folge der
Statin
-Therapie
anamnestisch
gastroösophageale
Refluxkrankheit
anamnestisch
Urolithiasis
Lipomatosis
cutis
Bei komplikationslosem
postinterventionellem
Verlauf und unter dem Vorbe
halt, dass sich keine chronisch ischämische Herzkrankheit mit klinischer Herz
insuffizienz entwick
le
, habe die koronare Herzerkrankung beim Versicherten keinen dauerhaften Einfluss auf seine Arbeitsfähigkeit. Wichtig sei
eine opti
male Einstellung der verschiedenen kardiovaskulären Risikofaktoren, um dem Auftreten weiterer, potentiell invalidisierender kardiovaskulärer Ereignisse vor
zubeugen (S. 47).
Bei der rheumatologischen Untersuchung imponiere beim muskulös gebauten Versicherten eine ausgeprägte Selbstlimitation. Ausser einer leichten
Bewe
gungseinschränkung
der HWS und LWS, welche unter Ablenkungsmanöver erreicht worden sei,
fehlten im Bereich der Wirbelsäule pathologische Befunde. Insbesondere sei das Muskelrelief am Rücken bestens aufgebaut, die Muskulatur sei weich und nicht verspannt und zeige weder
Myogelosen
noch
Tendoperi
ostosen
. Auch im neurologischen Untersuch könnten bei seitengleichen Refle
xen, intakter roher Kraft und nicht
dermatombezogener
Hypästhesie des rechten Armes und des linken Beines funktionell keine pathologischen Befunde erhoben werden. Die rohe Kraft zeige ebenfalls keine Defizite. Zudem fehlten Zeichen einer
spondylogenen
oder auch
radikulären
Symptomatik. Dies widerspiegle sich auch in den aktuellen bildgebenden Untersuchungen der Wirbelsäule, wo im
Zervikalbereich
keine Diskushernie festgestellt worden sei und wo im
Lum
balbereich
die zwei beschriebenen Diskushernien keine
Nervenwurzel
kompressionen
bewirkten. Ein weiteres Zeichen der Selbstlimitierung und der Aggravation zeige sich beim Untersuch des
Lasègue
-Tests, welcher bereits ab 30° starke Schmerzen im Kreuz, nicht jedoch im Bein, verursache. Andererseits sei es dem Versicherten problemlos möglich, über längere Zeit im
Langsitz
zu verharren.
Im Rahmen der aktuellen psychiatrischen Exploration könne beim Versicherten das Vorliegen einer anhaltenden somatoformen Schmerzstörung, welche bereits
in den
Vorakten
diagnostiziert worden sei, nicht bestätigt werden. Eine solche liege mit überwiegender Wahrscheinlichkeit nicht (mehr) vor; der Versicherte wirke während der Schmerzschilderung nicht schmerzgeplagt und ein
Leidens
druck
sei nicht spürbar. Auch komme es zu keinen schmerzbedingten
Positions
veränderungen
oder spontanen Schmerzäusserungen, die Schmerzen stünden auch nicht im Hauptfokus der Aufmerksamkeit des Versicherten. Ferner seien keine ausgeprägten Einschränkungen im Alltag durch die Schmerzen erkennbar. So gebe der Versicherte an, er könne zwei Stunden am Stück sitzen, könne auch 1 1/2 Stunden spazieren gehen, allerdings mit Pausen. Er sei viel unterwegs, fahre Auto und fliege einmal im Jahr, wenn es finanziell gehe, nach
Z._
zu den Eltern. Es liege auch keine andere psychiatrische Symptomatik von
Krank
heitswert
vor, insbesondere könne eine Depression oder Angs
t
störung ausge
schlossen werden. Der Versicherte selbst fühle sich psychisch nicht krank, gebe an, nicht deprimiert zu sein, könne Freude empfinden, zeige Interessen, habe ein gutes soziales Umfeld, das er pflege. Er berichte nicht über kognitive oder mnestische Defizite, auch nicht über eine vermehrte Erschöpfbarkeit oder Müdigkeit. Auch objektiv liessen sich keine depressiven Symptome erkennen, die affektive Schwingungsfähigkeit sei nicht eingeschränkt, im Affekt sei der Versicherte nicht deprimiert, wirke nicht ängstlich oder verunsichert, es bestün
den keine Insuffizienzgefühle. Mimik und Gestik seien ebenfalls nicht einge
schränkt (S. 48).
Zusammenfassend und unter Berücksichtigung aller Gegebenheiten und Befunde sei der Versicherte aus somatischer Sicht lediglich qualitativ in seiner Arbeitsfähigkeit eingeschränkt. Aufgrund seiner nach wie vor vermindert belastbaren Wirbelsäule
und der vor allem radiologisch objektivierbaren dege
nerativen Veränderungen im Bereich der HWS und LWS sei der Versicherte in der zuletzt ausgeübten Tätigkeit bei der
E._
, wo er regelmässig Gewicht über 30 kg habe transportieren müssen, nicht mehr arbeitsfähig. Für eine dem Leiden, dem Alter und Habitus entsprechende Verweistätigkeit ohne Heben schwerer Lasten über 7.5 kg, ohne repetitive Arbeiten in gebückter Haltung, nach Möglichkeit in Wechselposition, sitzend, stehend und gehend abwech
selnd, sei aus rheumatologischer Sicht eine 100%ige Arbeitsfähigkeit gegeben. Eine zusätzliche, internistisch oder psychiatrisch bedingte Einschränkung der Arbeitsfähigkeit bestehe nicht (S. 48 unten f.).
Zurückschauend müsse mit überwiegender Wahrscheinlichkeit angenommen werden, dass sich der Gesundheitszustand des Versicherten seit der letzten rechtskräftigen IV-Verfügung vor allem auf psychischer Ebene verbessert habe, da er aktuell nicht mehr die diagnostischen Kriterien des ICD-10 für eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung (welche damals rentenauslösend
gewesen sei) erfülle. Seit dem Gutachten vom 2
9.
Januar 2004 von
Dr.
F._
sei der Versicherte nach eigenen Angaben nicht mehr bei einem Psychiater gewesen. Die damals gestellte Diagnose einer somatoformen Schmerzstörung sei nachvollziehbar gewesen, heute aber mittlerweile in den Hintergrund getreten. Weshalb
Dr.
F._
zum Schluss gekommen sei, dass sich das
Schmerzsyn
drom
in Richtung einer andauernden Persönlichkeitsveränderung im Sinne von ICD-10 F62
chronifiziert
habe, sei in
keinster
Weise nachvollziehbar und auch nicht zutreffend. Letztlich habe sich der Gesundheitszustand des Versicherten seit dem Gutachten von 2004 aus psychiatrischer Sicht deutlich verbessert. Wahrscheinlich habe die Rückkehr der Familie von
Z._
in die Schweiz eine deutliche Stabilisierung bewirkt. Zum Zeitpunkt des damaligen Gutachtens habe die Familie des Versicherten in
Z._
gelebt, er sei alleine in der Schweiz geblieben. Seit wann sich das Zustandsbild des Versicherten verbessert habe, könne aufgrund der Aktenlage nicht genau rekonstruiert werden. Somit gelte die aktuelle Beurteilung ab dem Zeitpunkt der Begutachtung (S. 49).
Es sei aus interdisziplinärer Sicht nicht anzunehmen, dass die aktuell gutachter
lich festgestellte Arbeitsfähigkeit durch medizinische Massnahmen verbessert oder gesteigert werden könne. Wichtig sei eine optimale Einstellung der ver
schiedenen kardi
o
vaskulären Risikofaktoren. Berufliche
Wiedereingliederungs
massnahmen
seien aus versicherungsmedizinischer Sicht indiziert und auch zumutbar (S. 50).
5.
5.1
Gestützt auf das Gutachten des
Y._
vom 1
1.
Juni 2014, welches in Beachtung sämtlicher praxisgemässer Beweiskriterien
(vgl. vorstehend E. 1.4)
erging, ist im Vergleich zum Zustand im November 2004 von einer Verbesserung der Gesund
heit des Beschwerdeführers auszugehen.
Standen damals vor allem psychische Beschwerden im Vordergrund (vgl. vorstehend E. 3.6), stellten d
ie Gutachter nunmehr einzig noch somatische Diagnosen mit Einfluss auf die Arbeitsfähig
keit und legten gestützt auf die sorgfältig und genau erhobenen Befunde dar, dass - unter Vorbehalt einer sich entwickelnden chronischen ischämischen Herzkrankheit, wofür jedoch keine Anhaltspunkte ersichtlich waren - die zuletzt bei der
E._
ausgeübte Tätigkeit mit Heben von Gewichten über 30 kg aufgrund der vermindert belastbaren und degenerativ veränderten Wirbelsäule des Beschwerdeführers nicht mehr zumutbar sei. Hingegen erlaubten
die soma
tischen Einschränkungen gemäss Einschätzung der Gutachter
eine
vollschich
tige
Verweistätigkeit ohne Heben schwerer Lasten über 7.5 kg, ohne repetitive Arbeiten in gebüc
kter Haltung und
nach Möglichkeit in Wechselpositionen (vgl. vorstehend E. 4.2).
Dies erscheint umso schlüssiger, als der Beschwerdeführer gemäss Feststellung des rheumatologischen Gutachters muskulös und sein
Mus
kelrelief
am Rücken bestens aufgebaut, weich und nicht verspannt sei und weder
Myogelosen
noch
Tendoperiostosen
zeige. Dies lässt vermuten, dass der Beschwerdeführer sich trotz Schmerzen verhältnismässig normal bewegen kann. Dementsprechend waren
denn auch
anlässlich der Untersuchung keine wesent
lichen Bewegungseinschränkungen feststellbar und Zeichen einer
radikulären
oder
spondylogenen
Symptomatik fehlten. Vielmehr bestand eine ausgeprägte Selbstlimitation und Aggravation, was sich insbesondere im positiven
Lasègue
-Test und dem gleichzeitig über längere Zeit problemlosen
Langsitz
zeigte.
Wurde die Selbstlimitation
des Beschwerdeführers
von
Dr.
F._
noch als Teil der psychischen Erkrankung beurteilt (vgl. vorstehend E. 3.5),
legten die Gut
achter nun dar, dass keine psychiatrische Symptomatik von Krankheitswert, auch keine anhaltende somatoforme Schmerzstörung, mehr feststellbar sei. Der Beschwerdeführer habe während der Schmerzschilderung nicht schmerzgeplagt gewirkt und es sei kein Leidensdruck spürbar gewesen. Die Schmerzen standen nicht einmal im Hauptfokus der Aufmerksamkeit des Beschwerdeführers, wel
cher angegeben habe, zwei Stunden am Stück sitzen und mit Pausen 1
1/2
Stunden spazieren zu können, viel unterwegs zu sein und Auto zu fahren, weshalb keine ausgeprägte schmerzbedingte Einschränkung im Alltag erkennbar sei. Der Beschwerdeführer gab selbst an, sich nicht psychisch krank zu fühlen. Objektiv seien keine depressiven Symptome feststellbar gewesen (vorstehend
E.
4.2). Die Gutachter erachteten deshalb den Gesundheitszustand des Beschwer
de
führers vor allem in psychischer Hinsicht als verbessert und nahmen
zudem
zur früheren Einschätzung von
Dr.
F._
Stellung.
5.2
Somit ist gestützt auf das
Y._
-Gutachten vom 1
1.
Juni 2014, dem voller Beweiswert zukommt, von einer Verbesserung des Gesundheitszustandes und der Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers auszugehen: Die angestammte Arbeit im Paketdienst ist
ihm
nicht mehr
,
eine angepasste Arbeit unter Berück
sichtigung des Belastungsprofils ist ihm jedoch zu 100
%
zumutbar.
6.
6.1
Der von der Beschwerdegegnerin vorgenommene Einkommensvergleich (
Urk.
2 S. 2) ist nicht zu beanstanden und im Übrigen unbestritten.
Der Vollständigkeit halber ist festzuhalten, dass f
ür einen höheren Abzug
als 10
%
kein Anlass
besteht
. Insbesondere ist der Beschwerdeführer seiner Schadenminderungs- und Selbsteingliederungspflicht soweit ersichtlich bislang nur ungenügend nachge
kommen. So
sind weder konsequente Therapiebemühungen ersichtlich, noch hat sich der Beschwerdeführer, der mit 17 Jahren in die Schweiz einreiste (vgl.
Y._
-
Gutachten S. 23)
, um genügende Deutschkenntnisse bemüht, spricht er doch offenbar trotz dieser langen Zeit praktisch kein Deutsch
(
vgl.
Y._
Gutachten
S. 27 oben)
.
Im Gebiet der Invalidenversicherung gilt ganz all
gemein der Grundsatz, dass die invalide Person, bevor sie Leistungen verlangt, alles ihr Zumutbare selber vorzukehren hat, um die Folgen ihrer Invalidität bestmöglich zu mildern (BGE 113 V 22 E. 4a mit Hinweisen). Dieses Gebot der Selbsteingliederung ist Ausdruck des in der ganzen Sozialver
siche
rung gelten
den Grundsatzes der Schadenminderungspflicht (vgl. BGE 120 V 368 E. 6b, 117 V 275 E. 2b), wobei jedoch von der versicherten Person nur Vorkehren verlangt werden können, die unter Berücksichtigung der gesamten objektiven und sub
jektiven Gegebenheiten des Einzelfalles zumutbar sind (BGE 113 V 22 E. 4a mit Hinweisen auf Lehre und Rechtsprechung; ZAK 1989 S. 214 E. 1c). Als Aus
druck der allgemeinen Schadenminderungspflicht geht die Pflicht, die notwen
digen Schritte zur Selbsteingliederung zu unternehmen, nicht nur dem Renten-, sondern auch dem gesetzlichen Eingliederungsanspruch vor (Urteil des Bundes
gerichts 9C_356/2014 vom 14. November 2014 E. 3.1 mit Hinweisen auf Urteile I 116/03 vom 10. November 2003 E. 3.1 und I 145/01 vom 12. September 2001 E. 2b).
6.2
In Zusammenhang mit dem vom Beschwerdeführer vorgebrachten
Eingliede
rungs
anspruch
bei Rentenaufhebung nach langjährigem Bezug
(
Urk.
1 S. 6; vgl. dazu das Urteil des Bundesgerichts
9C_228
/2010 vom 2
6.
April 2011 E. 3.3
) ist
festzuhalten, dass
der Beschwerdeführer
trotz Zumutbarkeit beruflicher Mass
nahmen (vgl. S. 50 des
Y._
-Gutachtens) und
trotz
entsprechendem
Angebot der Beschwerdegegnerin keine Bereitschaft zur Mitwirkung
bei der Eingliede
rung
gezeigt
hat
(vgl.
Urk.
8/172
).
Den Anforderungen an die Eingliederung von Versicherten mit über 15-jährigem Rentenbezug wurde somit Genüge getan, weitere Massnahmen sind nicht erforderlich.
6.3
Zusammenfassend erweist sich somit der angefochtene Entscheid als rechtens. Dies führt zur Abweisung der Beschwerde.
7.
Die Gerichtskosten nach Art. 69 Abs. 1
bis
IVG
sind auf Fr. 800.-- a
nzusetzen und
ausgangsgemäss
dem
u
nterliegenden Beschwerdeführer
aufzuerlegen.