# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 995b7233-0608-4307-bb3f-c7c89c6967b6
**Court:** GR_KG
**Chamber:** GR_KG_004
**Year:** 2015
**Language:** de
**Jurisdiction:** GR / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

hat sich ergeben:
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I. Sachverhalt
A. Mit Schreiben vom 19. Dezember 2012 erstattete das Amt für Industrie, Gewerbe und Arbeit Graubünden bei der Staatsanwaltschaft Graubünden Anzeige gegen X._ wegen Widerhandlung gegen die Verordnung über die Einführung des freien Personenverkehrs (VEP; SR 142.203).
Nachdem die Staatsanwaltschaft Graubünden X._ am 7. Januar 2013 die Möglichkeit eröffnet hatte, zu der Strafanzeige Stellung zu nehmen, von welcher Möglichkeit X._ am 18. Januar 2013 Gebrauch machte, erliess die Staatsanwaltschaft Graubünden am 19. Februar 2013, mitgeteilt am 26. Februar 2013, einen Strafbefehl, worin X._ wie folgt verurteilt wurde:
„1. X._ ist schuldig der mehrfachen Widerhandlung gegen die Verordnung über die Einführung des freien Personenverkehrs gemäss Art. 9 Abs. 1bis VEP in Verbindung mit Art. 32a VEP.
2. Die beschuldigte Person wird bestraft mit einer Busse von CHF 500.00. Bei schuldhafter Nichtbezahlung tritt an Stelle der Busse eine Ersatzfreiheitsstrafe von 5 Tagen.
3. Die Kosten des Verfahrens werden der beschuldigten Person auferlegt.
4. Demgemäss hat die beschuldigte Person zu bezahlen:
- Busse CHF 500.00 - Gebühren CHF 250.00
Rechnungsbetrag CHF 750.00
5. (Mitteilung.)“
B. Im Strafbefehl wurde der Sachverhalt, auf welchem die Verurteilung fusste, folgendermassen geschildert:
„Die ungarische Staatsangehörige A._ sowie die spanische Staatsangehörige B._ arbeiteten am 15. Dezember 2012 als Prostituierte bei der C._ GmbH in O.1_ ohne gültige Meldung oder Bewilligung. Die Beschuldigte unterliess es zumindest dem Amt für Industrie, Gewerbe und Arbeit Graubünden (KIGA) den Stellenantritt der in Frage stehenden Arbeitnehmerinnen spätestens am Tag vor Beginn der Tätigkeit vorschriftsgemäss zu melden.“
C. Mit Schreiben vom 1. März 2013 liess X._ Einsprache gegen den Strafbefehl erheben. In der Folge ergänzte die Staatsanwaltschaft Graubünden die Untersuchung, indem sie X._ einvernahm. A._ und X._ reichten zudem schriftliche Stellungnahmen ein, die zu den Akten genommen wurden. Am 18. Juli 2013 überwies die Staatsanwaltschaft Graubünden den Strafbefehl an das
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Bezirksgericht Landquart mit der Erklärung, es werde am Strafbefehl festgehalten. Gleichzeitig reichte die Staatsanwaltschaft dem Gericht einen Schlussbericht ein.
D. Am 18. September 2013 fand vor dem Bezirksgericht Landquart die Hauptverhandlung statt, an welcher X._ teilnahm. Die Staatsanwaltschaft Graubünden trat nicht vor Gericht auf.
Mit Urteil vom 18. September 2013, im Dispositiv am selben Tag mitgeteilt, entschied das Bezirksgericht Landquart wie folgt:
„1. X._ ist schuldig der mehrfachen Widerhandlung gegen die Verordnung über die Einführung des freien Personenverkehrs gemäss Art. 9 Abs. 1bis VEP in Verbindung mit Art. 32a VEP.
2. Dafür wird sie mit einer Busse von CHF 500.-- bestraft. Bei schuldhafter Nichtbezahlung tritt an die Stelle der Busse eine Ersatzfreiheitsstrafe von 5 Tagen.
3. Die Verfahrenskosten, bestehend aus: - der Untersuchungsgebühr der
Staatsanwaltschaft Graubünden CHF 625.00 - den Auslagen der Staatsanwaltschaft Graubünden CHF 0.00 - der Gerichtsgebühr des Bezirksgerichts Landquart
(mit schriftlicher Urteilsbegründung) CHF 2‘500.00 total somit CHF 3‘125.00
werden vollumfänglich der Verurteilten auferlegt, welcher keine Prozessentschädigung ausgerichtet wird.

## Considerations