# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 93e19e82-d3a7-4c1f-bd0e-4f80120f08a6
**Court:** GR_KG
**Chamber:** GR_KG_004
**Year:** 2003
**Language:** de
**Jurisdiction:** GR / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

hat sich ergeben:
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A. S. wurde am 17. November 1963 in G. geboren, wo er zusammen mit einem Bruder und einer Schwester bei den Eltern aufwuchs. An seinem Wohnort besuchte er fünf Jahre die Primarschule, drei Jahre das Progymnasium und vier Jahre das Gymnasium, welches er im Jahre 1983 mit der Maturität Typus A abschloss. In der Folge absolvierte er bei der Firma V. AG in D. und B. eine Ausbildung als Journalist, die er nach zwei Jahren erfolgreich abschloss. Im Anschluss daran arbeitete er während zwei weiteren Jahren als Redaktor beim gleichen Arbeitgeber. Danach wechselte er zur H. A./D. nach I., wo er als Leiter für das Ressort „Presse Public Relations“ angestellt war. Von 1988 bis 1990 besuchte er die höhere Fachausbildung als PR-Berater, die er mit dem Diplom abschloss. In den Jahren 1991 bis 2000 war er an verschiedenen Orten als Kommunikations- und Agenturleiter, Skilehrer sowie als Direktionsassistent und Pressesprecher tätig. Im Dezember 2000 wechselte er zur E. AG nach J., wo er bis Januar 2002 als Leiter Unternehmenskommunikation und Mitglied der Geschäftsleitung tätig war. Im Anschluss daran arbeitete er bei der Firma K. in L. als Freelancer. Im Jahre 1997 verheiratete sich S. mit M.. Aus dieser Ehe ging eine Tochter hervor.
Im schweizerischen Zentralstrafregister ist S. mit drei Eintragungen verzeichnet. Am 8. November 1993 verurteilte ihn das Richteramt IX Bern wegen Veruntreuung zu einer bedingten Gefängnisstrafe von fünf Monaten, unter Ansetzung einer Probezeit von zwei Jahren. Das Obergericht des Kantons L. (I. Strafkammer) bestrafte ihn am 22. Oktober 1998 wegen grober Verletzung von Verkehrsregeln mit 10 Tagen Gefängnis bedingt und einer Busse von Fr. 1'500.--. Die Probezeit wurde auf drei Jahre angesetzt. Am 10. bzw. 12. August 1998 wurde S. durch die Überweisungsbehörde Basel-Land erneut wegen grober Verletzung von Verkehrsregeln zu einer Busse von Fr. 2'000.-- verurteilt. Gemäss Auszug des Betreibungsamtes Arlesheim/BL ist S. für den Zeitraum von Oktober 1998 bis November 2002 mit 69 Verfahren für Betreibungen in der Höhe von insgesamt Fr. 2'489'266.60 registriert.
Aus dem Leumundsbericht der Kantonspolizei Arlesheim/BL vom 21. November 2002 geht über den Angeklagten nichts Nachteiliges hervor.
B. Mit Verfügung vom 30. April 2002 eröffnete die Staatsanwaltschaft Graubünden aufgrund einer Anzeige eine Strafuntersuchung gegen S. wegen Zechprellerei gemäss Art. 149 StGB. Mit der Durchführung der Untersuchung wurde das Untersuchungsrichteramt Samedan beauftragt. Nach Abschluss der Untersuchung versetzte die Staatsanwaltschaft S. mit Verfügung vom 13. Januar
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2003 wegen Zechprellerei gemäss Art. 149 StGB in den Anklagezustand. Diese zu Handen des Bezirksgerichtsausschusses Maloja erhobene Anklage stützte sich auf folgenden Sachverhalt:
„S. logierte mit seiner Ehefrau und seiner Tochter vom 22. Dezember 2001 bis 19. Januar 2002 im Hotel C. in F.. Am 12. Januar 2002 leistete er einen Spesenvorschuss von Fr. 5'000.--. Vor dem Verlassen des Hotels konnte er die Rechnung im Betrag von Fr. 44'149.40 nicht begleichen. Der Angeklagte anerkannte diese Schuld, machte jedoch geltend, sein ehemaliger Arbeitgeber, die E. AG, J., müsse ihm noch einen Betrag von Fr. 35'000.-- Bonus, Fr. 6'600.-- Spesen sowie den Januarslohn 2002 in der Höhe von Fr. 13'500.-- und Fr. 5'500.-- Feriengeld auszahlen, was sich schlussendlich als unzutreffend erwiesen hat.“
C. In ihrer Ergänzung zur Anklageschrift vom 13. Januar 2003 stellte die Staatsanwaltschaft Graubünden beziehungsweise das Untersuchungsrichteramt Samedan folgende Anträge:
„1. S. sei der Zechprellerei gemäss Art. 149 StGB schuldig zu sprechen.
2. Dafür sei er mit vier Monaten Gefängnis zu bestrafen.
3. S. sei der bedingte Strafvollzug unter Ansetzung einer Probezeit von zwei Jahren zu gewähren.
4. Kostenfolge sei die gesetzliche.“
Gemäss den Ausführungen der Staatsanwaltschaft Graubünden sei durch die Strafuntersuchung erstellt, dass S. für seinen Hotelaufenthalt mit Frau und Tochter lediglich einen Spesenvorschuss von Fr. 5'000.-- geleistet habe und dass bei der Abreise noch ein Restbetrag von Fr. 44'149.40 offen gestanden sei. Diese Rechnung habe der Angeklagte bis heute nicht beglichen. Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung sei ein Wirt dann geprellt, wenn er sich in seiner Erwartung, für die Beherbergung oder Bewirtung des Gastes bezahlt zu werden, enttäuscht sehe. Dies sei nicht nur dann der Fall, wenn der Gast überhaupt nicht bezahle, sondern schon dann, wenn er es nicht rechtzeitig, in der Regel also spätestens beim Verlassen der Gaststätte tue. Schon die Hinausschiebung der Zahlung schädige den Wirt; denn abgesehen von der Sicherheit der Einnahme entgehe ihm der Nutzen derselben in der Zwischenzeit. Der Angeklagte erfülle daher durch sein Verhalten zweifellos den objektiven Tatbestand der Zechprellerei gemäss Art. 149 StGB. In subjektiver Hinsicht sei Vorsatz vorausgesetzt; der Täter müsse den objektiven Tatbestand kennen und wollen. Erforderlich sei insbesondere das Wissen und Wollen, den Wirt zu prellen, ihn entgegen seiner Erwartung nicht
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oder nicht rechtzeitig zu bezahlen. Dabei genüge Eventualvorsatz. Es sei davon auszugehen, dass sich S. über seine prekäre finanzielle Situation im Klaren gewesen sei. In der fraglichen Zeitspanne sie gegen ihn eine Lohnpfändung gelaufen, weshalb er und seine Familie auf dem Existenzminimum von rund Fr. 6'500.-- gelebt hätten. Die Behauptung des Angeklagten, ihm stünde noch ein Bonus im Betrage von Fr. 35'000.-- zu, hätte sich als unwahr erwiesen. Im Übrigen habe er sein Versprechen, den ausstehenden Betrag ohne weiteres zu leisten, nicht eingehalten. S. habe sich somit auch in subjektiver Hinsicht der Zechprellerei schuldig gemacht. Unter Berücksichtigung des schweren Verschuldens und seiner Vorstrafen erscheine eine bedingte Gefängnisstrafe von vier Monaten als angemessen. Die Probezeit sei auf zwei Jahre anzusetzen.
D Mit Urteil vom 6. Mai 2003, mitgeteilt am 28. Mai 2003, erkannte der Bezirksgerichtsausschuss Maloja wie folgt:
„1. S. ist schuldig der Zechprellerei gemäss Art. 149 StGB.
2. Dafür wird er mit vier Monaten Gefängnis bestraft.
3. Der Vollzug dieser Freiheitsstrafe wird bedingt aufgeschoben; die Probezeit beträgt vier Jahre.
4. Die Kosten des Verfahrens, bestehend aus: - einer Untersuchungsgebühr der Staatsanwaltschaft Fr. 1'685.00 - den Barauslagen der Staatsanwaltschaft Fr. 88.00 - der Gerichtsgebühr Fr. 2'000.00 total Fr. 3'773.00
werden S. auferlegt.
Die Kosten eines allfälligen Strafvollzugs trägt der Kanton Graubünden (Art. 188 StPO).

## Considerations