# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 2b26cd8a-5837-4032-89a4-41e563e9c291
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2021
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1981, lebt s
eit 1994 in der Schweiz.
Am
1.
April 2016
trat
sie
bei
der
Y._
AG
in
Z._
eine Stelle als Mitarbeiterin im Sortier- und Abpackbetrieb an
. Ab dem 1
3.
Februar 2019 war sie bis auf Weiteres arbeits
unfähig und am
9.
August 2019 meldete sie sich
unter Hinweis auf ein links
seitiges Knieleiden
bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an
(
Urk.
7/
1-7
).
Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle,
prüfte in der Folge den Leis
tungsanspruch. Sie holte
einen Auszug aus dem indivi
du
ellen Konto der Versicherten
ein
(IK-Auszug;
Urk.
7/10)
und
nahm die Unterlagen der Krankentaggeldversicherung der
Versicherten
, der
Vaudoise
Versicherungen (nachfolgend:
Vaudoise
)
,
zu den Akten
(
Urk.
7/12,
Urk.
7/15-16,
Urk.
7/19)
. Am 1
4.
April 2020 erliess die IV-Stelle
den
Vorbescheid, mit dem sie der Versicherten die
Abweisung des Leistungsgesuch
s in Aussicht stellte (
Urk.
7/21). Gegen den vorgesehenen Entscheid erhob die Versicherte mit Eingabe vom 2
0.
April 2020
, ergänzt am
5.
Mai und
3.
Juli 2020,
E
inwände
(
Urk.
7/25
,
Urk.
7/33,
Urk.
7/37
).
Am 1
1.
März 202
1
erliess die IV-Stelle die Verfügung, mit der sie an der in Aussicht gestellten Abweisung des Leistungsgesuchs festhielt (
Urk.
2 =
Urk.
7/46).
2.
Gegen die Verfügung vom 1
1.
März 2021 erhob die Versicherte am 2
9.
April 2021
Beschwerde mit dem Antrag, diese sei aufz
uheben und es sei ihr ab dem 1.
Febru
a
r 2020 eine ganze Invalidenrente zuzusprechen. Eventualiter sei die Sache zur weiteren Abklärung und zur Neubeurteilung des Rentenanspruchs an die Be
schwerdegegnerin zurückzuweisen (
Urk.
1
S. 2
). Die IV-Stelle beantragte in der Besc
hwerdeantwort vom
4.
Juni 2021 d
ie Abweisung der Beschwerde (
Urk.
6). Davon wurde der Versicherten am 1
0.
Juni 2021 Kenntnis gegeben (
Urk.
8).
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allge
meinen Teil des Sozialversicherungsrechts;
ATSG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom
menden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung
des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der ge
sundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (
IVG
)
Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betä
tigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen
wieder herstellen
, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Be
schwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gege
be
nenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 256 E. 4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden können (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E. 4b/cc).
1.4
Die regionalen ärztlichen Dienste (RAD) stehen den IV-Stellen zur Beurteilung der medizinischen Voraussetzungen des Leistungsanspruchs zur Verfügung.
Die Funktion interner RAD-Berichte besteht darin, aus medizinischer Sicht
–
ge
wissermassen als Hilfestellung für die medizinischen Laien in Verwaltung und Gerichten, welche in der Folge über den Leistungsanspruch zu entscheiden haben – den medizinischen Sachverhalt zusammenzufassen und zu würdigen, wozu namentlich auch gehört, bei widersprüchlichen medizinischen Akten eine Wer
tung vorzunehmen und zu beurteilen, ob auf die eine oder die andere Ansicht abzustellen oder aber eine zusätzliche Untersuchung vorzunehmen sei. Sie würdigen die vorhandenen Befunde aus medizinischer Sicht (Urteil des Bun
desgerichts 9C_406/2014 vom 31. Oktober 2014 E. 3.5 mit Hinweisen).
Der Beweiswert von RAD-Berichten nach Art. 49 Abs. 2
der Verordnung über
die Invalidenversicherung (IVV)
ist mit jenem externer medizinischer Sachver
ständi
gengutachten vergleichbar, sofern sie den praxisgemässen Anforderungen an ein ärztliches Gutachten (
BGE 134 V 231
E. 5.1) genügen und die Arztperson über die notwendigen fachlichen Qualifikationen verfügt (
BGE 137 V 210
E. 1.2.1).
Soll ein Versicherungsfall ohne Einholung eines externen Gutachtens entschieden werden, so sind an die Beweiswürdigung strenge Anforderungen zu stellen. Be
stehen auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der versicherungsinternen ärztlichen Feststellungen, sind ergänzende Abklärungen vorzunehmen (BGE 145 V 97 E. 8.5, 142 V 58 E. 5.1 mit Hinweisen).
Reine Aktengutachten sind beweiskräftig, sofern ein lückenloser Befund vorliegt und es im Wesentlichen nur um die fachärztliche Beurteilung eines an sich fest
stehenden medizinischen Sachverhalts geht, mithin die direkte ärztliche Befas
sung mit der versicherten Person in den Hintergrund rückt (Urteil des Bundes
gerichts 8C_750/2020 vom 23. April 2021 E. 4 mit Hinweisen).
1.5
Das Gericht kann die Angelegenheit zu neuer Entscheidung an die Vorinstanz zurückweisen,
besonders
wenn mit dem angefochtenen Entscheid nicht auf die Sache eingetreten oder der Sachverhalt ungenügend festgestellt wurde (§ 26 Abs. 1 des Gesetzes über d
as Sozialversicherungsgericht;
GSVGer
). Gemäss stän
diger Rechtsprechung ist in der Regel von der Rückweisung – da diese das Ver
fahren verlängert und verteuert – abzusehen, wenn die Rechtsmittelinstanz den Prozess ohne wesentliche Weiterungen erledigen kann. In erster Linie kommt eine Rückweisung in Frage, wenn der Versicherungsträger auf ein Begehren überhaupt nicht eingetreten ist oder es ohne materielle Prüfung abgelehnt hat, wenn schwie
rige Ermessensentscheide zu treffen sind, oder wenn der
ent
scheidrelevante
Sach
verhalt ungenügend abgeklärt ist (vgl. Urteil des Bundesgerichts U 209/02 vom 10. September 2003 E. 5.2).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin führte zur Begründung ihres angefochtenen Entscheides aus, seit dem 1
3.
F
ebruar 2019 habe
für die bisherige
Tätigkeit der Beschwer
deführerin eine vollständige Arbeitsunfähigkeit vorgelegen, was in der Folge zur Auflösung des Arbeitsverhältnisses geführt habe. Da sie weiterhin in ärztlicher Be
handlung gewesen sei, sei der weitere Verlauf abgewartet worden
. Nachdem bei Erlass des Vorbescheides davon ausgegangen worden sei, die Beschwerde
füh
r
erin sei ab
Oktober 2019 wieder
voll arbeitsfähig und das Wartejahr (12 Monate ab dem 1
3.
Februar 2019) demzufolge noch nicht abgelaufen, sei im
Einwand
verfahren
auf die weiterhin laufende ärztliche Behandlung hingewiesen und es seien entsprechende Unterlagen eingereicht worden. Die Beurteilung durch den RAD habe gezeigt, dass
die
Beschwerdeführerin in einer angepassten Tätigkeit uneingeschränkt arbeitsfähig sei, weswegen
sie
ein rentenausschliessendes E
in
kommen erzielen
könne
(
Urk.
2 S. 1 f.).
In der Beschwerdeantwort blieb die Beschwerdegegnerin bei ihrem Standpunkt (
Urk.
6).
2.2
Die Beschwerdeführerin macht geltend,
die Annahme
der Beschwerdegegnerin, sie sei ab
Oktober 2019 wieder vollständig arbeitsfähig gewesen, sei nicht ge
recht
fertigt. Zwar habe die
Vaudoise
als Krankentaggeldversicherer
ihre Leis
tungen per Ende September 2019 eingestellt, jedoch habe tatsächlich über diesen Zeitpunkt hinaus eine Arbeitsunfähigkeit bestanden. Der für die Beeinträchtigung relevante Schaden am linken Kniegelenk habe durch den operativen Eingriff im Februar 20
19 nicht behoben werden können. Aufgrund der fortbestehenden Arbeitsunfähigkeit komme die bisherige Tätigkeit nicht mehr in Frage. Auch die weitere Annahme der Beschwerdegegnerin
, die sich auf die Beurteilung des RAD stütze
, eine angepasste Tätigkeit könne ohne Einschränkung ausgeübt werden, werde durch die Akten nicht hinreichend bestätigt.
Bestünden an der Zuver
lässig
keit und Schlüssigkeit einer Beurteilung des RAD
Zweifel,
so komme dieser keine Beweiskraft zu. Auch die behandelnden Ärzte hätten sich nicht zur Frage der Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit geäussert. Damit könne nicht hinreichend festgestellt werden, ab welchem Zeitpunkt und in welchem Umfang
die bisherige oder gegebenenfalls eine angepasste Tätigkeit ausgeübt werden könne
. Damit stehe auch nicht fest, ob die relevante Arbeitsunfähigkeit weniger als ein Jahr angedauert habe oder ob allenfalls Anspruch auf eine befristete Rente bestehe.
Soweit keine Rente zugesprochen werde, sei die Sache zur Vornahme
weitere
r
Abklärungen an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen (
Urk.
1 S. 6 ff.).
3.
3.1
Im ersten Tei
l der Verfügungsbegründung hat
die Beschwerdegegnerin die Argu
mente des Vorbescheides vom 1
4.
April 20
20
(
Urk.
7/21/2) aufgenommen und festgehalten, ab dem
1.
Oktober 2019 sei eine berufliche Tätigkeit wieder unein
geschränkt zumutbar gewesen. Die ab dem 1
3.
Februar 2019 attestierte Arbeits
unfähigkeit habe somit weniger als ein Jahr angedauert, weswegen das Wartejahr nicht bestanden sei (
Urk.
2
S. 1).
Massgeblich für
die ein knappes Jahr nach dem Vorbescheid ergangene Verfü
gung vom 1
1.
März 2021
sind hingegen die weiteren Darlegungen. Die Beschwer
degegnerin hielt fest
, die Abklärungen hätten ergeben, dass die Beschwerde
füh
rerin in einer angepassten Tätigkeit uneingeschränkt arbeitsfähig sei und mit einer solchen Tätigkeit ein rentenausschliessendes Einkommen erzielen könne (
Urk.
2 S. 2).
Im
Vorbescheidverfahren
war die Beschwerdegegnerin
somit
zum Schluss gelangt
, es komme nicht mehr jede, sondern nur noch eine dem beeinträchtigten Gesund
heitszustand angepasste Tätigkeit in B
etracht.
Auch die Beschwerdeführerin ver
tritt den Standpunkt, die bisherige
körperlich belastende Tätigkeit sei
ihr nicht mehr zumutbar, indem sie darauf hinweist, seit dem 1
3.
Februar 2019 bestehe eine vollständige Arbeitsunfähigkeit.
Der Begriff der Arbeitsunfähigkeit bezeich
net gemäss
Art.
6 ATSG
die volle ode
r teilweise Unfähigkeit, im bishe
rigen Beruf oder Aufgabenbereich zumutbare Arbeit zu leisten.
3.2
3.2
.1
Die funktionelle Beeinträchtigung
der Beschwerdeführerin ist auf ein
linksseitiges
Knieleiden zurückzuführen.
Ab dem 1
3.
Februar 2019 wurde ihr deswegen von den behandelnden Ärzten des Spitals
A._
eine vollständige Arbeitsun
fähigkeit attestiert (vgl.
Urk.
7/6).
Dem Austrittsbericht
des Spitals
A._
vom 1
5.
Februar 2019 und dem weiter
e
n Bericht der Klinik vom
3.
April 2019 ist zu entnehmen, die Beschwerdeführerin leide unter einem
retropatellären
medialen Knorpelschaden am linken Knie. Am 1
3.
Februar 2019 sei eine
Microfrak
turie
rung
in
Knorpelschnipseltechnik
mit Hybridfixation und AMIC-Plastik vorge
nom
men worden. Die Knorpelchirurgie sei kompliziert gewesen, der Verlauf nach dem Eingriff jedoch regelrecht. Physiotherapie sei voraussichtlich für längere Zeit erforderlich. Bis mindestens Mitte Mai 2019 bestehe eine Arbeitsunfähigkeit für
belastende Tätigkeiten (
Urk.
7/12/6-
8 =
Urk.
7/15/31-33; vgl. auch
Urk.
7/12/58-6
2,
Urk.
7/12/64-68,
Urk.
7/15/50 ff.
).
3.2.2
Am 1
4.
Mai 2019 berichtete
n
die Ärzte des Spitals
A._
, das Gangbild sei schleppend, langsam und hinkend. Die Beschwerdeführerin sei zur Mobilisation ohne Stock ermuntert worden. Es sei weiterhin intensive Physiotherapie erforder
lich (
Urk.
7/19/13).
Am 1
9.
August 2019 berichtete der Hausarzt
Dr.
B._
, Facharzt für Allgemeine Medizin,
seit September 2018 leide die Beschwerdeführerin unter linksseitigen Knieschmerzen. Nach der Operation am 1
3.
Februar 2019 sei leider keine Besserung eingetreten. Nach wie vor sei die Beschwerdeführerin arbeitsun
fähig und die Wiederaufnahme ihrer Arbeit sei nicht denkbar (
Urk.
7/12/9
=
Urk.
7/15/28
).
Am 2
0.
August 2019 hielten die Ärzte des Spitals
A._
fest,
es liege ein
insgesamt protrahierter Verlauf vor. Die Physiotherapie habe bislang nicht zur ge
wünschten Besserung geführt.
Es
bestehe
linksseitig
eine deutlich abge
schwächte Oberschenkelfunktion
mit mangelnder Stabilisation und Kraft der unteren Extre
mität. Zudem klage die Beschwerdeführerin über eine deutliche Schmerzhaftigkeit
im Bereich des Ligamentum
patellae
.
Zur Verlaufskontrolle und Standortbe
stim
mung sei ein MRI angezeigt. Es bestehe weiterhin eine volle Arbeitsunfähigkeit (
Urk.
7/19/12).
Am 1
0.
September 2019 berichteten die Ärzte des Spitals
A._
über die MRI-Untersuchung. Dem Bericht ist zu entnehmen, das Befundbild sei grundsätzlich erfreulich. Die persistierenden Beschwerden seien Folge der deutlich abgeschwächten
Muskelfunktion, aber auch der
periartikulären
musku
lo
li
ga
mentären
Beschwerden. Die schmerzmedikamentöse Behandlung und die Physiotherapie seien weiterzuführen (
Urk.
7/19/15).
Auch am 1
0.
Dezember 2019 berichteten die behandelnden Ärzte des Spitals
A._
über
persistierende Beschwerden trotz Fortführung von Physiotherapie (
Urk.
7/19/10).
3.2
.3
Der Vertrauensarzt der
Vaudoise
, med.
pract
.
C._
, Facharzt für Arbeitsmedizin, hielt in seiner Stellungnahme vom 2
7.
Januar 2020 fest, nach der Operation eines grösseren Knorpelschaden
s
am Knie link
s am 1
3.
Februar 2019 liege ein
regelrechter klinischer Verlauf vor, jedoch könne die Beschwerde
füh
rerin nur langsam zur Vollbelastung übergehen. Nach Ansicht der behandelnden Ärzte liege in erster Linie ein muskuläres Problem vor. Bis zum 2
3.
Juni 2019 könne von einer vollen Arbeitsunfähigkeit ausgegangen werden. Ab dann bestehe eine auffällige Diskrepanz zwischen dem klinisch günstigen Verlauf und den geäusserten Beschwerden (
Urk.
7/19/8 f.).
Dem Bericht des Mediz
in
ischen Radiologischen Instituts über eine MRI-Unter
suchung des linken Knies am 2
4.
Januar 2020 ist zu entnehmen,
retropatellär
und medial und am
Patelladom
seien auf einer Fläche von 13x15 mm Knorpelschäden Grad 3-4 vorhanden. Die restliche Knorpelfläche, die Bänder und der laterale Meniskus seien normal. Das
Meniskushinterhorn
sei degeneriert, jedoch ohne Riss
,
und
es
bestehe kein Gelenkserguss (
Urk.
7/23/2).
Am 1
6.
Juli 2020 berichteten die Ärzte des Spitals
A._
erneut. Sie hielten fest,
während des gesamten postoperativen Verlaufs hätten das Schmerzproblem und das Kraftdefizit nur ungenügend unter Kontrolle gebracht werden können.
Aktuell bestehe keine andere Möglichkeit
,
als durch Kräftigungs- und Stabilisa
tionsübungen, unterstützt durch PRP-Infiltrationen, eine gewisse Besserung zu erzielen. Eine körperlich belastende Tätigkeit sei nicht mehr möglich. Es sei eine arbeitsmedizinische Beurteilung angezeigt (Urk.
7/40/
1
f.).
Am 1
1.
September 2020 wurde die Beschwerdeführerin schliesslich durch die Ärzte
der Klinik
D._
untersucht. Diese nannten als Diagnose persistierende vor
dere Knieschmerzen links bei Status nach
retropatellärer
Knorpelplastik im Februar
2019 und hielten fest, in der klinischen Untersuchung habe ein deutlicher Knor
pelschaden mit nur teilweiser Auffüllung des Defekts festgestellt werden können.
Die als Therapie vorgeschlagene ACP-Injektionen wolle die Beschwerdeführerin nur bei sicherem Erfolg durchführen lassen. Ein solcher könne allerdings nicht garantiert werden. Angezeigt sei somit in erster Linie eine Belastungsadaption und eine Fortsetzung der Physiotherapie (
Urk.
7/41/1 f.).
3.3
Der dokumentierte Verlauf seit der Knieoperation im Februar 2019 zeigt, dass
trotz konsequenter Schmerztherapie und regelmässiger physiotherapeutischer Mas
snahmen eine Besserung der Schmerzproblematik aus
ge
blieb
en ist
.
Ursache ist nebst einer muskulären Problematik ein trotz des operativen Eingriffs ver
blie
bener Knorpelschaden. Angesichts dessen gelangten die Ärzte des Spitals
A._
und der
K
linik
D._
nachvollziehbar zum Schluss, eine körperlich be
lastende Tätigkeit komme nicht mehr in Betracht.
Die ausgewiesene Knorpel
schädigung als objektive Ursache für die Minderbelastbarkeit erfuhr durch
Dr.
C._
, den Vertrauensarzt der
Vaudoise
,
nicht die erforderliche Berück
sichtigung
, weshalb auf seine Einschätzung nicht abgestellt werden kann
.
Auch aus den Ausführungen von
RAD-Arzt
Dr.
med.
E._
, Facharzt für Orthopädis
che Chirurgie und Traumatologie
,
geht nicht hervor, inwieweit er der Knorpelschädigung Rechnung getragen hat.
Er
pflichtete den behandelnden Ärzten
in seiner Aktenbeurteilung
vom 2
3.
November 2020
hingegen
insoweit
bei
,
als
aus versicherungsmedizinscher Sicht
kniebelastende, vorwiegend
im
Stehen und Gehen oder auch im Knien auszuübende Tätigkeiten nicht mehr ge
eignet
seien
und diesbezüglich seit dem 1
3.
Februar 2019 eine vollständige Arbeitsunfähigkeit
bestehe
. Gleich
zeitig hielt er aber auch fest, Angaben der
Arbeitgeberin
zur
bisherigen Tätigkeit
lägen nicht vor
(
Urk.
7/45/3 f.).
Dies trifft zu.
Vorhanden ist jedoch der Arbeitsvertrag zwischen der Beschwerdeführerin und der
Y._
AG
vom
3.
März 201
5.
Gemäss diesem war die Beschwerde
führerin ab April 2019 als Mitarbeiterin im Sortier- und Abpackbetrieb angestellt (
Urk.
7/3/1). Anlässlich des Standortgesprächs vom
3.
September 2019
wies
die Beschwe
rdeführerin
darauf hin
, es habe sich um eine körperlich sehr
anstren
gende Arbeit am Fliessband gehandelt. Die Arbeit habe überwiegend i
m Stehen verrichtet werden
müssen (
Urk.
7/13/2).
Somit ist bezüglich der bisherigen Tätig
keit von einer körperlich belastenden auszugehen, die nicht mehr zumutbar ist
.
4
.
4.1
Die Beschwerdegegnerin
vertritt
hingegen
den Standpunkt
, die Beschwerde
füh
rerin sei in der Lage, eine angepasste Tätigkeit in einem vollsch
ichtigen Pensum auszuüben. Diese Annahme geht auf die Beurteilung von RAD-Arzt
Dr.
E._
zurück.
Dieser hielt in der Stellungnahme vom 2
3.
November 2020 fest, für eine optimal angepasste, körperlich leichte
und sitzende
Tätigkeit ohne häufiges Treppensteigen
und
Ge
hen auf unebenem Boden sei von einer
Arbeitsfähigkeit
von 100
%
auszugehen. Diese Beurteilung gelte für die Zeit ab Ende Mai/Anfang Juli 2019 (
Urk.
7/45/4).
4.2
Die Darlegungen von
Dr.
E._
beruhen auf einer Würdigung der
Berichte
der behandelnden Ärzte.
Mithin liegt eine reine Aktenbeurteilung vor. Untersucht hat
Dr.
E._
die Beschwerdeführerin nicht.
In welchem Umfang und mit welchen Einschränkungen eine angepasste Tätigkeit zumutbar ist, hat bisher jedoch kein
er der behandelnden Fachä
rzt
e
beurteilt.
Somit ist
mangels einer nachvollziehbaren Begründung
unklar, worauf
Dr.
E._
seine Schlussfolgerung
zur Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit
gründet
, was zumindest geringe Zweifel an seiner Einschätzung erweckt.
Die behandelnden
Ärzte des Spitals
A._
haben
zur Feststellung der Rest
arbeitsfähigkeit
eine arbeitsmedizinische Beurteilung und damit eine zusätzliche Abklärung für
erforderlich erachtet
(
Urk.
7/40/1 f.).
Welche Belastungen
der Beschwerdeführerin,
in welchem Umfang
und ab wann
zumutbar sind, ist
somit
noch nich
t
hinreichend geklärt. Namentlich steht auch nicht fest,
wie sich die Knieschädigung bei
m dauerhaften
Sitzen auswirkt und ob
die Knieschädigung
somit
ohne Weiteres - wie von
Dr.
E._
angenommen - eine ausschliesslich sitzende Arbeitshaltung zulässt.
Die Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätig
keit
bedarf der weiteren Klärung.
Es lässt sich
noch
nicht
beurteilen
, ob befristet oder unbefristet Anspruch auf eine Rente besteht.
Zur Vornahme der noch erforderlichen Abklärungen ist die Sache an die Beschwerdegegnerin zurückzu
weisen.
In diesem Sinne ist die Beschwerde gutzuheissen.
5.
5.1
Gemäss
Art.
61
lit
.
f
bis
in Verbindung mit
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG ist das Beschwer
de
verfahren bei Streitigkeiten um die Bewilligung oder die Verweigerung von Leistungen der Invalidenversicherung vor dem kantonalen Versicherungsgericht kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensaufwand und unab
hän
gig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis
Fr.
1'000.-- festgesetzt. Vorlie
gend erweist sich eine Kostenpauschale von
Fr.
700.-- als angemessen. Da n
ach ständiger Rechtsprechung die Rückweisung der Sache an die Verwaltung zur weiteren Abklärung und
zur
neuen Verfügung als vollständiges Obsiegen
gilt
(BGE 137 V 57 E. 2.2)
,
sind ausgangsgemäss
die Kosten
der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen.
5.2
Ausgangsgemäss hat die anwaltlich vertretene Beschwerdeführerin gestützt auf
Art.
61
lit
. g ATSG sodann Anspruch auf eine Prozessentschädigung. Diese ist gemäss
§
34
Abs.
1 und 3 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht
(
GSVGer
) unter Berücksichtigung der Bedeutung der Streitsache und der Schwie
rig
keit des Prozesses festzusetzen. Unter Berücksichtigung der genannten Aspekte erweist sich eine Entschädigung von
Fr.
1’900
.-- als angemessen (inkl. Mehrwert
steuer und Barauslagen).