# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** b6fc1ea3-3202-4ed8-b272-537c02524f4f
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2022
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1996, wurde am 27. November 2002 durch seine Mutter
unter Hinweis auf ein Geburtsgebrechen bei der Invalidenversicherung zum Leis
tungsbezug angemeldet (Urk. 7/1). Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, klärte die medizinische Si
tuation ab und sprach dem Versi
cherten mit Verfügung vo
m 1. April 2003
(Urk. 7/5)
vom 3. September 2002 bis 30. Septe
mber 2007 medizinische Massnahmen zur Behandlung des Geburts
gebrechens
Ziff.
404
(infantiles psychoorganisches Syndrom)
gemäss dem An
hang zur Verordnung über Geburtsg
ebrechen (
GgV
-Anhang) zu
.
In der F
olge übernahm die IV-Stelle die Kosten für weitere medizinische Massnahmen (vgl. Urk. 7/10; Urk. 7/15; Urk. 7/28; Urk. 7/35; Urk. 7/50) und verlängerte die Kosten
übernahme für die Behandlung des Geburtsgebrechens
Ziff.
404
GgV
-Anhang
bis zum 30. September 2012 (Urk. 7/34 = Urk. 7/52/2-3 = Urk. 7/77/9-10).
Der Versicherte wurde a
m 23. November 2011 unter H
inweis auf eine Aufmerk
samkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS) und einer Hyperaktivitätsstörung mit Störung des Sozialverhaltens und Affekthandlungen
sowie
am 30. Mai 2014 (Eingangsdatum) unter Hinweis auf ein G
eburtsgebrechen
erneut bei der Invali
denversicherung zum Leistungsbezug angemeldet (Urk. 7/56; Urk. 7/69). In der Folge verlängerte die IV-Stelle die Kostenübernahme für
medizinische Mass
nahmen
zur Behandlung des Geburtsgebrechens
Ziff.
404
GgV
-Anhang
bis zum
31. August 2016, mithin bis zur Vollendung des 20. Altersjahres des Versicherten (Urk. 7/
72-
73).
1.2
Der Versicherte meldete sich am 29. November 2014 unter Hinweis auf das
Geburtsgebrechen
Ziff.
404 (infantiles psychoorganisches Syndrom)
GgV
-Anhang
erneut
bei der Invalidenversicherun
g zum Leistungsbezug an (Urk. 7/87
).
Die IV-Stelle teilte dem Versicherten am 16. August 2016 mit, dass sie die Kosten für die erstmalige berufliche Ausbildung zum Praktiker
PrA
Detailhandel vom 23. August 2016 bis 22. August 2017 übernehme (Urk. 7/123).
Da
der Versicherte
das geplante zweite Lehrjahr als Praktiker
PrA
Detailhandel nicht in A
ngriff nehmen
konnte, wurden die beruflichen Massnahmen mit Mitteilung vom 26. Oktober 2018 (Urk. 7/167) abgebrochen.
Zudem holte die IV-Stelle ein neu
ropsychologisches und psychiatrisches
Teilg
utachten ein,
welche
am 21. Okto
ber
2020
und 16. Dezember 2020 (
Urk. 7/225/1-19;
Urk. 7/227
/1-28; vgl. Urk. 7/227/30-44
) erstattet wurden.
Nach durchgeführtem
Vorbescheid
verfahren
(Urk.
7/229
; Urk.
7/
235
)
wies die IV-Stelle
das Leistungsbegehren
mit Verfügung vom 25. März 2021 (Urk. 7/244 = Urk. 2) ab.
2.
Der
Versicherte erhob am 11. Mai 2021
Beschwerde gegen die Verfügung vom
25. März 2021
(Urk.
2) und beantragte, diese sei aufzuheben und es sei
das Ver
fahren auf berufliche Massnahmen auszudehnen und die IV-Stelle zu verpflich
ten, ihm
die gesetzlichen
Leistungen zu gewähren. Zudem sei er durch das Gericht medizinisch begutachten
zu lassen
, eventuell sei die Sache zwecks Einholung eines Gutachtens und anschliessender Entscheidung über den Leistungsanspruch an die IV-Stelle zurückzuweisen (Urk. 1 S. 2 Ziff. 1-4
).
A
usserdem ersuchte der Versicherte
um Bewilligung der
unentgeltliche
n
Prozessführung und Rechtsver
tretung
(Urk. 1 S. 3).
Die IV-Stelle beantragte mit Beschwerdeantwort vom 10. Juni 2021 (Urk. 6) die Abweisung der Beschwerde. Dies wurde dem Beschwerdeführer am 18.
Juni 2021 zur Kenntnis gebracht. Ausserdem hielt das Gericht fest, dass über den Antrag auf unentgeltliche Prozessführung und Rechtsvertretung zu einem späteren Zeit
punkt entschieden werde (Urk. 8).
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Am 1. Januar 2022 sind die geänderten Bestimmungen des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG), der Verordnung über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSV), des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) sowie der Verordnung über die Invaliden
versicherung (IVV) in Kraft getreten.
In zeitlicher Hinsicht sind
–
vorbehältlich besonderer übergangsrechtlicher Regelungen
–
grundsätzlich diejenigen Rechtssätze massgebend, die bei Erfüllung des rechtlich zu ordnenden oder zu Rechtsfolgen führenden Tatbestandes Geltung haben (BGE 146 V 364 E. 7.1, 144 V 210 E. 4.3.1, je mit Hinweisen). Da ferner das Sozialversicherungsgericht bei der Beurteilung eines Falles in der Regel auf den bis zum Zeitpunkt des Erlasses der streitigen Verfügung beziehungsweise des
streitigen
Einspracheentscheids
eingetretenen Sachverhalt abstellt (BGE 144 V 210 E. 4.3.1, 132 V 215 E. 3.1.1, je mit Hinweisen), sind vorliegend die bis 31. Dezember 2021 gültig gewesenen Rechtsvorschriften anwendbar, die nach
folgend auch in dieser Fassung zitiert werden.
1.2
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende
ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurtei
lung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.3
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen
wieder herstellen
, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1
.4
Die Annahme
eines psychischen Gesundheitsschadens im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG sowie Art. 3 Abs. 1 und Art. 6 ATSG setzt eine psychiatrische, lege
artis
auf die Vorgaben eines anerkannten Klassifikationssystems abgestützte Diagnose voraus (vgl. BGE 145 V 215 E. 5.1, 143 V 409 E. 4.5.2, 141 V 281 E. 2.1, 130 V
396 E. 5.3 und E. 6). Eine fachärztlich einwandfrei festgestellte psychische Krank
heit ist jedoch nicht ohne Weiteres gleichbedeutend mit dem Vorliegen einer Invalidität. In jedem Einzelfall muss eine Beeinträchtigung der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit unabhängig von der Diagnose und grundsätzlich unbesehen der Ätiologie ausgewiesen und in ihrem Ausmass bestimmt sein. Entscheidend ist die nach einem weitgehend objektivierten Massstab zu beurteilende Frage, ob es der versicherten Person zumutbar ist, eine Arbeitsleistung zu erbringen (BGE 145 V 215 E. 5.3.2, 143 V 409 E. 4.2.1, 141 V 281 E. 3.7, 139 V 547 E. 5.2, 127 V 294 E. 4c; vgl. Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1
.5
Mit BGE
143 V 418 entschied das Bundesgericht, dass grundsätzlich sämtliche psychischen Erkrankungen für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit einem struk
turierten Beweisverfahren nach BGE 141 V 281 zu unterziehen sind (E. 6 und 7, Änderung der Rechtsprechung; vgl. BGE 143 V 409 E. 4.5.2 speziell mit Bezug auf leichte bis mittelschwere Depressionen
).
1.6
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schluss
folgerungen der Experten begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a mit Hinweis).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin hielt in der a
ngefochtenen Verfügung (Urk. 2)
im Wesentlichen
fest,
dass
für die Beurteilung des Gesundheitszustands des Beschwerdeführers auf das
eingeholte Gutachten in den Fachbereichen Psychiat
rie und Neuropsychologie
, welches sämtliche vorliegende medizinische Unter
lagen würdige, abgestellt werden könne. W
eder
aus
de
r
psychiatrischen noch
aus
der neuropsychologischen Untersuchung ergebe sich eine Einschränkung der A
rbeitsfähigkeit (S. 2 f.).
2.2
Der Beschwerdeführer
stellte sich demgegenüber beschwerdeweise (Urk. 1) auf den Standpunkt, dass
dem eingeholten Gutachten
aus näher dargelegten Gründen
keine Beweiskraft zukomme. Die Beschwerdegegnerin habe den Untersuchungs
grundsatz verletzt, indem sie auf die nicht schlüssigen Einschätzungen der Gutachter abgestellt und keine zusätzlichen medizinischen Abklärungen veran
lasst habe
(S. 8 ff.
Rz
17 ff.).
Da er weiterhin den Wunsch hege, seine begonnene berufliche Erstausbildung
wieder aufzunehmen
und abzuschliessen,
sei das Ver
fahren
aus prozess-ökonomischen Gründen
auf berufliche Massnahmen auszu
dehnen (S. 11 f.
Rz
24 f.).
Im Übrigen
sei sein recht
liches
Gehör verletzt worden, da seine Einwände nicht berücksichtigt worden seien (S. 12
ff.
Rz
26 ff.).
3.
3.1
Der Beschwerdeführer machte geltend, die Beschwerdegegnerin sei in der ange
fochtenen Verfügung vom 25. März 2021 (Urk. 2) nicht
rechtsgenüglich
auf seinen Einwand vom 4. Februar 2021
(vgl. Urk. 7/235)
eingegangen, in welchem das eingeholte ne
uropsychologisch-psychiatrische Gutachten
beanstandet worden sei. Die Beschwerdegegnerin habe es unterlassen
,
auch nur im Ansatz zu begründen, weshalb dem neuropsychologisch-psychiatrischen Gutachten trotz der vorgebrachten Kritik Beweiswert zukommen könne. Dies stelle eine krasse Verletzung des rechtlichen Gehörs dar. Ausserdem habe die Beschwerdegegnerin
in der angefochtenen Verfügung anstatt auf den massgebenden Einwand vom 4. Februar 2021 auf denjenigen Bezug genommen, der vom früheren Rechts
vertreter eingereicht und später zurückgezogen worden sei. Aufgrund des Darge
legten seien die Verfahrenskosten ungeachtet des Ausgangs des vorliegenden Verfahrens der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen (Urk. 1 S. 12 ff.
Rz
26 ff.).
3
.2
Verfügungen der Versicherungsträger müssen, wenn sie den Begehren der Parteien nicht voll entsprechen, eine Begründung enthalten (Art. 49 Abs. 3 Satz 2 ATSG), das heisst eine Darstellung des vom Versicherungsträger als relevant erachteten Sachverhaltes und der rechtlichen Erwägungen. Gemäss Art. 52 Abs. 2 Satz 2 ATSG werden
Einspracheentscheide
begründet. Die aus dem Anspruch auf rechtliches Gehör nach Art. 29 Abs. 2 BV fliessende Begründungspflicht gebietet nicht, dass sich das kantonale Gericht beziehungsweise der Versicherungsträger mit allen Parteistandpunkten einlässlich auseinandersetzt und jedes einzelne Vor
bringen ausdrücklich widerlegt. Vielmehr kann sich die Behörde auf die für den Entscheid wesentlichen Punkte beschränken. Die Begründung muss so abgefasst sein, dass sich die betroffene Person über die Tragweite des Entscheids Rechen
schaft geben und ihn in voller Kenntnis der Sache an die höhere Instanz weiter
ziehen kann. In diesem Sinne müssen wenigstens kurz die Überlegungen genannt werden, von denen sich das Gericht respektive der Versicherungsträger hat leiten lassen und auf die sich sein Entscheid stützt (BGE 142 II 49 E. 9.2, 136 I 229 E. 5.2, je mit Hinweisen).
Nach der Rechtsprechung kann eine nicht besonders schwerwiegende Verletzung des rechtlichen Gehörs ausnahmsweise als geheilt gelten, wenn die betroffene Person die Möglichkeit erhält, sich vor einer Beschwerdeinstanz zu äussern, die sowohl den Sachverhalt wie die Rechtslage frei überprüfen kann. Unter dieser Voraussetzung ist darüber hinaus – im Sinne einer Heilung des Mangels – selbst bei einer schwerwiegenden Verletzung des Gehörs von einer Rückweisung der Sache an die Verwaltung abzusehen, wenn und soweit die Rückweisung zu einem formalistischen Leerlauf und damit zu unnötigen Verzögerungen führen würde, die mit dem (der Anhörung gleichgestellten) Interesse der betroffenen Partei an einer
beförderlichen
Beurteilung der Sache nicht zu vereinbaren wären (BGE 142 II 218 E. 2.8.1, 137 I 195 E. 2.3.2, je mit Hinweisen)
.
3
.3
Die
Beschwerdegegnerin
führte in der angefochtenen Verfügung (Urk. 2) aus, dass sämtliche
ihr
vorliegenden medizinischen Unterlagen in das aktuelle Gutachten eingeflossen seien, auch die genannte Beurteilung durch die
Y._
. Für die Erstellung des Gutachtens sei der
Beschwerdeführer
insgesamt vier Stunden neuropsychologisch untersucht worden, die psychiatrische Untersuchung habe etwas über zwei Stunden gedau
ert. Hätte in dieser Zeit eine adäquate
fachärztliche Untersuchung nicht statt
finden können, wäre ein entsprechender Hinweis von den Gutachtern angebracht worden. Insgesamt handle es sich bei der gutachterlichen Beurteilung um eine andere Beurteilung desselben Sachverhaltes. Dass dabei Differenzen zu früheren Beurteilungen bestünden, führe nicht dazu, dass nicht auf das Gutachten abge
stellt werden könne (S. 2 unten f.).
Demnach hat
die
Beschwerdegegnerin
zu den einzelnen im Einwand genannten Kritikpunkten (vgl.
Urk.
7/235 S. 6
Ziff.
19 ff.:
unter anderem abweichende
IQ
Werte, krankheitsbedingtes Verhalten, Auseinandersetzung mit den Ergeb
nis
sen der beruflichen Eingliederungsbemühungen) zwar nicht im Detail begründet Stellung genommen
. Dennoch lässt sich aus der Verfügung erkennen, dass die Beschwerdegegnerin
am
eingeholten neuropsychologisch-psychiatrischen Gut
achten
und den darin genannten Schlussfolgerungen
trotz der geäusserten Kritik festhält
(vgl. Urk. 7/237 S. 6 f.
Rz
18 ff.)
.
E
s kann
vorliegend offenbleiben, ob die Beschwerdegegnerin damit die aus dem Anspruch auf rechtliches Gehör fliessende Begründungspflicht
verletzt hat.
Denn selbst wenn dies zuträfe, handelte es sich nicht um eine schwerwiegende Verlet
zung des Gehörsanspruchs, weil dem Beschwerdeführer dadurch die sachgerechte Anfechtung des Verwaltungsaktes nicht verunmöglicht wurde. Von einer Rück
weisung der Sache an die IV-Stelle ist im Sinne einer Heilung des allfälligen Mangels unter diesen Umständen abzusehen, da
der Beschwerdeführer
sich vor
dem hiesigen Gericht
, dem
die volle Kognition
zukommt, äussern kann
und eine Rückweisung zu einem formalistischen Leerlauf und damit zu unnötigen Verzö
gerungen führe
n würde
(vgl. vorstehend E. 3.2). Zu prüfen ist damit im Folgen
den, ob die Beschwerdegegnerin den Rentenanspruch des Beschwerdeführers zu Recht verneint hat.
4
.
4
.1
Die Beschwerdegegnerin kam vom 3. September 2002
bis zur Vollendung des 20. Altersjahres, mithin bis zum 31. August 2016
für die medizinischen Mass
nahmen zur Behandlung
des Geburtsgebrechens
Ziff.
404 (infantiles psycho
organisches Syndrom)
GgV
-Anhang
auf (
Urk. 7/5
; Urk. 7/34 = Urk. 7/52/2-3 = Urk. 7/77/9-10;
Urk. 7/73; vgl. Urk. 7/2).
4
.2
Dr.
med. Z._
, Fachärztin für Kinder- und Jugendpsychiatrie und –
psychotherapie
,
nannte in ihrem Bericht vom 11. April 2010 (Urk. 7/48/5-7) ein frühkindliches psychoorganisches Syndrom (POS) mit ausgeprägter Ver
haltensstörung als Diagnose (Ziff. A).
4
.3
Dr.
med. A._
, Facharzt für Kinder- und Jugendpsychiatrie und
psy
chotherapie
, stellte in seinem Bericht vom 15. Februar 2012 (Urk. 7/62) die Diagnosen einer hyperkinetischen Störung des Sozialverhaltens (ICD-10 F90.1), einer kombinierten Störung der schulischen Fertigkeiten (ICD-10 F81.3) sowie die Verdachtsdiagnose einer Bindungsstörung des Kindesalters (ICD-10 F94.2). Zudem nannte er eine knapp durchschnittliche Intelligenz (Ziff. 1.1).
4
.4
Ein Arzt der
Y._
führte
in seinem Bericht vom 14. Juli 2014 (Urk. 7/76/2-6)
aus, dass sich der
Beschwerdeführer
aufgrund
einer ausgeprägten hyperaktiven Störung des Sozialverhaltens in ihrer stationären Behandlung befunden habe (Ziff. 3.3) und nannte
die folgenden seit dem frühen Kindesalter bestehenden Diagnosen (Ziff. 1.1):
-
hyperkinetische Störung des Sozialverhaltens (ICD-10 F90.1)
-
Bindungsstörung des Kindesalters mit Enthemmung (ICD-10 F94.2)
-
kombinierte
Störung
schulischer Fertigkeiten (ICD-10 F81.3)
-
niedrige Intelligenz
(
IQ 70-84
)
4
.5
Im
Abschlussbericht
der
Y._
an die Jugendanwaltschaft Zürich See/Ober
land
vom 25. Januar 2016
(Urk. 7/114) berichteten
die Ärztinnen
über die ambu
lante
Behandlung des Beschwerdeführers vom 24. April 2014 bis 1. Dezember 2015 und nannten dabei folgende Diagnosen (S. 1 Mitte):
-
kombinierte Persönlichkeitsstörung mit antisozialen, emotional-insta
bilen,
histrionischen
und narzisstischen Anteilen (ICD-10 F61.0)
-
einfache Aktivitäts- und Aufmerksamkeitsstörung (ICD-10 F90.0)
-
kombinierte Störung schulischer Fertigkeiten (ICD-10 F81.3)
-
niedrige Intelligenz (IQ 74-84)
Zusammenfassend sei zum aktuellen Beurteilungszeitpunkt von einer eher günstigen Gesamtentwicklung und diskret verbesserten
Legalprognose
auszu
gehen. Es könne kurz- bis mittelfristig von einem niedrigen bis mittleren Rück
fallrisiko für schwere Delikte ausgegangen werden. Es sei jedoch möglich, dass das Rückfallrisiko insbesondere für Drohungen oder Tätlichkeiten sofort ansteige, falls der Beschwerdeführer emotional belasteten Situationen über eine längere Zeit ausgesetzt sei
beziehungsweise,
wenn äussere haltgebende und strukturierte Verhältnisse wegfallen würden
. Somit sei das Rückfallrisiko für Drohungen oder
Tätlichkeiten mittel- bis langfristig als mittelgradig bis hoch einzuschätzen. Es sei insgesamt mittel- und langfristig auch aufgrund der herabgesetzten Kritik
fähigkeit und der bestehenden Beeinflussbarkeit von einem mittleren Risiko für Delikte aus dem Bereich der Verstösse gegen das Betäubungsmittelgesetz, Eigen
tumsdelikte und Betrugsdelikte auszugehen
(S. 8 unten).
4
.6
Dr.
med. B._
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumato
logie des Bewegungsapparates, führte in seinem B
ericht vom 20
. Juni 2016 (Urk. 7/115/
2
)
aus, dass der Beschwerdeführer an Lumbalgien unklarer Ätiologie ohne
radikuläre
Ausfall- oder Reizsymptomatik leide. Deshalb sei die Behand
lungsoption der Wahl eine Physiotherapie mit Stärkung der Rücken- und Rumpf
muskulatur. Eine Besserung der Beschwerden werde jedoch mehrere Monate in Anspruch nehmen. Aus arbeitstechnischer Sicht und in Anbetracht der tempo
rären Behinderung sollte mit Vorteil eine Lehre ausgewählt werden, wo keine Lasten über 10 kg gehoben werden müssten. Auch sollten repetitive Rotations
bewegungen der Lendenwirbelsäule (LWS) vermieden werden wie auch Arbeiten in Kauerstellung.
4
.7
In seinem Bericht vom 18. Januar 2019 (Urk. 7/175/1-6) führte
Dr.
med. C._
, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, aus, dass er den Beschwerdeführer seit Oktober 2012 behandle (Ziff. 1.1) und
dieser
an
einer
psychosozialen Belastungssituation
sowie an
muskuloskelettalen
Problemen
leide (Ziff. 2.5
S.
2
).
Die aktuelle soziale Situation sei ein bisschen zu viel für den jungen Familienvater, diesbezüglich gebe es leider auch Belastungssituationen (
Ziff.
2.1 S. 2).
Eine wechselbelastende Tätigkeit, zum Beispiel im Detailhandel, wäre gut
. Der Beschwerdeführer würde sehr gerne etwas arbeiten beziehungs
weise die Lehre
fertig machen
(Ziff. 5
S. 4
).
4
.8
Dr.
med. D._
, praktischer Arzt,
berichtete am 20. März 2019 (
Urk. 7/185
=
Urk. 7/187) über die seit März 2018 bestehende ambulante Behand
lung und nannte eine leichte Intelligenzminderung
/sonstige Verhaltens
störung
(ICD-10 F70.8) sowie Störungen des Sozialverhaltens (ICD-10 F91) als Diagnosen (S. 1 f.). Er legte dar, dass der Beschwerdeführer an einer kongenitalen leichten Intelli
genzminderung (IQ 65
-70
) verbunden mit einer mittelschwer ausgeprägten Impulskontrollstörung und Einschränkung der Exekutivfunktionen leide (S. 1 unten
f.
). Der Beschwerdeführer sei motiviert, seine begonnene berufliche Erst
ausbildung wiederaufzunehmen und abzuschliessen (S. 2 unten). In therapeu
tischer Hinsicht habe er in den letzten Monaten deutliche Fortschritte gemacht, insbesondere in Bezug auf Impulskontrolle, Selbstmanagement und emotionale Stabilität trotz erheblichen sozialen Belastungssituationen in seinem Umfeld.
Dr.
D._
empfahl grundsätzlich die Wiederaufnahme der beruflichen Erstaus
bildung auf bisherige
m
Leistungsniveau. Der Beschwerdeführer sei im geschütz
ten Arbeitsumfeld
unter Einschluss der Ausbildungsfähigkeit
zu mehr als 60 % arbeitsfähig
. Ohne geschütztes Arbeits- und Ausbildungsumfeld, das heisst im ersten Arbeitsmarkt, erachte er den Beschwerdeführer als nicht anhaltend den Ansprüchen genügend, mithin entsprechend einer Arbeitsfähigkeit von unter 20 % (S.
3
).
Grundsätzlich könne aufgrund des bisherigen Verlaufs von einer weiteren Stabilisierung der Arbeitsfähigkeit ausgegangen werden, zumal auch die zerebrale Reifung insbesondere frontal weiter vorangehe (S. 3).
4
.9
Dipl.-Psych. Dipl.-Inf.-
Wiss
E._
, unter anderem Fachpsychologe für Neuropsychologie und zertifizierter neuropsychologischer Gutachter,
erstattete das von der Beschwerdegegnerin in Auftrag gegebene neuropsychologische Teil
gutachten am 21. Oktober 2020 (Urk. 7/225/1-19) gestützt auf die ihm überlas
senen Akten (S. 3 Ziff. 2), die Angaben des Beschwerdeführers (S. 3 ff. Ziff. 3) und auf seine
am 8. J
uli 2020
durchgeführte
vierstündige
Untersuchung
(S. 1 Ziff. 1.1)
. Der Gutachter legte dar, dass sich in der neuropsychologischen Unter
suchung insgesamt ein unauffälliges, durchschnittliches kognitives Leistungs
profil gezeigt habe und sich aus neuropsychologischer Sicht somit keine Diag
nosen mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit ergeben würden. Die Testleistungen des Beschwerdeführers würden weitgehend den Durchschnittsleistungen einer Person mit neun Jahren Schulbildung entsprechen, obwohl er insgesamt nur vier Jahre Schulbildung abs
olviert habe (S. 16 f. Ziff. 6).
A
us neuropsychologischer Sicht
ergäben sich
keine Hinweise auf eine Einschränkung der Leistungsfähigkeit. Aufgrund der in der neuropsychologischen Untersuchung erhobenen Befunde
resultierten
daher keine Einschränkungen der Arbeitsfähigkeit (S. 18 Ziff. 8.1).
4
.10
Dr.
med. F._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, erstattete das von der Beschwerdegegnerin in Auftrag gegebene psychiatrische
Teilg
utachten am 16. Dezember 2020 (Urk. 7/227/1-28) gestützt auf die ihm über
lassenen Akten (S. 3 Ziff. 1.3, vgl. S. 5 ff. Ziff. 2), die Angaben des Beschwerde
führers (S. 9 ff. Ziff. 3) und auf seine am 9. Oktober 2020 durchgeführte Unter
suchung (S. 4 Ziff. 1.3)
.
Der Gutachter nannte eine akzentuierte Persönlichkeit mit dissozialen Anteilen (ICD-10 Z73) als Diagnose (S. 17 Ziff. 6.1
).
In der bish
erigen Tätigkeit
als Prakti
ker Detailhandel sei nicht von einer psychiatrisch relevanten Einschränkung der Arbeitsfähigkeit auszugehen, weshalb zum aktuellen Zeitpunkt eine 100%ige Arbeitsfähigkeit vorliege (S. 23 f. Ziff. 8.1).
Zum Untersuchungszeitpunkt fänden sich keine kognitiven Einschränkungen und kein Hinweis auf eine Symptomatik der Hyperaktivität im Erwachsenenalter. Die von der
Y._
im Jahr
2016 fest
gehaltene niedrige Intelligenz bei eine
m
IQ zwischen 70 und 84 stelle gemäss
ICD-10 keine Intelligenzminderung dar. Zum Untersuchungszeitpunkt s
e
i die Per
sönlichkeitsstörung mit emotional instabilen Anteilen nicht mehr
dokumen
tier
bar
.
Auch retrospektiv sei basierend auf den erhobenen Befunden keine adäquate Einschränkung der Arbeits- oder Leistungsfähigkeit zu dokumentieren
(S. 24 unten
Ziff.
8.1).
4
.11
Dipl.-Psych.
E._
und
Dr.
F._
stellten
in ihrer Konsensbeurteilung vom 16. Dezember 2020 (Urk. 7/227/3
3
-44)
die Diagnose einer akzentuierten Persön
lichkeit mit dissozialen Anteilen (ICD-10 Z. 73; S. 4
Ziff.
4.2) und legten
dar,
dass
nicht von einer Einschränkung der Arbeitsfähigkeit auszugehen sei, weshalb zum aktuellen Zeitpunkt eine 100%ige Arbeitsfähigkeit vorliege
(S. 7 ff. Ziff. 4.7 f.).
4
.12
Dr.
med. G._
, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie, Regionaler Ärztlicher Dienst (RAD),
empfahl
in ihrer Stellungnahme vom 22. Dezember 2020 (Urk. 7/7/228/4-6)
,
auf die Beurteilung des Gutachtens abzustellen und führte
aus, dass aktuell und auch retrospektiv kein Gesundheits
schaden vorliege, der eine längerfristige oder
höhergradige
Arbeitsunfähigkeit begründe.
4
.13
RAD-Ärztin
G._
hielt in ihrer Stellungnahme vom 4. März 2021 (Urk. 7/243/3) an ihrer Einschätzung vom 22. Dezember 2020 (vgl. vorstehend
E. 4
.12) fest.
5
.
5
.1
Sowohl d
er
neurospychologische
Gutachter Dipl.-Psych.
E._
als auch der
psychiatrische Gutachter
Dr.
F._
verfügen
über die entsprechenden fach
lichen Qualifikationen beziehungsweise
über den en
tsprechenden Facharzttitel
und waren somit in ihren Fachgebieten zur Beurteilung des Gesundheitszustandes und der Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers
befähigt (vgl. Urk. 7/225/1-19 S. 19; Urk. 7/227/1-28 S. 28).
Das
neuropsychologisch- psychiatrische
Gutachten erscheint denn auch für die streitigen Belange umfassend und berücksichti
gt die geklagten Beschwerden des Beschwerdeführers
. Zudem wurde es in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) erstellt
,
leuchtet in der Darlegung der medizinischen Zusam
menhänge
sowie
in der Beurteilung der medizinischen Situation ein und die Schlussfolgerungen wurden nachvollziehbar begründet. Damit erfüllt das
neuropsychologisch-
psychiatrische
Gutachten die praxisgemässen Kriterien an ein beweiskräftiges Gutachten (vgl. vorst
ehend
E. 1.6
).
5
.2
Der neurop
s
ychologische Gutachter Dipl.-Psych.
E._
legte
nach umfassender Abklärung und Testung
in schlüssiger und nachvollziehbarer Weise dar,
dass sich in der neuropsychologischen Untersuchung insgesamt ein unauffälliges, durch
schnittliches kognitives Leistungsprofil gezeigt habe, weshalb keine Diagnose
mit
Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit
vorliege (vorstehend
E. 4
.9). So sei im Zentrum der neuropsychologischen Befundung die Überprüfung der psychomet
risch quanti
fizierbaren kognitiven und psychischen Leistungsfähigkeit gestanden. Dafür seien im Einzelnen die Funktionsbereiche „Aufmerksamkeit und Konzent
ration", „Exekutive Funktionen", „Lernen und Gedächtnis" sowie „Visuelle Wahr
nehmung" untersucht worden. Die Leistungen im Bereich Aufmerksamkeit und Konzentration könnten als unbeeinträchtigt eingestuft werden. Im Verlauf der
Untersuchung hätten sich gegen Ende keine klinischen Hinweise auf ein Nach
lassen der Belastbarkeit und Konzentrationsfähigkeit gezeigt. Die Lern- und
Gedächtnisleistungen würden einem alters- und bildungsbezogenen durch
schnitt
lichen Leistungsvermögen entsprechen. Bei den Exekutivfunktionen würden sich keine signifikanten Auffälligkeiten ergeben (
Urk.
7/225
S. 17 Ziff. 7).
Die U
ntersuchung habe insgesamt vier
Stunden gedauert, um unter anderem auch eine Einschätzung der psychischen Belastbarkeitsdauer in einem strukturierten Setting zu ermöglichen (S. 8 oben).
Gestützt auf die Abklärungen resultiere in Bezug auf
die allgemeine intellektuelle Leistungsfähigkeit des Beschwerdeführers ein geschätzte
r
Gesamt-IQ-Wert von mindestens 90 bis 95
, was
als normgerecht eingestuft werden
könne
(S. 16 Ziff. 4.3).
Aufgrund der
in der neuropsychologischen Unters
uchung
durchgeführten
umfangreichen
Testungen und der
erhobenen Befunde erscheint die von Dipl.-Psych.
E._
in neuropsychologischer Hinsicht attestierte 100%ige Arbeitsfähig
keit (vorstehend
E. 4
.9) a
ls nachvollziehbar
.
Daran vermag auch die Kritik des Beschwerdeführers, es ergebe sich aus dem Gutachten keine Erklärung für den verbesserten IQ-Wert (vgl.
Urk.
1 S. 9 unten), nichts zu ändern.
Gemäss dem Bericht von
Dr.
D._
hätten die kognitiven Tests eine leichte Intelligenzminderung mit erheblicher Varianz der Teilleistungen und insbesondere im Sprachbereich klar auffällig tiefen Kompetenzen ergeben
(
Urk.
7/187/2 oben), wobei die Testung vermutungsweise zu Beginn der Behand
lung im März 2018 erfolgt sein dürfte (vgl. S. 1 Mitte und S. 2 oben) und
damit
rund zwei Jahre vor der neuropsychologischen Untersuchung vom Juli 2020
(
Urk.
7/225 S. 1)
.
Diesbezüglich ist festzuhalten,
dass
detaillierte
Testresultate im Bericht von
Dr.
D._
fehlen
, so dass ein genauer Vergleich gar nicht möglich ist.
Indes ergibt
sich auch aus dem neuropsychologischen Gutachten betreffend die «Merkspanne Vorwärts verbal» ein eher unterdurchschnittlicher Wert (
Urk.
7/225/20), was jedoch nichts daran ändert, dass in überzeugender Weise in der Gesamtschau der neuropsychologischen Begutachtung keine die Arbeits
fähigkeit einschränkenden Diagnosen erhoben werden konnten.
Im Weiteren ist darauf hinzuweisen,
dass
die Ärztinnen der
Y._
in ihrem Abschlussbericht vom
Januar 2016 die Diagnose einer niedrigen Intelligenz
mit einem
IQ zwischen 74 und 84
festhielten
(vorstehend E. 4.5).
Daraus ergibt sich
einerseits
, dass der von
Dr.
D._
festgehaltene IQ
-Wert
nicht nur im Vergleich zur neuropsycho
logischen Begutachtung, sondern auch im Vergleich zur Untersuchung an der
Y._
tief ist, was
unbegründet blieb und damit
Dr.
D._
s Resultate in Zweifel
zu ziehen vermag.
Andererseits bemängelte d
er psychiatrische Gutachter
Dr.
F._
zu Recht die Diagnosestellung einer niedrigen Intelligenz bei einem IQ zwischen 74 und 84 (Urk. 7/227/1-28 S. 21 unten), liegt doch gemäss ICD-10
(F70)
eine leichte Intelligenzminderung erst bei einem IQ von 50-69 vor. Der
2016
ermittelte IQ zwischen 74 und 84 lag daher im Normbereich.
Schliesslich ging
auch
Dr.
D._
von einer verbesserungsfähigen Situation aus, zumal er über deutliche therapeutische Fortschritte berichtete und auf die weiter vorangehende zerebrale Reifung insbesondere frontal hinwies (
Urk.
7/187 S. 3).
Damit
bestehen auch im Bericht von
Dr.
D._
Hinweise
auf
eine Besserung hinsichtlich der neuropsychologischen Leistungsfähigkeit
.
Der Einwand des Beschwerdeführers hinsichtlich der verschiedenen Testergebnisse bezüglich IQ (Urk. 1 S. 9 f.
Rz
19) erweist sich somit
insgesamt
als unbegründet.
5
.3
Der psychiatris
che Gutachter
Dr.
F._
stellte in psychiatrischer Hinsicht die Diagnose einer akzentuierten Persönlichkeit mit dissozialen Anteilen (ICD-10 Z73; vorstehend
E. 4
.10). Bezüglich der Herleitung der Diagnose legte er dar, dass sich innerhalb der Aktendokumentation die Diagnose einer Hyperaktivität finde. Anlässlich der Untersuchung habe sich zu keinem Zeitpunkt eine psychomoto
rische Unruhe gezeigt. Zusätzlich würden sich nicht die typischen Zeichen von Einschränkung der Aufmerksamkeit oder Aktivität finden. Auch bei spezifischer Abfrage würden keine Symptome einer Aktivitäts- oder Aufmerksamkeitsstörung im Erwachsenenalter angegeben. Demnach sei nicht von einer nach der Kindheit und Jugend weiterbestehenden Aktivitäts- und Aufmerksamkeitsstörung auszu
gehen
(
Urk.
7/227 S. 17)
.
Zudem führte der Gutachter aus, dass sich keine Persönlichkeitsstörung finde. So finde sich kein Hinweis für eine emotional instabile Persönlichkeitsstörung. Es werde Impulsen zwar grundsätzlich nachgegangen, aber typische Kennzeichen einer
Borderline
-Struktur mit fehlenden inneren Präferenzen oder selbstschädi
gendem Verhalten fänden sich nicht. Der Beschwerdeführer könne eigene Anfor
derungen an die Umwelt klar formulieren. Es komme nicht zu intensiven oder unbeständigen Bez
iehungen, sondern Beziehungen wü
rden eher auf die sexuelle Komponente reduziert. Die sogenannte
histrionische
Persönlichkeitsstörung sei keine spezifische Persönlichkeitsstörung gemäss ICD-1
0.
Es komme zu Anteilen
von narzisstischen Strukturen mit übermässigen Anforderungen an die Gesell
schaft und das Gegenüber. Die Anforderungen an die Gesellschaft und an die Versorgung
wirkten insgesamt parasitär. Der Beschwerdeführer
empfinde nicht die Notwendigkeit, eigenes Geld zu verdienen, zum Beispiel, um für sein Kind aufzukommen. Zum aktuellen Zeitpunkt sei von einer akzentuierten Persönlich
keit im Sinne einer dissozialen Persönlichkeitsakzentuierung auszugehen. Bei einer eindeutigen dissozialen Persönlichkeitsstörung wären eher auch entspre
chende Delikte zu dokumentieren, die bisher nicht zu dokumentieren seien. Schliesslich gebe der Beschwerdeführer an, er habe teilweise täglich bis vor einem Jahr Marihuana zu sich genommen, hätte dies aber vor einem Jahr eingestellt und nur noch ein bis zwei Züge einmal pro Monat zu sich genommen. Bei der Angabe, dass eine entsprechende Urinuntersuchung durchgeführt würde, habe er dann angegeben, dass es schon sein könnte, dass er innerhalb der letzten vier Tage mindestens einmal einen Joint g
eraucht habe
. Es sei damit möglicherweise von einem schädlichen Gebrauch oder einer Abhängigkeit auszugehen. Eine genaue symptomatische Einordnung sei jedoch nicht möglich, da die Angaben des Beschwerdeführers eindeutig irreführend seien und hier keine adäquaten Angaben gemacht werden könnten (S. 17 f. Ziff. 6.2).
Die Herleitung und Begründung der Diagnose in psychiatrischer Hinsicht ist schlüssig und nachvollziehbar, weshal
b darauf abgestellt werden kann;
mithin
ist
von einer akzentuierten Persönlichkeit mit dissozialen Anteilen (ICD-10 Z73) aus
zugehen.
Die vom Gutachter
Dr.
F._
in psychiatrischer Hinsicht attestierte 100%ige Arbeitsfähigkeit (vorstehend E.
4
.10) erscheint nachvollziehbar, weshalb ebenfalls darauf abgestellt werden kann. Da
akzentuierte Persönlichkeitszüge (ICD-10 Z73.1)
gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung
als solche nicht unter den Begriff des rechtserheblichen Gesundheitsschadens fallen (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_558/2015 vom 22. Dezember 2015 E. 4.2.4), kann vorliegend auf die Durchführung eines strukturierten Beweisverfahrens (vgl. vorstehend
E. 1.5
) verzichtet werden.
5
.4
Der Beschwerdeführer stellte sich auf den Standpunkt, dass dem eingeholten neuropsychologisch-psychi
atrischen Gutachten keine Beweiskraft zukomme
(vorstehend E. 2.2)
.
Er
machte
geltend, dass
das Gutachten die durchgeführten beruflichen Massnahmen völlig ausser Acht
lasse. Insbesondere,
da vorliegend
erhebliche Divergenzen zwischen den Einschätzungen der Gutachter und den Resultaten der beruflichen Massnahmen beziehungsweise den tatsächlichen Arbeitsbemühungen bestünden
(
Urk. 1 S. 8 f.
Rz
18
).
Dem
Abschlussbericht
der
H._
vom 29. August 2017 (Urk. 7/149/1-4)
ist
zwar
, wie der Beschwerde
führer zu Recht ausführt
e
,
zu entnehmen, dass der Beschwerdeführer
für seine berufliche
Zukunft weiterhin auf einen geschützten Rahmen und psychosoziale Begleitung angewiesen sein werde. Eine Integration in den ersten Arbeitsmarkt sei nach Abschluss der einjährigen
PrA
Ausbildung als wenig bis
nicht
realistisch zu betrachten (S. 4).
Dieser Bericht lag
den Gutachtern zum Zeitpunkt der Begut
achtung des
Beschwerdeführer
s
jedoch
vor und wurde
somit
bei ihrer Beurteilung des Gesundheitszustands des
Beschwerdeführer
s
mitberücksichtigt
, auch wenn sich die Gutachter dabei nicht explizit
dazu
geäussert haben
(
vgl. Urk. 7/227/1-28 S. 7; Urk. 7/227/30-44 S. 13
).
Zu berücksichtigen ist
ferner
, dass der Abschlussbericht
vom August 2017
datiert
und mithin rund drei Jahre vor dem Gutachten erstellt wurde.
Dass sich seither eine Verbesserung infolge der Thera
pien und der Reifung eingestellt hat, ergibt sich aus den Berichten von
Dr.
C._
vom Januar 2019 und von
Dr.
D._
vom März 2019 (vgl. vor
stehend E. 4.7-4.8 sowie 5.2), womit die im Gutachten vom Dezember 2020 gestützt auf die Untersuchung vom Oktober 2020 nunmehr
begründeterweise
festgestellten Befunde zu überzeugen vermögen.
Der Beschwerdeführer machte zudem geltend, dass zwischen den Einschätzungen der Gutachter
bezüglich Diagnosen sowie
Arbeitsfähigkeit und den Beurteilungen der behandelnden Ärzte erhebliche Diskrepanz
en bestünden
(Urk. 1 S. 9 f.
Rz
19)
.
In Bezug auf die in der Kindheit und Jugend diagnostizierte Aktivitäts- und
Aufmerksamkeitsstörung (vgl.
E. 4
.5) legte der psychiatrische Gutachter
Dr.
F._
, wie bereits dargelegt,
in schlüssiger und nachvollziehbarer Weise dar, dass nun – im Erwachsenenalter – nicht mehr von einer solchen Störung auszugehen ist (
vgl.
vorstehend
E. 5
.3
)
.
Das Gleiche gilt für die in der Kindheit und Jugend diagnostizierte hyperkinetische Störung (vgl. vorstehend E.
4.3-4
.4).
Ausserdem kam es bei der neuropsychologischen Begutachtung nicht zu entspre
chenden Einschränkungen und der Beschwerdeführer hat während der psychi
atrischen Begutachtung ebenfalls nicht von entsprechenden Einschränkungen berichtet.
Dass diese Störungen noch vorhanden sein sollten, ergibt sich auch aus den Berichten der behandelnden Ärzte des Jahres 2019 nicht (vgl. vorstehend E.
4.7-4.8), weshalb nicht weiter darauf einzugehen ist.
Ausserdem legte der psychiatrische Gutachter
Dr.
F._
in schlüssiger und nachvollziehbarer Weise dar, dass
zum Begutachtungszeitpunkt im Oktober 2020 (vgl. vorstehend E.
4
.10)
keine Persönlichkeitsstörung
vorlag
(vorstehend E
.
5
.3). Auch ging weder der behandelnde Hausarzt
Dr.
C._
im Januar 2019 noch der den Beschwerdeführer
dazumal behandelnde
Psychiater
Dr.
D._
im März
2019 von einer Persönlichkeitsstörung aus (
vgl.
vorstehend
E. 4.7-4
.8).
D
er
Beschwerdeführer
bemängelte ferner
, dass sich der psychiatrische Gutachter
Dr.
F._
bei der Diagnosestellung und Beurteilung der Arbeitsfähigkeit auf
seine
Angaben gestützt habe
, die der Gutachter selber als widersprüchlich bezeichnet habe.
Aus den beruflichen Massnahmen und seinem Verhalten werde ersichtlich, dass er seine Fähigkeiten und Probleme nur ungenügend erkennen könne. Der psychiatrische Gutachter wäre deshalb vielmehr verpflichtet gewesen – unter Berücksichtigung der Fremdanamnese – abzuklären, ob sein Verhalten krankheitsbedingt sein könnte
(Urk. 1 S. 10
Rz
20)
.
Dr.
F._
legte in seinem psychiatrischen Gutachten dar,
dass sich beim
Beschwerdeführer
eine akzentu
ierte Persönlichkeit und eine Einnahme von
Cannabinoiden
finde,
letztere jedoch
nicht adäquat abgeklärt werden könne, weil entsprechende Fehlangaben gem
acht würden (vgl. vorstehend E. 5.3
).
Dr.
F._
kam angesichts der gestellten Diagnosen und der psychiatrischen Untersuchung zum Schluss, dass sich aus diesen leichtgradigen Einschränkungen
keine entsprechende
Funk
tionseinschrän
kung ergebe. Die entsprechende Gesamtsituation erkläre sich aus de
r
dissozialen Akzentuierung der Persönlichkeit bei früherer Hyperaktivität mit Aufmerksam
keitsstörung im Kindes- und Jugendalter (Urk. 7/227/1-28 S. 23 Ziff. 7.
4
).
Dabei
legte
Dr.
F._
nachvollziehbar dar, weshalb allfällige Widersprüche vorlie
gend nicht mit einer eingeschränkten Funktionsfähigkeit einhergehen (vgl.
Urk.
7/227/
20 und S.
22).
Bei dieser Ausgangslage erscheint es nachvollziehbar, dass d
er Gutachter es als nicht notwendig
befand
, eine Fremdanamnese zu erheben.
Schliesslich bemängelte der Beschwerdeführer, dass sich das neuropsychologisch-psychiatrische Gutachten nicht ausreichend mit den
Vorakten
auseinandergesetzt habe
, insbesondere auch in Bezug auf sein deliktisches Verhalten
(vorstehend E. 2.2
; Urk. 1 S. 10 f.
Rz
21). D
em
Abschlussbericht der
Y._
an die Jugend
anwaltschaft Zürich See/Oberland vom 25. Januar 2016
ist zu entnehmen, dass
sich
der Beschwerdeführer in der
Y._
vom 24. April 2014 bis zum 1. Dezember 2015
im Rahmen einer jugendstrafrechtlichen Massnahme nach Art. 15 des Bundesgesetzes über das Jugendstrafrecht (
JStG
)
aufgehalten hat (vorstehend
E. 4
.5; Urk. 7/114 S. 2 unten). Dieser Bericht la
g den Gutachtern zum Zeitpunkt der Begutachtung des Beschwerdeführers vor und wurde somit bei ihrer Beurteilung des Gesundheitszustands des Beschwerdeführers mitberücksichtigt
(vgl. Urk. 7/227/1-28 S. 7; Urk. 7/227/30-44 S. 13).
Dr.
F._
führte denn auch in seinem psychiatrischen Teilgutachten aus, dass sich bisher keine
schwer
gradige
Anklage oder Verurteilung finde, sodass eher nicht von einer
schwergra
digen
Struktur einer akzentuierten dissozialen Persönlichkeitsstruktur auszu
gehen sei. Die Struktur sei soweit kontrolliert und kompensiert, dass es nicht zu
schwergradigen
Verurteilungen komme (Urk. 7/227/1-28 S. 18 Ziff. 6.3).
Damit hat sich der psychiatrische Gutachter in ausreichender Weise mit dem deliktischen
Verhalten im Jugendalter auseinandergesetzt. Diesbezüglich ist erneut darauf hinzuweisen, dass auch
Dr.
D._
von therapeutischen Fortschritten berichtete
, so dass die Einschätzung von
Dr.
F._
als überzeugend erscheint (vgl. vor
stehend E. 4.8).
Die Einwendungen des
Beschwerdeführer
s erweisen sich demnach als unbe
gründet und vermögen
am Beweiswert des neuropsychologisch-psychiatrischen Gut
achtens nichts zu ändern.
5
.5
Zusammenfassend ist festzuhalten, dass
dem neuropsychologisch-psychiat
rischen
Gutachten
von Dipl.-Psych.
E._
und von
Dr.
F._
volle
r
Beweis
wert zu
kommt
, weshalb darauf abgestellt werden kann.
Gestützt auf das einge
holte neuropsychologisch-psychiatrische Gutachten ist demnach
erstellt
, dass der Beschwerdeführer an einer akzentuierten Persönlichkeit mit dissozialen Anteilen (ICD-10 Z73) leidet, welche sich nicht auf seine Arbeitsfähigkeit auswirkt. Der Beschwerdeführer ist somit als zu 100 % arbeitsfähig zu erachten.
6
.
Der Beschwerdeführer beantragte in seiner Beschwerde die Ausdehnung des Ver
fahrens auf berufliche M
assnahmen, da er weiterhin den Wunsch äussere, seine begonnen
e
berufliche Erstausbildung wiederaufzunehmen und abzuschliessen. Im Anschluss an weitere Abklärungen sei
en
im Rahmen einer allfälligen Rest
arbeitsfähigkeit auch berufliche Massnahmen neu zu prüfen (Urk. 1 S. 11 f.
Rz
24 f.). Angesichts des vorliegenden neuropsychologisch-psychiatrischen Gut
achtens ist der Beschwerdeführer nicht in seiner Arbeitsfähigkeit einge
schränkt (vorstehend
E. 5
.5), weshalb
keine weiteren Abklärungen
notwendig erscheinen. Ausserdem wurde in der angefochtenen Verfügung vom 25. März 2021 (Urk. 1) allgemein ein Anspruch des Beschwerdeführers auf Leistungen der Invaliden
versicherung verneint, mithin auch ein Anspruch auf berufliche Mass
nahmen
, was gestützt auf das neuropsychologisch-psychiatrische Gutachten nicht zu beanstanden ist
.
7.
7.1
Der
Beschwerdeführer
ersuchte am 11. Mai 2021 um Bewilligung der unentgelt
lichen Prozessführung und Rechtsvertretung (Urk. 1 S. 3, S. 14 f.
Rz
32 ff.). Die Voraussetzungen zur Bewilligung der unentgeltlichen Prozessführung und zur Bestellung einer unentgeltlichen Rechtsvertretung gemäss
§
16
Abs.
1 und
Abs.
2 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht (
GSVGer
) sind erfüllt (vgl. Urk. 3/3).
7.2
Die Verfahrenskosten gemäss
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG sind
ermessensweise auf Fr.
800.-- festzusetzen und ausgangsgemäss dem unterliegenden Beschwerde
führer aufzuerlegen, infolge bewilligter unentgeltlicher Prozessführung aber einstweilen auf die Gerichtskasse zu nehmen, dies unter Hinweis auf
§
16
Abs.
4
GSVGer
.
Für eine – wie vom Beschwerdeführer aufgrund der geltend gemachten Verlet
zung des rechtlichen Gehörs (vgl. vorstehend E.
3.1
)
–
anderweitige Auferlegung der Verfahrenskosten besteht ausgangsgemäss kein Raum.
7.3
Nach
§
34
Abs.
3
GSVGer
bemisst sich die Höhe der gerichtlich festzusetzenden Entschädigung nach der Bedeutung der Streitsache, der Schwierigkeit des Prozes
ses und dem Mass des Obsiegens, jedoch ohne Rücksicht auf den Streitwert. Gemäss
§
8 in Verbindung mit
§
7
Abs.
1 der Verordnung über die Gebühren, Kosten und Entschädigungen vor dem Sozialversicherungsgericht (
GebV
SVGer
) wird
–
auch im Rahmen der unentgeltlichen Rechtsvertretung
–
namentlich für unnötigen Aufwand kein Ersatz gewährt.
Der von Rechtsanwältin Stephanie C. Elms mit Eingabe vom 2. September 2021 geltend gemachte Aufwand von 14.5 Stunden und Fr. 121.80 Barauslagen (Urk. 9-10) ist der Bedeutung der Streitsache und der Schwierigkeit des Prozesses nicht angemessen, insbesondere aufgrund der Tatsache, dass sie den Beschwerde
führer schon im
Vorbescheidverfahren
vertrat und die Akten somit bekannt waren. Sodann entspricht die Beschwerdeschrift teilweise dem Einwand im
Vor
bescheidverfahren
(vgl. Urk. 7/235) und die Korrespondenz mit Dritten ist grund
sätzlich nicht in diesem Verfahren zu entschädigen.
Angesichts der zu studierenden gut 246 Aktenstücke der Beschwerdegegnerin, der etwa 15-seitigen Beschwerdeschrift, den Aufwendungen im Zusammenhang mit dem Gesuch um unentgeltliche
Rechtsverbeiständung
sowie der in ähnlichen Fällen zugesprochenen Beträgen ist die Entschädigung von Rechtsanwältin Stephanie C. Elms bei Anwendung des gerichtsüblichen Stundenansatzes von Fr. 2
2
0.-- (zuzüglich Mehrwertsteuer) auf Fr. 2'
7
00.-- (inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) festzusetzen
.