# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** bcddb6cb-9b2a-5c77-b71f-43cdc55f2373
**Court:** BE_VB
**Chamber:** BE_VB_001
**Year:** 2016
**Language:** de
**Jurisdiction:** BE / Espace_Mittelland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** Urban Planning and Environmental

## Facts

I. Sachverhalt
1. Der Beschwerdeführer 1 ist Eigentümer des Grundstücks Grindelwald
Grundbuchblatt Nr. E._ (D._) in der Landwirtschaftszone. Darauf
befand sich ein traditionelles Weidhaus. Der Beschwerdeführer 1 wollte das Gebäude
ursprünglich abbrechen und durch einen Neubau ersetzen. Nach mehreren
Voranfragen mit negativem Ergebnis erkundigte er sich beim Amt für Gemeinden und
Raumordnung (AGR), wie ein allfälliger Umbau mit Wohnraumerweiterung beurteilt
würde. Anlässlich einer Begehung vom 19. August 2008 stellte das AGR fest, dass der
Wohnteil eine Bruttogeschossfläche (BGF) von circa 42 m2 aufweise. Es hielt deshalb
fest, gemäss ständiger Praxis dürfe die Wohnfläche bei einer Erhaltung des Gebäudes
und ohne Volumenerweiterung um 60 Prozent erweitert werden. Am 8. April 2009
reichte der Beschwerdeführer 1 bei der Gemeinde Grindelwald ein Baugesuch ein für
die Sanierung und den Umbau des Gebäudes "D._". Im Gesuch wurde
angegeben, das bestehende Gebäude weise eine 2-Zimmer-Wohnung mit einer BGF
von 42.0 m2 auf. Geplant war, die Wohnnutzung um 25.6 m2 auf insgesamt 67.6 m2 zu
erweitern.1 Bestehende Nebennutzflächen (NNF) wurden keine ausgewiesen, neu
geplant waren 36 m2 NNF.2 Mit Verfügung vom 3. Juni 2009 erteilte das Amt für
Gemeinden und Raumordnung (AGR) die Ausnahmebewilligung nach Art. 24d Abs. 1
RPG3, da es aufgrund der Aktenlage davon ausging, dass die Wohnung im
massgeblichen Zeitpunkt von 1972 noch landwirtschaftlich genutzt worden war. Die
Gemeinde erteilte die Baubewilligung am 23. Juni 2009. Gemäss den massgebenden,
am 8. Juni 2009 abgestempelten Plänen, wurde die Erweiterung der Wohnnutzung auf
eine BGF von circa 68 m2, je ein Abstellraum im Erd- und Obergeschoss sowie ein
Untergeschoss unter dem Wohnteil mit einem kleinen Keller und einem Technikraum
(circa 22 m2) sowie einem Fundationsraum bewilligt, jedoch keine vollständige
Unterkellerung des ganzen Gebäudes.
Am 21. Juli 2010 stellte die Gemeinde fest, dass in Überschreitung der Baubewilligung
eine vollständige Erneuerung der Tragkonstruktion vorgenommen wurde. Deshalb
verfügte sie am 22. Juli 2010 einen Baustopp und verlangte ein
Projektänderungsgesuch. Anlässlich einer Begehung vom 27. Juli 2010, an der auch
1 Vgl. Vorakten Gemeinde Grindelwald "Umbau D._ I" 1856/2009, Formular 1.0 Baugesuch (pag. 1.11) und Flächennachweise (p. 2.0) 2 Formular BaB Bauen ausserhalb der Bauzone, Vorakten Gemeinde Grindelwald "Umbau D._ I" 1856/2009, pag. 4.0 f. 3 Bundesgesetz vom 22. Juni 1979 über die Raumplanung (Raumplanungsgesetz, RPG; SR 700)
3
ein Vertreter des AGR teilnahm, wurde das weitere Vorgehen besprochen. Gestützt
darauf reichten die Beschwerdeführenden am 29. Juli 2010 ein
Projektänderungsgesuch ein.4 Dieses bestand aus Projektplänen, in denen mit
Grünstift die Konstruktion eingezeichnet wurde5 sowie einem Detailplan6, dem die
einzelnen Elemente der Konstruktion entnommen werden konnten. Weil die
Beschwerdeführenden glaubhaft darstellen konnten, dass der Wohnteil des
Weidhauses schon vor 1972 nicht mehr landwirtschaftlich genutzt wurde, stimmte das
AGR der Projektänderung zu. Es erteilte mit Verfügung vom 16. August 2010 die
Ausnahmebewilligung neu nach Art. 24c RPG mit der Auflage, dass der Ökonomieteil
nicht so ausgestaltet werden dürfe, dass eine Wohnnutzung möglich werde, und dass
das Zweckentfremdungsverbot im Grundbuch anzumerken sei. Am 17. August 2010
hob die Gemeinde Grindelwald die Baueinstellungsverfügung auf und bewilligte die
Projektänderung ("Totalersatz der Tragkonstruktion aufgrund der schlechten
Bausubstanz; Ausnahmebewilligung neu nach Art. 24c RPG") unter anderem mit
folgenden Auflagen:
«- Ein Ausbau des Ökonomieteils (Stall und Heubühne und Garage mit darüberlegendem Luftraum) ist untersagt. In diesem Bereich darf nur gegenüber dem Wohnteil eine Wärmedämmung angebracht werden.
- Der Ökonomieteil (Stall und Heubühne) darf nicht zu Wohnzwecken genutzt werden. Dieses Zweckentfremdungsverbot wird im Grundbuch eingetragen.
- Im Untergeschoss/Fundation, dürfen die Lufträume ausserhalb des Keller- und Technikraums nicht zu Lagerräumen umgenutzt werden. Dieses Zweckentfremdungsverbot wird im Grundbuch eingetragen.»
Die Verfügungen erwuchsen unangefochten in Rechtskraft. Die Gemeinde nahm die
Grundbuchanmeldung im September 2010 vor.
2. Die Bauarbeiten wurden im Jahr 2011 abgeschlossen. Auf dem Formular
"Selbstdeklaration Baukontrolle 2" vom 29. Februar 20127 bestätigte der
Beschwerdeführer 1, dass das Bauvorhaben teilweise nicht nach Bewilligung
ausgeführt worden war und dass die Nebenbestimmungen teilweise nicht eingehalten
4 Vgl. Vorakten Gemeinde Grindelwald "Umbau D._ II" 1856/2009, pag. 54 5 Die von der Gemeinde abgestempelten Originalpläne fehlen in den Vorakten; ungestempelte Kopien der Pläne sind in den Vorakten Gemeinde Grindelwald "Umbau D._, Projektänderung" 2016/2014, pag. 78.5 ff. 6 Ausführungsplan der F._ AG, Vorakten Gemeinde Grindelwald "Umbau D._ I" 1856/2009, Register 5 7 Vorakten Gemeinde Grindelwald "Umbau D._ II" 1856/2009, pag. 26
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waren. Zur Begründung der Abweichungen führte er aus, im Baubewilligungsverfahren
sei die Praxis der Gemeinde in Sachen BGF-Berechnung für Weidhäuser nicht
berücksichtigt worden. Entsprechend seien Modifikationen notwendig geworden.
Zudem hielt er fest, das Objekt sei im Beisein eines Gemeinderats abgenommen
worden. Am 26. März 2012 führte der Vize-Gemeindepräsident eine Bauabnahme
durch. Dabei wurde festgestellt, dass das Gebäude gemäss den bewilligten Plänen
ausgeführt worden war.8 Am 16. April 2012 fand eine weitere Gebäudeabnahme statt.
Dabei wurde festgestellt, dass die äusseren Abmessungen den Plänen entsprechen.
Im Gebäudeinneren wurden hingegen verschiedene Änderungen gegenüber den
bewilligten Plänen festgestellt. Der Beschwerdeführer 1 begründete dies näher. Der
Vize-Gemeindepräsident vertrat die Auffassung, dass die Änderungen akzeptiert
werden könnten. Er forderte den Beschwerdeführer 1 auf, korrigierte Pläne
einzureichen.9
Am 28. März 2012 erkundete sich der Bauverwalter beim AGR, ob beim Gebäude
D._ die Löschung des Zweckentfremdungsverbots möglich sei. Das AGR
antwortete, dies sei nicht möglich. Ebenso sei an der Auflage festzuhalten, wonach im
Untergeschoss die Lufträume ausserhalb des Keller- und Technikraums nicht zu
Lagerräumen umgenutzt werden dürften.10 Gestützt auf eine Vereinbarung mit den
Beschwerdeführenden erteilte der Gemeinderat am 15. Mai 2012 dennoch die
Einwilligung zur Löschung für das ihm auf Grindelwald Grundbuchblatt Nr. E._
zustehende Zweckentfremdungsverbot.11 Nachdem das AGR Kenntnis von der
Löschung erhalten hatte, lud es die Gemeinde und das Regierungsstatthalteramt zu
einer Besprechung ein. In der Folge kündigte das Regierungsstatthalteramt im Februar
2013 an, dass es im D._ eine Bauabnahme durchführen werde. Diese
Abnahme fand am 13. September 2013 im Beisein des AGR statt. Dabei wurde
festgestellt, dass die ursprüngliche Baubewilligung vom 23. Juni 2010 und die
Projektänderungsbewilligung vom 17. August 2010 in verschiedener Hinsicht nicht
eingehalten wurden. Insbesondere war entgegen der Baubewilligung die mit einem
Zweckentfremdungsverbot belegte Garage ebenfalls zu Wohnraum umgebaut worden,
8 Bestätigung von G._ vom 4. April 2012 betreffend Bauabnahme D._, Vorakten Gemeinde Grindelwald "Umbau D._ II" 1856/2009, pag. 23 9 Vgl. Aktennotiz/Protokoll der Gebäudeabnahme vom 16. April 2012, bei der Gemeinde eingegangen am 10. September 2013, Vorakten Gemeinde Grindelwald "Umbau D._ II" 1856/2009, pag. 18 ff. 10 E-Mail-Wechsel zwischen dem Abteilungsleiter Hochbau und dem AGR, Vorakten Gemeinde Grindelwald "Umbau D._ II" 1856/2009, pag. 24 f. 11 Löschungsbewilligung, Vorakten Gemeinde Grindelwald "Umbau D._ II" 1856/2009, pag. 21
5
so dass das Wohnzimmer im Erdgeschoss anstelle der bewilligten 7.50 m eine Länge
von 9.90 m aufweist. Weiter wurde im Erdgeschoss ein nicht bewilligter Erker
eingebaut. Der Wohnraum im Obergeschoss wurde analog zum Erdgeschoss
ebenfalls länger als bewilligt gebaut. Im Erdgeschoss und im Obergeschoss hatte es
zusätzliche Fenster. Der bewilligte kleine Keller wurde doppelt so gross gebaut, wie
bewilligt und der Fundationsraum wurde als Weinkeller genutzt. Am 30. Dezember
2013 erliess das Regierungsstatthalteramt eine Wiederherstellungsverfügung und
verpflichtete die Beschwerdeführenden, in Bezug auf die gravierendsten
Überschreitungen der Baubewilligung den rechtmässigen Zustand wiederherzustellen.
3. Am 20. Februar 2014 reichten die Beschwerdeführenden ein nachträgliches Bau-
und Ausnahmegesuch ein. Mit Verfügung vom 22. Mai 2014 verweigerte das AGR die
beantragte Ausnahmebewilligung. Es begründete seinen Entscheid damit, dass das
bereits ausgeführte Projekt den Rahmen einer teilweisen Änderung deutlich sprenge
(Umgang, Erscheinung, Nutzungsmöglichkeit). Insbesondere würden durch die bereits
ausgeführten Erweiterungen der Nutzungsflächen die Rahmenbedingungen von Art.
24c RPG mehr als deutlich überschreiten. Die nutzbaren Flächen seien im Vergleich
zu der vor 2009 landwirtschaftsfremd genutzten Fläche (BGF 42 m2, NNF circa 18 m2)
um mehr als 400 Prozent erweitert worden. Die BGF betrage gemäss Berechnung des
Regierungsstatthalteramts neu 115 m2, gemäss Berechnung des AGR sogar 120 m2,
die NNF circa 165 m2. Die Unterkellerung sei nicht bewilligt worden. Eine allenfalls
notwendige Stabilisierung des Gebäudes hätte auch in anderer Form erreicht werden
können.
Mit Gesamtbauentscheid vom 4. Februar 2015 erteilte das Regierungsstatthalteramt
den Bauabschlag für die bereits ausgeführten Bauarbeiten. Es verpflichtete die
Beschwerdeführenden, in folgenden Bereichen den rechtmässigen Zustand
wiederherzustellen:
«- Der Wohnraum im Erdgeschoss und im Obergeschoss darf jeweils maximal 7.50 m lang sein. Die übrige Fläche, die in den bewilligten Plänen als Garage bzw. Heubühne bezeichnet wird, ist abzutrennen und darf nicht zu Wohnzwecken genutzt werden.
- Der Abstellraum im Erdgeschoss West (ehemaliger Stall) darf nicht zu Wohnzwecken genutzt werden. Das Zweckentfremdungsverbot gilt weiterhin.
- Das Obergeschoss West (ehemalige Heudiele) darf nicht zu Wohnzwecken genutzt werden. Das Zweckentfremdungsverbot gilt weiterhin.
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- Die Fenster im Erdgeschoss zur Garage und im Obergeschoss auf der Südseite sind jeweils durch ein Tor zu ersetzen.
- Der Lagerraum im Keller ist zu verschliessen, damit er nicht genutzt werden kann, d.h. der Keller ist in geeigneter Art und Weise aufzufüllen (z.B. mit Styropor), die Tür zu entfernen und zuzumauern. Für den Zugang zu allfälligen Installationen darf eine Service-Öffnung bestehen bleiben.»
Die Vorinstanz begründete den Bauabschlag damit, dass das AGR die
Ausnahmebewilligung nach Art. 24 RPG verweigert habe und dieser Entscheid für die
Baubewilligungsbehörde bindend sei. Ungeachtet der Verfügung des AGR liege
gestützt auf die Akten und den Augenschein vor Ort auch aus Sicht der Vorinstanz ein
krasser Fall einer Überschreitung einer Baubewilligung vor, der den Rahmen einer
massvollen Erweiterung einer altrechtlichen Baute sowohl in Bezug auf die zulässige
Erweiterung der Wohnnutzfläche als auch generell in Bezug auf das Kriterium der
Identität der Baute bei weitem sprenge.
4. Gegen die Verfügung des AGR sowie gegen den Gesamtbauentscheid des
Regierungsstatthalteramts reichten die Beschwerdeführenden am 9. März 2015
(Postaufgabe) Beschwerden bei der Bau-, Verkehrs- und Energiedirektion des Kantons
Bern (BVE) ein. Sie stellten folgende Rechtsbegehren:
«1. Der Gesamtentscheid des Regierungsstatthalteramts Interlaken-Oberhasli vom 4. Februar 2015 und die Verfügung des Amtes für Gemeinden und Raumordnung vom 22. Mai 2014 betreffend Ausnahmebewilligung nach Art. 24c RPG für das Bauen ausserhalb der Bauzone seien aufzuheben.
2. Den Beschwerdeführenden sei die beantragte Bewilligung und Ausnahmebewilligung mindestens für die Erweiterung der Wohnfläche im Erdgeschoss und im Obergeschoss, für die Änderung der Fassaden und Fenster auf der Südseite des Gebäudes sowie für den Fundationsraum im Untergeschoss zu erteilen.
3. Von den verfügten Wiederherstellungsmassnahmen betreffend den Wohnraum im Erdgeschoss und im Obergeschoss, betreffend die Fassaden und Fenster auf der Südseite des Gebäudes und betreffend den Fundationsraum im Untergeschoss sowie von der Einreichung einer Strafanzeige sei abzusehen.»
Zur Begründung führen sie aus, die angefochtenen Entscheide würden auf einer
unrichtigen und unvollständigen Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts
sowie auf einer fehlerhaften Anwendung der massgeblichen Bauvorschriften beruhen.
Sie rügen insbesondere, die vorbestehende BGF sei unrichtig festgestellt worden, weil
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die Kinderschlafkammer im Obergeschoss über der Küche nicht berücksichtigt worden
sei. Die vorbestehende BGF betrage 58 m2. Bei einer erlaubten Erweiterung von 60
Prozent resultiere eine zulässige BGF von 93 m2. Dies entspreche gemäss den
Berechnungen der Beschwerdeführenden ungefähr der tatsächlich realisierten
Hauptnutzfläche (HNF). Der Fundationsraum sei gemäss Bewilligung vom 17. August
2010 zulässig. Es könnten deshalb keine derart einschneidenden
Wiederherstellungsmassnahmen verfügt werden. Zudem würden die
Beschwerdeführenden beabsichtigen, diesen Raum für die Unterbringung der Batterie-
und Elektroanlagen der geplanten Fotovoltaikanlage zu nutzen. Die vergrösserte
Fensterfläche auf der Südseite stelle die Identität des Gebäudes nicht in Frage,
sondern führe zu einer ästhetischen Aufwertung und sei mit Blick auf die
wohnhygienischen Verhältnisse unerlässlich. Die Wohnraumerweiterung im Erd- und
Obergeschoss sei (weitgehend) bewilligungsfähig. Die Rückbaupflichten im
Wohnbereich und bei der Fassadengestaltung seien unverhältnismässig
einschneidend. Die Beschwerdeführenden dürften sich auf den Vertrauensschutz
berufen. Die Pflicht, den Fundationsraum aufzufüllen und zu verschliessen sei
unverhältnismässig und sachwidrig.
5. In seiner Stellungnahme vom 8. April 2015 beantragt das AGR die Abweisung
der Beschwerde. Es verweist auf seinen Entscheid vom 22. Mai 2014.
In ihrer Stellungnahme vom 8. April 2014 beantragt die Vorinstanz die Abweisung der
Beschwerde. Sie verzichtet auf eine detaillierte Vernehmlassung und verweist auf
ihren Gesamtentscheid. Zudem informiert sie über die in dieser Angelegenheit hängige
aufsichtsrechtliche Untersuchung gegen die Gemeinde.
In ihrer Stellungnahme vom 10. April 2015 beantragt die Gemeinde die Abweisung der
Beschwerde. Sie weist unter anderem darauf hin, dass die Beschwerdeführenden im
Baugesuch vom 15. April 2009 eine bestehende BGF von 42.00 m2 deklariert hätten.
Von einem Kinderzimmer im Obergeschoss sei während des gesamten
Baubewilligungsverfahrens nie die Rede gewesen. Die Beschwerdeführenden seien
deshalb auf der ursprünglich geschaffenen Entscheidbasis zu behaften.
8
6. Das Rechtsamt, das die Beschwerdeverfahren für die BVE leitet12, gab den
Beteiligten Gelegenheit, Schlussbemerkungen zum Verfahren einzureichen. Die
Beschwerdeführenden stellten daraufhin den Antrag, das Beschwerdeverfahren sei zu
sistieren, bis über das bei der Gemeinde hängige Baugesuch für die Erstellung einer
Fotovoltaikanlage mit Windrad beim Gebäude "D._" entschieden sei. Mit
Verfügung vom 10. August 2015 wies das Rechtsamt das Sistierungsgesuch ab und
gab den Beschwerdeführenden erneut Gelegenheit zur Einreichung von
Schlussbemerkungen. Statt Schlussbemerkungen einzureichen, beantragten die
Beschwerdeführenden, die Fotovoltaikanlage mit Windrad sei im Rahmen des
Beschwerdeverfahrens zu prüfen. Das AGR orientierte das Rechtsamt darüber, dass
es das Verfahren betreffend Bau einer Fotovoltaikanlage mit Windrad bis zum
rechtskräftigen Entscheid im vorliegenden Beschwerdeverfahren sistiert habe. Am 11.
November 2015 reichten die Beschwerdeführenden weitere Unterlagen ein. Die
Vorinstanz und die Gemeinde nahmen dazu Stellung. Mit Eingabe vom 29. Januar
2016 machten die Beschwerdeführenden von ihrem Replikrecht Gebrauch.
7. Auf die Rechtsschriften und Vorakten wird, soweit für den Entscheid wesentlich,
in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.

## Considerations

II. Erwägungen
1. Sachurteilsvoraussetzungen
a) Der Entscheid des Regierungsstatthalters von Interlaken-Oberhasli ist ein
Gesamtentscheid im Sinne von Art. 9 Abs. 1 KoG13, die Verfügung des AGR eine
weitere Verfügung im Sinne von Art. 9 Abs. 2 Bst. b KoG. Diese sind gestützt auf
Art. 11 Abs. 1 KoG in Verbindung mit Art. 5 Abs. 1 KoG mit Beschwerde nach Art. 40
Abs. 1 und 49 Abs. 1 BauG14 bei der BVE anfechtbar. Diese ist somit zur Beurteilung
der Beschwerde zuständig.
12 Art. 7 der Verordnung vom 18. Oktober 1995 über die Organisation und die Aufgaben der Bau-, Verkehrs- und Energiedirektion (OrV BVE; BSG 152.221.191) 13 Koordinationsgesetz vom 21. März 1994 (KoG; BSG 724.1) 14 Baugesetz vom 9. Juni 1985 (BauG; BSG 721)
9
b) Die Beschwerdeführenden waren am vorinstanzlichen Verfahren beteiligt. Da die
Vorinstanzen die Bewilligungen nicht erteilt und die Wiederherstellung des
rechtmässigen Zustands angeordnet haben, sind die Beschwerdeführenden durch die
angefochtenen Verfügungen besonders berührt und haben ein schutzwürdiges
Interesse an der Aufhebung oder Änderung der angefochtenen Verfügungen (Art. 65
Abs. 1 VRPG15).
c) Die Beschwerde ist innert der Rechtsmittelfrist eingereicht worden (Art. 40 Abs. 1
und Art. 49 Abs. 1 BauG). Sie enthält einen Antrag und eine Begründung (Art. 32 Abs.
2 VRPG). Die BVE tritt daher grundsätzlich auf die Beschwerde ein.
d) Die Beschwerde ist nur im Rahmen des Streitgegenstands zulässig. Dieser wird
durch den Gegenstand des angefochtenen Entscheids und durch die Parteibegehren
bestimmt, wobei der angefochtene Entscheid den möglichen Streitgegenstand
begrenzt.16 Angefochten werden kann die Verfügungsformel nur insoweit, als sie
verbindliche Anordnungen enthält. Gegen Dispositivteile ohne rechtliche Auswirkungen
steht hingegen kein Rechtsmittel offen.17 Keine verbindliche oder anfechtbare
Regelung eines Rechtsverhältnisses erfolgt insbesondere mit dem Entscheid,
Strafanzeige zu erstatten oder die Akten der strafrichterlichen Behörde zu übermitteln.
Solche Anordnungen sind somit nicht anfechtbar.18 Soweit die Beschwerdeführenden
verlangen, dass von einer Strafanzeige abzusehen sei, kann deshalb nicht auf die
Beschwerde eingetreten werden.
e) Die Beschwerdeführenden beantragen, es seien Parteibefragungen
durchzuführen. Dieser Beweisantrag ist abzuweisen, weil sich der für den vorliegenden
Entscheid rechtlich relevante Sachverhalt mit hinreichender Klarheit aus den Akten
ergibt und nicht ersichtlich ist, inwiefern die Abnahme weiterer Beweise zusätzliche
entscheidwesentliche Erkenntnisse liefern könnte.
15 Gesetz vom 23. Mai 1989 über die Verwaltungsrechtspflege (VRPG; BSG 155.21) 16 BGE 133 II 181 E.3.3 17 Merkli/Aeschlimann/Herzog, Kommentar zum bernischen VRPG, 1997, Art. 52 N. 12 18 Merkli/Aeschlimann/Herzog, Kommentar zum bernischen VRPG, 1997, Art. 49 N. 31
10
2. Rechtliches Gehör
a) Die Beschwerdeführenden machen geltend, sie hätten in ihrem Begleitschreiben
zum Baugesuch vom 20. Februar 2014, in ihrer Stellungnahme vom 22. September
2014 und in ihren Schlussbemerkungen vom 23. Januar 2015 begründet und belegt,
dass die bestehende Wohnfläche, der umstrittene Fundationsraum im Keller sowie die
Fassadengestaltung samt Befensterung bewilligt werden könnten. Das AGR sei weder
in seiner Verfügung vom 22. Mai 2014 noch in seinem Kurzbericht vom 18. November
2014 auf die Berechnungen und die neuen Unterlagen eingegangen, sondern habe
sich ausschliesslich auf die Angaben in der Wiederherstellungsverfügung gestützt.
Dieses Vorgehen sei mit der behördlichen Prüfungspflicht nicht vereinbar. Eine weitere
Gehörsverletzung bestehe darin, dass das Regierungsstatthalteramt die im Dezember
2014 nachgereichte Fotodokumentation19 nicht dem AGR zur Beurteilung vorgelegt
habe, obwohl diese rechtlich relevant sei. Sie zeigten, dass das Obergeschoss im
Bereich der alten Kinderschlafkammer isoliert gewesen sei und damit als
vorbestehende BGF angerechnet werden könne.
b) Der Anspruch auf rechtliches Gehör nach Art. 21 ff. VRPG gibt den Parteien das
Recht, sich zur Sache zu äussern, erhebliche Beweise beizubringen, Einsicht in die
Akten zu nehmen, mit erheblichen Beweisanträgen gehört zu werden und an der
Erhebung wesentlicher Beweise entweder mitzuwirken oder sich zumindest zum
Beweisergebnis zu äussern. Er verlangt von der Behörde, dass sie die Vorbringen der
Betroffenen "tatsächlich hört, ernsthaft prüft und in ihrer Entscheidfindung angemessen
berücksichtigt."20 Nach Art. 52 Abs. 1 Bst. b VRPG muss eine Verfügung eine
Begründung enthalten. Eine Begründung muss so abgefasst sein, dass die
Betroffenen die Verfügung sachgerecht anfechten können. Es müssen wenigstens
kurz die Überlegungen genannt werden, von denen sich die Behörde hat leiten lassen
und auf die sich ihr Entscheid stützt. Die Behörde muss jedoch nicht auf jedes
Argument der Parteien eingehen; es genügt, wenn sie sich mit den wesentlichen
Gesichtspunkten auseinandergesetzt hat.21
19 Vgl. Akten Regierungsstatthalteramt, pag. 84 20 BGE 136 I 184 E. 2.2.1, mit weiteren Hinweisen 21 BVR 2013 S. 443 E. 3.1.1; Merkli/Aeschlimann/Herzog, Kommentar zum bernischen VRPG, 1997, Art. 52 N. 5
11
c) Das AGR hat in seiner Verfügung vom 22. Mai 2015 ausgeführt, warum die
Ausnahmebewilligung nach Art. 24c RPG für die über die ursprüngliche Bewilligung
hinausgehende Sanierung und Erweiterung des Gebäudes "D._" nicht
nachträglich erteilt werden kann. Diese sprengt gemäss seiner Beurteilung den
Rahmen einer teilweisen Änderung bezüglich Umfang, Erscheinung und
Nutzungsmöglichkeiten deutlich. Dass es sich für diese Beurteilung unter anderem auf
die ursprüngliche Bewilligung aber auch auf Berechnungen aus dem
Wiederherstellungsverfahren gestützt hat, ist nicht zu beanstanden, bilden doch diese
Unterlagen Bestandteil der für die Beurteilung massgeblichen Akten. Zudem hat das
AGR die aktuell vorhandene BGF selber berechnet und festgehalten, dass diese
mindestens 120 m2 betrage. Es hat in seiner Verfügung auch ausgeführt, warum es die
neuen Flächenberechnungen der Beschwerdeführenden nicht für massgebend
erachtet und es hat darauf hingewiesen, dass es die Unterkellerung in der heutigen
Form nicht bewilligt habe. Es ist somit hinreichend auf die neuen Berechnungen und
Unterlagen eingegangen. Allein der Umstand, dass das AGR nicht zum gleichen
Schluss kam wie die Beschwerdeführenden und die realisierte Wohnfläche, den
Fundationsraum im Keller sowie die Fassadengestaltung samt Befensterung als nicht
bewilligungsfähig beurteilte, stellt keine Verletzung der Prüfungspflicht dar.
d) Die Vorinstanz hat den massgeblichen Sachverhalt detailliert abgeklärt. Sie hat
die erforderlichen Amts- und Fachberichte eingeholt, einen Augenschein durchgeführt
und auf Wunsch der Beschwerdeführenden an einer informellen Besprechung
teilgenommen. Die Beschwerdeführenden konnten mehrmals Stellung zu den
Beweismitteln nehmen. Thema war insbesondere, ob der als Kinderschlafzimmer
bezeichnete Raum oberhalb der Küche als Wohnfläche anrechenbar sei oder nicht.
Das AGR hatte in seiner Verfügung vom 22. Mai 2014 ausgeführt, dass das ehemalige
"Gliger" im Obergeschoss mangels genügender Raumhöhe und genügender
Befensterung nicht als ursprünglich bestehende BGF angerechnet werden könne. Die
Beschwerdeführenden begründeten in ihrem Schreiben vom 22. September 2014 ihre
abweichende Auffassung. In seiner Stellungnahme vom 18. Oktober 2014 zu den
Ausführungen der Beschwerdeführenden hielt das AGR an seiner ablehnenden
Verfügung vollumfänglich fest. Die Vorinstanz hat in ihrem Entscheid eingehend
begründet, warum sie auf eine weitere Stellungnahme des AGR zu den
nachgereichten Beweismitteln (insbesondere Fotodokumentation und schriftliche
Erklärung des ehemaligen Bauverwalters) verzichtet bzw. warum sie diese ungeachtet
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ihrer Beweiskraft als untauglich erachtet hat, das AGR zu einer anderen rechtlichen
Beurteilung zu veranlassen. Bei dieser Ausgangslage stellt es eine zulässige
antizipierte Beweiswürdigung dar, auf eine erneute Stellungnahme des AGR zu
verzichten, da davon kein massgeblicher weiterer Erkenntnisgewinn erwartet werden
musste. Insbesondere durfte die Vorinstanz ohne weitere Abklärungen gestützt auf
den willkürfrei erstellten Sachverhalt davon ausgehen, dass der Umstand, dass der
fragliche Raum als Kinderschlafkammer genutzt und isoliert worden war, keinen
Einfluss auf die Beurteilung hat, ob dieser als ursprünglich bestehende BGF
angerechnet werden kann. Sie hat deshalb zu Recht auf eine nochmalige Beurteilung
des AGR verzichtet.
e) Zusammenfassend steht fest, dass die Vorinstanz und das AGR das Vorhaben
und die Unterlagen der Beschwerdeführenden sorgfältig und ernsthaft geprüft haben.
Ihre Entscheide sind eingehend begründet und setzten sich mit sämtlichen
wesentlichen Vorbringen der Beschwerdeführenden auseinander. Eine Verletzung des
Anspruchs der Beschwerdeführenden auf rechtliches Gehör liegt nicht vor.
3. Fundationsraum
a) Es ist im Grundsatz nicht bestritten, dass das Gebäude "D._" in
Überschreitung der Baubewilligung vom 23. Juni 2009 und der
Projektänderungsbewilligung vom 17. August 2010 ausgebaut wurde. Die
Beschwerdeführenden machen einzig geltend, der Fundationsraum sei bewilligt
worden. Bereits im Rahmen des ersten Bewilligungsverfahrens, spätestens jedoch bei
der Erteilung der Projektänderungsbewilligung sei klar gewesen, dass das gesamte
Gebäude unterkellert werde. Dies sei anlässlich der Begehung vom 27. Juli 2010
eingehend erörtert worden. Im Protokoll stehe ausdrücklich, dass die Fundation bereits
in einer frühen Phase mit dem Vertreter des AGR besprochen worden sei und dass die
vorliegende Situation toleriert werde. Zudem sei bereits aus dem Fundationskonzept
vom 14. Oktober 2009 und den zugehörigen Plänen ersichtlich, dass ein vollständiges
Untergeschoss erforderlich sei und dass der Fundationsraum eine Höhe von circa 2.30
m sowie ein Streifenfundament aufweisen werde. Mit der Bewilligung vom 17. August
2010 sei die Zulässigkeit des bestehenden Fundationsraums ausdrücklich bestätigt
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worden, mit der Auflage, dass dieser nicht als Lagerraum genutzt werden dürfe. Es
gehe deshalb nicht an, dass der Raum nun als nicht bewilligt beurteilt werde.
b) Grundsätzlich gilt, dass Bauarbeiten, die nicht aus der Baubewilligung oder den
genehmigten Plänen hervorgehen, nicht bewilligt worden sind. Es ist Sache der
Bauherrschaft, diese Vermutung zu zerstören. Die Beweislast für das Vorhandensein
einer Baubewilligung liegt somit bei ihr. Bei Unklarheiten zwischen dem Text der
Baubewilligung und den bewilligten Plänen kommt Letzteren der Vorrang zu.
Entscheidend kann auch das Baugesuch sein, indem eine darin enthaltene Angabe als
genehmigt gilt, wenn die Baubewilligung oder die Pläne nichts Abweichendes
festlegen.22 Gemäss den von der Gemeinde am 8. Juni 2009 abgestempelten Plänen,
die der Baubewilligung vom 23. Juni 2009 zugrunde liegen, wurde keine vollständige
Unterkellerung des Gebäudes bewilligt. Bewilligt wurde lediglich ein Kellergeschoss
unter dem Wohnteil mit einem Keller und einem Technikraum sowie einem
Fundationsraum. Im Bereich des Ökonomieteils ist demgegenüber weder eine
Unterkellerung noch eine Fundation bewilligt.
c) Den Vorakten der Gemeinde lässt sich entnehmen, dass im Nachgang der
Bewilligung die Erstellung eines Kastenfundaments und dessen teilweise Auffüllung
mit Erde oder einem anderen Füllmaterial ein Thema war.23 Anlässlich der Begehung
vom 27. Juli 2010 hielt der Bauverwalter dazu fest, die heute vorhandene Fundation
werde toleriert, obschon eine weitreichende Lösung erfolgt sei.24 Mit Schreiben vom
29. Juli 2010 reichten die Beschwerdeführenden unter anderem die ursprünglich
bewilligten Projektpläne (bzw. eine Kopie davon) ein, in denen mit grünem Leuchtstift
die Konstruktion eingezeichnet wurde.25 Sie erläuterten die Anpassungen und hielten
ausdrücklich fest, eine eigentliche Projektänderung habe nicht stattgefunden. Weder
dem Schreiben noch den Plänen26 lässt sich entnehmen, dass eine Bewilligung der
Unterkellerung oder des Fundationsraums beantragt wurde.
22 Aldo Zaugg/Peter Ludwig, Kommentar zum Baugesetz des Kantons Bern, 4. Aufl., Band I, Bern 2013, Art. 46 N. 9b Bst. c, mit weiteren Hinweisen 23 Vgl. Vorakten Gemeinde Grindelwald "Umbau D._ II" 1856/2009, insbesondere Gesprächsnotiz der Bauverwaltung vom 21. September 2009 (p. 60), Schreiben des Beschwerdeführers vom 20. April 2010 (p. 58 ff.) und Protokoll vom 30. Juli 2010 der Begehung vom 27. Juli 2010 (p. 52 f.) 24 Vgl. Vorakten Gemeinde Grindelwald "Umbau D._ II" 1856/2009, Protokoll vom 30. Juli 2010 der Begehung vom 27. Juli 2010, p. 52.1 25 Vgl. Schreiben vom 29. Juli 2010, Vorakten Gemeinde Grindelwald "Umbau D._ II" 1856/2009, pag. 54 sowie Telefonnotiz des Gemeindepräsidenten vom 12. August 2010, Vorakten Gemeinde Grindelwald "Umbau D._ II" 1856/2009, pag. 44 f. 26 Vgl. ungestempelte Kopien der Pläne, Vorakten Gemeinde Grindelwald "Umbau D._, Projektänderung" 2016/2014, pag. 78.5 ff.
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d) Die am 17. August 2010 bewilligte Projektänderung umfasst (einzig) den
Totalersatz der Tragkonstruktion aufgrund der schlechten Bausubstanz und die neue
Ausnahmebewilligung nach Art. 24c RPG (statt Art. 24d RPG). Die vollständige
Unterkellerung bzw. der Fundationsraum wird bei der Umschreibung der
Projektänderung nicht erwähnt. Aus der Auflage, wonach im Untergeschoss/Fundation
die Lufträume ausserhalb des Keller- und Technikraumes nicht zu Lagerräumen
umgenutzt werden dürfen, lässt sich lediglich schliessen, dass bezüglich
Untergeschoss und Fundationsraum auf die Wiederherstellung des rechtmässigen
Zustands verzichtet wurde. Hingegen umfasst die Projektänderungsbewilligung vom
17. August 2010 keine Bewilligung für die Erweiterung des Untergeschosses bzw. des
Fundationsraumes auf das ganze Gebäude. Die Vorinstanz ist somit zu Recht zum
Schluss gelangt, dass insoweit keine Baubewilligung vorliegt.
4. Nachträgliches Baugesuch und Projektänderung
a) Die Beschwerdeführenden reichten am 20. Februar 2014 ein nachträgliches
Baugesuch für das tatsächlich Ausgeführte ein. Während des Beschwerdeverfahrens
reichten sie bei der Gemeinde ein neues Baugesuch für die Erstellung einer
Fotovoltaikanlage mit Windrad ein. Sie beabsichtigen, die gesamte Technik der beiden
Anlagen im ohne Bewilligung erstellten Fundationsraum im Untergeschoss
unterzubringen. Ursprünglich planten sie eine rund 60 m vom Hauptgebäude entfernte,
freistehende Fotovoltaikanlage mit 100 m2 Kollektorfläche. Aufgrund einer negativen
Stellungnahme des AGR änderten sie ihr Projekt. Dieses sieht vor, dass das gegen
Süden gerichtete Hauptdach und das nach Westen orientierte Vordach mit Solarpanels
eingedeckt werden. Zusätzlich soll eine kleine freistehende Anlage rund 20 m neben
dem Gebäude erstellt werden. Die Beschwerdeführenden machen geltend, ihnen
würde offensichtlich ein bedeutender Schaden entstehen, wenn sie den
Fundationsraum gemäss Wiederherstellungsverfügung zunächst auffüllen und
verschliessen müssten, diese Arbeiten aber nach erteilter Bewilligung für die
Fotovoltaikanlage wieder rückgängig machen dürften. Da die Solarpanels das ganze
Süddach beanspruchten, würden keine Dachflächenfenster für die Belichtung des
Obergeschosses mehr zur Verfügung stehen. Damit die rechtlichen Vorgaben über die
Belichtung von Wohnräumen erfüllt werden könnten, sei es unerlässlich, dass das
Fenster auf der Südseite des Gebäudes im Obergeschoss bestehen bleibe und nicht
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durch ein Tor ersetzt werden müsse. Dies sei im Übrigen auch aus ästhetischen
Gründen sinnvoll. Zwei strittige Wiederherstellungsmassnahmen würden somit vom
Ausgang des Bewilligungsverfahrens abhängen. Es dränge sich deshalb auf, das
Beschwerdeverfahren zu sistieren. Das Rechtsamt der BVE hat das Sistierungsgesuch
mit Verfügung vom 10. August 2015 abgewiesen. Die Beschwerdeführenden
beantragen deshalb mit Eingabe vom 1. September 2015, die Projektänderung sei im
Rahmen des Beschwerdeverfahrens zu prüfen.
b) Wird ein Bauvorhaben ohne Baubewilligung oder in Überschreitung einer
Baubewilligung ausgeführt oder werden bei der Ausführung eines bewilligten
Vorhabens Vorschriften missachtet, setzt die Baupolizeibehörde der jeweiligen
Grundeigentümerschaft eine angemessene Frist zur Wiederherstellung des
rechtmässigen Zustands unter Androhung der Ersatzvornahme (Art. 46 Abs. 1 und 2
BauG). Die Wiederherstellungsverfügung wird aufgeschoben, wenn die oder der
Pflichtige innert 30 Tagen seit ihrer Eröffnung ein Gesuch um nachträgliche
Baubewilligung einreicht (Art. 46 Abs. 2 Bst b BauG). Im nachträglichen
Baubewilligungsverfahren ist gegebenenfalls zu prüfen, ob das Bauvorhaben
wenigstens teilweise bewilligt werden kann (Art. 46 Abs. 2 Bst. c BauG). Bei
vollständiger oder teilweiser Bewilligung des Bauvorhabens fällt die
Wiederherstellungsverfügung im entsprechenden Umfang dahin (Art. 46 Abs. 2 Bst. d
BauG). Im Fall des Bauabschlags entscheidet die Baubewilligungsbehörde zugleich
darüber, ob und inwieweit der rechtmässige Zustand wiederherzustellen ist; sie setzt
dafür gegebenenfalls eine neue Frist (Art. 46 Abs. 2 Bst. e BauG).
c) Im nachträglichen Baubewilligungsverfahren ist somit zu prüfen, ob und inwiefern
das ausgeführte Bauvorhaben den massgeblichen öffentlichen Bauvorschriften
entspricht und ganz oder teilweise bewilligt werden kann. Ist es als Ganzes nicht
bewilligungsfähig, sind die Behörden verpflichtet, von Amtes wegen zu prüfen, ob
wenigstens ein Teil des Bauvorhabens bewilligt werden kann. Die Bauherrschaft hat im
Rahmen des nachträglichen Baugesuchs- und Wiederherstellungsverfahren die
Möglichkeit, ihre Vorstellungen über die allfällig anzuordnenden
Wiederherstellungsmassnahmen einzubringen. Allfällige Eventualanträge sind auch in
oberen Instanzen noch entgegenzunehmen. Diese Abweichung vom normalen
Projektänderungsverfahren rechtfertigt sich, weil das Bauvorhaben bereits ausgeführt
16
ist.27 Nach der Rechtsprechung des Verwaltungsgerichts ergibt sich aus Art. 46 Abs. 2
Bst. c BauG somit die Möglichkeit, auch noch vor dem Verwaltungsgericht eine
Baubewilligung zu beantragen, die weniger weit als das ursprüngliche Gesuch geht.
Der Sinn dieser vom Grundsatz abweichenden Regelung liegt darin, dass es unsinnig
wäre, für ein bereits ausgeführtes Vorhaben den vollständigen Bauabschlag zu
verfügen, im Wiederherstellungsverfahren jedoch bloss einen Teil der ausgeführten
Bauarbeiten rückgängig machen zu lassen mit der Begründung, ein vollständiges
Entfernen der umstrittenen Bauteile wäre unverhältnismässig, da für diese jederzeit ein
neues Baugesuch gestellt werden könnte, das ohne Weiteres bewilligungsfähig wäre.
Zudem würde in diesem Fall die formelle Rechtswidrigkeit der belassenen und an sich
bewilligungsfähigen Bauteile zu Unrecht weiterbestehen bleiben. Einer materiellen
Beurteilung von Eventualbegehren steht deshalb nichts entgegen.28
d) Sofern die Aussicht besteht, dass der baurechtswidrige Zustand durch
Änderungen materiell baurechtskonform gestaltet werden kann, steht es der
Bauherrschaft offen, im Rahmen des nachträglichen Baubewilligungsverfahrens ein
entsprechend abgeändertes Baugesuch einzureichen oder einen Eventualantrag zu
stellen. Beim fraglichen Gesuch handelt es sich jedoch inhaltlich nicht um eine solche
Projektänderung oder einen Eventualantrag, der das nachträgliche Baugesuch direkt
betrifft. Die Beschwerdeführenden beantragen nicht die teilweise Bewilligung oder eine
untergeordnete Änderung des bereits Gebauten, sondern sie stellen ein neues
Baugesuch für den Bau einer Fotovoltaikanlage mit Windrad. Sie haben es deshalb zu
Recht bei der Gemeinde eingereicht. Solange das Baubewilligungsverfahren dort
rechtshängig ist, ist es einer anderen Behörde grundsätzlich untersagt, sich mit der
Angelegenheit zu befassen.29 Die BVE kann sich deshalb bereits aus diesem Grund
nicht mit dem neuen Baugesuch befassen. Allein der Umstand, dass das vorliegende
Beschwerdeverfahren einen Einfluss auf die Beurteilung der Bewilligungsfähigkeit
haben könnte, hat nicht zur Folge, dass die BVE das neue Baugesuch als erste
Instanz beurteilen kann. Die Beschwerdeführenden räumen im Übrigen selber ein,
dass die Absicht, eine Fotovoltaikanlage zu realisieren, nicht neu ist. Ähnlich wie bei
einem verspätet eingereichten nachträglichen Baugesuch kann die Rechtsmittelinstanz
in solchen Fällen die Bewilligungsfähigkeit allenfalls summarisch prüfen und das
27 Aldo Zaugg/Peter Ludwig, Kommentar zum Baugesetz des Kantons Bern, 4. Aufl., Band I, Bern 2013, Art. 46 N. 14, mit weiteren Hinweisen 28 VGE 19636 vom 28. Februar 1996 E. 4 b, 19167 vom 16. Januar 1995 E. 2b, 29 Markus Müller, Bernische Verwaltungsrechtspflege, Bern 2011, S. 53
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Ergebnis bei der Beurteilung der Verhältnismässigkeit der Wiederherstellung
berücksichtigen.30
5. Bewilligungsfähigkeit des Bauvorhabens
a) Das nachträgliche Baubewilligungsverfahren wird wie ein gewöhnliches
Verfahren eingeleitet und durchgeführt (Art. 32 ff. BauG). Zu klären ist, ob für die in
Überschreitung der Bewilligung ausgeführten Teile nachträglich im Rahmen der
Besitzstandsgarantie eine Ausnahme gewährt werden kann (Art. 24c RPG). Dass
andere Ausnahmetatbestände vorliegen würden, wird nicht geltend gemacht und ist
auch nicht ersichtlich. Nachträgliche Baugesuche sind grundsätzlich nach dem zur Zeit
der (unbewilligten) Ausführung des Bauvorhabens anwendbaren Recht zu beurteilen.
Späteres Recht ist nur anzuwenden, wenn es für die Bauherrschaft günstiger ist oder
wenn die Bauherrschaft das Baubewilligungserfordernis in der Absicht missachtet hat,
dem späteren strengeren Recht zuvorzukommen.31 Am 1. November 2012 sind die
neuen Absätze 2-5 von Art. 24c RPG32 und die dazugehörigen, neu formulierten
Verordnungsbestimmungen von Art. 41 und 42 RPV33 in Kraft getreten. Diese Revision
bezweckt, den Anwendungsbereich von Art. 24c RPG auf alle nichtlandwirtschaftlich
genutzten Wohnbauten mit angebauten Ökonomieteilen auszudehnen, ohne dabei die
übrigen Voraussetzungen für eine Ausnahmebewilligung zu erleichtern.34 Nach der
alten und neuen Fassung von Art. 42 Abs. 1 RPV sind Änderungen an Bauten und
Anlagen zulässig, wenn die Identität der Baute oder Anlage einschliesslich ihrer
Umgebung in den wesentlichen Zügen gewahrt bleibt. Art. 42 Abs. 3 RPV regelt
weiterhin mit messbaren Kriterien die äusserste Grenze von Erweiterungen
ausschliesslich innerhalb (Bst. a) bzw. teilweise oder ganz ausserhalb (Bst. b) des
bestehenden Gebäudevolumens.
b) Aus den Akten ergibt sich zwar nicht eindeutig, wann das Gebäude
"D._" ausgebaut wurde; da die Arbeiten aber nach Angaben der
30 Vgl. dazu Aldo Zaugg/Peter Ludwig, Kommentar zum Baugesetz des Kantons Bern, 4. Aufl., Band I, Bern 2013, Art. 46 N. 15a 31 BGE 123 II 248 E. 3a/bb, 104 1b 301 E. 5c; BVR 1997 S. 23 E. 2; Aldo Zaugg/Peter Ludwig, Kommentar zum Baugesetz des Kantons Bern, 4. Aufl., Band I, Bern 2013, Art. 46 N. 14a 32 Vgl. Änderung vom 23. Dezember 2011; AS 2012 S. 5535 33 Vgl. Änderung vom 10. Oktober 2012; AS 2012 S. 5537 34 Vgl. Bericht der Kommission für Umwelt, Raumplanung und Energie des Nationalrats vom 22.8.2011 zur Standesinitiative Bauen ausserhalb der Bauzone, in BBI 2011 S. 7083 ff.; vgl. auch BGer 1C_187/2011 vom 15.3.2012, in ZBI 2012 S. 610 E. 3.3
18
Beschwerdeführenden im Jahr 2011 abgeschlossen wurden und die Selbstdeklaration
Baukontrolle 2 vom 29. Februar 2012 datiert ist, beurteilt sich die nachträgliche
Ausnahmebewilligung grundsätzlich nach den bis zum 31. Oktober 2012 gültig
gewesenen alten Fassungen von Art. 24c Abs. 2 RPG (nachfolgend: aArt. 24c Abs. 2
RPG35) und Art. 41 und 42 RPV (nachfolgend aArt. 41 und 42 RPV36). Da der Wohnteil
gemäss den Angaben der Beschwerdeführenden im Projektänderungsverfahren vor
1972 nicht mehr landwirtschaftlich genutzt wurde, fiel er bereits vor dem 1. November
2012 in den Anwendungsbereich von Art. 24c RPG; das neue Recht ist insoweit nicht
vorteilhafter. Es besteht auch kein Unterschied bei den zulässigen Maximalwerten für
Erweiterungen. Die Berechnungsweise für den Flächenvergleich führen nach altem
und neuem Recht zum gleichen Ergebnis. Demnach ist altes Recht anwendbar.
c) Die Beschwerdeführenden machen geltend, die angefochtenen Verfügungen
basierten auf einem unrichtig festgestellten Sachverhalt. Das AGR sei von einer
altrechtlich bestehenden BGF von 42 m2 ausgegangen, weshalb es eine Erweiterung
der BGF auf über 68 m2 hinaus als nicht bewilligungsfähig erachtet habe. Das AGR
lasse ausser Acht, dass sich im Obergeschoss über der Küche eine
Kinderschlafkammer befunden habe, die entsprechend der jahrzehntelangen Usanz
der Gemeinde sowie gemäss den Vorgaben von aArt. 93 Abs. 2 BauV37 anrechenbar
sei. Die Beschwerdeführenden hätten dazu Bestätigungen der früheren Mieter und des
ehemaligen Bauverwalters eingereicht. Zudem hätten sie im vorinstanzlichen
Verfahren eine Fotoaufnahme vorgelegt, die zeige, dass das Dach und die Wände im
Bereich der ehemaligen Kinderschlafkammer isoliert und mit Täfer versehen waren.
Das AGR und das Regierungsstatthalteramt hätten eine Anrechnung dieser Fläche mit
dem Hinweis auf die ungenügenden wohnhygienischen Verhältnisse abgelehnt. In
alten Weidhäusern seien die neurechtlichen wohnhygienischen Vorschriften kaum
eingehalten worden. Bei solchen alten Gebäuden seien insbesondere die
Fensterflächen relativ klein und die Raumhöhen gering. Für die Frage der
Anrechenbarkeit von altrechtlich bestehenden BGF könne deshalb nicht auf die im
Jahr 1985 erlassenen Vorschriften über die Wohnhygiene abgestellt werden.
Massgebend müssten viel mehr die vorbestehenden tatsächlichen
Nutzungsverhältnisse sowie die lokalen Usanzen sein. Im Rahmen des ersten
Baubewilligungsverfahrens habe keine Veranlassung bestanden, die
35 AS 2000 S. 2042 36 AS 2000 S. 2042, AS 2007 S. 3641 37 Bauverordnung vom 6. März 1985 (BauV; BSG 721.1)
19
Kinderschlafkammer im Obergeschoss zu thematisieren, da die Berücksichtigung der
betreffenden Fläche für die Bewilligung nicht erforderlich gewesen sei. Wenn das AGR
diese Fläche nicht anrechnen wolle, so stehe dies in klarem Widerspruch zu anderen
Fällen, in welchen solche Räume als vorbestehende BGF berücksichtigt worden seien.
Beim Weidhaus "D._" sei von einer vorbestehenden BGF von 58 m2
auszugehen. Werde diese Fläche um 60 Prozent erweitert, resultiere eine neu
zulässige Fläche von 93 m2. Gemäss den Flächenberechnungen der
Beschwerdeführenden entspreche dies ungefähr der tatsächlich realisierten HNF. Die
abweichenden und uneinheitlichen Angaben des Regierungsstatthalteramts und des
AGR seien nicht nachvollziehbar. Selbst wenn man auf diese Zahlen abstellen würde,
wäre die Erweiterung der Wohnfläche mindestens teilweise bewilligungsfähig.
d) Bestimmungsgemäss nutzbare Bauten und Anlagen ausserhalb der Bauzone,
die nicht mehr zonenkonform sind, werden in ihrem Bestand grundsätzlich geschützt
(aArt. 24c Abs. 1 RPG). Solche Bauten können mit Bewilligung der zuständigen
Behörde erneuert, teilweise geändert, massvoll erweitert oder wiederaufgebaut
werden, sofern sie rechtmässig erstellt oder geändert worden sind. In jedem Fall bleibt
die Vereinbarkeit mit den wichtigen Anliegen der Raumplanung vorbehalten (aArt. 24c
Abs. 2 RPG). Änderungen sind zulässig, wenn die Identität der Baute oder Anlage
einschliesslich ihrer Umgebung in den wesentlichen Zügen gewahrt bleibt.
Verbesserungen gestalterischer Art sind zulässig (aArt. 42 Abs. 1 RPV).
Massgeblicher Vergleichszustand für die Beurteilung der Identität ist der Zustand, in
dem sich die Baute oder Anlage im Zeitpunkt der Erlass- oder Planänderung befand
(aArt. 42 Abs. 2 RPV). Ob die Identität der Baute oder Anlage im Wesentlichen
gewahrt bleibt, ist unter Würdigung der gesamten Umstände zu beurteilen. Es gelten
zudem quantitative Grenzen (aArt. 42 Abs. 3 RPV). Werden diese überschritten, gilt
die Identität der Baute als nicht gewahrt und die Bewilligung ist in jedem Fall ohne
weitere Prüfung zu verweigern. Die quantitativen Grenzen müssen hinsichtlich zweier
Messgrössen eingehalten werden, der anrechenbaren Bruttogeschossfläche (aBGF)
und der Bruttonebenfläche (BNF). Bei Erweiterungen innerhalb des bestehenden
Gebäudevolumens ist nur die aBGF massgebend. Bei Erweiterungen ausserhalb des
bestehenden Gebäudevolumens sind demgegenüber die aBGF und die BNF zu
berücksichtigen. Bei Erweiterungen innerhalb des bestehenden Gebäudevolumens
darf die aBGF um nicht mehr als 60 Prozent zunehmen (aArt. 42 Abs. 3 Bst. a RPV).
Wird eine Erweiterung teilweise oder ganz ausserhalb des bestehenden Volumens
20
vorgenommen, darf die gesamte Erweiterung sowohl bezüglich der aBGF als auch der
Gesamtfläche, das heisst der Summe von aBGF und BNF, weder 30 Prozent noch 100
m2 überschreiten; dabei werden Erweiterungen innerhalb des bestehenden
Gebäudevolumens nur zur Hälfte angerechnet (aArt. 42 Abs. 3 Bst. b RPV).
e) Da weder das Gesetz noch die Verordnung die Berechnungsweise näher
ausführten, hat das Bundesamt für Raumentwicklung (ARE) bereits im Jahr 2001 eine
Vollzugshilfe38 erstellt. Diese hat zwar nicht Charakter einer Rechtsnorm, sie stellt aber
eine sachgerechte Konkretisierung dar, auf die die Rechtsprechung bei der Auslegung
von Art. 42 RPV regelmässig Bezug nimmt.39 Danach können kantonale Regelungen
zur Definition der aBGF, wie sie beispielsweise aArt. 93 Abs. 2 BauV enthielt,40
grundsätzlich zur Anwendung kommen. Davon geht auch das AGR aus.41 Als aBGF
gilt die Summe aller Geschossflächen einschliesslich der Mauer- und
Wandquerschnitte, die dauerhaft für das Wohnen und Arbeiten genutzt werden
können. Dazu zählen auch die zur Erschliessung der entsprechenden Wohn- und
Arbeitsräume dienenden Verkehrsflächen (Flure, Korridore, Eingangshallen; Treppen
und Rampen; Aufzugsschächte). Nicht angerechnet werden Nebenflächen wie zu
Wohnungen gehörende Keller-, Estrich- und Trockenräume, Waschküchen,
Abstellräume, Fahrzeugeinstellräume, Schutzräume und Kehrichträume,
Funktionsflächen wie Räume für Haustechnikanlagen, Motorenräume für Aufzugs- und
Förderanlagen, Heizungs- und Tankräume.42
f) Die allgemeine Mitwirkungspflicht von Art. 12 VRPG gilt auch im
Baubewilligungsverfahren. Ein Baugesuch hat das Bauvorhaben in allen für die
Beurteilung wesentlichen Punkten zu beschreiben. Lage, Einordnung, Gestaltung und
Konstruktion sind zudem im Situationsplan und den Projektplänen darzustellen.
Allenfalls erforderliche Unterlagen, wie beispielsweise Berechnungen, sind beizulegen
38 Bundesamt für Raumentwicklung (ARE), Neues Raumplanungsrecht. Erläuterungen zur Raumplanungsverordnung und Empfehlungen für den Vollzug, 2001, Register V, Bewilligungen nach Artikel 24c RPG: Änderungen an zonenwidrig gewordenen Bauten und Anlagen (nachfolgend: Vollzugshilfe) 39 BGer 1C_559/2010 vom 18.05.2011 E.3.1, 1A.42/2006 vom 6. Juni 2006 E. 3.3, 1A.78/2004 vom 16.07.2004 E. 3; BGer; VGE 23436 vom 9.03.2009 E. 3.6; Waldmann/Hänni, Handkommentar RPG, 2006, Art. 24c N. 19 40 Per 1. August 2011 aufgehoben durch Art. 35 der Verordnung vom 25. Mai 2011 über die Begriffe und Messweisen im Bauwesen (BMBV; BSG 721.3) 41 Vgl. AGR, Bauen ausserhalb der Bauzonen - Begriffserklärungen und Definitionen, einsehbar unter www.jgk.be.ch, Rubriken «Baubewilligungen, Schnellzugriff auf wichtige Themen, Themen für das Bauen ausserhalb der Bauzone» 42 Vgl. Vollzugshilfe S. 9 und Anhang 1 S. 21
http://www.jgk.be.ch
21
(vgl. Art. 10 ff. BewD43).44 So müssen gemäss Formular "BaB Bauen ausserhalb der
Bauzone" bei Veränderungen der Nutzungsflächen nachvollziehbare
Flächenberechnungen beigelegt werden. Es ist Sache der Bauherrschaft, vollständige
und widerspruchsfreie Angaben und Pläne einzureichen.45
Aufgrund der Feststellungen des AGR anlässlich der Begehung vom 19. August
200846 sowie den Angaben, die die Beschwerdeführenden im Rahmen der
Voranfragen47 und des ursprünglichen Baugesuchs48 machten, steht für die BVE fest,
dass unter dem Titel aBGF lediglich die bestehende 2-Zimmerwohnung angerechnet
werden kann. Diese beträgt unbestritten 42.00 m2. Es mag sein, dass der Raum über
der Küche isoliert war und von Mietern als Kinderschlafraum genutzt wurde. Das
macht ihn jedoch noch nicht zum anrechenbaren Raum. Gemäss den Fotos und den
bewilligten Plänen handelt es sich dabei um einen Raum mit Dachschräge, der nicht
als Wohnraum im Sinn von Art. 63 BauV gilt und weder die gemäss Art. 93 Abs. 2 Bst.
k BauV verlangte Raumhöhe von 1.50 m erreicht noch die gemäss Vollzugshilfe
verlangte Mindestraumhöhe von 1 m einhält. Dieser Raum kann deshalb, wie das AGR
zu Recht ausgeführt hat, höchstens als BNF angerechnet werden. Selbst wenn solche
Flächen gemäss jahrzehntelanger Usanz der Gemeinde an die aBGF angerechnet
worden wären, würde dies im Ergebnis nichts ändert, da diese Usanz sowohl dem
kantonalen Recht, das die aBGF in Art. 93 Abs. 2 BauV definiert hat, als auch der
Vollzugshilfe des Bundes widerspricht.
g) In den ursprünglichen Baugesuchsunterlagen waren auch keine weiteren BNF
ausgewiesen. Gemäss den Projektplänen befand sich im Erdgeschoss des
Ökonomieteils lediglich ein Stall, im Obergeschoss die Heubühne. Bestehende Geräte-
oder Abstellräume waren keine eingezeichnet. Erst im Rahmen des nachträglichen
Baubewilligungsverfahrens machen die Beschwerdeführenden neu geltend, dass sich
im Ökonomieteil anrechenbare BNF befunden hätten. Sie begründen und belegen dies
43 Dekret vom 22. März 1994 über das Baubewilligungsverfahren (Baubewilligungsdekret, BewD; BSG 725.1) 44 Aldo Zaugg/Peter Ludwig, Kommentar zum Baugesetz des Kantons Bern, 4. Aufl., Band I, Bern 2013, Art. 34 N. 4 45 Vgl. VGE 2011/291 vom 8.06.2012 E. 3.3.3 46 Vgl. Schreiben des AGR vom 25. August 2008 und vom 24. Februar 2009, Akten AGR Geschäft-Nr. 381 2008 2253 47 Vgl. H._ GmbH, handschriftliche BGF-Berechnung vom 20. Februar 2009, Akten AGR Geschäft-Nr. 381 2008 2253 48 Vgl. dazu Vorakten Gemeinde Grindelwald "Umbau D._ I" 1856/2009, insbesondere Formular Baugesuch (p. 1.11), Flächennachweise (p. 2.0), Formular Bauen ausserhalb der Bauzonen (p. 4.1)
22
jedoch nicht weiter. Aufgrund der Fotos des ursprünglichen Gebäudes49 mag es zwar
sein, dass sich im Erdgeschoss angrenzend an den Stall ursprünglich ein Abstellraum
befand. In den umfangreichen Akten findet sich jedoch kein Hinweis darauf, dass die
fraglichen Räume im Ökonomieteil im massgebenden Zeitpunkt landwirtschaftsfremd
genutzt wurden. Aktenkundig ist viel mehr, dass der Ökonomieteil zumindest bis 2008
landwirtschaftlich genutzt wurde.50 Die Vorinstanz und das AGR sind demzufolge zu
Recht von einer landwirtschaftsfremd genutzten aBGF von 42 m2 und einer
landwirtschaftsfremd genutzten BNF von circa 18 m2 ausgegangen. Mit der
ursprünglichen Bewilligung wurde daher das zulässige Mass der Änderung
ausgeschöpft, wenn nicht gar überschritten: Zum einen wurde seinerzeit das
Treppenhaus im Obergeschoss bei der BGF-Berechnung nicht angerechnet, zum
anderen hätte die Berechnung der zulässigen Erweiterung wegen der
Volumenerweiterungen im Ober- und im Kellergeschoss nach aArt.42 Abs. 3 Bst. b
RPV erfolgen müssen. Zulässig sind somit bloss die Nutzungen, wie sie den
bewilligten und von der Gemeinde am 8. Juni 2009 gestempelten Plänen entnommen
werden können. Darüber hinausgehende Nutzungen können nicht mehr bewilligt
werden. Dem nachträglichen Baugesuch wurde daher zu Recht der Bauabschlag
erteilt.
h) Bei diesem Ergebnis erübrigt sich eine vertiefte Auseinandersetzung mit den
verschiedenen Flächenberechnungen der Vorinstanz, des AGR und der
Beschwerdeführenden. Es sei lediglich darauf hingewiesen, dass der Flächennachweis
der Beschwerdeführenden51 nicht die aBGF und die BNF, sondern bloss die HNF und
die NNF ausweist. Nicht berücksichtigt sind dabei insbesondere die Mauer- und
Wandquerschnitte sowie die anrechenbare Verkehrsfläche im Erdgeschoss (vgl. aArt.
93 Abs. 2 Bst. f BauV).
6. Wiederherstellung des rechtmässigen Zustands
a) Gemäss Art. 46 Abs. 2 BauG verfügt die Baupolizeibehörde die
Wiederherstellung des rechtmässigen Zustandes, wenn sie einen unbewilligten und
49 Vgl. Vorakten Gemeinde Grindelwald "Umbau D._ I" 1856/2009, pag. 9.6 und 9.8 50 Vgl. Vorakten Gemeinde Grindelwald "Umbau D._ II" 1856/2009, pag. 43 und 46; Schreiben der H._ GmbH vom 24. Juni 2008, Akten AGR Geschäft-Nr. 381 2008 2253 51 Akten Regierungsstatthalteramt 46/2015, pag. 21
23
damit baupolizeiwidrigen Zustand feststellt. Im Falle des Bauabschlags entscheidet die
Baubewilligungsbehörde zugleich darüber, ob und inwieweit der rechtmässige Zustand
wiederherzustellen ist (Art. 46 Abs. 2 Bst. e BauG). Da das nachträgliche Baugesuch
nicht bewilligt werden konnte, hat die Vorinstanz zu Recht zusammen mit dem
Bauabschlag die Wiederherstellung des rechtmässigen Zustandes angeordnet. Die
Wiederherstellungsverfügung bedeutet eine Eigentumsbeschränkung und setzt daher
nebst der erwähnten gesetzlichen Grundlage voraus, dass sie im öffentlichen Interesse
liegt, verhältnismässig ist und nicht Treu und Glauben widerspricht (Art. 47 Abs. 6
BewD). Ein öffentliches Interesse an der Wiederherstellung des rechtmässigen
Zustandes ist im Allgemeinen gegeben, da das Interesse an der Einhaltung der
baurechtlichen Bestimmungen und an der konsequenten Verhinderung von Bauten,
die der baurechtlichen Ordnung widersprechen, generell gross ist. Besonderes
Gewicht kommt dem öffentlichen Interesse am konsequenten Vollzug des Bau-,
Planungs- und Umweltrechts ausserhalb des Baugebiets zu. Das Gebäude
"D._" befindet sich in der Landwirtschaftszone. Vorliegend wurde klarerweise
in Überschreitung der Baubewilligung gebaut und somit die Vorschriften des
Raumplanungsrechts (Art. 24c RPG) verletzt. Dies widerspricht zwingenden
öffentlichen Interessen.52
b) Bei gutem Glauben der Bauherrschaft kann die Wiederherstellung unterbleiben,
wenn nicht gewichtige öffentliche oder private Interessen sie gebieten. Auf den guten
Glauben kann sich nicht berufen, wer bei der Aufmerksamkeit, wie sie nach den
Umständen von ihm erwartet werden darf, nicht gutgläubig sein kann. Gutgläubig kann
eine Bauherrschaft nur dann sein, wenn sie bei zumutbarer Aufmerksamkeit und
Sorgfalt annehmen durfte, sie sei zur Bauausführung berechtigt. Wer baut, muss sich
um die Zulässigkeit seines Tuns kümmern. Grundsätzlich gilt, dass Bauarbeiten, die
nicht aus der Baubewilligung und den genehmigten Plänen hervorgehen, nicht bewilligt
worden sind.53 Der Beschwerdeführer 1 ist Gesellschafter und Geschäftsführer der
H._ GmbH. Diese bezweckt unter anderem die Ausführung von Planungs-
und Architekturarbeiten für Hoch- und Tiefbauten aller Art. Der Beschwerdeführer 1 ist
somit Baufachmann. Zudem war er bis 2007 Gemeindepräsident. Er ist somit mit den
baurechtlichen Bestimmungen sowie dem Baubewilligungs- und Baupolizeiverfahren
52 Aldo Zaugg/Peter Ludwig, Kommentar zum Baugesetz des Kantons Bern, 4. Aufl., Band I, Bern 2013, Art. 46 N. 9 f., mit weiteren Hinweisen 53 Aldo Zaugg/Peter Ludwig, Kommentar zum Baugesetz des Kantons Bern, 4. Aufl., Band I, Bern 2013, Art. 46 N. 9b, mit weiteren Hinweisen
24
bestens vertraut. Er wusste oder musste wissen, dass für die vollständige
Unterkellerung und die Erweiterung des Wohnteils in den ehemaligen Ökonomieteil
sowie für den Erker und die zusätzlichen Fenster eine zusätzliche Bewilligung
erforderlich gewesen wäre. Selbst wenn die zuständigen Behörden tatsächlich von
einer unzutreffenden Grundfläche ausgegangen wären, hätten dies die
Beschwerdeführenden nicht berechtigt, die Wohnraumerweiterung, die geänderte
Fassadengestaltung und die Unterkellerung ohne vorgängige Bewilligung
vorzunehmen. Wie die Vorinstanz zutreffend ausführt, gelten die
Beschwerdeführenden deshalb als bösgläubig. Das nachträglich erfolgte, so genannte
"Planaustauschverfahren" sowie die vertragliche Erledigung diverser Angelegenheiten
mit der Gemeinde vermögen daran nichts zu ändern.
c) Eine Wiederherstellungsmassnahme ist verhältnismässig, wenn sie geeignet ist,
um das angestrebte Ziel zu erreichen, wenn sie dazu erforderlich ist, d.h. eine weniger
weit gehende Massnahme nicht ausreichen würde, und wenn sie zumutbar ist, d.h. die
Belastung für den Pflichtigen in einem vernünftigen Verhältnis zum verfolgten Ziel
steht. Auch die bösgläubige Bauherrschaft hat Anspruch darauf, dass der Grundsatz
der Verhältnismässigkeit berücksichtigt wird. Sie muss jedoch in Kauf nehmen, dass
dem Schutz der Rechtsgleichheit und der baurechtlichen Ordnung erhöhtes Gewicht
beizumessen und die der Bauherrschaft erwachsenen Nachteile nicht oder nur in
verringertem Mass zu beachten sind. Wirtschaftliche Interessen haben selbst dann
kaum Gewicht, wenn die Investitionskosten und Abbruchkosten zusammen sehr hoch
sind.54
d) Die Beschwerdeführenden machen geltend, selbst im Falle einer Bestätigung
des Bauabschlages sei eine hinreichende Belichtung im Obergeschoss notwendig und
deshalb auf die verfügte Massnahme (Entfernung der Fenster auf der Südfassade und
Einbau von Toren als Ersatz) zu verzichten. Zusätzlich sei das Auffüllen des
Fundationsraumes unverhältnismässig und sachwidrig, weil dieser Raum so seine
Funktion nicht mehr erfüllen könnte. Aus dem Fundationskonzept der I._
Ingenieure AG vom 14. Oktober 2010 gehe klar hervor, dass dieser Raum nicht
aufgefüllt werden darf, sondern jederzeit zugänglich sein müsse. Schliesslich sei zu
54 Aldo Zaugg/Peter Ludwig, Kommentar zum Baugesetz des Kantons Bern, 4. Aufl., Band I, Bern 2013, Art. 46 N. 9c
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beachten, dass sie beabsichtigen würden, die voluminösen Elektroanlagen und
Batterien einer Fotovoltaik-Anlage im Fundationsraum aufzubauen.
e) Wie die Vorinstanz zutreffend ausführt, besteht im vorliegenden Fall angesichts
der massiven Überschreitung der Bewilligung und des bösgläubigen Verhaltes der
Beschwerdeführenden ein sehr grosses öffentliches Interesse an der
Wiederherstellung des rechtmässigen Zustands. Die verfügten
Wiederherstellungsmassnahmen sind erforderlich und geeignet, um den ursprünglich
bewilligten Zustand und die Identität der Baute zumindest teilweise wiederherzustellen.
Mildere Mittel oder weniger schwere Eingriffe mit derselben Wirkung sind vorliegend
nicht ersichtlich. Die Vorinstanz hat unter anderem angeordnet, dass die beiden
Wohnräume im Erdgeschoss und im Obergeschoss mit baulichen Massnahmen auf
die bewilligte Länge von jeweils 7.50 m zu reduzieren sind. Angesichts dieser
Wiederherstellungsmassnahme vermag das umstrittene Fenster auf der Südfassade
seinen Zweck, das Obergeschoss zu belichten, gar nicht zu erfüllen. Zur hinreichenden
Belichtung des Schlafzimmers in der bewilligten Grösse genügen die ursprünglich
geplanten Dachflächenfenster. Zudem ist der Ersatz der beiden Fenster auf der
Südseite im Erdgeschoss und im Obergeschoss erforderlich zur Wiederherstellung der
Identität der Baute. Es kann deshalb nicht darauf verzichtet werden. Daran ändert der
Wunsch der Beschwerdeführenden, das ganze Dach mit einer Fotovoltaikanlage zu
versehen, nichts.
f) Das Vorhaben, eine Fotovoltaikanlage mit Windrad zu erstellen, bietet auch
keinen hinreichenden Grund, auf die Wiederherstellungsmassnahmen im
"Fundationsraum" zu verzichten. Die Beschwerdeführenden haben den Keller- und
Technikraum unter dem Wohnteil in etwa doppelt so gross erstellt, als bewilligt. Da die
Vorinstanz insoweit auf die Wiederherstellung verzichtet hat, ist genügend Raum für
die elektrotechnischen Einrichtungen vorhanden. Wie aus dem Fundationskonzept der
I._ Ingenieure AG vom 14. Oktober 2009 hervorgeht, muss der
Fundationsraum zwar jederzeit zugänglich sein, damit das Gebäude mit Hilfe von
Pressen allenfalls neu nivelliert werden kann.55 Ihrer Aktennotiz vom 24. Februar 2010
kann jedoch entnommen werden, dass der Teil des Fundamentkastens, der nicht als
Keller genutzt wird, mit einem sehr leichten Füllmaterial aufgefüllt werden kann.56 Die
55 Vgl. Vorakten Gemeinde Grindelwald "Umbau D._ II" 1856/2009, p. 58.2 ff. 56 Vgl. Vorakten Gemeinde Grindelwald "Umbau D._ II" 1856/2009, p. 58.1
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Anordnung, den "Fundationsraum" mit geeigneten Mitteln wie beispielsweise durch
Auffüllen mit Styropor unbenutzbar zu machen und bis auf einen Service-Zugang zu
verschliessen, ist daher nicht zu beanstanden.
g) Zusammenfassend steht fest, dass die von der Vorinstanz angeordneten
Wiederherstellungsmassnahmen im öffentlichen Interesse liegen, verhältnismässig
sind und den Grundsatz von Treu und Glauben nicht verletzen. Die Beschwerde ist
unbegründet.
7. Kosten
a) Die oberinstanzlichen Verfahrenskosten bestehen vorliegend einzig aus einer
Pauschalgebühr. Zusätzliche Gebühren sind keine angefallen (Art. 103 Abs. 1 VRPG).
Die Pauschalgebühr wird festgesetzt auf Fr. 2'000.00 (Art. 103 Abs. 2 VRPG in
Verbindung mit Art. 19 Abs. 1 GebV57).
Laut Art. 108 Abs. 1 VRPG werden die Verfahrenskosten der unterliegenden Partei
auferlegt, es sei denn, das prozessuale Verhalten einer Partei gebiete eine andere
Verlegung oder die besonderen Umstände rechtfertigten, keine Verfahrenskosten zu
erheben. Die Beschwerdeführenden unterliegen mit ihrer Beschwerde. Sie gelten
daher als unterliegende Parteien und haben die Kosten des Verfahrens zu tragen.
b) Laut Art. 108 Abs. 3 VRPG hat die unterliegende Partei der Gegenpartei die
Parteikosten zu ersetzen, sofern nicht deren prozessuales Verhalten oder die
besonderen Umstände eine andere Teilung oder Wettschlagung gebiete oder die
Auflage der Parteikosten an das Gemeinwesen als gerechtfertigt erscheint. Die
Parteikosten umfassen den durch die berufsmässige Parteivertretung anfallenden
Aufwand (Art. 104 Abs. 1 VRPG). Behörden im Sinne von Art. 2 Abs. 1 Bst. b VRPG
haben im Beschwerdeverfahren in der Regel keinen Anspruch auf Parteikostenersatz
(Art. 104 Abs. 4 VRPG). Gründe, von dieser Regel abzuweichen, sind keine ersichtlich.
Parteikosten sind deshalb keine zu sprechen.
57 Verordnung vom 22. Februar 1995 über die Gebühren der Kantonsverwaltung (Gebührenverordnung, GebV; BSG 154.21)
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