# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 505209f9-f738-449c-8791-a0998ae4b18f
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2022
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1965, war seit Mai 2017 bei der
Y._
AG als
Isolateur
angestellt und damit bei der Suva versichert, als er sich am 30. März 2019 bei einem Sturz aus dem Fenster Verletzungen am Kopf, der Rippe sowie der Schulter zuzog (Urk. 13/1).
Nach getätig
ten Abklärungen stellte die Suva
die bis dahin erbrachte
n Leistungen (Heilkosten und Taggeld) mit Schreiben vom 31. Mai 2021
per
30. Juni 2021
ein
(Urk. 13/162)
und
sprach dem Versicherten mit Verfügung vom 2. Juni 2021 eine IV-Rente gestützt auf einen Invaliditätsgrad von 16 % mit Wirkung ab dem 1. Juli 2021 sowie
eine
Integritätsentschädigung von 15 % zu
(Urk.
13/172
). Die vom
Versicherten am
5. Juli 2021 erhobene Einsprache (Urk. 13/186
) hiess
die S
uva
am
2. Februar 2022
in dem Sinne teilweise gut, dass der IV-Grad von 16 % auf 17 % erhöht wurde
. Im Übrigen wies sie die Einsprache ab
(Urk.
13/202
= Urk. 2).
2.
Der
Versicherte erhob am
21. Februar 2022
Beschwerde (Urk. 1) gege
n den
Ein
spracheentscheid
vom 2. Februar 2022 (Urk. 2) und beantragte, die Beschwerde
gegnerin sei in Aufhebung des angefochtenen Entscheids zu verpflichten, ihm rückwirkend eine angemessene, jedenfalls höhere Rente sowie eine angemessene, jedenfalls höhere Integritätsentschädigung zuzusprechen und auszuzahlen (S. 2).
Mit Beschwerdeantwort vom 11. Mai 2022 (Urk. 12
) beantragte die S
uva
die Ab
weisung der Beschwerde. Dies wurde dem Beschwerde
führer
am
12. Mai 2022
zur Kenntnis gebracht (Urk.
14
).
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss
des Bundesgesetzes
über die Unfallversicherung (UVG)
setzt voraus, dass zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Invalidität, Tod) ein natürlicher Kausal
zusammenhang besteht. Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammen
hangs sind alle Umstände, ohne deren Vorhandensein der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der gleichen Weise beziehungsweise nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann. Entsprechend dieser Um
schreibung ist für die Bejahung des natürlichen Kausalzusammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleinige oder un
mittelbare Ursache gesundheit
licher Störungen ist; es genügt, dass das schädi
gende Ereignis zusammen mit anderen Bedingungen die körperliche oder geis
tige Integrität der versicherten Person beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht weggedacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene ge
sundheitliche Störung entfiele (BGE 129 V 177 E. 3.1, 402 E. 4.3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, worüber die Ver
waltung beziehungsweise im Beschwerdefall das Gericht im Rahmen der ihm ob
liegenden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt für die Begründung eines Leistungs
anspruches nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
1.2
Die Leistungspflicht des Unfallversicherers setzt im Weiteren voraus, dass zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden ein adäquater Kausalzusammenhang besteht. Nach der Rechtsprechung hat ein Ereignis dann als adäquate Ursache eines Erfolges zu gelten, wenn es nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge und nach der allgemeinen Lebenserfahrung an sich geeignet ist, einen Erfolg von der Art des eingetretenen herbeizuführen, der Eintritt dieses Erfolges also durch das Ereignis allgemein als begünstigt erscheint (BGE 129 V 177 E. 3.2, 402 E. 2.2, 125 V 456 E. 5a).
1.3
UV170600
Fallabschluss, Ende Taggeld- und Heilbehandlungsleistungen, Beginn des Anspruchs auf Invalidenrente und Integritätsentschädigung
04.2022
Nach Gesetz und Rechtsprechung ist der Fall unter Einstellung der vorüber
gehenden Leistungen und Prüfung des Anspruchs auf eine Invalidenrente und eine Integritätsentschädigung abzuschliessen, wenn von der Fortsetzung der ärzt
lichen Behandlung keine namhafte Besserung des Gesundheitszustandes der ver
sicherten Person mehr erwartet werden kann und allfällige Eingliederungs
massnahmen der Invalidenversicherung abgeschlossen sind (vgl. Art. 19 Abs. 1, Art. 24 Abs. 2 UVG; BGE 144 V 354 E. 4.1 mit Hinweisen; Urteil des Bundes
gerichts 8C_527/2020 vom 2. November 2020 E. 4.1 mit Hinweisen). In diesem Zeitpunkt ist der Unfallversicherer auch befugt, die Adäquanzfrage zu prüfen (Ur
teil des Bundesgerichts 8C_377/2013 vom 2. Oktober 2013 E. 7.2 mit Hinweis auf
BGE
134 V 109, vgl. auch Urteil 8C
_
674/2019 vom 3. Dezember 2019 E. 4.1).
Ob eine namhafte Besserung noch möglich ist, bestimmt sich insbesondere nach Massgabe der zu erwartenden Steigerung oder Wiederherstellung der Arbeits
fähigkeit, soweit diese unfallbedingt beeinträchtigt ist. Die Verwendung des Begriffes «namhaft» in Art. 19 Abs. 1 UVG verdeutlicht demnach, dass die durch weitere (zweckmässige) Heilbehandlung im Sinne von Art. 10 Abs. 1 UVG er
hoffte Besserung ins Gewicht fallen muss. Weder eine weit entfernte Möglichkeit eines positiven Resultats einer Fortsetzung der ärztlichen Behandlung noch ein von weiteren Massnahmen – wie etwa einer Badekur – zu erwartender gering
fügiger therapeutischer Fortschritt verleihen Anspruch auf deren Durchführung. In diesem Zusammenhang muss der Gesundheitszustand der versicherten Person prognostisch und nicht aufgrund retrospektiver Feststellungen beurteilt werden (Urteil des Bundesgerichts 8C_64/2021 vom 14. April 2021 E. 3.2 mit Hinweisen, insbesondere auf BGE 134 V 109 E. 4.3). Grundlage für die Beurteilung dieser Rechtsfrage bilden in erster Linie die ärztlichen Auskünfte zu den therapeutischen Möglichkeiten und der Krankheitsentwicklung, die in der Regel unter dem Begriff Prognose erfasst werden (Urteile des Bundesgerichts 8C_682/2021 vom 13. April 2022 E. 5.1 und 8C_604/2021 vom 25. Januar
2022 E. 5.2, je mit Hinweisen).
1.4
Wird die versicherte Person infolge eines Unfalles zu mindestens 10 % invalid, so hat sie Anspruch auf eine Invalidenrente, sofern sich der Unfall vor Erreichen des ordentlichen Rentenalters ereignet hat (Art. 18 Abs. 1 UVG). Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des
Sozialversicherungsrechts; ATSG). Zur Bestimmung des Invaliditätsgrades wird gemäss Art. 16 ATSG das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der (unfallbedingten) Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
).
1.5
UV170430
Integritätsentschädigung, Grundlagen, Gesetzestext
02.2021
Erleidet die versicherte Person durch den Unfall eine dauernde erhebliche Schädigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Integrität, so hat sie Anspruch auf eine angemessene Integritätsentschädigung (Art. 24 Abs. 1 UVG). Die Integritätsentschädigung wird in Form einer Kapitalleistung gewährt. Sie darf den am Unfalltag geltenden Höchstbetrag des versicherten Jahresverdienstes nicht übersteigen und wird entsprechend der Schwere des Integritätsschadens ab
gestuft (Art. 25 Abs. 1 UVG).
Nach Art. 25 Abs. 2 UVG regelt der Bundesrat die Bemessung der Entschädigung. Von dieser Befugnis hat er in Art. 36
der Verordnung über die Unfallversicherung (
UVV
)
Gebrauch gemacht. Abs. 1 bestimmt, dass ein Integritätsschaden als dauernd gilt, wenn er voraussichtlich während des ganzen Lebens mindestens in gleichem Umfang besteht; er ist erheblich, wenn die körperliche, geistige oder psychische Integrität, unabhängig von der Erwerbsfähigkeit, augenfällig oder stark beeinträchtigt wird. Gemäss Abs. 2 gelten für die Bemessung der Integritätsentschädigung die Richtlinien des Anhangs 3. Fallen mehrere körper
liche, geistige oder psychische Integritätsschäden aus einem oder mehreren Un
fällen zusammen, so wird die Integritätsentschädigung nach der gesamten Beein
trächtigung festgesetzt. Die Gesamtentschädigung darf den Höchstbetrag des ver
sicherten Jahresverdienstes nicht übersteigen und bereits nach dem Gesetz be
zogene Entschädigungen werden prozentual angerechnet (Abs. 3). Voraussehbare Verschlimmerungen des Integritätsschadens werden angemessen berücksichtigt. Revisionen sind nur im Ausnahmefall möglich, wenn die Verschlimmerung von grosser Tragweite ist und nicht voraussehbar war (Abs. 4).
1.6
UV170510
Beweiswert eines Arztberichts
01.2021
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schluss
folgerungen der Experten begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a mit Hinweis).
1.7
UV170530
Beweiswert von versicherungsinternen ärztlichen Einschätzungen
01.2021
Nach der Rechtsprechung kommt auch den Berichten und Gutachten versicherungsinterner Ärztinnen und Ärzte Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen (BGE 125 V 351 E. 3b/
ee
). Das Anstellungsverhältnis einer versicherungsinternen Fachperson zum Ver
sicherungsträger alleine lässt nicht schon auf mangelnde Objektivität und Befangenheit schliessen (BGE 137 V 210 E. 1.4, 135 V 465 E. 4.4). Soll ein Ver
sicherungsfall jedoch ohne Einholung eines externen Gutachtens entschieden werden, so sind an die Beweiswürdigung strenge Anforderungen zu stellen. Bestehen auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der versicherungsinternen ärztlichen Feststellungen, so sind ergänzende Ab
klärungen vorzunehmen (BGE 145 V 97 E. 8.5, 142 V 58 E. 5.1, 139 V 225 E. 5.2, 135 V 465 E. 4.4 und E. 4.7).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin ging im angefochtenen En
tscheid (Urk. 2) davon aus, gestützt auf die Beurteilung der Kreisärztin sei der medizinische Endzustand be
züglich der Unfallfolgen am linken Arm
per 30. Juni 2021
zu bejahen
. Die weiteren Abklärungen hätten kein somatisches/organisches Substrat für die vom Beschwerdeführer
g
eklagte schnelle Ermüdbarkeit in Alltagssituationen zu Tage gebracht
(S. 6)
.
Aufgrund der organisch erklärbaren Beschwerden am linken Arm sei der Beschwerdeführer gemäss näher umschriebener kreisärztlicher Zumut
barkeitsbeurteilung noch in der Lage, ganztags eine Tätigkeit in voller Präsenz auszuüben, sofern sie sehr leicht bis leicht sei (S. 8 f.).
Gestützt auf die LSE 2018 ergebe sich unter Berücksichtigung eines leidensbedingten Abzugs von 10 % ein Invalideneinkommen von Fr. 61'835.--.
Werde dies mit dem
Valideneinkommen
von Fr. 74'100.-- vergleichen, ergebe sich ein Invaliditätsgrad von gerundet 17 %
(S. 9 f.)
.
Die Beurteilung des Integritätsschadens sei anhand der Suva Tabelle 5 erfolgt. Auf diese Schätzung der Kreisärztin aufgrund der organischen Unfall
folgen sei abzustellen. Was das Kribbeln und die schnelle Ermüdbarkeit in Alltagssituationen anbelange, hätten die weiteren Abklärungen keine organische/somatische Erklärung ergeben (S. 11).
2.2
Der Beschwerdeführer stellte sich demgegenüber auf den Standpunkt (Urk. 1), es könne für die Bemessung des Invalideneinkommens nicht auf das von der Kreis
ärztin beschriebene Zumutbarkeitsprofil abgestellt werden. So habe die Kreis
ärztin ihn nie persönlich untersucht. Ihre Beurteilung beruhe allein auf der Aus
wertung der ihr vorgelegten medizinischen Akten, wobei nicht einmal alle massgebenden A
kten vorgelegen seien
.
Es erweise sich somit, dass die Beschwerdegegnerin den massgebenden Sachverhalt nicht rechtsgenügend abge
klärt habe. Namentlich sei nicht erstellt, dass er in einer leidensangepassten Tätigkeit zu 100 % arbeitsfähig sei (S. 4 ff.).
Abgesehen davon sei nachgewiesen, dass der Medianlohn der TA1_tirage_skill_level Kompetenzniveau 1 keine geeignete Grundlage bilde, um das Einkommen einer gesundheitlich beein
trächtigten Person auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt zu bestimmen. Die Löhne von Personen mit gesundheitlichen Einschränkungen seien signifikant tie
f
er
(S. 6 f.)
.
Auch betreffend die Bemessung des Integritätsschadens könne nicht auf die Schätzung der Kreisärztin abgestellt werden.
Vielmehr seien im Rahmen eines interdisziplinären Gutachtens zunächst sämtliche bleibenden Gesundheits
schäden rechtsgenügend abzuklären und sodann der Integritätsschaden zu er
mitteln (S. 7 f.).
2.3
Streitig und zu prüfen ist das Ausmass der Restarbeitsfähigkeit sowie die Höhe der Rente sowie des Integritätsschadens.
3.
3.1
Die MRI-Untersuchung der linken Schulter vom 16. April 2019 (Urk. 13/13) ergab eine subtotale
transmurale
Ruptur der
Subscapularissehne
mit Retraktion der Sehne auf
Glenoid
-Höhe, eine vollständige
transmurale
Ruptur der
Supra
spinatussehne
mit Retraktion der Sehne auf Höhe des
Humeruskopfscheitels
, eine interstitielle
Delamination
der
Infraspinatussehne
, einen Verdacht auf Teilruptur der langen
Bizepssehne
vor Eintritt in den
Sulcus
intertubercularis
, ein Knochen
marksödem des
posterioren
Humeruskopfes
,
eine Bursitis
subacromialis
/
sub
deltoidea
sowie ein leichtes Knochenmarksödem an der lateralen Klavikula und der lateralen
Akromion
Kante.
3.2
Dr. med.
Z._
, Facharzt für Orthopädie und Traumatologie
des Bewegungsapparates
, berichtete am 5. Juni 2019 (Urk. 13/20) über die am gleichen Tag durchgeführte Schulterarthroskopie links mit Tenotomie der langen
Bizepssehne
,
Acromioplastik
und
Rotatorenmanschetten
-R
ekonstruktion.
3.3
Die MRI-Untersuchung der linken Schulter vom 18. November 2019 (Urk. 13/55) ergab
eine komplette Re-Ruptur der
Supraspinatussehne
, eine ausgedehnte Partialruptur der
Subscapularissehne
im oberen Sehnenanteil sowie reichlich Gelenkerguss im Schultergelenk.
3.4
Dr.
Z._
berichtete am 18. November 2019 (Urk. 13/53)
und führte aus, es sei in den letzten sechs Wochen zu keiner signifikanten Besserung gekommen.
Im MRI zeige sich leider eine komplette Re-Ruptur der gesamten rekonstruierten
Rotatorenmanschette
, was jedoch vor allem aufgrund der Schwierigkeit der Rekonstruktion nicht komplett erstaune. So gesehen wäre auch ein nochmaliger Rekonstruktions-Versuch der
Rotatorenmanschette
sicher nicht erfolg
versprechend durchführbar. Als einzige sinnvolle Operationsvariante würde nur noch das Einsetzen einer inversen Schulterprothese bestehen, was jedoch zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht indiziert erscheine.
Aktuell verbleibe ein abwartendes Vorgehen mit Physiotherapie, wobei dazu der Arm bis zur Schmerz
grenze voll mobilisiert und belastet werden dürfe. Bezüglich der Arbeitsfähigkeit als
Isoleur
für Heizungs- und Sanitärleitungen bestehe weiterhin eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit und auch langfristig sei ein Wiederaufbau der Arbeitsfähigkeit in diesem Berufsfeld nicht realistisch
.
3.5
Dr. med.
A._
, Facharzt für Neurologie, berichtete am 6. Dezember 2019 (Urk. 13/47)
über die neurologische Untersuchung des Beschwerdeführers
und führte aus,
beim 5-Meter-Sturz habe der Beschwerdeführer eine Commotio cerebri mit kurzer Bewusstlosigkeit, ein Überdehnungstrauma der Halswirbelsäule
(HWS)
und vor allem eine Traumatisierung der linken Schulter erlitten. Bis heute hätten die Nackenschmerzen nachgelassen, wobei der Beschwerdeführer noch nicht beschwerdefrei sei, die Kopfschmerzen hätten dagegen nur wenig nachgelassen und bei der linken Schulter beklage er n
o
ch deutliche, teilweise akut ein
schiessende Schmerzen und eine eingeschränkte Beweglichkeit.
Im Neurostatus hätten sich Zeichen einer
residuellen
Axillarisparese
links gefunden, mit leichten
Hypästhesien
und
Dysästhesien
in seinem autonomen Versorgungsgebiet.
Im EMG hätten sich zudem neurogen alterierte Einheitspotentiale als Hinweis auf eine durchgemachte
axonale
Läsion des
Nervus
axillaris
gefunden. Diese Rest
parese dürfte sich weiter zurückbilden. Ansonsten seien die neurologischen Befunde unauffällig, so dass weitere Läsionen am Nervensystem nicht anzu
nehmen seien. Die
Verschmächtigung
der Schultermuskeln links dürfte sekundär sein als Folge der eingeschränkten Beweglichkeit im linken Schultergelenk (S. 2 f.).
3.6
Dr.
Z._
berichtete am 10. Juni 2020 (Urk. 13/95) über das am gleichen Tag durchgeführte Einsetzen einer inversen Schulterprothese
. Klinisch und bild
gebend zeige sich eine schmerzhafte, irreparable Re-Ruptur der
Supraspinatus
- und der
Subscapularissehne
bei Status nach
arthroskopischer
Rekonstruktion mit verbleibender schmerzhafter Pseudoparalyse. Bei Therapieresistenz auf konservative Massnahmen sei die Indikation zur inversen Prothese gegeben.
3.7
Dr.
A._
berichtete am 7. Juli 2020 (Urk. 13/97) und führte aus, die Verlaufs
kontrolle habe einen leichten Rückgang der Nacken- und Kopfschmerzen ergeben, welche aber noch immer deutlich vorhanden seien und bei körperlichen Belastungen zunehmen würden mit dann zusätzlich
Schwankschwindel
. Bei Status nach erneutem Eingriff an der linken Schulter falle eine
Verschmächtigung
der pektoralen Muskulatur links auf, wahrscheinlich infolge Inaktivität. An
sonsten sei der Befund unverändert geblieben mit Zeichen einer durchgemachten Parese des
nervus
axillaris
. Der Beschwerdeführer gebe noch immer Gefühls
störungen in seinem autonomen Versorgungsgebiet an.
Die übrigen Befunde hätten keine Änderungen erfahren. Die Kopfbeweglichkeit sei unverändert
end
gradig
eingeschränkt mit
palpatorisch
verdickter und
druckdolenter
Nacken- und Schultermuskulatur (S. 2).
3.8
Dr.
Z._
hielt in einem Verlaufseintrag vom 20. Juli 2020 (Urk. 13/103) einen problemlosen Verlauf und ka
u
m Schmerzen fest. Der Befund sei reizlos, das Rönt
gen zeige eine stabile und zentrierte Prothese. Es bestehe ein regelrechter Verlauf.
3.9
Die MRI-Untersuchung des Gehirns inklusive Schädelkalotte vom 22. September 2020 (Urk. 13/121) ergab
,
soweit bei Bewegungsartefakten und ohne Kontrast
mittelgabe etwas eingeschränkter Beurteilung
,
kein
en
Nachweis post
traumatischer
Hirnparenchymveränderungen
und keine Hinweise auf Blutungs
residuen oder
axonale
Scherverletzungen.
3.10
Dr.
Z._
berichtete am 22. September 2020 (Urk. 13/111) und führte aus,
im Vordergrund stehe das ausgeprägte Kraftdefizit, welches auf Grund der langen Anamnese gut zu verstehen sei. Deshalb
werde
das Weiterführen der Physio
therapie mit Mobilisation aktiv und passiv
sowie nun sukzessive Kräftigung der gesamten Schultergürtelmuskulatur unbedingt empfohlen. Die Kräftigung dürfe kontrolliert bis zur Schmerzgrenze erfolgen.
In der ursprünglichen Arbeits
tätigkeit als
Fassaden
isoleur
bestehe
weiterhin eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit.
3.11
Die MRI-Unters
uchung der HWS vom
1. Oktober 2020 (Urk. 13/122) ergab
,
soweit
ohne Kontrastmittel und
bei Bewegungsartefakten beurteilbar
,
leichte
Band
scheibenprotrusionen
auf Höhe HWK4/5, HWK 5/6 und HWK 6/7, geringe
disko
gene
neuroforaminale
Enge HWK 6/7 rechts,
in Höhe der Deckplatte BWK 1 Signalanhebung mit in T1w Signalabsenkung ohne Höhenminderung
, kein An
halt für eine Instabilität der HWS sowie eine lokale Einengung der ICA rechts am Abgang unklarer Ursache.
3.12
Dr.
Z._
berichtete am 13. Januar 2021 (Urk. 13/129)
und führte aus, der Beschwerdeführer habe nur noch wenig Schmerzen im Bereich der Schulter, im Vordergrund stehe ein erhebliches Kraftdefizit. Klinisch und bildgebend zeige sich eine stabile Einheilung der Prothese mit jedoch immer noch deutlichem Kraft
defizit.
Für die ursprüngliche Arbeitstätigkeit würde in einer angepassten Tätig
keit
mit maximal 5 kg Belastung bis Bauchhöhe, ohne Schlag- und Vibrations
belastung
,
eine Arbeitsfähigkeit bestehen.
Es werde zum Fallabschluss um eine entsprechende Beurteilung des Suva-Arztes gebeten. Kontrollen würden nur noch auf Wunsch des Beschwerdeführers erfolgen.
3.13
Med.
pract
.
B._
, Fachärztin
für Chirurgie, Suva-Kreisärztin, nahm am 4. März 2021 eine Beurteilung
aufgrund der Akten
vor (Urk. 13/14
6
) und führte aus,
es sei von einem medizinischen Endzustand auszugehen. Gesamthaft finde sich ein durchaus zufriedenstellender Befund, die Beweglichkeit sei in Anbetracht der Gesamtsituation als ordentlich zu erachten und vor allem sei der Beschwerde
führer recht beschwerdearm. Die angestammte Tätigkeit sei zu schwer und vor allem überkopfbelastend, daher nicht mehr zumutbar.
Dem Beschwerdeführer sei eine Tätigkeit in voller Präsenz zumutbar, sofern sie sehr leicht bis leicht sei. Dauerhafte Überkopfbelastung mit links sei nicht zumutbar, mit links höchstens 5 kg Belastung bis Bauchhöhe, keine Schläge und Vibrationen auf die linke obere Extremität. Gesamthaft
sei
kein Besteigen von Leitern und Gerüsten
zumutbar
wegen allenfalls verminderter Haltefähigkeit der linken oberen Extremität.
Isoliert mit rechts beziehungsweise beidhändig könnten deutlich höhere Lasten getragen werden.
Im Bereich der HWS lägen klar degenerative Befunde vor. In
wieweit diese d
i
e Arbeitsfähigkeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt
beein
trächtigten
, könne aufgrund fehlender weiterer Angaben hierzu nicht beurteilt werden.
Es sei nicht überwiegend wahrscheinlich davon auszugehen, dass die geltend gemachten Beschwerden (Nacken- und Kopfbeschwerden mit Schwindel, Sehstörung) auf das Ereignis vom 30. März 2019 zurückzuführen seien. Unfall
bedingte strukturelle Läsionen hätten bildgebend ganz klar ausgeschlossen wer
den können (S. 4).
Die aktuell durchgeführte Physiotherapie sollte noch aus
laufen, im weiteren Verlauf sollte der Beschwerdeführer jedoch auf Heim- und
Eigenbeübung
übergehen (S. 5).
3.14
Suva-Kreisärztin med.
pract
.
B._
beurteilte am 4. März 2021 (Urk. 13/145) den Integritätsschaden auf 15 %. Die Beurteilung sei anhand der Suva Tabelle 5, Integritätsschaden bei Arthrose, erfolgt. Die Arthrose sei nicht die Indikation zur Implantation der Prothese gewesen, sondern es handle sich um eine primäre
E
ndoprothese
, die
bei irreparabler
Rotatorenmanschettenmassenruptur
implantiert worden sei.
Hier sei im Bereich der Schulter die
Endoprothese
bei gutem Erfolg mit 15-20 % angegeben. Beim Beschwerdeführer sei sicherlich von einem guten Erfolg auszugehen. Er sei beschwerdefrei, die Beweglichkeit sei durchaus im Rahmen des zu erwartenden und somit scheine eine I
ntegritäts
ents
c
h
ädigung in Höhe von 15 % als ausreichend grosszügig.
3.15
Die Ärzte der Universitätsklinik
C._
berichteten am 13. Juli 2021 (Urk. 13/190/2-3) über die Erstkonsultation des Beschwerdeführers zur Zweitmeinung. Sie führten aus,
es sei über den postoperativen Verlauf zu persistierenden Schmerzen und einem im Alltag störenden Kraftdefizit gekommen. Ein
schränkend sei hier eine extrem schnelle Ermüdbarkeit zum Beispiel nach dem Staubsaugen respektive dem Arm heben über die Horizontalebene.
Zudem bestünden Schmerzen über dem ventralen und lateralen
Musculus
deltoideus
,
mitunter auch eine als störend empfundene Hyposensibilität. In seinem an
gestammten Beruf als
Isolateur
sei er seit der Schulterverletzung zu 100 % arbeitsunfähig.
In einem ersten Schritt müsse ein Low-Grade-Infekt aus
geschlossen werden, weswegen eine Blutentnahme in die Wege geleitet worden sei.
3.16
Die Ärzte der Universitätsklinik
C._
berichteten erneut am 24. August 2021 (Urk. 13/191/2-3)
und führten a
us, erfreulicherweise lägen
ein
negatives Schultergelenkspunktat
und unauffällige laborchemische Entzündungsparameter vor.
Die Symptomatik sei vereinbar mit einer Insuffizienz des Pars
clavicularis
des
Musculus
deltoideus
respektive möglicherweise auch einer Beeinträchtigung des
Nervus
axillaris
.
3.17
Die Ärzte der Universitätsklinik
C._
berichteten erneut am 26. Oktober 2021 (Urk. 13/194/2-3) und führten aus,
die zwischenzeitlich durchgeführte neuro
logische Abklärung habe durchwegs Normalbefunde und insbesondere keinen pathologischen
Deltoideusbefund
ergeben. Es liege eine korrekt implantierte Schulterprothese vor. Für die
g
eklagte Neurologie könne kein somatisches Sub
strat gefunden werden. Es bestünden keine konkreten Behandlungsvorschläge.
3.18
Dr.
A._
berichtete am 28. Oktober 2021 (Urk. 13/195/2-3) und führte aus,
die Beweglichkeit im linken Schultergelenk sei schmerzbedingt
endgradig
einge
schränkt, die seitliche und ventrale Armelevation gehe bis knapp in die Horizontale. Die pektorale Muskulatur links zeige eine noch leichte
Ver
schmächtigung
. A
nsonsten bestünden
unveränderte Befund
e
.
Fokal-neuro
logische Ausfälle bestünden keine. Zur Behandlung der noch bestehenden Schulterschmerzen links werde eine erneute Physiotherapie empfohlen. Ein Kausalzusammenhang zwischen der Sehstörung am linken Auge und dem Unfall erscheine eher unwahrscheinlich.
3.19
Dr. med.
D._
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, Klinik
E._
, Zentrum für
Endoprothetik
und Gelenkchirurgie, berichtete am 31. März 2022 (Urk. 9) und führte aus, es finde sich eine korrekt sitzende inverse Schulter
totalprothese links. Die Schulterfunktion sei eingeschränkt. Ungünstig sei auch der Umstand, dass der
anteriore
Deltoideus
atrophiert sei. Es sei dem Beschwerdeführer empfohlen worden, die Situation so zu akzeptieren. Als
I
soleur
werde der
Beschwerdeführer
, weder jetzt noch in Zukunft, nicht mehr arbeitsfähig sein. Für manuelle belastende Tätigkeiten werde er auch 100 % arbeitsunfähig bleiben.
Leidglich leichte Tätigkeiten ohne Belastung des linken Arms seien zu 50 %
(halbtags)
möglich.
4.
4.1
Zur Frage der vorliegend strittigen Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers erfolgte eine medizinische Beurteilung durch
die
Kreis
ärztin med.
pract
.
B._
(vorstehend E. 3.
13
). Diese legte in Kenntnis
der
Vorakten
schlüssig und nach
vollziehbar dar, dass
betreffend die linke Schulter eine Mehrsehnenverletzung diagnostiziert worden sei und die durchgeführte Schulterarthroskopie mit Teno
tomie der langen
Bizepssehne
,
Akromioplastik
und
Rotatorenmanschetten
rekonstruktion
leider nicht erfolgreich gewesen sei, so dass schliesslich eine inverse Schulterprothese implantiert worden sei. Danach sei der Verlauf deutlich besser gewesen. Die Behandlung sei im Januar 2021 mit einem weiterhin bestehenden Kraftdefizit ab
geschlossen worden, wobei sich
bildgebend eine stabile
Implantatlage
mit korrekter Zentrierung gezeigt habe (Urk. 13/146 S. 3).
Die angestammte Tätigkeit des Beschwerdeführers sei zu schwer und vor allem überkopfbelastend, weshalb diese ihm nicht mehr zumutbar sei.
Eine angepasste, sehr leichte bis leichte Tätigkeit sei dem Beschwerdeführer in voller Präsenz zu
mutbar.
Eine dauerhafte Überkopfbelastung
mit links sei dem Beschwerdeführer nicht mehr zumutbar, ebenso keine Schläge und Vibrationen auf die linke obere Extremität. Mit links sei höchstens eine Belastung bis Bauchhöhe mit maximal 5 kg möglich.
Gesamthaft sei kein Besteigen von Leitern und Gerüsten möglich wegen allenfalls verminderter Haltefähigkeit der linken oberen Extremität. Isoliert mit rechts beziehungsweise beidhändig könnten deutlich höhere Lasten getragen werden (S. 4).
Darauf ist abzustellen. Es bestehen keine Zweifel an der Zuverlässigkeit
und Schlüs
sigkeit ihrer
Fest
stellungen (vgl.
E. 1.7
). Schliesslich ist auch nicht zu beanstanden, dass kein kreisärztlicher Untersuch durchgeführt wurde. Angesichts der gut dokumentierten Befunde erscheint eine Akten
beurteilung vorliegend als ausreichend.
4.2
Abweichende, begründete ärztliche Beurteilungen liegen denn auch nicht vor.
Aus
den
nach der kreisärztlichen Beurteilung ergangenen Berichten der Ärzte der
Universitätsk
linik
C._
(vorstehend E. 3.15-3.17), von Dr.
A._
(vorstehend E. 3.18) sowie von Dr.
D._
(vorstehend E. 3.19) geht denn nichts Anderes hervor. So
hielten die Ärzte der Universitätsklinik
C._
fest, das Schultergelenkspunktat sei erfreulicherweise negativ gewesen und auch die laborchemischen Entzündungsparameter seien unauffällig gewesen. Auch die neurologische Untersuchung hat durchwegs Normalbefunde ergeben, ins
besondere wurde kein pathologischer
Deltoideusbefund
erhoben.
Sie hielten fest, es könne kein somatisches Korrelat für die
g
eklagte Neurologie gefunden werden
,
und es könnten keine weiteren konkreten Behandlungsvorschläge gemacht wer
den
(E. 3.15-3.17)
.
Auch die Untersuchung bei Dr.
A._
ergab keine neuro
logischen Auffälligkeiten. Er empfahl zur Behandlung der noch bestehenden Schulterschmerzen lediglich eine erneute Physiotherapie (E. 3.18). Schliesslich nannte auch Dr.
D._
keine somatische Ursache für die geklagten Beschwerden
. Er nannte eine korrekt sitzende inverse Schultertotalprothese links, sehe therapeutisch keine weiteren Optionen und habe dem Beschwerdeführer empfohlen, die Situation so zu akzeptieren
(E. 3.19).
Die von ihm attestierte 50%ige Arbeitsfähigkeit in angepasster Tätigkeit begründete er in keiner Weise
mit somatischen Befunden, weshalb seine Einschätzung
die kreisärztliche Beurteilung nicht in Z
weifel zu ziehen vermag.
Somit kann vollum
fänglich auf die Beurteilung der Kreis
ärztin
abgestellt werden. Weitere medizinische Ab
klärungen sind aufgrund der Aktenlage nicht angezeigt
,
und es kann darauf ver
zichtet werden
(antizipierte Beweiswürdigung; BGE 122 V 157).
5.
5.1
Es bleibt die Prüfung der erwerblichen Auswirkungen der bestehenden Einschrän
kungen mittels Einkommensvergleich.
Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist für die Ermittlung des
Validen
einkommens
entscheidend, was die versicherte Person im Zeitpunkt des frühest
möglichen Rentenbeginns nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahr
scheinlichkeit als Gesunde tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommens
entwicklung angepassten Verdienst angeknüpft, da es empirischer Erfahrung ent
spricht, dass die bisherige Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden fortgesetzt worden wäre. Ausnahmen müssen mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt sein (vgl. BGE 145 V 141 E. 5.2.1, 139 V 28 E. 3.3.2, 135 V 58 E. 3.1, 134 V 322 E. 4.1; vgl. auch Art. 26 Abs. 1 IVV).
Ist
mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass die versicherte Person die bisherige Tätigkeit unabhängig vom Eintritt der Invalidität nicht mehr ausgeübt hätte, kann das
Valideneinkommen
auf Grundlage der vom Bundesamt für Statistik herausgegebenen Schweizerischen Lohnstrukturerhebung (LSE) be
rechnet werden, wobei die für die
Entlöhnung
im Einzelfall gegebenenfalls relevanten persönlichen und beruflichen Faktoren zu berücksichtigen sind (BGE 139 V 28 E. 3.3.2; Meyer/
Reichmuth
, Bundesgesetz über die Invaliden
versicherung, 3. Auflage 2014,
Rn
55 f. zu Art.
28a; vgl. auch Art. 26 Abs. 4 in Verbindung mit Art. 25 Abs. 3 IVV
). Dabei sind grundsätzlich die im Verfügungs
zeitpunkt bezogen auf den Zeitpunkt des Rentenbeginns aktuellsten veröffentlichten Tabellen der LSE zu verwenden (BGE 143 V 295 E. 4.1.3; Urteil des Bundesgerichts 8C_202/2021 vom 17. Dezember 2021 E. 6.2.2 mit Hinweis).
Die Beschwerdegegnerin stützte sich bei der Ermittlung des hypothetischen
Validen
einkomme
ns
auf die Angaben der
Y._
AG vom 15. Februar 2021 (Urk. 13/143
)
. Ausgehend von einem Monats
lohn von Fr.
5'700.--
und unter Berück
sichtigung des 13. Monatslohnes errechnete sie
für das Jahr 2021
einen Betrag von
Fr. 74‘100
.
--.
Dieses Einkomme
n ist aufgrund der Akten (Urk. 13/143
) nicht zu bean
stan
den und wurde denn vom Beschwerdeführer beschwerdeweise auch nicht bemängelt.
5.2
Für die Festsetzung des trotz Gesundheitsschädigung
zumutbarerweise
noch realisierbaren Einkommens (Invalideneinkommen) ist nach der Rechtsprechung primär von der beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die ver
sicherte Person konkret steht.
Für die Bestimmung des Invalideneinkommens können nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für Statistik periodisch heraus
gegebenen Lohnstrukturerhebungen (LSE) herangezogen werden (BGE 139 V 592 E. 2.3, 135 V 297 E. 5.2, 129 V 472 E. 4.2.1). Dabei sind grundsätzlich die im Verfügungszeitpunkt aktuellsten veröffentlichten Tabellen der LSE zu verwenden (BGE 143 V 295 E. 4.1.3; zur Verwendung der aktuellsten statistischen Daten bei Rentenrevisionen vgl. BGE 143 V 295 E. 4.2.2, 142 V 178 E. 2.5.8.1, 133 V 545 E. 7.1). Die Verwendung der Tabellenlöhne ist subsidiär, das heisst deren
Beizug
erfolgt nur, wenn eine Ermittlung des Invalideneinkommens aufgrund und nach Massgabe der konkreten Gegebenheiten des Einzelfalles nicht möglich ist (vgl. BGE 142 V 178 E. 2.5.7, 139 V 592 E. 2.3, 135 V 297 E. 5.2; vgl. auch Meyer/
Reichmuth
, Bundesgesetz über die Invalidenversicherung, 3. Auflage 2014,
Rn
55 und 89 zu Art. 28a, mit weiteren Hinweisen auf die Rechtsprechung).
Da
der Beschwerdeführer seit dem Unfall vom 30. März 2019 nicht mehr arbeits
tätig ist, ihm jedoch trotz bestehender Beeinträchtigung eine leidensange
passte Tätigkeit in einem Pensum von 100 % zugemutet werden kann, ist das Invaliden
einkommen gestützt auf die statistischen Löhne gemäss LSE zu ermitteln.
Im Jahre 2018 belief sich der mittlere Lohn für Männer, die einfache Tätigkeiten körperlicher oder handwerklicher Art ausführen, auf Fr. 5’417.-- monatlich (LSE 2018, Tabelle TA1, Total, Niveau 1), mithin Fr. 65'004.-- im Jahr (Fr. 5'417.-- x 12).
Die Beschwerdegegnerin ermittelte u
nter Berücksichtigung einer durch
schnittlichen wöchentlichen Arbeitszeit von 41.7 Wochenstunden (betriebs
übliche Arbeitszeit nach Wirtschaftsabtei
lungen, Total; www.bfs.admin.ch, Arbeit und Erwerb, Erwerbstätigkeit und Arbeits
zeit, detaillierte Daten),
der Nominal
lohnentwicklungen bis 2021 (
0.9 %
für das Jahr 2019,
0.8 % für das Jahr 2020
, -0.3 % für das Jahr 2021)
sowie unter Berücksichtigung eines leidensbedingten Abzugs von 10 %
für das Jahr 20
21
ein Invalidenein
kommen von rund Fr. 61
'
835.
-- (Urk. 2 S. 9).
Bei der Festsetzung des Invalideneinkommens hat die Beschwerdegegnerin den Umstand berücksichtigt, dass der Beschwerdeführer gemäss Zumut
barkeitsprofil mit dem linken Arm keine Arbeiten mit Gewichten über 5 kg
über Bauchhöhe
und keine Tätigkeiten mit Sch
lägen oder
Vibrationen
auf die linke obere Extremität sowie nur ohne das Besteigen von Leitern und Gerüsten
verrichten kann,
indem sie
vom Tabellenlohn einen Abzug von 10 % vorgenommen
hat (Urk. 2 S. 9
). Da Anhaltspunkte für weitere abzugsrelevante Merkmale nicht er
sicht
lich sind, ist von einem weiteren Abzug vom Tabellenlohn bei der Bemessung des Invali
deneinkommens vorliegend abzusehen.
5.3
Dies
e
praxisgemässe
Vorgehensweise - die
Berechnung des Invalideneinkommens
gestützt auf die Tabellenlöhne der LSE
-
wurde vom Beschwerdeführer gestützt auf Erkenntnisse in
zwei Studien (vgl. Urk. 1 S. 6 f.)
dahingehend kritisiert,
dass Löhne von Personen mit gesundheitlichen Einschränkungen signifikant tiefer seien.
In diesem Zusa
mmenhang bleibt
festzuhalten, dass
es das Bundesgericht in seinem Urteil 8C_256/2021 vom 9. März 2022 für nicht angezeigt gehalten hat, von der bisherigen Praxis abzuweichen (vgl. Medienmitteilung des Bundes
gerichts vom 9. März 2022). Es entsch
i
ed,
dass im heutigen Zeit
punkt kein ernst
hafter sachlicher Grund für eine Änderung der Rechtsprechung besteht, wonach Ausgangspunkt für die Bemessung des Invalideneinkommens anhand statis
tischer Werte grundsätzlich die Zentral- bzw. Medianwerte der LSE dar
stellen. Es ist deshalb auch vo
rliegend daran festzuhalten, womit sich die von der Beschwerdegegner
in im
Einspracheentscheid
(Urk.
2) vorgenommene Invaliditätsbemessung als korrekt erweist.
Der Vergleich des
Valideneinkommens
von Fr. 74‘100.-- mit dem Invaliden
einkommen von Fr. 61'835.-- ergibt eine un
fallbedingte Erwerbseinbusse von Fr. 12’265.-- und einen Invaliditätsgrad von (gerundet) 17 %.
6.
Der Beschwerdeführer stellte schliesslich beschwerdeweise die Beurteilung des Integritäts
schadens in Frage (Urk. 1 S. 7 f.). Diesbezüglich bleibt anzumerken, dass die Kreisärztin med.
pract
.
B._
zum Integritätsschaden ausführlich und schlüssig Stellung nahm (vorstehend E. 3.14). Sie erläuterte den Befund in aus
führlicher Weise und führte aus, dass vorliegend eine primäre
Endoprothese
bei irreparabler
Rotatorenmanschettenmassenruptur
implantiert worden sei. Im Bereich der Schulter werde die
Endoprothese
bei gutem Erfolg mit 15-20 % an
gegeben. Beim Beschwerdeführer sei sicherlich von einem guten Erfolg auszu
gehen, er sei beschwerdefrei und die Beweglichkeit sei durchaus im Rahmen
des zu erwartenden
.
Gest
ützt darauf bezifferte med.
pract
.
B._
die Integritätseinbusse anhand der massgeblichen Tabelle auf
15 % und legte ihre
Beurteilung nachvoll
ziehbar dar. Zudem liegen
keine anderslautenden medizi
ni
schen Beurteilungen vor. Die Einschätzung d
er Kreisärztin
unter Berücksichti
gung der Tabelle sowie der Untersuchungsbefun
de erscheint plausibel und gibt
ebenfalls
zu keinen Beanstandungen Anlass.
Die Beschwerde ist damit abzuweisen.