# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 20110046-c247-5cc0-ac0a-7dfa4db9ba6d
**Court:** SG_VG
**Chamber:** SG_VG_001
**Year:** 2006
**Language:** de
**Jurisdiction:** SG / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

hat das Verwaltungsgericht festgestellt:
A./ B.D.ist in X. wohnhaft. Seit der Auflösung des Arbeitsverhältnisses mit der C. AG
am 8. August 2005 ist sie arbeitslos. Für September, Oktober und November 2005
wurde sie vom Sozialamt X. mit Fr. 1'328.90 pro Monat unterstützt (Grundbedarf Fr.
750.-- zuzügl. Miete Fr. 635.--, abzüglich nicht notwendige
Krankenversicherungsprämien von Fr. 56.10).
Am 20. Dezember 2005 verfügte das Sozialamt X. die Kürzung des Grundbedarfs von
Fr. 750.-- auf Fr. 735.--ab 1. Januar 2006. Ausserdem verfügte es die Anrechnung des
Feuerwehrsolds von Fr. 988.75, den B.D.im November 2005 ausbezahlt erhielt, sowie
des Lohns der C. AG von Fr. 600.--, der ihr mit Gerichtsentscheid vom 4. November
2005 zugesprochen wurde. Daraus ergab sich für Dezember 2005 ein
Einnahmenüberschuss bzw. kein Anspruch auf Sozialhilfe. Gegen diese Verfügung
erhob B.D.am 4. Januar 2006 Rekurs beim Gemeinderat X. und rügte die Anrechnung
des Feuerwehrsolds sowie des Lohns der C. AG. Mit Entscheid vom 30. Januar 2006
wies der Gemeinderat den Rekurs ab und hielt fest, die im November 2005 erfolgte
Barauszahlung des Feuerwehrsolds von Fr. 500.-- sei entgegenkommenderweise nicht
angerechnet worden.
B. / Mit Eingabe vom 6. Februar 2006 erhob B.D. Rekurs beim Departement des
Innern. Sie beantragte im wesentlichen, der Feuerwehrsold von Fr. 1'488.75, der C.-
Lohn von Fr. 605.75 sowie die Zahlung der Arbeitslosenversicherung von Fr. 1'595.25
für August 2005 seien ihr nachzuzahlen. Sie rügte ausserdem die Kürzung des
Grundbedarfs ab 1. Januar 2006 bzw. ihre Einstufung als "junge Erwachsene" und
beantragte, es sei ihr gemäss den SKOS-Richtlinien für einen Einpersonenhaushalt ein
Grundbedarf von Fr. 960.-- anzurechnen.
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C./ Mit Verfügung vom 23. Januar 2006 lehnte das Sozialamt X. die von B.D.
beantragten Nachzahlungen für den Grundbedarf ab. Ausserdem verpflichtete es sie,
am 1. März 2006 eine Arbeit im Einsatzprogramm des Business House in B.
aufzunehmen. Für den Fall der Nichtbefolgung wurde ihr die Kürzung bzw. Einstellung
der Sozialhilfe angedroht. In diesem Punkt wurde einem Rekurs die aufschiebende
Wirkung entzogen.
Gegen die Verfügung des Sozialamts erhob B.D. Rekurs beim Gemeinderat. Sie
machte geltend, der Grundbedarf von Fr. 735.-- sei zu tief. Ausserdem sei die Arbeit im
Business House nicht zumutbar, da sie dort verspottet und belästigt worden sei.
Mit Entscheid vom 27. März 2006 wies der Gemeinderat den Rekurs ab. Ausserdem
verfügte er, bei anhaltender Weigerung der Arbeitsaufnahme im Business House werde
der Grundbedarf ab April 2006 um 15 Prozent gekürzt. Die Kürzung werde auf
längstens zwölf Monate befristet.
D./ Gegen den Entscheid des Gemeinderates vom 27. März 2006 erhob B.D.am 1. April
2006 Rekurs.
Das Departement des Innern entschied am 23. August 2006 über die Rekurse und
behandelte beide Rechtsmittel in ein und demselben Entscheid. Es erwog, sowohl der
Feuerwehrsold als auch der C.-Lohn seien als Einkünfte zu betrachten, wobei
unerheblich sei, ob es sich um Zahlungen für die Zeit vor der Sozialhilfeabhängigkeit
handle. Aufgrund der Subsidiarität der Sozialhilfe seien alle vorhandenen bzw.
zufliessenden Mittel anrechenbar. Auf die Rügen der Rekurrentin, sie sei vom Sozialamt
gedrängt worden, die Krankenkasse zu wechseln und sich bei der
Invalidenversicherung anzumelden, ging das Departement nicht ein, da diese Rügen
nicht Gegenstand der gemeinderätlichen Entscheide waren. Sodann prüfte das
Departement, ob der politischen Gemeinde im Bereich der Sozialhilfe Autonomie
zukomme. Sie bejahte dies und hielt fest, im Autonomiebereich einer Gemeinde finde
im Rekursverfahren lediglich eine Rechtskontrolle statt. Es sei daher zu prüfen, ob eine
pauschale Unterschreitung des in den SKOS-Richtlinien empfohlenen Grundbedarfs für
einen Einpersonenhaushalt von Fr. 960.-- auf Fr. 750.-- in der Zeit von September bis
Dezember 2005 bzw. auf Fr. 735.-- ab Januar 2006 bzw. die Einstufung der Rekurrentin
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als "junge Erwachsene" rechtmässig sei. Das Departement kam zum Schluss, die
Ausrichtung des Grundbedarfs nach dem Ansatz für einen Zweipersonenhaushalt,
umgerechnet auf eine Einzelperson, sei im Rahmen der Gemeindeautonomie zulässig.
Es bestünden keine Hinweise, dass die Gemeinde die ihr zustehende
Entscheidungsfreiheit missbraucht habe, weshalb der Rekurs in diesem Punkt
abzuweisen sei. Sodann kam das Departement zum Schluss, die geltend gemachte
Unzumutbarkeit der Arbeitsaufnahme im Business House sei nicht ausreichend
substantiiert und müsste von der Rekurrentin von Anfang an ausführlicher begründet
werden. Die Abklärungen des Gemeinderats hätten ergeben, dass keine
entsprechenden Vorfälle im Zusammenhang mit dem Business House aktenkundig
seien. Der Gemeinderat habe somit die Rekurrentin zu Recht zur Aufnahme des
Einsatzprogramms im Business House verpflichtet. Indem die Rekurrentin diese
verweigert habe, habe sie gegen ihre Mitwirkungspflicht verstossen, weshalb der
Rekurs in diesem Punkt abzuweisen sei. Die Kürzung der finanziellen Sozialhilfe sei
rechtmässig und verhältnismässig. Schliesslich hielt das Departement fest, die
Auszahlung der Arbeitslosenversicherung sei korrekt angerechnet worden.
Dementsprechend wies das Departement die Rekurse von B.D.ab, soweit es darauf
eintrat. Amtliche Kosten wurden keine erhoben.
E./ Mit Eingabe vom 3. September 2006 erhob B.D.Beschwerde beim
Verwaltungsgericht und stellte folgende Anträge:
"1. Es ist zu bestätigen, dass für das Vermögen ein Freibetrag von Fr. 4'000.-- gilt.
2. Der Feuerwehr-Sold für die Zeit vor der Sozialhilfe (2004 bis Sept. 2005), ist mir
zurückzuerstatten (Fr. 1'488.--/988.--).
3. Die dreifache Kürzung ist abzulehnen wegen Unverhältnismässigkeit und der
Unterhalt für April, Mai und Juni 2006 auf den vollen Ansatz zu ergänzen und
nachzuzahlen.
4. Der Grundbedarf für September 2005 bis Juni 2006 ist auf den vollen Ansatz zu
ergänzen und eine entsprechende Nachzahlung zu leisten.
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5. Meine Einsprache gegen die Einsatzprogramme W. und B. wird anerkannt, die
15%ige Kürzung wird aufgehoben und die Differenz auf den vollen Ansatz ergänzt und
nachgezahlt. Für einen neuen erzwungenen Einsatz dort werde ich von einer weiblichen
Fachkraft begleitet.
6. Die Verfügung des Gemeinderates X. vom 27.3.2006 ist aufzuheben und deren
Verfasser müssen sich für die darin enthaltene üble Nachrede entschuldigen."
Die Vorinstanz und die Beschwerdegegnerin beantragten in ihren Vernehmlassungen
vom 4. bzw. 9. Oktober 2006 die Abweisung der Beschwerde.
Mit Eingabe vom 20. Oktober 2006 äusserte sich die Beschwerdeführerin zu den
Vernehmlassungen der Vorinstanz und der Beschwerdegegnerin und stellte weitere
Begehren.
Auf die weiteren Begehren der Beschwerdeführerin sowie auf die von den
Verfahrensbeteiligten zur Begründung ihrer Anträge vorgetragenen Ausführungen wird,
soweit wesentlich, in den nachstehenden Erwägungen eingegangen.

## Considerations

Darüber wird in Erwägung gezogen:
1./ Die sachliche Zuständigkeit des Verwaltungsgerichts ist gegeben (Art. 59bis Abs. 1
des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege, sGS 951.1, abgekürzt VRP). Die
Beschwerdeführerin ist zur Ergreifung des Rechtsmittels legitimiert (Art. 64 Abs. 1 in
Verbindung mit Art. 45 Abs. 1 VRP). Die Beschwerdeschrift vom 3. September 2006
wurde rechtzeitig eingereicht und enthält Anträge sowie eine Darstellung des
Sachverhalts und eine Begründung. Insoweit sind die Sachurteilsvoraussetzungen
erfüllt (Art. 64 Abs. 1 in Verbindung mit Art. 47 Abs. 1 und Art. 48 Abs. 1 VRP). Auf die
Beschwerde ist daher grundsätzlich einzutreten.
Das Departement des Innern behandelte in seinem Entscheid vom 23. August 2006 die
Rekurse der Beschwerdeführerin gegen die Entscheide des Gemeinderates vom 30.
Januar 2006 und vom 27. März 2006. In einem separaten Entscheid vom 23. August
2006 entschied das Departement ausserdem über die
Rechtsverweigerungsbeschwerde der Beschwerdeführerin gegen den Gemeinderat X.
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Die Beschwerdeführerin focht den Rekursentscheid beim Verwaltungsgericht an. Der
Entscheid über die Rechtsverweigerungsbeschwerde war mit einer