# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 003f206d-c77d-469e-bad2-ccb5a795218c
**Court:** ZH_VG
**Chamber:** ZH_VG_001
**Year:** 2016
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

hat sich ergeben:
I.
A.
Das im Jahr 1851 auf dem Grundstück Kat.-Nr. 01 (ehemals Kat.-Nr. 38) errichtete "Gebäude C" an der D-Strasse 02 in Winterthur wurde von verschiedenen Inhabern als Färberei, später auch als chemische Waschanstalt genutzt. Ab 1930 war E Eigentümer der Liegenschaft und betrieb darin eine Färberei und chemische Waschanstalt. Nach seinem Tod im Jahr 1956 ging die Liegenschaft über auf seine Frau F, welche den Betrieb weiterführte, und die beiden Söhne A und G. Am 9. Oktober 1960 wurden die Söhne als alleinige Eigentümer im Grundbuch eingetragen. Im November 1969 liess sich A als Inhaber einer Einzelfirma (Kleiderreinigung und Färberei) an der D-Strasse 02, Winterthur, im Handelsregister eintragen. Das Eigentum an der Liegenschaft ging im Rahmen eines Tauschgeschäfts per 25. August 1988 auf die Stadt Winterthur über. Diese überliess die Liegenschaft A in der Folge unentgeltlich zum Gebrauch, welcher seinen Betrieb an der D-Strasse 02 noch bis 1992 weiterführte.
B.
Von 1991 bis 1993 wurden in Zusammenhang mit einem nicht realisierten Bauvorhaben erste Altlastenabklärungen durchgeführt. Im Jahr 1996 wurden in ergänzenden Untersuchungen Belastungen durch chlorierte Kohlenwasserstoffe im Untergrund und im Grundwasser festgestellt, welche unabhängig von einem Bauvorhaben eine Sanierung erforderlich machten. In der Folge stellte sich heraus, dass auch die südlich des Grundstücks Kat.-Nr. 01 liegende "H-Parzelle" (Kat.-Nr. 1 9720), welche im Eigentum des Kantons Zürich steht, sanierungsbedürftig war. Die Sanierungsmassnahmen wurden von 2000 bis 2004 von der Stadt Winterthur und dem Kanton Zürich durchgeführt. Auch nach Abschluss der Sanierungsmassnahmen wurden im Grundwasser erhöhte Schadstoffwerte nachgewiesen, zufolge Rückgangs Letzterer jedoch weitere Sanierungsmassnahmen schliesslich nicht als erforderlich betrachtet.
C.
Die Stadt Winterthur ersuchte die Baudirektion des Kantons Zürich mit Schreiben vom 28. Oktober 2004 um Verteilung der bisher angefallenen Sanierungskosten von Fr. 513'983.10 "plus Zins" auf die Verursacher sowie um Festsetzung eines Kostenverteilers für die noch nicht genau bekannten Kosten der Altlastensanierung. Mit Schreiben vom 11. November 2009 modifizierte die Stadt Winterthur ihr Kostenverteilungsgesuch im Wesentlichen dahingehend, dass die angefallenen Untersuchungs- und Sanierungskosten in der Höhe von Fr. 2'015'872.05 "samt Zins, gemäss den gesetzlichen Bestimmungen und basierend auf dem bereits mit dem Kanton ausgehandelten Kostenverteiler, auf die verschiedenen Beteiligten" zu verteilen, die Forderungen gegenüber dem "VASA-Fonds" durch den Kanton geltend zu machen und zu berücksichtigen, sowie die Rückerstattungsansprüche genau zu bezeichnen seien.
Mit Kostenverteilungsverfügung vom 6. Juni 2011 trat die Baudirektion auf das Gesuch der Stadt Winterthur vom 28. Oktober 2004 bzw. 11. November 2009 ein (Dispositiv-Ziff. I), stellte fest, dass die bis anhin zu verteilenden Kosten betreffend die altlastenrechtlichen Massnahmen zur Sanierung des X-Areals Fr. 2'095'396.88 betrügen (Dispositiv-Ziff. II), auferlegte diese Kosten zu 70 % bzw. im Umfang von Fr. 1'466'777.82 A, zu 25,5 % bzw. im Umfang von Fr. 534'326.21 der Stadt Winterthur und zu 4,5 % bzw. im Umfang von Fr. 94'292.86 dem Kanton Zürich (Dispositiv-Ziff. III), setzte A eine Frist von 60 Tagen ab Eintritt der Rechtskraft der Kostenverteilungsverfügung zum Bezahlen von Fr. 676'702.25 an die Baudirektion, ansonsten nach Fristablauf 5 % Verzugszinsen geschuldet seien (Dispositiv-Ziff. IV), verpflichtete ihn, der Stadt Winterthur innert 60 Tagen ab Eintritt der Rechtskraft der Kostenverteilungsverfügung Fr. 790'075.57 zu bezahlen, ansonsten nach Fristablauf 5 % Verzugszinsen geschuldet seien (Dispositiv-Ziff. V), und verwies den Entscheid über die Anrechenbarkeit zukünftig anfallender Kosten, über kostenpflichtige Verursacher und den Verteilschlüssel in ein separates Verfahren (Dispositiv-Ziff. VI).
II.
Die Stadt Winterthur rekurrierte dagegen am 6. Juli 2011 beim Regierungsrat des Kantons Zürich und beantragte, Dispositiv-Ziff. V der Kostenverteilungsverfügung vom 6. Juni 2011 sei unter Entschädigungsfolge dahingehend zu ändern, dass "die Vergütung bzw. Rückerstattung der Ausgleichsansprüche [...] über den Kanton zu erfolgen" habe und "die anrechenbaren vorfinanzierten Geldleistungen seit dem 28. November 2004 jeweils
pro rata temporis
zu verzinsen" seien. A erhob am Folgetag ebenfalls Rekurs beim Regierungsrat und beantragte die Kostenverteilungsverfügung vom 6. Juni 2011 unter Entschädigungsfolge aufzuheben und festzustellen, dass die Stadt Winterthur "vollumfänglich für die Kosten der Altlastensanierung der fraglichen Liegenschaft, einschliesslich der Altlastensanierung der angrenzenden H-Parzelle, aufzukommen" habe, eventualiter sei das Verfahren zu sistieren und der Stadt Winterthur, subeventualiter ihm selbst, Frist anzusetzen, ihre bzw. seine Ansprüche aus dem Tauschvertrag vom 25. August 1988 in einem Zivilverfahren entscheiden zu lassen. Mit Verfügung vom 25. August 2011 vereinigte die Staatskanzlei des Kantons Zürich die beiden Rekurse.
Mit Beschluss vom 25. März 2015 hiess der Regierungsrat "[d]ie Rekurse [...] gegen die Verfügung [...] vom 6. Juni 2011 [...] insoweit teilweise gut [...], als die Verfügung aufgehoben und die Sache im Sinne der Erwägungen zur weiteren Abklärung des Sachverhalts und zum neuen Entscheid" an die Baudirektion zurückgewiesen wurde, und wies die Rekurse im Übrigen ab (Dispositiv-Ziff. I), nahm die Rekurskosten auf die Staatskasse (Dispositiv-Ziff. II), und sprach keine Parteientschädigungen zu (Dispositiv-Ziff. III).
III.
Mit der Schweizerischen Post am 11. Mai 2015 zuhanden des Verwaltungsgerichts übergebener Eingabe gleichen Datums, in welcher als Postanschrift "Postfach 03 8021 Zürich" angeführt wurde, führte die Stadt Winterthur Beschwerde beim Verwaltungsgericht und beantragte, unter Entschädigungsfolge seien 1.) der Beschluss des Regierungsrats vom 25. März 2015 vollumfänglich aufzuheben, 2.) die Verfügung der Baudirektion vom 6. Juni 2011 hinsichtlich der Kostenanteile zu bestätigen, hingegen dahingehend abzuändern, dass 2.1) die Vergütung bzw. Rückerstattung der Ausgleichsansprüche über den Kanton zu erfolgen habe und 2.2) die anrechenbaren vorfinanzierten Geldleistungen seit dem 28. November 2004 zu verzinsen seien. Die Sendung wurde von der Post am 18. Mai 2015 mit dem Vermerk "Weggezogen. Nachsendefrist abgelaufen" retourniert. Die Stadt Winterthur ersuchte das Verwaltungsgericht gleichentags um Wiederherstellung der Beschwerdefrist. Die Staatskanzlei liess sich am 15. Juni 2015 namens des Regierungsrats mit dem Schluss auf Abweisung der Beschwerde, soweit auf diese einzutreten sei, vernehmen. Die Baudirektion beantragte am 19. Juni 2015 unter Verweis auf einen Mitbericht des Amts für Abfall, Wasser, Energie und Luft (AWEL) vom 15. Juni 2015, die Beschwerde sei insofern gutzuheissen, als die Aufhebung des regierungsrätlichen Beschlusses und die Abänderung der Geldleistungsflüsse verlangt werde, hingegen betreffend die Verzinsung der vorfinanzierten Geldleistungen abzuweisen. A verzichtete am 10. August 2015 ausdrücklich auf eine Stellungnahme zum Gesuch der Stadt Winterthur um Wiederherstellung der Beschwerdefrist und beantragte mit Beschwerdeantwort vom 19. August 2015, auf das Rechtsmittel unter Entschädigungsfolge nicht einzutreten, eventualiter es vollumfänglich abzuweisen. Die Stadt Winterthur verzichtete am 25./28. August 2015 auf Vernehmlassung zu den Eingaben der Staatskanzlei vom 15. Juni 2015, der Baudirektion vom 19. Juni 2015 und von A vom 10. August 2015 sowie zum Mitbericht des AWEL vom 15. Juni 2015. Zur Beschwerdeantwort von A vom 19. August 2015 nahm die Stadt Winterthur am 31. August 2015 unter Aufrechterhaltung ihrer Beschwerdeanträge Stellung. Im weiteren Verlauf des Schriftenwechsels hielten A, die Stadt Winterthur sowie die Baudirektion und das AWEL an ihren Ausführungen und Anträgen fest.
Die Kammer

## Considerations

erwägt:
1.
1.1
Das Verwaltungsgericht prüft seine Zuständigkeit gemäss § 70 in Verbindung mit § 5 Abs. 1 des Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959 (VRG, LS 175.2) von Amtes wegen. Gegen erstinstanzliche Rekursentscheide des Regierungsrats etwa auf dem vorliegenden Gebiet des Umweltrechts steht die Beschwerde offen (§§ 41–44 in Verbindung mit § 19 Abs. 1 lit. a und Abs. 3 Satz 1, § 19b Abs. 2 lit. a Ziff. 1 sowie § 329 Abs. 2 lit. b des Planungs- und Baugesetzes vom 7. September 1975 in der bis 30. Juni 2014 gültigen Fassung [OS 69, 262]).
1.2
Bei Streitigkeiten über Zwischenentscheide ist der Streitwert der Hauptsache massgeblich (Martin Bertschi in: Alain Griffel [Hrsg.], Kommentar zum Verwaltungsrechtspflegegesetz des Kantons Zürich [VRG], 3. A., Zürich etc. 2014 [Kommentar VRG], § 38b N. 12). Vorliegend kann offenbleiben, ob der Frage nach den Zahlungsflüssen ein Streitwert zukomme, zumal jedenfalls das Begehren um Festsetzung des Beginns der Zinspflicht per 28. Februar 2004 bezifferbare finanzielle Interessen beinhaltet, welche ungleich schwerer wiegten: Die anbegehrte Modifikation der Ausgangsverfügung bzw. des Beginns der Zinspflicht führte dazu, dass die Beschwerdeführerin (zusätzlich) Anspruch auf Zinsen ab dem 28. November 2004 bis 60 Tage nach Eintritt der Rechtskraft der Kostenverteilungsverfügung bzw. eines diesbezüglichen Rechtsmittelentscheids hätte. Als massgeblich erscheint damit vorliegend ein Zeitraum von Ende November 2004 bis etwa Ende Juli 2016 bzw. eine Zeitspanne von etwa 11 Jahren und acht Monaten. Bei unveränderten Sanierungsquoten bzw. -beiträgen und Ausgleichsansprüchen beliefe sich die massgebliche Zinsforderung auf rund Fr. 460'000.- und ist somit von einem Streitwert in dieser Höhe auszugehen. Folglich ist die Beschwerde in Dreierbesetzung zu erledigen (§ 38 Abs. 1 VRG; vgl. Bertschi, § 38b N. 13).
2.
2.1