# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** b38a2577-0fa9-4c06-9e25-693d79541450
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2020
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1960, ist seit 1998 als selbständiger Taxifahrer tätig (vgl. Urk. 6/45/3).
Unter Hinweis auf Rückenschmerzen meldete sich der Versicherte am 1
4.
Dezember 2016 bei der Invalidenversicherung zum Leistungs
bezug an (
Urk.
6/10).
Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle,
klärte die medizinische und erwerbliche Situation ab,
zog Akten der AXA Winterthur als zuständige Krankentaggeldversicherung bei (Urk. 6/
11 und
Urk.
6/17
) und beauftragte ihren
R
egionalen
Ä
rztlichen Dienst (RAD) mit einer
bidisziplinären
Untersuchung des Versicherten
(vgl. Berichte vom 1
8.
Juli 2018 über die orthopädische und die neurologische Untersuchung, Urk. 8/45-46).
Nach durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(
Urk.
6/49; Urk. 6/54; Urk. 6/
64
) verneinte die IV-Stelle mit Verfügung vom
17. Dezember 2018
einen Rentenanspruch (
Urk. 6/80
=
Urk.
2).
2.
Der Versicherte erhob am
1.
Februar 2019 Beschwerde gegen die Verfügung vom 17. Dezember 2018 (
Urk.
2) und beantragte, diese sei aufzuheben und es sei ihm eine ganze Invalidenrente zuzusprechen, eventuell eine
Dreiviertelsrente
; sub
eventuell seien weitere medizinische Abklärungen anzuordnen (
Urk.
1 S. 2 oben). Die IV-Stelle beantragte mit Beschwerdeantwort vom 1
3.
März 2019
(Urk.
5) die Abweisung der Beschwerde. Dies wurde dem Beschwerdeführer am
2.
Mai 2019 zur Kenntnis gebracht (
Urk.
7).
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1
des
Bundesgesetz
es
über die Invalidenversicherung (IVG)
Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen
wieder herstellen
, er
halten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6
d
es Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil
des Sozialversicherungsrechts, ATSG
) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.2
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom
menden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der ge
sundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.3
Der Einkommensvergleich hat auch bei
Selbständigerwerbenden
in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen zif
fernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt. Insoweit die fraglichen Erwerbseinkommen ziffernmässig nicht genau ermittelt werden können, sind sie nach Massgabe der im Einzelfall bekannten Umstände zu schätzen und die so gewonnenen Annäherungswerte miteinander zu verglei
chen. Lassen sich die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen nicht zuverlässig ermitteln oder schätzen, so ist in Anlehnung an die spezifische Methode für Nichterwerbstätige ein Betätigungsvergleich anzustellen und der Invaliditätsgrad nach Massgabe der erwerblichen Auswirkungen der verminderten Leistungsfä
higkeit in der konkreten erwerblichen Situation zu bestimmen.
1.4
Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist für die Ermittlung des
Validen
einkommens
entscheidend, was die versicherte Person im Zeitpunkt des frühest
möglichen Rentenbeginns nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrschein
lichkeit als Gesunde tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung an
gepassten Verdienst angeknüpft, da es empirischer Erfahrung entspricht, dass die bisherige Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden fortgesetzt worden wäre. Ausnah
men müssen mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt sein (BGE 139 V 28 E. 3.3.2, 135 V 58 E. 3.1, 134 V 322 E. 4.1).
Ist
mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass die versicherte Person die bisherige Tätigkeit unabhängig vom Eintritt der Invalidität nicht mehr ausgeübt hätte, kann das
Valideneinkommen
auf Grundlage der vom Bundesamt für Statistik herausgegebenen Schweizerischen Lohnstrukturerhebung (LSE) be
rechnet werden, wobei die für die
Entlöhnung
im Einzelfall gegebenenfalls rele
vanten persönlichen und beruflichen Faktoren zu berücksichtigen sind (BGE 139 V 28 E. 3.3.2; Meyer/
Reichmuth
, Bundesgesetz über die Invalidenversicherung, 3. Auflage 2014,
Rn
55 f. zu Art.
28a
).
1.5
Für die Bestimmung des Invalideneinkommens können nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für Statistik periodisch herausgege
benen Lohnstrukturerhebungen (LSE) herangezogen werden (BGE 139 V 592 E. 2.3, 135 V 297 E. 5.2, 129 V 472 E. 4.2.1). Dabei sind grundsätzlich die im Verfügungszeitpunkt aktuellsten veröffentlichten Tabellen der LSE zu verwenden (BGE 143 V 295 E. 4.1.3; zur Verwendung der aktuellsten statistischen Daten bei Rentenrevisionen vgl. BGE 143 V 295 E. 4.2.2, 142 V 178 E. 2.5.8.1, 133 V 545 E. 7.1). Die Verwendung der Tabellenlöhne ist subsidiär, das heisst deren
Beizug
erfolgt nur, wenn eine Ermittlung des Invalideneinkommens aufgrund und nach Massgabe der konkreten Gegebenheiten des Einzelfalles nicht möglich ist (vgl. BGE 142 V 178 E. 2.5.7, 139 V 592 E. 2.3, 135 V 297 E. 5.2; vgl. auch Meyer/
Reichmuth
, Bundesgesetz über die Invalidenversicherung,
3.
Auflage 2014,
Rn
55 und 89 zu Art. 28a, mit weiteren Hinweisen auf die Rechtsprechung).
1.6
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schluss
folgerungen der Experten begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a mit Hinweis).
2.
2.1
Zu prüfen ist der Rentenanspruch des Beschwerdeführers
, wobei im Wesentlichen der Einkommensvergleich strittig ist. Der Beschwerdeführer beanstandete in sei
ner Beschwerde insbesondere die Höhe des Validen- und des Invalideneinkom
mens.
2.2
Die Beschwerdegegnerin ging in der angefochtenen Verfügung (
Urk.
2) davon aus, dass der Beschwerdeführer seit dem
1.
November 2016 in seiner bisherigen Tätigkeit als selbständiger Taxifahrer gesundheitlich eingeschränkt sei. Hingegen sei ihm seit August 2017 eine angepasste, körperlich leichte Tätigkeit in einem Pensum von 75 % zumutbar (S. 1 unten). Sie stellte einem
Valideneinkommen
von
Fr.
20‘380.20 ein Invalideneinkommen von
Fr.
12‘669.55 gegenüber und er
rechnete einen
rentenausschliessenden
Invaliditätsgrad von 38 %
. Ein leidensbe
dingter Abzug sei nicht gerechtfertigt
(S. 2).
2.3
Der Beschwerdeführer machte in seiner Beschwerde (
Urk.
1) geltend,
dass sich
gemäss
Auszug
aus dem Individuellen Konto
für die Jahre 2008 bis 2013 ein durchschnittliches Jahreseinkommen von
Fr.
38‘348.35 ergäbe, worauf abzustel
len sei. Er sei sogar für
Fr.
40‘000.-- krankentaggeldversichert gewesen. Zudem sei
zu berücksichtigen, dass
er seit 2012 gesundheitlich eingeschränkt
sei
und entsprechend weniger
habe
verdienen können (S. 8 Mitte). Die von
Dr.
med.
Y._
und
Dr.
med. Z._
festgestellten Einschränkungen (Erwerbs
unfähigkeit von 25 %
aus orthopädischer
und 10 %
aus neurologischer Sicht
) seien zu addieren oder es seien weitere medizinische Abklärungen vorzunehmen (S. 8 f.). So seien die degenerativen Veränderungen des rechten Hüftgelenkes noch nicht berücksichtigt worden (S. 8 oben). Zudem sei ein lei
densbedingter Abzug vorzunehmen. Aufgrund seiner persönlichen und beruflichen Merkmale
(fortge
schrittenes Alter,
fehlende anerkannte Ausbildung in der Schweiz
[
ausser
Taxi fahren]
, multiple gesundheitliche Beschwerden, ungenügende Sprachkenntnisse et
cetera
) sei ein Abzug von 25 % angezeigt
(S.
9 Mitte
).
3.
3.1
Med.
pract
.
A._
, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin,
nannte im
Bericht vom 1
6.
Januar 2017
(
Urk.
6/19/6-7) als
Di
agnose mit Aus
wirkung auf die Arbeitsfähigkeit
ein
lumbovertebrales
,
lumbospondylogenes
Schmerzsyndrom bei degenerativen Veränderungen an der Lendenwirbelsäule (LWS
;
Ziff.
1.1
).
Der Beschwerdeführer
sei seit 2003 in hausärztlicher Behandlung (
Ziff.
1.2).
Im Jahr
1998 habe er einen Verkehrsunfall erlitten. Seit 2012
leide der Beschwerdeführer
an
zunehmende
n
lumbale
n
Rückenschmerzen
, die ihn in seiner langjährigen Arbeit als Taxifahrer schmerzhaft behinderten
(
Ziff.
1.4).
Med.
pract
.
A._
attestierte dem Beschwerdeführer eine
50%ige A
rbeitsunfähigkeit
vom
1.
November 2016 bis
3
0.
November 20
16 sowie
eine
75%ige A
rbeitsunfähigkeit vom
1.
Dezember 20
1
6 bis 3
1.
Januar 2017 (
Ziff.
1.6). Die b
isherige Tätigkeit als Taxichauffeur
sei
kaum mehr zumutbar. Auch eine
behinderungs
angepasste Tä
tigkeit
könne er sich beim Beschwerdeführer, der seit über 20 Jahren Taxi fahre, nicht vorstellen
(
Ziff.
1.7).
Der Beschwerdeführer müsste sein beträchtliches Über
gewicht abbauen und eine regelmä
ssige, rückenstärkende Therapie
durchführen (
Ziff.
1.8).
3.2
Im Bericht vom 1
0.
Juli 2017 (
Urk.
6/27/4-5) führte med.
pract
.
A._
aus,
der Gesundheitszustand des Beschwerdeführers habe sich verbessert (
Ziff.
1.1). Nach intensiver täglicher ambulanter Physiotherapie sei nun eine
Regredienz
der Beschwerden eingetreten (
Ziff.
1.3).
Es bestehe eine verminderte Leistungsfähig
keit von 75
%
(
Ziff.
2.2). Er rechne mit einer weiteren
Verbesserung (
Ziff.
3.3). Der Beschwerdeführer
habe
stets zu 25
%
gearbeitet (Ziff.
4.2).
3.3
Die Ärzte der
B._
nannten im Bericht vom 1
6.
Oktober 2017 (Urk. 6/37/13-14) im Wesentlichen folgende Diagnosen (S. 1 Mitte):
-
chronisches
lumbospondylogenes
Schmerzsyndrom
-
mässige Spinalkanalstenose auf Höhe L4/5 bei
breitbasiger
Diskusprotru
sion
und mässiger
epiduraler
Lipomatose
-
diskrete sockenförmige sensible Defizite beidseits unklarer Ätiologie
Der Beschwerdeführer leide seit einigen Jahren an
lumbosakralen
Schmerzen, welche in letzter Zeit an Intensität zugenommen hätten. Beim Sitzen und Stehen nähmen die Schmerzen an Intensität deutlich zu und strahlten auch Richtung Gesäss und Hüften aus. Besser gehe es im Liegen und beim Gehen, wobei die maximale Gehzeit schmerzbedingt nach 30 Minuten erreicht sei (S. 1 unten).
3.4
Med.
pract
.
A._
berichtete
a
m 2
8.
Februar 2018 (
Urk.
6/35/4-5) über einen subjektiv gesehen stationären Gesundheitszustand (
Ziff.
1.1). Er nannte die Diag
nose eines
lumbospondylogenen
Schmerzsyndroms
mit
Osteochondrose
und Spondylose sowie leicht eingeengtem Spinalkanal lumbal 4/5 (
Ziff.
1.2). Die
ra
dikuläre
Symptomatik beidseits habe durch Facettengelenksinfiltrationen besei
tigt werden können (
Ziff.
1.3).
N
ach wie vor
bestehe
eine 50%ige verminderte Leistungsfähigkeit (
Ziff.
2.2).
3.
5
Dr.
med.
C._
, Facharzt für Rheumatologie,
attestierte dem Beschwerde
führer im
Bericht vom 2
0.
April
2018 (
Urk.
6/37/1-4) eine
75%ige Arbeitsunfä
higkeit
vom 1
3.
Februar 2017
bis 3
1.
August 201
7.
Die
Arbeitsfähigkeit
nach dem 3
1.
August 2017 sei nicht bekannt
(
Ziff.
1.3).
Im Zeitraum der Behandlung sei er davon ausgegangen, dass die Arbeitsfähigkeit im selbständigen Beruf als Taxi-Chauffeur
steigerungsfähig sei (
Ziff.
2.7). Ihm sei keine Aussage zum aktuellen Zustand möglich (
Ziff.
2.4).
3.
6
RAD-Arzt
Dr.
med.
Y._
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie,
nannte im
Berich
t vom 1
8.
Juli 2018 (
Urk.
6/45) folgende
Diag
nosen
mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
(
Ziff.
8)
:
-
chronische lumbale und
thorak
olumb
ale
Schmerzen rechtsbetont mit am ehesten
pseudoradikulärer
Ausstrahlung ins rechte Bein, aktuell ohne sen
sible oder motorische Symptome einer Nervenwu
rzelreizung
mit/bei
-
MR-tomographisch
bekannter mässiger Spinalkanalstenose auf Höhe L4/5 bei
breitbasiger
Diskusprotrusion
und mässiger
epiduraler
Lipo
matose
-
mehrsegmentalen degenerativen Veränderungen einschliesslich Facet
tengelenksarthrosen, am
ausgeprägtesten
im Segment L4/5
Der Beschwerdeführer habe angegeben, dass er schon viele Jahre ständig Schmer
zen im Bereich der LWS habe. Schmerzen habe er auch in beiden Hüften (S. 1
Ziff.
1).
Dr.
Y._
führte aus, dass die Befunde der Abteilung Neurologie der
B._
u
nter Berücksichtigung des klinischen Befundes und der anam
nestischen Angaben des Beschwerdeführers
gut nachvollzogen werden
könnten
. Es handle sich im Wesentlichen um eine bei längerer sitzender oder auch stehen
der Position sich verstärkende, im Grunde genommen aber chronische lumbale Schmerzsymptomatik auf dem Boden
degenerativer Veränderungen (S.
8
Ziff.
9).
Es sei ein somatischer Gesundheitsschaden ausgewiesen, der die Arbeitsfähigkeit beeinträchtige.
Dr.
Y._
attestierte dem Beschwerdeführer eine mindestens
50%ige Arbeitsfähigkeit
in der bisher
igen
und derzeit ausgeübten Tätigkeit als selbständiger Taxifahrer.
Retrospektiv bestehe diese unter Berücksichtigung der vorliegenden Berichte der Ärzte der
B._
und des Rheumatologen
Dr.
C._
zumindest seit August 201
7.
I
n einer optimal angepassten
, körperlich leichten
Tätigkeit mit der Möglichkeit, von Zeitpunkt und Dauer her die Körper
position nach eigenem Ermessen zwischen Sitzen, Stehen und Gehen
zu wech
seln, sei spätestens ab dem Zeitpunkt der Untersuchung eine mindestens 75%ige Arbeitsfähigkeit gegeben, das heisse zumindest sechs Stunden pro Tag. Unter Be
rücksichtigung der vorliegenden Arztberichte sei davon auszugehen, dass diese Einschätzung retrospektiv spätestens seit August 2017 gelte
(S. 8 Ziff. 10)
.
Aus orthopädischer Sicht sei es von entscheidender Wichtigkeit, dass sich der Be
schwerdeführer körperlich
mehr betätige (S. 9 oben).
3.
7
RAD-Arzt
Dr.
med.
Z._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie so
wie Facharzt für Neurologie,
nannte im
Berich
t vom 1
8.
Juli 2018 (
Urk.
6/46)
aus
neurologischer Sicht die Diagnose eines
Wurzelreizsyndrom
s
L4/5 rechts bei
Dis
kusprotrusion
L4/5
,
bei bilateraler
rezessaler
und konsekutiv spinaler Enge
(MRI-Befund vom 1
0.
August
2017
;
Ziff.
7
).
Dr.
Z._
führte aus, dass eine
körperlich leichte
,
wechselbelastende Tätigkeit ohne Zwangshaltungen sowie ohne das Er
steigen von Leitern und Gerüsten sowie ohne Heben, Tragen und Transportieren von Lasten möglich und auch therapeutisch sinnvoll wäre (S. 4 oben). Der Be
schwerdeführer sei muskulär erheblich
dekonditioniert
und übergewichtig (S. 4 Mitte).
Aus neurologischer Sicht
erscheine eine Verbesserung weiterhin möglich. Aufgrund der bereits vorhandenen degenerativen Prozesse der Wirbelsäule sei eine ausschliesslich
e
Fahrtätigkeit nicht mehr zu empfehlen (S. 4 unten). Aus neurologischer Sicht
könne v
on einer 50%igen dauerhaften Arbeitsunfähigkeit
als Taxichauffeur ab Januar 2017 ausgegangen werden (S. 4 f.). Adaptierte Tä
tigkeiten sollten, leicht eingeschränkt durch vermehrte Pausen, aber zu
90
%
möglich sein (S. 5 oben).
3.
8
Dr.
C._
berichtete am 1
4.
November 2018 (
Urk.
6/60), dass der Beschwerde
führer nach wie vor an - gemäss eigenen Angaben
progrediente
n -
Schmerzen im Bereich der unteren LWS
mit Ausstrahlung in das rechte Gesäss leide. Die klinischen Befunde seien lumbal weitgehend unverändert im Vergleich zu frühe
ren Untersuchungen. Auch die aktuellen MR-Befunde der LWS seien weitgehend
identisch
(S. 1 unten).
N
eu bestehe eine schmerzhafte Einschränkung der Hüftbe
weglichkeit rechts.
Nach wie vor sei eine eindeutige ätiologische Beurteilung der
chronifizierten
und behindernden Schmerzen nicht möglich. Aufgrund der heu
tigen Untersuchung sei es denkbar, dass eine Hüftpathologie rechts an der Schmerzverursachung mitbeteiligt sei (S. 2 oben).
Aus rheumatologisch
er Sicht
dürfte die
Arbeitsfähigkeit
als Taxi-Chauffeur
aktuell bei
50
%
liegen
(S. 2
Mitte
).
3.
9
Ein MRI der rechten Hüfte vom 1
1.
Dezember 2018 (Bericht
des
D._
vom selben Tag, Urk. 6/77)
zeigte leichtgradige degenerative Veränderungen am rechten Hüftgelenk
ohne Bild einer
Coxarthrose
, keine
Femurkopfnekrose
oder Gelenkerguss
.
Als Nebenbefund zeigte sich
eine
Tendinose
der Sehne des
Muscu
lus
gluteus
medius
.
4.
4.1
Die Beurteilungen der RAD-Ärzte
Dr.
Y._
und
Dr.
Z._
erfüllen
die Anforde
rungen an den Beweiswert medizinischer Berichte im Sinne der Rechtsprechung (vgl. E. 1.
6
).
Sie setzen
sich mit allen Aspekten der gesundheitlichen Beeinträch
tigungen auseinander und be
rücksichtigen
insbesondere auch sämtliche in der Zwischenzeit angefallenen ärztlichen Untersuchungsberichte.
Insgesamt vermö
gen d
ie
Beurteilungen der RAD-Ärzte angesichts der Aktenlage zu überzeugen und wurden grundsätzlich auch vom Besc
hwerdeführer nicht beanstandet.
4.2
Der Beschwerdeführer machte geltend, dass
die degenerativen Veränderungen des rechten Hüftgelenkes noch nicht berücksichtigt worden seien.
Dazu ist zu bemer
ken, dass die Schmerzen in den Hüften sowohl
Dr.
Y._
(vgl. vorstehend E. 3.6 sowie S. 6 des Berichts)
als auch
Dr.
C._
bekannt waren.
Dr.
C._
hielt es für denkbar, dass eine Hüftpathologie rechts an der Schmerzverursachung mit
beteiligt sei
(vgl. vorstehend E. 3.8)
.
Die in der Folge festgestellten
lediglich
leicht
gradigen degenerativen Veränderungen am rechten Hüftgelenk sowie die
Tendi
nose
der Sehne des
Musculus
gluteus
medius
vermögen jedoch keine höhere Ar
beitsunfähigkeit zu begründen.
4.
3
Dr.
Y._
und
Dr.
Z._
hielten in der abschliessenden Konsensus-Stellung
nahme vom 1
8.
Juli 2018 (Feststellungsblatt,
Urk.
6/48 S. 6 f.) fest, dass in einer optimal angepassten, körperlich leichten Tätigkeit mit der Möglichkeit, von Zeit
punkt und Dauer her die Körperposition nach eigenem Ermessen zwischen Sitzen, Stehen und Gehen zu wechseln,
aus orthopädischer und neurologischer Sicht
spä
testens ab
August 2017
eine mindestens 75%ige Arbeitsfähigkeit gegeben sei, das heisse zumindest sechs Stunden pro Tag.
Angesichts d
ieser Beurteilung
erscheint eine Addition der Arbeitsunfähigkeiten – wie sie der Beschwerdeführer geltend machte – nicht zulässig.
4.
4
Nach dem Gesagten ist nicht zu beanstanden, dass
die Beschwerdegegnerin in der angefochtenen Verfügung
g
estützt auf
die Beurteilung ihrer RAD-Ärzte
von einer
5
0%igen Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers in
der bisherigen und
einer
75
%igen Arbeitsfähigkeit
in einer
angepassten Tätigkeit
ab August 2017
aus
ging
(
Urk.
2 S. 1 unten).
5.
5.1
Für die Vornahme des Einkommensvergleiches ist grundsätzlich auf die Gege
benheiten im Zeitpunkt des (hypothetischen) Rentenbeginns abzustellen (BGE 128 V 174, BGE 129 V 222).
Da
eine substantielle Arbeitsunfähigkeit ab November 2016 attestiert wurde (vgl. vorstehend E. 3.1)
k
ann
frühestens im
November
2017 ein Rentenanspruch entstehen (vgl.
vorstehend E. 1.1
).
5.2
Die Beschwerdegegnerin stützte sich zur Berechnung des
Valideneinkommens
auf die Buchhaltungsunterlagen des B
eschwerdeführers
. Gestützt auf die
Gewinn
e
von
Fr.
24‘585.80
im Jahr 2013
(
vgl. Erfolgsrechnung 2013,
Urk.
6/16/3), von Fr.
20‘347.
--
im Jahr 2014
(
Urk.
6/16/5) und
von
Fr.
15‘293.55
im Jahr 2015
(Urk.
6/16/6)
, angepasst an die Nominallohnentwicklung (NLE),
errechnete sie ein durchschnittliches Einkommen von
Fr.
20'380.20 (vgl.
Urk.
6/47/
1
).
Zudem nahm
d
ie
Beschwerdegegnerin
angesichts des tiefen
Valideneinkommens
eine Paralle
lisieru
ng der Einkommen vor (vgl. Urk.
6/47/2).
Der Beschwerdeführer machte in seiner Beschwerde geltend, dass das
Validenein
kommen
gestützt auf den IK-Auszug
der Jahre 2008 bis 2013 zu berechnen sei, womit sich ein durchschnittliches Einkommen von
Fr.
38‘348.35 ergebe.
5.
3
Vorliegend sind im IK-Auszug lediglich Einkommen bis zum Jahr 2013 verzeich
net (
Urk.
6/18/4).
Insofern ist nachvollziehbar
, dass die B
eschwerdegegner
in auf die Buchhaltungsunterlag
en abgestellt hat. Soweit der Beschwerdeführer
an
führte, er sei seit 2012 gesundheitlich eingeschränkt, ergibt sich aus dem Bericht seines Hausarztes
Dr.
A._
zwar, dass er seit 2012
an zunehmenden
lumba
len Rückenschmerzen leidet.
Dr.
A._
attestierte ihm jedoch erst ab Novem
ber 2016 eine A
rbeitsunfähigkeit
(vgl. vorstehend E. 3.1)
. Auch in den übrigen medizinischen Akten wurde ihm keine frühere
Arbeitsunfähigkeit
attestiert.
Dennoch stellt sich
die Frage, ob die
Beschwerdegegnerin
für die Ermittlung des
Valideneinkommens
zu Recht
von den
Gewinnen in den
Jahren 2013 bis 2015 ausgegangen ist. So erzielte der B
eschwerdeführer
gemäss IK-Auszug (Urk.
6/18/4)
in den Jahren 2010 bis 2012 Jahreseinkomme
n in der Grössenord
nung von Fr.
40‘000.--. In den folgenden
drei Jahren erzielte er
lediglich
noch ein Durc
hschnittseinkommen von etwa Fr.
20‘000.--. Dies ist wohl zumindest auch damit zu erklären, dass er (aufgrund von gesundheitlichen Beschwerden) weniger arbeitete. So gab
Dr.
A._
im Bericht vom 1
0.
Juli 2017 (
Urk.
6/27/4-5) an, der
Beschwerdeführer habe stets zu 25
% gearbeitet (Ziff.
4.2).
5.
4
D
as Einkommen von
Selbstständigerwerbenden
kann
angesichts der in
Art.
25
Abs.
1
der
Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV)
vorgeschriebenen Parallelisierung der IV-rechtlich massgebenden hypothetischen Vergleichsein
kommen mit den AHV-rechtlich beitragspflichtigen Einkommen grundsätzlich aufgrund der IK-Einträge bestimmt werden. Weist das erzielte Einkommen starke und verhältnismässig kurzfristig in Erscheinung getretene Schwankungen auf, ist dabei
auf den während einer längeren Zeitspanne erzielten Durchschnittsver
dienst abzustellen
(Urteil
9C_771/2017
vom 2
9.
Mai 2018 E.
3.6.1 mit Hinwei
sen).
Entsprechend ist d
as
V
alideneinkommen
vorliegend
aufgrund der Einkomme
n gemäss IK-Auszug zu berechnen.
Aus dem IK-Auszug ergibt sich ein Einkommen von Fr.
48'516.--
im Jahr 2008, von
Fr.
37'674.-- im Jahr 2009, von
Fr.
39'900.-- im Jahr 2010, von
Fr.
39'700.-- im Jahr 2011, von
Fr.
40'100.-- im Jahr 2012 sowie
ein solches
von
Fr.
24'200.-- im Jahr 201
3.
Ausgehend von den Jahren 2008 bis 2013
- wie vom Beschwerdeführer beantragt -
resultiert ein durch
schnittlic
hes Einkommen von
Fr.
38‘348.35, ausgehend von den Jahren 2008 bis 2012 ein solches
von Fr. 41‘178.
--
.
Vorliegend rechtfertigt es sich, zugunsten des Beschwerdeführers vom höheren durchschnittlichen Einkommen von
Fr. 41‘178.
--
auszugehen, zumal er offenbar seit 2012 an lumbalen Rückenschmerzen leidet.
Unter Berücksichtigung der män
nerspezifischen Nominal
lohn
entwicklung von
1.0
% im Jahr 201
1, 0.8 % im Jahr 2012, 0.8 % im Jahr 2013, 0.7 % im Jahr 2014, 0.3 % im Jahr 2015, 0.6 % im Jahr 2016
sowie
0.4 % im Jahr 2017
(Entwicklung der Nominallöhne, der Kon
su
mentenpreise und der Reallöhne; vgl. www.bfs.admin.ch, Statistiken, Arbeit und Erwerb) ergibt sich für das Jahr 201
7
ein
Valideneinkommen
von
rund
Fr.
4
3
'
109
.
--
(Fr.
41‘178.
--
x 1.01 x 1.008 x 1.008 x 1.007
x 1.003
x 1.006 x 1.004
).
5.
5
Dem Beschwerdeführer ist eine optimal angepasste, körperlich leichte Tätigkeit mit der Möglichkeit, von Zeitpunkt und Dauer her die Körperposition nach eige
nem Ermessen zwischen Sitzen, Stehen und Gehen zu wechseln, mit einem Pen
sum von 75 % zumutbar. Somit rechtfertigt es sich, zur Berechnung des Invali
deneinkommens auf die Lohnstrukturerhebung abzustellen (E. 1.5).
D
ie
Beschwerdegegnerin
stützte sich
auf
d
as im Jahr 201
4
von Männern im Durchschnitt aller einfachen Tätigkeiten körperlicher oder handwerklicher Art
er
zielte Einkommen
von
Fr.
5'3
12
.--
pro Monat
(LSE 201
4
, Tabellen
-
gruppe TA1_tirage_skill_level, Total, Niveau 1)
,
mithin
Fr.
6
3
'
766
.-- im Jahr (
Fr.
5'3
12
.-- x 12).
Unter Berücksichtigung d
er durchschnittlichen wöchentlichen Arbeitszeit im Jahr 201
7
von 41.7 Stunden (Bundesamt für Statistik, Betriebsübliche Arbeits
zeit nach Wirtschaftsabteilungen)
sowie
der
Nominallohnentwicklung
ermittelte sie
für das Jahr 2017 ein jährliches Einkommen von
Fr.
67’320.60
(
Fr.
6
3
'
744
.
--
:
40 x 41.7
x 1.003 x 1.006 x 1.004)
.
Angepasst an das zumutbare Pensum
von 75
%
resultiert
e
somit
ein Einkommen von
Fr.
50'490.45 (67‘320.60 x
0.75; vgl.
Einkommensvergleich,
Urk.
6/47/1).
Dies
ist nicht zu beanstanden.
Zu prüfen bleibt, ob von diesem Einkommen ein Abzug vorzunehmen ist.
5.
6
Das Invalideneinkommen von Fr. 50'490.
4
5
übersteigt das
Valideneinkommen
von Fr. 43'109.
--
.
Selbst b
ei Vornahme des maximalen Leidensabzugs von 25
%
- für den vorliegend jedoch kein Anlass besteht -
ergäbe sich
ein hypothetisches Invalideneinkommen von
Fr.
3
7
‘867.85
(
Fr.
50'490.45 x 0.75)
und damit ein nicht anspruchsbegründ
ender Invaliditätsgrad von
12.16
%
.
5.7
Angesichts des tiefen
Valideneinkommens
nahm die Beschwerdegegnerin eine Parallelisierung der Einkommen vor (vgl. Urk. 6/47/2).
Bezog eine versicherte Person aus invaliditätsfremden Gründen (z.B. geringe Schulbildung, fehlende berufliche Ausbildung, mangelnde Deutschkenntnisse, beschränkte Anstellungsmöglichkeiten wegen
Saisonnierstatus
) ein deutlich un
terdurchschnittliches Einkommen, ist diesem Umstand bei der Invaliditätsbemes
sung nach
Art.
16 ATSG Rechnung zu tragen, sofern keine Anhaltspunkte dafür bestehen, dass sie sich aus freien Stücken mit einem bescheideneren Einkom
mensniveau begnügen wollte. Nur dadurch ist der Grundsatz gewahrt, dass die auf invaliditätsfremde Gesichtspunkte zurückzuführenden Lohneinbussen entwe
der überhaupt nicht oder aber bei beiden Vergleichseinkommen gleichmässig zu berücksichtigen sind. Diese Parallelisierung der Einkommen kann praxisgemäss entweder auf Seiten des
Valideneinkommens
durch eine entsprechende Herauf
setzung des effektiv erzielten Einkommens oder aber auf Seiten des Invalidenein
kommens durch eine entsprechende Herabsetzung des statistischen Wertes erfol
gen (BGE 135 V 58 E. 3.1, 134 V 322 E. 4.1 mit Hinweisen). Eine Parallelisierung ist indessen nur vorzunehmen, wenn die Differenz zum massgebenden Durch
schnitt deutlich ist. Deutlich unterdurchschnittlich im Sinne von
BGE 134 V 322
E. 4 ist der tatsächlich erzielte Verdienst, wenn er mindestens 5
%
vom branchen
üblichen LSE-Tabellenlohn abweicht (vgl. BGE 135 V 297 E. 6.1.2).
Die Parallelisierung der Einkommen trägt somit dem Umstand Rechnung, dass die versicherte Person
als Invalide
realistischerweise
nicht den Tabellenlohn er
zielen kann, weshalb ein entsprechend tieferes
Invalideneinkommen
anzunehmen ist (BGE 135 V 58 E. 3.4.3, Urteil des Bundesgerichts 9C_488/2008 vom
5.
Sep
tember 2008 E. 6.4, zusammengefasst in: SZS 2008 S. 570; Urteile des Bundes
gerichts I 428/04 vom
7.
Juni 2006 E. 7.2.2; I 630/02 vom 5. Dezember 2003
E. 2.2.2). Kann tatsächlich oder
zumutbarerw
eise
ein durchschnittliches
Inva
lideneinkommen erzielt werden, dann besteht kein Grund, ein aus wirtschaftlichen Gründen unterdurchschnittliches
Valideneinkommen
auf ein durchschnittliches hochzurechnen. Denn mit einer solchen Vorgehensweise würden in gesetzwidri
ger Weise Einkommenseinbussen berücksichtigt, die nicht
gesund
-
heitlich
bedingt sind. Entsprechend der gesetzlichen Regelung ist somit das (zumutbare) Invali
deneinkommen nicht demjenigen Einkommen
gegenüber
-
zustellen
, das ohne Ge
sundheitsbeeinträchtigung bei vollständiger Ausschöpfung des wirtschaftlichen Potenzials
zumutbarerweise
hätte erzielt werden können, sondern demjenigen, das konkret erzielt worden wäre (BGE 135 V 58 E. 3.4.3 in
fine
).
Sind die Voraussetzungen der
Einkommensparallelisierung
erfüllt, weil die versi
cherte Person aus invaliditätsfremden Gründen infolge
fehlender Berufsausbil
dung und mangelhafter Sprachkenntnisse
ein unterdurchschnittliches
Validen
einkommen
erzielt hatte, welches um mindestens 5
%
unter dem branchenübli
chen LSE-Tabellenlohn liegt, so vermögen dieselben Faktoren praxisgemäss nicht zusätzlich auch noch einen Leidensabzug zu begründen (vgl. BGE 135 V 297
E. 6.2).
Bei der Durchführung der Parallelisierung ist mit Blick auf eine dem Grundsatz der Rechtsgleichheit genügende Invaliditätsgradermittlung zu vermeiden, dass diese – bei einer kontinuierlich ansteigenden Differenz zwischen tatsächlich er
zieltem Lohn und branchenüblichem Durchschnittseinkommen – ab Erreichen des
Erheblichkeitsgrenzwertes
von mindestens 5
%
gegebenenfalls eine sprunghafte Erhöhung des Invaliditätsgrades zur Folge hat. Es ist daher nur in dem Umfang zu parallelisieren, in welchem die prozentuale Abweichung den
Erheblichkeits
grenzwert
von 5
%
übersteigt, bezweckt doch die Parallelisierung praxisgemäss nur die Ausgleichung einer deutlichen – also nicht jeder kleinsten – Abweichung des tatsächlich erzielten Verdienstes vom tabellarisch bestimmten branchenübli
chen Referenzeinkommen (vgl. BGE 135 V 297 E. 6.1.3).
5.
8
Im vorliegenden Fall erscheint es
f
raglich, ob der Beschwerdeführer
tatsächlich
aus invaliditätsfremden Gründen ein unterdurchschnittliches
Valideneinkommen
erzielt hatte.
So ist
unklar,
in welchem Pensum
der Beschwerdeführer in den Jah
ren 2008 bis 2012 gearbeitet hatte.
Dies kann indessen offenbleiben, da auch die Parallelisierung der Einkommen nicht zu einem Rentenanspruch führt, wie im Folgenden zu zeigen sein wird.
5.
9
Die Beschwerdegegnerin ging
von einem branchenüblichen Einkommen gemäss LSE von
Fr.
71'616.85 aus. Im Vergleich mit dem von ihr errechneten
Validen
einkommen
von
Fr.
20'380.20 ergab sich eine Abweichung von 71.54 %.
Ent
sprechend verringerte sie das Invalideneinkommen - unter Berücksichtigung des
Erheblichkeitsgrenzwertes
von 5
%
- um 66.54 %. Dabei ging die Beschwerde
gegnerin jedoch nicht von e
inem Invalideneinkommen von Fr.
50'490.45, son
dern
Fr.
37‘867.84 aus (75
%
von Fr. 50‘490.45). Das Pensum von 75 % wurde somit gleich doppelt berücksichtigt. Unter Berücksichtigung des Abzugs aufgrund der Parallelisierung von 66.54
%
ergab sich somit ein sehr tiefes Invalidenein
kommen von 12‘669.54 (
vgl.
Urk.
6/47/2).
5.10
Wie unter E. 5.4 dargelegt, ist vorliegend von einem
Valideneinkommen
von Fr. 43'109.00 auszugehen. Im Vergleich mit dem branchenüblichen Einkommen von
Fr.
71'616.85 ergibt sich eine Abweichung von
Fr.
28'507.85, entsprechend 39.8 %.
Folglich
ist das Invalideneinkommen - unter Berücksichtigung des
Er
heblichkeitsgrenzwertes
von 5
%
- um 34.8 % zu verringern.
Vom Invalidenein
kommen von
Fr.
50'490.45 ist ein Betrag von
Fr.
17'570.67 (Fr. 50'490.45 x 0.348) in Abzug zu bringen, womit sich ein Invalideneinkommen von
Fr.
32'919.78 ergibt.
Der Beschwerdeführer machte geltend, dass
ein leidensbedingter Abzug vorzu
nehmen
sei.
Soweit
er
zur Begründung eines Abzugs vom Tabellenlohn auf seine
-
mit Ausnahme des Taxifahrens
-
fehlende Ausbildung und auf mangelhafte Sprachkenntnisse verwies, handelt es sich um Faktoren, welche zu
r
Einkommen
sparallelisierung
führten und somit - wie
unter E. 5.7
dargelegt - nicht zusätzlich auch noch einen Leidensabzug zu begründen vermögen
. Die gesundheitlichen Beschwerden wurden bereits bei der Festlegung des Invalideneinkommens be
rücksichtigt.
Schliesslich muss sich ein fortgeschrittenes Alter im Bereich der Hilfsarbeiten auf dem hypothetischen ausgeglichenen Arbeitsmarkt nicht zwin
gend lohnsenkend auswirken. Hilfsarbeiten werden auf dem massgebenden aus
geglichenen Stellenmarkt altersunabhängig nachgefragt (Urteile des Bundesge
richts 8C_403/2017 vom 25. August 2017 E. 4.4.1 und 8C_805/2016 vom 22. März 2017 E. 3.4.3). Insgesamt ist
nicht zu beanstanden, dass die Beschwer
degegnerin keinen Abzug vom Tabellenlohn gewährte.
Bei einem
Valideneinkommen
von
Fr.
43
’
109.00
und einem Invalideneinkommen von
Fr.
32'919.78
beträgt die Einkommenseinbusse
Fr.
10’189.22
, was einem In
validit
ätsgrad von 23.64
%
entspricht.
Auch mittels Para
llelisierung der Einkom
men
ergäbe sich
somit
kein Rentenanspruch.
5.11
Nach dem Gesagten
ist nicht zu beanstanden, dass die Beschwerdegegnerin
mit Verfügung vom 17. Dezember 2018
einen
A
nspruch
des Beschwerdeführers auf eine Invalidenrente
verneinte
. Dies führt zur Abweisung der Beschwerde.
6.
Die Verfahrenskosten gemäss
Art.
69
Abs.
1
bis
I
VG sind ermessensweise auf Fr. 8
00.-- anzusetzen und ausgangsgemäss dem Beschwerdeführer aufzuerlegen.