# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** c1a0e6da-025a-4978-8bcf-603d89803da0
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2021
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
1.1
Der 1967 geborene
X._
war zuletzt
bis Juli 2013
als kauf
män
nisch Angestellter bei der
Y._
AG erwerbstätig
(
Urk.
6/41/2)
.
Auf
grund einer 2013 erfolgten
A
nmeldung
(
Urk.
6/5)
und
nach
entsprechenden Abklä
run
gen
erteilte
ihm die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle,
Kos
tengutsprache für
Frühinterventionsmassnahmen in Form eines Job Coachings
und
ECDL-Kurs
es
(
Urk.
6/19 f.)
.
Nach durchgeführtem Vorbescheidverfahren (
Urk.
6/29) verneinte die IV-Stelle
mit Verfügung
vom
2
4.
September
2013
einen Anspruch des Versicherte
n auf eine Invalidenrente (Urk.
6/
33
).
Diese Verfügung verblieb unangefochten.
1.2
Nach einer im
September 2014 unter Hinweis auf eine
schwere
Depression
erfolg
ten
Anmeldung zur Früherfassung
durch die behandelnden Fachärzte
(Urk.
6/37) und nach Durchführung eines persönlichen Beratungsgesprächs
(vgl.
Urk.
6/39,
Urk.
6/42) meldete sich der Versicherte im Dezember 2014
erneut
bei der IV-Stelle
zum Leistungsb
ezug an
(
Urk.
6/46). Diese tätigte Abklärungen und erteilte dem Versicherten
Kostengutsprache fü
r eine Arbeitsvermittlung (vgl. Mitteilung vom 1
2.
Februar 2015, Urk.
6/50)
, welche Ende April 2015 abgeschlossen
wurde
(vgl.
Urk.
6/52).
Nach durchgeführtem Vorbesch
eidverfahren (Urk.
6/60)
verneinte die IV-Stelle
mit Verfügung vom 16.
November 2015 einen Rentenanspruch
und begründete dies damit
, der Versicherte habe seine
gesetzliche
Mitwirkungspflicht
verletzt
(
Urk.
6/61). Diese Verfügung ve
rblieb unangefochten
.
1.3
Im Juli 2016 melde
te sich der Versicherte
wiederum
bei der IV-Stelle zum Leis
tungsbezug an (
Urk.
6/62)
. Die IV-Stelle tätigte medizinisch-erwerbliche Abklä
rungen und zog die Akten der Krankentaggeldversicherung (
Urk.
6/65/1-5,
Urk.
6/77/1-7) bei. Im Februar/März 2017 erteilte sie dem Versicherten Kosten
gutsprache für eine Potenzialabklärung
(2
0.
Februar bis 1
7.
März 2017)
sowie
für
ein Aufbautraining
(2
0.
März bis 1
9.
Juni 2017 mit Verlängerung um drei Monate bis 1
9.
September 2017)
,
je
zuzüglich
eines Taggeldes (
Urk.
6/92 f.,
Urk.
6/97
f.,
Urk.
6/103 ff.; vgl. auch
Urk.
6/99,
Urk.
6/110
).
Das Aufbautraining wurde per 1
7.
Juli 2017 vorzeitig abgeschlossen, nachdem der Versicherte eine Festan
stel
lung zu einem vollen Pensum antreten konnte (
Urk.
6/108).
Nach durchgeführtem Vorbescheidverfahren (
Urk.
6/112) verneinte die IV-Stelle mit Verfügung vom 2
5.
September 2017 einen
Rentenanspruch
unter Hinweis auf diesen Stellen
antritt
(
Urk.
6/113).
Diese Verfügung verblieb unangefochten.
1.4
Am
5.
September 2019 meldete sich der Versicherte
unter Hinweis auf eine
im Januar 2019 erneut eingetretene
Arbeitsl
osigkeit
abermals bei der IV-Stelle zum
Leistungsbezug
(berufliche Wiedereingliederung
)
an (
Urk.
6/118).
Die IV-Stelle lud den Versicherten zu einem persönlichen Beratungsgespräch ein (
Urk.
6/121)
,
zog einen aktuellen Auszug aus dem persönlichen Konto bei (
vgl.
IK-Auszug vom 1
2.
September 2019,
Urk.
6/122)
und forderte den behandelnden
Dr.
med.
Z._
, Facharzt FMH für Psychiatrie und Psychotherapie, wiederholt auf, den ihm zugestellten ärztlichen Fragebogen einzureichen (vgl.
Urk.
6/123). Am 30. April 2020 wandte sich die IV-Stelle sodann per Einschreiben an den Versicherten, forderte auch ihn auf, medizinische Unterlagen/Arztberichte
zur Anspruchsprüfung
bis zum
5.
Juni
20
20
einzureichen, und droh
te ihm unter Hinweis auf Art. 21
Abs.
4
de
s Bundesgesetzes über den Allge
meinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG) an, bei
Säumnis
aufgrund der Akten zu ent
scheiden (Urk.
6/127).
Da innert Frist keine Unterlagen bei der IV-Stelle ein
gingen, schloss diese m
it Mitteilung vom 1
1.
Ju
ni 2010
ihre Bemü
hungen in Sachen Arbeitsvermittlung
ab
; zudem wies sie den Versicherten auf
die Mög
lich
keit hin, diesbezüglich eine anfechtbare Verfügung zu verlangen
(
Urk.
6/128).
Im Hinblick auf die Rentenprüfung forderte die IV-Stelle
Dr.
Z._
mit Schreiben vom 2
7.
Juli, 18. August 2020 und 1
4.
September
2020
wiederum
erfolglos
zum Einreichen eines aktuellen Behandlungsberichts auf
;
zuletzt mit Kopie an den
Versicherten
(vgl.
Urk.
6/130,
Urk.
6/132 f.).
Nach durchgeführtem Vorbescheidverf
ahren (
Urk.
6/135) verneinte die IV-Stelle
mit Verfügung vom 3
0.
November 2020
einen Rentenanspruch
und begründete dies damit, es lägen keine medizinischen Unterlagen
vor
und
es sei
mit Blick auf die in der Vergan
genheit immer wieder gelungene Reintegration kein
invalidisierende
r
Gesund
heits
sch
aden ausgewiesen
(
Urk.
2).
2.
Dagegen erhob
X._
am 1
9.
Januar 2021 (Datum Poststempel) Be
schwerde und beantr
agte eine Neubeurteilung seines
Leistungsgesuch
s
unter Be
rücksichtigung der kompletten medizinischen Unterlagen (
Urk.
1). Mit Beschwer
deantwort vom 2
4.
Februar 2021 schloss die Beschwerdegegnerin auf Abweisung der Beschwerde (
Urk.
5), was dem Beschwerdeführer am 2
5.
Februar 2021 zur Kenntnis gebracht wurde (
Urk.
7).
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des
Bundesgesetz
es
über den Allge
meinen Teil des Sozialversicherungsrechts
,
ATSG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom
menden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Wurde eine Rente wegen eines zu geringen Invaliditätsgrades verweigert, so wird nach Art. 87 Abs. 3 der Ver
ordnung über die Invalidenversi
cherung (IVV) eine neue Anmeldung nur geprüft, wenn die Voraussetzungen gemäss Abs. 2 dieser Bestimmung erfüllt sind. Danach ist im Revisionsgesuch glaubhaft zu machen, dass sich der Grad der Invalidität der versicherten Person in einer für den An
spruch erheblichen Weise geändert hat.
Ergibt die Prüfung durch die Verwaltung, dass
die Vorbringen
der versicherten Person nicht glaubhaft sind, so erledigt sie das Gesuch ohne weitere Abklärungen durch Nichteintreten. Tritt die Verwaltung auf die Neuanmeldung ein, so hat sie die Sache materiell abzuklären und sich zu vergewissern, ob die von der versi
cherten Person glaubhaft gemachte Veränderung des Invaliditätsgrades auch tat
sächlich eingetreten ist; sie hat demnach in analoger Weise wie bei einem Revi
sionsfall nach Art. 17 Abs. 1 ATSG vorzugehen (BGE 117 V 198 E. 3a, vgl. auch BGE 133 V 108 E. 5.2). Stellt sie fest, dass der Invaliditätsgrad seit Erlass der früheren rechtskräftigen Verfügung keine Veränderung erfahren hat, so weist sie das neue Gesuch ab. Andernfalls hat sie zunächst noch zu prüfen, ob die festge
stellte Veränderung genügt, um nunmehr eine anspruchsbegründende Invalidität zu bejahen, und hernach zu beschliessen. Im Beschwerdefall obliegt die gleiche materielle Prüfungspflicht auch dem Gericht (BGE 117 V 198 E. 3a, 109 V 108 E. 2b).
Z
eitlicher Referenzpunkt für die Prüfung einer anspruchserheblichen Än
derung bildet die letzte (der versicherten Person eröffnete) rechtskräftige Verfü
gung, welche auf einer materiellen Prüfung des Rentenanspruchs mit rechtskon
former Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und Durchführung eines Ein
kom
mensvergleichs (bei Anhaltspunkten für eine Änderung in den erwerblichen Auswirkungen des Gesundheitszustands) beruht
.
1.3
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Be
schwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gege
be
nenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 256 E. 4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, wel
che Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden können (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E. 4b/cc).
1.4
Nach den allgemeinen Regeln des So
zialversicherungsrechts hat der
Versiche
rungsträger den rechtserheblichen Sachverhalt abzu
klären. Er ist nach dem in
Art.
43
Abs.
1 ATSG statuierten Untersuchungsgrundsatz verpflichtet, die not
wen
digen Abklärungen von Amtes
wegen vorzunehmen.
Dieser Grundsatz gilt indessen nicht uneingeschränkt; er findet sein Korrelat in den Mitwirkungs
pflichten der Parteien (BGE 125 V 193 E. 2, 122 V 157 E. 1a, vgl. BGE 130 I 180 E. 3.2).
Wer Versicherungsleistungen beansprucht, muss unentgeltlich alle Aus
künfte erteilen, die zur Abklärung des Anspruchs, zur Festsetzung der Ver
si
cherungsleistungen und zur Durchsetzung des Regressanspruchs erforderlich sind
(
Art.
28
Abs.
2 ATSG).
Kommen die versicherte Person oder andere Personen, die Leistungen beanspru
chen, den Auskunfts- oder Mitwirkungspflichten in unent
schuldbarer Weise nicht nach, so kann der Versicherungsträger auf Grund der Akten verfügen oder die Erhebungen einstellen und Nichteintreten beschliessen. Er muss diese Personen vorher schriftlich mahnen und auf die Rechtsfolgen hin
weisen; ihnen ist eine angemessene Bedenkzei
t einzuräumen (
Art.
43
Abs.
3 ATSG).
1.5
Gemäss
Art.
6a
Abs.
1
des Bundesgesetzes über
die Invalidenversicherung (IVG)
ermächtigt die versicherte Person mit der Geltendmachung des Leistungs
an
spruchs die in der Anmeldung erwähnten Personen und Stellen, den Organen der Invalidenversicherung alle Auskünfte zu erteilen und alle Unterlagen zur Ver
fügung zu stellen, die für die Abklärung von Leistungs- und Regressansprüchen erforderlich sind. Diese Personen und Stellen sind zur Auskunft verpflichtet.
2.
2.1
Im angefochtenen Entscheid erwog die Beschwerdegegnerin, im Rahmen der Leis
tungsprüfung seien wiederholt medizinische Unterlagen vom behandelnden Arzt eingefordert worden, zuletzt mit Kopie an den Beschwerdeführer. Weder der Be
handler noch letzterer hätten darauf reagiert. Somit fehlten medizinische Unter
lagen. Da sich der Beschwerdeführer in den letzten Jahren immer wieder zu 100
%
habe wiedereingliedern können, bestehe mit überwiegender Wahrscheinlichkeit keine dauerhafte gesundheitliche Einschränkung (
Urk.
2).
2.2
Dagegen wandte der Beschwerdeführer ein, mit E-Mail vom
9.
September 2020
(
11.05
)
Uhr habe ihm die IV-Stelle bestätigt, dass der Arztbericht eingegangen sei. Ausserdem habe die behandelnde Praxis bestätigt, dass ein aktueller Arzt
bericht der IV-Stelle zugestellt worden sei. Daher sei
er
(der Beschwerdeführer) davon ausgegangen, dass sich die mit Kopie an ihn versandte Aufforderung zur Einreichung eines Arztberichts erübrigt habe. Dem Abklärungsergebnis der IV-Stelle sei indes zu entnehmen, dass der Bericht im System der
IV-Stelle an
schei
nend nicht vorhanden resp. verlorengegangen sei. Eine Kopie des Arzt
be
richts werde nunmehr zur Kenntnisnahme und wohlwollenden Prüfung einge
reicht (
Urk.
1
).
3.
3.1
Die Beschwerdegegnerin ist auf die Neuanmeldung vom
5.
September 2019 ein
getreten. Mit Blick auf die im Januar 2019
erneut eingetretene
Arbeitslosigkeit ist seit der rechtskräftigen
Verfügung vom 2
5.
September 2017
eine wesentliche Veränderung eingetreten (vgl. E. 1.2).
3.2
Weiter ist vorab
darauf hinzuweisen, dass der Beschwe
rdeführer
im Zusam
men
hang mit dem
Abschluss
berufliche
r
Massnahmen keine anfechtbare Verfügung verlangt
(vgl. Mitteilung vom 1
1.
Juni 2020,
Urk.
6/128;
Art. 51 Abs. 2 ATSG
) und die Mitteilung vom 11.
Juni 2020
– vorbehältlich
einer Wi
edererwägung
(
Art.
53
Abs.
2 ATSG)
-
Rechtsbeständigkeit erlangt hat (vgl. BGE 132 V 412 E. 5,
129 V 110 E. 1.2.2; vgl. Urteil
des Bundesgerichts 8C_14/2011 vom 13. April 2011
E. 5).
Streitig und zu prüfen ist
damit
, ob
die Beschwerdegegnerin mit
der angefoch
tenen Verfügung vom 1
2.
Januar 2021 (
Urk.
2) einen Rentena
nspruch
zu Recht
gestützt auf die unzulängliche Aktenlage und damit
(sinngemäss)
infolge Ver
letzung der
Auskunfts- und
Mitwirkungspflicht ver
neint hat
.
4.
Ausweislich der Akten hat
der Beschwerdeführer
Dr.
Z._
die
erforderliche Ermächtigung im Sinne von Art. 6a Abs. 1 IVG erteilt (vgl. Urk. 6/116
; E.
1.5). Alsdann hat
die Beschwerdegegnerin
Dr.
Z._
wiederholt
erfolglos aufgefordert, den
ihm zugestellte
n ärztlichen Fragebogen
auszufüllen und einzureichen
(vgl.
Urk.
6/123,
Urk.
6/130
,
Urk.
132 f.
)
.
Mithin wurde
die Abklärung
des medizinischen Sachverhaltes durch die Säumnis von
Dr.
Z._
erschwert resp. verunmöglicht und
war
es
nicht der Be
schwerdeführer, welcher die Beschwerdegegne
rin durch die Verletzung seiner Mitwirkungs- und
Auskunftspflicht
dar
an hinderte, den Leistungsanspruch
abzuklären (vgl.
Urteil des Bundesgerichts 8C_733/
2
010 vom 10. Dezember
2
010 E. 3.2).
Ein Aktenen
tscheid kommt nach
Art.
43
Abs.
3 ATSG
indes
nur in Frage, wenn die versicherte Person oder eine Person, die Leistungen beansp
ruchen will, die ihr obliegende
Mitwirku
ngspflicht schuldhaft
verletzt. Vorliegend kam
Dr.
Z._
seiner Pflicht zur Auskunf
tserteilung gemäss
Art.
6a
Abs
.
1
IVG nicht nach. Für diese Pflichtverletzung hat der Gesetzgeber jedoch
kein
e Sanktion vorgesehen. Wird die
Auskunftspflicht
durch eine
n Arzt nicht befolgt,
kann dies insbesondere auch
nicht zum Vorgehen führen,
welches in
Art.
43
Abs.
3 ATSG festgelegt ist, mithin ist ein Aktenentscheid in einer derartig
en Konstel
lation nicht zulässig (BGE 134 V 189 E. 3.1 ff.;
Ueli
Kieser
, ATSG-Kommentar, 4. Aufl., Zürich/Basel/Genf 2020,
Art. 43 N 100).
Es war dem Beschwerdeführer denn auch gar nicht möglich, den Bericht einzureichen,
da dieser zuerst von
Dr.
Z._
selbst
aus
gefüllt werden musste.
Dem Beschwerdeführer darf es
s
omit
nicht zum Nachteil gereichen, da
ss von anderer Seite die ge
wünschten
Unterlagen
nicht zur Verfügung gestellt wurden.
Infolgedessen durfte die IV-Stelle das Leistungsbegehren nicht gestützt au
f
Art.
43
Abs.
3 ATSG ab
weisen.
In solchen Fällen ist vielmehr mittels sonstiger Abklärungsmass
nah
men anzustreben, den massgebenden Sachverhalt abzuklären (
Kieser
, a.a.O., Art. 43 N
100
). Namentlich hätte die
Beschwerdegegnerin
den medizinischen
Sachverhalt durch Aufbietung zu einer fachärztlichen Un
tersuchung (vgl.
Art.
43
Abs.
2
ATSG,
Art.
69
Abs.
2 IVV)
abklären können.
Derartige
Bemühungen lassen sich den Akten jedoch nicht entnehmen.
Kommt schliesslich
hinzu, dass im Schreiben vom 3
0.
April 2020 «Wahrnehmung der Mitwirkungspflicht» fälschlicherweise
auf
Art.
21
Abs.
4 ATSG (statt
Art.
28
Abs.
2 ATSG)
hingewiesen wurde
(vgl.
Urk.
6/127).
Zu
sammenfassend ergibt sich, dass
die Beschwerdegegnerin zu Unrecht einen Aktenentsc
heid gefällt hat. Vielmehr sind weitere medizinische
Abklärungen
vorzunehmen
. Zu diesem Zweck ist die angef
ochtene Verfügung aufzuheben,
die Sache an die Bes
chwerdegegnerin zurückzuweisen und
die Beschwerde gutzu
heissen.
5.
Die Kosten gemäss Art. 69 Abs. 1
bis
IVG sind ermessensweise auf Fr. 700.
--
fest
zusetzen und entsprechend dem Ausgang des Verfahrens der unterliegenden Beschwerdegegnerin aufzuerlegen.