# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 51f9e8f9-d94f-4f1f-96f6-ce51120a17d5
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2016
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1996, wurde 2002 bei der Invalidenversicherung wegen eines Sprachgebrechens für den Bezug von Leistungen für Minderjährige ange
meldet (
Urk.
7/2). Es wurden ihm Sonderschulmassnahmen in Form
des Besuchs
eines Sprachheilkindergartens und
von
Logopädie (
Urk.
7/6) zugesprochen, sodann medi
zinische Massnahmen in Form von Ergotherapie (
Urk.
7/12). Auch während der Schulzeit hatte er weiterhin logopädische Therapien (
Urk.
7/15, 7/17). Ab Au
gust 2013 begann er eine Lehre zum Gärtner EBA im
Garten
unterhalt
bei der
Y._
, die er jedoch im Frühjahr 2014 abbrach (
Urk.
7/20, 7/21). Mit Verfügung vom 1
7.
Dezember 2014 wies die IV-Stelle das Gesuch des Versicherten für eine erstmalige berufliche Ausbildung ab mit der Begründung, es fehlten aktuelle Unterlagen, die Aufschluss über die gesundheitliche Situation geben würden (
Urk.
7/40).
Ab
8.
Dezember 2014 begab sich der Versicherte in das betreute Wohnen und in das Berufsvorbereitungsjahr für die
Attestlehre
als Garten- und
Landschafts
bauer
EBA im geschützten Rahmen der
Z._
. Am
3.
Februar 2015 erging die neuropsychologische Testung durch
lic
. phil.
A._
, Neuropsycho
login (
Urk.
7/41).
Dr.
med.
B._
, Oberarzt bei der
C._
, erstattete am 3
0.
April 2015 einen Bericht über die psycho
therapeutische Therapie des Versicherten (
Urk.
7/41). Am
6.
Mai 2015 stellte die Gemeinde
D._
als Vertreterin des Versicherten erneut ein Gesuch um Über
nahme der Kosten für die erstmalige berufliche Ausbildung (
Urk.
7/44). Mit Vorbescheid vom
1.
Juni 2015 stellte die IV-Stelle die erneute Abweisung des Gesuchs in Aussicht (
Urk.
7/44). Dagegen liess der Versicherte Einwand erheben (
Urk.
7/46) und einen Arztbericht von
Dr.
B._
vom
4.
August 2015 einreichen (
Urk.
7/49). Die IV-Stelle wies das Gesuch mit Verfügung vom 2
4.
September 2015 ab (
Urk.
7/55).
2.
Dagegen liess der Versicherte am 2
1.
Oktober 2015 Beschwerde erheben mit dem Antrag, es seien in Aufhebung der Verfügung die Kosten der erstmaligen beruflichen Ausbildung in der
Z._
ab August 2015 zu übernehmen, eventualiter seien der Gesundheitszustand und die Arbeits- und Erwerbsfähig
keit mittels eines unabhängigen psychiatrischen und neuropsychologischen Gut
achtens abklären zu lassen. In verfahrensrechtlicher Hinsicht liess er
die
unentgeltliche Prozessführung und die Bestellung von
Dr.
iur
. Peter Stadler zum unentgeltlichen Rechtsvertreter beantragen (
Urk.
1). Die
Beschwer
degegnerin
äusserte sich am
2.
Dezember 2015 zur Beschwerde und stellte den Antrag auf deren Abweisung (
Urk.
6). Am 1
5.
Dezember 2015 wurde dem Versi
cherten die
unentgeltliche Prozessführung bewilligt und
Dr.
iur
. Stadler zum unentgelt
lichen Rechtsvertreter ernannt (
Urk.
8).
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist laut
Art.
8
Abs.
1 des Bundesgesetzes über den allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG) die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit.
Gemäss
Art.
4
Abs.
1 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) kann die Invalidität Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein. Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen oder geistigen Gesundheit verur
sachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommen
den ausgeglichenen Arbeitsmarkt (
Art.
7 ATSG).
1.2
Nicht erwerbstätige Personen vor dem vollendeten 2
0.
Altersjahr gelten als invalid, wenn die Beeinträchtigung ihrer körperlichen oder geistigen Gesundheit voraussichtlich eine ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit zur Folge haben wird (
Art.
8
Abs.
2 ATSG in Verbindung mit
Art.
5
Abs.
2 IVG).
1.3
Invalide o
der von einer Invalidität (Art.
8 ATSG) bedroht
e Versicherte haben gemäss Art.
8 IVG Anspruch auf Eingliederungsmassnahmen, soweit
(Abs. 1)
:
a.
diese notwendig und geeignet sind, die Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, wieder herzustellen, zu erhalten oder zu verbessern; und
b.
die Voraussetzungen für den Anspruch auf die einzelne
n Massnahmen erfüllt sind
.
Der Anspruch auf Eingliederungsmassnahmen besteht unabhängig von der Aus
übung einer Erwerbstätigkeit vor Eintritt der Invalidität. Bei der Festlegung der Massnahmen ist die gesamte noch zu erwartende Dauer des Erwerbs
lebens zu berücksichtigen (Abs.
1
bis
).
Die Eingliederungsmassnahmen bestehen
gemäss Abs. 3 in
me
dizinischen Mass
nahmen (
lit
. a),
Integrationsmassnahmen zur Vorbereitung auf die
berufliche Eingliederung (
lit
.
a
bis
),
Massnahmen beruflicher Art (Berufsberatung, erstmalige berufliche Ausbildung, Umschulung, Arbeitsverm
ittlung
, Kapitalhilfe;
lit
. b) und in
der Abgabe von Hilfsmitteln (
lit
.
d).
1.4
Nach
Art.
16
Abs.
1 IVG haben Versicherte, die noch nicht erwerbstätig waren und denen infolge Invalidität bei der erstmaligen beruflichen Ausbildung in wesentlichem Umfange zusätzliche Kosten entstehen, Anspruch auf Ersatz dieser Kosten, sofern die Ausbildung den Fähigkeiten der versicherten Person ent
spricht. Als erstmalige berufliche Ausbildung gilt gemäss
Art.
5
Abs.
1
der
Ver
ordnung zum Bundesgesetz über die Invalidenversicherung (IVV) jede
Berufs
l
ehre
oder
Anlehre
sowie, nach Abschluss der Volks- oder Sonderschule, der Besuch einer Mittel-, Fach- oder Hochschule und die berufliche Vorbereitung auf eine Hilfsarbeit oder auf die Tätigkeit in einer geschützten Werkstätte
.
Bezugspunkt
für die Frage der Invalidität
bildet dabei nicht die Erwerbstätigkeit, sondern der beabsichtigte Ausbildungsgang mit seinen spezifischen Anforde
rungen (vgl. Meyer
/
Reichmuth
, Bundesgesetz über die Invalidenversicherun
g (IVG),
3.
Auflage 2014, S. 188
f.
).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete die Verfügung vom 2
4.
September 2015 damit, dass beim Versicherten keine Invalidität im Sinne des Gesetzes vorliege. Es sei keine Lernbehinderung ausgewiesen, da sein Gesamt-IQ im Normbereich liege und die Anpassungsstörung nicht nachvollziehbar sei. Die vom Versi
cherten erlittene Krise habe sich massiv verbessert, nachdem er im geeigneten Um
feld gewesen sei. Dies deute auf eine nur vorübergehende und nicht lang
andau
ernde Beeinträchtigung hin, die schwierigen familiären Verhältnisse seien
inva
lidenversicherungsrechtlich
nicht relevant (
Urk.
2).
2.2
Streitig und zu prüfen ist der Anspruch auf Kostengutsprache für die
Mehr
kosten einer erstmaligen beruflichen Ausbildung, namentlich die
inva
liditäts
bedingte
Notwendigkeit einer beruflichen Erstausbildung in einem geschützten,
gegenüber einem üblichen Ausbildungsweg kostspieligeren Rahmen. In Frage steht
dabei konkret die im August 2015
begonnene Ausbildung im Garten
/
Landschaftsbau mit eidgenössischem Berufsattest (EBA) im
Z._
. Bezugs
punkt für den Anspruch auf Kostengutsprache für die berufliche Erstausbildung ist somit dieser Zeitpunkt und dieser beabsichtigte Ausbildungsgang (Urteil des Bundesgerichts I 162/06 vom 2
1.
März 2007 E. 2.4).
2.3
Fraglos erfüllt ist dabei das Kriterium der zusätzlichen Kosten des Lehrgangs in dieser privaten Organisation, die jungen Leuten mit verschiedenen Schwierig
keiten einen geschützten Lern- und Arbeitsbereich zur Verfügung stellt, gegen
über einem nicht geschützten Arbeitsplatz (vgl. Konzept schulische Förderung
Z._
,
Urk.
7/43).
Ebenfalls ist erstellt, dass diese Ausbildung zum Landschafts- und Gartenbauer mit Berufsattest (EBA) den Fähigkeiten des Versicherten entspricht. Die
Y._
beschrieb im Lehrzeugnis vom 2
8.
April 2014, dass der Versicherte ein interessierter Lernender sei, die praktischen Leistungen seien be
zogen auf den Ausbildungsstand gut gewesen, die Qualität der Arbeiten hätten den Ausbildungszielen entsprochen (
Urk.
7/21). Anlässlich eines vierzehntägi
gen Schnupperaufenthalts des Versicherten im
Z._
ab 1
7.
November 2014 konnte man dem Versicherten die Freude am gewählten Beruf des Landschafts
gärtners anmerken. Im Protokollauszug der Sozialbehörde der Gemeinde
D._
vom
9.
Dezember 2014 wurde dazu festgehalten, der Versicherte habe mit
grossem
Interesse,
Fleiss
und Willen sich den neuen Aufgaben gestellt. Die Zusammenarbeit mit ihm sei sehr angenehm und unkompliziert gewesen. Der Ver
sicherte sei fit und in der Lage, die Ausbildung als Landschaftsgärtner zu absol
vieren (
Urk.
7/42). Abgebrochen worden war der ordentliche
Ausbildungs
weg
im nicht geschützten Bereich denn auch nicht wegen Ungeeignetheit des
Versi
cherten für den Beruf, sondern wegen der schulischen Leistungen. Nach Dar
le
gungen im neuropsychologischen Bericht hätten
die schulischen Leistung
en nicht genügt, so im Besonderen in den Fächern Allgemeinbildung und
Berufs
kunde
(
Urk.
7/41).
2.4
In diesem Bericht der Neuropsychologin
lic
. phil.
A._
vom
3.
Februar 2015 stellte sie vorab in der Anamnese die in den vorhandenen Berichten erwähnten Auffälligkeiten des Versicherten fest, die zur Sonderschulung, der Logopädie und Ergotherapie während der Kindergarten- und Schulzeit geführt hatten. Aufgeführt waren dabei eine Lernbehinderung, eine zentrale
Spracherwerbs
störung
, neuromotorische Auffälligkeiten mit
Tonusregulationsschwierigkeiten
,
Dysmorphiezeichen
und Verhaltensauffälligkeiten. Der Versicherte habe sodann nach der Primarschule und den drei Jahren der Sekundarschule C das erste Jahr der Gärtnerlehre in der
Y._
wegen der schlechten Noten in den Fächern Allgemeinbildung und Berufskunde abgebrochen.
In der neuropsychologischen Testung des Versicherten traten im Verbalteil mehr
heitlich leichte bis deutlich auffällige Leistungen auf. Die Neuropsy
chologin führte dazu aus, diese von ihr festgestellten Auffälligkeiten in den
sprach
assoziierten
und schulleistungsabhängigen Teilleistungen könnten im Zu
sam
menhang mit der zentralen Spracherwerbsstörung und auch mit der unzu
reichenden Beschulung/Förderung während der Schulzeit aufgrund der
Lern
behinderung
stehen. Der Handlungsteil sei gesamthaft normgerecht, allerdings habe der Versicherte beim Figurenlegen unterdurchschnittliche Leistungen auf
grund des langsamen Arbeitstempos gezeigt. Sie erwog, die ständige mündliche Kommunikation in der Schule könnte für den Versicherten eine Überforderung
darstellen. Diese Überforderung könnte sich in den Verhaltensauffälligkeiten wiederspiegeln. Minderleistungen zeigten sich auch bei den Exekutivfunktionen, der Interferenzkontrolle, der Handlungsplanung und der basalen
Planungsfes
tigkeit
. Daher empfahl die
Abklärerin
dringend, die Lehre in einem geschützten Rahmen zu absolvieren. Dadurch könnte der Versicherte davon profitieren, dass er genügend Unterstützung, Förderung und Zeit in der Schule erhalte und auch im beruflichen Alltag intensiver betreut werde (
Urk.
7/41).
2.5
Aus ärztlicher Sicht legte
Dr.
B._
im Bericht vom 3
0.
April 2015 dar, der Beschwerdeführer sei seit Dezember 2014 in ambulanter Behandlung. Er sei seit Beginn der ordentlichen Lehre in eine psychische Krise geraten mit dissoziati
ven Zuständen, starker Trauer und einer zunehmenden Blockade, die vor dem Hintergrund seiner Grunderkrankung zu massiven Problemen an der Lehrstelle und schliesslich zum Abbruch der Lehre geführt habe. Seit dem Aufenthalt des Versicherten im
Z._
habe sich der Zustand erheblich verbessert. Der Versicherte empfinde sich als ausgeglichen, fröhlich, er sei gut in die Peergroup eingebettet und bekomme sehr gute Rückmeldungen bezüglich seines Ver
haltens. Diese Umgebung sei für die weitere Entwicklung des Versicherten uner
lässlich (
Urk.
7/41/7).
Nachgefragt durch den Rechtsvertreter des Versicherten führte
Dr.
B._
im Bericht vom
4.
August 2015 aus, gedeutet werde die vom Versicherten erlittene Krise bei Beginn der Lehre als Anpassungsstörung im Sinne von ICD-10 F43.23 an die neuen Umstände und Herausforderungen sowie im Rahmen einer ver
späteten heftigen Trauerreaktion um seine früh verstorbene Schwester. Ursache für die Probleme mit der Bewältigung dieser Krise wie auch seine Schwierig
keiten in der Lebensbewältigung und dem Absolvieren der anstehenden
Ent
wick
lungsschritte
im Allgemeinen seien die kognitiven Einschränkungen, unter de
nen der Versicherte seit Geburt zu leiden scheine.
Dr.
B._
verwies dazu auf den testpsychologisch erhobenen niedrigen Gesamtintelligenzquotienten (IQ 81) im Sinne einer Lernbehinderung (ICD-10 F81.9), die Spracherwerbsstörung, die neuromotorischen Auffälligkeiten und die
Dysmorphiezeichen
. Wesentlich erscheine auch der Teilbefund beim Intelligenztest mit einem IQ von nur 74 im Verbalteil, der knapp an der Grenze zur Intelligenzminderung liege. Klinisch bestätige sich das Bild der Befunde klar. Die kognitiven Einbussen erschwerten dem Versicherten einerseits das Erlernen neuer Inhalte und deren Umsetzung im Alltag, andererseits sei auch seine Fähigkeit zur Selbstreflexion und kritischen Auseinandersetzung mit seinem Leben und dessen Herausforderungen vermin
dert. Deshalb seien belastende Ereignisse für den Versicherten häufig schwie
riger zu verarbeiten und zu integrieren als für gesunde Personen und könnten deshalb zu heftigen psychischen Krisen und Verhaltensauffälligkeiten führen.
Besonders käme dies auch am Arbeitsplatz zu
m
T
ragen, da es dort
arbeitsspezi
fisch
theoretische und praktische Herausforderungen zu bewältigen gebe und zusätzlich soziale Herausforderungen zu meistern seien. Der Versicherte brauche eine intensive Betreuung und Unterstützung sowie ein verständnisvolles Umfeld zur dauerhaften Bewältigung dieser Anforderungen. Zum aktuellen Zeitpunkt beurteile er die Arbeits- und Leistungsfähigkeit des Versicherten im ersten Arbeitsmarkt als nicht gegeben. Das Setting der Ausbildung im geschützten Rah
men im
Z._
biete die besten Voraussetzungen für eine weitere Stabi
lisie
rung und erfolgreiche Arbeitsintegration (
Urk.
7/49/1).
3.
Entgegen der Ansicht der Beschwerdegegnerin (
Urk.
2) zeigen die sehr gut nach
vollziehbaren Zusammenhänge von
Dr.
B._
auf, dass die Schwierig
keiten des Versicherten zum erfolgreichen Bestehen einer Regelausbildung auf dem ersten Arbeitsmarkt nicht in psychosozialen Belastungsfaktoren aufgehen
,
son
dern letztendlich einen invalidenversicherungsrechtlich relevanten Hinter
grund in Form der beiden ärztlich diagnostizierten psychischen Störungen der
Lernbe
hinderung
und der Anpassungsstörung (ICD-10: F81.9, F43.23) haben. Die
Lernbehinderung war denn auch ein Grund dafür gewesen, dass der Beschwer
deführer schon in früheren Jahren Leistungen von der Invalidenversicherung bezogen hatte, sie dauert weiterhin an. Sie wurde durch Tests objektiviert und ihre Auswirkungen für den schulischen Alltag wurden einleuchtend durch
Dr.
B._
und
lic
. phil.
A._
aufgezeigt. Im Besonderen zeigte
Dr.
B._
über
zeugend auf, wie sich der geringe IQ von wenig über 70 im sprachlichen Bereich im kognitiven Bereich auswirkt und den Versicherten bei der Bewälti
gung von üblichen schulischen, beruflichen und persönlichen Herausforderun
gen übermässig belastet. Daher ist der Hinweis der Beschwerdegegnerin auf den Gesamt-IQ des Versicherten von 81 Punkten allein nicht weiterführend und kein Grund, um an der Lernbehinderung zu zweifeln (
Urk.
2). Dass der Versicherte noch immer an einer Lernbehinderung leidet, geht auch aus der Auswertung des Berufsvorbereitungsjahres, festgehalten im Sitzungsprotokoll der Sozialbehörde der Gemeinde
D._
vom 1
4.
Juli 2015, hervor. Es wird berichtet, dass sich nach
einem guten halben Jahr des Wohn- und Ausbildungsaufenthalts des Ver
si
cherten in der Stiftung zwar die psychische Komponente, mithin die Manifes
ta
tion der Krise, die Anpassungsstörung, bereits sehr verbessert habe, dass jedoch
weiterhin eine intensive Unterstützung des Versicherten durch die Ausbildner notwendig sei, beispielsweise bei der Schulung seiner Vorstellungskraft eines Endproduktes, im ganzen sprachlichen Bereich, wo grosse Schwierigkeiten vor
handen seien
,
und auch im Bereich Konzentration und Abgrenzung sowie beim Mut und Selbstvertrauen (
Urk.
7/51/1, 7/43/4). Dass der Versicherte bereits in
anderen Bereichen grosse Fortschritte gemacht hat, bedeutet keineswegs, dass seine fortbestehenden Schwierigkeiten vorübergehender Natur sind und keiner besonderen Unterstützung in einem besonderen Rahmen mehr bedürfen. Im Gegenteil wurde vielmehr aufgezeigt, dass gerade die unterstützende Umgebung notwendig ist, damit der Beschwerdeführer erfolgreich seine Lehrausbildung zu Ende führen kann und sich in den Arbeitsmarkt eingliedern kann; mit Blick auf die ärztlichen und therapeutischen Darlegungen besteht die Gefahr, dass
der Versicherte
ohne die Ausbildung im geschützten Rahmen schulisch nicht reüssie
ren würde.
Damit ist der Anspruch des Beschwerdeführers auf die Erstattung der Mehrkos
ten der erstmaligen beruflichen Ausbildung zum Landschaftsgärtner EBA ab August 2015 im
Z._
ausgewiesen. Die Beschwerde ist gutzuheissen.
4.
4.1
Die Kosten des Verfahrens von
Fr.
700.--
sind der unterliegenden
Beschwerde
gegnerin
aufzuerlegen (
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG).
4.2
Der obsiegende Beschwerdeführer hat Anspruch auf eine Prozessentschädigung. Entsprechend der vom unentgeltlichen Rechtsvertreter eingereichten
Honorar
note
, die angemessen erscheint, ist eine Entschädigung von Fr. 1‘713.10 (inkl. Mehrwertsteuer und Barauslagen) zuzusprechen und dem unentgeltlichen Rechts
vertreter, Rechtsanwalt Dr. Peter Stadler, Zürich, auszuzahlen.