# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 9445c1bb-bf28-54a4-98b6-65887667354e
**Court:** CH_WBK
**Chamber:** CH_WBK_001
**Year:** 2019
**Language:** de
**Jurisdiction:** CH / Federation
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** Competition and Antitrust

## Facts

A Sachverhalt
A.1 Vorgeschichte
A.1.1 Ursprüngliche Untersuchung
1. Die Untersuchung «32-0224: Swatch Group Lieferstopp» (nachfolgend: ursprüngliche Untersuchung) hatte die kartellrechtliche Beurteilung des von der The Swatch Group AG (nachfolgend: Swatch Group) geplanten Lieferstopps von Uhrwerkskomponenten, namentlich mechanischen Uhrwerken1 der ETA SA Manufacture Horlogère Suisse (100 %-ige  von Swatch Group; nachfolgend: ETA) und Assortiments von Nivarox-FAR SA (ebenfalls 100 %-ige Tochtergesellschaft von Swatch Group; nachfolgend: Nivarox), zum . Swatch Group plante damals, die Lieferungen von ETA-Produkten bis Ende des Jahres 2012 und diejenigen von Nivarox-Produkten bis Ende des Jahres 2014 vollständig , wobei erste Reduktionsschritte auf Ende 2011 umgesetzt werden sollten. Ziel der ursprünglichen Untersuchung war es abzuklären, ob der von Swatch Group angekündigte  gegen das Kartellgesetz2 verstösst, wobei insbesondere die Behinderung von  im Bereich mechanischer Uhrwerke und/oder mechanischer Fertiguhren im Fokus stand. In der ursprünglichen Untersuchung wurde in erster Linie geprüft, ob alternative  zu ETA bzw. Nivarox bestehen und in welchem Zeitraum solche allenfalls  werden könnten.3
2. In der ursprünglichen Untersuchung wurde eine Marktbefragung durchgeführt. Es  sowohl Konkurrenten als auch Kunden von ETA und Nivarox befragt.4 Die  (nachfolgend: WEKO) stellte dabei fest, dass sowohl ETA (auf dem Markt für , in der Schweiz hergestellte Swiss made Uhrwerke) als auch Nivarox (auf dem Markt für mechanische, in der Schweiz hergestellte Assortiments) marktbeherrschend sind i.S.v. Art. 4 Abs. 2 KG.5
3. In ihrer Beurteilung kam die WEKO zum Schluss, dass die Einstellung der Lieferungen von mechanischen Uhrwerken bis 2012 bzw. von Assortiments bis 2014 als missbräuchliche Verhaltensweise i.S.v. Art. 7 KG zu qualifizieren ist. Für die WEKO stand fest, dass der von Swatch Group geplante Lieferstopp den wirksamen Wettbewerb auf dem Markt für  Uhrwerke sowie auf dem nachgelagerten Markt für mechanische Fertiguhren stark , da die Marktteilnehmer auf absehbare Zeit noch auf Lieferungen von ETA resp. Nivarox angewiesen sind.6
4. Die WEKO hielt jedoch auch fest, dass mittel- bis langfristig aufgrund potentieller  mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit damit zu rechnen sei, dass die  Stellung von ETA geschwächt werde und weitere Akteure in genügendem Ausmass im Markt für mechanische Uhrwerke tätig sein würden. Bis dahin sei sicherzustellen, dass Swatch Group in gewissem Umfang weiterhin mechanische Uhrwerke an Drittkunden liefere. Andernfalls käme es zu einer starken Behinderung des wirksamen Wettbewerbs und höchst wahrscheinlich zu Marktaustritten.7
1 Vgl. für eine Übersicht zu den mechanischen Uhrwerken RPW 2014/1, 224 Rz 90 ff., Swatch Group Lieferstopp.
2 Bundesgesetz vom 6.10.1995 über Kartelle und andere Wettbewerbsbeschränkungen (, KG; SR 251).
3 RPW 2014/1, 215 Rz 1 ff., Swatch Group Lieferstopp. 4 RPW 2014/1, 217 Rz 17, Swatch Group Lieferstopp. 5 RPW 2014/1, 252 Rz 281 und 285 Dispositiv Ziff. 1 und 2, Swatch Group Lieferstopp. 6 RPW 2014/1, 266 Rz 401, Swatch Group Lieferstopp. 7 Langfristig sei auch auf dem Markt für Assortiments aufgrund potentieller Konkurrenz mit einer ge-
wissen Wahrscheinlichkeit damit zu rechnen, dass die marktbeherrschende Stellung von Nivarox ge-
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5. Nach Verhandlungen zwischen dem Sekretariat der WEKO (nachfolgend: Sekretariat) und Swatch Group wurde am 11. Februar 2013 eine (erste) einvernehmliche Regelung (: evR I) abgeschlossen.8 Diese regelte die schrittweise Lieferreduktion für mechanische Uhrwerke und Assortiments. Die WEKO genehmigte die evR I nicht und wies die Sache an das Sekretariat zurück, verbunden mit der Anweisung, Neuverhandlungen mit Swatch Group über den Abschluss einer neuen einvernehmlichen Regelung aufzunehmen.9 Das Sekretariat nahm daraufhin mit Swatch Group entsprechende Verhandlungen auf und schloss am 9. September 2013 die nachfolgend wiedergegebene (zweite) einvernehmliche Regelung (nachfolgend: evR) ab. Mit Genehmigung dieser evR durch die WEKO am 21. Oktober 2013 wurde die ursprüngliche Untersuchung mittels Verfügung abgeschlossen (nachfolgend: ursprünglicher Entscheid).10
«Vereinbarungen:
1) Geltungsbereich
Die vorliegende Regelung gilt ausschliesslich für mechanische Uhrwerke, welche von ETA hergestellt werden, und an Kunden ausserhalb der Swatch Group geliefert  (Drittkunden; nachfolgend: Kunden).
2) Grundsätzliches
a ETA liefert in Zukunft weiterhin mechanische Uhrwerke in untenstehendem  an ihre bisherigen Kunden. Die unten genannten Mengen sind in keinem Fall als Abnahmeverpflichtung des Kunden zu verstehen.
b Die Referenzmenge ist der Durchschnitt der in den Jahren 2009–2011 effektiv gelieferten Mengen an mechanischen Uhrwerken (inkl. Restliefermengen ). In Fällen, in denen die effektiv gelieferten Mengen an einen Kunden nicht zweifelsfrei festgestellt werden können, ist die für den Kunden vorteilhaftere (d.h. höhere) Menge massgebend.
c Als Kunde gilt jeder Abnehmer, welcher in den Jahren 2009–2011 bei ETA  Uhrwerke bezog.
d Unterschreitet ein Kunde in einem Jahr die ihm zustehende Bezugsmenge, so bleibt er frei, in den Folgejahren die unter Ziffer 3 festgelegten Mengen zu . Dies gilt nicht für Kunden, welche in zwei aufeinanderfolgenden Jahren  als je 80 % der ihnen zustehenden Menge beziehen. In einem solchen Fall ist ETA berechtigt, die Bezugsmenge des Kunden nach Ziffer 3 anteilmässig zu kürzen: Bestellt ein Kunde bspw. in zwei aufeinanderfolgenden Jahren je nur 50 % der ihm zustehenden Mengen, darf ETA in den Folgejahren die dem  nach Ziffer 3 dieser Regelung zustehenden Mengen um 50 % kürzen.
schwächt werde. Siehe dazu jedoch Rz 5 und Fn 9. Vgl. RPW 2014/1, 266 Rz 402, Swatch Group Lieferstopp.
8 RPW 2014/1, 266 Rz 404 ff., Swatch Group Lieferstopp. 9 Die WEKO vertrat die Ansicht, dass ein Phasing-Out für Assortiments als verfrüht zu betrachten sei.
Die WEKO war zudem der Meinung, dass sich die Ungleichbehandlung der Sellita Watch Co S.A. beim Bezug von mechanischen Uhrwerken nicht rechtfertigen lasse, wonach die zu liefernden  stärker gekürzt und in zeitlicher Hinsicht schneller eingestellt werden sollten als bei den übrigen Kunden von ETA. Schliesslich beurteilte die WEKO die vorgesehenen Reduktionsschritte für mechanische Uhrwerke im Vergleich zu denjenigen, welche im Rahmen der vorsorglichen  bereits umgesetzt wurden, im Lichte der sich abzeichnenden Entwicklungen im Markt für mechanische Uhrwerke als zu einschneidend. RPW 2014/1, 280 Rz 476 f., Swatch Group Lieferstopp.
10 RPW 2014/1, 281 Rz 479 ff., Dispositiv Ziff. 3, Swatch Group Lieferstopp.
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e Verzichtet ein Kunde freiwillig und dauerhaft auf die ihm zustehenden  und teilt dies ETA schriftlich mit, ist ETA nach vorheriger Information an die Wettbewerbsbehörden von der Lieferpflicht nach Ziffer 3 befreit.
f Jeder Kunde bleibt in der Wahl der Produkte innerhalb derselben bisher  Kaliberfamilie frei. ETA ist nicht berechtigt, Kunden in der Wahl der bestellten Produkte innerhalb derselben Kaliberfamilie einzuschränken. Sollte dies aus , produktionsbedingten Gründen nicht möglich sein, bietet ETA betroffenen Kunden eine alternative Lösung an.
g Bestellt ein Kunde sowohl mechanische Uhrwerke als auch Assortiments bei Nivarox, dürfen die jeweiligen Bestellungen in keinerlei Hinsicht aneinander , d.h. in irgendeiner Hinsicht voneinander abhängig gemacht werden.
3) Dauer und Umfang der Lieferverpflichtung
ETA liefert folgende Mengen an mechanischen Uhrwerken an ihre bisherigen :
2014 und 2015: 75 % der Referenzmenge
2016 und 2017: 65 % der Referenzmenge
2018 und 2019: 55 % der Referenzmenge
Nach dem 31.12.2019 besteht keine Lieferverpflichtung mehr.
4) Abweichende Vereinbarungen
a Abweichende Vereinbarungen zwischen ETA und den einzelnen Kunden dürfen von der vorliegenden einvernehmlichen Regelung nicht zu Lasten des Kunden abweichen, es sei denn, ein Kunde wünscht eine abweichende Lösung oder stimmt einer solchen ausdrücklich zu. Diese Abweichungen sind durch die  (nachfolgend: WEKO) zu genehmigen.
b Abweichende Vereinbarungen zugunsten von einzelnen Kunden dürfen von der vorliegenden einvernehmlichen Regelung nur für unabhängige, nicht direkt oder indirekt einer grossen Unternehmensgruppe zugehörigen KMUs erfolgen,  sich aufgrund der Lieferkürzungen in einer wirtschaftlich schwierigen Lage befinden. Solche Vereinbarungen müssen den Wettbewerbsbehörden zur Kenntnis vorgelegt werden.
5) Preise
Die Lieferverpflichtungen von ETA unterstehen den markt- und branchenüblichen Bedingungen. Die verlangten Preise werden so gestaltet, dass sie kostendeckend sind und eine marktübliche Marge enthalten.
6) Bestellmodalitäten und Bezugsbedingungen
Es gelten die nachfolgenden Bestellmodalitäten und Bezugsbedingungen:
a Swatch Group verpflichtet sich, dafür zu sorgen, dass ETA mit ihren Kunden eine individuelle Mengenplanung (Jahresplanung) vornehmen. Ausgenommen sind Kleinkunden, bei denen eine solche Planung bisher nicht vorgenommen wurde. Die in dieser Planung festgelegten Mengen und Fristen sind sowohl für die Kunden als auch für ETA verbindlich.
Unabhängige, nicht direkt oder indirekt einer grossen Unternehmensgruppe  KMU in diesem Sinne sind Unternehmen, die (einschliesslich der mit
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ihnen gemäss Verordnung über die Kontrolle von  verbundenen Gesellschaften) nicht mehr als 250 Vollzeitstellen haben.
b. Kunden sind verpflichtet, die bestellten Mengen abzunehmen. ETA ist ihrerseits verpflichtet, die bestellten Mengen zu liefern. Ansonsten gelten die Regeln über den Verzug gemäss Obligationenrecht399.
c. Werden die bestellten Produkte nicht innert der vereinbarten Zahlungsfristen bezahlt und wurden entsprechende Kunden mit eingeschriebenem Brief  und ihnen eine Nachfrist im Umfang der ursprünglichen Zahlungsfrist , hat ETA die Möglichkeit, weitere Lieferungen zurückzubehalten, bis der Zahlungsverzug behoben ist.
d. Bestellbestätigungen haben von ETA spätestens innerhalb von acht Wochen nach dem Datum des Bestellungseingangs zu erfolgen. Im Zeitpunkt der  dieser Vereinbarung ist die Frist von acht Wochen für die  von Bestellungen im Hinblick auf die Produktions- und Mengenplanung als angemessen zu betrachten.
e. Kunden geben ETA ihren Mengenbedarf für das Folgejahr bis spätestens 30. Juni an; in ausserordentlichen und begründeten Fällen werden spätere  entgegengenommen, spätestens jedoch bis zum 30. September.
f. Bestätigte Liefermengen und -termine sind für ETA grundsätzlich verbindlich. Lieferverzögerungen sind Kunden von ETA acht Wochen, spätestens aber vier Wochen vor dem bestätigten Liefertermin in begründeter Form bekannt zu . Gleichzeitig ist ein neuer, verbindlicher Liefertermin zu nennen.
g. ETA kann ihre heute gültigen AGB's während der Dauer dieser Vereinbarung revidieren und mit allgemein üblichen kommerziellen Klauseln ergänzen.  Anpassungen dürfen den Regeln und Grundsätzen dieser Vereinbarung jedoch nicht widersprechen.
Bei Vorliegen wichtiger Gründe, welche eine Zusammenarbeit mit einem  objektiv unzumutbar machen, kann ETA den Liefervertrag vorzeitig . Swatch Group informiert die Wettbewerbsbehörden gleichzeitig wie den Kunden über einen derartigen Schritt und die Gründe, die dazu geführt haben.
h. Die Wahrnehmung von Fälschungsbekämpfungsmassnahmen der ETA bleiben vorbehalten.
7) Wesentliche Veränderung der Marktverhältnisse
Sollte ETA auf dem relevanten Markt nicht mehr marktbeherrschend sein, hat Swatch Group das Recht bei der WEKO die Abänderung der Ziffer 3 dieser  begründet zu beantragen. Davon ist auszugehen, wenn beispielsweise:
a der Marktanteil von ETA unter 35 % fällt,
b alternative Anbieter mechanischer Uhrwerke in genügendem Ausmass  gleichwertige Substitute zu den Produkten von ETA zu markt- und  Preisen anbieten,
c sich neue Technologien oder Werkstoffe zu Standardtechnologien auf dem  Markt entwickeln, vorausgesetzt, es sind alternative Anbieter solcher Produkte in genügendem Ausmass auf dem Markt tätig.
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8) Überprüfung der Auflagen
Eine durch die WEKO zu bestimmende unabhängige Revisionsgesellschaft wird mit der Überwachung der Einhaltung dieser Vereinbarung betraut. Die bestimmte Revisionsgesellschaft rapportiert der WEKO unter Inkenntnissetzen von Swatch Group jährlich. Die Kosten für die Revisionsgesellschaft werden von Swatch Group bezahlt.
9) Verfahrensschluss
Mit Genehmigung dieser Vereinbarung durch die WEKO wird das Verfahren gegen die Swatch Group abgeschlossen. Die Bestimmungen von Artikel 30 Absatz 3 Kartellgesetz bleiben vorbehalten.»
6. Dem bestehenden Zustand zufolge obliegt ETA einerseits eine Lieferverpflichtung.  Ziff. 2 lit. a evR ist ETA verpflichtet, Drittkunden, d.h. Kunden ausserhalb der Swatch Group (vgl. Ziff. 1 evR), mit mechanischen Uhrwerken zu beliefern, wobei die jeweils zu  Mengen in Ziff. 3 evR festgelegt sind. Anzufügen ist, dass die gemäss evR zu  Drittkunden von ETA nicht frei gewählt werden können. Einen Anspruch auf  haben sämtliche Drittkunden, die in den Jahren 2009–2011 mechanische Uhrwerke bei ETA bezogen haben (vgl. Ziff. 2 lit. c evR; ausgenommen bestimmte Sonderfälle, vgl. Ziff. 2 lit. d und e evR). Diesen bisherigen Drittkunden muss ETA die gemäss Ziff. 3 evR festgelegten Mengen an mechanischen Uhrwerken liefern.
7. ETA obliegt andererseits auch eine Lieferbeschränkung. Ziff. 4 lit. b evR (sog. KMU-Klausel) sieht vor, dass ETA grundsätzlich nicht mehr mechanische Uhrwerke an bisherige Drittkunden liefern darf, als die in Ziff. 3 evR festgelegten Mengen. Ausgenommen davon sind jedoch KMUs, mit denen ETA sog. abweichende Vereinbarungen abschliessen darf (aber nicht muss). In diesem Kontext gilt es darauf hinzuweisen, dass die WEKO die KMU-Klausel gemäss Ziff. 4 lit. b evR so auslegt, dass ETA bzw. Swatch Group eine absolute Gleichbehandlung von KMUs zu beachten hat, d.h. macht ETA von der Möglichkeit der  von mechanischen Uhrwerken zu Gunsten eines KMUs Gebrauch und liegen weitere Anfragen von KMUs für Mehrlieferungen vor, so hat ETA auch zweitgenannten KMUs die von ihnen gewünschten Mehrmengen an mechanischen Uhrwerken zu liefern (und kann diese nicht beschränken). M.a.W. ausgedrückt, sieht die herrschende Praxis vor, dass ETA, wenn sie einem KMU mehr als die in Ziff. 3 evR festgelegten Mengen an mechanischen Uhrwerken liefert, sie dies auch für sämtliche anderen KMUs tun muss, die ein entsprechendes Gesuch an ETA gestellt haben.11
8. Mit der Genehmigung der vorstehenden evR (vgl. Rz 5) legte die WEKO die Art und Weise zur Beseitigung der festgestellten unzulässigen Wettbewerbsbeschränkung – der i.S.v. Art. 7 KG missbräuchliche kurzfristige Lieferstopp, den Swatch Group plante (vgl. Rz 1) – fest. Die in der evR vereinbarte Lieferverpflichtung soll sicherstellen, dass ETA weiterhin  Uhrwerke liefert bis weitere Akteure in genügendem Ausmass im Markt für mechanische Swiss made Uhrwerke tätig sind.12 Der Mechanismus der evR sieht vor, dass sich die von ETA an Drittkunden zu liefernden Mengen an mechanischen Uhrwerken graduell reduzieren. ETA zog bzw. zieht sich gewissermassen als Anbieter mechanischer Uhrwerke für Drittkunden schrittweise bis zu einem bestimmten Grad aus dem Markt zurück, damit sich alternative  zu ETA etablieren bzw. bestehende alternative Anbieter zu ETA ihre  erhöhen können. Um diese Marktentwicklung, die sich gemäss der in der  Untersuchung durchgeführten Marktbefragung und Analysen abzeichnete, nicht
11 [...]. 12 RPW 2014/1, 266 Rz 402, Swatch Group Lieferstopp.
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zu gefährden, wurde in der evR mit der Lieferverpflichtung eine Lieferbeschränkung zu Lasten von ETA verbunden.
9. Die ETA obliegende Lieferverpflichtung – und somit auch die damit verbundene  – ist bis am 31. Dezember 2019 befristet (vgl. Ziff. 3 evR). Der Grund der  lag für das Sekretariat bzw. die WEKO darin, dass sofern sich die Marktverhältnisse wie gemäss dem Erkenntnisstand zum Zeitpunkt des ursprünglichen Entscheids entwickeln sollten, es ab Anfang des Jahres 2020 genügend alternative Angebote zu den mechanischen Uhrwerken von ETA auf dem Markt geben werde, welche die Nachfrage der Uhrenhersteller befriedigen können. Im Lichte der sich abzeichnenden Marktentwicklungen im Bereich  Uhrwerke kam die WEKO zum Schluss, dass sich ab dem 1. Januar 2020 die Frage einer Lieferpflicht von ETA nicht mehr stellen würde.13
A.1.2 Wiedererwägungsverfahren
10. Am 4. März 2016 gelangte Swatch Group an das Sekretariat und stellte den Antrag, dass ETA bis zum Ablauf der evR Ende 2019 zu erlauben sei, über die von den gemäss Ziff. 3 evR zu liefernden, aber von den Drittkunden nicht bestellten Mengen an mechanischen Uhrwerken frei verfügen zu können, was einer Anpassung der evR bedurft hätte. Dieser Antrag wurde als Wiedererwägungsgesuch i.S.v. von Art. 30 Abs. 3 KG von der WEKO behandelt (nachfolgend: Wiedererwägungsverfahren).14
11. Zur Beurteilung der Frage, ob diesem Antrag stattzugeben war, wurde auch im  eine Marktbefragung durchgeführt, in welcher sowohl Konkurrenten als auch Kunden von ETA befragt wurden.15 Die WEKO hielt damals fest, dass sich die  im Bereich mechanischer Swiss made Uhrwerke zwar seit dem ursprünglichen  der WEKO im Sinne der evR bzw. des Phasing-Outs entwickelt haben, dies jedoch in weit weniger grossem Umfang als von Swatch Group dargestellt. Diese Entwicklung sei somit als vorhersehbare und erwartete Entwicklung zu qualifizieren. Die WEKO hielt weiter fest, dass sich seit der Genehmigung der evR durch die WEKO indes keine unvorhersehbaren oder  Ereignisse ergeben haben, welche den ursprünglichen Entscheid der WEKO  beeinflussen würden und damit nicht von einer wesentlichen Veränderung der  Verhältnisse auszugehen war. Zudem zeigte eine Interessenabwägung, dass das öffentliche Interesse (der Marktteilnehmer) an der unveränderten Beibehaltung der evR  den individuellen Interessen von Swatch Group bzw. ETA stärker zu gewichten war. Die WEKO kam daher zum Schluss, dass die Voraussetzung für eine Wiedererwägung des ursprünglichen Entscheids der WEKO nicht gegeben und entsprechend das Gesuch von Swatch Group abzulehnen war.16
A.2 Vorliegendes Verfahren
12. Mit Verfügung vom 21. Oktober 2013 genehmigte die WEKO die zwischen Swatch Group und dem Sekretariat abgeschlossene evR betreffend die Einstellung der Lieferungen von mechanischen Uhrwerken (vgl. Rz 1 ff.).
13. Die WEKO behielt sich im ursprünglichen Entscheid jedoch explizit vor, auf ihren  i.S.v. Art. 30 Abs. 3 KG zurückzukommen, d.h. diesen zu widerrufen oder zu ändern, falls sich die Marktverhältnisse nicht wie angenommen entwickeln sollten und ab dem Jahr
13 RPW 2014/1, 284 Rz 491, Swatch Group Lieferstopp. 14 RPW 2016/4, 1035 Rz 2 und 9 ff., Verfügung vom 24. Oktober 2016 in Sachen Wiedererwägungs-
gesuch Swatch Group Lieferstopp. 15 RPW 2016/4, 1036 Rz 11, Verfügung vom 24. Oktober 2016 in Sachen Wiedererwägungsgesuch
Swatch Group Lieferstopp. 16 RPW 2016/4, 1051 Rz 105, 1056 Rz 129, Verfügung vom 24. Oktober 2016 in Sachen Wiedererwä-
gungsgesuch Swatch Group Lieferstopp.
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2020 nicht genügend Uhrwerke für die Uhrenhersteller auf dem Markt verfügbar wären. Die massgebende Randziffer im ursprünglichen Entscheid lautet wie folgt:
«Sofern sich die Marktverhältnisse wie gemäss derzeitigem Erkenntnisstand entwickeln, wird es ab Anfang 2020 genügend alternative Angebote zu den Uhrwerken von ETA auf dem Markt geben, welche die Nachfrage der Uhrenhersteller zu befriedigen vermögen. In diesem Sinne und im Lichte der sich abzeichnenden Marktentwicklungen im Bereich  Uhrwerke [...] stellt sich ab dem 1. Januar 2020 die Frage einer Lieferpflicht nicht mehr. Vorbehalten bleiben die Bestimmungen von Art. 30 Abs. 3 KG [...], falls sich die Marktverhältnisse nicht wie angenommen entwickeln sollten und ab 2020 nicht genügend Uhrwerke für die Uhrenhersteller auf dem Markt verfügbar wären. Ein Widerruf oder eine Änderung der evR II17 wären aber dann nicht angezeigt, wenn sich die betroffenen  nicht in genügendem Ausmass um alternative Lösungen bemüht hätten.».18
14. Am 13. November 2018 wurde ein Verfahren nach Art. 30 Abs. 3 KG (nachfolgend:  Verfahren) eröffnet. Anlass für die Verfahrenseröffnung gaben Anhaltspunkte, welche darauf hindeuten, dass sich die Marktverhältnisse nicht in dem Sinne entwickelt haben, wie sich dies zum Zeitpunkt des ursprünglichen Entscheids abzeichnete und ab dem Jahr 2020 nicht in ausreichendem Masse alternative Bezugsquellen vorhanden sein könnten, um die Nachfrage der Uhrenhersteller nach mechanischen Uhrwerken bedienen zu können.  des vorliegenden Verfahrens ist die Prüfung der Frage, ob sich die beschriebenen  erhärten und gegebenenfalls ein Widerruf oder eine Änderung des ursprünglichen Entscheids in Erwägung zu ziehen ist. Zu diesem Zweck wird im vorliegenden Verfahren eine Analyse der aktuellen Markt- und Wettbewerbsverhältnisse vorgenommen.19
B Verfahren
B.1 Verfahrensverlauf
15. Am 13. November 2018 eröffnete das Sekretariat im Einvernehmen mit einem Mitglied des Präsidiums der WEKO das vorliegende Verfahren, auf welches die Bestimmungen von Art. 27 ff. KG analog Anwendung finden.20 Die Verfahrenseröffnung wurde am 20. November 2018 im Schweizerischen Handelsamtsblatt (SHAB) und im Bundesblatt (BBl) veröffentlicht.21
16. Am 15. November 2018 stellte das Sekretariat Swatch Group im Hinblick auf die  Marktbefragung ein Auskunftsbegehren zu, mit welchem um die Vorabzustellung einer Drittkundenliste von ETA gebeten wurde.22 Diese wurde von Swatch Group innert  Frist am 29. November 2018 eingereicht und nach entsprechender Nachfrage des Sekretariats23 mit Eingabe vom 7. Dezember 2018 ergänzt.24
17. Am 29. November 2018 ging beim Sekretariat eine Stellungnahme ein, mit welcher Swatch Group u.a. darum ersuchte, im Rahmen der Marktbefragung bestimmte Themenkreise abzufragen (nachfolgend: Stellungnahme SG).25 Zusätzlich wies Swatch Group mit E-Mail vom 3. Dezember 2018 darauf hin, dass sämtliche relevanten Marktteilnehmer sowohl in der
17 Anmerkung: Bei der evR II handelt es sich um die evR (vgl. Rz 5). 18 RPW 2014/1, 284 Rz 491, Swatch Group Lieferstopp. 19 Act. [...]. 20 Act. [...]. 21 Act. [...]. 22 Act. [...]. 23 Act. [...]. 24 Act. [...]. 25 Act. [...].
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Schweiz als auch im Ausland befragt werden sollten, um ein ausgewogenes Bild der  zu erhalten, wobei Swatch Group zufolge insbesondere auch Unternehmungen von der Befragung erfasst werden müssten, welche nie Kunden von ETA waren (z.B. andere  von mechanischen Uhrwerken).26 Mit Schreiben vom 7. Dezember 2018 wies Swatch Group weiter auf die Wichtigkeit einer umfassenden und repräsentativen Erhebung von  und entsprechend einer Wiedergabe der Marktsituation bis Ende 2019 hin und  ihr Anliegen, nebst aktuellen und früheren Kunden von ETA auch solche, die nie Kunde waren, sowie aktuelle und potentielle Wettbewerber und Anbieter von Alternativlösungen in die Befragung miteinzubeziehen.27
18. Mit Schreiben vom 12. Dezember 2018 teilte das Sekretariat Swatch Group u.a. mit, dass es die angeregten Themenkreise bei den zu befragenden Marktteilnehmern abfragen werde und bat Swatch Group gleichzeitig um eine Konkretisierung der in der E-Mail vom 3. Dezember 2018 und im Schreiben vom 7. Dezember 2018 enthaltenen Hinweise (vgl. Rz 17). Namentlich wollte das Sekretariat von Swatch Group wissen, ob deren Hinweise als Beweisanträge i.S.v. Art. 33 Abs. 1 VwVG28 zu verstehen seien. Innert erstreckter Frist hielt Swatch Group fest, dass es von zentraler Bedeutung sei, die tatsächlichen  zum massgebenden Zeitpunkt korrekt zu reflektieren, was bedinge, dass sämtliche  Marktteilnehmer aller Marktstufen sowohl in der Schweiz als auch im Ausland in die Ermittlungen einbezogen würden. So müssten Swatch Group zufolge auch diejenigen  Marktteilnehmer befragt werden, welche ETA nicht bekannt seien oder zu welchen ETA keine Geschäftsbeziehungen pflege. Swatch Group hielt ergänzend fest, dass weder sie noch ETA nähere Angaben zur Identifikation der von ihr genannten, zu befragenden Unternehmen geben könne und wies stattdessen auf die behördliche Pflicht zur umfassenden  hin. Die Frage, ob die Hinweise von Swatch Group als Beweisanträge zu verstehen seien, könne ihrer Ansicht nach offenbleiben.29
19. Das Sekretariat teilte Swatch Group mit Schreiben vom 18. Februar 2019 mit, dass es sämtlichen von ihr namentlich genannten Unternehmen einen Fragebogen zugestellt habe sowie sämtlichen Unternehmen, die dem Sekretariat von befragten Marktteilnehmern (als  oder potentielle Konkurrenten von ETA oder Nivarox) genannt worden seien oder  würden, ebenfalls einen Fragebogen zugestellt habe bzw. zustellen werde. In Bezug auf ausländische Marktteilnehmer hielt das Sekretariat fest, dass Swatch Group keine  geliefert habe, ob und welche ausländischen Marktteilnehmer zu befragen seien und es daher den ihm bereits bekannten ausländischen Herstellern von mechanischen Uhrwerken oder Assortiments einen Fragebogen zustellen werde, es jedoch nicht auszuschliessen sei, dass im weiteren Verlauf des Verfahrens noch weitere ausländische Unternehmen  würden, sofern dies für die Zwecke des Verfahrens als geboten erscheine.30
20. Am 4. Dezember 2018 meldeten die Semag Manufacture AG und die G.J. VON BURG AG ihre Beteiligung am vorliegenden Verfahren an.31
21. Am 10. und 11. Dezember 2018 verschickte das Sekretariat insgesamt 152 Fragebogen an Marktteilnehmer, u.a. auch an Swatch Group bzw. ETA. Bis zum 5. September 2019  zusätzlich 39 Fragebogen an Unternehmen verschickt, die dem Sekretariat von bereits befragten Markteilnehmern als aktuelle oder potentielle Konkurrenten von ETA oder Nivarox genannt wurden oder die sich beim Sekretariat gemeldet haben.32 Bis Ende September 2019
26 Act. [...]. 27 Act. [...]. 28 Bundesgesetz vom 20.12.1968 über das Verwaltungsverfahren (Verwaltungsverfahrensgesetz,
VwVG; SR 172.021). 29 Act. [...]. 30 Act. [...]. 31 Act. [...]. 32 Act. [...].
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haben 185 (von insgesamt 191) Marktteilnehmer (inkl. Swatch Group bzw. ETA) geantwortet. Die ersten Antworten der befragten Marktteilnehmer gingen beim Sekretariat ab dem 11. Dezember 2018 ein33, die letzten stehen noch aus (Stand: 30. September 2019).  der eingegangenen Antworten der befragten Marktteilnehmer musste das Sekretariat  sämtlichen Unternehmen schriftliche Nachfragen stellen (rund 150), da gestellte Fragen nicht oder nicht vollständig beantwortet wurden oder sich aufgrund bestimmter Aussagen  ergaben.34 Die Mehrheit der Nachfragen wurde bis dato beantwortet, einige  stehen noch aus (Stand: 30. September 2019). Insgesamt verschickte das Sekretariat mehr als 130 Erinnerungs- und Mahnschreiben an Marktteilnehmer, welche den Fragebogen oder Nachfragen nicht fristgerecht beantwortet haben.35
22. Mit Schreiben vom 31. Dezember 2018 meldete die Sellita Watch Co S.A. (nachfolgend: Sellita) Parteistellung an i.S.v. Art. 6 VwVG; diese wurde Sellita vom Sekretariat mit Schreiben vom 11. Januar 2019 eingeräumt.36
23. Mit Schreiben vom 15. Januar 2019 bat das Sekretariat Swatch Group, die gesamte bis zum 31. Dezember 2018 geführte Korrespondenz zwischen ihr und dem Sekretariat  dem Merkblatt «Geschäftsgeheimnisse» (nachfolgend: Merkblatt) um  zu bereinigen.37 Am 6. Februar 2019 reichte Swatch Group die erwähnte  in um Geschäftsgeheimnisse bereinigter Form ein.38 Diese Dokumente wurden vom Sekretariat geprüft und es teilte Swatch Group mit Schreiben vom 20. Februar 2019 mit, dass es mit den von Swatch Group vorgenommenen Abdeckungen in weiten Teilen nicht  sei, das Sekretariat jedoch aus verfahrensökonomischen Gründen vorläufig darauf verzichte, die Geschäftsgeheimnisbereinigung abschliessend zu klären. Das Sekretariat hielt im erwähnten Schreiben weiter fest, dass es sich ausdrücklich vorbehalte, bei Bedarf auf die Geschäftsgeheimnisbereinigung zurückzukommen.39
24. Am 28. Februar 2019 gingen die Antworten von Swatch Group auf den Fragebogen an ETA ein (nachfolgend: Antworten SG). Diese waren begleitet von einer weiteren Eingabe, in welcher Swatch Group ihre Sichtweise zu verschiedenen Aspekten darlegte (u.a. zur Frage des Bestehens einer marktbeherrschenden Stellung von ETA und zu einer allfälligen  der Lieferverpflichtung). Gleichzeitig stellte Swatch Group einen Antrag auf Aufhebung der Feststellung der marktbeherrschenden Stellung von ETA (nachfolgend: Eingabe SG).40 Am 6. März 2019, am 13. März 2019 und am 19. März 2019 gingen Präzisierungen und  zu den Antworten SG ein.41
25. Ebenfalls am 28. Februar 2019 gingen die Antworten von Sellita auf den Fragebogen ein (nachfolgend: Antworten Sellita).42
26. Am 22. März 2019 reichte Sellita eine Eingabe ein, mit welcher dem Sekretariat  Sachverhalte zur Kenntnis gebracht wurden und im Rahmen derer Sellita mehrere Anträge stellte (nachfolgend: Eingabe Sellita).43
33 Act. [...]. 34 Act. [...]. 35 Act. [...]. 36 Act. [...]. 37 Act. [...]. 38 Act. [...]. 39 Act. [...]. 40 Act. [...]. 41 Act. [...]. 42 Act. [...]. 43 Act. [...].
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27. Mit Schreiben vom 5. April 2019 stellte das Sekretariat Swatch Group die Eingabe Sellita zur Kenntnisnahme zu, verbunden mit der Einladung, dazu und insbesondere zu den von  gestellten Anträgen Stellung zu nehmen.44 Gleichentags stellte das Sekretariat Sellita die Eingabe SG zur Kenntnisnahme zu, verbunden mit der Einladung, dazu und insbesondere zu dem von Swatch Group gestellten Antrag Stellung zu nehmen (vgl. Rz 24).45 Bis zum 30. September 2019 ist die Stellungnahme von Sellita noch nicht eingegangen und der  mit beiden Verfahrensparteien noch nicht  (vgl. Rz 66).
28. Mit Schreiben vom 8. April 2019 bat das Sekretariat Sellita, die gesamte bis am 5. April 2019 geführte Korrespondenz zwischen ihr und dem Sekretariat entsprechend dem Merkblatt um Geschäftsgeheimnisse zu bereinigen.46 Die entsprechenden Dokumente gingen am 7. Mai 2019 beim Sekretariat ein.47
29. Mit Schreiben vom 9. April 2019 forderte das Sekretariat Swatch Group unter  auf sein Schreiben vom 20. Februar 2019 dazu auf, die Stellungnahme SG, die  SG sowie die Antworten SG entsprechend dem Merkblatt zu bereinigen und dem  zukommen zu lassen. Zudem behielt sich das Sekretariat auch hinsichtlich der von Swatch Group eingereichten, um Geschäftsgeheimnisse bereinigten Korrespondenz, die  dem 31. Dezember 2019 und dem 18. Februar 2019 ergangen ist, explizit vor, auf diese zurückzukommen, da das Sekretariat mit dem Vorschlag der Geschäftsgeheimnisbereinigung von Swatch Group nicht einverstanden war (vgl. Rz 23).48
30. Am 23. April 2019 sowie am 24. April 2019 fanden Betriebsbesichtigungen bei Sellita und der Ronda AG (nachfolgend: Ronda) statt.49
31. Mit Schreiben vom 28. Mai 2019 bat das Sekretariat Swatch Group um die Beantwortung von Unklarheiten bezüglich der Antworten SG (vgl. Rz 24).50
32. Mit Schreiben vom 28. Mai 2019 ersuchte das Sekretariat auch Sellita um die  von zusätzlichen Fragen im Zusammenhang mit den Antworten Sellita (vgl. Rz 25).51
33. Mit E-Mail vom 11. Juni 2019 ersuchte Swatch Group um eine Erstreckung der Frist für die Beantwortung der Zusatzfragen zu den Antworten SG (vgl. Rz 31)52; diesem Gesuch gab das Sekretariat mit E-Mail vom gleichen Tag statt.53
34. Mit Schreiben vom 12. Juni 2019 ging ein Fristerstreckungsgesuch von Sellita für die Beantwortung der Zusatzfragen zu den Antworten Sellita (vgl. Rz 32) beim Sekretariat ein.54 Diesem Gesuch gab das Sekretariat mit Schreiben vom 13. Juni 2019 statt.55
44 Act. [...]. 45 Act. [...]. 46 Act. [...]. 47 Act. [...]. 48 Act. [...]. 49 Act. [...]. 50 Act. [...]. 51 Act. [...]. 52 Act. [...]. 53 Act. [...]. 54 Act. [...]. 55 Act. [...].
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35. Am 19. Juni 2019 reichte Sellita beim Sekretariat eine Anzeige wegen missbräuchlicher Lieferverweigerung von Assortiments gegen Nivarox und Swatch Group ein (nachfolgend:  Sellita), im Rahmen derer dieselben Anträge gestellt wurden wie in der Eingabe Sellita (vgl. Rz 26).56
36. Am 1. Juli 2019 reichte Swatch Group dem Sekretariat die Antworten auf die  zu den Antworten SG (vgl. Rz 31) ein.57
37. Am 8. Juli 2019 gingen beim Sekretariat die Antworten von Sellita auf die Zusatzfragen zu den Antworten Sellita (vgl. Rz 32) ein.58
38. Am 10. Juli 2019 stellte das Sekretariat Sellita die Stellungnahme SG, die Eingabe SG sowie die Antworten SG und Swatch Group die Eingabe Sellita sowie die Antworten Sellita zum zweiten Mal zu und lud beide Parteien unter Ansetzung einer neuen Frist ein, zu den Eingaben und insbesondere zu den gestellten Anträgen Stellung zu nehmen (vgl. Rz 27).59
39. Mit Schreiben vom 16. Juli 2019 stellte Sellita unter Bezugnahme auf die Eingabe Sellita und die Anzeige Sellita zusätzliche Anträge sowie Verfahrensanträge. Mit letztgenannten  Sellita, Swatch Group einen Katalog von Fragen zu stellen, insbesondere zum  Geschäftsverhalten nach dem 31. Dezember 2019.60 Das Sekretariat bat Sellita , ihm eine geschäftsgeheimnisbereinigte Version ihres Schreibens vom 16. Juli 2019 zukommen zu lassen61; das entsprechende Schreiben ging beim Sekretariat gleichentags ein.62
40. Am 18. Juli 2019 nahm das Sekretariat mit Swatch Group telefonisch Kontakt auf und teilte ihr mit, dass es über den aktuellen Stand des Verfahrens sowie den weiteren  informieren möchte.63
41. Am 19. Juli 2019 unterbreitete das Sekretariat Swatch Group die von Sellita im Rahmen ihres Schreibens vom 16. Juli 2019 formulierten Fragen (vgl. Rz 39) zur Beantwortung.64 Mit E-Mail vom 19. August 2019 ersuchte Swatch Group um eine Erstreckung der Frist für die Beantwortung der Fragen65; diesem Gesuch gab das Sekretariat mit E-Mail vom 20. August 2019 statt.66
42. Mit Schreiben vom 31. Juli 2019 wandte sich Sellita an das Sekretariat und monierte, dass sie mit der Geschäftsgeheimnisbereinigung der Stellungnahme SG, der Eingabe SG  der Antworten SG nicht einverstanden sei. Sellita ersuchte das Sekretariat darum, die erwähnten Dokumente gemäss dem Merkblatt selber zu bereinigen. Sellita ersuchte das  zudem darum, die ihr gesetzte Frist abzunehmen (vgl. Rz 38) und eine neue Frist , sobald die bereinigten Versionen der erwähnten Dokumente vorliegen würden.67 Mit Schreiben vom 7. August 2019 nahm das Sekretariat die Sellita gesetzte Frist zur  ab und forderte diese auf, diejenigen Passagen zu bezeichnen, welche ihrer Ansicht nach zu weitgehend geschwärzt seien und einzeln und substantiiert zu begründen, inwiefern die Aufdeckung der entsprechenden Passagen für eine wirksame Stellungnahme erforderlich
56 Act. [...]. 57 Act. [...]. 58 Act. [...]. 59 Act. [...]. 60 Act. [...]. 61 Act. [...]. 62 Act. [...]. 63 Act. [...]. 64 Act. [...]. 65 Act. [...]. 66 Act. [...]. 67 Act. [...].
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sei.68 Darauf antwortete Sellita mit Schreiben vom 16. August 2019 und wiederholte ihren , dass das Sekretariat die Geschäftsgeheimnisbereinigung der Eingaben von Swatch Group anhand des Merkblatts selbst vornehmen bzw. die Schwärzungen durch Swatch Group gemäss den Vorgaben des Merkblatts prüfen und beanstanden solle.69
43. Mit Schreiben vom 9. August 2019 teilte das Sekretariat Sellita mit, dass es auf  Anträge, welche sich auf Nivarox bzw. ihre Lieferverpflichtung betreffend Assortiments beziehen, im Rahmen des vorliegenden Verfahrens nicht eintreten werde. Gleichzeitig  das Sekretariat Sellita an, zu einem späteren Zeitpunkt die Eröffnung eines Verfahrens nach den Art. 26 ff. KG gegen Nivarox in Erwägung zu ziehen.70
44. Am 12. August 2019 ging die Stellungnahme von Swatch Group zur Eingabe Sellita ein (vgl. Rz 38).71
45. Am 13. August 2019 ging beim Sekretariat die geschäftsgeheimnisbereinigte Version der Anzeige Sellita ein.72 Diese wurde mit E-Mail vom 15. August 2019 an Swatch Group zur Kenntnisnahme zugestellt.73
46. Am 22. August 2019 ging eine weitere Eingabe der Swatch Group zu den Anträgen von Sellita ein.74
47. Am 27. August 2019 fand ein Treffen zwischen dem Sekretariat und Swatch Group statt, anlässlich dessen das Sekretariat über den aktuellen Stand des Verfahrens und den weiteren Verfahrensverlauf informierte (vgl. Rz 40). Das Sekretariat informierte Swatch Group darüber, dass ein Entscheid der WEKO im vorliegenden Verfahren vor dem 31. Dezember 2019  von Verfahrensverzögerungen nicht möglich sei und es beabsichtige, bei der WEKO den Erlass vorsorglicher Massnahmen zu beantragen.75
48. Am 27. August 2019 kontaktierte Sellita das Sekretariat telefonisch und kündigte u.a. an, gegen das Schreiben des Sekretariats vom 9. August 2019 (vgl. Rz 43) Beschwerde zu führen sowie dem Sekretariat gleichzeitig ein Wiedererwägungsgesuch einzureichen.76 Am 30. August 2019 ging eine Eingabe von Sellita beim Sekretariat ein, in welcher sie schriftlich festhielt, was sie bereits telefonisch mitgeteilt hatte. Zusätzlich lieferte Sellita eine Präzisierung zu einem von ihr gestellten Antrag.77
49. Am 4. September 2019 nahm das Sekretariat auf Wunsch von Swatch Group mit dieser telefonisch Kontakt auf betreffend die zu beantragenden vorsorglichen Massnahmen.78
50. Mit E-Mail vom 12. September 2019 bat Swatch Group das Sekretariat u.a. darum, Sellita zu ersuchen, in den Antworten Sellita und den übrigen Eingaben namentlich bei  Passagen eine Umschreibung des wesentlichen Inhalts vornehmen zu lassen.79
51. Am 16. September bzw. 18. September 2019 gingen beim Sekretariat das  von Sellita sowie die Mitteilung des Bundesverwaltungsgerichts betreffend den
68 Act. [...]. 69 Act. [...]. 70 Act. [...]. 71 Act. [...]. 72 Act. [...]. 73 Act. [...]. 74 Act. [...]. 75 Act. [...]. 76 Act. [...]. 77 Act. [...]. 78 Act. [...]. 79 Act. [...].
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Eingang der Beschwerde von Sellita ein (vgl. Rz 48).80 Am 4. Dezember 2019 reichte das  innert erstreckter Frist seine Vernehmlassung zur Beschwerde von Sellita beim  ein.81
52. Am 18. September 2019 fand auf entsprechenden Wunsch von Sellita ein Treffen  ihr und dem Sekretariat statt, anlässlich dessen das Sekretariat über den aktuellen Stand des Verfahrens und dessen weiteren Verlauf informierte. Das Sekretariat informierte Sellita darüber, dass ein Entscheid der WEKO im vorliegenden Verfahren vor dem 31. Dezember 2019 aufgrund von Verfahrensverzögerungen nicht möglich sei und es , bei der WEKO den Erlass vorsorglicher Massnahmen zu beantragen. Zudem  das Sekretariat Sellita über die Bitte von Swatch Group in Bezug auf die  (vgl. Rz 50) und klärte einige Verständnisfragen in Bezug auf die Anträge von Sellita.82
53. Am 9. Oktober 2019 stellte das Sekretariat Swatch Group und Sellita dessen Antrag i.S. vorsorgliche Massnahmen zu und lud diese ein, bis am 30. Oktober 2019 Stellung zum Antrag des Sekretariats zu nehmen.83 Eine aktuelle Version des Aktenverzeichnisses sowie der bis dato geschäftsgeheimnisbereinigten Akten wurde Swatch Group und Sellita mit separater E-Mail zugestellt.84
54. Die Stellungnahmen von Swatch Group und Sellita gingen am 30. Oktober 201985 bzw. innert erstreckter Frist86 am 11. November 201987 beim Sekretariat ein (vgl. Rz 72 ff.). Am 13. November 2019 stellte das Sekretariat Swatch Group die geschäftsgeheimnisbereinigte Version der Stellungnahme von Sellita und Sellita die entsprechende  Stellungnahme von Swatch Group zur Kenntnisnahme zu.88
55. Mit Schreiben vom 18. November 2019 stellte das Sekretariat Sellita die Stellungnahme SG, die Eingabe SG sowie die Antworten SG und Swatch Group die Eingabe Sellita sowie die Antworten Sellita zum dritten Mal zur Kenntnisnahme zu (vgl. Rz 24 ff. und Rz 38).89
56. Am 2. Dezember 2019 informierte das Sekretariat Swatch Group und Sellita darüber, dass der Entscheid der WEKO in Sachen vorsorgliche Massnahmen für den 16. Dezember 2019 traktandiert sei.90
B.2 Verfahrensverzögerungen
57. Zwecks Vornahme einer Analyse der Markt- und Wettbewerbsverhältnisse initiierte das Sekretariat im Dezember 2018 eine Marktbefragung (vgl. Rz 21) und versandte Fragebogen an verschiedene Unternehmen, die in der Produktion von Uhrwerkskomponenten (d.h.  Uhrwerke und/oder mechanische Assortiments) oder in der Produktion von Uhren tätig sind. Marktbefragungen führte das Sekretariat zwecks Analyse der Markt- und Wettbewerbs-
80 Act. [...]. 81 Act. [...]. 82 Act. [...]. 83 Act. [...]. 84 Act. [...]. 85 Act. [...]. 86 Act. [...]. 87 Act. [...]. 88 Act. [...]. 89 Act. [...]. 90 Act. [...].
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verhältnisse im Bereich mechanischer Uhrwerke und Assortiments in der Vergangenheit  in der ursprünglichen Untersuchung91 als auch im Rahmen des damit im Zusammenhang stehenden Wiedererwägungsverfahren92 durch (vgl. Rz 11 und Rz 21).
58. Aus den nachstehenden Gründen erfuhr und erfährt das vorliegende Verfahren in  Hinsicht jedoch Verzögerungen.
59. Im vorliegenden Verfahren wurde eine Marktbefragung in grossem Umfang . So wurden insgesamt 191 Unternehmen befragt (vgl. Rz 21). Zur Veranschaulichung des Umfangs der Marktbefragung im vorliegenden Verfahren sei darauf hingewiesen, dass in der ursprünglichen, drei Jahre dauernden Untersuchung für die Beurteilung der Markt- und Wettbewerbsverhältnisse die Antworten von insgesamt 58 Marktteilnehmern analysiert .93 Nicht nur steigt der administrative Aufwand für den Versand und die Einholung von Marktinformationen mit zunehmender Anzahl befragter Unternehmen an, sondern wird auch die Datenauswertung und deren Analyse in ökonomischer und juristischer Hinsicht mehr Zeit in Anspruch nehmen.
60. Der grosse Umfang der befragten Marktteilnehmer ist nicht zuletzt darauf , dass Swatch Group zu Beginn des vorliegenden Verfahrens – vor dem Versand der ersten Fragebögen an Marktteilnehmer – auf die Wichtigkeit einer umfassenden und repräsentativen Erhebung von Marktdaten hingewiesen hat, wobei insbesondere auch Unternehmungen von der Befragung erfasst werden müssten, welche nie Kunden von ETA waren (vgl. Rz 17 f.). In Bezug auf das Anliegen von Swatch Group, nebst aktuellen und potentiellen Kunden von ETA auch Unternehmungen zu befragen, die nie Kunden waren, nannte Swatch Group jedoch keine Namen von Unternehmen, die ihrer Ansicht nach zu befragen wären, weswegen sich das Sekretariat dazu entschloss, neben den von Swatch Group genannten aktiven und  Kunden von ETA auch sämtlichen aktuellen oder potentiellen Konkurrenten von ETA oder Nivarox einen Fragebogen zuzustellen, welche von befragten Marktteilnehmern genannt  oder werden (vgl. Rz 19). Folglich entspricht die Tatsache, dass im vorliegenden  mehr als dreimal so viele Marktteilnehmer in die Marktbefragung miteinbezogen wurden als in der ursprünglichen Untersuchung, vollumfänglich dem Anliegen von Swatch Group, eine umfassende und repräsentative Erhebung von Marktdaten durchzuführen. Auch in Bezug auf den Inhalt der den befragten Marktteilnehmern gestellten Fragen entsprach das Sekretariat den Anträgen von Swatch Group, indem es die Themenkreise, welche ihr zufolge abzufragen seien, abgefragt hat (vgl. Rz 17 f.).
61. Das Sekretariat musste zudem im vorliegenden Verfahren beinahe jedem Unternehmen (rund 150), welches den Fragebogen beantwortete, schriftliche Nachfragen stellen, weil für die Analyse der Markt- und Wettbewerbsverhältnisse relevante Fragen nicht oder nicht vollständig beantwortet wurden oder sich aufgrund der Antworten Anschlussfragen ergaben (vgl. Rz 21). So musste das Sekretariat bei zahlreichen Marktteilnehmern nachhaken, um Informationen zu zentralen Aspekten des vorliegenden Verfahrens einzuholen, mit dem Ziel, im Aggregat  Aussagen (insbesondere zu den Marktanteilen und den Produktionskapazitäten)  zu können. Zusätzlich haben zahlreiche Unternehmen, denen ein Fragebogen oder Nachfragen zugestellt wurden, diese erst nach teilweise mehrmaligem Nachfragen . Zur Veranschaulichung sei darauf hingewiesen, dass das Sekretariat mehr als 130 - und Mahnschreiben verschickt hat (vgl. Rz 21). Dies erhöhte den zeitlichen Aufwand der Erhebung der Marktdaten zusätzlich.
62. Neben dem Umstand, dass bereits die Einholung von Marktdaten bei der grossen Anzahl befragter Unternehmen im vorliegenden Fall zu Verfahrensverzögerungen führte, verursacht
91 Vgl. RPW 2014/1, 217 Rz 17, Swatch Group Lieferstopp. 92 Vgl. RPW 2016/4, 1036 Rz 11, Verfügung vom 24. Oktober 2016 in Sachen Wiedererwägungsge-
such Swatch Group Lieferstopp. 93 Vgl. RPW 2014/1, 217 Rz 17, Swatch Group Lieferstopp.
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die Bereinigung der von den befragten Marktteilnehmern gelieferten Informationen erheblichen administrativen Aufwand. Gemäss Art. 25 Abs. 1 KG haben die Wettbewerbsbehörden  zu wahren und dürfen nach Art. 25 Abs. 4 KG die Veröffentlichungen der Wettbewerbsbehörden keine Geschäftsgeheimnisse preisgeben. Die Wahrung von  beinhaltet die Pflicht der Wettbewerbsbehörden, jede Möglichkeit , dass Dritte an geheimhaltungswürdige Informationen gelangen können. Dies gilt u.a. auch für Akten, welche Dritte im Rahmen der Akteneinsicht einsehen können.94
63. In casu umfasst das Aktenverzeichnis aktuell mehr als 1'300 Dokumente (Stand: 30. September 2019). Diese sind, den vorstehend genannten Bestimmungen entsprechend, einzeln um Geschäftsgeheimnisse zu bereinigen. M.a.W. bedeutet dies, dass das Sekretariat mit jedem Marktteilnehmer, der im Rahmen des vorliegenden Verfahrens Informationen  hat, einzeln klären muss, ob die von ihm gelieferten Informationen Geschäftsgeheimnisse enthalten, und diese gegebenenfalls zu bereinigen hat, d.h. die entsprechenden Tatsachen schwarz abzudecken. Dabei handelt es sich weitgehend um sensible Daten der befragten Marktteilnehmer. Dieser Bereinigungsprozess ist im vorliegenden Verfahren nach wie vor im Gang. Der Prozess dauert(e) im vorliegenden Verfahren – je nach Umfang der gelieferten Informationen – pro Marktteilnehmer zwischen einigen Wochen bis hin zu einigen Monaten. Hinzu kommt, dass laufend neue Dokumente zu den Verfahrensakten genommen werden, welche wiederum den Geschäftsgeheimnisbereinigungsprozess durchlaufen müssen.
64. Die Verfahrensparteien haben nach Art. 26 Abs. 1 VwVG Anspruch auf Einsicht in die Verfahrensakten, was im Lichte der vorstehenden Ausführungen zur  bedingt, dass sämtliche Dokumente der Verfahrensakten um  bereinigt sein müssen. Die grosse Anzahl der sich in den Verfahrensakten befindlichen Dokumente sowie und insbesondere der zeitaufwändige Bereinigungsprozess führten und  daher zu weiteren zeitlichen Verzögerungen des vorliegenden Verfahrens. Ein Abschluss der Geschäftsgeheimnisbereinigungsarbeiten bis zum 31. Dezember 2019 ist aufgrund des aktuellen Standes (30. September 2019) nicht möglich.
65. Neben der erwähnten, umfangreichen und zeitaufwändigen Marktbefragung sowie des damit verbundenen Geschäftsgeheimnisbereinigungsprozesses wird das vorliegende  weiter durch mehrere Eingaben der Verfahrensparteien verzögert95. Nicht nur werden in den Eingaben (insbesondere in denjenigen von Sellita) umfangreiche Ausführungen zu  geliefert (die teilweise in der Vergangenheit liegen), sondern mit diesen auch  Dokumente eingereicht. Die Prüfung der Frage, ob und inwiefern die Eingaben der  im Rahmen des vorliegenden Verfahrens zu berücksichtigen sind, ist mit  erheblichen Zeitaufwand verbunden. Hervorzuheben ist in diesem Zusammenhang die Anzeige von Sellita gegen Nivarox und Swatch Group (vgl. Rz 35), mit welcher eine mögliche missbräuchliche Lieferverweigerung von Assortiments zur Anzeige gebracht wird.
66. Ferner und in zeitlicher Hinsicht besonders erschwerend kommt hinzu, dass sich der Geschäftsgeheimnisbereinigungsprozess der Eingaben der Verfahrensparteien (vgl. Rz 27, 42 und 50) über Monate hinweg zog. Zur Veranschaulichung vorstehender Problematik wird an dieser Stelle der zeitliche Ablauf des Geschäftsgeheimnisbereinigungsprozesses der  der Verfahrensparteien aufgezeigt: Am 5. April 2019 hat das Sekretariat beiden  die jeweiligen Eingaben der anderen Partei zugestellt, verbunden mit der , dazu und insbesondere zu den gestellten Anträgen Stellung zu nehmen (zwecks  des rechtlichen Gehörs; vgl. Rz 27). Sellita ist mit der Geschäftsgeheimnisbereinigung der Eingaben von Swatch Group nach mehrmaligen Nachbereinigungen96 nach wie vor nicht
94 Vgl. SIMON BANGERTER, in: Basler Kommentar, Kartellgesetz, Amstutz/Reinert (Hrsg.), 2010, Art. 25 KG N 45 ff.
95 Act. [...]. 96 Vgl. act. [...].
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einverstanden97 und führt ins Feld, dass sie ihr rechtliches Gehör nicht wahrnehmen könne98. Die Stellungnahme von Sellita ist nach wie vor nicht eingegangen (Stand: 16. Dezember 2019). Die Stellungnahme von Swatch Group ging am 12. August 2019 ein.99 Am 12. September 2019 machte Swatch Group dann aber geltend, mit der  der Eingaben von Sellita nicht einverstanden zu sein100, sodass auch diese noch einmal um Geschäftsgeheimnisse bereinigt werden musste. Die vom Sekretariat um  bereinigten Versionen der jeweils erwähnten Eingaben von Swatch Group und Sellita konnten der jeweils anderen Partei erst im November 2019 zur Kenntnisnahme zugestellt werden (vgl. Rz 55).
67. Zu weiteren Verfahrensverzögerungen wird voraussichtlich auch der Umstand führen, dass Sellita gegen das Schreiben vom 9. August 2019, mit welchem Sellita mitgeteilt wurde, dass auf die Anträge betreffend Nivarox nicht eingetreten würde (vgl. Rz 43), Beschwerde führt und gleichzeitig ein Wiedererwägungsgesuch eingereicht hat (vgl. Rz 51).
68. Aus den vorstehend genannten Gründen ist das Sekretariat neben der  seit Monaten mit administrativen Arbeiten und verfahrensrechtlichen Fragen sowie der Geschäftsgeheimnisbereinigung beschäftigt, was zur Folge hat, dass die Aufbereitung und Auswertung der vorhandenen Marktdaten noch nicht abgeschlossen und dementsprechend die Analyse der Markt- und Wettbewerbsverhältnisse noch ausstehend ist. Selbst wenn die Analyse bis zum 31. Dezember 2019 noch vorgenommen werden könnte und eine Beurteilung der Markt- und Wettbewerbsverhältnisse (und damit ein Entscheid der WEKO bis zum 31. Dezember 2019 in der Hauptsache [theoretisch]) noch möglich wäre, so würde noch immer das Problem bestehen, dass die Akteneinsicht nicht gewährt werden könnte. Dies wäre jedoch erforderlich, damit die Verfahrensparteien ihr Recht auf Stellungahme zum Antrag des  i.S.v. Art. 30 Abs. 2 KG wahrnehmen können. Der dafür nötige  wurde und wird – wie vorstehend aufgezeigt wurde – jedoch erheblich verzögert. Es ist daher nicht möglich, dass den Verfahrensparteien die Einsicht in die Verfahrensakten und damit das rechtliche Gehör bis zum 31. Dezember 2019 gewährt werden kann.
69. Ein Entscheid der WEKO in der Hauptsache ist daher angesichts der geschilderten  vor dem Ablauf der Lieferverpflichtung am 31. Dezember 2019 nicht möglich.
70. Swatch Group hält in ihrer Stellungnahme zum Antrag des Sekretariats vom 9. Oktober 2019 (nachfolgend: Antrag des Sekretariats; vgl. Rz 54 und Rz 72 ff.) bezüglich den Verfahrensverzögerungen fest, dass die übermässig lange Verfahrensdauer nicht von Swatch Group verursacht sei. Die Aussage, «dass die Durchführung einer sehr umfassenden Marktbefragung dem Anliegen der Swatch Group entspreche» (vgl. Rz 60), würde nicht den Tatsachen entsprechen und sei falsch. Swatch Group habe sich zur Idee einer Marktbefragung von Beginn weg sehr ablehnend geäussert und erst in Reaktion auf den Entscheid der WEKO zur Durchführung einer Marktbefragung darauf hingewiesen, dass «eine solche Analyse  umfassend erfolgen müsse, um ein unangemessenes oder nicht sachgerechtes  zu vermeiden».101
71. Die von Swatch Group vorgebrachten Argumente betreffend das Zustandekommen der Verfahrensverzögerungen sind für den Entscheid, ob vorsorgliche Massnahmen zu erlassen sind, irrelevant. Wie an dieser Stelle und nachfolgend aufgezeigt wird, ist ein  aufgrund von Verfahrensverzögerungen vor dem 31. Dezember 2019 nicht möglich (vgl. Rz 57 ff.) und sind sowohl die formellen als auch die materiellen Voraussetzungen für den
97 Vgl. act. [...]. 98 Act. [...]. 99 Act. [...]. 100 Act. [...]. 101 Act. [...].
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Erlass vorsorglicher Massnahmen erfüllt (vgl. Rz 81 ff. und Rz 94 ff.). Tatsache ist zudem, dass der Umfang der abgefragten Themenkreise und die Anzahl der befragten  massgeblich durch die damals geäusserten Anliegen von Swatch Group mitbestimmt .
B.3 Stellungnahmen und Anträge der Verfahrensparteien
72. Innert der (teilweise erstreckten) Stellungnahmefristen nahmen die Verfahrensparteien schriftlich Stellung zum Antrag des Sekretariats (vgl. Rz 54). Im Folgenden werden die  der Verfahrensparteien gemäss ihren Stellungnahmen wiedergegeben. Die  Vorbringen der Parteien werden nur zusammengefasst wiedergegeben. Auf sie wird – soweit geboten102 – an entsprechender Stelle in der Verfügung näher eingegangen.
B.3.1 Stellungnahme und Anträge Swatch Group
73. Swatch Group hält in ihrer Stellungnahme fest, dass der Antrag des Sekretariats nicht ihrer Position entspricht. Swatch Group moniert, dass ein Entscheid betreffend den Ablauf der evR per 31. Dezember 2019 bereits aufgrund des heutigen Kenntnisstandes möglich sei, da ETA bereits seit mehreren Monaten nicht mehr marktbeherrschend sei. Swatch Group kritisiert sodann die «überschiessende Marktbefragung» des Sekretariats und hält fest, dass die  in Rz 15 ff. sowie Rz 56 des Antrags des Sekretariats103, «dass die Durchführung  sehr umfassenden Marktbefragung dem Anliegen der Swatch Group entspreche», nicht den Tatsachen entsprechen würde und falsch sei. Swatch Group beurteilt zudem die  als ungenügend. Die Ziff. 1 lit. d im vom Sekretariat beantragten Dispositiv104  die freie Produktewahl der Kunden beanstandet Swatch Group als unzulässige  der evR. Laut Swatch Group würde die WEKO mit den vom Sekretariat beantragten vorsorglichen Massnahmen den Markt für mechanische Swiss made Uhrwerke mit einem stark regulierenden Eingriff gestalten, was einen Regulierungsfehler erster Ordnung darstelle, zum Schaden der gesamten Schweizer Uhrenindustrie. Ein solcher Eingriff entspreche nicht der Aufgabe und Zuständigkeit der WEKO und gehe weit über den Auftrag und die Kompetenzen hinaus, welche die WEKO gemäss Bundesverfassung und KG habe, weshalb die WEKO mit diesen vorsorglichen Massnahmen eine unzulässige Regulierung vornehme. Gemäss Swatch Group diene die vom Sekretariat beantragte vorsorgliche Massnahme zudem nicht dem Schutze des Wettbewerbs, sondern einzig den Interessen eines Wettbewerbers, nämlich . Weiter hält Swatch Group in ihrer Stellungnahme fest, dass die Bedenken, dass ETA nach Ablauf der evR Unmengen von Werken an Kunden ausserhalb der Swatch Group verkaufen wolle und damit anderen Werkherstellern die Kunden wegnehmen würde, komplett  seien. ETA solle frei sein, ihre Kunden ausserhalb der Swatch Group auszuwählen und die Bedingungen für diese Geschäftsbeziehungen zu vereinbaren. Swatch Group führt zudem aus, dass im Antrag des Sekretariats richtig festgehalten sei, dass es für ETA faktisch  ist, ab dem 1. Januar 2020 mechanische Uhrwerke an die Kunden gemäss evR zu liefern. Lieferungen von mechanischen Uhrwerken im Jahr 2020 an Kunden gemäss evR seien aus Gründen des Bestellablaufs nicht möglich. Schliesslich kritisiert Swatch Group, dass ETA die
102 Vgl. dazu etwa BGE 132 II 485 E. 3.2; BGE 127 I 54, 56, E. 2b; BGE 114 Ia 97, 99 E. 2. a); Urteil des BGer 4A_532/2011 vom 31.1.2012, E. 3.1 m.w.H.; Urteil des BVGer B-8404/2010 vom 23.9.2014, RPW 2014/3, 592 f. E. 3.1, SFS unimarket AG/WEKO; BERNHARD WALDMANN/JÜRG BICKEL, in: Praxiskommentar Verwaltungsverfahrensgesetz (VwVG), Waldmann/Weissenberger (Hrsg.), 2. Aufl. 2016, Art. 30 N 19; PATRICK SUTTER , in: Kommentar zum Bundesgesetz über das Verwaltungsverfahren (VwVG), Auer/Müller/Schindler, 2008, Art. 29 N 12; ALFRED KÖLZ/ISABELLE HÄNER/MARTIN BERTSCHI, Verwaltungsverfahren und Verwaltungsrechtspflege des Bundes, 2013, 187 (zit. KÖLZ/HÄNER/BERTSCHI, Verwaltungsverfahren), N 530.
103 Act. [...]. 104 Act. [...].
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Belieferung von ausgewählten Kunden ausserhalb der Swatch Group mit mechanischen  für das Jahr 2020 vorgesehen habe, diese Lieferungen jedoch durch die  verunmöglicht und durch den Erlass vorsorglicher Massnahmen für das ganze Jahr 2020 und mutmasslich weit darüber hinaus vereitelt würden. ETA gehe von [...] aus.105
74. Swatch beantragt, «dass die WEKO noch vor Ende Jahr bzw. so schnell wie möglich entscheidet, dass die evR nicht über den 31. Dezember 2019 hinaus verlängert wird. Bis zum Erlass dieses Entscheides wird zudem beantragt, dass ETA keiner Verpflichtung oder  für die Belieferung von Kunden ausserhalb der Swatch Group unterworfen wird. Die früheren Anträge der Swatch Group (insbesondere der Antrag auf Aufhebung der Ziffer 1 im Dispositiv der Verfügung vom 21.10.2013 i.S. Untersuchung 32-0224) bleiben bestehen.» (vgl. Rz 24).106
B.3.2 Stellungnahme und Anträge Sellita
75. Sellita begrüsst in ihrer Stellungnahme zum Antrag des Sekretariats, dass ETA für die Dauer des vorliegenden Verfahrens ein Lieferverbot auferlegt werden soll, da ETA nach wie vor marktbeherrschend sei und ein Lieferverbot die einzige Möglichkeit sei, um den mit den Verfügungen vom 8. November 2004107 und 21. Oktober 2013108 durch die WEKO  Weg, Wettbewerbsstrukturen im Bereich der Produktion mechanischer Uhrwerke zu schaffen, konsequent zu Ende zu gehen. Das vom Sekretariat beantragte Lieferverbot sei , damit sich alternative Anbieter von mechanischen Uhrwerken etablieren und auf dem Markt verbleiben können. Ein Lieferverbot sei auch notwendig, da ETA inhärente  habe. Es sei ferner unabdingbar, um zu verhindern, dass ETA die Uhrenindustrie weiter von sich abhängig halte, um diese so weiter disziplinieren zu können. Ein Lieferverbot greife nicht in legitime Interessen von ETA ein und sei überdies einfach durchzusetzen. Mit ihrer Stellungnahme hat Sellita ein Parteigutachten eingereicht.109
76. Sellita moniert, dass die im Antrag des Sekretariats verwendete Formulierung in Ziffer 1 des Dispositivs missverständlich sei. Gemäss Sellita sollte das Dispositiv indessen so  werden, dass es möglichst klar sei und nicht zu Missverständnissen oder  Anlass gebe. Das Lieferverbot sei klar als solches in Ziffer 1 zu formulieren und Ziffer 2 des Dispositivs sei anzupassen.110
77. Sellita stellt in ihrer Stellungnahme dementsprechend die folgenden Anträge:
105 Act. [...]. 106 Act. [...]. 107 RPW 2005/1, 128, ETA SA Manufacture Horlogère Suisse. 108 RPW 2014/1, 215, Swatch Group Lieferstopp. 109 Act. [...]. 110 Act. [...].
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«1. Ziffer 1 des Dispositivs sei wie folgt zu fassen:
"ETA SA Manufacture Horlogère Suisse (ETA) wird verboten, für die Dauer des  32-0224: Swatch Group Lieferstopp / Ablauf Lieferverplichtung mechanische  an Kunden ausserhalb der Swatch Group (Drittkunden) zu liefern."
2. Ziffer 2 des Dispositivs sei wie folgt zu fassen:
"Von Ziffer 1 abweichende Vereinbarungen zugunsten von einzelnen Kunden dürfen nur für unabhängige, nicht direkt oder indirekt einer grossen Unternehmensgruppe zugehörigen KMUs erfolgen ("KMU-Kunden"). Solche Vereinbarungen müssen den  zur Kenntnis vorgelegt werden. Die maximale Menge an mechanischen Uhrwerken, welche im Rahmen von abweichenden Vereinbarungen im Sinne dieser Ziffer 2 an KMUs geliefert werden können, darf die im Jahr 2018 an KMUs gelieferte Menge i.S.v. Ziffer 4 lit. b evR vom 9. September 2013 (RPW 2014/1, 285, Swatch Group Lieferstopp) nicht übersteigen. Dabei gilt Folgendes:
a) Unabhängige, nicht direkt oder indirekt einer grossen Unternehmensgruppe zugehörige KMUs in diesem Sinne sind Unternehmen, die (einschliesslich der mit ihnen gemäss  über die Kontrolle von Unternehmenszusammenschlüssen [Verordnung vom 17. Juni 1996 über die Kontrolle von Unternehmenszusammenschlüssen, VKU; SR 251.4] verbundenen Gesellschaften) nicht mehr als 250 Vollzeltstellen haben.
b) Als Kunde gilt jeder Abnehmer, welcher in den Jahren 2009-2011 bei ETA mechanische Uhrwerke bezog.
c) Jeder KMU-Kunde bleibt in der Wahl der Produkte frei. ETA ist nicht berechtigt, Kunden in der Wahl der bestellten Produkte einzuschränken. Sollte dies aus ausserordentlichen, produktionsbedingten Gründen nicht möglich sein, bietet ETA betroffenen Kunden eine  Lösung an.
d) Bestellt ein KMU-Kunde sowohl mechanische Uhrwerke als auch Assortiments bei -FAR S.A., dürfen die jeweiligen Bestellungen in keinerlei Hinsicht aneinander , d.h. in irgendeiner Hinsicht voneinander abhängig gemacht werden.
e) Die Lieferverpflichtungen von ETA unterstehen den markt- und branchenüblichen . Die verlangten Preise werden so gestaltet, dass sie kostendeckend sind und eine marktübliche Marge enthalten."»111
78. Sellita beantragt des Weiteren, dass in den vorsorglichen Massnahmen zusätzlich eine Lieferpflicht von Nivarox für Assortiments statuiert wird. Nivarox sei ausdrücklich zu , Sellita unbeschränkt mit Assortiments zu angemessenen Konditionen zu beliefern. Sellita begründet diesen Antrag damit, dass die Erhältlichkeit von mechanischen Uhrwerken seitens alternativer Anbieter zu ETA zentral davon abhänge, ob die Monopolistin Nivarox genügend Assortiments für die Produktion mechanischer Uhrwerke liefere. Sellita zufolge könne nicht argumentiert werden, wie dies das Sekretariat in einem Schreiben vom 9. August 2019 getan habe, dass die Thematik der Assortiments nicht vom vorliegenden Verfahren erfasst sei. Die Thematik der Assortiments sei im Gegenteil ein zentrales, wenn nicht das zentrale, Problem des vorliegenden Verfahrens. Sellita zufolge seien die Voraussetzungen, dass in den  Massnahmen zusätzlich eine Lieferpflicht von Nivarox für Assortiments statuiert werde, erfüllt. Sellita führt dabei insbesondere aus, dass das vorliegende Verfahren entscheidend sei für die Zukunft der Schweizer Uhrenindustrie und es in diesem Verfahren für sie im Speziellen um ihre Existenz und Zukunft gehe. Von den vorsorglichen Massnahmen und dem Entscheid
111 Act. [...].
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über die Anträge von Sellita werde es abhängen, ob sie in Zukunft noch auf dem Markt  könne.112
79. Sellita stellt in ihrer Stellungnahme dementsprechend den folgenden Antrag:
«3. Nivarox-FAR SA sei zu verpflichten, Sellita für die Dauer des Verfahrens uneingeschränkt mit Assortiments jeder Referenz zu beliefern; dies beinhaltet insbesondere auch die Annahme und Durchführung neuer Entwicklungsaufträge von Sellita sowie die Belieferung zu  Konditionen.»113
80. Da das vorliegende Verfahren und die beantragten vorsorglichen Massnahmen für die Schweizer Uhrenindustrie und das Überleben von Sellita zentral seien, stellt Sellita zusätzlich den folgenden Verfahrensantrag:
«Es sei eine Anhörung im Sinne von Art. 30 Abs. 2 KG durchzuführen und Sellita sei an dieser anzuhören.»114

## Considerations

C Erwägungen
C.1 Formelle Voraussetzungen
C.1.1 Eröffnung einer Untersuchung
81. Obwohl vorsorgliche Massnahmen für das erstinstanzliche Kartellverwaltungsverfahren weder im Kartellgesetz noch im Verwaltungsverfahrensgesetz explizit vorgesehen sind, sind sie nach Lehre und Rechtsprechung – in analoger Anwendung von Art. 23 KG i.V.m. Art. 56 VwVG – zulässig. Stehen Wettbewerbsbeschränkungen i.S.v. Art. 5 bzw. Art. 7 KG in Frage, hat die WEKO die Möglichkeit, im Rahmen des nicht streitigen Verwaltungsverfahrens auf Antrag eines Beteiligten oder von Amtes wegen vorsorgliche Massnahmen zu erlassen.115
82. Der Erlass vorsorglicher Massnahmen kann nur im Rahmen eines  erfolgen.116 Im vorliegenden Fall hat das Sekretariat im Einvernehmen mit dem  der WEKO am 13. November 2018 ein Verfahren nach Art. 30 Abs. 3 KG eröffnet, auf welches die Bestimmungen der Untersuchung i.S.v. Art. 27 ff. KG analog Anwendung finden (vgl. Rz 12 ff. sowie Rz 15). Diese formelle Voraussetzung für den Erlass vorsorglicher  ist somit gegeben.
C.1.2 Zuständigkeit
83. Zuständig für den Erlass vorsorglicher Massnahmen ist die WEKO. Im Kartellrecht ist zu berücksichtigen, dass unzulässige Wettbewerbsbeschränkungen sowohl auf dem  Weg (Art. 12 ff. KG) als auch auf dem verwaltungsrechtlichen Weg (Art. 18 ff. KG)  werden können. Aus diesem Nebeneinander von zwei Verfahrenswegen, die beide die gleichen materiellrechtlichen Ansprüche durchsetzen, folgt, dass der öffentlichrechtliche Weg primär auf das öffentliche Interesse an einem funktionierenden Wettbewerb ausgerichtet ist. Damit sind im kartellrechtlichen Verwaltungsverfahren vorsorgliche Massnahmen vorab dann
112 Act. [...]. 113 Act. [...]. 114 Act. [...]. 115 Vgl. zum Ganzen BGE 130 II 149, 154 f. E. 2.1 (= RPW 2004/2, 644 f. E. 2.1), Sellita/ETA, m.w.H.;
Urteil des BGer 2A.142/2003 vom 5.9.2003, RPW 2017/3, 412 Rz 21, Eishockey im Pay-TV; RPW 2014/2, 387 f. Rz 7 m.w.H., Sport im Pay-TV – vorsorgliche Massnahmen.
116 RPW 2017/3, 412 Rz 22 Eishockey im Pay-TV; RPW 2014/2, 388 Rz 8, Sport im Pay-TV –  Massnahmen, m.w.H.
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anzuordnen, wenn dies dem öffentlichen Interesse am Schutz des wirksamen Wettbewerbs dient; stehen hingegen in erster Linie private Interessen zur Diskussion, so ist der  Weg zu beschreiten, auf welchem gemäss Art. 261 ff. ZPO117 ebenfalls vorsorgliche  möglich sind.118
84. Im vorliegenden Fall soll mit den vorsorglichen Massnahmen der bestehende Zustand gesichert werden, bis die WEKO über die Frage entschieden hat, ob die Lieferverpflichtung und die damit verbundene Lieferbeschränkung für ETA ablaufen können. Mit dem Erlass  Massnahmen wird der Wettbewerb vor möglichen Gefahren, die von einer allfälligen Befreiung von ETA von ihrer Lieferverpflichtung und ihrer Lieferbeschränkung ausgehen , geschützt. Namentlich soll bis zum Entscheid der WEKO in der Hauptsache verhindert werden, dass konkurrierende Anbieter von mechanischen Uhrwerken substantiell wichtige Kunden verlieren, wenn ETA infolge des Ablaufs der Lieferverpflichtung und der damit  Lieferbeschränkung nach freiem Ermessen ausgewählte Drittkunden mit mechanischen Uhrwerken beliefert. Die drohende Gefahr für den Wettbewerb, die von dem eben  Verhalten von ETA ausgehen könnte, ist darin zu sehen, dass konkurrierende Anbieter im Auf- oder Ausbau ihrer Produktion mechanischer Uhrwerke beeinträchtigt werden könnten (vgl. dazu Rz 103 ff.). Die aktuell herrschenden Markt- und Wettbewerbsverhältnisse könnten im eben beschriebenen Szenario Schaden nehmen.
85. Die vorsorglichen Massnahmen erfolgen daher mit dem klaren Zweck, für die Dauer des vorliegenden Verfahrens mögliche Gefahren für den Wettbewerb zu verhindern. Es geht im vorliegenden Fall nicht um den Schutz einzelner Wettbewerber, welcher allenfalls auch auf zivilrechtlichem Weg erreicht werden könnte. Die Zuständigkeit der WEKO kann daher im  Fall bejaht werden.
C.2 Vorbehaltene Vorschriften
86. Dem KG sind Vorschriften vorbehalten, die auf einem Markt für bestimmte Waren oder Leistungen Wettbewerb nicht zulassen, insbesondere Vorschriften, die eine staatliche Markt- oder Preisordnung begründen, und solche, die einzelne Unternehmen zur Erfüllung  Aufgaben mit besonderen Rechten ausstatten (Art. 3 Abs. 1 KG). Ebenfalls nicht  das Gesetz fallen Wettbewerbswirkungen, die sich ausschliesslich aus der Gesetzgebung über das geistige Eigentum ergeben. Hingegen unterliegen Einfuhrbeschränkungen, die sich auf Rechte des geistigen Eigentums stützen, der Beurteilung nach diesem Gesetz (Art. 3 Abs. 2 KG).
87. In den hier zu beurteilenden Märkten gibt es keine Vorschriften, die Wettbewerb nicht zulassen. Der Vorbehalt von Art. 3 Abs. 1 und 2 KG wird von den Parteien des vorliegenden Verfahrens (Swatch Group und Sellita) auch nicht geltend gemacht.
C.3 Anträge der Verfahrensparteien
C.3.1 Anträge Sellita
88. Sellita stellt in ihrer Stellungnahme den Verfahrensantrag, es sei eine Anhörung  und Sellita sei an dieser anzuhören (vgl. Rz 77). In analoger Anwendung von Art. 30 Abs. 2 KG kann die WEKO eine Anhörung der Verfahrensparteien beschliessen, wobei diese keinen Anspruch auf eine solche haben. Die WEKO kommt zum Schluss, auf eine Anhörung von Sellita zu verzichten, da sie eine solche für die Beurteilung der Frage, ob vorsorgliche Massnahmen zu erlassen sind, nicht erforderlich erachtet. Dies nicht zuletzt auch deshalb,
117 Schweizerische Zivilprozessordnung vom 19.12.2008 (Zivilprozessordnung, ZPO; SR 272). 118 Vgl. RPW 2017/3, 412 Rz 23, Eishockey im Pay-TV sowie RPW 2014/2, 388 Rz 9, Sport im Pay-TV
– vorsorgliche Massnahmen, m.w.H.
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weil Sellita sowie auch Swatch Group ihre jeweiligen schriftlichen Stellungnahmen zum Antrag des Sekretariats abgegeben haben (vgl. Rz 54 und Rz 72 ff.).
89. Der Antrag 1 von Sellita betreffend die Umformulierung der Ziff. 1 des Dispositivs im Antrag des Sekretariats in ein klares Lieferverbot (vgl. Rz 77) wird abgelehnt. Dies, weil mit den vorsorglichen Massnahmen kein Lieferverbot statuiert wird, sondern der bestehende  gesichert wird, wie er gemäss der noch geltenden evR gilt. Dies bedeutet, dass die Lieferverpflichtung und die damit verbundene Lieferbeschränkung vorläufig fortgeführt . Das Aussetzen der Lieferungen von ETA an ihre bisherigen Drittkunden ist einzig auf den Umstand zurückzuführen, dass Lieferungen ab dem 1. Januar 2020 aufgrund des  (faktisch) nicht möglich sind (vgl. Rz 135 ff.). Die Auferlegung eines expliziten , wie dies Sellita beantragt, erachtet die WEKO als für die Sicherung des bestehenden Zustands nicht erforderlich (vgl. ebenso Rz 139). Vor diesem Hintergrund wird auch der  2 von Sellita betreffend die Umformulierung der Ziff. 2 des Dispositivs im Antrag des  (vgl. Rz 77) abgelehnt.
90. Sellita beantragt des Weiteren, dass in den vorsorglichen Massnahmen zusätzlich eine Lieferverpflichtung von Nivarox für Assortiments statuiert werde (Antrag 3; vgl. Rz 78 f.). Zur Frage, ob die Lieferung von Assortiments durch Nivarox vom Gegenstand des vorliegenden Verfahrens erfasst wird, hat sich das Sekretariat gegenüber Sellita bereits in einem Schreiben geäussert (vgl. Rz 43). Dieses wurde von Sellita beim Bundesverwaltungsgericht mittels  angefochten (vgl. Rz 48 und Rz 51). Da das entsprechende Rechtsmittelverfahren noch hängig ist, tritt die WEKO auf den Antrag 3 von Sellita nicht ein.
C.3.2 Anträge Swatch Group
91. Der Antrag von Swatch Group, dass die WEKO noch vor Ende Jahr (d.h. 2019) bzw. so schnell wie möglich entscheide, dass die evR nicht über den 31. Dezember 2019 hinaus  werde (vgl. Rz 74), wird abgelehnt. Die WEKO hat sich zur Sicherung des bestehenden Zustands dafür entschieden, vorsorgliche Massnahmen zu erlassen (vgl. Rz 135 ff.). Zudem gilt es darauf hinzuweisen, dass ein Entscheid über die Frage, ob die evR – bzw. die darin enthaltenen Verpflichtungen zu Lasten von ETA – über den 31. Dezember 2019 hinaus  werden müssen oder nicht, einer Analyse der Markt- und Wettbewerbsverhältnisse bedarf. Diese Analyse ist jedoch, wie aufgezeigt wurde, aufgrund der  noch ausstehend (vgl. Rz 57 ff.); eine entsprechende Beurteilung kann somit erst im  des Hauptsachenentscheids vorgenommen werden (vgl. Rz 152).
92. Der Antrag von Swatch Group, dass bis zum Erlass dieses Entscheides ETA keiner  oder Einschränkung für die Belieferung von Kunden ausserhalb der Swatch Group unterworfen wird (vgl. Rz 74), wird abgelehnt. Wie vorstehend dargelegt wurde, ist für die WEKO glaubhaft, dass dem seit 2013 (möglicherweise) entstandenen Wettbewerb im Markt für mechanische Swiss made Uhrwerke ohne die vorsorglichen Massnahmen ein nicht leicht wieder gutzumachender Nachteil droht (vgl. Rz 103 ff.). Dieser Umstand ist ausschlaggebend dafür, dass sich die WEKO für den Erlass vorsorglicher Massnahmen entschieden hat.
93. Der Antrag von Swatch Group auf Aufhebung der Ziff. 1 im Dispositiv der Verfügung vom 21. Oktober 2013 (Feststellung der marktbeherrschenden Stellung von ETA auf dem Markt für mechanische, in der Schweiz hergestellte Swiss made Uhrwerke; vgl. Rz 74), tritt die WEKO nicht ein. Grund dafür ist, dass eine Aufhebung der Ziff. 1 im Dispositiv der Verfügung vom 21. Oktober 2013 basierend auf einer Analyse der aktuellen Markt- und  vorgenommen werden müsste. Diese Analyse ist – wie aufgezeigt wurde (vgl. Rz 57 ff.) – zum jetzigen Zeitpunkt nicht möglich. Dementsprechend kann über den Antrag von Swatch Group nicht im Rahmen dieser Verfügung, sondern erst im Rahmen des  der WEKO entschieden werden.
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C.4 Materielle Voraussetzungen
94. Mit dem Erlass vorsorglicher Massnahmen soll die Wirksamkeit einer erst später zu  definitiven Anordnung sichergestellt werden. Als gestaltende oder sichernde  bezwecken sie, ein bestimmtes Rechtsverhältnis provisorisch in einer bestimmten Weise zu gestalten oder zu sichern.119
95. Die allgemeinen verwaltungsrechtlichen Regeln für die Anordnung vorsorglicher  gelten grundsätzlich auch im Wettbewerbsrecht. Voraussetzung für den Erlass  Massnahmen sind demnach kumulativ (1) ein nicht leicht wieder gutzumachender Nachteil, (2) eine über das allgemeine Bestreben nach möglichst rascher Umsetzung  Vorgaben hinausgehende, besondere Dringlichkeit sowie (3) die Verhältnismässigkeit der Anordnung.120
96. Die Hauptsachenprognose kann berücksichtigt werden, wenn sie eindeutig ist; bei  oder rechtlichen Unklarheiten drängt sich hingegen Zurückhaltung auf, weil in  Fall die erforderlichen Entscheidgrundlagen im Hauptverfahren erst noch beschafft  müssen.121 Die ganze oder teilweise Vorwegnahme des mutmasslichen Resultats des Untersuchungsverfahrens rechtfertigt sich nur, wenn die Entscheidprognose entsprechend eindeutig ausfällt. Je zweifelhafter der Verfahrensausgang erscheint, desto höhere  sind an den für die Verfahrensdauer im öffentlichen Interesse zu beseitigenden , die Dringlichkeit und die Verhältnismässigkeit der Anordnung zu stellen. Dabei erfolgt im Verfahren um vorsorgliche Massnahmen nur eine summarische Prüfung ohne eingehende .122
C.4.1 Keine Entscheidprognose
97. Wie oben dargelegt, ist die Aufbereitung und Auswertung der vorhandenen Marktdaten aufgrund der Verfahrensverzögerungen noch nicht abgeschlossen und dementsprechend die Analyse der Markt- und Wettbewerbsverhältnisse noch ausstehend (vgl. Rz 57 ff.). Eine  in der Hauptsache ist zum jetzigen Zeitpunkt nicht möglich.
98. Eine ganze oder teilweise Vorwegnahme des mutmasslichen Resultats des  Verfahrens rechtfertigt sich nach Ansicht der WEKO somit nicht. Die Anhaltspunkte,  zur Eröffnung des vorliegenden Verfahrens geführt haben (vgl. Rz 12 ff.), können zum jetzigen Zeitpunkt nicht ausgeräumt werden. Das Resultat des vorliegenden Verfahrens ist dementsprechend offen. Sollte die durchgeführte Marktbefragung und die darauf basierende – aber zum jetzigen Zeitpunkt noch ausstehende – Prüfung der aktuellen Markt- und  (vgl. Rz 21 sowie Rz 57 ff.) zeigen, dass sich die Marktverhältnisse nicht in dem Sinne entwickelt haben, wie sich dies zum Zeitpunkt des ursprünglichen Entscheids , und dass ab dem Jahr 2020 nicht in ausreichendem Masse alternative  vorhanden sein könnten, um die Nachfrage der Uhrenhersteller nach mechanischen Uhr-
119 RPW 2017/3, 412 Rz 28, Eishockey im Pay-TV; RPW 2014/2, 388 Rz 14, Sport im Pay-TV –  Massnahmen, m.w.H; Urteil des BVGer, RPW 2014/2, 456 E. 2, upc cablecom GmbH, Quickline AG und sasag Kabelkommunikation AG gegen CT Cinetrade AG, Teleclub AG und Swisscom (Schweiz AG).
120 RPW 2017/3, 412 Rz 29, Eishockey im Pay-TV; Urteil des BVGer, RPW 2014/2, 456 E. 2.1, upc cablecom GmbH, Quickline AG und sasag Kabelkommunikation AG gegen CT Cinetrade AG,  AG und Swisscom (Schweiz) AG, m.w.H.
121 RPW 2017/3, 413 Rz 30, Eishockey im Pay-TV; Urteil des BVGer, RPW 2014/2, 456 E. 2., upc cablecom GmbH, Quickline AG und sasag Kabelkommunikation AG gegen CT Cinetrade AG,  AG und Swisscom (Schweiz) AG.
122 RPW 2017/3, 413 Rz 30, Eishockey im Pay-TV, Urteil des BVGer, RPW 2014/2, 456 E. 2.1, upc cablecom GmbH, Quickline AG und sasag Kabelkommunikation AG gegen CT Cinetrade AG,  AG und Swisscom (Schweiz) AG, m.w.H.
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werken bedienen zu können, so ist ein Widerruf oder eine Änderung des ursprünglichen  in Erwägung zu ziehen. Andernfalls stellt sich die Frage eines Widerrufs oder einer Änderung des ursprünglichen Entscheids nicht.
99. Swatch Group moniert in ihrer Stellungnahme zum Antrag des Sekretariats (vgl. Rz 54 und Rz 72 ff.), dass ein Entscheid betreffend den Ablauf der evR per 31. Dezember 2019 schon aufgrund des heutigen Kenntnisstandes bzw. schon seit mehreren Monaten möglich sei. In diesem Zusammenhang bringt Swatch Group mehrere Aspekte vor, welche ihrer  nach die klar ersichtlichen Entwicklungen auf dem Markt für mechanische Swiss made Uhrwerke aufzeigen würden. Als Resultat dieser Entwicklungen verfüge ETA nicht mehr über einen Marktanteil, welcher auf eine marktbeherrschende Stellung schliessen lasse. Ein Bedarf für den Erlass vorsorglicher Massnahmen sei nicht gegeben.123 Auf die von Swatch Group vorgebrachten Aspekte betreffend die Marktentwicklung einzeln einzugehen, erübrigt sich  deshalb, weil dafür eine Analyse der Markt- und Wettbewerbsverhältnisse vorgenommen werden müsste. Dies ist, wie vorstehend aufgezeigt wurde (vgl. Rz 57 ff.), zum gegenwärtigen Zeitpunkt nicht möglich.
100. Präzisierend festzuhalten ist allerdings, dass es nicht zutrifft, dass gemäss evR die  bestehe, wonach ETA auf dem relevanten Markt dann nicht mehr marktbeherrschend sei, wenn ihr Marktanteil unter 35 % fällt. Ziff. 7 evR sieht lediglich vor, dass Swatch Group das Recht hat, bei der WEKO die Abänderung der Ziff. 3 und 4 evR begründet zu beantragen, sollte ETA auf dem relevanten Markt nicht mehr marktbeherrschend sein, wovon u.a.  ist, wenn der Marktanteil von ETA unter 35 % fällt. Es handelt sich somit nicht um eine Vermutung, dass ETA dann nicht mehr marktbeherrschend ist, wenn ihr Marktanteil unter 35 % fällt, sondern lediglich um eines von mehreren Indizien, welche es Swatch Group erlaubt (hätte), eine Abänderung der evR zu beantragen, wovon Swatch Group in der Zeitspanne vom 21. Oktober 2013 bis zur Eröffnung des vorliegenden Verfahrens nicht Gebrauch gemacht hat.
101. Ins Leere stösst die Behauptung von Swatch Group, dass der Antrag des Sekretariats auf Erlass vorsorglicher Massnahmen erst recht den Umstand bestätige, dass sich ETA in keiner marktbeherrschenden Stellung befinde, da ETA gemäss den vorsorglichen  im Jahr 2020 keinerlei Uhrwerke mehr an Kunden ausserhalb der Swatch Group liefern und damit am Drittmarkt nicht mehr auftreten würde. Der Entscheid, dass die Lieferungen von ETA an ihre bisherigen Drittkunden im Rahmen der vorsorglichen Massnahmen ausgesetzt werden (vgl. Rz 146 ff.), ist indes nicht auf eine Analyse der Markt- und  zurückzuführen, sondern im Sinne der Verhältnismässigkeit alleine darauf, dass  an Drittkunden ab dem 1. Januar 2020 aus zeitlichen Gründen (faktisch) nicht möglich sind.
102. Schliesslich ist auch die Behauptung von Swatch Group zurückzuweisen, dass mangels marktbeherrschender Stellung von ETA keine rechtliche Grundlage bestehe, die evR zu . Einerseits wird mit den vorsorglichen Massnahmen nicht die evR verlängert, sondern (angepasst an den Bestellablauf bei ETA) der bestehende Zustand gesichert (vgl. Rz 135 ff.), und andererseits ist die Feststellung der marktbeherrschenden Stellung von ETA nach wie vor rechtskräftig (vgl. Rz 2 und Rz 100), womit eine hinreichende rechtliche Grundlage für den Erlass vorsorglicher Massnahmen gegeben ist.
C.4.2 Nicht leicht wieder gutzumachender Nachteil (Nachteilsprognose)
103. Bei der Frage nach dem nicht leicht wieder gutzumachenden Nachteil wird geprüft, ob es für die WEKO glaubhaft ist, dass bei einem Zuwarten bis zum Endentscheid dem  Wettbewerb ein nicht leicht wieder gutzumachender Nachteil droht. In Bezug auf den wirksamen Wettbewerb ist ein solcher Nachteil jedenfalls dann gegeben, wenn gravierende
123 Act. [...].
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und irreversible Strukturveränderungen des betroffenen Marktes drohen.124 Dies ist allerdings nur der klarste Fall eines «nicht leicht wieder gutzumachenden Nachteils». Gemäss der Lehre genügt es, wenn ein «schwerer Nachteil» für die vom Gesetzgeber geschützten Rechtsgüter droht, d.h. im kartellrechtlichen Zusammenhang, wenn ein schwerer Nachteil für den  Wettbewerb droht.125 Zwischen dem Nachteil und der Wettbewerbsbeschränkung hat ein Kausalzusammenhang zu bestehen.126
104. Einleitend ist darauf hinzuweisen, dass die in Ziff. 2 lit. a evR festgelegte Verpflichtung zu Lasten von ETA, ihre bisherigen Drittkunden mit mechanischen Uhrwerken zu beliefern, in zeitlicher Hinsicht beschränkt ist. Ziff. 3 evR sieht den Ablauf der Lieferverpflichtung für den 31. Dezember 2019 vor, d.h. nach besagtem Datum besteht für ETA keine Lieferverpflichtung im erwähnten Sinn mehr. Gleichsam befristet ist die mit der Lieferverpflichtung verbundene, ETA obliegende Lieferbeschränkung gemäss Ziff. 4 lit. b evR (vgl. Rz 9).
105. Aufgrund der dargelegten Verfahrensverzögerungen ist ein Hauptsachenentscheid vor dem Datum des Ablaufs der Lieferverpflichtung und der damit verbunden Lieferbeschränkung (am 31. Dezember 2019) nicht möglich (vgl. Rz 57 ff.). Würde der Entscheid der WEKO in der Hauptsache somit nach dem Ablaufdatum fallen, so wäre ETA ab dem 1. Januar 2020 frei zu entscheiden, ob sie weiterhin mechanische Uhrwerke an Drittkunden liefert. ETA wäre zudem frei in der Auswahl ihrer Kunden sowie in der Bestimmung darüber, welche Mengen an  Uhrwerken sie an ausgewählte Drittkunden liefert.
106. Sellita merkt in ihrer Stellungnahme zum Antrag des Sekretariats (vgl. Rz 54 und Rz 72 ff.) an, dass die Aussage, «ETA [wäre] ab dem 1. Januar 2020 frei zu entscheiden, ob sie weiterhin mechanische Uhrwerk an Drittkunden liefert», unrichtig sei. Ebenso unrichtig sei die Aussage, «ETA wäre zudem frei in der Auswahl ihrer Kunden sowie in der Bestimmung darüber, welche Mengen an mechanischen Uhrwerken sie an ausgewählte Drittkunden ». ETA sei weiterhin marktbeherrschend, auch wenn ETA kein einziges mechanisches Uhrwerk mehr an Dritte liefere. ETA unterstehe deshalb nach wie vor den Verhaltenspflichten von Art. 7 KG. Sellita zufolge stehe es ETA deshalb nicht frei, zu beliefern wen und wieviel sie wolle.127 Dazu ist anzumerken, dass mit vorliegender Verfügung einzig vorsorgliche  erlassen werden. Die Fragen, ob ETA Verhaltenspflichten untersteht und, falls ja, , sind somit nicht im Rahmen dieser Verfügung zu beurteilen. Festgehalten werden kann der Vollständigkeit halber jedoch, dass die Feststellung der marktbeherrschenden Stellung von ETA auf dem Markt für mechanische, in der Schweiz hergestellte Swiss made Uhrwerke nach wie vor rechtskräftig ist (vgl. Rz 2 und Rz 100).
107. Mit der evR verfolgte ETA von Beginn an das erklärte Ziel, ihre Drittkunden frei  zu können. ETA plant, auch nach dem 31. Dezember 2019 mechanische Uhrwerke an ausgewählte Drittkunden zu verkaufen.128 Gewissen Drittkunden sei von ETA mitgeteilt , dass die Standardkaliber nicht mehr geliefert würden, weil diese nicht mehr hergestellt würden. Anderen Drittkunden sei offenbar versprochen worden, sie mit moderneren  Uhrwerken zu beliefern.129 Swatch Group zufolge bestünden auf Wunsch der  Kunden Vereinbarungen für eine Lieferbeziehung ab 2020 mit [...]. Daneben liefen
124 Vgl. BGE 130 II 149, 155 ff. E. 2.4 und 3.4.1 (RPW 2004/2, 646 E. 2.4 und 648 3.4.1), RPW, 2017/3, 419 Rz 87, Eishockey im Pay-TV; RPW 2014/2, 389 Rz 18 m.w.H., Sport im Pay-TV – vorsorgliche Massnahmen.
125 Vgl. RPW, 2017/3, 419 Rz 87, Eishockey im Pay-TV; RPW 2014/2, 389 Rz 18 m.w.H., Sport im  – vorsorgliche Massnahmen.
126 RPW, 2017/3, 419 Rz 87, Eishockey im Pay-TV; RPW 2014/2 389 Rz 18, Sport im Pay-TV –  Massnahmen.
127 Act. [...]. 128 Act. [...]. 129 Act. [...].
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konkrete Gespräche mit folgenden Kunden: [...].130 Unklar ist, ob noch weitere Kunden hinzu kommen und ab wann diese mit mechanischen Uhrwerken beliefert werden sollen.
108. Damit stellt sich vorliegend die Frage, ob es glaubhaft ist, dass bei einem Zuwarten bis zum Hauptsachenentscheid der WEKO und daraus folgend durch den Ablauf der  sowie der damit verbundenen Lieferbeschränkung dem wirksamen Wettbewerb ein nicht leicht wieder gutzumachender Nachteil droht.
109. Ziel der evR war die Wiederherstellung eines wirksamen Wettbewerbs. Die ETA  Lieferverpflichtung soll vorübergehend sicherstellen, dass ETA weiterhin mechanische Uhrwerke liefert, bis weitere Akteure in genügendem Ausmass im Markt für mechanische Swiss made Uhrwerke tätig sind. Die mit der Lieferverpflichtung verbundene  soll im Zeitraum 2013 bis heute die Entstehung und Etablierung neuer bzw. bestehender Anbieter mechanischer Uhrwerke ermöglichen (vgl. Rz 8).
110. Die Analyse der Markt- und Wettbewerbsverhältnisse basierend auf der im vorliegenden Verfahren durchgeführten Marktbefragung ist wie beschrieben (vgl. Rz 57 ff.) noch ausstehend und eine Entscheidprognose in der Hauptsache zum jetzigen Zeitpunkt dementsprechend nicht möglich (vgl. Rz 97 f.). Die vergangenen Analysen der Markt- und  im Bereich mechanischer Uhrwerke basierend auf den Marktbefragungen in der  Untersuchung131 und im Wiedererwägungsverfahren132 (vgl. Rz 11 und Rz 21) zeigten jedoch folgende Entwicklung der Wettbewerbsverhältnisse im Markt für mechanische Swiss made Uhrwerke133 auf.
111. Zum Zeitpunkt des ursprünglichen Verfahrens zeigte die durchgeführte Analyse der Markt- und Wettbewerbsverhältnisse, dass ETA im Jahr 2010 [80–90] % aller an Drittkunden verkaufte mechanischen Uhrwerke herstellte.134 Sellita stellte damals mit einem Marktanteil von [10–20] % die einzige echte Alternative neben ETA dar, welche ebenfalls Uhrwerke in industriellen Mengen produziert. Soprod SA (nachfolgend: Soprod) mit einem Marktanteil von [0–5] % war bzw. ist eine weitere Herstellerin mechanischer Uhrwerke. Eine Reihe von  Herstellern produzierte relativ kleine Stückzahlen (> 5‘000 Stück) von haut-de-gamme Werken135, welche kaum mit den industriell gefertigten Uhrwerken von ETA oder Sellita  werden können.136
112. In der ursprünglichen Untersuchung wurde die Eigenproduktion für die Berechnung der Marktanteile praxisgemäss nicht berücksichtigt; die Marktanteilsberechnung wurde im  analog vorgenommen. Dies, weil grundsätzlich zu unterscheiden ist  Herstellern mechanischer Uhrwerke, welche an Drittkunden liefern (z.B. ETA oder Sellita), und solchen, welche mechanische Uhrwerke ausschliesslich für den Eigengebrauch herstellen (z.B. die Rolex SA). Die Uhrenhersteller, die nur für den Eigengebrauch produzie-
130 Act. [...]. 131 Vgl. RPW 2014/1, 217 Rz 17, Swatch Group Lieferstopp. 132 Vgl. RPW 2016/4, 1036 Rz 11, Verfügung vom 24. Oktober 2016 in Sachen Wiedererwägungsge-
such Swatch Group Lieferstopp. 133 Betreffend Marktabgrenzung sei auf die Ausführungen im ursprünglichen Entscheid verwiesen.
RPW 2014/1, 215 Rz 90 ff. und 115 ff., Swatch Group Lieferstopp. 134 Die ausgewiesenen Anteile basieren auf Zahlen des Jahres 2010, weil diese zum Zeitpunkt der Be-
fragung durch das Sekretariat im Juli 2011 im Rahmen der ursprünglichen Untersuchung von den Unternehmen angegeben werden konnten. RPW 2014/1, 234 Rz 164, Swatch Group Lieferstopp.
135 Haut-de-gamme Werke haben in der Regel einen anderen Aufbau als industriell hergestellte Werke, sind mit besonderen Funktionen und höherwertigen Dekorationen ausgestattet und bewegen sich in einem höheren Preissegment. RPW 2014/1, 226 Rz 98 ff., Swatch Group Lieferstopp.
136 Die ausgewiesenen Marktanteile sind mengenbasierte Marktanteile. RPW 2014/1, 234 Rz 164, Swatch Group Lieferstopp; RPW 2016/4, 1043 Rz 53, Verfügung vom 24. Oktober 2016 in Sachen Wiedererwägungsgesuch Swatch Group Lieferstopp.
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ren, stellen für die Marktgegenseite keine Alternativen dar und stehen somit nicht in  zu ETA. Die Betrachtung der Gesamtheit aller in der Schweiz hergestellten mechanischen Uhrwerke (inklusive Eigenproduktion) ergab damals für das Jahr 2010, dass ETA [70–80] % aller in der Schweiz hergestellten mechanischen Uhrwerke produzierte. Neben den , welche mechanische Uhrwerke nur für den Eigengebrauch produzierten (Rolex SA mit [10–20] %, die Richemont-Gruppe mit [0–5] %, Patek Phillipe SA mit [0–5] % und Louis Vuitton Moët Hennessy mit [0–5] %), wiesen Sellita und Soprod Produktionsanteile von [5–10] % bzw. [0–5] % auf.137
113. Da der aktuelle Wettbewerb damals keine ausreichend disziplinierende Wirkung auf ETA zu entfalten vermochte, wurde in der ursprünglichen Untersuchung auch der Einfluss des  Wettbewerbs geprüft. Eine Analyse vergangener und damals aktueller  zeigte auf, dass potentielle Konkurrenz in Form von Expansionsabsichten von  Anbietern bis zu einem gewissen Grad vorhanden war und verschiedene  die Eigenproduktion forcierten, dies jedoch in den nächsten Jahren nicht ausreichte, um ETA disziplinieren zu können.138
114. Die im Wiedererwägungsverfahren durchgeführte Analyse der Markt- und  zeigte, dass sich der aktuelle Wettbewerb im Markt für mechanische Swiss made Uhrwerke bis 2015 insofern änderte, als dass ETA an Marktanteilen verloren hatte (2015: [60–70] %) und Sellita als zweitgrösste Marktteilnehmerin ihren Marktanteil merklich erhöhen konnte (2015: [30–40] %). Soprod wies einen Marktanteil von [0–5] % auf. In dieser Periode war mit der Swiss Technology Production (nachfolgend: STP; 2015: [0–5] %) einzig ein neuer Teilnehmer in den Markt eingetreten. Die Konzentration im Markt war dementsprechend immer noch äusserst hoch.139 In Bezug auf die Produktionsanteile zeigte sich, dass in der  mechanischer Uhrwerke bis 2015 nur leichte Anteilsverschiebungen entstanden. Im Jahr 2015 wies ETA [...] einen Produktionsanteil von [70–80] % auf, während Sellita und Soprod über einen Produktionsanteil von [10–20] % bzw. [0–5] % verfügten.140
115. Im Wiedererwägungsverfahren zeigte ein Überblick über den Stand der 2013  sowie der über 2015 neu geplanten Expansionsprojekte (Markteintritte von neuen  mechanischer Uhrwerke, Auf- und Ausbau Eigenproduktion von Uhrenherstellern) : Seit dem ursprünglichen Entscheid der WEKO konnte einzig eine, damals bereits aktive Konkurrentin von ETA, nämlich Sellita, ihre Kapazitäten erhöhen. Einzig ein neues , dasjenige von STP, wurde erfolgreich umgesetzt. Und ein Unternehmen, Ronda, plante, in die Herstellung mechanischer Uhrwerke einzusteigen. Verschiedene Abnehmer von ETA haben seit dem ursprünglichen Entscheid der WEKO 2013 in den Aufbau eigener Uhrwerke investiert, wobei kein Verkauf an Dritte geplant war, und ihren Eigenversorgungsgrad wie  erhöht. Zusammenfassend hielt die WEKO 2015 fest, dass sich die Kapazitäten im Markt erhöht haben und die Nachfrage, welche ETA nicht mehr bedienen wollte, somit teilweise  wurde bzw. abgenommen hatte.141
116. Im Wiedererwägungsverfahren 2015 kam die WEKO zum Schluss, dass sich die  im Bereich mechanischer Swiss made Uhrwerke seit dem ursprünglichen  im Jahre 2013 im Sinne der evR bzw. des Phasing-Outs entwickelt hatten und die evR
137 Die ausgewiesenen Produktionsanteile sind mengenbasiert. RPW 2014/1, 233 Rz 162, Swatch Group Lieferstopp. RPW 2016/4, 1041 Rz 45, Verfügung vom 24. Oktober 2016 in Sachen  Swatch Group Lieferstopp.
138 RPW 2014/1, 238 Rz 196 ff., 241 Rz 209 ff., Swatch Group Lieferstopp. 139 Die ausgewiesenen Marktanteile sind mengenbasierte Marktanteile. RPW 2016/4, 1042 Rz 54 ff.
und 1045 Rz 60, Verfügung vom 24. Oktober 2016 in Sachen Wiedererwägungsgesuch Swatch Group Lieferstopp.
140 RPW 2016/4, 1043 Rz 51, Verfügung vom 24. Oktober 2016 in Sachen Wiedererwägungsgesuch Swatch Group Lieferstopp.
141 RPW 2016/4, 1046 Rz 65 ff., Verfügung vom 24. Oktober 2016 in Sachen Wiedererwägungsgesuch Swatch Group Lieferstopp.
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in puncto Regelungsgehalt und zeitlicher Staffelung nach wie vor geeignet ist, die erhofften Markteintritte und -entwicklungen zu begünstigen bzw. zu fördern.142
117. Wie bereits erwähnt (vgl. Rz 12 ff. sowie Rz 15), wurde am 13. November 2018 das  Verfahren eröffnet. Anlass für die Verfahrenseröffnung gaben Anhaltspunkte, welche darauf hindeuteten, dass sich die Marktverhältnisse nicht in dem Sinne entwickelt haben, wie sich dies zum Zeitpunkt des ursprünglichen Entscheids abzeichnete, und ab dem Jahr 2020 nicht in ausreichendem Masse alternative Bezugsquellen für mechanische Uhrwerke  sein könnten.143 Da die Analyse der Markt- und Wettbewerbsverhältnisse basierend auf der im vorliegenden Verfahren durchgeführten Marktbefragung wie beschrieben (vgl. Rz 57 ff.) noch ausstehend ist, kann derzeit keine Aussage darüber gemacht werden, ob sich die , welche zur Eröffnung des vorliegenden Verfahrens geführt haben, erhärten  oder nicht.
118. Vor diesem Hintergrund ist vorliegend die bis 2015 beobachtete und dokumentierte  Entwicklung der Wettbewerbsverhältnisse im Markt für mechanische Swiss made  sowie eine allfällige Weiterentwicklung dieser Verhältnisse in die gleiche Richtung zu schützen. Es ist zu verhindern, dass diesem (möglicherweise) entstandenen Wettbewerb bei einem Zuwarten bis zum Hauptsachenentscheid der WEKO im vorliegenden Verfahren ein Schaden droht. Würde bis zum Hauptsachenentscheid der WEKO zugewartet, was wie oben geschildert bedeutet, dass die Lieferverpflichtung und die damit verbundene  für ETA am 31. Dezember 2019 ablaufen, könnte dies die beschriebene (positive)  gefährden.
119. Die oben erwähnten aktuellen Konkurrenten, namentlich Sellita, Soprod, STP und Ronda haben seit dem ursprünglichen Entscheid nennenswerte Investitionen in die Produktion mechanischer Uhrwerke getätigt und liefern bis heute solche an Drittkunden.144 Sellita, Soprod und Ronda tätigen nach wie vor Investitionen in den Ausbau der Produktion mechanischer Uhrwerke.145 Ergänzend ist darauf hinzuweisen, dass in der ursprünglichen Untersuchung  wurde, dass die Markteintrittsbarrieren als hoch einzustufen sind sowie die  Produktion mechanischer Uhrwerke sehr viel Fachwissen und sehr hohe Investitionen146 erfordert, gleichzeitig die zukünftigen Profite eines Markteintreters mit diversen Unsicherheiten behaftet sind und höchstens langfristig anfallen.147
120. Würde ETA nun ab dem 1. Januar 2020 nach freiem Ermessen ausgewählte Drittkunden mit mechanischen Uhrwerken beliefern (vgl. Rz 105 und Rz 107), so ist nicht auszuschliessen, dass ETA Drittkunden beliefern würde, welche derzeit mechanische Uhrwerke bei Sellita, , STP oder Ronda beziehen. Dies könnte zur Folge haben, dass die genannten  Anbieter von mechanischen Uhrwerken
 Mühe haben, ihre mechanischen Uhrwerke an Drittkunden zu verkaufen, wenn für letztgenannte die Möglichkeit besteht, mechanische Uhrwerke in frei verfügbaren Mengen bei ETA zu beziehen, und damit
142 RPW 2016/4, 1051 Rz 105, Verfügung vom 24. Oktober 2016 in Sachen Wiedererwägungsgesuch Swatch Group Lieferstopp.
143 Act. [...]. 144 RPW 2014/1, 238 Rz 196 ff., Swatch Group Lieferstopp; RPW 2016/4, 1046 Rz 66 ff., Verfügung
vom 24. Oktober 2016 in Sachen Wiedererwägungsgesuch Swatch Group Lieferstopp. 145 Vgl. bspw. act. [...]. 146 Es wurde festgehalten, dass insgesamt von einem Kapitalbedarf von ungefähr CHF 10-40 Mio. für
den Aufbau einer Produktion mechanischer Uhrwerke mit einer Kapazität von ca 5‘000 bis ca. 50‘000 Stück jährlich ausgegangen werden kann. RPW 2014/1, 238 Rz 186, Swatch Group Lieferstopp.
147 RPW 2014/1, 237 Rz 195, Swatch Group Lieferstopp.
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 Kunden und Umsätze verlieren, was den Auf- oder Ausbau von  verlangsamen oder gar in Frage stellen könnte.
121. In diesem Kontext wies namentlich Sellita darauf hin, dass falls ETA wieder grössere Kunden von Sellita selektiv beliefern würde, [...].148
122. Für die WEKO ist glaubhaft, dass der Ablauf der Lieferverpflichtung und der damit  Lieferbeschränkung für ETA am 31. Dezember 2019, ohne dass die WEKO über die entsprechende Frage entschieden hat (vgl. Rz 57 ff.), für die aktuellen Konkurrenten von ETA negative Auswirkungen haben könnte. Es ist glaubhaft, dass Drittkunden, die in den  Jahren auf alternative Bezugsquellen ausgewichen sind, ihre Bezugsstrategie ändern und inskünftig ihren Bedarf (wieder) bei ETA decken würden, wenn sich ETA ab dem 1. Januar 2020 neu als Anbieterin für mechanische Uhrwerke für ausgewählte Drittkunden  (was Swatch Group entsprechend geäussert hat, vgl. Rz 107). Dies könnte wiederum zur Folge haben, dass die alternativen Bezugsquellen, die sich während der Dauer der evR am Markt etabliert haben oder daran sind, sich zu etablieren, dahingehend bedroht würden, als sie den Auf- oder Ausbau ihrer Produktion mechanischer Uhrwerke mangels Nachfrage nicht im geplanten Umfang realisieren könnten und im schlimmsten Fall gar einstellen . Für die WEKO ist es zudem glaubhaft, dass bereits die von einer solchen  von ETA ausgehende Signalwirkung auf die Uhrenhersteller und ihre Bezugsstrategien, zu einer Gefährdung der alternativen Bezugsquellen führen kann. Denn bereits das Wissen von Drittkunden darum, dass ETA grundsätzlich daran interessiert ist, Lieferbeziehungen mit Drittkunden zu unterhalten (insbesondere langfristige), ist nach Ansicht der WEKO dazu , die Bezugsstrategien solcher Drittkunden nachhaltig zu beeinflussen.
123. Das beschriebene Szenario könnte den Markt für mechanische Swiss made Uhrwerke insofern strukturell verändern, als dass die bisherige (positive) Entwicklung der  seit 2013 (vgl. Rz 109 ff.) gebremst oder sogar wieder rückgängig gemacht würde. Die Strukturveränderung im Markt, die durch einen Hauptsachenentscheid der WEKO nach dem 31. Dezember 2019 eintreten könnte, ist daher in einer Schwächung der  Anbieter mechanischer Uhrwerke, die während der Dauer der evR entstanden sind bzw. sich etabliert haben oder daran sind, sich zu etablieren, zu sehen, da erfolgte Markteintritte gebremst oder rückgängig gemacht oder sich allfällig noch abzeichnende Markteintritte  werden könnten.
124. Den Auswirkungen für aktuelle und potentielle Konkurrenten kommt im Zusammenhang mit den Vereinbarungen der evR zwar eine vorrangige Bedeutung zu, denn mit diesen wurden die Voraussetzungen für die Entstehung von alternativen Bezugsquellen geschaffen. Würden nun aber die alternativen Anbieter mechanischer Uhrwerke geschwächt, so hätte dies  mittelfristig auch Auswirkungen auf die Kunden, die Abnehmer von mechanischen  (Uhrenhersteller), da diesen alternative Bezugsquellen neben ETA fehlen würden.
125. Die vorstehend beschriebene Strukturveränderung, die eintreten könnte, wenn ETA ab dem 1. Januar 2020 nach freiem Ermessen ausgewählte Drittkunden mit mechanischen  beliefert, ist glaubhaft, da zwischen ETA und ausgewählten Drittkunden bereits  für eine Lieferbeziehung ab dem Jahr 2020 bestehen und ETA ausgewählten Drittkunden offenbar versprochen hat, sie ab 2020 mit moderneren mechanischen Uhrwerken (als den Standardkalibern) zu beliefern (vgl. Rz 105 und Rz 107).
126. Diese Strukturveränderung ist auch als gravierend einzustufen, weil sie eintreten würde, ohne dass die Frage geklärt wäre, ob die Lieferverpflichtung und die damit verbundene  für ETA überhaupt ablaufen können, da ein Hauptsachenentscheid der WEKO vor dem 31. Dezember 2019 nicht möglich ist (vgl. Rz 57 ff.). Veranschaulichend sei das  mögliche Szenario aufgezeigt: Falls alternative Anbieter den Auf- oder Ausbau ihrer
148 Act. [...].
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Produktion mechanischer Uhrwerke nicht im geplanten Umfang realisieren könnten oder im schlimmsten Fall gar einstellen würden, wenn sich ETA ausgewählte Drittkunden frei  und diese allenfalls bereits nach freiem Ermessen mit mechanischen Uhrwerken  könnte, die WEKO dann aber in ihrem Hauptsachenentscheid zum Schluss kommen würde, dass ETA zur Weiterbelieferung ihrer bisherigen Drittkunden zu verpflichten wäre, wäre die Strukturveränderung bereits eingetreten.
127. Angesichts der hohen Investitionen (vgl. Rz 119)149, die mit der industriellen Produktion mechanischer Uhrwerke verbunden sind, ist es als glaubhaft zu betrachten, dass der  drohende Schaden für den wirksamen Wettbewerb, der eintreten würde, wenn die  sowie die damit zusammenhängende Lieferbeschränkung am 31. Dezember 2019 ablaufen würden, ohne dass über die Frage, ob die entsprechenden  ablaufen können, entschieden wurde, nicht leicht wieder gutgemacht werden könnten.
128. Das Zuwarten bis zum Hauptsachenentscheid käme zudem nach Ansicht der WEKO einer Vorwegnahme desselben gleich, da Gegenstand des vorliegenden Verfahrens gerade die Frage ist, ob die Lieferverpflichtung und die damit verbundene Lieferbeschränkung für ETA wie ursprünglich vorgesehen am 31. Dezember 2019 ablaufen können (vgl. Rz 12 ff.).150 Fällt der Hauptsachenentscheid der WEKO nach dem genannten Datum, so läuft die  und die damit verbundene Lieferbeschränkung für ETA – wenn auch allenfalls nur für einen befristeten Zeitraum – ab. Und dies, wie oben dargelegt, ohne dass eine  zum jetzigen Zeitpunkt möglich ist (vgl. Rz 97 f.).
129. Zusammenfassend kann festgehalten werden, dass dem seit 2013 (möglicherweise) entstandenen Wettbewerb im Markt für mechanische Swiss made Uhrwerke ohne die  Massnahmen ein nicht leicht wieder gutzumachender Nachteil droht. Dieser Nachteil ist, wie aus obigen Ausführungen ersichtlich wird, direkt kausal mit der Frage verbunden, ob die Lieferverpflichtung und die damit verbundene Lieferbeschränkung für ETA am 31. Dezember 2019 ablaufen kann, und gerade bezüglich dieser Frage ist, wie dargelegt (vgl. Rz 97 f.), eine Entscheidprognose zum jetzigen Zeitpunkt nicht möglich.
C.4.3 Dringlichkeit
130. Dringlichkeit ist gegeben, wenn davon ausgegangen werden muss, dass der nicht leicht wieder gutzumachende Nachteil vor Erlass des Hauptentscheides eintreten wird.151
131. Aus den vorstehend genannten Gründen ist es nicht möglich, dass ein  der WEKO vor dem Ablauf der Lieferverpflichtung und der damit verbundenen  getroffen sein wird (vgl. Rz 57 ff.). Dies hätte zur Folge, dass die  und die damit verbundene Lieferbeschränkung am 31. Dezember 2019 ablaufen würden und ETA ab dem 1. Januar 2020 (mindestens bis zum Hauptsachenentscheid) frei im  darüber wäre, ob und welche Drittkunden sie mit mechanischen Uhrwerken beliefern möchte und insbesondere auch in welchem Umfang. Dieser Umstand könnte die aktuellen alternativen Anbieter mechanischer Uhrwerke direkt und nachhaltig beeinträchtigen (vgl. Rz 103 ff.). Es ist daher glaubhaft, dass dieser Nachteil vor dem Hauptsachenentscheid eintreten wird, da es ETA nicht verwehrt wäre, ab dem 1. Januar 2020 ausgewählte  zu beliefern und dies ETA bzw. Swatch Group gemäss des bisherigen Kenntnisstandes der WEKO auch beabsichtigt (vgl. Rz 107). Die Dringlichkeit der vorsorglichen Massnahmen ist somit gegeben.
149 RPW 2014/1, 237 Rz 186 f., Swatch Group Lieferstopp. 150 Act. [...]. 151 RPW 2004/1, 123 Rz 70, Flughafen Zürich AG (Unique) – Valet Parking; RPW 2002/4, 601 Rz 28,
ETA SA Fabriques d'Ebauches.
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C.4.4 Verhältnismässigkeit
132. Die Anordnung vorsorglicher Massnahmen ist verhältnismässig, wenn die Massnahmen geeignet sind, den wahrscheinlich vorliegenden bzw. eintretenden Nachteil abzuwenden, sie erforderlich sind und wenn die Interessen an der Anordnung solcher Massnahmen die  Interessen überwiegen.152
133. Der Gegenstand des vorliegenden Verfahrens besteht darin, zu prüfen, ob sich die , die zur Verfahrenseröffnung geführt haben, erhärten und sich ein Widerruf oder eine Änderung des ursprünglichen Entscheids aufdrängt (vgl. Rz 12 ff.). Mithin besteht der Kern des vorliegenden Verfahrens darin, die Entscheidgrundlagen für die WEKO zu schaffen, um beurteilen zu können, ob die Lieferverpflichtung und die damit verbundene  für ETA am 31. Dezember 2019 ablaufen können. Ein Entscheid der WEKO im vorliegenden Verfahren ist jedoch aufgrund der Verfahrensverzögerungen vor dem 31. Dezember 2019 nicht möglich (vgl. Rz 57 ff.).
134. Ohne den Erlass vorsorglicher Massnahmen würden die Lieferverpflichtung und die  verbundene Lieferbeschränkung für ETA am 31. Dezember 2019 ablaufen. Es ist daher glaubhaft, dass der vorstehend dargelegte, nicht leicht wieder gutzumachende Nachteil  könnte. Zudem wäre ein Entscheid nach besagtem Zeitpunkt insofern , als ETA – wenn auch allenfalls nur vorübergehend – von ihrer Lieferverpflichtung und ihrer Lieferbeschränkung befreit wäre. M.a.W. heisst das, dass der Entscheid der WEKO über die Frage, ob die Lieferverpflichtung sowie die Lieferbeschränkung für ETA überhaupt  können, durch das Unterlassen von vorsorglichen Massnahmen faktisch getroffen wäre.
C.4.4.1 Vorsorgliche Massnahmen
135. Um das Eintreten des nicht leicht wieder gutzumachenden Nachteils abzuwenden wie auch eine Vorwegnahme des Hauptsachenentscheids zu verhindern, sind für die Dauer des vorliegenden Verfahrens vorsorgliche Massnahmen zu erlassen, mit denen der bestehende Zustand gesichert wird.
136. Wie bereits beschrieben, obliegt ETA im bestehenden Zustand einerseits eine  gemäss Ziff. 2 lit. a evR und andererseits eine damit verbundene  gemäss Ziff. 4 lit. b evR (vgl. Rz 6 ff.). Zur Sicherung des bestehenden Zustandes sind somit grundsätzlich folgende vorsorgliche Massnahmen zu erlassen:
 Die Lieferverpflichtung von ETA ist über den 31. Dezember 2019 hinaus .153 Dem bestehenden Zustand zufolge muss ETA ihren bisherigen Drittkunden die gemäss Ziff. 3 evR festgelegten Mengen an mechanischen Uhrwerken liefern. In den Jahren 2018 und 2019 war bzw. ist ETA verpflichtet, ihren bisherigen Kunden (ausgenommen bestimmte Sonderfälle, vgl. Ziff. 2 lit. d und e evR) 55 % der  an mechanischen Uhrwerken zu liefern.
 Die Lieferbeschränkung, die gemäss evR mit der Lieferverpflichtung verbunden ist, ist für ETA über den 31. Dezember 2019 hinaus fortzuführen. Dem bestehenden Zustand zufolge ist gemäss Ziff. 4 lit. b evR die Lieferung von mehr als nach
152 RPW 2004/1, 124 Rz 73, Flughafen Zürich AG (Unique) – Valet Parking; RPW 2002/4, 601 Rz 29, ETA SA Fabriques d'Ebauches.
153 Infolgedessen werden die Ziff. 1, 2 lit. a–c, f und g und 5 evR berücksichtigt. Präzisierend anzufügen gilt es, dass wenn ETA keine Standardkaliber mehr herstellen sollte (vgl. Rz 107), dies als , produktionsbedingter Grund i.S.v. Ziff. 2 lit. f evR betrachtet wird.
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Ziff. 3 evR zu liefernden Mengen an mechanischen Uhrwerken nur für KMUs .154
137. Wie nachfolgend aufgezeigt wird, werden die oben genannten vorsorglichen  im Rahmen der Verhältnismässigkeitsprüfung (vgl. Rz 141 ff.) wie folgt präzisiert:
 Es ist dem Umstand Rechnung zu tragen, dass faktische Lieferungen von  Uhrwerken gestützt auf die Lieferverpflichtung von ETA ab dem 1. Januar 2020 aus Gründen des Bestellablaufs nicht möglich sind. Deshalb werden die Lieferungen mechanischer Uhrwerke von ETA an ihre bisherigen Kunden ab dem 1. Januar 2020 vorläufig ausgesetzt (vgl. Rz 148).
 Um die grundsätzliche Gefahr zu verhindern, dass ETA KMUs mengenmässig  mit mechanischen Uhrwerken beliefert (vgl. Rz 103 ff.), ist die  Menge an mechanischen Uhrwerken, die an KMUs geliefert werden kann, zu beschränken (vgl. Rz 142 f.).
 Da mit einem Entscheid der WEKO in der Hauptsache bis voraussichtlich im  2020 zu rechnen ist und in Anbetracht sämtlicher Umstände des vorliegenden Falls, erscheint es als angemessen, die maximale Dauer der Lieferverpflichtung und der damit verbundenen Lieferbeschränkung in zeitlicher Hinsicht zu begrenzen (vgl. Rz 147).
138. Swatch Group macht in ihrer Stellungnahme zum Antrag des Sekretariats (vgl. Rz 54 und Rz 72 ff.) geltend, dass eine Verlängerung der Lieferverpflichtung gemäss evR über den 31. Dezember 2019 hinaus mangels marktbeherrschender Stellung unzulässig und faktisch auch gar nicht möglich wären.155 Hierzu sei auf die obigen Ausführungen in Rz 102 verwiesen.
139. Sellita begrüsst in ihrer Stellungnahme zum Antrag des Sekretariats, dass für die Dauer des laufenden Verfahrens ETA ein Lieferverbot auferlegt werden solle (vgl. Rz 54 und Rz 72 ff., insbesondere Rz 75).156 Diese Aussage von Sellita ist dahingehend zu relativieren, als mit den vorsorglichen Massnahmen kein Lieferverbot statuiert wird, sondern der  Zustand gesichert wird, d.h. die gemäss der evR ETA auferlegte Lieferverpflichtung für die Dauer des vorliegenden Verfahrens fortgeführt wird und davon abweichende  zu Gunsten von einzelnen Kunden nur für KMUs möglich sind. Das Aussetzen der  von ETA an ihre bisherigen Drittkunden ist einzig auf den Umstand zurückzuführen, dass Lieferungen ab dem 1. Januar 2020 aufgrund des Bestellablaufs (faktisch) nicht möglich sind. Die Auferlegung eines expliziten Lieferverbots, wie dies Sellita beantragt, erachtet die WEKO als für die Sicherung des bestehenden Zustands nicht erforderlich (vgl. Rz 89).
140. Dies gilt auch für das von Swatch Group in ihrer Stellungnahme zum Antrag (vgl. Rz 54 und Rz 72 ff.) vorgebrachte Argument, dass mit dem Antrag des Sekretariats, welcher ETA zum kompletten Rückzug vom relevanten Markt zwinge, bestätigt werde, dass eine  der evR sowieso nicht in Frage kommen könne. Diesbezüglich gilt es zu präzisieren, dass von einem Zwang zum Rückzug vom relevanten Markt keine Rede sein kann. Denn das  der Lieferungen von ETA an ihre bisherigen Kunden ist alleine auf den Umstand , dass Lieferungen ab dem 1. Januar 2020 aufgrund des Bestellablaufs (faktisch) nicht möglich sind. Zudem steht es ETA frei, gestützt auf die vorsorglichen Massnahmen bis zum Entscheid der WEKO in der Hauptsache KMUs diskriminierungsfrei mit mechanischen
154 Entsprechend der bestehenden Praxis der WEKO zur Auslegung von Ziff. 4 lit. b evR unterliegt ETA dabei einer absoluten Gleichbehandlungspflicht (vgl. Rz 7).
155 Act. [...]. 156 Act. [...].
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Uhrwerken zu beliefern, solange die im Jahr 2018 an KMUs gelieferte Menge nicht  wird (vgl. Rz 142 f.). Schliesslich sind die vorsorglichen Massnahmen zeitlich befristet (vgl. Rz 147).
C.4.4.2 Geeignetheit
141. Mit den genannten vorsorglichen Massnahmen wird einerseits der vorstehend , nicht leicht wieder gutzumachende Nachteil und andererseits der in Ziff. 3 evR  Ablauf der Lieferverpflichtung und der damit verbundenen Lieferbeschränkung insofern verhindert, als diese für die Dauer des vorliegenden Verfahrens dem Grundsatz nach  werden, bis die WEKO über die Frage, ob die Lieferverpflichtung und die damit  Lieferbeschränkung ablaufen können, im Hauptsachenentscheid entschieden hat. Mit diesen Massnahmen wird der derzeit bestehende Zustand gesichert, wie er gemäss der noch geltenden evR gilt (vgl. Rz 6 f.).
142. Hält man sich den nicht leicht wieder gutzumachenden Nachteil vor Augen (vgl. Rz 103 ff.), so ist der wesentliche Punkt darin zu sehen, dass ETA nach Ablauf der  und der damit verbundenen Lieferbeschränkung am 31. Dezember 2019 frei darüber bestimmen könnte, ob sie weiterhin Drittkunden mit mechanischen Uhrwerke beliefert, welche Drittkunden sie beliefert und welche Mengen an mechanischen Uhrwerken sie diesen ausgewählten Drittkunden liefern würde (vgl. Rz 105). Dem drohenden, nicht leicht wieder  Nachteil kann nach Ansicht der WEKO begegnet werden, indem ETA für die Dauer des vorliegenden Verfahrens entsprechend dem bestehenden Zustand weiterhin eine Lieferbeschränkung auferlegt wird (vgl. Rz 136).
143. In Bezug auf die gemäss ETA auferlegten Lieferbeschränkung, der zufolge  nur für KMUs möglich sind (vgl. Rz 136) und im Lichte des nicht leicht wieder  Nachteils ist die gesamthaft an KMUs zu liefernde Menge an mechanischen  zu regeln. Um die grundsätzliche Gefahr zu verhindern, dass ETA KMUs  uneingeschränkt mit mechanischen Uhrwerken beliefert und dadurch der Auf- oder Ausbau der Produktion mechanischer Uhrwerke von alternativen Bezugsquellen gefährdet wird, ist die gesamte Menge an mechanischen Uhrwerken, die an KMUs geliefert werden kann, zu .157 Dabei macht es in quantitativer Hinsicht Sinn und erscheint es als , auf die gesamte Menge abzustellen, die im Jahr 2018 an KMUs geliefert wurde.  anzufügen ist dazu, dass das Abstellen auf das Jahr 2019 deshalb nicht sinnvoll ist, weil Swatch Group für das Jahr 2019 [...] keine abweichenden Vereinbarungen betreffend Mehrlieferungen an KMUs abgeschlossen hat.158
144. Swatch Group bringt in ihrer Stellungnahme zum Antrag des Sekretariats (vgl. Rz 54 und Rz 72 ff.) in diesem Zusammenhang vor, dass die Besorgnis, dass ETA nach Ablauf der evR Unmengen von Werken an Kunden ausserhalb der Swatch Group verkaufen wolle und damit anderen Werkherstellern die Kunden wegnehmen würde, komplett unbegründet sei. Die  Haltung der Swatch Group bestehe darin, dass ETA frei sein solle, ihre Kunden  der Swatch Group auszuwählen und die Bedingungen für diese  zu vereinbaren. Dabei habe ETA aufgrund der gemachten Erfahrungen der letzten Jahre [...].159 Dazu ist zunächst der guten Ordnung halber festzuhalten, dass die  Stellung von ETA auf dem Markt für mechanische, in der Schweiz hergestellte Swiss made Uhrwerke nach wie vor rechtskräftig ist (vgl. Rz 102). Daneben hat die WEKO die  zur Kenntnis genommen, hält diesen jedoch entgegen, dass gerade das beabsichtigte Verhalten von ETA am Markt nach dem 31. Dezember 2019 unklar ist.
157 Dies entspricht der herrschenden Praxis zu den abweichenden Vereinbarungen i.S.v. Ziff. 4 lit. b evR (vgl. Rz 7).
158 Vgl. act. [...]. 159 Act. [...].
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145. Die vorsorglichen Massnahmen sind damit geeignet, den drohenden, nicht leicht wieder gutzumachenden Nachteil wie auch den in Ziff. 3 evR festgelegte Ablauf der  und der damit verbundenen Lieferbeschränkung abzuwenden.
C.4.4.3 Erforderlichkeit
146. In Bezug auf die Erforderlichkeit der vorsorglichen Massnahmen gilt es den folgenden zwei Umständen Rechnung zu tragen.
147. Wie oben dargelegt, sind die Lieferverpflichtung von ETA sowie die Lieferbeschränkung für ETA über den 31. Dezember 2019 hinaus fortzuführen. Da mit einem Entscheid der WEKO in der Hauptsache – vorbehältlich unerwarteter verfahrensverzögernder Umstände ( verursacht durch die Verfahrensparteien oder Marktteilnehmer) – bis voraussichtlich im Sommer 2020 gerechnet werden kann, erscheint es als angemessen, die maximale Dauer der Lieferverpflichtung und der damit verbundenen Lieferbeschränkung in zeitlicher Hinsicht zu begrenzen. Im Sinne sämtlicher Umstände des vorliegenden Falls erachtet es die WEKO als nicht erforderlich, dass die vorsorglichen Massnahmen über den 31. Dezember 2020 hinaus verfügt werden.
148. Dem bestehenden Zustand zufolge muss ETA ihren bisherigen Drittkunden gemäss Ziff. 3 evR zur Zeit 55 % der Referenzmenge an mechanischen Uhrwerken liefern (vgl. Rz 6 f. sowie Rz 136). Bei der Festlegung der zu liefernden Mengen ist jedoch auch die Frage des Bestellablaufs zu berücksichtigen. Denn aus der ursprünglichen Untersuchung bekannt ist (und in der evR festgelegt wurde), dass Drittkunden ETA für die Produktionsplanung ihren Mengenbedarf für das Folgejahr sechs Monate im Voraus bekannt geben müssen.160  man nun die Zeitspanne, die ab dem Zeitpunkt des Entscheids der WEKO über den Erlass vorsorglicher Massnahmen bis zum Entscheid der WEKO in der Hauptsache voraussichtlich verbleibt, so wird ersichtlich, dass eine Regelung des Bestellablaufs (und damit der  von ETA) nicht möglich ist. Es wäre in zeitlicher Hinsicht für ETA nicht möglich, die Produktionsplanung für Lieferungen von mechanischen Uhrwerken ab dem 1. Januar 2020 an Drittkunden vorzunehmen. ETA wäre faktisch nicht in der Lage, mechanische Uhrwerke ab dem 1. Januar 2020 im bisherigen Umfang an bisherige Drittkunden zu liefern. Diese Tatsache war bereits vor dem Erlass der vorsorglichen Massnahmen bekannt. Daher werden die  mechanischer Uhrwerke von ETA an ihre bisherigen Kunden ab dem 1. Januar 2020 vorläufig ausgesetzt. Selbst wenn der Bestellablauf am 1. Januar 2020 bei ETA initiiert würde und Lieferungen mechanischer Uhrwerke im Juli 2020 (gemäss des aus der ursprünglichen Untersuchung bekannten und in der evR festgelegten Vorlaufs) ausgeliefert werden könnten, erachtet es die WEKO vorliegend als nicht verhältnismässig, die Lieferverpflichtung von ETA über den 31. Dezember 2019 hinaus fortzuführen, ohne die Lieferungen mechanischer  von ETA an ihre bisherigen Kunden auszusetzen. Denn wie oben dargelegt, ist die Analyse der Markt- und Wettbewerbsverhältnisse noch ausstehend und ein Entscheid der WEKO in der Hauptsache vor dem 31. Dezember 2019 nicht möglich (vgl. Rz 57 ff.). Das  des vorliegenden Verfahrens ist dementsprechend offen und somit ein Widerruf oder eine Änderung des ursprünglichen Entscheids möglicherweise nicht gerechtfertigt (vgl. Rz 98). Der Hauptsachenentscheid ist zum Zeitpunkt geplant, zu dem ETA frühestmöglich allenfalls mechanische Uhrwerke ausliefern könnte. Würde der Hauptsachenentscheid keine  von ETA mehr vorsehen, wären die vorher getätigten Aufwände bei ETA und ihren Kunden vergeblich und die Planung müsste auf beiden Seiten kurzfristig geändert werden. Diese Situation soll aus Verhältnismässigkeitsgründen vermieden werden. Aus diesem Grund sehen die vorsorglichen Massnahmen keine faktische Lieferverpflichtung ab Juli 2020 vor.  am 31. Dezember 2019 bei den gemäss evR zu liefernden Mengen sind davon
160 Dies wurde in Ziff. 6 lit. evR entsprechend festgehalten (vgl. Rz 12).
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ausgenommen. Diese müssen unabhängig von der hier verfügten Regelung an die  bisherigen Kunden geliefert werden.
149. Swatch Group führt in ihrer Stellungnahme zum Antrag des Sekretariats (vgl. Rz 54 und Rz 72 ff.) denn auch aus, dass richtig festgehalten sei, dass es für ETA faktisch unmöglich sei, ab dem 1. Januar 2020 mechanische Uhrwerke an die Kunden gemäss evR zu liefern.  von mechanischen Uhrwerken im Jahr 2020 an Kunden gemäss evR seien aus  des Bestellablaufs nicht möglich. Die Verpflichtung zu einer Belieferung von Kunden gemäss evR für das Jahr 2020 würde einer Verpflichtung zu einer faktischen Unmöglichkeit entsprechen und wäre damit sinnlos. Dies gelte nicht nur für den Anfang des Jahres 2020, sondern stets für einen Zeitraum von [...].161 Dazu ist festzuhalten, dass als anerkannt  wird, dass der Bestellablauf bzw. die damit zusammenhängende Produktionsplanung bei ETA einen zeitlichen Vorlauf von sechs Monaten bedarf (vgl. Rz 148).
150. Mit den beschriebenen vorsorglichen Massnahmen wird einerseits der vorstehend , nicht leicht wieder gutzumachende Nachteil und andererseits der in Ziff. 3 evR  Ablauf der Lieferverpflichtung und der damit verbundenen Lieferbeschränkung  verhindert, als die Lieferverpflichtung und die damit verbundene Lieferbeschränkung für die Dauer des vorliegenden Verfahrens dem Grundsatz nach fortgeführt werden, bis die WEKO über die Frage, ob die Lieferverpflichtung und die damit verbundene  ablaufen kann, im Hauptsachenentscheid entschieden hat. Mit der Aussetzung der  mechanischer Uhrwerke wird dabei alleine dem Umstand Rechnung getragen, dass faktische Lieferungen von mechanischen Uhrwerken gestützt auf die Lieferverpflichtung von ETA ab dem 1. Januar 2020 aus Gründen des Bestellablaufs nicht möglich wären. Gleichzeitig wird jedoch der Grundsatz, dass ETA für die Dauer des vorliegenden Verfahrens eine  obliegt, bis zum Hauptsachenentscheid der WEKO aufrechterhalten.
151. Die vorsorglichen Massnahmen sind damit auch erforderlich, den drohenden, nicht leicht wieder gutzumachenden Nachteil wie auch den in Ziff. 3 evR festgelegten Ablauf der  und der damit verbundenen Lieferbeschränkung abzuwenden.
152. Swatch Group trug in ihrer Stellungnahme zum Antrag des Sekretariats (vgl. Rz 54 und Rz 72 ff.) vor, dass vorsorgliche Massnahmen nicht notwendig seien, da die WEKO schon seit mehreren Monaten über alle notwendigen Informationen verfüge, um den Entscheid zu fällen, dass die evR nicht zu verlängern sei.162 Diesem Vorbringen von Swatch Group ist entgegen zu halten, dass ein Entscheid über die Frage, ob die Lieferverpflichtung von ETA (wie in der evR verankert) ablaufen kann, mangels Vorliegen der Analyse zu den Markt- und  gerade nicht möglich ist (vgl. Rz 57 ff. und Rz 99) und die vorsorglichen Massnahmen deshalb geeignet und erforderlich sind, den drohenden, nicht leicht wieder  Nachteil wie auch den in Ziff. 3 evR festgelegten Ablauf der Lieferverpflichtung und der damit verbundenen Lieferbeschränkung abzuwenden (vgl. Rz 141 ff.).
C.4.4.4 Überwiegende öffentliche Interessen
153. Wie vorstehend aufgezeigt wurde, sind die vorsorglichen Massnahmen sowohl geeignet als auch erforderlich, den nicht leicht wieder gutzumachenden Nachteil für den Wettbewerb abzuwenden (vgl. Rz 141 ff. sowie Rz 146 ff.). Diesem öffentlichen Interesse stehen die  der Verfahrensparteien entgegen, in erster Linie diejenigen der Swatch Group. Ihre Interessen liegen darin, die evR per Ende 2019 (wie in Ziff. 3 evR festgehalten wurde) ablaufen zu lassen. Swatch Group zufolge müsste ETA im Fall einer Verlängerung der  Kapazitäten aufbauen, was einen grossen zeitlichen und finanziellen Aufwand mit sich ziehen würde. Swatch Group gab an, sich einer Anpassung oder einem Widerruf der evR zu
161 Act. [...]. 162 Act. [...].
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widersetzen und lehnt eine Verlängerung der Lieferverpflichtung entschieden ab.163 Diesen Argumenten kann entgegen gehalten werden, dass mit den vorsorglichen Massnahmen zwar grundsätzlich die Lieferverpflichtung von ETA für die Dauer des vorliegenden Verfahrens  wird, jedoch ETA während dieser Dauer keine mechanischen Uhrwerke an ihre  Drittkunden liefern muss.
154. Die vorsorglichen Massnahmen schränken Swatch Group bzw. ETA in ihrer  in Bezug auf Kunden ein, mit welchen Swatch Group für den Zeitraum nach dem 31. Dezember 2019 Verhandlungen über eine Belieferung mit mechanischen Uhrwerken führt bzw. Lieferungen bereits beschlossen sind (vgl. Rz 107).
155. Sofern es sich bei diesen Unternehmen nicht um KMUs handelt, ist während der Dauer des vorliegenden Verfahrens eine Belieferung mit mechanischen Uhrwerken ausgeschlossen. Hinzu kommt, dass eine absolute Gleichbehandlung zu beachten ist (was der bisherigen  der WEKO entspricht, vgl. Rz 7), falls es sich bei diesen Unternehmen um KMUs handelt. Dies hat zur Folge, dass Swatch Group nicht frei darüber bestimmen kann, welches KMU sie mit mechanischen Uhrwerken beliefert, sondern wenn ETA ein KMU beliefert, dann muss sie allen anderen, die eine entsprechende Anfrage gestellt haben, ebenfalls mechanische  liefern.
156. Zu den genannten Einschränkungen kann Zweierlei festgehalten werden: Erstens, dass die Einschränkungen bis anhin galten, d.h. keine neuen Einschränkungen auferlegt werden, sondern lediglich der bestehende Zustand fortgeführt wird. Zweitens sind die Einschränkungen in zeitlicher Hinsicht befristet, sodass die damit verbundenen Umtriebe, die Swatch Group  müsste, von zeitlich beschränkter Dauer sind. Dies ist – im Vergleich zum nicht leicht wieder gutzumachenden Nachteil – als weniger einschneidend einzustufen. Sollte es unter den Kunden, mit denen Swatch Group bereits zum jetzigen Zeitpunkt Lieferungen von  Uhrwerken nach dem 31. Dezember 2019 vereinbart hat, solche geben, die durch eine Nichtbelieferung infolge der vorsorglichen Massnahmen in objektiver Hinsicht übermässig betroffen wären, so könnten Ausnahmen von der verfügten Lieferbeschränkung zumindest in Betracht gezogen werden. Voraussetzung wäre jedoch, dass Kunden und nicht ETA  betroffen wären.
157. Swatch Group hält zu den vorsorglichen Massnahmen insgesamt fest, dass diese ihre Pläne, ausgewählte Kunden ausserhalb der Swatch Group [...] zu beliefern, verunmöglichen würden. Der Erlass von vorsorglichen Massnahmen würde solche Lieferungen für das ganze Jahr 2020 und mutmasslich weit darüber hinaus vereiteln.164 Diesen Vorwürfen von Swatch Group ist entgegen zu halten, dass Lieferungen an ausgewählte Kunden ausserhalb der Swatch Group [...] ohnehin nur im Rahmen der evR (welche bis zum 31. Dezember 2019  hat) möglich gewesen wären. Was Lieferungen für das Jahr 2020 angeht, so ist , dass die vorsorglichen Massnahmen zeitlich befristet sind und den bestehenden  vorübergehend sichern. Die in Rede stehenden öffentlichen Interessen überwiegen die mit den vorsorglichen Massnahmen einhergehenden Einschränkungen, mit denen Swatch Group konfrontiert sein könnte.
158. Die Interessen von Sellita liegen darin, die evR auf unbestimmte Zeit zu verlängern und darin zusätzliche Verpflichtungen aufzunehmen, die hauptsächlich darin bestehen, dass ETA zu verbieten sei, Drittkunden mit mechanischen Uhrwerken und/oder Ebauches zu beliefern. Im vorliegenden Verfahren beantragt Sellita, ETA zu verpflichten, für die Zeit ab dem 1. Januar 2020 eine bindende Erklärung abzugeben, wonach ETA wahlweise nur mit Swatch Group verbundene Gesellschaften mit mechanischen Uhrwerken und/oder Ebauches oder Dritte bis zu einer Gesamtmenge von maximal insgesamt 200'000 mechanischen Uhrwerken
163 Vgl. act. [...]. 164 Act. [...].
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(einschliesslich Ebauches) beliefere.165 Diesen Interessen von Sellita wird insoweit Rechnung getragen, als die Lieferverpflichtung gemäss evR zwar verlängert wird, jedoch eine faktische Lieferung von mechanischen Uhrwerken ausbleibt (vgl. Rz 148), und die allfällig an KMUs  Menge an mechanischen Uhrwerken (vgl. Rz 143) nach oben begrenzt wird.  der spezifischen Interessen von Sellita im Zusammenhang mit den vorsorglichen  kann auf ihre Stellungnahme zum Antrag des Sekretariats verwiesen werden (vgl. Rz 75 ff.).
159. Neben den Interessen der Verfahrensparteien sind auch die Interessen anderer aktueller Konkurrenten von ETA zu betrachten. Genannt werden kann zunächst einmal Soprod, welche bereits während der ursprünglichen Untersuchung in der Produktion mechanischer Uhrwerke tätig war.166 Soprod führt ins Feld, dass wenn die Lieferverpflichtung wie vorgesehen am 31. Dezember 2019 auslaufen würde, dies Soprod erlauben würde, neue Kunden zu  und dadurch ihre Geschäfte auszubauen. Im gegenteiligen Fall würde dies laut Soprod bedeuten, dass potentielle Kunden keine alternativen Lieferanten suchen würden und Soprod ihre Aktivitäten in den Bereichen mechanische Uhrwerke und Assortiments einstellen müsste.167 Diesbezüglich kann festgehalten werden, dass die Lieferverpflichtung gemäss evR zwar verlängert wird, jedoch eine faktische Lieferung von mechanischen Uhrwerken ausbleibt (vgl. Rz 148). Zudem sind die vorsorglichen Massnahmen zeitlich befristet. Ausserdem wird mit den vorsorglichen Massnahmen der Hauptsachenentscheid der WEKO nicht .
160. Eine weitere Konkurrentin ist Ronda, eine Herstellerin von Quarzuhrwerken, die (wieder) in die Produktion von mechanischen Uhrwerken eingestiegen ist und im Jahr 2016 ein  Uhrwerk lanciert hat. Ronda führt aus, dass es dem Wettbewerb schaden würde, wenn keine Lieferverpflichtung für ETA mehr bestehen würde. Ronda begründet dies damit, dass ihr gradueller Markeintritt durch den Ablauf der Lieferverpflichtung noch weiter erschwert würde, weil die Nachfrage nach Sellitawerken deren Kapazität übersteige und Ronda zum jetzigen Zeitpunkt nicht in der Lage sei, grössere Volumen zu liefern, um die erhöhte Nachfrage zu decken. Eine Erweiterung der Lieferverpflichtung würde Ronda mehr Zeit geben, die  voranzutreiben und ihr Know-How sowie ihre Kapazitäten zu erhöhen.168 Diesem Anliegen von Ronda wird mit den vorsorglichen Massnahmen insofern Rechnung getragen, als die Lieferverpflichtung im Grundsatz verlängert wird. Zwar muss ETA faktisch für die Dauer des vorliegenden Verfahrens keine mechanischen Uhrwerke an Drittkunden liefern (vgl. Rz 148), jedoch gilt diese Regelung – vorbehältlich unerwarteter Verzögerungen – nur für wenige Monate, nämlich bis zum Hauptsachenentscheid der WEKO.
161. Hinsichtlich bisheriger Drittkunden, die nach den vorsorglichen Massnahmen keine  Uhrwerke bei ETA bestellen könnten bzw. solche von ETA nicht geliefert , gilt es festzuhalten, dass es glaubhaft erscheint, dass solche Drittkunden selbst bei der Festsetzung der zu liefernden Mengen auf 55 % der Referenzmenge (wie bisher) keine  Uhrwerke geliefert bekämen, weil ETA faktisch nicht in der Lage wäre, ab dem 1. Januar 2020 mechanische Uhrwerke an bisherige Drittkunden zu liefern. M.a.W.  würde es im Ergebnis keine Rolle spielen, wie hoch die zu liefernde Menge an bisherige Drittkunden festgesetzt wird.
162. Zusammenfassend kann festgehalten werden, dass die vorsorglichen Massnahmen als verhältnismässig zu betrachten sind. Dies, weil sie den Interessen der Verfahrensparteien  weiteren Marktteilnehmern mindestens teilweise entsprechen bzw. andere Lösungen im Ergebnis nichts ändern würden. Hinzu kommt, dass das öffentliche Interesse – die Abwendung
165 Vgl. act. [...]. 166 Vgl. RPW 2014/1, 239 Rz 200, Swatch Group Lieferstopp. 167 Vgl. act. [...]. 168 Vgl. act. [...].
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des nicht leicht wieder gutzumachenden Nachteils – die individuellen Interessen der  überwiegt. Schliesslich ist noch einmal hervorzuheben, dass die vorsorglichen  zeitlich befristet sind, d.h. allfällige Einschränkungen für bestimmte Marktteilnehmer von beschränkter zeitlicher Dauer sind.
C.4.5 Ergebnis
163. Aus den obigen Ausführungen geht hervor, dass die Voraussetzungen für die  Massnahmen gegeben sind. Es handelt sich um sichernde Massnahmen. Ohne die  Massnahmen droht dem Wettbewerb ein nicht leicht wieder gutzumachender  und es besteht auch die erforderliche Dringlichkeit. Schliesslich sind die vorsorglichen  als verhältnismässig einzustufen.
164. Die vorsorglichen Massnahmen stellen nur eine Übergangslösung dar, welche den Hauptsachenentscheid nicht präjudizieren. Sie sind für die Dauer des vorliegenden Verfahrens «32-0224: Swatch Group Lieferstopp / Ablauf Lieferverpflichtung» vorgesehen.
165. Verstösse bzw. Widerhandlungen gegen die vorliegend angeordneten Massnahmen können nach Massgabe von Art. 50 bzw. 54 KG mit einer Verwaltungs- bzw. Strafsanktion belegt werden. Diese Sanktionierbarkeit ergibt sich ohne Weiteres aus dem Gesetz selber, weshalb auf eine entsprechende – lediglich deklaratorische und nicht konstitutive –  im Dispositiv verzichtet werden kann.169
C.4.6 Entzug der aufschiebenden Wirkung
166. Gemäss Art. 55 Abs. 1 VwVG kommt einer allfälligen Beschwerde aufschiebende  zu. Die Vorinstanz kann jedoch gestützt auf Art. 55 Abs. 2 VwVG einer Beschwerde die aufschiebende Wirkung entziehen, sofern die Verfügung nicht eine Geldleistung zum  hat. Sie muss in diesem Zusammenhang prüfen, ob Gründe, die für die sofortige  der Verfügung sprechen, gewichtiger sind als jene, die für die gegenteilige  angeführt werden können. Dabei steht der Behörde ein gewisser Beurteilungsspielraum zu. Bei der Abwägung der Gründe für und gegen die sofortige Vollstreckbarkeit können auch die Aussichten auf den Ausgang des Verfahrens in der Hauptsache ins Gewicht fallen. Im Übrigen darf die verfügende Behörde die aufschiebende Wirkung nur dann entziehen, wenn sie hierfür überzeugende Gründe geltend machen kann.170
167. Da der Entzug der aufschiebenden Wirkung Teil der vorsorglichen Massnahme darstellt, müssen zu deren Anordnung die entsprechenden materiellen Voraussetzungen erfüllt sein (vgl. Rz 94 ff.).171
168. Wie oben im Abschnitt C.3.5 zusammenfassend festgehalten, sind im vorliegenden Fall alle diese Erfordernisse gegeben. In Abschnitt C.4.3 wurde insbesondere dargelegt, dass im vorliegenden Fall glaubhaft ist, dass Gründe dafür bestehen, die vorsorglichen Massnahmen mit Dringlichkeit anzuordnen. Aus denselben Gründen besteht ein Interesse daran, dass diese Massnahmen sofort vollstreckbar werden und einer allfälligen Beschwerde keine  Wirkung zukommt.
169 Vgl. Entscheid der REKO/WEF vom 9.6.2005, RPW 2005/3, 530 E. 6.2.6, Telekurs Multipay; Urteil des BVGer vom 3.10.2007, RPW 2007/4, 653 E. 4.2.2, Flughafen Zürich AG, Unique.
170 Vgl. BGE 110 V 40, E. 5.b; REKO/WEF, RPW 2004/1, 200, Flughafen Zürich AG/Sprenger  AG, Alternative Parking AG, Wettbewerbskommission – Valet Parking; RPW 2004/1, 125 f. Rz 80, Flughafen Zürich AG (Unique) – Valet Parking; RPW 2002/4, 602 f. Rz 30 ff, ETA SA Fabriques d'Ebauches.
171 RPW 2004/1, 126 Rz 82, Flughafen Zürich AG (Unique) – Valet Parking; RPW 2002/4, 602 Rz 31, ETA SA Fabriques d'Ebauches.
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D Kosten
169. Über die Kosten für dieses Verfahren wird mit dem Entscheid in der Hauptsache der WEKO entschieden.
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