# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 625deb14-7861-4066-85f2-8d66bceee3a3
**Court:** BL_SG
**Chamber:** BL_SG_001
**Year:** 2016
**Language:** de
**Jurisdiction:** BL / Northwestern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** Tax

## Facts

Sachverhalt:
1. Mit Verfügung vom 25. Februar 2016 wurde die Pflichtige zu einem steuerbaren Ertrag
von Fr. 23‘588.-- veranlagt.
2. Mit Schreiben vom 25. März 2016 erhob die Vertreterin der Pflichtigen Einsprache und
begehrte, die Bildung einer Minusreserve im Eigenkapital von Fr. 22‘590.-- sowie die Gewinn-
aufrechnung von Fr. 48‘670.-- (Steuerperiode 2012) seien aufzuheben.
Zur Begründung führte sie u.a. aus, die Gesellschaft biete Dienstleistungen im Bereich
Buchführung, Buchführungsberatung und -schulung an. Der Geschäftsführer habe das Tätig-
keitsgebiet der Gesellschaft um einen Käsehandel über einen sog. Food Truck erweitert. Der
Geschäftsführer habe jedoch im Jahre 2010 eine entsprechende Ausbildung zum Fromelier
absolviert. Zur Umsetzung des Vorhabens habe man ein spezielles Fahrzeug der Marke Citroen
HY, Jahrgang 1972 in Frankreich zum Schrottwert erstanden, welches dort restauriert werde.
Das Auto verfüge über eine Verkaufstheke. Mit Instandstellung im Oktober 2016 könne der Kä-
sehandel gestartet werden. Das Fahrzeug werde in der Schweiz zugelassen. Aus der Abrech-
nung über den Kauf und die Instandsetzung sei ersichtlich, dass die Arbeiten von November
2012 bis Dezember 2013 durchgeführt worden seien. Das Auto stehe im Eigentum der Gesell-
schaft und sei in der Bilanz aktiviert worden. Es handle sich nicht um einen „Nonvaleur“. Für
dieses Fahrzeugmodell bestehe ein Markt.
3. Mit Einsprache-Entscheid vom 15. April 2016 wies die Steuerverwaltung die Einsprache
ab. Zur Begründung führte sie u.a. aus, Aktivierungen von Geschäftsaktiven seien nachzuwei-
sen, was üblicherweise über einen Kaufvertrag erfolge. Da kein schriftlicher Kaufvertrag vorlie-
ge und sich der Gegenstand zudem im Ausland befinde, würden erhöhte Anforderungen gelten.
Es würden neben Fotographien einzig eine Gesamtabrechnung vorliegen, worauf der Name der
Rekurrentin nicht erwähnt werde. Die auf der Rechnung aufgeführten Akontozahlungen würden
zudem nicht alle in der Buchhaltung erscheinen. Eine Abstimmung sei nicht möglich. Ausser-
dem fehle der Nachweis wer über dieses Fahrzeug verfügen könne und wem das Eigentum
daran zukomme. Mangels Inbetriebnahme des Fahrzeugs sei kein Mehrwert für die Rekurrentin
ersichtlich und die Zahlungen in Höhe von Fr. 22‘590.-- seien aus steuerlicher Sicht nicht ge-
rechtfertigt.
Seite 3
4. Mit Schreiben vom 13. Mai 2016 erhob der Vertreter der Pflichtigen Rekurs und begehr-
te, 1. Es sei der Einsprache-Entscheid betreffend die Staats- und Gemeindesteuer 2013 vom
15. April 2016 aufzuheben. 2. Bei der Neuveranlagung sei die Aktivierung von Kosten in der
Höhe von Fr. 22‘590.-- für Kauf, Instandstellung und Umbau des Citroen HY steuerlich zu ak-
zeptieren, und es sei auf die Bildung einer Minusreserve zu verzichten. 3. Eventualiter sei die
Veranlagungsbehörde anzuweisen, die Veranlagungen für die Staats- und Gemeindesteuer
2013 neu im Sinne von Rechtsbegehren Nr. 2 vorzunehmen. 4. Unter Kosten- und Entschädi-
gungsfolgen.
Zur Begründung führte er u.a. aus, der Geschäftsführer habe einen Bekannten mit
Wohnsitz in Frankreich beauftragt ein Fahrzeug zu kaufen, welches zu einem Foodtruck umge-
baut werden könne. Bekannte des Geschäftsführers hätten das Fahrzeug besichtigt und könn-
ten bestätigen, dass sich dieses in Frankreich befinde. Der Oldtimer-Lieferwagen sei mit Fr.
22‘590.-- aktiviert worden und werthaltig. Die Arbeiten daran seien per Ende 2013 durch eine
Zwischenabrechnung und mit Fotos dokumentiert. Der Kauf auf fremde Rechnung sei schriftlich
bestätigt worden. Im Weiteren habe der Restaurateur das Fahrzeug für die Rekurrentin erstan-
den. Dieser habe durch die Zwischenrechnung vom Dezember 2013 zum Ausdruck gebracht,
dass er den Oldtimer im Auftrag und auf Rechnung für die Rekurrentin als deren Stellvertreter
gekauft habe. Die Postanschrift der Rekurrentin sei mit derjenigen des Geschäftsführers iden-
tisch. Die Sichtweise der Vorinstanz sei überspitzt formalistisch. Das Fahrzeug sei ein Liefer-
fahrzeug ohne Sitzgelegenheit und der Geschäftsführer und seine Ehefrau besässen keinen
Führerschein. Es werde nicht privat genutzt, sondern rein geschäftlich durch die Rekurrentin.
Ein Ertragswert könne von einem noch nicht in Gebrauch genommenen Anlagegut zudem nicht
gefordert werden.
5. Mit Vernehmlassung vom 3. August 2016 beantragte die Steuerverwaltung die Abwei-
sung des Rekurses. Zur Begründung führte sie u.a. aus, geschäftsmässig begründet seien Kos-
ten, wenn sie aus unternehmenswirtschaftlicher Sicht vertretbar erscheinen würden und der
Betrieb und der mit ihm verfolgte Zweck der Gewinnerzielung mit der Aufwendung in einem
kausalen Zusammenhang stehen würde. Damit die Aufwendung der betrieblichen Sphäre zu-
geordnet werden könne, müsse die Kausalität zwischen Betrieb und Aufwendung sachlich sein.
Dies sei nicht der Fall bei Ausgaben für Unterhalt und Amortisation von den durch die Gesell-
schaft erworbenen Gütern, welche nur dem Unterhalt des Aktionärs oder seinem eigenen Ver-
gnügen dienen würden. Nicht der Bestand des Fahrzeuges als solches werde von der Vo-
Seite 4
rinstanz bezweifelt. Vielmehr gehe es um die Bilanzierungsfähigkeit. Die Restaurationskosten
seien nicht im Detail belegt. Wozu der Restaurateur die in Rechnung gestellten 639 Stunden
bzw. rund 16 Arbeitswochen aufgewendet habe, sei unklar. Der wirtschaftliche Nutzen hinsicht-
lich des Citroën HY für die Gesellschaft sowie der vermeintliche Zweck seien bis heute fraglich.
Es sei weder die Restauration des Fahrzeuges abgeschlossen noch sei absehbar, ob die in
Aussicht gestellte Aufnahme des Käsehandels durch die Rekurrentin im Oktober 2016 tatsäch-
lich erfolgen werde.
6. An der heutigen Verhandlung hielten die Parteien an ihren Begehren fest.

## Considerations

Das Steuergericht zieht in Erwägung:
1. Das Steuergericht ist gemäss § 124 des Gesetzes über die Staats- und Gemeindesteu-
ern (Steuergesetz) vom 7. Februar 1974 (StG) zur Beurteilung des vorliegenden Rekurses zu-
ständig. Gemäss § 129 Abs. 1 StG werden Rekurse, deren umstrittener Steuerbetrag wie im
vorliegenden Fall Fr. 2'000.-- pro Steuerjahr nicht übersteigt, vom Präsidenten des Steuer-
gerichts als Einzelrichter beurteilt.
Vorliegend wird aufgrund dessen, dass im Parallelfall der direkten Bundessteuer 2013
der umstrittene Steuerbetrag über Fr. 2‘000.-- liegt und daher durch den Präsidenten und 2
Richterinnen und Richtern (Dreiergericht) zu beurteilen ist, aus prozessökonomischen Gründen
auch die Beschwerde betr. die Staatssteuer 2013 durch das Dreiergericht des Steuergerichts
beurteilt.
Da die in formeller Hinsicht an einen Rekurs zu stellenden Anforderungen erfüllt sind, ist
ohne weitere Ausführungen darauf einzutreten.
2. Strittig ist vorliegend, ob die Steuerverwaltung die Aktivierung der Kosten für das Oldti-
mer-Fahrzeug der Marke Citroen HY in den Geschäftsaktiven der A._ GmbH zu Recht ver-
neint und die anschliessende Aufrechnung und Qualifizierung als geschäftsmässig nicht be-
gründete Aufwendung korrekt vorgenommen hat.
Seite 5
Gegenstand der vorliegenden Beurteilung ist das Steuerjahr 2013. Aufgrund der in den
Übergangsbestimmungen der Änderung vom 23. Dezember 2011 (Art. 2 Abs. 1) zum 32. Titel
vorgesehenen Fristen von 2 Jahren beanspruchen die neuen Bestimmungen zum Buch-
führungs- und Rechnungslegungsrecht frühestens ab dem 1. Januar 2015 Geltung (vgl.
Passardi/Fontana, Das neue kaufmännische Buchführungsrecht nach OR: Gedanken zur
„Milchbüchleinrechnung“, in: TREX Der Treuhandexperte, 1/2013, S. 20). Auf den vorliegenden
Fall ist deshalb das alte Recht anwendbar.
a) Nach Art. 663a Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 30. März 1911 betreffend die
Ergänzung des Schweizerischen Zivilgesetzbuches (Fünfter Teil: Obligationenrecht) (aOR)
weist die Bilanz das Umlaufvermögen und das Anlagevermögen, das Fremdkapital und das
Eigenkapital aus.
Das Anlagevermögen darf gemäss Art. 665 aOR unter Abzug der notwendigen
Abschreibungen höchstens zu den Anschaffungs- oder den Herstellungskosten bewertet wer-
den.
b) Betriebsrechnung und Jahresbilanz sind gemäss Art. 959 aOR nach allgemein
anerkannten kaufmännischen Grundsätzen vollständig, klar und übersichtlich aufzustellen, da-
mit die Beteiligten einen möglichst sicheren Einblick in die wirtschaftliche Lage des Geschäftes
erhalten.
c) Gemäss Art. 960 Abs. 1 aOR sind Inventar, Betriebsrechnung und Bilanz in Lan-
deswährung aufzustellen. Bei ihrer Errichtung sind alle Aktiven höchstens nach dem Werte an-
zusetzen, der ihnen im Zeitpunkt, auf welchen die Bilanz errichtet wird, für das Geschäft zu-
kommt (Abs. 2).
d) Wie für die Bilanzierbarkeit enthält das Handelsrecht auch für die Bilanzierungs-
pflicht keine allgemeine Regel. Aus der gesetzlichen Regelung ist lediglich zu schliessen, dass
für Kapitalgesellschaften nur wirkliche Vermögenswerte als Bestandteil der Bilanz in Frage
kommen. Im übrigen ist die Bilanzierungspflicht nach den allgemein anerkannten kaufmänni-
schen Grundsätzen zu bestimmen. Die Bilanzierungspflicht (Aktivierungspflicht) besteht für alle
bilanzierungsfähigen Wirtschaftsgüter, sofern das Gesetz nicht ausdrücklich ein Aktivierungs-
wahlrecht vorsieht. Aktivierungspflichtig sind demnach grundsätzlich alle Wirtschaftsgüter, wel-
che die Unternehmung angeschafft oder hergestellt hat und deren Wert im laufenden Ge-
schäftsjahr nicht verbraucht worden ist. Die Bilanzierung aktiver Wirtschaftsgüter hat in dem
Seite 6
Zeitpunkt zu erfolgen, in dem die Unternehmung wirtschaftlich über die Güter verfügen kann
(vgl. Cagianut/Höhn Unternehmenssteuerrecht, 3. A. Bern 1993, § 4 RZ 44f.; Jürg B. Altorfer,
Abschreibungen auf Aktiven des Anlagevermögens aus steuerlicher Sicht, Zürcher Diss. [oec.],
Zürich 1992,65). Um bilanzierbar zu sein, muss ein Wirtschaftsgut in der vollen rechtlichen Ver-
fügungsgewalt des Geschäftsinhabers stehen. Wer ein kaufmännisches Gewerbe betreibt, darf
unter seinen Geschäftsaktiven kein einem Dritten gehörendes Wirtschaftsgut aufnehmen, weil
dies einen Verstoss gegen den Grundsatz der Bilanzwahrheit und -klarheit darstellen würde
(vgl. Entscheid des Bundesgerichts, BGE 2A.52/2003 vom 23. Januar 2004, E.3.2).
Die Sachanlagen umfassen die materiellen, gegenständlichen Anlagegüter. Sie
stehen dem Unternehmen zur langfristigen oder mehrmaligen Nutzung zur Verfügung und ge-
hen durch Abnützung mittelbar in das Leistungsergebnis ein. Die Art des Aktivums oder seine
Beschaffenheit gibt noch nicht Auskunft über die Zuordnung; massgebend ist vielmehr der Ver-
wendungszweck (vgl. Treuhand Kammer [Hrsg.], Schweizer Handbuch der Wirtschaftsprüfung,
Bd. 1, Zürich 2009, Ziff. 6.12.1, S. 194).
e) In Bezug auf die Beweislast ist schliesslich festzuhalten, dass der Nachweis für
steuerbegründende Tatsachen der Steuerbehörde, der Beweis für steueraufhebende oder
steuermindernde Tatsachen grundsätzlich aber dem Steuerpflichtigen obliegt; dieser hat steu-
ermindernde Tatsachen nicht nur zu behaupten, sondern auch zu belegen (vgl. Entscheid des
Bundesgerichts [BGE] 140 II 248, E. 3.5; Blumenstein/Locher, System des schweizerischen
Steuerrechts, 7. Aufl., Zürich 2016, S. 519; vgl. auch Zweifel/Casanova, Schweizerisches Steu-
erverfahrensrecht, § 19 Rz. 8ff.).
3. a) Die A._ GmbH ist mit dem Zweck Buchführung, Buchführungsberatung und -
schulung im Handelsregister des Kantons Basel-Landschaft eingetragen. Sie kann sich zudem
an anderen Unternehmen beteiligen. Als Gesellschafter figurieren die Ehegatten B._. Ge-
mäss der Unterlagen hat Herr B._ das besagte Fahrzeug, Citroen HY in Frankreich von sei-
nen Bekannten Herrn C._ gekauft. In den Akten befindet sich dazu eine Gesamtrechnung
Kauf / Instandstellung HY, 1972 über Fr. 30‘550.-- datiert vom 20. Dezember 2013, welche an
die Adresse von B._ gerichtet ist. Im Weiteren befindet sich in den Akten ein Nachweis dar-
über, dass Herr B._ mit Erfolg an der Schulung zum Fromelier teilgenommen hat sowie ein
Vergütungsauftrag vom 17. November 2013 an C._, in D._ (Frankreich) in Höhe von Fr.
4‘000.--, welcher über das Konto der A._ GmbH abgewickelt wurde. In der Buchhaltung der
A._ GmbH wurden Zahlungen an C._ in Höhe von insgesamt Fr. 22‘589.70 verbucht.
Seite 7
Schliesslich befinden sich in den Akten Fotos von Autos derselben Art sowie ein Foto des hier
strittigen Fahrzeugs, welches damals gemäss Standortangabe „D._“ auf dem Foto das Ori-
ginalfahrzeug abbilden soll. Schliesslich befinden sich in den Unterlagen Kontoauszüge, aus
dem Jahre 2013, auf welchen Zahlungen an C._ ausgewiesen werden.
b) An der heutigen Verhandlung des Steuergerichts reichte der Vertreter Zolldoku-
mente betreffend das Fahrzeug Citroen HY ein, welche belegen, dass dieses in die Schweiz
eingeführt worden ist und zudem ein Standplatz-Mietvertrag mit Standort E._ sowie ein
Mietvertrag für Fahrzeugplätze mit der Firma F._ AG bestehen. Die Verträge sind im Okto-
ber sowie Juni 2016 abgeschlossen worden. Der Vertreter beantragt nun wie auch bereits im
Rekurs die Aufnahme des Fahrzeugs in die Geschäftsaktiven bereits für das Jahr 2013.
c) Nach Durchsicht der dem Steuergericht vorliegenden unter lit. a zitierten Belege
ist hingegen eine Aktivierung per 2013 aus den nachfolgenden Gründen abzulehnen.
Die A._ GmbH beschäftigt sich mit Buchführung und zudem mit Beratung und
Schulung in eben diesem Bereich. Eine Anpassung der Geschäftstätigkeit der A._ GmbH im
Handelsregister ist bislang nicht erfolgt. Damit ist der geplante Käseverkauf vom Gesellschafts-
zweck der A._ GmbH, nicht gedeckt. Auch befinden sich in den Akten keine Belege darüber,
dass der Gesellschafter im Namen der A._ GmbH ein neues Projekt umsetzen möchte. Die
Ausbildung zum Fromelier genügt als Nachweis, dass die A._ GmbH zukünftig ihren Gesell-
schaftszweck erweitern wird, nicht. Die Annahme, dass B._ das Fahrzeug als Privatperson
erstanden hat, um sich in Zukunft beruflich neu zu orientieren und den Käsehandel als Hobby
oder Nebeneinkunft zu betreiben erscheint damit ebenfalls nicht abwegig und bei der vorliegen-
den Beweislage eher wahrscheinlich, als das Betreiben des Käsehandels über die Gesell-
schaft, welche mit dem neu angedachten Geschäftszweig in der Vergangenheit überhaupt
nichts zu tun hatte. Nicht von Relevanz erscheint, dass die Ehegatten keinen Führerschein be-
sitzen. Erschwerend kommt hinzu, dass sich das Fahrzeug bis vor Kurzem noch in Frankreich
befunden hat. In einem solchen Fall ist die Überprüfbarkeit der tatsächlichen Verhältnisse oh-
nehin gehemmt. Aufgrund der Beweislage kam die Steuerverwaltung nicht umhin Vermutungen
anzustellen. So richtet sich die Gesamtabrechnung vom 20. Dezember 2013 an die Privatper-
son B._ und nicht an die Rekurrentin, weshalb die Steuerverwaltung davon ausgehen muss-
te, dass die Erstehung des Fahrzeugs einen privaten Hintergrund hat. Auf der Abrechnung sind
mehrere Zahlungen aus dem Jahre 2013 sowie eine Zahlung in Höhe von € 3‘000.--, welche
bereits am 9. Dezember 2011 erfolgt sein soll, aufgelistet. Ein Rechtsgrund für die Zahlung im
Jahre 2011 ist jedoch nicht ersichtlich und wurde auch nicht weiter substantiiert, weshalb die
Seite 8
Steuerverwaltung zudem davon ausgeht, dass das besagte Fahrzeug bereits im Jahre 2011
erstanden worden ist.
Ausser dieser Gesamtabrechnung befindet sich in den Akten kein Beleg, dass
das Fahrzeug, wie behauptet, von der Rekurrentin gekauft oder zumindest an diese wei-
terverkauft worden ist. Auch ist der Zeitpunkt des Eigentumsübergangs von der Privatperson an
die Rekurrentin nicht erwiesen. Korrekt ist, dass es für die Abwicklung eines Kaufs nach Art.
184 i.V.m. Art. 11 OR keines schriftlichen Vertrages bedarf. Aufgrund der im Steuerrecht gel-
tenden Beweislastverteilung sind jedoch die wirtschaftlichen Vorgänge zu belegen. Der Eigen-
tumsübergang von der Privatperson B._ auf die A._ GmbH ist aufgrund dieser Abrech-
nung hingegen nicht belegt. Vielmehr ergibt sich daraus, dass das Fahrzeug im Eigentum von
Herrn B._ steht. Auch die auf der Abrechnung angebrachte Bemerkung, dass die Zahlung
von der A._ erfolgt ist, hilft wenig. Damit existiert kein Beleg, der den Eigentumsübergang
von der Privatperson B._ auf die Gesellschaft nachvollziehbar darlegt. Beim Fahrzeug Cit-
roen HY handelt es sich damit juristisch gesehen um ein einer Drittperson gehörendes fremdes
Wirtschaftsgut. Umgekehrt ist damit auch der Vorwurf des Vertreters des überspitzten Forma-
lismus nicht zu hören, könnte beispielsweise im Falle eines Konkurses der Gesellschaft, nicht
auf das besagte Fahrzeug zur Verwertung und Tilgung von Gesellschaftsschulden zurückgegrif-
fen werden. Der Citroen HY ist aufgrund dieser Ausführungen im Jahre 2013 in der Buchhal-
tung der A._ GmbH noch nicht bilanzierbar. Die Steuerverwaltung hat die Aktivierung des
Wertes für das fragliche Fahrzeug Citroen HY damit zu Recht abgelehnt.
d) Die vom Vertreter an der heutigen Verhandlung eingereichten Belege sind dem-
nach für das Jahr 2013 nicht dienlich und werden somit erst für die Steuerperiode 2016 zu beur-
teilen sein.
4. a) Gegenstand der Ertragssteuer ist nach § 53 Abs. 1 StG der steuerbare Reiner-
trag. Dieser setzt sich zusammen aus (a) dem Saldo der Erfolgsrechnung unter Berücksichti-
gung des Saldovortrages des Vorjahres; (b) allen vor Berechnung des Saldos der Erfolgsrech-
nung ausgeschiedenen Teilen des Geschäftsergebnisses, die nicht zur Deckung geschäfts-
mässig begründeter Aufwendungen verwendet werden, wie insbesondere Aufwendungen für
die Herstellung, Anschaffung oder Wertvermehrung von Gegenständen des Anlagevermögens,
geschäftsmässig nicht begründete Abschreibungen und Rückstellungen, Einlagen in die Reser-
ven, Einzahlungen auf das Eigenkapital aus Mitteln der juristischen Person, offene und verdeck-
te Gewinnausschüttungen und geschäftsmässig nicht begründete Zuwendungen an Dritte, (c)
Seite 9
den der Erfolgsrechnung nicht gutgeschriebenen Erträgen, mit Einschluss der Kapital-, Liquida-
tions- und Aufwertungsgewinne, vorbehältlich § 32. Inhaltlich übereinstimmende Vorschriften
enthalten auch Art. 24 Abs. 1 lit. a StHG sowie Art. 58 Abs. 1 lit. b DBG.
b) Zum steuerbaren Reingewinn gehören namentlich Zuwendungen der Gesell-
schaft an die Anteilsinhaber oder ihnen nahestehende Dritte, die einem Aussenstehenden nicht
oder zumindest nicht im gleichen Mass gewährt würden. Der Grundtatbestand solcher geldwer-
ter Leistungen ist nach der Rechtsprechung immer dann anzunehmen, wenn (a) die Gesell-
schaft keine oder keine gleichwertige Gegenleistung erhält, (b) der Aktionär direkt oder indirekt
(z.B. über eine ihm nahestehende Person oder Unternehmung) einen Vorteil erhält, der einem
Dritten unter gleichen Bedingungen nicht zugebilligt worden wäre, die Leistung also insofern
ungewöhnlich ist, und (c) der Charakter dieser Leistung für die Gesellschaftsorgane erkennbar
war (BGE 131 II 593 E. 5.1 S. 607; Urteile 2C_272/2011 vom 5. Dezember 2011 E. 3.1 und
3.2.1; 2C_265/2009 vom 1. September 2009 E. 2.1, in: StR 64/2009 S. 915; 2A.204/2006 vom
22. Juni 2007 E. 6, in: RtiD 2008 I pag. 946; je mit Hinweisen; 2C_414/2012 vom 19.11.2012, E.
3).
Als geldwerte Vorteile aus Beteiligungen gelten dementsprechend alle durch
Zahlung, Überweisung, Gutschrift, Verrechnung oder auf andere Weise bewirkten in Geld
messbaren Leistungen, die der Inhaber gesellschaftlicher Beteiligungsrechte unter ir-
gendeinem Titel aufgrund dieser Beteiligung von der Gesellschaft erhält und welche keine
Rückzahlung der bestehenden Kapitalanteile darstellen. Dazu gehören insbesondere sog. ver-
deckte Gewinnausschüttungen, d.h. Zuwendungen der Gesellschaft, denen keine oder keine
genügenden Gegenleistungen des Anteilsinhabers entsprechen und die einem an der Gesell-
schaft nicht beteiligten Dritten nicht oder nur in wesentlich geringerem Umfang erbracht worden
wären. Das ist mit einem Drittvergleich zu ergründen (sog. Prinzip des "dealing at arm's
length"), bei dem alle konkreten Umstände des abgeschlossenen Geschäfts zu berücksichtigen
sind (vgl. BGE 138 II 57, E. 2.2). Als Indizien, die dafür sprechen, dass ein Dritter einen Kredit
nicht gewährt hätte und damit ein simuliertes Darlehensverhältnis vorliegt, fallen diverse Krite-
rien in Betracht (vgl. BGE 138 II 57 E. 3.2 S. 60 f. mit umfassenden Hinweisen auf Recht-
sprechung und Literatur; BGE A.124/1982 vom 25. November 1983 E. 3 ff., in: ASA 53 S. 54 ff.,
58 ff.; vgl. BGE 2C_1023/2013 vom 8. Juli 2014 E. 3.4).
c) Die verdeckten Gewinnausschüttungen bzw. geldwerten Leistungen unterliegen
der Gewinnsteuer der Kapitalgesellschaft, der Einkommenssteuer beim Anteilsinhaber sowie
der Verrechnungssteuer, die von Inländern zurückgefordert werden kann. Die Terminologie ist
Seite 10
in dem Sinne uneinheitlich, als dass das Bundesgericht ersteren Anfang der 90-er Jahre zwar
weitgehend aufgegeben hat, diesen aber verschiedentlich noch verwendet und auch das Recht
der direkten Bundessteuer den Begriff der verdeckten Gewinnausschüttung kennt (vgl. Reto
Heuberger, Die verdeckte Gewinnausschüttung aus Sicht des Aktienrechts und des Gewinn-
steuerrechts, Diss. Bern 2001, S. 2). Eine verdeckte Gewinnausschüttung findet in erster Linie
statt, wenn die Unternehmung Privataufwand (Lebenshaltungskosten) des Anteilsinhabers usw.
aus eigenen Mitteln deckt und diesen als geschäftlichen Aufwand verbucht oder wenn sie Ge-
schäftsvermögen für Privatzwecke zur Verfügung stellt. Dazu gehört auch die Belastung von
Aufwand dessen Empfänger und Leistungsgrund nicht bekannt sind. Die häufigste Form der
verdeckten Gewinnausschüttung besteht darin, dass die Kapitalunternehmung aufgrund eines
Rechtsgeschäfts (z.B. Arbeits-, Darlehens-, Mietvertrag usw.) an Anteilsinhaber oder naheste-
hende Personen zulasten eines Aufwandkontos Leistungen erbringt (z.B. Lohn, Zins), welche
im Verhältnis zu der von ihnen erbrachten Gegenleistung offensichtlich übersetzt sind. Das ist
dann der Fall, wenn die Leistung der Kapitalunternehmung höher ist als jene, die sie einem un-
beteiligten Dritten in jedem Fall höchstens zugestanden hätte (maximales marktkonformes Ent-
gelt) (vgl. Höhn/Waldburger, Steuerrecht Band 1, 9. Auflage, Bern/Stuttgart/Wien 2001, § 18 N
106).
d) Auch im Bereich der geldwerten Leistungen gilt die Grundregel, dass die Steuer-
behörde die Beweislast für steuerbegründende und -erhöhende Tatsachen trägt, die steuer-
pflichtige Gesellschaft dagegen diejenige für all das, was die Steuer aufhebt oder mindert. Der
Behörde obliegt insbesondere der Nachweis dafür, dass die Gesellschaft eine Leistung erbracht
hat und dieser keine oder keine angemessene Gegenleistung gegenübersteht. Hat die Behörde
ein solches Missverhältnis zwischen Leistung und Gegenleistung dargetan, so ist es Sache der
steuerpflichtigen Gesellschaft, die damit begründete Vermutung zu entkräften. Gelingt ihr das
nicht, trägt sie die Folgen der Beweislosigkeit. Das gilt insbesondere dann, wenn sie Zahlungen
leistet, die weder buchhalterisch erfasst noch belegt sind (zum Ganzen vgl. BGE 2C_414/2012
vom 19. November 2012; vgl. auch Reich, Steuerrecht, 2. A. § 13 N 113ff.).
e) Da die Rekurrentin nicht dargetan hat, dass das Fahrzeug Citroen HY in ihr Ei-
gentum übergegangen ist, die Zahlungen an Herrn C._ jedoch über sie anstatt über den
Gesellschafter B._ abgewickelt worden sind, ist die Steuerverwaltung zu Recht von einer
geldwerten Leistung von der Gesellschaft an den Beteiligungsinhaber ausgegangen und bleibt
die Minusreserve im Eigenkapital der Gesellschaft bestehen.
Seite 11
Der Rekurs erweist sich aufgrund all dieser Erwägungen als unbegründet und ist abzuweisen.
5. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens hat die Rekurrentin Verfahrenskosten in
Höhe von Fr. 400.-- zu bezahlen (§ 130 StG i.V.m. § 20 Abs. 1 und 3 des Gesetzes vom 16.
Dezember 1993 über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung [VPO]) und es ist ihr
keine Parteientschädigung auszurichten (§ 130 StG i.V.m. § 21 Abs. 3 VPO).
Seite 12