# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 83f5aaff-4b5d-48de-b708-8538d0c531b9
**Court:** ZH_OG
**Chamber:** ZH_OG_001
**Year:** 2018
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

betreffend Ehescheidung (vorsorgliche Massnahmen)
Berufung gegen eine Verfügung des Einzelgerichtes (3. Abteilung) des  Zürich vom 6. November 2017; Proz. FE140545
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Rechtsbegehren:
des Klägers und Berufungsbeklagten:
ursprüngliche Begehren (Eingabe vom 9. Februar 2017, act. 9/196):
"1. In Abänderung von Disp. 2 des Urteils der 3. Abteilung des  Zürich EE120337-L vom 21. März 2013 sei die in der Hauptsache beantragte alternierende Obhut im Rahmen einer vorsorglichen Massnahme sofort für die Dauer des Verfahrens anzuordnen;
2. in Abänderung von Disp. 1 der Verfügung FE140545-L der 3.  des Bezirksgerichts Zürich vom 4. Mai 2016 sei für die Dauer des Scheidungsverfahrens im Sinne einer Vorbereitung auf die in der Hauptsache beantragte 50:50-Prozent-Betreuung für C._ eine 30:70-Prozent-Betreuungsregelung anzuordnen, wie folgt:
• jeweils in den ungeraden Wochen von Freitag 18.00 Uhr bis nächsten Montag, Kindergarten-/Schulbeginn und in den  Wochen von Mittwoch, 12.00 Uhr bzw. Kindergarten- /Schulschluss bis Freitag, Kindergarten-/Schulbeginn habe die Tochter C._ ihren Aufenthalt jeweils beim Kläger und sei durch diesen zu betreuen;
• in der übrigen Zeit habe die Tochter C._ ihren  jeweils bei der Beklagten und sei durch diese zu ;
• dem Kläger sei zudem das Recht zuzusprechen, dreimal pro Jahr je eine Woche Ferien sowie einmal zwei Wochen  mit der Tochter C._ zu verbringen, wobei diese  möglichst anfangs Jahr, aber mindestens zwei Monate im Voraus anzukündigen sind;
• für die Doppelfeiertage und die eintägigen /Festtage sei die aktuelle Regelung gemäss Disp. Ziff. 5 des Urteils der 3. Abteilung des Bezirksgerichts Zürich EE130458-L/U vom 1. Dezember 2014 und gemäss Disp. Ziff. 1 des Urteils der I. Zivilkammer des Obergerichts des Kantons Zürich LE140078-O/U vom 18. August 2015 ;
3.a. in Abänderung von Disp. Ziff. 2 des Urteils der I. Zivilkammer des Obergerichts des Kantons Zürich LE140078-O/U vom 18. August 2015 sei der Kläger zu verpflichten, der Tochter C._ während der Dauer des Scheidungsprozesses auf der Basis der 30:-Betreuungsregelung die folgenden monatlichen - und Unterhaltsbeiträge – zuzüglich allfälliger Kinderzulagen – zu leisten (zahlbar jeweils monatlich zum Voraus an die ):
• bis zum vollendeten 70. Altersjahr des Klägers (April 2018) jeweils CHF 7'500.00 pro Monat,
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• von da an jeweils CHF 4'000.00 pro Monat;
b. es sei davon Vormerk zu nehmen, dass die Tochter C._ und die Beklagte gemäss Teilvergleich vom 26. Mai 2014 bzw.  Urteil des Bezirksgerichts Zürich vom 1. Dezember 2014 Disp. 9 während der Dauer des Getrenntlebens die ihnen vom Kläger zur Verfügung gestellte Liegenschaft D._-Strasse ..., ... Zürich, unentgeltlich nutzen können, was einem indirekten  Unterhaltsbeitrag von CHF 25'000.00 pro Monat ;
4. in Abänderung von Disp. Ziff. 2 des Urteils der I. Zivilkammer des Obergerichtes des Kantons Zürich LE140078-O/U vom 18. August 2015 sei der Beklagten während der Dauer des  auf der Basis der 30:70-Prozent-betreuungsregelung ein persönlicher Unterhaltsbeitrag in der Höhe von CHF 4'500.00 ."
Prozessualer Antrag:
"Die Tochter C._ sei zu Handen des Gerichtes bezüglich ihrer Wünsche hinsichtlich der Obhuts-/Betreuungsregelung im Verhältnis zu Vater und Mutter durch Frau Dr. phil. E._, ... [Funktion] Marie Meierhofer-Institut, zu befragen."
Eventualantrag (Eingabe vom 29. März 2017, act. 10/214):
" 5. eventuell (als Eventuallösung für den Übergang zu der  alternierenden Obhut mit 30:70-Prozent-Betreuungsregelung): Dem Kläger seien folgende Betreuungsanteile bzw. folgendes  zuzusprechen:
• jeweils in den ungeraden Wochen von Freitag 18.00 Uhr bis nächsten Montag, Kindergarten-/Schulbeginn;
• jeweils am Mittwoch von 12.00 Uhr bzw. Kindergarten- /Schulschluss bis 18.00 Uhr;
• zwei Wochen Ferien pro Jahr, wobei diese möglichst  Jahr, aber mindestens zwei Monate im Voraus  sind;
• ab dem vollendeten siebten Altersjahr C._s dann  Obhut mit 30:70-Prozent-Betreuungsregelung  Antrag Ziff. 1 und 2."
Neuer alleiniger Antrag (Eingabe vom 20. April 2017, act. 10/218 S. 3 und act. 10/239 S. 1, Prot. S. 47):
" Dem Kläger sei folgendes Besuchsrecht zuzusprechen:
• jeweils in den ungeraden Wochen von Freitag 18.00 Uhr bis nächsten Montag, Kindergarten-/Schulbeginn;
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• jeweils am Mittwoch von 12.00 Uhr bzw. Kindergarten-/  bis 18.00 Uhr;
• zwei Wochen Ferien pro Jahr, wobei diese möglichst anfangs Jahr, aber mindestens zwei Monate im Voraus anzukündigen sind;
unter Kosten-/Entschädigungsfolgen (zuzüglich 8% MWST) zu Lasten der Beklagten."
der Beklagten und Berufungsklägerin
Eingabe vom 20. März 2017 (act. 10/212 S. 2):
" Es seien die klägerischen Anträge abzuweisen, soweit auf diese  werden kann;
unter Kosten-und Entschädigungsfolgen (zuzügl. 8% MwSt.) zulasten des Klägers."
Anlässlich der Verhandlung vom 6. Juli 2017 präzisierte und neue Anträge (Prot. S. 47, sinngemäss):
1. Es seien sämtliche Anträge des Klägers abzuweisen, unter - und Entschädigungsfolgen zzgl. MWST zulasten des Klägers.
2. Es sei das Besuchsrecht im Sinne vorsorglicher Massnahmen in dem Umfang zu regeln, wie es per heute schon gilt und wie es provisorisch vereinbart worden ist, d.h. an jedem  von 12.15 Uhr bis 17.30 Uhr und an jedem Sonntag  Wochen von 09.00 Uhr bis 17.30 Uhr.
3. Es seien die Bestimmungen in Dispositivziffer 1 und  5 Abs. 3 und 4 des Urteils des hiesigen Gerichtes vom 1. Dezember 2014 aufzuheben.
Verfügung des Bezirksgerichtes Zürich vom 6. November 2017 (act. 4/2 = act. 10/262 = act. 17)
"1. Dispositivziffer 1 der Verfügung vom 4. Mai 2016 (Geschäfts-Nr. FE140545) wird durch folgende Fassung ersetzt:
"Der Kläger wird für berechtigt erklärt, die Tochter C._ wie folgt auf  Kosten zu sich oder mit sich auf Besuch zu nehmen:
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Ab sofort:
− jeweils am Dienstag ab mittäglichem Kindergarten- oder Schulschluss bis 17.30 Uhr,
− am Wochenende jeder geraden Kalenderwoche jeweils von , 09.00 Uhr bis Sonntagabend, 17.30 Uhr;
ab Ende der Herbstferien 2018:
− jeweils am Dienstag ab mittäglichem Kindergarten- oder Schulschluss bis 17.30 Uhr,
− am Wochenende jeder geraden Kalenderwoche jeweils von Freitagabend, 18.00 Uhr (falls C._ keine Schule hat am Freitagnachmittag) bzw. von Freitag Schulschluss (falls C._ Schule hat am Freitagnachmittag) bis Sonntagabend, 17.30 Uhr, erstmals in der Kalenderwoche 44;
sowie ab Ende der Frühjahrsferien 2018 und für den Rest des Kalenderjahres 2018:
− während zwei Wochen Ferien, und
ab Anfang des Kalenderjahres 2019: − während zwei Wochen Ferien pro Kalenderjahr,
wobei die Ferien (von beiden Parteien) möglichst anfangs Jahr, wenigstens aber zwei Monate im Voraus anzukündigen sind und von beiden Parteien auf von der anderen Partei bereits angekündigte bzw. gebuchte Ferien Rücksicht zu nehmen ist.
Können sich die Eltern nicht einigen, so kommt dem Vater in Jahren mit  Jahreszahl das Entscheidungsrecht bezüglich der Aufteilung der Ferien zu; in Jahren mit ungerader Jahreszahl der Mutter.
Verbringt die Beklagte ihre Ferien mit C._ nicht in Zürich, so ruht das Besuchsrecht und ist nicht zu kompensieren."
2. Im darüber hinaus gehenden Umfang werden die Begehren des Klägers ab-
gewiesen.
3. Dispositivziffer 1 des Urteils vom 1. Dezember 2014 (Geschäfts-Nr.
EE130458) wird aufgehoben und durch die folgende Fassung ersetzt:
"Die Gesuchsgegnerin und Beklagte wird verpflichtet, das Besuchsrecht  Ferienabwesenheit nicht länger als 21 Tage zu unterbrechen."
4. Dispositivziffern 2 und 3 des Urteils vom 1. Dezember 2014 (Geschäfts-Nr.
EE130458) sowie Dispositivziffer 2 des Urteils vom 22. September 2016 (Ge-
schäfts-Nr. EE130458) werden aufgehoben.
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5. Im Übrigen werden die Anträge der Beklagten abgewiesen, soweit darauf ein-
zutreten ist.
6. Die Entscheidgebühr wird auf Fr. 3'600.– festgesetzt.
7. Die Gerichtskosten werden dem Kläger zu einem Viertel und der Beklagten
zu drei Vierteln auferlegt und mit dem vom Kläger geleisteten Vorschuss ver-
rechnet. Die Beklagte wird verpflichtet, dem Kläger Fr. 2'700.– des von ihm
geleisteten Vorschusses zu ersetzen.
8. Die Beklagte wird verpflichtet, dem Kläger eine (reduzierte) Parteientschädi-
gung in der Höhe von Fr. 3'200.– (inkl. Mehrwertsteuer) zu bezahlen.
9. [Mitteilungssatz].
10. [Rechtsmittelbelehrung]."
Berufungsanträge:
der Beklagten und Berufungsklägerin
Eingabe vom 14. November 2017 (act. 2 S. 2):
"1. Es sei die Verfügung des Einzelgerichts des Bezirksgerichts Zürich vom 6. November 2017 betreffend vorsorgliche Massnahmen in der  vollumfänglich aufzuheben und das Gesuch des Klägers um Erlass vorsorglicher Massnahmen abzuweisen.
2. Eventualiter sei die Verfügung des Einzelgerichts des Bezirksgerichts Zürich vom 6. November 2017 betreffend vorsorgliche Massnahmen in der Ehescheidung aufzuheben und das Verfahren an die erste Instanz zur Vervollständigung des relevanten Sachverhalts im Sinne der nachfolgenden Erwägungen zurückzuweisen.
unter Kosten- und Entschädigungsfolgen, zzgl. MwSt., zulasten des Berufungsbeklagten.
Prozessualer Antrag auf Erlass einer superprovisorischen vorsorglichen Massnahme (act. 2 S. 2):
"Es sei der vorliegenden Berufung die aufschiebende Wirkung zu erteilen; unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zzgl. MwSt. zulasten des Berufungsbeklagten."
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Eingabe vom 23. November 2017 (act. 11, S. 2 f.):
"1. Es sei die Verfügung des Einzelgerichts des Bezirksgerichts Zürich vom 6. November 2017 betreffend vorsorgliche Massnahmen in der Ehescheidung in Disp. Ziff. 1 und 3 aufzuheben und durch folgenden Entscheid zu ersetzen:
1. Der Kläger wird für die weitere Dauer des Verfahrens für berechtigt erklärt, die Tochter C._ wie folgt auf eigene Kosten zu sich oder mit sich auf Besuch zu nehmen:
- jede Woche am Dienstag von 12.15 Uhr bis 17.30 Uhr
- sowie in den geraden Wochen am Sonntag eines jeden Monats von 9.00 Uhr bis 17.30 Uhr,
Die Beklagte trifft keine Pflicht zur Beschränkung ihrer zusammen mit C._ verbrachten Ferien.
2. Die Besuche des Klägers gemäss vorstehender Ziffer 1 haben bis zur Vorlage des Erziehungsfähigkeitsgutachtens des Klägers sowie bis zu einem bezüglich der Betreuung anders lautenden Entscheid begleitet stattzufinden. Eventualiter seien in Anwendung der  andere geeignete Kindesschutzmassnahmen anzuordnen."
2. Eventualiter sei die Verfügung des Einzelgerichts des Bezirksgerichts Zürich
vom 6. November 2017 betreffend vorsorgliche Massnahmen in der  aufzuheben und das Verfahren zur Feststellung bzw. Vervollständigung des Sachverhalts, insbesondere der Einholung eines , und zur Fällung eines neuen Entscheids in der Sache an die  zurückzuweisen.
3. Subeventualiter sei die Verfügung des Einzelgerichts des Bezirksgerichts Zü-
rich vom 6. November 2017 betreffend vorsorgliche Massnahmen in der  mit Ausnahme von Disp. Ziff. 3 und 4 aufzuheben und im Übrigen das Massnahmebegehren des Klägers abzuweisen sofern darauf eingetreten werden kann.
4. Sodann sei die Vorinstanz in jedem Falle im Hinblick auf das Hauptverfahren
und allfällige weitere vorsorgliche Massnahmebegehren anzuweisen, unter  der mit der vorliegenden Berufung vorgebrachten Noven zur Feststellung des relevanten Sachverhalts die notwendigen  zu treffen, insbesondere ein Gutachten betreffend die  des Klägers anzuordnen;
5. Es sei die Verfügung des Einzelgerichts des Bezirksgerichts Zürich vom 6. No-
vember 2017 betreffend vorsorgliche Massnahmen in der Ehescheidung in Disp. Ziff. 6 bis 8 aufzuheben und die Kosten des erstinstanzlichen Verfahrens dem Kläger aufzuerlegen und der Beklagten eine angemessene , zuzüglich Mehrwertsteuer, zuzusprechen.
alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen, zzgl. MwSt., zulasten des  und Berufungsbeklagten."
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Prozessualer Antrag auf superprovisorischen Erlass vorsorglicher Massnahmen (act. 11 S. 3):
"Die vorstehenden Anträge gemäss Ziff. 1./1. und 1./2. seien für die Zeit bis zum rechtskräftigen Entscheid über die Abänderung der  im Sinne von vorsorglichen Massnahmen anzuordnen;
alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen, zzgl. MwSt., zulasten des
Klägers und Berufungsbeklagten."

## Considerations

Erwägungen:
I. Sachverhalt sowie Vor- und Prozessgeschichte
1. B._ (Kläger und Berufungsbeklagter, nachfolgend nur "Kläger") und
A._ (Beklagte und Berufungsklägerin, nachfolgend nur Beklagte") heirateten
am tt. März 2009. Sie haben eine gemeinsame Tochter namens C._,
geb. am tt.mm.2011.
2. Am 5. Oktober 2012 ersuchte der Kläger beim Einzelgericht des Bezirksge-
richts Zürich um den Erlass von Eheschutzmassnahmen. Nachdem die Obhut
über die gemeinsame Tochter C._ mit Urteil des Einzelgerichtes vom
21. März 2013 (Geschäfts-Nr. EE120337) der Beklagten zugeteilt wurde, konnte
das Besuchsrecht des Klägers erstmals durch einen vom Obergericht Zürich mit
Beschluss vom 26. November 2013 (Geschäfts-Nr. LE130028) genehmigten Ver-
gleich verbindlich festgelegt werden (Dispositiv-Ziff. 4). Der Kläger wurde – nach
einer Übergangsregelung für den Zeitraum bis zum 31. Dezember 2013 – ab
1. Januar 2014 für berechtigt erklärt, die Tochter jede Woche am Dienstag von
11.00 Uhr bis 15.00 Uhr und in den geraden Wochen am Sonntag von 11.30 Uhr
bis 17.30 Uhr, in den ungeraden Wochen am Freitag von 11.00 Uhr bis 15.00 Uhr
zu sich oder mit sich auf Besuch zu nehmen. In der Folge wurde diese Regelung
mehrfach ergänzt (insbesondere bezüglich Kompensation ausfallender Besuchs-
rechtstage und Besuchsrechtsregelung an Feiertagen, vgl. Geschäfts-
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Nr. EE130458, Geschäfts-Nr. LE140025, Geschäfts-Nr. EE130458 und Ge-
schäfts-Nr. LE140078).
3. Seit dem 4. Juli 2014 stehen sich die Parteien im Scheidungsverfahren vor
dem Bezirksgericht Zürich gegenüber. Mit Urteil vom 14. Mai 2018 hat das Bun-
desgericht die Ehe geschieden. Die Regelung der Folgen bleibt pendent.
Gestützt auf Gesuche der Parteien um Erlass bzw. Abänderung vorsorgli-
cher Massnahmen vom 29. Oktober 2015 resp. 14. Dezember 2015 (act. 8/59 und
act. 8/67) respektive 23. November 2015 (act. 8/64) schlossen die Parteien am
14. bzw. 18. März 2016 einen Vergleich über die vorsorgliche Änderung der Be-
suchszeiten (act. 8/99), worin sie dem Gericht übereinstimmend beantragten, es
sei Dispositivziffer 4 des Beschlusses des Obergerichts Zürich vom 26. November
2013 (LE130028) bezüglich des ordentlichen Besuchsrechts des Klägers mit Wir-
kung ab 1. Mai 2016 insofern abzuändern, als er für berechtigt erklärt werde, die
Tochter jede Woche am Dienstag von 09.00 Uhr bis 13.00 Uhr und in den gera-
den Wochen am Sonntag von 11.30 Uhr bis 17.30 Uhr, in den ungeraden Wochen
am Freitag von 09.00 Uhr bis 13.00 Uhr zu sich oder mit sich auf Besuch zu neh-
men. Weitergehende Vergleichsbemühungen scheiterten, weshalb die Vorinstanz
mit Verfügung vom 4. Mai 2016 (act. 8/123) die Vereinbarung der Parteien vom
14. bzw. 18. März 2016 genehmigte, das weitergehende Massnahmengesuch des
Klägers zur Anordnung der geteilten Obhut, eventualiter Erweiterung des Be-
suchsrechts jedoch abwies. Die dagegen vom Kläger am 23. Mai 2016 erhobene
Berufung an das Obergericht Zürich wurde mit Urteil vom 21. Juli 2016 abgewie-
sen (Geschäfts Nr. LY160019); das Bundesgericht bestätigte diesen Entscheid
mit Urteil vom 7. März 2017 (Geschäfts-Nr. 5A_620/2016).
4. Mit Eingabe vom 9. Februar 2017 (act. 9/196) und mit Ergänzung vom
16. März 2017 (act. 10/208 und 10/209) stellte der Kläger erneut ein Gesuch um
Anordnung vorsorglicher Massnahmen im Scheidungsverfahren bzw. um Abände-
rung des für die Dauer des Verfahrens geregelten Besuchsrechts. Nachdem die
Beklagte die vollständige Abweisung der Begehren beantragt hatte (act. 10/212),
und der Kläger vorab mit einem Eventualantrag betreffend die begehrte alternie-
rende Obhut an das Einzelgericht gelangt war (act. 10/214), zog er mit Eingabe
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vom 20. April 2017 (act. 10/218) die Anträge auf Anordnung der alternierenden
Obhut sowie auf eine 30:70-Prozent-Übergangsregelung zurück und beschränkte
seinen Antrag auf ein erweitertes Besuchsrecht mit Übernachtungen und Ferien
(vgl. die Anträge oben, S. 2 ff.). Mitte Mai 2017 wurde das Besuchsrecht durch te-
lefonische Vermittlung der Einzelrichterin des Bezirksgerichts Zürich dahingehend
abgeändert, dass der Kläger seine Tochter jeden Dienstag von 12.15 Uhr bis
17.30 Uhr sowie jeden Sonntag gerader Wochen von 09.00 Uhr bis 17.30 Uhr zu
sich oder mit sich auf Besuch nehmen kann (act. 10/224).
5. Anlässlich der mündlichen Verhandlung vom 6. Juli 2017 betreffend vor-
sorgliche Massnahmen stellte die Beklagte weitere Anträge (vgl. die Anträge
oben, S. 4). Nach vorerst gescheiterten Vergleichsgesprächen wurde vereinbart,
den Parteien unter Anberaumung einer kurzen Annahmefrist einen angepassten
gerichtlichen Vereinbarungsvorschlag zukommen zu lassen (Prot. Vorinstanz,
S. 108). Nachdem den Parteien die Frist zur Weiterführung aussergerichtlicher
Vergleichsgespräche mehrfach erstreckt wurde, diese aber schliesslich scheiter-
ten (vgl. act. 4/2 E. I./6 f.), erliess die Vorinstanz am 6. November 2017 den nun
angefochtenen Entscheid (vgl. oben, S. 4 ff.).
6. Mit Eingabe vom 14. November 2017 erhob die Beklagte beim Obergericht
Zürich Berufung gegen diesen Entscheid (vgl. die eingangs wiedergegebenen Be-
rufungsanträge, S. 6 ff.). Sie verlangte insbesondere, es sei der Berufung die auf-
schiebende Wirkung zu erteilen und stellte in Aussicht, dass die vollständige Be-
rufungsschrift noch folgen werde. Die Eingabe vom 14. November 2017 diene der
Begründung des superprovisorischen Antrages um Erteilung der aufschiebenden
Wirkung (vgl. act. 2 Rz. 2).
7. Mit Beschluss vom 15. November 2017 wies die Kammer das Gesuch um
Erteilung der aufschiebenden Wirkung ab (act. 5).
8. Am 27. November 2017 (Datum Postaufgabe: 23. November 2017), somit
noch vor Ablauf der 10-tägigen Berufungsfrist, ging bei der Kammer die "ergänz-
te" Berufungsschrift der Beklagten mit den konkretisierten, eingangs zitierten (vgl.
oben S. 7 f.) Rechtsbegehren ein. Darin verlangte sie unter anderem, den Anträ-
gen Ziff. 1.1. und 1.2. superprovisorisch vorsorglich zu entsprechen, d.h. im We-
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sentlichen das Besuchsrecht des Klägers wiederum auf den Dienstag Nachmittag
und den Sonntag gerader Wochen zu beschränken, unter zusätzlicher Auflage,
dass die Besuche neu nur noch begleitet stattfinden dürften resp. eventualiter an-
dere geeignete Kindesschutzmassnahmen angeordnet würden.
9. Mit Beschluss vom 29. November 2017 (act. 13) wies die Kammer diesen
Antrag auf Erlass vorsorglicher Massnahmen respektive Erteilung der aufschie-
benden Wirkung der Berufung ebenfalls ab, unter Auferlegung der Kosten für die-
sen Beschluss an die Beklagte (act. 13). Dagegen wandte sich die Beklagte mit
Beschwerde vom 3. Januar 2018 an das Bundesgericht (vgl. act. 15).
10. Mit Entscheid vom 23. März 2018, Verfahren Nr. 5A_6/2018, wies das
Bundesgericht die Beschwerde der Beklagten ab, soweit darauf einzutreten war
(act. 16).
11. Die vorinstanzlichen Akten sind beigezogen worden (act. 8/1 - 128,
act. 9/129 - 201 und act. 10/201 - 264 inkl. act. 143 und act. 196 - 198). Sie befin-
den sich, aufgrund der gegen das Urteil der Kammer vom 20. Juni 2017 (Ge-
schäfts Nr. PC170006) erhobenen Beschwerde zwar teilweise am Bundesgericht,
jedoch sind die entscheidrelevanten Actoren (teilweise in Kopie) vorhanden. In
Anwendung von Art. 312 Abs. 1 ZPO ist auf die Einholung einer Berufungsantwort
des Klägers zu verzichten. Die Sache ist spruchreif. Auf die Vorbringen der Be-
klagten wird nachfolgend im Einzelnen nur insofern eingegangen, als diese als
entscheidrelevant erachtet werden.
12. Es bleibt darauf hinzuweisen, dass Ersatzrichter lic. iur. A. Huizinga,
welcher bei den Beschlüssen vom 15. November 2017 und vom 29. November
2017 mitwirkte (act. 5 und act. 13), inzwischen seine Tätigkeit am Obergericht
beendet hat. Neu wirkt deshalb Oberrichter Dr. S. Mazan am vorliegenden Ent-
scheid mit.
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II.
Zur Berufung im Einzelnen
1. Allgemeines zur Berufung
1.1. Erstinstanzliche Entscheide über vorsorgliche Massnahmen sind mit Beru-
fung anfechtbar (Art. 308 Abs. 1 lit. b ZPO). Die Beklagte ersucht um Aufhebung
der vorsorglich angepassten respektive zugunsten des Klägers erweiterten Be-
suchsrechtsanordnung, unter gleichzeitiger Anordnung von Kindesschutzmass-
nahmen. Es handelt sich somit um eine berufungsfähige Angelegenheit nicht
vermögensrechtlicher Natur.
1.2. Gemäss Art. 311 Abs. 1 ZPO ist die Berufung schriftlich und begründet ein-
zureichen. Gegen einen – wie vorliegend (Art. 248 lit. d ZPO) – im summarischen
Verfahren ergangenen Entscheid beträgt die Rechtsmittelfrist 10 Tage (Art. 314
Abs. 1 ZPO). Bis zum Ablauf dieser gesetzlichen Frist ist das zu ergreifende
Rechtsmittel einzureichen und abschliessend zu begründen.
1.3. Die Berufungsschrift vom 14. November 2017 wurde innert noch laufender
Berufungsfrist mit Eingabe vom 23. November 2017 ergänzend begründet. Beide
Eingaben sind damit rechtzeitig erfolgt (Art. 314 Abs. 1 ZPO; act. 2 und 11 i.V.m.
act. 10/263).
2. Zur Berücksichtigung neuer Tatsachen, neuer Beweismittel und erweiterter
Anträge im Berufungsverfahren
2.1. In der ergänzenden Eingabe vom 23. November 2017 hat die Beklagte den
Kläger neu und erstmals faktisch sexueller Übergriffe auf das Kind C._ be-
zichtigt und beantragt, bis zum Vorliegen eines Erziehungsfähigkeitsgutachtens
betreffend den Kläger sowie bis zu einem neuen Entscheid über die Betreuung
von C._ seien Kontakte zwischen Vater und Kind nur noch begleitet zu ge-
statten, und zwar ohne Übernachtungen und Ferien (act. 11 S. 2, Anträge Nrn.
1.1 und 1.2). Dabei stützt sich die Beklagte auf Vorkommnisse, welche zum Teil
bis ins Jahr 2014 zurückreichen sowie auf Aussagen von C._, welche diese
am 15. September 2017, 6. November 2017 sowie am 18. und 19. November
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2017 gemacht haben soll. In prozessualer Hinsicht stellt sich deshalb vorab die
Frage, inwiefern diese im Berufungsverfahren erstmals bzw. neu vorgetragenen
Behauptungen der Beklagten für die Entscheidfindung zu berücksichtigen sind.
2.2. Die Beklagte stellt sich auf den Standpunkt, bei den neuen Vorbringen
handle es sich um echte Noven i.S.v. Art. 317 Abs. 1 ZPO, welche erst nach dem
Ende der Hauptverhandlung im erstinstanzlichen Verfahren entstanden seien
bzw. zur Schonung der Beteiligten habe sie sich bisher zurück gehalten und sich
erst jetzt dazu gezwungen gesehen, das Gericht auf diese Vorfälle hinzuweisen
(act. 11 Ziff. 9 ff.).
2.3. Im Urteil vom 23. März 2018, Verfahren Nr. 5A_6/2018, E. 3, äusserte sich
das Bundesgericht dahingehend, dass die von der Beklagten im Rahmen des
kantonalen Berufungsverfahrens anbegehrte und mit den Vorkommnissen vom
15. September, 6. November und 18./19. November 2017 begründete Einschrän-
kung des Besuchsrechts (auf begleitete Besuche beim Vater) über den bisherigen
Verfahrensgegenstand (nämlich die Regelung der konkreten Besuchszeiten bzw.
die Ausdehnung des Besuchsrechts auf das ganze Wochenende) hinausgehe.
Selbst wenn tatsächlich Vorfälle nachweislich wären, die aus Gründen des Kin-
desschutzes eine Begleitung der Besuche notwendig machen würden – so das
Bundesgericht weiter – habe die Beklagte diese im Rahmen eines neuen erstin-
stanzlichen Massnahmeverfahrens geltend zu machen und nicht im Rechtsmittel-
verfahren durch Einführung neuen Prozessstoffes (vgl. BGer 5A_6/2018 vom
23. März 2018, E. 3). Diese Rechtsauffassung deckt sich jedoch nicht mit der
Praxis der Kammer, wonach in Kinderbelangen neue Tatsachenbehauptungen
und Beweismittel der Parteien, welche nach Art. 317 Abs. 1 ZPO grundsätzlich
nicht mehr zulässig wären, im Berufungsverfahren noch insoweit berücksichtigt
werden, als das Gericht dadurch auf wesentliche Sachverhalte hingewiesen wird,
welchen es im Rahmen seiner Pflicht zur Sachverhaltserforschung von Amtes
wegen mit eigenen Untersuchungen nachzugehen hätte (vgl. z.B. act. 14 in
LY160019, E. 2.2.1.2 f.). Ein Verdacht auf sexuellen Missbrauch eines Kindes
stellt offensichtlich einen solchen wesentlichen Sachverhalt dar und wird von der
Kammer praxisgemäss auch dann berücksichtigt, wenn ihr ein solcher erstmals
im Berufungsverfahren zu Kenntnis gelangt. Zumal das Gericht bei Kinderbelan-
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gen in familienrechtlichen Angelegenheiten ohnehin nicht an die Parteianträge
gebunden ist (Art. 296 Abs. 3 ZPO), wäre deshalb bereits ohne entsprechenden
Antrag der Beklagten allenfalls die Anordnung eines begleiteten Besuchsrechts zu
prüfen. Hinzu kommt, dass Kernstreitpunkt des vorliegenden Verfahrens zwischen
den Parteien die Ausgestaltung des Besuchsrechts zwischen C._ und dem
Kläger bildet. Für die Entscheidfindung muss das Gericht sämtliche Aspekte, die
dem Kindeswohl abträglich sein könnten – was bei Eingriffen in die Intimsphäre
eines Kindes offensichtlich der Fall wäre – berücksichtigen bzw. prüfen können.
Im Folgenden sind die neuen Vorbringen der Beklagten im Zusammenhang mit
der von ihr befürchteten Verletzung der Intimsphäre von C._ deshalb zu be-
rücksichtigen. Sie sind indes – wie noch zu zeigen sein wird – letztlich nicht von
Relevanz für den vorliegenden Entscheid, da das Gericht gestützt darauf und
auch sonst keinerlei Anhaltspunkte dafür sieht, dass der Kläger seine Tochter
C._ sexuell missbrauchen oder ihre Intimsphäre anderweitig verletzen wür-
de.
3. Vorinstanzlicher Entscheid
3.1. Die Vorinstanz gelangte im Entscheid vom 6. November 2017 zum
Schluss, C._ sei mittlerweile sechs Jahre alt, mithin viereinhalb Jahre älter
als im Zeitpunkt des Eheschutzentscheides im Jahr 2013. Wenn auch das Älter-
werden und die Fortentwicklung des Kindes für sich alleine noch keine wesentli-
che und dauerhafte Veränderung i.S.v. Art. 276 Abs. 1 ZPO i.V.m. Art. 271
ff. ZPO i.V.m. Art. 179 ZGB darstelle, könne zum jetzigen Zeitpunkt der bereits er-
folgte Kindergarteneintritt und der in weniger als einem Jahr bevorstehende
Schuleintritt C._s nicht mehr ausser Acht gelassen werden. Im Entscheid
vom 4. Mai 2016 (der Vorinstanz) habe man den Kindergarteneintritt von C._
noch nicht als Abänderungsgrund berücksichtigen können, da dieser damals zwar
kurz bevor gestanden habe, jedoch noch nicht eingetreten gewesen sei. Dies sei
überdies sowohl vom Obergericht Zürich als auch vom Bundesgericht geschützt
worden, jedoch unter Hinweis darauf, dass der anstehende Kindergarteneintritt in
einem späteren vorsorglichen Massnahmeverfahren durchaus einen Abände-
rungsgrund darstellen könnte. Insgesamt sei aufgrund der persönlichen Entwick-
lung C._s und ihrer inzwischen erfolgten Einschulung von veränderten Ver-
- 15 -
hältnissen und damit vom Vorliegen eines Abänderungsgrundes auszugehen. Ab
dem Kindergartenalter seien ganztägige bis zu zweitägige Kontakte mit Über-
nachtungen sowie ein Ferienbesuchsrecht die Norm. Das zurzeit noch geltende
Besuchsrecht sei damit grundsätzlich nicht mehr angemessen (act. 4/2 S. 11
E. III./3.2 f.).
3.2. Die Vorinstanz erwog weiter, es gehe C._ im Grossen und Ganzen
gut und sie habe sich altersgemäss entwickelt, wenn auch nicht wegdiskutiert
werden könne, dass das konfliktreiche Scheidungsverfahren ihrer Eltern für sie
belastend sei. Die Beklagte bringe zwar glaubhaft vor, C._ leide oft bzw. fast
immer nach der Rückkehr von Besuchen beim Kläger an Durchfall und Bauch-
weh; indes habe die Beklagte nicht schlüssig darzutun vermocht, dass diese be-
schriebenen Leiden einen Zusammenhang mit dem Verlauf der Besuche beim
Kläger aufwiesen. Ebenso gut könnten die Symptome daher rühren, dass
C._ anlässlich der Übergaben jeweils wieder vor Augen geführt werde, wie
zerstritten und angespannt das Verhältnis zwischen ihren Eltern ist oder aber es
ihr buchstäblich "auf den Magen schlage", wenn sie sich jeweils vom Vater verab-
schieden müsse. Abgesehen von diesen Vorbringen der Beklagten gebe es kei-
nerlei Hinweise auf eine Gefährdung des Wohls von C._ durch Besuche
beim Kläger, und zwar weder durch das aktuell bestehende Besuchsrecht noch
durch ein ausgeweitetes Besuchsrecht mit Übernachtungen und Ferien beim bzw.
mit dem Kläger (act. 2/4 S. 14 f. E. III./ 4.5 ff.). Unter diesen Umständen bestehe
zurzeit kein Bedarf, ein Erziehungsfähigkeitsgutachten über den Kläger einzuho-
len (act. 2/4 S. 16 E. III./4.8 und 4.9).
3.3. In Bezug auf die Ausgestaltung des Besuchsrechts erwog die Vorinstanz,
der Kläger habe seit der Geburt von C._ regelmässigen Kontakt zu ihr ge-
pflegt und seine Tochter ab Anfang des Jahres 2014 durchschnittlich während
neun Stunden pro Woche betreut (verteilt auf zwei Tage pro Woche). Für die
Dauer des bundesgerichtlichen Verfahrens (Verfahren Nr. 5A_620/216) und wäh-
rend der Dauer des vorinstanzlichen Verfahrens habe der Kläger C._ im Sin-
ne einer Übergangslösung neben dem Dienstagnachmittag neu ganztags wäh-
rend achteinhalb Stunden betreut, nämlich an jedem zweiten Sonntag jeweils von
09:00 Uhr bis 17:30 Uhr. Insgesamt bestehe eine gefestigte Beziehung zwischen
- 16 -
C._ und ihrem Vater (dem Kläger), deren Aufrechterhaltung und Ausbau für
die gute Entwicklung des Kindes wichtig seien (act. 2/4 S. 16 ff. E. III./5.1 ff.). Un-
ter diesen Umständen erachtete es die Vorinstanz als angemessen, das ordentli-
che Besuchsrecht zwischen C._ und ihrem Vater im Rahmen zweier Stufen
neu wie folgt auszugestalten:
a) ab Herbst 2017:
- Betreuung von C._ durch den Kläger jeweils an jedem zweiten Wo-
chenende der geraden Wochen von Samstagmorgen, 09:00 Uhr, bis
Sonntagabend, 17:30 Uhr;
- zusätzlich Betreuung von C._ durch den Kläger jeweils am Diens-
tagnachmittag ab mittäglichem Kindergarten- oder Schulschluss bis um
17:30 Uhr;
b) ab Herbst 2018 (nach Ende der Herbstferien, d.h. Kalenderwoche 44):
- Betreuung von C._ durch den Kläger jeweils an jedem zweiten Wo-
chenende der geraden Wochen von Freitagabend, 18:00 Uhr bzw. nach
Schulschluss am Freitagnachmittag (sofern kein schulfreier Nachmittag),
bis Sonntagabend, 17:30 Uhr;
- zusätzlich Betreuung von C._ durch den Kläger jeweils am Diens-
tagnachmittag ab mittäglichem Kindergarten- oder Schulschluss bis um
17:30 Uhr.
Mit Wirkung ab Ende der Frühlingsferien 2018 installierte die Vorinstanz sodann
ein Ferienrecht des Klägers mit C._ von zwei Wochen Ferien pro Jahr
(act. 2/4 S. 22 E. III./5.7).
3.4. Im Eintritt von C._ in die Schulpflicht erblickte die Vorinstanz zudem
einen dauerhaften und wesentlichen Grund für die Abänderung von Dispositivzif-
fer 1 des Urteils vom 1. Dezember 2014 im Verfahren EE130458 vor der Vor-
instanz (Regelung betreffend maximaler Unterbruch des Besuchsrechts des Klä-
gers). Aufgrund der Schulpflicht von C._ könne die Beklagte nicht mehr be-
- 17 -
liebig lange Ferien machen und sei dadurch stark eingeschränkt. Da ausser in
den Sommerferien keine mehrwöchigen Ferien vorgesehen seien, bestehe nicht
die Gefahr von das Kindeswohl gefährdenden, langen Unterbrüchen des Be-
suchsrechts des Klägers, weshalb es der Beklagten neu eine maximale Unterbre-
chung des Besuchsrechts von 21 Tagen zugestand (act. 2/4 S. 24 f. E. IV./1.). Im
darüber hinausgehenden Umfang wies es die Anträge der Beklagten ab. Von Am-
tes wegen hob die Vorinstanz schliesslich die zwischen den Parteien bis anhin
bestehende Kompensationsregelung für ausgefallene Besuchstage ersatzlos auf
und zwar ebenfalls mit der Begründung, dass eine solche zufolge der inzwischen
für C._ bestehenden Schulpflicht nicht mehr nötig und auch nicht mehr prak-
tikabel sei (act. 2/4 S. 25 f. E. IV./2.). Die von der Beklagten beantragte Abände-
rung der im Urteil vom 1. Dezember 2014 getroffenen Regelung, wonach der Klä-
ger die Tochter C._ jeweils am Sechseläuten-Montag sowie am Sonntag des
Knabenschiessens von 11:30 Uhr bis 17:30 Uhr zu betreuen berechtigt ist, wies
die Vorinstanz ebenfalls ab (act. 2/4 S. 27 f. E. IV./3.).
4. Zu den Vorbringen der Beklagten im Berufungsverfahren
4.1. Verletzung des Art. 59 Abs. 2 lit. d ZPO
4.1.1. In formeller Hinsicht bringt die Beklagte vor, die Vorinstanz sei zu Unrecht
auf das klägerische Abänderungsgesuch eingetreten, da im Zeitpunkt der Einlei-
tung desselben noch ein Massnahmeverfahren in derselben Sache am Bundes-
gericht hängig gewesen sei. Dadurch habe die Vorinstanz Art. 59 Abs. 2 lit. d ZPO
verletzt (act. 11 Ziff. 31 - 33 mit Verweis auf act. 10/212 Ziff. 7 ff.).
4.1.2. Richtig ist, dass am 9. Februar 2017 am Bundesgericht noch das Verfahren
5A_620/2016 hängig war, dessen Gegenstand (nach Beschränkung der Berufung
auf das erstinstanzliche Eventualbegehren) ebenfalls die Regelung bzw. Auswei-
tung des Besuchsrechts zwischen dem Kläger und C._ zum Gegenstand hat-
te. Das bundesgerichtliche Verfahren wurde inzwischen mit Urteil vom 7. März
2017 abgeschlossen (act. 30 in den Akten LY160019). Entgegen der Auffassung
der Beklagten vermochte das bundesgerichtliche Verfahren jedoch keine Sperr-
wirkung in Bezug auf das neu anhängig gemachte Abänderungsverfahren am
- 18 -
9. Februar 2017 zu entfalten und zwar bereits deshalb nicht, weil sich dieses auf
neu eingetretene Lebenssachverhalte (insbes. die inzwischen erfolgte Einschu-
lung von C._ und ihre damit verbundene persönliche Weiterentwicklung)
bzw. ein anderes Tatsachenfundament stützt. Damit mangelt es trotz annähernd
gleich lautender Rechtsbegehren an der Identität des Streitgegenstandes (vgl.
dazu z.B. BGE 139 III 126, S. 130, E. 3.2.3). Die Vorinstanz ist folglich zu Recht
auf das neuerliche Abänderungsbegehren des Klägers eingetreten.
4.2. Unrichtige Anwendung von Art. 276 Abs. 1 i.V.m. Art. 271 ff. ZPO sowie
Art. 179 ZGB (fehlenden Abänderungsvoraussetzungen)
4.2.1. Die Beklagte moniert weiter, die Vorinstanz habe Art. 276 Abs. 1 i.V.m.
Art. 271 ff. ZPO sowie Art. 179 ZGB unrichtig angewendet bzw. verletzt, indem sie
davon ausgegangen sei, die Voraussetzungen für die Abänderung des Besuchs-
rechts gemäss Verfügung vom 4. Mai 2016 (act. 8/123) seien gegeben. Sie bringt
im Wesentlichen vor, formelles Abänderungsobjekt bilde die Verfügung des Be-
zirksgerichts Zürich vom 4. Mai 2016. Damit habe die Vorinstanz die Vereinba-
rung der Parteien vom 14. bzw. 18. März 2016 genehmigt, mit welcher diese eine
erste Anpassung der Besuchszeiten gegenüber dem Beschluss vom 26. Novem-
ber 2013 mit Wirkung per 1. Mai 2016 vorgenommen hätten. In der Folge sei die
mit Verfügung vom 4. Mai 2016 genehmigte Vereinbarung mehrmals abgeändert
worden. Eine erste freiwillige Anpassung habe im Hinblick auf C._s Kinder-
garteneintritt mit Wirkung per 22. August 2016 stattgefunden. Hernach habe – zu-
folge Widerrufs der einvernehmlichen Änderung durch die Beklagte im Dezember
2016 – das Bundesgericht mit Verfügung vom 17. Januar 2017 für die Dauer des
bundesgerichtlichen Verfahrens eine Besuchsrechtsregelung getroffen, welche
nach Abschluss des bundesgerichtlichen Verfahrens im Mai 2017 unter telefoni-
scher Mitwirkung der Vorinstanz auch für das vorinstanzliche Verfahren über-
nommen worden sei. Die Konaktregelung gemäss Verfügung vom 4. Mai 2016 sei
somit schon mehrfach abgeändert worden und keine dieser Regelungen habe ein
Übernachtung von C._ beim Kläger oder eine Betreuung durch den Kläger
über mehrere Tage hinweg, geschweige denn ein Ferienrecht für den Kläger be-
inhaltet. Zudem sei insbesondere die gerichtlich genehmigte Vereinbarung der
Parteien vom 14. bzw. 18. März 2016 über die Betreuungsregelung in klarer
- 19 -
Kenntnis des im Sommer 2016 bevorstehenden Kindergarteneintritts von C._
abgeschlossen worden und habe mindestens für die Dauer des Kindergartens
weitergelten sollen. Diesen Umstand habe die Vorinstanz übergangen und falsch
sei deshalb die vorinstanzliche Erwägung, wonach C._s Kindergarteneintritt
per Sommer 2016 in der ab 1. Mai 2016 geltenden Besuchsregelung nicht be-
rücksichtigt worden sei. Zudem sei die Vorinstanz zu Unrecht davon ausgegan-
gen, für die Beurteilung, ob ein Abänderungsgrund vorliege, seien die Verhältnis-
se aus dem Jahr 2013 heranzuziehen. Richtigerweise wäre nach Ansicht der Be-
klagten zu prüfen gewesen, ob sie sich seit der letzten Festsetzung des Besuchs-
rechts im Mai 2016 geändert haben. Seit Mai 2016 hätten sich – abgesehen vom
für alle Beteiligten voraussehbaren und damit nicht abänderungsrelevanten Eintritt
von C._ in den Kindergarten im August 2016 – keine Veränderungen erge-
ben bzw. der Kläger habe solche nicht substantiiert dargetan, weshalb das Abän-
derungsbegehren abzuweisen gewesen wäre. Weiter moniert die Beklagte, allei-
ne die vorinstanzliche Feststellung, es seinen nunmehr viereinhalb Jahre seit dem
Eheschutzentscheid vergangen, würde aber ohnehin nicht für eine Abänderung
ausreichen. Der Zeitablauf an sich entbinde den Kläger nicht davon, die veränder-
ten Verhältnisse konkret darzutun und zu beweisen und auch das Älterwerden
und die Fortentwicklung des Kindes an sich stellten für sich alleine noch keine
wesentliche und dauerhafte Veränderung dar (vgl. zum Ganzen act. 11 Ziff. 34 -
56).
4.2.2. Vorab gilt es klarzustellen, dass formelles Abänderungsobjekt die mit Ver-
fügung vom 4. Mai 2016 genehmigte Besuchsregelung der Parteien vom 14. bzw.
18. März 2016 mit Wirkung per 1. Mai 2016 bildet. Entgegen der Auffassung der
Beklagten muss deshalb indes nicht zwangsläufig auf die Verhältnisse im Zeit-
punkt des Abschlusses der Parteivereinbarung oder deren gerichtlicher Genehmi-
gung im März bzw. Mai 2016 abgestellt werden für die Beurteilung, ob veränderte
Verhältnisse vorliegen oder nicht. Zwar haben die Parteien die Besuchsregelung
mit Vereinbarung vom 14. bzw. 18. März 2016 ausdrücklich mit Wirkung ab 1. Mai
2016 abgeändert und dessen Geltungsdauer nicht genauer spezifiziert. Die Be-
klagte behauptet jedoch selbst, dass sich die Parteien des damals in wenigen
Monaten bevorstehenden Eintritts von C._ in den Kindergarten bewusst ge-
- 20 -
wesen seien. Damit muss beiden Parteien klar gewesen sein, dass die damals
von ihnen vereinbarte Besuchsregelung zwischen Vater und Tochter nach dem
Eintritt in den Kindergarten nicht mehr würde praktiziert werden können: Es ist no-
torisch, dass Kinder im ersten Kindergartenjahr jeweils an jedem Vormittag Kin-
dergarten haben (vgl. zu den Kindergartenzeiten: https://www.stadt-
zuerich.ch/ssd/de/index/ volksschule/kindergarten/stundenplan.html). Das Be-
suchsrecht des Klägers jeweils dienstags bzw. freitags wurde auf Anregung der
Beklagten hin mit Vereinbarung der Parteien vom 14. bzw. 18. März 2016 jedoch
gerade um zwei Stunden nach vorne verschoben (Besuche neu von 09:00 Uhr bis
13:00 Uhr anstatt wie bisher von 11:00 Uhr bis 15:00 Uhr) und war demzufolge ab
dem Eintritt von C._ in den Kindergarten im Sommer 2016 offensichtlich nicht
mehr umsetzbar. Entsprechend wies die Kammer die Parteien bereits im Urteil
vom 21. Juli 2016 darauf hin, dass sie sich bis zum 22. August 2016 (Kindergar-
teneintritt) zu bemühen hätten, eine Anpassung der Besuchszeiten vorzunehmen,
was die Parteien anschliessend auch kurzfristig getan haben, bis die Beklagte
diese Anpassungen gemäss eigenen Angaben schliesslich im Dezember 2016
widerrufen hat. Es kann damit keine Rede davon sein, dass die gerichtlich ge-
nehmigte Vereinbarung der Parteien vom 14. bzw. 18. März 2016 über die Be-
treuungsregelung mindestens für die Dauer des Kindergartens hätte weitergelten
sollen. Vielmehr erfolgte diese bloss zeitliche aber nicht umfangmässige Anpas-
sung des Besuchsrechts (Vorverschiebung um zwei Stunden) als vorübergehen-
de Lösung bis zum Eintritt von C._ in den Kindergarten, wobei C._
durch die zeitliche Verschiebung des Besuchsrechts primär ein ausgedehnter Mit-
tagsschlaf ermöglicht werden sollte (act. 8/123 E. II). Eine Anpassung des Be-
suchsrechts an veränderte Verhältnisse gegenüber denjenigen im Jahre 2013
fand damit jedenfalls nicht statt. Insofern ist nicht zu beanstanden, dass die Vo-
rinstanz das Vorliegen veränderter Verhältnisse durch Gegenüberstellung der
Verhältnisse im Zeitpunkt des Eheschutzes im Jahr 2013 und der aktuellen Ver-
hältnisse prüfte.
4.2.3. Nichts zu ihren Gunsten kann die Beklagte schliesslich aus dem Umstand
ableiten, dass das mit Verfügung vom 4. Mai 2016 genehmigte Besuchsrecht
mehrfach aussergerichtliche Anpassungen erfahren hat, zuletzt durch telefoni-
- 21 -
sche Vermittlung der Vorderrichterin am 15. Mai 2017 (act. 10/224). Sowohl die
vom Bundesgericht im Rahmen des Verfahrens Nr. 5A_620/2016 getroffene An-
passung des Besuchsrechts mit Präsidialverfügung vom 17. Januar 2017 als auch
die nunmehr von der Vorderrichterin vermittelte informelle Anpassung des Be-
suchsrechts sind bloss vorübergehend für die Dauer des Verfahrens betreffend
Abänderung der vorsorglichen Massnahmen erfolgt, mithin als vorsorgliche Mass-
nahme im Rahmen des Massnahmeverfahrens. Der vom Kläger beantragten län-
gerfristigen (für die weitere Dauer des Scheidungsverfahrens) Abänderung des
Besuchsrechts können sie damit zum Vornherein nicht entgegenstehen.
4.2.4. Die Abänderung vorsorglicher Massnahmen ist zulässig, wenn seit deren
Erlass eine wesentliche und dauerhafte Veränderung eingetreten ist oder sich die
tatsächlichen Umstände, die dem Massnahmenentscheid zugrunde lagen, nach-
träglich als unrichtig erwiesen haben (Art. 276 Abs. 1 ZPO i.V.m. Art. 179 Abs. 1
ZGB; vgl. ferner BGE 142 III 518 E. 2.4 sowie E. III./2.1. - 2.3 des vorinstanzlichen
Entscheids). Es gilt deshalb im Folgenden zu überprüfen, ob die Vorinstanz zu
Recht von einer wesentlichen und dauerhaften Veränderung der Verhältnisse seit
dem Jahr 2013 ausgegangen ist.
4.2.5. Wie bereits im Urteil der Kammer vom 21. Juli 2016 festgehalten wurde
(vgl. die dortige E. 3.4.3), basiert die aktuelle Kontaktregelung auf einer gerichtlich
genehmigten Vereinbarung, welche die Parteien im Berufungsverfahren gegen
den Entscheid vom 21. März 2013 abgeschlossen hatten. Die Vereinbarung ent-
spricht umfangmässig der Regelung vom 21. März 2013 und sollte in der abgeän-
derten Form ab dem 1. Januar 2014 zur Anwendung kommen. Die damalige Re-
gelung wurde für ein zweijähriges Kind getroffen. Seither wurde diese Regelung
umfangmässig einzig – aber immerhin – durch Kontaktrechte des Klägers an Fei-
ertagen erweitert. Wenn die Beklagte geltend macht, die Vorinstanz habe sich im
Entscheid vom 6. November 2017 mit allgemeinen Feststellungen über die Ent-
wicklung von Kindern begnügt und zeige in ihrem Entscheid keinen der angeblich
zweifellos gemachten Entwicklungsschritte von C._ auf, scheint sie in Abrede
stellen zu wollen, dass sich die Persönlichkeit von C._ seit dem Kleinkindal-
ter erheblich verändert hat. Dies steht aber diametral den Aussagen der Beklag-
ten selbst anlässlich der persönlichen Befragung durch die Vorinstanz am 6. Juli
- 22 -
2017 (vgl. Prot. Vorinstanz, S. 46 ff.) entgegen. Damals führte die Beklagte näm-
lich aus, C._ sei kognitiv sehr stark und auf Nachfrage habe ihr die Kinder-
gärtnerin gegen Ende des ersten Kindergartenjahres mitgeteilt, dass sie nicht
wisse, was es bei C._ noch mehr brauche für die Schulreife. Weiter gab sie
damals an, sie überlege sich, ob es allenfalls sinnvoll wäre, C._ in eine kin-
dergartenbegleitende Schulausbildung namens "Universikum" zu schicken. Diese
Aussagen der Beklagten selbst zeigen auf, dass es sich bei C._ um ein
überdurchschnittlich weit entwickeltes Mädchen handelt, welches offenbar bereits
nach dem ersten Kindergartenjahr die Schulreife erreicht hatte. Nichts anderes
ergibt sich aus dem Kurzprotokoll über das schulische Standortgespräch vom
8. Mai 2017 (act. 10/251/7). Dies dürfte zudem bis heute, wo sich bereits das
zweite Kindergartenjahr dem Ende zu neigt, verstärkt der Fall sein. Vor diesem
Hintergrund erscheint der Einwand der Beklagten, die Vorinstanz habe in ihren
Erwägungen keine konkreten Entwicklungsschritte von C._ aufgezeigt, rein
prozesstaktischer Natur, denn das C._ ein schulreifes, mithin also ein sozial,
körperlich, geistig und emotional altersgemäss entwickeltes Kind ist, stellt die Be-
klagte selbst nicht in Abrede. Es ist daher festzuhalten, dass C._ seit der
Regelung des Besuchsrechts zwischen ihr und ihrem Vater im Jahr 2013 erhebli-
che und wichtige Entwicklungsfortschritte gemacht hat. Im Entscheid vom
18. August 2015 qualifizierte das Obergericht, I. Zivilkammer, die im Rahmen des
Eheschutzes getroffene Kontaktregelung für das damals dreijährige (bald vierjäh-
rige) Kind noch als "ausgedehntes Besuchsrecht" (vgl. OGer ZH, LE140078 vom
18. August 2015 E. 4). Dies kann so jedoch nicht mehr für die heute mittlerweile
sechseinhalb Jahre (und bei Gesuchseinreichung am 9. Februar 2017 immerhin
ungefähr fünfeinhalb Jahre) alte C._ gelten. Es ist notorisch, dass bei Kin-
dern ab dem Kleinkindalter bis zum Eintritt in den Kindergarten und insbesondere
in die Primarschule eine enorme persönliche Weiterentwicklung stattfindet, womit
naturgemäss veränderte Bedürfnisse einhergehen. Während etwa bei Kleinkin-
dern wegen ihres Zeitempfindens keine allzu lange Trennung zur Hauptbezugs-
person erfolgen sollte und auch eine gewisse Regelmässigkeit und Routine bei
Mahlzeiten und Schlafenszeiten wichtig ist, sind Kindergarten- und Schulkinder
weniger auf die Hauptbezugsperson fixiert und Beziehungen zu anderen Perso-
nen im Umfeld werden für das Kind immer wichtiger; deshalb sollte bei grösseren
- 23 -
Kindern z.B. vermehrt Rücksicht auf ihre Freizeitaktivitäten genommen werden
(vgl. dazu z.B. CORINA BACILIERI-SCHMID, Kinder bei Trennung und Scheidung -
Psychologisches Basiswissen für Juristinnen und Juristen, in: ZVW 2005,
S. 199 ff, S. 208 f., m.w.H.). Es versteht sich von selbst, dass dementsprechend
auch eine Kontaktregelung der kindlichen Weiterentwicklung Rechnung zu tragen
hat und diese angepasst werden muss, um eine optimale weitere Persönlichkeits-
entwicklung des Kindes zu gewährleisten. Das zurzeit noch geltende Besuchs-
recht zwischen dem Kläger und C._, welches weder Übernachtungen noch
Ferien beinhaltet, entspricht umfangmässig nicht mehr einem gerichtsüblichen
Besuchsrecht für ein Kind im Kindergarten- bzw. demnächst Primarschulalter.
Praxisgemäss wird dem nicht obhutsberechtigten Elternteil für Kinder im Alter von
C._ durch die Gerichte des Kantons Zürich nämlich im Regelfall ein all 14-
tägliches Wochenendbesuchsrecht mit 1 - 2 Übernachtungen sowie ein Ferien-
recht mit dem Kind von jährlich mindestens 2 - 3 Wochen eingeräumt. Dies in
Übereinstimmung mit den Empfehlungen von Fachpersonen bzw. wissenschaftli-
chen Erkenntnissen aus dem Bereich der kindlichen Entwicklungspsychologie
(vgl. etwa FamKomm-SCHREINER, 3. Aufl. 2017, Bd. II: Anhänge, Ausgewählte
psychologische Aspekte im Zusammenhang mit Trennung und Scheidung / VI.
Sorgerechts- und Besuchsrechtsregelungen, N 156 ff., insbes. N 203 ff.). Im Sin-
ne eines Zwischenfazits ist festzuhalten, dass sich die Bedürfnisse von C._
seit der Festlegung des Umfangs und der Ausgestaltung der Besuchsrechts im
Rahmen des Eheschutzverfahrens im Jahr 2013 erheblich verändert haben und
zwar in einem Ausmass, welches für sich allein einen Abänderungsgrund i.S.v.
Art. 276 Abs. 1 i.V.m. Art. 271 ff. ZPO sowie Art. 179 ZGB darzustellen vermag.
Verändert haben sich die Bedürfnisse und die Persönlichkeit von C._ aber
auch seit der letztmaligen Überprüfung des Besuchsrechts durch die Kammer im
Rahmen des Verfahrens LY160019 im Sommer 2016: Damals stand C._
unmittelbar vor dem Eintritt in den Kindergarten; heute steht ihre Einschulung in
wenigen Monaten bevor, wobei weder die Beklagte noch der Kläger die Schulreife
ihrer Tochter in Frage stellen. Gleiches gilt nach Angaben der Beklagten für die
Kindergärtnerinnen (vgl. Prot. Vorinstanz, S. 46 ff.). Die auf die Bedürfnisse eines
Kleinkindes abgestimmte Kontaktregelung aus dem Jahr 2013 erscheint damit
nicht mehr altersgerecht. Abänderungsgrund bildet somit nicht der Kindergarten-
- 24 -
eintritt von C._ an sich, sondern deren erheblich veränderte Bedürfnisse und
Entwicklung gegenüber dem Kleinkindalter, die eine Anpassung des Besuchs-
rechts zur Gewährleistung der bestmöglichen Weiterentwicklung von C._ er-
forderlich machen (vgl. dazu insbes. nachstehende E. 4.3.3). Nebst der Weiter-
entwicklung von C._ erfordern zusätzlich die Veränderungen im Alltag von
C._, die der Eintritt in den Kindergarten mit sich brachte, eine Anpassung
des gerichtlich geregelten Besuchsrechts, kollidiert dieses doch jeweils am Diens-
tag- bzw. am Freitagvormittag mit den Kindergartenzeiten von C._ (vgl. dazu
vorstehende E. II./4.2.2). Die Ausführungen der Beklagten, wonach der Kindergar-
teneintritt voraussehbar gewesen sei und dieser deshalb keinen Abänderungs-
grund darstelle, sind damit nicht zielführend.
4.2.6. Schliesslich gilt es in diesem Zusammenhang noch folgendes anzumerken:
Als sich die hiesige Kammer zuletzt mit der Frage nach einer Abänderung des
Besuchsrechts des Klägers für C._ zu befassen hatte, wurde der Entscheid
der Vorinstanz, das Besuchsrecht einstweilen noch nicht abzuändern, zwar ge-
schützt. Im Urteil vom 21. Juli 2016 wurde jedoch bereits darauf hingewiesen,
dass das Älterwerden des Kindes an sich sehr wohl als Veränderung der Verhält-
nisse verstanden werden könne, jedoch nur dann, wenn die geltende Regelung
nicht mehr altersgerecht sei und damit nicht mehr dem Kindeswohl diene, was
wiederum eine wesentliche Alters- und Entwicklungsveränderung erfordere
(act. 14 im Verfahren Nr. LY160019, S. 17). Zwar kam die Kammer damals zum
Schluss, es liege noch keine wesentliche Veränderung vor. Doch wurde im Ent-
scheid vom 21. Juli 2016 bereits unmissverständlich darauf hingewiesen, dass –
sollte das Hauptverfahren wider Erwarten noch lange dauern – eine Neubeurtei-
lung der vorsorglichen Massnahmen vorgenommen werden könnte bzw. müsste
(act. 14 im Verfahren Nr. LY160019, S. 18). Dass eine Anpassung der Kontaktre-
gelung im Rahmen von vorsorglichen Massnahmen in einem späteren Zeitpunkt
angezeigt sein könnte, bekräftigte schliesslich auch das Bundesgericht im Ent-
scheid vom 7. März 2017 (BGer 5A_620/2016, E. 5). Seither ist wiederum mehr
als ein Jahr vergangen, ohne dass ein Abschluss des Scheidungsverfahrens
möglich gewesen wäre und ein solcher ist in naher Zukunft auch nicht absehbar.
Unter diesen Prämissen erscheint eine Anpassung der Kontaktregelung im Rah-
- 25 -
men der Hauptsache in naher Zukunft ausgeschlossen. Ein weiteres Zuwarten mit
der Anpassung des Besuchsrechts im Rahmen von vorsorglichen Massnahmen
ist somit mit Blick auf das Kindeswohl nicht angebracht.
4.2.7. Zusammenfassend ist die Vorinstanz zu Recht vom Vorliegen veränderter
Verhältnisse ausgegangen. Unter Berücksichtigung der gesamten Umstände
scheint die Zeit für eine grundlegende Anpassung der Kontaktregelung an die
heutigen Bedürfnisse und an den Alltag von C._ reif. Damit erweist sich die
Berufung der Beklagten in diesem Punkt als unbegründet.
4.3. Zu den Rügen betreffend die Ausgestaltung des Besuchsrechts
4.3.1. Die Beklagte stellt sich im Wesentlichen auf den Standpunkt, selbst wenn
veränderte Verhältnisse vorlägen, wäre eine Erweiterung des bestehenden Be-
suchsrechts, wie von der Vorinstanz angeordnet, nicht angemessen. Wie bereits
das Bundesgericht ausgeführt habe, gebe es keinen zwingenden Grundsatz, wo-
nach mit dem Besuchsrecht ab dem Kindergartenalter Übernachtung verbunden
seien (act. 11 Ziff. 60, mit den dortigen Verweisen). Bei strittigen Verhältnissen,
wie im vorliegend Fall, sei vielmehr ein Besuchsrecht alle vierzehn Tage für einen,
höchstens aber für 2 Wochentage "üblich". Die Vorinstanz hätte zu prüfen gehabt,
ob ein solches Besuchsrecht angesichts der nicht vorliegenden aktiven Unterstüt-
zung und der nicht gegebenen Kooperationsbereitschaft zwischen den Parteien
zur Wahrung des Kindeswohls ein solches Besuchsrecht des Klägers angemes-
sen ist. Indem sie dies nicht getan habe, sei die Untersuchungs- und Offizialma-
xime verletzt worden (act. 11 Ziff. 60 ff.). C._ habe bisher erst ein einziges
Mal bei ihrem Vater übernachtet, nämlich am 22. August 2015, da sie beim Hund
des Klägers habe bleiben wollen. Am darauffolgenden Tag sei C._ "wie von
der Rolle" und sehr introvertiert gewesen. Die Vorinstanz werfe der Beklagten im
Entscheid vom 6. November 2017 vor, sie habe es versäumt, Vermutungen dar-
über aufzustellen, was genau beim Kläger zuhause hätte passiert sein können,
dass C._ danach derart heftig reagiert habe. Von der Beklagten könne aber
wohl nicht ernsthaft verlangt werden, dass sie Vermutungen darüber anstelle, was
alles hätte passiert sein können. Vielmehr hätte es an der Vorinstanz gelegen, die
erforderlichen Abklärungen zu treffen, was sie wiederum in Verletzung der Unter-
- 26 -
suchungs- und Offizialmaxime unterlassen habe (act. 11 Ziff. 70). Weiter bean-
standet die Beklagte, die Vorinstanz habe wesentliche und kindswohlgefährdende
Beschwerden von C._ im Zusammenhang mit der Ausübung des Besuchs-
rechts (Durchfall, Bauchweh und psychische Verstimmungen) zwar festgestellt
und für glaubhaft befunden, diese dann aber verharmlost und ausgeklammert.
Dies, obwohl diese gesundheitlichen Beschwerden auch der Kinderärztin, Frau
Dr. med. F._, als schlüssig erschienen seien. Die nun angeordnete Ausdeh-
nung des Besuchsrechts sei weder den konkreten Verhältnissen des Einzelfalls
angemessen, noch lägen sie im Kindeswohl. Damit habe die Vorinstanz Art. 273
Abs. 1 ZGB falsch angewendet (act. 11 Ziff. 72 ff.). Zudem habe die Vorinstanz
den Sachverhalt falsch festgestellt, indem sie davon ausgegangen sei, der Kläger
könne C._ in dem erweiterten Umfang betreuen (act. 11 Ziff. 76). Ohnehin
habe die Vorinstanz die von der Beklagten in Bezug auf die Erziehungsfähigkeit
des Klägers gemachten Vorbehalte und das Konfliktniveau zwischen den Eltern
nicht gewürdigt. Obwohl die Beklagte der Vorinstanz kindswohlgefährdende
Sachverhalte vorgetragen habe, habe diese auf das Einholen eines Berichts bei
Dr. med. G._ (Psychiaterin von C._) verzichtet und das Kurzprotokoll
des schulischen Standortgespräches der Kindergärtnerinnen vom 8. Mai 2017 für
den Entscheid nicht berücksichtigt. Überdies habe die Vorinstanz sämtliche von
der Beklagten substantiiert vorgebrachten Vorwürfe betreffend die Erziehungsme-
thoden und die Erziehungsfähigkeit des Klägers übergangen und den Kläger als
erziehungsfähig erachtet, ohne ein Erziehungsfähigkeitsgutachten über ihn einzu-
holen. Näher begründet habe die Vorinstanz diesen Entscheid nicht, sondern
pauschal auf die Aktenlage verwiesen. Mit diesem Vorgehen habe die Vorinstanz
eine Gehörsverletzung begangen (act. 11 Ziff. 81 ff.).
4.3.2. Wie bereits eingangs erwähnt, bringt die Beklagte in der Berufungsschrift
neu und erstmals vor, aufgrund schon länger zurückliegender Vorkommnisse und
Äusserungen von C._ am 15. September 2017, am 6. November 2017 und
am 18./19. November 2017 müsse konkret befürchtet werden, dass der Kläger
anlässlich der Besuche von C._ die Intimsphäre seiner Tochter verletzen und
an ihr oder zusammen mit ihr Handlungen vornehmen könnte, welche dem Kin-
deswohl abträglich seien (act. 11 Ziff. 9 ff.) . C._ erzähle etwa, der Kläger
- 27 -
wasche sie jeweils mit der Hand im Intimbereich mit Seife. Am Besuchswochen-
ende vom 18./19. November 2017 habe der Kläger gemäss Erzählungen von
C._ zudem nackt in der Badewanne und bei Kerzenlicht mit ihr gebadet. Zu-
dem sei sie nach dem Besuchswochenende beim Kläger verstört gewesen, habe
geweint und zudem wieder nach dem Schoppen sowie dem Nuggi verlangt
(act. 11 Ziff. 17 ff. ). Insbesondere gestützt auf diese neuen Vorbringen gehe die
Notwendigkeit einer psychiatrischen Begutachtung des Klägers hervor.
4.3.3. Eltern, welchen die elterliche Sorge oder Obhut nicht zusteht, und das un-
mündige Kind haben gegenseitig Anspruch auf angemessenen persönlichen Ver-
kehr (Art. 273 Abs. 1 ZGB). Als oberste Richtschnur für die Ausgestaltung des
Besuchsrechtes gilt somit immer das Kindeswohl, das anhand der Umstände des
konkreten Einzelfalles zu beurteilen ist. Allfällige Interessen der Eltern haben hin-
ter das Kindeswohl zurückzutreten (vgl. die in BGE 142 III 481 nicht publizierte
E. 3.3 des Urteils 5A_450/2015, m.w.H; BGE 123 III 445, E. 3b S. 451; BGE 130
III 585, E. 2.1 S. 587 f.; BGer 5A_381/2010 vom 21. Juli 2010, E. 5.3.2; BGer
5A_79/2014 vom 5. März 2015, E. 4.1). Der Sinn und Zweck des persönlichen
Verkehrs zwischen dem Kind und dem nicht obhutsberechtigten Elternteil besteht
einerseits im Bewahren bestehender Bindungen, andererseits aber auch im Auf-
bau von affektiven Beziehungen. Insbesondere dann, wenn zwischen dem Kind
und dem besuchsberechtigten Elternteil eine gute Beziehung besteht und dieser
Elternteil Erziehungsaufgaben übernimmt, hat der persönliche Verkehr einen posi-
tiven Einfluss auf die Entwicklung eines Kindes. Deshalb ist es wichtig, den per-
sönlichen Verkehr organisatorisch und inhaltlich so auszugestalten, dass die Be-
ziehung zwischen dem besuchsberechtigten Elternteil gewahrt bzw. weiter aus-
gebaut werden und dieser Elternteil ebenfalls Erziehungsaufgaben wahrnehmen
kann. Wichtig ist sodann, dass die Eltern anhaltende Konflikte auflösen, damit der
persönliche Verkehr keinen negativen Einfluss auf die persönliche Entwicklung
des Kindes hat (vgl. dazu KILDE, Der persönliche Verkehr: Eltern - Kind - Dritte,
Zivilrechtliche und interdisziplinäre Lösungsansätze, Diss. Universität Freiburg,
Jahr 2015, N. 44 und die dortigen Verweise). Aufgrund dieser wissenschaftlichen
Erkenntnisse, wonach der Kontakt zum getrennt lebenden Elternteil für das Kind
von grosser Bedeutung ist und dadurch namentlich die Scheidungsverarbeitung
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erleichtert und langfristig die Persönlichkeitsentwicklung des Kindes gefördert
wird, besteht in den letzten Jahren eine allgemeine Tendenz zur Ausweitung des
Besuchsrechts (vgl. die in BGE 142 III 481 nicht publizierte E. 3.3 des Urteils
5A_450/2015 mit den dortigen Hinweisen sowie BGE 139 I 315, E. 2.3, S. 320).
Welche konkrete Ordnung des persönlichen Verkehrs zwischen Eltern und Kin-
dern angemessen ist, lässt sich nicht objektiv und abstrakt umschreiben, sondern
entscheidet sich im konkreten Einzelfall nach gerichtlichem Ermessen (BGer
5A_72/2011 vom 22. Juni 2011, E. 4.1; BGer 5A_432/2011 vom 20. September
2011, E. 2.5). Die Häufigkeit sowie die Dauer der Besuchskontakte richten sich
dabei vor allem nach dem Alter des Kindes, seiner Bindung an den anderen El-
ternteil, der Häufigkeit bisheriger Kontakte und der Lebensgestaltung des Kindes
sowie beider Eltern in Beruf, Schule und Freizeit. In jedem Fall zu beachten ist
sodann das kindliche Zeitgefühl (BSK ZGB I-SCHWENZER/COTTIER, 5. Aufl. 2014,
Art. 273 ZGB N 10 und N 13 f.).
4.3.4. Die Vorinstanz hat das bisherige Besuchsrecht des Klägers in Bezug auf
die Tochter C._ im angefochtenen Entscheid vom 6. November 2017 einer-
seits zeitlich an den veränderten Alltag von C._ seit Beginn der Kindergar-
ten/Schulpflicht angepasst und andererseits gegenüber dem bisher gerichtlich ge-
regelten Besuchsrecht ausgeweitet (vgl. act. 4/2 S. 29 und ausführlich vorstehen-
de E. II./3.3).
4.3.5. Soweit die Beklagte geltend macht, die durch die Vorinstanz vorgenomme-
ne Ausweitung des Besuchsrechts sei aufgrund der in der Berufung neu und
erstmals behaupteten Verletzungen der Intimsphäre von C._ durch den Klä-
ger nicht im Kindeswohl und damit in falscher Rechtsanwendung erfolgt, ist zu-
nächst darauf hinzuweisen, dass die Kammer bereits im Beschluss vom
29. November 2017 (act. 13) zum Schluss gekommen ist, es bestünden aufgrund
der Vorbringen der Beklagten keinerlei Hinweise auf sexuelle Übergriffe des Klä-
gers gegenüber C._. Vielmehr sei es die Aufgabe des jeweilen betreuenden
Elternteils, C._ beim Waschen und auch bei der Hygiene im Intimbereich zu
unterstützen, und es sei zudem natürlich und normal, dass Kinder ihre Eltern
nackt sähen (act. 13 S. 2). Dementsprechend erachtete es die Kammer nicht für
notwendig oder angezeigt, das Besuchsrecht des Klägers in Bezug auf C._
- 29 -
für die Dauer des Verfahrens bzw. bis zum Vorliegen eines Erziehungsfähigkeits-
gutachtens über den Kläger nur noch begleitet zu gestatten, wie dies die Beklagte
mit der Berufungsschrift beantragt hatte, und wies sowohl deren Antrag um An-
ordnung vorsorglicher Massnahmen für das Berufungsverfahren als auch deren
Antrag um Erteilung der aufschiebenden Wirkung ab (act. 13 S. 3). An dieser Ein-
schätzung der Situation hat sich nichts geändert. Die von der Beklagten mit der
Berufung erhobenen Vorwürfe gegenüber dem Kläger vermögen daher keinerlei
Einschränkung des Kontaktes zwischen dem Kläger und C._ zu begründen.
4.3.6. Soweit die Beklagte gegen den Entscheid der Vorinstanz weiter vorbringt,
diese habe wesentliche und kindswohlgefährdende Beschwerden von C._ im
Zusammenhang mit der Ausübung des Besuchsrechts (Durchfall, Bauchweh und
psychische Verstimmungen) zwar festgestellt und für glaubhaft befunden, diese
dann aber ohne weitere Abklärungen vorzunehmen verharmlost und bei der Ent-
scheidfindung ignoriert, ist zu bemerken, dass es sich bei den von der Beklagten
in Tagebuchform festgehaltenen vorgenannten physischen und psychischen
Symptomen um typische psychosomatische Beschwerden handelt, die bei Tren-
nungs-/Scheidungsstress ausgesetzten Kindern im Kindergartenalter festgestellt
werden können (vgl. dazu FamKomm-SCHREINER, 3. Aufl. 2017, Bd. II: Anhänge,
Ausgewählte psychologische Aspekte im Zusammenhang mit Trennung und
Scheidung / III. Familiale Fingerabdrücke: Die «typische Trennungs- oder Schei-
dungsfamilie» gibt es nicht, N 17 ff., insbes. N 64). Aufgrund dieser Beschwerden
ist naheliegend, dass C._ unter der Trennungs- bzw. Scheidungssituation ih-
rer Eltern leidet. Zu diesem Schluss ist denn auch die Vorinstanz gelangt, welche
im angefochtenen Entscheid festgehalten hat, das konfliktreiche Scheidungsver-
fahren sei für C._ belastend (act. 2/4 S. 13 f. E. III./4.4). Diese Einschätzung
deckt sich schliesslich mit der Einschätzung der Kindergartenlehrpersonen von
C._, die im Kurzprotokoll des schulischen Standortgespräches vom 8. Mai
2017 festhielten, C._ stehe im Spannungsfeld der Scheidung ihrer Eltern,
was sie daran zeige, dass es C._ manchmal "zuviel" werde und sie dann ag-
gressiv reagiere (act. 10/251/7). Wenn die Beklagte nun die auch schon vom Klä-
ger festgestellten, bei C._ auftretenden körperlichen Beschwerden (Bauch-
weh und Durchfall) oder ihre psychische Verstimmung oder ihre ungewöhnliche
- 30 -
Anhänglichkeit auf eine falsche oder inadäquate Behandlung durch den Kläger
während der Besuchszeiten oder dessen Erziehungsmethoden zurückführt, so
verkennt sie, dass wohl nicht solche die wahre Ursache der Beschwerden sind.
Belastend scheinen für C._ nicht die Besuche beim Vater an sich zu sein, da
sie gerne zu ihm geht, sondern vielmehr der zwischen ihren Eltern (den Parteien)
nach wie vor schwelende Konflikt, welcher sich (nicht nur) – aber immerhin auch
in erheblichem Masse – um die gemeinsame Tochter C._ dreht. Nach dem
heutigen Kenntnisstand neigen Kinder im Alter von C._ dazu, die Gefühle
und Einstellungen jenes Elternteils weitgehend ungefiltert zu übernehmen, bei
welchem sie sich gerade aufhalten (vgl. dazu FamKomm-SCHREINER, 3. Aufl.
2017, Bd. II: Anhänge, Ausgewählte psychologische Aspekte im Zusammenhang
mit Trennung und Scheidung / III. Familiale Fingerabdrücke: Die «typische Tren-
nungs- oder Scheidungsfamilie» gibt es nicht, N 17 ff., insbes. N 65). Selbst wenn
die Parteien C._ nicht direkt in den Konflikt miteinbeziehen sollten, ist nahe-
liegend, dass C._ als feinfühliges Mädchen die zwischen ihren Eltern beste-
henden Spannungen insbesondere bei den Übergaben besonders stark spürt und
sie nach Besuchsnachmittagen verstärkt in einen Loyalitätskonflikt gerät, wird sie
doch jeweils mit der ablehnenden Haltung ihrer Eltern einander gegenüber unmit-
telbar konfrontiert. Etwas anderes kann im Übrigen auch dem Bericht der Kinder-
ärztin, Dr. med. F._, nicht entnommen werden, die am 16. März 2017 konsta-
tiert hat, die Schmerzen und der Durchfall könnten Ausdruck davon sein, dass die
Besuche beim Vater C._ belasteten (act. 10/213/4). Diesem das Kindeswohl
gefährdenden zumindest beginnenden Loyalitätskonflikt C._s gilt es dringend
Abhilfe zu schaffen, was jedoch nicht durch die Einschränkung oder Beibehaltung
des Besuchsrechts gelingen kann. Vielmehr braucht es eine klare Regelung zwi-
schen den Parteien über das Besuchsrecht für C._, an das sich beide halten
und welches sie C._ gegenüber gemeinsam positiv und bestärkend vertre-
ten, indem sie C._ zu verstehen geben, dass Besuche bzw. Aufenthalte und
Ferien beim anderen Elternteil als gut und richtig empfunden werden. Beide Par-
teien seien deshalb an dieser Stelle ausdrücklich daran erinnert, dass sie als El-
tern mit Blick auf das Wohl von C._ die Pflicht haben, eine gute Beziehung
des Kindes zum jeweils anderen Elternteil zu fördern; namentlich hat der hauptbe-
treuende Elternteil das Kind positiv auf Besuche oder Ferien mit dem anderen El-
- 31 -
ternteil vorzubereiten (BGE 142 III 481, S. 496 mit Hinweis auf BGE 142 III 1
E. 3.4 S. 7 sowie BGer 5A_505/2013 vom 20. August 2013, E. 6.3). Damit ist
nicht zu beanstanden, dass die Vorinstanz die Beschwerden von C._ nicht
direkt auf die Besuche beim Kläger zurückgeführt und die bei C._ auftreten-
den Beschwerden eben so wenig als Grund für die Einschränkung bzw. den Ver-
zicht auf eine Ausweitung des Besuchsrechts erachtet (act. 2/4 S. 14 f. E 4.5 ff.).
4.3.7. Richtig hat die Vorinstanz weiter erkannt, dass die von der Beklagten als
Argument gegen eine Ausweitung des Besuchsrechts ins Feld geführten unter-
schiedlichen Vorstellungen der Parteien über die Erziehung und Ernährung von
C._ keinen Grund für das Beibehalten des bisherigen Besuchsrechts darstel-
len, sofern dadurch das Kindeswohl nicht ernsthaft gefährdet ist. Davon kann vor-
liegend aber keine Rede sein, wird C._ etwa von den Kindergartenlehrperso-
nen als aufgewecktes, vifes, kreatives, phantasievolles und kommunikatives Mäd-
chen und keinesfalls als unerzogenes, verwöhntes Kind wahrgenommen (vgl.
act. 10/251/7). Von einer vermehrten Einbindung des Klägers in den Alltag von
C._ kann sodann nicht nur eine die Entwicklung von C._ fördernde Be-
ziehung zu ihrem Vater erwartet werden, sondern sie führt allenfalls auch zu einer
Annäherung der Erziehungsstile der Parteien: Wenn der Kläger mehr Zeit und
insbesondere ganze Tage sowie Übernachtungen mit seiner Tochter verbringen
kann, wird er einerseits viel weniger das Bedürfnis haben, "seine Zeit" mit
C._ bis in die letzte Minute ausreizen zu müssen, da man sich ja bald schon
wiedersehen wird. Andererseits wird der Kläger dadurch aber auch vermehrt aktiv
Erziehungsaufgaben und damit Verantwortung für C._ wahrnehmen können
und müssen, indem er z.B. Essens- und Schlafenszeiten vorzugeben hat,
C._ nach dem Schuleintritt beim Erledigen der Hausaufgaben zu unterstütz-
ten hat und ihr z.B. ein "Ämtchen" in seinem Haushalt zuteilen kann.
4.3.8. Nicht stichhaltig sind sodann die von der Beklagten gegen ein Besuchs-
recht mit Übernachtungen vorgebrachten Argumente: Richtig ist zwar, dass Über-
nachtungen beim nicht obhutsberechtigten Elternteil für ein Kind im Kindergarten-
alter nicht zwingend vorgesehen sind. Aus der Entwicklungspsychologie stammt
die Erkenntnis, dass eine entwicklungsfördernde Beziehung zum getrennt leben-
den Elternteil nur dann möglich ist, wenn beide Elternteile in den Alltag des Kin-
- 32 -
des einbezogen werden (vgl. FamKomm-SCHREINER, 3. Aufl. 2017, Bd. II: Anhän-
ge, Ausgewählte psychologische Aspekte im Zusammenhang mit Trennung und
Scheidung / VI. Sorgerechts- und Besuchsrechtsregelungen, N 156 ff., insbes.
N 204; CORINA BACILIERI-SCHMID, Kinder bei Trennung und Scheidung - Psycholo-
gisches Basiswissen für Juristinnen und Juristen, in: ZVW 2005, S. 199 ff,
S. 208). Dies ist naturgemäss nur dann möglich, wenn man im gleichen Haushalt
aufwacht, kocht, isst, den Alltag bespricht und einschläft und nicht bloss einige
Stunden zusammen verbringt. Ohne triftige Gründe ist deshalb zum Wohle von
C._ zukünftig nicht von der Anordnung von Übernachtungen beim nicht ob-
hutsberechtigten Kläger abzusehen. Nicht gegen Übernachtungen beim Kläger
sprechen insbesondere die von der Beklagten gemachten Ausführungen über die
(bis zum Ergehen des vorinstanzlichen Entscheids) erste und einzige Übernach-
tung von C._ beim Vater am 22. August 2015. Diese Übernachtung liegt mitt-
lerweile mehr als zwei Jahre zurück und aufgrund der inzwischen gemachten
Entwicklungsschritte von C._ kann der (von den Parteien unterschiedlich ge-
schilderte) Verlauf jener Nacht zum Vornherein nicht mehr für die Prognose des
Verlaufs künftiger Übernachtungen herangezogen werden. Anzumerken bleibt
weiter, dass C._ in den vergangenen Wochen seit November 2017 bereits
diverse Male beim Kläger übernachtet haben dürfte; diese Übernachtungen dürf-
ten problemlos verlaufen sein, wären doch andernfalls diesbezüglich weitere (No-
ven-)Eingaben der Parteien an die Kammer zu erwarten gewesen.
4.3.9. Zu der von der Beklagten ebenfalls im Zusammenhang mit der Ausgestal-
tung des Besuchsrechts und insbesondere den angeordneten Übernachtungen
von C._ beim Kläger über das Wochenende gemachten Beanstandung, die
Vorinstanz habe entgegen ihrem Antrag zu Unrecht auf die Einholung eines Er-
ziehungsfähigkeitsgutachtens verzichtet, gilt es schliesslich folgendes zu bemer-
ken: Ob ein Erziehungsfähigkeitsgutachten im jeweiligen Einzelfall einzuholen ist,
liegt primär im Ermessen der Vorinstanz. Bei der Überprüfung eines Ermessens-
entscheides ist zu beachten, dass der Grundsatz der Verhältnismässigkeit es ge-
bietet, ein Sachverständigengutachten nur dann anzuordnen, wenn es sich als
notwendig erweist. Dies, zumal ein solches Gutachten regelmässig einen nicht
unerheblichen Eingriff in die Privatsphäre der Betroffenen bedeutet und überdies
- 33 -
in der Regel zeitlich und finanziell aufwändig ist. Diese Interessen haben selbst-
verständlich dann zurückzustehen, wenn das Kindeswohl in Frage steht. Eine sol-
che Notwendigkeit ist vorliegend indes nicht ersichtlich und ergibt sich insbeson-
dere auch nicht aus den Vorbringen der Beklagten über einen angeblich falschen
Erziehungsstil des Klägers. Es kommt durchaus vor, dass Eltern eine unterschied-
liche Auffassung über Fragen der "richtigen" Erziehung haben. Daraus resultiert
indes keine Gefährdung des Kindeswohls, solange sich die Erziehungsstile bzw.
Erziehungsmethoden in gesellschaftlich üblichen Grenzen bewegen. In Bezug auf
C._ ist jedenfalls nicht ersichtlich, wie ihr die angeblich antiautoritäre Erzie-
hung des Klägers Schaden zufügen könnte. Zumal es vorliegend bereits an ir-
gendwelchen objektiven Anhaltspunkten dafür fehlt, dass der Kläger nicht erzie-
hungsfähig sein könnte, besteht kein Anlass für eine gutachterliche Abklärung des
Klägers. Die Vorinstanz hat zu Recht auf die Anordnung eines Erziehungsfähig-
keitsgutachtens betreffend den Kläger verzichtet bzw. ein solches als nicht not-
wendig erachtet. Die diesbezüglichen Beanstandungen der Beklagten sind unbe-
gründet.
4.3.10. Soweit die Beklagte weiter moniert, die Vorinstanz habe zusätzlich zu den
alle zwei Wochen stattfindenden Besuchswochenenden noch einen wöchentli-
chen Besuchsnachmittag am Dienstag installiert und damit dem Kläger ein über
ein gerichtsübliches Besuchsrecht hinausgehendes Besuchsrecht eingeräumt,
ohne die konkreten Verhältnisse des Einzelfalles und insbesondere das Konflikt-
niveau zwischen den Parteien zu berücksichtigten, kann ihr ebenfalls nicht gefolgt
werden. Die Vorinstanz hat sehr wohl die Umstände des Einzelfalls berücksichtigt,
indem sie etwa am bisherigen Wochentag (Dienstag) für den Besuchsnachmittag
festgehalten hat und sie zudem die durchaus nicht alltägliche Möglichkeit des
noch immer in seinem Unternehmen tätigen Klägers, seine Arbeitszeiten frei ein-
zuteilen bzw. sich den Dienstagnachmittag für C._ freizuhalten, berücksich-
tigt hat. Wie bereits ausgeführt liegt es im Übrigen im Ermessen des Richters, den
Umfang und die Ausgestaltung des Besuchsrechts festzulegen. Eine Überschrei-
tung des Ermessens macht die Beklagte nicht geltend, bemängelt sie doch ledig-
lich, die Vorinstanz habe sich gleich für die Maximalvariante entschieden, ohne zu
begründen, warum (act. 11 Ziff. 78). Mit der Berufung kann zwar die (blosse) Un-
- 34 -
angemessenheit eines Entscheides gerügt werden (Art. 310 ZPO). Bei der Ange-
messenheitskontrolle darf und soll sich die Rechtsmittelinstanz allerdings eine
gewisse Zurückhaltung auferlegen (vgl. etwa BLICKENSTORFER, DIKE-Komm-ZPO,
Art. 310 N 10). Vorliegend hat C._ in den vergangenen Jahren unbestritte-
nermassen eine gute Beziehung zum Kläger aufbauen können. Sie hat ihn gern
und geht gerne zu ihm (Prot. Vorinstanz S. 72 ff.). Etwas anderes behauptet, ab-
gesehen von vereinzelten Vorkommnissen von Terminkollisionen des Besuchs-
rechts bzw. Familienfesten mit Kindergeburtstagen (vgl. z.B. Prot. Vorinstanz,
S. 81), nicht einmal die Beklagte. Zudem verbrachte der Kläger bereits unter Gel-
tung der bisherigen Besuchsrechtsregelung jeweils einen halben Tag unter der
Woche mit C._, wobei irrelevant ist, dass er dabei – zumindest gemäss
Sachdarstellung der Beklagten – oftmals nicht alleine mit C._ war, sondern
entweder seine Enkelinnen oder seine älteren Kinder aus erster Ehe ebenfalls
zugegen waren. Die Nachmittagsbetreuung unter der Woche hat bis anhin offen-
bar gut funktioniert und es gibt keinerlei objektive Hinweise darauf, dass es dem
Kläger zukünftig an dieser faktischen Betreuungsmöglichkeit fehlen würde. Am
Ziel vorbei geht schliesslich das Argument der Beklagten, das von der Vorinstanz
angeordnete ausgedehnte Besuchsrecht sei in Fällen mit hohem Konfliktniveau
zwischen den Elternteilen – wie vorliegend zwischen den Parteien – nicht ange-
messen. Das von der Vorinstanz neu ausgestaltete Besuchsrecht führt insgesamt
nämlich z.B. zu weniger Übergaben und damit seltener zu einem Zusammentref-
fen der Parteien als unter dem bisherigen Besuchsrecht, welches die Beklagte
grundsätzlich beibehalten will. Indem die Vorinstanz den Beginn des Besuchs-
rechts jeweils am Dienstagmittag/Dienstagnachmittag auf nach dem Kindergar-
ten- bzw. nach Schulschluss terminiert hat, ist keine Übergabe durch die Parteien
mehr nötig bzw. entfällt eine der beiden Übergaben am Dienstag. Dasselbe gilt für
das Besuchsrecht an jedem zweiten Wochenende, sofern C._ am Nachmit-
tag Kindergarten oder Schule haben sollte. C._ ist zudem mittlerweile in ei-
nem Alter, in welchem sie nach Kindergartenschluss (bzw. schon in wenigen Mo-
naten nach Schulschluss) selbständig zum nur wenige hundert Meter vom Haus
der Beklagten entfernten Haus des Klägers gehen kann. Im Übrigen legt die Be-
klagte nicht dar, weshalb konkret bzw. inwiefern sich das Konfliktniveau zwischen
den Parteien durch das angepasste Besuchsrecht des Klägers erhöhen sollte.
- 35 -
Damit gilt es festzuhalten, dass die Vorinstanz weder die Offizial- oder Untersu-
chungsmaxime verletzt hat, indem sie auf die von der Beklagten verlangten weite-
ren Abklärungen verzichtet hat, noch sie ihr Ermessen falsch angewandt hat. Die
Berufung erweist sich deshalb in diesem Punkt als unbegründet.
4.3.11. Zusammenfassend ist festzuhalten, dass keine der von der Beklagten er-
hobenen Rügen im Zusammenhang mit der grundsätzlichen Ausgestaltung des
Besuchsrechts stichhaltig sind und ebenso wenig sind andere Gründe ersichtlich,
aufgrund welcher die vorinstanzliche Ausgestaltung des Besuchsrechts als unan-
gemessen erschiene. Vielmehr erscheint die getroffene Kontaktregelung der För-
derung der weiteren Entwicklung und damit dem Wohl von C._ dienlich und
den konkreten Umständen angemessen. Sie ist deshalb vollumfänglich zu bestä-
tigen, was zur Abweisung der Berufungsanträge Nr. 1, 2, teilweise 3 und 4 führt.
4.4. Zu den Rügen betreffend die Regelungen des Ferienrechts, der Spezialta-
ge Sechseläuten und Knabenschiessen sowie des maximalen Unterbruchs
des Besuchsrechts des Klägers
4.4.1. Subeventualiter beantragt die Beklagte die Aufhebung des vorinstanzlichen
Entscheids mit Ausnahme von Dispositivziffern 3 und 4 und im Übrigen die Ab-
weisung des klägerischen Massnahmebegehrens (act. 11 S. 3, Antrag Nr. 3). Mit
Dispositivziffer 3 des vorinstanzlichen Entscheids lockerte die Vorinstanz die
Pflicht der Beklagten, das Besuchsrecht des Klägers durch Ferienabwesenheiten
nicht länger als 15 Tage zu unterbrechen, indem der maximale Unterbruch nun-
mehr 21 Tage betragen darf. Dispositivziffer 4 des vorinstanzlichen Entscheids
betrifft die Aufhebung der im Rahmen des Eheschutzurteils vorgesehenen Kom-
pensationsregelung für aufgrund von Ferienabwesenheiten ausgefallene Besu-
che. Nachdem sowohl der Haupt- als auch der Eventualantrag der Beklagten ab-
zuweisen sind (vgl. vorstehende Ziff. II./4.3.11, in fine), haben die Dispositivziffern
3 und 4 des vorinstanzlichen Entscheids in Nachachtung des Subeventualantra-
ges der Beklagten als nicht angefochten zu gelten. Lediglich der Vollständigkeit
halber sei sodann angemerkt, dass die in der Berufung dennoch enthaltene Be-
gründung der Aufhebung der nach Ansicht der Beklagten "unüblichen Ferien-
rechtsbeschränkung der Beklagten" den Begründungsanforderungen ohnehin
- 36 -
nicht genügt, da sich die Beklagte mit der diesbezüglichen Begründung der Vor-
instanz nicht auseinandersetzt (vgl. act. 11, Ziff. 98 f.). Dasselbe gilt im Übrigen
für die von der Beklagten beantragte Aufhebung von Dispositivziffer 5 des vor-
instanzlichen Entscheides (Abweisung der von der Beklagten [pauschal] bean-
tragten Aufhebung der Regelung für die Spezialtage Sechseläuten und Knaben-
schiessen). In diesen Punkten ist auf die Berufung nicht einzutreten.
4.4.2. Nicht zu beanstanden ist schliesslich die durch die Vorinstanz getroffene
Ferienrechtsregelung, wonach der Kläger dazu berechtigt ist, ab Ende der Früh-
jahrsferien 2018 jeweils zwei Wochen Ferien pro Jahr mit C._ zu verbringen.
Entgegen der Ansicht der Beklagten ist ein Kind im Alter und mit dem Entwick-
lungsstand von C._, welches kurz vor der Einschulung steht, nicht mehr der-
art auf die Mutter als Hauptbezugsperson fixiert, als dass es nicht zwei aufeinan-
derfolgende Wochen mit dem anderen Elternteil verbringen könnte. C._ ver-
fügt über eine gute Beziehung zum Kläger, welche sich in den vergangen Wochen
seit Initiierung der Übernachtungen noch verfestigt haben dürfte, so dass sich
auch die offenbar anfänglich bemerkbare Nervosität von C._ über die ihr vom
Kläger bereits angekündigten Ferien gelegt haben wird. Angemerkt sei an dieser
Stelle nochmals, dass die Beklagte C._ insbesondere in Bezug auf die Feri-
en mit dem Kläger positiv vorzubereiten hat. Unnötig erscheint schliesslich der
Einbau einer "Sicherung" im Ferienrecht, wie von der Beklagten beantragt. Es gibt
keinerlei Hinweise darauf, dass der Kläger seiner Tochter z.B. telefonischen Kon-
takt mit der Beklagten während der Ferien verweigern würde, sollte sie dies tat-
sächlich wünschen. Die vorinstanzliche Ferienregelung ist demnach ebenfalls zu
bestätigen und die Berufung auch in diesem Punkt abzuweisen.
4.5. Zur Beanstandung betreffend Verlegung der vorinstanzlichen Kosten
4.5.1. Die Gerichtsgebühr für ihr Verfahren setzte die Vorinstanz auf Fr. 3'600.–
fest; diese auferlegte sie dem Kläger zu einem Viertel und der Beklagten zu drei
Vierteln. Zudem sprach sie dem Kläger eine reduzierte Prozessentschädigung in
der Höhe von Fr. 3'200.– zu (act. 2/4 S. 28 f. E. V./1. - 2.).
4.5.2. Die Beklagte beanstandet diese Kostenverlegung der Vorinstanz. Sie mo-
niert, die Vorinstanz sei zu Unrecht von dem sonst bei Kinderbelangen in der Pra-
- 37 -
xis zur Anwendung gelangenden Grundsatz der hälftigen Kostenverteilung und
des gegenseitigen Wettschlagens der Parteientschädigungen abgewichen.
(act. 11 Ziff. 100 ff.). Zudem habe die Vorinstanz den Rückzug der klägerischen
Begehren um Anordnung der alternierenden Obhut mit einer 30:70 Prozent-
Betreuungsregelung und auf Abänderung der Unterhaltsbeiträge bei der Kosten-
auflage unberücksichtigt gelassen. Unbeanstandet blieb jedoch die Höhe der von
der Vorinstanz festgesetzten Entscheidgebühr auf Fr. 3'600.–, weshalb es bei
dieser bleibt.
4.5.3. Zutreffend ist, dass in familienrechtlichen Prozessen, welche sich zur
Hauptsache um nicht vermögensrechtliche Kinderbelange (namentlich elterliche
Sorge, Besuchsrecht etc.) drehen, von den Grundsätzen gemäss Art. 106 ZPO
abgewichen und die Prozesskosten nach Ermessen verteilt werden können
(Art. 107 Abs. 1 lit. c ZPO). In diesen Fällen sind die Kosten des Verfahrens pra-
xisgemäss – unabhängig vom Ausgang des Verfahrens – den Parteien je hälftig
aufzuerlegen und die Parteientschädigungen wettzuschlagen, wenn die Parteien
unter dem Gesichtspunkt der Interessen des Kindes gute Gründe zur Antragsstel-
lung hatten bzw. sie sich den Anträgen mit guten Gründen widersetzten (OGer ZH
PC140046 vom 12. März 2015, E. 4.1 mit Verweis auf ZR 84 Nr. 41).
4.5.4. Die vorinstanzliche Begründung der Kosten- und Entschädigungsfolgen ist
äusserst knapp ausgefallen. Tatsächlich lässt sich daraus nicht entnehmen, wie
konkret die Rückzüge auf Seiten des Klägers oder das Unterliegen der Beklagten
mit ihren Anträgen auf (vollständige) Aufhebung der Ferienbeschränkung und der
Besuchsrechtsregelung für die Spezialtage Sechseläuten und Knabenschiessen
gewertet wurden (act. 2/4 S. 28 f.). Dennoch ist die vorinstanzlichen Kostenverle-
gung im Ergebnis nicht zu beanstanden: Nachdem der Kläger seinen anfängli-
chen (nicht vermögensrechtlichen) Antrag auf Anordnung der alternierenden Ob-
hut mit einer 30:70 Prozent-Betreuungsregelung als Übergangslösung bereits am
20. April 2017 wieder zurückgezogen hatte, bildete zentraler Streitgegenstand des
vorinstanzlichen Verfahrens die Anpassung der Besuchsrechtsregelung zwischen
dem Kläger und C._, somit nicht vermögensrechtliche Kinderbelange. Zwar
stellte der Kläger mit Eingabe vom 9. Februar 2017 zusätzlich vermögensrechtli-
che Begehren um Abänderung der Unterhaltsbeiträge für C._ sowie für die
- 38 -
Beklagte persönlich. Doch zog er diese ebenfalls bereits am 20. April 2017, somit
lange vor der Durchführung der Hauptverhandlung am 6. Juli 2017, wieder zu-
rück. Somit ist der Vorinstanz dadurch nur sehr geringer Aufwand entstanden,
welcher auf einen Anteil von ca. 10% der totalen Gerichtskosten zu beziffern und
vom Kläger alleine zu tragen ist. Demgegenüber hatte die Vorinstanz über die An-
träge der Beklagten um (vollständige) Aufhebung der Ferienbeschränkung und
der Besuchsrechtsregelung für die Spezialtage Sechseläuten und Knabenschies-
sen mit begründetem Urteil zu entscheiden. Damit ist die Beklagte überwiegend
unterlegen. Diese Anträge der Beklagten betreffen zudem zwar vordergründig
ebenfalls das Besuchsrecht, doch dienen sie letztlich primär den Interessen der
Beklagten auf möglichst lange zusammenhängende Ferien. Die darauf entfallen-
den Kosten sind deshalb von der Beklagten alleine zu tragen. Sie sind umfang-
mässig ebenfalls auf einen Anteil von ca. 10% der Gerichtskosten zu beziffern.
Der restliche Aufwand der Vorinstanz fiel für die Anpassung des generellen Be-
suchsrechts zum Kläger im Wohle von C._ an; er beläuft sich damit auf einen
Anteil von ungefähr 80% der Gerichtskosten. Zu berücksichtigen ist insbesondere,
dass es seitens der Beklagten keine guten Gründe gab, sich einer altersgemäs-
sen Anpassung des Besuchsrechts zu widersetzen, hat doch die Kammer im Ur-
teil vom 21. Juli 2016 sowie auch das Bundesgericht im Urteil vom 7. März 2017
den Parteien klar zu verstehen gegeben, dass eine Anpassung resp. Ausdehnung
des Besuchsrechts angezeigt sei, sofern das Hauptverfahren wider Erwarten
noch lange andauere (act. 14 S. 18 und act. 30 S. 6 ff. im Verfahren
Nr. LY160019, S. 18). Demgegenüber hatte der Kläger gestützt auf das Urteil der
Kammer vom 21. Juli 2016 und auf den bundesgerichtlichen Entscheid vom
7. März 2017 gute Gründe für das Stellen seines neuerlichen Abänderungsbegeh-
rens betreffend Konktaktrecht. Unter diesen Umständen erscheint es nicht ange-
zeigt, die auf die Regelung des Besuchsrechts entfallenden Gerichtskosten den
Parteien nach Ermessen je hälftig aufzuerlegen. Vielmehr erscheint es bei diesem
Ausgang des Verfahrens angemessen, die auf die Kinderbelange entfallenden
Kosten von ca. 80% der Gerichtskosten dem Kläger zu einem Fünftel und der Be-
klagten zu vier Fünfteln aufzuerlegen. Im Ergebnis bedeutet dies: Auf die Parteien
entfallen vorab je 10% der Gerichtskosten, weil die bezüglichen Begehren nicht
eigentliche Kinderbelange betreffen. Die verbleibenden 80% sind im Verhältnis
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1:4 (16% zulasten des Klägers, 64% zulasten der Beklagten) zu verlegen. Bei Ge-
richtskosten von Fr. 3'600.– beträgt der Anteil des Klägers gerundet 1⁄4, jener der
Beklagten 3/4. Der Kostenentscheid der Vorinstanz ist daher nicht zu beanstan-
den.
III. Kosten- und Entschädigungsfolgen
1. Vorab gilt es zu bemerken, dass über die Kosten für das Begehren der Be-
klagten um Erlass vorsorglicher Massnahmen für die Dauer des Berufungsverfah-
rens resp. sinngemäss auch aufschiebende Wirkung der Berufung bereits mit Be-
schluss vom 29. November 2017 entschieden wurde (act. 13, Dispositivziffer 2).
Festzusetzen und zu verlegen sind demnach im Folgenden noch die Kosten für
die Hauptanträge im Berufungsverfahren .
2. Da sich die Berufung als unbegründet erwiesen hat und dementsprechend
abzuweisen ist, wird die Beklagte für das Berufungsverfahren kostenpflichtig
(Art. 106 Abs. 1 ZPO). Eine Verteilung der Kosten des Berufungsverfahrens nach
Ermessen gestützt auf Art. 107 Abs. 1 lit. c ZPO ist nicht angezeigt; ohnehin
könnten dem Kläger aber keine Kosten im Zusammenhang mit dem vorliegen-
den Verfahren auferlegt werden, da er sich im Berufungsverfahren i.S.v. Art. 312
Abs. 1 ZPO nicht zu äussern hatte.
3. Es ist die Gebühr für einen prozessleitenden Entscheid festzusetzen. Das
kann sofort geschehen (wie es der angefochtene Entscheid tut), oder es kann
dem Entscheid in der Hauptsache vorbehalten werden. Bei einem Rechtsmittel
gegen einen prozessleitenden Entscheid werden die Kosten in der Regel sofort
festgesetzt und verlegt. So ist es auch hier zu halten. Auch wenn die Sache der
Kammer klar scheint, waren einmal mehr umfangreiche Akten und Eingaben
durchzuarbeiten. Angemessen ist eine Gebühr von Fr. 5'000.–.
4. Parteientschädigungen sind keine zuzusprechen: Der Beklagten nicht, weil
sie vollständig unterliegt, dem Kläger nicht, weil ihm im Berufungsverfahren keine
Umtriebe angefallen sind, die es zu entschädigen gölte.
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