# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 61fb8c4d-bf25-4da6-bd2b-5e2e3500ab11
**Court:** GR_KG
**Chamber:** GR_KG_007
**Year:** 2012
**Language:** de
**Jurisdiction:** GR / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

hat sich ergeben:
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I. Sachverhalt
A. X., geboren am 29. November 1957 und heute in B. (C.) lebend, schloss am 31. März 2008 mit der Y. AG einen vom 20. Mai 2008 bis am 31. Oktober 2008 befristeten Arbeitsvertrag ab. Demgemäss wurde X. als Nachtportier im D. in E. angestellt. Die wöchentliche Arbeitszeit wurde auf 41 Stunden festgesetzt (während der Hochsaison: 44 Stunden) und ein monatlicher Bruttolohn von Fr. 3‘500.-- beziehungsweise ein Nettolohn von Fr. 2‘663.85 pro Monat vereinbart. Subsidiär wurde der L-GAV 98 (Landes-Gesamtarbeitsvertrag des Gastgewerbes) als anwendbar erklärt.
Mit befristetem Arbeitsvertrag vom 3. September 2008 wurde X. vom 10. November 2008 bis zum 31. Oktober 2009 als Nachtportier im D. und ausserdem als Springer im letztgenannten Betrieb sowie im K. angestellt. Der monatliche Bruttolohn betrug Fr. 3‘500.--, der Nettolohn Fr. 2‘443.85.
Am 19. August 2009 verpflichtete sich X. vom 1. November 2009 bis circa 17. April 2010 wiederum als Nachtportier und Springer. Als monatlicher Bruttolohn wurden Fr. 3‘500.-- vereinbart, als monatlicher Nettolohn Fr. 2046.50 (unter anderem abzüglich Quellensteuer, Verpflegungskosten und Zimmermiete).
Am 2. März 2010 schlossen die Parteien einen weiteren Arbeitsvertrag, welcher am 12. Mai 2010 von der Y. AG gekündigt wurde. Gleichzeitig stellte die Y. AG X. von der Arbeit frei und untersagte diesem ausdrücklich, eines ihrer Hotels zu betreten. Ausserdem wurden während der Freistellung der Bezug sämtlicher Ferien-, Feier- und Ruhetage sowie die Kompensation von Überstunden angeordnet.
B. Mit Vermittlungsbegehren vom 4. Juni 2010 gelangte X. an das Kreisamt E.. Nach erfolgloser Sühneverhandlung vom 16. Juni 2010 bezog er am 21. Juni 2010 den Leitschein mit folgenden klägerischen Rechtsbegehren:
„1. Die Beklagte sei zu verpflichten, dem Kläger Fr. 2‘216.65 (Bruttolohn 13.-31. Mai 2010) nebst Zinsen von 5 %, ab dem 1. Juni 2010, zu bezahlen.
2. Die Beklagte sei zu verpflichten, dem Kläger Fr. 21‘000.-- wegen schikanierenden Verhaltens gegen den Kläger - 6 Monatslöhne - zu bezahlen.
3. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge zulasten der Beklagten.“
C. Mit Vermittlungsbegehren vom 9. Juni 2010 gelangte X. erneut an das Kreisamt E.. Nach erfolgloser Sühneverhandlung, die ebenfalls am 16. Juni 2010
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stattfand, bezog er am 21. Juni 2012 den Leitschein mit folgendem klägerischen Rechtsbegehren:
„1. Die Beklagte sei zu verpflichten, dem Kläger Fr. 10‘768.85 (Essenspausen) nebst Zinsen von 5 %, ab dem 15. April 2010, zu bezahlen.
2. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge zulasten der Beklagten.“
D. Mit zwei Eingaben vom 9. Juli 2010 (Datum des Poststempels) prosequierte X. die Streitsache(n) an das Bezirksgericht F.. Dabei hielt er grundsätzlich an den anlässlich der Sühneverhandlung gestellten Rechtsbegehren fest. In seiner ersten Eingabe (Prozess Nr. 110-10-25) brachte X. vor, die Y. AG habe ihm den Lohn für Mai 2010 in der Höhe von brutto Fr. 2‘216.65 (erst) am 24. Juni 2010 ausbezahlt. Zugleich fordere er eine Entschädigung im Umfang von sechs monatlichen Bruttolöhnen (Fr. 21‘000.--) für die „ausgeuebte Schickanierung (mit nicht bezahltem Lohn)“. In seiner zweiten Prozesseingabe (Prozess Nr. 110-10-27) machte X. eine Forderung auf „bezahlung von Esszeitpausen + 10% Nachtzuschlag in der Hoehe von 10.768,85 (natuerlich mit dem 25% Ueberzeitzuschlag mitbegriffen“ geltend.
E. Mit Prozessantwort vom 2. August 2010 begehrte die Arabella Hotelbetriebe was folgt:
„prozessualer Antrag
1. Es seien die beiden Prozesse Nr. 110-2010-25 und Nr. 110-2010-27 zusammen zu legen.
2. Da es sich um zwei unzulässige Teilklagen handelt, sei vom unentgeltlichen Verfahren von Art. 343 OR abzusehen und vom Kläger ein Gerichtskostenvorschuss einzuverlangen.
zur Klage selbst
1. Es sei die Klage Proz. Nr. 110-2010-25 vollumfänglich abzuweisen, sofern darauf überhaupt eingetreten werden kann.
2. Es sei die Klage Proz. Nr. 110-2010-27 vollumfänglich abzuweisen.
3. Unter voller Kosten- und Entschädigungsfolge zulasten des Klägers zuzüglich 7.6% MWSt.“
F. In seiner „Stellungsnahme zur Prozessantwort“ (recte: Replik) vom 20. August 2010 (Datum des Poststempels) lehnte X. sämtliche Begehren der Y. AG ab. Letztere verzichtete in der Folge auf eine Duplik.
G. Mit Verfügung des Bezirksgerichtspräsidenten F. vom 13. September 2010, welche gleichentags mitgeteilt wurde, wurden die Parteien zur Leistung eines Gerichtskostenvorschusses von je Fr. 4‘000.-- verpflichtet. Die Aufteilung in zwei
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Teilklagen sei nicht zulässig, da es sich bei beiden Klagen um Forderungen aus demselben Arbeitsverhältnis und zwischen denselben Parteien handle. Die beiden Teilklagen seien somit zu einem Verfahren zu vereinigen, womit sich ein Streitwert von über Fr. 30‘000.-- ergebe. Art. 343 OR sei nicht anwendbar.
H. Gegen die Verfügung des Bezirksgerichtspräsidenten F. vom 13. September 2010 erhob X. am 23. September 2010 Beschwerde beim Bezirksgericht (recte: Bezirksgerichtsausschuss) F. und beantragte sinngemäss, es sei von einer Vereinigung der Verfahren und damit auch von einem Kostenvorschuss abzusehen (Prozess Nr. 120-10-26). In seiner Stellungnahme vom 27. September 2010 beantragte die Y. AG die kosten- und entschädigungspflichtige Abweisung der Beschwerde. Nachdem X. mit Verfügung des Bezirksgerichtspräsidenten F. vom 8. November 2010, welche gleichentags mitgeteilt wurde, die unentgeltliche Rechtspflege in den Verfahren vor Bezirksgericht und Bezirksgerichtsausschuss gewährt worden war (Prozess Nr. 130-2010-119), erklärte sich X. am 15. November 2010 mit der Vereinigung der beiden Klageverfahren einverstanden. In der Folge schrieb der Bezirksgerichtspräsident F. das Beschwerdeverfahren mit Verfügung vom 16. Dezember 2010, mitgeteilt am 21. Dezember 2010, ab.
I. Mit Urteil vom 26. Mai 2011, mitgeteilt am 28. Juni 2011, erkannte das Bezirksgericht F. wie folgt:
„1. Die Klage des X. gegen die Y. AG wird teilweise gutgeheissen und die Y. AG wird verpflichtet, X. Fr. 6.05 zu bezahlen.
2. Die Kosten des Kreisamtes E. (2 x Fr. 250.00) und jene des Bezirksgerichts F., bestehend aus:
- einer Gerichtsgebühr von Fr. 3‘000.00
- Schreibgebühren von Fr. 555.00
- Barauslagen von Fr. 45.00
total somit von Fr. 3‘600.00
gehen zu Lasten des X.. Sie werden gestützt auf die Verfügung vom 8. November 2010 des Bezirksgerichtspräsidiums F. betreffend Bewilligung zur unentgeltlichen Rechtspflege (Proz. Nr. 130-2010-119) direkt beim Kanton Graubünden erhoben.
3. X. wird verpflichtet, die Y. AG ausseramtlich mit Fr. 4‘500.-- (inkl. Spesen und Mehrwertsteuer) zu entschädigen.

## Considerations