# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 52ce48f8-04f1-4fbd-8761-c41f7b709c3f
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2020
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
Die 1961 geborene und
zur Katechetin ausgebildete
X._
meldete sich am 15. Juni 2015 (Eingangsdatum bei der IV-Stelle) unter Hinweis auf eine Epilepsie und Erschöpfungsdepression zum Bezug von Leistungen der Invalidenversicherung an (Urk. 7/8). Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, zog die Akten des Krankentaggeldversicherers bei (Urk. 7/31)
und tätigte medizinische und erwerblich-berufliche Abklärungen. Im Rahmen der Frühintervention übernahm die IV-Stelle die Kosten für eine Bürofachausbildung (Urk. 7/35), was per 1. Juli 2016 zu einer Festanstellung in einer angepassten Tätigkeit mit einem Pensum von 60 % beim bisherigen Arbeitgeber führte (Urk. 7/55).
Mit Mitteilung vom 15. Juli 2016 zeigte die IV-Stelle den Abschluss der beruflichen Massnahmen an (Urk. 7/59).
Am 24. Januar 2017 erfolgte eine Haushaltsabklär
ung (Bericht vom 2
6.
Januar 2017
, Urk. 7/66). Nach durchge
führtem
Vorbescheidverfahren
(Urk. 7/69, Urk. 7/98) bejahte die IV
Stelle mit Verfügung vom 18. September 2018 einen Anspruch auf Leistungen der Inva
lidenversicherung und
sprach
X._
eine
Viertelsrente
ab 1. Januar 2018 zu (Urk. 2).
2.
Dagegen erhob
X._
mit Eingabe vom 24. September 2018 Beschwerde beim hiesigen Sozialversicherungsgericht und beantragte, es sei ihr unter Aufhebung der Verfügung vom 18. September 2018 eine halbe IV-Rente ab 1. Dezember 2015 zuzusprechen (Urk. 1). Die IV-Stelle schloss in ihrer Beschwerdeantwort vom 29. Oktober 2018 auf Abweisung der Beschwerde, was der Beschwerdeführerin mit Verfügung vom 31. Oktober 2018 (Urk. 8) zur Kennt
nis gebracht wurde.
Mit Beschluss vom 11. Februar 2020 (Urk. 10) wurde der Beschwerdeführerin die Gelegenheit eingeräumt, um zu der vom Gericht nicht auszuschliessenden Rück
weisung der Sache an die Beschwerdegegnerin zur ergänzenden Abklärung und der damit verbundenen möglichen Abänderung der angefochtenen Verfügung zu ihrem Nachteil (
reformatio
in
peius
) Stellung zu nehmen oder die Beschwerde zurückzuziehen. Mit Eingabe vom 3. März 2020 hielt sie an ihrer Beschwerde fest und reichte weitere U
nterlagen ins Recht (Urk. 12, Urk.
13
/1-11
).
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allge
meinen Teil des Sozialversicherungsrechts,
ATSG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beur
teilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähig
keit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (
IVG
)
Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen
wieder herstellen
, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gege
benenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 256 E. 4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, wel
che Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden können (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E. 4b/cc).
1.4
Das Gericht kann die Angelegenheit zu neuer Entscheidung an die Vorinstanz zurückweisen,
besonders
wenn mit dem angefochtenen Entscheid nicht auf die
Sache eingetreten oder der Sachverhalt ungenügend festgestellt wurde (§ 26 Abs. 1 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht,
GSVGer
). Gemäss stän
diger Rechtsprechung ist in der Regel von der Rückweisung – da diese das Ver
fahren verlängert und verteuert – abzusehen, wenn die Rechtsmittelinstanz den Prozess ohne wesentliche Weiterungen erledigen kann. In erster Linie kommt eine Rückweisung in Frage, wenn der Versicherungsträger auf ein Begehren überhaupt nicht eingetreten ist oder es ohne materielle Prüfung abgelehnt hat, wenn schwierige Ermessensentscheide zu treffen sind, oder wenn der
ent
scheidrele
vante
Sachverhalt ungenügend abgeklärt ist (vgl. Urteil des Bundesgerichts U 209/02 vom 10. September 2003 E. 5.2).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin erwog i
m angefochtenen Entscheid,
die gesund
heitlichen Einschränkungen
würden
seit Ende Dezember 2014 bestehen und die Abklärungen
hätten
ergeben, dass die Beschwerdeführerin bei guter Gesundheit einer Erwerbstätigkeit von 80
% nachgegangen wäre und damit 20
%
auf den Haushaltsbereich fallen würden.
Da nach
neuer Berechnungsweise ab
1.
Januar 2018 ein Teilzeitpensum auf ein volles Pensum au
fgerechnet werde, resultiere neu
ein Invaliditätsgrad von 46
%, was zu einer
Viertelsrente
ab Januar 2018 führe
.
Zum Einwand der Beschwerdeführerin, wonach aufgrund eines Nebenverdienstes von einer vollen Erwerbstätigkeit auszu
gehen sei, hielt die IV-Stelle F
olgendes fest:
Die Zusatzeinträge im IK-Auszug habe die Beschwerdeführerin als Kommissionstätigkeiten eingeordnet und wür
den zum Haushaltsbereich zählen. Die
Einbusse
sei dementsprechend in diesem Rahmen
als Einschränkung berück
sichtigt worden. Der IK-Auszug und die Einkommensmeldungen der letzten Jahre
würden
zeige
n
, dass die Beschwerdeführerin nie einen Vollerwerb angestrebt habe
. Auch habe die Beschwerdeführerin anlässlich der Abklärungsgespräche nicht erwähnt, dass sie zu 100
% im Erwerb habe stehen wollen
(Urk. 2)
.
2.2
Demgegenüber stellte sich die Beschwerdeführerin auf den Standpunkt
(Urk. 1)
, sie wäre ohne gesundheitliche Einbusse zu 100
% erwerbstätig.
Ohne Krankheit würde s
ie seit 2015 zu 80
% als Katechetin arbeiten und
weiterhin den
Nebener
werbstätigkeiten
wie
das Abhalten von
Bibelstunden und
die
Mitarbeit bei Sitzungen der röm
isch-katholischen
Körperschaft
, nachgehen.
Diese Nebentätig
keiten hätten vor dem Krankheitsfall einem Pensum von rund 30 % entsprochen.
Die
regelmässigen und in der Höhe kaum schwankenden
Einkünfte aus diesen Nebenerwerbstätigkeiten
würden aus
dem IK-Auszug
hervorgehen
.
Zur Berechnung des Invaliditätsgrades komme da
her nicht die
gemischte Methode zur Anwendung
,
sondern der Einkommensvergleich. Diese Methode
ergebe einen
Invaliditätsgrad von 58
%
, weshalb eine
halbe Rente ab
1.
Dezember 2015 zu
zu
sprechen sei
.
Mit Eingabe vom 3. März 2020
(Urk. 12)
ergänzte die Beschwerdeführerin, dass es sich bei der Verdachtsd
iagnose einer
Epilepsie
um eine Arbeitsdiagnose han
d
l
e
, was
gemäss der Stellungnahm
e
der Klinik
Y._
vom 27. Februar 2020
eine
r
soweit wie möglich, aber nicht definitiv gesicherte
n
Epilepsie-Diagnose
ent
spreche. Eine solche Arbeitsdiagnose
habe für die Behandlung, für den Lebens
alltag und die Einschätzung der Arbeitsfähigkeit die gleichen Konsequenzen wie eine definitive Epilepsie-Diagnose. Weiter brachte die Beschwerdeführerin vor, dass die Diagnose einer leichten kognitiven Störung habe bestätigt werden können
und verwies dabei auf die neuropsychologische Stellungnahme der Klinik
Y._
v
om 27. Februar 202
0.
3.
3.1
Im definitiven Austrittsbericht der Klinik
Y._
vom 29.
Januar 2015
(Urk. 7/28/
3-7
)
wurde
die
Diagnose einer ätiologisch unklaren Epilepsie mit ein
fach-fokal eingeleitete
n komplex-fokalen und fraglich
sekundär generalisierten Anfällen seit 06/2011 gestellt
.
Aus dem Bericht geht sodann hervor, dass die
Hospitalisation
zur Durchführung
eines Langzeit-EEGs für drei Tage
erfolgt sei. Nach längerer Anfallsfreiheit bei konstanter antiepileptischer Medikation seien wieder anfallsverdächtige Symptome aufgetreten, weshalb die Aktivität der diagnostizierten Epilepsie zu bestimmen gewesen sei
(Urk. 7/28/3).
Die Epilepsie
diagnose habe bisher und auch mit dem
aktuell erfolgten mobilen
Langzeit-EEG
nicht untermauert werden können
. Es hätten
keine epilepsietypischen Potenziale und auch keine epileptischen Anfälle beziehungsweise Anfallsmuster registriert werden können
. Dies schliesse eine
Diagno
se allerdings nicht aus
.
Ausser dem Wiederauftreten von Anfällen im Sommer und Herbst 2014 hätten sich klinisch keine Hinweise für eine progrediente
epileptogene
Hirnpathologie ergeben
(Urk. 7/28/5)
. Die Arbeitsfähigkeit erachteten die Ärzte aus
epileptologi
scher
Sicht als gegeben (Urk. 7/28/6)
.
3.2
Im Bericht des
Zentrum
s
Z._
vom 13. März 2015
wurde
die Diagnose einer ätiologisch unklaren Epilepsie mit einfach-fokal eingeleitete
n komplex-fokalen und fraglich
sekundär generalisierten Anfällen seit dem 5
0.
Lebensjahr fest
gehalten
(Urk. 7/28/8).
Aus dem
Bericht geht hervor, dass die Annahme einer Epilepsie auf plausibler Anamnese und Semiologie basiere. Die Beschwerdeführerin habe davon berichtet,
dass ihre Konzentration und Merkfähigkeit
seit der Man
ifestation der Erkrankung
nicht mehr
gleich wie früher seien
.
Anlässlich der Unte
rsuchung
am Z._
seien diese
auf stabi
lem Niveau
einzuordnen gewesen
(Urk. 7/28/9). Aus
epileptologischer
Sicht würden qualitative Einschränku
ngen der Arbeitsfähigkeit bestehen
. Dies bedeute, dass Arbeiten
in ungesicherter Höhe (Leitern und
Gerüste), Arbeiten an gefahren
trächtigen Maschinen und Geräten, Tätigkeiten, die das Führen eines fahraus
weispflichtigen Motorfahrzeuges erfordern, sowie Tätigkeiten, die die al
leinige Verantwortung für Schutz
be
fohlene
umfasse, n
icht ausgeführt werden dürften
(Urk. 7/28/10).
3.3
Am
13. Oktober 2015
berichtete Prof.
Dr.
med.
A._
,
L
eitender Arzt Klinik
Y._
, es bestehe
der Verdacht einer Epilepsie bislang unklarer Ätiologie mit komplex-fokalen Anfällen sowie möglicherweise generalisierten tonisch-klo
nischen Anfällen (ICD-10: G40.2
;
Urk. 7/57/6)
.
Im definitiven Austrittsbericht der Klinik
Y._
vom 6. November 2015
wurde
demgegenüber nicht mehr von einer Verdachtsdiagnose gesprochen, sondern
die Epilepsie
als Hauptd
iagnose aufge
führt (
Urk. 7/57
/9). Nach der Durchführung eines fünftägigen
Intensivmonito
rings
mit Video-EEG hätten keine Anfälle registriert werden können und hätten sich auch keine
interiktalen
epilep
sietypischen Potentiale finden lassen
. Die Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit sei weiterhin gegeben (
Urk. 7/57
/11
)
. Im
ambulanten Verlaufsbericht der Klinik
Y._
vom 27. Januar 2016 wurde
erneut
der Verdacht einer Epilepsie
genann
t
(
Urk. 7/57
/4)
, so auch
im Verlaufsbericht von Prof.
Dr.
A._
vom 4. Mai 2016 (
Urk. 7/57
/1). Aus dem letztgenannten
Verlaufsbericht geht sodann hervor, dass die Beschw
erdeführerin aktuell einem
Pensum
von 40 % nachgeht
und aus ärztlicher Sicht prinzipiell
auch eine
100%ige
Tätigkeit vorstellbar sei, vorbehältlich
der noch ausstehenden neuropsychologischen
Untersuchung.
Nach wie vor bestehe eine qualitative Ein
schränkung der Arbeitsfähigkeit (Urk. 7/57/1).
3.4
Am 10. November 2016 wurde die Beschwerdeführerin neuropsycholo
gisch untersucht.
Das Institut
B._
erstattete am
2. Dezember 2016
den Untersuchungsbericht
,
worin
als Diagnose den
Verdacht auf leichte Beeinträchtigungen
attentionaler
und exeku
ti
v
er sowie mn
estischer Funktionen (ICD-10: F
07.8) aufgeführt wurde. Dem Bericht
ist
sodann
zu entnehmen,
dass
die Beschwerdeführerin über ein durch
schnittliches allgemeines kognitives Leistungsvermögen mit einem homogenen Leistungsprofil verfüge. Im Bereich der
attentionalen
und exekutiven Funktionen hätten sich einzelne Auffälligkeiten gezeigt. Die Prüfung der
anterograden
episo
dischen Gedächtnisleistungen habe unauffällige Leistungen für das Erfassen, Behalten und Erinnern von strukturierter verbaler (Geschichte) oder figuraler Information ergeben. Auch beim Lernen von unstrukturierter verbaler Informa
tion (Wortliste) habe die Beschwerdeführerin eine unauffällige Leistung erbracht. Es habe sich allerdings gezeigt, dass sich die Beschwerdeführerin nach einer Stör
liste sowie im freien
Spätabruf nur noch an die Hälfte
der zuvor gelernten Wörter
habe erinnern können.
Zu dieser Minderleistung hätten wohl auch die
attentiona
len
und exekutiven Einschränkungen beigetragen und es sei unklar, inwiefern psychische Aspekte hierbei relevant seien.
Die
neuropsychologischen Befunde
würden
den Verdacht auf eine leichte Beeinträchtigung in den
attentionalen
und exekutiven sowie der mnesti
schen Funktionen festigen
. Diese Beeinträchtigungen hätten auch Auswirkungen auf das Leistungsvermögen im beruflichen Alltag
. Ein höheres Arbeitspensum als 60 % sei nicht zumutbar (
Urk.
7/74/6
f.)
.
4.
Wie nachfolgend dargelegt wird, erweist sich der vorliegende medizinische Sach
verhalt - e
ntgegen den
Ansicht
en
beider Parteien
-
als unvollständig.
Zunächst haben i
n den
Berichten der Klinik
Y._
sowohl die Diagnose als auch die Verdachtsdiagn
o
se einer Epilepsie Eingang gefunden (vgl. E. 3.3).
Entgegen der Ansicht der Beschwerdeführerin
vermag auch die
Stellungnahme der Klinik
Y._
vom 27. Februar 2020
(Urk. 13/9)
nichts daran zu ändern, dass eine abschliessende Beurteilung der Leistungsfähigkeit der Beschwerdeführerin nicht möglich ist.
Prof.
Dr.
A._
führt
e
in dieser Stellungnahme aus, dass es sich
bei der Verdachtsdiagnose der Epilepsie
um eine Arbeitsdiagnose handeln würde, welche für die Behandlung und für die Einschätzung der Arbeitsfähigkeit die gleichen Konsequenzen wie eine definitive Epilepsie
diagnose habe. Prof.
Dr.
A._
hielt
zugleich fest, dass eine soweit als möglich, aber eben nicht definitiv gesicherte
,
Epilepsiediagnose vorliege
. Solche Arbeitsdiagnosen würden auf den plausiblen Schilderungen der Anfallsgeschehnisse basieren und seien nicht durch zusätzliche epilepsiespezifische Befunde aus den technischen Zusatz
untersuchungen bestätigt
(Urk. 13/9).
Wenngleich den ärztlichen Ausführungen zufolge die Verbindlichkeit einer Verdachtsdiagnose ausreicht, um die Indikation für eine Behandlung zu stellen, vermag dies für eine abschliessende Beurteilung der funktionellen Leistungsfähigkeit der Beschwerdeführerin nicht zu genügen, stehen doch einer
solchen Einschätzung
noch weitere Unsicherheiten entgegen. Hierbei fällt zum einen ins Gewicht, dass gemäss Berichten der Klinik
Y._
und des
Z._
(bloss)
eine qualitative Einschränkung der Arbeitsfähigkeit vorliegt (vgl. E. 3.1 - 3.3)
. V
on einer quantitativen Einschränkung ist dabei nicht die Rede. Lediglich das
B._
hielt im Untersuchungsbericht fest, dass ein höheres Arbeits
pensum als 60 % nicht zumutbar sei (vgl. E. 3.4). Dabei stützt
e
sich das
B._
(ebenfalls) auf eine Verdachtsdiagnose, welche die Beschwerdeführerin mit Nach
reichung der neuropsychologischen Stellungnahme der Klinik
Y._
vom 27. Februar 2020 (Urk. 13/10) bestätigt sieht. Auch wenn vorliegend von der Diagnose einer leichten kognitiven Störung exekutiver Funktionen auszugehen
wäre, lässt sich nicht
abschliessend
feststellen, ob und inwieweit sich diese
tat
sächlich
auf die Leistungsfähigkeit der Beschwerdeführeri
n auswirkt
. Im Bericht der Klinik
Y._
vom 24. Januar 2020 wurde denn noch festgehalten, dass die neuropsychologische Untersuchung erfreulicherweise nur recht gering ausge
prägte Einbussen ergeben habe (Urk. 13/1/3).
Zum anderen machten die Neu
ropsychologen eine Verbesserung im mnestischen und
attentionalen
Bereich aktenkundig und berichteten, die leichte kognitive Beeinträchtigung könne sich bei hohen kognitiven beziehungsweise exekutiven Anforderungen im Berufsall
tag limitierend auswirken (
Urk.
13/10). Ob dies eine Einschränkung in der aktuellen Tätigkeit der Beschwerdeführerin zur Folge hat oder nur mehr eine leidensangepasste Beschäftigung in grösserem Umfang zuliesse, bleibt offen. Als
dann ist gestützt auf die Akten von grundsätzlich guten kognitiven Ressourcen auszugehen (vgl.
Urk.
13/4). Schliesslich ist nach wie vor ungeklärt, ob eine psy
chische Beschwerdekomponente vorliegt, welche die kognitiven Funktionen der Beschwerdeführerin beeinflussen könnte. So wiesen bereits die Neuropsycholo
gen im Dezember 2016 darauf hin, es bleibe unklar, inwiefern auch psychische Aspekte zur getesteten Minderleistung beigetragen hätten. Die subjektive Wahr
nehmung der Beeinträchtigungen führe zu einer psychischen Belastung der Beschwerdeführerin, welche ihre kompensatorischen Ressourcen reduziere (
Urk.
7/74/7). Sodann beabsichtigte die Beschwerdeführerin, die psychotherapeu
tische Behandlung wiederaufzunehmen (vgl.
Urk.
13/3) und schliesslich sprach Prof.
Dr.
A._
in seiner Stellungnahme vom 2
6.
Februar 2020 davon, es liege neben der neuropsychologischen auch eine psychiatrische Diagnose vor (
Urk.
13/9).
I
nwieweit
eine Einschränkung der
Leistungsfähigkeit der Beschwe
r
deführerin
aufgrund der (Verdachts-)Diagnose einer Epilepsie und einer leichten k
ognitiven Störung vorliegt
, lässt sich
anhand der ärztlichen Berichte mithin
nicht
schlüssig
feststellen
.
Es kommt hinzu, dass eine neuropsychologische Abklärung lediglich eine Zusatzuntersuchung darstellt und es grundsätzlich Auf
gabe des psychiatrischen - oder allenfalls des neurologischen - Facharztes ist, die Arbeitsfähigkeit unter Berücksichtigung allfälliger neuropsychologischer Defizite einzuschätzen (Urteil des Bundesgerichts 9C_299/2019 vom 2
7.
Juni 2019 E. 4), was vorliegend offenkundig nicht erfolgt ist.
Im Übrigen erachtete auch der RAD
Arzt in der Stellungnahme
vom 4. Juli 2017
eine Arbeitsunfähigkeit im Umfang von 40 % in Bezug auf das Anforderungsprofil als nicht hinreichend plausibel (Urk. 7/96/2).
Nachdem d
as Stellen einer Diagnose allein nicht
genügt, sondern
es
vielmehr deren Auswirkungen
sind, welche von Belang sind und in jedem Ein
zelfall
eine Beeinträchtigung der Erwerbsfähigkeit unabhängig von der Diagnose und grundsätzlich unbesehen der Ätiologie ausgewiesen und in ihrem Ausmass bestimmt sein
muss
(BGE 127 V 294 E. 4c),
erweist sich der medizinische
Sach
verhalt
nach dem Gesagten
als nicht hinreichend abgeklärt. Es fehlt ins
besondere an einer umfassenden, verlässlichen medizinischen Einschätzung der Arbeitsfä
higkeit
(vgl. E. 1.3)
. Die Sache ist daher an die Beschwerdegegnerin zurückzu
weisen, damit diese nach ergänzender medizinischer Abklärung
eine neue Beur
teilung vornehme
und über den Leistungsanspruch der Beschwerde
führerin neu verfüge.
In diesem Sinne ist die Beschwerde gutzuheissen.
Angesichts dieser Ausgangslage erübrigen sich zu diesem Zeitpunkt Aus
führungen zur strittigen Frage der Qualifikation der Beschwerdeführeri
n als Teil
zeiterwerbstätige
.
5.
5.1
Die Kosten des Verfahrens sind gestützt auf
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG auf
Fr.
800.--festzusetzen und ausgangsgemäss der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen.
5.2
Nach ständiger Rechtsprechung gilt die Rückweisung der Sache an die Verwal
tung zur weiteren Abklärung und neuen Verfügung als vollständiges Obsiegen (BGE 137 V 57 E. 2.2), weshalb
die
vertretene Beschwerdeführer
in
Anspruch auf eine Prozessentschädigung hat.
Nach
§
34
Abs.
3
GSVGer
bemisst sich die Höhe der gerichtlich festzusetzenden Entschädigung nach der Bedeutung der Streitsache, der Schwierigkeit des Pro
zesses und dem Mass des Obsiegens, jedoch ohne Rücksicht auf den Streitwert. Gemäss
§
8 in Verbindung mit
§
7
Abs.
1 der Verordnung über die Gebühren, Kosten und Entschädigungen vor dem Sozialversicherungsgericht (
GebV
SVGer
) wird namentlich für unnötigen Aufwand kein Ersatz gewährt.
5.3
Der obsiegenden und anwaltlich vertretenen Beschwerdeführerin steht damit eine Prozessentschädigung zu, die ermessensweise auf
Fr.
2'0
00.-- (inklusive Baraus
lagen und Mehrwertsteuer) festzusetzen und der Beschwerdegegnerin aufzuer
legen ist.