# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** ee4f9837-243f-4b95-b258-2823b88c51fe
**Court:** GR_KG
**Chamber:** GR_KG_006
**Year:** 2018
**Language:** de
**Jurisdiction:** GR / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

hat sich ergeben:
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I. Sachverhalt
A. Am 30. Juni 2017 reichte X._ beim Einzelrichter in Zivilsachen am Regionalgericht Engiadina Bassa/Val Müstair ein Gesuch um Erlass von Eheschutzmassnahmen gegen A._ ein. Darin ging es insbesondere um die Obhutszuteilung der drei minderjährigen Kinder sowie um Festsetzung des Kinderunterhalts. Mit superprovisorischer Verfügung des Einzelrichters am Regionalgericht Engiadina Bassa/Val Müstair, lic. iur. utr. Y._, vom 19. Juli 2017 wurde X._ unter Hinweis auf Art. 292 StGB untersagt, sich näher als 100m A._ und/oder seinen Kindern anzunähern. Des Weiteren wurde ihm ebenfalls unter Hinweis auf Art. 292 StGB untersagt, mit A._ und/oder seinen Kindern unbewachten Kontakt aufzunehmen. Nach einer persönlichen Anhörung der Kinder verfügte lic. iur. utr. Y._ als Einzelrichter am Regionalgericht Engiadina Bassa/Val Müstair mit Entscheid vom 30. August 2017 die Einholung eines Gutachtens zur Frage der Zuteilung der Obhut und der Besuchsregelung. Gleichzeitig hob er das mit superprovisorischer Verfügung vom 19. Juli 2017 auferlegte Kontakt- und Annäherungsverbot auf und berechtigte X._, seine Kinder zweimal monatlich im Rahmen der begleiteten Besuchstage der KJBE (Verein "Kinder und Jugendliche betreuen, begleiten, bestärken") zu besuchen. Im Verlauf des weiteren Eheschutzverfahrens erhielt X._ zudem davon Kenntnis, dass lic. iur. utr. Y._ in einem früheren Verfahren betreffend Nachlassstundung am 20. Mai 2015 aufgrund einer E-Mail von X._, in welcher dieser konkrete Suizidabsichten äusserte, am 20. Mai 2015 beim damaligen Bezirksarzt des Bezirks Inn eine Gefährdungsmeldung erstattet hatte.
B. Mit Eingabe vom 21. Dezember 2017 stellte X._ im Eheschutzverfahren gegen A._ ein Ausstandsbegehren gegen den Regionalgerichtspräsidenten Engiadina Bassa/Val Müstair, lic. iur. utr. Y._. Im Zusammenhang mit der Gefährdungsmeldung aus dem Jahre 2015 erachte er lic. iur. utr. Y._ für das Eheschutzverfahren als vorbefasst.
C. In seiner Stellungnahme vom 22. Dezember 2017 beantragte der Regionalgerichtspräsident lic. iur. utr. Y._ die Abweisung des Ausstandsgesuchs. X._ berufe sich auf Art. 47 Abs. 1 lit. b ZPO und damit auf den Ausstandsgrund der Vorbefassung. Zum einen sei aber leicht erkennbar, dass er mit der konkreten Streitsache nicht schon einmal befasst gewesen sei, da die Gefährdungsmeldung im Rahmen eines Verfahrens betreffend Nachlassstundung erfolgt sei, das vorgebrachte Ausstandsgesuch hingegen ein Eheschutzverfahren betreffe. Zum anderen habe damals durchaus Veranlassung
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zur Gefährdungsmeldung bestanden. X._ habe sowohl schriftlich wie auch telefonisch damit gedroht, sich das Leben zu nehmen.
D. In seiner Replik vom 18. Januar 2018 führte X._ aus, auch eine weitere Richterin am Regionalgericht Engiadina Bassa/Val Müstair, B._, habe ihm gegenüber demonstrativ ihre Ablehnung und Verärgerung gezeigt. Er beantrage die Befragung seiner Schwester als Zeugin zu diesem Vorfall. Des Weiteren habe ihm die Gerichtsschreiberin des Regionalgerichts am Telefon gesagt, dass er keinen Anstand besitze und lügen würde. Dies sei Beweis genug, dass auch sie ein massives Vorurteil gegen ihn hegen würde. Auch sie sei dazu zu befragen. Es sei somit das gesamte Gericht befangen und müsse in den Ausstand treten.
E. Mit prozessleitender Verfügung vom 25. Januar 2018 lehnte die zuständige Einzelrichterin am Regionalgericht Engiadina Bassa/Val Müstair die Anträge von X._ auf Befragung seiner Schwester sowie der Gerichtsschreiberin ab, zumal gemäss geltender Rechtsprechung des Bundesgerichts der Ausstand nur gegen einzelne Mitglieder des Gerichts erhoben werden könne und nicht gegen den gesamten Spruchkörper, und weder gegen die Richterin B._ noch gegen die Gerichtsschreiberin ein konkretes Ausstandsgesuch eingereicht worden sei.
F. Mit Entscheid vom 25. Januar 2018, mitgeteilt am 25. Januar 2018, erkannte das Regionalgericht Engiadina Bassa/Val Müstair wie folgt:
1. Das Ausstandsbegehren betreffend den Präsident des Regionalgerichts Engiadina Bassa/Val Müstair, lic. iur. utr. Y._, wird abgewiesen.
2. Die Gerichtskosten in Höhe von CHF 1'000.00 (Entscheidgebühr) gehen zu Lasten der gesuchstellerischen Partei und bleiben bei der Prozedur.

## Considerations