# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 10afd976-d348-49d6-afe2-999374e590d1
**Court:** CH_BSTG
**Chamber:** CH_BSTG_001
**Year:** 2020
**Language:** de
**Jurisdiction:** CH / Federation
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
A. Die Staatsanwaltschaft München I führt ein Ermittlungsverfahren gegen B.,
C., D., E., F. und G. wegen bandenmässiger Umsatzsteuerhinterziehung
(Verfahrensakten StA SG, act. 14, 17).
B. In diesem Zusammenhang gelangte die Staatsanwaltschaft München I mit
Rechtshilfeersuchen vom 4. Februar 2019 an die Staatsanwaltschaft des
Kantons St. Gallen, Untersuchungsamt Altstätten, und ersuchte u.a. um
Einvernahme von A. durch die zuständige Polizeibehörde als Zeugin (Ver-
fahrensakten StA SG, act. 14).
C. Hierzu erliess die Staatsanwaltschaft des Kantons St. Gallen, Untersu-
chungsamt St. Gallen, am 21. März 2019 eine Eintretens- und Zwischen-
verfügung (Verfahrensakten StA SG, act. 22).
D. Mit Schlussverfügung vom 18. Oktober 2019 entsprach die Staatsanwalt-
schaft des Kantons St. Gallen, Kantonales Untersuchungsamt, dem er-
wähnten Rechtshilfeersuchen und ordnete die Herausgabe des Einvernah-
meprotokolls von A. vom 14. Juni 2019 inkl. vorgelegte Unterlagen (im Ori-
ginal) an (act. 1.2).
E. Dagegen gelangt A., vertreten durch Rechtsanwalt Andreas Kulle, mit Be-
schwerde datiert vom 16. November 2019 (Poststempel: 18. November
2019) an die Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts und beantragt
hauptsächlich, die Schlussverfügung sei aufzuheben und dem Rechtshil-
feersuchen sei hinsichtlich der Vernehmung von A. nicht zu entsprechen.
Ausserdem sei die Unverwertbarkeit sämtlicher Beweismittel festzustellen,
die in Anwesenheit der deutschen Beamten anlässlich der Vernehmung am
14. Juni 2019 erhoben worden seien (act. 1).
F. Mit Beschwerdeantwort vom 29. November 2019 beantragt das Bundesamt
für Justiz (nachfolgend «BJ») die kostenpflichtige Abweisung der Be-
schwerde, soweit auf diese einzutreten ist (act. 8). Die Staatsanwaltschaft
St. Gallen, Kantonales Untersuchungsamt, beantragt mit Beschwerdeant-
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wort vom 16. Dezember 2019 (Poststempel: 17. Dezember 2019), die Be-
schwerde sei abzuweisen, unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulas-
ten der Beschwerdeführerin (act. 9).
G. Mit Beschwerdereplik vom 4. Januar 2020 lässt A. an ihren Anträgen fest-
halten. Gleichzeitig liess sie beantragen, ihr sei Einsicht in die vollständigen
Verfahrensakten und insbesondere den Bericht der Eidgenössischen Steu-
erverwaltung ESTV vom 26. Februar 2019 zu gewähren (act. 11).
H. Am 8. Januar 2020 wurden A. Kopien der mit Beschwerdeantwort der
Staatsanwaltschaft des Kantons St. Gallen vom 16. Dezember 2019 einge-
reichten Verfahrensakten RH.2019.70 übermittelt (act. 12).
I. Mit Eingabe datiert vom 12. Januar 2020 (Poststempel: 13. Januar 2020)
liess sich A. unaufgefordert vernehmen (act. 14). Mit Eingabe vom 23. Ja-
nuar 2020 (Poststempel) liess A. die Ladung des Landgerichts München I
vom 15. Januar 2020 (Einvernahme als Zeugin) einreichen (act. 16). Die
Eingaben vom 12. und 23. Januar 2020 wurden dem BJ und der Staatsan-
waltschaft des Kantons St. Gallen zur Kenntnis gebracht (act. 15, 17).
Auf die Ausführungen der Parteien und die eingereichten Akten wird, soweit
erforderlich, in den folgenden Erwägungen Bezug genommen.

## Considerations

Die Beschwerdekammer zieht in Erwägung:
1.
1.1 Für die Rechtshilfe zwischen der Schweiz und Deutschland sind in erster
Linie massgebend die Bestimmungen des Europäischen Übereinkommens
vom 20. April 1959 über die Rechtshilfe in Strafsachen (EUeR; SR 0.351.1),
das Zweite Zusatzprotokoll vom 8. November 2001 zum Europäischen
Übereinkommen über die Rechtshilfe in Strafsachen (ZPII EUeR; SR
0.351.12) und der Vertrag vom 13. November 1969 zwischen der Schwei-
zerischen Eidgenossenschaft und der Bundesrepublik Deutschland über
die Ergänzung des EUeR und die Erleichterung seiner Anwendung (ZV-
D/EUeR; SR 0.351.913.61). Ausserdem gelangen die Bestimmungen der
Art. 48 ff. des Übereinkommens vom 19. Juni 1990 zur Durchführung des
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Übereinkommens von Schengen vom 14. Juni 1985 (Schengener Durch-
führungsübereinkommen, SDÜ; Abl. L 239 vom 22. September 2000,
S. 19–62) zur Anwendung (TPF 2009 111 E. 1.2). Im Verhältnis zu
Deutschland sind ebenfalls in Kraft getreten die Bestimmungen des Ab-
kommens vom 26. Oktober 2004 über die Zusammenarbeit zwischen der
Schweizerischen Eidgenossenschaft einerseits und der Europäischen Ge-
meinschaft und ihren Mitgliedstaaten andererseits zur Bekämpfung von Be-
trug und sonstigen rechtswidrigen Handlungen, die ihre finanziellen Inte-
ressen beeinträchtigen (BBA; SR 0.351.926.81).
1.2 Soweit diese Staatsverträge bestimmte Fragen nicht abschliessend regeln,
gelangen das Bundesgesetz vom 20. März 1981 (Rechtshilfegesetz, IRSG;
SR 351.1) und die Verordnung vom 24. Februar 1982 über internationale
Rechtshilfe in Strafsachen (Rechtshilfeverordnung, IRSV; SR 351.11) zur
Anwendung (Art. 1 Abs. 1 lit. b IRSG). Das innerstaatliche Recht gelangt
nach dem Günstigkeitsprinzip auch dann zur Anwendung, wenn dieses ge-
ringere Anforderungen an die Rechtshilfe stellt (BGE 142 IV 250 E. 3; 140
IV 123 E. 2; 137 IV 33 E. 2.2.2). Vorbehalten bleibt die Wahrung der Men-
schenrechte (BGE 135 IV 212 E. 2.3; 123 II 595 E. 7c; TPF 2016 65 E. 1.2).
1.3 Auf Beschwerdeverfahren in internationalen Rechtshilfeangelegenheiten
sind zudem die Bestimmungen des Bundesgesetzes vom 20. Dezember
1968 über das Verwaltungsverfahren (Verwaltungsverfahrensgesetz,
VwVG; SR 172.021) anwendbar (Art. 39 Abs. 2 lit. b i.V.m. Art. 37 Abs. 2
lit. a Ziff. 1 StBOG), wenn das IRSG nichts anderes bestimmt (siehe Art. 12
Abs. 1 IRSG).
2.
2.1 Die Verfügung der ausführenden kantonalen Behörde oder der ausführen-
den Bundesbehörde, mit der das Rechtshilfeverfahren abgeschlossen wird,
unterliegt zusammen mit den vorangehenden Zwischenverfügungen der