# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** f5be12b4-2cb0-41e6-839f-63df89defc5a
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2018
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
1.1
Der 1966 geborene
X._
reiste 1989 in die Schweiz ein, wo er zuletzt
von 1996 bis 1999 als Bankangestellter (
Sachbearbeiter Rechnungswesen
, vgl. Urk. 15/
5/1
)
bei der
Y._
tätig war.
Am 2
5.
November 1999 war er in einen Verkehrsunfall verwickelt, als er in seinem Auto seitlich von einem Last
wagen angefahren und eingeklemmt wurde, wobei er ein Schädel-Hirn-Trauma erlitt (Urk. 15/6/10).
Am 3
0.
November 2000 (Eingangsdatum) meldete er sich unter Hinweis auf
das
Schädel-Hirn-Trauma bei der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle zum Leistungsbezug an (Urk. 15/3).
Die IV-Stelle tätigte in der Folge medizinische
(Arztberichte Urk. 15/6, 15/7, 15/8, 15/10,
15/12, 15/13, 15/16 und 15/18)
und erwerblich
e
(Urk. 15/4 und 15/5)
Abklärungen
. Ab dem 2
5.
September 2000 befand sich der Versicherte in einem befris
teten und vom Arzt kontrollierten Arbeitseinsatz bei der
Y._
(Urk. 15/5/3,
Urk. 15/20/2)
,
welcher jedoch erfolglos endigte
. Mit Verfügung vom 2
1.
Novem
ber
2001 sprach die IV-Stelle ab dem
1.
November 2000 bei einem Invaliditätsgrad von 100 % eine ganze Rente zu (Urk. 15/24).
1.2
Anlässlich
mehr
er
er von Amtes wegen durchgeführter
Rentenrevision
en in den Jahren
2003
(Urk. 15/36)
,
2007
(Urk. 15/48)
,
2010
(Urk. 15/53) sowie
2013
(Urk. 15/6
3)
wurde der Anspruch auf eine ganze Invalidenrente jeweils bestätigt
.
1.3
Im Juli 2014 leitete die IV-Stelle ein weiteres Rentenrevisionsverfahren ein, wobei sie zunächst den Versichertenfragebogen (Urk. 15/66) und einen ärztlichen Ver
laufs
bericht (Urk. 15/73)
einholte. Ausserdem zog sie die Akten des Kranken
ver
sicherers (
Sanitas
, Urk. 15/65) bei.
Am 2
3.
Januar 2015 teilte sie dem Versicherten mit, dass zur Klärung der Leistungsansprüche eine umfassende medizinische Unter
suchung notwendig sei (Urk. 15/82).
Nachdem der Versicherte den Begut
ach
tungsterminen zweimal (erstes Mal im Juni 2015, zweites Mal im Oktober 2015) unentschuldigt fern
ge
blieb
en war
(Urk. 15/90, 15/91, 15/98, 15/112)
und die IV-Stelle mit Verfügung vom 12. August 2015 die Ausrichtung der Inva
lidenrente per sofort sistiert hatte (Urk. 15/99
)
,
teilte die IV-Stelle
m
it Vorbescheid vom 2
1.
Oktober 2015 die infolge der Verletzung der Mitwirkungspflicht beab
sichtigte Einstellung der Rentenleistungen mit (Urk. 15/114). Hiergegen liess der
Versicherte am 13. November 2015 Einwand erheben (Urk. 15/121). I
nfolge
de
ssen fand im
März und April 2016 eine Begutachtung
durch
die Gutachterstelle
Z._
statt, welche
am 2
3.
August 2016 ein polydisziplinäres (internistisch, psychiatrisch, neurologisch, neuropsychologisch) Gutachten
erstattete
(Urk. 15/171).
Nachdem dieses dem Versicherten
z
ur Kenntnis- und Stellungnahme zugestellt w
o
rde
n war
(Urk. 15/172)
,
liess dieser erneut Einwand
erheben (Urk. 15/194). Am 3
0.
März 2017 erliess die IV-Stelle einen
neuen Vorbescheid, in welchem sie aufgrund der
aus
gewiesenen Aggravation und damit verbundenen nicht ausgewiesenen Ge
sundheitsscha
dens die beabsichtigte Einstellung der Rentenleistungen
anzeig
te (Urk. 15/1
99). Am 2
4.
Mai 2017 verfügte sie im Sinne des Vorbescheids und hob die Rentenleistungen rückwirkend per
1.
Juli 2014 auf (Urk. 15/200
= Urk. 2
).
2.
Hiergegen erhob der Versicherte am 2
6.
Juni 2017 Beschwerde (Urk. 1) und bean
tragte die Aufhebung der angefochtenen Verfügung sowie die Weiterausrichtung der ganzen Invalidenrente ab dem 1
2.
August
2015, eventualiter ab dem 2
8.
August 201
5.
Zudem sei das Verfahren bis zur vom Hausarzt in die Wege geleiteten
B
eg
utacht
ung
zu sistieren. Eventualiter sei die Angelegenheit zur erneuten polydisziplinären Begutachtung an die Beschwerdegegnerin zurückzu
weisen, eventualiter sei ein Einkommensvergleich durchzuführen. In prozessualer Hinsicht ersuchte der Beschwerdeführer um Gewährung der unentgeltlichen Pro
zessführung.
Am
7.
und 1
3.
Juli 2017 (Urk. 6 und Urk. 9) liess der Versicherte weitere Stellungnahmen zukommen und reichte weitere Akten ein. Mit Beschwer
deantwort vom 3
0.
August 2017 (Urk. 14, unter Beilage ihrer Akten Urk. 15/1-212) schloss die Beschwerdegegnerin auf Abweisung der Beschwerde, was dem
Beschwerdeführer mit Verfügung vom
6.
September 2017 mitgeteilt wurde (Urk.
16).
3.
Zu ergänzen ist, dass
der Beschwerdeführer
am 13. Juli 2017 gegen die Verfügung der Beschwerdegegnerin vom 14. Juni 2017 betreffend Rückforderung von zu viel ausgerichteten Rentenleistungen im Zeitraum vom 1.
Juli
2014 bis zum 31.
August 2015 ebenfalls Beschwerde erhob, welche Gegenstand des Prozesses Nr. IV.2017.783 bildete und mit Urte
il heutigen Datums abgewiesen wi
rd.
4
.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Akten wird, so
weit erforderlich, im Rahmen
d
er nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Ändert sich der Invaliditätsgrad eines Rentenbezügers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht,
herabgesetzt oder aufgehoben (
Art.
17
Abs.
1
des Bundesgesetzes über den All
ge
meinen Teil des Sozialversicherungsrechts;
ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen seit Zuspre
chung der Rente, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenan
spruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente bei einer wesentlichen Ände
rung des Gesundheitszustandes revidierbar. Weiter sind, auch bei an sich gleich gebliebenem Gesundheitszustand, veränderte Auswirkungen auf den Erwerbs- oder Aufgabenbereich von Bedeutung (BGE 141 V 9 E. 2.3, 134 V 131 E. 3). Ferner kann ein Revisionsgrund unter Umständen auch in einer wesentlichen Änderung hinsichtlich des für die Methodenwahl
massgeblichen
(hypothetischen) Sachverhalts bestehen
(
BGE
144 I 28 E.
2.2,
130 V 343 E. 3.5, 117 V 198 E. 3b, je mit Hinweisen
). Hingegen ist die lediglich unterschiedliche Beurteilung eines im Wesentlichen gleich gebliebenen Sachverhalts im revisionsrechtlichen Kon
text unbeachtlich (BGE 141 V 9 E. 2.3 mit Hinweisen).
Liegt in diesem Sinne ein Revisionsgrund vor, ist der Rentenanspruch in recht
licher und tatsächlicher Hinsicht umfassend ("allseitig") zu prüfen, wobei keine Bindung an frühere Beurteilungen besteht (BGE 141 V 9 E. 2.3 mit Hinweisen).
1.2
Hinsichtlich der zeitlichen Wirkung einer Aufh
ebung bzw. Herabsetzung ist Fol
gendes zu berücksichtigen: Wenn invalidenversicherungsrechtliche Aspekte zur D
iskussion stehen, gilt es grund
sätzlich, mit Wirkung ex
nunc
et pro
futuro
einen rechts
konformen Zustand herzustellen. Die Herabsetzung oder Aufhebung einer Rente erfolgt in diesem Bereich daher in der Regel auf das En
de des der Zustellung der Verfügung fol
genden Monats. Rückwirkend wird die Rente
nur herabgesetzt oder aufge
hoben, wenn die unrichtige Ausrichtung
einer Leistung darauf zurückzu
führen ist, dass der Bezüger sie unrechtmässig erwirkt hat oder er der ihm gemäss
Art.
77 der Verordnung
über die Invalidenversicherung (IVV)
zumutbaren Meldepflicht nicht nachgekommen ist, unabhängig davon, ob die Verletzung der Meldepflicht oder die unrechtmässige Erwirkung ein Grund für die Weiterausrichtung der Leistung war (vgl. die seit
1.
Januar 2015 geltende Fassung von
Art.
88bis
Abs.
2
lit
. b IVV). T
rifft dies zu, sind solcherart wider
rechtlich bezogene Leistungen gemäss den Vorgaben von
Art.
25 ATSG
zurück
zuerstatten (Urteile des Bundes
gerichts 9
C_491/2012 vom 2
2.
Mai 2013, E.
2.2 und 8C_191/2013 vom 1
6.
August 2013, E. 4.3).
Gemäss
Art.
77 IVV haben die Vers
icherten jede für den Leistungsanspruch wesentliche Än
derung, unter anderem eine solche des Gesundheitszustandes, der Arbeits- oder Erwerbsfähigkeit sowie gegebenenfalls der wirtschaftlichen Ver
hält
nisse unverzüglich der IV-Stelle anzuzeigen.
Für den Tatbestand der Meldepflichtverle
tzung ist ein schuldhaftes Fehlverhal
ten erforderlich, wobei nach ständiger Rechtsprechung bereits eine leichte Fahrlässig
keit genügt (BGE 118 V 214 E. 2a; SVR 2012 IV Nr. 12 S. 61 E. 4.2.1; Urteile des
Bundesgerichts 9C_245/2012, E. 4.1 und 8C_127/2013 vom 2
2.
April 2013, E. 4.1
).
1.3
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG).
Sie kann Folge von Geburts
gebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung;
IVG).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausge
gliche
nen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beein
trächtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.4
Rechtsprechungsgemäss
liegt
regelmässig
kein versicherter Gesundheitsschaden vor, soweit die Leistungseinschränkung auf Aggravation oder einer ähnlichen Kon
stellation beruht. Dies trifft namentlich zu, wenn: eine erhebliche Diskrepanz zwischen den geschilderten Schmerzen oder Einschränkungen und dem gezeigten Verhalten oder der Anamnese besteht; intensive Schmerzen angegeben werden, deren Charakterisierung jedoch vage bleibt; keine medizinische Behandlung und
Therapie in Anspruch genommen wird; demonstrativ vorgetragene Klagen auf de
n Sachverständigen unglaubwürdig wirken oder wenn schwere Einschrän
kungen im Alltag behauptet werden, das psychosoziale Umfeld jedoch weitgehend intakt ist. Nicht per se auf Aggravation weist
blosses
verdeutlichendes Verhalten hin (BGE 141 V 281 E. 2.2.1, BGE 131 V 49 E. 1.2; vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_899/2014 vom 2
9.
Juni 2015 E. 4.1 mit Hinweisen).
Eine auf Aggravation oder vergleichbaren Konstellationen beruhende Leistungs
einschränkung vermag einen versicherten Gesundheitsschaden nicht leichthin
auszuschliessen
, sondern nur, wenn im Einzelfall Klarheit darüber besteht, dass nach plausibler ärztlicher Beurteilung die Anhaltspunkte für eine klar als solche ausgewiesene Aggravation eindeutig überwiegen und die Grenzen eines
bloss
verdeutlichenden Verhaltens zweifellos überschritten sind, ohne dass das
aggravatorische
Verhalten auf eine verselbständigte, krankheitswertige psychische Störung zurückzuführen wäre (vgl. BGE 143 V 418 E. 8.2 mit Hinweis; vgl. Urteile des Bundesgerichts 8C_604/2017 vom 15. März 2018 E. 6.1 und 9C_899/2014 vom 2
9.
Juni 2015 E. 4.2).
Steht fest, dass eine
anspruchsausschliessende
Aggravation oder ähnliche Kon
stel
lation im Sinne der Rechtsprechung gegeben ist, erübrigt sich die Durch
füh
rung eines strukturierten Beweisverfahrens nach BGE 141 V 281 (vgl. BGE 141 V 281 E. 2.2.2; Urteil des Bundesgerichts 9C_899/2014 vom 2
9.
Juni 2015 E. 4.4).
1.5
Das Sozialversicherungsgericht hat den Sachverhalt von Amtes wegen festzu
stellen und alle Beweismittel objektiv zu prüfen, unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden, ob sie eine zuverlässige Beurteilung des strittigen Leistungsanspruches gestatten. Insbesondere darf es beim Vorliegen einander widersprechender medizinischer Berichte den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt (ZAK 1986 S. 188 E. 2a). Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Gutachtens ist im Lichte dieser Grundsätze entscheidend, ob es für die Beantwortung der ge
stellten Fragen umfassend ist, auf den erforderlichen allseitigen Untersuchungen beruht, die geklagten Beschwerden berücksichtigt und sich mit diesen sowie dem Verhalten der untersuchten Person auseinander setzt – was vor allem bei psy
chischen Fehlentwicklungen nötig ist –, in Kenntnis der und gegebenenfalls in Auseinandersetzung mit den
Vorakten
abgegeben worden ist, ob es in der Dar
legung der medizinischen Zustände und Zusammenhänge einleuchtet, ob die Schlussfolgerungen der medizinischen Experten in einer Weise begründet sind, dass die rechtsanwendende Person sie prüfend nachvollziehen kann, ob der Experte oder die Expertin nicht auszuräumende Unsicherheiten und Unklarheiten, welche die Beantwortung der Fragen erschweren oder verunmöglichen, gegebe
nenfalls deutlich macht (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c; Ulrich Meyer, Die Rechtspflege in der Sozialversicherung, BJM 1989, S. 30 f.; derselbe in: Hermann
Fredenhagen
, Das ärztliche Gutachten, 4. Auflage 2003, S. 24 f.).
2.
2.1
Im angefochtenen Entscheid vom 2
4.
Mai 2017
(Urk. 2)
erwog die Beschwer
de
gegnerin, die Abklärungsergebnisse hätten ergeben, dass der Beschwerdeführer anlässlich des Gesprächs bei der
Sanitas
am 1
8.
Juni 2014 bislang nicht ange
gebene Ressourcen wie etwa Schnelligkeit im Denken, vernetztes Denken, gutes
Erinnerungsvermögen und Nichtermüdung bei einer Gesprächsdauer von 1 Stunde
und 20 Minuten gezeigt habe. Aus dem Gutachten vom 2
3.
August 2016 gehe klar hervor, dass der Beschwerdeführer bei der Untersuchung eine massive Aggra
vation gezeigt habe; in sämtlichen Teilgutachten seien Inkongruenzen und Dis
kre
panzen festgestellt worden. Es stehe somit fest, dass keine vollständige Arbeits
unfähigkeit vorliegen könne. Von einer erneuten Begutachtung seien aufgrund der Aggravation keine neuen Erkenn
tnisse zu erwarten. Wegen des
Aggravation
s
verhaltens
liege eine Tatsachenänderung im Sinne eines Revisionsgrundes vor und die Rente sei anzupassen
; bei Aggravation sei ein Rentenanspruch ausge
schlossen.
Die rückwirkende Einstellung der Rente per Juli 2014 rechtfertige sich aufgrund der erstmals am 1
8.
Juni 2014 gezeigten vorhandenen Ressourcen.
2.2
Der Beschwerdeführer brachte demgegenüber
in seiner Beschwerde
im Wesent
lichen vor (Urk. 1),
er habe seine Auskunfts- und Mitwirkungspflichten nicht verletzt. Aufgrund seiner gesundheitlichen Defizite sei er jedoch nicht in der Lage, sich selbst richtig zu organisieren und seinen Verpflichtungen vollumfänglich nachzukommen. Seit seiner anlässlich des Verkehrsunfalls 1999 erlittenen Hirn
ver
letzung sei sein Leben aus den Fugen geraten. Er habe ke
ine stabilen Bezieh
ungen mehr
führ
en können
und
die geschlossenen
Ehen
seien sämtliche
ge
scheitert
.
F
inanziell habe er früher keine Probleme gehabt
;
heute sei er verschuldet, weil er sich nicht mehr richtig organisieren könne.
Das Gutachten sei nicht ver
wertbar, da der Verdacht auf eine Aggravationstendenz bestehe.
Ungerechtfertig
ter
weise
werde ihm vorgeworfen, bei der Testung nicht korrekt mitgemacht zu haben. Er sei jedoch aufgrund der Testsituation derart unter Druck geraten, dass er nicht richtig habe überlegen können und einfach irgendwelche Antworten angegeben habe. Insgesamt sei sein Verhalten eine typische Folge von Hirnverletzungen. Er entschuldige sich für dieses unüberlegte Verhalten und habe des
wegen über seinen Hausarzt eine neue Begutachtung in die Wege leiten lassen, welche aussagekräftiger sein werde. Die Akten würden keine Verbesserung seines Gesundheits
zustandes
ausweisen. Er sei auch heute nicht in der Lage ganztägig einer Erwerbstätigkeit nachzugehen, schon gar nicht in seinem anspruchsvollen angestammten Berufsumfeld als Bankmitarbeiter.
Sollte das Gericht wider Erwar
ten zum Schluss kommen, dass er in einer angepassten (Hilfs-)Tätigkeit arbeits
fähig sei, so sei ein Einkommensvergleich vorzunehmen und zu beachten, dass er höchstens die Hälfte seines früheren Einkommens erzielen könne, weshalb er Anspruch auf eine halbe Rente der Invalidenversicherung habe. Die rückwirkende Aufhebung der Rente sei zudem nicht rechtmässig, da die Angaben der
Sanitas
keine genügende Grundlage für eine Einstellung darstelle.
3.
3.1
Ob eine revisionsrechtlich relevante Veränderung eingetreten ist, ergibt sich aus dem Vergleich des Sachverhalts, wie er zum Zeitpunkt der erstmaligen
Rentenzusprache
am 2
1.
November 2001 (Urk. 15/24) bestand – da im Rahmen
der Renten
bestätigungen am
9.
März 2004 (Urk. 15/36), 1
4.
November 2007 (Urk. 15/48), 1
6.
Juni
2010 (Urk. 15/53) und 3
0.
September
2013 (Urk. 15/63) nur eine rudi
men
täre Prüfung erfolg
t
e – mit demjenigen, welcher der hier angefochtenen Verfügung vom 2
4.
Mai 2017 (Urk. 2) zugrunde lie
g
t
.
3.2
Der medizinische Sachverhalt im Zeitpunkt der
Rentenzusprache
stellte sich im Wesentlichen wie folgt dar
:
3.2.1
Im Austrittsbericht des
A._
, Klinik für Unfallchirurgie
vom 1
3.
Dezember
1999
(Urk. 15/6/10
) wurd
e aufgrund des Verkehrsunfalls am 25.
November 1999 ein Schädel-Hirn-Trauma
sowie eine beidseitig
e
Thoraxkon
tusion
festgestellt.
3.2.2
Im
neurologischen
Bericht der
B._
vom
7.
Januar
2000 (
Urk. 15
/6/11-13
) stellten die neurologischen Fachärzte die Diagnose einer mittel
schweren
bis schweren neuropsychologische
n
Störung
.
Das Arbeitstempo des Beschwerdeführers sei vor allem am ersten Untersuchungstag überhastet, die Belast
barkeit betrage lediglich eine Stunde. Eine Woche später sei der Beschwerdeführer bereits deutlich ausgeglichener und die Arbeitsleistung konstanter und ruhiger.
Es fänden sich deutliche Störungen der Exekutivfunktionen, in der selektiven Aufmerksamkeit bestünden Defizite und die Verarbeitungsgeschwindigkeit
visu
eller Informationen sei stark verlangsamt.
3.2.3
Am 1
0.
März
2000 nannte
n
die
Fachpersonen der
B._
(Urk. 15/
6/15
-17
) als Diagnose noch
eine mittelschwere neuropsychologische Störung, wobei deutliche
Störungen der Exekutivfunktionen im Vordergrund stünden, so eine erhöhte Ablenkbarkeit bei ausgeprägter Tendenz zu ausschwei
fendem Erzählen, überhastetes und unsystematisches Problemlöseverhalten, Schwierigkeiten aus Rückmeldungen und Fehle
r
n zu lernen, eine Tendenz zu Konfabulation bei der Reproduktion von kurzen Texten, um Gedächtnislücken zu füllen, Schwierigkeiten wesentliche von unwesentlichen Informationen zu unter
scheiden sowie Regelbrüche. Deutlich erschwert sei auch das Lernen von (unlo
gischen) Wortassoziationen und bei
visuo
konstruktiven
Aufgaben sei die Leis
tung deutlich vermindert. Der Zustand des Beschwerdeführers habe sich im Vergleich zur ersten Untersuchung verbessert. Angesichts des prämorbid sicherlich überdurchschnittlichen Leistungsniveaus sei die Störung als mittelschwer zu qualifizieren; Ursache sei mit hoher Wahrscheinlichkeit die schwere hirnor
ga
ni
sche Schädigung.
3.2.4
Am 1
4.
März 2000 berichtete die
B._
(Urk. 15/
6/18-19
) über eine langsame Besserung mit seitens der Hirnverletzung dennoch weiterhin
bestehen
der mittelschweren bis schweren Einschränkung.
3.2.5
Der Abschlussbericht der Logopädie der
B._
vom 2
8.
März 2000
(Urk. 15/6/20-21
) hielt fest, es bestehe eine diskrete Wortfindungsstörung beim Objektbenennen unter Zeitdruc
k. Es bestehe keine Aphasie, jedoch deutliche Probleme beim Erkenne
n
und Abspeichern von sprachlichen Zusammenhängen in Texten.
Der Beschwerdeführer sei oft nicht in der Lage wichtige von unwich
tigen Informationen zu trennen oder sich an zuvor Gelesenes zu erinnern. Grosse Probleme seien
insbesonderen
dann festzustellen, wenn es darum gehe, mehrere Denkschritte zu kombinieren und zu sequenzieren. Ein weiterführendes Hirnleis
tungs
training sei indiziert.
3.2.6
Im Austrittsbericht der
B._
vom
5.
April
2000 (Urk. 15/
6/22-29
)
wurden als Diagnosen eine schwere traumatische Hirnverletzung, eine Pyrami
den
längsfraktur sowie
Kalottenfraktur
rechts, eine partielle
Faszialisparese
rechts, eine beidseitige
Thoraxkontusion
, eine im Verlauf aufgetretene Pankreaskopf
pankreatitis und ein Verdacht auf eine chronisch entzündliche Magen-Darm-Erkrankung festgehalten.
Hinsichtlich des Unfalls bestehe Amnesie, ab etwa dem
7.
Januar 2000 würden aber gute klare Erinnerungen vorliegen.
Es bestehe eine neuropsychologische Funktionsstörung mit kognitiven Defizite
n und Verhaltens
auf
fälligkeiten sowie eine leichte
residuelle
Faszialisparese
rechts
.
Die neuropsy
chologischen Störungen seien das Hauptproblem; diese würden die
Stressbewäl
-
tigung
und den Umgang mit neuen Situationen behindern sowie die Belastbarkeit reduzieren.
3.2.7
Dr.
med.
C._
, Allgemeine Medizin FMH,
berichtete am
8.
August 2000
(
Urk. 15/6/34
), es bestehe ein hirnorganisches Psychosyndrom nach schwerem Schädel-Hirn-Trauma. Wegen Aggressionsdurchbruch mit Fremdgefährdung sei im Juli
2000 eine kurze psychiatrische
Hospitalisation
erfolgt.
Es
bestehe
wieder
eine Arbeitsunfähigkeit von 100 %.
3.2.8
Im neuropsychologischen Bericht
des
D._
vom 1
5.
September 2000 (
Urk. 15/
2/8
-11
) hielt
Prof.
Dr.
phil.
E._
fest,
es bestehe ein alters- und bildungsbezogene
s
deutlich unterdurchschnittliches Gesamt
ni
veau. Es bestünden Schwierigkeiten im
Umgang mit sprachlichen und eu
klidisch-geometrischen Informationen. Die Lösung denkerisch hochstehender Aufgaben sei nur bei unbegrenzter Möglichkeit zur Korrektur möglich, da der Beschwer
de
führer ein
e
geradezu beängstigend
unkoordinierte, ungeplante und unstruktu
rierte Denk- und Handlungsweise zeige. D
ie beim Beschwerdeführer erhobenen Befunde seien deshalb relevant, weil sie nicht nur Schwächen in etlichen Funk
tionsbereichen bewirkten, sondern auch die Zusammenarbeit mehrere Hirnareale in der Lösung von Aufgaben und Meistern zahlreicher geistiger und gefühls
bezogener Lagen
oder
Situationen sowohl erschwerten
als auch unzuverlässig oder u
nvorhersehbar gestalten würden. Er empfehle eine neuropsychologische Therapie.
3.2.9
Am 2
2.
September
2000 berichtete
Dr.
phil.
F._
(Urk. 15/6/39-40
), dass die Durchführung eines neuropsychologischen Hirnleis
tungs
trainings
nicht möglich gewesen sei, da der Beschwerdeführer diesbezüg
liche Probleme nicht erkannt habe und für eine Behandlung nicht motiviert gewesen sei.
3.2.10
Dr.
med.
G._
, Spezialarzt für Neurologie FMH,
berichtete am 1
0.
Januar 2001 (
Urk. 15/6/42-43
), der Zustand sei aus neurologischer Sicht erfreulich und der Verlauf langsam
regredient
. Dabei erwähnt
e
er jedoch psychosoziale Prob
leme sowohl in der Familie als auch am Arbeitsplatz. Eine weitere neuropsy
chologische Therapie sei indiziert und werde auch durchgeführt.
3.2.11
Am 1
9.
Januar 2001 führte
Dr.
G._
aus (
Urk. 15/7/1-3
)
,
für
eine Beurteilung der Arbeitsfähigkeit sei die Zei
t seit dem Unfall noch zu kurz. Eine weitere
Besserung unter neuropsychologischer Therapie hielt er ohne weiteres für möglich
.
Es bestünde ein normaler Neurostatus, jedoch
gemäss der Untersuchung von
Dr.
E._
schwere neuropsychologische Defizite.
Der Beschwerdeführer sei in seiner angestammten Tätigkeit derzeit nicht einsetzbar.
3.2.12
Prof.
Dr.
E._
berichtete am 1
7.
April 2001 (
Urk. 15/12
)
,
der Beschwerdeführer sei im Sinne einer Besserung leicht zuverlässiger und voraussehbarer
als noch vor etwa sieben Monaten. Sein Gesamtniveau sei jedoch immer noch unter
durchschnittlich und genüge der vormals ausgeübten Erwerbstätigkeit nicht. In beruflicher Hinsicht sei dem Beschwerdeführer kaum langfristig eine Tätigkeit zumutbar.
3.2.13
Im Bericht
vom
1.
Juli 2001
(Urk. 15/
16
) führte
lic
. phil.
H._
vom
neuropsychologischen Institut
aus, für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit seien vor allem die Folgen der Hirnverletzung von Bedeutung. Einerseits bestünden Schwächen mehrerer Hirnfunktionen, welche das Denken beträfen, andererseits sei es auch zu einer Veränderung der Persönlichkeit gekommen.
In der ange
stammten Tätigkeit bestehe keine Arbeitsfähigkeit. In einer angepassten Tätigkeit (stark strukturiert und kontrolliert) sei eine Arbeitstätigkeit von 50
%
mit zu
sätz
lich 50%-
iger
Leistungseinschränkung möglich und es liege demnach eine Arbeitsfähigkeit von 25 % vor. Trotz der nach wie vor deutlichen Einschrän
kungen sei der neuropsychologische Zustand des Beschwerdeführers in Relation zu Art und Schweregrad der erlittenen Hirnverletzung durchaus positiv zu beur
teilen. Wichtig sei eine adäquate Anpassung an die durch den Unfall verän
derte Lebenssituation.
3.3
Im Rahmen des Rentenrevisionsverfahrens holte die Beschwerdegegnerin
insbe
son
dere das Gutachten des
Z._
(Gutachten vom 2
3.
August 2016; Urk. 15/171) ein.
Dieses hält im Wesentlichen die nachfolgenden Punkte fest:
3.3.1
Die psychiatrische Gutachterin
Dr.
med.
I._
, Oberärztin, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie FMH, zertifizierte medizinische Gutachterin
SIM, stellte in
ihrer
Befunderhebung fest, der Beschwerdeführer sei wach, be
wusst
s
einsklar und in allen Qualitäten orientiert. Die Konzentration sei im Ge
sprächs
verlauf nicht beeinträchtigt gewesen.
Die groborientierte kognitive Prü
fung (fort
laufende Subtraktion von 100 minus 7) habe nicht richtig durchgeführt werden können. Im drei-Wörter-Test habe keiner der Begriffe innert 10 Minuten memo
riert werden können
,
d
ie Auffassung im Gespräch sei jedoch gut gewesen und der Beschwerdeführer habe prompt gezielte Gegenfragen stellen können und sei
schnell und zielgerichtet auf Argumente eingegangen. Der Beschwerdeführer h
abe angegeben, keinerlei Erinnerungen an Kindheit und Jugend wie auch an kurz zurückliegende Ereignisse zu haben. Demgegenüber sei er jedoch in der Lage
gewesen detaillierte Angaben zu seiner Ex-
F
reundin und deren Familie zu machen
, sodass kein Gesamteindruck einer gravierenden Störung der Merkfähigkeit ent
standen sei.
Obschon der Beschwerdeführer Ängste beschrieben habe, etwas falsch
zu machen, habe er während der Exploration keine Anzeichen für eine ängstliche Grundhaltung gezeigt.
Während der Exploration seien beim Beschwerdeführer starke narzisstische Züge aufgefallen; Fragen hinsichtlich seiner Mitmenschen habe dieser stets auf sich selbst bezogen beantwortet. In Anlehnung an den Mini-ICF Test habe sich beim Beschwerdeführer eine Einschränkung im Bereich Anpassung an Regeln und Routine sowie in der Fähigkeit zu Planung und Struk
turierung von Aufgaben ergeben. Obschon
d
er
Beschwerdeführer
betone, ständig auf fremd
e
Hilfe angewiesen zu sein, sei er in der Lage gewesen
,
mit den öffentlichen Verkehrsmitteln alleine von Zürich nach Basel zu reisen und pünkt
lich anzukommen. Er sei in der Lage gewesen
,
während der Exploration gleich
zeitig eine Aufgabe auszuführen und auf seinem Handy Textnachrichten und Fotografien zu suchen und sie der Gutachterin zu zeigen. Er sei durchaus in der Lage gewesen, mehrere Dinge gleichzeitig zu bewältigen und strukturiert vorzu
gehen.
In der Untersuchungssituation habe er eine sehr hohe Flexibilität und Umstellungsfähigkeit gezeigt. Durchhaltevermögen und Selbstbehauptungs
fähig
keit seien nicht eingeschränkt, ebenso wenig die Entscheidungs- und Urteils
fähi
g
keit (Urk. 15/171/52-54).
Weiter führte die Gutachterin
aus, da der Beschwerdeführer kaum Angaben mache, respektive angebe, sich nicht erinnern zu können, sei nicht feststellbar, ob die Kriterien einer Persönlichkeitsstörung erfüllt seien. Die jetzt gezeigten Auf
fälligkeiten mit unterschiedlichsten Angaben zu seinen Fähigkeiten und der
geringen Anstrengungsbereitschaft
bis hin zu seinen Behauptungen
,
keinerlei Erinnerungen an seine Kindheit und Jugend zu haben, lasse sich nicht mit einer organischen Ursache erklären. Die in der Untersuchungssituation gezeigten narzisstischen Verhaltensweisen würden komplexe neurokognitive Fähigkeiten wie grosse Flexibilität im Verhalten, schnelle Anpassung von Verhalten und Emotio
nen an sein Gegenüber verlangen, welche man nicht als Defektzustand nach einer Hirnverletzung entwickle. Ein allfälliges hirnorganisches Psychosyndrom lasse sich nicht positiv beweisen, zumindest im klinischen Bild überwiege die bewusst
seinsnahe
Aggravation jedoch bei weitem (Urk. 15/171/55).
Die Gutachterin stellte letztlich die Diagnose narzisstische Persönlichkeitszüge (ICD
10 Z73.1)
(Urk. 15/171/54)
.
Eine Einschätzung zur effektiven Leistungs
fähig
keit und Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers konnte sie aufgrund der nicht validen Befunde keine machen. Sie hielt jedoch fest, dass rein aufgrund der festgestellten, narzisstischen Persönlichkeitsakzentuierungen nicht von einer Ein
schränkung der Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit auszugehen sei
(Urk. 15/171/58).
3.3.2
Das neurologische Teilgutachten (verfasst durch
Dr.
med.
J._
, Oberarzt, Facharzt Neurologie FMH, und
K._
, Assistenzärztin Neurologie) führte als Diagnosen eine chronische Migräne (ICD
10 G43.3) sowie einen
Analgetika
abusus-Kopfschmerz
(ICD
10 G43.1), eine
n
Verdacht auf eine Persönlichkeits- oder Verhaltensstörung
auf Grund einer organischen Schädigung des Gehirns, eine periphere VII Parese rechts sowie einen Status nach Knalltrauma rechts mit Hypakusis auf.
Dazu führten d
ie
Ärzte
aus, der Beschwerdeführer habe sich trotz ungünstigen Voraussetzungen von seinem schweren Schädel-Hirn-Trauma gut erholt; ausser der rechtsseitigen peripheren
Fascialisparese
bestünden keine neu
ro
logischen Auffälligkeiten.
Auffallend seien verschiedentliche Inkongruenzen und Diskrepanzen bei der Anamneseerhebung, so etwa die Unfähigkeit des Beschwerdeführers
,
sich gewisse
r Schlüsseldaten zu erinnern
,
aber gleichzeitig die Fähigkeit zu besitzen sich an scheinbar nebensächliche Ereignisse und Daten erinnern zu können
. O
der die abweichenden anamnestischen
Angaben
,
die an
-
läss
lich der
Voruntersuchungen
oder
den anderen Teilgutachten
gemacht worden seien
. Solche Fluktuationen liessen sich organisch nicht erklären und würden auf eine Aggravation hindeuten. Ausserdem liesse sich eine Verschlechterung der Gedächtnisleistung im Vergleich zu früheren Untersuchungen auch nicht mit dem posttraumatischen Defizit erklären, da das Maximum einer neuropsychologischen Teilleistungsstörung in der Akutphase des Schädel-Hirn-Traumas zu erwarten sei und der neuronale Erholungsprozess nach zwei Jahren abgeschlossen sei
. Die
ausgeprägte Aggravationstendenz überschatte eine allfällige neuropsycho
lo
gische Teilleistungsstörung, weshalb eine solche weder ausgeschlossen noch bestä
tigt werden könne
(Urk. 15/171/67-70
).
3.3
.3
Der neuropsychologische Gutachter
lic
.
phil
I,
L._
, Fachpsy
chologe für Neuropsychologie FSP, nannte als Diagnosen im Wesentlichen eine
nicht quantifizierbare neuropsychologische Störung unklarer Ätiologie, eine Aggr
a
vation, einen Verdacht auf eine Persönlichkeits- oder Verhaltensstörung auf Grund einer organischen Schädigung des Gehirns und eine chronische Migräne (ICD
10 G43.3).
Dabei hielt er fest, die Belastbarkeit sei über die mehr
stündige neuropsychologische Untersuchung gegeben gewesen. Der Beschwerde
führer habe eine ausgeprägte Grundmüdigkeit beklagt, welche aber im Verlauf nicht weiter zugenommen habe und auch nicht offensichtlich erkennbar gewesen sei. Bis auf das Erkennen und Benennen konkreter bildlicher Vorgaben seien in allen geprüften kognitiven Funktionsbereiche
n
schwere Defizite objektivierbar
gewesen
. Die Reaktionszeiten und die Reaktionskonstanz seien schwer vermindert gewesen. Schwer beeinträchtigt gewesen seien zudem die verbale und die visuelle Erfassungsspanne. Auch in den Exekutivfunktionen sei das Arbeitsgedächtnis verbal und visuell schwer reduziert
gewesen
.
Neben der autobiographischen
habe sich
auch die zeitliche und örtliche
Orientierung schwer vermindert
gezeigt
(Urk. 15/171/90-92).
Weiter notierte der Gutachter, das Antwortverhalten in den durchgeführten Beschwerdevalidierungstest
s
sei als sehr auffällig zu werten. In den beiden durchgeführten Beschwerdevalidierungstest
s
DMT und
TBFN
, beides
Forced
-Choice-Verfahren
,
sei die Anzahl richtiger und falscher Antworten auf Zufalls
-
niveau. Im Beschwerdevalidierungstest TOMM seien in beiden Durchgänge 90 % der Antworten falsch gewesen. Eine derart hohe Anzahl falscher Antworten in einem
Forced
-Choice-Verfahren könne nur mit intakten und guten Gedächtnis
funktionen erreicht werden.
Die Testinstruktionen seien angemessen schnell verstanden worden. Umstellschwierigkeiten auf neue Testaufgaben hätten nicht bestanden und insbesondere seien die Testinstruktionen während der Testdurch
führung nicht wieder vergessen worden.
Letzteres sei nicht vereinbar mit den testpsychologisch objektivierten schweren Gedächtnisdefiziten. Weiter bestünden Diskrepanzen zwischen den selbstberichteten Symptomen und der Selbständig
keit im Alltag sowie den Testbefunden. So sei der Beschwerdeführer mit dem öffentlichen Verkehr selbständig angereist und selbst wenn die Reise für ihn von Dritten geplant worden sei, so sei es sehr unwahrscheinlich, dass er die Fahrt mit Umsteigen alleine geschafft hätte, würde sein tatsächliches Leistungsvermögen dem testpsychologisch objektivierten Profil entsprechen. Ebenso sei es unwahr
scheinlich, dass er in diesem Fall alleine in einer Wohnung zu leben in der Lage
wäre, selbst bei optimaler Unterstützung durch sein Umfeld. Auch bestünden Diskrepanzen zwischen den selbs
t
berichteten Symptomen und dem beobacht
baren Verhalten. So könne der Beschwerdeführer autobiographische Daten nennen und nur wenige Minuten später verneine er deren Kenntnis. Das Nicht-Wissen bei der Anamnese und das Nicht-Können bei der Testung wirke demonstrativ und überzeichnet.
In der Aufgabe zum visuellen Gedächtnis habe er einen
Rohwert
von 1 erzielt, was als Arbeitsverweigerung zu werten sei, da selbst Demenz
pa
tien
ten im fortgeschrittenen Krankheitsstadium bessere Ergebnisse erzielen wür
den
.
Aufgrund der Verhaltensbeobachtungen und der Testresultate entsprächen die Befunde einer nicht quantifizierbaren neuropsychologischen Störung multi
faktorieller Ätiologie, wegen der nicht gegebenen Validität aber zu einem nam
haften Teil bedingt durch Aggravation. Deswegen sei auch eine Einschätzung der Arbeitsfähigkeit nicht möglich (Urk. 15/171/92-95
).
3.3
.4
In ihrer Gesamtschau berichteten die Gutachter, der ursprünglichen Berentung liege eine auf das Schädel-Hirn-Trauma zurückzuführende neurokognitive Ein
schränkung zu Grunde. In der aktuellen neuropsychologischen Testung würden sich formal
schwe
rgradige
Einschränkungen finden (Urk. 15/171/25).
J
edoch sei die Validität der
Befunde nicht gegeben und es müsse von einer Aggravation ausgegangen werden
. Auffallend seien die in allen Gutachten aufgetretenen Inkongruenzen und Diskrepanzen bei der Anamneseerhebung. Die Fluktuation in den Angaben der Anamnese liesse sich nicht mit einer organischen Ursache erklären und deute auf Aggravation hin. Die durch den Beschwerdeführer ange
gebene völlig P
assivität (er sei nach eigenen
Angaben nicht in der Lage
,
einzu
kaufen, zu kochen, den Haushalt zu erledigen oder draussen zu spazieren)
stehe im krassen Widerspruch zur völlig freien Beweglichkeit bei gut
muskuliertem
Körper, der Fähigkeit
,
alleine nach Basel an die Untersuchung zu reisen, der Fähigkeit auch in jüngerer Vergangenheit mehrfach und alleine in den Libanon zu reisen. In der Anamnese wirke der Beschwerdeführer wach, schnell denkend, gut fokussiert und durchaus die Situation begreifend, obschon er ang
ebe
, sich nicht an Details erinnern zu können
(Urk. 15/171/27).
Die Verhaltensbeobachtungen und Testresultate entsprächen ei
n
er nicht quanti
fizierbaren neuropsychologischen Störung multifaktorieller Ätiologie. Rein auf
grund der Schwere des dokumentierten Schädel-Hirn-Traumas sei eine organi
sche Ursache theoretisch denkbar, aufgrund der hochgradig nicht validen Testbe
funde und der vorhandenen Aggravation aber auch nicht sicher beweisbar
(Urk.
15/171/29).
In der Anamneseerhebung fänden sich wiederkehrende Hinweise
auf bewusste und gesteuerte Antwortverzerrungen und Interaktionen, die eine hirnorganische Ursache unwahrscheinlich machten. Eine hirnorganische Störung könne daher weder mit Sicherheit bestätigt noch ausgeschlossen werden. Aus
konsensueller
Sicht bestehe der hochgradige Verdacht auf eine
Aggravations
tendenz, welche im Gesamtbild allfällige organisch bedingte neuropsycholo
gi
sche Defizite beziehungsweise eine organisch bedingte Persönlichkeitsstörung zu überschatten scheine (Urk. 15/171/30).
Aufgrund der hochgradig nicht validen und
aggravierten
neuropsychologischen Testbefunde lasse sich das Ausmass der Arbeitsfähigkeit nicht feststellen. Mit Sicherheit könne jedoch gesagt werden, dass die formal gezeigte Verschlech
te
rung seit der Berentung weder neurologisch noch psychiatrisch noch in sonst irgendeiner Weise plausibilisiert werden könne. Es handle sich um eine Aggra
vation, welche nach Ansicht der Gutachter bewusstseinsnah gesteuert werde.
Eine Verschlechterung sei daher ausgeschlossen. Über eine Verbesserung könne keine valide Aussage getroffen werden. Aufgrund des Gesamtverhaltens und der be
sprochenen Widersprüchlichkeiten innerhalb der einzelnen Untersuchungen sowi
e gegenüber der Aktenlage, der Alltagsfähigkeit, der Interaktionsfähigkeit, des offensichtlich guten Erinnerungsvermögens, des manipulativ erscheinenden Verhaltens etc. würden die Gutachter aber davon ausgehen, dass eine vollständige Arbeitsunfähigkeit entgegen der früheren Beurteilung im heutigen Zeitpunkt nicht mehr begründbar sei (Urk. 15/171/34).
3.4
Mit Schreiben vom 1
3.
Juli 2017 (Urk. 9) liess der Beschwerdeführer zudem im Rahmen des Beschwerdeverfahrens den verhaltensneurologischen und neuropsy
cho
logischen Bericht (Urk. 10) von
Dr.
phil
M._
, Psychologin FSP und
Neuropsychologin, und
Dr.
med.
N._
, Verhaltensneurologin, vom 2
9.
Juni
2017 auflegen.
Dr.
M._
und
Dr.
N._
hielten fest, der Beschwerdeführer sei pünktlich und alleine zum Untersuchungstermin erschienen. Auto
biographische Angaben wie etwa Geburtsdatum, Alter, Schule und Ausbildung habe er nicht machen können oder diese seien diskrepant
gewesen,
so habe er angegeben nur einen statt zwei Söhne zu haben
. Zeitlich-kalendarisch, örtlich-geographisch sowie situativ sei er jedoch präzise orientiert gewesen. Die gestellten Aufgaben seien mehrheitlich deutlich verlangsamt und umständlich bearbeitet worden, wobei der Beschwerdeführer bei zahlreichen Aufgaben angegeben habe, diese nicht lösen zu können und wiederholt um Hilfestellung gebeten habe. Wiederholt habe er im Gespräch das Mobiltelefon hervorgeholt und das Internet zu Rate gezogen, wobei er die gesuchten Informationen schnell und ohne Schwierigkeiten gefunden habe. Im Verlauf sei keine massgebende Ermüdung aufgetreten und ebenso keine Impulskontrollstörung. Die Belastbarkeit habe je
doch rasch abgenommen und der Beschwerde
führer
habe starke und im Verlauf zunehmende Kopfschmerzen beklagt. Im Symptomvalidierungsverfahren hätten sich deutlich auffällige Ergebnisse gezeigt. Bei den Befunden stehe ein schwer verlangsamtes Arbeitstempo im Vordergrund mit ebenfalls schwer verminderter
visuoverbaler
Informationsgeschwindigkeit und Müdigkeitserscheinungen in der ebenfalls schwer verlangsamten einfachen Reaktionsgeschwindi
g
keit.
Hinzu kämen durchwegs mehrheitlich schwere Einbussen in den Bereichen Aufmerk
sam
keit mit auch auf Verhaltensebene beobachtbaren Schwankungen in der all
gemeinen Aufmerksamkeit und im Fokus sowie Einschränkungen exekutiver Funk
tionen und mnestischer Fähigkeiten. Zusätzlich f
ä
nde
n
sich eine
visuokon
struktive
Dyspraxie
sowie Auffälligkeiten auf sprachlicher Ebene. Insbesondere
würden sich Verhaltensauffälligkeiten mit kindlichem und deutlich umständ
li
chem, zeitweise auch resolutem Verhalten, Begriffsstutzigkeit, affektiven Schwan
kungen mit
parathymen
Zügen sowie so gut wie aufgehobener affektiver Schwin
gungsfähigkeit und
hypophoner
beziehungsweise zweitweise sogar
aphonischer
Spontansprache zeigen. Im angewendeten Symptomvalidierungsverfahren hätten sich zudem deutlich auffällige Ergebnisse gezeigt, sodass eine negative Antwort
-
verzerrung nicht ausgeschlossen werden könne. Auch auf Verhaltensebene sowie im Gespräch hätten sich den Vorberichten entsprechende Hinweise auf Inkonsistenzen gezeigt. So sei der Beschwerdeführer beispielsweise sehr schnell in der Lage, auf dem Mobiltelefon gespeicherte Informationen oder Informationen im Internet zu finden, was hinsichtlich der neuropsychologisch schweren mnesti
schen Störung sowie der berichteten Unfähigkeit des Beschwerdeführers
,
im Alltag Dinge zu merken
,
diskrepant anmute.
Ätiologisch sei bei einem Status nach schwerem Schädel-Hirn-Trauma zweifellos von einer
residuellen
kognitiven Symp
tomatik auszugehen. Die stattgehabten
cerebralen
Ereignisse würden die Schwere der Befunde jedoch nicht erklären, weshalb von einer multifaktoriellen Akzentuierung auszugehen sei. Bei ebenfalls bestehenden Hinweisen auf eine Aggravation sei eine Quantifizierung der kognitiven Störung nicht möglich.
4.
4.1
Das Gutachten des
Z._
vom 2
3.
August 2016 (E. 3.3)
basiert auf umfassenden
internistischen, neurologische
n
, neuropsychologischen und psychiatrischen Unter
suchungen. Die Gutachter verfassten ihre Expertise in detaillierter Kenntnis der
Vorakten
(Urk. 15/171/4-15). Der Beschwerdeführer konnte seine geklagten Be
schwerden vor jedem Fachgutachter ausführlich schildern und wurde von diesen eingehend befragt (Urk. 15/171/16-20, Urk. 15/171/48-51, Urk. 15/171/62-65, Urk. 15/171/83-86).
Die Gutachter
begründeten ihre Einschätzung in nachvoll
zieh
barer Art und Weise und unter Berücksichtigung von und in Auseinan
der
setzung mit den relevanten
Vorakten
. Die medizinische Situation und Zusammen
hänge werden einleuchtend dargelegt und begründet; die Schlussfolgerung ist
nachvollziehbar.
Damit vermag das Gutachten
die an eine beweiskräftige ärzt
liche Expertise gestellten Anforderungen (E. 1.
5
) vollumfänglich zu erfüllen und es kommt ihm voller Beweiswert zu.
4.2
Wie
dargelegt (E. 1.
4
) liegt keine versicherte Gesundheitsschädigung vor, wenn die Leistungseinschränkung
auf Aggravation oder einer ähnlichen Konstellation beruht. Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung trifft dies namentlich zu, wenn eine erhebliche Diskrepanz zwischen den geschilderten
Beschwerd
en und dem gezeigten Verhalten oder der Anamnese besteht,
was vorliegend in hohem Masse zutrifft.
Der Beschwerdeführer gab anlässlich der verschiedenen gutachterlichen Unter
suchungen in ausgeprägtem Ausmasse an, sich nicht an Dinge erinnern zu können.
Während er beispielsweise der psychiatrischen Gutachterin gegenüber angab, sich nicht an elementare Fakten wie beispielsweise seine Kindes- und Jugendzeit oder sein Leben in jüngerer Vergangenheit erinnern zu können, konnte er sich dem
gegenüber detailliert an scheinbar unwichtigere Fakten hinsichtlich seiner Ex-Freundin und deren Familie erinnern
(E.
3.3.1)
.
Auch die neurologischen Gut
achter stellten fest, dass sich der Beschwerdeführer nicht an gewisse Schlüssel
daten zu erinnern verm
ö
g
e
, demgegenüber im Widerspruch stehend aber neben
sächliche Ereignisse und Daten präsent habe (E. 3.3.2).
Ausserdem
war der Be
schwerdeführer trotz
der geklagten andauernden Müdigkeit in der Lage, die Belastbarkeit während der mehrstündigen neuropsychologischen Untersuchung
aufrecht
zuerhalten und der Gutachter konnte auch keine Müdigkeit feststellen (E.
3.3.3).
Weiter
musste die
psychiatrische
Gutachterin feststellen, dass die kog
ni
tiven Test
s
nicht durchgeführt werden konnten oder massiv schlecht ausge
fallen
waren
, während der Beschwerdeführer im Gespräch selbst jedoch in der Lage war
,
prompt gezielte Gegenfragen zu stellen und zielgerichtet auf Argu
mente einzugehen. Ebenso unerklärlich
blieb
,
dass
der nach eigenen Angaben stets auf fremde Hilfe angewiesene Beschwerdeführer während der Untersuchung in der Lage war, ein Mobiltelefon zu bedienen und damit schnell Informationen zu beschaffen
(E.
3.3.1).
Im Widerspruch zu den objektivierbaren schweren Defi
ziten in allen geprüften kognitiven Funktionsbereichen st
and
das Antwort
ver
halten des Beschwerdeführers anlässlich der verschiedenen Testverfahren. So notier
te der Neuropsychologe
, dass das derart schlechte Resultat von 90
%
falschen Antworten im TOMM Beschwerdevalidierungstest nur mit einer intakten und guten Gedächtnisfunktion erreicht werden könne. Auch das gute Verständnis und die
Memorisierung
der Testinstruktionen
, ebenso wie die Selbständigkeit im Alltag
(Anreise alleine nach Basel, eigenständiges Wohnen, selbständige Reisen in den Libanon; E.
3.3.4)
lasse
sich nicht mit den schlechten testpsychologisch objektivierten schweren Gedächtnisdefiziten vereinen
, erzielen
gemäss Gutachter
doch selbst Demenzpatienten im fortgeschrittenen Krankheitsstadium bessere Testergebnisse als der Beschwerdeführer
(E. 3.3.3).
Zusammengefasst fanden d
ie Gutachter
b
ei der Anamneseerhebung auffallende Inkongruenzen und Diskrepanzen
und notierten zudem, dass sich die Fluktuation in den Anamneseangaben nicht mit einer organischen Ursache erklären lasse.
Ausserdem
stellten sie fest, dass die durch den Beschwerdeführer völlige Passi
vi
tät in einem krassen Widerspruch zum gezeigten Verhalten und der guten körper
lichen Verfassung stehe. Aufgrund der wiederkehrenden Hinweise auf bewusste und gesteuerte Antwortverzerrungen und Interaktionen, hielten sie eine organi
sche Ursache für die gezeigte neuropsychologisch
e Störung für unwahrscheinlich
(E. 3.3.4).
Dass die Gutachter angesichts der von ihnen erhobenen Befunde und dem gezeigten Verhalten des Beschwerdeführers zum Schluss kamen, das Aus
mass der Arbeitsfähigkeit lasse sich aufgrund der hochgradig nicht validen und
aggravierten
neuropsychologischen Testbefunde nicht feststellen, wobei eine voll
ständige Arbeitsunfähigkeit jedenfalls nicht mehr begründbar sei (E. 3.3.4), ist nicht zu beanstanden. Aus dem Gutachten ergibt sich mit grosser Klarheit, dass die bewusstseinsnahe Aggravation allfällige pathologisch begründbare Beschwer
den bei weitem überwiegt (E. 3.3.1) beziehungsweise allfällige neuropsychologische Teilleistungsstörungen überschattet (E. 3.3.2) und namhaften Grund für die gezeigte neuropsychologische Störung bildet (E. 3.3.3). Ist mithin ein bloss verdeutlichendes Verhalten zweifellos überschritten, liegt kein versicherter Ge
sund
heitsschaden vor.
4.3
Daran vermögen auch die Einwände des Beschwerdeführers nichts zu ändern. So kommt beispielsweise auch der von diesem ins Recht gelegte Untersuchungsbericht
zum Schluss, dass eine
Aggravation vorliegt. Auch Dr.
M._
und Dr.
N._
stellten Diskrepanzen in den Aussagen und im Aussageverhalten des Beschwerdeführ
ers fest. Sie notierten
, dass der Beschwerdeführer die gestellten Aufgaben massiv verlangsamt und schlecht gelöst hatte, demgegenüber aber Infor
mationen mit Hilfe des Mobiltelefons schnell und ohne Schwierigkeiten habe beschaffen können. Auch sie konnten keine Ermüdung des Beschwerdeführers während der Untersuchung erkennen. Ebenso hielte
n
sie eine negative Antwort
verzerrung aufgrund der deutlich auffälligen Ergebnisse für möglich (E. 3.4).
Auch die vom Beschwerdeführer angeführte Persönlichkeitsveränderung, welche sich nach seinen Angaben daran erkennen lasse, dass er vor dem Unfallereignis im Jahre 1999 mehrere Jahre eine stabile Partnerschaft geführt habe, während er seither mehrfach, aber nur kurzzeitig verheiratet gewesen sei, vermag die gut
achterliche Feststellung der Aggravationstendenz nicht umzustossen.
Der vom
Beschwerdeführer angeführte unstete Lebenswandel lässt keinen gegenteiligen Schluss zu.
Die im Gutachten festgestellte Aggravationstendenz führt sodann entgegen der Ansicht des Beschwerdeführers nicht zur Unverwertbarkeit des Gutachtens. Die festgestellten Diskrepanzen und Inkongruenzen (vgl. E.
4.2 mit Hinweisen) lassen gerade darauf schliessen, dass der Beschwerdeführer die Testung nicht korrekt durchgeführt hat. Dies lässt sich auch nicht mit dem vom Beschwerdeführer ange
führten Zeitdruck erklären, hat er sich doch eigens nochmals einer verhaltens
neurologischen und neuropsychologischen Untersuchung unterzogen, welche die genannten Diskrepanzen und Inkongruenzen ebenfalls feststellte und
damit den gutachterlichen Schluss auf Aggravation geradezu bestätigte
(E. 3.4).
Nachdem
aufgrund der Aggravation eine
invalidenversicherungsrechtlich rele
vante Gesundheitsschädigung ausgeschlossen ist
und auch selbst die vom Beschwer
deführer initi
i
erte Untersuchung nicht zu verwertbaren Ergebnissen zu führen vermochte, ist ohne Weiteres von ergänzenden Abk
l
ärungen abzusehen
.
4.4
Spätestens im Zeitpunkt der Begutachtung ist somit kein relevanter Gesund
heitsschaden mehr ausgewiesen, weder aufgrund der Befunde noch aufgrund der
Beschwerdeklagen, denn diesbezüglich ist von Aggravation auszugehen (E.
1.
4
, E.
4.2).
Im Vergleich zum Sachverhalt im Zeitpunkt der
Rentenzusprache
am 2
1.
November 2001 ist somit eine Verbesserung des Gesundheitszustandes ausge
wiesen
. Infolgedessen ist ein Revisionsgrund gegeben und die Rentenaufhebung ist gerechtfertigt.
5.
5.1
Zu prüfen bleibt, ob die Renteneinstellung
rückwirkend
per
1.
Juli 2014
gerecht
fertigt war oder ob dieselbe lediglich ex
nunc
et pro
futuro
, das heisst mit dem auf die Verfügung fol
genden Monat Wirkung entfalten durfte
.
5.2
Im Revisionsfragebogen vom
9.
Juli
2014 (
unterzeichnet am
8.
Juli
2017
Urk. 15/66) gab der Beschwerdeführer an, aufgrund des erlittenen Schädel-Hirn-Traumas keine Kraft zu haben und immer sehr müde zu sein (Urk. 15/66/2).
Er sei häufig müde und daher zu Hause. Seine Hauptkontakte seien seine Frau, sein Sohn und sein Bruder. Er betreibe keinen S
port und habe keine Hobbys;
er schaue lediglich fern
. Computer- und Büroarbeiten könne er keine erledigen
(Urk. 15/66/5).
Ausserdem gehe er selten nach draussen, da er rasch müde werde. Über seinen gesundheitlichen Zustand sei die IV-Stelle bereits dokumentiert, an diesem habe sich nichts geändert.
Die Frage nach einer Erwerbstätigkeit oder
einer anderen Tätigkeit (Vereinstätigkeit, Nachbarschaftshilfe, Freundschafts
dienste, freiwillige karitative Tätigkeiten, Haushalts- und Gartenhilfe) verneinte er
(Urk. 15/66/6).
Seit Eintritt der gesundheitlichen Einschränkung habe er eher schlechte Zeiten erlebt. Er sei sehr müde und kraftlos und leide an den Folgen seines Unfalls. Er könne sich in seinem gegenwärtigen Zustand nicht vorstellen
,
erwerbstätig zu sein (Urk. 15/66/7). Über seinen Tagesablauf berichtete er, er stehe morgens auf und trinke einen Kaffee mit seiner Frau. Danach schaue er die Nachrichten und nehme seine Medikamente. Im Anschluss folge das Mittagessen, nach welchem er von den Medikamenten sehr müde werde und etwa vier bis sechs Stunden schlafen gehe. Danach
nehme er das
Abend
essen ein
, schaue noch etwas fern und gehe anschliessend wieder schlafen (Urk. 15/66/8).
5.3
Am 1
8.
Juni 2014 fand zwischen dem Beschwerdeführer und seinem Kranken
v
ersicherer,
der
Sanitas
Krankenkasse, ein Gespräch statt (Gesprächs
protokoll vom
1
8.
Juni 2014, Urk. 15/65/13-23).
Dabei notierte die Vertreterin des Kranken
versicherers, das Gespräch habe 1 Stunde und 20 Minuten gedauert. Der Beschwer
deführer habe sich während der ganzen Zeit sehr freundlich, konzentriert und schnell im Denken gezeigt. Es sei
en
ein gutes vernetztes Denken, ein gutes Erinnerungsvermögen, jedoch keine Anzeichen von Schwäche oder Müdigkeit erkennbar gewesen (Urk. 15/65/23). Diskrepanzen und Inkongruenzen in den Angaben des Versicherten, wie sie auch im Gutachten (E. 3.3)
und
dem Untersu
chungs
bericht vom 2
9.
Juni 2017 (E. 3.4) festgestellt werden konnten, sind bereits im Gesprächsprotokoll vom 1
8.
Juni
2014
zu finden. So konnte der Beschwer
de
führer offenbar ohne Zögern seine Bankkontodaten zur Überweisung von Rück
for
derungen seitens der Krankenkasse bestätigen
. Dabei gab er auch an
, den Zahlungsverkehr (Bezahlung der Prämien) selbst durchzuführen und
niemandem eine Vollmacht über sein Konto eingeräumt zu haben
(Urk. 15/65/14)
, was ins
besondere seinen Angaben, er sei stets auf fremde Hilfe angewiesen (E. 3.3.
1
) widerspricht
.
Auch gab er an, regelmässig etwa drei bis viermal jährlich für rund ein bis drei Monate in den Libanon zu reisen (Urk. 15/65/16)
,
was
mit
seinen Angaben im Revisionsfragebogen, er befinde sich fast ausschliesslich zu Hause und gehe nicht nach draussen (E. 5.2)
,
un
vereinbar ist
. Angesprochen auf die auf
fällig hohen Medikamentenbezüge im Libanon, führte der Beschwerdeführer unte
r anderem aus, er habe zu Hause noch ein libanesisches Medikamentenrezept, wobei er aus dem Gedächtnis den Arzt
(und das dazugehörige Spital)
benennen konnte, welcher ihm das Rezept ausgestellt hatte (Urk. 15/65/18).
Dabei zeigte er der Vertreterin des Krankenversicherers auch eine selbst erstellte Übersichts
ta
belle zum Vergleich der Medikamentenpreise in der Schweiz und im Libanon
, was mit den von ihm anlässlich der Begutachtung geschilderten Beschwerden und
seinen Angaben im Revisionsfragebogen, wonach er keine Bürotätigkeiten ver
richten könne
,
nicht übereinstimmt
.
Ausserdem äusserste er in diesem Zusammen
hang, er habe
im Januar 2011
aufgrund seiner intensiven Kopfschmerzen
innert vier Tagen 7 Packungen
Cymbalta
und 28 Packungen
Maxalt
gebraucht, was äusserst
unglaubwürdig
er
scheint (Urk. 15/65/19).
Darauf angesprochen, dass er in einer ärztlichen Untersuchung im Jahr 2011 angegeben habe bis zu jenem Zeitpunkt lediglich 3 Kopfschmerz- respektive Migräneattacken erlitten zu haben, nun aber angebe
,
seit 2008 massive und häufige (beinahe tägliche) Kopfschmer
zen zu erleiden
, gab der Beschwerdeführer
an,
bei der ärztlichen Untersuchung derart verwirrt gewesen zu sein, dass er eine falsche Angabe zu den Kopf
schmerzen gemacht habe (Urk. 15/65/20)
. Auch dies muss als
Inkongruenz
der Aussagen gewertet werden
.
Entgegen
den Angaben des Beschwerdeführers
im Revisionsfragebogen, wonach er sich keine Erwerbstätigkeit vorstellen könne
und auch keiner solchen nachgehe
, gab er
im
Ge
spräch
beim Krankenversicherer an, seit dem Jahr 2000 bei der Firma
O._
im Sinne eines Auftrags
ver
hält
nisses in unterschiedlichem Ausmasse als Flugzeugkurier tätig zu sein
und legte z
ur Dokumentation eine entsprechende Visitenkarte seines Vorgesetzten bei
O._
vor (Urk. 15/65/14-15).
5.4
Damit
ist mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt, dass der Beschwerde
führer
spätestens
beim Gespräch
mit s
einem Krankenversicherer am 18.
Juni 2014
über Ressourcen verfügte, welche er der Beschwerdegegnerin gegenüber
verschwieg
. Ein
aggravatorisches
Verhalten seitens des Beschwerdeführers
kann bereits
zu diesem Zeitpunkt
festgestellt werden
. Insbesondere schilder
te dieser
seinen Gesundheitszustand und die damit verbundenen Einschränkungen der Beschwerdegegnerin gegenüber massiv
schlechter respektive
schwer
wiegender
, als er
es
seinem Krankenversicherer gegenüber präsentierte. Ausserdem hatte er der Beschwerde
gegn
erin zu keinem Zeitpunkt mitgeteilt, dass er eine Erwerbs
tätigkeit (Flugzeugkurier bei der
O._
) aufgenommen hatte. Die Beschwer
degegnerin hatte ihn
aber
stets – zuletzt mit der Mitteilung vom 3
0.
Septemb
er 2013 betreffend unveränderten
Anspruch auf eine Invalidenrente (Urk. 15/63) – darauf hingewiesen, dass er jede Änderung in den persönlichen und wirtschaft
lichen
Verhältnissen mitzuteilen habe. Dieser Mitwirkungspflicht kam
der Beschwer
deführer in Bezug auf seinen Gesundheitszustand und seine Erwerbstätigkeit
offensichtlich
nicht
nach.
Im Gegenteil ist davon auszugehen, dass er -
wenn nicht bewusst, so doch zumindest
f
ahrlässig – falsche Angaben dazu machte
.
5.5
Das Verhalten des Beschwerdeführers stellt damit zweifellos eine schuldhafte Meldepflichtverletzung im Sinne von Art. 77 IVV dar. Ihm musste bei pflicht
gemässer Aufmerksamkeit bewusst gewesen sein, dass er aufgrund seiner vorhan
denen und auch verschiedentlich präsentierter Ressourcen keinen Anspruch auf
eine ganze Rente der Invalidenversicherung gestützt auf einen Invaliditätsgrad von 100 % haben konnte. Dies umso mehr, als es ihm offenbar möglich war, eine Erwerbstätigkeit als Flugzeugkurier auszuüben. Er hatte es allerdings nicht bloss unterlassen, seinen verbesserten Gesundheitszustand zu melden, sondern er hat – wie mit Blick auf das
Z._
-Gutachten (E. 3.3) sowie den Bericht von Dr.
M._
und Dr.
N._
(E. 3.4) feststeht – vielmehr Beschwerden vorgetäuscht. Dass der Beschwerdeführer gegenüber der Beschwerdegegnerin andere Angaben bezüglich seines Gesundheitszustandes machte, als er diesen gegenüber Dritten präsentierte, ist spätestens ab Juni 2014 ausgewiesen, als der Beschwerdeführer ein Gespräch mit seinem Krankenversicherer führte. Das täuschende Verhalten des Beschwer
deführers hat somit – spätestens seit Juni 2014 – die unrichtige Weiterausrichtung der Invalidenrente begründet.
Seit dem 1. Januar 2015 führt eine Verletzung der Meldepflicht gemäss Art. 88bis Abs. 2
lit
. b IVV unabhängig davon ob diese für den unrechtmässigen Leistungs
-
bezug kausal war, zur Rechtmässigkeit einer rückwirkenden Rentenaufhebung (vgl. E. 1.2). Die rückwirkende Renteneinstellung für den Zeitpunkt ab dem 1.
Januar 2015 erfolgte somit ohne weiteres zu Recht. Was den Zeitraum bis zum 31.
Dezember 2014 betrifft, so war noch eine Kausalität zwischen der Melde
pflichtverletzung und der Erwirkung des unrechtmässigen Leistungsbezuges erforderlich (vgl. BGE 142 V 259, E. 3.2.1). Bis zum Erhalt des polydisziplinären Gutachtens (vgl. E. 3) am 25. August 2016 blieb die Beschwerdegegnerin im
Unklaren über den tatsächlichen Gesundheitszustand des Beschwerdeführers. Wohl
lagen ihr seit dem 4. Juli 2014 (Erhalt Akten des Krankenversicherers, vgl. Akten
verzeichnis zu Urk. 15/65) Anhaltspunkte vor, welche ein täuschendes Verhalten des Beschwerdeführers vermuten liessen und auch eine entsprechende Abklärung nach sich zogen. Dass die Angaben des Beschwerdeführers bezüglich seines Gesundheitszustandes nicht mit den feststellbaren Befunden übereinstimmen, konnte sie jedoch erstmals am 25. August 2016 feststellen. Bis zu diesem Zeit
punkt war demnach einzig die Meldepflichtverletzung des Beschwerdeführers ur
säch
lich für die weitere Rentenausrichtung. Der für den Zeitraum vom 1. Juli 2014
bis 31. Dezember 2014 geforderte Kausalzusammenhang ist demnach gegeben und die Renteneinstellung ab dem 1. Juli 2014 nach dem Gesagten rechtens.
6
.
Vor diesem Hintergrund
ist die angefochtene Verfügung somit nicht zu bean
standen und die Beschwerde ist abzuweisen.
7
.
7
.1
Nach Gesetz und Praxis sind in der Regel die Voraus
setzungen für die Bewilligung der unentgeltlichen Prozessführung
und
Verbeiständung
erfüllt, wenn
der Prozess
nicht aussichtslos und
die Partei bedürftig ist (BGE 103 V 46, 100 V 61, 98 V 115).
Als aussichtslos sind nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung Prozessbe
gehren anzusehen, bei denen die Gewinnaussichten (ex ante betrachtet) beträcht
lich geringer sind als die Verlustgefahren und die deshalb kaum als ernsthaft bezeichnet werden können. Dagegen gilt ein Begehren nicht als aussichtslos, wenn sich Gewinnaussichten und Verlustgefahren ungefähr die Waage halten oder jene nur wenig geringer sind als diese. Massgebend ist, ob eine Partei, die über die nötigen finanziellen Mittel verfügt, sich bei vernünftiger Überlegung zu einem Prozess entschliessen würde; eine Partei soll einen Prozess, den sie auf eigene Rechnung und Gefahr nicht führen würde, nicht deshalb anstrengen können, weil er sie nichts kostet (BGE 133 III 614 E. 5 mit Hinweisen).
Angesichts der vollkommen unzweideutigen Aktenlage (vorstehend E. 5) liegt es auf der Hand, dass die Gewinnaussichten einer Beschwerde als deutlich geringer einzuschätzen gewesen sind als die Verlustgefahr, mithin die Beschwerdeerhe
bung als aussichtlos einzustufen ist.
Dementsprechend ist das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege (Urk. 1 S. 1) ohne weiteres abzuweisen.
7.2
Die Verfahrenskosten gemäss Art. 69 Abs. 1
bis
IVG sind ermessensweise auf Fr. 700.-- festzusetzen und ausgangsgemäss dem Beschwerdeführer aufzuerlegen.