# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 6bc2f041-c385-4a11-aeed-474a01f8b766
**Court:** ZH_VG
**Chamber:** ZH_VG_001
**Year:** 2015
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** 

## Facts

hat sich ergeben:
I.
A und B werden zusammen mit ihrer Tochter C (Jahrgang 1998) seit Juli 2007 von der Gemeinde E wirtschaftlich unterstützt. Im selben Haushalt wohnt ihr Sohn G (Jahrgang 1994), der seit Erreichen der Volljährigkeit aber nicht mehr zu der Unterstützungseinheit gezählt wird.
Da A verschiedene Weisungen im Zusammenhang mit der Teilnahme an einem Arbeitseinsatzprogramm und der Arbeitssuche nicht eingehalten hatte, kürzte die Sozialbehörde E am 7. Februar 2012 die Unterstützungsleistungen der Familie um 15 % des Grundbedarfs für den Lebensunterhalt (GBL) für drei Personen in einem Vierpersonenhaushalt (Fr. 1'567.50), d.
h. Fr. 235.10 pro Monat ab 1. März 2012 für zwölf Monate. Die von der Sozialbehörde in der Folge beschlossene Einstellung der wirtschaftlichen Sozialhilfe wurde auf Rekurs hin vom Bezirksrat E am
1. Februar 2013
aufgehoben (bestätigt durch das Verwaltungsgericht am 22. August 2013, VB.2013.00150). Mit Beschluss vom 9. April 2013 verfügte daher die Sozialbehörde die rückwirkende Unterstützung der Familie. Dabei hielt sie fest, dass die Kürzung um 15 % des Grundbedarfs für den Lebensunterhalt bis längstens am 28. Februar 2013 weiterhin erfolge.
II.
Dagegen rekurrierten A, B und C am 25. April 2013 beim Bezirksrat E und beantragten, dass die Kürzung des GBL lediglich auf dem GBL-Anteil von A (Fr. 522.20) vorzunehmen sei, womit sich eine Kürzung um monatlich Fr. 75.40 ergebe. Weiter sei B und C eine angemessene Integrationszulage zuzusprechen, und ihnen sei die unentgeltliche Rechtspflege zu gewähren. Der Bezirksrat wies den Rekurs mit Beschluss vom 11. Juni 2014 ab, hiess den Antrag auf Bewilligung der unentgeltlichen Rechtsvertretung gut und bestellte Rechtsanwalt D als unentgeltlichen Rechtsbeistand.
III.
Gegen den Beschluss des Bezirksrats erhoben A und B für sich und in Vertretung von C am 9. Juli 2014 Beschwerde beim Verwaltungsgericht und beantragten die Aufhebung des angefochtenen Beschlusses. Die Kürzung des Grundbedarfs sei lediglich auf dem GBL-Kopfanteil von A vorzunehmen; auf eine Kürzung des GBL-Kopfanteils von B und C sei zu verzichten. In verfahrensrechtlicher Hinsicht beantragten sie die Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung und die Bestellung eines unentgeltlichen Rechtsvertreters in der Person von D; alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu ihren Gunsten.
Mit Eingabe vom 16. Juli 2104 verzichtete der Bezirksrat E unter Verweis auf die Begründung des angefochtenen Entscheids auf eine Vernehmlassung. Die Sozialbehörde beantragte am 13. November 2014 die Abweisung der Beschwerde, unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten der Beschwerdeführenden. Diese hielten mit Replik vom 25. November 2104 an ihren Anträgen fest, wozu die Sozialbehörde am 12. Dezember 2014 noch einmal Stellung nahm. Am 10. Januar 2015 reichten A, B und C eine Triplik ein, worauf die Sozialbehörde mit Eingabe vom 21. Januar 2015 auf eine weitere Vernehmlassung verzichtete.
Die Einzelrichterin

## Considerations

erwägt:
1.
Das Verwaltungsgericht ist zur Behandlung der vorliegenden Beschwerde gemäss § 41 Abs. 1 in Verbindung mit § 19 Abs. 1 lit. a des Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959 (VRG) zuständig. Angesichts des unter Fr. 20'000.- liegenden Streitwerts fällt die Streitigkeit in die einzelrichterliche Zuständigkeit (§ 38b Abs. 1 lit. c VRG).
2.
2.1
Wer für seinen Lebensunterhalt und den seiner Familienangehörigen mit gleichem Wohnsitz nicht hinreichend oder nicht rechtzeitig aus eigenen Mitteln aufkommen kann, hat gemäss § 14 des Sozialhilfegesetzes vom 14. Juni 1981 (SHG) Anspruch auf wirtschaftliche Hilfe. Gemäss § 17 Abs. 1 der Verordnung zum Sozialhilfegesetz vom 21. Ok-tober 1981 (SHV)
trägt
d
ie wirtschaftliche Hilfe den persönlichen und örtlichen Verhältnissen Rechnung und gewährleistet das soziale Existenzminimum des Hilfesuchenden. Sie bemisst sich nach den Richtlinien der Schweizerischen Konferenz für Sozialhilfe (SKOS-Richtlinien).
Die Sozialhilfeleistungen können gekürzt werden, wenn der Hilfesuchende gegen Anordnungen, Auflagen und Weisungen der Fürsorgebehörde verstösst, keine oder falsche Auskunft über seine Verhältnisse gibt oder die Einsichtnahme in seine Unterlagen verweigert. Er muss vorgängig schriftlich auf die Möglichkeit der Leistungskürzung hingewiesen worden sein (§ 24 Abs. 1 SHG). Die Richtlinien der Schweizerischen Konferenz für Sozialhilfe (SKOS-Richtlinien) sehen in Kap. A.8.2 vor, dass der Grundbedarf für maximal zwölf Monate um höchstens 15 % gekürzt werden kann.
2.2
Unbestrittenermassen hat der Beschwerdeführer 1 Auflagen und Weisungen der Sozialbehörde nicht erfüllt. Die Beschwerdeführenden anerkennen daher auch, dass eine Kürzung der Unterstützungsleistung erfolgen darf. Strittig ist einzig der Kürzungsumfang.
2.3
Die Kürzung der wirtschaftlichen Hilfe um 15 % des Grundbedarfs wurde bereits mit Beschluss vom 7. Februar 2012 verfügt. Dieser Beschluss wurde nicht angefochten. Darauf verfügte die Sozialbehörde am 9. Oktober 2012 zwar die Einstellung der wirtschaftlichen Hilfe per 1. November 2012, dies wurde jedoch durch den Bezirksrat E – bestätigt durch das Verwaltungsgericht – wieder aufgehoben. Somit galten wieder der Unterstützungsentscheid vom 7. Februar 2012 und damit auch die Kürzung der Unterstützungsleistungen.
Mit Beschluss vom 9. April 2013 stellte die Sozialbehörde lediglich fest, dass die Kürzung des Grundbedarfs um 15 % (längstens bis am 28. Februar 2013) weiterhin erfolgte.
2.4
Eine unrichtige Sachverhaltsfeststellung oder Rechtsanwendung ist grundsätzlich im Anschluss an die Verfügung durch Ergreifen von ordentlichen Rechtsmitteln geltend zu machen (vgl. BGr, 26. August 2011, 2C_114/2011, E. 2.2). Die Beschwerdeführenden haben die Kürzung der Unterstützungsleistung um 15 % des Grundbedarfs nicht angefochten.
Daher ist der Beschluss vom 7. Februar 2012 in Rechtskraft erwachsen.
Die Verwaltungsbehörden können zwar unter bestimmten Voraussetzungen auf ihre Verfügungen zurückkommen. Sie sind dazu aber nur gehalten, wenn sich die Verhältnisse seit dem ersten Entscheid erheblich geändert haben oder wenn der Gesuchsteller Tatsachen und Beweismittel anführt, die ihm im früheren Verfahren nicht bekannt waren oder die schon damals geltend zu machen für ihn rechtlich oder tatsächlich unmöglich war oder keine Veranlassung
bestand (BGE 136 II 177 E. 2.1; 120 Ib 42 E. 2b). Dies ist vorliegend nicht der Fall. Die Beschwerdeführenden bringen weder veränderte Verhältnisse noch neue Tatsachen oder Beweismittel vor. Der Beschluss der Sozialbehörde vom 9. April 2013 bestätigt bloss die Lage, wie sie bereits durch die Aufhebung des Einstellungsentscheids bestand, ohne damit
den Beschwerdeführenden neue Rechte und Pflichten aufzuerlegen.
2.5
Da die Frage des Kürzungsumfangs folglich bereits rechtskräftig entschieden ist, kann sie nicht erneut beurteilt werden. Die Vorinstanz ist dementsprechend zu Unrecht auf den Rekurs der Beschwerdeführenden eingetreten. Die Beschwerde wäre daher bereits aus diesem Grund – unter Aufhebung von Dispositiv-Ziff. I des angefochtenen Beschlusses – im Sinn der Erwägungen abzuweisen (vgl. Martin Bertschi in: Alain Griffel [Hrsg.], Kommentar zum Verwaltungsrechtspflegegesetz des Kantons Zürich [VRG], 3. A., Zürich etc. 2014, [VRG Kommentar], Vorbem. zu §§ 19–28 N. 57; VGr, 21. April 2010, VB.2010.00146, E. 3).
3.
3.1