# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 1a4650d1-5220-4d17-a659-d87c7ad7b004
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2019
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren
1962
, war von Mai 2000 bis August 2010
bei
Y._
als
Metallschleifer/
Polierer
tätig
(Urk. 7/14
, Urk. 7/31/2
). Unter Hinweis auf
Schmerzen, entzündliche Gelenks- und Muskelbeschwerden sowie psychische Beschwerden meldete sich der
Versicherte am
25. Mai 2011
bei der Invaliden
ver
sicherung zum Leistungsbezug an (Urk.
7/4
). Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, klärte die medizinisc
he und erwerbliche Situation ab und
zog Akten der
Unfall- (Urk. 7/10)
sowie der K
ollektiv
taggeldversicherung
bei (
Urk.
7/12
)
. Sie gewährte dem Versicherten vom 5. Dezember 2011 bis 4. Juni 201
2 Eingliederungsmassnahmen in Form von Arbeitsvermittlung (Urk. 7/38-39). In der Zeit vom 19. März bis 18. September 2012 nahm der Versicherte sodann
im Rahmen der beruflichen Massnahmen an einem Arbeitstraining teil (Urk. 7/46-
48;
Schlussbericht vom 20. August 2012, Urk. 7/65). Mit Schreiben vom 18.
Septem
be
r 2012 teilte die IV-Stelle dem Versicherten mit, aufgrund der gesundheitlichen Situation
werde
die Eingliederungsberatung abgeschlossen
, da eine Arbeitsver
mittlung auf dem ersten Arbeitsmarkt derzeit nicht möglich sei (Urk. 7/70).
Im Rahmen der Rentenprüfung
holte
die IV-Stelle
bei Prof.
Dr.
med.
Z._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, und
Dr.
med.
A._
, Fachärztin für Rheumatologie sowie Allgemeine Innere Medi
zin
,
ein
bi
disziplinäres
Gutachten ein, das am
20. Januar 2014
erstattet
wurde (Urk.
7/100/1; psychiatrisches G
utachten vom 23. Dezember
2013, Urk. 7/98, so
wie rheumatologisches Gutachten vom 20. Januar
2014, Urk. 7/99/1-62
).
Gegen den
Vorbescheid
vom 13. Februar 2014
(Urk.
7/108
)
erhob der Versicherte Einwand (Urk. 7/110+115). Daraufhin holte die IV-Stelle weitere Arztberichte (vgl. Urk. 7/116-120) ein und veranlasste schliesslich ein polydisziplinäre
s G
ut
achten, welches
am 7. Oktober 2015
durch Ärzte der
Medas
B._
erstattet wurde (Urk. 7/
139/1-27
).
Nach erneut d
urchgeführtem
Vorbescheid
verfah
ren
(Urk.
7/145
; Urk. 7/153
)
, in welchem die IV-Stelle wiederum weitere medi
zinische Stellungnahmen (Urk. 7/158-159), Berichte (Urk. 7/160-163) und schliesslich ein Verlaufsgutachten bei den Ärzten der
Medas
B._
(Verlaufsgutachten vom 15. März 2017, Urk. 7/181/3-31) einholte
,
sprach die IV-Stelle
- nach Gewährung des rechtlichen Gehörs (vgl. Urk. 7/182-183) -
mit Ver
fügung vom
15. August 2017
dem Versicherten
ab 1. September 2012 eine Viertelsrente und ab 1. April 2014 eine halbe Invalidenrente
zu (Urk.
7/185+191
=
Urk.
2).
2.
Der
Versicherte erhob am
14. September 2017
Beschwerde gegen die Verfügung vom
15. August 2017
(
Urk.
2) und beantragte, diese sei aufzuheben und es sei
en
ihm
die gesetzlichen Leistungen zuzusprechen (
Urk.
1 S. 2
).
Die IV-Stelle beantragte mit Beschwerdeantwort vom
18. Oktober 2017
(Urk.
6
) die Abweisung der Beschwerde.
Mit Replik vom 17. November 2017 hielt der Beschwerdeführer an seinem Antrag fest, wobei er konkretisierte, er beantrage eine ganze Rente ab 1. Dezember 2011 zuzüglich Verzugszins von 5 % (Urk. 9 S. 2). Die Beschwerdegegnerin verzichtete auf das Erstatten einer Duplik (Urk. 12), was
dem Beschwerdeführer am
8. Januar 2018
zur Kenntnis gebracht
wurde (Urk. 13
).
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Der Beschwerdeführer machte in formeller Hinsicht geltend, die Beschwerde
geg
nerin
sei auf die zahlreich geäusserten Kritikpunkte
am
Medas
-Gutachten sowie bezüglich Einkommensvergleich
nicht eingegangen, womit er sinngemäss eine Verletzung des rechtlichen Gehörs rügte (
Urk. 1
S. 6 Ziff. 14
; vgl. auch Urk. 9 S. 3 Ziff. II.3 ff.
).
1.2
Gemäss
Art.
29
Abs.
2
der Bundesverfassung (BV)
haben die Parteien Anspruch auf rechtliches Gehör. Das rechtliche Gehör dient einerseits der Sachaufklärung, andererseits stellt es ein persönlichkeitsbezogenes Mitwirkungsrecht beim Erlass eines Entscheids dar, welcher in die Rechtsstellung einer Person eingreift. Dazu gehört insbesondere deren Recht, sich vor Erlass des in ihre Rechtsstellung ein
greifenden Entscheids zur Sache zu äussern, erhebliche Beweise beizubringen, Einsicht in die Akten zu nehmen, mit erheblichen Beweisanträgen gehört zu werden und an der Erhebung wesentlicher Beweise entweder mitzuwirken oder sich zumindest zum Beweisergebnis zu äussern, wenn dieses geeignet ist, den Entscheid zu beeinflussen (BGE 132 V 368 E. 3.1 mit Hinweisen).
1.3
Nach der Rechtsprechung kann eine – nicht besonders schwerwiegende – Ver
letzung des rechtlichen Gehörs ausnahmsweise als geheilt gelten, wenn die be
troffene Person die Möglichkeit erhält, sich vor einer Beschwerdeinstanz zu äussern, die sowohl den Sachverhalt wie die Rechtslage frei überprüfen kann (BGE 127 V 431 E. 3d/
aa
). Von einer Rückweisung der Sache an die Verwaltung ist selbst bei einer schwerwiegenden Verletzung des rechtlichen Gehörs dann abzu
sehen, wenn und soweit die Rückweisung zu einem formalistischen Leerlauf und damit zu unnötigen Verzögerungen führen würde, die mit dem (der An
hörung gleichgestellten) Interesse der betroffenen Partei an einer
beförderlichen
Beurteilung der Sache nicht zu vereinbaren wären (BGE 132 V 387 E. 5.1 mit Hinweis).
1.4
Mit Vorbescheid vom 21. Dezember 2015 (Urk. 7/145) stellte die Beschwerde
geg
nerin dem Beschwerdeführer ab September 2012 eine Viertelsrente und ab April 2014 eine halbe Invalidenrente in Aussicht. Der Beschwerdeführer erhob mit Ein
wand
vom 1. Februar 2016 Kritik am
Medas
-Gutachten vom 7. Oktober 2015 und begründete diese ausführlich (Urk. 7/153). Im Rahmen des Vorbescheidverfahrens holte die Beschwerdegegnerin weitere medizinische Berichte und Stellungnahmen sowie insbesondere ein Verlaufsgutachten bei der
Medas
B._
ein (vgl. Urk.
7/181/3-31). Dazu wurde dem Beschwerdeführer das rechtliche Gehör gewährt (Urk. 7/182). Mit
Schreiben vom 2. Mai 2017 nahm l
etzterer nochmals Stellung zu den medizinischen Akten, äusserte seine Kritik zur Beurteilung der
Medas
-Gutachter und wies auch nochmals auf die bereits kundgetanen Rügen hinsichtlich Einkommensvergleich hin (Urk. 7/183).
Die Beschwerdegegnerin erklärte in der strittigen Verfügung rudimentär, dass das
Gutachten den erforderlichen Kriterien entspreche, weshalb darauf abgestellt werde
. Mit dem Einwand würden keine neuen medizinischen Tatsachen vorge
bracht. Das Valideneinkommen bleibe bestehen, da sich der Beschwerdeführer bei
guter Gesundheit auf dem allgemeinen Hilfsarbeitermarkt hätte bewerben müssen
.
Sodann sei der leidensbedingte Abzug nicht zu erhöhen, weil die Einschrän
kun
gen bereits im reduzierten Pensum berücksichtigt worden seien (Urk. 2 Begrün
dungsteil S. 3 oben).
1.5
Es ist zwar zutreffend, dass sich die Beschwerdegegnerin nicht mit den einzelnen
Kritikpunkten detailliert auseinandergesetzt hatte. Dennoch handelt es sich
- wenn
überhaupt -
nicht um eine schwerwiegende Verletzung des Gehörsanspruchs, da dem Beschwerdeführer die sachgerechte Anfechtung des Verwaltungsaktes nicht verunmöglicht wurde. Von einer Rückweisung der Sache an die Beschwerde
geg
nerin ist im Sinne einer Heilung eines allfälligen Mangels unter diesen Um
ständen abzusehen, da dem urteilenden Gericht die volle Kognition zusteht und eine Rückweisung zu einem formalistischen Leerlauf und damit zu unnötigen Verzögerungen führte
(vorstehend E. 1.3
).
2.
2.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allge
meinen Teil
des Sozialversicherungsrechts,
ATSG)
.
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom
menden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung
des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
2.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG)
Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betä
tigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen
wieder herstellen
, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine Vier
telsrente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine Dreiviertelsrente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
2.3
Der Rentenanspruch entsteht gemäss Art. 29 IVG frühestens nach Ablauf von sechs Monaten nach Geltendmachung des Leistungsanspruchs nach Artikel 29 Abs. 1 ATSG, jedoch frühestens im Monat, der auf die Vollendung des 18. Alters
jahres folgt (Abs. 1). Der Anspruch entsteht nicht, solange die versicherte Person ein Taggeld nach Art. 22 IVG beanspruchen kann (Abs. 2). Die Rente wird vom Beginn des Monats an ausbezahlt, in dem der Rentenanspruch entsteht (Abs. 3).
2.4
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Be
schwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gege
benen
falls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 256 E. 4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden können (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E. 4b/cc).
2.5
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und
in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schluss
folgerungen der Experten begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a mit Hinweis).
2.6
Mit BGE 143 V 418 entschied das Bundesgericht, dass grundsätzlich sämtliche psychischen Erkrankungen für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit einem struk
turierten Beweisverfahren nach BGE 141 V 281 zu unterziehen sind (E. 6 und 7, Änderung der Rechtsprechung; vgl. BGE 143 V 409 E. 4.5.2 speziell mit Bezug auf leichte bis mittelschwere Depressionen).
Das für somatoforme Schmerzstörungen und vergleichbare psychosomatische Leiden entwickelte strukturierte Beweisverfahren definiert systematisierte Indika
toren, die es
–
unter Berücksichtigung leistungshindernder äusserer Belastungs
faktoren einerseits und von Kompensationspotentialen (Ressourcen) andererseits
–
erlauben, das tatsächlich erreichbare Leistungsvermögen einzuschätzen (BGE
141
V 281 E. 2, E. 3.4-3.6 und 4.1; vgl. statt vieler: Urteil des Bundesgerichts 9C_590/2017 vom 1
5.
Februar 2018 E. 5.1). Die Anerkennung eines rentenbe
grün
denden Invaliditätsgrades ist nur zulässig, wenn die funktionellen Auswir
kungen der medizinisch festgestellten gesundheitlichen Anspruchsgrundlage im Einzelfall anhand der Standardindikatoren schlüssig und widerspruchsfrei mit (zumindest) überwiegender Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sind. Fehlt es an diesem Nachweis, hat die materiell beweisbelastete versicherte Person die Folgen der Beweislosigkeit zu tragen (BGE 141 V 281 E. 6; vgl. BGE 144 V 50 E. 4.3).
Diese Rechtsprechung ist auf alle im Zeitpunkt der Praxisänderung noch nicht erledigten Fälle anzuwenden (Urteil des Bundesgerichts 9C_580/2017 vom 16. Januar 2018 E. 3.1 mit Hinweisen).
3
.
3
.1
Die Beschwerdegegnerin ging in der angefochtenen Verfügung (Urk. 2) davon aus,
der Beginn der einjährigen Wartezeit sei der 17. Dezember 201
0.
Ein Renten
anspruch könne aber erst nach Abschluss der beruflichen Massnahmen - welche vorliegend vom 19. März 2012 bis 18. September 2012 gedauert hätten
–
ent
stehen. D
em Beschwerdeführer sei ab September 2012 eine kö
r
perlich leichte, vorwiegend sitzende Tätigkeit ohne stereotype und monotone Belastungen der Hände zu 60 % zumutbar.
Seit Anfang 2014 sei noch eine angepasste Arbeits
tätigkeit zu 50 % zumutbar. Aufgrund des
zugrunde gelegten
Validen- und Invalideneinkommens resultiere damit ab September 2012 ein Invaliditätsgrad von 45 % und ab April 2014 ein solcher von 56 % (Begründungsteil S. 2).
3
.2
Demgegenüber stellte sich der Beschwerdeführer auf den Standpunkt (Urk. 1)
, die durchgeführten medizinischen Abklärungen
,
und insbesondere das
Medas
-Gutachten
,
sei
en
mang
elhaft. Weiter beanstandete er sowohl das herangezogene Validen- wie auch das Invalideneinkommen und den Zeitpunkt des Renten
be
ginns
(S.
6 ff. Ziff. 14 ff.).
Der Beginn des Rentenanspruches sei auf den 1. Dezember 2011 festzulegen (Urk. 9 S. 5 Ziff. 13).
3.3
Streitig und zu prüfen sind das Ausmass der Arbeitsfähigkeit in angepasster Tätigkeit sowie Rentenbeginn und -höhe.
4.
4.1
Am 20. Januar 2014 erstatteten Prof.
Dr.
Z._
und
Dr.
A._
ihre
bidi
s
zi
plinäre
Beurteilung, basierend auf dem psychiatrischen
G
utachten vom 23. Deze
m
ber 2013
(
Urk.
7/98
) und dem rheumatologischen
Gutachten vom 20. Januar 2014
(
Urk. 7/99
/1-62
).
Aus psychiatrischer Sicht
seien
keine Diag
no
sen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
vorhanden
. Aus rheumato
logi
scher Sicht würden Knieschmerzen rechts sowie eine
seronegative
Spondylarthropathie
(im Sinne eines SAPHO-Syndroms) die Arbeitsfähigkeit einschränken. Die ange
stammte Tätigkeit als Metallschleifer sei dem Beschwerdeführer deswegen seit Dezember 2010 nicht mehr zumutbar. In einer angepassten leichten bis mittel
schweren, vorwiegend sitzenden Tätigkeit ohne grobmotorische Beanspruchung der Hände, ohne grosse Temperaturschwankungen und ohne Kälte- oder Nässe-Exposition sei
er hingegen zu 100 % arbeitsfähig (Urk. 7/100/1).
4.2
Mit Stellungnahme vom 19. Mai 2014 hielt der RAD
fest,
im April 2014 sei ein Knieprothesenwechsel rechts (vgl. Operationsbericht
der
Klink
C._
vom 1. April 2014, Urk. 7/117/1-3
; vgl. auch Bericht
Klinik
C._
vom 7. Novem
ber 2013, Urk. 7/114/1-2
) vorgenommen worden. E
s liege ein
instabiler Gesund
heits
zustand
vor
, weshalb der weitere Verlauf abzuwarten sei
(Urk. 7/143/2-3)
.
4.3
Mit Bericht vom
1
2.
November 2014
(Urk. 7/118/1-5) hielt
Dr.
med.
D._
, Facharzt für Rheumatologie sowie Allgemeine Innere Medizin,
folgende
Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit fest (Ziff. 1
.1
):
-
Gonarthrose rechts
-
sero
negative
Spond
yl
arthropathie
-
chronisches lumbospon
d
ylogenes Syndrom
bei degenerativer Lenden
wirbel
säulen (LWS)-Veränderung
-
Adipositas III
-
chronische Depression
Der Beschwerdeführer sei aufgrund der verminderten Belastbarkeit der LWS und des Kniegelenks rechts sowie auch psychisch in seiner zumutbaren Arbeits
fähigkeit eingeschränkt. In der bisherigen Tätigkeit als Metallschleifer
sowie jeder anderen Tätigkeit
liege eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit vor
(Ziff. 1.6 f.).
4.4
Seitens der
Klinik
C._
berichtete
Dr.
med.
E._
, Facharzt für ortho
pädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, mit Bericht vom 26.
November 2014
(Urk. 7/120) über einen in
zwischen stationären Gesundheits
zustand (Ziff. 1.1). Der Beschwerdeführer leide noch an Restbeschwerden nach dem Prothesenwechsel vom 1. April 2014 sowie an einem SAPHO-Syndrom (Ziff. 1.2). Es bestehe eine schmerzhafte Mobilisation sowie eine Schwellungs
neigung (Ziff. 1.3).
Dr.
E._
hielt fest, die Knieschmerzen würden wahrscheinlich nie komplett verschwinden (Ziff. 3.3). Seine bisherige Tätigkeit sei dem Beschwer
deführer nicht mehr zumutbar. In einer angepassten
,
im S
tehen
und S
itzen
wechselnder Tätigkeit ohne Tragen von Lasten und ohne Drehbewegungen sei der Beschwerdeführer
zu 50 % arbeitsfähig (Ziff. 2.1).
4.5
Aufgrund der eingegangenen Arztberichte führte der
RAD
mit Stellungnahmen vom 28. Januar 2015 sowie 4. März 2015 aus, es sei eine polydisziplinäre
Ver
laufs
begutachtung angezeigt (
Urk. 7/143/4-6).
4.6
Im polydisziplinären Gutachten vom 7. Oktober 2015 der Ärzte der
Medas
B._
(Urk. 7/139/1-27) wurden folgende Diagnosen mit wesentlicher Einschränkung der zumutbaren Arbeitsfähigkeit gestellt (S. 25 Ziff. 4.1):
-
seronegative
Spondylarthropathie
seit 2010 (SAPHO-Syndrom, anamnestisch) mit
-
ISG-Arthritis rechts
-
Regredienz unter Basistherapie bei Zeichen der
Rekortikalisation
-
lumbospondylogenes Syndrom rechts bei entzündlicher Beteiligung des Ligamentum
interspinosum
, der Randleisten L4/5 und L5/S1 sowie bei
erosiver
Osteochondrose
L4/5
-
Kniegelenkserguss rechts bei Status nach Totalprothesen (TP)-Wechsel (1. April 2014) wegen multidirektionaler Knie-TP-Instabilität
-
Status nach Implantation einer Knie-TP rechts wegen
trikomparti
men
tärer
Destruktion bei Gonarthrose (März 2013) mit leichter medialer Aufklappbarkeit
-
Gonarthrose links sowie Coxarthrose beidseits
-
depressive Episoden, Ausprägungsgrad und Intensität
entsprechend
einer mittelgradigen dep
ressiven Episode (ICD-10 F32.1)
-
iatrogen induzierte
Opioidabhängigkeit
(ICD-10 F11.15)
-
chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren (ICD-10 F45.41)
Die Gutachter führten in der zusammenfassenden Beurteilung aus, der Beschwer
deführer sei aufgrund der genannten Diagnosen und den damit zusammen
hän
genden Beeinträchtigungen in seiner angestammten Tätigkeit als Metall
schleifer
/
Polierer
zu 100 % arbeitsunfähig aufgrund der verminderten Belastbarkeit des Bewegungsapparates (Wirbelsäule, grosse und kleine Gelenke). Die 100%ige Arbeits
unfähigkeit in angestammter Tätigkeit sei aufgrund der ihnen vorgele
genen Akten, anamnestischer Angaben sowie erhobener Befunde in Überein
stim
mung mit dem rheumatologischen Gutachten von
Dr.
A._
auf Dezem
ber 2010 zurückzudatieren (S. 24 unten).
In einer angepassten, körperlich leichteren manuellen, vorwiegend in sitzender Position auszuübenden Tätigkeit, ohne stereotype und monotone Belastungen der Hände sei eine 50%ige Arbeitsfähigkeit zumutbar. Limit
i
erend würden sich dies
bezüglich die psychopathologischen Befunde mit konsekutiv verminderte
r psy
chi
scher Belastbarkeit erw
e
i
sen
(S. 25 Ziff. 5.2). Die psychiatrisch zu begründende 50%ige Arbeitsunfähigkeit in angepasster Tätigkeit bestehe seit Anfang 2014; zuvor sei diesbezüglich ab dem Zeitpunkt der
Magenbypassoperation
(Januar 2011) eine 40%ige Arbeitsunfähigkeit vorgelegen. Die aktuelle gutachterliche Ein
schätzung gehe davon aus, dass im psychiatrischen Vorgutachten vom Dezember 2013 bei der Krankheitsentwicklung wenig beziehungsweise nicht berücksichtigt worden sei, dass der Beschwerdeführer zehn Jahre lang unter Schmerzen bei bekannter rheumatischer Grunderkrankung erwerbstätig gewesen sei
, sowie dass sich nach der
Magenbypassoperation
eine psycho-
somato
-vege
tative Dekompensation entwickelt habe (S. 24 unten; vgl. auch S. 26 Ziff. 5.4).
4.7
Mit Bericht vom 25. Mai 2016 (Urk. 7/160/1-3) hielt
Dr.
D._
eine deutliche Verschlechterung der Befunde am Bewegungsapparat (teils entzündlich-rheuma
tisch, teils degenerativ bedingt) fest. Daneben bestehe ein Dumping-Syndrom sowie eine Zunahme der Depression (Ziff. 1.1+1.3). Eine Arbeitstätigkeit sei dem Beschwerdeführer nach wie vor nicht zumutbar (Ziff. 2.1).
4.8
Dem Bericht vom 28. Mai 2016 (Urk. 7/161)
von
Dr.
med.
F._
, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie,
bei welcher der Beschwerdeführer seit September 2012 «nach Bedarf» in Behandlung steht (Ziff. 3.1),
ist als Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine
rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig schwere Episode ohne psychotische Symptome (ICD-10 F33.2), zu entnehmen (Ziff. 1.2).
Im Vord
ergrund des psychischen Zustand
s stehe nach wie vor die depressive Symptomatik mit Antriebs-, Kraft- und Lustlosigkeit, bedrück
ter Stimmung, Verzweiflung und grosser Enttäuschung wegen nicht gelungener Knieoperation. Der Beschwerdeführer habe eine recht ausgeprägte Konzentra
tions
störung. Auffällig sei die Vergesslichkeit, welche in letzter Zeit zugenommen
habe (Ziff. 1.3).
Dr.
F._
attestierte dem Beschwerdeführer in der bisherigen sowie jeder angepassten Tätigkeit eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit (Ziff. 2.1).
4.9
Dr.
med.
G._
, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin,
hielt in seinem Bericht vom
11. Juli 2016 (Urk. 7/163/1-5)
die
bisher bereits genannten Diag
no
sen
fest (vgl. Ziff. 1.1). Beim Beschwerdeführer würden die rheumatologisch-ortho
pädischen Probleme mit chronischen Rücken-/Knieschmerzen, Ischialgien,
Arthralgien, Depression, Müdigkeit, Schwäche, Dumpings, neu Kreislaufstö
rungen
und
pectangiöse
Beschwerden unklarer Ursache im Vordergrund stehen (Ziff.
1.4).
Die bisherige Tätigkeit sei dem Beschwerdeführer seit Dezember 2010 nicht mehr zumutbar (Ziff. 1.6).
4.10
Am 15. März 2017 erstatteten die
Medas
-Gutachter ein Verlaufsgutachten (Urk. 7/181/3-31). Anlässlich der erneuten Abklärungsuntersuchung habe der Beschwerdeführer vor allem über «rheumatische Beschwerden» geklagt, alle Ge
lenke seien entzündet, vor allem Schmerzen im Rücken, im Bereich der Beine, der Knie sowie der rechten Schulter. Er könne nicht lange sitzen, nicht weit gehen und auch Liegen sei nicht gut. Schlafen sei ebenso nicht gut, er habe Probleme mit der Atemmaske. Im Weiteren habe er psychische Probleme, dies sei auch ein Hauptproblem. Er sei immer nervös, vergesse viele Sachen, ertrage keinen Lärm und auch nicht viele Leute, alles störe, er habe keine Motivation, «Leben ohne Lust». Im Vergleich zur letzten Untersuchung bei der
Medas
(Juni 2015) gehe es ihm wesentlich schlechter, er habe vermehrte Rückenprobleme, neu auch «Herz- und Lungenprobleme»; einzig das rechte Knie sei in etwa unverändert - dieses schmerze unverändert, sei geschwollen. Er habe Wasser im Knie (S. 26 Mitte).
Bezüglich geklagter «rheumatischer Probleme» stehe gemäss aktueller fachärzt
licher rheumatologischer Einschätzung unverändert zur Vorbegutachtung wohl weiterhin das operierte Knie rechts im Vordergrund. Bezüglich
seronegativer
Spondylarthropathie
sei unter wirksamer Basistherapie mit
Humira
ein stationärer Verlauf festzustellen. Als neu objektivierbare Befunde seien insbesondere eine progrediente, intra- und
extraforaminale
Diskushernie bilateral bei L2/3 mit
spondy
logener
Ausstrahlung sowie eine partiell
ankylosierende
Periarthropathie
der rechten Schulter und ein Status nach Arthritis
urica
vom Juni 2016 her
vor
zuheben. Aufgrund der nun zusätzlich verminderten Belastbarkeit im Sitzen (neu aufgetretene
lumbale
Diskushernie
) sowie der funktionellen Einschränkungen des rechten Schultergelenkes (neu aufgetretene partiell
ankylosierende
Periarthro
pathie
) sei der Beschwerdeführer neu lediglich noch zu 50 % - statt
zuvor 100 % aus rheumatologischer Sicht
(vgl. Urk. 7/139/36 Ziff. 6.2)
- arbeitsfähig in leidensangepasster Tätigkeit.
Die aktuell zusätzlich geforderte neurologische Beurteilung habe keine Affektion ergeben, die eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit hätte begründen lassen. Ins
besondere sei diesbezüglich ein mögliches radikuläres L2-Syndrom nicht fassbar gewesen. Viel eher hätte die schwere Osteochondrose L2/3 beim Beschwerdebild von Bedeutung sein dürfen (
lumbospondylogenes
Syndrom, vom rheumato
logi
schen Gutachter zu beurteilen). Die episodischen, nicht sicher klassifizierbaren Kopfschmerzen würden, wie auch die mögliche leichte Polyneuropathie (Diabetes mellitus Typ 2), die Arbeits
fähigkeit nicht wesentlich ein
schränken (S. 26 unten).
Aus internistischer Sicht
bestehe für den
Beschwerdeführer aktuell für angepasste Tätigkeiten ohne Bedienung gefährlicher Maschinen, ohne Sturzgefahr sowie
ohne berufsmässiges Autofahren
keine längerdauernde Einschränkung der Arbeit
s
fähigkeit. Bezüglich de
s
zwischenzeitlich neu diagnostizierte
n
Schlafapnoesyn
drom
s
sei eine Minderung der Tagesmüdigkeit im Rahmen der vor wenigen Wochen installierten Maskenatmung zu erwarten. Betreffend Dumpingsyndrom (anamnestisch ein- bis zweimal monatlich) seien die erwähnten Einschränkungen zu beachten.
Hinsichtlich des
morgendlichen Druck
s
und Spannen
s
über der Brust habe bisher
k
eine kardiale Ursache objektiviert werden können (S. 26 f.).
Aus psychiatrischer Sicht sei im Vergleich zur Vorbeurteilung ein unveränderter Gesundheitszustand festzustellen. Somit gelte die 50%ige Arbeitsfähigkeit in angepasster Tätigkeit unverändert weiterhin (S. 27 oben).
Aus gesamtgutachterlicher Sicht wurden folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit gestellt (S. 27 Ziff. 4.1):
-
seronegative
Spondylarthropathie
mit bilateraler, persistierender
Iliosa
kral
gelenksarthritis
und
Regredienz
der entzündlichen Beteiligung des Ligamentums
interspinosum
und der Randleisten unter
Remicade
basis
therapie
-
lumbospondylogenes Syndrom rechts bei grosser, intra- und
extra
fora
minaler
Diskushernie L2/3 und dringender Verdacht auf
Spondylolyse
L2 ohne
Listhesis
-
chronischer Kniegelenkserguss rechts bei Status nach TP-Wechsel mit konsekutiver
Quadrizepshypotrophie
, Gonarthrose auch links
-
Coxarthrose
-
Periarthropathia
humeroscapularis
partim
ancylosans
rechts
-
chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren (ICD-10 F45.41)
-
chronifizierte depressive Entwicklung, Ausprägungsgrad und Intensität einer mittelgradigen depressiven Episode entsprechend (ICD-10 F32.1)
Zusammenfassend sei eine wesentliche Verschlechterung des somatischen Ge
sund
heitszustandes im Vergleich zur letzten polydisziplinären Begutachtung vom Juni 2015 aufgrund der neu erhobenen rheumatologischen Befunde mit konse
kutiver Minderbelastbarkeit des Achsenorganes sowie der rechten Schulter aus
gewiesen. Die daraus resultierende 50%ige Arbeitsunfähigkeit in angepasster Tätigkeit gelte ab 19. Oktober 2015 (MRI LWS
; vgl. Urk. 7/160/6
), wirke sich jedoch bei vorbestehender psychiatrisch zu begründender 40%iger Arbeitsun
fähigkeit ab Januar 2011 und 50%iger Arbeitsunfähigkeit ab Januar 2014 (vgl.
Medas
-Vorgutachten vom 7. Oktober 2015
, vorstehend
E. 4.
6
)
nicht als neu limitierender Faktor aus (S. 27 oben).
Das Belastungsprofil der angepassten Tätigkeit definierten die Gutachter folgen
dermassen (S. 28 Ziff. 5.2): Körperlich leichte, manuelle Tätigkeit im Sitzen, sofern die Prinzipien des Gelenkschutzes eingehalten würden, das heisse keine ausgesprochenen stereotypen, monotonen Handhabungen, kein kraftaufwändiger Faustschluss sowie ergonomischer Sitz mit höhenverstellbarer, leicht nach vorne abfallender Sitzfläche und stützender Pelotte für die LWS.
Die angestammte Tätigkeit sei dem Beschwerdeführer unverändert zum Vorgut
achten bleibend nicht mehr zumutbar (Ziff. 5.1).
5.
5.1
Aufgrund der medizinischen Aktenlage ist ausgewiesen, dass der Beschwerde
führer seit Dezember 2010 in seiner bisherigen Tätigkeit als Metall
schleifer/
Polierer
zu 100% arbeitsunfähig ist (vorstehend E. 4). Dies wurde von der Be
schwerdegegnerin bestätigt
, indem sie den
Beginn der einjährigen Wartezeit auf den 17. Dezember 2010 datiert
e
(vorstehend E. 3.1).
5.2
Das
Medas
-Gutachten (vorstehend E. 4.10) beruht auf für die strittigen Belange umfassenden Untersuchungen und berücksichtigt die vom Beschwerdeführer ge
klagten Beschwerden in angemessener Weise. Sodann wurde es in Kenntnis der und in Auseinandersetzung mit den Vorakten - insbesondere auch den Vorgut
achten
(vgl. insbesondere auch Urk. 7/158-159)
- erstattet und trägt der kon
kreten medizinischen Situation Rechnung.
Das Gutachten leuchtet in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge ein
und die vorgenommenen Schlussfolgerungen zu Gesundheitszustand und Arbeits
fähigkeit werden ausführlich begründet. Es ist für die Beantwortung der Fragen umfassend und erfüllt die praxisgemässen Kriterien (vgl. vorstehend
E. 2
.5)
voll
umfänglich, so dass für die Entscheidfindung darauf abgestellt werden kann.
Die psychiatrische Beurteilung
ist überdies eingebettet in Angaben zu de
n einzelnen
Standardindikatoren
(vgl. Urk. 7/181/56-58)
. Somit sind d
ie Gutachter bei der Beantwortung der Frage, wie sie das Leistungsvermögen einschätzen, den ein
schlägigen Indikatoren gefolgt, sie haben ausschliesslich funktionelle Ausfälle berücksichtigt, welche Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung sind, und ihre versicherungsmedizinische Zumutbarkeitsbeurteilung ist auf objektivierter Grundlage erfolgt (
vgl.
vorstehend E. 2.6
)
.
5.3
Der Beschwerdeführer bemängelte, die Schulterpathologie habe sich im Septem
ber 2017 weiter verschlechtert (Urk. 9 S. 4 Ziff. 8).
Die rheumatologische wie auch interdi
s
ziplinär-
konsensuale
Einschätzung der
Medas
-Gutachter sei «unhaltbar, weil zu optimistisch», was die neu aufgetretene Schulterverletzung, welche sich bei einfa
chsten Alltagsarbeiten ereignet habe
, anschaulich belege (Ziff. 9). Aus denselben Überlegungen sei auch die Einschätzung zu kritisieren, wonach nicht einmal die seit der Erstbegutachtung neu aufgetretene grosse Diskushernie L2/3 irgendeinen Einfluss auf den Gesamt-Resterwerbsfähigkeitsgrad haben solle
(Ziff. 10). Eine Diskussion über die Wechselwirkungen der anspruchsrelevanten Diagnosen sei unterblieben (Ziff. 11)
.
Dem ist zu entgegnen, dass sich das vom Beschwerdeführer genannte Ereignis bezüglich der rechten Schulter im September 2017 und damit
nach Verfü
gungs
erlass,
w
elcher zeitliche Grenze der richterlichen Überprüfungsbefugnis bildet (vgl.
BGE 131 V 9 E.
1)
, ereignete
.
Allerdings wurde die bereits im Gutach
tens
zeitpunkt
bestehende Schulterproblematik von den Gutachtern erkannt und in
deren
Beurteilung miteinbezogen. Zudem wurde die genannte Diskushernie von den Gutachtern als neuer objektivierbarer Befund aufgeführt und eine deswegen verminderte Belastbarkeit im Sitzen erkannt. Aufgrund der seit der ersten
Medas
-
Begutachtung erfolgten somatischen Verschlechterung (Schulterproblematik rechts
sowie Diskushernie L2/3) attestierte der rheumatologische Gutachter eine im Ver
gleich zur Voruntersuchung 50%ige Einschränkung der Arbeitsfähigkeit in ange
passter Tätigkeit seit
dem 1
9.
Oktober 201
5.
Im Rahmen der
konsensualen
Schluss
besprechung aller beteiligten Fachärzte (vgl. Urk. 7/181/27 Mitte)
führten die Gutachter aus, diese 50%ige Arbeitsunfähigkeit aus somatischer Sicht wirke sich bei bereits vorbestehender psychiatrisch begründeter 50%iger Arbeitsun
fähigkeit ab Januar 2014 nicht als neu limitierender Faktor aus (vgl. vorstehend E. 4.10).
Demnach
berücksichtigten die
Medas
-Gutachter entgegen den Ausfüh
rungen des Beschwerdeführers die Wechselwirkungen der anspruchsrelevanten Diagnosen.
Im Übrigen ist die aus somatischer Sicht attestierte Arbeitsunfähigkeit mit der Beurteilung der Ärzte der
Klinik
C._
, welche insbesondere die zumutbare Arbeitsfähigkeit aufgrund der Kniegelenksproblematik vornahmen, vereinbar (vorstehend E. 4.4)
5.4
Soweit dem Beschwerdeführer von seiner behandelnden Psychiaterin
Dr.
F._
aufgrund einer rezidivierenden depressiven Störung, gegenw
ä
rtig schwere Episode,
eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit für sämtliche Tätigkeiten attestiert wurde
(vorstehend E. 4.8)
, legte der psychiatrische
Medas
-Gutachter dar, dass für diese Diagnosestellung eine Plausibilis
i
erung (veränderte Tagesaktivität, veränderte Beziehungs- und Bezugsfähigkeit) fehle.
Zudem müsste bei Z
utreffen der Beurteilung der behandelnden Psychiaterin davon ausgegangen werden, dass der Beschwerdeführer unter anderem nicht mehr fahrtauglich sei. Dies sei bis zum Begutachtungszeitpunkt nicht der Fall (Urk. 7/181/54-55).
Weiter
ist darauf hinzuweisen, dass aus somatischer Sicht auch
die
behandelnde
n
Ärzte
Dr.
D._
(vorstehend E. 4.3 sowie E. 4.7)
und
Dr.
G._
(vorstehend E. 4.9)
keine objektiv fassbaren Aspekte namhaft machte
n
, welche
den
Medas
-Gutachtern
entgangen w
ä
ren oder mit denen
diese
sich nicht befasst h
ä
tte
n
. Im Übrigen erklärt sich der abweichende Standpunkt wohl auch mit dem Unterschied
zwischen medizinischem Behandlungs- und Abklärungsauftrag. Die von Dr.
D._
attestierte Arbeitsunfähigkeit ist auch aufgrund der Erfahrungs
tatsache zu relativieren, dass Hausärztinnen und Hausärzte wie überhaupt behan
delnde Arztpersonen beziehungsweise Therapiekräfte mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patientinnen und Patienten aussagen (BGE 135 V 465 E. 4.5, 125 V 351 E. 3b/cc). Nach dem Gesagten nannte
n
weder
Dr.
D._
noch
Dr.
G._
oder
Dr.
F._
objektiv feststellbare
Gesichtspunkte, welche Zweifel am Gutach
ten
begründen würden.
5.5
Zusammenfassend
kann auf das
Medas
-Gutachten vom 15. März 2017 abgestellt werden. Demnach ist dem Beschwerdeführer die bisherige Tätigkeit ab Dezember 2010 nicht mehr zumutbar. Eine leidensangepasste (zum Belastungsprofil vgl. vorstehend E. 4.10) Tätigkeit ist dem Beschwerdeführer ab 1. Januar 2011 zu 60 % und ab 1. Januar 2014 noch zu 50 % zumutbar.
6.
6.1
Es bleiben die erwerblichen Auswirkungen der zumutbaren Restarbeitsfähigkeit zu prüfen.
6.2
Der Rentenanspruch entsteht gemäss Art. 29 IVG frühestens nach Ablauf von sechs Monaten nach Geltendmachung des Leistungsanspruchs nach Artikel 29 Abs. 1 ATSG, jedoch frühestens im Monat, der auf die Vollendung des 18. Alters
jahres folgt (Abs. 1). Der Anspruch entsteht nicht, solange die versicherte Person
ein Taggeld nach Art. 22 IVG beanspruchen kann (Abs. 2). Die Rente wird vom Beginn des Monats an ausbezahlt, in dem der Rentenanspruch entsteht (Abs. 3).
6.3
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie
nicht in
valid geworden wäre (sog. Valideneinkommen). Der Einkommens
ver
gleich
hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbs
einkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegen
übergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditäts
grad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
6.4
Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist für die Ermittlung des
Validen
ein
kommens
entscheidend, was die versicherte Person im Zeitpunkt des frühest
möglichen Rentenbeginns nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrschein
lichkeit als Gesunde tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung ange
passten Verdienst angeknüpft, da es empirischer Erfahrung entspricht, dass die bisherige Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden fortgesetzt worden wäre. Aus
nahmen müssen mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt sein (BGE 139 V 28 E. 3.3.2; 135 V 58 E. 3.1; 134 V 322 E. 4.1 mit Hinweis).
Ist
mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass die versicherte Person die bisherige Tätigkeit unabhängig vom Eintritt der Invalidität nicht mehr ausgeübt hätte, kann das Valideneinkommen auf Grundlage der vom Bundesamt für Statistik herausgegebenen Schweizerischen Lohnstrukturerhebung (LSE) berechnet werden, wobei die für die
Entlöhnung
im Einzelfall gegebenenfalls rele
vanten persönlichen und beruflichen Faktoren zu berücksichtigen sind (BGE 139 V 28 E. 3.3.2; 128 V 29 E. 4e; Urteil des Bundesgerichts 9C_887/2015 vom 12. April 2016 E. 4.2). Dabei sind grundsätzlich die im Verfügungszeitpunkt aktuellsten veröffentlichten Tabellen der LSE zu verwenden (BGE 143 V 295 E. 4.1.3).
6.5
Für die Bestimmung des Invalideneinkommens können nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für Statistik periodisch herausge
gebenen LSE herangezogen werden (BGE 139 V 592 E. 2.3, 135 V 297 E. 5.2, 129 V 472 E. 4.2.1, 126 V 75 E. 3b). Der Griff zur Lohnstatistik ist subsidiär, das heisst
deren Beizug erfolgt nur, wenn eine Ermittlung des Invalideneinkommens auf
grund und nach Massgabe der konkreten Gegebenheiten des Einzelfalles nicht möglich ist (vgl. BGE 142 V 178 E. 2.5.7, 139 V 592 E. 2.3, 135 V 297 E. 5.2; vgl. auch Meyer/
Reichmuth
,
Bundesgesetz über die Invalidenversicherung,
3.
Auflage 2014,
Rn
55 und 89 zu Art. 28a, mit weiteren Hin
weisen auf die Rechtsprechung).
6.6
Wird das Invalideneinkommen auf der Grundlage von statistischen Durch
schni
tts
werten ermittelt, ist der entsprechende Ausgangswert (Tabellenlohn) allenfalls zu kürzen. Damit soll der Tatsache Rechnung getragen werden, dass persönliche und berufliche Merkmale, wie Art und Ausmass der Behinderung, Lebensalter, Dienst
jahre, Nationalität oder Aufenthaltskategorie und Beschäftigungsgrad Auswir
kungen auf die Lohnhöhe haben können (BGE 124 V 321 E. 3b/
aa
). Aufgrund dieser Faktoren kann die versicherte Person die verbliebene Arbeitsfähigkeit auch auf einem ausgeglichenen Arbeitsmarkt möglicherweise nur mit unterdurch
schnitt
lichem erwerblichem Erfolg verwerten (BGE 126 V 75 E. 5b/
aa
). Der Abzug soll aber nicht automatisch erfolgen. Er ist unter Würdigung der Umstände im Einzelfall nach pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu schätzen und darf 25
%
nicht übersteigen (BGE 135 V 297 E. 5.2; 134 V 322 E. 5.2 und 126 V 75 E. 5b/
bb
-cc). Die Rechtsprechung gewährt insbesondere dann einen Abzug auf dem Inva
li
deneinkommen, wenn eine versicherte Person selbst im Rahmen körperlich leichter Hilfsarbeitertätigkeit in ihrer Leistungsfähigkeit eingeschränkt ist (BGE 126 V 75 E. 5a/
bb
). Zu beachten ist jedoch, dass allfällige bereits in der Beur
teilung der medizinischen Arbeitsfähigkeit enthaltene gesundheitliche Einschrän
kungen nicht zusätzlich in die Bemessung des leidensbedingten Abzugs ein
fliessen und so zu einer doppelten Anrechnung desselben Gesichtspunkts führen dürfen (Urteil 9C_846/2014 vom 22. Januar 2015 E. 4.1.1 mit Hinweisen; vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_805/2016 vom 22. März 2017 E. 3.1).
Nach ständiger Rechtsprechung darf das (kantonale) Sozialversicherungsgericht sein Ermessen, wenn es um die Beurteilung des Tabellenlohnabzuges gemäss BGE 126 V 75 geht, nicht ohne triftigen Grund an die Stelle desjenigen der Verwaltung setzen; es muss
sich
auf Gegebenheiten abstützen können, welche seine abwei
chende Ermessensausübung als naheliegender erscheinen lassen (BGE 137 V 71 E. 5.2 und 126 V 75 E. 6). Wurde bei der Festsetzung der Höhe des Abzugs vom Tabellenlohn ein Merkmal oder ein bestimmter Aspekt eines Merkmals zu Unrecht nicht berücksichtigt oder zu Unrecht berücksichtigt, hat die Beschwerdeinstanz den Abzug gesamthaft neu zu schätzen (vgl. Urteile des Bundesgerichtes
8C_113/2015 vom 26. Mai 2015 E. 3.2 und
8C_808/2013 vom 14. Februa
r 2014 E. 7.1.1 mit Hinweisen).
6.7
Für den Einkommensvergleich sind die Verhältnisse im Zeitpunkt des (hypothe
tischen) Beginns des Rentenanspruchs massgebend, wobei Validen- und Invali
den
einkommen auf zeitidentischer Grundlage zu erheben und allfällige renten
wirksame Änderungen der Vergleichseinkommen bis zum Verfügungserlass zu berücksichtigen sind (BGE 143 V 295 E. 4.1.3, 129 V 222 E. 4.1 und E. 4.2, 128 V 174).
6.8
Entgegen der Vorgehensweise der Beschwerdegegnerin ist der Beginn des Renten
anspruches
nicht erst auf den 1. September 2012, sondern bereits
auf den
1. Dezem
ber 2011 festzulegen. Denn bereits i
n diesem Zeitpunkt war
en
sowohl
das Wartejahr
wie auch
die sechsmonatige Karenzzeit seit Geltendmachung des Leistungsanspruches gemäss Art. 29 Abs. 1 IVG abgelaufen (vorstehend E. 2.2 f.).
Der Taggeldanspruch des Beschwerdeführers während der Zeit vom 19. März 20
12 bis 18. September 2012 führt zwar zu einer Unterbrechung des Rentenan
spruches, nicht j
edoch zu einer Aufschiebung des Rentenbeginns (vgl.
Meyer
/
Reichmuth
, Bundesgesetz über die Invalidenversicherung, 3. Auflage 2014,
Rn
11 f.
zu Art. 29).
Massgebend sind somit die Verhältnisse des Jahres 2011 (vgl. vorstehend E. 6.7).
6.9
6.9.1
Die Beschwerdegegnerin zog als Valideneinkommen den Tabellenlohn der LSE 2012 für in der Metallbearbeitung tätige Männer heran (Urk. 2 Abklärungs
ergeb
nis S. 1 oben). Demgegenüber stellte sich der Beschwerdeführer auf den Stand
punkt, es sei das zuletzt erzielte Erwerbseinkommen bei der Firma
Y._
heranzuziehen, da ihm diese Anstellung entgegen der standardmässigen Form
u
lie
rung im Arbeitszeugnis vom 31. August 2010 nicht rein aus wirtschaftlichen Gründen gekündigt worden sei, sondern weil er gesundheitlich angeschlagen und arbeitsunfähig gewesen sei (Urk. 1 S. 7 Ziff. 15 ff.).
Nach Angaben des Beschwerdeführers gegenüber der Beschwerdegegnerin sei ihm die Anstellung bei der Firma
Y._
aufgrund von Handproblemen und deswegen nicht mehr erbrachter Arbeitsleistung gekündigt worden
. Er habe sich im Anschluss bei der Arbeitslosenversicherung angemeldet «bis er 100 % arbeitsunfähig war»
(
Ressourcengespräch vom 16. Juni 2011,
Urk. 7/8
/1 Ziff. 1). Diese Angaben des Beschwerdeführers stehen einerseits den Ausführungen des besagten Arbeitgebers entgegen, welcher
das
Arbeitverhältnis
wegen Arbeits
mangel (vgl. Urk. 7/14/1 Ziff. 2.2) und damit aus wirtschaftlichen Gründen (vgl. Urk. 7/31/2) habe kündigen müssen. Andererseits
steht die Behauptung, er habe die Anstellung bei der Firma
Y._
vorwiegend aus gesundheitlichen Gründen verloren, im Widerspruch zu den weiteren Angaben des Beschwerde
führers, dass er vom 1. September 2010 bis 12. November 2010 als arbeitslos ge
meldet gewesen sei und er danach wiederum eine temporäre Stelle als Metall
schleifer bei
der
H._
AG angetreten habe (Verlaufsprotokoll Eingliede
rungs
beratung vom 21. Februar 2012, Urk. 7/40/3-4 Ziff. 1 f.).
Es ist daher nicht zu beanstanden, dass die Beschwerdegegnerin das
Validenein
kommen
gestützt auf die LSE berechnete. Allerdings sind die Tabellenlöhne der LSE 2010 heranzuziehen (vgl.
vorstehend E.
6.4+6.7).
6.9.2
Gemäss Tabelle TA1 erzielten Männer mit Berufs- und Fachkenntnissen im Bereich
Metallerzeugung und -bearbeitung
ein monatliches Einkommen von Fr
6
‘0
00
.--
(LSE 2010, Tabelle TA 1,
Ziff.
24
, Männer Niveau 3). Unter Berück
sichtigung der durchschnittlichen branchenüblichen wöchentlichen Arbeitszeit
im Jahre 2010 von 41.4 Stunden (vgl. www.bfs.admin.ch, Tabelle T03.02.03
.01.04.01,
betriebsübliche Arbeitszeit nach Wirtschaftsabteilungen, Ziff. 24-25
) resultiert für das Jahr 2010 ein Valideneinkom
men von rund Fr. 74‘520.-- (Fr. 6
‘
000
.-- x
12 Monate ÷ 40 Stunden x 41.4
Stunden).
Unter Berücksichtigung der Nominallohnerhöhung
für Männer
im Jahr 2011
von 0.9 %
(vgl. www.bfs.admin.ch, Tabelle T1.1.10 Nominallohnindex Männer 2011-2016, Ziffer
10-33 Verarbeitendes Gewerbe/Herstellung von Waren
)
ergibt dies
für das Jahr 201
1 ein
massgebendes Valideneinkomm
en von rund Fr. 75’191.-- (Fr. 74
‘
520
.-- x 1.0
09
)
.
6.10
Als
Invalideneinkommen
ist der Totalwert für Männer im Anforderungsniveau 4 heranzuziehen, worin sich beide Parteien einig sind (Urk. 1 S. 8 Ziff. 19; Urk. 2 Abklärungsergebnis S. 1 Mitte). Gemäss Tabelle TA1 ist dementsprechend von einem monatlichen Einkommen von Fr. 4'901.-- auszugehen (LSE 2010, Tabelle TA 1). Unter Berücksichtigung der branchenüblichen wöchentlichen Arbeitszeit im Jahr 2010 von 41.6 Stunden
(vgl. www.bfs.admin.ch, Tabelle T03.02.03.01.04.01,
betriebsübliche Arbeitszeit nach Wirtschaftsabteilungen, Ziff. 1-96 Total
)
resultiert für das Jahr 2010 ein Invalideneinkommen von rund Fr.
61’165
.-- (Fr. 4'901.-- x 12 Monate ÷ 40 Stunden x 41.6
Stunden
). Unter Berücksichtigung
des zumutbaren 60
%
-Pensums sowie
der Nominallohner
höh
ung für Männer im Jahr 2011 von 1.0 %
(vgl. www.bfs.admin.ch, Tabelle T1.1.10 Nominallohnindex Männer 2011-2016, Ziffer
5-96 Total
) ergibt dies für das Jahr 2011 ein massgebendes Valideneinkomm
en von rund Fr.
37'066
.-- (Fr.
61’165
.--
x 0.6
x 1.0
1)
.
6.11
Ab Januar 2014
verschlechterte sich der Gesundheitszustand und dem
Be
schwer
deführer
ist
eine leidensangepasste Tätigkeit nur noch zu 50 % zumutbar.
Unter Berücksichtigung der Nominallohnentwicklung
von
0.9
% (2011), 0.
6
% (2012), 0.8 % (2013) und
1.1
% (2014;
vgl. www.bfs.admin.ch, Tabelle T1.1.10 Nominallohnindex Männer 2011-2016, Ziffer 10-33 Verarbeitendes Gewerbe/
Her
stellung von Waren
) ergibt sich ein Valideneinkommen für das Jahr 2014 von rund Fr. 77'086.-- (Fr. 74'520.-- x 1.009 x 1.006 x 1.008 x 1.011).
Für das Invalideneinkommen, welches dem Beschwerdeführer noch im Umfang eines 50 %-Pensums zumutbar ist, ergibt
sich unter Berücksichtigung der Nominallohnentwicklung von 1.0 % (2011), 0.8 % (2012), 0.8 % (2013) und 0.7 % (2014;
vgl. www.bfs.admin.ch, Tabelle T1.1.10 Nominallohnindex Männer 2011-2016, Ziffer
5-96 Total
)
ein Jahreseinkommen für das Jahr 2014 von Fr. 31'604.-- (Fr. 61'165.-- x 0.5 x 1.01 x 1.008 x 1.008 x 1.007).
6.12
6.12.1
Der Beschwerdeführer forderte einen Abzug von 25 % aufgrund des Alters, der Polymorbidität und der bestenfalls nur noch Teilzeit möglichen Resterwerbs
fähig
keit (vgl. Urk. 1 S. 8 Ziff. 19). Die Beschwerdegegnerin gewährte ab dem Jahr 2014 einen leidensbedingten Abzug von 5 %, da der Beschwerdeführer nur noch ein 50 %-Pensum ausüben könne (vgl. Urk. 2 Abklärungsergebnis S. 1 unten, S. 2 Mitte).
Ein voller Abzug
von 25 %
erscheint vorliegend nicht als angemessen. Zwar wirkt sich
Teilzeitarbeit bei Männern
lohnmindern
aus
:
Laut den gestützt auf die LSE bis 2010 erstellten Tabellen wird Teilzeitarbeit bei Männern vergleichsweise weniger gut
entlöhnt
als eine Vollzeitbeschäftigung. Bei Anwendbarkeit dieser Tabellen ist praxisgemäss
ein Abzug
vom Tabellenlohn vorzunehmen (vgl. Urteile des Bundesgerichts 9C_721/2010 vom 15. November 2010 E. 4.2.2.2 und 9C_808/2015 vom 29. Februar 2016 E. 3.3.2 mit Hinweisen).
Hingegen sind die übrigen Kriterien nicht zu bejahen:
Der Umstand, dass nur leichte Arbeiten zumutbar sind, ist auch bei eingeschränkter Leistungsfähigkeit kein Grund für einen zusätzlichen leidensbedingten Abzug, weil der Tabellenlohn im Anfor
de
rungsniveau 4 bereits eine Vielzahl von leichten Tätigkeiten umfasst (Urteil des Bundesgerichts 8C_805/2016 vom 22. März 2017 E. 3.4.2 unter Hinweis auf 9C_455/2013 vom 4. Oktober 2013 E. 4.4 und 9C_386/2012 vom 18. September 2012 E. 5.2). Auch in Bezug auf das Alter ist festzuhalten, dass Hilfsarbeiten auf dem massgebenden ausgeglichenen Stellenmarkt altersunabhängig nachgefragt werden (Urteile des Bundesgerichts 8C_403/2017 vom 25. August 2017 E. 4.4.1 und 8C_805/2016 vom 22. März 2017 E. 3.4.3).
Da sich vorliegen
d
ein leidensbedingter Abzug zwischen 5 % und bis zu 15 %
ohnehin
rechnerisch nicht rentenrelevant auswirkt
- so würde bei einem Abzug
von 15 % ein Invalideneinkommen
für das Jahr 2011
von Fr. 31'506.-- (Fr. 37'066
.-- x 0.85) respektive eine Erwerbseinbusse von
Fr.
43'685.-- und damit
ein Invaliditätsgrad von 58.1 % resultieren
(
bezüglich
Verschlechterung ab Januar
2014 wirkt sich sogar ein maximaler Abzug von 25 % nicht rentenrelevant aus)
-
und aufgrund des Gesagten
jedenfalls
ein höherer Abzug als 15 %
nicht zu gewähren wäre, ist vorliegend vom Ermessen der Beschwerdege
gnerin nicht abzuweichen und am
Abzug von 5 %
festzuhalten
.
6.12.2
Folglich resultiert für das Jahr 2011 ein Invalideneinkommen von rund Fr. 35'213.-- (Fr. 37'066.-- x 0.95) und für das Jahr 2014 ein solches von rund Fr. 30'024.-- (Fr. 31'604.-- x 0.95).
Aus der Gegenüberstellung von Validen- und Invalideneinkommen resultiert für
das Jahr 2011 eine Erwerbseinbusse von Fr.
39'978.-- (Fr. 75'191.-- -
Fr. 35'213.--)
,
was einem Invaliditätsgrad von
53
%
(abgerundet von 53.17 %)
entspricht. Für das Jahr 2014 resultiert eine Einbusse von Fr.
47'062.-- (Fr. 77'086.-- - Fr. 30'024.--) und damit ein Invaliditätsgrad von 61 % (abge
rundet von 61.05 %)
. Unter Berücksichtigung von Art. 88a Abs. 2 IVV ist die halbe Rente per 1. April 2014 auf eine Dreiviertelsrente zu erhöhen.
6.13
Zusammenfassend ist die Beschwerde teilweise gutzuheissen und
es ist festzu
stellen, dass
der Beschwerdeführer
ab
1. Dezember 2011
A
nspruch auf eine halbe Rente
(unter Berücksichtigung des in E. 6.8 Gesagten)
und ab 1. April 2014 Anspruch auf eine
Dreiviertelsrente
hat
.
7.
7.1
Da es im vorliegenden Verfahren um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichts
kosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert fest
zulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG) und auf Fr.
9
00.-- anzusetzen. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind sie
der Beschwerdegegnerin
aufzuerlegen.
7.2
Nach
§
34
Abs.
1 GSVGer hat die obsiegende Beschwerde führende Person An
spruch auf Ersatz der Parteikosten. Diese werden ohne Rücksicht auf den Streit
wert nach der Bedeutung der Streitsache, der Schwierigkeit des Prozesses und dem Mass des Obsiegens bemessen (
§
34
Abs.
3
GSVGer
).
In Anwendung dieser Kriterien ist die Parteientschädigung vorliegen
d
auf Fr.
3'400.--
(inkl. Mehrwert
steuer und Barauslagen) festzusetzen und ausgangsgemäss der Beschwerde
geg
nerin aufzuerlegen.