# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** d9ef48d2-7007-448b-af1d-e7365f133886
**Court:** ZH_OG
**Chamber:** ZH_OG_001
**Year:** 2012
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

betreffend Feststellung der Personalien
Berufung gegen eine Verfügung des Einzelgerichts am Bezirksgerichtes Zürich, 5. Abteilung, vom 9. Februar 2011 (EP100030)
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Rechtsbegehren (Urk. 1 S. 2):
"1. Es sei festzustellen, dass es sich bei der beim Zivilstandsamt der Gemeinde B._ unter dem Namen A'._, geboren am tt. August 1979 in C._, D._ [karibischer Inselstaat]  Person um die am tt. September 1978 in C._/D._ als Tochter von E._ und F._ geborene A._ handelt.
2. Das zuständige Zivilstandsamt sei nach Feststellung der Identität anzuweisen, die Registereintragung im Hinblick auf die Identität der Gesuchstellerin abzuändern."
Verfügung des Bezirksgerichtes Zürich vom 9. Februar 2011 (Urk. 6, Urk. 7):
1. Auf das Begehren um Feststellung der Personalien wird nicht eingetreten.
2. Die Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf Fr. 600.–.
3. Die Kosten des Verfahrens werden der Gesuchstellerin auferlegt.
4. [Schriftliche Mitteilung]
5. [Rechtsmittel]
Berufungsanträge (Urk. 8 S. 2):
"1. Die Verfügung des Bezirksgerichts Zürich vom 9. Februar 2011, Geschäftsnummer EP100030/U sei aufzuheben.
2. Das Bezirksgericht Zürich sei anzuweisen, die mit 9. November 2010 begehrte Feststellung, dass es sich bei der beim Zivilstandsamt der Gemeinde B._ unter dem Namen A'._, geboren am tt. August 1979 in C._, D._ gemeldeten Person um die am tt. September 1978 in C._ / D._ als Tochter von E._ und F._ geborene A._ handelt, vorzunehmen.
2. [recte 3]: Das zuständige Zivilstandsamt sei nach Feststellung der Identität anzuweisen, die Registereintragung im Hinblick auf die Identität der Klägerin abzuändern.
3 [recte 4]: Eventualiter sei festzustellen, dass die Zuständigkeit des Bezirksgerichts Meilen in der vorliegenden Angelegenheit zur  des Zivilstandsregisters nach Art. 42 ZGB gegeben ist.
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4. [recte 5]: Die Kosten seien auf die Staatskasse zu nehmen."

## Considerations

Erwägungen:
I.
Mit Eingabe vom 9. November 2010 machte die Gesuchstellerin und Beru-
fungsklägerin (fortan Gesuchstellerin) bei der Vorinstanz eine Klage betreffend
'Feststellung der personenrechtlichen Verhältnisse' anhängig (Urk. 1). Mit Verfü-
gung vom 9. Februar 2011 trat diese nicht auf die Klage ein (Urk. 6, Urk. 7). Hier-
gegen erhob die Gesuchstellerin mit Eingabe vom 10. März 2011 rechtzeitig Beru-
fung (Urk. 8). Mit Verfügung vom 5. Mai 2011 wurde ihr Frist zur Leistung eines
Vorschusses für die Gerichtskosten des Berufungsverfahrens angesetzt (Urk. 11),
welcher von der Gesuchstellerin innert Frist geleistet wurde (Urk. 12).
II.
Per 1. Januar 2011 ist die schweizerische Zivilprozessordnung (ZPO; SR
272) vom 19. Dezember 2008 in Kraft getreten. Das Verfahren vor Vorinstanz un-
terstand gemäss Art. 404 Abs. 1 ZPO jedoch noch dem alten Recht, womit die Zi-
vilprozessordnung des Kantons Zürich (ZPO/ZH; LS 271), das Gerichtsverfas-
sungsgesetz des Kantons Zürich (GVG/ZH; LS 211.1) und das Gerichtsstandsge-
setz (GestG) zur Anwendung gelangten. Auf das Berufungsverfahren ist gemäss
Art. 405 Abs. 1 ZPO das neue Recht anwendbar.
III.
1. Die Gesuchstellerin führt zur Begründung aus, sie sei am tt. September
1978 als A._ in C._ in der D._ als jüngstes von 12 Kindern geboren
und bei ihrer älteren Schwester aufgewachsen. Im Jahre 1995 sei sie mit ihrer
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Familie in die Schweiz gekommen und habe anlässlich ihrer Einreise ein Doku-
ment vorgelegt, welches sie als A'._, geboren am tt. August 1979 ausgewie-
sen habe. Dass dieses Dokument nicht der Wahrheit entsprochen habe, sei ihr –
der damals minderjährigen Gesuchstellerin – zu diesem Zeitpunkt nicht bewusst
gewesen (Urk. 8 S. 4).
Anlässlich der Geburt ihres Sohnes G._, geboren am tt.mm.2006, seien
die Personalien der Gesuchstellerin vom Zivilstandsamt B._ erfasst worden,
gestützt auf eine Geburtsurkunde aus der D._, deren Echtheit zunächst nicht
überprüft worden sei und welche die Gesuchstellerin als A'._, geboren am
tt. August 1979, auswies (Urk. 8 S. 4).
Nach der Eintragung ihres Sohnes im Geburtsregister sei die Gesuchstelle-
rin in die D._ gereist und habe sich bei der zuständigen Behörde eine Ge-
burtsurkunde ausstellen lassen, welche ihre Personalien so wiedergebe, wie sie
zu ändern seien (Urk. 8 S. 4 f.).
Im Jahre 2009 habe die Gesuchstellerin beim Bezirksgericht Meilen ein Be-
gehren um Berichtigung des Zivilstandsregisters im Sinne von Art. 42 ZGB an-
hängig gemacht, nachdem das Zivilstandsamt B._ mit Verfügung vom
26. Juni 2009 die Bereinigung ihrer anlässlich der Geburt ihres Sohnes im Zivil-
standsregister eingetragenen Personalien verweigert habe (Urk. 8 S. 5). Das Be-
zirksgericht Meilen sei mit Verfügung vom 23. September 2009 nicht auf ihr Be-
gehren eingetreten. Dies mit der Begründung, die Gesuchstellerin ersuche um die
Feststellung der hinter dem Registereintrag stehenden materiellen Grundlage,
was nicht in die Zuständigkeit des Bezirksgerichts Meilen falle (Urk. 8 S. 5). Da-
raufhin habe die Gesuchstellerin mit dem 9. November 2009 bei der Vorinstanz
eine Klage auf Feststellung der personenrechtlichen Verhältnisse eingereicht, auf
welche wiederum nicht eingetreten worden sei mit der Begründung, der Gesuch-
stellerin fehle es am Rechtsschutzinteresse an einer Feststellung ihrer Persona-
lien (Urk. 8 S. 6). Die Gesuchstellerin habe jedoch – insbesondere durch das
Nichteintreten des Bezirksgerichtes Meilen auf das Begehren um Berichtigung
des Zivilstandsregisters nach Art. 42 ZGB – ein rechtlich zu schützendes Interes-
se an der Feststellung ihrer Personalien (Urk. 8 S. 6).
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2. Die Vorinstanz ist nicht auf die Klage der Gesuchstellerin eingetreten,
weil sie das erforderliche Rechtsschutzinteresse an einer Feststellung ihrer Per-
sonalien als nicht gegeben betrachtet hat. Die Begründung lautet zusammenge-
fasst dahin, dem Interesse der Gesuchstellerin könne mit einem Begehren um Be-
richtigung des Zivilstandsregisters nach Art. 42 ZGB vollumfänglich Rechnung ge-
tragen werden, weshalb die bloss subsidiär – mangels eines anderen Rechtsbe-
helfs – zur Anwendung gelangende Feststellungsklage nicht in Betracht komme
(Urk. 7 S. 5). Die Anhandnahme eines Begehrens um Berichtigung des Zivil-
standsregisters nach Art. 42 ZGB falle sodann nicht in die Zuständigkeit des Be-
zirksgerichtes Zürich, sondern sei gestützt auf Art. 14 GestG vom zuständigen
Gericht am Ort des Registers – vorliegend das Bezirksgericht Meilen – vorzu-
nehmen (Urk. 8 S. 6).
3. Zunächst gilt es, das Begehren der Gesuchstellerin zu qualifizieren.
Für die Klage auf Berichtigung einer Eintragung im Zivilstandsregister gemäss
Art. 42 Abs. 1 ZGB lag die sachliche Zuständigkeit – gemäss dem im Zeitpunkt
des Entscheides der Vorinstanz anwendbaren Recht – beim Einzelrichter im
summarischen Verfahren (§ 215 lit. a Ziff. 2 ZPO/ZH). Die örtliche Zuständigkeit
bestimmte sich – unter Annahme des Vorliegens eines Binnensachverhaltes –
nach Art. 14 GestG und lag demgemäss zwingend am Ort des Registers. Für die
Klage auf Feststellung des Personen- und Familienstandes lag die sachliche Zu-
ständigkeit beim Einzelrichter im ordentlichen Verfahren (§ 21 Abs. 1 Ziff. 1
GVG/ZH). Zur Beurteilung der Klage örtlich zuständig war – wiederum unter An-
nahme eines Binnensachverhaltes – gemäss Art. 11 GestG das Gericht am
Wohnsitz der gesuchstellenden Partei. Ausgehend von einem internationalen
Sachverhalt hätte die örtliche Zuständigkeit nach Art. 33 Abs. 1 IPRG für die Kla-
ge auf Feststellung des Personen- und Familienstandes ebenfalls am Wohnsitz
der gesuchstellenden Partei gelegen.
Als taugliches Abgrenzungskriterium zwischen den beiden erwähnten Kla-
gen dient in der Regel das Vorliegen eines Registereintrages. Wurden im Zu-
sammenhang mit einem registerrelevanten Ereignis – beispielsweise die Geburt
eines Kindes oder die Eheschliessung – Daten einer Person im elektronisch ge-
führten Zivilstandsregister Infostar eingetragen, sind diese mit einer Klage auf Be-
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richtigung oder Löschung im Sinne von Art. 42 Abs. 1 ZGB zu korrigieren, sofern
ein schützenswertes persönliches Interesse glaubhaft gemacht wird. Besteht je-
doch noch kein solcher Eintrag, sind die neu einzutragenden Angaben zunächst
in einem ordentlichen Prozess festzustellen.
Ausnahmsweise kann aber trotz Vorliegen eines Registereintrages die Fest-
stellung von Personalien – und nicht die Berichtigung eines bestehenden Eintra-
ges – im Streit liegen, wenn die Identität der betroffenen Person aufgrund des
Eintrages unklar ist. Die unklare Identität kann diesfalls nicht mittels einer Berich-
tigung im Sinne von Art. 42 Abs. 1 ZGB beseitigt werden, sondern es sind die
Personalien der betroffenen Person zunächst festzustellen. Erst wenn die Identität
rechtsgenügend feststeht, kann ein ungenauer oder lückenhafter Eintrag im Zivil-
standsregister berichtigt oder ergänzt werden.
Im Übrigen erscheint es sinnvoll und richtig, bei unklarer Identität die Perso-
nalien im Rahmen einer Feststellungsklage im ordentlichen Verfahren, in wel-
chem der volle Beweis für die behauptete Identität zu erbringen ist, zu prüfen. Ei-
ne blosse Berichtigung der Personalien, die schon bei Glaubhaftmachung der Be-
hauptungen vorzunehmen wäre, würde der Bedeutung der Sache bei unklarer
Identität einer Person nicht gerecht.
4. Im vorliegenden Fall wurden die Personalien der Gesuchstellerin ge-
stützt auf eine Geburtsurkunde aus der D._, datierend vom 25. Oktober
2005, lediglich mit 'minimalen Angaben' im Zivilstandsregister eingetragen (vgl.
Urk. 14/5). Eine vorgängige Überprüfung der Echtheit dieser Urkunde fand nicht
statt. Im Zuge einer nachträglichen Echtheitsüberprüfung legte die Gesuchstelle-
rin sodann eine neue Geburtsurkunde, datierend vom 7. März 2007 vor, welche
sich hinsichtlich ihres Namens und des Geburtsdatums sowie in Bezug auf die
Angaben zu ihren Eltern von der ursprünglichen Geburtsurkunde unterscheidet
(vgl. Urk. 10/5 S. 2). Die Identität der Gesuchstellerin ist damit unklar und deshalb
zunächst im Rahmen einer Klage auf Feststellung von Personalien im ordentli-
chen Verfahren durch das Gericht festzustellen. Gestützt darauf sind im An-
schluss die nötigen Eintragungen im Zivilstandsregister vorzunehmen bzw. ist
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dieses um die fehlenden Angaben zu ergänzen und sind die bestehenden Einträ-
ge abzuändern.
5. Damit ist die Einzelrichterin im ordentlichen Verfahren am Bezirksge-
richt Zürich – mithin am Wohnort der Gesuchstellerin – für die Feststellung der
Personalien örtlich und sachlich zuständig. Es wird ihre Aufgabe sein, zu prüfen,
ob die behaupteten Personalien der Gesuchstellerin rechtsgenügend nachgewie-
sen werden können. Die Verfügung des Bezirksgerichts Zürich, 5. Abteilung, vom
9. Februar 2011 ist deshalb aufzuheben und das Verfahren zur neuen Entschei-
dung an die Vorinstanz zurückzuweisen. Soweit die Gesuchstellerin beantragt,
das zuständige Zivilstandsamt sei nach Feststellung der Identität anzuweisen,
den Registereintrag abzuändern (Urk. 8 S. 2 Ziff. 2 [recte 3]), ist auf die Berufung
nicht einzutreten. Es wird Sache des Bezirksgerichts sein, je nach Ausgang des
Verfahrens die geeigneten Vorkehren zu treffen. Es erübrigt sich, dazu im Rück-
weisungsbeschluss Anordnungen zu treffen.
IV.
Die Kosten für das Berufungsverfahren fallen ausser Ansatz.