# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 2b88e42a-e8a1-40f8-a37e-9e7c60fdb891
**Court:** SG_VB
**Chamber:** SG_VB_001
**Year:** 2020
**Language:** de
**Jurisdiction:** SG / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** Urban Planning and Environmental

## Facts

Sachverhalt
A.
a) A._, erhob am 22. Mai 2018 gegen den Stadtrat Z._ beim
Baudepartement Rechtsverzögerungsbeschwerde (Verfahren Nr. 18-
3277). Er wollte festgestellt haben, dass die Absicht des Stadtrates, sein
Grundstück in den nächsten acht bis zehn Jahren nicht umzuzonen bzw.
die Prüfung seines Umzonungsgesuchs trotz gerichtlichem Auftrag für un-
bestimmte Zeit ruhen zu lassen, eine Rechtsverzögerung bedeute. So-
dann verlangte er, dass Z._ eine angemessene Frist zur Umzonung an-
gesetzt werde.
b) Das Baudepartement wies die Beschwerde am 3. September
2019 ab (Ziffer 1), wobei es A._ eine Entscheidgebühr von
Fr. 3'000.– auferlegte (Ziffer 2a) und die Anrechnung des von ihm am
29. Mai 2018 geleisteten Kostenvorschusses von Fr. 1'000.– anord-
nete (Ziffer 2b).
B.
a) A._ erhob gegen den Entscheid des Baudepartementes vom
3. September 2019 am 19. September 2019 Beschwerde beim Ver-
waltungsgericht mit den – sinngemässen – Anträgen, es sei die ver-
langte Umzonung direkt, eventualiter unter Rückweisung an den
Stadtrat und Ansetzung einer angemessenen Frist vorzunehmen oder
aber festzustellen, dass das Ruhenlassen seines Umzonungsgesuchs
eine Rechtsverzögerung bedeute. Subeventualiter seien die Kosten
des angefochtenen Entscheids massiv zu reduzieren.
b) Das Verwaltungsgericht hiess die Beschwerde mit Entscheid
vom 18. Januar 2020, soweit darauf einzutreten war, teilweise gut und
hob Ziffer 2a des Dispositivs des angefochtenen Entscheids, soweit
sie die Höhe der Entscheidgebühr betraf, auf und wies die Angelegen-
heit zur neuen Festsetzung der Entscheidgebühr für das Beschwerde-
verfahren an das Baudepartement zurück. Die amtlichen Kosten des
Beschwerdeverfahrens vor Verwaltungsgericht von Fr. 2'000.– aufer-
legte es zu drei Vierteln dem Beschwerdeführer und zu einem Viertel
dem Staat. Auf die Erhebung beim letzteren verzichtete es. In der Sa-
che erachtete das Gericht die Beschwerde als unbegründet. Den Kos-
tenentscheid beanstandete es deshalb, weil sich das Baudepartement
auf Nr. 10.01 des Gebührentarifs für die Kantons- und Gemeindever-
waltung (sGS 821.5; abgekürzt GebT) abgestützt hatte, statt auf
Nr. 20.13.01 GebT. Ersterer Nummer liegt ein Kostenrahmen von
Fr. 150.– bis Fr. 10'000.– zu Grunde, letzterem ein solcher von
Fr. 200.– bis Fr. 5'000.–. Für das Gericht war mit Blick darauf, dass
der Höchstansatz der massgeblichen Nummer nur halb so hoch ist wie
derjenige, auf den das Baudepartement abgestützt hatte, fraglich, ob
die festgelegte Gebührenhöhe noch innerhalb des vorinstanzlichen Er-
messensspielraums liege. Jedenfalls sei das Baudepartement aber
von einem falschen Kostenrahmen ausgegangen, weshalb der Kos-
tenentscheid mit einem Rechtsfehler behaftet sei. Es erwog zudem,
Entscheid des Baudepartementes SG (Nr. 16/2020), Seite 3/5
dass neben dem geltenden Gebührenrahmen bei der Bemessung
wohl auch zu berücksichtigen sei, dass materiell eine Rechtsverzöge-
rungsbeschwerde und nicht eine Beschwerde in einem planungs- oder
baurechtlichen Verfahren zu beurteilen sei.

## Considerations

Erwägungen
1.
Aufgrund des Entscheids des Verwaltungsgerichtes (VerwGE
B 2019/195) ist somit die amtliche Gebühr für das Beschwerdeverfah-
ren Nr. 18-3277 neu zu bemessen.
1.1 Nach Art. 95 Abs. 1 des Gesetzes über die Verwaltungsrechts-
pflege (sGS 951.1; abgekürzt VRP) hat in Streitigkeiten jener Beteiligte
die amtlichen Kosten zu tragen, dessen Begehren ganz oder teilweise
abgewiesen werden. Den Behörden kommt bei der Verlegung und Be-
messung von amtlichen und ausseramtlichen Kosten ein erheblicher
Ermessensspielraum zu. Die Ermessenskontrolle ist dem Verwal-
tungsgericht im Beschwerdeverfahren verwehrt (Art. 61 Abs. 1 und 2
VRP; vgl. VerwGE B 2019/145 vom 11. Februar 2020 Erw. 5 mit Hin-
weisen). Nr. 20.13.01 GebT legt gestützt auf Art. 100 VRP sowie Art. 1
und Art. 3 der Verordnung über Kosten und Entschädigungen im Ver-
waltungsverfahren (Verwaltungsgebührenverordnung; sGS 821.1) für
Rekursentscheide eines Departements einen Rahmen zwischen
Fr. 200.– und Fr. 5'000.– fest. Dieser Kostenrahmen kann in ausser-
ordentlichen Fällen bis auf das Doppelte des Höchstansatzes, also auf
Fr. 10'000.– festgesetzt werden (Art. 5 der Verordnung über die Bear-
beitung von Rekursverfahren vor den Departementen; sGS 951.11;
abgekürzt RekV). Für einen Augenschein allein sieht Nr. 10.05 GebT
einen Kostenrahmen von Fr. 150.– bis Fr. 3'000.– vor. Besteht wie hier
ein Mindest- und ein Höchstansatz, können gemäss Art. 4 RekV bei
der Gebührenbemessung insbesondere die Art des Falls (Bst. a), die
finanziellen Interessen der Beteiligten (Bst. b), die Umtriebe (Bst. c),
die finanziellen Verhältnisse des oder der Kostenpflichtigen (Bst. d)
und die Art der Prozessführung der Beteiligten (Bst. e) berücksichtigt
werden.
1.2 Das Baudepartement erhebt für Entscheide mit Augenschein
praxisgemäss Fr. 3'500.– bzw. für solche ohne Ortsbegehungen
Fr. 3'000.–, wenn sich der Aufwand dafür im üblichen Rahmen bewegt.
Bezüglich der Höhe der regelmässig erhobenen Gebühr mit Augen-
schein hat das Verwaltungsgericht eben entschieden, dass Fr. 3'500.–
auch unter Berücksichtigung der seit dem 1. Januar 2019 geltenden
Nr. 20.13.01 GebT nicht als überhöht erscheine, auch wenn sich das
Baudepartement dafür auf die im Zeitpunkt des angefochtenen Ent-
scheids nicht mehr aktuelle Tarifposition Nr. 10.01 GebT berufen habe
(VerwGE B 2019/145 vom 11. Februar 2020 Erw. 5.1 mit Hinweisen).
Entscheid des Baudepartementes SG (Nr. 16/2020), Seite 4/5
1.3 Vorliegend war zwar eine Rechtsverzögerungsbeschwerde zu
beurteilen und nicht ein Rekurs in einem planungs- oder baurechtli-
chen Verfahren. Im konkreten Fall ändert dies im Hinblick auf Art. 4
RekV, das heisst in Bezug auf den Aufwand der Rechtsmittelinstanz
und die Interessenlage des Beschwerdeführers, aber nichts. Zwar hat
das Baudepartement den Umzonungsanspruch im Grundsatz bereits
am 17. August 2015 bejaht, was vom Verwaltungs- und Bundesgericht
am 23. Februar 2017 bzw. 1. September 2017 bestätigt worden war.
Neu zu prüfen war aber, ob der geltend gemachte Anspruch noch un-
ter dem alten Recht umzusetzen sei, ob eine isolierte Zonenplanände-
rung durchgeführt werden müsse oder ob der Anspruch erst im Rah-
men einer späteren Gesamtrevision der Ortsplanung umzusetzen sei,
wofür sich die Planungsbehörde acht bis zehn Jahre Zeit gab. Dazu
wurde eine interne Vernehmlassung beim Amt für Raumentwicklung
und Geoinformation eingeholt, welches bestätigte, dass das vom
Stadtrat aufgezeigte Vorgehen aus ortsplanerischer Sicht sachgerecht
und zweckmässig sei und den gesetzlichen Vorgaben entspreche,
weshalb die geplante Umsetzungsfrist von acht bis zehn Jahren nötig
sei. Sodann war die Anwendung der gerügten intertemporalen Rege-
lung gemäss Art. 175 des Planungs- und Baugesetzes (sGS 731.1)
und die Vollstreckbarkeit von letztinstanzlichen kantonalen Entschei-
den, die am Bundesgericht anhängig gemacht worden waren, zu über-
prüfen. Und schliesslich handelte das Baudepartement ab, dass der
Beschwerdeführer durch die Verschiebung des mittlerweile rechtskräf-
tigen Umzonungsanspruchs auch sonst keine Nachteile erleide. Zu-
dem lag dem Rechtsstreit ein nicht einfacher Sachverhalt zu Grunde,
nachdem der Beschwerdeführer den Entscheid des Baudepartemen-
tes vom 17. August 2015 betreffend Umzonung erfolglos ans Verwal-
tungsgericht und ans Bundesgericht weitergezogen, diesbezüglich
beim Bundesgericht eine Revision verlangt hatte und sodann im Ver-
fahren Nr. 18-3277 betreffend Rechtsverzögerung durch den Stadtrat
auch gegen das Baudepartement eine Rechtsverzögerungsbe-
schwerde beim Verwaltungsgericht erhoben hatte, die er dann aber
wieder zurückzog. Mithin erweist sich eine Gebühr von Fr. 3'000.– für
das vorliegende Verfahren betreffend Rechtsverzögerung auch mit
Blick auf Nr. 20.13.01 GebT als angemessen. Die Gebühr ist wie vom
Verwaltungsgericht bestätigt vom Beschwerdeführer zu bezahlen
(Art. 95 Abs. 1 VRP), wobei der geleisteste Kostenvorschuss anzu-
rechnen ist.
1.4 Zusammengefasst ergibt sich, dass der Beschwerdeführer für
die Bearbeitung des Beschwerdeverfahrens Nr. 18-3277 betreffend
Rechtsverzögerung im Zusammenhang mit seinem Umzonungsge-
such – unter Beachtung der Kriterien der Gebührenbemessung nach
Art. 4 RekV und in Anwendung der Nr. 20.13.01 GebT – eine Ent-
scheidgebühr von Fr. 3'000.– zu bezahlen hat.
2.
Für diesen Entscheid werden weder amtliche Kosten erhoben (Art. 97
VRP) noch ausseramtliche Kosten entschädigt.
Entscheid des Baudepartementes SG (Nr. 16/2020), Seite 5/5