# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 82cc1467-7db8-4b43-9af3-e4535e7ee9f3
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2014
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** 

## Facts

Sachverhalt:
1.
X._
,
geboren
1962
,
diplomierte Handelskauffrau und
Mutter eines Sohnes (Jahrgang 1994
),
war seit dem
1.
Januar 2003 beim
Y._
im Stundenlohn als Dolmetscherin und
seit dem
1.
April 2008
auf Anfrage
bei der
Z._
als
interkulturelle Übersetzerin
tätig
(
Urk.
7/2
Ziff.
5.2;
Urk.
7/14
Ziff.
1,
Ziff.
2.1
,
Ziff.
2.10;
Urk.
7/15
Ziff.
1 und
Ziff.
2.1,
Ziff.
2.7-8
). Unter Hinweis auf
eine seit dem 2
2.
Mai 2008 bestehende Kraftlosigkeit und Multiple Sklerose
(MS)
meldete sich die Versicherte am
1
8.
Mai 2011
bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an (
Urk.
7/2
Ziff.
6.2-3
). Die Sozial
versicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, klärte die medizinische und erwerblich
e Situation ab, zog Akten des
Krankentaggeldversicheres
bei (
Urk.
7/12-13
,
Urk.
7/18
) und
veranlasste eine Abklärung der beeinträchtigten Arbeitsfähigkeit in Beruf und Haushalt, über welche am 1
4.
Februar 2012 Bericht erstattet wurde (
Urk.
7/21).
Nach
durchgeführt
em
Vorbescheidverfahren
(
Urk.
7/
25;
Urk.
7/31
-36
) verneinte die IV-Stelle
mit Verfügung vom 1
1.
April 2013
einen Rentenanspruch (
Urk.
7/
38
=
Urk.
2)
.
2.
Die Versicherte erhob am
8.
Mai 2013
Beschwerde gegen die Verfügung vom
1
1.
April 2013
(
Urk.
2) und beantragte,
diese sei aufzuheben und es sei
ihr
ab
1.
Dezember 2011 eine halbe Invalidenrente
zuzusprechen
(
Urk.
1 S. 2
).
Die IV-Stelle beantragte mit Beschwerdeantwort vom
6.
Juni 2013
(
Urk.
6
) die Abweisung der Beschwerde. Dies wurde
der Beschwerdeführerin am
4.
Juli 2013 zur Kenntnis gebracht (
Urk.
8
).
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (
Art.
8
Abs.
1
des
Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts
; ATSG
). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesund
heit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (
Art.
7
Abs.
1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine
Erwerbs
unfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht über
windbar ist (
Art.
7
Abs.
2 ATSG).
1.2
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 Prozent besteht Anspruch auf eine
Viertelsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 Prozent auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 Prozent auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 Prozent auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2
des
Bundesgesetz
es
über die Invalidenversi
cherung; IVG
).
1.3
Sowohl im Rahmen einer erstmaligen Prüfung des Rentenanspruches als auch anlässlich einer Rentenrevision (
Art.
17
Abs.
1 ATSG) stellt sich unter dem Gesichtspunkt des
Art.
28a
Abs.
3 IVG in Verbindung mit
Art.
16 und 7
Abs.
2 ATSG die Frage nach der anwendbaren Invaliditätsbemessungsmethode.
Ob eine versicherte Person als ganztägig oder zeitweilig erwerbstätig oder als nichterwerbstätig einzustufen ist, führt je zur Anwendung einer anderen Methode der Invaliditätsbemessung (Einkommensvergleich,
Betätigungsver
gleich
, gemischte Methode) und ergibt sich aus der Prüfung, was die Person bei im Übrigen unveränderten Umständen täte, wenn keine gesundheitliche Beein
trächtigung bestünde. Entscheidend ist nicht, welches Ausmass der Erwerbstä
tigkeit der versicherten Person im Gesundheitsfall zugemutet werden könnte, sondern in welchem Pensum sie hypothetisch,
das heisst
ohne
Gesundheitsscha
den
, aber bei sonst gleichen Verhältnissen, erwerbstätig wäre (
Art.
27
bis
der Verordnung über die Invalidenversicherung; IVV
). Die gemischte Methode bezweckt damit eine möglichst wirklichkeitsgerechte Bemessung des
Invalidi
tätsgrades
(BGE 133 V 504 E. 3.3 mit Hinweisen).
Die Statusfrage beurteilt sich praxisgemäss nach den Verhältnissen, wie sie sich bis zum Erlass der Verwaltungsverfügung entwickelt haben. Dabei sind die kon
krete Situation und die Vorbringen der versicherten Person nach Massgabe der allgemeinen Lebenserfahrung zu würdigen. Für die hypothetische Annahme einer im Gesundheitsfall ausgeübten (Teil-)Er
werbs
tätigkeit ist der im Sozial
versicherungsrecht übliche Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit erforderlich (
BGE 137 V 334
E. 3.2,
130 V 393
E. 3.3,
125 V 146
E. 2c, je mit Hinweisen).
Bei im Haushalt tätigen Versicherten im Besonderen (vgl.
Art.
27
IVV
) sind die persönlichen, familiären, sozialen und erwerblichen Verhältnisse ebenso wie allfällige Erziehungs- und Betreuungsaufgaben gegenüber Kindern, das Alter, die beruflichen Fähigkeiten und die Ausbildung sowie die persönlichen Neigun
gen und Begabungen zu berücksichtigen (Urteil des Bundesgerichts 9C_915/2012 vom 1
5.
Mai 2013 mit Hinweisen auf BGE 133 V 504 E. 3.3).
Die gemischte Methode findet auch Anwendung, wenn der (in einem Aufgaben
bereich tätigen) versicherten Person ohne gesundheitliche Beeinträchtigung eine vollzeitliche Erwerbstätigkeit zumutbar wäre, sie aber trotzdem eine solche nicht ausüben würde (vgl. BGE 133 V 504 E. 3.3 in
fine
).
Ist
jedoch
anzu
nehmen, die versicherte Person wäre ohne gesundheitliche Beeinträchtigung teilerwerbstätig oder sie arbeitete unentgeltlich im Betrieb des Ehegatten oder der Ehegattin mit, ohne daneben in einem andern Aufgabenbereich nach
Art.
5
Abs.
1 IVG
tätig zu sein, ist die Invalidität
ausschliesslich
nach den Grund
sätzen für Erwerbstätige, somit nach
Art.
16 ATSG zu bemessen (
Art.
28a
Abs.
3
e
contrario
). Die gemischte Methode gelangt hier ebenso wenig zur Anwendung wie bei ohne Gesundheitsschaden voll Erwerbstätigen (
Art.
27
bis
IVV). Das
Vali
deneinkommen
ist nach
Massgabe
der ohne Gesundheitsschaden ausgeübten Teilerwerbstätigkeit festzulegen. Entscheidend ist, was die versicherte Person als Gesunde tatsächlich an Einkommen erzielen würde, und nicht, was sie besten
falls verdienen könnte. Wäre sie gesundheitlich in der Lage, voll erwerbstätig zu sein, reduziert sie aber das Arbeitspensum aus freien Stücken, insbesondere um mehr Freizeit zu haben, oder ist die Ausübung einer Ganztagestätigkeit aus Gründen des Arbeitsmarktes nicht möglich, hat dafür nicht die Invalidenversi
cherung einzustehen (
BGE 125 V 157
E. 5c/
bb
mit Hinweisen; ZAK 1992 S. 92 E. 4a). Das Invalideneinkommen bestimmt sich entsprechend den gesetzlichen Vorgaben danach, was die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung allfälliger
Eingliederungsmassnahmen
durch eine
ihr zumutbare
Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte. Dabei kann das - vom Arzt festzulegende - Arbeitspensum unter Umständen grösser sein als das ohne gesundheitliche Beeinträchtigung geleistete (vgl. BGE 131 V 51 E. 5.1.2).
Bei der Bestimmung der im konkreten Fall anwendbaren
Invaliditäts
be
messungs
methode
und damit der Beantwortung der entscheiden
den
Status
frage
handelt es sich um eine hypothetische Beurteilung, die auch hypo
thetische
Willens
entschei
dungen
der versicherten Person berücksichtigen muss.
Dies gilt auch für die Frage,
in welchem
Ausmass
die versicherte Person ohne gesund
heitliche Beeinträchtigung erwerbstätig wäre
.
Diese
inneren Tatsa
chen
sind indessen einer direkten Beweisführung nicht zugänglich und müssen in aller Regel aus
äusseren
Indizien erschlossen werden. Die Beurteilung hypo
thetischer Geschehensabläufe ist eine Tatfrage, soweit sie auf Beweiswürdigung beruht, selbst wenn darin auch Schlussfolgerungen aus der allgemeinen Lebens
erfahrung mitberücksichtigt werden. Rechtsfragen sind hingegen Folge
rungen, die
ausschliesslich
- losgelöst vom konkreten Sachverhalt - auf die all
gemeine Lebenserfahrung gestützt werden oder die Frage, ob aus festgestellten Indizien
mit Recht auf bestimmte Rechtsfolgen geschlossen worden ist (
vgl.
Urteil
e
des Bundes
gerichts 9
C_287/2013 vom
8.
November 2013
E.
3.5
und
8C_511/2013 vom 3
0.
Dezember 2013
,
je
mit Hinweisen).
1.4
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss
Art.
16 ATSG in Verbindung mit
Art.
28a
Abs.
1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog.
Invalideneinkom
men
), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der
Einkom
mensvergleich
hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypo
thetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt (allgemeine Methode des
Einkommensver
gleichs
; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
1.5
Bei Versicherten, die nur zum Teil erwerbstätig sind oder die unentgeltlich im Betrieb des Ehegatten oder der Ehegattin mitarbeiten, wird für diesen Teil die Invalidität nach
Art.
16 ATSG festgelegt. Waren sie daneben auch im Aufga
benbereich tätig, so wird die Invalidität für diese Tätigkeit nach
Art.
28a
Abs.
2 IVG festgelegt. In diesem Fall sind der Anteil der Erwerbstätigkeit oder der unent
geltlichen Mitarbeit im Betrieb des Ehegatten oder der Ehegattin und der Anteil der Tätigkeit im Aufgabenbereich festzulegen und der Invaliditätsgrad entsprechend der Behinderung in beiden Bereichen zu bemessen (
Art.
28a
Abs.
3 IVG; gemischte Methode der Invaliditätsbemessung).
Nach der Gerichts- und Verwaltungspraxis wird zunächst der Anteil der Erwerbs
tätigkeit und derjenige der Tätigkeit im Aufgabenbereich (so unter anderem im Haushalt) ermittelt; die Frage, in welchem Ausmass die versicherte Person ohne gesundheitliche Beeinträchtigung erwerbstätig wäre, beurteilt sich mit Rücksicht auf die gesamten Umstände, so die persönlichen, familiären, sozi
alen und erwerblichen Verhältnisse. Im Rahmen der gemischten Methode bestimmt sich die Invalidität dadurch, dass im Erwerbsbereich ein Einkommens- und im Aufgabenbereich ein Betätigungsvergleich vorgenommen wird, wobei sich die Gesamtinvalidität aus der Addierung der in beiden Bereichen ermittel
ten und gewichteten
Teilinvaliditäten
ergibt (BGE 130 V 393 ff. E. 3.3 mit Hin
weisen; vgl. BGE 134 V 9).
2.
2.1
Die Bes
chwerdegegnerin begründete ihre
Verfügung (
Urk.
2) damit, dass die Beschwerdeführerin seit Mai 2008 in ihrer Arbeitsfähigkeit erheblich einge
schränkt sei (S. 1).
Die Abklärungen hätten ergeben, dass die Beschwerdeführerin ohne
Gesund
heits
schaden
weiterhin ihrer Tätigkeit als Übersetzerin zu einem Pensum von 50
%
nachgehen würde und die restlichen 50
%
auf den Aufgabenbereich entfielen (S. 2 Mitte). Aus ärztlicher Sicht sei ihr die Ausübung einer Tätigkeit im Büro
im Umfang von 50
%
zumutbar. Bei einer
Einschränkung im Haushalt von 1
8
%
resultiere ab Februar 2010 ein Invaliditätsgrad von 9
%
, bei welchem
Ergebnis die Beschwerdeführerin keinen Anspruch auf eine Invalidenrente habe (S. 2 f.). Dass die Beschwerdeführerin i
m
Gesundheitsfall zu 100
%
einer Erwerbstätigkeit
nachginge
, sei nicht ausgewiesen (S. 3).
2.2
Die Beschwerdeführerin machte dagegen in ihrer Beschwerde (
Urk.
1) geltend,
der Invaliditätsgrad
sei
anhand eines Einkom
mensvergleiches
zu bestimmen
(S.
5
Ziff.
10), da
sie ohne den Gesundheitsschaden einer 100%igen Erwerbstä
tigkeit nachgehen würde (S.
6
Ziff.
1.2).
So habe sie nach ihrer Einreise in die Schweiz 1985 Stellen zu einem Pensum von 100
%
gehabt und auch im Jahr 1992 Arbeitslosenentschädigung gestützt auf eine 100%ige
Vermittlungsfähig
keit
bezogen (S. 6
Ziff.
1.3).
Die MS-Erkrankung und die damit einhergehende Versch
lechterung der psychi
schen Situ
ation hätten dazu geführt, dass es ihr nicht möglich gewesen sei, wie im Frühjahr 2008 beabsichtigt, ihr
bisheriges
Pensum
auf eines von
100
%
au
f
zustocken (S. 6 f.
Ziff.
1.5).
Die im Abklärungsbericht festgehaltenen Aus
führungen
, dass sie zu 50
%
einer Erwerbstätigkeit nachgehen würde,
hätten sich auf ihre heutige Situation bezogen. Ohne gesundheitliche Beschwerden
würde sie aufgrund des
Alter
s
des Sohnes
,
aber auch
weil sie
finanziell
von ihrem Mann unabhän
g
ig sein wolle,
einer 100%igen Arbeitstätigkeit nachgehen
(S. 7
Ziff.
1.6).
Den medizinischen Akten sei zu entnehmen, dass zumindest von einer Arbeitsun
fähigkeit
von 50
%
auszugehen sei, womit bei Anwendung des
Ein
kommensvergleiches
ein Anspruch auf eine halbe Rente au
sgewiesen sei (S.
8
Ziff.
1.9).
2.3
Strittig und zu prüfen ist die Qualifikation der Beschwerdeführerin als Teil- oder Vollerwerbstätige.
Unbestritten blieb dagegen der medizinische Sachverhalt, wonach
die Beschwerdeführerin in
ihrer bisherigen
und auch in einer
behinde
rungs
angepassten
Tätigkeit zu 50
%
arbeitsunfähig ist (vgl.
Urk.
7/23/5)
.
3.
3.1
Massgebend für die Qualifikation der Beschwerdeführerin als Vollzeit- oder Nicht
erwerbstätige ist die Frage, in welchem Umfang sie eine Erwerbstätigkeit ausüben würde, wenn keine gesundheitliche Beeinträchtigung bestünde. Dabei sind im Besonderen ihre persönlichen, familiären, sozialen und erwerblichen Verhältnisse, die beruflichen Fähigkeiten und die Ausbildung sowie die persön
lichen Neigungen und Begabungen zu berücksichtigen (vorstehend E.
1.3).
Die Verwaltung als verfügende Instanz und
im
Be
schwe
r
defall
das Gericht dürfen eine Tatsache nur dann als bewiesen annehmen, wenn sie von ihrem Bestehen über
zeugt sind. Im Sozialversicherungsrecht hat das Gericht seinen Entscheid, sofern das Gesetz nicht etwas Abwei
chendes vorsieht, nach dem Beweisgrad der über
wiegenden Wahr
scheinlichkeit zu fällen. Die blosse Möglich
keit eines bestimmten Sachverhalts genügt den Beweisanfor
derungen nicht. Das Gericht folgt vielmehr jener
Sachver
halts
darstel
lung
, die es von allen möglichen
Ge
schehensabläu
fen
als die wahrscheinlichste würdigt (BGE 126 V 353 E. 5b S. 360 mit Hinweisen; vgl. BGE 130 III 321 E. 3.2 und 3.3 S. 324 f.).
3.2
Die Beschwerdegegnerin ging im Wesentlichen gestützt auf den
Abklärungsbe
richt
vom 1
4.
Februar 2012 (
Urk.
7/21) davon aus, dass die Beschwerdeführerin im Gesundheitsfall lediglich im Umfang von 50
%
e
iner Erwerbstätigkeit
nach
ginge
(vorstehend E. 2.1). Dagegen führte die Beschwerdeführerin aus, sie sei als zu 100
%
Erwerbstätige zu qualifizieren (vorstehend E. 2.2).
Sie machte
unter anderem
geltend, sie habe nach ihrer Einreise in die Schweiz im Jahr 1985 als Speditionskauffrau bei der
A._
und danach im Inkasso Kleinkredit bei der
B._
und zuletzt in der Debitorenbuchhaltung
bei der
C._
gearbeitet, wobei es sich immer um ein Pensum von
100
%
gehandelt habe
. 1992 habe sie auch Arbeitslosenentschädigung gestützt auf eine 100%ige Vermittlungsfähigkeit beziehen müssen
(
Urk.
1 S. 6
Ziff.
1.3)
.
Diese Vorbringen der Beschwerdeführerin sind nicht belegt. Aus dem IK-Auszug (
Urk.
7/9) lässt sich lediglich entnehmen, dass die Beschwerdeführerin vor der Geburt ihres Sohnes im Jahr 1994
pe
nsumsmässig
mehr gearbeitet hat. O
b es
sich dabei
tatsächlich
um Anstellungen im Umfang von 100
%
gehandelt hat,
lässt sich mangels Arbeitgeberberichte nicht sagen. Auch betreffend
die ange
gebene
Vermittlungsfähigkeit im Rahmen des Bezuges von
Arbeitslosenent
schädigung
im Jahr 1992
fehlen die Belege.
Sodann machte die Beschwerdeführerin geltend, sie h
abe
anfangs 2008, als der Sohn bereits 14 Jahre
alt gewesen sei,
beschlossen, ihr Arbeitspensum kontinu
ierlich aufzustocken. Zum einen habe sie ihre Tätigkeit als Dolmetscherin aus
dehnen wollen, zum anderen habe sie sich zusätzlich für Teilzeitstellen in ihrem erlernten Beruf als diplomierte Handelsfachfrau im Rahmen eines Pensums von 50
%
beworben. Ihr Ziel sei es gewesen, ihr Arbeitspensum kontinuierlich auf ein
Pensum
von 100
%
aufzustocken
(
Urk.
1
S. 6 f.
Ziff.
1.5).
Dem IK-Auszug (
Urk.
7/9) ist zu entnehmen, dass die Beschwerdeführerin ihr bis 2007 aus der Dolmetschertätigkeit
erwirtschaftetes
sehr
geringes Einkommen
im Jahr 2008 klar steigerte, jedoch auch,
dass sie die Tätigkeit nicht
, wie im Rahmen der Anmeldung zum Leistungsbezug im
Mai 2011 angegeben (
vgl.
Urk.
7/2
Ziff.
5.5)
,
zu einem Pensum von 50
%
ausgeübt hat
te
.
I
n ihrer
an die
Abklärungsperson
gerichtete
n
Email
(
Urk.
7/21 S. 2)
führte die Beschwerdeführerin
aus, sie hab
e sich im Frühling 2008 dazu entschieden, mehr zu arbeiten, da ihr Sohn schon 14 Jahre alt gewesen sei. Ihr Ziel sei es gewesen, als Dolmetscher
in
mehr zu arbeiten und monatlich etwa
Fr.
700.-- bis
Fr.
1‘000.-- zu verdienen.
Bei einem Stundenlohn von
Fr.
75.-- (vgl.
Urk.
7/14
Ziff.
2.10)
entspräche dies
aber
einem geplanten Arbeitspensum zwischen 9 und 13 Stunden pro Monat, was mitnichten e
inem
beschwerdeweise sinngemäss vorgebrachten
Pensum von 50
%
(vgl.
Urk.
1 S. 7
Ziff.
1.5)
entspräche,
sondern einem zwischen
rund 5
%
und
maximal
8
%
liegenden Pensum.
Ginge man zu Gunsten der Beschwerdeführerin davon aus, dass sie sich
wie nun ausdrücklich in ihrer Beschwerde behauptet
(
Urk.
1 S. 7
Ziff.
1.5)
- neben der Dolmetschertätigkeit,
die sie nach eigenen Aussagen ohnehin nicht zu 100
%
ausgeübt hätte (vgl.
Urk.
7/21 S. 2), zusätzlich eine andere Tätigkeit in ihrem ursprünglich erlernten Beruf im Umfang bis 50
%
gesucht hätte
,
so würde selbst bei Annahme einer Tätigkeit als Dolmetscherin in dem maximalen Umfang von
8
%
allenfalls eine Erwerbstätigkeit im Umfang von maximal 60
%
resultieren.
Zu berücksichtigen ist jedoch, dass die Beschwerdeführerin
offenbar
Bewer
bungen in
Pensen
zwischen 20 und 50
%
und nicht nur im Umfang von 50
%
tätigte
(vgl.
Urk.
7/21
Ziff.
2.6)
.
In Anbetracht
all
dieser Umstände erscheint die
durch die
Abklärungsperson
vorgenommene Qualifikation der Beschwerdeführerin als im Gesundheitsfall 50 % Erwerbstätige
als gerechtfertigt
und nachvollziehbar
.
Die
nachgereichten Lohnabrechnungen vom Juni 2008 (
Urk.
7/31/2) und vom August 2008
(
Urk.
7/31/4)
zeigen zwar einen überdurchschnittlich hohen Ein
satz
der Beschwerdeführerin
, vermögen aber
an
obgenannter
Qualifikation
nichts zu ändern, zumal
sie
sich
im Rahmen der Haushaltabklärung klar zu dem angestrebten Pensum als Dolmetscherin
geäussert hat
.
Nicht abgestellt werden kann indes auf die eigens von der Beschwerdeführerin verfasste und nicht überprüfbare Aufstellung der Arbeitsstunden für das Jahr 2008
(
Urk.
7/36).
Auch der Hinweis
auf die gewünschte finanzielle Una
bhän
gigkeit vom Ehemann
oder der Wegfall von Betreuungspflichten
genügt nicht,
um die Vermutung einer
100%igen
Erwerbstätigkeit zu begründen
.
3.3
Die Würdigung dieser Umstände führt insgesamt zum Schluss, dass die Beschwer
deführerin bei guter Gesundheit nach überwie
gender Wahrscheinlich
keit als zu 50
%
Erwerbstätige und zu 50
%
im Aufgabenbereich Tätige zu quali
fizieren ist. Damit ist die von der Beschwerdegegnerin zur Anwendung gebrachte gemischte Methode
der Invaliditätsbemessung
nicht zu beanstanden.
4.
4.1
Bei der Ermittlung des Invaliditätsgrades aufgrund der gemischten Methode
ist zunächst die Invalidität im erwerblichen Bereich zu prüfen. Nach der Rechtspre
chung ist die Einschränkung im erwerblichen Bereich nach der Methode des Einkommensvergleiches auf Grundlage der Teilerwerbstätigkeit, welche die Beschwerdeführerin ohne Behinderung
ausüben würde (vorliegend: 50
%
), zu ermitteln. Diese Einschränkung im erwerblichen Bereich ist anschliessend bei der Festsetzung der Gesamtinvalidität nicht voll in Anschlag zu bringen, son
dern gewichtet mit dem hypothetischen Teilzeitpensum entsprechend
en Anteil
mit zu berücksichtigen (BGE 125 V 152 E. 4 mit Hinweisen).
4.2
Für den Einkommensvergleich ist grundsätzlich auf die Gegebenheiten im Zeit
punkt des (hypothetischen) Rentenbeginns, mithin auf das Jahr 2011, abzustel
len (BGE 128 V 174, BGE 129 V 222).
Da die Beschwerdeführerin
zu diesem Zeitpunkt
nach
wie
vor in der Lage war
, ihren angestammten Tätigkeiten als Dolmetscherin oder im Bürobereich in dem noch möglichen Pensum von 50
%
nachzugehen
(vgl.
Urk.
7/23/5)
, resultiert
bei einer Qualifikation als zu 50
%
Erwerbstätige und zu 50
%
im Haushalt
T
ätige
im Erw
erbsbereich ein Invali
di
tätsgrad von 0
%
.
4.
3
Betreffend den Haushaltsbereich ist
seit Mitte 2010
von einer Einschränkung v
on insgesamt 18
%
auszugehen (vgl.
Urk.
7/21
Ziff.
7).
Bei der vorliegenden Gewichtu
ng des Haushaltsbereiches mit 50
%
ergibt sich damit ei
n
Teilinvalidi
tätsgrad
von 9
%
(18
%
x 0.5
).
4.
4
Nach Addition der Teilinvaliditätsgrade im Erwerbs- und Haushaltsbereich resul
tiert ein Invaliditätsgrad von
9
%
(0
%
+ 9
%
).
Selbst wenn man von einer Qualifikation als zu 60
%
im Erwerbsbereich Tätige und zu 40
%
im Aufgabenbereich Tätige ausginge, würde
ein
rentenaus
schliessender
Invaliditätsgrad
von rund 17
%
resultieren (18
%
x 0.4 + 1
6.66
%
x 0.6).
Demzufolge besteht
kein Anspruch der Beschwerdeführerin auf eine Invaliden
rente.
Die angefochtene Verfügung erweist sich damit als rechtens, was zur Abweisung der Beschwerde führt.
5.
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind unabhängig vom Streitwert festzulegen (
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG) und auf
Fr.
6
00.-- anzusetzen. Entsprechend dem Ausgang de
s Verfahrens sind sie der
unterliegenden Beschwerdeführer
in aufzuerlegen.