# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** eaeff90d-46ca-4e96-bb6b-dbc67ed3ab05
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2015
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** 

## Facts

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1961,
ab
1990
Kommissionierer
in der
Fleisch
abtei
lung
der Genossenschaft
Z._
, erlitt bei einem Autounfall vom
5.
Dezember 1996 unter anderem eine
Humerusschafttrümmerfraktur
rechts, welche am 2
3.
September 1997 operativ versorgt wurde
(vgl. Sachverhalt im Urteil UV.2000.00075 vom 2
6.
November 2001)
.
Am 2
5.
November 1997 meldete sich der Versicherte bei der Invaliden
versiche
rung zum Leistungsbezug an (
Urk.
8/31). Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, klärte die beruflichen und medizinischen Ver
hältnisse ab (
Urk.
8/1-8/46) und holte ein polydisziplinäres Gutachten der MEDAS
A._
vom 1
1.
Mai 1999 ein (
Urk.
8/53).
Mit Verfügung vom 2
4.
August 1999 spr
ach sie dem Versicherten
rückwirkend ab
1.
November 1997 eine ganze Invalidenrente bei einem 100%igen Invaliditätsgrad zu (
Urk.
8/60). Ab
1.
No
vember 1999 erhielt der Versicherte zudem eine Komplementärrente der Suva aufgrund einer unfallbedingten Erwerbsunfähigkeit von 66,66
%
(vgl.
Urk.
8/61
; vgl. auch Urteil UV.2000.00075 vom 2
6.
November 2001
).
1.2
Rentenrevisionen in den Jahren 2001 (
Urk.
8/64-67) und 2006/2007
(
Urk.
8/71
75) führten zu Bestätigungen des Rentenanspruchs. Im Jahr 2012 nahm die IV-Stelle
die nächste Revision anhand und holte unter andere
m Berichte von
Dr.
med.
B._
, Fachärztin für Innere Medizin FMH, vom
5.
Juni 2012 (
Urk.
8/79/3-4) und vom behandelnden Facharzt für Psychiatrie und Psy
chotherapie
Dr.
med.
C._
vom 2
3.
Mai 2013 (
Urk.
8/89) ein. Am 2
1.
August 2013 teilte sie dem Versicherten die Notwendigkeit einer polydisziplinären Begutachtung mit (
Urk.
8/92), welche sodann in der MEDAS
D._
durch
geführt wurde (Gutachten vom 1
5.
Januar 2014,
Urk.
8/102).
Der
Versicherte
liess darauf
Berichte von
Dr.
med.
E._
, Facharzt FMH für Orthopädische Chirurgie, vom
2
0.
Februar 2014 (
Urk.
8/105/1-4
) und von
Dr.
med.
F._
, Facharzt FMH für Neurologie
,
vom 1
7.
Februar 2014 (
Urk.
8/105/5-8)
einrei
chen. Am 2
6.
Mai 2014 fand ein Gespräch der Eingliederungsberatung der IV
Stelle mit dem Versicherten statt (
Urk.
8/114/4 f.
).
Nach Mitteilung des Ver
tre
ters des Versicherten vom 2
5.
Juni 2014, dass letzterer
baldigst in einer psy
chi
atrischen Klinik behandelt werde (
Urk.
8/111)
, erklärte die IV-Stelle am
9.
Juli 2014 den Abschluss der zurzeit nicht möglichen Arbeitsintegration (
Urk.
8/113). Am 2
9.
Juli 2014 liess der Versicherte mitteilen, dass er bald mög
lichst in die
G._
AG eintreten werde (
Urk.
8/115). Mit Vorbe
scheid vom 2
2.
August 2014 teilte die IV-Stelle dem Versicherten die voraus
sichtliche R
enteneinstellung ausgehend von
einer 70%igen Arbeitsfähig
keit in angepasster Tätigkeit mit (
Urk.
8/119).
Im Einwand vom
2
5.
August 2014 (Ergänzung vom 2
2.
September 2014,
Urk.
8/124) liess der Versicherte mitteilen, dass er am
4.
August 2014 in die
G._
AG
eingetreten sei, was ebenso hätte berücksichtigt werden müssen wie die Berichte von
Dr.
E._
und
Dr.
F._
(
Urk.
8/120).
Nach
Eingang zwei
er Berichte der
G._
AG zum Aufenthalt des Versicherten vom
4.
August bis 3
0.
September 2014 (
Urk.
8/126-127)
hielt die IV-Stelle mit Verfügung vom 1
5.
April 2015 an der Renteneinstellung auf Ende des der Zustellung folgenden Monats fest (
Urk.
2).
2.
Dagegen liess
X._
vertreten durch
Y._
am 1
5.
Mai 2015 Beschwerde erheben mit folgenden Anträgen (
Urk.
1 f.):
„1.
Es sei die angefochtene Verfügung aufzuheben und dem Beschwerde
führer die Ausrichtung der ganzen Rente zuzusprechen.
2.
Es sei die angefochtene Verfügung aufz
uheben und festzustellen, dass
der
Beschwerdeführer weiterhin Anrecht auf die Ausrichtung der ganzen Rente hat und den Fall an die Besc
hwerdegegnerin zwecks weiterer
Abklärungen zurückzuweisen.
3.
Es sei
evt
. f
estzustellen, dass der Beschwerdeführer weiterhin Anrecht auf die Ausrichtung der ganzen IV
-Rente hat und den Fall an die
Beschwerde
ge
gnerin
zwecks Durchführung der
Eingliederungs
mass
nahmen zurückzu
weisen.
4.
Es sei
evt
. der Beschwerde die aufschiebende Wirkung zu erteilen.
5.
Es sei dem Beschwerdeführer die unentgeltliche Prozessführung zu
be
willi
gen.“
Die Beschwerdegegnerin schloss in der Vernehmlassung vom 1
6.
Juni 2015 auf Abweisung der Beschwerde (
Urk.
7).
Mit Schreiben vom
4.
Oktober 2015 liess
d
er
Beschwerdeführer
einen Bericht des
H._
vom
1.
Oktober 2015 zu einer
Hospitalisation
zwecks operativer Versorgung der koronaren Herzkrankheit mittels zweifachem Bypass vom 2
1.
September bis
1.
Oktober 2015 einreichen (
Urk.
12, 13/2). Die Beschwerdegegnerin verzichtete auf eine Stellungnahme (
Urk.
15).
Am 2
0.
November 2015 liess der Beschwerdeführer
zudem
einen Bericht der Reha
I._
zu
seinem Aufenthalt vom
1.
b
is 2
1.
Oktober 20
15 einreichen (
Urk.
16 und 17). Der Bericht wurde
der
Beschwer
degegne
rin
zur Kenntnis gebracht
(
Urk.
18).
Mit Verfügung vom
2. Dezember 2015
wurde die
Z._
Pensionskasse zum Verfahren beigeladen (
Urk.
19). Sie verzichtete auf eine Stellungnahme
(
Urk.
14).
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, soweit für die Entscheidfindung erforderlich, nachfolgend eingegangen.
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Die Beschwerdegegnerin legte im angefochtenen Entscheid die massgeblichen Bestimmungen zur
Invalditätsbemessung
(
Art.
16 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG) und zum Rentenan
spruch (
Art.
28 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung, IVG) sowie zum Zeitpunkt der Rentenherabsetzung oder –
aufhebung
im Falle einer anspruchserheblichen Verbesserung der Erwerbsfähigkeit (
Art.
88a
Abs.
1 in Verbindung mit
Art.
88
b
is
Abs.
2 lit. a der Verordnung über die Invalidenversi
cherung (IVV) richtig dar. Darauf wird verwiesen.
1.2
Zu ergänzen ist,
dass
eine
Rente, wenn
sich der Invaliditätsgrad einer
Renten
bezü
gerin
oder eines Rentenbezügers erheblich
verändert,
von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben
wird
(
Art.
17
Abs.
1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Insbeson
dere ist die Rente nicht nur bei einer wesentlichen Änderung des Gesundheits
zustandes, sondern auch dann revidierbar, wenn sich die erwerblichen Auswir
kungen des an sich gleich gebliebenen Gesundheitszustandes erheblich verän
dert haben (BGE 130 V 343 E. 3.5 mit Hinweisen). Eine Veränderung der gesund
heitlichen Verhältnisse liegt auch bei gleich gebliebener Diagnose vor, wenn sich ein Leiden in seiner Intensität und in seinen Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit verändert hat (Urteile des Bundesgerichts 9C_261/2009 vom 1
1.
Mai 2009 E. 1.2 und I 212/03 vom 28. August 2003 E. 2.2.3). Dagegen stellt die bloss unterschiedliche Beurteilung der Auswirkungen eines im Wesentlichen unverändert gebliebenen Gesundheitszustandes auf die Arbeitsfähigkeit für sich allein genommen keinen Revisionsgrund im Sinne von
Art.
17
Abs.
1 ATSG dar.
Zeitliche Vergleichsbasis für die Beurteilung einer anspruchserheblichen Ände
rung des Invaliditätsgrades bilden die letzte rechtskräftige Verfügung oder der letzte rechtskräftige Einspracheentscheid, welche oder welcher auf einer materi
ellen Prüfung des Rentenanspruchs mit rechtskonformer Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und Invaliditätsbemessung beruht (BGE 133 V 108; vgl. auch BGE 130 V 71 E. 3.2.3; Urteil des Bundesgerichts 9C_438/2009 vom 26. März 2010 E. 1 mit Hinweisen).
1.3
Versicherungsträger und Sozialversicherungsgerichte haben die Beweise frei, das heisst ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und pflicht
gemäss zu würdigen. Für das Beschwerdeverfahren bedeutet dies, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel, unabhängig davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden hat, ob die verfüg
baren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruches gestatten. Insbesondere darf es bei einander widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich des Beweiswertes eines
Arztbe
richtes
ist also entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfas
send ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwer
den berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schluss
folgerungen begründet sind. Ausschlaggebend für den Beweiswert ist grund
sätzlich somit weder die Herkunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gut
achten (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a).
2.
Streitig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegnerin die seit 1997
aufgrund eines Invaliditätsgrades von 100
%
ausgerichtete ganze Invalidenrente gestützt auf das Gutachten der MEDAS
D._
vom 1
5.
Januar 2014 zu
Recht
revi
sionsweise
eingestellt hat
.
3.
3.1
Zeitlicher Referenzpunkt für die Prüfung einer anspruchserheblichen Änderung bildet die ursprüngliche Rentenverfügung vom 2
4.
August 1999 (
Urk.
8/60)
. Den revisionsweisen Bestätigungen des Rentenanspruchs in den Jahren 2001 und 2007 lagen in medizinischer Hinsicht jeweils lediglich ein
kurzer
Bericht von
Dr.
F._
vom 1
9.
September 2001 (
Urk.
8/66) und ein ebenso
knapper Bericht
von
Dr.
med.
B._
(undatiert,
Urk.
8/73) zugrunde; eine materielle Prüfung des Rentenanspruchs mit rechtskonformer Sachverhaltsabklärung und Beweiswürdigung fand nicht statt (vgl.
Urk.
8/64-67, 8/71-75).
3.2
Der ursprünglichen
Rentenzusprache
mit Verfügung vom 2
4.
August 1999 lag in medizinischer Hinsicht im Wesentlichen das Gutachten der MEDAS
A._
vom 1
1.
Mai 1999 zugrunde. Gestützt auf die dort durchgeführten ortho
pädischen, rheumatologischen, psychiatrischen und neurologischen Unter
suchungen und die
bisherigen Akten schlossen die zuständigen Ärzte auf fol
gende Diagnosen mit Einschränkung der Arbeitsfähigkeit (
Urk.
8/53/13):
Chronisches Schulter-Arm-Syndrom rechts nach Autounfall am
16.11.1996 (ICD-1
0;
M19.8)
Omarthrose
rechts bei Gelenksinkongruenz nach
Hume
rus
kopf
fraktur
Status nach
Humerusschaft
-Trümmerfraktur mit A
usbildung einer
Pseudarthrose
Status nach
Plattenosteosynthese und
Spongiosaplastik
des
Humerus
schafts
am 23.09.1997
Hyposensibilität der rechten Hand
ulnar
, wahrscheinlich bei
Läsion des
Nervus
ulnaris
Zervikozephales
Schmerzsyndrom rechtsbetont
(ICD10; M53.0)
Fehlhaltung der Halswirbelsäule
Blockierungszeichen der Kopfgelenke
Lumbovertebrales
Schmerzsyndrom (ICD10; M51.2)
Diskushernie L5/S1 paramedian links mit
residuellem
sensiblem
Ausfall
syndrom S
1
Anhaltende
leichtgradige
depressive Störung mit somatischen Symp
tomen bei Schmerzsyndrom und körperlichen Handicaps nach Unfall (ICD10; F33.01)
.
Die Konsensbeurteilung lautete dahingehend, dass der Beschwerdeführer beim schweren Verkehrsunfall vom 1
6.
November 1996 eine Trümmerfraktur des rechten
Humerusschaftes
erlitten
habe
, aus welcher sich eine
Pseudarthrose
entwickelt habe. Die persistierende Instabilität des betroffenen Oberarms habe schliesslich am 1
2.
September 1997 eine Osteosynthese notwendig gemacht. Diese habe zwar zur Verbesserung der Stabilität geführt, jedoch habe sich eine zunehmend schmerzhafte Funktionseinschränkung des rechten Schultergelenks manifestiert, als deren Ursache im
Nachhinein
eine stattgehabte
Humeruskopf
fraktur
und eine nun daraus sich entwickelnde Arthrose nachgewiesen worden sei. Zusätzlich zu diesen Unfallfolgen sei bereits im Mai 1997 ein linksseitiges
lumboradikuläres
Syndrom bei grosser Diskushernie L5/S1 manifest geworden. Zur vorgeschlagenen neurochirurgischen Operation habe sich der Beschwerde
führer angesichts der komplexen und belastenden Gesamtsituation nicht ent
schliessen können. Dieser Beschwerdekomplex stehe aktuell nicht im Vorder
grund, belaste aber zusätzlich.
Zusammenfassend wurde der Beschwerdeführer aufgrund der krankhaften Ver
än
derungen des Bewegungsapparates
generell als nicht mehr arbeitsfähig beurteilt.
Der orthopädische Teilgutachter erachtete die Erlangung einer vollen Arbeitsfähigkeit für eine Tätigkeit mit nur leichter Belastung als denkbar, sofern der Beschwerdeführer sich einer
Schulterarthrodese
unterziehen würde und diese mit gutem Resultat abgeschlossen werden könnte. Ohne chirurgischen Eingriff an der Schulter, zu welchem der Beschwerdeführer ihres Erachtens nicht gezwu
ngen
werden könne, sei mit einem
Fortschreiten der
Omarthrose
und einer weiter
e
n Verschlechterung der Schulterfunktion zu rechnen. Der beteiligte psychiatrische Facharzt erachtete den Beschwerdeführer aufgrund der aktuell
leichtgradigen
depressiven Störung als zu 30
%
eingeschränkt. (
Urk.
8/53/12 ff.).
3.3
Im Rahmen der Begutachtung in der MEDAS
D._
vom
2.
bis
4.
De
zember 2013 wurde der
Beschwerdeführer psychiatrisch
, neurologisch und ortho
pädisch sowie allgemein-
internistisch
abgeklärt. Zusätzlich zu den vor
handenen medizinischen Unterlagen holte die MEDAS
diverse Berichte und CT
Unterlagen von
Dr.
F._
, bei welchem der Beschwerdeführer vom
3.
November 1998 bis 3
0.
Januar 2002 und sodann wieder ab
7.
November 2012 in Behandlung stand, ein (vgl. dazu
Urk.
8/102/21 f.).
Der Beschwerdeführer
legte anamnestisch dar
, dass er seit dem Unfall im Jahr 1996 bei
Dr.
C._
in Psychotherapie sei, weil er so nervös und psychisch angespannt
sei
. Er habe seit der Operation 1997 praktisch immer gleiche Schmerzen am rech
t
en Oberarm und
an
der rechten Schulter. Mitunter würden die Schmerzen auch in den Rücken
ausstrahlen. Ausserdem habe er seit dem Unfall ein Druckgefühl im Kopf, mitunter leide er unter Schwindel (
Urk.
8/102/23 f.).
Die beteiligten Gutachter schlossen auf folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (
Urk.
8/102/50):
Schmerzhafte Bewegungseinschrä
nkung des rechten Schultergelenks
Status nach
Humerusschaft
-Trümmerfraktur
(16.11.1996) mit
Pseu
darthrose
Status nach Plattenosteosynthese und
Spongiosaplastik
des
Humerus
schafts
am 23.09.1997, radiologisch Zeichen einer leichten
Omar
throse
Z
ervicolumbales
Schmerzsyndrom bei Diskushernie L5/S1 paramedian links (CT vom 07.11.2012) ohne
radikuläre
Symptomatik,
radiologisch mit leich
ten bis mä
ssigen degenerativen Veränderungen
Rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig leichte depressive Episode
.
Keinen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit massen sie den Diagnosen einer anhal
ten
den
somatoformen
Schmerzstörung, akzentuierte
r
Persönlichkeitszüge mit
histrionischen
und passiv aggressiven Anteilen, einer arteriellen Hypertonie, einer
Hypercholesterinämie
, der Adipositas, einer
Hyperurikämie
und dem chro
nischen Nikotinkonsum bei. Ebenfalls als für die Leistungsfähigkeit nicht rele
vant wurden ein Status nach einer Appendektomie ca. 1974, ein Status nach
arthroskopischer
lateraler
Teilmeniskektomie
und offener Resektion eines late
ralen Meniskusganglions des linken Kniegelenks (4/96), ein Status nach
Platte
nosteosynthese
einer
Tibiafraktur
links (4/92), nicht näher klassifizierbarer
Schwindel (DD phobisch bedingt) und
unklare Kopfschmerzen (DD Anteil Span
nungskopfschmerz; DD Ausgestaltung der Beschwerden) eingestuft.
Die versicherungsmedizinische Beurteilung der Arbeitsfähigkeit lautete dahinge
hend, dass der Beschwerdeführer aufgrund der Einschränkungen speziell seitens der Schulter
rechts und der Wirbelsäule für die zuletzt ausgeübte Tätigkeit nicht mehr einsetzbar sei. In einer adaptierten Tätigkeit sei er dagegen wahrscheinlich seit der letzten massgeblichen Begutachtung durch die MEDAS
A._
im Mai 1999 zu 70
%
arbeitsfähig (vgl. dazu
Urk.
8/102/56).
Zur Frage nach einer Veränderung des Gesundheitszustandes bei verändertem Grad der Arbeitsfähigkeit äusserten sich die beteiligten Gutachter dahingehend, dass sich aus polydisziplinärer Sicht keine wesentliche Änder
ung des Gesund
heitszustandes erg
eben habe; vielmehr zeigten die Akten, dass der Gesundheits
zustand des Beschwerdeführers im Jahr 1999 bezüglich einer adaptierten Tätig
keit unterschiedlich beurteilt worden sei. Der Kreisarzt
Dr.
med.
J._
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie FMH, habe den Beschwerdeführer richtig
erweise bereits am 1
2.
Juli 1999 in einer angepassten Tätigkeit als
arbeitsfähig erachtet (vgl. Kreisarztbericht,
Urk.
8/58/3-7). Die Argumente der Suva seien plausibel und würden aus retrospektiver Sicht geteilt (
Urk.
8/102/57 f.).
4.
4.1
Der Vergleich des
im ursprünglichen Rentenverfahren
eingeholten Gutachten
s
der MEDAS
A._
mit dem im hier zu beurteil
enden
Revisionsver
fahren
in Auftra
g gegebenen Gutachten der MEDAS
D._
macht deutlich, dass sich der Gesundheitszustand entgegen der Argumentation der
Beschwerde
gegnerin
offensichtlich nicht verbessert hat; im Gegenteil wurde der Gesund
heitszustand von den beteiligten Gutachterpersonen der MEDAS
D._
ausdrücklich als im Wesentliche
n
unverändert bezeichnet
und wie ursprünglich die orthopädisch-rheumatischen
Befunde
sowie die psychiatrische Diagnose einer leichten depressiven Störung als die Arbeitsfähigkeit einschränkend erachtet. Insofern liegt zweifellos eine
bloss unterschiedliche Beurteilung der Auswirkungen eines im Wesentlichen unverändert gebliebenen Gesundheitszu
standes auf die Arbeitsfähigkeit
vor, welche
für sich allein genommen keinen Revisionsgrund im Sinne von
Art.
17
Abs.
1 ATSG dar
stellt (vgl. obige E. 1.2)
.
4.2
Auch gestützt auf die übrigen i
m aktuellen Revisionsverfahren zu den Akten genommenen
medizinischen Unterlagen
rechtfertigt sich der Schluss
auf eine anspruchsrelevante Verbesserung des Gesundheitszustandes
nicht
.
Zwa
r sprach sich
Dr.
B._
in ihr
em Bericht vom
7.
Juni 2012 für eine mögliche Arbeitsfä
higkeit
aus somatischer Sicht aus (
Urk.
8/79/3
), dies jedoch ohne
Diagnose
stellung
und ohne Darlegung des Verlaufs respektive einer B
egründung, aus welchem Grund
sich
ihr
e Einschätzung aus
dem Jahr 2006, gemäss welcher sie
die Situation als stationär und eine Reintegration in den Arbeitsprozess als kaum mehr denkbar eracht
ete (
Urk.
8/73/1), nunmehr geändert haben soll
.
Zudem handelt es sich bei
Dr.
B._
um eine Fachärztin für Innere Medizin,
so dass sie
weder für die Einschätzung
d
er hier relevanten rheumatologisch-ortho
pädischen noch der psychiatrischen Einschränkungen geeignet erscheint.
Der behandelnde Psychiater
Dr.
C._
sprach sich dagegen am
5.
Juni 2012 für eine vollständige Arbeitsunfähigkeit bei rezidivierender depressiver Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode, einem chronischen Schulter-Arm-Syndrom nach Autounfall 1996, einem
zervicozephalen
und einem
lumbosakralen
Schmerzsyndrom aus (
Urk.
8/79/4).
Diese Einschätzung bestätigte er mit Bericht vom 2
3.
Mai 2013 (
Urk.
8/89).
Auch
Dr.
E._
ging
nach
einlässlicher
Auseinandersetzung mit dem Gutachten der MEDAS
D._
und gestützt auf seine orthopädis
chen Befunde
am 2
0.
Februar 2014 davon
aus, dass die gesamte rechte obere Extremität nur sehr beschränkt einsetzbar sei; zusätzlich sei dem Beschwerdeführer wegen der Wirbelsäulenproblematik weder langes Stehen noch Gehen oder Sitzen zumutbar
. Seine Einsatzmöglichkeiten entsprä
chen in Wirklichkeit einer Tätigkeit im geschützten Rahmen und lägen bei optimalen Bedingungen in der freien Wirtschaft bei theoretisch knapp 30
%
, wobei psychiatrisch
e
und internistische Einschränkungen noch nicht berück
sichtigt seien. Die Einschätzung der MEDAS
D._
kritisierte er
in nach
vollziehbarer Weise
insbesondere hinsichtlich der widersprüchlichen und unvollständigen Berücksichtigung der Diskushernie L5/S1, welche den
Achsen
stossschmerz
lumbosakral
und das Ameisenlaufen erkläre. Auch seien die
bild
gebend
dargestellten Einschränkungen im Bereich der rechten Schulter bezüg
lich der Konsequenzen der Fehlrotation und der Verletzung des
Humeruskopfes
bei der Beurteilung des Zustandes respektive der Funktionsfähigkeit des rechten Armes ungenügend berücksichtig
t worden (vgl. insbesondere
Urk.
8/105/4
und dortige Verweise auf das Gutachten der MEDAS
D._
,
Urk.
8/102
).
Auch
Dr.
F._
, welcher den Beschwerdeführer nach dem 3
0.
Januar 2002 erst
mals wieder am
7.
November 2012 untersuchte, verneinte eine Besserung des Zustandes. Radiologisch habe sich der Zustand L5/S1 im Sinne einer ausge
prägten Segmentdegeneration mit sensorischem S1-Syndrom gar verschlechtert.
Die Schmerzquellen im Bereich der rechten Schulter, des Rückens und
des
Nackens seien ohne namhafte Besserung geblieben.
Die ganze
z
ervicobrachiale
Schmerzproblematik sei überlagert durch
die
Schulterschmerzen rechts (
Omarthrose
). Hinzu kämen die neu
rovegetativen Beschwerden, wobei
Dr.
F._
das
chronifizierte
Schmerzsyndrom im Bereich Nacken-Schulter-Arm und
lum
bosakral
als klar im Vordergrund stehend beurteilte (
Urk.
8/105).
Weiter
spricht auch der
Bericht der
G._
AG vom 2
1.
Oktober 2014 zum Aufenthalt des Beschwerdeführers vom
4.
August bis 3
0.
September 2014 gegen eine Besserung des Gesundheitszustandes
. Die Diagnosen lauteten auf eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig schwere Episode (ICD-10 F33.21), eine anhaltende
somatoforme
Schmerzstörung (ICD-10 F45.4) und e
ine Schlafapnoe (ICD-10 F47.39). Auch wenn
der Bericht hinsichtlich der Diagnose und Beurteilung der
somatoformen
Schmerzstörung offensichtlich mangels Kenntnis der medizinischen Vorgeschichte und der konkreten somatischen Gesundheitsschäden nicht überzeugt, spricht er sich doch auch klar gegen eine Verbesserung aus. Die depressive Störung wurde trotz Teilremission während des Aufenthaltes als weiterhin schwer beurteilt und dies trotz erheblicher
anti
depressiver
M
edikation (vgl.
Urk.
8/126/3). D
ies, nachdem
Dr.
C._
am
5.
Juni 2012 und am 2
3.
Mai 2013 bereits von mittelgradigen
depressiven Episoden ausgegangen war
(
Urk.
8/79/4 und 8/89/3).
Letztlich
ist dem im gerichtlichen Verfahren eingereichten Bericht des
Stadt
spitals
K._
vom
1.
Oktober 2015
(
Urk.
13/2)
zu entnehmen, dass der Beschwer
deführer seit zirka einem Jahr an belastungsabhängig
en retrosternalen Schmerzen gelitten ha
b
e
, welche mit der sodann festgestellten koronaren Herz
erkrankung,
die zum
zweif
achem
aorto
-koronaren Bypass führte,
in Zusam
menhang gebracht wurden.
Diese in den übrigen medizinischen Akten noch nicht berücksichtigte Einschränkung lässt
denn auch
eher auf eine Verschlech
terung, denn eine Verbesserung des Gesundheitszustandes schliessen.
Damit rechtfertigt sich der Schluss auf eine
anspruchs
erhebliche Verbesserung des Gesundheitszustandes aufgrund der Aktenlage nicht.
4.3
Zudem
besteht kein Anlass, die verfügte Aufhebung d
er Invalidenrente
durch das Rechtsinstitut der
substituierte
n Begründung
der Wiedererwägung
zu schützen
. Ein solche
kann nur bei Unvertretbarkeit der ursprünglichen
Renten
zusprache
erfolgen. Zweifellos ist die Unrichtigkeit, wenn kein vernünftiger Zweifel daran möglich ist, d
ass die Verfügung unrichtig war und
nur ein einzi
ger Schluss - derjenige auf die Unrichtigkeit der Verfügung
-
möglich
ist
(BGE 125 V 383 E. 6a S. 393; Urteil des
Bundesgerichts
U 378/05 vom 1
0.
Mai 2006, E. 5.2 und 5.3,
publ
. in: SVR 2006 UV Nr. 17 S. 62 f. und Urteil des Eidgenös
sischen Versicherungsgerichts C 29/04 vom 2
4.
Januar 2005, E. 3.1.1,
publ
. in: SVR 2005 Arbeitslosenversicherung Nr. 8 S. 27, ferner etwa Urteil des
Bundes
gerichts
I 912/05 vom
5.
Dezember 2006, E. 3.2, je mit Hinweisen).
Hiervon kann vorliegend aber nicht die Rede sein. Das der ursprünglichen
Renten
verfügung
zugrunde gelegte Gutachten der MEDAS
A._
vom 2
4.
August 1999 beruhte auf allseitigen Untersuchungen, erging in Kenntnis d
er
Vorakten
und leuchtet in der Beurteilung der Situation ein. Im Gegensatz zur Einschätzung des Kreisarztes
Dr.
J._
vom 1
2.
Juli 1999 (
Urk.
8/58), welche die zuständigen Ärzte der MEDAS
D._
als
retrospektiv
richtig
und plausibel erachteten
(
vgl.
Urk.
8/102/58
), fanden in die Beurteilung der MEDAS
A._
sämtliche, auch die nicht unfallkausalen Störungen Eingang. Mitberücksichtigt in der Gesamtbeurteilung wurden dabei insbeson
dere auch die Auswirkungen der lumbalen Diskushernie (vgl.
Urk.
8/53/12 und 8/53/24), welche als unfall
fremde gesundheitliche Störung
nicht in die Beurtei
lung von
Dr.
J._
einfloss (vgl.
Urk.
8/58/6 und Urteil des
Sozialversi
cherungsgerichts
UV.2000.00075 vom 2
6.
November 2001 E. 2c).
Dass der nur als leicht eingeschätzten depressiven Störung mit somatischen Symptomen Auswirkung auf
die Arbeitsfähigkeit zugestanden
wurde
(
vgl.
Urk.
8/27/30)
, erscheint zwar im Lichte dessen,
dass
einer solchen im Regelfalle keine invalidisierende Wirkung beigemessen wird
(
vgl.
Urteil
des Bundesge
richts
8C_420/2011 vom 2
6.
September 2011 E. 2.5
; SVR 2011 IV Nr.
17), nicht ohne Weiteres nachvollziehbar. Jedoch führt dies schon deshalb nicht zur Annahme einer zweifellosen Unrichtigkeit der ursprünglichen
Rentenzusprache
, weil die Arbeitsfähigkeit gemäss Beurt
eilung der MEDAS
A._
bereits
aus somatischen Gründen
als nicht gegeben
erachtet wurde (vgl. insbesondere rheumatologische Beurteilung in
Urk.
8/53/24). Zudem
sprach sich auch der psychiatrische Teilgutachter der MEDAS
D._
für eine
Leistungsminde
rung
von zirka 30 % aufgrund der rezidivierenden depressiven Störung, gegen
wärtig leichte depressive Episode, aus (vgl.
Urk.
8/102/34).
Damit steht ein Zurückkommen auf die ursprüngliche
Rentenzusprache
unter dem Titel
der
substituierten Begründung nicht zur Diskuss
ion. Der angefochtene Entscheid ist
mit der Feststellung, dass der Beschwerdeführer weiterhin Anspruch auf eine ganze Invalidenrente hat,
aufzuheben
,
und die Beschwerde
ist
gutzuheissen.
Bei diesem Ausgang des Verfahrens kann auf die Prüfung des Antrags auf Wieder
herstellung der aufschiebenden Wirkung verzichtet werden.
5.
5.1
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem
Verfahrens
aufwand
und unabhängig vom Streitwert festzulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG in der seit
dem 1. Juli 2006 in Kraft stehenden Fassung) und ermessensweise auf Fr. 700.-- anzusetzen. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind sie der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen.
Der Antrag des Beschwerdeführers auf Gewährung der unentgeltlichen
Prozess
führung
wird damit hinfällig.
5.2
Entsprechend hat der Beschwerdeführer Anspruch auf eine Parteientschädigung. Diese ist nach
Art.
61 lit. g ATSG in Verbindung mit
Art.
34 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht (
GSVGer
) ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Sache und nach der Schwierigkeit des Prozesses zu bemessen. In Anwendung dieser Grundsätze rechtfertigt sich die Zusprechung einer Prozessentschädigung von
Fr.
1‘800
.-- (inklusive
Barauslagen und Mehr
wertsteuer).