# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 1563a249-8c18-536b-8b00-51ae77f753e1
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2016
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
X._, geboren 1963, war von 1997 bis 2014 als Grup
pen
leiter bei der Y._ tätig (Urk. 7/1 Ziff. 2.1). Unter Hinweis auf einen Wirbelsäulenschaden mit starken schmerzhaften Rücken
prob
lemen meldete er sich am 26. August 2013 bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an (Urk. 7/3). Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, klärte die medizinische und erwerbliche Situation ab, zog
Akten der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt (SUVA) bei (Urk. 7/6) u
nd
veranlasste ein polydisziplinäres Gutachten, welches am 2. Februar 2015 erstattet
wurde (Urk. 7/32).
Nach durchgeführtem Vorbescheidverfahren (Urk. 7/33-45, Urk. 7/48) verneinte die IV-Stelle mit Verfügung vom 19. Oktober 2015 (Urk. 7/49 = Urk. 2) einen Rentenanspruch.
2.
Der Versicherte erhob am 19. November 2015 Beschwerde gegen die Verfügung vom 19. Oktober 2015 (Urk. 2) und beantragte, es sei ihm eine ganze Rente zuzusprechen, eventuell seien berufliche Massnahmen durchzuführen oder die Angelegenheit zur Vornahme einer funktionsorientierten Begutachtung zurück
zuweisen (Urk. 1 S. 2). Die IV-Stelle beantragte mit Beschwerdeantwort vom 11. Januar 2016 (Urk. 6) die Abweisung der Beschwerde, was dem Beschwerde
führer am 8. April 2016 zur Kenntnis gebracht wurde (Urk. 9).
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG
).
Erwerbsunfähig
keit ist
der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesund
heit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verblei
bende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Be
tracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die
Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Er
werbs
unfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht über
wind
bar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG)
Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich min
des
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine Vier
telsrente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine Dreiviertels
rente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Be
richtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden be
rücksichtigt, in Kenntnis der Vor
akten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der me
dizinischen Situation einleuch
tet und ob die Schlussfolgerungen in der Exper
tise begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
1.4
Das Gericht kann die Angelegenheit zu neuer Entscheidung an die Vorinstanz zurückweisen, besonders wenn mit dem angefochtenen Entscheid nicht auf die Sache eingetreten oder der Sachverhalt ungenügend festgestellt wurde (§ 26 Abs. 1 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht, GSVGer). Gemäss stän
diger Rechtsprechung ist in der Regel von der Rückweisung – da diese das Ver
fahren verlängert und verteuert – abzusehen, wenn die Rechtsmittelinstanz den Prozess ohne wesentliche Weiterungen erledigen kann. In erster Linie kommt eine Rückweisung in Frage, wenn der Versicherungsträger auf ein Begehren überhaupt nicht eingetreten ist oder es ohne materielle Prüfung abgelehnt hat, wenn schwierige Ermessensentscheide zu treffen sind, oder wenn der ent
scheidrelevante Sachverhalt ungenügend abgeklärt ist (vgl. Urteil des Bundes
gerichts U 209/02 vom 10. September 2003 E. 5.2).
Bei ungenügenden Abklärungen durch den Versicherungsträger holt die Be
schwer
deinstanz im Regelfall ein Gerichtsgutachten ein, wenn sie einen (im V
er
waltungsverfahren anderweitig erhobenen) medizinischen Sachverhalt über
haupt
für gutachtlich abklärungsbedürftig hält oder wenn eine Administrativ
expertise in einem rechtserheblichen Punkt nicht beweiskräftig ist. Die betref
fende Beweiserhebung erfolgt alsdann vor der
–
anschliessend
reformatorisch entscheidenden
–
Beschwerdeinstanz selber statt über eine Rückweisung an die Verwaltung. E
ine Rückweisung an den Versicherungsträger
bleibt hingegen möglich, wenn sie allein in der notwendigen Erhebung einer bisher vollständig ungeklärten
Frage begründet
ist.
Ausserdem
bleibt es dem kantonalen Gericht (unter dem Aspekt der Verfahrensgarantien) unbenommen, eine Sache zurück
zuweisen, wenn lediglich eine Klarstellung, Präzisierung oder Ergänzung von gutachtlichen Ausführungen erforderlich ist (B
GE
137 V 210
E.
4.4.1.
4 mit Hin
weisen; Urteil des Bundesgerichts
8C_815/2012 vom 21.
Oktober 2013 E.
3.4
,
publi
ziert in SVR 1/2014 UV Nr. 2 S.
3)
.
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin ging in der angefochtenen Verfügung (Urk. 2) davon aus, dass der Beschwerdeführer von Oktober 2012 bis Juni 2013 arbeitsunfähig gewesen sei. Ab Juli 2013 könne von einer vollen Arbeitsfähigkeit ausgegangen werden. Das benötigte Wartejahr sei somit nicht erfüllt. Es sei kein Leistungs
anspruch gegeben. Das Gutachten sei anhand der im Februar 2015 aktuellen Rechtspraxis erstellt worden. Somit habe die neue Rechtsprechung nicht be
rück
sichtigt werden können. Auf das Gutachten könne aus näher genannten Grün
den (Urk. 2 S. 2) abgestellt werden.
2.2
Demgegenüber vertrag der Beschwerdeführer aus näher genannten Gründen (Urk. 1 S. 4 ff.) den Standpunkt, dass nicht auf das Gutachten abgestellt werden könne.
2.3
Strittig und zu prüfen ist die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers und ob zur Beantwortung dieser Frage auf das von der Beschwerdegegnerin eingeholte Gutachten abgestellt werden kann.
3.
3.1
Dr. med. Z._, Facharzt für Neurochirurgie, und Dr. med. A._, Assistenzarzt, B._, führten in ihrem Bericht vom 18. September 2013 (Urk. 7/8/5-6) aus, dass der Beschwerdeführer seit Oktober 2012 bei ihnen in Behandlung stehe und nannten als Diagnose eine Lumbo
ischialgie beidseits mit Pseudo-Radikulopathie rechts bei bekannter grössenre
gredienter Diskushernie L4/5 mit Nervenwurzelkompression L5 rechts (MRI September 2012 und Juli 2013; S. 5). Es sei durch sie keine Arbeitsunfähigkeit attestiert worden. Der Beschwerdeführer sei aufgrund von starken Schmerzen im Alltag eingeschränkt. Sobald die Schmerzen regredient seien, könne mit ei
ner Wiederaufnahme der beruflichen Tätigkeit gerechnet werden (S. 6).
3.2
Die Ärzte des C._, Klinik für Rheumatologie, führten im Bericht vom 6. November 2013 (Urk. 7/14) aus, dass der Beschwerdeführer vom 10. Oktober bis 30. Oktober 2013 in der Klinik für Rheumatologie hospitalisiert gewesen sei und nannten die folgenden Diagnosen:
chronisches lumbospondylogenes Schmerzsyndrom linksbetont
segmentale Dysfunktion L5/S1 mit Fehlhaltung bei Hyperlordose, mit sekundären myofaszialen Befunden musculus quadratus lumborum und tractus iliotibialis, residuell Hypästhesie lateraler Oberschenkel und Unterschenkel rechts
Bildgebung
-
MRI Lendenwirbelsäule September 2012: subtotale Spinal
ste
nose L4/5 bei grosser paramedianer rechtsseitiger Diskus
pro
trusion
-
MRI Lendenwirbelsäule Oktober 2013 (O._): Spinalkanal
frei, unauffällige diskoligamentäre Strukturen ohne Hinweise für
Neurokompression, die Diskusprotrusion L4/5 ist vollständig
resor
biert, Osteochondrose L5/S1 und Flüssigkeitssaum der
Facettengelenke L5/S1 beidseits
Therapie
-
CT-gesteuertes EDI September und Oktober 2012: circa 40 %
Schmerzreduktion, keine Ruheschmerzen mehr
-
Infiltration Beckenkamm beidseits Oktober 2013: Schmerz
besserung während 20 Minuten
-
CT-gesteuerte Facettengelenksinfiltration L4/5 beidseits Juli
2013: kein Ansprechen
-
BV-gesteuerte Facettengelenksinfiltration L5/S1 beidseits
Oktober
2013: kein Ansprechen
Multimodale rheumatologische Komplexbehandlung 93.38.02
somatoforme Schmerzstörung mit depressiver Entwicklung, ICD-10 F45.4
Medikation mit Trittico seit August 2013 und Fluoxetin seit Januar 2013
koronare 2-Gefässerkrankung
Status nach anteroapikalem STEMI (CK Max. 2946 U/I) im November 2008
-
Akutkoronarangiographie November 2008: PCI/Stend (DES) bei
subtotaler proximaler RIVA-Stenose, mittlere 50% RCA-Stenose
-
Echo August 2008: normal grosser linker Ventrikel, LVEF 61 %,
Hypokinesie anterior basal und midventrikulär
kardiovaskuläre Risikofaktoren (cvRF): Status nach Nikotinabusus, prädiabetische Stoffwechsellage, Adi
positas (BMI 33kg/m2)
Vitamin D Mangel (8 ug/l)
aktuell Substitution
Beim Beschwerdeführer habe im September 2012 ein akutes bis subakutes lum
bo
radikuläres Reizsyndrom L5 rechtsbetont beziehungsweise symptomati
sche Spinalstenose bei MR-graphischer Darstellung einer grossen, rechts para
me
dia
nen Diskushernie L4/5 mit subtotaler Spinalstenose auf dieser Höhe be
standen, mit Erstmanifestation nach einem „Fehltritt“ ähnlichen Ereignis, als der Sattel des Fahrradergometers eingesackt sei (S. 1 unten, S. 2 oben). Auf
grund des pro
trahierten Verlaufs sei eine psychiatrische Mitbeurteilung erfolgt, wo die Diag
nose einer somatoformen Schmerzverarbeitungsstörung mit depres
siver Ent
wick
lung diagnostiziert worden sei. Der Beschwerdeführer habe sich weiterhin als schuldzuweisend/-suchend präsentiert und habe hohe Erwartun
gen an die durch das Spital durchgeführte Rehabilitation gehabt, welche nicht habe erfüllt werden können (S. 2 Mitte).
3.3
Dr. med. D._, Facharzt für
Allgemeine Innere Medizin
, führte in sei
nem Bericht vom 25. November 2013 (Urk. 7/13) aus, dass er den Beschwerde
führer von Juli 2012 bis März 2013 behandelt habe (Ziff. 1.2) und nannte die folgende Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (Ziff. 1.1):
symptomatisches lumboradikuläres Schmerzsyndrom
MRI Juni und Oktober 2013; grössenregrediente Diskushernie L4/5 mit fraglichem Kontakt zur L5 Wurzel
Status nach Infiltration Juli 2013 und mehrmonatige Therapie O._
grosse Diskushernie mit Kompression L5 rechts stärker als links
(eventuell) ausgelöst durch Unfall während Ergometrie 11. Juni 2012
Der Beschwerdeführer sei am 11. Juni 2012 kurz nach einer Ergometrie im C._ vom Stuhl herabgefallen und habe daraufhin therapiere
sistente Schmerzen entwickelt. Weitere Fragen könnten nicht beantwortet wer
den, da er den Beschwerdeführer seit März 2013 nicht mehr behandle (S. 2 Ziff. 1.4).
3.4
Am 2. Februar 2015 erstatteten die Ärzte des E._ im Auftrag der Beschwerdegegnerin ein Gutachten (Urk. 7/32/1-19). Sie stützten sich dabei auf die ihnen überlassenen Akten (S. 3 ff.) und die am 12. Dezember 2014, 17. Dezember 2014 und 13. Januar 2015
erfolgten Untersuchungen, über welche in Teilgutachten psychiatrischer (Urk. 7/32/30-37), orthopädischer (Urk. 7/32/20-29) und internistischer (Urk. 7/32/38-47
) Richtung berichtet wurde.
Die Gutachter nannten keine Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähig
keit (S. 13 lit. F1). Als Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (letzte Tätigkeit) nannten sie (S. 14 lit. F2):
chronisches lumbovertebrales Schmerzsyndrom bei leicht- bis mittelgradiger Funktionseinschränkung ohne radikuläre Symptomatik
retropatellares Schmerzsyndrom beidseits bei freier Funktion
koronare Herzerkrankung mit Status nach anterolateralem Myokardinfarkt am 3. November 2008
Akut-PCI/Stent (DES) einer subtotalen proximalen RIVA-Stenose am 3. November 2008. Belassen einer 50%igen RCA-Stenose im mittleren Abschnitt
Echokardiographie von Dezember 2008: Normal grosse LVEF von 61 % und anterobasaler Hypokinesie
aktuell am 17. Dezember 2014 echokardiographisch normale LV-Funk
tion und fehlender Ischämienachweis in der Fahrradergometrie
zumindest akzentuierte Persönlichkeit mit vor allem abhängig ängstlichen und histrionischen Anteilen (ICD-10 F61)
chronifizierende Schmerzstörung mit psychischen und somatischen Anteilen (ICD-10 F45.41)
Im orthopädisch-traumatologischen Gutachten wurde ausgeführt, dass die Arbeits
fähigkeit in der zuletzt ausgeübten Tätigkeit als Gruppenleiter in der Pro
duktion für mehr als acht Stunden pro Tag gegeben sei. Zu vermeiden sei jedoch eine Tätigkeit in ständiger Kälte, so dass der letzte Arbeitsplatz insofern als ungeeignet angesehen werden müsse (S. 11 Mitte).
Im psychiatrischen Gutachten wurde ausgeführt, dass sich bei der aktuellen Un
tersuchung ein persönlichkeitsauffälliger Versicherter mit histrionischen und ängstlich abhängigen Tendenzen gezeigt habe, während Hinweise auf eine ei
gentliche depressive Auslenkung nicht mehr vorhanden gewesen seien. In den Vordergrund der Beschwerdeproblematik werde vom Versicherten eine lumbale Schmerzproblematik mit Ausweitungscharakter gestellt, zudem die Entwicklung massiver Kopfschmerzen. Gleichzeitig seien im Gefolge der Schmerzproblematik
ausgeprägte kognitive Beeinträchtigungen vorgebracht worden. Insgesamt werde
aber eine Verbesserung der Schmerzproblematik seit Beginn um 50 % angege
ben, eine Überwindbarkeit scheine auch während der Exploration er
sichtlich. Auch wenn ein deutlicher Zusammenhang mit psychischer Belastung bestehe,
eine gewisse Therapieresistenz bisher zu beobachten
sei
und ein ge
ringgradiger sozialer Rückzug
auffalle
,
sei
aufgrund des Fehlens eines primären Krank
heits
gewinns und einer doch anzunehmenden Überwindbarkeit ein Ein
fluss auf die Ar
beitsfähigkeit seitens der Schm
er
z
problematik nicht gegeben
(S. 11 unten, S. 12 oben)
.
Im internistischen Gutachten wurde ausgeführt, dass aus internistischer Sicht keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit für die angestammte Tätigkeit, welche er bis 2012 bei F._ ausgeübt habe oder für eine denkbare körperlich leichte bis mittelschwere Verweistätigkeit, bestehe (S. 12 unten).
Die Gutachter führten sodann zusammenfassend aus, aus orthopädisch-trauma
tologischer, internistischer und psychiatrischer Sicht bestünde eine Arbeits
fähig
keit von 100 % für die zuletzt ausgeübte Tätigkeit als Produktionshelfer und
Gruppenleiter. Eine Einschränkung in einer leidensadaptierten Tätigkeit be
stünde
ebenfalls nicht (S. 15 oben).
Das zusammenfassende Belastungs-/Ressourcenprofil im polydisziplinären Kon
sens wurde wie folgt umschrieben (S. 15):
„Orthopädisch ist der Versicherte in der Lage, körperlich leichte bis mittel
schwere Tätigkeiten mit Heben, Tragen von Lasten bis zu maximal 15 kg durch
zuführen. Tätigkeiten in ständiger Vorbeuge, in kniender und kauernder Stellung
sollten vermieden werden. Darüber hinaus sollten auch Tätigkeiten bei Nässe, Kälte, Hitze und extremen Temperaturschwankungen vermieden werden. Der Versicherte ist in der Lage sich öfters zu drehen, zu winden und zu bücken.“
Internistisch bestünde ebenfalls eine Leistungsfähigkeit für körperlich leichte bis mittelschwere Tätigkeiten. Aus psychiatrischer Optik sei das Belastungsprofil nicht eingeschränkt.
Der Versicherte sei in der Lage, die bisherige Tätigkeit 8.5 Stunden täglich ohne Leistungsminderung auszuüben. Die Arbeitsfähigkeit betrage 100 %. Diese Ein
schätzung gelte nur unter der Voraussetzung, dass die Tätigkeit nicht in einer Kühlkammer stattfände (S. 15 unten).
Für eine leidensadaptierte Tätigkeit bestehe ebenfalls eine Arbeitsfähigkeit in Höhe von 100 % (S. 15 unten).
Zum Verlauf wurde ausgeführt, der Versicherte sei aus rein orthopädischer Sicht
spätestens seit Juli 2013 (MRI-Kontrolle der Lendenwirbelsäule) zu 100 % ar
beits
fähig. Aus rein psychiatrischer Sicht sei der Versicherte immer in der Lage gewesen, eine Tätigkeit vollumfänglich auszuüben. Aus internistischer Sicht sei die bisherige Tätigkeit nur kurzfristig für mehrere Wochen bis Monate im Zu
sammenhang mit dem Herzinfarkt am 3. November 2008
eingeschränkt gewe
sen (S. 16 oben).
3.5
Dr. med. G._, Facharzt für
Orthopädische Chirurgie und Traumato
lo
gie des Bewegungsapparates
, Regionaler ärztlicher Dienst (RAD), hielt mit Stellung
nahme vom 9. Februar 2015 fest, auf das Gutachten sei abzu
stellen (Urk. 7/39 S. 6 Mitte).
3.6
Dr. med. H._, Oberarzt I._, J._, führte mit Bericht vom 8. April 2015 (Urk. 7/36) aus, dass der Beschwerdeführer seit Dezember 2013 in der J._ in Behandlung sei und nannte als Diagnosen nach ICD-10 eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige depressive Episode (ICD-10 F33.1) und eine chronische Schmerz
störung mit somatischen und psychischen Faktoren (ICD-10 F45.41; S. 1). Durch die J._ sei keine Arbeitsunfähigkeit attestiert worden, dies sei durch den Hausarzt Dr. K._ erfolgt. Aus psychiatrischer Sicht habe eine Arbeitsunfähigkeit bestanden und bestehe aktuell eine solche.
3.7
Mit Stellungnahme vom 19. Juni 2015 (Urk. 7/43) führten die Gutachter aus
näher genannten Gründen (S. 2) aus, die vom behandelnden Psychiater be
schrie
bene mittelgradige depressive Episode könne nicht bestätigt werden, ins
be
son
dere auch eine Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit sei angesichts der beschrie
benen Symptome nicht zu erklären. Zudem nahmen die Gutachter Stellung zu den Einwänden des Beschwerdeführers zum orthopädischen Teilgut
achten vom 20. April 2015 (Urk. 7/37).
3.8
Dr. G._ führte mit Stellungnahme vom 16. Oktober 2015 aus, dass das Gutach
ten keine Mängel aufweise (Urk. 7/48).
3.9
Dr. L._, M._, führte mit Bericht vom 19. Oktober 2015 (Urk. 3) aus, der Beschwerdeführer leide an Depressionen.
4.
4.1
Eine fachärztlich (psychiatrisch) diagnostizierte anhaltende somatoforme Schmerz
störung oder eine vergleichbare Störung ohne erkennbare organische Ursache begründet als solche noch keine Invalid
ität. Nach der bisherigen Recht
sprechung bestand eine Vermutung,
dass die somatoforme Schmerzstö
rung oder
ihre Folgen mit einer zumutbaren Willensanstrengung überwindbar sind. Danach
konnten bestimmte Umstände, welche die Schmerzbewältigung intensiv und konstant behindern, den Wiedereinstieg in den Arbeitsprozess un
zumutbar machen, weil die versicherte Person alsdann nicht über die für den Umgang mit den Schmerzen notwendigen Ressourcen verfügte. Ob ein solcher Ausnahmefall vorlag, entschied sich im Einzelfall anhand verschiedener
Krite
rien (BGE 130 V 352, 131 V 49 E. 1.2, BGE 139 V 547 E. 3). Die mit BGE 130 V 352 begründete Überwindbarkeitspraxis bei somatoformen Schmerzstö
rungen fand unter ande
rem auch bei posttraumati
schen Belastungsstörungen Anwen
dung (Urteil des Bundesgerichts 8C_483/2012 vom
4.
Dezember 2012 E. 4.2 mit Hinweisen).
4.2
Mit BGE 141 V 281 hat das Bundesgericht seine bisherige Rechtsprechung zur Invaliditätsbemessung bei psychosomatischen Störungen neu gefasst:
Die durch BGE 130 V 352 begründete Rechtsprechung bezweckte die Sicher
stel
lung eines gesetzmässigen Versicherungsvollzuges mittels der Regel/Aus
nahme-Vorgabe beziehungsweise der Überwindbarkeitsvermutung. An dieser Recht
sprechung ist nicht festzuhalten. Das bisherige Regel/Ausnahme-Modell wird durch ein
Strukturiertes
Beweisverfahren
ersetzt. An der Rechtsprechung zu Art. 7 Abs. 2 ATSG - ausschliessliche Berücksichtigung der Folgen der ge
sund
heitlichen Beeinträchtigung und objektivierte Zumutbarkeitsprüfung bei mate
rieller Beweislast der rentenansprechenden Person (Art. 7 Abs. 2 ATSG) - ändert sich dadurch nichts. An die Stelle des bisherigen Kriterienkatalogs (bei anhal
tender somatoformer Schmerzstörung und vergleichbaren psychoso
mati
schen Leiden) treten im Regelfall beachtliche Standardindikatoren. Diese lassen sich in die Kategorien Schweregrad und Konsistenz der funktionellen Auswir
kungen einteilen, wobei auf den Begriff des primären Krankheits
gewinnes und die Prä
ponderanz der psychiatrischen Komorbidität verzichtet wird. Damit wer
den für die Invaliditätsbemessung bei psychoso
matischen Leiden die gesetzge
berischen Anordnungen nach Art. 7 Abs. 2 ATSG konkreti
siert. Die Anerken
nung eines rentenbegründenden Invaliditätsgrades ist nur zulässig, wenn die funktionellen Auswirkungen der medizinisch festgestellten gesundheitlichen Anspruchs
grund
lage im Einzelfall anhand der Standardin
dika
toren schlüssig und wider
spruchs
frei mit (zumindest) überwiegender Wahr
scheinlichkeit nach
gewiesen sind. Fehlt es daran, hat die Folgen der Beweis
losigkeit nach wie vor die mate
riell beweis
belastete versicherte Person zu tragen (E. 6).
Die Standardindikatoren umschreibt das Bundesgericht im genannten Urteil wie folgt:
Kategorie „funktioneller Schweregrad“
Komplex „Gesundheitsschädigung“
-
Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde
-
Behandlungs- und Eingliederungserfolg oder -resistenz
-
Komorbiditäten
Komplex „Persönlichkeit“ (Persönlichkeitsdiagnostik, persönliche Res
sourcen)
Komplex „Sozialer Kontext“
Kategorie „Konsistenz“ (Gesichtspunkte des Verhaltens)
gleichmässige Einschränkung des Aktivitätenniveaus in allen ver
gleich
baren Lebensbereichen
behandlungs- und eingliederungsanamnestisch ausgewiesener Leidens
druck
Die Antworten, welche die medizinischen Sachverständigen anhand der (im Ein
zelfall relevanten) Indikatoren geben, verschaffen den Rechtsanwendern Indizien, wie sie erforderlich sind, um den Beweisnotstand im Zusammenhang mit der Beurteilung der Arbeitsunfähigkeit bei psychosomatischen Störungen zu überbrücken (E. 4.1.3).
4.3
Sodann wurde festgehalten, dass gemäss altem Verfahrens
stand eingeholte Gut
achten nicht per se ihren Beweiswert verlieren. Vielmehr ist im Rahmen einer gesamthaften Prüfung des Einzelfalls mit seinen spezifischen Gegebenheiten und den erhobenen Rügen entscheidend, ob ein abschliessendes Abstellen auf die vorhandenen Beweisgrundlagen vor Bundesrecht standhält. In sinngemässer Anwendung auf die nunmehr materiell-beweisrechtlich geänder
ten Anforde
rung
en ist in jedem einzelnen Fall zu prüfen, ob die beigezogenen admini
stra
tiven und/oder gerichtlichen Sachverständigengutachten - gegebe
nenfalls im Kontext mit weiteren fachärztlichen Berichten - eine schlüssige Be
urteilung im Lichte der massgeblichen Indikatoren erlauben oder nicht. Je nach Abklärungs
tiefe und -dichte kann zudem unter Umständen eine punktuelle Er
gänzung genügen (BGE 141 V 281 E. 8).
5.
5.1
Die Ärzte diagnostizierten beim Beschwerdeführer unter anderem ein Schmerz
syn
drom und eine grössenregrediente Diskushernie L4/5, nachdem er während einer Ergometrie im Juni 2012 einen Unfall hatte. Zudem nannten die Ärzte unter anderem die Diagnose einer somatoformen Schmerzstörung (vorste
hend E. 3.2 ff.). Diese Diagnosen sind soweit unbestritten.
5.2
Die Beschwerdegegnerin stellte in ihrer Verfügung vom 19. Oktober 2015 auf das E._-Gutachten ab und ging gestützt darauf davon aus, dass keine Diag
nosen vorliegen würden, welche die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers be
einträchtigen würden. Er sei nur von Oktober 2012 bis Juni 2013 arbeitsunfähig gewesen.
5.3
In der Beschwerde wurde geltend gemacht, die im Gutachten attestierte Arbeits
fä
higkeit von 100 % in angestammter und adaptierter Tätigkeit sei nicht nach
vollziehbar. Das Gutachten sei keine genügende Grundlage zur Beurteilung der Einschränkung der Erwerbsfähigkeit.
5.4
Die Gutachter gingen unter anderem von einer chronifizierenden Schmerz
störung mit psychischen und somatischen Anteilen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit aus. Der behandelnde Psychiater diagnostizierte ebenfalls eine chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren, zusätz
lich noch eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige depressive Episode und kam zum Schluss, dass der Beschwerdeführer deshalb ar
beitsunfähig sei.
Nach dem Gesagten (vorstehend E. 4.1 ff.) hat die Beurteilung, ob eine fachärzt
lich diagnostizierte psychosomatische Erkrankung eine Invalidität begründet oder nicht, nicht mehr mittels der Regel/Ausnahme-Vorgaben beziehungsweise der Über
wind
barkeits
vermutung zu erfolgen.
Vielmehr hat die Invaliditätsbemessung bei psychosomatischen Störungen stär
ker als bisher den Aspekt der funktionellen Auswirkungen zu berücksichtigen, was sich bereits in den diagnostischen Anforderungen niederzuschlagen hat, in
dem dem diagnose-inhärenten Schweregrad der psychosomatischen Erkran
kung vermehrt Rechnung zu tragen ist. Sodann führt die auf die Begrifflichkeit des medizinischen Klassifikationssystems abstellende Diagnose der psychoso
mati
schen Erkrankung nur dann zur Feststellung einer invalidenversi
cherungs
recht
lich erheblichen Gesundheitsbeeinträchtigung, wenn die Diagnose auch unter dem Gesichtspunkt der Ausschlussgründe (BGE 131 V 49 E. 1.2) standhält.
In
sinngemässer Anwendung auf die nunmehr materiell-beweisrechtlich geänder
ten
Anforderungen ist in jedem einzelnen Fall zu prüfen, ob die beigezogenen administrativen und/oder gerichtlichen Sachverständigengutachten - gegebe
nen
falls im Kontext mit weiteren fachärztlichen Berichten - eine schlüssige Beurteilung im Lichte der massgeblichen Indikatoren erlauben oder nicht.
Die bundesgerichtliche Rechtsprechung zur somatoformen Schmerzstörung hat nach der Begutachtung durch die E._ geändert, weshalb die Prüfung, ob die diagnostizierte psychosomatische Erkrankung eine Invalidität begründet oder nicht, noch nach der Überwindbarkeitsvermutung erfolgte. So führten die Gutachter im Rahmen der Prüfung der sogenannten Foerster-Kriterien aus, dass auch wenn ein deutlicher Zusammenhang mit psychischer Belastung bestehe,
eine gewisse Therapieresistenz bisher zu beobachten
sei
und ein geringgradiger sozialer Rückzug
auffalle
,
sei
aufgrund des Fehlens eines primären Krankheits
gewinns und einer doch anzunehmenden Überwindbarkeit ein Einfluss auf die Ar
beitsfähigkeit seitens der Schm
er
z
problematik nicht gegeben
. Nach dem Ge
sagten (vorstehend E. 4.3) kann auf das gemäss altem Verfahrensstand einge
holte Gutachten abgestellt werden, solange das Gutachten
eine schlüssige Beurteilung im Lichte der massgeblichen Indikatoren erlaubt. Dies ist jedoch vor
liegend nicht möglich. So ist zur Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde dem Gutachten einzig zu entnehmen, dass der Beschwerdeführer aus
gesagt habe, dass sich die Schmerzen um die Hälfte reduziert hätten. Aus der Aussage, dass der Beschwerdeführer seit 1.5 Jahren in ambulanter psychia
trischer Be
handlung, seit einem Jahr bei seinem jetzigen Psychiater Dr. H._ sei, kann der Indikator des Behandlungserfolgs/-resistenz unzureichend beurteilt werden. Ob eine Wechselwirkung zwischen der Schmerzstörung und Depression vorliegt, kann ebenfalls nicht beurteilt werden. Zur Frage der Ressourcen lässt sich dem Gutachten einzig entnehmen, dass der Beschwerdeführer verheiratet ist und viele Freunde habe, wobei die Kontakte seit dem Unfall weniger ge
worden seien, aus Angst, dass seine Schmerzen nicht ernst genommen würden (S. 32-33 Ziff. 2.3).
Dem Gutachten lassen sich somit nicht genügend Angaben entnehmen, um
die Zuverlässigkeit der von den Gutachtern attestierten Arbeitsunfähigkeit be
ziehungs
weise den Schwere
grad und die Konsistenz der funktionellen Aus
wir
kun
gen der psychischen Problematik aus rechtlicher Sicht beurteilen zu können. Auch den übrigen Akten lassen sich keine genügenden Informationen ent
nehmen, zumal sich bis auf den behandelnden Psychiater keiner der Ärzte zur Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers geäussert hat.
Unter diesen Umständen ist keine
verlässliche Beurteilung der Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers sowohl in einer leidensangepassten Tätigkeit als auch in der angestammten Tätigkeit möglich. Erforderlich ist somit eine Ergänzung durch den psychiatrischen Gutachter mit Blick auf die aktuelle Rechtsprechung zu psychosomatischen Leiden. Erst wenn diese Ergänzung vorliegt, kann beur
teilt werden, ob die diagnostizierte
chronifizierende Schmerzstörung mit psy
chi
schen und somatischen Anteilen
eine Invalidität begründet oder nicht.
Im Übrigen erweisen sich die Einwände des Beschwerdeführers betreffend die depressive Episode (Urk. 1 Ziff. 15 ff.) als nicht stichhaltig, kamen die Gut
achter doch in der Stellungnahme vom 19. Juni 2015 nachvollziehbar zum Schluss, dass keine mittelgradige depressive Episode vorliegt.
5.5
Zum Einwand des Beschwerdeführers, dass die Ausführungen des orthopädi
schen Gutachters zu seiner Arbeitsfähigkeit in angestamm
ter Tätigkeit wider
sprüchlich seien (Urk. 1 S. 4-5 Ziff. 8-11), ist zu sagen, dass im Gutachten tat
sächlich teilweise von einer uneingeschränkten Arbeitsfähig
keit in der zuletzt ausgeübten Tätigkeit die Rede ist (Urk. 7/32 S. 14 unten, S. 15 oben, S. 18 oben). Gleichzeitig wird aber auch klar zum Ausdruck gebracht, dass eine Tätig
keit in ständiger Kälte zu vermeiden sei und der letzte Arbeitsplatz in
sofern ungeeignet erscheine (S. 11, S. 15 Mitte, S. 15 unten, S. 27 Mitte). Zudem er
stell
ten die Gutachter ein differenziertes Belastungsprofil, aus welchem her
vor
geht, dass eine Tätigkeit in ständiger Kälte zu vermeiden sei. Das Belas
tungs
profil wird denn auch vom Beschwerdeführer nicht bestritten und ist auch nicht zu beanstanden. Soweit der Beschwerdeführer demnach die Ausführungen des orthopädischen Gutachters zur Arbeitsfähigkeit in angestammter Tätigkeit in Frage stellt, vermögen seine Einwände das Gutachten nicht zu erschüttern.
In Bezug auf die vom Beschwerdeführer vorgebrachte Rüge, dass wiederholt vo
n einer falschen Dauer der Arbeitsunfähigkeit ausgegangen worden sei (Urk. 1 S. 5 Ziff. 12), ist festzuhalten, dass selbst er bei der Anmeldung eine Arbeitsun
fähigkeit seit dem 9. Oktober 2012 angegeben hat (Urk. 7/3/Ziff. 4.4). Es ist nicht ersichtlich, weshalb der polydisziplinäre Konsens deshalb nicht aussage
kräftig sein soll. Zudem wurde die Dauer der Arbeitsfähigkeit im ortho
pädischen Teilgutachten präzise dargelegt (Urk. 7/32 S. 27 unten). Im Übrigen ist der genaue Zeitpunkt vorliegend nicht weiter relevant, entsteht doch der Renten
anspruch frühestens nach Ablauf von sechs Monaten nach Geltendma
chung des Leistungsanspruchs (vgl. Art. 29 Abs. 1 IVG), vorliegend also frühes
tens ab Februar 2014.
Der Beschwerdeführer bringt weiter vor, dass die Gutachter befangen seien (Urk. 1 S. 8 lit. D). Dies leitet er aus dem Umstand ab, dass die Beschwerdegeg
nerin den Beginn der Arbeitsunfähigkeit wiederholt falsch angegeben habe und hierfür keine Erklärung geliefert habe. Dem kann aus den zuvor genannten Gründen (Erwägung 5.5) nicht gefolgt werden. Weiter kann aus dem Umstand, dass die Gutachter sich auf die mittlerweile nicht mehr geltenden Foerster-Krite
rien gestützt haben, keine Befangenheit abgeleitet werden, wurde der die alte Rechtsprechung ablösende Bundesgerichtsentscheid doch nach der Begutach
tung und nur zwei Tage vor der ergänzenden Stellungnahme gefällt und erst später publi
ziert.
Die Würdigung des gesamten Gutachtens ergibt, dass die orthopädischen und internistischen Teilgutachten die vom Beschwerdeführer geklagten Beschwerden in angemessener Weise berücksichtigt haben, in Kenntnis der und in Auseinan
dersetzung mit den Vorakten erstattet wurden und der konkreten medizinischen Situation Rechnung tragen. Die Beurteilung leuchtet in der Darlegung der medi
zinischen Zusammenhänge ein und die vorgenommenen Schlussfolgerungen zu Gesundheitszustand und Arbeitsfähigkeit werden ausführlich begründet. Die Beurteilung durch die orthopädischen und internistischen Gutachter ist nach dem Gesagten umfassend, sodass für die Entscheidfindung auf diese Teilgut
achten abgestellt werden kann.
5.6
Zusammenfassend erweist sich die vorliegende Aktenlage für eine abschlies
sende
Beurteilung des Leistungsanspruchs in Bezug auf den medizinischen Sach
ver
halt als unvollständig (vgl. E. 5.4).
Die Beschwerde ist dementsprechend in dem Sinne gut
zuheissen, als die ange
fochtene Verfügung vom 19. Oktober 2015 auf
zuheben und die Sache zur ergänzenden psychiatrischen Abklärung an die Beschwerde
gegnerin zurückzuweisen ist.
6.
6.1
Da es im vorliegenden Verfahren um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichts
kosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert fest
zulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG) und auf Fr. 700.-- anzusetzen. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind sie der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen.
6.2
Nach ständiger Rechtsprechung gilt die Rückweisung der Sache an die Verwal
tung zur weiteren Abklärung und neuen Verfügung als vollständiges Obsiegen (BGE 137 V 57 E. 2.2), weshalb
der
vertretene Beschwerdeführer Anspruch auf eine Prozessentschädigung hat.
Beim praxisgemässen Stundenansatz von Fr. 220.-- (zuzüglich Mehrwertsteuer)
ist die Parteientschädigung vorliegend auf Fr. 2‘000.-- (inkl. Mehrwertsteuer und
Barauslagen) festzusetzen und aus
gangs
gemäss der Beschwerdegegnerin aufzu
er
legen.