# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 9fa9bc56-8d90-4e71-9c8f-95f58eaa81e8
**Court:** GR_KG
**Chamber:** GR_KG_006
**Year:** 2012
**Language:** de
**Jurisdiction:** GR / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

hat sich ergeben:
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I. Sachverhalt
A1. A.X. (nachstehend - der eigenen Parteibezeichnung folgend - A.X.), geboren am 27. März 1958, und B.X. (nachstehend - wiederum der eigenen Parteibezeichnung folgend - B.X.), geboren am 26. Oktober 1938, heirateten am 22. August 2008 vor dem Zivilstandsamt F.. Die Parteien haben keine gemeinsamen Kinder, sind jedoch aus früheren Beziehungen jeweils Elter von zwei erwachsenen Kindern.
2. Im Hinblick auf die Heirat schlossen die Ehegatten am 20. August 2008 einen Ehevertrag auf Gütertrennung gemäss Art. 247 ff. ZGB ab. Darin finden sich unter anderem auch folgende, im vorliegenden Verfahren relevanten Bestimmungen:
II. Ehevertrag
A. Während der Dauer der Ehe
.. ....
9. Finanzierung des familiären Lebensunterhaltes und der 
Sämtliche damit in Zusammenhang stehenden Aufwendungen werden durch B.X. finanziert. Im Übrigen erklären die Vertragspartner, dass gegenseitig keine Ersatzforderungen bestehen.
B. Auflösung der Ehe / ehelichen Gemeinschaft
10. Im Falle einer Scheidung der Ehe bezahlt B.X. an A.X. per Saldo aller Ansprüche eine einmalige Abfindung in der Höhe von
CHF 1'200'000.00 (Schweizer Franken eine Million  00/100).
Die Überweisung hat innert 30 Tagen seit Rechtskraft der  stattzufinden.
B.1. Am 27. April 2010 machte A.X. beim Kreisamt Alvaschein Klage auf Ehescheidung und Regelung der Nebenfolgen gegen B.X. anhängig. Nach erfolglos verlaufener Sühneverhandlung vom 10. Juni 2010 bezog sie am 11. Juni 2010 den Leitschein. Mit Prozesseingabe vom 14. Juni 2010 reichte sie ihre Klage beim Bezirksgericht Albula ein.
2. Am 31. März 2011 machte B.X. beim Bezirksgericht Albula seinerseits Klage gegen A.X. betreffend - so wörtlich - "Ehescheidung und Nebenfolgen / Feststellungsbegehren / Forderung" anhängig.
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3. Im Vorfeld dieser beiden Klagen bzw. parallel dazu kam es zu  gerichtlichen Verfahren:
a) Mit Eingabe vom 11. März 2010 stellte B.X. beim  Albula Gesuch um Erlass von Eheschutzmassnahmen. Das Gesuch wurde, nachdem A.X. die Scheidungsklage anhängig gemacht hatte und diesbezüglich zusätzliche Verfahrensanträge eingebracht wurden - als Begehren um Erlass von vorsorglichen Massnahmen für die Dauer des Ehescheidungsverfahrens behandelt (Proz.Nr. 130-2010-11 / 130-2010-27 / 110-2010-30). Mit Verfügung vom 8. November 2010, mitgeteilt am 9. November 2010, stellte der Bezirksgerichtspräsident Albula gestützt auf das Gesuch unter anderem fest, dass die Eheleute seit 26. Dezember 2009 getrennt lebten und die eheliche Wohnung dem Ehemann zur Nutzung  werde. Sodann wurde A.X. verpflichtet, ihrem Ehemann innert 15 Tagen ab Mitteilung der Verfügung Unterlagen zu verschiedenen von ihr im In- und Ausland geführten Bankkonti sowie Grundbuchauszüge, Verkehrswertschätzungen, Kaufverträge und Schuldstandsmeldungen per 31. Dezember 2009 für Liegenschaften in C., D., E. und F. zu edieren.
b) Mit Eingabe vom 14. April 2011 liess B.X. beim  Plessur gestützt auf Art. 271 Abs. 1 Ziff. 4 SchKG ein Arrestgesuch gegen A.X. stellen für eine Forderung von Fr. 2'727'191.63 sowie eine weitere Forderung von Fr. 1'394'893.--, jeweils zuzüglich Zins zu 5% seit dem 16. März 2010. Zur Begründung wurde im Wesentlichen vorgebracht, der Gesuchsteller habe A.X. im Zeitraum von 2003 bis zum Eheschluss sowie im Zeitraum danach bis Ende 2009 hohe Geldbeträge überwiesen, wobei er bei diesen Schenkungen und anderen Rechtsgeschäften von A.X. getäuscht worden sei. Am 15. April 2011 gab der Bezirksgerichtspräsident Plessur als Arrestrichter dem Gesuch statt und stellte den Arrestbefehl an das Betreibungsamt des Kreises Chur aus, welches gleichentags den Arrest in einem Umfang von Fr. 5 Mio. vollzog. A.X. erhob am 26. April 2011 Einsprache gegen den Arrestbefehl und verlangte seine Aufhebung. Der Einzelrichter SchKG am Bezirksgericht Plessur wies die Einsprache am 6. Mai 2011 ab. Am 23. Mai 2011 legte A.X. gegen den Einspracheentscheid Beschwerde an das Kantonsgericht von Graubünden ein. Das Kantonsgericht wies die Beschwerde mit Urteil vom 8. August 2011 ab. Auf eine gegen diesen Entscheid erhobene Beschwerde von A.X. trat das Bundesgericht mit Urteil 5A_614/2011 vom 28. November 2011 nicht ein.
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c) Am 10. März 2010 reichte A.X. bei der Staatsanwaltschaft Graubünden Strafanzeige gegen B.X. wegen Vernachlässigung von Unterhaltspflichten ein. In der Begründung wurde ausgeführt, die Parteien hätten in einem Ehevertrag festgehalten, dass der Lebensunterhalt der Familie und die Wohnkosten allein vom Ehemann finanziert würden. Mündlich hätten die Parteien sodann vereinbart, dass der Ehemann seiner Frau monatlich CHF 10'000.-- vergüte. Diesen vereinbarten Betrag habe der Ehemann bis Ende Dezember 2009 geleistet. In der Folge habe A.X. ihren Ehemann vergeblich um die Leistung der ausgebliebenen Unterhaltszahlung gebeten. Mit von der  genehmigter Verfügung vom 5. Oktober 2010, mitgeteilt am 12. Oktober 2010, stellte die zuständige Untersuchungsrichterin die am 30. März 2010 eröffnete Strafuntersuchung gegen B.X. ein. Zur Begründung wurde im Wesentlichen ausgeführt, dass für die geltend gemachten  von Februar und März 2010 weder ein zivilrechtliches Urteil bestehe noch das Vorliegen einer Parteivereinbarung nachgewiesen werden könne. Im Übrigen könne B.X. auch in subjektiver Hinsicht keine Verletzung der Unterhaltspflichten zur Last gelegt werden. Eine von A.X. gegen diese  erhobene Beschwerde wies die II. Strafkammer des Kantonsgerichts Graubünden mit Entscheid vom 10. Januar 2011, mitgeteilt am 17. Januar 2011, ab. Auf die gegen diesen Entscheid erhobene Beschwerde trat das Bundesgericht mit Urteil 1B_74/2011 vom 27. April 2011 nicht ein.
d) Ebenfalls am 10. März 2010 reichte B.X. Strafanzeige gegen A.X. wegen Betrugs etc. ein. Zur Begründung brachte er im Wesentlichen vor, die Angeschuldigte habe seine hörige und blinde Liebe und sein Vertrauen auf eine glückliche Ehe schamlos ausgenutzt, um unter Vorspiegelung von nicht existierenden Umständen an sein Geld zu kommen. Vor und während der Ehe habe sie von ihm auf diese Weise Zahlungen von mehr als 3.5 Millionen Schweizer Franken erhalten. Mit von der Staatsanwaltschaft genehmigter Verfügung vom 27. Oktober 2010, mitgeteilt am 29. Oktober 2010, stellte der zuständige Untersuchungsrichter die am 30. März 2010 eröffnete Strafuntersuchung gegen A.X. ein. Zur Begründung wurde im Wesentlichen ausgeführt, eine Täuschung seitens von A.X. liege nicht vor. Insbesondere sei ein arglistiges Vorgehen von A.X. unter Berücksichtigung der Opfermitverantwortung zu verneinen.
C.1. Am 9. Juni 2011 stellte A.X. beim Einzelrichter am Bezirksgericht Albula das dem vorliegenden Berufungsverfahren zugrunde liegende Gesuch um
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Erlass vorsorglicher Massnahmen im Ehescheidungsverfahren. Darin wurden folgende Anträge gestellt:
1. Der Beklagte sei zu verpflichten, an den Unterhalt seiner Frau rückwirkend ab 1. Januar 2010 monatlich Fr. 10'000.00 zu .
2. Der Beklagte sei zu verpflichten, seiner Ehefrau unverzüglich CHF 6'000.00 auf das Konto ihres Anwalts (Postcheckkonto Nr. ZZZZ.) zu überweisen.
3. Sollte der Beklagte ein Fristerstreckungsgesuch bezüglich  Verfahrens einreichen, sei er gleichzeitig mit der  zur Fristerstreckung zu verpflichten, Fr. 90'000.00 Akonto zu bezahlen.
4. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge zulasten des Beklagten.
In Bezug auf das Rechtsbegehren gemäss Ziffer 2 wurde die  Anordnung einer Zahlungsverpflichtung beantragt. Zur Begründung des Antrags auf Leistung eines monatlichen Unterhaltsbeitrags führte die  im Wesentlichen aus, die Parteien hätten gestützt auf Ziffer 9 des Ehevertrags die Abmachung getroffen, dass B.X. an ihren Unterhalt monatlich CHF 10'000.-- leiste. Diese Abmachung sei nach wie vor beachtlich.
2. Mit Verfügung vom 20. Juni 2011 wies der Einzelrichter am  Albula den Antrag auf Erlass einer superprovisorischen Massnahme ab.
3. In seiner Stellungnahme vom 14. Juli 2011 stellte B.X. Antrag auf kostenfällige Abweisung des Gesuchs.
4. Am 19. Juli 2011 erklärten beide Parteien auf gerichtliche Anfrage hin ihren Verzicht auf die Durchführung einer Hauptverhandlung. Gleichentags wurde dem Rechtsvertreter von A.X. die Stellungnahme des Gesuchsgegners zugestellt und den Parteien mitgeteilt, dass aufgrund der Akten entschieden werde.
5. Mit Verfügung vom 23. Juli 2011, mitgeteilt am 27. Juli 2011, erkannte der Einzelrichter am Bezirksgericht Albula:
1. Auf das im Rahmen des Gesuchs um Erlass vorsorglicher  gestellte Rechtsbegehren der Ehefrau, der  sei zu verpflichten, an den Unterhalt seiner Frau rückwirkend ab 1. Januar 2010 monatlich Fr. 10'000.00 zu bezahlen, wird für die Zeitspanne vom 1. Januar 2010 bis zum 8. Juni 2010 nicht eingetreten. Im Übrigen wird das Rechtsbegehren abgewiesen.
2. Das im Rahmen des Gesuchs um Erlass vorsorglicher  gestellte Rechtsbegehren der Ehefrau, der Gesuchsgegner
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sei zu verpflichten, seiner Ehefrau unverzüglich Fr. 6'000.00 auf das Konto ihres Anwalts (Postcheckkonto ZZZZ.) zu überweisen, wird abgewiesen.
3. Das im Rahmen des Gesuchs um Erlass vorsorglicher  gestellte Rechtsbegehren, der Gesuchsgegner sei im Falle, dass er bezüglich des Massnahmeverfahrens ein  einreiche, gleichzeitig mit der Bewilligung zur Fristerstreckung zu verpflichten, Fr. 90'000.00 Akonto zu , wird abgewiesen.
4. Die Kosten des vorliegenden Verfahrens, bestehend aus einer Entscheidgebühr von Fr. 1'700.00 gehen zu Lasten von A.X. und sind mit beiliegendem Einzahlungsschein innert 30 Tagen dem Bezirksgericht Albula zu bezahlen.
5. A.X. hat B.X. aussergerichtlich mit insgesamt Fr. 2'900.00 (inkl. Mehrwertsteuer) zu entschädigen.

## Considerations