# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** d1435660-e8c2-4a6e-a20a-140cf494d817
**Court:** GR_KG
**Chamber:** GR_KG_004
**Year:** 2014
**Language:** de
**Jurisdiction:** GR / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

hat sich ergeben:
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I. Sachverhalt
A. X._, geboren am _1948 in O.2_, wuchs in O.1_ auf, wo er auch die Primarschule besuchte. Nach dem Gymnasiumabschluss in O.2_ erlangte er im Lehrerseminar das A._ Lehrerpatent, woraufhin er ein Jahr als Lehrer tätig war, ehe er an der Universität O.3_ mit dem Geschichtsstudium begann und gleichzeitig als Redaktor bei der A._ Zeitung arbeitete. Im Jahre 1997 erwarb er die Firma B._AG, bei welcher er aktuell als Geschäftsführer tätig ist. Sein jährliches Einkommen beziffert X._ auf ca. Fr. 130'000.-- bis Fr. 150'000.--. Er ist verheiratet und Vater zweier Kinder (Jahrgang 1975 und 1979).
Im schweizerischen Zentralstrafregister ist X._ nicht verzeichnet. Im  besteht hingegen ein Eintrag, weil ihm gegenüber am 4. August 2006 eine Verwarnung wegen eines nichtbetriebssicheren Fahrzeugs ausgesprochen wurde.
B. Am 6. Juni 2011 eröffnete die Staatsanwaltschaft Graubünden gegen X._ eine Strafuntersuchung wegen Verletzung der Verkehrsregeln gemäss Art. 90 Ziff. 1 SVG, grober Verletzung der Verkehrsregeln gemäss Art. 90 Ziff. 2 SVG und pflichtwidrigem Verhalten bei Unfall gemäss Art. 92 Abs. 1 SVG. Nach Abschluss der Strafuntersuchung erhob die Staatsanwaltschaft Graubünden mit Anklageschrift vom 22. April 2013 wie folgt Anklage gegen X._:
"1.1. Mehrfache einfache Verletzung der Verkehrsregeln gemäss Art. 27 Abs. 1 SVG, Art. 31 Abs. 1 SVG, Art. 43 Abs. 2 SVG und Art. 14 Abs. 1 VRV in Verbindung mit Art. 90 Ziff. 1 aSVG:
Am 5. Februar 2011 fuhr der Beschuldigte mit seinem Personenwagen Ford Fivehundred AWD, Kontrollschild _, zusammen mit seiner Ehefrau C._ auf dem Beifahrersitz von O.2_ in Richtung O.4_ und verliess bei der Autobahnausfahrt O.5_ die _. Vor der Einfahrt in die Hauptstrasse, Gemeindegebiet O.5_, blieb er mit seinem Fahrzeug vor der Haltelinie stehen. Trotz des von links herannahenden Fahrzeuges Audi D A4 Avant Quattro, Kontrollschild _, gelenkt von D._, fuhr er nach links in die Hauptstrasse ein, wobei er infolge einer Fehleinschätzung das Vortrittsrecht von D._ missachtete und diesen in seiner Weiterfahrt behinderte. Weil D._ von dem von rechts in die Hauptstrasse einfahrenden Fahrzeug des Beschuldigten überrascht wurde, leitete er sofort ein Bremsmanöver ein. Die beiden sich entgegenfahrenden Fahrzeuge kamen ca. einen Meter voneinander entfernt zum Stillstand. Beim Entscheid, trotz des von links herannahenden Verkehrs in die Strasse einzubiegen, zog der Beschuldigte zumindest aus Pflichtwidrigkeit nicht in Betracht, dass er mit seinem Verhalten in vorhersehbarer Weise das Vortrittsrecht
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von D._ missachtete und ihn in seiner Fahrt behinderte. Das Fahrzeug von D._ hatte beim Bremsmanöver etwas nach links gezogen, weshalb sich die beiden Fahrzeuge auf der Fahrspur des Beschuldigten gegenübergestanden hatten. D._ verwarf, als sich die beiden Fahrzeuge gegenüberstanden, die Hände und fluchte. Der Beschuldigte versuchte nachfolgend rechts am Audi von D._ vorbeizufahren, wobei er die Front des Audis touchierte und daran einen Schaden verursachte.
1.2. Grobe Verletzung der Verkehrsregeln gemäss Art. 34 Abs. 4 SVG in Verbindung mit Art. 90 Ziff. 2 aSVG sowie pflichtwidriges Verhalten bei Unfall gemäss Art. 51 Abs. 1 und 3 SVG in Verbindung mit Art. 92 Abs. 1 SVG:
Weil der Beschuldigte, nachdem er bereits die Front des Audis touchiert hatte, nicht einfach an diesem vorbeifahren konnte, setzte er zwei, drei Meter zurück. D._ stieg aus dem Audi aus und lief auf das Fahrzeug bzw. die Fahrertüre des Beschuldigten zu. In diesem Moment fuhr der Beschuldigte jedoch los, wobei er sein Fahrzeug erheblich beschleunigte. Er fuhr auf das rechtsseitige Trottoir und passierte den Audi rechts. Dabei fuhr er unerwartet an dem nur gerade 50 cm neben dem Fahrzeug stehenden D._ vorbei. Um eine mögliche Kollision mit dem Personenwagen des Beschuldigten und damit eine Gefahr für seine Person zu vermeiden, stiess sich D._ von der Front des Fahrzeuges weg. Der Beschuldigte beschleunigte weiter und fuhr in Richtung O.6_ davon. Indem er unerwartet und mit erheblicher Beschleunigung an dem nur 50 cm neben dem Fahrzeug stehenden D._ vorbeifuhr, welcher gerade im Begriff war, sich zum Fahrzeug des Beschuldigten hinzubegeben, hielt er aus grober Pflichtwidrigkeit den erforderlichen Sicherheitsabstand nicht ein, womit er D._ ernstlich gefährdete. Er hatte sich sodann, obwohl er den verursachten Schaden bemerkt hatte, bewusst pflichtwidrig von der Unfallstelle entfernt, und es unterlassen, sich um die Schadensregelung zu kümmern."
C. Am 26. April 2011 reichte Y._ eine Zivilforderung in der Höhe von Fr. 1'000.-- ein.
D. An der Hauptverhandlung vom 10. Juli 2013, zu welcher mit prozessleitender Verfügung vom 15. Mai 2013 geladen worden war, waren infolge Verzichts der Staatsanwaltschaft Graubünden auf einen Vortritt einzig der Beschuldigte und dessen Verteidiger vor Schranken erschienen. Die Schlussanträge der Parteien lauteten wie folgt:
"Anträge Staatsanwaltschaft Graubünden:
1. Der Beschuldigte sei schuldig zu sprechen der groben Verletzung der Verkehrsregeln gemäss Art. 34 Abs. 4 SVG in Verbindung mit Art. 90 Ziff. 2 aSVG, der mehrfachen einfachen Verletzung der Verkehrsregeln gemäss Art. 27 Abs. 1 SVG, Art. 31 Abs. 1 SVG, Art. 43 Abs. 2 SVG und Art. 14 Abs. 1 VRV in Verbindung mit Art. 90 Ziff. 1 aSVG sowie
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des pflichtwidrigen Verhaltens bei Unfall gemäss Art. 51 Abs. 1 und 3 SVG in Verbindung mit Art. 92 Abs. 1 SVG.
2. Dafür sei er zu einer Geldstrafe von 30 Tagessätzen zu je CHF 260.00, bedingt bei einer Probezeit von zwei Jahren, und zur Bezahlung einer Busse von CHF 2'500.00, ersatzweise zu einer Freiheitsstrafe von 6 Tagen, zu bestrafen.
3. Kostenfolge sei die gesetzliche.
Anträge Privatklägerschaft:
Schadenersatz: CHF 1'000.00
Anträge beschuldigte Person:
1. X._ sei vom Vorwurf der groben Verletzung von Verkehrsregeln gemäss Art. 34 Abs. 4 SVG i.V.m. Art. 90 Ziff. 2 aSVG, der mehrfachen einfachen Verletzung von Verkehrsregeln gemäss Art. 27 Abs. 1 SVG, Art. 31 Abs. 1 SVG, Art. 43 Abs. 2 SVG und Art. 14 Abs. 1 VRV i.V.m. Art. 90 Ziff. 1 aSVG sowie des pflichtwidrigen Verhaltens bei Unfall gemäss Art. 51 Abs. 1 und 3 SVG i.V.m. Art. 92 Abs. 1 SVG freizusprechen.
2. Die Kosten des Strafverfahrens und des gerichtlichen Verfahrens seien auf die Staatskasse zu nehmen.
3. Dem Beschuldigten sei zulasten der Staatskasse eine Entschädigung in Höhe von Fr. 18'470.00 bestehend aus den Aufwendungen für das Parteigutachten im Betrage von Fr. 2'527.00 und den anwaltlichen Aufwendungen in Höhe von Fr. 15'943.00 zuzusprechen.
4. Unter gesetzlicher Kosten- und Entschädigungsfolge."
E. Gegen das am 10. Juli 2013 gefällte und gleichentags im Dispositiv mitgeteilte Urteil des Bezirksgerichts Landquart meldete X._ am 15. Juli 2013 Berufung an, woraufhin das Bezirksgericht Landquart den Parteien das begründete Urteil am 19. September 2013 mitteilte. Darin erkannte es wie folgt:
"1. X._ ist schuldig der groben Verletzung der Verkehrsregeln gemäss Art. 34 Abs. 4 SVG in Verbindung mit Art. 90 Ziff. 2 aSVG, der mehrfachen einfachen Verletzung der Verkehrsregeln gemäss Art. 27 Abs. 1 SVG, Art. 31 Abs. 1 SVG, Art. 43 Abs. 2 SVG und Art. 14 Abs. 1 VRV in Verbindung mit Art. 90 Ziff. 1 aSVG sowie des pflichtwidrigen Verhaltens bei Unfall gemäss Art. 51 Abs. 1 und 3 SVG in Verbindung mit Art. 92 Abs. 1 SVG.
2. Dafür wird er zu einer Geldstrafe von 30 Tagessätzen zu je CHF 260.00, bedingt bei einer Probezeit von zwei Jahren, und zur Bezahlung einer Busse von CHF 2'500.00 bestraft. Bei schuldhafter Nichtbezahlung tritt an die Stelle der Busse eine Ersatzfreiheitsstrafe von 6 Tagen.
3. Die Zivilklage von Y._ wird auf den Zivilweg verwiesen (Art. 126 Abs. 2 StPO).
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4. Die Verfahrenskosten, bestehend aus:
- der Untersuchungsgebühr der Staatsanwaltschaft Graubünden CHF 2'875.00
- den Auslagen der Staatsanwaltschaft Graubünden CHF 543.00
- der Gerichtsgebühr des Bezirksgerichts Landquart CHF 3'859.00 total somit CHF 7'277.00
werden vollumfänglich dem Verurteilten auferlegt, welchem keine Prozessentschädigung ausgerichtet wird.

## Considerations