# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** e2191df9-674c-5b26-bc83-d1d15d800ab5
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2021
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
1.1
Der 1967 geborene
X._
, von Beruf Metallbauschlosser
EFZ
, war
seit 1990
bei der Firma
Y._ AG
angestellt
;
zuletzt
war er
als Leiter VPS (Verteilerprüfstand) tätig
(
Urk. 10/15, Urk. 10/103
).
Am 21.
Juli 2009 wurde ihm
anlässlich eines
Verkehrsunfall
s
(Kollision als Motorradfahrer mit einem Personenwagen) der link
e Unterschenkel abgetrennt (vgl.
Unfall
mel
dung,
Urk. 11A/1/8
)
;
die Unfallversicherung
erbrachte
die gesetzlichen Leistung
en.
Am 23.
Dezember 2009 meldete sich der Versicherte unter Hinweis auf das vorgenannte Unfallereignis bei der Eidgenössischen Invalidenversicherung zum
Leistungsbezug an (Urk.
10/7
). Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich,
IV-Stelle, zog Auszüge aus dem Individuellen Konto (Urk.
10/13, Urk. 10/25,
Urk.
10/70, Urk.
10/116
) sowie die Akten de
r Unfallversicherung bei (Urk.
11A/1/1-321, Urk. 11A/2/1-1000
) und tätigte mediz
inische und berufliche Abklärun
gen.
Ab Ende August 2011 wurde der Versicherte - i
m
Sinne eines firmenintern
angepassten Arbeitsplatzes -
versuchsweise als
«
Project Manager
Operations
Einbautenwerkstatt
» (
vgl.
Urk.
10/111/35 f.
) u
nd
später
verschiedent
lich als
Springer
, insbesondere
für
koordinative
und organisatorische
Tätigkeiten
sowie
Kontroll- und
Botengänge
,
eingesetzt
(Urk. 1 S. 14 f.
,
Urk. 15/1-2
, Urk. 15/
4
)
.
Dabei stei
gerte
er
sein Arbeitspensum von
initial
40 % auf 60 %
(
Urk.
11A/
2/
437,
Urk.
11A/
2/
642
,
Urk.
15/1
)
.
2017
/18
erfolgte die Kündigung aus betrieblichen Grü
nden; bis
Juni 2019
konnte
d
er Versicherte
projektweise
weiterbeschäftigt
werden
(
Urk. 1 S. 5
, Urk.
12/
2 S.
43
, Urk.
15/2
).
Im Hinblick auf die neue
n
Funk
tion
en
resp. zwecks Arbeitsplatz
erhalts erteilte
die IV-Stelle Kosten
gutsprache für
einen Deutschkurs zur Verbesserung de
r schriftlichen Sprachkompetenz, den firmen
internen «Lean-Kurs»
sowie
Modul-Le
h
rgang „Projektmana
ger“ bei
Z._
(vgl. Mitteilungen vom
4. Juni 2012
und 27. Sep
tember 2013, Urk.
10/52,
Urk. 10/67
; vgl.
auch Urk.
10/111/31
)
, je
zuzüglich
eines Taggeldes (vgl. Urk.
10/
58
f.
,
Urk. 10/62,
Urk.
10/68)
. Mit Mitteilung vom 3. Februar 2015 schloss
die IV
Stelle ihre Bemühungen in Sachen
berufliche
Eingliederung ab (Urk.
10/84
).
Nach durchgeführtem Vorbescheidverfahren
(Urk.
10/98 ff.
)
verneinte die IV-Stelle
mit Verfügung vom 22. April 2016
einen Rentenanspruch
des Versicherten
(Urk.
10/109
). Die
vom Versicherten
am 25.
Mai
2016 dagegen erhobene Be
schwerde
(Urk. 10/111)
hiess das hiesige Gericht mit Urteil
IV.2016.00607
vom 20
.
März 2017 in dem Sinne gut
, dass
es
die angefochtene Verfügung vom 22. April 2016
aufhob
und die Sache
zur weiteren Abklärung an die IV-Stelle zurückwies
(Urk. 10/118
/1-14
)
.
1.2
In Nachachtung des vorgenannte
n Gerichtsentscheids tätigte
die IV-Stelle
weitere
Abklärungen (Urk. 10/120 ff.). Insbesondere veranlasste sie das bidisziplinäre Gut
achten
(Rheumatologie/
Neurologie), inkl. Evaluation der funktionellen Leistungs
fähigkeit
(EFL)
,
des
Zentrum
s
A._
vo
m 18. Juli 2019 (Urk.
12
). Nach durchgeführtem Vorbescheidverfahren (Urk. 11/9, Urk. 11/14, Urk. 11/17 ff.) sprach die IV-Stelle dem Versicherten
mit Verfügung vom 19. Februar 2020
vom 1.
Juli 2010 bis 31. August
2011
befristet
eine ganze Invalidenrente,
vom 1.
September 2011
bis 31. Oktober 2011
befristet
eine Dreiviertelsrente sowie
vom 1. November 2011 bis 31. Dezember 2011
befristet
eine halbe Rente zu (Urk.
2
)
.
2.
Dagegen erhob
X._
am 25. Mai
2020 Beschwerde und beantragte, es sei ihm
vom 1. Januar 2012 bis 31. A
ugust 2012
befristet
eine halbe Rente, vom 1.
September 2012 bis 31. Dezember 2019
befristet
eine Viertelsrente sowie unbe
fristet ab dem 1. Januar 2020 eine Viertelsrente
zuzusprechen
. Eventualiter sei ihm per dato einer allfälligen Kündigung am aktuellen Arbeitsplatz eine
Drei
v
iertelsrente auszurichten (Urk. 1 S. 2).
Mit Beschwerdeantwort vom 18. Mai 2020 schloss die Beschwerdegegnerin auf Abweisung der Beschwerde (Urk. 9), was dem Beschwerdeführer am 20. Mai 2020 zur Kenntnis gebracht wurde (Urk
. 13).
Auf entsprechendes Ersuchen des Gerichts reichte die Beschwerdegegnerin
im Januar 2021 einen besser lesbaren Ausdruck des
Arbeitgeberfragebogen
s
vom 15
.
/18.
Dezember 2017 samt Beilagen
zu den Akten
(Urk.
14, Urk.
15/1-5
= Urk.
10/139
).
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 des Al
lgemeinen Teil des Sozialver
si
cherungsrechts, ATSG). Sie kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung, IVG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträch
tigung der körperlichen, geisti
gen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder t
eilweise Verlust der Erwerbs
mög
lich
kei
ten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind
aus
schliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksich
ti
gen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss Art. 28 Abs. 1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betä
tigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen
wieder herstellen
, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (Art. 8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine Vier
telsrente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine Dreiviertelsrente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (Art. 28 Abs. 2 IVG).
1.3
Die rückwirkend ergangene Verfügung über eine befristete oder im Sinne einer Reduktion abgestufte Invalidenrente umfasst einerseits die Zusprechung der Leistung und andererseits deren Aufhebung oder Herabsetzung (BGE 125 V 413 E. 2d; Urteil des Bundesgerichts 8C_780/2007 vom 27. August 2008 E. 2.3; vgl.
Meyer/Reichmuth, Bundesgesetz über die Invalidenversicherung, 3. Auflage 2014,
Rn 11 zu Art. 30–31). Rechtsprechungsgemäss bildet eine solche Verfügung ins
gesamt den Anfechtungs- und Streitgegenstand und unterliegt integral der ge
richtlichen Prüfung, selbst wenn nur einzelne Punkte davon bestritten sind (vgl.
BGE 131 V 164 E. 2.2, 125 V 413 E. 2d; vgl. Urteile des Bundesgerichts 8C_440/2017 vom 25. Juni 2018 E. 5.1 [in BGE 144 V 153 nicht publiziert] und 9C_50/2011 vom 25. Mai 2011 E. 2.1).
Spricht die Verwaltung der versicherten Person eine abgestufte oder befristete Rente zu und wird beschwerdeweise einzig die Abstufung oder die Befristung der Leistungen angefochten, hat dies nicht eine Einschränkung des Gegenstandes des Rechtsmittelverfahrens in dem Sinne zur Folge, dass die unbestritten gebliebenen Bezugszeiten von der Beurteilung ausgeklammert blieben. Die gerichtliche Prü
fung hat vielmehr den Rentenanspruch für den gesamten verfügungsweise gereg
elten Zeitraum und damit sowohl die Zusprechung als auch die Abstufung oder Aufhebung der Rente zu erfassen (BGE 131 V 164 E. 2.2, 125 V 413 E. 2d; Urteile des Bundesgerichts 8C_765/2007 vom 11. Juli 2008 E. 2 und I 526/06 vom 31. Oktober 2006 E. 2.3 mit Hinweisen). Dabei ist in anfechtungs- und streitge
genständlicher Hinsicht irrelevant, ob eine rückwirkende Zusprechung einer ab
gestuften oder befristeten Invalidenrente in einer oder in mehreren Verfügungen gleichen Datums eröffnet wird (BGE 131 V 164 Regeste; Urteil des Bundesge
richts 8C_489/2009 vom 23. Oktober 2009 E. 4.1 mit Hinweis).
1.4
Gemäss Art. 88a Abs. 1
der Verordnung über die Invalidenversicherung (
IVV
)
ist eine Verbesserung der Erwerbsfähigkeit oder der Fähigkeit, sich im Aufgaben
be
reich zu betätigen, oder eine Verminderung der Hilflosigkeit, des invaliditäts
bedingten Betreuungsaufwandes oder Hilfebedarfs für die Herabsetzung oder Aufhebung der Leistung von dem Zeitpunkt an zu berücksichtigen, in dem ange
nommen werden kann, dass sie voraussichtlich längere Zeit dauern wird. Sie ist in jedem Fall zu berücksichtigen, nachdem sie ohne wesentliche Unterbrechung drei Monate angedauert hat und voraussichtlich weiterhin andauern wird.
Nach der bundesgerichtlichen Praxis zu Art. 88a Abs. 1 IVV ist eine Leistungs
anpassung in der Regel erst nach Ablauf von drei Monaten seit dem Eintritt der Änderung vorzunehmen (vgl. BGE 130 V 343 E. 3.5.3; vgl. ZAK 1984 S. 134; vgl. Urteile des Bundesgerichts 9C_32/2015 vom 10. September 2015 E. 4.1 und I 583/05 vom 15. März 2006 E. 2.3.2 je mit Hinweisen).
1.5
Nach der Rechtsprechung sind bei rückwirkender Zusprechung einer abgestuften oder befristeten Invalidenrente die für die Rentenrevision geltenden Bestim
mung
en (Art. 17 ATSG in Verbindung mit Art. 88a IVV) analog anzuwenden (BGE
133 V 263 E. 6.1 mit Hinweisen; Urteil des Bundesgerichts 9C_399/2016 vom 18. Januar 2017 E. 4.8.1). Ob eine für den Rentenanspruch erhebliche Änderung der tatsächlichen Verhältnisse eingetreten und damit der für die Abstufung oder
Befristung erforderliche Revisionsgrund gegeben ist, beurteilt sich durch Ver
gl
eich des Sachverhalts im Zeitpunkt des Rentenbeginns mit demjenigen im – nach Massgabe des analog anwendbaren Art. 88a Abs. 1 IVV festzusetzenden – Zeit
punkt der Anspruchsänderung (vgl. BGE 125 V 413 E. 2d mit Hinweisen; vgl. statt vieler: Urteile des Bundesgerichts 8C_375/2017 vom 25. August 2017 E. 2.2 und 8C_350/2013 vom 5. Juli 2013 E. 2.2 mit Hinweis).
1.6
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersu
chungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medi
zinischen Zusam
menhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situa
tion einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
Den von Versicherung
strägern im Verfahren nach Art.
44 ATSG eingeholten, den Anforderungen der Rechtsprechung entsprechenden Gutachten externer Spezial
ärzte (sogenannte Administrativgutachten) ist Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Exper
tise sprechen (BGE 135 V 465 E.
4.4; Urteil des Bundesgerichts 9C_823/2018 vom
11. Juni 2019 E.
2 mit Hinweisen).
2.
2.1
Im angefochtenen Entscheid erwog die Beschwerdegegnerin, aufgrund des im Juli 2009 erlittenen Unfalls
sowie
protrahierten Heilungsverlaufs
habe
der Beschwer
deführer zu
folge 100
%
iger A
rbeitsunfähig
keit
Anspruch auf eine ganze Rente
ab Juli 2010
.
Ab Februar 2011 habe der Beschwerdeführer beim bisherigen Arbeit
geber eine angepasste Tätigkeit zu einem 25%igen Pensum wiederaufnehmen können, wobei weiterhin Anspruch auf eine ganze Rente bestehe.
Ende August 2011 habe der Beschwerdeführer seine Arb
eitsfähigkeit steigern können; d
ie Unfallversicherung habe noch ei
n 60%iges Taggeld ausgerichtet. D
ie IV-Rente sei folglich auf eine Dreiviertelsrente herabzusetzen. Im November 2011 habe die Unfallversicherung noch ein 50%iges Taggeld ausgerichtet. Somit sei die
IV-
Rente auf eine halbe Rente
herabzusetzen.
Ab Januar 2012
habe
gemäss
A._
-Gutachten sowie mit Blick auf die IV-finanzierten beruflichen Massnahmen eine 80%ige Arbeitsfähigkeit in einer – näher umschriebenen - angepassten Verweis
tätigkeit bestanden. Aus dem gestützt
darauf
ermittelten Einkommensvergleich
resultiere ein rentenausschliessender Invaliditätsgrad von 28 %.
Folglich sei die Rente per 31.
Dezember 2011 einzustellen (Urk. 2).
2.2
Dagegen wandte der Beschwerdeführer ein, es sei ihm in einem Zustand, in welchem seine Gesundheit noch alles andere als stabil gewesen sei,
dank An
passungen des Arbeitsvertrages und der Anforderungen
gelungen, sein Pensum im angestammten
Beruf beim bisherigen Arbeitgeber
auf 60 % zu erhöhen. Vor diesem Hintergrund sei es zynisch, wenn sich die Beschwerdege
gnerin auf den Standpunkt stelle
, er hätte seine innegehabte Stelle 2012 aufgeben und sich eine andere Arbeit im
–
gemäss
A._
-Gutachten -
zumutbaren Pensum von 80 % suchen müssen.
Vielmehr
sei die Invaliditätsbemessung nach Massgabe der kon
kreten Verhältnisse i
m
angestammten
Beruf
analog der seitens der Unfallversi
cherung eruierten Arbeitsunfähigkeit vorzunehmen. Demnach habe die Arbeits
unfähigkeit seit dem 3. September 2012 durchgehend mindestens 40 % betragen (Urk. 1 S. 8)
.
Sodann sei die Beschwerdegegnerin von einem viel zu hohen Invali
deneinkommen ausgegangen. Dieses sei aufgrund der aktuellen Einkommens
v
erhältnisse
bei der
B._
AG
entweder
auf
Fr. 58'560.--
oder gestützt auf den Tabellenlohn (
LSE
TA1, 2012) für einfache Tätigkeiten im Anforderungsniveau 1 und unter Berücksichtigung eines 25%igen Abzuges auf Fr. 39'939.40 fest
zu
setzen
(Urk. 1 S. 9
, S. 18
).
3.
3.1
Die
a
ngefochtene Verfügung
vom
19. Februar 2020
ist unter Hinweis auf
das unter
E.
1.
3
Gesagte
auf
die gesamte Rentendauer ab
Juli 2010
bis zum Erlass der ange
fochtenen Verfügung (19. Februar 2020) einer
gerichtlichen
Überprüfung zu unter
ziehen
.
Die medizinische Aktenlage stellt sich zusammengefasst wie folgt dar:
3.2
Auf den notfallmässigen Reimplantationsversuch des linken Unterschenkels im K
antonsspital
C._
a
m 21. Juli 200
9 erfolgten mehrfache Revisions
operationen. Ende Juli 2009 musste der linke Unterschenkel zufolge einer akuten Ischämie schliesslich amputiert werden (
Urk. 11A/1/78 f., Urk. 11A/1/83 ff.
). Von September 2009 bis Ende Mai 2010 hielt sich der Beschwerdeführer zur statio
nären Rehabilitation
in der Rehaklinik
D._
auf (vgl. Austrittsbericht vom
31.
Mai 2010
, Urk. 10/21
).
S
eit dem 21. Juli 2009
wurde ihm
eine 100%ige Arbei
ts
unfähigkeit
attestiert
(
Urk. 10/97/7
, Urk. 11A/2/135
, vgl. auch Urk. 11A/2/225
)
.
3.
3
Nach wei
teren
Operationen
sowie
Stumpfrevision im Verlauf
des Jahres
2010 (
vg
l.
Urk.
11A/2/
186
, Urk. 11A/2/
204
) erfolgte
Ende 2010 erneut
eine
stationäre
Reha
bi
li
tation in der Rehaklinik
D._
(vgl.
Aust
rittsbericht vom 5. Januar 2011
,
Urk. 11A/2/239
);
ab dem 1. Januar 2011
entrichtete
die Unfallversicherung ent
sprechend den ärztlich attestierten Arbeitsunfähigkeiten
weiterhin
ein
100
%ige
s, ab
dem 7. Februar
2011 ein 75%iges, ab
dem 25. August
2011
ein
60%iges
,
ab
dem 1.
November 2011 ein 50%iges
und ab dem 3. September 2012 ein 40%iges
Tag
geld
, unterbrochen durch zwei mehrwöchige Perioden höhergradiger Arbeits
un
fähigkeit im Jahre 2014 infolge operativer Stumpfkorrekturen
(Urk. 10/95
; vgl. auch Urk.
11A/2/245, Urk.
11A/2/280, Urk.
11A/2/437, Urk.
11A/2/439, Urk.
11A/2/468, Urk. 10/90/11 ff., Urk. 11A/2/973)
.
3.
4
Im
bidisziplinären
A._
-Gutachten vom 18. Juli 2019 hielten die beurteilenden Fachärzte
folgende Diagnosen
mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit
fest (Urk.
12
/1
S. 3):
-
Zustand nach
traumatisch
er Unterschenkelamputation link
s am 21. Juli
2009 (partiell) und operativ total am
29. Juli
2009 sowie
Tibiaplateau
Fraktur links am 21. Juli
2009
-
S
tatus nach wiederholten Stumpfn
arbenrevisio
nen am Unterschenkel
s
tumpf, letzte Revision am 20. September
2016
-
Kombinierte S
tumpfprobleme bei komplikationsbedingter nicht idealer Stumpfform sowie mä
s
sige ausgeprägte neuropathisch
e
Schmerzen DD bei zusätzlic
her Kompression des Nervus
cutaneus
femoris
lateralis
-
Intermittierendes
lumbovertebrales bis -
spondylogenes
Syndrom bei Fehl
belas
tung sowie ferner Wirbel
säulenfehlhaltung und –
fehlform
-
Restbeschwerden bei leichtem
sensomotoris
che
n Ausfallssyndrom des Nervus ulnaris, am
ehesten nach posttraumatischer K
ompressions
neu
ropathie des Nervus
interosseu
s
anterior links DD zusätzliches leichtes Kompressionssyn
drom im
Sulcus
ulnaris links
-
Verdacht auf l
eichtes
Impingement
-Syndrom der
linken Schulter, aktuell nicht spezifizierbar mi
t geringen Funktionsbeeinträcht
igungen
Ohne Auswirkungen auf die Arbeitsfähigk
eit diagnostizierten sie (1)
Asthma bron
chiale, medikamentös behandelt, (2) einen Verdacht auf Spannungskopf
schmerzen, anamnestisch familiäre Migräne
sowie
(3) eine
Dyslexie
(seit Geburt,
Diagnosestellung
2013).
Der
Beschwerdeführer habe am 27. Juli
2009 ein Polytrau
ma mit hauptsächlicher traumati
scher Amputation des linken Unt
erschenkels im distalen Drittel erlitten. Dieses sei
initial mit einem kniegelenksüberbrückenden Fixateur extern
replan
tiert worden. Acht
Tage später
sei eine To
talamputation des
linken
Unterschenkel
s
bei Osteomyelitis, s
ekundären Gefässverschlüssen so
wie dislozierte
r
lateral
e
r
Tibiaplateau
-Fraktur erfolgt
.
Im weiteren Verlauf sei
es
zu
multiple
n
Stumpfrevi
sionen sowie
aufgrund eines Nervus-
interosseus
-anterior
-
Syndromes
links
zur
Behandlung und Abklärung hinsichtlich eines neuropathischen Syndroms
im Be
reich
der Amputation
gekommen
. Ausserdem sei
aufgrund von
Hyperostosen
eine Resektion im Bereich der
Restfibula
, eine
Kniearthroskopie links mit
Teilmenis
kek
tomie
medial und lateral sowie Korrektur einer
Plic
a
und Gelenkstoilette und OSME durchgeführt
worden
. Zudem seien wiederholt
Hautirrita
tionen und zystische Veränderungen bis zu
Atherombildung
im Bereich
der Kniekehle,
eine
veränderte Volumina des Stumpfes mit entsprechend veränderter Passform für die Prothese beschrieben und
die vor diesem Hintergrund notwendig gewordenen opera
tive
n
Korrekturen, zuletz
t im September 2016
,
dokumentiert worden
.
Aus
handchirurgischer Sicht
sei den Akten
ein progredientes
Kubitaltunnel
syndrom
links nach posttraumatischer Kompressionsneuropat
hie des Nervus
interosseus
ante
rior links und von neurologischer Seite her eine
Ulnarisneuropathie
links
sowie ein CTS links
zu entnehmen
mit jeweilige
r
Besser
ung
infolge
konservative
r
Behandlung (Urk. 12
/2
S. 41)
.
Aktuell habe der Beschwerdeführer
im Rahmen der rheumatologischen Unter
suchung
in erster Linie Probleme im Zusammenhang mit Druckstellen und Schmerzen
im Bereich des Beinstumpfes
berichtet
. Diese
seien wechsel
nd und träten jeweils nach ca. fünf
Stunden Belastung auf.
Absitzen und Positions
wechsel seien entlastend.
Wärme und Hitze verstärkten aufgrund des Schwitzens die Beschwerden.
Die Schmerzen im Bereich der Druckstellen habe der Be
schwer
deführer
mit 4/4/6 von 10 skaliert (
aktuell/Minimum/Maximum der letzten
sieben
Tage
)
. Ruheschmerzen mit höheren Intensitäten träten 1-3 Mal pro Monat nach Überlastungssituationen auf. Meist verstärkten sich die Schmerzen erst nach Abziehen der Prothese; ein nochmaliges Anziehen der Prothese sei dann fast nicht mehr möglich.
Zuletzt sei es vor zwei Jahren zu einer offenen Wunde gekommen.
Zusätzlich bestünden
1-6 Mal
täglich Missempfindungen (Elektrisieren) am Oberschenkel/Stumpf im Wechsel mit einem Einschlafgefühl. Er müsse dann die Position wechseln und aufstehen
und im Extremfall die Prothese abziehen. Dann bringe ein Abziehen der Prothese während 1-1
,5 Stunden
eine Erholung. Er ver
meide es aber grundsätzlich, die Prothese untertags abzuziehen aufgrund der Schwellung. Er müsse dann den Stumpf etwas hochlagern. Insbesondere in der Werkstatt vermeide er das.
Auss
erdem bestünden
seit dem künstlichen
Koma nach dem Unfall
Schulterbeschwerden, welche sich in
eine
r
Kraftminderung in der rechten Hand
auswirkten
.
Diesbezüglich sei eine Physiotherapie verordnet worden, welche die Beweglichkeit der Hand verbessert habe. Die Kraft sei indes noch immer reduziert. Noch immer würden ihm Gegenstände aus der Hand fallen und habe er Mühe mit dem
Pinzettengriff
.
Schliesslich habe der Beschwerdeführer
lumbal
e
Rückenschmerzen
in wechselnder Intensität, hauptsachlich episod
enhaft und bel
astungsabhängig
,
berichtet
. Bei normalen Alltagsbelastungen verspüre er kaum Beschwerden.
In
akuten Episoden
erreichten
die Schmerzen
eine Intensität von 9/10
. Meistens seien länger
e Fehlbelastungen dafür verantwo
rtlich. Mit
dem Heimprogramm habe
er ei
ne gewisse Stabilität erreicht
(Urk.
12
/
2 S.
33 f.).
In klinischer Hinsicht notierte der
begutachtende Rheumatologe
im Wesentlichen eine leichte Wirbelsäulenfehlform bei Linksrotation der Wirbelsäule, ein
damit
konkordanter Muskelhartspann lumbal rechtsbetont
sowie
thorakal links betont.
Weiter
bestehe eine partiell fixierte Hyperkyphose und dadurch eingeschränkte
Extension der Brustwirbelsäule. Im Bereich der oberen Extremität bestünden eine Atrophie des Ober- und Unterarms sowie des
Hypothenars
links gegenüber rechts sowie
eine
leichte pastöse Schwellung der gesamten linken Hand bei erhaltener Beweglichkeit und reduzierter Kraft.
Betreffend die
unteren Extremitäten
zeigten
sich
eine ausgeprägte Muskelatrophie im B
ereich des linken Oberschenkels, eine
Hyposensibilität im vorderen Oberschenkelbereich,
ein leicht
es Entlastungs
hin
ken im Bereich
der linken Seite nach
längerer Belastungszeit, ein ins
gesamt nicht ideal durch Fettgewe
be ausgepolsterter, sehr konisch verlaufender handbreit un
ter dem Kniegelenk amputierter Stumpf, multiple medialbetonte Narben nach frü
heren Ulcera, mehrere
Operationsnarben und nach Belastung nach dem er
sten Testtag (kombinierte Belas
tung durch Zeit und Gew
ichtsbelastungen) eine leichte
Ü
berwärmung im lateralen Stumpfbereich,
am meisten
im Bereich einer früheren Narbe
,
und eine leichte Schwellung.
Zusammenfassend bestünden
ha
uptsächlich im Bereiche der linken unteren Extremität, hier ins
besondere
am linken Ampu
ta
tionsstumpf
,
Funktionseinschränkungen und Schmerzen sowie we
niger relevante funktionelle Beeinträchtigung
en im Bereiche des Ach
senskelettes, hauptsächlich durch eine Fehlbelastung bedingt, sowie Restbeschwerden u
nd weniger relevante Funktions
beeinträchtigungen im Bereiche der linken oberen Extremität mit leich
ten sensomotorischen Ausfällen entspr
echend einem Nervus
-
ulnaris
-
Aus
fall nach am ehesten quetschbedingter Neuropathie des Nervus
in
erosseus
anterior links und konsekutivem Kausalgie
-
ähnlic
he
m
Beschwerdebild. Die Funktion
sstörung
sei damit multifaktoriell, bei insgesamt geringen sensomotorischen Ausfällen, aber
weitgehend konsistentem, schmerzbedingt erlernten
Vermeidensverhalten
.
Die
Funktions
störung
im Bereich des Unterschenkels
könne
seit dem let
z
ten opera
tiven Eingriff 2016
als
stabil und nicht mehr namhaft b
eeinflussbar beurteilt werden
. Retrospektiv habe sich bis 2016 ein wechselhafter Verlauf
gezeigt. Die Rückenproblematik sei episodenhaft im Verlauf, abhängig von jeweiligen Fehlbe
lastungen und diese wiederum vom Beschwerdezustand im Bereich der linken unteren Extremität (U
rk. 12/
1 S.
5 f.,
Urk. 12/
2 S.
42)
.
Bei alle dem und unter Berücksichtigung der
Ergebnisse der
EFL, im Rahmen welcher
der Beschwerdeführer eine gute Leistungsbereitschaft und Konsistenz gezeigt
habe, fusse d
as arbeitsbezogen relevante Problem
auf
der verminderten Belastbarkeit im linken Stumpf bei vermehrter körperlicher Belastung. Es zeige sich unter Belastung eine Erwärmung und deutliche Rötung (vor allem am Stumpfende). Durch die Prothese müsse der Beschwerdeführer teilweise über den unteren Rücken ausweichen. Zusätzlich zeige sich am linken Arm eine vermin
derte Kraftausdauer sowie im linken Handbereich eine deutlich reduzierte Hand
kraft und Handkoordination. Dadurch weiche der Beschwerdeführer häufig über die linke Schulter und den Oberkörper aus.
Die im
[nicht aktenkundigen]
Obser
vationsmaterial
[Anmerkung des Gerichts: 2016/2017 wurde der Beschwerde
führer in der Schweiz und in Kroatien, wo er an einer Segelregatta teilnahm, seitens der Haftpflichtversicher
ung observiert, vgl. Urk. 12/
2
S. 2
, vgl. dazu im
Detail das neurologische Teilgutachten
Urk.
12/
3 S.
15 ff.
]
dokumentierten kör
perlichen Betätigungen seien körperlich weniger intensiv als die im Rahmen der EFL getesteten Aktivitäten. Dies entspräche auch der Einschätzung einer guten Leistungsbereitschaft und Kooperation. Die Erkenntnisse aus dem Observations
material deckten sich auch hinsichtlich der zeitlichen Belastbarkeit mit der klini
schen Beurteilung und den Schlussfolgerungen der EFL
(Urk. 12/
2 S.
39 f.
,
S. 42 und S.
54 ff.
).
Gegenüber dem begutachtenden Neurologen führte der Beschwerdeführer
zudem
aus
,
er
habe Schwierigkeiten, den IV. und V. Finger links ganz zu strecken bzw. es sei nur mühsam möglich.
So
könne
er
z. B. mit der linken Hand Hemd-Manschettenknöpfe
rechts nicht
richtig zuknöpfen.
Zudem sei
der gesamte linke Arm
verschmäc
htigt
gegenüber rechts
(vgl. neurologische
s
Gutachten
vom 14.
Januar 2019
, Urk.
12
/3 S.
20
)
.
Im Rahmen der klinischen Untersuchung sei indes aufgefallen, wie der Beschwer
deführer die linke Hand relativ «selbstver
ständlich» für das An- und Auskleiden eingesetzt habe.
Es
zeigte sich eine diskrete Verschmälerung der Unterarm
mus
kulatur links gegenüber rechts. Die Finger V bis II seien gebeugt
. Bis zu 4/5 sei die Fingerstreckung nahezu vollkräftig gewe
sen.
Sodann habe
der Beschwerde
führer
eine Minderung der Oberflächensensi
bilität
für die gesamte Zirkumferenz des linken
Arm
s,
der linken Hand
und des linken Oberschenkelstumpfes ange
geben
, wobei diese bei diffusen Angaben im
Bereich der linken Hand anatomisch nicht genau habe zugeordnet werden können
.
Die motorischen Beeinträch
ti
gungen der Finger seien als gering einzuschätzen
. Dies
decke sich mit
dem bei der Durchsicht
des
Observationsmaterial
s
aus dem Jahre 2017
g
ewonnen Ein
druck
.
D
er Beschwerdeführer
habe
beide Hände
funk
tio
nell
g
leichermassen
einge
setzt, ohne Vermeidungsverhalten oder Schonhal
tung. So habe er sich etwa
mit beiden Händen und gestreckten Armen über längere Zeit
a
uf
gestützt
, die Klei
dung
mit beiden Händen
zurechtgerückt und beide Hände in unauffälliger Weise in die Hosentasche gesteckt. Auch bei den Tätigkeiten auf dem Schiff
habe der Beschwerdeführer
beide Hände gleicher
massen benutzt
, ohne erk
ennbare funk
tionelle Einschränkungen. Die Bewegungs
abläufe
würden
ungestört und unauf
fällig
erscheinen
. Auch
das übrige Obser
vationsmaterial zeige ein
bezüglich der Arme und Hände beidseits vollständig unauffällig
es
Bewegungsverhalten.
So zeigten die Aufnahmen, wie der Beschwer
deführer Bretter
und ähnli
che Gegen
stände beidhändig trage
, sich
mit b
eiden Händen über Kopf festhalte.
Dabei
wirkten die
Bewegungsabläufe insgesamt locker und unbeeinträchtigt
, ohne er
kenn
bare
Funkt
i
onseinschränkungen oder Schonhaltungen.
Allerdings werde
der
rechte Arm
s
treckenweise deutl
ich mehr benutzt als der linke. Insgesamt
be
stünden minimale
senso
-motorische
Defizite der linken Hand und
seien aus neurologischer Sicht keine bedeutsamen Beein
trächtigungen
der Alltags- und Arbeits
fähigkeit ersichtlich; der Beschwerdeführer sei aus rein neurologischer Sicht zu 100 % arbeitsfähig
(
vgl. neurologisches Teil
gutachten,
Urk. 12/3
S. 24 f., S. 27
, S. 30
ff.
)
.
Im Rahmen der
interdisziplinären
Konsensbeurteilung
(Urk. 12/1 S. 2-11)
hielten
d
ie Gutachter zusammenfassend fest
,
das Zumutbarkeitsprofil entspreche auf
grund der guten Leistungsbereitschaft und Konsistenz dem im Rahmen der E
va
luation der arbeitsbezogenen f
unktionellen Leistungsfähigkeit erhobenen Belas
tungs
profil, wie im orthopädisch-rheumatologischen Gutachten
u
nter Ziffer 4.4.3 zusammengefasst (
«
Kriechen, Knien, Hocken, Leitersteigen, Gleichgewicht sollten nie vorkommen. Arbeiten über Schulterhöhe, wiederholtes Kniebeugen, Stossen und Handkoordinieren links sollten lediglich selten, d.h. maximal 1/2 h pro Tag
vor
kommen. Vorgeneigtes Stehen, Drehen im Stehen/Sitzen, Stehen an Ort, Stehen
und Gehen, Gehen, Ziehen sowie
Treppesteigen
sollten lediglich manchmal, d.h. 1/2 bis 3 h pro Tag vorkommen. Der linke Arm/die linke Hand kann mindestens als
Hilfsarm
/Hilfshand eingesetzt
werden.»
; vgl. Urk. 12/2 S. 40)
.
Zusätzlich sollte
n
ein andauerndes
feucht-warmes
Klima wie auch ausgeprägte Kälte ver
mieden werden. Trotz geringer sensomotorischer Einschränkungen im Ulnaris Bereich aus neurologischer Sicht
und
geringer Befunde im Bereich der linken Schulter aus orthopädisch-rheumatologischer Sicht
sollte
nach Konsensbe
spre
chung eine angepasste Tätigkeit nicht mehr als
manchmaliges
A
rbeiten über Schulterhöhe mit dem linken Arm respektive beidhändig enthalten, monoton-repetitive Tätig
keiten unter Einbezug der linken oberen Extremität sollten ver
mieden und die Tätigkeit keine hohen Anforderungen an die Feinmotorik im Bereich der linken Hand stellen
.
Einzeln quantifizierbare oder verstärkende Aus
wirkungen auf die Arbeitsfähigkeit würden sich aus neurologischer Sicht aber nicht ergeben. Die Arbeitsfähigkeit in der bisherigen
Tätigkeit
(gemeint ist die ursprüngliche: vgl. Urk. 12/2 S.
45) betrage aus inter
disziplinärer Sicht medizi
nisch
-theoretisch 43.75 % und werde durch das neurologische Leiden per se nicht beeinflusst, da die Differenz zwischen der Belastbarkeit und den ursprünglichen beruflichen Anforderungen praktisch ausschliesslich durch die Problematik im Bereich der linken unteren Extremität zustande komme. Die Arbeitsfähigkeit in einer optimal angepassten Tätigkeit betrag
e
80 %, sowohl aus rheumatologisch-orthopädisch
er
wie auch aus interdisziplinärer Sicht. Die Gesamt-Arbeitsun
fähig
keit weiche nicht von derje
nigen aus rheumatologisch-orthopädischer Sicht ab
(Urk. 12/1 S. 5).
Der rheuma
tologisch-orthopädische Gutachter führte zu kon
kreten Fragen hinsichtlich der Arbeitsfähigkeit aus
(vgl. Urk. 12/2 S. 45 f
.),
in der angestammten,
bis zum Unfall 2009 ausgeübten
Tätigkeit
sei der Beschwerde
führer
zu 43.75 % arbeitsfähig
.
Dies ergebe sich aus der quantitativen Leistungs
fähigkeit von 68.75 %, abzüglich einer verminderten Leistungsfähigkeit von 25 %.
In der seither ausgeübten, weitest
gehend angepassten Tätigkeit
könnte der Be
schwerdeführer sechs Stunden mit zusätzlich einer halben Stunde anwesend sei
n
, dies entspreche dem angepassten Arbeitsvertrag von 60 %.
Bei einer Präsenz von 60 % bestehe keine relevante Leistungsminderung.
Hinsichtlich einer leichte
n, überwi
egend sitzenden
,
optimal angepassten
Arbeit
bestehe
seit 2012
-
nach Ab
schluss der intensiven medizini
schen Behandlungsphase
-
eine 80%ige Arbeits
fähigkeit
, bei einer Präsenz zwi
schen sechs bis acht Stunden am Tag respektive 7
Stunden pro Tag als Mittelwert, mit zusätzlich einer hal
ben Stunde Pause
über den Tag verteilt. Unter Berück
sichtigung sämtlicher Voraussetzungen des Zumut
barkeitsprofils (s. oben) besteh
e keine zusätzliche Leistungsminderung.
4
.
Das
A._
-Gutachten vom 18. Juli 2019,
welches
in medizinisch/diagnostisch
er Hinsicht un
bestrit
ten blieb, ist
den in der Recht
sprechung des Bundesgerichts entwickelten Anforderungen (vgl. E. 1.
6
) in allen Teilen genüg
e
nd als beweis
kräftig anzusehen. Gestützt darauf
ist davon auszugehen, dass der
Beschwerde
führer
jedenfalls seit Januar
2012
in einer
–
näher umschriebenen (vgl. E. 3
.4
) -
angepassten Verweistätigkeit zu 80 % arbeitsfähig
war
.
Daran vermögen
weder
bis dato
anhaltende
Prothesenanpassungen noch
vorübergehe
nde
Phasen post
operativer
Rekonv
aleszenz
etwas
zu ändern
(vgl. Urk. 1 S. 4);
d
ie Gutachter hielten
fest,
z
war sei es seit 2012, namentlich
2014 und 2016,
immer wieder zu Unterbrüchen in der Arbeitsfähigkeit infolge operative
r Eingriffe
gekommen. Der Gesundheitszustand an sich sei
indes weitgehend unverändert geblieben, ohne namhafte Verbesserung oder Verschlechterung
(Urk. 12/
2 S.
45, Urk. 12/
2 S.
48).
Soweit
beschwerdeweise weiter moniert wurde, die gutachterliche
Arbeitsfähig
keitsbeurteilung
finde in den
medizinischen Vorakten keine Stütze
(
vgl.
Urk.
1 S.
7),
lässt sich daraus nichts zugunsten des Beschwerdeführers ableiten. Wurde das Gutachten doch gerade wegen de
r
gerichtlich
(unter anderem diesbezüglich)
festgestellten Unzulänglichkeiten der medizinischen Vorakten in Auftrag gegeben (vgl. Urteil des hiesigen Gericht
s
vom 20. März 2017, Urk.
10/118
). S
chliesslich kann
dem Beschwerdeführer
auch
nicht gefolgt werden, wenn er dafürhält, es sei im Rahmen der
Invaliditätsbemessung
ab 2012
nicht auf das
A._
-Gutachten ab
zustellen, sondern
auf die von der Unfallversicherung im Rahmen des Taggeld
anspruchs angenommenen Arbeitsunfähigkeiten
(vgl. Urk. 1 S. 7)
.
Vielmehr
b
e
misst sich
der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG
bei erwerbstätigen Personen
aufgrund eines Einkommensvergleichs
unter Berücksichtigung des
Erwerbseinkommen
s
, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach
Abschluss
der medizinisc
hen Behandlung
durch eine
ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen kö
nnte (sog. Invalideneinkommen
, vgl. dazu im Detail
hienach
E. 5.1
).
5
.
5
.1
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog. Valideneinkommen). Der Einkommensver
gleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegen
übergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditäts
grad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des Einkommens
vergleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
5.2
Zur Ermittlung des Valideneinkommens ist entscheidend, was die versicherte Per
son im Zeitpunkt des
frühest
möglichen Rentenbeginns nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit als Gesunde tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung angepassten Verdienst angeknüpft, da es empirischer Erfahrung entspricht, dass die bisherige Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden fort
gesetzt worden wäre (BGE 134 V 322 E. 4.1 S. 325 f.).
Hierfür
stellte die
Beschwerde
gegnerin auf den
g
emäss IK-Auszug
vor Eintritt des Gesundheitsschadens
im Jahre 2008 bei der
Y._
AG erwirtschafteten Jahreslohn ab
(Fr. 96'543.--,
Urk. 10/116, Urk. 11/6
), was
der Beschwerdeführer nicht
beanstandet
e
(vgl. Urk. 1 S. 9)
.
Die Auskunft der Arbeitgeberin, wonach der
Beschwerdeführer an der vor Eintritt des Gesundheitsschadens innegehabten Stelle
aktuell (2017) Fr. 95'000.-- (Fr. 7'303.-- x 13) zu erzielen (vgl. Urk. 15 S. 5)
vermöchte, berücksichtigt lediglich den Grundlohn, wobei offensichtlich (vgl. IK-Auszug Urk. 10/116 und Urk. 15 S. 5) Gratifikationen zur Auszahlung gelangten.
Es ist daher zugunsten des Beschwerdeführers nicht zu beanstanden, wenn die Beschwerdegegnerin auf den 2008 effektiv abgerechneten Jahreslohn anknüpfte.
Dieser Wert ist der Teuerung und realen Einkommensentwicklung anzupassen (ZAK 1990 517 E. 3c), wobei der Nominallohnindex gemäss der entsprechenden Erhebung des Bundesamtes für Statistik zu verwenden ist (BGE 129 V 408). Der jeweils gerundete jährliche Aufwertungsfaktor führt über l
ängere Perioden zu rechnerisch potenzierter
Ungenauigkeit.
U
nter Berücksichtigung der Nominal
lohnentwicklung für Männer bis ins massgeblich
e Jahr 2012
(
vgl.
Bundesamt für Statistik, Schwei
zerischer Lohnindex, Landesindex der Konsumentenpreise, T 39, Entwicklung der Nominallöhne, der Konsumentenpreise und de
r Reallöhne, 1976-2017, Nominal
löhne Männer
; 2008: 2092; 2012: 2188
) resultiert
ein Validenein
kommen
(Basis 2012)
von
rund Fr. 100’973.-- [
Fr. 96'543.
--
:
2092 x 2188
).
5.
3
5.3.1
Für die Festsetzung des trotz Gesundheitsschädigung zumutbarerweise noch realisierbaren Einkommens (Invalideneinkommen) ist nach der Rechtsprechung primär von der beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die ver
sicherte Person konkret steht. Übt sie nach Eintritt der Invalidität eine Erwerbs
tätigkeit aus, bei der – kumulativ – besonders stabile Arbeitsverhältnisse gegeben sind und anzunehmen ist, dass sie die ihr verbliebene Arbeitsfähigkeit in zumut
barer Weise voll ausschöpft, und erscheint zudem das Einkommen aus der Arbeits
leistung als angemessen und nicht als Soziallohn, gilt grundsätzlich der tatsächlich erzielte Verdienst als Invalide
nlohn (BGE 139 V 592 E. 2.3;
135 V 297 E.
5.2; 129 V 472 E. 4.2.1; 126 V 75 E. 3b/
aa
).
Dabei bleibt zu beachten, dass unter dem Blickwinkel des in der ganzen Sozial
versicherung geltenden Grundsatzes der Sch
adenminderungspflicht (vgl. BGE
120 V 368 E. 6b, 117 V 275 E. 2b) einer versicherten Person im Rahmen des ihr objektiv, unter Berücksichtigung der gesamten persönlichen Verhältnisse, Zumut
baren
unter Umständen
ein Berufs- bzw. Stellenwechsel anzurechnen ist (vgl. Urteile des Bundesgerichts I 224/01 E. 3b/
bb
vom 22. Oktober 2001, 8C:360/2010 vom 30. November 2010; ZAK 1970 343, 1969 527, 1968 473, 1962 524). Die Zu
mutbarkeit ist in Relation einerseits zur Tragweite der Vorkehr, andererseits zur Bedeutung der in Frage stehenden Leistung zu beurteilen, wobei die Anfor
derungen an die Schadenminderungspflicht dort strenger sind, wo eine erhöhte Inanspruchnahme der Invalidenversicherung in Frage steht, namentlich wenn der Verzicht auf schadenmindernde Vorkehren Rentenleistungen auslöst (BGE 113 V 22 E. 4d.; SVR 2007 IV Nr. 34 S. 121, E. 3.1; Urteil des Bundesgerichts 8C_128/2007 vom 14. Januar 2008 E. 3.1 mit Hinweisen).
5.3.2
Nach Eintritt des Gesundheitsschadens wurde der Beschwerdeführer
zwecks
Arbeitsplatzerhalts
für angepasste Tätigkeiten weiterhin
bei der ehem
aligen Arbeitsgeberin
beschäftigt
.
Dabei konnte
er sein Pensum auf
maximal 60 % steige
rn. Dem Arbeitgeberbericht vom 15
.
/18.
Dezember 2017 zufolge war eine
weiter
e
Pensumssteigerung aus gesundheitlichen Gründen nicht möglich (
Urk.
15
/
1
S.
3
; vgl.
damit konkordant
Urk. 1 S.
15, wonach die angepassten Tätigkeiten bei der
Y._
AG nach eigenen Angaben des Beschwer
de
führers zum Teil in ungünstigen Positionen hätten durchgeführt werden
müssen
).
Hierbei erzielte der Beschwerdeführer gemäss IK-Auszug (Urk. 10/116/3) und Angaben seiner ehemaligen Arbeitgeberin (Urk. 15) folgende Jahreseinkommen: 2012: Fr. 48'248.--,
2013: Fr. 54'670.--, 2014: Fr.
45'886.--, 2015: Fr. 63'589.--, 2016: Fr. 53’525 und 2017 (bis September
befristet): Fr.
63'475.-- (Fr. 43'944.
-- :
9 x 12 [= Fr. 58'592.--] x 13/12).
Hieraus folgt, dass der Invaliditätsgrad, stellte man auf das effektiv realisierte Erwerbseinkommen ab, im Jahre 2012 noch gerundet 52 % ([Fr. 100'973.
-- - Fr.
48'248.--
] :
Fr. 100'973.--)
betrug, sich dann indes im Jahre 2013 auf rund 47 % senkte ([Fr. 101’711.37 {nominallohnbe
reinigt 2204/2188 Punkte} - Fr.
54'670.--] : Fr. 101’
711.37) und in den folgenden Jahren
jährlich zwischen den Werten 38 und 48
% schwankte (2013:
1 - 54/670/101’
711
.37;.
2014:
1 - 45’886/
102'449.74; 2015:
1- 63’589/
102'726.63
; 2016:
1- 53’525/
103'326.55
; 2017: 1
-
58/592/
103
'788
; Nominallohnerhöhungen nach den Indices 2220 [2014], 2226 [2015], 2239 [2016] und 2249 [2017]).
Laut Aus
kunft der Arbeitgeberin vom 15.
Dezember 2017 (Urk. 15) betrug der seit 1. Januar 2017
ausbezahlte
beitragspflichtige Jahreslohn Fr. 56'069.--, soll jedoch nicht der Arbeitsleistung
entsprochen haben
. Dies steht indes
ihren
weiteren Aus
führungen entgegen, wonach das grosse Fachwissen und die langjährige Betriebs
zugehörigkeit, welche einen spezifischen und umfassenden Einsatz gewährleis
teten, die Lohnzahlungen massgeblich
bestimmten (Urk. 15
/2
; vgl. auch Urk. 15/4 S.
2
). Der allfällige Anteil Soziallohn braucht - angesichts der nachfolgenden Erwägungen - indes nicht weiter abgeklärt zu werden.
5.3.3
Der Beschwerdeführer
war
gemäss Einschätzung der Gutachter
in
einer optimal angepassten Verweistä
tigkeit
seit 2012 zu 80 % arbeitsfähig (vgl. E. 3.
4
). Mithin hat
der Beschwerdeführer die ihm seit
Januar 2012
medizinisch
attestierte
Rest
arbeitsfähigkeit nicht
vollständig
ausgeschöpft
, weshalb
für die Ermittlung des Invalideneinkommens die Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt fü
r Statistik periodisch herausgege
benen Lohnstrukturerhebungen (LSE) heranzuziehen
sind
(BGE 139 V 592 E. 2.3, 135 V 297 E. 5.2, 129 V 472 E. 4.2.1, 126 V 75 E. 3b).
Damit ist – entgegen dem Beschwerdeführer (
vgl.
Urk. 1 S. 8) - nicht gesagt, dass
er
die
2012
innegehabte Stelle zugunsten einer
ideal
(er)
angepassten
hätte
kün
digen
müssen. Vielmehr ist
dem Beschwerdeführer
im R
ahmen der Invaliditäts
bemessung
anzurechnen, was
er unter medizinisch-theoretischen Gesichtspunk
ten durch eine ihm zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage
hätte erzielen könn
e
n
(vgl. E. 5.
3.
1).
Schliesslich kann für das Invalidenein
kommen – anders als beschwerdeweise beantragt (
vgl.
Urk. 1 S. 9) - auch nicht auf den
mit
der
B._
AG
vereinbarten
Lohn von monatlich Fr.
6'100.--
(100%-Pensum)
abgestellt werden; d
iese Stelle
hat
der Beschwerdeführer erst im Januar 2020 an
getreten
(
Urk. 11/43/1 =
Urk. 3/4).
5.3.
4
Vorliegend verfügt der
Beschwerdeführer über eine
Ausbildung
als Metall
sch
losser mit Eidgenössischem Fähigk
eitsausweis
sowie
langjährige
,
vielseitige Berufser
fahrung mit Tätigkeiten im handwerklichen
und
im Bereich der
Produktever
packung,
Qualitäts- und Endkontrolle
.
Dabei
war
er
verschiedentlich in
leitender
P
osition
tätig, womit
der Beschwerdeführer
auch
Führungserfahrung vorzuwei
sen
hat
(
vgl.
Urk. 1 S. 13
ff.
, Urk. 10/103/2
)
.
Seitens der
Y._
AG wurden
das
umfassende Branchen- und gute technische (Fach-)Wissen des Beschwerde
führers sowie seine
Kundenorientierung, Hilfs- und Leistungsbereitschaft, Flexi
bi
lität und Vielseitigkeit
besonders hervorgehoben
(
Urk. 15/2
).
Vor diesem Hin
tergrund
verfügt der Beschwerdeführer über ein breites Repertoire arbeitsrele
van
ter Kompetenzen. Entsprechend kann ihm nicht gefolgt werden,
wenn
er sich auf den Stand
punkt stellt,
er
habe sich bei der
Y._
AG ausschliesslich
spezifisches F
irmen
wissen angeeignet
, welches (sinngemäss) in anderen Betrieben nicht verwertbar sei
(
vgl.
Urk. 1
S.
12 und S.
16). Dem steht auch die
Einsch
ätzung
seiner
ehemaligen Vo
rgesetzten
entge
gen, wonach
d
er
Beschwerdeführer
für Arbeiten
in einem Industriebetrieb, sei es in einem KMU oder in einem grösseren Betrieb,
etwa
als Allrounder
i
n einem
Produktionsumfeld,
technischer Koordinator (etwa zur Unterstützung im Bereich Spedition, Verkauf, Auftragsabwicklung)
oder
als
Gebäude- und Sicherheitsbeauftragter
eingesetzt werden könnte (
Urk. 15/4
).
Aus de
n
beschwerdeweise eingereichten Bewerbungs
unterlagen
resp. Absagen
–
darunter
für Anstellungen in leitender Position - erhellt
zudem, dass der Beschwerdeführer
auf
Arbeitgeber
seite
grundsätzlich
als
gut
und hinreichend
qualifiziert
taxiert
wurde («Sie bringen einen Rucksack mit sehr guten Qualifikationen und Erfahrungen
[...]
»
; «Sie haben
eigentlich
alles was man
sich wünschen kann
.
»; «Die Tatsache, dass wir uns nicht für Sie entschieden haben
, bedeutet kein Werturteil über die persönlichen und fachlichen Qualifikationen»; «[...] interessant
e
und vielseitige Persönlichkeit»
;
«
[...]
sehr gute Voraussetzungen [...]
,
Urk. 3/12/1-44).
Kommt hinzu, dass ein Stelle
n
wechsel infolge Auflösung bzw. Wegzugs der angestammten Produktionsstätte auch ohne gesundheitliche
Beeiträchtigungen
spätestens
Mitte 2019
notwendig geworden wäre (vgl. Urk.
15/2).
Bei alle dem
sowie mit Blick auf das
medizinische Belastungsprofil
ist
zur Ermittlung des Invalideneinkommens
auf den Tabellenwert
im verarbeitenden Gewerbe/Produktion von Waren
in Höhe von
monatlich Fr.
5’850
.--
(LSE 2012
, Tabelle
TAl
,
Ziff. 10-33
, Kompetenzniveau
2
, Männer) abzustellen. Unter Berück
sichtigung der betriebsüblichen Arbeitszeit im Jahr 201
2
von 41.
3
Stunden pro Woche (vgl. Bundesamt für Statistik, Betriebsübliche Arbeitszeit nach Wirt
schaftsabteilungen [NOGA 2008], in Stunden pro Woche, 2004-2017,
C 10
-
33
) resultiert ein Invalideneinkommen von rund Fr.
57’985
.-- für ein
zumutbares Pensum von 8
0 % (Fr. 5
'850.--
: 40 x 41.
3 x 12 x 0.8
0)
.
5.3.5
Dem Beschwerdeführer ist damit insoweit zuzustimmen, als angesichts seiner theoretischen Ausbildung - auch mit den von der IV finanzierten Kurse
n
- nicht von einem grossen (theoretischen) Wissen in einem Spezia
lgebiet ausgegangen werden kann. Z
war verfügt er angesichts der langjährigen Tätigkeit über grosses, jedoch eher praktisches Wissen, was
sich bei einem neuen Arbeitgeber lohnmässig weniger
niederschlagen
kann, weshalb entgegen der Beschwerdegegnerin nicht vom Anforderungsprofil 3 («komplexe praktische Tätigkeiten, welche ein grosses Wissen in einem Spezialgebiet voraussetzen») auszugehen ist.
Nicht zu folgen ist jedoch dem Beschwerdeführer soweit er aufgrund der be
haupteten stark eingeschränkten Vermittelbarkeit aus verschiedenen Gründen ein
en
Leidensabzug von 25 % fordert (Urk. 1 S. 18 f.). Den funktionalen und quanti
tativen Einschränkungen wird mit der quantitativen medizinisch attestierten 20%igen Arbeitsunfähigkeit abschliessend Rechnung getragen.
Die gesundheit
lich bedingte Unmöglichkeit, weiterhin körperlich schwere Arbeit zu verrichten,
führt nicht automatisch zu einer Verminderung des hypothetischen Invaliden
lohns (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_82/2019 vom 19. September 2019 E.
6.3.2
).
Der Umstand, dass die Stellensuche altersbedingt erschwert sein mag, fällt als inva
liditätsfremder Faktor regelmässig ausser Betracht (Urteil des Bundesgerichts 8C_219/2019 vom 30. September 2019 E. 5.3; vgl. auch Urteil 8C_312/2017
vom 22. November 2017 E. 3.3.2), zumal sich dies
hier ab Mitte 2019
auch im Ge
sundheitsfall auswirken müsste.
Ausserdem war der Beschwerdeführer i
m Jahre 2012
erst
45 Jahre alt und blickte auf eine langjähr
ige berufliche Erfahrung zu
rück. Teilzeittätigkeiten zwischen 75 und 89 % wirkten sich
bei Männern
in Stel
lungen ohne Kaderfunktion oder im untersten Kader gar lohnerhöhend aus (vgl. LSE 2012,
Monatlicher Bruttolohn [Zentralwert]
nach Beschäftigungsgrad, beruf
licher Stellung und Geschlecht, Pr
ivater und öffentlicher Sektor [
Bund, Kantone, Bezirke, Gemeinden, Körpe
rschaften, Kirchen]
zusammen). Es liegen da
her keine
Gesichtspunkte
vor, welche allenfalls
ein
e
zusätzliche
loh
n
mässig
e
Ein
busse erwarten
lassen
würden,
weshalb ein Leidensabzug - wie die Beschwerde
gegnerin zutreffend ausführte -
nicht in Be
tracht
fällt
(vgl. zu
m Thema leidensbedingter Abzug statt vieler:
BGE 135 V 297
E. 5.2, 134 V 322 E. 5.2 und 126 V 75 E.
5b/
aa
-cc
).
5.
4
5.
4
.1
Dem Beschwerdeführer wurde
seit Juli 2009
eine 100%ige Arbeits
unfähigkeit attestiert (
Urk. 10/97/7, Urk. 11A/2/135
).
Damit bestand für die Dauer des Warte
jahrs bis zum 2
1
. J
uli 2010
eine durchschnittliche Arbeits
unfähigkeit von
über 70
%
(
Art. 2
8
Abs. 1 IVG
, E. 1.2
).
5.4
.2
Nach Ablauf der Wartezeit am 2
1
. J
uli 2010
bestand
weiterhin
eine 100%ige
Arbeitsfähigkeit
(
Urk. 10/97/7, Urk. 11A/2/135
)
.
Unter Berücksichtigung der
Karenz
frist (
vgl. Anmeldung vom 23.
Dezember 2009,
Urk. 10/7
) hat der Be
schwerdeführer somit ab dem 1.
Juli 2010
Anspruch auf eine ganze Rente
(Art. 29 Abs. 1
und
Abs. 3 IVG)
.
5.4
.3
Nach
Massgabe des
auf entsprechenden ärztlichen Zeugnissen basierenden
UV-Taggeldanspruchs
(
ab September
2011: 60%,
ab November 2011
:
50%)
hat die Beschwerdegegnerin dem Beschwerdeführer ab dem 1. September 2011
eine
Dreiviertelsrente und ab dem 1. November 2011 eine
halbe Rente
zugesprochen
(vgl. Urk. 11/7/9, Urk. 2)
,
welche Vorgehensweise mit Blick auf die fortlaufende, intensive medizinische Behandlung
bis Ende 2011
(vgl. Urk. 12/45) per se nicht zu beanstanden ist;
eine Leistungsanpassung
ist
unter Hinweis
auf
Art. 88a Abs. 1 IVV
indes frühestens
nach Ablauf von drei Monaten seit Eintritt der Änderung vorzunehmen
(vgl. E. 1.4 f.).
Folglich hat der Beschwerdeführer
ab
dem
1. Dezem
ber 2011
Anspruch
auf eine Dreiviertelsrente und ab
dem 1.
Februar 2012
An
spruch
auf eine
halbe Rente
.
5.
4
.4
Schliesslich wurde dem Beschwerdeführer s
eit
Januar 2012
eine
8
0%ige Arbeits
fähigkeit
in
einer angepassten
Tätigkeit attestiert
(vgl. E. 3.4)
. Aus der Gegen
überstellung von Validen-
(Fr. 100'973.--
; vgl. E. 5.2)
und
dem anrechenbaren
Invalideneinkommen
(Fr. 57'985.--; vgl. E. 5.3.4)
resultiert eine Erwerbseinbusse von rund Fr.
42’988
.--, was einen Invaliditätsgrad von
42,57
%, gerundet
4
3
%, ergibt
(
zur mathematischen Rundung vgl. BGE 130 V 121).
Damit hat der Be
schwerdeführer
ab dem 1.
April
20
12
(Art. 88a Abs. 1 IVV, E. 1.
4
f.
)
Anspruch auf eine
Viertelsrente.
Die
Rentenauszahlung
ist
mit Blick auf die
2012
und 2013
durchgeführten
Ein
gliederungsmassnahmen (vgl. Urk.
10/52, Urk. 10/67)
resp.
bereits
bezogenen
IV-Taggeld
er
(
vgl.
Urk.
10/58
f.
, Urk.
10/62,
Urk. 10/68,
Urk. 10/95
, Urk. 10/111/31
,
vgl. auch
Urk. 11/7/9
)
entsprechend zu
verrechnen bzw. zu
sistieren (Art.
43
Abs. 2
und 3
und Art. 47
IVG
in Verbindung mit Art. 20
ter
IVV
)
.
5.4.5
Weiter ist darauf hinzuweisen
, dass m
it
dem
Stellenantritt
des Beschwerdeführers
bei der
B._
AG im Januar 2020
(vgl. Urk. 3/4)
gegebenenfalls
ein Revisions
grund
(Art. 17 Abs. 1 ATSG)
vorliegt
.
Im Rahmen der Invaliditätsbemessung
wäre beim Valideneinkommen zu berücksichtigen,
dass die Zusammenarbeit zwischen dem Beschwerdeführer und der
Y._
AG 2017 (resp.
im Juni
2019
; vgl. Urk. 1 S. 14
) aus betrieblichen Gründen endigte (vgl. Urk.
15/1
-2
).
Für die richterliche Beurteilung eines Falles sind indes grundsätzlich die tat
säch
lichen Verhältnisse zur Zeit des Abschlusses des Verwaltungsverfahrens (hier: Februar 2020) massgebend. Tatsachen, die sich erst später verwirklichen, sind insoweit zu berücksichtigen, als sie mit dem Streitgegenstand in engem Sachzu
sammenhang stehen und geeignet sind, die Beurteilung im Zeitpunkt des
Ent
scheiderlasses
zu beeinflussen (BGE 121 V 362 E. 1b; 99 V 98). Nach der Rech
t
sprechung des Bundesgerichts kann das verwaltungsgerichtliche Verfahren aus prozessökonomischen Gründen auf eine ausserhalb des Anfechtungs
gegen
stan
des, das heisst ausserhalb des durch die Verfügung beziehungsweise durch
den Einspracheentscheid bestimmten Rechtsverhältnisses liegende spruchreife Frage
ausgedehnt werden, wenn diese mit dem bisherigen Streitgegenstand derart eng zusammenhängt, dass von einer Tatbestandsgesamtheit gesprochen werden kann, und wenn sich die Verwaltung zu dieser Streitfrage mindestens in Form einer Prozesserklärung geäussert hat (BGE 130 V 501, 122 V 34 E. 2a mit Hin
weisen).
Da
eine allfällige Anpassung des
Leistungsanspruchs frühestens ab März 2020
(
Art. 88a Abs. 1 IVG
, E. 1.4
)
vorzunehmen wäre
und die vorliegenden Akten
dies
bezüglich
nicht
spruchreif sind
,
ist vorliegend nicht
darüber zu entscheiden
.
Dies wird Sache der Beschwerdegegnerin sein.
5.5
Zusammenfassend ist daher festzuhalten, dass der Beschwerdeführer ab 1. Juli 2010 Anspruch auf eine ganze Rente, ab 1. Dezember 2011 Anspruch auf eine Dreiviertelsrente, ab 1. Februar 2012 Anspruch auf eine halbe Rente und ab 1. April 2012, jedenfalls bis zum Zeitpunkt des Verfügungserlasses, Anspruch auf eine Viertelsrente hat.
6.
In
teilweiser
Gutheissung der Beschwerde
ist
demnach
die angefochtene
Ver
fü
gung vom
19
.
Februar 2019
hinsichtlich de
r
ab dem 1. September 2011 befristet zugesprochenen Renten aufzuheben
und es ist festzustellen, dass der Beschwer
deführer ab
dem 1.
Dezember 2011 Anspruch auf eine Dreiviertels-, ab dem 1.
Februar 2012 auf eine halbe und ab dem
1.
April
2012
Anspruch auf eine
Viertelsrente
der Invalidenversicherung hat.
Im Übrigen ist
die Beschwerde abzu
weisen.
7
.
7
.1
Gestützt auf Art. 69 Abs. 1
bis
IVG ist das Verfahren für die unterliegende Partei kostenpflichtig. Die Kosten sind unabhängig vom Streitwert nach dem
Verfah-rensaufwand
festzulegen und vorliegend auf Fr. 700.-- anzusetzen. Da der Be
schwerdeführer bezüglich des Rentenanspruchs an sich obsiegt, sind die Kosten vollumfänglich der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen.
7
.2
Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts rechtfertigt der Umstand allein, dass
einem Beschwerdeführer in einem Beschwerdeverfahren eine geringere (Teil-) Rente
als beantragt zugesprochen wird, noch keine Reduktion der Parteientschä
digung, jedenfalls soweit der Aufwand nicht vom beantragten Umfang der Rente beeinflusst wird (Urteil des Bundesgerichts 9C_466/2007 vom 25. Januar 2008 E. 5). Entsprechend ist die Beschwerdegegnerin zu verpflichten, dem Beschwer
de
führer eine volle Prozessentschädigung zu bezahlen.
Diese ist beim praxis
ge
mässen Stundenansatz von Fr. 220.-- (zuzüglich Mehr
wertsteuer) auf Fr.
2’000
.--
(inklusive Barauslagen und Mehr
wertsteuer) festzu
setzen und von der Beschwer
degegnerin zu bezahlen