# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 6018f08d-5f4d-4af3-a888-1ac2a969a606
**Court:** CH_BSTG
**Chamber:** CH_BSTG_001
**Year:** 2005
**Language:** de
**Jurisdiction:** CH / Federation
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** 

## Facts

Sachverhalt:
A. Im Rahmen einer umfangreichen Strafuntersuchung, welche die  Untersuchungsrichterin gegen B._, C._, D._ und weitere Beschuldigte wegen Verdachts der qualifizierten Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz und der Beteiligung an bzw.  einer kriminellen Organisation führt, belastete D._ A._. Die Untersuchungsrichterin stellte hierauf am 30. April 2004 einen Haftbefehl gegen A._ wegen Kollusions- und Fluchtgefahr aus und veranlasste am 16. Juli 2004 dessen Ausschreibung im Ripol. Bei der  vom 20. Juli 2004 in der Wohnung von E._ an der F._ in Z._ wegen Verdachts des Drogenhandels fand die Polizei unter  A._ vor und nahm ihn fest (vgl. Entscheid der  BK_H 177/04 vom 17. November 2004).
B. Eine gegen die Abweisung eines ersten Haftentlassungsgesuchs A._ erhobene Beschwerde wies die Beschwerdekammer am 17. November 2004 kostenfällig ab (BK_H 177/04). Mit Gesuch vom 1. April 2005 stellte A._ bei der Untersuchungsrichterin ein weiteres Entlassungsgesuch, welches nach Einholen der ablehnenden Stellungnahme der  mit Verfügung vom 13. April 2005 ebenfalls abgewiesen wurde (BK act. 1.1.).
C. Gegen diese Abweisung liess A._ am 19. April 2005 bei der  erneut Beschwerde erheben. Er beantragt die  des angefochtenen Entscheids und seine Entlassung aus der . Eventualiter beantragt er, es sei die Haftentlassung mit , wie z.B. einer Schriftensperre oder anderen Massnahmen, zu , unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (BK act. 1). Die  trug mit Eingabe vom 25. April 2005 auf Abweisung der Beschwerde an; eventualiter seien weniger einschneidende Massnahmen, nämlich eine Schriftensperre, die auch der Dominikanischen Botschaft zu eröffnen wäre, eine Meldepflicht bei der Polizei und die Begründung eines Zustelldomizils beim Verteidiger zu verfügen (BK act. 3). Die  stellte am 25. April 2005 Antrag auf kostenpflichtige Abweisung der Beschwerde (BK act. 4). Der Verteidiger nahm zu diesen Eingaben am 2. Mai 2005 nochmals Stellung (BK act. 5).
Auf die Ausführungen in den verschiedenen Eingaben wird nachfolgend soweit Bezug genommen, als dies erforderlich erscheint.
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## Considerations

Die Beschwerdekammer zieht in Erwägung:
1. Gegen die Abweisung eines Haftentlassungsgesuchs durch den  oder Bundesanwalt kann gemäss Art. 52 Abs. 2 BStP bei der Beschwerdekammer Beschwerde geführt werden. Die Beschwerde ist  Art. 217 BStP innert fünf Tagen nach Kenntnisnahme der  Verfügung einzureichen. Die Beschwerdefrist ist hier gewahrt. Der  als Inhaftierter ist beschwerdelegitimiert. Auf die  ist einzutreten.
2. Untersuchungshaft setzt gemäss Art. 44 BStP voraus, dass gegen den Be-
schuldigten ein dringender Tatverdacht wegen eines Verbrechens oder Vergehens besteht, und zusätzlich einer der besonderen Haftgründe der Kollusions- oder der Fluchtgefahr gegeben ist. Sodann muss die  dem Grundsatz der Verhältnismässigkeit entsprechen.
3. Der Beschwerdeführer lässt zwar den dringenden Tatverdacht nicht mehr
direkt bestreiten, relativiert diesen jedoch aufgrund des fortgeschrittenen Verfahrensstandes sowie mit Bezug auf die beweismässigen  der Vorinstanz aus der Flucht von C._.
Grundsätzlich kann auf die Ausführungen im Entscheid der  vom 17. November 2004 zum dringenden Tatverdacht (BK_H 177/04 E. 3) verwiesen werden. Jene Ausführungen zum konkreten  und die dort vorgenommene Würdigung der Beweismittel und  haben nach wie vor volle Gültigkeit. Dass die Vorinstanz aus der Flucht von C._ zusätzlich beweismässig belastende Rückschlüsse auf das A._ vorgeworfene Geschäft mit den rund 823 g Kokain zieht, ist nicht zu beanstanden, stellt allerdings nicht mehr als ein zusätzliches  dar, welches für sich die Verdachtslage nicht erheblich weiter . Entgegen dem Beschwerdeführer ist jedoch auch nicht davon , dass er im fraglichen Geschäft nur eine Nebenrolle spielte. Die  und Indizien sprechen vielmehr dafür, dass er zu C._ in einem durchaus „partnerschaftlichen“ Verhältnis stand und keineswegs nur für untergeordneten Hilfsdienst beigezogen wurde. Die offenkundig  und vorsichtige Sprechweise am Telefon (vgl. Beilagen zur  vom 22. Oktober 2004; BK act. 3.3) weist auf einschlägige , ja einige Professionalität in diesem „Geschäftsbereich“ hin. Selbst in Anbetracht des fortgeschrittenen Untersuchungsstadiums ist deshalb von
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einem für Untersuchungshaft ausreichenden dringenden Tatverdacht .
4. Der Beschwerdeführer lässt vor allem den besonderen Haftgrund der Fluchtgefahr bestreiten. Die Beschwerdekammer hatte im bereits  Entscheid vom 17. November 2004 (E. 4) im Hinblick auf die zu  Strafe sowie wegen der relativ geringen Verwurzelung des  in der Schweiz, seiner Trennung von der hier lebenden Ehefrau und der zweifelhaften beruflichen Integration Fluchtgefahr bejaht. Mit der erneuten Beschwerde lässt der Beschwerdeführer nun geltend  und durch ein Schreiben seiner Ehefrau belegen, dass sie bereit sei, ihn wieder bei sich (in Y._) aufzunehmen. Ferner macht er geltend, der ehemalige Arbeitgeber würde ihn wieder anstellen. Für Letzteres liegt allerdings keine Bestätigung vor. Der Beschwerdeführer begründet dies damit, dass er sich schäme und deshalb seinen heutigen Aufenthalt (im Untersuchungsgefängnis) dem Arbeitgeber nicht bekannt geben wolle. Weiter macht er geltend, gegen Fluchtgefahr spreche, dass er seinerzeit selber bei der Polizei vorgesprochen habe. Schliesslich bezweifelt der , dass er im Falle einer Verurteilung mit einer unbedingten Strafe zu rechnen hätte.
Die vom Beschwerdeführer geltend gemachten Veränderungen in seiner persönlichen Situation seit dem Entscheid der Beschwerdekammer vom 17. November 2004 relativieren nun zwar das Ausmass der  einer Flucht etwas. Sie vermögen aber die Grundannahme nicht zu beseitigen, dass die zu erwartende mutmassliche Strafe (siehe  E. 5.1) und der hoch wahrscheinliche Widerruf einer bedingten  von einem Jahr (Art. 41 Ziff. 3 Abs. 1 StGB; vgl. zum leichten Fall gemäss Ziff. 3 Abs. 2 BGE 122 IV 156, 161 f.) in Verbindung mit dem Ausländerstatus - trotz seiner Familie in der Schweiz und gewisser () Anstellungsmöglichkeiten - eine Flucht wahrscheinlich machen. Es kommt nämlich dazu, dass der Beschwerdeführer mit grosser  damit rechnen muss, bei einer weiteren Verurteilung die Schweiz verlassen zu müssen. Es ist kaum anzunehmen, dass die  zuständige Verwaltungsbehörde einem mehrfach verurteilten Drogenhändler den Aufenthalts- oder Niederlassungsstatus nicht entziehen wird. Die Motivation des Beschwerdeführers, sich dem Strafverfahren und einem allfälligen Vollzug zu stellen, wird sich aber im Hinblick auf eine  nach einem abgeschlossenen Vollzug merkbar reduzieren. Fluchtgefahr besteht damit weiterhin und lässt sich mit den im  genannten Mitteln von Schriftensperre und Meldepflicht nicht ausrei-
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chend bannen. Im Unterschied zu einer Kaution erschweren diese  eine Flucht zwar technisch, ändern aber an der Motivlage des , sich dem Strafverfahren und einem Vollzug zu stellen, nichts.
5. Der Beschwerdeführer lässt mit Blick auf die bisher rund neun Monate dauernde Untersuchungshaft deren Verhältnismässigkeit rügen und spricht mit der Bemerkung, es seien seit dem letzten Haftentscheid keine  mehr vorgenommen worden, die Frage der Verletzung des Beschleunigungsgebots an.
5.1 Untersuchungshaft ist dann unverhältnismässig und verstösst gegen Art. 5
Ziff. 3 EMRK, wenn diese die mutmassliche Dauer der zu erwartenden Freiheitsstrafe übersteigt. Untersuchungshaft darf daher nur solange  werden, als ihre Dauer nicht in grosse Nähe der konkret zu  Strafe heranreicht. Insofern besteht eine Art absoluter Höchstdauer der Untersuchungshaft (vgl. BGE 126 I 172, 176 E. 5.a; 124 I 208, 215 E. 6). Die Schwierigkeiten der Haftbeschwerdeinstanz bei der Prognose  der zu erwartenden Strafe (Entscheid des Bundesgerichts vom 31. Januar 2005, 1P.18/2005 E. 1) erfordern, dass sie sich entsprechende  auferlegt. An der Einschätzung im Entscheid der  vom 17. November 2004, wonach bei Verurteilung mit einer Strafe zu rechnen sei, die die Grenze des bedingten Strafvollzugs übersteigt, kann jedoch ohne weiteres festgehalten werden. Bei einer Verurteilung wird beispielsweise das hartnäckige Leugnen der Tat und das Verschleiern ihrer Hintergründe unter anderem dazu führen, dass der faktisch besonders  Strafminderungsgrund des Geständnisses (vgl. BGE 121 IV 202, 205 E. 2.cc) nicht zur Anwendung gelangen kann. Selbst unter  der nach Art. 38 Ziff. 1 Abs. 1 StGB möglichen bedingten Entlassung nach zwei Dritteln der verbüssten Strafe (Entscheid des Bundesgerichts vom 31. Januar 2005 1P.18/2005 E. 2) liegt die bisher erstandene  erheblich unter der mutmasslichen Dauer des bei einer  zu erwartenden Strafvollzugs. Die Untersuchungshaft ist damit  verhältnismässig.
5.2 Der Beschwerdeführer macht geltend, dass seit dem letzten  keine weiteren Untersuchungshandlungen durchgeführt . Die Vorinstanz hat dazu keine Stellung genommen.
Eine Untersuchungshaft verstösst gegen Art. 5 Ziff. 3 EMRK und Art. 29
Abs. 1 BV, wenn die festgenommene Person nicht innerhalb einer  Frist abgeurteilt wird. Die Rüge, das Strafverfahren werde nicht
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mit der verfassungs- und konventionsrechtlich gebotenen Beschleunigung geführt, ist im Haftprüfungsverfahren nur soweit zu beurteilen, als die  geeignet ist, die Rechtmässigkeit der  in Frage zu stellen und zu einer Haftentlassung zu führen. Dies ist nur dann der Fall, wenn sie besonders schwer wiegt und zudem die  erkennen lassen, dass sie nicht gewillt oder nicht in der Lage sind, das Verfahren mit der für Haftfälle gebotenen Beschleunigung voranzutreiben und zum Abschluss zu bringen. Ist die gerügte Verzögerung des Verfahrens weniger gravierend, kann offen bleiben, ob eine Verletzung des Beschleunigungsgebotes vorliegt. Es genügt diesfalls, die zuständige Behörde zur besonders beförderlichen Weiterführung des Verfahrens  und die Haft gegebenenfalls allein unter der Bedingung der  bestimmter Fristen zu bestätigen (Pra 91 [2002] Nr. 161 E. 2.1.1 und 2.1.2). Vorliegend ergibt sich aus den eingereichten Akten und der Vernehmlassung der Vorinstanz nicht, dass seit November 2004 weitere, den Beschwerdeführer betreffende Untersuchungsschritte unternommen worden sind. Darin liegt eine Verfahrensverzögerung, welche freilich im Lichte der erwähnten bundesgerichtlichen Rechtsprechung noch nicht  gravierend ist, dass sie zu einer Entlassung aus der Untersuchungshaft wegen Verletzung des Beschleunigungsgebots führen muss. Die  wird jedoch im Sinne des zitierten Bundesgerichtsentscheids (Pra 91 [2002] Nr. 161 E. 2.3) angehalten, bei in Aussicht genommener  der Untersuchungshaft das Verfahren gegen den  nunmehr mit besonderer Beförderlichkeit voranzutreiben. Von einer  Fristansetzung zum Abschluss der Untersuchung gegen den Beschwerdeführer wird jedoch abgesehen.
6. Zusammenfassend ergibt sich, dass die Untersuchungshaft im heutigen
Zeitpunkt noch rechtmässig ist. Die Beschwerde ist daher abzuweisen.
7. Bei diesem Ausgang des Verfahrens hat der Beschwerdeführer die Kosten
desselben zu tragen. Die Gebühr wird auf Fr. 1’000.-- festgesetzt (Art. 3 des Reglements über die Gerichtsgebühren vor dem Bundesstrafgericht; SR 173.711.32). Die Entschädigung an den amtlichen Verteidiger wird nach Ermessen festgesetzt (Art. 3 Abs. 3 des Reglements über die  in Verfahren vor dem Bundesstrafgericht; SR 173.711.31). Vorliegend erscheint eine pauschale Entschädigung (inkl. MwSt) von Fr. 1'500.-- angemessen. Der amtliche Verteidiger hat diesen Betrag im Rahmen seiner definitiven Kostennote (bei Einstellung oder im ) geltend zu machen.
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