# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 8263502c-e426-4ee2-87d5-25683461fff8
**Court:** GR_KG
**Chamber:** GR_KG_006
**Year:** 2019
**Language:** de
**Jurisdiction:** GR / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

I. Sachverhalt
A. Y._, geboren am _ 1964, und X._, geboren am _ 1961, heirateten am 23. Mai 1990 vor dem Zivilstandsamt O.1_. Aus der Ehe gingen die nunmehr volljährigen Kinder A._, geboren am _ 1991, und B._, geboren am _ 1994, sowie die beiden noch unmündigen Kinder C._, geboren am _ 2002, und D._, geboren am _ 2004, hervor. X._ ging während der Ehe stets einer Erwerbstätigkeit nach. Y._ arbeitete 1991 letztmals auf ihrem erlernten Beruf als Floristin. Seither ging sie keiner Erwerbstätigkeit mehr nach, sondern war für die Haus- und Familienarbeit zuständig. Sie leidet seit mehreren Jahren an einer somatoformen Schmerzstörung mit depressiven Episoden und erhält eine Viertelsrente der Invalidenversicherung.
B. Die Parteien haben den gemeinsamen Haushalt per Ende September 2011 aufgehoben, wobei die Folgen des Getrenntlebens gestützt auf eine im Verlaufe des Eheschutzverfahrens abgeschlossene Vereinbarung mit Entscheid vom 17. August 2011 des Kreisgerichts F._ geregelt wurden. Die beiden älteren Söhne A._ und B._ leben seither beim Vater, während C._ und D._ unter die Obhut der Mutter gestellt wurden. C._ leidet unter ADHS und wurde unter anderem aufgrund der heftigen Konflikte mit seiner Mutter am 25. April 2016 mit Zustimmung beider Elternteile intern in der E._ in O.2_ platziert. In dieser Institution hat er im Sommer 2018 die obligatorische Schulzeit beendet. Über die beiden noch nicht volljährigen Kinder besteht eine gerichtlich angeordnete Beistandschaft im Sinne vom Art. 308 Abs. 1 und 2 ZGB.
C. Am 11. Dezember 2014 reichte X._ beim damaligen Bezirksgericht Landquart (heute: Regionalgericht Landquart) eine Scheidungsklage ohne Begründung ein. Anlässlich der Einigungsverhandlung vom 3. Februar 2015 erklärte sich Y._ mit der Scheidung einverstanden. Da jedoch keine Einigung über die Nebenfolgen der Scheidung erzielt werden konnte, wurde Frist zur Nachreichung einer schriftlichen Klagebegründung angesetzt.
D. X._ reichte am 24. Februar 2015 die begründete Klageschrift ein. Das Rechtsbegehren erfuhr gegenüber der Klageschrift ohne Begründung keine Änderung und lautete wie folgt:
1. Die am 23. Mai 1990 in O.1_ geschlossene Ehe zwischen den Parteien sei zu scheiden.
2. Die Kinder C._, geboren am _ 2002, und D._, geboren am _ 2004, seien unter der gemeinsamen elterlichen Sorge zu belassen.
3 / 27
3. Der Sohn C._, geboren am _ 2002, sei unter die elterliche Obhut des Vaters zu stellen.
4. Der Sohn D._, geboren am _ 2004, sei unter die elterliche Obhut der Mutter zu stellen.
5. Dem jeweils nicht obhutsberechtigten Elternteil sei ein gerichtsübliches Besuchs- und Ferienrecht einzuräumen.
6. Der Kläger sei zu verpflichten, an den Sohn D._, geboren am _ 2004, einen angemessenen monatlichen Kinderunterhaltsbeitrag zzgl. Kinderzulagen zu leisten, zahlbar monatlich im Voraus, bis zum Abschluss einer ordentlichen Erstausbildung, d.h. auch über die Mündigkeit hinaus.
7. Die Beklagte sei zu verpflichten, an den Sohn C._, geboren am _ 2002, einen angemessenen monatlichen Kinderunterhaltsbeitrag zzgl. Kinderzulagen zu leisten, zahlbar monatlich im Voraus, bis zum Abschluss einer ordentlichen Erstausbildung, d.h. auch über die Mündigkeit hinaus.
8. Die Kinderbeistandschaften für C._ und D._ seien beizubehalten.
9. Von der Zusprechung eines nachehelichen Unterhalts sei abzusehen.
10. Die Teilung der beruflichen Vorsorge sei gestützt auf Art. 122 ZGB vorzunehmen.
11. Es sei festzustellen, dass die Parteien in güterrechtlicher Hinsicht vollständig auseinandergesetzt sind.
12. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten der Beklagten.
D. Mit Klageantwort vom 11. Mai 2015 liess Y._ das folgende Rechtsbegehren stellen:
1. Die Ehe der Parteien sei zu scheiden.
2. Die Kinder C._, geb. _ 2002, und D._, geb. _ 2004, seien unter der gemeinsamen elterlichen Sorge zu belassen.
3. Der Vater sei für berechtigt zu erklären, die Kinder C._ und D._ wie folgt zu betreuen:
 in den ungeraden Kalenderwochen von Freitagabend bis Sonntagabend
 während 4 Wochen in den Ferien, wovon 2 Wochen im Sommer. Die Ferien sind der Mutter 3 Monate im Voraus anzumelden.
 Die Feiertage seien gerichtsüblich aufzuteilen.
Während der übrigen Zeit werden die Kinder durch die Mutter betreut.
4. Die mit Entscheid des Kreisgerichts F._ vom 17. August 2011 angeordnete Erziehungs- und Besuchsrechtsbeistandschaft nach Art. 308 Abs. 1 und Abs. 2 ZGB sei weiterzuführen.
5. Die Erziehungsgutschriften seien der Mutter gutzuschreiben.
6. Der Vater sei zu verpflichten, an den Unterhalt der Kinder C._ und D._ je folgende monatlich vorauszahlbaren
4 / 27
Kinderunterhaltsbeiträge (zuzüglich allfälliger gesetzlicher oder vertraglicher Kinderzulagen) zu bezahlen:
 CHF 800.00 bis zum ordentlichen Abschluss einer angemessenen Ausbildung des ersten Kindes, auch über die Mündigkeit hinaus,
 CHF 1'100.00 bis zum ordentlichen Abschluss einer angemessenen Ausbildung des zweiten Kindes, auch über die Mündigkeit hinaus
7. Der Ehemann sei zu verpflichten, der Ehefrau persönlich folgende Unterhaltsbeiträge zu bezahlen:
 Fr. 2'700.00 bis zum Ende der Unterhaltspflicht für C._ oder D._
 Fr. 3'100.00 anschliessend bis 30. April 2026
Die Unterhaltsbeiträge sind zahlbar monatlich im Voraus jeweils auf den Ersten eines jeden Monats.
8. Die Teilung des Pensionskassenguthabens sei gemäss Gesetz vorzunehmen.
9. Es sei festzustellen, dass die Parteien güterrechtlich auseinandergesetzt sind.
10. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolge (zuzüglich MwSt.) zulasten des Klägers.
E. In seiner Replik vom 2. Juni 2015 hielt X._ an seinen Anträgen gemäss den Ziffern 1-5 gemäss Klageschrift fest. Darüber hinaus stellte er folgende modifizierte/neue Rechtsbegehren:
6. Der Kläger sei zu verpflichten, an den Sohn D._, geboren am _ 2004, einen monatlichen Kinderunterhaltsbeitrag zzgl. Kinderzulagen in der Höhe von Fr. 800.00 zu leisten, zahlbar monatlich im Voraus, bis zum Abschluss einer ordentlichen Erstausbildung, d.h. auch über die Mündigkeit hinaus.
7. Die Beklagte sei zu verpflichten, an den Sohn C._, geboren am _ 2002, einen monatlichen Kinderunterhaltsbeitrag zzgl. Kinderzulagen in der Höhe von Fr. 800.00 zu leisten, zahlbar monatlich im Voraus, bis zum Abschluss einer ordentlichen Erstausbildung, d.h. auch über die Mündigkeit hinaus.
8. Die Erziehungsgutschriften für C._ seien dem Vater und die Erziehungsgutschriften für D._ der Mutter gutzuheissen (recte: gutzuschreiben).
F. Mit Datum vom 9. September 2015 reichte Y._ eine Duplik ein. Das Rechtsbegehren gemäss Klageantwort wurde übernommen, einzig der geforderte nacheheliche Unterhaltsbeitrag wurde zahlenmässig wie folgt angepasst:
7. Der Ehemann sei zu verpflichten, der Ehefrau persönlich folgende Unterhaltsbeiträge zu bezahlen:
 Fr. 2'430.00 bis zum Ende der Unterhaltspflicht für C._ oder D._
5 / 27
 Fr. 2'930.00 anschliessend bis 30. April 2026
Die Unterhaltsbeiträge sind zahlbar monatlich im Voraus jeweils auf den Ersten eines jeden Monats.
G. Am 28. Juni 2017 fand die Hauptverhandlung vor dem Regionalgericht Landquart statt. Im Rahmen der Vergleichsverhandlungen schlossen die Parteien eine Teilkonvention ab, wobei sie sich bezüglich der elterlichen Sorge und Obhut, des persönlichen Verkehrs, der Erziehungsgutschriften, der bestehenden Erziehungs- und Besuchsrechtsbeistandschaft, der güterrechtlichen Auseinandersetzung sowie des Vorsorgeausgleichs einigen konnten. Einzig bezüglich des Unterhalts konnte keine einvernehmliche Lösung gefunden werden, weshalb sie den diesbezüglichen Entscheid dem Gericht überliessen. In der Folge erkannte das Regionalgericht Landquart – unter Berücksichtigung der abgeschlossenen Teilkonvention – mit Urteil vom 28. Juni 2017, mitgeteilt am 18. September 2017 wie folgt:
1. Die am 23. Mai 1990 vor dem Zivilstandsamt O.1_ zwischen Y._ und X._ geschlossene Ehe wird gerichtlich geschieden.
2. a) Die elterliche Sorge für die noch unmündigen Kinder C._, geboren am _ 2002, und D._, geboren am _ 2004, wird beiden Eltern gemeinsam belassen.
b) Entsprechend sind die Parteien verpflichtet, sämtliche wesentlichen Fragen der Pflege, Erziehung und Ausbildung miteinander abzusprechen. Den Parteien ist bekannt, dass ein Aufenthaltswechsel der Kinder der Zustimmung beider Eltern bedarf, wenn der neue Aufenthaltsort im Ausland liegt, oder der Wechsel des Aufenthaltsorts erhebliche Auswirkungen auf die Ausübung der elterlichen Sorge und die persönlichen Kontakte zwischen einem Elternteil und den Kindern hat.
3. Die Obhut über C._, geboren am _ 2002, wird dem Vater und die Obhut über D._, geboren am _ 2004, wird der Mutter zugeteilt.
4. a) Der Vater ist berechtigt, seinen Sohn D._ jedes zweite Wochenende auf eigene Kosten zu sich auf Besuch zu nehmen, und zwar von Freitagabend 18.00 Uhr bis Sonntagabend 18.00 Uhr.
b) Der Vater ist ausserdem berechtigt, seinen Sohn D._ während den Schulferien für die Dauer von vier Wochen pro Jahr auf eigene Kosten zu sich oder mit sich in die Ferien zu nehmen, davon zwei Wochen aufeinanderfolgend.
c) Die Mutter ist berechtigt, ihren Sohn C._ ein Wochenende pro Monat auf eigene Kosten zu sich auf Besuch zu nehmen, und zwar von Freitagabend 18.00 Uhr bis Sonntagabend 18.00 Uhr. Dieses Wochenende hat nach Möglichkeit dann stattzufinden, wenn D._ das Wochenende bei der Mutter verbringt.
d) Die Mutter ist ausserdem berechtigt, ihren Sohn C._ während den Schulferien für die Dauer von vier Wochen pro Jahr auf eigene
6 / 27
Kosten zu sich oder mit sich in die Ferien zu nehmen, davon zwei Wochen aufeinanderfolgend.
e) Weitergehende oder abweichende Wochenend-, Feiertags- oder Ferienkontakte nach gegenseitiger Absprache bleiben vorbehalten.
5. X._ wird gerichtlich zu folgenden monatlichen, jeweils auf den ersten des Anspruchsmonats zahlbaren Kinderunterhaltsbeiträgen für den nicht bei ihm lebenden Sohn D._ verpflichtet:
a) bis und mit 31. August 2020: CHF 1'304.00 pro Monat (davon CHF 840.00 Betreuungsunterhalt) zuzüglich Kinderzulage für D._ (Phasen 1 und 2);
b) ab dem 1. September 2020 bis zum Lehrabschluss von C._ über die Volljährigkeit hinaus: CHF 464.00 (Barunterhalt) zuzüglich Ausbildungszulage für D._ (Phase 3);
c) ab Lehrabschluss von C._ bis zum Lehrabschluss von D._ über die Volljährigkeit hinaus: CHF 475.00 (Barunterhalt: CHF 734.00; Überschussanteil: CHF 11.00) zuzüglich Ausbildungszulage für D._; danach endet die Unterhaltsverpflichtung für den Sohn D._ (Phase 4).
6. Auf die Zusprechung eines Kindesunterhaltsbeitrages für den beim Vater lebenden Sohn C._ durch Y._ geb. _ muss mangels wirtschaftlicher Leistungsfähigkeit der Mutter verzichtet werden. Für den Unterhalt von C._, dessen Bedarf beim Vater hinzugerechnet wurde, hat ebenfalls X._ aufzukommen.
7. Die Erziehungsgutschriften für die Berechnung künftiger AHV-/ bezüglich des Sohnes C._ werden ausschliesslich dem Vater und bezüglich des Sohnes D._ ausschliesslich der Mutter angerechnet. Die Parteien werden die betroffenen Ausgleichskassen über diese Regelung informieren.
8. Die bereits errichtete Erziehungs- und Besuchsrechtsbeistandschaft wird aufrechterhalten.
9. X._ wird weiter gerichtlich zu folgenden monatlichen, jeweils auf den ersten des Anspruchsmonats zahlbaren nachehelichen Unterhaltsbeiträge für Y._ verpflichtet:
a) bis und mit 31. Juli 2018: CHF 1'976.00 pro Monat (Unterdeckung: CHF 46.00; Phase 1);
b) vom 1. August 2018 bis und mit 31. August 2020: CHF 2'226.00 pro Monat (keine Unterdeckung mehr; Phase 2);
c) ab 1. September 2010 (recte: 2020) bis zum Lehrabschluss von C._ CHF 3'066.00 (Phase 3);
d) ab Lehrabschluss von C._ bis zum Lehrabschluss von D._ CHF 3'448.50 (Phase 4);
e) ab Lehrabschluss D._ hinaus bis zum Erreichen des ordentlichen Pensionsalters des Ehemannes: CHF 3'673.50 (Phase 5). Danach endet die nacheheliche Unterhaltsverpflichtung.
10. Allfällige von der Ehefrau bezogene IV-Renten und IV-Kinderrenten sind wie folgt an die Unterhaltsbeiträge gemäss vorstehenden Ziffern 5 und 9 anzurechnen:
7 / 27
 eine allfällige IV-Kinderrente für den Sohn D._ kann vom Vater in vollem Umfang von seinen Unterhaltsleistungen für D._ abgezogen werden;
 eine allfällige IV-Kinderrente für den Sohn C._ ist von der Mutter in vollem Umfang an den Vater weiterzuleiten bzw. nach Eintritt der Volljährigkeit an C._ selbst;
 eine allfällige IV-Rente für die Mutter ist für die Phase 1 vollumfänglich, abzüglich eines Betrages von CHF 46.00, an den nachehelichen Unterhaltsbeitrag anzurechnen.
 Für die Phasen 2 bis 5 ist eine allfällige IV-Rente für die Mutter vollumfänglich an den nachehelichen Unterhaltsbeitrag anzurechnen.
11. In güterrechtlicher Hinsicht erklären sich die Parteien per Saldo aller Ansprüche per 30. September 2011 für güterrechtlich auseinandergesetzt.
12. Die während der Ehe geäufneten Austrittsguthaben aus beruflicher Vorsorge, werden per Stichtag 31. Dezember 2016 je zur Hälfte ausgeglichen. Der daraus resultierende Ausgleichsbetrag beläuft sich auf CHF 107'289.00. Demnach wird die Pensionskasse des Ehemannes, nämlich die G._, gerichtlich angewiesen, vom Pensionskassenkonto von X._ den Betrag von CHF 107'289.00 auf das Freizügigkeitskonto Nr. _(Konto Nr. _) bei der H._, lautend auf Y._, geb. am _ 1964, AHV-Nr.: _, zu überweisen.
13. Kostenfolge:
a) Die Gerichtskosten in Höhe von CHF 7'000.00 (mit schriftlicher Entscheidbegründung) werden den Parteien je zur Hälfte auferlegt. Da beide Parteien über eine Bewilligung zur unentgeltlichen Prozessführung verfügen, sind diese Kosten unter Vorbehalt von Art. 123 ZPO vom Kanton Graubünden zu tragen und werden auf die Gerichtskasse genommen.
b) Rechtsanwalt lic. iur. Markus Roos wird als unentgeltlicher Rechtsbeistand des Klägers – unter Vorbehalt von Art. 123 ZPO – zu Lasten des Kantons Graubünden mit CHF 7'934.50 (inkl. Barauslagen und MwSt.) entschädigt. Die Entschädigung wird aus der Gerichtskasse bezahlt.
c) Rechtsanwalt lic. iur. Marcel Landolt wird als unentgeltlicher Rechtsbeistand der Beklagten – unter Vorbehalt von Art. 123 ZPO – zu Lasten des Kantons Graubünden mit CHF 10'534.50 (inkl. Barauslagen und MwSt.) entschädigt. Die Entschädigung wird aus der Gerichtskasse bezahlt.

## Considerations