# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** acf2f220-11ed-417b-87ea-79773f883780
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2022
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1956, war bei der AXA Versicherungen AG
(nachfolgend: AXA)
obligatorisch gegen die Folgen von Unfällen versichert, als
sie sich am 29.
Juli
20
1
0 bei einem Sturz eine Deckplattenimpressionsfraktur des Lenden
wirbel
körpers (LWK) 2
zuzog (
Urk. 8/A
1,
Urk. 9/M
1
).
Nach getätig
ten Abklärungen stellte die AXA
die bis dahin erbrachten Leistungen
für Heilungskosten sowie
die
Taggeldzahlungen
m
it Verfügung vom 10.
Oktober
2014
(
Urk. 8/A
177) p
er
31. Dezember 2013
ein und
sprach der Versicherten mit Wirkung ab dem 1. Januar 2014 eine Invalidenrente gestützt auf einen Invalidi
tätsgrad von 41 %
sowie eine Integritätsentschädigung gestützt auf einen Integ
ritätsschaden von 5 % zu
und bestätigte die Kostenübernahme einer Langzeit
physiotherapie von einer Sitzung pro Woche zum Erhalt der verbleibenden Teil-Arbeitsfähigkeit bis auf Weiteres
.
1.2
Mit Verfügung vom 11. Februar 2020 (
Urk. 8/A
234) stellte die AXA die Pflege
leistungen und Kostenvergütungen per
31.
Mai 2020 ein.
Die
von der
Versicher
ten am 10. März 2020 erhobene Einsprache (
Urk. 8/A
239
) wies die
AXA
am
11.
Dezember 2020
ab (
Urk. 8/A
241
= Urk. 2).
2.
Die Versicherte erhob am
13. Januar 2021
Beschwerde (Urk. 1) gegen den
Ein
spracheentscheid
vom
11. Dezember 2020 (Urk. 2) und beantragte, dieser sowie die zugrundeliegende Verfügung vom 11. Februar 2020 seien aufzuheben (S. 2 Ziff. 1) und die Beschwerdegegnerin sei zu verpflichten, ihr die gesetzlichen Leis
tungen zu gewähren, insbesondere Pflegeleistungen und Kostenvergütungen nach dem 31. Mai 2020 (S. 2 Ziff. 2).
Mit Beschwerdeantwort vom 19. März 2021 (Urk. 7
) beantragte die
AXA
die Abwei
sung der Beschwerde. Dies wurde der Beschwerdeführerin am 22.
März
2021 zur Kenntnis gebracht (Urk. 10
).
Mit Eingabe vom 13. April 2021 (Urk. 11) hielt die Beschwerdeführerin an ihren Anträgen fest.
Mit Eingabe vom 7. Mai 2021 (Urk. 13) hielt die Beschwerdegegnerin an ihrem Antrag fest.
Dies wurde der Beschwerdeführerin am 10. Mai 2021 zur Kenntnis gebracht (Urk. 14).
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
UV170760
Übergangsrecht UVG-Revision, in Kraft seit 1. Januar 2017
09.2019
Am 1. Januar 2017 sind die geänderten Bestimmungen des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG) und der Verordnung über die Unfallversicherung (UVV) in Kraft getreten.
Gemäss den allgemeinen übergangsrechtlichen Regeln sind der Beurteilung jene Rechtsnormen zu Grunde zu legen, die in Geltung standen, als sich der zu den materiellen Rechtsfolgen führende und somit rechtserhebliche Sachverhalt verwirklicht hat (vgl. BGE 127 V 466 E. 1, 126 V 134 E. 4b). Dementsprechend sehen die Übergangsbestimmungen zur Änderung vom 25. September 2015 des UVG vor, dass Versicherungsleistungen für Unfälle, die sich vor dem 1. Januar
2017 ereignet haben, und für Berufskrankheiten, die vor diesem Zeitpunkt aus
gebrochen sind, nach bisherigem Recht gewährt werden (Absatz 1 der genannten Übergangsbestimmungen).
Der hier zu beurteilende Unfall hat sich am 29. Juli 2010 ereignet, weshalb die bis 31. Dezember 2016 gültig gewesenen Normen auf den vorliegenden Fall Anwendung finden und in dieser Fassung zitiert werden.
1.2
Ausgangspunkt jeder Auslegung bildet der Wortlaut der massgeblichen Norm. Ist der Text nicht ganz klar und sind verschiedene Interpretationen möglich, so muss nach der wahren Tragweite der Bestimmung gesucht werden, wobei alle Ausle
gungselemente zu berücksichtigen sind (Methodenpluralismus). Dabei kommt es namentlich auf den Zweck der Regelung, die dem Text
zugrunde liegenden
Wer
tungen sowie auf den Sinnzusammenhang an, in dem die Norm steht. Die Entstehungsgeschichte ist zwar nicht unmittelbar entscheidend, dient aber als Hilfsmittel, um den Sinn der Norm zu erkennen. Namentlich zur Auslegung neuerer Texte, die noch auf wenig veränderte Umstände und ein kaum gewan
deltes Rechtsverständnis treffen, kommt den Materialien eine besondere Bedeu
tung zu. Vom Wortlaut darf abgewichen werden, wenn triftige Gründe dafür bestehen, dass er nicht den wahren Sinn der Regelung wiedergibt. Sind mehrere Auslegungen möglich, ist jene zu wählen, die der Verfassung am besten ent
spricht. Allerdings findet auch eine verfassungskonforme Auslegung ihre Gren
zen im klaren Wortlaut und Sinn einer Gesetzesbestimmung. (BGE 142 V 442 E. 5.1, 141 V 221 E. 5.2.1, 140 V 449 E. 4.2).
1.3
Ausnahmebestimmungen sind weder restriktiv noch extensiv, sondern nach ihrem Sinn und Zweck im Rahmen der allgemeinen Regelung auszulegen (BGE 139 V 148 E. 5.2, 137 V 167 E. 3.4; Urteil des Bundesgerichts 1C_686/2020 vom 12. Mai 2021 E. 2.1.2).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin erwog im angefochtenen Entscheid (Urk. 2),
gemäss Art. 21 Abs. 1
lit
. c UVG würden dem Bezüger die Pflegeleistungen und Kostenvergü
tungen nach Festsetzung der Rente gewährt, wenn dieser zur Erhaltung seiner verbleibenden Erwerbsfähigkeit dauernd der Behandlung und Pflege bedarf.
Durch das Erreichen des Pensionsalters sei bei der Beschwerdeführerin jede Mög
lichkeit einer «Erhaltung der verbleibenden Erwerbsfähigkeit» weggefallen, weshalb die Einstellung der Pflegeleistungen und Kostenvergütungen korrekt sei
(S. 4)
.
Mit Beschwerdeantwort vom 19. März 2021 (Urk. 7) führte die Beschwerdegeg
nerin ergänzend aus, da
s
s für Heilbehandlungen zur Erhaltung der verbleibenden Erwerbsfähigkeit im Rahmen der Konzeption der Unfallversicherung ein End
punkt gesetzt werde, an dem nicht mehr von der Umsetzung der Erwerbsfähigkeit auszugehen sei (S. 6
oben
).
Wenn keine Erwerbsfähigkeit mehr ausgeübt werden könne, könnten auch nicht Heilungskosten anfallen, welche der Erhaltung der Erwerbsfähigkeit dienten
(S. 7 f.)
.
Die Beschwerdegegnerin wies weiter auf
Erwä
gung 7.3 des
Urteil
s
des Bundesgerichts 8C_655/2018
vom 31. Oktober 2019 hin und hielt fest, das
ordentliche Rentenalter habe einen Einfluss auf die Erwerbsfä
higkeit
.
Sinn und Zweck der Regelung von Art. 21 Abs. 1
lit
. c UVG würden gebieten, dass das ordentliche Rentenalter kein
en
Raum mehr für die Gewährung von Heilbehandlungen lasse
(Urk. 13 S. 2).
2.2
Die Beschwerdeführerin machte demgegenüber im Wesentlichen geltend (Urk. 1),
die Gesetzesbestimmung spreche klar von Erwerbsfähigkeit und nicht Erwerbstä
tigkeit. Aufgrund des klaren Wortlauts bleibe grundsätzlich kein Raum für eine Gesetzesauslegung (S. 4
Ziff. 9
).
Vom Grundkonzept her bleibe die Unfallversi
cherung bis ans Lebensende für die Leistungserbringung zuständig. Somit könne es nicht als «vernünftigerweise nicht von Sinn des Gesetzes» gedeckt sein, wenn die Heilbehandlungen bei Teilrentnern auch nach Erreichen des AHV-Rücktrittsalters von der Unfallversicherung übernommen würden.
Der Begriff der Erwerbsunfähigkeit beinhalte weder die Frage/Tatsache, ob eine medizinisch-the
oretisch mögliche Erwerbsfähigkeit in tatsächlicher Hinsicht umgesetzt werde, noch eine zeitliche Begrenzung des Begriffs der Erwerbsunfähigkeit.
Gleiches müsse somit für die Erwerbsfähigkeit gelten. Auch hierbei handle es sich nur um die rein medizinisch-theoretische Möglichkeit erwerbstätig zu sein.
Auch in unfallversicherungsrechtlicher Hinsicht bestehe keine zeitliche Limitierung des Begriffs der Erwerbsunfähigkeit (S. 5).
Wenn das Gericht davon ausgehe, dass eine «erwerbliche Eingliederungswirksamkeit» in Art. 21 Abs. 1
lit
. c UVG gefor
dert sei und diese mit dem Erreichen des Pensionsalters wegfalle, widerspreche dies dem sonst klaren Wortlaut sowie auch dem Umstand, dass im Unfallversi
cherungsrecht nicht generell die Eingliederungswirksamkeit von Heilbehandlun
gen gefordert sei (S. 9
; vgl. auch Urk. 11
).
2.3
Strittig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdeführerin über den 31. Mai 2020 (Erreichen des AHV-Rücktrittsalters) Anspruch auf Pflegel
eistungen und Kosten
vergütungen
hat.
3.
3.1
Nach Art. 10 Abs. 1 UVG hat die versicherte Person Anspruch auf die zweck
mäs
sige Behandlung der Unfallfolgen, nämlich auf die ambulante Be
handlung durch den Arzt, den Zahnarzt oder auf deren Anordnung durch eine medizini
sche Hilfs
person sowie durch den
Chiropraktor
und die ambulante Behandlung in einem Spital
(
lit
. a), die vom Arzt oder Zahnarzt verordneten Arzneimittel und Analysen (
lit
. b), die Be
handlung, Verpflegung und Unterkunft in der allgemeinen Abtei
lung eines Spitals (
lit
. c), die ärztlich verordneten Nach
und Badekuren (
lit
. d) und die der Heilung dien
lichen Mittel und Gegenstände (
lit
. e).
Gemäss Art. 10 Abs. 3 UVG kann der Bundesrat die Leistungspflicht der Versi
cherung näher umschreiben und die Kostenvergütung für Behandlung im Aus
land begrenzen (Satz 1); er kann festlegen
, unter welchen Voraussetzungen
die versicherte Person Anspruch auf
Hilfe und Pflege zu Hause
hat (Satz 2). In Aus
übung dieser Gesetzesdelegation hat der Bundesrat den An
spruch auf Pflegeleis
tungen und Kostenvergütungen in Art. 15 ff. der Verord
nung über die Unfallver
sicherung (UVV) näher definiert.
3
.2
Den gesetzlich umschriebenen Anspruch auf Heilbehandlung hat die versicherte Person so lange, als von der Fortsetzung der ärztlichen Behandlung eine nam
hafte Verbesserung ihres Gesundheitszustandes erwartet werden kann. Trifft dies nicht mehr zu und sind allfällige Eingliederungsmassnahmen der Invali
denversi
cherung abgeschlossen, geht die Unfallversicherung zur Berentung über, wenn der Unfall oder die Berufskrankheit eine Invalidität im Sinne von Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversi
cherungsrechts (ATSG) hinterlässt (Art. 19 Abs. 1 UVG e
contrario
; BGE 116 V 44 E. 2c). Mit dem Rentenbeginn fällt die Heilbehandlung mithin grundsätz
lich dahin. Gemäss Art. 21 Abs. 1 UVG werden der versicherten Person nach der Festsetzung der Rente Pflegeleistungen und Kostenvergütungen
(Art. 10-13 UVG)
nur noch dann gewährt, wenn sie:
-
an einer Berufskrankheit leidet (
lit
. a);
-
unter einem Rückfall oder an Spätfolgen leidet und die Erwerbsfähigkeit durch medizinische Vorkehren wesentlich verbessert oder vor wesentlicher Beeinträchtigung bewahrt werden kann (
lit
. b);
-
zur Erhaltung ihrer verbleibenden Erwerbsfähigkeit dauernd der Behand
lung und Pflege bedarf (
lit
. c);
-
erwerbsunfähig ist und ihr Gesundheitszustand durch medizinische Vor
keh
ren wesentlich verbessert oder vor wesentlicher Beeinträchtigung be
wahrt werden kann (
lit
. d).
3.3
Klar ist zunächst, dass die Beschwerdeführerin an keiner Berufskrankheit, sondern an Unfallfolgen leidet. Damit scheidet der anspruchsbegründende Ausnahmetat
bestand von Art. 21 Abs. 1
lit
. a UVG aus. Alsdann gehen die Parteien implizit und zu Recht darin einig, dass vorliegend weder Rückfall- noch Spätfolgen zu beurteilen sind, so dass auch eine Anspruchsgrundlage gemäss Art. 21 Abs. 1
lit
. b UVG ausser Betracht fällt. Unbestritten und erstellt ist weiter, dass die Beschwerdeführerin bei einem Invaliditätsgrad von
41 %
(vgl.
Urk. 8/A
177)
nicht als gänzlich erwerbsunfähig und damit nicht als vollinvalid zu qualifizieren ist.
Es
ist somit einzig zu prüfen, ob ein Anspruch der Beschwerdeführerin aufgrund von Art. 21 Abs. 1
lit
. c UVG besteht.
4.
4.1
4.1.1
Das hiesige Gericht hielt mit Urteil
UV.2006.00108
vom 7.
November
2007
in
E.
3.4
fest,
dass w
ährend der an einer Berufskrankheit leidende Rentner den Heilbe
handlungs
an
spruch gemäss Art. 21 Abs. 1
lit
. a UVG voraussetzungslos habe
(vgl. die Kritik bei
Maurer, Schweizerisches
Un
fallversicherungsrecht, 2. Aufl., Bern 1989,
S. 383
Fn
. 960), die übrigen Tatbe
stände in unter
schiedlichem Masse eine erwerbliche (Art. 21 Abs. 1
lit
. b und c UVG) oder ge
sundheitliche (Art. 21 Abs. 1
lit
. d UVG) Eingliederungswirksam
keit voraus
setzen
würden
(BGE 116 V 45 E. 3b). Zwar
sei
der Wortlaut diesbezüglich nicht ohne weite
res klar, doch könne
Sinn und Zweck der Bezugnahme auf die er
werbliche Ein
gliederungswirk
samkeit in Art. 21 Abs. 1
lit
. c UVG nur sein, dass die Heilbe
handlung nicht mehr gewährt w
erde
, sobald der Rentenbezüger das Pensionsalter erreicht ha
be
(in diesem Sinne trotz Kritik Maurer, a.a.O., S. 384
Fn
. 962b; im Er
gebnis gleicher Meinung offenbar auch
Rumo
Jungo
, Bundesgesetz über die Unfallversiche
rung, in:
Murer
/Stauffer [Hrsg.], Rechtsprechung des Bundes
gerichts zum Sozi
alversi
cherungsrecht, 3. Aufl., Zürich 2003, S. 149
; vgl.
auch
Frésard
/Mo
ser
Szeless
,
L'assurance
accidents obligatoire
, in: Meyer [Hrsg.], Schweizeri
sches Bundesver
waltungsrecht/Soziale Sicherheit, 2. Aufl., Basel etc. 2007, S. 910;
Ghélew
/
Rame
let
/Ritter,
Commentaire
de la
loi
sur
l'assu
rance
accidents
[LAA], Lausanne 1992, S. 112).
Wohl
habe
das alte Unfallversicherungsrecht gemäss dem bis En
de 1983 in Kraft gestandenen Bundesgesetz über die Kranken
und Unfall
versicherung (KUVG) eine Pflicht zur Gewährung ärztlicher Behandlung über die initiale Be
handlungsphase hinaus nur in engen Grenzen vorgesehen
gehabt
und
sei
mit Art. 21 UVG die "Heilbehandlung nach Festsetzung der Rente" (Marginale) Gegenstand eingehender Regelung geworden (BGE 116 V 44 E
. 2d), indessen finde
sich in den einschlägigen Materialien kein stichhaltiger Hinweis
dafür, dass veru
n
fallte
teilinvalide
Personen
im Unterschied zu den in dieser Hinsicht privile
gierten Opfern von Berufskrankheiten (Art. 21 Abs. 1
lit
. a UVG) und bei Ren
tenfestsetzung vollinvaliden Unfallopfern (Art. 21 Abs. 1
lit
. d UVG)
über das Pensionierungsalter hinaus in den Genuss von Heilbehandlungsleistungen der Unfallversicherung kommen sollten (Botschaft zum Bundesgesetz über die Un
fallversicherung vom 18. Au
gust 1976,
BBl
. 1976 III S. 141 ff. bzw. entspre
chender Sonderdruck)
. Zum unverändert ins Gesetz überführten und heute noch geltenden Entwurfstext von Art. 21 UVG (s. zum Wortlaut
BBl
. 1976 III S. 247 bzw.
Bots
chafts
Sonderdruck S. 107) sei
in der
bundesrätlichen
Bot
schaft bloss erläuternd ausgeführt
worden
, die Möglichkeit der Gewährung einer not
wendigen Heilbehandlung nach Zusprechung der Invalidenrente werde gegen
über dem geltenden Recht erweitert, wobei die eine Nachbehandlung rechtferti
genden Tat
bestände abschliessend umschrieben würden: Berufskrankheiten, Rückfälle und Spätfolgen, Erhaltung oder Verbesserung der Erwerbsfähigkeit oder Verhinde
rung einer weiteren Beeinträchtigung des Gesundheitszustandes (
BBl
. 1976 III S. 191 f. bzw.
Botschafts
Sonderdruck S. 51 f.). Im Rahmen der
parlamenta
rischen Beratung sei
der unveränderten
bundesrätlichen
Geset
zesvorlage ohne einschlägige Wortmeldung zugestimmt
worden
(vgl.
Amtl.Bull
. NR 1979 S. 136 ff., 159 ff., 249 ff. und 278 ff.;
Amtl.Bull
. NR 1981 S. 18 ff. und 30 ff.;
Amtl.Bull
SR 1980 S. 464 ff. und 493 ff.;
Amtl.Bull
. SR 1981 S. 54 ff
. und 181). In der Literatur möge
die Konsequenz der zeitlichen Beschränkung des Heilbe
handlungsanspruchs verunfallter
teilinvalider
Rentner gemäss Art. 21 Abs. 1
lit
. c UVG als so unsozial bezeichnet werden, dass der Gesetzgeber sie kaum gewollt haben könne (so Maurer, a.a.O., S. 384
Fn
. 962b; vgl. unter Be
zugnahme auf diesen Autor auch
Frésard
/Moser
Szeless
, a.a.O., S. 112). Aller
dings werde
dieser vom augenfälligen Sinn und Zweck abweichende Schluss nicht weiter unter
mauert. Im Vergleich zur Rechtslage vor Inkrafttreten von Art. 21 UVG (s. dazu die Rechtsprechungshinweise bei Maurer, a.a.O., S. 383
Fn
. 957) st
elle
denn auch bereits der an die erwerbliche Eingliederungswirksam
keit geknüpfte und folglich bis zur Pensionierung zeitlich befristete Heilbe
handlungsanspruch
teilinvalider
Unfallopfer nach Festsetzung der Rente den im Gesetzgebungsverfahren erklärtermassen angestrebte
n Fortschritt dar. Immerhin könne
der Pensionie
rungszeitpunkt im Einzelfall variieren, je nachdem, ob die versicherte Person über das ordentliche Rücktrittsalter hinaus arbeitet oder ohne Unfall mit überwiegen
der Wahrscheinlichkeit weitergearbeitet hätte. In diesem
Sinne sei
wohl
der in der Botschaft enthaltene
Hinweis zu verstehen, wonach den über das AHV
Rücktrittsalter hinaus weiterarbeitenden Unfallversicherten gegebenen
falls die Heilungskosten und allfällige Taggelder zu vergüten seien (
BBl
. 1976 III S. 173 bzw.
Botschafts
Sonderdruck S. 33).
4.1.2
Mit Urteil
des hiesigen Gerichts
UV.2017.00160
vom 13. September 2018
wurde in
E. 3.1
mit Hinweis auf das Urteil des Bundesgerichts
8C_50/2018
vom 20.
Juli
2018
E. 2 daran festgehalten, dass v
erun
fallte
teilinvalide
Personen über das Pensionierungsalter hinaus gestützt auf Art. 21 Abs. 1
lit
.
b und c UVG
grund
sätzlich nicht mehr in den Genuss von Heilbehandlungsleistungen der Unfallver
sicherung
kommen würden; es werde
eine erwerbliche
Ein
gliederungs
wirk
samkeit voraus
gesetzt
.
W
eiter wurde
in E. 3.2.4
ausgeführt,
auch Kaspar Gehring
weise
im
Orell
Füssli Kommentar (OFK) zum KVG/UVG darauf hin, dass die Frage, welche Heilbehand
lungen nach Erreichen des AHV-Rentenalters respektive der Aufgabe der Erwerbstätigkeit von Teilinvalidenrentnern noch übernommen werden müssten, höchstrichterlich nicht geklärt sei. Ausgehend von der Grundkonzeption, dass nach Abschluss der Tag
geldphase die Krankenversicherung für die Heilbehand
lungen zuständig sei, und die Regelungen für Rentenbezüger gemäss Art. 21 Abs. 1
lit
. b und c UVG aus
drücklich an die Erwerbstätigkeit anknüpften, müsse wohl postuliert werden, dass in diesen Fällen mit der definitiven altershalben Aufgabe der Erwerbstätigkeit auch die Leistungspflicht des Unfallversicherers für die Heilbehandlungen ende. Nur bei Rentenbezügern aufgrund von Berufskrank
heiten (Art. 21 Abs. 1
lit
. a UVG) und Vollrentnern (Art. 21 Abs. 1
lit
. d UVG) bleibe die Unfallversicherung auch nach Aufgabe der Erwerbstätigkeit für Heil
behandlungen leistungspflichtig (OFK KVG/UVG-Gehring, Zürich 2018, Art. 21 UVG N 13).
4.2
Art. 21 Abs. 1
lit
. c UVG setzt somit voraus, dass bei der Rentenbezügerin noch eine teilweise Erwerbsfähigkeit – von mehr als 10 % und weniger als 100 % -
besteht (vgl. auch BGE 140 V 130 E. 2.3, Urteil des Bundesgerichts 8C_191/2011 vom 16. September 2011 E. 5.2
, Urteil des Bundesgerichts 8C_50/2018 vom 20.
Juli 2018 E. 2.3
).
Das Bundesgericht geht davon aus, aufgrund des klaren Wort
lauts sei nicht relevant, ob die Erwerbsfähigkeit tatsächlich verwertet werde (Urteil des Bundesgerichts 8C_50/2018 vom 20. Juli 2018 E. 2.3).
Nach der Recht
sprechung reicht es jedoch nicht aus, dass die durchgeführten Behandlungen zu einer Stabilisierung oder gar Verbesserung des Gesundheitszustandes, insbeson
dere von Schmerzen, führten und sich lediglich im sozialen Bereich eingliede
rungswirksam auswirkten (
Urteil des Bundesgerichts 8C_1011/2010 vom 19.
Mai
2011 E. 5.5). Die Leistungspflicht erfordere vielmehr, dass die medizinischen Massnahmen zur Erhaltung der verbleibenden Erwerbsfähigkeit dienten (Urteil des Bundesgerichts 8C_518/2016 vom 8. Mai 2017 E. 3.4).
Das in Art. 21 Abs. 1
lit
. c UVG angestrebte Ziel – der Erhalt der Erwerbsfähigkeit –
spreche dafür, dass dieser Anspruch auf die Dauer der erwerblichen Aktivität beschränkt bleibe
(BGE 144 V 418 E. 3.3.2
mit Hinweis unter anderem auf Kaspar Gehring
).
Damit übereinstimmend
kam das Bundesgericht im Urteil 8C_655/2018 vom 31.
Oktober 2019
zum Schluss, es sei
-
angesichts des
im konkreten Fall
kurz nach Rentenbeginn
eintretenden Rücktrittsalters
-
nicht auszumachen, wie Heil
be
handlungen die Erwerbsfähigkeit bewahren könnten (E. 7.3). Auch das Kantons
gericht Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversicherungsrecht, gelangte mit Urteil 725 15 62 vom 11. Juni 2015 zur Auffassung, dass aufgrund des ordentlichen Rentenalters und fehlender Erwerbstätigkeit kein Anspruch auf Heil
behandlung gestützt auf die erwähnte gesetzliche Bestimmung bestehe (E.
3.5).
4.3
D
en
Ausführungen der Beschwerdeführerin betreffend die
behauptete Klarheit des
Gesetzeswortlauts und
die
Besonderheiten des UVG
, welche
zu einem
Anspruch auf
Pflegeleistungen und Kostenvergütungen auch nach dem Altersrücktritt führten
(vgl. Urk. 1, Urk. 11), kann nicht gefolgt werden.
Insbesondere zeigt sich gerade durch
oben erwähnte
n
Interpretationen hinsichtlich der Wendung «Erhal
tung der verbleibenden Erwerbsfähigkeit»,
welche von der Interpretation der Beschwerdeführerin abweichen,
dass Auslegungsbedarf besteht
(vgl. vorstehend E 1.2)
.
Fest steht
, dass für die Gewährung von Heilbehandlungen und Kostenvergü
tungen nach Art. 21 Abs. 1
lit
. c UVG (vor dem Altersrücktritt) keine konkrete Erwerbstätigkeit erforderlich ist
.
Vielmehr
reicht die hypothetisch noch vorhan
dene Erwerbsfähigkeit, welche es zu erhalten gilt. Vorausgesetzt ist somit eine Erwerbsfähigkeit, welche zwar
vor dem Altersrücktritt
nicht zwingend konkret umgesetzt werden muss, aber welche hypothetisch umgesetzt werden könnte
. D
emnach
besteht
eine Verknüpfung des Anspruchs auf Leistungen
nach Art. 21 Abs. 1
lit
. c UVG
mit der Erwerbsfähigkeit beziehungsweise
rechtsprechungs
gemäss
mit der Dauer der erwerblichen Aktivität
(vgl. vorstehend E. 4.2)
.
Die Leistungspflicht erfordert, dass die medizinischen Massnahmen der Erhaltung der verbleibenden Erwerbsfähigkeit dienen (
vgl.
auch Urteil des Bundesgerichts 8C_518/2016 vom 8. Mai 2017 E. 3.4).
Nach der Rechtsprechung reicht es nicht aus, dass die durchgeführten Behandlungen zu einer Stabilisierung oder gar Ver
besserung des Gesundheitszustandes führen und lediglich im sozialen Bereich eingliederungswirksam sind (vgl. vorstehend E. 4.2).
Daraus folgt, dass
die durch
geführten Behandlungen
nach Erreichen des Altersrücktritts
– mit Ausnahme einer konkret noch im Erwerbsleben stehenden Person – in erster Linie einer Stabilisierung oder gar Verbesserung des Gesundheitszustandes dienen und sich infolge der Ausrichtung einer Altersrente nicht mehr auf eine notwendigerweise zu entrichtende Erwerbsarbeit, sondern lediglich noch im sozialen B
ereich auswirken können.
Die neben einem Invaliditätsgrad zwischen 10 % und weniger als 100 % verbleibende Erwerbsfähigkeit führt somit ab Erreichen des ordentli
chen Rentenalters nicht mehr zu einer Erwerbstätigkeit.
Dies hat auch vo
rliegend zu gelten, ausser
die Beschwerdeführerin
würde
trotz Erreichen des Rentenalters noch einer E
rwerbstätigkeit nachgehen. Dies wurde jedoch weder geltend gemacht, noch geht dies aus den Akten hervor.
4.4
Nach dem Gesagten kann aus Art. 21 Abs. 1
lit
. c UVG kein Anspruch von
teil
invaliden
Rentenbezügern auf Pflegeleistungen und Kostenvergütungen nach der ordentlichen Pen
sionierung abgeleitet werden, da die Gewährung nur im Rahmen einer Eing
liederungswirksamkeit erfolgt.
Damit hat die Beschwerdegegnerin die
Pflegeleistungen und Kostenvergütungen
vorliegend zu Recht nach Eintritt des ordentlichen Rentenalters der Beschwerdeführerin per 31. Mai 2020 eingestellt
.
Dass es zu einer Ungleichbehandlung zwischen Teil- und Vollrentnern und Berufskrankheitsrentnern kommen kann,
vermag
daran
nichts
zu ändern (vgl. hierzu vorstehend E
. 4.1
).
Damit erweist sich die Beschwerde als unbegründet, weshalb sie abzuweisen ist.