# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** bca5d2bb-1f17-4e01-847c-f2fb921c6147
**Court:** ZH_OG
**Chamber:** ZH_OG_001
**Year:** 2019
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

betreffend Bauhandwerkerpfandrecht Berufung gegen ein Urteil des Einzelgerichtes s.V. des Bezirksgerichtes Dielsdorf vom 22. August 2019 (ES180022)
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Rechtsbegehren: (act. 1, 2)
"Das Grundbuchamt D._ sei im Sinne von Art. 961 ZGB  anzuweisen, zugunsten der Gesuchstellerin und zulasten des Grundstücks der Gesuchsgegner ein Pfandrecht vorläufig im  einzutragen auf Liegenschaft Kataster Nr. 1, Grundbuch Blatt 2, E._, ... F._, für eine Pfandsumme von Fr. 51'823.33 ( Fr. 50'559.34, Zinsforderung Fr. 1'263.99 = 2,5% auf Fr. 50'559.34)." (abgeändert, act. 24:) "Die Pfandsumme für die je im hälftigen Miteigentum der Gesuchsgeg- ner stehenden Liegenschaften Kat. Nr. 1, Grundbuch Blatt 2, und Kat. Nr. 3, Grundbuch Blatt 4, E._-strasse ..., ... F._,- sei auf CHF 55'440.30 (Kapitalforderung CHF 54'088.10 und Zins 1'352.20) zu erhöhen. Im Übrigen sei die Verfügung des angerufenen Gerichts vom 02. Juli 2018 zu bestätigen, unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zzgl. MWST von 7.7% zu Lasten der Gesuchsgegner."
Urteil des Bezirksgerichtes: (act. 38 [= act. 40 = act. 35])
1. Die einstweilige Anweisung an das Grundbuchamt D._ wird bestätigt
als vorläufige Eintragung im Sinne von Art. 961 ZGB
mit Wirkung ab vorläufiger Eintragung gemäss Verfügung vom 2. Juli 2018
bis zur rechtskräftigen Erledigung des gemäss Dispositiv-Ziffer 2 einzulei-
tenden Prozesses
auf Gemeinde F._ Grundbuch Blatt 2, Liegenschaft, Kataster Nr. 1,
E._,
für eine Pfandsumme von Fr. 51'823.33 (Kapitalforderung Fr. 50'559.34,
Zinsforderung Fr. 1'263.99).
2. Der Gesuchstellerin wird eine Frist von 90 Tagen ab Zustellung dieses Ur-
teils angesetzt, um direkt beim zuständigen Gericht eine Klage auf definitive
Eintragung des Pfandrechts gegen die Gesuchsgegner anzuheben. Bei
Säumnis können die Gesuchsgegner beim Einzelgericht den vorläufigen
Eintrag (Dispositivziffer 1) löschen lassen.
3.-8. [Kosten- und Entschädigungsfolgen, Mitteilungen, Rechtsmittel]
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Berufungsanträge:
der Gesuchsgegner und Berufungskläger (act. 39):
" 1. Dispositiv-Ziffer 1 des angefochtenen Entscheids des Bezirksgerichts Dielsdorf vom 22. August 2019 sei dahingehend zu ändern, dass das Grundbuchamt D._ angewiesen wird, die auf dem Grundstück  Nr. 1, Gemeinde F._, Grundbuch Blatt 2, E._-strasse ..., vorläufig eingetragene Pfandsumme im Betrag von Fr. 51'823.33 (Kapitalforderung Fr. 50'559.34, Zinsforderung Fr. 1'263.99) im Umfang von Fr. 28'937.69 (Kapitalforderung Fr. 28'231.89, Zinsforderung Fr. 693.53) umgehend zu löschen.
2. In prozessualer Hinsicht seien das vorliegende Verfahren mit den ebenfalls neu eingereichten Berufungsverfahren (i) G._ und H._ (Gesuchsgegner/Berufungskläger) gegen C._ AG (/Berufungsbeklagte), Geschäfts-Nr. BG Dielsdorf: ES180021-D/U/B-9/wy, und (ii) I._ und J._ (/Berufungskläger) gegen C._ AG (/Berufungsbeklagte), Geschäfts-Nr. BG Dielsdorf: ES180024-D/U//wy, zu vereinen.
3. Ebenfalls in prozessualer Hinsicht seien die Akten des vorinstanzlichen Verfahrens beizuziehen.
4. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen – zzgl. MWST auf der Parteientschädigung – zu Lasten der Gesuchstellerin/ ."

## Considerations

Erwägungen:
1.
1.1. Die Gesuchsgegner und Berufungskläger (nachfolgend Berufungskläger)
sind Eigentümer eines von sechs Grundstücken, in die das bisherige Grundstück
mit der Kataster Nr. 5 im F._ Wohnquartier E._ parzelliert wurde. Im Er-
gebnis entstanden dort anstelle eines abgebrochenen Einfamilienhauses vier zu-
sammengebaute Wohnhäuser. Zu zwei der vier Wohnliegenschaften (auch zu
derjenigen der Berufungskläger) gehört je eine Garagenauffahrt als eigenes
Grundstück, welches denselben Eigentümer wie das jeweilige Hauptgrundstück
hat (act. 3; act. 4/1).
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1.2. Die Gesuchstellerin und Berufungsbeklagte (nachfolgend Berufungsbeklag-
te) nahm im Auftrag der Baumeisterin K._ AG für die Überbauung Abfuhr-
und Entsorgungsleistungen sowie Beton-, Kies- und Mörtellieferungen vor (vgl.
act. 5). Hierfür macht sie eine Werklohnforderung von insgesamt Fr. 221'282.35
zuzüglich Zinsen von Fr. 5'532.06 geltend (act. 2).
1.3. Am 20. Juni 2018 beantragte die Berufungsbeklagte beim Einzelgericht im
summarischen Verfahren des Bezirksgerichtes Dielsdorf (Vorinstanz) die Eintra-
gung eines Bauhandwerkerpfandrechtes. Sie teilte ihre Forderung dabei im Ver-
hältnis derer Flächen auf die vier Hauptgrundstücke auf und machte zulasten des
(Haupt-)Grundstücks der Berufungskläger eine Pfandsumme von Fr. 51'823.33
inkl. Zins geltend (act. 1).
1.4. Mit superprovisorischer Verfügung vom 2. Juli 2018 wies die Vorinstanz das
Grundbuchamt D._ an, das verlangte Pfandrecht vorläufig im Grundbuch
einzutragen (act. 9). Am 27. September 2018 korrigierte die Berufungsbeklagte ihr
Begehren insofern, als sie bei der Aufteilung der Pfandsumme alle sechs Grund-
stücke einbezog und die auf die Berufungskläger entfallende Pfandsumme ent-
sprechend auf Fr. 55'440.30 inkl. Zins erhöhte (act. 24). Nach weiteren Prozess-
schritten, insbesondere Stellungnahmen beider Parteien, bestätigte die Vor-
instanz mit Urteil vom 22. August 2019 die vorläufige Eintragung des Bauhand-
werkerpfandrechts für die dem ursprünglichen Begehren entsprechende Pfand-
summe von Fr. 51'823.33 (Kapitalforderung Fr. 50'559.34, Zinsforderung
Fr. 1'263.99; act. 38 [= act. 40 = act. 35]).
1.5. Am 16. September 2019 erhoben die Berufungskläger rechtzeitig Berufung
gegen diesen Entscheid mit den vorstehenden Anträgen (act. 39; zur Rechtzeitig-
keit vgl. act. 36/2).
1.6. Die Akten des vorinstanzlichen Verfahrens wurden beigezogen (act. 1-36).
Mit Verfügung vom 1. Oktober 2019 wurde der Antrag auf Vereinigung der Verfah-
ren Nr. LF190050, LF190051 und LF190053 abgewiesen. Der gleichzeitig für das
Berufungsverfahren verlangte Kostenvorschuss von Fr. 950.– ging fristgerecht ein
(act. 42-44). Das Verfahren ist spruchreif, ohne dass es einer Berufungsantwort
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bedarf. Der Berufungsbeklagten ist die Berufungsschrift mit dem vorliegenden
Entscheid zur Kenntnisnahme zuzustellen (vgl. Art. 312 Abs. 1 ZPO).
2.
2.1. Hinsichtlich der allgemeinen Voraussetzungen für die Eintragung eines Bau-
handwerkerpfandrechts im Sinne von Art. 837 Abs. 1 Ziff. 3 und Art. 839 Abs. 2
ZGB und konkret zum Mass der Glaubhaftmachung des Pfandanspruches kann
vorab auf die Ausführungen der Vorinstanz verwiesen werden (act. 38 E. 2 und
E. 4 f.). Mit der Berufung kann (a) die unrichtige Rechtsanwendung oder (b) die
unrichtige Feststellung des Sachverhalts geltend gemacht werden (Art. 310 ZPO).
2.2. Unbestritten hat die Berufungsbeklagte für die Überbauung, zu der die
Grundstücke der Berufungskläger gehören, Frischbeton, Kies und Mörtel geliefert.
Ausserdem besorgte sie den Abtransport von Aushub, Betonabbruch und Bau-
schutt (vgl. act. 5). Gegenstand des Berufungsverfahrens ist zunächst die Frage,
ob die Berufungsbeklagte auch für den Teil ihrer Forderung, den sie für die Ab-
fuhrleistungen geltend macht, einen Pfandanspruch hat (vgl. act. 39 S. 3 ff.).
2.3. Die Vorinstanz bejahte dies. Zur Begründung führte sie aus, ausschliessli-
che Entsorgungsarbeiten seien nicht baupfandberechtigt, ausser Abbruch und
Entsorgung bildeten eine funktionale Einheit und beides werde vom gleichen Un-
ternehmer ausgeführt. Die Berufungsbeklagte habe selber zwar keine Abbruch-
oder Aushubarbeiten vorgenommen. Sie habe jedoch Transportbeton liefern
müssen, dessen Verarbeitung im Neubau den Abbruch des Altbaus und die Ent-
sorgung des Abbruch- und Aushubmaterials zwingend vorausgesetzt habe. Hierin
sei eine funktionale Einheit gegeben, die zu einem Pfandanspruch für die gesam-
te Leistung der Berufungsbeklagten führe (act. 38 E. 7, S. 12).
2.4. Die Berufungskläger weisen darauf hin, die Berufungsbeklagte habe unbe-
strittenermassen keine Abbrucharbeiten vorgenommen. Die Vorinstanz führe zwar
zutreffend aus, die Pfandberechtigung von Abfuhrleistungen setze voraus, dass
derselbe Unternehmer Abbrucharbeiten geleistet habe. Nicht zu folgen sei der
Vorinstanz aber, wenn sie in Widerspruch dazu darauf abstütze, dass die Verar-
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beitung des von der Berufungsbeklagten gelieferten Betons zwingend die Abfuhr
und Entsorgung voraussetze. Damit führe die Vorinstanz ein konditionales Ele-
ment ein, das mit dem vorausgesetzten funktionalen Zusammenhang nichts zu
tun habe (act. 39 S. 4 ff.).
2.5. Gemäss Art. 837 Abs. 1 Ziff. 3 ZGB besteht der Anspruch auf Errichtung ei-
nes gesetzlichen Grundpfandrechtes für Forderungen von Handwerkern und Un-
ternehmern, die zu Bauten oder anderen Werken, zu Abbrucharbeiten, zum Ge-
rüstbau, zur Baugrubensicherung oder dergleichen auf einem Grundstück Materi-
al und Arbeit oder Arbeit allein geliefert haben. Wohl führt der seit 1. Januar 2012
geltende revidierte Gesetzestext eine nicht abschliessende Aufzählung von ge-
wissen pfandgeschützten Bauleistungen auf ("zu Abbrucharbeiten, zum Gerüst-
bau, zur Baugrubensicherung oder dergleichen"). Der Rahmen der geschützten
Leistungen wurde dadurch ausgeweitet (vgl. BSK ZGB II-THURNHERR, 6. Aufl.
2019, Art. 839/840 N 5a). Immer muss es sich aber um physische objektspezifi-
sche Bauarbeiten handeln. Gemäss Literatur und Rechtsprechung weiterhin nicht
pfandberechtigt sind daher (u.a.) nicht objektspezifische Leistungen wie Transpor-
te und Entsorgungen. Solche Leistungen sind aber mitpfandberechtigt, wenn sie
zusammen (gemischt) mit pfandberechtigten Bauarbeiten von demselben Unter-
nehmer erbracht werden und wenn sie entweder mit den pfandberechtigten Bau-
arbeiten eine funktionale Einheit bilden oder nebensächliche (Teil-)Leistungen
darstellen (vgl. zum Ganzen BSK ZGB II-THURNHERR, 6. Aufl. 2019, Art. 839/840
N 6; CHK-SCHUMACHER, 3. Aufl. 2016, Art. 837 N 11; R. SCHUMACHER, Das Bau-
handwerkerpfandrecht, 3. Aufl. 2008, N 327 ff.; jeweils m.w.H.).
2.6. Nebensächlich ist eine für sich allein nicht pfandberechtigte Sach- oder Ar-
beitsleistung, wenn sie im Verhältnis zur pfandberechtigten Leistung quantitativ
unbedeutend ist (R. SCHUMACHER, Das Bauhandwerkerpfandrecht, 3. Aufl. 2008,
N 333 f.). Die Berufungsbeklagte stellte am 31. Mai und 30. Juni 2017 sowie am
30. April 2018 Rechnungen für Abfuhren im Gesamtbetrag von Fr. 117'207.05
(act. 7/1-2; act. 7/14). Diese machen somit etwas über die Hälfte der gesamten
Forderung der Berufungsbeklagten von Fr. 221'282.35 (zzgl. Zins) aus, womit sie
nicht mehr als nebensächliche Leistungen gelten können.
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2.7. Es bleibt zu prüfen, ob eine funktionale Einheit vorliegt (vgl. E. 2.5.). Wie die
Berufungskläger anführen, wird eine funktionale Einheit von Arbeiten unterschied-
licher Gattung in der Literatur namentlich dann bejaht, wenn Abfuhr- oder Entsor-
gungsarbeiten zusammen mit Abbrucharbeiten erbracht werden (vgl. z.B. R.
SCHUMACHER, Das Bauhandwerkerpfandrecht, Ergänzungsband zur 3. Aufl. 2011,
N 173). Dies bedeutet aber nicht, dass derartige Leistungen nicht auch zusam-
men mit anderen Arbeiten pfandberechtigt sein können. Massgebend ist nur, dass
die Abfuhrleistungen eine funktionale Einheit mit Arbeiten zum Erstellen eines
Bauwerks bilden (R. SCHUMACHER, Das Bauhandwerkerpfandrecht, 3. Aufl. 2008,
N 402).
2.7.1. Das Kriterium der funktionalen Einheit ist erfüllt, wenn mehrere von dem-
selben Unternehmer erbrachte Bauleistungen ein zusammengehörendes Ganzes
bilden (BSK ZGB II-THURNHERR, 6. Aufl. 2019, Art. 839/840 N 30).
In BGE 136 III 6 führte das Bundesgericht aus, den sachenrechtlichen Bezug ha-
be die Rechtsprechung insofern gelockert, als alle Leistungen und Lieferungen
desselben Handwerkers in ihrer Gesamtheit zu würdigen seien. Seien sie als "un
seul travail spécifique" zu betrachten, würden sie auch gesamthaft durch ein Bau-
pfand geschützt. In diesem Sinn seien Leistungen und Lieferungen des gleichen
Handwerkers oder Unternehmers, die teils pfandberechtigt, teils nicht pfandbe-
rechtigt sind, in ihrem ganzen Umfang als pfandgeschützt, wenn nichts Abwei-
chendes vereinbart worden oder die Ausscheidung unterblieben sei (BGE 136 III
6 E. 5.3. m.H.a. BGE 131 III 300 E. 3 und BGE 103 II 33 E. 4).
In BGE 125 III 113 hielt das Bundesgericht ferner fest, wenn für mehrere Gebäu-
de auf einem einzigen Grundstück vom gleichen Unternehmer aufgrund eines
einzigen Werkvertrages eine zusammengehörende Bauleistung sukzessive er-
bracht werde, liege eine einheitliche Leistung vor. Aufgrund dieser Kriterien weise
die Klägerin (in jenem Fall) zu Recht darauf hin, dass ihre sukzessiven Betonliefe-
rungen sowie die übrigen Bauleistungen – Lieferung von Sand, Sickergeröll und
Abbruchgranulat sowie Abtransport des Bauschutts – als einheitliche Bauleistung
zu qualifizieren seien (BGE 125 III 113 E. 3b).
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Der Begriff der funktionalen Einheit meint eine spezifische Arbeit im Sinne der
Rechtsprechung des Bundesgerichts, d.h. eine bestimmte Teilarbeit im gesamten
Bauprozess (R. SCHUMACHER, Das Bauhandwerkerpfandrecht, 3. Aufl. 2008,
N 1187).
2.7.2. Massgebend ist demnach im Wesentlichen, ob eine Leistung Teil einer
spezifischen Gesamtleistung des Handwerkers oder Unternehmers für das glei-
che Bauwerk ist. Bilden für sich allein nicht pfandberechtigte Leistungen eines Un-
ternehmers ein zusammengehörendes Ganzes mit pfandberechtigten Arbeiten, so
besteht ein Pfandrecht für die gesamte Vergütungsforderung.
2.7.3. Wie die Vorinstanz zu Recht erwog, darf die vorläufige Eintragung des
Bauhandwerkerpfandrechts überdies nur dann verweigert werden, wenn der Be-
stand des Pfandrechts ausgeschlossen oder höchst unwahrscheinlich ist. Im
Zweifelsfall ist die vorläufige Eintragung zu bewilligen und die Entscheidung dem
definitiven Eintragungsverfahren zu überlassen. Dies gilt insbesondere bei unkla-
rer oder unsicherer Rechtslage. Bei Abweisung des Gesuchs um vorläufige Ein-
tragung drohte der gesuchstellenden Partei aufgrund der ablaufenden Eintra-
gungsfrist ein definitiver Rechtsverlust, während bei einer Gutheissung im vorläu-
figen Eintragungsverfahren der Gegenpartei lediglich ein vorübergehender Nach-
teil droht, da die gesuchstellende Partei die Massnahme zu prosequieren haben
wird (vgl. BGE 86 I 265 E. 3; BGE 137 III 563 E. 3.3; R. SCHUMACHER, Das Bau-
handwerkerpfandrecht, 3. Aufl. 2008, N 1394 ff. bzw. Ergänzungsband zur 3. Aufl.
2011, N 609 ff.).
2.7.4. Mit Auftragsbestätigung vom 14. April 2017 bestätigte die Berufungsbeklag-
te den erteilten Auftrag für die Lieferung von Beton, Mörtel und Kies sowie die Ab-
fuhr und Deponie bzw. Entsorgung von Aushub, Betonabbruch und Bauschutt
(act. 5). In der Folge tätigte die Berufungsklägerin vom 5. Mai bis 30. Juni 2017
zunächst diverse Abfuhren (act. 7/1-2). Ab dem 17. Juli 2017 bis am 4. April 2018
lieferte sie sodann verschiedentlich Frischbeton, Kies und Mörtel (act. 7/3-13;
act. 7/15). Für den Zeitraum 4. bis 11. April 2018 stellte sie schliesslich erneut
Transportleistungen in Rechnung (act. 7/14).
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Die in Frage stehenden Leistungen der Berufungsklägerin beruhten demnach auf
einem einheitlichen Werkvertrag. Sie wurden zudem vom gleichen Unternehmer
für dasselbe Bauprojekt erbracht und erfolgten auch zeitlich nahe aufeinander.
Funktional handelt es sich bei den von der Berufungsbeklagten übernommenen
Arbeiten insgesamt um vorbereitende bzw. unterstützende Leistungen für den ei-
gentlichen Bauprozess. Die Berufungskläger machen geltend, bei dieser Betrach-
tungsweise würde jede noch so geringe pfandberechtigte Leistung bewirken, dass
Abfuhrleistungen des gleichen Unternehmers mitpfandberechtigt wären (act. 39
S. 6). Diesbezüglich ist darauf hinzuweisen, dass die Abfuhrleistungen vorliegend
hinsichtlich Vergütung und Aufwand jedenfalls nicht als überwiegende Hauptleis-
tung erscheinen, sondern lediglich einen Teil der werkvertraglichen Gesamtver-
pflichtung der Berufungsbeklagten bilden (vgl. E. 2.6.). Es ist unter diesen Um-
ständen vertretbar, dass die Vorinstanz von einem zusammengehörenden Gan-
zen und somit einer einheitlichen Bauleistung ausgegangen ist. Dies gilt insbe-
sondere auch mit Blick auf die konstante Rechtsprechung des Bundesgerichts,
wonach im Zweifelsfalle gerade bei unklarer oder unsicherer Rechtslage die Vo-
raussetzungen zu bejahen sind (vgl. E. 2.7.3.). Es ist unter diesen Gesichtspunk-
ten nicht zu beanstanden, wenn die Vorinstanz das Begehren um vorläufige Ein-
tragung guthiess. Die Rechtsfrage der Pfandberechtigung der Abfuhrleistungen
wird im Einzelnen im Verfahren um definitive Eintragung des Bauhandwerker-
pfandrechts zu klären sein.
2.8. Die Berufungskläger beanstanden auch unabhängig davon die Höhe der
eingetragenen Pfandsumme (vgl. act. 39 S. 8).
2.8.1. Wie erwähnt hatte die Berufungsbeklagte in ihrem ursprünglichen Gesuch
die gesamte Forderung auf die vier Hauptgrundstücke verteilt. Sie ging dabei von
der Gesamtfläche der Hauptgrundstücke von 1'475 m2 aus. Basierend darauf teil-
te sie die Gesamtforderung im Verhältnis der Flächen der Hauptgrundstücke auf.
Zulasten des Hauptgrundstücks der Berufungskläger errechnete sie so eine
Pfandsumme von Fr. 51'823.33 inkl. Zins (vgl. act. 1-2).
In ihrer Stellungnahme vom 27. September 2018 dehnte die Berufungsbeklagte
ihr Begehren auf die Garagengrundstücke aus. Sie berücksichtigte in ihrer Be-
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rechnung neu die Gesamtfläche aller sechs Grundstücke von 1'571 m2. Davon
ausgehend rechnete sie die Gesamtforderung auf den einzelnen Quadratmeter
um. Dies führte zu einem (im Vergleich zur ursprünglichen Berechnung tieferen)
Betrag von Fr. 140.854 pro Quadratmeter, den sie mit den Flächen der Grundstü-
cke multiplizierte. Gestützt darauf verlangte sie die Belastung des Haupt- und Ga-
ragengrundstücks der Berufungskläger mit einer Pfandsumme von insgesamt
Fr. 55'440.30 inkl. Zins (act. 24 S. 2 f.).
2.8.2. Die Vorinstanz hiess das Begehren im ursprünglichen Umfang gut und liess
auf das Hauptgrundstück die Pfandsumme von Fr. 51'823.33 inkl. Zins eintragen,
da wegen Ablaufs der viermonatigen Eintragungsfrist eine Ausdehnung der
Pfandhaft nicht mehr möglich sei (act. 38 S. 16).
Die Berufungskläger machen in ihrer Berufung geltend, wenn man der Berech-
nung der Berufungsbeklagten folge, entfalle nur ein Betrag von Fr. 48'654.50 inkl.
Zins auf das Hauptgrundstück. Durch den Entscheid der Vorinstanz werde ein Teil
der auf das Garagengrundstück entfallenden Pfandsumme zum Hauptgrundstück
geschlagen, was unzulässig sei (act. 39 S. 9).
2.8.3. Bei Gesamtüberbauungen auf der Grundlage desselben Werkvertrags ist
die Pfandbelastung nach Massgabe der auf die einzelnen Parzellen entfallenden
Leistungen zu verteilen. Eine Aufteilung nach Bruchteilen ist grundsätzlich unzu-
lässig. Es obliegt dem Gläubiger zu beweisen, welche Leistungen er für jedes
Grundstück erbracht hat. Die Ermittlung der Teilpfandsummen kann häufig sehr
schwierig sein, insbesondere im Verfahren der vorläufigen Eintragung, da der Un-
ternehmer nur vier Monate Zeit hat, um diese zu erwirken. Nach Ablauf dieser
Verwirkungsfrist können zwar zu hohe Teilpfandsummen herabgesetzt, zu niedri-
ge jedoch nicht mehr erhöht werden. Im Rahmen der provisorischen Eintragung
ist es daher zulässig, die einzelnen Teilbeträge um eine "Sicherheitsmarge" von
10-20 % zu erhöhen (BSK ZGB II-THURNHERR, 6. Aufl. 2019, Art. 839/840 N 18;
R. SCHUMACHER, Das Bauhandwerkerpfandrecht, 3. Aufl. 2008, N 840 und 848 ff.;
BGer 5A_924/2014 vom 7. Mai 2015 E. 4.1.4.; BGer 5A_683/2010 vom 15. No-
vember 2011 E. 3.2.).
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2.8.4. Die Vorinstanz erachtete die Aufteilung der Pfandsumme im Verhältnis der
Grundstücksflächen jedenfalls für die vorläufige Eintragung des Pfandrechts als
ausreichend (act. 38 S. 15). Die Berufungskläger liessen diese Berechnungswei-
se im Berufungsverfahren unbestritten. Im definitiven Eintragungsverfahren wird
die Berufungsbeklagte konkreter nachzuweisen haben, welche Leistungen sie für
jedes Grundstück erbracht hat. Dabei dürfte von der geltend gemachten Gesamt-
summe für Haupt- und Garagengrundstück naturgemäss ein grösserer Betrag auf
die Wohnliegenschaft als auf das Garagengrundstück entfallen. Dass die nun von
der Vorinstanz für das Hauptgrundstück berücksichtigte Pfandsumme den Betrag
übersteigt, der sich bei einer Aufteilung allein aufgrund der Flächen ergäbe, er-
scheint daher nicht unangemessen. Der "Überschuss" liegt bei 6,5 % und damit
unter der in Lehre und Rechtsprechung als zulässig erachteten Sicherheitsmarge.
Dass der Berufungsbeklagten ein Pfandrecht in diesem Umfang zusteht, ist jeden-
falls nicht als höchst unwahrscheinlich oder gar ausgeschlossen zu werten, wie es
für eine Abweisung des Begehrens notwendig wäre (vgl. E. 2.7.3.). Dies verträgt
sich auch mit der Dispositionsmaxime (vgl. act. 39 Rz. 32), da der Berufungsbe-
klagten nicht mehr zugesprochen wird, als sie verlangt hat (vgl. act. 24 S. 2). Aus
den Begehren in den beiden eingangs erwähnten Parallelverfahren (E. 1.6.) kann
schliesslich – entgegen der Argumentation der Berufungskläger (act. 39 Rz. 31) –
nichts für das vorliegende Verfahren abgeleitet werden. Der Entscheid der Vor-
instanz ist demnach auch diesbezüglich zu bestätigen.
2.9. Insgesamt ist die Berufung damit abzuweisen, und das Urteil der Vorinstanz
vom 22. August 2019 ist zu bestätigen.
3.
3.1. Ausgangsgemäss werden die Berufungskläger für das Berufungsverfahren
kostenpflichtig. Ausgehend vom Streitwert des Berufungsverfahrens von
Fr. 28'231.89 (vgl. act. 42) ist die Entscheidgebühr in Anwendung von § 12 Abs. 1
i.V.m. § 4 Abs. 1 und 2 sowie § 8 Abs. 1 GebV OG auf Fr. 950.– festzusetzen. Die
Kosten sind mit dem geleisteten Vorschuss zu verrechnen.
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3.2. Parteientschädigungen sind keine zuzusprechen: Den Berufungsklägern
nicht, weil sie unterliegen und der Berufungsbeklagten nicht, weil ihr keine we-
sentlichen Aufwendungen entstanden, die zu entschädigen wären.