# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 53c2ddda-9916-4785-bcb5-094a754211b4
**Court:** ZH_VG
**Chamber:** ZH_VG_001
**Year:** 2009
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** 

## Facts

hat sich ergeben:
I.
A.
Das Obergericht des Kantons Zürich erteilte A 1992 das Wahlfähigkeitszeugnis als Notar. Dieser arbeitete damals und in der Folge als Notariats-Stellvertreter auf dem Notariat X.
B.
Die Verwaltungskommission des Obergerichts untersagte A mit Beschluss 24. Februar 1999, "von Kunden des Notariates X irgendwelche private Aufträge anzunehmen". Zuvor hatte A eingeräumt, verschiedentlich private Aufträge von Kunden des Notariats X angenommen und diesen verrechnet zu haben. Konkreter Anlass für den Beschluss der Verwaltungskommission war, dass sich A in zwei Fällen von letztwilligen Verfügungen, die auf dem Notariat X beurkundet worden waren, als Willensvollstrecker hatte einsetzen lassen und in der Folge um Bewilligung des Mandats ersuchte. Die Verwaltungskommission hielt in ihrem Beschluss fest, Mitarbeitern des Staates sei es grundsätzlich untersagt, von Kunden private Aufträge anzunehmen. Die Häufigkeit, mit der A als Willensvollstrecker eingesetzt werde, sowie der Umstand, dass er von Kunden des Notariats X gegen Entgelt private Aufträge entgegennehme, ohne die notwendige Bewilligung einzuholen, mache deshalb ein Eingreifen der Aufsichtsbehörde erforderlich.
C.
Am 1. September 1999 ordnete die Verwaltungskommission eine Administrativuntersuchung gegen A an, welche in einem Verweis, datierend vom 8. März 2000, mündete. Zur Begründung wurde angeführt, dass A es unterlassen hatte, für Nebenbeschäftigungen, welche nach damaligem Recht bewilligungspflichtig waren, eine Bewilligung einzuholen, und dass er sich in zwei Fällen über den ablehnenden Entscheid der Verwaltungskommission hinweggesetzt hatte. Im Bericht vom 21. Dezember 1999 über die Administrativuntersuchung heisst es, für die zu treffenden Sanktionen seien zum einen "der nur als dreist qualifizierbare Ungehorsam" gegenüber dem Verbot der Verwaltungskommission vom 24. Februar 1999 zu konstatieren, zum anderen "die zahlreichen bezahlten unbewilligten Mandate". Das Inspektorat für die Notariate, Grundbuch- und Konkursämter des Kantons Zürich hielt in seiner Stellungnahme zur Administrativuntersuchung fest, ein Verweis sei angemessen. Erschwerend sei zu berücksichtigen, dass A lange uneinsichtig gewesen sei.
D.
Im Bericht des Notariatsinspektorats über die Inspektion des Notariats X vom 25. und 27. Oktober 2000 wird kritisiert, die von A geführten Konkurse würden die Gemeinsamkeit aufweisen, "dass vor allem die formellen Verfahrensvorschriften teils in gravierender Weise nicht beachtet worden sind und öfters auch die Verhältnismässigkeit nicht gewahrt wurde". Dem Konkursamt X wurde deshalb die Weisung erteilt, dass A ohne Einverständnis des Amtsvorstehers D in allen konkursrechtlichen Verfahren keine Aufträge mehr an Dritte, namentlich Rechtsanwälte und Liquidatoren, vergeben und keine Amtshandlungen ausserhalb des Konkursamtskreises X vornehmen dürfe. Zudem wurde A untersagt, Rekursschriften für Schuldner zu verfassen, über die ein Richter den Konkurs eröffnet hat. Die Verwaltungskommission unterstützte die Anordnungen und Weisungen, sah von weiteren Massnahmen jedoch ab.
E.
Am 21. Februar 2001 ordnete die Verwaltungskommission eine weitere Administrativuntersuchung gegen A an, nachdem das kantonale Notariatsinspektorat diesem vorgeworfen hatte, verschiedene Geschäfte für Dritte vorbereitet und auf dem Notariat Z abgewickelt zu haben. Die Untersuchung förderte 15 Beurkundungen zu Tage, bei welchen er beratend tätig war und die über das Notariat Z abgewickelt wurden. Zudem legte er weitere fünf permanente Beratungsmandate offen. Die Verwaltungskommission betrachtete dieses Verhalten nicht als Verstoss gegen den Beschluss 24. Februar 1999, mit dem A bloss untersagt worden war, "von Kunden des Notariates X" private Aufträge anzunehmen. Gleichzeitig hielt sie fest, dass die Aktivitäten mit Sinn und Zweck der personalrechtlichen Bestimmungen betreffend Nebenbeschäftigungen "kaum übereinstimmen, wenn sie diesen nicht sogar zuwiderlaufen". Die bisherigen Verfahren und Beschlüsse hätten auf A anscheinend keinen nachhaltigen Eindruck gemacht. Es fehle ihm an der notwendigen Sensibilität für die Problematik seines Tuns, namentlich in Bereichen, die zu den angestammten Tätigkeitsfeldern eines Notariats gehörten. Die Verwaltungskommission verpflichtete A deshalb mit Beschluss vom 6. Juni 2001, ihr bis auf weiteres vor jeder Übernahme einer neuen Nebenbeschäftigung und nach Abschluss einer bewilligten Nebenbeschäftigung Meldung zu erstatten.
F.
Per 31. März 2003 kündigte der Beschwerdeführer seine Stelle beim Notariat X und ist seither in der Geschäftsleitung der Gesellschaft G tätig.
G.
Am 30. März 2005 wurde A im Rahmen einer Verkehrskontrolle beobachtet, wie er ohne Sicherheitsgurt am Steuer sass und zudem mit seinem Mobiltelefon telefonierte. Aufforderungen der Polizei, den Wagen anzuhalten, ignorierte er zunächst, rollte stattdessen mit seinem Wagen auf einen Polizeibeamten zu, bis die Stossstange dessen Beine berührten, um dann mitzuteilen, er habe keine Zeit für eine Verkehrskontrolle. Ein weiterer Polizeibeamter richtete in der Folge seine Dienstwaffe auf den Wagen. Als A aus dem Wagen stieg, kam es zu einem Handgemenge. Zurück im Wagen, lenkte er diesen in eine Seitenstrasse, hielt an und rannte davon. Ein Polizeibeamter konnte A schliesslich unter Einsatz eines Pfeffersprays stellen. Aufgrund dieser Vorfälle sprach das Obergericht A am 20. Februar 2007 zweitinstanzlich der Gewalt und Drohung gegen Behörden und Beamte im Sinn von Art. 285 Ziff. 1 des Strafgesetzbuches (StGB), der Verletzung von Verkehrsregeln im Sinn von Art. 90 Ziff. 1 in Verbindung mit Art. 31 Abs. 1 des Strassenverkehrsgesetzes vom 19. Dezember 1958 (SVG, SR 741.01) und Art. 3 Abs. 1 der Verkehrsregelnverordnung vom 13. November 1962 (VRV, SR 741.11) sowie der Übertretung gemäss Art. 96 in Verbindung mit Art. 3a Abs. 1 VRV schuldig und verurteilte ihn zu einer Geldstrafe von 21 Tagsätzen und einer Busse von 1'000 Franken, wobei der Vollzug der Geldstrafe aufgeschoben und die Probezeit auf zwei Jahre angesetzt wurde. Das Obergericht bestätigte damit das erstinstanzliche Urteil des Bezirksgerichts T weitgehend.
H.
A hat die gegen ihn erhobenen Vorwürfe bestritten, wobei er sich in diverse Widersprüche verwickelte. Das Obergericht taxierte etwa die Aussage von A, er habe die Anweisungen der Polizeibeamten wegen des Strassenlärms nicht verstanden, als reine Schutzbehauptung, die – sofern sie für bare Münze genommen würde – A als fahruntauglich erscheinen liesse. Auch sonst folgte das Obergericht der Sachverhaltsdarstellung gemäss Anklageschrift. Vom Bezirksgericht wurde die abweichende Sachverhaltsdarstellung von A als "nur schwer nachvollziehbar" und "geradezu lebensfremd" bezeichnet. A sei auf konkrete Fragen oft nicht eingegangen oder habe mit Gegenfragen geantwortet. Es bestünden klare Anzeichen für Lügensignale, was zumindest als Indiz für eine Falschaussage zu werten sei. Insgesamt erwiesen sich die Aussagen von A als wenig glaubhaft.
I.
Mit Eingabe vom 1. Februar 2008 beantragte das Notariatsinspektorat, gegen A ein Verfahren auf Entzug des Wahlfähigkeitszeugnisses als Notar zu eröffnen. Hauptsächlich stützte das Inspektorat seinen Antrag auf die strafrechtliche Verurteilung durch das Obergericht, die bereits für sich allein ausreiche, A die für die Ausübung des Notariatsberufs notwendige Vertrauenswürdigkeit abzusprechen. Zusätzlich verwies das Inspektorat auf die im Bericht vom 25. und 27. Oktober 2000 erhobenen Vorwürfe, die erwähnten zwei Administrativuntersuchungen, nicht näher spezifizierte, angeblich aktenkundige "Ungereimtheiten", die Umstände der Kündigung von A sowie neue Verdachtsmomente für ein Fehlverhalten von A im Zusammenhang mit zwei Verfahren aus dessen Zeit als Notariats-Stellvertreter. Was die beiden Verfahren anbelangt, wurde freilich eingeräumt, dass noch vertiefte Abklärungen nötig seien, sofern sie in die laufende Untersuchung einbezogen würden. Zudem erklärte der Notariatsinspektor, es wäre vorteilhaft, eine vom Notariatsinspektorat unabhängige Person mit der Untersuchung zu beauftragen, da ihm selber aufgrund der bisherigen Erfahrungen mit A Befangenheit vorgeworfen werden könnte. Am 11. November 2008 wurde der Verwaltungskommission ein in Auftrag gegebener Untersuchungsbericht vorgelegt.
J.
Die Verwaltungskommission entzog A mit Beschluss vom 25. Mai 2009 das Wahlfähigkeitszeugnis als Notar dauerhaft. Als ausschlaggebend für den Entzug erachtete sie die "früheren und teilweise bereits aufsichtsrechtlich geahndeten Verfehlungen" von A als Notar-Stellvertreter "in Kombination mit der genannten strafrechtlichen Verurteilung bzw. dem dieser Verurteilung zugrunde liegenden Verhalten". Die Vorkommnisse gäben ein Bild von A, welches diesen nicht mehr als vertrauenswürdig im Sinn von § 8 des Notariatsgesetzes vom 9. Juni 1985 (NotG, LS 242) erscheinen lasse.
Zu den im Schreiben des Inspektorats vorgebrachten neuen Verdachtsmomenten hielt die Verwaltungskommission Folgendes fest: Im ersten Fall – dem Nachlass K – lägen keine durch eine frühere Untersuchung gesicherten Erkenntnisse vor. Es sei zweifelhaft, ob aus der zeitlichen Distanz von mehr als sechs Jahren eine Klärung des Sachverhalts noch möglich sei. Zudem seien rechtliche Schritte gegen A bereits geprüft, aber nicht eingeleitet worden, da sich die Hinweise nicht zu einem Tatverdacht hätten erhärten lassen. Es sei deshalb von Weiterungen abzusehen. Im zweiten Fall – dem Beratungsmandat in Sachen M – hätte sich A nach Ansicht der Verwaltungskommission vom Mandat distanzieren müssen, seitdem ihm die Verwaltungskommission die Tätigkeit als Willensvollstrecker für den verstorbenen Ehemann von M untersagt habe.
II.
Gegen den Beschluss der Verwaltungskommission liess A am 29. Juni 2009 Beschwerde an das Verwaltungsgericht einlegen. Er beantragte, den Beschluss der Verwaltungskommission unter Kosten- und Entschädigungsfolgen aufzuheben. Die Verwaltungskommission verzichtete auf eine Beschwerdeantwort.
Gleichentags liess A Beschwerde an das Bundesgericht erheben, beantragte aber, das Verfahren zu sistieren, bis sich das Verwaltungsgericht zu seiner Zuständigkeit geäussert respektive in derselben Sache entschieden hat. Mit Verfügung vom 19. August 2009 sistierte das Bundesgericht das Verfahren bis zum Vorliegen eines Entscheids des Verwaltungsgerichts.
Die Kammer

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1