# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 9fb12a93-e58e-42a5-a1e1-d914a46f20bc
**Court:** SG_VGN
**Chamber:** SG_VGN_001
**Year:** 2007
**Language:** de
**Jurisdiction:** SG / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

hat das Verwaltungsgericht festgestellt:
A./ E. A., brasilianische Staatsangehörige, geboren am 24. März 1977, reiste am 16.
November 2001 als Touristin in die Schweiz ein. Am 18. Februar 2002 heiratete sie in
D. den Schweizer Bürger R. S. In der Folge, am 27. Februar 2002, erteilte ihr das
Ausländeramt eine Aufenthaltsbewilligung. Diese wurde jeweils verlängert, letztmals bis
zum 17. Februar 2007.
Gemäss Aktennotiz über eine Besprechung zwischen Vertretern des Ausländeramtes
und des Sozialamtes D. vom 11. Januar 2006 wurde von Seiten des Sozialamtes
geäussert, von Anfang an habe der Eindruck bestanden, es handle sich nicht um eine
richtige Ehe. Anlässlich einer Unterredung habe sich herausgestellt, dass sich das
Ehepaar nicht verständigen könne und dass R. S. auch nicht in der Lage sei, für seine
Ehefrau zu übersetzen. Es habe ein Dolmetscher beigezogen werden müssen.
Anfänglich seien die Eheleute, die an derselben Adresse wie die Eltern von R. S.
gemeldet seien, zusammen gesehen worden, jetzt halte sich E. A. eigentlich nur noch
in Zürich auf. Unbekannt sei, wovon sie lebe. R. S., der mit Sozialhilfe unterstützt
werde, sei drogenabhängig und befinde sich zur Zeit in einem Methadonprogramm.
Am 21. August 2006 wurde E. A. im Auftrag des Ausländeramtes von der Stadtpolizei
Zürich zu ihrem Aufenthalt in der Schweiz und zu den ehelichen Verhältnissen befragt.
Gleichentags gab R. S. bezüglich des Verdachts auf Scheinehe gegenüber der
Kantonspolizei St. Gallen Auskunft (act. 60-80). Am 12. Oktober 2006 wurden die
Eheleute schliesslich vom Ausländeramt einvernommen.
B./ Mit Verfügung vom 2. März 2007 lehnte es das Ausländeramt ab, die
Aufenthaltsbewilligung von E. A. zu verlängern, und wies sie an, den Kanton St. Gallen
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bis 14. Mai 2007 zu verlassen. Das Ausländeramt war zur Überzeugung gelangt, die
Gesuchstellerin habe die Ehe mit R. S. lediglich zwecks Umgehung der aus-
länderrechtlichen Vorschriften geschlossen.
C./ Gegen die Verfügung des Ausländeramtes vom 2. März 2007 erhob E. A. am 19.
März 2007 Rekurs beim Justiz- und Polizeidepartement. Sie stellte die
Rechtsbegehren, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben und dem Gesuch um
Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung sei zu entsprechen. Das Justiz- und
Polizeidepartement wies den Rekurs am 30. April 2007 ab und lud das Ausländeramt
ein, E. A. eine neue Ausreisefrist anzusetzen. Die Rekursinstanz war ebenfalls zum
Ergebnis gelangt, zahlreiche Indizien würden klar darauf hinweisen, dass E. A. die Ehe
mit R. S. nur eingegangen sei, um in Umgehung ausländerrechtlicher Vorschriften eine

## Considerations

Aufenthaltsbewilligung zu erlangen. Nach den Erwägungen zum Entscheid ist es E. A.
zudem zumutbar, in die Heimat zurückzukehren.
D./ Am 11. Mai 2007 erhob E. A. gegen den Rekursentscheid des Justiz- und
Polizeidepartements vom 30. April 2007 Beschwerde beim Verwaltungsgericht. Sie
stellt die Rechtsbegehren, der angefochtene Entscheid sei aufzuheben und dem
Gesuch um Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung sei zu entsprechen. Zur
Begründung machte sie in der Beschwerdeergänzung vom 31. Mai 2007 geltend, sie
habe die Aufenthaltsbewilligung nicht in rechtsmissbräuchlicher Weise erlangt, weil
keine Scheinehe vorliege.
Das Justiz- und Polizeidepartement beantragte am 5. Juni 2007, der Beschwerde sei
keine Folge zu geben.
Darüber wird in Erwägung gezogen:
1. Die sachliche Zuständigkeit des Verwaltungsgerichts ist gegeben (Art. 59bis Abs. 1
des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege, sGS 951.1, abgekürzt VRP), und E. A.
ist zur Beschwerde legitimiert (Art. 64 Abs. 1 in Verbindung mit Art. 45 Abs. 1 VRP).
Sodann entsprechen die Eingaben vom 11. Mai und 31. Mai 2007 zeitlich, formal und
inhaltlich den gesetzlichen Anforderungen (Art. 64 Abs. 1 in Verbindung mit Art. 47 Abs.
1 und Art. 48 Abs. 1 und 2 VRP).
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Auf die Beschwerde ist einzutreten.
2. Die Beschwerdeführerin verweist auf die Begründungen in einer Stellungnahme vom
12. Januar 2007 und in der Rekursschrift vom 19. März 2007 und die dort angeführten
Beweisofferten. Sie erklärt diese Eingaben zum integrierenden Bestandteil der
Beschwerde.
In ständiger Rechtsprechung hat es das Verwaltungsgericht abgelehnt, dass pauschal
auf vorinstanzliche Eingaben verweisen wird. Es ist nicht Aufgabe der
Rechtsmittelinstanz, in vorinstanzlichen Eingaben nach Gründen zu suchen, weshalb
der angefochtene Entscheid unrichtig sein könnte (vgl. Cavelti/Vögeli,
Verwaltungsgerichtsbarkeit im Kanton St. Gallen, St. Gallen 2003, Rz. 921 mit
Hinweisen). Soweit in der Beschwerdeschrift vom 31. Mai 2007 nicht konkret auf
Ausführungen in früheren Eingaben Bezug genommen wird, erweist sich der Verweis
somit als ungenügend.
3. Die Beschwerdeführerin beantragt, es sei eine Parteibefragung durchzuführen und
ihr Ehemann sei in verschiedener Hinsicht als Zeuge zu befragen.
Der Anspruch auf rechtliches Gehör gebietet, dass rechtzeitig und formrichtig
angebotene Beweismittel abzunehmen sind, es sei denn, diese betreffen eine nicht
erhebliche Tatsache oder seien offensichtlich untauglich, über die streitige Tatsache
Beweis zu erbringen (BGE 124 I 242 E. 2; 117 Ia 268 E. 4b).
Im vorliegenden Fall ergeben sich die rechtserheblichen Tatsachen aus den Akten,
weshalb auf die Abnahme der Beweise verzichtet werden kann.
4. Der Ausländer hat nach Art. 4 des Bundesgesetzes über Aufenthalt und
Niederlassung der Ausländer (SR 142.20, abgekürzt ANAG) grundsätzlich keinen
Anspruch auf Erteilung einer Aufenthaltsbewilligung. Eine Ausnahme von diesem
Grundsatz besteht, wenn er nahe Verwandte mit gesichertem Anwesenheitsrecht in der
Schweiz hat. In diesem Fall kann er sich auf den in Art. 8 Ziff. 1 der Europäischen
Menschenrechtskonvention (SR 0.101) verankerten Anspruch auf Schutz des
Familienlebens berufen. Hinsichtlich ausländischer Ehegatten von Schweizer Bürgern
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ist dieser Anspruch in Art. 7 Abs. 1 ANAG geregelt. Nach dieser Vorschrift hat der
ausländische Ehegatte eines Schweizer
Bürgers Anspruch auf Erteilung und Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung. Nach
einem ordnungsgemässen und ununterbrochenen Aufenthalt von fünf Jahren hat er
Anspruch auf die Niederlassungsbewilligung. Der Anspruch erlischt, wenn ein
Ausweisungsgrund vorliegt. Nach Art. 7 Abs. 2 ANAG besteht kein solcher Anspruch,
wenn die Ehe eingegangen
worden ist, um die Vorschriften über Aufenthalt und Niederlassung von Ausländern und
namentlich jene über die Begrenzung der Zahl der Ausländer zu umgehen.
4.1. Es ist Aufgabe der Behörden, den Nachweis zu erbringen, dass die ausländische
Ehefrau, die ein abgeleitetes Recht auf Aufenthalt in der Schweiz hat, das Institut der
Ehe im konkreten Fall zweckwidrig verwendet. Nicht ausschlaggebend ist indessen, ob
der Schweizer Bürger, der eine Ausländerin heiratet, den ernsten Willen zur Gründung
einer Lebensgemeinschaft hat. Art. 7 Abs. 2 ANAG schliesst einen Anspruch auf eine
Aufenthaltsbewilligung ausdrücklich aus, wenn die Ehe eingegangen worden ist, um die
Vorschriften über Aufenthalt und Niederlassung zu umgehen. Einen solchen Anspruch
kann nur der ausländische Ehegatte haben. Fehlt bei ihm die Absicht, eine
Lebensgemeinschaft zu gründen und ist er die Ehe im wesentlichen deshalb
eingegangen, um die Vorschriften des Ausländerrechts zu umgehen, so ist in der
Verweigerung bzw. der Nichtverlängerung der Aufenthaltsbewilligung keine
Rechtsverletzung zu erblicken (VerwGE vom 27. Februar 2007 i.S. S.M. mit Hinweis auf
VerwGE vom 10. Juni 2004 i.S. S.T., in: www.gerichte.sg.ch; vgl. auch VerwGE vom 24.
April 2003 i.S. M.T. und VerwGE vom 6. Juli 2000 i.S. G.H.).
Rechtserheblich ist somit, ob die Beschwerdeführerin die Ehe mit R. S. zwecks
Umgehung ausländerrechtlicher Vorschriften eingegangen ist. Offen bleiben kann
indessen, aus welchen Gründen sich ihr Schweizer Ehemann zu diesem Schritt
entschlossen hat.
4.2. Art. 7 Abs. 2 ANAG ist dem früheren Art. 120 Ziff. 4 des Schweizerischen
Zivilgesetzbuches (SR 120, abgekürzt ZGB) betreffend die sogenannte
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Bürgerrechtsehe nachgebildet, welcher mit der Revision des Bürgerrechtsgesetzes (SR
141.0) vom 23. März 1990 seine Grundlage verloren hat und aufgehoben wurde. Der
ausländischen Ehefrau eines Schweizer Bürgers wurde im revidierten Art. 7 Abs. 1
ANAG ein Anspruch auf Erteilung und Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung
eingeräumt. Da die Gefahr, diese Vorschrift könnte durch Eingehung einer blossen
Scheinehe umgangen werden, in gleicher Weise besteht wie im Falle des früheren
Bürgerrechtserwerbs durch Heirat, wurde für solche "Aufenthalts- bzw.
Niederlassungsehen" in Art. 7 Abs. 2 ANAG ein ähnlicher Missbrauchstatbestand
geschaffen, wie er in Art. 120 Ziff. 4 ZGB für die früheren Bürgerrechtsehen vorgesehen
war (BGE 122 II 294 mit Hinweisen). Für die Anwendbarkeit von Art. 7 Abs. 2 ANAG
genügt es freilich nicht, dass die Ehe abgeschlossen wurde, um dem ausländischen
Ehegatten den Aufenthalt in der Schweiz zu ermöglichen; erforderlich ist vielmehr, dass
die eheliche Gemeinschaft nicht wirklich gewollt war; auf die Motive der Heirat kommt
es mit anderen Worten nicht an, sofern der Wille vorhanden ist, eine
Lebensgemeinschaft zu begründen (BGE 121 II 102). Wie es sich damit verhält,
entzieht sich in der Regel dem direkten Beweis und ist oft nur durch Indizien zu
ermitteln (BGE 128 II 152 mit Hinweis auf BGE 127 II 57). Solche Indizien sind etwa
darin zu erblicken, dass dem Ausländer die Wegweisung angedroht wurde, weil er
ohne die Heirat keine Aufenthaltsbewilligung erhalten hätte oder weil ihm diese nicht
verlängert worden wäre. Sodann können die Umstände und die kurze Dauer der
Bekanntschaft sowie das Fehlen oder eine nur kurze Dauer der Lebensgemeinschaft
der Ehegatten für das Vorliegen einer Ausländerrechtsehe sprechen. Dasselbe gilt,
wenn für die Heirat eine Bezahlung vereinbart wurde. Dass die Begründung einer
wirklichen
Lebensgemeinschaft gewollt war, kann umgekehrt nicht schon daraus abgeleitet
werden, dass die Ehegatten während einer gewissen Zeit zusammenlebten und intime
Beziehungen unterhielten. Ein derartiges Verhalten kann auch nur vorgespiegelt sein,
um die Behörden zu täuschen (BGE 122 II 295 mit Hinweisen).
Bei der Würdigung der Indizien ist sodann zu berücksichtigen, dass diese gesamthaft
zu beurteilen sind. Eine Vielzahl einzelner Umstände, welche für sich allein den Bestand
einer Ehe nicht in Frage zu stellen vermöchten, kann gesamthaft die Schlussfolgerung
rechtfertigen, eine Ehe sei geschlossen worden, ohne dass der Wille zu einer echten
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Lebensgemeinschaft bestanden habe (VerwGE vom 10. Juni 2004 i.S. S.T. mit
Hinweisen).
5. Zu prüfen ist, ob die Beschwerdeführerin den Willen hatte, mit R. S. eine
Lebensgemeinschaft zu gründen oder ob sie die Ehe mit ihm in erster Linie
eingegangen ist, um sich ein Aufenthaltsrecht in der Schweiz zu verschaffen.
5.1. Aus Sicht der Vorinstanz spricht die Tatsache, dass es der Beschwerdeführerin,
einer Staatsangehörigen von Brasilien ohne berufliche Qualifikation, praktisch
unmöglich gewesen wäre, in der Schweiz eine Aufenthaltsbewilligung zu erhalten,
dafür, dass sie R. S. aus sachfremden Motiven geheiratet hat. Die Beschwerdeführerin
wendet ein, davon könne nicht ausgegangen werden, weil ihr eine
Kurzaufenthaltsbewilligung zum Verbleib in der Schweiz erteilt worden wäre, wenn sie
sich als Cabaret-Tänzerin verpflichtet hätte. Sie habe sich aber nicht auf Arbeit im
Rotlicht-Milieu einlassen, sondern mit ihrem Ehemann ein sittliches Leben führen
wollen.
Eine Kurzaufenthaltsbewilligung als Cabaret-Tänzerin kann indessen nicht mit einer
Aufenthaltsbewilligung verglichen werden, auf deren Erteilung die ausländische Ehefrau
eines Schweizer Bürgers einen gesetzlichen Anspruch hat. Hinzu kommt, dass die
Behauptung der Beschwerdeführerin, sie habe nicht im Sex-Gewerbe arbeiten wollen,
in Widerspruch dazu steht, dass sie gemäss Rapport der Stadtpolizei Zürich vom 7.
März 2003 zum damaligen Zeitpunkt, somit nach ihrer Heirat mit R. S., in einem
Massagesalon in Zürich als Prostituierte tätig war. Sodann erteilte ihr das
Migrationsamt des Kantons Zürich ein ab 1. April 2003 gültiges Einverständnis zum
Stellenantritt als selbständige Masseuse im Salon "X" in Zürich. Abgesehen davon,
dass die Tatsache, dass die damals seit kurzem verheiratete Beschwerdeführerin in
Zürich im Sex-Gewerbe arbeitete, nicht dafür spricht, dass es ihre Absicht war, mit R.
S. eine Lebensgemeinschaft zu gründen, durfte die Vorinstanz den Umstand, dass sie
ohne Heirat keine Aufenthaltsbewilligung erhalten hätte, als Indiz dafür werten, dass sie
die Ehe aus sachfremden Motiven eingegangen ist.
5.2. Die Beschwerdeführerin wirft der Vorinstanz weiter vor, sie hätte bezüglich des
Vorliegens einer Scheinehe "nicht grundsätzlich" auf die Aussagen ihres Ehemannes
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abstellen dürfen. Zum einen lägen bei ihm gemäss ärztlichen Beurteilungen vom 27.
Dezember 2004 und 30. September 2005 "in einem gewissen Ausmass geistige
Defizite vor", zum anderen sei sein Verhalten anlässlich der Befragungen durch die
Polizei und durch das Ausländeramt auf Nebenwirkungen von Medikamenten
(Dormicum, Valium, Temesta, Stilnox) zurückzuführen. Demzufolge hätten
Gedächtnisstörungen und Verwirrtheit bei der Beurteilung der Aussagen von R. S.
berücksichtigt werden müssen.
Einem Gutachten der Klinik I. zuhanden der Sozialversicherungsanstalt des Kantons St.
Gallen vom 30. September 2005 kann entnommen werden, bei R. S. liege ein über 10-
jähriger polytoxikomaner Drogenmissbrauch vor und es sei von einer
Mehrfacherkrankung auszugehen. Seine Intelligenzleistung wird indessen als
durchschnittlich bezeichnet, und es wird ihm attestiert, er sei bewusstseinsklar, zeitlich,
örtlich, situativ und zur Person orientiert. Sodann sei das Gedächtnis ohne nähere
Prüfung im Gespräch unauffällig. Auch würden keine wesentlichen Auffassungs- und
Konzentrationsstörungen auffallen. Im Denken sei der Patient deutlich verlangsamt,
zeitweilig umständlich. Es bestünden aber keine Hinweise auf Ich-Störungen oder
Wahrnehmungsstörungen. Zutreffend ist, dass in einer psychiatrischen Abklärung vom
27. Dezember 2004 (act. 193-198) ausgeführt wird, Konzentration und Merkfähigkeit
von R. S. seien subjektiv wie objektiv stark vermindert. Diese ärztliche Beurteilung
attestiert, er sei bewusstseinsklar, das inhaltliche Denken sei unauffällig und es
bestünden keine Anhaltspunkte für Sinnestäuschungen oder Ich-Störungen. Der
Vorwurf, die Vorinstanz hätte die Aussagen von R. S. bei der Beurteilung der Frage, ob
die Beschwerdeführerin die Ehe zum Schein eingegangen sei, nicht als
Entscheidgrundlage heranziehen dürfen, erweist sich demzufolge als unbegründet. An
dieser Beurteilung ändert nichts, dass der Ehemann der Beschwerdeführerin
gegenüber der Kantonspolizei und dem Ausländeramt ausgesagt hat, er nehme
Methadon und andere Medikamente bzw. er konsumiere Methadon, Dormikum,
Temesta und Stilnox. Zum einen steht nicht fest, ob und, wenn ja, in welchem Ausmass
R. S. anlässlich der Einvernahmen unter Medikamenteneinfluss stand, zum anderen
wurde er zu Fakten und Umständen im Zusammenhang mit der Beziehung zwischen
der Beschwerdeführerin und ihm befragt, was weder bezogen auf das
Erinnerungsvermögen noch auf die Intelligenz besondere Anforderungen stellte.
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5.3. Die Beschwerdeführerin reiste am 16. November 2001 in die Schweiz ein. Gemäss
eigenen Angaben hat sie R. S. an dessen Geburtstag (2. Dezember 2001) bei E., den
sie in Brasilien kennengelernt hatte und bei dem sie damals in Zürich wohnte, zum
ersten Mal getroffen. Bereits am 18. Februar 2002 fand die Heirat statt. Allein die
Tatsache, dass die Ehe nach derart kurzer Zeit geschlossen worden ist, durfte die
Vorinstanz als Hinweis dafür werten, dass die Eingehung einer echten ehelichen
Gemeinschaft nicht beabsichtigt gewesen sein kann, sondern dass es in erster Linie
darum gegangen ist, zu verhindern, dass die Beschwerdeführerin in die Heimat
zurückkehren musste. R. S. hat gegenüber dem Ausländeramt denn auch ausgesagt,
sie hätten so schnell geheiratet, weil die Beschwerdeführerin wieder nach Brasilien
hätte zurückkehren müssen.
Hinzu kommt, dass die kurze Zeit zwischen erstem Treffen und Heirat keine eigentliche
Bekanntschaftszeit war. Die Eheleute hatten nur spärlichen Kontakt und konnten sich
zudem kaum verständigen, was ebenfalls dafür spricht, dass die Beschwerdeführerin
R. S. aus sachfremden Motiven geheiratet hat. R. S. gab gegenüber der Kantonspolizei
St. Gallen zu Protokoll, sie hätten sich in der Zeit zwischen erstem Kontakt und
Hochzeit rund vier Mal bzw. rund fünf bis sechs Mal bzw. "mit Unterbrüchen am
Wochenende" getroffen. Gegenüber dem Ausländeramt äusserte er sich dahingehend,
sie seien drei bis vier Mal ausgegangen und sie seien sich sympathisch gewesen. Dann
habe sich die Frage gestellt, ob die Beschwerdeführerin nach Brasilien zurückkehren
oder in der Schweiz bleiben solle. "Wir entschieden uns zu heiraten". Die
Beschwerdeführerin sagte gegenüber der Stadtpolizei Zürich am 18. August 2006 in
diesem Zusammenhang aus, R. S. sei einige Male nach Zürich gekommen, um sie zu
besuchen. Wie oft dies der Fall gewesen sei, wisse sie nicht mehr. Sie räumte zudem
ein, die Verständigung mit ihrem Ehemann sei anfänglich eher schwierig gewesen. R.
S. gab gegenüber der Kantonspolizei St. Gallen am 21. August 2006 zu Protokoll, zu
Beginn hätten sie sich nur durch Vermittlung von Stefan Häusler unterhalten können
und anlässlich der Trauung habe dieser übersetzt. Die Beschwerdeführerin sagte
gegenüber der Stadtpolizei Zürich aus, sie habe damals kein Deutsch gesprochen und
ihr zukünftiger Ehemann kein Portugiesisch. Anlässlich der Befragung durch das
Ausländeramt meinte R. S. dann, sie hätten miteinander Englisch geredet. Gemäss
Aktennotiz des Ausländeramts vom 11. Januar 2006 haben sich die
Beschwerdeführerin und ihr Ehemann anlässlich eines Gesprächs beim Sozialamt in D.
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nicht verständigen können. In Anbetracht derartiger Verständigungsprobleme kann
nicht davon ausgegangen werden, vor der Heirat habe eine auch nur einigermassen
gefestigte Beziehung zwischen der Beschwerdeführerin und ihrem Ehemann
bestanden.
Die Beschwerdeführerin wendet zwar ein, sie und ihr Ehemann hätten aus Liebe
geheiratet, auch wenn sie zum Zeitpunkt des Eheschlusses vielleicht keine so innige
Beziehung gelebt hätten, wie das im herkömmlichen Sinn erwartet werde. Sie hätten
sich zwar nicht gut verständigen können, seien sich aber sympathisch gewesen. Die
Liebe
kenne keine Sprachgrenzen.
Zutreffend ist, dass die Beschwerdeführerin sowohl gegenüber der Stadtpolizei Zürich
als auch gegenüber dem Ausländeramt zu Protokoll gegeben hat, sie und ihr Ehemann
hätten beide so rasch von Heirat gesprochen, weil sie sich verliebt hätten bzw. sehr
verliebt gewesen seien und weil sie nicht habe nach Brasilien zurückgehen wollen.
Auch R. S. sagte am 21. August 2006 gegenüber der Kantonspolizei St. Gallen aus, er
habe sich entschlossen, die Beschwerdeführerin so schnell zu heiraten, weil es (für ihn)
Liebe auf den ersten Blick gewesen sei. Sie sehe gut aus, habe eine gute Figur und
schöne Lippen. Die Beschwerdeführerin habe zu ihm gesagt, dass sie zurück nach
Brasilien müsse. Darauf habe er ihr den Vorschlag gemacht, dass sie heiraten könnten,
bevor das Visum ablaufe. Vom Heiraten sei anlässlich des fünften oder sechsten
Treffens gesprochen worden. Er habe "alle Wege in den Gang" gesetzt, damit die
Heirat zustande gekommen sei. Sie hätten zusammen bei der Gemeindeverwaltung D.
vorgesprochen, das Visum habe verlängert werden müssen, und sie hätten einen
Termin für die Heirat erhalten. Sie hätten drei Monate Zeit gehabt, um zu heiraten.
Innerhalb dieser Zeitspanne hätten sie sich entscheiden müssen.
Weil der Beschwerdeführerin die Rückkehr in die Heimat drohte und zudem davon
auszugehen ist, dass zwischen ihr und R. S. vor der Heirat nur eine flüchtige
Bekanntschaft und keine gefestigte Beziehung bestand, erscheint ihre Aussage, sie
habe ihren Ehemann aus Liebe geheiratet bzw. es habe sich bis zur Heirat Liebe
entwickelt, nicht glaubwürdig. Die Tatsache allein, dass man sich nach einigen wenigen
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Treffen gegenseitig sympathisch findet, kann jedenfalls nicht als Hinweis dafür
gewertet werden, es bestehe der beidseitige Wille, in Zukunft in ehelicher
Gemeinschaft zu leben. An dieser Beurteilung ändert nichts, dass anzunehmen ist, R.
S., der gemäss eigenen Aussagen über 10 Jahre ohne Freundin gewesen war und nie
eine Schweizerin, sondern eine Südländerin hatte heiraten wollen, sei es Recht
gewesen, mit der Beschwerdeführerin verheiratet zu sein. Offen bleiben kann bei dieser
Sachlage, ob die Beschwerdeführerin seit der ersten Begegnung mit R. S. die Ehe mit
ihm angestrebt hat, wie die Vorinstanz annimmt, oder ob dies erst kurze Zeit später der
Fall war.
Die Beschwerdeführerin macht weiter geltend, sie habe sich nach der Heirat darum
bemüht, die deutsche Sprache zu erlernen. Dies mache deutlich, dass es ihr von
Anfang an sehr wichtig gewesen sei, sich mit ihrem Ehemann und anderen
Mitmenschen besser verständigen zu können.
Auch wenn es ein Anliegen der Beschwerdeführerin war, sich so schnell wie möglich
Deutschkenntnisse anzueignen, kann daraus nicht geschlossen werden, sie habe R. S.
geheiratet, um mit ihm eine Lebensgemeinschaft zu gründen, zumal sie die Absicht
hatte, nicht mehr nach Brasilien zurückzukehren und ihr Leben in der Schweiz zu
verbringen.
5.4. Als weiteres Indiz für das Vorliegen einer Scheinehe wertet die Vorinstanz die
voneinander abweichenden Schilderungen der Beschwerdeführerin und ihres
Ehemannes bezüglich ihrer ersten Begegnung. Sie beruft sich darauf, die
Beschwerdeführerin habe ausgesagt, sie habe R. S. am 2. Dezember 2001 in der
Wohnung von E. kennengelernt. Dieser habe für ihren zukünftigen Ehemann "eine
kleine Feier anlässlich des Geburtstages" organisiert. Demgegenüber habe R. S. zu
Protokoll gegeben, er habe die Beschwerdeführerin bei einem Kollegen E. in Zürich
zum ersten Mal getroffen, ohne eine Geburtstagsfeier zu erwähnen oder den
Nachnamen des Kollegen zu kennen. Erst anlässlich der Befragung durch das
Ausländeramt habe sich der Ehemann der Beschwerdeführerin an ein Geburtstagsfest
erinnern können. Weiter habe er ausgesagt, er habe den Kollegen E. drei bis vier
Monate vor der Heirat mit der Beschwerdeführerin durch O., mit welchem er im
Gefängnis Bekanntschaft geschlossen habe, kennengelernt. Die Vorinstanz folgert
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daraus, wenn es tatsächlich ein Geburtstagsfest für R. S. gegeben hätte und wenn sich
die Eheleute dort erstmals getroffen hätten, hätte der Ehemann der
Beschwerdeführerin dies bereits anlässlich der polizeilichen Einvernahme mitgeteilt.
Vielmehr entstehe der Eindruck, das geschilderte Treffen sei arrangiert gewesen bzw.
es sei zum vornherein geplant gewesen, die Beschwerdeführerin mit R. S. zu
verheiraten.
Der Verdacht der Vorinstanz, die Ehe zwischen der Beschwerdeführerin und R. S. sei
durch Dritte in die Wege geleitet worden, ist begründet, zumal der Ehemann auch
ausgesagt hat, er habe E. drei bis vier Monate vor der Hochzeit durch O.
kennengelernt. O. sei nach D. gekommen und habe E. mitgebracht. Demgegenüber
kann die Tatsache, dass die Beschwerdeführerin und ihr Ehemann den Anlass ihres
ersten Treffens unterschiedlich beurteilen, nicht als Indiz für das Vorliegen einer
Scheinehe gewertet werden, zumal die Eheleute am 21. August 2006, somit mehr als
viereinhalb Jahre nach dem Treffen bei Stefan Häusler, polizeilich einvernommen
worden sind.
5.5. Aus Sicht der Vorinstanz stellt die Tatsache, dass die Eltern von R. S. bei der
Eheschliessung am 18. Februar 2002 nicht anwesend waren und dass keine
Hochzeitsfeier stattgefunden hat, einen weiteren Hinweis dafür dar, dass mit der Heirat
nicht die Gründung einer echten Lebensgemeinschaft bezweckt worden ist.
Unbestritten geblieben ist, dass neben R. S. auch seine Eltern an der Y-strasse 00 in D.
wohnen und dass in deren Küche gekocht wird, weil nur eine Küche vorhanden ist.
Weiter stellt die Beschwerdeführerin die Feststellung der Vorinstanz nicht in Frage,
wonach ihr Ehemann von seinen Eltern regelmässig finanziell unterstützt wird. Es
erscheint deshalb ungewöhnlich, dass diese an der Hochzeit ihres Sohnes nicht
anwesend waren, zumal die Trauung an ihrem Wohnort stattfand. Sodann überzeugt
die Begründung der Beschwerdeführerin nicht, die Eltern ihres Ehemannes hätten
arbeiten müssen. Vielmehr lässt die Abwesenheit der Eltern auf dem Standesamt
darauf schliessen, dass sie entweder von der Eheschliessung ihres Sohnes nicht ins
Bild gesetzt worden waren, oder aber, dass sie sich damit - aus welchen Gründen auch
immer - nicht einverstanden erklären konnten. Entgegen der Auffassung der
Beschwerdeführerin spricht beides dafür, dass die Ehe aus sachfremden Motiven
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geschlossen worden ist. Die Vorinstanz durfte die Tatsache, dass die Eltern von R. S.
der Trauung ihres Sohnes nicht beiwohnten, jedenfalls als Indiz dafür werten, dass sie
nur zum Schein stattgefunden hat. Auch der Umstand, dass unbestrittenermassen
keine Hochzeitsfeier im traditionellen Sinn veranstaltet worden ist, spricht dafür, dass
eine Scheinehe vorliegt.
5.6. Die Vorinstanz begründet ihre Auffassung, die Beschwerdeführerin berufe sich in
rechtsmissbräuchlicher Weise auf die Ehe mit R. S., weiter damit, sie habe erklärt, sie
hätten bis heute die Absicht, kirchlich zu heiraten, und sie habe dies mit ihrem
Ehemann besprochen. Demgegenüber habe R. S. zu Protokoll gegeben, eine religiöse
Feier sei nicht geplant und auch nie ein Thema gewesen. Sodann gebe die
Beschwerdeführerin an, die Trauung habe am Vormittag stattgefunden, während ihr
Ehemann ausgesagt habe, sie hätten am Nachmittag geheiratet. Im weiteren sei sich
das Ehepaar nicht einig, wer an der Trauung teilgenommen habe. Gemäss Auskunft
des Zivilstandsamtes vom 4. September 2006 seien F.G. und O. Trauzeugen gewesen
und als Dolmetscher habe E. aus Zürich gewirkt. Die Beschwerdeführerin habe
anlässlich der polizeilichen Befragung vom 21. August 2006 ausgesagt, E. und eine
ihrer Kolleginnen, A., hätten als Trauzeugen gewirkt. Gegenüber dem Ausländeramt
habe sie demgegenüber am 12. Oktober 2006 zu Protokoll gegeben, der Bruder ihres
Ehemannes sei Trauzeuge gewesen, an den anderen könne sie sich nicht mehr
erinnern. R. S. habe bei der polizeilichen Befragung angegeben, E. und F.G. hätten als
Trauzeugen gewirkt. Beim Ausländeramt sei er am 12. Oktober 2006 mit der
Begründung auf diese Aussage zurückgekommen: "Aber das stimmt anscheinend
nicht" und habe erklärt, E. und A. seien Trauzeugen gewesen.
Die Tatsche, dass sich die Ehegatten über den Zeitpunkt der Trauung nicht einig und
zudem nicht in der Lage waren, die Trauzeugen zu nennen, spricht klarerweise dafür,
dass sie die Eheschliessung nur als formellen Akt betrachteten bzw. dass es am
Ehewillen fehlte. Die Beschwerdeführerin wendet zwar ein, es sei nicht verwunderlich,
dass sie die Namen der Trauzeugen nicht habe nennen können. Sie kenne die
spezifischen formellen Inhalte dieser Funktion nach schweizerischem Recht nicht.
Abgesehen davon, dass gemäss Auskunft der Schweizer Vertretung in Rio vom 14.
Februar 2007 auch in Brasilien für eine Eheschliessung zwei Zeugen erforderlich sind,
hat die Be-schwerdeführerin - und im Anschluss daran auch ihr Ehemann - auch eine
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Frau als Trauzeugin genannt, obschon neben ihr und der Standesbeamtin keine solche
anwesend war.
5.7. Im weitern beruft sich die Vorinstanz im angefochtenen Entscheid darauf, R. S. sei
über das Vorleben der Beschwerdeführerin nur wenig informiert und auch das Wissen
der Beschwerdeführerin über die Lebensgeschichte ihres Ehemannes sei bescheiden.
R. S. habe angenommen, die Beschwerdeführerin habe bei ihren Eltern gewohnt,
obschon sie bei einer älteren Frau aufgewachsen sei, die ihr die Schulbildung
ermöglicht habe. Auch habe er über ihre Schul- und Ausbildung keine Angaben
machen können. Zudem habe er nicht gewusst, wie seine Ehefrau vor ihrer Einreise in
die Schweiz gelebt und wie sie ihren Lebensunterhalt finanziert habe. Die
Beschwerdeführerin ihrerseits habe die grundlegenden Aspekte bezüglich Schul- und
Ausbildung ihres Ehemannes nicht gekannt. Sodann habe sie nicht gewusst, dass R. S.
seit dem 1. Juni 2003 eine ganze IV-Rente beziehe und ausgesagt, sie suche - trotz
seiner Hepatitis C-Erkrankung - im Hotel, wo sie arbeite, nach einer
Erwerbsmöglichkeit für ihn. Auch habe sie nicht sagen können, wie lange ihr Ehemann
im Gefängnis gewesen sei, obschon er ein halbes Jahr nach der Hochzeit acht Monate
dort verbracht habe. Im weiteren habe sie R. S. im Gefängnis nie besucht. und von der
früheren Drogenabhängigkeit ihres Ehemannes nichts bemerkt.
Derartige Lücken betreffend das Vorleben des Ehepartners und im besonderen
diejenigen der Beschwerdeführerin bezüglich der Drogenabhängigkeit von R. S.
sprechen zweifellos dafür, dass es am Interesse an der
Person des jeweils anderen fehlt. Entscheidend ins Gewicht fällt, dass sich
herausgestellt hat, dass die Beschwerdeführerin über den langen Gefängnisaufenthalt,
den R. S. kurz nach Eheschluss antreten musste, nur mangelhaft im Bild ist und dass
sie ihn im Gefängnis nie besucht hat. Sie hat letzteres zwar damit begründet, es habe
sich um eine Ehekrise gehandelt und sie habe ihren Ehemann nicht besuchen wollen
bzw. sie sei auf ihren Ehemann wütend gewesen bzw. sie sei traurig gewesen und
deshalb zu ihren Eltern nach Brasilien verreist. Ihr Verhalten lässt indessen
unmissverständlich darauf schliessen, dass sie am Schicksal ihres Ehemannes keinen
Anteil genommen bzw. dass sie die Ehe nicht wirklich gelebt hat.
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5.8. Als weiteren Hinweis darauf, dass die Beschwerdeführerin nie die Absicht hatte,
mit R. S. eine Lebensgemeinschaft zu gründen und zu führen, durfte die Vorinstanz
weiter die Tatsache werten, dass das Ehepaar nie gemeinsam Ferien verbracht hat. Sie
geht zu Recht davon aus, es sei wenig glaubhaft, dass dies aus finanziellen Gründen
nicht möglich gewesen sein solle, zumal nicht bestritten wird, dass die Ehepartner
jeweils alleine nach Brasilien bzw. in die USA verreist sind. Die Begründung der
Beschwerdeführerin, R. S. spreche die portugiesische Sprache nicht und sie hätten
jeweils bei Verwandten wohnen können bzw. auf diese Weise habe eine doppelte
Belastung des jeweiligen Gastgebers vermieden werden können, überzeugt nicht. Die
Tatsache, dass die Beschwerdeführerin und ihr Ehemann in den Ferien getrennte Wege
gegangen sind, spricht dafür, dass ihnen nicht daran gelegen war, gemeinsam etwas
zu unternehmen.
5.9. Die Vorinstanz begründet ihre Annahme, es liege eine Scheinehe vor, auch damit,
ein Zusammenleben sei nie beabsichtigt gewesen. Es sei davon auszugehen, dass die
Beschwerdeführerin gar nie im Raum St. Gallen habe leben und arbeiten wollen, zumal
es ihr möglich gewesen wäre, hier eine Stelle als Reinigungshilfe zu finden. Sie verfüge
über keinen Schlüssel zur Wohnung an der Y-strasse 00 in D. und sie sei dort nie
anzutreffen gewesen, weshalb sie schliesslich durch die Stadtpolizei Zürich habe
befragt werden müssen. Sodann würden die Skizzen der Wohnung, die von den
Ehepartnern angefertigt worden seien, nicht übereinstimmen.
Gemäss Aktennotiz des Ausländeramtes vom 4. August 2006 hat die Polizeistation Z.
die Auskunft erteilt, die Beschwerdeführerin halte sich anscheinend nie bei ihrem
Ehemann in D. auf, weshalb nun versucht werde, sie in Zürich bezüglich des Verdachts
auf Scheinehe polizeilich zu befragen. Die Befragung fand am 21. August 2006 in
Zürich statt. Sodann gab die Beschwerdeführerin gegenüber dem Ausländeramt zu
Protokoll, nur ihr Ehemann habe einen Wohnungsschlüssel bzw. sie habe ihren
Schlüssel verloren und sie wolle (zusammen mit ihrem Ehemann) in Zürich wohnen
bzw. sie wolle nicht in St. Gallen wohnen. R. S. geht gemäss Angaben gegenüber dem
Ausländeramt nicht so gern nach Zürich.
Die Beschwerdeführerin macht geltend, die Tatsache, dass sie nicht mit ihrem
Ehemann zusammenlebe, sei kein Indiz dafür, dass keine Lebensgemeinschaft
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bestehe. Es gebe objektive Gründe, die ein Getrenntleben rechtfertigen würden.
Entgegen der Auffassung der Vorinstanz könne nicht davon ausgegangen werden, sie
habe nie im Raum St. Gallen leben und arbeiten wollen. Aufgrund der Lage auf dem
Arbeitsmarkt sei es ihr indessen nicht ohne weiteres möglich gewesen, in St. Gallen
Arbeit zu finden. Die Vorinstanz scheine sich nicht bewusst zu sein, wie schwierig es
für eine Ausländerin ohne berufliche Qualifikation sei, eine Arbeitsstelle zu finden. Sie
sei froh, im Hotel S. in Zürich arbeiten zu können.
Die Tatsache, dass die Beschwerdeführerin über keinen Schlüssel zur Wohnung an der
Y-strasse 00 in D. verfügt, spricht nicht dafür, dass sie sich dort regelmässig aufhält.
Auch stellt sie ein Indiz dafür dar, dass zwischen den Ehepartnern nie ein
Vertrauensverhältnis bestanden hat. Im weiteren überzeugt die Behauptung der
Beschwerdeführerin nicht, sie sei aufgrund der Arbeitsmarktlage gezwungen, von ihrem
Ehemann getrennt zu leben bzw. in Zürich einer Erwerbstätigkeit nachzugehen. Sie
verzichtet denn auch darauf, Bemühungen um Arbeitsstellen in St. Gallen näher zu
belegen. Unbestritten geblieben ist die Annahme der Vorinstanz, die
Beschwerdeführerin arbeite im Hotel S. in Zürich als Reinigungshilfe. Eine Stelle in
einem Reinigungsdienst dürfte für eine Ausländerin mit Aufenthaltsbewilligung und
Deutschkenntnissen im Raum St. Gallen indessen ohne weiteres zu finden sein. Wenn
die Beschwerdeführerin tatsächlich mit ihrem Ehemann zusammenleben möchte, wäre
es ihr demzufolge möglich, hier einer Erwerbstätigkeit nachzugehen.
5.10. Der angefochtene Entscheid beruht weiter auf der Feststellung, dass bezüglich
der finanziellen Verhältnisse der Beschwerdeführerin und ihres Ehemanns
widersprüchliche Angaben gemacht worden sind. Angesichts der sehr sporadischen
Anwesenheit der Beschwerdeführerin in D. erachtet es die Vorinstanz als
unglaubwürdig, dass sie Fr. 850.-- je Monat als Beitrag an den Lebensunterhalt
bezahlt. Sie äussert den Verdacht, dass bei der Eheschliessung eine Zahlung von Fr.
850.-- über eine bestimmte Zeitspanne hinweg vereinbart worden sein könnte. Sodann
stellt die hohe Verschuldung von R. S. nach Ansicht der Vorinstanz ein Indiz dafür dar,
dass eine Scheinehe vorliegt. Sie erachtet es als auffällig, dass er knapp einen Monat
nach der Heirat alleine für drei Wochen in die USA verreist ist, obschon er zu dieser
Zeit von Sozialhilfe gelebt hat. Aus Sicht der Vorinstanz ist es wenig glaubwürdig, dass
ein Cousin die Reise finanziert haben soll.
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R. S. hat vorerst angegeben, die Beschwerdeführerin unterstütze ihn mit Fr. 850.-- je
Monat in bar. Sie bringe das Geld vorbei oder schicke es ihm, wenn sie nicht kommen
könne. Am 12. Oktober 2006 äusserte er sich gegenüber dem Ausländeramt
dahingehend, dass seine Mutter Fr. 150.-- je Monat an die Miete zahle und ab und zu
einen Beitrag für Lebensmittel leiste. Er bezahle zusammen mit seiner Mutter die Miete
und die Rechnungen würden gemeinsam beglichen. Demgegenüber gab die
Beschwerdeführerin anlässlich der Befragung durch die Stadtpolizei Zürich zu
Protokoll, sie und ihr Ehemann "bezahlen alles zusammen. Wir rechnen alles
zusammen, die Eltern helfen auch ein wenig". Gegenüber dem Ausländeramt bestätigte
sie diese Aussagen grundsätzlich, indem sie aussagte: "Wir zahlen alles zusammen.
Seine Eltern helfen uns auch". Auf die Frage, ob sie ihren Ehemann finanziell
unterstütze, antwortete die Beschwerdeführerin indessen mit: "Er ist krank, ich muss"
und bestätigte, dass sie ihm Fr. 850.-- je Monat zukommen lässt. Im Rahmen der
Gewährung des rechtlichen Gehörs vor dem Ausländeramt wie auch im Rahmen des
Beschwerdeverfahrens macht die Beschwerdeführerin geltend, sie steure Fr. 850.-- je
Monat zum Lebensunterhalt bei, Fr. 350.-- Mietanteil und Fr. 500.-- für andere
Auslagen. Dies steht ihrer Meinung nach nicht in Widerspruch zur Aussage ihres
Ehemannes, er und seine Mutter würden die Miete bezahlen. Sie hält dafür, es sei ihm
freigestellt, wie er das von ihr erhaltene Geld verwende. Zudem entspreche es der
ehelichen Beistandspflicht, dass sie ihren Ehemann nach Kräften finanziell unterstütze.
In der Rekurseingabe vom 19. März 2007 schliesslich wird festgehalten, die
Beschwerdeführerin bezahle ihrem Ehemann Fr. 850.-- je Monat, weil sich seine IV-
Rente um diesen Betrag verringert habe.
Die Beschwerdeführerin bestreitet nicht, dass sie ihrem Ehemann einen Betrag von Fr.
850.-- je Monat leistet. Weil entsprechende Belege fehlen, ist indessen offen, zu
welchem Zweck diese Zahlungen erfolgen und ob sie R. S. auch noch anderweitig
finanziell unterstützt, was in Anbetracht der widersprüchlichen Aussagen bezüglich der
Handhabung der finanziellen Angelegenheiten durchaus möglich wäre. Ungeachtet der
ehelichen Unterstützungspflicht steht indessen fest, dass die Beschwerdeführerin
regelmässig namhafte finanzielle Beiträge leistet, obschon sie in Zürich lebt und die
häusliche Infrastruktur in D. kaum je in Anspruch nimmt. Die Heirat war für R. S.
deshalb finanziell vorteilhaft. Unbestritten geblieben ist denn auch die Feststellung der
Vorinstanz, wonach es ihm knapp einen Monat nach der Eheschliessung möglich war,
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für drei Wochen alleine nach Amerika zu verreisen, obschon er zum damaligen
Zeitpunkt von Sozialhilfe gelebt hatte. Die Ungereimtheiten in finanzieller Hinsicht
bleiben bestehen, auch wenn ihnen aufgrund der vorstehenden Fakten keine
entscheidende Bedeutung mehr zukommt.
5.11. Zusammenfassend ergibt sich, dass die Vorinstanz zu Recht davon ausgeht, die
Beschwerdeführerin habe die Ehe mit R. S. in der Absicht geschlossen, die
ausländerrechtlichen Bestimmungen zu umgehen. Der Vorwurf, der angefochtene
Entscheid beruhe auf einer unrichtigen Feststellung und Würdigung des Sachverhalts
erweist sich als unbegründet. Die Beschwerdeführerin hat die Behörden getäuscht und
gegen die öffentliche Ordnung verstossen. Weil die Ehe als Scheinehe zu qualifizieren
ist, erweist es sich deshalb als sachgerecht, dass die Aufenthaltsbewilligung der
Beschwerdeführerin im Rahmen des Familiennachzugs nicht verlängert worden ist.
6. Zu prüfen bleibt, ob sich der angefochtene Entscheid als verhältnismässig erweist.
Es liegt im öffentlichen Interesse, dass Ausländer, die eine Aufenthaltsbewilligung unter
Umgehung der Rechtsordnung erlangt haben, die Schweiz wieder verlassen. Die
Beschwerdeführerin reiste im November 2001 im Alter von rund 26 Jahren als Touristin
in die Schweiz ein, wo sie seither lebt. Die Aufenthaltsbewilligung ist ihr im Februar
2002 erteilt worden, weil sie mit einem Schweizer Bürger eine Ehe eingegangen ist.
Unbestritten ist zudem, dass die Beschwerdeführerin während ihres Aufenthalts in der
Schweiz ihre Familienangehörigen in Brasilien drei Mal besucht hat und dass sie mit
ihnen in telefonischem und brieflichem Kontakt steht. Auch wenn es sich nur um einen
losen Kontakt handelt, wie sie geltend macht, steht fest, dass ihre persönlichen
Verbindungen zur Heimat nicht abgebrochen sind. Zu berücksichtigen ist weiter, dass
aus arbeitsmarktlicher Sicht keine Gründe bestehen, welche die Verlängerung der
Aufenthaltsbewilligung zu rechtfertigen vermöchten. Auch die Tatsache, dass die
Beschwerdeführerin hier nicht straffällig geworden ist und dass sie ihren
Verpflichtungen nachgekommen ist und ihren Ehemann finanziell unterstützt, hat nicht
zur Folge, dass ihr privates Interesse am Verbleib in der Schweiz gegenüber dem
öffentlichen Interesse an ihrer Wegweisung überwiegt. Die Rückkehr in die Heimat ist
ihr in Anbetracht aller Umstände zumutbar.
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7. Zusammenfassend ergibt sich, dass der angefochtene Entscheid rechtmässig und
die Beschwerde demzufolge abzuweisen ist.
Dem Verfahrensausgang entsprechend sind die amtlichen Kosten des
Beschwerdeverfahrens der Beschwerdeführerin aufzuerlegen (Art. 95 Abs. 1 VRP). Eine
Entscheidgebühr von Fr. 2'000.-- ist angemessen (Ziff. 382 des Gerichtskostentarifs,
sGS 941.12). Sie ist mit dem geleisteten Kostenvorschuss in gleicher Höhe zu
verrechnen.
Ausseramtliche Entschädigungen sind nicht zuzu-sprechen (Art. 98 Abs. 1 in
Verbindung mit Art. 98bis VRP).