# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 99dc898d-2407-4c67-941d-21b3c41ffc70
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2017
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
Der 1977 geborene X._ war
als arbeitslose Person
(letzte Tätigkeit vor der Arbeitslosigkeit: Servicetechniker)
durch die Schweizerische
Unfallversi
cherungsanstalt (Suva
) obligat
orisch unfallversichert. Gemäss Schadenmeldung vom 19. September 2013 stürzte er am 24. August 2013 beim Feigenpflücken in Italien aus zwei Metern Höhe von der Leiter auf den Boden, nachdem ein Ast des Feigenbaumes abgebrochen war. Dabei zog sich der Versicherte eine Verlet
zung am linken Knie zu (Urk. 11/1).
Die
Suva
kam für die H
eilkosten auf und erbrachte Taggeldleistungen (Urk. 11/3
).
Dr. med. Y._, Facharzt FMH für allgemeine Medizin, stellte in seinem Bericht vom 1. Oktober 2013 die Diagnose Kniedistorsion links mit Bonebruise am Tibiakopf medial und attes
tierte dem Versicherten eine Arbeitsunfähigkeit von 100 % bis Mitte Oktober 2013 (Urk. 11/8). Am 15. Oktober 2013 gab der Versicherte zur Auskunft, er sei wieder voll arbeitsfähig (Urk. 11/9). Bereits am 5. November 2013 meldete er jedoch, er sei immer noch arbeitsunfähig; er habe wieder Beschwerden, weshalb ihm Physiotherapiebehandlungen verschrieben worden seien (Urk. 11/13). Am 20. Januar 2014 wurde der Versicherte kreisärztlich untersucht. Eine Unfall
kausalität der noch vorhandenen Schmerzen wurde bejaht. Es wurde ihm aller
dings eine 100%ige Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit attestiert (vgl. den Bericht vom 20. Januar 2014 von Kreisarzt Dr. med. Z._, Facharzt FMH für Chirurgie [Urk. 11/35]). Mit Schreiben vom 18. März 2014 informierte die Suva den Versicherten darüber, dass ihm das Taggeld ab dem 20. Januar 2014 aufgrund einer 50%igen Arbeitsunfähigkeit ausbezahlt werde und dass die Taggeldleistungen ab dem 24. Februar 2014 eingestellt würden. Es werde geprüft, ob dem Versicherten ab dem 1. März 2014 Leistungen in Form einer Rente zustünden (Urk. 11/53). Am 24. April 2014 teilte der Versicherte der Suva mit, er habe per 1. August 2014 eine Anstellung im Aussendienst gefun
den (Urk. 11/59; vgl. den entsprechenden Arbeitsvertrag vom 14. April 2014 mit der A._ [Urk. 11/68 S. 2-7]). Kreisarzt Dr. Z._ ver
neinte in seiner Stellungnahme vom 5. Mai 2014 eine namhafte Verbesse
rungsmöglichkeit des Gesundheitszustandes durch weitere Behandlungen sowie einen Anspruch auf eine Integritätsentschädigung (Urk. 11/60). Dies begründete er in seiner Ergänzung vom 27. Juni 2014 zur kreisärztlichen Untersuchung vom 20. Januar 2014 (Urk. 11/69). Dr. med. B._, Facharzt FMH für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie, stellte in seinem Bericht vom 16. Dezember 2014 die Diagnose einer Avulsionsverletzung des medialen Meniskushinterhornes links (Urk. 11/84). Kreisarzt Dr. Z._ nahm daraufhin am 18. Dezember 2014 Stellung (Urk. 11/86 f.). Nach einem Gespräch mit dem Versicherten vom 12. Juni 2015, in welchem er von zusätzlich hinzugetretenen Verspannungen im Rückenbereich berichtete (Urk. 11/95), nahm Kreisarzt Dr. Z._ am 1. Juli 2015 wiederum Stellung (Urk. 11/97). Am 25. September 2015 meldete der Versicherte eine erneute Verschlechterung seines Gesund
heitszustandes, eine Zunahme der Knie- und Rückenbeschwerden (Urk. 11/109). Mit Verfügung vom 13. Oktober 2015 schloss die Suva den Fall ab und ver
neinte die Anspruchsvoraussetzungen für eine Invalidenrente und eine Integri
tätsentschädigung (Urk. 11/112). Dagegen erhob der Versicherte am 13. No-vember 2015 Einsprache (Urk. 11/117), woraufhin die Suva weitere Abklä-rungen vornahm. Kreisarzt Dr. Z._ nahm am 29. Dezember 2015 erneut Stellung (Urk. 11/129). Mit Entscheid vom 19. Februar 2016 wies die Suva die Einsprache ab (Urk. 2 [= Urk. 11/139]). Ein Wiedererwägungsgesuch des Versicherten vom 9. März 2016 (Urk. 11/141) wurde von der Suva am 10. März 2016 abgewiesen (Urk. 11/142).
2.
Gegen den Einspracheentscheid vom 19. Februar 2016 erhob der Versicherte am 6. April 2016 Beschwerde (Urk. 1). Er beantragte, der angefochtene Entscheid sei aufzuheben und die Beschwerdegegnerin sei zu verpflichten, ihm auch über den 13. Oktober 2015 hinaus vorübergehende Leistungen zu erbringen, insbesondere Heilbehandlungen. Der medizinische Sachverhalt sei umfassend abzuklären, unter Beizug eines medizinischen Gerichtsgutachtens, eventuell durch Rück
weisung der Sache an die Beschwerdegegnerin zur Veranlassung eines versi
cherungsexternen Gutachtens. Danach sei der Anspruch auf eine Invalidenrente und eine Integritätsentschädigung neu zu prüfen (Urk. 1 S. 2). Mit Eingabe vom 26. April 2016 (Urk. 6) reichte der Beschwerdeführer einen MRI-Bericht des C._ vom 21. April 2016 (Urk. 7) ein. Die Beschwerdegegnerin beantragte in ihrer Beschwerdeantwort vom 17. Mai 2016 die Abweisung der Beschwerde (Urk. 10). Mit Eingabe vom 27. Juni 2016 nahm der Beschwerdeführer dazu Stellung und hielt an seinen Rechtsbegehren fest (Urk. 15). Er reichte am 1. Juli 2016 eine weitere Eingabe (Urk. 17) und ein Arztzeugnis von D._, vom 28. Juni 2016 (Urk. 18) zu den Akten. Die Beschwerdegegnerin nahm am 25. August 2016 Stellung (Urk. 21) und reichte eine Chirurgische Beurteilung von Dr. med. E._, Facharzt für Chirurgie, Abteilung Versicherungsmedizin, vom 25. Juli 2016 (Urk. 22) ein. Hierzu äusserte sich der Beschwerdeführer in seiner Eingabe vom 28. November 2016 (Urk. 27; inkl. Beilagen [Urk. 28/1-3]), welche der Beschwerdegegnerin zugestellt wurde (Urk. 29). Der Beschwerde
führer reichte in der Folge weitere Eingaben vom 25. Juli 2017 (Urk. 30; inkl. Beilagen [Urk. 31/1-5]), vom 4. Oktober 2017 (Urk. 32; inkl. Beilagen [Urk. 33/1-3]) und vom 1. November 2017 (Urk. 34; inkl. Beilagen [Urk. 35/1-6]) ein.

## Considerations

Das Gericht zieht in Erwägung:
1.
1.1
Am 1. Januar 2017 sind die am 25. September 2015 beziehungsweise am 9. November 2016 verabschiedeten geänderten Bestimmungen des Bundesgeset
zes über die Unfallversicherung (UVG) und der Verordnung über die Unfallver
sicherung (UVV) in Kraft getreten.
Gemäss den allgemeinen übergangsrechtlichen Regeln sind der Beurteilung jene Rechtsnormen zu Grunde zu legen,
die in Geltung standen, als sich der zu den materiellen Rechtsfolgen führende und somit rechtserhebliche Sachverhalt ver
wirklicht hat
(vgl. BGE 127 V 466 E. 1, 126 V 134 E. 4b, je mit Hinweisen). Dementsprechend sehen die Übergangsbestimmungen zur Änderung vom 25. September 2015 des UVG vor, dass Versicherungsleistungen für Unfälle, die sich vor dem 1. Januar 2017 ereignet haben, und für Berufskrankheiten, die vor diesem Zeitpunkt ausgebrochen sind, nach bisherigem Recht gewährt werden (Absatz 1 der genannten Übergangsbestimmungen).
Der hier zu be
urteilende Unfall hat sich am 24. August 2013
ereignet, weshalb die bis 31. Dezember 2016 gültig gewesenen Normen auf den vorliegenden Fall Anwendung finden und in dieser Fassung zitiert werden.
1.2
Gemäss Art. 6 UVG werden – soweit das Gesetz nichts anderes bestimmt – die Versicherungsleistungen bei Berufsunfällen, Nichtberufsunfällen und Berufs
krankheiten gewährt (Abs. 1).
1.3
Nach Art. 10 Abs. 1 UVG hat die versicherte Person Anspruch auf die zweckmäs
sige Behandlung ihrer Unfallfolgen. Ist sie infolge des Unfalles voll oder teilweise arbeitsunfähig (Art. 6 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teils des Sozialversicherungsrechts [ATSG]), so steht ihr gemäss Art. 16 Abs. 1 UVG ein Taggeld zu. Wird sie infolge des Unfalles zu mindestens 10 % invalid (Art. 8 ATSG), so hat sie Anspruch auf eine Invalidenrente (Art. 18 Abs. 1
UVG
). Der Rentenanspruch entsteht, wenn von der Fortsetzung der ärztlichen Behandlung keine namhafte Besserung des Gesundheitszustandes erwartet wer
den kann und allfällige Eingliederungsmassnahmen der Invalidenversicherung (IV) abgeschlossen sind. Mit dem Rentenbeginn fallen die Heilbehandlung und die Taggeldleistungen dahin (Art. 19 Abs. 1 UVG).
1.4
Nach Gesetz und Rechtsprechung ist der Fall unter Einstellung der vorübergehen
den Leistungen und Prüfung des Anspruchs auf eine Invaliden
rente und eine Integritätsentschädigung abzuschliessen, wenn von der Fortset
zung der ärztlichen Behandlung keine namhafte Besserung des Gesundheitszu
standes der versicherten Person mehr erwartet werden kann und allfällige Ein
gliederungsmassnahmen der Invalidenversicherung abgeschl
ossen sind (vgl. Art. 19 Abs. 1, Art. 24 Abs. 2
UVG; Urteil des Bundesgerichts 8C_888/2013 vom 2.
Mai 2014 E. 4.1, vgl. auch Urteil 8C_639/2014 vom 2. Dezember 2014 E. 3).
In diesem Zeitpunkt ist der Unfallversicherer auch befugt, die Adäquanzfrage zu prüfen (Urteil des Bundesgerichts 8C_377/2013 vom 2.
Oktober 2013 E. 7.2 mit Hinweis auf
BGE
134 V 109, vgl. auch Urteil 8C
_
454/2014 vom 2. September 2014 E. 6.3).
Ob eine namhafte Besserung noch möglich ist, bestimmt sich insbesondere nach Massgabe der zu erwartenden Steigerung oder Wiederherstellung der Arbeitsfä
higkeit, soweit diese unfallbedingt beeinträchtigt ist
. Die Verwendung des Begriffes „
namhaft" in Art.
19 Abs.
1 UVG verdeutlicht demnach, dass die durch weitere (zweckmässige) Heilbehandlung im Sinne von Art.
10 Abs.
1 UVG erhoffte Besserung ins Gewicht fallen muss. Weder eine weit entfernte Möglich
keit eines positiven Resultats einer Fortsetzung der ärztlichen Behandlung noch ein von weiteren Massnahmen
–
wie etwa einer Badekur
–
zu erwartender geringfügiger therapeutischer Fortschritt verleihen Anspruch auf deren Durch
führung. In diesem Zusammenhang muss der Gesundheitszustand der versi
cherten Person prognostisch und nicht aufgrund retrospektiver Feststellungen beurteilt werden (Urteil des Bundesgerichts 8C_888/2013 vom 2.
Mai 2014 E. 4.1 mit Hinweisen, insbes. auf BGE
134 V 109 E. 4.3; vgl. auch Urteil 8C_6
39/2014 vom 2. Dezember 2014 E.
3).
1.5
1.5.1
Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss UVG setzt voraus, dass zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Inva
lidität, Tod) ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht. Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne deren Vorhan
densein der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der glei
chen Weise beziehungsweise nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann. Entsprechend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des natürlichen Kausalzusammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleinige oder un
mittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schädi
gende Ereignis zusammen mit anderen Bedingungen die körperliche oder geis
tige Integrität der versicherten Person beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht weggedacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene ge
sundheitliche Störung entfiele (BGE 129 V 177 E. 3.1, 402 E. 4.3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, worüber die Verwaltung beziehungsweise im Beschwerdefall das Gericht im Rahmen der ihm obliegenden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt für die Begründung eines Leistungs
anspruches nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
1.5.2
Wird durch den Unfall ein krankhafter Vorzustand verschlimmert oder über
haupt erst manifest, fällt der natürliche Kausalzusammenhang dahin, wenn und sobald der Gesundheitsschaden nur noch und ausschliesslich auf unfallfremden Ursachen beruht. Dies trifft dann zu, wenn entweder der Gesundheitszustand, wie er unmittelbar vor dem Unfall bestanden hat (Status quo ante) oder aber derjenige Zustand, wie er sich nach dem schicksalsmässigen Verlauf eines krankhaften Vorzustandes auch ohne Unfall früher oder später eingestellt hätte (Status quo sine), erreicht ist (RKUV 1992 Nr.
U 142 S.
75 E.
4b mit Hinweisen; nicht publiziertes Urteil des Bundesgerichts U
172/94 vom 26.
April 1995). Das Dahinfallen jeder kausalen Bedeutung von unfallbedingten Ursachen eines Gesundheitsschadens muss mit dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sein (RKUV 2000 Nr.
U 363 S.
45; BGE
119 V 7 E. 3c/aa).
Die
blosse
Möglichkeit nunmehr gänzlich fehlender ursächlicher Auswirkungen des Unfalls genügt nicht.
Da es sich hiebei um eine anspruchsaufhebende Tatfrage handelt, liegt aber die ent
sprechende Beweislast
–
anders als bei der Frage, ob ein leistungsbegründender natürlicher Kausalzusammenhang gegeben ist
–
nicht bei der versicherten Per
son, sondern beim Unfallversicherer (RKUV 1994 Nr.
U 206 S.
328
f. E.
3b, 1992 Nr.
U 142 S. 76).
Diese Beweisgrundsätze gelten sowohl im Grundfall als auch bei Rückfällen und Spätfolgen und sind für sämtliche Leistungsarten
massge
bend
(
Urteil des Bundesgerichts 8C_637/2013 vom 11.
März 2014 E.
2.3.1 mit Hinweisen).
Mit dem Erreichen des
S
tatus quo sine vel ante entfällt eine Teilursächlichkeit für die noch bestehenden Beschwerden. Solange jedoch der
S
tatus quo sine vel ante noch nicht wieder erreicht ist, hat der Unfa
llversicherer gestützt auf Art. 36 Abs.
1 UVG in aller Regel neben den Taggeldern auch Pflegeleistungen und Kostenvergütungen zu übernehmen, worunter auch die
Heilbehandlungskosten nach Art.
10 UVG fallen
(Urteil des Bundesgerichts 8C_637/20
13 vom 11. März 2014 E. 2.3.2).
1.5.3
Die Beweislastregel, wonach der Unfallversicherer und nicht der Versicherte die Beweislast für das überwiegend wahrscheinliche Dahinfallen der natürlichen Unfallkausalität trägt, greift erst Platz, wenn es sich als unmöglich erweist, im Rahmen des
Untersuchungsgrundsatzes (Art.
61
lit. c ATSG) und der Beweis
wür
digung einen Sachverhalt zu er
mitteln, der zumindest die überwiegende Wahr
scheinlichkeit für sich hat, der Wirklichkeit zu entsprechen (BGE 117
V
261 E. 3b in fine S. 264 mit Hinweisen).
1.5.4
Unfallbedingte Fehlbelastungen (wegen Fuss- und Beinverletzungen, Beinlängen
verkürzung usw.) können im Sinne indirekter Unfallfolgen zu Rückenbeschwerden führen. Es liegt in der Natur solcher Fehlbelastungsbe
schwerden, dass sie erst einige Zeit nach dem Unfall auftreten und nicht direkt traumatisch bedingt sind. Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammen
hangs sind alle Umstände, ohne deren Vorhandensein der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder
nicht als in gleicher Weise beziehungsweise
nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann. Es genügt sodann, wenn der Unfall überwiegend wahrscheinlich zumindest eine indirekte Teilursache der gesundheitlichen Beschwerden ist. An den Wahrscheinlichkeitsbeweis sind umso strengere Anforderungen zu stellen, je grösser der zeitliche Abstand zwischen Unfall und Rückfall/Spätfolge ist. Die Beweislast für das Vorliegen eines natür
lichen Kausalzusammenhanges zwischen dem neuen Beschwerdebild und dem Unfall obliegt dabei der versicherten Person
(Urteil des Bundesgericht 8C_747/2013 vom 18. März 2014, E. 3.2 mit weiteren Hinweisen).
1.6
Nach Art. 24 Abs. 1 UVG hat die versicherte Person Anspruch auf eine angemes
sene Integritätsentschädigung, wenn sie durch den Unfall eine dau
ernde erhebliche Schädigung der körperlichen oder geistigen Integrität erleidet. Die Integritätsentschädigung wird in Form einer Kapitalleistung gewährt. Sie darf den am Unfalltag geltenden Höchstbetrag des versicherten Jahresverdiens
tes nicht übersteigen und wird entsprechend der Schwere des Integritätsscha
dens abge
stuft (Art. 25 Abs. 1 UVG).
Gemäss Art. 25 Abs. 2 UVG regelt der Bundesrat die Bemessung der Entschädigung. Von dieser Befugnis hat er in Art. 36 UVV Gebrauch gemacht. Abs. 1 dieser Vorschrift bestimmt, dass ein Integritätsschaden als dauernd gilt, wenn er voraussichtlich während des gan
zen Lebens minde
stens in gleichem Umfang besteht. Er ist erheblich, wenn die körperliche oder geistige Integrität, unabhängig von der Erwerbsfähigkeit, augenfällig oder stark beeinträchtigt wird. Gemäss Abs. 2 gelten für die Bemessung der Integritätsentschädigung die Richtlinien des Anhanges 3. Fallen mehrere körperliche oder geistige Integritätsschäden aus einem oder mehreren Unfällen zusammen, so wird die Integritätsentschädigung nach der gesamten Beeinträchtigung fest
gesetzt (Abs. 3).
1.7
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichts ist entscheidend, ob er für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anam
nese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen Zusammen
hänge und der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerun
gen des Experten begründet und nachvollziehbar sind. Ausschlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten (BGE 125 V 352 E. 3a). Den Berichten versiche
rungsinterner Ärztinnen und Ärzten kommt rechtsprechungsgemäss zwar nicht derselbe Beweiswert zu wie einem im Verfahren nach
Art.
44 ATSG eingeholten Gutachten externer Fachpersonen oder gar wie einem Gerichtsgutachten,
sie sind aber soweit zu berücksichtigen, als keine Zweifel an der Richtigkeit ihrer Schlussfolgerungen bestehen
(BGE 135 V 365, E. 4.4 S. 469; Urteil des Bundes
gerichts 8C_216/2009 vom 2
8.
Oktober 2009 E. 4.7).
1.8
Für die Beurteilung der Gesetzmässigkeit der angefochtenen Verfügung oder des Einspracheentscheides ist für das Sozialversicherungsgericht in der Regel der Sachverhalt massgebend, der zur Zeit des Erlasses des angefochtenen Verwal
tungsaktes gegeben war. Tatsachen, die jenen Sachverhalt seither verändert haben, sollen im Normalfall Gegenstand einer neuen Verwaltungsverfügung bilden (BGE 130 V 138 E. 2.1 mit Hinweis). Sie können indessen, unter Wah
rung des rechtlichen Gehörs, berücksichtigt werden, wenn sie kurze Zeit nach dem Erlass des angefochtenen Entscheids eingetreten sind, sich ihre Beachtung aus prozessökonomischen Gründen unbedingt aufdrängt und sie hinreichend klar feststehen (BGE 105 V 156 E. 2d; ZAK 1984 S. 349 E. 1b). Dies ist der Fall, wenn sie mit dem Streitgegenstand in engem Sachzusammenhang stehen und geeignet sind, die Beurteilung im Zeitpunkt des Entscheiderlasses zu beeinflus
sen (BGE 99 V 98 E. 4 mit Hinweisen).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin erwog im angefochtenen Entscheid, im Zeitpunkt des Verfügungserlasses seien keine Behandlungen mehr durchgeführt worden. Zudem habe der Orthopäde Dr. B._ in seinem Bericht vom 16. Dezember 2014 von einer Fortsetzung der Physiotherapie abgeraten, was Kreisarzt Dr. Z._ am 29. Dezember 2015 bestätigt habe. Durch Physiotherapie sei somit keine wesentliche Besserung des Gesundheitszustandes mehr zu erwarten. Dem Vorschlag von Dr. Y._, sich orthopädisch erneut untersuchen zu lassen, wobei es sich selbstredend bloss um eine Empfehlung gehandelt habe, scheine der Beschwerdeführer bis heute nicht Folge leisten zu wollen, obwohl er bereits seit dem 1. August 2014 eine neue Anstellung innehabe, welche somit nicht als neu bezeichnet werden könne. Bei dieser Sachlage sei der medizinische Endzu
stand am 13. Oktober 2015 erreicht gewesen, zumal der Beschwerdeführer in seiner Tätigkeit als Verkaufsfahrer von Anfang an vollständig arbeitsfähig gewesen sei. Die beim Beschwerdeführer neu aufgetretenen Rückenbeschwerden seien als unfallfremd zu betrachten. An der LWS bestünden gemäss Dr. Y._ lediglich degenerative Veränderungen, zudem seien die Beschwerden erst mit der neuen Tätigkeit des Beschwerdeführers aufgetreten (Urk. 2 S. 8). Der Ein
kommensvergleich ergebe keine unfallbedingte Erwerbseinbusse. Jedenfalls werde die Erheblichkeitsgrenze von 10 % nicht erreicht, womit auch kein Anspruch auf eine Invalidenrente bestehe (Urk. 2 S. 10). Gemäss kreisärztlicher Stellungnahme vom 27. Juni 2014 werde sodann auch die Erheblichkeitsgrenze für den Anspruch auf eine Integritätsentschädigung nicht erreicht (Urk. 2 S. 11).
2.2
Der Beschwerdeführer machte demgegenüber einen verfrühten Fallabschluss geltend (Urk. 1 S. 5). Angesichts der täglichen Tätigkeit mit knienden Bewegun
gen, mit Beladen und Entladen sowie Heben und Tragen von Bidons von 12 kg und 25 kg, sei es nachvollziehbar, dass die Kniebeschwerden zugenommen und sich verstärkt hätten. Die Kniebeschwerden wiederum führten zu einer einseiti
gen Belastung beim Heben und Tragen der schweren Bidons. Diese Verlagerung führe zu den Rückenbeschwerden, welche somit unfallkausal seien. Die derzeit ausgeübte Tätigkeit sei für den Beschwerdeführer nicht ideal. Bisher sei nur deshalb keine Einkommenseinbusse zu verzeichnen gewesen, weil der Beschwerdeführer auf die Zähne beisse, um den Arbeitgeber nicht zu verärgern. Über kurz oder lang werde es zu einer Verdiensteinbusse kommen, welche einen Anspruch auf eine Invalidenrente begründen werde (Urk. 1 S. 6 f.). Aus Sicht des Wirbelsäulenzentrums D._ seien die belastungsabhängigen lumbalen Rückenschmerzen durch das Schonhinken des linken Beines entstanden (Urk. 1 S. 8). Die bereits früher indizierte Arthroskopie sei in Absprache mit der Beschwerdegegnerin aufgeschoben worden, um die berufliche Eingliederung nicht zu gefährden. Erst das Ergebnis der Arthroskopie werde zeigen, ob die aktuelle berufliche Tätigkeit für den Beschwerdeführer noch zumutbar sei, wes
halb auch erst dann geprüft werden könne, ob ein Rentenanspruch und ein Anspruch auf eine Integritätsentschädigung bestehe (Urk. 1 S. 9).
2.3
In der Eingabe vom 27. Juni 2016 (Urk. 15) hielt der Beschwerdeführer fest, gemäss aktuellem Befund der F._ vom 16. Juni 2016 werde ein leicht hinkendes Gangbild links bestätigt. Obwohl der Beschwerdeführer erst seit wenigen Tagen nur noch zu 50 % arbeiten könne, habe sein Arbeitgeber bereits die Kündigung des Arbeitsverhältnisses nach Ablauf der Sperrfrist in Aussicht gestellt. Der Bericht der F._ vom 16. Juni 2016 bestätige sodann eine beginnende Gonarthrose, welche sich nicht von einem Tag auf den anderen entwickle, was belege, dass der Fall verfrüht abgeschlossen worden sei. Der aktuelle Bericht der D._ bekräftige ausserdem die Unfallkausalität der gel
tend gemachten Rückenbeschwerden.
2.4
Mit Eingabe vom 28. November 2016 (Urk. 27) brachte der Beschwerdeführer vor, die Rückenbeschwerden hätten sich erst eingestellt, nachdem er die neue Stelle angetreten gehabt habe. Bereits im Dezember 2014 seien Rückenbe
schwerden dokumentiert worden. Die chirurgische Beurteilung von Dr. E._ überzeuge nicht, darin sei die beginnende Gonarthrose nicht erwähnt.
2.5
In der Eingabe vom 25. Juli 2017 (Urk. 30) verwies der Beschwerdeführer unter anderem auf den Bericht von Dr. G._ vom 11. Juli 2017 (H._), welcher einen Zusammenhang zwischen dem lum
bospondylogenen Schmerzsyndrom und dem posttraumatischen Leiden am lin
ken Kniegelenk nicht ausschliessen könne. Die Anordnung eines Gerichtsgut
achtens sei daher begründet.
2.6
Mit Eingabe vom 4. Oktober 2017 (Urk. 32) übermittelte der Beschwerdeführer diverse Unterlagen (Urk. 33/1-3), darunter auch einen Operationsbericht vom 20. September 2017 (Urk. 33/1). Der Beschwerdeführer brachte vor, die Beschwerdegegnerin habe die Kostenübernahme abgelehnt und das Einsprache
verfahren sistiert, da die vorliegende Beschwerde noch hängig sei.
2.7
Mit Eingabe vom 1. November 2017 (Urk. 34) reichte der Beschwerdeführer wei
tere Unterlagen (Urk. 35/1-6) ein und verwies insbesondere auf die Beurteilung von Prof. Dr. med. I._ (H._) vom 31. Oktober 2017 (Urk. 35/6); dieser gehe von einer Unfallkausalität aus.
3.
3.1
Im Radiologiebericht von Dott. J._ über die Erstuntersu
chung vom 25. August 2013 wurde festgehalten, es zeigten sich weder eine knöcherne Fraktur noch ein Kontaktverlust zum Gelenk (Urk. 11/26).
3.2
Im
Bericht des Zentrums für medizinische Radiologie
, K._,
vom
18. September 2013 (Urk. 11/29) wurde folgender Befund erhoben: Kno
chenmar
ksöd
em im medialen Tibiakopf mit T1-signalarmem
Band posteri
or. Keine kortikale Unterbrechung vorliegend.
Normal weiter Knorpel femorotibial und retropatellar. Reizloser
Huffa-Fettkörper und kein Erguss.
Du
rchstruktu
riertes, regelrecht a
nguliertes vorderes und hinteres Kreuz
band sowie intakte Seitenbänder. Akzent
uierte, zentrale Signalanhebung im Hinterho
rn
des Innen
meniskus
ohne Beteiligung einer freien
Meniskusfläche. Aussenmeniskus unauffällig.
Der Befund wurde wie folgt beurteilt:
Undislozierte, rein spongiöse Impressionsfraktur
im medialen Tibiakopf. Die Signal
veränderung
im Hinter
horn des
Innenmeniskus dürfte eher einer intramur
alen Läsion als einer Menis
kusdegeneration entsprechen. Übrige
Kniebinnenstrukturen intakt.
3.3
Dr. Y._ hielt in seinem Bericht vom 1. Oktober 2013 (Urk. 11/8/2) über die Untersuchung vom 16. September 2013 fest, das Knie sei reizlos, ergussfrei und stabil. Es bestehe eine Druckdolenz über dem medialen und lateralen Gelenks
spalt sowie in der Poplitea. Dr. Y._ stellte, auch unter Berücksichtigung der MRI-Untersuchung des Knies vom 18. September 2013 (E. 3.2), die Diagnose Kniedistorsion links mit Bonebruise am Tibiakopf medial (vgl. auch seinen Zwischenbericht vom 15. November 2013 [Urk. 11/16/2] und seinen Bericht vom 3. Januar 2014 [Urk. 11/27]).
3.4
Kreisarzt Dr. Z._ stellte in seinem Bericht über die Untersuchung vom 20. Januar 2014 (Bericht vom 20. Januar 2014 [Urk. 11/35]) die Diagnose undislozierte, rein spongiöse Impressionsfraktur medialer Tibiakopf mit rezidi
vierender Ergussbildung nach Sturz am 24. August 2013. Er hielt sodann fest, der Beschwerdeführer habe angegeben, es trete ab und zu noch ein Stechen im linken Kniegelenk auf. In letzter Zeit habe es aber deutliche Fortschritte gege
ben. Die stärksten Beschwerden träten nach längerem Stehen auf. Bei schnellem Treppensteigen nähmen die stechenden Beschwerden im linken Knie zu. Ruhe
schmerzen bestünden keine, der Nachtschlaf sei nicht gestört. Zur Arbeitsfähig
keit hielt Kreisarzt Dr. Z._ fest, seit dem 20. Januar 2014 bestehe wieder eine volle Arbeitsfähigkeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt mit dem folgenden
Zumutbarkeitsprofil: Wechselbelastende Tätigkeiten ohne längeres Stehen, ohne das Tragen von Lasten auf unebenem Gelände, ohne längeres Gehen auf unebe
nem Gelände, ohne das Besteigen von Leitern und Gerüsten, ohne repetitives Treppengehen und ohne Arbeiten in hockender, kniender und kauernder Stel
lung seien vollzeitig zumutbar. Die Tätigkeit als Servicetechniker sei zurzeit nicht zumutbar (Urk
. 11/35 S. 2 f.)
.
3.5
Dr. Y._ teilte mit Zwischenbericht vom 3. März 2014 (Urk. 11/49/2) mit, gemäss Angaben der behandelnden Physiotherapeutin bestehe noch eine ausge
prägte Muskelverspannung der Oberschenkelmuskulatur, weshalb einerseits eine medizinische Trainingstherapie und andererseits das Weiterführen der ambu
lanten Physiotherapie mit Muskellockerung verordnet worden sei.
3.6
In der Stellungnahme vom 5. Mai 2014 (Urk. 11/60) hielt Kreisarzt Dr. Z._ fest, mit einer Verbesserung des unfallbedingten Gesundheitszustandes sei nicht mehr zu rechnen. Ein Anspruch auf eine Integritätsentschädigung bestehe nicht. Am 27. Juni 2014 (Urk. 11/69) ergänzte er die Stellungnahme vom 5. Mai 2014 und hielt fest, die Veränderungen im linken Kniegelenk hätten die Erheblich
keitsgrenze für den Anspruch auf eine Integritätsentschädigung bei weitem nicht erfüllt. Die Bewegungseinschränkung im Sprunggelenk sei nicht unfall
kausal und selbst bei angenommener Kausalität aufgrund der geringen Bewe
gungseinschränkung nicht entschädigungspflichtig.
3.7
Im
Bericht des Zentrums für medizinische Radiologie
, K._,
vom
22. Oktober 2014 (Urk. 11/77) wurde folgender Befund erhoben:
Vorauf
nahmen vom 18.09.2013 vorliegend. Zur Voruntersuchung unterdessen voll
ständig verschwundenes Knochenmarksödem im medialen Tibiakopf und keine posttraumatische Stufe oder Knorpeldefekt nachzuweisen; der Knorpel insge
samt femorotibial und retropatellar altersentsprechend normal weit ohne Dege
neration. Reizloser Hoffa-Fettkörper und kein Erguss. Durchstrukturiertes vor
deres und hinteres Kreuzband sowie intakte Seitbänder. Unverändert zur Vor
untersuchung ist das Hinterhorn im Innenmeniskus unmittelbar an der hinteren Meniskuswur
zel signalangehoben und verdickt
. Die Signalhyperintensität reicht breitbasig in die Unterfläche und sagittal schein
t
sich eine Doppelkontur abzu
bilden. Der Aussenmeniskus kommt unauffällig zur Darstellung.
Der Befund wurde wie folgt beurteilt:
In der
heutigen Untersuchung bestätige
sich der Ver
dacht auf eine Meniskusläsion im Hinterhorn des Innenmeniskus unmittelbar
an der meniskalen Aufhängung. Das Ausmass der Läsion sei
etwas unklar, aber
ein kleiner, umgeschlagener
Meniskusanteil
sei
vorstell
bar
. Wahrscheinlich
sei
auch direkt die Meniskuswurzel
betroffen; eine Ruptur ebenda dü
rfte aufgrund des konstanten Verlauf
s
innert 1 Jahres aber eher nicht vorliegen.
3.8
Dr. B._ stellte in seinem Bericht vom 16. Dezember 2014 (Urk. 11/84/1-2) die Diagnose Avulsionsverletzung des medialen Meniskushinterhornes links und hielt fest, wahrscheinlich leide der Beschwerdeführer unter Restbeschwerden der kleinen Avulsionsverletzung des medialen Meniskushinterhornes. Er habe ihm angeraten, mit der Fortführung der Physiotherapie zuzuwarten. Eine Infiltration könne durchgeführt werden bei zunehmenden Beschwerden, eine Arthroskopie sei wahrscheinlich momentan nicht geeignet, die Beschwerden vollständig zum Verschwinden zu bringen. Insbesondere sei eine Arthroskopie aber auch auf
grund einer 10-tägigen Arbeitsunfähigkeit nicht geeignet, da der Beschwerde
führer seit kurzem eine neue Arbeitsstelle habe.
3.9
Kreisarzt Dr. Z._ hielt in seiner Stellungnahme vom 18. Dezember 2014 (Urk. 11/86) fest, der Bericht von Dr. B._ ändere nichts an seiner Einschät
zung zur Integritätsentschädigung (vgl. auch die ergänzende Begründung vom 23. Dezember 2014 [Urk. 11/87]).
3.10
Anlässlich der Besprechung vom 12. Juni 2015 mit dem Aussendienstmitarbei
ter der Beschwerdegegnerin (Urk. 11/95) gab der Beschwerdeführer an, das Knieleiden habe sich seit der kreisärztlichen Untersuchung nicht wesentlich ver
ändert. Hinzugekommen seien jedoch Verspannungen im Rückenbereich. Zu seiner Tätigkeit gab der Beschwerdeführer an, er sei circa 3000 bis 4000 km pro Monat mit dem Lieferwagen (Automat) unterwegs, er liefere Spühlmittelbidons à 12 kg sowie à 25 kg aus (Ein- und Ausladen), gehe viel auf ebenem Boden, steige Treppen mit dem Sackrolli und sei teilweise kniend tätig beim Kontrol
lieren der Dosiergeräte unter dem Lavabo oder beim Ersetzen von Wasserfilter
patronen.
3.11
Kreisarzt Dr. Z._ hielt in seiner Stellungnahme vom 1. Juli 2015 (Urk. 11/97) fest, eine nochmalige kreisärztliche Untersuchung sei aufgrund des zwischen
zeitlichen Verlaufs und der erfolgten veränderten Belastungssituation nicht angezeigt.
3.12
Im Bericht des Zentrums für medizinische Radiologie,
K._
, vom
2. Oktober 2015
(Urk.
11/
118
)
wurde festgehalten, bildgebend könne eine mässige Facettengelenksarthrose der unteren Lendenwirbelsäule (LWS) festge
stellt werden. Ansonsten liege ein Normalbefund vor ohne Diskushernie und ohne Neurokompression.
3.13
Dr. Y._ hielt in seinem Bericht vom 8. Oktober 2015 (Urk. 11/111/1) fest, er habe dem Beschwerdeführer aufgrund der Kniebeschwerden ein orthopädisches Konsilium bei Dr. B._ mit arthroskopischer Sanierung empfohlen, was der Beschwerdeführer jedoch abgelehnt habe, da er an einer neuen Stelle nicht schon wieder fehlen wolle. Die Beschwerden seien unverändert, vor allem seit der Beschwerdeführer regelmässig schwere Bidons von bis zu 25 kg heben und tragen müsse.
3.14
Mit Bericht vom 22. Dezember 2015 (Urk. 11/127) teilte Dr. Y._ mit, der Beschwerdeführer leide nebst den Knieschmerzen auch an rezidivierenden Beschwerden an der LWS bei degenerativen Veränderungen. Der Beschwerde
führer sei deshalb in der Praxis D._ vorstellig geworden.
3.15
Kreisarzt Dr. Z._ hielt in seiner Stellungnahme vom 29. Dezember 2015 (Urk. 11/129) fest, eine Rückenverletzung sei nach dem Sturz nicht beklagt worden. Es sei nicht nachvollziehbar, weshalb die Beschwerdegegnerin für die Kosten für eine Physiotherapie zur Behandlung der Rückenbeschwerden auf
kommen solle. Eine Behandlung des linken Kniegelenks sei anscheinend nur arthroskopisch möglich. Hierfür sei die Beschwerdegegnerin leistungspflichtig. Von einer weiteren Physiotherapiebehandlung könne am Knie aber keine Bes
serung erwartet werden.
3.16
Dr. med. L._, Fachärztin für Physikalische Medizin und Sportmedi
zin, hielt in ihrem Bericht vom 1. Februar 2016 (Urk. 3/3) fest, die belastungs
abhängigen lumbalen Rückenschmerzen seien durch das Schonhinken des lin
ken Beines (unfallbedingter Meniskusschaden vom August 2013) entstanden und würden durch den schweren körperlich belastenden Beruf und das weitere Hinken (bis anhin keine Revision des Meniskusschadens) aufrechterhalten. Durch Physiotherapie und Triggerpunktbehandlung mit wet needling gehe es dem Beschwerdeführer etwas besser, aber er sei regelmässig auf Schmerzmedi
kamente angewiesen (vgl. auch den Bericht von Dr. L._ vom 21. Juni 2016 [Urk. 16/4]).
3.17
Im
Bericht des
C._ vom 21. April 2016
(Urk.
7
) wurde festgehalten,
verglichen mit der auswärtigen Voruntersuchung vom 22. Oktober 2014 (K._; vgl. E. 3.7) bestehe aktuell ein hochgradiger Verdacht auf einen ausgedehnten radiären Riss in der Basis des medialen Hinterhornes mit Verlagerung der Basis nach ventral. Daneben bestehe weiterhin ein feiner horizontaler Riss im Hinterhorn des medialen Meniskus mit Einstrahlen in die Meniskusunterfläche.
3.18
Im Bericht der F._, Muskulo-Skelettal Zentrum, Orthopädie Untere Extremitäten, vom 16. Juni 2016 (Urk. 16/1) wurde festgehalten, der Beschwer
deführer klage seit einem Unfall vor drei Jahren über anhaltende, mediale Knieschmerzen links. Es zeige sich eine mediale Meniskusläsion (MRI Knie links vom 21. April 2016), die mit den klinischen Befunden korreliere. Um der begin
nenden medialen Gonarthrose nicht zusätzlich Vorschub zu leisten, würden Therapieoptionen besprochen. Geplant sei zunächst eine Infiltration des linken Kniegelenks.
3.19
Dr. med. E._, Facharzt für Chirurgie, Abteilung Versiche-rungsme
dizin, führte in seiner Chirurgischen Beurteilung vom 25. Juli 2016 (Urk. 22) aus, a
m linken Kniegelenk
sei
bildgebend im September 2013 eine undislozierte, rein spongiöse Impressionsfraktur im Bereich des medialen Tibia
-
kopfes
objektiviert worden
. An der Lendenwirbelsäule
sei erstmals im Oktober 2015 eine mä
ssige Facettengelenksarthrose L4/L5 und L5/S1 bei dar
über hinaus normalen Befunden ohne Diskushernie und ohne Neurokompres
sion
bildgebend objektiviert worden.
Zur besseren Verständlichkeit für medizi
nische Laien
würden
einige kurze Erläuteru
ngen zur Biomechanik des Gehens bezieh-ungsweise deren Störung durch Hinken vorausgeschickt
.
B
iomechanisch orien
-
tierend
würden drei Arten eines
Hinken
s
unterschieden: Das Lähmungs
hinken, das Verkürzungshinken und das Schmerzhink
en. Im vorliegenden Fall erwähne
Dr.
L._ ein Schonhinken; dies sei ein
Synonym für das Schmerzhin
ken: eine Person mit (Belastungs-)Schmerz an einem Bein
v
ersuche, das
Bein zu schonen; dies geschehe
über eine Änderung der Belastung und damit des Gang
bildes. Die beiden erstgenannten Arten des Hinkens könn
t
en im vorliegenden F
all ausgeschlossen werden:
Dr.
L._ bestätige in ihrem Bericht eine „
no
rmale Muskelkraft an den Beinen“ und „normale Muskeleigenreflexe“
.
E
ine u
nfall
kausale Beinverkürzung könne
in Anbetracht der oben genannten, objektivier
ten Diagnose am linken Kniegelenk ausgeschlossen werden.
Dr. E._ führte weiter aus, lan J. Harrington habe
in einem Grundlagenpapier zu Händen des kanadischen Workplace Safety and Insurance Appeals Tribunal aus dem Jahr 2004 die massgeblichen Fakten zu Hinken und Rückenschmerz (Limping and Back Pain)
dargestellt. Eine Person, die –
aus
welchem Grund auch immer – Schmerzen eines der unteren Gliedmasse habe, werde versuchen,
durch ein entsprechendes Bewegungsmuster die Schmerzen und Beschwer
den zu minimieren. Hierbei komme
es beim Gehen in der Ebene zu einer Verlage
rung des Körperschwerpu
nkts auf die Seite des betroffe
nen Beines
. Darüber hin
aus finde
eine Verkürzung der Schrittlänge statt, eine Verminderung der Schrittfrequenz und eine Verkürzung der Standphase des betroffenen Beines. Die Auswirkunge
n auf die Lendenwirbelsäule seien
alleinig durch die Seitwärts
verlagerung des
Körperschwerpunktes bedingt
. Eine solche Belastungsasym
m
etrie der Lendenwirbelsäule könne
aber nur dann zur Ursache degenerativer Veränderungen der Lendenwirbelsäule werden, wenn die Beanspr
uchung über mehrere Jahre anhalte
. Hierzu existier
ten epidemiologische Untersuchungen an beinamputierten Personen
.
Am 16. Juni
2016
sei
in der
F._
eine röntgenologische Darstellung der Beinachse links vorgenommen
worden: es bestehe
eine Varusachse des linken Beines (0-Bein-Deformität). Diese Achs
ab
weichung des linken Beines sei zweifellos vorbestehend und
nicht unfallkausal, denn eine Verletzung des Kniegelenks, welche die Achsenverhä
ltnisse des Bei
nes ändere
, ha
be
nicht stattgefunden. E
ine Varusachse im Kniegelenk sei
prä
disponierend fü
r eine Varusgonarthrose, das sei eine
mediale Gonarthrose
,
wie sie in der
F._ als „beginnend“ diagnostiziert worden sei
.
Zur Beurteilung des Kausalzusammenhangs zwischen der Knieverletzung und den Rückenschmerzen führte Dr. E._ sodann aus, d
as
Auftreten
von Rücken
schmerzen
sei erstmals 1 3⁄4
Jahre n
ach dem Unfallereignis aktenkundig. Anlässlich der
kreisärztlichen Untersuchung
vom 20. Januar
2014
seien
keine Rückenbeschwerden angegeben
worden
. Im Bericht vom 20.
Januar
2014
sei
ein hinkfr
eies Gangbild dokumentiert. Dr. L._
dokumentiere
in ihrem Bericht
vom 1. Februar
2016
ebenfalls ein
normales Gangbild. Der Fersen-
und Zehen
gang sei beidseits möglich.
In
ihrem
Bericht vom 21.
Juni 2016 finde
sich eine Dok
umentation des Befundes der Wir
belsäule, welche wortgetreu identisch mit dem
am 1. Februar 2016 erhobenen
Befund
sei
, mit der einzigen Ausnahme, dass
jetzt festgehalten werde, be
i der Untersu
chung finde sich ein Schonhinken bezüglich des linken
Knie
s
link
s. Der Fersen- und Zehengang sei beidseits mög
lich.
Das Schon
hinken sei
somit
erst nach dem 1. Februar
2016 aufgetreten. Die
Ausprägung des Schonhinkens könne
im Juni 2016
aber auch
nicht sehr ausge
prägt ge
wesen sein, denn ein durch Knie
schmerzen bedingt
es Schonhinken im Fersengang sei
kaum vorstellbar, da ein Knieschmerz in aller Regel durch einen Fer
sengang erheblich verstärkt
und deshalb von der verletzten Person
gar nicht erst demonstriert werde
.
Die Kausalitätsbeurteilung von
Dr.
L._ sei somit weder biome
chanisch überzeugend noch durch die dokumentierten medizini
schen Fakten (
im Februar 2016
hinkfreies Gangbild
) gestützt und sei
somit ver
sicherungsmedizinisch als unzutreffend
zu qualifizieren. Überdies sei
eine ta
t
sächliche Verursachung einer mä
ssigen Facettengelenksarthrose der unteren zwei LWS-Segmente innerhalb der hier diskutierten kurzen Zeiträume ausge
schlossen.
Zum Fallabschlusses hielt Dr. E._ fest, am 18. September
2013, dreieinhalb Wochen nach dem Unfall,
sei
eine Magnetresonanztomographie des linken Kniegelenks durchgeführt
worden
. Die vorliegenden Bilder
würden
ein ausge
prägtes Knochenmarksödem im Schienbeinkopf medial und dorsal
zeigen
. Ver
let
zungen des Kniebinnenraumes seien nicht objekti
vierbar. Insbesondere lieg
e
kein Kniegelenkserg
uss vor; die Bandstrukturen seien
intakt; die Knorpelbeläge von Oberschenkelrolle, Schienbeinkopf
und Kniescheibenrückfläche seien
unverletzt. Was der Radiologe
zutreffend als eine „
akzentuierte, zentrale Sig
nalanhebung im Hinterhorn des Innenmeniskus ohne Beteiligung einer freien M
eniskusfläche“ beschreibe, sei
zweifellos eine vorbestehende degenerative Veränderung des Hinterhorns des Innenmeniskus, w
ie er bei Personen in der 4. Le
bensdekade häufig und m
eist symptomlos angetroffen werde
.
Diese Menis
kuspathologie stelle
keine Unf
allfolge dar
und die Annahme von Dr.
L._, es liege ein „unfallbedingter Meniskusschaden“ vor, sei
unzutreffend.
Mit
der
Bild
gebung
(E. 3.2, E. 3.7 und E. 3.17) sei
objektiviert, dass die Unfallfolgen am lin
ken Knie
gelenk folgenlos ausgeheilt seien
. Die Meniskusdegeneration des medi
alen Hint
erhorns, welche vorbestehend gewesen sei, sei
durch den Sturz im August 2013 auch nicht beschleunigt worden, was als eine richtunggebende Verschlimmerung eines bis anhin unbekannten stummen Vo
rzustandes hätte gewertet werden müssen. Die Bilder vom 21. April
2016
würden
bildgebend einen Status quo sine am linken Kniegelenk
objektivieren
.
In seiner Replik weise der Beschwerdeführer auf seinen Analgetikakonsum hin und sehe
darin den Beweis für die
heftigen Beschwerden. Es handle
sich hierbei um Angaben des
Beschwerdeführers
und Dokumentationen der behandelnde
n
Ä
rzte; tatsäch
liche Spi
egelbestimmungen der verschiedenen Substanzen im Blutserum seien
in den Akten nicht
dokumentiert. Bemerkenswert sei
der Hinweis im Bericht
der F._ vom 16. Juni
2016
, der Beschwerdeführer nehme gelegen
tlich verschiedene Schmerzmedikamente ein. Unter Ponsta
n erfahre er eine gewisse Linde
rung. Unabhängig davon, ob der
Beschwerdeführer
die verschiedensten Me
dikamente in der angegebenen kumulativen Dosierung einnehme
,
könne
aber festgehalten werden, dass di
ese medikamentöse Thera
pie nicht der B
ehandlung von Unfallfolgen diene
, da solche nicht mehr best
ünd
en.
Dr. E._ gelangte zum Schluss, ein kausaler Zusammenhang
zwischen der Ver
letzung des linken Kniegelenks im August 2013 und den Rückenbeschwerden des
Beschwerdeführers im Jahr 2015 sei
unwa
hrscheinlich.
Auf der Grundlage der vorhandenen Bildge
bungen im zeitlichen Verlauf sei der Einstellungsz
eit
punkt der Versicherungsleistungen mehr als zwei Jahre nach dem Unfallereignis auf der Grundlage der dokumentierten, bildgebend objektivierten Fakten zu bestätigen.
4.
4.1
Der Bericht von Dr. E._
vom 2
5.
Juli 2016 (
E. 3.19
)
erfüll
t die von der Recht
spre
chung aufgestellten Anforderungen an
eine beweistaugliche und beweis
kräftige Expertise (BGE 125
V 351 E. 3a S. 352, vgl. E. 1.7
). Konkrete Indizien, die gegen die Zuverlässigkeit
seines Berichts
sprechen, sind nicht zu finden.
Seine Einschätzung wird überdies in weiten Teilen durch die Beurteilung von Dr. Z._ gestützt.
4.2
Mit überwiegender Wahrscheinlichkeit ist nicht von einem Kausalzusammen
hang zwischen dem Unfallereignis vom 24. August 2013 und den Rückenbe
schwerden (vgl. Urk. 1 S. 8 f.) auszugehen. Dr. E._ schilderte anschaulich und in nachvollziehbarer Weise (E. 3.19), weshalb die Kausalitätsbeurteilung von Dr. L._ (E. 3.16) nicht zu überzeugen vermag und als unzutreffend qualifi
ziert werden muss. Bereits aufgrund der zeitlichen Abfolge sind a
n den Wahr
scheinlichkeitsbeweis strenge Anforderungen zu stellen
(E. 1.5.4): Es erscheint daher nicht schlüssig, weshalb Rückenbeschwerden, welche nach Aktenlage erst 1 3⁄4 Jahre nach dem Unfall aufgetreten sind, mit einer noch viel später aufge
tretenen Fehlbelastung durch Hinken (gemäss Aktenlage 2 1⁄2 Jahre nach dem Unfall) in Zusammenhang gebracht werden sollten. Die mässige Facettenge
lenksarthrose der unteren LWS ist somit als rein degenerativer Zustand zu betrachten. Daran ändert auch der Bericht von Dr. med. G._, Facharzt FMH für Rheumatologie und Innere Medizin, vom 11. Juli 2017 (Urk. 31/3) nichts. Dr. G._ hielt fest, ein Zusammenhang zwischen dem lumbospondylogenen Schmerzsyndrom und dem posttraumatischen Leiden am linken Kniegelenk könne nicht ausgeschlossen werden. Dies wurde zum einen aber nicht begründet und genügt zum anderen dem im Sozialversiche
rungsrecht erforderlichen Beweismass der überwiegenden Wahrscheinlichkeit nicht.
Ob die Tätigkeit des Beschwerdeführers als Verkaufsfahrer Hygieneexpress (Urk. 11/68/2) mit Blick auf die degenerativen Veränderungen an der LWS dem von Dr. Z._ erstellten Anforderungsprofil (E. 3.4) entsprach, ist mangels Unfallkausalität der Rückenbeschwerden daher nicht von Belang.
4.3
Hinsichtlich des linken Kniegelenks ist von einem
Status quo sine
auszugehen, wie dies Dr. E._ unter Hinweis auf das bildgebende Material überzeugend darlegte (E. 3.19). Darauf kann verwiesen werden.
Nach dem 19. Februar 2016 (Zeitpunkt der angefochtenen Verfügung) wurde eine neue Verletzung dokumentiert. Im
Bericht des
C._ vom 21. April 2016 (E. 3.17
) wurde festgehalten,
verglichen mit der auswärtigen Voruntersuchung vom 22. Oktober 2014 (K._) bestehe aktuell ein hochgradiger Verdacht auf einen ausgedehnten radiären Riss in der Basis des medialen Hinterhornes mit Verlagerung der Basis nach ventral. Dieser Befund ist nicht zu verwechseln mit dem unverändert bestehenden feinen horizontalen Riss im Hinterhorn des medialen Meniskus mit Einstrahlen in die Meniskusunterfläche. Der horizontale Riss steht hier im Fokus und wurde von Dr. E._ als stummer Vorzustand qualifiziert, welcher durch den Unfall vom 24. August 2013 zwar aktiviert, aber nicht richtunggebend verschlimmert wurde. Diesbezüglich konnte also keine Veränderung des Befunds festgestellt werden.
Daran ändert auch der Bericht von Dr. B._ vom 16. Dezember 2014 (E. 3.8), auf welchen der Beschwerdeführer hinwies (Urk. 27 S. 4), nichts. Dr. B._ hatte eine kleine Avulsionsverletzung des medialen Meniskushinter
hornes festgestellt, was gleichbedeutend ist mit einer kleinen Rissverletzung des medialen Meniskushinterhornes.
Es kann zwar nicht ausgeschlossen werden, dass die Tätigkeit des Beschwerde
führers als Verkaufsfahrer Hygieneexpress zu einer Verstärkung der Kniebe
schwerden führte (Urk. 1 S. 6 f.), doch ist dies nicht im Zusammenhang mit dem stattgehabten Unfall vom 24. August 2013 zu sehen. Aufgrund der festgestellten Verletzung definierte Dr. Z._ am 20. Januar 2014 das Anforderungsprofil an eine angepasste Tätigkeit (E. 3.4). Obwohl sich der Beschwerdeführer nicht daran hielt und kniende Tätigkeiten ausübte (E. 1 S. 7) und regelmässig Treppen mit dem Sackrolli stieg (E. 3.10), führte dies nicht zu einer Veränderung des radiologischen Befunds in Bezug auf den feinen horizontalen Riss im Hinter
horn des medialen Meniskus. Allerdings ist denkbar, dass es aufgrund der Tätigkeit mit Heben und Tragen von schwereren Lasten zu einer Überlastung des Knies gekommen ist, was bei der festgestellten Varusachse des linken Beins (E. 3.19 vgl. auch Urk. 33/1) eine weitere Verletzung möglicherweise begüns
tigte. Dr. E._ wies schliesslich darauf hin, dass eine
Varusachse im Kniegelenk prädisponierend für eine Varusgonarthrose
sei
.
Es handelt sich somit mit über
wiegender Wahrscheinlichkeit nicht um eine Unfallfolge.
4.4
Nach dem Gesagten erweist sich der Fallabschluss vom 13. Oktober 2015 als rechtens. Zu diesem Zeitpunkt war nicht mehr von einer Besserung des Gesund
heitszustands durch eine Fortsetzung der ärztlichen Behandlung auszugehen. Ausserdem war der Beschwerdeführer zu besagtem Zeitpunkt voll arbeitstätig. Es kann darüber hinaus auf die zutreffenden Ausführungen der Beschwerde
gegnerin in der Beschwerdeantwort vom 17. Mai 2016 (Urk. 10 S. 3 ff.) verwie
sen werden.
4.5
Der Beschwerdeführer reichte im Beschwerdeverfahren etliche medizinische Berichte ein, welche den Gesundheitszustand des Beschwerdeführers nach dem 19. Februar 2016 (Zeitpunkt des angefochtenen Entscheids) betreffen (E. 1.8). Da vom Erreichen des medizinischen Endzustands im Zeitpunkt des Fallabschlusses auszugehen ist, ist nicht weiter auf diese Berichte einzugehen. Anzumerken bleibt aber, dass auch der Bericht von Prof. I._ vom 31. Oktober 2017 (Urk. 35/6) nichts an der nachvollziehbaren Einschätzung von Dr. E._ zu ändern vermag. Prof. I._ hielt in seinem Bericht vom 31.
Oktober 2017
fest
, Meniskuswurzelrupturen träten üblicherweise nicht ohne Trauma, also ohne Unfallmechanismus, auf. Definitiv sei dies der Fall, wenn der Beschwerdeführer relativ jung sei, so wie der Beschwerdeführer, welcher zum Zeitpunkt des Unfalls 36 Jahre als gewesen sei. Die Meniskuswurzelruptur sei daher eine Unfallfolge. Dem ist entgegenzuhalten, dass lediglich postero-laterale Menis
kuswurzelrupturen in der Regel traumatischen Ursprungs sind, nicht hingegen postero-mediale Meniskuswurzelrupturen, welche meist degenerativer Natur sind oder in seltenen Fällen im Rahmen von Multiligamentverletzungen auftre
ten (vgl. Johannes Georg Brunhuber, Biomechanische Untersuchung zur Refi
xation von Meniskuswurzelrissen, Dissertation, angenommen am 1
5.
März 2017 an der Fakultät für Medizin, Abteilung für Sportorthopädie des Klinikums rechts der Isar der Technischen Universi
tät München, Ziff.
1.2.2).
Vorliegend
handelte es sich um eine med
iale Meniskuswurzelruptur (vgl. E. 3.17) und somit um eine Verletzung, welche meistens degenerativen Ursprungs ist. Auch der Umstand, dass Prof. I._ am 20. September 2017 nicht nur eine Arthroskopie, mediale Teilmeniskektomie Knie links, sondern auch eine Beinachsenkorrektur des lin
ken Beins vornahm (Urk. 33/1), stützt die Annahme von Dr. E._, wonach mit überwiegender Wahrscheinlichkeit die Varusachse für die beginnende Gon
arthrose verantwortlich ist. D
ie Frage, ob die Kosten für
den operativen Eingriff vom 20.
September 2017
von der Beschwerdegegnerin
zu übernehmen sind oder
nicht, ist indes
nicht
hier
zu beantworten,
da dies nicht Gegenstand der Beschwerde ist. Der Hinweis des Beschwerdeführers, der Anspruch auf eine Rente und eine Integritätsentschädigung sei erst nach erfolgter Arthroskopie zu prüfen (Urk. 1 S. 10), erweist sich in diesem Verfahren als nicht zielführend, denn ein verfrühter Fallabschluss konnte nicht festgestellt werden.
4.6
Die Beschwerdegegnerin hielt im angefochtenen Einspracheentscheid vom 19. Februar 2016 fest, der Beschwerdeführer erleide keine erhebliche unfallbe
dingte Beeinträchtigung der Erwerbsfähigkeit. Da der Beschwerdeführer zum Zeitpunkt des Unfalls arbeitslos, zuvor aber als Servicetechniker angestellt gewesen sei, sei zur Berechnung des Valideneinkommens auf die
Tabellenlöhne der Schweizerischen
Lohnstrukturerhebung (LSE) 2012 abzustellen. Das Vali
deneinkommen betrage Fr. 73‘967.60 (LSE 2012, Tabelle TA1, Ziff. 31-33, Kom
petenzniveau 2). Das Invalideneinkommen sei aufgrund der Anstellung bei der A._ zu berechnen und betrage Fr. 85‘900.--. Ein Ein
kommensvergleich führe zu keiner Erwerbseinbusse. Selbst wenn man von einem Valideneinkommen von Fr. 86‘678.45 (bei einem Kompetenzniveau 3, LSE 2012, Tabelle TA1, Ziff. 31-33,) ausginge, ergäbe sich lediglich eine Erwerbseinbusse von Fr. 778.45 und damit ein Invaliditätsgrad von 0.9 %. Damit sei die Erheblichkeitsgrenze von 10 % bei weitem nicht erreicht. Ausser
dem liege aufgrund der medizinischen Beurteilung keine erhebliche Schädigung der körperlichen Integrität vor. Weder die Voraussetzungen für eine Invaliden
rente noch für eine Integritätsentschädigung seien erfüllt (Urk. 2 S. 9 ff.). Dies ist nicht zu beanstanden und wurde vom Beschwerdeführer auch nicht substan
tiiert bestritten. Mit seinem Vorbringen, über kurz oder lang sei eine Verdienst
einbusse zu verzeichnen, da die ausgeübte Tätigkeit für die persistierenden Knie- und Rückenbeschwerden nicht ideal sei (Urk. 1 S. 7), vermag der Beschwerdeführer nicht durchzudringen, da die persistierenden Knie- und Rückenbeschwerden nicht als unfallkausal zu werten sind.
5.
Nach dem Gesagten ist mit dem Be
weisgrad der überwiegenden Wahrscheinlich
keit erstellt, dass der status quo sine spätestens am
13.
Oktober 201
5
eingetreten ist und die
darüber hinaus geklagten Knie- und Rückenbe
schwerden
nicht auf das Unfallereignis vom
24. August 2013
zurückzuführen sind. Es sind keine weiter
en Abklärungen angezeigt, insbesondere
besteht kein Anlass für
die Einholung eines Gerichtsgutachtens
. Der angefochtene Entscheid ist damit nicht zu beanstanden und die Beschwerde ist abzuweisen.