# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 1bbe9c1c-accf-4fa4-ac34-9c5e0c3b3388
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2015
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
,
geboren 1971, arbeitete zuletzt von Juli 2004 bis Oktober 2007 als Umzugsmitarbeiter bei der
Y._
AG in
Z._
(
Urk.
9/13
Ziff.
2.1,
Ziff.
2.7). Am 1
0.
Juni 2008 meldete er sich
unter Hinweis auf einen Treppensturz und chronische Rücken- und Beinschmerzen
bei der Invalidenversicheru
ng zum Leistungsbezug an (
Urk.
9
/5
Ziff.
6.2
)
.
Die Sozial
versicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle,
verneinte
mit Verfügung vom
9.
Oktober 2008 (
Urk.
9/27) einen Anspruch auf Arbeitsvermittlung und mit
Verfügung vom 1
0.
Oktober 2008 ei
nen Rentenanspr
uch (
Urk.
9/28
).
Die vom Versicherten dagegen am
7.
und 1
0.
November 2008 erhobenen Beschwer
den (
Urk.
9/31/3 und
Urk.
9/32/3
) wurden
nach Vereinigung der Verfahren mit Gerichtsverfügung vom
5.
Januar 2009 (
Urk.
9/35) mit Urteil des hiesigen Gerichts vom 2
5.
März 2009 im Verfahren Nr. IV.2008.01139 abgewiesen (
Urk.
9/38).
1.2
Am 1
1.
Dezember 2009 meldete sich der Versicherte erneut bei der Invali
denver
sicherung zum Leistungsbezug an und machte eine Verschlechte
rung sei
nes Gesundheitszustandes geltend (
Urk.
9/44).
In der Folge veranlasste die IV-Stelle bei
Dr.
med.
A._
,
Facharzt für
Ps
ychiatrie und Psycho
therapie
,
ein psychiatrisches Gutachten, welches
am 1
2.
November 2010
erstat
tet wurde
(
Urk.
9
/68
,
Urk.
9/71
) sowie
bei
Dr.
med.
B._
,
Fachärztin für
Innere Medizin
und
für
Rheuma
tologie
,
ein
internistisch-rheumatologisches Gutachten
, welches am 2
1.
Dezember 2010 erstattet wurde (
Urk.
9
/65).
D
ie IV-Stelle
teilte
dem Versicherten
im Rahmen des
Vorbeschei
d
verfahrens
a
m 2
0.
Dezember 2011 mit, dass eine
weitere
psychiatrische Abklärung bei
Dr.
med.
C._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie,
D._
, erforderlich sei (
Urk.
9
/89).
Nach m
it Schre
iben vom 1
0.
Januar 2012 (
Urk.
9
/91)
da
gegen vom Versicherten erhobenem
Einwand und Gegenvorschlag hielt die IV-Stelle m
it Zwischen
verfügung vom 2
0.
Februar 2012
an der psychiatrischen Abklä
r
ung durch
Dr.
C._
fest (
Urk.
9/94
).
Mit Urteil des hiesigen Gerichts vom 2
8.
August 2012 im Verfahren Nr. IV.2012.00338 (
Urk.
9/102) wurde die vom Versicherten
am 2
1.
März 2012
erhobene
Beschwerde
(
Urk.
9/95/3-18)
abge
wiesen.
In der Fortsetzung des Abklärungsverfahrens
wurde die
vorgesehene
psychiatri
sche Begutachtung bei
Dr.
C._
storniert (
Urk.
9/109-111) und bei der
E._
ein psychiatrisches Gutachten veran
lasst, welches am
7.
Mai 2013 erstattet wurde (
Urk.
9/123). Am
5.
und am 2
2.
November 2013 (
Urk.
9/131-132) machte der Versicherte gegen
das Gut
achten Einwände geltend. Mit Verfügung vom
9.
Dezember 2013 verneinte die IV-Stelle
einen Anspruch
des Versicherten
auf Leistungen der Invalidenversi
cherung
(Urk. 9/136
= Urk. 2).
2.
Der
Versicherte erhob am 3
0.
Dezember 2013
Beschwerde gegen die Verfügung vom
9.
Dezember 2013
(
Urk.
2) und beantragte
sinngemäss
, diese sei aufzuhe
ben und es sei
ihm eine ganze Invalidenrente zuzusprechen (
Urk.
1
).
Die IV-Stelle beantra
gte mit Beschwerdeantwort vom
6.
Februar 2014 (
Urk.
8
) die Abweisung der Beschwerde. Mit Gerichtsverfügung vom
3.
März 2014
wurd
e
antragsgemäss (vgl.
Urk.
1
) die unentgeltliche Prozessführung bewilligt und dem Beschwerdeführer die Besch
werdeantwort zugestellt (
Urk.
10
).
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (
Art.
8
Abs.
1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts; ATSG
). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Ge
sundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung ver
bleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (
Art.
7
Abs.
1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbs
unfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (
Art.
7
Abs.
2 ATSG).
1.2
Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines
Rentenbe
zügers
erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (
Art.
17
Abs.
1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tat
sächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente nicht nur bei einer wesentlichen Änderung des Gesundheitszustandes, sondern auch dann
revidier
bar
, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen des an sich gleich gebliebenen Gesundheitszustandes erheblich verändert haben (BGE 130 V 343 E. 3.5 mit Hinweisen). Eine Veränderung der gesundheitlichen Verhältnisse liegt auch bei gleich gebliebener Diagnose vor, wenn sich ein Leiden in seiner Intensität und
in seinen Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit verändert hat (Urteile des Bun
desgerichts 9C_261/2009 vom 1
1.
Mai 2009 E. 1.2 und I 212/03 vom 28. August 2003 E. 2.2.3). Dagegen stellt die bloss unterschiedliche Beurteilung der Auswirkungen eines im Wesentlichen unverändert gebliebenen Gesund
heitszustandes auf die Arbeitsfähigkeit für sich allein genommen keinen
Revisi
onsgrund
im Sinne von
Art.
17
Abs.
1 ATSG dar.
1.3
Wurde eine Rente
wegen eines zu geringen Invaliditätsgrades
verweigert, so wird nach
Art.
87
Abs.
4 der
Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV)
eine neue Anmeldung nur geprüft, wenn d
ie Voraussetzungen gemäss
Abs.
3
die
ser Bestimmung erfüllt sind. Danach ist im Revisionsgesuch glaubhaft zu machen, dass sich der Grad der Invalidität der versicherten Person in einer für den Anspruch erheblichen Weise geändert hat. Tritt die Verwaltung auf die Neuanmeldung ein, so hat sie die Sache materiell abzuklären und sich zu ver
gewissern, ob die von der versicherten Person glaubhaft gemachte Veränderung des Invaliditätsgrades auch tatsächlich eingetreten ist; sie hat demnach in analo
ger Weise wie bei einem Revisionsfall nach
Art.
17
Abs.
1 ATSG vorzuge
hen (BGE 117 V 198 E. 3a, vgl. auch BGE 133 V 108 E. 5.2). Stellt sie fest, dass der Invaliditätsgrad seit Erlass der früheren rechtskräftigen Verfügung keine Ver
änderung erfahren hat, so weist sie das neue Gesuch ab. Andernfalls hat sie zunächst noch zu prüfen, ob die festgestellte Veränderung genügt, um nunmehr eine anspruchsbegründende Invalidität zu bejahen, und hernach zu beschlies
sen. Im Beschwerdefall obliegt die gleiche materielle Prüfungspflicht auch dem Gericht (BGE 117 V 198 E. 3a, 109 V 108 E. 2b).
1.4
Zeitlicher Referenzpunkt für die Prüfung einer anspruchserheblichen Änderung bildet die letzte (der versicherten Person eröffnete) rechtskräftige Verfügung, welche auf einer materiellen Prüfung des Rentenanspruchs mit rechtskonformer Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und Durchführung eines
Einkom
mensvergleichs
(bei Anhaltspunkten für eine Änderung in den erwerblichen Auswirkungen des Gesundheitszustands) beruht; vorbehalten bleibt die Recht
sprechung zur Wiedererwägung und prozessualen Revision (BGE 134 V 131 E. 3 und 133 V 108 E. 5.4 mit Hinweis).
1.
5
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gege
benenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 256 E. 4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage,
welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden kön
nen (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E. 4b/cc).
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorak
ten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zu
sammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete
die angefochtene
Verfügung (
Urk.
2) damit,
es sei dem Gutachten von
Dr.
B._
vom Dezember 2010 folgend davon auszugehen, dass der somatische Gesundheitszustand im Wesentlichen unver
ändert geblieben sei.
In psychiatrischer Hinsicht könne auf das Gutach
ten der
E._
abgestellt werden, woraus ebenfalls keine Einschränkung der Arbeitsfähig
keit resultiere
(S. 2 f
.
)
.
Eine lang dauernde anhaltende Verschlechterung sei weder aufgrund eines somatischen noch eines psychischen Gesundheitsschadens nachvollziehbar. Es liege kein Revisionsgrund vor, sondern ein im Wesentlichen unveränderter Gesundheitszustand, welcher lediglich anders beurteilt werde.
2.2
Dagegen machte der Beschwerdeführer in seiner Beschwerde (
Urk.
1) geltend, er beantrage eine ganze Rente, da sich sein Gesundheitszustand stark verschlech
tert habe. Er sei aus psychischen und körperlichen Gründen überhaupt nicht mehr belastbar und jede Stresssituation überfordere ihn völlig. Zumindest eine gewisse finanzielle Sicherheit würde ihm sehr viel helfen.
Auf das
Gutachten der
E._
vom Mai 2013 könne nicht abgestellt werden
. Es treffe nicht zu, dass er seine Beschwerden willentlich überwinden könne. Diese Überwindungsarbeit sei ihm nicht mehr zumutbar und er sei völlig erschöpft. Aufgrund seiner starken Schmerzen und der Depression könne er wirklich nicht arbeiten.
Zudem entspreche das Gutachten weder den formellen Kriterien, noch sei es schlüssig
. Diesbezüglich verweise er auf die Begründung vom 2
2.
November 2013.
2.3
Strittig und zu prüfen ist, ob sich seit dem Urteil des hiesigen G
erichts vom 2
5.
März 2009 (
Urk.
9/38) der Gesundheitszustand des Beschwerdeführers
in rentenrelevanter Weise verändert hat.
3.
Zeitlicher Referenzpunkt für die Prüfung einer anspruchsrelevanten Änderung bildet
die Verfügung vom 1
0.
Oktober 2008 (
Urk.
9/28), welche mit
Urt
eil des hiesigen Gerichts vom
2
5.
März 2009 (
Urk.
9/38) bestätigt wurde.
Dieses beruhte
auf einer eingehenden materiellen Prüfung de
s Rechtsanspruchs (vorstehend
E.
1.
4
)
.
In Würdigung der medizinischen Akten wurde festgehalten, dass
es dem Beschwerdeführer
ausgehend von einem
chronifizierten
Schmerzsyndrom wegen seiner Kn
ie- und Rückenprobleme
nicht mehr zumutbar sei, seine ange
stammte Tätigkeit als Umzugsmitarbeit
er vollumfänglich zu verrichten. Betref
fend die Arbeitsfähigkeit in einer behinderungsangepassten Tätigkeit stellte das Gericht
auf die übereinstimmenden Beurteilungen von
Dr.
med.
F._
,
Fachärztin für
I
nnere Medizin und für Rheumatologie
, und der Ärzte der
Klinik G._
ab, wonach in einer wechselbelastenden,
rückenschonen
den
, mittelschweren Tätigkeit eine Arbeitsfähigkeit von 100
%
bestehe und keine psychische Störung mit Krankheitswert vorliege (
Urk.
9
/38 E. 3.1
-3.5, E.
4).
4.
4.1
Zum Zeitpunkt der vorliegend angefochtenen Verfügung
vom
9.
Dezember 2013
(
Urk.
2)
präsentierte sich die relevante medizinische Aktenlage wie folgt:
Dr.
med.
H._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie,
führte in seinem
Bericht vom 2
6.
November 2009 (
Urk.
9/43/1-2)
aus, die Depression und auch die
somatoforme
Schmerzstörung führten beim Beschwerdeführer zu einer Arbeitsunfähigkeit von 50
%
. Aus seiner Sicht sei der Patient deswegen ledig
lich zu 50
%
in einer adaptierten Tätigkeit arbeitsfähig. Wenn sich die Schmer
zen mit objektiven Befunden nicht vereinbaren liessen, dann kämen sie von der Psyche und man spreche von einer
Somatisierungsstörung
. Falls von den soma
tischen Ärzten die Situation so beurteilt werde, dann handle es sich aus psychi
atrischer Sicht ganz klar um die Diagnose einer
somatoformen
Schmerzstörung (ICD-10 F 45.4).
Dies könne verschiedene Ursachen haben und nicht nur
inner
seelische
, unbewusste Konflikte, sondern durchaus reale, bewusste Konfliktsitu
ationen
. Dies könnten vorliegend Probleme mit dem
kleinen Sohn
sein
, der viel Macht in der Familie habe
und den Tarif durchgebe, wobei ihn seine Mutter schütze und der Beschwerdeführer als Vater kaum etwas zu sagen habe.
Dr.
H._
führte weiter aus, seines Erachtens bestehe eine
leichte bis mittel
schwere rezidivierende depressive Episode (ICD-10 F-32.0/1),
dies im Sinne einer Komorbidität. Die Ausprägung von leicht bis mittelschwer variiere je nach aktueller Stress- und Belastungssituation (S. 1).
Eine weitere Problematik sei die Therapieresistenz, trotz lege
artis
durchgeführ
ter Therapie.
Schmerzen führten häufig zu Depressionen und umgekehrt. So entstehe dann ein regelrechter Teufelskreis.
Er als Psychiater könne bestätigen, dass die Psyche viele wirklich schwerwiegende Probleme nachahmen könne bis hin zur Querschnittlähmung, Erblindung, Synkopen etc. Eine psychogene Läh
mung habe exakt die gleiche Behinderung zur Folge wie eine körperlich beding
te Lähmung. Der Patient merke keinen Unterschied. Das Gleiche gelte auch für Schmerzen. Zudem könne ein Unfall bei an sich schon psychisch labilen Men
schen, denen adäquate Bewältigungsmechanismen fehlten, der Auslöser einer Dekompensation und Manifestation einer Krise sein und zu persistierenden Symptomen führen (S. 2).
4.2
Dr.
med.
I._
, Facharzt für Nephrologie und für Allgemeine Innere Medizin, stellte in seinem Bericht vom 1
1.
März 2010 (
Urk.
9/57/1-4) folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (
Ziff.
1.1):
lumboradikuläres
Schmerzsyndrom
Gonarthrose links
Depression
Dr.
I._
führte aus, der Beschwerdeführer sei seit September 2007 bei ihm in Behandlung und die letzte Kontrolle sei am 1
1.
März 2010 erfolgt (
Ziff.
1.2). Der Beschwerdeführer leide an chronischen rezidivierenden Schmerzen am Rücken und am linken Knie (
Ziff.
1.4). In der zuletzt ausgeübten Tätigkeit bestehe seit 2007 eine Arbeitsunfähigkeit von 70
%
(
Ziff.
1.6). Eine angepasste Tätigkeit sei im Umfang von 20 Stunden pro Monat zumutbar (
Ziff.
1.7). Es sei mit der Wie
deraufnahme der beruflichen Tätigkeit im Umfang von 30
%
ab 2007 zu rech
nen (
Ziff.
1.9). Eine behinderungsangepasste Tätigkeit sei im Umfang von 30
%
möglich (
Ziff.
3).
4.
3
In seinem Bericht vom 2
1.
März 2010 (
Urk.
9/59/1-4) hielt
Dr.
H._
(vorste
hend E. 4.1) an den von ihm im Bericht vom November 2009 gestellten psychi
atrischen Diagnosen fest und ergänzte diese um einen Status nach Unfall am 1
6.
April 2007 mit
residuellen
Schmerzen der Lendenwirbelsäule (LWS) und Schmerzen im linken Knie (
Ziff.
1.1). Weiter führte
Dr.
H._
aus, es habe sich seit dem letzten Bericht nicht sehr viel geändert und die Symptome seien etwa gleich geblieben. Die Prognose sei gut, wenn der
Patient zu einer Tätigkeit motiviert
werden könne. Was die Schmerzen anbelange, müsse dies von einem
Somatiker
beurteilt werden (
Ziff.
1.4). Es fänden
ledi
glich kurze
Kontrollsitzun
gen
etwa
alle zwei Monate statt (
Ziff.
1.5).
Die Arbeit könne lediglich zu 50
%
in einer angepassten, angemessenen Tätig
keit durchgeführt werden. Der Beschwerdeführer sei durch
Konzentrationsprob
leme
, Verlangsamung, Gedächtnisprobleme und verminderte Belastbarkeit einge
schränkt (
Ziff.
1.7-9).
4.
4
Am 2
1.
Dezember 2010 erstattete
Dr.
B._
das von der Beschwerdegegnerin veranlasste internistisch-rheumatologische Gutach
ten (
Urk.
9/65). Sie
stellte
fol
gende rheumatologische Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (S.
32
Ziff.
7.1):
Lumbovertebralsyndrom
bei mässigen
Spondylarthrosen
L2 bis L4 akzen
tuiert im Segment L4/5 rechts mit
leichtem degenerativen
Diskusbulging
ohne Neurokompression und ohne Spinalkanalstenose
seit Jahren im Wesentlichen unverändert
(MRI November 2010 gegen
über Juli 2007)
ohne
radikuläre
Zeichen
Status nach Treppensturz am 1
6.
April 2007 mit lumbaler Kontusion
Als Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit nannte sie unter ande
rem ein Fibromyalgie-Syndrom sowie Knieschmerzen links mit
leichtgradiger
fokaler
Chondromalazie
in der
Trochlea
, leicht progredient (MRI
November
2010 gegenüber
Juli
2007), nun Grad II bis III, mit leichten degenerativen Ver
änderungen der
Menisci
bei intakten Kreuzbändern und Seitenbändern, seit Jahren bildgebend unverändert bei einem Status nach Treppensturz am 1
6.
April 2007 mit Kontusion des linken Knies (S. 32
Ziff.
7.2).
Eine adäquate medikamentöse Schmerztherapie
finde nicht statt
. Aus rheumato
lo
gischer Sicht erklärten die vorhandenen somatischen Befunde
die
Beschwer
den nicht. In der
Dolorimetrie
zeigten sich sämtliche Tenderpoints, jedoch keine der Kontrollpunkte pathologisch, was die Kriterien für die Diagnose eines Fib
romyalgie-Syndroms erfülle. Bezüglich gezeigte
r
Handkraft dürfte eine
Selbst
limitierung
vorliegen. Das Antidepressivum
Seralin
sei nachweisbar, das Schmerzmittel Olfen knapp unterhalb des therapeutischen Bereichs und das Beruhigungsmittel
Temesta
nicht nachweisbar (S. 33
Ziff.
8).
Der Beschwerdeführer sei durch die eingeschränkte Funktion der LWS limitiert. Er könne Lasten bis 25 kg heben oder tragen, was einem mittelschweren
Belas
tungsniveau
entspreche. Das längere Verharren in
vornübergeneigter
Haltung
ob stehend oder sitzend - sei zu vermeiden. Ebenso seien unerwartete, asym
metrische Lasteinwirkungen auszuschliessen. Eher günstig seien
wechselbelas
tende
Tätigkeiten. Diesem Profil entsprechende angepasste Tätigkeiten könne er zu 100
%
ausüben. Bei den Tätigkeiten als Hilfsarbeiter auf einem Bauernhof, als Umzugsmitarbeiter und fraglich auch in der
Verzinkerei
gebe es Teilbereiche, die er seit dem Unfall vom 1
6.
April 2007 nicht mehr ausüben könne (S. 34 f.
Ziff.
9
.1
).
Zum Beginn der Arbeitsunfähigkeit führte
Dr.
B._
aus, der Beschwerde
führer sei nie langfristig arbeitsunfähig gewesen
. Nicht adaptierte Tätigkeiten habe er ab dem 1
6.
April 2007 nicht mehr ausüben können (S. 35
Ziff.
9.2). In einer adaptierten Tätigkeit bestehe eine Arbeitsfähigkeit von 100
%
(S. 25
Ziff.
9.3).
Im Rahmen der Stellungnahme zu früheren ärztlichen Einschätzungen führte
Dr.
B._
aus, d
as von
Dr.
I._
im März 2010
beschriebene
lumboradiku
läre
Syndrom sei von keinem Facharzt (Rheumatologie/Orthopädie) je festge
stellt worden. Auch eine wesentliche Gonarthrose sei bisher klinisch oder
bild
gebend
nicht beobachtet worden. Unklar sei die Angabe von
Dr.
I._
zur Arbeitsfä
higkeit. Einerseits halte er den Beschwerdeführer
während 20 Stunden pro Monat in einer adaptierten Tätigkeit für arbeitsfähig, was etwa einer Arbeitsfähigkeit von 12
%
entspreche, andererseits schreibe er von einer Arbeitsfähigkeit von 30
%
, was 48 Stunden im Monate ergebe (S. 36
Ziff.
10.4)
.
4.
5
Dr.
H._
(vorstehend E. 4.1)
stellte in seinem Bericht vom
5.
Januar 2013 (
Urk.
9/114
/1-2
) folgende
Diagnosen (S. 1):
somatoforme
Schmerzstörung (ICD-10 F 45.4)
längerdauernde Anpassungsstörung mit Angst und depressiver Verstim
mung (ICD-10 F43.21)
Dr.
H._
führte aus, der Zustand des Beschwerdeführers habe sich nicht wesent
lich verbessert
,
sondern sei etwa gleich geblieben. Seines Erachtens könn
t
e
n
eine Anpassungsstörung und auch eine
somatoforme
Schmerzstörung zu einer Arbeitsunfähigkeit führen. Aus seiner Sicht sei der Patient deswegen
in einer adaptierten Tätigkei
t lediglich zu 50
%
arbeitsfähig
(S. 1). Die
somatofor
men
Schmerzen seien im Gegensatz zu manchen körperlich bedingten Schmer
zen gut therapierbar und damit auch überwindbar. Nur sei dies beim Beschwer
deführer noch nicht der Fall. Er habe noch gar nichts überwunden. Hierzu müsste die Therapie intensiviert und halbstationär oder statio
när durchgeführt werden (S. 2).
4.
6
Die
Gutachterinnen
der
E._
erstatteten am
7.
Mai 2013 das von der
Beschwer
de
gegnerin
veranlasste psychiatrische Gutachten (
Urk.
9/123). Sie stellten fol
gende Diagnosen (S. 14
Ziff.
6):
anhaltende
somatoforme
Schmerzstörung (ICD-10 F45.4)
leichte depressive Episode ohne somatisches Syndrom (ICD-10 F32.00)
Die Gutachterinnen führten aus, in Zusammenhang mit den gestellten Diag
nosen und den damit verbundenen Symptomen wie Grübeln, Sorgen, negativer
Zukunftsperspektive, innere Unruhe, Schuld- und Insuffizienzgefühlen sowie ausgeprägten Ein- und Durchschlafstörungen sei der Beschwerdeführer zu 20
%
arbeitsunfähig im angestammten Beruf als Umzugshelfer. Die schlechten Bewältigungsstrategien des Exploranden, seine eingeschränkte Akzeptanz des Krankheitsmodells und die bestehende Selbstlimitierung sowie die
Dekonditio
nierung
durch bereits über lange Zeit bestehende Arbeitslosigkeit
,
würden einen langsamen Wiedereingliederungsprozess mit Arbeitstraining vor Antritt einer erneuten Anstellung dringend notwendig machen. Die 80%ige Arbeitsfähigkeit müsse also schrittweise und gut begleitet a
ufgebaut werden. Es sei davon aus
zugehen, dass sich die geschilderten Symptome, die zu einer Einschränkung der Arbeitsfähigkeit führten, durch eine regelmässige Arbeitstätigkeit mit entspre
chender Wiedererlangung einer sinngebenden Beschäftigung und Rolle weiter bessern liessen, so dass im längerfristigen Verlauf eine 100%ige Arbeitsfähigkeit erlangt werden könne. Diese Angaben würden sich ebenso auf die Arbeitsfähig
keit in einer angepassten Tätigkeit beziehen (S. 16
Ziff.
8.2-3).
In ihrer diagnostischen Beurteilung führten die Gutachterinnen aus, beim Explo
randen sei in der Vergangenheit mehrfach die Diagnose einer anhaltenden
somatoformen
Schmerzstörung, sowohl vom ambulant behandelnden Psychiater
Dr.
H._
als auch vom psychiatrischen Gutachter
Dr.
A._
gestellt worden. Diese Diagnose müsse auch aktuell gestellt werden. Die diagnostischen Kriterien hierzu seien erfüllt. Der Explorand leide unter einem fast ständig andauernden quälenden Schmerz im unteren Rückenbereich, der sich un
ter Belastung ver
schlechtere und
laut rheumatologischen Vorberichten nicht durch eine physio
logische Ursache erklärt werden könne (S. 14 f.
Ziff.
7).
Die von
Dr.
H._
verordnete
n Medikamente
nehme der Beschwerdeführer laut eigenen Angaben nur sehr unregelmässig an zwei bis drei Tagen in der Woche, quasi als Reservemedikation, ein, da er Medikamenten gegenüber sehr misstrauisch eingestellt sei und befürchte, dass ihm die
Medikamentation
mehr schade als helfe. Ähnlich halte er es mit der von
Dr.
I._
verordneten Schmerzmedikation (S. 11 f.
Ziff.
4.5).
Darüber hinaus bestünden zahlreiche psychosoziale Belastungsfaktoren wie eine schlechte Integration bei Migrationshintergrund, eine schwere Erkrankung der Ehefrau mit erheblichem Betreuungsaufwand und ausgeprägter Besorgtheit sei
tens des Exploranden, sein niedriges Bildungsniveau und die mittlerweile lange andauernde Arbeitslosigkeit, die eine ungünstige Voraussetzung für einen Wi
e
dereinstieg auf dem Arbeitsmarkt darstelle. Des Weiteren habe der Explorand nur wenig Ressourcen, psychische Probleme kognitiv und emotional zu verar
beiten oder adäquat mit Belastungsfaktoren umzugehen, so dass sich diese in
körperlichen Beschwerden äussern würden (S. 15 oben
Ziff.
7). Die depressive Symptomatik sei zuvor bereits von
Dr.
H._
als Anpassungsstörung beschrie
ben worden. Die beim Exploranden vorliegende
Symptomatik mit häufig depressiver Stimmung, Besorgnis und Einschränkung bei der Bewältigung der täglichen Routine sowie der Sorge vor aggressiven Durchbrüchen im Anschluss an ein belastendes Ereignis
,
würde zwar durchaus zum Beschwerdebild einer Anpassungsstörung passen, könne aber aufgrund der Dauer der psychischen Symptome aktuell nicht mehr gestellt werden, so dass zusammenfassend die Diagnose einer leichten depressiven Episode ohne somatisches Syndrom zu stellen sei (S. 15 unten
Ziff.
7).
Zum zeitlichen Ablauf führten die Gutachterinnen aus, laut Beschwerdeführer sei dieser bis zum Unfallereignis im April 2007 psychisch gesund gewesen. Seit
dem sei es im Zusammenhang mit den Schmerzen und der Unfähigkeit einer Arbeit nachzu
gehen
zu einer zunehmenden Verschlechterung des psychischen Zustandsbildes gekommen, die ab Januar 2008 eine ambulante psychiatrische Behandlung erforderlich gemacht habe. Seitdem sei es laut dem Exploranden zwar zu keiner nennenswerten Verbesserung des psychischen Zustandsbildes gekommen, die progressive Verschlechterung sei jedoch gestoppt worden.
Die Gutachterinnen führten aus, d
iese Einschätzung decke sich mit den Angaben des ambulant behandelnden Psychiaters
Dr.
H._
, der den Zustand des Explo
randen über den Behandlungszeitraum als relativ gleichbleibend beschrieben habe (S. 16
Ziff.
8.4).
Dr.
H._
habe sich in seinen Berichten jeweils für eine 50%ige Arbeitsunfähig
keit des Exploranden ausgesprochen, was er in einem Telefonat vom
8.
April 2013 erneut über die gesamte Behandlungsdauer bestätigt hab
e. Der psychiat
rische Gutachter
Dr.
A._
habe sich für eine 40%ige Arbeitsunfähigkeit
des Exploranden ausgesprochen.
Die Gutachterinnen führten aus, die Diskrepanzen in der Beurteilung der Arbeitsfähigkeit seien auf die Miteinbeziehung des Ein
flusses der ausgeprägten psychosozialen Belastungsfaktoren sowie der schlech
ten Bedingungen für eine Überwindung der Symptome, vor allem der Schmer
zen, zurückzu
führen (S. 17
Ziff.
8.7).
Weiter führten die Gutachterinnen aus, beim Explorand
en
liege keine schwer
wiegende psychische Störung vor. Er leide
ihrem Wissen
nach nicht an einer chronischen körperlichen Begleiterkrankung. Es bestehe ein gewisser sozialer Rückzug, wobei
dieser nicht schwerwiegend
sei
. Eine Selbstlimitierung
sei
auf
grund der über die Erkrankung erlangten Konfliktbewältigung sicherlich gege
ben, ebenso hätten bisher trotz konsequenter Therapie nur sehr unbefriedigende Behandlungsergebnisse erzielt werden können. Insgesamt könne jedoch nicht
von einer Unzumutbarkeit der willentlichen Schmerzüberwindung ausgegangen werden. Trotzdem sei aufgrund der
Dekonditionierung
und
Chronifizierung
eine langsame unterstützte Wiedereingliederung in den Arbeitsprozess auf jeden Fall indiziert (S. 17 f. Ziff.
8.9).
5.
5.1
Die Beschwerdegegnerin
stützte ihre
Verfügung
vom
9.
Dezember 2013 (
Urk.
2)
in somatischer Hinsicht auf die rheumatologische Einschätzung von
Dr.
B._
vom Dezember 2010 (vorstehend E. 4.4) und in psychiatrischer Hinsicht auf die Einschätzung der Gutachterinnen der
E._
vom Mai 2013
(vor
stehend E. 4.6) ab
, und ging
damit
von einer seit
der
letzte
n
eingehenden Prü
fung des Rentenanspruch mit Urteil des hiesigen Gerichts vom März 2009 (
Urk.
9/38) unverändert bestehenden Arbeitsfähigkeit
des Beschwerdeführers
von 100
%
in behinderungsangepasster Tätigkeit aus (vorstehend E. 2.1).
5.2
Bezüglich der Beurteilung der
Arbeitsfähigkeit aus somatischer Sicht
ist
nach wie vor
auf das
schon mit Urteil des hiesigen Gerichts vom 2
8.
August 2012 als beweiswertig erklärte (
vgl.
Urk.
9/102 E. 4.3)
internistisch-rheumatologische Gutachten von
Dr.
B._
vom Dezember 2010
abzu
stellen
.
Insbesondere ergaben
auch die übrigen
den somatischen Gesundheitszustand betreffenden medizinischen Berichte nichts, was auf eine
diesbezügliche
Ver
schlechterung des Gesundheitszustandes des Beschwerdeführers
seit
Urt
eil des hiesigen Gerichts vom
2
5.
März 2009 (
Urk.
9/38)
hindeuten würden
.
Wie
Dr.
B._
zu Recht ausführte, sind die Angaben von
Dr.
I._
(vorste
hend E. 4.
2
)
sowohl betreffend
die
Diagnostik als auch betreffend die Arbeitsfä
higkeit des Beschwerdeführers nicht nachvollziehbar. Insbesondere
fehlt es an einer genügenden
Differenzierung zwischen angesta
mmter und angepasster Tätigkeit und die von ihm gestellten Diagnosen entbehren der fachärztlichen Grundlage.
5.3
Zu prüfen ist im Folgenden, ob in psychiatrischer Hinsicht eine Verschlechte
rung des Gesundheitszustandes des Beschwerdeführers eingetreten ist. Nachdem das
psychiatrische
Gutachten von
Dr.
A._
vom November 2011
(
Urk.
9/68 und
Urk.
9/71)
mit Urteil des hiesigen Gerichts vom 2
8.
August 2012 für nicht nachvollziehbar und damit für nicht
beweiswertig
beurteilt
un
d auch festgehal
ten wurde, dass
nicht allein auf die Einschätzung des behandelnden Psy
chiaters
Dr.
H._
abgestellt werden könne
(vgl.
Urk.
9/102 E. 3.7)
, veranlasste die Beschwerdegegnerin eine psychiatrische Begutachtung bei der
E._
.
Diesem
in der Folge
eingeholten
psychiatrische
n
Gutachten, welches
im Mai 2013 erstattet wurde (vorstehend E. 4.
6
),
kommt
genügender
Beweiswert
(vorstehend E. 1.4)
zu
.
So ist es
für die Beantwortung de
r gestellten Fragen umfassend
,
beruht auf den erforderlichen
Untersuchungen,
berücksichtigt die geklagten Beschwerden
und
setzt
sich mit diesen sowie dem Verhalten des Beschwerdeführers ausei
nander. Schliesslich wurde das Gutachten in Kenntnis der
Vorakten
abgegeben, leuchtet in der Darlegung der medizinischen Situation ein und die Schlussfol
gerungen der Expertin
nen sind begründet, so dass für die
Entscheidfindung
darauf abgestellt werden kann.
Daran ändern auch die
Vorbringen des Beschwerdeführers
gegen die Verwert
bar
keit des Gutachtens der
E._
in seinem Einwand
vom
2
2.
November 2013 (
Urk.
9/132)
, welche
n
er als Bestandteil seiner Beschwerde
erklärte
(vorstehend E. 2.2)
,
nichts.
So lassen sich sämtliche von seinem Rechtsvertreter am 2
7.
November 2012 gestellten Zusatzfragen (vgl
.
Urk.
9/11
8) entweder direkt oder aus dem Kontext des Gutachtens
heraus
beantworten. Zudem hatten sich die Gutachterinnen der
E._
auch nicht mehr ausführlich zu dem gerichtlich für nicht schlüssig erklärten Gutachten von
Dr.
A._
zu äussern
,
und wie im Fol
genden
noch
ausgeführt
wird
, handelt es sich
bei der
Frage
der Überwindbarkeit einer
somatof
ormen
Schmerzstörung um eine durch die
Rechtsanwendung
zu prüfende.
5.4
In psychischer Hinsicht
gingen die Gutachterinnen der
E._
im Unter
schied zum Urteil vom März 2009
,
als
noch keine psychische Störung mit Krankheitswert vorlag (vgl.
Urk.
9/38 E. 4), von
eine
r
anhaltende
n
somatoforme
n
Schmerzstö
rung
(ICD-10 F 45.4) und eine
r
leichte
n
depressive
n
Episode ohne somatisches Syndrom (ICD-10 F32.00)
aus und leiteten daraus eine generelle
Einschränkung d
er Arbeitsfähigkeit von 20
%
ab
.
Damit ist entgegen der Begründung in der angefochtenen Verfügung (
Urk.
2 S. 2) aus medizinischer Sicht eine Verände
rung des psychischen Gesundheitszustandes eingetreten. Es stellt sich jedoch die Frage, ob dieser veränderte Gesundheitszustand invalidenversicherungsrechtlich relevante Auswirkungen hat.
5.5
Während
eine leichte depressive Episode ohne somatisches Syndrom (ICD-10 F32.00)
rechtsprechungsgemäss (vgl. dazu das Urteil des Bundesgerichts 9C_506/2014 vom 1
0.
November 2014, E. 4.2)
keine Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit hat,
ist zu beachten, dass
auch eine
fachärztlich (psychiatrisch) diagnostizierte anhalt
ende
somatoforme
Schmerzstörung
als solche noch keine Invalidität
begründet
. Vielmehr besteht eine Vermutung, dass die
somatoforme
Schmerzstörung oder ihre Folgen mit einer zumutbaren Willensanstrengung überwindbar sind. Bestimmte Umstände, welche die Schmerzbewältigung inten
siv und konstant behindern, können den Wiedereinstieg in den Arbeitsprozess
unzumutbar machen, weil die versicherte Person alsdann nicht über die für den Umgang mit den Schmerzen notwendigen Ressourcen verfügt. Ob ein solcher Ausnahmefall vorliegt, entscheidet sich im Einzelfall
anhand verschiedener Kriterien.
Die abschliessende Beantwortung der Frage, ob eine mit zumutbarer
Willens
anstrengung
überwindbare Schmerzstörung und somit eine invalidisierende Gesundheitsschädigung vorliegt oder nicht, ist rechtlicher Natur und obliegt damit nicht den Ärztinnen und Ärzten, sondern den rechtsanwendenden Behör
den (Urteil des Bundesgerichts 8C_195/2008 vom 1
6.
Dezember 2008 E. 6 mit Hinweis).
Im Vordergrund steht die Feststellung einer psychischen Komorbidität von erheb
licher Schwere, Intensität, Ausprägung und Dauer. Massgebend sein kön
nen auch weitere mit gewisser Intensität und Konstanz erfüllte Faktoren, so: chronische körperliche Begleiterkrankungen; ein mehrjähriger,
chronifizierter
Krankheitsverlauf mit unveränderter oder progredienter Symptomatik ohne län
gerdauernde Rückbildung; ein ausgewiesener sozialer Rückzug in allen Belan
gen des Lebens; ein verfestigter, therapeutisch nicht mehr beeinflussbarer innerseelischer Verlauf einer an sich missglückten, psychisch aber entlastenden Konfliktbewältigung (primärer Krankheitsgewinn; „Flucht in die Krankheit"); ein
unbefriedigendes Behandlungsergebnis
trotz konsequent durchgeführter ambulanter und/oder stationärer Behandlung (auch mit unterschiedlichem the
rapeutischem Ansatz) und gescheiterte Rehabilitationsmassnahmen bei vorhan
dener Motivation und Eigenanstrengung (kooperative Haltung) der versicherten Person. Je mehr dieser Kriterien zutreffen und je ausgeprägter sich die entspre
chenden Befunde darstellen, desto eher sind - ausnahmsweise - die Vorausset
zungen für eine zumutbare Willensanstrengung zu verneinen (BGE 130 V 352, 131 V 49 E. 1.2, BGE 139 V 547 E. 3).
5.6
Vorliegend
sind keine Anhaltspunkte
dafür
ersichtlich
, dass die
somatoforme
Schmerzstörung nicht überwindbar wäre.
So liegen weder eine relevante psy
chische
Komorbidität
noch eine objektivierbare chronische körperliche
Begleit
erkrankung
vor. Auch ein vollständiger sozialer Rückzug in allen Belan
gen des Lebens ist nicht ausgewiesen. Mangels konsequent durchgeführter medikamen
töser Therapie
und
Therapieintervallen beim behandelnden Psychia
ter von bis zu zwei Monaten
(vgl. vorstehend E. 4.
3
)
kann auch nicht von einem geschei
terten Behandlungsergebnis trotz sämtlichen Bemühungen gesprochen werden
, zumal der behandelnde Therapeut
Dr.
H._
eine stationäre oder
halb
stationäre
Therapie als notwendig und sinnvoll erachtete (vgl. vorstehend E.
4.5) und diese soweit ersichtlich bislang nicht durchgeführt wurde.
Dies weist vielmehr darauf
hin, dass sich der Beschwerdeführer durch sein psychiatrisches Leiden nicht
erheblich
eingeschränkt fühlt. Verschiedentlich wurde auch auf die
Selbstlimi
tierung
des Beschwerdeführers hingewiesen, so dass auch die vorhandene Moti
vation und Eigenanstrengung in Frage
zu stellen ist
. Bejaht werden kann höchstens das Kriterium des primären Krankheitsgewinnes, wobei dies allein nicht genügt
,
um hier den Ausnahmefall der Unüberwindbarkeit zu begründen.
Daran ändern auch die Ausführung vom behandelnden Psychiater
Dr.
H._
(vorstehend E. 4.
1, 4.3 und 4.5
)
nichts
.
Zum einen hat dieser
als
langjährig behan
delnder Psychiater eine mit einem Hausarzt vergleichbare
auftragsrechtliche Vertrauensstellung inne,
was bei
der
Beweiswürdigung
entsprechend
zu gewichten ist (vgl. BGE 125 V 352 ff.), zum anderen wurde
Dr.
H._
in einer
bei
den Akten liegenden E
-M
ail
vom 2
5.
November 2009
des ehemaligen Rechtsvertreters des Beschwerdeführers
aufgefordert, eine vorgefasste Formu
lierung betreffend den Gesundheitszustand des Beschwerdeführers zu überneh
men
(vgl.
Urk.
9/50/5).
Diese E
-M
ail
vom 2
5.
November 2009
lässt
gewichtige
Zweifel an der
Verwert
barkeit
der von
Dr.
H._
am kommenden Tag im Bericht vom 2
6.
November 2009 (vorstehend E.
4
.
1
)
festgesetzten
und seither fortwährend
bestätigten,
generellen
Einschränkung der Arbeitsfähigkeit
von 50
%
aufkommen. Festzu
halten bleibt, dass sich auch
Dr.
H._
deutlich
für eine Wiederaufnahme der Erwerbtätigkeit
ausgesprochen hatte und weder die von ihm im November 2009 diagnostizierte
leichte bis mittelschwere rezidivierende depre
ssive Episode (ICD-10 F-32.0/1)
noch die im Januar 2013 diagnostizierte
längerdauernde
Anpas
sungsstörung
mit Angst und depressiver Verstimmung (ICD-10 F43.21)
eine der Überwindbarkeit der
somatoformen
Schmerzstörung entgegenstehende
psychi
sche Komorbidität zu begründen vermögen.
5.
7
Aufgrund des Gesagte
n
ist daher festzuhalten, dass sich der Gesundheitszustand des Beschwerdeführers seit
Urt
eil des hiesigen Gerichts vom
2
5.
März 2009 (
Urk.
9/38)
weder in somatischer noch in psychiatrischer Hinsicht in invaliden
versicherungsrechtlich relevanter
Weise
verändert respektive verschlechtert h
at
. Es ist nach wie vor davon auszugehen, dass dem Beschwerdeführer eine
behin
derungs
angepasste
Tätigkeit im Umfang von 100
%
zumutbar ist.
Mangels anderweitiger Vorbringen oder Anhaltspunkte in den Akten
bleibt es
demnach
auch bei dem mit Urteil des hiesigen Gerichts vom 2
5.
März 2009 vorgenom
menen Einkommensvergleich und dem daraus resultierenden rentenausschlies
senden Invaliditätsgrad von 10
%
(
Urk.
9/38 E.
5).
Selbst wenn man
im Übrigen ausnahmsweise
von einer Nichtüberwindbarkeit der Schmerzen ausginge und
damit von einer Arbeitsfähigkeit von 80
%
in angepasster Tätigkeit, würde ein rentenausschliessender Invaliditätsgrad resultieren.
Die Verfügung vom
9.
Dezember 2013 (
Urk.
2) erweist sich demnach als rech
tens, was zur Abweisung der Beschwerde führt.
6
.
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind unabhängig vom Streitwert festzulegen (
Art.
69
Abs.
1
bis
des Bundesgesetz
es
über die Invalidenver
sicherung; IVG
) und auf
Fr.
800.-- anzusetzen. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind sie dem unterliegenden Beschwerdeführer aufzuerlegen, zufolge Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung jedoch einstweilen auf die Gerichtskasse zu nehmen.