# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 896b2f82-fedb-4b28-89d8-3d382249bc8f
**Court:** GR_VG
**Chamber:** GR_VG_004
**Year:** 2020
**Language:** de
**Jurisdiction:** GR / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1. A._ ist Eigentümer eines Einfamilienhauses auf der Parzelle 14063 in
der politischen Gemeinde X._. Mit Veranlagungsverfügung und
Rechnung Nr. 20195615 vom 4. April 2019 wurde A._ eine Gästetaxe
(Jahrespauschale) von Fr. 666.40 für das Jahr 2018 auferlegt.
2. Dagegen erhob A._ am 15. April 2019 Einsprache, welche von der
Gemeinde X._ mit Einspracheentscheid vom 17. März 2020
abgewiesen wurde.
3. Dagegen erhob A._ am 9. April 2020 (Poststempel) Beschwerde an
das Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden. Er machte geltend,
dass die Nettowohnfläche nicht korrekt ermittelt und damit ein zu hoher
Betrag verlangt worden sei.
4. Die Gemeinde X._ teilte dem Verwaltungsgericht am 8. Mai 2020 mit,
dass es den angefochtenen Einspracheentscheid wiedererwägungsweise
aufhebe. Sie wolle den Sachverhalt erneut prüfen um dann neu zu
entscheiden. Das Verfahren könne daher abgeschrieben werden.
5. Mit Verfügung vom 11. Mai 2020 schrieb der zuständige Instruktionsrichter
das Verfahren A 20 15 infolge Anerkennung ab.
6. Am 22. Juli 2020 erliess die Gemeinde X._ einen neuen
Einspracheentscheid zur Einsprache vom 15. April 2019. Die Einsprache
von A._ wurde teilweise gutgeheissen und neu eine anrechenbare
Nettowohnfläche von 91 m2 gemäss Erhebung des Amtes für
Immobilienbewertung angewendet. Im Übrigen wurde die Einsprache
abgewiesen.
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7. Dagegen erhob A._ (nachfolgend Beschwerdeführer) am 17. August
2020 Beschwerde an das Verwaltungsgericht. Er beantragte die
Aufhebung des Einspracheentscheides der Gemeinde X._ vom
22. Juli 2020. Im Wesentlichen machte er geltend, dass die Gemeinde
X._ die erste Beschwerde schriftlich anerkannt habe, dass sie den
Einspracheentscheid vorsätzlich auf einen falschen Sachverhalt gestützt
habe, dass sie sich willkürlich verhalten habe, indem sie ihm Fristen
angesetzt habe, sich selber aber nicht an Fristen von der übergeordneten
Instanz gehalten hätte, dass sie ihren Berechnungen eine vorsätzlich mit
falschem Inhalt erstellte Urkunde zu Grunde gelegt habe, dass sie ihm das
rechtliche Gehör verweigert habe und gegen das Gleichheitsgebot
verstosse.
8. Mit Schreiben vom 25. September 2020 ergänzte der Beschwerdeführer
seine Beschwerde vom 17. August 2020. Seine Beschwerde richte sich
gegen ein steuerliches Einschätzungsverfahren, d.h. gegen eine
verfassungsrechtlich zulässige Kostenanlastungssteuer, welche dem
interkantonalen Doppelbesteuerungsverbot unterstellt sei. Die Gemeinde
X._ habe Steuergeheimnisse und Steuersachverhalte unerlaubt an
einen Dritten weitergegeben.
9. Mit Vernehmlassung vom 5. Oktober 2020 liess die Gemeinde X._
(nachfolgend Beschwerdegegnerin) durch ihren Rechtsvertreter die
Beschwerdeabweisung beantragen. Unter Kosten- und
Entschädigungsfolgen zulasten des Beschwerdeführers.
10. Mit Replik vom 14. Oktober 2020 (Poststempel: 16. Oktober 2020) hielt der
Beschwerdeführer an seinen Anträgen fest und vertiefte seine bisherige
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Argumentation. Mit Duplik vom 29. Oktober 2020 hielt auch die
Beschwerdegegnerin an ihren Anträgen fest.
Auf die weiteren Ausführungen der Parteien in den Rechtsschriften, den
angefochtenen Einspracheentscheid vom 22. Juli 2020 sowie die übrigen
Akten wird, soweit erforderlich, in den nachstehenden Erwägungen
eingegangen.

## Considerations

Der Einzelrichter zieht in Erwägung:
1.1. Gemäss Art. 29 Abs. 2 des Gesetzes über die Gemeinde- und
Kirchensteuern (GKStG; BR 720.200) in Verbindung mit Art. 49 Abs. 1 lit. a
des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege (VRG; BR 370.100)
beurteilt das Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden Beschwerden
gegen kommunale Einspracheentscheide in Steuersachen. Der
angefochtene Einspracheentscheid vom 22. Juli 2020, mit welchem die
Beschwerdegegnerin die Einsprache des Beschwerdeführers abgewiesen
hat und dem Beschwerdeführer zur Zahlung des noch ausstehenden
Betrags von Fr. 34.-- verpflichtet hat, bildet demnach ein taugliches
Anfechtungsobjekt für ein Verfahren vor dem Verwaltungsgericht.
1.2. Da der Streitwert vorliegend Fr. 5'000.-- nicht überschreitet und die
vorliegende Streitsache nicht in Fünferbesetzung zu entscheiden ist, ist die
Zuständigkeit des Einzelrichters gegeben (vgl. Art. 43 Abs. 3 lit. a VRG).
1.3. Beschwerdethema bildet dabei die Rechtmässigkeit (sowie Vertretbarkeit)
des angefochtenen Einspracheentscheides vom 22. Juli 2020. Als
materieller und formeller Adressat des angefochtenen
Einspracheentscheids vom 22. Juli 2020 ist der Beschwerdeführer berührt
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und er weist ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung auf (vgl.
Art. 50 VRG). Auf die zudem frist- und formgerecht eingereichte
Beschwerde (vgl. Art. 38 und Art. 52 Abs. 1 VRG) ist somit einzutreten.
2. Der Beschwerdeführer bringt vor, dass die Beschwerdegegnerin ihm
mehrfach das rechtliche Gehör verweigert habe. Dabei stützt sich der
Beschwerdeführer auf Argumente, welche er in seiner ersten Beschwerde
gegen den Einspracheentscheid vom 17. März 2020 vorgebracht hatte.
Dieser Einspracheentscheid wurde von der Beschwerdegegnerin jedoch in
Wiedererwägung gezogen und am 22. Juli 2020 wurde ein neuer
Einspracheentscheid erlassen. Soweit der Beschwerdeführer nun
vorbringt, die Beschwerdegegnerin habe sich im angefochtenen
Einspracheentscheid vom 22. Juli 2020 nicht mit seinen Ausführungen in
der Beschwerde vom 9. April 2020 auseinandergesetzt, vermag er nicht
durchzudringen. Einerseits hat die Beschwerdegegnerin genau gestützt auf
dieses Verfahren vor Verwaltungsgericht (A 20 15) den angefochenten
Entscheid in Wiedererwägung gezogen. Andererseits verlangt die aus dem
Anspruch auf rechtliches Gehör gemäss Art. 29 Abs. 2 der
Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft (BV; SR 101)
fliessende Begründungspflicht nicht, dass sich die entscheidende Behörde
mit allen Parteistandpunkten auseinandersetzt und jedes einzelne
Vorbringen ausdrücklich wiederlegt. Sie darf sich auf das für den Entscheid
Wesentliche beschränken. Den Betroffenen muss es aber immerhin
möglich sein, sich über die Tragweite des Entscheides Rechenschaft zu
geben und ihn in voller Kenntnis der Sache an die nächsthöhere Instanz
weiterzuziehen. Der Entscheid hat folglich zumindest kurz die
Überlegungen zu nennen, von denen sich die entscheidende Behörde
leiten liess und worauf sie ihren Entscheid stützt (vgl. BGE 143 IV 40
E.3.4.3, 142 III 433 E.4.3.2. m.H.).
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Die Beschwerdegegnerin hat sich mit den vom Beschwerdeführer geltend
gemachten Vorbringen befasst (vgl. beschwerdeführerische Akten [Bf-act.]
1 S. 3 Ziff. 12 ff.). Die Überlegungen von denen sich die
Beschwerdegegnerin leiten liess, gehen aus dem angefochtenen
Einspracheentscheid vom 22. Juli 2020 hervor und können ohne Weiteres
nachvollzogen werden. Gestützt darauf war der Beschwerdeführer denn
auch in der Lage, diesen Einspracheentscheid sachgerecht anzufechten.
Nur weil die Begründung nach Ansicht des Beschwerdeführers nicht zutrifft,
liegt nicht eine Gehörsverletzung vor.
3.1. Zwischen den Parteien herrscht grundsätzlich Einigkeit über die
Abgabepflicht des Beschwerdeführers an sich. Der Beschwerdeführer
macht jedoch geltend, dass die Beschwerdegegnerin die Nettowohnfläche
nicht korrekt ermittelt habe, weshalb ein zu hoher Betrag veranlagt worden
sei. Die Nettowohnfläche betrage 24.594 m2 was die Beschwerdegegnerin
im Verfahren A 20 15 vor dem Verwaltungsgericht anerkannt habe. In der
neuen Einspracheverfügung vom 22. Juli 2020 habe die
Beschwerdegegnerin die anerkannte Nettowohnfläche willkürlich auf 91 m2
festgelegt.
3.2. Die Beschwerdegegnerin führt dagegen aus, dass sie die Beschwerde des
Beschwerdeführers im Verfahren A 20 15 nicht anerkannt habe. Sie habe
sich lediglich bereit erklärt, die erste Veranlagungsverfügung in
Wiedererwägung zu ziehen, was sie dann mit dem Einspracheentscheid
vom 22. Juli 2020 getan habe. Der Beschwerdeführer verkenne
offensichtlich die Folgen, die sich aus der Bereitschaft der
Beschwerdegegnerin ergeben, die erste Verfügung in Wiedererwägung zu
ziehen. In Wiedererwägung ziehen sei nicht gleichzusetzen mit dem
Anerkennen der Beschwerde.
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Sodann bestreitet die Beschwerdegegnerin, dass sie die Nettowohnfläche
von 91 m2 im Einspracheentscheid vom 22. Juli 2020 vorsätzlich falsch
dargestellt habe. Die Nettowohnfläche entspreche der Nutzfläche pro
Wohnung gemäss der Schätzungseröffnung des Amts für
Schätzungswesen. Die aktuelle Schätzung des Amtes für
Schätzungswesen (heute Amt für Immobilienbewertung AIB) datiere vom
24. Oktober 2019 (vgl. beschwerdegegnerische Akten [Bg-act.] 2). Darin
werde für das Einfamilienhaus auf der Parzelle 14063 eine
Nettowohnfläche von 91 m2 festgelegt. Die Beschwerdegegnerin sei im
Rahmen des Vollzugs des Tourismusgesetzes grundsätzlich an die
amtliche Schätzung des kantonalen Amtes für Immobilienbewertung
gebunden. Eine Änderung der Nettowohnfläche käme nur bei einer
Neueinschätzung der Nettowohnfläche durch das zuständige kantonale
Amt in Frage.
3.3. Gemäss Art. 10 Abs. 1 des Gesetzes über Gäste- und Tourismustaxen der
Gemeinde X._ (nachfolgend TG; 83.1) haben Gästetaxenpflichtige
Eigentümer, Nutzniesser und Dauermieter von Ferienwohnungen die
Gästetaxe unabhängig von Dauer und Häufigkeit des Aufenthalts in Form
einer Jahrespauschale zu entrichten, welche auf einer durchschnittlichen
Anzahl an Übernachtungen in einer Wohnung pro Jahr beruht. Die
obligatorische Jahrespauschale beträgt pro Quadratmeter
Nettowohnfläche und Jahr 6.50 bis 12 Franken (Art. 10 Abs. 3 TG). Dabei
entspricht die Nettowohnfläche der Nutzfläche pro Wohnung gemäss der
Schätzungseröffnung des Amts für Schätzungswesen (vgl. Art. 4 lit. f TG).
Gemäss Art. 21 TG in Verbindung mit Art. 11 lit. b der Verordnung über
Gäste- und Tourismustaxen der Gemeinde X._ (nachfolgend TV;
83.11) betragen die Abgaben in der Zone B – in welcher sich die Parzelle
des Beschwerdeführers befindet – 85 Prozent der festgelegten Ansätze.
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3.4. Dem Beschwerdeführer ist insoweit nicht zu folgen, als er behauptet, die
Beschwerdegegnerin habe im Verfahren A 20 15 vor dem
Verwaltungsgericht anerkannt, dass die Nettowohnfläche 24.594 m2
betrage. Vielmehr hat sie den angefochtenen Einspracheentscheid
aufgehoben. Das Wort "Anerkennung" hat lediglich der Richter bei der
Festlegung der Kostentragung verwendet. Aus den Akten ist nirgends
ersichtlich, dass die Beschwerdegegnerin die Nettowohnfläche von
24.594 m2 anerkannt hat.
Vorliegend beträgt die Nettowohnfläche gemäss der rechtskräftigen
Schätzung vom 24. Oktober 2019 insgesamt 91 m2. Darauf hat sich die
Beschwerdegegnerin zu Recht gestützt. Die Gemeinde hat folglich für das
Jahr 2018 eine Gästetaxe in der Höhe von Fr. 618.80 (91 m2 x 0.85 x
Fr. 8.--) erheben dürfen. Was sie gemäss Einspracheentscheid vom
22. Juli 2020 auch tat (Fr. 666.40 - Fr. 47.60).
Überdies passte sie auch die Rechnungen für die Jahre 2015, 2016 und
2017 zu Gunsten des Beschwerdeführers an, weshalb ihm nach Abzug der
Zahlung vom April 2019 (Fr. 442.--) lediglich Fr. 34.-- für die
Jahrespauschale 2018 in Rechnung gestellt wurden (vgl. Bf-act. 1 S. 3 f.).
4. Der Beschwerdeführer bringt weiter vor, dass die Beschwerdegegnerin
willkürlich gehandelt habe, indem sie privaten Personen Fristen setze, sich
selber aber nicht an Fristen von der übergeordneten Instanz halte. Im
Rahmen der ersten Beschwerde des Beschwerdeführers an das
Verwaltungsgericht setzte der Instruktionsrichter der Beschwerdegegnerin
eine Frist zur Vernehmlassung bis zum 11. Mai 2020. Mit der
Beschwerdegegnerin ist festzuhalten, dass diese mit Schreiben vom 8. Mai
2020, wonach die Gemeinde den ersten Einspracheentscheid in
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Wiedererwägung ziehe, fristgerecht der Aufforderung zur Vernehmlassung
nachgekommen ist. Mit der Beschwerdegegnerin ist weiter festzuhalten,
dass es für den Erlass des in Wiedererwägung gezogenen ersten
Einspracheentscheides keine Frist gab. Die Beschwerdegegnerin konnte
folglich keine Frist versäumen, weshalb die diesbezügliche Rüge des
Beschwerdeführers unbegründet ist.
5. Sodann bringt der Beschwerdeführer vor, dass die Berechnung
"Nettowohnfläche nach SIA 416" vom 24. Oktober 2019 (vgl. Bg-act. 2)
unrichtig sei. Das Amt für Schätzungswesen habe willkürliche Annahmen
der Masse getroffen, als es für die Verkehrsflächen im Gang des 2. OG
5.73 m x 1.73 m angenommen habe. Diesbezüglich kann wie oben
festgehalten werden, dass die "Berechnung Nettowohnfläche nach SIA
416" vom 24. Oktober 2019, wonach die Nettowohnfläche 91 m2 beträgt,
rechtskräftig ist und war (vgl. Art. 19 Abs. 1 des Gesetzes über die
amtlichen Immobilienbewertungen). Es wäre dem Beschwerdeführer
unbenommen gewesen die amtliche Bewertung anzufechten oder eine
Neubewertung zu verlangen, wenn er der Ansicht war, dass die vom Amt
für Immobilienbewertung ermittelte Nettowohnfläche falsch ist. Die
Beschwerdegegnerin durfte sich folglich zu Recht darauf abstützen
6.1. Weiter macht der Beschwerdeführer geltend, dass es gegen das
Gleichheitsgebot von Art. 8 BV verstosse, wenn dem Privatanbieter,
welcher in seinem eigenen Haus wohne und ein Zimmer an Feriengäste
vermiete nach Art. 9 Abs. 2 lit. c TG eine Jahrespauschale pro Zimmer
berechnet werde, ihm und seiner Ehefrau hingegen zusätzlich zu den
Zimmern auch Küchen, Wände, Gänge, Bad und Treppen bei der
Veranlagung berücksichtigt werden.
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6.2. Mit der Beschwerdegegnerin ist festzuhalten, dass die Rechtsgleichheit
verletzt ist, wenn Gleiches nicht nach Massgabe seiner Gleichheit gleich
oder Ungleiches nicht nach Massgabe seiner Ungleichheit ungleich
behandelt wird (vgl. BGE 136 II 130 E.3.3.2 m.H.). Der Beschwerdeführer
verkennt, dass die Situation einer Person mit Wohnsitz in der Gemeinde
nicht der Situation eines Besitzers einer Ferienwohnung entspricht. Allein
schon diese Tatsache rechtfertigt eine unterschiedliche Behandlung, weil
die ortsansässige Person für die von Beschwerdeführer vorgebrachten
Bauten über die ordentliche Einkommens- und Vermögenssteuer besteuert
wird. Auch diese Rüge ist unbegründet.
7.1. Der Beschwerdeführer macht unter Bezugnahme auf das
Bundesgerichtsurteil 2C_1049/2017 vom 15. April 2019 geltend, dass der
Grundsatz der Mässigkeit der Abgabe verletzt werde.
7.2. Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung bedeutet die Tatsache, dass
die Kurtaxe eine Steuer darstellt – entgegen der Ansicht des
Beschwerdeführers – noch nicht, dass sie nicht von Einwohnern anderer
Kantone erhoben werden darf (vgl. BGE 102 Ia 143 E.2a).
7.3. Kurtaxen und dergleichen, welche von Kurgästen oder Eigentümern von
Ferienhäusern erhoben werden, werden vom Bundesgericht regelmässig
als rechtsgleich (Art. 8 Abs. 1 BV) und mit dem Verbot der interkantonalen
Doppelbesteuerung (Art. 127 Abs. 3 BV) vereinbar eingeschätzt, soweit die
Kurtaxe nicht als (allgemeine) Aufenthaltssteuer ausgestaltet ist. Als
verfassungsrechtlich zulässige Kostenanlastungssteuer kann die
Gästetaxe freilich nur solange qualifiziert werden, als sie ausschliesslich
dem genannten Kostenanlastungszweck dient und nicht zur Finanzierung
allgemeiner Gemeindeaufgaben herangezogen wird, deren Kosten
üblicherweise aus dem Ertrag der ordentlichen Steuern bestritten werden.
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Erforderlich ist überdies, dass die Abgabe betragsmässig von geringer
Höhe ist, was jedenfalls ausschliesst, dass sie sich in der Grössenordnung
jener Steuern bewegt, welche die abgabepflichtige Person bei Wohnsitz
am betreffenden Ort von ihrem Erwerbseinkommen und Vermögen zu
bezahlen hätte (vgl. BGE 102 Ia 143 E.2a; Urteile des Bundesgerichts
2C_1049/2017 vom 15. April 2019 E.4.2, 2C_519/2016 vom 4. September
2017 E.3.5.4, 2C_712/2015 und 2C_794/2015 vom 22. Februar 2016
E.3.3.3, 2P.111/2002 vom 13. Dezember 2002 E.3; MARANTELLI,
Grundprobleme des schweizerischen Tourismusabgaberechts, Diss., Bern
1991, S. 50 ff.).
7.4. Dass die Gästetaxe vorliegend zweckwidrig verwendet würde, macht der
Beschwerdeführer nicht geltend, rügt jedoch die Höhe der Gästetaxe. Es
liegt auf der Hand, dass die vorliegend strittige Gästetaxe in der Höhe von
Fr. 618.80 einen geringfügigen Betrag darstellt. Bei einem steuerbaren
Einkommen von Fr. 18'000.-- würde der Beschwerdeführer zwar keine
Einkommenssteuern in der Gemeinde X._ oder im Kanton
Graubünden zahlen, die Angabe in der Rechtsprechung dient jedoch nicht
dazu, allfällige Personen ohne Einkommen von der Gästetaxenpflicht zu
befreien. Sie dient als Grenzwert zur Ermittlung, wann die Gästetaxe nicht
mehr als geringfügig eingestuft werden kann. Gemäss
Beschwerdegegnerin liege die durchschnittliche Steuerauslastung in der
Gemeinde im Jahre 2018 bei rund Fr. 2'992.20. Die dem Beschwerdeführer
auferlegten Fr. 618.80 sind um ein vielfaches tiefer und es kann von einer
geringfügigen Abgabe gesprochen werden.
8. Sodann macht der Beschwerdeführer noch eine unzulässige
Doppelbesteuerung geltend. Eine gegen Art. 127 Abs. 3 BV verstossende
interkantonale Doppelbesteuerung liegt indes nur vor, wenn eine
steuerpflichtige Person von zwei oder mehreren Kantonen für das gleiche
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Steuerobjekt und für die gleiche Zeit zu Steuern herangezogen wird
(aktuelle Doppelbesteuerung) oder wenn ein Kanton in Verletzung der
geltenden Kollisionsnormen seine Steuerhoheit überschreitet und eine
Steuer erhebt, die einem anderen Kanton zusteht (virtuelle
Doppelbesteuerung) (vgl. Urteil des Bundesgerichts 2C_627/2017 vom
1. Februar 2019 E.2.1). Im vorliegenden Fall ist der Beschwerdeführer zwar
im Kanton Zürich und Graubünden Steuersubjekt. Das Steuerobjekt sind
vorliegend jedoch die Anzahl Übernachtungen und nicht das steuerbare
Vermögen und Einkommen. Mangels Identität des Steuerobjekts ist folglich
eine interkantonale Doppelbesteuerung zu verneinen.
9. Soweit der Beschwerdeführer in seiner Ergänzung zur Beschwerde vom
25. September 2020 vorbringt, dass Art. 122 Abs. 2 des Steuergesetzes für
den Kanton Graubünden (StG; BR 720.000) durch die
Beschwerdegegnerin verletzt worden sei, ist ihm nicht zu folgen.
Das Steuergeheimnis dient zunächst dem grund- und zivilrechtlich
gesicherten Persönlichkeitsschutz sowie der Wahrung von
Geschäftsgeheimnissen des Steuerpflichtigen. Es geht insofern über das
Amtsgeheimnis hinaus, als der Steuerpflichtige aufgrund seiner sehr
weitreichenden Offenlegungspflicht (Deklarations- und Auskunftspflicht) als
besonders schutzbedürftig erscheint und eine Durchbrechung des
Geheimnisses aus diesem Grund lediglich in besonderen Fällen gestattet
ist, in denen das Geheimhaltungsinteresse überwiegende Interessen
bestehen. Das Steuergeheimnis dient aber mittelbar auch der
Sachverhaltsermittlung im Veranlagungsverfahren. Es erleichtert
auskunftspflichtigen Dritten die ihnen obliegende Offenlegung, indem sie
darauf vertrauen können, dass die gegenüber den Steuerbehörden
offengelegten Informationen nicht allgemein bekannt werden (vgl. Urteil
des Bundesgerichts 1C_598/2014 vom 18. April 2016 E.3.2 m.H.). Gemäss
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bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist die amtliche Funktion und nicht die
Stellung der betreffenden Person massgeblich (vgl. BGE 76 IV 151 m.H.,
sowie Praxisfestlegung der Steuerverwaltung Graubünden Ziff. 3.3
<https://www.gr.ch/DE/institutionen/verwaltung/dfg/stv/dokumentation/pra
xis/Verfahren/122-01.pdf> [zuletzt besucht am 11. November 2020]). Der Beizug eines Anwalts steht zweifellos nicht nur dem Bürger, sondern auch
der Gemeinde zu. Der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin vertritt
diese im Verfahren vor dem Verwaltungsgericht und übernimmt somit
diesbezüglich eine amtliche Aufgabe, d.h. auch er selbst ist zur Wahrung
des Steuergeheimnisses verpflichtet. Selbst wenn dies nicht der Fall wäre,
ist er gemäss Art. 13 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Freizügigkeit der
Anwältinnen und Anwälte (Anwaltsgesetz; BGFA; SR 935.61) zur
umfassenden Wahrung der durch die Beschwerdegegnerin anvertrauten
Informationen verpflichtet. Diese Rüge ist somit ebenfalls unbegründet.
10. Zusammenfassend kann folglich festgehalten werden, dass die
Beschwerdegegnerin dem Beschwerdeführer für das Jahr 2018 zu Recht
eine Gästetaxe von Fr. 618.80 auferlegt hat. Der angefochtene
Einspracheentscheid vom 22. Juli 2020 erweist sich somit als rechtens,
weshalb die Beschwerde abzuweisen ist.
11. Die übrigen Vorbringen, betreffend das angeblich strafbare Verhalten
anderer Personen, bilden nicht Gegenstand des vorliegenden Verfahrens.
Sofern der Beschwerdeführer der Ansicht ist, dass strafbare Handlungen
vorliegen, kann er diese bei der Kantonspolizei oder der Staatsanwaltschaft
zur Anzeige bringen.
12. Bei diesem Verfahrensausgang hat der Beschwerdeführer als
unterliegende Partei die Kosten des vorliegenden Verfahrens zu tragen
(Art. 73 Abs. 1 VRG). Der in ihrem amtlichen Wirkungskreis obsiegenden
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Beschwerdegegnerin steht keine Parteientschädigung zu (Art. 78 Abs. 2
VRG). Die Staatsgebühr wird gestützt auf Art. 75 Abs. 2 VRG auf Fr. 1'000.-
- festgesetzt.