# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** f9911b0f-d3e0-4754-a789-fecfccd85d5e
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2014
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** 

## Facts

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1963,
arbeitete
seit
1.
Januar 2011
bei der
Y._
AG
als M
e
rch
a
ndiserin und war in dieser Eig
enschaft bei der
Mutuel
Assurances SA
(nachfolgendend: Mutuel) gegen die Folgen von Unfällen versichert
(
Urk.
8/1)
.
Nach einem Sturz auf das rechte Knie suchte die Versi
cherte am 17. Januar 2012 ihren Hausarzt Dr.
med.
Z._
, FMH für Allge
meine Medizin, auf. Dr. Z._
diagnostizierte eine Kniedistorsion und verordnete Medikam
ente und Physiotherapie. Am 31.
Januar 2012 stellte er eine deutliche Besserung des
Knies fest (Urk. 8/24). Am 20.
Februar 2012 klagte die Versicherte über starke Schmerzen im rechten Unterschenkel; in der Folge veran
lasste Dr. Z._
eine Duplexsonografie der Beinvenen rechts sowie ein MRT des rechten Knies im Kreisspital
A._ (Urk.
8/19: Berichte üb
er die Duplexsonografie vom 20.
Februar 2012 sowie über das MRT vom 12. März 2012).
Am 2
7.
März 2012
wurde
im Spital
B._
eine Arthroskopie des rechten Kniegelenks mit Innenmeniskus-Teilresektion und Refixation der P
li
ca mediopatellaris
durchgeführt
(Urk.
8/11).
Am 12.
Juni 2012 meldete die Arbeitgeberin der Mutuel
, dass die Versicherte seit 26.
März 2012 infolge eines nicht näher bezeichneten U
nfalls arbeitsunfähig sei (Urk.
8/1).
Die Versicherte konsultier
t
e
am
3.
Juli 2012
Dr.
med.
D._
, FMH Orthopädische Chirurgie (
Urk.
8/24) und
begab sich
in der Folge ebenfalls
zur Behandlung in die
E._ Klinik (Urk.
8/10)
.
Am 8.
Juli 2012 beantwortete
X._
d
ie zusätzlichen Frage
n der Mutuel zur Schadenmeldung und
führte aus, dass sie am 1
1.
Januar 2012 auf das rechte Knie gestürzt sei
(Urk. 8/4).
Die Mutuel tätig
t
e Abklärungen zum medizinischen Sachverhalt (Urk.
8/10-11
, Urk.
8/19
-21
) und befrag
t
e die Ver
sicherte am 17.
Oktober 2012 (
Urk.
8/12).
Ferner zog sie die Akten des Kranken
taggeldversicherers, der
F._
, bei (
Urk.
8/24).
Hernach legte sie das Dossier ihrem beratenden Arzt
,
Dr.
med.
G._
, Facharzt FMH Chirurgie, zur Beurteilung vor (Beurteilung vom 1
6.
Januar 2013, Urk. 8/26).
1.2
Mit Verfügung vom
7.
Februar 2013
stellte die Mutuel ihre Leistun
gen rück
wirkend per
3
1.
Januar
2012 ein (
Urk.
8/29). Dagegen erhob die Kranken
ver
si
cherung von
X._
, die
H._
Schweizerische Kranken- und Unfallver
sicherung AG, am 2
7.
Februar 2013 Einsprache (Urk. 8/30), wel
che sie am 2.
April 2011 wieder zurückzog (
Urk.
8/34). Die Ver
sicherte erhob mit Eingabe vom 1
1.
März 2013 ebenfalls Einsprache (Urk. 8/32, mit Ein
sprachebegründung vom 1
9.
April 2013,
Urk.
8/35). Diese wies d
ie Mutuel mit
E
ntscheid vom 1
0.
Okto
ber 2013 (
Urk.
2) ab.
2.
Dagegen erhob
X._
am 1
3.
November 2013 Beschwerde und beantragte, in Aufhebung des angefochtenen Entscheids vom 1
0.
Oktober 2013 seien ihr die
versicherten
Leistungen
zu
zu
sprechen. Eventualiter sei die Angele
genheit für Abklärungen und
zur
Neuverfügung an die Beschwerdegegnerin zu
rück
zuweisen (
Urk.
1 S. 1).
Mit Beschwerdeantwort vom 2
0.
Dezember 2013 be
antragte die Beschwerdegegnerin Abweisu
ng der Beschwerde (
Urk.
7 S. 9
, unter Beilage ihrer Akten,
Urk.
8/1-40
), was der Beschwerdeführerin mit Schreiben vom
6.
Januar 2014 zur Kenntnis ge
bracht wurde (
Urk.
9).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Gemäss
Art.
6
des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG)
wer
-
den
–
soweit das Gesetz nichts anderes bestimmt
–
die Versicherungs
leistungen bei Berufsunfällen, Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten gewährt (
Abs.
1). Der Bundesrat kann Körperschädigungen, die den Folgen eines Unfalles ähnlich sind, in die Versicherung ein
beziehen (
Abs.
2).
1.2
Ein Unfall ist gemäss
Art.
4
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG)
die plötzliche, nicht beabsichtigte schädi
gende Einwirkung eines ungewöhnlichen äusseren Faktors auf den menschli
chen Körper, die eine Beeinträchtigung der körperlichen oder geistigen Gesund
heit oder den Tod zur Folge hat.
1.3
Wird durch den Unfall ein krank
hafter Vorzustand verschlimmert oder über
haupt erst manifest, fällt der natür
liche Kausalzusammenhang dahin, wenn und sobald der Gesund
heits
schaden nur noch und ausschliesslich auf unfallfremden Ursachen beruht. Dies trifft dann zu, wenn entweder der Gesundheitszustand, wie er unmittelbar vor dem Unfall bestanden hat (Status quo ante) oder aber derjenige Zustand, wie er sich nach dem schicksalsmässigen Verlauf eines krankhaften Vorzustandes auch ohne Unfall früher oder später eingestellt hätte (Status quo sine), erreicht ist (RKUV 1992 Nr. U 142 S. 75 E. 4b mit Hinweisen; nicht publiziertes Urteil des Bundesgerichts U 172/94 vom 2
6.
April 1995). Das Dahinfallen jeder kausalen Bedeutung von unfallbedingten Ursachen eines Gesundheitsschadens muss mit dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sein (RKUV 2000 Nr. U 363 S. 45; BGE 119 V 7 E. 3c/aa). Da es sich hiebei um eine
anspruchsaufhebende Tatfrage handelt, liegt aber die entsprechende Beweislast
–
anders als bei der Frage, ob ein leistungsbegründender natürlicher Kausalzu
sammenhang gegeben ist
–
nicht bei der versicherten Person, sondern beim Unfallversicherer (RKUV 1994 Nr. U 206 S. 328 f. E. 3b, 1992 Nr. U 142 S. 76).
1.
4
Auch den Berichten und Gutachten versicherungsinterner Ärzte und Ärztinnen kommt Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen. Die Tatsache allein, dass der befragte Arzt oder die befragte Ärztin in einem Anstellungsverhältnis zum Versicherungsträger steht, lässt nicht schon auf mangelnde Objektivität und auf Befangenheit schliessen. Es bedarf vielmehr besonderer Umstände, welche das Misstrauen in die Unpar
teilichkeit der Beurteilung objektiv als begründet erscheinen lassen. Im Hinblick auf die erhebliche Bedeutung, welche den Arztberichten im Sozialversiche
rungsrecht zukommt, ist an die Unparteilichkeit des Gutachters oder der Gut
achterin allerdings ein strenger Massstab anzulegen (RKUV 1999 Nr. U 356
S.
572; BGE 122 V 157 E. 1c; vgl. auch 123 V 331 E. 1c).
2.
2.1
Strittig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegnerin für die ge
klagten Beschwer
den auch über den 31. Januar 2012 hinaus leistungspflichtig
ist, mit
hin ob diese Beschwerden noch in einem Kau
sal
zusammenhang zum geltend gemachten Unfall vom 1
1.
Januar 2012 stehen.
2.2
Die Beschwerdegegnerin führte im angefochtenen Einspracheentscheid vom 10. Oktober 2013 (Urk. 2) aus, gemäss den medizinischen Unterlagen und
der
Beurteilung ihres beratenden Arztes
Dr.
G._
sei
der natürliche Kausal
zu
sammenhang zwischen dem Ereignis vom Januar 2012 und de
m
am 27. März 2012 operierten Meniskusriss beziehungsweise
den weiteren Kniebeschwerden nicht mit dem erforderlichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit
gegeben. A
ufgrund des beschriebenen Hergangs des Ereignisses
wären ausser
dem
weder die Voraussetzungen des Unfallbegriffes nach
Art.
4 ATSG noch der un
fallähnlichen Körperschädigung im Sinne von
Art.
9
Abs.
2 der Verordnung über die Unfallversicherung (UVV) erfüllt (
Urk.
2 S. 7).
2.
3
Die Beschwerdeführerin bringt
dagegen
im Wesentlichen
vor, dass
Dr.
G._
zu Unrecht aus Drittberichten vermein
t
liche medizinische Tatsachen übernom
men habe, weswegen nicht auf seine Beurteilung abgestellt werden könne. Ent
gegen der Auffassung von
Dr.
G._
leide sie
– wenn überhaupt – unter einer gering
g
radigen Adipositas, welche kaum
Auswirkungen auf die Gelenke haben
dürfte
. Durch den Bericht zur MRI-Untersuchung vom 1
2.
März 2012 seien eine mediale Meniskushinterhornläsion im Sinne eines kleineren radiären Risses und ein etwas subluxiert stehender Meniskus mit relativ auch etwas degenerierter osteophytärer Ausziehung femorotibial medialseitig
dokumentiert
(
Urk.
1 S. 4).
Im Zeitpunkt des Unfallereignisses habe allenfalls eine beginnende Arthrose vorgelegen. Mit dem Unfall sei es zu einer richtung
gebenden Ver
schlimmerung gekommen. Zu
mindest die Meniskusläsion müsse dem Unfaller
eignis zugerechnet werden. Sie habe über zwei Monate auf den operativen Ein
griff warten müssen. Es sei über
wiegend wahr
scheinlich, dass der Meniskusbe
fund in der Folge für ein Fortschreiten der Gonarthrose gesorgt habe.
Schliess
lich rügt sie, dass die Be
schwerdegegnerin
zu Unrecht nicht geprüft
habe
, ob eine unfallähnliche Kö
r
perschädigung vorliege (
Urk.
1 S. 5).
3.
3.1
Dr.
Z._
diagnostizierte am 1
7.
Januar 2012 eine Kniedistorsion rechts.
Bei der Untersuchung vom 3
1.
Januar 2012 berichtete die Beschwerdeführerin
gegenüber
Dr.
Z._
, dass es mit dem Knie deutlich besser gehe.
Dr.
Z._
stellte keinen Kniegelenkserguss fest und es wurde kein Kompressionsschmerz, jedoch ein Dehnschmerz des medialen Seitenbandes angegeben.
Nach dieser Untersuchung diagnostizierte
Dr.
Z._
eine Seitenbandläsion
(
Urk.
8/24)
.
3.2
Bei der
Duplexsonografie der Beinvenen rechts im Kreisspital
A._
vom 2
0.
Februar 2012
liess
sich kein Hinweis auf eine frische tiefe Bein
venen
thrombo
se oder gröbere postthrombotische Veränderung
sowie
kein Hin
weis auf
ein Kniegelenkserguss oder eine Bakerzyste
finden
(Urk. 8/19).
3.3
Das
von
Dr.
I._
, leitender Arzt
am
Kreisspital
A._
,
befun
dete
MRT des rechten Knies
vom 1
2.
März 2012
zeigte
eine
mediale Menis
kus
hinterhorn
läsion im Sinne eines kleineren
radiären Riss
es
,
ein etwas subluxiert stehender medialer Meniskus mit reaktiv auch etwas degenerativer osteophy
tä
rer Ausziehung femorotibial medialseitig mit ansonsten unauffälligen Knie
bin
nenstrukturen (
Urk.
8/19).
3.
4
Am 2
7.
März 2012 wurde im Spital
B._
eine Arthroskopie des rechten Knie
gelenks mit Innenmeniskus-Teilresektion und Refixation der P
li
ca medio
patellaris durchgeführt (
Urk.
8/11).
Dem Bericht der
Ärzte des Spitals
B._
vom
selben Tag sind die Diagnosen
Innenmeniskus-Hinterhorn
ruptur
rechtes Kniegelenk, Chondromalazie III.
Grades
med
ialer Femurkondylus sowie b
reite
P
li
ca mediopatellaris
zu entnehmen
(Urk. 8/11). Sie führten aus, d
ie Be
schwer
deführerin habe vor ca. sechs Wochen ein Distorsionstrauma des rechten Knies
erlitten und habe seither zunehmende Schmerzen im medialen Kniege
lenkspalt
. Bei deutlichen Meniskuszeichen in der klinischen Untersuchung und Nachweis einer Radiärruptur am Übergang von Pars intermedia zum Hinterhorn im MRT sei
die Operationsindikation gegeben
gewesen
. Der postoperative Ver
lauf ge
stalte sich komplikationslos (Urk. 8/11).
In seinem Bericht vom 3
1.
Mai 2012
hielt
Dr.
med.
J._
, leitender Arzt
Chirurgie,
Spital
B._
,
fest,
posto
perativ gebe es keine Meniskusreste, die im Gelenk stören könnten. Der immer wiederkehrende Kniegelenkserguss sowie die unterstützende Bakerzyste würden auf der Weiterentwicklung der Femoropatellargelenksarthrose beruhen
. Die kör
perliche Untersuchung zeige einen sehr geringen Kniegelenkserguss mit einer prall
elastisch
gefüllten
Bakerzyste. Der mediale Kniegelenkspalt sei nicht schmerzhaft
(Urk. 8/24).
3.
5
Bei der MR
T
-Untersuchung des rechten Kniegelenks im Stadtspital
K._
vom 29. Mai 2012 zeigte sich eine schwere mediale Femorotibialgelenksarthrose mit bis auf den Knochen reichender Knorpelverschmälerung und reaktiven sub
chondralen Oedemzonen, ein bei Zustand nach Teilmeniskektomie verkürzter medialer Meniskus in der Pars intermedia und im Hinterhorn mit degenerativ veränder
tem Restmeniskus, eine mässiggradige Femoropatellargelenksarthrose, ein mässiger Gelenkerguss sowie eine kleine Bakerzyste (Urk. 8/20).
3.6
Dr. med.
D._
, FMH Orthopädische Chirurgie, stellte im Bericht vom
4.
Juli 2012 die Diagnosen Varusgonarthrose rechts und Status nach Knie
arthroskopie
. Die Beschwerdeführerin sei zu 100
%
arbeitsunfähig
(Urk. 8/24).
3.
7
Den
Bericht
en
der
E._
Klinik
vom
5.
und 2
3.
Juli
sowie
9.
August
2012 sind die Diagnosen
Verdacht auf Ar
th
rofibrose rechts mit/bei beginn
ender medialer Gonarthrose und Status nach zweifacher Kniegelenkspunktion ohne mi
kr
obielles Wachstum sowie Status nach arthroskopischer medialer Teilmenis
kekt
omie und Resektion der P
li
ca mediopatellaris bei Innenmeniskushinterhorn
ruptur sowie breiter P
li
ca mediopatellaris und die Nebendiagnose Adipositas per magna zu entnehmen
(
Urk.
8/10)
.
Am 2
4.
September 2012 wurde
die
Beschwerdeführer
in
von
Dr.
med.
L._
, Oberarzt Rheumatologie,
E._
Klinik, untersucht.
Dr.
L._
diagnosti
zierte im Bericht vom 2
5.
September 2012
eine
s
ymptomatische Gonarthrose rechts mit/bei möglicher Arthrofibrose bei Bewegungseinschränkung und Status nach medialer Teilmeniskektomie bei Meniskusläsion sowie Adipo
sitas
. Aus rheumatologischer Sicht sei die Beschwerdeführerin in ihren bisherigen Tätig
keiten nach wie vor zu 100
%
arbeitsunfähig (
Urk.
8/10
)
.
Mit
Bericht vom 22. November 2012
hielt er fest, aus rheumatologischer Sicht sei eine Arbeits
unfähigkeit von 100
%
für die ursprüngliche
n
Tätigkeiten weiterhin
zu
bestäti
gen (
Urk.
8/24).
3.
8
In seinem Schreiben vom 1
5.
Oktober 2012 führte der Hausarzt der Beschwerde
führerin
,
Dr.
Z._
aus
,
dass deren
„Geschichte“
am
1
7.
Januar 2012 mit einem Sturz auf der Treppe auf das rechte Knie begonnen habe. In der Folge seien massive Knieschmerzen sowie Belastungs- und Arbeitsunfähigkeit aufgetreten, da das Gewicht nicht getragen werden könne bei Adipositas (BMI 36). Nun sei eine symptomatische Gonarthrose rechts mit Verdacht auf mögliche Artho
fib
rose bei Bewegungseinschränkung aufgetreten
(
Urk.
8/21)
.
3.
9
Am 2
5.
Oktober 2012 begab sich die Beschwerdeführerin in die Adiposita
s-Sprechstunde des S
pitals
M._
(
M._
), Klinik für Endokrinologie, Diabetologie und klinische Ernähru
ng. Die Ärzte des
M._
diagnostizierten eine
Adipositas Grad 2, BMI 37 kg/m2, einen Verdacht auf arterielle Hypertonie, einen Status nach Meniskusläsion Knie rechts im Januar
2012 sowie einen Sta
tus nach Cholezystektomie
(
Urk.
8/21).
3.
10
Der beratende Arzt der Beschwerdegegnerin
,
Dr.
G._
,
führte in seiner Be
urteilung
vom 1
6.
Januar 2013
aus,
bei unbekanntem Unfalldatum mit iden
ti
scher Beschreibung des Unfallhergangs sei die Beschwerdeführerin wegen einer radiären Meniskusläsion im Hinterhornbereich arthroskopiert
worden
. Schon präoperativ seien
eine
Unterschenkelschwellung und Schmerzen aufge
treten. In der Folge hätten sich ein verzögerter postoperativer Verlauf mit Ge
lenkserguss
bil
dung sowie
ein
Verdacht auf Arthro
fibrose
gezeigt
und
schliesslich sei
eine
ausgeprägte Gonarthrose rechts im Femorotibial
-
und im Femoropatellargelenk rechts
diagnostiziert worden
. Auf
grund der vorhanden
en
Akten müsse dringend angenommen wer
den, dass bei einer Adi
positas per magna eine Gonarthrose im rechten Kniegelenk
be
reits
vor dem angeblichen Unfallereignis bestan
den habe. Inwiefern auch schon die Meniskus
läsion prätraumatisch vorhanden gewesen sei, lasse sich kaum eruie
ren. Der ganze Verlauf deute auf eine durch das ver
meintliche Unfallereignis oder aber eher durch die Arthroskopie bedingte Akti
vierung einer vorbestehen
den Go
narthrose
hin
. Die jetzigen
Beschwerden der Beschwerdeführerin sowie auch der postoperative Verlauf würden ebenfalls auf eine vorübergehende Akti
vierung einer vorbestehenden Gonarthrose hin
deuten
. Das schwer zu definie
rende Unfallereignis sei für die Beschwerden der Be
schwerdeführerin nicht ursächlich. Der Status quo ante dürfte am 3
1.
Januar 201
2
entsprechend dem Untersuchungsergebnis des Hausarztes erreicht worden sein. Die momentane Arbeitsunfähigkeit werde aus rheumatologischer Sicht auf die symptomatische Gonarthrose zurückgeführt (
Urk.
8/26 S. 6).
4.
4.1
Während die Beschwerdegegnerin mit Verfügung vom
7.
Februar 2013 noch von einem Unfallereignis ausging (
Urk.
8/29 S. 1-2), führt sie i
m angefochtenen Einspracheentscheid vom 1
0.
Oktober 2013 aus,
aufgrund des beschriebenen Hergangs des Ereignisses seien wohl weder die Voraussetzungen des Unfall
be
griffs (
Art.
4 ATSG) erfüllt noch
sei
eine unfallähnliche Körperschädigung im Sinne von
Art.
9
Abs.
2 UVV
gegeben
(
Urk.
2 S.
2).
Das
Vorliegen eines Unfalls oder einer unfallähnlichen Körperschädigung
ist
Grundvoraussetzung dafür, dass eine Leistungspflicht der
Unfallversicherung
überhaupt besteht (Urteil des Bundesgerichts 8C_978/2010 vom
3.
März 2011 E.
5 mit Hinweis)
, weshalb diese Frage vorab zu prüfen ist.
Die Beschwerdeführerin führte am 8. Juli 2012 aus, sie sei am 11. Januar 2012 im
N._
-Lager in
C._
gestürzt
,
und hat diese
s
Ereignis wie folgt beschrieben (Urk. 8/4): „Bei Sturz über Stiege mit Kiste auf rechte Knie ge
flo
gen.“ Am 17. Oktober 2012 schilderte sie gegenüber dem Schadeninspektor der Beschwerdegegnerin, sie habe am 26. Januar 2012 eine Kiste getragen und auf der letzten Stufe im Treppenhaus des
N._
-Lagers in
C._
einen Fehltritt gemacht. Die Kiste sei ihr aus den Händen gefallen und sie sei vorn
über gestürzt und zuerst mit dem rechten Knie auf dem Betonboden ge
landet (Urk. 8/12).
Entgegen der Ansicht der Beschwerdegegnerin
schadet
d
er Umstand, dass von der Beschwerde
führerin
unterschiedliche Unfalldaten an
ge
geben wurden
,
nicht, denn die Schilderungen des Unfallhergangs (
Fehltritt auf der Treppe und
Sturz auf das rechte Knie)
waren
im Wesentlichen stets
gleich
. Gleiches gilt für die Tatsache, dass die Beschwerdeführerin ihren Hausarzt erst am 1
7.
Januar 2012 konsultierte (
Urk.
8/21).
Die Leistungspflicht
der Beschwer
degegnerin
ist
damit
nicht bereits deswegen zu verneinen, weil die Beschwer
deführerin keinen Unfall glaubhaft
gemacht hat
(vgl. RKUV 1990
Nr.
U 86
S.
50).
Es braucht nicht mehr geprüft zu werden, ob dieses Ereignis als unfallähn
liche Körperschädigung zu qualifizieren ist.
Indes hat die Beschwerdegegnerin – wie die nachfolgenden Erwägungen zeigen – ihre Leistungen zu Recht per 3
1.
Januar 2012 eingestellt.
4.2
Dr.
G._
gab gestützt auf
die Vorakten –
insbesondere die Berichte zu den vorangegangen bildgebenden Untersuchungen
– eine schlüssige und nachvoll
ziehbar begründete Beurteilung ab.
Er sieht
die Gonarthrose im rechten Kniege
lenk
als
vorbestehend
an
(
Urk.
8/26 S. 6)
, weist aber darauf hin, dass im Bericht zur MRT-Untersu
chung
des rechten Knies
vom 12. März 2012
im
Kreisspital
A._
(Urk. 8/19) die degenerativen Veränderungen nicht beschrie
ben würden. Auch im Operationsbericht des Spital
B._
vom 2
7.
März 2012 (Urk. 8/11) sei keine Beschreibung der Knorpelverhältnisse beziehungsweise der dege
nerativen
Verhältnisse zu finden. Die nachfolgenden MRT-Untersuchungen (Stadtspital
K._
,
E._
Klinik) zeigten indes eine ausgedehnte Femeroti
bialarthrose sowie eine Femoropatellararthrose rechts (
Urk.
8/26 S. 5). Daraus lässt sich – entgegen der Ansicht der
Beschwerde
führerin (
Urk.
2 S. 5) – aber nicht ableiten, dass es unfallbedingt zu einem Fortschreiten der Gonarthrose ge
kommen sei. Der Rheumatologe der
E._
Klinik,
Dr.
L._
, berück
sichtigt in seine
r
Beurteilung vom 25. September 2012 den Sturz von Anfang 2012 und die im MRT der
E._
Klinik erhobene ausgeprägte medial
betont
e
Go
narth
rose, bringt diese aber nicht in Verbindung mit diesem Sturz (Urk.
8/10). Für
Dr.
L._
stand damals die symptomatische Gonarthrose – und nicht etwa durch den Sturz vom 1
1.
Januar 2012 verursachte Beschwerden – im Vor
der
grund (Urk.
8/10). Darauf hat auch
Dr.
G._
hingewiesen (
Urk.
8/26 S.
6). Es kommt hinzu,
dass
die Beschwerdeführerin gemäss dem Bericht
von Dr.
D._
vom 4. Juli 2012 auch am linken Knie
– welches beim geltend gemachten Sturz vom 1
1.
Januar 2012 nicht betroffen war –
an einer Gonarth
rose leid
et
(Urk. 8/24).
Soweit die Beschwerdeführerin geltend macht,
z
umindest die
– bei der
MRT-Untersuchung
des rechten Knies
vom 12. März 2012
im
Kreisspital
A._
erhobenen – Meniskusläsionen seien dem Unfallereignis zu
zu
rechnen
, ist
sie
darauf hinzuweisen, dass die Rechtsfigur „post hoc ergo propter hoc“, bei der eine Schädigung bereits deshalb als durch einen Unfall verursacht erachtet wird, weil sie nach diesem aufgetreten ist (vgl. Alfred Maurer, Schwei
zerisches Unfallversicherungsrecht, 2.
Auflage Bern 1989, S.
460, Anm. 1205), für die Annahme eines Kausal
zu
sammenhangs rechtsprechungsgemäss nicht genügt (BGE 119 V 335 E.
2b/bb).
Mit Blick auf die
– abgesehen vom von der Beschwerdeführerin angegebenen Dehnschmerz beim medialen Seitenband –
unauf
f
älligen Untersuchungsbefunde bei der Konsultation
bei Dr.
Z._
vom 3
1.
Januar 2012 (
Urk.
8/24), vermag
die
Beurteilung von
Dr.
G._
, dass es durch den geltend gemachten Unfall vom 1
1.
Januar 201
2
nur zur einer Aktivierung der vorbestehenden Gonarthrose gekommen
, der status quo sine am 3
1.
Januar 2012 aber erreicht gewesen
sei, zu überzeugen.
Die Beschwerdegegnerin hat ihre Leistungen
gestützt auf diese Beurteilung
somit
zu Recht per
31. Januar 2012
eingestellt.
Demnach ist die Beschwerde abzuweisen.