# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** f2d8477f-8630-4752-8036-bdedcabc80a5
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2014
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** 

## Facts

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1971,
Mutter
zweier Kinder (Jahrgang 1988 und 1992)
, war
zuletzt
seit
1. Mai 2003
bei der
Y._
als Pflegeassistentin tätig
(
Urk.
6/17
Ziff.
1,
Ziff.
5)
, als sie am 24. Juli 2003 einen Unfall erlitt
und sich an der linken Schulter verletzte
(
Urk.
6/5
Ziff.
6.3.1
,
Urk.
6/18/48
).
A
m 25. Oktober 2004
meldete
sich die Versicherte
bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an (
Urk.
6/5 =
Urk.
6/8). Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Thurgau, IV-Stelle Thurgau,
überwies die Akten in Folge
eines
Wohnsitzwechsels der Versicherten an die IV-Stelle Zürich (
Urk.
6/9-10). Diese
klärte
sodann
den medizinischen (
Urk.
6/18
,
Urk.
6/21
) und den beruflich-erwerbli
chen
(
Urk.
6/17
=
Urk.
6/50
,
Urk.
6/19-20)
Sachverhalt ab
und verneinte mit Verfügung vom 31. Oktober 2005 (
Urk.
6/25) den Anspruch der Versicherten auf eine Invalidenrente. Dagegen wurde am 30. November 2005 Einsprache (
Urk.
6/28) erhoben, auf welche aber mangels Vorliegens einer Vollmacht (
Urk.
6/30-32) am 11. Mai 2006 nicht eingetreten wurde (
Urk.
6/33).
1.2
Am 19. März 2009 meldete sich die Versicherte erneut
unter Hinweis auf chroni
sche Schmerzen in der linken Schulter
bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an (
Urk.
6/40
Ziff.
6.2
). Die IV-Stelle
holte medizinische Be
richte (
Urk.
6/48,
Urk.
6/52-53,
Urk.
6/56), einen Arbeitgeberbericht (
Urk.
6/50
=
Urk.
6/17
) und
einen Auszug aus dem individuellen Konto (IK-Auszug;
Urk.
6/45)
ein. Im August 2009 gebar die Versiche
rte ein weiteres Kind (
Urk.
6/56,
Urk.
6/62
). Sodann veranlasste die IV-Stelle bei
der medizinischen Institution Z._
ein polydisziplinäres Gutachten, wel
ches am 15. Februar 2011 erstattet wurde (
Urk.
6/68).
Am 23. März 2011 wurde der Versicherten eine Schadenminder
ungspflicht auferlegt (
Urk.
6/69
)
. D
er
IV-Stelle
wurde ein
weitere
r
medizinische
r
Bericht
zugestellt
(
Urk.
6/71)
.
A
m 3. Mai 2011 erstattete die Abklärungsperson nach am
2.
Mai 2011 durchgeführter Haushaltabklärung Bericht (
Urk.
6/75). Die IV-Stelle holte weitere medizinische Berichte (
Urk.
6/78-80) und Unterlagen
des letzten Arbeitgebers (
Urk.
6
/81-83) ein. Mit Vorbescheid vom 1
2.
September 2011 (
Urk.
6/87) stellte die IV-Stelle der Versicherten in Aussicht, dass kein Anspruch auf eine Invali
denrente be
stehe. Dagegen erhob die Versicherte am 10. Oktober und am 30. November 2011 Einwände (
Urk.
6/91,
Urk.
6/94)
. Am
2
2.
Februar 2012
nahm der psychi
atrische Gutachter der Institution Z._
zum Bericht des behandelnden Psychiaters (
Urk.
6/78)
Stellung (
Urk.
6/98).
Sodann holte die IV-Stelle weitere medizinische Berichte (
Urk.
6/103) ein, welche dem Rechtsvertreter der Versicherten zugestellt wurden, woraufhin dieser seine
Einwände am 11. Mai 2012 ergänzte (
Urk.
6/106).
Mit
Verfügung vom 26. Juli 2012 (
Urk.
6/110 =
Urk.
2) verneinte die IV-Stelle einen Anspruch der Versicherten auf eine Invalidenrente.
2.
Die Versicherte erhob am 14. September 2012 gegen die Verfügung vom 26. Juli 2012 (
Urk.
2) Beschwerde (
Urk.
1) und beantragte, es seien ihr die gesetzli
chen Leistungen, insbesondere eine Invalidenrente
,
zuzusprechen. Eventuell sei die Sache an die IV-Stelle zurückzuweisen, damit sie nach Erstellung eines weiteren Gutachtens erneut über die beantragten Leistungen entscheide (S. 2). Mit Beschwerdeantwort vom 17. Oktober 2012 (
Urk.
5) beantragte die IV-Stelle die Abweisung der Beschwerde, was der Versicherten am 6. November 2012 (
Urk.
7) zur Kenntnis gebracht wurde.
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8
Abs.
1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts
; ATSG). Die Invalidität kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4
Abs.
1
des Bun
desgesetzes über die Invalidenversicherung;
IVG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7
Abs.
1 ATSG). Für die Beur
teilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfä
higkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7
Abs.
2 ATSG).
1.2
Wurde eine Rente
wegen eines zu geringen Invaliditätsgrades
,
verweig
ert, so wird nach Art. 87
Abs.
4
der Verordnung über die Invalidenversicherung (
IVV
)
eine neue Anmeldung nur geprüft, wenn d
ie Voraussetzungen gemäss
Abs.
3
die
ser Bestimmung erfüllt sind. Danach ist im Revisionsgesuch glaubhaft zu machen, dass sich der Grad der Invalidität der versicherten Person in einer für den Anspruch erheblichen Weise geändert hat. Tritt die Verwaltung auf die Neuanmeldung ein, so hat sie die Sache materiell abzuklären und sich zu ver
gewissern, ob die von der versicherten Person glaubhaft gemachte Veränderung des Invaliditätsgrades auch tatsächlich eingetreten ist; sie hat demnach in ana
loger Weise wie bei einem Revisionsfall nach Art. 17
Abs.
1 ATSG vorzugehen (vgl. dazu BGE 130 V 71; AHI 1999 S. 84 E. 1b mit Hinweisen; vgl. auch AHI 2000 S. 309 E. 1b mit Hinweisen). Stellt sie fest, dass der Invaliditätsgrad seit Erlass der früheren rechtskräftigen Verfügung keine Veränderung erfahren hat, so weist sie das neue Gesuch ab. Andernfalls hat sie zunächst noch zu prüfen, ob die festgestellte Veränderung genügt, um nunmehr eine a
nspruchsbegründende Invalidität
zu bejahen, und hernach zu beschliessen. Im Beschwerdefall obliegt die gleiche materielle Prüfungspflicht auch dem Gericht (BGE 130 V 71 E. 3.2.2 und 3.2.3, 117 V 198 E. 3a, 109 V 108 E. 2b).
1.3
Zeitlicher Referenzpunkt für die Prüfung einer anspruchserheblichen Änderung bildet die letzte (der versicherten Person eröffnete) rechtskräftige Verfügung, welche auf einer materiellen Prüfung des Rentenanspruchs mit rechtskonformer Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und Durchführung eines Einkommensvergleichs (bei Anhaltspunkten für eine Änderung in den erwerblichen Auswirkungen des Gesundheitszustands) beruht; vorbehalten bleibt die Recht
sprechung zur Wiedererwägung und prozessualen Revision (BGE 134 V 131 E. 3 und 133 V 108 E. 5.4 mit Hinweis).
1.4
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a
Abs.
1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (sog. Valideneinkommen). Der Einkommensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypo
thetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und ei
nander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt (allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
1.5
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 Prozent besteht Anspruch auf eine Viertelsrente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 Prozent auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 Prozent auf eine Dreiviertelsrente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 Prozent auf eine ganze Rente (Art. 28
Abs.
2 IVG).
1.6
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Be
schwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebe
nenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des
Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 256 E. 4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden kön
nen (BGE 125 V 261 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E. 4b/cc).
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zu
sammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete ihre rentenanspruchsverneinende Verfü
gung (
Urk.
2) damit, die Beschwerdeführerin sei seit längerer Zeit in ihrer Er
werbstätigkeit eingeschränkt. Es sei ihr jedoch eine behinderungsangepasste Tä
tigkeit, wie zum Beispiel Allrounderin, Hilfsarbeiterin oder
das Ausführen von
Kontrollaufgaben zu einem Pensum von 80
%
zumutbar.
Das Valideneinkommen sei anhand der Tabellenlöhne zu bestimmen
,
und u
nter Berücksichtigung eines leidensbedingten Abzuges von 5
%
resultiere ein Invaliditätsgrad von 14
%
, bei welchem Ergebnis kein Anspruch auf eine Invalidenrente bestehe. Auf das Gutacht
en
der Institution Z._
könne abgestellt werden (S. 1
f
f
.).
2.2
Die Beschwerdeführerin machte in ihrer Beschwerde (
Urk.
1) geltend,
die Beschwerdegegnerin habe die
Untersuchungsmaxime v
erletzt
,
indem die vollstän
d
igen Gutachten von
Dr.
med. A._
, Facharzt FMH für Orthopädische Chirurgie,
und
von
Dr.
med.
B._
, Facharzt FMH für Psychiatrie
und Psychotherapie
und für Neurologie,
nachweislich nicht bei den Akten ge
wesen seien (S. 3
Ziff.
1). Auf das Gutachten
der Institution Z._
könne hinsichtlich der Ein
schätzung der Arbeitsfähigkeit nicht abgestellt werden (S. 3
Ziff.
2, S. 5 f.
Ziff.
5). Eine Wiederaufnahme der Arbeit sei nicht möglich (S. 5
Ziff.
3-4).
Es müsse mindestens von einer Arbeits
un
fähigkeit von 60 bis 70
%
ausgegangen werden (S. 7
Ziff.
6.1).
Bei der Bestimmung des Valideneinkommens sei auf den letzten Lohn abzustellen, welchen
sie
erzielt habe. So habe der Arbeitgeber so
gar darauf hingewiesen, dass das Valideneinkommen im Zeitpunkt der Nach
frage
Fr.
62‘400.-- betragen würde (S. 4 f.
Ziff.
2).
Es sei ihr zudem
bei der Be
rechnung des Invalideneinkommens
ein Abzug von mindes
tens 15
%
zu ge
währen (S. 8 f.
Ziff.
6.3).
3.
3.1
Streitig und zu prüfen ist, ob sich seit der rentenanspruchsverneinenden
Verfü
gung vom 31. Oktober 2005 (
Urk.
6/25)
der Gesundheitszustand der Beschwer
deführerin in rentenrelevanter Weise verändert hat, namentlich eine Ver
schlechterung des Gesundheitszustandes eingetreten ist.
3.2
Die Verfügung vom 31. Oktober 2005
(
Urk.
6/25)
beruhte in medizinischer Hin
sicht im Wesentlichen auf folgender medizinischen Beurteilung
(vgl.
Urk.
6/23
S. 2
)
:
Die Ärzte d
er
K
linik
C._
nannten in ihrem Bericht vom 21. Juli 2005 (
Urk.
6/21) als Diagnosen mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit eine Bankart-Läsion der linken Schulter (lit. A).
Sie
führten aus, die Beschwerdeführerin sei seit Juli 2004 bei ihnen in Behandlung, wobei die letzte Kontrolle am
2.
Mai 2005 stattgefunden habe (lit. D.
Ziff.
1-2).
In der zuletzt ausgeübten Tätigkeit bestehe sei
t Juni 2004 ein
e Arb
eitsunfähigkeit
von 100
%
, wobei die Dauer un
klar sei (lit. B).
Der Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin sei stationär (lit. C
.
Ziff.
1
).
Die Situation scheine verfahren zu sein. Die Beschwerdeführerin sei in einer Ohnmachtssituation hinsichtlich des therapeutischen Regimes ihrer linksseitigen Schulterschmerzen. In Anlehnung an die aus
ihr
er Sicht relativ undurchschau
bare Analgesie-Bedürftigkeit der Beschwerdeführerin
, hätten sie ihr
die Mög
lichkeit der Zuweisung an die Kollegen der Schmerz-Sprechst
unde am
S
pital
D._
vorgeschlagen. Des W
eiteren gelte es zu berücksichti
gen, dass eine low-grade-Infektion in der linken, operierten Schulter möglich sei. Es sei diesbezüglich eine Schulter-Arthroskopie vorgeschlagen worden (lit. D.
Ziff.
7).
Ab sofort sei eine behinderungsangepasste Tätigkeit ganztags mög
lich (S. 4).
4.
4.1
Im Zusammenhang mit der Neuanmeldung im
März 2009
(
Urk.
6/40
) finden sich folgende medizinischen Berichte in den Akten:
Dr.
A._
(vorstehend E. 2.2)
stellte
in seinem
orthopädischen
Gutachten vom
3. Juni 2008 (
Urk.
6/103/2-9
)
folgende Diagnosen (S. 4 Mitte
Ziff.
3
):
Hinweise für anhaltende somatoforme Schmerzstörung bei Status nach arthroskopischem Bankart-Repair links
im
Juni 2004 und Impingement der linken Schulter
rezidivierend
e Anpassungsstörung bei exogenen
Belastungssituation
en
Nikotinabusus
Dr.
A._
führte aus,
d
ie ausgeprägten pathologischen Untersuchungsbe
funde der linken Schulter kontrastierten mit den geringen abnormen Verände
rungen im MRI der linken Schulter. In diesem sei einzig ein Impingement der linken Schulter sichtbar, welches das Ausmass der geschilderten Beschwerden nicht erkläre. Der Psychiater nehme eine anhaltend
e somatoforme Schmerzstörung an
(S. 5 oben
Ziff.
4
). Subjektiv seien die Schmerzen in der linken Schulter seit dem U
nfall im Juli 2003 unverändert
(S. 5
Ziff.
6).
Aufgrund des Impingements der linken Schulter seien körperlich schwere Arbei
ten, die mit regelmässigem Heben und Tragen von Lasten über 10 kg sowie
mit
Arbeiten über der Horizontalen verbunden seien, nicht mehr vollumfänglich zumutbar. Die Arbeitsunfähigkeit als Haushalthilfe betrage bei v
oller Stundenpräsenz etwa 15
%
(S. 6
Ziff.
8). Körperlich leichte Tätigkeiten in temperierten Räumen, die nicht mit regelmässigem Heben und Tragen von Lasten über 5 kg sowie Arbeiten über der Horizontalen verbunden seien und die
möglichst
ohne
Gebrauch
der rechten oberen Extremität durchgeführt werden könn
t
en, seien voll zumutbar, da unter diesen Umständen die durch das Impingement der linkten Schulter bedingten Einschrän
kungen umgangen werden könnten
(S. 6
Ziff.
9).
Theoretisch sollte die Bes
chwerdeführerin eine adaptierte
Tätigkeit wieder voll und ihre
bisherige Tätigkeit zumindest t
eilweise wieder aufnehmen können. Aufgrund des bisherigen Verlaufs sei dies aber eher unwahrscheinlich (S. 7
Ziff.
11).
4.
2
Dr.
B._
(vorstehend E. 2.2)
stellte
in seinem Gutachten vom 10. September 2008 (
Urk.
6/103/10-
20
)
folgende Diagnosen (S. 8
Ziff.
3):
rezidivierend
e Anpassungsstörung bei exogenen
Belastungssituation
en (ICD-10 F48.0
)
Hinweise für anhaltende somatoforme Schmerzstörung (ICD-10 F45.4)
Dr.
B._
führte aus, es sei aus psychiatrischer Sicht eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung anzunehmen, die durch eine körperliche Störung nicht vollständig erklärt werden könne. Der Schmerz trete in Verbindung mit emotio
nalen Konflikten und ps
ychosozialen Problemen auf
,
und die Folge seien eine vermehrte medizinische Zuwendung und Betreuung (S. 8
Ziff.
4). Aus psy
chiatrischer Sicht liessen sich seit dem 17. Lebensjahr rezidivierende
exogene
Belastungssituation
en erheben, die in den letzten fünf
Jahren zu rezidiv
i
erenden Anpassungsstörungen mit Neigung zu depressiven Verstimmungen, Unruhezuständen, leichter Erregbarkeit und Schlafstörungen geführt hätten. Hinzu komme seit 2003 eine chronische Schmerzsymptomatik mit Hinweisen auf eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung. Im Rahmen dieser exogenen Belas
tungssituationen mit familiären Problemen, Partnerproblemen, sozialen Proble
men und der chronischen Schmerzsymptomatik habe die Beschwerdeführerin in den letzten fünf
Jahren wiederholt Suizidversuche
mit Alkohol- und Tablettenintoxikationen verübt und wiederholt kurz stationär behandelt werden müssen. Der letzte Suizidversuch sei im April 2008 gewesen. Diese emotionalen Kon
flikte und psychosozial
en Probleme seien als entscheidende ursächliche Ein
flüsse für die Entwicklung einer anhaltenden somatoformen Schmerzstörung bei zugrunde liegender körperlicher Störung, die nicht vollständig erklärt werden könne, anzunehmen (S. 9
Ziff.
7).
Dr.
B._
führte aus, aus psychiatrischer Sicht sei aufgrund der rezidivieren
den Anpassungsstörung bei exogener Belastungssituation eine Arbeitsunfähig
keit von 15
%
im bisherigen Tätigkeitsbereich bei voller Stundenpräsenz anzu
nehmen. Die Einschränkungen der psychischen Belastbarkeit seien auf die re
zidivierenden A
npassungsstörungen bei exogenen
Belastungssituation
en
und der chronischen Schmerzsymptomatik zurückzuführen und gingen ein
h
er mit der Neigung zu depressiven Verstimmungen, psychomotorischer Unruhe, ver
mehrter Müdigkeit und Antriebsminderung unter Medikamenteneinnahme. Da
mit bestehe aus psychiatrischer Sicht
in der bisherigen Tätigkeit
eine Arbeitsfä
higkeit von 85
%
bei voller Stundenpräsenz (S. 10
Ziff.
8).
Bei der anzunehmenden anhaltenden somatoformen Schmerzstörung lasse sich keine psychische Komorbidität von erheblicher Schwere, Ausprägung und Dauer feststellen
,
und es seien auch keine Kriterien zu erheben, welche die Schmerzbewältigung intensiv und konstant behinderten. Damit seien diese Beschwerden und ihre Folgen mit einer zumutbaren Willensanstrengung überwindbar (S. 10
Ziff.
8).
Aus psychiatrischer Sicht seien der Beschwerdeführerin durchaus angepasste Tätigkeiten zumutbar
. E
s sollte sich um einfache Tätigkeiten, ohne erforderliche erhöhte Konzentrationsfähigkeit, ohne erhöhten Zeitdruck und ohne erhöhte psychische Belastung handeln. Bei einer solchen Tätigkeit sei bei voller Stundenpräsenz keine Leistungsminderung anzunehmen und die Arbeitsfähigkeit betrage aus psychiatrischer Sicht 100
%
(S. 10
Ziff.
9).
4.
3
Die Ärzte der
K
linik
C._
stellten in ihrem Bericht vom 15. April 2009 (
Urk.
6/48
/6-7
) folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (
Ziff.
1.1):
somatoforme Schmerzstörung bei Status nach arthroskopischen Bankart-Repair links am 6. Februar 2004 und Impingement des linken Schulter
gelenkes
rezidivierende Anpassungsstörung
en bei exogenen
Belastungssituatio
n
en
Die Ärzte der
K
linik
C._
verwiesen vorab auf die b
ereits erfolgten Be
richte an den
Unfallversicherer
sowie auf das im Juni 2008 durchgeführte Gut
achten von
Dr.
A._
(vorstehend E. 4.1)
. Zusätzlich sei eine Konsultation am Schmerzambulatorium erfolgt, letz
t
mals am
18. Juni 2008 (S. 1).
Die Beschwerdeführerin sei vom 10. September 2003 bis 28. Januar 2008 bei ihnen in ambulanter Behandlung gewesen und vom 3. bis 6. Juni 2004 habe ein stationärer Aufenthalt stattgefunden (
Ziff.
1.2-3).
Die letztmalige Konsultation sei am 28. Januar 2008 erfolgt, wobei eine Weiter
-
behandlung im Schmerzambulatorium des
Spitals D._
vorgeschlagen worden sei. Über den weiteren Verlauf könnten keine Angaben gemacht werden (
Ziff.
1.4).
Bis zum 28. Januar 2008 h
abe für Arbeiten in der Pflege
eine Arbeitsunfähigkeit von 100
%
bestanden. Über den
weiteren
Verlauf könnten keine Angaben gemacht werden, wobei das Gutachten vom 3. Juni 2008
(vor
stehend E. 4.1)
zu beachten sei (
Ziff.
1.6).
4.4
Die Ärzte des Schmerzambulatoriums
am
Spital
D._
stellten
nach
durchgeführter inter
disziplinärer Schmerzsprechstunde in ihrem Bericht vom 15. April 2009 (
Urk.
6/52/7-14
) folgende Diagnosen
(S. 5)
:
chronisches Schmerzsyndrom der linken Schulter bei
Status nach Bankart-Repair arthroskopisch links am 4. Juni 2004 bei präoperativen unklaren Schulterschmerzen links und intraoperativer Bankart-Läsion links
bereits vordiagnostizierte
r
anhaltende
r
somatoforme
r
Schmerzstörung
klinisch und bildgebend kein Nachweis eines Morbus Sudeck
Migräne ohne Aura
2
2.
Schwangerschaftswoche, geplanter Geburtstermin 25. August 2009
rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig leicht mit in der Vorge
schichte
Status nach mehreren Suizidversuchen
Status nach Alkoholabusus
persistierender Nikotinabusus
rezidivierender Herpes labialis
Die Ärzte de
s
Schmerzambulatoriums führten a
us, die Beschwerdeführerin habe
, als sie erfahren habe, dass sie schwanger sei, alle Medikamente abgesetzt. Sie habe einen Migrationshintergrund und eine Vorgeschichte mit zahlreichen, letztlich unbeständigen Paarbeziehungen, aber auch häufigen Arbeitsplatz- und Wohnungswechseln und anhaltender angespannten Konfliktlage zur Tochter. Die Beschwerdeführerin habe mehrfach in Krisensituationen Suizidversuche durch die Einnahme von Alkohol und Medikamenten unternommen, die min
destens zur Kurzhospitalisation geführt hätten. Seit mehreren Jahren leide die Beschwerdeführerin an einer chronischen
Schulters
chmerzproblematik, die durch emotionale Konflikte und psychosoziale Probleme zumindest mitbegrün
det sei und zur Vordiagnose einer anhaltenden somatoformen Diagnose geführt habe. In Anbetracht einer einmaligen Konsultation könne nicht mit Sicherheit ausgeführt werden, ob bei der Beschwerdeführerin nicht eine Persönlichkeitsvariante vorliege, wobei
gewisse Hinweise gegeben seien. Ungünstig sei insgesamt die Nikotinabhängigkeit mit zwar deutlich reduziertem Nikotinkonsum bei Schwangerschaft und Phasen mit mindestens Alkoholmissbrauch in der Vorge
schichte (S. 6 oben).
In ihrem undatierten Bericht (
Urk.
6/53), eingegangen bei der Beschwerdegegnerin am 11. Juni 2009, führten die Ärzte des Schmerzambulatoriums aus, dass die Beschwerdeführerin vom 26. Mai 2008 bis 5. Mai 2009 bei ihnen in ambulanter Behandlung gewesen sei (
Ziff.
1.2). Arbeiten, wo die Be
schwerdeführerin viele kopfüber Arbeiten verrichten und schwere Tätigkeiten mit dem linken Arm machen müsse, seien ihr nicht möglich. Die bisherige Tä
tigkeit als Pflegeassistentin sei grundsätzlich zumutbar
, wobei unklar sei, in welchem z
eitlichen Rahmen (
Ziff.
1.7). Mit einer Wiederaufnahme der Arbeit könne gerechnet werden (
Ziff.
1.9).
4.
5
Dr.
med.
E._
, Fachärztin FMH für Allgemeinmedizin, stellte in ih
rem Bericht
vom 25. Mai 2009 (
Urk.
6/52/2-5
) folgende Diagnosen mit Auswir
kung auf die Arbeitsfähigkeit (
Ziff.
1.1):
chronische persistierende Schulterbesch
w
erden mit/bei:
Status nach Bankart-Repair 2003
auffallende Persönlichkeitsstruktur mit
Dekompensation (Aethylkonsum!)
Status nach Suizid-Versuchen (2004)
FFE 2007
Status nach
Aethylismus: aktuell Stop
p
(Gravidität)
Dr.
E._
nannte folgende Diagnosen ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit:
Gravidität
Status nach Antrumgastritis, Juni 2003
Traumata
bei Aethylismus
Status nach Epicondylitis
Nikotinabusus
Dr.
E._
führte aus, d
ie Beschwerdeführerin sei seit 2003 bei ihr in Behand
lung, wobei die letzte Kontrolle am 25. Mai 2009 erfolgt sei (
Ziff.
1.2). In der zuletzt ausgeübten Tätigkeit als Krankenschwester bestehe seit dem 15. Januar 2008 eine Arbeitsunfähigkeit von 100
%
(
Ziff.
1.6). Ob die bisherige Tätigkeit aus medizinischer Sicht noch zumutbar sei, müsse nach der Geburt beurteilt werden, vermutlich im Umfang von 30 bis 40
%
(
Ziff.
1.7). Internistisch gesehen bestehe keine Arbeitsunfähigkeit. Aufgrund der linken Schulter bestehe eine leichte Reduktion. Eine leichte Arbeit ganztags müsste machbar und realisierbar sein. Aus psychiatrischer Sicht müsse die Beschwerdeführerin regelmässig zum Psychiater
, erst dann könne eine Arbeitsfähigkeit in Erwägung gezogen werden
.
Empfohlen werde
eine Begutachtung nach der Geburt (
Ziff.
1.11).
4.
6
Die Ärzte der
Institution Z._
erstatteten am 15. Februar 2011 das von der Beschwerdegegner
in veranlasste polydisziplinäre
Gutachten (
Urk.
6/68/1-36). Sie stellten fol
gende Diagnosen
mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (S. 27
f.
Ziff.
6.1)
:
rezidivierende depressive Störung, aktuell leichte depressive Episode (ICD-10 F33.0)
unter kontinuierlicher, spezifischer Therapie
mit kombinierter Zwangsstörung, vorwiegend
Zwangshandlungen (ICD-10 F42.1)
bestehend seit etwa 1990
chronisches Schmerzsyndrom der linken Schulter bei
Status nach Bankart-R
epair arthroskopisch links am 4. Juni 2004
präoperativen unklaren Schulterschmerzen links und intraoperativer Bankart-Läsion links
aktuell radiomorphologisch grenzwertiger Einengung des Subacromi
-
al
raumes, intakter Rotatorenmanschette
n
, kein Nachweis eines Mor
-
bus Sudeck, keine Hinweise einer Frozen Shoulder
ausgeprägter Schmerzausweitung und Schmerzverarbeitungsstörung
emotional instabile Persönlichkeitsstörung, Borderline-Typ (ICD-10 F60.31)
bei Problemen bei körperlicher Misshandlung im Kindes- und Jugendal
ter
mit multiplen Suizidversuch
en
bestehend seit der Jugend
Die Ärzte nannten folgende Diagnosen ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit (S. 28
Ziff.
6.2):
chronisches zervikovertebrales und lumbovertebrales Schmerzsyndrom bei
konventionell-radiomorphologisch keine relevanten Hinweise auf de
-
ge
nerative Veränderungen, auf Instabilität und auf segmentale Dys
-
funktion der Wirbelsäule
ausgeprägter Schmerzausweitung und Schmerzverarbeitungsstörung
sekundäre Benzodiazepinabhängigkeit
(ICD-10 F13.0)
ärztlich verordnetes Be
n
zodiazepin
seit 2006
Nikotinabhängigkeit
(ICD-10 F17.25)
seit 1987, mindestens 23 Py
Status nach Alkoholabhängigkeit (ICD-10 F10.20)
bestehend von 1999-2007
Status nach sekundärer Kokainabhängigkeit (ICD-10 F14.20)
bestehend von 1995-1997
leichte Spreizfüsse
beidseits
Die begutachtenden Ärzte der
Institution
Z._
führten zusammenfassend aus,
aufgrund der Symptomatik bestehe heute für die Tätigkeit als Servicemitarbeiterin und als Mitarbeiterin in der spitalexternen Pflege (Spitex) eine krankheitsbedingte Ar
beitsunfähigkeit von 40
%
. Es bestünden durch die depressive Symptomatik vor dem Hintergrund der Persönlichkeitsstörung, relevante Schwierigkeiten, die beruflichen Aktivitäten fortzusetzen. Es bestehe eine reduzierte Fähigkeit, ziel
gerichtete Aktivitäten über längere Zeit aufrecht zu erhalten. Dies sei bedingt durch eine erheblich verminderte Frustrationstoleranz, sowie einer verfrühten Ermüdbarkeit. Die Beschwerdeführerin müsse für die Arbeit eine gewisse Willensanstrengung vollbringen.
Die Persönlichkeitsstörung gehe mit einer deutli
chen Stress- und Frustrationstoleranzverminderung einher, was zu einer ra
schen Überforderungsreaktion und zu Kurzschlusshandlungen, wie die genann
ten Suizidversuche oder in eine
n
Rückfall in den Gebrauch psychotroper Stoffe führe. Dadurch brauche sie mehr Pausen einerseits und sei auch in der gesamten Arbeitsdauer reduziert arbeitsfähig. Sie seien daher aufgrund der rezidivierend depressiven Störung und der emotional instabilen Persönlichkeitsstörung vom Borderline-Typ von einer Arbeitsfähigkeit von 60
%
ausgegangen (S. 33 Mitte
Ziff.
7.2).
Die Ärzte der
Institution Z._
führten aus, aufgrund des Status nach Bankar
t
läsion und der persistierenden Schmerzproblematik der linken Schulter bestehe eine weitere Einschränkung für schwere bis mittelschwere körperliche
Tätigkeiten mit Heben von Lasten über 10 kg und Überkopfarbeiten. Dabei interferierten vorwiegend die ausgeprägte Schmerzsymptomatik und die grenzwertige linksbetonte Einen
gung des Subacromialraumes sowie die muskuläre Dysbalance der Schultermus
kulatur, welche zu Schmerzexazerbationen bei übermässiger Belastung der lin
ken Schulter führen könnten.
In schulteradaptierter körperlich leichter Tätigkeit mit Heben und Tragen von Lasten bis 5 kg, mit dem Vermeiden von Überkopfarbeiten, mit Arbeiten vor
wiegend auf Tischebene
,
lasse sich keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit aus rheumatologischer Sicht be
gründen
(S. 33 unten
Ziff.
7.2)
.
Neben dem Beruf als Mit
arbeiterin bei
Y._
mit Patientenbetreuung habe die Beschwerdeführerin auch als Bürohelferin gearbeitet. Diesen Beruf habe sie nach dem Unfall zuletzt ausgeübt. Da es sich bei dieser Tätigkeit um eine schulteradapt
ierte
,
körperlich leichte Arbeit
gehandelt habe,
führten die Schulterbeschwerden zu keiner Einschränkung der Arbeitsfähigkeit. Zudem sei bei dieser Tätigkeit eine deutlich geringere Interaktion mit Mitmenschen
,
die hilfs
bedürftig seien
,
notwendig, weswegen auch von Seiten der psychiatrischen Di
agnose eine höhere Arbeitsfähigkeit angenommen werden könne. Eine Arbeit mit lediglich Arbeitskollegen und nicht mit hilfsbedürftigen Menschen verlange deutlich geringer nach sozialer Kompetenz und Ausgeglichenheit und erlaube mehr Rückzugsmöglichkeiten. Deswegen sei für eine Arbeit als Bürohelferin eine Arbeitsfähigkeit von 80
%
anzunehmen (S. 33 f.
Ziff.
7.2
).
Auch f
ür jede angepasste Tätigkeit bestehe eine Arbeitsfäh
igkeit von 80
%
(S. 34
Ziff.
7.3
).
Zum Beginn der Arbeitsu
nfähigkeit führten die Ärzte der
Institution Z._
aus, die Beschwer
deführerin sei für die Zeit na
ch dem Unfall im Jahr 2003 bis sechs
Monate nach der Operation am 4. Juni 2004 zu 100
%
arbeitsunfähig gewesen, da es insbesondere nach der Schulteroperation einer intensiven physiothera
peutischen Behandlung bedürfe
,
um Komplikationen im Sinne einer Frozen Shoulder vorbeugen zu können. Rund sechs Monate nach
der Operation (Ende 2004)
könne von der oben attestierten Arbeitsunfähigkeit ausgegangen werden. Eine erste psy
chiatrische Einschätzung sei im Jahr
2008 erfolgt, welche gegen
über der aktuellen Einschätzung vergleichbar sei (S. 34
Ziff.
7.4).
4.
7
Dr.
E._
führte in ihrem
Schreiben
vom 19. April 2011 (
Urk.
6
/71) aus, sie kenne die Beschwerdeführerin seit dem 26. März 2003.
Diese
habe mehrere Un
fälle mit Folgen an beiden Schulter
n
und
am
Rücken erlitten. Auch sei sie etli
che Male wegen Suizidalität hospitalisiert gewesen. Aus diesem Grund sei die Beschwerdeführerin in regelmässiger Behandlung, so auch bei ihrem Psychiater. Sie nehme die Medikamente regelmässig und komme auch zu Blutkontrollen.
Sie habe enorme Schmerzen trotz Analgesie. Die Beschwerdeführerin habe re
gelmässig Physiotherapie und eine Psychotherapie absolviert. Sicher habe sich ihr Zustand stabilisiert, jedoch sei sie nach wie vor zu 100
%
arbeitsunfähig. Die bes
chriebenen Behandlungen erhielten
einen Status quo und sie sei immer noch auf Medikamente angewiesen.
4.
8
Dr.
med.
F._
, Facharzt FMH für Psychiatrie und Psychotherapie, stellte in seinem
Bericht vom 13. Mai 2011 (
Urk.
6
/78) folgende Diagnosen
(S. 1):
mittlere depressive Episode (ICD-10 F42.2) mit Suizidgedanken
Differenzialdiagnose: manisch-depressive Krankheit, rapid cycling
Dr.
F._
führte aus, die Beschwerdeführerin sei seit dem 1. Februar 2010 bei ihm in psychiatrischer Behandlung. Seit Beginn der Behandlung bis zum heuti
gen Zeitpunkt habe er keine Verbesserung der Symptomatik feststellen können. Die vorliegende Begutachtung der Beschwerdeführerin sei umfassend und er
fasse die Persönlichkeit der Beschwerdeführerin gut (S. 1). Ob die von der Be
schwerdeführerin angegebenen Schmerzen psychischen Ursprunges seien, was er nicht glaube, oder eine somatische Ursache hätten, spiele keine Rolle. Die Beschwerdeführerin leide sichtbar an ihrer Krankheit, die ihr Leben auf eine Weise verändert habe und ihr nicht erlaube, einer geregelten Arbeit nachzuge
hen. Er schätze die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin bis auf weiteres auf 30 -
40
%
. Eine Prognose auf längere Sicht sei nicht möglich (S. 2).
4
.
9
Am 2
2.
Februar 2012 nahm
der psychiatrische Gutachter der
Institution Z._
zum Bericht des behandelnden Psychiaters
Dr.
F._
(vorstehend E. 4
.8
)
Stellung (
Urk.
6/98).
Der psychiatrische Gutachter der
Institution Z._
führte aus, der Bericht von
Dr.
F._
sei rund neun Monate nach seiner Exploration der Beschwerdefüh
rerin erfolgt
(S. 2 oben). Im Unterschied zum behandelnden Psychiater hätten sie aufgrund der ausführlichen Anamnese, des aktuelle
n
Zustandes und der kompletten Befunderhebung nach AMDP-System
und
unter Berücksichtigung der aktuellen Lebensumstände eine leichte depressive Episode diagnostiziert
und den Schweregrad mit einem Hamilton Depressions-Interview untermauert
(17 Punkte, dies entspreche gerade noch einer leichten Episode).
Dagegen
habe
Dr.
F._
seine Einschätzung nicht begründet. Die von ihm auf
geführten Symptome seien in dieser Form nicht dazu geeignet, seine Diagnose
n
zu begründen.
A
ufgrund ihrer Erhebungen sei der Schweregrad „mittelschwer“ nicht haltbar. Die Beschwerdeführerin neige zu einer Verdeutlichung ihrer Be
schwerden. Dies sei unter anderem der Diskrepanz zwischen der eigenen Ein
schätzung und den Aussagen im Psychostatus ersic
htlich. Aus der S
C
L-90-Aus
wertun
g könne auch keine Diagnose gestellt werden. Sie zeige die subjektive Symptombelastung der letzten sieben Tage.
Die ausführliche Befragung nach AMDP habe eine leichte depressive Episode ergeben, insbesondere habe eine spontane und kontextbezogene Auf
hellbarkeit sowohl anamnestisch
als auch in der Explorationssituation bestanden. Die da
malige Befragung zu Tagesablauf, Körperhygiene, Ernährung und psychosozia
ler Einbettung und Austausch
hätten
diese Diagnose
gestützt
(S. 2 unten). Es sei unbestritten, dass die Stimmungsschwankungen teilweise schnell cyklierend seien. Dies sei im Rahmen der Persönlichkeitsstörung zu interpretieren, insbe
sondere
sei
auch das rasche kippen innerhalb von Minuten in eine aggressiv
e Stimmung mit anschliessendem Abgleiten in eine depressive Phase Hinweis dafür. Suizidgedanken seien bei der Beschwerdeführerin wohl chronisch vor
handen, dies im Rahmen ihrer Persönlichkeitsstörung und weniger als Symptom tiefster Depression mit ausgeprägter Hoffnungslosigkeit und schwarz-depressi
ven Zukunftsgedanken
,
bei welcher Bilanz gezogen und ein entsprechender Abschluss des Lebens geplant werde. Die Gedanken und Äusserungen und ins
besondere Handlungen seien bei der Beschwerdeführerin überwiegend im situa
tiven Kontext bei chronifizierter, erheblicher psychosozialer Problematik zu se
hen, dies im Rahmen ihrer Persönlichkeitsstörung (S. 3 oben).
Zum Schweregrad der Gedächtnisstörungen und Konzentrationsstörungen sei zu sagen, dass diese in den Erwägungen miteinbezogen worden seien. Zum Schweregrad sei zu sagen, dass
die Gedächtnis- und Konzentrationsstörungen
die Arbeitsfähigkeit zwar beeinflussten, jedoch habe die Beschwerdeführerin die ganze Zeit aufmerksam den Fragen folgen können. Infolge eines gewissen Zeit
druckes seien die Fragen hochfrequent gestellt worden
,
und es habe keine Pause eingeplant werden können. Die Beschwerdeführerin habe auch angegeben, ihr Auto regelmässig als Fortbewegungsmittel zu benützen, und dass sie sich über kurze Strecken gut konzentrieren könne und letztlich das Einschlafen des linken Armes limitierend sei
(S. 3 Mitte)
.
D
er psychiatrische Gutachter der
Institution Z._
führte
aus,
die
Einschätzung der Arbeitsfähigkeit sei differenzier
t nach Tätigkeit erfolgt, wobei
nach Tätigkeiten mit stresse
rzeugendem
Publikumsverkehr, wie bei der s
pit
al
ex
ternen Pflege
oder im Service, und Tätigkeiten ohne stresserzeugenden Verkehr unterschieden
worden sei
. Bei einer Verweistätigkeit bei der der stresserzeugende Verkehr mit Patienten und Kunden als Hauptteil der Belastung nicht vorkomme, steige die Arbeitsfähigkeit entsprechend. In einer den körperlichen Beschwerden gerecht werdenden Tätig
keit sei daher im Zeitpunkt
der Exploration und auf längere Sicht in
der
Ge
samtschau der Symptomatik die Arbeitsunfähigkeit auf 20
%
zu schätzen.
Wenn
Dr.
A._
feststelle, dass eine Wiedereingliederung in den Arbeits
markt unwahrscheinlich sei, sei dies keine Aussage zur Arbeitsfähigkeit (S. 3 unten).
Bei der Er
wähnung
des
Gutachten
s
von
Dr.
B._
(vorstehend E. 4.2)
sei verschwiegen worden, dass
dieser
eine volle Arbeitsfähigkeit attestiert habe
(S. 4 oben)
.
Ein allfälliges weiteres Gutachten erscheine heute, trotz viel verstri
chener Zeit
,
nicht notwendig (S. 4 unten).
5.
5.1
Vorab ist festzuhalten, dass sich der medizinische Sachverhalt
seit
der
letzten rechtskräftigen
Verfügung
vom Oktober 2005 (
Urk.
6/25)
erheblich verändert hat.
Während
bei
Erlass
der Verfügung im Jahr 2005 primär die Bankart-Läsion der linken Schulter im Vordergrund stand
(vorstehend E. 3.2)
, liegt heute unter anderem eine psyc
hische Problematik vor. Auf die Neuanmeldung ist demnach zu recht eingetreten worden. Zu prüfen ist im Folgenden, ob eine für den Ren
tenanspruch relevante Änderung des Invaliditätsgrades eingetreten ist.
5.2
Die Beschwerdegegnerin stützte sich in ihrer rentenanspruchsverneinenden Verfü
gung (
Urk.
2) auf das
Gutachten
der Institution Z._
vom Februar 2011 (vorstehend E. 4.6) ab, wonach die Beschwerdeführerin in ihren bisher au
sgeübten Tätigkeiten als Servicemitarbei
terin und Mitarbeiterin in der s
pit
al
ex
ternen Pflege
als zu 60
%
arbeitsfähig
erachtet
wurde. In einer ihren Beschwerden angepassten Tätigkeit
, so auch für
Bürotätigkeiten,
gingen die Gutachter der Institution Z._
von einer Arbeitsfähigkeit von 80
%
aus.
Auf das
Gutachten
der Institution Z._
und die nachträgliche Stellungnahme
des psychiatrischen Gutachters
der Institution Z._
vom
Februar 2012 (vorstehend E. 4.9
) kann
denn auch
abgestellt werden. So
wurden
die von der Beschwerdeführerin geklagten Be
schwerden
berü
cksichtigt und die Gutachter der
Institution Z._
setzten sich
mit diesen
und dem Verhalten der Beschwerdeführerin
umfassend auseinander.
Sie
be
gründeten ausführlich, wie sie zu ihrer Beurteilung gelangten und nahmen auch zu den anderen Arztberichten Stellung. Es wurde sodann in Kenntnis der we
sentlichen Vorakten abgegeben, leuchtet in der Darlegung der medizinischen Situation ein, und die Schlussfolgerung ist in nachvollziehbarer Weise begrün
det.
D
ie Anforderungen an eine beweiskräftig
e Expertise (vorstehend E. 1.6
)
sind daher erfüllt
.
Aufgrund der von den Gutachtern
der
Institution Z._
im Gutachten
vorgenommenen Auflis
tung der vorhandenen Akten und deren Wiedergabe im Rahmen der Vorge
schichte gemäss Aktenlage
(vgl.
Urk.
6/68/3-14)
wurden die von
Dr.
B._
gestellten Diagnosen, welche aus dem ersten Dossier in den Akten (
Urk.
6/48/14-20) aufgrund eines Ausdruckfehlers nicht ersichtlich waren, de
tailliert aufgelistet und auch Ausschnitte
aus dem
Gutachten von
Dr.
A._
aufgeführt.
Es ist daher be
züglich
des von der Beschwerdeführerin getätigten Einwandes der Unvollständigkeit der Akten davon auszugehen, dass die Gutachter
der Institution Z._
über die vollständigen Gutachten von
Dr.
A._
und
Dr.
B._
verfügten, wel
che später im IV-Dossier vollständig einakturiert wurden (
Urk.
6/103).
Im Gegensatz zu dem psychiatrischen Gutachter
der Institution Z._
begründete der behan
delnde Psychiater
Dr.
F._
(vorstehend E. 4.8)
seine Einschätzung nur sehr knapp. Bei diagnostizierter mittlerer
depressiver
Episode (I
CD-10 F42.2) mit Suizidgedanken
schloss er lediglich noch auf eine verbl
eibende Arbeitsfähigkeit von 30 bis
40
%
.
In seiner ausführlichen
und nachvollziehbaren
Stellungnahme vom Februar 2012 (vorstehend E. 4.9) begründete der ps
ychiatrische Gutachter der
Institution Z._
, weshalb er den Schweregrad „mittelschwer“
für nicht haltbar befinde und er an seiner Einschätzung festhalte.
Im Übrigen gingen
auch die Ärzte des Schmerzambulatoriums im April 2009 (vorstehend E. 4.4) lediglich von einer leichten depressiven Störung aus unter Hinweis
auf Anhaltspunkte für eine all
fällige Persönlichkeitsstörung.
Aus dem
Umstand, dass
Dr.
A._
(vorstehend E. 4.1)
, auf dessen Einschät
zung auch die Ärzte der
K
linik
C._
im April 2009 (vorstehend E. 4.3) verwiesen,
im Juni 2008
erwähnte, eine Wiedereingliederung sei aufgrund des bisherigen Verlaufes eher unwahrscheinlich, kann die Beschwerdeführerin nichts für sich ableiten. So hielt
Dr.
A._
aus orthopädischer Sicht eine vollständige Arbeitsfähigkeit in angepasster Tätigkeit
fest
.
Auch
Dr.
B._
(vorstehend E. 4.2) ging im September 2008 aus psychiatrischer Sicht in ange
passter Tätigkeit von einer Arbeitsfähigkeit von 100
%
aus. Er
diagnostizierte
eine Anpassungsstörung,
wobei es
sich
hierbei
rechtsprechungsgemäss um ein vorübergehendes Leiden
handelt
un
d somit den von Seiten der
Gutachter
der Institution Z._
gestellten Diagnosen nicht entgegensteht.
Auch die
Ausführungen
der Hausärztin
Dr.
E._
(vorstehend E.
4.
5 und E. 4.7) vermögen die Einschätzung der Gutachter
der Institution Z._
nicht in Zweifel zu ziehen. Abgesehen davon, dass es si
ch bei
Dr.
E._
nicht um eine
Fachärztin
für Psy
chiatrie und Psychotherapie
handelt
,
hat das Gericht betreffend ihrer Einschät
zung der vollständigen Arbeitsunfähigkeit
der Erfahrungstats
ache Rechnung zu tragen, dass Hausärzte
mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrau
ensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patientinnen und Patienten aussagen (BGE 125 V 351 E. 3b/cc).
5.
3
Aufgrund des Gesagten ist
gestützt auf di
e Einschätzung der Gutachter der
Institution Z._
davon auszugehen
, dass
in den
angestammten Tätigkeiten
im Pflegebereich und im Service
eine Einschränkung in der Arbeitsfähigkeit von maximal 40
%
be
steht, der medizinische Sachverhalt aber als dahingehend erstellt zu erachten ist, dass in einer behinderungsangepassten Tätigkeit von einem möglichen Arbeitspensum von 80
%
auszugehen ist.
6.
6.1
Anlässlich der am
2.
Mai 2011
durchgeführten Haushaltabklärung gab die Be
schwerdeführerin gegenüber der Abklärungsperson an, dass sie bei guter Ge
sundheit ohne Zweifel auch nach der Geburt des Kindes im Jahr 2009 zu 100
%
ausserhäuslich erwerbstätig geblieben wäre, dies vorwiegend aus finanziellen Gründen (
Urk.
6/75
Ziff.
2.5).
Dies blieb soweit unbestritten
, weshalb davon auszugehen ist,
obwohl
aufgrund der Angabe
der
Beschwerdeführerin am 1
2.
Juni 2009 (
Urk.
6/55) anlässlich der Abklärung der Erwerbstätigkeit
,
sie würde ab 1. Januar 2010 nach der Geburt ihres Kindes wieder zu 60
%
arbeiten
, gewisse Zweifel daran bestehen
.
6.2
Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist für die Ermittlung des Validen
-
einkommens entscheidend, was die versicherte Person im Zeitpunkt des frühest möglichen Rentenbeginns nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit als Gesunde tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung angepassten Verdienst angeknüpft, da es empirischer Erfah
rung entspricht, dass die bisherige Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden fortge
setzt worden wäre. Ausnahmen müssen mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt sein (BGE 129 V 222 E. 4.3.1 mit Hinweisen).
6.3
Für den Einkommensvergleich ist grundsätzlich auf die Gegebenheiten im Zeit
punkt des (hypothetischen) Rentenb
eginns, mithin auf das Jahr 2009
, abzustel
len (BGE 128 V 174, BGE 129 V 222).
D
ie Beschwerdeführerin
hatte
in den letzten Jahr
en vor Eintritt des
Gesundheitsschadens nur unregelmässig
und in verschiedenen
Anstellungen ge
arbeitet
und die Tätigkeit als ungelernte Krankenpflegerin nur während knapp
drei Monaten, nämlich vom 1. Mai bis 24. Juli 2003 ausgeübt (
Urk.
6/50
Ziff.
1 und 6
)
. Da sie auch
zwischenzeitlich
mehrfach
arbeitslos war,
stellte die Beschwerdegegnerin zur Ermittlung des Valideneinkommens zu Recht auf die vom Bundesamt für Statistik periodisch herausgegebene Lohnstrukturerhebung (LSE) ab.
Aufgrund dessen, dass
eine Ausbildung der Beschwerdeführerin im Pflegebe
reich in den Akten nicht ausgewiesen wurde, und sie laut IK-Auszug (
Urk.
6/45) vor allem im Gastgewerbe tätig war,
womit
sie
aber ebenfalls kein den Lebens
unterhalt finanzierendes Einkommen erzielte,
rechtfertigt sich, zur Ermittlung des Valideneinkommens
auf den Lohn für Hilfsarbeiten
im
Bereich Dienstleis
tungen abzustellen
.
Nach
der
LSE
2008
belief sich der durchschnittliche Lohn von Frauen für einfache und repetitive Tätigkeiten im
Dienstleistungsbereich
auf
Fr.
4‘
089
.-- (LSE 2008, S. 26, Tabelle TA1,
Ziff.
50-93
, Niveau 4). Dies ergibt bei einer durchschnittlichen Wochenarbeitszeit von 41.
7
Stunden (Die Volkswir
tschaft 6-2012, S. 94 Tabelle B
9.2, lit.
G-S
) unter Berücksichtigung der branchenspezifische
n Nominallohnentwicklung von 2.1
%
(
Die Volkswirtschaft 6-2012
, S. 95 Tabelle B 10.2,
Nominal Total
) ein Valideneinkommen von rund
Fr.
52
‘
228
.-- für das Jahr 20
09
(
Fr.
4‘
089
.-- : 40 x 41.
7 x 12 x 1.021
).
6.4
Für die Bestimmung des Invalideneinkommens ist primär von der beruflich-er
werblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte Person konkret steht. Ist kein solches tatsächlich erzieltes Erwerbseinkommen gegeben, na
mentlich weil die versicherte Person nach Eintritt des Gesundheitsschadens keine oder jedenfalls keine ihr an sich zumutbare neue Erwerbstätigkeit aufge
nommen hat, so können nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für Statistik periodisch herausgegebenen Lohnstrukturerhebun
gen (LSE) herangezogen werden (BGE 126 V 75 f. E. 3b/aa und bb, vgl. auch BGE 129 V 472 E. 4.2.1). Für die Invaliditätsbemessung wird praxisgemäss auf die standardisierten Bruttolöhne (Tabellengruppe A) abgestellt (BGE 129 V 472 E. 4.2.1 mit Hinweis), wobei jeweils vom so genannten Zentralwert (Median) auszugehen ist. Bei der Anwendung der Tabellengruppe A gilt es ausserdem zu berücksichtigen, dass ihr generell eine Arbeitszeit von 40 Wochenstunden zu
grunde liegt, weshalb der massgebliche Tabellenlohn auf die entsprechende betriebsübliche Wochenarbeitszeit aufzurechnen ist (BGE 129 V 472 E. 4.3.2, 126 V 75 f. E. 3b/bb, 124 V 321 E. 3b/aa; AHI 2000 S. 81 E. 2a).
6.5
Gemäss LSE belief sich der durchschnittliche Lohn von Frauen für alle einfa
chen und repetitiven Tätigkeiten im Jahr 2008 auf
Fr.
4'116.-- (LSE 2008, S. 26, Tabelle TA1, Total, Niveau 4). Dies ergibt
im Jahr 2009
bei einer durchschnittli
chen Wochenarbeitszeit von 41.
6 Stunden (Die Volkswirtschaft 6
-2012, S. 94
Tabelle B
9.2, Total) und der Berücksichtigung
der Nominallohnentwicklung von 2.1
%
im Jahr 2009
(
Die Volkswirtschaft 6-2012, S. 95 Tabelle B 10.2, No
minal Total)
sowie des noch möglichen Arbeitspensums von 80
%
ein Invali
deneinkommen von rund
Fr.
41‘957
.-- (
Fr.
4'116.-- : 40 x 41.6 x 12 x 1.021 x 0.8
).
6.6
Wird das Invalideneinkommen auf der Grundlage von statistischen Durchschnittswerten ermittelt, ist der entsprechende Ausgangswert allenfalls zu kürzen. Mit dem sogenannten Leidensabzug wurde ursprünglich berücksichtigt, dass versicherte Personen, welche in ihrer letzten Tätigkeit körperliche Schwer
arbeit verrichteten und nach Eintritt des Gesundheitsschadens auch für leichtere Arbeiten nurmehr beschränkt einsatzfähig sind, in der Regel das entsprechende durchschnittliche Lohnniveau gesunder Hilfsarbeiter nicht erreichen. Der ur
sprünglich nur bei Schwerarbeitern zugelassene Abzug entwickelte sich in der Folge zu einem allgemeinen behinderungsbedingten Abzug, wobei die Recht
sprechung dem Umstand Rechnung trug, dass auch weitere persönliche und berufliche Merkmale der versicherten Person wie Alter, Dauer der Betriebszuge
hörigkeit, Nationalität oder Aufenthaltskategorie sowie Beschäftigungsgrad Auswirkungen auf die Höhe des Lohnes haben können. Ein Abzug soll aber nicht automatisch, sondern nur dann erfolgen, wenn im Einzelfall Anhalts
punkte dafür bestehen, dass die versicherte Person wegen eines oder mehrerer dieser Merkmale ihre gesundheitlich bedingte (Rest-)Arbeitsfähigkeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt nur mit unterdurchschnittlichem Einkommen ver
werten kann. Bei der Bestimmung der Höhe des Abzuges ist der Einfluss aller in Betracht fallenden Merkmale auf das Invalideneinkommen unter Würdigung der Umstände im Einzelfall gesamthaft zu schätzen und insgesamt auf höchstens 25
%
des Tabellenlohnes zu begrenzen (vgl. zum Ganzen BGE 126 V 75). Dabei ist zu beachten, dass allfällige bereits bei der Parallelisierung der Vergleichseinkommen mitverantwortliche invaliditätsfremde Faktoren im Rahmen des soge
nannten Leidensabzuges nicht nochmals berücksichtigt werden dürfen (BGE 134 V 322 E. 5.2).
Der Abzug vom Tabellenlohn soll
den
im konkreten Fall anzunehmenden lohnmindernden Umständen Rechnung tragen. Aufgrund der Einschränkungen der Beschwerdeführerin erscheint
mit dieser
ein Abzug von 15
%
als angemessen.
6.7
Unter Berücksichtigung eines lohnmindernden Faktors von 15
%
ergibt sich ein Invalideneinkommen in der Hö
he von
Fr.
35‘663.-- (
Fr.
41‘957.--
x 0.85). Bei einem Valideneinkommen von
Fr.
52‘228.--
(
vorstehend
E. 6.3) resultiert somit eine E
inkommenseinbusse von
Fr.
16‘565
.--, was ei
nem Invaliditätsgrad von
rund 32
%
entspricht,
bei welchem Ergebnis die Beschwerdeführerin keinen Anspru
ch auf eine Invalidenrente hat.
Die angefochtene Verfügung erweist sich damit
im Ergebnis
als rechtens, was zur Abweisung der Beschwerde führt.
7.
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind unabhängig vom Streitwert festzulegen (
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG) und auf
Fr. 9
00.-- anzusetzen. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind sie der unterliegenden Be
schwerdeführerin aufzuerlegen.