# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 5800cba0-03ce-4f33-84b7-635e5b55305f
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2017
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1962, arbeitete vom 1. Februar bis zum 28. April 1998 in einem Teilzeitpensum bei der
Y._
als CAD-Planerin (Urk. 10/3) und
kam daneben den Aufgaben im Haushalt und der Betreuung ihrer zwei 1993 und
1995 geborenen Kindern nach. Wegen zunehmenden Schmerzen am Hand
ge
lenk rechts, auf welches sie im April 1990 beim Schlittschuhlaufen in Eng
land gestürzt war, meldete sie sich am 28. Juni 1999 bei der Invaliden
versiche
rung zum Leistungsbezug an (Urk. 10/2). Die Sozial
versicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, holte den
Arbeitge
berbericht
der
Y._
vom 23. Juli 1999 (Urk. 10/3) sowie die
Arzt
berichte
von Dr. med.
Z._
, Allgemeine Medizin FMH, vom 3. August 1999 (Urk. 10/4/1-2, unter Beilage des Berichtes des Instituts für Radiologie des
A._
vom 29. Juli 1999,
Urk.
10
/4/3-4) und von Dr. med.
B._
,
Hand
chirurgie
FMH, vom 24. August 1999 (Urk.
10
/5) ein. Ausserdem zog sie die Akten der Schweizeri
schen
Unfallversi
cherungs
anstalt
(SUVA) betreffend den Unfall vom 26. April 1990 bei (Urk. 10/6/1-141). Sodann nahm die IV-Stelle eine Abklärung im Haushalt der Versicherten vor (vgl. Abklärungsbericht vom 29. Mai 2000, Urk. 10/7). Hier
zu nahm Dr.
B._
am 29. Juli 2000 Stellung (Urk. 10/8). Mit Verfü
gung vom 6. Oktober 2000 sprach die IV-Stelle
X._
basierend auf einem
In
va
liditätsgrad
von 67 % mit Wirkung ab dem 1. Mai 2000 eine ganze Invali
den
rente samt den akzessorischen Kinderrenten zu (Urk. 10/11/1-5). Dabei ging die IV-Stelle davon aus, dass die Beschwerde
führerin zu 45 % er
werbstätig wäre und in diesem Bereich eine 100%ige Einschränkung bestehe, während im Haus
halt bei einem Anteil von 55 % eine Einschränkung von 38,45 % bestehe. Den so berechneten
Invaliditäts
grad
von 66,14 % rundete die IV-Stelle auf 67 % auf, da Dr. med.
C._
vom medizinischen Dienst (heute: Regionaler Ärztlicher Dienst [RAD]) in seiner Stellungnahme vom 10. August 200
0
die Meinung ver
trat, die Ein
schränkung im Haushalt sei von der Abklärungsperson mit 38,45 % eher zu tief festgelegt worden und es er
scheine insgesamt gerechtfertigt, eine Auf
rundung vorzu
nehmen (Urk. 10/9/3).
1.2
Im Rahmen der im Jahre 2001 durchgeführten Rentenrevision holte die
IV-Stelle
den Arztbericht von Dr. med.
D._
, FMH Innere Medizin & Rheu
mato
logie, vom 6./10. September 2001 ein (Urk. 10/14). In der Folge erkundigte sie sich bei der SUVA nach der von dieser erbrachten Leistungen (Urk. 10/16). Nach
dem die SUVA
X._
mit Verfügung vom 13. Januar 2003
nebst einer Integritätsentschädigung von 27,5
%
mit Wir
kung ab dem 1. Januar 2003 eine Invalidenrente von 57 % zugesprochen hatte (Urk. 10/19), bestätigte die IV-Stelle
der Versicherten mit Mitteilung vom 19. März 2003 den Anspruch auf eine ganze
Invalidenrente bei einem
Invalidi
tätsgrad
von 67 % (Urk. 10/21).
1.3
Im Jahre 2004 führte die IV-Stelle ein weiteres Revisionsverfahren durch. Sie holt
e die Arztberichte von Dr. med. E._
, Facharzt FMH für Allgemein
medizin, vom 30. April 2004 (Urk. 10/26) sowie von Dr.
D._
vom 31. August 2004 (Urk. 8/28) ein. Am 17. August 2004 nahm die
IV-Stelle eine neue Ab
klä
rung im Haushalt der Versicherten vor (vgl.
Abklä
rungsbericht
vom 23. Septem
ber 2004, Urk. 10/29). Am 24. September 2004 bestätigte sie den An
spruch auf eine ganze Invalidenrente bei einem
Invali
ditätsgrad
von 74 % (Urk. 10/31). Die Erhöhung des Invaliditätsgrades von 67 % auf 74 % ergab sich dadurch, dass die IV-Stelle nun davon ausging, dass die Beschwerdeführerin zu 60 % einer Er
werbstätigkeit nachgehen würde statt wie bisher nur zu 45 %. Un
verändert ging die IV-Stelle davon aus, dass im Erwerbsbereich eine 100%ige Einschränkung bestehe und im Haushalt ermittelte sie eine solche von 36 %.
1.4
Beim im Jahre 2007 durchgeführten Revisionsverfahren holte die IV-Stelle den Arztbericht von Dr.
D._
vom 4./10. April 2007 ein (Urk. 10/36/1-9; unter Beilage weiterer Arztberichte, Urk. 10/36/10-19). Sie hielt an der Aus
richtung der ganzen Invalidenrente bei einem Invaliditätsgrad von 74 % fest, was sie der Ver
sicher
ten am 26. April 2007 mitteilte (Urk. 10/38).
1.5
Da der Ehemann von
X._
ebenfalls eine Invalidenrente zuge
spro
chen erhielt, setzte die IV-Stelle mit Verfügung vom 22. Mai 2007 mit Wir
kung ab dem 1. Januar 2007 eine Plafonierung der Invalidenrente fest (Urk. 10/40). Nach
dem die Rente des Ehemannes herabgesetzt wurde, hob die IV-Stelle die Plafo
nie
rung mit Verfügung vom 25. Juli 2008 wieder auf (Urk. 10/41).
1.6
Im März 2010 forderte die IV-Stelle die Versicherte auf, sich für eine
Infor
mati
onsveranstaltung
zur beruflichen Eingliederung anzumelden (Urk. 10/43).
X._
kam dieser Aufforderung nach und erklärte sich in der Folge am 20. Juli 2010 auch interessiert, mit Unterstützung der IV eine Stelle zu finden und sich beruflich wieder einzugliedern (Urk. 10/46). Die
IV-Stelle gewährte der Versi
cher
ten am 11. August 2010 Beratung und Unter
stützung bei der
Stellen
suche
durch
die
F._
(Urk.
10
/48). Mit Verfü
gungen vom 26. Oktober 2011 (Urk.
10
/54-55
)
erneuerte die IV-Stelle in Abänderung der Verfügung vom 25. Juli 2008 (Urk.
10
/41) rückwirkend die
Plafonierung der Invalidenrente per 1. Juni 2010, wo
bei die Versicherte aber unverändert basierend auf einem
Inva
liditätsgrad
von
74 % eine ganze Invali
denrente erhielt. Mit
Abschluss
bericht
vom 24. April 2012
hielt die
F._
fest, die Versicherte habe erfolgreich eine neunmonatige innerbetriebliche Ausbildung zur Mitarbeiterin Sensorik bei der
G._
abschliessen können und teste nun unter
schiedliche Produkte nach Vorgabe. Im privaten Bereich sei sie aktuell durch die Trennung von ihrem Ehemann nach über 20 Ehejahren erheblich belastet. Sie befinde sich in einer schwierigen familiären und finanziellen Situation (Urk. 10/57). Am 22. Mai 2012 teilte die IV-Stelle
X._
mit, das Eingliederungsprogramm, durch wel
ches sie die Stelle bei der
G._
habe finden können, sei beendet (Urk. 10/59). In der Folge überprüfte die IV-Stelle unter Berücksichtigung des erreichten
Einglie
de
rungs
erfolges
den Renten
anspruch der Versicherten. Mit entsprechender Bestä
tigung von Dr.
D._
gab
X._
am 25. Juni 2012 an, es sei ihr
ge
sundheitsbedingt
nicht möglich, ihr
Arbeits
pensum
weiter zu er
höhen und der Tätigkeit bei der
G._
in einem Pensum von mehr als 20 % nachzu
gehen (Urk. 10/62). Am 25. September 2012 nahm med.
pract
.
H._
, Fachärztin Orthopädische Chirurgie und Traumatologie, vom RAD der IV-Stelle eine Untersuchung der Versi
cherten vor und gab eine darauf basierende Ein
schätzung der Arbeitsfähigkeit ab (Bericht vom
1.
Oktober 2012, Urk. 10/65). So
dann führte die IV-Stelle am 7. Januar 2013 auch eine weitere Abklärung im Haushalt der Versicherten durch (vgl. Abklärungsbericht vom 16. Januar 2013,
Urk. 10
/67). Ausserdem holte sie den Arztbericht von Dr. med.
I._
,
Fach
ärztin
Psychiatrie & Psy
cho
therapie FMH, vom 7.
Januar 2013 ein (Urk. 10
/68)
. Schliesslich liess die IV-Stelle das psychiatrische Gutach
ten von PD Dr. med.
J._
vom 30. März 2013 erstellen (Urk. 10/70). Mit Vorbescheid vom 19. Juli 2013 teilte die IV-Stelle
X._
mit, es würden
die
rentenzu
sprechenden
bzw. bestätigenden Verfügungen und Mitteilungen
wie
dererwä
gungsweise
aufge
hoben
(Urk. 10
/74). Dagegen erhob die Versicherte selbe
r
am 23. Juli 2013 (Urk.
10
/75) bzw. durch Rechtsanwalt Tobias
Figi
am 14. Augus
t 2013 (Urk. 10/77) mit Ergänzung vom 17. September 2013 (Urk. 10/80) Ein
wand. Mit Verfügung vom 25. September 2013 sprach die IV-Stelle
X._
eine Kinderrente für den Sohn
K._
mit Wirkung ab dem 1. September 2013 zu (Urk. 10/82). Mit Verfügung vom 13. Februar 2014 hob sie die ursprüngliche Verfügung vom 6. Oktober 2000 (sowie die Verfügun
gen vom 22. Mai 2007 mit
Wirkung ab 1. Januar 2007 und vom 26. Oktober 2011 mit Wirkung ab 1. Janu
ar
2011) und die Mitteilungen vom 19. März 2003, vom 24. September 2004 und
vom 26. April 2007
wiedererwägungs
weise
auf und
aberkannte den Ren
ten
an
spruch der Versicherten auf das Ende des der Zustellung folgenden Monats (Urk.
10/85
).
1.7
In teilweiser Gutheissung der von der Versicherten am 1
4.
März 2014 (Urk. 10/89/3-23) erhobenen Beschwerde hob das Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich mit Urteil vom 2
5.
Juni 2015 (
Urk.
8/100) die Verfügung der IV-Stelle vom 1
3.
Februar 2014 auf und es stellte fest, dass
X._
mit Wirkung ab dem
1.
April 2014 Anspruch auf eine
Viertelsrente
hat. In Umsetzung dieses Urteils sprach die IV-Stelle
X._
mit Verfügung vom
6.
Januar 2016 mit Wirkung ab dem
1.
April 2014 eine
Viertelsrente
samt akzessorischen Kinderrenten zu. Von der der Beschwerdeführerin für die Zeit vom
1.
April 2014 bis zum 3
1.
Dezember 2015 zustehenden Summe von
total
Fr.
13‘510.-- zahlte die IV-Stelle
Fr.
2‘608.20 an die
Arbeitslosen
kasse
des Kantons Zürich aus. Sodann verrechnete sie den Betrag von
Fr.
2‘450.-- mit infolge Einkommensteilung zu viel ausbezahlten Leistungen an den Ex-Ehegatten (
Fr.
1‘878.-- für die Zeit vom
1.
April 2014 bis zum 3
1.
August
2015) und an den Sohn
K._
(
Fr.
572.-- für die Zeit vom
1.
September 2014 bis zum 3
0.
September 2015) (
Urk.
2).
2.
Gegen diese Verfügung erhob
X._
am 2
9.
Januar 2016 Beschwerde mit dem sinngemässen Antrag, die angefochtene Verfügung sei insoweit auf
zuheben, als ihr zustehende Rentenleistungen mit zu viel ausbezahlten Ren
tenleistungen an den Ex-Ehegatten verrechnet
worden seien
(
Urk.
1). Da die Beschwerde von der Beschwerdeführerin nicht unterzeichnet worden war, wurde ihr mit Verfügung vom
4.
Februar 2016 Frist angesetzt, um diesen Mangel zu beheben (
Urk.
3). Am 1
1.
Februar 2016 ging die von der Beschwerdeführerin unterzeichnete Beschwerde beim Gericht ein (
Urk.
5). Mit Beschwerdeantwort vom
4.
April 2016
(
Urk.
8)
ersuchte die
Beschwerde
geg
nerin
unter Verweis auf die Stellungnahme der Ausgleichskasse Handel Schweiz
vom 3
0.
März 2016 (
Urk.
9)
um Abweisung der Be
schwerde
. Die Beschwerdeführerin liess sich dazu nicht mehr vernehmen (
Urk.
13).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Akten wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Der Einzelrichter

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
Da der Streitwert
Fr.
20’000.-- nicht übersteigt, fällt die Beurteilung der
Beschwerde
in die einzelrichterliche Zuständigkeit (
§
11
Abs.
1 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht).
2.
2.1
Nach
Art.
37
Abs.
1 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) entsprechen die Invalidenrenten den Altersrenten der Alters-
und
Hinterlas
senenversicherung
,
wobei gemäss
Abs.
1
bis
derselben Bestimmung in Verbin
dung mit
Art.
35 des Bundesgesetzes über die Alters- und
Hinterlassenen
versicherung
(AHVG) die Summe der beiden Renten eines Ehepaares maxi
mal 150
%
des Höchstbetrages der Altersrente beträgt. Dabei sind die beiden Renten im Verhältnis ihrer Anteile an der Summe der ungekürzten Renten zu kürzen (
Art.
35
Abs.
3 Satz 1 AHVG).
Einkommen, welche die Ehegatten während der Kalenderjahre der gemeinsamen Ehe erzielt haben, werden geteilt und je zur Hälfte den beiden Ehegatten angerechnet. Die Eink
om
mensteilung wird unter anderem vorgenommen,
wenn beide
Ehegatten
ren
tenberechtigt
sind (Art. 29
quinquies
Abs.
3
lit
. a
AHVG
).
2.2
Gemäss
Art.
20
Abs.
2 AHVG in Verbindung mit
Art.
50
Abs.
2 IVG können Rückforderungen von Invalidenrenten mit fälligen Leistungen verrechnet werden.
3.
3.1
Die Ausgleichskasse Handel Schweiz führte in ihrer Stellungnahme vom 30. März 2016 (
Urk.
9) aus, der Ex-Ehemann der Beschwerdeführerin,
L._
, beziehe sei
t
dem
1.
Juni 2006 eine Invalidenrente. Die Beschwerde
führerin habe vom
1.
Mai 2000 bis zum 3
1.
März 2014 ebenfalls eine
IV-Rente bezogen. Mit Eintritt des
2.
Versicherungsfalles per
1.
Juni 2006 (Anspruch Ehemann) sei die Rente des Ehemannes berechnet und die Rente der Beschwerdeführerin neu festgesetzt worden (Einkommensteilung und Plafonierung). Die Beschwerdegegnerin habe die Rente der Beschwerde
führe
rin mit Verfügung vom 1
3.
Februar 2014 per 3
1.
März 2014 aufgehoben. Die Rente des Ehemannes sei daraufhin neu festgesetzt worden (Erhöhung des durchschnittlichen Jahreseinkommens infolge Rückgängig
machung der Ein
kommensteilung).
Da die Beschwerdeführerin aber gemäss Urteil des Sozial
versicherungsgerichts des Kantons Zürich vom 2
5.
Juni 2015 ab dem
1.
April 2014 weiterhin Anspruch auf eine Invalidenrente habe, habe die Rente des
Ehemannes wieder neu berechnet werden müssen. Infolge erneuter Einkom
mensteilung sei die Rente des Ehemannes wieder tiefer ausgefallen und es sei eine Rückforderungsanspruch entstanden.
Da das Ehepaar Erben bis am 2
6.
August 2015 verheiratet gewesen sei, sei die Rückforderung der dem Ehemann zu viel ausbezahlten Leistungen für die Zeit vom
1.
April 2014 (neue Berechnung der Rente mit Einkommensteilung) bis August 2015 (Scheidung) von
Fr.
1‘878.-- mit der Nachzahlung der Rente der Beschwer
deführerin verrechnet worden. Der Restbetrag der Rückforderung vom
1.
September 2015 bis zum 3
1.
Dezember 2015 von
Fr.
444.-- sei direkt mit der laufenden Rente des Ex-Ehegatten für den Monat Januar 2016 verrechnet worden.
3.2
Die Beschwerdeführerin wehrt sich gegen die Verrechnung von dem Ehe
mann zu viel ausbezahlten Invalidenrenten
in Höhe von Fr. 1‘848.--
(richtig: Fr. 1‘878.--)
mit ihrem Rentenanspruch. Sie lebe seit mehr als drei Jahren von ihrem Ex-Ehemann getrennt und sei seit Juli 2015 geschieden. Sie sehe nicht ein, weshalb sie und nicht der Ex-Ehemann die zu viel ausbezahlten Le
istungen zurück
zahlen soll, obwohl die Kassen seit mehr als drei Jahren komplett getrennt seien. Sie lebe in schwierigen finanziellen Verhältnissen. Ihre Söhne befänden sich noch in Ausbildung und seien auf ihre Unterstüt
zung angewiesen. Ihr Ex-Ehemann sei finanziell besser gestellt. Deshalb sei die Rückforderung nicht ihr, sondern ihrem Ex-Ehemann zu verrechnen (
Urk.
1).
4.
4.1
Es ist vorliegend unstrittig, dass dem Ex-Ehemann der Beschwerdeführerin aufgrund des Umstandes, dass die Beschwerdeführerin ab dem
1.
April 2014 ebenfalls Anspruch auf eine Invalidenrente hat und die für die
Rentenbe
rechnung
massgeblichen Beiträge damit zwischen den Ehegatten zu teilen sind (vgl. E. 2.1), für die Zeit vom
1.
April 2014 bis zum 3
1.
Dezember 2015 eine zu hohe Invalidenrente ausgerichtet worden ist und deswegen ein
Rückforderungs
anspruch
besteht. Strittig und zu prüfen ist
aber
die Frage, ob dieser Rückforderungsanspruch gegenüber dem
Ex-
Ehemann mit den
rück
wirkend auszurichtenden
Rentenleistungen
der Beschwerdeführerin
verrech
net werden darf, wobei festzuhalten ist, dass die Beschwerdegegnerin die Rückforderung auf diejenigen Rentenzahlungen des
Ex-
Ehemannes
be
-
schränkt hat, welche er noch während bestehender Ehe erhalten hat. Die nach der Scheidung dem
Ex-
Ehemann ab September 2015 ausgerichteten
Renten
sind von der Beschwerdegegnerin nicht mit der Beschwerdeführerin zustehenden Ansprüchen verrechnet worden
.
4.2
Das Bundesgericht hat
in Bestätigung seiner früheren Rechtsprechung (BGE 130 V 505
=
Pra
2005 Nr. 153
) ausdrücklich fest
gehalten
,
dass
die Rückfor
derung einer Invalidenrente gegenüber einem Ehegatten mit Nachzahlungen einer Invalidenrente an den anderen Ehegatten verrechnet werden
kann
, selbst wenn Schuldner und Gläubiger der Verwaltung nicht identisch
sind.
Das g
ilt
auch dann, wenn die Ehegatten getrennt leben aufgrund eines gerichtlichen Entscheides während des Zeitraums, für den Leistungen der Invalidenversicherung erbracht worden
sind
(BGE 137 V 175 =
Pra
2011
Nr. 124)
.
Die Regel von
Art.
120
Abs.
1 des Obligationenrechts
(OR)
, wonach die Verrechnung nur unter der Voraussetzung zulässig ist, dass zwei Personen gegenseitig Gläubiger und Schuldner sind, kann nicht absolute Gültigkeit beanspruchen, sondern es sind vielmehr die Besonderheiten der Sozialversi
cherungen zu berücksichtigen. Eine Verrechnung, in Abweichung dieser Regel, ist insbesondere auch dann möglich, wenn zwischen den Forderungen, die sich zur Verrechnung gegenüberstehen, aus versicherungs
-
technischer oder rechtlicher Sicht ein enges Verhältnis besteht: In solchen Situationen ist es nicht erforderlich, dass der Rechtsunterworfene oder der Versicherte gleichzeitig Gläubiger und Schuldner der Verwaltung ist (BGE 130 V 505 E. 2.4). Vorliegend besteht ein enger Zusammenhang dieser Art, weil der Anspruch der Beschwerdeführerin auf
eine Invalidenrente notwendiger
weise eine Änderung der Leistungen erforderte, welche bis anhin ihrem Ehemann ausgerichtet wurden. Eine derartige gegenseitige Abhängig
-
keit
zwischen dem Teil der Invalidenrente, der einem Ehegatten zu viel ausbezahlt wurde, und einer rückwirkend dem anderen Ehegatten gewährten Invalidenrente ist dem Berechnungssystem der AHV-
und IV-Renten inhärent, wenn bei einem ver
heirateten Ehepaar ein Versicherungsfall eintritt. Der Eintritt des zweiten Versicherungsfalls beim Ehegatten, der bis anhin keine Invalidenrente bezo
gen hat, löst das „Splitting“
aus (BGE 137
V
175 E. 2.2.1). Die Tatsache, dass die Verfügung, mit welcher d
er
Beschwerdeführerin erneut eine Invaliden
rente zugesprochen worden ist, zu einem Zeitpunkt erging, in welchem die Beschwerdeführerin bereits geschieden war, ändert ihren Status als verheira
tete Frau nicht, den sie während der Zeit hatte, für welche ihr rückwirkende Versicherungs
leistungen zugesprochen wurden (BGE 135 V 175 E. 2.2.2). Rentenleist
ungen, welche
der Beschwerdeführerin
für die Zeit
nach der Scheidung zuge
sprochen worden sind, wurden nicht verrechnet.
Der Umstand, dass die Eheleute
getrennt lebten und dementsprechend auch getrennte Kassen führten, ändert daran nichts. Die wirtschaftliche Einheit der Ehegatten stellt lediglich ein zusätzliches Argument dar, um von der Gegen
seitigkeit der an jeden der beiden Ehegatten ausgerichteten IV-Leistungen auszugehen, und nicht eine zusätzliche Bedingung, die erfüllt sein muss, damit von
Art.
120
Abs.
1 OR
abgewichen
werden darf (BGE 135 V 175 E. 2.2.4).
4.3
Angesichts dieser gefestigten höchstrichterlichen Rechtsprechung im Sinne der von der IV-Stelle vorgenommenen Verrechnung einer Nachzahlung zugunsten der Beschwerdeführerin mit einer Rückforderung zulasten ihres
Ex-
Ehegatten bleibt kein Raum für die Einwände der Beschwerdeführerin. Die vorgenommene Verrechnung mit der betragsmässig nicht bestrittenen Rückforderung von
Fr.
1‘878.-- ist somit nicht zu beanstanden, was zur Abweisung der Beschwerde führt.
5.
Gemäss
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG
ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um die Bewilligung oder die Verweigerung von IV-Leistungen vor dem kan
tonalen Versicherungsgericht kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von 200-1000 Franken festgelegt. Die Gerichtskosten sind auf
Fr.
4
00.-- festzusetzen und ausgangsgemäss der
Beschwerdeführerin
aufzuerlegen.