# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 4aeed533-0cba-4469-8c87-f963161a8589
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2013
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
Die 1969 geborene
X._
bezog ab Februar 2007 eine
Viertels
rente
der Invalidenversicherung
(Verfügung der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, vom 6. Oktober 2008 [Urk. 7/80]
sowie Urteil IV.2008.01099 des hiesigen Gerichts vom 30. Juni 2010 [Urk. 7/118]; vgl. auch die Neuberechnungen der Rente
am
26. Mai 2009 [Urk. 7/104], 11. März 2010 [Urk. 7/11]
und
5. April 2012 [Urk. 7/166]
). Zwei Gesuche um Ausrichtung einer
Hilflosen
e
ntschädigung
wurden mit Verfügungen vom 20. Mai 2009 (Urk. 7/102) und 23. März 2011 (Urk. 7/132) abgewiesen
.
Am 28. Mai 2010 leitete die IV-Stelle eine Rentenrevision ein
(Urk. 7/112). Im Rahmen der
medizinische
n Abklärungen
beauftragte
sie
die MEDAS
Y._
mit einer
Begutachtung
(Urk. 7/135, Urk. 7/137). Die von der Beschwerdeführerin
gegen die vorgesehene Begutach
tung
erhobene Beschwerde wurde vom hiesigen Gericht mit Urteil IV.2011.00471 vom 31. Mai 2011 abgewiesen (Urk. 7/138)
. Am 15. November 2011 erstattete
die MEDAS
ihr
Gutachten (Urk. 7/150).
Im Rahmen des
Vorbe
scheidverfahrens
(Urk. 7/155 ff.) nahmen die
MEDAS
-Gutachter mit Schreiben vom 20. März 2012 zu den von der Beschwerdeführerin erhobenen Einwendun
gen Stellung (Urk. 7/164). Mit Verfügung vom 15. Mai 2012 hob die IV-Stelle die bisher ausgerichtete Rente auf (Urk. 2).
2.
Dagegen führt
X._
Beschwerde mit folgendem Rechtsbegehren (Urk. 1 S. 2):
1.
Die Verfügung der Beschwerdegegnerin vom 15. Mai 2012 sei aufzuheben.
2.1
Die Beschwerdegegnerin habe der Beschwerdeführerin eine ganze Rente auszu
rich
ten.
2.2
Eventualiter sei ein medizinisches Gerichtsgutachten einzuholen.
2.3
Subeventualiter
habe die Beschwerdegegnerin ein neues psychiatrisches Gutachten einzuholen.
3.
Es sei eine öffentliche Gerichtsverhandlung durchzuführen.
4.
Unter Kosten- und Entschädigungsfolge zulasten der Beschwerdegegnerin.
Mit Beschwerdeantwort vom 5. Juli 2012 schloss die Verwaltung auf Abwei
sung der Beschwerde (Urk. 6), was der Beschwerdeführerin am 9. Juli 2012 zur Kenntnis gebracht wurde (Urk. 8).
Mit Verfügung vom 3. September 2013 wurde der Kanton Zürich, handelnd
durch
die
eine Berufsinvalidenrente ausrichtende
BVK Personalvorsorge des Kantons Zürich, zum Prozess beigeladen (Urk. 9). In seiner Stellungnahme vom 10. Oktober 2013 schloss der Beigeladene auf Abweisung der Beschwerde (Urk. 12). Mit Eingabe vom 17. Oktober 2013 äus
serte sich die Beschwerdeführerin zur Stellungnahme des Beigeladenen ohne
neue Anträge zu stellen.
In prozessualer Hinsicht
zog sie den Antrag auf Durchführung einer öffentlichen Verhandlung zurück (Urk. 16
). Am
15. No
vem
ber 2013
teilte die Beschwerdegegnerin ihren Verzicht auf eine wei
tere Stellung
nahme mit (Urk.
19
)
.
Die Rechtsschrift
wurde am
18. November 2013
der Beschwerdeführerin und dem Beigeladenen
zur Kenntnisnahme zuge
stellt
(Urk.
20
)
.
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts; ATSG). Die Invalidität kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 des Bun
desgesetzes über die Invalidenversicherung; IVG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beur
teilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfä
higkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie körperliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 8 ATSG bewirken. Nicht als Folgen eines psychischen Gesundheitsschadens und damit invalidenversicherungsrechtlich nicht als rele
vant gelten Einschränkungen der Erwerbsfähigkeit, welche die versicherte Per
son bei Aufbietung allen guten Willens, die verbleibende Leistungsfähigkeit zu verwerten, abwenden könnte; das Mass des
Forderbaren
wird dabei weitgehend objektiv bestimmt. Festzustellen ist, ob und in welchem Umfang die Ausübung einer Erwerbstätigkeit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt mit der psychi
schen Beeinträchtigung vereinbar ist. Ein psychischer Gesundheitsschaden führt also nur soweit zu einer Erwerbsunfähigkeit (Art. 7 ATSG), als angenommen werden kann, die Verwertung der Arbeitsfähigkeit (Art. 6 ATSG) sei der versi
cherten Person sozial-praktisch nicht mehr zumutbar (BGE 131 V 49 E. 1.2 mit Hinweisen).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss Art. 28 Abs. 1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betä
tigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich min
destens 40 Prozent arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 Prozent invalid (Art. 8 ATSG) sind.
Die seit dem 1. Januar 2004 massgeblichen Rentenabstufungen geben bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 Prozent Anspruch auf eine
Viertelsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 Prozent Anspruch auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 Prozent Anspruch auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 Prozent Anspruch auf eine ganze Rente (Art. 28 Abs. 2 IVG).
1.3
Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines
Rentenbezü
gers
erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (Art. 17 Abs. 1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tat
sächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente nicht nur bei einer wesentlichen Änderung des Gesundheitszustandes, sondern auch dann
revidier
bar
, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen des an sich gleich gebliebenen Gesundheitszustandes erheblich verändert haben (BGE 130 V 343 E. 3.5 S. 349 mit Hinweisen). Dagegen stellt die bloss unterschiedliche Beurteilung der Aus
wirkungen eines im Wesentlichen unverändert gebliebenen Gesundheitszustan
des auf die Arbeitsfähigkeit für sich allein genommen keinen Revisionsgrund im Sinne von Art. 17 Abs. 1 ATSG dar. Zeitliche Vergleichsbasis für die Beurtei
lung einer anspruchserheblichen Änderung des Invaliditätsgrades bilden die letzte rechtskräftige Verfügung oder der letzte rechtskräftige
Einspracheent
scheid
, welche oder welcher auf einer materiellen Prüfung des Rentenanspruchs mit rechtskonformer Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und
Invaliditäts
bemessung
beruht (BGE 133 V 108; vgl. auch BGE 130 V 71 E.
3.2.3 S. 75 ff; Urteil des Bundesgerichts 9C_438/2009 vom 26. März 2010 E.
1 mit Hinweisen).
1.4
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gege
benenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu
Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 256 E. 4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden kön
nen (BGE 125 V 261 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E. 4b/cc).
1.5
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Gutachtens ist ent
scheidend, ob es für die Beantwortung der gestellten Fragen umfassend ist, auf den erforderli
chen allseitigen Untersuchun
gen beruht, die geklagten Beschwerden berück
sichtigt und sich mit diesen sowie dem Verhalten der untersuchten Person aus
einander setzt
was vor allem bei psychischen Fehlent
wicklungen nö
tig ist
, in Kenntnis der und gegebenenfalls in Auseinander
setzung mit den
Vorakten
abgegeben worden ist, ob es in der Darlegung der medizinischen Zustände und Zusammenhänge ein
leuchtet, ob die Schlussfolgerungen der medizinischen Exper
ten in einer Weise begründet sind, dass die rechtsanwendende Person sie prüfend nachvollziehen kann, ob der Experte oder die Expertin nicht auszu
räu
mende Unsicherheiten und Unklarheiten, welche die Be
antwortung der Fragen erschweren oder verunmöglichen, gegebe
nenfalls deutlich macht (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c; U.
Meyer
Blaser, Die Rechtspflege in der Sozialversicherung, BJM 1989, S. 30 f.; derselbe in H.
Fredenhagen
, Das ärztliche Gutachten, 3. Aufl. 1994, S. 24 f.).
2.
Zeitlicher Referenzpunkt für die Prüfung einer allfälligen anspruchserheblichen Änderung bildet vorliegend die
mit Urteil IV.2008.01099 des hiesigen Gerichts vom 30. Juni 2010 bestätigte
rentenzusprechende Verfügung vom 6. Oktober 2008 (Urk. 7/80).
Diese Rentenzusprechung beruhte
aus somatischer Sicht
auf den
Diagnosen ei
nes linksseitigen
lumbospondylogenen
Schmerzsyndroms bei
Diskusprotrusion
L4/5 mit
intraforaminaler
Hernie L4/5 links und leichten
Diskusprotrusionen
L3/4
sowie
L5/S1
,
einer neuropathischen/
neuralgieformen
Schmerzsymptomatik im Bereich des linken Unterbauches und der Leistenregion mit Neuropathie der Nerven
ilioinguinalis
und
iliohypoga
s
tricus
bei Status nach Koagulation dieser beiden Nerven im Februar 2006 (ICD-10 G58.9)
und
Status nach
Sectio
c
a
esarea
am 8. November 2004 (ICD-10 O82.0z)
. In psychiatrischer Hinsicht wurde gestützt auf
das
von der Beschwerdegegnerin damals eingeholte
Y._
-Gutachten vom 22. Januar 2008
(Urk. 7/44)
eine
Schmerzstörung
angenommen
.
Weiter wurde als erstellt erachtet, dass
der Beschwerdeführerin ihre angestammte Tätigkeit als hauswirtschaftliche Mitarbeiterin in einem Altersheim aus körperli
cher Sicht nicht mehr zumutbar
war
. Eine körperlich
leichte, vorwiegend sitzende Tätigkeit
war jedoch
mit einer
infolge
des
aus neurologischer Sicht
schmerzbedingt erhöhten Pausenbedarfs
auf 70 % reduzierten
Leistung bei ganztägiger Präsenz
zumutbar
(
Urk. 7/44 S. 17,
Urk. 7/68 sowie
Urteil IV.2008.01099 des hiesigen Gerichts vom 30. Juni 2010
E. 3.1-
3.
2
und
E. 3.5 am Ende)
.
3.
3.1
In de
r angefochtenen Verfügung vom 15
. Mai 2012
ging
die
Beschwerdegegne
rin
gestützt auf das MEDAS-Gutachten vom 15. November 2011
von
einer seit der Begutachtung im September 2011 bestehenden vollen Arbeitsfähigkeit für leichte adaptierte Tätigkeiten aus
(Urk. 2
, Urk. 7/154 S. 5
).
3.2
Demgegenüber macht
e
die
Beschwerdeführer
in
in erster Linie
geltend, es sei keine revisionsrechtlich relevante gesundheitliche Verbesserung nachgewiesen worden
. Vielmehr werde eine solche vom psychiatrischen Konsiliarius verneint, weshalb eine andere medizinische Einschätzung des gleich gebliebenen gesund
heitlichen Zustandes vorlieg
e
(Urk. 1 S. 5-7
, Urk. 16
).
Daneben
rügte sie
ver
schiedene weitere Mängel des MED
AS-Gutachtens (Urk. 1 S. 7 ff.) und verneinte die Voraussetzungen für eine wiedererwägungsweise Rentenaufhebung (Urk. 16 S. 2).
3.3
Die Beigeladene stellt
e
sich
ihrerseits
auf den Standpunkt, dass dem beweis
kräfti
gen MEDAS-Gutachten vom 15. November 2011 Ausführungen
zum
verbesserten Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin ab September 2011 klar und nachvollziehbar z
u entnehmen seien. So habe sich
die Arbeitsfä
higkeit für die bisherige Tätigkeit als Raumpflegerin beziehungsweise eine andere mittelschwere Tätigkeit von 0 % auf 50 % und die Arbeitsfähigkeit für kör
perlich leichte, adaptierte Tätigkeiten von 70 % auf 100 % verbessert (Urk. 12 S. 10 f.).
4.
4.1
Am 2.
Februar 2011 berichtete der Hausarzt der Beschwerdeführerin, Dr.
med.
Z._
, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin,
dass sich hinsichtlich der Diag
nosen seit seiner Berichterstattung am 27. Oktober 2006 keine Änderungen ergeben hätten. Die Beschwerdeführerin klage weiterhin über einen heftigen Schmerz im Bereich der linken Leiste. Die Situation habe sich
chronifiziert
. Eine Wiederei
n
gliederung in irgendwelche berufliche Tätigkeit
en
erscheine aus
sichtslos
(Urk.
7/123)
.
4.2
Im
Bericht des
A._
vom 10.
Februar 2011
stellten die behandelnden Therapeuten
die
Diagnosen einer
anhaltende
n
soma
toforme
n
Schmerzstörung (ICD-10 F45.4)
, einer
mittelgradige
n
depressive
n
Episode (ICD-10 F32.1)
, einer
neuropathische
n
/
neuralgiforme
n
Schmerzsymp
tomatik
des linken
Unterbauch
s
und
der
Leistenregion mit Neuropathie der Ner
ven
ilioinguinalis
und
iliohypogastricus
(ICD-10 G58.9)
, eines
Status nach Koagulation der Nerven
ilioinguinalis
und
iliohypogastricus
im Februar 2006
, eines
Status
nach
sectio
caesarea
am 8.
November 2004
sowie die
Differential
diagnose
n einer
radikuläre
n
Schmerzsympt
omatik der Nervenwurzel L3/4 links (ICD-10 M51.1)
und
einer
intraforaminale
n
Diskushernie L4/5 links (ICD-10 M51.1
)
.
Weiter
wird
aus
geführt
, die Beschwerdeführerin leide unter
chronische
n
Schmerzen, deutliche
n
Depressionen mit Lust- und Interesselosigkeit, Schlaf
störungen, Müdigkeit, Antriebslosigkeit, Gedanken
kreisen,
Sinnlosigkeitsgedan
ken
und
Appetitverminderung
. Sie sei in allen Bewegungen deutlich verlang
samt, lauf
e
an zwei Gehhilfen und könne den Alltag nicht bewältigen. Daher sei eine Arbeitstätigkeit ausgeschlossen. Gestützt darauf attestierten sie eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit seit
6.
Februar 2006
(Urk. 7/124).
4.3
Im MEDAS
-Gutachten vom 15.
November 2011
wurde folgende Diagnose mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit gestellt (Urk. 7/150 S. 30):
-
Status nach Narbenrevision mit Koagulation des
Nervus
ilioinguinalis
und
Nervus
iliohypogastricus
links mit persistierenden Schmerzen und Hypästhesie (ICD-10 G58.9)
-
Status nach
Sec
t
io
am 8.
November 2004 (ICD-10 O82.0Z)
Keinen Einfluss auf
die Arbeitsfähigkeit
massen die Gutachter dagegen folgen
den Diagnosen
zu
(Urk. 7/150 S. 30):
-
anhaltende
somatoforme
Schmerzstörung (ICD-10 F45.4)
-
leichtgradige
normochrome
normozytäre
Anämie (ICD-10 D64.0)
-
bei anamnestisch Hypermenorrhö
-
degeneratives Syndrom
der Lendenwirbelsäule
(ICD-10 M54.5) ohne
radikuläre
Beteili
gung
Laut Gutachten klagt
e
die Beschwerdeführerin
über im Vordergrund stehende
l
inksseitige Unterbauchschmerzen sowie zunehmende
linksseitige
Leisten
schmerzen
. Weiter bestünden
B
einschmerzen, lumbale Schmerzen
und seit etwa einem Jahr Nackenschmerzen.
A
uf Nachfrage
habe die Beschwerdeführerin eine
Kraftlosigkeit im Bereich des linken Knies und
des
Fusses
sowie Sensibilitäts
störungen im linken Bein angegeben (Urk. 7/150 S. 15 f.).
In der orthopädischen Untersuchung habe sich eine normale Beweglichkeit der Wirbelsäule in sämtlichen Abschnitten wie auch an den oberen und unteren Extremitäten bei guter Kraftentfaltung gezeigt.
Die Beschwerdeführerin sei mit zwei Gehstöcken erschienen, bei denen auf ebenem Terrain allerdings kein ent
lastender Effekt sichtbar geworden sei. Der zu Beginn sehr unsicher wirkende Barfussgang ohne Stöcke habe sich kontinuierlich verbessert. Bei der Untersu
chung des Rumpfes habe sich eine erhebliche Selbstlimitation gezeigt, indem im Stehen ein Finger-Boden-Abstand von 48 cm gemessen worden sei, im
Langsitz
jedoch die Fingerspitzen bis zu den Zehen
entsprechend einem relativen Fin
ger-Boden-Abstand von 0 cm
hätten geführt werden können.
Auf orthopädi
scher Ebene könnten die von der Beschwerdeführerin angegebenen Beschwer
den nicht erklärt werden. Gesamthaft entstehe der Eindruck einer ausgeprägten nicht-organischen Überlagerung im Sinne eines chronischen Schmerzerlebens
, dessen Ursache allerdings kaum auf der Ebene des Bewegungsapparates zu fin
den sein dürfte
.
Im Vergleich zur letzten Begutachtung im gleichen Institut hätten sich auf der Ebene des Bewegungsapparates objektiv keine Veränderun
gen ergeben. Die Beschwerdeführerin berichte zwar über weiterhin bestehende lumbale Rückenschmerzen und zusätzlich aufgetretene Nackenschmerzen, für die sich jedoch kein klinisches Korrelat finden lasse. Die Funktionalität des Rumpfes und des Nackens sei in abgelenkter Situation absolut unauffällig und die von der Beschwerdeführerin demonstrierten Einschränkungen bei der fokussierten Untersuchung seien dementsprechend am ehesten im Sinne einer Selbstlimitation zu interpretieren.
Aus Sicht des Bewegungsapparates bestehe für die Tätigke
it in der Hauswirtschaft wie auch
für jede andere körperlich leichte bis mittelschwere adaptierte Tätigkeit eine zeitlich und leistungsmässig uneingeschränkte Arbeitsfähigkeit. Dabei sollte Heben und Tragen von 10 kg, ausnahmsweise von 15 kg
,
vermieden werden. Für körperlich schwere Tätigkei
ten bestehe dagegen aufgrund der allgemeinen körperlichen Konstitution eine volle Arbeitsunfähigkeit (Urk. 7/150
S. 2
5 f
f.,
S. 31).
Aus neurologischer Sicht
fänden
sich ein normaler Reflexstatus sowie keine Hinweise auf das Vorliegen motorischer Ausfälle. Die bei der Untersuchung beklagten Beschwerden gingen deutlich über die Versorgungsgebiete des
Nervus
ilioinguinalis
und
des
Nervus
iliohypogastricus
hinaus. Betreffend
die angege
bene
Hypästhesie am gesamten linken Bein fehlten eben
falls Hinweise auf eine Läsion
eines peripheren Nerv
s oder einer Wurzel. Letztendlich sei von wesentli
chen funktionellen Komponenten auszugehen.
Die bewusstseinsnahe funktio
nelle Ausgestaltung
(so das unterschiedliche Ergebnis bei der expliziten
Lasègue
-Prüfung und der Prüfung unter Ablenkung)
stehe ganz im Vorder
grund. Ein kleiner organischer Kern mit
Hyp
- und
Dysästhesien
im
Versor
gungsgebiet
der Nerven
ilioinguinalis
und
iliohypogastricus
möge dabei mit bestehen. Dies falle aber funktionell nicht ins Gewicht. Auch betreff
end
das
ker
nspintomographisch beschriebene degenerative Syndrom
der
Lendenwirbel
säule
ergäben sich keine Anhaltspunkte für eine relevante Wurzelbeteiligung.
Aus neurologischer Sicht bestehe led
i
glich für körperlich schwere Tätigkeiten eine volle Arbeitsunfähigkeit. Dagegen bestehe für Tätigkeiten als Reinigungs
kraft wie auch für andere mittelschwere Tätigkeiten eine 50%ige Arbeitsfähig
keit. Körperlich leichte Tätigkeiten könnten der Beschwerdeführerin jedoch ganztags voll zugemutet werden (Urk. 7/150
S. 29 f
f
.
).
Aus psychiatrischer Sicht könne der Beschwerdeführerin keine Arbeitsunfähig
keit bescheinigt werden. Mit Ausnahme einer anhaltenden
somatoformen
Schmerzstörung, ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit, könne keine weitere psychiatrische Diagnose gestellt werden. Eine psychiatrische
Komorbidität
liege somit nicht vor.
Die gelegentlich auftretenden, leichten depressiven Verstim
mungen seien im Rahmen der anhaltenden
somatoformen
Schmerzstörung zu sehen. Sie seien zu wenig ausgeprägt, um eine eigenständige Diagnose einer Depression stellen zu können.
Die Beschwerdeführerin habe nach wie vor eine sehr gute Beziehung zu ihrem Ehemann und ihren vier Kindern.
Die nächtlichen Schlafstörungen hingen damit zusammen, dass sie sich tagsüber immer wieder hinlege und den Alltag passiv gestalte. Mehrmals täglich unternehme sie kür
zere Spaziergänge. Sie freue sich am Zusammensein mit ihren Kindern
und pflege a
n den Wochenenden zahlreiche soziale Kontakte, die sie geniesse. Bei starken Schmerzen beklage sie einen gewissen Lebensverdruss, distanziere sich aber klar von Suizidgedanken.
Hinweise auf das Vorliegen eines sozialen Rück
zugs, schwerer lebensgeschichtlicher Belastungen, unbewusste Konflikte wie auch eine Persönlichkeitsstörung mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit fänden sich nicht. Dass bis dahin alle therapeutischen Bemühungen gescheitert seien, hänge wesentlich damit zusammen, dass die Beschwerdeführerin aufgr
und der ausgeprägte
n subjektiven Krankheitsüberzeugung wenig Motivation zeige, sich trotz allfälliger Restbeschwerden aktiv um ihre Genesung zu bemühen und den Belastungen der Arbeitswelt
wieder auszusetzen (Urk. 7/150 S. 21 und S
. 31 f.).
Aus allgemeininternistischer Sicht
fänden sich keine zusätzlichen Befunde und Diagnosen mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit. Insgesamt könne somit aus polydisziplinärer Sicht für körperlich schwere Tätigkeiten eine vollständige Arbeitsunfähigkeit festgestellt werden. Dagegen bestehe für die Tätigkeit als Reinigungskraft wie auch für jede andere mittelschwere Tätigkeit eine 50
%
ige Arbeits- und Leistungsfähigkeit. Für körperlich leichte, adaptierte Tätigkeiten unter Wechselbelastung könne der Beschwerdeführerin eine Arbeits- und Leis
tungsfähigkeit von 100 % attestiert werden (Urk. 7/150 S. 32).
Aufgrund der anamnestischen Angaben, der Untersuchungsbefunde, der vor
liegenden Dokumente sowie der früher attestierten Arbeitsunfähigkeiten gingen die Gutachter davon aus, dass die oben festgelegte Arbeitsfähigkeit aus neuro
logischer Sicht spätestens ab Sommer 2011 definitiv zu bestätigen sei. Die Symptomausweitung habe aus neurologischer Sicht seit dem letzten MEDAS-Gutachten deutlich zugenommen, der organische Kern sei nicht mehr sicher zuordenbar, so dass sich objektiv eine leichte Verbesserung der medizinisch-theoretischen Arbeitsfähigkeit aus neurologischer Sicht ergeben habe. Aus Sicht des Bewegungsapparates sei nicht erkennbar, dass die Arbeitsfähigkeit für Tätigkeiten gemäss dem oben beschriebenen Profil in der Vergangenheit jemals während längerer Zeit relevant eingeschränkt gewesen wäre. Aus psychiatri
scher Sicht bestünden ebenfalls keine Hinweise darauf, dass die Arbeitsfähigkeit in den vergangenen Jahren jemals eingeschränkt gewesen sei. Hinweise auf eine längerdauernde mittelgradige oder schwere depressive Episode fänden sich rückwirkend nicht
(Urk. 7/150 S. 32)
.
4.4
Vom 6. bis zum 21. Februar 2012 war die Beschwerdeführerin im
B._
hospitalisiert. Laut Austrittsbericht
vom 24.
Februar 2012
suchte sie bei in der Nach
t
akut
exazerbierten
Schmerzen im linken Unterbauch den Notfall auf. Nach
initialer
chirurgischer und gynäkologischer Beurteilung sei die Auf
nahme auf die medizinische Klinik bei
chronischer Schmerzsymptomatik
ohne neuen Fokus erfolgt
. Eine Schmerzursache habe nicht eruiert werden können
(Urk. 7/168 S. 2).
Es wurden f
olgende Diagnosen gestellt (Urk. 7/168 S. 1):
-
therapieresistentes, invalidisierendes Schmerzsyndrom bei Status nach
Sektio
2004
-
Status nach Narbenrevision und Koagulation des
Nervus
ilioinguinalis
und
ilio
hypo
gastricus
bei Verdacht auf
Narbenneurinom
-
regelrechte Computertomographie des A
bdomens, leichte
Koprostase
(6.
Februar 2012)
-
bekannte LWS-Veränderungen
-
Diskusprotrusion
L4/5, kleine
intraforaminale
Hernie L4/5 links (MRI Mai 2006)
-
leic
hte
Diskusprotrusion
L3/4 und L5
/S1, beginne
nde
Fazettengelenksarthrosen
L3-
S1
-
aktuell: keine Kompression neuronaler St
r
ukturen (C
T 6.
Februar 2012)
-
normochrome
,
normozytäre
Anämie
-
Differentialdiagnose: Substratmangel, im Rahmen der Metrorrhagie
-
aktuell: Beginn Substitution von Vitamin B12, Folsäure und Eisen
-
leichte
Hypokaliämie
-
multiple Allergien und Medikamentenunverträglichkeiten
-
Remeron
,
Tramal
,
Zymbalta
,
Buscopan
,
Novalgin
, klinische Reaktion:
Urticaria
-
Gardenelleninfektion
vaginal
-
Therapie mit
Vagi
-Hex für sieben Tage
-
Zusatzbl
utung, Differenzialdiagnose Ovulationsblutung 16.
Februar 2012
-
Status nach Metrorrhagien sowie starker Dysmenorrhoe (Oktober 2011)
-
Status nach HSK und Kürettage am 15. November 2011:
polypoides
Endometrium
histologisch ohne Hinweis für Dysplasie,
Atypien
oder Malignität
-
Status nach PAP III, ASCUS/AGUS September 2011, September 2008, Mai 2008
-
Status nach PAP
IIw
Oktober 2009, Mai 2009, Januar 2009, Januar 2008
-
HPV high
risk
positive
Zur Frage der Arbeitsfähigkeit äusserten sich die berichtenden Spitalärzte nicht.
5.
5.1
Der
Beschwerdeführer
in
ist insoweit zuzustimmen, als das
MEDAS
-Gutachten vom 15.
November
2011
wie jedes Administrativgutachten im
Sozialversi
cherungsverfahren
auf einer Momentaufnahme beruht, während
die Ärzte und Therapeuten des
A._
sie
seit mehreren Jahren behandeln
bzw. kennen
(Urk. 1 S.
8
). Es ist jedoch Wesensmerkmal einer jeden Begutachtung, dass sie nicht auf einem derart langen Beobachtungszeitraum beruhen kann wie die Berichte behandelnder Ärzte, ohne dass dies allein ihrem Beweiswert abträglich wäre (Bundesgerichtsurteil 9C_866/2012 vom 21. No
vember 2012 E. 3.2.1). Vielmehr verschaffen die interdisziplinäre Aus
richtung
der
MEDAS, die auf umfassender, die Teilergebnisse verschiedener me
dizi
nischer Disziplinen integrierender Grundlage beruhende Einschätzung der Leistungs
fähigkeit, die mitunter schwierige Abgrenzung von invaliditätsfremden Faktoren, sowie die auf die IV
spezifischen Tatfragen zugeschnittenen Schluss
folgerungen dem Gutachten vom 15.
November
2011 einen entscheidenden Vorteil gegenüber den Berichten der behandelnden Ärzte, welche aus therapeu
tischen Zusammenhängen erstattet wurden (vgl. dazu BGE 137 V 210 E. 1.2.4 mit Hinweisen).
5.2
Aus somatischer Sicht f
ällt zunächst auf
, dass
die
ausgeprägte neuropathi
sche/
neuralgiforme
S
chmerzs
ymptomatik im sensiblen Versorgungsgebiet der Nerven
ilioinguinalis
und
iliohypogastricus
link
s
laut
MEDAS-Gutachten vom 22. Januar 2008 noch gut nachvollzogen werden konnte.
Auch
vermochten die Gutachter hinsichtlich der bereits damals geklagten messerstichartigen Schmer
zen im gesamten linken ventralen Oberschenkel
bei kernspintomographischem Nachweis einer
intraforaminalen
Diskushernie L4/5 links
eine
radikuläre
sen
sible Ausfallsymptomatik nicht mit
S
icherheit auszuschliessen
, was sie mit der Differentialdiagnose einer
radikulären
Symptomatik der Nervenwurzel L3/4 links zum Ausdruck brachten
.
Infolge dieser Schmerzen wurde der Beschwer
deführerin ein erhöhte
r
, die Leistungsfähigkeit um 30 % einschränkende
r
Pau
senbedarf
zuerkannt
(Urk. 7/44 S. 14
, S. 16
f.).
Demgegenüber ergaben d
ie orthopädische und die neurologische Untersuchung in der MEDAS
im September 2011
verschiedene
Diskrepanzen
, welche
die Gut
achter
zu Recht
als
über das bereits 2008 festgestellte Ausmass hinausge
hende
Schmerzausweitung
interpretierten
.
So
benutzt
e
nun
die Beschwerde
führerin
ausser Haus Gehstöcke
, jedoch
ohne
ersichtliche Entlastung
(Urk. 7/150 S. 25)
. Auch
wies
ihr
Verhalten während der orthopädischen und der neurolo
gischen Untersuchung auf eine
(
mindestens bewusstseinsnahe
)
Selbstlimitierung
hin
(vgl. insbesondere Barfussgang, Finger-Boden-Abstand und
Las
è
gue
-Test).
Ausserdem
konnte die
2008 noch
als Differenzialdiagnose aufgeführte
und bei der Einschätzung der Leistungsfähigkeit mitberücksichtigte
radikuläre
Beteili
gung nun verneint werden (Urk. 7/150 S. 30).
A
uch im
Bericht des
B._
vom 24. Februar 2012
wurde e
ine aktuelle Kompression neuronaler Strukturen gestützt auf eine am 6. Februar 2012 durchgeführte Computertomographie
klar ausgeschlossen
(Urk. 7/168 S. 1). Damit bleiben
auch
die
von der Beschwerde
führerin angegebenen
neuralgiformen
Schmerzen im linken Oberschenkel ohne medizinische Erklärung.
Die verbleibenden objektivierbaren Beschwerden stellen
aktuell
im Vergleich zu den Schmerzangaben
ohne medizinisches Substrat
einen derart schwindend
kleinen
Anteil
dar
, dass
sie nachvollziehbarerweise keinen schmerzbedingt erhöhten Pausenbedarf und damit keine Einschränkung der Leistungsfähigkeit um 30 % mehr zur rechtfertigen vermögen. D
ie vom neuro
logischen MEDAS-Gutachter
auf die deutliche Zunahme
der
Symptomauswei
tung
zurückgeführte Verb
esserung
leuchtet somit ein
.
5.
3
Hinsichtlich der
im
A._
(Urk.
7/124 sowie Stel
lungnahme vom 30. Januar 2012 [Urk. 7/159]
)
diagnostizierten
depressiven Störung ist festzuhalten, dass eine depressive
Entwicklung
selbst bei Vorliegen einer
definitionsgemäss vorübergehenden
mittelgradigen Episode nicht die nötige Intensität, Ausprägung und Dauer aufweist, um als eigenständige Krank
heit betrachtet zu werden.
Eine mittelgradige depressive Episode stellt sodann rechtsprechungsgemäss grundsätzlich keine von depressiven
Verstimmungszu
ständen
klar unterscheidbare andauernde Depression im Sinne eines verselb
ständigten Gesundheitsschadens dar. Leichte bis höchstens mittelschwere psy
chische Störungen aus dem depressiven Formenkreis gelten grundsätzlich auch als therapeutisch
angehbar
(Bundesgericht
s
urteil 9C_302/2012 vom 13. August 2012 E. 4.3.2 mit Hinweisen [nicht
publ
. in:
BGE 138 V 339
]
). Selbst dem nach einer zweiwöchigen
Hospitalisation
im
B._
verfassten Bericht vom 24. Februar 2012 (Urk. 7/168) lassen sich keine Anhaltspunkte für eine schwer
wiegende depressive Erkrankung entnehmen, weshalb an der psychiatrischen
Beurteilung
im MEDAS-Gutachten vom 15. November 2011 nicht zu zweifeln ist.
5.
4
Ins Leere stösst ü
berdies die Kritik, das Gutachten entspräche nicht dem AMDP
System
und zur Abklärung sei weder ein Test nach dem Beck-Depressions-Inventar noch eine
r
nach der Hamilton-Depressionsskala durchgeführt worden
(Urk. 1 S. 7
f.
), da die Rechtsprechung solchen
Testver
fahren
höchstens ergän
zende Funktion zuerkennt, während die klinische Untersuchung mit
Anam
neseerhebung
, Symptomerfassung und
Verhaltens
beobachtung
entscheidend bleibt (
Urteil des
damaligen
Eidge
nössischen
Versi
che
rungs
gerichts
[EVG]
I 391/06 vom 9. August 2006 E.
3.2.2
sowie
Bundes
gerichtsurteile
9C_458/2008 vom 23. September 2008 E.
4.2
,
8C_266/2012
vom 2.
Juli
2012 E.
4.1
und
9C_344/2013 vom 16. Oktober 2013 E. 3.1.5)
.
5.
5
Im Rahmen einer psychiatrischen Begutachtung ist schliesslich die klinische Untersuchung in Kenntnis der Anamnese
e
ntscheidend. Eine Fremdanamnese und Auskünfte der behandelnden Arztpersonen bzw. Therapeuten (Urk. 1 S. 9) sind häufig wünschenswert, aber nicht zwingend erforderlich (
Bundesgericht
s
urteil
8C_308/2012 vom 29. Mai 2012 E. 4.3.4 mit Hinweisen). Die Notwendig
keit fremdanamnestischer Auskünfte im Einzelfall ist in erster Linie eine Frage des medizinischen Ermessens (Bundesgerichtsurteil
9C_939/2012 vom 5. Sep
tember 2013 E. 2.2.1)
.
Vorliegend ist nicht ersichtlich, dass die gutachter
lichen Schlussfolgerungen auf einer diesbezüglich unzureichenden Grundlage be
ruh
t
en
.
Vielmehr
konnte der psychiatrische Gutachter
der MEDAS
neben der aus
führlichen
im Beisein einer Dolmetscherin erhobenen
Anamnese
auf umfang
reiche medizinische Unterlagen zurückgreifen
, welche bis ins Jahr 2004 zurück reichen
.
Es
sind
auch keine Anhaltpunkte
ersichtlich
für die Notwendig
keit einer Überprüfung der
Korrektheit
der
von der Beschwerdeführerin gemachten Angaben durch Befragung von Angehörigen, weshalb sich weitere fremdanamnestische Abklärungen nicht aufdrängten.
Somit ist das
MEDAS-
Gutachten
vom 15. November 2011
auch in dieser Hinsicht klar und nachvoll
ziehbar.
5.6
Anders als die behandelnden Ärzte des
A._
sprachen d
ie Gutac
hter
der anhaltenden
somatoformen
Schmerzstörung eine Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit ab.
Rechtsprechungsgemäss ist dabei ent
scheidend, ob die betroffene Person, von ihrer psychischen Verfassung her besehen, objektiv an sich die Möglichkeit hat, trotz ihrer subjektiv erlebte
n Schmerzen einer Arbeit nachzu
gehen (BGE 130 V 352 E. 2.2.4 mit Hinweisen). Hinsichtlich der Umstände, welche die Schmerzbewältigung intensiv und kon
stant behindern könnten,
würde es selbst der im
A._
diagnostizierten mittelgradigen depressiven Episode
an der erfor
derlichen (erheblichen) Schwere, Intensität, Ausprägung und Dauer
fehlen
, damit angenommen werden könnte, dass es sich dabei um ein selbständiges Leiden und nicht lediglich um eine reaktive Begleiterscheinung der
Schmerzver
arbeitungsstörung
han
dle
. Zwar ist davon auszugehen, dass
die
Beschwerde
führer
in
insbesondere seit dem krankheitsbedingten Verlust der Arbeitsstelle wichtige soziale Kontakte verlor
en hat. Doch kann angesichts der
bei der psy
chiatrischen Begutachtung angegebenen
regelmässigen Kontakte mit zahlrei
chen Kolleginnen
und der Teilnahme am Familienleben (Urk.
7/150 S. 19
) nicht von einem schwerwiegenden, nahezu umfassenden sozialen Rückzug mit gleichsam apathischem Verharren in sozialer Isolierung gesprochen werden. Ferner besteht
im Lichte der Aktenlage kein Grund zur Annahme eines ausge
prägten, therapeutisch nicht mehr angehbaren primären Krankheitsgewinns; ein sekundärer Krankheitsgewinn (Schmerz etwa als Entlastung von Pflichten) wäre hingegen rechtlich unbeachtlich. Schliesslich
wiegt der Umstand, dass die Behandlungsergebnisse trotz wiederholter, längerer Therapieversuche insgesamt nicht wie erhofft ausfielen, in Würdigung der Gesamtsituation nicht derart schwer, dass dies zusammen mit dem inzwischen
chronifizierten
Krankheits
verlauf
die Unzumutbarkeit einer Schmerzüberwindung rechtfertigen lässt. Aus rechtlicher Sicht sprechen somit nach wie vor keine hinreichenden Gründe dafür, dass die psychischen Ressourcen es der Beschwerdeführerin nicht erlaubten, trotz ihrer Schmerzen
eine vollzeitliche Erwerbstätigkeit auszuüben.
5.
7
Auch
erfüllt das
MEDAS
-Gutachten vom 15.
November 2011 die weiteren Anfor
de
rungen an eine beweistaugliche bezi
ehungsweise beweiskräftige medi
zinische Entscheidungsgrundlage: Es beruht a
uf einer eingehenden orthopädi
schen, neurologischen und psychiatri
schen Untersuchung,
berücksichtigt die geklagten Be
schwerden, setzt sich
mit diesen und dem Verhalten der Beschwer
deführerin auseinander
was ge
rade bei der
festgestellten Symptomausweitung von Bedeutung ist
und leuch
tet in der Darlegung der medizinische
n Zustände und Zusammenhänge so
wie in Bezug auf die gezogenen Schlussfolgerungen ein.
Demgegenüber haben sich die behandelnden Ä
rzte in erster Linie auf die Be
hand
lung zu konzentrieren. Deren Berichte verfolgen nicht den Zweck einer den abschliessenden Entscheid über die Versicher
ungsansprüche erlaubenden objek
tiven Beurteilung des Gesundheitszustandes und erfüllen deshalb kaum je die von der Rechtsprechung aufgestellten mater
iellen Anforderungen an ein Gut
achten. Sodann ist der Erfahrungstatsache Rec
hnung zu tragen, dass sie mitun
ter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung im Zwei
felsfall eher zu Gunsten ihrer Patienten aussagen (BGE 135 V 465 E. 4.5). Dies gilt für den Hausarzt wie für den behandelnden Speziala
rzt mit ihrem besonde
ren Ver
trauensverhältnis und dem Erfordernis, den g
eklagten Schmerz zunächst bedin
gungslos zu akzeptieren (vgl. etwa
EVG-Urteil
vom 20. März 2006, I 655/05, E. 5.4 mit Hinweisen). Dadurch lässt sich die Diskrepanz zwischen den Einschätzungen der
MEDAS
-Gutachter einerseits und derjenigen des Hausarztes
Dr.
Z._
sowie
der Ärzte des
A._
andererseits erklären, die der
Beschwerdeführer
in durchgehend eine
100%ige
Arbeitsunfä
higkeit attestieren.
5.8
Schliesslich kann das Vorbringen, die Abgeltung des
Gutachten
s
aus Mitteln der Invalidenversicherung führe zu einer Befangenheit der MEDAS
,
nicht gehört werden (BGE 137 V 210 E. 3.4.2.7). Soweit
die
Beschwerdeführer
in
trotz dieser
eindeutigen Stellungnahme durch das Bundesgericht dennoch auf eine Be
fangenheit infolge wirtschaftlicher Abhängigkeit des
Y._
als Institution von der IV-Stelle schliessen will (Urk. 1 S. 11), kann ohne weitere Ausführungen auf die aktuelle Rechtsprechung verwiesen werden.
5.9
Die Beschwerdegegnerin hat demzufolge zu Recht auf das
MEDAS
-Gutachten vom 15.
November
2011 abgestellt und ist davon ausgegangen, dass
die
Beschwerdeführer
in
spätestens
ab September
2011 für eine körperlich leichte, wechselbelastende Tätigkeit zu 100 % arbeits
- und leistungs
fähig ist.
6
.
Bezüglich der erwerblichen Gewichtung der Restarbeitsfähigkeit der Beschwer
de
führerin ging die Beschwerdegegnerin von dem im Urteil IV.2008.01099 des hiesigen Gerichts vom 30. Juni 2010 (E.
4.2;
Urk.
7/118
)
auf Fr. 55‘341.
festgesetzten
Valideneinkommen
aus
und passte
es
der
bis ins Jahr 2011
eingetretenen Nominallohnentwicklung an
. Das Invalideneinkommen ermittelte sie anhand der statistischen Löhne für Dienstleistungen unter Vor
nahme eines leidensbedingten Abzuges von 10 % (
Urk. 2 S. 2
)
. Dieses Vorgehen und
der
damit errechnete Invaliditätsgrad von
1
8 %
sind nicht zu beanstanden und wurden von der Beschwerdeführerin denn auch nicht gerügt.
Damit sind die Vor
aussetzungen für
die
revisionsweise Aufhebung der bisher ausge
richte
ten
Viertelsrente
erfüllt.
Die Beschwerde ist folglich abzuweisen.
7
.
Die Kosten des Verfahrens sind auf Fr. 600.-- festzulegen und
ausgangsgemäss
von der Beschwerdeführerin zu tragen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG).