# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 06f6bdf5-eef4-4abb-8e18-2bddef8b180e
**Court:** GR_KG
**Chamber:** GR_KG_005
**Year:** 2019
**Language:** de
**Jurisdiction:** GR / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** Criminal Procedure

## Facts

verurteilenden Erkenntnis des Gerichts zu rechnen ist (Niklaus Schmid/Daniel Jositsch, а.a.O., § 80 Rz. 1251). Die Beurteilung der Prozessaussicht ist dem Ermessen der Staatsanwaltschaft anheimgestellt (Urteil des Bundesgerichts 6B_915/2008 vom 6. April 2009, E. 3.1; Nathan Landshut/Thomas Bosshard, in: Donatsch/ Hansjakob/Lieber [Hrsg.], Kommentar zur Schweizerischen Strafprozessordnung [StPO], Zürich/Basel/Genf 2014, N 16 zu Art. 319 mit Hinweis). Allerdings hat sich die Staatsanwaltschaft bei der Frage, ob ein genügender Tatverdacht besteht, Zurückhaltung aufzuerlegen. In Zweifelsfällen Sachverhalts- sowie beweismässiger und vor allem rechtlicher Art ist in Beachtung des Grundsatzes „in dubio pro duriore" und eben nicht „in dubio pro reo" von einer Einstellung abzusehen, da in diesen Fällen das Urteil dem Gericht überlassen bleiben soll (Nathan Landshut/ Thomas Bosshard, a.a.O., N 16 zu Art. 319 StPO; Niklaus Schmid/Daniel Jositsch, a.a.O., § 80 Rz. 1251). „In dubio pro duriore" bedeutet, dass eine Einstellung durch die Staatsanwaltschaft grundsätzlich nur bei klarer Straflosigkeit beziehungsweise offensichtlich fehlenden Prozessvoraussetzungen angeordnet werden darf. Hingegen ist – sofern die Erledigung mit einem Strafbefehl nicht in Frage kommt – Anklage zu erheben, wenn eine Verurteilung wahrscheinlicher erscheint als ein Freispruch (Urteile des Bundesgerichts 6B 588/2007 vom 11. April 2008, E. 3.2.3; 6B_115/2009 vom 13. August 2009, E. 2.4). Falls sich die Wahrscheinlichkeit eines Freispruches und einer Verurteilung in etwa die Waage halten, drängt sich nach dem genannten Grundsatz in der Regel, insbesondere bei schweren Delikten, ebenfalls eine Anklageerhebung auf (Urteile des Bundesgerichts 1B_687/2011 vom 27. März 2012, E. 4.1.2; 1B_78/2012 vom 3. Juli 2012, E. 4.1). Erscheint dagegen die Möglichkeit einer Verurteilung bei Würdigung sämtlicher Umstände im Sinne dieser Rechtsprechung als unwahrscheinlich oder jedenfalls deutlich geringer als ein Freispruch, so ist das Verfahren einzustellen (Urteile des Bundesgerichts 1B_687/2011 vom 27. März 2012, E. 4.1.2; 1B_78/2012 vom 3. Juli 2012, E. 4.1).
3.2. Gemäss Art. 319 Abs. 1 lit b StPO ist ein Strafverfahren unter anderem dann einzustellen, wenn kein Straftatbestand erfüllt ist. Dies ist dann der Fall, wenn das inkriminierte Verhalten – selbst wenn es nachgewiesen wäre - nicht den objektiven oder subjektiven Tatbestand erfüllt. So kann eine Einstellung in Fällen erfolgen, in denen ein Tatbestandselement (z.B. beim Betrug die Arglist oder bei der Gefährdung des Lebens die Skrupellosigkeit) ganz offensichtlich nicht gegeben ist, wobei in solchen, in denen schwer fassbare Gesetzesbegriffe wie z.B. Arglist oder Fahrlässigkeit die Grenze zwischen strafbarem und straflosem Verhalten ziehen, besondere Zurückhaltung geboten ist. In Befolgung des erwähnten Grundsatzes „in dubio pro duriore" ist bei solchen Fällen grundsätzlich
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Anklage zu erheben, da in den wenigsten Fällen ein Freispruch mit Sicherheit oder grösster Wahrscheinlichkeit von vornherein feststeht (Rolf Grädel/Matthias Heiniger, a.a.O., N 9 zu Art. 319 StPO; Nathan Landshut/Thomas Bosshard, a.a.O., N 19 f. zu Art. 319 StPO).
3.3. Aus der Beschwerdeeingabe ist nicht ersichtlich, auf welchen Einstellungsgrund sie sich stützt. Selbst wenn man die Auswertung der Videoaufnahmen des Forensischen Instituts Zürich für unverwertbar erklärt, kann daraus nicht ohne weiteres geschlossen werden, der Tatbestand der qualifiziert groben Verkehrsverletzung sei nicht erfüllt oder kein Tatverdacht sei erhärtet, der eine Anklage rechtfertige (vgl. Art. 319 Abs. 1 lit. a und b StPO). Im Falle einer Unverwertbarkeit eines Beweismittels wäre es Aufgabe der Strafbehörde die Vorermittlungen unter Nichtbeachtung ebendieses Beweisstückes weiterzuführen und gestützt auf den sich ergebenden Erkenntnissen das Verfahren einzustellen (Art. 319 ff. StPO) oder Anklage zu erheben (Art. 324 ff. StPO).
4. Wie die Staatsanwaltschaft Graubünden richtig erkannt hat, sind die Einleitung wie auch die Fortführung des Vorverfahrens grundsätzlich nicht anfechtbar. Anfechtbar sind erst die Verfügungen über den Abschluss des Vorverfahrens, soweit sie das Strafverfahren definitiv beenden (Art. 300 Abs. 2 StPO i.V.m. Art. 380 StPO; Urteil des Bundesgerichts 1B_375/2016 vom 21. November 2016, E. 2, mit Hinweise auf das Urteil des Bundesgerichts 1B_209/2011 vom 30. April 2018, E. 2). Der Beschwerdeführer verfügt über kein rechtlich geschütztes Interesse an der Aufhebung des staatsanwaltschaftlichen Abweisungsentscheids. Auf die Beschwerde ist dementsprechend nicht einzutreten. Im Sinne der Verfahrensbeschleunigung bzw. der Verhinderung von Verfahrensverzögerungen bleibt anzumerken, dass der Antrag auf Verfahrenseinstellung vor dem erstinstanzlichen Gericht ohne Rechtsnachteil wiederholt werden kann (vgl. Patrick Guidon, a.a.O., N. 5 zu Art. 394 StPO).
5. Gestützt auf Art. 395 StPO sowie Art. 18 Abs. 3 des Gerichtsorganisationsgesetzes (GOG; BR 173.00) ergeht vorliegender Entscheid in einzelrichterlicher Kompetenz.
6. Gemäss Art. 8 der kantonalen Verordnung über die Gerichtsgebühren in Strafverfahren (VGS; BR 350.210) ist für Entscheide im Beschwerdeverfahren eine Gerichtsgebühr von CHF 1'000.00 bis CHF 5'000.00 zu erheben. Die Kosten des vorliegenden Beschwerdeverfahrens werden auf CHF 1'500.00 festgelegt und gehen zu Lasten des Beschwerdeführers.
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## Considerations