# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** f10da366-adb7-4209-bdc8-d957f42d8eb2
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2021
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
Der 1961 geborene
X._
bezog
– intermittierend –
seit 2014 Arbeitslosenent
schädigung
, wobei per 14. Januar 2020 erneut eine Rahmenfrist für den Leis
tungsbezug eröffnet wurde
(
Urk.
6/13,
Urk. 6/14,
Urk.
6/26).
Ab
dem 10.
Februar 2020
leistete er für die
Y._
AG
Arbeitseinsätze
als Sanitäts
monteur
und wurde am 25. August 2020 von der Arbeitsvermittlung abgemeldet. D
as
Arbeitsverhält
nis
wurde
seitens der Arbeitgeberin per 2
3.
Dezember 2020 aufgelöst (vgl. Urk. 6/85,
Urk. 6/107,
Urk.
6/141,
Urk.
6/143). Am 1
7.
Dezember 2020 meldete sich der Versicherte
erneut
beim Regionalen Arbeitsvermitt
lungs
zentrum (RAV)
Z._
zur Arbeitsvermittlung an (Urk. 6/142) und beantragte am 2
9.
Dezember 2020 ab dem 24. Dezember 2020 Arbeitslosenentschädigung (Urk. 6/141). Mit Verfügung vom
2
2.
Januar
2021 stellte das Amt für Wirtschaft und Arbeit (AWA) den Versicherten wegen
Nichtbefolgens von
Kontroll
vor
schrif
ten/
Weisungen des RAV
mit Wirkung ab dem
1.
Januar 2021 für
sieben
Tage in der Anspruchsb
e
rechtigung
mit der Begründung ein,
er
habe das Online-Pflicht
informationsmodul nicht absolviert respektive die entsprechende Bestätigung nicht
eingereicht
(Urk. 6/2).
Die am
1
5.
Februar 2021
dagegen erhobene Einsprache (
Urk.
6/4)
hiess
das
AWA
mit Einspracheentscheid vom 2
1.
April 2021
in dem S
inne
teilweise
gut, dass es den Versicherten
(
mit Wirkung ab dem 1
2.
Januar
2021
)
für fünf Tage in der Anspruchsberechtigung einstellte
;
im Ü
brigen wies es die E
insprach
e ab
(
Urk.
2).
2.
Dagegen erhob
X._
am 1
9.
Mai 2021 (
Poststempel
) Beschwer
d
e
und beantragte (
sinngemäss
), es sei in Aufhebung des angefochtenen Ent
scheids vom
2
1.
April 2021
von einer Einstellung in der Anspruchsbe
rechtigung abzu
sehen (Urk. 1). Der Beschwerdegegner schloss mit Beschwerde
antwort vom 2
3.
Juni
2021
auf
Abwei
sung der Beschwerde (Urk. 5), was dem
Beschwerdeführer am 2.
Juli 2021
ange
zeigt wurde (
Urk. 7
).
Die Einzelrichterin

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Da der Streitwert Fr. 30’000.-- nicht übersteigt, fällt die Beurteilung der
Be
schwerdeKlage
in die einzelrichterliche Zuständigkeit (§ 11 Abs. 1 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht, GSVGer, in der ab 1. Juni 2020 geltenden Fassung).
1
.
2
1.2.1
Art. 17 Abs. 3 des Bundesgesetzes über die obligatorische Arbeitslosenver
siche
rung und die Insolvenzentschädigung (AVIG) bestimmt, dass die versicherte Per
son auf Weisung der zuständigen Amtsstelle an
arbeitsmarktlichen
Massnahmen
, die seine Vermittlungsfähigkeit fördern, teilzunehmen hat (lit. a), an Beratungs
ge
sprächen und Informationsveranstaltungen sowie an Fachberatungsgesprächen nach Abs. 5 dieser Bestimmung teilzunehmen hat (lit. b), und dass sie die Unter
lagen für die Beurteilung ihrer Vermittlungsfähigkeit oder der Zumutbarkeit einer Arbeit zu liefern hat (lit. c).
1
.2
.2
Nach Art. 30 Abs. 1 lit. d AVIG ist die versicherte Person in der Anspruchs
berechtigung einzustellen, wenn sie die Kontrollvorschriften oder die
Weisungen
der zuständigen Amtsstelle nicht befolgt, namentlich eine zumutbare Arbeit nicht annimmt oder eine
arbeitsmarktliche
Massnahme
ohne entschuldbaren Grund nicht antritt, abbricht oder deren Durchführung oder Zweck durch ihr Verhalten beeinträchtigt oder verunmöglicht.
Eine solche Einstellung in der Anspruchsberechtigung setzt nicht (zwingend) den Nachweis eines Kausalzusammenhangs zwischen dem Verhalten der versicherten Person und der Verlängerung der Arbeitslosigkeit, mithin dem (auch) der Arbeits
losenversicherung entstandenen Schaden voraus. Vielmehr werden bestimmte Handlungen und Unterlassungen bereits dann sanktioniert, wenn sie erst ein Schadensrisiko in sich bergen (BGE 141 V 365 E. 2.1
mit Hinweisen
).
1.3
Die Dauer der Einstellung bemisst sich nach dem Grad des Verschuldens (
Art.
30
Abs.
3 AVIG) und beträgt 1 bis 15 Tage bei leichtem, 16 bis 30
Tage bei mittel
schwerem und 31
bis 60 Tage bei schwerem Verschulden (
Art.
45
Abs.
3 AVIV).
Wird die versicherte Person wiederholt in der Anspruchsberechtigung eingestellt,
so wird die Einstellungsdauer angemessen verlängert. Für die Verlängerung werden
die Einstellungen der letzten zwei Jahre berücksichtigt (Art. 45 Abs. 5 AVIV).
1.4
Verwaltungsweisungen richten sich an die Durchführungsstellen und sind für das Sozialversicherungsgericht nicht verbindlich. Dieses soll sie bei seiner Entschei
dung aber berücksichtigen, sofern sie eine dem Einzelfall angepasste und gerecht werdende Auslegung der anwendbaren gesetzlichen Bestimmungen zulassen. Das Gericht weicht also nicht ohne triftigen Grund von Verwaltungsweisungen ab, wenn diese eine überzeugende Konkretisierung der rechtlichen Vorgaben dar
stel
len. Insofern wird dem Bestreben der Verwaltung, durch interne Weisungen
eine rechtsgleiche Gesetzesanwendung zu gewährleisten, Rechnung getragen (BGE
133 V 587 E. 6.1; 133 V 257 E. 3.2 mit Hinweisen; vgl. BGE 133 II 305 E. 8.1).
2.
2.1
Im angefochtenen Entsch
eid erwog der Beschwerdegegner
,
der
Beschwerdeführer
sei vom RAV
mit Schreiben vom
4.
Januar 2021
aufgefordert worden, unter an
de
rem die Bestätigung über das
von ihm
zu absolvierende
Online-Pflichtin
for
ma
tions
modul bis
spätestens
am
1
1.
Januar 2021
einzureichen.
Mit E-Mail vom
1
1.
Januar 2021 habe der Beschwerdeführer seiner RAV-Beraterin erklärt, mangels
Zugriff auf einen Computer könne er das Online-Pflichtinformationsmodul nicht durchführen.
Mit Antwortemail vom 1
5.
Januar 2021
habe
diese den Beschwer
de
führer
darauf hingewiesen, dass das Modul auch auf dem Mobilte
lefon durch
ge
führt werden könne
.
Daraufhin habe der Beschwerdeführer a
m 2
2.
J
anuar 2021
kundgetan, dass er das Modul auf dem Mobiltelefon
nicht habe durchführen kön
nen; w
eshalb es nicht funktioniert habe, wisse er nicht. Mithin habe der Be
schwerdeführer die Weisung nicht befolgt; e
ntschuldbare
Gründe hierfür bestün
den nicht
.
Die Einstellung beginne am ersten Tag nach der Handlung resp. Un
ter
lassung,
deretwegen
sie verfügt werde (
Art.
45
Abs.
1 lit. b AVIV). Da der Be
schwerdeführer die Bestätigung für das Onlinemodul bis spätestens am 1
1.
Januar
2021 hätte einreichen sollen, sei der Einstellungsbeginn – in Abweichung der Ver
fügung vom 2
2.
Januar 2021 - neu auf den 1
2.
Januar 2021 festzulegen. Zudem sei der Beschwerdeführer zuletzt mit Wirkung ab dem
3.
Januar 2019 in der Anspruchsberechtigung eingestellt worden, mithin vor mehr als zwei Jahren. Bei dieser Sachlage sei die
Einstellung
sdauer
– in
Aufhebung
der Verfügung vom 2
2.
Januar 2021 -
auf fünf Tage
festzusetzen
(Urk. 2 S. 2).
2.2
Der Beschwerdeführer wandte ein, weder er noch sein Freund sei im Besitz eines Computers. Infolge Pandemie seien auch sämtliche Büros und Geschäfte – mit Ausnahme der Supermärkte – geschlossen
gewesen
. Mithin sei es für ihn un
mög
lich gewesen, das Online-Pflichtinformationsmodul zu absolvieren. Dies habe er seiner RAV-Beraterin mitgeteilt. Die einschlägigen Gesetzesartikel sei
en
vor der Pandemie erlassen worden und daher
(sinngemäss)
nicht zeitgemäss bzw.
vorlie
gend nicht
anzuwenden (
Urk.
1).
3.
3.
1
Zum rechtserheblichen Sachverhalt ist
den Akten zu entnehmen, dass der
Be
schwerdeführer
mit
schriftlicher Weisung
vom
4.
Januar 2021
aufgefordert wurde,
unter anderem die Bestätigung
des
elektronische
n
Lernprogramm
s
«Pflichtin
for
mation - online»
bis zum 11. Janu
ar 2021 einzureichen
. Zudem wurde der Be
schwer
deführer unter anderem darauf hingewiesen, dass das Nichtbefolgen dieser Weisung eine Einstellung in der Anspruchsberechtigung bewirken könne, sofern
kein entschuldbarer Grund
vorliege
(Urk. 6/92)
.
Mit E-Mail vom 1
1.
Januar 2021 teilte der Beschwerdeführer
der RAV-Beraterin
mit,
er habe die Online-Pflicht
in
formation leider nicht machen können, da alle Schreibdienste
,
die er angerufen habe, ihre Computer aufgrund des Corona-Virus
ausser
Betrieb hätten (vgl. die in das prozessorientierte Beratungsprotokoll integrierte E-Mail, Urk. 6/140).
Glei
chentags informierte die RAV-Beraterin
den
Beschwerdeführer, dass die Online-Pflichtinformation auch auf dem Handy gemacht werden könne (
Urk. 6/140).
Mit
(zweiter) Weisung vom 1
9.
Januar 2021 wurde dem Beschwerdeführer – wiede
rum
unter Androhung der Säumnisfolgen -
Frist bis zum 26. Januar 2021
ange
setzt, um die Bestätigung
betreffend
Online-Pflichtinformation einzureichen
(
Urk.
6/97, vgl. auch den Eintrag ins Beratungsprotokoll
vom 1
9.
Januar
2021,
Urk.
6
/
140
).
Mit
E-Mail vom 2
2.
Januar 2021
erklärte
der B
eschwerdeführer gegenüber seiner RAV-Beraterin
(
sinngemäss
)
,
er
habe
das elektronische
Lernprogramm
wegen Anwendungsschwierigkeiten auf dem Handy
erneut nicht
durchführen können
; weshalb es nicht funktioniert habe, könne er leider nicht sagen
(
Urk.
6/98).
Am 2
6.
Januar 2021 teilte
die RAV-Beraterin
dem Beschwerdeführer mit, ein
interner Testlauf auf dem Hand
y habe einwandfrei funktioniert.
Vielleicht könne er
sich
technische Unterstützung
holen
(E-Mail vom 2
6.
Januar 2021,
Urk.
6/98).
Der Beschwerdeführer stellte mit
E-Mail vom 11. Februar
2011 ein Gesuch um Wech
sel der RAV-Beratungsperson und begründete dies namentlich damit, dass er seiner RAV-Beraterin bereits anlässlich des Beratungsgesprächs vom 4. Januar 2021 erklärt habe, dass die Absolvierung der Online-Pflichtinformation aufgrund der
Covid
19- Situation für ihn momentan schwierig sei, da weder er noch sein Freund einen Computer habe. Zudem habe der Schreibdienst
Z._
kein Inter
net und das Programm habe auf dem Handy nicht funktioniert (
Urk.
6/93).
Mit dritter Weisung
vom 2
5.
Februar
2021
wurde dem
Beschwerdeführer
abermals
Frist
angesetzt
,
um
die
Bestätigung
betreffend Online-
Pflichtinformation
bis zum
4.
März 2021
einzureichen (Urk. 6/127).
3.2
Mit Verfügung vom 22. Januar 2021 wurde der Beschwerdeführer
mit Wirkung ab dem 1.
Januar 2021 für
sieben
Tage in der Anspruchsb
erechtigung eingestellt
,
da
er
der Weisung des RAV vom 4. Januar 2021, die Bestätigung betreffend
On
line-Pflichtinformationsmodul bis zum 11. Januar 2021 einzureichen, nicht nach
gekommen sei. Mit Verfügung vom 2. März 2021 wurde der
Beschwerdeführer
mit Wirkung ab dem 27
.
Januar 2021
für sieben Tage
in der Anspruchs
b
erech
ti
gung eingestellt
,
da er der
(
zweiten
)
Weisung vom 19. Januar 2021
, bis zum 26. Januar 2021 die Bestätigung betreffend Online-Pflichtinformation einzurei
chen, nicht nachgekommen sei
(Urk. 6/74).
Mit Verfügung vom 28. April 2021 wurde der
Beschwerdeführer
mit Wirkung ab dem 5. März
2021
für sieben Tage
in der Anspruchsb
erechtigung eingestellt
,
da er der (dritten) Weisung vom 25. Februar 2021, bis zum 4. März 2021 die Bestätigung betreffend Online-Pflichtinformation einzureichen, nicht nachgekommen sei (Urk. 6/75).
Streitig und im vorliegenden Verfahren zu beurteilen ist die mit dem ange
foch
tenen Einspracheentscheid vom
21. April 2021 auf fünf Tage reduzierte Einstel
lung in
der Anspruchsb
erechtigung zufolge Nichtbeachten der Weisung vom 4. Januar 2021, die Bestätigung betreffend
Online-Pflichtinformationsmodul
bis zum 11. Januar 2021 einzureichen.
3.3
Nachdem der Beschwerdeführer
am letzten Tag
der bis zum 11. Januar 2021 an
ge
setzten Frist geltend gemacht hatte, dass er
keinen Zugang zu einem Computer habe, insbesondere aufgrund der pandemiebedingt
geschlossenen
Beratungsstel
len
für Arbeitslose
,
informierte ihn
die RAV-Beraterin
dahingehend
, dass er die Online-Pflichtinformation auch auf dem Handy machen könne.
Am 19. Januar 2021 teilte sie ihm
(telefonisch)
mit, dass sie eine Meldung machen werde, da er - unter anderem - den Nachweis
betreffend
Online-Pflichtinformation nicht erbracht habe.
Damit
hätte er
, obwohl keine Nachfrist angesetzt wurde,
eine weitere Woche Gelegenheit gehabt, die Online-Pflichtinformation zu absolvieren respektive sich einen Zugang zu einem Computer zu verschaffen oder diese auf einem Smartphone zu machen.
Erst am 22. Januar 2021
(nach Erlass der zweiten Weisung)
erklärte der Beschwerdeführer gegenüber seiner RAV-Beraterin, dass er
die Online-Pflichtinformation aufgrund technischer Schwierigkeiten auch auf dem
Handy
nicht habe machen können.
Vor diesem Hintergrund ist nicht zu beanstanden, dass der Beschwerdegegner einen entschuldbaren Grund für das Nichtbefolgen der Weisung
des RAV vom 4. Januar 2021
verneint hat, auch wenn
für Arbeitslose, die weder computerge
wohnt noch über die erforderliche Ausrüstung verfügen,
das Absolvieren
der
Online-
Pflicht
informationsveranstaltung
in der Zeit, in der
aufgrund der Pande
mie
lage
weder
die RAV
noch
die Beratungsstellen für Arbeitslose
Computer-Plätz
e und allfälligen Support zur Verfügung stellten
,
zweifellos nicht einfach war.
3.4
Der Beschwerdegegner hat
den Beschwerdeführer damit
zu Recht wegen Nicht
befo
lgens von Weisungen/Kontrollvor
schriften des RAV nach Art. 30 Abs. 1 lit. d AVIG in der Anspruchsberechtigung
eingestellt
.
4
.
Die
Einstell
ungs
dauer von
5
Tagen
(mit Wirkung ab dem 1
2.
Januar 2021)
liegt
im unteren Bereich des
leichten
Verschuldens
und deckt sich mit dem
Einstell
raster
des Staatssekretariats für Wirtschaft (
SECO
),
gemäss
wel
chem bei e
rstmali
gem
Fernbleiben am Infotag
eine Einstellung für 3 bis
8
Tage zu erfolgen hat
(
AVIG
-Praxis ALE, Rz. D79
Ziff.
3.
A
/1; vgl.
auch
vorstehend
E. 1.4
).
Da
das Sozialversicherungsgericht sein Ermessen nicht ohne triftigen Grund an die Stelle desjenigen der Verwaltung setzen darf (BGE 141 V 365 E. 2.4 mit Hinweisen),
ergibt sich kein Anlass zur gerichtlichen Korrektur
(
vgl. auch E. 1.4
)
.
5
.
Nach dem Gesagten ist der angefochtene Einspracheentscheid vom
2
1.
April
2021 (Urk. 2) nicht zu beanstanden und die dagegen erhobene Beschwerde abzuweisen.