# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 07678e79-3341-4e6d-aa3a-8fad4bd04fff
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2014
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
Die
Y._
mit Sitz in
Z._
war der
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, Ausgleichskasse
, als beitragspflichtige Arbeitgeberin angeschlossen und rechnete mit ihr die paritä
tischen und FAK-Beiträge ab (vgl. Urk. 6/108-109). Mit Urteil vom 7. August 2012 eröffnete der Konkursrichter des Bezirksgerichts
A._
über die Ge
sellschaft den Konkurs; am 17. Oktober 2012 wurde das Konkursverfahren mangels Aktiven eingestellt (Urk. 10).
Mit Verfügung vom 7. Oktober 2013 (Urk. 6/85) verpflichtete die
Ausgleichs
kasse
X._
,
den ehemaligen Gesellschafter und Geschäftsführer der Kon
kursitin, zur Bezahlung von Schadenersatz für entgangene Beiträge in der Höhe von
Fr.
46'592.20. Die dagegen von
X._
mit undatierter Eingabe (Urk. 6/88) erhobene Einsprache (vgl. auch Urk. 6/96 und 6/98) hiess die
Aus
gleichskasse
mit Entscheid vom 3. Dezember 2013 (Urk. 2 = Urk. 6/99) teilweise gut und reduzierte die geforderte Schadenersatzsumme auf Fr. 21'392.30.
2.
Dagegen erhob
X._
mit Eingabe vom 2. Januar 2014 (Urk. 1) Beschwerde mit dem sinngemässen Antrag, es sei der angefochtene
Einspracheentscheid
aufzuheben. In ihrer Beschwerdeantwort vom 7. Februar 2014 (Urk. 5) schloss die Ausgleichskasse auf Abweisung der Beschwerde. Mit Verfügung vom 12. Februar 2014 (Urk. 7; vgl. auch Urk. 8) wurde ein zweiter Schriftenwechsel angeordnet und
X._
darauf hingewiesen, dass er Einsicht in die Akten nehmen könne. Er liess sich jedoch nicht mehr vernehmen (vgl. Urk. 9). Von Amtes wegen wurde ein Handelsregisterauszug der
Y._
beigezogen (Urk. 10).
Auf die Ausführungen der Parteien ist, soweit für die
Entscheidfindung
erforder
lich, in den Erwägungen einzugehen.
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Nach Art. 52
Abs.
1 des Bundesgesetzes über die Alters- und Hinter
-
lassenenversi
cherung
(AHVG) hat ein Arbeitgeber, der durch absichtliche oder grobfahrlässige Missachtung von Vorschriften einen Schaden verschuldet, diesen der Ausgleichskasse zu ersetzen. Ist der Arbeitgeber eine juristische Per
son, so können subsidiär gegebenenfalls die verantwortlichen Organe in An
spruch genommen werden (BGE 123 V 12 E. 5b; vgl. BGE 132 III 523 E. 4.5). Haben mehrere Arbeitgeber oder mehrere Organe einer juristischen Person einen Schaden verursacht, haften sie solidarisch (BGE 114 V 213 E. 3 mit Hinweisen).
Die Vorschriften über die Arbeitgeberhaftung nach Art. 52 AHVG sowie die dazu entwickelte Rechtsprechung des Bundesgerichts finden mangels eigener Bestimmungen sinngemäss Anwendung auf die Invalidenversicherungs- (Art. 66 des Bundesgesetzes über die Invalidenvers
icherung), Erwerbsersatz
- (Art. 21
Abs.
2 des Bundesgesetzes über
den Erwerbsersatz für Dienstleistende und bei Mutterschaft) und Arbeitslosenversicherungsbeiträge
(Art. 6 des Bundesgesetzes über die obligatorische Arbeitslosenversicherung und die
Insolvenzentschädi
gung
)
sowie auf jene
an die Familienausgleichskassen (FAK) gemäss dem Bun
desgesetz über die Familienzulagen (Art. 25
lit
. c). Gleiches gilt für die bis
31. Dezember 2008 nach kantonalem Recht erhobenen FAK-Beiträge (
§
33
Abs.
2 des Gesetzes über Kinderzulagen für Arbeitnehmer in der bis Ende 20
07 gültig gewesenen Fassung beziehungsweise
§
33 des ab 1. Januar 2008 bis
30. Juni 2009 gültig gewesenen Kinderzulagengesetzes; nicht publiziertes Urteil des Bundesgerichts 2P.251/19
96 vom 30. Juni 1997).
1.2
1.2.1
Der Schaden gilt als eingetreten, sobald anzunehmen ist, dass die geschuldeten Beiträge aus rechtlichen oder tatsächlichen Gründen nicht mehr erhoben wer
den können (BGE 126 V 443 E. 3a, 121 III 382 E. 3bb, 388 E. 3a, je mit Hin
weisen). Dies trifft dann zu, wenn die Beiträge im Sinne von Art. 16 Abs. 1 AHVG verwirkt sind (vgl. beispielsweise BGE 112 V 156, 98 V 26) oder wenn ihre Entrichtung wegen Zahlungsunfähigkeit des beitrags
pflichtigen Arbeitge
bers nicht mehr möglich ist (vgl. beispielsweise BGE 121 V 234, 240). Im ersten Fall gilt der Schaden als eingetreten, sobald die Beiträge verwirkt sind
(BGE 123 V 12 E. 5b, 170 E. 2a, 112 V 156 E. 2, 108 V 189 E. 2d, je mit Hinweisen). Im zweiten Fall gilt der Scha
denseintritt als erfolgt, sobald die Beiträge wegen der Zahlungsunfähigkeit des Arbeitgebers nicht mehr im ordent
lichen Verfahren nach Art. 14 ff. AHVG erhoben werden kön
nen
(BGE 123 V 12 E. 5b, 170 E. 2a, 121 III 382 E. 3bb, 113 V 256, 112 V 156 E. 2).
1.2.2
Der Schadenersatzanspruch verjährt zwei Jahre, nachdem die zuständige
Aus
gleichskasse
vom Schaden Kenntnis erhalten hat, jedenfalls fünf Jahre nach Eintritt des Schadens. Diese Fristen können unterbrochen werden. Der Arbeitge
ber kann auf die Einrede der Verjährung verzichten (
Art.
52
Abs.
3 AHVG; vgl. auch BGE 131 V 4 oben).
Bei Einstellung des Konkursverfahrens mangels Aktiven gilt der Schaden als mit dem entsprechenden Beschluss eingetreten, der den Konkurs amtlich für fruchtlos erklärt, woraus der Verlust der Beitragsforderung der Ausgleichskasse resultiert. Die Frist von zwei Jahren für die Geltendmachung der Schadener
satzforderung seit Kenntnis des Schadens beginnt demnach vom Zeitpunkt der Fruchtloserklärung beziehungsweise von deren Veröffentlichung im Schweize
rischen Handelsamtsblatt (SHAB) an zu laufen (BGE 129 V 193 E. 2.3, 128 V 10 E. 5a, 126 V 443 E. 3c).
1.3
Das Konkursverfahren über die
Y._
wurde - wie bereits erwähnt - am 17. Oktober 2012 mangels Aktiven eingestellt (Urk. 10). Damit wurde die zwei
jährige Verjährungsfrist von Art. 52 Abs. 3 AHVG ausgelöst. Mit dem Erlass der Schadenersatzverfügung vom 7. Oktober
2013
wahrte die Beschwerdegegnerin die genannte Frist. Die streitgegenständliche Forderung ist somit nicht verjährt.
2.
2.1
Voraussetzung für eine Haftung nach
Art.
52 AHVG ist zunächst das Vorliegen eines Schadens. Dieser besteht darin, dass der AHV ein ihr gesetzlich geschul
deter Beitrag entgeht. Die Höhe des Schadens entspricht dabei dem Betrag, dessen die Kasse verlustig geht (Thomas Nussbaumer, Die Ausgleichskasse als Partei im Schadenersatzprozess nach Artikel 52 AHVG, ZAK 1991 S. 383 ff. und 433 ff.). Verwaltungs- und Betreibungskosten, Veranlagungs- und Mahnge
bühren sowie die Verzugszinsen bilden Bestandteil des Schadens, welcher der Ausgleichskasse zu ersetzen ist (BGE 121 III 382 E. 3bb; vgl. auch BGE 109
V 95 oben, 108 V 189 E. 5). Im Hinblick auf die in
Art.
14
Abs.
1 AHVG normierte Beitrags- und Abrechnungspflicht des Arbeitgebers gehören auch die
Arbeitge
berbeiträge
zum massgeblichen Schaden (BGE 98 V 26 E. 5).
2.2
2.2.1
Die Beschwerdegegnerin stützte ihre Forderung gegenüber dem Beschwerdefüh
rer im Wesentlichen auf die Jahresabrechnung der
Y._
für das Jahr 2011 (Urk. 6/36) und den Bericht des Revisors über die Arbeitgeberkontrolle vom 23. August 2012 (Urk. 6/71; vgl. auch die Jahresabrechnung für das Jahr 2012 [Urk. 6/73]). Diesbezüglich ist darauf hinzuweisen, dass die Beschwerdeführerin im angefochtenen
Einspracheentscheid
(vgl. Urk. 2 Ziff. 2
lit
. c - h) ihre Forde
rung gegenüber dem Beschwerdeführer ausschliesslich mit Beiträgen begrün
dete, welche die
Y._
während der Zeit, in welcher der Beschwerdeführer als ihr Geschäftsführer amtete, nicht entrichtet haben soll. Der noch
verfügungs
weise
geltend gemachte Gesamtschaden umfasst demgegenüber auch spätere Beitragsausstände (vgl. Urk. 2 Ziff. 2
lit
. h), die nach dem Ausscheiden des Be
schwerdeführers aus der Geschäftsführung der
Y._
am 16. November 2011 (vgl. Urk. 10) entstanden sind.
Des Weiteren liegen der Kontoauszug vom 6. Februar 2014 (Urk. 6/108), die Beitragsübersicht desselben Datums (Urk. 6/109) sowie diverse Mahnungen, Verzugszinsabrechnungen, Betreibungsbegehren, Zahlungsbefehle und
Verlust
ausweise
bei den Akten. Zu beachten ist jedoch, dass die Mahnungen (sowie die übrigen genannten Dokumente) erst erstellt wurden, als der Beschwerdeführer sein Amt als Geschäftsführer bereits aufgegeben hatte (vgl. dazu etwa die Auf
stellungen in der Beitragsübersicht [Urk. 6/109]).
Aus den Jahresabrechnungen der
Y._
für die Jahre 2011 (Urk. 6/36) und 2012 (Urk. 6/73) sowie dem Revisionsbericht vom 23. August 2012 (Urk. 6/71) ist ersichtlich, dass die Gesellschaft im Zeitraum von April 2011 bis Ende April 2012 Lohnzahlungen von insgesamt Fr. 403'318.30 (= Fr. 256'918.30 + Fr. 146'400.--) ausgerichtet hat. Der Ausstand resultiert aus der Gegenüberstel
lung der gemäss Kontoauszug und Beitragsübersicht geschuldeten Sozialversi
cherungsbeiträge zuzüglich Nebenkosten und der von der
Y._
geleisteten Zahlungen. Danach besteht ein Saldo von Fr. 46'592.20 zu Gunsten der
Be
schwerdegegnerin
(Urk. 6/108-109).
2.2.2
Die Beschwerdegegnerin reduzierte - wie bereits ausgeführt - im angefochtenen
Einspracheentscheid
die vom Beschwerdeführer geforderte Schadenersatzsumme von Fr. 46'592.20 auf Fr. 21'392.
3
0. Dabei berücksichtigte die
Beschwerdegeg
nerin
zum einen, dass der Beschwerdeführer am 16. November 2011 als Ge
schäftsführer der
Y._
zurückgetreten war, weshalb er grundsätzlich lediglich für die am 14. Oktober 2011 in Rechnung gestellte Beitragsposition 2011 0001 (ohne spätere Mahn- und Betreibungskosten; siehe Urk. 6/108) hafte (
Urk.
2 Ziff. 2
lit
. d). Zum anderen erwog die Beschwerdegegnerin, dass aufgrund der zu tiefen - vom Beschwerdeführer unterzeichneten - Lohnsummenmeldung der
Y._
vom 30. September 2011 (Urk. 6/1; gemeldete monatliche
Bruttolohn
summe
: Fr. 21'600.--) zu tiefe
Akontobeiträge
in Rechnung gestellt wurden, weshalb er anteilsmässig auch für die nachgeforderten Beiträge ins Recht ge
fasst werde (vgl. Urk. 2 Ziff.
lit
. f).
2.2.3
Das Quantitativ der streitgegenständlichen Forderung wurde vom Beschwerdefüh
rer zu Recht nicht in Zweifel gezogen. Es ist aufgrund der Akten ausgewiesen. Auch die von der Beschwerdegegnerin im angefochtenen
Ein
spracheentscheid
vorgenommene - sich im Ergebnis zu Gunsten des Beschwer
deführers auswirkende - Berichtigung der Forderung ist korrekt. Die Ausfüh
rungen der Beschwerdegegnerin betreffend zeitliche Begrenzung der Haftung stehen mit der Rechts- und Aktenlage im Einklang. Namentlich ist die Feststel
lung, dass die
Y._
(beziehungsweise der Beschwerdeführer) eine zu tiefe Lohnsumme gemeldet hat, zutreffend: Einer gemeldeten monatlichen Lohn
summe von Fr. 21'600.-- (Urk. 6/1) stand für das Jahr 2011 eine effektive durchschnittliche Lohnsumme von Fr. 32'114.80 (= Fr. 256'918.30 / 12 [Urk. 6/36]) gegenüber. Die
Y._
bezahlte auf dieser Basis unzureichende
Akontobeiträge
, weshalb die Beschwerdegegnerin die entsprechenden Beiträge nachfordern musste. Deshalb ist es angezeigt, einen Anteil der Nachforderung (pro
rata
temporis
) in die streitgegenständliche Forderung zu integrieren. Es kann auf die entsprechenden Erwägungen im angefochtenen
Einspracheent
scheid
verwiesen werden (vgl. Urk. 2 Ziff. 2
lit
. f).
Mangels offenkundiger Anhaltspunkte für Berechnungsfehler ist die Schadens
-
be
rechnung
der Ausgleichskasse zu bestätigen und von einem vorlie
gend relevanten Schadensbetrag von Fr. 21'392.
3
0 auszugehen.
3.
3.1
Art.
14
Abs.
1 AHVG und die
Art.
34 ff. der Verordnung über die Alters- und
Hinterlassenenversicherung
(AHVV) schreiben vor, dass der Arbeitgeber bei je
der Lohnzahlung die Arbeitnehmerbeiträge in Abzug zu bringen und zusammen mit den Arbeitgeberbeiträgen der Ausgleichskasse zu entrichten hat. Die Arbeit
geber haben den Ausgleichskassen periodisch Abrechnungsunterlagen über die von ihnen an ihre Arbeitnehmer ausbezahlten Löhne zuzustellen, damit die entsprechenden paritätischen Beiträge ermittelt und verfügt werden können. Die Beitragszahlungs- und Abrechnungspflicht des Arbeitgebers ist eine gesetzlich vorgeschriebene
öffentlichrechtliche
Aufgabe. Die Nichterfüllung dieser
öffent
lichrechtlichen
Aufgabe bedeutet eine Missachtung von Vorschriften im Sinne von
Art.
52
Abs.
1 AHVG und zieht die volle Schadendeckung nach sich
(BGE 118 V 193 E. 2a; vgl. BGE 132 III 523 E. 4.6).
3.2
Aus den Akten ist ersichtlich, dass die
Y._
den ihr als Arbeitgeberin obliegen
den Zahlungsverpflichtungen (insbesondere auch) im Jahr 2011 nur unvollständig nachkam. Hinzu kommt, dass die
Y._
- wie bereits erwähnt - aufgrund einer offensichtlich zu tief ausgefallenen Deklaration der mutmassli
chen Lohnsumme zu tiefe
Akontobeiträge
entrichtete. Vorliegend blieben ge
schuldete Sozialversicherungsbeiträge (inklusive Nebenkosten) in der Höhe von Fr. 46'592.20 unbezahlt, wovon in diesem Prozess - wie ausgeführt - Fr. 21'392.
3
0 relevant sind (vgl. E. 2.2). Es bedarf keiner weiteren Ausführun
gen, dass die
Y._
Vorschriften im Sinne von Art. 52 Abs. 1 AHVG verletzt hat, weshalb der von ihr verursachte Schaden grundsätzlich voll zu decken ist.
Zu prüfen bleibt, inwieweit diese Missachtung
öffentlichrechtlicher
Arbeitgeber
pflichten
auf grobfahrlässiges oder vorsätzliches Verhalten des Beschwerdefüh
rers zurückzuführen ist.
4.
4.1
Die wesentliche Voraussetzung für die Schadenersatzpflicht besteht nach dem Wortlaut des
Art.
52 AHVG darin, dass der Arbeitgeber absichtlich oder
grob
fahrlässig
Vorschriften verletzt hat und dass durch diese Missachtung ein Scha
den verursacht worden ist (BGE 108 V 183 E. 1a). Absicht beziehungsweise Vorsatz und Fahrlässigkeit sind verschiedene Formen des Verschuldens.
Art.
52 AHVG statuiert demnach eine Verschuldenshaftung, und zwar handelt es sich um eine Verschuldenshaftung aus öffentlichem Recht. Die Schadenersatzpflicht ist im konkreten Fall nur dann begründet, wenn nicht Umstände gegeben sind, welche das fehlerhafte Verhalten des Arbeitgebers als gerechtfertigt erscheinen lassen oder sein Verschulden im Sinne von Absicht oder grober Fahrlässigkeit ausschliessen. In diesem Sinne ist es denkbar, dass ein Arbeitgeber zwar in vorsätzlicher Missachtung der AHV-Vorschriften der Ausgleichskasse einen Schaden zufügt, aber trotzdem nicht schadenersatzpflichtig wird, wenn beson
dere Umstände die Nichtbefolgung der einschlägigen Vorschriften als erlaubt oder nicht schuldhaft erscheinen lassen (BGE 108 V 183 E. 1b; ZAK 1985 S. 576 E. 2 und S. 619 E. 3a).
4.2
4.2.1
Grobe Fahrlässigkeit liegt praxisgemäss vor, wenn ein Arbeitgeber das ausser Acht lässt, was jedem verständigen Menschen in gleicher Lage und unter glei
chen Umständen als beachtlich hätte einleuchten müssen. Das Mass der zu ver
langenden Sorgfalt ist abzustufen entsprechend der Sorgfaltspflicht, die in den kaufmännischen Belangen jener Arbeitgeberkategorie, welcher die betreffende Person angehört, üblicherweise erwartet werden kann und muss. Dabei sind an die Sorgfaltspflicht einer Aktiengesellschaft hinsichtlich der Einhaltung gesetz
licher Vorschriften grundsätzlich strenge Anforderungen zu stellen. Ähnlich ist zu differenzieren, wenn es darum geht, die subsidiäre Haftung der Organe eines Arbeitgebers zu ermitteln (BGE 108 V 199 E. 3a S. 202; ZAK 1985 S. 51 E. 2a, 620 E. 3b; vgl. BGE 132 III 523 E. 4.6 S. 529).
4.2.2
Nicht jedes einer Firma als
solcher anzulastende Ver
schulden
muss auch ein solches ihrer sämtlichen Organe sein. Vielmehr hat man abzuwägen, ob und in
wieweit eine Handlung der Firma einem bestimmten Organ im Hinblick auf dessen rechtliche und faktische Stellung innerhalb der Firma zuzurechnen ist.
Ob ein Organ schuldhaft gehandelt hat, hängt demnach entscheidend von der Verantwortung und den Kompetenzen ab, die ihm von der juristischen Person übertragen wurden (BGE 108 V 199 E. 3a; ZAK 1985 S. 620 E. 3b). Bei einfa
chen Verhältnissen muss vom einzigen Verwaltungsrat einer Aktiengesellschaft, der als solcher die Verwaltung der Gesellschaft als einzige Person in
Organstel
lung
zu besorgen hat, in der Regel der Überblick über alle wesentlichen Belange der Firma verlangt werden, und dies selbst dann, wenn er seine Befugnisse weitgehend an einen Geschäftsführer delegiert hat. Er kann mit der Delegation der Geschäftsführung nicht zugleich auch seine Verantwortung als einziges Verwaltungsorgan an den Ge
schäftsführer delegieren (BGE 108 V 199 E. 3b).
4.2.3
Formell eingesetzte Geschäftsführer einer GmbH wie auch Personen, die faktisch die Funktion eines Geschäftsführers ausüben, haften für den der
Ausgleichs
kasse
zufolge nicht bezahlter Bundessozialversicherungsbeiträge entstandenen Schaden nach den gleichen Grundsätzen wie Organe einer Aktiengesellschaft. Dagegen besteht für den blossen Gesellschafter einer GmbH vorbehältlich einer abweichenden statutarischen Regelung keine Pflicht zur Kontrolle oder Überwa
chung der Geschäftsführung, weshalb ihm das Fehlverhalten der Gesellschaft auch nicht angerechnet werden darf (BGE 126 V 237 ff.).
5.
5.1
Der Beschwerdeführer brachte zu seiner Entlastung im Wesentlichen vor, er habe als Geschäftsführer der
Y._
alle Pflichten erfüllt. Zu seiner Zeit als Geschäftsführer sei es zu keinen Unregelmässigkeiten gekommen. Der Vorwurf der Grobfahrlässigkeit sei haltlos. Die
Y._
habe, solange er für sie verant
wortlich gewesen sei, weder eine Mahnung erhalten noch sei sie betrieben wor
den (Urk. 1).
Obwohl der Beschwerdeführer mit Verfügung vom 12. Februar 2014 (Urk. 7) auf sein Akteneinsichtsrecht hingewiesen und ihm (sinngemäss seinem Antrag in der Beschwerdeschrift entsprechend) Gelegenheit gegeben worden war, eine Replik ins Recht zu reichen, liess er sich nicht mehr weiter vernehmen.
5.2
5.2.1
Der Beschwerdeführer war vom 26. Mai bis 16. November 2011 einziger und einzelzeichnungsberechtigter Geschäftsführer der
Y._
(Urk. 10), ei
nem kleinen Unternehmen mit nur wenigen Angestellten (vgl.
Urk.
6/36). Bei derart leicht überschaubaren Verhältnissen muss vom einzigen Geschäftsführer einer Gesellschaft mit beschränkter Haftung verlangt werden, dass er den Über
blick über alle wesentlichen Belange des Unternehmens hat.
Der Beschwerdeführer muss sich demnach den Vorhalt gefallen lassen, dass die
Y._
der Beschwerdegegnerin für Jahr 201
1
(bis zu seinem Ausscheiden aus der Geschäftsführung der Gesellschaft) Sozialversicherungsbeiträge (inklusive Nebenkosten) in der Höhe von Fr. 21'392.
3
0 (vgl. E. 2.2) schuldig blieb, im Jahr 2011 aber Lohnzahlungen in der Höhe von Fr. 256'918.30 ausrichtete (Urk. 6/36). Mit anderen Worten räumte die
Y._
beziehungsweise der Be
schwerdeführer den Lohnzahlungen Priorität vor der Beitragsentrichtung ein. Indem er nicht gegen diese Praxis der
Y._
einschritt beziehungsweise selbst diese Vorgehensweise wählte, verletzte er seine
öffentlichrechtlichen
Pflichten als Geschäftsführer einer Gesellschaft mit beschränkter Haftung. Er hätte näm
lich dafür sorgen müssen, dass die Gesellschaft nur Löhne ausrichtet, für die sie auch die entsprechenden Sozialversicherungsbeiträge zu leisten imstande ist (für viele etwa: Urteil des damaligen Eidgenössischen Versicherungsgerichts H 26/06 vom 10. April 2006 E. 4.3 mit Hinweis).
5
.2.2
In verschuldensmässiger Hinsicht kommt vorliegend dazu, dass der Beschwerde
führer - wie bereits ausgeführt - der Beschwerdegegnerin am 30. September 2011 eine viel zu tiefe Lohnsumme meldete (vgl. Urk. 6/1 und oben E. 2.2.3). Angesichts der bereits zu diesem Zeitpunkt ausgerichteten Löhne (vgl. dazu Urk. 6/36) musste einem sorgfältigem Geschäftsführer ohne
Weiteres
bewusst sein, dass die gestützt auf die zu tiefe Lohndeklaration geforderten
Akontobei
träge
unzureichend waren und mit erheblichen Nachforderungen zu rechnen war. Neben der offensichtlich zu tiefen Lohndeklaration gereicht dem Be
schwerdeführer auch zum Verschulden, dass er nicht die notwendigen Rück
stellungen für die zu erwartende Nachzahlung machen liess.
Allein der Umstand, dass die
Y._
,
als der Beschwerdeführer ihre Geschäfte führte, nicht gemahnt oder gar betrieben worden war, kann nicht zur Entlas
tung gereichen. Das ist eine rein zeitliche Koinzidenz, die sich lediglich durch de
n
Umstand erklärt, dass der Beschwerdeführer am 16. November 2011 als Geschäftsführer zurücktrat. Entscheidend ist vielmehr, dass die von ihm zu ver
tretenden Pflichtwidrigkeiten (unkorrekte Meldung der voraussichtlichen
Lohnsumme sowie prioritäre Behandlung der Lohnzahlungen vor der
Beitrags
entrichtung
) später zu den entsprechenden Mahnungen,
Betreibungen
und schliesslich auch zum Schaden der Beschwerdegegnerin (soweit vorliegend rele
vant) führten.
Rechtfertigungs- oder Schuldausschlussgründe liegen nicht vor.
6.
Unter den gegebenen Umständen ist das Verhalten des Beschwerdeführers ohne
Weiteres
auch als adäquat kausal (BGE 119 V
406
Erw
. 4a) für den bei der Be
schwerdeführerin eingetretenen
- vorliegend relevanten -
Schaden
von Fr. 21'392.
3
0
zu betrachten, weshalb er zu Recht verpflichtet wurde, dafür Er
satz zu leisten. D
emzufolge ist die Beschwerde ab
zuweisen