# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 6dfda52f-441d-423a-b649-1c49c84f7bbe
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2013
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
1.1
Der 1960
geborene
X._
arbeitete
seit dem 26. März 2007 als
Pflegefach
mann
im
Y._
und war damit bei der CSS Versi
cherung AG (
CSS
) gegen Berufs- und Nichtberufsunfälle obligatorisch versi
chert. Am 11. November 2008 wurde er als Lenker des mittleren Autos in einen Auffahrunfall verwickelt, als er von hinten angefahren und in das vordere Fahrzeug gestossen wurde, nachdem das vordere Fahrzeug ein Bremsmanöver ausgeführt hatte (Unfallmeldung, Urk. 7/1, und
Polizeirapport vom 2. Dezember 2008, Urk. 7/19). Nach Angaben des erstbehandelnden Dr. med
.
Z._
,
Facharzt Allgemeinmedizin FMH,
Hausarzt des Versicherten,
im
Dokumentati
onsbogen
für Erstkonsultation nach
kranio
-zervikalem Beschleunigungstrauma vom 13. November 2008 (Urk. 7/6/3-4) traten beim Versicherten innert
12
Stunden Nackenschmerzen
auf. Dr. med.
A._
, FMH Rheumatologie und Innere Medizin, diagnostizierte
im Bericht vom 17. Dezember 2008 (Urk. 7/6)
ein posttraumatisches
cervicocephales
Syndrom nach sogenanntem indirektem HWS-Distorsionstrauma anlässlich des Auffa
hrunfalles am 11. November 2008 und erachtete die Beschwerden trotz des zum Unfallzeitpunkt durchgeführten konventionellen Röntgenbildes, welches eine Segmentdegeneration C5/6 gezeigt habe, vorderhand als mit überwiegender Wahrscheinlichkeit kausal zum Unfall im Sinne einer unfallbedingten Verschlimmerung eines bis dato stummen krankhaften Vorzustandes.
Nachdem der Versicherte vorerst weitergearbeitet hatte, war er vom
1.
bis 14. Dezember 2008 zu 100 %
, vom 15. b
is 31. Dezember 2008 zu 50 % und ab dem 1. Januar 2009 zu 25 % arbeitsunfähig (Urk. 7/20). Die CSS kam für die Heilungskosten
auf und richtete Taggelder aus.
Dr. med
.
B._
, Facharzt
FMH für Neurologie, ersah im Bericht
vom
4. Februar 2009
(Urk. 7/20)
keine neurologischen Ausfälle und erachtete eine Verletzung der Nerven als wenig wahrscheinlich.
Am 19. Februar 2009 führte die
C._
ein ambulantes Assessment durch (Bericht vom 1. April 2009, Urk. 7/23) und empfahl die Durchführung eines intensivierenden, akti
vierenden und aktivitätsorientierten physiotherapeutischen Übungsprogrammes (Urk. 7/23/3).
1.2
Nachdem der Versicherte auch über eine Hörverminderung links
ge
klagt
hatt
e, wurde er am 5. Mai
2009 im
D._
, Klinik
für Ohren-, Nasen-, Hals- und Gesichtschirurgie, audiologisch abgeklärt. Im Bericht vom 26. Mai 2009 (Urk. 7/28) wurde eine mittel- bis hochgradige
sensorineurale
Schwerhörigkeit links
erhoben, welche erstmals 1997 bemerkt worden sei. Die CSS lehnte mit Verfügung vom 17. Dezember 2009 Versicherungsleistungen für die Hörverminderung ab (Urk. 7/44). Die gegen den
Einspracheentscheid
vom 1. April 2010 (Urk. 7/47) erhobene Beschwerde wurde mit Urteil des hiesigen Gerichts vom 23. November 2011 abgewiesen (Prozess-Nr. UV.2010.00143). Dieses ist unangefochten in Rechtskraft erwachsen.
1.3
Hausarzt Dr.
Z._
berichtete
am 24. November 2009 über die fortgesetzte physiotherapeutische Behandlung, wobei der Versicherte in den letzten Monaten uneingeschränkt habe arbeiten können, und bat um eine kreisärztliche Beurtei
lung des Falles (Urk. 7/43).
Dem MRI des Felsenbeins und des Schädels vom 4. Februar 2010 entnahm Prof. Dr. med.
E._
, Facharzt Radiologie und Neuroradiologie, normale Befunde (Urk. 7/56). Die Röntgenuntersuchung der
HWS vom 22. Februar 2010 (Urk. 7/55) und das MRI der HWS vom 3. März 2010 (Urk. 7/51) ergab
en
leichte
Chondrosen
C4/5 und C6/7 mit Irritation der austretenden Nervenwurzel C5 links und eine mässige
Osteochond
ro
se
C5/
6.
Dr
.
B._
erwähnte im Bericht vom 23. April 2010 ein unverändertes Beschwerdebild und eine mit der Arbeitsbelastung in Zusammenhang stehende Verschlechterung (Urk. 7/53).
Dr. med.
F._
, Spezialarzt
FMH für Chi
rurgie, Wirbelsäulenleiden, Schleudertrauma und orthopädische Traumatologie, empfahl
mit Bericht vom 29. Oktober 2010
bei unverändertem Beschwerdebild
eine Intensivierung der Physiotherapie (Urk. 7/67). Dr.
med.
G._
, Neu
rologie
FMH, hielt im Bericht vom 29. März 2011 (Urk. 7/81) unauffällige, alters- und
habitusentsprechende
Befunde mit
subjektive
r
Schwindels
ympto
matik
fest, welche er als rein muskulär bedingt erklärte (Urk. 7/81/4). Anlässlich der kreisärztlichen Untersuchung vom 20. Mai 2011 (Urk. 7/86) konnte Kreisarzt
Dr. med.
H._
,
Facharzt FMH für Orthopädische Chirurgie,
objektiv
keine Einschränkungen feststellen und erachtete die noch geklagte Symptoma
tik als nicht mehr natürlich kausal zum Unfallereignis (Urk. 7/86/6). Mit Verfü
gung vom 4. Juli 2011 stellte die CSS ihre Geldleistungen (Heilbehandlung und Taggeld) per sofort ein und wies einen Anspruch auf Invalidenrente und/oder Integritätsentschädigung ab (Urk. 7/89). Die dagegen erhobene Einsprache vom 3. September 2011 (Urk. 2 S. 2) wies die CSS mit Entscheid vom 20. Juni 201
2
ab (Urk. 2).
2.
Hiergegen erhob
X._
mit Eingabe vom
19. August 2012 Beschwerde
und beantragte sinngemäss die Ausrichtung weiterer Versicherungsleistungen (Urk. 1). Mit dem Beschwerdeführer am 17. September 2012 (Urk. 8) zugestellter Beschwerdeantwort vom 11. September 2012 schloss die Beschwerdegegnerin auf Abweisung der Beschwerde (Urk. 6).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien sowie die Akten ist, soweit für die
Entscheidfin
dung
erforderlich, in den Erwägungen einzugehen.
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
Die Beschwerdegegnerin hat die zur Beurteilung der Streitsache massgeblichen rechtlichen Grundlagen zutreffend wiedergegeben.
Es betrifft dies die Bestim
mungen und Rechtsprechung über den Anspruch auf Leistungen der Unfallver
sicherung im Allgemeinen (Art. 6 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Unfall
versicherung [UVG] in Verbindung mit Art. 4 des Bundesgesetzes über den All
gemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG]) und im Speziellen zur Leistungspflicht des Unfallversicherers bei Unfällen, die einen krankhaften
Vor
zustand
verschlimmern oder ihn überhaupt erst manifest werden lassen
(RKUV 1994 Nr. U 206 S. 326, Urteil des Bundesgerichts U 180/93 E. 3b); zudem den für die Leistungspflicht des Unfallversicherers vorausgesetzten
natürlichen Kausalzusammenhang zwischen dem Unfall und dem eingetretenen Schaden (BGE 129 V 177 E. 3.1 S. 181 mit Hinweisen) wie auch die Anforderungen an den Beweiswert eines Arztberichtes im Allgemeinen (BGE 122 V 160 E. 1c mit Hinweisen) sowie eines Berichtes von versicherungsinternen Ärzten im Speziel
len (BGE 125 V 353 E. 3b/
ee
mit Hinweisen). Darauf wird verwiesen.
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete ihre Verfügung vom 4. Ju
n
i 201
2
zusammen
gefasst damit, dass die vom Beschwerdeführer geklagten
Beschwer
den gestützt auf den beweiskräftigen kreisärztlichen Untersuchungsbericht von Dr.
H._
nicht mehr
unfallkausal seien (Urk. 2).
2.2
Dem hielt der Beschwerdeführer sinngemäss entgegen, sowohl seine
Hörvermin
derung
links als auch seine Nacken-
Kopf- und Schulterschmerzen wie
auch die Schwindelgefühle seien unfallkaus
a
l. Zur Aufrechterhaltung der Arbeitsfähig
keit nehme er täglich Schmerzmittel ein und begebe sich wöchentlich in phy
siotherapeutische Behandlung (Urk. 1).
2.3
Die Unfallkausalität der Hörverminderung links wurde mit rechtskräftigem Urteil vom 23. November 2011 des hiesigen Gericht bereits abschlägig beurteilt. Zu Recht trat die Beschwerdegegnerin daher auf seine Einsprache in Zusam
menhang mit diesem Gesundheitsschaden nicht ein und ist die Beschwerde somit abzuweisen. Soweit er mit seiner Eingabe vom 19. August 2012 erneut Ansprüche aus der Hörverminderung geltend macht, ist auf die Beschwerde nicht einzutreten.
Strittig und zu prüfen bleibt, ob der Beschwerdeführer über den 4. Juli 2011 hinaus Anspruch auf Leistungen der Beschwerdegegnerin hat. Dabei ist zu beurteilen, ob die vom Beschwe
rdeführer geklagten Schmerzen in
Nacken, Kopf und Schulter sowie die Sc
hwindelgefühle noch in
einem
kausalen
Zusammen
hang mit dem Unfallereignis vom 11. November 2008 gebracht werden können.
3.
3.1
Dr.
H._
hielt im
kreisärztlichen Untersuchungsbericht vom 20. Mai 2011 (Urk. 7/86) fest, bis auf klinische Befunde, die sich in Form verminderter Beweglichkeit der HWS und (angeblich) verdickter Nacken- und
Schultermus
kulatur
zeigten, seien keine pathologischen Befunde, insbesondere auch nicht neurologischer Art extern festgestellt worden. Die
Befundung
zum Beispiel der HWS-Rotation sei bei den zahlreichen Untersuchungen erheblich different aus
gefallen von 50 % Einschränkung bis zu keiner Einschränkung. Zwei
fachneu
rologische
Untersuchungen hätten keine pathologischen Befunde erbracht, allerdings verschiedene Einschätzungen therapeutisc
her Notwendigkeiten. Die bildgebenden Verfahren (zweimal Röntgen der HWS, einmal MRI) seien ohne Hinweise für strukturelle posttraumatische Veränderungen. Bei der heutigen Untersuchung seien objektiv keine Einschränkungen feststellbar. Die Rotation der HWS nach rechts und links sei normal mit
endgradig
leichten Schmerzen. Im Empfangsbereich der Agentur habe der Beschwerdeführer, der rückwärts zur Empfangstheke gesessen habe und aufgerufen worden sei, den Kopf problemlos nach links drehen können. Das Gleiche sei auch in entspannter Bauchlage auf dem Untersuchungstisch möglich gewesen, als auf Aufforderung der Kopf ein
mal nach rechts und einmal nach links normal habe gedreht werden können. Die HWS sei in einigen Partien mässig druckschmerzhaft. Die gesamte Ent
wicklung über mehr als zwei Jahre beobachtend, mit dem in allen Untersuchun
gen fehlenden Nachweis objektivierbarer struktureller Veränderungen an den relevanten Elementen des Haltungs- und Bewegungsapparates, sei davon aus
zugehen, dass die Wirkung des Ereignisses vom 11. November 2008 mit der heute geklagten Symptomatik nicht mehr im Sinne einer natürlichen Kausalität erklärt werden könne. Die zahlreichen fachärztlichen Berichte drückten sich entweder klar gegen ein
Fortbestehen von Unfallsymptomen aus (Prof.
G._
und Dr.
Z._
) oder es mangle ihnen die konsistente Beweisführung (Dr.
B._
und Dr.
F._
), um eine traum
a
tische Ätiologie
zu begründen (Urk. 7/86/5-6).
3.2
3.2.1
Der
Bericht von Dr.
H._
basiert auf eigenen Untersuchungen und wurde in Kenntnis der und in Auseinandersetzung mit den
Vorakten
(Anamnese) abgegeben
.
Dr.
H._
hat detaillierte und nachvollziehbare Befunde und Diagnosen erhoben und sich mit den vom Beschwerdeführer geklagten Beschwerden und seinem Verhalten auseinander
gesetzt. Zudem hat er die medi
zinischen Zusammenhänge und die me
dizinische Situation einleuchtend darge
legt und
seine
Schlussfolgerungen nach
vollziehbar begründet. Dem
Bericht von Dr.
H._
kommt somit grundsätzlich
volle Beweiskraft zu.
3.2.2
Daran vermögen die
Vorbringen des Beschwerdeführers unter Beilage diverser Arztberichte (Urk. 3/1-9) nichts zu ändern.
Der
Bericht des
D._
vom 29. Oktober 2010 (Urk. 3/1) betrifft die Hörverminderung links und ist damit
unbehelflich
. Die übrigen Berichte standen Dr.
H._
bis auf den Bericht von Dr.
Z._
vom 23. September 2009 (Urk. 3/8) zur Verfügung, weshalb er seine Beurteilung in Kenntnis und Auseinandersetzung damit abgab.
Nachvoll
ziehbar begründete er, weshalb auf die Einschätzungen von
Dres
.
B._
und
F._
nicht abgestellt werden kann (Urk. 7/86/6).
Aus dem Bericht von Dr.
Z._
vom 23. September 2009
an den ehemaligen Rechtsvertreter
(Urk. 3/8) kann der Beschwerdeführer ebenfalls nichts zu seinen Gunsten ablei
ten,
wies doch Dr.
Z._
auf die radiologisch dokumentierten unfallfremden degenerativen Veränderungen der Halswirbelsäule hin und erachtete diese als die geklagten Beschwerden mitverursachend. Eine sichere Unfallkausalität könne er nicht ausmachen. Ab März 2009 sei der Beschwerdeführer
nicht mehr arbeitsunfähig gewesen. Eigentlich sei er etwas erstaunt, dass der Fall noch nicht habe abgeschlossen werden können. Dass der ehemalige Rechtsvertreter nach Kenntnisnahme dieses Arztberichts den Beschwerdeführer im vorliegenden Beschwerdeverfahren nach den eigenen Angaben des Beschwerdeführers nicht vertreten wollte, erscheint damit folgerichtig und zeigt, dass die gänzlich
unsubstantiiert
gebliebene Ansicht des Beschwerdeführers hinsichtlich der
Unfallkausalität der
noch geklagten Beschwerden den
Bericht von Dr.
H._
nicht zu entkräften vermag.
3.3
Damit sind die vom Beschwerdeführer noch gelten gemachten Beschwerden nicht mehr natürlich kausal zum Unfallereignis, weshalb die
Beschwerdegegne
rin
ihre Versicherungsleistungen zu Recht eingestellt hat und weitere Ansprüche (Rente, Integritätsentschädigung) verneinte.
Die Beschwerde ist daher abzuweisen, soweit auf sie einzutreten ist.