# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 6de24142-c3a1-55fc-b121-1e7571efe8c6
**Court:** AR_OG
**Chamber:** AR_OG_004
**Year:** 2018
**Language:** de
**Jurisdiction:** AR / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt
A. C_ ist Grundeigentümer der Parzelle Nr. 001, Grundbuch B_, welche mit dem
Wohnhaus Assek. Nr. 002 überbaut ist. Die Parzelle befindet sich etwa je zur Hälfte in der
Wohnzone W1 (nördlicher Teil) und gemäss aktueller Aktenlage in einer altrechtlichen
Grünzone (südlicher Teil), deren Zweckbestimmung im geltenden Zonenplan (noch) nicht
bezeichnet ist (vgl. dazu das Urteil des Obergerichts O4V 12 8 vom 27. Februar 2013 E.
2.1). Zudem wird die Parzelle Nr. 001 von einer kommunalen Aussichtsschutzzone
überlagert. Die Parzellengrenze verläuft im westlichen Bereich in der Mitte eines
Seitenarms der Bergstrasse, welche in diesem Bereich nicht ausparzelliert ist. A1_ und
A2_ sind Grundeigentümer der benachbarten Parzelle Nr. 003 mit dem Wohnhaus
Assek. Nr. 004, welche östlich in der erwähnten Strassenmitte direkt an die Parzelle Nr.
001 anstösst.
B. Mit Bauentscheid vom 5. Juli 2017 bewilligte das Büro der Baubewilligungskommission
B_ ein Baugesuch von C_. Gegenstand des Gesuchs war u.a. der Ersatz des
überdachten Sitzplatzes auf der Westseite des Wohnhauses Assek. Nr. 002. Gleichzeitig
trat das Büro der Baubewilligungskommission auf eine gegen das Baugesuch gerichtete
Einsprache von A1_ und A2_ ein und wies diese ab.
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C. Gegen diesen Entscheid erhoben A1_ und A2_ mit Eingabe vom 28. Juli 2017 beim
Departement Bau und Volkswirtschaft Rekurs u.a. mit dem Antrag, den Bau- und
Einspracheentscheid aufzuheben und die Baubewilligung für den Ersatz des Sitzplatzes zu
verweigern.
D. Mit Entscheid vom 9. Mai 2018 verneinte das Departement Bau und Volkswirtschaft die
Rekurslegitimation von A1_ und A2_, weshalb es auf den Rekurs nicht eintrat.
E. Gegen diesen Entscheid erhoben A1_ und A2_ (im Folgenden: Beschwerdeführer) mit
Eingabe vom 11. Juni 2018 Beschwerde beim Obergericht von Appenzell Ausserrhoden,
wobei sie die eingangs erwähnten Rechtsbegehren stellten.
F. Mit Eingabe vom 20. August 2018 liess sich C_ (im Folgenden: Beschwerdegegner),
vertreten durch RA CC_, mit dem eingangs erwähnten Rechtsbegehren zur Beschwerde
vernehmen. Mit Schreiben vom 23. August 2018 liess sich die Baubewilligungskommission
B_ (im Folgenden: Vorvorinstanz), vertreten durch RA BB_, zur Beschwerde
vernehmen, ohne einen konkreten Antrag zu stellen. Das Departement Bau und
Volkswirtschaft (im Folgenden: Vorinstanz) verzichtete mit den eingangs erwähnten
Rechtsbegehren auf eine Stellungnahme.
G. Mit Eingabe vom 14. September 2018 reichten die Beschwerdeführer unter
Aufrechterhaltung der Anträge eine Replik ein, wozu sich der Beschwerdegegner ebenfalls
unter Aufrechterhaltung der Anträge mit Duplik vom 3. Oktober 2018 vernehmen liess.
H. Auf Eröffnung des Urteildispositivs hin verlangte die Vorinstanz mit Schreiben vom 8.
Januar 2019 eine Begründung des Urteils. Damit sind die Voraussetzungen für die nach
Ziff. 4 des Dispositivs in Aussicht gestellte Reduktion der Entscheidgebühr nicht gegeben.
I. Auf die Begründung der gestellten Anträge wird, soweit erforderlich, in den Erwägungen
näher eingegangen.

## Considerations

Erwägungen
1. Die von Amtes wegen vorzunehmende Prüfung der prozessualen Voraussetzungen ergibt,
dass das Obergericht nach Art. 54 Abs. 1 des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege
(VRPG, bGS 143.1 in Verbindung mit Art. 110 lit. d des Gesetzes über die Raumplanung
und das Baurecht (BauG, bGS 721.1) zur Behandlung der Beschwerde gegen den
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Rekursentscheid der Vorinstanz zuständig ist. Die Beschwerde wurde frist- und
formgerecht eingereicht. Die Beschwerdeführer sind als Adressaten des angefochtenen
Rekursentscheides, mit dem die Vorinstanz auf ihren Rekurs nicht eingetreten ist, formell
beschwert. Bezogen auf dieses Anfechtungsobjekt (Nichteintretensentscheid) sind sie
durch das Verneinen der Rekurslegitimation auch in eigenen schutzwürdigen Interessen
berührt; insofern ist ihre Beschwerdeberechtigung zu bejahen. Da die Vorinstanz mit dem
angefochtenen Nichteintretensentscheid noch nicht materiell über die strittige Bausache
entschieden hat, kann das Obergericht jedoch nicht direkt an deren Stelle den
erstinstanzlichen Bauentscheid überprüfen. Auf die Beschwerde ist daher nur insoweit
einzutreten, soweit diese auf eine Aufhebung dieses Nichteintretensentscheides und eine
Rückweisung an die Vorinstanz zur materiellen Beurteilung abzielt.
2. Beim Obergericht können mit Beschwerde in Verwaltungssachen grundsätzlich nur
Rechtsverletzungen (inbegriffen Ermessensmissbrauch, Ermessensüberschreitung und -
unterschreitung) sowie die unrichtige oder unvollständige Feststellung des Sachverhalts
gerügt werden (Art. 56 VRPG). Das Obergericht hat darüber hinaus volle
Überprüfungsbefugnis, soweit dies im Gesetz vorgesehen ist oder wenn sein Entscheid an
eine Bundesinstanz mit unbeschränkter Überprüfungsbefugnis weitergezogen werden
kann. Ein Weiterzug an eine Bundesinstanz mit voller Kognition, welche auch die
Ermessenskontrolle umfasst, ist vorliegend nicht gegeben. Da eine volle Überprüfung auch
nicht anderweitig gesetzlich vorgesehen ist, bleibt die Kognition des Obergerichts
vorliegend auf die Rechts- und Sachverhaltskontrolle beschränkt.
3.
3.1 Die Vorinstanz kommt im angefochtenen Entscheid zum Schluss, dass eine räumliche
Nähe der Beschwerdeführer zum Bauvorhaben zwar gegeben sei. Der Augenschein vom
27. November 2017 sowie die Gesuchsunterlagen hätten aber zur Beurteilung geführt, dass
die Aussicht von der Parzelle Nr. 003 in Richtung Osten durch das bestehende Wohnhaus
Assek. Nr. 002 bereits eingeschränkt sei. Selbst nach der Erstellung des Sitzplatzanbaus
würde das bestehende Wohnhaus Assek. Nr. 002 um mehr als zwei Meter über den zu
erstellenden Sitzplatzanbau ragen. Inwieweit die Erstellung des Sitzplatzanbaus die
Beschwerdeführer als Eigentümer der Parzelle Nr. 003 stärker als eine Dritten
beeinträchtige, insbesondere in der Aussicht Richtung Osten, sei objektiv nicht erkennbar.
Die geplante Sitzplatzanbaute schränke die Aussicht in keinem Punkt der Parzelle Nr. 003
in Richtung Osten ein. Dementsprechend sei nicht davon auszugehen, dass die Erstellung
des Sitzplatzes zu irgendwelchen tatsächlichen Störungen oder materiellen Immissionen
führen würde. Sowohl die tatsächliche als auch die rechtliche Situation der
Beschwerdeführer bliebe bei der Erteilung und der Aufhebung der Baubewilligung
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unberührt. Durch die Realisierung des Bauvorhabens entstünde den Beschwerdeführern
kein grösserer Nachteil als einem Dritten. Ausserdem hätten diese trotz ausdrücklicher
Nachfrage, inwieweit sie unmittelbar und in höherem Ausmass als ein beliebiger Dritter
oder die Allgemeinheit von der umstrittenen Baute in den eigenen Interessen beeinträchtigt
seien, kein eigenes Interesse nachweisen können. Insgesamt könne damit der Schluss
gezogen werden, dass die Erstellung des Sitzplatzes die Beschwerdeführer als Eigentümer
der Parzelle Nr. 003 nicht beeinträchtige. Insofern seien sie durch das Bauvorhaben nicht
mehr als jedermann betroffen. Eine Anerkennung der Legitimation käme damit einer
Berechtigung zur Popularbeschwerde gleich, welche im Kanton Appenzell Ausserrhoden
nicht zulässig sei. Daher könne nicht auf den Rekurs eingetreten werden.
3.2 Die Beschwerdeführer machen in Bezug auf die Verneinung der Legitimation u.a. geltend,
dass mit dem Bauvorhaben eine Baute erstellt werden soll, die zu nahe an der
Privatstrasse und unter Verletzung weiterer Bauvorschriften erstellt werden soll. Sie seien
daher von diesem Bauvorhaben berührt und hätten ein eigenes schutzwürdiges Interesse
daran, dass es nicht verwirklicht werde. Durch die Verletzung des reglementarischen
Strassenabstands würden die Nutzungsmöglichkeiten ihres Grundstücks erheblich
eingeschränkt. Das umstrittene Bauvorhaben, vorerst als Wintergarten, später als Pergola
und dann als überdachter Sitzplatz und heute als Anbau bezeichnet, beschäftige sie schon
seit rund 13 Jahren. Ihre Einsprache- und Beschwerdeberechtigung sei bisher vier Mal
bestätigt worden. Insbesondere habe auch die Baudirektion des Kantons Appenzell A.Rh.
in einem Entscheid vom 21. April 2005 (ähnliches Baugesuch auf dem Grundstück Nr. 001)
ihre Legitimation bejaht. Wenn wie vorliegend die Anstösser mittels Verneinung der
Legitimation von einem Verfahren ausgeschlossen würden, werde der Willkür der
Baubewilligungsbehörden Tür und Tor geöffnet. Das Bauvorhaben sei von ihrer Parzelle
aus voll sichtbar, wobei nicht relevant sei, ob Bäume oder Sträucher zwischen den
Grundstücken lägen.
3.3 Der Beschwerdegegner lässt in Bezug auf die Legitimation u.a. geltend machen, dass die
geplante Ersatzbaute im Wesentlichen der bestehenden Anbaute entspreche und diese -
wenn überhaupt - von der Liegenschaft der Beschwerdeführer aus nur sehr eingeschränkt
sichtbar sei. Eine Beeinträchtigung der Aussicht der Beschwerdeführer sei ausgeschlossen,
weil die geplante Ersatzbaute das Wohnhaus des Bauherrn nicht überrage. Von einer
Vergrösserung des Benützerkreises sei nicht auszugehen. Schliesslich sei nicht
nachvollziehbar, wie der geplante Ersatzbau aufgrund seines Abstands zur Bergstrasse die
Nutzungsmöglichkeiten des Grundstücks erheblich einschränken soll. Für den Nachweis
der Tangierung von schutzwürdigen Interessen trügen die Beschwerdeführer die
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Beweislast. Die Beschwerdeführer seien mit keinem der behaupteten Einwendungen in
eigenen schutzwürdigen Interessen tangiert und deshalb für diese nicht legitimiert.
3.4 Die Vorvorinstanz führt aus, dass sie zum Schluss gekommen sei, dass das Bauvorhaben
den betreffenden Vorschriften nicht widerspreche und dass der geplante Ersatz des
bestehenden überdachten Sitzplatzes durch den Neubau für die Liegenschaft der
Beschwerdeführer im Vergleich zum Status Quo keine Beeinträchtigung mit sich bringe. Am
Augenschein vom 27. November 2017 habe der Beschwerdeführer auf die Interessen der
Allgemeinheit verwiesen, womit er selber keine eigene, besondere Betroffenheit zu
benennen vermöge.
4.
4.1 Gemäss Art. 29 Abs. 2 der Schweizerischen Bundesverfassung (BV, SR 101) und Art. 12
Abs. 1 VRPG haben die Parteien Anspruch auf rechtliches Gehör. Das rechtliche Gehör
dient einerseits der Sachaufklärung, anderseits stellt es ein persönlichkeitsbezogenes
Mitwirkungsrecht beim Erlass eines Entscheids dar, welcher in die Rechtsstellung des
Einzelnen eingreift. Dazu gehört das Recht des Betroffenen, sich vor dem Entscheid zur
Sache zu äussern. Anspruch auf vorgängige Anhörung besteht u.a. auch, wenn die
Behörde ihren Entscheid mit einer Rechtsnorm oder einem Rechtsgrund zu begründen
beabsichtigt, die bzw. der im bisherigen Verfahren nicht herangezogen wurde, worauf sich
die Parteien nicht berufen haben und womit diese im konkreten Fall nicht rechnen konnten
(BGE 128 V 272 E. 5b/bb; 126 I 19 E. 2c/aa je mit Hinweisen; PATRICK SUTTER, in:
Auer/Müller/Schindler [Hrsg.], Kommentar zum Bundesgesetz über das
Verwaltungsverfahren, 2. Aufl. 2019, N. 12 zu Art. 29 VwVG). Der Anspruch auf rechtliches
Gehör ist formeller Natur. Seine Verletzung führt ungeachtet der Erfolgsaussichten der
Beschwerde in der Sache selbst zur Aufhebung des angefochtenen Entscheids. Eine
Gehörsverletzung kann ausnahmsweise geheilt werden, wenn die betroffene Partei die
Möglichkeit hat, sich vor einer Beschwerdeinstanz zu äussern, die zur freien Prüfung aller
Sachverhalts- und Rechtsfragen befugt ist, welcher der unteren Instanz hätten unterbreitet
werden können (BGE 127 V 431 E. 3d; 126 V 130 E. 2b). Unter dieser Voraussetzung ist
darüber hinaus im Sinne einer Heilung des Mangels selbst bei einer schwerwiegenden
Verletzung des rechtlichen Gehörs von einer Rückweisung der Sache an die Vorinstanz
abzusehen, wenn und soweit die Rückweisung zu einem formalistischen Leerlauf und damit
zu unnötigen Verzögerungen führen würde, die mit dem (der Anhörung gleichgestellten)
Interesse der betroffenen Partei an einer beförderlichen Beurteilung der Sache nicht zu
vereinbaren wären (BGE 137 I 195 E. 2.2.2; 133 I 201 E. 2.2).
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4.2 Im vorliegenden Fall ergibt sich aus den Akten, dass die Vorvorinstanz die
Einsprachelegitimation der Beschwerdeführer ohne weiteres bejaht hat und die Legitimation
der Beschwerdeführer weder im Einspracheverfahren noch im Rekursverfahren vom
anwaltlich vertretenen Beschwerdegegner bestritten wurde. Zudem haben sich die
Beschwerdeführer im Rekursverfahren ausdrücklich auf einen Rekursentscheid der
Vorinstanz (damals noch Baudirektion) vom 21 April 2005 bezogen, in welchem ein
Bauvorhaben des Beschwerdegegners am identischen Standort umstritten war. In diesem
Rekursentscheid wurde die Rekurslegitimation der Beschwerdeführer von derselben
Behörde noch bestätigt. Damit konnten die Beschwerdeführer nicht damit rechnen, dass
ihre Legitimation im (zweiten) Rekursverfahren plötzlich in Frage gestellt bzw. gar verneint
würde. Auch die Frage des Verhandlungsleiters beim Augenschein bezüglich allfälliger
Beeinträchtigung in eigenen Interessen deutete nach Ansicht des Obergerichts nicht auf
eine Verneinung der Legitimation hin, zumal die nicht anwaltlich vertretenen
Beschwerdeführer nicht darauf hingewiesen wurden, dass bei einem fehlenden Nachweis
des schutzwürdigen Interesses in Betracht gezogen werde, nicht auf deren Rekurs
einzutreten. Infolgedessen ist davon auszugehen, dass die Verneinung der Legitimation im
Rekursverfahren für die Beschwerdeführer völlig unerwartet kam, was im Lichte oben
genannter Rechtsprechung als Gehörsverletzung zu qualifizieren ist. Im Folgenden kann
jedoch offen gelassen werden, ob allein dieser Umstand zu einer Aufhebung des
angefochtenen Entscheids führen muss oder ob die Gehörsverletzung im vorliegenden
Beschwerdeverfahren geheilt werden könnte, da die Beschwerde ohnehin gutzuheissen ist,
wie sich nachfolgend zeigen wird.
5. Gemäss Art. 111 Abs. 1 BauG ist zu Einsprachen und Rekursen nach diesem Gesetz
befugt, wer durch den angefochtenen Gegenstand berührt ist und ein eigenes
schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung oder Änderungen hat. Nach Art. 33 Abs. 3
lit. a des Bundesgesetzes über die Raumplanung (RPG, SR 700) gewährleistet das
kantonale Recht gegen Nutzungspläne und raumplanerische Verfügungen (z.B.
Baubewilligungen gemäss Art. 22 RPG) die Legitimation mindestens im gleichen Umfang
wie für die Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten an das Bundesgericht.
Ferner schreibt Art. 111 des Bundesgerichtsgesetzes (BGG, SR 173.110) die Einheit des
Verfahrens vor: Wer zur Beschwerde an das Bundesgericht berechtigt ist, muss sich am
Verfahren vor allen kantonalen Vorinstanzen als Partei beteiligen können (Art. 111 Abs. 1
BGG); die unmittelbare Vorinstanz des Bundesgerichts muss grundsätzlich mindestens die
Rügen nach den Art. 95-98 BGG prüfen können (Art. 111 Abs. 3 BGG). Aus diesen
Bestimmungen ergibt sich, dass die kantonalen Behörden die Rechtsmittelbefugnis nicht
enger fassen dürfen, als dies für die Beschwerde an das Bundesgericht vorgesehen ist (vgl.
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BGE 136 II 281 E. 2 S. 283 f.; Urteil 1C_379/2008 des Bundesgerichts vom 12. Januar
2009 E. 3.2 mit Hinweisen).
Will ein Nachbar eine baurechtliche Bewilligung anfechten, genügt die Behauptung allein,
er sei von den Folgen der Baubewilligung betroffen, nicht, um die Beschwerdebefugnis zu
begründen. Vielmehr müssen aufgrund des konkreten Sachverhalts das besondere
Berührtsein und das schutzwürdige Interesse glaubhaft erscheinen. Liegt die besondere
Beziehungsnähe in räumlicher Hinsicht vor, braucht das Anfechtungsinteresse jedoch nicht
mit dem Interesse übereinzustimmen, das durch die von der beschwerdeführenden Person
als verletzt bezeichneten Normen geschützt wird (Urteil des Bundesgerichts 1C_236/2010
vom 16. Juli 2010 E. 1.4). Der Nachbar kann mithin die Überprüfung eines Bauvorhabens
im Lichte all jener Rechtssätze verlangen, die sich rechtlich oder tatsächlich in dem Sinne
auf seine Stellung auswirken, so dass ihm im Falle des Obsiegens ein praktischer Nutzen
entsteht. Nicht zulässig ist hingegen das Vorbringen von Beschwerdegründen, mit denen
einzig ein allgemeines öffentliches Interesse an der richtigen Anwendung des Rechts
verfolgt wird (BGE 133 II 249 E. 1.3.2).
Bei Bauvorhaben dient in der Praxis die räumliche Distanz zu diesem als wichtiges
Kriterium zur Beurteilung der Betroffenheit. Das Beschwerderecht wird in der Regel
anerkannt, wenn die Liegenschaft des Nachbarn unmittelbar an das Baugrundstück
angrenzt oder allenfalls nur durch einen Verkehrsträger davon getrennt wird (BGE 121 II
171 E. 2b mit Hinweisen; Heinz Aemisegger/Stephan Haag, Kommentar zum RPG, 2010,
Art. 33 N. 57 ff.). Nach der neusten Rechtsprechung des Bundesgerichts wird in der Regel
die Legitimation von Nachbarn, deren Liegenschaften sich in einem Umkreis von bis zu
rund 100 m befinden, bejaht. Erst bei grösseren Entfernungen muss eine Beeinträchtigung
aufgrund der konkreten Gegebenheiten glaubhaft gemacht werden (BGE 140 II 214 E. 2.3;
Urteil des Bundesgerichts 1C_340/2017 vom 25. Juni 2018 E. 1.2.2).
5.1 Die Beschwerdeführer bewohnen das Wohnhaus Assek. Nr. 004, welches lediglich 10 m
vom bestehenden Sitzplatz bzw. der geplanten Baute entfernt liegt. Zur gemeinsamen
Parzellengrenze in der Strassenmitte weist das Bauvorhaben lediglich einen Abstand von
rund 5.3 m auf. Der streitbetroffene Sitzplatz ist zudem von der Parzelle Nr. 003 aus
mindestens im Bereich der Strasse und des Vorplatzes sichtbar. Daran vermag auch die
bestehende Hecke gegenüber dem Sitzplatz nichts zu ändern, zumal deren Weiterbestand
insbesondere im Hinblick auf allfällige Rechtsnachfolger der Beschwerdeführer keinesfalls
gesichert ist. Da die besondere Betroffenheit gemäss Bundesgericht erst dann glaubhaft
gemacht werden muss, wenn die Distanz zum streitbetroffenen Grundstück mehr als 100 m
beträgt, waren die Beschwerdeführer bereits aufgrund dieser räumlichen Nähe zur
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Rekurserhebung legitimiert. Massgebend ist bei der gegebenen räumlichen Nähe allein,
dass die vorgebrachten Rügen geeignet sind, das Bauvorhaben zu verhindern (Urteil des
Bundesgerichts 1C_236/2010 vom 16. Juli 2010 a.a.O.). Dies trifft zweifelsfrei auf die von
den Beschwerdeführern vorgebrachten Rügen zu, womit der praktische Nutzen des
Rekurses (und der Einsprache) gegeben war. Daher kann es im konkreten Fall keine Rolle
spielen, ob die Aussicht der Beschwerdeführer durch das Bauvorhaben effektiv tangiert
wird oder nicht. Diesbezüglich scheint die Vorinstanz zudem verkannt zu haben, dass die
Beschwerdeführer auch die Verletzung von Bauvorschriften rügten (Niveaupunkt,
Gebäudehöhe, Abstand zur grenzbildenden Strasse), welche nicht zuletzt auch eine
nachbarschützende Funktion aufweisen (MARTIN BERTSCHI, in: Alain Griffel [Hrsg.],
Kommentar zum Verwaltungsrechtspflegegesetz des Kantons Zürich, 3. Aufl. 2014, Rn N.
56 zu § 21 VRG). Infolgedessen lässt sich nicht in Abrede stellen, dass die
Beschwerdeführer in höherem Ausmass als ein beliebiger Dritter oder die Allgemeinheit
vom Bauvorhaben betroffen sind.
5.2 In Anbetracht der neusten bundesgerichtlichen Rechtsprechung kann die Legitimation der
Beschwerdeführer demzufolge nicht verneint werden, woran auch die erstmals im
Beschwerdeverfahren vorgebrachten Einwände des Beschwerdegegners keine Ausnahme
zu rechtfertigen vermögen. Die Rechtsprechung des Bundesgerichts erscheint zwar in
Bezug auf Nachbarn im Baubewilligungsverfahren ziemlich grosszügig und birgt auch ein
gewisses Missbrauchspotential von ungerechtfertigten Bauverzögerungen. Dennoch
erscheint diese nicht als unangemessen, da bei erhöhten Legitimationsanforderungen der
Nachbarn das Risiko bestünde, dass Bewilligungen rechtlich umstrittener Bauvorhaben
weitgehend einer Kontrolle durch die übergeordneten Instanzen entzogen wären.
6. Zusammenfassend ist die Beschwerde daher gutzuheissen und die Sache zu neuer
Prüfung und materieller Beurteilung an die Vorinstanz zurückzuweisen. Dabei sind die
Beschwerdeführer mit allen Rügen zuzulassen, welche zu einer Verweigerung des
Bauvorhabens bzw. Aufhebung des angefochtenen Entscheids führen könnten.
7. Nach Art. 19 Abs. 3 in Verbindung mit Art. 53 Abs. 1 VRPG ist im Beschwerdeverfahren vor
Obergericht gebühren- und kostenpflichtig, wer ganz oder teilweise unterliegt oder auf
dessen Rechtsmittel nicht eingetreten wird. Für dieses Verfahren wird eine
Entscheidgebühr von Fr. 1'500.-- erhoben. Da die Vorinstanz die Legitimation der
Beschwerdeführer zur Unrecht verneint haben, wird die Gebühr je zur Hälfte dem
Beschwerdegegner und der Vor-instanz auferlegt, wobei bei der Vorinstanz in Anwendung
von Art. 22 Abs. 1 VRPG auf die Erhebung verzichtet wird. Die Gerichtskasse ist
Seite 10
anzuweisen, den Beschwerdeführern den geleisteten Kostenvorschuss von Fr. 1‘500.--
zurückzuvergüten.
8. Nach Art. 53 Abs. 3 VRPG hat die obsiegende Partei in der Regel Anspruch auf eine
Entschädigung für ihre notwendigen Kosten und Auslagen. Da die Beschwerdeführer in
eigenen Sachen prozessieren, ist ihnen ein Auslagenersatz zuzusprechen. Für dieses
Verfahren erscheint ein Auslagenersatz von Fr. 400.-- als angemessen. Der
Auslagenersatz geht ausgangsgemäss je zur Hälfte zu Lasten des Beschwerdegegners
und der Vorinstanz (Art. 24 Abs. 2 VRPG).