# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** aca17a62-afae-4b41-8a9f-bbe649639625
**Court:** ZH_OG
**Chamber:** ZH_OG_002
**Year:** 2015
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

betreffend mehrfache Drohung etc. und Widerruf
Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichtes Zürich, 9. Abteilung, vom 25. Juni 2014 (DG140004)
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Anklage:
Die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich vom 14. Januar
2014 ist diesem Urteil beigeheftet (Urk. HD 46).
Urteil und Beschluss der Vorinstanz:
1. Der Beschuldigte B._ ist schuldig der mehrfachen Drohung im Sinne
von Art. 180 Abs. 1 StGB (ND 3, 5, und 6).
2. Vom Vorwurf der mehrfachen Nötigung im Sinne von Art. 181 StGB, der
mehrfachen Drohung im Sinne von Art. 180 Abs. 1 StGB (ND 7) sowie der
Drohung im Sinne von Art. 180 Abs. 1 StGB (ND 2) wird der Beschuldigte
freigesprochen.
3. Der Beschuldigte wird bestraft mit 21 Monaten Freiheitsstrafe, wovon bis
und mit dem 11. Mai 2014 391 Tage durch Haft erstanden sind.
4. Die Strafe wird vollzogen.
5. Es wird davon Vormerk genommen, dass sich der Beschuldigte seit dem
12. Mai 2014 im vorzeitigen Strafvollzug befindet.
6. Vom Widerruf der mit Strafbefehl vom 11. Oktober 2011 verhängten bedingt
vollziehbaren Geldstrafe von 180 Tagessätzen zu CHF 120 wird abgesehen.
7. Die nachfolgenden mit Verfügung der Staatsanwaltschaft vom 16. Dezember
2013 beschlagnahmten und unter der Sachkautionsnummer ... bei der Kas-
se des Bezirksgerichtes Zürich hinterlegten Gegenstände werden nach Ein-
tritt der Rechtskraft der Kasse des Bezirksgerichts Zürich zur gutscheinen-
den Verwendung überlassen. Ein allfälliger Erlös wird zur Deckung der Ver-
fahrenskosten herangezogen:
− 1 Sturmgewehrlauf
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− 1 Kunststoffkoffer mit 1 Druckluftpistole
− Patronen − Ersatzmagazine
− Luftgewehrkugeln − 1 Nachtsichtgerät inklusive 1 schwarzer Tasche − 1 Gasmaske in grauem Sack
− 1 Pistolenhalfter − 4 Messer
− 2 Bajonette − 1 Samuraischwert − diverse Feuerwerkskörper
8. Der mit Verfügung der Staatsanwaltschaft vom 16. Dezember 2013 be-
schlagnahmte und unter der Sachkautionsnummer ... bei der Kasse des Be-
zirksgerichtes Zürich hinterlegte 1 schwarze Rucksack der Marke Nike samt
Inhalt wird dem Beschuldigten nach Eintritt der Rechtskraft auf erstes Ver-
langen herausgegeben.
9. Die mit Verfügung der Staatsanwaltschaft vom 16. Dezember 2013 be-
schlagnahmten und unter der Sachkautionsnummer ... bei der Kasse des
Bezirksgerichtes Zürich hinterlegten 2 Videos und die Papierunterlagen wer-
den als Beweismittel bei den Akten belassen. Das externe Laufwerk mit
Transformator wird an die Kantonspolizei Zürich zurückgegeben.
10. Die mit Verfügung der Staatsanwaltschaft vom 16. Dezember 2013 be-
schlagnahmten und unter der Sachkautionsnummer ... bei der Kasse des
Bezirksgerichtes Zürich hinterlegten 2 CDs mit den 3D-Vermessungsdaten
werden nach Eintritt der Rechtskraft vernichtet.
11. Die Schadenersatzforderung der Privatklägerin A._ wird auf den Weg
des Zivilprozesses verwiesen.
12. Es wird davon Vormerk genommen, dass die Privatklägerin A._ auf ei-
ne Genugtuung verzichtet hat.
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13. Der Beschuldigte wird verpflichtet, dem Privatkläger Prof. Dr. med. C._
CHF 1'000 zuzüglich 5% Zins ab dem 28. März 2013 als Genugtuung zu be-
zahlen. Im Mehrbetrag wird das Genugtuungsbegehren abgewiesen.
14. Die Entscheidgebühr wird angesetzt auf:
Fr. 6'000.00 ; die weiteren Kosten betragen:
Fr. Kosten Kantonspolizei
Fr. 2'000.00 Gebühr Anklagebehörde
Fr. Kanzleikosten
Fr. 44'552.80 Auslagen Untersuchung
Fr. 15'000.00 amtliche Verteidigung Untersuchung (Akonto)
Fr. 37'771.90 amtliche Verteidigung
Fr. 15'844.40 unentgeltliche Rechtsvertreterin Privatklägerschaft
Weitere Auslagen bleiben vorbehalten.
15. Der amtliche Verteidiger wird mit CHF 52'771.90 (inkl. MwSt.) aus der Ge-
richtskasse entschädigt.
16. Die unentgeltliche Rechtsvertreterin der Privatklägerin A._ wird mit CHF
15'844.40 (inkl. MwSt.) aus der Gerichtskasse entschädigt.
17. Die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens, ausge-
nommen diejenigen der amtlichen Verteidigung und der unentgeltlichen Ver-
tretung der Privatklägerin A._, werden zur Hälfte auf die Staatskasse
genommen und zur Hälfte dem Beschuldigten auferlegt.
18. Die Kosten der amtlichen Verteidigung und der unentgeltlichen Vertretung
der Privatklägerin A._ werden auf die Gerichtskasse genommen; vor-
behalten bleibt eine Nachforderung gemäss Art. 135 Abs. 4 StPO in Bezug
auf die Kosten der amtlichen Verteidigung im Umfang der Hälfte.
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Berufungsanträge:
a) Der Verteidigung des Beschuldigten:
(Urk. 127 S. 1)
1. Die Ziff. 1, 3, 4, 7, 13, 17, 18 des Urteils des Bezirksgerichts Zürich
vom 25. Juni 2014 seien aufzuheben.
2. B._ sei vollumfänglich freizusprechen.
3. B._ sei für die erlittene Haft von insgesamt 437 Tagen mit CHF
200.00 / Tag, mithin CHF 87'400.00, zu entschädigen.
4. Die mit Verfügung der Staatsanwaltschaft vom 16.12.2013 beschlag-
nahmten Gegenstände gemäss Ziff. 7 des vorinstanzlichen Urteils sei-
en B._ herauszugeben.
5. Die Zivilforderung des Privatklägers Prof. Dr. med. C._ sei auf den
Zivilweg zu verweisen.
6. Die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens inkl.
der amtlichen Verteidigung seien auf die Staatskasse zu nehmen.
b) Der Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich:
(Urk. 130 S. 1)
1. In Bestätigung des Urteils des Bezirksgerichts Zürich, 9. Abteilung,
vom 25. Juni 2014 sei der Beschuldigte B._ der mehrfachen Dro-
hung im Sinne von Art. 180 Abs. 1 StGB in den ND 3, 5 und 6 schuldig
zu sprechen.
2. Der Beschuldigte sei zu bestrafen mit 21 Monaten Freiheitsstrafe unter
Anrechnung der erstandenen Haft.
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3. Vom Widerruf der mit Strafbefehl vom 11. Oktober 2011 verhängten
bedingt vollziehbaren Geldstrafe von 180 Tagessätzen zu CHF 120.–
sei abzusehen.
4. In den übrigen Punkten (Dispositiv 7. – 18.) sei das Urteil der Vo-
rinstanz zu bestätigen.
5. Die Kosten des Berufungsverfahrens seien dem Zweitberufungskläger
aufzuerlegen.
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## Considerations

Erwägungen:
I. Prozessgeschichte
1. Der Ablauf der Geschehnisse bis zum Urteil des Bezirksgerichts Zürich,
9. Abteilung, vom 25. Juni 2014 (Urk. 113) kann der umfassenden Schilderung
auf den Seiten 6 ff. des angefochtenen Entscheids entnommen werden.
2. Mit dem genannten Urteil wurde der Beschuldigte aufgrund der ihm in der
Anklage unter den Nebendossiers 3, 5 und 6 vorgeworfenen Handlungen der
mehrfachen Drohung im Sinne von Art. 180 Abs. 1 StGB schuldig gesprochen
und mit einer unbedingten Freiheitsstrafe von 21 Monaten bestraft. Von den wei-
teren Vorwürfen der mehrfachen Nötigung im Sinne von Art. 181 StGB (ND 7)
sowie der mehrfachen Drohung (ND 2) wurde er freigesprochen. Der Beschuldig-
te wurde zudem verpflichtet, dem Privatkläger Prof. Dr. med. C._ Genugtu-
ung in der Höhe von Fr. 1'000.– zuzüglich Zins zu 5 % seit 28. März 2013 zu be-
zahlen. Die Privatklägerin A._ wurde mit ihrer Schadenersatzforderung auf
den Zivilweg verwiesen.
Mit Verfügung der Vorinstanz vom 27. Juni 2014 (HD 96) wurde der Be-
schuldigte aus dem vorzeitigen Strafvollzug entlassen. Er wurde gleichentags auf
freien Fuss gesetzt (HD 98).
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3.1. Gegen das Urteil der Vorinstanz liessen die Privatklägerin A._ mit
Eingabe vom 2. Juli 2014 (Urk. 101) und der Beschuldigte mit Eingabe vom 3. Juli
2014 (Urk. 102) Berufung anmelden.
3.2. Unter dem 1. September 2014 (Urk. 114) zog die Privatklägerin
A._ ihre Berufung wieder zurück.
Der Beschuldigte liess die Berufungserklärung unter dem 3. September
2014 (Urk. 115) folgen. Die Privatkläger D._, E._ und F._ erklärten
mit Eingabe vom 29. September 2014 (Urk. 119), auf Anschlussberufung zu ver-
zichten. Selbiges tat die Staatsanwaltschaft mit Schreiben vom 3. Oktober 2014
(Urk. 121). Die übrigen Parteien liessen sich nicht verlauten.
4. Heute fand in Anwesenheit des Beschuldigten, des amtlichen Verteidi-
gers und des Leitenden Staatsanwaltes die Berufungsverhandlung statt (Prot. II
S. 4 ff.). Der Fall ist spruchreif.
II. Umfang der Berufung
1. Der Beschuldigte beantragt mit seiner Berufung die Aufhebung der erst-
instanzlichen Dispositivziffern 1, 3, 4, 7, 13, 17 und 18. Er verlangt einen vollstän-
digen Freispruch, die Zusprechung einer Entschädigung in der Höhe von
Fr. 87'400.– für die zu Unrecht erlittene Haft, die Herausgabe der beschlagnahm-
ten Gegenstände gemäss vorinstanzlicher Dispositivziffer 7 an ihn, die Verwei-
sung der Zivilansprüche des Privatklägers Prof. Dr. med. C._ auf den Zivil-
weg und die Übernahme der Kosten der Untersuchung sowie des erstinstanzli-
chen Verfahrens samt Kosten der amtlichen Verteidigung durch die Staatskasse
(Urk. 115 S. 2, Urk. Urk. 127 S. 1).
Nicht angefochten und somit in Rechtskraft erwachsen ist das vorinstanzli-
che Urteil hinsichtlich der Dispositivziffern 2 (Freispruch betreffend mehrfache Nö-
tigung und der mehrfachen Drohung [ND 7] sowie Drohung [ND 2]), 5 (Vormerk-
nahme vorzeitiger Strafvollzug), 6 (Absehen von Widerruf), 8 (Rückgabe Ruck-
sack), 9 (Entscheid Videos/Unterlagen/Laufwerk) 10 (Vernichtung CDs), 11 (Ver-
weisung Schadenersatzforderung Privatklägerin), 12 (Vormerknahme Verzicht
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Privatklägerin auf Genugtuung), 14 (Kostenfestsetzung), 15 (Entschädigung amt-
liche Verteidigung) und 16 (Entschädigung unentgeltliche Vertretung der Privat-
klägerin), was vorab festzustellen ist.
2. Vom Rückzug der Berufung der Privatklägerin A._ ist ebenfalls Vor-
merk zu nehmen.
III. Prozessuales
1. Gegenstand des vorliegenden Verfahrens bilden drei Email-Nachrichten:
− ND 3: Email von G._@gmail.com an H._@...zh.ch, gesendet am 28. März 2013, ca. 12.22 Uhr
− ND 5: Email von I._@gmail.com an J._@....ch, gesendet am 7. Mai 2013, 09.51:14 Uhr
− ND 6: Email von K._@gmail.com an L._@....zh.ch, gesendet am 7. Mai 2013, 17.00:42 Uhr
2. Um weitere Informationen hinsichtlich der drei Absender-Email-Accounts,
aber auch weitere Gmail-Accounts zu erlangen, starteten Stadt- und Kantonspoli-
zei Zürich sowie die Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich diverse Anfragen bei
Google (vgl. HD 23/14). Diese Anfragen erfolgten jeweils per Fax, teilweise via
Google Switzerland GmbH, teilweise als "Emergency Disclosure Request" direkt
bei Google Inc. in den USA (HD 23/14; HD 23/3 und 23/7, ND 5/13). Mit Ausnah-
me der Anfrage vom 8. Mai 2013, die von Google Inc. abgelehnt wurde, erhielt die
Untersuchungsbehörde – jeweils per Email durch den Legal Investigations Sup-
port von Google Inc. USA (lis-global@google.com) – Informationen zum Berech-
tigten sowie Zugriffsprotokolle der betreffenden Email-Konten (HD 13/34, 13/38/3-
5, 13/40/12, 23/9+13, 17/12-16). Gestützt auf die erhaltenen Informationen wur-
den in der Folge diverse weitere Beweiserhebungen getätigt.
3.1. Die Verteidigung monierte bereits anlässlich der erstinstanzlichen
Hauptverhandlung (Urk. 89 S. 9 ff.) wie auch in der heutigen Berufungsverhand-
lung (Urk. 127 S. 2 ff.), die von Google erhaltenen Daten sowie sämtliche Be-
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weismittel, welche aufgrund dieser Daten erhoben werden konnten, seien aus
verschiedenen Gründen strafprozessual unverwertbar.
3.2. Die Verwertbarkeit von Beweismitteln ist in Art. 141 StPO geregelt. Ab-
solut unverwertbar sind nach dieser Bestimmung Beweismittel, welche in Verlet-
zung von Art. 140 StPO erhoben wurden oder welche vom Gesetzt als unverwert-
bar bezeichnet werden (Art. 141 Abs. 1 StPO). Relativ unverwertbar sind Be-
weismittel, welche in strafbarer Weise oder in Verletzung einer Gültigkeitsvor-
schrift erhoben wurden (Art. 141 Abs. 2 StPO). Ist ein Beweismittel relativ unver-
wertbar, so darf es nur verwertet werden, wenn die Verwertung zur Aufklärung
schwerer Straftaten unerlässlich ist. Dabei ist eine Interessensabwägung vorzu-
nehmen (vgl. Urteil des Bundesgerichtes 6B_323/2013 vom 3. Juni 2013 E. 3.5.
mit Hinweisen). Blosse Verletzungen von Ordnungsvorschriften bei der Beweiser-
hebung führen nie zur Unverwertbarkeit von Beweismitteln (Art. 141 Abs. 3
StPO).
3.3.1. Ausführlicherer Erwägungen bedarf der Einwand der Verteidigung,
wonach die Unverwertbarkeit der bei Google erhältlich gemachten Daten daraus
resultiere, dass diese unter Verletzung der Bestimmungen zur internationalen
Rechtshilfe erhoben worden seien (Urk. 127 S. 2 ff.).
3.3.2. Richtig sind die theoretischen Hinweise der Verteidigung auf das im
Untersuchungsverfahren geltende Territorialitätsprinzip und die Notwendigkeit der
Beschreitung des Rechtshilfeweges für Beweiserhebungen im Ausland. Ebenso
kann der Verteidigung dahingehend gefolgt werden, dass es sich bei sämtlichen
Anfragen der Untersuchungsbehörde an Google um grenzüberschreitende Be-
weiserhebungen handelte – also entgegen der vorinstanzlichen Auffassung (vgl.
Urk. 113 S. 63) auch bei denjenigen, welche via Google Switzerland GmbH er-
folgten. Entscheidend ist, dass die ersuchten Daten in allen Fällen direkt von
Google Inc. übermittelt wurden, was zeigt, dass sich diese im Ausland befanden.
Es fragt sich somit, ob für das Erhältlichmachen dieser Daten bei Google von den
Untersuchungsbehörden zwingend der Rechtshilfeweg hätte beschritten werden
müssen.
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3.3.3. Für Beweiserhebungen im Ausland schreibt Art. 63 Abs. 2 lit. b des
Bundesgesetzes über internationale Rechtshilfe in Strafsachen vom 20. März
1981 (IRSG, SR 351.1) den Weg der Rechtshilfe vor. Im Falle von computerbe-
zogenen Straftaten sowie der Erhebung von Beweismaterial in elektronischer
Form gehen die Bestimmungen des Übereinkommens über die Cyberkriminalität
vom 23. November 2001 (CCC, SR 0.311.43), welches in den Vereinigten Staa-
ten bereits seit dem Jahr 2007 Geltung hat und für die Schweiz seit dem
1. Januar 2012 in Kraft ist, denjenigen des IRSG jedoch vor (Art. 1 Abs. 1 IRSG).
Der vorliegend anwendbare und relevante Art. 32 lit. b CCC ermöglicht die direkte
Datenbeschaffung im Ausland ohne Einwilligung der anderen Vertragspartei –
mithin ohne Beschreitung des Rechtshilfeweges –, sofern die freiwillige Zustim-
mung einer rechtmässig zur Weiterleitung dieser Daten befugten Person eingeholt
wird. Entgegen der Formulierung in der bundesrätlichen Botschaft (BBl 2010
4738) kann es sich bei dieser Person auch um einen ausländischen Internetprovi-
der oder -anbieter handeln (BGer 1B_344/2014 vom 14. Januar 2015 E. 5.9.).
3.3.4. Die Datenschutzbestimmungen von Google stellen die Weitergabe
der personenbezogenen Daten sowohl in der von der Verteidigung zu den Akten
gereichten Version vom 20. Oktober 2011 (Urk. 128/1) als auch in der zur Zeit des
Versands der inkriminierten Emails geltenden und damit massgebenden Fassung
vom 27. Juli 2012 (abgerufen unter http://www.google.ch/intl/de/policies/ pri-
vacy/archive/20120727/ am 5. Mai 2015) in das pflichtgemässe Ermessen von
Google. Der Transparenzbericht von Google (Urk. 128/2) und die automatisch
generierte Email von Google an den Verteidiger (Urk. 128/3) besagen ebensowe-
nig etwas anderes wie das Rechtshilfemanual der USA (HD 23/1). Google ist folg-
lich zur Herausgabe der Daten grundsätzlich legitimiert. Es liegt gemäss den Da-
tenschutzbestimmungen sodann im Ermessen von Google, die ersuchten Daten
in einem konkreten Fall ohne Weiteres – und damit unter konkludenter freiwilliger
Zustimmung (vgl. BGer 1B_344/2014 vom 14. Januar 2015 E. 5.10. mit Hinwei-
sen) – herauszugeben oder dafür allenfalls einen gerichtlichen Entscheid zu ver-
langen.
Im vorliegenden Fall erachtete es Google für angemessen, die Daten auf
erste – nota bene zwanglose – Anfrage der Untersuchungsbehörden und damit
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freiwillig herauszugeben. Das Vorgehen der Behörden entsprach damit den Vor-
gaben des Art. 32 lit. b CCC und verletzte die Vorschriften zur internationalen
Rechtshilfe daher nicht.
3.4.1. Eine Unverwertbarkeit der Beweismittel sieht die Verteidigung aus-
serdem darin begründet, dass die Untersuchungsbehörden ihre an Google gerich-
teten Anfragen nicht durch das Zangsmassnahmengericht genehmigen liessen
(Urk. 127 S. 6).
3.4.2. Auch dies trifft nicht zu. Gemäss Art. 14 Abs. 4 des Bundesgesetzes
betreffend die Überwachung des Post- und Fernmeldeverkehrs vom 6. Oktober
2000 (BÜPF, SR 780.1) sind die Internet-Anbieterinnen verpflichtet, der zuständi-
gen Behörde alle Angaben zu machen, die eine Identifikation des Urhebers oder
der Urheberin ermöglichen, sofern eine Straftat über das Internet begangen wur-
de. Eine Bewilligung durch das Zwangsmassnahmengericht ist dafür nicht not-
wendig. Die praktisch häufigste Frage in diesem Zusammenhang ist, wer ein be-
stimmtes betrügerisches oder erpresserisches Mail von wo aus abgeschickt oder
wer in einem Social Media eine bestimmte Mitteilung verfasst hat (Hansjakob, fo-
rumpoenale 3/2013, S. 177).
Im vorliegenden Fall wurde eine über das Internet begangene Straftat unter-
sucht. Insoweit kommt Art. 14 Abs. 4 BÜPF zur Anwendung, welcher Art. 273
StPO als "lex specialis" verdrängt (BGE 139 IV 98 E. 4.6 ff.). Sofern eine Email-
Adresse – wie vorliegend – bereits bekannt ist, stellt die Ermittlung der weiteren
Daten zur Bestimmung des Berechtigten eine Bestandesdatenabfrage im Sinne
von Art. 14 Abs. 4 BÜPF und keine nach Art. 273 Abs. 2 StPO zwangsmassnah-
mengerichtlich zu genehmigende Randdatenerforschung dar (BGer 1B_344/2014
vom 14. Januar 2015 E. 5.1.).
Es ist nach dem Gesagten nicht zu beanstanden, dass die Untersuchungs-
behörden ihre Anfragen bei Google nicht durch das Zwangsmassnahmengericht
bewilligen liessen.
3.5. Hinsichtlich des weiteren Einwands der Verteidigung, wonach der Poli-
zei zur Erhebung dieser Beweismittel keine Kompetenz zukam, kann sodann voll-
umfänglich auf die diesbezüglichen zutreffenden vorinstanzlichen Ausführungen
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verwiesen werden (Urk. 115 S. 63). Zu konkretisieren gilt es, dass Art. 306 StPO
die gesetzliche Grundlage für die Beweiserhebung durch die Polizei im polizeili-
chen Ermittlungsverfahren bildet. Nach der Eröffnung einer Strafuntersuchung
durch die Staatsanwaltschaft erhebt diese die Beweise nach Art. 311 StPO
grundsätzlich selber. Eine Beweiserhebung durch die Polizei auch nach Übergang
der Verfahrensleitung auf die Untersuchungsbehörde wird allerdings von Art. 311
StPO nicht ausgeschlossen.
3.6. Schliesslich ist nicht erfindlich, inwiefern bei der Anfrage von Bestan-
desdaten bei Google Teilnahmerechte des Beschuldigten hätten gewahrt werden
müssen respektive können. Eine Verletzung solcher Teilnahmerechte durch die
Untersuchungsbehörden ist jedenfalls – entgegen der Ansicht der Verteidigung –
nicht auszumachen.
4. Im Ergebnis erweisen sich sämtliche sich bei den Akten befindenden
Urkunden und Daten als für die Beurteilung des Tatvorwurfs verwertbar.
IV. Sachverhalt
1.1. Gegenstand des Berufungsverfahrens bilden die in den Nebendossiers
3, 5 und 6 untersuchten Sachverhalte. Dem Beschuldigten wird in diesen drei Fäl-
len je die Urheberschaft und der Versand einer Email vorgeworfen. Die konkreten
Umstände und jeweiligen Inhalte der inkriminierten Emails können der Anklage
(HD 46 S. 7 ff.) entnommen werden.
1.2. Der Beschuldigte machte während der gesamten Dauer der Untersu-
chung und des gerichtlichen Verfahrens keine Aussagen zur Sache (vgl.
Urk. 16/1-38, Urk. 86, Prot. II S. 12 ff.). Anlässlich der erstinstanzlichen Hauptver-
handlung bekannte er sich jedoch explizit für unschuldig (Urk. 86 S. 4).
Es gilt im Folgenden zu untersuchen, ob dem Beschuldigten die Urheber-
schaft und der Versand der jeweiligen Emails aufgrund der vorliegenden Beweis-
mittel mit rechtsgenügender Sicherheit nachgewiesen werden kann.
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2.1. Vorweggenommen werden kann an dieser Stelle, dass für die Täter-
schaft des Beschuldigten keine direkten Beweise vorliegen. So stützen sich die
Anklage und – soweit eine Verurteilung des Beschuldigten erfolgte – auch die
Vorinstanz (Urk. 113 S. 52) auf diverse Indizien.
Die allgemeinen Grundsätze zur Beweisführung, insbesondere zum Indi-
zienbeweis, wurden von der Vorinstanz (Urk. 113 S. 19 ff. und 52 f.) trefflich zu-
sammengefasst. Auf eine Wiederholung kann verzichtet werden.
2.2. Eine umfassende Darstellung der Untersuchungsergebnisse kann dem
vorinstanzlichen Entscheid entnommen werden (Urk. 113 S. 61 ff., S. 91 ff. und
S. 102 ff.). Darauf kann ebenso verwiesen werden wie auf die von der Vorinstanz
im Anschluss vorgenommene ausführliche und nachvollziehbare Würdigung der
vorhandenen Beweismittel (Urk. 113 S. 60 ff.). Die letztlich von der Vorinstanz
gewonnene Überzeugung, dass die dem Beschuldigten unter den Nebendossiers
3, 5 und 6 vorgeworfenen Sachverhalte rechtsgenügend erstellt seien, erwächst
auch der erkennenden Kammer. Die vorhandenen Indizien lassen keinen anderen
Schluss zu, als dass der Beschuldigte die betreffenden Emails verfasste. Die
nachfolgenden Erwägungen sollen die umfassenden und treffenden vorinstanzli-
chen Erwägungen lediglich ergänzen und gegebenenfalls verdeutlichen.
3.1. Zunächst seien vorab der Hintergrund und die Motivlage des Beschul-
digten vergegenwärtigt: Aus den Akten zeigt sich eine offenkundig feindselige, re-
gelmässig paranoid anmutende Grundeinstellung des Beschuldigten gegenüber
dem Justizsystem im Allgemeinen.
Aussagekräftig sind in diesem Zusammenhang vor allem die Webseiten
"M._.....com" und "N._.....com", als deren Urheber – bereits aufgrund ih-
res Inhalts, aber auch aufgrund weiterer von der Vorinstanz in Urk. 113 S. 79 f.
aufgeführter zutreffender Argumente – vernünftigerweise niemand anderer als der
Beschuldigte in Frage kommen kann. Neben den eindeutigen Inhalten dieser
Webseiten zeigen aber auch die zahlreichen bei den Akten liegenden und eben-
falls unzweifelhaft vom Beschuldigten verfassten Briefe sowie dessen Verhalten
während der Strafuntersuchung, dass er sich offensichtlich ungerecht behandelt
fühlte und sich in einem regelrechten Kampf gegen das Justizsystem im Allge-
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meinen sah. Als deutlichstes Beispiel der Einstellung des Beschuldigten sei die
Ankündigung in dem von ihm verfassten Brief an O._ vom 3. April 2013 ge-
nannt, er werde dafür sorgen, dass "die Ermittlungsbehörden und ihre Helfer die
kommenden Dekaden in Angst verbringen" (HD 26/4/8).
3.2.1. Neben dieser allgemeinen negativen Einstellung erhellt gerade bei
Sichtung der Inhalte der genannten Webseiten, dass sich die Wut des Beschul-
digten insbesondere auch direkt und persönlich gegen die betroffenen Empfänger
der in den Nebendossiers 3, 5 und 6 aufgeführten Emails richtete.
3.2.2. Der Inhalt der Webseite "N._.....com" nimmt Bezug auf die von
der Bundesanwaltschaft vom Jahr 2007 bis ins Jahr 2011 gegen den Beschuldig-
ten geführten und letztlich eingestellten Strafuntersuchung. Die Webseite widmet
sich zur Hauptsache dem Psychiater Dr. med. P._. Dieser hatte sich im
Rahmen der Berichterstattung zur genannten Strafuntersuchung in den Medien
über den verdächtigen Beschuldigten dahingehend geäussert, jener habe ein
Selbstwertproblem und sehe sich als "eine Art Rachegott" (HD 18/2/1). Daneben
findet sich auf der Webseite unter der Rubrik "Totalitäre Psychiater" aber auch ein
Bild von Prof. Dr. med. C._ inklusive dessen Telefon- und Mobiltelefonnum-
mer. Prof. Dr. med. C._ wird unter anderem als "Vollstrecker der präventiven
Freiheitsentziehung" verunglimpft. Ebenfalls aufgeführt ist ein Link zu einem Arti-
kel mit dem Titel "Wie der Deutsche C._ KZ-Methoden in der Schweiz legali-
siert" (HD 18/2/1).
3.2.3. Der Inhalt der Website "M._.....com" bezieht sich auf das von der
Privatklägerin 1, A._, gegen den Beschuldigten angestrengte Gewaltschutz-
verfahren sowie die darauffolgende Strafuntersuchung. Sie enthält diverse Aus-
züge aus Einvernahmeprotokollen, Diffamierungen und detaillierte Kontaktinfor-
mationen von an diesem Verfahren hauptbeteiligten Personen, unter anderem der
die Untersuchung führenden Staatsanwältin L._ und des Einsatzleiters der
Kantonspolizei Zürich, D._ (HD 18/1/4). Erstere wird als "krankhafte Falsch-
beschuldigerin", "feministisch gesinnte, erbitterte Fanatikerin ohne jeglichen Sinn
für Verhältnismässigkeit" und "absolute unfähige Niete" bezeichnet, Letzterer wird
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unter dem Titel "Verhältnis-Wahnsinn der Justiz" mitsamt detaillierten Kontaktan-
gaben abgebildet.
3.2.4. Die feindselige Einstellung des Beschuldigten gegenüber Prof. Dr.
med. C._, D._ und L._ ist – gerade angesichts der zuvor demons-
trierten Bereitschaft des Beschuldigten zu deren öffentlicher Diffamierung – offen-
sichtlich von massivem Ausmass und drängt sich damit als Motiv für den Versand
der verfahrensgegenständlichen Emails geradezu auf.
4.1.1. Vor diesem Hintergrund gilt es, sich die zeitliche und räumliche Di-
mension der strittigen Sachverhalte zu vergegenwärtigen, wie sie sich aus den
Akten ergibt.
4.1.2. Den sogfältigen vorinstanzlichen Erwägungen (Urk. 113 S. 67 ff.)
kann entnommen werden, dass der Beschuldigte ungefähr am 10. März 2013 von
der Schweiz nach Frankreich, konkret nach Q._, umsiedelte. Nachdem er am
8. Mai 2013 in die Schweiz zurückkehrte, fuhr er noch gleichentags mit dem Auto
nach Deutschland weiter, wo er durch die deutsche Polizei in Freiburg tags darauf
festgenommen wurde.
4.1.3. Der Email-Account G._...@gmail.com, von welchem aus die in
Nebendossier 3 inkriminierte Email versendet wurde, war am 18. September
2012, 20.18 Uhr (alle Zeitangaben – auch in den nachfolgenden Erwägungen –
erfolgen in der jeweiligen Schweizer Zeit) über die IP-Adresse ..., welche einem in
Paris stationierten Provider zugeordnet werden konnte, generiert worden (HD
17/18 und 87/5). Der Beschuldigte arbeitete nach Auskunft seines damaligen Ar-
beitgebers R._ AG an jenem Tag bis 17.30 in ... SG (HD 16/15).
In der Folge wurde zwischen dem 19. März 2013 und dem 29. April 2013
von französischen Providern der Region Q._ aus diverse Male auf diesen
Mail-Account zugegriffen. Besonders interessant sind dabei zwei Zugriffe: Einer-
seits derjenige vom 24. April 2013 um 08.46:42 Uhr, ausgehend von der IP-
Adresse ..., welche dem Arbeitsamt in Q._ zugeordnet werden konnte
(HD 17/18, HD 23/13 und ND 3/3), andererseits der Zugriff vom 28. März 2013
zwischen 8.59 Uhr und 13.00 Uhr, ausgehend von der der IP-Adresse ... befind-
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lich in Montpellier (ND 3/3, HD 20/7), während dessen um ca. 12.22 Uhr die in-
kriminierte Email an H._@....zh.ch gesendet wurde (ND 3/2).
4.1.4. Es wird ersichtlich, dass just in jenem Zeitraum Zugriffe von französi-
schen IP-Adressen aus Q._ und im Umkreis von Q._ auf den Email-
Account G._...@gmail.com verzeichnet wurden, in welchem sich der Be-
schuldigte in Q._ und Umgebung aufhielt. Einer dieser Zugriffe erfolgte so-
dann ausgehend vom Arbeitsamt Q._, mithin jenem Arbeitsamt, bei welchem
sich der Beschuldigte – wie er selber in diversen Briefen (HD 13/7 und HD 13/15,
HD13/40/3 und Anhang zu HD 14/3) schrieb – zu dieser Zeit um eine Arbeitsstelle
bemühte. Diese frappante Übereinstimmung der nachmaligen Aufenthaltsorte des
Beschuldigten mit denjenigen Örtlichkeiten, von denen aus jeweils auf den Email-
Account G._...@gmail.com zugegriffen wurde, bildet ein starkes Indiz für die
Täterschaft des Beschuldigten.
4.1.5. Es sei an dieser Stelle in der gebotenen Kürze darauf hinzuweisen,
dass der Beschuldigte aufgrund der Auskunft der R._ AG (HD 16/15) den
Email-Account G._...@gmail.com am 18. September 2012 nicht eröffnet und
sich nicht in Paris befunden haben kann (HD 17/18 und 87/5). Wie bereits die Vo-
rinstanz zutreffend feststellte (Urk. 115 S. 81), lässt sich daraus jedoch die Urhe-
berschaft des Beschuldigten an der besagten Email vom 28. März 2013 nicht
ausschliessen.
4.2.1. Wie von der Vorinstanz ebenfalls richtigerweise festgestellt (Urk. 113
S. 62 ff.), ist für den vorliegend zu erstellenden Sachverhalt sodann die Berechti-
gung am Account S._@gmail.com von Bedeutung. Begründet liegt dies in
der Tatsache, dass am gleichen Tag und ausgehend von derselben IP-Adresse
..., wie die Email gemäss ND 3 gesendet wurde, zwischen 15.07 Uhr bis 16.27
Uhr auf den Email-Account S._@gmail.com zugegriffen wurde. Es bedarf
keiner weiteren Erläuterung, dass die unmittelbare zeitliche Nähe und die Identität
der IP-Adressen die starke Vermutung nahe legen, dass der Inhaber des Email-
Accounts S._@gmail.com zugleich auch Urheber der unmittelbar zuvor von
der Adresse G._...@gmail.com an H._@....zh.ch gesendeten Email ist.
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4.2.2. Die Vorinstanz leitete sodann zutreffend her, warum der Email-
Account S._@gmail.com zweifellos dem Beschuldigten zuzuordnen ist
(Urk. 113 S. 62 ff. und 81 ff.). Hervorzuheben ist dabei, dass bereits die Inhalte
der zehn von O._ im Zeitraum vom 16. März 2013 bis zum 29. April 2013 von
der Email-Adresse S._@gmail.com – lautend auf T._ – empfangenen
Emails (HD13/40/3 und Anhang zu HD 14/3) keinen anderen Schluss zulassen,
als dass der Beschuldigte diese verfasste. Gemäss Aussagen von O._ be-
diente sich der Beschuldigte des Kosenamens respektive des ... T._, um die
Email-Adresse zu generieren (HD 14/3 S. 3). Andererseits ist bemerkenswert,
dass die Zugriffe auf den Account S._@gmail.com bis zum 7. März 2013
über frei zugängliche Internetanschlüsse von Media Markt, M-Electronics und
Apple-Store in ... und im Einkaufszentrum ... (HD 13/38/5, HD 13/40/12, HD 17/12
und 17/13) und ab dem 10. März 2013 bis 7. Mai 2013 – auf den Tag genau in je-
nem Zeitraum, in welchem sich der Beschuldigte nachweislich in der Region
Q._ aufhielt – durchwegs über französische Provider erfolgten, wobei die am
häufigsten verwendete französische IP-Adresse ... wiederum dem Arbeitsamt in
Q._ zuzuordnen ist (HD 17/12-14). Die Logfiles weisen eine derart deutliche
zeitliche und örtliche Übereinstimmung mit den jeweiligen Aufenthaltsorten des
Beschuldigten auf, dass sich die Identifikation des Beschuldigten als zugreifender
Nutzer geradezu aufdrängt.
Unverkennbar ist die Inhaberschaft am Email-Account S._@gmail.com
schliesslich identisch mit der Urheberschaft an der Webseite "M._.....com" –
also mit dem Beschuldigten –; findet sich auf Letzterer doch die Aufforderung, all-
fällige Hinweise (welcher Art auch immer) an die Email-Adresse
S._@gmail.com zu senden.
4.2.3. Die Berechtigung des Beschuldigten am Email-Account S._@
gmail.com stellt nach dem Gesagten ein weiteres deutliches Indiz dafür dar, dass
der Beschuldigte auch der Urheber der sachverhaltsgegeständlichen Email ist.
5.1.1. Die Akten zeigen weiter, dass beide in den Nebendossiers 5 und 6
untersuchten Emails am 7. Mai 2013 von der IP-Adresse ... versandt wurden.
Aufgrund des Versandes der Emails am selben Tag ausgehend von derselben IP-
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Adresse sowie angesichts des beiden Emails gemeinsamen bedrohlichen Inhalts
ist zweifellos davon auszugehen, dass die beiden Emails denselben Verfasser
aufweisen.
5.1.2. Diese IP-Adresse ... konnte einem Provider in Q._ zugeordnet
werden (ND 5/13, ND 6/8). Die örtliche Übereinstimmung des Versandortes mit
dem Aufenthaltsort des Beschuldigten in Q._ lässt diesen bereits als Urheber
in Frage kommen. Verstärkt wird dieser Eindruck dadurch, dass insbesondere am
besagten 7. Mai 2013 aus der Region Q._ sodann weitere Aktivitäten akten-
kundig sind, welche dem Beschuldigten zugeordnet werden können. So wurde um
14.01:36 Uhr bis 14.07:07 Uhr über einen Provider der Region ... auf den dem
Beschuldigten zuzuordnenden Email-Account S._@gmail.com zugegriffen.
Sodann wurde kurz vor diesem Zugriff, um 13.52 Uhr, ein Bild von D._ auf
die vom Beschuldigten kreierte Webseite "M._.....com" geladen (ND 5/22).
5.2. Anzufügen bleibt, dass sich die Urheberschaft des Beschuldigten hin-
sichtlich sämtlicher berufungsgegenständlicher Emails auch aufgrund des augen-
scheinlichen Konnexes der Sachverhalte der Nebendossiers 3, 5 und 6 offenbart.
Mit den treffenden Worten der Vorinstanz ausgedrückt (Urk. 113 S. 97): Es kann
nicht mittels eines Zufalles, sondern nur mit der Täterschaft des Beschuldigten er-
klärt werden, dass drei Personen – Prof. Dr. med. C._, D._ und L._
– welche direkt oder indirekt in die Strafverfolgung des Beschuldigten involviert
waren und allesamt auf vom Beschuldigten erstellten Webseiten öffentlich diffa-
miert wurden, zu Zeitpunkten, in denen sich der Beschuldigte in der Region
Q._ aufhielt, über sich in der Region Q._ befindende Provider gesende-
te Drohmails erhielten.
Erwähnenswert ist in diesem Zusammenhang schliesslich, dass die Email,
welche Drohungen gegen D._ und dessen Familie beinhaltet, nicht direkt an
D._, sondern an den Videojournalisten U._ gesendet wurde. Die Tatsa-
che, dass U._ dem Beschuldigten von früheren Kontakten bekannt war (HD
14/6 S. 1), lässt wiederum einen direkten persönlichen Bezug zum Beschuldigten
herstellen.
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5.3. Zusammenfassend bleibt festzuhalten: Die offenkundige Motivlage des
Beschuldigten sowie die eindeutige Koinzidenz, welche die Indizien sowohl in
personeller, als auch in örtlicher und zeitlicher Hinsicht aufweisen, geben in sich
ein derart stimmiges Gesamtbild ab, dass keine vernünftigen Zweifel an der Ur-
heberschaft des Beschuldigten hinsichtlich der in den in den Nebendossiers 3, 5
und 6 aufgeführten Emails bestehen bleiben. Im Gegensatz zur Ansicht der Ver-
teidigung (Urk. 127 S. 12 f.) ergeben sich aus den Akten im Übrigen keinerlei An-
zeichen für eine Beteiligung von Drittpersonen am Versand der inkriminierten
Emails.
6.1. Es ist deshalb erstellt, dass sich der Sachverhalt so zugetragen hat,
wie er in der Anklage unter Nebendossier 3, 5 und 6 geschildert ist.
6.2. Die Vorinstanz fasste die Aussagen der Adressaten der Emails aus-
führlich zusammen (Urk. 113 S. 61 f., 92 f. und 102 f.). Dass die Betroffenen beim
Lesen der Emails in grosse Angst versetzt wurden, bedarf angesichts der darin
enthaltenen massiven Drohungen eigentlich keiner weiteren Erörterung. Da dies
jedoch betreffend den Privatkläger Prof. Dr. med. C._ von der Verteidigung
bestritten wurde (Urk. 127 S. 9 mit Verweis auf Urk. 89 S. 19), ist darauf unter der
nachfolgenden Ziffer V. 1.2. näher einzugehen.
V. Rechtliche Würdigung
1.1. Die Anklägerin und die Vorinstanz würdigten jede der drei Emails für
sich als Drohung im Sinne von Art. 180 Abs. 1 StGB. Auf die diesbezüglichen zu-
treffenden Erwägungen im angefochtenen Entscheid kann vollumfänglich verwie-
sen werden (Urk. 113 S. 87 f., 98 f. und 106 f.).
1.2. An dieser Stelle sei darauf hingewiesen, dass die zweifellos exponierte
Stellung des Privatklägers Prof. Dr. med. C._ und die offenbar damit verbun-
dene Häufigkeit von gegen ihn gerichteten Drohungen keineswegs mit sich brin-
gen, dass dieser sich Drohungen eher gefallen lassen müsste als andere Men-
schen. Im konkreten Fall sagte der Privatkläger aus, aufgrund der inkriminierten
Email eine Bedrohung für Gesundheit, Leib und Leben empfunden zu haben, wel-
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che bei ihm eine Beunruhigung, Sorge und Unsicherheit ausgelöst hätten. Er ha-
be aufgrund der Drohungen sein Verhalten für gewisse Zeit angepasst und geän-
dert (HD 15/20 S. 7). Diese Aussagen zeigen, dass Prof. Dr. med. C._
durchaus mit der Möglichkeit rechnete, der Beschuldigte würde seine Drohung
wahr machen, und daher im Sinne von Art. 180 Abs. 1 StGB in Angst versetzt
wurde. Der Tatbestand der Drohung ist somit auch im Falle von ND 3 erfüllt.
1.3. Hinsichtlich de Email an U._ ist schliesslich zu ergänzen, dass
sich der direkte Vorsatz des Beschuldigten angesichts des Inhalts der Email zwei-
felsohne auch auf deren Weiterleitung an D._ – und damit auch an dessen
Frau E._ und dessen Sohn F._ – bezog.
2. Der Beschuldigte ist mithin der mehrfachen Drohung im Sinne von
Art. 180 Abs. 1 StGB schuldig zu sprechen.
VI. Strafzumessung
1. Bezüglich des Strafrahmens und der allgemeinen Strafzumessungsre-
geln kann auf die Ausführungen im angefochtenen Entscheid verwiesen werden
(Urk. 113 S. 108 ff.). Zu präzisieren ist einzig, dass der theoretisch anwendbare
Strafrahmen bis zu 4 1⁄2 Jahren Freiheitsstrafe reicht, wobei sich die Strafe jedoch
– wie die Vorinstanz richtig feststellte – mangels aussergewöhnlicher Umstände
im ordentlichen Strafrahmen zu bewegen hat.
2.1. Der vorinstanzliche Auffassung, wonach die Drohung zum Nachteil der
Familie DE._ als schwerstes Delikt erscheint (Urk. 113 S. 111), ist zuzu-
stimmen.
2.2. Im Einklang mit der ständigen Rechtsprechung des Bundesgerichts
(Urteil 6B_466/2013 vom 25. Juli 2013, Erw. 2.1 und 2.3.2; mit Hinweisen, bestä-
tigt in Urteil 6B_375/2014 vom 28. August 2014, Erw. 2.6. a. E.) qualifizierte die
Vorinstanz bei der Festsetzung der Einsatzstrafe hinsichtlich dieses schwersten
Delikts zunächst – unter Einbezug der beiden psychiatrischen Gutachten – alle
objektiven und subjektiven verschuldensrelevanten Umstände, beurteilte in einem
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weiteren Schritt die übrigen Delikte und zeigte auf, in welchem Ausmass die Ein-
satzstrafe in Anwendung des Asperationsprinzips zu erhöhen ist. Schliesslich
wurden die allgemeinen Täterkomponenten erst nach Festlegung der (hypotheti-
schen) Gesamtstrafe für sämtliche Delikte berücksichtigt (Urk. 113 S. 111 ff.).
2.3. Auf die vollständige und sorgfältige Auseinandersetzung der Vorinstanz
mit den Tat- und Täterkomponenten (Urk. 113 S. 111 ff.) kann grundsätzlich ver-
wiesen werden. Einzig drängt sich eine leicht abweichende Gewichtung der ein-
zelnen Elemente auf: Obschon die Drohungen nicht von Angesicht zu Angesicht
ausgesprochen wurden, muss die objektive Tatschwere angesichts der Schwere
der Drohung und der Perfidität des Vorgehens des Beschuldigten als erheblich
qualifiziert werden. Eine Reduktion aufgrund subjektiver Komponenten hat dem-
gegenüber zu unterbleiben. Auch wenn sich der Beschuldigte offensichtlich unge-
recht behandelt gefühlt haben mag, musste ihm zweifelsohne bewusst sein, dass
seine Reaktion in keinster Weise zu rechtfertigen war. Nichtsdestotrotz beging er
die Tat mit dem direkten Vorsatz, das Sicherheitsgefühl der Adressaten in schwe-
rer Weise nachhaltig zu beeinträchtigen.
Insgesamt wiegt das Verschulden des Beschuldigten erheblich, weshalb
sich die Festsetzung einer Einsatzstrafe von zwölf Monaten rechtfertigt.
2.4. Die Schwere der in den Emails an Prof. Dr. med. C._ und L._
enthaltenen Drohungen wiegt im Vergleich zu derjenigen gegen die Familie
DE._ etwas leichter. So weisen die Drohungen einen höheren Grad an Abs-
traktheit auf und richten sich nicht gegen eine ganze Familie. Der Vorinstanz fol-
gend kann bezüglich dieser weiteren Delikte von einem nicht mehr leichten Ver-
schulden des Beschuldigten gesprochen werden. Für die beiden weiteren Dro-
hungen erscheint in Anwendung des Asperationsprinzips eine Erhöhung der Stra-
fe von insgesamt sechs Monaten angemessen.
2.5.1. Die persönlichen Verhältnisse des Beschuldigten, wie sie sich aus
den Akten ergeben, wurden von der Vorinstanz umfassend dargelegt (Urk. 113
S. 116 ff.). Darauf kann mit folgenden Ausnahmen verwiesen werden: Ausführun-
gen zu den Vorstrafen des Beschuldigten in Kanada sind nicht nötig – stellt die
Vorinstanz doch richtigerweise selber fest, dass diesen für die Strafzumessung
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keine Relevanz zukommt (Urk. 113 S. 118). Angesichts dessen schliesslicher
Einstellung ist sodann das Strafverfahren gegen den Beschuldigten aus den Jah-
ren 2007 bis 2011 bei der Strafzumessung in keiner Weise zu berücksichtigen.
Aufgrund der Vorstrafen des Beschuldigten in der Schweiz sowie der Delin-
quenz während laufender Probezeit ist die Einsatzstrafe dennoch spürbar zu er-
höhen.
2.5.2. Die Verteidigung legte anlässlich der Berufungsverhandlung sodann
in umfassender Art und Weise den Werdegang des Beschuldigten aus eigener
Sicht dar (Urk. 127 S. 13 ff.). Der Fokus dieser Ausführungen wurde dabei darauf
gerichtet, dass der Beschuldigte immer wieder durch schweizerische und auslän-
dische (Justiz-)Behörden wie auch durch die mediale Berichterstattung ungerecht
behandelt worden sei. Ein Teil dieser Ausführungen finden sich in den Akten be-
stätigt, teilweise scheinen die Ausführungen das subjektive Empfinden des Be-
schuldigten wiederzugeben. Wie dem auch sei: Für die Strafzumessung kann die-
sen Darstellungen nichts Relevantes entnommen werden. So weisen die geschil-
derten Geschehnisse einerseits zum überwiegenden Teil mit dem vorliegenden
Strafverfahren keinen direkten Zusammenhang auf. Andererseits vermögen sie
die Taten des Beschuldigten – wie vorstehend bei den Erwägungen zur subjekti-
ven Tatschwere bereits erwähnt – ohnehin in keiner Weise zu rechtfertigen oder
zu erklären.
2.6. Der Beschuldigte ist in Würdigung aller relevanten Strafzumessungs-
gründe mit einer Freiheitsstrafe von 21 Monaten zu bestrafen.
3. Unter Hinweis auf die zutreffenden vorinstanzlichen Erwägungen
(Urk. 113 S. 121 f.) kann dem Beschuldigten keine günstige Prognose gestellt
werden, weshalb die Freiheitsstrafe zu vollziehen ist.
4. Auf die Freiheitsstrafe anzurechnen sind die vom Beschuldigten zwi-
schen dem 6. Dezember 2012 und dem 28. Dezember 2012 sowie zwischen dem
9. Mai 2013 und dem 27. Juni 2014 in Haft verbrachten 438 Tage.
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VII. Einziehung
1.1. Mit Verfügung der Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich vom
16. Dezember 2013 (HD 26/7) wurden unter Hinweis auf Art. 263 Abs. 1 lit. a und
d StPO sowie Art. 69 StGB diverse Gegenstände des Beschuldigten beschlag-
nahmt.
1.2. Vom Beschuldigten angefochten ist die vorinstanzliche Dispositivzif-
fer 7, gemäss welcher 1 Sturmgewehrlauf, 1 Kunststoffkoffer mit 1 Druckluftpisto-
le, Patronen, Ersatzmagazine, Luftgewehrkugeln, 1 Nachtsichtgerät inklusive 1
schwarzer Tasche, 1 Gasmaske in grauem Sack, 1 Pistolenhalfter, 4 Messer, 2
Bajonette, 1 Samuraischwert sowie diverse Feuerwerkskörper eingezogen und
der Kasse der Vorinstanz zur gutscheinenden Verwendung überlassen wurden.
2. Gemäss Art. 69 StGB verfügt das Gericht ohne Rücksicht auf die Straf-
barkeit einer bestimmten Person die Einziehung von Gegenständen, die zur Be-
gehung einer Straftat gedient haben oder bestimmt waren oder die durch eine
Straftat hervorgebracht worden sind, wenn diese Gegenstände die Sicherheit von
Menschen, die Sittlichkeit oder die öffentliche Ordnung gefährden.
Eine Einziehung käme in Betracht, wenn die konkreten Gegenstände im
Hinblick auf eine zu begehende Straftat ernstlich als Tatmittel in Aussicht ge-
nommen worden sind. Eine allgemeine Eignung zur Deliktsbegehung genügt für
eine Einziehung nach Art. 69 StGB noch nicht. An die von den Gegenständen
ausgehende Gefährdung sind keine hohen Anforderungen zu stellen; es genügt,
wenn sie im Falle der Nichteinziehung wahrscheinlich ist. Stets ist beim Entscheid
über die Einziehung das Verhältnismässigkeitsprinzip zu beachten (Hug, OFK-
StGB, Art. 69 N 6 ff. mit Hinweisen; BSK StGB-Baumann, Art. 69 N 10 und 13).
3.1. Die beschlagnahmten Gegenstände dienten weder einer Straftat, noch
wurden sie durch eine solche hervorgebracht. Es fragt sich jedoch, ob die Gegen-
stände zur Begehung eine Straftat bestimmt waren.
Der Beschuldigte ist wegen mehrfacher massiver Drohungen gegen Leib
und Leben schuldig zu sprechen. Er drohte vor allem mit einem Erschiessen aus
dem Hinterhalt (beispielsweise durch den Hinweis auf die "hohle Gasse" oder ein
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Zielfernrohr "ZF"). Anzeichen dafür, dass der Beschuldigte seine Drohungen al-
lenfalls in die Tat umsetzen könnte, bilden einerseits seine mehrfachen Vorstra-
fen, andererseits auch die gutachterlichen Feststellungen von Dr. med. V._
und Dr. med. W._. Letztere stellen – zwar unter dem Vorbehalt unsicherer
Validität, aber immerhin als forensisch-psychiatrische Hypothese – eine unter ge-
wissen Umständen bestehende deutliche Ausführungsgefahr im Sinne eines ge-
zielten Einsatzes von Waffen mit hohem Schadenspotenzial fest (HD 29/4/26
S. 54). Die beschlagnahmten Gegenstände sind allesamt geeignet, der Umset-
zung solcher Taten direkt oder indirekt zu dienen, weshalb ein Deliktskonnex ge-
geben ist. Von den beschlagnahmten Gegenständen geht mithin auch die für eine
Einziehung geforderte Gefährdung für die Sicherheit von Menschen aus, verblie-
ben sie in den Händen des Beschuldigten. Schliesslich ist das Interesse der ge-
fährdeten Öffentlichkeit an der Einziehung der beschlagnahmten Gegenstände
jedenfalls höherwertig zu qualifizieren als das Interesse des Beschuldigten an de-
ren Rückgabe an ihn.
3.2 Die Einziehung der mit Verfügung der Staatsanwaltschaft I des Kantons
Zürich vom 16. Dezember 2013 Gegenstände durch die Vorinstanz ist mithin zu
bestätigen.
VIII. Zivilforderung
1. Die Vorinstanz sprach dem Privatkläger Prof. Dr. med. C._ eine Ge-
nugtuung von Fr. 1'000.– zuzüglich Zins zu 5 % seit 28. März 2013 zu. Der Be-
schuldigte lässt beantragen, das Genugtuungsbegehren des Privatklägers sei auf
den Zivilweg zu verweisen.
2. Wer in seiner Persönlichkeit widerrechtlich verletzt wurde, hat Anspruch
auf Leistung einer Geldsumme als Genugtuung, sofern die Schwere der Verlet-
zung es rechtfertigt und diese nicht anders wieder gut gemacht worden ist (Art. 49
Abs. 1 OR). Die Ausrichtung einer Geldleistung bezweckt einen (schadenersatz-
unabhängigen) Ausgleich für einen erlittenen physischen und/oder seelischen
Schmerz. Bei der Bemessung der Genugtuungssumme kommt es auf die Art und
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Schwere der Verletzung, die Intensität und Dauer der Auswirkungen auf die Per-
sönlichkeit des Betroffenen sowie auf den Grad des Verschuldens an, das den
Schädiger trifft.
3. Als Grundlage der Zusprechung einer Genugtuungssumme an den Pri-
vatkläger Prof. Dr. med. C._ kann nur der Sachverhalt gemäss Nebendossier
3 dienen. Die Aussagen des Geschädigten (vgl. obenstehende Ziff. V. 1.2.) ma-
chen deutlich, dass diesem eine immatierelle Unbill entstanden ist, welche zwar
nicht besonders schwer wiegt, einen Ausgleich aber durchaus rechtfertigt. Die
Höhe der von der Vorinstanz festgesetzten Genugtuung wurde von der Verteidi-
gung nicht beanstandet und befindet sich im gerichtsüblichen Rahmen.
Als Ausgleich der vom Privatkläger Prof. Dr. med. C._ erlittenen seeli-
schen Unbill erscheint daher mit der Vorinstanz die Zusprechung einer Genugtu-
ung in der Höhe von Fr. 1'000.– zuzüglich Zins angemessen.
IX. Kosten- und Entschädigung
1. Ausgangsgemäss ist die erstinstanzliche Kostenauflage zu bestätigen.
Mangels Aufwendungen oder wirtschaftlichen Einbussen ist dem Beschuldigten
für das erstinstanzliche Verfahren keine Entschädigung zuzusprechen (Art. 429
Abs. 1 lit. a und b StPO).
2. Der Beschuldigte unterliegt mit seiner Berufung vollständig. Die Kosten
des Berufungsverfahrens, ausgenommen derjenigen der amtlichen Verteidigung,
sind somit dem Beschuldigten aufzuerlegen (Art. 428 Abs.1 StPO). Die Kosten
der amtlichen Verteidigung sind auf die Gerichtskasse zu nehmen.
3. Eine Entschädigung oder Genugtuung für die in Haft verbrachte Zeit ist
dem Beschuldigten sodann nicht zuzusprechen, da der Freiheitsentzug nicht un-
rechtmässig war und zudem vollumfänglich an die Freiheitsstrafe angerechnet
wird (Art. 429 Abs. 1 lit. c und Art. 431 Abs. 2 StPO).
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