# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 5a90a811-0d61-47e2-9be8-be5c0a94a1eb
**Court:** GR_KG
**Chamber:** GR_KG_006
**Year:** 2008
**Language:** de
**Jurisdiction:** GR / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

hat sich ergeben:
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A.1. Die Y. betreibt an ihrem Sitz in J. das K. Hotel mit den dazugehörenden Dependancen und Nebengeschäften. Die Gesellschaft verfügt über ein in 4'000 Namenaktien unterteiltes Aktienkapital von 2'000'000 Franken, an dem die im Hotel wohnenden Verwaltungsräte M. und A. zu gut 58 % und X. zu rund 33 % beteiligt sind. Während M. als Delegierter des Verwaltungsrates amtet, übt X. keinerlei Funktionen in der Gesellschaft aus. Während vieler Jahre war dessen im März 1998 verstorbener Vater B., ein Halbbruder von M., Geschäftsführer der Y.. In dieser Eigenschaft bewohnte er mit seiner Familie bestimmte Räumlichkeiten im Hotel, wo auch X. seine Jugend verbrachte. Nach dem Hinschied von B. liess der damalige Verwaltungsratspräsident Dr. C. X. am 5. August 1998 ein Memorandum zukommen, welches dessen persönliche Situation im Verhältnis zum Hotel definieren sollte. Darin wurde unter anderem festgehalten, dass die bisher von B. im Hotel benützten Zimmer bis Ende der Sommersaison 1998 zu räumen seien. Sollte X. eine reduzierte alternative Wohngelegenheit etwa im D. benutzen wollen, so wäre ihm ein allfälliger Mietzinsausfall anzurechnen. Es wurde ihm die Möglichkeit angeboten, für sich, seine Frau und sein Kind Konsumationen vom Hotel zum Kostenpreis zu beziehen. Darüber hinausgehende Bezüge einschliesslich der Zimmerbenützung durch Dritte sowie verschiedene Dienstleistungen würden hingegen zum Gästepreis verrechnet. Dieses Memorandum blieb ohne Wirkung.
Am 20. April 1999 nahm X. Wohnsitz in E., Gemeinde F.. Nach einem bei den Akten liegenden, allerdings nicht unterzeichneten Arbeitsvertrag wurde er von der Y. auf den 1. Dezember 1999 als Marketingberater angestellt. Inwieweit dieser Vertrag praktische Bedeutung erlangte, ergibt sich nicht aus den Akten; er wurde auf den 30. April 2001 wieder aufgelöst. Am 31. März 2001 verlegte X. seinen Wohnsitz nach J.. Er zog im K. Hotel ein, belegte mit seiner Familie vorerst ein Doppelzimmer im Turm und zog schliesslich in die Zimmer Nr. 51 und 53 in der Beletage um. Während der Laufzeit des Arbeitsvertrags hatte X. für die Benutzung der Hotelinfrastruktur nichts zu zahlen; so wurde denn eine am 20. April 2001 ausgestellte Rechnung für die Wintersaison 2000/2001 über Fr. 35'567.45 nicht eingefordert.
2.a) Während der Sommersaison 2001 logierte X. mit seiner Familie wiederum im Hotel K.. In der Folge ergaben sich zwischen den Parteien Meinungsverschiedenheiten über die Bedingungen, zu denen X. die Räumlichkeiten im Hotel K. sollte benützen können. Am 11. Juli 2002 schrieb Verwaltungsratspräsident Dr. H. Rechtsanwalt Dr. G., dem damaligen Anwalt X.s, es sei dem Verwaltungsrat ein Anliegen, dass für die Zimmerbelegung seines
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Mandanten eine klare Regelung bestehe. Er ersuche daher in Absprache mit dem Generaldirektor darum, X. die Regelung mitzuteilen, welche ab der Eröffnung des Hotels für die Wintersaison 2002/2003 und bis auf Widerruf gelten solle. Diese Regelung hatte folgenden Wortlaut:
„1. Ausser während der Hochsaison bezahlt X. für die Benützung von Hotelzimmern pro Zimmer und Nacht einen Betrag von CHF 300.--. Während der Hochsaison bezahlt X. einen Betrag von CHF 900.-- bis 1'900.-- pro Zimmer und Nacht; der genaue Betrag wird aufgrund des Auslastungsgrades des Hotels von der Generaldirektion festgelegt. Als Hochsaison gilt die Zeit von 21. Dezember 2002 bis 7. Januar 2003 sowie vom 24. Januar bis 10. März 2003; die genauen Daten der folgenden Jahre werden aufgrund der Kalendertage von der Generaldirektion festgelegt.
2. Auf eine separate Inrechungstellung von Room Service, Wäscherei, health/fitness/sports facilities sowie Blumenservice (nicht aber Telefonkosten) wird verzichtet, solange sich die entsprechenden Beträge in einem vernünftigen, üblichen Rahmen bewegen.
3. Falls X. die aufgelaufenen Beträge nicht fristgerecht bezahlt, werden sie von Zeit zu Zeit, i.d.R. per Ende März und Oktober, mit Forderungen von X. gegen die einfache Gesellschaft D. zur Verrechnung gebracht, nachdem sie von Y. an die einfache Gesellschaft D. abgetreten worden sind.“
b) Nachdem X. die Wintersaison 2002/2003 wiederum im Hotel K. verbracht hatte, wurde ihm bei seiner Abreise am 15. April 2003 die Rechnung präsentiert. Diese lautete auf insgesamt Fr. 256'853.65, wovon Fr. 240'260.-- auf Logement, Fr. 2'860.-- auf Wäscherei/Reinigung, Fr. 7'118.-- auf Diverses, Fr. 6'080.-- auf Renaissance/Restaurant und Fr. 535.65 auf Telefonate entfielen. Am 7. August 2003 wurden X. sodann für einen Aufenthalt am 12. und 13. Juli 2003 weitere Fr. 606.-- in Rechnung gestellt.
c) Am 25. September 2003 informierte das Hotel K. Verwaltungsratspräsident Dr. H. über die X. betreffenden Rechnungen, deren Bezahlung noch ausstehend war. Neben den bereits erwähnten Rechnungen umfasste die Zusammenstellung auch die Positionen Sommer 2001 im Betrage von Fr. 9'905.40, Winter 2001/2002 von gesamthaft Fr. 29'599.70 sowie Sommer 2002 von zusammen Fr. 929.90. Zusammen mit den bereits erwähnten Rechnungen für die Wintersaison 2002/2003 und die Sommersaison 2003 ergab dies einen gesamten Rechnungsbetrag von Fr. 297'894.65. Dr. H. übermittelte die Zusammenstellung am 23. Oktober 2003 zuhanden von X. an Rechtsanwalt Dr. G.. Er hielt fest, nachdem ihm vom Management des Hotels mitgeteilt worden sei, dass eine Bezahlung der verschiedenen Rechnungen bislang unterblieben sei, werde X.
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eine Nachfrist von zehn Tagen zur unverzüglichen Begleichung der Rechnung angesetzt. Dr. G. antwortete am 27. Oktober 2003, sein Mandant habe die vom Verwaltungsrat am 11. Juli 2002 beschlossene Regelung nie anerkannt und werde diese auch nicht akzeptieren, weil diese nicht auf alle Familienmitglieder X. Anwendung finde. Angesichts der bevorstehenden Untersuchung durch einen Sonderprüfer, welche auch das Thema der Entschädigung für den benutzten Wohnraum im K. Hotel durch M. und A. umfasse, sei es verfrüht, über die vorgelegte Rechnung zu entscheiden. Dr. H. nahm am 17. November 2003 Stellung zu diesem Schreiben und teilte Rechtsanwalt Dr. G. mit, die Y. werde seinem Mandanten die zur Zeit belegten Zimmer Nr. 51 und 53 in der kommenden Wintersaison nicht mehr zur Verfügung stellen; die Zimmer seien bis zum 8. Dezember 2003 zu räumen, da sie anderweitig genutzt würden. X. habe sich bisher standhaft geweigert, die noch ausstehende Forderung zu bezahlen und sich während seiner Anwesenheit überdies wiederholt Verhaltensweisen erlaubt, die mit dem Betrieb eines Hotels nicht zu vereinbaren seien. Am 18. Dezember 2003 schrieb Dr. H. an Dr. G., er stelle fest, dass sein Mandant weder die ausstehende Hotelrechnung von Fr. 297'894.65 bezahlt noch die Zimmer geräumt habe. Es werde ihm eine letzte Zahlungsfrist von dreissig Tagen zur Bezahlung angesetzt, nach deren Ablauf das Beherbergungsverhältnis ohne weitere Abmahnung gekündigt werde.
3. Bereits am 20. August 2003 hatte die Y. beim Kreispräsidenten Oberengadin das Gesuch gestellt, X. sei zu verpflichten, die von ihm belegten Hotelzimmer Nr. 51 und 53 innert 24 Stunden zu räumen. Der Gesuchsgegner widersetzte sich dem Begehren, wobei er unter anderem geltend machte, es müsse davon ausgegangen werden, dass die Bestimmungen des Mietrechts, insbesondere auch die Art. 266l ff. OR, zur Anwendung gelangten; die diesbezüglichen Vorschriften seien aber nicht eingehalten worden. In seinem Entscheid vom 18. September 2003 schloss sich der Kreispräsident im Wesentlichen der Argumentation des Gesuchsgegners an und wies das Ausweisungsgesuch ab. Am 10. März 2004 reichte die Y. ein zweites Ausweisungsgesuch ein, dem ebenfalls kein Erfolg beschieden war. Der Kreispräsident hielt in seinem Entscheid vom 15. April 2004 fest, entsprechend den mietrechtlichen Vorschriften sei die Kündigung der Familienwohnung auf amtlichem Formular mit separater Zustellung im Original an die Gesuchsgegner und in Kopie an deren Rechtsvertreter erfolgt. In gleicher Weise wie die Kündigung hätte aber auch die Nachfristansetzung gemäss Art. 257d OR erfolgen müssen; wäre dies geschehen, hätte die Ausweisung kaum verweigert werden können.
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Am 16. August 2004 verlangte die Y. beim Kreispräsidenten Oberengadin erneut die Ausweisung von Johannes und I. aus den von diesen belegten Hotelzimmern. Durch Verfügung vom 20. Oktober 2004 entsprach der Kreispräsident diesem Gesuch; er wies die Gesuchsgegner an, die fraglichen Zimmer bis spätestens 29. November 2004 zu verlassen und der Gesuchstellerin in vertragsgemässem Zustand zu übergeben. Eine von X. gegen diese Verfügung beim Kantonsgerichtspräsidenten eingereichte Beschwerde wurde von diesem am 24. November 2004 abgewiesen.
4. Im Mai 2003 hatte X. beim Bezirksgerichtspräsidenten Maloja die Einsetzung eines Sonderprüfers gemäss Art. 697a ff. OR verlangt. Dem Gesuch wurde durch Verfügung vom 31. Juli 2003 entsprochen, und Beschwerden gegen diesen Entscheid wiesen sowohl der Kantonsgerichtspräsident als auch das Schweizerische Bundesgericht ab. Die L. wurde darauf mit der Durchführung der Sonderprüfung beauftragt; sie reichte ihren Bericht am 18. November 2005 ein und beantwortete am 2. Februar 2007 Ergänzungsfragen der Parteien.
B. Nachdem X. die ihm von der Y. gestellten Rechnungen nicht bezahlt hatte, meldete die Gläubigerin die Streitsache am 1. März 2004 beim Kreispräsidenten Oberengadin zur Vermittlung an. Nach erfolglos verlaufener Sühneverhandlung vom 30. April 2004 reichte die Klägerin am 23. September 2005 ihre Prozesseingabe ein. Sie stellte das Rechtsbegehren, der Beklagte sei unter gesetzlicher Kosten- und Entschädigungsfolge zu verpflichten, ihr Fr. 297'894.65 zuzüglich 5 % Zins seit dem 1. Oktober 2003 sowie 200 Franken Kosten des Zahlungsbefehls zu bezahlen. Der Beklagte beantragte in seiner Prozessantwort vom 15. Dezember 2005, die Klage sei abzuweisen, soweit darauf einzutreten sei.
C. Mit Urteil vom 23. Januar 2008 erkannte das Bezirksgericht Maloja: „1. Die Klage wird teilweise gutgeheissen und der Beklagte wird
verpflichtet, der Klägerin CHF 258'389.55, zuzüglich Zins zu 5 % seit 1. Oktober 2003, zu bezahlen.
2. Die Kosten des Verfahrens, bestehend aus einer Gerichtsgebühr von CHF 15'000.--, einem Streitwertzuschlag von CHF 5'000.--, und Schreibgebühren von CHF 500.--, sowie die vermittleramtlichen Kosten von CHF 220.-- werden zu 1/7 der Klägerin und zu 6/7 dem Beklagten auferlegt.
3. Der Beklagte wird verpflichtet, die Klägerin ausseramtlich mit CHF 17'857.10, zuzüglich Mehrwertsteuer von 7,6 %, zu entschädigen.

## Considerations