# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 8a087683-25b4-43b3-8d37-2f07c29e4e5a
**Court:** SG_VGN
**Chamber:** SG_VGN_001
**Year:** 2012
**Language:** de
**Jurisdiction:** SG / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

hat das Verwaltungsgericht festgestellt:
A./ Das Primarschulhaus Gerhalden an der Lessingstrasse in Rotmonten ist
sanierungsbedürftig; geplant ist zudem, an das bestehende Schulhaus eine neue
Turnhalle anzubauen. Für die in diesem Zusammenhang anfallenden Malerarbeiten
führte die Stadt St. Gallen ein Einladungsverfahren durch. Innert der angesetzten Frist
bis zum 29. Juni 2012 reichten fünf Anbieter ein Angebot ein. Mit Verfügung vom
8. August 2012 erteilte die Stadt St. Gallen den Zuschlag zu einem Preis von
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Fr. 138'692.80 an die Einzelunternehmung Bernasconi, welche in St. Gallen über eine
Zweigniederlassung verfügt.
B./ Mit Eingabe vom 20. August 2012 liess die Hofmann Malerei AG, St. Gallen,
Beschwerde beim Verwaltungsgericht mit folgenden Anträgen erheben:
"1. Die Zuschlagsverfügung der Stadt St. Gallen, Hochbauamt, zum Objekt
Primarschule Gerhalden, Neubau Turnhalle und Sanierung Altbau, betreffend BKP
285.1, Malerarbeiten, vom 8. August 2012 sei aufzuheben.
2. Die Arbeiten betreffend BKP 285.1, Malerarbeiten, seien an die Beschwerdeführerin
zu vergeben.
3. Eventualiter zu vorstehender Ziff. 2 sei die Angelegenheit zur Neuentscheidung über
die Vergebung an die Vorinstanz zurückzuweisen.
4. Bei Nichtvergebung der Arbeiten an die Beschwerdeführerin sei die Vorinstanz zu
verpflichten, der Beschwerdeführerin vollen Schadenersatz zu leisten.
5. Der Beschwerde sei die aufschiebende Wirkung zu erteilen.
6. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge."
Die Vorinstanz liess sich mit Eingabe vom 23. August 2012 zum Begehren um Erteilung
der aufschiebenden Wirkung vernehmen und dessen Abweisung beantragen. Die
Beschwerdegegnerin liess sich im Zwischenverfahren nicht vernehmen. Der Präsident
des Verwaltungsgerichts erteilte der Beschwerde mit Verfügung vom 27. August 2012
die aufschiebende Wirkung, untersagte der Vorinstanz einstweilen den
Vertragsabschluss und lud die Vorinstanz und die Beschwerdegegnerin ein, innert einer
Frist bis 6. September 2012 materiell zur Beschwerde Stellung zu nehmen.
Die Vorinstanz und die Beschwerdegegnerin erstatteten mit Eingabe vom 6. September
2012 die Beschwerdeantworten. Dabei liessen sie jeweils die Abweisung der
Beschwerde beantragen. Mit ihrer Vernehmlassung legte die Vorinstanz sodann eine
korrigierte Beurteilungsmatrix ins Recht.
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Am 10. September 2012 wurden dem Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin die
Vernehmlassungen von Vorinstanz und Beschwerdegegnerin sowie die korrigierte
Beurteilungsmatrix zugestellt. Gleichzeitig wurde ihm eine Frist von vierzehn Tagen
angesetzt, um zu den in den Vernehmlassungen allfällig vorgebrachten neuen
tatsächlichen und rechtlichen Argumenten eine ergänzende Stellungnahme
einzureichen. Die Beschwerdeführerin liess sich mit Eingabe vom 25. September 2012
ergänzend vernehmen.
Die von den Verfahrensbeteiligten zur Begründung ihrer Anträge gemachten

## Considerations

Ausführungen werden, soweit erforderlich, in den folgenden Erwägungen dargelegt und
gewürdigt.
Darüber wird in Erwägung gezogen:
1. (...).
2. Gemäss Art. 16 Abs. 1 IVöB können mit der Beschwerde Rechtsverletzungen,
einschliesslich Überschreitung oder Missbrauch des Ermessens (lit. a), sowie die
unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts (lit. b)
gerügt werden. Aufgrund von Abs. 2 der gleichen Bestimmung kann hingegen
Unangemessenheit nicht geltend gemacht werden. Diese Regelung entspricht der
Vorschrift von Art. 61 VRP.
Aus Art. 16 IVöB leitet das Verwaltungsgericht in ständiger Rechtsprechung ab, dass
die Beschwerdeinstanz nicht von Amtes wegen eine angefochtene Verfügung auf
allfällige Sachverhaltsmängel oder Rechtswidrigkeiten überprüfen muss, sondern die
nicht berücksichtigte Anbieterin im Einzelnen darzulegen hat, inwiefern die Verfügung
mangelhaft sein soll. Die Beschwerdeführerin muss also dartun, in welchen Punkten die
angefochtene Verfügung auf einem unrichtigen oder unvollständig festgestellten
Sachverhalt beruht oder Rechtsnormen unrichtig oder in Überschreitung
beziehungsweise Missbrauch des Ermessens angewendet wurden (statt vieler: GVP
1999 Nr. 37 mit Hinweisen).
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2.1. Die Beschwerdeführerin moniert im Wesentlichen, das von der Vorinstanz
angewandte Bewertungssystem sei sachlich nicht haltbar. Nachfolgend wird deshalb
zunächst die vorgenommene Bewertung einschliesslich deren Grundlagen dargestellt
(E. 2.1.1- 2.1.4.), um sie in der Folge auf allfällige Rechtsverletzungen hin zu
untersuchen (E. 2.2.).
2.1.1. Die Vorinstanz legte in den Ausschreibungsunterlagen die fünf folgenden
Zuschlagskriterien fest: 1. Preis; 2. Referenzen; 3. Leistungskapazität; 4. Ausbildung
Lernende; 5. Konditionen Regieansätze. Die Gewichtung der Zuschlagskriterien sowie
die Preisbewertung wurden nicht zum Voraus bekannt gegeben.
2.1.2. In der Zuschlagsverfügung vom 8. August 2012 hielt die Vorinstanz fest, die
eingereichten Angebote seien anhand der in den Ausschreibungsunterlagen bekannt
gegebenen Kriterien beurteilt worden. Die Beschwerdegegnerin habe klar den tiefsten
Preis offeriert. Beim Kriterium Referenzen könnten ihr keine Punkte verteilt werden, da
keine vergleichbaren Referenzobjekte eingereicht worden seien. Bei den übrigen
Kriterien werde die Beschwerdegegnerin eher unterdurchschnittlich bewertet, trotzdem
erhalte sie insgesamt – aufgrund der hohen Gewichtung des Preises – die höchste
Punktzahl.
2.1.3. Gemäss der Beurteilungsmatrix wurden der Preis mit 50%, die Referenzen mit
20%, die Leistungskapazität mit 15%, die Lehrlingsausbildung mit 10% und das
Kriterium Konditionen Regieansätze mit 5% gewichtet. Der Bewertungsmatrix kann
weiter entnommen werden, dass bei den Kriterien Leistungskapazität,
Lehrlingsausbildung sowie Konditionen Regieansätze eine Notenskala zwischen
2 (mangelhaft) und 6 (sehr gut) zur Anwendung kam, wobei für die Leistungskapazität
(Anzahl Mitarbeitende) und die Lehrlingsausbildung (Verhältnis Lernende zu
Mitarbeitenden) auch angegeben ist, wie die Notengebung konkret erfolgte. Beim Preis
wurden Noten zwischen -1.36 und 6 verteilt, bei den Referenzen Noten zwischen 0 und
6. Angaben über die konkrete Bewertung der von den Offerenten eingereichten
Referenzen fehlen in der Bewertungsmatrix. In Fettdruck ist ausserdem noch der
Hinweis angebracht, dass der «eingesetzte Wert 130%» beträgt, was einer «einfachen
Arbeit» entspricht. Wie sich aus einer rechnerischen Überprüfung der Preisbewertung
ergibt, ist dies so zu verstehen, dass eine Preisspanne von 30% zur Anwendung kam.
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Entsprechend wurde das billigste Angebot mit der Maximalnote 6 bewertet, ein um
30% teureres Angebot mit der Note 0 und dazwischen linear abgestuft. Diese lineare
Abstufung wurde zudem ins Negative fortgeführt, sodass vorliegend das teuerste
Angebot die Note -1.36 erhielt.
2.1.4. Die Vorinstanz bewertete das Angebot der Beschwerdegegnerin mit total 4.05
(von maximal 6) Punkten. Weil es das günstigste Angebot ist, erhielt es beim Preis die
höchste Punktzahl 6 (gewichtet: 3). Bei den Referenzen ging die Beschwerdegegnerin
leer aus. Bei der Leistungskapazität erhielt sie 4 Punkte (gewichtet: 0.6) Punkte. Beim
Kriterium Lehrlingsausbildung wurden ihr zudem 2 Punkte (gewichtet: 0.2)
zugesprochen, obschon sie im Zeitpunkt der Zuschlagsverfügung über keine Lernende
verfügte. Das Kriterium Konditionen Regieansätze wurde schliesslich mit 5 Punkten
(gewichtet: 0.25) bewertet.
2.2. Die Beschwerdeführerin rügt in der Beschwerde zwar nicht ausdrücklich, das
Gebot der Transparenz sei dadurch verletzt, dass die Vorinstanz in den
Vergabeunterlagen nur die Rangfolge, nicht aber die Gewichtung der
Zuschlagskriterien bekannt gegeben hat. Sinngemäss wird diese Rüge jedoch mit der
fehlenden Nachvollziehbarkeit der Bewertung erhoben.
2.2.1. Die Frage, ob der Grundsatz der Transparenz eine vorgängige Bekanntgabe von
Gewichtung und Preisspanne verlangt, wird in der Literatur kontrovers diskutiert. Nach
der überwiegenden Meinung widerspricht eine erst nachträgliche Festlegung von
Gewichtung und Preisspanne dem Transparenzgrundsatz, weil dies der
Vergabebehörde die Möglichkeit verschafft, den Zuschlag gezielt zu steuern (Martin
Beyeler, Öffentliche Beschaffung, Vergaberecht und Schadenersatz, Diss. Freiburg
2004, Nr. 299 [Fn. 584]; vgl. auch Hubert Stöckli, Urteilsanmerkungen, BR 1999, S. 143
f.; Denis Esseiva, Urteilsanmerkung, BR 2001, S. 66; Matthias Hauser,
Zuschlagskriterien im Submissionsrecht, AJP 2001, S. 1410). Kritisch äussert sich
hingegen Herbert Lang (Offertenbehandlung und Zuschlag im öffentlichen
Beschaffungswesen, ZBl 2000, S. 246), der darauf hinweist, dass die zwingende
Verpflichtung zur vorgängigen Bekanntgabe der Gewichtung zu Problemen führen
könne, wenn wichtige Gesichtspunkte für den Zuschlag allenfalls erst durch die
konkreten Angebote aufgezeigt würden.
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2.2.2. Die Praxis im Bund und in den Kantonen ist uneinheitlich. Die Eidgenössische
Rekurskommission sprach sich für die vorgängige Festlegung der Gewichtung aus
(VPB 66.86, E. 3 und 4), ebenso diverse kantonale Gerichte (vgl. die Hinweise bei
Beyeler, a.a.O., Fn. 584). Immer mehr kantonale Gesetzgebungen nahmen die
Gerichtspraxis auf und schreiben nun ausdrücklich vor, dass die Gewichtung der
Zuschlagskriterien vorab bekanntgegeben werden muss (vgl. ebenfalls Beyeler, a.a.O.,
Fn. 584). Das Verwaltungsgericht Zürich hielt demgegenüber in einem Grundsatzurteil
aus dem Jahr 2001 fest, es sei dem Gesetzgeber überlassen, die Bekanntgabe der
Gewichtung bereits in den Vergabeunterlagen vorzuschreiben (RB 2002 Nr. 47); dies
sei bisher nicht erfolgt, weshalb es nicht gerechtfertigt erscheine, auf dem Weg der
Rechtsprechung generell strengere Anforderungen aufzustellen.
2.2.3. Dem Verwaltungsgericht Zürich ist mit Blick auf die im Kanton St. Gallen
geltende Rechtslage zuzustimmen. Zwar wäre im Interesse der Transparenz die
vorgängige Bekanntgabe der Gewichtung der Zuschlagskriterien zu begrüssen. Die
Verordnung über das öffentliche Beschaffungswesen (sGS 841.11) bestimmt jedoch in
Art. 34 Abs. 3, dass die Zuschlagskriterien im Rahmen der Ausschreibung in der
Reihenfolge ihrer Bedeutung oder mit ihrer Gewichtung bekannt zu geben sind. Es
erweist sich somit als zulässig, im Voraus nur die Rangfolge der Zuschlagskriterien
festzulegen.
Daraus darf freilich nicht der Schluss gezogen werden, die Vergabebehörde sei in der
nachträglichen Festlegung von Gewichtung sowie Preiskurve völlig frei. So
überschreitet sie beispielsweise ihr Ermessen, wenn sich aufgrund der nachträglich
festgelegten Gewichtung die Bedeutung der einzelnen Zuschlagskriterien gegenüber
der zum Voraus bekannt gegebenen Rangfolge verschiebt (so VerwGE ZH VB.
2005.00582 vom 5. Mai 2006). Ausserdem muss der Preisbewertung eine Preisspanne
zu Grunde gelegt werden, die bei der Vergabe der fraglichen Art als realistisch
erscheint. Bei einfachen Bauarbeiten ist die Preisspanne natürlich deutlich geringer als
bei komplexen Dienstleistungsaufträgen. Je ungewöhnlicher die erst nachträglich
gewählte Preisspanne ist, desto grösser müssen die Anforderungen an deren
Begründung sein (vgl. VerwGE ZH VB.2005.00602 vom 22. März 2006, VB.2009.00047
vom 26. August 2009). Vermag die Vergabebehörde eine ungewöhnliche Preisspanne
nicht plausibel zu begründen, so ist von einer Ermessensüberschreitung auszugehen.
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Alsdann kann das Gericht entweder von sich aus eine angemessene Preisspanne
anwenden oder den Vergabeentscheid aufheben und die Streitsache an die
Vergabebehörde zurückweisen.
2.2.4. Vorliegend wurde eine Preisspanne von 30% festgelegt. Diese hat die Vorinstanz
zwar nicht näher begründet, doch ergibt sich immerhin aus der Bewertungsmatrix zur
Zuschlagsverfügung vom 8. August 2012, dass bei einfachen Arbeiten eine solche
Preisspanne zur Anwendung kommt. Damit kam die Vorinstanz der diesbezüglichen
Begründungspflicht (gerade noch) nach. Zudem erweist sich die Annahme einer
Preisspanne von 30% bei Malerarbeiten als sachgerecht. Eine Abweichung davon
drängt sich somit nicht auf. Daran ändert auch der Einwand der Beschwerdeführerin
nichts, dass nach den objektspezifischen Bedingungen in den
Ausschreibungsunterlagen die Sanierung denkmalpflegerischen Grundsätzen zu folgen
hat und in Begleitung durch die städtische Denkmalpflege durchgeführt wird. Diese
Bedingungen beziehen sich auf sämtliche Arbeiten. Deshalb müssen sich die
Malerarbeiten nicht unbedingt als besonders komplex erweisen. Selbst wenn sie aber
anspruchsvoller als sonst üblich wären, hätte die Vorinstanz ihr Ermessen mit der Wahl
einer Preisspanne von 30% nicht überschritten.
Nicht zu folgen ist der Beschwerdeführerin sodann, wenn sie ausführt, sachlich
begründet wäre eine Ausrichtung der von den Anbietern offerierten Preise am
Kostenvoranschlag gewesen. Es entspricht vielmehr einem üblichen Vorgehen, die
Preisspanne am günstigsten Angebot anzulegen. Diese Methode hat den Vorteil, dass
die Bandbreite von den offerierten Preisen unabhängig ist. Dabei erweist es sich auch
als sachgerecht, diejenigen Angebote, die ausserhalb der (realistischen) Preisspanne
liegen, mit einer Negativnote zu bewerten. Insoweit wird dem Aspekt der
Gleichbehandlung der Anbieter besser Rechnung getragen, zumal ein Angebot, das die
Preisspanne gerade noch einhält, nicht die gleiche Bewertung erhält wie ein ausserhalb
der Preisspanne liegendes Angebot. Dadurch erhält zwar der Preis eine stärkere
Bedeutung als gemäss der (nachträglich, also erst in der Bewertungsmatrix) bekannt
gegebenen Gewichtung. Dies ist aber hinzunehmen, solange es damit nicht zu
Verschiebungen in der Bedeutung der in den Vergabeunterlagen festgelegten
Zuschlagskriterien kommt.
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2.2.5. Mit der Beschwerdeführerin ist demgegenüber einig zu gehen, dass es unhaltbar
ist, bei den sonstigen Zuschlagskriterien unterschiedliche Notenskalen anzuwenden –
umso mehr, als dafür eine sachliche Begründung offensichtlich fehlt. Die Anbieter
durften vielmehr darauf vertrauen, dass (zumindest) bei allen (qualitativen)
Leistungskriterien der gesamte Bewertungsspielraum ausgenutzt wird, also bei
einzelnen Kriterien die Notenskala nicht erst bei der Note 2 einsetzt. Freilich besteht
beispielsweise keine Veranlassung, die untere Bandbreite der Notenskala
auszuschöpfen, wenn alle Angebote ein Kriterium mehr als ausreichend erfüllen. Hier
verhält es sich jedoch anders: Die Beschwerdegegnerin verfügte bei
Angebotseinreichung über keine Lehrlinge, wurde aber trotzdem beim entsprechenden
Kriterium mit der Note 2 bewertet. Hierfür ist kein plausibler Grund ersichtlich.
2.2.6. Die Vorinstanz ist sich offensichtlich bewusst, dass es nicht angehen kann, bei
den Referenzen eine andere Notenskala als sonst anzuwenden und bei drei weiteren
Kriterien die Note 2 als tiefst mögliche Bewertung überhaupt vorzusehen. Wohl deshalb
legte sie mit der Vernehmlassung vom 6. September 2012 eine korrigierte
Bewertungsmatrix ins Recht. Darin wandte sie im Unterschied zur Bewertungsmatrix,
die der Zuschlagsverfügung vom 8. August 2012 zu Grunde liegt, nun eine einheitliche
Notenskala von 0-4 für die vier Leistungskriterien Referenzen, Leistungskapazität,
Lehrlingsausbildung sowie Konditionen Regieansätze an. Beim Preis bewertete sie das
günstigste Angebot mit der Maximalnote 4, behielt jedoch die Preisspanne von 30%
bei, welche sie beim günstigsten Angebot der Beschwerdegegnerin ansetzte.
Entsprechend resultierten beim Preis Noten zwischen -0.45 und 4. Bei der weiteren
Notengebung ging die Vorinstanz so vor, dass sie bei den Kriterien Leistungskapazität,
Lehrlingsausbildung und Konditionen Regieansätze die bisherigen Bewertungen, denen
eine Skala von 2-6 zu Grunde lag, um 2 Notenpunkte reduzierte. Beim Kriterium
Referenzen bewertete sie die Beschwerdeführerin wiederum mit der Maximalnote 4,
was einer Reduktion um 2 Notenpunkte entsprechend der neuen Skala entspricht; bei
der Beschwerdegegnerin nahm sie hier demgegenüber eine Neubewertung vor, indem
diese nicht mehr die Mindestnote 0, sondern neu die Note 3 erhielt.
Aus der nachfolgenden Tabelle ergeben sich die von der Vorinstanz mit der
Vernehmlassung eingereichten Anpassungen in der Notenskala sowie die
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vorgenommene (Neu-)Bewertung, wobei zum Vergleich auch noch die (alten)
Bewertungen aufgeführt sind, auf denen die Zuschlagsverfügung vom 8. August 2012
basiert:
Bernasconi Hofmann Malerei AG
Leistungskriterien: alt: neu: alt: neu:
1. Preis (50%) 6 4 2.13 1.42
2. Referenzen (20%) 0 3 6 4
3. Leistungskapazität (15%) 4 2 6 4
4. Ausbildung Lernende (10%) 2 0 4 2
5. Konditionen Regieansätze (5%) 5 3 6 4
Total Punkte (nach Gewichtung) 4.05 3.05 3.86 2.51
2.2.7. Die Reduktion um 2 Notenpunkte bei den Kriterien Leistungskapazität,
Ausbildung Lernende und Konditionen Regieansätze erweist sich als unbedenklich,
ging doch damit nicht eigentlich eine Neubewertung einher, sondern lediglich eine
Anpassung der Notenskala von ursprünglich 2-6 auf 0-4, wobei die Bandbreite gleich
blieb. Gleiches gilt für die Preisbewertung; dabei wurde zwar die auf einer Preisspanne
von 30% beruhende Notenskala von 0-6 auf 0-4 reduziert, doch zog dies weder eine
neue Bewertung noch eine (ins Gewicht fallende) Veränderung der Gewichtung nach
sich, nachdem nicht nur ganze, sondern auf zwei Dezimalstellen genaue Noten verteilt
wurden.
Als unzulässig erweist sich demgegenüber die von der Vorinstanz im
Beschwerdeverfahren vorgenommene bessere Bewertung der Beschwerdegegnerin
bei den Referenzen. Es ist der Vergabeinstanz verwehrt, auf die mit einer Bewertung
einhergehende Ermessensbetätigung (im Beschwerdeverfahren) zurückzukommen.
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Dies gilt jedenfalls dann, wenn sich die Ermessensausübung nicht als rechtsfehlerhaft
erweist. Eine Ermessensüberschreitung oder ein Ermessensmissbrauch ist jedoch bei
der ursprünglich vorgenommenen Referenzbewertung nicht erkennbar. Unter
Referenzen sind solche der offerierenden Unternehmung zu verstehen. Denn die
Unternehmung führt, sofern sie den Zuschlag erhält, den Auftrag aus. Ausserdem wird
ein Auftrag, der unter das öffentliche Beschaffungsrecht fällt, für gewöhnlich nicht von
einem Angestellten allein ausgeführt. Dementsprechend ist es auch nicht sachgerecht,
die Bewertung anhand der Referenzen des für den Auftrag verantwortlichen
Angestellten vorzunehmen, wie das die Vorinstanz im Beschwerdeverfahren nun
plötzlich vorschlägt. Vielmehr ist dabei auf die Referenzen der Unternehmung
abzustellen. Solche vermag die Beschwerdegegnerin offenbar nicht vorzuweisen.
Demgemäss bewertete die Vorinstanz die Referenzen der Beschwerdegegnerin
ursprünglich zu Recht mit der Note 0.
3. Als Fazit ist somit Folgendes festzuhalten: Die von der Vorinstanz im
Beschwerdeverfahren vorgenommenen Anpassungen der Notenskala sind nicht zu
beanstanden, soweit die Bandbreite gleich blieb (von 2-6 auf 0-4). Dies gilt auch für die
Preisbewertung, obschon dabei die anhand der Preisspanne von 30% festgelegte
Bandbreite enger gefasst wurde (von 0-6 auf 0-4); damit ging jedoch weder eine
Neubewertung einher, noch erhielt das Preiskriterium eine markant andere Gewichtung.
Die im Beschwerdeverfahren vorgenommene Bewertung der Referenzen der
Beschwerdegegnerin mit der Note 3 erweist sich demgegenüber als unzulässig. Die
Beschwerdegegnerin ist hier mit der Note 0 zu bewerten, da nicht die Referenzen des
verantwortlichen Angestellten, sondern der Unternehmung zu benoten sind. Ohnehin
ist es der Vergabebehörde verwehrt, im Beschwerdeverfahren auf eine Bewertung
zurückzukommen, die nicht fehlerhaft ist. Durch den Abzug bei den Referenzen (20 %
von 3 Punkten) reduziert sich das Punktetotal der Beschwerdegegnerin um 0.60 Punkte
auf total 2.45. Bei den sonstigen Bewertungen ist im Übrigen eine Überschreitung oder
ein Missbrauch des Ermessens seitens der Vorinstanz nicht erkennbar. Dies führt zum
Schluss, dass sich das Angebot der Beschwerdeführerin als das wirtschaftlich
günstigste erweist.
Zum gleichen Ergebnis gelangt man, wenn der Bewertung nicht eine Notenskala von
0-4, sondern einheitlich für alle Leistungskriterien – also nicht bloss beim Preis und bei
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den Referenzen – eine Notenskala von 0-6 zu Grunde gelegt wird. Diesfalls wäre die
Beschwerdegegnerin bei den Kriterien Referenzen und Lehrlingsausbildung mit der
Note 0 zu bewerten. Eine höhere Bewertung beim letztgenannten Kriterium fällt ausser
Betracht, weil die Beschwerdegegnerin im massgebenden Zeitpunkt der
Angebotseinreichung keinen Lehrling beschäftigte. Die übrigen Bewertungen der fünf
eingereichten Angebote durch die Vorinstanz geben demgegenüber zu keinen
Beanstandungen Anlass, auch weil sie allesamt über der Note 2 liegen, sodass sich die
Problematik im Zusammenhang mit der Minimalnote 2 bei den Kriterien
Leistungskapazität, Ausbildung Lernende und Konditionen Regieansätze gar nicht
weiter auswirkt. Dementsprechend wären vom erzielten Punktetotal gemäss Bewertung
der Vorinstanz 0.2 Punkte (2 x 10%) in Abzug zu bringen, womit das Angebot der
Beschwerdegegnerin mit 3.85 Punkten zu bewerten wäre. Das Angebot der
Beschwerdeführerin wurde demgegenüber mit total 3.86 Punkten bewertet.
So oder anders erweist sich das Angebot der Beschwerdeführerin als das wirtschaftlich
günstigste. Dementsprechend ist die Zuschlagsverfügung der Vorinstanz vom 8.
August 2012 aufzuheben, der Zuschlag gestützt auf Art. 18 Abs. 1 IVöB an die
Beschwerdeführerin zu erteilen und die Angelegenheit zum Vertragsschluss an die
Vorinstanz zurückzuweisen.
4. Dem Verfahrensausgang entsprechend sind die amtlichen Kosten des
Beschwerdeverfahrens je zur Hälfte der Vorinstanz und der Beschwerdegegnerin
aufzuerlegen (Art. 95 Abs. 1 VRP). Eine Entscheidgebühr von Fr. 2'000.-- ist
angemessen (Art. 7 Ziff. 222 der Gerichtskostenverordnung, sGS 941.12); die Kosten
der Zwischenverfügung vom 27. August 2012 sind darin enthalten. Auf den
Kostenanteil der Vorinstanz ist nicht zu verzichten, nachdem sie hier finanzielle
Interessen verfolgt (Art. 95 Abs. 3 VRP). Der Beschwerdeführerin ist der geleistete
Kostenvorschuss von Fr. 2'000.-- zurückzuerstatten.
Die Beschwerdeführerin hat sodann Anspruch auf eine ausseramtliche Entschädigung
(Art. 98 Abs. 1 und Art. 98bis VRP). Ihr Rechtsvertreter hat eine Aufstellung eingereicht,
die einen Zeitaufwand von rund 30 Stunden ausweist. Die Aufstellung erfüllt die
Anforderungen an eine Honorarnote gemäss Art. 4 der Honorarordnung für
Rechtsanwälte und Rechtsagenten (sGS 963.75, abgekürzt HonO) nicht. Zudem sind
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darin Positionen enthalten, die von vornherein nicht anrechenbar sind (bspw. interne
Besprechungen, Besprechung mit Gerichtsschreiber, Telefon mit RA Jud). Die
Entschädigung ist deshalb nach Ermessen festzusetzen (Art. 6 HonO). Eine
Entschädigung von total Fr. 4'200.-- für das Verfahren ist angemessen (Art. 22 Abs. 1
lit. b HonO); die mit Verfügung vom 27. August 2012 für das Zwischenverfahren
zugesprochene Entschädigung ist darin enthalten. Die Entschädigung geht je zur Hälfte
zulasten der Beschwerdegegnerin und der Vorinstanz, welche solidarisch für den
gesamten Betrag haften.
Demnach hat das Verwaltungsgericht