# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 662043ee-7101-43e8-b970-f2511c8d7f76
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2013
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
,
geboren 1981,
arbeitete seit April 2005 vollzeitlich als Bauarbei
ter bei
der
Y._
(
Urk
.
8/2
Ziff.
1-3)
,
und seit April 2008 zudem im Umfang von rund 30
%
als Raumpfleger bei der
Z._
(
Urk.
8/1
Ziff.
1-3)
,
und war in diesen Eigenschaften bei der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt (SUVA) obligato
risch gegen Unfälle versichert.
Am 1
7.
April 2008 zog sich der Versicherte bei der Aus
übung seiner Nebentätigkeit als Raumpfleger
eine Schnittverletzung am linken Daumen zu
(
Urk.
8/1). Die SUVA erbrachte in der Folge die gesetzlichen Leis
tungen. Mit Schreiben vom
1.
Juni 2010 (
Urk.
8/124) teilte die SUVA dem Ver
sicherten die Einstellung der Heilungskosten- und Taggeldleistungen per 3
0.
Juni 2010 mit.
1.2
Mit Verfügung
vom
9.
Oktober 2010 (
Urk.
8/142) sprach die SUVA dem Versi
cherten eine Integritätsentschädigung von 5
%
zu und verneinte einen Anspruch auf eine Invalidenrente.
Die
am 1
0.
November 2010 vom Versicherten
erhobene
Einsprache (
Urk.
8/143)
hiess die SUVA teilweise gut und sprach dem Versicherten
mit
Einspracheentscheid
vom
7.
August 2012 (
Urk.
8/167 =
Urk.
2)
eine
Integritätsentschädigung von
10
%
(anstelle von 5
%
) zu
. Im Übrigen wies die SUVA die Einsprache ab, soweit
sie
darauf eintr
a
t.
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Ist die versicherte Person infolge des Unfalles zu mindestens 10 Prozent invalid (
Art.
8 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des
Sozialversicherungs
rechts
; ATSG), so hat sie gemäss
Art.
18
Abs.
1 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG) Anspruch auf eine Invalidenrente. Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (
Art.
8 ATSG). Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Inva
lidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgegliche
ner Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt zum
Erwerbsein
kommen
, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (
Art.
16 ATSG; vgl. BGE 130 V 121).
Nach
Art.
18
Abs.
2 UVG regelt der Bundesrat die Bemessung des
Invaliditäts
grades
in Sonderfällen. Er kann dabei auch von
Art.
16 ATSG abweichen.
1.2
Nach Art. 24 Abs. 1 UVG hat die versicherte Person Anspruch auf eine ange
mes
sene Integritätsentschädigung, wenn sie durch den Unfall eine dau
ernde erhebliche Schädigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Integrität erleidet. Die
Inte
gritätsentschädigung
wird in Form einer
Kapitalleis
tung
gewährt. Sie darf den am Unfalltag geltenden Höchstbetrag des versicher
ten
Jahres
verdienstes
nicht übersteigen und wird entsprechend der Schwere des Integritätsschadens a
bge
stuft (Art. 25 Abs. 1 UVG).
Gemäss Art. 25 Abs. 2 UVG regelt der Bundesrat die Bemessung der Entschädi
gung. Von dieser Befugnis hat er in Art. 36
der Verordnung über die Unfallver
sicherung (
UVV
)
Gebrauch gemacht. Abs. 1 dieser Vorschrift bestimmt, dass ein Integritätsschaden als dauernd gilt, wenn er voraussichtlich während des gan
zen Lebens minde
stens in gleichem Umfang besteht. Er ist erheblich, wenn die körperliche oder geistige Integrität, unabhängig von der Erwerbsfähigkeit, augenfällig oder stark beeinträchtigt wird. Gemäss Abs. 2 gelten für die Bemessung der
Integri
tätsentschädigung
die Richtlinien des Anhanges
3.
Fallen mehrere körperliche oder geistige Integritätsschäden aus einem oder mehreren Unfällen zusammen, so wird die
Integri
tätsentschädigung
nach der gesamten Beeinträchtigung fest
gesetzt (Abs. 3).
1.3
Im Anhang 3 zur UVV hat der Bundesrat Richtlinien für die Bemessung der Integritätsschäden aufgestellt und in einer als gesetzmässig erkannten, nicht abschliessenden Skala (BGE 124 V 29 E. 1b mit Hinweisen) wichtige und typi
sche Schäden prozentual gewichtet (RKUV 2004 Nr. U 514 S. 416). Für die darin genannten Integritätsschäden entspricht die Entschädigung im Regelfall dem angegebenen Prozentsatz des Höchstbetrages des versicherten Verdienstes (
Ziff.
1
Abs.
1). Die Entschädigung für spezielle oder nicht aufgeführte
Integri
tätsschäden
wird nach dem Grad der Schwere vom Skalenwert abgeleitet (
Ziff.
1
Abs.
2). Integritätsschäden, die gemäss der Skala 5 Prozent nicht erreichen, geben keinen Anspruch auf Entschädigung (
Ziff.
1
Abs.
3). Die völlige Gebrauchsunfähigkeit eines Organs wird dem Verlust gleichgestellt; bei teil
weisem Verlust und teilweiser Gebrauchsunfähigkeit wird der Integritätsschaden entsprechend geringer, wobei die Entschädigung jedoch ganz entfällt, wenn der Integritätsschaden weniger als 5 Prozent des Höchstbetrages des versicherten Verdienstes ergäbe (
Ziff.
2).
1.4
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorak
ten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuch
tet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
1.5
Auch den Berichten und Gutachten versicherungsinterner Ärzte und Ärztinnen kommt Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen. Die Tatsache allein, dass der befragte Arzt oder die befragte Ärztin in einem Anstellungsverhältnis zum Versicherungsträger steht, lässt nicht schon auf mangelnde Objektivität und auf Befangenheit schliessen. Es bedarf vielmehr besonderer Umstände, welche das Misstrauen in die Unpar
teilichkeit der Beurteilung objektiv als begründet erscheinen lassen. Im Hinblick auf die erhebliche Bedeutung, welche den Arztberichten im
Sozialversiche
rungsrecht
zukommt, ist an die Unparteilichkeit des Gutachters oder der Gut
achterin allerdings ein strenger Massstab anzulegen (RKUV 1999 Nr. U 356 S.
572; BGE 122 V 157 E. 1c; vgl. auch 123 V 331 E. 1c).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin ging im angefochtenen Entscheid davon aus (
Urk.
2), gemäss kreisärztlicher Zu
mutbarkeitsbeurteilung von
Dr.
A._
,
Dr.
B._
und
Dr.
C._
sei dem Beschwerdeführer eine vollzeitliche, vollschichtige Tätig
keit unabhängig von Alter, Sprache, Ausbildung, Konstitution und Arbeitsmarkt zumutbar. Es bestünden gewisse Einschränkungen für sehr schwere andauernde Tätigkeiten wie Spitzen, Bohren, Vibrationen, Hämmern, Pickeln, Schaufeln,
Kompressern
(S. 7). Zudem sollten der Faustschluss, der Klammergriff sowie der
Pinch
-Schlüsselgriff mit der linken Hand auf ein Minimum, nur mit geringem Kraftaufwand reduziert oder gar vermieden werden
. Die heutige Arbeit mit dem Dumper sei den Unfallfolgen gut angepasst und voll zumutbar. Der Beschwer
deführer könne zwar nach wie vor beidhändig schaufeln und pickeln, wobei diese Tätigkeit mehr als 30 Minuten pro Tag nicht überschreiten sollte. Auf
grund der Kraftminderung der linken Hand sei das einhändige Heben und Tra
gen mit dieser Hand auf maximal 10 kg limitiert. Das beidhändige Heben und Tragen sei auf 30 kg limitiert. Zumutbar sei
e
n auch Überkopfarbeiten sowie das Besteigen von Leitern. Was die Nebenbeschäftigung in einer Reinigungsfirma betreffe, sei eine solche Tätigkeit ganztags bei voller Leistung zumutbar, da dabei die linke Hand vergleichsweise viel weniger stark belastet sei als bei der aktuell verrichteten Tätigkeit auf dem Bau
(S. 8).
Für die Ermittlung des Invalideneinkommens stützte sich die
Beschwerdegegne
rin
auf Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für Statistik periodisch her
ausgegebenen Lohnstrukturerhebungen (LSE)
,
nahm
davon
einen
behi
nderungs
bedingten
Abzug von 5
%
vor
und rechnete sodann das Zusatzeinkommen aus der Nebentätigkeit bei der
Z._
hinzu.
Beim Vergleich des Invalideneinkommens mit dem
Valideneinkommen
resultiere ein
rentenaus
schliessender
Invaliditätsgrad von
4
.
26
%
(S. 12
). Gestützt auf
die Beurteilung der Versicherungsmediziner habe ein
Integritätsschaden in entschädigungs
pflich
tigem Ausmass von 10
%
festgestellt werden können
(S.
15
).
2.2
Der Beschwerdeführer stellte sich demgegenüber beschwerdeweise auf den Stand
punkt (
Urk.
1),
der von ihm konsultierte
Dr.
D._
habe in seiner Beurtei
lung des Integritätsschadens zu Recht die entsprechende voraussehbare Ver
schlechterung, welche in der Zwische
nzeit eingetreten sei, mitberücksichtigt, weshalb von einem Integritätsschaden von zumindest 14
%
auszugehen sei (S. 8 f.). Weiter sei er
medizinisch-theoretisch nicht in der Lage, einer 130%igen Erwerbstätigkeit in einer angepassten Tätigkeit nachzugehen, wie er dies vor dem Unfallereignis getan habe. In einer angepassten Tätigkeit sei von einer maximalen Arbeitsfähigkeit von 100
%
auszugehen (S. 11).
Des Weiteren rechtfertige sich vom Invalideneinkommen ein behinderungsbedingter Abzug von 10
%
, womit
ein
Invaliditätsgrad von 30
%
resultiere
(S. 11).
2.3
Streitig und zu prüfen ist, wie es sich mit der Höhe des Invaliditätsgrades ver
hält und ob der Beschwerdeführer Anspruch auf eine
höhere
Integritätsentschä
digung
als 10
%
hat.
Die Nachzahlung eines Taggeldes für die Nebentätigkeit war weder Gegenstand der Verfügung noch des
Einspracheentscheides
, weshalb mangels
Anfechtungs
objekt
darauf nicht einzutreten ist.
3.
3.1
Gemäss Akten wollte der Beschwerdeführer am
1
7.
April 2008 bei seiner Nebentä
tigkeit als Raumpfleger eine
Fleischschneidem
aschine reinigen und übersah dabei die Messer,
wobei er sich am linken Daumen eine
Schnittverlet
zung
zuzog (
Urk.
8/1
Ziff.
6 und
Ziff.
9,
Urk.
8/2
Ziff.
9,
Urk.
8/6).
3.2
Nach dem Ereignis vom 1
7.
April 2008 wurde der Beschwerdeführer gleichen
tags im
E._
, Chirurgische Klinik,
durch
Dr.
med.
F._
,
Leitende
r Arzt, Facharzt für Chirurgie, mit der Diagnose einer
Schnitt
verletzung
am
palmaren
IP-Gelenk des linken Daumens mit Durchtren
nung der Flexor
pollicis
longus
Sehne, der
palmaren
Platte mit
Gelenkseröff
nung
sowie des
ulnaren
Gefäss-/Nervenbündels
notfallmässig versorgt und operiert
(
Urk.
8/7)
.
3.3
Dr
.
F._
berichtete am
9.
Juni 2008 (
Urk.
8/9) und führte aus, es bestehe der hochgradige Verdacht auf die Entwicklung eines komplexen regionalen Schmerzsyndroms (CRPS).
Zurzeit bestehe noch keine Arbeitsfähigkeit.
Dr.
F._
berichtete
am 2
3.
Juni 2008 (
Urk.
8/17) und nannte folgende Diagno
sen:
Status nach notfallmässiger Versorgung einer traumatischen Durchtren
nung der Flexor
pollicis
longus
Sehne sowie des
ulnaren
Gefässnerven
bündels
Zone I auf Höhe des Daumenendgelenkes links
spät postoperative Entwicklung eines CRPS
Er führte aus,
unter dreiwöchiger Therapie habe sich die lokale
Schmerzsitua
tion
erfreulicherweise deutlich gebessert. Es sei ein Rückgang der ausgeprägten Hyperästhesie, zudem eine Normalisierung der
Gewebetrophik
mit verschwun
de
ner Hyperhidrose zu verzeichnen. Zudem sei explizit die
druckdolente
Schwellung im Bereich des distalen
Thenars
auf Höhe des
Daumengrundgelen
kes
verschwunden und die Beweglichkeit im MP-Gelenk habe sich deutlich ver
bessert.
Es bestehe jedoch nach wie vor keine Beweglichkeit im IP-Gelenk, was mit grösster Wahrscheinlichkeit durch eine ausgedehnte interne Vernarbung mit Verklebung der
Flexorsehne
bedingt sei.
Es bestehe weiterhin eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit.
Am 1
8.
Juli 2008 berichtete
Dr.
F._
(
Urk.
8/16) und führte aus, unter konse
quenter ergotherapeutischer Behandlung habe
sich die lokale Situation weiter
hin verbessert. Das Weiterführen der Ergotherapie in Kombination mit einer dynamischen Schienenbehandlung sei weiterhin indiziert. Die Arbeitsunfähig
keit müsse bei rein manueller Tätigkeit weiterhin auf 100
%
belassen werden.
Am 2
1.
August 2008 berichtete
Dr
.
F._
(
Urk.
8/34) und führte aus, es habe eine weitere Verbesserung der Beweglichkeit erreicht werden können. Störend sei noch eine relativ harte Narbe radial. Ein Einsatz der Hand mit Kraft sei nach wie vor noch nicht möglich. Zumindest die Tätigkeit im Reinigungsdienst könne partiell aufgenommen werden.
Am 2
4.
September 2008 berichtete
Dr.
F._
(
Urk
.
8/41) und führte aus, auf
grund des zuvorkommenden Arbeitgebers habe eine rund 50%ige Tätigkeit auf dem Bau unter Vermeidung von Extrembelastung der linken Hand aufgenom
men werden können. Zwar habe der Beschwerdeführer beim kräftigen Zugreifen regelmässig Schmerzen im IP-Gelenk, diese seien jedoch erträglich. Die Arbeit im Reinigungsdienst habe der Beschwerdeführer noch nicht aufgenommen.
Am 2
8.
Oktober 2008 berichtete
Dr.
F._
(
Urk
.
8/47) und führte aus, anlässlich der Konsultation seien vorwiegend die Druckschmerzen im Bereich des
palma
ren
IP-Gelenkes im Vordergrund gestanden. Das Steigern der Arbeitsfähigkeit erscheine aktuell nicht möglich.
Am 2
6.
November 2008 berichtete
Dr
.
F._
(
Urk.
8/52) und führte aus,
im Ver
lauf der letzten vier Wochen zeige sich subjektiv
keine grosse Änderung. Objektiv sei der Daumen jetzt vollständig abgeschwollen und weise eine deut
lich weichere Narbe über dem IP-Gelenk
palmarseits
auf.
Aktuell störend sei bei den derzeitigen Temperaturen eine ausgeprägte Kälteempfindlichkeit.
Eine Stei
gerung der Arbeitsfähigkeit sei noch nicht sinnvoll.
Am 2
7.
Januar 2009
berichtete
Dr.
F._
(
Urk.
8/62) und führte aus, durch den geeigneten Einsatz des Beschwerdeführers übersteige seine Leistung die aktuel
len 50
%
, weshalb auch von medizinischer Sicht her eine Steigerung der Arbeitsfähigkeit auf 75
%
ab dem
1.
Februar 2009 möglich sei. Prinzipiell wäre nun eine Arbeitsaufnahme in der Nebentätigkeit im Reinigungsdienst möglich. Diesbezüglich attestiere er eine theoretische Arbeitsfähigkeit von 50
%
.
3.4
Dr.
med.
G._
,
Leitender Arzt, Facharzt für Chirurgie,
E._
Chirurgische Klinik, berichtete am
9.
April 2009 (
Urk.
8/75) und führte aus,
er empfehle die uneingeschränkte Mobilisation und Belastung.
3.5
Dr.
med
.
A._
, Facharzt
FMH für Chirurgie, SUVA-Kreisarzt, berichtete am 1
9.
Mai 2009 über die Untersuchung des Beschwerdeführers vom 1
9.
Mai 2009 (
Urk.
8/77) und führte aus,
der Beschwerdeführer gebe unveränderte Schmerzen sowie Gefühlsstörungen am linken Daumen an. Er arbeite wieder den ganzen Tag auf dem Bau und führe sämtliche Arbeiten auf der Baustelle aus, versuche
,
jedoch die linke Hand durch Abspreizen des Daumens
etwas zu entlasten
. Seine Reinigungstätigkeit habe er unterdessen
infolge
Kündigung verloren.
Heute bestehe eine Bewegungseinschränkung im Grund- und
Endge
lenk
, wobei aktiv keine wesentliche Beweglichkeit im Endgelenk möglich sei und passiv eine schmerzbedingte Einschränkung bestehe. Weiter bestünden Sensibilitätsveränderungen auf der
ulnaren
Seite des Daumens vom
Grundge
lenk
nach distal. In seiner angestammten Tätigkeit als Bauarbeiter sei eine 25%ige Arbeitsunfähigkeit
bestätigt. Der Beschwerdeführer arbeite ganztägig und verrichte sämtliche Arbeiten. Er sei vollumfänglich einsetzbar. Die
Dau
menbeweglichkeitseinschränkung
und die Belastungstoleranz
ulnar
würden allerdings eine gewisse Einschränkung für sehr schwere Tätigkeiten bedeuten. Die Reinigungstätigkeit sei vollumfänglich möglich (S. 3).
Dem Beschwerdeführer sei eine vollzeitliche, vollschichtige Arbeit unabhängig von Alter, Sprache, Ausbildung, Konstitution und Arbeitsmarkt möglich. Es
bestünden gewisse Einschränkungen für sehr schwere, andauernde Tätigkeiten wie Spitzen, Bohren, Vibrationen, Hämmern, Pickeln, Schaufeln und
Kompres
sern
. Allerdings könne durch Angewöhnung bis zwei Jahre nach dem Unfall noch eine weitere Verbesserung der Einsatzfähigkeit erreicht werden.
SUVA-Kreisarzt
Dr
.
A._
nahm am 1
9.
Mai 2009 eine Schätzung des
Integri
tätsschadens
vor (
Urk.
8/80) und führte aus, die heutige Situation sei wesentlich günstiger als der Verlust des Daumens, aber die Funktionseinschränkung und Sensibilitätsstörung entspreche einer analogen Schädigung des
Endgliedver
lustes
von 5
%
.
3.6
Dr
.
G._
berichtete am 1
1.
Juni 2009 (
Urk.
8/83) und führte aus,
seit dem 1
9.
Mai 2009 bestehe eine volle Arbeitsfähigkeit, wobei ihm der Beschwerde
führer glaubhaft berichte, dass das Arbeiten nur mit Schmerzen möglich sei und dass er den linken Daumen bei der Arbeit stets eingebunden habe. Ein Grossteil der aktuell vorhandenen Restbeschwerden sei auf das narbig adhärente Neurom de
s
ulno-palmaren
Daumen
nerv
s
zurückzuführen.
Er sei der Auffassung, dass die Indikation zur chirurgischen Revision mit Neuromexzision und Kürz
en des
ulno-palmaren
Daumennerv
s
gegeben sei.
Dr
.
G._
berichtete am
8.
Juli 2009 (
Urk.
8/88) über die gleichentags durchge
führte Neuromexzision mit intramuskulärer Nervenverlagerung
.
Dr.
G._
berichtete am 1
0.
August 2009 (
Urk.
8/92) und führte aus, es bestehe postoperativ bislang ein komplikationsloser Verlauf mit primärer Wundheilung. Die präoperativ vorhanden gewesenen Schmerzen am Daumenendgelenk seien nicht mehr zu spüren.
Dr.
G._
berichtete am
2.
September 2009 (
Urk.
8/96) und führte aus,
es bestehe
weiterhin ein zeitgerechter Verlauf und es fänden sich keine Anhalts
punkte für trophische Störungen.
Eine 50%ige Arbeitsfäh
igkeit sollte nun mög
lich sein.
3.7
SUVA-
Kreisarzt
Dr.
A._
berichtete am 2
0.
Mai 2010 (
Urk.
8/118) über die Untersuchung des Beschwerdeführers
vom 1
9.
Mai 2010 und führte aus,
sub
jektiv habe der Beschwerdeführer am linken Daumen auf der Innen-(
ulnaren
) Seite weniger Gefühl und Schmerzen bei leichten Berührungen und kräftigem Zupacken.
In der Kälte habe er mehr Probleme mit dem Finger als an der Wärme. Er arbeite den ganzen Tag auf der Baustelle, bringe jedoch nicht die volle Leistung (S. 2).
Beim linken Daumen sei eine eindeutige
Verschmächti
gung
des Fingers festzustellen, mehr auf der
ulnaren
S
e
ite als auf der radialen Seite. Es bestehe eine Sensibilitätsverminderung auf der
ulnaren
S
e
ite des Dau
mens vom Grundgelenk nach distal bis zur Fingerspitze. Im Bereich des
Endge
lenks
ulnar
bestehe eine stärkere
Druckdolen
z
. Die Beweglichkeit sei im Grund- und Endgelenk eingeschränkt und die Einrollbewegung sei unvollständig. Die Adduktion zum Kleinfingergrundgelenk sei eindeutig mehr gestreckt als auf der Gegenseite. Der Faustschluss mit eingezogenem Daumen sei unvollständig (S.
4).
Weiter bestehe eine
wesentliche
Kraftminderung
der
link
en Hand
(S. 5).
Mit der heutigen Untersuchung und dem heutigen Befund sei eindeutig festzule
gen, dass in der Bauarbeitertätigkeit keine volle Arbeitsfähigkeit erreicht werden könne. Als Reiniger sei dem Beschwerdeführer bereits vor Monaten gekündigt worden. Diese Tätigkeit wäre bereits seit längerer Zeit möglich. Insgesamt sei festzustellen, dass Reinigungsarbeiten mit Berücksichtigung der Einschränkun
gen in ein
em vollen Pensum möglich wären
. Das am 1
9.
Mai 2009 erstellte Zumutbarkeitsprofil habe nach wie vor Gültigkeit (S. 7).
Am 2
5.
Mai 2010 führte SUVA-Kreisarzt
Dr.
A._
ergänzend
aus, das
Zumutbar
keitsprofil
gelte immer für alle ausgeführten Tätigkeiten und
vollzeit
lich
sei
ohne zeitliche Einschränkung
zu verstehen
.
Ob der Beschwerdeführer in seiner Freizeit arbeite oder nichts mache, sei nicht ein medizinisches Problem, solange die Belastungsfähigkeit eingehalten werde
(Urk. 8/120)
.
3.8
Dr.
med.
D._
, Chirurgie
FMH, speziell Handchirurgie, erstattete sein vom Beschwerdeführer in Auftrag gegebenes Gutachten am 2
6.
Juli 2010 (
Urk.
8/140
/2-15
) gestützt auf die Untersuchung vom 2
3.
Juli 2010 sowie die Akten.
Er nannte folgende Diagnosen (S. 8):
Status nach Schnittverletzung am Daumen links
ulnar
/
palmar
Höhe
Grund
gelenk
. Durchtrennung des
ulnaren
Gefässnervenbündels, der Flexor
pollicis
lonus
Sehne und Eröffnung der
palmaren
Gelenkskapsel
Status nach primärer Nervennaht,
Reinsertion
der FPL-Sehne und
Kapsel
naht
am 1
7.
April 2008
Status nach Neurom-Resektion mit intra-muskulärer Nervenverlagerung am
8.
Juli 2009
posttraumatisches komplexes regionales Schmerzsyndrom Typ II (CRPS II)
mit konsekutiver Funktionsminderung des linken Daumens und der linken Hand
Er
führte aus,
gemäss Handschema bestehe eine
Allodynie
im ganzen
Derma
tom
des
ulnaren
palmaren
Daumennervs
mit Hyperalgesie, Hyper
ä
sthesie und
Hyperpathie
, obschon die Oberflächen-Berührung nicht wahrgenommen werde.
Der Schmerz-Test führe am linken Daumen innerhalb der
Allodyniezone
zu einer Schmerzausbreitung über die gesamte Zone der
Allodynie
hinaus sowie zu einer deutlichen Schmerzverlängerung bis 30 Sekunden (S. 5 oben).
Die aktive Flexion im Endgelenk des linken Daumens sei unter stärker werdenden Schmer
zen bei 39 Grad limitiert. Im Grundgelenk liege die
Limite
schon bei 17
Grad,
wobei die Beweglichkeit passiv noch deutlich erhöht werden könne.
Die Mes
sungen der Kraft beim Präzisionsgriff zwischen Daumen und Zeigefinger sei schmerzbedingt links bei 3 kg limitiert
und betrage rechts 14 kg. Bei allen Kraft-Messungen trete spontan ein motorisches,
feinschlägiges
Zittern in Erscheinung, welches nach Entspannung wieder spontan verschwinde
(S. 5 f.
).
Die erlittene vollständige Durchtrennung des
ulnaren
Daumen-Nervs habe zu einem CRPS Typ II geführt. Sämtliche erforderlichen Kriterien seien erfüllt. Es lägen nicht nur vielfältige neurologische Defizite vor, sondern auch vasomoto
rische und
sudomotorische
Störungen sowie motorische, trophische Störungen und Ödeme, wobei die motorischen Defizite nicht nur den linken Daumen, son
dern auch teilweise die linke Hand betreffen würden (S. 8). Im Vordergrund des Beschwerdebildes stehe die ausserordentliche Schmerzhaftigkeit und nicht etwa die funktionelle Einschränkung durch Gelenk-Kapselverwachsungen im
Ver
letzungsbereich
oder durch Vernarbungen entlang der
refixierten
Daumen-Beu
gesehne
. Diese Verwachsungen seien nachzuweisen, hätten jedoch kaum einen ausschlaggebenden Krankheitswert
(S.
9)
.
Der medizinische Endzustand könne heute als erreicht bezeichnet werden. In prognostischer Hinsicht sei eher mit einer weitergehenden Ausbreitung der vielfältigen neurologischen Defizite und damit auch der Schmerzen zu rechnen als mit einem bleibenden Zustand (S. 9 f.).
Mit Rücksicht auf die diversen, vor allem schmerzhaften Komponenten des CRPS Typ II sei der Integritätsschaden auf 14
%
zu schätzen.
Er stütze sich dabei nicht nur auf Tabelle 3 Ziffer 1, son
dern vergleiche den erlittenen funktionellen Schaden mit den Ziffern 2-4, beziehe sich ebenfalls auf den gesamten
Handwert
und nehme auch Bezug auf Tabelle
1.
Bei seiner Schätzung gehe es um eine Gesamt-Schätzung des funkti
onellen Wertes der linken Hand und nicht um eine metrisch begrenzte Bewer
tung des Daumen-Endgliedes.
Das CRPS habe seine Auswirkungen nicht nur auf den Daumen-Strahl, sondern auf den Gebrauch der ganzen linken Hand
(S. 10).
Heute sei eine markante Einschränkung der groben Kraft der linken Hand festzu
stellen, welche für jegliche Bauarbeiten
,
w
elche zweihändig ausgeführt werden müssten, stark limitierend sei. Jeglicher Klammergriff zwischen Daumen und den Langfingern, zum Beispiel beim Tragen von Ziegelsteinen, Rohren und Werkzeugen
,
sei vollständig unmöglich.
Es seien nur schwache Griffe unter Schmerzen möglich (S. 10). Die aktuelle Einschätzung der
Leistungseinschrän
kung
von lediglich 25
%
auf einer Baustelle scheine eher an unterster Grenze zu liegen. Realistischer scheine eine Leistungsminderung zwischen 30-35
%
.
Bei angemessenem Belastungsprofil könne eine ganztägige und 100%ige Tätigkeit ausgeübt werden (S. 11).
3.9
SUVA-Kreisarzt
Dr
.
A._
berichtete am 2
1.
September 2010 (
Urk.
8/141) und führte aus,
die
Überlegungen der Be
einträchtigung der ganzen Hand träfen
für die vorliegende Schädigung am linken Daumen beim Beschwerdeführer nicht
zu und spielten keine Rolle. Es gehe um eine Funktionseinschränkung mit Schmer
zen und eine minimale morphologische Veränderung am linken Daumen, so dass die Tabelle 3 berücksichtigt werden müsse. Der
Handwert
spiele für die Beurteilung der Schädigung am Finger keine Rolle. An der Beurteilung des Integritätsschadens sei keine Korrektur anzubringen. Wie der Wert 14
%
für einen Integritätsschaden grundsätzlich erklärt werden könne, sei nicht nach
vollziehbar.
3.10
Dr
.
D._
berichtete
am 2
7.
Oktober 2010 (
Urk.
8/143/12-16) und führte aus,
es sei medizinisch nicht nachvollziehbar, weshalb in beiden kreisärztlichen Untersuchungsberichten die Diagnose CRPS nicht formuliert worden sei und damit die ausserordentlichen Auswirkungen dieses Schmerzsyndroms nicht in die Beurteilung eingeflossen seien, obwohl diesbezüglich ausreichend anamnes
tische Angaben vorgelegen hätten und bis heute objektivierbare, nachvollzieh
bare Befunde bestünden.
Eine ganztägige, 100%ige Tätigkeit sei bei angemesse
nem Belastungsprofil durchaus zumutbar, jedoch nicht darüber hinaus. Eine zusätzliche 30%ige Nebentätigkeit sei nicht mehr zumutbar. Deswegen und weil bereits eine drohende Ausbreitung und Intensivierung des Schmerzsyndroms festzustellen sei, sei eine Überlastung strikte zu vermeiden. Erfahrungsgemäss seien repetitive Überlastungen oder eine unzureichende Schonung geeignet, den heute noch als stabil und als mässig stark zu bezeichnenden Schmerzzustand un
günstig zu beeinf
lussen (S. 3).
Dr.
A._
sei in
seinen beiden kreisärztlichen Untersuchungen nicht auf den Umstand eingetreten, dass ein die Unfallfolgen komplizierendes CRPS Typ II aufgetreten sei. Seine
Einschätzung der Integritätsschädigung
betreffe nur den Wert des Daumen-Endglieds. Dies sei medizinisch nicht korrekt.
Nicht nur der Schmerz, welcher übrigens über die eigentliche Verletzungszone hinausgehe und mindestens zwei Drittel des gesamten Daumenstrahls ausmache
, oder der hälftige Sensibilitätsverlust an zwei Daumengliedern
sei allein massgebend
, sondern auch das weitgehend funktionell
eingesteifte
Daumen-End- und Dau
men-Grundgelenk. Die vorliegend funktionelle Einbusse mit Wirkung auf die ganze Hand werde aus den Bewegungseinschränkungen des Daumenstrahls sei
nerseits und den signifikant erniedrigten Kraftmessungen der Hand anderseits ersichtlich
. Ein Vergleich mit einer peripheren
Medianus
-Parese sei berechtigt, wenn nicht sogar unumgänglich, da die
ulnare
Hälfte des Daumens und darüber hinausgehend zwei Drittel der
ulnaren
Seite des Daumenstrahls von
einer
Sen
sibilisierungsstörung
erfasst sei
en
(S. 4).
3.11
Dr.
med.
B._
, Neurologie FMH, und
Dr.
med.
C._
, Facharzt
für Chirurgie FMH, SUVA Versicherungsmedizin, berichteten am 2
0.
Dezember 2011 (
Urk.
8/158) über die chirurgische und neurologische fach
ärztliche Untersuchung des Beschwerdeführers vom
6.
Dezember 201
1.
Sie führten aus,
in der Zwischenzeit sei am 1
9.
April 2011 die vorgeschlagene Arbeitsplatzabklärung inklusive fotografischer Dokumentation vorgenommen worden. Der Arbeitgeber des Beschwerdeführers habe nähere Angaben über die vor dem Unfall vom Beschwerdeführer verrichtete Tätigkeit als Bauarbeiter gemacht.
Dieser empfinde
derzeit das Festhalten eines Gegenstandes
, insbeson
dere mit dem Klammergriff, als grösstes Problem.
Seit der Beschwerdeführer die volle Arbeitszeit arbeite, setze er sich mustergültig ein und kompensiere die Behinderung so gut er könne. Man versuche, ihn in der Arbeitsplanung anhand seines Könnens und seiner Fähigkeit optimal einzusetzen. Trotz des vorhande
nen Willens sei er in der Verrichtung der Arbeiten etwas langsamer geworden
. Seine Minderleistung werde auf 15-20
%
geschätzt
(S. 8 f.)
.
Der Beschwerde
führer gebe an, er leide jetzt besonders unter der Kälte. Bei Kälte schmerze die linke Hand den ganzen Tag. Bei warmem Wetter verspüre er weniger Schmer
zen. Auf einer Skala von 0 bis 10 würden sich seine Schmerzen minimal und ständig auf Stufe 2 bewegen, dabei sei der Daumen wie betäubt, wobei er gleichzeitig einen stechenden Schmerz verspüre (S. 10).
Zu seiner Arbeit habe der Beschwerdeführer ausgeführt, dass er derzeit ganztags während 8.75 Stunden arbeite. Die meiste Zeit arbeite er auf dem
Tumper
, ein Fahrzeug, das er selbständig bedienen könne. Baugerüste müsse er nur noch selten aufstellen, wozu er aber längere Zeit benötige.
Hier sei er vor allem beim Halten der schweren und kalten Rohre behindert. Generell sei er beim beidhän
digen Heben von schweren Gewichten behindert, und auch das Halten von sperrigen Gegenständen sei erschwert. Diese Tätigkeiten kämen jedoch nur sel
ten vor. Schaufeln und Pickeln könne er zwar nach wie vor, diese Tätigkeiten seien jedoch pro Tag höchstens fünf mal fünf Minuten notwendig. Den
Hilti
Schlaghammer benutze er a
uch nur sehr selten (S. 10 f.).
Der Beschwerdeführer zeige anlässlich der Untersuchung kein überbetontes Schmerz- und Schonverhalten der linken Hand. Die objektivierbaren Befunde korrelierten gut mit den subjektiven Angaben, es fänden sich keine Inkonsisten
zen (S. 12 oben).
Die Inspektion der Hände zeige eine Hypotrophie der
Thenar
muskulatur
links gegenüber rechts, auch der erste
Interossaerraum
wirke links etwas schmächtiger. Der linke Daumen sei im Vergleich zum rechten deutlich
verschmächtigt
und zeige dystrophe Veränderungen im Sinn einer verstrichenen
Hautfältelung
auf der Dorsalseit
e sowie eine leichte Glanzhaut. Der Faustschluss sei rechts vollständig möglich, links würden nur die Langfinger zur Faust
geschlossen und der Daumen bleibe abduziert. Die Opposition des linken Dau
mens sei zwar nicht eingeschränkt, wegen der verminderten Beugung im
End
gelenk
werde jedoch nicht das Grundgelenk des Kleinfingers, sondern bloss die Grundphalanx des Kleinfingers erreicht (S. 13 oben).
Das Areal, welches als schmerzhaft empfunden und vom Beschwerdeführer selber an seiner linken Hand eingezeichnet werde, umfasse den gesamten Daumenstrahl inklusive
Thenar
unter Einbezug der Daumenkommissur sowie des zweiten
Metakarp
ale
strahls
bis zum Grundgelenk (S. 13 unten).
Die Ursache seiner jetzigen Beschwerden sei im durchgemachten CRPS 2 zu sehen. Es liege zwar ein
chronifizierter
Zustand vor, allerdings sei die Prognose im Prinzip als recht günstig zu beurteilen
(S. 20)
.
An
gesichts
der erkennbaren Einschränkungen könne das jetzt in Summa formulierte Zumutbarkeitsprofil aufrechterhalten werden. Hierbei bestehe eine Arbeitsfähigkeit von 100
%
mit einem Rendement von 75
%
.
Ein Einsatz als Baumaschinenführer, zum Beispiel als Radlagerfahrer
,
sei uneingeschränkt möglich
(S. 20 unten)
.
Für Arbeiten wie
Kompressern
, Schaufeln, Pickeln und Arbeiten mit dem Schlagbohrer müsse eine zeitliche
Limite
von zirka 30 Minuten
pro Tag gesetzt
werden
(S. 23)
.
Der Faustschluss, der Klammergriff sowie der
Pinch-Schlüssergriff
sollten mit der linken Hand vermieden werden (S. 27).
Aufgrund der Kraftminderung der linken Hand sei das einhändige Heben und Tragen mit dieser Hand auf maximal 10 kg limitiert. Das beidhändige Heben und Tragen von Gewichten sei auf 30 kg limi
tiert (S. 27 f.).
Nicht eingeschränkt sei die Funktion der rechten, dominanten Hand
. Zumutbar seien auch Überkopfarbeiten sowie das Besteigen von Leitern (S. 28).
Theoretisch medizinisch sollte berücksichtigt werden, dass eine Neben
tätigkeit in einer Reinigungsfirma voll zumutbar bleibe (S. 23
, S. 28
).
Bezüglich der Schätzung des Integritätsschadens sei ein Quervergleich mit einer distalen
Medianuslähmung
weniger geeignet, um das Ausmass der
Integritäts
schädigung
am linken Daumen zu erfassen. Denn da hier nur der
ulnare
Kolla
teralnerv
, nicht aber der Stammnerv des
Nervus
medianus
durchtrennt worden sei, lägen auch die damit verbundenen neurologischen Ausfälle nicht vor.
Was hier berücksichtigt werden müsse, sei der chronische Schmerz im Rahmen des CRPS, der weitgehend für die Einschränkung der Daumenfunktion verantwort
lich sei. Die verbleibende Beweglichkeitseinschränkung des Daumenendgliedes infolge Verwachsungen nach Sehnennaht spiele in funktioneller Hinsicht nur eine untergeordnete Rolle. Zur Schätzung erscheine deshalb der analoge Ver
gleich mit einer globalen Funktionseinbusse des Daumens beziehungsweise eines Daumenverlustes geeigneter. Nach der Einschätzung und aufgrund des klinischen Befundes am linken Daumen entspreche die Funktionseinbusse der Hälfte eines vollständigen Daumenverlustes. Der von
Dr.
D._
gewählte
Wert
von 14
%
entspräche annähernd Dreiviertel eines Daumenverlustes. Dieser Wert sei auch deshalb als zu hoch einzustufen, da der funktionell wichtige Spitzgriff sowie auch der Schlüsselgriff immer noch erhalten geblieben seien, was ohne Daumen nicht möglich wäre. Der unfallbedingte Integritätsschaden werde somit auf 10
%
geschätzt (S. 28 f.).
3.12
Dr
.
D._
nahm am 1
2.
Januar 2012 Stellung (
Urk.
8/160/3-7) zum Unter
suchungs
bericht vom 2
0.
Dezember 2011 und führte aus,
es sei falsch, wenn die Gutachter behaupteten, seine Schätzung von 14
%
beruhe auf der Bewertung einer distalen
Medianus
-Lähmung.
Seine Schätzung beruhe auf der Tatsache, dass das CRPS Typ II beim Beschwerdeführer nicht nur Auswirkungen auf den Daumenstrahl, sondern auf den Gebrauch der gesamten linken Hand und auf den linken Vorderarm habe (S. 2).
Aufgrund einer weiteren Schwä
chung mit auffallender Inkonstanz der Einzelwerte zwischen beiden
Untersu
chungsdaten
liege die Vermutung nahe, dass es beim Beschwerdeführer mit grosser Wahr
scheinlichkeit sogar
zu einer
Verschlimmerung des
Beschwerdezu
standes
gekommen sein könnte (S. 3).
3.13
Dr.
B._
und
Dr.
C._
nahmen am 2
5.
Juni 2012 (
Urk.
8/166
=
Urk.
3
) Stellung zur Stellungnahme von
Dr.
D._
vom 1
2.
Januar 2012 und führten aus,
zur Zunahme eines Kraftverlustes der linken Hand im Vergleich zur rechten sowie zu den verschlechterten Oberflächentemperaturmessungen an der linken Hand sei zu bemerken, dass die gemessenen Werte der Faustschlusskraft nicht nur von der Kooperation des Untersuchten, sondern auch von der jeweiligen Tagesform abhängen würden, weswegen sie Schwankungen unterworfen sein könnten.
Solche Schwankungen würden auch die Temperaturmessungen betreffen. So habe
Dr.
D._
die Oberflächentemperatur an den Händen im Som
mer
(2
3.
Juli 2010)
bei einer Ra
umtemperatur von 24.5 Grad Celsius gemessen, während die hiesige Untersuchung im Winter
(
6.
Dezember 2011)
bei einer Raumtemperatur von 22.7 Grad Celsius stattgefunden habe.
So könnten die unterschiedlichen Messungen rein aufgrund der unterschiedlichen klimatischen Verhältnisse beziehungsweise Umgebungstemperaturen erklärt werden.
Ohne Veränderung des klinischen Befundes an der linken Hand könne jedoch keine objektivierbare Verschlechterung des CRPS bestätigt werden (S. 2).
Was das definierte Zumutbarkeitsprofil betreffe, habe man sich auf di
e
vor Ort vorgenommene Leistungsprüfung im Betrieb, welche bewusst vor der Untersu
chung des Beschwerdeführers veranlasst worden sei
, gestützt. Dabei sei nicht klar, ob diese Fotodokumentation samt dem dazu gehörigen Bericht
Dr.
D._
zur Verfügung gestanden habe.
Die von
Dr.
D._
postulierten
Tragelimiten
von 6
bis 8 kg könnten nicht nachvollzogen werden, wenn
man den Beschwer
deführer einen 15 kg schweren Kompressor für den Betonabbau in den Händen halten sehe. Dass solche Tätigkeiten jedoch auf ein absolutes Minimum redu
ziert wer
den sollten, sei in der Zumutbarkeitsbeurteilung festgehalten worden (S. 2 f.).
3.14
Dr.
D._
berichtete
am 3
0.
September
2012 (
Urk.
11/1) und führte
aus, anläss
lich der Untersuchung vom 2
9.
September 2012 habe sich eine markante Aus
dehnung der sensiblen
Störungen an der Hautoberfläche, welche im Vergleich zur Untersuchung vom 2
3.
Juli 2010 flächenmässig das Mehrfache betrage, gefunden (S. 3).
Verändert habe sich bis heute auch die weitere Umgebung dieser bisher unbestrittenen Nervenläsion, welche sich bis anhin auf den Dau
men begrenzt gehalten habe (S. 4).
Anamnestisch schildere der Beschwerde
führer eine kontinuierliche Schmerzzunahme bezüglich Intensität, welche durch repetierende Belastungen, insbesondere durch Erschütterungen und Schläge gegen seine linke Hand aufträten. Er mache weiter eine Verlängerung der Ver
weilzei
t der Schmerzen geltend (S. 5).
Zusammenfassend lasse sich gegenüber den Befunden vor zwei Jahren somit eine Ausbreitung, Zunahme und Intensivierung der Ruheschmerzen feststellen mit einer entsprechenden Verkürzung der schmerzfreien Zeit auf wenige Stun
den
gegen Nacht-Ende und Morgen bis zum Beginn der Arbeit
(S. 6
, S.
10
).
Mit adäquaten Methoden jederzeit objektiv nachvollziehbar habe sich das CRPS beim Beschwerdeführer in der über zweijährigen Zeitspanne nicht nur bezüglich Schmerzen intensiviert und ausgeweitet, sondern auch bezüglich zahlreicher neurologischer Störungen, welche anlässlich der Untersuchung in weiten Teilen unter Zuhilfenahme quantitativer Ermittlungen hätten erfasst werden können (S. 13).
3.15
Dr.
B._
und
Dr.
C._
berichteten am 1
7.
Januar 2013 (
Urk.
16) und nahmen zum Gutachten von
Dr.
D._
vom 3
0.
September 2012 Stellung. Sie führten aus,
neu hinzugekommen sei aufgrund der von
Dr.
D._
erhobenen Befunde eine Ausdehnung der Zone der
Allodynie
,
Hyperpathie
und Hyperalge
sie
vom linken Daumen nach proximal in den Bereich der Hand sowie anam
nestisch eine Zunahme der Ruheschmerzen. Möglicherweise sei diese
Schmerz
zunahme
durch den Zwischenfall vom 2
7.
September 2012 beeinflusst, der noch bis zur zwei Tage später erfolgten Untersuchung bei
Dr.
D._
in
Form eines erhöhten Ruheschmerzes nachgewirkt habe (S. 2 f.).
Bereits am
6.
Dezember 2011 habe eine signifikante Seitendifferenz von über 1.4 Grad Celsius zu Ungunsten der linken Hand bestimmt werden können.
Die konstant kühlere Oberflächentemperatur an der linken Hand bis zur Mitte des Unterarms könne auf eine weiterhin anhaltende schmerzbedingte Schonung der linken Hand
zurückgeführt werden
(S. 3)
.
Ob nun die heute geltend gemachte
Schmerzzu
nahme
inzwischen tatsächlich zu einer erwerbsvermindernden
Leistungsein
busse
auch in einer den Unfallfolgen
angepassten
Tätigkeit geführt habe, ver
möge
Dr.
D._
nicht zu beurteilen. Wie er auf Seite 13 seines Berichts festhalte, sei ihm die Fotodokumentation vom 1
9.
April 2011 nicht zur Verfügung gestanden
(S. 4)
.
4.
4.1
Die Würdigung der medizinischen Akten ergibt, dass die
ärztlichen Beurteilun
gen
von
Dr.
B._
und
Dr.
C._
(E. 3.
11, E. 3.13
und E. 3.1
5
) für die Beantwortung der gestellten Frage umfassend
sind. Die Beurteilungen berück
sichtigen die medizinischen
Vorakten
ebenso wie die geklagten Beschwerden de
s
Beschwer
deführers
und stützen sich
ausserdem
auf die erhobene
Arbeits
platzanamnese
vor Ort (vgl.
Urk.
8/157)
. Die Darlegung der medizinischen Befunde sowie deren Beurteilung leuchten ein und die Schlussfolgerungen sind nachvollziehbar begründet. So machte
n die Versicherungsmediziner darauf aufmerksam,
dass sich die
Hyperpathiezone
am linken Daumen ungünstig auf verschiedene Griffformen wie den Faustschluss, den Klammergriff sowie den
Pinch
-Schlüsselgriff auswirke, da sie in der
ulnaren
Innenhälfte am
ausgepräg
testen
sei, und diese Griffarten mit der linken Hand deshalb auf ein Minimum reduziert werden oder gar vermieden werden sollten.
Sie legten ausserdem plausibel dar, dass die heutige Tätigkeit mit dem Dumper den Unfallfolgen gut angepasst und voll zumutbar sei, da beim Bedienen des Steuerknopfes am Steu
errad die ungünstigen Griffarten wegfielen oder der Dumper ebenso mit der rechten Hand bedient werden könne.
Weiter zeigten sie in nachvollziehbarer Weise
das aufgrund der Arbeitsplatzanamnese
vor Ort
ermittelte
Zumutbar
keitsprofil
des Beschwerdeführers auf, und wiesen darauf hin, dass
die Nebentä
tigkeit in einer Reinigungsfirma ganztags bei voller Leistung zumutbar sei. Überdies machten die Versicherungsmediziner
in Bezug auf die
Integritätsent
schädigung
darauf aufmerksam,
dass aufgrund des klinischen Befundes am linken Daumen die Funktionseinbusse der Hälfte eines vollständigen
Daumen
verlustes
entspreche und somit auf 10
%
geschätzt werde.
Einleuchtend ist in diesem Zusammenhang auch die Argumentation, dass ein Quervergleich mit einer distalen
Medianuslähmung
weniger geeignet sei, um das Ausmass des Integritätsschadens am linken Daumen zu erfassen, da beim Beschwerdeführer nur der
ulnare
Kollateralnerv, nicht aber der Stammnerv durchtrennt worden sei und demnach die damit verbundenen neurologischen Ausfälle auch nicht vorlä
gen.
Die Versicherungsmediziner bezogen ausserdem
ausdrücklich Stellung zu
den Gutachten von
Dr.
D._
und begründeten ihre davon abweichende Meinung in nachvollziehbarer Weise.
Die ärztlichen Beurteilungen durch
Dr.
B._
und
Dr.
C._
entsprechen somit den von der Rechtsprechung konkretisierten Anforderungen (vgl. E.
1.
4
und
E. 1.
5
hievor
) vollumfänglich, so dass für die
Entscheidfindung
darauf abgestellt werden kann. Zudem we
rden die Beurteilungen durch die
Bericht
e
von
SUVA-Kreisarzt
Dr.
A._
(E. 3.5, E. 3.7 und E. 3.9
) gestützt;
so ging
dieser
explizit
davon aus, dass
es sich nicht um eine medizinische Frage h
andle, ob dem Beschwerdeführer eine Arbeitstätigkeit im zeitlichen Umfang von 129
%
zumutbar sei, da die medizinische Einschätzung nur die Belastungsfähigkeit in Bezug auf die körperlichen Anforderungen
wi
derspiegle und diese eingehalten werden müssten.
4.2
Auf die Beurteilung und die Einschätzung der Arb
eitsfähigkeit
durch
Dr.
D._
(vgl. vorstehend E.
3
.
8, E. 3.10, E. 3.12
und E.
3
.
14
) kann demgegenüber nicht abgestellt werden. So
hatte
Dr.
D._
offensichtlich nicht Kenntnis der vollstän
digen Akten
, insbesondere der Arbeitsplatzanamnese mit der entsprechenden Fotodokumentation, als er seine Berichte verfasste. Eine Auseinandersetzung
mit der vom Beschwerdeführer in seiner aktuellen Tätigkeit konkret zu verrich
tenden Arbeit ist für die vollständige Beurteilung der Zumutbarkeit jedoch unabdingbar. Ausserdem setzte er sich
mit der kreisärztlichen Feststellung von
Dr.
A._
nicht
auseinander, wonach es sich bei der Frage
, ob dem Beschwer
deführer seine Nebentätigkeit im Umfang von 29
%
noch zumutbar sei,
nicht um ein medizinisches Problem handle, solange das Belastungsprofil eingehalten werde
.
Dass
Dr.
D._
davon aus
ging
,
die Nebentätigkeit
würde
zu einer Über
lastung und damit zu
einer Ausweitung
der Schmerzsymptomatik führen, ist nicht nachvollziehbar
. So erachteten sowohl er selber als auch die
Versiche
rungsmediziner
diese Nebentätigkeit in körperlicher Hinsicht für voll
zumutbar,
zumal
die linke Hand dabei viel weniger stark belastet werde als auf dem Bau.
Weiter ging
Dr
.
D._
auch nicht auf die eingehend
dargelegten
Argumente der Versicherungsmediziner ein
und stützte s
eine
Beurteilung
im Wesentlichen
auf die
subjektiven Angaben des Beschwerdeführers
, welche jedoch für die Beurtei
lung der Arbeitsfähigkeit nicht massgebend sind.
Abgese
hen davon machte
Dr.
D._
weder nähere Angaben zu funktionellen Ein
schränkungen
in Bezug auf die vom Beschwerdeführer konkret zu verrichtende Tätigkeit
, noc
h äusserte er sich zu möglichen
adaptierten Arbeiten auf dem Bau
. Seinen Berich
ten lässt sich somit betreffend
Beurteilung der Arbeitsfähigkeit nichts Konkretes ent
nehmen, was
die Berichte von
Dr.
B._
und
Dr.
C._
umzustossen ver
möchte.
Seine Ausführungen vermögen nach dem Gesagten
die
ausführliche und
eingehend begründete
Beurteilung
von
Dr.
B._
und
Dr.
C._
dem
nach nicht zu entkräften.
Zusammenfassend wurden somit keine Erkenntnisse vorgebracht, welche die ausführl
ich begründete Beurteilung in den Berichten von
Dr.
B._
und
Dr.
C._
umzustossen ver
möchten.
4
.
3
Soweit der Beschwerdeführer
geltend machte, der medizinische
Sachverhalt sei nicht umfassend abgeklärt, und es seien deshalb weitere Abklärungen
, insbe
sondere ein unabhängiges Gutachten
in die Wege zu leiten, vermag dies nach dem Gesagten nicht zu überzeugen.
Sowohl der physische als auch der p
sychische Gesundheitszustand des
Be-schwer
deführers
wurden in den Beurteilung
en gebührend berücksichtigt. Der Beschwerdeführer
vermochte sodann nicht we
iter darzutun, inwiefern die Ak
tenlage unzutreffend beziehungsweise unvollständig ist.
Da der Sachverhalt
nach dem Gesagten
durch
weitreichend
e medizinische Einschätzungen aus ver
schiedenen Fachrichtungen abgeklä
rt
wurde und eine Verschlechterung nicht ausgewiesen ist
,
erweisen sich
die vorliegenden medizinischen Akten
als ausrei
chend
. A
uf weitere Abklärungen
kann deshalb verzichtet werden
.
Die Einwände de
s Beschwerdeführers
in Bezug auf die medizinischen Abklärun
gen sind nach dem Gesagten
unbehelflich
. Weitere sub
stantiierte Einwände brachte er
nicht vor.
4.4
Zusammenfassend ist festzuhalten, dass auf die überzeugenden, nachvollziehba
ren und ausführ
lich begründeten Einschätzungen
von
Dr.
B._
und
Dr.
C._
abzustellen und somit von einer
vollen
Arbeitsfähigkeit gemäss be
schriebenem
Zumutbarkeitsprofil
auszugehen ist.
5.
5.1
Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades wird gemäss
Art.
16 des Bun
desgeset
zes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG) das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälli
ger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausge
glichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt zum
Erwerbs
einkommen
, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre.
5.2
Der Einkommensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der
Einkom
mensdifferenz
der Invaliditätsgrad bestimmen lässt. Insoweit die fraglichen Erwerbseinkommen ziffernmässig nicht genau ermittelt werden können, sind sie nach Massgabe der im Einzelfall bekannten Umstände zu schätzen und die so gewonnenen Annäherungswerte miteinander zu vergleichen (allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 104 V 135 E.
2a und b, vgl. auch BGE 114 V 310 E. 3a).
6.
6.1
Für die Ermittlung des
Valideneinkommens
stellt sich die Frage, was der Beschwerdeführer aufgrund seiner beruflichen Fähigkeiten und persönlichen Umstände zu erwarten gehabt hätte, wenn er nicht invalid geworden wäre. Dabei entspricht es empirischer Erfahrung, dass die bisherige Tätigkeit im Gesundheitsfall weitergeführt worden wäre, weshalb Anknüpfungspunkt für die Bestimmung des
Valideneinkommens
häufig der zuletzt erzielte, der Teuerung sowie der realen Einkommensentwicklung angepasste Verdienst ist (RKUV 1993 Nr. U 169 S. 100 f. E. 3b).
6
.
2
Die Beschwerdegegnerin stützte sich bei der Ermittlung des hypothetischen
Vali
deneinkommens
auf die
Angaben der
Y._
für die Haupttätigkeit
(
Urk.
8
/
127
)
sowie die Angaben der
Z._
für die Nebentätigkeit (
Urk.
8/128)
und errechnete für das Jahr 2010 einen Betrag von Fr.
77
‘
998.10
(
Urk.
2
S. 1
2
unten).
Dieses Vorg
ehen wurde vom Beschwerdeführer weder gerügt
nocht
in Frage gestellt und gibt aufgrund der Akten zu keinen Beanstandungen An
lass, so dass sich weitere Ausführungen erübrigen
und von einem
Valideneinkommen
von Fr. 77‘998.-- auszugehen ist.
6
.
3
Zur Ermittlung des hypothetischen Invalideneinkommens
für die Haupttätigkeit bei der
Firma
Y._
stützte sich
die Beschwerdegegne
rin auf die vom Bundesamt für Statistik periodisch herausgegebenen
Lohnstruk
turerhebungen
(LSE) u
nd errechnete
unter Berücksichtigung eines
leidensbe
dingten
Abzugs von 5
%
einen Betrag
von
Fr.
58
‘
106
.
30
(
Urk.
2 S.
11
f.).
Hierzu rechnete sie das Zusatzeinkommen aus der Nebentätigkeit bei der
Z._
im Betrag
von
Fr.
16‘567.20
(
Urk.
2 S. 12 unten)
, womit sich das gesamthafte hypothetische Invalideneinkommen auf
Fr.
74‘673.50 beläuft
(
Urk.
2 S. 12 Mitte)
.
6
.
4
Der Beschwerdeführer rügte dieses Vorgehen in dem Sinne, dass bei der Berech
nung des Invalideneinkommens das Zusatzeinkommen aus der Nebentätigkeit nicht berücksichtigt werden dürfe und ausserdem ein behinderungsbedingter Abzug von 10
%
gerechtfertigt sei
(
Urk.
1 S. 11)
.
6
.
5
D
em Beschwerdeführer
sind
sämtliche Tätigkeiten gemäss beschriebenem
Zumut
barkeitsprofil
, worunter unbestrittenermassen auc
h die
Nebentätigkeit in der
Reinigung
fällt
,
in körperlicher Hinsicht
voll
zumutbar.
Über die genannten Einschränkungen hinaus sind keine Funktionen beeinträchtigt.
Bereits am 2
1.
Mai 2010 bemerkte
Dr.
A._
, dass
es sich nicht um eine medizinische Frage handle, ob dem Beschwerdeführer eine Arbeitstätigkeit im zeitlichen Umfang von 129
%
- wie er es vor dem Unfall ausgeübt hatte – zumutbar sei. Die medizinische Einschätzung widerspiegle
einzig die Belastungsfähigkeit in Bezug auf die körperlichen Anforderungen, welche eingehalten werden müssten
(vgl.
Urk.
8/120)
.
Der
Ein
wa
nd des Beschwerdeführers, ein grösseres Arbeitspensum als 100
%
führe zu einer Überlastung und damit zu einer Ausweitung der
Schmerzsymp
tomatik
, vermag
nach dem Gesagten nicht zu überzeugen.
Die Beurteilung durch
Dr.
A._
sowie
Dr.
B._
und
Dr.
C._
erweist sich als den Ein
schränkungen des Beschwerdeführers Re
chnung
tragend und es kann darauf abgestellt werden
(vgl. vorstehend E. 4.1).
6
.
6
Gegen die Ermittlung des hypothetischen Invalideneinkommens für die
Haupttä
tigkeit
wird
vom Beschwerdeführer sodann
vorgebracht, es rechtfertige sich ein leidensbedingter Abzug von 10
%
.
Wird das Invalideneinkommen auf der Grundlage von statistischen Durch
schnitts
werten ermittelt, ist der entsprechende Ausgangswert allenfalls zu kürzen. Mit dem sogenannten Leidensabzug wurde ursprünglich berücksichtigt, dass versicherte Personen, welche in ihrer letzten Tätigkeit körperliche Schwer
arbeit verrichteten und nach Eintritt des Gesundheitsschadens auch für leichtere Arbeiten
nurmehr
beschränkt einsatzfähig sind, in der Regel das entsprechende durchschnittliche Lohnniveau gesunder Hilfsarbeiter nicht erreichen. Der ursprünglich nur bei Schwerarbeitern zugelassene Abzug entwickelte sich in der Folge zu einem allgemeinen behinderungsbedingten Abzug, wobei die Recht
sprechung dem Umstand Rechnung trug, dass auch weitere persönliche und berufliche Merkmale der versicherten Person wie Alter, Dauer der Betriebszuge
hörigkeit, Nationalität oder Aufenthaltskategorie sowie Beschäftigungsgrad Auswirkungen auf die Höhe des Lohnes haben können. Ein Abzug soll aber nicht automatisch, sondern nur dann erfolgen, wenn im Einzelfall Anhalts
punkte dafür bestehen, dass die versicherte Person wegen eines oder mehrerer dieser Merkmale ihre gesundheitlich bedingte (Rest-)Arbeitsfähigkeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt nur mit unterdurchschnittlichem Einkommen ver
werten kann. Bei der Bestimmung der Höhe des Abzuges ist der Einfluss aller in Betracht fallenden Merkmale auf das Invalideneinkommen unter Würdigung der
Umstände im Einzelfall gesamthaft zu schätzen und insgesamt auf höchstens 25
%
des Tabellenlohnes zu begrenzen (vgl. zum Ganzen BGE 126 V 75). Dabei ist zu beachten, dass allfällige bereits bei der Parallelisierung der
Vergleichsein
kommen
mitverantwortliche invaliditätsfremde Faktoren im Rahmen des soge
nannten Leidensabzuges nicht nochmals berücksichtigt werden dürfen (BGE 134 V 322 E. 5.2).
Angesichts der Zumutbarkeit einer 100%igen behinderungsangepassten
,
Tätig
keit steht dem Beschwerdeführer eine breite Palette von Tätigkeiten
offen. D
ie einzigen medizinisch ausgewiesenen Behinderungen
des Be
schwerdeführers bestehen
im
einhändigen
Heben und Tragen von Lasten über
10
kg
bezie
hungsweise beim beidhändigen Heben und Tragen von Lasten über 30 kg
sowie beim
Faustschluss, dem Klammergriff und dem
Pinch
-Schlüsselgriff, was
bei den üblichen einfachen und repetiti
ven Tätigkeiten nicht ins Gewicht fallen
dürfte
.
Mithin schränken diese Behin
derungen den Beschwerdeführer nicht wesentlich in der Wahl der Tätigkeit ein. Es ist daher nicht zu erwarten, dass der Beschwerdeführer seine verbleibende Ar
beitsfähigkeit nur zu einem unter
durchschnittlichen Lohn - der tiefer sein müsste als der verwendete
Tabellen
lohn
- verwerten kann. Lohnmindernd wirkt sich jedoch der Umstand aus, dass der Beschwerdeführer mit dem genannten Zumutbarkeitsprofil keine Schwerar
beit mehr leisten kann. Die
sem U
mstand wird mit einem Abzug von
5 % Rech
nung getragen; die weiteren persönlichen und beruflichen Umstände sind nicht geeignet, einen höheren Ab
zug zu rechtfertigen.
6.7
Das Vorgehen der Beschwerdegegnerin zur Ermittlung des
Invalideneinkom
mens
im Betrag von
rund
Fr.74‘67
4
.
(vgl. vorstehend E. 6.3)
erweist sich dem
nach als rechtens und ist nicht zu beanstanden
.
Der Vergleich mit dem
Valideneinkommen
von
Fr.
77
‘
998
.
(vgl. vorstehend E.
6
.
2
) ergibt e
ine Einkommenseinbusse von
Fr.
3
‘
324
.
und damit einen
ren
tenausschliessenden
Invaliditätsgrad von
rund
4
%
.
7
.
Bezüglich der Integritätsentschädigung ist der
Einspracheentscheid
entgegen den Ausführungen des Beschwerdeführers ebenfalls nicht zu beanstanden. Gemäss der ärztlichen Beurteilung von
Dr.
B._
und
Dr.
C._
entspricht die Funktionseinbusse der Hälfte eines vollständigen Daumenverlustes
, womit der unfallbedingte Integritätsschaden auf 10
%
geschätzt werde
(vgl. Beurtei
lung vom
2
0.
November 2011;
Urk.
8
/
158)
.
Auf die a
bweichende medizinische Be
urteilung
von
Dr.
D._
kann hingegen nicht abgestellt werden
. Sein Wert entspricht annähernd Dreiviertel eines
Dau
menverlustes
, was zu hoch erscheint,
zumal
der funktionell wichtige Spitzgriff sowie auch der Schlüsselgriff noch erhalten
geblieben ist
, was ohne Daumen nicht möglich wäre
.
Die Integritätsschadenbeurteilung von
Dr.
B._
und
Dr.
C._
beruh
t
auf
klinischen Befunden
und ist nachvollziehbar
und plausibel begründet, weshalb kein Anlass besteht, davon abzuweichen.
Auf weitere Abklärungen ist zu verzichten (BGE 124 V 94 E. 4b; 122 V 162 E. 1d).
8
.
Zusammenfassen
d
ist festzuhalten, dass sich die Verneinung des Anspruchs sowohl auf eine Invalidenrente als auch auf eine
höhere
Integritätsentschädi
gung
und damit der angefochtene Entscheid als rechtens erweisen.
Dies führt zur Abweisung der Beschwerde.