# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** ab3eba09-be0f-406e-8c17-a8b63723153b
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2019
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
Der 1976 geborene
X._
schloss im Jahr 1996 seine Lehre als Automonteur (Urk. 7/1/82)
sowie im Jahr 1998 einen Schweisslehrgang
ab
(Urk. 7/1/83)
.
Im Jahr 2006 absolvierte er einen Führungs-Lehrgang für Teamleiter mit Führungs
verantwortung im technisch-produktiven Bereich (Urk. 7/1/81)
und im Jahr 2010 erlangte er die Staplerprüfung (Urk. 7/18/3)
.
Er arbeitete seit dem 1. Januar 2016 als
Werkstattmitarbeiter respektive
Hilfsarbeiter der Blechumformung bei der
Y._
(Urk. 7/1/91,
Urk.
7/
5/2
), als
er sich am 2. Juni 2016 bei der Arbeit mit einer Maschine
am
Ringfinger der
adominanten
linken Hand
ein Quetschtrauma
mit kompletter Durchtrennung von Sehnen, Muskeln, Knochen und Nervenbündel
n
zuzog
(Urk. 7/1/3, Urk. 7/
1/5).
Das Arbeitsverhältnis kün
digte d
ie
Arbeitgeber
in
per 3
1.
Oktober 2016 (
Urk.
7/1/108).
Am 17.
Oktober 2016 meldete sich
X._
unter Hinweis auf
seinen Unfall
sowie auf die folgenden Operationen bei der Eidgenössischen Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an (Urk. 7/2).
Die
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle,
zog die Akten des Unfallversicherers
Suva
bei (Urk. 7/1
, Urk. 7/14-15, Urk. 7/17
, Urk. 7/24-26)
, liess Ausz
üge
aus dem individuellen Konto des Versicherten er
stellen (IK-Ausz
üge; Urk. 7/4 und Urk. 7/44)
, holte bei der
Y._
einen Arbeitgeberfragebogen ein (Urk. 7/5) und nahm Arztberichte zu den Akten (Urk. 7/12
-13
). Nach Durchführung von Eingliederungsgesprächen teilte
sie
dem Versicherten am 10. Oktober 2017 mit, zurzeit seien
aus gesundheitlichen Gründen
keine beruflichen Eingliederungsmassnahmen durchführbar (Urk. 7/22-23).
Mit Schreiben vom 17. April 2018 unter Beilage eines aktuellen Arztberichts bat die Suva die IV-Stelle, den Anspruch auf berufliche Massnahmen beziehungs
weise Umschulungsmassnahmen erneut zu prüfen (Urk. 7/26).
Im weiteren Ver
lauf wurden
weitere
Arztberichte eingereicht (Urk. 7/33) und Suva-Akten beige
zogen (Urk. 7/36,
Urk.
7/38
,
Urk.
7/41
,
Urk.
7/55
), worunter sich der Bericht der
Z._
vom 1
7.
Septem
ber 2018 befand (Urk. 7/38/43-65).
Am 1
5.
Oktober 2018 stellte die Suva die Heilbehandlung und die Taggeldleistungen per
1.
November 2018 ein und stellte die Prüfung der Rentenfrage nach Abschluss der beruflichen Eingliederungsmass
nahmen durch die Invalidenversicherung in Aussicht (
Urk.
7/41).
Mit Vorbescheid vom 2
5.
Oktober 2018 stellte die IV-Stelle dem Versicherten die Ablehnung einer Kostengutsprache für Umschulung in Aussicht (Urk. 7/43).
Dagegen erhob der Versicherte
am 12.
November 2018, ergänzt am
2
0.
Dezember 2018
unter Beilage eines Arztberichtes
, Einwand
(Urk. 7/47, Urk. 7/57 und
Urk.
7/59)
.
Mit Mitteilung vom 28.
November 2018 schloss die IV-Stelle die Eingliederungsberatung ab (Urk. 7/
52, vgl. auch Urk. 7/53), woraufhin der Versicherte eine anfechtbare Ver
fügung verlangte (Urk. 7/60).
Mit Verfügung vom 1
6.
Januar 2019 lehnte die IV-Stelle eine Kostengutsprache für Umschulung wie angekündigt ab (Urk. 7/64 =
Urk.
2).
2.
Gegen diese Verfügung
erhob der Versicherte
am
1.
Februar 2019 Beschwerde und beantragte, die angefochtene Verfügung sei vollumfänglich aufzuheben und die Beschwerdegegnerin sei zu verpflichten, die Kosten für seine Umschulung zu übernehmen (Urk. 1 S. 2).
Die Beschwerdegegnerin schloss in ihrer Beschwerde
antwort vom
6.
März 2019 auf Abweisung der Beschwerde (Urk. 6), wobei sie das in Bearbeitung befindliche Feststellungsblatt beilegte (
Urk.
7/67
). Die Beschwer
deantwort wurde dem Beschwerdeführer zur Kenntnis gebracht (Urk. 8).
Auf die Ausführungen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, soweit erforderlich, in den
nachfolgenden
Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalide oder von einer Invalidität (Art. 8
des
Bundesgesetz
es
über den Allgemei
nen Teil des Sozialversicherungsrechts
[ATSG]
) bedrohte Versicherte haben ge
mäss Art. 8 Abs. 1
des
Bundesgesetz
es
über die Invalidenversicherung (IVG)
An
spruch auf Eingliederungsmassnahmen, soweit:
a.
diese notwendig und geeignet sind, die Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen,
wieder herzustellen
, zu erhalten oder zu verbessern; und
b.
die Voraussetzungen
für den Anspruch auf die einzelnen Massnahmen erfüllt sind.
Der Anspruch auf Eingliederungsmassnahmen besteht unabhängig von der Aus
übung einer Erwerbstätigkeit vor Eintritt der Invalidität. Bei der Festlegung der Massnahmen ist die gesamte noch zu erwartende Dauer des Erwerbslebens zu berücksichtigen (Abs. 1
bis
). Nach Massgabe der Art. 13 und 21 IVG besteht der Anspruch auf Leistungen unabhängig von der Möglichkeit einer Eingliederung ins Erwerbsleben oder in den Aufgabenbereich (Abs. 2). Nach Massgabe von Art. 16 Abs. 2
lit
. c IVG besteht der Anspruch auf Leistungen unabhängig davon, ob die Eingliederungsmassnahmen notwendig sind oder nicht, um die Erwerbs
fähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, zu erhalten oder zu verbessern (Abs. 2
bis
).
Die Eingliederungsmassnahmen bestehen gemäss Abs. 3 in medizinischen Mass
nahmen (
lit
. a), Integrationsmassnahmen zur Vorbereitung auf die berufliche Ein
gliederung (
lit
.
a
bis
), Massnahmen beruflicher Art (Berufsberatung, erstmalige be
rufliche Ausbildung, Umschulung, Arbeitsvermittlung, Kapitalhilfe;
lit
. b) und in der Abgabe von Hilfsmitteln (
lit
. d).
1.2
Gemäss
Art.
17 IVG hat die versicherte Person Anspruch auf Umschulung auf eine neue Erwerbstätigkeit, wenn die Umschulung infolge Invalidität notwendig ist und dadurch die Erwerbsfähigkeit voraussichtlich erhalten oder verbessert werden kann (
Abs.
1). Der Umschulung auf eine neue Erwerbstätigkeit ist die Wiedereinschulung in den bisherigen Beruf gleichgestellt (
Abs.
2). Als Umschu
lung gelten gemäss
Art.
6
Abs.
1
der
Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV)
Ausbildungsmassnahmen, die Versicherte nach Abschluss einer erstmaligen beruflichen Ausbildung oder nach Aufnahme einer Erwerbstätigkeit ohne vor
gängige berufliche Ausbildung wegen ihrer Invalidität zur Erhaltung oder Ver
besserung der Erwerbsfähigkeit benötigen.
Nach der Rechtsprechung ist unter Umschulung grundsätzlich die Summe der Eingliederungsmassnahmen berufsbildender Art zu verstehen, die notwendig und geeignet sind, der vor Eintritt der Invalidität bereits erwerbstätig gewesenen ver
sicherten Person eine
ihrer früheren annähernd gleichwertige
Erwerbsmöglichkeit
zu vermitteln. Dabei bezieht sich der Begriff der «annähernden Gleichwertigkeit» nicht in erster Linie auf das Ausbildungsniveau als solches, sondern auf die nach erfolgter Eingliederung zu erwartende Verdienstmöglichkeit. In der Regel besteht nur ein Anspruch auf die dem jeweiligen Eingliederungszweck angemessenen, notwendigen Massnahmen, nicht aber auf die nach den gegebenen Umständen bestmöglichen Vorkehren. Denn das Gesetz will die Eingliederung lediglich so weit sicherstellen, als diese im Einzelfall notwendig, aber auch genügend ist (BGE 130 V 488 E. 4.2 mit Hinweisen; Urteil des Bundesgerichts 8C_163/2008 vom 8. August 2008 E. 2.2). Schliesslich setzt der Anspruch auf Umschulung voraus, dass die versicherte Person wegen der Art und Schwere des Gesundheitsschadens im bisher ausgeübten und in den für sie ohne zusätzliche berufliche Ausbildung offen stehenden zumutbaren Erwerbstätigkeiten eine bleibende oder längere Zeit dauernde Erwerbseinbusse von etwa 20
%
erleidet, wobei es sich um einen blos
sen Richtwert handelt (BGE 130 V 488 E. 4.2, 124 V 108 E. 2a und b mit Hinwei
sen auf u.a. AHI 1997 S. 80 E. 1b; ZAK 1984 S. 91 oben, 1966 S. 439 E. 3).
Für die Beurteilung der Gleichwertigkeit im Sinne der erwähnten Rechtsprechung ist in erster Linie auf die miteinander zu vergleichenden Erwerbsmöglichkeiten im ursprünglichen und im neuen Beruf oder in einer der versicherten Person zu
mutbaren Tätigkeit abzustellen. Zwar geht es nicht an, den Anspruch auf Um
schulungsmassnahmen – gleichsam im Sinne einer Momentaufnahme – aus
schliesslich vom Ergebnis eines auf den aktuellen Zeitpunkt begrenzten Einkom
mensvergleichs, ohne Rücksicht auf den qualitativen Ausbildungsstand einerseits und die damit zusammenhängende künftige Entwicklung der erwerblichen Mög
lichkeiten anderseits, abhängen zu lassen. Vielmehr ist im Rahmen der vorzuneh
menden Prognose (BGE 110 V 99 E. 2) unter Berücksichtigung der gesamten Um
stände nicht nur der Gesichtspunkt der Verdienstmöglichkeit, sondern der für die künftige Einkommensentwicklung ebenfalls bedeutsame qualitative Stellenwert der beiden zu vergleichenden Berufe mit zu berücksichtigen. Die annähernde Gleichwertigkeit der Erwerbsmöglichkeit in der alten und neuen Tätigkeit dürfte auf weite Sicht nur dann zu verwirklichen sein, wenn auch die beiden Ausbil
dungen einen einigermassen vergleichbaren Wert aufweisen (BGE 124 V 108
E. 3b; AHI 1997 S. 86 E. 2b; Urteile des Bundesgerichts I 826/05 vom 28. Februar 2006 E. 4.1 in
fine
und I 783/03 vom 18. August 2004 E. 5.2 mit Hinweisen; Meyer-Blaser, Zum Verhältnismässigkeitsgrundsatz im staatlichen Leistungs
recht,
Diss
. Bern 1985, S. 186).
Massnahmen im Sinne von
Art.
17 IVG setzen subjektive und objektive Einglie
derungsfähigkeit voraus (AHI 1997 S. 82 E. 2b/
aa
; ZAK 1991 S. 179 unten f.
E. 3).
1.3
Das Gericht kann die Angelegenheit zu neuer Entscheidung an die Vorinstanz zurückweisen,
besonders
wenn mit dem angefochtenen Entscheid nicht auf die Sache eingetreten oder der Sachverhalt ungenügend festgestellt wurde (§ 26 Abs. 1 des Gesetzes über
das Sozialversicherungsgericht
[
GSVGer
]
). Gemäss stän
diger Rechtsprechung ist in der Regel von der Rückweisung – da diese das Ver
fahren verlängert und verteuert – abzusehen, wenn die Rechtsmittelinstanz den Prozess ohne wesentliche Weiterungen erledigen kann. In erster Linie kommt eine Rückweisung in Frage, wenn der Versicherungsträger auf ein Begehren überhaupt nicht eingetreten ist oder es ohne materielle Prüfung abgelehnt hat, wenn schwie
rige Ermessensentscheide zu treffen sind, oder wenn der
ent
scheidrelevante
Sach
verhalt ungenügend abgeklärt ist (vgl. Urteil des Bundesgerichts U 209/02 vom 10. September 2003 E. 5.2).
2.
2.
1
Die Beschwerdegegnerin stellt
sich in der angefochtenen Verfügung auf den Standpunkt,
der Beschwerdeführer habe im Unfallzeitpunkt nicht mehr in seiner ursprünglich erlernten Tätigkeit als Automonteur gearbeitet, sondern er sei ohne zusätzliche anerkannte fachliche Ausbildung im Metallbau tätig gewesen.
Des Weiteren sei kein invaliditätsbedingter
Minderverdienst
von mindestens 20
%
ausgewiesen (Urk. 2).
2.2
Der Beschwerdeführer
bringt
in seiner Beschwerde
vor,
aufgrund des Unfallereig
nisses vom
2.
Juni 2016 sei seine linke Hand dauerhaft geschädigt (Urk. 1 S. 3).
Er führt aus, er habe eine Lehre als Automonteur abgeschlossen und im erlernten Beruf letz
t
mals im Jahr 1998
kurz gearbeitet
. Indessen baue seine gesamte beruf
liche Laufbahn auf seiner Lehre im manuellen-technischen Bereich auf. Er habe bei verschiedenen Arbeitgebern leitende Positionen innegehabt, 1998 einen Schweisslehrgang abgeschlossen, 2010 die Staplerprüfung gemacht und 2016
(richtig: 2006)
einen Führungslehrgang für Teamleiter mit Führungsverantwor
tung im technisch-produktiven Bereich absolviert (Urk. 1 S. 4).
Das Erlernen eines manuell-technischen Berufs - vorliegend Automonteur - sei Voraussetzung ge
wesen, um in der Metallverarbeitungsindustrie tätig sein und Verantwortung über
nehmen zu können (Urk. 1 S. 4-5 und 7-8)
.
Aus betrieblichen Gründen, da er Ausländer sei und weil er infolge einer gravierenden Krebserkrankung mehr
mals länger arbeitsunfähig gewesen sei, habe er zwischen verantwortungsvollen Tätigkeiten auch Hilfsarbeiten annehmen müssen, um eine Arbeitslosigkeit zu vermeiden (Urk. 1 S. 5-6).
Zur Ermittlung des
Valideneinkommens
dürfe nicht einfach auf das Einkommen an der letzten Arbeitsstelle abgestellt werden, son
dern es seien auch die früheren höheren Einkommen indexiert zu berücksichtigen (Urk. 1 S. 6 und 8).
So resultiere eine Erwerbseinbusse von 26
%
(Urk. 1 S. 8), verglichen mit der aktuellen Tätigkeit
-
hochgerechnet auf ein 100%-Pensum
-
gar
von
40
%
(Urk. 1 S. 9).
Ferner seien insbesondere bei jungen Versicherten mit langer verbleibender Erwerbstätigkeitsdauer nebst der Erwerbseinbusse weitere Faktoren wie Lohnentwic
klung, qualitativer Stellenwert
der beiden Berufe und die verbleibende Aktivitätsdauer zu berücksichtigen (Urk. 1 S. 9-10).
Aufgrund seiner Handverletzung sei er nicht mehr in der Lage, seine zuletzt ausgeübten Tätigkeiten als Produktionsmitarbeiter, Produktionsleiter, Maschinenführer und Einrichter auszuüben. Mit einer Umschulung könne seine Erwerbsfähigkeit ver
bessert werden (Urk. 1 S. 7-8).
3.
3.1
Im
Gutachten des
A._
vom 1
7.
Oktober 2017
wurden als Diagnosen ein Flexionsdefizit, eine Dysästhesie, ein schmerzhaftes
Bowstringphänomen
des
Beugesehnenapparat
es
sowie eine fixierte Flexionsstellung
im
Endglied
, alles am Ringfinger der linken Hand, genannt.
Ferner wurde ausgeführt, nach insgesamt dreimalig erfolglosem Versuch einer Rekonstruktion des Beugesehnenapparates inklusive des biomechanisch relevanten Ringbandapparats sei ein erneuter Ver
such, diesen funktionell zu rekonstruieren, wenig
erfolg
versprechend. Insbeson
dere bestünde ein nicht unerhebliches Risiko einer weiteren Verschlechterung der Funktion, vor allem bezüglich
d
er bereits eingeschränkten Durchblutung und Sensibilität (Urk. 7/24/385).
Die Prognose sei ungünstig und eine Rückkehr
in
den angestammten Beruf als Maschinenmechaniker
sei
unwahrscheinlich. Unabhän
gig vom weiteren Verlauf sei eine Umschulung mittelfristig voraussichtlich un
umgänglich (Urk. 7/24/386).
Nach einer weiteren Operation lag laut dem Bericht des
A._
vom 3
0.
Mai 2018 ein befriedigendes Resultat vor. Die Wiedererlangung der Funktion, welche eine manuell intensive Tätigkeit
erfordern würde, sei in
des aus chirurgisch-medizinischer Sicht kaum mehr möglich. Der Wunsch nach einer Umschulung werde daher unterstützt (Urk. 3/2).
In der
Z._
fand am 2
7.
und 2
8.
August 2018 eine funktionsorientierte medizini
sche Abklärung (FOMA) statt, welche ein strukturiertes Interview, eine klinische Untersuchung, eine angepasste Form der Evaluation der arbeitsbezogenen funk
tionellen Leistungsfähigkeit (EFL) sowie die Beurteilung der vorliegenden bildge
benden Untersuchungen und Akten umfasste (
Bericht vom 17. September 2018,
Urk. 7/38/43).
Die begutachtenden Personen der
Z._
gelangten zum Schluss, das arbeitsbezogene relevante Problem bestehe in einer verminderten Belastungsto
leranz der linken Hand, insbesondere des Ringfingers, in Kombination mit einer Funktionsstörung und damit auch eingeschränkter Koordination und Kraft (Urk. 7/38/45). Die Belastbarkeit
liege allgemein im Bereich einer leichten bis mit
telschweren Arbeit, wobei jene der linken Hand sehr von den Griffvarianten ab
hängig sei. Die angestammte berufliche Tätigkeit sei nicht mehr zumutbar. Dies gelte insbesondere für das Installieren von Pressformen (sogenannten Werkzeu
gen) mit Gewichten von 20 Kilogramm bis zu einer Tonne, weil dazu eine gute Kraftanwendung und Handkoordination beider Hände erforderlich wäre. Auch die Handhabe von Werkzeugschlüsseln und eines Hammers sei deshalb nicht mehr möglich. Ganztags zumutbar sei eine leichte bis mittelschwere Arbeit mit Einschränkung beim Greifen mit der linken Hand und damit auch eingeschränkter Kraft und Koordination. Dabei müsse bei Gewichten von mehr als fünf Kilogramm die Grifftechnik angepasst werden können. Feinmot
orische Arbeiten seien je nach Anzahl der zu benützenden Finger
drei oder vier Stunden pro Arbeitstag zumut
bar (Urk. 7/38/46-47).
Dem Bericht des
A._
vom
4.
Dezember 2018 ist zu entnehmen, dass sich beim Beschwerdeführer wie erwartet nach der letzten Operation keine aktive Flexion im Ringfinger zeige. Eine schwere manuelle Tätigkeit sei mit der linken Hand nicht mehr möglich, was auch die Befunde der klinischen Untersuchung belegen würden. Gewisse Tätigkeiten im Hygienebereich seien ebenfalls nicht möglich, da er ein
TwinTape
tragen müsse. Weshalb die IV-Stelle eine Umschulung ablehne, sei nicht nachvollziehbar (Urk. 3/3
=
Urk.
7/59
).
3.2
3.2.1
In Übereinstimmung mit der geschilderten medizinischen Aktenlage gehen die Parteien davon aus, dass dem Beschwerdeführer die
angestammte, vor dem Unfall ausgeübte
Tätigkeit in der
Metallverarbeitungsindustrie
nicht mehr zumutbar ist (
Urk.
1 S.
7,
Urk.
2 S. 2 sinngemäss)
.
3.2
.2
Strittig ist, ob der Beschwerdeführer deswegen Anspruch auf eine Umschulung hat.
Die Bes
chwerdegegnerin verneinte dies mit der Begründung, dass
der Be
schwerdeführer nicht mehr in seinem erlernten Beruf als Automonteur gearbeitet ha
b
e, sowie weil die invaliditätsbedingte Einkommenseinbusse nicht
mindestens
20
%
betrage (
Urk.
2).
Der Beschwerdeführer legt in seiner Beschwerde jedoch in nachvollziehbarer Weise dar,
dass seine gesamte berufliche Laufbahn auf seiner Lehre im manuell-technischen Bereich aufbaut und er dank dieser Ausbildung über das erforderliche technische Verständnis für die ausgeführten handwerkli
chen beziehungsweise mechanischen Arbeiten verfügte (Urk.
1 S. 4).
Hinzu kommt, dass der erlernte Beruf selbst nach jahrelanger anderweitiger Tätigkeit Bestandteil der Ausbildung bleibt, über welche die versicherte Person sich aus
weisen kann. Somit ist der Lehrabschluss als qualitatives Merkmal zumindest in den prognostischen Vergleich mit der beruflichen Situation nach durchgeführter Eingliederungsmassnah
m
e miteinzubeziehen (Urteil des Bundesgerichts 9C_704/2010 vom 3
1.
Januar 2011 E. 3.1).
Zudem hat sich der Beschwerdeführer für die zuletzt ausgeübten Tätigkeiten weitergebildet, indem er einen Schweiss
lehrgang, einen Führungs-Lehrgang für Teamleiter mit Führungsverantwortung im technisch-produktiven Bereich sowie die Staplerprüfung absolviert hat (Urk. 7/1/81,
Urk.
7/1/83 und Urk. 7/18/3).
Aus den Arbeitszeugnissen ist sodann ersichtlich, dass er zeitweise qualifizierte Tätigkeit
en
ausübte. So war er bei der
B._
vom
1.
Juni 2011 bis am 3
0.
November 2012 nicht nur als Einrichter und in der Produktion, sondern auch als Produktionsleiter tätig (Urk. 7/1/84) und bei der
C._
vom 3. Dezember 2001 bis am 3
0.
Juni 2007 teilweise als Teamleiter (Urk. 7/1/90). Bei der
D._
, wo
er vom
1.
März 2014 bis am 31.
Dezember 2015 als Einrichter und
Stanzer
arbeitete, um
fasste sein Aufgabengebiet ebenfalls Tätigkeiten mit einer gewissen Verantwor
tung
: selbständiges Einrichten von Pressen, Weiterentwicklung von Programmen auf den Pressen, Verantwortung für den Fluss des Rohmaterials und der Fertig
teile, laufende Selbstprüfung von Produkten gemäss Arbeitsanweisung, laufende Prüfung des Vorhandenseins von genügend Arbeitsmitteln und Wartung der
Ma
schinen und Anlagen gemäss Vorschrift
(Urk. 7/1/89). Vor diesem Hintergrund
wird die Beschwerdegegnerin dem Ausbildungsstand und der Berufserfahrung des Beschwerdeführers nicht gerecht, wenn sie ihn aufgrund der im Zeitpunkt
des Unfalls innegehabten
erst kurzen
Anstellung
als Werkstattmitarbeiter (Hilfsarbei
ter der Blechumformung,
Urk.
7/1/91)
mit einem Jahreslohn von 13
x Fr. 5'000.--, entsprechend Fr. 65'000.
-- (Urk. 7/1/93
),
eingliederungsrechtlich
nurmehr
als Hilfsarbeiter
betrachtet
, wie es in jenem Moment der Fall
war (Urk. 7/1/91
, vgl. vorstehende E. 1.2
)
.
Angesichts dessen, dass er
beispiels
-
weise
in den Jahren 2015 und 2012 wesentlich mehr verdient
gehabt
hatte (
Fr.
77'198.--;
Fr.
76'292.--;
Urk.
7/44/2), ist davon auszugehen, dass er seine Ausbildung und Erfahrung im Gesundheitsfall zumindest phasenweise lohnwirksam hätte einbringen können.
Auch dass
dem 1976 geborenen Beschwerdeführer noch eine lange Aktivitäts
dauer bevorsteht,
ist im Rahmen einer Prognose
mitzuberücksichtigen
. Da dem Beschwerdeführer gemäss seiner bisher - namentlich in der Beschwerdeantwort (vgl.
Urk.
6) - unbestritten gebliebenen Darstellung nur noch unqualifizierte Hilfsarbeiten zumutbar sind (Urk. 1 S. 8 und S. 10),
ist gut möglich, dass
die bei
den zu vergleichenden Tätigkeiten qualitativ nicht annähernd gleichwertig
sind
. Dies hat zur Folge, dass der Beschwerdeführer grundsätzlich auch Anspruch auf eine Umschulung
haben könnte
, falls
ein momentaner Einkommensvergleich eine Verdiensteinbusse von weniger als 20
%
erg
ibt
(Urteile des Bundesgerichts 9C_994/2009 vom 2
2.
März 2010 E. 4 mit
Hinweisen, 8C_559/2014 vom 29.
O
k
tober 2014 E. 3 mit Hinweisen;
BGE 124 V 108 E. 3b und c).
Nach dem Gesagten hält die Begründung der Beschwerdegegnerin in der angefochtenen Verfügung nicht stand
beziehungsweise war es unzulässig, den Anspruch des Beschwerde
führers auf eine Umschulung mit dieser Begründung
ohne nähere Prüfung
abzu
lehnen.
3.
2.
3
Vielmehr hätte die IV-Stelle
den Fragen nachgehen müssen
, ob die Kostenüber
nahme einer beruflichen Massnahme in sachlicher, zeitlicher, wirtschaftlicher so
wie persönlicher Hinsicht geeignet, notwendig und angemessen wäre (Urteile des Bundesgerichts 8C_559/2014 vom 2
9.
Oktober 2014 E. 6, 9C_704/2010 vom 31. Januar 2011 E. 4, je
mit Hinweisen).
Da die Beschwerdegegnerin den
ent
scheidrelevante
n
Sachverhalt ungenügend abgeklärt
hat,
indem sie die An
spruchsprüfung aufgrund einer Momentaufnahme abgebrochen hat,
ist d
ie Sache
an sie
zurückzuweisen, damit sie entsprechende Abklärungen tätige und die Um
schulungsfrage neu prüfe
(vgl. vorstehende E. 1.3)
.
3.2.4
Der Beschwerdeführer hat angegeben, dass er gerne eine Ausbildung als Loko
motivführer, Trampilot, eventuell Busfahrer oder Lastwagenchauffeur absolvieren würde, indes auch für weitere in Frage kommende Berufsfelder offen sei
(
Urk.
1 S.
10
am Ende).
Aufgrund dessen ist
nach dem aktuellen Stand der Akten
von einem Eingliederungswillen auszugehen und die subjektive Eingliederungsfähig
keit zu bejahen. Dies
demonstriert
sich auch darin, dass der Beschwerdeführer ausschliesslich eine Umschulung und nicht eine Invalidenrente beantragt.
Ferner zeigte er bei der EFL
wie bereits bei der beruflichen Standortbestimmung durch die
E._
im Jahr 2017
eine gute Leistungsbereitschaft (Urk. 7/38/45
-46
,
Urk.
7/15/2)
.
Die
objektive Eingliederungsfähigkeit für diese Berufsperspektiven
bleibt
zu prü
fen
, wobei gemäss dem Bericht der
Z._
vom 1
7.
September 2018 grundsätzlich Tätigkeiten mit Fahren eines Lieferwagens oder Kleinbusses mit der Beförderung von leichten bis mittelschweren Gewichten - wenn die entsprechende Grifftechnik angewendet werden kann - möglich sind (Urk. 7/38/47)
.
O
b
d
er
Beschwerdeführer
auch die übrigen Voraussetzungen für
die
entsprechende
n
Ausbildungen erfüllt und ob die Kosten dafür in einem vernünftigen Verhältnis zur ansonsten drohen
den Erwerbseinbusse bis zum Pensionsalter stehen,
wird die Beschwerdegegnerin noch zu
ermitteln
haben.
Die Beschwerde ist in diesem Sinne gutzuheissen.
4.
4.1
Der Streitgegenstand des Verfahrens betrifft die Bewilligung oder Verweigerung von
L
eistungen
der Invalidenversicherung
. Das Verfahren ist daher kosten
pflich
tig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG) und ermessensweise auf
Fr. 6
00.
--
anzusetzen. Ausgangsgemäss sind die Gerichtskosten
der Beschwer
degegnerin
aufzuerlegen.
4.2
Zudem
gilt die Rückweisung der Sache an die Verwaltung zur weiteren Abklärung und neuen Verfügung
n
ach ständiger Rechtsprechung als vollständiges Obsiegen (BGE 137 V 57 E. 2.2), weshalb
der
vertretene Beschwerdeführer Anspruch auf eine Prozessentschädigung hat.
Diese
ist
gemäss
Art.
61
lit
. g ATSG in Verbin
dung mit
§
34
GSVGer
ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache, nach der Schwierigkeit des Prozesses, dem Zeitauf
wand und den Barauslagen zu bemessen und unter Berücksichtigung dieser Grund
sätze
auf
Fr.
1
’
8
00.-- (inkl. Mehrwertsteue
r und Barauslagen) festzusetzen
.