# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 42cfde41-c877-438a-a906-6342daba8d94
**Court:** GR_VG
**Chamber:** GR_VG_001
**Year:** 2022
**Language:** de
**Jurisdiction:** GR / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

I. Sachverhalt:
1. A._ wohnt mit ihrer erziehungsberechtigten Mutter in C._. Im
August 2020 ist sie in den Kindergarten D._ in E._ eingetreten.
Nach der Instruktion der Kinder und der Erziehungsberechtigten durch den
Schulpolizisten wandten sich die Eltern von A._ an die Schulleitung
und brachten vor, dass die Schulung nicht ausreiche und der
Kindergartenweg gefährlich sei. In der Folge fand am 4. November 2020
eine Begehung statt, worauf seitens der Schulleitung verschiedene
Massnahmen festgehalten und beschlossen wurden, u.a. eine nochmalige
Instruktion der Kinder und deren Eltern durch den Schulpolizisten, eine
erweiterte Instruktion der Buschauffeure betreffend Aufsicht über die
Schulkinder und Massnahmen betreffend die Ausstiegssituation in E._
und der Wartezeit auf dem Schulhof (letztere für eine Geltungsdauer vom
1. Dezember 2020 bis 31. März 2021). Im Januar 2021 gelangten die Eltern
erneut an die Schulleitung und beantragten weitere Massnahmen. Mit
Schreiben vom 11. Februar 2021 entschied die Schulleitung, dass an den
Massnahmen vom 9. November 2020 festgehalten und seitens der Schule
auf weitere Massnahmen verzichtet werde.
2. Gegen diese Verfügung gingen die Eltern von A._ am 19. Februar
2021 beim Schulrat der Gemeinde B._ vor und beantragten, es sei für
die Kindergartenschülerin bis zur Vollendung ihres 7. Lebensjahres,
mindestens aber bis zum Ende des Kindergartens von der F._ in
C._ bis zum Kindergarten in D._ ein unentgeltlicher
Schultransport einzurichten, eventualiter sei für denselben Zeitraum und
dieselbe Strecke für das Kind eine Begleitung in der Form eines
Pedibusses (inkl. Schulbusbegleitung) einzurichten und der Fahrplan
und/oder der Stundenplan anzupassen, sodass der zeitliche Aufwand für
die Bewältigung des Schulweges vom Wohnort bis Schulbeginn 30 Minuten
nicht übersteige; in verfahrensrechtlicher Hinsicht sei durch die
Beratungsstelle für Unfallverhütung (bfu) ein Gutachten/safety audit zur
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Zumutbarkeit des Kindergartenweges von A._ zu erstellen. Die
Beschwerde wurde im Wesentlichen damit begründet, dass der
Kindergartenweg für A._ nicht zumutbar sei, weil er zu lang und zu
gefährlich sei. Der Schulrat sei verpflichtet, adäquate Massnahmen zu
ergreifen, um den Schulweg von A._ zumutbar zu machen.
3. Mit Beschwerdeentscheid vom 28. Mai 2021, mitgeteilt am 16. Juni 2021,
wies der Schulrat die Beschwerde ab. Dagegen erhoben die Eltern von
A._ am 28. Juni 2021 Beschwerde beim Erziehungs-, Kultur- und
Umweltschutzdepartement des Kantons Graubünden (EKUD) unter
Erneuerung ihrer vor der Vorinstanz vorgebrachten Rechtsbegehren. Am
24. August 2021 fand ein Augenschein vor Ort statt. Dabei wurde einerseits
der Kindergartenweg vom Wohnort von A._ bis zur Bushaltestelle
G._ sowie andererseits der Kindergartenweg in E._ von der
Bushaltestelle H._ bis zum Kindergarten zu Fuss abgelaufen. Die
Postautostrecke von C._, G._, bis E._, H._, wurde mit
privaten Fahrzeugen zurückgelegt. Während des Beschwerdeverfahrens
wurde der Kindergartenschülerin ein Urlaub für die Zeit vom 6. September
2021 bis zum 15. Oktober 2021 bewilligt. Mit Entscheid vom 21. Dezember
2021, mitgeteilt am 28. Dezember 2021 wies das EKUD die Beschwerde
unter Kostenfolge zu Lasten der Eltern von A._ ab.
4. Am 24. Januar 2022 reichten die Eltern von A._ (Beschwerdeführerin)
gegen den Entscheid des EKUD Beschwerde beim Verwaltungsgericht des
Kantons Graubünden ein. Darin beantragten sie die Aufhebung des
angefochtenen Entscheides und eine reformatorische Gutheissung der
Beschwerde im Sinne der Anträge und Erwägungen, eventualiter eine
kassatorische Gutheissung mit Rückweisung der Angelegenheit an die
Vorinstanz mit klaren Instruktionen zur Neubeurteilung; in der Sache sei für
A._ bis zur Vollendung ihres 7. Lebensjahres, mindestens aber bis
zum Ende des Kindergartens, von der F._ in C._ bis zum
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Kindergarten in D._ ein unentgeltlicher Schultransport einzurichten,
eventualiter sei für denselben Zeitraum und dieselbe Strecke für das Kind
eine Begleitung in der Form eines Pedibusses (inkl. Schulbusbegleitung)
einzurichten; für die Dauer des Verfahrens habe das Verwaltungsgericht
vorsorglich den beantragten unentgeltlichen Schultransport vom Wohnort
von A._ bis zum Kindergarten einzurichten, eventualiter sei dieser
Antrag dringend anzuordnen. In verfahrensrechtlicher Hinsicht sei durch
die Beratungsstelle für Unfallverhütung (bfu) ein Gutachten/safety audit zur
Zumutbarkeit des Kindergartenweges von A._ zu erstellen. Weiter
habe die Vorinstanz der Beschwerdeführerin für die Beschwerdeverfahren
der ihr unterstehenden Instanz und bei ihr selber eine Parteientschädigung
in der Höhe von CHF 9'118.85 bzw. CHF 4'634.75 zu bezahlen. Alles unter
Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten der 1. Vorinstanz, eventualiter
der 2. Vorinstanz, subeventualiter zu Lasten der Staatskasse. Ihre
Beschwerde begründen die Eltern der minderjährigen Beschwerdeführerin
im Wesentlichen damit, dass die Vorinstanz zum falschen Schluss
gekommen sei, dass der Schulweg der Beschwerdeführerin hinsichtlich der
Dauer und der Gefährlichkeit zumutbar sei. Ihre Ausführungen in der
Beschwerde sowie die eingebrachten Beweisurkunden zeigten eindeutig
das Gegenteil. Die beantragte vorsorgliche Massnahme begründen sie
damit, dass der Schulweg der Beschwerdeführerin aus mehreren Gründen
offensichtlich unzumutbar und der aktuelle Zustand nicht haltbar sei. Das
Kind habe ein Recht auf einen sicheren und zumutbaren Schulweg. Die
Eltern der Beschwerdeführerin hätten schon vor 16 Monaten um Abhilfe
ersucht; eine Verfahrensdauer von inzwischen über 16 Monaten in einer
derart offensichtlichen Sache sei unverhältnismässig und nicht vertretbar.
5. Das EKUD beantragte in seiner Stellungnahme vom 7. Februar 2022 die
Abweisung der vorsorglichen Massnahme. Auch die Gemeinde B._
lehnte in ihrer Stellungnahme vom 9. Februar 2022 das Gesuch um Erlass
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vorsorglicher Massnahmen ab. Mit Verfügung vom 21. Februar 2021 wies
der Instruktionsrichter das Gesuch ab.
6. Am 16. Februar 2022 beantragte das EKUD (Beschwerdegegner) die
Abweisung der Beschwerde, unter gesetzlichen Kosten- und
Entschädigungsfolgen. Es begründet seine Anträge im Wesentlichen
damit, dass aus seiner Sicht das Einholen eines Gutachtens der BFU
weder notwendig noch verhältnismässig gewesen sei, weshalb keine
Gehörsverletzung vorliege. Der umstrittene Kindergartenweg erweise sich
bezüglich Länge ohne Weiteres als zumutbar. Auch in Sachen
Gefährlichkeit läge keine ausserordentliche Situation vor; vielmehr sei der
strittige Schulweg vergleichbar mit vielen anderen Schulwegen im Kanton.
Die Einrichtung eines unentgeltlichen Schulbusses vom Wohnort der
Beschwerdeführerin bis zum Kindergarten sowie die Einführung eines
Pedibusses lehnt der Beschwerdegegner ab.
7. Die Gemeinde B._ (Beschwerdegegnerin) beantragt in ihrer
Vernehmlassung vom 7. März 2022 die Abweisung der Beschwerde unter
Kostenfolge zu Lasten der Beschwerdeführerin. Sie weist mehrere
Behauptungen der Beschwerdeführerin als unwahr zurück bzw. äussert
sich zur Sachlage, insbesondere was das Organisatorische angeht. Die
instruierten Kindergartenkinder seien insgesamt gut in der Lage, den
strittigen Schulweg alleine zu bewältigen. Es dränge sich zudem auf, dass
das Verwaltungsgericht die noch offene Frage kläre, ob die
Beschwerdegegnerin bei einem an sich freiwilligen Kindergartenbesuch
den Schulweg zu organisieren und die entstehenden Kosten zu
übernehmen habe.
8. Im Rahmen eines zweiten Schriftenwechsels hielten die Parteien an ihren
Anträgen fest und vertieften ihre Argumentation.
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9. Am 5. April 2022 reichte die Rechtsvertreterin (RA MLaw Morard) der
Beschwerdeführerin ihre Kostennote ein, wozu sich der
Beschwerdegegner am 13. April und die Beschwerdegegnerin am 29. April
2022 äusserten.

## Considerations

II. Das Gericht zieht in Erwägung:
1. Anfechtungsobjekt ist hier der Entscheid vom 21. Dezember, mitgeteilt am
28. Dezember 2021, worin der Beschwerdegegner das Gesuch der
Beschwerdeführerin bzw. deren Eltern um Einrichtung eines
unentgeltlichen Schultransports für den Besuch des Kindergartens in der
Nachbarfraktion ablehnte und damit den Beschwerdeentscheid vom 28.
Mai, mitgeteilt am 16. Juni 2021, der Beschwerdegegnerin bestätigte.
Damit konnte sich die Beschwerdeführerin nicht einverstanden erklären,
weshalb sie den missliebigen Entscheid des Beschwerdegegners am 24.
Januar 2022 mit Beschwerde beim Verwaltungsgericht des Kantons
Graubünden angefochten hat. Nach Art. 49 Abs. 1 lit. c des Gesetzes über
die Verwaltungsrechtspflege (VRG; BR 370.100) beurteilt das
Verwaltungsgericht Entscheide der kantonalen Departemente, soweit sie
nicht nach kantonalem oder eidgenössischem Recht endgültig sind oder
bei einer anderen Instanz angefochten werden können. Beim Entscheid
des Beschwerdegegners vom 21./28. Dezember 2021 handelt es sich
zweifelsfrei um einen solchen Entscheid, weshalb derselbe ein taugliches
Anfechtungsobjekt vor Verwaltungsgericht darstellt. Die
Beschwerdeführerin, gesetzlich vertreten durch ihre Eltern, ist auch partei-
und prozessfähig. Sie hat am vorinstanzlichen Verfahren teilgenommen
und ist Adressatin des angefochtenen Entscheids, der sie zudem
beschwert. Sie ist folglich zur Beschwerde legitimiert (Art. 50 VRG.). Die
Beschwerde erfolgte auch form- und fristgerecht (Art. 38 i.V.m. Art. 52
VRG). Das Verwaltungsgericht ist örtlich, sachlich und funktional zuständig
für die Beurteilung dieser Streitangelegenheit. Zum aktuellen
Rechtsschutzinteresse sei lediglich noch erwähnt, dass die
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Beschwerdeführerin Ende Schuljahr 2021/2022 vom Kindergarten in die
Primarschule übertritt, weshalb der strittige Schulweg nur bis ca. Ende Juni
2022 auch der Schulweg der Beschwerdeführerin sind wird. Die Eltern der
Beschwerdeführerin bzw. ihre Anwältin rufen aber auch ein virtuelles
Rechtsschutzinteresse an, weil der jüngere Bruder (Jahrgang I._) der
Beschwerdeführerin (Jahrgang J._) voraussichtlich im Sommer 2024
oder 2025 auch im gleichen Kindergarten in der Nachbarfraktion
eingeschult wird. Sollte das aktuelle und direkte Rechtsschutzinteresse der
Beschwerdeführerin also mit der Beendigung des Schuljahres 2021/2022
entfallen, so bliebe weiterhin ein virtuelles Interesse an der
Streitentscheidung bestehen, da sich die gleichen Rechtsfragen in
absehbarer Zukunft (mit dem Bruder der Beschwerdeführerin) erneut für
dieselben Eltern stellen dürften. Die Beschwerdelegitimation zur Klärung
der Streitfragen ist damit so oder anders gegeben. Auf die Beschwerde ist
daher auch unter diesem Aspekt einzutreten.
2. In materieller Hinsicht gilt es zunächst die Grundlagen für einen (allfälligen)
Anspruch auf einen unentgeltlichen Transport in den Kindergarten der
Nachbarfraktion zu klären (nachfolgend E. 3.1.ff.). Weiter sind die Rügen
der Verletzung des rechtlichen Gehörs (Verzicht auf Einholung BFU-
Gutachten/Augenschein; E.4.1.ff.) sowie der Unzumutbarkeit (E.5.1.ff.) und
der Gefährlichkeit (E.6.1.ff.) des Schulweges zu behandeln und auf ihre
inhaltliche Berechtigung im konkreten Einzelfall zu prüfen und zu
entscheiden.
3.1. Nach Art. 14 des Gesetztes für die Volksschulen des Kantons Graubünden
(SchulG; BR 421.000) mit dem Titel "Unentgeltlichkeit" gilt was folgt:
1Der Unterricht in der öffentlichen Volksschule ist am Schulort unentgeltlich. 2Sofern die Verhältnisse es erfordern, sind die Schulträgerschaften verpflichtet, den
Transport der Schülerinnen und Schüler zu organisieren und zu finanzieren.
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Vorliegend stellt sich als erstes die Frage, ob der Kindergarten ebenfalls
von Art. 14 SchulG miterfasst wird. Die Grundlage der Beschwerde ist die
Pflicht der betreffenden Beschwerdegegnerin, für einen ausreichenden und
unentgeltlichen Schulunterricht zu sorgen, welcher eben auch die
Kindergartenstufe umfasst. Die Beschwerdeführerin geht davon aus, dass
dies so ist; der Beschwerdegegner bestätigt das in der angefochtenen
Verfügung (vgl. Akten der Beschwerdeführerin [Bf-act.] 2, Ziff. 4 S. 10). Die
Beschwerdegegnerin ist jedoch gegenteiliger Ansicht und verweist auf den
Entscheid des Schulrats (Akten des Beschwerdegegners [Bg-act.] 1, Ziff.
III/2 S. 4).
3.2. Art. 19 der Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft
(BV; SR 101) gewährleistet als soziales Grundrecht einen individuellen
Anspruch auf ausreichenden und unentgeltlichen Grundschulunterricht.
Zuständig für das Schulwesen sind die Kantone (Art. 62 Abs. 1 BV). Sie
gewähren einen ausreichenden Grundschulunterricht, der allen Kindern
offensteht. Er ist obligatorisch und an öffentlichen Schulen unentgeltlich
(Art. 62 Abs. 2 BV). Der Grundschulunterricht muss genügen, um die
Schüler sachgerecht auf ein selbstverantwortliches Leben im modernen
Alltag vorzubereiten (BGE 141 I 9 E.3.2, 133 I 156 E.3.1). Der
verfassungsmässige Anspruch auf staatliche Leistung betrifft einzig die
öffentliche Grundschule (vgl. GIOVANNI BIAGGINI, Bundesverfassung der
Schweizerischen Eidgenossenschaft, 2. Aufl., Zürich 2017, N 8 zu Art. 19
BV). Die Anforderung des ausreichenden Grundschulunterrichts im Sinne
von Art. 19 BV belässt den Kantonen bei der Regelung des
Grundschulwesens einen erheblichen Gestaltungsspielraum (BGE 146 I 20
E.4.2, 144 I 1 E.2.1, 140 I 153 E.2.3.1, 138 I 162 E.3.1). Das Grundrecht
auf unentgeltlichen Grundschulunterricht fungiert als Rahmen für die
kantonale Schulhoheit und erlaubt dem Bund, im Schulwesen einen
Minimalstandard festzulegen (REGULA KÄGI-DIENER, in:
EHRENZELLER/SCHINDLER/SCHWEIZER/VALLENDER [Hrsg.], Die
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schweizerische Bundesverfassung/St. Galler Kommentar, 3. Aufl.,
Zürich/Basel/Genf 2014, Art. 19 N. 13). Dabei ist der Grundschulunterricht,
vorbehalten besonderer örtlicher und anderer Verhältnisse, am
Aufenthaltsort der Schüler zu erteilen; die räumliche Distanz zwischen
Aufenthalts- und Schulort darf den Zweck der ausreichenden
Grundschulausbildung nicht gefährden. Kann der Schulweg einem Kind
wegen übermässiger Länge oder Gefährlichkeit nicht zugemutet werden,
so ergibt sich aus Art. 19 BV ein Anspruch auf Übernahme der
Transportkosten. Weder aus völkerrechtlichen Bestimmungen (Art. 13
UNO-Pakt I [SR 0.103.1] und Art. 28 des Übereinkommens über die Rechte
des Kindes [KRK; SR 0.107]; vgl. BGE 133 I 156 E.3.6.4) noch aus Art. 7
der Verfassung des Kantons Graubünden (KV; BR 110. 100) ergeben sich
über Art. 19 BV hinausgehende Grundrechtsansprüche.
3.3. Der Unterricht ist grundsätzlich am Wohnort der Schüler zu erteilen. Die
räumliche Distanz zwischen Wohn- und Schulort darf den Zweck der
ausreichenden Grundschulausbildung nicht gefährden. Daraus ergibt sich
ein Anspruch auf Übernahme der Transportkosten, wenn das Zurücklegen
des Schulweges zu Fuss wegen übermässiger Länge oder Gefährlichkeit
dem Kind nicht zugemutet werden kann. Die Zumutbarkeit eines
Schulweges bestimmt sich nach seiner Länge und der zu überwindenden
Höhendifferenz, nach der Beschaffenheit des Weges und den damit
verbundenen Gefahren sowie nach Alter und Konstitution der betroffenen
Kinder (vgl. dazu HÄFELIN/HALLER/KELLER/THURNHERR, Schweizerisches
Bundestaatsrecht, 10. Aufl., Zürich 2020, N 925e [S. 309], mit Verweis auf
Urteil des Bundesgerichts 2P.101/2004 vom 14. Oktober 2004 in: ZBl 106
[2005] S. 430 ff.; Urteil des Verwaltungsgerichts Graubünden U 10 54 vom
17. August 2010).
3.4. Im Kanton Graubünden haben der Kanton und die Gemeinden dafür zu
sorgen, dass Kinder und Jugendliche einen ihren Fähigkeiten
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entsprechenden Grundschulunterricht erhalten. Mit dieser in Art. 89 KV
verankerten Regelung wird das soziale Grundrecht von Art. 19 BV und die
Verpflichtung von Art. 62 Abs. 1 und 2 BV aufgegriffen. Umgesetzt wird
diese Bestimmung auf kantonaler Ebene im Gesetz über die Volksschule
des Kantons Graubünden (bereits zitiertes Schulgesetz [SchulG]) und den
zugehörigen Verordnungen (insbesondere der Verordnung zum
Schulgesetz [Schulverordnung; BR 421.010]). Nach Art. 6 Abs. 1 SchulG
besteht die Volksschule aus der Kindergartenstufe, der Primarstufe und der
Sekundarstufe I. Der Schulbesuch ist auf der Primarstufe und auf der
Sekundarstufe I obligatorisch (Art. 10 Abs. 2 SchulG). Der Besuch des zwei
Jahre dauernden Kindergartens ist freiwillig (Art. 7 Abs. 1 und 2 SchulG).
Die Schulträgerschaft kann den zweijährigen Kindergartenbesuch
allerdings für fremdsprachige Kinder für obligatorisch erklären (Art. 7
Abs. 3 SchulG), um deren (sprachliche) Integration zu fördern. Als
fremdsprachig im Sinne von Art. 7 Abs. 3 SchulG gelten alle Kinder, die
eine andere Sprache sprechen als die Schulsprache vor Ort (vgl. Urteil des
Verwaltungsgerichts U 14 71 vom 21. Januar 2016, worin es um einen
zweisprachigen Unterricht im Kindergarten ging und der Besuch des
Kindergartens für fremdsprachige Kinder gestützt auf Art. 7 Abs. 3 SchulG
für obligatorisch erklärt und demnach im konkreten Fall als Teil des
Grundschulunterrichts angesehen wurde).
3.5. Das Gesetz über die Volksschule der Beschwerdegegnerin führt in seinem
Art. 1 (RB 81) – konform mit dem übergeordneten Recht – als zu führende
Schulstufen die Kindergartenstufe, die Primarstufe und die Sekundarstufe
I auf. Was die Schulpflicht, den Schulort und die Unentgeltlichkeit des
Unterrichts betrifft, verweist das kommunale Gesetz in Art. 3 auf das
kantonale Recht. Damit ist vorliegend davon auszugehen, dass auf dem
Gebiet der Beschwerdegegnerin der Kindergartenunterricht nicht zum
Grundschulunterricht zählt, weil damit nur die Schulen während der
obligatorischen Schulzeit gemeint sind. Gemäss dem Schulkonkordat von
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1970 beträgt die obligatorische Schulzeit 9 Jahre; für diejenigen Kantone,
welche der interkantonalen Vereinbarung über die Harmonisierung der
obligatorischen Schule (HarmoS-Konkordat vom 14. Juni 2007) beigetreten
sind, ist die obligatorische Schulzeit auf 11 Jahre ausgedehnt; in diesen
Kantonen zählt auch der zweijährige Kindergarten zum
Grundschulunterricht (vgl. auch HÄFELIN/HALLER/KELLER/THURNHERR,
a.a.O. N 925). Die Stimmbevölkerung des Kantons Graubünden hat in der
Abstimmung vom 30. November 2008 allerdings den Beitritt zum HarmoS-
Konkordat mit 56.72% der Stimmen abgelehnt, weshalb aus dem
Konkordat in Bezug auf die Situation im Kanton Graubünden nichts
abgeleitet werden kann.
3.6. Als Zwischenergebnis ergibt sich, dass in der Gemeinde der
Beschwerdegegnerin der Kindergartenunterricht nicht zum obligatorischen
Unterricht zählt, d.h. dessen Besuch freiwillig ist (vorbehältlich Art. 7 Abs.
3 SchulG). Daraus allerdings zu schliessen, dass die Beschwerdegegnerin
nicht in der Pflicht stünde, für einen zumutbaren Schulweg besorgt sein zu
müssen, würde zu kurz greifen: Der kantonale Gesetzgeber verpflichtet die
Gemeinden, im Rahmen der Volksschule einen zwei Jahre dauernden
Kindergarten anzubieten (vgl. dazu Art. 3, Art. 4, Art. 6 sowie Art. 7 SchulG).
3.7. Das Angebot des Kindergartens ist somit seitens der Beschwerdegegnerin
obligatorisch, der Besuch durch die Kinder hingegen freiwillig. Mit dem
Obligatorium des Angebots der Kindergartenstufe geht die
Unentgeltlichkeit gemäss Art. 14 SchulG einher, und insbesondere die
Pflicht der Schulträgerschaft, den Transport der Schülerinnen und Schüler
zu organisieren und zu finanzieren, sofern es die Verhältnisse erfordern.
3.8. Als Fazit lässt sich damit festhalten, dass die Beschwerdeführerin bzw. ihre
gesetzlichen Vertreter (Eltern) einen rechtlich geschützten Anspruch auf
einen zumutbaren Schulweg bzw. auf einen unentgeltlichen
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Schülertransport haben, sofern es die Verhältnisse erfordern. Damit sind
die weiteren Rügen – nämlich die Verletzung des rechtlichen Gehörs, die
Unzumutbarkeit und die Gefährlichkeit des Schulweges – materiell zu
behandeln und zu klären.
4.1. Zum Einwand der Verletzung des rechtlichen Gehörs macht die
Beschwerdeführerin geltend, die Vorinstanz habe in antizipierter
Beweiswürdigung auf die beantragte Einholung eines Gutachtens/safety
audit durch die Beratungsstelle für Unfallverhütung, Abteilung
Verkehrstechnik, zur Zumutbarkeit des Kindergartenweges der
Beschwerdeführerin verzichtet. Sie wiederholt denselben Beweisantrag im
Beschwerdeverfahren vor Verwaltungsgericht (vgl. Beschwerdeschrift Ziff.
9 S. 4 und Ziff. 2.1.ff. S. 8-10).
4.2. Der Beschwerdegegner verweist auf Art. 11 Abs. 3 VRG. Er hält fest, dass
im konkreten Fall keine spezialgesetzliche Gutachtenspflicht besteht und
betont den erheblichen Ermessensspielraum, welcher der Behörde
zukomme. Weil eine Begehung vor Ort (Augenschein) stattgefunden habe
unter Beizug der Fachperson der Kantonspolizei Graubünden (Chef
Prävention) und dem Umstand, dass alle Kinder und Jugendlichen von
speziell ausgebildeten Polizistinnen und Polizisten jeweils vor Ort geschult
würden, sei die Einholung eines Gutachtens bei der BFU weder notwendig
noch verhältnismässig erschienen.
4.3. Nach Ansicht des Gerichts ist in diesem Vorgehen keine Gehörsverletzung
zu erblicken. Wenn, wie im vorliegenden Fall geschehen, ein Spezialist der
Kantonspolizei beigezogen wird, welcher über die notwendige Erfahrung
verfügt und über spezifische Kenntnisse im Strassenverkehr aus Sicht
eines Kindergartenkindes und sich vor Ort im Rahmen einer Ortsbegehung
(Augenschein) mit den Parteien ein eigenes Bild machen konnte sowie
darüber einen Bericht inkl. Fotodokumentation abgefasst hat (Bg-act. 7), ist
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der Verzicht auf das Einholen weiterer Beweismittel der Vorinstanz nicht
anzulasten. Die Rüge der Gehörsverletzung ist deshalb abzuweisen (vgl.
Urteil des Verwaltungsgerichts Bern vom 15. Juli 2014 E.5.3.1 u. E.5.3.2).
4.4. Aus denselben Gründen hat das Gericht darauf verzichtet, im Rahmen der
Instruktion, das abermals beantragte Gutachten einzuholen. Für das
Gericht sind die Grundlagen in tatsächlicher Hinsicht in genügendem
Masse erstellt, um über die Zumutbarkeit des Schulweges auch ohne
zusätzliche Fachmeinung und ohne zusätzlichen Augenschein zu befinden.
Die vorgenommenen Abklärungen, einschliesslich des widerspruchsfreien
Protokolls des Beschwerdegegners (Bg-act. 5), vermögen in genügendem
Mass Auskunft über die Gegebenheiten vor Ort zu erteilen, sodass auf eine
erneute Ortsbegehung verzichtet werden kann.
5.1. Zur Unzumutbarkeit des Schulweges wird primär dessen Länge angeführt.
Die Beschwerdeführerin kritisiert die Vorinstanzen, veraltete
Bundesgerichtsentscheide zitiert zu haben. Ausserdem stimmten diese in
Bezug auf das Alter der dort betroffenen Kinder (Schüler der 1.
Primarklasse) nicht mit demjenigen der Beschwerdeführerin (Kindergarten)
überein. Weiter verkenne der Beschwerdegegner, dass der Schulweg der
Beschwerdeführerin nicht 35 Minuten, sondern mindestens 50 Minuten
dauere; zähle doch zum Schulweg der gesamte Weg von zu Hause bis zum
Start des Kindergartenunterrichts, d.h. inkl. Wartezeiten. Für die
Beschwerdeführerin bedeute dies pro Tag einen Schulweg von 2 x fast
einer Stunde, am Dienstag sogar das doppelte, weil dann auch am
Nachtmittag Unterricht stattfinde. Die Beschwerdeführerin müsse um 7 Uhr
das Haus verlassen, im Winter sei es zu dieser Uhrzeit noch dunkel; weiter
komme sie um ca. 7:41 Uhr beim Kindergarten an und müsse dann dort
nochmals über 15 Minuten warten, bis der Kindergartenunterricht starte.
Auch K._, Verkehrsplaner SVI, Projektleiter Fussverkehr Schweiz,
komme zum Schluss, dass der Schulweg der Beschwerdeführerin zu lang
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sei (vgl. Bf-act. 6; Zitate daraus in Beschwerde Ziff. 3.5 S. 11-12). Der
Beschwerdegegner habe auch hier eine Gehörsverletzung begangen,
indem er nicht erklärt habe, weshalb er auf diese Fachmeinung nicht
eingegangen sei. Entgegen der Darstellung des Beschwerdegegners
hätten sich in der Vergangenheit durchaus bereits Eltern bezüglich der
Unzumutbarkeit des Schulweges beschwert; so hätten sich im Januar 2017
die Schulratspräsidentin, der Hauptschulleiter und ein in derselben Fraktion
wohnhaftes Ehepaar darüber geeinigt, dass sich die Beschwerdegegnerin
an den Kosten für die Begleitung der Kinder des Ehepaares auf deren
Schulweg beteiligen werde; weiter gehe aus dieser Absichtserklärung
hervor, dass schon damals über den Einsatz eines Kleinbusses für die
Fahrstrecke zwischen den beiden in Frage stehenden Fraktionen durch die
Beschwerdegegnerin diskutiert worden sei (vgl. Bf-act. 7).
5.2. Der Beschwerdegegner ist der Meinung, dass im Kanton Graubünden ein
Schulweg von bis zu einer Stunde, der zur Hauptsache mit einem
öffentlichen Bus zurückgelegt werde, für Schulkinder der Kindergarten- und
Primarstufe grundsätzlich als zumutbar betrachtet werden könne, wobei es
jeweils auf die konkreten Umstände ankomme. Aufgrund der im Kanton oft
anzutreffenden, zentralen, nur mit organisierten Transporten zu
erreichenden Schul- bzw. Kindergartenstandorten erscheine es als
geboten, hinsichtlich der Dauer solcher Schulwege eine nicht allzu
restriktive Praxis zu verfolgen. Im vorliegenden Fall erweise sich der
Schulweg der Beschwerdeführerin mit den drei Strassenteilstücken [zuerst
bis zur Haltestelle in der Fraktion der Abfahrt 10-15 Minuten, dann
Postautofahrt vom Abfahrts- bis zum Zielort 8 Minuten und zuletzt ab
Haltestelle in der Fraktion des Zielorts bis zum Kindergarten 10-15 Minuten]
bezüglich Länge ohne Weiteres als zumutbar. Daran würden selbst
allfällige zusätzliche Wartezeiten vor der Postautoabfahrt bzw. vor dem
Kindergartenbeginn nichts ändern. Auf die Fachmeinung des privat
beigezogenen Verkehrsplaners sei der Beschwerdegegner in seinem
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Entscheid nicht eingegangen, da er dessen Angaben nicht als massgeblich
angesehen habe. Dem sei insbesondere deswegen so gewesen, weil der
bezeichnete Verkehrsplaner in seinem Schreiben einleitend eingeräumt
habe, nie vor Ort gewesen zu sein und für die Einschätzung lediglich auf
die Angaben der Kindsmutter abgestellt habe, weshalb es sich dabei bloss
um eine erste Rückmeldung über die Zumutbarkeit des Schulweges
gehandelt habe. Damit sei diese Stellungnahme vom 8. Oktober 2021 (Bf-
act. 6) für das vorliegende Verfahren offensichtlich untauglich. Eine
allfällige Gehörsverletzung wäre ausserdem inzwischen geheilt.
5.3. Die Beschwerdegegnerin stellt zum einen in Frage, dass die
Beschwerdeführerin das Elternhaus bereits um 7 Uhr verlassen müsse, um
nach 250 m die Bushaltestelle in der Fraktion des Ausgangspunkts zu
erreichen, von wo um 7:18 Uhr der Bus abfahre. Aus Sicht der
Beschwerdegegnerin würde es ausreichen, wenn die Beschwerdeführerin
das Haus zwischen 07:05 und 07:10 Uhr verlasse. Weiter treffe es nicht zu,
dass die Beschwerdeführerin von der Ankunft des Kindergartens bis zum
Beginn des Unterrichts 15 Minuten warten müsse. Zwar treffe es zu, dass
der eigentliche Unterricht um 08:00 Uhr beginne, die Zeit zwischen 07:45
und 08:00 Uhr sei jedoch als sog. 'Auffangzeit' konzipiert. Damit ermögliche
man den Kindern, nicht erst um Punkt 08:00 Uhr im Kindergarten eintreffen
zu müssen, sondern eben bereits während einer Viertelstunde davor. Diese
15 Minuten dienten dann dazu, dass die Kinder möglichst selbständig ihre
Jacken, Skianzüge, Schuhe, Handschuhe etc. ausziehen, an ihrem
richtigen Platz aufhängen und sich dann die Kindergarten-Hausschuhe
anziehen können, sodass dann alle Kinder um 08:00 Uhr für die
gemeinsamen Aktivitäten bzw. den Unterricht bereit sind. Die
Kindergartenlehrperson sei zu dieser Zeit anwesend. Deshalb sei es falsch,
die 'Auffangzeit' als reine Wartezeit zu bezeichnen bzw. zur Zeitdauer des
Kindergartenwegs hinzuzurechnen. In Bezug auf die individuelle Lösung
für die vorangegangenen Schuljahre 2016/17 und 2017/18 mit den Eltern
eines Kindergartenkindes könne nicht die Schlussfolgerung gezogen
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werden, der Beschwerdegegnerin sei bewusst, dass der Schulweg
unzumutbar sei. Ausserdem werde gerade auch für die
Beschwerdeführerin in der Zeit jeweils vom 1. Dezember bis zum 31. März
von Seiten der Schulträgerschaft eine Begleitung für die gesamte Strecke
von der Bushaltestelle am Zielort bis zum Kindergarten organisiert und
finanziert. Die Eltern der Beschwerdeführerin hätten aber von Beginn weg
viel weitergehende Anträge gestellt als diejenigen, welche in der genannten
Absichtserklärung vereinbart worden seien und teilweise auch in
nachfolgenden Schuljahren beibehalten wurden (Begleitung Dez. – März).
Die Beschwerdeführerin bzw. deren Eltern könnten deshalb aus der
damaligen Absichtserklärung nun auch nichts zu ihren Gunsten ableiten.
5.4. Dem Augenscheinprotokoll (Bg-act. 5) und dem Fachbericht der
Kantonspolizei Graubünden vom 7. September 2021 (Bg-act. 7) ist
übereinstimmend folgendes zu entnehmen: Die Distanz vom Elternhaus
der Beschwerdeführerin bis zur Bushaltestelle beträgt zirka 250 m; die
Distanz ab der Bushaltestelle am Zielort bis zum Kindergarten zirka 350 m.
Der Zeitbedarf für ein Kindergartenkind zur Bewältigung dieser Wegstrecke
beträgt ca. 20 Minuten, im Winter unter Umständen etwas länger. Die
Postautofahrt vom Abfahrts- bis zum Zielort dauert ca. 8 Minuten. Das gibt
zusammen rund 30 Minuten pro Wegstrecke. Diese Angaben erscheinen
dem Gericht sachlich begründet und nachvollziehbar. Was die
Viertelstunde 'Auffangzeit' im Kindergarten betrifft, ist diese klarerweise
nicht als Wartezeit zu qualifizieren. Die Erklärung der
Beschwerdegegnerin, was Zweck der Auffangzeit ist, und der Umstand,
dass diese Zeit durch die Kindergartenlehrperson betreut ist, lässt diese
Zeit eindeutig als Teil des Kindergartenunterrichts erscheinen und nicht als
Pause bzw. Wartezeit. Um die Kindergartenaktivitäten bzw. den Unterricht
pünktlich um 08:00 Uhr beginnen zu können, müssen die Kinder vorher im
Kindergarten eintreffen, um sich bereit zu machen für den Unterricht. Im
Winter dürfte dies mehr Zeit in Anspruch nehmen als in den übrigen
- 17 -
Jahreszeiten; nichtsdestotrotz handelt es sich hier um eine
Vorbereitungszeit zum Unterricht und nicht um eine Wartezeit. Damit
beträgt der Schulweg der Beschwerdeführerin ca. 30 Minuten pro
Anfahrtsstrecke und ist daher unter Berücksichtigung der örtlichen
Gegebenheiten in Bezug auf die Gesamtlänge von rund 600 m (250 m +
350 m) nicht zu beanstanden.
6.1. Von zentraler Bedeutung ist die Rüge der Gefährlichkeit des Schulweges.
Die Beschwerdeführerin hält eine Instruktion der Kinder durch den
Schulpolizisten und zusammen mit den Erziehungsberechtigten für nicht
ausreichend, um den Kindergartenweg weniger gefährlich zu machen. Die
BFU halte in ihrer Dokumentation (Bf-act. 5) fest, dass Kindergartenkinder
nicht über ausreichend kognitive Fähigkeiten verfügen würden, um sich
einen einmal erklärten Schulweg und dessen Gefahren zu merken und sich
in einer Gefahrensituation adäquat zu verhalten. Ausserdem sei der
Sachverständige der Kantonsverkehrspolizei nicht objektiv und neutral,
weil er als Kantonsangestellter die insbesondere finanziellen Interessen
des Kantons vertrete. Entlang der Hauptstrasse des Zielortes gebe es kein
Trottoir, was aber für die Gewährleistung der Sicherheit unabdingbar sei.
Ein gefährlicher Kindergartenweg werde zudem nicht sicherer, nur weil
mehrere Kinder diesen Weg gemeinsam machten, das Gegenteil sei der
Fall. Die Sicherheit im öffentlichen Bus sei nur gewährleistet, wenn die
Kinder entweder begleitet würden oder Sicherheitsgurten vorhanden seien;
beides sei vorliegend nicht der Fall, weshalb die Fahrt der
Kindergartenkinder im öffentlichen Bus unzumutbar sei. Die
Kindergartenkinder könnten zudem noch nicht lesen, was aber
Voraussetzung für die Benützung öffentlicher Verkehrsmittel sei; dies
hätten die Verwaltungsgerichte BE und BL bestätigt. Die Vorinstanz habe
sich mit diesen Urteilen nicht auseinandergesetzt, was eine weitere
Gehörsverletzung darstelle. Der Gehweg entlang der Hauptstrasse am
Zielort sei nicht einem Trottoir gleichzusetzen, da zu wenig breit und ohne
- 18 -
Randsteine. Im Winter seien die Kinder zudem gezwungen, auf der
Hauptstrasse zu gehen, und das in der Dunkelheit. Auch könnten sie im
Winter beim Hotel L._ die dort parkierten Autos nicht auf deren
Frontseite passieren, sondern an der Heckseite. Auf der anschliessenden
Brücke gebe es kein Trottoir. Die Brücke sie schmal; wenn sie dort ein
Fahrzeug passiere, sei der Sicherheitsabstand zu gering (vgl. Fotos in der
Beschwerdeschrift S. 20 u. 21). Die Beschwerdegegnerin habe es
pflichtwidrig unterlassen, bezüglich der Gefährlichkeit des Schulweges der
Beschwerdeführerin die einschlägige, von ihr in das Verfahren
eingebrachte Fachdokumentation der BFU zu konsultieren. Hätte sie es
getan, hätte sie festgestellt, dass die Beschwerdeführerin aufgrund ihres
Alters nicht in der Lage sei, die Gefährlichkeit des Kindergartenweges zu
erkennen, auch nicht, wenn sie während vier Monaten im Jahr teilweise
begleitet werde. Die Beschwerdeführerin macht zudem verschiedenenorts
Mängel am Augenscheinprotokoll des Beschwerdegegners geltend, weil
dort mündliche Vorbringen der gesetzlichen Vertreter der
Beschwerdeführerin nicht festgehalten seien (u.a. sei dort thematisiert
worden, dass es am Morgen jeweils eine Leerfahrt von einem Schulbus
vorbei am Abfahrtsorts in der fraglichen Fraktion gebe, um die Schulkinder
am Zielort abzuholen und nach einer dritten Nachbarfraktion zu fahren, und
es unverständlich sei, weshalb dieser Schulbus nicht auch die
Kindergartenkinder am Abfahrtsort abholen könne). Schliesslich verletzte
die Beschwerdegegnerin das Gleichbehandlungsgebot, indem die Kinder
am Zielort, welche in der dritten Fraktion zur Schule gehen, mit einem
Schulbus transportiert würden, während die Kindergartenkinder auf ihrem
Weg zwischen den beiden vorliegend interessierenden Nachbarfraktionen
den Schulweg zu Fuss bzw. mit dem öffentlichen Verkehr bewältigen
müssten.
6.2. Der Beschwerdegegner hält dem entgegen, dass es sich bei der
Postautohaltestelle am Abfahrtsort um eine Endhaltestelle handle, an der
- 19 -
nie mehr als ein Postauto halte. Die Kinder müssten somit nicht lesen
können, um in das richtige Postauto einsteigen zu können. Dasselbe gelte
bei der Bushaltestelle am Zielort: Das Postauto halte dort immer, d.h. es
sei kein Halt auf Verlangen. Die Kinder wüssten genau, wo sie ein- und
aussteigen müssten; auch während der Fahrt müssten sie nichts lesen
können, um sicher transportiert zu werden. Was das Trottoir betreffe, wäre
es natürlich wünschenswert, wenn es an der Hauptstrasse ein Trottoir
geben würde; ein solches in jedem Fall vorauszusetzen, wäre indes eine
völlige Verkennung der Realität, da im Kanton Graubünden mit all seinen
kleinen Dörfern und Siedlungen nicht möglich. In vielen Ortschaften im
Kanton führten die Kindergarten- und Schulwege einer Hauptstrasse ohne
Trottoir entlang durch das Dorf (Beispiel: Bg-act./Foto Gemeinde in
X._ in 'blauer Mappe'). Ein fehlendes Trottoir entlang einer
Hauptstrasse für sich allein könne somit nicht zu einer Schulbuspflicht
führen. Das Verkehrsaufkommen in den zwei Fraktionen des Abfahrts- und
Zielortes sei gering und ungefährlich, da dort keine Durchgangsstrassen
vorbeiführten. Was die Brücke am Zielort betreffe, sei diese zweifellos eng
und ohne Trottoir, dafür aber übersichtlich und verkehrsarm, da ebenfalls
frei von Durchgangsverkehr. Was die angeblichen Mängel im
Augenscheinprotokoll betreffe, so habe kein Wortprotokoll erstellt werden
müssen. Vielmehr müsse es Aufschluss geben über alle an Ort und Stelle
gemachten Wahrnehmungen, die für die Entscheidfindung von Bedeutung
sein könnten. Der Augenschein habe 135 Minuten in Anwesenheit von 10
Personen stattgefunden. Die Beschwerdeführerin bzw. ihre
Rechtsvertreterin hätten sich am Augenschein unzählige Male zu
sämtlichen Gegebenheiten und möglichen Gefahrensituationen auf den
kurzen Fusswegstrecken und zur Postautofahrt geäussert; zudem hätten
sie Trottoirs ausgemessen und die Nichteinhaltung von VSS-Normen
bemängelt. Es sei nicht Aufgabe des Beschwerdegegners, die Wege und
Strassen bezüglich dieser Normen zu kontrollieren, sondern er habe sich
ein Bild zu machen über die Gegebenheiten vor Ort, um so über die
- 20 -
Zumutbarkeit des Schulweges entscheiden zu können. Diese
Gegebenheiten seien im Protokoll festgehalten; ausserdem seien dem
Beschwerdegegner sämtliche Vorakten inklusive Fotos bekannt gewesen;
es habe sich um den dritten Augenschein in dieser Angelegenheit
gehandelt. Weiter habe der anwesende Sachverständige der
Kantonspolizei einen ausführlichen Bericht erstattet. Abschliessend ist der
Beschwerdegegner der Meinung, dass der Kindergartenweg der
Beschwerdeführerin in jeder Hinsicht als zumutbar anzusehen sei. Die
Einrichtung eines unentgeltlichen Schulbusses vom Elternhaus der
Beschwerdeführerin bis zum Kindergarten werde abgelehnt, ebenso wie
die Einführung eines Pedibusses (inkl. Postautobegleitung).
6.3. Die Beschwerdegegnerin verweist bei diesem Thema im Wesentlichen auf
den Entscheid des kommunalen Schulrates und des Beschwerdegegners.
Sie ist von der Zumutbarkeit des Schulweges überzeugt. Ergänzend führt
sie aus, dass es sich beim Linien-Postauto um ein kleineres Fahrzeug
handle, im Winter um einen Sprinter mit 22 Sitzplätzen und im Sommer um
einen Midi mit 40 Sitzplätzen, welche beide jeweils nicht so stark belegt
seien. Ausserdem seien die Buschauffeure instruiert bezüglich der
Kindergartenkinder, sodass das Ein- und Aussteigen am richtigen Ort
zusätzlich zur eigenen Kenntnis der Kindergartenkinder gewährleistet sei.
Es sei nicht sachgerecht, für jede Strecke in der ganzen Schweiz pauschal
festzustellen, dass 4- bis 6-jährige Kinder nie unbegleitet den öffentlichen
Verkehr benützen könnten, wie das in der Dokumentation der bfu
angedeutet werde. In der Gemeinde der Beschwerdegegnerin wie auch in
vielen anderen Gemeinden des Kantons seien einige Kindergartenkinder
auf die Benützung des ÖV angewiesen und auch gut in der Lage, dies
alleine zu bewältigen. Der Antrag der Beschwerdeführerin für eine
Begleitung der Busfahrt bis zur Vollendung des 7. Lebensjahres sei noch
viel weniger nachvollziehbar, zumal selbst das bfu es für 6- bis 8-jährige
Kinder als zumutbar beurteilte, öffentliche Verkehrsmittel zu nützen, sofern
- 21 -
keine langen Wartezeiten bestünden und nicht umgestiegen werden
müsse. Weiter erklärt die Beschwerdegegnerin ausführlich, weshalb der
von der Beschwerdeführerin erwähnte Schulbus, der zwischen der dritten
Nachbarfraktion und der Fraktion am Zielort unterwegs ist, aus zeitlichen
Gründen nicht auch noch die Kindergartenkinder in der Fraktion am
Abfahrtsorts abholen und nach der Fraktion am Zielort führen könne und
umgekehrt.
6.4. Ausganspunkt für die Beurteilung der Gefährlichkeit des Schulweges sind
nach Auffassung des Gerichts beweisrechtlich einerseits das Protokoll des
Augenscheins vom 24. August 2021 (Bg-act. 5) und andererseits
insbesondere die Beurteilung durch den langjährigen und
berufserfahrenden Sachverständigen der Kantonspolizei Graubünden,
Abteilung Verkehr/Unfallverhütung, vom 7. September 2021 (Bg-act. 7)
inkl. aussagekräftiger Fotobeilagen. Der Vorwurf der Beschwerdeführerin,
der betreffende Sachverständige sei parteiisch, da als Kantonsangestellter
den (finanziellen) Interessen des Kantons verpflichtet, kann man nicht
gelten lassen. Bei der Beurteilung handelt es sich zwar nicht um ein
Gutachten, aber immerhin um eine Fachmeinung, der ein Stellenwert wie
einem Amtsbericht gemäss Art. 12 Abs. 1 lit. c VRG zukommt. Der Bericht
ist zudem vollständig und nachvollziehbar.
Unter Berücksichtigung der konkreten Umstände, dass die Kinder und
Eltern am Anfang des Schuljahres ausführlich von speziell geschulten
Polizisten bezüglich des Schulweges und seiner Gefahrenstellen instruiert
werden, dass es sich bei der Postautohaltestelle in der Fraktion am
Abfahrtsort der Beschwerdeführerin um eine Endhaltestelle handelt, dass
dort nie mehr als ein Postauto steht und somit keine Verwechslungsgefahr
besteht, dass die Postautochauffeure instruiert sind bezüglich des
Transports von unbegleiteten Kindergartenkindern, dass die
Kindergartenkinder entsprechend am Kindergartengürtel beschriftet sind,
dass bezüglich der Postautoverbindungen keine Wartezeiten bestehen,
- 22 -
dass die Kinder nicht umsteigen müssen, dass die Kinder keine
Hauptstrasse überqueren müssen, dass in beiden Fraktionen (Abfahrts-
und Zielort) kein Durchgangsverkehr und allgemein ein geringes
Verkehrsaufkommen herrscht, dass der Gehweg von der Bushaltestelle am
Zielort zwar über kein Trottoir verfügt, aber ausreichend Platz bietet, damit
die Kinder nicht auf der Hauptstrasse gehen müssen, dass auf der
Hauptstrasse an diesem Abschnitt das Tempolimit auf 50 km/h reduziert
ist, dass für das Passieren des Parkplatzes beim Hotel L._ am Zielort
spezielle Instruktionen abgegeben wurden (Autos frontseitig passieren,
nicht heckseitig), dass die Verkehrssituation auf der Brücke übersichtlich
ist und es deshalb für diesen kurzen Abschnitt vertretbar erscheint, wenn
dort kein Trottoir existiert, dass im Winter, d.h. vom 1. Dezember bis 31.
März der Abschnitt Bushaltestelle am Zielort bis zum Kindergarten die
Kindergartenkinder von einer Erwachsenen Person begleitet werden, die
Kinder somit in der durch Schneefall bzw. Schneehaufen sich schwieriger
und auch gefährlicher gestaltende Schulweg beaufsichtigt sind, vermag
sich das streitberufene Gericht den Argumenten und Einschätzungen des
Beschwerdegegners sowie der Beschwerdegegnerin anzuschliessen,
wonach der hier strittige Schulweg als "nicht gefährlich" zu bezeichnen ist.
6.5. Daran ändern auch die von der Beschwerdeführerin zu ihren Gunsten
angeführten Argumente in der Beschwerdeschrift (Ziff. 3 S. 10 ff. sowie Ziff.
4 S. 14 ff.) und die in diesem Zusammenhang zitierten Gerichtsurteile
nichts. So ist es z.B. im Entscheid des Berner Verwaltungsgerichts vom 18.
Juli 2012 (BVR 2013 Nr. 1) um einen erst 5-jährigen Knaben gegangen,
der innerhalb einer Gemeinde mit rund 2'700 Einwohnern einen
zweisprachigen Kindergarten besuchen sollte und dafür den dort stark
frequentierten öffentlichen Verkehr im Einzugsgebiet des staatlichen
Leistungszentrums im Sport des Landes benutzen sollte. Im konkreten Fall
ist die Beschwerdeführerin jedoch 7-jährig und somit altersbedingt kognitiv
deutlich weiterentwickelt, der öffentliche Busverkehr in der betreffenden
- 23 -
Bergtalregion mit der 177 Einwohner zählenden Fraktion (mit 66
Haushaltungen, 36 Ferienwohnungen und 5 Bauernbetrieben)
vergleichsweise sehr einfach und überschaubar organisiert und strukturiert,
so dass die Haltestellen sowohl beim Abfahrts- als auch beim Zielort jeweils
fahrplanmässig angefahren werden und dort nicht mit ablenkungsreichem
und gefährlichem Durchgangsverkehr gerechnet werden muss.
Erfahrungsgemäss ist in städtischen Gebieten und in deren
Agglomerationen das Verkehrsaufkommen wesentlich grösser und
hektischer als in geographisch abgelegenen Seitentälern, wie im konkreten
Einzelfall (so auch das von der Beschwerdeführerin zitierte Urteil des
Verwaltungsgerichts Bern vom 11. November 2002 [VGE 21373 BE]; BVR
2003 S. 205; wobei dieses kantonale Urteil älter ist, als das von der
Beschwerdeführerin als 'veraltet' bezeichnete Urteil des Bundesgerichts
2C_495/2007 vom 27. März 2008 – wonach selbst für Kinder im
Kindergartenalter ein halbstündiger Fussmarsch (ohne Schulbus) je nach
Umständen noch als zumutbar gelten könne [so E.2.3]). Nichts
Gegenteiliges vermag das Gericht auch dem zitierten Entscheid des
Kantonsgerichts Basel-Landschaft vom 30. Januar 2019 (Prozess Nr. 810
18 2 [E.8.1.-8.4 und E.9.1-9.6 und insbesondere E.10.2 [nachfolgend
zitiert] zu entnehmen, worin erst eine Wegstrecke über 1'000 m
(situationsabhängig) für ein 4-5 jähriges Kind als unzumutbar eingestuft
wurde; bei einem 6-8 jährigen Kind (wie hier der heute 7-jährigen
Beschwerdeführerin) gar erst einem Fussweg ab 2'000 m. Weiter wird im
besagten Entscheid 'zur Pflicht der Eltern zur Übernahme von
Privattransporten' festgehalten: Eine Mitwirkungspflicht der Eltern in
schulischen Belangen geht bereits mit der ihnen obliegenden
Verantwortung für die Erfüllung der Schulpflicht ihrer Kinder einher, die sich
letztlich als notwendige Vorbedingung aus dem verfassungsrechtlichen
Obligatorium des Grundschulunterrichts (Art. 62 Abs. 2 BV) ergibt (...).
Sodann stehen die Eltern auch von daher in der Pflicht, als die Kinder auf
dem Schulweg in erster Linie unter ihrer Verantwortung stehen. ... Allein
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der Umstand, dass die betroffenen Eltern es aus Bequemlichkeit vorziehen
würden, den Transportdienst dem Gemeinwesen zu überlassen,
rechtfertigt es jedenfalls noch nicht, diesem die Einrichtung eines
Schülertransportes abzuverlangen. (Mit Verweis auf Bundesgerichtsurteil
2C_433/2011 vom 1. Juni 2012 E.4.3).
Auch das frühere Urteil (PVG 2002 Nr. 1) des streitberufenen
Verwaltungsgerichts des Kantons Graubünden ändert an der vorliegend zu
bejahenden Zumutbarkeitsbeurteilung des in Frage stehenden Schulwegs
mit Nutzung des öffentlichen Busverkehrs nichts, da sich diese beiden Fälle
nicht miteinander vergleichen lassen. In jenem Fall handelte es sich damals
um eine Erstklässlerin (7-jähriges Mädchen), die einen Fussweg zur
Dorfschule von 2.9 km und eine zu überwindende Höhendifferenz von 260
m zu bewältigen hatte. Das Kind musste zunächst eine Brücke über einen
Fluss und danach die parallel dazu verlaufende, stark befahrende
Kantonsstrasse (ohne Verkehrsampel und ohne Zebrastreifen)
überqueren. Auf der anschliessenden Teerstrasse ohne Gehweganlage
hätte das Mädchen zuerst mitten im Wald fast 2 km bergwärts laufen
müssen. Für diese Wegstrecke hätte sie gut 60 Minuten benötigt. Die
kürzere Wegalternative über ein "Waldtobel" wurde wegen des prekären
Natur-/Wanderwegs (steiler Trampelpfad, Abschrankungen und
Hilfsgeländer nur für Erwachsene) sowie den rundherum gut sichtbaren
Felsabbrüchen für ein einzelnes Kind als noch viel gefährlicher eingestuft,
als die zuerst geschilderte Marschroute über die geteerte und viel breitere
Dorfstrasse. Wie konkret in E.5.4. und E.6.4. hiervor bereits dargetan, ist
der hier strittige Schulweg demgegenüber "nicht gefährlich".
6.6. Nach Auffassung des Gerichts verletzten die Beschwerdegegnerin und der
Beschwerdegegner ausserdem auch den Grundsatz der Gleichbehandlung
nicht, indem die Schulkinder, welche vom Zielort nach der dritten Fraktion
pendeln und umgekehrt, hierfür mit einem Schulbus transportiert werden,
- 25 -
während den Kindergartenkindern der öffentliche Verkehr zugemutet wird.
Die Beschwerdegegnerin hat in ihrer Vernehmlassung ausführlich
dargelegt, weshalb für den Schulbus ein Abstecher nach dem Abfahrtsort
zeitlich nicht möglich ist; somit liegt ein sachlicher Grund vor für eine
unterschiedliche Behandlung der Schulkinder. Zudem kann die
Beschwerdeführerin auch nichts für sich ableiten aus der Absichtserklärung
aus den Schuljahren 2016-2018, weil der wichtigste Teil der dort
vereinbarten Massnahmen, nämlich die Begleitung der Kindergartenkinder
in den Monaten Dezember – März von der Bushaltestelle am Zielort bis
zum Kindergarten beibehalten und so auch der Beschwerdeführerin
zuteilwurde.
6.7. In einer gesamthaften Betrachtungsweise und in Abwägung aller zu
berücksichtigen (Sicherheits-) Interessen hat das streitberufene Gericht
vorliegend den Eindruck gewonnen, dass seitens der Beschwerdeführerin
über weite Strecken etwas gar einseitig argumentiert wird; so etwa in Bezug
auf die Benützung von öffentlichen Bussen, wo offensichtlich
Linienbusverkehr in Städten oder Agglomerationen mit der völlig
unterschiedlichen Situation auf der Strecke zwischen vorliegendem
Abfahrts- und Zielort in den konkret betroffenen Fraktionen (abseits
städtischer Verhältnisse) gleichgesetzt werden. Auch werden die
Gehwegzeiten und die Gefahrensituationen überzeichnet und dramatisiert,
während gleichzeitig verschwiegen wird, dass in der Zeit von Dezember bis
März, also dann, wenn die Bewältigung des Schulweges aufgrund von
Schnee und Dunkelheit anspruchsvoller wird, die Kinder von einer
erwachsenen Person begleitet werden. Der Schulweg erscheint dem
Gericht deshalb insgesamt, also in Bezug auf die Länge und die
Gefährlichkeit, als durchaus zumutbar. Die Einführung eines Schulbusses
oder eines Pedibusses (inkl. Postautobegleitung) ist deshalb weder
notwendig noch verhältnismässig. Die Beschwerde ist folglich abzuweisen
und der strittige Entscheid des Beschwerdegegners zu bestätigen.
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7.1. Der angefochtene Entscheid vom 21./28. Dezember 2021 ist demzufolge
rechtens, was zur Abweisung der Beschwerde vom 24. Januar 2022 führt.
7.2. Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Gerichtskosten gestützt auf
Art. 73 Abs. 1 VRG der Beschwerdeführerin bzw. deren gesetzlichen
Vertretern (Eltern), untereinander solidarisch haftend für das Ganze,
aufzuerlegen. Das Gericht erachtet dabei ermessensweise eine
Staatsgebühr von CHF 1'200.-- (zzgl. Kanzleiauslagen) für angemessen
und gerechtfertigt.
7.3. Aussergerichtlich steht gemäss Art. 78 Abs. 2 VRG weder dem
Beschwerdegegner noch der Beschwerdegegnerin eine
Parteientschädigung zu, da sie lediglich im Rahmen ihres amtlichen
Wirkungskreises obsiegt haben.
7.4. Mit der Bestätigung des angefochtenen Entscheids sind auch die Anträge
der Beschwerdeführerin abzuweisen, wonach ihr die beiden Vorinstanzen
zu Unrecht Verfahrenskosten auferlegt hätten und sie für ihre
Rechtsvertretung vor der Beschwerdegegnerin und vor dem
Beschwerdegegner mit je CHF 4'634.75 zu entschädigen sei. Bezüglich der
Kosten- und Entschädigungsfolgen ist einzig das nachfolgende
Urteilsdispositiv massgebend.