# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 63da7ecf-303e-5977-bb81-72ac7259d749
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2021
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1970
,
war seit dem Jahre 1997 als
selb
ständigerwerbende
medizinische Masseurin im Umfang eines Arbeitspensums von 60 % (Urk. 7/4 Ziff. 5.4) tätig, als sie
am 7.
März 2015 (Urk. 7/27) und am 2.
Februar 2016 (Urk. 7/34) als Fahrzeuglenkerin
je
an
einer Auffahrkollision
betei
ligt war. A
m 17. Februar 2016
meldete sich die Versicherte
unter Hinweis auf Beschwerden im Bereich der rechten Hand und im Bereich der Hal
swirbelsäule (HWS) infolge des
Unfalls vom 7. März 2015 bei der
Invalidenversiche
rung zum Leistungsbezug an
(Urk.
7/4 Ziff. 6.1
)
.
Mit Verfügung vom 3. Januar 2017 (Urk. 7/41) sprach
ihr
die Sozialversicherung
sanstalt des Kantons Zürich, IV
Stelle,
Frühinterventionsmassnahmen
in
Form eines Ausbildungskurses im Bereich der
Kraniosakraltherapie
vom 3. Januar 2017 bis 31. Dezember 2020 zu. Mit Mitteilung vom 4. Januar 2017 (Urk. 7/42) beendete die IV-Stelle berufliche Massnahmen im Sinne einer Unterstützung beim Erhalt des Arbeitsplatzes der Versicherten.
In der Folge liess die IV-Stelle die Versicherte polydisziplinär (internistisch, neurologisch, psychiatrisch, handchirurgisch und orthopädisch) begutachten (Gutachten vom 27. November 2018
und Ergänzung vom 25. März 2019
; Urk. 7/99/2-82
und Urk. 7/107
)
.
Nach durchgeführtem
Vorbescheid
verfahren
(Urk.
7/148, Urk. 7/149, Urk. 7/151
)
verneinte die IV-Stelle mit Verfü
gung vom
12. Januar 2021 (Urk. 7/153
= Urk. 2)
bei einem Invaliditätsgrad von 6 % einen
Rentena
nspruch
.
2.
Gegen die Verfügung vom
12. Januar 2021 (
Urk.
2
) erhob
die
Ver
si
cherte
mit Ein
gabe vom
17. Februar 2021
(Urk. 1) Beschwerde
und beantragte
, diese
sei auf
zuhe
ben und es
seien ihr die gesetzlichen Leistungen
zuzu
sprechen
(S. 2).
Mit Beschwerdeantwort vom
15. April 2021 (Urk. 6
)
beantragte die
IV-Stelle
die Abwei
sung
der Beschwerde
, wovon der Beschwerdeführerin am
20. April
2021
Kenntnis gegeben wurde (Urk.
8
).
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allge
meinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG). Sie kann Folge von Geburts
gebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die
Invalidenversicherung, IVG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zu
mutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Ver
lust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgegliche
nen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beein
trächtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Gemäss BGE 143 V 418 sind grundsätzlich sämtliche psychischen Erkrankungen, nach BGE 143 V 409 namentlich auch leichte bis mittelschwere Depressionen, für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit einem strukturierten Beweisverfahren nach Massgabe von BGE 141 V 281 zu unterziehen (Änderung der Rechtsprechung). Speziell mit Bezug auf leichte bis mittelschwere depressive Störungen hielt das Bundesgericht in BGE 143 V 409 – ebenfalls im Sinne einer Praxisänderung – fest, dass eine invalidenversicherungsrechtlich relevante psychische Gesundheits
schädigung nicht mehr allein mit dem Argument der fehlenden Therapieresistenz auszuschliessen sei (E. 5.1; zur bisherigen Gerichtspraxis vgl. statt vieler: BGE 140 V 193 E. 3.3; Urteil des Bundesgerichts 9C_13/2016 vom 14. April 2016 E. 4.2). Für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit sind somit auch bei den leichten bis mittelgradigen depressiven Störungen systematisierte Indikatoren beachtlich, die es – unter Berücksichtigung leistungshindernder äusserer Belastungsfaktoren einerseits und von Kompensationspotentialen (Ressourcen) andererseits – erlau
ben, das tatsächlich erreichbare Leistungsvermögen einzuschätzen (BGE 141 V 281 E. 2, E. 3.4-3.6 und 4.1). Die Therapierbarkeit ist dabei als Indiz in die gesamthaft vorzunehmende allseitige Beweiswürdigung miteinzubeziehen (BGE 143 V 409 E. 4.2.2; vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_449/2017 vom 7. März 2018 E. 4.2.1).
Die Anerkennung eines rentenbegründenden Invaliditätsgrades ist nur zulässig, wenn die funktionellen Auswirkungen der medizinisch festgestellten gesundheit
lichen Anspruchsgrundlage im Einzelfall anhand der Standardindikatoren schlüs
sig und widerspruchsfrei mit (zumindest) überwiegender Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sind. Fehlt es an diesem Nachweis, hat die materiell beweisbelastete versicherte Person die Folgen der Beweislosigkeit zu tragen (BGE 141 V 281 E. 6; vgl. BGE 144 V 50 E. 4.3).
Diese Rechtsprechung ist auf alle im Zeitpunkt der Praxisänderung noch nicht erledigten Fälle anzuwenden (Urteil des Bundesgerichts 9C_580/2017 vom 16. Januar
2018 E. 3.1 mit Hinweisen).
1.3
Aus Gründen der Verhältnismässigkeit kann dort von einem strukturierten Beweisverfahren nach BGE 141 V 281 abgesehen werden, wo es nicht nötig oder auch gar nicht geeignet ist. Ein Beweisverfahren bleibt daher entbehrlich, wenn im Rahmen beweiswertiger fachärztlicher Berichte (vgl. BGE 125 V 351) eine Arbeitsunfähigkeit in nachvollziehbar begründeter Weise verneint wird und allfälligen gegenteiligen Einschätzungen mangels fachärztlicher Qualifikation oder aus anderen Gründen kein Beweiswert beigemesse
n werden kann (BGE
143
V
409 E. 4.5.3; vgl. BGE 143 V 418 E.
7.1). Insbesondere in Fällen, in welchen nach der Aktenlage überwiegend wahrscheinlich von einer bloss leichtgradigen depressiven Störung auszugehen ist, die nicht schon als
chronifiziert
gelten kann und auch nicht mit Komorbiditäten einhergeht, bedarf es in aller Regel keines strukturierten Bew
eisverfahrens (BGE 143 V 409 E.
4.5.3; vgl. Urteil des Bundes
gerichts 9C_580/20
17 vom 16. Januar 2018 E. 3.1).
1.4
Anspruch auf eine Rente haben gemäss Art. 28 Abs. 1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betä
ti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungs
massnahmen wiederherstellen, er
halten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich min
des
tens 40 % arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (Art. 8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (Art. 28 Abs. 2 IVG)
.
1.
5
Gemäss dem in Art. 27
bis
Abs. 2–4 der Verordnung über die Invalidenversiche
rung (IVV) per 1. Januar 2018 eingeführten neuen Berechnungsmodell für die Festlegung des Invaliditätsgrads von teilerwerbstä
ti
gen Versicherten nach der ge
mischten Methode (Art. 28a Abs. 3 IVG) werden der Invaliditätsgrad in Bezug auf die Erwerbstätigkeit und der Invaliditätsgrad in Bezug auf die Betätigung im Auf
gabenbereich
weiterhin summiert
(Art. 27
bis
Abs. 2 IVV). Die Berechnung des Invaliditätsgrads in Bezug auf die Erwerbstätig
keit richtet sich nach Art. 16 ATSG, wobei das Erwerbseinkommen, das die ver
sicherte Person durch die Teiler
werbstätigkeit erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre, auf eine Vollerwerbstätigkeit hochgerechnet wird (Art. 27
bis
Abs. 3
lit
. a IVV) und die pro
zentuale Erwerbseinbusse anhand des Beschäftigungsgrads,
den
die versicherte Person hätte, wenn sie nicht invalid ge
wo
rden wäre, gewichtet wird (Art.
27
bis
Abs.
3
lit
. b IVV). Für die Berechnung des Invaliditätsgrads in Bezug auf die Betätigung im Aufgabenbereich wird der prozentuale Anteil der Einschränkungen bei der Betätigung im Aufgabenbereich im Vergleich zur Situation, wenn die ver
sicherte Person nicht invalid geworden wäre, ermittelt. Der Anteil wird anhand der Differenz zwischen dem Beschäfti
gungsgrad nach Absatz 3
lit
. b und einer Vollerwerbstätigkeit gewichtet (Art. 27
bis
Abs. 4 IVV).
1.
6
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schluss
folgerungen der Experten begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a mit Hinweis).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin ging in der angefochtenen Verfügung vom
12. Januar 2021
(Urk. 2) davon aus, dass die Beschwerdeführerin ohne Gesundheitsscha
den im Umfang eines Arbeitspensums von 60 % eine
selbständige
Erwerbstätigkeit als
Therapeutin beziehungsweise als medizinische Mass
eur
in
ausüben würde und im restlichen Umfang von 40 % im anerkannten Aufgabenbereich des Haus
halts tätig wäre, und dass ihr aus gesundheitlichen Gründen die Ausübung einer angepassten
unselbständigen
Erwerbstätigkeit im Umfang eines Arbeits
pensums von
9
0 % zuzumuten sei. Da im erwerblichen Bereich
k
eine Einschränkung
beziehungsweise eine solche von 0
% und im Aufgabenbereich des Haushalts eine solche von
15
% bestehe, resultiere ein Gesamtinvaliditätsgrad von
6
%, weshalb ein Rentenanspruch nicht ausgewiesen sei (S. 2).
2.2
Die Beschwerdeführerin brachte
hiegegen
vor, dass auf das
polydisziplinär
e
Gutachten vom
27. November 2018 insoweit nicht abgestellt werden könne, als die Gutachter entgegen der Beurteilung ihres behandelnden Arztes für die Zeit vom 1. Februar 2017 bis 23. März 2018 nicht von einer Verschlechterung der Arbeitsfähigkeit ausgegang
en seien. Sodann sei davon auszugehen, dass sie ohne Gesundheitsschaden im Umfang eines Arbeitspensums von 80 % eine Erwerbs
tätigkeit ausüben würde, weshalb sie in diesem Umfang als Erwerbstätige zu qualifizieren sei (S. 3). Des Weiteren habe die Beschwerdegegnerin bei der Bemessung des
Valideneinkommens
zu Unrecht ein im Jahre 2012 erzieltes Einkommen aus unselbständiger Erwerbstätigkeit nicht mitberücksichtigt und habe bei der Bemessung des Invalideneinkommens zu Unrecht kein
en
Abzug vom
Tabellenlohn von 25 % vorgenommen. Da der Beschwerdeführerin zudem die Aufgabe ihrer selbständigen Erwerbstätigkeit nicht zuzumuten sei,
sei
ein Betäti
gungsvergleich durch
zuführen
(S. 4).
3.
3.1
Vorerst zu prüfen ist die Statusfrage beziehung
sweise die Frage, in welchem Um
fang die Beschwer
deführerin im Gesundheitsfall erwerbstätig wäre.
3.2
Sowohl bei der erstmaligen Prüfung des Rente
nanspruchs als auch bei der Ren
tenrevision und im Neuanmeldungsverfahren ist die Methode der Invalidi
täts
be
messung (Art. 28a IVG) zu bestimmen (BGE 144 I 28 E. 2.2, 117 V 198 E. 3b).
Die für die Methodenwahl (Einkommensvergleich, gemischte Methode, Betäti
gungs
vergleich) entscheidende Statusfrage, nämlich ob eine versicherte Person als ganztägig oder zeitweilig erwerbstätig oder als nichterwerbstätig einzustufen ist, beurteilt sich danach, was die Person bei im Übrigen unveränderten Umstän
den täte, wenn keine gesundheitliche Beeinträchtigung bestünde. Entscheidend ist
somit nicht, welches Ausmass der Erwerbstätigkeit der versicherten Person im Ge
sundheitsfall zugemutet werden könnte, sondern in welchem Pensum sie hypo
thetisch erwerbstätig wäre. Bei im Haushalt tätigen Versicherten im Beson
deren sind die persönlichen, familiären, sozialen und erwerblichen Verhältnisse ebenso wie allfällige Erziehungs- und Betreuungsaufgaben gegenüber Kindern, das Alter, die beruflichen Fähigkeiten und die Ausbildung sowie die persönlichen Neigun
g
en und Begabungen zu berücksichtigen. Massgebend sind die Verhält
nisse, wie sie sich bis zum Erlass der Verwaltungsverfügung entwickelt haben, wobei für die hypothetische Annahme einer im Gesundheitsfall ausgeübten (Teil-)Erwerbs
tätigkeit der im Sozialversicherungsrecht übliche Beweisgrad der über
wiegenden Wahrscheinlichkeit erforderlich ist (BGE 144 I 28 E. 2.3, 141 V 15 E. 3.1, 137 V 334 E. 3.2, 125 V 146 E. 2c, 117 V 194 E. 3b).
Die Beantwortung der Statusfrage erfordert zwangsläufig eine hypothetische Be
ur
teilung, die auch die hypothetischen Willensentscheidungen der versicherten Person zu berücksichtigen hat. Diese Entscheidungen sind als innere Tatsachen wesensmässig einer direkten Beweisführung nicht zugänglich und müssen in der Regel aus äusseren Indizien erschlossen werden (vgl. BGE 144 I 28 E. 2.4 und Urteil des Bundesgerichts 8C_27/2018 vom 26. September 2018 E. 4.1.1).
3.3
Vor Eintritt des Gesundheitsschadens am
7. März 2015
(vgl. Urk. 7/
99/2-82 S. 3
f.)
war die Beschwerdeführerin seit
dem Jahre 1997 als
selbständig
erwerbende
medizinische Masseurin
tätig (Urk. 7/
145 Ziff. 2
, Urk.
7/4
Ziff.
5.4
, Urk. 7/140
).
3.4
Gegenüber der Abklärungsperson der Beschwerdegegnerin gab die Beschwerde
führerin anlässlich
der Abklärung
an Ort und Stelle
im Geschäft und
im
Haushalt
vom
5. Dezember 2019
an, dass sie ohne Gesundheitsschaden
weiterhin
im Umfang eines Arbeitspensums von
60
%
als
selbständigerwerbende
medizinische Masseurin
tätig
wäre (Urk.
7/145 Ziff. 8.1
).
3.5
Die Beschwerdeführerin führte in ihrem Einwand vom
27. November 2020
(Urk. 7/151 S. 2)
zum Vorbe
scheid vom
15. September 2020
sowie in der Beschwerdeschrift vom
17. Februar 2021
(Urk. 1 S. 3) übereinstimmend aus, dass sie ohne Gesundheits
schaden im U
mfang eines Arbeitspensums von 8
0 % eine Erwerbstätigkeit aus
üben würde,
weil der Aufwand für die Kinderbetreuung seit dem U
n
fall (vom 7. Mä
rz 2015) stetig abgenommen habe.
3.6
Die von einer qualifizierten Person durchgeführte Abklärung vor Ort (nach Mass
gabe des Art. 69 Abs. 2 IVV; vgl. auch
Rz
. 3081 ff. des Kreisschreibens über Inva
lidität und Hilflosigkeit in der Invalidenversicherung, KSIH, gültig ab 1. Januar 2015) stellt für gewöhnlich die geeignete und genügende Vorkehr zur Bestim
mung der gesundheitlichen Einschränkung im Haushalt dar.
Hinsichtlich des Beweiswerts der entsprechenden Berichterstattung ist wesentlich, dass sie durch eine qualifizierte Person erfolgt, die Kenntnis der örtlichen und räumlichen Verhältnisse sowie der aus den medizinischen Diagnosen sich erge
benden Beeinträchtigungen und Behinderungen hat. Weiter sind die Angaben der versicherten Person zu berücksichtigen, wobei
divergierende Meinungen der Be
teiligten im Bericht aufzuzeigen sind. Der Berichtstext schliesslich muss plau
sibel, begründet und angemessen detailliert bezüglich der einzelnen Einschrän
kungen sein sowie in Übereinstimmung mit den an Ort und Stelle erhobenen Angaben stehen.
Diese Beweiswürdigungskriterien sind nicht nur für die im Abklärungsbericht enthaltenen Angaben zu Art und Umfang der Behinderung im Haushalt massge
bend, sondern gelten analog für jenen Teil eines Abklärungsberichts, der den mutmasslichen Umfang der erwerblichen Tätigkeit von teilerwerbstätigen Ver
si
cherten mit häuslichem Aufgabenbereich im Gesundheitsfall betrifft (Urteil des Bundesgerichts
I 236/06 vom 19. Juni 2006 E. 3.2
).
3.7
Praxisgemäss stellen die Gerichte im Bereich des Sozialversicheru
ngsrechts in der Regel auf die «
Aussagen der ersten Stunde
»
ab, denen in beweismässiger Hinsicht
grösseres Gewicht zukommt als späteren Darstellungen, die bewusst oder unbe
wusst von nachträglichen Überlegungen versicherungsrechtlicher oder anderer Art beeinflusst sein können (BGE 121 V 45 E. 2a, 115 V 133 E. 8c mit Hinweis).
Dabei gilt es zu unterscheiden zwischen späteren Präzisierungen der
«Aussagen der ersten Stunde»
einerseits und später davon abweichenden Angaben anderer
seits. Letztere bleiben rechtsprechungsgemäss
unbeachtlich (BGE 115 V 133 E.
8c; Urteile des Bundesgerichts 8C_225/2019 vom 20. August 2019 E. 3.3 und 8C_637/2016 vom 13. Dezember 2016 E. 3.2 und 4.2). Gemäss der Recht
sprechung sind insbesondere im Verlauf des invaliden
versicherungsrechtlichen Abklärungsverfahrens getätigte Aussagen von versicherten Personen zur Status
frage praxisgemäss stärker zu gewichten als spätere anderslautende Erklärungen, die von Überlegungen sozialversicherungsrechtlicher Natur beeinflusst sein können (Urteile des Bundesgerichts 9C_846/2011 vom 15. Mai 2012 E. 4.2 und 8C_50/2012 vom 1. März 2012 E. 5.1).
3.8
Bei den von der Beschwerdegegnerin anlässlich
der Abklärung im Geschäft und Haushalt an Ort und Stelle vom 5. Dezember 2019
gegenüber der
Abklärungs
p
erson der Beschwerdegegnerin getätigten Aussagen, wonach sie ohne Gesund
heitsschaden
unverändert - wie vor Eintritt des Gesundheitsschadens -
im U
mfang eines Arbeitspensums von 6
0 % eine
selbständige
Erwerbstätigkeit
als Masseurin
ausüben würde
(vorstehend E.
3.4
)
,
handelt
es sich
um Aussagen, welche die Beschwerdeführerin zu einem Zeitpu
nkt tätigte, als sie noch keine Kenntnis der Details der Invaliditätsbemessung durch die Beschwerdegegnerin
hatte.
Im Vergleich zu
den Aussagen in
ihrer Stellungnahme vom 27. November 2020 zum Vorbe
scheid vom 15. September 2020 sowie in der Beschwerdeschrift vom 17. Februar 2021 (
vorstehend E
3.5
.
)
, welche erst nach Kenntnis der Invali
ditätsbemessung
durch die Beschwerdegegnerin
getätigt wurden, handelt es sich bei der Aussage vom 5. Dezember 2019
daher
um eine Aussage der ersten Stunde, welcher
ein grösseres Gewicht zu
zumessen ist
,
da es sich hierbei nicht um
Aussagen handelte, welche
bewusst oder unbe
wusst von Überlegungen versiche
rungsrechtlicher oder anderer Art beein
flusst sein
könnten. Sodann weist
insbe
sondere
der im Jahre 2007 geborene Sohn der Beschwerdeführ
erin noch nicht ein Alter auf, bei dem ein Rückgang der Anforderungen an dessen elterliche Betreu
ung offensichtlich wäre. Davon abgesehen war die Beschwerdeführerin gemäss ihren Angaben (Urk. 7/4 Ziff. 5.4) seit der Aufnahme der selbständigen Tätigkeit als Masseurin im Jahre 1997, mithin bereits vor der Geburt ihrer beiden in den Jahren 2004 und 2007 geboren Kinder (vgl. Urk. 7/4 Ziff. 3), stets im Umfang eines Arbeitspensums von 60 % erwerbstätig. Demzufolge ist nicht mit über
wiegender Wahrscheinlichkeit erstellt, dass die Beschwerdeführerin auf Grund der
Betreuung ihrer Kinder in einem teilze
itlichen Pensum erwerbstätig wäre
bezie
hungsweise, dass sie auf Grund der Be
treuung ihrer Kinder davon abgesehen hätte
, im Umfang eines vollzeitlichen Arbeitspensums erwerbstätig zu sein.
3.9
Nach Gesagtem ist daher mit
dem massgebenden Beweisgrad der überwiegenden Wahrschein
lichkeit davon auszugehen, dass die Beschwerdeführerin im Gesund
heitsfall
bei Eintritt des Gesundheitsschadens am 7. März 2015
weiterhin im Umfang
eines Arbeitspensums
von
6
0 %
eine selbständige Tätigkeit als medizi
nische Masseurin ausüben und im restlichen Umfang von 40 % sich im Aufga
benbereich Haushalt betätigen würde. Es ist daher nicht zu beanstanden, dass die Beschwerdegegnerin die Beschwerdeführerin mit der angefochtenen Verfügung vom 12. Januar 2021 (Urk. 2) im Umfang von 60 % als Erwerbstätige und im restlichen Umfang von 40 % als im Aufgabenbereich Haushalt Tätige qualifi
zierte.
4.
4.
1
Zu prüfen gilt es im Folgenden die für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit mass
gebende medizinische Aktenlage.
4.
2
Dr. med. Y._
, Facharzt für
Plastische,
Rekonstruktive
und Ästhetische Chirurgie
,
Spital Z._
,
diagnostizierte im Operationsbericht vom 27. April 2015 (Urk. 7/18/13-14) ein posttraumatisches Karpaltunnelsyndrom rechts
sowie
ein abgesprengtes
ossäres
Fragment der Basis Os metacarpale II, rechts, und erwähnte, dass die Besch
werden nach dem Verkehrsunfall
vom
7. März 2015
aufgetreten seien,
und dass auf Grund der Symptome in Kombination mit dem manuell fordernde
n Beruf der Beschwerdeführerin als
medizin
ische Massage
therapeutin
eine Operation indiziert gewesen sei. In der Folge sei a
m 24. April
2015 im Bereich der rechten Hand eine offene Spaltung des
Retinaculum
flexorum
und eine Entfernung des
ossären
Fragmentes der Basis
des Os
metacarpale II durchgeführt worden
(S. 1)
.
4.
3
In seinem Bericht vom 3. Februar 2016 (Urk. 7/12/6-7) stellte Dr.
Y._
die folgenden Diagnosen (S. 1):
-
aktuell: verbleibende Restbeschwerden in der rechten (dominanten) Hand (Daumen und Palma
manus
), sowie am linken Daumensattelgelenk mit/bei:
-
vormals: dorsale Handgelenkskapselreizung/-entzündung (ohne okkultes Ganglion), rechts
-
offene Skidaumenverletzung, rechts, und Kapselverletzung
Dig
. II, rechts nach Verkehrsunfall vom 7. März 2015 und operativer Versor
gung
-
dislozierte Basis Metacarpale II
-Fraktur, rechts
-
posttraumatisches Karpaltunnelsyndrom (CTS), rechts
-
Status nach offener Spaltung
des
Retinaculum
flexorum
und Entfer
nung des
ossären
Fragmentes Os metacar
pale II, Basis, rechts, vom 24.
April 2015
-
Tendovaginitis
stenosans
im Bereich A1-Ringbandareal und
Ganglion am
Dig
I, IP-Gelenk, links, radial
Dr.
Y._
führte aus, dass
davon auszugehen sei, dass
die Schmerzen für mindestens ein Jahr verbleiben w
ü
rden, und dass damit zu rechnen sei, dass es im Frühjahr/Sommer 2016 zu einer deutlichen Verbesserung der noch verblei
benden Restschmerzen kommen
könnte
,
und dass erneut
eine Arbeitsfähigkeit erreicht werden könn
t
e
. Gegenwärtig bestehe bis 20. April 2016
indes
eine Arbeitsunfähigkeit von 80 % (S. 2).
4.
4
In seinem Bericht vom 17. November 2016 (Urk. 7/52/5-6) führte Dr.
Y._
aus, dass die Beschwerdeführerin eine sehr ungewöhnliche knöcherne Fehlstellung
aufweise. Dabei handle
es sich um eine verzöge
rte Unfallfolge. Es sei eine CT
Untersuchung der rechten Hand angezeigt (S. 2). Trotz der persistierenden Schmerzen
sei es am 16. November 2016 zu einer Verminderung der Arbeitsun
fähigkeit
von 60 % auf 50 %
gekommen
, weshalb für die Zeit
ab
dem 16.
November 2016
von
eine
r
Arbeitsunfähigkeit von 50 %
auszugehen
sei
(S.
1).
4.
5
Mit Bericht vom 11. Januar 2017 (Urk. 7/52/7-10) stellte Dr.
Y._
die folgenden Diagnosen (S. 1):
-
aktuell: b
eschwerdefreies/-armes
Carpe
bossu
Basis Metacarpale-
ll
, rechts (dominant) mit vormals belastungsabhängigen Schmerzen als Unfallfolge
mit/bei:
-
Status nach Infiltration von
Sinovial
0,8% und
sonographisch
gesteu
erte
Kortisoninfiltration
am linken 6. Strecksehnenfach
-
persistierende Überbelastungsbeschwerden an der linken Hand: klinischer Verdacht auf Tendovaginitis am 4. Strecksehnenfach und am
Thenar
- FCR-Tunnelsyndrom (vormals «Schnappdaumen»,
regrediente
«Hand
gelenksblockaden» bei Verdacht auf Tendovaginitis und
regrediente
ulnare
Digital Nervenreizung auf Höhe des A1-Ringbandes
Dig
ill
)
mit/bei:
-
vormals Ganglion (5 mm Durch
messer, 2 mm Höhe) am
Dig
I, IP
Gelenk, links, radial
-
Status nach Zerrung Teilruptur des
ulnaren
Kollateralbandes des rechten Daumens am MCP-Gelenk («Skidaumen») und Schleudertrauma der Hals
wirbelsäule (HWS) nach erneutem Verkehrsunfall vom 2. Februar 2016
mit/bei:
-
leichte
n
Restbeschwerden in der rechten Hand (Daumen bei axialem Druck und Palma Manus im A1-Ringbandareal
Dig
II) und inter
mittierende
r
Schwellung ohne Schmerzen
im dorsalen Basis Meta
carpale-II
-Bereich, reduzierte
r
Sensibilität in einem kleinen Areal an der rechten Daumenspitze
-
vormals: dorsale Handgelenkskapselreizung/-entzündung (ohne okkultes Ganglion), rechts
-
Status nach
offene
r
Skidaumenverletzung, rechts
,
und Kapsel
verletzung
Dig
I
I, rechts nach Verkehrsunfall vom
7. März 2015
-
Status nach
dislozierte
r
Basis Metacarpale II
-Fraktur, rechts
-
p
osttraumatischem K
a
rpaltunnelsyndrom (CTS), rechts, bei
Status nach offener Spaltung
Retinaculum
flexorum
und Entfernung des
ossären
Fragmentes
der Basis
des
Os
metacarpale II, rechts
,
am
24. April
2015
Dr.
Y._
erwähnte, dass die Beschwerdeführerin aktuell rechtsseitig
unter fast
keinen Beschwerden mehr leide
. Linksseitig -
vor allem im Bereich des 4. Streck
sehnenfaches un
d an der proximalen
Thenarbasis
- leide sie jedoch noch
unter
Schmerzen. Es bestehe eine Arbeitsunfähigkeit von 50 % (S. 3).
4.
6
In seinen Berichten vom 14. Februar 2017 (Urk. 7/65/11-12), vom 5. April 2017 (Urk. 7/65/13-14), vom 21. Juni 2017 (Urk. 7/65/9-10), vom 20. September 2017 (Urk. 7/65/7-8) und vom 29. September 2017 (Urk. 7/65/5-6) führte Dr.
Y._
übereinstimmend aus, dass eine Arbeitsunfähigkeit von 60 % ausgewiesen sei, und dass
davon auszugehen sei, dass
eine Arbeitsunfähigkeit in diesem Umfang verbleibe
n werde
.
4.
7
Dr. med. A._
, Facharzt für Chirurgie, diagnostizierte mit Bericht vom 28. November 2017 (Urk. 7/67/1-2) ein
zervikozephales
Schmerzsyndrom
mit
/bei
Faz
ettensyndrom
C5/6
und erwähnte, dass die Beschwerdeführerin unter einer
zervikoz
ephale
n
Schmerzproblematik, ausgehend von dem
discogenen
Hauptbefund C5/6, welcher zu einer Hyperpression der
Fa
z
ettengelenke
C5/6 geführt ha
be, leide.
Auf
G
rund
des Schmerzverlaufes nach dem
1. und 2. Unfall
sei davon auszugehen
, dass der 2. Unfall
vo
m Februar 2016 für die Verände
run
gen mitverantwortlich sei (S. 1).
4.
8
Dr.
Y._
stellte in seinem Bericht vom 8. Dezember 2017 (Urk. 7/71/8-9) die folgenden (aktuellen) Diagnosen (S. 1):
-
aktuell: Schnappfinger am linken
Dig
. I, am rechten
Dig
. II und IV, gele
gentlich auch am rechten
Dig
. 1. gegenwärtig unter konservativer Behandlung
-
regrediente
Sehnenscheidenentzündung am linken (
adominanten
) Hand
gelenk (6. Strecksehnenfach und Flexor-
Carpi
-
Ulnaris
-Region)
-
Carpe
Bossu
Ba
?
i
?
Metacarpale-II/Subluxation CMC-II (als Unfallfolge), rechts mit belastungsabhängigen Schmerzen
-
HWS-Diskusprolaps, in schmerztherapeutischer Abklärung/Behandlung, Status nach HWS Infiltration am 21. September 2017 mit sehr guter
Beschwerderegredienz
D
er Arzt
führte aus, dass
handchirurgisch insgesamt eine beschwerdearme Situation erreicht
worden sei, und dass d
ie verbleibende Schnappfinger
-Sympto
matik
mit einer
Kortisoninfiltration
behandelt werden
könne (S. 2)
.
4.
9
Di
e Ärzte des Zentrums B._
, erwähnten in ihrem polydisziplinären Gutachten vom 27. November 2018 (Urk. 7/99/2-82), dass die Beschwerdeführerin am 29. und 30. Oktober 2018 internistisch, orthopä
disch-handchirurgisch, neurologisch und psychiatrisch unte
rsucht worden sei (S.
1-2)
,
und stellten die folgenden Diagnosen
(S. 9 f.)
:
Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit:
-
Status nach komplexer offener Verletzung
des
Daumen
s
,
des
Metacarpale
II
und des radialen
Handgelenk
s
rechts durch
einen
Auffahrunfall vom März 2015 mit:
-
bewegungs- und belastungsabhängigen Restbeschwerden am distal-
palmaren
Ansatz des
ulnaren
Seitenbandes des MP-Gelenkes I rechts
nach
Durchtrennung des
ulnaren
Seitenbandes
im März 2015
-
Status nach operativer Revision mit Naht des
ulnaren
Seitenbandes und Wundversorgung
-
Schmerzen über
Exostose
dorsa
l an der Basis des Metacarpale II
bei Status nach Basisfraktur und Schmerzen über dem CMC-Gelenk II bei posttraumatischer Arthrose
-
leichtgr
a
dige
residuelle
Sensibilitätsstörung im
Medianus
-Innervationsgebiet rechts bei Status nach offener Sp
altung des
Retinaculums
und Entf
ernung eines
ossären
Fragments
im Bereich der
Basis
des
Os
metacarpale
II
am 24.
April 2015
-
Ret
raumatisierung
des MP-Gelenkes I rechts
ulnar
durch Distorsion bei Auffahrunfall
vom Febru
a
r 2016
-
Verdacht auf Ganglion dorsal übe
r der
scapholunä
ren
Region links
-
Status nach
Kreuzbanders
atzoperation beidseits,
rechts
im Jahre
1991, links
im Jahre
2000
-
Status nach Querfortsatztraktur L1 bis L4 nach
Skisturz
im Jahre
2002
-
c
hronisches
Z
ervikalsyndrom
mit möglicher intermittierender
radikulärer
Reizsymptomatik der Wurzel C6 links
mit/bei:
-
Osteochondrose
mit
osteodiskogenen
,
linksbetonten
Foraminal
einengungen
im Bereich
HWK5/6
-
Status nach
Autounfällen mit
HWS-Distorsionstraumen
vom
16. Februar
2016,
vom
7. März
2015
,
vom
11.
Juli
2007
und
im
Jahre 1992
Diagnosen o
hne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit:
-
Anpassungsstörung im Sinne einer
Traumafolgestörung
, remittiert
-
l
eichtgradiges Karpaltunnelsyndrom links
Aus handchirurgisch-orthopädischer Sicht ha
be die Beschwerdeführerin am 7.
März 2015 eine komplexere Handverletzung rechts mit offener Durchtrennung des
ulnaren
Seitenbandes des MP-Gelenkes I und
mit
einer Fraktur der Basis des Metacarpale II erlitten. In der Folge sei ein Karpaltunnelsyndrom mittels einer Dek
ompression des
Nervus
medianus
behandelt worden.
Im Weiteren
hätten
sich im Berei
ch des CMC-Gelenkes
II
eine knöchern
e Deformation und eine
arthro
tische
Veränderung
entwickelt, wodurch
belastungsabhängige Schmerzen
persis
tiert hätten. Durch den zweiten Unfall vom 2. Februar
2016
sei es zu
einer
Retraumatisierung
des MP-Gelenkes I rechts
gekommen
. Dadurch
sei es zu vorübergehenden Beschwerden gekommen (S. 6),
welche jedoch zwischenzeitlich
wieder deutlich abgeklungen s
eien.
Aus neurologischer Sicht
leide die Beschwerdeführerin unter e
inem
chronischen
Z
ervikalsyndrom
bei degenerativen HWS-Veränderungen
und
leicht einge
schränkter
HWS-Beweglichkeit
sowie unter einer verminderten
Sensibilität an den radialen Fing
ern
beidseits
. Eine
Radikulopathie
und eine Myelopathie seien
klinisch nicht
zu erhärten (S. 7).
Aus allgemeinmedizinischer Sicht habe keine klinische Pathologie erhoben werden können (S. 9).
Aus psychiatrischer Sicht habe die Beschwerdeführerin unter einer
vorüber
gehend
en
Anpassungsstörung im S
inne einer remittierten
Traumafol
gestörung
gelitten. Demgegenüber könne die
Diagnose einer posttraumatischen Belastungs
störung
nicht gestellt werden.
Denn es
sei
weder
das
Traumak
riterium
erfüllt
, noch seien ein
Vermeideverhalten
, eine
vegetative Übererregbarkeit
, eine
vermehrte Schreckhaftigkeit, dissoziative Phänomene oder Flashbacks
festzu
stellen gewesen. Zudem seien
weder die Diagnose einer anhaltenden somato
formen Schmerzstörung
noch diejenige
einer chronischen Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren
zu stellen (S. 8). Vielmehr
sei von
eine
r
unbedeutende
n
Somatisierung
auszugehen
(S. 9)
.
Die Beschwerdeführerin werde durch die funktionellen Auswirkungen
des Gesund
heitsschadens
im Bereich ihrer beiden Hände und der HWS in ihrer Arbeitsfähigkeit beeinträchtigt, wobei die Belastungsfähigkeit beider Hände und Handgelenke durch eine
Arthrose im CMC-Gelenk II
,
durch
Restbeschwerden im Bereich des
ulnaren
Seitenbandes des MP-Gelenkes I rechts
und
durch ein
frag
liche
s
dorsoradiale
s
Handgelenksganglion links
vermindert sei. Zudem sei die
die Beweglichkeit im MP-Gelenk rechts
endgradig
vermindert.
Des Weiteren bestehe eine verminderte
Belastbarkeit der HWS
(S. 10).
Aus psychischen Gründen
bestehe weder
hinsichtlich der angestammten noch
einer
adaptierten Tätigkeit eine Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit
(S. 11)
.
Aus
orthopädisch-handchirurgischer Sicht
sei
auf Grund der Beeinträchtigung in beiden Händen sowie im Bereich der HWS im bisherigen Beruf der Beschwerde
führerin als medizinische Masseurin von einer Beeinträchtigung der Arbeits
fähigkeit im Umfang von 50 % auszugehen. Aus neurologischer Sicht bestehe wegen der Nackenproblematik mit möglicher
radikulärer
Irritation links eine Einschränkung von 30 %. Insgesamt bestehe in der bisherigen Tätigkeit als medizinische Masseurin eine Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit
aus somati
schen Gründen
von 50 %. Demgegenüber sei der Beschwerdeführerin die Ausübung einer Tätigkeit als
Kraniosakraltherapeutin
im Umfang eines Arbeits
pensums von 70 % bis 80 % zuzumuten. Die Au
sübung einer angepassten, nicht
handbelastenden, wechselbelastenden Tätigkeit, mit der Möglichkeit von Pausen, ohne das Heben und Tragen von Lasten über einem Gewicht von fünf bis zehn Kilogramm, ohne die Notwendigkeit von HWS-
Reklinationen
und ohne Tätig
keiten mit den Armen über Kopf- oder Schulterhöhe, sei der Beschwerdeführerin im Umfang eines Arbeitspensums von 90 % zuzumuten, wobei in Zukunft ein Erreichen einer uneingeschränkten Arbeitsfähigkeit
nicht auszuschliessen sei (S.
14).
4.
10
In ihrer das
Gutachten vom 27. November 2018
ergänzenden Stellungnahme vom 25. März 2019 (Urk. 7/107) führten die
Ärzte des
B._
aus
,
der behandelnde Arzt Dr.
Y._
der Beschwerdeführerin, welche am 3. Januar 2017 eine Ausbildung zur
Kraniosakraltherapeutin
aufgenommen habe,
habe
erstmals ab dem 16.
November 2016 eine Arbeitsunfähigkeit im Umfang von 50 % attestiert, weshalb ab diesem Zeitpunkt dem Zumutbarkei
tsprofil des Gutachtens vom 27.
November 2018 Geltung zukomme. Demzufolge sei der Beschwerdeführerin ab 16. Novem
ber 2016
die Ausübung ihrer bisherigen Tätigkeit als medizinische Masseurin im Umfang eines Arbeitspensums von 50 %, die
Ausübung einer
Tätigkeit als
Kraniosakraltherapeutin
im Umfan
g eines solchen von 70 % bis 80
% und die Ausübung einer angepassten, nicht handbelastenden und wechselbelastenden Tätigkeit im Umfang eines Arbeitspensums von 90 % zuzumuten
(S. 2)
.
Für die Zeit bis 15. November 2016 sei auf die Arbeitsfähigkeitsbeurteilungen durch die behandelnden Ärzte abzustellen. Demzufolge sei
von folgendem
Verlauf der Arbeitsunfähigkeit
auszugehen
(
S
. 2 in Verbindung mit
Urk. 7/99/2
82 S. 4
und Urk. 7/59
)
:
Arbeitsunfähigkeit von 100 %:
7. März bis 13. September 2015
Arbeitsunfähigkeit von 75 %:
14. bis 30. September 2015,
Arbeitsunfähigkeit von 100 %:
1. Oktober bis 9. November 2015
Arbeitsunfähigkeit von 90 %:
10. November bis 7. Dezember 2015
Arbeitsunfähigkeit von 80 %:
8. Dezember 2015 bis 1. Februar 2016
Arbeitsunfähigkeit von 100 %:
2. Februar bis 14. April 2016
Arbeitsunfähigkeit von 90 %:
15. April bis 31. Mai 2016
Arbeitsunfähigkeit von 80 %:
1. bis 30. Juni 2016
Arbeitsunfähigkeit von 70 %:
1. Juli bis 30. September 2016
Arbeitsunfähigkeit von 60 %:
1. Oktober bis 15. November 2016
4.
11
Dr. med. C._
, Facharzt für
Orthopädische Chirurgie und Traumato
logie des Bewegungsapparates
, Regionaler Ärztlicher Dienst der Beschwerde
gegnerin (RAD), führte in seiner Stellu
ngnahme vom 29. März 2018 (Urk.
7/147/11) aus, dass das
Gutachten
der Ärzte des
B._
vom 27. November 2018
zusammen mit der
dieses ergänzende
n
Stellungnahme
der Gutachter
vom 25. März 2019
nachvollziehbar sei
, weshalb darauf abgestellt werden könne. Gestützt darauf sei in Bezug auf die bisherige Tätigkeit der Beschwerdeführer
in
als medi
zinische Masseurin von folgendem Verlauf der Arbeitsunfähigkeit auszugehen:
Arbeitsunfähigkeit von 100 %:
7. März bis 13. September 2015
Arbeitsunfähigkeit von 75 %:
14. bis 30. September 2015,
Arbeitsunfähigkeit von 100 %:
1. Oktober bis 9. November 2015
Arbeitsunfähigkeit von 90 %:
10. November bis 7. Dezember 2015
Arbeitsunfähigkeit von 80 %:
8. Dezember 2015 bis 1. Februar 2016
Arbeitsunfähigkeit von 100 %:
2. Februar bis 14. April 2016
Arbeitsunfähigkeit von 90 %:
15. April bis 31. Mai 2016
Arbeitsunfähigkeit von 80 %:
1. bis 30. Juni 2016
Arbeitsunfähigkeit von 70 %:
1. Juli bis 30. September 2016
Arbeitsunfähigkeit von 60 %:
1. Oktober bis 15. November 2016
Arbeitsunfähigkeit von 50 %:
ab 16. November 2016 bis auf Weiteres
Für die Zeit ab 16. November 2016 sei
während der Dauer der
Ausbildung zur
Kraniosakraltherapeutin
von einer Arbeitsfähigkeit von 70 % bis 80
%
bezie
hungsweise einer Arbeitsunfähigkeit von 20 % bis 30 %
auszugehen. D
ie Ausübung einer
optimal
angepassten Tätigkeit
sei der Beschwerdeführerin im Umfang
einer Arbeitsfähigkeit
von 90
%
beziehungsweise einer Arbeitsun
fähigkeit von 10 %
zuzumuten.
4.
12
Dr. med. D._
,
Facharzt für Chirurgie, E._
AG (Haft
pflichtversicherung),
erwähnte in seiner Stellungnahme vom 28. August 2019 (Urk. 7/127), dass das Gutachten der Ärzte der
B._
vollständig, schlüssig und nachvollziehbar sei (S. 1),
und führte aus,
dass
insbesondere deren Beurteilung, wonach in der angestammten
Tätigkeit
der Beschwerdeführerin
als medizinische Masseurin
eine Arbeitsfähigkeit
von 50 %
bestehe, nachvollziehbar sei. In Bezug auf eine
Tätigkeit mit ausschliesslich leichten und gelegent
lich mittelschweren Belastungen sowie insbesondere bezüglich einer Bürotätigkeit sei indes
von einer uneingeschränkten Arbeitsfähigkeit auszugehen
(S. 2).
5.
5.
1
Den medizinischen Akten ist zu entnehmen, dass die Beschwerdeführerin sich anlässlich eines Unfalls vom 7. März 2015
eine komplexe Verletzung der der rechten Hand im Sinne einer offenen Durchtrennung
des
ulnaren
Seitenbandes des Daumengrundgelenks (M
P-Gelenkes I
)
und einer
(dislozierten)
Fraktur der Basis des
Os
Metacarpale II
(Mittelhandknochen II)
zuzog. An
schliessend
litt sie
unter einem Karpaltunnelsyndrom an der rechten Hand
, worauf
am 24. April 2015
im Bereich der rechten Hand
eine offene Spaltung des
Retinaculum
flexorum
und eine Entfernung
eines
ossären
Fragmentes der Basis
des Os
metacarpale II durchgeführt
wurde (vorstehend E.
4.
2
). In der Folge litt die Beschwerdeführerin
im Bereich des CMC-Gelenkes
II
(
Karpometakarpalgelenks
II)
unter
eine
r
knöcherne
n
Deformation und eine
r
arthrotische
n
Veränderung.
Durch den Unfall vom 2. Februar 2016
ist es
zu
einer
Re
traumatisierung
des rechten Dau
m
e
ngrundgelenks und zu einer vorübergehenden Zunahme der Beschwerden im Bereich der rechten Hand gekommen. Daneben litt die Beschwerdeführerin
im Bereich ihres Nackens
unter
einem chronischen
Zervikalsyndrom
bei degenera
tiven HWS-Veränderungen und leicht eingeschränkter HWS-Beweglichkeit
(vorstehend E.
4.
7 und E.
4.
9
) sowie im Bereich der linken Hand unter einer
regrediente
n
Sehnenscheidenentzündung am linken Handgelenk
(vorstehend E.
4.
8
) beziehungsweise unter einem leichtgradigen Karpaltunnelsyndrom (vorstehend
E.
4.
9
).
5.
2
Während Dr.
Y._
in seinen Beurteilungen
vom 17. November 2016 (
vorstehend E.
4.
4
)
und vom 11. Januar 2017 (vorstehend E.
4.
5
) davon ausging, dass
ab dem 16. November 2016
in der bisherigen Tätigkeit der Beschwerdeführerin als medi
zinische Masseurin eine
Arbeitsunfähigkeit von 50 %
bestanden habe, attestierte er der Beschwerdeführerin in seinen Bericht
en vom 14. Februar 2017, vom 5.
April 2017, vom 21. Juni 2017, vom
20. September 2017 und vom 29.
September 2017 (vorstehend E.
4.
6
) in der bisherigen Tätigkeit eine Arbeitsunfähigkeit von 60 %. Demgegenüber gingen die Gutachten des
B._
in ihrem Gutachten vom 27. November 2018 (vorstehend E.
4.
9
)
und in
ihrer
dieses
ergänzenden Stellung
nahme vom 25. März 2019 (
vorstehend E.
4.
10
)
davon aus, dass
die Beschwerde
führerin aus psychischen Gründen in ihrer Arbeitsfähigkeit nicht beeinträchtig sei, und dass ihr aus somatischen Gründen die Ausübung der
bisherigen Tätigkeit als medizinische Masseurin
ab 16. November 2016 im Umfang eines Arbeits
pensums von 50 %, einer Tätigkeit als
Kraniosakral
therapeutin
im Umfang eines solchen von 70 % bis 80 % und die Ausübung einer
leidens
angepassten Tätigkeit im Umfang eines Arbeitspensums von 90
% zuzumuten
sei. Damit überein
stimmend ging Dr.
C._
in seiner Stellungnahme vom 29. März 2018 (
vorstehend E.
4.
11
)
davon
aus, dass
der Beschwerdeführerin in der Zeit ab
16. November 2016
die Ausübung der bisherigen Tätigkeit dauerhaft im Umfang eines Pensums von 50 %, diejenige einer
Kraniosakraltherapeutin
beziehungsweise die diesbe
zügliche Ausbildung im Umfang eines Pensums
von 70 % bis 80
%
und die
Ausübung einer
optimal
angepassten Tätigkeit
im Umfang eines Pensums
von 90
%
zuzumuten sei.
5.
3
5.
3
.1
Das Gutachten der Ärzte des
B._
vom 27. November 2018 (vorstehend E.
4.
9
) und dessen Ergänzung
vom 25. März 2019 (
vorstehend E.
4.
10
) erfüllen
die praxisgemässen Anforderungen für eine beweiskräftige medizinische Entschei
dungsgrundlage (vgl. vorstehend E.
1.6
). Denn die Gutachter, welche als Fach
ärzte für Allgemeine Innere Medizin, für Neurologie, für
Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates
und
für Handchirurgie
sowie
für Psychiatrie und Psychotherapie über die für die Beurteilung der somatischen und der psychischen Komponente
n
des Beschwerdebildes, unter welchem die Beschwerdeführerin leidet, angezeigten fachärztlichen Aus- und Weiterbildungen verfügten, hatten Kenntnis sämtlicher massgeblicher medizinischer
Vorakten
, setzten sich in angemessener Weise mit den geäusserten Beschwerden auseinan
der und begründeten ihre Schlussfolgerungen in nachvollziehbarer Weise.
5.
3
.2
In somatischer Hinsicht vermag zu überzeugen, dass die Gutachter davon ausgingen, dass die Beschwerdeführerin durch
die funktionellen Auswirkungen
des Gesundheitsschadens
im Bereich ihrer beiden Hände und der HWS in ihrer Arbeitsfähigkeit beeinträchtigt
werde, und dass aus
psychischen Gründen
keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit ausgewiesen sei.
Als nachvollziehbar begrün
det und zu überzeugen
vermag
sodann
, dass die Gutachter
davon ausgingen,
dass der Beschwerdeführerin ab 16. November 2016 die Ausübung der bisherigen Tätigkeit im
Umfang eines Pensums von 50 %
und die Ausübung einer
ange
passten, nicht handbelastenden, wechselbelastenden Tätigkeit, mit der Möglich
keit von Pausen, ohne das Heben und Tragen von Lasten über einem Gewicht von fünf bis zehn Kilogramm, ohne die Notwendigkeit von HWS-
Reklinationen
und ohne Arbeiten über Kopf- oder Schulterhöhe im Umfang eines Arbeitspensums von 90 % zuzumuten sei.
5.
3
.3
In psychischer Hinsicht vermag zu überzeugen, dass die Gutachter des
B._
in ihrem Gutachten davon ausginge
n, dass die Beschwerdeführerin unter einer remittierten
Anpassungsstörung im Sinne einer
Traumafolgestörung
leide, und dass
weder eine posttraumatische
Belastungsstörung
noch
eine anhaltende
somato
forme Schmerzstörung
oder eine
chronische Schmerzstörung mit soma
tischen und psychischen Faktoren
diagnostiziert werden könne, und dass eine Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit aus psychischen Gründen weder in Bezug auf die angestammte Tätigkeit als medizinische Masseurin noch in Bezug auf angepasste Tätigkeiten ausgewiesen sei.
5.
4
Nicht zu überzeugen
vermögen
indes die Beurteilung
en durch Dr.
Y._
vom 14.
Februar, 5. April,
21. Juni,
20. September
und
29. September 2017 (vorstehend E.
4.
6
)
, insoweit er darin ohne nachvollziehbare Begründung
en
eine Arbeitsun
fähigkeit in der bisherigen Tätigkeit der Beschwerdeführerin von 60 % postulierte, obwohl
er
in seinen
vorgängigen
Beurteilungen vom 17. November 2016 (vorstehend E.
4.
4
) und vom 11. Januar 2017 (vorstehend E.
4.
5
)
einen fast gänz
lichen Rückgang der Beschwerden im Bereich der rechten Seite
fest
ge
stellt und der Beschwerdeführerin
eine A
rbeitsunfähigkeit von 50 %
attestiert
hatt
e
. Den Beurteilungen durch Dr.
Y._
vom 14. Februar, 5. April, 21. Juni, 20. September und 29. September 2017 (vorstehend E.
4.
6)
lässt sich indes nicht entnehmen,
inwiefern sich der relevante Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin
seither
verschlechtert haben sollte, und aus welchen Gründen sie nicht mehr in einem
Umfang von 50
%
sondern
nunmehr
in
e
inem solchen von 60 %
in ihrem funk
tionellen Leistungsvermögen eingeschränkt sein sollte. Mangels einer nachvoll
ziehbaren Begründung kann auf die Arbeitsfähig
keitsbeurteilung
en
durch
Dr.
Y._
vom 14. Februar, 5. April, 21. Juni, 20. September und 29. September 2017
vorliegend daher nicht abgestellt werden.
5.
5
Zu überzeugen
vermag sodann die nachvollziehbare Beurteilung durch Dr.
C._
vom 29. März 2018 (vorstehend E.
4.
11
), welche in inhaltlicher Hinsicht weit
gehend mit der Beurteilung durch die Ärzte des
B._
übereinstimmt. Insbesondere vermag zu überzeugen, dass Dr.
C._
darin in
Übereinstimmung mit den Ärzten des
B._
davon ausging, dass in Bezug auf die bisherige Tätigkeit für die Zeit ab 16. November 2016 eine Arbeitsunfähigkeit von 50 %, und dass in Bezug auf eine optimal angepasste Tätigkeit ab diesem Zeitpunkt eine solche von 90 % bestanden habe.
Dabei schadet nicht, dass es sich bei der
Stellungnahme von
Dr.
C._
um ein Aktengutachten handelt, da auch nicht auf eigenen Unter
suchungen beruhende Berichte und Stellungnahmen regionaler ärztlicher Dienste beweiskräftig sein können, sofern ein lückenloser Befund vorliegt und es im Wesentlichen nur um die Beurteilung eines an sich feststehenden medizini
schen Sachverhalts geht, mithin die direkte fachärztliche Befassung mit der versicherten Person in den Hintergrund rückt (Urteile des Bundesgerichts 9C_558/2016 vom 4. November 2016 E. 6.1 und 8C_641/2011 vom 22. Dezember 2011 E. 3.2.2). Dies ist bei der Beur
teilung der Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin
vorlie
gend der Fall, weshalb insoweit einer Aktenbeurteilung nichts ent
gegenstand.
Obwohl es in Bezug auf die Beurteilung durch den RAD-Arzt Dr.
C._
zu beachten gilt,
dass a
uf das Ergebnis versicherungsinterner ärztlicher Ab
klärungen – zu denen die RAD-Berichte gehören –
nicht abgestellt werden
kann
,
wenn auch nur geringe Zweifel an ihrer Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit be
ste
he
n (BGE
139
V
225 E. 5.2 und 135 V 465 E. 4.4 und E. 4.7; Urteil des Bun
desgerichts 8C_197/2014 vom
3.
Oktober 2014 E. 4), sind s
olche Zweifel an der Zu
ver
lässigkeit und Schlüssigkeit der Stellungnahme durch
Dr.
C._
vorlie
gend nicht ersichtlich.
Insbesondere ergeben sich solche
-
aus den erwähnten Gründen
-
nicht aus den Beurteilungen durch
Dr.
Y._
vom 14. Februar, 5. April, 21. Juni, 20. September und 29. September 2017
.
Demzufolge kann auf die Beurteilung durch Dr.
C._
vom
29. März 2018 (vorstehend E.
4.
11
)
vorliegend abgestellt werden
.
5.
6
Demgegenüber
vermag die Beurteilung durch
Dr.
D._
vom 28. August 2019 (
vorstehend E.
4.
12
) nicht zu überzeugen. Denn dessen Beurteilung, wonach d
as Gutachten der Ärzte des
B._
, insbesondere auch hinsichtlich der
Beurteilung der Arbeitsfähigkeit in der bisherigen Tätigkeit
der Beschwerdeführerin,
zwar
voll
ständig, schlüssig und nachvollziehbar
sei, wonach
der Beschwerdeführerin, in Abweichung von der Beurteilung durch die Ärzte des
B._
, die Ausübung einer angepassten Tätigkeit
indes nicht lediglich im Umfang eines Arbeitspensums von 90 % sondern
in einem uneinges
chränkten Umfang zuzumuten sei, erscheint nicht frei von Widersprüchen zu sein und vermag
aus
diesem Grunde
nicht zu überzeugen.
Demgegenüber begründeten die Gutachter des
B._
hinlänglich, dass das
Erreichen einer uneingeschränkten Arbeitsfähigkeit
in Zukunft zwar
nicht auszuschliessen
, dass der Beschwerdeführer
in
die Ausübung einer angepassten Tätigkeit gegenwärtig indes lediglich
noch
im Umfang eines Pensums von 90 % zuzumuten sei.
Mangels einer nachvollziehbaren Begründung
kann
auf
die
Arbeitsfähigkeitsb
eurteilung durch Dr.
D._
vom
28. August 2019 (vorstehend E.
4.
12
) vorliegend
daher
nicht abgestellt werden.
5.7
Gestützt auf die
am
25. März 2019 (vorstehend E.
4.
10)
ergänzte,
nachvoll
ziehbare Beurteilung durch die Gutachter des
B._
vom
27. November 2018
(vorstehend E.
4.
9
)
sowie auf die in somatischer Hinsicht damit übereinstimmende Beurteilung durch Dr.
C._
vom
29. März 2018
(vorstehend E.
4.
11
)
ist
demzu
folge
davon auszugehen
,
dass der Beschwerdefüh
rerin
aus somatischen und psychischen Gründen für die Zeit ab 16. November 2016 die
Ausübung einer angepassten, nicht handbelastenden, wechselbelastenden Tätigkeit, ohne Heben und Tragen von Lasten über einem Gewicht von fünf bis zehn Kilogramm, ohne die Notwendigkeit von HWS-
Reklinationen
und ohne Tätigkeiten mit den Armen über Kopf- oder Schulterhöhe,
mit der Möglichkeit von Pausen,
im Umfang eines Arbeitspensums von 90 % zuzumuten
war
.
Für di
e Zeit vom 7. März 2015 bis 15.
November 2016 ist demgegenüber gestützt auf die Beurteilung durch die Gutach
ter des
B._
davon auszugehen, dass der Umfang der Arbeitsfähigkeit
der Beschwerdeführerin
in einer angepassten Tätigkeit demjenigen der
ihr von Dr.
Y._
attestierten
Arbeitsfähigkeit in der bisherigen Tätigkeit entsprach.
5.8
Da ergänzende Beweismassnahmen an diesem Ergebnis nichts mehr änderten, besteht für weitere Abklärungen keine Notwendigkeit und es ist von einer Rück
weisung der Sache an die Beschwerdegegnerin zur Durchführung solcher abzu
sehen (antizipierte Beweiswürdigung; BGE 124 V 90 E. 4b, 122 V 157 E. 1d mit Hinweisen).
5.9
Da in psychischer Hinsicht lediglich von einem geringfügigen, die Arbeitsfähig
keit nur unerheblich beeinträchtigenden, psychopathologischen Befund auszu
gehen ist, kann gemäss der erwähnten Rechtsprechung (vorstehend E.
1.3
) aus Gründen der Verhältnismässigkeit von einem strukturierten Beweisverfahren nach BGE 141 V 281 abgesehen werden.
6.
6.
1
Im Folgenden sind die erwerblichen Verhältnisse zu prüfen, wobei bei einer Qualifikation der Beschwerdeführerin im
Umfang von
6
0
% als Erwerbs
tätige und
im restlichen Umfang von
4
0
%
als
im anerkannten Aufgabenbereich Haushalt Tätige
die Invalidität anhand der gemisch
ten Methode (vorste
hend E.) zu bemes
sen ist. Dabei ist das Erwerbseinkommen, das die Beschwerdeführerin durch die Teilerwerbstätig
keit erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre, auf eine Vollerwerbs
tätigkeit hochzurechnen.
6.
2
In einem ersten Schritt ist die anteilige Invalidität im Erwerbsbereich zu ermitteln (vorstehend E.
1.5
). Für den Einkommensvergleich sind die Verhältnisse im Zeit
punkt des hypotheti
schen Renten
be
ginns massgebend. Validen- und Invaliden
einkommen sind auf zeitidenti
scher Grundlage zu erheben; allfällige renten
wirk
same Änderungen der
Ver
gleichs
ein
kommen sind bis zum Verfügungs
zeitpunkt zu berücksichtigen
(BGE 129 V 222 E. 4.1 und 4.2; Urteil des Bundes
gerichts 9C_22/2014 vom 18. Februar 2014 E. 4.3).
6.
3
Laut Art. 28 Abs. 1
lit
. b IVG besteht ein Rentenanspruch frühestens ab dem Zeitpunkt, in dem die versicherte Person während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens zu 40 % arbeitsunfähig gewesen war, wobei unter Arbeitsunfähigkeit hier eine Einbusse an funktionellem Leistungs
vermögen im bisherigen Beruf oder Aufgabenbereich zu verstehen ist. Die Wartezeit von einem Jahr bei der Berechnung der durchschnittlichen Arbeitsun
fähigkeit gilt in dem Zeitpunkt als eröffnet, in welchem eine erhebliche Beein
trächtigung der Arbeitsfähigkeit vorliegt. Die Praxis sieht eine Arbeitsunfähigkeit von 20 % als erheblich an (Urteile des Bu
ndesgerichts 9C 412/2017 vom 5.
Oktober 2017 E. 4.3 und I 725/05 vom 30. Mai 2006 E. 2). Ein wesentlicher Unterbruch der Arbeitsunfähigkeit im Sinne von Art. 28 Abs. 1
lit
. b IVG liegt vor, wenn die versicherte Person an mindestens 30 aufeinanderfolgenden Tagen voll arbeitsfähig war (Art. 29ter IVV; Urteil des Bundesgerichts 8C_633/2017 vom 16. Februar 2018 E. 3.4).
Die Rentenhöhe ist sowohl vom Ausmass der nach Ablauf der Wartezeit weiterhin bestehenden Erwerbsunfähigkeit als auch von einem entsprechend hohen Grad der durchschnittlichen Arbeitsunfähigkeit während des vorangegangenen Jahres abhängig. Die durchschnittliche Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit während eines Jahres und die nach Ablauf der Wartezeit bestehende Erwerbsunfähigkeit müssen somit kumulativ und in der für die einzelnen Rentenabstufungen erforderlichen Mindesthöhe gegeben sein, damit eine Rente im entsprechenden Umfang zugesprochen werden kann (BGE 121 V 264 E. 6b/cc). Entsprechend der in Art. 28 Abs. 2 IVG festgelegten Rentenabstufung kommt daher zum Beispiel eine
Viertelsrente
erst in Betracht, wenn die versicherte Person während eines Jahres durchschnittlich mindestens zu 40 % arbeitsunfähig gewesen und weiter
hin wenigstens zu 40 % invalid im Sinne von Art. 28 Abs. 1
lit
. c IVG ist (Art. 8
ATSG; Urteil des Bundesgerichts 8C_174/2013, 8C_178/2013 vom 21. Oktober 2013 E. 3.2).
6.4
Da gestützt auf die Beurteilung durch die Ärzte des
B._
(vorstehend E.
7.1
) für die Zeit vom 7. März 2015 bis 15. November 2016 sowohl in Bezug auf die bisherige Tätigkeit als auch hinsichtlich behinderungsangepasster Tätigkeiten von
eine
r
Arbeitsunfähigkeit von 70 % bis 100 %
(ohne Unterbruch) auszugehen ist, hat das Wartejahr im Sinne von Art. 28. Abs. 1
lit
. b IVG am 7. März 2015 zu laufen begonnen und endete am 6. März 2016.
Während des Wartejahres bestand eine durchschnittliche Arbeitsunfähigkeit von
mehr als 70
%.
Gemäss Art. 29 Abs. 1 IVG entsteht der Rentenanspruch frühestens nach Ablauf von sechs Monaten nach Geltendmachung des Leist
ungsanspruchs nach Art. 29 Abs.
1
ATSG. Die Beschwerdeführerin hat ihren Leistungsanspruch
a
m 17.
Februar 2016 (Urk. 7/4)
im
Sinne von Art. 29 Abs. 1 ATSG geltend gemacht. Ein Rentenanspruch konnte gemäss Art. 29 Abs. 1 IVG daher frühestens im
August 2016
entstehen.
Am 1. August 2016 bestand gemäss der Beurteilung durch die Gutachter des
B._
in Bezug auf die bisherige Tätigkeit und bezüglich angepasste Tätigkeiten eine Arbeitsunfähigkeit von 70 %.
6
.5
6.5.1
Anknüpfungspunkt für die Bestimmung des
Valideneinkommens
ist grund
sätz
lich der letzte vor Eintritt der Gesundheitsschädigung erzielte, der Nominal
lohn
entwicklung angepasste Verdienst (BGE 139 V 28 E. 3.3.2). Nach der Recht
spre
chung können die im Individuellen Konto (IK) eingetragenen Einkommen aus unselbständiger oder selbständiger Erwerbstätigkeit Grundlage für die Bemessung des
Valideneinkommens
bilden, wobei starken und verhältnismässig kurzfristig in Erscheinung getretenen Schwankungen dadurch Rechnung zu tragen ist, dass auf den Durchschnitt mehrerer Jahre abgestellt wird (Urteil des Bundesgerichts 8C_211/2013 vom 3. Oktober 2013 E. 4.2). Der v
ersicherten Person sowie der IV
Stelle steht jedoch der Gegenbeweis offen, dass das tatsächlich erzielte (beitrags
pflichtige) Einkommen höher beziehungsweise tiefer ist als die Einkünfte gemäss dem IK-Auszug (Art. 25 Abs. 1 IVV; Urteile des Bundesgerichts 9C_658/2015 vom 9. Mai 2016 E. 5.1.1 und 8C_9/2009 vom 10. November 2009 E. 3.4).
Da vorliegend
, wie bereits erwähnt (vorstehend E.
4.4
),
davon auszugehen ist, dass die Beschwerdeführerin ohne Gesund
heitsschaden
weiterhin im Umfang eines Arbeitspensums von 60 % eine selbständige Tätigkeit als medizinische Masseurin ausüben und im restlichen Umfang von 40 % sich im Aufgabenbe
reich
Haushalt betätigen würde,
hat die
Bemessung des
Valideneinkommens
auf Grundlage des von der Beschwerdeführerin vor Eintritt des Gesundheitsschadens als
Selbständigerwerbende
erzielten Einkommens zu erfolgen.
6.5.2
Die Beschwerdeführerin, welche seit dem Jahre 1997 eine selbständige Tätigkeit als medizinische Masseurin ausübte, erzielte gemäss IK-Auszug (Urk. 7/128) im Jahre 2014 ein AHV-beitragspflichtiges Einkommen
aus selbständiger Erwerbs
tätigkeit
von Fr. 23'100.
--,
im
Jahre 2013 ein solches von
Fr. 12'100.--
, im Jahre 2012 ein solches von Fr. 19'500.--, im Jahre 2011 ein solches von Fr. 12'400.-- und im Jahre 2010 ein solches von Fr. 18'900.--
.
Zusätzlich erzielte die Beschwer
deführerin gemäss dem IK-Auszug im Jahre 2012 ein
AHV-beitragspflichtiges Einkommen aus
un
selbständiger Erwerbstätigkeit
bei der Oberstufenschul
gemeinde F._
im Umfang
von Fr. 2'641.--, im Jahre 2011 ein solches von Fr. 2'020.-- und im Jahre 2010 ein solches von Fr. 543.--.
Dabei handelt es sich
um starke und verhältnismässig kurzfristig in Erscheinung getretene Schwankun
gen
des Verdienstes
,
welche gemäss der erwähnten
Rechtsprechung
(vorstehend E.
8.3.6
)
ein
Abstellen auf den während einer längeren Zeitspanne erzielten Durchschnittsverdienst rechtfertigen.
6.5.3
Die Beschwerdegegnerin bemass das
Valideneinkommen
indes
nicht anhand eines
während einer längeren Zeitspanne erzielten
Durchschnittsverdienstes (gemäss IV-Auszug), sondern stützte sich auf den Abklärungsbericht für
Selbständige
r
werbende
und Haushalt vom 18. Dezember 2019 (Urk. 7/145), worin ihre Abklärungsperson eine betriebswirtschaftliche Interpretation der Geschäfts
abschlüsse der Beschwerdeführerin
vornahm und dabei auf Grund der
durch
schnittlichen
Betriebsergebnisse
der Jahre 2012, 2013 und 2014, zuzüglich der AHV-Beiträge
, ein
durchschnittliches Einkommen bei einem Arbeitspensum von 60 % ermittelte, welches sie anschliessend auf ein vollzeitliches Arbeitspensum aufrechnete (Urk. 7/145 Ziff. 8.1). Zuzüglich
berücksichtigte sie dabei die von der Beschwerdeführerin in den Jahren 2010 bis 2012 erzielten Nebeneinkünften aus unselbständiger Erwerbstätigkeit (Urk. 7/146).
6.5.4
Gemäss der Rechtsprechung
(Urteil des Bundesgerichts 9C_771/2017 vom 29. Mai 2018 E. 3.6.2) wird die
Vermutung, dass die im IK eingetragenen Einkommen dem tatsächlich erzielten Verdienst entsprechen,
jedoch
nicht einzig dadurch umge
stossen, dass
diese
nicht mit den in der Erfolgsrechnung
unpersonalisierten
Salären oder den in der Buchhaltung ausgewiesenen Gewinnen
korrelieren. Dies umso weniger als nach der allgemeinen Lebenserfahrung sich niemand jahrelang von der Steuerbehörde zu hoch einschätzen
lasse
und entspr
echend hohe Einkommen
verabgab
t
e
, es sei denn aus versicherungsrechtlichen Überlegungen
. Gleiches muss gelten, wenn die
in der Buchhaltung ausgewiesenen Gewinne
höher sind als die
im IK-Auszug angegebenen Einkommen aus selbständiger Erwerbs
tätigkeit. Vorliegend sind den Akten indes keine Anhaltspunkte zu entnehmen, wonach den Abweichungen der
im IK-Auszug angegebenen Einkom
men
von den ausgewiesenen Gewinnen versicherungsrechtliche Überlegung zugrunde liegen könnten. Demzufolge ist vermutungsweise davon auszugehen, dass
die im IK eingetragenen Einkommen
der Beschwerdeführerin
dem
von ihr
tatsächlich erzielten Verdienst entsprechen
.
6.5.5
Auf Grund der erheblichen Schwankungen ist das
Valideneinkommen
vorliegend daher anhand der im IK-Auszug angegebenen Einkommen f
ür die Jahre 2010 bis 2014 zu b
emessen
(vgl.
Urteil des Bundesgerichts 9C_77
1/2017 vom 29. Mai 2018 E. 3.6.1 f.
)
.
Dabei ist auch das von der Beschwerdeführerin in der
Zeit vom 2010 bis 2012 erzielte
Nebeneinkommen aus unselbständiger Erwerbstätigkeit mit
zu
berücksichtigen (Urteil des Bundesgerichts 9C_
229/2018 vom 30. August 2018 E.
2.2).
Gemäss dem IK-Auszug hat die Beschwerdeführerin im Jahre 2010 ein
AHV-beitragspflichtiges Einkommen aus selbständiger
und unselbständiger
Erwerbstätigkeit
von Fr.
19
'
443
.--
(Fr. 18'900.-- + Fr. 543.--), im Jahre 2011 ein solches von Fr.
14
’
420
.-- (Fr. 12'400.-- + Fr. 2'020.--), im Jahre 2012 ein solches von Fr.
22
’
141
.-- (Fr. 19'500.-- + Fr. 2'641.--), im Jahre 2013 ein
AHV-beitragspflichtiges Einkommen aus selbständiger
Tätigkeit von Fr. 12'100.-- und im Jahre 2014 ein solches von Fr. 23'100.-- erzielt (vorstehend E.
8.3.8
).
Dies ergibt einen Mittelwert von Fr.
18’241.--
(
[
Fr.
19
'
443
.-- + Fr.
14
'
420
.--
+
Fr.
22
'
141
.-- + Fr. 12'100.-- + Fr. 23'100.--
]
÷ 5). Angepasst
an die
durchschnitt
lichen Nominallohn
entwicklung
im Zeitraum von
2012
(Mittelwert der Jahre
2010 bis 2014
)
bis 2016 (
www.bfs.admin.ch;
Nominallohnindex
, 2011-2020)
von 0.7
% im Jahre 2013, von
0.8
% im Jahre 2014, von
0.4
% im Jahre 2015 und von
0.7
% im Jahre 2016 resultiert
aufgerechnet auf ei
n hypothe
tisches Arbeits
pensum von 100 %, ein
Valideneinkommen
von Fr.
31'200.
-- (
[
Fr.
18'241.
x 1.007 x 1.008 x 1.004 x 1.007] ÷ 6 x 10)
.
6.6
6.6
.
1
Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades bei Erwerbstätigen wird das Erwerbs
einkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungs
massnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeits
marktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wäre sie nicht invalid geworden (Art
.
16 ATSG). Beim Einkom
mensvergleich werden in der Regel die beiden hypothetischen Erwerbsein
kommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt.
Insoweit die fraglichen Erwerbseinkommen ziffernmässig nicht genau ermittelt werden können, sind sie nach Massgabe der im Einzelfall bekannten Umstände zu schätzen und die so gewonnenen Annäherungswerte miteinander zu verglei
chen. Dabei kann auch eine Gegenüberstellung blosser Prozentzahlen genügen (BGE 114 V 310 E. 3a; 104 V 135 E. 2b). Ist eine zuverlässige Ermittlung oder Schätzung der beiden hypothetischen Erwerbseinkommen nicht möglich - was etwa bei
Selbstständigerwerbenden
oder Arbeitnehmern, die gewisse Unkosten selbst zu tragen haben, zutreffen kann - ist in Anwendung der ausserordentlichen Bemessungsmethode ein Betätigungsvergleich vorzunehmen und der Invaliditäts
grad nach Massgabe der erwerblichen Auswirkung der verminderten Leistungs
fähigkeit in der konkreten Situation zu ermitteln (BGE 128 V 29 E. 1 und 104
V
135 E. 2c; Urteil des Bundesgerichts 9C_525/2017 vom 30. Oktober 2017 E. 3.1.1).
6.6
.2
Bevor die versicherte Person Leistungen verlangt, hat sie aufgrund der Schaden
minderungspflicht alles ihr Zumutbare selber vorzukehren, um die Folgen der Invalidität bestmöglich zu mindern. Ein Rentenanspruch ist zu verneinen, wenn sie selbst ohne Eingliederungsmassnahmen, nötigenfalls mit einem Berufs
wechsel,
zumutbarerweise
in der Lage ist, ein rentenausschliessendes Erwerbs
einkommen zu erzielen. Für die Auslegung des unbestimmten Rechtsbegriffs der zumutbaren Tätigkeit im Allgemeinen, wie bei der Aufgabe der selbstständigen Erwerbstätigkeit im Besonderen, sind die gesamten subjektiven und objektiven Gegebenheiten des Einzelfalles zu berücksichtigen. Im Vordergrund stehen bei den subjektiven Umständen die verbliebene Leistungsfähigkeit sowie die weiteren persönlichen Verhältnisse, wie Alter, berufliche Stellung, Verwurzelung am Wohn
ort und Anderes. Bei den objektiven Umständen sind insbesondere der ausgeglichene Arbeitsmarkt und die noch zu erwartende Aktivitätsdauer mass
geblich (
Urteile des Bundesgerichts
9C_236/2009
vom 7. Oktober 2009 E. 4.1 und 4.3,
9C_
834/2011 vom 2. April 2012 E. 2 und
8C_482/2010 vom 27. September 2010 E. 4.2). Eine Betriebsaufgabe ist nur unter strengen Voraussetzungen unzu
mutbar, und es kann ein Betrieb selbst dann nicht auf Kosten der Invaliden
versicherung
aufrecht erhalten
werden, wenn die versicherte Person darin Arbeit von einer gewissen erwerblichen Bedeutung leistet (
Urteil des Bundesgerichts
9C_644/2015
v
om 3. Mai 2016
E. 4.3.1 mit Hinweisen).
6.6
.3
Die Beschwerdegegnerin ging gestützt auf den
Abklärungsbericht für
Selbständig
erwerbende
und Haushalt betreffend die am 18. Februar 2016 an Ort und Stelle durchgeführten Abklärung
und
gestützt auf
die medizinischen Akten
davon aus, dass
in einer angepassten unselbständigen Tätigkeit
im Vergleich zu
einer Weiterführung der selbständigen Tätigkeit in einer der Behinderung ange
passten Tätigkeit
von
eine wesentliche
n
Verbesserung der
Arbeitsfähigkeit
der Beschwerdeführerin auszugehen
sei (Urk. 7/145 Ziff. 8.1)
. Zur Ausschöpfung ihrer Restarbeitsfähigkeit sei der Beschwerdeführerin daher
ein Berufswechsel bezie
hungsweise
die Aufgabe ihrer bisherigen selbständigen Tätigkeit
sowie
die
Aufnahme einer
behinderungs
angepassten unselbständigen Tätigkeit zuzumuten (
Urk
7/146 S. 1).
6.6
.4
Da gemäss der Beurteilung durch die Ärzte des
B._
(vorstehend E.
5.9
)
für die Zeit vom 1. August bis 30. September 2016 sowohl in Bezug auf die bisherige
Tätigkeit
als auch
hinsichtlich
eine
r
angepasste
n
Tätigkeit
übereinstimmend
eine Arbeitsfähigkeit von 30 % und für die Zeit vom 1. Oktober bis 15. November 2016 eine solche von 40 % bestanden hat, war der Beschwerdeführerin
während des Zeitraums vom 1. August bis 15. November 2016 ein Berufswechsel nicht zuzumuten. Vielmehr ist von stabilen Verhältnissen bei Ausübung der
b
isherigen
selbständigen
Tätigkeit im Umfang der
Restarbeitsfähigkeit
auszugehen. Demzu
folge sind für den
Zeitraum
vom 1. August bis 15. November 201
6
Validen- und Invalideneinkommen ausgehend vom gleichen
Verdienst
zu berechnen,
weshalb
sich deren genaue Ermittlung
erübrigt
.
Diesfalls
entspricht der Invaliditätsgrad dem Grad der Arbeitsunfähigkeit. Dies stellt keinen «Prozentvergleich» dar, sondern eine rein rechnerische Vereinfachung (Urteil des Bundesgerichts 8C_148/2017 vom 19. Juni 2017 E. 4 unter Hinweis auf Urteil 9C_675/2016 vom 18. April 2017 E. 3.2.1). Da
der
Beschwerdeführer
in
gemäss der Beurteilung durch
die Ärzte des
B._
sowohl die Ausübung
ihrer
bisherigen Tätigkeit als auch die Ausübung einer angepassten Tätigkeit
in der Zeit vom
1. August bis 30. Septem
ber 2016
im Umfang einer Arbeitsunfähigkeit von 70 %
zuzumuten war, ist
f
ür die Zeit vom 1. August bis 30. September 2016
v
on einem Teilinvaliditätsgrad im erwerblichen Bereich von 70 % auszugehen.
7.
7.
1
Bei der Bemessung der Invalidität im Haushaltsbereich ist praxisgemäss vom Grundsatz auszugehen, dass einem Leistungsansprecher im Rahmen der Schaden
minderungspflicht Massnahmen zuzumuten sind, die ein vernünftiger Mensch in der gleichen Lage ergreifen würde, wenn er keinerlei Entschädigung zu erwarten hätte. Für die im Haushalt tätigen Versicherten bedeutet dies, dass sie Verhaltens
weisen zu entwickeln haben, welche die Auswirkungen der Behinderung im haus
wirtschaftlichen Bereich reduzieren und ihnen eine möglichst vollständige und unabhängige Erledigung der Haushaltarbeiten ermöglichen. Kann die versicherte
Person wegen ihrer Behinderung gewisse Haushaltarbeiten nur noch mühsam und mit viel höherem Zeitaufwand erledigen, so muss sie in erster Linie ihre Arbeit einteilen und in üblichem Umfang die Mithilfe von Familienange
hörigen in Anspruch nehmen. Ein invaliditätsbedingter Ausfall darf bei im Haushalt tätigen Personen nur insoweit angenommen werden, als die Aufgaben, welche nicht mehr erfüllt werden können, durch Drittpersonen gegen
Entlöhnung
oder durch Angehörige verrichtet werden, denen dadurch nachgewiesenermassen eine Erwerbseinbusse oder doch eine unverhältnismässige Belastung entsteht. Die im Rahmen der Invaliditätsbemessung bei einer Hausfrau zu berücksichtigende Mithilfe von Familienangehörigen geht daher weiter als die ohne Gesundheits
schädigung üblicherweise zu erwartende Unterstützung (BGE 133 V 504 E. 4.2; Urteil des Bundesgerichts 8C_91/2016 vom 13. Juni 2016 E. 5.2.3.1).
7.
2
Die von einer qualifizierten Person durchgeführte Abklärung vor Ort (nach Mass
gabe des Art. 69 Abs. 2 IVV; vgl. auch
Rz
. 3081 ff. des Kreisschreibens über Invalidität und Hilflosigkeit in der Invalidenversicherung, KSIH, gültig ab 1. Januar 2015) stellt für gewöhnlich die geeignete und genügende Vorkehr zur Bestimmung der gesundheitlichen Einschränkung im Haushalt dar.
Hinsichtlich des Beweiswerts der entsprechenden Berichterstattung ist wesentlich, dass sie durch eine qualifizierte Person erfolgt, die Kenntnis der örtlichen und räumlichen Verhältnisse sowie der aus den medizinischen Diagnosen sich ergebenden Beeinträchtigungen und Behinderungen hat. Weiter sind die Anga
ben der versicherten Person zu berücksichtigen, wobei divergierende Meinungen der Beteiligten im Bericht aufzuzeigen sind. Der Berichtstext schliesslich muss plausibel, begründet und angemessen detailliert bezüglich der einzelnen Einschränkungen sein sowie in Übereinstimmung mit den an Ort und Stelle erhobenen Angaben stehen.
Diese Beweiswürdigungskriterien sind nicht nur für die im Abklärungsbericht enthaltenen Angaben zu Art und Umfang der Behinderung im Haushalt massge
bend, sondern gelten analog für jenen Teil eines Abklärungsberichts, der den mutmasslichen Umfang der erwerblichen Tätigkeit von teilerwerbstätigen Versicherten mit häuslichem Aufgabenbereich im Gesundheitsfall betrifft (Urteil des Bundesgerichts
I 236/06 vom 19. Juni 2006 E. 3.2
).
Einer ärztlichen Fachperson, die sich zu den einzelnen Positionen der Haushalt
führung unter dem Gesichtswinkel der Zumutbarkeit zu äussern hat, bedarf es nur in Ausnahmefällen, namentlich bei unglaubwürdigen Angaben der versicher
ten Person, die im Widerspruch zu den ärztlichen Befunden stehen. Zwar ist der Abklärungsbericht seiner Natur nach in erster Linie auf die Ermittlung des
Ausmasses physisch bedingter Beeinträchtigungen zugeschnitten, weshalb seine grundsätzliche Massgeblichkeit unter Umständen Einschränkungen erfahren kann, wenn die versicherte Person an psychischen Beschwerden leidet. Prinzipiell jedoch stellt er auch dann eine beweistaugliche Grundlage dar, wenn es um die Bemessung einer psychisch bedingten Invalidität geht,
das heisst
wenn die Beur
teilung psychischer Erkrankungen im Vordergrund steht. Widersprechen sich die Ergebnisse der Abklärung vor Ort und die fachmedizinischen Feststellungen zur Fähigkeit der versicherten Person, ihre gewohnten Aufgaben zu erfüllen, ist aber in der Regel den ärztlichen Stellungnahmen mehr Gewicht einzuräumen als dem Bericht über die Haushaltsabklärung, weil es der Abklärungsperson regelmässig nur beschränkt möglich ist, das Ausmass des psychischen Leidens und der damit verbundenen Einschränkungen zu erkennen (zum Ganzen: Urteil des Bundesge
rich
ts 8C_
8
1
7/2013 vom 28. Mai 2014 E. 5.1).
7.
3
Der sich bei den Akten befindende Haushaltabklärungsbericht vom
18. Dezember 2019
(Urk.
7/145 Ziff. 10-13
) enthält eine eingehende Abklärung der Wohn
verhältnisse sowie der im Haushalt der Beschwerdeführerin anfallenden Tätig
keiten. Gestützt darauf wurde ein Betätigungsvergleich vorgenommen. In Übereinstimmung mit der im Kreisschreiben über Invalidität und Hilflosigkeit in der Invalidenversicherung (KSIH RZ 3087, in der ab 1. Januar 2018 geltenden Fassung) statuierten Verwal
tungspraxis wurden darin die im Haushalt anfal
lenden Tätigkeiten in fünf Aufgaben aufgeteilt (Ernährung, Wohnungs- und Hauspflege, Einkauf, Wäsche und Kleiderpflege, Betreuung von Kindern und/oder Angehörigen) und nach deren prozentualen Bedeutung im Vergleich zu sämt
lichen anfallenden Tätig
keiten bewertet. Anschliessend wurde für jede der Tätig
keitsbereiche die konkrete Behinderung ermittelt. Dabei resultierte eine Einschränkung im Aufgabenbereich des Haushalts von gesamthaft
15
%.
7.
4
D
er Haushaltabklärungsbericht vom
18. Dezember 2019
(Urk.
7/145 Ziff. 10-13
)
genügt
den rechtlichen Anforderungen (vgl. vorstehend E.
7.
2
und Urteil des Bundesgerichts I 246/05 vom 30. Oktober 200
7 E. 5.2.1, nicht
publ
. in: BGE
134
V
9) und vermag auch in inhaltlicher Hinsicht zu überzeugen. Insbesondere vermag zu überzeugen, dass die Abklärungsperson der Beschwerdegegnerin darin davon ausging, dass dem im gleichen Haushalt wohnenden Ehegatten der Beschwerd
eführerin eine Mithilfe beim Anrichten der Speisen
, bei gründlichen Reinigungsarbeiten
in
der Küche, bei der Wohnungspflege und
beim Einkaufen zuzumuten sei, und dass
ihren
im gleichen Haushalt wohnenden
beiden Kindern (geboren 2004 und 2007)
eine Mithilfe beim Auftischen und Abräumen des Tisches, beim Einfüllen und Entleeren des Geschirrspülers,
bei der Wohnungs
pflege der Kinderzimmer und beim Versorgen
ihrer Kleider
zugemutet werden könne. Es ist daher nicht zu beanstanden, dass die Beschwerdegegnerin in der angefochtenen Verfügung vom
12. Januar 2021
(Urk. 2) gestützt
auf den
Haus
haltabklärungsberi
cht vom 18. Dezember 2019 (Urk.
7/145 Ziff. 10-13)
von einer Einschränkung im
Haushaltsbereich von insgesamt 15
% ausging.
7.
5
Bei einem hypothetischen Umfang der Ausübung einer Erwerbstätigkeit von 60 % und einer Betätigung im anerkannten Aufgabenbereich Haushalt im restlichen Umfang von 40 % resultiert ein gewichteter Teilinvaliditätsgrad im erwerblichen Bereich von
42
% (
70
% x 0.6) und ein gewichteter Teilinvaliditäts
grad im Haus
haltsbereich von 6
% (
15
% x 0.4) und damit ein Gesamtinvaliditätsgrad von
48
%.
8.
8.
1
Gemäss Art. 29 Abs. 2 IVG entsteht der Rentenanspruch nicht,
solange die versi
cherte
Person ein Taggeld nach Art.
22
IVG
beanspruchen kann.
8.
2
Den Akten ist zu entnehmen, dass die
Beschwerdegegenerin
der Beschwerde
führerin mit Verfügung vom 3. Januar 2017 (Urk. 7/41) Frühinterventions
massnahmen im Form eines Ausbildungskurses für eine Ausbildung im Bereich der
Kraniosakraltherapie
vom 3. Januar 2017 bis 31. Dezember 2020 zuge
sprochen hat.
Die Durchführung der
Frühinterventions
massnahmen
begründete keinen Taggeldanspruch (Art. 22 Abs. 3 in Verbindung mit Art. 7d IVG). Der Beschwerdeführerin wurde denn auch zu Recht kein Taggeld zugesprochen.
8.
3
Der
Bes
chwerdegegnerin ist daher nicht zu folgen, wenn sie in der angefochtenen Verfügung vom 12. Januar 2021 (Urk. 2) die Ansicht vertreten sollte, dass ein Rentenanspruch während der Dauer der Durchführung der Frühinterventions
massnahmen nicht habe entstehen können (vgl. Urk. 7/147/13).
Denn gemäss
der Rechtsprechung (BGE 126 V 241)
kann ein Rentenanspruch nur
dann nicht ent
stehen,
solange Eingliederungsmassnahmen
(im Sinne von Art. 8 Abs. 3 IVG)
durchgeführt und dafür Taggelder
der Invalidenversicherung
ausgerichtet werden.
8.
4
Demzufolge
ist
für die Zeit
ab
1. August
2016 ein Anspruch auf ein
e
Viertelsrente
erstellt.
9.
9.
1
Zu prüfen ist die Frage nach einer im revisionsrechtlichen Sinne erheblichen Veränderung der erwerblichen Verhältnisse
am
1. Oktober
2016
sowie
am 16.
November
2016.
9.
2
Ändert sich der Invaliditätsgrad eines Rentenbezügers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, her
abgesetzt oder aufgehoben (Art.
17 Abs
.
1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen seit Zusprechung der Rente, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente bei einer wesent
lichen Änderung des Gesundheitszustandes revidierbar. Weiter sind, auch bei an sich gleich gebliebenem Gesundheitszustand, veränderte Auswirkungen auf den Erwerbs- oder Aufgabenbereich von Bedeutung (BGE 141 V 9 E. 2.3, 134 V 131 E. 3). Ferner kann ein Revisionsgrund unter Umständen auch in einer wesentlichen Änderung hinsichtlich des für die Methodenwahl massgeblichen (hypothetischen) Sachverhalts bestehen (BGE 144 I 28 E. 2.2, 130 V 343 E. 3.5, 117 V 198 E. 3b, je mit Hinweisen). Hingegen ist die lediglich unterschiedliche Beurteilung eines im Wesentlichen gleich gebliebenen Sachverhalts im revisions
rechtlichen Kontext unbeachtlich (BGE
141 V 9 E. 2.3 mit Hinweisen).
Weder eine im Vergleich zu früheren ärztlichen Einschätzungen ungleich attestierte Arbeitsunfähigkeit noch eine unterschiedliche diagnostische Einordnung des geltend gemachten Leidens genügt somit per se, um auf einen verbesserten oder verschlechterten Gesundheitszustand zu schliessen; notwendig ist in diesem Zusammenhang vielmehr eine veränderte Befundlage (Urteil des Bundesgerichts 9C_135/2021 vom 27. April 2021 E. 2.1 mit Hinweisen).
Liegt in diesem Sinne ein Revisionsgrund vor, ist der Rentenanspruch in recht
licher und tatsächlicher Hinsicht umfassend («allseitig») zu prüfen, wobei keine Bindung an frühere Beurteilungen besteht (BGE
141 V 9 E. 2.3 mit Hinweisen).
9.
3
Gemäss Art. 88a Abs. 1 IVV ist eine Verbesserung der Erwerbsfähigkeit oder der Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, oder eine Verminderung der Hilflosigkeit, des invaliditätsbedingten Betreuungsaufwandes oder Hilfebedarfs für die Herabsetzung oder Aufhebung der Leistung von dem Zeitpunkt an zu berücksichtigen, in dem angenommen werden kann, dass sie voraussichtlich längere Zeit dauern wird. Sie ist in jedem Fall zu berücksichtigen, nachdem sie ohne wesentliche Unterbrechung drei Monate angedauert hat und voraussichtlich weiterhin andauern wird.
Nach der bundesgerichtlichen Praxis zu Art. 88a Abs. 1 IVV ist eine Leistungs
anpassung in der Regel erst nach Ablauf von drei Monaten seit dem Eintritt der Änderung vorzunehmen (vgl. BGE 130 V 343 E. 3.
5.3; vgl. ZAK 1984 S. 134; vgl.
Urteile des Bundesgerichts 9C_32/2015 vom 10. September 2015 E. 4.1 und I 583/05 vom 15. März 2006 E. 2.3.2 je mit Hinweisen).
9.
4
Da vorliegend, wie bereits erwähnt (vorstehend E.
7.1
), gestützt auf die
Beur
teilung
en
durch die Gutachter des
B._
vom 27. November 2018 (vorstehend E.
5.9
) und vom 25. März 2019 (vorstehend E.
5.10
)
sowie auf diejenige
durch Dr.
C._
vom 29. März 2018 (vorstehend E.
5.11
) davon auszugehen
ist
, dass der Beschwerdefüh
rerin für die Zeit ab 16. November 2016 die
Ausübung einer angepassten, nicht handbelastenden, wechselbelastenden Tätigkeit, ohne Heben und Tragen von Lasten über einem Gewicht von fünf bis zehn Kilogramm, ohne die Notwendigkeit von HWS-
Reklinationen
und ohne Tätigkeiten mit den Armen über Kopf- oder Schulterhöhe,
mit der Möglichkeit von Pausen,
im Umfang eines Arbeitspensums von 90 % zuzumuten
war, steht fest, dass sich der Gesundheits
zustand der Beschwerdeführerin auf diesen Zeitpunkt hin
in einem im
revisions
rechtlichen Sinne erheblich
en Umfang
verbesserte, weshalb der Rentenanspruch auf diesen Zeitpunkt hin in rechtlicher und tatsächlicher Hinsicht
erneut
zu prüfen
ist.
9.
5
Demgegenüber kommt nach Gesagtem (vorstehend E.
9.
3
) eine
Leistungsan
passung
auf Grund einer am 1. Oktober 2016 eingetretenen gesundheitlichen Verbesserung vorliegend schon deshalb nicht in Betracht, da eine solche
in der Regel erst nach Ablauf von drei Monaten seit dem Eintritt der
Änderung
vorzu
nehmen
ist.
10.
10.
1
Im Folgenden sind die erwerblichen Verhältnisse am 16. November 2016 zu prüfen.
10.
2
Da der Beschwerdeführerin gestützt auf die nachvollziehbare Beurteilung durch die Gutachter des
B._
vom 27. November 2018 (vorstehend E.
5.9
) und vom 25.
März 2019 (vorstehend E.
5.10
) sowie auf die in somatischer Hinsicht damit über
einstimmende Beurteilung durch Dr.
C._
vom 29. März 2018 (vorstehend E.
5.11
), auf welche abzustellen ist (vorstehend E.
7.1
), ab dem 16. November 2016 die Ausübung ihrer bisherigen Tätigkeit als medizinische Masseurin
im Umfang eines Arbeitspensums von 50 %, die Ausübung einer Tätigkeit als
Kraniosakral
therapeutin
im Umfang eines solchen von 70 % bis 80 % und die Ausübung einer angepassten Tätigkeit im Umfang eines Arbeitspensums von
90
% zuzumuten
war
, steht fest, dass die Beschwerdeführerin weder mit der Ausübung der bisherigen selbständigen Tätigkeit als medizinische Masseurin noch mit derje
nigen einer
Kraniosakraltherapeutin
die ihr verbleibenden Restarbeitsfähigkeit im Umfang von 90 % ausschöpfen konnte.
In Würdigung
der gesamten Umstände, insbesondere der verbleibenden Restarbeitsfähigkeit von 90 %
in einem ausge
glichenen Arbeitsmarkt
, eines
noch nicht fortgeschrittenen Le
bensalters der Beschwerdeführerin,
einer
noch
zu erwartenden Aktivit
ätsdauer von mehr als 19 Jahren sowie
der beruflichen Ausbildung und
die
Berufserfahrung
der Beschwer
deführerin ist vorliegend davon auszugehen, dass der Beschwerdeführerin
in Nachachtung der ihr obliegenden Schaden
minderungs
pflicht
sowohl
ein Berufs
wechsel
beziehungsweise
die Aufgabe der bisher ausgeübten selbständigen Tätig
keit
als auch die
Aufnahme einer i
hrer Ausbildung entsprechenden, leidens
angepassten, unselbständigen Erwerbs
tätigkeit
zu
zumuten war. Das Invaliden
einkommen ist vorliegend daher
anhand
eines Verdienstes, welchen die
Beschwerdeführerin
in
Ausschöpfung
ihrer
Restarbeitsfähigkeit
in Ausübung einer zumutbaren unselbständigen Erwerbs
tätigkeit auf dem
ausgeglichenen Arbeitsmarkt
erzielen könnte, z
u bemessen.
10.
3
Für die Bestimmung des Invalideneinkommens können nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für Statistik periodisch herausgege
benen Lohnstrukturerhebungen (LSE) herangezogen werden (BGE 139 V 592 E. 2.3, 135 V 297 E. 5
.2, 129 V 472 E. 4.2.1
). Dabei sind grundsätzlich die im Verfügungszeitpunkt aktuellsten veröffentlichten Tabellen der LSE zu verwenden (BGE 143 V 295 E. 4.1.3; zur Verwendung der aktuellsten statistischen Daten bei Rentenrevisionen vgl. BGE 143 V 295 E. 4.2.2, 142 V 178 E
. 2.5.8.1, 133 V 545 E. 7.1). Die Verwendung der Tabellenlöhne
ist subsidiär, das heisst deren
Beizug
erfolgt nur, wenn eine Ermittlung des Invalideneinkommens aufgrund und nach Massgabe der konkreten Gegebenheiten des Einze
lfalles nicht möglich ist (vgl.
BG
E
142 V 178 E. 2.5.7, 139 V 592 E. 2.3, 135 V 297 E. 5.2; vgl. auch Meyer/
Reichmuth
,
Bundesgesetz
über die Invalidenversicherung, 3.
Auflage 2014,
Rn
55 und 89 zu Art. 28a, mit weiteren Hin
weisen auf die Rechtsprechung).
10.
4
Wird das Invalideneinkommen auf der Grundlage von statistischen Durch
schnittswerten ermittelt, ist der entsprechende Ausgangswert (Tabellenlohn) allenfalls zu kürzen. Damit soll der Tatsache Rechnung getragen werden, dass persönliche und berufliche Merkmale, wie Art und Ausmass der Behinderung, Lebensalter, Dienstjahre, Nationalität oder Aufenthaltskategorie und Beschäfti
gungsgrad Auswirkungen auf die Lohnhöhe haben können (BGE 124 V 321 E. 3b/
aa
). Aufgrund dieser Faktoren kann die versicherte Person die verbliebene Arbeitsfähigkeit auch auf einem ausgeglichenen Arbeitsmarkt möglicherweise
nur mit unterdurchschnittlichem erwerblichem Erfolg verwerten. Der Abzug soll aber nicht automatisch erfolgen. Er ist unter Würdigung der Umstände im Einzelfall nach pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu schätzen und darf 25
%
nicht übersteigen (
vgl. BGE 135 V 297 E. 5.2,
134 V
322 E. 5.2 und 126 V 75 E. 5b/
aa
-cc). Die Rechtsprechung gewährt insbesondere dann einen Abzug auf dem Invalideneinkommen, wenn eine versicherte Person selbst im Rahmen körperlich leichter Hilfsarbeitertätigkeit in ihrer Leistungsfähigkeit eingeschränkt ist (BGE 126 V 75 E. 5a/
bb
). Zu beachten ist jedoch, dass allfällige bereits in der Beurteilung der medizinischen Arbeitsfähigkeit enthaltene gesundheitliche Einschränkungen nicht zusätzlich in die Bemessung des leidensbedingten Abzugs einfliessen und so zu einer doppelten Anrechnung desselben Gesichtspunkts führen dürfen (
BGE 146 V 16 E. 4.1 mit Hinweisen).
Nach ständiger Rechtsprechung darf das (kantonale) Sozialversicherungsgericht sein Ermessen, wenn es um die Beurteilung des Tabellenlohnabzuges gemä
ss BGE
126 V 75 geht, nicht ohne triftigen Grund an die Stelle desjenigen der Verwaltung setzen; es muss
sich
auf Gegebenheiten abstützen können, welche seine abweichende Ermessensausübung als naheliegender erscheinen lassen (BGE 137 V 71 E. 5.2 und 126 V 75 E. 6). Wurde bei der Festsetzung der Höhe des Abzugs vom Tabellenlohn ein Merkmal oder ein bestimmter Aspekt eines Merkmals zu Unrecht nicht berücksichtigt oder zu Unrecht berücksichtigt, hat die Beschwerdeinstanz den Abzug gesam
thaft neu zu schätzen (vgl. Urteile des Bundesgericht
s
9C_808/2015 vom 29. Februar 2016 E. 3.4.3 und
8C_113/2015 vom 26. Mai 2015 E. 3.2
).
10.
5
Die Rechtsprechung gewährt einen Abzug auf dem Invalideneinkommen, wenn eine versicherte Person selbst im Rahmen körperlich leichter Hilfsarbeitertätigkeit in ihrer Leistungsfähigkeit eingeschränkt ist (BGE 126 V 75 E. 5a/
bb
). Gemäss der Rechtsprechung ist indes der Umstand allein, dass nur mehr leichte Arbeiten zumutbar sind, selbst bei einer - hier nicht vorliegenden - eingeschränkten Leistungsfähigkeit kein Grund für einen zusätzlichen leidensbedingten Abzug, weil der Tabellenlohn bereits eine Vielzahl von leichten Tätigkeiten umfasst (Urteile des Bundesgerichts 8C_61/2018 vom 23. März 2018 E. 6.5.2, 8C_439/2017 vom 6. Oktober 2017 E. 5.5 und 8C_805/2016 vom 22. März 2017 E. 3.4.2). Angesichts des Zumutbarkeitsprofils der Gutachter des
B._
(vor
stehend E.
7.1
), der von der Beschwerdeführerin absolvierten Ausbildungen als Tiefbau
zeichnerin und als medizinische Masseurin sowie der umfangreichen Berufs
erfahrung, über welche die Beschwerde
führerin verfügt, ist von einem genügend breiten Spektrum an zumutbaren Verweisungstätigkeiten auszugehen. Unter dem Titel leidens
bedingter Abzug können indes grundsätzlich nur
Umstände berück
sichtigt werden, die auch auf einem ausgeglichenen Arbeitsmarkt als ausser
ordentlich zu bezeichnen
wären
(Urteil des Bundesgerichts 9C_421/2017 vom 19. September 2017 E. 2.4 mit Hinweisen). Solche Umstände sind vorliegend
indes
nicht ersichtlich. Zudem führt der Umstand, dass versicherte Personen allenfalls auf Grund ihres medizinischen Zumutbarkeitsprofils nicht mehr alle Tätigkeiten innerhalb eines Kompetenz
niveaus ausüben können und die Möglich
keit besteht, dass sie den Zentralwert der LSE nicht erreichen könnten, gemäss der Rechtsprechung nicht zu einem grundsätzlich vorzunehmenden leidens
bedingten Tabellenlohnabzug. Denn jeder Anwendung statistischer Werte ist die Abstrahierung, das heisst die Ausblendung der konkreten Gegebenheiten des Einzelfalles, immanent (BGE 142 V 178 E. 2.5.7; Urteile des Bundesgerichts 9C_266/2017 vom 29. Mai 2018 E. 3.4.3 und 9C_200/2017 vom 14. November 2017 E. 4.3.2). Damit erscheint ein Abzug vom Tabellenlohn bei der Bemessung des Invalideneinkommens
vorliegend nicht
als gerecht
fertigt.
10.
6
Die Beschwerdegegnerin bemass das Invalideneinkommen in der angefochtenen Verfügung vom 12. Januar 2021 (Urk. 2; vgl. auch Urk. 7/146) anhand des Tabellenlohns der LSE 2016 für das tiefste
Kompetenzniveau 1 (einfache Tätig
keiten körper
licher oder handwerklicher Art). Mit Blick auf die Ausbildung und die Berufserfahrung der Beschwerdeführerin bestehen vorliegend indes gewich
tige Anhaltspunkte für ein Abstellen auf den Tabellenlohn für das
Kompetenz
niveau 2 (pra
ktische Tätigkeiten wie Verkauf, Pflege,
Daten
verarbeitung und Administration,
Bedienen von Maschi
nen und elektronischen Geräten, Sicher
heitsdienst und
Fahrdienst)
. Diese Frage kann vorli
e
gend indes offengelassen werden, wenn ein Rentenanspruch selbst bei einem Abstellen auf den Tabellen
lohn für das Kompetenzniveau 2 zu verneinen wäre.
10.
7
Unter Berücksichtigung des Zentralwerts der LSE 2016 für einfache Tätigkeiten körperlicher oder handwerklicher Art (Kompetenzniveau 1) für Frauen (Total; Tabelle TA1, privater Sektor Schweiz 2016) von Fr. 4’363.--, resultiert
bei
einer betriebsüblichen Wochenarbeitszeit im Jahre 2016 von insgesamt 41.7 Stunden (www.bfs.admin.ch; Betriebsübliche Arbeitszeit nach Wirtschaftsabteilungen) sowie eines zumutbaren Beschäftigungsgrades von
9
0 % ein hypothetisches Invalideneinkommen im Jahre 2016 von
(abgerundet)
Fr.
49’123
.-- (Fr. 4’363.-- x 12 Monate ÷ 40 Stunden x 41.7 Stunden x 0.
9
).
10.
8
Der Vergleich des
Valideneinkommens
von Fr.
31'200
.--
(vorstehend E.
8.3.11
)
mit dem Invalidenein
kommen von Fr.
49’123
.--
(vorstehend E.
10.
7
)
ergibt
k
eine Erwerbseinbusse und einen Teilinvaliditätsgrad im erwerblichen Bereich von
0
%.
10.
9
Bei einem hypothetischen Umfang der Ausübung einer Erwerbstätigkeit von 60 % und einer Betätigung im anerkannten Aufgabenbereich Haushalt im restlichen Umfang von 40 % resultiert ein gewichteter Teilinvaliditätsgrad im erwerblichen Bereich von 0 % (0 % x 0.6) und ein gewichteter Teilinvaliditätsgrad im Haus
haltsbereich von 6 % (15 % x 0.4). Dies ergibt einen Gesamtinvaliditätsgrad von 6 %.
10.
10
Damit wird
für die Zeit ab 16. November 2016
ein für den Anspruch auf eine Invalidenrente vorausgesetzter Invali
ditätsgrad von mindestens 40 % nicht erreicht.
1
1
.
Demnach steht fest, dass sich der der Gesundheitszustand der Beschwerde
führerin
am 16. November 2016
in einer im revisionsrechtlichen Sinne erheb
lichen Weise verbessert hat. Die
Viertelsrente
, auf welche die Beschwerdeführerin
ab
1. August 2016 Anspruch hat, ist
daher
gemäss Art. 88a Abs. 1 IVV
bis zum
28. Februar 2017
zu befristen
.
Demzufolge ist
ein
Anspruch der Beschwerde
führerin auf eine
Viertelsrente
für die Zeit vom 1. August 2016 bis 28. Februar 2017
ausgewiesen
.
12.
12.
1
Des Weiteren gilt es
,
den Anspruch der Beschwerdeführerin auf einen Ver
zugszins zu prüfen.
12.
2
Sofern die versicherte Person ihrer Mitwirkungspflicht vollumfänglich nachge
kommen ist, werden die Sozialversicherungen für ihre Leistungen mit Ablauf von 24 Monaten seit der Entstehung des Anspruchs, frühestens aber 12 Monate nach dessen Geltendmachung verzugszinspflichtig (Art. 26 Abs. 2 ATSG; vgl. auch BGE 140 V 558 E. 3). Keinen Anspruch auf Verzugszinsen haben die berechtigte Person oder deren Erben, wenn die Nachzahlung an Dritte erfolgt (Art. 26 Abs. 4
lit
. a ATSG
12.
3
Gemäss der Rechtsprechung (BGE 137 V 273 E. 4 und 5) ist Art. 26 Abs. 2 ATSG auch im Rahmen der Revision einer Rente der Invalidenversicherung nach Art. 17 Abs. 1 ATSG anwendbar. Wenn eine Rente auf Grund eines durch die versicherte Person gestellten Revisionsgesuchs nachträglich erhöht wird, ist der Zeitpunkt, in welchem das Revisionsbegehren gestellt wurde, massgebend für den Beginn der Frist von 24 Monaten nach Art. 26 Abs. 2 ATSG. Bei einer Revi
sion der Rente von Amtes wegen
beginnt gemäss der Rechtsprechung (BGE 140 V 558 E. 3.4) die Frist von 24 Monaten im Sinne von Art. 26 Abs. 2 ATSG spätestens bei
Einleitung des Revisionsverfahrens
.
Des Gleichen muss bei einer erstmaligen rückwirkenden Zusprechung einer abgestuften und/oder befristeten Rente, wenn also gleichzeitig eine Rente zugesprochen und diese revisionsweise herauf- oder herabgesetzt und/oder aufgehoben wird, der Zeitpunkt, in welchem das Leistungsbegehren durch die versicherte Person gestellt wurde, massgebend für den Beginn der Frist von 24 Monaten nach Art. 26 Abs. 2 ATSG sein.
12.
4
Da
sich
die Beschwerdeführerin
a
m 17. Februar 2016
bei der Beschwerdegegnerin
zum Leistungsbezug an
gemeldet hatte
(Urk. 7/4 Ziff. 6.1)
,
be
gann die Frist von 24 Monaten nach Art. 26 Abs. 2 ATSG am
18. Februar 2016
zu laufen und endete am
17. Februar 2018
. Folglich besteht
daher
grundsätzlich
ab
17. Februar 2018
eine Verzugszinspflicht.
Kein
Anspruch auf einen Verzugszins von 5 % (Art. 7 Abs. 1 der
Verordnung über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSV)
besteht indes in dem Umfang
, in dem
die Nachzahlung
gültig
an Dritte
zu erfolgen hat
(
Art. 26 Abs. 4
lit
.
a ATSG)
.
12.5
In teilweiser Gutheissung der Beschwerde
ist die angefochtene Verfügung vom 12. Januar 2021
daher
insoweit
aufzuheben, als ein Rentenanspruch der Beschwerdeführerin für die Zeit vom
1. August 2016 bis 28. Februar 2017
verneint wurde und es ist festzustellen, dass die Beschwerdeführerin für die Zeit vom 1. August 2016 bis 28. Februar 2017 Anspruch auf eine
Viertelsrente
hat
, zuzüglich Verzugszins von 5 %
ab 17. Februar 2018
auf eine allfällige Nach
zahlung
von Rentenleistungen
, welche
nicht gültig an Dritte
zu erfolgen hat
(vorstehend E.
12.
4
).
1
3
.
13.1
Gestützt auf Art. 69 Abs. 1
bis
IVG ist das Beschwerdeverfahren vor dem kan
tona
len Versicherungsgericht bei Streitigkeiten um die Bewilligung oder die Ver
wei
gerung von IV-Leistungen kostenpflichtig. Die Kosten sind
nach dem Ver
fahrens
aufwand und unabhängig vom Streitwert
unter Berücksichti
gung des
gesetzlichen Rahmens (Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.--) auf Fr.
9
00.-- fest
zusetzen und der unter
lie
genden
Beschwerde
gegnerin
aufzuerlegen.
13.2
Nach § 34 Abs. 1
des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht (
GSVGer
)
hat die obsiegende Beschwerde führende Person Anspruch auf Ersatz der Partei
kosten. Diese werden ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache, der Schwierigkeit des Prozesses und dem Mass des Obsiegens bemes
sen (§ 34 Abs. 3
GSVGer
).
Für unnötigen oder geringfügigen Aufwand einer Partei wird keine Prozessent
schädigung zugesprochen (§ 8 Abs. 1 der Verordnung über die Gebühren, Kosten und Entschädigungen vor dem Sozialversicherungsgericht,
GebV
SVGer
).
1
3.3
Ausgangsgemäss hat die
vertretene
Beschwerdeführerin Anspruch auf eine Prozessent
schä
digung, welche in Berücksichtigung der Bedeutung der Streitsache und der Schwierigkeit des Prozesses sowie eines gerichtsüblichen Stundenan
satzes von Fr. 220.-- (zuzüglich Mehrwertsteuer) auf Fr. 2'
1
00.-- (inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) festzusetzen ist.