# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 2a106140-5679-4af1-bba5-e479184b61c5
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2022
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
1.1
Der 1962 geborene
X._
ist gelernter Pflegeassistent und war zuletzt im Universitätsspital
Y._
tätig. Am 1. Juni 2010 meldete er sich unter Hinweis auf eine Depression
und
Schmerzen bei der Eidgenössischen Invalidenversiche
rung zum Lei
s
tungsbezug an (Urk. 8/1).
Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, tätigte medizinische (Urk. 8/8, 8/10
, 8/13
-14, 8/19
) sowie erwerblic
he (Urk. 8/9, 8/12) Abklärungen
. Mit Verfügung vom 26. April 2011 wurde dem Versicherten eine halbe Rente der Invalidenversicherung
ab dem
1.
Janua
r 2011 zugesprochen (Urk. 8/33, Verfügungsteil 2:
Urk. 8/2
8
).
1.2
Im März 2013 leitete die IV-Stelle erstmals ein Rentenrevisionsverfahren ein (Fragebogen: Revision der Invalidenrente, Urk. 8/36).
Nachdem sie
medizinische Abklärungen
getätigt hatte
(Urk. 8/40
, 8/47, 8/49)
, bestätigte sie m
it Mi
tteilung vom 13. Dezember 2013 den
Anspruch auf die bisherige halbe Invalidenrente
bei einem Invaliditätsgrad von 50 %
(Urk. 8/51).
1.3
Am 2
7.
Juni 2019 (Eingangsdatum) ersuchte der Versicherte, vertreten durch Pro
Infirmis
, aufgrund einer Verschlechterung seines Gesundheitszustandes um
Erhö
hung der Rente
(Urk. 8/60).
Die IV-Stelle trat auf das Gesu
ch ein (Urk. 8/61),
holte diverse Arztberichte ein (Urk. 8/69-71, 8/76-
77
) und zog die im A
uftrag der Pensionskasse des Versicherten
erstatteten
Gutachten
von
Dr.
me
d
.
Z._
(Gutachten vom 6. Oktober 2019, Urk. 8/93/2-66)
, Facharzt Psychiatrie und Psychotherapie
,
und
Dr.
med.
A._
(Gutachten vom 27. November 2019, Urk. 8/93/67-84), Fachärztin Allgemeinmedizin,
bei
.
Mit Vorbescheid vom 11. Juni 2020 stellte die IV-Stelle die Abweisung des Leistungsbegehrens in Aus
sicht (Urk. 8/102). Dagegen liess der Versicherte Einwand erheben (Urk.
8/111, ergänzend begründet am 29. September 2020, Urk. 8/117).
Mit
Verfügung vom 11. November 2020
wies die IV-Stelle
das Rentenerhöhungsgesuch des Versicher
ten wie vorbeschieden ab (Urk. 2 [= Urk. 8/
119]).
2.
Dagegen liess der Versicherte am 10. Dezember 2020 Beschwerde erheben und beantragen, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben und ihm sei eine ganze Invalidenrente auszurichten; eventualiter sei die Streitsache zu weiteren Abklä
rungen (polydisziplinäres Gutachten) an die Vorinstanz zurückzuweisen;
sub
evenualiter
sei ihm mindestens eine
Dreiviertelsinvalidenrente
auszurichten (Urk. 1 S. 2).
Mit Beschwerdeantwort vom 27. Januar 2021 schloss die Beschwer
de
gegnerin auf Abweisung der Beschwerde (Urk. 7), worüber der Beschwerdefüh
rer mit Verfügung vom 2. Februar 2021 (Urk. 9) in Kenntnis gesetzt wurde. Mit Eingabe vom 26. Mai 2021 (Urk. 10)
legte
der Beschwerde
führer ein von seiner Krankentaggeldversicher
ung
in Auftrag gegebenes Gutach
ten
auf (Urk. 11)
, welches mit
Begleits
chreiben vom 28. Mai 2021 (Urk. 12) der Beschwerdegeg
nerin
zur Kenntnisnahme
zugestellt wurde.
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Am 1. Januar 2022 sind die geänderten Bestimmungen des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG), der Verordnung über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSV), des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) sowie der Verordnung über die Invaliden
versicherung (IVV) in Kraft getreten.
In zeitlicher Hinsicht sind
–
vorbehältlich besonderer übergangsrechtlicher Rege
lungen
–
grundsätzlich diejenigen Rechtssätze massgebend, die bei Erfüllung des rechtlich zu ordnenden oder zu Rechtsfolgen führenden Tatbestandes Geltung haben (BGE 146 V 364 E. 7.1, 144 V 210 E. 4.3.1, je mit Hinweisen). Da ferner das Sozialversicherungsgericht bei der Beurteilung eines Falles in der Regel auf den bis zum Zeitpunkt des Erlasses der streitigen Verfügung beziehungsweise des streitigen
Einspracheentscheids
eingetretenen Sachverhalt abstellt (BGE 144 V 210 E. 4.3.1, 132 V 215 E. 3.1.1, je mit Hinweisen), sind vorliegend die bis 31. Dezember 2021 gültig gewesenen Rechtsvorschriften anwendbar, die nach
folgend auch in dieser Fassung zitiert werden.
1.2
Ändert sich der Invaliditätsgrad eines Rentenbezügers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (Art. 17 Abs. 1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen seit Zuspre
chung der Rente, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Renten
anspruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente bei einer wesentlichen Änderung des Gesundheitszustandes revidierbar. Weiter sind, auch bei an sich
gleich gebliebenem Gesundheitszustand, veränderte Auswirkungen auf den
Erwerbs- oder Aufgabenbereich von Bedeutung (BGE 141V 9 E. 2.3, 134 V 131 E. 3). Ferner kann ein Revisionsgrund unter Umständen auch in einer wesentlichen Änderung hinsichtlich des für die Methodenwahl massgeblichen (hypothetischen) Sachverhalts bestehen (BGE 144 I 28 E. 2.2, 130 V 343 E. 3.5, 117 V 198 E. 3b, je mit Hinweisen). Hingegen ist die lediglich unterschiedliche Beurteilung eines im Wesentlichen gleich gebliebenen Sachverhalts im revisions
rechtlichen Kontext unbeachtlich (BGE 141 V 9 E. 2.3 mit Hinweisen). Weder eine im Vergleich zu früheren ärztlichen Einschätzungen ungleich attestierte Arbeitsunfähigkeit noch eine unterschiedliche diagnostische Einordnung des geltend gemachten Leidens genügt somit per se, um auf einen verbesserten oder verschlechterten Gesundheitszustand zu schliessen; notwendig ist in diesem Zusammenhang vielmehr eine veränderte Befundlage (Urteil des Bundesgerichts 9C_135/2021 vom 27. April 2021 E. 2.1 mit Hinweisen).
Liegt in diesem Sinne ein Revisionsgrund vor, ist der Rentenanspruch in recht
licher und tatsächlicher Hinsicht umfassend («allseitig») zu prüfen, wobei keine Bindung an frühere Beurteilungen besteht (BGE 141 V 9 E. 2.3; Urteil des Bun
desgerichts 8C_144/2021 vom 27. Mai 2021 E. 2.3, je mit Hinweisen).
1.3
Zeitlicher Referenzpunkt für die Prüfung einer anspruchserheblichen Änderung bildet die letzte (der versicherten Person eröffnete) rechtskräftige Verfügung, welche auf einer materiellen Prüfung des Rentenanspruchs mit rechtskonformer Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und Durchführung eines Einkommens
vergleichs (bei Anhaltspunkten für eine Änderung in den erwerblichen Auswir
kungen des Gesundheitszustands) beruht; vorbehalten bleibt die Rechtsprechung zur Wiedererwägung und zur prozessualen Revision (BGE 133 V 108 E. 5.4)
.
Dabei braucht es sich nicht um eine formelle Verfügung (Art. 49 ATSG) zu handeln. Ändert sich nach durchgeführter Rentenrevision als Ergebnis einer materiellen Prüfung des Rentenanspruchs nichts und eröffnet die IV-Stelle deswegen das Revisionsergebnis gestützt auf Art. 74
ter
lit
. f IVV auf dem Weg der blossen Mitteilung (Art. 51 ATSG), ist im darauffolgenden Revisionsverfahren zeitlich zu vergleichender Ausgangssachverhalt derjenige, welcher der Mitteilung zugrunde lag (Urteil des Bundesgerichts 9C_599/2016 vom 29. März 2017 E. 3.1.2 unter Hinweis auf 8C_441/2012 vom 25. Juli 2013 E. 3.1.2).
1.
4
Versicherungsträger und das Sozialversicherungsgericht haben die Beweise frei, das heisst ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und pflicht
gemäss zu würdigen. Für das Beschwerdeverfahren bedeutet dies, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel, unabhängig davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruches gestat
ten. Insbesondere darf es bei einander widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medi
zinische These abstellt (BGE 125 V 351 E. 3a).
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob er für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten begründet sind. Zudem muss der Arzt über die notwendigen fachlichen Qualifikationen ver
fügen. Ausschlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich weder die Herkunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a; Urteil des Bundesgerichts 8C_225/2021 vom 1
0.
Juni 2021 E. 3.2, je mit Hinweisen).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete den angefochtenen Entscheid damit, die medizinische Abklärung habe ergeben, dass sich der gesundheitliche Zustand des Beschwerdeführers seit der letzten Beurteilung im Jahr 2013 verändert habe
, da er
sich weiteren Operationen unterzogen
habe
. Die gesundheitlichen Veränderun
gen hätten jedoch keinen Einfluss auf seine Arbeitsfähigkeit. Weiterhin sei ihm möglich, einer beruflichen Tätigkeit in einem 50 %-Pensum nachzugehen.
Das Erhöhungsgesuch werde deshalb abgewiesen und er habe weiterhin Anspruch auf die bisherige halbe
Invalidenr
ente (Urk. 2 S. 2).
2.2
Demgegenüber machte der Beschwerdeführer geltend, er habe nach der
Renten
zusprache
weiterhin im Umfang von 50 % gearbeitet. Allerdings habe sich sein Gesundheitszustand im Verlaufe der Jahre verschlechtert
. Sein behandelnder Arzt habe Ende 2019 einen Verlaufsbericht eingereicht und erklärt, dass er neben der PTBS und der somatoformen Schmerzstörung an einer mittel- bis
schwergradigen
depressiven Episode leide. Es sei nachvollziehbar geschildert worden, weshalb zumindest im Dezember 2019 von einer vollständigen Arbeitsunfähigkeit aus
zugehen sei (
Urk.
1 S. 3-4)
.
Es habe sich kein fachkundiger RAD
-Arzt
mit dem Gut
achten auseinandergesetzt, die Beschwerdegegnerin
habe damit
den Untersu
chungsgrundsatz verletzt. Aufgrund der schlüssigen Beurteilung des behandeln
den Arztes sei davon auszugehen, dass er im Verfügungszeitpunkt vollumfäng
lich arbeitsunfähig gewesen sei (Urk. 1 S. 6).
3.
3.1
M
it Verfügung vom 26. April 2011 (Urk. 8/33) erfolgte
die
Zusprach
e
einer halben Invalidenrente gestützt auf folgende medizinische
n
Berichte:
3.1.1
Der behandelnde Arzt
Dr.
med.
B._
, Facharzt Rheumatologie,
notierte in seinem Bericht
als Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine rezidivierende mittelschwere bis schwere depressive Episode sowie
multi
lokuläre
Schmerzen am Bewegungsapparat mit Verdacht auf eine etablierte chro
nische Schmerzerkrankung. Seit Jahren würden
muskeloskelettale
chronische Schmerzen mit unvermittelt auftretenden Exazerbationen bestehen, für die sich in ausgedehnten Abklärungen keine eindeutige ver
ursachende Grunderkrankung habe finden lassen. Zuletzt seien die Schmerzen unter ausgebauter Opioid-Analgesie zusammen mit einer zentralschmerzmodulierenden medikamentösen Behand
lung einigermassen kontrolliert gewesen. Aus rheumatologischer Sicht
würden
sich keine relevanten Einsch
ränkungen der Arbeitsfähigkeit
ergeben
(Urk. 8/8/1-5).
3.1.2
Im
Bericht der
Psychiatrischen Universitätsklinik
C._
vom 15. Juli 2010
wurde notiert,
d
er Beschwerdeführer sei durch seinen ambulanten Psychiater wegen starken körperlichen Schmerzen im Nacken-, Schulterbereich, Gelenken und Oberschenkeln sowie der depressiven Symptomatik zugewiesen worden. Als Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit führten die Behandler eine rezidivierende mittelgradige depressive Episode (F32.1) und eine seit Oktober 2006 anhaltende somatoforme Schmerzstörung (F45.4) a
n
. Sodann bestehe eine ausgedehnte
Myotendinose
der Schulter- und Beckengürtelmuskulatur sowie der paravertebralen Haltemuskulatur, chronische plantare Fersenschmerzen beidseits mehrheitlich im Rahmen einer plantaren
Fasziitis
,
Achillodynie
beidseits seit mindestens dem Jahr 2006 sowie eine Schlafstörung mit Diagnose eines
Restless
legs
Syndroms (F51) seit Oktober 2006 (Urk. 8/
10/
1-2).
Der Beschwerdeführer sei in seiner zuletzt ausgeübten Tätigkeit als Pflegeassistent seit mindestens dem 16. Februar 2010
zu 100 % arbeitsunfähig, a
b dem 1. Juni 2010 bestehe noch eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit
. Im Umfang von 50 % Arbeitsfähigkeit (circa vier Stunden pro Tag) sei eine behinderungsangepasste Tätigkeit mit einem Leistungs
profil gleich wie in der zuletzt ausgeübten Tätigkeit möglich
(Urk. 8/10/4-5).
3.1.3
Im Bericht vom 1
8.
August 2010 führte
Dr.
med.
D._
, Facharzt Psychiatrie und Psychotherapie, aus, der Beschwerdeführer habe als vier- bis neunjähriger Junge die entsetzlichen Kriegsszenen im Krie
g zwischen
E._
und
F._
miterlebt. Die Bilder seien unauslöschlich in seiner Erinnerung erhal
ten und würden vor allem in Belastungssituationen
wieder auftauchen
oder wenn er depressiv sei oder unter starken Schmerzen leide. Er fühle sich dann wie im Kriegsgeschehen drin, hilflos und ausgeliefert. Er habe Panikattacken, Intrusionen sowie Flashbacks (Urk. 8/13/8).
Dr.
D._
notierte im Bericht vom
21. August 2010
als Diagnosen
eine chronische, posttraumatische Belastungsstörung bedingt durch anhaltende Traumatisierung in der Kindheit, Adoleszenz und im jugend
lichen Erwachsenenalter (Kriegsgeschehen, Flucht, Migra
tionsproblematik; ICD-10 F43.1) sowie eine
chroni
sche Schlafstörung mit
Restless-L
egs
Syndrom seit Kindheit.
Es sei
zu einer
Retraumatisierung
durch belastende Faktoren (Arbeit, psychosoziale Faktoren, rezidivierende, somatische Erkrankungen) mit
Hyper
arousal
, Intrusionen, Flashbacks sowie Albträumen gekommen. Sodann bestehe eine anhaltende Schmerzstörung (ICD-10 F45.4), eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig leichte Episode (ICD-10 F33.0) sowie Züge einer ängstlich vermeidenden Persönlichkeit (ICD-10 Z73.1
; vgl. Urk. 8/13/1
).
Mit Verlaufs
bericht vom 11. Januar 2011 ergänzte
Dr.
D._
,
der Gesundheitszustand des Beschwerdeführers sei stationär bis verschlechtert und berufliche Massnahmen seien nicht angezeigt (Urk. 8/19/1-2).
3.1.4
In seine
r
versicherungsmedizinischen Beurteilung vom 1. September 2010 hielt
RAD-Arzt
Dr.
med.
G._
, Praktizierender Arzt, fest, ein relevanter Gesundheitsschaden sei ausgewiesen.
D
er Beschwerdeführer
sei
seit Juni 2010 in seiner bisherigen Tätigkeit zu 50 % arbeitsunfähig. Eine mindestens 20%ige Arbeitsunfähig
keit
liege sodann seit Januar
2010 vor
(Urk. 8/20/4-5).
Am 15. Janu
ar 2011 ergänzte
Dr.
G._
, sowohl für die bisherige als auch für eine behinderungsangepasste Tätigkeit
liege
eine 50%ige Arbeitsfähigkeit vor. Von Januar bis Mai 2010
sei der Beschwerdeführer zu
100%
a
rbeitsunfähig
gewesen
(Urk. 8/20/5).
3.2
Im vorliegenden
Rentenerhöhungsverfahren sind ins
besondere folgende medizi
nische
Unterlagen aktenkundig:
3.2.1
Am
23. April 2019
berichtete
Dr.
med.
H._
, Facharzt Psychiatrie und Psychotherapie,
es hätten keine wesentlichen Fortschritte erreicht werden können,
e
in direkter Vergleich mit dem Jahr 2011 sei für ihn
jedoch
schwierig, da der Beschwerdeführer erst seit November 2017 bei ihm Behandlung sei. Dennoch habe er den klinischen Eindruck, dass das allgemeine Z
ustand
sbild des B
esch
werdeführers
sehr wahrscheinlich deutlich schlechter sei als im Jahr 201
1.
Ein wesentlicher Teil des Krankheitsbildes sei aus seiner Sicht eine
chroni
fizierte
posttraumatische Belastungsstörung, die sehr schwer zu behandeln sei (Urk. 8/60/2-3).
3.2.2
Mit Verlaufsbericht vom 14. August 2019 führten die behandelnden Ärzte der
Psychiatrischen Universitätsklinik
C._
folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit auf:
-
Mittelgradige depressive Episode (F32.1)
-
Psychische und Verhaltensstörung durch Alkohol: Schädlicher Gebrauch (F10.1)
-
Anhaltende somatoforme Schmerzstörung:
Multilokuläre
Schmerzen am Bewegungsapparat (F45.40)
-
Chronische Nierenkrankheit, Stadium 3
-
Autoimmunthyreodititis
-
Essentielle Hypertonie, nicht näher bezeichnet: Ohne Angabe einer
hyper
tensiven
Krise
-
chronische Reflux Beschwerden, Reizdarmsyndrom
-
Prostatahyperplasie, Status nach Prostatitis
-
reine Hypercholesterinämie
-
Schlafstörungen mit
Restless
-
Legs
-Syndrom
-
Hypogonadotroper
H
ypogonadismus
Der Beschwerdeführer habe sich wach und bewusstseinsklar gezeigt. Eine offen
sichtliche Störung der mnestischen Funktionen habe nicht festgestellt werden können. Im formalen Gedankengang sei er blockiert und verlangsamt gewesen mit langer Antwortlatenz und Wortfindungsstörungen. Es habe jedoch kein Anhalt für inhaltliche Denkstörungen, Sinnestäuschungen oder Ich-Störungen gegeben. Affektiv sei der Beschwerdeführer deprimiert und reduziert schwin
gungsfähig gewesen. Die bisherige oder eine angepasste Tätigkeit könne der Beschwerdeführer im zeitlichen Umfang von maximal zwei Stunden pro Tag aus
üben.
Die Ärzte attestierten dem Beschwerdeführer
in der bisherigen Tätigkeit
eine Einschränkung der Leistungsfähigkeit von
mindestens 80
%
(Urk.
8/69/2-3).
3.2.3
Mit Verlaufsbericht vom 20. Dezember 2019 ergänzte
Dr.
H._
,
der Beschwerdeführer würde aktuell eine mittel
-
bis
schwergradige
depressive Symp
tomatik zeigen und über somatoforme Schmerzen klagen. Bis Anfang 2019 habe der Beschwerdeführer eine hohe
Seroqueldosis
zu sich genommen und es habe ein Alkoholabusus bestanden. Aufgrund der hohen sedierenden Medikation und de
s
intermittierenden Alkoholkonsum
s
sei die therapeutische Arbeit erschwert gewesen.
Seit Februar 2019 würden häufigere, wöchentliche Therapietermine stattfinden. Das Gespräch mit dem Beschwerdeführer erscheine dabei viel klarer. Bei der Einschätzung der 100%igen Arbeitsunfähigkeit stütze er sich auf die depressive Symptomatik, die posttraumatische Belastungsstörung und berück
sichtige dabei die vorgängige Suchtproblematik. Prognostisch gehe er davon aus, dass jede stärkere Ausübung von Druck sehr wahrscheinlich die
Traumadynamik
beim Beschwerdeführer verstärken und damit zu einer raschen Verschlechterung der Symptomatik führen würde. Er halte gegenwärtig aufgrund der Depression und der
Traumastörung
eine Arbeit nicht für möglich. In Zukunft schliesse es dies aber nicht aus (Urk. 8/77).
3.2.4
Am 6. Oktober 2019 erstattete
Dr.
Z._
das
von der Pensionskasse in Auf
trag gegebene Gutachten. Er führte aus, anlässlich der Exploration vom 17. Juli 2019 habe d
er Beschwerdeführer berichtet, Anfang des Jahres 2019 sei es zu einer deutlichen Verschlechterung
seines
Gesundheitszustandes
gekommen
. Aktuell würden
psychische Gründe im Vordergrund stehen (Urk. 8/93/6).
Dr.
Z._
fasste zusammen, der Beschwerdeführer
habe i
m Jahr 2017 einen stummen Herz
infarkt erlitten und e
r
sei im Jahr 2019 erneut in die
Psychiatrische
Universitätsklinik C._
eingetreten
, da sich seine depressive Symptomatik verschlechtert habe und es erneut zu abendlichem Alkoholkonsum gekommen sei. Seit seinem Austritt aus der
Psychiatrischen Universitätsklinik C._
sei der Beschwerdeführer alkohol- und auch schlafmittelabstinent. Sein psychischer Zustand sei stabilisiert, jedoch könne er sich nicht mehr vorstellen, wieder an seinem alten Arbeitsplatz tätig zu sein.
Dr.
Z._
kam zum Schluss,
die k
linische Beobachtungen und Tests würden die seit mindestens 20 Jahren bestehende Krankheitsentwicklung
gut belegen. Die depressiven Symptome seien aktuell zwar deutlich gebessert, die somatoforme Symptomatik bestehe jedoch weiterhin und imponiere als
chronifiziert
. Die Beschwerden seien konsistent, aus den Befunden und den zusätzlich vorhandenen körperlichen Erkrankungen sei aus gutachterlicher Sicht weiterhin klar eine 50%ige Einschränkung der Arbeits
fähigkeit gegeben. Die von mehreren Behandlern aufgeführte posttraumatische Belastungsstörung als Auslöser der jetzigen Symptomatik könne
zwar
nicht aus
geschlossen werden. Jedoch
könne
sie aus gutachterlicher Sicht und nach Prüfung der entsprechenden Symptomatik auch nicht klar bestätigt werden. Aufgrund der vagen und teilweise widersprüchlichen Angaben bleibe die Diag
nosestellung unsicher und ohne konkretere oder kohärentere Angaben zu den genaueren Umständen
könne
eine PTBS aus gutachterlicher Sicht nur als fremd
anamnestisch erhobene
Verdachtsdiagnose
im Zusammenhang mit der rezidivie
renden und
chronifizierten
depressiven Störung in einem Unterpunkt übernom
men werden
(
Urk.
8/93/60-6
3
).
Dr.
Z._
ging davon aus,
ein Teilzeitpensum von 25
%
beginnend mit einer 50%igen Präsenzzeit könne der Beschwerdeführer bewältigen. Es solle dabei schrittweise im Laufe von sechs Monaten eine Steige
rung der
Leistung unter strikter Benzodiazepin/
Stilnox
- sowie Alkoholabstinenz erprobt werden (Urk. 8/93/64).
3.2.5
Dr.
A._
führte in ihrem
am 27. November 2019 im Auftrag der Pensionskasse erstatteten
Gutachten aus, im Krankheitsverlauf habe der Beschwerdeführer neben den vorwiegend psychosomatisch bedingten anhaltenden Schmerzen (im Rahmen einer somatoformen Schmerzstörung), eine Vielzahl von Krankheits
bildern entwickelt, die per se nicht zu einer bleibenden Einschränkung der Arbeits
fähigkeit geführt hätten. Im Jahr 2016 sei
d
er
Beschwerdeführer
aufgrund einer Spinalkanalstenose
längere Zeit arbeitsunfähig gewesen. Am 26. Mai 2016 sei eine Mikrodiskektomie L3/4 und L4/5 durchgeführt worden sowie gleichzeitig eine
Spondylodese
L3-L
5.
Im Jahr 2017 habe der Beschwerdeführer einen stummen Herzinfarkt erlitten
. Der Beschwerdeführer sei bei Status nach Hashimoto-Thyreoiditis (substituiert), hypogonadotropem
Hypogonadismus
(sub
stituiert) sowie Prostatahyperplasie und Status nach Prostatitis regelmässig in
endokrinologischer
Betreuung gestanden. Des Weiteren seien Schmerzen im Rahmen des bekannten Reizdarmes aufgetreten (unauffällige
Koloskopie
2018), die chronischen
Refluxbeschwerden
seien mittels einer Dauertherapie mit
Panto
zol
eingestellt worden. Die chronische Niereninsuffizienz Stadium III bei Status nach
Analgetikaüberkonsum
(NSAR) habe einmalig dialysiert werden müssen, aktuell sei die Situation stabil.
Im Vordergrund der Schmerzproblematik
stehe
eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung mit generalisierten Schmerzen am gesamten Bewegungsapparat mit weit verteilten Myalgien und Arthralgien. Die Diagnosekriterien für eine Fibromyalgie seien erfüllt
, r
heumatologisch hätten sich jedoch keine Hinweise für eine
entzündliche
Systemerkrankung finden lassen und es habe sich auch keine humorale Entzündungsaktivität gezeigt.
Der Beschwer
deführer klage aktuell über generalisierte Gelenks- und Weichteilschmerzen. Als Medikation werde neben niedrig dosiertem O
l
fen auch
Targin
eingesetzt. Die fort
laufende 100%ige Krankschreibung erfolge durch den behandelnden P
sychiater
(Urk. 8/93/70
-7
2
)
.
Dr.
A._
kam zum Schluss, in der klinischen Untersuchung habe sich eine Inkonsistenz der Beschwerden und der Untersuchungsbefunde gezeigt.
Aufgrund der vorliegenden bildgebenden Untersuchungsergebnisse und der klinischen Untersuchung hätten
sich
aus somatischer Sicht
keine Anha
l
ts
p
unkte für eine Erhöhung des Berentungsrades
finden lassen. Es sei davon aus
zugehen, dass es dem Beschwerdeführer gelingen werde, seine Arbeitstätigkeit im vormals ausgeübten 50 %-Pensum
wieder aufzunehmen
. Die Berufsunfähig
keit
betrage weiterhin 50 % bezogen auf ein 100 %-Pensum (Urk. 8/
93/81)
.
4.
4.1
Die erstmalige
Rentenzusprache
mit Verfügung vom 26. April 2011 (Urk. 8/27) stützte sich insbesondere auf die Berichte der behandelnden Ärzte (vgl. auch Urk. 8/20/4-5). Diese attestierten dem Beschwerdeführer aus psychiatrischer Sicht eine Arbeitsfähigkeit von 50 % (E. 3.1.2 und E. 3.1.3). Aus rheumatologische
r
Sicht ergab sich jedoch keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit
(E. 3.1.1)
, da die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers mehrheitlich aufgrund des psychiat
rischen Leidens
eingeschränkt
sei.
Da dem Beschwerdeführer sowohl in der bisherigen als auch in einer behinderungsangepassten Tätigkeit eine 50%ige Arbeitsfähigkeit attestiert wurde, ermittelte die Beschwerdegegnerin mittels Ein
kommensvergleich einen Invaliditätsgrad von 50 %, weshalb dem Beschwerde
führer eine halbe Invalidenrente
zugesprochen
wurde (vgl. Urk. 8/20/5-6).
4.2
Die Beschwerdegegnerin erachtete in der angefochtenen Verfügung vom 11. November 2020 eine Veränderung des gesundheitlichen Zustandes zwar als ausgewiesen, da in der Zwischenzeit weitere
operative Eingriffe
stattgefunden hätten. Die gesundheitlichen Veränderungen hätten jedoch keinen Einfluss auf seine Arbeitsfähigkeit. Es sei ihm weiterhin möglich, einer beruflichen Tätig
keit
in einem 50 %-Pensum nachzugehen. In medizinischer Hinsicht stützte sich die
Beschwerdegegnerin insbesondere auf die
Berichte der behandelnden Ärzte sowie die
Gutachten
der
Dres
. med.
Z._
und
A._
vom
6.
Oktober und 27. November 2019 (Urk.
8/101/11 und Urk. 8/118/3-4)
.
Die Gutachten ergingen
unter Berücksichtigung der
Vorakten
(Urk. 8/93/26-60;
Urk.
8/93/
73-77), der Anamnese sowie den vom Beschwerdeführer geklagten Beschwerden (Urk. 8/93/12-22;
Urk.
8/93/68-72). Die Gutachter erhoben sowohl den psychiat
rischen Befund nach AMDP wie auch den orthopädischen Körperstatus
(Urk. 8/93/23; Urk. 8/93/73).
Sie
nahmen zu den Beurteilungen in den
Vorakten
einlässlich Stellung und begründeten – soweit Diskrepanzen bestanden (vgl. ins
besondere Urk. 8/93/62) – abweichende Einschätzungen plausibel. Mithin erfül
l
en die
Gutachten die rechtsprechungsgemässen Anforderungen an eine beweis
kräftige medizinische Entscheidungsgrundlage (E. 1.4), weshalb darauf abgestellt werden kann.
4.3
4.3.1
Ins
ofern der Beschwerdeführer vorbrachte, die Beschwerdegegnerin hätte die Berichte durch einen in psychiatrischer Sicht versierten Facharzt prüfen lassen müssen, vermag er damit nicht durchzudringen (Urk. 1 S. 5).
Dr.
med.
I._
, Facharzt Chirurgie, führte in seiner versicherungsmedizinischen Beurtei
lung aus, dass sich der Gesundheitszustand des Beschwerdeführers seit dem Jahr 2013 verändert habe. Durch die somatischen Beschwerden seien immer wieder Zeiten der Arbeitsunfähigkeit aufgetreten, diese hätten jedoch keinen andauern
den zusätzlichen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers gehabt
(Urk. 8/118/3-4)
. Er berücksichtigte in seiner Stellungnahme die aktuelle Beurtei
lung des Psychiaters Dr.
H._
, kam jedoch zum Schluss, dass sich diese nicht wesentlich vom Bericht der
Psychiatrischen Universitätsklinik C._
vom Jahr 2013 unterscheide, zumal
Schwan
kungen im Ausprägungsgrad zu
einer rezidivierenden depressiven Störung gehör
ten. Seine Beurteilung stüt
z
t
e er auf die Einschätzung des Gutachters
Dr.
Z._
, mithin erhob er weder eigene Befunde noch stellte er eigene Diag
nosen (vgl. Urk. 8/101/8-11),
weshalb seine Beurteilung
nicht zu beanstanden ist.
4.3.2
Sodann vermögen weder
die Berichte von
Dr.
B._
vom 1
5.
Juni und 28. August 2020 (vgl.
Urk.
8/116/1-7) noch der
Bericht von
Dr.
H._
vom
7.
September 2020 (Urk. 8/116/11-12),
an der Einschätzung
der
Dres
.
Z._
und
A._
etwas zu ändern.
Zum einen nahmen sie keine Stellung zum Gutach
ten und führten auch nicht aus, inwiefern sich der Gesundheitszustand
des Beschwerdeführers in Bezug auf seine Leistungsfähigkeit seit dem Jahr 201
1
in invalidenversicherungsrechtlich relevanter Weise verändert haben sollte
.
Zum anderen
lässt
die unterschiedliche
Beurteilung
vielmehr
die Verschiedenheit von Behandlungs- und Begutachtungsauftrag (BGE 137 V 210 E. 1.2.4, 124 I 170 E.
4)
erkennen
und die Erfahrungstatsache, dass behandelnde Ärzte und Ärztinnen mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifels
fällen eher zu Gunsten ihrer Patientinnen und Patienten aussagen (BGE 135 V 465 E. 4.5, 125 V 351 E. 3b/cc).
Im Übrigen ist darauf hinzuweisen, dass weder eine im Vergleich zu früheren ärztlichen Einschätzungen ungleich attestierte Arbeitsunfähigkeit noch eine unterschiedliche diagnostische Einordnung des geltend gemachten Leidens per se
genügt, um auf einen veränderten Gesund
heitszustand zu schliessen; notwendig ist vielmehr eine veränderte Befundlage (Urteile des Bundesgerichts 9C_57/2021 vom 8. Juli 2021 E. 4.2 und 8C_367/2020 vom 4. August 2020 E. 5.2.2, je mit Hinweisen).
Eine solche vermag
– wie auch das Hinzutreten einer neuen Diagnose –
für sich alleine
aber
keine massgebliche Verschlechterung des
Gesundheitszustandes zu belegen, zumal einzig mass
gebend ist, ob
beziehungsweise
in welchem Ausmass den medizinischen Akten eine erhebliche (andauernde) Ve
rschlechterung der Arbeits- beziehungsweise
Erwerbsfähigkeit im relevanten Zeitraum entnommen werden kann (vgl. Urteil des Bundesgerichts
8C_457/2012 vom 9. Juli 2012 E. 3.2 mit Hinweisen).
Die Berichte der behandelnden Ärzte lassen mithin keine Zweifel an der Einschätzung der Gutachter
Dres
.
Z._
und
A._
erwecken.
4.3.3
Der Beschwerdeführer machte
sodann
geltend,
es sei nicht tragfähig, dass die Gutachter – entgegen der Beurteilung
der
spezialisierten Fachmediziner
(vgl. Bericht von
Dr.
H._
vom 7. September 2020, Urk. 8/116/11-12)
– festhiel
ten, es liege keine posttraumatische Belastungsstörung (
PTBS
) oder komplexe
PTBS
vor (Urk. 1 S. 3 f.). Dem ist entgegenzuhalten, dass Dr.
Z._
zur
Herleitung der Diagnose
nachvollziehbar
ausführte,
aufgrund der vagen Angaben zu den berichteten Kriegstraumatisierungen
könne
nicht abschliessend beurteilt werden, ob der Beschwerdeführer von den nur relativ kurz andauernden Kriegs
ereignissen und abseits der schweren Kriegshandlungen bis heute trauma
tisiert beziehungsweise Jahrzehnte spä
ter
retraumatisiert
sein könnte
. Zwar könne eine schwere Traumatisierung nicht grundsätzlich ausgeschlossen werden, die vagen und teilweise widersprüchlichen Angaben würden eine abschliessende Diagnose
stellung
jedoch
nicht zulassen, weshalb sie
bloss
als fremdanamnestisch erhobene Verdachtsdiagnose übernommen werde (Urk. 8/93/62-63). Diese Aus
führu
ngen sind schlüss
ig
, zudem stehen
sie im Einklang mit d
e
n
klinisch diag
nostischen Leitlinien zur posttraumatischen Belastungsstörung (vgl. Horst
Dilling
/Werner
Mombour
/Martin H. Schmidt [Hrsg.],
Internationale
Klassifikation psychischer Störungen, ICD-10, Kapitel V (F), 1
0. Auflage 2015, F43.1 S. 208), wonach die Störung dem Trauma
mit einer Latenz folgt, die Wochen bis Monate dauern kann, jedoch selten mehr a
ls sechs Monate nach dem Trauma
auftritt. Beim Beschwerdeführer wäre die allfällige Störung nach
mehr als 20
Jahren oder je nach auslösendem Ereignis noch später aufgetreten, was vor dem erwähnten Hintergrund der Leitlinien und der Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers in der Schweiz
als Pflegeassistent
nicht plausibel und nicht überwiegend wahrscheinlich erscheint.
Ergänzend ist auf die höchstrichterliche Rechtsprechung hinzuweisen, wonach es für die Herleitung und Begründung der Diagnose einer posttrauma
tischen Belastungsstörung einer besonderen Achtsamkeit bedarf, was nicht bloss für das auslösende Trauma, sondern auch für die Latenzzeit zwischen initialer Belastung und Auftreten der Störung gilt und es eine besondere Begründung bei jenen Fällen braucht, in denen ganz ausnahmsweise aus bestimmten Gründen ein späterer Beginn berücksichtigt werden soll (vgl. zum Ganzen Urteil des Bundes
gerichts 9C_548/2019 vom 16. Januar 2020 E. 6.3). An diesen hierzu von der Rechtsprechung statuierten Anforderungen fehlt es für die
rechtsgenügliche
Begründung der Diagnose einer posttraumatischen Belastungsstörung
, weshalb auf die Einschätzung von
Dr.
Z._
abgestellt werden kann
.
Da
ran
vermag
auch
das vom Beschwerdeführer im Beschwerdeverfahren eingereichte
bisdiszip
linäre
Gutachten (Psychiatrie und Rheumatologie) des Medizinischen Zentrum
J._
vom 2
1.
April 2021
keine Zweifel zu erwecken. Zum einen ist festzuhalten, dass für die richterliche Beurteilung eines Falles grundsätzlich die tatsächlichen Verhältnisse zur Zeit der angefochtenen Verwaltungsverfügung –
hier am 11. November 2020 (Urk. 2) – massgebend sind (BGE 121 V 362 E. 1b mit Hinweisen). Zum anderen
setzte sich
Dr.
med.
K._
bei Stellung ihrer Diagnose einer posttraumatischen Belastungsstörung gerade nicht mit der Latenzzeit auseinander und führte
nicht
aus, inwiefern sich die Symptomatik des
Beschwerdeführers vorliegend
erst verspätet manifestiert haben
sollte.
Sie begrün
dete
ihre Diagnose
vielmehr
lediglich
damit, dass ein Gutachter, der den Versicherten nur zwei bis drei Stunden sehe, in dieser Zeit oft kein Vertrauens
verhältnis aufbauen könne und sich daher immer auf die Angaben der ambulan
ten Psychiater stützen müsse. Aus dem Gutachten von
Dr.
K._
geht denn auch hervor, dass sie sich weitgehend auf die subjektiven Angaben des Beschwer
deführers stützte
;
mit der
a
bweichenden Einschätzung von
Dr.
Z._
in Bezug auf die Herleitung der Diagnose
setzte sie sich hingegen
nicht
auseinander
(Urk. 11 S. 40 ff.).
4.3.4
Auch au
s somatischer Sicht geht – entgegen den Einwendungen des Beschwer
deführers (Urk. 1 S. 6-7) – keine r
entenrelevante Verschlechterung hervor. Während
Dr.
A._
zum Schluss kam, aufgrund der bildgebenden Untersu
chungsergebnisse und der klinischen Untersuchung würden keine Anhaltspunkte für eine Erhöhung des Berentungs
g
rades bestehen und sie davon ausging, der Beschwerdeführer könne seine Arbeitstätigkeit im vormals ausgeübten 50 %-Pensum wieder aufzunehmen
(E. 3.2.5)
, stellte
Dr.
med.
L._
, Facharzt Rheumatologie und Allgemeine Innere Medizin, in seinem von der Krankentaggeldversicherung in Auftrag gegebenen Gutachten lediglich fest,
der
Beschwerdeführer sei noch zu 40
% arbeitsfähig. Zur Beurteilung von
Dr.
A._
nahm er keine Stell
ung
, ebenso wenig führte er aus, inwiefern sich der Gesund
heitszustand des Beschwerdeführers seit dem Jahr 201
1
wesentlich verändert haben sollte. Diesbezüglich ist daher lediglich von einer
andere
n
Beurteilung
eines
im
wesentlichen
gleich gebliebenen
Sachverhaltes
auszugehen
.
Dr.
A._
hingegen
führte aus, im Vordergrund
würde die
somatoforme Schmerzstörung (Fibromyalgie
) mit generalisierten diffusen Schmerzen am gesamten Bewegungs
apparat mit Myalgien und
Arthraligen
stehen
. In der durchgeführten klinischen Untersuchung
konnte sie
Inkonsistenzen der Beschwerden und der Untersu
chungsbefunde
feststellen
,
weshalb sie
aufgrund der bildgebenden Untersu
chungsergebnisse und der klinischen Untersuchung keine Anhaltspunkte für eine Erhöhung des Berentungsgrades
feststellen konnte
(Urk. 8/93/81).
Mithin ist das
Gutachten von
Dr.
A._
nachvollziehbar
und darauf kann abgestellt werden
.
Angesichts
der
Aktenlage sind in diesem Zusammenhang von weiteren Abklä
rungen auch keine neuen Erkenntnisse zu erwarten, weshalb
davon
ohne Verlet
zung der Untersuchungspflicht abgesehen werden kann
(antizipierte Beweiswür
digung; BGE 124 V 90 E. 4b).
4.4
Zusammenfassend ist hinsichtlich
einer Veränderung des Gesundheitszustandes gestützt auf die Gutachten der
Dres
.
Z._
und
A._
der
Einschätzung des RAD zu folgen und
eine
rentenrelevante
Veränderung
des Gesundheitszustandes
nicht mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit erstellt.
Dementsprechend
hat
die IV-Stelle das
Rentenerhöhungsgesuch
des
Beschwe
rde
führers
zu Recht abgewiesen, was die Abweisung der Beschwerde
zur Folge
hat
.
5.
Da es im vorliegenden Verfahren um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichts
kosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert fest
zulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG). Die Kosten des Verfahrens sind auf
Fr. 8
00.-- fest
zulegen und ausgangsgemäss dem Beschwerdeführer aufzuerlegen.
Das Gericht
erkennt:
1.
Die
Beschwerde
wird abgewiesen.
2.
Die Gerichtskosten von
Fr.
8
00
.-- werden
dem Beschwerdeführer
auferlegt.
Rechnung und Einzahlungsschein werden
dem
Kostenpflichtigen nach Eintritt der Rechtskraft zugestellt.
3.
Zustellung gegen Empfangsschein an:
-
Rechtsanwalt Mark A.
Glavas
-
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
-
Bundesamt für Sozialversicherungen
sowie an:
-
Gerichtskasse (im Dispositiv nach Eintritt der Rechtskraft)
4.