# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 1b841b63-ffc1-4843-9675-4c21e999fd6d
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2014
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
Der 1967 geborene
X._
ist seit dem
7.
August 2006 als Elektroin
stallateur bei der
Z._
AG angestellt und damit bei der Schwei
zerischen Unfallversicherungs
anstalt
(Suva) im Rahmen des Bundesge
setzes über
die Unfallversicherung (UVG) obligatorisch versichert. Mit
der
Un
fallmeldung
vom
2.
März 2011 liess der Versicherte der Suva mitteilen, er habe sich am 1
9.
Februar 2011 um 13 Uhr bei einem Sturz im Treppenhaus das linke Knie
verletzt (
Urk.
11/1). Mit Schreiben vom
4.
März 2011 erteilte die Suva eine Kosten
gutsprache für die ärztliche Behandlung nach UVG-Tarif (
Urk.
11/2). Am 1
6.
Mai 2012 reichte der Versicherte
der Suva
eine Schadenmeldung ein, in wel
cher er ausführte, es sei am 1
7.
März 2012
auf der Skipiste
in
A._
ein Rückfall eingetreten. Nach dem Unfall seien die Schmerzen infolge von Über
be
lastung beim Sport und bei der Arbeit geblieben. Geschädigt sei der Me
niskus seines linken Knies (
Urk.
11/3).
D
as
Spital
A._
diagnostizierte im
Ope
ra
tionsbericht
vom 1
1.
Juni 2012 eine mediale M
eniskusläsion
links
und führte eine
art
hroskopische
Teilmeniskektomie
durch (
Urk.
11/15).
Mit Schreiben vom 2
6.
Juni 2012 (
Urk.
11/17), mit Schreiben vom 1
0.
Juli 2012 (
Urk.
11/26) und mit Verfügung vom 2
3.
November 2012 (
Urk.
11/35) verneinte die Suva ihre Leistungspflicht, indem sie ausführte
,
zwischen dem
Ereignis
vom 1
9.
Februar 2011 und den gemeldeten Kniebeschwerden bestehe kein sicherer
oder wahrscheinlicher Kausalzusammenhang. Die vom Versicherten gegen die
sen
Entscheid am 1
1.
Januar 2013 erhobene Einsprache (
Urk.
11/36) wies die Suva mit
Einspracheentscheid
vom 1
5.
April 2013 ab (
Urk.
2).
2.
Gegen diesen
Einspracheentscheid
vom 1
5.
April 2013 (
Urk.
2) liess der Versi
cher
te
am 1
4.
Mai 2013 Beschwerde erheben. Er beantragte
, dass
der
Ein
sprache
entschei
d
aufzuheben
und die Suva zu verpflichten sei, über den 1
6.
Mai 2012 hinaus gesetzliche Leistungen für die Behandlung seiner Knieb
e
schwerden zu übernehmen. Zudem stellte er den Antrag, die Kosten für die ärztlichen Be
richte von
Dr.
med.
B._
,
Facharzt für orthopädische Chirurgie,
der Suva auf
zu
er
legen (
Urk.
1). Mit der Beschwerdeantwort vom 1
3.
September 2013 schloss die Suva auf die Abweisung der Beschwerde (
Urk.
9) und reichte eine orthopä
disch-
chirurgische Beurteilung ihres Kompetenzzentrums für
Versicherungsme
dizin
vom
2.
September 2013 ein (
Urk.
10/1). Die Beschwerdeantwort wurde dem Ver
sicherten mit Schreiben vom 1
8.
September 2013 zugestellt (
Urk.
12) und die
orthopädisch-chirurgische Beurteilung wurde ihm mit Mitteilung vom 1
0.
Okto
ber
2014 zugesandt (
Urk.
13).
Am 2
0.
November 2014 führte Fürspre
cherin
Y._
, die Vertreterin des Versicherten,
auf telefonische Nachfrage hin aus, sie
werde keine Stellungnahme zur orthopädisch-chirurgischen Beur
teilung vom
2.
September 2013 einreichen (
Urk.
14).
Auf die Ausführungen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, so
weit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Gemäss
Art.
6 UVG werden - soweit das Gesetz nichts anderes bestimmt - die
Versicherungsleistungen bei Berufsunfällen, Nichtberufsunfällen und Berufs
krank
heiten gewährt (
Abs.
1). Der Bundesrat kann Körperschädigungen, die den Folgen eines Unfalles ähnlich sind, in die Versicherung einbeziehen (
Abs.
2). Ausserdem erbringt die Versicherung ihre Leistungen bei Schädigungen, die den Verunfallten bei der Heilbehandlung zugefügt werden (
Abs.
3).
1.2
Die Versiche
rungsleistungen werden auch für Rückfälle u
nd Spätfolgen gewährt (
Art.
11 der Verordnung über die Unfallversicherung
[UVV]
). Bei einem Rückfall
handelt es sich um das Wiederaufflackern einer vermeintlich geheilten Krank
heit,
so dass es zu ärztlicher Behandlung, möglicherweise sogar zu (weiterer) Arbeits
unfähigkeit kommt; von Spätfolgen spricht man, wenn ein scheinbar ge
heiltes
Leiden im Verlaufe längerer Zeit organische oder auch psychische Ver
ände
rung
en
bewirkt, die zu einem anders gearteten Krankheitsbild führen kön
nen (BGE 118 V 293 E. 2c mit Hinweisen).
1.
3
Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss UVG setzt zunächst voraus, dass zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit,
Invalidität, Tod) ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht. Ursachen im Sinne
des natürlichen Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne deren Vor
han
densein der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der gleichen Weise beziehungsweise nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht
werden kann. Entsprechend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des na
tür
lichen Kausalzu
sammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleinige oder
unmittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schä
di
gende Ereignis zusammen mit anderen Bedingungen die körperliche oder geis
tige Integrität der versicherten Person beeinträchtigt hat, der Unfall mit an
dern
Worten nicht wegge
dacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene gesund
heitliche Störung entfiele (BGE 129 V 177 E. 3.1, 402 E. 4.3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesund
heitlichen Störung e
in natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, worüber die Ver
wal
tung beziehungsweise im Beschwerdefall das Gericht im Rahmen der ihm oblie
genden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungsrecht üblichen
Beweis
grad
der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse Möglich
keit eines Zusammenhangs genügt für die Begründung eines
Leistungs
anspruches
nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
1.
4
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Gutachtens ist ent
scheidend, ob es für die Beantwortung der gestellten Fragen umfassend ist, auf den erfor
der
lichen allseitigen Untersuchun
gen beruht, die geklagten Beschwerden berück
sichtigt und sich mit diesen sowie dem Verhalten der un
tersuchten Person aus
einander setzt
was vor allem bei psychischen Fehlent
wicklungen nö
tig ist
, in Kenntnis der und gegebenenfalls in Auseinander
set
zung mit den
Vorakten
ab
gegeben worden ist, ob es in der Darlegung der medi
zinischen Zustände und
Zusammenhänge ein
leuchtet, ob die Schlussfolgerun
gen der medizinischen Ex
per
t
en in einer Weise begründet sind, dass die
rechts
anwendende
Person sie prüfend nachvollziehen kann, ob der Experte oder die Expertin nicht auszu
räu
mende Unsicherheiten und Unklarheiten, welche die Be
antwortung der Fragen
erschweren oder verunmöglichen, gegebe
nenfalls deut
lich macht (BGE 134 V 231
E. 5.1; 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c; U. Meyer
Blaser, Die Rechtspflege in der Sozialversicherung, BJM 1989, S. 30 f.; derselbe in H.
Fredenhagen
, Das ärztliche Gutachten,
3.
Aufl. 1994, S. 24 f.).
Auch den Berichten und Gutachten versicherungsinterner Ärzte und Ärztinnen kommt Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar be
gründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zu
verlässigkeit bestehen. Die Tatsache allein, dass der befragte Arzt oder die be
fragte Ärztin in einem Anstellungsverhältnis zum Versicherungsträger steht, lässt
nicht schon auf mangelnde Objektivität und auf Befangenheit schliessen. Es bedarf vielmehr besonderer Umstände, welche das Misstrauen in die Unpar
tei
lichkeit der Beurteilung objektiv als begründet erscheinen lassen. Im Hinblick
auf die erhebliche Bedeutung, welche den Arztberichten im
Sozialversiche
rungs
recht
zukommt, ist an die Unparteilichkeit des Gutachters oder der Gut
achterin allerdings ein strenger Massstab anzulegen (RKUV 1999 Nr. U 356 S. 572; BGE 122 V 157 E. 1c; vgl. auch 123 V 331 E. 1c).
2.
2.1
Die Suva verneinte ihre Leistungspflicht im
Einspracheentscheid
vom 1
5.
April
2013 vor allem mit der Begründung, dass die am 1
5.
Mai 2012 gemeldeten
Knie
beschwerden und die deswegen am 1
1.
Juni 2012 durchgeführte Operation nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit auf
das Ereignis
vom 1
9.
Februar 2011 zurückzuführen seien, weshalb es am natürlichen Kausalzusammenhang fehle. Dabei verwies die Suva insbesondere auf die Stellungnahmen ihres Kreis
arztes
Dr.
med.
C._
,
Facharzt für Chirurgie
, vom
6.
Juli 2012 (
Urk.
11/24) und vom 2
9.
Januar 2013 (
Urk.
11/39), in welchen
Dr.
C._
auf deutliche de
generative Veränderungen des Kniegelenks verwiesen und ausgeführt habe, we
der im MRI noch im Operationsbericht würden unfallbedingte Schäden be
schrie
ben, wobei nach einem Sturz insbesondere ein
B
one
B
ruise
erk
ennbar
sein müsste
(
Urk.
2).
Mit der Beschwerdeantwort
vom 1
3.
September 2013 (
Urk.
9)
ergänzte die Suva, dass die vorwiegend horizontale Rissbildung für einen dege
nerativen Meniskusriss spreche
, wobei sie auf die orthopädisch-chirurgische Be
urteilung ihres Kompetenzzentrums für Versicherungsmedizin vom
2.
September 2013 (
Urk.
10/1) verwies.
2.2
Der Beschwerdeführer stellte sich demgegenüber in der Beschwerde vom 1
4.
Mai
2013 im Wesentlichen auf den Standpunkt, er habe anlässlich des Stur
zes vom 1
9.
Februar 2011 einen komplexen Riss des medialen Meniskus erlit
ten, was mit
MRI vom 1
8.
April 2011 festgestellt worden sei. Am 1
1.
Juni 2012 sei er auf
grun
d dieses Meniskusrisses operiert worden. Die anlässlich der Opera
tion fest
gestellte
n
Chondrokalzinose
und
Chondropathie
Grad II hätten nichts mit der Indikation für diese Operation zu tun, welche allein zur Behandlung der
durch
den Unfall entstandenen
Ruptur des medialen Meniskus durchgeführt worden s
ei
.
Ein Rückfall liege nicht vor, da es bis zur Operation nie zur Gene
sung ge
kom
men sei (
Urk.
1). Der Versicherte verwies zudem insbesondere auf die Berichte von
Dr.
B._
, vom
8.
Januar 2013 (
Urk.
3/8) und vom 2
6.
April 2013 (
Urk.
3/10).
3.
3.1
In der Bagatellunfallmeldung vom
2.
März 2011 gab der Versicherte an, sich am
1
9.
Februar 201
1
bei einem Sturz im Treppenhaus das linke Knie verletzt zu ha
ben
(
Urk.
11/1). Die Suva erklärte mit Schreiben vom
4.
März 2011 gegenüber
Dr.
med.
D._
, Spezialarzt für Orthopädische Chirurgie, eine Kostengutsprache für die ärztliche Behandlung nach UVG-Tarif zu übernehmen (
Urk.
11/2).
Am 1
8.
April 2011 wurde in der Uniklinik
E._
ein MRI durchgeführt, wobei
als
klinische Angaben ein
im Februar erlittenes
Distorsionstrauma und ein Verdacht auf eine mediale Meniskusläsion festgehalten wurde
n
.
E
s liege ein komplexer Riss des medialen Meniskus ohne disloziertes Fragment vor. Zu
dem seien ein
Knie
gelenkserguss
sowie
oberflächliche Knorpelsch
ä
den
femoropatellär
und am lateralen
Tibiaplateau
festzustellen
(
Urk.
11/10)
.
3.2
Am 1
6.
Mai 2012 meldete der Versicherte
der Suva
einen Rückfall und führte aus
, nach dem ersten Unfall seien die Schmerzen infolge Überbelastung beim Sport und bei der Arbeit geblieben.
D
er Rückfall sei am 1
7.
März 2012 auf der Ski
piste in
A._
aufgetreten (
Urk.
11/3).
Dr.
D._
erklärte
am
5.
Juni 2012, die
Erst
behandlung
habe am 1
5.
April 2011 stattgefunden. Es sei nun geplant, am
1
1.
Juni 2012 eine
arthroskopische
Teilmeniskektomie
durchzuführen. Mit dieser
Operation sei immer zugewartet worden - sie sei bereits vor einem Jahr geplant gewesen, doch dann
habe der Versicherte geheiratet
(
Urk.
11/9).
Diese Operation fand in der Folge am 1
1.
Juni 2012 im Spital
A._
statt, wobei als In
dikation ein komplexer Riss des Meniskus aufgrund des Treppensturzes be
zei
chnet wurde. Dieser Riss sei bereits im MRI vom April 2011 festgestellt wor
den und der
Versicherte habe jetzt zunehmend wieder Beschwerden. Berichtet wurde über einen medialen Meniskus mit einer
Chondro
k
al
z
inose
und einen praktisch bis an die Basis reichenden Korbhenkelriss, der noch nicht ganz durchgetreten sei. Der Knorpel sei insbesondere am
Femurkondyl
in der
Belas
tungszone
mit einer
Chond
r
opathie
II versehen (
Urk.
11/15).
3.3
Dr.
C._
, der Kreisarzt der Suva, stellte sich am 2
6.
Juni
und
7.
Juli 2012
auf den Standpunkt, es fehle an einem Kausalzusammenhang zwischen dem Vorfall vom
Februar
2011 und dem Knieschaden. Er führte aus, weder im MRI noch im Operationsbericht würden unfallbedingte Schäden beschrieben und nach einem Sturz hätte im MRI mindestens ein
B
one
B
ruise
erkannt werden müssen. Dem
gegenüber seien im MRI und im Operationsbericht ausgedehnte degenerative
Ver
änderungen beschrieben worden
. Es sei wesentlich wahrscheinlicher, dass dies
e degenerativen Veränderungen
für die Beschwerden
,
einschliesslich
Korb
hen
kelriss
des Meniskus
,
ursächlich seien (
Urk.
11/16
,
Urk.
11/24
).
3.4
Dr.
B._
führte am
8.
Januar 2013 aus,
der Versicherte habe sich beim Sturz im Treppenhaus eine Distorsion des linken Kniegelenks zugezogen. V
on erhebli
chen degenerativen Veränderungen könne keine Rede sein. Ein grosser Teil der frischen Meniskusrupturen weise keinen
B
one
B
ruise
auf, weshalb dessen Feh
len nicht zur Kausalitätsbeurteilung herangezogen werden könne (
Urk.
11/36).
Dr.
C._
ergänzte am 2
9.
Januar 2013 in Bezugnahme auf die Ausführungen von
Dr.
B._
, es gebe keinen Anhaltspunkt dafür, dass der Versicherte sich am 1
9.
Februar 2011 beim Sturz eine Distorsion des linken Kniegelenks zugezo
gen habe, da
bei einer solchen Distorsion erkennbare Veränderungen im Bereich des Bandapparates vorhanden sein müssten, was nicht der Fall sei. Bei einem Sturz auf das Kniegelenk zeige sich ein
Bone
B
ruise
(
Urk.
11/39). Dazu führte
Dr.
B._
am 2
6.
April 2013 insbesondere aus, die Indikation zur Operation sei
die komplexe Rissbildung des medialen Meniskus gewesen. Anlässlich der Arthros
kopie sei ein bis an die Basis reichende
r
Korbhenkelriss diagnostiziert worden
und ein Korbhenkelriss habe immer eine traumatische Ursache. Dass auch eine
Chondrokalzinose
und eine
Chondropathie
Grad II diagnostiziert wor
den seien, habe mit der Indikation zur Resektion des Korbhenkels nichts zu tun. Die Ruptur des medialen Meniskus sei eindeutig auf ein Unfallereignis zurück
zuführen (
Urk.
3/10).
3.5
Wegen der
divergierenden
medizinischen Beurteilungen durch
Dr.
C._
und
Dr.
B._
holte die Suva
für ihre Beschwerdeantwort
vom 1
3.
September 20
13
eine orthopädisch-chirurgische Beurteilung ihres Kompetenzze
ntrums für
Versi
cherungsmedizin
vom
2.
September 2013 ein (
Urk.
10/1). In dieser Beurteilung
wurde insbesondere ausgeführt,
es zeige sich bezüglich des
Innenmeniskushin
ter
hornrisses
ein zerklüfteter Meniskus mit vorwiegend horizontalen
Rissantei
len
(
Urk.
10/1 S. 6).
Werde ein direktes Anpralltrauma angenommen, so müsste im MRI ein
Bone
B
ruise
nachweisbar sein, was nicht der Fall sei. Werde
hinge
gen
ein
Verdrehtrauma
angenommen, so wäre eine
ligamentäre
Begleitverlet
zung
oder eine Verletzung des Kapselbandapparates zu fordern, doch eine sol
che sei ebenfalls nicht dokumentiert. Aus dem MRI ergebe sich ein zerklüfteter
Innen
meniskus
, welcher aufgebraucht sei und
eine
vorwiegend horizontale Rissbil
dun
g aufweise, was den Kriterien eines degenerativen Schadens entspre
che. Nach der Würdigung der zur Verfügung gestellten Akten und
Bilddoku
mentationen
sei
versicherungsmedizinisch festzustellen, dass mit überwiegender Wahrschein
lichk
eit kein natürlicher Kausalzusammenhang zwischen dem
E
reig
nis vom
1
9.
Febru
ar 2011 und der anlässlich der
arthroskopischen
Operation vom 1
1.
Juni
2012 gefundenen Pathologie
n
im Kniegelenk bestehe (
Urk.
10/1 S. 11-13).
4.
4.1
Der Versicherte führte in seiner Rückfallmeldung vom 1
6.
Mai 2012 (
Urk.
11/3) aus, nach dem ersten Unfall seien die Schmerzen infolge Überbelastung beim Sport und bei der Arbeit geblieben
.
Da die nach dem Unfall vom 1
9.
Februar 2011 entstandenen Beschwerden
somit
gemäss dem Versicherten
als Folge einer
Ü
berbeanspruchung nie verschwunden sind,
handelt es sich bei der zu beurtei
lenden
Me
niskusv
erletzung
begrifflich
weder um einen
Rückfall
noch
um Spät
folgen
im
Sinne von
Art.
11 UVV.
Im Folgenden
bleibt
zu prüfen, ob zwischen
dem
Ereignis
vom 1
9.
Februar 2011 und der
am
1
1.
Juni 2012
operierten
Meni
s
kusverletzung
trotzdem noch
ein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit be
stehender Kausalzusammenhang
zum Ereignis vom 19. Februar 2011
nachge
wiesen werden kann.
4.2
In der orthopädisch-chirurgischen Beurteilung
des Kompetenzzentrums für
Versi
cherungsmedizin
der Suva
vom
2.
September 2013 wird
gegen einen Kau
sal
zusammenhang hauptsächlich
ausgeführt, dege
nerative Risse des Meniskus gingen von einem horizontalen Spalt aus (
Urk.
10/1 S. 8). Dies deckt sich mit den auf der Homepage des
Orthopaedicum
F._
abrufbaren Informationen, dass ein Horizontalriss des Meniskus meist degene
rative Ursachen hat (
http://
www.orthopaedicum-
F._
.de/meniskusriss_ursachen_formen.html). Ge
mäss der
orthopädisch-chirur
gischen Beurteilung liegt beim Meniskusriss des Ver
sicherten gemäss der MRI-Morphologie
tatsächlich
eine vorwiegend horizontale Rissbildung vor (
Urk.
10/1 S.
12). Dies erscheint nachvollziehbar und spricht somit
also eher
für eine degenerative Ursache dieser Verletzung.
4.
3
Sowohl
Dr.
C._
als auch
die orthopädisch-chirurgische Beurteilung
des
Kom
petenzzentrums
für Versicherungsmedizin der Suva
stimmen
darin
überein, dass ein
Bone
Bruise
entstanden sein müsste, wenn der Versicherte anlässlich des
Er
eignis
s
es vom 1
9.
Februar 2011
auf das Knie gefallen wäre
(
Urk.
10/1 S.
11,
Urk.
11/16,
Urk.
11/24
,
Urk.
11/39
)
.
Dr.
B._
geht von einer
Distorsionsver
letz
ung
aus (
Urk.
11/36)
. Es ist somit festzuhalten, dass der Versicherte sich seine Knieverletzung
angesichts des Fehlens einer Knochenprellung
eher
nicht zuge
zogen hat, indem er
beim Treppensturz
aufs Knie fiel. Allerdings äusserte der Versicherte sich
in d
er Unfallmeldung
vom
2.
März 2011 (
Urk.
11/1)
nicht dazu, wie er
sich
das Knie verletzte und
er
wurde
in der Folge
von der Suva nie
dazu
aufgefordert, den Ablauf des Ereignisses vom 1
9.
Februar 2011
detailliert zu be
schreiben. Es kann daher nicht ausge
schlossen werden, dass er sein Knie an
lässlich des Sturzes mittels einer Drehbe
wegung verletzte.
4.
4
Dr.
C._
und das Kompetenzzentrum für Versicherungsmedizin
der Suva
gin
gen
davon aus, dass bei einer indirekten Gewalteinwirkung, also einem
Ver
dreh
trauma
, eine
ligamentäre
Begleitverletzung oder
eine Begleitverletzung
des Kapsel
band
apparates vorliegen müsste, was nicht dokumentiert sei
(
Urk.
10/1 S.
11
,
Urk.
11/39).
Traumatische Meniskuseinrisse entstehen aus anatomischen Grün
den
tatsächlich
stets mit begleitenden, wenn auch manchmal nur minimalen Ver
letzungen an den Knochen- und/oder Kapsel
b
andstrukturen (vgl. Schönber
ger/Mehrtens/Valentin,
Arbeitsunfall und Berufskrankheit,
8.
Auflage 2010
, Seite 624 ff
.
). Derartige typisc
he Begleitverletzungen sind beim Versicher
ten nicht
fest
gestellt worden
(
Urk.
10/1 S. 11)
.
4.5
Korbhenkelverletzungen des Meniskus können entgegen der Darlegungen von
Dr.
B._
(
Urk.
3/10)
gemäss der Home
page des Knie Zentrums
G._
nicht nur
traumabedingt
entstehen, sondern auch Zeichen einer fortgeschrittenen
Meniskusdegeneration sein (vgl. http://www.meniskus-informa
tion.de/meniskus
ver
letzung.html). Ebenfalls für die Möglichkeit einer degenera
tiven Ursache der Verletzung sprechen die anlässlich der Operation festgestell
ten degenerativen Schäden im Sinne einer
Chondrokalzinose
und einer
Chond
ropathie
Grad II
(vgl.
Urk.
11/15)
.
Primär degenerative Meniskusverletzungen werden gemäss einem Artikel der
Klinik für Orthopädie und Orthopädische Chirurgie, Universität des
H._
,
am häufigsten zwischen dem 4
0.
und 6
0.
Lebensjahr
beobachtet (
http://derma.klinikum.uni-muens
ter.de/fileadmin/DOMAIN/
ortho
paed.
klinikum.uni-muens
ter.de/Lehre/Meniskuserkrankungen.pdf, S.
480)
.
Der Versicherte ist älter als 40 Jahre und als
Elektroinstallateur
in einem das Knie belastenden Beruf tätig, was eine degenerative Ursache ebenfalls möglich er
schei
nen lässt.
4.
6
Gelingt der Nachweis eines Kausalzusammenhanges nicht mit dem Grad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit, trägt derjenige, der daraus Rechte ableiten möchte, mithin die versicherte Person, die Folgen der Beweislosigkeit (
Rumo-
Jungo
/Holzer, Rechtsprechung des Bundesgerichts zum
Sozialversicherungs
recht
,
Bundesgesetz über die Unfallversicherung,
4.
Auflage, Zürich/Basel/Genf 2012, S.
54).
Es steht
nicht
hinreichend fest, dass sich der Versicherte die
Me
niskus
verletzung
, welche zur Operation vom 11. Juni 2012 geführt hat,
beim
Treppen
sturz
am
1
9.
Februar 201
1
zugezogen hat
.
Viel
mehr erscheint es
aufgrund ver
schiedener Anhaltspunkte (vgl. E. 4.2-5)
i
nsge
samt
wahrscheinlicher, dass die
Meniskusv
erletzung degenerativen Ursprungs ist
.
Jedenfalls ist diese Erklärung mindestens so plausibel und möglich wie diejenige, dass die Operation noch als Folge des Vorfalls vom 19. Februar 2011 nötig wurde.
Bei dieser Sachlage hat die Beschwerdegegnerin zu Recht die für die
Leis
tungspflicht
erforderliche Kau
salität verneint.
Ob es sich beim Ereignis vom 1
9.
Februar 2011 überhaupt um einen Unfall oder ein unfallähnliches Ereignis
handelt
, kann unter diesen Um
ständen offenbleiben.
Die gegen den
Einsprache
ent
scheid
erhobene Beschwerde ist
abzuweisen.
5.
5.1
Das Verfahren ist kostenlos.
5.2
Dem unterliegenden Beschwerdeführer ist ausgangsgemäss keine
Parteient
schädigung
zuzusprechen.
Die Kosten privat eingeholter Gutachten sind dann zu vergüten, wenn die
Partei
expertise
für die
Entscheidfindung
unerlässlich war (
BGE 115 V 62
E. 5c S. 63). Dies gilt unter Umständen auch dann, wenn die versicherte Person in der Sache unterliegt (RKUV 2005 Nr. U 547 S. 221, U 85/04; 2004 Nr. U 503 S. 186, U 282/00 E.
5.1). Die vom Versicherten eingereichten Berichte von
Dr.
B._
vom
8.
Januar 2013
(
Urk.
11/36)
und vom
2
6.
April
2013 (
Urk.
3/10
) waren we
der notwendig
,
noch für die
Entscheidfindung
unerlässlich, weshalb die Voraus
setzungen einer Kostenübernahme nicht erfüllt sind.