# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 5cc48d3a-fa5f-4eda-ae92-4830404fec9a
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2019
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1999, bezieht seit Juli 2002 (
Urk.
13/4/1-2) Zusatz
leis
tungen der Gemeinde
Y._
zu einer Kinderrente der Invalidenversicherung (vgl.
Urk.
13/1). Sie lebt seit 2003 bei einer Pflegefamilie in
Z._
(vgl.
Urk.
13/4/6). Diese ist als
Kinder- und Jugendheim anerkannt (vgl.
Urk.
13/50/1) und wurde in die Liste
gemäss
Interkantonale
n
Vereinbarung für soziale Einrich
tungen
(IVSE
) aufgenommen (
Urk.
13/50/14-15 S. 2
Ziff.
1).
1.2
Im Hinblick auf die am 3
1.
Januar
2017 bevorstehende Vollendung des 1
8.
Alters
jahrs stellte die Gemeinde
Y._
mit Verfügung vom 1
0.
Januar 2017 die Auszahlung der Zusatzleistungen ab
1.
Februar 2017 ein und forderte die Ver
sicherte auf, die zur Anspruchsprüfung ab
1.
Februar erforderlichen Unter
lagen einzureichen (
Urk.
13/48/1-2).
Die Versicherte verlegte n
ach Erreichen der Volljährigkeit ihren Wohnsitz per 28.
Februar 2017 nach
Z._
(
Urk.
13/49/2). Die Gemeinde
Y._
nahm
mit Verfügung vom 1
2.
Mai 2017 (Rev. 27) eine Neuberechnung vor und ver
n
einte daraufhin eine
n
Leistungsanspruch ab Februar 2017 (
Urk.
13/52/1-4).
Diese Ver
fügung ersetzte sie durch die Verfügung vom 2
7.
November 2017 (Rev. 28), mit der sie einen Anspruch ab Februar 2017 bejahte (
Urk.
13/54/1-3).
1.3
Mit Verfügung vom 2
2.
Dezember 2017 (Rev. 29) verneinte die Gemeinde
Y._
einen Leistungsanspruch ab Januar 2018 (
Urk.
13/35/1 =
Urk.
13/57/7). Dagegen
erhob die Beiständin der Versicherten am 2
6.
Januar
2018 Einsprache (
Urk.
13/57/
1-3). Diese wies die Gemeinde
Y._
mit
Einspracheentscheid
vom 28.
Mai 2018 ab (
Urk.
13/57/23-25 =
Urk.
2).
1.4
Mit Verfügungen vom 2
8.
Mai 2018 (Rev. 30) verneinte die Gemeinde
Y._
einen Anspruch von Februar bis Dezember 2017 (
Urk.
13/58/8 =
Urk.
13/58/15), forderte
Fr.
67'155.-- zurück (
Urk.
13/58/7 =
Urk.
13/58/17) und verneinte
(Rev.
31) einen Anspruch ab Januar 2018 (
Urk.
13/58/9 =
Urk.
13/58/12). Die dagegen am 2
8.
Juni 2018 erhobene (
Urk.
13/58/1-3) und am 2
9.
Oktober 2018 ergänzte (
Urk.
13/58/26-29) Einsprache wies sie mit
Einspracheentscheid
vom
7.
November 2018 ab (
Urk.
13/58/34-40 =
Urk.
20/2
).
2.
2.1
Gegen den
Einspracheentscheid
vom 2
8.
Mai 2018 (
Urk.
2) erhob die Versicherte am 2
8.
Juni 2018 Beschwerde und beantragte, dieser sei aufzuheben und es seien ihr rückwirkend ab Februar 2017 Zusatzleistungen auszurichten (
Urk.
1 S.
2 Ziff. 1).
Die Gemeinde
Y._
beantragte mit Beschwerdeantwort vom
7.
November 2018 (
Urk.
12) die Abweisung der Beschwerde.
Mit Gerichtsverfügung vom
9.
November 2018 wurde antragsgemäss (vgl.
Urk.
1 S. 2
Ziff.
4) die unentgeltliche Rechtsvertretung bewilligt.
Am 1
1.
Dezember 2018 erstattete die Beschwerdeführerin eine Replik (
Urk.
15) und am 2
0.
Dezember 2018 verzichtete die Beschwerdegegnerin auf eine Duplik (
Urk.
19).
2.2
Gegen den
Einspracheentscheid
vom
7.
November 2018 (
Urk.
20/2) erhob die Be
schwerdeführerin am
7.
Dezember 2018 Beschwerde und beantragte
(
Urk.
20/1 S.
2)
, dieser sei aufzuheben, es seien ihr rückwirkend ab Februar 2017 Zusatz
leistungen zuzusprechen und es sei festzustellen, dass keine Rückforderung be
stehe (
Ziff.
1). Eventuell sei bei der rückwirkenden Berechnung der Zusatz
leis
tungen eine
Heimtaxe
von
Fr.
245.-- pro Tag zu berücksichtigen (Ziff.
2).
Die Beschwerdegegnerin beantragte mit Beschwerdeantwort vom 2
0.
Dezember 2018 (
Urk.
20/7) die Abweisung der Beschwerde.
2.3
Mit Verfügung vom
3.
Januar 2019 wurden die beiden Verfahren vereinigt und die Beschwerdeantwort vom 2
0.
Dezember 2018 wurde der Beschwerdeführerin zur Kenntnis gebracht (
Urk.
20/8).
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Gemäss Art. 2 Abs. 1 des Bundesgesetzes über Ergänzungsleistungen zur Al
ters
, Hinterlassenen- und Invalidenversicherung (ELG) haben Personen An
spruch auf Ergänzungsleistungen zur Deckung ihres Existenzbedarfs, wenn sie die Voraus
setzungen nach den Art. 4-6 ELG erfüllen.
Dabei entspricht die jähr
liche Ergänzungsleistung dem Betrag, um den die aner
kannten Ausgaben die anrechenbaren Einnahmen übersteigen (Art. 9 Abs. 1 ELG).
1.2
Gemäss
Art.
10
Abs.
2
EL
G
werden b
ei Personen, die dauernd oder längere Zeit in einem Heim oder Spital leben
,
unter anderem die Tagestaxe als Ausgabe aner
kannt
;
die Kantone
können
die Kosten begrenzen, die wegen des Aufenthaltes in einem Heim oder Spital berücksichtigt werden; sie sorgen dafür, dass durch den Aufenthalt in einem anerkannten Pflegeheim in der Regel keine Sozialhilfe-Ab
hängigkeit begründet wird (
lit
. a).
Die Einschränkung der Kantone bei der Festsetzung der Tagestaxe, dass durch den Aufenthalt in einem anerkannten Pflegeheim in der Regel keine Sozial
hilfe
abhängigkeit begründet wird, gilt - so das Bundesgericht - lediglich für Pflege
heime nach
Art.
39
Abs.
des Bundesgesetzes über die Krankenversicherung (KVG)
und damit nicht unter anderem für Kinder- und Jugendheime (BGE 143 V 9 E. 5 und
6.1
, 138 II 191 E. 5)
.
1.3
Gemäss
§
1
der kantonalzürcherischen Zusatzleistungsverordnung (ZLV, LS 831.31
)
sind anerkannte Heime im Sinne von
Art.
25a
Abs.
1
der Verordnung über Ergänzungsleistungen zur Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenversi
che
rung (ELV)
unter anderem (näher bezeichnete) Jugendheime oder heimähnliche Ein
richtungen (
lit
. d) und (näher bezeichnete) Pflegefamilien (
lit
. e).
1.4
Ziff.
2.3.4 der Weisungen des Kantonalen Sozialamtes zum Vollzug der Zusatz
leistungen zur AHV/IV (Kinder- und Jugendheime) lautete in der 2017 gültigen Fassung (
Urk.
24) wie folgt:
Für fremdplatzierte Kinder und Jugendliche in zürcherischen beitrags
berech
tig
ten Kinder- und Jugendheimen gemäss
§
1
lit
. d ZLV werden in der ZL-Be
darfs
rechnung keine Heimtaxen als Ausgaben anerkannt.
Für fremdplatzierte Kinder und Jugendliche in zürcherischen nicht beitrags
be
rechtigten Kinder- und Jugendheimen gemäss §1
lit
. d ZLV werden maximal die von der Bildungsdirektion des Kantons Zürich jeweils festgelegten Versor
ger
taxen als Heimtaxen in der ZL-Bedarfsrechnung als Ausgaben anerkannt.
Für fremdplatzierte Kinder und Jugendliche in ausserkantonalen IVSE-aner
kann
ten
Einrichtungen (Bereich A, Kinder- und Jugendeinrichtungen) sind maxi
mal
Fr.
30.- pro Tag als
Heimtaxe
in der ZL-Bedarfsrechnung als Ausgabe anerkannt.
Für fremdplatzierte Kinder und Jugendliche in ausserkantonalen bewilligten, je
doch nicht IVSE-anerkannten Kinder- und Jugendheimen, sind die vom jewei
ligen Kanton festgelegten Versorgertaxen als Heimtaxen in der ZL-Bedarfs
rech
nung als Ausgaben anerkannt. Hat der Heimstandortkanton keine Versorgertaxe festgelegt, sind die in Rechnung gestellten Heimtaxen als anerkannte Ausgaben in der ZL-Bedarfsrechnung zu berücksichtigen.
1.
5
In der ab
1.
Januar 2018 gültigen Fassung (
Urk.
25) lautet
Ziff.
2.3
.4 wie folgt:
Die bei der EL-Berechnung zu berücksichtigende
Heimtaxe
für fremdplatzierte Kinder in Kinder- und Jugendheimen gemäss
§
1
lit
. d ZLV wird maximal auf die jeweilige von der Bildungsdirektion des Kantons Zürich anerkannte Versorger
taxe festgesetzt.
Bei ausserkantonalen Unterbri
ngungen in Kinder- und Jugendhei
me
mit IVSE-
Anerkennung (IVSE Datenbank Bereich A, Kinder- und Jugendeinrichtungen) bzw. bei Platzierungen, in welchen die IVSE zur Anwendung kommt, ist derjenige Betrag als
Heimtaxe
anzurechnen, welcher sich aus der Kostenüber
nahme
garantie (KÜG) nach IVSE ergibt und von den Eltern zu tragen ist.
Bei ausserkantonalen Unterbringungen in anerkannten Kin
der- und Jugend
heimen ohne IVSE-
Anerkennung, werden maximal die vom betreffenden Kanton festgelegten Versorgertaxen als
Heimtaxe
berücksichtigt. Hat der Heimstandort
kanton keine Versorgertaxe festgelegt, sind die in Rechnung gestellten Heim
taxen als anerkannte Ausgaben in der ZL-Bedarfsberechnung zu berücksich
tigen.
1.
6
Ziff.
1250.01 im Abschnitt
1.2.5
(
Kinder, die nicht bei einem EL-berechtigten Elternteil leben
) der Wegleitung über die Ergänzungsleistungen zur AHV und IV (WEL) lautet wie folgt:
Die Zuständigkeit für die Festsetzung und Ausrichtung des EL-Anteils für das Kind knüpft an die Anspruchsberechtigung des Elternteils an. Der Eintritt der Volljährigkeit des Kindes berührt die Zuständigkeit daher nicht.
1.7
Gemäss
Art.
53
Abs.
2
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozial
versicherungsrechts (ATSG)
kann der Versicherungsträger auf eine formell rechts
kräftige Verfügung zurückkommen, wenn diese zweifellos unrichtig und ihre Be
richtigung von erheblicher Bedeutung ist.
Voraussetzung einer Wiederer
wä
gung ist, dass kein vernünftiger Zweifel an der Unrichtigkeit der Verfügung besteht, folglich nur dieser einzige Schluss denkbar ist (BGE 141 V 405 E. 5.2).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin
führte
im angefochtenen Entscheid (
Urk.
2)
als Be
grün
dung
aus, sie
habe
mit der Verfügung vom 1
2.
Mai 2017
(Rev. 27)
eine Tagestaxe
von
Fr.
245.
berücksichtigt. Mit der Verfügung vom 2
2.
Dezember 2017
(Rev. 29
)
habe sie die Leistungen ab Januar 2018 eingestellt, weil die Höhe der Tagestaxe nach wie vor unklar sei und die
Heimtaxe
von
Fr.
245.-- pro Tag in keiner Weise dem tatsächlichen Betreuungsaufwand entspreche (S. 2).
Gemäss
Art.
10
Abs.
2
lit
. a ELG könnten die Kantone die Kosten begrenzen, die wegen des Aufenthalts in einem Heim oder Spital berücksichtigt würden
, und ge
mäss
Ziff.
2.3.4 der ab
1.
Ja
nuar 2017 gültigen Weisung des K
antonalen Sozial
amts seien für fremdplatzierte Kinder und Jugendliche in ausserkantonalen IVSE-anerkannten Einrichtungen maximal
Fr.
30.-- pro Tag als
Heimtaxe
in der ZL-Berechnung als Ausgabe anerkannt (S. 2
Ziff.
2a). Gemäss der gleichen Be
stimmung in der seit
1.
Januar 2018 gültigen Fassung sei
bei
solchen Unter
bringungen der Betrag als
Heimtaxe
anzurechnen, welcher sich aus der Kosten
übernahmegarantie nach IVSE ergebe (S. 3 oben).
Vor diesem Hintergrund sei die Verfügung vom 2
2.
November 2017 (
Heimtaxe
Fr.
245.-- im Jahr 2017) zweifellos unrichtig gewesen und es sei wieder
wä
gungs
weise darauf zurückzukommen und eine
Heimtaxe
von
Fr.
30.-- anzurechnen (S.
3
Ziff.
2b).
Für die Zeit ab Januar 2018 gelte gemäss der neu gefassten Weisungsbestimmung zwar nicht mehr der Maximalbetrag von
Fr.
30.-- pro Tag, jedoch werde davon
ausgegangen, dass eine Kostenübernahmegarantie des Wohnkantons bestehe, w
as hier nicht zutreffe, nachdem die Beschwerdeführerin ihren Wohnsitz in den
Kan
ton Thurgau verlegt habe. Deshalb seien weiterhin lediglich
Fr.
30.
--
anzu
rechnen (S. 4 oben). Sodann sei die in Rechnung gestellte
Heimtaxe
von
Fr.
285.45 aus näher dargelegten Gründen zu hoch (S.
4 f.) und die Beschwerdeführerin wäre im Rahmen ihrer Schadenminderungspflicht gehalten, nach einer dem effektiven Betreuungsaufwand angemessenen Unterbringung zu suchen (S. 5).
In der Beschwerdeantwort stellte die Beschwerdegegnerin ferner ihre örtliche Zuständigkeit in Frage (
Urk.
12).
2.2
Die Beschwerdeführerin stellte sich demgegenüber auf den Standpunkt (
Urk.
1), die in Rechn
ung gestellte
Heimtaxe
sei vom K
antonalen Sozialamt Thurgau im Zusammenhang mit der IVSE genehmigt (S. 4
Ziff.
4). Sodann wies sie auf
eine
Kostenübernahmegarantie
der Koordinationsstelle des
Kanton
alen Sozialamt
s Zürich vom 1
3.
Februar 2014 hin (
S. 5
Ziff.
5). Die Weisung des K
antonalen Sozialamts in der ab
1.
Januar 2018 geltenden Fassung sehe den Ansatz von
Fr.
30.-- nur für Schul- und Sonderheime vor (
Ziff.
2.3.3); gemäss
Ziff.
2.3.4 sei bei ausserkantonaler Unterbringung in Kinder- und Jugendheimen mit IVSE-Anerkennung beziehungsweise bei Platzierungen, in welchen die IVSE zur An
wendung komme, derjenige Betrag als
Heimtaxe
anzurechnen, der sich aus der Kostenübernahmegarantie nach IVSE ergebe (S. 5
Ziff.
6).
In der
zweit
en Beschwerde (
Urk.
20/1) wies sie darauf hin, dass die Neufassung von
Ziff.
2.3.4 der Weisung des
K
antonalen Sozialamtes per
1.
Januar 2018 auf eine Änderung von
Art.
5
Abs.
1
bis
IVSE zurückgehe. Der Vorstand der Konferenz der Sozialdirektoren (SODK) habe am 2
3.
November 2018 die Empfehlung abge
geben, die Änderung von
Art.
5 1
bis
IVGE auf alle laufenden und neuen Kosten
übernahmegarantien anzuwenden (S. 7
Ziff.
7).
2.3
Strittig und zu prüfen ist mithin, welche
Heimtaxe
bei der Anspruchsermittlung als Ausgabe zu berücksichtigen ist.
Dabei ist zu unterscheiden zwischen der Per
iode Februar bis Dezember 2017 (nachstehend: 2017) und der Periode ab Januar 2018 (nachstehend: 2018).
2.4
Die - ohne förmliche Antragstellung aufgeworfene - Frage der örtlichen Zustän
dig
keit ist mit dem Hinweis auf
Rz
1250.01 WEL (vorstehend E. 1.6) beantwortet
, ergänzt um den Hinweis auf die Verfügung des Sozialversicherungszentrums Thurgau vom 1
5.
August 2017 (
Urk.
16/2 =
Urk.
20/3/7)
.
3.
3.1
In der Verfügung vom 1
2.
Mai 2017 (Rev. 27) ist die Beschwerdegegnerin von einer
Heimtaxe
von
Fr.
30.-- ausgegangen (
Urk.
13/52/1-4).
In der Verfügung vom 2
7.
November 2017
(Rev. 28)
ist sie von einer
Heimtaxe
von
Fr.
245.-- ausgegangen
(Urk. 13/54/1-3)
und hat diese mit dem Maximal
betrag von
Fr.
175.
pro Tag (x 365 =
Fr.
63'875.
--) als Ausgabe angerechnet
.
Ferner
hat sie festgehalten: «Diese Verfügung ersetzt diejenige vom 1
2.
Mai 2017
.» (S. 2 Mitte).
Im
Einspracheentscheid
vom 2
8.
Mai 2018 (
Urk.
2) führte sie aus, die Verfügung vom November 2017 (Rev. 28) sei zweifellos unrichtig gewesen, weshalb wieder
er
wägungsweise darauf zurückzukommen sei (S. 3
Ziff.
1b).
Mit Verfügung vom 2
8.
Mai 2018 (Rev. 30) verneinte sie sodann einen Anspruch ab Februar 2017, dies mit dem Vermerk «Wiedererwägung gemäss
Einspra
che
entscheid
vom 2
8.
Mai 2018» (
Urk.
13/58/8 =
Urk.
13/58/15).
Die dagegen erhobene Einsprache wies s
i
e mit
Einspracheentscheid
vom
7.
Novem
ber 2018 (
Urk.
20/2) ab.
3.2
Die letzte rechtskräftige Festlegung der 2017 betreffenden Leistungen ist die Verfügung (Rev. 28) vom November 201
7.
Die Beschwerdegegnerin stellte sich auf den Standpunkt, diese Verfügung sei zweifellos unrichtig gewesen, zog sie mit
tels
Verfügung (Rev. 30) in Wiedererwägung und bestätigte dies mit dem hier angefochtenen
Einspracheentscheid
vom November 201
8
.
3.3
Zu prüfen ist somit, ob die letzte rechtskräftige, sodann aber in Wiedererwägung gezogene Verfügung (Rev. 28) zweifellos unrichtig gewesen ist.
Dafür genügt nicht, dass sie in vertretbarer Weise auch anders hätte lauten
können
. Verlangt ist vielmehr eine Unrichtigkeit, an der vernünftigerweise nicht zu zweifeln ist, so dass die betreffende Verfügung richtigerweise anders hätte lauten
müssen
(vgl. vorstehend E. 1.6)
Davon kann vorliegend nicht die Rede sein. Vielmehr folgte die Beschwerde
geg
nerin beim Erlass der fraglichen Verfügung der Empfehlung der von ihr konsul
tierten juristischen Mitarbeiterin des Kantonalen Sozialamts (
Urk.
13/54/7)
, die am 1
7.
Oktober 2017 ausgeführt hatte, es handle sich um einen komplexen Spe
zialfall und zur dabei zu entscheidenden Frage, welche
Heimtaxe
anzurechnen sei, sei auch keine Rechtsprechung bekannt.
D
as
Heim
könnte
analog einem Heim
ohne IVSE-Anerkennung behandelt werden,
da
die bestehende IVSE-Anerken
nung
vorliegend (wegen des ausserkantonalen Wohnsitzes der Beschwerdeführerin) nicht zu Zahlungen des Kantons Zürich führe.
Angesichts dieser differenzierten und nachvollziehbar begründeten Überle
gung
en, auf welche die Beschwerdegegnerin bei Verfügungserlass abgestellt hat, ist die Verfügung jedenfalls nicht zweifellos unrichtig.
3.4
Liegt keine zweifellose Unrichtigkeit der Verfügung (Rev. 28) vom November 2017 vor, so kann sie nicht in Wiedererwägung gezogen werden. Sie behält somit ihre Gültigkeit.
Dies führt zur Gutheissung der Beschwerde gegen den
Einspracheentscheid
vom
7.
November 2018
(
Urk.
20/2)
- mit welchem die Wiedererwägungsverfügung (Rev. 30) vom Mai 2018 und die daraus abgeleitete Rückforderung bestätigt wurde - und zu dessen Aufhebung.
4.
4.1
Mit Verfügung vom 2
2.
Dezember 2017 (Rev. 29) verneinte die Beschwerde
geg
nerin einen Leistungsanspruch für d
as Jahr 201
8.
Mit
Einspracheentscheid
vom 2
8.
Mai 2018 (
Urk.
2) bestätigte sie diese Verfügung.
Abermals verneinte sie mit Verfügung vom 2
8.
Mai 2018 (Rev. 31) einen An
spruch für das Jahr 2018, welche sie mit
Einspracheentscheid
vom
7.
November 2018 (
Urk.
20/2) bestätigte. Nachdem dieser
ohnehin
aufzuheben ist (vorstehend E. 3.4), ist auf die
se
gleichsam doppelte Behandlung des gleichen Anspruchs nicht mehr näher einzugehen.
4.2
Die Beschwerdegegnerin begründete ihren Standpunkt
(
Urk.
2) damit, dass die Weisung des Kantonalen Jugendamtes in der Fassung von 2018 (vgl. vorstehend
E.
1.5) eine Kostenübernahmegarantie des Wohnsitzkantons voraussetze, was vor
liegend nicht der Fall sei (S. 4 oben). Zudem sei die in Rechnung gestellte Heim
taxe zu hoch (S. 4 f.).
4.3
Die vorliegende Konstellation ist insofern besonders, als aus ZL-Sicht, in welcher der Unterstützungswohnsitz (Zürich) massgebend ist, eine ausserkantonale Plat
zie
rung vorliegt, in der Logik der IVSE jedoch, da zivilrechtlicher Wohnsitz und Heim-Standort (Thurgau) zusammenfallen, nicht.
Die genannte Weisung enthält keine explizite Regelung dieser Konstellation.
In
sinngemässe
r
Anwendung von
Ziff.
2.3.4 der Weisung ist deshalb vom Umstand
auszugehen, dass es sich aus ZL-Sicht um eine ausserkantonale Platzierung handelt. Somit lässt sich die anrechenbare
Heimtaxe
entweder mit Blick auf eine Kostenübernahmegarantie (
Abs.
2) bestimmen oder sie richtet sich nach der vom Versorgerkanton festgelegten Taxe (
Abs.
3).
4.4
In der
vom Kanton Zürich am 1
3.
Februar 2014 abgegebenen Kostenüber
nahme
garantie wurde die Versorgertaxe ab
1.
Januar 2014 mit
Fr.
245.-- beziffert (
Urk.
13/54/20 =
Urk.
3/6
=
Urk.
20/3/10
).
Der vom Kanton Thurgau genehmigte anrechenbare Aufwand betrug 2016
Fr.
279.34 (
Urk.
13/58/30 =
Urk.
13/57/11 =
Urk.
3/4
=
Urk.
16/6 =
Urk.
20/3/4
) und 2018
Fr.
285.45 (
Urk.
13/58/31 =
Urk.
13/57/12 =
Urk.
3/5
=
Urk.
16/4 =
Urk.
20/3/5
).
4.5
Die Beträge von
Fr.
245.-- (2014),
Fr.
279.34 (2016) und
Fr.
285.45 (2018) liegen erkennbar in der gleichen Grössenordnung, so dass
es ohne Einfluss auf das Ergebnis bleibt
, ob die anwendbare
Heimtaxe
in sinngemässer Anwendung von
Abs.
2 oder 3 von
Ziff.
2.3.4 der Weisungen (vorstehend E. 4.3) zu ermitteln ist. Dies gilt umso mehr, als sie in der Anspruchsberechnung ohnehin nur mit einem Maximalbetrag (
von
Fr.
175.--
im Jahr 2017
)
berücksichtigt werden.
Auszu
gehen ist vom für das Jahr
2018
bekannten, vom Standortkanton aner
kannten Betrag von
Fr.
285.45.
Angesichts der kantonalen Anerkennung erweisen sich die Überlegungen, wo
nach der in Rechnung gestellte Betrag zu hoch sei, als gegenstand
s
los.
4.6
Dies führt zur Gutheissung der gegen den
Einspracheentscheid
vom 2
8.
Mai 2018 (
Urk.
2) - mit welchem die Verfügung vom 2
2.
Dezember 2017 (Rev. 29) bestätigt wurde
–
erhobenen
Beschwerde,
zu dessen Aufhebung und
zur
Rückweisung der Sache an die Beschwerdegegnerin, damit sie die Anspruchsberechnung ab Januar 2018 ausgehend von einer
Heimtaxe
von
Fr.
285.45 vornehme.
5.
Die unentgeltliche Rechtsvertreterin der Beschwerdeführerin ist
nach Einsicht in
die Honorarnote vom
8.
Januar 2019 (
Urk.
23) und beim praxisgemässen Stun
de
n
ansatz von
Fr.
220.-- (zuzüglich Mehrwertsteuer)
von der Beschwerdegeg
ne
rin mit
Fr.
3'560.-- (inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) zu ent
schä
digen.