# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 0ca191bc-91c2-46b9-8bb2-2665611d4b5b
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2015
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
Die 1959 geborene
X._
war ab 1.
August 1993
als
diplo
mierte
Pflege
fach
frau
im
Y._
in einem 60%-Pen
sum angestellt und da
durch bei der AXA Versicherungen AG gegen die Fol
gen von Unfällen versi
cher
t, als sie am
1.
Dezember 2012
bei einer Rückmobilisation zusammen mit einer Arbeitskollegin von einer über 100 kg schweren Patientin vom Stuhl ins Bett, die während des Transferierens plötzlich mit den Knien ein
sackte,
einen plötz
lichen Schmerz neben dem rechten Schulter
blatt rechts
(
paras
capulär
medial) verspürte (vgl. [
Bagatell-
]
Unfall
meldungen
vom 8.
B
ezieh
ungs
weise vom 1
1.
März 2013
[
Urk. 11/A1-3
])
.
Mit Ver
fü
gung vom 2
1
.
Mai
201
3
(Urk.
11
/
A1
0) ver
neinte
die
AXA Ver
sicherungen AG
ihre
Leis
tungs
pflicht
mit der Begründung, der Unfallbegriff sei nicht erfüllt und es liege auch keine
unfall
ähn
liche
Körperschädigung vor. Daran hielt sie auf
Ein
sprache (Urk.
11
/
A14
, Urk. 11/A18
)
hin mit Entscheid vom 2
1
.
Oktober
201
3
(Urk. 2) fest.
2.
Dagegen
erhob
X._
mit Eingabe vom
20
.
November
201
3
Be
schwerde mit folgenden Anträgen (Urk. 1 S. 2):
1.
Der
Einspracheentscheid
vom 2
1.
Oktober 2013 sei
aufzu
heben.
2.
Die Beschwerdegegnerin sei zu verpflichten, die vollen gesetzlichen
Leistungen im Zusammenhang mit dem Unfallereignis vom 1. Dezem
ber 2012 zu erbringen.
3.
Die Beschwerdegegnerin sei zu verpflichten, der Beschwerdeführerin
eine gerichtlich zu bestimmende Parteientschädigung sowie die Kosten
im Umfang von
Fr.
1‘200.-- für den Bericht von
Dr.
med.
Z._
,
Facharzt für Chirurgie, Fähigkeitsausweis Manuelle Chirurgie (SAMM
),
zu ersetzen.
Unter Entschädigungsfolgen zulasten der Beschwerdegegnerin.
Mit Beschwerdeantwort vom
13
.
Februar
201
4
(Urk.
10
) schloss die
Beschwerde
geg
ner
in
auf Abweisung der Beschwerde.
Mit Replik vom 1
7.
März 2014 (Urk. 14)
hielt die Beschwerde
führerin
an ihren Anträgen
und Ausführungen im Wesent
lichen
fest und
legte einen
weiteren
Bericht
vom 1
0.
März
20
14
von
Dr.
Z._
(
Urk.
15/
2
)
auf
. Ergänzend beantragte sie
, die
Be
schwerde
gegne
rin
sei zu ver
pflichten,
ihr
die Kosten für den Bericht vom 1
0.
März 2014
von
Dr.
Z._
in der Höhe von
Fr.
750.-- zu ersetzen.
Mit Duplik vom 3
0.
April 2014 (Urk. 20)
erneuerte
die Beschwerdegegnerin ihr
Rechtsbegehren
,
was der
Be
schwerde
füh
rerin am
5
.
Mai
201
4
(Urk. 21) zur Kenntnis gebracht wurde
.
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Gemäss
Art.
6 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG) werden - soweit das Gesetz nichts anderes bestimmt - die Ver
sicherungs
leistungen bei Be
rufsunfällen, Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten gewährt (
Abs.
1). Der Bundesrat kann Körperschädigungen, die den Folgen eines Unfalles ähnlich sind, in die Versicherung einbeziehen (
Abs.
2).
1.2
1.2.1
Ein Unfall ist gemäss
Art.
4 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des
Sozialversicherungsrechts (ATSG) die plötzliche, nicht beabsichtigte schädi
gen
de
Einwirkung eines ungewöhnlichen äusseren Faktors auf den menschli
chen Kör
per, die eine Beeinträchtigung der körperlichen oder geistigen Gesund
heit oder den Tod zur Folge hat.
1.2.2
Nach der Rechtsprechung bezieht sich das
Be
griffsmerkmal
der Un
gewöhnlich
keit nicht auf die Wirkung des äusseren Faktors, sondern nur auf diesen selber. Ohne Belang für die Prüfung der Unge
wöhnlichkeit ist somit, dass der äussere
Faktor allenfalls schwer wiegende, un
erwartete Folgen nach sich zog. Der äusse
re Faktor ist ungewöhnlich, wenn er den Rahmen des im je
weiligen Lebensbereich Alltäg
lichen oder Üblichen über
schreitet. Aus
schlag
gebend ist also, dass sich der äussere Faktor vom Normal
mass an Umwelteinwirkungen auf den mensch
li
chen Körper abhebt. Unge
wöhnliche Auswirkungen allein begründen keine Unge
wöhnlichkeit (BGE 134 V 72 E. 4.3.1 mit Hinweis).
1.2.3
Nach Lehre und Recht
sprechung kann das Merkmal des ungewöhnlichen äusse
ren Faktors in einer unkoordinierten Bewegung (RKUV 2000 Nr. U 368 S. 100 E.
2d mit Hinweisen; Maurer, Schweizerisches Unfallversicherungsrecht, S.
176 f.)
bestehen. Bei Körperbewegungen gilt dabei der Grundsatz, dass das Erfordernis der äusseren Einwirkung lediglich dann erfüllt ist, wenn ein in der Aussenwelt begründeter Umstand den natürlichen Ablauf einer Körperbewegung gleichsam „programmwidrig" beeinflusst hat. Bei einer solchen unkoordinierten Bewegung ist der ungewöhnliche äussere Faktor zu bejahen; denn der äussere Faktor - Veränderung zwischen Körper und Aussenwelt - ist wegen der erwähnten
Pro
grammwidrigkeit
zugleich ein ungewöhnlicher Faktor (BGE 130 V 117 E. 2.1; RKUV 2004 Nr. U 502 S. 183 E. 4.1, Nr. U 510 S. 275, Nr. U 523 S. 541 E. 3.1).
1.2.4
Selbst bei fehlender Störung des Bewegungsablaufs durch einen äusseren Faktor kann die Aussergewöhnlichkeit auch dann gegeben sein, wenn beim Heben oder Schieben einer Last zufolge ausserordentlichen Kraftaufwandes, d.h. einer sinn
fälligen Überanstrengung, eine Schädigung eintritt. Es muss allerdings je
weils
ge
prüft werden, ob die Anstrengung im Hinblick auf Konstitution und beruf
li
che
und ausserberufliche Gewöhnung der betreffenden Person ausseror
dent
li
cher Art war (BGE 116 V 136 E. 3b mit Hinweisen; RKUV 1994 Nr. U 180 S.
38). Kein Unfall liegt vor, wenn die Anstrengung nur wegen bestehender krank
haf
ter Veränderungen zu Schädigungen führen kann, weil sich dann eine innere Ursache auswirkt, während der äussere, oft harmlose Anlass bloss den patholo
gischen Faktor manifest werden lässt (BGE 116 V 136 E. 3b mit Hin
weisen).
1.2.5
Bei Schädigungen, die sich auf das Körperinnere beschränken, unterliegt der Nach
weis eines Unfalls insofern strengen Anforderungen, als die unmittelbare
Ursache der Schädigung unter besonders sinnfälligen Umständen gesetzt wer
den
muss; denn ein Unfallereignis manifestiert sich in der Regel in einer äusser
lich
wahrnehmbaren Schädigung, während bei deren Fehlen eine erhöhte Wahr
schein
lichkeit rein krankheitsbedingter Ursa
chen besteht (BGE 99 V 136 E. 1
). Der äussere Faktor ist zentrales Begriffscharakteristikum eines jeden
Unfaller
eig
nisses
; er ist Gegenstück zur – den Krankheitsbegriff konstituierenden – in
ne
ren Ursache (BGE 134 V 72 E. 4.1
und 4.3.2.1; vgl. zum Ganzen:
Urteil des Bun
des
gerichts 8C_693/2010
vom 25. März 2011
E. 5.2
).
1.2.6
Die einzelnen Umstände des Unfallgeschehens sind von der versicherten Person glaubhaft zu machen. Kommt sie dieser For
derung nicht nach, indem sie un
voll
ständige, ungenaue oder widersprüchliche Angaben macht, die das Bestehen eines unfallmässigen Schadens als unglaubhaft erscheinen las
sen, besteht keine Leistungspflicht des Unfallversicherers. Im Streitfall obliegt es dem Gericht zu beurteilen, ob die einzelnen Voraussetzungen des Unfallbegriffs erfüllt sind. Der Untersuchungsmaxime entsprechend hat es von Amtes wegen die notwendigen Beweise zu erheben und kann zu diesem Zwecke auch die Parteien heranziehen. Ist aufgrund dieser Massnahmen das Vorliegen eines
Un
fallereignisses
nicht
we
nigstens mit Wahrscheinlichkeit erstellt
die blosse Möglichkeit genügt nicht
,
so hat dieses als unbewiesen zu gelten, was sich zu Lasten der versicherten
Person aus
wirkt (BGE 116 V 136 E. 4b, 114 V 298 E. 5b, 111 V 201 E. 6b; RKUV
1990 Nr. U 86 S. 50).
2.
2.
1
Die Beschwerdegegnerin hielt
dafür
(Urk. 2)
, mangels eines ungewöhnlichen äus
seren Fak
tors sei der Unfallbegriff nicht erfüllt
(S. 3
Ziff.
2.3.3
)
.
Das Auf
fan
gen einer schweren Patientin, insbesondere wenn zwei stützende res
pektive zwei
auffangende Personen involviert seien, sei als solches weder un
ge
wöhn
lich noch
sprenge es den Rahmen des Üblichen und übersteige auch nicht das All
täg
liche. Ausserdem sei
die geschilderte Bewegung
auch
nicht in besonderer, ei
nem Aus
gleiten oder einem Sturz vergleichbarer Weise geeignet,
zu einer
un
physio
lo
gischen
Be
lastung zu
führen (vgl. Urteil
e des Bundesgerichts
U
360/02 vom
9.
Oktober 2003
E.
3.4 und
U 385/01 vom 10. Januar 2010
E.
2
).
Es sei auch nicht
ersichtlich
,
wie
der natürliche Bewegungs
ab
lauf der Be
schwerde
füh
rerin durch die zusammensackende Patientin
programm
widrig
gestört wor
den sei (Urteil
des Bundesgerichts
8C_444
/2009 vom 11.
Januar 2010
E. 4.2
).
Auch wenn die Be
schwer
de
führerin durch eine un
vor
her
gesehene Bewegung der Patientin bei der Mobi
lisation überrascht worden sei und dadurch stärker habe zu
greifen müs
s
en, um die Patientin zu halten,
sei die Bewegung nicht un
vor
her
sehbar gewesen.
D
as Auf
fangen von Patienten bei der Mobilisation
müsse für eine diplomierte
Pfle
gefachfrau
als
alltägliche Handlung gelten, zumal
immer damit
gerechnet wer
den müsse
, dass sich die zu stützende Person plötz
lich nicht mehr selber auf
den Beinen halten könne. Ein ausser
ge
wöhn
licher Faktor sei auch nicht in der von der Beschwerdeführerin erwähnten Dreh
be
wegung zu er
ken
nen. Die
Kör
per
bewegung
sei weder durch etwas
Programm
widriges
beein
trächtigt worden noch
hätten Anhaltspunkte für eine ausser
ordent
liche Über
an
strengung vorge
legen (
S. 4
Ziff.
2.3.4).
Schliesslich sei auch eine
unfall
ähn
liche
Körper
schädi
gung
zu verneinen
(S. 4
Ziff.
2.3.6)
.
In der
Vernehmlassung
vom 1
3.
Februar
2014 (Urk. 10
S.
5
)
führte die
Be
schwer
de
gegnerin
aus,
die Belastung
der
Halswirbelsäule der Be
schwerde
führerin auch beim Zurücksetzen der Patientin sei nicht derart ge
wesen, dass auf einen aus
ser
ordentlichen Kraftaufwand und damit auf einen Un
fall im Sinne von
Art.
4
ATSG zu schliessen wäre. Ebenso wenig liege eine
Programm
widrig
keit
bei diese
r Bewegung vor, denn das Zurücksetzen der Patientin durch die beiden
Pflege
fachfrauen
sei bewusst und ohne Störung durch etwas Unvor
her
gesehenes er
folgt.
In der Duplik vom 3
0.
April 2014 (Urk. 20)
machte
die Beschwerdegegnerin
zudem geltend, die Beschwerdeführerin leide an der Halswirbelsäule an einer
schwe
ren Vorschädigung, welche in zeitlicher Nähe zum Vorfall manifest worden
sei (S. 2 f.)
.
2.2
Dagegen brachte die Beschwerdeführerin vor
(Urk. 1)
,
entgegen der Auffassung der Beschwerdegegnerin seien sämtliche Voraussetzungen für die Bejahung des
Un
fall
begriffes
erfüllt, insbesondere sei auch der ungewöhnliche äussere Faktor er
füllt (S. 6 ff. Ziff. 6 ff.). Der normale Bewegungsablauf sei einerseits durch das Auf
fangen der über 100 kg schweren Patientin
und
andererseits durch die Dreh
bewegung
wie
auch durch die Ruckbewegung gestört worden. Es handle sich um
eine plötz
liche, belastende und heftige Bewegung, welche bei der Be
schwer
de
füh
rerin sofort starke Schmerzen ausgelöst habe
. Sie habe sich hierbei über
an
strengt
(S. 8 Ziff. 10
-11
). Fer
ner sei auch der Kausal
zusam
men
hang gegeben (S.
9 ff.
Ziff. 13 ff.
; vgl. auch Urk. 14)
.
2.3
Strittig und zu prüfen ist, ob das Ereignis
vom 1. Dezember 2012 einen
Unfall im Rechtssinne darstellt
. Dagegen blieb eine
Leistungspflicht des
Unfall
ver
si
che
rers
aus Art. 9 Abs. 2
der Verordnung über die Unfallversicherung (UVV) mangel
s einer unfallähnlichen
Körpers
chädigung zu Recht ausser Frage
, klagt doch die Be
schwerdeführerin
seither
über Schulter-, Nacken- und Armbeschwerden (Urk.
11/
A3).
3.
Ausser Streit liegt der Geschehensablauf des Ereignisses vom
1.
Dezember 2012:
Der
Unfallmeldung
vom
8.
März 201
3
(Urk. 11/A3)
ist in Bezug auf den Unfall
hergang vom
1.
Dezember 2012 Folgendes zu entnehmen: „
Rück
mobili
sation
zu zweit, einer > 100 kg schweren Patientin vom Lehnstuhl ins Bett“. Dabei habe sie einen „plötzlichen Schmerz neben dem rechten Schulter
blatt (
parascapulär
medial)“ verspürt.
Auf dem Beiblatt zur Bagatellunfallmeldung vom 1
1.
März 2013 (Urk. 11/A1
, vgl. dazu auch Urk. 11/A
2)
schilderte die Beschwerdeführerin den Sach
ver
halt
wie folgt: „Meine Kollegin und ich unterstützten die Patientin je unter dem lin
ken
und rechten Arm beim Aufstehen, doch plötzlich sackte sie mit den Knien ein und wir fingen ihr ganzes Gewicht auf. Ich machte eine Dreh
be
wegung
mit dem Oberkörper
und setzte sie mit einem Ruck auf die Bettkante, dabei spürte ich in meiner rechten Schulter zw
.
Schulterblatt und Wirbelsäule einen starken Schmerz.“
4.
4.1
Die Beschwerdeführerin war im Zeitpunkt des in Frage stehenden Ereignisses vom
1.
Dezember 2012 seit rund 19 Jahren als diplomierte Pflegefachfrau für das
Y._
tätig (Urk.
11/
A1). Das Umlagern und Transferieren von
Patienten gehör
t
zu ihrem beruflichen Alltag
, welchem
stets ein gewisses Risiko inhärent
ist
, dass
die zu betreuenden Patienten stürzen und auf
ge
fangen werden
müssen.
Eine Auffangbewegung einer überdurchschnittlich schweren Patientin
durch zwei dabei beteiligte Pflegerinnen
sprengt
den Rahmen
dessen, was für den
Pflegebereich alltäglich und üblich ist
,
nicht
.
Die
Voraus
seh
barkeit
eines solchen Vor
kom
mnisses war vorliegend nicht bloss abs
trakter Natur, ansonsten die
über 100 kg
schwere
Patientin
beim Transfer vom Stuhl zum Bett
nicht
von zwei Pflegerinnen
hätte ge
stützt werden müssen.
Vielmehr ge
hört e
ine
Auf
fang
bewe
gung
bei einem drohenden Sturz grundsätz
lich zur ge
wöhnlichen Band
breite der
Be
wegungsmuster
des
Pflegeberufes.
In den Akten finden sich
auch
keine Anhaltspunkte für eine
unfallversiche
rungs
recht
lich
relevante
Programmwidrig
keit
im Bewegungs
ablauf der Beschwer
de
führerin (Ausgleiten, Stolpern oder der
gleichen), woraus sich eine
unphysio
lo
gische
Bean
spruchung einzelner Körper
teile hätte ergeben können. Aus dem Umstand, dass die
Patientin
ganz plötzlich mit den Knien einsackte
, kann ent
gegen der beschwerdeweise vertretenen Auf
fassung (Urk. 1 S.
6 f.
Ziff. 7
-8
) für sich alleine nicht geschlossen werden, dass die
Auffang
be
wegung
nicht pro
grammgemäss ausgeführt wurde.
Entgegen der Auf
fassung der Beschwerdefüh
rerin (Urk. 1 S. 7
Ziff.
7) ist auch nicht ersicht
lich,
weshalb der natürliche Be
wegungsablauf durch die Drehbewegung unter massi
ver
Gewichts
belastung
und die Ruckbewegung der Beschwerdeführerin zusätz
lich gestört worden sein soll
, handelte es sich doch um ein programmgemässes Manöver mit dem Ziel, die Patientin mit einem Ruck auf die Bettkante zu setzen.
Demzufolge ist ein unge
wöhnlicher äusserer Faktor im Sinne einer un
koordinierten Bewegung nicht
rechtsgenüglich
erstellt.
4.2
4.2.1
Ob ein Unfallereignis aufgrund einer Überanstrengung gegeben ist, muss recht
sprechungsgemäss in Würdigung der gesamten Umstände des Einzelfalles ent
schie
den werden (RKUV 19
94 Nr. U 180 S. 37
). Ein Unfall be
jaht wurde etwa im Falle einer Gemeindekrankenschwester, die einen schwer
gewichtigen Patienten beim Transfer vom Bett in den Rollstuhl vor dem unver
mu
teten Sturz bewahrte,
in
dem sie ihn in Sekundenschnelle mit übermässigem Kraft
aufwand in den be
reit
stehenden Rollstuhl zu setzen vermochte (RKUV 1994
Nr. U 185 S. 79 E. 2b), bei einer 35-jährigen, 57 kg schweren
Physio
the
ra
pie
praktikantin
mit
Rotkreuz
ausbildung
, welche einen 84 kg schweren Patien
ten,
der
das Gleichgewicht ver
lo
ren hatte, auffing (in der Beschwerde [Urk. 1 S.
7
Ziff.
9
]
angerufenes Urteil des
Eidgenössischen Versicherungsgerichts U 166/04 vom 18. April 2005 E.
4.2.5)
,
bei
einer Krankenschwester, die eine demente Pa
tientin, welche sich beim Gehen fallen lässt, auffängt (
in der Beschwerde [Urk. 1 S. 7
Ziff.
9] angerufenes
Urteil des Bun
desgerichts 8C_827/2007 vom 22.
September 2008
E. 3.2 und E. 4.2 ff.
)
oder bei einer 49-jährigen Kranken
schwester, welche zusammen mit einer Kolle
gin eine Patientin vom Bett auf ei
nen Stuhl verlagern wollte
n
, wobei die Kolle
gin ins Leere griff und unvermittelt das gesamte Gewicht der Patientin auf der Ver
sicherten lastete (U
rteil des
Eid
genössichen
Versicherungsgericht
s
U
9/04
vom 1
5.
Oktober 2004)
. Ver
neint wurde demge
genüber ein ver
sichertes Er
eig
nis im
Falle einer 39-jährigen, 62 kg schweren Kranken
schwester, welche un
ver
sehens das Gewicht einer 66 kg
schweren Pa
tientin auf
fangen musste (Urteil
des Eidgenössischen
Versiche
rungsgerichts
U 421/01 vom 15. Januar 2003)
oder bei einer ver
sicherten Per
son, w
e
lche zusammen mit einer Praktikantin eine circa
90 Kilo
gramm schwere, kollabierende Patientin auffing (Urteil des Bun
des
ge
richt
s 8C_444/2009 vom 11.
Januar 2010 E. 4.3)
.
4.2.2
Im Lichte dieser Praxis
kann das Ereignis vom 1.
Dezember
201
2
unge
achtet des
subjektiven Empfindens der Beschwerdeführerin, einen ausser
ordent
li
chen Kraft
auf
wand geleistet zu haben, nicht als Überanstrengung im Sinne der
Recht
sprechung gewertet werden.
Dabei gilt es
zu
berücksichtigen, dass zwischen der Beschwerdeführerin und ihrer Arbeitskollegin auf der einen und der Patientin auf der anderen Seite im Zeitpunkt des Ein
sackens bereits ein Kör
per
kontakt
bestand.
An
gesichts des
sen sowie mit Blick darauf, dass die Be
schwer
de
führerin
die über 100 Kilogramm schwere Patientin zusammen mit einer Ar
beits
kollegin
auffing
und sich die
Krafte
inwirkung auf die Beschwerdeführerin dadurch
deutlich ver
ringerte
, kann nicht von einem ausserordentlichen Kraft
akt ausgegangen wer
den.
Was die von der Beschwerdeführerin geltend gemachte Drehbewegung, mit der sie die Patientin mit einem Ruck auf die Bettkante setzte, anbelangt, so ist
auch
bei
diesem
Ge
schehensablauf
nicht davon auszugehen, dass das ganze Gewicht der Patientin
auf der Beschwer
deführerin gelastet hat
.
Damit ist eine sinnfällige Über
anstrengung
im Sinne der Rechtsprechung
zu verneinen.
4.3
Ist das Ereignis vom 1.
Dezember 2012
nach dem Ausgeführten im Lichte der
bundesgerichtlichen Rechtsprechung mangels Einwirkung eines ungewöhnli
chen
äusseren Faktors nicht als Unfall im Sinne von Art. 4 ATSG zu qualifi
zie
ren, hat die Beschwerdegegnerin ihre Leistungspflicht zu Recht verneint. Dies führt zur Ab
weisung der Beschwerde
. Zufolge Obsiegens der Beschwerdegegnerin hat die
Be
schwerdeführerin
auch keinen Anspruch auf Kostenübernahme für die von ih
r in Auftrag gegebenen medizinischen Berichte vom 15. November 2013 (Urk. 3) und vom
1
0.
März
20
14
(
Urk.
15/
2
)
von
Dr.
Z._
.
5
.
Bei diesem Ergebnis
si
nd die weiteren Voraussetzungen
für eine Leistungspflicht der Unfallversicherung nicht zu prüfen. Insbesondere erübrigt es sich, näher auf den
medizinische
n
Sachverhalt
einzugehen.