# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 21d19b5c-2a3c-4b3f-b1d8-8f5f79a8959b
**Court:** GR_KG
**Chamber:** GR_KG_007
**Year:** 2016
**Language:** de
**Jurisdiction:** GR / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

hat sich ergeben:
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I. Sachverhalt
A. Die Familie Z._ buchte für ihre Skiferien vom 9. Februar bis zum 16. Februar 2013 zwei Doppelzimmer im Hotel X._ an der _strasse in O.1_. Am Abend des 14. Februar 2013 hielt sich die Familie im Speisesaal des Hotels auf. Y._, geboren am _2009, wollte sich gegen 19:30 Uhr vom Speisesaal in den angrenzenden "Spiel&Spass-Bereich" begeben. Dazu musste sie den dafür vorgesehenen Durchgang benutzen, welcher direkt am Buffet vorbeiführte. Als sie den Durchgang passierte, stolperte sie über das am Buffet herunterhängende und das Parkett überspannende Elektrokabel des Suppenwärmers, woraufhin dieser herunterfiel und sich die heisse Suppe über ihre Unterschenkel ergoss.
B. Y._ erlitt starke Verbrennungen an den Unterschenkeln, Fussgelenken und Fussrücken beider Beine (Verbrennungsgrad II a und II b). Sie wurde in einer Notfallpraxis in O.1_ erstbehandelt. Im Anschluss wurde das Mädchen ins Spital nach O.2_ verlegt, wo ihr ein erster Verband angelegt wurde. Am 15. Februar 2013 wurde sie nach O.3_ überführt, wo sie in der Klinik für Kinderchirurgie weiterbehandelt wurde. Sie musste sich u.a. einer Operation und einer mehrtägigen Lampenbehandlung unterziehen. Die verbrannten Hautstellen mussten während zwei Jahren fortwährend behandelt werden (tägliche Massagen à 20 Minuten, Kompressionstrümpfe tragen und UV-Strahlung vermeiden).
C. Mit Einschreiben vom 29. Januar 2014 an die X._AG, Adresse.1_, z.H. Herr A._, zeigte Rechtsanwalt Samuel Baumgartner dieser sein Mandat an, meldete eine Genugtuungsforderung von CHF 12'000.-- an und bat um Kontaktaufnahme. Das Schreiben wurde am 6. Februar 2014 von "B._" entgegengenommen. Es blieb gleich wie weitere Telefonate und ein Faxschreiben vom 12. Februar 2014 an A._, Hotel X._ unbeantwortet.
D. Am 13. Februar 2014 reichte Y._, vertreten durch ihren Vater Z._, vertreten durch Rechtsanwalt Samuel Baumgartner, gegen die X._AG, Adresse.1_, beim Vermittleramt Plessur ein Schlichtungsgesuch ein und beantragte die Bezahlung einer Genugtuung in der Höhe von CHF 12'000.--. Die Schlichtungsverhandlung, an der nur der Rechtsvertreter von Y._ teilnahm, fand am 27. März 2014 statt. In der Folge stellte der Vermittler die Klagebewilligung aus.
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E. Am 11. Juli 2014 reichte Y._, vertreten durch ihren Vater Z._, vertreten durch Rechtsanwalt Samuel Baumgartner, gegen die X._AG, Adresse.1_, Klage beim Bezirksgericht Plessur ein und stellte folgendes Rechtsbegehren:
„1. Die Beklagte sei zu verpflichten, der Klägerin CHF 12'000.– Genugtuung zu bezahlen.
2. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (zzgl. Mehrwertsteuer) zulasten der Beklagten."
F. Mit eingeschriebener Postsendung vom 15. Juli 2014 forderte das Bezirksgericht die X._AG, Adresse.1_, zur Stellungnahme auf. Da die eingeschriebene Postsendung nicht abgeholt wurde, versuchte das Bezirksgericht am 25. Juli 2014 die Klage samt Aufforderung zur Stellungnahme per Einschreiben an die X._AG, c/o A._, Adresse.2_ zuzustellen. Diese Adresse ist im Handelsregisterauszug der X._AG als "weitere Adresse" eingetragen. Auch dieser Zustellversuch blieb ohne Erfolg. Schliesslich erfolgte die Zustellung der Klage mittels öffentlicher Bekanntmachung vom 14. August 2013 im Amtsblatt des Kantons Graubünden. Innert der dabei gestellten Frist ging keine Stellungnahme beim Bezirksgericht Plessur ein.
G. Die Hauptverhandlung, zu der mit prozessleitender Verfügung vom 11. September 2014 und mit öffentlicher Publikation vom 18. September 2014 im Amtsblatt des Kantons Graubünden vorgeladen wurde, fand am 5. November 2014 statt. An der Hauptverhandlung nahm einzig die Rechtsvertreterin von Y._, Rechtsanwältin Eliane Ritzmann, welche das Mandat in der Zwischenzeit von Rechtsanwalt Samuel Baumgartner übernommen hatte, teil.
H. Mit Entscheid vom 5. November 2014, mitgeteilt am 23. Dezember 2014, erkannte das Bezirksgericht Plessur was folgt:
„1. Die Klage wird gutgeheissen und die X._AG verpflichtet, Y._ eine Genugtuung von CHF 12'000.00 zu bezahlen.
2. a)Die Gerichtskosten in Höhe von CHF 4'650 (Entscheidgebühr CHF 4'300.00 [inkl. Kosten Publikationen], Pauschale Schlichtungsverfahren CHF 350.00 [Proz. Nr. VA_021/14]) gehen zu Lasten der X._AG und werden mit den geleisteten Vorschüssen in Höhe von CHF 4'650.00 verrechnet.
b) Die X._AG hat Y._ eine Parteientschädigung in Höhe von CHF 6'000.00 (inkl. Barauslagen, zuzgl. MwSt.) zu bezahlen und ihr die geleisteten Vorschüsse in Höhe von CHF 4'650.00 zu ersetzen.

## Considerations