# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** dc083b8d-7446-481a-9adb-0c7245ab00ab
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2020
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
Die 1974 geborene
X._
, welche
seit Geburt sehbehindert
ist
und aufgrund ihres Geburtsgebrechens zunächst medizinische Massnahmen der Inva
lidenversicherung bezog (
Urk.
7/4)
, schloss
1995 das Wirtschaftsgymnasium erfolgreich ab
(
Urk.
7/93)
.
V
on Ju
l
i 1998 bis Juni 2000
absolvierte
sie
eine Ausbildung zur
m
edizinischen Masseurin
(Urk.
7/254 und
Urk.
7/268)
. Nach
Abschluss
der Ausbildung arbeitete sie zunächst vorübergehend auf Stunden
lohnbasis im Re
staurant
Y._
(Urk.
7/256)
.
Ab August 2001 nahm
sie
eine se
lbständige Tätig
k
eit in einer Massage
praxis auf, wobei das Pensum
bis Februar 2002 rund 10 bis 20
% und
danach etwa 50 bis 70
%
betrug
(
Urk.
7/244/5,
Urk.
7/248 und
Urk.
7/253).
Da
X._
bei der Tätigkeit als medizinische Masseurin unter belastungs
abhängigen Schmerzen litt (Urk.
7/252/4),
absolvierte sie
in den Jahren
2002 bis 2008 unter Bezug von Taggeldern der Invalidenver
sicherung ein Studium der Rechtswissenschaft an der Universi
tät
Z._
(
Urk.
7/270 und Urk.
7/483). Nach Abschluss des Studiums trat sie p
er 2
6.
März 2009 eine Praktikumsstelle bei Rechtsanwalt
A._
an (
Urk.
7/516). Dies
e Stelle
wurde ihr per 31.
Dezember 2009 gekündigt (Urk.
7/522/7). Ab Januar 2010 bezog
X._
Taggelder der Arbeitslosenversicherung (
Urk.
7/643). Vom
1.
März 2010 bis 3
1.
Dezember 2010 absolvierte
sie
ein weiteres Praktikum
bei
B._
(
Urk.
7/525/1 und
Urk.
7
/540). Ab Januar 2011 bezog
X._
erneut Taggelder der Arbeitslosenversicherung (
Urk.
7/643). Zusätzlich erhielt sie
ab September 2010
seitens der Invalidenversicherung Unterstützung durch
Arbeitsvermittlung (Urk.
7/538,
Urk.
7/545,
Urk.
7/554,
Urk.
7/560
,
Urk.
7/566
)
.
Am
1.
April 2012 konnte
X._
eine unbefristete Stelle in einem 50%-Pensum bei
C._
antreten (
Urk.
7/578), wobei die
IV-Stelle
bis September 2012 Einarbeitungszu
schüsse ausrichtete (
Urk.
7/579 und
Urk.
7/609).
Mit Vorbescheid vom
3.
April 2014 stellte die IV-Stelle in Aussicht,
ihr
ab
1.
März 2010 bei einem Invaliditätsgrad von 57
%
eine halbe Invaliden
rente auszurichten (
Urk.
7
/647).
Gegen diesen Vorbescheid erhob
X._
Einwand und beantragte, es sei ihr ab
1.
Dezember 2008 eine ganze Rente auszurichten (
Urk.
7/655). In der Folge gab die IV-Stelle bei der
D._
ein polydisziplinäres (
Innere Medizin,
Rheumatologie, Opht
h
almologie und Neurolo
gie) Gutachten in Auftrag (Urk.
7/669), welches am 2
7.
Januar 2016 ersta
ttet wurde (
Urk.
7/723). Nachdem
X._
am 1.
Oktober 2016
eine Stelle als Beraterin beim
E._
in einem Pensum von 60
%
an
getreten (
Urk.
7/744) und die
D._
am
8.
November 2016
Fragen der IV-Stelle
beant
wortete hatte (
Urk.
7/756), stellte
die IV-Stelle m
it Vorbescheid vom 1
9.
April 2017 die Abweisung des Rentenbegehrens in Aussicht (
Urk.
7/779).
Dagegen erhob
X._
Einwand
(
Urk.
7/784)
. Mit Verfügung vom 19.
April 2018
entschied die IV-Stelle
wie vorbeschieden (Urk.
2).
2.
Dagegen erhob
X._
mit Eingabe vom 2
2.
Mai 2018 (
Urk.
1) Beschwerde und beantragte:
1.
Die Verfügung vom 1
9.
April 2018 sei aufzuheben und die Beschwerdegeg
nerin zu verpflichten, der Beschwerdeführerin IV-Renten zuzusprechen wie folgt:
•
g
anze Rente ab
1.
Dezember 2008 bis 3
0.
Juni 2012;
•
3⁄4-Rente ab
1.
Juli 2012 bis 3
1.
Deze
m
ber 2016 und
•
1⁄4-Rente ab
1.
Januar 2017
2.
Es sei eine öffentliche Gerichtsverhandlung durchzuführen und die Beschwerdeführerin mündlich zu befragen.
Unter Kosten- und Entschädigungsfolge zulasten der Beschwerdegegnerin.
Mit Beschwerdeantwort vom 2
7.
Juni 2018 (
Urk.
6) beantragte die Beschwerde
gegnerin die Abweisung der Beschwerde, was der Beschwerdeführerin am
2
8.
Juni 2018
angezeigt wurde (
Urk.
8).
Am 2
9.
Januar 2020
wurde eine Hauptverhandlung durchgeführt (vgl. Protokoll S.
3)
. Die Beschwerdegegnerin, welcher das Erscheinen freigestellt worden war (
Urk.
11
S. 2), blieb dem Verhandlungstermin wie von ihr angekündigt (
Urk.
13
) fern.
Mit Verfügung vom
4.
Februar 2020 (
Urk.
17) wurde den Parteien je eine Kopie des Protokolls der Verhandlung vom 2
9.
Januar 2020 (Seite 3 des Proto
kolls) und der
Plädoyernotizen
von Rechtsanwalt
Soluna
Girón
, welche anlässlich der Verhandlung ergänzt wurden,
(
Urk.
15)
zugestellt. Der Beschwerdegegnerin wurde gleichzeitig ein Doppel der von Rechtsanwalt
Soluna
Girón
anlässlich der Hauptverhandlung eingereichten Beilage (
Urk.
16) zugestellt.
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1
.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
Bundesgesetz
es
über den Allgemeinen Teil
des Sozialversicherungsrechts,
ATSG
). Sie kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des
Bundesgesetz
es
übe
r die Invaliden
versicherung, IVG
). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumut
barer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beein
trächtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstel
len, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine Dreiviertelsrente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der Einkommensver
gleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegen
übergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditäts
grad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
1.4
Ändert sich der Invaliditätsgrad eines Rentenbezügers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (
Art.
17
Abs.
1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen seit Zusprechung der Rente, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenan
spruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente bei einer wesent
lichen Änderung des Gesundheitszustandes revidierbar. Weiter sind, auch bei an sich gleich gebliebenem Gesundheitszustand, veränderte Auswirkungen auf den Erwerbs- oder Aufgabenbereich von Bedeutung (BGE 141 V 9 E. 2.3, 134 V 131 E. 3).
Gemäss Art. 88a Abs. 1
der Verordnung über die Invalidenversicherung
(
IVV
)
ist eine Verbesserung der Erwerbsfähigkeit für die Herabsetzung oder Aufhebung der Leistung von dem Zeitpunkt an zu berücksichtigen, in dem angenommen werden kann, dass sie voraussichtlich längere Zeit dauern wird. Sie ist in jedem Fall zu berücksichtigen, nachdem sie ohne wesentliche Unterbrechung drei Monate angedauert hat und voraussichtlich weiterhin andauern wird.
Nach der bundes
gerichtlichen Praxis zu Art. 88a Abs. 1
IVV
ist eine Leistungsanpassung in der Regel erst nach Ablauf von drei Monaten seit dem Eintritt der Änderung vorzu
nehmen (vgl. BGE 130 V 343 E. 3.5.3; vgl. ZAK 1984 S. 134; vgl. Urteile des Bundesgerichts 9C_32/2015 vom 10. September 2015 E. 4.1 und I 583/05 vom 15. März 2006 E. 2.3.2
,
je mit Hinweisen).
Nach der Rechtsprechung sind bei rückwirkender Zusprechung einer abgestuften oder befristeten Invalidenrente die für die Rentenrevision geltenden Bestimmun
gen (Art. 17 ATSG in Verbindung mit Art. 88a IVV) analog anzuwenden (BGE 133 V 263 E. 6.1 mit Hinweisen; Urteil des Bundesgerichts 9C_399/2016 vom 18. Januar 2017 E. 4.8.1). Ob eine für den Rentenanspruch erhebliche Änderung der tatsächlichen Verhältnisse eingetreten und damit der für die Abstufung oder Befristung erforderliche Revisionsgrund gegeben ist, beurteilt sich durch Vergleich des Sachverhalts im Zeitpunkt des Rentenbeginns mit demjenigen im – nach Massgabe des analog anwendbaren Art. 88a Abs. 1 IVV festzusetzenden – Zeitpunkt der Anspruchsänderung (vgl. BGE 125 V 413 E. 2d mit Hinweisen; vgl. statt vieler: Urteile des Bundesgerichts 8C_375/2017 vom 25. August 2017 E. 2.2 und 8C_350/2013 vom 5. Juli 2013 E. 2.2 mit Hinweis).
2.
2
.1
Die Beschwerdegegnerin erklärte zur Begründung ihres Entscheides
(
Urk.
2
und
Urk.
6
)
,
das
Valideneinkommen
beurteile sich nach der Frage, was eine ver
sicherte Person ohne gesundheitliche Beeinträchtigung gearbeitet hätte. Damit sei nicht massgebend, ob die Tätigkeit als medizinische Masseurin
der Beschwerde
führerin
zumutbar gewesen wäre oder nicht. Die Beschwerdeführerin habe die Ausbildung als medizinische Masseurin abgeschlossen und anschliessend aus gesundheitlichen Gründen nicht längerfristig in diesem
Bereich
gearbeitet. Mit überwiegender Wahrscheinlichkeit hätte sie im Gesundheitsfall weiterhin als medizinische Masseurin gearbe
itet. Das
Valideneinkommen
sei
deshalb
gestützt
auf die Tätigkeit als medizinische Masseurin zu berechnen. Nach
der Tabelle TA1_tirage_skill_level des B
undesamtes für Statistik betrage der Lohn im Anfor
derungsniveau 3 der
Ziffern
66-88
,
«Gesundheits- und Sozialwesen»
,
für Frau
e
n unter Berücksichtigung der Nominallohnentwicklung für das Jahr 2016 Fr. 79'824.9
0.
Selbst wenn davon ausgegangen würde, dass die Beschwerde
führerin im Gesundheitsfall die Matur
a
und anschliessend ein Studium abgeschlossen hätte, könnte nicht auf ein Einkommen als Juristin abgestellt werden. Wie die Beschwerdeführerin selbst ausführ
e
, hätte sie im
Gesundheitsfall nicht zwingend Rechtswissensch
a
ft
studiert. Wenn tatsächlich von einem Univer
sitäts
abschluss auszugehen wäre, wäre das
V
a
lideneinkommen
gestützt auf die Tabelle 11 (Bruttolohn nach Ausbildung, berufliche Stellung und Geschlecht) zu berech
nen. Aus den Akten erg
ä
ben sich keine Hinweise auf eine berufliche Stellung mit Kaderfunktion. Im Jahr 2016 würde damit ein
Valideneinkommen
von Fr. 95'773.55 res
ultieren, wobei dies in etwa dem Einkommen als Juristin gemäss LSE T17 (Bruttolohn nach Berufsgruppe, Lebensalter und Geschlecht) entspreche.
Im polydisziplinären Gutachten vom 2
7.
Januar 2016 werde beschrieben, dass die Arbeitsfähigkeit als Juristin 30
%
betrage (60
%
Präsenzzeit mit einer Leistungs
einbusse von 50
%
). Die Tätigkeit bei
C._
sei ideal. Aufgrund ihrer Rückfrage zur Arbeitsfähigkeit hätte die Gutachterstelle mit Schreiben vom
8.
November 2016 eingeräumt, dass die Beschwerdeführerin in einer anderen juristischen Tätigkeit allenfalls ihr Arbeitspensum erhöhen könnte
. Die Besch
w
er
deführerin übe nun seit Oktober 2016 eine juristische Beratungstätigkeit in einem 60%-Pensum aus. Ihr Leistungslohn betrage Fr. 68'640.--.
Die IV-Stelle ginge davon
aus, dass die Beschwerdeführer
in bereits nach der Umschulung zur Juristin
aus gesundheitlichen Gründen in der Lage gewesen wäre, ein
solches rentenaus
schliessendes Einkommen
zu erzielen.
2
.2
Die Beschwerdeführerin brachte dagegen
mit ihrer Beschwerde
im Wesentlichen vor
(
Urk.
1)
,
b
ei der Beurteilung, welche Tätigkeit sie im Gesundheitsfall ausgeübt hätte, sei die seit Geburt bestehende und im Verlauf sich weiter verschlechternde
Visusproblematik
miteinzubeziehen. Es entspreche keineswegs dem gewöhn
lichen Lauf der Din
ge
und sei somit auch nicht überwiegend wahrscheinlich, dass eine Person mit Mittelschulabschluss und einem guten Notendurchschnitt von 4,9 sich im Gesundheitsfall mit einem Beruf als
m
edizinische Masseurin, für de
ss
en Ausbildung gerade einmal ein Realabschluss genüge, zufriedengebe. Mit ihrer Vorbildung hätte sie im Gesundheitsfall ein Studium – ihren primären Interessen und Neigungen zufolge wohl ein solches im Bereich Medizin – absolviert. Aufgrund ihrer seit Geburt bestehenden hochgradigen
Visusbeeinträchtigung
sei ihr dies indes nicht möglich gewesen. Gemäss
Bundesamt für Statistik
seien
von den
Maturandinnen und Maturanden
des Jahres
199
5
,
das heisst des Jahres, in welchem sie
die Matur
a
erworben habe,
82,2
%
in eine Hochschule übergetreten. Eine
Übertrittsquote
von 82
%
lasse
darauf schliessen, dass sie überwiegend wahrscheinlich an einer Hochschule studiert hätte.
Sie habe mit der Umschulung zur Juristin
auch
bewiesen, dass sie selbst mit ihrer Sehb
eh
inderung einen universitären Abschluss
erlangen könne
, weshalb auch die Eventualität eines Scheitern
s
im
Validenverlauf
ausgeschlossen sei.
Das
a
ls
m
edizinische Masseurin erzielte Einkommen sei ein Invalideneinkommen. Diese Tätigkeit habe si
e
gewählt, weil e
s
sich um eine für eine sehb
eh
inderte Person grundsätzlich geeig
nete Tätigkeit handle. Aufgrund
d
er bestehenden deutlichen Hypermobilität habe sich die
Tätigkeit
als
m
edizinische Mas
seurin
jedoch
als ungeeignet erwiesen.
Bei der Ausbildung zur medizinischen Masseurin habe es sich demnach um eine für sie ungeeignete und nicht verwertbare Ausbildung gehandelt.
Die anschliessende Ausbildung zur Juristin sei unter dem Titel «Umschulung» erfolgt, was indes
unzutreffend
sei. Gemäss
Art.
16
Abs.
2 lit. b IVG sei der erstmaligen beruflichen Ausbildung die berufliche Neuausbildung invalider Versicherter, die nach dem Eintritt der Inv
a
lidität eine ungeeignete und auf Dauer unzumutbare Erwerbs
tätigkeit aufgenommen
hätten
, gleichgestellt.
Da ihr aufgrund der Gelenksprob
lematik mit Hypermobilität die Ausübung des Berufs als medizinische Masseurin nicht zumutbar gewesen sei, handle es sich beim Studium der Rechtswissenschaft effektiv um eine zweitmalige Erstausbildung.
Bei der Ermittlung des
Validenein
kommens
sei somit von
der
Tä
tigkeit als Juristin auszugehen, wobei dieses gestützt auf den Lohnrechner des Bundesamtes für Statistik,
Salarium
, zu berechnen sei.
Darau
s
erg
e
be sich das folgende
Valideneinkommen
:
2008
:
Fr. 101'139.--, 2009
:
Fr. 103'070.--, 2010
:
Fr. 104'232.--, 2011
:
Fr. 105'170.--,
2012
:
Fr. 106'629.--, 2013
:
Fr. 108'713.--, 2014
:
Fr. 109'652.-- und 2015
:
Fr. 109'443.--.
Für das
Jahr 2016
resultiere
gemäss
Salarium
ein Einkommen von
Fr. 110'694.--. Ab Oktober
habe sie jedoch
beim
E._
in einem 60%-Pensum ein Ein
kommen von Fr. 68'640.
erzielt, was
hochgerechnet auf 100
%
Fr. 114'400.--
ergebe
.
Hins
ichtl
ich Invalideneinkommen gelte es zu berücksichtigen, dass ihre Leistungsfähigkeit in der nun aktuellen Anstellung einzig deshalb mehr oder weniger der Arbeitsfähigkeit entspreche, weil sie
in
erster Linie an der telefo
nischen Hotline tätig sei und daneben E-Mailanfragen von Kunden beantworte. Für entsprechende Stellen gebe es
jedoch
keinen Stellenmarkt; insbesondere könne nicht davon ausgegangen werden, der allgemeine Arbeitsmarkt offeriere bei ausgeglichener Konjunktur genügend solcher Stelle
n
. Es handle sich vielmehr um einen Nischenarbeitsplatz.
Es könne daher erst ab Antritt der Stelle beim
E._
für die Herleitung des Invalideneinkommens auf das aktuell erzielte Einkommen abgestellt werden, wobei die entsprechende Änderung erst nach drei Monaten zu berücksichtigen sei. Aus den Akten s
ei
ersichtlich, dass sie sich nach Studienabschluss intensiv um eine
Anstellung bemüht habe. Abgesehen von zwei Praktika seien die Stellenbemühungen jedoch erfolglos geblieben. Selbst Unter
stützungsmassnahmen der Beschwerdegegnerin seien erfolglos geblieben, wobei der Grund für das Scheitern klar nicht an den fachlichen Qualifikationen, sondern an
ihrer
Behinderung gelegen habe. Es gehe daher nicht an, bei der Ermittlung des Invalideneinkommens seit Abschluss des Studiums auf ein Einkommen, wie sie es heute erziele, abzustellen.
Vielmehr sei das Einkommen anzurechnen, welches sie als Erwerbseinkommen t
atsächlich verdient habe
. Der Renten
beginn sei am
1.
Dezember 2008.
Anlässlich der Hauptverhandlung liess die Beschwerdeführerin im Wesentlichen zusätzlich vorbringen (Protokoll S. 3 und
Urk.
15), aus den Akten sei ersichtlich, dass sie ein grosses Interesse an medizinischen Fragestellungen aufweise und gerne einen Beruf in diesem Fachbereich erlernt hätte. So habe sie ursprünglich ein Medizinstudium absolvieren wollen, was aufgrund ihrer Sehbehinderung jedoch nicht möglich gewesen sei. Angesichts des schulischen Werdegangs, der intellektuellen Fähigkeiten sowie ihrer Leistungsbereitschaft sei hinsichtlich des hypothetischen
Validenverlaufs
primär von der Absolvierung eines Medizin
studiums auszugehen. Das
Valideneinkommen
sei daher primär gestützt auf das Einkommen von Assistenzärzten beziehungsweise Oberärzten zu berechnen. Alternativ sei
hinsichtlich des hypothetischen
Validenverlaufs
mit Blick auf den Invalidenverlauf auf den Beruf als Juristin abzustellen. Zur Höhe dieses Einkom
mens als Juristin seien weitere Abklärun
g
en vorzunehmen, eventualiter sei
der
Wert gemäss Tabelle T1_b «Monatlicher Bruttolohn nach Wirtschaftsabteilungen (NOGA08) – Privater und öffentlicher Sektor zusammen – Schweiz» der LSE 2016,
Ziffer 69, «Rechtsberatung, Wirtschaftsprüfung», Kompetenzniveau 1+2 für Frauen heranzuziehen.
3.
3.1
Im Gutachten
der
D._
vom
2
7.
Januar 2016 (
Urk.
7/723)
werden die bis zur Begutachtung de
r
Beschwerdeführer
in
aktenkundigen medizinischen Berichte zusammengefasst (
Urk. 7/723/5 ff.
), weshalb sie an dieser Stelle nicht noch einmal wiedergege
ben werden. Soweit erforderlich
wird in den nachfolgenden Erwägungen aber darauf Bezug genommen.
Als Diagnosen mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit nannten die
D._
-Gutachter (
Urk.
7/723/21):
-
s
chwere Sehbehinderung bei intrauteriner Entwicklungsstörung mit
Cataract
a
congenita
rechts mehr als links
-
OD
Aphakie
, sozusagen Amaurose
-
OS
Pseudophakie
, starke
Visuseinschränkung
-
OU Pendel- und Rucknystagmus (kongenitaler Nystagmus)
Als Diagnosen ohne Relevanz für die Arbeitsfähigkeit führten die Gutachter an (
Urk.
7/723/21):
-
Hypermobilität und muskuläre
Dysbalancen
, insbesondere im Rücken-Schulter-Nackenbereich
-
Varikosis
beider Beine, links mehr als rechts, Erstdiagnose etwa 1984
-
Adiposit
as
Grad I BMI 32 kg/m
2
-
episodische Migräne mit Aura seit 2011 weitestgehend remittiert
Die Beschwerdeführerin sei fast blind und könne nur Tätigkeiten ausüben, die stark sehbehinderten Menschen angepasst seien. Dank verschiedener Hilfsmittel sei ihr
dies
mit eingeschränkter Leistungsfähigkeit in der jetzigen
Tätigkeit als Juristin möglich.
Die
aktuelle
Anstellung bei
C._
sei ideal. Eine bessere Verwertbarkeit der Ressourcen in anderer Tätigkeit sei sehr unwahr
scheinlich.
Es bestehe eine 30%ige Arbeitsfähigkeit (Zeitpensum 60
%
, Leistungs
fähigkeit 50
%
).
Aufgrund der
Hypermobilität sollte auch zukünftig eine mittelschwere bis schwerere körperliche Tätigkeit mit erhöhtem Kraftaufwand für die Gelenke vermieden werden (was die Tätigkeit als Masseurin nicht sinnvoll mach
e
).
Für die
aktuelle körperlich leichte Tätigkeit als Juristin ergebe sich aus rheumatologischer
Sicht
jedoch
keine Einschränkung. Auch seien ansonsten keine weiteren Ein
schränkungen des Fähigkeitsprofi
ls aus neurologischer und internistischer Sicht feststellbar.
Zum retrospektiven Verlauf der Arbeitsfähigkeit erklärten die Gutachter,
es
sei
aktenkundig
, dass
2005/2006
am linken, noch einzig
sehenden Auge
eine
Visusabnahme
von 0,
05
aufgetreten sei
(Fingerzählen in 50 cm). Es
könne
etwa ab diesem Zeitpunkt die jetzige
30%ige
Arbeitsfähigkeit angenommen werden.
Hinsichtlich der
frühere
n
Tätigkeit als medizinische Masseurin
sei aufgrund der
deutliche
n
Hypermobilität der Gelenke
eine
100%ige
Arbeitsunfähigkeit
n
ach
vollziehbar.
Diese Tätigkeit werde auch in Zukunft nicht mehr möglich sein (
Urk.
7/723/21-22).
3.2
Mit Stellungnahme vom
8.
November 2016
(
Urk.
7/756)
erklärte
Dr.
med.
F._
, Facharzt FMH für Psychiatrie und Psychotherapie, von der
D._
, die zuletzt ausgeübte Tätigkeit (60%-Pensum, Leistungsfähigkeit 50
%
)
habe
einer Arbeitsfähigkeit von 30
%
entsprochen
. Um die Effizienz zu steigern, habe die Beschwerdeführerin in einem beschränkten Rechtsgebiet gearbeitet. Trotz der guten Versorgung mit diversen Hilfsmitteln sei kein normales Arbeitspensum möglich
gewesen
.
Es sei der Beschwerdeführerin eine 30%ige Arbeitsfähigkeit attestiert worden.
Aus ihrer Sicht sei
jedoch
durchaus vorstellbar, dass die Beschwerdeführerin bei einem anderen Arbeitgeber
,
eventuell in der bereits vorgesehenen Stelle als juristische Berat
er
in
,
ihr Arbeitspensum erhöhen und somit ein
höheres
Einkommen erziele
n
könnte.
4.
4.1
Für den Einkommensvergleich sind die Verhältnisse im Zeitpunkt des (hypothe
tischen) Beginns des Rentenanspruchs massgebend, wobei Validen- und Invali
deneinkommen auf zeitidentischer Grundlage zu erheben und allfällige rentenwirksame Änderungen der Vergleichseinkommen bis zum Verfügungs
erlass zu berücksichtigen sind (BGE 143 V 295 E. 4.1.3, 129 V 222 E. 4.1 und E. 4.2, 128 V 174).
Die Beschwerdeführerin ist seit Geburt sehb
eh
indert. Sie schloss im November 2008 ihr Studium der Rechtswissenschaft ab
(
Urk.
7/483)
. Während des Studiums bezog sie Taggelder der Beschwerdegegnerin
(
beispielsweise
Urk.
7/270
,
Urk.
7/394 und
Urk.
7/457
)
. Der hypothetische Rentenbeginn ist somit im Dezem
ber 2008
(
Art.
29
Abs.
2 IVG).
4.2
4.2
.1
Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist für die Ermittlung des
Validen
einkommens
entscheidend, was die versicherte Person im Zeitpunkt des frühest
möglichen Rentenbeginns nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrschein
lichkeit als Gesunde tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung angepassten Verdienst angeknüpft, da es empirischer Erfahrung entspricht, dass die bisherige Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden fortgesetzt worden wäre. Ausnahmen müssen mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt s
ein (BGE 139 V 28 E. 3.3.2; 135 V 58 E. 3.1;
134 V 322 E. 4.1 mit Hinweis).
Ist
mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass die versicherte Person die bisherige Tätigkeit unabhängig vom Eintritt der Invalidität nicht mehr ausgeübt hätte, kann das
Valideneinkommen
auf Grundlage der vom Bundesamt für Statistik herausgegebenen Schweizerischen Lohnstrukturerhebung (LSE) berechnet werden, wobei die für die
Entlöhnung
im Einzelfall gegebenenfalls relevanten persönlichen und beruflichen Faktoren zu berücksichtigen
sind (BGE 139 V 28 E. 3.3.2;
128 V 29 E. 4e; Urteil des Bundesgerichts 9C_887/2015 vom 12. April 2016 E. 4.2).
4.
2
.2
Konnte die versicherte Person wegen der Invalidität keine zureichenden beruf
lichen Kenntnisse erwerben, so entspricht das Erwerbseinkommen, das sie als Nichtinvalide erzielen könnte, den folgenden nach Alter abgestuften Prozent
sätzen des jährlich aktualisierten Medianwertes gemäss der Lohnstrukturer
hebung des Bundesamtes für Statistik
(
Art.
26
Abs.
1 IVV)
:
Nach Vollendung von ...
Altersjahren
Vor Vollendung von ...
Altersjahren
Prozentsatz
21
70
21
25
80
25
30
90
30
100
Konnte der Versicherte wegen der Invalidität eine begonnene berufliche Ausbildung nicht abschliessen, so entspricht das Erwerbseinkommen, das er als Nicht
invalider erzielen könnte, dem durchschnittlichen Einkommen eines Erwerbstäti
gen im Beruf, für den die Ausbildung begonnen wurde
(
Art.
26
Abs.
2 IVV)
.
4.2.3
Die Beschwerdeführerin erwarb 1995 die Matur
a
(
Urk.
7/93)
.
Nach der Matura
entschloss sie sich
,
eine Ausbildung zur Physiotherapeutin
in Angriff zu nehmen
(
Urk.
7/93). Nachdem die Vorabklärungen bei der Schule
G._
positiv ausgefallen waren (
Urk.
7/100), absolvierte die Beschwerdeführerin vom 1
3.
b
is 2
4.
November 1995 eine Schnupperlehr
e
und vom
3.
Januar bis 3
0.
Juni 1996 ein Praktikum. Der Schuleintritt war für den 2
1.
Oktob
er 1996 vorgesehen (
Urk.
7/100 und
Urk.
7/110). Die Schule
G._
verweigerte der Beschwerdeführerin jedoch die Aufnahme (
Urk.
7/119/3). Die Beschwerdeführerin entschied sich daraufhin, sich an der
H._
zur Homöopathin ausbilden zu lassen (
Urk.
7/119/3).
Die von der Schule
e
rteilte Zusage für die Aufnahme
wurde unter Verweis auf die Behinderung der Beschwerdeführerin
jedoch
wieder zurückgezo
gen (
Urk.
7/126/6).
Die Beschwerdeführerin begann daraufhin
am 2.
März 1998
bei der Akademie für Naturheilkunde der
Stiftung I._
eine A
usbildung zu
r
Homöopathin (
Urk.
7/133).
Sie
brach diese Ausbildung jedoch nach kurzer Zeit ab
(
Urk.
7/156). In der Folge absolvierte sie von Juni 1998 bis Juni 200
0
eine Ausbildung zu
r
medizinischen Masseurin (
Urk.
7/254 und Urk.
7/268). Nach der Ausbildung arbeitete sie zunächst vorübergehend auf Stundenlohnbasis im Restaurant
Y._
(
Urk.
7/256). Ab August 2001 nahm
die Beschwerdeführe
rin
eine selbständige Tätigkeit in einer Massagepraxis auf, wobei das Pensum bis Februar 2002 rund 10 bis 20
%
und danach etwa 50 bis 70
%
betrug. Bei dieser Tätigkeit verspürte sie Gelenkbeschwerden (
Urk.
7/244/5,
Urk.
7/248 und
Urk.
7/253).
Der
die Beschwerdeführerin
im Jahr 2002 behandelnde
Dr.
med.
J._
, Spezialarzt FMH für Physikalische Medizin und Rehabilitation, speziell Rheumaerkrankungen, attestierte ihr für die Tätigkeit als medizinische Masseurin eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit (
Urk.
7/252/4).
Diese Einschätzung wurde von der
Beschwerdegegnerin
geteilt, kam sie doch unter dem Titel «Umschulung» für die Ausbildung
der Beschwerdeführerin
zur Juristin auf (
Urk.
7/270).
4.2.4
Wie sich aus dem
D._
-Gutachten vom 2
7.
Januar 2016
ergibt
,
ist
in Anbetracht der deutlichen Hypermobilität der Gelenke die 100%ige Arbeitsunfähigkeit
der Beschwerdeführerin
für die Tätigkeit als medizini
sche Masseurin nachvollziehbar
(
Urk.
7/723/29).
In Anbetracht der Tatsache, dass die Hypermobilität der Gelenke die Beschwerdeführerin seit jeher bei der Ausübung der Tätigkeit als medizinische Masseurin beeinträchtigte
beziehungsweise die Ausübung dieser Tätigkeit unzu
mutbar machte
,
handelt es sich bei dem von
der Beschwerdeführerin
im Rahmen
der
Ausbildung
zur medizinischen Masseurin
erworbenen Wissen
nicht um zureichende
berufliche Kenntnisse
im Sinne von
Art.
26
Abs.
1 IVV (vgl.
auch
Urteil des Bundesgerichts 9C_611/2014 vom 1
9.
Februar 2015 E. 3.2; Kreisschrei
ben über Invalidität und Hilflosigkeit in der Invalidenversicherung [KSIH], Stand
1.
Januar 2018,
Rz
. 3035).
Es geht daher nicht an, das
Valideneinkommen
der Beschwerdeführerin gestützt auf die Tätigkeit als medizinische Masseurin zu berechnen.
Entgegen dem Vorbringen der Beschwerdeführerin
ist
das
Valideneinkommen
auch nicht
gestützt auf eine Tätigkeit als Ärztin zu berechnen. Aus dem Lebens
lauf der Beschwerdeführerin
ergeben sich zwar tatsächlich Hinweise darauf, dass sie sich für medizinische Fragen interessiert und sie theoretisch in der Lage wäre, ein Medizinstudium zu absolvieren. Dass sie im Gesundheitsfall jedoch tatsäch
lich ein Medizinstudium beabsichtigt und dieses auch erfolgreich abgeschlossen hätte, erscheint jedoch angesichts der zahlreichen spekulativen Faktoren nicht als überwiegend wahrscheinlich.
Vielmehr ist das
Valideneinkommen
gestützt auf die Tätigkeit als Juristin zu berechnen. Dass die Beschwerdeführerin ein Interesse an Rechtswissenschaft und die Fähigkeiten für ein entsprechendes Studium hat
,
steht fest, schloss sie doch im November 2008 das Studium der Rechtswissen
schaft
erfolgreich
ab (
Urk.
7/483), womit sie (erstmals) zureichende berufliche Kenntnisse im Sinne von
Art.
26
Abs.
1 IVV erwarb.
4.2.
5
Nachdem die Beschwerdeführerin unmittelbar nach Abschluss ihres Studiums keiner Erwerbstätigkeit nachging, ist das
Valideneinkommen
gestützt auf Tabel
lenlöhne des Bundesamtes für Statistik zu berechnen.
Entgegen der Beschwerde
führerin
ist es gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung nicht zulässig,
das
Valideneinkommen
gestützt auf das
Salarium
zu berechnen (vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_414/2017 vom 2
1.
September 2017 E. 4.2). Hinsichtlich der anwendbaren Tabellen gilt es zu beachten, dass
das Bundesamt für Statistik erst seit 2012 nach Berufsgruppen unterscheidet (vgl. Tabelle T 17,
Monatlicher Bruttolohn [
Zentralwert
]
nach Berufsgrupp
en, Lebensalter und Geschlecht,
Pr
ivater und öffentlicher Sektor [
Bund, Kantone, Bez
irke, Gemeinden, Körper
schaften]
zusammen
) und
somit das Einkommen für Juristinnen
erst ab dem Jahr 2012 spezifisch bestimmbar ist
. Es rechtfertigt sich daher, für die
Berechnung
des
Valideneinkommens
früherer Jahre – wie die Beschwerdeführerin in ihrer Beschwerde
(
Urk.
1 S. 13)
– ausgehend vom Wert des Jahres 2012 die zwischen
zeitliche Nominallohnentwicklung abzuziehen
.
Im Jahr 20
12 verdienten Juristin
nen, welche zwischen 30 und 49 Jahre alt waren
,
im Median Fr. 7'930.
pro Monat. Unter Berücksichtigung der Nominallohne
ntwicklung (Entwicklung der Nom
inallöhne, der Konsumentenpreise und der Reallöhne, Nominallöhne, Total) und der betriebsüblichen wöchentlichen Arbeitszeit (vgl.
Betriebsübliche Arbeits
zeit nach Wirtschaftsabteilungen
) ergibt sich für das Jahr 2008 ein Einkommen von Fr. 9
4
'
036
.
90
(Fr. 7'930.
--
x 12 : 2630 x 2499
: 40
x 41,6)
, für das Jahr 2009 von Fr. 96'031.25 (Fr. 7'930.
--
x 12 : 2630 x 2552 : 40 x 41,6), für das Jahr 2010
von Fr. 97'047.30 (Fr. 7'930.-- x 12 : 2630 x 2579 : 40 x 41,6), für das Jahr 2011 von Fr. 98'223.55 (Fr. 7'930.
x 12 : 2630 x 2604 : 40 x 41,7)
und
für das Jahr 2012 von Fr. 99
’
204.30 (Fr. 7'930.
x 12: 40 x 41,7)
. Für das Jahr 2016 ergibt sich, ausgehend vo
m
Tabellenwert des Jahres 2016, ein
Valideneinkommen
von Fr. 101'318.50 (Fr. 8'099.
[Tabelle T 17, 2016]
x
12 :
40 x 41,7).
Soweit die Beschwerdeführerin geltend machte, es sei,
sofern auf die LSE abgestellt werde,
der Wert gemäss Tabelle T1_b «Monatlicher Bruttolohn nach Wirtschaftsabteilungen (NOGA08) – Privater und öffentlicher Sektor zusammen – Schweiz»
,
Ziffer 69 «Rechtsberatung, Wirtschaftspr
üfung»
,
Kompe
tenzniveau 1
+
2
für Frauen
heranzuziehen (
Urk.
15 S. 8)
,
verkennt sie, dass die genannte Tabelle nicht nach Kompetenzniveau, sondern nach Beruflicher Stellung unter
scheidet.
Dass
die Beschwerdeführerin im Gesundheitsfall
eine Kaderposition innehätte,
ist zwar theoretisch möglich.
Theoretisch vorhandene berufliche Ent
wicklungsmöglichkeiten sind rechtsprechungsgemäss jedoch nur beachtlich, sofern sie mit hoher Wahrscheinlichkeit eingetreten wären (Urteil des Bundesge
richts
8C_266/2019 vom 2
2.
Juli 2019
E. 4.
2.1
mit Hinweis). Dies lässt sich bezogen auf den Erhalt einer
Kaderstelle
nicht feststellen, zumal ein
e solche
nicht nur vom persönlichen Einsatz und den Fähigkeiten der Stellenanwärterin, sondern auch von weiteren, nicht in deren Einflussbereich liegenden Faktoren abhängt.
Auf den Totalwert der Tabelle T1_b abzustellen geht ebenfalls nicht an, sind in diesem Wert doch auch zahlreiche Erwerbende enthalten, welche nicht über eine mit einem Studium vergleichbare Ausbildung verfügen.
Aus dem Urteil des Bundesgerichts 8C_379/2017 vom
8.
September 2017
, auf welches die Beschwerdeführerin anlässlich der Hauptverhandlung verwies (Urk. 15 S. 7) und in welchem für einen Juristen ein Jahreseinkommen von Fr. 135'196.-- erwähnt wird (E. 4)
, kann
die Beschwerdeführerin
nichts zu ihren Gunsten ableiten, liessen es
im genannten Urteil doch
sowohl die Vorinstanz wie auch das Bundesgerichts offen, auf welche Tabellenlöhne abzustellen wäre. Zudem war im genannten Fall ein anderer Sachverhalt als vorliegend zu beurtei
len.
Wie sich hingegen aus dem Urteil des Bundesgerichts 9C_271/2018 vom 19. März 2019 ergibt, erweist sich das Abstellen auf die LSE-Tabelle T17 durchaus als sachgerecht, wenn die
Validenkarriere
einer Juristin nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit festgestellt werden kann.
4.3
4.3
.1
Für die Festsetzung des trotz Gesundheitsschädigung
zumutbarerweise
noch realisierbaren Einkommens (Invalideneinkommen) ist nach der Rechtsprechung primär von der beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die
versicherte Person konkret steht. Übt sie nach Eintritt der Invalidität eine Erwerbstätigkeit aus, bei der – kumulativ – besonders stabile Arbeitsverhältnisse gegeben sind und anzunehmen ist, dass sie die ihr verbliebene Arbeitsfähigkeit in zumutbarer Weise voll ausschöpft, und erscheint zudem das Einkommen aus der Arbeitsleistung als angemessen und nicht als Soziallohn, gilt grundsätzlich der tatsächlich erzielte Verdienst als Invalide
nlohn (BGE 139 V 592 E. 2.3;
135 V 297 E.
5.2; 129 V 472 E. 4.2.1; 126 V 75 E. 3b/
aa
).
Das
trotz der gesundheitlichen Beeinträchtigung
zumutbarerweise
erzielbare Ein
kommen ist bezogen auf einen ausgeglichenen Arbeitsmarkt zu ermitteln (Art. 16 ATSG; BGE 138 V 457 E. 3.1 mit Hinweis
).
Dabei ist nicht von realitätsfremden Einsatzmöglichkeiten auszugehen. Es können nur Vorkehren verlangt werden, die unter Berücksichtigung der gesamten objektiven und subjektiven Gegebenheiten des Einzelfalles zumutbar sind. An die Konkretisierung von Arbeitsgelegenheiten und Verdienstaussichten sind jedoch rechtsprechungsgemäss
keine übermässigen Anforderungen
zu stellen (Urteil des Bundesgerichts 9C_910/2011 vom 30. März 2012 E. 3.1 mit Hinweis; vgl. BGE 138 V 457 E. 3.1). Der ausgeglichene Arbeits
markt umfasst auch sogenannte Nischenarbeitsplätze, also Stellen- und Arbeits
angebote, bei denen Behinderte mit einem sozialen Entgegenkommen von Seiten des Arbeitgebers rechnen können (Urteil des Bundesgerichts 8C_582/2015 vom 8. Oktober 2015 E. 5.11 mit Hinweisen). Von einer Arbeitsgelegenheit kann nicht mehr gesprochen werden, wenn die zumutbare Tätigkeit nur noch in so eingeschränkter Form möglich ist, dass sie der ausgeglichene Arbeitsmarkt praktisch nicht kennt oder sie nur unter nicht realistischem Entgegenkommen eines durchschnittlichen Arbeitgebers möglich wäre und das Finden einer ent
sprechenden Stelle daher von vornherein als ausgeschlossen erscheint (vgl. statt vieler: Urteile des Bundesgerichtes 8C_434/2017 vom 3. Januar 2018 E. 7.2.1 und 9C_253/2017 vom 6. Juli 2017 E. 2.2.1, je mit weiteren Hinweisen).
Für die Invaliditätsbemessung ist nicht massgebend, ob eine invalide Person unter den konkreten Arbeitsmarktverhältnissen vermittelt werden kann, sondern einzig, ob sie die ihr verbliebene Arbeitskraft noch wirtschaftlich nutzen könnte, wenn ein Gleichgewicht von Angebot und Nachfrage nach Arbeitsplätzen bestünde (statt vieler: Urteil des Bundesgerichts 8C_645/2017 vom 23. Januar 2018 E. 4.3.2 mit Hinweis; Meyer/
Reichmuth
, Bundesgesetz über die
Invalidenversicherung, 3. Auflage
2014,
R
n
132 zu Art. 28a
).
4.
3
.2
Nachdem die Beschwerdeführerin ihr Studium
der Rechtswissenschaft
i
m Novem
ber 2008 ab
geschlossen hatte (
Urk.
7/483)
, bezog sie ab
Dezember 2008
Taggelder der Arbeitslosenversicherung
(
Urk.
7/643).
Ab dem 2
6.
März 2009 arbeitete
sie
als Praktikantin bei Rechtsanwalt
A._
. Sie erzielte dabei ein Einkommen von
Fr. 2'500.
pro Monat (
Urk.
7/516
,
Urk.
7/643
). Dieses Arbeitsverhältnis wurde vom Arbeitgeber per 3
1.
Dezember 2009 gekündigt (Urk.
7/522/7
).
Im Januar und Februar 2010 bezog die Beschwerdeführerin erneut Taggelder der Arbeitslosen
versicherung (
Urk.
7/643).
Am
1.
März 2010 trat
sie
ein Prakti
kum bei
B._
an
.
Dieses Praktikum endete am 31.
Dezember 2010 (
Urk.
7/540).
Nach Ende des Praktikums bezog
die Beschwerdeführerin erneut Taggelder der Arbeitslosenversicherung (
Urk.
7/643). Gleichzeitig
erhielt
sie
im Sinne von Eingliederungsma
s
snahmen/Arbeitsvermittlung Unters
tü
t
zung von der Besch
w
e
rde
gegnerin
(
Urk.
7/538,
Urk.
7/545,
Urk.
7/554 und
Urk.
7/560
)
, wobei Profil - Arbeit & Handicap als externer Vermittler beigezogen wurde. Profil - Arbeit & Handicap hielt mit Abschlussbericht vom 2
2.
Dezember 2011 fest, dass trotz intensivster Bemühungen verschiedenster Personen und deren V
itamin B es bis jetzt nicht gel
ungen sei, für die Beschwerde
fü
hrerin einen Praktikumsplatz oder eine Anstellung zu finden. Der
Grund
für das bisherige Scheitern liege nicht an den fachlichen Kompetenzen der Beschwerdeführerin, sondern an der Behin
derung und deren abschreckenden Wirkung auf mögliche Arbeitgeber (vgl.
Urk.
7/566).
Am
1.
April 2012 konnte die Beschwerdeführerin eine unbefristete Stelle
in einem 50%-Pensum
bei
C._
antreten (
Urk.
7/578), wobei die Beschwerdegegnerin
bis 3
0.
September 2012
Einarbeitungszuschüsse ausrich
tete (
Urk.
7/579
;
Urk.
7/609
).
Die Beschwerdeführerin erzielte dabei ein Einkom
men von Fr. 3'
000
.
--
pro Monat (
zuzüglich 1
3.
Monatslohn;
Urk.
7/643 und
Urk.
7/598).
Ab
1.
Januar 2016
erhöhte
sich
das
Einkommen auf
monatlich
Fr. 3'200.
--
(zuzüglich 1
3.
Monatslohn
;
Urk.
7/743
).
Am
1.
Oktober 2016 konnte die Beschwerdeführerin eine Stelle beim
E._
in einem Pensum von 60
%
antreten.
Ihr Einkommen
beläuft
sich dabei a
uf Fr. 68'640.-- pro Jahr (Urk.
7/744).
4.3
.
3
Die Beschwerdegegnerin ging in der angefochtenen Verfügung
vom 1
9.
April 2018 (
Urk.
2)
davon aus, dass die Beschwerdeführerin das aktuell beim
E._
erzielte Einkommen bereits nach Studienabschluss im Jahr 2008 hätte erzielen können. Die Beschwerdegegnerin lässt dabei ausser Acht, dass
die von der Beschwerdeführerin aktuell ausgeübte Tätigkeit als Beraterin naturgemäss
Berufserfahrung voraussetzt.
Das Erwerben der erforderlichen Berufserfahrung wurde der Beschwerdeführerin durch ihre Sehbehinderung jedoch erschwert und sie musste zuerst die ihrer Behinderung angepassten Arbeitsstrategien entwickeln. Deshalb waren auch Eingliederungsmassnahmen der Beschwerdegegnerin erfor
derlich. Es erscheint daher nicht als überwiegend wahrscheinlich, dass die Beschwerdeführerin bereits unmittelbar nach Studienabschluss das nun beim
E._
erzielte Einkommen hätte erzielen können. Vielmehr ist davon auszugehen,
dass die Beschwerdeführerin, wie von den Gutachtern festgestellt, nach Studienabschluss zunächst nur zu 30
%
arbeitsfähig war (50%ige Leistungs
fähigkeit bei einem Arbeitspensum von 60 %; vgl. E. 3.1).
Wie dargelegt (E. 4.3.2) ging die Beschwerdeführerin nach Studienabschluss zunächst keiner Arbeitstätigkeit nach, da ihre Stellensuche erfolglos blieb.
In den Jahren 2009 und 2010 konnte sie lediglich zwei Praktika bei Rechtsanwalt
A._
beziehungsweise
B._
absolvieren. Das dabei erzielte Einkommen entspricht einem Jahreseinkommen von Fr. 30'000.-- (Rechtsanwalt
A._
; 12 x Fr. 2'500.
;
Urk.
7/516) beziehungsweise Fr. 33'000.
(
B._
; 27'500.—: 10 x 12;
Urk.
7/643)
.
Nachdem es sich bei beiden Tätigkeiten lediglich um Praktika handelte, wobei die Tätigkeit für
B._
zunächst auf drei Monate befristet war (
Urk.
7/525) und erst hernach mehrmals verlängert wurde (
Urk.
7/540),
waren
bei diesen Tätigkeiten
keine besonders stabile
n
Arbeitsverhältnisse
gegeben (vgl. E. 4.3.1). Das
Invalideneinkommen
ist deshalb
auch für die Dauer der beiden Praktika
– ausgehend von einer 30%igen Arbeits
fähigkeit -
gestützt auf
die besagten
Tabellenlöhne zu berechnen, wobei sich
für
das Jahr 2008 ein Invalideneinkommen von
Fr. 28'211.05 (Fr. 7'930.-- x 12 : 2630 x 2499 : 40 x 41,6 x 0,3)
, für
das Jahr 200
9
von
Fr. 28'809.40 (Fr. 7'930.-- x 12 : 2630 x 2552 : 40 x 41,6 x 0,3)
,
für das Jahr 2010 von
Fr. 29'114.20 (Fr. 7'930.-- x 12 : 2630 x 2579 : 40 x 41,6 x 0,3)
und für das Jahr 2011 von
Fr. 29'467.05 (Fr. 7'930.
x 12 : 2630 x 2604 : 40 x 41,7
x 0,3
)
ergibt
.
Erst a
b Beginn der Arbeitstätigkeit für
C._
entspricht das effektiv erzielte Einkommen dem Invalideneinkommen.
4.
4
Aus einer
Gegenüberstellung
des
Valideneinkommens
im Jahr 2008
von
Fr. 94'036.90
und des Invalideneinkommens von
Fr. 28'211.05
ergibt sich eine Einkommenseinbusse von
Fr. 65'825.85
und
ein Invaliditätsgrad von
70
%
(
Fr. 65'825.
85
:
Fr. 94
’
036.90
)
und somit
ein
Anspruch auf eine ganze
Invaliden
r
ente
.
Derselbe Invaliditätsgrad ergibt sich bi
s
und mit März 201
2.
Ab April 2012
, das heisst dem Zeitpunkt des Stellenantritts bei
C._
,
beläuft sich bei
einen
Valideneinkommen
von
Fr. 99’204.30
und einem Invalideneinkommen von
Fr. 39'000.
(13 x Fr. 3'000.--)
die Einkommenseinbusse auf
Fr.
60
'2
04.30
und der Invaliditätsgrad auf
gerundet 61
%.
Diese Änderung ist mit Wirkung ab April 2012 zu berücksichtigen, da ab diesem Zeitpunkt angenommen werden konnte, die Verbesserung werde voraussichtlich längere Zeit dauern (
Art.
88a
Abs.
1 IVV
; Urteil des Bundesgerichts 9C_32/2015 vom 1
0.
September 2015
E. 4.1
).
Ab April 2012 hat die Beschwerdeführerin daher noch Anspruch auf eine Dreiviertelsrente.
Ab Januar 2016, das heisst dem Zeitpunkt der Lohnerhöhung der Beschwerdeführerin
bei
C._
(vgl. 7/743), belief sich das Invalideneinkommen auf Fr. 41'600.
--
(13 x Fr. 3'200.--), woraus sich bei einem
Valideneinkommen
von
Fr. 101'318.50
ein Invaliditätsgrad von gerundet 59
%
([Fr. 101'318.50 - Fr. 41'600.--
] :
Fr. 101'318.50) und
ein
Anspruch auf eine halbe Rente ergibt.
Ab
1.
Oktober 2016
besteht
bei einem
Valideneinkommen
von
Fr. 101'318.50
und einem Invalideneinkommen von Fr. 68'640.
ein Invalidi
tätsgrad von
32
%
([Fr. 101'318.50
- Fr. 68'640.
--
]
:
Fr. 101'318.50) und somit kein Rentenanspruch mehr
.
4.5
Zusammenfassend hat die Beschwerdeführerin somit vom
1.
Dezember 2008 bis am 3
1.
März 2012 Anspruch auf eine ganze, vom
1.
April 2012 bis 3
1.
Dezember 2015 Anspruch auf ei
ne Dreiviertels- und vom
1.
Jan
u
a
r bis 3
0.
September 2016 Anspruch auf eine halbe
Invaliden
ente. Ab
1.
Oktober 2016 besteht kein Renten
anspruch mehr. In dem Sinne ist die Beschwerde teilweise gutzuheissen.
5.
5.1
Gemäss
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um die Bewilligung oder die Verweigerung von IV
-Leistungen abweichend von Art.
61 lit. a ATSG vor dem kantonalen Versicherungsgericht kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von
Fr.
200.-- bis
Fr.
1'000.-- festgeleg
t. Vorliegend sind sie auf Fr. 9
00.
anzusetzen. Es rechtfertigt sich, diese den
Parteien je zur Hälfte (je Fr.
4
5
0.--) aufzuerlegen (vgl. Urteil des Bu
ndesgerichts 8C_568/2010 vom 3.
Dezember 2010 E. 4.2).
5.2
Bei Obsiegen hat die vertretene Partei gestützt auf
§
34
Abs.
1 und 3 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht (GSVGer) Anspruch auf eine Prozessent
schädigung. Diese ist unter Berücksichtigung der Bedeutung der Streitsache und der Schwierigkeit des Prozesses festzusetzen. Unter Berücksichtigung dieser Grundsätze erweist sich eine Parteientschädigung von
Fr. 3'500.--
(inkl. Baraus
lage und Mehrwertsteuer) als angemessen. Obwohl dem Begehren der Beschwer
deführerin nur teilweise entsprochen wurde, hat ihr «Überklagen» den Prozess
aufwand nicht wesentlich beeinflusst. Von einer Kürzung der Prozessentschädi
gung ist daher abzusehen (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_568/2010 vom
3.
Dezember 2010 E. 4.1 mit weiteren Hinweisen).