# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** a04821d7-87cf-41a8-bdc3-77635e7d0895
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2013
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** 

## Facts

Sachverhalt:
1.
X._
,
geboren 1960, zuletzt seit Mai 2002 als
selbständige
Schneiderin im
Y._
tätig
(Urk. 7/2 Ziff. 5.4
, Urk. 7/11
)
,
stürzte
am 29. Dezember 2008 eine
Holztreppe hinunter, wobei sie sich eine distale Radiusfraktur am linken Handgelenk zuzog (vgl.
Schadenmeldung Urk.
7/16
/4
2
/42
)
,
und
meldete sich am 13. Mai 2009 bei der Invalidenversiche
ru
ng zum Leistungsbezug an (Urk. 7
/2).
Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, holte medizinische Berichte (Urk. 7/9
, Urk. 7/14
-15
), die Unterlagen des Krankentaggeld
versicherers (Urk. 7/5
,
Urk. 7/12
) und des Unfallversicherers (
Urk. 7/16, Urk. 7/18, Urk. 7/22
),
einen Arbeitgeberbericht (Urk. 7
/11)
und
einen Auszug aus dem individuellen Konto (IK-Auszug; Urk.
7/10)
ein
und veranlasste beim
Z._
ein orthopädisch-psychiatrisches Gutachten, welches am 19. Januar 2011 (Urk. 7/27
, Urk. 7/38
) erstattet wurde. Sodann holte die IV-Stelle
Berufs
unterlangen
(Urk. 7/30) ein
und
nahm Abklärungen für
Selbständigerwerbende
(Urk. 7/33) vor. Mit Vorbescheid vom 20. Mai 2011 (Urk.
7/36) stellte die IV
Stelle der Versicherten in Aussicht, dass kein Anspruch auf eine Inva
lidenrente
bestehe, wogegen
d
ie
se
am 29. August
2011
unter Beilage eines medi
zinischen Berichts (Urk. 7/44)
Einwände (Urk.
7/45) erhob
.
Mit Verfügung vom 4. April 2012 (Urk. 7/
53
= Urk. 2) verneinte die IV-Stelle den Anspruch der Versicherten auf eine Invalidenrente.
2.
Gegen die Verfügung vom 4. April 2012 (Urk. 2) erhob die Versicherte am 15.
Mai 2012 Beschwerde (Urk. 1) und beantragte die Ausrichtu
ng einer Invali
denrente (S. 2).
Mit Beschwerdeantwort vom 20. Juni 2012 (Urk. 6) beantragte die IV-Stelle die Abweisung der Beschwerde, was der Versicherten am 2. Juli 2012 (Urk. 8) zur Kenntnis gebracht wurde.
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts; ATSG). Die Invalidität kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 des Bun
desgesetzes über die Invalidenversicherung; IVG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit
verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beur
teilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfä
higkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Die Rente der Invalidenversicherung ist grundsätzlich eine Erwerbsausfall-Versi
cherungsleistung. Versichert ist nicht der Gesundheitsschaden an sich, sondern der durch den Gesundheitsschaden verursachte Verlust der Erwerbs
möglichkeit (Art. 1a
lit
. b IVG; Art. 7 Abs. 1, Art. 8 Abs. 1 ATSG). Umgekehrt deckt die Invalidenversicherung nur diejenigen Erwerbsverluste ab, die durch Gesundheitsbeeinträchtigungen verursacht sind, nicht Einbussen, die auf andere Gründe (z.B. wirtschaftliche, persönliche usw.) zurückzuführen sind. Der
Invali
ditätsgrad
wird deshalb bei Erwerbstätigen so bestimmt, dass das Einkommen, welches die versicherte Person ohne Gesundheitsbeeinträchtigung erzielen könnte, demjenigen Einkommen gegenübergestellt wird, das
sie
nach Eintritt des Gesundheitsschadens erzielt bzw. bei zumutbarer Tätigkeit erzielen könnte (Art. 16 ATSG; Art. 28a Abs. 1 IVG). Die Erwerbsinvalidität hängt somit nicht von der Einbusse des mutmasslichen Potenzials beziehungsweise des funk
tionellen Leistungsvermögens als solchem ab, sondern von der effektiven, gesundheitlich bedingten Einbusse im Erwerbseinkommen. Nützte der Versi
cherte im Gesundheitsfall sein wirtschaftliches Potenzial nicht voll aus, so ist dieser nicht verwertete Teil der Erwerbsfähigkeit nicht versichert. Denn wenn jemand vor Eintritt des Gesundheitsschadens aus gesundheitsfremden Gründen nur ein sehr geringes, nicht existenzsicherndes Einkommen erzielt hat und nach Eintritt des Gesundheitsschadens immer noch ein Einkommen in unveränderter Höhe erzielen könnte, so ist nicht der Gesundheitsschaden ursächlich für eine allfällige tatsächliche Einkommenseinbusse; kausal sind vielmehr die (nicht bei der Invalidenversicherung versicherten) wirtschaftlichen oder persönlichen Umstände, die bereits beim Gesunden die Erzielung eines höheren Einkommens verhindert haben (BGE 135 V 58 E. 3.4.1).
Die bundesgerichtliche Rechtsprechung schliesst nicht aus, dass auch bei Erwerbs
tätigen unter Umständen nicht auf das zuletzt erzielte Einkommen ab
gestellt wird. Das trifft bei selbstständig Erwerbenden dann zu, wenn aufgrund der Umstände mit überwiegender Wahrscheinlichkeit anzunehmen ist, dass die versicherte Person im Gesundheitsfall ihre nicht einträgliche selbstständige Tätigkeit aufgegeben und eine besser
entlöhnte
andere Tätigkeit angenommen hätte, oder dann, wenn die vor der Gesundheitsbeeinträchtigung ausgeübte
selbstständige Tätigkeit wegen ihrer kurzen Dauer keine genügende Grundlage für die Bestimmung des
Valideneinkommens
darstellt, zumal in den ersten Jahren nach Aufnahme der selbstständigen Erwerbstätigkeit üblicherweise aus verschiedenen Gründen (hohe Abschreibungsquote auf Neuinvestitionen etc.) die Betriebsgewinne gering sind. Wenn sich hingegen die versicherte Person, auch als
ihre
Arbeitsfähigkeit noch nicht beeinträchtigt war, über mehrere Jahre hinweg mit einem bescheidenen Einkommen aus selbstständiger Erwerbstätig
keit begnügt hat, ist dieses für die Festlegung des
Valideneinkommens
massge
bend, selbst wenn besser
entlöhnte
Erwerbsmöglichkeiten bestanden hätten. Das gilt auch dann, wenn beim Invalideneinkommen dem Versicherten aufgrund der Schadenminderungspflicht zugemutet wird, in eine einträglichere unselbststän
dige Tätigkeit zu wechseln (BGE
135 V 58 E. 3.4.6).
1.3
Anspruch auf eine Rente haben gemäss Art. 28 Abs. 1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betä
tigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich min
destens 40 Prozent arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 Prozent invalid (Art. 8 ATSG) sind.
Die seit dem 1. Januar 2004 massgeblichen Rentenabstufungen geben bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 Prozent Anspruch auf eine
Viertelsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 Prozent Anspruch auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 Prozent Anspruch auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 Prozent Anspruch auf eine ganze Rente (Art. 28 Abs. 2 IVG).
1.4
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gege
benenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 256 E. 4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden kön
nen (BGE 125 V 261 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E. 4b/cc).
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen
beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorak
ten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuch
tet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete die leistungsverneinende Verfügung vom April 2012 (Urk. 2)
wie folgt:
A
b dem 28. Dezember 2008
habe
sowohl in der angestammten wie auch in einer angepassten Tätigkeit keine Arbeitsfähigkeit mehr bestanden. Ab 1. Januar 2010 habe sich der Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin soweit verbessert, dass die angestammte Tätigkeit zu 65 % und eine angepasste Tätigkei
t zu 100 % zumutbar gewesen seien
. Aufgrund der gesamten Geschäftssituation sei es der Beschwerdeführerin zumutbar, das Geschäft aufzugeben
,
um die Restarbeitsfähigkeit in einer der Behind
erung angepassten Tätigkeit zum Beispiel
mit
Kontroll- und Überwachungsaufgaben zu verwerten. Da sie
aus der selbständigen Tätigkeit über die Jahre hinweg kein existenzsicherndes Einkommen
habe erwirtschaften können
,
sei
zur Berechnung des
Valideneinkommens
auf die Tabellenlöhne
zurückzugreifen. Unter Berück
sichtigung eines Leidensabzuges von 20 % resultiere ein Invaliditätsgrad von 5
%, womit kein Anspruch auf eine Rente bestehe (S. 1 f.)
.
2.2
Die Beschwerdeführerin stellte sich in ihrer Beschwerde
vom Mai 2012 (Urk. 1)
auf den Standpunkt,
d
er orthopädische Teilgutachter des
Z._
habe den Umstand, dass sie nach 15 Jahren in der Schweiz noch einen Dolmetscher benötige
, negativ bewertet, weshalb er
befangen erscheine und auf seine ortho
pädische Beurteilung nicht abgestellt werden könne (S. 5 Ziff. 3)
. Abgesehen
davon hätten sich aus dem orthop
ädischen Teilgutachten erhebliche Befunde mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit ergeben und die
Beschwerdegegne
rin
hätte den Beginn der
Wartefrist auf den 28. Oktober
2008 festlegen müssen und nicht auf das spätere Unfalldatum Ende Dezember 2008 (S. 5 f. Ziff. 4). Zudem sei nicht nachvollziehbar, dass sie ab Januar 2010 in ihrer angestamm
ten Tätigkeit als Schneider
in
zu 6
5 % und in einer angepassten Tät
igkeit zu 100
% arbeitsfähig sein soll
e
, zumal der MRT-Befund vom 14. Dezemb
er 2009 weit
aus gravierender gewesen sei
, als vom orthopädischen Teilgutachter des
Z._
dargestellt (S. 6 f. Ziff. 5). Auch habe dieser bezüglich der Knie nur
Verdachts
diagnosen
ohne Auswirkungen auf die A
rbeitsfähigkeit genannt, obwohl
im Nachhinein erhebliche Befunde hätten festgestellt werden können (S.
7 Ziff. 6). Das psychiatrische Teilgutachten des
Z._
habe zudem ausser
Acht gelassen, dass sie seit rund einem Jahr zweimal monatlich in psy
chiatrischer Behandlung sei. Ein entsprechender Bericht sei nicht eingefordert worden
,
und die Schluss
folgerungen seien nicht nachvollziehbar (S. 8 f. Ziff. 7).
Im
Übrigen
sei ihr
nicht zuzumuten, ihren im Aufbau befindlichen Betrieb aufzugeben (S. 9 Ziff. 8).
3.
3.1
Der behandelnde Hausarzt
Dr
. med.
A._
,
Facharzt FMH für Allge
meinmedizin,
diagnostizierte
in seinem Bericht vom 15. Dezember 2008 (Urk. 7/5/5)
eine
Tarsalgie
rechts
, ein
chronisches
Lumbovertebralsyndrom
sowie eine
Adipositas
.
Dr.
A._
führte aus, seit dem 23. Oktober 2008 bestehe in der zuletzt ausge
übten Tätigkeit eine Arbeitsunfähigkeit von 100 %, da die Beschwerde
führerin an starken belastungs
abhängigen und den Gang behindernden Schmerzen an der rechten Ferse leide
(vgl. Urk. 7/1)
.
In seinem Bericht vom 23.
Juli 2009 (Urk. 7/14
) stellte Dr.
A._
folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (Ziff. 1.1):
Ganzkörperschmerzsyndrom
Lumbalgie seit Jahren, heute
Panvertebralsyndrom
Tarsalgie
beidseits
Gonarthrosen
Adipositas
Status nach Radiusfraktur links Dezember 2008, operiert, leichter
Sudeck
Als Diagnose ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit nannte er eine mittelgra
dige beidseitige
sensoneurale
Schwerhörigkeit.
Die Beschwerdeführerin sei seit 1995 bei ihm in Behandlung, wobei die letzte Kontrolle am 23. Juli 2009 erfolgt sei (Ziff. 1.2).
Seit dem 23. Oktober 2008 bestehe in der zuletzt ausgeübten Tätigkeit als Nähe
rin eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit (Ziff. 1.6).
Die bisherige Tätigkeit sei der Beschwerdeführerin aus medizinischer Sicht nicht mehr zumutbar
(Ziff. 1.7). Die Beschwerdeführerin sehe nicht
,
wie sie eine Arbeit aufnehmen könnte, so lange die Schmerzen weiterbeständen (Ziff. 1.9).
Eine wechselbelastende Tätig
keit sei der Beschwerdeführerin
noch im Umfang von 5 Stunden
pro Tag
zumutbar
(Ziff. 3).
3.
2
Die Ärzte des Spital
s
B._
nannten
in ihrem nach
Hospitalisation
der Beschwerde
führerin vom 6. bis 8. Januar 2009 verfassten
provisorischen
Aus
trittsbericht
vom 8. Januar 2009 (Urk. 7/
5/4
= Urk. 7/16/34
) als Diagnose eine distale Radiusfraktur links. Die Operation
(offene Reposition und
palmare
Plat
tenosteosynthese
)
sei am 6. Januar 2009 erfolgt
(vgl. Urk.
7/15/2-3)
. Der Verlauf sei komplikationslos gewesen
,
und es habe sich eine regelrechte
Röntgenkon
trolle
gezeigt. Die Beschwerdeführerin sei am 8.
Januar 2009 in gutem
Allge
meinzustand
und mit reizlosen Wundverhältnissen nach Hause entlassen wor
den.
I
n ihrem Kurzbericht vom 6. April
2009 (Urk. 7/16/27-28) diagnostizierten die Ärzte
des Spitals
B._
ein
komplexes regionales Schmerzsyndrom
(
CRPS
)
bei distaler Radiusfraktur und
palmarer
Plattenosteosynthese vom 6. Januar 2009.
Es werde eine erneute
Predison
- und
Micalcicbehandlung
durchgeführt.
Vom 29. Dezember 2008 bis 1. Mai 2009 sei die Beschwerdeführerin in ihrer zuletzt ausgeübten Tätigkeit als Schneiderin zu 100 % arbeitsunfähig (S. 1).
Am
18
.
Juni
2009 (Urk. 7/16/13-14
)
berichteten die Ärzte
des Spitals
B._
,
dass
sich die
Beschwerdeführerin
sehr leidend gegeben habe
(S. 1). Trotz intensiver medikamentöser sowie physiotherapeutischer Behandlung sei es subjektiv nahezu zu keiner Verbesserung gekommen. Objektiv habe der
Bewegungsum
fang
verbessert werden
können,
und auch die rad
iologische Kontrolle zeige eine
zumindest stabile
Osteopenie
. Ob diese
Osteopenie
im Sinne einer
Entlastungs
osteopenie
zu qualifizieren
oder wirklich einem CRPS zuzuordnen sei, sei schwierig zu sagen.
Ab dem 22. Juni 2009 sei ein Arbeitsversuch mit einer 50%igen Arbeitsunfähigkeit festgelegt worden. Es werde um eine
s
econd
opinion
gebeten (S. 2).
Am 5. August 2009 (Urk.
7/16/4-5 = Urk.
7/18/19-20) führten die Ärzte
des
Spitals
B._
aus, ein Arbeitsversuch mit einem Pensum von 50 % sei geschei
tert und die Arbeitsunfähigkeit müsse auf 75 % hochgestuft werden (S. 1 unten).
Nach am 1. Oktober 2009 erfolgter Metallentfernung berichteten die Ärzte
des Spitals
B._
am 6. Januar 2010 (Urk. 7/22/14-15), die Beschwerdeführerin habe bei der ersten Verlaufskontrolle eine massive Besserung der
Schmerzsymptoma
tik
angegeben. Nun habe sie jedoch wieder mehr Sc
hmerzen bei Belastung (S.
1). Das
Arthro
-MRI des linken Handgelenks vom 14. Dezember 2009 (vgl. Urk. 7/22/18) habe eine deutliche posttraumatische Arthrose insbesondere im Bereich des Radius gezeigt sowie unter anderem eine deutliche Überlänge der
Ulna
mit
Sklerosierung
des
Triquetrum
. Das Röntgen des Handgelenks links vom 5. Januar 2010 (vgl. Urk. 7/22/17) habe eine knöchern konsolidierte Fraktur in guter Stellung gezeigt und einen prominenten Gelenksspalt zwischen Radius und
Scaphoid
. Hier finde sich keine
scapholunäre
Dissoziation.
Vom 1.
Januar 2009 bis 28. Februar 2010 sei die Beschwerdeführerin zu 100 % arbeitsunfähig (S. 2).
Am 9. Februar 2010 (Urk. 7/22/11-13) stellten die Ärzte
des
Spitals
B._
fol
gende Diagnosen:
ulnares
Impaktionssyndrom
bei Überlänge der distalen
Ulna
links mit Belastungsschmerzen
Status nach
palmarer
Plattenosteosynthese einer distalen intraartikulä
ren Radiusfraktur links vom 6. Januar 2009, im Verlauf
Auftreten eines CRPS I,
Osteosynthese-Materialentfernung vom 1. Oktober 2009 (vgl. Urk.
7/22/19-20)
aktuell ausgeprägte
Kettentendinose
der oberen Extremität (beidseitig mit Linksbetonung
Adipositas
Die
ulnaren
Schmerzen der Beschwerdeführerin seien reproduzierbar und auch in der Lokalisation präzise. Die belastungsabhängigen Schmerzen
radiopalmar
auf Höhe des radiokarpalen Gelenkes dürften am ehesten auf der dortigen Knorpelläsion beruhen, im Sinne einer posttraumatischen Arthr
ose. Die
ulnaren
Schmerzen seien
als
ulnares
Impaktionssyndrom
eindeutig
provozierbar
und korrelierten ebenfalls mit den Röntgen respektive MRI-Befunden. Angesichts der Gesamtsituation mit den multipelsten Schmerzpunkten und gesamthaft leidender Beschwerdeführerin sei es fraglich, in wieweit sie von einer
Ulna-Ver
kür
zungsosteomie
profitieren würde.
Eine wesentliche Verbesserung des ges
amten Zustandsbildes
ergäbe sich
durch diese Operation kaum
. Der Be
schwerdeführerin sei zu einer lo
kalen Depot-Steroidinjektion geraten worden (S. 2).
In ihrem Bericht vom 10. März 2010 (Urk. 7/22/9-10)
ergänzten die Ärzte
des Spitals
B._
die einen Monat zuvor gestellten Diagnosen um ein
g
eneralisiertes Schmerzsyndrom im Nacken-
/
Schulter-Armbereich beidseits mit Ausbildung einer beidseitigen
Kettentendinose
und den
Verdacht auf
eine
depressive Ent
wicklung
.
Die Beschwerdeführerin sei durch die Steroid-Injektion in
das linke Handgelenk deutlich b
eschwerdeärmer geworden und habe weniger Belastungsschmerzen. Im Vordergrund stünden für die Beschwerdeführerin aktuell diverse
Schmerz
punkte
an der oberen Extremität beidseitig, welche nach ihren Angaben vom Nacken ausgingen. Die Beschwerdeführerin sei in der
C._
in Behandlung und werde dort auch noch weiter abgeklärt.
Von Seiten der Radiusfraktur links sei ein Endzustand erreicht. Trotz intraartiku
lärer Fraktur habe ein gutes anatomisches Resultat erreicht werden können, wie es auch die bildgebenden Untersuchungen vom Dezember 2009 bestätigt hätten (S. 1).
Von Seiten des linken Handgelenkes sei leichtere manuelle Arbeit zumutbar und sicherlich ohne Gefährdung der Gesundheit möglich, auch wenn dies im Rahmen
d
er Gesamtsituation nicht bes
chwerdefrei möglich sein werde (S. 2).
3.3
Dr. med.
D._
,
Facharzt FMH für
Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates
, führte in seinem Bericht vom 7. April 2009 (Urk.
7/5/1
=
Urk.
7/9/6) aus, die Beschwerdeführerin habe sich wegen seit 4 bis 5 Jahren anhaltenden Schmerzproblemen in beiden Fersen gemeldet und klage täglich über die typische Fersenspornproblematik
mit morgendlichem Anlaufschmerz
, aber auch Schmerzen nachts so
wie über Schwellungen
der
bei
de
n
oberen Sprunggelenke abends.
Sie
arbeite theoretisch als Schneiderin in einer Grossschneiderei in
E._
,
wo sie offensichtlich körperlich gefordert werde. Seit etwa Januar dieses Jahres sei sie aber nach einem Unfall mit Osteo
synthese am linken Handgelenk zu 100 % arbeitsunfähig geschrieben. Es habe sich eine deutlich übergewichtige Patientin mit einem kleinschrittigen
,
schwer
fälligen
Gangbild
gezeigt.
Sie
habe bereit
s
Einlagen, welche sie konsequent tra
gen solle. Dr.
D._
führte aus, er habe sich geweigert, der Beschwerdeführerin wegen dieser Fersenspornproblematik eine 100%ige Arbeitsunf
ähigkeit zu attestieren, welche
sie ja ohnehin von der Osteosynthese
her an der Hand
habe.
Gemäss Kontrollkarte für die Arbeitsunfähigkeit zuhanden des
Krankentaggeld
versicherers
attestierte Dr.
D._
der Beschwerdeführerin ab 7.
April 2009 eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit und ab 1. Mai 2009 eine 100%ige Arbeitsfähigkeit (vgl. Urk. 7/12/19).
3.4
Am 17. Juni 2009 erstattete Dr. med.
F._
,
Facharzt FMH für Innere Medizin und für Rheumatologie, das vom Krankentaggeldversicherer veran
lasste Gutachten (Urk. 7/12/3-15). Er
stellte folgende Diagnosen
(S. 5 f. Ziff. 4):
Ganzkörperschmerzsyndrom mit inkonsistenten Tenderpoints, nicht einer echten
Fibromyalgie
entsprechend
,
bei ebenfalls fehlenden Begleit
symptomen
o
bjektiviert
cervikale
degenerative
Osteochondrose
mittleren Grades C5/C6
leichte rechtskonvexe Brustwirbelsäulen
/
Lendenwirbelsäulen
-Skoliose
,
mini
male lumbale Spondylose
l
eichte mediale symptomarme
Gonarthrosen
b
eidseitiger Fersensporn, in der Untersuchung beschwerdearm wirkend, trägt entlastende
Fersentalonetten
Status nach Treppensturz
am 29. Dezember 2008
mit distaler
mehrseg
mentärer
intraartikulär reichender Radiusfraktur, klinisch für
Haltfunk
tion
bereits ausreichend belastbar, noch teileingeschränkt mit leicht verminderter
schonungsbedingter
Handkraft, in Behandlung in der chi
rurgischen Poliklinik im Spital
B._
Adipositas mittleren Grades
Dr.
F._
führte aus,
die Beschwerdeführerin sei gesamthaft als selbständige Schneiderin zu 80 % arbeitsfähig. Vermehrte Pausen und allenfalls leicht ver
minderte Leistung bedingten grosszügig bemessen eine Gesamteinschränkung von geschätzt maximal 20 %. Für einfache Haltefunktionen bei Rech
tshändig
keit sei die linke Hand
verwertbar. Bei im wesentlichen Teilen klinisch inkon
sistenten Untersuchungsbefunden, im Ausmass nicht erklärbarer angeblicher Behinderung
, sei
der angegebene Ganzkörperschmerz und die klinisch
fibromy
algische
Schmerzempfindlichkeit im angegebenen Ausmass nicht begründbar mit Verdacht einer zusätzlichen Schmerzverarbeitungsstörung, allenfalls mit hintergründigem Rentenwunsch (S.
9 oben).
Selbständig im eigenen Atelier arbeitend, seien die
belastenderen
Tätigkeiten (Bügeln, Zusch
n
eiden stehend) frei
einteilbar
, im Wechsel m
it den besser zu ertragenden sit
z
e
nden Näharbeiten. Zudem könnten letztere mit betrieblichen Anpassungen zumindest teilweise auch sitzend ausgeübt werden
. Insbesondere
führten
die beklagten therapieresistenten Fersenspornschmerzen aufgrund des heutigen Untersuchungsbefundes ebenso wie damals von Dr.
D._
im April 2009
(vorstehend E. 3.3)
beurteilt,
zu
keine
n
höhergradige
n
Bee
inträchtigungen als Schneiderin
.
Grundsätzlich vorbehalten bleibe die Einschätzung der Unfall
folgen durch das Spital
B._
, wobei eine Konsultation am 18. Juni 2009 statt
finde
(S. 10 oben
, S. 10 unten
).
Einem CRPS entsprechend sei klinisch die Unfallhand allerdings ausreichend belastbar für Haltefunktionen, wie sie beim Nähen, Zuschneiden und Bügeln benötigt würden.
Tätigkeiten,
i
m Rahmen derer
die die zumutbare Hebekraft von 8 kg beidhändig ab Boden auf Tischhöhe und 2 mal 2 kg beidseitig geho
ben von Tisch bis Schulterhöhe nicht überschr
it
ten
werde
, seien für die Beschwerdeführerin als machbar anzunehmen. Als Rechtshänderin wirke sich bei
m
Nähen die allenfalls leicht behinderte Feinmotorik der Unfallhand links bei Rech
t
shändigkeit doch nicht massgebend
höhergradig
aus.
Die beklagten Rückenbeschwerden stünden befund- und beschwerdemässig ent
sprechend der klinischen Untersuchung völlig im Hintergrund.
In psychischer
Hinsicht
sei
ihm
als Nicht-
Psychiater keine die Arbeitsfähigkeit einschränkende Ver
änderung in der Untersuchung aufgefallen (S. 10 Mitte).
Eine 80%ige Aufnahme der beruflichen Tätigkeit oder einer anderweitig adap
tier
ten Tätigkeit würde die Gesundheit der Beschwerdeführerin in keiner Weise schädigen, insbesondere nicht bezogen auf die beklagten
Ganzkörperbe
schwerden
, Wirbelsäulen-, Knie- und Fersenschmerzen
(S. 11 oben)
.
Auch in e
iner anderweitigen Tätigkeit, bei derzeit medizinisch
nicht notwendi
gem Berufswechsel
,
bestehe ebenfalls eine 80%ige Gesamtarbeitsfähigkeit (S. 11 Ziff. 10).
Die gesamthaft 80%ige Arbeitsfähigkeit in der angestammten und allenfalls auch in der adaptierten Tätigkeit sei mit vorliegendem Gutachten gesichert ab 12. Juni 2009 zumutbar, vorbehalten die am 18. Juni 2009 erfolgende
Neu
beurteilung
der Unfallhand am 18. Juni 2009
im Spital
B._
( S. 12 Ziff. 10d).
Die Beschwerdeführerin scheine zu einer Sch
merzgeneralisierung im Sinne einer Schmerzverarbeitungsstörung zu neigen.
Dafür spreche
auch das vom Spital
B._
angenommene CRPS der linken Hand (S. 12 Ziff.
12).
3.
5
Die Ärzte der
C._
stellten in ihrem Bericht vom 16. Novem
ber 2009 (Urk. 7/18/5-7) folgende Diagnosen (S. 1):
persistierende Handschmerzen links mit Ausstrahlung in Unterarm, Ober
arm, Schulter bis in den Nacken nach Osteosynthese einer
Radius
fraktur
13. August 2009: kein Hinweis für CRPS
Adipositas durch übermässige Kalorienzufuhr
Kalkaneusspo
r
n
beidseits
Kreuzschmerz mit Ausstrahlung in beide Oberschenkel
myofaszieller
Genese
Nackenschmerzen
myofaszieller
Genese
Die Ärzte führten aus, dass es aktuell keine Hinweise für das Vorliegen eines CRPS oder auch eines neuropathischen Schmerzsyndroms am linken Arm gebe. Für das Vorliegen einer Läsion innerhalb des Nervensystems als Ursache des sensiblen
Hemisyndroms
links habe sich sowohl klinisch-neurologisch wie auch elektrophysiologisch kein Hinweis ergeben. Es handle sich hierbei um eine funktionelle Störung, wie sie häufig bei chronischen Schmerzsyndromen vor
gefunden werde. Eine spezifische Diagnose wie zum Beispiel ein CRPS lasse sich davon nicht ableiten (S. 2 unten).
In ihrem Bericht vom 22. Dezember 2009 (Urk. 7/22/21-24) ergänzten sie die bereits gestellten Diagnosen um einen Armschmerz rechts, welcher neurologisch nicht zuordenbar sei, Differenzialdiagnose
myofascielle
Genese (S. 1).
3
.
6
A
m 19. Januar 2011
erstatteten Dr. med.
G._
,
Facharzt FMH für
Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates
, und Dr. med.
H._
,
Facharzt FMH für Psychiatrie und für Psychothera
pie,
das von der Beschwerdegegnerin veranlasste orthopädisch-psychiatrische Gutachten (Urk. 7/27
/1-54
).
Sie stellten zusammenfassend folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (
S. 30 Ziff. 8.1):
Diskusprotrusion
mit
Einengung des
Neuroforamens
C3/4 und C4/5 beid
seits rechtsbetont sowie bilateraler
foraminaler
Einengung C5/6 und möglicher Reizung der Nervenwurzel C4/5 rechts sowie C6 beidse
its mit Spondylose C4/5 bis C6/7
Disk
ushernie L5/S1 rechts lateral mit Kontakt zur Nervenwurzel S1
reces
sal
rechts und vermutlich auch der Nervenwurzel L5
foraminal
rechts sowie hypertrophe Facettengelenksarthrosen tief lumbal
l
eichter
Ulnavorschub
bei Status nach Osteosyn
these einer distalen
i
ntra
ar
ticulären
mehrfragmen
tären Radiusfraktur links Dezember 2008 mit minimaler TFCC-
Läsion sowie Zysten im Os
naviculare
und OS
lunatum
Fersensporn bei Senk-/Spreizfuss beidseits
Adipositas
Anpassungsstörungen mit längerer depressiver Reaktion, bestehend seit etwa Januar 2009 mit Übergang in eine chronisch depressive Verstim
mung im Sinne einer
Dysthymie
(ICD-10 F43.21
, F34.1)
a
nhaltende
somatoforme
Schmerzstörung, bestehend seit 2009
Sie nannten folgende Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (S.
30 Ziff. 8.2):
Verdacht auf
Chondropathie
des rechten Kniegelenkes bei Nullachse
Die begutachtenden Ärzte führten aus, in der bisherigen Tätigkeit als Schneide
rin habe seit dem 29. Dezember 2008 im Rahmen der postoperativen Rehabili
tation nach Osteosynthese einer distalen
intraarticulären
Radiusfraktur links eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit bestanden. Seit Januar 2010 bestehe gesamt
haft bei voller Stundenpräsenz eine Arbeitsfähigkeit von 65 % (Arbeitsunfähig
keit von 35 %), da vorwiegend sitzende Tätigkeiten mit häufig inklinierten Kör
perhaltungen nicht mehr vollumfänglich zugemutet werden könnten (S. 31 Ziff.
9.1)
.
K
örperlich leichte Tätigkeiten in temperierten Räumen, die abwechslungsweise sitzend und stehend ausgeübt werden könn
t
en, ohne dass dabei häufig inkli
nierte und
reklinierte
sowie rotierte Körperhaltungen eingenommen und Gegen
stände über 5 kg gehoben oder getragen werden müss
t
en
,
und die nicht mit
Kraft
anwendung
des linken Handgelenks
verbunden seien
,
sowie Arbeiten ohne erhöhte emotionale Belastung, ohne Stressbelastung, ohne erforderliche geistige Flexibilität, ohne erforderliche überdurchschnittliche Konzentrationsfä
higkeit und ohne überdurchschnittliche Dauerbelastung könn
t
en gesamthaft bei voller Stundenpräsenz seit Januar 2010 vollumfänglich (
Arbeitsunfähigkeit
0
%) zugemutet werden. Im Rahmen der posto
perativen Rehabilitation habe
auch in adaptierten Tätigkeiten vom 29. Dezember 2008 bis Dezember 2009 bei voller Stundenpräsenz ei
ne volle Arbeitsunfähigkeit bestanden (S. 31 Ziff. 9.2).
Die begutachtenden Ärzte führten aus, dass die von Dr.
A._
(vorstehend E. 3.) attestierte Arbeitsunfähigkeit ihrer jetzigen gutachterlichen Einschätzung entspreche. Die Begutachtung des Rheumatolog
en Dr.
F._
vom Juni 2009 (vorstehend E. 3) sei nicht umfassend
,
und speziell die Wirbelsäulendiagnosen seien nur ungenau gestellt worden, weshalb die jetzigen Diagnosen verpasst worden seien. Auf Handgelenksaufnahmen sei e
benfalls verzichtet und dennoch
sei eine Beurteilung des linken Handgelenkes vorgenommen worden. Dement
sprechend könne die von Dr.
F._
festgehaltene Arbeitsunfähigkeit nicht nachvollzogen werden, speziell dass auch in adaptierter Tätigkeit eine 20%ige Einschränkung der Arbeitsfähigkeit vorliegen solle. Das aus internistisch-rheu
matologischer Sicht beschriebene Ganzkörperschmerzsyndrom könne aus psy
chiatrischer Sicht einer anhaltenden
somatoformen
Schmerzstörung zugeordnet werden, nach dem die Schmerzen nicht vollumfänglich erklärt werden könnten (S. 31 f. Ziff. 9.3).
Integrationsmassnahmen seien aufgrund der mangelnden Motivation und der Selbstlimitierung zum jetzigen Zeitpunkt wenig aussichtsreich (S. 33 Ziff. 9.6)
. Die Arbeitsfähigkeit sei primär durch ein somatisches Leiden mit Krankheitswert eingeschränkt. Ein Überwiegen von psychosozialen Faktoren sei nicht anzu
nehmen, obwohl erhebliche psychosoziale Faktoren wie familiäre Probleme und Partnerprobleme sowie mangelnde Integration und mangelnde Sprachbeherr
schung nach 15 Jahren in der Schweiz vorlägen (S. 33 Ziff. 9.7).
3.
7
Die Ärzte der
I._
stellten in ihrem
Bericht vom 28. Juni 2011 (Urk. 7/44)
folgende Diagnosen (S. 1):
1.
Schulter-Arm-Syndrom
Differenzialdiagnose Schmerzausweitung der Handgelenksschmerzen bei posttraumatischer Arthrose und
ulnarem
Impaktionssyndrom
Status nach offener Reposition und
palmare
r
Plattenosteosynthese am 6.
Januar 2009 bei distaler Radiusfraktur nach Sturz von einer
Holz
treppe am 29. Dezember 2008
Status nach OSME am 1. Oktober 2009 (Spital
B._
)
aktenanamnestisch Verdacht auf komplexes regionales Schmerzsyndrom
(CRPS I) mit entsprechender Behandlung (oraler Steroidstoss, Antiphlo
gistika ,
Miacalcic
- Nasenspray, Physiotherapie)
ulnares
Impaktionssyndrom
bei Überlänge der distalen
Ulna
links mit Belastungsschmerzen
Arthro
-MRI Handgelenk links 14. Dezember 2009 (Spital
B._
):
deutli
che posttraumatische Arthrose insbesondere im Bereich des Radius. Deutliche Überlänge der
Ulna
mit
Sklerosierung
des
Tri
quetrum
Test-Infiltration am 9. Februar 2010 (Spital
B._
)
sehr gutes Anspre
chen
2.
Fibromyalgie
Differenzialdiagnose bei deutlichem Vitamin D-Mangel,
Dekondi
tio
nierung
Dolorimetrie
vom 4. Mai 2011 mit 12/24 positiven Punkten, 2/8 Kon
troll
punkte
lumbovertebrales
b
i
s -
spondylogenes
Schmerzsyndrom sowie
cervico
ver
tebrales
und
cervicocephales
Schmerzsyndrom
Fehlhaltung bei Hyperlordose und Muskelinsuffizienz
Coccygodynie
3.
Vitamin D-Mangel
4.
Adipositas, BMI 33kg/m
2
5.
depressive Stimmungslage
regelmässige Konsultation
bei
Dr.
J._
Die Ärzte führten aus, die Beschwerdeführerin sei am 12. April, am 2. Mai und am 27. Juni 2011 in ihrer Sprechstunde gewesen. Die Zuweisung sei durch das
C._
veranlasst worden mit der Bitte zur wei
teren Behandlung und gegebenenfalls Einschluss in eine
Fibromyalgie
-Gruppe (S. 1).
Die Beschwerdeführerin habe ein normales
Gangbild
mit normalem
Fuss
abrollen
gezeigt und sei während des
dreissigminütigen
Anam
n
esegespräches ruhig dagesessen. Das Entkleiden sei flüssig mit problemloser Armabduktion und begleitender Innenrotation beim Ausziehen des Oberteiles, guter
Lenden
w
irbelsäulen-Flexion
und bei O c
m Fuss-Boden-Abstand beim Ausziehen der Socken bei gleichzeitig gestreckten Beinen erfolgt (S. 3 unten). Gemäss der Anamnese und des Beschwerdeverlaufes bestehe ein chronisches Schulter-Arm-Syndrom ausgehend von den Handgelenksschmerzen nach operativer Versor
gung einer Radiusfraktur
mit anschliessender Schmerzausweitung. Trotz ander
weitigen Beschw
erden, wel
che seit dem Unfallereignis bestünden, sei die Beschwerdeführerin durch die Arm-Schmerzen und
Rückenschmerzen einge
schränkt. Gemäss d
en vorli
e
genden Akten sei im Rahmen der persistierenden Handgelenksschmerzen eine ausführliche Abklärung erfolgt und es sei die Diagnose eines
ulnaren
Impaktionssyndrom
bei Überlänge der distalen
Ulna
links mit Belastungsschmerzen formuliert
worden
. Die Test-Infiltration vom 9.
Dezember 2010 habe denn auch zu einer prompten Schmerzfreiheit geführt. In diesem Rahmen empfehle sich eine erneute Zuweisung in die
hand
chirurgische
Sprechstunde mit der Frage nach einer
Ulnaverkürzungs
osteo
tomie
, welches bereits vorgeschlagen worden sei. Die Rückenschmerzen liessen sich durch eine Fehlhaltung bei muskulärer Insuffizienz erklären. Die
Zu
weisungs
d
iagnose
einer
Fibromyalgie
habe
sich gemäss der veranlassten
Do
lori
metrie
bestätigen
lassen
. Diffe
rentialdiagnostisch könnten die
Weichteil
schmerzen
aber auch im Rahmen eines deutlichen Vitamin D-Mangels und der allge
meinen
Dekonditionierung
auftreten. Empfohlen werde eine konsequente medi
zinische Trainings-Therapie
und die regelmässigen psychiatrischen Kon
sul
tationen (S. 4 Mitte).
3.8
Dr.
G._
führte in seiner Stellungnahme vom 3. November 2011 (Urk.
7/48) zum Bericht der Ärzte des
I._
(vorstehend E. 3.7
) aus, die Diagnose Schulter-Arm-Syndrom sei eine unspezifische Diagnose, die dementsprechend therapeutisch nicht verwertbar sei, da die Ursache der Beschwerden damit nicht klar definiert worden sei. Zudem sei differentialdiagnostisch eine
Schmerzaus
weitung
bei posttraumati
scher Arthrose und
ulnarem
Impak
tionssyndrom
erwähnt worden, wobei vergessen worden sei anzugeben, ob rechts oder links. Dass die Differen
tialdiagnose „Schmerzausweitung
“ erwähnt werde
, zeige, dass die
Ärzte
des
I._
die Ursache der Schmerzen nicht definitiv einordnen könn
t
e
n
.
Weshalb die
I._
von einer Arthrose spreche bleibe unklar, zumal das letz
te MRI der linken H
and vom 22. Dezember 2010 noch keine Arthrose gezeigt habe, sondern lediglich zystische Defekte in den Handwurzelknochen und einen winzigen Defekt im radialen TFCC. Nachdem das TFCC also nur e
ine winzige Läsion aufweise, sei
die Diagnose leichter
Ulnavorschub
r
espektive leichtes
ulnares
Impak
tionssyndrom
korrekt. Die Diagnose
Fibromyalgie
sei längst überholt und mittlerweile obsolet und die entsprechenden Beschwerden würden nicht mehr vom Rheumatologen sondern vom Psychiater beurteilt. An der gutachterlichen Beurteilung vom 16.
November 2010 werde festgehalten.
3.9
Dr.
H._
führte in seiner
Stellungnahme vom 11. November 2011 (Urk. 7/49) aus, dass nach Studium der Aktenunterlagen, der Anamneseerhebung und
d
er ausführlichen psychiatrischen Untersuchung die Diagnosen eindeutig hätten
gestellt werden können und auch berücksichtigt worden
sei
, dass sich die Beschwerdeführerin in regelmässiger psychiatrischer Behandlung b
efunden und eine antidepressive
, schmerzlindernde Medikation erhalten habe. Damit bestehe kein Bedarf, zusätzliche Befunde beim behandelnden Psychiater einzufordern, da keine zu
sätzlichen Aspekte zu erwarten
seien.
Die unterschiedlichen Einschätzungen der Arbeitsfähigkeit in angestammter und in angepasster Tätigkeit seien aus psychiatrischer Sicht durchaus nachvollzieh
bar. Bei einer angepassten Tätigkeit handle es sich um eine medizinisch-theore
tische Einschätzung unter dem im Gutachten beschriebenen Leistungsprofil. Aus
dem Arztbericht des
I._
vom Juni 2011 (vorstehende E.
3
.7
) ergäben sich aus psychiatrischer Sicht keine neuen Aspekte. Die Diagnose
Fibromyalgie
sei inzwischen überholt und entspreche einer anhaltenden
somatoformen
Schmerz
störung
. Bezüglich der depressiven Stimmungslage seien keine näheren Aus
führungen gemacht worden. Zusammenfassend könne aus psychiatrischer Sicht festgestellt werden, dass sich gegenüber dem psychiatrischen
Teilgutach
ten
vom 16. November 2010 keine Änderung der Einschätzung der Arbeitsfä
higkeit ergebe
(S. 2)
.
3.10
Dr. med.
K._
, Facharzt FMH für Chirurgie,
führte in seinem
Bericht vom 2. Februar 2012 (Urk. 3
) aus, die Beschwerdeführer
in
stehe seit dem 15. Mai 2011 in seiner Behandlung. Die Abklärung des primär
schmerzdomi
nanten
rechten Kniegelenkes habe eine
n
Riss des Innenmeniskus, eine
retropa
telläre
Chondropathie
und eine
Chondropathie
des m
edialen
Tibiaplate
a
u
s
erge
ben. Am 27. September 2011
sei
die
Hinterhornresektion
des medialen Meniskus am rechten Knie
arthroskopisch
saniert
worden
.
Der postoperative Verlauf sei unkompliziert gewesen und die Besch
w
erdeführe
rin sei dort nun weitgehend beschwerdefrei (S. 1 Mitte).
Ende Oktober 2011 habe die Beschwerdeführerin dann über Schmerzen im Bereich des Trochanter
major
femoris
rechts sowie über Rücken- u
nd Knie
schmerzen links geklagt.
Die Abklärungen der Lendenwir
belsäule hätten im MRI eine Disk
ushernie L5/S1 rechts mit Nervenwurzelaffektion L5/S1, daneben eine hypertrophe
Interver
tebralgelenksarthrose
gezeigt. Diesbezüglich habe er um eine entsprechende Facettengelenksinfiltration gebeten.
Am 17. Januar 2012 habe er die Ar
thr
oskopie beider Menisken am linken Knie vorgenommen. Auch hier sei der primäre postoperative Verlauf bisher kompli
kationslos gewesen. Die bis zum Unfallereignis angeblich gesunde Frau zeige weiterhin posttraumatisch aufgetretene psychische Störungen, weshalb
sie
in
psychiatrischer Behandlung sei, wobei ihm diesbezügliche Unterlagen nicht zur Verfügung stünden (S. 1).
Zusammenfassen
d
lägen
in beiden Kniegelenken
sowohl degenerative Verände
ru
ngen als auch Meniskusrisse vor und die Diskushernie sei ebenfalls erst nach dem Unfall aufgetreten (S. 2).
4.
4.1
Es ist u
nbestritten
und steht aufgrund der Akten fest
, dass die Beschwerdeführe
rin in ihrer angestammten Tätigkeit als Schneiderin seit dem Unfallereignis
höchstens
noch eingeschränkt (vorstehend E.
3.1-
2, E. 3.4, E
.
3.6) arbeitsfähig ist.
Strittig und zu
prüfen ist, wie es sich mit der Arbeitsfähigkeit in einer behinderungsangepassten Tätigkeit verhält.
Die Beschwerdegegnerin stützte sich in ihrer leistungsverneinenden Verfügung vom April 2012 (Urk. 2) im Wesentlichen auf das
Z._
-Gutachten vom Januar 2011 (vorstehend E. 3.6), wonach seit dem 28. Dezember 2008 sowohl in der angestammten Tätigkeit als Schneiderin als auch in einer angepassten Tätigkeit keine Arbeitsfähigkei
t mehr gegeben gewesen sei. Ab
1. Januar 2010 wurde ein verbesserter Gesundheitszustand angenommen und in der angestammten Tätig
keit von
einer Arbeitsfähigkeit von
65 % und in jeder angepassten Tätigkeit von einer
solchen von
100
% ausgegangen.
4.2
Das
Z._
-Gutachten (vorstehen
d E. 3.6) berücksichtigt die von der
Beschwer
de
führerin geklagten Beschwerde
n
und setzt sich mit diesen umfas
send aus
einander. Es wurde in Kenntnis der wesentlichen
Vorakten
abgegeben, leuchtet in der Darlegung der medizinischen Situation ein, und die Schlussfol
gerung ist in nachvollziehbarer Weise begründet. Es erfüllt daher die Anforde
rungen an eine beweiskräftige Expertise (vorstehend E. 1.4), weshalb grundsätz
lich darauf abgestellt werden kann.
Die Beschwerdeführerin
brachte
gegen
das
Z._
-Gutachten
vor
(vorstehend E.
2.2),
dieses sei nicht verwertbar
, da
sich
der
or
thopädisch begutachtende Arzt
unsachlich über ihr
e Sprachkenntnisse geäussert
und wesentliche Kni
ebefunde ausser Acht gelassen habe
.
Diesbezüglich ist zu sagen, dass d
ie Äusserung
en
zu den Sprachken
ntnissen der Beschwerdeführerin
zwar nicht angebracht
waren,
jedoch kein
en
Grund
dar
stellen
, welcher auf
Befangenheit
des Gutachters schliessen lassen würde
.
Betreffend die durch Dr.
K._
(vorstehend E. 3.10)
im Februar 2012 aufge
führten Kniebefunde
ist zu beachten, dass
sich
anlässlich der klinischen
Unter
suchu
ng
durch Dr.
G._
Mitte November 2010 ergänzt durch die angefer
tigten
Röntgenaufnahmen
noch keine Anzeichen dafür
gezeigt
h
ä
tten
, dass
die Einschränkungen in den Knien
einen
Einfluss auf die Ar
beitsfähigkeit
hätten
.
Auch
Dr.
K._
sprach
nicht von einer daraus res
ultierender Einschränkung der Arbeitsfähigkeit
.
In Bezug auf das psychiatrische Teilgutachten von Dr.
H._
rügte die Beschwerdeführerin
weiter
, dass dieser keinen
Bericht der
behandel
n
den
Psy
chiaterin ein
ge
ho
lt habe
. Zwar sind zur Abklärung einer psychischen
Störungen eine Fremdanamnese ebenso wie (schriftliche oder mündliche) Auskünfte der behandelnden Ärzte häufig wünschenswert, jedoch nicht zwingend erforderlich (Urteil des Bundesgerichts 9C_482/10 vom 21. September 2010, E. 4.1, mit Hin
weisen)
. Den übrigen Akten sind
überdies
keine Hinweise zu entnehmen, welche auf eine schwerwiegendere Problematik als die von den
Z._
-
Gutachtern diagnostizierte
Dy
sthymie
schliessen lassen würden
. Auch hat es die Beschwer
deführerin ihrerseits konsequent unterlassen, einen entsprechenden Bericht ein
zureichen. Sie wurde anlässlich der psychiatrischen
Z._
-Begutachtung
ein
gehend
abgeklärt,
wobei
Dr.
H._
da
rum
wusste
, dass sich die Beschwerde
führerin
in p
sychiatrischer Therapie befand
(vgl. vorstehend E.
3.9)
. Alles in Allem vermag demzufolge die von der Beschwerdeführerin vorgebrachte Kritik die Verwertbarkeit des
Z._
-Gutachtens
nicht in Zweifel zu ziehen und auch
der
Bericht der Ärzte der
I._
vom Juni 2011 (vorstehend E. 3.7), welche bereits bekannte Diagnosen unter einem unspezifischen Schul
ter-Arm-Syndrom zusammenfassten
,
ohne sich
zur Arbeitsfähigkeit zu äusser
n, vermag daran nicht
s
zu ändern.
So wurde auch die Frage einer allfälligen
Ulna
verkürzungsosteotomie
schon du
rch die Ärzte des Spitals
B._
(vorstehend E.
3.2) im
Februar 2010 abschliessend
thematisiert und
es wurde
dargelegt, wes
halb man sich dagegen entschieden hatte.
4.3
Nicht schlüssig begründet wird
hingegen
im
Z._
-Gutachten,
weshalb der Beschwerdeführerin erst ab 1. Januar 2010 wieder eine behinderungsangepasste
(Teilzeit-)
Arbeitstätigkeit
hätte
zumutbar sein solle
n
. Insbesondere fehlt es dies
bezüglich an
einer überzeugenden Auseinandersetzung mit den abweichenden ärztlichen Stellungnahmen. So
erachtete
der beha
ndelnde Hausarzt Dr.
A._
(vorstehend E. 3.1)
in seinem Bericht vom 23.
Juli 2009 in einer
behin
derungsangepasste
n
Tätigkeit ein Arbe
itspensum von 5 Stunden pro Tag
für möglich
. Dr.
F._
(vorstehend E. 3.4)
hielt
gesamthaft gesehen
die Beschwer
deführerin im Juni 2009
nach seiner vorwiegend klinischen Untersu
chung in einer angepassten Tätigkeit
in
einem Pensum von 80 %
für
arbeitsfä
hig, vorbe
hältlich
der Neubeurteilung der Unfallhand durch die Spezialisten des Spital
s
B._
(vorstehend E. 3.2)
.
Diese
sprachen sich
ihrerseits
in ihrem Bericht vom 18. Juni 2009
für die Vornahme
eine
r
second
opinion
in der
C._
(vorstehend E.
3.5)
aus
, nachdem
s
ie
keine
massgebliche subjektive
Ver
besserung der Handproblematik
verzeichnen konnten. Im
J
anuar 2010, nach im Oktober 2009
erfolgter Metallentfernung, bezifferten sie die Arbeitsunfähigkeit der Beschwerdeführerin rückblickend vom 1. Januar 2009 bis Ende Februar 2010
auf
100 %, womit, mangels genauerer Differenzierung
,
die Arbeitsfähig
keit in der angestammten Tätigkeit als Schneiderin gemeint sein dürfte.
Erst i
m abschliessenden Bericht vom März 2010
äusserten sie sich explizit zur Arbeits
fähigkeit in einer behinderungsangepassten Tätigkeit und befanden
von Seiten des linken Handgelenkes her eine angepasste leichtere manuelle Tätigkeit
generell für
zumutbar
.
Zusammenfassend kann daher
gestützt auf das Gutachten von
Dr.
F._
und
den Bericht von
Dr.
A._
davon ausgegangen werden, dass
der Beschwer
deführerin spätestens ab 23. Juli
2009 (Bericht von Dr.
A._
) die Aus
übung einer leidensangepassten Tätigkeit im Umfang von mindestens 60 % (=
ca. 25 Std. pro Woche bzw. 5 Std. pro Tag) zugemutet werden konnte.
Spä
testens ab
1. Januar 2010
ist dann
gestützt auf das
Z._
-Gutachten
vom Erlangen einer 100%igen Arbeitsfähigkeit in angepasster Tätigkeit auszugehen.
4.4
Betreffend den strittigen Beginn des Wartejahres im Sinne von Art.
28 Abs. 1
lit
. b IVG
ist zu sagen, dass der langjährig behandelnde Hausarzt
Dr.
A._
(vorstehend E. 3.1)
die
Beschwerdeführerin nach am 11.
November 2008 erfolgter Untersuchung (vgl. Urk. 7/1) rückwirkend seit 23.
Oktober 2008 vor
wiegend aufgrund der Fersenspornproblematik in der angestammten Tätigkeit für vollständig arbeitsunfähig befand.
Auch
Dr.
D._
(vorstehend E.
3.3), wel
chen die Beschwerdeführerin aufgrund der Fersenspornproblematik konsultierte, attestierte dieser im April 2009 zunächst bis Mai 2009
vorübergehend
eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit, wobei wahrscheinlich ist, dass er seine Einschätzung der Arbeitsfähigkeit lediglich auf die Fersenspornproblematik und die Tätigkeit als Schneiderin bezog. Anzunehmen ist daher, dass die Beschwerdeführerin schon ab dem 23. Oktober 2008 in der Arbeitsfähigkeit in angestammter Tätig
keit
eingeschränkt war, womit das Wartejahr ab diesem Zeitpunkt zu laufen begann.
4.5
Aufgrund des Gesagten ist davon auszugehen, dass die Beschwerdeführerin seit dem 23. Oktober 2008 massgeblich in ihrer Arbeitsfähigkeit als Schneiderin eingeschränkt war. Der medizinische Sachverhalt ist als dahingehend erstellt zu erachten, dass ihr ab dem 23. Juli 2009 eine behinderungsangepasste Tätigkeit zu ei
nem Pensum von 60 % und ab
1. Januar 2010 gemäss der
Z._
-Begut
achtung ein Pensum von 100 % möglich war.
5.
5.1
Es sind nunmehr die erwerblichen Einschränkungen aufgrund des
Einkommens
vergleiches
zu ermitteln.
5.2
Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist für die Ermittlung des
Validen
ein
kommens
entscheidend, was die versicherte Person im Zeitpunkt des
frühest
möglichen Rentenbeginns nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahr
scheinlichkeit als Gesunde tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, nötigenfalls der Teuerung und der realen
Einkom
mens
ent
wicklung
angepassten Verdienst angeknüpft, da es empirischer Er
fahrung ent
spricht, dass die bisherige Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden fort
gesetzt wor
den wäre. Ausnahmen müssen mit überwiegender Wahrscheinlich
keit erstellt sein (BGE 129 V 222 E. 4.3.1 S. 224 mit Hinweisen).
5.3
Für den Einkommensvergleich ist grundsätzlich auf die Gegebenheiten im Zeit
punkt des (hypothetischen) Rentenbeginns
abzustellen (BGE 128 V 174, BGE 129 V 222).
Gestützt auf die obigen
Ausführungen (vorstehend E. 4.4
) ist davon auszugehen, d
ass die Beschwerdeführerin seit
Oktober 2008 in der angestammten Tätigkeit als Schneiderin eingeschränkt war, womit die einj
ährige Wartefrist gemäss Art.
28
Abs. 1
lit
. b IVG
Ende September 2009 endete und der (hypothetische)
Rentenbeginn per 1. Oktober 2009
festzusetzen ist.
Als hypothetisches
Valideneinkommen
(vorstehend E. 5.2)
gilt das Einkommen, das die Beschwerdeführerin erzielen könnte, wenn sie
nicht invalid geworden wäre.
Massgebend
ist,
was die Beschwerdeführerin als Gesunde
bei sonst glei
cher Situation tatsächlich e
rzielen würde, und nicht, was sie
bestenfalls ver
dienen könnte. Ist aufgrund der Umstände des
Einzelfalles anzunehmen, dass sie sich als Gesunde
voraussichtlich dauernd mit einer bescheidenen Erwerbstä
tigkeit begnügen würde, so ist
darauf abzustellen, auch wenn sie
an sich besser
entlöhnte
Erwerbsmöglichkeit
en hätte (ZAK 1992 S. 92 E
. 4a; Urteil M.
vom 4.
April 2002, I 696/01, E
. 4a).
Vorliegend hat die B
eschwerdeführerin
fast siebe
n Jahre lang eine selbststän
dige
Erwerbst
ätigkeit ausgeübt. Darin liegt keine kurze Dauer im Sinne der Rechtsprechung. Es bestehen auch sonst keinerlei Anzeichen oder Anhalts
punkte
dafür
, dass sie ohne die gesundheitliche Beeinträchtigung ihre
selbstän
dige
Tätigkeit als
Schneideri
n
zugunsten einer besser
entlöhnten
Tätigkeit auf
gegeben hätte. Nach allgemeiner Lebenserfahrung wäre sie im Gesundheitsfall mit überwiegender Wahrscheinlichkeit in der bisherigen Tätigkeit verblieben. Es besteht deshalb kein Grund, das aus wirtschaftlichen Gründen unterdurch
schnittliche
Valideneinkommen
auf einen durchschnittlichen Tabell
enlohn auf
zurechnen
(
vorstehend E. 12, Urteil
e
des Bundesgerichts
9C_560/2008
vom 12.
Dezember 2008
sowie
I 575/00
vom 9. Mai 2001
E. 3
)
.
Nicht abgestellt werden kann auf die von der Beschwerdeführer
in
im Rahmen der Anmeldung zum Leistungsbezug bei der Invalidenversicherung (Urk. 7/2 Ziff. 5.4) und auch im Arbeitgeberbericht (Urk. 7/11 Ziff. 2.1
1
) gemachten Angaben, wonach sie
angeblich
seit 2002
als selbständige Schneiderin ein Bruttoeinkommen von
Fr. 60‘000.-- respektive Fr.
65‘000.-- erzielt habe. Weder ist ein Einkommen in dieser Höhe belegt, noch erscheint es mit Blick auf die Akten
(insbesondere Betriebsrechnung vgl. Urk. 7/30)
wahrscheinlich, zumal die Beschwerdeführerin gemäss
IK-Auszug
(Urk. 7/10)
als
Selbständigerwerbende
in den Jah
ren 2002 bis 2007 Ganzjahres
e
inkommen von minimal Fr. 8'307.-- und von maximal Fr. 16'300.--
im Jahr 2005
erwirtschaftete
.
Angesichts der in Art. 25 Abs. 1 der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV) vorgesehenen Gleichstellung der invalidenversicherungsrechtlich massge
benden hypothetischen Vergleichseinkommen mit den AHV-rechtlich beitrags
pflichtigen Erwerbseinkommen kann das
Valideneinkommen
von
Selbstständi
gerwerbenden
zumeist auf Grund der Einträge im individuellen Konto bestimmt werden.
S
elbst wenn man vom höchsten j
e
abgerechneten
Verdienst von Fr. 16'300.-- im Jahre 2005
aus
geht
und diesen der Nominallohnentwicklung bis ins Jahr 2009
(Die Volkswirtschaft 6-2012, S. 95 Tabelle B 10.2,
lit
. M-O)
anpass
t
,
resul
tiert lediglich
ein
Valideneinkommen
von rund
Fr. 17'402
.--
(Fr.
16‘300
.--
x
1.014 x 1.013 x 1.020 x
1.019
).
5.4
Nach der Rechtsprechung hat auch eine selbstständig erwerbende Person aus der Sicht der Invalidenversicherung unter bestimmten Voraussetzungen ihren Betrieb aufzugeben. Auf Grund der einer versicherten Person obliegenden
Scha
denminderungspflicht
kann die Aufnahme einer unselbstständigen Erwerbstä
tigkeit als zumutbar erscheinen, wenn
davon
eine bessere erwerbliche Verwer
tung der Arbeitsfähigkeit erwartet werden kann und der berufliche Wechsel unter Berücksichtigung der gesamten Umstände (Alter, Aktivitätsdauer, Ausbil
dung, Art der bisherigen Tätigkeit, persönliche Lebensumstände) als zumutbar erscheint (Urteil des Bundesgerichts I 38/06 E. 3.2 mit Hinweisen; vgl. auch BGE 135 V 58 E. 3.4.6 in
fine
).
Neben der noch langen, verbleibenden Aktivitätsdauer
der
Beschwerdeführerin fällt vor allem der Umstand ins Gewicht, dass bei Aufnahme einer angepassten unselbständigen Erwerbstätigkeit im Vergleich zum unrentablen
Schneidereibe
trieb
eine bessere erwerbliche Verwertung des Restleistungsvermögens zu
erwarten ist. Zudem war die Beschwerdeführerin bereits vor Üb
ernahme des Ladens im Jahre 2002
mehrere Jahre als angestellte Hilfsarbeiterin tätig
(vgl. IK-Auszug; Urk. 7/10, Urk. 7/11 Ziff. 2.7-8)
. Unter diesen Umständen ist der Wechsel in ein Anstellungsverhältnis zumutbar.
5.5
Für die Bestimmung des Invalideneinkommens ist primär von der beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte Person konkret steht. Ist kein solches tatsächlich erzieltes Erwerbseinkommen gegeben, nament
lich weil die versicherte Person nach Eintritt des Gesundheitsschadens keine oder jedenfalls keine ihr an sich zumutbare neue Erwerbstätigkeit aufge
nommen hat, so können nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne gemäss den vom Bun
desamt für Statistik periodisch herausgegebenen
Lohnstrukturerhebun
gen
(LSE) herangezogen werden (BGE 126 V 75 f. E. 3b/
aa
und
bb
, vgl. auch BGE 129 V 472 E. 4.2.1). Für die Invaliditätsbemessung wird praxisgemäss auf die standardisierten Bruttolöhne (Tabellengruppe A) abgestellt (BGE 129 V 472 E.
4.2.1 mit Hinweis), wobei jeweils vom so genannten Zentralwert (Median) auszugehen ist. Bei der Anwendung der Tabellengruppe A gilt es ausserdem zu berücksichtigen, dass ihr generell eine Arbeitszeit von 40 Wochenstunden zugrunde liegt, welcher Wert etwas tiefer ist als die seit 2008 betriebsübliche durchschnittliche Arbeitszeit von wöchentlich 41.6 Stunden (Die Volkswirt
schaft 12-2011 S. 98 Tabelle B9.2; BGE 129 V 472 E. 4.3.2, 126 V 75 f. E. 3b/
bb
, 124 V 321 E. 3b/
aa
; AHI 2000 S. 81 E. 2a).
5.6
Gemäss
LSE belief sich der durchschnittliche Lohn von Frauen für alle einfa
chen und repetitiven Tätigkeiten im Jahr 2008 auf Fr. 4'116.--
(LSE 2008, S. 26,
Tabelle
TA1, Total, Niveau 4).
Dies ergibt bei einer durchschnittlichen
Wochen
arbeitszeit
von 41.
6 Stunden (Die Volkswirtschaft 1/2-2013
, S. 94 Tabelle B 9.2, Total) und der Berücksichtigung der Nominallohnentwicklung von 2.1 % im Jahr
2009 (
Die Volkswirtschaft 6
-2012, S. 95 Tabelle B 10.2, Nominal Total)
sowie bei dem ab
Juli
2009 möglichen 60
% Pensum ein
Invalideneinkom
men
von rund Fr. 31'468.-- im Jahr 2009 (Fr. 4'116.-- : 40 x 41.6 x 12 x 1.021 x 0.6).
5.7
Wird das Invalideneinkommen auf der Grundlage von statistischen Durch
schnitts
werten ermittelt, ist der entsprechende Ausgangswert allenfalls zu kür
zen. Mit dem sogenannten Leidensabzug wurde ursprünglich berücksichtigt, dass versicherte Personen, welche in ihrer letzten Tätigkeit körperliche Schwer
arbeit verrichteten und nach Eintritt des Gesundheitsschadens auch für leichtere Arbeiten
nurmehr
beschränkt einsatzfähig sind, in der Regel das entsprechende durchschnittliche Lohnniveau gesunder Hilfsarbeiter nicht erreichen. Der ursprünglich nur bei Schwerarbeitern zugelassene Abzug entwickelte sich in der
Folge zu einem allgemeinen behinderungsbedingten Abzug, wobei die Recht
sprechung dem Umstand Rechnung trug, dass auch weitere persönliche und berufliche Merkmale der versicherten Person wie Alter, Dauer der Betriebszuge
hörigkeit, Nationalität oder Aufenthaltskategorie sowie Beschäftigungsgrad Aus
wirkungen auf die Höhe des Lohnes haben können. Ein Abzug soll aber nicht automatisch, sondern nur dann erfolgen, wenn im Einzelfall Anhalts
punkte dafür bestehen, dass die versicherte Person wegen eines oder mehrerer dieser Merkmale ihre gesundheitlich bedingte (Rest-)Arbeitsfähigkeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt nur mit unterdurchschnittlichem Einkommen ver
werten kann. Bei der Bestimmung der Höhe des Abzuges ist der Einfluss aller in Betracht fallenden Merkmale auf das Invalideneinkommen unter Würdigung der Umstände im Einzelfall gesamthaft zu schätzen und insgesamt auf höchstens 25 % des Tabellenlohnes zu begrenzen (vgl. zum Ganzen BGE 126 V 75). Dabei ist zu beachten, dass allfällige bereits bei der Parallelisierung der
Vergleichsein
kommen
mitverantwortliche invaliditätsfremde Faktoren im Rahmen des soge
nannten Leidensabzuges nicht nochmals berücksichtigt werden dürfen (BGE 134 V 322 E. 5.2).
Der von der Beschwerdegegnerin gewährte leidensbedingte Abzug vom
Ta
bellen
lohn
von 20 % trägt den persönlichen Umständen der Beschwerdefüh
rerin angemessen Rechnung. Gründe, die einen höheren Abzug rechtfertigen könnten, wurden nicht geltend gemacht und sind auch nicht ersichtlich.
5.8
Unter Berücksichtigung eines Abzugs von 20 % e
rgibt sich ein
Invaliden
einkom
men
in der Höhe von rund Fr. 25‘174
.-- (
Fr.
31‘468
.-- x 0.8
). Bei einem
Valideneinkommen
von
lediglich
Fr.
17‘402
.--
resultiert
keine
Einkommensein
busse
und es resultiert daher auch kein rentenbegründender Invaliditätsgrad,
selbst bei Gewährung eines maximal möglichen Abzuges von 25 %. E
ine
wei
tere
Prüfung,
wie es sich mit
dem
möglichen Arbeitspensum von 100 % in angepasster Tätigkeit
ab Januar 2010
verhält, erübrigt sich.
Die angefochtene Verfügung erweist sich somit als rechtens, was zur Abweisung der Beschwerde führt.
6.
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind unabhängig vom Streitwert festzulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG) und auf Fr. 1‘0
00.-- anzusetzen. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind sie der unterliegenden Beschwerdeführerin aufzuerlegen.