# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** c3438497-e21f-40b5-aa52-11cd65d735d0
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2022
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1963 und Mutter zweier Kinder (Jahrgang 1994 und 1998), gelernte Serviceangestellte, war vom 1
4.
Juni 2011 bis 3
0.
Juni 2013 zu 50
%
als Agent
Pre
-Collectio
n bei der zur
Y._-
Gruppe ge
hörenden
Z._
SA angestellt (Urk. 6/3/1-2, Urk. 6
/45/3-4) und verrichtete daneben
seit 2003 in einem Pensum von
10-
20
%
administrative Tätigkeiten im Betrieb ihres Ehegatten,
dem Einzelunternehmen «
A._
»
(
Urk. 6
/
4/4 Ziff. 5.4, Urk. 6/
10). Am 1
2.
August 20
12 mel
dete sie sich unter Hinweis auf einen am 1
3.
Juli 2012 erlittenen Hirnschlag zum Bezug von Leistungen der Invaliden
versich
erung an (Urk. 6
/4). Die Sozial
versicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-
Stelle, gab im Zuge ihrer Abklä
rungen bei der Medizinischen Abklärungsstelle (MEDAS)
B._
ein polydisziplinäres Gutachten in Auftrag, welc
hes am 1
0.
September 2014 (Urk. 6
/48) erstattet wurde.
Die
IV-Stelle
sprach
der Versi
cherten mit Ver
fügung vom 7.
April 2015 (Urk. 6/
84, Urk. 6/82 [Begründung]
) gestützt auf einen Invaliditätsgra
d von 58
%
für die Dauer vom 1.
Mai
2014 bis
30.
September 2014 eine befristete halbe Rente zu.
Die dagegen erhobene Beschwerde wurde vom hiesigen Sozialversicherungsgericht mit Urteil vom 25. August 2016 teilweise gutgeheissen und die Verfügung vom 7. April 2015 insofern abgeändert, als festgestellt wurde, dass die Versicherte vom 1. Mai 2014 bis 30. September 2014 Anspruch auf eine
Dreiviertelsrente
hat (Urk. 6/93). Dagegen erhob die Versicherte beim Bundesgericht Beschwerde, welches
diese
am 1
5.
März 2017
teilweise
guthiess
, das Urteil des hiesigen Gerichts vom 25. August 2016 sowie die Verfügung der IV-Stelle vom 7. April 2015 aufhob, soweit diese den Rentenanspruch ab 30. September 2014 betrafen
,
und die Sache zu weiteren Abklärungen an die IV-Stelle zurückwies (Urk. 6/99).
Vom 19. Februar 2018 bis 16. März 2018 wurde eine berufliche Abklärung durch
geführt (Urk. 6/118; Urk. 6/126)
;
die Versicherte bezog während dieser Zeit ein IV-Taggeld (vgl. Urk. 6/123). Im Anschluss daran übernahm die IV-Stelle die Kosten für ein Belastbarkeitstraining vom 20. August 2018 bis 19. November 2018 (Urk. 6/131; Urk. 6/
153
), während welchem ebenfalls ein IV-Taggeld aus
gerichtet wurde (Urk. 6/133).
Am 1. April 2020 wurde im Auftrag der IV-Stelle ein polydisziplinäres Verlaufs
gutachten, wiederum durch die MEDAS
B._
, erstattet (Urk. 6/171
/1-
72
).
Nach durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(Urk. 6/177; Urk. 6/178) sprach die IV-Stelle der Versicherten mit Verfügung vom 20. Januar 2021 vom 1. Mai 2014 bis 31. Dezember 2014 eine Dreiviertelrente, ab 1. Januar 2015
bis 3
1.
Dezember 2017
eine
Viertelsrente
und vom 1. Januar 2018 bis 31. März 2020 eine befristete halbe Rente zu (Urk. 6/
187, Urk. 6/183 [Begründung] = Urk. 2).
2.
Die Versicherte erhob am 25. Februar 2021 Beschwerde gegen die Verfügung vom 20. Januar 2021 (
Urk.
2) und beantragte, diese sei aufzuheben und es seien ihr
die gesetzlichen Leistungen auszurichten (Urk. 1 S. 2). Die IV-Stelle beantragte mit Beschwerdeantwort vom 19. April 2021 (Urk. 5) die Abweisung der Beschwerde. Dies wurde der Beschwerdeführerin am 20. April 2021 zur Kenntnis gebracht (Urk. 7).
Mit Verfügung vom 17. Januar 2022 wurde die
Swisscanto
Sammel
stiftung der Kantonalbanken zum Prozess beigeladen (Urk. 8).
Diese liess sich innert der angesetzten Frist nicht vernehmen.
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allge
meinen Teil des Sozialversicherungsrech
ts, ATSG
). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurtei
lung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1
des
Bundesgesetz
es
über die Invalidenversicherung (IVG)
Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen
wieder herstellen
, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.
3
Nach der Rechtsprechung sind bei rückwirkender Zusprechung einer abgestuften oder befristeten Invalidenrente die für die Rentenrevision geltenden Bestimmun
gen (Art. 17 ATSG in Verbindung mit Art. 88a
der Verordnung über die Invali
denversicherung, IVV) analog anzuwenden (BGE 133 V
263 E. 6.1 mit Hinweisen; Urteil des Bundesgerichts 9C_
122/2020 vom 26
.
Februar 2021 E. 2
). Ob eine für den Rentenanspruch erhebliche Änderung der tatsächlichen Verhältnisse einge
treten und damit der für die Abstufung oder Befristung erforderliche Revisions
grund gegeben ist, beurteilt sich durch Vergleich des Sachverhalts im Zeitpunkt des Rentenbeginns mit demjenigen im – nach Massgabe des ana
log anwendbaren Art. 88a Abs. 1
IVV festzusetzenden – Zeitpunkt der Anspruchsänderung (vgl. BGE 125 V 413 E. 2d mit Hinweisen; vgl. statt vieler: Urteile des Bundes
gerichts 8C_375/2017 vom 25. August 2017 E. 2.2 und 8C_350/2013 vom 5. Juli 2013 E. 2.2 mit Hinweis
).
1.
4
Versicherungsträger und das Sozialversicherungsgericht haben den Sachverhalt von Amtes wegen festzustellen und die Beweise frei, das heisst ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Sie haben alle Beweismittel, unabhängig davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuver
lässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruches gestatten. Insbesondere dürfen sie bei einander widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum sie auf die eine und nicht auf die andere medizinische Th
ese abstellen (BGE 125 V 351 E.
3a).
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist also entscheidend, ob er für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten begründet sind. Ausschlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten (BGE 134
V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin
ging
in der angefochtenen Verfügung (Urk. 2)
davon aus, die Beschwerdeführerin habe während des Belastbarkeitstrainings von August bis Ende November 2018 qualitativ gute Leistungen bei vier Stunden täglich, mit Steigerung bis 4.5 Stunden täglich, erbringen können.
Es sei davon auszugehen, dass die Beschwerdeführerin eine ausserhäusliche kaufmännisch-administrative Tätigkeit in einem 40 %-Pensum und die admin
istrative Tätigkeit in der Firma
des Ehemannes mit einem 10 %-Pensum ausüben würde. Für die Invaliditätsbemessung stützte sie sich auf die praktische Abklärung.
Es
ergebe sich ab 1. Oktober 2014
[bei einer Arbeitsunfähigkeit
im Erwerbsbereich
von 50
%
]
ein Gesamtinvaliditätsgrad von 48 % respektive ein Anspruch auf eine
Viertelsrente
ab 1. Januar 201
5.
Unter Berücksichtigung der Gesetzesänderung zur Berechnung der gemischten Methode ergebe sich ab 1. Januar 2018 ein Invaliditätsgrad von 52 % und entsprechen
d
ein Anspruch auf eine halbe Rente.
Seit der Begutachtung im Dezember 2019 bestehe aus psychiatrischer und kardio
logischer Sicht keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit mehr. Aus neurolo
gischer Sicht werde noch eine Einschränkung von 25 % festgehalten. Somit bestehe ab diesem Zeitpunkt für eine kaufmännische Tätigkeit wieder eine Arbeits
fähigkeit von 75 %
. Im Haushalt würden keine Einschränkungen mehr bestehen. Damit liege die Erwerbseinbusse unter 40 % und dementsprechend bestehe kein Rentenanspruch mehr. Die bisherige Rente werde daher per 31. März 2020 eingestellt.
2.2
Demgegenüber stellte sich die Beschwerdeführerin auf den Standpunkt (Urk. 1)
, das Bundesgericht habe in seinen Erwägungen festgehalten, dass der Gesund
heitszustand der Beschwerdeführerin ohne eine Abklärung und Berichterstattung aus der Praxis nicht abschliessend beurteilt werden könne, und die damalige Ein
schätzung der Gutachter unter dem Vorbehalt praktischer Erprobung gestanden sei (S. 8
Rz
22).
Die berufliche Abklärung habe nun ergeben, dass die Arbeits
fähigkeit der Beschwerdeführerin nicht - wie von den Gutachtern am
10
.
September
2014 festgehalten - 75 % betragen könne, weil sie mit einem solchen Pensum
eindeutig
über ihre zumutbaren Grenzen hinausgehen würde, was anlässlich der beruflichen Abklärung klar zu Tage getreten sei.
Ihre
Leis
tungsfähigkeit
betrage entsprechend der Schlussfolgerung aus der beruflichen Abklärung
knapp
40 % für vielfältige administrative A
ufgaben
. Die G
utachter
hätten
auch nach erneuter Begutachtung im Jahr 2020 die zeitliche mentale Belastbarkeit nicht beurteilen können. Sie hätten jedoch angegeben, dass die berufliche Abklärung eine Arbeitsfähigkeit von knapp 40 % ergeben habe, was zur Bestimmung des Invaliditätsgrades heranzuziehen sei (S. 10
Rz
26 f.). Es resultiere somit ab dem Jahr 2014 ein Anspruch auf eine halbe Rente und ab 1. Januar 2018 ein solcher auf eine
Dreiviertelsrente
(S. 10 f.
Rz
28 ff.).
2.3
In der angefochtenen Verfügung (
Urk.
2) sprach die Beschwerdegegnerin der Beschwerdeführerin ab
1.
Mai 2014 bis 3
1.
Dezember 2014 eine
Dreiviertelsrente
, ab
1.
Januar 2015 eine
Viertelsrente
und ab
1.
Januar 2018 befristet bis 3
1.
März 2020 eine halbe Rente zu. Mit Urteil des hiesigen Sozialversicherungsgerichts vom 2
5.
August 2016 wurde der Beschwerdeführerin rechtskräftig ab
1.
Mai 2014 bis 3
0.
September 2014 eine
Dreiviertelsrente
zugesprochen. Im hernach ange
strengten Bundesgerichtsverfahren waren weder der Beginn dieser Rente noch deren Umfang bestritten worden. Streitig und zu prüfen war im bundesgericht
lichen Verfahren einzig die Befristung der
Dreiviertelsrente
auf den 3
0.
Sep
tember 201
4.
Folglich
ist
im vorliegenden Verfahren einzig der Anspruch auf eine Invalidenrente ab
1.
Oktober 2014 zu beurteilen.
3.
3.1
Im Urteil vom 25. August 2016 im Prozess IV.2015.00536 wurde das am 10. Sep
tember 2014 erstellte Gutachten der
Medas
B._
(vgl. Urk. 6/48)
wie folgt zusammengefasst (vgl. Urk. 6/93/6-9 E. 3.1):
«Im Gutachten der MEDAS
B._
vom 10. September 2014 (Urk. 7/48), beruhend auf Untersuchungen in den Disziplinen Allgemeine Medizin, Psy
chi
atrie und Psychotherapie, Neurologie, Neuropsychologie sowie Kardiologie vom 10., 11., 13. und 17. Juni 2014 (vgl. Urk. 7/42), wurden folgende Diagno
sen gestellt (S. 18 f.):
Diagnosen mit wesentlicher Einschränkung der zumutbaren Arbeitsfähigkeit:
-
Vaskulär-ischämischer Hirninfarkt im Bereich der A. cerebri
media
rechts (wahrscheinlich M2) mit mässiger Einblutung im Infarktareal randständig am 13. Juli 2012
-
residuell
Hemihypästhesie
links, diskrete Armparese links
-
persistierendes Vorhofflimmern (initial intermittierendes Vorhofflim
mern, Erstdiagnose [ED] 2008; aktuell keine vollständige Suppression unter hochdosierter
Amiodarone
-Therapie)
-
alters- und ausbildungsadäquate Leistungsfähigkeit bei anamnestisch verminderter zeitlicher mentaler Belastbarkeit sowie Konzentrations
schwäche
-
Leichte depressive Episode F32.0 mit starker affektiver Labilität
Diagnosen ohne wesentliche Einschränkung der Arbeitsfähigkeit, aber mit Krankheitswert:
-
Status nach
dilatativer
Kardiomyopathie, ED 10/2012
-
initial stark eingeschränkte Pumpfunktion (LV-EF 20 bis 34 %); Ätio
lo
gie unbekannt, Differenzialdiagnose (DD)
Tachykardiomyopathie
, Hyperthyreose bei Übersubstitution
-
Status nach Kammerflimmern 11. Oktober 2012, erfolgreiche Reani
ma
tion (out
of
hospital
); ICD-
lmplantation
am 19. Oktober 2012; ak
tuell: Normalisierung der linksventrikulären globalen Pumpfunk
tion, regio
nale
Septummotilitätsstörung
, leichte konzentrische links
ventri
kuläre Hypertrophie, asymptomatisch
-
Koronare Risikofaktoren
-
arterielle Hypertonie, ED 1994
-
Präadipositas
WHO/viszerale Adipositas (BMI 28.9)
-
Status nach Nikotinabusus bis 1998
-
Wespenstichallergie
-
Status nach allergischem Schock 2009; Desensibilisierungstherapie seit 2010
-
Papilläres
Schilddrüsenkarzinom, initial pT1
cNO
cMO
links, ED 2005
-
totale
Thyroidektomie
02/2005
-
Radiojodelimination der Restschilddrüse 06/2005
-
hyperthyreote
Schilddrüsenwerte unter
Eltroxin
10/2012
-
aktuell
euthyreot
unter
Eltroxinsubstitutionstherapie
-
Kopfschmerzen vom Spannungstyp
-
Agoraphobie F40.0
In
ihrer Beurteilung führten die MEDAS-Gutachter aus (S. 17 f.), die neuropsy
cho
logische Untersuchung vom 13. Juni 2014 (vgl. im Einzelnen Urk. 7/48/37-42) habe eine alters- und ausbildungsadäquate kognitive Leistungsfähigkeit ergeben. Zumindest für die dreistündige Untersuchung sei die mentale Belast
bar
keit gegeben gewesen. Betreffend d
ie
geklagte erhöhte Ermüdbarkeit bezie
hungsweise d
ie
verminderte mentale Belastbarkeit über einen längeren Zeitrah
men (ganzer Arbeitstag, Arbeitswoche) könnten keine verlässlichen Angaben gemacht werden. Zur besseren Einschätzung der kognitiven Leistung über drei Stunden sei gemäss fachärztlicher neurologischer Einschätzung (vgl. im Einzel
nen Urk. 7/48/33-36) eine zusätzliche
BEFAS
-Abklärung in Betracht zu ziehen, zumal die
Fatigue
-Symptomatik durchaus als Residuum nach Mediainfarkt rechts und kardialer Reanimation betrachtet werden könne. Im Übrigen habe sich die Beschwerdeführerin gut vom Hirninfarkt erholt. Klinisch-neurologisch seien lediglich noch eine leichte feinmotorische Störung der linken
adominan
ten
Hand und eine sensible Störung der linken Körperseite objektivierbar. Die geklagten Kopfschmerzen seien mit Kopfschmerzen vom Spannungstyp verein
bar. Die leichte Stand- und Gangunsicherheit sei nicht durch den Hirninfarkt zu erklären, weshalb eine hausärztliche Abklärung mit Bestimmung von Vita
min B12 und Folsäure empfohlen werde.
Mit Sicherheit nicht erklärbar sei die verminderte Belastbarkeit durch die anläss
lich der aktuellen kardiologischen Untersuchung (vgl. im Einzelnen Urk. 7/48/24-31) erhobenen Befunde. Die linksventrikuläre globale Pumpfunk
tion habe sich zwischenzeitlich normalisiert (initial LV-EF 20 bis 34 % bei
dilatativer
Kardiopathie unklarer Genese). Unter zusätzlicher Berücksichtigung der kardialen Beschwerdefreiheit und der doch akzeptablen L
eistungsfähigkeit (128 Watt, 97
% der Sollleistung) sei von kardiologischer Seite für die ange
stammte Bürotätigkeit und jede andere körperlich leichte bis mittelschwere Tätigkeit eine 100%ige Arbeitsfähigkeit zu attestieren.
Auch durch die anlässlich der aktuellen psychiatrischen Exploration erhobenen Befunde seien die geklagten Beschwerden nicht vollumfänglich fassbar. Diag
nostisch stehe eine leichte depressive Episode mit starker affektiver Labilität im Vordergrund. Aufgrund der Akten dürfte vorübergehend auch eine Phase mit stärkerer Angst und Depression vorgelegen haben. Aussagen zu deren Ausmass respektive Schweregrad seien retrospektiv nicht möglich, da diesbezü
glich zu wenig
Angaben vorlägen. Die aus psychiatrischer Sicht zu attestierende 20%ige Arbeitsunfähigkeit gelte somit ab dem Zeitpunkt der aktuellen Begutachtung.
In weitgehender Übereinstimmung mit der Einschätzung des RAD vom 2. Dezember 2013 (vgl. Urk. 7/68/5) sei im vorliegenden Fall eine Beurteilung des Gesundheitsschadens und dessen Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit schwierig und aufgrund obiger Ausführungen nachvollziehbar mit wesent
lichen Unsicherheiten behaftet. Auch wenn der Beschwerdeführerin aufgrund der neuropsychiatrischen Auffälligkeiten medizinisch-theoretisch aktuell wahr
scheinlich eine 75%ige Restarbeitsfähigkeit in angestammter und angepasster Tätigkeit zumutbar wäre, würden dennoch weitere Abklärungen in der Praxis (
Zentrum
C._
) vorgeschlagen mit dem Ziel, eine verlässlichere Aussage machen zu können. Auch zum Verlauf der Arbeitsfähigkeit seit der IV-Anmeldung vom 12. August 2012 seien hier, wie
bereits erwähnt, präzisere Angaben schwierig zu machen. Aus gesamtheit
licher Sicht scheine – insbesondere unter Berücksichtigung des gescheiterten Arbeits
versuches (März bis Juni 2013) sowie der fehlenden Hinweise auf eine allfällige Aggravation oder gar Simulation – retrospektiv die seit dem 13. Juli 2012 (Hirnschlag) attestierte Arbeitsunfähigkeit durchaus plausibel zu
sein.»
3.2
Mit Urteil
des Bundesgerichts 9C_66
2/2016 vom 15. März 2017
wurde der Ent
scheid des hiesigen Gerichts vom 25. August 2016 wie auch die Verfügung der Beschwerdegegnerin vom 7. April 2015
aufgehoben, soweit diese den Renten
anspruch ab dem 30. September 2014 betrafen
,
und die Sache zur weiteren Abklärung an die Beschwerdegegnerin zurückgewiesen (Urk. 6/99). Das Bundes
gericht erwog in Erwägung
5.2
des besagten Entscheides insbesondere, l
aut Expertise der MEDAS
B._
leide die Beschwerdeführerin nach wie vor unter den Folgen eines am 1
3.
Juli 2012 erlittenen vaskulär-ischämischen Hirn
infarktes sowie an einer leichten depressiven Episode mit starker affektiver Labilität (ICD-10 F32.0). Die Gutachter
hätten angegeben
, die Einschätzung des vorliegenden Gesundheitsschadens mit dessen Auswirkungen auf die Arbeits
fähigkeit
würde sich
schwierig
gestalten
und sei mit wesentlichen Unsicherheiten beha
ftet. Auch wenn der Beschwerdeführerin
medizinisch-theoretisch aktuell eine 75%ige Restarbeitsfähigkeit in angestammter und angepasster Tätigkeit wahrscheinlich zumutbar wäre, seien dennoch weitere Abklärungen vorzuneh
men. Ihre Unsicherheit
hätten die Gutachter damit
begründet, dass im Rahmen der dreistündigen neuropsychologischen Untersuchung die mentale Belastbarkeit vorhanden gewesen
sei. Zu der von der Beschwerdeführerin
gekl
agten erhöhten Ermüdbarkeit beziehungsweise
zur verminderten mentalen Belastbarkeit über einen längeren Zeitrahmen (ganzer Arbeitstag, Arbeitswoche),
hätten die Gut
achter
jedoch keine verlässlichen Angaben machen
können
. Zur besseren Ein
schätzung der kognitiven Leistung über drei Stunden hinaus werde gemäss fach
ärztlicher Einschätzung eine Abklärung bei einer BEFAS vorgeschlagen.
Das Bundesgericht wies die Sache zur beruflichen Abklärung und zur Neuver
fügung betreffend Rentenanspruch ab 1. Oktober 2014 an die Beschwerdegeg
nerin zurück.
3.3
Am 18. April 2018 erstattete das Zentrum
C._
den Bericht zur beruflichen Kurzabklärung (Urk. 6/126). Diese hat vom 19. Februar 2018 bis 6. März 2018 während täglich vier Stunden, und vom
7.
bis 16. März 2018 während täglich viereinhalb Stunden stattgefunden
(S. 2 Ziff. 3.2). Am
5.
und 13.
März war die Beschwerdeführerin wegen starke
r
Kopfschmerzen abwesend (Ziff. 3.3).
Ein Arbeitspensum von viereinhalb Stunden habe die Beschwerdeführerin inner
halb der beruflichen Kurzabklärung bewältigen können. Sie habe im Tagesverlauf jedoch ansteigende Kopfschmerzen, Müdigkeit und Konzentrationseinbrüche und ein grosses Ruhebedürfnis nach der Arbeit geschildert. Qualitativ habe sie mit durchschnittlich 92 % korrekten Lösungen sehr gute Leistungen erreicht. Quan
titativ habe sich eine leichte Verlangsamung gezeigt. Rein rechnerisch betrage die Leistungsfähigkeit für vielfältige administrative Aufgaben knapp 40 % bezo
gen auf ein Vollpensum. Eingeschränkt sei die Leistungsfähigkeit durch die ver
minderte zeitliche Belastbarkeit und eine gewisse Verlangsamung, bedingt durch vermehrte Nachkontrollen
, Aufteilen von längeren Aufgaben in mehrere Bearbei
tungsblöcke und zusätzliche Kurzpausen bei Konzentrationseinbrüchen (S. 7 Ziff. 6).
Auf die Ankündigung hin, das Pensum um eine halbe Stunde zu erhöhen, habe die Beschwerdeführerin mit Anzeichen von Überforderung und Angst vor einem weiteren Infarkt reagiert. Sie habe sich jedoch auf die Steigerung eingelassen und weiterhin gute qualitative Leistungen erbracht.
Um gute Leistungen zu erbringen, habe sie sich anstrengen müssen. Die Ermü
dung sei ihr häufig ins Gesicht geschrieben gewesen (blasse, fast «
wachsige
» Gesichtsfarbe). Aufgrund der geschilderten und von aussen wahrnehmbaren Überlastungssymptome sei ein 50 %-Pensum als zu hoch zu erachten, um es längerfristig weiterhin mit guten Leistungen aufrechterhalten zu können (S. 8 oben).
3.4
Vom 20. August 2018 bis 14. November 2018 fand im Bürozentrum der Stiftung
D._
ein Belastbarkeitstraining statt
(
Schlussbericht vom 14. November 2018,
Urk. 6/153/1-7)
. Gestartet sei
die Beschwerdeführerin
mit einer Anwesenheit von zwei Stunden an vier Tagen pro Woche. Im Laufe der Massnahme habe die Beschwerdeführerin über Schlafstörungen und anhaltende Kopfschmerzen
geklagt
, die als dumpfer Druck im Kopf beschrieben worden seien. Vom Hausarzt seien ihr pflanzliche Schlafmittel verschrieben worden, worauf sie wieder gut habe schlafen können. Die Kopfschmerzen seien jedoch nach wie vor vorhanden. Im Verlauf der Massnahme habe die Beschwerdeführerin erklärt, sie sei nach der Arbeit erschöpft und nicht mehr in der Lage gewesen, den gewohnten Tagesablauf einzuhalten. Dies scheine sie anhaltend zu belasten. Die geplante Steigerung von drei Stunden an vier Tagen pro Woche per Mitte September habe nicht durch
geführt werden können. Die Beschwerdeführerin habe unter Tränen erklärt, dass sie sich energielos, desorientiert und erschöpft fühle. Auf Wunsch der Beschwer
deführerin sei die Anwesenheit ab 6. Oktober 2018 auf drei Stunden an drei Tagen pro Woche angepasst worden. Eine Steigerung habe nicht mehr vorgenommen werden können.
Die Fachmitarbeitenden im Bürozentrum
gaben
die Rückmeldung, die Aufnahme- und Leistungsfähigkeit sei von der Tagesform abhängig gewesen. Im Allgemeinen habe die Beschwerdeführerin einfache oder Routineaufgaben in angemessener Zeit und guter Qualität durchführen können. Bei komplexeren Aufgaben habe sie Unterstützung gebraucht. Dabei seien das Arbeitstempo und die Arbeitsqualität beeinträchtigt gewesen
. Ihre Belastbarkeit habe mit steigendem Druck nachge
lassen. Im Standortgespräch vom 6. November 2018 sei entschieden worden, dass die Arbeitsintegrationsmassnahme aufgrund der geringen Belastbarkeit nicht weitergeführt werde (S. 6 Ziff. 6).
3.5
Am 1.
April 2020
wurde ein weiteres polydisziplinäres Gutachten der
Medas
B._
erstattet (Urk. 6/171/1-
72
).
In der interdisziplinären Gesamtbeurteilung wurde Folgendes festgehalten (S. 33 f.):
Anlässlich der aktuellen Untersuchung habe die Beschwerdeführerin ange
geben, in gesundheitlicher Hinsicht sei am schlimmsten, dass sie sich nicht lange konzentrieren könne
. Dies sei tagesabhängig. Im Weiteren vergesse sie viel und könne sich an vieles nicht erinnern. Sie könne keine Angaben machen im Ver
gleich zur vormaligen Begutachtung. Sie wisse nicht, wie sie sich damals gefühlt habe.
Gemäss aktueller fachärztlicher neurologischer Einschätzung sei im Befund im Vergleich zum ersten neurologischen Teilgutachten keine wesentliche Verände
rung eingetreten. Die im Tagesverlauf auftretende erhöhte Müdigkeit und ver
minderte Belastbarkeit sei
en
aus neurologischer Sicht schwierig einzuschätzen. In Berücksichtigung der weiteren Berufsabklärung in der BEFAS sei
der
Beschwerdeführerin unverändert medizinisch-theoretisch eine 25 %
ige
Arbeits
unfähigkeit zu attestieren.
Keine Einschränkung der zumutbaren Arbeitsfähigkeit sei aus rein neuropsycho
logischer Sicht aufgrund der dreistündigen Untersuchung zu begründen. Unver
ändert zur Voruntersuchung von 2014 bestehe eine alters- und ausbildungs
adäquate kognitive Leistungsfähigkeit bei anamnestisch zeitlich verminderter mentaler Belastbarkeit.
Aus rein psychiatrischer S
ic
ht sei d
e
r
Beschwerdeführerin aktuell keine Arbeits
unfähigkeit zu attestieren. Das psychische Befinden habe sich seit dem Vorgut
achten von 2014 deutlich verbessert. Seit einigen Jahren nehme die Beschwerde
führerin auch keine Psychotherapie mehr wahr und keine Psychopharmaka mehr ein. Dies wirke adäquat, da nur noch eine psychiatrische Diagnose (Agoraphobie, ICD-10 F40.0) nachgewiesen werden könne bei einem Status nach depressiver Episode. Der Zeitpunkt der Verbesserung des psychischen Gesundheitszustandes könne aufgrund fehlender Hinweise in den vorliegenden Unterlagen nicht genau festgelegt werden. Überwiegend wahrscheinlich dürfte dies um 2015 herum der Fall gewesen sein.
Bezüglich aktenkundiger Kardiomyopathie mit out-
of
-hospital Reanimation und temporärer Herzinsuffizienz (Oktober 2012) sowie paroxysmalem
tachykardem
Vorhofflimmern/-flattern mit Status nach dreimaliger
Pulmonalvenenisolation
(Februar 2017, Juni 2018 und Mai 2019) lasse sich seither kein Vorhofflimmern mehr nachweisen. Die linksventrikuläre systolische Funktion sei weiterhin normal bei objektivierbar erhaltener Leistungsfähigkeit
. Eine Einschränkung der zumut
baren Arbeitsfähigkeit als Büroangestellte lasse sich dadurch nicht begründen, lediglich körperlich schwere Arbeiten seien der Beschwerdeführerin diesbezüglich nicht mehr zumutbar aufgrund des stattgehabten Kammerflimmerns.
Zusammengefasst
erweise sich somit aufgrund obiger Ausführungen unverändert
zum
Vorgutachten vom 10. September 2014 die neurologische Einschätzung als limitierender Faktor bezüglich zumutbarer Arbeitsfähigkeit bei fehlender Objek
tivierbarkeit einer wesentlichen Veränderung im neurologischen Befund.
Es wurden folgende Diagnosen
mit funktionellen Auswirkungen
gestellt (S. 34 f. Ziff. 4.2)
:
-
Vaskulär-ischämischer Hirninfarkt im Stromgebiet der A. cerebri
media
rechts mit
m
ässiger Einbl
utung im Infarkt
areal randständig am 13. Juli
2012
-
Paroxysmales Vorhofflimmern mit
residuell
Hemihy
pästhesie
links, feinmotorische
Störung links
-
Alters- und ausbildungsadäquate kognitive Leis
tungsfähigkeit bei anam
nestisch
zeitlich verminderter Belastbarkeit
-
Kardiomyopathie, wahrscheinlich multifaktorieller Genese
-
Temporäre Herzinsuffizienz mit schwer eingeschränkter EF von zirka 20
%
10/2012
-
Koronarangiographie ohne signifikante Stenosen 10/2012
-
Status nach DDDR-ICD-
lmp
l
antation
(
Biotoni
c
LUMAX) bei Kammer
flimmern mit
out-
of
-hospital Reanimation 10/2012
-
Paroxysmales
tachyka
rdes
Vorhofflimmern/-flattern, Erstdiagnose
2008
Die bisher durchgeführten beruflichen Massnahmen seien nicht erfolgreich ver
laufen.
Nach Einschätzung der Gutachter
sei der Beschwerdeführerin diesbezüg
lich aufgrund der erhöhten Müdigkeit bei Status nach ischämischem Hirninfarkt sowie unverändertem neurologischem Befund im Vergleich zum Vorgutachten medizinisch-theoretisch unverändert eine 25%ige Einschränkung der Arbeits
fähigkeit zu attestieren. Das in den Berichten (gemeint wohl jene der beruflichen Abklärung) erwähnte Ausmass sei nicht objektivierbar (S. 30 Ziff. 7.3).
Unter dem Titel «Würdigung von Fähigkeiten, Ressourcen und Belastungen» führten die Gutachter aus, problematisch sei weiterhin die schnelle
Erschöpfbar
keit. Diese könne jedoch weder im Rahmen der neurologischen, neuropsycholo
gischen noch psychiatrischen Abklärung vollumfänglich belegt werden (Ziff. 7.5).
Insgesamt liege in der bisherigen Tätigkeit als Büroangestellte wie auch in einer angepassten Tätigkeit unverändert zum Vorgutachten eine 75%ige Arbeitsfähig
keit vor (Ziff. 8.1 ff.).
4.
4.1
Die Beschwerdegegnerin stützte sich
bei der Beurteilung des Rentenanspruchs ab dem
1.
Oktober 2014
auf die beruflichen Abklärungsberichte und schloss auf
grund des Pensums von viereinhalb Stunden, das die Beschwerdeführerin im Rahmen der Abklärung im
Frühjahr
2018
zeitweise effektiv
geleistet hatte
(E. 3.3)
, auf eine Arbeitsfähigkeit von 50 %
(E. 2.1)
.
Gestützt auf die beruflichen Abklä
rungsberichte
ist
aber
davon auszugehen, dass der Beschwerdeführerin
lediglich
eine Bürotätigkeit im Umfang von 40 % zumutbar
und ein 50 %-Pensum zu hoch veranschlagt ist
.
So zeigte sich i
n der Abklärung bei der
C._
über den mehr
wöchigen Verlauf, dass eine Steigerung des Arbeitspensums über 40 % nicht zumutbar
war
.
Zeitlich war ihr zwar eine Anwesenheit von vier bis viereinhalb Stunden möglich, von der Leistungsfähigkeit her entsprach dies jedoch einer 40%igen Leistungsfähigkeit
. Die Beschwerdeführerin
habe
sich
laut den Fachper
sonen
anstrengen müssen, um gute Leistungen zu erbringen. Eine Erhöhung führte zu Überlastungssymptomen
(vgl. E. 3.3)
.
Diese Einschätzung bestätigte sich auch im anschliessenden Belastbarkeitstraining
im Herbst 201
8.
Dort klagte die Beschwerdeführerin über im Laufe der Massnahme auftretende Schlafstörungen, Kopfschmerzen sowie Erschöpfung, welche es ihr verunmöglichten, den gewohn
ten Tagesablauf einzuhalten.
Eine Steigerung der Belastbarkeit war nicht mehr möglich (vgl. E. 3.4).
Damit ist gestützt auf die Abklärungsberichte entgegen der
Ansicht der Beschwerdegegnerin (vgl. E. 2.1)
ab
1.
Oktober 2014 in einer kauf
männischen Bürotätigkeit
nicht von einem zumutbaren Pensum von 50 %, sondern von einem solchen von 40
%
auszugehen.
4.2
Ab Dezember 2019 ging die Beschwerdegegnerin
sodann
gestützt auf das Gutachten vom 1. April 2020 von einer gesundheitlichen Verbesserung aus und attestierte der Beschwerdeführerin
neu
eine Arbeitsfähigkeit von 75 % (vgl. Urk. 2). Gestützt auf das besagte Gutachten ergibt sich jedoch keine
anspruchs
relevante
Verbesserung des Gesundheitszustandes und dessen Auswirkung auf die zumutbare Arbeitsfähigkeit seit der letzten Begutachtung
im Jahr 201
4.
Zwar liegt
aus psychiatrischer S
icht
keine
die Arbeitsfähigkeit einschränkende Gesund
heitsbeeinträchtigung mehr vor
; dies
führt aber aufgrund der gleichgebliebenen übrigen Befunde zu keiner
Veränderung
der Arbeitsfähigkeit
.
Denn abgesehen vom psychischen
Z
ustand hat sich die gesundheitliche Situation
im V
ergleich zu jener im 2014
gemäss Einschätzung der Gutachter
ansonsten
explizit nicht ver
ändert
. L
etztere gehen aus interdisziplinärer Sicht
gestützt auf eine unveränderte Befundlage
noch immer von einer medizinisch-theoretischen Arbeitsunfähigkeit von 25 % aus (vgl. E. 3.5).
Im Gutachten von 2014 wiesen die Gutachter explizit auf die Unsicherheit hin, ob sich die medizinisch-theoretische Arbeitsfähigkeit im Arbeitsalltag über längere Zeit umsetzen
lasse
(vgl. E. 3.1)
. Aufgrund dieses Vorbehaltes wurden die berufliche
n
Abklärungen durchgeführt
und
die Ergebnisse
von der Beschwerde
gegnerin
bei der Invaliditätsbemessung
für den Rentenanspruch ab dem
1.
Oktober 2014
berücksichtigt
(vgl. E. 3.2)
.
Im aktuellen Gutachten vom 1. April 2020 führten die Gutachter zu den Erkennt
nissen der beruflichen Abklärungen aus, d
ie Müdigkeit und Erschöpfung, welche sich
während diese
r
A
bklärung gezeigt
hätten
,
seien
nicht objektivierbar. Müdig
keit und Erschöpfung
im konkreten
Arbeitsalltag
sind jedoch ohnehin
mit den herkömmlichen in einer Begutachtungssituation zur Verfügung stehenden Mit
tel
n
nicht objektivierbar
und waren es folglich auch schon zum Zeitpunkt der ersten Begutachtung nicht
.
Dementsprechend empfahlen die Gutachter 2014
neben ihrer Einschätzung der medizinisch-theoretischen Arbeitsfähigkeit
denn auch, die tatsächlich erzielbare Leistungsfähigkeit unter Berücksichtigung von möglichen Erschöpfungsfolgen
in der Praxis im Rahmen
einer beruflichen Abklärung zu eruieren.
Da
keinerlei
Anzeichen für Inkonsistenzen
(weder inner
halb der berufliche
n
Abklärung noch anlässlich der Begutachtung)
bestehen
,
noch sich eine
gesundheitliche
Änderung ergeben hat z
wischen den beruflichen Abklärungen und der erneuten Begutachtung
, ist
nach wie vor
von
der
seit 2014 bestehenden,
insoweit
unveränderten gesundheitlichen Einschränkung
mit
gleich
bleibenden
Auswirkung
en
auf die Leistungsfähigkeit
auszugehen
. Da die Gutachter im Vergleich zum Vorgutachten noch immer die neurologische Ein
schätzung als limitierenden Faktor bezüglich
der
Arbeitsfähigkeit einschätzen
und
sich dort keine Veränderungen ergeben ha
ben seit 2014, fehlt es entgegen
der Ansicht der Beschwerdegegnerin
an einer gesundheitlichen Verbesserung
und damit an einem Revisionsgrund
.
4.3
Zusammengefasst
ist die Beschwerdeführerin nach dem Gesagten ab 1.
Juni
2014
(damalige Begutachtung in der
Medas
B._
,
Urk.
6
/48/1)
bis auf Weiteres
in einer angepassten Tätigkeit
im Umfang von 40 % arbeitsfähig.
Da ab Juni 2014 eine 40%ige Arbeitsfähigkeit vorlag und nicht mehr eine lediglich 22.5%ige, welche Basis der rechtskräftigen
Rentenzusprache
bildete (
Urk.
6/82/3-4,
Urk.
6/93 S. 14 und
Urk.
6/99 S. 5), liegt
damit
ein Revisionsgrund vor.
5.
5.1
Es bleiben die erwerblichen Auswirkungen der
verbesserten
Arbeitsfähigkeit zu prüfen. Die herangezogenen Werte des
V
alideneinkommens
von Fr. 84'269.-- im Jahr 2014
sowie
des - gestützt auf die
vom Bundesa
mt für Statistik herausge
gebene Schweizerische
Lohnstrukturerhebung (LSE)
- ermittelten Invalidenein
kommens (Fr. 72'159.--)
wurden von der Beschwerdeführerin nicht bemängelt
.
Hierzu ist Folgendes zu bemerken:
5.2
Die Beschwerdegegnerin stützte sich bei der Ermittlung des
Valideneinkommens
auf die Ausführungen des hiesigen Gerichtes vom 2
5.
August 2016 (
Urk.
6/93 E.
5). Dieses ging davon aus, dass die Beschwerdeführerin ihre 10%ige Anstellung beim Ehemann beibehalten hätte, daneben die 50%ige Tätigkeit bei der
Z._
SA im Umfang von 50
%
und daneben zusätzlich eine Teilzeitstelle im Umfang von 30
%
aufgenommen hätte (E. 5.2.3). Die vorgenommene Rech
nung hat sich im Nachhinein in einem Punkt als unzutreffend erwiesen,
nämlich
dass das Einkommen beim Ehemann im Jahr 2014 nur
Fr.
9'950.-- (
Urk.
6/122) betrug und nicht wie veranschlagt
Fr.
18'500.-- (Wert 2011 respektive aufge
rechnet leicht mehr). Korrekterweise beträgt das
Valideneinkommen
demgemäss
Fr.
9'950.-- (10
%
Einkommen beim Ehemann) +
Fr.
22‘490.75 (30
%
Einkommen gemäss LSE) +
Fr.
42‘099.85: 2630 (Index 2012) x 2673 (Index 2014, 50
%
Ein
kommen bei der
Z._
SA), mithin gesamthaft
Fr.
75'228.90.
5.3
Das Invalideneinkommen berechnet sich bei der noch zumutbaren Arbeitstätig
keit von 40
%
mit dem Einkommen vom 10
%
beim Ehemann (
Fr.
9'950.--) plus den erwähnten LSE-Wert im Umfang von 30
%
(
Fr.
22'490.75), was ein Ergebnis von
Fr.
32'440.75 ergibt.
5.4
Der Invaliditätsgrad beträgt demgemäss 56.9
%
respektive gewichtet mit dem Erwerbsanteil von 90
%
51.2
%
. Nebst der unbestritten gebliebenen Einschrän
kung im Haushalt von 3.75
%
und einer Gewichtung mit 10
%
(
Urk.
1 S. 11 und
Urk.
2) resultiert ein Gesamtinvaliditätsgrad von 51.6
%
und damit ein Anspruch auf eine halbe Rente der Invalidenversicherung ab
1.
Oktober 2014 (Juni 2014 plus drei Monate).
5.5
Ab dem
1.
Januar 2018 kommen die neuen Regeln der Bemessung des Invalidi
tätsgrades bei gemischter Methode zur Anwendung. Wird das
Valideneinkommen
auf 100
%
hochgerechnet (zu Gunsten der Beschwerdeführerin ohne Ausschei
dung des höch
st
bezahlten Anteils von 10
%
für die Tätigkeit beim Ehemann, welche nicht
steigerbar
war), resultiert (Wert 2014, eine Hochrechnung auf das Jahr 2018 kann bei selber Grundlage für das Invalideneinkommen unterbleiben) ein
Valideneinkommen
von
Fr.
83'587.65 (
Fr.
75'228.90 : 0.9), was im Vergleich zum unveränderten Invalideneinkommen von
Fr.
32'440.75 zu einem Invalidi
tätsgrad von 61.2
%
respektive gewichtet von 55.1
%
führt. Nebst der Einschrän
kung im Haushalt von gewichtet 0.375
%
resultiert ein Gesamtinvaliditätsgrad von 55
%
und damit auch ab
1.
Januar 2018 ein Anspruch auf eine halbe Rente.
5.6
Die Differenz zur Berechnung der Beschwerdeführerin (
Urk.
1 S. 11) ab 2018 liegt darin begründet, dass sie beim
Valideneinkommen
nach wie vor den falschen Anteil am 10
%
-Lohn bei Ehemann von
Fr.
18'500.-- berücksichtigt haben will, auf der Seite des Invalideneinkommens aber nur
Fr.
6'840.--. Das ist indes nicht statthaft. Würde beim Invalideneinkommen auf den letztgenannten Wert abge
stellt, müsste auch das
Valideneinkommen
angepasst werden, denn der Minder
verdienst war nicht invaliditätsbedingt. Mit anderen Worten hätte sie auch bei intakter Gesundheit im Jahr 2018 beim Ehemann nur
Fr.
6'840.-- erzielt. Eine solcherart angepasste Berechnung ergäbe ebenfalls einen Invaliditätsgrad von unter 60
%
.
5.7
Die Beschwerde ist somit teilweise gutzuheissen und die angefochtene Verfügung (Urk. 2) mit der Feststellung
aufzuheben
, dass die Beschwerdeführerin ab 1. Oktober 2014 Anspruch auf eine unbefristete halbe Rente hat.
6.
6.1
Da es im vorliegenden Verfahren um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichts
kosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert fest
zulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG) und auf Fr. 800.-- anzusetzen. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind sie
der Beschwerdegegnerin
aufzuerlegen.
6.2
Nach § 34 Abs. 1
des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht (
GSVGer
)
hat die obsiegende Partei Anspruch auf Ersatz der Parteikosten. Die Höhe der gericht
lich festzusetzenden Entschädigung bemisst sich nach der Bedeutung der Streit
sache, der Schwierigkeit des Prozesses und dem
Mass
des Obsiegens, jedoch ohne Rücksicht auf den Streitwert (§ 34 Abs. 3
GSVGer
). Als weitere Bemessungs
kriterien nennt
§
7
GebV
SVGer
den Zeitaufwand und die Barauslagen.
Bei diesem Verfahrensausgang hat die Beschwerdeführerin Anspruch auf eine Prozessentschädigung.
In Anwendung obiger Kriterien ist die Parteie
ntschä
digung vorliegend auf Fr. 2'
7
00.--
(inkl. Mehrwertsteuer und Barauslagen) fest
zusetzen und ausgangsgemäss der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen.