# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 15aa0520-392e-46a6-9aa5-370db335ef38
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2019
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren
1955
, meldete sich
im Januar 1996
unter Hinweis auf
Probleme im Bereich der rechten Schulter
bei der Invalidenversicheru
ng zum Leistungsbezug an (Urk. 6/2
). Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, sprach ihm mit Verfügung vom
6. Dezember 1996
bei einem Invalidi
tätsgrad von
100 %
eine
von 1. September 1995 bis 31. Januar 1996 befristete ganze
R
ente
zu (Urk.
6/12-13
).
1.2
Am 2. Mai 2002 meldete sich der Versicherte wegen somatischen und psychi
schen Beschwerden erneut zum Leistungsbezug an (Urk. 6/24). Mit Verfügung vom 24. Januar 2003 wurde ihm bei einem Invaliditätsgrad von 68 % mit Wir
kung ab 1. November 2002 eine ganze Rente zugesprochen (Urk. 6/48).
Am 13. September 2005 (Urk. 6/65) sowie am 12. November 2008 (Urk. 6/71) teilte
die IV-Stelle dem Versicherten mit, der
Rentenanspruch sei unverändert
.
1.3
Mit Verfügung vom 17. Februar 2011 (Urk. 6/77) passte die IV-Stelle die bisherige ganze Rente basierend auf einem Invaliditätsgrad von 68 % auf eine
Dreivier
telsrente
an. Sodann forderte sie die zu viel ausgerichteten Renten mit Rück
forderungsverfügung vom 10. Mai 2011 zurück (Urk. 6/78). Die gegen beide Ver
fügungen erhobenen Beschwerden am hiesigen Gericht zog der Versicherte am 2. Juli 2012 wieder zurück, weshalb beide Verfahren mit Gerichtsverfügung
en
vom 3. Juli 2012 abgeschrieben wurden (Prozess IV.2011.00215 und IV.2011
.
00513
).
Am 24. Januar 2013 bestätigte die IV-Stelle dem Versicherten, er habe weiterhin Anspruch auf eine Rente basierend auf einem Invaliditätsgrad von 68 % (Urk. 6/82).
1.4
Nach Eingang eines am
27. April
2014 gestellten Verschlechterungsgesuchs
(Urk.
6/83
)
klärte die IV-Stelle die medizinische und erwerbliche Situation ab und
holte
unter anderem beim
Y._
ein polydisziplinäres Gutachten ein, das am 10. August
2015
erstattet wurde (Urk.
6/120/1-51
). Nach durchgefüh
rtem
Vorbe
scheidverfahren
(Urk. 6/124; Urk. 6/126, Urk. 6/133, Urk. 6/150) hob die IV-Stelle
mit Verfügung vom
12. Juli 2017
die bisher
ausgerichtete Rente auf (Urk. 6/153
= Urk. 2).
2.
Der
Versicherte erhob am
5. September 2017
Beschwerde gegen die Verfügung vom
12. Juli 2017
(
Urk.
2) und beantragte
sinngemäss
, diese sei aufzuheben und es sei
ihm weiterhin eine ganze Rente auszurichten
(
Urk.
1).
Die IV-Stelle beantr
agte mit Beschwerdeantwort vom 12. Oktober 2017 (Urk. 5
) die Abweisung der Beschwerde. Dies wurde dem Beschwerdeführer am
27. Okto
ber 2017
zur Kenntnis geb
racht (Urk. 7
).
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allge
meinen Teil
des Sozialversicherungsrechts,
ATSG)
.
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom
menden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der ge
sundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Ändert sich der Invaliditätsgrad eines Rentenbezügers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, her
ab
gesetzt oder aufgehoben (
Art.
17
Abs.
1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen seit Zusprechung der Rente, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente bei einer wesentlichen Änderung des Gesundheitszustandes revidierbar. Weiter sind, auch bei an sich gleich gebliebe
nem Gesundheitszustand, veränderte Auswirkungen auf den Erwerbs- oder Auf
gabenbereich von Bedeutung (BGE 141 V 9 E. 2.3, 134 V 131 E. 3). Ferner kann ein Revisionsgrund unter Umständen auch in einer wesentlichen Änderung hin
sichtlich des für die Methodenwahl massgeblichen (hypothetischen) Sachverhalts bestehen (BGE 144 I 28 E. 2.2, 130 V 343 E. 3.5, 117 V 198 E. 3b, je mit Hin
wei
sen). Hingegen ist die lediglich unterschiedliche Beurteilung eines im Wesent
li
chen gleich gebliebenen Sachverhalts im revisionsrechtlichen Kontext unbeacht
lich (BGE 141 V 9 E. 2.3 mit Hinweisen).
Liegt in diesem Sinne ein Revisionsgrund vor, ist der Rentenanspruch in recht
licher und tatsächlicher Hinsicht umfassend («allseitig») zu prüfen, wobei keine Bindung an frühere Beurteilungen besteht (BGE 141 V 9 E. 2.3 mit Hinweisen).
1.3
Zeitlicher Referenzpunkt für die Prüfung einer anspruchserheblichen Änderung bildet die letzte (der versicherten Person eröffnete) rechtskräftige Verfügung, welche auf einer materiellen Prüfung des Rentenanspruchs mit rechtskonformer Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und Durchführung eines Einkommens
vergleichs (bei Anhaltspunkten für eine Änderung in den erwerblichen Auswir
kungen des Gesundheitszustands) beruht; vorbehalten bleibt die Rechtsprechung zur Wiedererwägung und zur prozessualen Revision (BGE 133 V 108 E. 5.4)
.
Dabei braucht es sich nicht um eine formelle Verfügung (Art. 49 ATSG) zu han
deln. Ändert sich nach durchgeführter Rentenrevision als Ergebnis einer mate
riellen Prüfung des Rentenanspruchs nichts und eröffnet die IV-Stelle deswegen das Revisionsergebnis gestützt auf Art. 74
ter
lit. f
der
Verordnung über die Inva
lidenversicherung (IVV)
auf dem Weg der blossen Mitteilung (Art.
51 ATSG), ist im darauffolgenden
Revisionsverfahren zeitlich zu vergleichender Ausgangs
sach
verhalt derjenige, welcher der Mitteilung zugrunde lag (Urteil des Bundesgerichts 9C_599/2016 vom 29. März 2017 E. 3.1.2 unter Hinweis auf 8C_441/2012 vom 25. Juli 2013 E. 3.1.2).
1.4
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Be
schwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gege
be
nenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 256 E. 4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden können (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E. 4b/cc).
1.5
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schluss
folgerungen der Experten begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a mit Hinweis).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin ging in der angefochtenen Verfügung davon aus, ge
stützt auf das
Y._
-Gutachten sei eine Verbesserung ausgewiesen und dem Beschwerdeführer sei neu eine Arbeitsfähigkeit von 70 % in seiner bisherigen Tätigkeit zumutbar. Da der Arbeitsunfähigkeitsgrad von 30 % zugleich auch dem Invaliditätsgrad entspreche, bestehe kein Rentenanspruch mehr (Urk. 2).
2.2
Demgegenüber stellte sich der Beschwerdeführer auf den Standpunkt, es sei keine Verbesserung ausgewiesen. Seine grossen Einschränkungen und gesundheitlichen Probleme seien nicht genügend berücksichtigt worden. Sodann sei kein Anforde
rungsprofil für seine Tätigkeit als Archäologe erhoben worden. Es seien weitere Gutachten einzuholen (Urk. 1).
2.3
Streitig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegnerin die bisherige
Dreiviertels
rente
zu Recht aufgehoben hat. Dabei sind - mangels zwischenzeitlich durch
ge
führter materieller Prüfung (vgl. dazu vorstehend E. 1.3) - die Verhältnisse im
Zeitpunkt der rentenzusprechenden Verfügungen vom 24. Januar 2003 (Urk.
6/48) mit den Verhältnissen im Zeitpunkt der angefochtenen Verfügung vom 12. Juli 2017 (Urk. 2) zu vergleichen.
3.
3.1
Dem Beschwerdeführer wurde
mit Wirkung ab 1. November 2001
aufgrund eines Rückenleidens mit teils ausstrahlenden Schmerzen sowie einer mittelgradigen bis schweren depressiven Episode mit somatischem
Syndrom (ICD-10 F32.11) eine 5
0%ige Arbeitsunfähigkeit
und ab April 2002 eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit
in seiner bisherigen Tätigkeit attestiert (Bericht vom 31. Mai 2002 von
Dr.
med.
Z._
, Oberärztin
A._
, Urk. 6/28/3-4; Bericht vom 1. Oktober 2002
von
Dr.
med.
B._
, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, Urk. 6/27; vgl. auch Feststellungsblatt vom 10. Oktober 2002, Urk. 6/42/3 Mitte). Das Heben von Gewichten über 5 kg sei ihm aufgrund seiner Rückenschmerzen nicht mög
lich (Urk. 6/27/2 Ziff. 3).
3.2
Nachdem im
November 2013 bereits eine
Arthro
dese
am
linken Handgelenk vor
genommen wo
rde
n war
(vgl. Urk. 6/109/6-9)
, wurde der Beschwerdeführer anfangs
Mai 20
14 im C._
aufgrund einer Tendovaginitis
steno
sans
an der linken Hand operiert (Bericht vom 6. Mai 2014, Urk. 6/103/1-2, sowie vom 12. Mai 2014, Urk. 6/103/3-4).
Dr.
med. D._
, Facharzt für Handchirurgie, stellte im Bericht vom 19. Mai 2014 (Urk. 6/92) folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeits
fähig
keit (Ziff. 1.1):
-
SLAC-Wrist
Stadium III links (
adominant
)
-
Status nach
Humeruskopfnekrose
rechts
Linksseitig bestehe eine Kraftminderung und eine Einschränkung in der Beweg
lichkeit im Handgelenk. Dadurch sei das Tragen und Heben schwerer Gegenstände sowie das Hantieren damit eingeschränkt (Ziff. 1.7). In der bisherigen Tätigkeit als Archäologe sei
vom
4.
November 2013 bis 1
1.
Mai 2014 von einer 100%igen und vom 1
2.
bis 31. Mai 2014 von einer 50%igen Arbeitsunfähigkeit auszugehen (Ziff. 1.6). Danach sei durch Fortführung der Kräftigung eine Steigerung der Arbeitsfähigkeit zu erwarten (Ziff. 1.7-1.9). Über-Kopf-Arbeiten sowie Heben und Tragen körpernah/-fern sei je vier Stunden pro Tag zumutbar ab 12. Mai 2014 (Ziff. 3).
3.3
Der Hausarzt des Beschwerdeführers,
Dr.
med. E._
, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, diagnostizierte im Bericht vom 1
4
. Januar 2015 (Urk. 6/109/1-5) eine Handgelenksarthrose links sowie eine ausgeprägte
Hume
rus
kopfnekrose
rechts (Ziff. 1.2). In seiner bisherigen Tätigkeit sei das Tragen im Gelände nur noch bis 4 kg möglich, «kein steileres Gelände mit Tragen». Zeichnen gehe gut, darin bestehe keine Einschränkung.
Diese Tätigkeit sei bei «normaler Dauer» zu «50 % Intensität» zumutbar (Ziff. 2.1).
3.4
Am 10. August 2015 erstatteten die Ärzte des
Y._
das polydisziplinäre Gut
achten (Urk. 6/120/1-51). Als Diagnosen mit Auswirkung auf die A
rbeitsfähigkeit nannten sie folgende
(S. 46 Ziff. 12.1):
-
posttraumatische
Humeruskopfnekrose
rechts 1994 mit zweimaliger Revi
sion bei Infekt
-
Status nach 4-Corner-Arthrodese des linken Handgelenks mit
Scaphoi
dektomie
und
Radiusstyloidektomie
November 2013
-
aktenanamnestisch Status nach mittelgradiger bis schwerer depressiver Episode, bestehend von etwa 2000 bis 2003 (ICD-10 F33.1, F33.2)
Aus orthopädischer Sicht wurde festgehalten, die gelegentlichen Schmerzen in der rechten Schulter sowie die Kraftlosigkeit über der Horizontalen und die einge
schränkte Beweglichkeit derselben seien durch die radiologisch dokumentierte
Humeruskopfnekrose
mit abnormer Form des
Humeruskopfes
und dement
spre
chend beeinträchtigter Gelenkskongruenz bedingt. Eine gewisse Einschränkung der Beweglichkeit im linken Handgelenk nach 4-Corner-Arthrodese sowie eine
Kraftminderung seien Folge des Eingriffs. Die gestörte Feinmotorik hingegen könn
e bei postoperativ normalem radiologischem Befund und adäquatem klinischem Untersuchungsbefund nur unvollständig plausibilisiert werden. Die lumbalen Schmerzen seien bei fehlenden pathologischen objektiven Befunden sowie nor
malem radiologischem Befund nicht nachvollziehbar (S. 10 f. Ziff. 7.2).
Körperlich schwere Arbeiten mit Kraftanwendung der oberen Extremitäten in kalter und feuchter Umgebung, häufigen Arbeiten über der Horizontalen und rezidivierenden Bewegungen
der oberen Extremitäten seien wegen den gestellten Diagnosen nicht mehr vollumfänglich zumutbar (S. 11 Ziff. 7.3).
Die Arbeitsfähigkeit als selbständiger Archäologe und Geodät, bei der nicht selten auf Baugerüsten gelaufen werden müsse und die oberen Extremitäten zum Halten am Gerüst gebraucht würden, betrage seit Juni 2014 70 % bei voller Stunden
präsenz (Arbeitsunfähigkeit 30 %
). Vorangehend habe seit dem Zeitpunkt der Ope
ration eine Arbeitsunfähigkeit bestanden, die von der
F._
des
C._
festgelegt worden sei (S. 11 f.
Ziff. 8.1).
Aus psychiatrischer Sicht würden sich seit Jahren keine psychischen Störungen mit Krankheitswert erheben lassen. Spätestens seit dem Jahr 2004, seit er seine jetzige Ehefrau kennengelernt habe, befinde er sich in guter psychischer Ver
fas
sung (S. 30 Mitte).
Seit diesem Zeitpunkt sei von einer Verbesserung des psy
chi
schen Gesundheitszustandes auszugehen (S. 37 Ziff. 8.6).
Der Beschwerde
führer befinde sich seit Jahren in keiner psychiatrischen oder psychotherapeutischen Be
hand
lung mehr. Es könne keine psychische Störung mit Krankheitswert erho
ben werden
(S. 31 unten), weshalb seit etwa Januar 2004 in der bisherigen Tätig
keit als selbständiger Archäologe eine 100%ige Arbeitsfähigkeit angenommen werden könne (S. 33 Ziff. 8.1).
Da aus internistischer Sicht ebenfalls keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit gege
ben sei (S. 43 Ziff. 5), entspreche
die polydisziplinäre Beurteilung der zumut
baren Arbeitsfähigkeit der orthopädischen Einschätzung (vgl. S. 47 Ziff. 13.1 f.).
3.5
Dr.
med.
G._
, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, kritisierte mit Schreiben vom 15. September 2016 die Arbeitsfähigkeitseinschätzung der
Y._
-Gutachter. Eine 70%ige Arbeitsfähigkeit in angestammter Tätigkeit scheine ihm «eine gewagte Aussage», zumal ein Belastungsprofil dieser Tätigkeit fehle. Der Beschwerdeführer gebe an, immer wieder Tätigkeiten auf Gerüsten und in unebe
nem Gelände durchführen zu müssen (Urk. 6/131; vgl. ebenso Schreiben vom 26. September 2016, Urk. 6/135).
3.6
Mit Bericht vom 10. Oktober 2016 führte
Dr.
med.
H._
, Facharzt für orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, aus, der Be
schwerdeführer habe betreffend
die rechte
Schulter eine einigermassen suffi
ziente Funktion, wobei in den letzten Jahren eine langsam zunehmende Schmerz
haftigkeit hinzugekommen sei. Als Archäologe sei er für leichte Tätigkeiten gut einsetzbar. Bei denkmalpflegerischen Tätigkeiten beispielsweise im Bereich von Burgruinen, wo er Leitern etc. besteigen müsse, sei er rechts stark eingeschränkt (Urk. 6/136/1).
3.7
Am 28. November 2016 stellte sich der Be
schwerdeführer in der I._
vor (Urk. 6/141/1-2). Bezüglich seiner Hand
problematik würden klar nicht die Schmerzen, sondern die eingeschränkte Greif
fähigkeit und Kraft im Vordergrund stehen (S. 1 unten). Die Beweglichkeit sei für die Extension eher überdurchschnittlich. Neurographisch zeige sich aber nebst einem
Sulcus
ulnaris
-Syndrom sowie einem leichten Karpaltunnelsyndrom links ein Verdacht auf eine Polyneuropathie (S. 2 Mitte).
Aufgrund der weiter durchgeführten Abklärungen habe eine relevante Polyneu
ropathie nicht bestätigt werden können (Urk. 6/147/2 Mitte).
4.
4.1
Das
Y._
-Gutachten
(vorstehend E. 3.4)
beruht auf für die strittigen Belange umfassenden Untersuchungen und berücksichtigt die vo
m
Beschwerdeführer ge
klagten Beschwerden in angemessener Weise. Sodann wurde es in Kenntnis der Vorakten erstattet und trägt der konkreten medizinischen Situation Rechnung.
Das Gutachten leuchtet in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge ein
und die vorgenommenen Schlussfolgerungen zu Gesundheitszustand und Arbeits
f
ähigkeit werden ausführlich begründet. Es ist für die Beantwortung der Fragen umfassend und erfüllt die
praxisgemässen
K
riterien (vgl. vorstehend E.
1.5) voll
umfänglich, so dass für die Entscheidfindung darauf abgestellt werden kann.
4.2
Entgegen der Ansicht des Beschwerdeführers ist gestützt auf das
Y._
-Gutach
ten sowie die übrigen medizinischen Akten eine Verbesserung des Gesundheits
zustandes ausgewiesen. Die Rentenzusprache im Jahr 2002 erfolgte insbesondere auch aufgrund einer mittelgradigen bis schweren depressiven Problematik. Zwi
schenzeitlich ist retrospektiv seit dem Jahr 2004 keine psychische Problematik mit Auswirkung auf die
Arbeitsfähigkeit mehr feststellbar. Auch der Beschwerde
führer selbst erachtet sich in psychischer Hinsicht als nicht eingeschränkt (vgl. vorstehend E. 3.4).
Aufgrund der linksseitigen Handproblematik ist es ab November 2013 zu einer vorübergehenden 100%igen und danach vom 1
2.
bis 31. Mai 2014 zu einer 50%igen Einschränkung der Arbeitsfähigkeit in bisheriger Tätigkeit gekommen (vgl. vorstehend E. 3.2), worauf auch die Gutachter verwiesen
und
was sie
in ihrer Beurteilung mitberücksichtigten
(vgl. vorstehend E. 3.4).
4.3
Dem
Vorwurf des Beschwerdeführers
(vorstehend E. 2.2)
, es sei kein Anforde
rungs
profil seiner angestammten Tätigkeit erhoben und demzufolge im Gutach
ten nicht berücksichtigt worden, kann nicht gefolgt werden. Der Beschwerde
füh
rer gab gegenüber den Gutachtern an, er betreibe eine selbständige Firma für
Archä
ologie mit Lehrtätigkeit, Forschungstätigkeit und Bauaufnahmen (Urk. 6/120/2
4 Ziff. 3.2.4.2). Dabei müsse er nicht selten auf Baugerüsten laufen und die oberen Extremitäten würden zum Halten am Gerüst gebraucht (Urk. 6/120/11 Ziff. 8.1). Diese Angaben stimmen auch mit jenen überein, welche
Dr.
G._
betreffend Anforderungsprofil der aktuellen Tätigkeit festhielt (vor
steh
end E. 3.5)
.
Die Gutachter attestierten dem Beschwerdeführ
er unter Berück
sich
tigung dieses Arbeitsprofils sowie seiner somatischen
Einschränkung eine 30%ige Arbeitsunfähigkeit.
Aus den Akten ist zudem ersichtlich, dass
gemäss
den
eigenen Angaben
des Beschwerdeführers
im Dezember 2002 die Feldarbeit ledig
lich etwa 22 %
beträgt
. 70 % entfalle
n
für Arbeiten im Büro, 3 % Instruktor und Kursleiter-Tätigkeit und 5 % administrative Arbeiten (Urk. 6/43/5
Ziff. 5.1
).
Der Beschwerdeführer machte weder
konkret
geltend, inwiefern er
über die von den Gutachtern berücksichtigten Einschränkungen
in seiner aktuellen selbständigen Tätigkeit eingeschränkt sei, noch ergeben sich aus den Akten Anhaltspunkte, welche gegen eine Vereinbarkeit der
gesundheitlichen
Einschränkungen mit seiner bisherigen Tätigkeit sprechen würden.
4.4
Weiter
ist darauf hinzuweisen, dass aus somatischer Sicht auch
die
behandelnde
n Ärzte
Dr.
E._
und
Dr.
G._
keine objektiv fassbaren Aspekte namhaft machte
n
, welche
den Gutachtern
entgangen waren oder mit denen
sie
sich nicht befasst hatte
n
. Im Übrigen erklärt sich der abweichende Standpunkt wohl auch mit dem Unterschied zwischen medizinischem Behandlungs- und Abklärungs
auf
trag. Die von Dr.
E._
attestierte Arbeitsunfähigkeit ist auch aufgrund der Erfahrungstatsache zu relativieren, dass Hausärztinnen und Hausärzte wie über
haupt behandelnde Arztpersonen beziehungsweise Therapiekräfte mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer
Patientinnen und Patienten aussagen (BGE 135 V 465 E. 4.5, 125
V 351 E. 3b/cc). Nach dem Gesagten nannten weder
Dr.
E._
noch
Dr.
G._
objektiv feststellbare
Gesichtspunkte, welche Zweifel am Gutachten begründen würden.
Abschliessend
ist festzuhalten, dass die Berichte der Ärzte der
I._
(vorstehend E. 3.6 f.) seit der Begutachtung keine medizinischen Tatsachen her
vorbrachten, welche die funktionelle Leistungsfähigkeit des Beschwerdeführers
aus versicherungsmedizinischer Sicht überwiegend wahrscheinlich zusätzlich ein
schränken würden (vgl. dazu Stellungnahme des Regionalen Ärztlichen Dienstes vom 12. April 2017, Urk. 6/151/4 Mitte).
4.5
Nach dem Gesagten ist gestützt auf die vorliegenden Akten eine revisions
recht
lich erhebliche tatsächliche Änderung ausgewiesen und insbesondere gestützt auf das
Y._
-Gutachten von einer zumutbaren Arbeitsfähigkeit von 70 % in der angestammten Tätigkeit auszugehen.
5.
Es bleiben die erwerblichen Auswirkungen der 30%igen Arbeitsunfähigkeit in bisheriger Tätigkeit zu prüfen.
Aufgrund der Gegebenheiten, dass dem Beschwerdeführer nach wie vor seine bisherige selbständige Tätigkeit im Bereich Archäologie zumutbar ist, kann dies
be
züglich ein Prozentvergleich durchgeführt werden (vgl. zum Prozentvergleich das Urteil des Bundesgerichts 8C_131/2011 vom
5.
Juli 2011 E. 10.2.1 mit Hin
weis auf BGE 114 V 310 E. 3a): Da er im Gesundheitsfalle zu 100
%
erwerbstätig wäre, ihm jedoch nur ein 70
%
-Pensum zumutbar ist, resultiert ein
–
renten
aus
schliessender - Invaliditätsgrad von 30
%
.
Die Beschwerdegegnerin stellte die bisherige Rente demzufolge zu Recht ein.
Damit erweist sich die Beschwerde als unbegründet und ist abzuweisen.
6.
Da es im vorliegenden Verfahren um die Bewilligung oder Verweigerung von Ver
sicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichts
kosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert fest
zulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
des Bundesgesetzes über die Invaliden
versicherung
,
IVG)
und auf Fr.
6
00.-- anzusetzen. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind sie
dem Beschwerdeführer
aufzuerlegen.