# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 43d0d2c1-76c2-477d-ba68-5b36853cac6f
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2018
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren
19
81
, Mutter
eines
Kinde
s
(Jahrgang
2011
),
war von
1.
Juli 2013 bis 3
0.
November 2016
bei
der
Y._
als
Wäscherei
mitarbeiterin
tätig
(
Urk.
9/6/128)
. Am 1
4.
Oktober 2015 klemmte sie sich bei der Arbeit an der Rollenabwicklungsmaschine die Finger ein, wobei sie ein Quetsch
trauma an den Fingern der rechten dominanten Hand
erlitt
(
Urk.
9/6/4,
Urk.
9/6/13
)
.
Die Suva erbrachte in der Folge bis am
16
.
Januar 2017 Leistungen (Heilkosten, Taggeld;
Urk.
9/6/156-157,
Urk.
9/6/159-160).
Mit Verfügung vom 1
6.
Januar 2017 verneinte die Suva einen Anspruch auf eine Invalidenrente und eine Integritätsentschädigung (
Urk.
9/9).
Unter Hinweis auf
die Handverletzung und ein
Complex
Regional
Pain
Syndrome (CRPS)
meldete sich
die Versicherte
am
2.
Januar 2017
bei der Invalidenversi
cherung zum Leistungsbezug an (
Urk.
9/2
). Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, klärte die medizinische und erwerbliche Situation ab
und
zog Akten der
Suva
bei (
Urk.
9/6)
.
Nach durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(
Urk.
9/22
;
Urk.
9/26
) verneinte die IV-Stelle mit Verfügung vom 2
7.
Februar 2018 einen Rentenanspruch (
Urk.
9/
34
=
Urk.
2).
Die am
7
.
Novem
ber 2017 erstattete Rückfallmeldung (
Urk.
12/2) anerkannte die Suva am 2
3.
Mai 2018 (
Urk.
12/3) und veranlasste am
9.
März 2018
eine neue Untersuchung (
Urk.
3).
2.
Die Versicherte erhob am
2
7.
März 2018
Beschwerde
gegen die Verfügung vom 2
7.
Februar 2018 (
Urk.
2) und beantragte, diese sei aufzuheben und es seien ihr
berufliche Massnahmen und eine angemessene Invalidenrente zuzusprechen, (
Urk.
1
S. 2).
Mit Beschwerdeantwort vom
3
0.
Mai 2018
(Urk.
7
)
beantragte die Beschwerde
-
gegnerin die Abweisung der Beschwerde, eventualiter die Rückweisung der Ange
legenheit zu weiteren Abklärungen. Mit Replik vom
3.
Juli 2018 (
Urk.
11)
reichte
die Beschwerdeführerin
einen aktuellen Arztbericht des
Z._
ein, hielt
am Rechtsbegehren fest
(S. 1)
und verlangte gleichzeitig
eine Rückweisung der Sache an die Beschwerdegegnerin zur Ergänzung der medizinischen Abklä
rungen (S. 2).
Mit Duplik vom 1
6.
Juli 2018
(
Urk.
14)
beantragte
die Beschwerde
gegnerin
neu
,
die Beschwerde sei teilweise gutzuheissen im Sinne einer Aufhe
bung der angefochtenen Verfügung und Rückweisung der Angelegenheit an die Beschwerdeführerin zu weiteren Abklärungen
, wobei
zur abschliessenden Beur
tei
lung des Gesundheitszustandes der Beschwerdeführerin eine handchirurgische
RAD-Untersuchung erforderlich sei. Mit Stellungnahme vom
6.
August 2018 (
Urk.
17) wies die Beschwerdeführerin darauf hin, dass sie bereits mit Replik die Rückweisung der Angelegenheit zur Ergänzung der medizinischen Abklärungen beantragt habe
und somit die Parteianträge übereinstimmten
, dass eine RAD-Untersuchung indessen nicht ausreiche, sondern zusätzlich zumindest auch Verlaufsberichte einzuholen, eine neurologische und eine rheumatologische Unter
suchung sowie eine Evaluation der funktionellen Leistungsfähigkeit (EFL) durch
zuführen seien.
Mit Verfügung vom 1
6.
August 2018 (
Urk.
19) wurde die Beschwer
de
gegnerin davon in Kenntnis gesetzt.
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung
1
.
1.1
Versicherungsträger und Sozialversicherungsgerichte haben die Beweise frei, das heisst ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und pflicht
gemäss zu würdigen. Für das Beschwerdeverfahren bedeutet dies, dass das Sozial
versicherungsgericht alle Beweismittel, unabhängig davon, von wem sie stammen,
objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruches gestatten. Insbe
son
dere darf es bei einander widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist also entschei
dend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kennt
nis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Ausschlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Her
kunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a).
1.2
Den
Berichten und Gutachten versicherungsinterner Ärztinnen und Ärzte kommt nach der Rechtsprechung Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig erscheinen, nach
vollziehbar begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen (BGE 134 V 231 E. 5.1 mit Hinweis auf BGE 125 V 351 E. 3b/
bb
/
ee
). Trotz dieser grundsätzlichen Beweiseignung kommt den Berichten versicherungsinterner medizinischer Fachpersonen praxisgemäss nicht
dieselbe Beweiskraft zu wie einem gerichtlichen oder im Verfahren nach Art. 44
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG
)
vom Versicherungsträger veranlassten Gutachten unabhängiger Sachver
stän
diger. Soll ein Versicherungsfall ohne Einholung eines externen Gutachtens entschieden werden, so sind an die Beweiswürdigung strenge Anforderungen zu stellen. Bestehen auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssig
keit der versicherungsinternen ärztlichen Feststellungen, so sind ergänzende Ab
klärungen vorzunehmen (BGE 139 V 225 E. 5.2; BGE 135 V 465 E. 4.4 mit Hin
weisen; Urteil des Bundesgerichts 8C_348/201
6 vom 9. Dezember 2016 E. 2.4).
Der Beweiswert von RAD-Berichten nach Art. 49 Abs. 2
der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV)
ist mit jenem externer medizinischer Sachverstän
digen
gut
achten vergleichbar, sofern sie den praxisgemässen Anforderungen an ein ärztliches Gutachten (
BGE 134 V 231
E. 5.1) genügen und die Arztperson über die notwendigen fachlichen Qualifikationen verfügt (
BGE 137 V 210
E. 1.2.1).
1.3
Das Gericht kann die Angelegenheit zu neuer Entscheidung an die Vorinstanz zurückweisen,
besonders
wenn mit dem angefochtenen Entscheid nicht auf die Sache eingetreten oder der Sachverhalt ungenügend festgestellt wurde (§ 26 Abs. 1 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht,
GSVGer
). Gemäss stän
diger Rechtsprechung ist in der Regel von der Rückweisung – da diese das Ver
fahren verlängert und verteuert – abzusehen, wenn die Rechtsmittelinstanz den Prozess ohne wesentliche Weiterungen erledigen kann. In erster Linie kommt eine Rückweisung in Frage, wenn der Versicherungsträger auf ein Begehren überhaupt nicht eingetreten ist oder es ohne materielle Prüfung abgelehnt hat, wenn schwie
rige Ermessensentscheide zu treffen sind, oder wenn der
ent
scheidrelevante
Sachverhalt ungenügend abgeklärt ist (vgl. Urteil des Bundesgerichts U 209/02 vom 10. September 2003 E. 5.2).
2.
A
ngesichts der
Eingabe
n
de
r
Parteien
vom
3.
Juli, 1
6.
Juli und
6.
August 2018 (
Urk.
11,
Urk.
14,
Urk.
17)
besteht
Einigkeit
dar
über
, dass der
medizinische
Sach
-
verhalt
ungenügend abgeklärt
und
eine R
ückweisung zu ergänzenden medizi
ni
schen Abklärungen
erforderlich ist
.
Insofern stimmen die Parteianträge überein.
Indessen unterscheiden sich
die Parteianträge
bezüglich des Umfangs der
erfor
-
derlichen
Abklärungen.
3.
3.1
Die erstbehandelnden Ärzte des
Z._
diagnostizierten in ihrem Austrittsbericht vom 1
6.
Oktober 2015 (
Urk.
9/6/13-14) ein Quetsch
trauma
Dig
. II-IV Hand rechts (dominant) vom 1
4.
Oktober 2015 ohne Sehnen- oder Nervenbeteiligung (S. 1) und hielten eine problemlose Operation und einen komplikationslosen postoperativen Verlauf fest (S. 2).
3.2
Vom 1
6.
Juni bis 1
5.
Juli 2016 hielt sich die Beschwerdeführerin stationär in der
A._
auf. Mit Bericht
vom 1
8.
Jul
i 2016 (
Urk.
9/6/110-121 =
Urk.
9/17/7-18)
stellten die Ärzte folgende Diagnose:
Unfall vom 1
4.
Oktober 2015: Quetschtrauma Finger II-IV rechts
-
Quetschung
Dig
. II-IV Hand rechts (dominant) ohne Sehnen
-
oder Nerven
beteiligung
-
1
5.
Oktober 2015 Wundexploration
Dig
. II-IV mit Darstellung der intakten
Gefäss
-Nerven-Bündel und Beugesehnen
-
verzögerter Verlauf mit Schmerzen und Bewegungseinschränkung
-
aktuell: leichtes CRPS rechte Hand (Budapester Diagnosekriterien erfüllt)
-
Anpassungsstörung mit längerer depressiver Reaktion (ICD-10: F43.21)
Zudem diagnostizierten die Ärzte eine arterielle Hypertonie, einen unklaren thora
kalen Schmerz, einen kompletten Rechtsschenkelblock und eine Adipositas (S. 1).
In der Beurteilung hielten die Ärzte
der
A._
fest, dass der Verlauf seit dem Unfall stark verzögert sei mit anhaltenden, ausgeprägten Schmerzan
gaben und schlechter Beweglichkeit der Langfinger und auch des Handgelenks, die Hand werde kaum eingesetzt. Aktuell sei von einem CRPS auszugehen, wenn auch gewisse Symptome nur gering ausgeprägt seien. Es bestehe eine Mischung aus objektivierbaren Unfallfolgen und einer maladaptiven Schmer
z
verarbeitung mit Schonverhalten. Die Prognose sei von daher ungünstig. Die während der Rehabilitation erfolgte psychosomatische Abklärung habe zusammenfassend eine Anpassungsstörung mit längerer depressiver Reaktion in Verbindung mit einer maladaptiven Schmer
z
verarbeitung und sozialer Belastung durch Arbeitslosigkeit des Ehemannes ergeben. Es sei davon auszugehen, dass diese Konstellation sich ungünstig auf den Genesungsprozess auswirke und nach langer Leidensge
schichte mit gescheiterten Behandlungsversuchen
schliesslich
die Entwicklung einer chronischen Schmer
z
störung mit somatischen und psychischen Faktoren begünstigen könne
(S. 3 f.)
.
Die Beschwerdeführerin sei während ihres Aufent
haltes wöchentlich psychotherapeutisch betreut worden. Die Beobachtungen bei den Leistungstests und im Behandlungsprogramm hätten auf eine erhebliche
Symptomausweitung hingewiesen. Die
B
eschreibung der Schmerzen sei undiffe
renziert gewesen,
und
das Schmerzverhalten
sei
nicht adäquat. Das Leistungs
-
verhalten sei als schlecht zu beurteilen, und die Konsistenz sei schlecht gewesen. Zusammenfassend habe keine wesentliche Verbesserung der Schmer
z
problematik erreicht werden können. Die körperlic
h
e Leistungsfähigkeit und Belastbarkeit habe beim Training auf tiefstem Niveau nicht gesteigert werden können. Bezüg
lich der Beweglichkeit der Langfinger und des Handgelenkes rechts habe insge
samt keine Verbesserung erreicht werden können (S. 4).
3.3
Dr.
med.
B._
,
Z._
, Klinik für Plastische Chirurgie und Handchirurgie, führte mit Bericht
vom
5
.
Oktober 2016
(
Urk.
9/6/135-136 =
Urk.
9/17/5-6)
in der Beurteilung aus, dass
es
auch unter sprachlicher Aufklärung bei einem albanisch sprechenden Handtherapeuten im
Z._
wegen stärkster Schmerzen nicht möglich gewesen s
e
i, die gezeigten Übungen adäquat durchzuführen. Die Therapieoptio
nen seien daher bei fehlender Schädigung der funktionellen Strukturen und der Unmöglichkeit zur physiotherapeutischen
Beübung
ausgeschöpft. Ursächlich für die starken Schmerzen seien initial die schwere Handquetschung. Durch den mangelnden Einsatz der Hand und die fehlende
Beübung
sei es dann vermutlich zu den massiven Kontrakturen gekommen. In der aktuellen Situation sei jedoch aufgrund der fehlenden Compliance nicht mit einer Besserung der Beschwerden, weder durch einen operativen noch durch einen konservativen Therapieansatz auszugehen
(S. 2)
.
3.4
Prof.
Dr.
med.
C._
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Trauma
tologie, Kreisarzt Suva, hielt in seinem Bericht vom 1
6.
November
2016 (
Urk.
9/
6/147-151) aufgrund seiner gleichentags durchgeführten
Untersuchung
in der Beurteilung fest, dass sich weitgehend unauffällige Haut- und Weichteil
-
verhältnisse beider Hände zeigten, ferner geringe Beugekontrakturen der rechten Finger (II-IV). Die Narbenverhältnisse seien unauffällig, und Hinweise auf ein CRPS seien eher nicht vorhanden. Der Faustschluss sei durch die Kontrakturen
mässig
eingeschränkt. Die Funktionseinschränkungen der rechten Hand hätten sich nicht mehr relevant verändert, sodass vom medizinischen Endzustand aus
zugehen sei. Der Beschwerdeführerin
seien leichte Arbeiten ganztags zumutbar, wobei repetitive Belastungen sowie Vibrations- und
Stossbelastungen
der rechten Hand
auszuschliessen
seien. Bezüglich der angegebenen Beschwerden und der objektivierten Befunde bestehe, wie schon von den behandelnden Ärzten in ihren Berichten festgehalten, eine erhebliche Diskrepanz. Ob die Beschwerdeführerin aufgrund der sprachlichen Schwierigkeiten oder schmerzbedingt die therapeu
ti
schen Bemühungen nicht in dem erforderlichen
Ausmass
habe durchführen können, könne er retrospektiv nicht nachvollziehen. Die Voraussetzungen für
eine Integritätsentschädigung seien vorliegend nicht erfüllt, und von weiteren
Behandlungsmassnahmen
sei keine wesentliche Besserung zu erwarten (S. 4).
3.
5
Dr.
B._
,
Z._
, Klinik für Plastische Chirurgie und Handchirurgie,
hielt im Bericht vom 2
1.
Februar 2017 (
Urk.
9/
17
/1-4) fest, dass die Beschwerdeführerin seit ihrem Unfall in ihrer Tätigkeit als Wäschereiangestellte zu 100
% arbeitsunfähig sei. Es bestehe eine massive Bewegungseinschränkung sowie die Unfähigkeit zum Einsatz der rechten Hand im Alltag, sodass
bimanuelle
Tätigkeiten von der Beschwerdeführerin derzeit nicht durchgeführt werden könnten
. Theoretisch wäre bei intensiver Mitarbeit in der handtherapeutischen
Beübung
noch mit einer Besserung der Beschwerden zu rechnen, aufgrund der fehlenden Compliance sei jedoch kein Verbesserungspotential ersichtlich (
Ziff.
1.6-1.8)
.
3.
6
Die Ärzte der
D._
, Abteilung Handchirurgie, hielten
in ihrer Beurteilung
vom 2
9.
August 2017 (
Urk.
9/29)
fest, dass ein CRPS bestehe und die Beschwerden unverändert seien, zusätzlich bestünden intermittierend Sensibili
täts
störungen.
3.
7
Dr.
med.
E._
,
Facharzt für Rheumatologie,
D._
, Abteilung Rheumatologie, nannte in seinem Bericht
vom 1
2.
September 2017
(
Urk.
9/31
) folgende Diagnosen:
-
CRPS I Hand rechts, dominante Seite
-
Status nach schwerem Quetschtrauma
Dig
. II bis IV am 1
4.
Oktober 2015 ohne Sehnen- oder Nervenbeteiligung, Wundexploration am 1
4.
Oktober 2015
-
Röntgen Juli 2017: Status nach Fraktur des
Processus
unguicularis
Digitus
IV, keine Mineralisationsstörungen
Als Nebendiagnosen nannte
Dr.
E._
eine arterielle Hypertonie und eine Adipositas Grad I (S. 1).
In der Beurteilung führte
Dr.
E._
aus, dass von Symptomseite sensible, vaso
motorische und motorische Veränderungen vorlägen und im Untersuch vasomo
torische und motorische Veränderungen zusammen mit einer
Allodynie
fassbar seien. Er habe der Beschwerdeführerin geraten, die Heimmobilisationsübungen intensiver durchzuführen (S. 2). In e
inem ersten Schritt empfehle er
während sechs Wochen
Calcitonin
und Vitamin C
.
Parallel dazu lohne sich ein Thera
pie
versuch mit
Gabapentin
oder Tramadol. Wegen der im Raume stehenden de
pres
siven Reaktion empfehle er zusätzlich eine psychologische oder psychia
trische Betreuung mit der Evaluation einer schmerzdistanzierenden Behandlung, insbe
sondere einem
trizyklischen
Antidepressivum.
Betreffend Arbeitsfähigkeit bestehe aus medizinisch-theoretischer Sicht für eine
einarmige Tätigkeit eine volle Arbeitsfähigkeit, wobei berücksichtigt werden
m
üsse, dass diese die
adominante
Seite betreffe. Aufgrund der starken
rechts
-
seitigen
Schmerzen sei zuerst mit einem Pensum von 60
%
, verteilt auf 5 Tage, zu beginnen, wobei die Beschwerdeführerin die Möglichkeit haben müsse, nach beispielsweise 50 Minuten eine Pause von 10 bis 15 Minuten einzulegen (S. 3).
3.
8
Dr.
med.
F._
,
Facharzt für Anästhesiologie,
Z._
,
Institut für Anästhesio
logie, Schmerzambulatorium,
bestätigte
in seinem Bericht vom 1
9.
März 2018
(
Urk.
12/1)
aufgrund seiner gleichentags durchgeführten Erstkonsultation
die bekannten Diagnosen (vorstehend E. 3.
7
) und
hielt in
der
Beurteilung fest, dass aktuell weiterhin ein CRPS vorhanden sei. Inwiefern sekundäre Ursachen bestünden, beispielweise die Schmerzen im Ellbogen oder Schulter-/Nacken
be
reich
myofaszialer
Genese seien, könne nicht definiert werden.
In der fokussierten Untersuchung s
e
ien neben vasomotorischen Veränderungen ein
T
emperatur
-
unterschied
von über 1
%
und
eine maximale Be
we
gungseinschränkung in der Hand und allen Fingern rechts zu finden. Vor allem Schmerzen auf Druck und Bewegung wie auch eine diffuse
Hyp
- und Dys
ästhesie in der ganzen Hand seien zu eruieren. Es seien keine Nagel- oder Haarwachstumsveränderungen zu sehen (S. 1).
Zum weiteren Vorgehen hielt
Dr.
F._
fest, dass Medikamentenaustestungen zur Prüfung des Ansprechens auf verschiedene Stoffklassen durchzuführen seien so
wie gegebenenfalls diagnostisch-therapeutische Nervenblockaden. In therapeu
tischer Hinsicht seien neu gegebenenfalls antineuropathische-schmer
z
modu
lierende Medikamente angezeigt, und die Ergotherapie sei unbedingt weiter zu führen.
Im Weiteren hielt
Dr.
F._
fest, dass aufgrund der instabilen
,
chronischen Sch
merz
krankheit, einhergehend mit polydisziplinärer Behandlung durch mehrere medi
zinisch
e
Spezialitäten und entsprechender Würdigung der bestehenden diagnos
tischen Ergebnisse bei der Beschwerdeführerin ein erhöhter Behandlungsbedarf im Sinne der Ausnahmeregelung des TARMED 1.09 bestehe (S. 2).
4.
Dr.
E._
ging davon aus, dass von
einem
rechtsseitige
n
CRPS und ein
em
zumutbare
n
Arbeitspensum von 60
%
auszugehen
sei
, welches auf eine volle Arbeitsfähigkeit zu steigern sei (vorstehend E. 3.7).
Unbestrittenermassen
hat sich der Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin seit dieser Einschätzung nicht verbessert, und u
nbestritten ist auch, dass der medizinische Sachverhalt
daher
weiterer Abklärung bedarf.
Aufgrund der
Aktenlage erweist sich die von der Beschwerdegegnerin
im Rahmen des Rückweisungsantrags
in Aussicht gestellte interne handchirurgische Abklä
rung
(
Urk.
14) indessen
nicht als hinreichend
:
D
ie Beschwerdeführerin
wurde
seit Beginn des verzögerten Heilungsverlaufes
und
der
Diagnose eines CRPS
von
Fachä
rzten verschiedener Fachrichtungen
–
unter anderem
der
Chirurgie
und
Rheumatologie
-
behandelt
und beurteilt
. Sodann ver
wies auch
Dr.
F._
auf die Notwendigkeit einer polydisziplinären Behandlung
, welche der instabilen, chronischen Schmerzkrankheit Rechnung trage
(vorsteh
end E. 3.8)
.
Die Ärzte der
A._
und
Dr.
E._
wiesen
weiter
auf
die
im Raum stehende psychische Fehlentwicklung in Form einer Depression
und
einer chro
nischen Schmerzstörung hin
. Be
reits beim Aufenthalt in der
A._
wurde die Beschwerdeführerin wöchentlich psychiatrisch betreut
, und a
uch
Dr.
E._
empfahl eine psychologische oder psychiatrische Betreuung mit der Evaluation einer schmerzdistanzierenden Behandlung (vorstehend
E. 3.2 und
E.
3.7).
Eine
fachärztlich
-
psychiatrische
Beurteilung f
ehlt
jedoch
.
Vor diesem Hintergrund
erweist sich
ein
e
externe
polydisziplinäre
Abklärung
als angezeigt
,
wobei unter Beachtung der an ein Gutachten gestellten
allgemeinen
Anforderungen
(vorstehend E. 1.1)
insbesondere die psychischen
Fehlentwick
lungen
nach den Grundsätzen eines strukturierten Beweisverfahrens (BGE 141 V 281, BGE 143 V 409) abzuklären
sind
.
Die Abklärung hat
weiter
die relevanten
medizinischen
Fachrichtungen
angemessen
einzubeziehen
.
Aufgrund
der
aktu
elle
n
Aktenlage ist
davon auszugehen, dass mindestens eine psychiatrische und rheumatologische Abklärung
erforderlich ist. Zu prüfen – und dazu werden sich die genannten fachärztlichen Einschätzungen zu
äussern
haben – ist die Not
wendigkeit weiterer fachärztlicher Abklärungen
, insbesondere einer neurolo
gi
schen Abklärung, sowie der
Durchführung einer EFL.
Damit erweist sich die
Beschwerde
als begründet
und ist
in dem Sinne
gut
zu
heissen
,
dass die angefochtene Verfü
gung
auf
zuheben und die Sache an die Be
schwerde
geg
nerin zurückzuweisen
ist
, damit diese weitere medizinische Abklä
run
gen
im Sinne der vorstehenden Erwägungen
vor
neh
me und hernach über den Rentenanspruch der Beschwerdeführerin neu verfüge.
5
.
5
.
1
Nach ständiger Rechtsprechung gilt die Rückweisung der Sache an die Ver
wal
tung zur weiteren Abklärung und neuen Verfügung als vollständiges Obsiegen (BGE 137 V 57 E. 2.2).
5
.2
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrens
aufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
des Gesetzes über die Invalidenversicherung [IVG]) und auf Fr.
5
00.-- anzusetzen. Ent
sprechend dem Ausgang des Verfahrens sind sie der unterliegenden Be
schwer
de
gegnerin aufzuerlegen.
5
.
3
Nach § 34 Abs. 1 des Gesetzes über das Sozialver
sicherungsgericht (
GSVGer
) hat die obsiegende Beschwerde führende Person Anspruch auf Ersatz der Partei
kosten. Diese werden ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache, der Schwierigkeit des Pro
zesses und dem Mass des Obsiegens be
messen (§ 34 Abs. 3
GSVGer
).
Mit Ein
gabe vom
6.
August 2018
(
Urk. 1
8
) hat der Rechtsvertreter de
r
Be
schwer
deführer
in
einen Aufwand von
12.7
Stunden
sowie Barauslagen von Fr. 100.60
geltend gemacht, was
grundsätzlich
als an
gemessen erscheint.
Es sind jedoch
keine Gründe ersichtlich, um vom gerichtsüblichen Stundenansatz von Fr. 220.
--
(zuzüglich 7,7 %
MWSt.
) abzuweichen, sodass der in Rechnung gestellte Stun
denansatz
v
on Fr. 260.
--
nicht berücksichtigt werden kann.
Demnach ist die Pro
zessentschädigung unter Berücksichti
gung des
geltend gemachten
Aufwandes und der Schwierigkeit des Prozesses auf Fr.
3
’11
7
.
50
(inklusive Ba
rauslagen und
MWSt
) festzulegen.