# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** f68f6180-997a-50ce-a0dc-48cd2f4b47fe
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2014
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** 

## Facts

Sachverhalt:
1.
X._
,
geboren 1965, war
vom
1. März 2006 bis 30. März 2007 und wieder vom 1. März 2008 bis 28. Februar 2009 als Reinigungsmitarbeiterin bei der
Y._
tätig gewesen. Am 15. Juni 2009 meldete sie sich unter Hinweis auf dermatologische Probleme bei der
Sozialversiche
rungsanstalt
des Kantons Zürich, IV-Stelle, zum Leistungsbezug an (
Urk.
7/1). Die IV-Stelle holte beim Hausarzt
Dr.
med.
Z._
,
Arzt für Allgemeinmedizin, den Bericht vom 30. Juni 2009 ein (
Urk.
7/6), dem verschiedene
Behandlungs
berichte
, vor allem
solche
des
A._
,
beilagen (
Urk.
7/6/8-28)
,
und veranlasste beim behandelnden
Dr.
med.
B._
,
Facharzt für Dermatolo
gie und Venerologie, den Bericht vom 8. Juli 2009 (
Urk.
7/8). Sie holte bei
Dr.
med.
C._
,
Facharzt für Rheumatologie und Innere Medizin, das Gut
achten vom 31. März 2010 ein (
Urk.
7/23). Danach liess sie die Versiche
rte durch die
D._
polydisziplinär (rheumatologisch, psychiatrisch und dermatologisch) be
gutachten. Das Gutachten erging am 26. Januar 2011 (
Urk.
7/34). Nach Durch
führung des
Vorbescheidverfahrens
, in dessen Rahmen sie bei der
Gutachtens
stelle
ergänzende Antworten einholte (Schreiben vom 3. August 2011,
Urk.
7/58, und vom 7. September 2011,
Urk.
7/61), verneinte sie mit Verfügung vom 9. August 2012 einen Anspruch der Versicherten auf eine Invalidenrente (
Urk.
2).
2.
Gegen die Verfügung vom 9. August 2012 liess die Versicherte am 10. Septem
ber 2012 Beschwerde einreichen und in der Hauptsache die Zusprechung einer Rente, allenfalls nach Einholung eines Gerichtsgutachtens, verlangen. Eventua
liter sei die Sache an die Verwaltung zu weiterer Sachverhaltsabklärung zurück
zuweisen (
Urk.
1 S. 2). Die Beschwerdegegnerin beantragte in der
Beschwerde
antwort
vom 10. Oktober 2012 die Abweisung der Beschwerde (
Urk.
6). Mit Verfügung vom 19. Oktober 2012 wurde antragsgemäss Rechtsanwalt Thomas Wyss zum unentgeltlichen Rechtsvertreter bestellt (
Urk.
9); die Versicherte liess in der Folge auf eine Replik verzichten (
Urk.
10).

## Considerations

Das Gericht zieht in Erwägung:
1.
1.1
Gemäss Art. 28
Abs.
2 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) haben Versicherte bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 Prozent An
spruch auf eine
Viertelsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 Prozent Anspruch auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von min
destens 60 Prozent Anspruch auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem
Invalidi
tätsgrad
von mindestens 70 Prozent Anspruch auf eine ganze Rente.
1.2
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 des Bun
desgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG) in Verbindung mit Art. 28a
Abs.
1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog.
Invalideneinkom
men
), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
; allgemeine Methode des Einkommensve
r
gleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
1.3
Der Rentenanspruch entsteht frühestens nach Ablauf von sechs Monaten nach Geltendmachung des Leistung
s
anspruchs nach Art. 29
Abs.
1 ATSG, jedoch frü
hestens im Monat, der auf die Vollendung des 18. Altersjahres folgt (Art. 29
Abs.
1 IVG). Die Rente wird vom Beginn des Monats an ausbezahlt, in dem der Rentenanspruch entsteht (Art. 29
Abs.
3 IVG).
2.
In der angefochtenen Verfügung verneinte die IV-Stelle den Anspruch auf eine Invalidenrente mit der Begründung, der Beschwerdeführerin seien seit 2007 an
gepasste Tätigkeiten wie
Verpackungs
,
- Sortier- und Kontrollarbeiten zu 100
%
zumutbar. Der Vergleich des
Valideneinkommens
von Fr. 43‘574.40 als Reini
gungskraft mit einem Invalideneinkommen von Fr. 41‘094.15 ergebe einen rentenausschliessenden Invaliditätsgrad (
Urk.
2).
3.
3.1
Gemäss Darstellung des Hausarztes
Dr.
Z._
leidet die Beschwerdeführerin seit Jahren an einer Psoriasis
vulgaris
et
guttata
. Sie wurde ab 2001 medikamentös mit
Methotrexat
behandelt. Daneben klagt sie über chronische thorakale und
lumbovertebrale
Schmerzen und eine chronische Bronchitis (
Urk.
7/6). Sie weilte stationär vom 16. April bis 25. Mai 2007 im
A._
,
in der Dermatologischen Klinik, nachdem die Basistherapie mit
Methotrexat
wegen Blutbildveränderungen im Januar 2007 hatte gestoppt werden müssen und es zu
einer deutlichen Verschlechterung der Psoriasis gekommen war. Betroffen wa
ren unter anderem die Unterarme, Unterschenkel, Hände und Füsse (
Urk.
7/6/9). Im April 2007 wurde gemäss
Dr.
B._
im Rahmen der Abklärungen zur neuen Medikation eine latente Tuberkuloseinfektion mit Lungen- und Leberbefall fest
gestellt.
Dr.
B._
beschrieb im Bericht vom 10. April 2008 eine massive Exazer
bation der Psoriasis mit Grossflächigkeit, eine komplizierte internistische Situa
tion mit Tuberkulose und Leberproblemen, die den Ersatz des
Methotrexat
er
schwere (
Urk.
7/6/20). Die Ärzte des
A._
,
Rheumaklinik, berichteten am 23. März 2010 von einer Verschlechterung der Situation durch Gelenkbefall der Psoriasis (
Urk.
7/26/8), wodurch erneut eine
Methotrexat
-Behandlung aufgenommen wurde (
Urk.
7/26/10), auf die die Versicherte jedoch nicht mehr ansprach, weshalb sie gestoppt wurde (
Urk.
7/34/29).
3.2
Am 23. September und am 19. Oktober 2010 wurde die Beschwerdeführerin im
D._
untersucht. Sie klagte gegen
über den Gutachtern über Schmerzen im Bereich der Halswirbelsäule,
Lenden
wirbelsäule
mit Ausstrahlung ins Gesäss, sodann über thorakale Schmerzen, die schon einige Male kardiologisch abgeklärt worden seien. Seit zwei Jahren be
stünden zunehmende Gelenkbeschwerden an den Knien, den Füssen und Hän
den. Sodann bestünden Schmerzen in den Schultergelenken. Sie leide sehr unter der Psoriasis insbesondere im Bereich der sichtbaren Körperteile. Diese werde durch mechanische oder die Haut irritierende Substanzen verstärkt, schwere Tä
tigkeiten könne sie wegen der starken Rückenschmerzen auch nicht ausüben, manuelle Tätigkeiten seien aufgrund der Fingergelenkbeschwerden erschwert (
Urk.
7/34/1-8).
Der psychiatrische Gutachter
Dr.
med.
E._
,
Facharzt für Psychiatrie und Psy
chotherapie, vermochte aus seinem Fachgebiet keine Diagnose mit
Krankheits
wert
zu stellen. Im Vordergrund stünden Schmerzen, Juckreiz und Schlafstö
rungen, welche auf die somatischen Erkrankungen zurückzuführen seien. Aus psychiatrischer Sicht sei keine Arbeitsunfähigkeit gegeben (
Urk.
7/34/26).
Das dermatologische Teilgutachten wurde von Prof.
Dr.
med.
F._
,
Leiten
der Arzt, und
Dr.
med.
G._
,
Assistenzärztin, am
H._
erstellt. In ihrem Gutachten vom 21. Oktober 2010 berichteten sie über Psoriasis Plaques unterschiedlicher Grösse an der ganzen Haut mit Betonung der Unterschenkel und Unterarme, am Hand- und Fussrücken, am Stamm und auf der Kopfhaut. In ihrer Beurteilung befanden sie, es bestehe eine schwere therapieresistente Psoriasis
vulgaris
et
guttata
, welche auf die vorangegangenen Behandlungen ungenügend oder mit signifikanten Nebenwirkungen reagiert habe. Sodann sei gemäss dem rheumatologischen Gutachten von
Dr.
C._
auch der Verdacht auf eine
Psoriasis-Arthritis gestellt worden. Bei der im Zeitpunkt der Begutach
tung schweren Psoriasis mit wahrscheinlich aktiver Gelenksbeteiligung sei eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit in der Tätigkeit als Reinigungskraft bis auf weiteres nachvollziehbar. In diesem Zusammenhang sei zu bemerken, dass die Psoriasis durch mechanische oder hautirritierende Substanzen verstärkt ausbrechen könne. Die zukünftige Arbeitsfähigkeit sei vom Grad der Aktivität der Psoriasis und vom Ansprechen auf die vorgesehenen Therapien abhängig. In Absprache mit den Ärzten der Dermatologie des
A._
sei als nächster Schritt eine systemische Therapieeinleitung mit
Remicade
vorgesehen. Erfah
rungsgemäss würden viele Patienten auf diese systemische Therapie sehr gut ansprechen, so dass die Arbeitsfähigkeit im angestammten Tätigkeitsbereich bzw. in einer Verweistätigkeit unter dieser Therapie zu beurteilen sei (
Urk.
7/34/31).
Im rheumatologischen Hauptgutachten kam
Dr.
med.
I._
,
Fachärztin für Rheumatologie zum Schluss, die Versicherte leide seit über 25 Jahren an ei
ner generalisierten Psoriasis, begleitet sei diese seit zwei Jahren von
Gelenkbe
schwerden
in Schulter-, Ellenbogen- und Kniegelenken, darüber hinaus in den kleinen Fingergelenken und in den Vorfüssen.
Sonographisch
zeige sich in die
sem Jahr eine
Synovitis
der MCP-Gelenk
e
. Eine Arthritis
psoriatica
sei wahr
scheinlich. Weiter leide die Versicherte an
Cervikocephalgien
/Brachialgien und Lumbalbeschwerden mit muskulärer
Dysbalance
sowie links
s
eitigen
Schulter
gelenkbeschwerden
. Von Seiten der Wirbelsäulensymptomatik sei aus rheuma
tologischer Sicht eine leichte bis mittelschwere Tätigkeit ohne längeres Heben und Tragen von Lasten über 15 kg, ohne Überkopfarbeiten, im Wechsel zwi
schen Sitzen, Gehen und Stehen möglich. Die Tätigkeiten sollten aufgrund der Beschwerden in den Fingergelenken nicht kraftbelastend sein, aufgrund der Vorfussbeschwerden sollte längeres Gehen und Stehen vermieden werden. Die bisherige Tätigkeit als Reinigungskraft sei nicht mehr geeignet (
Urk.
7/34/13).
In der Gesamtbeurteilung, unterzeichnet von
Dr.
I._
und
Dr.
E._
,
kam
en
diese zusammenfassend zum Schluss, die Versicherte leide seit über
25 Jahren an der Psoriasis. Unter der Basistherapie von
Methotrexat
sei diese voll
kommen in Remission gewesen. Erst nach Absetzen dieser Therapie im Jahr 2007 sei es zu einer
Exacerbation
gekommen, die bis heute trotz erneuter The
rapie andaure. Die
Wirbelsäulebeschwerden
bestünden seit vielen Jahren, im letzten Jahr seien rheumatologische Beschwerden im Rahmen der Psoriasis-Arthritis dazugekommen. Das erwähnte zumutbare Tätigkeitsprofil mit einem Pensum von 100
%
sei bereits im Zeitpunkt der Begutachtung gegeben. Durch medikamentöse Massnahmen wie die Einleitung der
Remicade
-Therapie könne eine Verbesserung der
Psoriasissymptomatik
erreicht werden. Die Lumbalgien
und die Adipositas sollten durch ein multimodales Therapiekonzept angegangen werden (
Urk.
7/34/19).
4.
4.1
Im vorliegenden Streit um den Anspruch der Versicherten auf eine Invaliden
rente kann eine solche in Berücksichtigung von Art. 29
Abs.
1 und
Abs.
3 IVG frühestens ab Dezember 2009 ausgerichtet werden, so dass entscheidend ist, welches der Gesundheitszustand der Versicherten damals war und wie er sich bis zum Verfügungszeitpunkt Mitte 2012 entwickelt hat.
4.2
Versicherungsträger und Sozialversicherungsgerichte haben die Beweise frei, das heisst ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Für das Beschwerdeverfahren bedeutet dies, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel, unabhängig davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden hat, ob die verfüg
baren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruches gestatten. Insbesondere darf es bei einander widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich des Beweiswertes eines
Arztbe
richtes
ist also entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfas
send ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwer
den berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schluss
folgerungen begründet sind. Ausschlaggebend für den Beweiswert ist grund
sätzlich somit weder die Herkunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gut
achten (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a).
4.3
Der Gesundheitszustand der Versicherten Ende 2009/Anfang 2010 war gemäss dem dermatologischen Teilgutachten dergestalt, dass die Versicherte seitens der Psoriasis ohne hinreichende Basistherapie war und sich die Psoriasis nach der Absetzung der
Methotrexattherpaie
verschlimmert hatte. Auch die neue syste
mische Therapie ab Juli 2010 mit Enbrel war erfolglos und wurde Anfang Okto
ber 2010 bereits wieder gestoppt (
Urk.
7/34/29). In jenem Zeitraum war die Versicherte durch den Rheumatologen
Dr.
C._
begutachtet worden. Dieser diagnostizierte im Gutachten vom 31. März 2010 als arbeitsrelevant eine Psoriasis
vulgaris
et
guttata
und stellte den klinischen Verdacht auf eine aktive Psoriasis-
Arthropathie
in den kleinen Gelenken
fest
. Aus rheumatologischer Sicht diagnostizierte er ein chronisches
lumbovertebrales
bis –
spondylogenes
Syndrom bei
d
seits, eine
periarthropathia
genu
beidseits und eine
periarthropa
thia
humeroscapularis
tendinopathica
links. Er hielt folgende Diagnosen als für die Arbeitsfähigkeit irrelevant fest: latente Tuberkuloseinfektion mit Lungen- und Leberbefall, chronische Bronchitis, Anstrengungsdyspnoe NYHA II-III, morbide Adipositas (BMI 40,1), arterielle Hypertonie,
Varikosis
und eine
Gene
ralisierungstendenz
. Der Gutachter erachtete im damaligen Zeitpunkt wegen des Verdachts auf eine aktive Psoriasis-
Arthropathie
eine Arbeitsfähigkeit für die zuletzt ausgeübte Reinigungstätigkeit und jede andere manuell fordernde Arbeit als nicht gegeben. Ausdrücklich hielt er fest, mit einer aktiven und unzu
reichend behandelten entzündlichen Gelenkerkrankung mit Befall der Hände und Füsse sei die Versicherte in einer manuell fordernden ausserhäuslichen Er
werbstätigkeit als nicht arbeitsfähig einzustufen. Mittelfristig könne bei Anspre
chen auf eine neu einzurichtende Basistherapie mit einer mindestens 50%igen Arbeitsfähigkeit in einer leidensadaptierten Tätigkeit gerechnet werden (
Urk.
7/23/14). Wie diese dannzumal auszusehen hätte, führte dieser Gutachter nicht aus. Noch anlässlich
d
er Begutachtung durch das
H._
im Herbst 2010 war diese neue Basistherapie nicht etabliert (
Urk.
7/34/31).
Vom Vorhandensein einer Psoriasis-
Arthropathie
gingen auch die Gutachter der IV-Stelle aus, diese wurde auch im neusten Arztbericht des
A._
vom
2.
August 2012 bestätigt (
Urk.
3/1). Bei dieser Sachlage, da ein an
derer rheumatologischer Facharzt sich in einem Gutachten zur Arbeitsfähigkeit echtzeitlich gänzlich anders äusserte,
sind
an die Aussagekraft und die
Begrün
dungsdichte
eines späteren abweichenden Gutachtens hohe Anforderungen zu stellen. Diese wurden vorliegend im Gutachten der
D._
nicht erfüllt. Die rheumatologische Hauptgutachterin in der
D._
äusserte sich nicht zur Ansicht von
Dr.
C._
,
sie führte diese zwar in ihrem Gutachten an, ohne sie aber zu beurteilen
oder
in ihre Beurteilung einfliessen zu lassen und ohne ihre abweichende Meinung zu begründen (
Urk.
7/34/16).
4.4
Vorliegend ist eindeutig, dass die massgebende Krankheit, die Psoriasis, verschie
dene Auswirkungen hat, so dermatologische und rheumatologische. Es war und ist somit unabdingbar, in einem Zusammenwirken dieser Disziplinen die Arbeitsfähigkeit zu beurteilen. Im Gutachten der
D._
wurde die Be
schwerdeführerin zwar von Seiten dieser Disziplinen untersucht, die dermatolo
gischen Gutachter nahmen an der Schlussbeurteilung bei der Festlegung der zumutbaren Arbeitsfähigkeit in einer Verweistätigkeit jedoch nicht teil. Sie äusserten sich auch in ihrem Teilgutachten nicht dazu, hatten dort vielmehr die Wichtigkeit einer neuen Basistherapie betont, unter welcher dannzumal die Ar
beitsfähigkeit für eine Verweistätigkeit festzulegen sei (
Urk.
7/34/31). Erst auf Nachfrage hin und nachdem die Rheumatologin im Hauptgutachten bereits
von sich aus
eine 100%ige Gesamtarbeitsfähigkeit festgelegt hatte, äusserten sich die
dermatologischen Fachärzte dazu kurz in einem zusätzlichen Schreiben vom
30. August 2011 (
Urk.
7/60). Dies lässt jedoch Fragen offen und ist nicht über
-
zeu
gend.
Das eingeholte polydisziplinäre Verwaltungsgutachten erweist sich somit als unvollständig. Es hat relevante offene Fragen nicht geklärt, was nachzuholen ist und wozu die Sache im Sinne des Eventualantrages der Beschwerdeführerin an die Verwaltung zurückzuweisen ist, damit sie nach ergänzenden medizinischen Abklärungen über
ihren
Rentenanspruch
neu befinde. Bei diesem Ausgang des Verfahrens können die übrigen von der Beschwerdeführerin vorgebrachten verfahrensrechtlichen Rügen am Gutachten (
Urk.
1 S. 6 ff.) offen bleiben.
4.5
Hinsichtlich eines allfälligen (befristeten) Rentenanspruchs ist zu beachten, dass nach der Rechtsprechung dann, wenn ein medizinisches Gutachten die versi
cherte Person als arbeitsunfähig erklärt, aber gleichzeitig festhält, dass nach durchgeführter erfolgreicher (medizinischer) Eingliederung wieder eine deutlich bessere Arbeitsfähigkeit erreichbar sein sollte, der Anspruch auf eine Rente für die zurückliegende Zeit so lange nicht ausgeschlossen ist, als die bestehende Erwerbsunfähigkeit nicht (oder noch nicht) mit geeigneten Eingliederungsmass
nahmen tatsächlich behoben oder in einer für den Rentenanspruch erheblichen Weise verringert werden konnte. Der gleiche Grundsatz hat auch hinsichtlich der Massnahmen der Selbsteingliederung zu gelten, so lange solche noch nicht durchgeführt sind und noch keine Aufforderung zur Mitwirkung i
m Sinne von Art. 21
Abs.
4 ATSG
erfolgt ist (Urteil des Bundesgerichts I 968/06 vom
10. September 2007 E. 4.3 mit Hinweisen). Dem wird vorliegend
gegebenenfalls
Be
achtung zu schenken sein.
5.
5.1
Abweichend von Art. 61
lit
. a ATSG ist das Beschwerd
everfahren um die Bewilli
gung oder Verweigerung von Leistungen der Invalidenversicherung vor dem kantonalen Gericht kostenpflichtig. Die Ger
ichtskosten werden nach dem Ver
fahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von
Fr.
200.-- bis
Fr.
1'000.-- festgelegt (Art. 69
Abs.
1
bis
IVG). Die Kosten sind auf
Fr.
600.-- festzusetzen und entsprechend dem Verfahrensausgang der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen.
5.2
Mit Eingabe vom
2
3.
Januar 2014
reichte der unentgeltliche Rechtsvertreter
Rechtsanwalt Thomas Wyss
seine Honorarnote ein. Er machte darin einen Auf
wand von
13.65
Stunden und
pauschale
Auslagen von
3
%
, gesamthaft
Fr.
3‘795.65
gelten
d. Dieser erweist sich als zu hoch. Der Vertreter hatte die Versicherte bereits im Verwaltungsverfahren
vertreten
(
Urk.
7/65, 7/66
)
, so dass sich der Aufwand für das Gerichtsverfahren – und nur dieser wird
hier e
ntschä
digt
–
deutlich
reduziert. Der Rechts
vertreter kannte sämtliche Akten
vor dem Verfassen der Beschwerde
sehr gut
(vgl. Urteil des Sozialversicherungsgerichts vom 1
1.
Juni 2012
Verfahrens-Nr.
IV.2011.1069, betreffend unentgeltliche
Ver
beiständung
im Verwaltungsverfahren; Urteil des Bundesgerichts 8C_717/2012 vom
8.
November 2012
; Urteil des Sozialversicherungsgerichts vom 2
4.
September 2012, Verfahrens-Nr. IV.2012.00623 betreffend
Rechtsverzöge
rung
)
, so dass sich das geltend gemachte Aktenstudium
und das Verfassen der Beschwerde
von
gesamthaft 10,5
Stunden
nicht rechtfertigt, dieser Aufwand ist vielmehr ermessensweise auf 5,25 Stunden zu halbieren.
Zusammen mit dem übrigen geltend gemachten Aufwand
ergibt sich ein gesamthafter Aufwand von
total
8,4 Stunden, der mit dem pra
xisgemässen Ansatz von
Fr.
200.--
(zuzüglich Mehrwertsteuer von 8
%
) zu entschädigen ist. Zuzüglich der geltend gemachten Barauslagenpauschale von 3
%
erg
ibt sich eine Entschädigung von gerundet
Fr. 1‘870.--
, die von der
Beschwerdegegnerin zu bezahlen ist.