# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 2965ea6b-796e-4905-988b-a794c57e7c4d
**Court:** CH_BSTG
**Chamber:** CH_BSTG_001
**Year:** 2019
**Language:** de
**Jurisdiction:** CH / Federation
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Die Berufungskammer hält fest, dass:
̶ A. das Urteil SK.2017.19 der Strafkammer des Bundesstrafgerichts vom 19. Dezem-
ber 2017 mit Beschwerde in Strafsachen angefochten hatte, wobei dieser Entscheid
vom Bundesgericht mit Urteil 6B_879/2018 vom 26. April 2019 bestätigt worden war;
̶ die Berufungskammer des Bundesstrafgerichts (nachfolgend Berufungskammer) mit
Beschluss vom 29. Juli 2019 auf die vom Beschwerdeführer gegen das Urteil
SK.2017.19 der Strafkammer des Bundesstrafgerichts vom 19. Dezember 2017 ein-
gereichte Berufung nicht eintrat (Beschluss der Berufungskammer CA.2019.12 vom
29. Juli 2019);
̶ der Gesuchsteller mit Schreiben vom 4. September 2019 die Revision des Urteils
SK.2017.19 der Strafkammer des Bundesstrafgerichts vom 19. Dezember 2017 bei
der Berufungskammer beantragte (S. 1.100.001 ff.);
̶ die Präsidentin der Berufungskammer am 6. September 2019 der Bundesanwaltschaft
sowie dem Gesuchsteller den Eingang des Revisionsgesuchs sowie die Zusammen-
setzung des Spruchkörpers mitteilte (S. 1.200.001 ff.).

## Considerations

Die Berufungskammer zieht in Erwägung, dass:
̶ die Berufungskammer gemäss Art. 21 Abs. 1 lit. b der Schweizerischen Strafprozess-
ordung (SR 312.0; StPO) sowie Art. 38a des Bundesgesetzes über die Organisation
der Strafbehörden des Bundes (SR 173.71; StBOG) über Revisionsgesuche entschei-
det;
̶ nach dem Willen des Gesetzgebers die Berufungskammer auf Bundesebene erst seit
dem 1. Januar 2019 existiert (BBI 2008 8125);
̶ vor dem 1. Januar 2019, Revisionen gegen Entscheide der Strafkammer des Bun-
desstrafgerichts vom Bundesgericht beurteilt worden waren, wobei das Verfahren sich
nach der StPO richtete (Art. 119a Abs. 1 des Bundesgesetzes über das Bundesge-
richt, SR 173.110; aBGG, in seiner Version in Rechtskraft bis am 31. Januar 2018;
SCHMID/JOSITSCH, Praxiskommentar, 3. Aufl. 2018, N. 5 ad Art. 21 StPO);
̶ gemäss Art. 453 Abs. 1 StPO Rechtsmittel gegen einen Entscheid, der vor Inkrafttre-
ten der StPO gefällt worden ist, nach bisherigem Recht, von den bisher zuständigen
Behörden, beurteilt werden;
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̶ die Regel von Art. 453 Abs. 1 StPO problematisch sein kann, wenn sie auf die Revi-
sion angewandt werden soll, da Revisionsgesuche noch nach Jahren und in einem
Zeitpunkt aktuell werden können, in welchem die früheren Revisionsinstanzen nicht
mehr vorhanden sind (Urteil des Bundesgerichts 6B_41/2012 vom 28. Juni 2012
E. 1.1; SCHMID, Praxiskommentar, 3. Aufl. 2018, N. 2 ad Art. 453 StPO; USTER, Basler
Kommentar, 2. Aufl. 2014, N. 1 ad Art. 453 StPO; MOREILLON/PAREIN-REYMOND, Petit
Commentaire, 2. Aufl. 2016, N. 3 ad Art. 453 StPO);
̶ wenn dies der Fall ist und die Revisionsinstanzen nicht mehr vorhanden sind, die Re-
vision vom Berufungsgericht nach Art. 21 Abs. 1 lit. b StPO nach den Verfahrensregeln
von Art. 411 ff. StPO behandelt werden kann, allerdings unter Berücksichtigung der
Revisionsgründe des früheren Rechts (Urteil des Bundesgerichts 6B_41/2012 vom
28. Juni 2012 E. 1.2; SCHMID, Praxiskommentar, 3. Aufl. 2018, N. 2 ad Art. 453 StPO;
MOREILLON/PAREIN-REYMOND, Petit Commentaire, 2. Aufl. 2016, N. 3 ad Art. 453
StPO);
̶ im konkreten Fall die frühere Revisionsinstanz – das Bundesgericht – noch vorhanden
ist und sich mit Urteil 6B_879/2018 vom 26. April 2019 mit der betreffenden Strafsache
bereits auseinandergesetzt hat;
̶ aufgrund des oben Gesagten die Berufungskammer mangels Zuständigkeit nicht auf
das Revisionsgesuch eintreten kann;
̶ in Anwendung von Art. 73 Abs. 1 lit. a und b sowie Abs. 3 lit. c StBOG i.V.m. Art. 1
Abs. 4, Art. 5 und Art. 7bis des Reglements des Bundesstrafgerichts vom 31. August
2010 über die Kosten, Gebühren und Entschädigungen in Bundesstrafsachen (BStKR;
SR 173.713.162) eine Gebühr von Fr. 200.-- festzusetzen ist.
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