# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 063b5e20-3b6c-4c27-b8ff-cb62b07ab841
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2020
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
1.1
Der 1959 geborene
X._
meldete sich am 3. Juli 2008 bei der Sozial
versicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, zum Bezug von Leistungen der
Invalidenversicherung an (Urk. 11
/7). Zur Klärung der erwerblichen und medizinischen Verhältnisse zog die IV-Stelle nebst einem Auszug aus dem indi
viduellen Konto (Urk.
11
/12) die Akten des Krankentaggeldversicherers bei (Urk.
11
/14)
,
und holte
einen Arbeitgeberbericht (Urk. 11
/13) sowie Berichte der behandelnden Ärzte ein (Urk.
11
/17,
11
/21 und
11
/24). Zusätzlich liess sie den Versicherten im Juni 2009 von den Ärzten der
Medas
Y._
begut
achten (Expert
ise vom 21. Oktober 2009 [Urk. 11
/32]). In der Folge auferlegte die Ver
waltung
X._
eine Schadenminderungspflicht unter dem Hin
weis, dass gemäss ihren Abklärungen die Arbeitsfähigkeit durch einen Opiat-Entzug und eine Schmerzmittelreduktion verbessert werden könne. Man erwarte, dass sich der Versicherte einer entsprechenden Behandlung unterziehe und werde dies im Rahmen des laufenden Abklärungsverfahrens überprüfen (Mitteil
ung vom 4. Dezember 2009 [Urk. 11
/33]). Am 8. Dezember 2009 teilte die an der
K
linik
Z._
tätige Dr. med.
A._
, Fach
ärztin FMH für Psychiatrie und Psychotherapie, mit, der Versicherte nehme keine Opioide mehr ein und die Schmerzmedikation sei auf ein Minimum redu
ziert
worden (Urk. 11
/36; vgl. auch Urk. 11
/38). Gestützt darauf erachtete die IV
Stelle die Schadenminderungspflicht als weitgehend erfüllt und verlangte während der nächsten sechs Monate eine fortbestehende ärztliche Begleitung zur Unterstüt
zung bei der
Opioidabstinenz
(Mitte
ilung vom 6. Januar 2010 [Urk. 11
/40]), wo
rauf Dr.
A._
die Weiterbehandlung des
Versicherten bestätigte (Urk. 11/41 und Urk. 11
/43). Nachdem die Verwaltung weitere Berichte der behandelnden Ärzte eingeholt hatte (Urk.
11
/
54-55, 11
/58 und
11
/59/6), hielt sie eine Ver
laufs
begutachtung für angezeigt (Urk.
11
/61). Die Experten der
Medas
Y._
erstatteten daraufhin ihr Gutachten am 6. Oktober 2011 (Urk.
11
/71). Nach durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(Urk.
11
/84) sprach die IV-Stelle dem Ver
sicherten mit Verfügung vom 19. September 2012 eine vom 1. Februar bis am
31. Dezember 2009 befristete ganze Rente der Invalidenversi
cherung zu (Urk.
11
/102 und Urk.
11/106
).
1.2
Di
e am 1
9.
Oktober 2012 (
Urk.
11/118/3-14
) dagegen erhobene Beschwerde wies das hiesige Gericht mit Urteil vom 3
0.
April 2014 (Proz
ess-Nr. IV.2012.01126; Urk. 11/121
) ab und hob die Verfügung vom 1
9.
September 2012 mit der Fest
stellung, dass der Beschwerdeführer keinen Anspruch auf eine Rente der Inva
lidenversicherung hat, auf.
1.3
Am 1
3.
Dezember 2015 (
Urk.
11/129) meldete sich der Versicherte unter Hinweis auf einen Bericht zur interdisziplinären Schmerzbehandlung vom 3
0.
November 2015 (
Urk.
11/140) erneut zum Leistungsbezug an. Nach durchgeführtem
Vorbe
scheidverfahren
trat die IV-Stelle mit Verfügung vom
8.
September
2016 (
Urk.
11/152) nicht auf das Leistungsbegehren ein.
Die dagegen erhob
ene Beschwerde vom
6.
Oktober 2016 (
Urk.
11/154) zog der Versicherte mit Schreiben vom 2
4.
Oktober 2016 zurück. Mit Verfügung vom 2
7.
Oktober 2016
schrieb
das hiesige Gericht den Prozess als durch Rückzug der Beschwerde
erledigt ab
(Prozess-Nr. IV.2016.01117;
Urk.
11/157).
1.4
Am 3
0.
November 2017 (
Urk.
11/169) meldete sich der Versicherte unter Hinweis auf Schmerzen und Depression erneut zum Leistungsbezug an.
Die IV-Stelle tätigte weitere Abklärungen und holte wiederum medizinische Unterlagen ein. Nach Durchführung des
Vorbescheidverfahrens
(
Urk.
11/197 und
Urk.
11/201) verneinte die IV-Stelle mit Verfügung vom
8.
Februar 2019 (
Urk.
2) einen Leis
tungsanspruch.
2.
Dagegen erhob der Versicherte mit Eingabe vom 1
1.
März 2019 (
Urk.
1)
unter Beilage diverser Arztberichte (
Urk.
3/1-12)
Beschwerde und beantragte, die ange
fochtene Verfügung sei aufzuheben und es sei ihm die IV-Rente zuzusprechen (1.), eventuell sei die angefochtene Verfügung aufzuheben und der Fall an die Beschwerdegegnerin zwecks weiterer Abklärungen zurückzuweisen (2.) und es sei
ihm die unentgeltliche Prozessführung zu bewilligen (3.). Am
1. April 2019 (
Urk.
7) und
1.
Juli 2019 (
Urk.
13) reichte der Beschw
erdeführer weitere medizinische
Be
richte ein (
Urk.
8/1-3 und
Urk.
14).
Die IV-Stelle schloss am 2
5.
April 2019 (
Urk.
10)
und 17. Juli 2019 (Urk. 16)
auf Abweisung der Besch
werde, was dem Beschwerdeführer
zur Kenntnis gebracht wurde
(Urk. 12 und Urk. 17)
.
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
Bundesgesetz über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG)
). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Be
ein
trächtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder
teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom
menden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der ge
sundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1
des
Bundesgesetz
es
über die Invalidenversicherung (IVG)
Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betä
tigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
War eine Rente wegen eines zu geringen Invaliditätsgrades verweigert worden und ist die Verwaltung auf eine Neuanmeldung eingetreten (Art. 87 Abs. 3
Ver
ordnung über die Invalidenversicherung (IVV)
), so ist im Beschwerdeverfahren zu prüfe
n, ob im Sinne von Art.
17 ATSG eine für den Rentenanspruch relevante Änderung des Invaliditätsgrades eingetreten ist (BGE 117 V 198 E. 3a mit Hinweis).
1.4
Ändert sich der Invaliditätsgrad eines Rentenbezügers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, her
abgesetzt oder aufgehoben (
Art.
17
Abs.
1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen seit Zusprechung der Rente, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente bei einer wesentlichen Änderung des Gesundheitszustandes revidierbar. Weiter sind, auch bei an sich gleich geblie
benem Gesundheitszustand, veränderte Auswirkungen auf den Erwerbs- oder
Aufgabenbereich von Bedeutung (BGE 141 V 9 E. 2.3, 134 V 131 E. 3). Ferner ka
nn ein Revisionsgrund unter Umständen auch in einer wesentlichen Änderung hinsichtlich des für die Methodenwahl massgeblichen (hypothetischen) Sachver
halts bestehen (BGE 144 I 28 E. 2.2, 130 V 343 E. 3.5, 117 V 198 E. 3b, je mit Hinweisen). Hingegen ist die lediglich unterschiedliche Beurteilung eines im Wesentlichen gleich
gebliebenen Sachverhalts im revisionsrechtlichen Kontext unbeachtlich (BGE 141 V 9 E. 2.3 mit Hinweisen).
Liegt in diesem Sinne ein Revisionsgrund vor, ist der Rentenanspruch in recht
licher und tatsächlicher Hinsicht umfassend («allseitig») zu prüfen, wobei keine Bindung an frühere Beurteilungen besteht (BGE
141 V 9 E. 2.3 mit Hinweisen).
1.5
Gemäss höchstrichterlicher Rechtsprechung
ist von Amtes wegen zu prüfen
, ob seit der ersten Rentenverfügung zwischenzeitlich eine erneute materielle Prüfung des Rentenanspruchs stattgefunden hat. War dies nicht der Fall, so ist auf die Entwicklung der Verhältnisse seit der ersten Ablehnungsverfügung abzustellen; wie im Revisionsverfahren bleiben allfällige, vorangehende
Nichtein
tretensver
fü
gungen
aufgrund des fehlenden Abklärungs- und bloss summarischen Begrün
dungsaufwandes der Verwaltung unbeachtlich. Erfolgte dagegen nach einer erste
n Leistungsverweigerung eine erneute materielle Prüfung des geltend gemachten Rentenanspruchs und wurde dieser nach rechtskonformer Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und Durchführung eines Einkommensvergleichs (bei Anhalts
punkten für eine Änderung in den erwerblichen Auswirkungen des Gesundheits
zustands) abermals rechtskräftig verneint, muss sich die leistungsansprechende Person dieses Ergebnis – vorbehältlich der Rechtsprechung zur Wiedererwägung oder prozessualen Revision (vgl. BGE 127 V 466 E. 2c mit Hinweisen) – bei einer weiteren Neuanmeldung entgege
nhalten lassen (BGE 130 V 71 E.
3.2.3
; vgl. auch BGE 133 V 108 E. 5.3 f.
).
1.6
Ein Revisionsgrund im Sinne von Art. 17 Abs. 1 ATSG betrifft Änderungen in den persönlichen Verhältnissen der versicherten Person (BGE 133 V 454 E. 7.1). Dazu gehört namentlich der Gesundheitszustand. Dabei ist nicht die Diagnose massgebend, sondern in erster Linie der psychopathologische Befund und der Schweregrad der Symptomatik. Aus einer anderen Diagnose oder einer unter
schiedlichen Einschätzung der Arbeitsfähigkeit aus medizinischer Sicht allein kann somit nicht auf eine für den Invaliditätsgrad erhebliche Tatsachenänderung geschlossen werden (Urteil des Bundesgerichts 9C_602/2016 vom 1
4.
Dezember 2016 E. 5.1 mit weiteren Hinweisen).
Das Hinzutreten einer neuen Diagnose stellt nicht per se einen Revisionsgrund dar, weil damit das quantitative Element der (erheblichen) Gesundheitsver
schlechterung nicht zwingend ausgewiesen ist (BGE 141 V 9 E. 5.2 mit Hin
wei
sen). Massgebend ist einzig, ob bzw. in welchem Ausmass – unabhängig von der Diagnose und grundsätzlich unbesehen der Ätiologie – den medizinischen Akten eine Verschlechterung der Arbeits- bzw. Erwerbsfähigkeit im relevanten Zeitraum entnommen werden kann (vgl. Urteile des Bundesgerichts 8C_664/2017 vom
25. Januar 2018 E. 9 und 9C_799/2016 vom 2
1.
März 2017 E. 5.2.1 mit weiteren Hinweisen).
1.7
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schluss
folgerungen der Experten begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a mit Hinweis).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete die angefochtene Verfügung vom 8. Februar 2019 (
Urk.
2) damit, dass die medizinischen Abklärungen ergeben hätten, der Gesundheitszustand des Beschwerdeführers habe sich bereits per Juni 2017 soweit verbessert,
dass ihm eine überwiegend sitzend ausgeübte leichte Tätigkeit wieder vollschichtig zumutbar sei. In einer solchen Tätigkeit sei es gemäss Bundesamt für Statistik möglich ein Einkommen von
Fr.
67'339.-- zu erwirtschaften, was einem Invaliditätsgrad von 16
%
entspreche.
2.2
Dagegen w
and
te der Beschwerdeführer im Wesentlichen ein (
Urk.
1),
er leide an zahlreichen somatischen und psychischen Krankheiten. Die Ärzte des Zentrums
B._
seien überzeugt, dass er nicht mehr arbeiten könne.
Aufgrund der Verschlechterung des gesundheitlichen Zustandes habe er
in der Klinik
C._
stationär behandelt werden müssen. Das entkräfte die Behaup
tung der Beschwerdegegnerin, dass es per Juni 2017 zur erheblichen Verbesse
rung des gesundheitlichen Zustandes gekommen sei.
Auch die Ärzte der Klinik seien überzeugt, dass er in seinem Erwerbsleben erheblich eingeschränkt sei, was seitens der Beschwerdegegnerin weder abgeklärt noch durchdiskutiert worden sei. Des Weiteren könne
er
sich kaum an eine Teamarbeit anpassen, werde schnell müde und seine Konzentration lasse immer nach. Aufgrund der Medikamen
ten
einnahme sei er bei der Ar
beit auch noch verlangsamt und un
konzentriert.
Er leide an starken Wirbelschmerzen, welche sich insbesondere beim Sitzen verstär
ken w
ürden wie auch an Beinschmerzen, insbesondere an den Knie- und Sprung
gelenken.
Bei
ihm
sei die Altersverlangsamung aufgrund der
vielen Medikamente
und aufgrund seines Alters eingetreten. Deshalb und auch weil er seinen Beruf habe wechseln müssen, da er nicht ausgebildet sei, habe er Anrecht auf den Leidensabzug von 25 %, was nicht berücksichtigt worden sei.
2.3
Strittig und zu prüfen ist eine rentenrelevante Veränderung des Gesundheitszu
stands des Beschwerdeführers bis zum Erlass der angefochtenen Verfügung vom 8. Februar 2019 (Urk. 2). Vergleichsbasis im vorliegenden Neuanmeldeverfahren bildet das rechtskräftige
rentenaufhebende Urteil des hiesigen Gerichts vom 30. April 2014 (Urk. 11/121), welche
s
auf einer materiellen Prüfung des Renten
an
spruchs mit rechtskonformer Sachverhaltsabklärung und Beweiswürdigung beruhte.
Darin waren die tatsächlichen Verhältnisse berücksichtigt worden, wie sie bis zum Verfügungserlass am 19. September 2012 eingetreten waren.
3.
3.1
Die medizinischen Unterlagen, auf welchen
das
rentenabweisende Urteil
vom 30. April 2014 fusste, insbesondere das damals beigezogene Gutachten und Verlaufsgutachten der
Medas
Y._
(Urk. 11/32 und
Urk.
11/71) wurden im Urteil des hiesigen Gerichts folgendermassen dargestellt (Urk. 11/121 E. 3.5 und E. 3.8).
3.2
Gestützt auf die Ergebnisse der im Juni 2009 durchgeführten internistischen, rhe
u
matologischen, dermatologischen und psychiatrischen Untersuchungen (Gut
ach
ten vom 21. Oktober 2009 [Urk. 11
/32]) stellten die Gutachter der
Medas
Y._
folgende sich auf die Arbeitsfähigkeit auswirkende Diagnose (S. 28 f.):
-
Hypochondrische Störung
-
Beschwerden überlagert durch eine Schmerzkrankheit nicht organi
schen Ursprungs
-
iatrogene Opioid-Abhängigkeit
-
Verdacht auf komplexes Medikamenten-Nebenwirkungssyndrom bei einer Kombination von mehreren Antirheumatika, einem Opiat, einem Opioid und einem Antidepressivum
Als ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit beurteilten sie folgende Diagnosen (S. 29):
-
Anamnestisch Status nach nicht klassifizierbarer Autoimmunerkrankung (Diagnose Stadtspital
D._
[27. Dezember 2006])
-
aktuell in den letzten Verlaufskontrollen ohne systemische Entzün
dungszeichen (unter Methotrexat-Therapie)
-
Chronisches Ekzem, wahrscheinlich endogen (intrinsisch), Differential
diag
nose: zusätzliches seborrhoisches Ekzem
-
nachgewiesene Kontaktallergie auf Kaliumdichromat
-
Unklare, bereits länger nachweisbare Erhöhung der Leberwerte, Aus
schluss einer chronischen Hepatitis und eines chronischen Äthylüber
konsums; Differentialdiagnose: medikamentös-toxisch?
-
Nikotinabusus (ein Paket Zigaretten pro Tag/25py)
-
Adipositas (164.5 cm / 87 kg / BMI 32.5)
-
Anamnestisch chronischer Tinnitus
-
Status nach Koronarangiographie am 16. August 2008 (ohne Befund), postinterventioneller
Inguinalabszess
rechts, Entlastungseingriff
-
Status nach
Colonoskopie
am 9. Februar 2009 mit Entfernung von sechs kleinen sessilen, tubulären respektive hyperplastischen
Colonpolypen
Die internistische Untersuchung habe – so Dr. med.
E._
, Facharzt FMH für Allgemeine Innere Medizin – das Bild eines 50-jährigen, etwas älter wirkenden Versicherten ergeben. Dieser leide an einem diffusen Schmerzsyndrom der Weichteile an beiden Armen und Beinen. Das Becken und die Schultern würden keinen Schiefstand aufweisen und die Wirbelsäule sei normal geformt. An Nacken und Schulter bestehe ein Mastoid-Druckschmerz und alle Endphasen der Bewe
gungen seien schmerzhaft. An den Fingergelenken seien keine Arthri
tiden beobachtbar. Die Lendenwirbelsäule, das Iliosakralgelenk und die
Trochan
teren
seien diffus druckdolent (S. 22).
Dr. med.
F._
, Fachärztin FMH für Dermatologie und Venerologie, berichtete in ihrem dermatologischen Fachgutachten, der Beschwerdeführer leide an einem chronischen Ekzem, das wahrscheinlich endogen bedingt sei. Die neu aufgetre
tenen Hautveränderungen im Gesicht und am Oberkörper könnten einem
Pityro
sporon-getriggerten
endogenen Ekzem entsprechen. Der Beschwerdeführer leide zudem unter einer Kontaktallergie auf Kaliumdichromat. Aus dermatolo
gischer Sicht lasse sich keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit begründen. Die Gut
achterin empfahl bei Wiederaufnahme der Arbeit das Tragen eines Hautschutzes an den Händen und eine Verbesserung der regelmässigen Haut
pflege (S. 24 und S. 44 f.).
Dem rheumatologischen Teilgutachten von Dr. med.
G._
, Facharzt FMH für Rheumatologie sowie Physikalische Medizin und Rehabilitation, kann entnom
men werden, dass der Beschwerdeführer während der Untersuchung ein bizarr anmutendes Schmerzverhalten mit Hyperventilationszeichen, Stöhnen und gro
tesken Ausweichbewegungen gezeigt hat (S. 35). Dies widerspreche den funkti
o
nell unauffälligen Bewegungsabläufen bei Komplexfunktionen (Entkleiden, Lage
wechsel, usw.). Die generelle „Schmerzausweitung“ werde aktenmässig gut durch die Berichte der behandelnden Rheumatologen und Psychiater dokumen
tiert. Die Gelenke – so der Gutachter weiter – seien aktiv kaum untersuchbar (S. 40). Soweit untersuchbar würden sich keine Hinweise für eine funktionelle Einschränkung der Beweglichkeit am Bewegungsapparat und für objektiv fass
bare Manifesta
tio
nen einer entzündlich-rheumatischen Erkrankung finden (S. 37). Auffällig seien die Schmutzränder unter den Nägeln, besonders der rechten Hand, was im Wider
spruch zum beschriebenen Alltagsablauf stehe. Bei deutli
cher Schmerzüberzeich
nung und fehlenden objektiven rheumatologischen Befunden könne keine Arbeitsunfähigkeit
attestiert werden. Nicht nachvollzieh
bar sei die gleichzeitige medikamentöse Abgabe von verschiedenen Antirheu
matika (S. 40 f.).
Dr. med.
H._
, Facharzt FMH für Psychiatrie und Psychotherapie, führte in seinem psychiatrischen Gutachten aus, die subjektiven Angaben des Beschwer
deführers seien in vielen Bereichen erstaunlich pauschal und widersprüchlich ge
wesen. Mit eindrücklicher emotionaler Intensität habe er Benachteiligungen, denen Ausländer ausgesetzt seien, geschildert. Emotional sei er über weite Strecken in einer resignierten, dumpfen Haltung verharrt und nur vereinzelt habe er Freude gezeigt (S. 50). Die charakteristischen Symptome von Angst und Panik, wie etwa spezifische Auslöser oder vegetative Reaktionen, hätten sich nicht in Erfahrung bringen lassen, sodass sich die von der behandelnden Psy
chiaterin gestellte Diagnose einer Angst- und Panikstörung nicht aufrecht erhalten lasse. Die zu diagnostizierende hypochondrische Störung erlaube eine Zusammen
fas
sung des komplexen psychiatrischen Bildes unter einem Oberbe
griff. Die befun
deten aggressiven Persönlichkeitszüge würden sich ohne Prob
leme mit dieser Diagnose vertragen (S. 52). Der Gutachter berichtete weiter, die ständige Beschäf
tigung des Beschwerdeführers mit sich und seinem Leiden und die ausschliess
liche Fokussierung auf die Krankheit schmälere das Potenzial zur Verrichtung von Arbeit gegen Lohn. Eine Differenzierung der konkreten Ein
schränkungen lasse sich mit dem Beschwerdeführer nicht ausarbeiten, weshalb es in Bezug auf seine Arbeitsfähigkeit bei einer groben Schätzung bleiben müsse. Er erachte die Ausübung der bisherigen wie auch einer leidensange
passten Tätigkeit im Umfang von 70 % für zumutbar (S. 52 f.).
In ihrer zusammenfassenden Beurteilung berichteten die beteiligten Spezial
ärzte, eine Autoimmunkrankheit habe weder serologisch noch radiologisch nachge
wie
sen werden können. Denkbar sei, dass ein „Status nach“ einer solchen Krankheit vorliege. Differentialdiagnostisch komme auch eine medikamentöse Nebenwir
kung in Frage, was bei der verschriebenen Medikation nicht ganz unwahr
schein
lich sei. Denn der Beschwerdeführer nehme gleichzeitig drei von der Formel her verschiedene Antirheumatika ein, was nicht nachvollziehbar sei. Parallel dazu schlucke er Co-Dafalgan und
Tramaltropfen
. Er nehme daher zugleich ein Opiat und ein Opioid ein, was kontraindiziert sei und die Opiatab
hängigkeit fördere. Eine solche sei beim Beschwerdeführer auch beobachtbar. Festzuhalten sei, dass der Explorand unter einer für ihn gefährlichen Poly
pharmazie stehe, dass sich bei ihm eine Abhängigkeit entwickelt habe und dass möglicherweise seine neuro
muskulär präsentierten Erscheinungen ihre Grund
lage in den medikamentösen Nebenwirkungen finden würden (S. 24 f.). Zur Frage der Arbeitsfähigkeit führten die Gutachter zusammenfassend aus, der Beschwerdeführer sei seit 4. September 2009
– dem Tag der gutachterlichen Schlussbesprechung – in der bisherigen wie auch in einer leidensangepassten Tätigkeit zu 70 % arbeitsfähig. Es sei gut möglich, dass ein (grosser) Teil der Befindlichkeitsstörungen auf Nebenwirkungen der Medikation basieren würden. Somit müsse der Beschwerdeführer von den Opioiden und den Antirheumatika entzogen werden (S. 29 f.).
3.3
In ihrer Verlaufsbegutach
tung vom 6. Oktober 2011 (Urk. 11
/71) stellten die Gut
achter
Dres
.
E._
,
H._
,
G._
und
I._
, Rheumatologie FMH, der
Medas
Y._
folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (S. 35):
-
Chronische Schmerzkrankheit im Sinne einer anhaltenden somatoformen Schmerzstörung/Fibromyalgie
-
volle Arbeitsfähigkeit aus Optik des Bewegungsapparates
-
nach wie vor keine Hinweise auf eine Autoimmun- oder entzündlich-rheumatische Erkrankung
-
persistierender und wahrscheinlich die Arbeitsfähigkeit mit limitieren
der Opiatkonsum in der Form des Co-Dafalgans
-
Anhaltende somatoforme Schmerzstörung (ICD-10 F45.4)
-
Persönlichkeitsänderung bei chronischem Schmerzsyndrom (Verbitte
rungssyndrom, maligne Regression [ICD-10 F62.80])
-
Persistierende Opiatabhängigkeit
Den folgenden Diagnosen massen sie keine Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit bei (S. 35):
-
Dyshidrosiformes
Handekzem, wahrscheinlich kontaktallergisch mit Streu
ung
-
Differentialdiagnose: pruriginöses Ekzem, im Rahmen einer Leber
patho
logie, bei atopischer Diathese (Diagnose der Dermatologie des Universitätsspitals
J._
2010)
-
Status nach intensiven Abklärungen und Therapien
-
Diffuse Hepatopathie
-
erhöhte Transaminasen seit Jahren; Hepatitis-Serologien 2010 negativ
-
Autoantikörper 2010 negativ
-
Differentialdiagnose: im Rahmen des metabolen Syndroms; medika
mentös-toxisch
-
Metaboles Syndrom
-
Diabetes mellitus Typ II
-
arterielle Hypertonie
-
Adipositas (164 cm/88 kg/BMI 33)
-
Dyslipidämie
-
Ur
i
thelkarzinom
der Harnblase, nicht invasiver Tumor (
pTa
),
low
grade (solitär,
papillär
) der Seitenwand links (Erstdiagnose Juni 2010)
-
Status nach transurethraler Blasenresektion (TUR) und Status nach Epi
rubicin-Installation am 15. September 2010
-
Urge
-Inkontinenz
-
Nikotinabusus
-
Tinnitus beidseits
-
Status nach Koronarangiographie am 16. August 2008 (ohne Befund), post
interventioneller
Inguinalabszess
rechts, Entlastungseingriff
-
Status nach
Kolonoskopie
am 9. Februar 2009 mit Entfernung von sechs kleinen sessilen, tubulären respektive hyperplastischen Kolonpolypen
Dr.
G._
berichtete in seinem rheumatologischen Fachgutachten, der Beschwer
de
führer wirke im Vergleich zur Untersuchung vor zwei Jahren deut
lich koope
ra
tiver und freundlicher, allerdings immer noch sehr schmerzorien
tiert. Die aktuell diagnostizierte Fibromyalgie stehe nicht im Widerspruch zur anlässlich der erstmaligen Begutachtung gestellten Diagnose einer chronischen Schmerz
krankheit. Die Funktionalität des Rückens und des peripheren Bewe
gungs
appa
rates sei vollständig erhalten. Hinweise auf periphere Ausfälle oder eine relevante muskuläre Dekonditionierung bestünden keine. Aus rheumatolo
gischer Sicht schränke das chronische Schmerzsyndrom die Arbeitsfähigkeit nicht ein. Der Gutachter empfahl, auf die Wiedereinnahme von Opiaten und die Durchführung von interventionellen Eingriffen zu verzichten. Ein erneuter medizinischer „Ab
klärungsrundumschlag“ würde die Chronifizierung der Beschwerden möglicher
weise weiter unterhalten (Urk. 11
/72 S. 5 f.).
Dem psychiatrischen Teilgutachten von Dr.
H._
kann entnommen werden, dass sich die hypochondrische Störung zwischenzeitlich zu einer somatoformen Schmerzstörung entwickelt hat. Das Farbige und Lebhafte, das hypochondri
schen Klagen eigen sei, habe beim Beschwerdeführer in den vergangenen Jahren einem Zustand der Resignation und Verbitterung Platz gemacht. Die konsequente Fokussierung seines ganzen Denkens auf die Krankheitsprozesse, die immer zahlreicher und komplexer würden, würde einen fatalen Kreislauf in Gang setzen, dem er sich aller Wahrscheinlichkeit nach zukünftig nicht mehr entziehen könne. Es sei praktisch undenkbar – so der Gutachter weiter –, dass der Explorand jemals wieder Lohnarbeit leisten werde. Zur Prüfung der Rele
vanz der Schmerzstörung verwies er auf die sogenannten „Foerster-Kriterien“ und führte aus, ob eine psy
chisch ausgewiesene Komorbidität von erheblicher Schwere, Intensität, Ausprä
gung und Dauer vorliege, sei Ermessenssache. Er tendiere dazu, dieses Kriterium als erfüllt zu betrachten. Das Verbitterungssyn
drom sei aber keine psychiatrische Diagnose und der ICD-10-Schlüssel enthalte dazu keine weiteren, hilfreichen Ausführungen. Bei den restlichen Kriterien seien viele Teilaspekte erfüllt, wobei auch soziokulturelle Faktoren in relevanter Art und Weise mitspielen würden. Der Beschwerdeführer habe sich immer über seine Arbeit definiert. Gleichzeitig habe er
darauf hingewiesen, dass 30 Jahre Berufstätigkeit genug seien. Im Vergleich zur ursprünglichen Begutachtung sei aus psychiatrischer Sicht eine Reduktion der Arbeitsfähigkeit in der bisherigen wie auch in einer leidensangepassten Tätig
keit auf 50 % anzunehmen (Urk. 11
/73 S. 4 ff.).
Zusammenfassend führten die beteiligten Spezialärzte aus, der Beschwerde
führer sei zwar vom Opioid Tramal entzogen worden, zugleich nehme er aber weiterhin Co-Dafalgan ein, das ein Opiat enthalte. Er müsse darum weiterhin als opiat
ab
hängig bezeichnet werden (Urk. 11
/71 S. 31). Differentialdiagnostisch könne man die vom Beschwerdeführer geschilderte Symptomatik – die vielen diffusen Beschwerden, die Resignation und die Antriebslosigkeit – auch der kontinuier
lichen Einnahme des Opiats zuschreiben. Es sei deshalb ein Opiatent
zug zu empfehlen. In Bezug auf die Hepatopathie legten sie dar, dass der Beschwer
de
führer zwischenzeitlich ein eindeutiges metabolisches Syndrom ent
wickelt habe, weshalb eine vorbestehende Fettleber höchstwahrscheinlich für die Transamina
senerhöhung verantwortlich sei. Die Gutachter erachteten zudem die Einnahme der beiden Medikamente Dafalgan und Voltaren als deutlich kontraindiziert. Zur Behandlung der Schmerzkrankheit schlugen sie vor, das Medikament Crestor abzusetzen und die Schmerzsituation zu beobachten. Denn beim Beschwerde
führer sei es wichtig, die Medikation angesichts der potentiel
len Nebenwirkungen auf ein Minimum zu reduzieren. Eine der wichtigsten the
rapeutischen Mass
nahmen sei zudem eine drastische Gewichtsreduktion. Sie bescheinigten dem Beschwerdeführer ab 23. September 2011, und damit ab dem Tag der Schluss
besprechung, eine 50%ige Arbeitsfähigkeit in der angestammten wie auch in einer behinderu
ngsangepassten Tätigkeit (Urk. 11
/71 S. 33 f.).
3.4
Das Sozialversicherungsgericht kam im Urteil vom 30. April 2014 zum Schluss,
dass die im Vordergrund stehenden, von den Gutachtern der
Medas
Y._
diagnostizierten psychischen Störungen überwindbar seien und eine recht
lich relevante psychisch bedingte Arbeitsunfähigkeit zu verneinen sei (Urk. 11/121).
4.
4.1
Die
nun
angefochtene Verfügung vom 8. Februar 2019 (
Urk.
2) beruht
im Wes
entlichen auf folgenden medizinischen Unterlagen:
4.2
Dr.
med.
K._
, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie FMH, und
dipl.
Psych.
L._
, Fachpsychologin, beide von der
i
ntegrierten Psy
chiatrie
M._
hielten i
m
Austrittsb
ericht vom 5. Oktober 2017 (
Aufenthalt vom 7. August bis 20. September 2017,
Urk.
11/174) folgende Diagnosen fest (S. 1):
-
Rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode (F33.1)
-
Chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren (F45.41)
-
Status nach dislozierter
Calcaneusfraktur
links mit Operation offene Reposition, Osteosynthese mittels Calcaneus-Platte, Defektfüllung mittel
s
MTF-Block
-
Status nach
Uri
thelkarzinom
pTa
low
grade (solitär,
papillär
) Seitenwand links (ED 6/10) TUR-Blase und Epirubicin-Installationen
-
Diabetes mellitus Typ II
-
Arterielle Hypertonie
-
Hypercholesterinämie
-
Psoriasis
vulgaris
-
Prostataobstruktionssyndrom
Des Weiteren hielten sie fest, dass in den therapeutischen und pflegerischen Gesprächen vor allem die familiäre Interaktion und die Enttäuschung darüber, den eigenen und den gesellschaftlichen Rollenerwartungen nicht entsprechen zu können, thematisiert worden seien. Diagnostisch bestehe eine rezidivierende Symp
tomatik mit Schmerzsymptomatik im Kontext einer psychosozialen Belas
tungssitu
ation sowie diverse körperliche
Probleme (S. 2).
4.3
Dr.
med.
N._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie FMH sowie
Dr.
phil.
O._
, klinischer Psychologe und Supervisor, vom Zentrum
P._
hielten in ihrem Bericht vom 3
0.
November 2017 (
Urk.
11/168/1-5) als neue Di
agnosen seit dem Jahr 2017 die f
olgenden fest
(S. 4)
:
-
Schmerzhafte posttraumatische
subtalare
Arthrose Fuss links mit/bei:
-
Status nach Operation wegen Sturz von der Treppe 2
8.
September 2015, dislozierte
Calcaneusfraktur
links, Operation offene Reposition und Osteosynthese mittels Calcaneus-Platte, Defektfüllung mittel
s
MTF-Block
-
Status nach ORIF-Calcaneus mittels lateraler
Calcaneusplatte
am 9. Oktober 2015 im Spital
Q._
-
Status nach Osteosynthesematerialentfernung und
Teilarthrolyse
des USG links am 1
7
.
Mai 2016 Spital
Q._
-
Verkürzter Wadenmuskulatur mit
Achilodynie
sowie
Fasciitis
plan
taris-Beschwerden
-
Hypercholesterinämie (Spital
Q._
3
0.
Juni 2016)
-
Polyarthritis (
R._
1
8.
Oktober 2016)
-
Psoriasis
vulgaris
(
R._
1
8.
Oktober 2016)
-
Knöchern konsolidierte
Kalkaneusfraktur
. Fortgeschrittene posttrauma
tische USG-Arthrose. Beginnende OSG-Arthrose (13. Oktober 2016 CT
OSG/
Rückfuss
links, Fuss
dp
/lateral, OSG
ap
links, OSG
Hindfoot
/Fuss
pa
long
axial
view
links,
R._
1
8.
Oktober 2016)
Die objektive
Beurteilung der Arbeitsfähigkeit ergebe, dass der Beschwerdeführer aufgrund der Depression sowie der zunehmenden Schmerzen und des positiven und negativen Leistungsbildes auch für angepasste Tätigkeiten 100 % arbeits
un
fähig sei. Seit 2011 liege eine deutliche Verschlechterung des Zustandes des Be
schwerdeführers vor (S. 4 f.).
4.4
4.4
.1
Dr.
med.
S._
, Assistenzarzt Orthopädie von der Universitätsklinik
R._
gab in seinem Bericht vom 2
4.
Januar 2018 (
Urk.
11/175) zuhanden der IV-Stelle fol
gende Diagnosen an (S. 1):
-
Schmerzhafte posttraumatische
subtalare
Arthrose Fuss links mit/bei
-
Status nach ORIF-Calcaneus mittels lateraler
Calcaneusplatte
am 9. Oktober 2015 im Spital
Q._
-
Status nach Osteosynthesematerialentfernung und
Teilarthrolyse
des USG am 1
7.
Mai 2016 im Spital
Q._
-
Verkürzte Wadenmuskulatur mit Achillodynie sowie
Fasciitis
plan
taris-Beschwerden
-
Postoperativer Teilläsion
Nervus
suralis
bei erhaltener Nerven
konti
nuität
-
Neurophysiologie
R._
7.
November 2016:
Amplituden
min
derung
Nervus
sur
alis
links,
Tinelphänomen
über
distalem
Narbengebiet
-
Kein Ansprechen auf diagnostische Blockade
Nervus
suralis
April
2017
(PCH
J._
)
-
Kein Ansprechen auf
subtalare
Infiltration Oktober 2016 und
23. Mai 2017
-
Diabetes mellitus Typ II
-
Arterielle Hypertonie
-
Polyarthritis
-
Psoriasis
vulgaris
Er führte zudem aus, der Beschwerdeführer sei erstmals im Oktober 2016 auf
grund persistier
e
nder Schmerzen im Bereich des rechten Rückfusses,
-
nach einer
Calcaneusfraktur
im September 2015,
-
vorstellig geworden. Der Beschwerd
e
führer habe weder auf die
subtalare
Infiltration, noch auf eine diagnostische Blo
c
kade des
Nervus
suralis
respektive dessen Teilläsion gut angesprochen. Auf
grund dessen sei der Entscheid der Zuweisung in die chiropraktische Sprech
stunde zur Neuraltherapie
erfolgt
. Er leide weiterhin unter einer Berührungs
empfindlichkeit über dem lateralen
Fussrand
, beginnend
subfibulär
über den Sinus
tarsi
hinweg und zum Fussrücken ziehend. Bei Palpation habe er aus
strahlende Schmerzen bis zur
Kleinzehe. Die Schmerzen würden trotz der aus
gebauten konservativen Therapie persistieren (S. 2). Hinsichtlich der Arbeit
s
fähigkeit gab
Dr.
S._
an, dass von ihrer Seite bis anhin keine Arbeitsunfähigkeit attestiert worden sei. Der Beschwerdeführer sei im Rahmen seines linken Fusses sicherlich eingeschränkt, dies
bringe
aber keine wesentliche Einschränkung für sitzende Tätigkeiten mit sich. Entsprechend seien stehende/gehende Tätigkeiten erschwert. Sitzend/wechselnde Tätigkeiten seien durchführbar.
In e
iner dem Leiden angepassten Tätigkeit sei der Beschwerdeführer voll einsatzfähig (S. 4).
4.4
.2
In einem weiteren Bericht der Universitätsklinik
R._
hielt
Dr.
med.
T._
, Oberarzt Orthopädie
,
am
1
0.
April 2018 (Urk. 11/185) folgende Diagnosen fest (S. 1):
-
Schmerzhafte posttraumatische
subtalare
Arthrose Fuss links
-
Chronisches
lumbovertebrales
Schmerzsyndrom mit/bei
-
Dysfunktion L4/5, L5/S1
-
Postoperative
Nervus
suralis
-Teilläsion links im Rahmen Diagnose 2
-
Neuropsychologisch November 2016: Amplitudenminderung
Nervus
suralis
links
-
Diabetes mellitus Typ II
-
Arterielle Hypertonie
-
Polyarthritis
-
Depression
-
Unter medikamentöser und psychotherapeutischer Behandlung
-
Psoriasis
vulgaris
Dr.
T._
gab zudem an, nach Durchsicht der MRI-Bildgebung scheine die Weichteilvermehrung
intermetatarsal
III/IV eher einer Bursitis zu entsprechen und nicht einem Morton-Neurom. Auf die Infiltration habe der Beschwerdeführer nicht angesprochen.
4.
5
Die beteiligten Fachpersonen vom
Zentrum
B._
hielten in ihrem Bericht
vom 3
1.
Juli 2018 (
Urk.
11/182)
h
insichtlich der Arbeitsfähigkeit
fest
, der Beschwerdeführer sei seit 2008 nicht mehr arbeitsfähig (S. 3). Aufgrund der komplexen Problematik mit vor allem belastungsabhängigen Beschwerden und deutlicher funktioneller Einschränkung könne der Beschwerdeführer nicht länger Sitzen oder Stehen und habe Einschränkungen der Gehfähigkeit. Es könne ihm aus somatischer Sicht zurzeit und bis auf weiteres keine Tätigkeit zugemutet werden. Auch aus schmerztherapeutischer Sicht sei er für die frühere Tätigkeit als Hauswart sowie unter Berücksichtigung der Persönlichkeit des Beschwerdeführers 100
%
arbeitsunfähig (S. 7). Auch i
n einer angepassten Tätigkeit werde der Be
schwerdeführer aufgrund der chronischen Schmerzen und der depressiven Stö
rung
als 100
%
arbeitsunfähig beurteilt.
Es hätten sich keine Hinweise auf Aggra
vation oder Simulation ergeben (S 8).
4.6
Dr. med.
U._
, Fachärztin für Rheumatologie und Innere Medizin, diagnos
ti
zierte im Bericht vom 19. Oktober 2018 insbesondere ein chronisches
cervico
- und
lumbospondylogenes
Schmerzsyndrom (Differentialdiagnose:
Psoriasis-Spondyl
arth
ropathie
), eine chronische undifferenzierte Polyarthritis (Differen
tial
diag
nose:
Psoriasisarthropathie
, seronegative chronische Polyarthritis, paraneo
plas
tisch) sowie eine Psoriasis
vulgaris
. Sie hielt fest, sie interpretiere aufgrund von Angaben und Untersuchungsbefunden das Bild im Rahmen der Psoriasis
Spon
dylarthropathie
. Bei vor allem axialem Befall sei eine Therapie mit TNF-Hemmer beziehungsweise
Humira
geplant. Zudem spiele bei der Symptomatik auch eine myofasziale Komponente sowie eine Fehlhaltung und Haltungsinsuffizienz eine Rolle. Hinsichtlich des zusätzlich bestehenden Verdachts auf ein Carpaltunnel
syndrom empfehle sie die Durchführung einer neurologischen Beurteilung im Hin
blick auf weitere diagnostische und therapeutische Massnahmen (Urk. 14 S. 1 f.).
4
.7
In seinem Bericht vom 1
6.
Oktober 2018 (
Urk.
11/198) hielt
Dr.
med.
V._
, Spezialarzt FMH für Chirurgie, Wirbelsäulenleiden, Schleudertrauma und ortho
pädische Traumatologie
, folgende Diagnosen fest (S. 1 f.):
-
Schmerzhafte posttraumatische
subtalare
Arthrose Fuss links
-
Postoperative
N
ervus
suralis
-Teilläsion links im Rahmen Diagnose 1
-
Chronisches
lumbovertebrales
Schmerzsyndrom bei Dysfunktion L4/5, L5/S1
-
Begin
nende seronegative rheumatoide A
rthritis (Erstdiagnose November 2006, Stadtspital
D._
) mit/bei
-
Diabetes mellitus Typ II, HbA1c 5.2
-
Anamnestisch Verdacht auf KHK (
Spital
D._
)
-
Divertikulose
-
Status nach
Urithelkarzinom
-
Status nach
Ureterolitasis
distal
re
.
-
Status nach Cholezystolithiasis
-
Prostataobstruktionssyndrom Stadium I (
Dr.
med.
W._
1
2.
Mai 2014)
-
Kortikale Nierenzyste am
Oberpol
links
-
Arterielle Hypertonie
-
Chronische Unterschenkelschmerzen beidseits seit Dezember 2006
-
S
plenomegalie
-
Chronische Otitis
externa
-
Hypercholesterinämie (Spital
Q._
3
0.
Juni 2016)
-
Polyarthritis (
R._
1
8.
Oktober 2016)
-
Psoriasis
vulgaris
(
R._
1
8.
Oktober 2016)
-
Rez
i
divierende depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige depressive Episode (ICD-10, F33.1)
-
Übergewicht (E66.0, BMI = 29) mit Steatosis hepatis, Leberwerte bland
Zusätzlich gab
Dr.
V._
an, es gebe zwei Problemkreise, zum einen die Wirbelsäulenproblematik und zum anderen die Restbeschwerden bei Status nach operativer Behandlung einer
Calc
aneusfraktur
mit posttraumatische
r
subtalarer
Arthrose des linken Fusses.
Betreffend die Wirbel
säulenproblematik werde bei Dr.
U._
eine intensive rheumatologische Abklärungsuntersuchung durchge
führt.
In Bezug auf eine Invaliden
rente sei natürlich der Verlauf
der s
eronegativen rheumatoiden Arthritis von Bedeutung.
Hinsichtlich der Beschwerden im Bereich des unteren Sprunggelenkes sei hauptsächlich die
subtalare
fortgeschrittene post
traumatische
Arthrise
verantwortlich. Der Beschwerdeführer sei in der Universi
tätsklinik
R._
diesbezüglich ausführlich untersucht und beraten worden.
4.8
In ihre
m
Bericht vom 1
5.
Januar 2019 (
Urk.
11/203) hielten
Dr.
N._
und
Dr.
phil.
O._
vom Zentrum
P._
fest, dass es sich beim Zu
standsbild im Jahr 2011 nicht nur um eine, wie von der
Medas
Y._
behauptete Persönlichkeitsveränderung handle, sondern, dass sich neben der seronegativen rheumatoiden Arthritis sowie den Folgen des Treppensturzes vom 2
9.
September 2015 mit der Folge von zwei Operationen eine klinisch relevante rezidivierende depressive Episode (F33.1) ausgebildet habe. In diesem Zusammenhang seien wegen zunehmenden Depressionen im Jahr 2017 zwei stationäre Behandlungen in der Klinik
C._
erfolgt, wobei ebenfalls die Diagnose einer rezidivie
renden depressiven Störung mit gegenwärtig mittelgradiger Episode gestellt wor
den sei. Psychosozial finde sich eine stabile Situation, wobei der Beschwerde
führer mit seiner Frau beim Sohn und seiner Familie lebe. Seit 2011 bezie
hungsweise seit 2017 sei eine klare Verschlechterung aufgetreten (S. 2
, vgl. auch die Angaben vom 22. März 2019, Urk. 8/3
).
5.
5.1
Aufgrund der im Neuanmeldungsverfahren aufgelegten medizinischen Unterla
gen bestehen
gewisse
Anhaltspunkte, dass sich der Gesundheitszustand des Be
schwerdeführers seit der l
etztma
ligen Renten
prüf
ung
vo
m
7.
Juli
201
2
(
vgl. E.
2.3
)
erheblich verändert hat.
5.2
Zunächst ist zu bemerken, dass der Beschwerdeführer im Jahr 2015 einen Trep
pensturz erlitt, welcher eine
Calcaneusfraktur
links nach sich zog.
Aus soma
tischer Sicht wurden
daher bereits
im Jahr 2016 (
Urk.
11/165) von den Fach
personen der Universitätsklinik
R._
die Diagnosen einer schmerzhaften post
traumatischen
subtalaren
Arthrose beim linken Fuss sowie eine
r
postoperative
n
Nervus
suralis
-
Teilläsion links gestellt.
I
m aktuellsten Bericht der Universi
täts
klinik
R._
vom 10. April 2018
wird zusätzlich zu den zuvor genannten Diagnosen ein chronisches
lumbovertebrales
Schmerzsyndrom mit Dysfunktion L4/5 und L5/S1 festge
halten
(
Urk.
11/185). Diese
Diagnosen wurden sodann von
Dr.
med.
AA._
, Oberarzt Schmerzambulatorium,
Institut für Anästhesie,
Universi
täts
spital
J._
,
bestätigt (Urk. 11/184).
Seit
2012 und dem
Urteil des hiesigen Gerichts vom 3
0.
April 2014 liegen a
us somatischer Sicht folglich neue
L
eiden
und Befunde
vor, welche möglicherweise
für sich oder im Zusammenspiel mit den zahlreichen weiterleiden
Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit des Be
schwer
deführers haben.
Dies gilt auch für die Polyarthritis, welche aufgrund einer Unter
suchung vom 18. Oktober 2016 in der Klinik
R._
erneut festgestellt worden sei (Urk. 11/168/4; vgl. demgegenüber Urk. 14). Gemäss den Angaben von Dr.
U._
vom 19. Oktober 2018 besteht die Möglichkeit einer Psoriasis Arthro
pathie (Urk. 14). Gestützt auf die vorhandenen ärztlichen Angaben lässt sich dabei die Frage der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit nicht abschliessend beant
worten. Nament
lich kann nicht allein und abschliessend auf die Einschätzung von Dr.
S._
vom 24. Januar 2018 abgestellt werden, welcher sich nur zur Prob
lematik am linken Fuss äusserte und diesbezüglich einzig für stehende und
gehende Tätig
keiten eine Einschränkung sah (Urk. 11/175 S. 3 f.; Urk. 11/196/7-8).
Die übrigen behandelnden Ärzte attestierten - teilweise ohne nachvollziehbare Begründung - eine vollständige Arbeitsunfähigkeit auch für angepasste Tätigkeiten (Urk.
11/168/4, Urk. 11/179/5) oder erklärten, sich nicht zur Arbeitsfähigkeit zu äussern (Urk. 11/183/5, Urk. 11/184).
Ob aus somatischer Sicht im Zeitpunkt der angefochtenen Verfügung eine etwaige Arbeitsunfähigkeit bestanden hat, kann so nicht beurteilt werden.
5.3
Aus psychiatrischer Sicht wurde beim Beschwerdeführer
bereits im Jahr 2015
im Rahmen des Berichts des Zentrums
B._
(
Urk.
11/
168/6-12) eine rezidivierende depressive Störung mit gegenwärtig mittelgradiger Epi
sode (ICD-10 F33.
1) diagnostiziert. Diese
Diagnose wurde anschliessend
mehrfach
durch die
M._
(E. 4.
2
hiervor), das
Zentrum
P._
(E. 4.3 und E.
4.8
hiervor) und das Zentrum
B._
(E. 4.5 hiervor)
bestätigt.
Insbesondere hielten
Dr.
N._
und
Dr.
phil.
O._
in ihrem Bericht vom 1
5.
Januar 2019 (
Urk.
11/203) ausdrücklich fest, dass sich neben der serone
gativen rheumatoiden Arthritis sowie den Folgen des Treppensturzes vom 2
8.
September 2015 mit der Folge von zwei Operationen eine klinisch relevante
rezidivierende depressive Episode (F33.1) ausgebildet ha
be
. In diesem Zusam
men
hang
seie
n
aufgrund
der zunehmenden Depressionen im Jahr 2017
schliess
lich
zwei stationäre Behandlungen in der Klinik
C._
erfolgt
.
W
eder die statio
näre noch die ambulante Behandlung
habe
die Symptomatik verändern können und die rezidivierende depressive Störung sei bis heute klinisch relevant geblie
ben (S. 2). D
ie Fachpersonen gingen seit 2011
respektive seit 2017 von einer klaren Verschlechterung des Gesundheitszustandes aus.
Die Begründung der Beschwerdegegnerin, wonach die Depression und die statio
nären Aufenthalte bereits im Entscheid
(
des hiesigen Gerichts
)
berücksichtigt worden seien, die Therapie noch ausbaufähig sei und zahlreiche psychosoziale Belastungsfaktoren bestünden
(
Urk.
11/205/2)
, greift hier zu kurz.
In den Gut
achten der
Medas
Y._
, auf
welchen
das
Urteil vom
3
0.
April 2014 (
Urk.
11/121
)
beruht,
wurde noch keine eigenständige depressive Störung diag
nos
tiziert und es wurde insbesondere
seitens der Beschwerdegegnerin
im Rahmen der leistu
ngsabweisenden Verfügung vom 8.
Februar 2019 (
Urk.
2)
die Recht
sprechung nicht berücksichtigt, wonach
gemäss BGE 143 V 418 grundsätzlich sämtliche psychischen Erkrankungen einem strukturierten Beweisverfahren nach BGE 141 V 281 zu unterziehen sind (vgl. BGE 143 V 409 E. 4.5.1).
Dies gilt auch für primäre Abhängigkeitssyndrome, womit die früher diagnostizierte Opiatab
hängigkeit – soweit sie noch vorliegen sollte – ebenfalls in das strukturierte Beweisverfahren einzubeziehen wäre (BGE 145 V 215).
Zudem fanden die statio
nären Aufenthalte in der Klinik
C._
im Jahr 2017 statt und konnten daher im Urteil
des hiesigen Gerichts
vom
3
0.
April 2014
gar nicht be
rücksichtigt
werden.
Anhand den vorliegenden
ärztlichen Berichte zum psychischen Zustand des Beschwerdeführers lässt sich auch nicht feststellen, inwiefern sich die diag
nos
tizierte Störung (mittelgradige depressive Störung) konkret auf die Leistungs- und Arbeitsfähigkeit
des Beschwerdeführers auswirkt
und weshalb jegliche Erwerbstätigkeit
en
, namentlich auch eine behinderungsangepasste Arbeit, ausge
schlossen ist.
Ob und inwiefern psychosoziale Belastungsfaktoren im Vorder
gru
nd der psychischen Erkrankung stehen, lässt sich ebenfalls nicht mit über
wiegender Wahrscheinlichkeit beurteilen.
Vielm
ehr ist beispielsweise dem B
ericht von
Dr.
N._
und
Dr.
phil.
O._
(vgl. E. 4.8
hiervor) zu entnehmen, dass sich die psychosoziale Situation stabil präsentiere (S. 2
Ziff.
4).
5.4
Bei dieser Sachlage ist festzuhalten, dass sich der Gesundheitszustand
insbe
sondere
in psychischer Hinsicht
dauerhaft
verschlechtert haben könnte, aber eine schlüssige Beur
teilung des Gesundheitszustands und dessen Auswirkungen auf die Arbeitsfähig
keit
des Beschwerdeführers
aufgrund der vorliegenden Akten nicht möglich ist und sich der medizinische Sachverhalt sowohl in psychischer als auch in
soma
tischer Hinsicht als ergänzungsbedürftig erweist. Die Sache ist daher unter Auf
hebung der angefochtenen Verfügung vom
8
.
Februar 2019
(Urk. 2) an die Be
schwerdegegnerin zurückzuweisen, damit sie weitere medizi
nische Abklärungen tätige
, ein
e
neue polydisziplinäre Begutachtung durchführen lasse
und gestützt
darauf
in Berücksichtigung des gesundheitlichen Verlaufs
(vgl. Urk. 8/1, Urk. 14 S. 4)
erneut über die
Leistungsansprüche des Beschwerdeführers
entscheide.
In dem Sinne ist die Beschwerde gutzuheissen.
6.
6.1
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrens
aufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG) und auf Fr. 800.-- anzusetzen. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind sie der unterliegenden Beschwer
degegnerin aufzuerlegen.
Damit erweist sich das Gesuch des Beschwerdeführers um unentgeltliche Pro
zessführung (Urk. 1 S. 1) als gegenstandslos.
6.2
Bei diesem Verfahrensausgang hat die Beschwerdegegnerin dem Beschwerde
führer eine Prozessentschädigung zu entrichten, welche ermessensweise aus Fr.
1'400.-- (inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) festzulegen ist.