# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 184699ed-0381-40e8-99ba-be4621b6ca72
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2021
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1979, war während mehrerer Jahre in
Temporäran
stel
lungen
als Dachdecker tätig (vgl. Urk. 7/6-7, Urk. 7/8 Ziff. 3, Urk. 7/9 Ziff. 4), als am 6. November 2020 die Meldung zur Früherfassung erfolgte (Urk. 7/8). Nach einem Standortgespräch am 19. November 2020 (Urk. 7/9) meldete sich der Ver
sicherte am 21. November 2020 unter Hinweis auf
Kniebeschwerden
bei der Inva
liden
versicherung zum Leistungsbezug an (Urk. 7/13
Ziff. 6.1
).
Die Sozialversi
che
rungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, tätigte in der Folge medizinische und erwerbliche Abklärungen
und verneinte nach durchgeführtem
Vorbescheid
ver
fahren
(Urk. 7/37-38, Urk. 7/40, Urk. 7/42) mit Verfügung vom 30. März 2021 einen Rentenanspruch des Versicherten (Urk. 7/47 = Urk. 2). Am 16. April 2021 teilte der Versicherte der IV-Stelle mit, er habe am 12. Januar 2021 einen Unfall erlitten, welcher beim Entscheid nicht berücksichtigt worden sei (Urk. 7/53). Mit Schreiben vom 6. Mai 2021 hielt die IV-Stelle an der erlassenen Verfügung fest (Urk. 7/54).
2.
Der Versicherte erhob am 10. Mai 2021 Beschwerde gegen die Verfügung vom 30. März 2021 (Urk. 2) und beantragte, es seien ihm die gesetzlichen Renten
leis
tungen zuzusprechen, eventuell sei die Sache zur weiteren Abklärung an die IV-Stelle zurückzuweisen (Urk. 1 S. 2).
Mit Beschwerdeantwort vom 23. Juni 2021 schloss die IV-Stelle auf Abweisung der Beschwerde (Urk. 6), was dem Beschwerdeführer mit Verfügung vom 22. Juli 2021 zur Kenntnis gebracht wurde (Urk. 8). Am 9. August 2021 reichte der Be
schwerdeführer weitere Arztberichte ein (Urk. 9-10
/1-2
), welche der Beschwerde
gegnerin am 26. August 2021 zugestellt wurden (Urk. 11).
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des
Bundesgesetz
es
über den Allge
meinen Teil des Sozialversicherungsrechts
,
ATSG
). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom
menden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des
Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der ge
sundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1
des
Bundesgesetz
es
über die Invalidenversicherung (IVG)
Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betä
ti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Be
schwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebe
nenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 256 E. 4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, wel
che Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden können (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E. 4b/cc).
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schluss
folge
rungen der Experten begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a mit Hinweis).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin führte in der angefochtenen Verfügung vom 30. März 2021 aus, seit dem 6. Februar 2020 sei der Beschwerdeführer in der bisherigen Tätigkeit als Dachdecker vollständig arbeitsunfähig. Bereits vor Ablauf der Warte
zeit habe jedoch eine 100%ige Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätig
keit, ohne häufiges Arbeiten im Knien, bestanden (Urk. 2 S. 1). Bei einem Inva
li
ditätsgrad von 4 % bestehe kein Rentenanspruch. Ebenso habe der Beschwerde
führer keinen Anspruch auf eine Umschulung, da er keine Ausbildung absolviert habe und die Lohneinbusse in einer angepassten Tätigkeit unter 20 % liege.
Allenfalls bestehe ein Anspruch auf Arbeitsvermittlung.
Aus versicherungsme
di
zinischer Sicht sei kein Gesundheitszustand ausgewiesen, welcher die Arbeits
fä
higkeit langfristig beeinträchtige (S. 2).
Im Rahmen der Beschwerdeantwort führte die Beschwerdegegnerin ergänzend aus
, nach dem erneuten Unfall sei eine Arbeitsunfähigkeit bis 22. Februar 2021 atte
stiert worden, über eine darüber hinausgehende Arbeitsunfähigkeit lägen keine Berichte vor. Es sei daher davon auszugehen, dass der Unfall keine langan
dauernde Arbeitsunfähigkeit verursacht habe (Urk. 6).
2.2
Demgegenüber machte der Beschwerdeführer am 10. Mai 2021 geltend (Urk. 1), in seiner angestammten Tätigkeit als Dachdecker sei er seit dem 6. Februar 2020 vollständig arbeitsunfähig (S. 4
Rz
5). Der Hausarzt habe zwar bestätigt, dass er in einer leidensangepassten Tätigkeit vollständig arbeitsfähig sei, dies jedoch nicht weiter begründet (S. 4
Rz
6). Demgegenüber habe der behandelnde Facharzt die Arbeitsfähigkeit in angepasster Tätigkeit im Januar 2021 noch nicht festlegen können, da ein stabiler Endzustand noch nicht erreicht sei (S. 5
Rz
7).
Die Be
schwerdegegnerin habe ihren Entscheid einzig auf den Bericht des Hausarztes gestützt und habe damit ihre Abklärungspflicht verletzt (S. 5
Rz
8). Es sei auch nicht berücksichtigt worden, dass er sich am 12. Januar
2021 einen Ober
schen
kelbruch zugezogen habe, welcher operativ habe versorgt werden müssen (S. 6 oben).
Mit Schreiben vom 9. August 2021 teilte der Beschwerdeführer sodann mit, die Ärzte des
Spitals
Z
._
hätten eine seit dem 22. Februar 2021 an
dauernde, vollständige Arbeitsunfähigkeit attestiert, weshalb der Argumentation der Beschwerdegegnerin nicht gefolgt werden könne (Urk. 9).
2.3
Strittig und zu prüfen ist demnach, ob die Beschwerdegegnerin den medizini
schen Sachverhalt rechtsgenüglich abgeklärt hat, und falls ja, ob ein Leistungs
anspruch des Beschwerdeführers besteht.
3.
3.1
Dr.
med.
Y._
, Facharzt für Rheumatologie, nannte in seinem Bericht vom 6. Dezember
2019
folgende Diagnosen (Urk. 7/31 S. 1):
-
rezidivierend aktivierte Gonarthrose rechts
-
mediale Gonarthrose mit fortgeschrittener Degeneration des zum Teil fragmentierten medialen Meniskus auf Höhe des
Hinterhorns
,
Chon
dro
malazie
Grad III-IV am medialen Kniekompartiment, Chondropathie patellar Grad III, fortgeschrittene
mukoide
Degeneration des vorderen Kreuzbandes, ausgeprägter Gelenkerguss
suprapatellär
sowie grosse
Bakerzyste
(MRI 3. Dezember 2019)
-
rezidivierende
Gonitis
im Rahmen der laborchemisch festgestellten CPPD Ablagerungskrankheit (Punktatuntersuchung 1. Juni 2019)
Der
in einem Pensum von
100 % als Dachdecker tätige Beschwerdeführer leide seit fünf Jahren an rezidivierenden Beschwerden im rechten Kniegelenk, wobei die Beschwerden durch die Arbeitsa
b
läufe als Dachdecker aber auch spontan ohne einen
eruierbaren
Auslöser verstärkt würden. Es liege eine rezidivierend aktivierte medial betonte Gonarthrose mit einer Meniskusläsion im Hinterhorn und einer
mukoiden
Degeneration des vorderen Kreuzbandes vor. Es handle sich um eine gemischte Problematik mit den degenerativen Veränderungen und der rezidi
vie
rend auftretenden Gonarthritis bei bekannter CPPD Ablagerungskrankheit (S. 1).
Es sei davon auszugehen, dass die Arbeit als Dachdecker langfristig nicht mehr zumutbar sei. Eine Umschulung sei unverzüglich in die Wege zu leiten (S. 2).
3.2
Die Ärzte des
S
pitals Z._
, Klinik für Orthopädie und Trau
matologie, diagnostizierten in ihr
e
m Bericht vom 8. September 2020
eine isoliert mediale Gonarthrose rechts bei Genua
vara
(Urk. 7/27 S. 1)
und hielten fest,
bei nahezu vollständig aufgebrauchtem medialen Knorpel bestehe die Indikation zur
valgi
sierenden
Osteotomie. Es sei davon auszugehen, dass eine femorale Osteo
tomie eine deutliche Beschwerdebesserung bringe. Längerfristig sei nicht damit zu rech
nen, dass der Beschwerdeführer in seinem angestammten Beruf als Dach
decker arbeiten könne (S. 2).
Am 14. Oktober 2020 wurde der Beschwerdeführer operiert (vgl. Operations
be
richt, Urk. 7/28), wobei die Ärzte im Austrittsbericht vom 21. Oktober 2020 einen komplikationslosen postoperativen Verlauf beschrieben. Der Beschwerde
führer sei in gutem Allgemeinzustand in die ambulante Behandlung entlassen worden (Urk. 7/29 S. 1).
Nach einer Verlaufskontrolle hielten die Ärzte des
Z._
am 3. Dezember 2020
fest, der Beschwerdeführer habe sich an die Teilbelastung gehalten und besuche die Physiotherapie. Seitdem er etwas mehr aktiv sei, sei das rechte Knie leicht
angeschwollen. Schmerzen habe er wenig (Urk. 7/30 S. 1). Insgesamt sei der Be
schwerdeführer zufrieden. Ab sofort sei ein Übergang zur Vollbelastung mög
lich. Sollten Beschwerden persistieren, könne anlässlich der nächsten Kontrolle eine Infiltration besprochen werden.
Bis zur nächsten Kontrolle sei die Arbeits
un
fä
higkeit verlängert worden (S. 2).
3.3
Der Hausarzt
Dr.
med.
A._
, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, diagnos
tizierte in seinem Bericht vom 3. Januar 2021 die bekannte isoliert me
diale Gonarthrose rechts bei Genua
vara
, Status nach wiederholter Punktion/
Infiltra
tion, laborchemisch gesicherter Pseudogicht (CPPD) sowie
Valgisations
osteoto
mie
des distalen Femur rechts am 13. Oktober 2020 (Urk. 7/26 Ziff. 2.5).
Die letzte Konsultation habe am 27. Oktober 2020 stattgefunden (Ziff. 1.1).
Trotz durchge
führter Operation seien wiederkehrende Kniebeschwerden zu erwarten. Für die Arbeit als Dachdecker bestünden aufgrund der Instabilität der Kniegelenke zusätzlich Sicherheitsbedenken (Ziff. 2.7). Es seien keine weiteren Behandlungen geplant, wichtig sei eine Reduktion der Belastungen der Kniegelenke (Ziff. 2.8).
Seit der Operation sei in der angestammten Tätigkeit keine Arbeitsfähigkeit mehr erlangt worden. Längerfristig sei diese nicht mehr zumutbar (Ziff. 4.1). Bei ange
passter Tätigkeit bestehe eine normale Arbeitsfähigkeit (Ziff. 4.2).
3.4
Die Ärzte des
Z._
hielten in ihrem Bericht vom 5. Januar 2021 bei unverän
der
ten Diagnosen (Urk. 7/24 Ziff. 2.5) fest, aktuell sei der Beschwerdeführer in regelmässiger knieorthopädischer Behandlung,
die nächste Konsultation sei in drei Monaten geplant,
die Abschlusskontrolle ein Jahr postoperativ im Oktober 2021 (Ziff. 1.2). In der bisherigen Tätigkeit als Dachdecker bestehe seit dem 6. Februar 2020 eine vollständige Arbeitsunfähigkeit (Ziff. 1.3). Der Beschwerde
führer berichte, dass er immer noch nicht vollständig beschwerdefrei sei. Es komme belastungsunabhängig immer wieder zu einem Anschwellen des rechten K
niegelenks (Ziff. 2.2).
Der Beschwerdeführer gehe ohne Gehstöcke und zeige ein weitgehend
hinkfreies
und flüssiges Gangbild (Ziff. 2.4).
Ziel des Eingriffs sei die Steigerung der Belastbarkeit des Kniegelenks gewesen. Ob der Beschwerdeführer in Zukunft in der schweren Tätigkeit als Dachdecker wieder voll arbeitsfähig werde, sei jedoch fraglich, insbesondere auch, da vorgängig bereits eine längere Arbeitslosigkeit bestanden habe (Ziff. 2.7). Aktuell sei der Beschwerdeführer noch
in der
f
rührehabilitativen Phase, sodass ein stabiler Endzustand noch nicht erreicht
sei. Die Frage nach der Zumutbarkeit einer angepassten Tätigkeit könne zu diesem Zeitpunkt nicht abschliessend beantwortet werden (Ziff. 4.2). Aus sprach
lichen Gründen, aufgrund der vorbestehend längeren Dauer der Arbeits
losigkeit sowie
der vorhandenen Probleme am Bewegungsapparat werde eine Eingliederung wahr
scheinlich schwierig (Ziff. 4.3).
3.5
In ihrem Bericht vom 18. Januar 2021 (Urk. 7/52/3-4
=
Urk.
3
) führten die Ärzte des
Z._
, Klinik für Orthopädie und Traumatologie, aus, der Beschwerdeführer habe sich am 12. Januar 2021 bei einem Sturz auf Glatteis eine dislozierte,
peri
implantäre
Femurschaftspiralfraktur
rechts zugezogen. Zusätzlich bestehe ein schädlicher Alkoholkonsum. Nach der operativen Versorgung und Instruktion der Teilbelastung durch die Physiotherapie sei der Beschwerdeführer am 18. Januar 2021 schmerzkompensiert und mit trockenen Wundverhältnissen nach Hause entlassen worden (S. 1)
.
3.6
Mit Arbeitsunfähigkeitszeugnis vom 30. April 2021 attestierte die Ärztin des
Z._
eine vollständige Arbeitsunfähigkeit bis 30. Mai 2021 für schwere körper
liche Tätigkeiten. Bürotätigkeiten und sitzende Tätigkeiten seien dem Beschwer
de
führer ab dem 22. Februar 2021 vollumfänglich zumutbar (Urk. 10/1).
Im Arbeitsunfähigkeitszeugnis vom 29. Juli 2021 hielt die Ärztin des
Z._
auf
grund des Unfalls eine vollständige Arbeitsunfähigkeit vom 14. Juli bis 1. August 2021 fest (Urk. 10/2).
4.
4.1
Unbestritten und aufgrund der Akten ausgewiesen ist, dass der Beschwerdeführer an einer isoliert medialen Gonarthrose rechts leidet, welche am 13. Oktober 2020 operiert wurde, und sich bei einem Unfall am 12. Januar 2021 einen Ober
schen
kel
bruch
rechts
zugezogen hat (E. 3.2-4). Aufgrund dieser gesundheitlichen Be
einträchtigungen ist sodann weiter unbestritten,
dass dem Beschwerdeführer die angestammte, schwere Tätigkeit als Dachdecker seit dem 6. Februar 2020 nicht mehr zugemutet werden kann (E. 2.1-2).
4.2
Was sodann die Arbeitsfähigkeit in einer leidensangepassten Tätigkeit betrifft,
führten die behandelnden Ärzte des
Z._
am 5. Januar 2021 aus, der stabile Endzustand sei noch nicht erreicht
und die Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit könne noch nicht beurteilt werden
.
Die Ärzte hielten
jedoch
auch
fest
, der Beschwerdeführer
gehe
ohne Gehstöcke und
zeige
ein weitgehend
hinkfreies
und flüssiges Gangbild (E. 3.4).
Sowohl die Knieoperation als auch die
Operation des Oberschenkelbruches verlief
en sodann
komplikationslos (E. 3.5).
Weitere ge
sundheitliche Beschwerden, welche den Beschwerdeführer in seiner Arbeitsfähig
keit einschränken würden, wurden weder geltend gemacht, noch ergeben sich aus den Akten Hinweise auf solche. Es sind daher insgesamt keine Gründe ersichtlich, weshalb dem Beschwerdeführer eine knieschonende, wechselbelastende, vorwie
gend im Sitzen auszuübende Tätigkeit ohne Gehen auf unebenem Gelände und ohne
Verharren in Zwangspositionen
, wie dies die Beschwerdegegnerin festge
stellt hat (Urk. 2 S. 2),
nicht vollumfänglich zugemutet werden könnte. Dies wurde denn auch vom Hausarzt Dr.
A._
in seinem Bericht vom 3. Januar 2021
bestätigt (E. 3.3). Auch die Ärztin des
Z._
attestierte in ihrem Arbeits
un
fähig
keitszeugnis vom 30. April 2021
, welches nach dem Unfall vom 1
2.
Januar 2021 und mithin in Berücksichtigung allfälliger
dar
aus resultierender Einschrän
kungen
ausgestellt wurde,
eine vollständige Arbeitsunfähigkeit für schwere kör
per
liche Tätigkeiten wie beispielsweise Dachdecker, jedoch eine vollständige Arbeitsfähig
keit für Bürotätigkeiten und sitzende Tätigkeiten (E. 3.6). Dass
sie
am 29. Juli 2021 nicht mehr zwischen angestammter, körperlich schwerer Tätigkeit und kör
perlich leichten Tätigkeiten unterschieden hatte
(E. 3.6)
, vermag daran nichts zu ändern,
zumal
Arbeitsunfähigkeitszeugnisse in der Regel
, sofern nichts anderes festgehalten wird,
lediglich die angestammte Tätigkeit betreffen.
Ausserdem ergibt sich weder aus den medizinischen Akten eine Verschlechterung nach dem 3
0.
April 2021, noch wurde eine solche geltend gemacht, womit nicht davon aus
zugehen ist, dass die
im Juli 2021
attestierte 100%ige Arbeitsunfähigkeit auch eine angepasste Tätigkeit betreffen würde.
D
er Argumentation des Beschwerdeführers, wonach der stabile Endzustand noch nicht erreicht sei
und vor einer abschliessenden Beurteilung des Rentenanspruchs
weitere Abklärungen zu tätigen seien (E. 2.2),
kann daher
nicht gefolgt werden.
4.3
Gestützt auf die vorhandenen Akten ist der medizinische Sachverhalt
daher dahingehend
als erstellt zu
e
rachten, dass dem
Beschwerdeführer
die bisherige Tätigkeit als Dachdecker nicht mehr zugemutet werden kann, er
jedoch
in einer leidensangepassten
, knieschonenden
Tätigkeit
spätestens
seit
dem
30. April 2021
wieder vollständig arbeitsfähig ist.
5.
5.1
Es bleibt die Prüfung der erwerblichen Auswirkungen der bestehenden Ein
schrän
kungen mittels Einkommensvergleich.
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der Einkommens
ver
gleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegen
übergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditäts
grad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2, 128 V 29 E. 1).
5.2
Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist für die Ermittlung des
Validen
ein
kommens
entscheidend, was die versicherte Person im Zeitpunkt des frühest
möglichen Rentenbeginns nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrschein
lichkeit als Gesunde tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung an
gepassten Verdienst angeknüpft, da es empirischer Erfahrung entspricht, dass die bisherige Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden fortgesetzt worden wäre. Aus
nah
men müssen mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt sein (BGE 145 V 141 E. 5.2.1, 139 V 28 E. 3.3.2, 135 V 58 E. 3.1, 134 V 322 E. 4.1).
Ist
mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass die versicherte Person die bisherige Tätigkeit unabhängig vom Eintritt der Invalidität nicht mehr ausgeübt hätte, kann das
Valideneinkommen
auf Grundlage der vom Bundesamt für Statistik herausgegebenen Schweizerischen Lohnstrukturerhebung (LSE) be
rech
net werden, wobei die für die Entlöhnung im Einzelfall gegebenenfalls rele
vanten persönlichen und beruflichen Faktoren zu berücksichtigen sind (BGE 139 V 28 E. 3.3.2; Meyer/Reichmuth, Bundesgesetz über die Invalidenversicherung, 3. Auflage 2014,
Rn
55 f. zu Art.
28a
). Dabei sind grundsätzlich die im Verfü
gungszeitpunkt aktuellsten veröffentlichten Tabellen der LSE zu verwenden (BGE 143 V 295 E. 4.1.3).
Vor Eintritt des Gesundheitsschadens arbeitete der Beschwerdeführer
, welcher keine Ausbildung absolviert hat
(vgl. Urk. 7/13 Ziff. 5.3)
,
in einem Pensum von 100 %
als
Dachdecker
. Aus dem Auszug aus dem individuellen Konto ist ersicht
lich, dass er
dabei mehrheitlich temporär angestellt war und zwischenzeitlich auch Arbeitslosenentschädigung bezog (vgl. Urk. 7/6-7). Das Vorgehen der Be
schwerdegegnerin, welche das
Valideneinkommen
gestützt auf die Tabellenlöhne berechnet hat, ist daher nicht zu beanstanden.
Dabei sind grundsätzlich die im Verfügungszeitpunkt aktuellsten veröffentlichten Tabellen der LSE zu verwenden (BGE 143 V 295 E. 4.1.3; zur Verwendung der aktuellsten statistischen Daten bei Rentenrevisionen vgl. BGE 143 V 295 E. 4.2.2, 142 V 178 E. 2.5.8.1, 133 V 545 E. 7.1).
Da
der Beschwerdeführer seit Jahren als Dachdecker gearbeitet hat, ist vom standardisierten Durchschnittslohn für Männer, die
im Baugewerbe tätig waren, auszugehen, wobei aufgrund seiner langjährigen Erfahrung auf das Kompetenz
niveau 2 abgestellt werden kann. Dieses belief sich im Jahre 2018 auf monatlich Fr. 5'962.-- (LSE 2018, Tabelle TA1, Ziff. 41-43, Niveau 2), mithin Fr. 71'544.-- im Jahre (Fr. 5'962.-- x 12). Unter Berücksichtigung einer durchschnittlichen wöchentlichen Arbeitszeit von 41.7 Wochenstunden (betriebsübliche Arbeitszeit nach Wirtschaftsabteilungen, Total;
www.bfs.admin.ch
, Arbeit und Erwerb, Erwerbstätigkeit und Arbeitszeit, detaillierte Daten) sowie der Nominal
lohner
hö
hung (Schweizerischer Lohnindex insgesamt [1939 = 100], Männer, Stand
2018: 2260, Stand 2020: 2298; www.bfs.admin.ch, Arbeit und Erwerbs, Löhne/
Erwerbs
einkommen, detaillierte Daten, Lohnentwicklung) ergibt dies für das Jahr 2020 ein
Validene
i
nkommen
von rund Fr.
75'839.--
(Fr. 71'544.-- : 40 x 41.7 : 2260 x 2298)
.
5.3
Für die Bestimmung des Invalideneinkommens können nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für Statistik periodisch herausge
ge
benen Lohnstrukturerhebungen (LSE) herangezogen werden (BGE 139 V 592 E. 2.3, 135 V 297 E. 5.2, 129 V 472 E. 4.2.1).
Da
der Beschwerdeführer aktuell nicht erwerbstätig ist, ist auch für die Ermittlung des Invalideneinkommens auf die Tabellenlöhne abzustellen. Gemäss de
n
vorlie
genden medizinischen Akten kann dem Beschwerdeführer eine knieschonende, wechselbelastende, vorwiegend im Sitzen auszuübende Tätigkeit ohne Gehen auf unebenem Gelände und ohne Verharren in Zwangspositionen ab dem
30. April 2021
in einem Pensum von 100 % zugemutet werden. Im Jahre 2018 belief sich der Tabellenlohn für Männer, die einfache Tätigkeiten körperlicher oder hand
werklicher Art ausführen, auf Fr. 5'417.-- monatlich (LSE 2018, Tabelle TA1, Total, Niveau 1), mithin Fr. 65'004.-- im Jahr (Fr. 5'417.-- x 12). Unter
Berück
sichtigung der durchschnittlichen wöchentlichen Arbeitszeit
sowie der Nominal
lohn
erhöhung (vgl. vorstehend E. 5.2) ergibt sich für das Jahr 2020 ein Inva
li
deneinkommen von rund Fr.
68'906.--
(Fr. 65'004.--
: 40 x 41.7 : 2260 x 2298)
.
5.4
Wird das Invalideneinkommen auf der Grundlage von statistischen Durch
schnit
ts
werten ermittelt, ist der entsprechende Ausgangswert (Tabellenlohn) allen
falls zu kürzen. Damit soll der Tatsache Rechnung getragen werden, dass persönliche und berufliche Merkmale, wie Art und Ausmass der Behinderung, Lebensalter, Dienst
jahre, Nationalität oder Aufenthaltskategorie und Beschäftigungsgrad Auswir
kungen auf die Lohnhöhe haben können (BGE 124 V 321 E. 3b/
aa
). Aufgrund dieser Faktoren kann die versicherte Person die verbliebene Arbeitsfähigkeit auch auf
einem ausgeglichenen Arbeitsmarkt möglicherweise nur mit unterdurch
schnittlichem erwerblichem Erfolg verwerten. Der Abzug soll aber nicht auto
ma
tisch erfolgen. Er ist unter Würdigung der Umstände im Einzelfall nach pflicht
gemässem Ermessen gesamthaft zu schätzen und darf 25 % nicht übersteigen (vgl. BGE 135 V 297 E. 5.2, 134 V 322 E. 5.2 und 126 V 75 E. 5b/
aa
-cc). Die
zur Zeit noch geltende
Rechtsprechung gewährt insbesondere dann einen Abzug auf dem Invalideneinkommen, wenn eine versicherte Person selbst im Rahmen kör
perlich leichter Hilfsarbeitertätigkeit in ihrer Leistungsfähigkeit eingeschränkt ist (BGE 126 V 75 E. 5a/
bb
). Zu beachten ist jedoch, dass allfällige bereits in der Beurteilung der medizinischen Arbeitsfähigkeit enthaltene gesundheitliche Ein
schränkungen nicht zusätzlich in die Bemessung des leidensbedingten Abzugs einfliessen und so zu einer doppelten Anrechnung desselben Gesichtspunkts füh
ren dürfen (BGE 146 V 16 E. 4.1 mit Hinweisen).
Nach ständiger Rechtsprechung darf das (kantonale) Sozialversicherungsgericht sein Ermessen, wenn es um die Beurteilung des Tabellenlohnabzuges gemäss BGE 126 V 75 geht, nicht ohne triftigen Grund an die Stelle desjenigen der Ver
waltung setzen; es muss
sich
auf Gegebenheiten abstützen können, welche seine abweichende Ermessensausübung als naheliegender erscheinen lassen (BGE 137 V 71 E. 5.2 und 126 V 75 E. 6). Wurde bei der Festsetzung der Höhe des Abzugs vom Tabellenlohn ein Merkmal oder ein bestimmter Aspekt eines Merkmals zu Unrecht nicht berücksichtigt oder zu Unrecht berücksichtigt, hat die Beschwer
de
instanz den Abzug gesamthaft neu zu schätzen (vgl. Urteile des Bundesgerichts 9C_808/2015 vom 29. Februar 2016 E. 3.4.3 und
8C_113/2015 vom 26. Mai 2015 E. 3.2
).
Die
Beschwerdegegnerin hat
keinen leidensbedingten Abzug gewährt (vgl.
Urk.
2
), was nicht zu beanstanden ist, da
die beim Beschwerdeführer bestehenden Ein
schränkungen (nur knieschonende, wechselbelastende, vorwiegend im Sitzen aus
zuübende Tätigkeit ohne Gehen auf unebenem Gelände und ohne Verharren in Zwangspositionen) bereits in der medizinischen Beurteilung der Arbeitsfähigkeit
berücksichtigt
wurden
.
Zudem machte der Beschwerdeführer nicht geltend, in
wiefern Faktoren vorliegen, welche einen leidensbedingten Abzug rechtfertigten.
Selbst die Berücksichtigung eines Abzugs von 5
%
zufolge des Lohnunterschiedes beim „Kompetenzniveau 1 (KN 1) light-moderate“ (
Gabriela Riemer-Kafka, Urban Schwegler, Der Weg zu einem invaliditätskonformeren Tabellenlohn, Präsenta
tion der Ergebnisse der interdisziplinären Arbeitsgruppe „Tabellenlöhne LSE“,
SZS 06 2021, S. 287-319, S. 294
) würde sodann zu keinem rentenbegründenden Invaliditätsgrad führen, womit offen gelassen werden kann, ob
ein solcher
über
haupt zur Anwendung gelangt.
5.5
Bei einem Invalideneinkommen in der Höhe von
Fr. 68'906.-- (vorstehend E. 5.3)
beziehungsweise von
Fr.
65
'
460
.— (Fr. 68'906.-- - 5
%
=
Fr.
65'460
.—)
sowie einem
Valideneinkommen
von Fr. 75'839.-- (vorstehend E. 5.2) ergibt sich eine
Einkommenseinbusse von Fr. 6'93
3.
--
beziehungsweise von
Fr.
10’379
.--
, was ein
em rentenausschliessenden Invaliditätsgrad von 9 %
beziehungsweise rund
14
%
entspricht.
Damit erweist sich der angefochtene Entscheid als rechtens, was zur Anweisung der Beschwerde führt.
5.6
Der Beschwerdeführer beantragte beschwerdeweise Rentenleistungen und keine Eingliederungsmassnahmen (
Urk.
1), weshalb nicht weiter darauf einzugehen ist. Es ist jedoch darauf hinzuweisen, dass die Beschwerdegegnerin in der Verfügung festhielt, dass der Beschwerdeführer allenfalls Anspruch auf Unterstützung bei der Arbeitsvermittlung hat (
Urk.
2 S. 2).
6.
Da es im vorliegenden Verfahren um die Bewilligung oder Verweigerung von IV-Leistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG) und auf Fr.
6
00.-- anzusetzen. Entsprechend dem Ausgang des Ver
fahrens sind sie dem Beschwerdeführer aufzuerlegen.