# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** c2fb6c8f-efbf-4bd2-b6e4-04b132dbaeb5
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2021
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
1.1
Die 1997
geborene X._
war seit
1
8.
Juli 2016
bei
der Y._
GmbH in einem Beschäftigungsgrad von 40
%
als Reinigungsmitarbeiterin
ange
stellt und über
die
Arbeitgeber
in
bei der Helsana Unfall AG
(Helsana
) gegen die Folgen von Unfällen versichert. Mit
«Schadenmeldung
UVG»
vom
17. September 2018 meldete
die
Arbeitgeber
in
, dass die Versicherte
am
15. September
2018
zu
hause gestürzt
sei
und sich das rechte Fussgelenk gebrochen habe (
Urk.
7/B1 und 7/B2
).
Gemäss Austrittsbericht des Spitals
Z._
vom 1
7.
September 2018
(irr
tümliche Datierung) zur
Hospitalisation
vom 1
5.
September bis 1
4.
Oktober 2018
erlitt die Versicherte beim Unfall unter anderem eine offene Unterschenkelfraktur
rechts, welche am Unfalltag
notfallmässig und am
5.
Oktober 2018 definitiv opera
tiv
versorgt wurde
(
Urk.
7/B
50
).
Die Helsana erbrachte
die gesetzlichen
Leis
tun
gen (Taggeld und Heilbehandlung; vgl.
Urk.
7/B11).
Am 1
5.
Juli 2020 teilte die
Helsana
der Versicherten
unter
Hinweis auf die Mitwirkungspflicht im
Zusam
men
hang mit einer
in die Wege geleiteten
polydisziplinären Abklärung
in
der
MEDAS
A._
die einstweilige Einste
llung der Taggeldleistungen ab 3
0.
Juni
2020 bis zum Vorliegen des Gutachtens mit (
Urk.
7/
B
245). Nach
Vorlie
gen
des
vollständigen
Gutachtens vom 1
3.
August 2020
(vgl.
Fachgutachten:
Urk.
7/
B223
,
7/B235
,
7/B260 und
Konsensbeurteilung:
7/B266
)
bestätigte
die Helsana
mit Verfü
gung vom
9.
September
2020
die
Einstellung der Taggelder
per 30.
Juni 2020
und verneinte einen weiteren Anspruch auf Übernahme der Heilbehandlungskosten ebenso wie einen solchen auf weitere Leistungen
(
Invalidenrente/Inte
gritätsent
schädigung:
Urk.
7/
B
278).
Die dagegen am
6.
Oktober 2020 erhobene Einsprache (
Urk.
7
/
B
290
)
wies die
Helsana
mit Entscheid vom
3
0.
November
2020 ab (
Urk.
2).
1.2
Mit Verfügung vom 1
0.
Dezember 2020
verneinte die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
,
einen Anspruch der Versicherten auf Leistungen der Eidgenössischen Invalidenversicherung (
Urk.
3/7).
Das hierauf von der Ver
sicherten angehobene Gerichtsverfahren
wurde
nach
dem
Rückzug
im Verfahren
IV.2021.00023
mit Verfügung
des hiesigen Gerichts
vom 2
7.
April 2021 abge
schrieben
(
Urk.
11
)
.
2.
Gegen
den
Einspracheentscheid
der
Helsana
vom
3
0.
November
2020
erhob die Versicherte mit Eingabe vom
4.
Januar 2021
(
Urk.
1) Beschwerde mit dem sinn
gemässen Antrag, der
Einspracheentscheid
vom
3
0.
November 2020
sei aufzu
heben und die
Helsana
sei zu verpflichten, die gesetzlichen Leistungen zu erbrin
gen (
Urk.
1). Die
Helsana
schloss in ihrer Beschwerdeantwort
vom 24.
Februar 2021 (
Urk.
6
) auf Abweisung der Beschwerde. Hiervon wurde der Beschwerde
führerin am
2
5.
Februar
2021 (
Urk.
8
) Kenntnis gegeben.
Mit unaufgefordert ein
gereichter Eingabe vom
8.
März 2021 reichte die Beschwerdeführerin weitere Unterlagen ein (
Urk.
9 und
Urk.
10/1-6).
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Gemäss Art. 6 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG) werden – soweit das Gesetz nichts
anderes
bestimmt – die Versicherungsleistungen bei Berufsunfällen, Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten gewährt (Abs. 1). Die Versicherung erbringt ihre Leistungen auch bei den im Einzelnen in Abs. 2 auf
geführten Körperschädigungen, sofern sie nicht vorwiegend auf Abnützung oder Erkrankung zurückzuführen sind. Ausserdem erbringt die Versicherung ihre Leis
tungen für Schädigungen, die der verunfallten Person bei der Heilbehandlung zugefügt werden (Abs. 3).
Nach Art. 10 Abs. 1 UVG hat die versicherte Person Anspruch auf die zweck
mässige Behandlung ihrer Unfallfolgen. Ist sie infolge des Unfalles voll oder teil
weise arbeitsunfähig, so steht ihr gemäss
Art.
16 Abs. 1 UVG ein Taggeld zu. Wird sie infolge des Unfalles zu mindestens 10 Prozent invalid, so hat sie An
spruch auf eine Invalidenrente, sofern sich der Unfall vor Erreichen des ordent
lichen Rentenalters ereignet hat (
Art.
18 Abs. 1 UVG).
1.2
Nach Gesetz und Rechtsprechung ist der Fall unter Einstellung der vorüber
ge
henden Leistungen und Prüfung des Anspruchs auf eine Invalidenrente und eine Integritätsentschädigung abzuschliessen, wenn von der Fortsetzung der ärztli
chen Behandlung keine namhafte Besserung des Gesundheitszustandes der ver
sicherten Person mehr erwartet werden kann und allfällige Eingliederungsmass
nahmen der Invalidenversicherung abgeschlossen sind (vgl. Art. 19 Abs. 1, Art. 24 Abs. 2 UVG; BGE 144 V 354 E. 4.1 mit Hinweisen; Urteil des Bundes
gerichts 8C_527/2020 vom 2. November 2020 E. 4.1 mit Hinweisen). In diesem Zeitpunkt ist der Unfallversicherer auch befugt, die Adäquanzfrage zu prüfen (Urteil des Bundesgerichts 8C_377/2013 vom 2. Oktober 2013 E. 7.2 mit Hinweis auf
BGE
134 V 109, vgl. auch Urteil 8C
_
674/2019 vom 3. Dezember 2019 E. 4.1).
Ob eine namhafte Besserung noch möglich ist, bestimmt sich insbesondere nach Massgabe der zu erwartenden Steigerung oder Wiederherstellung der Arbeits
fähig
keit, soweit diese unfallbedingt beeinträchtigt ist. Die Verwendung des Be
griffes «namhaft» in Art. 19 Abs. 1 UVG verdeutlicht demnach, dass die durch
weitere (zweckmässige) Heilbehandlung im Sinne von Art. 10 Abs. 1 UVG erhoffte
Besserung ins Gewicht fallen muss. Weder eine weit entfernte Möglichkeit eines positiven Resultats einer Fortsetzung der ärztlichen Behandlung noch ein von weiteren Massnahmen – wie etwa einer Badekur – zu erwartender geringfügiger therapeutischer Fortschritt verleihen Anspruch auf deren Durchführung. In diesem Zusammenhang muss der Gesundheitszustand der versicherten Person prognostisch und nicht aufgrund retrospektiver Feststellungen beurteilt werden (Urteil des Bundesgerichts 8C_64/2021 vom 14. April 2021 E. 3.2 mit Hinweisen, insbesondere auf BGE 134 V 109 E. 4.3). Grundlage für die Beurteilung dieser Rechtsfrage bilden in erster Linie die ärztlichen Auskünfte zu den therapeutischen Möglichkeiten und der Krankheitsentwicklung, die in der Regel unter dem Begriff
Prognose erfasst werden (Urteil des Bundesgerichts 8C_44/2021 vom 5. März 2
021 E. 5.2 mit Hinweisen).
1.3
Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss UVG setzt voraus, dass zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Inva
lidität, Tod) ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht. Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne deren Vorhanden
sein der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der gleichen Weise beziehungsweise nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann. Entsprechend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des natürlichen Kausal
zusammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleinige oder un
mittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schädi
gende Ereignis zusammen mit anderen Bedingungen die körperliche oder geis
tige Integrität der versicherten Person beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht weg
gedacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene ge
sundheitliche Störung entfiele (BGE 129 V 177 E. 3.1, 402 E. 4.3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, worüber die Ver
waltung beziehungsweise im Beschwerdefall das Gericht im Rahmen der ihm ob
liegenden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Be
weis
grad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse
Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt für die Begründung eines Leistungs
an
spruches nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen
).
1.4
1.4.1
Die Leistungspflicht des Unfallversicherers setzt im Weiteren voraus, dass zwi
schen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden ein adäquater Kau
sal
zusammenhang besteht. Nach der Rechtsprechung hat ein Ereignis dann als adä
quate Ursache eines Erfolges zu gelten, wenn es nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge und nach der allgemeinen Lebenserfahrung an sich geeignet ist, einen Erfolg von der Art des eingetretenen herbeizuführen, der Eintritt dieses Erfolges also durch das Ereignis allgemein als begünstigt erscheint (BGE 129 V 177 E. 3.2, 402 E. 2.2, 125 V 456 E. 5a).
1.4.2
Bei objektiv ausgewiesenen organischen Unfallfolgen deckt sich die adäquate, das heisst rechtserhebliche Kausalität weitgehend mit der natürlichen Kausalität; die Adäquanz hat hier gegenüber dem natürlichen Kausalzusammenhang prak
tisch keine selbständige Bedeutung (
Urteil des Bundesgerichts 8C_75/2016 vom 18. April 2016 E. 2.2 mit Hinweis auf
BGE 134 V 109 E. 2.1).
1.4.3
Für die Beurteilung der Frage, ob ein Unfall nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge und der allgemeinen Lebenserfahrung geeignet ist, eine psychische Ge
sundheitsschädigung herbeizuführen, ist nach der in BGE 115 V 133 ergangenen Rechtsprechung auf eine weite Bandbreite von Versicherten abzustellen. Dazu gehören auch jene Versicherten, die aufgrund ihrer Veranlagung für psychische Störungen anfälliger sind und einen Unfall seelisch weniger gut verkraften als Gesunde, somit im Hinblick auf die erlebnismässige Verarbeitung des Unfalles zu einer Gruppe mit erhöhtem Risiko gehören, weil sie aus versicherungsmässiger Sicht auf einen Unfall nicht optimal reagieren (BGE 115 V 133 E. 4b).
Für die Bejahung des adäquaten Kausalzusammenhanges zwischen dem Unfall und psychischen Gesundheitsschädigungen ist im Einzelfall zu verlangen, dass dem Unfall für die Entstehung der Arbeits- beziehungsweise Erwerbsunfähigkeit eine massgebende Bedeutung zukommt. Dies trifft dann zu, wenn er objektiv eine gewisse Schwere aufweist oder mit anderen Worten ernsthaft ins Gewicht fällt (vgl. RKUV 1996 Nr. U 264 S. 288 E. 3b; BGE 115 V 133 E. 7 mit Hinweisen). Für die Beurteilung dieser Frage ist an das Unfallereignis anzuknüpfen, wobei – aus
gehend vom augenfälligen Geschehensablauf – folgende Einteilung vorgenom
me
n wurde: banale beziehungsweise leichte Unfälle einerseits, schwere Unfälle ander
seits und schliesslich der
dazwischen liegende
mittlere Bereich (BGE 115 V 133
E. 6; vgl. auch BGE 134 V 109 E. 6.1, 120 V 352 E. 5b/
aa
; SVR 1999 UV Nr. 10 E. 2).
1.4.
4
Ausgangspunkt der Adäquanzprüfung bildet das (objektiv erfassbare) Unfaller
eignis. Im Rahmen einer objektivierten Betrachtungsweise ist zu untersuchen, ob der Unfall eher als leicht, als mittelschwer oder als schwer erscheint, wobei im mittleren Bereich gegebenenfalls eine weitere Differenzierung nach der Nähe zu den leichten oder schweren Unfällen erfolgt. Abhängig von der Unfallschwere sind je nachdem weitere Kriterien in die Beurteilung einzubeziehen. Massgebend für die Beurteilung der Unfallschwere ist der augenfällige Geschehensablauf mit den sich dabei entwickelnden Kräften (BGE 140 V 356 E. 5.1 mit Hinweisen; vgl. auch Urteil des Bundesgerichts 8C_387/2018 vom 16. November 2018 E. 4.4.2 mit Hinweisen).
1.4.5
Bei Unfällen aus dem mittleren Bereich lässt sich die Frage, ob zwischen Unfall und Folgen ein adäquater Kausalzusammenhang besteht, nicht aufgrund des Unfalles allein schlüssig beantworten. Es sind daher weitere, objektiv erfassbare Umstände, welche unmittelbar mit dem Unfall im Zusammenhang stehen oder als direkte beziehungsweise indirekte Folgen davon erscheinen, in eine Gesamt
wür
digung einzubeziehen. Als wichtigste Kriterien sind zu nennen:
-
besonders dramatische Begleitumstände oder besondere Eindrücklichkeit des Unfalles;
-
die Schwere oder besondere Art der erlittenen Verletzungen, insbesondere ihre erfahrungsgemässe Eignung, psychische Fehlentwicklungen auszulösen;
-
ungewöhnlich lange Dauer der ärztlichen Behandlung;
-
körperliche Dauerschmerzen;
-
ärztliche Fehlbehandlung, welche die Unfallfolgen erheblich verschlimmert;
schwieriger Heilungsverlauf und erhebliche Komplikationen;
-
Grad und Dauer der physisch bedingten Arbeitsunfähigkeit (BGE 134 V 109 E. 6.1, 115 V 133 E. 6c/
aa
).
Der Einbezug sämtlicher objektiver Kriterien in die Gesamtwürdigung ist nicht in jedem Fall erforderlich. Je nach den konkreten Umständen kann für die Beur
teilung des adäquaten Kausalzusammenhangs ein einziges Kriterium genügen. Dies trifft einerseits dann zu, wenn es sich um einen Unfall handelt, welcher zu den schwereren Fällen im mittleren Bereich zu zählen oder sogar als Grenzfall zu einem schweren Unfall zu qualifizieren ist (vgl. RKUV 1999 Nr. U 346 S. 428, 1999 Nr. U 335 S. 207 ff.; 1999 Nr. U 330 S. 122 ff.; SVR 1996 UV Nr. 58). Anderseits kann im gesamten mittleren Bereich ein einziges Kriterium genügen, wenn es in besonders ausgeprägter Weise erfüllt ist, wie zum Beispiel eine auf
fallend lange Dauer der physisch bedingten Arbeitsunfähigkeit infolge schwie
rigen Heilungsverlaufes. Kommt keinem Einzelkriterium besonderes beziehungs
weise ausschlaggebendes Gewicht zu, so müssen mehrere unfallbezogene Krite
rien herangezogen werden. Dies gilt umso mehr, je leichter der Unfall ist. Handelt es sich beispielsweise um einen Unfall im mittleren Bereich, der aber dem Grenz
bereich zu den leichten Unfällen zuzuordnen ist, müssen die weiteren zu berück
sichtigenden Kriterien in gehäufter oder auffallender Weise erfüllt sein, damit die Adäquanz bejaht werden kann. Diese Würdigung des Unfalles zusammen mit den objektiven Kriterien führt zur Bejahung oder Verneinung der Adäquanz. Damit entfällt die Notwendigkeit, nach andern Ursachen zu forschen, die möglicher
weise die psychisch bedingte Erwerbsunfähigkeit mitbegünstigt haben könnten (BGE 115 V 133 E. 6c/
bb
, vgl. auch BGE 120 V 352 E. 5b/
aa
; RKUV 2001 Nr. U 442 S. 544 ff., Nr. U 449 S. 53 ff., 1998 Nr. U 307 S. 448 ff., 1996 Nr. U 256 S. 215 ff.; SVR 1999 UV Nr. 10 E. 2).
1.5
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schluss
folgerungen der Experten begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a mit Hinweis).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründet
e
ih
ren Entscheid damit (
Urk.
2 S. 5
f.), dass
die
bei der MEDAS
A._
in Auftrag gegebene Begutachtung
ergeben habe, dass die
angegebenen
Schmerzen im
rechten Bein nach der
offenen
Fraktur der Tibia und Fibula rechts
aufgrund des Ereignisses vom
1
5.
September 2018
nach verzögerter
,
aber
inzwischen kompletter Frakturheilung
orthopädisch-trau
matologisch
nicht erklärbar seien.
Die
Schmerzen im rechten Bein
stünden
nur möglicherweise im Kausalzusammenhang mit dem Unfall
,
während die
klein
flächige Hypäst
h
esie
infrapatellär
im
Bereich der Operationsnarbe am rechten
Tibiakopf
Folge der Marknagelung und
damit
U
nfallfolge sei
(S. 6)
.
Die Frage
,
wie
viele Stunden
die Arbeitsfäh
i
gkeit
in einer den Unfallfolgen angepassten und zumutbaren Tätigkeit auf dem Arbeitsmarkt betrage, sei von den Gutach
t
ern mit «volle tägliche und wöchentliche Arbeitszeit» beantwortet
worden
und
das Vor
liegen
ein
es
Integritätsschaden
s
hätten sie verneint
(S. 6 f.).
Nachdem seit dem 2
7.
Januar 2020
auch
keine medizinischen Berichte mehr vorliegen würden, die
eine Arbeitsunfähigkeit begründen könnten, sei d
ie Einstellung der Taggelder per 3
0.
Juni 2020
zu Recht erfolgt (S. 7).
Im
gerichtlichen
Verfahren führte sie aus (
Urk.
6 S. 2), die
Hospitalisation
im Sp
ital
Z._
vom
4.
bis
6.
Dezember 2020 sei nicht Gegenstand des
angefochtenen Entscheids.
D
ie Akten
seien
betreffend
Überprüfung der
Übernahme
dieser
Hei
lungs
kosten an sie
zu überweise
n
(S. 4).
2.2
Die Beschwerdeführerin stellte sich demgegenüber
auf den Standpunkt (
Urk.
1 S.
2
f.),
sie
stehe
seit dem Unfall vom 1
5.
September 2018
in
regelmässig
er Be
hand
lung
im Krankenhaus
Z._
bei
Dr.
B._
sowie bei ihrem Hausarzt
Dr.
C._
. Sie habe stetige Schmerzen im Bereich
des rechten Beins und sei mit einem Gehstock begrenzt
gehfähig
(S. 3). Die Beschwerdegegnerin habe die Leis
tungen ausgesetzt
,
ohne
dass
die medizinischen Untersuchungen
abgeschlossen gewesen seien
;
a
m
4.
Dezember 2020
sei durch
Dr.
B._
eine geplante
Opera
tion
durchgeführt worden
(S. 4 f.).
3.
3.1
Im
Austrittsbericht
des Spital
s
Z._
zur
Hospitalisation
vom 1
5.
September
bis 1
4.
Oktober
2018 (
Urk.
7/B
50
S. 1
) nannten die zuständigen Ärzte die
folgende
n
Diagnose
n:
-
Zweitgradig
offene, mehrfragmentäre, dislozierte Unterschenkelfraktur rechts am 1
5.
September 2018 mit/bei
-
Bone
Bruise
des
Tibiaplateaus
rechts medial. Zerrung des medialen
Retinaculum
und
Tractus
ileotibialis
am distalen Ansatz
-
Ossärer
Ausriss der
palmaren
Platte an der Basis der Mittelphalanx
Dig
. V Hand rechts vom 1
5.
September 2018
-
Wu
ndinfektion
prätibial
rechts
-
Adipositas Grad II bei
BMl
39.
2
kg/m2
Die notfallmässige Zuweisung sei via Ambulanz bei offener Fraktur des rechten Unterschenkels erfolgt. Die
Beschwerdeführerin
sei in der Nacht bei der R
einigung des eigenen Balkons aus
1.5
Metern
gestürzt und direkt auf dem rechten Fuss gelandet. Die stationäre Aufnahme
sei
zur Versorgung der Fraktur mit einem Fixateur
externum
erfolgt
. Der postoperative Verlauf mit physiotherapeutischer Mobilisation an zwei Gehstöcken
habe sich
protrahiert
,
die Röntgenkontrolle
aber
korrekte Stellungsverhältnisse gezeigt. Bei Austritt hätte
n reizlose Wundver
hält
nisse und
eine allseits intakte periphere Durchblutung, Sensibilität
sowie
Motorik
bestanden und die Beschwerdeführern habe
mit
oralisierter
Antibiotikatherapie
in gutem Allgemeinzustand nach Hause
und
in die weitere ambulante Betreuung entlassen
werden können
(
Urk.
7/B50 S. 4)
.
3.2
Im polydisziplinären Gutachten der MEDAS
A._
vom 1
3.
August 2020 (
Urk.
7/
B
266), welches
in den
Fachrichtungen Orthopädie, Neurologie und Psy
chiatrie erstellt wurde,
nannten die Ärzte die folgenden Diagnosen (S
. 8
):
1.
Orthopädisch nicht erklärbare Schmerzen im
ganzen
rechten Bein nach:
-
offener Fraktur der Tibia und Fibula rechts am 1
5.
September 2018
-
Fraktur-Reposition, Wundversorgung und Anlegen
eines Fixateur
externe am 1
5.
September
2018
-
unter Antibiotika abgeheiltem Wundinfekt am rechten Unterschenkel
-
Entfernung des Fixateurs und Osteosynthese mit verriegeltem Mark
nagel am
5.
Oktober
2018
-
verzögerter, inzwischen aber kompletter Frakturheilung
2.
Allgemeine
Bandlaxität
3.
Episodische Kopfschmerzen, wahrscheinlic
h Migräne
, vereinzelt mit Aura
4.
Chro
nische Schmerzstörung mit somati
schen un
d psychischen Faktoren (
I
CD
-10
F45.41)
5.
Panikstörung [episodisch paroxysmale Ang
st] (
ICD-10
F41.0; DD: Agora
phobie mit Panikstörung
ICD-10
F40.01)
6.
Nikotinabhängigkeit, ständiger Substanzgebrauch (
ICD-10 F1
7.25)
Die Ärzte führten aus
(S. 6 f.)
, die Beschwerdeführerin sei am 1
5.
September 2018 beim Reinigen eines Sonnenstorens aus ca. 1.5 bis 2 Meter Höhe von einem Balkon im Hochparterre gestürzt. Dabei habe sie sich eine offene Unter
schen
kelfraktur rechts und einen
ossären
Ausriss an der Basis der Mittelphalanx des
5.
Fingers rechts zugezogen. Zusätzlich habe man im MRI einen
Bone
bruise
des rechten medialen
Tibiaplateau
s
sowie eine Zerrung des medialen
Retinaculum
s
gesehen. Zu einer Schädelverletzung oder Bewusstlosigkeit sei es nicht gekom
men.
Die
Unterschenkelfraktur rechts
sei
mit einem Fixateur
externe und die Ver
letzung des
5.
Fingers
rechts
mit
einer Schiene konservativ behandelt
worden. Ein Infekt der
prätibial
en
Verletzungs-Wunde mit
Enterobacter
cloacae
sei resi
stenzgerecht
antibiotisch
behandelt und zur
Abheilung gebracht
worden, sodass am
5.
Oktober 2018
der Fixateur extern
e
habe
entfernt und die Osteosynthese der
T
ibia mit einem verriegelten Marknagel durchgeführt
werden
können.
Im Verlauf
sei
es
zur
verzögerten Fraktur-Heilung gekommen und im
Computertomogramm
(CT) vom 2
4.
Juni
2019
sei eine
Pseudarthrose
der Frakturen an der Tibia und der Fibula
gefunden worden
. Vo
n der geplanten Dynamisierung
d
es Marknagels durch Entfernung
der proximalen Verriegelungsbolzen
sei mit
Rücksicht auf die
psychische Ausnahmesituation de
r
Beschwerdeführerin
Abstand genommen worden
. Im weiteren Verlauf
sei
es zur Knochenheilung der Frakturen
gekommen.
Dabei sei a
us orthopädisch-
traumatologischer
Sicht der Endzustand spätestens
seit
11.
März 2020 erreicht
gewesen
. Die klinischen und radiologischen Befunde
vom
11.
März
2020
hätte
n eine vollständige Heilung der Verletzungen
gezeigt
. A
u
s orthopädisch-
traumatologischer
Sich
t bestehe keine unfallbedingte
Arbeitsun
fähigkeit und keine dauerhafte Schädigung der körperlichen Integrität
.
Aus neurologischer Sicht
liege
einzig ein kleines
hypästhetisches
Areal im Be
reiche der Operationsnarbe
infra
patellär
rechts
vor
. Dies
führe jedoch zu keinen
Beeinträchtigungen oder funktionellen Auswirkungen
.
Die Kopfschmerz-Episo
den seien einer
nicht allzu schweren Migräne zu
zuordnen,
die keiner
spezifischen Behandlung bedürf
e
, sodass aus neurologischer
Sicht
insgesamt
keine Gesund
heitsstörung
bestehe
, welche die Arbeitsfähigkeit einschränk
e.
Aus Sicht des ps
ychiatrischen Gutachters handle
es s
ich bei den in den Akten und in
den orthopädisch-
traumatolo
gischen
und neurologischen Teil-Gutachten ge
schilderten
Schmerz- und Schwindelzuständen um e
ine Symptomausweitung. Diese sei als chronische
Schmerzstörung mit somatischen und psychisch
en Fak
toren (F45.41) zu werten,
auch wenn diese Diagn
ose in den Akten nicht erscheine. Zudem liege eine Panikstörung
vor. Diese und die genannte chronische Schmerz
störung
seien mindestens teilweise
F
olgen des Ereignisses vom 15.
September
2018, schränk
t
en je
doch die Arbeitsfähigkeit nicht
ein.
Zusammengefasst
lägen
aus Sicht aller drei Gutachter
ke
ine Arbeitsunfähigkeit und kein
entschädi
gungspflichtiger Integritätsscha
den vor (S. 7).
3.3
Im Austrittsbericht des Spital
s
Z._
vom
4.
Dezember 2020 (
Urk.
7/B306
, vgl. auch
Urk.
7/B305
) über die
Hospitalisation
der Beschwerdeführerin
vom
4.
bis
6.
Dezember 2020
zufolge der
elektiven Marknagelentfernung
führten die Ärzte aus, bildgebend (Röntgen vom
4.
Dezember 202
0 Unterschenkel
ap
/lat.
rechts
)
zeige sich eine fortgeschrittene
Durc
hbauung
an der distalen Tibia und z
entral auch
eine
schmale
Durchbauung
zwischen den leicht nach lateral versetzten
Fibulaschaftenden
sowie
die vollständige Entfernung des
Tibianagels
und de
r entsprechenden Schrauben. I
n der Bildgebung vom
5.
Dezember 2020
sei
en
nahe
zu stationäre postoperative Weichteilveränderungen und eine stationäre Stellung bei
durchbauter
Tibia und Fibula im Frakturbereich ohne Gelenkserguss im OSG
ersichtlich
gewesen
.
Der
peri
- und postoper
ative Verlauf zeige sich komplika
tionslos
mit
einer
radiologisch regelrechte
n
Stellung. Die Mobilisation mit Phy
siotherapie habe problemlos erfolgen können und bei Austritt hätten sich die
Wundverhältnisse reizlos und allseits
eine
intakte
periphere Durchblutung, Sensi
bilität und Motorik gezeigt, sodass d
ie Beschwerdeführerin in gutem Allgemein
zustand
habe
nach Hause entlassen werden können.
4.
4.1
In der Sache selbst ist
vorliegend
zu prüfen, ob nach dem 3
0.
Juni 2020
noch Unfallfol
gen vorgelegen haben, welche einen Anspruch
auf Leistungen der Un
fallversi
cherung begründen. Streitig ist dabei
insbesondere
, ob die verbliebenen Restbeschwerden
(
Schmerzen im Bereich des rec
hten Beins
)
in kausalem Zusam
menhang
mit dem Ereignis vom 1
5.
September 2018 stehen
und ob der Fallab
schluss zu Recht erfolgte
.
Unbestritten und aktenmässig erstellt ist dagegen, dass der unfallversehrte Kleinfinger rechts keine Beschwerden mehr verursacht (vgl.
Urk.
7/B235
S. 3).
4.2
4.2.1
Nach Lage der Akten steht fest,
dass es
nach dem Ere
ignis vom
1
5.
September 2018 mit einer
offenen Unterschenkelfraktur
rechts
und
operativer Versorgung
zu einem protrahierten Verlauf und Abheilungsprozess gekommen ist. So
konnte
im CT
vom 2
4.
Juni 2019 eine
vermehrte Kallus-Bildung
und
noch kein
voll
stän
diger
Durchbau
der Fraktur
festgestellt werden
(vgl.
Urk.
7/
B116
)
.
Im weiteren Verlauf
zeigten
aber
die
radiologischen Befunde vom 1
1.
März 2020
einen voll
ständigen
Durchbau
der Tibia-Fraktur und eine ebenfalls weitgehend knöcherne Konsolidation der Fibula
; fortgeschrittene degenerative Veränderungen im miter
fassten Kniegelenk waren ebenso wenig ersichtlich wie ein grösserer Gelenk
erguss
(
Urk.
7/B222
, 7/B223 S. 8)
.
D
er orthopädische
Gutachter
legte
vor diesem Hintergrund nachvollziehbar dar
,
dass
die Beschwerdeführerin
bei der Unter
suchung am 1
1.
März 2020
bei weitgehend fehlenden objektivierbaren Befunden
zwar über starke Schmerzen im rechten Bein
klagt
e
,
sich diese aber aus ortho
pädischer Sicht nicht erklären liessen. Vielmehr zeigten
sich verschiedene Auf
fälligkeiten
. So etwa, dass der
Geh-
Stock auf der
falschen
Seite
benutzt
wurde
, eine massive Abwehr
haltung
bei der Bewegungsprüfung
bestand,
die Prüfung deshalb
nicht sachgerecht
durchgeführt werden
konnte
und
in andere
r
Situation respektive Position
die Bewegungen
dann
aber
problemlos
wieder
möglich waren.
Diskrepanz
en
zwischen
den subjektiven Beschwerdeangaben
und
den
objektivier
baren Befunden
zeigten
sich auch
aufgrund der
normale
n
und
seitengleiche
n
Beschwielung
und
d
er
praktisch seitenglei
che
n
Umfangmasse der Muskulatur
(
vgl.
Urk.
7/
B
223 S. 8)
,
sodass
nicht auf ein
en
Mindergebrauch des rechten Beins
geschlossen werden
konnte
.
Mangels Vorliegens der typischen lokalen Beschwer
den erachtete der
begutachtende
Orthopäde sodann die früher empfohlene Schrau
benentfernung
nachvollziehbar begründet
als aktuell ebenso wenig indiziert wie eine
anderweitige Behandlung der aus seiner Sicht abgeheilten Unterschen
kel
verletzung (
Urk.
7/B223 S. 9).
Ähnliches zeigte sich auch in der neurologischen
Untersuchung vom 19.
Mai 2020 (
Urk.
7/
B
235)
, wo k
eine
Muskelatrophie festgestellt
und auch keine sensi
blen Defizite
bezüglich Oberflächenqualitäten
abgegrenzt werden
konnten
(S. 5)
.
Die geklagten belastungs- und bewegungsabhängigen Schmerzen im Frakturbe
reich und im oberen Sprunggelenk (OSG) rechts liessen sich aus neurologischer Sicht ebenfalls nicht erklären
. Den lediglich episodischen Kopfschmerzen wurde von Seiten des neurologischen Gutachters nachvollziehbar keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit beigemessen (
Urk.
7/B235 S. 5 ff.).
Entsprechend
ist mit der Beschwerdegegnerin gestützt auf das insoweit beweis
kräftige Gutachten der MEDAS
A._
davon auszugehen, dass
im Zeit
punkt der L
eistung
seinstellungen (Taggeld per 3
0.
Juni 2020
, Heilbehandlung mit Verfügung vom
9.
September 2020) keine organisch objektiv ausgewiesenen Un
fallfolgen mehr vorgelegen haben, welche zu einer Einschränkung der Arbeits
fähigkeit
oder einer dem Fallabschluss entgegenstehenden Behandlungsbe
dürftigkeit (E. 1.2)
geführt haben
. Bestätigung findet dieser Schluss
im Bericht des Spitals
Z._
vom 2
3.
November 2020 zur notfallmässigen Behandlung vom selben Tag, konnte doch für die von der Beschwerdeführerin geklagten Unter
schenkelschmerzen rechts weder klinisch noch radiologisch eine Ursache fest
gestellt werden
(
in:
Urk.
3/12).
Die
am
4.
Dezember 2020, mithin nach Erlass des
angefochtenen E
ntscheids durchgeführte
Osteosynthesematerialentfernung
(OSME)
Tibia
rechts
(
Urk.
7/B305)
konnte entsprechend zu keiner namhaften Besserung des somatischen Gesundheitszustandes im Sinne von
Art.
19
Abs.
1 UVG führen
,
lag doch mit Blick auf die objektiv ausgewiesenen Unfallfolgen bereits eine uneingeschränkte Arbeitsfähigkeit vor.
4.2.2
Kann eine Schmerzproblematik keiner objektiv ausgewiesenen organischen Ursache
zugeführt werden, hat
eine besondere Prüfung der Adäquanz zu erfolgen. Da vorliegend weder ein Schleudertrauma noch ein Schädelhirntrauma noch ein Schreckereignis gegeben ist, kommt die sogenannte Psycho-Praxis nach
BGE 115 V 133
zur Anwendung
(Urteil des Bundesgerichts 8C_424/
2020
vom 2
4.
Septem
ber 2020 E. 5.1)
.
Die Prüfung der Adäquanz ist bei Anwendung der Praxis zu den psychischen Unfallfolgen in jenem Zeitpunkt vorzunehmen, in dem von der Fort
setzung der auf die somatischen Leiden gerichteten ärztlichen Behandlung keine namhafte Besserung des Gesundheitszustandes mehr erwartet werden kann (BGE
134 V 109 E. 6.1; Urteil des Bundesgerichts 8C_184/2017 vom 1
3.
Juli 2017 E. 2.2
), was
spätestens
mit
Erlass der Verfügung vom
9.
September 2020 der Fall war
.
4.2.3
Das Ereignis vom 1
5.
September 2018, bei welchem die Beschwerdeführerin bei der R
einigung ihres Balkons
im Hochparterre
von demselben
aus einer Höhe von
zirka
1,5
bis 2
m
auf den
Erdb
oden
gestürzt ist
und sich eine offene
Unter
schenkelfraktur,
ein
Bone
Bruise
des
Tibiaplateaus
rechts
,
eine Zerrung des medialen
Retinaculum
und
Tractus
ileotibialis
am distalen Ansatz sowie einen
ossären
Ausriss der
palmaren
Platte an der Basis der Mitte
lphalanx
Dig
. V Hand rechts
zugezogen hat
(
Urk.
7/B50 S. 3, 7/B70 S. 2
, 7/
B
266 S. 6
), ist aufgrund des augenfälligen Geschehens
ablaufs und de
r
sich dabei entwickel
nd
en Kräfte
(E
.
1.4.4
)
höchstens
im Bereich eines
mi
ttel
schweren
Unfalles
im eigentlichen
Sinn
anzusiedeln
. Praxisgemäss werden Stürze aus einer Höhe zwischen etwa zwei
und etwa vier Metern (vgl. Urteil
e des Bundesgerichts
U 410/00 vom 1
4.
Februar 2002 E. 2c
,
8C_316/2009 vom
8.
Juni 2009) in die Tiefe noch als im engeren Sinne mittelschwere Unfälle qualifiziert (vgl. auch
Urteile des Bundesgerichts
8C_584/2007 vom
9.
September 2008 E. 4.1, U 3/03 vom
4.
September 2003 E. 3.
4 und U 41/06 vom
2.
Februar 2007 E. 9)
.
Objektiv
betrachtet
hat sich der Unfall
weder unter besonders
dramatischen Be
gleit
umständen ereignet, noch ist er als besonders eindrücklich anzusehen
(vgl. dazu:
Urk.
7/B70), zumal
jedem mindestens mittelschweren Unfall eine gewisse Eindrücklichkeit eigen ist, welche somit noch nicht für eine Bejahung des Kri
te
riums ausreichen kann (Urteil des Bundesgerichts 8C_372/2013 vom 28. Okto
ber 2013 E. 7 mit Hinweis auf die nicht publizierte E. 3.5.1 des Urteils BGE
137 V 199
).
Die Verletzungen, welche sich die Beschwerdeführerin
beim Unfall zuge
zogen hat,
sind sodann nicht von besonderer Art und es liegen keine Erfahrungen vor,
wonach diese speziell geeignet wäre
n
, psychische Fehlentwicklungen auszulösen (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_899/2013 vom 15. Mai 2014 E. 5.2.2 [wo eine komplexe Fraktur des OSG links zu beurteilen
war]). Das
Kriterium der Schwere und besonderen Art der erlittenen Verletzung
ist somit nicht erfüllt.
Für die Bejahung des Kriteriums des schwierigen Heilungsverlaufs oder erheb
licher Komplikationen bedarf es besonderer Umstände, die vorliegend nicht gege
ben sind. Denn dazu reicht es nicht, dass sich
die Beschwerdeführerin
zwei
Ope
rationen unterziehen musste
und sich die Frakturheilung verzögerte
. Aus der blossen Dauer der ärztlichen Behandlung und der geklagten Beschwerden darf nicht schon auf einen schwierigen Heilungsverlauf geschlossen werden (SVR 2019 UV Nr. 11 S. 41,
Urteil des Bundesgerichts
8C_525/2017
vom 3
0.
August 2018
E. 8.5).
Die Heilbehandlung erschöpfte sich
sodann
im Wesentlichen in zwei operativen Revisionen der U
nterschenkelfraktur
im September und Oktober 2018
und einer Analgesie nach Massgabe der Beschwerden
sowie anfänglicher Physio
therapie
(Urk. 7/B50).
Die Beschwerdeführerin nahm ab 1
4.
Februar 2019 keine Phy
s
iotherapie mehr
wahr
(vgl.
Urk.
7/B181 S.
1
, vgl. auch:
Urk.
7/B223 S.
4
) und unterzog sich
erst nach Erlass des angefochtenen Entscheids
der zwischen
zeitlich empfohlenen
Materialentfernung (
Urk.
7/B125 S. 2, 7/B130
, 7/B305
)
,
womit eine ungewöhnlich lange Dauer der ärztlichen Behandlung der organisch ausgewie
senen Unfallfolgen – in Nachachtung
der praxisgemäss an dieses Krite
rium ge
stellten deutlich
höheren Anforderungen (
Urteil des Bundesgerichts 8C_546/2013 vom 24. September 2013 E. 3.3.1 mit Hinweisen) – nicht gegeben ist.
Ob das Merkmal der körperlichen Dauersc
hmerzen erfüllt ist, kann offen
bleiben, da es jedenfalls nicht in besonders ausgeprägter Form gegeben wäre.
Dabei ist
anzu
fügen, dass psychische Beschwerden hier nicht miteinzubeziehen sind, auch wenn sie körperlich imponieren (SVR 2020 UV Nr. 1 S. 1,
Urteil des Bundesgerichts
8C
_117/2019
vom 2
1.
Mai 2019
E. 7.2 mit Hinweis).
Schliesslich ist keine lang
andauernde, somatisch bedingte Arbeitsunfähigkeit ausgewiesen, war
doch
der Endzustand nach der massgeblichen gutachterlichen Beurteilung spätestens am 1
1.
März 2020 erreicht (
Urk.
7/B266 S. 6) und der Beschwerdeführerin die ange
stammte
Tätigkeit
gut 1,5 Jahre nach dem Unfall
in somatischer Hinsicht wieder
uneingeschränkt
zumutbar
(Urteil des Bundesgerichts 8C_424/2020 vom 2
4.
September 2020 E. 5.3).
Da höchstens eines der Kriterien erfüllt sein könnte und dies nicht in besonders
ausgeprägter Weise,
ist der adäquate
Kausalzusammenhang zwischen der Schmerz
problematik und dem Unfall vom
1
5.
September 2018 zu verneinen. Dasselbe gilt für eigentliche psychische gesundheitliche Störungen der Beschwerdeführerin.
Entsprechend kann auf Weiterungen zu allfälligen Folgen der Verletzung der Mitwirkungspflicht durch die Beschwerdeführerin im Zusammenhang mit der Abklärung ihres psychischen Gesundheitszustandes ebenso verzichtet werden, wie auf solche zur Beweiskraft des psychiatrischen Fachgutachtens von
Dr.
med. D._
vom
4.
August 2020, welches zufolge mehrfacher Terminabsage
n durch die Beschwerdeführerin
respektive unentschuldigten Nichterscheinens auf
grund der Akten erstellt wurde (
Urk.
7/B260).
4.3
Nach dem Gesagten
k
önnen die nach dem Zeitpunkt des Fallabschlusses bis zum Erlass des hier angefochtenen Entscheids hinaus geklagten Beschwerden im Bereich des rechten Unterschenkels nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit einer organischen Genese zugeführt werden und sowohl der Schmerzproblematik als auch
allfälligen
psychischen Einschränkungen mangelt es am adäquaten Kausalzusammenhang. Die gemäss Gutachten der MEDAS
A._
allen
falls auf den Unfall natürlich kausal zurückzuführenden K
opfschmerzen ziehen,
unabhängig ihrer Genese, keine Einschränkung in der Arbeitsfähigkeit nach sich
. Dies gilt unbestrittenermassen auch für das neurologisch festgestellte kleine
hypästhetische
Areal im Bereich der Operationsnarbe
(
vgl.
E.
3.2 und 4.2.1
).
4.4
Entsprechend ist der Fallabschluss der Beschwerdegegnerin
wie auch die Ver
neinung eines Rentenanspruchs
nicht zu be
anstanden
. Nachdem die Beschwerde
führerin gegen die Verneinung eines Anspruchs auf Integritätsentschädigung keine Einwände erhebt und sich aufgrund der Akten hierzu keine Weiterungen aufdrängen,
erweist sich der angefochtene
Einspracheentscheid
vom 3
0.
Novem
ber 2020
(
Urk.
2) als rechtens, was zur Abweisung der Beschwerde führt.
4.5
Antragsgemäss
(
Urk.
6 S. 4)
sind der Beschwerdegegnerin die Akten nach Eintritt der Rechtskraft dieses Entscheids zur Prüfung allfälliger vorübergehender Leis
tungen im Zusammenhang mit der
Behandlung
im Spital
Z._
vom
4.
bis
6.
Dezember 2020 zu überweisen.