# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 3cd72f5f-bdfc-4ac5-9e4f-8d57b3d37a8c
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2020
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1966, ist gelernter Strassenbauer und
arbeitete seit
Juli 2010
als Einleger von Bodenheizungen für die
von ihm gegründete
Y._
, deren Geschäftsführer und Gesellschafter er bis zu ihrem Konkurs im Juli 2014 war
(vgl. Internet-Auszug aus dem Hand
elsregister des Kantons Zürich
).
Am 2
0.
Juni 2012 (Eingangsdatum) meldete sich der Versicherte
auf Initiative der Krankentaggeldversicherung (vgl.
Urk.
11/2
)
bei der Sozial
ver
sicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, unter Hinweis auf eine Depression zum Bezug von Leistungen der Invalidenversiche
rung an (Urk. 11/4).
Gestützt auf
die
akten
ba
sierte Einschätzung von
Dr.
med.
Z._
, Allge
meine Innere Medizin FMH und Ärztin des Regionalen Ärztlichen Dienstes (RAD), vom 29.
April 2014 (vgl.
Feststellungsblatt,
Urk.
11/53 S
. 4f.) und a
usgehend von einem Invali
di
täts
grad von 100 % sprach die IV-Stelle dem Ver
sicherten
rück
wirkend
ab
dem
1.
De
zem
ber
201
2
eine
ganze
Rente der Invalidenversiche
rung zu (vgl. Verfügung vom
2
7.
Oktober 2014
, Urk.
11/76
).
Ausgehend von der Möglichkeit einer wes
ent
lich
en Verbesserung des Gesundheitszustandes bei
regelmässiger psychia
trisch
er Be
handlung
auferlegte die IV-Stelle dem Ver
sicherten mit Schreiben vom
29
.
Au
gust
201
4
eine Schadenminderungspflicht
im Sinne der
Durchführung einer psy
chiatrischen Behandlung, welche mit amtlicher Revision
per Juli 2015
überprüft werde
(Urk.
11
/
54
).
1.2
Im September 2015 leitete die IV-Stelle ein Rentenrevisionsverfahren ein (Urk. 11/79)
und nahm Abklärungen in erwerblicher und medizinischer Hinsicht vor. Sie holte Verlaufsberichte der behandelnden Ärzte (
Urk.
11/82-83, Urk. 11/85,
Urk.
11/105,
Urk.
11/107-108,
Urk.
11/111,
Urk.
11/147,
Urk.
11/156,
Urk.
11/165
) sowie einen Auszug aus dem Individuellen Konto de
s
Versicherten (IK-Auszug,
Urk.
11/81
) ein und veranlasste eine
polydisziplinäre
(internistische, orthopädische und psychiatrische)
Begutachtung
bei
der
Medas-Stelle
A._
, über welche am
1
0.
Oktober 2018
berichtet wurde (
Urk.
11/177
).
Ausgehend davon, dass
aus psychiatrischer Sicht
eine Ver
besserung
eingetreten und die Depression remittiert sei
und aus orthopädischer Sicht unter Berück
sich
ti
gung des Belastungsprofils eine angepasste Tätigkeit ab September 2015 in einem 50%-Pensum und ab Dezember 2015 wieder vollzeitig zumutbar sei
, stellte die IV-Stelle mit Vorbescheid vom
2
6.
November
201
8
die Aufhebung der Inva
li
denrente in Aussicht (
Urk.
11/180
). Dagegen erhob
der
Ver
sicherte mit Schreiben vom
3
0.
November und 1
2.
Dezember 2018
(
Urk.
1
1
/
181,
Urk.
11/183
) sowie ergänzend am
2
8.
Januar 2019
(
Urk.
1
1
/1
90) Einwand und legte weitere Arzt
berichte ins Recht (
Urk.
11/185,
Urk.
11/188-189). Mit Verfü
gung vom 25. Fe
bruar 2019 hob die IV-Stelle wie vorbeschieden die bishe
rige ganze Invaliden
rente per Ende
des der Zustellung der Verfügung folgenden Monats
auf (
Urk.
11/192 = Urk. 2
/1
).
2.
Hiergegen erhob der Versicherte mit Eingabe vom
3.
Mai 2019 unter Beilage diverser Arztberichte (
Urk.
3/6-9) Beschwerde und beantragte, die ange
fochtene Verfügung vom 2
5.
Februar 2019 sei aufzuheben und die Beschwerde
gegnerin sei zu verpflichten, ihm weiterhin eine ganze Invalidenrente auszu
richten. Even
tua
liter sei ein polydisziplinäres Gutachten anzuordnen und die Sache zur Klä
rung des medizinischen Sachverhalts an die Beschwerdegegnerin zurück
zuwei
sen
. Subeventuell seien ihm berufliche Massnahmen, Umschulung, zu ge
währen. In prozessualer Hinsicht beantragte er, es sei ihm die unentgeltliche Pro
zess
füh
rung und Rechtsverbeiständung zu gewähren
, was er mit Eingaben vom 1
0.
und 2
6.
Mai 2019 (
Urk.
5,
Urk.
8) substanziierte (
Urk.
6/1-14,
Urk.
9)
.
Ferner sei ihm eine Nach
frist zur Ergänzung der Beschwerde anzusetzen (
Urk.
1).
Die Beschwerdegegnerin schloss mit Beschwerdeantwort vom 1
2.
Juni 2019 (Urk. 10) auf Abweisung der Beschwerde
. Mit Verfügung vom
1
9.
Juni 2019
wurde dem Beschwerdeführer die Beschwerdeantwort zugestellt sowie die un
ent
geltliche Prozessführung und Rechtsverbeiständung bewilligt
(
Urk.
12). Gleich
zeitig wurde dem Beschwerdeführer mitgeteilt, dass
ein weiterer
Schriften
wechsel als nicht erforderlich erachtet
werde
. Mit Eingaben vom 1
8.
Juni
2019 (Urk.
13), 1
9.
Juli 2019 (
Urk.
15), 2
8.
November 2019 (
Urk.
20) legte der Be
schwer
deführer diverse Arztberichte ins Recht (
Urk.
14/1-2,
Urk.
16,
Urk.
21), was der Beschwer
de
gegnerin mit Mitteilung vom 2
8.
Februar 2020 zur Kenntnis ge
bracht wurde.
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Akten wird, soweit erfor
derlich, im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allge
meinen Teil des
Sozialversicherungsrechts [ATSG]
). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom
menden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
G
emäss
Art.
28
Abs.
2
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG)
besteht b
ei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % Anspruch auf eine Vier
telsrente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine Dreiviertelsrente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
Ändert sich der Invaliditätsgrad eines Rentenbezügers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, her
abgesetzt oder aufgehoben (
Art.
17
Abs.
1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen seit Zusprechung der Rente, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente bei einer wesentlichen Änderung des Gesundheitszustandes revidierbar. Weiter sind, auch bei an sich gleich gebliebe
nem Gesundheitszustand, veränderte Auswirkungen auf den Erwerbs- oder Auf
gabenbereich von Bedeutung (BGE 141 V 9 E. 2.3, 134 V 131 E. 3). Hingegen ist die lediglich unterschiedliche Beurteilung eines im Wesentlichen gleich gebliebe
nen Sachverhalts im revisionsrechtlichen Kontext unbeachtlich (BGE 141 V 9 E. 2.3 mit Hinweisen).
Liegt in diesem Sinne ein Revisionsgrund vor, ist der Rentenanspruch in rechtli
cher und tatsächlicher Hinsicht umfassend («allseitig») zu prüfen, wobei keine Bindung an frühere Beurteilungen besteht (BGE 141 V 9 E. 2.3 mit Hinweisen).
1.4
Den von Versicherung
strägern im Verfahren nach Art.
44 ATSG eingeholten, den Anforderungen der Rechtsprechung entsprechenden Gutachten externer Spezial
ärzte (sogenannte Administrativgutachten) ist Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht
konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Exper
tise sprechen (BGE 135 V 465 E.
4.4; Urteil des Bundesgerichts 9C_823/2018 vom
11. Juni 2019 E.
2 mit Hinweisen).
2.
2.1
In der angefochtenen Verfügung vom 2
5.
Februar 2019 (
Urk.
2
/1
) hielt die Be
schwerdegegnerin fest,
der psychiatrische Zustand habe sich im Dezember 2013 verbessert. In Bezug auf die Hüftproblematik sei dem Beschwerdeführer ab De
zember 2015 eine angepasste Tätigkeit in einem 100%-Pensum zumutbar. Der Einkommensvergleich habe einen Invaliditätsgrad von 27
%
ergeben,
womit
kein Anspruch auf eine Invalidenrente mehr bestehe.
2.2
Demgegenüber machte der Beschwerdeführer in seiner Beschwerde vom
3.
Mai 2019 (
Urk.
1) zusammengefasst geltend,
eine Remission seiner psychischen Stö
rung
en sei nicht eingetreten. Vielmehr liege in der Zwischenzeit eine Chroni
fi
zie
rung des psychischen Beschwerdebildes vor, bedingt durch multiple Krankheits
faktoren auch aus somatischer Sicht. Diesbezüglich sei aufgrund der Wirbel- und Hüftproblematik
eine
Verschlechterung ausgewiesen. Gesamt
haft sei von einer vollen Arbeitsunfähigkeit sowohl in angestammter als auch in angepasster Tätig
keit auszugehen.
2.3
Streitig und zu prüfen ist, ob
die Rentenaufhebung rechtens war
.
3.
3.1
Mit Verfügung vom 2
7.
Oktober 2014 sprach die Beschwerdegegnerin dem Be
schwerdeführer ab dem 1. Dezember 2012 eine ganze Rente zu (Urk. 11/76).
Zeit
liche Vergleichsbasis für die Beurteilung, ob eine wesentliche Veränderung des Gesundheitszustands
im Sinne von Art. 17 Abs. 1 ATSG
vorliegt, bildet somit die Verfügung vom
2
7.
Oktober 2014 (vgl. E.
1.
1), welcher im Wesentlichen die
fol
genden
Arztberichte
zu Grunde lagen:
3.2
Seit einem Burnout im November 2011
war
der Beschwerdeführer
vollständig arbeitsunfähig geschrieben und v
om 1
0.
April bis
1.
Juni 2012 im
B._
in psychiatrischer Behandlung (vgl. Urk. 11/5/3).
Dr.
med.
C._
, Facharzt Allgemeine Innere Medizin, hielt vor dem Hintergrund
einer Verkettung mehrerer Erkrankungen und
einer psychosozialen Belastungs
situa
tion eine allgemeine Abgeschlagenheit, Schwäche und fehlende Energie sowie geringe Belastbarkeit und zunehmende
Nervosität fest (vgl. Arztbericht vom 1
3.
Februar 2012, Urk.
11/5/4).
V
om 19. Sep
tember bis 2
0.
Dezember 2012
war
der Beschwerdeführer
in der
D._
in Behand
lung, wo er am tages
klinischen Angebot teilnahm. Die Ärzte hielten eine mittel
gradige depres
sive Episode mit soma
tischem Syndrom (ICD-10: F32.1) sowie eine Agoraphobie mit Panikstörung (ICD-10: F40.01) fest und gingen aufgrund der zum Zeitpunkt des Austritts aus
ge
prägten Angstsymp
tomatik sowie der einge
schränkten Belast
bar
keit und Verläss
lich
keit von einer stark reduzierten Arbeits
fähigkeit aus (vgl. Arzt
bericht vom 14.
März 2013, Urk. 11/18).
Hinzu
kam
ein schädlicher Ge
brauch von Alkohol (ICD-10: F10.1), aufgrund
dessen
sich der Beschwerdeführer vom 2
2.
Januar bi
s 2.
Mai 2013 in die
E._
in stationäre Behand
lung be
gab.
Die Alkohol
pro
ble
matik sei im Zusammenhang mit dem Burnout im November 2011 im Sinne einer Selbstmedikation aufgetreten. Im Ver
lauf der Behandlung habe der Be
schwer
deführer über immer wiederkehrende Phasen von Ängsten und depressiven Gefühlen geklagt.
Zur Stabilisierung wolle der Beschwerdeführer nach dem Auf
enthalt in der
E._
in die Tagesklinik
D._
eintreten und die Rückkehr in die Berufs
tätig
keit anstreben (vgl. Schlussbe
richt
der
E._
vom
7.
Mai 2013,
Urk.
11/21).
3.3
In der Folge veranlasste die Krankentaggeldversicherung eine psychiatrische Be
gut
achtung
bei
Dr.
med.
F._
, Psychiatrie und Psychotherapie FMH,
G._
, welche am 2
4.
Mai 2013 erfolgte
(Urk. 11/22)
.
Der Gutach
ter hielt die Diagnosen einer Panikstörung (ICD-10: F41.0) sowie eine
r
Soziopho
bie (ICD-10: F40.1) mit Auswirkung auf die Arbeits
fähigkeit fest. Ohne Auswir
kungen seien der schädliche Gebrauch von Alkohol (ICD-10: F10.1)
sowie der schädliche Gebrauch von Nikotin (ICD-10: F17.1)
.
Es wurde eine innerliche Unruhe, Zittern, Nervosität, ohne Einschrän
kungen der mnestischen Funktionen, aber mit einer leicht herabgesetzten Kon
zen
tration, eine leicht verminderte Modulation und leichte psychomotorische Unruhe be
schrieben.
Es könne
aber
mit einer namhaften Besserung der Gesund
heits
schä
di
gung gerechnet werden. Momentan befinde sich der Beschwerdeführer in tages
klinischer Behandlung, im Anschluss daran sei eine ambulante psychia
trisch/psychotherapeutische Behand
lung mit einer Behandlungsfrequenz von ein
mal wöchentlich fortzuführen. Nach Austritt a
us der Tagesklinik, zirka am 2.
Juli 2013, sei im Rahmen von Integrati
onsmassnahmen der Invaliden
ver
siche
rung
eine Wieder
aufnahme der beruflichen Tä
tigkeit mit einem Pensum von 25
% möglich. Ab dem 1
6.
Juli 2013 könne das Arbeitspensum au
f 50
%
und ab dem 1.
Au
gust 2013 auf 100
%
gesteigert wer
den.
3.4
Zur neuropsychologischen Standortbestimmung wurde der Beschwerdeführer an
Dr.
med.
H._
, FMH Neurologie, sowie Prof.
Dr.
phil. I._
, Neuropsychologin, überwiesen, wo er am 1
5.
Januar 2014 untersucht wurde. Die
se
konstatierten, d
ie neuropsychologische Untersuchung zeige bei dem psychomotorisch leicht verlangsamten Patienten mit genauem Arbeitsstil eine s
tehende anterogra
d-
amnestische
S
törung mit Lern- und Speicherschwierigkeit von sprachlichen und nichtsprachlichen Informationen sowie ein vermindertes konzeptuelles Denken (mit asymmet
r
ischer Leistung zu Ungunsten der sprach
li
chen Modalität).
Gemäss Anamnese bestehe eine perinatale zerebrale Komplika
tion mit sprachlicher Entwicklungsschwäche und anderen neuropsychologischen Funktionsschwächen. Es sei zu bemerken, dass solche frühkindlich erworbenen zerebralen Dysfunktionen ein erhöhtes Risiko für die Entwicklung eines Sucht
verhaltens darstell
t
en.
Die Gedächtnisschwäche sei hauptsächlich äthylisch-toxisch bedingt.
In Bezug auf die Arbeitsfähigkeit hielten die Ärztinnen fest, in einer den Fähigkeiten angepassten Tätigkeit könne eine ca. 50%ige Arbeits
fähig
keit erreicht werden. Es sei eine langsame Steigerung des Pensums zu em
pfeh
len. Die zukünftige Tätigkeit müsse wenige Anforderungen an das Kurzzeit
gedächtnis sowie die sprachlichen Leistungen stellen, eine selbständige Tätigkeit sei nicht zu empfehlen
(vgl. Arztbericht vom 2
2.
Januar 2014,
Urk.
11/38)
.
Auch m
ed. pract. J._
von der
K._
verwies auf
Konzen
tra
tions
störun
gen und Gedächtnisdefizite (Kurzzeitgedächtnis)
sowie
eine an
tero
grad-amnesti
sche Störung
(neue Informationen könnten kaum behalten und neue Inhalte nur schwer behalten bzw. erlernt werden)
. D
ie Erreichung einer Arbeitsfähigkeit (auch im ange
passten Rahmen)
erachte sie
bis Ende 2014 als unwahr
schein
lich. Die länger
fristi
ge Entwicklung sei vom weiteren Verlauf abhängig. Grund
sätzlich sei von einer maximal erreichbaren Arbeitsfähigkeit von 40 % bei ein
fachen Tätig
keiten aus
zu
gehen, wobei die dabei zu erreichende Leistungs
fähig
keit abzuwarten bleibe. Die momentane Leistungsfähigkeit
im Rahmen seiner Teilnahme am Integrations
programm
liege bei ca. 50 %
im geschützten Rahmen
, wobei der Beschwerde
führer Benzo
diazepine be
nötige, um diese
s
Pensum regelmässig ein
halten zu können, was darauf hin
weise, dass er mit dem Pensum überfordert sei.
Med. pract.
J._
beurteilte den
Gesund
heitszustand des Be
schwerdeführers auf niedrigem Niveau stabil.
Entsprechend
stehe die Stabilisierung und die Bewälti
gung des Alltags (Haushalt, Familie)
im Vor
der
grund
. Der Beschwerdeführer werde im Sommer 2014 Vater eines Kindes. Bis dahin soll
t
e er soweit stabilisiert sein, dass er zeitweise die Betreuung des Babys übernehmen könne
(vgl. Arztbe
richt vom 27.
März 2014,
Urk.
11/42)
.
3.5
Im Rahmen der aktenbasierten Einschätzung hielt
RAD-Ärztin
Dr.
Z._
fest (vgl.
Urk.
11/53 S. 5), die seit November 2011 ausgewiesen
e
vollständige Arbeits
unfähigkeit
in bis
heriger und angepasster Tätigkeit
sei nachvollziehbar. Es seien eine über
wiegend wahrscheinlich seit Kindheit besteh
ende neuropsychologische Problematik sowie eine psychische Problematik erkennbar. Der Benzodiazepin- und Alkoholkonsum könne in einem dysfunktionalen Geschehen im Rahmen einer seit früher Kindheit bestehenden zerebralen Problematik verortet werden. Die medizinischen Massnahmen seien bisher alle umgesetzt worden. Die Weiter
führung der psychischen Behandlung sei angezeigt. Damit sei eine ca. 40-50%ige Arbeits
fähigkeit im ersten Arbeitsmarkt zu erwarten (in einfacheren, über
schau
baren und strukturierten Tätigkeiten ohne vermehrten Zeit- und Termin
druck, ohne Schicht- und Nachtarbeit, ohne Multitasking, ohne vermehrte Ver
ant
wor
tungs
übername und mit mittelschweren körperlichen Belastungen).
4.
4.1
Der rentenaufhebenden Verfügung vom 2
5.
Februar 2019 (Urk. 2/1) lagen im Wesentlichen
das durch die Beschwerdegegnerin eingeholte polydisziplinäre Gut
ach
ten der Medas-Stelle
A._
vom 10. Oktober 2018 (Urk. 11/177)
sowie die folgenden
Arztbericht
e
zu Grunde:
4.2
Aufgrund ausgeprägter Schmerzen in der rechten Hüfte wurde der Beschwer
de
führer im Februar 2015 im
L._
vorstellig. Dort wurde eine avaskuläre Femurkopfnekrose rechts Stadium III nach Ficat diagnostiziert (vgl. Arztbericht vom 2
0.
Februar 2015,
Urk.
11/82
/7
).
Bis April 2015
verschlech
terte
sich die Schmerzsituation so, dass bei sich vergrösserndem Einbruch der infarzierten Zone vom Femurkopf sowie einer beginnenden Coxarthrose die In
dikation zur Implantation einer Hüftprothese gestellt wurde (vgl. Arztbericht vom 2
7.
April 2015,
Urk.
11/82/5).
Der operative Eingriff fand am 1
9.
Mai 2015 statt und verlief komplikationslos, sodass der Beschwerdeführer am 2
3.
Mai 2015 ent
lassen werden konnte (vgl. Berichte vom 2
1.
und 2
2.
Mai 2015, Urk. 11/82/9-11). Im Rahmen der Verlaufskontrolle drei Monate postoperativ wurde ein regel
rech
ter Verlauf festgehalten. Zur Besserung der muskulären Balance im Becken
bereich sei die Physiotherapie notwendig (vgl. Arztberichte vom 1
4.
A
ugust 2015 [Urk.
11/82/3], 1
7.
September 2015 [
Urk.
11/82/1]).
4.3
Im Verlaufsbericht der
K._
wurde von einem stagnierenden Verlauf, ohne wei
tere Zustandsverschlechterung, berichtet.
Es wurden die Diagnosen einer gegen
wärtig
mittelgradigen depressiven Episode (ICD-10: F32.10), einer Agora
phobie, mit Panikstörung und sozialen Ängsten (ICD-10: F40.01) sowie eine ana
mnes
ti
sche Alkoholabhängigkeit (ICD-10: F10.2) festgehalten. Ferner ist von einer ante
rograd-
amnestischen vorbeschriebenen Störung die Rede.
Es sei weiter
hin von einer 100%igen Arbeitsunfähigkeit auf dem ersten Arbeitsmarkt auszu
gehen (vgl. Arztbericht vom 2
6.
Oktober 2015,
Urk.
11/85). Nach einer Auseinan
der
set
zung mit seiner Frau und einem Alkoholrückfall begab sich der Beschwer
de
führer
am 1
5.
De
zember 2015
zur Krisenintervention
erneut in stationär-psychiatrische Behand
lung ins
B._
.
Als Haupt
diagnosen wurden eine psychi
sche und Verhaltensstörung durch Alkohol (ICD-10: F10.8) sowie Probleme in Bezug auf Schwierigkeiten bei der Lebens
bewältigung (ICD-10: Z73) und als Nebendiagnose eine rezidivierende depressive Störung, gegen
wärtig mittelgra
dige Episode (ICD-10: F33.1) festgehalten.
Wäh
rend des stationä
ren Aufenthalts habe eine Re
mission der depressiven Episode beobachtet werden können, sodass er am
23.
De
zember 2015 wieder habe ent
lassen werden können
(vgl. Austritts
bericht vom 19.
Ja
nuar 2016,
Urk.
11/105).
Im Arztbericht des
M._
vom 2
6.
März 2016 (Urk. 11/107)
, das der Beschwerdeführer seit 2
4.
Dezember 2015 aufsuchte,
wurde darauf hingewiesen, dass die Beziehungskonflikte und die gescheiterten Versuche eine tragfähige Part
nerschaft zu etablieren, die De
pression des Be
schwer
deführers verstärken würden. Ihm fehle der emotionale Rückhalt des Um
feldes.
Es bestehe seit Februar 2013 eine vollständige Arbeitsunfähigkeit.
Im Rahmen der rezi
divierenden depressiven Störung sei die Prognose schlecht. Die Arbeits
un
fähigkeit hänge mit der gesamten psycho
sozialen Belastung, mit dem dadurch verur
sachten Stress und mit der Depression zusammen.
4.4
Nach erfolgtem körperlichem Alkoholentzug in der
D._
(2
9.
Januar bis
7.
März 2016
und 1
6.
März bis
1.
April 2016
; vgl.
Urk.
11/156)
war der Beschwerde
führer v
om
1.
April
bis 2
0.
Juni
2016
zur Fortführung der Entwöhnungstherapie
und psychotherapeutischer Behand
lung
in stationärer Behandlung in der
N._
, wo
gestützt auf die
ausführliche Psycho
diagnostik mittels
Homburger ADHS Skalen für Erwachsene
erstmals eine ein
fa
che Aktivitäts- und Aufmerk
sam
keits
störung (ADHS; ICD-10: F90.0) dia
gnos
ti
ziert wurde
unter Hinweis
,
dass
eine 2014 durchgeführte neuropsychologische Ab
klärung
bei anderer Fragestellung
keine Auffälligkeiten im Bereich der gerich
teten und ge
teilten Aufmerksamkeit gezeigt habe.
Ferner wurden gelegentliche Wutaus
brüche und soziale und agoraphobische Ängste sowie eine leichte Merkfä
hig
keits- und Gedächtnisstörung erwähnt.
Bei Austritt habe sich der Beschwer
de
führer in stabilisiertem Zustand und aufgehellter Stimmung gezeigt,
jedoch mit nach wie vor be
stehen
dem Gefühl von Erschöpfung. Zudem bestehe immer noch ein sehr grosser Lei
dens
druck aufgrund der hohen sozialen Ängstlichkeit
. Hin
sichtlich der Impulsi
vi
tät be
schreibe sich der Beschwerdeführer bei Austritt als gelassener und ruhiger. Er verfüge nun über Strategien, um hohe Anspannung bei sich zu regulieren
(vgl.
Arztberichte vom 2
7.
Mai 2016 [
Urk.
11/108], vom 4. Juli 2016
[
Urk.
11/111
]
)
. Die Weiterbehandlung erfolg
t
e teilstationär durch
das
O._
der
N._
in
P._
.
I
m
Verlaufsbericht
des dort behandelnden Psychiaters
wurde die Stabilisierung be
stätigt. Weiterhin wür
den je
doch deutliche psychopathologische Auffällig
kei
ten im Sinne einer ver
min
derten ADHS-Symptomatik sowie einer noch leichten bis mittelschweren depres
siven Episode bestehen
.
Insgesamt sei die Prognose hin
sichtlich einer Wie
der
ein
gliederung in den ersten Arbeitsmarkt eher kritisch zu sehen. Hinter
grund sei, dass beim Beschwerdeführer eine psychia
trische Multi
morbidität mit de
pressiven Episoden, ADHS und Ängsten sowie fraglich auch eine Persön
lich
keitsstörung bestehe.
Der behandelnde Psychiater erachtete eine Verbesserung der Arbeitsfä
higkeit durch medizinische Mass
nahmen nicht mehr möglich (vgl. Arzt
bericht vom 1
9.
Juni 2017,
Urk.
11/147).
Seit dem 19.
Ok
tober 2017 befand sich der Beschwerdeführer erneut in psychiatrisch-psycho
therapeutischer Behandlung in der
D._
(vgl. Arztbericht vom 2
1.
De
zember 2017
[Eingangsdatum]
,
Urk.
11/156).
Aufgrund der rezidivierenden depressiven Episoden sei - so
Dr.
med.
Q._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie,
-
von einer vermin
derten Belastbarkeit sowie erheblichen Umstellungsschwierigkeiten auszu
gehen. Die Einschränkungen infolge der Alkoholabhängigkeit seien davon ab
hängig, ob es dem Beschwerdeführer gelinge, die Abstinenz aufrecht zu erhalten. Angaben zur aktuellen Arbeitsfähigkeit könne er keine machen. Durch die Fortführung der ambulanten psychiatrisch-psychotherapeutischen Behandlung könne jedoch eine Verbesserung erreicht werden.
4.5
Im Auftrag der Beschwerdegegnerin fand
im September
2018 eine polydiszipli
näre
(internistische, orthopädische und psychiatrische)
Begutachtung statt
, über welche am 1
0.
Oktober 2018 berichtet wurde (
Urk.
11/177).
4.5.1
Im internistischen Teilgutachten wurden keine Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit angegeben.
Der Beschwer
deführer sei
zu
100
%
arbeitsfähig. Die grenzwertige Hypertonie/Tachykardie habe keinen Einfluss auf die Arbeits
fä
higkeit
und könne mit dem Ritalinkonsum zusammenhängen
. Die Labor
unter
su
chung zeige einen deutlich über der «Norm» liegenden Spiegel der Ritalin
säure
(
Urk.
11/177/21-23).
4.5.2
Dr.
med.
R._
, Facharzt für orthopädische Chirurgie und Trauma
to
lo
gie des Bewegungsapparates, hielt in seinem Teilgutachten
eine geringe Funk
ti
ons
einschränkung des rechten Hüftgelenks bei einliegender Hüfttotal
endo
pro
these fest
(
Urk.
11/177/35)
. In seiner zuletzt ausgeübten Tätigkeit als Hei
zungs
bauer bestehe keine Arbeitsfähigkeit. Leichte bis mittelschwere, teilweise sitzende
(mindestens 40 %)
Tätigkeiten, ohne Gehen auf unebenem Gelände, ohne häufi
ges Hinknien und in die Hocke gehen, ohne Heben und Tragen von Lasten über 15 kg und ohne häufiges Treppen- und Leiternsteigen, seien dem Be
schwer
de
führer seit Dezember 2015 ohne Einschränkungen in einem 100%-Pensum zu
mut
bar.
Die Neigung zu Wirbelsäulenbeschwerden ohne Nervenwurzelreiz
er
scheinung
en bei passagerer Wirbelblockierung D3/4 habe keinen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit. Diese
könne aus orthopädischer Sicht durch medizinische Mass
nahmen nicht mehr relevant verbessert werden
(Urk. 11/177/38-40)
.
4.5.3
Im Rahmen der psychiatrischen Begutacht
ung konstatierte med. pract.
S._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie FMH,
n
ach kritischer Würdigung der ärztlichen Berichte sei unter objektiven Gesichts
punkten, der anamnestischen Angaben des Beschwerdeführers und der
im Rahmen der Begutachtung
er
hobe
nen Befunde davon auszugeben, dass es im Jahre 2011 vor dem Hinter
grund einer starken Beanspruchung am damaligen Arbeits
platz
nachvollzieh
barerweise
zu einer depressiven Entwicklung maximal mittelgradigen Ausmasses mit einher
ge
henden Angst- und Paniksymptomen gekommen sein dürfte
,
mit einer ab Mai 2013 überwiegend wahrscheinlich nur noch leichten Symptom
aus
prägung und einer überwiegend wahrscheinlichen Symptomremission bis zum De
zember 201
3.
Weitere depressive Phasen würden anamnes
tisch und in den Berichten nicht nachvollziehbar be
schrieben werden.
Deutlich werde aber auch, dass es unter Zugrundelegung der anamnestischen An
gaben des Beschwerdeführers mit dem Beginn der depressiven Symptomatik zu einer überwiegend wahrscheinlich sekundären Entwicklung einer Alkoholab
hängig
keit gekommen sei mit vorbe
ste
hendem ausgeprägtem Craving, auch nach dem Austritt aus der Entwöh
nungs
behandlung im Mai 2013 und wiederholten mehr oder minder ausgeprägten Rück
fällen bis zum April 2016, wobei die Dauer der Rückfälle zeitlich unklar bleibe. Rückfälle würden im Zusam
men
hang mit einer ehelichen Konfliktsitua
tion und eskalierenden Auseinander
setzungen zwischen den Eheleuten beschrie
ben werden. In diesem Zusammen
hang beschreibe der Beschwerdeführer auch Ein
schrän
kungen der Impuls
kon
trolle. Möglicherweise bestehe beim Beschwerde
führer auch ein ADHS mit in
zwischen guten Copingstrategien.
Gegen eine aktuell namhafte
depressive Symptomatik spreche auch ein zwischenzeitliches Sistieren der antidepressiven Medikation, der in der Gegen
übertragung nicht aufspürbare namhafte Leidensdruck, die guten Fähig
keiten zur Alltagsstrukturierung sowie die hier erhobenen Untersuchungsbefunde. Zusammenfassend dürfte ab dem Jahre 2013 die Suchtpro
blematik im Vordergrund des klinischen Bildes gestanden haben und Auslöser sämtlicher beschriebener Einschränkungen gewesen sein
(
Urk.
11/177/73
f.)
.
Vor diesem Hintergrund
konstatierte
med. pract.
S._
, aktu
ell sei
keine psychische Erkrankung mit Auswirkung auf die Arbeits
fähigkeit
mehr feststellbar
.
Insbe
son
de
re seien auch keine mnestischen und kognitiven Ein
schrän
kungen, wie mehr
fach postuliert, aber schlussendlich nie ausreichen
d
be
grün
det, nachzu
voll
ziehen. Die subjektiv beklagten Symptome des Beschwerde
führers seien nicht objektivier
bar und am ehesten einer Aggra
va
tion zuzu
schrei
ben (
Urk.
11/177/76).
Ohne Aus
wirkungen auf die Arbeitsfähigkeit seien die Alkoholabhängi
gk
eit, gegen
wärtig abstinent (ICD-10: F10.2), das möglicher
weise vorhandene ADHS
in der Kindheit mit guten Copingstrategien (ICD-10: F90.0), die Legasthenie sowie die depressive Episode (2011 bis Dezember 2013) zu erwähnen (
Urk.
11/177/75).
4.6
Im Rahmen des Einwandverfahrens nahmen die behandelnden Ärzte der
D._
am 2
5.
Januar 2019 (
Urk.
11/185) Stellung und äusserten, im Zusammenhang mit der rezidivierenden depressiven Störung leide der Beschwerdeführer insbesondere unter chronischer Erschöpfung, reduziertem Antrieb und Schlafstörungen. Dadurch zeige sich eine deutliche Funktionseinschränkung für sämtliche Tätig
keiten im Alltag. Der Beschwerdeführer benötige einen stark erhöhten Energie
aufwand, was zu chronischer Erschöpfung und Überforderung führe. Es sei von einer Arbeitsunfähigkeit im Umfang von 50
%
auszugehen. Arbeiten, die körper
lich wenig anstrengend seien und seinen kognitiven Voraussetzungen ent
sprech
en und wenig Leistungs- und Zeitdruck beinhalten würden, könne er an mehreren Tagen die Woche für ca. vier Stunden ausüben.
Eine Arbeitsunfähigkeit von min
destens 30-50 % hielt auch der behandelnde Psychiater
des
O._
,
P._
,
in seiner Stellungnahme vom 1
5.
Januar 2019 (
Urk.
11/188) fest. Es würden nach wie vor nachweisbare Einschränkungen in der Konzentration und Aufmerksamkeit,
den
Gedächtnisleistungen, sowie Auffällig
keiten im Bereich des formalen Denkens bestehen. Die Symptome hätten zwar an Intensität und Häufigkeit verloren, würden aber nach wie vor - trotz Alkoholabs
tinenz - fortbestehen, sodass die Kriterien einer Remission nicht vorliegen wür
den.
Im Rahmen einer neuropsychologischen Untersuchung im Mai 2019
im
O._
in
P._
wurde ausserdem festgehalten, s
owohl der langjährige Alkoholkonsum bzw. die depressive
Symptomatik könnten einen negativ verstär
kenden Einfluss auf das kognitive Leistungsprofil haben, Ritalin hingegen
habe
eher einen konzentrations
steigernden Effekt. Die Bedeutung der Medikation könne als gering angesehen werden. Auch unter der Medikation mit Ritalin wür
den Aufmerksamkeitsdefizite bestehen. Insgesamt seien die neuropsychologi
schen Defizite unter Medikation als mindestens leicht einzustufen, womit ein Grad der Arbeitsunfähigkeit von mindestens 10-30
%
vor
liege (vgl. Arztbericht vom 11.
Juni 2019,
Urk.
14/1)
.
5.
5.1
Die Beschwerdegegnerin stützte sich in der angefochtenen Verfügung vom 25. Fe
bruar 2019 (Urk. 2) in medizinischer Hinsicht im Wesentlichen auf das polydisziplinäre Medas-Gutachten vom 1
0.
Oktober 2018 (vgl. vorstehend E. 4.5; Urk. 11/177) und ging im Rahmen der Rentenaufhebung davon aus, dass dem Beschwerdeführer eine angepasste Tätigkeit auf dem regulären Arbeitsmarkt seit
Dezember 2015
vollständig zumutbar sei.
5.2
Das polydisziplinäre Gutachten vom 1
0.
Oktober 2018
wurde in Kenntnis der
und
Auseinandersetzung mit den Vorakten (vgl. Urk.
11/177/13-16
,
Urk.
11/177/
27
f.
,
Urk.
11/177/
46-54
) ab
gegeben. Die Gut
achter
haben
detaillierte Befunde erhoben
(vgl. Urk. 11/177/
20f
.,
Urk.
11/177/
32-35
,
Urk.
11/177/
61-63
), die geklagten Beschwerden berücksichtigt (vgl. Urk.
11/177/
16
,
Urk.
11/177/
29
,
Urk.
11/177/
55
-57
)
und sich mit diesen sowie dem Verhalten
des
Beschwerdeführer
s
aus
ein
an
dergesetzt. Zudem
haben sie
die medizinischen Zustände und Zusammenhänge einleuchtend dargelegt
(vgl. Urk. 11/177/
21
f
.,
Urk.
11/177/
36-38,
Urk.
11/177/
75-
78
) und insbesondere auch die
medizinischen Vorakten kritisch gewürdigt
(Urk. 11/177/
67-
73
) und sich einlässlich mit der vor
wiegend relevan
ten Frage einer Veränderung des Leidens auseinandergesetzt (Urk. 11/177/
5,
Urk.
11/177/
80
)
. Das Gutachten erfüllt demnach die recht
spre
chungs
gemässen
Anfor
derungen an eine beweiskräftige ärztliche Ent
schei
dungs
grund
lage (vgl. E.
1.
4
).
5.3
Es steht aufgrund der Akten fest, dass insbesondere eine
mittelgradige depres
sive Episode mit soma
tischem Syndrom (ICD-10: F32.1) sowie eine Agoraphobie mit Panikstörung (ICD-10: F40.01) und eine Soziophobie (ICD-10: F40.1)
zur
Zuspra
che
eine
r
ganze
n
Rente
(Verfügung vom 27. Oktober 2014; Urk. 11/76)
führten
(vgl. E. 3.5 hiervor)
.
Im Rahmen der Rentenrevision stellte der Medas-Gutachter med. pract
.
S._
keine psychische Störung mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (mehr) fest. Die
rezidivierende depressive Störung sei
seit Dezember 2013
remittiert.
Der psy
chia
trische Gutachter hielt bis auf einen initial unterschwellig gereizten, dann aber situationsadäquaten Affekt und anklingendes Insuffizienzerleben
einen
regel
rechten psychiatrischen Befund fest (
Urk.
11/177/62f.).
Symptome einer depres
siven Störung (tiefe Traurigkeit, Interessenlosigkeit, Antriebslosigkeit) seien nicht evi
dent (
Urk.
11/177/66)
und ein namhafter Leidensdruck
sei
nicht spürbar (Urk. 11/177/74)
.
Im Austrittsbericht aus dem
B._
wurde eine Remission der depressiven Episode festgehalten (vgl. E. 4.3). Entspre
chend wurde die Medikation reduziert (vgl.
Urk.
11/105 S. 3f.). Zufolge psycho
sozialer Belastung wurde im Bericht des
M._
die rezidivierende depressive Stö
rung zwar wieder als Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit genannt, eine Intensivierung der medikamentösen oder anderen Behandlung ist aber nicht ersichtlich (vgl.
Urk.
11/107). Im Übrigen verwiesen d
ie behandelnden Ärzte in Bezug auf die depressive Episode in erster Linie auf die dauernde Erschöpfung und die verminderte Kon
zen
tra
tions
fähigkeit
des Beschwerdeführers (vgl. E.
4.6). Die vom Beschwerde
führer geklagte (vgl.
Urk.
11/177/59) und von den behan
delnden Ärzten erwähnte Müdigkeit, Vergesslichkeit und verminderte Konzen
t
ra
tions
fähigkeit wurde wäh
rend der Exploration jedoch nicht beobachtet. Viel
mehr äusserte der psychia
trische Gutachter, dass der Beschwerde
führer in der Lage war, während der drei
stündigen Begutachtung die Fragen folge
richtig zu beantworten. Insbe
sondere habe er auch gut über das von ihm vertriebene und eingebaute Heizungssystem berichten sowie die dazu gestellten Fragen beantwor
ten können (vgl. Urk. 11/177/66). Gegen eine Einschränkung der Konzentrations
fähigkeit und Ver
gess
lichkeit spricht auch die Tatsache, dass der Beschwerdefüh
rer - laut eige
nen Angaben - beim Führen seines Fahrzeuges keiner
lei Schwierig
keiten habe (vgl.
Urk.
11/177/60). Die in den Berichten der behandelnden Ärzte mehr
fach erwähnte anterograd-amnestische Störung (vgl. E. 3.4, E. 4.3) ist ange
sichts dessen, dass
Dr.
I._
und
Dr.
H._
angaben, die Gedächtnisschwäche
sei
hauptsächlich äthyltoxisch bedingt (vgl. E. 3.4), nicht nachvollziehbar. Im Übrigen lässt auch die Tatsache, dass die im Rahmen der Entwöhnungstherapie in der
N._
festgestellte leichte Merk
fähig
keits- und Gedächtnisschwäche, die bei Austritt nicht mehr objektivierbar war resp. nicht mehr festgehalten w
urde (vgl. E.
4.4), darauf schliessen, dass die Gedächtnis
schwäche mit dem Alkohol
miss
brauch des Beschwerdeführers zusam
men
hängt.
An
haltspunkte für einen aktuell fortgesetzten Alkohol
konsum würden sich aktuell aber weder anamnestisch noch laborchemisch ergeben. Auch ein darüberhinausgehender Substanzkonsum sei nicht nachweisbar
(vgl.
Urk.
11/177/66).
Schliesslich
sprechen
auch die Berufs
anamnese des Be
schwer
de
führers (
trotz
angegebener
Legasthenie erfolgreicher Lehrabschluss, Erwerbstätigkeit vorwiegend im Baugewerbe mit Qualif
i
kationen zum Vorar
bei
ter, Polier und Hilfsbauführer
, Selbständigkeit im Bereich von Hei
zungssystemen;
vgl.
Urk. 11/177/75)
sowie die Fest
stellungen im Schlussbericht der Arbeitsinte
gration
vom 1
2.
März 2014
, wo
nach der Beschwerde
führer genau, kon
zentriert und ausdauernd arbeitet und in der Lage ist, gute Arbeitsleistungen in guter Qualität zu erbringen (vgl. Urk. 11/41),
gegen ein Vorliegen einer
wesentlichen
mnes
tischen oder
kogni
ti
ven Störung
. Diesbezüglich hielt der psy
chiatrische Gutachter fest, dass der Beschwerde
führer trotz möglicherweise vor
handenem ADHS gute Coping
strategien entwickeln konnte (vgl.
Urk.
11/177/74)
.
Angesichts dessen, dass der Beschwerdeführer über keine interaktionellen Prob
leme an den je
weili
gen Arbeitsstellen mit Mitarbei
ten
den und Untergebenen berichtete und impul
sive Handlungen erst im Zusammen
hang mit ehelichen Aus
einander
setzungen und dem Alkoholkonsum beschrieb (vgl.
Urk.
11/177/76), ist die Ein
schätzung des psychiatrischen Gutachters, dass die beschriebenen Impuls
kontroll
störungen mit überwiegender Wahr
schein
lich
keit als Folge des Alkohol
konsums und der alk
oholimmanenten Enthemmungs
phäno
me
ne einzuordnen und
- entgegen der Einschätzung der behandelnden Ärzte, die von einer Persön
lich
keitsstörung aus
gingen (vgl. E. 4.4) -
nicht als eigenständige
Störung zu qua
lifizieren sind, nach
vollziehbar.
Der gut strukturier
te Tagesablauf des Beschwer
deführers lässt ferner auch keine wesentlichen Ein
schränkungen im Lebensvoll
zug erkennen. So ist der Be
schwerdeführer in der Lage,
sich zu pflegen und sein Essen zuzubereiten, die Arbeiten im Haushalt zu erledigen, Einkäufe zu tätigen, Termine
(Therapie)
wahr
zunehmen, Freunde zu treffen sowie seinen Eltern zu hel
fen, indem er sie zu ihren Ärzten fahre oder Besorgungen für sie erledige. Schliesslich verbringe er auch gerne Zeit mit seinem Sohn und gehe mit diesem zum Fussball (vgl. Urk. 11/177/60)
.
Was die vom Beschwerdeführer postulierten Ängste, insbe
son
de
re in Menschen
an
sammlungen, welche intermit
tierend zum Beispiel beim Nutzen von Trolley
busse auftreten wür
den (vgl. Urk.
11/177/62), betrifft,
stehen
diese im Widerspruch zu seinen An
gaben, mit seinem Sohn an Fussballaktivitäten teilzunehmen, wo er auch andere Leute ken
nen
lerne (vgl.
Urk.
11/177/60). Ausser
dem sah med. pract.
S._
keinen Anhalt für Phobien oder Panikattacken (vgl. Urk. 11/177/62)
,
und schliesslich geht auch aus dem Schluss
bericht der Ar
beits
integration hervor, dass die Angst
zustände des Beschwerde
führers den Ar
beits
einsatz nicht massgeblich störten (vgl.
Urk.
11/41).
Insgesamt ergab die aus
führliche psychiatrische Untersuchung keine Anhalts
punkt
e für allfällige
psychische Ein
schränkungen.
Vor diesem Hin
ter
grund ist es plausibel, dass der psychia
trische Gutachter diesbezüglich keine Auswirkungen auf die Ar
beits
fähig
keit
(mehr)
festhielt.
Daran vermag auch die fest
ge
stellte Legasthenie nichts zu ändern.
5.4
Aus somatischer Sicht hat sich der Gesundheitszustand des Beschwerde
führers insofern verändert, als dass sich der Beschwerdeführer im Mai 2015 ein künst
li
ches Hüftgelenk auf der rechten Seite hat implantieren
lassen
müssen. Der Heil
verlauf ge
staltete sich jedoch komplikationslos und es konnte unter Physio
thera
pie schnell eine sehr gute Beweglichkeit und eine volle Belastbarkeit erreicht wer
den
(vgl. E.
4.2). Im Rahmen der orthopädischen Exploration konnte festge
stellt wer
den, dass die Muskulatur der unteren Extremitäten seitengleich aus
ge
bildet war (vgl. Urk.
11/177/35
), womit ausgewiesen ist, dass der Be
schwer
de
führer das rechte Bein trotz Hüftprothese offensichtlich im Alltag nicht schont.
Der be
han
delnde Arzt des
L._
erachtete den Beschwerdeführer unter Berück
sich
tigung des Belastungsprofils (nicht knien, nicht auf Leitern und Gerüste klettern, kein Tragen von Lasten über 25 kg) als 100 % arbeitsfähig (vgl. Ver
laufs
bericht vom
1
8.
April 2018,
Urk.
11/165).
An dieser orthopädischen Beurteilung änder
n
auch
die
im Rahmen des Beschwerdeverfahrens eingereichte
n
Arztbericht
e von Prof. Dr. med.
T._
, Spezialist für Traumatologie, Wirbelsäulen-, Becken- und Hüftchi
rurgie
vom
1.
Juli 2019 (
Urk.
16) und
1
8.
No
vember 2019 (
Urk.
21) nichts,
denn darin
wird dem Beschwerdeführer eine Tätigkeit, die eher im Sitzen ausgeführt werden kann,
- auch unter Berücksichtigung der vom Beschwerdeführer ge
klag
ten Rücken-, Nacken-, Fuss-, Knie
-
und Leisten
schmer
zen
und nach durch
geführ
ter Fazettengelenksinfiltration L5/S1
-
ebenfalls
zuge
mutet.
Aus dem ortho
pädi
sch
en Gut
ach
ten ergibt sich ausser
dem, dass sich der Beschwerdeführer primär auf
grund seiner Psyche zu einer beruf
lichen Tätigkeit nicht mehr in der Lage
sah (vgl. Urk.
11/177/30).
5.5
Eine Verbesserung des Gesundheitszustands des Beschwerde
führers im Sinne eines Revisions
grundes nach Art. 17 Abs. 1 ATSG ist aufgrund der vor
liegenden Akten entsprechend aus
gewiesen. Die Medas-Gutachter gingen medizinisch-the
oretisch ab Dezember 2015 von einer 100%igen Arbeitsfähigkeit in einer ange
passten Tätigkeit aus (
Urk.
11/177/7;
E.
4.
5
.
3), worauf abzustellen ist.
6.
6.1
Zu prüfen bleibt, wie sich die
10
0%ige Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit in erwerblicher Hinsicht auswirkt.
6.2
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog. Valideneinkommen). Der Einkommensver
gleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegen
übergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditäts
grad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2, 128 V 29 E. 1).
6.3
Der in der angefochtenen Verfügung vom
2
5.
Februar 2019
(Urk. 2
/1
) dargelegte Ein
kommensvergleich wurde vom Beschwerdeführer nicht beanstandet, und der von der Beschwerdegegnerin für die massgebliche Periode errechnete Invalidi
täts
grad erscheint angemessen. Es ist darauf abzustellen und von einem Invalidi
täts
grad in der Höhe von
27
% auszugehen.
Damit wurde der Anspruch auf eine Rente der Invalidenversicherung (vgl. vorstehend E. 1.2) zu Recht eingestellt.
Fer
ner ist festzustellen, dass zur Aus
übung der dem Beschwerdeführer offen stehen
den Hilfstätigkeiten keine Um
schulungs
mass
nahmen notwendig sind.
Damit erweist sich die Beschwerde als unbegründet und ist abzuweisen.
7.
7.1
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrens
aufwand und unabhängig v
om Streitwert festzulegen (Art.
69 Abs.
1
bis
IVG) und auf Fr. 7
00.-- anzusetzen. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind sie
dem
unterliegenden Beschwerdeführer
aufzuerlegen
,
jedoch zufolge der Ge
wäh
rung der unentgeltlichen Prozessführung einstweilen auf die Gerichtskasse zu nehmen.
7.2
Da Rechtsanwältin Fiona
Carol
Forrer keine Honorarnote eingereicht hat, ist deren Entschädigung ermessensweise ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache und der Schwierigkeit des Prozesses festzu
legen. Mit Blick auf
den notwendig erschein
en
den Aufwand und
vergleichbare Fälle ist die
aus der
Gerichtskasse zu zahlende E
ntschädigung bei einem gerichts
üblichen Stundenansatz von Fr. 220.--
ermessensweise
auf insgesamt Fr.
2’200
.-- (inkl. Bar
aus
lagen und MWSt) festzusetzen.