# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 246df89a-797b-490b-8056-b7b9b8747293
**Court:** GR_KG
**Chamber:** GR_KG_007
**Year:** 2022
**Language:** de
**Jurisdiction:** GR / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt
A. Die B._ mit Sitz in C._ bezweckt "Erwerb und Verkauf sowie Verwaltung von Beteiligungen; kann Managementdienstleistungen erbringen, Liegenschaften kaufen, verwalten und verkaufen und Handel mit Waren aller Art betreiben". Der Präsident ihres Verwaltungsrates und einziger Aktionär, der Einzelunterschrift führt, ist D._.
In einer Zwangsversteigerung des Konkursamtes Prättigau/Davos hatte E._ die Liegenschaft Nr. F._ mit dem Bergrestaurant "G._" in der H._ ersteigert. Er hatte dabei die Anzahlung von CHF 120'000.00, nicht aber den ganzen Steigerungspreis von CHF 1'400'000.00 leisten können.
Mit Vertrag vom 29. Januar 2013 gewährte die B._ E._ ein Darlehen von CHF 1'350'000.00 zur Finanzierung des Erwerbs der Liegenschaft mit der "G._". Das Darlehen war befristet auf zwei Jahre ab Auszahlungstag (letzteres war der 1. Februar 2013: RG-act. III/9). Als Sicherheiten wurden ein Schuldbrief zu Gunsten der Darleiherin über CHF 1'400'000.00 auf der Liegenschaft vereinbart, ferner würde der Borger der Darleiherin mit einem gesonderten Vertrag ein Kaufrecht an den Stammanteilen der A._ GmbH einräumen (RG-act. II/6). Das Kaufrecht wurde dann nicht der Darleiherin, sondern D._ eingeräumt. In der Folge verkaufte E._ die Liegenschaft mit der "G._" der A._ GmbH.
Am 11. Februar 2013 gründete E._ als einziger Gesellschafter mit zwei Anteilen zu je CHF 10'000.00 die A._ GmbH mit Sitz in I._. Die Gesellschaft sollte Restaurationsbetriebe führen und als Erstes die von E._ ersteigerte Liegenschaft mit der "G._" übernehmen (RG-act. II/9 und 10).
B. Am 13. Januar 2015 trafen sich E._ und D._ zu einer Besprechung im Restaurant "J._" in K._. Mit dabei war auch die damalige Lebenspartnerin E._, L._. Bei dem Gespräch ging es um einen möglichen Verkauf der "G._" und um die Frage einer Verlängerung der Laufzeit des von der B._ gewährten Darlehens. In den folgenden Wochen korrespondierten die Beteiligten zusätzlich über diese Punkte.
C. Am 20. Februar 2015, nach Ablauf der festen Laufzeit des Darlehens und nachdem dieses auch innert einer Nachfrist nicht zurückbezahlt worden war, übte D._ das Kaufrecht an den Stammanteilen der A._ GmbH aus. Am 19. März 2015 trug das Handelsregister die am 16. März 2015 vom neuen einzigen Gesellschafter verfügten Anordnungen ein: die bisherigen Mit-Geschäftsführer
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E._ und M._ wurden gestrichen, und D._ wurde neu statt Mit- einziger Geschäftsführer (RG-act. II/5).
Auf Klage E._ gegen D._ stellte das Regionalgericht Prättigau/Davos fest, das (ausdrücklich zur Sicherung des Darlehens vereinbarte) Kaufrecht an den Stammanteilen der A._ GmbH sei wirtschaftlich einer Verpfändung gleichgekommen und unterliege daher dem Verbot der Verfallsabrede von Art. 894 ZGB. Es wurde festgestellt, dass die entsprechenden Verfügungen nichtig seien und E._ demnach Gesellschafter und Organ geblieben sei (Urteil 115-2017-3 vom 3. August 2017, RG-act. II/7). Am 2. November 2017 liess E._ D._ im Handelsregister streichen und sich selbst wieder als einzigen Gesellschafter und Geschäftsführer mit Einzelunterschrift eintragen (SHAB Nr. 216 vom 7. November 2017).
D. Am 31. Oktober 2017, also etwa zweieinhalb Jahre nach Ablauf der festen Darlehens-Dauer, betrieb die B._ die A._ GmbH für CHF 2 Mio. auf Pfandverwertung. Das Regionalgericht Prättigau/Davos erteilte ihr auf Rechtsvorschlag hin provisorische Rechtsöffnung für CHF 1'281.608.00 nebst Zins (RG-act. II/38). Das Kantonsgericht hob diesen Entscheid und die Rechtsöffnung auf Beschwerde hin auf (KGer GR KSK 18 15 v. 28.5.2018, RG-act. II/39).
Am 11. Dezember 2018 betrieb die B._ die A._ GmbH erneut, dieses Mal auf Zahlung von CHF 1.35 Mio. und CHF 270'185.00, je nebst Zins und Kosten. Das Regionalgericht erteilte auf Rechtsvorschlag hin der Gläubigerin am 17. Mai 2019 im Umfang von CHF 1'340'288.15 nebst Zins zu 5% seit dem 7. Dezember 2018 provisorische Rechtsöffnung (Verfahren Nr. 335-2019-9, RG-act. II/2).
E. Die A._ GmbH erhob am 25. Juni 2019 Aberkennungsklage. Sie verlangte die Feststellung, dass die Forderung, für welche am 17. Mai 2019 Rechtsöffnung erteilt worden sei, nicht bestehe (RG-act. I/1). Die B._ beantragte Abweisung der Klage (RG-act. I/2).
Das Regionalgericht entschied am 10. Juni 2021 wie folgt (act. B.2):
1. Die Aberkennungsklage wird abgewiesen.
2. Die Gerichtskosten in Höhe von CHF 20'000.00 gehen zu Lasten der A._ GmbH und werden mit dem von ihr geleisteten Kostenvorschuss verrechnet.
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3. Die A._ GmbH wird verpflichtet, die B._ für das Verfahren mit CHF 50'882.70 ausseramtlich zu entschädigen.

## Considerations