# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 53eea3be-f93b-448e-92eb-84dde5639354
**Court:** ZH_OG
**Chamber:** ZH_OG_001
**Year:** 2019
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

betreffend Kündigungsschutz
Berufung gegen ein Urteil des Mietgerichtes Zürich vom 30. Oktober 2018 (MB170027)
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Rechtsbegehren: (act. 1 S. 2; act. 36 S. 1)
"1. Es sei die Kündigung vom 27. Juni 2017 per 30. September 2017 für
ungültig zu erklären; 2. Eventualiter sei das Mietverhältnis um 2 Jahre zu erstrecken;
unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (zzgl. 8% MwSt.) zulasten des Beklagten."
Urteil des Mietgerichtes Zürich vom 30. Oktober 2018: (act. 42 = act. 46 S. 29 f.)
"1. In Abweisung der Klage wird die Kündigung vom 27. Juni 2017 per 30. September 2017 für gültig erklärt.
2. Das Eventualbegehren um Erstreckung des Mietverhältnisses wird .
3. Die Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf:
Fr. 8'610.00 ; die weiteren Kosten betragen:
Fr. 0.00 Barauslagen
Fr. 8'610.00 Kosten total
4. Die Kosten werden der Klägerin auferlegt und von dieser unter  ihres Kostenvorschusses von Fr. 8'610.– bezogen.
5. Die Klägerin wird verpflichtet, der Beklagten eine Parteientschädigung von Fr. 11'520.– (inkl. MwSt.) zu bezahlen.
6./7. [Schriftliche Mitteilung/Rechtsmittelbelehrung]."
Berufungsanträge der Klägerin und Berufungsklägerin: (act. 47 S. 2)
"1. Das Urteil des Mietgerichts Zürich vom 30. Oktober 2018 sei aufzuhe-
ben, und die Kündigung vom 27. Juni 2017 sei als ungültig zu erklären. 2. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zuzüglich Mehrwertsteuer für
beide Instanzen zulasten des Beklagten/Berufungsbeklagten."
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## Considerations

Erwägungen:
1.
1.1. Die Rechtsvorgängerin des Beklagten und Berufungsbeklagten (nachfolgend
Beklagter), C._, vermietete mit Mietvertrag vom 11. April 2012 die 4.5-
Zimmerwohnung mit Gartenanteil und einem Einstellplatz in der Garage im Erd-
geschoss der Liegenschaft D._-strasse ... in ... Zürich per 1. Juni 2012 an
die Klägerin und Berufungsklägerin (nachfolgend Klägerin; act. 3/1).
C._ beschloss, ihre 4.5-Zimmerwohnung an der D._-strasse ... in ... Zü-
rich zu verkaufen. Mit dem Verkauf beauftragte sie die E._ GmbH. Diese
schloss im Auftrag von C._ am 12. Juni 2017 eine Reservationsvereinbarung
mit dem Beklagten für einen Kaufpreis von Fr. 2 Mio. ab (act. 30/1). Am 13. Juni
2017 kam eine weitere Reservationsvereinbarung mit F._ für einen Kaufpreis
von Fr. 2.1 Mio. zustande (act. 3/4). Nachdem Letzterer aber die Reservationsan-
zahlung nicht rechtzeitig geleistet hatte, schloss C._ mit dem Beklagten am
23. Juni 2017 eine modifizierte Reservationsvereinbarung über einen Kaufpreis in
der Höhe von Fr. 2 Mio. ab. Darin verpflichteten sich neu beide Vertragspartner im
Falle eines Rücktritts eine Aufwands-/Auslagenentschädigung in der Höhe von
30% der Reservationszahlung zu leisten (act. 30/4).
1.2. Am 27. Juni 2017 kündigte C._ das Mietverhältnis mit der Klägerin un-
ter Einhaltung der vertraglichen Kündigungsfristen und -termine ordentlich auf den
30. September 2017. Als Grund für die Wohnungskündigung gab sie den Verkauf
der Liegenschaft an (act. 3/5). Die am 27. Juni 2017 ausgesprochene Kündigung
focht die Klägerin mit Eingabe vom 27. Juli 2017 fristgemäss bei der Schlich-
tungsbehörde des Bezirkes Zürich an (act. 3/8).
Der Beklagte erwarb das Mietobjekt während des noch hängigen Verfahrens vor
der Schlichtungsbehörde des Bezirkes Zürich mit öffentlich beurkundetem Kauf-
vertrag vom 14. August 2017 zu einem Kaufpreis von Fr. 1.9 Mio. von C._.
Die Eigentumsübertragung erfolgte noch am gleichen Tag (act. 3/11).
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1.3. In der Schlichtungsverhandlung vom 13. Oktober 2017 konnte keine Eini-
gung erzielt werden, und es wurde der Klägerin die Klagebewilligung ausgestellt
(act. 4). In der Folge erhob die Klägerin am 16. November 2017 fristgerecht Klage
beim Mietgericht Zürich (act. 1). Dieses erklärte die Kündigung des Mietvertrages
vom 27. Juni 2017 mit Urteil vom 30. Oktober 2018 für gültig und wies das Even-
tualbegehren der Mieterin um Erstreckung des Mietverhältnisses ab (act. 42 =
act. 46).
1.4. Gegen dieses Urteil erhob die Klägerin mit Eingabe vom 26. November 2018
Berufung bei der Kammer mit den eingangs genannten Anträgen (vgl. act. 43).
Die vorinstanzlichen Akten wurden beigezogen (act. 1-44). Den ihr mit Verfügung
vom 10. Dezember 2018 auferlegten Kostenvorschuss von Fr. 6'000.-- leistete die
Klägerin fristgerecht (act. 49, act. 51 und act. 53). Auf weitere prozessleitende
Anordnungen wurde verzichtet. Das Verfahren erweist sich als spruchreif.
2.
2.1. Erstinstanzliche Entscheide in vermögensrechtlichen Angelegenheit mit ei-
nem Streitwert über Fr. 10'000.-- sind mit Berufung anfechtbar (Art. 308 Abs. 1
und 2 ZPO). Das Berufungsverfahren richtet sich nach den Art. 308 ff. ZPO. Die
Berufung ist bei der Rechtsmittelinstanz innert der Rechtsmittelfrist schriftlich und
begründet einzureichen (Art. 311 Abs. 1 ZPO). Aus der Obliegenheit, das
Rechtsmittel zu begründen (Art. 311 Abs. 1 ZPO), ergibt sich zudem, dass die Be-
rufung Rechtsmittelanträge zu enthalten hat. Mit der Berufung kann die unrichtige
Rechtsanwendung und die unrichtige Feststellung des Sachverhaltes geltend
gemacht werden (Art. 310 ZPO). Neue Tatsachen und Beweismittel werden nur
noch berücksichtigt, wenn sie ohne Verzug vorgebracht werden und trotz zumut-
barer Sorgfalt nicht schon vor erster Instanz vorgebracht werden konnten
(Art. 317 Abs. 1 ZPO).
2.2. Die Berufung der Klägerin vom 26. November 2018 wurde innert der
Rechtsmittelfrist schriftlich, mit Anträgen versehen und begründet bei der Kammer
als der zuständigen Rechtsmittelinstanz eingereicht. Die Klägerin ist durch den
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angefochtenen Entscheid beschwert und zur Berufung legitimiert, weshalb auf die
Berufung einzutreten ist.
2.3. Die Klägerin bemängelt in der Berufungsschrift ausschliesslich die Gültiger-
klärung der am 27. Juni 2017 ihr gegenüber ausgesprochenen Wohnungskündi-
gung. Demgegenüber erhebt die Klägerin keine Beanstandungen gegen das vor-
instanzliche Urteil vom 30. Oktober 2018, soweit damit das von ihr eventualiter
gestellte Begehren um Erstreckung des Mietverhältnisses abgewiesen wurde (vgl.
act. 46, E. III./2, S. 19 ff. und Dispositivziffer 2). Demnach bleibt im Berufungsver-
fahren einzig zu überprüfen, ob die Vorinstanz die Kündigung vom 27. Juni 2017
zu Recht für gültig erklärt hat, wobei die Klägerin hier das bei der Vorinstanz vor-
getragene Argument der Rachekündigung nicht mehr aufgreift, weshalb im Nach-
folgenden auch nicht weiter darauf einzugehen ist.
3.
3.1. Die Vorinstanz hat die rechtlichen Grundlagen sowie die Voraussetzungen
der Anfechtbarkeit einer Kündigung wegen Treuwidrigkeit ausführlich und zutref-
fend dargestellt. Zur Vermeidung von Wiederholungen kann daher vorab darauf
verwiesen werden (vgl. act. 46 E. III./1.2). Ergänzend und klarstellend ist lediglich
Folgendes anzumerken:
3.1.1. Unbefristete Mietverträge können und dürfen von beiden Parteien unter
Wahrung der vertraglichen oder, wenn keine solchen vereinbart wurden, gesetzli-
chen Fristen und Termine gekündigt werden (Art. 266a Abs. 1 OR). Eine andere
regelhafte Möglichkeit, ein unbefristetes Mietverhältnis aufzulösen, besteht nicht.
Die Möglichkeit der ordentlichen, also regelhaften Auflösung des Mietvertrages
kommt beiden Parteien gleichermassen zu. Die Kündigung ist daher grundsätzlich
an keine besonderen Voraussetzungen geknüpft und jede Partei kann das Miet-
verhältnis ohne anderweitig gerechtfertigten Grund kündigen (vgl. BGer
4A_484/2012 vom 28. Februar 2013, E. 2.3.1, in: MRA 1/14, S. 41, mit Verweis
auf BGE 4A_414/2009 vom 9. Dezember 2009, E. 3.1 und BGer 4A_327/2015
vom 9. Februar 2016, E. 3.2.1). Es gilt somit der Grundsatz, dass eine Kündigung
stets zulässig ist, wenn sie nicht gegen den Grundsatz von Treu und Glauben
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verstösst. Art. 271 Abs. 1 OR verpflichtet die Parteien eines Mietvertrages näm-
lich weder zu Treue noch zu einem Verzicht auf ihr vertragliches oder gesetzli-
ches Kündigungsrecht, sondern verlangt lediglich Anstand bei der Vertragsauflö-
sung (vgl. ZK-HIGI, Zürich 1996, Art. 271 OR N 59). Es gilt daher im jeweils kon-
kreten Einzelfall zu prüfen, ob die in Frage stehende Kündigung gegen Treu und
Glauben verstösst.
3.1.2. Eine Kündigung gilt dann als treuwidrig, wenn sie ohne objektives, ernsthaf-
tes und schützenswertes Interesse des Vermieters und damit aus reiner Schikane
erfolgt, sich auf einen vorgeschobenen Grund stützt oder Interessen der Parteien
tangiert, welche in einem krassen Missverhältnis zueinander stehen. Eine Interes-
sensabwägung zwischen dem Interesse des Vermieters, über sein Eigentum zu
verfügen, und demjenigen des Mieters, in den Mieträumlichkeiten zu verbleiben,
darf bei der Prüfung der Missbräuchlichkeit bzw. Gültigkeit der Kündigung aber
gerade nicht vorgenommen werden. Es sind allein die Vermieterinteressen auf ih-
re Legitimität hin zu überprüfen (vgl. BGer 4A_484/2012 vom 28. Februar 2013,
E. 2.3.1 und E. 2.3.3 mit Hinweis auf BGE 136 III 190 E. 2; BGer 4A_19/2016,
E. 2.2, m.w.H.). Massgebend für die Frage, ob eine Kündigung gegen Treu und
Glauben verstösst, ist dabei die Situation im Zeitpunkt, in welchem sie ausge-
sprochen wird (beispielhaft: BGE 140 III 496, E. 4.1; BGE 138 III 59, E. 2.1; je mit
weiteren Hinweisen).
3.2. Vor diesem Hintergrund erwog die Vorinstanz im Wesentlichen, die Parteien
hätten übereinstimmend ausgeführt, dass sich C._ und der Beklagte im Zeit-
punkt des Aussprechens der Kündigung über den Verkauf der Wohnung handels-
einig gewesen seien. Es sei auch unbestritten geblieben, dass der Beklagte die
Wohnung an der D._-strasse ...in ... Zürich so rasch wie möglich mit seiner
Verlobten habe beziehen wollen. Damit lägen genügend konkrete Pläne hinsicht-
lich der Nutzung der Sache durch den Beklagten vor und schliesslich sei der Ver-
kauf der Liegenschaft kurz nach der Kündigung auch tatsächlich erfolgt, weshalb
hier nicht von einer Kündigung auf Vorrat gesprochen werden könne (act. 46
S. 16).
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Es widerspreche auch nicht dem Schutzgedanken von Art. 261 OR, dass C._
mit dem Aussprechen der Kündigung (auch) Interessen des Erwerbers des Miet-
objektes und heutigen Beklagten verfolgt habe. Der Schutzgedanke von Art. 261
OR bestehe nur darin, insbesondere bei langfristigen Verträgen einen Untergang
des Erfüllungsanspruches des Mieters allein aufgrund des Umstandes zu verhin-
dern, dass der Vermieter sein Verfügungsrecht über die vermietete Sache ein-
büsse. Nach den allgemeinen Regeln könnte der Mieter seinen Vertragspartner
nach einem Übergang des Eigentums an der Sache auf den Erwerber nur noch
auf Schadenersatz belangen, wohingegen er gegenüber dem neuen Eigentümer
der Sache über keinerlei vertraglichen Rechte verfüge. Zu Recht habe der Be-
klagte zudem darauf hingewiesen, dass das Bundesgericht Kündigungen für zu-
lässig erachte, die ein Vermieter ausspreche, um das Mietobjekt möglichst ge-
winnbringend an einen noch unbekannten Käufer verkaufen zu können und des-
halb eine Kündigung zur Wahrung konkreter Interessen eines schon bekannten
Käufers erst recht zulässig sein müsse (act. 46 S. 17).
3.3. Auch wenn die Kündigung nicht direkt Bestandteil der kaufvertraglichen Ab-
machung zwischen C._ und dem Beklagten gewesen sei, habe erstere zum
Zeitpunkt der Kündigung am 27. Juni 2017 dennoch ein schützenswertes Interes-
se daran gehabt, den einzigen seriösen Interessenten, der ihr einen ihren Vorstel-
lungen einigermassen entsprechenden Kaufpreis geboten habe, vor der öffentli-
chen Beurkundung des Vertrages am 14. August 2017 nicht zu verprellen. Bis zur
öffentlichen Beurkundung des Kaufvertrages sei dieser schliesslich rechtlich nicht
gesichert. Zudem sei die angefochtene Kündigung des Mietverhältnisses in den
Vertragsverhandlungen offensichtlich thematisiert worden, werde sie doch in
Ziff. 7 des Kaufvertrages vom 14. August 2017 ausdrücklich erwähnt (act. 46
S. 18). Damit habe C._ an der Kündigung durchaus ein legitimes Interesse
gehabt und auch aus Sicht eines vernünftigen, korrekten und loyalen Vertrags-
partners habe die Kündigung nichts Unrechtmässiges oder gar Missbräuchliches
an sich.
3.4. Schliesslich könne auch nicht von einem erheblichen Interessenmissverhält-
nis gesprochen werden: Zwar lebe die Mieterin seit über sechs Jahren zusammen
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mit ihrem Sohn in der fraglichen Wohnung und betreibe auch ihre Firma von dort
aus, doch sei es nachvollziehbar, dass C._ das Mietverhältnis im Hinblick auf
den Abschluss des Kaufvertrages mit dem Beklagten gekündigt habe. Ohnehin
sei eine Kündigung nicht schon deswegen treuwidrig, weil die Interessen des Ge-
kündigten diejenigen des Kündigenden überwiegen würden. In solchen Situatio-
nen schaffe vielmehr das Erstreckungsrecht einen Ausgleich (act. 46 S. 19). Ins-
gesamt könne C._ kein treuwidriges Verhalten vorgeworfen werden und die
durch sie am 27. Juni 2017 per 30. September 2017 ausgesprochene Kündigung
sei gültig.
4.
4.1. Die Klägerin rügt mit der Berufung einerseits die unrichtige Anwendung der
Art. 261 und Art. 271 OR und andererseits die teilweise unrichtige Feststellung
des Sachverhalts. Sie bringt zusammengefasst vor, die Vorinstanz habe unzuläs-
sigerweise Umstände, die sich erst nach dem Zeitpunkt des Aussprechens der
Kündigung ereignet hätten, für die Beurteilung der Gültigkeit der Kündigung be-
rücksichtigt. Die Vorinstanz habe darauf hingewiesen, es seien genügend konkre-
te Pläne hinsichtlich der Nutzung der Mietsache durch den Beklagten vorgelegen,
und habe dabei zumindest implizit die nachfolgend erfolgte Handänderung be-
rücksichtigt. Massgeblich seien einzig die Verhältnisse im Zeitpunkt des Ausspre-
chens der Kündigung. Ebenso wie ein später wegfallender Kündigungsgrund die
Kündigung nicht nachträglich missbräuchlich mache, vermöchten Umstände, die
sich erst nach der Kündigung ereignet hätten, eine Kündigung im Nachhinein
nicht gültig zu machen. Die Realisierung des Kündigungsgrundes dürfe deshalb
nicht von einem unsicheren, künftigen Ereignis abhängig sein. Wäre im vorliegen-
den Fall die Handänderung von C._ an den Beklagten doch nicht zustande
gekommen, wäre der beim Aussprechen der Kündigung angegebene Grund
nachträglich weggefallen, doch nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung
wäre die Kündigung dadurch nicht missbräuchlich geworden und das Umgekehrte
müsse ebenfalls Geltung haben. Deshalb habe die Vorinstanz die noch unsiche-
ren Pläne des Beklagten und den erst am 14. August 2017 erfolgten Verkauf des
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Mietobjektes nicht für ihre Argumentation heranziehen dürfen, dass die Kündi-
gung nicht auf Vorrat erfolgt sei (vgl. zum Ganzen act. 47 S. 6-8).
4.2. Des Weiteren stelle sich einzig die Frage, ob C._ ein schutzwürdiges
Interesse an der Kündigung gehabt habe, da ein allfälliges Interesse des Beklag-
ten an der Kündigung nicht berücksichtigt werden dürfe. Am 27. Juni 2017 seien
sich die Vertragsparteien bereits handelseinig gewesen. Einzig die Sicherstellung
der Finanzierung des Kaufs durch den Beklagten habe noch eine Weile gedauert.
C._ habe das Mietverhältnis damit unbestrittenermassen wegen Eigenbe-
darfs des Beklagten und nicht aus wirtschaftlichen Gründen (einen möglichst ho-
hen Kaufpreis zu erzielen) gekündigt. C._ habe sich gegenüber dem Beklag-
ten nicht verpflichtet, die streitgegenständliche Wohnung per 30. September 2017
zu kündigen. Die am 27. Juni 2017 ausgesprochene Kündigung habe daher ledig-
lich einem Wunsch des Beklagten entsprochen und sei nicht conditio sine qua
non für den Abschluss des Kaufvertrages gewesen. Aus diesen Gründen habe
C._ im Zeitpunkt des Aussprechens der Kündigung über kein eigenes
schutzwürdiges Interesse an der Kündigung mehr verfügt und damit einzig dasje-
nige des Beklagten als künftigem Eigentümer geltend gemacht, was jedoch nicht
schützenswert sei (act. 47 S. 4 f. und S. 8 f.). Im Übrigen kranke die Zulassung
einer Kündigung der veräussernden Person für den Eigenbedarf des Käufers da-
ran, dass ein Kaufvertrag bis zur öffentlichen Beurkundung alles andere als gesi-
chert sei, was auch die Vorinstanz festgehalten habe. Dieser Sachverhalt sei also
vergleichbar mit einer Sanierungskündigung, die ausgesprochen werde, bevor ein
ausgereiftes, realisierbares Projekt vorliege. Der Eigenbedarf des Käufers sei zum
Zeitpunkt der Kündigung nicht realisierbar gewesen (act. 47 S. 6).
4.3. Sodann komme die Vorinstanz dem Beklagten mit unzulässigen Annahmen
zur Hilfe, die auf einer unrichtigen Feststellung des Sachverhaltes basierten: So
habe die Vorinstanz auf S. 18 ihres Urteils aktenwidrig festgehalten, die Kündi-
gung habe in den Vertragsverhandlungen eine Bedeutung gehabt. In Ziff. 7 des
Kaufvertrages werde lediglich festgehalten, dass C._ das Mietverhältnis per
30. September 2017 gekündigt habe. Weiter sei der Beklagte auf allfällige Verzö-
gerungen bei der Auflösung des Mietverhältnisses hingewiesen worden. Damit
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habe sich C._ aber offensichtlich gegen Schadenersatzansprüche absichern
wollen. Dass die Kündigung des Mietvertrages für das streitgegenständliche Miet-
objekt durch C._ per 30. September 2017 für ihn eine Bedingung für den Ab-
schluss des Kaufvertrages gewesen sei, habe der Beklagte nicht behauptet.
Ebenfalls frei von der Vorinstanz erfunden sei zudem die Feststellung, C._
habe ein schützenswertes Interesse daran gehabt, den einzigen seriösen Interes-
senten, der ihr einen ihren Vorstellungen einigermassen entsprechenden Kauf-
preis geboten habe, vor der öffentlichen Beurkundung des Kaufvertrages am 14.
August 2017 nicht zu verprellen. Der Beklagte hätte den Kaufvertrag nämlich
auch öffentlich beurkunden lassen, wenn C._ das Mietverhältnis nicht ge-
kündigt gehabt hätte, ansonsten eine solche Verpflichtung ausdrücklich vereinbart
worden wäre. Bei den beiden von der Vorinstanz angenommenen schützenswer-
ten Interessen von C._ handle es sich um unrichtige Sachverhaltsfeststellun-
gen (vgl. act. 47 S. 9-11).
4.4. Nach Ansicht der Klägerin ist sodann die vorinstanzliche Auffassung unrich-
tig, wonach es gemäss der bundesgerichtlichen Rechtsprechung (BGer
4A_297/2010 vom 6. Oktober 2010, E. 2.1) legitim sei, einem Käufer auf Kosten
eines langjährigen Mieters möglichst bald die Eigennutzung der erworbenen Miet-
sache zu ermöglichen. Anders als im Fall, in dem ein Vermieter einem langjähri-
gen Mieter die Wohnung aufkündige, um die Mietsache einer ihm näher stehen-
den Person zur Verfügung zu stellen, gehe es hier nämlich nicht um die Frage,
wer künftig Vertragspartner der Vermieterin sein soll, und nur diesbezüglich habe
die Vermieterin ein legitimes Interesse (vgl. act. 47, S. 11 f.).
4.5. Schliesslich argumentiert die Klägerin wie bereits vor der Vorinstanz (vgl.
act. 36 S. 5) sinngemäss mit dem Schutzgedanken von Art. 261 OR und Art. 271
OR. Nachdem C._ der Klägerin erst nach Abschluss der Reservationsver-
einbarung mit dem Beklagten gekündigt gehabt habe, sei die Kündigung nicht in
ihrem eigenen Interesse und insbesondere nicht zur Erzielung eines möglichst
hohen Kaufpreises für das Mietobjekt erfolgt. Vielmehr sei die Kündigung im Inte-
resse des Beklagten als Käufer erfolgt. Dem Käufer werde so eine Kündigungs-
möglichkeit eingeräumt, noch bevor er überhaupt Eigentümer des Mietobjekts
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geworden sei, was sowohl dem Schutzgedanken von Art. 261 OR als auch jenem
von Art. 271 OR zuwiderlaufe, denn zufolge Vertragsübergangs könne der Erwer-
ber dem Mieter grundsätzlich nur nach den vertraglichen Bestimmungen kündigen
(Art. 261 Abs. 1 OR). Nur im Falle dringenden Eigenbedarfs für sich
oder nahe Verwandte oder Verschwägerte sei eine Kündigung unter Einhaltung
der gesetzlichen Fristen auf den nächsten gesetzlichen Termin vorgesehen.
Wenn das fremde Interesse des Erwerbers an der Auflösung des Mietvertrages
als zulässiger Kündigungsgrund erachtet werde, führe dies zu einer Vereitelung
der Ansprüche des Mieters. Etwas anderes lasse sich auch aus der Rechtspre-
chung des Bundesgerichts, wonach ein ökonomisches Interesse des Vermieters
ein legitimes Interesse für eine Kündigung darstelle, nicht ableiten, denn dabei
handle es sich – anders als hier – jedenfalls um ein eigenes Interesse des Ver-
mieters. Die am 27. Juni 2017 ausgesprochene Kündigung sei deshalb miss-
bräuchlich i.S.v. Art. 271 OR (vgl. zum Ganzen act. 47, S. 12 f.).
5.
5.1. Aufgrund der im Recht liegenden Unterlagen mag unklar erscheinen, ob und
in welchem Umfang die Kündigung des zwischen C._ und der Klägerin da-
mals noch bestehenden Mietvertrages im Rahmen der Unterzeichnung der beiden
Reservationsvereinbarungen durch den Beklagten vom 12. Juni 2017 und vom
23. Juni 2017 ein Thema gewesen ist. Offensichtlich hat der Beklagte C._ je-
doch bereits damals darüber informiert, dass er das Mietobjekt zum Zwecke der
Eigennutzung erwerben wolle. Die Klägerin selbst hat dies nie in Abrede gestellt
und selbst ausgeführt, C._ habe die Mietwohnung an den Beklagten im Wis-
sen darum verkauft, dass dieser – im Gegensatz zum anderen Kaufinteressenten
F._ – die Wohnung zu Eigenbedarfszwecken erwerben wolle (vgl. act. 1
S. 5). Zudem stellt sich die Klägerin auf den Standpunkt, C._ habe beim
Aussprechen der Kündigung am 27. Juni 2017 über kein eigenes schutzwürdiges
Interesse an der Kündigung verfügt, denn diese habe lediglich einem Wunsch des
Beklagten entsprochen und damit dessen Interessen als künftigen Eigentümer
gedient (act. 47 S. 4 f. und S. 8). Der Beklagte selbst hat ausgeführt, er habe die
Wohnung an der D._-strasse ... in ... Zürich mit seiner Verlobten möglichst
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rasch beziehen wollen, weshalb er C._ darum gebeten habe, den Mietvertrag
mit der Klägerin noch im Juni 2017 per Ende September 2017 zu kündigen, die
diesem Wunsch nachgekommen sei (act. 28 Rz. 14). Diese Ausführungen wurden
von der Klägerin anerkannt (vgl. act. 36 Ziff. 6). Damit kann als unbestritten und
erstellt gelten, dass C._ spätestens am 27. Juni 2017 und damit im Zeitpunkt
des Aussprechens der Kündigung bekannt war, dass der Beklagte das Mietobjekt
zur Eigennutzung zu erwerben beabsichtigte, was in der Konsequenz bedeutete,
dass dieses bis zum Antritt des Eigentums wenn möglich mietfrei zu sein hatte.
Dies wiederum war dann offenbar auch der Grund dafür, dass C._ gegen-
über der Klägerin am 27. Juni 2017 (somit nur gerade vier Tage nach Abschluss
der modifizierten Reservationsvereinbarung mit dem Beklagten) die Kündigung
per 30. September 2017 ausgesprochen hat. Ein anderer Grund ist jedenfalls
nicht ersichtlich.
5.2. Wie die Klägerin richtig ausführt, ist für die Frage, ob eine Kündigung gegen
Treu und Glauben verstösst, einzig die Situation im Zeitpunkt, in welchem diese
ausgesprochen wird, massgeblich. Für den hier zu beurteilenden Fall ist deshalb
einzig relevant, dass C._ aus den mit dem Beklagten geführten Verhandlun-
gen im Hinblick auf den Abschluss der (modifizierten) Reservationsvereinbarung
vom 23. Juni 2017 offensichtlich und unbestrittenermassen bereits am 27. Juni
2017 bekannt war, dass der Beklagte die Wohnung an der D._-strasse ... in
... Zürich möglichst bald selbst bewohnen wollte. Ob die Kündigung des Mietver-
trages mit der Klägerin in den späteren Vertragsverhandlungen zwischen C._
und dem Beklagten über den Verkauf des Mietobjektes thematisiert worden ist
oder nicht, ist demgegenüber irrelevant, sodass die von der Mieterin diesbezüg-
lich erhobene Rüge der unrichtigen Feststellung des Sachverhaltes letztlich ins
Leere zielt und darauf nicht näher einzugehen ist.
5.3. Zudem scheint die Klägerin zu verkennen, dass es sich bei der Frage nach
dem Vorliegen eines rechtlich schützenswerten Interessens für das Aussprechen
einer Kündigung hier nicht um eine Tatfrage, sondern vielmehr um eine Rechts-
frage handelt. Wenn die Klägerin den von der Vorinstanz gestützt auf die Partei-
vorbringen und im Recht liegenden Urkunden gezogenen Schluss bemängelt,
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C._ selbst habe über ein schützenswertes Interesse am Aussprechen der
Kündigung verfügt, so bemängelt sie damit letztlich deren rechtliche Würdigung
des Sachverhaltes und nicht die Feststellung des Sachverhaltes an sich. Damit
erübrigen sich auch Weiterungen zu dieser (vermeintlichen) Sachverhaltsrüge.
Demgegenüber ist auf die Frage, ob die Vorinstanz in Würdigung des konkreten
Sachverhaltes die Kündigung vom 27. Juni 2017 zu Recht für gültig und damit für
nicht missbräuchlich erklärt hat, einzugehen.
5.4. Die Klägerin argumentiert widersprüchlich, wenn sie einerseits die Auffas-
sung vertritt, der Kaufentschluss des Beklagten habe bereits nach Unterzeich-
nung der Reservationsvereinbarung vom 23. Juni 2017 definitiv festgestanden,
weshalb C._ mit der Kündigung nicht eigene wirtschaftliche Ziele, sondern
einzig die fremden (im Lichte von Art. 271 OR nicht schützenswerten) Interessen
des Beklagten verfolgt habe. Andererseits macht sie geltend, die Pläne des Be-
klagten, namentlich die beabsichtigte Eigennutzung des Kaufobjektes, seien im
Zeitpunkt des Aussprechens der Kündigung noch nicht genügend konkret festge-
standen, obwohl im vorinstanzlichen Verfahren zudem unbestritten geblieben ist,
dass der Beklagte auf der Suche nach einer Eigentumswohnung war, die er zu-
sammen mit seiner Verlobten würde bewohnen können. Es erscheint daher nahe-
liegend bzw. schlüssig, dass der Beklagte dies – wie von ihm in den Rechtsschrif-
ten ausgeführt – C._ dementsprechend bereits bei Unterzeichnung der Re-
servationsvereinbarung mitgeteilt und um Kündigung des Mietverhältnisses mit
der Klägerin gebeten hat. Die Klägerin selbst geht schliesslich davon aus,
C._ habe die Kündigung vom 27. Juni 2017 (allein) zur Wahrung der Interes-
sen des Beklagten ausgesprochen. Unter diesen Umständen erscheint die – im
Übrigen durch nichts belegte – Behauptung der Klägerin, die Pläne des Beklagten
zur Eigennutzung der Wohnung seien im Zeitpunkt des Aussprechens der Kündi-
gung am 27. Juni 2017 noch nicht genügend konkret festgestanden, während der
Kaufentschluss endgültig gewesen sein soll, lebensfremd. Damit ist die vo-
rinstanzliche Schlussfolgerung, bei der Kündigung vom 27. Juni 2017 durch
C._ habe es sich nicht um eine Kündigung auf Vorrat gehandelt, nicht zu be-
anstanden.
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Nicht zu beanstanden ist ebenfalls die Auffassung der Vorinstanz, C._ habe
an der Kündigung vom 27. Juni 2017 ein schützenswertes Interesse gehabt. Es
ist ein einleuchtendes und räsonables Motiv, eine Wohnung zu den für einen po-
tentiellen Erwerber vorteilhafte Bedingungen zu verkaufen, weil das u.a. den
Kaufpreis mitbestimmt. Aufgrund der Akten und des unbestrittenen Sachverhaltes
trifft das auch hier zu. Der Beklagte suchte – wie gesehen – eine Wohnung zum
Zweck, diese zusammen mit seiner Verlobten selbst bewohnen zu können. Wenn
am 27. Juni 2017 noch etwas nicht konkret bzw. definitiv war, so war dies das Zu-
standekommen eines gültigen Kaufvertrages über die Liegenschaft D._-
strasse ... in .... Zürich für einen Kaufpreis von Fr. 2 Mio. Wie die Vorinstanz zu-
treffend ausgeführt hat, wird dies durch die Reservationsvereinbarung nämlich
keinesfalls garantiert, weil bis zur öffentlichen Beurkundung des Kaufvertrages
der potentielle Käufer vom Kauf jederzeit wieder Abstand nehmen kann, selbst-
verständlich unter Tragung der vereinbarten Folgen des Vertragsrücktritts. Vorlie-
gend hat der Beklagte C._ die Liegenschaft denn schliesslich auch nicht für
den in der Reservationsvereinbarung festgehaltenen Kaufpreis von Fr. 2 Mio. ab-
gekauft, sondern für einen um Fr. 100'000.– reduzierten Kaufpreis von Fr. 1.9 Mi-
o. (vgl. act. 3/11 und act. 30/4). Weshalb die Liegenschaft letztlich zu einem tiefe-
ren Kaufpreis an den Beklagten verkauft wurde, kann vorliegend offenbleiben. Da
C._ bei Unterzeichnung der Reservationsvereinbarung durch den Beklagten
am 23. Juni 2017 bekannt war, dass der Beklagte die Wohnung zusammen mit
seiner Verlobten selbst zu bewohnen wünschte, das Kaufobjekt somit optimaler-
weise möglichst bald mietfrei sein sollte, kündigte sie das Mietverhältnis mit der
Mieterin nur wenige Tage später am 27. Juni 2017. Ein solches Vorgehen ist aus
Sicht eines unbefangenen Dritten nachvollziehbar und verletzt weder den Anstand
noch den Grundsatz von Treu und Glauben, zumal nicht einmal die Klägerin
selbst geltend macht, C._ habe ihr zugesichert, nur an einen Käufer ohne Ei-
gennutzungsabsichten zu verkaufen. Entgegen der Auffassung der Klägerin hat
C._ somit nachgerade offenkundig nicht einzig im Interesse des Beklagten
und ohne jegliches Eigeninteresse gehandelt hat. Die Kündigung diente ihr, weil
damit günstige Voraussetzungen für die Kaufvertragsverhandlungen geschaffen
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wurden, nämlich das Kaufobjekt möglichst mietfrei zu verkaufen, was auch den
Vorstellungen des Beklagten als potentiellem Käufer entsprach.
5.5. Da entgegen der Ansicht der Klägerin C._ selbst ein eigenes und aktu-
elles Interesse an der von ihr ausgesprochenen Kündigung vom 27. Juni 2017
zuzugestehen ist, muss auf das von der Klägerin in der Berufung weiter vorgetra-
gene Argument, es sei nicht legitim, auf Kosten eines langjährigen Mieters einem
Käufer möglichst bald die Eigennutzung des Kaufobjektes zu ermöglichen, sowie
die Behauptung, die Geltendmachung eines fremden Interesses verstosse gegen
den Schutzgedanken von Art. 261 OR und Art. 271 OR, grundsätzlich nicht näher
eingegangen werden. Lediglich der Vollständigkeit halber sei dazu allerdings Fol-
gendes angemerkt: Wie die Vorinstanz bereits zutreffend ausführte (vgl. act. 46
S. 12), wird gemäss konstanter Rechtsprechung eine Kündigung als nicht treuwid-
rig erachtet, wenn ein Vermieter im Hinblick auf einen Verkauf des Mietobjektes
zur Erzielung eines besseren Kaufpreises für das mietfreie Objekt eine Kündigung
ausspricht, und zwar noch bevor er einen Käufer für dieses gefunden hat (vgl.
z.B. BGer 4A_484/2012 vom 28. Februar 2013, E. 2.3.1; BGE 136 III 190, E. 2;
BGE 120 II 105, E. 3B/bb). Vor diesem Hintergrund muss es auch zulässig sein,
dass ein Vermieter aus Rücksicht auf den Mieter und in der Hoffnung, dass er ei-
nen Käufer findet, der den Mieter übernimmt, mit der Kündigung zuwartet und
diese erst im Hinblick auf den konkreten Abschluss eines Kaufvertrages mit einem
Käufer mit Eigenbedarf ausspricht. Ansonsten würde es dazu führen, dass ein
Vermieter mit Verkaufsabsichten vorsichtshalber immer schon dann kündigen
muss, wenn noch gar kein konkreter Käufer in Sicht ist. Das liegt auch nicht im In-
teresse von Mietern. Der Mieter wird bei einer ordentlichen Kündigung durch den
veräussernden Vermieter auch nicht schlechter bzw. bei einer Kündigung durch
den erwerbenden Vermieter nicht besser gestellt. Art. 261 OR statuiert den
Grundsatz der Weitergeltung des Mietvertrages auch beim Verkauf des Mietob-
jekts bzw. den Übergang des Mietverhältnisses auf den neuen Eigentümer. Er ga-
rantiert dem Mieter indes keinen Anspruch auf Weiternutzung. Art. 261 OR ent-
zieht dem veräussernden Vermieter zwar die Möglichkeit, das Mietverhältnis we-
gen der Veräusserung gestützt auf Abs. 2 ausserordentlich zu kündigen. Eine or-
dentliche Kündigung ist (im Rahmen von Art. 271 f. OR) aber grundsätzlich zuläs-
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sig (vgl. ZK-HIGI/WILDEISEN, Zürich 2019, Art. 261/261a OR N 22, N 24 und N 28).
Und kündigt der neue Eigentümer in Anwendung der statuierten Kündigungsmög-
lichkeiten ausserordentlich und damit früher, als es der Vertrag mit dem ver-
äussernden Vermieter gestattet hätte, so kann der Mieter von diesem zwar Scha-
denersatz verlangen, ein realobligatorischer Anspruch gegenüber dem neuen Ei-
gentümer besteht indes nicht (Art. 261 Abs. 3 OR).
5.6. Aus diesen Gründen hat die Vorinstanz in Abweisung der Klage die Kündi-
gung von C._ vom 27. Juni 2017 per 30. September 2017 zu Recht für gültig
erklärt. Demnach erweist sich die Berufung als unbegründet und ist abzuweisen.
6.
6.1. Die von der Vorinstanz festgesetzte Entscheidgebühr sowie die Parteient-
schädigung beanstandet die Klägerin in der Berufung nicht. Sie sind daher ohne
Weiteres zu bestätigen. Zufolge Abweisung der Berufung ist auch die Verteilung
dieser Kosten zu bestätigen.
6.2. Ausgangsgemäss wird die Klägerin für das Berufungsverfahren kosten- und
entschädigungspflichtig (vgl. Art. 106 Abs. 1 ZPO).
6.3. Grundlage der Gebührenfestsetzung bilden der Streitwert bzw. das tatsäch-
liche Streitinteresse, der Zeitaufwand des Gerichts und die Schwierigkeit des Falls
(§ 2 Abs. 1 GebV). Dem tragen die Tarife gemäss §§ 4 ff. GebV OG Rechnung.
Der Streitwert bemisst sich im Verfahren über die Anfechtung einer Kündigung
nach den Bruttomietzinsen während der vom jeweiligen Verfahren betroffenen
Zeitdauer, d.h. ab Eingang des Rechtsmittels bis zum Ablauf der dreijährigen
Sperrfrist (Art. 271a Abs. 1 lit. e OR) zuzüglich der ordentlichen Kündigungsfrist
(vgl. OGer ZH NG180002 vom 1. Februar 2018, E. 5). Aus dem Mietvertrag vom
11. April 2012 ergibt sich, dass der Vertrag unter Berücksichtigung einer Frist von
drei Monaten jeweils auf Ende März oder Ende September gekündigt werden
kann, frühestens aber auf den 30. September 2013 (act. 3/1). Die für die Streit-
wertberechnung massgebliche Zeitdauer umfasst somit 40 Monate (27. Novem-
ber 2018 bis und mit 31. März 2022). Aus dem monatlichen Bruttomietzins von
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Fr. 5'100.-- gemäss Mietvertrag (act. 3/1) ergibt sich danach ein Streitwert von
Fr. 204'000.--, wovon im Übrigen auch die Klägerin ausgeht (vgl. act. 47 Ziff. I.4).
In Anwendung von § 4 Abs. 1 bis Abs. 3 sowie § 7 i.V.m. § 12 Abs. 1 und 2 GebV
OG ist die Entscheidgebühr auf Fr. 6'000.-- festzusetzen.
6.4. Eine Parteientschädigung an den Beklagten ist mangels Umtrieben, die zu
entschädigen wären, nicht zuzusprechen.