# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** cac7a293-6213-452b-9208-f624540f2228
**Court:** ZH_OG
**Chamber:** ZH_OG_002
**Year:** 2017
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

betreffend
fahrlässige grobe Verletzung der Verkehrsregeln
Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichtes Uster, Einzelgericht,
vom 17. Januar 2017 (GG160023)
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Anklage:
Die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft See/Oberland vom 9. September 2016
(Urk. 18) ist diesem Urteil beigeheftet.
Urteil der Vorinstanz (Urk. 43 S. 17 ff.)
"Es wird erkannt:
1. Die Beschuldigte ist schuldig der fahrlässigen groben Verletzung der Verkehrsre-
geln im Sinne von Art. 90 Abs. 2 SVG in Verbindung mit Art. 27 Abs. 1 SVG, Art. 4a
Abs. 1 lit. a und Abs. 2 VRV und Art. 100 Ziff. 1 Abs. 1 SVG.
2. Die Beschuldigte wird bestraft mit einer Geldstrafe von 15 Tagessätzen zu
Fr. 150.– (entsprechend Fr. 2'250.–) und einer Busse von Fr. 450.–.
3. Der Vollzug der Geldstrafe wird aufgeschoben und die Probezeit auf 2 Jahre fest-
gesetzt. Die Busse ist zu bezahlen.
4. Bezahlt die Beschuldigte die Busse schuldhaft nicht, so tritt an deren Stelle eine Er-
satzfreiheitsstrafe von 3 Tagen.
5. Die Entscheidgebühr wird angesetzt auf:
Fr. 1'800.– ; die weiteren Kosten betragen:
Fr. 1'500.– Gebühr für das Vorverfahren und
Fr. 3'080.– Auslagen (Gutachten).
6. Die Entscheidgebühr und die weiteren Kosten werden der Beschuldigten auferlegt.
7. (Mitteilungen)
8. (Rechtsmittel)"
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Berufungsanträge:
Der Verteidigung der Beschuldigten:
(Urk. 45 S. 2; Urk. 54 S. 1)
1. Es sei das Urteil des Bezirksgerichtes Uster, ER in Strafsache vom 17. Januar
2017 in allen Teilen aufzuheben.
2. Es sei die Beschuldigte von Schuld und Strafe freizusprechen.
3. Es seien die Kosten des gesamten Verfahrens einschliesslich Berufungsverfah-
ren auf die Staatskasse zu nehmen.
4. Es sei die Beschuldigte für das ganze Verfahren einschliesslich Berufungsver-
fahren zu entschädigen.

## Considerations

Erwägungen:
I. Prozessuales
1. Verfahrensgang
1.1. Zum Verfahrensgang bis zum vorinstanzlichen Urteil kann zwecks Ver-
meidung von unnötigen Wiederholungen auf die zutreffenden Erwägungen der
Vorinstanz im angefochtenen Entscheid verwiesen werden (Urk. 43 S. 3;
Art. 82 Abs. 4 StPO).
1.2. Mit Urteil des Bezirksgerichts Uster, Einzelgericht in Strafsachen, vom
17. Januar 2017 wurde die Beschuldigte A._ im Sinne des eingangs wieder-
gegebenen Urteilsdispositivs schuldig gesprochen und bestraft. Gegen dieses Ur-
teil liess sie innert Frist mit Schreiben vom 25. Januar 2017 Berufung anmelden
(Urk. 39). Das begründete Urteil wurde dem Verteidiger der Beschuldigten in der
Folge am 31. Mai 2017 zugestellt (Urk. 42), woraufhin diese mit Eingabe vom
20. Juni 2017 fristgerecht die Berufungserklärung beim hiesigen Gericht einreich-
te (Urk. 45).
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1.3. Mit Präsidialverfügung vom 22. Juni 2017 wurde der Anklagebehörde Frist
angesetzt, um Anschlussberufung zu erheben oder begründet ein Nichteintreten
auf die Berufung zu beantragen (Urk. 47). Diese liess sich indes innert Frist nicht
vernehmen.
1.4. Beweisanträge wurden im Rahmen des Vorverfahrens keine gestellt.
1.5. Am 16. Oktober 2017 fand die Berufungsverhandlung statt, zu welcher die
Beschuldigte in Begleitung ihres erbetenen Verteidigers Rechtsanwalt lic. iur.
X._ erschienen ist (Prot. II S. 4).
1.6. Nachdem die Beschuldigte auf eine mündliche Urteilseröffnung verzichtet
hatte (Prot. II S. 10), wurde den Parteien das Urteilsdispositiv vom 16. Oktober
2017 am 17. Oktober 2017 zugesendet (Urk. 55). Darin wurde versehentlich die
Regelung der Kosten der Untersuchung sowie des erstinstanzlichen Verfahrens
vergessen, weshalb den Parteien am 26. Oktober 2017 gestützt auf Art. 83 Abs. 1
StPO, wonach das Gericht ein unvollständiges Dispositiv von Amtes wegen be-
richtigen kann, eine berichtigte Fassung des Urteilsdispositiv vom 16. März 2017
zugestellt wurde (Urk. 56).
2. Umfang der Berufung
2.1. In ihrer Berufungserklärung vom 20. Juni 2017 sowie anlässlich der Beru-
fungsverhandlung vom 16. Oktober 2017 beantragte die Verteidigung der Be-
schuldigten einen vollumfänglichen Freispruch (Urk. 45 S. 2; Urk. 54 S. 1).
2.2. Anlässlich der Berufungsverhandlung schränkte die Verteidigung – auf Be-
fragen hin – die Berufung zudem insofern ein, als sie zu Protokoll erklärte, die vor-
instanzliche Kostenfestsetzung gemäss Dispositiv Ziffer 5 werde nicht ange-
fochten (Prot. II S. 5). Dementsprechend ist Dispositiv Ziff. 5 des vorinstanzlichen
Urteils nicht angefochten und damit in Rechtskraft erwachsen, was vorab mittels
Beschluss festzustellen ist (Art. 404 Abs. 1 StPO).
2.3. Im übrigen Umfang steht das vorinstanzliche Urteil zwecks Überprüfung
zur Disposition.
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II. Sachverhalt und rechtliche Würdigung
3. Sachverhalt
3.1. Die Anklagebehörde wirft der Beschuldigten in ihrer Anklageschrift vom
9. September 2016 zusammengefasst vor, sie habe am Montag, den 17. Juni
2013, um 12.59 Uhr, den Personenwagen Subaru Outback, mit dem Kontroll-
schild ZH ..., in B._, innerorts auf der C._-Strasse (dorfeinwärts) ge-
lenkt. Dabei habe sie die zulässige Höchstgeschwindigkeit von 50 km/h nach Ab-
zug einer Sicherheitsmarge von 5 km/h um netto 28 km/h überschritten. Durch
diese massive Geschwindigkeitsüberschreitung habe sie bewusst (respektive im
Eventualstandpunkt: fahrlässig) eine ernstliche Gefahr für die Sicherheit anderer
Verkehrsteilnehmer geschaffen (Urk. 18 S. 2 ff.).
3.2. Die Beschuldigte hat sich sowohl während der Strafuntersuchung als auch
vor Vorinstanz konsequent auf den Standpunkt gestellt, sie sei nicht die Person
gewesen, welche zur fraglichen Zeit den auf sie zugelassenen PW mit dem Kon-
trollschild ZH ... in B._ gelenkt habe (Urk. 6/1 S. 1 f., Urk. 6/2 S. 2 ff.,
Urk. 6/3 S. 2, Urk. 32 S. 4 f.). Diese Position nahm sie denn auch anlässlich der
Berufungsverhandlung ein (Urk. 53 S. 5 ff.). Zur Frage, wer denn sonst zum in-
kriminierten Zeitpunkt mit ihrem Fahrzeug unterwegs gewesen sei, verweigerte
die Beschuldigte während des gesamten Verfahrens die Aussage (Urk. 6/1 S. 1 f.,
Urk. 6/2 S. 2 ff., Urk. 6/3 S. 2, Urk. 32 S. 4 f., Urk. 53 S. f.).
3.3. Die Vorinstanz kam im Rahmen ihrer Beweiswürdigung zusammengefasst
zum Schluss, unbestritten sei, dass die Beschuldigte die Halterin des Personen-
wagens Subaru Outback mit dem Kontrollschild ZH ... gewesen sei, welcher am
Montag 17. Juni 2013 um 12:59 Uhr innerorts auf der C._-Strasse in B._
(dorfeinwärts) von einem Radargerät aufgrund einer Missachtung der Höchstge-
schwindigkeit erfasst worden sei. Nachdem die Beschuldigte ihre Täterschaft
stets in Abrede gestellt habe, habe die Anklagebehörde letztlich durch das Foren-
sische Institut Zürich ein Gutachten mit morphologischem Bild-Bild-Vergleich in-
klusive 3D-Vermessung in Auftrag gegeben. Bei der Auftragserteilung sei die An-
klagebehörde sämtlichen Auflagen, welche ihr im Rahmen eines Beschwerdever-
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fahrens durch die III. Strafkammer des Obergerichts Zürich erteilt worden seien,
nachgekommen. Entsprechend sei das Gutachten entgegen den Vorbringen der
Verteidigung vollumfänglich verwertbar. Die Gutachterin komme darin zusam-
mengefasst zum Schluss, dass aufgrund der morphologischen Personenanalyse
eine Identität der Beschuldigten mit der Person auf dem Foto der Radarmessung
als "sehr wahrscheinlich" zu bewerten sei. Auf diese gutachterliche Schlussfolge-
rung könne abgestellt werden. Zu keinem anderen Schluss komme man schliess-
lich, wenn man sich die Aussagen der drei Auskunftspersonen vor Augen halte.
Sowohl die Cousine der Beschuldigten als auch deren Tante und die Schwester
hätten zu Protokoll gegeben, dass sie den Subaru der Beschuldigten noch nie ge-
lenkt hätten. Zudem hätten alle drei Auskunftspersonen zu Protokoll erklärt, dass
es sonst keine Personen aus dem familiären Umfeld der Beschuldigten gebe,
welche die abgebildete Person sein könnten. In Würdigung all dieser Umstände
bestünden keine erheblichen, nicht zu unterdrückenden Zweifel daran, dass die
Beschuldigte am 17. Juni 2013 um 12:59 Uhr nicht nur Halterin, sondern auch
Lenkerin des Subaru Outback mit dem Kontrollschild ZH ... gewesen sei und dass
sie innerorts auf der C._-Strasse in B._ (dorfeinwärts) mit einer Ge-
schwindigkeit von 78 km/h (Toleranz bereits abgezogen) unterwegs gewesen sei.
Der Anklagesachverhalt sei somit erstellt (Urk. 42 S. 3 ff.).
3.4. Die Verteidigung rügte die vorinstanzliche Beweiswürdigung anlässlich der
Berufungsverhandlung wie folgt:
3.4.1. Zunächst sei es rechtswidrig, aus dem Aussageverweigerungsrecht der
Beschuldigten auf das Gegenteil zu schliessen. Dies würde bedeuten, dass von
der Beschuldigten eine Erklärung erwartet werden könne. Dies könne jedoch nur
in speziellen Sonderfällen zutreffen. Ein Beschuldigter, dem eine Geschwindig-
keitsüberschreitung vorgeworfen werde, habe das Recht, die Aussage zu ver-
weigern, wie jeder andere Beschuldigte auch. Überdies könne eine beschuldigte
Person gute Gründe haben, ihre Angaben zum Lenker zu verschweigen, bei-
spielsweise weil sie die fragliche Person nicht denunzieren wolle, oder weil ihr
gegenüber der tatsächlichen Täterschaft ein gesetzliches Aussageverweigerungs-
recht zustehe, oder weil sie sich wie im vorliegenden Fall über die tatsächliche
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Täterschaft nicht sicher sei und sich nicht nach Art. 303 oder 304 StGB strafbar
machen wolle. Deshalb würden als Beweismittel bloss die Zeugen und das Gut-
achten des forensischen Instituts in Frage kommen (Urk. 54 S. 3 ff.).
3.4.2. Keine der drei einvernommenen Zeugen hätten die Beschuldigte identifi-
zieren können, wobei von zusätzlicher Bedeutung sei, dass die Zeuginnen
D._ und E._ das Umfeld und den Bekanntenkreis der Beschuldigten
aufgrund des distanzierten Verhältnisses überhaupt nicht kennen würden. Die
Schwester F._ stehe in einem äusserst angespannten, wenn nicht gar feind-
schaftlichen Verhältnis. Obwohl sie somit allen Grund gehabt hätte, ihre Schwes-
ter "in die Pfanne zu hauen", habe auch sie deren Identität nicht bestätigen kön-
nen (Urk. 54 S. 6).
3.4.3. Somit bleibe nur das Gutachten des Forensischen Instituts Zürich, welches
in allen Teilen als haltlos und nicht beweistauglich bestritten werde. Die Staats-
anwaltschaft habe mit Vermessungsbefehl vom 26. Juni 2014 eine dreidimensio-
nale Vermessung der Beschuldigten angeordnet. Der Gutachter sei dann zum
Schluss gekommen, dass das dreidimensionale Gesichtsmodell der Beschuldig-
ten für eine Proportionenanalyse nicht geeignet sei. Stattdessen habe er eine
morphologische Personenanalyse durchgeführt, was eine einzige Manipulation
sei. Als Beweismittel dürfe nur ein primäres Beweismittel dienen, nicht aber ein
abgeändertes und manipuliertes. Das einzige primäre originale Beweismittel finde
man in Abbildung 1 sowie in Abbildung 4 als Hintergrundbild im Bildanhang zum
Gutachten. Dieses Bild sei nun durch den Gutachter abgeändert, angeglichen, be-
lichtet oder zusammengefasst verfälscht worden, was aus Abbildung 5 klar er-
sichtlich sei. Das Ganze werde als morphologische Personenanalyse dargestellt.
Jedoch habe die Staatsanwaltschaft nie einen Auftrag hierzu erteilt, sondern der
Gutachter habe selber eine solche Analyse erstellt, um die Staatsanwaltschaft zu-
frieden zu stellen. Der Gutachter sei daher nicht objektiv, sondern befangen ge-
wesen. Überdies sei der Beschuldigten sowie der Verteidigung das Recht auf Er-
gänzungsfragen vorenthalten worden. Das Gutachten sei daher mangels Auftrags
und infolge Verletzung der Verteidigerrechte rechtswidrig und unbeachtlich. Aus
Abbildung 5 ergebe sich sodann, dass das Gutachten zu falschen Schlüssen füh-
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re und als Beweismittel untauglich sei, weil der Gutachter mit Hilfe technischer
Mittel aus der Person auf dem Radarfoto die Beschuldigte gemacht habe. Auch
seien die 52 verglichenen Merkmale im Gutachten nicht erwähnt und deshalb
nicht nachvollziehbar. Der Gutachter habe es zudem unterlassen, sich zu den tat-
sächlichen Unterschieden zwischen den Bildern betreffend Lippen, Mund, Nase,
Grübchen am Kinn sowie Haaransatz zu äussern. Das Gutachten könne nicht als
Beweis für die Identität der Fahrzeuglenkerin und der Beschuldigten dienen, wes-
halb die Beschuldigte nach dem Grundsatz in dubio pro reo freizusprechen sei
(Urk. 54 S. 6 f. i.V.m. Prot. II S. 7 ff.).
3.5. Als Beweismittel stehen neben den Aussagen der Beschuldigten (Urk. 6/1;
Urk. 6/2; Urk. 6/3; Urk. 32 und Urk. 53) auch das Radarfoto vom 17. Juni 2013
(Urk. 3) sowie das Gutachten von Dr. G._ vom Forensischen Institut
Zürich vom 29. April 2016 (Urk. 11/30) zur Verfügung. Darüber hinaus liegen die
Aussagen der drei Auskunftspersonen D._, E._ und F._ vor
(act. 8/1, 8/2 und 8/4), welche allesamt unter Gewährung der Teilnahmerechte der
Beschuldigten korrekt erhoben wurden und damit vollumfänglich verwertbar sind.
3.5.1. Wie bereits erwähnt, hat die Beschuldigte während des gesamten Verfah-
rens bestritten, sich anklagegemäss verhalten zu haben. Konsequenterweise hat
sie denn auch zum inkriminierten Sachverhalt keinerlei Angaben gemacht. Unbe-
stritten geblieben ist seitens der Beschuldigten, dass sie zum fraglichen Zeitpunkt
Halterin des Subaru Outback mit dem Kennzeichen ZH ... war und dass mit die-
sem Fahrzeug die eingeklagte Geschwindigkeitsüberschreitung begangen wurde.
Dazu befragt, wer damals ihren Personenwagen lenkte respektive wer ausser ihr
sonst noch Zugang zu ihrem Fahrzeug hatte, verweigerte sie stets die Aussage
(Urk. 6/1 S. 1 f., Urk. 6/2 S. 2 ff., Urk. 6/3 S. 2, Urk. 32 S. 4 f. und Urk. 53 S. 5 ff.).
3.5.2. Bereits die Vorinstanz hat sich mit der von der Verteidigung am Gutachten
erhobenen Kritik zutreffend auseinandergesetzt, weshalb auf diese Erwägungen
verwiesen werden kann (Urk. 43 S. 6 f.; Art. 82 Abs. 4 StPO). Die Staatsanwalt-
schaft hat mit Schreiben vom 29. September 2015 den Auftrag für ein Gutachten
zum Bildvergleich mit der 3D-Vermessung erteilt (Urk. 11/14). Diesem Gutach-
tensauftrag wurde der Vermessungsbefehl vom 26. Juni 2014 beigelegt, mit wel-
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chem eine dreidimensionale Vermessung der Beschuldigten, welche mittels Er-
stellen von Kopf-Fotografien mittels 3D-Scanner frontal und im Profil sowie – falls
notwendig – von weiteren Fotografien besonderer Körpermerkmale an-
geordnet wurde (Urk. 11/1). Die gegen diesen Vermessungsbefehl erhobene Be-
schwerde der Beschuldigten wurde von der III. Strafkammer des Obergerichts des
Kantons Zürich mit Beschluss vom 19. September 2014 insofern gutgeheissen,
als dass nicht der Unfalltechnische Dienst der Stadtpolizei Zürich, sondern eine
natürliche Person mit der Durchführung der Vermessung beauftrag werden müs-
se. Im Übrigen wurde die Beschwerde abgewiesen, soweit darauf eingetreten
wurde (Urk. 11/11). In der Folge wurde dem Verteidiger der Beschuldigten die Er-
nennung von Frau Dr. G._ als sachverständige Person angezeigt und ihm
gleichzeitig Gelegenheit eingeräumt, sich zur sachverständigen Person und zu
den Fragen zu äussern sowie eigene Anträge zu stellen (Urk. 11/13). Die Ver-
teidigung unterliess es jedoch innert der angesetzten Frist, sich dazu zu äussern
oder Ergänzungsfragen zu stellen (vgl. Urk. 11/14), weshalb sie heute keine Ver-
letzung der Verteidigungsrechte geltend machen kann. Wie bereits die Vorinstanz
festgehalten hat, erfolgte die Auftragserteilung somit rechtmässig und umfasste
– entgegen der Verteidigung – auch die Fotografie besonderer Körpermerkmale
und damit auch den morphologischen Bild-Bild-Vergleich bzw. die morpholo-
gische Personenanalyse. Schliesslich liegen auch keine Anhaltspunkte für eine
Befangenheit der Gutachterin bzw. dafür, dass sie mit dem Gutachten die Staats-
anwaltschaft habe zufriedenstellen wollen, vor. Insbesondere erklärt die Gutachte-
rin nachvollziehbar, dass das vorliegende Gesichtsmodell für die vergleichende
Analyse der Proportionsmerkmale mit der Bezugsperson im Messbild nicht geeig-
net sei, zumal dieses mehrheitlich fehlerbehaftet und porös erscheine, weil es der
Beschuldigten schwer gefallen sei, während der Datenerhebung ruhig zu sitzen
und deshalb die Referenzpunkte der 3D-Einzelmessung nicht mit der notwen-
digen Genauigkeit in ein messtechnisch einheitliches Oberflächenmodell hätten
zusammengefügt werden können. Mithin erscheint nachvollziehbar, weshalb das
angefertigte dreidimensionale Gesichtsmodell für eine vergleichende Bewertung
vorliegend nicht geeignet war (Urk. 11/30 S. 10 u. 12).
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3.5.3. Die Vorinstanz hat die Erkenntnisse der Gutachterin ausführlich und korrekt
zusammengefasst. Auf diese Erwägungen kann zwecks Vermeidung von unnöti-
gen Wiederholungen vollumfänglich verwiesen werden (Urk. 43 S. 7 ff.; Art. 82
Abs. 4 StPO). In Bezug auf den vorliegend zu erstellenden Sachverhalt wurde die
gemessene Geschwindigkeitsüberschreitung fotografisch festgehalten. Auf dem
betreffenden Bildmaterial ist die fehlbare Lenkerin relativ deutlich erkennbar
(Urk. 3). Die Gutachterin des Forensischen Instituts Zürich kommt in ihrer Exper-
tise vom 29. April 2016 (Urk. 11/30) zusammenfassend zum Schluss, die ver-
gleichende Gegenüberstellung der als Beweismittel zur Verfügung stehenden
Einzelaufnahme der Bezugsperson, erstellt am 17. Juni 2013, mit den Aufnahmen
der Beschuldigten, erstellt am 9. Februar 2016, sei mit dem Ergebnis "eine Identi-
tät ist sehr wahrscheinlich" zu bewerten (Urk. 11/30 S. 12 f.). Entgegen der Ver-
teidigung sind die verglichenen Merkmalausprägungen im Gutachten detailliert
erwähnt und nachvollziehbar (Urk. 11/30 S. 11). Insgesamt stimmen 46 Merk-
male, welche je separat verglichen wurden, überein (Urk. 11/30 S. 11 und 12).
Demgegenüber liegen lediglich sechs Merkmalunterschiede vor, wobei auffallend
ist, dass fünf davon in der Halsregion liegen (Urk. 30 S. 11 und 12). Diesbezüglich
ist festzuhalten, dass es sich nicht um ausschliessende Merkmale, sondern bloss
um nicht übereinstimmende Merkmale handelt, was darauf zurückzuführen ist,
dass aufgrund des Rollkragenpullovers der Beschuldigten ein Vergleich mit der
Halsregion nicht mit der notwendigen Genauigkeit möglich war. So hält die Gut-
achterin fest, die Halsregion sei bei den Vergleichsfotografien aufgrund eines
hochschliessenden Rollkragenpullovers mehrheitlich verdeckt gewesen. Die Be-
schuldigte sei der Bitte, auch diese Region freizulegen, nicht vollständig nachge-
kommen (Urk. 11/30 S. 10 und 12). Zwar sagte die Beschuldigte hierzu vor Vor-
instanz aus, sie hätte sich nicht verweigert und den Rollkragen heruntergerollt
(Urk. 32 S. 6), jedoch ist auf den Vergleichsaufnahmen im Gutachten ohne Weite-
res erkennbar, dass die Halsregion der Beschuldigten durch den Rollkragenpullo-
ver mehrheitlich verdeckt ist (Urk. 11/30 S. 16). Demgegenüber ist die Halsregion
auf dem Radarfoto aufgrund des ausgeschnittenen T-Shirts der Lenkerin sehr gut
erkennbar (Urk. 11/30 S. 15). Mithin liegt ausserhalb der – aufgrund des Roll-
kragenpullovers bzw. des Verhaltens der Beschuldigten nicht vergleichbaren –
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Halsregion lediglich ein einziger Merkmalunterschied vor. Schliesslich konnte sich
das Berufungsgericht auch anlässlich der Berufungsverhandlung davon überzeu-
gen, dass nicht auszuschliessen ist, dass die vor Schranken stehende Beschul-
digte und die auf dem Messbild abgebildete Person identisch sind. So bestehen
durchaus Ähnlichkeiten, hat doch die Beschuldigte wie die Lenkerin ein gut er-
kennbares Grübchen am Kinn, eine schmale gerade Nase und eher hängende
Mundwinkel, wobei die Halsregion auch anlässlich der Berufungsverhandlung
wiederum durch ein Halstuch verdeckt war. Nachdem die Beschuldigte keine ein-
eiige Zwillingsschwester (Urk. 53 S. 6) hat, besteht mit der Vorinstanz – und unter
Verweis auf deren zutreffende Erwägungen (Urk. 43 S. 6 ff.; Art. 82 Abs. 4 StPO)
– kein vernünftiger Zweifel daran, dass es sich bei der fehlbaren Lenkerin des
Personenwagens Subaru Outback mit dem Kontrollschild ZH ... um die Beschul-
digte handelte.
3.5.4. Zu keinem anderen Schuss kommt man, wenn man sich das Nachfolgende
vor Augen führt: Wie mehrfach dargetan, verweigerte die Beschuldigte konstant
die Aussage, wenn es darum ging darzutun, wer zum inkriminierten Zeitpunkt als
Lenkerin ihres Autos in Frage kommen könnte. Die Vorinstanz hat in diesem Zu-
sammenhang zunächst zutreffend erwogen, dass unter diesen Voraussetzungen
die Haltereigenschaft der Beschuldigten als Indiz für deren Täterschaft gewertet
werden könne. Entgegen der Verteidigung hat sie damit keine unzulässige Be-
weislastumkehr vorgenommen, sondern entsprechend der Rechtsprechung
des Bundesgericht den Umstand, dass die Beschuldigte sich weigert die zu ihrer
Entlastung erforderlichen Angaben zu machen, gewürdigt. Zweifellos steht der
Beschuldigten gestützt auf Art. 113 Abs. 1 StPO das Recht zu, sich nicht selber
belasten zu müssen und damit die Aussage und ihre Mitwirkung im Strafverfahren
zu verweigern. Beruft sie sich auf dieses Recht, so dürfen ihr aus ihrem Schwei-
gen grundsätzlich keine Nachteile erwachsen (BGE 130 I 126 E. 2.1.). Zwar gibt
es diesbezüglich mit der Verteidigung keine lex specialis SVG (vgl. Urk. 54 S. 4),
aber eine bundesgerichtliche Rechtsprechung, wonach das Gericht den Umstand,
dass sich die Beschuldigte auf ihre Aussage- und Mitwirkungsverweigerungsrecht
beruft, unter gewissen Umständen dennoch in die Beweiswürdigung einbeziehen
darf. Dies ist nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts dann der Fall, wenn
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sich die beschuldigte Person weigert, zu ihrer Entlastung erforderliche Angaben
zu machen, obschon eine Erklärung angesichts der belastenden Beweiselemente
vernünftigerweise erwartet werden dürfte (Urteil des Bundesgerichts 6B_453/2011
vom 20. November 2011, E. 1.6.; Pra 90 (2001) Nr. 110 S. 643 unter Hinweis auf
den Fall Murry c. Vereinigtes Königreich). Im Lichte der genannten Recht-
sprechung ist zunächst darauf hinzuweisen, dass die Beschuldigte während des
gesamten Verfahrens keinerlei substantiierte Angaben dazu machen wollte, wes-
halb sie nicht bereit sei, konkrete Angaben zu machen, welche die Identifizierung
des implizit behaupteten Drittlenkers erlauben würden. Nachdem sie zunächst bei
der polizeilichen Einvernahme vom 5. September 2013 aussagte, es würden meh-
rere Leute von ihrer Familie mit dem Auto fahren (Urk. 6/1 S. 2), erklärte sie an-
lässlich der Einvernahme durch die Staatsanwaltschaft See/Oberland vom
19. Februar 2014 auf die Fragen, ob F._, E._ oder D._ die Lenkerin
des Personenwagens gewesen sei, sie wolle dazu nichts sagen (Urk. 6/2 S. 4).
Anlässlich der Berufungsverhandlung vom 16. Oktober 2017 schloss sie schliess-
lich aus, dass die Lenkerin aus ihrem nahen Verwandtenkreis stamme (Urk. 53
S. 5 f.). Mithin zeigen diese Aussagen einerseits das widersprüchliche und aus-
weichende Aussageverhalten der Beschuldigten. Andererseits macht sie folglich –
entgegen den Vorbringen der Verteidigung – kein Zeugnisverweigerungsrecht für
nahe Verwandte geltend, sondern verweigert ihre Aussage aus anderen Gründen,
welche sie jedoch auch nicht nennen will. Sie gab konstant zu Protokoll, sie habe
eine Vermutung zur Identität des Lenkers respektive der Lenkerin, wolle dazu je-
doch nichts weiter sagen (Urk. 6/2 S. 3; Urk. 6/3 S. 2; Urk. 32 S. 4 und Urk. 53
S. 5 f.). Anlässlich der Berufungsverhandlung erklärte sie sodann, zu jener Zeit
hätten verschiedene Betreuungs- und Hilfspersonen ihrer pflegebedürftigen Mut-
ter zu ihrem Auto Zugang gehabt (Urk. 53 S. 5), ohne jedoch irgendwelche Na-
men nennen zu wollen (Urk. 53 S. 7). Wenn die Verteidigung diese Weigerung mit
der Angst vor einer Strafverfolgung aufgrund einer falschen Anschuldigung
(Art. 303 StGB) oder Irreführung der Rechtspflege (Art. 304 StGB) begründet, so
ist dem entgegenzuhalten, dass diese Straftatbestände nur erfüllt werden können,
wenn man wider besseren Wissens einen Nichtschuldigten bzw. eine strafbare
Handlung bei einer Behörde anzeigt. Von der Beschuldigten wird in der vorliegen-
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den Situation aber bloss erwartet, dass sie die weiteren Personen nennt, welche
Zugang zu ihrem Fahrzeug hatten und nicht, dass sie behauptet, wer an besag-
tem Tag gefahren ist. Unter diesen Voraussetzungen ist kein vernünftiger Grund
ersichtlich, weshalb sich die Beschuldigte bis zuletzt weigerte, Angaben zum ein-
zigen, sie entlastenden Beweis – den nota bene auch nur sie selbst nennen könn-
te – zu machen. Ein derartiges Verhalten lässt sich bei objektiver Betrachtung
vernünftigerweise nur damit erklären, dass dieser Entlastungsbeweis schlicht
inexistent ist.
3.5.5. Schliesslich bleibt zu erwähnen, dass die Befragung der Auskunftsperso-
nen D._, E._ und F._ vor (Urk. 8/1, Urk. 8/2 und Urk. 8/4) weder
konkrete be- noch entlastende Momente zu Tage förderten. Die Vorinstanz hat
sich hierzu erschöpfend und zutreffend geäussert, darauf kann in globo verwiesen
werden (Urk. 43 S. 10 f.).
3.6. Wenn die Vorinstanz im Rahmen ihrer Beweiswürdigung abschliessend
erwägt, in Würdigung aller Umstände bestünden keine erheblichen, nicht zu un-
terdrückenden Zweifel daran, dass die Beschuldigte am 17. Juni 2013 um
12:59 Uhr nicht nur Halterin, sondern auch Lenkerin des Subaru Outback mit dem
Kontrollschild ZH ... gewesen sei, welcher innerorts auf der C._-Strasse in
B._ (dorfeinwärts) mit einer Geschwindigkeit von 78 km/h (Toleranz bereits
abgezogen) unterwegs gewesen sei, so ist ihr darin vollumfänglich zuzustimmen.
Der eingeklagte Sachverhalt ist damit erstellt. Gestützt darauf ist die nachfolgende
rechtliche Würdigung vorzunehmen.
4. Rechtliche Würdigung
4.1. Die Vorinstanz kam zusammenfassend zum Schluss, indem die Beschul-
digte die Geschwindigkeit innerorts um 28 km/h überschritt habe, sei der objektive
Tatbestand der groben Verkehrsregelverletzung im Sinne von Art. 90 Abs. 2 SVG
erfüllt. In subjektiver Hinsicht scheide eine (eventual-)vorsätzliche Tatbegehung
mangels diesbezüglichen Beweisen aus. Das Verhalten der Beschuldigten sei als
pflichtwidrige Unvorsichtigkeit zu bewerten. Sie sei daher der fahrlässigen groben
Verletzung der Verkehrsregeln im Sinne von Art. 90 Abs. 2 SVG in Verbindung
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mit Art. 27 Abs. 1 SVG, Art. 4a Abs. 1 lit. a und Abs. 2 VRV sowie Art. 100 Ziff. 1
Abs. 1 SVG schuldig zu sprechen (Urk. 43 S. 11 ff.).
4.2. Die Verteidigung äusserte sich weder vor Vorinstanz (Urk. 33), noch im Be-
rufungsverfahren zur rechtlichen Würdigung (Urk. 54 i.V.m. Prot. II S. 7 ff.).
4.3. In seinem Leitentscheid vom 29. November 1996 hat das Bundesgericht
unter anderem erwogen, innerorts sei ungeachtet der konkreten Umstände objek-
tiv immer dann von einer groben Verkehrsregelverletzung im Sinne von Art. 90
Ziff. 2 SVG [...] auszugehen, wenn die Höchstgeschwindigkeit von 50 km/h um
25 km/h oder mehr überschritten worden sei (BGE 123 II 37 S. 40 f. E. 1d). An
dieser Rechtsprechung hat das Bundesgericht seither konstant festgehalten.
Nachdem erstellt ist, dass die Beschuldigte innerorts 28 km/h zu schnell fuhr,
steht ausser Frage, dass sie durch ihr deliktisches Verhalten den objektiven Straf-
tatbestand der groben Verkehrsregelverletzung im Sinne von Art. 90 Abs. 2 SVG
erfüllt hat. In subjektiver Hinsicht vertritt das Bundesgericht in ständiger Recht-
sprechung die Auffassung, dass derjenige Verkehrsteilnehmer, welcher die
Höchstgeschwindigkeit von 50 km/h innerorts um 25 km/h oder mehr überschrei-
te, in der Regel vorsätzlich, jedenfalls aber mindestens grobfahrlässig handle. Der
subjektive Tatbestand der groben Verkehrsregelverletzung sei unter solchen Vor-
aussetzungen regelmässig zu bejahen. Eine Ausnahme komme etwa da in Be-
tracht, wo der Lenker aus nachvollziehbaren Gründen gemeint habe, er befindet
sich noch nicht oder nicht mehr im Innerortsbereich (BGE 123 II 37 E 1 f). Etwas
derartiges wurde weder seitens der in B._ wohnhaften und daher mit den ört-
lichen Gegebenheiten bestens vertrauten Beschuldigten noch von der Ver-
teidigung jemals geltend gemacht. Wenn die Vorinstanz unter diesen Voraus-
setzungen ohne weitere Prüfung direkt auf eine fahrlässige Tatbegehung erkennt,
so ist dies als wohlwollend zu bezeichnen. Nachdem vorliegend das Verschlech-
terungsverbot gemäss Art. 391 Abs. 2 StPO zu beachten ist, verbietet sich eine
Verurteilung wegen vorsätzlicher Tatbegehung aber ohnehin, weshalb es beim
vorinstanzlichen Schuldspruch wegen fahrlässiger grober Verletzung der Ver-
kehrsregeln im Sinne von Art. 90 Abs. 2 SVG in Verbindung mit Art. 27 Abs. 1
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SVG, Art. 4a Abs. 1 lit. a und Abs. 2 VRV sowie Art. 100 Ziff. 1 Abs. 1 SVG sein
Bewenden haben muss.
III. Sanktion
5. Strafzumessung und Vollzug
5.1. Die Vorinstanz kam zusammengefasst zum Schluss, unter Berücksich-
tigung sämtlicher massgebender Strafzumessungsgründe sei es angemessen, die
Beschuldigte mit einer Geldstrafe von 15 Tagessätzen zu Fr. 150.– (entsprechend
Fr. 2'250.–) und einer Busse von Fr. 450.– zu bestrafen. Der Vollzug der Geld-
strafe sei aufzuschieben und die Probezeit auf 2 Jahre festzulegen (Urk. 43
S. 12 ff.).
5.2. Die Verteidigung äusserte sich weder vor Vorinstanz (Urk. 33), noch im Be-
rufungsverfahren zur Sanktion (Urk. 54 i.V.m. Prot. II S. 7 ff.).
5.3. Die Vorinstanz hat den Strafrahmen sowie die Grundsätze der Strafzu-
messung dargelegt und eine sorgfältige Strafzumessung vorgenommen, worauf
zur Vermeidung unnötiger Wiederholungen verwiesen werden kann (Urk. 43
S. 12 ff.). Ergänzend ist in Bezug auf den subjektiven Tatbestand festzuhalten,
dass die in B._ wohnhafte Beschuldigte den Streckenabschnitt und damit
auch die zulässige Höchstgeschwindigkeit bestens kannte. Dies hat zwar auch
die Vorinstanz festgestellt, wobei sie dann allerdings dennoch von einer fahr-
lässigen Tatbegehung ausging, was wie vorstehend dargelegt wohlwollend ist. In
subjektiver Hinsicht könnte sodann der Umstand, dass sich die Beschuldigte auf
besagtem Streckenabschnitt bestens auskannte, durchaus erschwerend gewertet
werden, was aber vorliegend aufgrund des Verschlechterungsverbotes ausser
Betracht fällt. Des Weiteren ist das Motiv der Beschuldigten für die Geschwindig-
keitsüberschreitung unklar. Schliesslich ist festzuhalten, dass ihre Schuldfähigkeit
in keiner Weise beeinträchtigt war.
Anlässlich der Berufungsverhandlung brachte die Beschuldigte in Bezug auf ihre
finanziellen Verhältnisse vor, ihr Einkommen aus der Verwaltungstätigkeit betrage
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zur Zeit unverändert Fr. 1'860.–. Sie erhalte auch Spesen, aber das sei unter-
schiedlich. Zudem beziehe sie einen Teil des Mietertrages aus der Liegenschaft
an der ...-strasse in Zürich. Sie lebe hauptsächlich vom Betrag, welchen sie in der
güterrechtlichen Auseinandersetzung bei der Scheidung erhalten habe, welcher
aber inzwischen auf Fr. 30'000.– geschrumpft sei (Urk. 53 S. 3 f.). Mithin macht
die Beschuldigte zwar eine Verschlechterung ihrer finanziellen Situation gegen-
über ihren Angaben vor Vorinstanz geltend, jedoch bleibt sie dabei sehr vage und
unterlässt es auch, diese zu belegen. Das durch die Vorinstanz festgelegte Straf-
mass sowie die Höhe des Tagessatzes und der Busse ist insgesamt angemessen
und wurde denn auch weder von der Beschuldigten noch von ihrer Verteidigung
kritisiert. Mit Verweis auf die in allen Teilen zutreffenden Erwägungen der Vo-
rinstanz und in Bestätigung des angefochtenen Entscheides ist die Beschuldigte
auch im Berufungsverfahren mit einer Geldstrafe von 15 Tagessätzen zu
Fr. 150.– (entsprechend Fr. 2'250.–) und einer Busse von Fr. 450.– zu bestrafen.
Der Vollzug der Geldstrafe ist aufzuschieben und die Probezeit auf 2 Jahre fest-
zulegen. Für den Fall dass die Beschuldigte die Busse schuldhaft nicht bezahlen
sollte, ist die Ersatzfreiheitsstrafe auf mit der Vorinstanz auf 3 Tage festzusetzen.
IV. Kosten- und Entschädigung
6. Kosten der Vorinstanz
Ausgangsgemäss ist die vorinstanzliche Kostenauflage vollumfänglich zu bestäti-
gen (Urk. 43 S. 17 f.; Art. 426 Abs. 1 StPO).
7. Kosten des Berufungsverfahrens
7.1. Die Gerichtsgebühr für das Berufungsverfahren ist praxisgemäss auf
Fr. 3'000.– zu veranschlagen.
7.2. Im Berufungsverfahren erfolgt die Kostenauflage nach Obsiegen und Un-
terliegen (Art. 428 Abs. 1 StPO). Die Beschuldigte unterliegt mit ihrer Berufung
vollumfänglich, weshalb ihr die Kosten dieses Verfahrens ausgangsgemäss auf-
zuerlegen sind.
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