# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 8beba9cf-d577-4e5b-8ce9-ed72b065a4bb
**Court:** GR_KG
**Chamber:** GR_KG_007
**Year:** 2013
**Language:** de
**Jurisdiction:** GR / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

hat sich ergeben:
I. Sachverhalt
A/1. Die Y._ AG erbringt Dienstleistungen für die B._, wobei sie unter anderem Reisen an verschiedene Orte in der Schweiz und im Ausland anbietet. Anfangs des Jahres 2006 plante die Y._ AG eine Zusammenarbeit mit der A._ AG. Gegenstand dieser Zusammenarbeit, die unter dem Titel "Y.-Schwerpunkt 2006" lief, war ein Kombi-Angebot, mit dem man mit den B._ zu vergünstigten Tarifen nach C._ reisen und den A._ besichtigen konnte. Die Y._ AG sollte dabei gegen ein Entgelt seitens der A._ AG unter anderem die schweizweite Vermarktung des Angebots übernehmen. Da sich die A._ AG zum genannten Zeitpunkt in wirtschaftlichen Schwierigkeiten befand, kam für die Y._ AG eine Zusammenarbeit nur gegen eine finanzielle Sicherheit in Frage.
Am 9. März 2006 gab die X._ AG, deren Verwaltungsratsdelegierter D._ im genannten Zeitpunkt auch Verwaltungsratspräsident ad interim der A._ AG war, gegenüber der Y._ AG folgende Erklärung ab:
„Partneranteil A._ Y._-POS-Schwerpunkt 2006
(...)
Die X._ AG, N._, garantiert unwiderruflich den Partneranteil des A._s am Y._-POS-Schwerpunkt 2006 von CHF 50'000.00.
Berechnung des Ausfalles:
Sollte der A._ in den Konkurs oder in den Nachlass gehen müssen, entschädigt die X._ AG die Y._ AG, E._, den Betrag zwischen der Konkurs- resp. Nachlassdividende und den garantierten Betrag von CHF 50'000.00, d.h. bis zum maximalen Betrag von CHF 50'000.00.
(...)”
Am 15. April 2006 stellte die Y._ AG der A._ AG für Werbe-, Kommunikations- und Distributionskosten der Y._ POS-Broschüre Freizeitparks einen Pauschalbetrag von Fr. 50'000.-- zuzüglich 7.6% MwSt., total Fr. 53'800.--, in Rechnung, zahlbar bis 15. Mai 2006. Die Rechnung wurde seitens der A._ AG nicht bezahlt.
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A/2. Mit Entscheid vom 10. Juli 2006 wurde der A._ AG vom Gerichtskreis F._ die Nachlassstundung für sechs Monate, d.h. bis am 10. Januar 2007, bewilligt. Als Sachwalterin wurde die G._ AG, H._, eingesetzt. Die Gläubiger wurden in der Folge aufgefordert, ihre Forderungen mit Wert am 10. Juli 2006 mit Zinsabrechnungen unter Bezeichnung allfälliger Pfand- und Vorzugsrechte und unter Beilage der Beweismittel bis am 8. August 2006 bei der Sachwalterin schriftlich anzumelden. Am 21. Juli 2006 meldete die Y._ AG bei der G._ AG einen Forderungsbetrag von insgesamt Fr. 75'592.45 an. Darin enthalten war auch die im ersten Abschnitt erwähnte Forderung der Y._ AG über Fr. 53'800.--. Gemäss Auszug aus dem Kollokationsplan vom 24. November 2008 wurden die eingegebenen Forderungen im Betrag von Fr. 75'592.45 mit einer Forderung der Nachlassschuldnerin von Fr. 863.50 verrechnet, ansonsten aber anerkannt, so dass letztlich der Betrag von Fr. 74'728.95 zugelassen wurde. Am 30. Oktober 2009 wurde die Y._ AG von der Sachwalterin orientiert, dass sie aus der Nachlassdividende Fr. 9'602.35 ausbezahlt erhalte.
A/3. Am 31. Dezember 2009 stellte die Y._ AG der X._ AG unter Bezugnahme auf die Erklärung vom 9. März 2006 einen Betrag von Fr. 40'397.65 in Rechnung. Im entsprechenden Schreiben hielt sie fest, die Summe ergebe sich aus ihrer offenen Forderung über Fr. 50'000.-- abzüglich der erhaltenen Nachlassdividende von Fr. 9'602.35. Die X._ AG verweigerte in der Folge die Zahlung des geforderten Betrags, mit der Begründung, dass die Y._ AG ihr zuerst Nachweise zu den Aufwendungen und Zahlungen den Partneranteil der A._ AG am Projekt Y._ POS 2006 betreffend zu erbringen habe. Nach verschiedentlicher Korrespondenz zwischen den Parteien stellte der Rechtsvertreter der Y._ AG der X._ AG den Betrag von Fr. 40'397.65 am 5. November 2010 erneut in Rechnung.
B. Mit Vermittlungsbegehren vom 4. November 2010 instanzierte die Y._ AG bei der Kreispräsidentin Schiers gegen die X._ AG eine Forderungsklage aus Bürgschaft. Nach erfolglos verlaufener Sühneverhandlung vom 25. November 2010 stellte die Vermittlerin am 29. Dezember 2010 den folgenden Leitschein aus:
„Klägerisches Rechtsbegehren:
1. Die Beklagte sei im Sinne einer Teilklage zu verpflichten, der Klägerin CHF 40'397.65, nebst Zins 5 % seit 8. November 2010 zu bezahlen.
2. Der Klägerin sei gegenüber der Beklagten ein Nachklagevorbehalt für den Betrag von CHF 9'602.35 einzuräumen.
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3. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge (zuzüglich 7,6 %, bzw. 8 % MwSt.) zu Lasten der Beklagten.
Beklagtisches Rechtsbegehren:
1. Das Gesuch sei vollumfänglich abzuweisen.
2. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolge (inkl. MwSt.) zu Lasten der Klägerin.
Widerklagebegehren:
1. Es sei die Y._ AG zu verpflichten, die Unterlagen, d.h. die Projekt Buchhaltung (Einnahmen und Ausgaben, sowie berechneter Anteil Y._ und A._) des Projektes "Y._-POS-Schwerpunkt 2006" zu editieren. Es müssen die Kopien der Dritt-Rechnungen editiert werden, interne Excel-Tabellen könnten nachträglich erstellt worden sein. Diese Buchhaltung und Unterlagen müssten bei der Y._ seit April 2006 vorhanden sein. Diese Belege werden der X._ AG seit 4 1⁄2 Jahren vorenthalten.
2. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolge (inkl. MwSt.) zu Lasten der Klägerin.
Klägerisches Rechtsbegehren:
1. Die Widerklage sei vollumfänglich abzuweisen.
2. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolge (inkl. MwSt.) zu Lasten der Beklagten.“
C. Die Y._ AG prosequierte die Klage mit Prozesseingabe vom 19. Januar 2011 an das Bezirksgericht Prättigau/Davos, wobei sie den Nachklagevorbehalt gemäss Ziffer 2 ihrer Rechtsbegehren von Fr. 9'602.35 auf Fr. 3'208.80 reduzierte, ansonsten aber unverändert an ihren Rechtsbegehren gemäss Leitschein festhielt.
Die X._ AG erhob in ihrer Prozessantwort vom 8. Februar 2011 folgende Rechtsbegehren:
„1. Die Klage ist vollumfänglich abzuweisen, da die Rechnungen der Y._ immer eine Garantieleistung betrafen, welche von der Beklagten nie abgegeben wurde, unter Kosten- und Entschädigungsfolge zuzüglich gültiger MwSt.
eventualiter:
2. Die Klage ist vollumfänglich abzuweisen, da die Klägerin die gesetzeskonforme Benachrichtigung über den Konkurs und den Nachlass des A._s der Beklagten vorsätzlich und mit Absicht nicht eröffnet hat. Die Beklagte konnte davon ausgehen, dass zu diesem Zeitpunkt keine Hauptschuld bestand, da sie sonst benachrichtigt worden wäre, unter Kosten- und Entschädigungsfolge zuzüglich gültiger MwSt.
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eventualiter:
3. Es sei die Klägerin auf ihre eigene Zusammenstellung der Hauptschuld "POS-Schwerpunkt Freizeitparks 10. April – 7. Mai 2006" (Beilage Nr. 10) von CHF 24'305.63 zu behaften, und zu verpflichten, die von der Beklagten monierten Belege rechtsgültig nachzuweisen (Auftragserteilung Stichtag 9. März 2006 und Grund der Rechnungen). Die korrekten Belege sind in der Zusammenstellung enthalten, die nicht korrekten Belege werden subtrahiert und das Total zur Hauptschuld addiert. Diese Hauptschuld wird durch 2 dividiert, was jeweils den Anteil der Klägerin und der Beklagten repräsentiert. Dem Anteil der Beklagten wird die Nachlassdividende abgezogen und dieser Betrag kann die Klägerin von der Beklagten einfordern. Die vorsätzlich und mit Absicht nicht gesetzeskonforme Benachrichtigung über den Konkurs und den Nachlass des A._s durch die Klägerin an die Beklagte kann das Gericht würdigen, unter Kosten- und Entschädigungsfolge zuzüglich gültiger MwSt.
eventualiter:
4. Es sei die Klägerin zu verpflichten, den Nachweis zu erbringen, wie sie die X._ AG über den Partneranteil A._ Y._ POS 2006 ab Datum der Bürgschaft 9. März 2006 (insbesondere beim Nachlass) informiert hat, und es sei die Klägerin zu verpflichten, die Hauptschuld gesetzeskonform der Beklagten nachzuweisen, d.h. die  des Projektes "Y._-POS-Schwerpunkt 2006" (Einnahmen und Ausgaben - Datum der Auftragserteilung und Kostenfolge der Drittrechnungen - sowie der berechnete Anteil Y._ und A._, ausgehend vom Datum der Bürgschaft, d.h. vom 9. März 2006), unter Kosten- und Entschädigungsfolge zuzüglich gültiger MwSt.“
Am 21. März 2011 reichte die Klägerin ihre Replik ein, wobei sie angab, sie halte an ihren Rechtsbegehren gemäss Leitschein fest. Zudem stellte sie den Antrag, auf die Rechtsbegehren der Beklagten in der Klageantwort sei nicht einzutreten, eventualiter seien diese abzuweisen, unter Kosten- und Entschädigungsfolge. In ihrer Duplik vom 2. Mai 2011 bestätigte die Beklagte die in der Prozessantwort erhobenen Rechtsbegehren. Die Beweisverfügung wurde am 18. Mai 2011 erlassen und am 8. Juni 2011 ergänzt.
D. Die Hauptverhandlung vor dem Bezirksgericht Prättigau/Davos fand am 1. März 2012 statt. Mit Urteil vom 1. März 2012, mitgeteilt am 16. April 2012, erkannte das Gericht, wie folgt:
„1. Die Klage wird teilweise gutgeheissen und die X._ AG wird verpflichtet, der Y._ AG CHF 40'397.65, zuzüglich 5% Zins seit dem 8. November 2010, zu bezahlen.
2. Die Kosten des Kreisamtes Schiers von CHF 300.00 gehen zu Lasten der X._ AG. Gegen Nachweis, dass die Y._ AG bzw. deren Rechtsvertretung dem Kreisamt Schiers diesen Betrag tatsächlich
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bezahlt hat, hat die X._ AG der Y._ AG diese CHF 300.00 zu erstatten.
Die Gerichtskosten in Höhe von CHF 5'300.00 (Entscheidgebühr CHF 4'500.00 + Schreibgebühr CHF 690.00 + Barauslagen CHF 110.00) gehen zu Lasten der X._ AG und werden mit dem von ihr geleisteten Kostenvorschuss verrechnet. Der Restbetrag von CHF 300.00 ist von der X._ AG innert 30 Tagen seit Rechtskraft dieses Urteils an die Bezirksgerichtskasse Prättigau/Davos zu überweisen (PC I._).
3. Die X._ AG hat die Y._ AG aussergerichtlich mit CHF 13'961.30 (inkl. Barauslagen und Mehrwertsteuer) zu entschädigen.

## Considerations