# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 2e4f85bd-55b7-4708-9e6c-ac2a0e074e0e
**Court:** SG_VGN
**Chamber:** SG_VGN_001
**Year:** 2018
**Language:** de
**Jurisdiction:** SG / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Das Verwaltungsgericht stellt fest:
A. A.Y. erhob gegen die Einspracheentscheide des kantonalen Steueramts vom
11. Oktober 2016, mit welchen die Einsprachen gegen die Veranlagungsverfügungen
vom 30. Dezember 2015 betreffend Kantons- und Gemeindesteuern 2014 und die
direkte Bundessteuer 2014 teilweise gutgeheissen wurden, am 8. November 2016
Rekurs und Beschwerde bei der Verwaltungsrekurskommission mit dem Antrag, ihm
seien für seine zwei volljährigen Kinder die Kinderabzüge zu gewähren. Ferner sei er
nach dem Verheirateten-Tarif zu besteuern. Am 20. November 2016 zog A.Y. die
Beschwerde zurück. Mit Entscheid vom 15. August 2017 hiess die
Verwaltungsrekurskommission den Rekurs teilweise gut und hob den
Einspracheentscheid vom 11. Oktober 2016 unter Gewährung des Kinderabzugs für
den Sohn in der Höhe von CHF 10‘200 und des Versicherungsprämienabzugs von
CHF 600 zum Tarif für Verheiratete auf.
B. Das kantonale Steueramt (Beschwerdeführer) erhob gegen den Entscheid der
Verwaltungsrekurskommission (Vorinstanz) vom 15. August 2017 mit Eingabe vom
21. September 2017 Beschwerde beim Verwaltungsgericht mit dem Rechtsbegehren,
der angefochtene Entscheid sei hinsichtlich der Kantons- und Gemeindesteuern 2014
aufzuheben und der Einspracheentscheid vom 11. Oktober 2016 sei zu bestätigen
(act. 1). Mit Vernehmlassung vom 29. September 2017 teilte der Abteilungspräsident
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der Verwaltungsrekurskommission dem Verwaltungsgericht mit, dass dem
Steuerpflichtigen im angefochtenen Entscheid der Verheirateten-Tarif gewährt worden
sei, beruhe auf einem Versehen. Im Übrigen wurde auf eine Vernehmlassung verzichtet
(act. 4). Am 10. Oktober 2017 nahm A.Y. (Beschwerdegegner) Stellung zum Verfahren;
er beantragte sinngemäss die kostenfällige Abweisung der Beschwerde (act. 7). Mit
Eingabe vom 16. Oktober 2017 erklärte der Beschwerdeführer, den von der Vorinstanz
gewährten Kinderabzug für den volljährigen Sohn in der streitgegenständlichen Periode
zu akzeptieren unter Vorbehalt, einen im Veranlagungsverfahren 2015 geltend
gemachten Kinderabzug erneut zu prüfen. Am Begehren, wonach der
Beschwerdegegner im Steuerjahr 2014 zum Alleinstehenden-Tarif – und nicht wie von
diesem angestrebt zum Verheirateten-Tarif – zu besteuern sei, wurde dagegen
festgehalten. Auf die weiteren Ausführungen der Verfahrensbeteiligten zur Begründung

## Considerations

ihrer Begehren wird, soweit wesentlich, in den Erwägungen eingegangen.
Darüber zieht das Verwaltungsgericht in Erwägung:
1. (...).
2. Gemäss Art. 50 Abs. 4 StG wird der Tarif für gemeinsam steuerpflichtige Ehegatten
(Verheirateten-Tarif) auch auf verwitwete, getrennt lebende, geschiedene und ledige
Steuerpflichtige angewendet, die mit Kindern oder unterstützungsbedürftigen Personen
zusammenleben und deren Unterhalt zur Hauptsache bestreiten. Unbestritten ist, dass
der volljährige Sohn in der massgeblichen Steuerperiode 2014 nicht mit dem
Beschwerdegegner zusammenlebte, sondern vielmehr unter der Woche in einer
Wohngemeinschaft und an den Wochenenden sowie während den Semesterferien bei
seiner Mutter wohnte. Die Vorinstanz bestätigte in ihrer Vernehmlassung vom
29. September 2017 denn auch, dass die Gewährung des Verheirateten-Tarifs im
angefochtenen Entscheid vom 15. August 2017 auf einem Versehen beruhe (act. 4). Da
der Sohn damals nicht mit seinem Vater im gleichen Haushalt zusammenlebte, sind die
Voraussetzungen des Zusammenlebens vorliegend nicht erfüllt. Damit besteuerte der
Beschwerdeführer den Beschwerdegegner zu Recht zum Tarif für Alleinstehende, und
zwar unabhängig davon, ob der Beschwerdegegner den Unterhalt des Sohnes zur
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Hauptsache bestritten hat. Die Beschwerde ist deshalb in diesem Punkt gutzuheissen
und der Beschwerdegegner für die Kantons- und Gemeindesteuern 2014 mit einem
steuerbaren Einkommen von CHF 101‘800 und einem steuerbaren Vermögen von
CHF 67‘000 zum Satz von CHF 72‘000 zum Tarif für Alleinstehende zu veranlagen.
3. Dem Verfahrensausgang entsprechend sind die amtlichen Kosten des
Beschwerdeverfahrens dem Beschwerdegegner aufzuerlegen (Art. 95 Abs. 1 VRP).
Eine Entscheidgebühr für das Beschwerdeverfahren von CHF 1‘000 erscheint
angemessen (Art. 7 Abs. 1 Ingress und Ziff. 211 und Ziff. 222 der
Gerichtskostenverordnung, sGS 941.12). Auf die Erhebung der Kosten ist aufgrund der
Umstände des Falles ausnahmsweise zu verzichten (Art. 97 VRP). Ausseramtliche
Kosten sind nicht zu entschädigen (Art. 98 Abs. 1 und 98 VRP).
Bei (teilweiser) Gutheissung eines Rechtsmittels ist zugleich von Amtes wegen über die
amtlichen Kosten des vorinstanzlichen Verfahrens zu entscheiden. In der Regel erfolgt
die entsprechende Kostenverlegung in Bezug auf die Beteiligten und deren Anteile
analog dem Rechtsmittelentscheid (R. Hirt, Die Regelung der Kosten nach st.
gallischem Verwaltungsrechtspflegegesetz, Diss. St. Gallen 2004, S. 103). Die
Vorinstanz auferlegte die amtlichen Kosten für das Rekursverfahren von CHF 800 dem
Beschwerdegegner und dem Staat je zur Hälfte, nachdem dem Rekurrenten und
Beschwerdeführer lediglich für eines der beiden Kinder der Kinderabzug gewährt
wurde. Vorliegend war einzig - nachdem die Beschwerde hinsichtlich des
Kinderabzugs für den Sohn zurückgezogen wurde - noch über die Anwendung des
korrekten Steuertarifs zu befinden, weshalb es bei der vorinstanzlichen Kostenregelung
bleiben kann.