# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 4e6208e7-718e-54dd-8e73-e3fd866a66df
**Court:** SG_VG
**Chamber:** SG_VG_001
**Year:** 2020
**Language:** de
**Jurisdiction:** SG / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Das Verwaltungsgericht stellt fest:
A.
Mit Verfügung vom 22. Januar 2020 veranlagte das Steueramt der Stadt St. Gallen das
Ehepaar X._ und Y._ für die Kantons- und Gemeindesteuern 2018 mit einem
steuerbaren Einkommen von CHF 121'500 und einem steuerbaren Vermögen von
CHF 34'000. Gestützt darauf berechnete das Steueramt unter anderem auch noch eine
Feuerwehrabgabe von CHF 500 (act. 11/2).
B.
Gegen die Feuerwehrabgabe 2018 erhoben X._ und Y._ mit Eingabe vom 26. Februar
2020 Rekurs bei der Verwaltungsrekurskommission (act. 11/1). Mit verfahrensleitender
Verfügung vom 3. März 2020 forderte der zuständige Abteilungspräsident die Eheleute
X._ und Y._ unter anderem auf, bis 19. März 2020 einen Kostenvorschuss von
CHF 500 zu leisten (act. 11/3). Am 19. März 2020 ging bei der
Verwaltungsrekurskommission ein Schreiben der Eheleute ein, mit welchem sie
sinngemäss um einen Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses und um eine
Reduktion der Gerichtsgebühren sowie um eine allgemeine Fristverlängerung zur
Rekursergänzung bis mindestens Ende April 2020 bzw. bis nach Ende der bundesweit
verhängten Massnahmen im Zusammenhang mit dem Coronavirus (COVID-19)
ersuchten (act. 11/4). In Kenntnis der Eingabe teilte der Abteilungspräsident noch
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gleichentags X._ und Y._ mit, der einverlangte Kostenvorschuss bewege sich in der
Höhe der minimalen Gebühr für einen Gerichtsentscheid. Falls sie jedoch zur Leistung
des Kostenvorschusses nicht in der Lage seien, könnten sie bis 9. April 2020 ein
Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege stellen; die Frist wurde aufgrund der
COVID-19-Massnahmen bis 20. April 2020 verlängert (act. 11/5). Nachdem X._ und
Y._ auf das Schreiben nicht reagiert hatten, trat die Verwaltungsrekurskommission
unter Vornahme einer materiellen Beurteilung der Streitsache mit Verfügung vom
27. April 2020 auf den Rekurs nicht ein (act. 2).
C.
X._ und Y._ (Beschwerdeführer) erhoben gegen den Nichteintretensentscheid der
Verwaltungsrekurskommission (Vorinstanz) vom 27. April 2020 mit Eingabe vom
20. Mai 2020 (Datum Poststempel) Beschwerde beim Verwaltungsgericht mit dem
Begehren, der angefochtene Entscheid sei aufzuheben und auf die Erhebung der
Feuerwehrabgabe 2018 sei zu verzichten. Gleichzeitig ersuchten sie, es sei im
Beschwerdeverfahren auf einen Kostenvorschuss zu verzichten (act. 1). Nachdem die
Beschwerdeführer die Beschwerde mit Eingabe vom 27. Mai 2020 (Eingang beim
Gericht: 2. Juni 2020) unter Hinweis auf ihre aktuell eingeschränkten finanziellen
Möglichkeiten noch ergänzt hatten (act. 6), wurde seitens des Gerichts ausnahmsweise
auf die Erhebung eines Kostenvorschusses verzichtet (act. 8). Mit Vernehmlassung vom
4. Juni 2020 beantragte die Vorinstanz die Abweisung der Beschwerde, soweit darauf
einzutreten sei. Zur Begründung verwies sie auf die Erwägungen im angefochtenen
Entscheid mit der Ergänzung, dass sie sowohl ihre Korrespondenz als auch den
Nichteintretensentscheid an die von den Beschwerdeführern in der Schweiz
angegebene Adresse zugestellt habe. Bei einer Weiterleitung der Sendung ins Ausland
sei das Risiko eines Sendungsverlusts durch diese zu tragen (act. 10). Das Steueramt
der Stadt St. Gallen (Beschwerdegegnerin) liess sich mit Eingabe vom 18. Juni 2020
vernehmen und beantragte ebenfalls die Abweisung der Beschwerde, soweit darauf
einzutreten sei (act. 13). Die Beschwerdeführer behielten mit Eingabe vom 9. Juli 2020
das letzte Wort (act. 15).
Auf die Ausführungen der Verfahrensbeteiligten zur Begründung ihrer Anträge und die
Akten wird, soweit wesentlich, in den Erwägungen eingegangen.

## Considerations

Darüber zieht das Verwaltungsgericht in Erwägung:
1.
Das Verwaltungsgericht ist zum Entscheid in der Sache zuständig (Art. 59 Abs. 1 des
Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege, sGS 951.1, VRP). Die Beschwerdeführer
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sind als Adressaten der angefochtenen Verfügung zur Erhebung der Beschwerde
befugt (Art. 64 in Verbindung mit Art. 45 Abs. 1 VRP). Die Eingabe vom 20. Mai 2020
(Datum Poststempel) entspricht zusammen mit der aktenkundigen Vollmacht der
Ehefrau vom 13. Februar 2020 (act. 3.1) zeitlich, formal und inhaltlich den gesetzlichen
Anforderungen (Art. 196 Abs. 1 und Art. 161 des Steuergesetzes [sGS 811.1, StG] in
Verbindung mit Art. 64 und Art. 48 Abs. 1 VRP). Auf die Beschwerde ist somit
einzutreten.
2.
Die Beschwerdeführer machen sinngemäss eine Verletzung des rechtlichen Gehörs
geltend, weil die Beschwerdegegnerin in ihrer Vernehmlassung vom 18. Juni 2020
(act. 13) nicht auf die von ihnen vorgebrachten Ausführungen und Anträge eingegangen
sei. Der Einwand geht fehl. Der Beschwerdegegnerin wurde gestützt auf Art. 53 VRP
Gelegenheit zur Stellungnahme eingeräumt. Dabei handelt es sich um ein Recht, nicht
aber um eine Pflicht. Auf eine Stellungnahme kann verzichtet werden, wobei dieser
Verzicht ausdrücklich oder stillschweigend erfolgen kann. In sachlicher Hinsicht kann
sich die Vernehmlassung grundsätzlich auf alle für die Beurteilung der Beschwerde
massgeblichen Gründe und Umstände beziehen. Der Beteiligte kann sich zudem auf
einzelne Punkte beschränken (Cavelti/Vögeli, Verwaltungsgerichtsbarkeit im Kanton
St. Gallen – dargestellt an den Verfahren vor dem Verwaltungsgericht, 2. Aufl. 2003,
Rz. 947, 956). Soweit sich die Beschwerdegegnerin in ihrer Stellungnahme vom
18. Juni 2020 also nicht mit allen Vorbringen der Beschwerdeführer auseinandergesetzt
hat, sondern sich lediglich zum Verhältnis der Dienstpflicht zur Feuerwehr- bzw.
Abgabepflicht äussert, kann darin keine Verletzung des von den Beschwerdeführern
angerufenen rechtlichen Gehörs liegen.
3.
Tritt die Vorinstanz auf ein Rechtsmittel nicht ein, ohne mit einer Eventualbegründung
die Sache auch inhaltlich zu beurteilen, ist das Verfahren auf das Nichteintreten zu
beschränken. Ist die Beschwerde begründet, weist das Verwaltungsgericht die Sache
gemäss Art. 64 in Verbindung mit Art. 56 Abs. 2 VRP zur weiteren Beurteilung des
Falles an die Vorinstanz zurück. Eine Rückweisung kann im Sinn der Prozessökonomie
nur unterbleiben, wenn sich die Vorinstanz in den Entscheiderwägungen einlässlich mit
den materiellen Vorbringen auseinandergesetzt und diese abgewiesen hat (T. Kamber,
in: Rizvi/Schindler/Cavelti [Hrsg.], Gesetz über die Verwaltungsrechtspflege,
Praxiskommentar, Zürich/St. Gallen 2020, N 17 zu Art. 56 VRP). Fraglich scheint
vorliegend zwar, ob die Vorinstanz gestützt auf Art. 39 Abs. 1 lit. a Ziff. 1 VRP den in
der Sache offensichtlich unbegründeten Rekurs mittels eines präsidialen
Nichteintretensentscheids anstelle einer in korrekter personeller Besetzung kollegial zu
bis
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entscheidenden Abweisung erledigen durfte. Die Frage kann indes offenbleiben,
nachdem die Vorinstanz im angefochtenen Entscheid bereits die materiellen
Überlegungen für eine Beurteilung der Streitsache angeführt hat. Von einer Aufhebung
der Verfügung und der Rückweisung an die Vorinstanz zu neuem Entscheid in korrekter
personeller Besetzung gemäss Art. 64 in Verbindung mit Art. 56 Abs. 2 VRP ist
abzusehen, da die Rückweisung einem formalistischen Leerlauf gleichkommen würde,
nachdem dem Rechtsmittel aufgrund der klaren Rechtslage – wie nachstehend
aufzuzeigen ist – in der Sache kein Erfolg beschieden ist (Kamber, a.a.O., N 19 zu
Art. 56 VRP).
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4.
Zu prüfen ist vorliegend, ob die Beschwerdegegnerin bei den Beschwerdeführern zu
Recht für das Steuerjahr 2018 die Feuerwehrabgabe von CHF 500 erhoben hat.
Soweit die Beschwerdeführer der Vorinstanz vorweg vorwerfen, das Schreiben vom
19. März 2020 nicht erhalten zu haben, mit welchem ihnen Gelegenheit zur Einreichung
eines Gesuchs um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege und zur Einreichung
der notwendigen Nachweise ihrer Tätigkeit als praktizierende Ärzte im Jahr 2018
gegeben wurde, sind sie mit den in diesem Zusammenhang erhobenen Rügen und
gestellten Beweisanträgen bereits daher nicht zu hören, weil ihrem Antrag auf Verzicht
auf Erhebung eines Kostenvorschusses implizit stattgegeben wurde (vgl. act. 11/5). Der
angefochtene Nichteintretensentscheid beruht vielmehr auf einer im Ergebnis
materiellen Beurteilung der Streitsache, und nicht auf einem Fristversäumnis seitens
der Beschwerdeführer. Auf diesen Umstand wies die Vorinstanz die Beschwerdeführer
im Übrigen mit Schreiben vom 13. Mai 2020 hin (vgl. act. 11/9). Lediglich der
Vollständigkeit halber seien die Beschwerdeführer, die im fraglichen Zeitpunkt ihren
Wohnsitz unbestrittenermassen in der Schweiz hatten, darauf hingewiesen, dass eine
durch die durch sie veranlasste Nachsendung ihrer Post ins Ausland verursachte
Zeitverzögerung sowie eine allenfalls in Deutschland nicht erfolgte Zustellung nicht in
der Verantwortung der Schweizer Gerichtsbehörden liegt, mit der Folge, dass sich die
Beschwerdeführer diese Zeitverzögerung und die daraus resultierenden prozessualen
Folgen selbst zuzuschreiben haben. Gemäss Art. 30 Abs. 1 VRP in Verbindung mit
Art. 138 Abs. 3 der Schweizerischen Zivilprozessordnung (SR 272, ZPO) gilt in einem
solchen Fall eine Zustellung als am siebten Tag nach dem erfolglosen
Zustellungsversuch an die Adresse in der Schweiz erfolgt (vgl. in diesem
Zusammenhang auch Art. 10 VRP, wonach Beteiligte mit Sitz oder Wohnsitz im
Ausland eine Zustelladresse in der Schweiz oder einen Vertreter mit Wohn- oder
Geschäftssitz in der Schweiz zu bezeichnen haben).
bis
Gemäss Art. 34 des Gesetzes über den Feuerschutz (sGS 871.1, FSG) sind Männer
und Frauen in der Wohnsitzgemeinde feuerwehrpflichtig (Abs. 1). Sie erfüllen die
Feuerwehrpflicht, indem sie Feuerwehrdienst in der Gemeinde, in einer
Betriebsfeuerwehr oder in einem Stützpunkt leisten (Abs. 2 lit. a) oder eine
Feuerwehrabgabe entrichten (Abs. 2 lit. b). Die Feuerschutzkommission bestimmt, wer
dienst- und wer abgabepflichtig ist. Sie berücksichtigt berufliche und persönliche
Verhältnisse (Abs. 3). Die Feuerwehrpflicht besteht vom vollendeten 20. bis zum
vollendeten 50. Altersjahr (Art. 35 Abs. 1 FSG). In Art. 36 FSG ist die Befreiung von der
4.1.
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Dienstpflicht geregelt. Demnach sind von der Pflicht zum Feuerwehrdienst in der
Gemeindefeuerwehr unter anderem praktizierende Ärzte befreit (Art. 36 Abs. 1 lit. d
FSG). Feuerwehrpflichtige, welche keinen Feuerwehrdienst leisten, haben eine
Feuerwehrabgabe zu entrichten (vgl. Art. 37 Abs. 1 FSG). Feuerwehrpflichtige, die
während wenigstens 15 Jahren Feuerwehrdienst geleistet haben, oder Personen, die in
einer dem Bevölkerungsschutz dienenden Milizorganisation Dienst leisten, wenn die
Belastung derjenigen einer aktiv Feuerwehrdienst leistenden Person entspricht, können
durch Reglement der politischen Gemeinde von der Feuerwehrpflicht – und damit auch
von der Feuerwehrabgabe – befreit werden (vgl. Art. 38 Abs. 1 FSG).
Der Vorwurf der Beschwerdeführer, es bestehe eine eklatante Ungerechtigkeit und
Diskriminierung aufgrund des Geschlechts der Ehefrau, ist haltlos und findet keine
Stütze im Gesetz. Im Gegenteil bestimmt Art. 34 Abs. 1 FSG ausdrücklich, dass
Männer und Frauen feuerwehrpflichtig sind. Feuerwehrpflichtig sind auf dem Gebiet der
Beschwerdegegnerin alle Einwohner und Einwohnerinnen der Stadt vom vollendeten
20. bis zum vollendeten 50. Altersjahr (vgl. Art. 6 des städtischen
Feuerschutzreglements, sRS 414.1; vgl. auch Art. 35 Abs. 1 FSG), und zwar
unabhängig von deren Nationalität. Auch eine Diskriminierung aufgrund der deutschen
Staatsangehörigkeit der Beschwerdeführer ist somit nicht auszumachen. Unzutreffend
sind hingegen die Ausführungen der Vorinstanz, wonach praktizierende Ärzte gestützt
auf Art. 36 Abs. 1 lit. d FSG von der Abgabepflicht befreit seien. Praktizierende Ärzte
sind lediglich – aber immerhin – von der Pflicht Feuerwehrdienst zu leisten – das heisst
von der Pflicht gemäss Art. 34 Abs. 2 lit. a FSG – befreit, nicht jedoch von der Pflicht,
die Feuerwehrabgabe gemäss Art. 34 Abs. 2 lit. b FSG zu leisten. Entsprechend hält
Art. 37 Abs. 1 FSG fest, dass Feuerwehrpflichtige, welche keinen Feuerwehrdienst
leisten, eine Feuerwehrabgabe zu entrichten haben. Die Beschwerdeführer erfüllen
entsprechend die Voraussetzungen, um vom Feuerwehrdienst befreit zu werden.
Hingegen erfüllen sie die Voraussetzungen offensichtlich nicht, gestützt auf welche sie
als grundsätzlich Feuerwehrpflichtige von der Feuerwehrabgabe befreit werden
könnten (vgl. Art. 38 Abs. 1 FSG; Art. 9 des städtischen Feuerschutzreglements).
4.2.
Zusammenfassend ergibt sich, dass die Beschwerdegegnerin berechtigt war, bei den
Beschwerdeführern für das Jahr 2018 eine Feuerwehrabgabe zu erheben. Die Höhe
von CHF 500 ist dabei zu Recht nicht bestritten (vgl. Art. 66 Abs. 1 der Verordnung zum
Gesetz über den Feuerschutz, sGS 871.11; Anhang 1 des städtischen
4.3.
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5.
Bei diesem Verfahrensausgang sind den Beschwerdeführern die amtlichen Kosten des
Beschwerdeverfahrens aufzuerlegen (Art. 95 Abs. 1 VRP). Eine Entscheidgebühr von
CHF 1'500 ist angemessen (Art. 7 Ziff. 222 der Gerichtskostenverordnung, sGS
941.12).