# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 630e1d60-ec5b-55ac-abcb-7692209a689c
**Court:** BE_VB
**Chamber:** BE_VB_001
**Year:** 2019
**Language:** de
**Jurisdiction:** BE / Espace_Mittelland
**Law Area:** Public
**Law Sub-area:** $law_sub_area

## Facts

I. Sachverhalt
1. Die Beschwerdegegnerin reichte am 19. Juli 2018 bei der Gemeinde Fraubrunnen
ein Baugesuch ein. Dieses umfasste den Neubau einer Wohnung im Dachgeschoss mit
neuem Zugang und Balkon, den Umbau der Galerie sowie den Einbau von
Schleppgauben, Dachfenstern, einem Kamin und einem Garagentor im Untergeschoss.
Auf der Südseite sind ferner ein neuer Schopf, eine Sichtschutzwand sowie eine Terrasse
geplant. Schliesslich sollen auf der Bauparzelle Tannen gefällt werden. Das Vorhaben soll
RA Nr. 110/2019/65 2
auf der Parzelle Fraubrunnen Grundbuchblatt Nr. D._ realisiert werden. Die
Parzelle liegt in der Wohnzone W2. Gegen das Bauvorhaben erhob der Beschwerdeführer
Einsprache. Mit Bauentscheid vom 18. März 2019 erteilte die Gemeinde Fraubrunnen für
das Vorhaben die Baubewilligung.
2. Dagegen reichte der Beschwerdeführer mit Eingabe vom 14. April 2019 Beschwerde
bei der Bau-, Verkehrs- und Energiedirektion des Kantons Bern (BVE) ein. Er
beantragt einerseits die Aufhebung des Bauentscheids vom 18. März 2019. Andererseits
verlangt er, das Verfahren bezüglich der bereits erstellten Blocksteinmauer entlang der
ostseitigen Parzellengrenze müsse zuerst durchgeführt werden oder die Blocksteinmauer
müsse im gleichen Baugesuchsverfahren beurteilt werden wie das geplante Um- und
Ausbauvorhaben. Er ist der Meinung, ein allfälliger Rückbau der Blocksteinmauer habe
Auswirkungen auf die Statik des Gebäudes. Zudem befürchtet er, auf seiner Parzelle
könnten Kurz- und Langzeitschäden entstehen. Er meldet deshalb eine Rechtsverwahrung
an.
3. Die Beschwerdegegnerin beantragt in der Beschwerdeantwort vom 16. Mai 2019 die
Abweisung der Beschwerde, soweit darauf überhaupt eingetreten werden könne. Die
Gemeinde vertritt in ihrer Stellungnahme vom 3. Mai 2019 ohne einen förmlichen Antrag zu
stellen die Meinung, zwischen der bereits erstellten Blocksteinmauer und dem Vorhaben
gemäss der angefochtenen Baubewilligungen bestehe keine Abhängigkeit. Zudem
bemerkte sie, bei ihr sei am 2. April 2019 für die strittige Blocksteinmauer eine
nachträgliche Baueingabe eingegangen. Die Prüfung dieses Baugesuchs sei im Gange.
4. Das Rechtsamt, das die Beschwerdeverfahren für die BVE leitet1, führte den
Schriftenwechsel durch und holte bei der Vorinstanz die Vorakten ein. Die Parteien
erhielten Gelegenheit, sich zum Verfahren zu äussern. In der Eingabe vom 31. Mai 2019
hält der Beschwerdeführer im Wesentlichen an seinem Standpunkt fest. Mit Schreiben vom
6. Juni 2019 teilte die Beschwerdegegnerin mit, sie habe keine weiteren Bemerkungen. Sie
halte an ihren Ausführungen in der Beschwerdeantwort fest. Auf die Rechtsschriften, die
1 Art. 7 der Verordnung vom 18. Oktober 1995 über die Organisation und die Aufgaben der Bau-, Verkehrs- und Energiedirektion (Organisationsverordnung BVE, OrV BVE; BSG 152.221.191)
RA Nr. 110/2019/65 3
Eingaben und die vorhandenen Akten wird, soweit für den Entscheid relevant, in den
nachfolgenden Erwägungen eingegangen.

## Considerations

II. Erwägungen
1. Sachurteilsvoraussetzungen
a) Bauentscheide können nach Art. 40 BauG2 innert 30 Tagen seit Eröffnung mit
Baubeschwerde bei der BVE angefochten werden. Die BVE ist somit für die Beurteilung
der Beschwerde zuständig.
b) Umstritten ist die Legitimation des Beschwerdeführers. Die Beschwerdegegnerin
vertritt die Ansicht, die strittige und bereits erstellte Blocksteinmauer sei nicht Teil der
angefochtenen Baubewilligung. Der Beschwerdeführer sei daher im Zusammenhang mit
der bereits erstellten Blocksteinmauer nicht in seinen schutzwürdigen Interessen betroffen.
c) Nach Art. 40 Abs. 2 BauG in Verbindung mit Art. 35 Abs. 2 Bst. a BauG sind nur
Personen zur Einsprache befugt, welche durch das Bauvorhaben unmittelbar in eigenen
schutzwürdigen Interessen betroffen sind. Nach Lehre und Rechtsprechung ist eine Person
in schutzwürdigen Interessen berührt, wenn sie durch ein Bauvorhaben in höherem Mass
als die Allgemeinheit betroffen ist und zum Streitgegenstand eine besondere
Beziehungsnähe hat. Die Betroffenheit kann rechtlicher oder auch nur tatsächlicher Natur
sein. Sie muss aber hinreichend sein, d.h. eine bestimmte Intensität erreichen, so dass von
der Abwendung eines materiellen oder ideellen Nachteils gesprochen werden kann. Der
Nachteil muss persönlich und unmittelbar sein.3 In einer besonders nahen Beziehung zur
Streitsache stehen naturgemäss die Nachbarn des Baugrundstücks. Unter Nachbarn
versteht dabei die Verwaltungs- und Gerichtspraxis vorab die Eigentümerinnen und
Eigentümer von Nachbargrundstücken sowie Personen, die an solchen Grundstücken
dinglich berechtigt sind.4
2 Baugesetz vom 9. Juni 1985 (BauG; BSG 721.0) 3 Aldo Zaugg/Peter Ludwig, Kommentar zum Baugesetz des Kantons Bern, 4. Aufl., Band I, Bern 2013, Art.  N. 16 ff. 4 Aldo Zaugg/Peter Ludwig, a.a.O., Art. 35-35c N. 17a
RA Nr. 110/2019/65 4
d) Der Beschwerdeführer ist Alleineigentümer der Parzelle Nr. E._, die
südwestseitig direkt an die Bauparzelle Nr. D._ grenzt. Als direkter Nachbar ist er
aufgrund der räumlichen Nähe zum Bauvorhaben unmittelbar in seinen eigenen
schutzwürdigen Interessen betroffen.5 Zudem beteiligte sich der Beschwerdeführer am
vorinstanzlichen Verfahren als Einsprecher und ist dort mit seinen Anliegen unterlegen.
Entgegen der Meinung der Beschwerdegegnerin ist der Beschwerdeführer durch den
vorinstanzlichen Entscheid beschwert und daher zur Beschwerdeführung legitimiert. Auf
die form- und fristgerecht eingereichte Beschwerde ist grundsätzlich einzutreten.
2. Streitgegenstand
a) Die Beschwerdegegnerin ersetzte im Jahr 2016 die bestehende Stützmauer aus
Eisenbahnschwellen entlang der östlichen Parzellengrenze durch eine Blocksteinmauer. In
seiner Einsprache vom 26. Oktober 2018 rügte der Beschwerdeführer, er gehe davon aus,
dass bei der Erstellung der Stützmauer die gesetzlichen Vorgaben nicht eingehalten
wurden. Auch seien auf seiner Parzelle Erdverschiebungen vorgenommen worden. Zudem
kritisierte er in der Einsprache, der Rückbau der rechtswidrigen Baute könne Auswirkungen
auf die Statik des bestehenden Gebäudes Nr. 33 haben. Er verlangte deshalb, im hängigen
Baubewilligungsverfahren sei die Hangsicherung zu prüfen und in Bezug auf die erstellte
Blocksteinmauer sei die Wiederherstellung zu verfügen.
b) Zu diesem Einsprachepunkt bemerkte die Gemeinde im angefochtenen Entscheid,
sie werde bezüglich der strittigen Blocksteinmauer ein separates Baupolizeiverfahren
starten. In diesem Verfahren werde sie beurteilen, ob die neue Blocksteinmauer
baubewilligungsfähig sei oder diese zurückgebaut werden müsse. Auch würde im Rahmen
des Baupolizeiverfahrens die Frage der Erdverschiebungen geklärt. Weiter führte die
Gemeinde aus, ein direkter Zusammenhang zwischen der strittigen Blocksteinmauer und
dem Umbauvorhaben bestehe nicht. Auch würden Lösungen bestehen, mit denen bei
einem allfälligen Wegfall der Blocksteinmauer das Gebäude und die Umgebung geschützt
werden könnten. Die Prüfung des Einsprachepunkts bezüglich der strittigen
Blocksteinmauer könne aus diesem Grund getrennt vom Baugesuch für den Um- und
Ausbau des Einfamilienhauses in einem Baupolizeiverfahren erfolgen. In der
5 Aldo Zaugg/Peter Ludwig, a.a.O., Art. 35-35c N. 16 und N. 17
RA Nr. 110/2019/65 5
Stellungnahme vom 3. Mai 2019 hielt die Gemeinde ausserdem fest, das Gebäude auf der
Parzelle Nr. D._ befinde sich nicht in einem Gefahrengebiet. Zudem liege der
bestehende Keller tiefer als die neue Blocksteinmauer. Diese könne deshalb kaum eine
entscheidende Stützwirkung für das Gebäude einnehmen. Die baulichen Veränderungen
am Gebäude gemäss dem Baugesuch der Beschwerdegegnerin vom 12. Juli 2018 seien
nicht hangseitig, sondern strassenseitig geplant. Rutschungen und dadurch die
Gefährdung von Nachbarn sei durch das geplante Um- und Ausbauvorhaben praktisch
ausgeschlossen.
c) In seiner Beschwerde rügt der Beschwerdeführer, die Blocksteinmauer entlang der
Hangkante hänge mit dem geplanten Vorhaben zusammen. Er vermute, die strittige
Blocksteinmauer sei erstellt worden, um den Weiterausbau des Einfamilienhauses
vorzubereiten. Er befürchtet Schäden an seinem Grundstück, wenn die Mauer
zurückgebaut werden müsse. Er erhebt Rechtsverwahrung und verlangt, es sei die
Blocksteinmauer im gleichen Baugesuchsverfahren wie der Um- und Ausbau des
bestehenden Gebäudes zu beurteilen.
d) Die Ausführungen der Gemeinde zur Statik des Gebäudes und der neu erstellten
Blocksteinmauer sind schlüssig. Es ist weder erstellt noch belegt, dass zwischen dem
geplanten Um- und Ausbau des Einfamilienhauses und der bereits erstellten
Blocksteinmauer ein direkter Zusammenhang besteht. Dass die Gemeinde die
baupolizeilichen Vorbringen des Beschwerdeführers bezüglich der strittigen
Blocksteinmauer in einem separaten Verfahren behandelte oder behandelt, ist somit
entgegen der Ansicht des Beschwerdeführers nicht zu beanstanden. Das prozessuale
Vorgehen der Gemeinde ist korrekt. Der Gegenstand des Baubewilligungsverfahrens ist
auf das Baugesuch der Beschwerdegegnerin vom 12. Juli 2018 beschränkt. Dieses
umfasst gemäss den Akten den Neubau einer Wohnung im Dachgeschoss mit einem
neuem Zugang und Balkon, den Umbau der Galerie sowie den Einbau von
Schleppgauben, Dachfenstern, einem Kamin und einem Garagentor im Untergeschoss.
Auf der Südseite sind ferner ein neuer Schopf, eine Sichtschutzwand sowie eine Terrasse
geplant. Schliesslich sollen auf der Bauparzelle Tannen gefällt werden.6 Nicht Teil des
Baugesuchs ist hingegen die bereits erstellte Blocksteinmauer auf der Ostseite der
Bauparzelle. Dafür hat die Beschwerdegegnerin zwischenzeitlich ein nachträgliches
6 Vgl. pag. 92 ff. der Vorakten der Gemeinde Fraubrunnen
RA Nr. 110/2019/65 6
Baugesuch eingereicht.7 Die Rechtmässigkeit der strittigen Blocksteinmauer wird
demzufolge separat in einem nachträglichen Baubewilligungsverfahren geprüft. Soweit der
Beschwerdeführer verlangt, die Blocksteinmauer sei im Baubewilligungsverfahren
betreffend den Um- und Ausbau des Einfamilienhauses zu beurteilen, ist die Beschwerde
unbegründet. Es besteht im Beschwerdeverfahren auch kein Raum, im Zusammenhang
der Blocksteinmauer Rechtsverwahrung anzumelden. Der Beschwerdeführer wird vielmehr
Gelegenheit haben, sich im nachträglichen Baubewilligungsverfahren zur Rechtmässigkeit
der Blocksteinmauer zu äussern und dabei Rechtsverwahrung anzumelden.
e) Der Streitgegenstand des Rechtsmittelverfahrens ist vorliegend auf den
Verfahrensgegenstand des Baubewilligungsverfahrens beschränkt. Das heisst, zum
Streitgegenstand im Rechtsmittelverfahren kann nur gemacht werden, was bereits
Gegenstand des vor-instanzlichen Verfahrens war und von der Vorinstanz mit Entscheid
geregelt wurde. Wie ausgeführt, ist die bereits erstellte Blocksteinmauer auf der Ostseite
der Bauparzelle nicht Gegenstand der angefochtenen Baubewilligung. Die materiellen
Einwände des Beschwerdeführers im Zusammenhang mit der strittigen Blocksteinmauer
liegen daher ausserhalb des Streitgegenstands. Darauf kann nicht eingetreten werden.
3. Nachträgliches Baubewilligungsverfahren bezüglich der Blocksteinmauer
a) Der Beschwerdeführer verlangt weiter, es sei das Verfahren betreffend die
Blocksteinmauer zuerst durchzuführen, bevor über das geplante Um- und Ausbauvorhaben
entschieden werden könne. Sinngemäss bringt der Beschwerdeführer damit vor, die Vor-
instanz hätte mit dem Entscheid über den geplanten Um- und Ausbau des bestehenden
Einfamilienhauses zuwarten müssen, weil im Verfahren bezüglich der Blocksteinmauer
über Sachumstände entschieden werden müssten, die für den Verfahrensausgang des
geplanten Aus- und Umbauvorhabens von Bedeutung sind.
b) Wie ausgeführt, verneinte die Vorinstanz zu Recht einen Zusammenhang zwischen
dem geplanten Um- und Ausbauvorhaben und der ostseitigen Blocksteinmauer. Dass die
Gemeinde über den Um- und Ausbau des Einfamilienhauses zuerst entschied bzw. den
Ausgang des nachträglichen Baubewilligungsverfahrens nicht abwartete, ist somit nicht zu
7 Vgl. Beilage 7 zur Beschwerdeantwort vom 16. Mai 2019
RA Nr. 110/2019/65 7
beanstanden. Es besteht bei diesem Ergebnis auch kein Anlass, das Beschwerdeverfahren
zu sistieren, bis ein Entscheid der Gemeinde über die Rechtmässigkeit der strittigen
Blocksteinmauer vorliegt. Auch in diesem Punkt ist die Beschwerde unbegründet.
4. Rechtliches Gehör
a) Der Beschwerdeführer rügt schliesslich, er habe im vorinstanzlichen Verfahren keine
Möglichkeit erhalten, sich zur Stellungnahme der Bauherrschaft vom 27. November 2018
zu äussern. Er sei daher gezwungen gewesen, Beschwerde zu führen. Dies bedaure er
sehr. Sinngemäss macht der Beschwerdeführer damit die Verletzung seines Anspruchs auf
rechtliches Gehör geltend.
b) Der Anspruch auf rechtliches Gehör nach Art. 21 ff. VRPG8 gibt den Parteien das
Recht, sich zur Sache zu äussern, erhebliche Beweise beizubringen, Einsicht in die Akten
zu nehmen, mit erheblichen Beweisanträgen gehört zu werden und an der Erhebung
wesentlicher Beweise entweder mitzuwirken oder sich zumindest zum Beweisergebnis zu
äussern.
c) Aus Ziffer 4.5 des angefochtenen Entscheids geht hervor, dass die Gemeinde dem
Beschwerdeführer die Stellungnahme der Bauherrschaft vom 27. November 2018 erst mit
dem Bauentscheid vom 18. März 2019 zustellte. Der Beschwerdeführer konnte sich
demzufolge vor Erlass des Bauentscheids nicht zum fraglichen Schreiben äussern. Mit
diesem Vorgehen verletzte die Gemeinde das rechtliche Gehör des Beschwerdeführers.9
d) Nach der Praxis des Bundesgerichts kann eine Gehörsverletzung im
Rechtsmittelverfahren jedoch "geheilt" werden, sofern die obere Instanz dieselbe
Überprüfungsbefugnis hat wie die verfügende Behörde, den Beschwerdeführenden daraus
kein Nachteil erwächst und es sich nicht um eine besonders schwere Verletzung der
Parteirechte handelt.10 Gemäss Art. 40 Abs. 3 BauG kommt der BVE als
Beschwerdeinstanz die volle Überprüfungsbefugnis zu. Vorliegend ist nicht ersichtlich,
8 Gesetz vom 23. Mai 1989 über die Verwaltungsrechtspflege (VRPG; BSG 155.21) 9 Vgl. Aldo Zaugg/Peter Ludwig, a.a.O., Art. 38-39 N. 9b 10 BGE 126 I 68 E. 2; Merkli/Aeschlimann/Herzog, Kommentar zum bernischen VRPG, 1997, Art. 21 N. 4 und 16
RA Nr. 110/2019/65 8
dass dem Beschwerdeführer durch die Heilung der Gehörsverletzung ein Nachteil
erwachsen würde. Er hat das Schreiben der Bauherrschaft vom 27. November 2018 als
Beilage zusammen mit dem angefochtenen Bauentscheid vom 18. März 2019 erhalten und
konnte seine Beschwerde vom 14. April 2019 in Kenntnis dieses Schreibens verfassen.
Der Beschwerdeführer konnte damit seine Rechte im Beschwerdeverfahren vollumfänglich
wahrnehmen. Die Gehörsverletzung wurde somit geheilt. Überdies kommt dem Schreiben
vom 27. November 2018 im vorliegenden Fall keine entscheidrelevante Bedeutung zu.
Namentlich enthielt es keine Ausführungen darüber, in welchem Verfahren die Gemeinde
die Rüge betreffend die strittige Blocksteinmauer behandeln soll. Der Mangel wiegt somit
nicht schwer und hatte auch keinen Einfluss auf das prozessuale Vorgehen der Gemeinde.
Es besteht somit kein Anlass, den angefochtenen Bauentscheid aufgrund der
Gehörsverletzung aufzuheben und an die Vorinstanz zurückzuweisen. Die
Gehörsverletzung verursachte auch keinen prozessualen Mehraufwand, der ohne
Gehörsverletzung unterblieben wäre. Aufgrund der untergeordneten Bedeutung rechtfertigt
es sich nicht, den Gehörsmangel bzw. dessen Heilung bei der Kostenverlegung zu
berücksichtigen (vgl. Erwägung 6).
5. Fazit
a) Zwischen der Blocksteinmauer und dem geplanten Um- und Ausbau des
Einfamilienhauses besteht kein direkter Zusammenhang. Die Rechtmässigkeit der
Blocksteinmauer wird in einem separaten Verfahren beurteilt. Der Streitgegenstand des
Bauentscheids kann nicht auf die strittige Blocksteinmauer ausgedehnt werden. Der
Streitgegenstand würde dadurch unzulässig erweitert. Ebenso besteht kein Anlass, zuerst
den Entscheid bzw. den Ausgang des nachträglichen Baubewilligungsverfahrens
betreffend die Blocksteinmauer abzuwarten. Gründe für eine Verfahrenssistierung
bestehen nicht. Auch konnte die Gehörsverletzung im Beschwerdeverfahren geheilt
werden. Die Beschwerde ist daher abzuweisen, soweit darauf eingetreten werden kann.
b) Anzumerken ist an dieser Stelle, dass sich der Beschwerdeführer als
Alleineigentümer des Nachbargrundstücks am nachträglichen Baubewilligungsverfahren
beteiligen kann. In diesem Verfahren, das mit vollen Rechtsschutzgarantien ausgestattet
ist, kann er sich gegen die strittige Blocksteinmauer zur Wehr setzen und auch
Rechtsverwahrung anmelden. Er hat somit die Möglichkeit, seine Rechte bezüglich der
RA Nr. 110/2019/65 9
Blocksteinmauer ohne Nachteil vollumfänglich im nachträglichen Baubewilligungsverfahren
auszuüben.
RA Nr. 110/2019/65 10
6. Kosten
a) Bei diesem Ausgang des Verfahrens unterliegt der Beschwerdeführer. Er hat die
Verfahrenskosten zu tragen (Art. 108 Abs. 1 VRPG). Diese werden bestimmt auf eine
Pauschalgebühr von Fr. 1'000.00 (Art. 103 Abs. 2 VRPG i.V.m. Art. 19 Abs. 1 GebV11) und
werden dem Beschwerdeführer zur Bezahlung auferlegt. Aufgrund der untergeordneten
Bedeutung rechtfertigt es sich nicht, den Gehörsmangel bzw. dessen Heilung bei der
Kostenverlegung zu berücksichtigen (vgl. Erwägung 4).
b) Die unterliegende Partei hat der Gegenpartei die Parteikosten zu ersetzen, sofern
nicht deren prozessuales Verhalten oder die besonderen Umstände eine andere Teilung
oder Wettschlagung gebieten oder die Auflage der Parteikosten an das Gemeinwesen als
gerechtfertigt erscheint (Art. 108 Abs. 3 VRPG). Die Kostennote des Rechtsvertreters der
Beschwerdegegnerin im Betrag von Fr. 2'681.00 (Honorar Fr. 2'400.00, Auslagen
Fr. 89.30, Mehrwertsteuer Fr. 191.70) gibt zu keinen Bemerkungen Anlass. Der
Beschwerdeführer als unterliegende Partei hat somit der Beschwerdegegnerin die
Parteikosten von Fr. 2'681.00 zu ersetzen.