# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 97e9a2ea-2016-4f34-b422-e167575d88c5
**Court:** GR_VG
**Chamber:** GR_VG_005
**Year:** 2022
**Language:** de
**Jurisdiction:** GR / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

I. Sachverhalt:
1. C._ sind Eigentümer der Parzelle D._ in E._ als Fraktion
der Gemeinde B._. Am 5. März 2020 reichten sie ein Baugesuch Nr.
F._ ein betreffend "Parkplatz und Garage, Erweiterung PV-Anlage"
(Anm. des Gerichts: Photovoltaikanlage). Dieses Baugesuch wurde
amtlich publiziert und lag vom 8. bis 27. Mai 2020 öffentlich auf.
2. Dagegen erhob A._ – als Eigentümerin der Nachbarparzelle G._
– am 25. Mai 2020 Einsprache, mit welcher sie u.a. die Nichterteilung der
Baubewilligung beantragte.
3. Mit "Baubescheid" vom 29. Juli 2020 bzw. dem diesem zugrundeliegenden
Beschluss der Baukommission vom 22. Juni 2020 hat die Gemeinde das
Baugesuch unter diversen Auflagen bewilligt bzw. nicht bewilligt. Die
Erweiterung der PV-Anlage wurde bewilligt. Der Bau der Stützmauer
entlang der Grundstückgrenze zur Parzelle G._ wurde wegen
Nichteinhaltung von Grenzabständen nicht bewilligt und die Einsprache in
diesem Umfang gutgeheissen. Der Parkplatz und die Garage wurden
unter der Auflage bewilligt, dass vor Baubeginn der Nachweis zu erbringen
sei, dass diese ohne Stützmauer zur Parzelle G._ realisiert werden
können.
Begründend wurde ausgeführt, bei der geplanten Baute handle es sich
nicht um ein Kulturdenkmal und sie befinde sich nicht in der
Ortsbildschutzzone. Eine genügende Anpassung sei geprüft worden; die
geplante Solaranlage werde direkt an der Mauer angebracht, sei
reflexionsarm und als kompakte Fläche zusammengehängt. Die
Interessen an der Nutzung von Solarenergie würden den ästhetischen
Anliegen grundsätzlich vorgehen. Obschon für das Bauvorhaben
gesetzlich keine Gestaltungsberatung vorgeschrieben sei, sei es einer
einfachen Vorprüfung durch die Gestaltungsberatung unterzogen worden.
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Auf Grundlage dieser Beurteilung sei das Vorprojekt angepasst worden.
Die Baukommission sei zum Schluss gekommen, die gestalterischen
Ansprüche an den Bau seien eingehalten und die gestalterischen
Massnahmen der Gestaltungsberatung im Bauprojekt umgesetzt. Gemäss
dem für die Fraktion E._ geltenden Baugesetz der Gemeinde
H._ (BauG) seien Flachdächer grundsätzlich verboten, für An- und
Kleinbauten sowie Dachterrassen jedoch erlaubt. Ferner könnten bei
positiver Beurteilung der Bauberatung Ausnahmen erteilt werden.
Vorliegend handle es sich um eine Kleinbaute, für welche das Flachdach
sowohl funktional als auch gestalterisch als die beste Lösung angesehen
werde. Sofern die Einsprecherin unvollständige, unklare und
wahrheitswidrige Baugesuchsunterlagen geltend mache, wurde
ausgeführt, es sei richtig, dass die – in den Plänen schwarz
gekennzeichnete – bestehende Situation nicht in allen Punkten richtig
wiedergegeben sei. Sämtliche für die Überprüfung der Einhaltung der
Vorschriften des materiellen Rechts notwendigen Angaben seien jedoch
korrekt und vollständig. Was die Wohnung im UG sowie die
Schneeräumung betreffe, seien diese nicht Bestandteil der vorliegenden
Bewilligung, sondern eines separaten Verfahrens. Das Längenprofil fehle
sodann tatsächlich; die Bauherren würden diesbezüglich zur
Nachreichung aufgefordert. Zur gerügten Verletzung der Grundordnung
und des Durchleitungsrechts wurde festgehalten, die Nichterteilung der
Bewilligung der Stützmauer würde die Hydranten- sowie
Schmutzwasserhauptleitung gemäss GEP nur leicht tangieren und nicht
gefährden. Abschliessend wurde zum Grenzabstand, den Gebäudelängen
sowie hinsichtlich Brandschutz vorgebracht, der geplante Ausbau weise
einen Feuerwiderstand von mindestens 30 Minuten auf, wodurch der
Brandschutzabstand gemäss Brandschutzrichtlinie auf 6 m reduziert
werden könne. Dieser sei mit dem minimalen Abstand von 6.5 m zwischen
dem geplanten Anbau und dem Gebäude auf Parzelle G._
eingehalten.
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4. Am 12. August 2020 wurde ein weiteres Baugesuch der Bauherrschaft
(Parzelle D._) betreffend "Bruchsteinmauer Ost" publiziert.
5. Gegen den Baubescheid vom 29. Juli 2020 erhob A._ (nachfolgend
Beschwerdeführerin) am 8. September 2020 Beschwerde an das
Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden mit den Anträgen, der
Baubescheid inklusive separater Begründung sei aufzuheben, soweit der
Bau von Parkplatz und Garage mit Auflagen bewilligt wurde; eventualiter
beantragte sie in Aufhebung des Entscheids die Rückweisung an die
Gemeinde zur Neubeurteilung. In formeller Hinsicht beantragte sie, der
Beschwerde sei die aufschiebende Wirkung zu erteilen; unter Kosten- und
Entschädigungsfolge zulasten der Beschwerdegegner.
Begründend wurde im Wesentlichen und wiederum vorgebracht, die
Baugesuchsunterlagen seien unvollständig, unklar und tatsachenwidrig.
Die Gemeinde anerkenne, die bestehende Situation sei nicht in allen
Punkten in den Baugesuchsakten richtig wiedergegeben, habe dies aber
gleichwohl akzeptiert. Aus der Bewilligung ergehe neu plötzlich auch eine
Heizung und ein Kamin. U.a. sei in der überarbeiteten Fassung nach wie
vor ein nicht bewilligter Balkon vor der Garage zu erkennen. Ferner sei die
Auflage unzulässig. Im Zeitpunkt der Bewilligung müsse der Gemeinde
klar sein, ob und in welcher Form der Bau der Garage und des Parkplatzes
ohne Stützmauer technisch überhaupt realisierbar ist. In Unkenntnis
darüber sei die Bewilligung unter dieser Auflage ausgeschlossen. Die
Bauherrschaft habe vielmehr ein neues Baugesuch mit angepasstem
Projekt einzureichen. Eine Teilbaubewilligung sei nicht zur Diskussion
gestanden, da kein untergeordneter Mangel vorliege und dieser nicht
behoben werden könne. C._ hätten indes keinen Nachweis erbracht,
dass der Parkplatz sowie die Garage ohne Stützmauer realisiert werden
könne. Die Pläne seien lediglich ohne Stützmauer noch einmal eingereicht
worden. Die Bauherrschaft habe "zwecks Erstellung einer
Blocksteinmauer auf der Grenze" zwischen Parzelle D._ und
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G._ eine neue, am 12. August 2020 publizierte, Baueingabe
eingereicht. Diese übernehme wohl eine Stützfunktion und stehe im
Zusammenhang mit dem Bau des Parkplatzes und der Garage, weswegen
die Auflage von vorneherein nicht mehr erfüllt sei. Zudem machte sie eine
fehlende Einordnung in das bestehende Umgebungs- und Landschaftsbild
geltend und damit zusammenhängend eine Verletzung der
Begründungspflicht der Gemeinde. Diese habe offengelassen, welche
gestalterischen Massnahmen umgesetzt seien und ein Bericht der
Gestaltungsberaterin liege nicht vor. Die unmittelbare Umgebung sei
jedoch vom GGP geprägt und das BauG sehe besonders hohe
Anforderungen an Gestaltung und Ästhetik vor. Das Haus und der
geplante Anbau füge sich nicht harmonisch in das äusserst idyllische Orts-
und Landschaftsbild ein. So sei das Flachdach unzulässig und von einer
Kleinbaute könne nicht die Rede sein. Auch die Situierung missachte
Gestaltungsvorschriften. In diesem Zusammenhang beantragte die
Beschwerdeführerin einen Augenschein. Schliesslich rügte sie die
Unzulässigkeit der Erweiterung der PV-Anlage auf der bestehenden,
südlichen Bruchsteinmauer. Diese verunstalte das Dorf- und
Landschaftsbild in besonderem Masse. Die Gemeinde habe keine
Informationen zur Anlage hinsichtlich Konstruktion, Flächenanordnung
und Reflexion eingeholt. Da es sich nicht um eine genügend angepasste
Dachanlage handle, sei sie als Baute und Anlage baubewilligungspflichtig.
Ästhetische Anliegen seien höher zu gewichten als die Nutzung der
Solarenergie; einer sorgsamen Einordnung komme gerade in Dorfzonen
grösste Bedeutung zu. Ferner sei auch die Brandschutzbewilligung
mitaufzuheben. Darüber hinaus monierte die Beschwerdeführerin die
ersuchten Pflanzentröge als Absturzsicherung und eine nicht gleichzeitige
Eröffnung des Baubescheids.
6. Mit Vernehmlassung vom 16. Oktober 2020 beantragte Gemeinde die
kostenpflichtige Abweisung der Beschwerde. Sie wiederholte und vertiefte
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punktuell ihre Ausführungen im angefochtenen Entscheid. Weiter führte
sie aus, auf den Planunterlagen ohne Stützmauer sei ersichtlich, wie der
Abschluss der verbleibenden Stützmauer vorgesehen sei. Die
Baukommission sei der Ansicht, die Unterlagen seien für die Erteilung der
Bewilligung ausreichend. Der Parkplatz bestehe bereits ohne Stützmauer.
Damit sei der Nachweis erbracht worden. Die geplante Garage stütze sich
nicht auf die nicht bewilligte Stützmauer ab und beide Projekte liessen sich
vollständig voneinander trennen. So könne die Stützmauer ohne Garage
und die Garage ohne Stützmauer erstellt werden. Bei der nicht bewilligten
Stützmauer handle es sich um einen untergeordneten Mangel, welcher
problemlos habe behoben werden können. Die Beschwerdeführerin habe
den Nachweis inkl. Planunterlagen am 5. August 2020 erhalten und der
Baubescheid sei gleichzeitig eröffnet worden. Sodann mache die
Platzierung der PV-Anlage energetisch und gestalterisch Sinn.
7. In ihrer Replik vom 30. Oktober 2020 hielt die Beschwerdeführerin
vollumfänglich an den Anträgen in ihrer Beschwerde vom 8. September
2020 fest und verwies im Wesentlichen auf – bzw. wiederholte und
vertiefte – deren Ausführungen. Sie betonte erneut, entgegen der Auflage
sei am 12. August 2020 eine Stützmauer als neues Baugesuch publiziert
worden.
8. Nachdem die Gemeinde mit Eingabe vom 17. November 2020 auf die
Einreichung einer Duplik verzichtete, gelangte die Beschwerdeführerin am
31. März 2021 mit einer weiteren Stellungnahme an das
Verwaltungsgericht. Sie betonte wiederum, dass das separat eingegebene
Gesuch für eine Stützmauer zu Unrecht nicht im Rahmen eines
einheitlichen Baubescheids bewilligt worden sei und rügte die Verletzung
des Erfordernisses des einheitlichen Baubescheids. Die Bauherrschaft
habe den Parkplatz und die Garage offensichtlich nicht ohne
entsprechende Stützmauer bauen wollen, hätte sie ansonsten doch nicht
kurz nach dem Entscheid bereits ein neues Baugesuch eingereicht. Ferner
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sei im vorliegend angefochtenen Baubescheid ein Cheminéeofen und eine
Kaminanlage – im Zusammenhang mit dem unrechtmässigen Ausbau des
UG – bewilligt worden. Im Wesentlichen folgten dazu zum Verfahren R 21
42 analoge Ausführungen, in welchem die Beschwerdeführerin gegen ein
Erledigungsschreiben der Gemeinde Beschwerde an das
Verwaltungsgericht erhob. Im besagten Schreiben hielt die Gemeinde fest,
dass im Anschluss an einen Augenschein (recte: Baukontrolle) keine
rechtswidrigen Ausbauten festgestellt werden konnten. Der Einzelrichter
trat in der Folge nicht auf die Beschwerde ein, da u.a. kein zulässiges
Anfechtungsobjekt vorlag.
9. Mit prozessleitender Verfügung vom 1. April 2021 erkannte der
Instruktionsrichter der Beschwerde die aufschiebende Wirkung zu, zumal
sich weder die Gemeinde noch C._ (nachfolgend
Beschwerdegegner) dagegen aussprachen.
10. Die Gemeinde führte in ihrer Stellungnahme vom 30. April 2021 ebenfalls
bereits im Verfahren R 21 42 analog Vorgebrachtes aus. In einer weiteren
Stellungnahme vom 7. Mai 2021 widersprach die Beschwerdeführerin den
Ausführungen der Gemeinde und hielt fest, sie habe gegen das Gesuch
um Umnutzung des UG zu Wohnzwecken sehr wohl Einsprache erhoben,
welche in der Folge gutgeheissen worden sei.
Auf die weiteren Ausführungen der Parteien in den Rechtsschriften und im
angefochtenen Entscheid vom 29. Juli 2020 wird, soweit erforderlich, in
den nachstehenden Erwägungen eingegangen.

## Considerations

II. Das Gericht zieht in Erwägung:
1.1. Gemäss Art. 49 Abs. 1 lit. a des Gesetzes über die
Verwaltungsrechtspflege (VRG; BR 370.100) beurteilt das
Verwaltungsgericht Beschwerden gegen Entscheide von Gemeinden,
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soweit diese nicht bei einer anderen Instanz angefochten werden können
oder nach kantonalem oder eidgenössischem Recht endgültig sind.
Angefochten ist vorliegend der Bau- und Einspracheentscheid vom 29. Juli
2020, bzw. der diesem zugrundeliegende Beschluss der Baukommission
vom 22. Juni 2020, mit welchem die Gemeinde das Baugesuch der
Beschwerdegegner unter Auflagen teilweise bewilligte und andererseits
die Einsprache der Beschwerdeführerin teilweise guthiess. Dieser
Entscheid ist weder endgültig noch kann er bei einer anderen Instanz
angefochten werden. Aus dem kommunalen Recht geht mit Art. 52 der
Gemeindeverfassung der politischen Gemeinde B._ i.V.m. Art. 8 lit. c
der Geschäftsordnung zudem hervor, dass Entscheide der
Baukommission direkt beim Verwaltungsgericht anzufechten sind. Folglich
stellt er ein taugliches Anfechtungsobjekt für ein Verfahren vor dem
Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden dar. Gemäss Art. 50 Abs. 1
VRG ist zur Beschwerde legitimiert, wer durch den angefochtenen
Entscheid berührt ist und ein schutzwürdiges Interesse an seiner
Aufhebung oder Änderung hat oder wer durch besondere Vorschrift dazu
ermächtigt ist. Die Beschwerdeführerin ist Eigentümerin der Parzelle
G._, welche unmittelbar an die Bauparzelle D._ grenzt.
Demnach kann aufgrund der räumlichen Nähe von einer besonderen
Beziehungsnähe und grundsätzlich von einem schutzwürdigen Interesse
an der Aufhebung oder Abänderung des angefochtenen Bau- und
Einspracheentscheids ausgegangen werden. Auf die zudem form- und
fristgerecht erhobene Beschwerde (vgl. Art. 38 Abs. 1 und 2 sowie Art. 52
Abs. 1 VRG) ist somit einzutreten.
1.2. Streitgegenstand bildet vorliegend der Baubescheid vom 29. Juli 2020,
bzw. der diesem zugrundeliegende Beschluss der Baukommission vom
22. Juni 2020 inkl. Begründung, soweit der Bau der Garage und des
Parkplatzes unter Auflage sowie der Bau der Photovoltaikanlage bewilligt
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wurde. Unbestritten blieb indessen der Bauabschlag der parallel zur
Nachbarparzelle G._ verlaufenden Stützmauer.
2. In materieller Hinsicht gilt es zunächst und im Wesentlichen zu prüfen, ob
die Gemeinde bei der Genehmigung ihrer Auflage die von der
Bauherrschaft nachgereichten bzw. "neuen" Pläne ohne die nicht
bewilligte Stützmauer als einen ausreichenden Nachweis erachten durfte.
Sie befand dabei die Umsetzung der Auflage als korrekt. Wie zu zeigen
sein wird, hat sie dabei den rechtserheblichen Sachverhalt unrichtig bzw.
unvollständig festgestellt (vgl. Art. 51 Abs. 1 lit. b VRG). Da es sich bei
dieser Frage um eine Rechtsfrage handelt, kann auf die Durchführung
eines von der Beschwerdeführerin beantragten Augenscheins verzichtet
werden.
3.1. Die Gemeinde erteilte im angefochtenen Entscheid vom 29. Juli 2020
unter anderem die Bewilligung für den Bau der Garage sowie des
Parkplatzes unter folgender Auflage: "Vor Baubeginn ist dem Bauamt der
Gemeinde B._ der Nachweis zu erbringen, dass die Garage und der
Parkplatz ohne Stützmauer zur Parzelle Nr. G._ realisiert werden
kann" (vgl. beschwerdeführerische Akten [Bf-act.] 4, S. 1).
3.2. Die Beschwerdeführerin rügte u.a., die Auflage sei unzulässig. So müsse
der Gemeinde im Zeitpunkt der Bewilligung klar sein, ob und in welcher
Form der Bau ohne Stützmauer technisch überhaupt realisierbar sei. In
Unkenntnis darüber sei die Bewilligung unter dieser Auflage
ausgeschlossen. Mit der nochmaligen Einreichung von Planunterlagen
ohne eingezeichnete Stützmauer und ohne weitere Angaben sei indes der
Nachweis der Auflage nicht erbracht, dass der Parkplatz sowie die Garage
ohne Stützmauer realisiert werden könne. Trotzdem habe die Gemeinde
den Nachweis für genügend befunden. In Verletzung von Art. 79 Abs. 2
des Raumplanungsgesetzes für den Kanton Graubünden (KRG; BR
801.100), wonach Bauten und Anlagen den anerkannten Regeln der
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Baukunde zu genügen haben und weder bei der Erstellung noch durch
ihren Bestand und ihre Nutzung Personen, Tiere und Sachen gefährden
dürfen, bestünde für ihre Parzelle G._ eine Gefahr. Es könne bei der
aktuellen Informationslage nicht nachvollzogen werden, ob die Baute den
anerkannten Regeln der Baukunde genüge (vgl. Beschwerde vom 8.
September 2020, S. 8).
3.3. Die Gemeinde ist demgegenüber der Ansicht, der Nachweis sei erbracht
worden und hielt fest, aus den Planunterlagen ohne Stützmauer sei
ersichtlich, wie der Abschluss der verbleibenden Stützmauer vorgesehen
sei. Die Baukommission sei der Ansicht, die Unterlagen seien für die
Erteilung der Bewilligung ausreichend (vgl. Vernehmlassung vom 16.
Oktober 2020, S. 2).
4.1. Eine gestützt auf Art. 89 KRG erteilte Bewilligung kann nach Art. 90 Abs. 1
KRG mit den gebotenen Nebenbestimmungen (Auflagen, Bedingungen,
Befristungen) verknüpft werden, wenn dadurch inhaltliche oder formale
Mängel eines Bauvorhabens ohne besondere Schwierigkeiten behoben
werden können oder wenn sich Anordnungen zur Schaffung oder
Erhaltung des rechtmässigen Zustands aufdrängen (vgl. auch Urteil des
Bundesgerichts 1C_476/2016 vom 9. März 2017 E.2.4 und 1C_398/2016
vom 2. Februar 2017 E.2.7, wonach durch Nebenbestimmungen lediglich
untergeordnete Mängel eines Baugesuchs behoben werden können). Art.
90 KRG umschreibt dabei generalklauselartig, welche
Nebenbestimmungen im Zusammenhang mit Baubewilligungen materiell
zulässig sind. Damit ist die erforderliche formell-gesetzliche Grundlage zur
Verknüpfung einer Auflage mit einer Baubewilligung ohne weiteres
gegeben (vgl. PVG 2008 Nr. 21 E. 2c).
4.2. Der Wortlaut von Art. 90 KRG ist nahezu identisch zu jenem des § 321 des
Planungs- und Baugesetzes des Kantons Zürich (PBG), weshalb es sich
als angebracht erweist, für die Ausführungen zu Art. 90 KRG auch die
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umfangreiche Literatur und Rechtsprechung zum zürcherischen PBG
beizuziehen. Zur Zulässigkeit der Auflage gilt es festzuhalten, dass die
Frage der Erteilung oder Verweigerung eines mangelhaften Projektes mit
Nebenbestimmungen in erster Linie von Art und Ausmass der Verstösse
abhängig ist. Art. 90 KRG erlaubt Nebenbestimmungen nur dort, wo die
Mängel eines Projektes "ohne besondere Schwierigkeiten" behoben
werden können. Nicht "ohne besondere Schwierigkeiten" behoben werden
können gewichtige baurechtliche Mängel, z.B. in Fällen, in denen nicht
ohne grösseren planerischen Aufwand beurteilbar ist, wie der Mangel zu
beheben ist und welche baurechtlichen, konzeptionellen und
gestalterischen Auswirkungen die Behebung des Mangels nach sich zieht.
Bei der Beantwortung der Frage, ob Mängel eines Bauvorhabens mit einer
Nebenbestimmung geheilt werden können oder ob eine Bauverweigerung
zu statuieren ist, steht der Baubehörde ein erheblicher
Ermessensspielraum zu. Dieser findet dort seine Grenze, wo sich eine
Bauverweigerung als offenkundig unverhältnismässig erweist (vgl.
FRITSCHE/BÖSCH/WIPF/KUNZ, Zürcher Planungs- und Baurecht Band 1, 6.
Aufl., Wädenswil 2019, Rz. 7.1.3.4 S. 437 f.). Vor dem Hintergrund dieses
erheblichen Ermessensspielraumes der Baubehörde erachtet es das
streitberufene Gericht nicht als angemessen, der an sich sachgemässen
und verhältnismässigen Auflage bereits deren Zulässigkeit abzusprechen.
Obschon gemäss Art. 93 Abs. 1 KRG die Bauherrschaft und die
Eigentümer für die Einhaltung von Nebenbestimmungen verantwortlich
sind, muss es andererseits an der Baubehörde liegen, bei der
Genehmigung der von ihr erteilten Auflage auch deren korrekte
Umsetzung bzw. die Einhaltung in genügender Weise zu prüfen. Tut die
Baubehörde dies nicht, stellt sie Tatsachen unrichtig fest und/oder muss
sich eine Ermessensunterschreitung vorhalten lassen. Letztere liegt dann
vor, wenn die entscheidende Behörde sich als gebunden betrachtet,
obschon ihr vom Rechtssatz Ermessen eingeräumt wird, oder wenn sie
auf die Ermessensausübung ganz oder teilweise zum Vornherein
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verzichtet (vgl. BGE 135 IV 139 E.2.4.2). Entscheide, die einen solchen
qualifizierten Ermessensfehler enthalten, sind durch das
Verwaltungsgericht in jedem Fall aufzuheben (vgl.
HÄFELIN/MÜLLER/UHLMANN, Allgemeines Verwaltungsrecht, 8. Aufl., Zürich
2020, Rz. 442; vgl. z.B. BGE 141 I 105 E.3.3.2). Unterlässt eine
Baubehörde bei der Genehmigung ihrer Auflage eine ausreichende
Überprüfung des Nachweises, geht m.a.W. der Kerngehalt des
Instruments der Auflage als Nebenbestimmung verloren.
4.3. Die im angefochtenen Entscheid erfolgte Auflage, dass bis zum
Baubeginn der Nachweis zu erbringen sei, dass der Parkplatz und die
Garage auch ohne die Stützmauer errichtet werden kann, ist als
Nebenbestimmung gemäss Art. 90 zu qualifizieren. In sinngemässer
Anwendung dieser Bestimmung hat die Gemeinde demnach im
Bauvorhaben entweder einen Mangel festgestellt oder aber die Auflage
hat sich zur Schaffung oder Erhaltung des rechtmässigen Zustands
aufgedrängt. Andernfalls wäre die Erteilung der Auflage nicht erfolgt bzw.
nicht notwendig gewesen. Bei den Beilagen der Gemeinde resp. in den
Baugesuchsunterlagen liegen nun zwei (ohne jene der feuerpolizeilichen
Bewilligung) verschiedene Ausfertigungen von eingereichten Plänen.
Einerseits und von der Bauherrschaft und dem Architekten am 27. April
2020 unterzeichnet: Katasterplan Nr. 183-001 (Massstab 1:500),
Kanalisationsplan Nr. 183-002, Grundrisse/Schnitt Nr. 183-003,
Fassaden/Perspektive Nordost Nr. 183-004, jeweils im Massstab 1:100.
Die Unterschrift sowie der Stempel des Bauamtes B._ datieren
jeweils auf den 28. Juli 2020. Als Folge des angefochtenen Entscheids
reichten die Beschwerdegegner bzw. die Bauherren sodann neue, auf den
1. Juli 2020 datierte und von der Bauherrschaft sowie von dem Architekten
unterzeichnete Pläne ein: Katasterplan Nr. 183-001-3 (Massstab 1:500),
Kanalisationsplan Nr. 183-002-3, Grundrisse/Schnitt Nr. 183-003-3,
Fassaden/Perspektive Nordost Nr. 183-004-3, jeweils im Massstab 1:100.
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Diese enthalten sodann jeweils den Behördenvermerk "Nachweis:
Erstellung Garage ohne Stützmauer" sowie auf den 4. August 2020
datierend die Unterschrift und den Stempel des Bauamtes B._.
5.1. Der Argumentation der Gemeinde, der Nachweis der Erfüllung der Auflage
sei erbracht, kann nicht gefolgt werden. Ihre Auflage i.S.v. Art. 90 KRG ist
zwar an sich zulässig (vgl. E.4.2 hievor), deren Umsetzung bzw.
Genehmigung erweist sich jedoch als offensichtlich mangelhaft. So
unterscheidet sich die zweite Fassung bzw. die neu eingereichten Pläne
von den ursprünglich eingereichten und auf den 27. April 2020 datierten
Plänen lediglich dahingehend, dass anstelle der gerade eingezeichneten
und parallel zur Grenze der Nachbarparzelle G._ verlaufenden
Stützmauer neu eine gebogene Linie ersichtlich ist. Dies vermag jedoch
noch nicht den Nachweis für die Einhaltung der von der Gemeinde erteilten
Auflage zu erbringen, dass der Bau der Garage und des Parkplatzes auch
ohne Stützmauer realisiert werden kann. Schliesslich beantragte die
Bauherrschaft im Baugesuch Nr. F._ die Erstellung einer Stützmauer,
welche die Gemeinde mit dem angefochtenen Entscheid vom 29. Juli 2020
wegen Nichteinhaltung von Grenzabständen i.S.v. Art. 76 Abs. 2 KRG
nicht bewilligte. So hielt schliesslich auch die Beschwerdeführerin in
nachvollziehbarer Weise fest, dass die Bauherrschaft die Garage und den
Parkplatz nicht ohne entsprechende Stützmauer habe bauen wollen.
Andererseits hätte diese wohl nicht kurz nach dem angefochtenen
Entscheid bereits am 12. August 2020 ein neues Baugesuch betreffend
"Bruchsteinmauer Ost" eingereicht (vgl. Beschwerde S. 8 und Replik vom
31. Oktober 2020 S. 2; Bf-act. 4).
5.2. Der eigentlichen Auflage im Sinn und Zweck widersprechend,
argumentiert die Gemeinde, die geplante Garage stütze sich nicht auf die
nicht bewilligte Stützmauer ab und beide Projekte liessen sich vollständig
voneinander trennen. So könne die Stützmauer ohne Garage und die
Garage ohne Stützmauer erstellt werden (vgl. Vernehmlassung vom 16.
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Oktober 2020, S. 2). Dieser Ansicht kann offensichtlich nicht gefolgt
werden, widerspricht diese Logik doch diametral der Tatsache, dass die
Garage und der Parkplatz unter der Auflage bewilligt wurde, dass bis vor
Baubeginn der Nachweis zu erbringen sei, dass die Garage und der
Parkplatz und die Garage auch ohne die Stützmauer errichtet werden
kann.
5.3. Es liegt in der Natur ihrer Sache, dass Stützmauern grundsätzlich eine
Sicherungsfunktion übernehmen, wodurch es nicht sachgerecht erscheint,
als Nachweis für die Einhaltung der Auflage lediglich neue Pläne
entgegenzunehmen, aus welchen im Übrigen nicht im Detail hervorgeht,
ob anstelle der Stützmauer z.B. eine Böschung vorgesehen ist. Vielmehr
wären detaillierte Schnitte aus allen Richtungen, das massgebende und
neue Terrain bis zur Grenze (vgl. Art. 50 Abs. 2 lit. 5 BauG) auszuweisen
und insbesondere die Hang- bzw. Böschungssicherung sowie allfällige
Verankerungen zu prüfen. Die Gemeinde hat die Bauherrschaft
anzuweisen, diesbezüglich Fachpersonal (Statiker) beizuziehen und die
Erfüllung der Auflage in qualifizierter Art und Weise abklären zu lassen.
Die Gemeinde hat insofern den Sachverhalt unvollständig festgestellt und
ist folglich in Verletzung von Art. 51 Abs. 1 lit. b VRG ihrer
Begründungspflicht nicht nachgekommen.
6. Die Beschwerde ist bereits aus diesen Gründen gutzuheissen. Bei diesem
Ergebnis braucht auf die weiteren Rügen der Beschwerdeführerin nicht
eingegangen zu werden. Bezüglich der PV-Anlage bleibt jedoch
anzumerken, dass nicht ausgeschlossen werden kann, dass sich die
Auflage der Garage und des Parkplatzes ohne die Stützmauer bzw. deren
(Nicht-)Einhaltung und die sich in diesem Zusammenhang ergebenden
Fragen betreffend Statik auch auf die bereits bestehende
Bruchsteinmauer auswirkt, welche sich talwärts unterhalb des
Einfamilienhauses und der geplanten Garage befindet und auf welcher die
PV-Anlage installiert werden soll.
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7. Die Beschwerde ist insoweit gutzuheissen, als die Beschwerdeführerin
einen Rückweisungsantrag stellte und der angefochtene Entscheid inkl.
Begründung ist aufzuheben. Die Gemeinde wird angewiesen, die
Bauherrschaft anzuordnen, unter Beizug von qualifiziertem Fachpersonal
(Statiker) eine fachgerechte Überprüfung der Auflage vornehmen
zulassen.
8.1. Bei diesem Ausgang des Verfahrens haben die unterliegenden Parteien
die Kosten zu tragen (vgl. Art. 73 Abs. 1 VRG). Die Staatsgebühr wird
vorliegend auf CHF 3'000.-- festgesetzt (vgl. Art. 75 Abs. 2 VRG). Diese
ist zusammen mit den Kanzleiauslagen je zur Hälfte der Gemeinde und
den – untereinander solidarisch haftenden – Beschwerdegegnern
aufzuerlegen.
8.2. Aussergerichtlich haben die Gemeinde und die Beschwerdegegner nach
Art. 78 Abs. 1 VRG Ersatz für die durch den Rechtsstreit verursachten
notwendigen Kosten zu leisten. Der Rechtsvertreter der
Beschwerdeführerin legte im vorliegenden Verfahren eine Honorarnote
samt Honorarvereinbarung über CHF 6'813.94 ins Recht. Dieser Betrag
setzt sich zusammen aus dem Honorar für einen Arbeitsaufwand von
22.75 h à CHF 270.-- (CHF 6'142.50), 3 % Kleinspesenpauschale (CHF
184.28) sowie 7.7 % MWST (CHF 487.16) und wurde somit korrekt
berechnet. Das Gericht erachtet den Aufwand des Rechtsvertreters als
den gesamten Umständen sowie dem Umfang und der Schwierigkeit der
Angelegenheit angemessen. Die aussergerichtliche Entschädigung ist
damit dem Ausgang des Verfahrens entsprechend je zur Hälfte der
unterliegenden Gemeinde und den Beschwerdegegnern aufzuerlegen.
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