# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** c02c327d-6905-5ffa-ac84-7a361ba90dc4
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2015
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** 

## Facts

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
,
geboren 1967,
war vom
1.
Mai 2004
bis 3
1.
Dezember 2006
bei der
Y._
als Produktionsleiter
Oberfläc
hente
chnik angestellt (Urk.
8/11
).
Daneben
amtete er als Lehrer an der
Z._
(
Z._
,
Urk.
8/71/1).
Am
2
9.
Juni 2006 meldete er sich bei der
Eidgenös
sischen Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an (
Urk.
8/1). Die damals zuständige IV-Stelle tätigte medizinische, berufliche und erwerbliche Abklärungen
(
vgl. Protokoll per 1
8.
Januar 2008,
Urk.
8/71
).
Nach durchge
führtem
Vorbescheidverfahren
(Vorbescheid vom 1
0.
September 2007 [
Urk.
8/54])
sprach sie dem Versicherten, ausgehend von einem Invaliditätsgrad
von 100
%
, mit Verfügung vom
2.
November 2007
mit Wirkung ab
1.
Februar 2006 eine ganze Rente
zu (Urk.
8/62/2-10).
1.2
Im Oktober 2009 leitete die infolge Wohnsitzwechsels des Versicherten neu zuständige
Sozialversicherungsanstalt des Kanto
ns Zürich, IV-Stelle,
durch Zus
tellung des Fragebogens
an den Versicherten
ein Revisionsverfahren ein (
Urk.
8/91)
. Nach erwerblichen und medizinischen Abklärungen beauftragte die IV-Stelle das
A._
mit der polydisziplinären Begutachtung des Versicherten
(
Urk.
8/102)
. Das Gutachten wurde am 1
1.
Oktober 2010 erstattet (
Urk.
8/108)
. Nach Rücksprache mit dem R
egionalen Ärztlichen Dienst (R
AD,
Urk.
8/126/5-6)
teilte die IV-Stelle dem Versicherten mit
Schreiben vom 2
7.
Dezemb
er 2010
unter Hinw
eis auf
Art.
43
Abs.
3 und Art. 21 Abs.
4 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG) mit, dass gemäss ihren Abklärungen seine Erwerbsfähigkeit mit einer mindestens zweimonatigen stationären
Entzugsbe
handlung
und Neueinstellung der Schmerztherapie inklusive Medikamentenmo
nitoring wesentlich verbessert werden könnte, und forderte ihn dazu auf, zusammen mit seinem Hausarzt diese Massnahme umzusetzen (
Urk.
8/109).
Der Versicherte nahm dazu am
2
8.
Januar 2011 Stellung (Urk.
8/110, unter Beilage eines
Ärztlichen Zeugnisses
von
Dr.
med.
B._
, FMH Innere Medizin, vom 2
6.
Januar 2011 [
Urk.
8/111] sowie eines Schreibens von
Dr.
med.
C._
, FMH Psychiatrie und Psychotherapie, vom gleichen Tag [
Urk.
8/112]).
In der Folge fand am 2
3.
März 2011 ein Abklärungsgespräch in der
D._
statt
(
Urk.
8/119/20-23)
, und vom
4.
bis 1
1.
April 2011 führte der
Versicherte
im Stadtspital
E._
einen stationären Alkoholentzug d
urch
(
Urk.
8/116)
. Am 2
1.
April 2011 teilte der Versicherte der IV-Stelle unter ande
rem mit, die Deutsche Rentenversicherung habe nach der letzten Begutachtung festgestellt, dass eine Wiederherstellung seiner Arbeitsfähigkeit nicht möglich sei, und habe
seine bis anhin zeitlich begrenzte 100%ige Rente in eine unbe
grenzte 100%ige Rente umgewandelt (
Urk.
8/117
, unter Beilage des Renten-Bescheids der Deutschen Rentenversicherung [Urk. 8/
118
]
).
Nach weiteren medi
zinischen und beruflichen Abklärungen
(
Urk.
8/119
,
Urk.
8/126/8
,
Urk.
8/121 und
Urk.
8/123)
kündigte die IV-Stelle m
it Vorbescheid vom 12.
September 2012
die Herabsetzung der bisherigen ganzen Rente auf eine
Dreiviertelsrente
an (
Urk.
8/128)
. Dagegen erhob der Versicherte
am
1
2.
Oktober 2012
Einwand
(
Urk.
8/137
) und reichte am
2
6.
November 2012
eine ergänzende Begründung nach (
Urk.
8/147
). Am
8.
Februar 2013
teilte
die IV-Stelle
dem Versicherten mit, dass
sie
zur Klärung der Leistungsansprüche eine
bidisziplinäre
medizinische Untersuchung (Rheumatologie oder Orthopädie
und
Psychiatrie)
für
notwendig
erachte und damit – wiederum – das
A._
beauftragt werde
(
Urk.
8/152)
. Dagegen erhob der Versicherte
am
2
2.
Februar 2013
diverse Einwendungen (
Urk.
8/157). Die IV-Stelle hielt jedoch mit
Zwischenverfügung vom 1
5.
März 2013
an der Abklärung durch das
A._
sowie an den vorgeschlagene
n Gut
achtern fest (
Urk.
8/162).
Vom
1
8.
April bis 2
9.
Mai 2013
hielt sich der Versi
cherte stationär i
n der
F._
auf (
Urk.
8/172)
.
A
m 24.
September 2013
wurde die neuerliche Untersuchung
im
A._
durchgeführt
. Das betref
fende Folgegutachten wurde am
3
1.
Oktober 2013 erstattet (
Urk.
8/175)
.
Am
6.
und 1
0.
Dezember 2013 nahm der Versicherte zu den im Rahmen des
Vorbe
scheidverfahrens
getätigten Abklärungen Stellung
(
Urk.
8/177 und
Urk.
8/179, unter Beilage einer Stellungnahme von
Dr.
B._
vom
4.
Dezember 2013 [
Urk.
8/178]
). Am
8.
Januar 2014 reichte er weitere Arztberichte nach (
Urk.
8/180-181). Mit Verfügung vom
2
7.
Dezember 2014 (richtig: 2013
[
Urk.
2]
)
setzte die IV-Stelle
wie angekündigt
die bisherig
e ganze Rente mit Wirkung ab 1.
März 2014 a
uf eine
Dreiviertelsrente
herab. Gleichzeitig aufer
legte sie ihm erneut (vgl.
Urk.
8/109) eine Schadenminderungspflicht (weiterhin Abstinenz von Benzodiazepinen sowie Einstellung des Konsums von Alkohol und Opioiden)
.
2.
Da
gegen erhob der Versicherte
, vertreten durch Rechtsanwalt Martin Hablützel, mit Eingabe vom 2
5.
Februar 2014 Beschwerde und beantragte, es sei die Ver
fügung aufzuheben und es seien ihm die Leistungen gemäss
Bundesgesetz über die Invalidenversicherung (
IVG
)
zuzugestehen, insbesondere sei ihm weiterhin eine
ganze Rente über den 1.
März 2014 hinaus auszurichten (
Urk.
1). Die Beschwerdegegnerin ersuchte in ihrer Beschwerdeantwort vom 2
6.
März 2014 um Abweisung der Beschwerde (
Urk.
7), was dem Beschwerdeführer am 31. März 2014 mitgeteilt wurde (
Urk.
9). Am
7.
Juli 2014 reichte der Beschwer
deführer eine persönliche Stellungnahme ein (
Urk.
10). Diese wurde seinem Rechtsvertreter am 1
3.
August 2014 zur Kenntnisnahme zugestellt (
Urk.
11).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Unterlagen ist, soweit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen einzuge
hen.
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
1.1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (
Art.
8
Abs.
1 ATSG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (
Art.
7
Abs.
1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (
Art.
7
Abs.
2 ATSG).
1.1.2
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie körperliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von
Art.
4
Abs.
1 IVG in Verbindung mit
Art.
8 ATSG bewirken. Nicht als Folgen eines psychischen Gesundheitsschadens und damit invalidenversicherungsrechtlich nicht als rele
vant gelten Einschränkungen der Erwerbsfähigkeit, welche die versicherte Per
son bei Aufbietung allen guten Willens, die verbleibende Leistungsfähigkeit zu verwerten, abwenden könnte; das Mass des
Forderbaren
wird dabei weitgehend objektiv bestimmt. Festzustellen ist, ob und in welchem Umfang die Ausübung einer Erwerbstätigkeit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt mit der psychi
schen Beeinträchtigung vereinbar ist. Ein psychischer Gesundheitsschaden führt also nur soweit zu einer Erwerbsunfähigkeit (
Art.
7 ATSG), als angenommen werden kann, die Verwertung der Arbeitsfähigkeit (
Art.
6 ATSG) sei der versi
cherten Person sozial-praktisch nicht mehr zumutbar (BGE 131 V 49 E. 1.2 mit Hinweisen).
An diesem Grundsatz ändert auch das kürzlich ergangene
Urteil des Bundesge
richtes
9C_492/2014
vom
3.
Juni 2015, mit welchem die
Praxis zur Beurteilung des Anspruches auf eine Invalidenrente wegen
somatoformer
Schmerzstörungen und vergleichbarer psychosomatischer Leiden
geändert wurde
) nichts
(vgl. ins
besondere E. 3.7 des besagten Urteils).
1.1.3
Alkoholismus (wie auch Drogensucht und Medikamentenabhängigkeit) begrün
det für sich allein keine Invalidität im Sinne des Gesetzes. Vielmehr wird er invalidenversicherungsrechtlich erst relevant, wenn er eine Krankheit oder einen Unfall bewirkt hat, in deren Folge ein körperlicher, geistiger oder psychi
scher, die Erwerbsfähigkeit beeinträchtigender Gesundheitsschaden eingetreten ist, oder wenn er selber Folge eines körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheitsschadens ist, dem Krankheitswert zukommt (Urteil des Bundesge
richts 8C_694/2008 vom 5. März 2009 E. 2). Mit dem Erfordernis des
Krank
heitswerts
einer allfälligen verursachenden psychischen Krankheit wird ver
langt, dass diese die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit einschränkt (BGE 99 V 28 E.
2; Urteil des Bundesgerichts I
940/05 vom 10. März 2006 E. 2.2; erwähntes Urteil I 758/01 E. 3.1). Wenn der erforderliche Kausalzusammenhang zwischen Alkoholsucht und krankheitswertigem psychischem Gesundheitsschaden besteht, sind für die Frage der noch zumutbaren Erwerbstätigkeit die psychi
schen und die suchtbedingten Beeinträchtigungen gesamthaft zu berücksichti
gen.
1.2
Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines
Rentenbezü
gers
erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (
Art.
17
Abs.
1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tat
sächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente nicht nur bei einer wesentlichen Änderung des Gesundheitszustandes, sondern auch dann
revidier
bar
, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen des an sich gleich gebliebenen Gesundheitszustandes erheblich verändert haben (BGE 130 V 343 E. 3.5 mit Hinweisen). Eine Veränderung der gesundheitlichen Verhältnisse liegt auch bei gleich gebliebener Diagnose vor, wenn sich ein Leiden in seiner Intensität und in seinen Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit verändert hat (Urteile des Bun
desgerichts 9C_261/2009 vom 1
1.
Mai 2009 E. 1.2 und I 212/03 vom 28. August 2003 E. 2.2.3). Dagegen stellt die bloss unterschiedliche Beurteilung der Auswirkungen eines im Wesentlichen unverändert gebliebenen Gesund
heitszustandes auf die Arbeitsfähigkeit für sich allein genommen keinen
Revisi
onsgrund
im Sinne von
Art.
17
Abs.
1 ATSG dar. Zeitliche Vergleichsbasis für
die Beurteilung einer anspruchserheblichen Änderung des Invaliditätsgrades bilden die letzte rechtskräftige Verfügung oder der letzte rechtskräftige
Ein
spracheentscheid
, welche oder welcher auf einer materiellen Prüfung des Ren
tenanspruchs mit rechtskonformer Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und Invaliditätsbemessung beruht (BGE 133 V 108; vgl. auch BGE 130 V 71
E.
3.2.3; Urteil des Bundesgerichts 9C_438/2009 vom 26. März 2010 E. 1 mit Hin
weisen).
1.3
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorak
ten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuch
tet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 125
V
351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
2.
2.1
Streitig und zu prüfe
n ist, ob der Beschwerdeführer
über den
1.
März 2014 hin
aus Anspruch auf eine ganze Invalidenrente hat.
2.2
Die Beschwerdegegnerin machte geltend, der Beschwerdeführer erhalte
seit 1.
Februar 2006
eine ganze Rente aufgrund eines Invaliditätsgrades von 100
%
. Im Folgegutachten des
A._
sei eine Verschlechterung zw
ischen der dortigen Begutachtung vom 14. Juli 2010
und
derjenigen vom 2
4.
September 2009 (richtig: 2013) festgehalten. Gegenüber der
Rentenzusprache
im Jahr 2008 (richtig: 2007) habe sich aber eine Verbesserung eingestellt, womit ein
Revisi
onstatbestand
nach
Art.
17
Abs.
1 ATSG ausgewiesen sei. Aufgrund der Ver
schlechterung der orthopädischen Situation entsprächen die bisherigen Tätig
keiten nicht mehr dem optimalen Anforderungsprofil. Eine optimal angepasste Tätigkeit sei dem Beschwerdeführer aber na
ch wie vor halbtags zumutbar
(
Urk.
2)
.
2.3
Der Beschwerdeführer brachte dagegen vor
, die ursprüngliche
Rentenzusprache
habe im Hinblick auf die psychischen Einschränkungen auf dem psychiatrischen Gutachten der Uni
G._
vom
5.
Juli 2007 beruht. Damals sei eine rezidivie
rende depressive Störung, gegenwärtig schwere depressive Episode
,
diagnosti
ziert worden. Die rezidivierende depressive Störung sei zwischen 2006 und 2013 durch diverse Gutachten
und Arztberichte dokumentiert.
Sie
habe durch das
Medikamentenmonitoring
im
H._
nachweislich nicht positiv beeinflusst werden können
(
Urk.
1 S. 8 – 10)
. Auch im somatischen Bereich habe sich keine
Besserung der tatsächlichen Situation abgezeichnet. Im Gegenteil, gemäss dem Folgegutachten des
A._
bestehe dort sogar eine Ver
schlechterung im Vergleich zu
m
ersten Gutachten aus dem Jahr 201
0.
Da die Schadenminderungspflicht erfüllt sei und sich trotzdem keine Verbesserung des Gesundheitszustandes eingestellt habe, sei kein Revisionsgrund nach
Art.
17
Abs.
1 ATSG gegeben. Es sei nach wie vor von einer 100%igen Arbeitsunfähig
keit und somit von einem Invaliditätsgrad von 100
%
auszugehen
(
Urk.
1 S. 11)
.
3.
3.1
3.1.1
Die ursprüngliche
Rentenzusprache
im Jahr 2007 gründete in medizinischer Hinsicht auf dem Gutachten von
Dr.
med.
I._
, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie,
vom interdisziplinären Schmerzzentrum des
Universitäts
k
linikums
G._
(nachfolgend
: Gutachten der Uniklinik
G._
) vom
5.
Juli 2007
(
Urk.
8/51/2-14) sowie der Stellungnahme des RAD der IV-Stelle Luzern
vom
5.
September 2009 (Urk.
8/71/7-8)
.
3.1.2
Im genannten Gutachten
waren als
algesiologische
Diagnosen eine chronische
Lumboischialgie
nach traumatischer
Spondylolyse
mit
Spondylolisthesis
LWK5 auf SWK1
Meyerding
Grad II und Mai 2005
Spondylodese
LW4 bis SW1
(ICD-10 M54.4) sowie eine L5-Radikulopathie beidseits (ICD-10 G55.1 und M51.1) erhoben worden. Als psychiatrische Diagnosen waren eine
rezidivie
-
rende
depressive Störung, gegenwärtig schwere Episode (ICD-10 F33.2), eine sekun
däre Hochdosis-Opiatabhängigkeit, gegenwärtig ständiger
Substanzge
-
brauch (ICD-10 F10.
25), eine sekundäre
Benzodiazep
inabhängigkeit
, gegen
-
wärtig
stän
diger Substan
zgebrauch (ICD-10 F13.25), bis Mai 2005 eine schwere
Alkoholab
hängigkeit
, gegenwärtig abstinent (ICD-10 F10.20) sowie ein Einfluss von psy
chosozialen und Verhaltensfaktoren
bei chronischen Schmerzen
(ICD-10 F54) genannt worden
(
Urk.
8/51/40)
.
Zur Arbeitsfähigkeit des Beschwerde
-
führers war festgehalten worden, dass er in den mit seiner Tätigkeit als Produktionsleiter für Oberflächentechnik verbundenen Teiltätigkeiten
(wie Steuerung/Organisation der Produktionstechnik, Mitarbeiterführung etc.)
zu
70
% bis 100
% einge
schränkt sei
(
Urk.
8/51/42)
.
Die genannten
Einschrän
-
ku
n
gen
ergäben sich aus der Schwere der depressiven Erkrankung bzw. den damit verbundenen Ein
schränkungen von kognitiven Funktionen und Antrieb, der hochgradig redu
zierten Stress- und Frustrationstoleranz sowie der Beeinträchtigung der
Ein
sichts
- und Steuerungsfähigkeit durch die hochgradige Morphin- und
Benzodia
zepinabhän
g
igkeit
. Die Tätigkeit
in einer Führungs
-
position stellten höchste Ansprüche an Präzision und Konzentration. Diese seien
in der aktuellen Ver
fassung realistisch gesehen in keiner Weise vom Beschwerdeführer zu leisten. Aus psychiatrischer Sicht sei der Beschwerdeführer für die Position eines Pro
duktionsleiters krankheitsbedingt zu 100
%
berufs
-
unfähig, und zwar seit dem
1.
Februar 2005
(
Urk.
8/51/43).
Mit einer Besserung des Gesundheitszustandes des Beschwerdeführers sei prinzipiell zu rechnen.
Voraussetzung
dafür
sei
jedoch
ein kompletter Opiat- und
Benzod
iazepinentzug
.
Mit der aktuellen The
rapie, das heisse ohne Entzug und ohne stationäre interdisziplinäre Schmerztherapie mit psychiatrisch-psychotherapeutischem Schwerpunkt sei weiterhin mit einem Anhalten der 100%igen Berufsunfähigkeit zu rechnen
(Urk.
8/51/43-45
).
3.1.3
In der Stellungnahme des RAD der IV-Stelle
vom
5.
September
2007 war unter Hinweis auf die Begutachtung in
der Uniklinik
G._
vom April 2007
als Gesundheitsschaden mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit in bisheriger Tät
igkeit
eine schwere depressive
Störung mit sekundärem Opiat- und Benzodi
azepin-Abusus festgehalten worden.
Die Arbeitsunfähigkeit betrage 100 % seit dem
1.
Februar 200
5.
Ressourcen (Arbeitsfähigkeit in
angepasster
Tätigkeit) bestünden keine. I
m Weiteren war darauf hingewiesen worden, dass i
n die
Beurteilu
ng der Uniklinik
G._
ein
fachorthopädisch-unfallchirurgisches
Gutachten von Prof.
Dr.
med.
J._
, geschäftsführende
r
Direktor des
Uni
versitätsklinikums
G._,
vom
9.
Dezember 2006
(vgl.
Urk.
8/57/1-26)
miteinbezogen worden
sei
, welches zum Schluss komme, dass die Beschwerden auf diesem Fach
gebiet nicht erklärlich und
auf dem Fachgebiet der Psychiatrie/Schmerzverarbeitung zu suchen
seien
.
Ausserdem sei das
fach
orthopädische
Gutachten von
Dr.
med.
K._
, Fachärztin für Orthopädie, Mün
chen, vom 1
1.
Januar 2006
(vgl.
Urk.
8/58)
mitberücksichtigt worden
.
Diese beiden Gutachten seien zur Vervollständigung der Unterlagen anzufordern,
hätten für die
Entscheidfindung
aber keinen ausschlaggebenden Einfluss mehr. Dieser komme alleine dem Gutachten der Uniklinik
G._
zu
(
Urk.
8/71/7-8).
3.2
3.2.1
Im Rahmen des Revisionsverfahrens holte die Beschwerdegegnerin insbesondere die folgenden Berichte und Gutachten ein:
3.2.2
Dr.
C._
erhob in ihrem Bericht an die Besc
hwerdegegnerin vom 20.
Januar 2010 als Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine schwere rezidivierende Depression (F33.2), ein Abhängigkeitssyndrom wegen Schmerzen (F10.25), psychische und Verhaltensstörungen durch Sedativa und
Hypnotica
(F13 und F54), je bestehend seit 5 Jahren, nach
Spondylolisthesis
L5/S1 2005 und
Spondylodese
L4-S
1.
Es bestünden unsägliche Schmerzen und der Beschwerdeführer sei weitgehend gehunfähig. Durch die Medikamente und die
körperlichen Beschwerden sei die Konzentrationsfähigkeit stark reduziert. Er sei nicht arbeitsfähig (
Urk.
8/95).
3.2.3
Im Gutachten des
A._
vom 1
1.
Oktober 2010 wurden als Diagnosen mit Aus
wirkung auf die Arbeitsfähigkeit (letzte Tätigkeit)
(1)
ein anhaltend schmerz
haftes
lumbovertebrales
und
lumbospondylogenes
Syndrom mit/bei Status nach
Spondylodese
L4-S1
bei v
orausgegangener diagnostizierter
Spo
ndylolyse
Mey
erding
II L5/S
1
,
fraglicher
Implantatlockerung
der
Spondylodeseschraube
SWK1 (ohne relevantes neurologisches Defizit
) und
rumpfmuskulärem Globaldefizit bei chronisch schmerzhafter Funktionseinschränkung der LWS und des
lum
bosakralen
Überganges
sowie (2) eine
cervikale
Diskushernie C5/6 ohne rele
vantes neurologisches Defizit
angeführt
. Als Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit wurden (1) eine Persönlichkeitsstörung mit
anankastischen
und narzisstischen Zügen (F61.0), ein Abhängigkeitssyndrom v
on multiplen Substanzen (
F19.
2
4) sowie psychische Faktoren oder Verhaltenseinflüsse bei andernorts klassifizierten Krankheiten (F54) genannt.
Die Gutachter des
A._
führten weiter aus, während aus neurologischer Sicht keine Erklärung für die so überaus therapieresistente Schmerzsymptomatik zu erkennen sei, zeigten sich im orthopädischen Fachgebiet radiologisch Hinweise für eine fragliche
Implantatlockerung
der
Spondylodeseschraube
SWK1 sowie ein rumpfmuskuläres Globaldefizit bei chronisch schmerzhafter
Funktionsein
schränkung
der LWS und des
lumbosakralen
Überganges, woraus sich eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit von 50
%
begründe. Die vormals insbeson
dere als invalidisierend bewerteten psychischen Störungen mit rezidivierender depressiver Störung, teils mit schweren depressiven Episoden, seien hingegen in der heutigen Untersuchung nicht bestätigt worden. Ihre diagnostische Einschät
zung ergebe zum gegenwärtigen Zeitpunkt lediglich das Bild eines
Abhängig
keitssyndroms
von multiplen Substanzen und einer leichten kombinierten
Per
sönlichkeitsstörung
mit narzisstischen,
anankastischen
und abhängigen Zügen. Aus rein psychiatrischer Sicht ergäben sich somit bei der sozialmedizinisch nicht relevanten Suchtproblematik gegenwärtig keine psychiatrischen Erkran
kungen, die eine Verminderung der Arbeitsfähigkeit auf längere Sicht rechtfer
tigten. Der Beschwerdeführer sei noch in der Lage, seinen letzten Beruf als Pro
duktionsleiter und Lehrer zu erbringen, vorausgesetzt einer Beherrschung
der Suchtproblematik, die die
anhaltenden Beschwerden verstärkten. Hierzu bedürfe es einer stationären Entgiftung und medikamentösen Neueinstellung im Rah
men einer mindestens achtwöchigen Behandlung, insbesondere auch unter
Medikamentenmonitoring
. Anschliessend sei eine Neuev
a
luation vorzunehmen
(
Urk.
8/108/22-23)
.
Aus orthopädischer Sicht bestehe
aufgrund der Anamnese, der aktuell klinisch funktionellen Befunde der Wirbelsäule und des Rumpfes,
einbezüglich
der HWS
,
sowie der aktuellen röntgenologischen Abklärung der LWS
folgendes
Zumut
barkeitsprofil
: Geeignet seien sehr leichte rückengerechte Tätigkeiten ohne repetitive Bewegungsanforderungen an den Rumpf. Das Heben, Tragen und Bewegen von Lasten seien mit fünf Kilogramm limitiert. Keine Arbeiten in vornüber gebeugtem Stehen oder Sitzen. Keine Arbeiten in sonstigen
Zwangs
haltungen
wie gehend, hockend, kauernd. Langfristiges Sitzen und Stehen sei mit jeweils 30 Minuten limitiert. Rein orthopädisch somatisch könnten qualita
tiv angepasste Tätigkeit auf einem 50%-Niveau (4,5 Stunden arbeitstäglich) zugemutet werden. Die bisherigen Tätigkeiten als Produktionsleiter und als Berufsschullehrer entsprächen teilweise dem aus orthopädischer Sicht
vorbe
schriebenen
Zumutbarkeitsprofil und könnten bei Einhaltung der formulierten Einschränkungen zu 50
%
wieder aufgenommen werden. Diese Bewertung habe Gültigkeit nach Abschluss der psychiatrisch empfohlenen
Medikamenten
ent
zugsbehandlung
(
Urk.
8/108/23
-24).
3.2.4
Der Hausarzt des Beschwerdeführers,
Dr.
med.
B._
, erhob in seinem
Verlaufsbe
richt
vom 1
4.
Juli 2011 als Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit ein chronisches
zervikoradikuläres
Reizsyndrom C6 links, ein chronisches
lumboischialgiformes
Schmerzsyndrom, eine depressive Störung sowie eine Opiatabhängigkeit und als Diagnose ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit einen Status nach Alkoholüberkonsum, abstinent seit März 2011 (
Urk.
8/119/8).
Nach dem Entzug
im Stadtspital
E._
(
4.
bis 1
1.
November 2010 [
Urk.
8/119/13])
habe er –
Dr.
B._
–
Ende Dezember 2010
die Anschlussbehandlung übernommen.
Ebenso besuche der Beschwerdeführer
14-täglich
die Sprechstunde von
Dr.
C._
.
Klinisch habe er bisher keine Hinweise auf eine Wiederaufnahme des Alkoholkonsums gefunden.
Mittelfristig dürften die Veränderungen bezüglich Schmerzen bescheiden und damit ohne Auswirkungen auf die Leistungsfähigkeit des Beschwerdeführers sein. Nach dem Alkoholstopp habe sich die Arbeits- und Leistungsfähigkeit nicht verändert. Die 100%ige Arbeitsunfähigkeit werde bestehen bleiben (
Urk.
8/119/9).
3.2.5
Im Austrittsbericht des
H._
vom 2
5.
Juni 2013 (
Urk.
8/172
/1-4
) wurden als Hauptdiagnose psychische und Verhaltensstörun
gen durch Sedativa oder
Hypnotica
: Entzugssyndrom (ICD-10 F13.3) erhoben. Als Nebendiagnosen wurden eine schwere depressive Episode ohne psychotische Symptome
(ICD-10
F32.2) bei chronischem
cervico
radikulärem
und
lumboischi
algi
formem
Schmerzsyndrom
sowie eine nicht näher bezeichnete
Persönlich
keits
- und Verhaltensstörung im Rahmen chronischer Schmerzsymptomatik
(ICD-10 F69
)
genannt. Während des klinischen Aufenthaltes
vom 1
8.
April bis 2
9.
Mai 2013
sei der Beschwerdeführer bezüglich nicht verordneter Medika
mente, Drogen und Alkohol abstinent geblieben. Ein Rückfall mit Alkohol und Benzodiazepinen wäre bei einem steigenden psychosozialen Druck bei finanzi
ellen Sorgen und Existenzängsten wie vorprogrammiert. Der Beschwerdeführer sei widerstandsfähig geblieben. Eine absolute Abstinenz könne nicht vorausge
sehen werden, da die körperlichen und psychischen Symptome zu komplex seien. Der Beschwerdeführer sei auf die psycho-soziale Unterstützung und Hil
feleistunge
n im vollen Umfang angewiesen.
Im Rahmen der
Hospitalisation
habe keine Arbeitsfähigkeit erreicht werden können.
Im Zeitpunkt des Austrittes könne bei chronischer Schmerzsymptomatik mit schweren rezidivierenden Depressionen und sozialem Rückzug mit zeitweise Entwicklung eines
Suchtver
haltens
im Rahmen einer Selbstmedikation
von einer 100%igen A
rbeitsunfähig
keit ausgegangen werden
Diesbezüglich sei aus medizinischer Sicht ke
ine Bes
serung zu erwarten (Urk.
8/172/3).
3.2.6
Im Folgegutachten
des
A._
vom 3
1.
Oktober 2013
wurden
als Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
(letzte Tätigkeit) wie im Vorgutachten
ein anhaltend schmerzhaftes
Lumbovertebral
- und
lumbospondylogenes
Syndrom sowie neu eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode
,
(ICD-10 F33.1)
erhoben
. Als Diagnosen ohne Auswirkung auf d
ie Arbeitsfähigkeit nannten die Gutachter
eine chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren (ICD-10 F45.41), eine kombinierte
Per
sönlichkeitsstörung
(ICD-10 F61), ein Abhängigkeitssyndrom von multiplen Substanzen (ICD-10 F19.24) sowie anamnestisch eine zervikale Diskushernie C5/C6 ohne gravierende funktionelle Einbussen
(
Urk.
8/175/17-18)
.
Die Gut
achter
hielten
im Rahmen der Gesamtbeurteilung
fest, dass sich aus psychiatri
scher Sicht, abweichend von der letzten Begutachtung, nunmehr doch das Bild einer sozialmedizinisch relevanten rezidivierenden Depression mit gegenwärtig mittelschwerem Ausprägungsgrad ergebe.
Unverändert gingen sie vom Vorlie
gen einer weit in die Psychobiographie zurückreichenden kombinierten
Persön
lichkeitsstörung
ohne Relevanz für die Arbeitsfähigkeit aus, ferner bestehe trotz nachgewiesener Abstinenz von Benzodiazepinen i
mmer noch eine polyvalente Abhä
n
g
igkeitsproblematik mit Kon
sum von Alkohol und Opioiden.
Aus ortho
pädischer Sicht habe
sich die Arbeitsfähigkeit in der bisherigen Tätigkeit
eher verschlechtert.
Die Gründe lägen in einer weit
er
gehenden
Schmerzchronifizie
rung
, insbesondere der
lumbospondylogenen
und
lumbovertebralen
Schmerz
zustände
, einerseits und auch in der Schlussfolgerung einer nur begrenzt mögli
chen Behandlungsmöglichkeit in der Folge der hier vorliegenden orthopädisch-psychiatrischen Komorbidität. Der Beschwerdeführer sei für eine intensivere –
geschweige in Eigeninitiative – durchzuführende medizinische Traini
n
gstherapie nicht mehr geeignet.
Zusammenfassend gelangten sie zur Einschätzung, dass der Beschwerdeführer die letzten Tätigkeiten als Produktionsleiter und Berufs
schul
lehrer medizinisch-theoretisch nur im 50%-Pensum verrichten könne, wenn diese leidensgerecht ausgesta
ltet seien. Anamnestisch bestünden
daran aber Zweifel
,
und diese Tätigkeiten entsprächen nicht mehr dem realen Anforderungsprofil, so wie dies noch in der Vorbegutachtung 2010 interpretiert worden sei. Andere
leidensge
rechte
, leichte bis eher sehr leichte Tätigkeiten seien aus psychiatrischer und orthopädisch/
traumatologischer
Sicht jedoch zu 50
%
zumutbar. Der Beschwer
deführer sollte seine jeweilige Arbeitsposition in einem freien Ermessen zwi
schen Sitzen, Stehen und Umhergehen wechseln können. Er sei in der Lage, Tätigkeiten durchschnittlicher geistiger Art mit durchschnittlichen
Verantwor
tungsgraden
, ohne besonderen Zeitdruck, ohne Nachtarbeitsbedingungen, mög
lichst in konfliktarmem Arbeitsumfeld auszuüben
(
Urk.
8/175/18
-19
)
.
Rückbli
ckend betrachtet sähen sie seit de
m Gutachten vom 1
1.
Oktober 2010
eine Ver
schlechterung im orthopädischen und psychiatrischen Bereich. Trotz der jetzt zusätzlich diagnostizierten depressiven Störung bestehe aber eine Arbeitsfähig
keit in der Grössenordnung von 50
%
für adaptierte Tätigkeiten. Ein Teilentzug sei offenbar erfolgt, die derzeit erhobenen Befunde liessen trotz
Opioidkonsum
und eingeräumtem Alkoholgenuss eine Tätigkeit im beschriebenen Umfang zu (
Urk.
8/175/20).
4.
4.1
Wie die nachfolgenden Ausführungen zeigen, kann aufgrund der vorliegenden medizinischen Akten ohne Weiteres davon ausgegangen werden, dass im zu beachtenden
Vergleichszeitraum (vgl. E. 1.2
) zwischen der ursprünglichen
Ren
tenverfügung
vom 2. November 2007 (
Urk.
8/62/2-10) und der angefochtenen Verfügung vom 2
7.
Dezember 2013 (
Urk.
2) zumindest in psychischer Hinsicht eine revisionsrechtlich erhebliche Verbesserung des Gesundheitszustandes sowie der Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers eingetreten ist. Unter diesen Umständen sind die Arbeits- und Erwerbsunfähigkeit voraussetzungslos, das heisst unabhängig davon, ob sich in somatischer Hinsicht der medizinische Sachverhalt verändert hat oder insoweit ärztlicherseits eine bloss abweichende Beurteilung vorgenommen wurde, neu zu prüfen (vgl. Urteile des Bundesge
richtes 9C_700/2013 vom 26. Dezember 2013 E. 3.3.2 und 8C_351/2014 vom 14. August 2014 E. 2.1).
4.2
D
as Gutachten des
A._
vom 1
1.
Oktober 2010 (
Urk.
8/108)
sowie das
Folgegut
achten
des
A._
vom 3
1.
Oktober 2013 (
Urk.
8/175)
beruhen
auf für die streitigen Belange umfassenden
fachärztlichen Untersuchungen
und
wurden
in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) verfasst. Die
Gutachter haben
detaillierte Befunde
und Diagnosen
erhoben, die geklagten Beschwerden berücksichtigt und sich mit diesen sowie dem Verhalten des Beschwerdeführers auseinand
ergesetzt. Zudem haben sie
grundsätzlich
die medizinischen Zustände und Zusammen
hänge einleuchtend dargelegt und ihre Schlussfolgerungen
(vgl. aber E. 5.5)
nachvollziehbar begründet.
Die Gutachten
des
A._
erfüllen daher grundsätz
lich
die rechtsprechungsgemässen Anforderungen
an beweistaugliche ärztliche Ents
cheidungsgrundlagen (vgl. E. 1.3
)
. Namentlich erlauben sie auch eine schlüssige Beurteilung im Lichte der
massgeblichen
Indikatoren
gemäss
dem kürzlich ergangenen
Urteil des Bundesgerichtes 9C_492/2014 vom
3.
Juni 2015
(
vgl. dazu
E. 1.1.2 am Ende und
E. 4.8).
4.3
4.3.1
Mit Blick auf die im Folgegutachten des
A._
vom 3
1.
Oktober 2013
(
Urk.
8/175)
erhobenen neurologischen und orthopädisch
en Befunde ist
nicht
ersichtlich, weshalb alleine aus somatischen Gründen eine 100%ige Arbeitsun
fähigkeit bestehen sollte, wie dies von Dr.
B._
in seinem Bericht vom
4.
Dezember 2013 (Urk. 8/178) postuliert worden war.
4.3.2
So liess sich gemäss der Beurteilung des neurologischen Gutachters des
A._
kein
radikuläres
re
levantes Problem erkennen (Urk.
8/108/19). Zum gleichen Schluss gelangte auch
Dr.
med.
L._
in seinem „Ärztlichen Gutachten für die gesetzliche Rentenversicherung auf dem Gebiet Neurologie/Psychiatrie“ vom 11. März 2011 (
Urk.
8/142/8-9), welches dem - vorliegend unbeachtlichen (vgl.
Urteile des Bundesgerichtes 9C_317/2014 vom 1
6.
Juni 2014 E. 2 und vom 8C_500/2009 vom 1
4.
Dezember 2009 E. 2.1, je mit Hinweisen)
-
Rentenbe
scheid
der Deutschen Rentenversicherung (vgl. Sachverhalt Ziffer 1.2) zugrunde lag.
Die von den Gutachtern des
A._
aus somatischer Sicht vorgenommene Ein
schätzung (50%ige Arbeitsfähigkeit in angepasster Tätigkeit) wurde dement
sprechend
im ersten Gutachten des
A._
vom 11. Oktober 2010
ausschliesslich mit den Feststellungen im orthopädischen Teilgutachten vom 23. Juli 2010 (
Urk.
8/108/31-36) begründet. Darin war
einzig
festgehalten worden, dass a
ktu
ell chronisch anhaltende lumbale und in beide Beine
lum
b
oischialgieform
aus
strahlende Schmerzen mitge
te
ilt
würden
. Die allgemeine Motorik sei reduziert. Der Beschwerdeführer gehe mit steif gehaltenem Oberkörper. Im Rahmen der Funktionsprüfung falle ein ausgepräg
tes rumpfmuskuläres Defizit auf. Für den
Abschnitt der HWS finde sich
kein
messbares
Bewegungsdefizit. Die aktuellen röntgenologischen Abklärungen ergäben Hinweise auf
eine mögliche Lockerung der
Spondylodeseschraube
SWK1
(
Urk.
8/108/34
-35
).
Aufgrund dieser Befunde
ist die vom Beschwerdeführer auch damals subjektiv empfundene vollständige Arbeitsunfähigkeit in der Tat nicht nachvollziehbar und erscheint
die damalige gutachterliche Einschätzung der orthopädisch bedingten Arbeitsunfähigkeit mit 50
%
in angepasster Tä
tigkeit
sogar grosszügig
.
4.3.3
Im zweiten orthopädischen Teilgutachten des
A._
vom 2
4.
September 2013 wurde festgehalten, dass sich im Vergleich zur Vorbegutachtung 2010 die Beweglichkeit der Lendenwirbelsäule zwar gebessert habe. Hingegen sei die sta
tische Belastbarkeit beeinträchtigt. Auffallend sei ein
disharmonischer
schwan
kender und unsicherer Gang. Entsprechend sei auch das Stehvermögen beein
trächtigt. Für diese Mobilitätsbeeinträchtigungen finde sich keine orthopädisch-somatische Erklärung (
Urk.
8/175/29-30)
. Seitens der anamnestisch
bekannten
cervikalen
Diskushernie bestehe aktuell keine wesent
liche klinische Symptoma
tik
(
Urk.
175/30)
. Die im Vorgutachten erhobene „fragliche
Implantatlockerung
der
Spondylodeseschraube
SWK1“ wurde nicht mehr erwähnt (vgl. auch Ergeb
nisse der
Röntenaufnahmen
der LWS vom 2
3.
Juli 2010 [
Urk.
8/108/34] und vom
4.
Oktober 2013 [
Urk.
8/175/29]). Als Grund für die im zweiten orthopädi
schen Teilgutachten des
A._
postulierte Verschlechterung der qualitativen Leistungsfähigkeit gegenüber dem Zeitpunkt der Vorbegutachtung wurde
dem
entsprechend einzig
eine weitergehende
Schmerzchronifizierung
genannt
(
Urk.
8/175/31)
.
Die im Folgegutachten vom 3
1.
Oktober 2013 vorgenommene Einschätzung, wonach der Beschwerdeführer aus
somatischer
Sicht nur noch im Rahmen des neu formulierten Belastungsprofils (
Urk.
8/175/19; vgl. E. 3.2.6 zweiter Absatz) zu 50
%
arbeitsf
ähig sei, ist deshalb sogar
als
äusserst
grosszügig zu betrachten.
4.4
4.4
.1
Entgegen der Auffassung des Beschwerdeführers kann aus dem Umstand,
dass
im Folgegutachten des
A._
vom 3
1.
Oktober 2013
-
wie im für die ursprüng
liche
Rentenzusprache
massgebenden psychiatrischen Gutachten
der Uniklinik
G._
vom
5.
Juli 2007 (
Urk.
8/57)
-
und auch im weiteren Verlauf eine
rezidivierende depressive Störung
diagnostiziert wurde,
nicht gefolgert werden, es liege ein unveränderter psychischer Gesundheitszustand vor.
4.4
.2
Gemäss den klinisch-diagnostischen Leitlinien der Internationalen Klassifikation psychischer Gesundheitsstörungen der Weltgesundheitsorganisation, ICD-10 Kapitel V (F),
Dilling
/
Mombour
/Schmidt (Herausgeber),
9. Auflage, Bern 2014, S. 169 f.
handelt sich bei einer rezidivierenden depressiven Störung gemäss
ICD-10 F33 um eine Störung, die durch wiederholte (leichte, mittelgradige oder schwere) depressive Episoden charakterisiert ist. Die einzelnen Episoden dauern zwischen drei und zwölf Monaten. Die Besserung zwischen den einzelnen Epi
soden ist dabei im Allgemeinen vollständig, wobei nur (aber immerhin) eine Minderheit von Patienten eine anhaltende Depression entwickelt (für welche ebenfalls die Kategorie F33 verwendet werden sollte; vgl. ICD-10 Kapitel V [F], a.a.O., S. 176 f.).
Die Unterscheidung zwischen depressiven Episoden (F32) und rezidivierenden depressiven Störungen (F33) legt nach der Rechtsprechung des Bundesgerichtes nahe, dass bei letzteren eher von einer ungünstigen Prognose in Bezug auf die Beurteilung der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit auszugehen ist (vgl. Urteil des Bundesgerichtes 8C_484/2012 vom 2
6.
April 2013 E. 4.3.2.2).
4.4
.3
Im Gutachten der Uniklinik
G._
vom
5.
Juli 2007
war – vor dem Hinter
grund einer rezidivierenden depressiven Störung –
als Diagnose mit Auswir
kung auf die Arbeitsfähigkeit
eine schwere depressive Episode diagnostiziert worden
(
Urk.
8/51/40).
Aus den Gutachten des
A._
geht hervor, dass a
nläss
lich der dortigen ersten Begutachtung (
Juli 2010
)
keine massgebliche depressive Symptomatik festgestellt wurde
(
Urk.
8/108/22)
, sich anlässlich der
psychiatri
schen
Folgebeguta
chtung im September 2013
jedoch
das Bild einer mittel
schweren depressiven Episode (unter Medikation) im Zuge einer rezidivierenden depressiven Störung zeigte
(
Urk.
8/175/15)
.
D
ie Einstufung des
im
Folgegut
achten
beschriebenen depressiven Beschwerdebildes als (nur
noch)
mittelgradig
erscheint aufgrund der vom psychiatrischen Gutachter am
24.
September 2013
erhobenen Befunde (
Urk.
175/13-14)
nachvollziehbar. Diese weisen in der Tat nicht mehr auf eine schwere depressive Symptomatik hin
.
Demnach ist hin
sichtlich der depressiven Symptomatik seit der ursprünglichen
Rentenzusprache
objektiv durchaus eine Besserung eingetreten.
4.4
.4
Als weitere Diagnosen mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit waren im Gutachten der Uniklinik
G._
vom
5.
Juli 2007 eine sekundäre
Hochdosis-Opiatabhän
gigkeit
, gegenwärtig ständiger Substanzgebrauch (ICD-10 F10.25), eine sekun
däre
Benzodiazepinabhängigkeit
, gegenwärtig ständiger Substanzgebrauch (ICD-10 F13.25) sowie bis Mai 2005 eine schwere Alkoholabhängigkeit, gegen
wärtig abstinent (ICD-10 F10.20) genannt worden (
Urk.
8/51/40). Der psychiat
rische Gutachter des
A._
stellte im Rahmen der Folgebegutachtung fest, es bestehe anamnestisch zwar weiterhin ein Abhängigkeitsleiden, wobei aktuell hinsichtlich der Benzodiazepine Abstinenz habe erreicht werden können. Der Beschwerdeführer betreibe allerdings gemäss seinen eigenen Angaben weiterhin einen nicht unerheblichen Alkoholkonsum, wobei das CDT aber noch im oberen Grenzbereich der Norm liege. Sodann erfolge unverändert eine medikamentöse Verordnung von Opioiden, die zu einer Opiatabhängigkeit geführt hätten
(
Urk.
8/175/15-16). Demnach ist auch hinsichtlich der
Abhängigkeitsproblema
tik
objektiv eine Besserung (Abstinenz vo
n Benzodiazepinen) eingetreten
.
4.4
.5
Neu wurde
n
seitens
des
A._
eine (leichte
[
Urk.
8/108/43]) kombinierte
Persön
lichkeitsstöru
ng
(ICD-10 F61.0 [
Urk.
8/108/41 und
Urk.
8/175/17
; vgl. demgegenüber
noch
Urk.
8/51/36; ferner auch
Urk.
8/95
,
Urk.
8/116 und
Urk.
8/119/20-23
]
)
sowie
eine
chronische
Schmerzstörung
mit somatischen und psychischen Faktoren (ICD-10 F45.41
[im Gutachten der Uniklinik
G._
sowie im ersten Gutachten des
A._
: psychische
Faktoren und
Verhaltensein
flüssen
bei andernorts klassifizierten Krankheiten gemäss ICD-10 F54
]
) erhoben
. Diesen Diagnosen haben die Gutachter des
A._
aber – wie auch dem
Abhän
gigkeitssyndrom
von multiplen Substanzen (ICD-10 F19.24) – keinen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit beigemessen. Vielmehr gingen si
e im Folgegutachten davon aus, dass sich aus psychiatrischer Sicht nur (aber immerhin) die rezidi
vierende depressive Störung auf die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers auswirkt (
Urk.
8/175/20).
Dies vermag grundsätzlich zu überzeugen (vgl. aber E. 4.8).
Da die Gutachter
eine rezidivierende depressive Störung im Sinne einer länger (laut Gutachten seit April 2011 [Abklärung in der
M._
,
Urk.
8/119/20-23]) andauernden und nicht eine depressive Episode im Sinne einer vorüberge
henden zeitlich begrenzten Depression diagnostiziert haben
und diese nach ihrer Beurteilung gegenüber der erhobenen Schmerzstörung eindeutig im Vor
dergrund steht
,
ist diese Beurteilung
– auch aus re
chtlicher Sicht – nicht in Frage zu stellen,
zumal
offenbar
sowohl die Gutachter des
A._
als auch der
RAD (vgl.
Urk.
8/183/4-5
)
die derzeitige antidepressive Behandlung des Beschwerdeführers – er steht seit Januar 2008 in regelmässiger Behandlung bei Dr.
C._
(im Zeitpunkt der Begutachtung: alle zwei Wochen
eine Sitzung
;
regelmässige
antidepressive Medikation [
Urk.
8/175/7]) und war im April/Mai 2013 während sechs Wochen in der
F._
hospitalisiert, wobei dort auch die antidepressive Medikation angepasst wurde (
Urk.
8/172/1-4 und
Urk.
10) – für adäquat halten
(vgl. aber E. 5.5)
.
Nicht zu beanstanden ist unter diesen Umständen sodann auch, dass die
Gutachter ihrer Beurteilung den
psy
chischen Gesamtbefund, welcher auch allfällige Auswirkungen des
Abhängig
keitssyndroms
umfasst, zugrunde gelegt haben (vgl. E. 1.1).
4.4.6
Mit der Einschätzung, wonach aus psychiatrischer Sicht eine Arbeitsfähigkeit in der Grössenordnung von 50
%
für adaptierte Tätigkeiten (durchschnittlicher
geistiger Art mit durchschnittlichen Verantwortungsgraden
, ohne Zeitdruck, ohne Nachtarbeitsbedingungen, möglichst in konfliktarmem Umfeld) bestehe,
haben die Gutachter des
A._
den erhobenen psychischen Befunden grosszü
gig Rechnung getragen.
4.
5
Die weiteren in den Akten liegenden Arztberichte enthalten keine Angaben, welche die
se Schlu
ssfolgerung zu widerlegen
vermöchte
n
.
Wie die Gutachter des
A._
zu Recht bemerkten
(Urk.
8/175/19)
, ergeben die
im Austrittsbericht
der
F._
vom 2
5.
Juni 2013 (
Urk.
8/172/1-4) beschriebenen Befunde
nicht zwangsläufig das Bild einer schweren Depression, sondern wären auch mit einer mitt
elschweren Depression vereinbar
.
Bei der Würdigung von Berichten behandelnder Ärzte darf und soll sodann berücksichtigt werden, dass deren Beurteilung mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauens
stellung in Zweifelsfällen eher zugunsten der Patienten ausfällt
(statt vieler: Urteil des Bundesgerichtes 8C_648/2011 vom 19. Dezember 2011 E. 3 mit Hin
weisen).
Dies gilt
insbesondere auch für die Berichte und Schreiben
von
Dr.
C._
(
Urk.
8/95,
Urk.
8/146
/2
und
Urk.
8/181)
und
Dr.
B._
(Urk. 8/119,
Urk.
8/146/1 und
Urk.
8/178
). Bei ihren
Schreiben vom
4.
Oktober 2012 (
Urk.
8/146
/2
)
resp.
1.
Oktober 2012 (
Urk.
8/146/2
)
–
handelt es sich im Übrigen
um
Stellungnah
me
n
zum Vorbescheid, so dass diesen
ohnehin nicht der Beweiswert eines ärztlichen Berichtes zukommt (vgl. Urteil des
Bundesge
richtes 8C_671/2014 vom
1
9.
März 2015 E. 4.2.3).
4.
6
Objektive Anhaltspunkte dafür, dass sich
der Gesundheitszustand des Beschwer
deführers
seit der psychiatrischen Begutachtung i
m
A._
(September 2013) bis zum massgeblichen Zeitpunkt der angefochtenen Verfügung (Dezember 2013)
massgeblich verschlechtert haben könnte, liegen nicht vor und ergeben sich insbesondere
auch nicht
aus dem
vom Beschwerdeführer im Rahmen des Beschwerdeverfahrens eingereichten
Beri
cht der
F._
vom 1
8.
Juli 2014 (
Urk.
10).
4.
7
Demnach
ist
– entgegen der Auffassung des Beschwerdeführers
–
zumindest mit dem erforderlichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit erstellt, dass sich sein Gesundheitszustand seit der
ursprünglichen
Rentenzusprache
im Jahr 2007
verbessert
hat
und er nunmehr in einer angepassten Täti
gkeit zu 50
% arbeitsfähig ist.
4.8
Der Vollständigkeit halber ist zu bemerken, dass aus rechtlicher Sicht die Einschät
zung der psychisch bedingten Arbeitsunfähigkeit in angepasster Tätig
keit mit 50
%
auch dann nicht in Frage zu stellen ist, wenn angesichts der vor
stehend beschriebenen Befunde und Diagnosen die Frage, ob ein invalidisieren
der psychischer Gesundheitsschaden vorliegt, nach Massgabe der für anhaltende
somatoforme
Schmerzstörungen im Sinne von ICD-1
0.
F45.4 geltenden - auf die Diagnose einer chronischen Schmerzstörung nach ICD-10 F45.41 ebenfalls
anwendbaren (vgl.
zur Publikation in der amtlichen Sammlung vorgesehenes
Urteil des Bundesgerichtes 8C_30/2013 vom 2
0.
November 2013 E. 4.3.1 mit Hinweisen) – Rechtsprechung (vgl. Urteil des Bundesgerichtes 9C_492/2014 vom
3.
Juni 2015 [Änderung der bisherigen Rechtsprechung
,
BGE 130 V 352
]
) beurteilt würde.
Zu den nach der geänderten Rechtsprechung - an die Stelle des bisherigen Kriteri
enkatalogs (vgl. BGE 130 V 352 E. 2.2.2, konsolidiert in BGE 130 V 49 E. 1.2) getretenen – massgeblichen Standardindikatoren (Urteil des Bundesge
richtes 9C_492/2014 vom
3.
Juni 2015 E. 4) ist festzuhalten, dass die gesund
heitlichen Probleme des Beschwerdeführers mit dem Eintritt des Rückenleidens im Jahr 2004 ihren Anfang nahmen, also ihren Ausgangspunkt in einer körper
lichen Störung hatten. Seit der Rückenoperation im Jahr 2005 konnte trotz hochdosierter Medikation keine S
chmerzfreiheit erreicht werden und kam es
in der Folge
zu einer
überlagernden
massiven
Abhäng
igkeits- und depressiven
Symptomatik
.
Im Zeitpunkt der Folgebegutachtung im
A._
(September 2013)
klagte der Beschwerdeführer nach wie vor über erhebliche Schmerzen (
Urk.
8/175/8). Nach der
Beurteilung des
A._
war in diesem Zeitpunkt
eine somatische Komorbi
dität vorhanden und litt er – trotz adäquater Behandlung – insbesondere auch unter einer krankheitswertigen mittelgradigen Depression.
Der
Beschwerdegeg
ner
unterzog sich deswegen einer antidepressiven Behandlung und
nahm wei
terhin hochdosierte
Schmerzmittel
ein (Urk.
8/175/15).
Ansonsten wurden
gemäss seinen Angaben aber lediglich
zweimal pro Jahr Inf
iltrationen
und
„
mehr od
er weniger
“
Physiotherapie
durchgeführt
(im Zeit
punkt der Begutach
tungen im
A._
unterzog er sich beide Male keiner
solchen
(
Urk.
8/108/139 und Urk. 8/175/26).
Einer stationären
muskuloskelettären
Rehabilitation hatte er sich
, soweit ersichtlich,
letztmals im Mai 2007 im Stadtspital
E._
unterzogen (
Urk.
8/45)
; eine
spezifisch auf die Behandlung
von Depressionen ausgerichtete stationäre
Therapie
fand bislang noch nie statt
(die Behandlung in der
F._
galt in erster
Linie dem
Benzodiazepinentzug
)
. Insgesamt ergibt sich aus
de
n bisher
in Anspruch genommenen Therapien
nur ein mässiger
Leidens
druck
.
Auch sonst weisen die
geschilderten
schmerzbedingten
Beeinträchtigungen und das Verhalten
des Beschwerdeführers Inkonsistenzen auf
. So
ist er gemäss sei
nen Angaben anlässlich der Folgebegutachtung
nur in beschränktem Umfang in der Lage, Hausarbeiten zu verrichten
(Urk. 8/175/26). Anderseits ist es ihm laut sei
nen Aussagen
aber möglich, einmal pro Woche Billard zu spielen, manchmal in der Migros einkaufen zu gehen, manchmal Auto zu fahren, zweimal im Jahr nach Deutschland zu fliegen und dort ein Auto
zu mieten
(Urk.
8/175/9).
Ausserdem wurden im Folgegutachten des
A._
zwar die Diagnosen eines – sich nicht (mehr) auf die Arbeitsfähigkeit auswirkenden -
Abhängigkeitssyn
droms
sowie (neu) einer – die Arbeitsfähigkeit ebenfalls nicht beeinträchtigen
den – leichten Persönlichkeitsstörung gestellt. Letztere kann aufgrund der Anamnese aber nicht nachvollzogen werde
n
(vgl. E. 4.4.5
).
Sodann gelang dem Beschwerdeführer im
Mai 2013
immerhin ein erfolgreicher
Benzodiazepinent
zug
, was darauf schliessen lässt, dass er durchaus über mobilisierbare Ressour
cen verfügt. Auch der Lebenskon
text des Beschwerdeführers scheint
mobilisier
bare
Ressourcen bereit
zuhalten
. So
fand zwar eindeutig ein Rückzug statt. G
emäss seinen Angaben anlässlich der Folgebegutachtung
lebt er aber
mit sei
ner Ehefrau in einer stabilen Beziehung und pflegt Kontakt mit seiner in Deutschland lebenden Tochter. Es gebe auch Sozialkontakte mit dem Bekann
tenkreis, einen wirklich engen Freundeskreis habe er darüber hinaus abe
r nicht mehr (
Urk.
8/175
/10-11).
Gesamthaft
ist
aufgrund dieser Feststellungen
-
nur – aber immerhin – von einem mässigen Schweregrad und einer mässigen Konsistenz der funktionellen Auswirkungen der Schmerzstörung auszugehen. Dieser ist daher zwar ein Ein
fluss auf die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers beizumessen. Eine höhere als
die gutachterlich attestierte
50%ige Arbeitsunfähigkeit
in angepasster Tätig
keit
lässt s
ich damit aber
nicht begründen.
5.
5.1
5.1.1
Zu prüfen bleiben die erwerblichen Auswirkungen der eingeschränkten Leistungs
fähigkeit.
5.1.2
Vorauszuschicken ist, dass im Regelfall eine medizinisch attestierte Verbesse
rung der Arbeitsfähigkeit grundsätzlich auf dem Weg der Selbsteingliederung verwertbar ist, so dass daraus unmittelbar auf eine Verbesserung der Erwerbsfä
higkeit geschlossen und damit ein entsprechender Einkommensvergleich vorge
nommen werden kann. Die Voraussetzungen einer ausnahmsweisen Notwendig
keit befähigender beruflicher Massnahmen (Vollendung des 5
5.
Altersjahrs oder Rentenbezugsdauer von mindestens 15 Jahren; vgl. statt vieler: Urteil des Bun
desgerichtes 9C_3/2015 vom 2
0.
Mai 2015 E. 4.2 und E. 4.3 mit Hinweisen) sind vorliegend klar nicht erfüllt. Gegenteiliges wird denn vom Beschwerdeführer auch nicht geltend gemacht.
5.2
5.2.1
Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist für die Ermittlung des
Validenein
kommens
entscheidend, was die versicherte Person im Zeitpunkt des
frühest
möglichen Rentenbeginns nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit als Gesunde tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, nötigenfalls der Teuerung und der realen
Einkom
mensentwicklung
angepassten Verdienst angeknüpft, da es empirischer Erfah
rung entspricht, dass die bisherige Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden fortge
setzt worden wäre. Ausnahmen müssen mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt sein (BGE 134 V 322 E. 4.1 mit Hinweisen).
Bei Eintritt des Gesundheitsschadens
anfangs 2005
war der Beschwerdeführer
vollzeitlich bei der
Y._
als Produktionsleiter Oberflächentechnik angestellt. Gemäss den Angaben der
Y._
im „Fragebogen Arbeitgeber“ vom 1
1.
August 2006
erzielte er dort ein
Einkommen von
Fr.
106‘830.
-- (
Urk.
8/11). Zusätzlich versah er eine T
ätigkeit als Lehrer an der
Z._
, welche er zunächst auch nach Eintritt des Gesundheitsschadens noch weiterführte. G
emäss den von der IV-Stelle eingeholten Auszügen aus dem Individu
ellen Konto verdiente der Beschwerdeführer
mit dieser Tätigkeit
im Jahr 2004 (S
eptember bis Dezember)
Fr.
9‘709
.
--
und im Jahr 2005 (Januar bis Dezember)
Fr.
29‘345.
--
(
Urk.
8/6).
5.2.2
Die Beschwerdegegnerin ging bei der Berechnung des
Valideneinkom
mens
von den genannten Einkommen bei der
Y._
und bei der
Z._
von insgesamt Fr.
136‘175.-- (=
Fr.
106‘830.--
plus
Fr.
29‘345.--) aus. Unter Berücksichtigung der Nominallohnentwicklung seit 2005 bemass sie das
Valideneinkommen
2013 mit
Fr.
150‘831.
-- (
Urk.
2; vgl.
Urk.
8/182 und
Urk.
8/
1
25). Entgegen der Auf
fassung des Beschwerdeführers (
Urk.
1 Seite 12 f.)
ist nicht anzunehmen
, dass er im Gesundheitsfall ein höheres Einkommen erzielt hätte.
Vielmehr hat die
Beschwerdegegnerin
das
Valideneinkommen
sogar
zu hoch
veranschlagt
.
So trifft es zwar zu, dass
laut dem Arbeitsvertrag
(Kader II)
mit der
Y._
nebst dem monatlichen Fix-Lohn ab dem
1.
April 2005 je nach Zielerreichung ein zusätzlicher variabler Anteil (Bonus) von maximal 15
%
des Jahresbru
ttolohnes vereinbart worden war. Im Weiteren war abgemacht worden, dass sich die Höhe des Bonus ausschliesslich nach dem Grad der Erreichung der mit
dem Vorge
setzten vereinbarten Z
iele richtet
(
Urk.
3/4, Vertragsziffer 5.3
)
. Gemäss Auskunft der
Y._
vom 2
2.
April 2012
(
Urk.
8/123)
hätte der Beschwerdeführer, wenn er noch bei ihr unter Vertrag stehen würde, bei einem Beschäftigungsumfang von 100
%
mit einem Gehalt von
Fr.
110‘000.-- fix und einem variablen Anteil von 15
%
rechnen können, wobei dieser von der persönlichen Zielerreichung und vom Geschäftsgang abhängig gewesen wäre.
Es erscheint zumindest nicht überwiegend wahrscheinlich, dass diese variablen, auch vom Geschäftserfolg
abhängigen Bonuszahlungen stets im maximalen Umfang von 15
%
des fixen Lohnes ausgerichtet worden wären. Dem
Valideneinkommen
ist daher höchstens der Mittelwert (12,5
%
) der in Aussicht gestellten Bonuszahlungen anzurechnen.
D
emnach
ist
für das Jahr 2012
von einem maximalen
Einkommen
des Beschwerdeführers bei der
Y._
für ein Pensum von 100
%
von
Fr.
123‘750.-- auszugehen (=
Fr.
110‘000.
-- :
100 x 112,5)
.
Unter Berücksichtigung der
Nomi
nallohnerhöhung
für Männe
r (vgl. Die Volkswirtschaft 3-4/2015,
Tabelle B10.3) resultiert für das Jahr 2013 ein Eink
ommen von
Fr.
124‘654.90 (= Fr.
123‘750.-- : 2188 x 2204).
5.2.3
Bei der Festsetzung des
Valideneinkommens
ist nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung auch ein beruflicher Aufstieg im Gesundheitsfall zu berück
sichtigen, den eine versicherte Person normalerweise vollzogen hätte; dazu ist allerdings erforderlich, dass konkrete Anhaltspunkte dafür bestehen, dass ohne gesundheitliche Beeinträchtigung ein beruflicher Aufstieg und ein entsprechend höheres Einkommen tatsächlich realisiert worden wären. Die Absicht, beruflich weiterzukommen, muss durch konkrete Schritte wie Kursbesuche, Ablegung von Prüfungen etc. kundgetan worden sein. Die theoretisch vorhandenen berufli
chen Entwicklungs- oder Aufstiegsmöglichkeiten sind nur dann zu berücksich
tigen, wenn sie mit überwiegender Wahrscheinlichkeit eingetreten wären (BGE 96 V 29; AHI 1998 S. 166 E. 5a, I 287/95; RKUV 1993 Nr. U 168 S. 97 E. 3b,
U
110/92; Urteil des Bundesgerichts 9C_787/2010 vom 24. November 2010
E.
4.2 mit Hinweisen).
Vorliegend ist nicht mit dem erforderlichen Beweisgrad der überwiegenden Wahr
scheinlichkeit erstellt, dass der Beschwerdeführer, welchem gemäss Arbeitsvertrag unter anderem die Aufgabe als Stellvertreter des Leiters
Coating
übertragen worden war (
Urk.
3/4), im Gesundheitsfall
einen
-
über diese
Stell
vertreter-
Position
(Kader II)
-
hinausgehenden beruflichen Aufstieg
vollzogen hätte. Nach Lage der Akten fehlt es an
hinr
eichend konkreten Hinweisen auf einen solchen Aufstieg, wie zum Beispiel an einer entsprechenden Zusicherung der
Y._
.
Absichtserklärungen genügen dazu
nämlich
nicht (vgl. Meyer, Rechtsprechun
g zur Invalidenversicherung, 2.
Auflage 2010,
Art.
28a IVG,
S.
304-305).
Der Beschwerdeführer räumte denn auch selber ein, dass sich, da er kurz nach der Einstellung erkrankt ist, noch kein Karriereweg h
abe
abzeichnen können
(
Urk.
1 Seite 3)
.
5.2.4
Hinsichtlich der
sich vorliegend
im Weiteren stellenden Frage, ob bei über ein Vollpensum herausgehenden Mehrfachbeschäftigungen eine Kürzung auf ein 100
%
-Pensum zu erfolgen hat
oder nicht
, bestehen in Lehre und Rechtspre
chung unterschiedliche Auffassungen (vgl. Urteil des Bundesgerichtes
8C_671/2010 vom 2
5.
Februar 2011 E. 4.5 mit Hinweisen; vgl. Meyer, Recht
sprechung zur Invalidenversicherung,
2.
Auflage 2010,
Art.
28a IVG, S. 304-305). Weitere Ausführungen dazu erübrigen sich indessen
,
wirken sich
die divergierenden Standpunkte aufgrund der nachfolgenden Erwägungen vorlie
gend doch nicht ergebnisrelevant aus
.
Wird
als
Valideneinkomme
n
nur das Einkommen für ein 100
%
iges
Pensum bei der
Y._
angerechnet, so ist
dieses
na
ch dem Gesagten mit maximal Fr.
124‘654.90
zu beziffern.
Laut der besagten Auskunft der
Y._
hat sie, als der Beschwerdeführer mit der Nebenbeschäftigung als Lehrer startete, akzeptiert, dass er an einem Tag pro Woche abwesend war. Würde er noch bei ihr arbeiten, würde die Nebenbe
schäftigung weiterhin akzeptiert. Sein Pensum wäre jedoch mit Sicherheit auf 80
%
bis 90
%
angepasst worden (
Urk.
8/123).
Wird das Einkommen aus der Tätigkeit als Lehrer
berücksichtigt, so ist
aufgrund der besagten Auskunft der
Y._
zumindest von einer Reduktion des
dortigen
Pensum
s auf (den Mittelwert von) 85
%
auszugehen. Demnach ist
anzunehmen, dass der Beschwerdeführer im Gesundheitsfall dort maximal
Fr.
105‘956.70 (=
0,85 x 124‘654.90) ver
dient hätte. Hinzuzurechnen ist
das
zusätzliche Ein
komm
en als Lehrer
. Wie erwähnt, belief s
ich dieses im Jahr 2005 auf Fr.
29‘345.--. Unter Berücksichtigung der Nominallohnentwicklung für M
änner (vgl. die Volkswirtschaft 3-4/2015,
Tabelle B10.3) resu
ltiert ein hypothetisches Einkommen als Lehrer im Jahr 2013
von
Fr.
3
2‘468.-- (=
Fr.
29‘345
.--
: 1992 x
2204) resp. ein Gesamteinkommen von
Fr.
138‘424.70 (=
Fr.
105‘956.70 plus
Fr.
32‘468.--).
5.3
5.3.1
Hat
die versicherte Person nach Eintritt des Gesundheitsschadens keine oder jedenfalls keine ihr an sich zumutbare neue
Erwerbstätigkeit aufgenommen
, so können nach der Rechtsprechung
zur Ermittlung des Invalideneinkommens
Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für Statistik periodisch herausgegebenen Lohnstrukturerhebungen (LSE) herangezogen werden (BGE 126 V 75 E. 3b/
aa
und
bb
, vgl. auch BGE 129 V 472 E. 4.2.1). Für die
Invalidi
tätsbemessung
wird praxisgemäss auf die standardisierten Bruttolöhne (
Tabel
lengruppe
A) abgestellt (BGE 129 V 472 E. 4.2.1 mit Hinweis), wobei jeweils vom so genannten Zentralwert (Median) auszugehen ist.
N
ach den konkreten Umständen des Einzelfalls
kann es sich jedoch
rechtfertigen, anstatt auf die Tabelle TA1 auf die Tab
elle TA7 („
Monatlicher Bruttolohn [Zentralwert] nach Tätigkeit, Anforderungsniveau des Arbeitsplatzes und Geschlecht - Privater Sektor und öffentlicher Sektor [Bund] zusammen") abzustellen, wenn dies eine genauere Festsetzung des Invalideneinkommens erlaubt und dem Versicherten der entsprechende Sektor offen steht und zumutbar ist (SVR 2008 IV Nr. 20
S.
63, 9C_237/2007 E. 5.1). Ferner kann bei qualifizierten Berufsleuten mit Fach- und Hochschulabschluss das
Heranziehen der Tabelle TA11 („
Monatlicher Bruttol
ohn [Zentralwert und
Quar
tilbereich
] nach Ausbildung, beruflicher Stel
lung und Geschlecht - Privater Sektor und öffentlicher Sektor [Bund] zusam
men") an
gezeigt erscheinen (SVR 2011 IV Nr. 55 S.
163, 8C_6
71/2010 vom 25. Februar 2011 E.
6.4.2 mit Hinweisen;
Urteil des Bu
ndesgerichts 9C_841/2013 vom 7.
März 2014 E. 4.2
; vgl. auch Urteil des Bundesgerichts
8C_660/2014 vom 5. November 2014 E. 4
).
5.3.2
Die Beschwerdegegnerin hat das Invalideneinkommen aufgrund des Loh
nes für selbständige und qualif
i
zi
erte
Tätigkeit
en
(Niveau 2)
im Dienstleistungssektor
gemäss TA7 der LSE 2010, Zi
ffern 20 – 38
,
von
Fr.
8
‘244.--
(
Urk.
2
)
berechnet
. Der Beschwerdeführer stellt sich demgegenüber auf den Standpunkt, es sei nicht ausgewiesen, dass er in der Lage sei, eine Tätigkeit im Dienstleistungssektor im Anforderungsniveau 1 – 2 zu verrichten. Es sei
der Lohn der Stufe 3
heranzuziehen.
Der Beschwerdeführer hat i
n Deutschland das Gymnasium (
Abitur
)
und in der Folge eine dreijährige L
ehre als Galvaniseur
(Abschluss 1990)
absolviert
. Her
nach hat er – ebenfalls in Deutschland - während eines Jahres im Bereich der Oberflächentechnik gearbeitet. Von 1991 bis 1997 studierte er
an der Fach
hochschule in
N._
physikalische Technik
(
akademischer Grad
:
Diplom-Ingenieur [FH]; vgl
.
Urk.
8/9).
Anschliessend versah er in der Schweiz ebenfalls eine Tätigkeit im Bereich der Oberflächen- und Lasertechnik.
Im Jahre 2004
wechselte er zur
Y._
, wo er, wie erwähnt, als Produktionsleiter
Oberflächen
technik
(Kader II)
tätig war
(
Urk.
8/108/16
und
Urk.
3/4
)
.
Da der Beschwerdeführer
bislang noch nie im Dienstleistungssektor tätig war, erscheint es in der Tat nicht gerechtfertigt, das
Invalideneinkommen aufgrund des Tabellenlohnes für
Tätigkeiten in diesem
Sektor
im Anforderungsniveau 2
gemäss TA7 Ziffern
20 – 38
der LSE 2010
h
eranzuziehen. Hingegen ist
mit Blick auf die Ausbildung
des Beschwerdeführers
angezeigt, die Tabelle
TA11
anzuwenden
. Da er aufgrund der quantitativen und qualitativen Einschränkun
gen seiner Leistungsfähigkeit wohl kaum eine Stelle im Kaderbereic
h wird besetzen können, ist auf den
Tabellenlohn für Männer mit
Fachhochschulab
schluss
ohne Kaderfunktion abzustellen
. Dieser betrug im Jahr 2010
Fr.
8‘010.
-- pro Monat
(LSE 2010 TA11)
. Unter Berücksichtigung der im Jahr 2010
betriebs
üblichen
wöchentlichen Arbeitszeit von 41,6 Stund
en (vg
l. Die Volkswirtschaft 3-4/2015
Tabelle B9
.
2)
sowie der Nominallohnentwicklung für Mä
nner (vgl. Die Volkswirtschaft 3-4/2015
Tabelle B10.3) res
ultiert ein Einkommen von Fr. 102‘475.50
(=
Fr.
8‘010.-- : 40 x 41.6 : 2150 x 2204 x 12)
resp. für das zumutbare Pe
nsum von 50
%
ein solches von 51‘237.75 (x 0,5).
5.3.3
Wird das Invalideneinkommen auf der Grundlage von statistischen Durchschnitts
werten ermittelt, ist der entsprechende Ausgangswert allenfalls
um maximal 25
%
zu kürzen (BGE 126 V 75).
Da den
qualitativen Beeinträchtigungen des
zuletzt in einer Kaderfunktion tätig gewesenen
Beschwerdeführers insofern Rechnung getragen wird, als bereits der niedrigere Tabellenlohn (TA11 ohne Kaderfunktion) angewendet wird, sind sie im Ra
hmen des Abzuges kein weiteres M
al zu berücksichtigen
(vgl. Urteil des Bundesgerichtes 9C_248/2013 vom 1
7.
Oktober 2013 E. 3.5.3)
.
Dies gilt umso mehr, als
im Folgeg
utachten des
A._
vom
31.
Oktober 2013
nach dem Gesagten schon das
Belastungsprofil
äusserst
grosszügig formuliert wurde.
Zu beachten ist jedoch, dass der Beschwerdeführer nur noch teilzeitlich
(50
%
)
erwerbstätig sein kann. Weitere nicht-medizinische Abzugsgründe sind nicht gegeben. Der von der Beschwerdegegnerin gewährte Abzug vom Tabellenlohn von 10
%
erscheint daher angemessen. Somit ist das hypothetische
Invaliden
einkommen
2013 auf
Fr.
46‘114.
--
(=
Fr.
51‘237.75
x 0,9) festzusetzen.
5.3.4
Ausgehend vom vorstehend ermittelten
Valideneinkommen
2013
von Fr.
124‘654.90
(hypothetischer Lohn bei der
Y._
für ein 100%iges Pensum)
resultiert eine Erwerbseinbusse von
Fr.
78‘540.90
(=
Fr.
124‘654.90 minus Fr.
46‘114.--)
resp. ein Invaliditätsgrad von 63
%
.
Stellt man dem
Invalidenein
kommen
von
Fr.
46‘114.
-- das vorstehend ermittelte
Valideneinkommen
2013
von
Fr.
138‘424.70
(hypothetischer Lohn bei der
Y._
für ein 85%iges Pensum
plus hypothetischer Lohn für Tätigkeit als Lehrer)
gegenüber, ergibt sich eine Erwerbseinbusse vom
Fr.
92‘310.70 resp. ein Invaliditätsgrad von 67
%
. Es besteht demnach so oder so
lediglich ein
Anspruch auf e
in
e
Dreiviertelsrente
(
Art.
28
Abs.
2 IVG
).
5.4
Die Beschwerdegegnerin hat demnach im Ergebnis die ganze Rente zu Recht auf eine
Dreiviertelsrente
herabgesetzt, was zur Abweisung der Beschwerde führt.
5.5
Anzufügen bleibt
, dass mittelgradige Depressionen und muskuläre Defizite grund
sätzlich als behandelbar resp. behebbar gelten. Warum dies
– wie die Gut
achter des
A._
sowie der RAD anzunehmen scheinen - beim Beschwerdefüh
rer nicht
mehr
der Fall sein soll,
ist nicht nachvollziehbar.
D
ie medizinischen Behandlungsmöglichkeiten
erscheinen
jedenfalls
nach dem Gesagten
(vgl.
E.
4.8)
noch nicht voll ausgeschöpft. Die Beschwerdegegnerin wird daher eingela
den, bei der nächsten Überprüfung des Rentenanspruches abzuklären, ob solche stationären Massnahmen erfolgversprechend und zumutbar erscheinen, und gegebenenfalls auch insoweit die Auferlegung einer Schadenminderungs
-
pflicht zu prüfen.
6.
Gemäss Art. 69 Abs. 1
bis
IVG ist abweichend von Art. 61
lit
. a ATSG das
Be
schwerdeverfahren
bei Streitigkeiten
um die Bewilligung oder die Verweige
rung von IV-Leistungen vor dem kanto
na
len Versicherungsgericht kostenpflich
tig. Die Kosten werden nach dem
Ver
fah
rensaufwand
und unabhängig v
om Streitwert im Rahmen von 200 bis 1000 Fran
ken
festgelegt.
Die Gerichtskosten sind auf Fr. 600.-- festzusetzen und ausgangsgemäss dem Beschwerdeführer aufzuerlegen.