# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** dfe7af4b-f1e2-41c6-b2c2-9e52d6223d23
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2019
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
X._, geboren 1959, war vom 1. April 2014 bis 30. September 2015 bei der Y._ GmbH als Campingwart tätig, wobei der letzte Arbeitstag am 24. September 2015 war (Urk. 6/20)
.
Unter Hinweis auf
Herzprobleme und einen Herzschrittmacher meldete sich
der Versicherte
am 17. September 2015 bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an (Urk. 6/9). Die Sozialversiche
rungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, klärte die medizinische und erwerbli
che Situation ab und zog Akten des Krankentaggeldversicherers bei (Urk. 6/25, Urk. 6/35, Urk. 6/50).
Nach durchgeführtem Vorbescheidverfahren (Urk. 6/78; Urk. 6/72 = Urk. 6/74) verneinte die IV-Stelle mit Verfügung vom 18. August 2017 einen Rentenan
spruch und einen Anspruch auf berufliche Massnahmen (Urk. 6/99 = Urk. 2).
2.
Der Versicherte erhob am
19. September 2017
Beschwerde
gegen die Verfügung vom 18. August 2017 (Urk. 2) und beantragte, diese sei aufzuheben und es sei die Angelegenheit zur ergänzenden Abklärung an die IV-Stelle zurückzuweisen, ins
besondere ein umfassendes medizinisches Gutachten einzuholen. Eventuell sei ihm eine Invalidenrente zuzusprechen (Urk. 1 S. 2 oben).
Die IV-Stelle beantragte mit Beschwerdeantwort vom 20. Oktober 2017 (Urk. 5) die Abweisung der Beschwerde. Der Beschwerdeführer verzichtete auf eine Replik, was der Beschwerdegegnerin am 25. Januar 2018 zur Kenntnis gebracht wurde (Urk. 11).
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allge
meinen Teil des Sozialversicherungsrechts
,
ATSG)
. Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurtei
lung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG)
Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine Vier
telsrente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine Dreiviertelsrente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
Versicherungsträger und Sozialversicherungsgerichte haben die Beweise frei, das heisst ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtge
mäss zu würdigen. Für das Beschwerdeverfahren bedeutet dies, dass das Sozial
versicherungsgericht alle Beweismittel, unabhängig davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruches gestatten. Insbesondere darf es bei einander widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt.
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist also entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen Situa
tion einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Ausschlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft eines Beweis
mittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten (BGE
134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E.
3a).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin ging in der angefochtenen Verfügung (
Urk.
2) gestützt auf
die medizinischen Abklärungen
davon aus,
dass der Beschwerdeführer in sei
ner bisherigen Tätigkeit als Campingwart nicht mehr arbeitsfähig sei. In einer körperlich leichten, rein sitzenden Tätigkeit bestehe jedoch eine volle Arbeitsfä
higkeit. Unter Berücksichtigung eines leidensbedingten Abzuges von 15 % resul
tiere ein Invaliditätsgrad von 21 %, weshalb kein Anspruch auf eine Invaliden
rente bestehe. Für die Unterstützung bei der Stellensuche könne sich der Beschwerdeführer an das für ihn zuständige Arbeitsvermittlungszentrum wenden (S. 2).
2.2
Dagegen stellte sich der Beschwerdeführer auf den Standpunkt (Urk. 1), dass sich die Beschwerdegegnerin zu wenig auf die ärztliche Einschätzung von Dr. Z._ abgestützt habe. Dieser gehe von einer prognostizierten schlechten Situation und im bisherigen Beruf von einer vollständigen Arbeitsunfähigkeit aus. Dr. Z._ empfehle eine angepasste sitzende Tätigkeit sowie eine Umschulung, wobei hier die versicherungsrechtlichen Voraussetzungen, insbesondere eine abgeschlossene Berufsausbildung, nicht erfüllt sein dürften (S. 3 Ziff. 1). Weiter sei das von der Beschwerdegegnerin errechnete Invalideneinkommen viel zu hoch, zudem sei mindestens ein Abzug von 20 % zu gewähren, was schliesslich zu einem Renten
anspruch führe (S. 3 f. Ziff. 2).
2.3
Strittig und zu prüfen ist der Rentenanspruch des Beschwerdeführers.
3.
3.1
Dr. med. Z._, Facharzt für Kardiologie und für Allgemeine Innere Medizin, Klinik A._, nannte im Bericht der kardiologischen Abklä
rung vom 30. September 2015 (Urk. 6/25/9-10) folgende Diagnosen (S. 1):
-
Tachy-/Bradykardiesyndrom
-
anhaltende Kammertachykardien Mai 2015 bei Status nach ICD
Implanta
tion (VVIR) am 12. Mai 2015
-
betablockerinduzierte chronotrope Inkompetenz
-
koronare Herzkrankheit
-
Status nach akutem anteroseptalem Myokardinfarkt mit Strepto
kinaselyse Dezember 2000
-
Myokardszintigraphisch Narbe anteroseptal mit Randischämie Februar 2001
-
Koro vom 22. März 2001: nicht stenosierende Koronarsklerose
-
Koro vom 6. Mai 2015 bei anhaltender Kammertachykardie: unverän
derter Befund
-
Aneurysma anteroapikal mit Nachweis eines apikalen LV-Thrombus
-
mittelschwer bis schwer eingeschränkte linksventrikuläre Pumpfunk
tion (LVEF 30 %)
-
arterielle Hypertonie
-
Dyslipidämie
Dazu führte Dr. Z._ aus, beim Beschwerdeführer sei es 15 Jahre nach dem erlittenen Vorderwandinfarkt zu Kammertachykardien gekommen, welche eine Implantation eines Kardioverter-Defibrillators (ICD)
notwendig gemacht habe. Erfreulicherweise habe sich angiographisch unter der kardiovaskulären Sekun
därprophylaxe keine Progression der koronaren Herzkrankheit gezeigt. Die geklagte Leistungsintoleranz sei durch eine Betablocker-induzierte chronotrope Inkompetenz bedingt, was anlässlich des Arbeitsversuches habe dokumentiert werden können. Die Leistungsfähigkeit habe sich im Vergleich zur Voruntersu
chung vor eineinhalb Jahren deutlich verschlechtert, und es zeige sich lediglich ein Frequenzanstieg bis 102 pro Minute, was die Leistungsintoleranz bestens zu erklären vermöge (S. 2).
3.2
Dr. Z._ (vorstehend E. 3.1) führte im Bericht vom 7. September 2015 (Urk. 6/8/3-4 = Urk. 6/25/7-8) mit Hinweis auf die kardiologische Abklärung vom 30. Juli 2015 aus, durch den Ausbau der kardialen Medikation werde erhofft, dass sich die Pumpfunktion der linken Herzkammer verbessere. Falls dies nicht der Fall sein sollte, werde gegebenenfalls eine Schrittmacherbehandlung in die Wege geleitet. Die koronare Situation sei stabil, jedoch sei es nun zu rythmologischen Problemen gekommen, welche die Prognose beeinträchtige. Da ein interner Defi
brillator implantiert worden sei, können jedoch vital gefährliche Herzrhythmus
störungen erkannt und behandelt werden (Ziff. 4). Der Beschwerdeführer sei in seiner beruflichen Tätigkeit als Campingwart sehr engagiert. Der Campingplatz sei im Sommer stark frequentiert und die Aufgaben des Platzwartes seien vielfältig. Aufgrund der erhobenen kardialen Befunde, sei eine 100%ige Arbeitsfähigkeit im aktuell Umfeld nicht möglich, wobei der Verlauf noch abzu
warten sei. Entsprechende Umschulungs
mass
nahmen oder Änderung des Aufga
benbereichs müssten von der IV-Stelle früh
zeitig überprüft werden. Der Beschwerdeführer sei prinzipiell sehr motiviert, seine Stelle zu behalten und auch sein Pensum wieder zu steigern (Ziff. 5). In der körperlichen Leistungsfähigkeit sei der Beschwerdeführer aktuell eingeschränkt. Eingehendere Beurteilungen der zumutbaren Tätigkeiten seien aktuell noch verfrüht, da der Verlauf und der Erfolg der medizinischen Behandlung noch abgewartet werden müssten (Ziff. 6).
3.3
Die Ärzte des Universitätsspitals B._, Klinik für Kardiologie, berichteten am 20. Oktober 2015 (Urk. 6/35) über den am 19. Oktober 2015 durchgeführten Eingriff des Einkammer-ICD auf ein kardiales Resynchronisations-Device (CRT
D), wofür der Beschwerdeführer aufgrund des kompletten Linksschenkel
blocks, der schwer eingeschränkten LV-Funktion sowie der Herzinsuffizienz-Symptomatik trotz medikamentöser Therapie qualifiziere (S. 1). Für die Zeit vom 20. bis 25. Oktober 2015 bestehe eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit (S. 2).
3.4
Dr. med. C._, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin und für Nephrologie, führte im Bericht vom 30. Januar 2016 (Urk. 6/39/1-5) unter Beilage zahlreicher medizinischer Berichte (Urk. 6/39/6-101), die bis ins Jahr 2001 zurückreichen, aus, es bestehe eine vollständige Arbeitsunfähigkeit sowohl in der angestammten als auch in einer adaptierten Tätigkeit (Ziff. 1.7).
3.5
Dr. Z._ (vorstehend E. 3.1) führte im Bericht über die kardiologische Abklä
rung vom 4. Februar 2016 (Urk. 6/45) aus, es finde sich drei Monate nach der Etablierung einer kardialen Resynchronisationstherapie weiterhin keine Ver
besserung der Herzinsuffizienzsymptomatik mit einer anhaltenden NYHA Klasse III. Echokardiographisch zeige sich korrelierend zu der Klinik eine weiterhin schwer eingeschränkte systolische linksventrikuläre Pumpfunktion, womit der Beschwerdeführer wahrscheinlich als ein «Non-Responder» zu beurteilen sei. Anlässlich des Arbeitsversuches auf dem Laufbandergometer sei der Beschwerde
führer rasch dyspnoisch geworden und habe die Untersuchung bei 4.2 METS abbrechen müssen. Aufgrund der erhobenen Befunde bestehe eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit im angestammten Beruf. Wie bereits in früheren Berichten erwähnt, sollte raschmöglichst eine Abklärung hinsichtlich Umschulungsmass
nahmen erfolgen. Der Beschwerdeführer wäre prinzipiell motiviert, wieder zu arbeiten, jedoch seien nur sitzende und körperlich leichte Arbeiten möglich (S. 2).
3.6
Dr. med. D._, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin und für Kardiologie, führte im Bericht zuhanden des Krankentaggeldversicherers vom 14. Februar 2016 (Urk. 6/50/11-12) aus, der Behandlungsverlauf sei soweit adäquat, es bestehe noch ein Reha-Potential (S. 2 Ziff. 5). In Anlehnung an den Verlaufsbericht von Dr. Z._ vom 4. Februar 2016 gelte es, in die maximal mögliche kardiale Rehabilitation zu investieren, um wenigstens eine angepasste Funktion zu erreichen. Allein ausgehend vom BMI, soll auf der Ebene Ernährung und Bewegung nochmals ein strenges kardiales Reha-Programm ambulant gestartet werden, um als Endziel die Belastbarkeit anzuheben und dadurch eine Umschulung zu ermöglichen. Vorstellbar seien Kontroll-Funktionen ohne grösseres Bewegungsmuster. Er habe mit dem Beschwerdeführer besprochen, dass gegen Ende des Reha-Programms die dann mögliche angepasste Tätigkeit defi
niert werden solle.
3.7
Die Ärzte des B._, Klinik für Kardiologie, berichteten am 13. Juli 2016 (Urk. 6/65/1-10) über eine ambulante kardiologische Rehabilitation und führten dazu aus, bei regelmässiger Teilnahme am Programm habe der Beschwerdeführer seine Leistungsfähigkeit deutlich steigern können, wenngleich unverändert eine deutlich verminderte Belastbarkeit bestehe (von 60 W/30 % auf 104 W/50 %). Die abschliessende Ergometrie sei subjektiv und objektiv negativ bezüglich Ischämie bei allerdings limitierter Aussagekraft (eingeschränkte Leistungsfähigkeit, Schrittmacher EKG). Arhythmien seien keine aufgetreten, der Beschwerdeführer habe den Test bei Beinschwäche abgebrochen, er sei allerdings im Abschluss
training bis zum Schluss nicht anaerob gewesen, was auf eine deutliche Ver
besserung des Trainingszustandes hindeute.
3.8
In einer Telefonnotiz der Beschwerdegegnerin mit dem B._ vom 18. November 2016 (Urk. 6/63) wird festgehalten, dass im B._ keine kardiale Rehabilitation stattgefunden habe, da die Krankenkasse die Kostenübernahme abgelehnt habe. Es habe lediglich eine Spiroergometrie stattgefunden.
3.9
Dr. Z._ (vorstehend E. 3.1) führte im Bericht über die kardiologische Abklä
rung vom 23. August 2016 (Urk. 6/65/13-14) aus, es bestehe ein stabiler Verlauf. Echokardiographisch hätten allseits unveränderte Befunde erhoben werden können. Die LVEF sei weiterhin schwer eingeschränkt, dies bei einer bekannten Myokardnarbe. Der Beschwerdeführer sei angewiesen worden, wiederum ver
mehrt ein Ausdauertraining auszuüben und die kardiale Rehabilita
tion im B._ sollte wiederaufgenommen werden, da dies einen positiven Einfluss auf das Körpergewicht sowie das Befinden des Beschwerdeführers gehabt habe (S. 2).
3.10
Dr. med. Dr. rer. pol. E._, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, Regionaler Ärztlicher Dienst (RAD), führte in der Stellungnahme vom 14. Dezember 2016 (Urk. 6/68/11) aus, g
emäss
Dr. Z._
wäre
der zuletzt aus
geübte Beruf verunmög
licht, während in einer adaptierten
rein sitzende
n
u
nd körperlich leichten Tätigkeit
eine Arbeitsfähigkeit von
100
%
gegeben sei
.
3.11
Im Austrittsbericht des B._, Institut für Notfallmedizin, vom 30. Januar 2017 (Urk. 6 /71 = Urk. 6/73) nannten die Ärzte folgende Diagnosen (S. 1 f.):
-
a
kute Bronchitis mit muskuloskelettalen Thoraxschmerzen,
Differential
diagnose (
DD
)
Pleurodynie
-
Präsynkope am 3
0. Januar
2017
-
koronare Herzkrankheit mit schwer eingeschränkter Herzinsuffizienz
-
schweres, zentrales Schlafapnoe-Syndrom, ED 13. Juli 2016
-
leichte restriktive Ventilationsstörung
-
Betablocker-Induzierte chronotrope Inkompetenz
-
arterielle Hypertonie
-
Dyslipidämie
Dazu führten die Ärzte aus, es sei zu einer notfallmässigen Zuweisung bei thora
kalen Schmerzen seit einer Woche mit einmaliger (Prä-)Synkope und einmaligem Erbrechen gekommen. Nach Rücksprache mit den Kollegen der Kardiologie sei primär nicht von kardial bedingten Thoraxschmerzen auszugehen, sondern viel
mehr von einer Bronchitis mit muskuloskelettalen respektive pleuritischen Schmerzen und konsekutiv vasovagaler Präsynkope. Der Beschwerdeführer habe beschwerdefrei entlassen werden können (S. 3).
3.12
Dr. Z._ (vorstehend E. 3.1) führte im Bericht vom 16. Februar 2017 (Urk. 6/76/1 = Urk. 6/78/1 = Urk. 6/88/3) aus, ihn habe sehr überrascht, dass der Beschwerdeführer keinen Anspruch auf berufliche Massnahmen und eine Invali
denrente habe.
Die linksventrikuläre systolische Pumpfunktion sei schwer einge
schränkt und der Beschwerdeführer in seiner Leistungsfähigkeit stark einge
schränkt. Der Beschwerdeführer sei nicht mehr fähig
,
in seinem angestammten Beruf zu arbeiten. Er habe die IV-Stelle frühzeitig darauf hingewiesen, dass der Beschwerdeführer zwingend Umschulungsmassnahmen benötige. Es sei ihm bewusst, dass dies aufgrund der Ausbildung des Beschwerdeführers schwierig sein werde. Eine Berentung erscheine daher in dieser Situation unumgänglich und er persönlich halte eine solche für indiziert.
3.13
Dr. Z._ (vorstehend E. 3.1) führte im Verlaufsbericht vom 16. Mai 2017 (Urk. 6/88/1-2) aus, d
er Beschwerdeführer sei im Alltag aufgrund seiner kardialen Erkrankung stark eingeschränkt (
Ziff.
1.3). Im angestammten Beruf sei der Beschwerdeführer nicht mehr arbeitsfähig. Eine angepasste sitzende Tätigkeit werde sich für den Beschwerdeführer kaum finden lassen (
Ziff.
2.1). Eine berufli
che Eingliederung sei nicht möglich. Die Motivation sei insgesamt sehr gut, wobei die Aussichten für ein normales und erwerbstätiges Leben aufgrund der Herz
krankheit schlecht seien (
Ziff.
4.3). Es sei ihm aufgrund des
Gesundheitszustandes
gekündigt worden (
Ziff.
4.4).
3.14
Im (Abschluss-)Bericht des B._ vom 26. Mai 2017 (Urk. 6/96) über die kardiale Rehabilitation führten die Ärzte aus, d
er Beschwerdeführer habe aktuell über sechs Wochen engagiert am ambulanten kardialen Rehabilitationsprogramm teil
genommen. Eine Kostenübernahme für eine Verlängerung sei abgelehnt worden. In der Spiroergometrie bei Austritt habe sich trotz der nun leider nur kurzen Trainingszeit bereits eine Verbesserung der Leistungsfähigkeit um zirka 20
%
gezeigt. Der Beschwerdeführer sei nun motiviert worden
,
im Alltag weiterhin mit regelmässigen Spaziergängen aktiv zu bleiben.
3.15
Dr. E._ (vorstehende E. 3.9), RAD, führte in der Stellungnahme vom 3. August 2017 (Urk. 6/98/4-5) aus, d
as Ausmass der postulierten Einschränkun
gen auf somatischem Fachgebiet lasse sich durch die entsprechenden Befunde nur teilweise erklären und könne wegen der pulmologischen Überlagerung nur theoretisch geschätzt werden. Zudem scheine die gesundheitliche Situation bezüglich Besserung und Wiedererlangung einer relevanten Arbeitsfähigkeit nicht konkret einschätzbar zu sein
, weshalb
zur objektiven Beurteilung
eine Begutachtung in Betracht zu ziehen sei.
Dr. med. F._, Praktische Ärztin, Teamleiterin RAD, führte diesbezüglich aus, d
ie Beurteilung einer 0%igen Arbeitsfähigkeit für angepasste Tätigkeiten durch
Dr. Z._
basiere auf dem Hinweis, dass sich eine ausschliesslich sitzende Tätigkeit aufgrund der fehlenden Ausbildung nicht finden lasse. Bei einer LVEF von 25-30
%
seien aus versicherungsmedizinischer Sicht nur noch sehr leichte körperliche Belastungen, mehrheitlich sitzend möglich, ein Gutachten werde
daher
nicht empfohlen.
Nach Rücksprache der Sachbearbeiterin mit Dr. F._ hielt erstere am 10. August 2017 (Urk. 6/98/6) fest, dass dem Beschwerdeführer (sehr) leichte körperliche Tätigkeiten versicherungsmedizinisch weiterhin zu 100 % zumutbar seien.
4.
4.1
Grundsätzlich setzt der Nachweis einer Invalidität im Rechtssinn eine gesund
heitlich bedingte, erhebliche und evidente, dauerhafte sowie objektivierbare Beeinträchtigung der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit voraus. Dieser Massstab gilt für sämtliche Leiden gleichermassen (BGE 139 V 547 E. 9.4). Eine Anspruchsbe
rechtigung setzt stets eine nachvollziehbare ärztliche Beurteilung der Aus
wirkungen des Gesundheitsschadens auf die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit voraus, wobei für die Eignung eines Gesundheitsschadens, die Leistungsfähigkeit rechtserheblich einzuschränken, nicht bereits die Befunde und Diagnosen, sondern erst deren Folgeabschätzung entscheidend ist.
Nach der allgemeinen Beweisregel
(Art. 8 ZGB)
obliegt es bei erstmaliger Renten
prüfung der versicherten Person, die invalidisierenden Folgen der gesundheitli
chen Beeinträchtigung mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlich
keit nachzuweisen. Gelingt dieser Nachweis nicht, verfügt sie über keinen Leistungsanspruch (BGE 139 V 547 E. 8.1).
4.2
Unbestritten und gemäss vorliegender Aktenlage ausgewiesen ist, dass der Beschwerdeführer an einer koronaren Herzkrankheit und anhaltenden Kammertachykardien leidet, und infolge dadurch eingeschränkter Leistungsfä
higkeit in der angestammten Tätigkeit als Campingwart eine 100%ige Arbeitsun
fähigkeit besteht.
Uneinigkeit besteht hingegen bei der Beurteilung der Auswirkungen dieser Diagnosen auf die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers in einer adaptierten Tätigkeit. Während die Beschwerdegegnerin davon ausging, dass aus versiche
rungsmedizinischer Sicht für eine sehr leichte mehrheitlich sitzende Tätigkeit eine Arbeitsfähigkeit von 100 % gegeben sei (Urk. 2 S. 1), erachtete der Beschwerde
führer eine solche nicht mehr als in diesem Umfang gegeben (Urk. 1 S. 3 f.).
4.3
Soweit der Beschwerdeführer vorbringt, dass sich die Beschwerdegegnerin zu wenig auf die Einschätzung von Dr. Z._ abgestützt habe (Urk. 1 S. 3 Ziff. 1), kann dem nicht gefolgt werden. Zunächst führte Dr. Z._ im Bericht über die kardiologische Abklärung vom 4. Februar 2016 aus, dass nur noch sitzende und körperlich leichte Tätigkeiten möglich seien (vorstehend E. 3.5), was die Beschwerdegegnerin in ihrer Beurteilung denn auch berücksichtigte (vorstehend E. 3.10). In der Folge änderte Dr. Z._ seine Beurteilung jedoch dahingehend, dass eine berufliche Eingliederung nicht mehr möglich sei und sich eine ange
passte sitzende Tätigkeit kaum finden lasse (vorstehend E. 3.13). Dies begründete er jedoch nicht aus medizinischer Sicht oder mit (veränderten) medizinischen Aspekten, sondern berücksichtigte nicht-medizinische Überlegungen. Entspre
chend ist davon auszugehen, dass sich Dr. Z._ in seinen Überlegungen auch von seiner (haus)ärztlichen Verantwortung als behandelnder Arzt leiten liess, wobei
der Erfahrungstatsache Rechnung zu tragen
ist
, dass die behandelnden Ärzte mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung im Zweifelsfall eher zu Gunsten ihrer Patienten aussagen (BGE 135 V 465 E. 4.5).
Dass sich Dr. Z._ im Verwaltungsverfahren für den Beschwerdeführer über den üblichen Behandlungsauftrag eines Arztes hinaus engagierte und einsetzte (vorstehend E. 3.12 sowie Urk. 6/40, Urk. 6/80-81, Urk. 6/85, Urk. 6/89), deutet zudem daraufhin, dass seine geänderte Beurteilung der Arbeitsfähigkeit in einer adaptierten Tätigkeit nicht mehr auf einer objektiven Betrachtungsweise basiert.
Denn bei behandelnden Ärzten gehört die Beurteilung der Auswirkungen von Krankheitssymptomen auf die Arbeitsfähigkeit zum therapeutischen Auftrag. Sie müssen daher ihre Beurteilung - soweit medizinisch nur vertretbar - mit der Selbsteinschätzung des Patienten in Einklang bringen (ihn überzeugen) können und gegebenenfalls - aus Rücksicht auf das für den Therapieerfolg wichtige Ver
trauensverhältnis - bei der Bewertung der krankheitsbedingten Funktionsein
schränkungen dessen Einschätzung folgen.
Dr. Z._ wies in zahlreichen seiner früheren Berichte daraufhin, dass Umschu
lungsmassnahmen geprüft werden sollten und der Beschwerdeführer solche benötige (vorstehend E. 3.2, E. 3.5 und E. 3.12). Selbst anlässlich seiner telefoni
schen Rückfrage zum Stand des Verfahrens bei der Beschwerdegegnerin (vgl. Ge
sprächsnotiz vom 7. April 2017, Urk. 6/85) führte Dr. Z._ - nachdem er im Februar 2017 schon eine Berentung bereits als unumgänglich erachtete (vorste
hend E. 3.12) - noch aus, dass für den Beschwerdeführer Unterstützung bei der Stellensuche dringend angezeigt wäre. Entsprechend ging er aus medizinischer Sicht selber davon aus, dass eine Arbeitsfähigkeit in einer adaptierten Tätigkeit gegeben ist, andernfalls würde er nicht wiederholt und vehement die Unter
stützung bei der Stellensuche oder Umschulungsmassnahmen empfehlen. Von einer Arbeitsfähigkeit geht implizit offenbar auch der Beschwerdeführer in seiner Beschwerdeschrift aus (vgl. Urk. 1 S. 3 f. Ziff. 1 und 2).
4.4
Weiter geht aus den Akten hervor, dass der Beschwerdeführer bereits 2016 von Dr. Z._ angewiesen wurde, wiederum vermehrt ein Ausdauertraining auszu
üben und die kardiale Rehabilitation im B._ wieder aufzunehmen, da dies einen positiven Einfluss auf das Körpergewicht sowie das Befinden des Beschwerde
führers gehabt habe (vorstehend E. 3.9). Anlässlich der ambulanten kardialen Rehabilitationen zeigte sich, dass sich die Leistungsfähigkeit des Beschwerde
führers trotz kurzer Trainingszeit um zirka 20 % verbesserte (vorstehend E. 3.6 und E. 3.14). Daraus ist zu schliessen, dass bei regelmässigem Training von einer weite
ren Verbesserung und Stabilisierung der Leistungs
fähigkeit auszugehen ist. Ob ausser der kurzzeitigen ambulanten kardialen Rehabilitation ein regelmässiges Training stattfindet, geht aus den Akten nicht hervor. Jedenfalls werde der Beschwerdeführer nach dem letzten ambulanten kardialen Rehabilitationspro
gramm im B._ motiviert, im Alltag weiterhin mit regelmässigen Spaziergängen aktiv zu bleiben (vorstehend E. 3.14). Im gleichen Bericht wurde sodann erwähnt, dass der Beschwerdeführer versuchen werde, mittels des integrierten Schritt
zählers seines Natels täglich eine Distanz von vier bis fünf Kilometer zurückzu
legen.
4.5
Dass die Beschwerdegegnerin angesichts der vorliegenden Aktenlage davon aus
ging, dass nur noch (sehr) leichte körperliche Tätigkeiten, und diese zu 100 %, zumutbar seien, ist nach dem Gesagten nicht zu beanstanden. Auch Dr. Z._ brachte hinsichtlich der Arbeitsfähigkeit in einer adaptierten Tätigkeit in medizi
nischer Hinsicht nichts mehr vor, ausser dass er die Stellungnahmen des RAD nicht nachvollziehen könne (vgl. Urk. 6/58). Seine Beurteilung einer vollständi
gen Arbeitsfähigkeit auch in einer adaptierten Tätigkeit widerspricht seiner eige
nen früheren Einschätzung und wurde nicht medizinisch begründet, so dass diese weder plausibel noch nachvollziehbar erscheint. Selbst aus dem von der Kran
kentaggeldversicherung eingeholten Bericht von Dr. D._ geht hervor, dass eine angepasste Tätigkeit nach erfolgreicher Rehabilitation möglich ist, eine solche jedoch definiert werden müsse. Dies hat der RAD entsprechend getan, indem er ausgehend von Dr. Z._s Einschätzung (vorstehend E. 3.5) nunmehr noch eine sehr leichte Tätigkeit als möglich erachtete (vorstehend E. 3.6). Es liegen keine plausiblen und medizinisch begründeten Beurteilungen vor, die dieser Einschätzung widersprechen, so dass darauf abzustellen ist.
5.
5.1
Der durch die Beschwerdegegnerin zur Ermittlung der erwerblichen Aus
wirkungen vorgenommene Einkommensvergleich wird vom Beschwerde
führer hinsichtlich des Invalideneinkommens sowie der Höhe des gewährten leidensbe
dingten Abzuges vom Tabellenlohn gerügt (Urk. 1 S. 3 f.).
5.2
Die Beschwerdegegnerin nahm in der angefochtenen Verfügung ein Validenein
kommen von
rund
Fr. 71
‘
715.--
(
Urk.
2 S. 2)
an, was von Seiten des Beschwer
de
führers nicht bestritten wurde und nicht zu beanstanden ist
(vgl. Urk. 6/16/5, Urk. 6/20)
.
5.3
Für die Bestimmung des Invalideneinkommens können nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für Statistik periodisch herausge
ge
benen Lohnstrukturerhebungen (LSE) herangezogen werden (BGE 139 V 592 E. 2.3, 135 V 297 E. 5.2, 129 V 472 E. 4.2.1, 126 V 75 E. 3b). Dabei sind grund
sätzlich die im Verfügungszeitpunkt aktuellsten veröffentlichten Tabellen der LSE
zu verwenden (BGE 143 V 295 E. 4.1.3; zur Verwendung der aktuellsten statisti
schen Daten bei Rentenrevisionen vgl. BGE 143 V 295 E. 4.2.2, 142 V 178 E. 2.5.8.1, 133 V 545 E. 7.1). Der Griff zur Lohnstatistik ist subsidiär, das heisst deren Beizug erfolgt nur, wenn eine Ermittlung des Invalideneinkommens auf
grund und nach Massgabe der konkreten Gegebenheiten des Einzelfalles nicht möglich ist (vgl. BGE 142 V 178 E. 2.5.7, 139 V 592 E. 2.3, 135 V 297 E. 5.2; vgl.
auch Meyer/Reichmuth, IVG, 3. Aufl. 2014, N 55 und 89 zu Art. 28a, mit weiteren Hinweisen auf die Rechtsprechung).
Wird das Invalideneinkommen auf der Grundlage von statistischen Durch
schnittswerten ermittelt, ist der entsprechende Ausgangswert (Tabellenlohn) allenfalls zu kürzen. Damit soll der Tatsache Rechnung getragen werden, dass persönliche und berufliche Merkmale, wie Art und Ausmass der Behinderung, Lebensalter, Dienstjahre, Nationalität oder Aufenthaltskategorie und Beschäfti
gungsgrad Auswirkungen auf die Lohnhöhe haben können (BGE
124 V 321 E. 3b/aa). Aufgrund dieser Faktoren kann die versicherte Person die verbliebene Arbeitsfähigkeit auch auf einem ausgeglichenen Arbeitsmarkt möglicherweise nur mit unterdurchschnittlichem erwerblichem Erfolg verwerten (BGE 126 V 75 E. 5b/aa). Der Abzug soll aber nicht automatisch erfolgen. Er ist unter Würdigung der Umstände im Einzelfall nach pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu schätzen und darf 25
%
nicht übersteigen (BGE 135 V 297 E. 5.2; 134 V 322 E. 5.2 und 126 V 75 E. 5b/bb-cc). Die Rechtsprechung gewährt insbesondere dann einen Abzug auf dem Invalideneinkommen, wenn eine versicherte Person selbst im Rahmen körperlich leichter Hilfsarbeitertätigkeit in ihrer Leistungsfähigkeit eingeschränkt ist (BGE 126 V 75 E. 5a/bb). Zu beachten ist jedoch, dass allfällige bereits in der Beurteilung der medizinischen Arbeitsfähigkeit enthaltene gesund
heitliche Einschränkungen nicht zusätzlich in die Bemessung des leidensbeding
ten Abzugs einfliessen und so zu einer doppelten Anrechnung desselben Gesichts
punkts führen dürfen (Urteil 9C_846/2014 vom 22. Januar 2015 E. 4.1.1 mit Hinweisen; vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_805/2016 vom 22. März 2017 E. 3.1).
Nach ständiger Rechtsprechung darf das (kantonale) Sozialversicherungsgericht sein Ermessen, wenn es um die Beurteilung des Tabellenlohnabzuges gemäss BGE
126 V 75 geht, nicht ohne triftigen Grund an die Stelle desjenigen der Verwaltung setzen; es muss
sich
auf Gegebenheiten abstützen können, welche seine abwei
chende Ermessensausübung als naheliegender erscheinen lassen (BGE 137 V 71 E. 5.2 und 126 V 75 E. 6). Wurde bei der Festsetzung der Höhe des Abzugs vom Tabellenlohn ein Merkmal oder ein bestimmter Aspekt eines Merkmals zu Unrecht nicht berücksichtigt oder zu Unrecht berücksichtigt, hat die Beschwerdeinstanz den Abzug gesamthaft neu zu schätzen (vgl. Urteile des Bundesgerichtes
8C_113/2015 vom 26. Mai 2015 E. 3.2 und
8C_808/2013 vom 14. Februar 2014 E. 7.1.1 mit Hinweisen).
5.4
Bei der Festlegung des Invalideneinkommens stellte die Beschwerdegegnerin unter Berücksichtigung des Anforderungsprofils und des Kompetenzniveaus 1 auf Tabellenlöhne gemäss LSE 2014 (TA1, Total Ziff. 1-96) ab (vgl. Urk. 6/67, Urk. 6/99 S. 2). Dies ist nicht zu beanstanden und wird vom Beschwerdeführer an sich auch nicht gerügt.
Soweit der Beschwerdeführer einwendet, dass er die Höhe des Invaliden
ein
kommens aufgrund seiner gesundheitlichen Behinderungen nicht erreichen könne, ist zu bemerken, dass die Invalidität stets auf der Grundlage desjenigen Einkommens zu bemessen ist, das der Versicherte durch eine ihm zumutbare Tätigkeit erzielen könnte. Vorliegend ist medizinisch-theoretisch von einer voll
ständigen Arbeitsfähigkeit in einer leidensangepassten Tätigkeit auszugehen (vorstehend E.
4.5
), weshalb auf die übrigen Vorbringen hinsichtlich der Ermitt
lung des Invalideneinkommens nicht weiter einzugehen ist.
5.5
Der
vom Beschwerdeführer
aufgrund des
Alters und
vermehrten Pausenbedarfs geforderte leidensbedingte Abzug wurde durch die Beschwerdegegnerin als lohn
mindernder Faktor im Umfang von
15 %
berücksichtigt. Das kantonale Gericht hat nicht ohne triftigen Grund sein Ermessen an die Stelle desjenigen der Ver
waltung zu setzen (vgl. Urteil des Bundesgerichts I 337/2006 vom 14. Juli 2006, E. 3.2). Der von der Beschwerdegegnerin unter Berücksichtigung sämtlicher Umstände vorgenommene leidensbedingte Abzug erweist sich als angemessen, und es sind insbesondere keine triftigen Gründe ersichtlich, aufgrund welcher das Gericht vom Ermessen der Verwaltung abweichen sollte.
Die gesundheitlich bedingte Unmöglichkeit, weiterhin körperlich schwere Arbeit zu verrichten, führt entgegen der Ansicht des Beschwerdeführers (vgl. Urk. 1 S. 3 unten f.) nicht automatisch zu einer V
erminderung
des hypothetischen Invalidenlohns. Vielmehr ist der Umstand allein, dass nur mehr leichte bis mittelschwere Arbeiten zumutbar sind, auch bei eingeschränkter Leistungsfähigkeit kein Grund für einen zusätzli
chen leidensbedingten Abzug, weil der Tabellenlohn im Kompetenzniveau 1 (bis LSE 2010: Anforderungsniveau 4) bereits eine Vielzahl von leichten und mittel
schweren Tätigkeiten umfasst (Urteil des Bundesgerichts 8C_805/2016 vom 22. März 2017 E. 3.4.2 unter Hinweis auf 9C_455/2013 vom 4. Oktober 2013 E. 4.4 und 9C_386/2012 vom 18. September 2012 E. 5.2). Weiter werden Hilfsar
beiten auf dem massgebenden ausgeglichenen Stellenmarkt altersunabhängig nachgefragt (Urteile des Bundesgerichts 8C_403/2017 vom 25. August 2017 E. 4.4.1 und 8C_805/2016 vom 22. März 2017 E. 3.4.3). Dass das Alter die Stellensuche faktisch negativ beeinflussen kann, muss als invaliditätsfremder Faktor unberücksichtigt bleiben (Urteil des Bundesgerichts 8C_312/2017 vom 22. November 2017 E. 3.3.2 unter Hinweis auf 8C_808/2013 vom 14. Februar 2014 E. 7.3).
Da der Beschwerdeführer in einer leidensangepassten Tätigkeit voll arbeitsfähig ist (vorstehend E. 4.5)
,
kann vorliegend
ohnehin
offenbleiben, ob
ihm
aufgrund seiner Einschränkungen ein
höherer
Abzug
als 15 %
gewährt werden müsste, da selbst bei der Gewährung des maximalen Abzugs kein rentenbegründender Inva
liditätsgrad resultieren würde.
Das Invalideneinkommen beträgt damit rund Fr. 56'825.-- (0.85 x Fr. 66'852.45; vgl. Urk. 6/67, Urk. 6/99 S. 2).
5.6
An die Konkretisierung von Arbeitsgelegenheiten und Verdienstaussichten sind praxisgemäss keine übermässigen Anforderungen zu stellen (BGE 138 V 457 E. 3.1 mit Hinweis; vgl. etwa Urteil des Bundesgerichts 8C_293/2016 vom 11. Juli 2017 E. 4.2 mit Hinweisen). Die bundesgerichtliche Rechtsprechung hat auch wiederholt darauf hingewiesen, dass körperlich leichte und wechselbelastende Tätigkeiten auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt durchaus vorhanden sind (Urteil des Bundesgerichts 9C_469/2016 vom 22. Dezember 2016 E. 3.2 und 6.3 mit Hinweisen). Eine Unverwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit ist erst anzu
nehmen, wenn die zumutbare Tätigkeit nur in so eingeschränkter Form möglich ist, dass sie der ausgeglichene Arbeitsmarkt praktisch nicht kennt oder sie nur unter nicht realistischem Entgegenkommen eines durchschnittlichen Arbeitgebers möglich wäre und das Finden einer entsprechenden Stelle daher von vornherein als ausgeschlossen erscheint (Urteil des Bundesgerichts 582/2015 vom 8. Oktober 2015 E. 5.11 mit Hinweis; vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_712/2017 vom 12. Januar 2018 E. 4.2.2 mit Hinweisen).
Der Beschwerdeführer ist nach wie vor im Rahmen eines Vollpensums arbeitsfä
hig und die ihm zumutbare Tätigkeit unterliegt nicht derart vielen Einschränkun
gen, dass eine Anstellung nicht mehr als realistisch zu bezeichnen wäre. Es ist davon auszugehen, dass dem Beschwerdeführer auf dem allgemeinen Arbeits
markt geeignete Arbeitsstellen zur Verfügung stehen, an denen er seine Arbeits
fähigkeit verwerten kann.
Weiter schliesst eine verbleibende Aktivitätsdauer von mehr als fünf Jahren bis zum Erreichen des AHV
Pensionsalters die Verwertbar
keit der verbleibenden Restarbeitsfähigkeit für sich alleine nicht aus (vgl. BGE 143 V 431 E. 4.5.2 mit Hinweis; vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_28/2017 vom 19. Juni 2017 E. 5.2 mit Hinweis).
5.7
Die Gegenüberstellung von Validen- und Invalideneinkommen ergibt eine Ein
kommenseinbusse von
Fr. 14'890.--
und damit einen Invaliditätsgrad von
rund
21 % (vgl. Urk. 6/67, Urk. 6/99 S. 2)
. Bei diesem Ergebnis steht dem Beschwerde
führer somit keine Rente der Invalidenversicherung zu.
5.8
Da vorliegend eine Arbeitsunfähigkeit bezogen auf die bisherige berufliche Tätigkeit vorliegt und der Beschwerdeführer unter Berücksichtigung der qualita
tiven Einschränkungen vermittlungsfähig ist, sind die Voraussetzungen für den Anspruch auf Arbeitsvermittlung nach Art. 18 Abs. 1 lit. a IVG - den Eingliede
rungswillen des Beschwerdeführers vorausgesetzt - erfüllt. Angesichts des Inva
liditätsgrades von 21 % wird die Beschwerdegegnerin sodann zu prüfen haben, ob allenfalls die Voraussetzungen für weitere berufliche Eingliederungsmass
nahmen, namentlich Berufsberatung (Art. 15 IVG) oder eine Umschulung (Art. 17 IVG), erfüllt sind.
Diesbezüglich ist die Sache an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.
6.
6.1
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrens
aufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG) und auf
Fr.
800.-- anzusetzen und
den Parteien je zur Hälfte aufzuerlegen.
6.2
Nach
§
34
Abs.
1 GSVGer hat die obsiegende Beschwerde führende Person Anspruch auf Ersatz der Parteikosten. Diese werden ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache, der Schwierigkeit des Prozesses und dem Mass des Obsiegens bemessen (
§
34
Abs.
3 GSVGer).
Gleich wie bei der Verteilung der Gerichtskosten rechtfertigt
es
sich,
vorliegend
trotz Rückweisung der Sache an die Beschwerdegegnerin die Prozess
entschädi
gung auf die Hälfte zu reduzieren.
So ist nach der Rechtsprechung bei bloss teil
weisem Obsiegen nur dann eine
ungekürzte Parteientschädigung zuzusprechen, wenn die versicherte Person im Grundsatz obsiegt und lediglich im Masslichen (teilweise) unterliegt.
Dies ist vorliegend nicht der Fall. Entsprechend erweist sich
eine auf
Fr. 1’000
.-- gekürzte Prozessentschädigung (inkl. Barauslagen und Mehrwertsteuer) als angemessen.