# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** bd9191b4-9b39-5e6e-9509-80f57eab5a9d
**Court:** SG_VG
**Chamber:** SG_VG_001
**Year:** 2010
**Language:** de
**Jurisdiction:** SG / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

hat das Verwaltungsgericht festgestellt:
A./ F., geboren am 22. Juni 1980 in K., Mazedonien, gelangte am 1. Juni 1994 im
Rahmen des Familiennachzugs zu seinen Eltern in die Schweiz, wo er eine
Aufenthaltsbewilligung erhielt. Seit 11. Oktober 2004 besitzt er die
Niederlassungsbewilligung.
Am 11. Januar 1999 verurteilte ihn die Jugendanwaltschaft St. Gallen-Rorschach-
Gossau wegen mehrfacher Erpressung, einfacher Körperverletzung, Tätlichkeiten,
Führens eines Motorfahrrads ohne den erforderlichen Führerausweis sowie Führens
eines nicht betriebssicheren und nicht vorschriftsgemässen Motorfahrrads zu zwölf
Tagen Einschliessung. Ihm wurde der bedingte Strafvollzug gewährt, wobei er unter
Schutzaufsicht gestellt wurde. Mit Strafbescheid vom 8. Mai 2001 verurteilte ihn das
Untersuchungsamt Altstätten wegen kantonaler Übertretungen (Trunkenheit) zu drei
Tagen Haft bedingt und einer Busse von Fr. 200.--. Mit Bussenverfügung vom
29. Oktober 2001 erklärte ihn das Untersuchungsamt Altstätten der Drohung schuldig,
verurteilte ihn dafür zu einer Busse von Fr. 500. -- und zog das sichergestellte
Mehrklingen-Taschenmesser ein.
Am 1. August 2003 heiratete F. in seinem Heimatland eine Landsfrau. Mit Entscheid
vom 18. Februar 2005 erliess der Präsident des Kreisgerichtes Rheintal
Eheschutzmassnahmen. Mit Strafbescheid vom 17. Juli 2007 sprach ihn das
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Untersuchungsamt Altstätten der qualifizierten einfachen Körperverletzung gegenüber
seiner Ehefrau schuldig und verurteilte ihn deswegen zu einer Geldstrafe von 30
Tagessätzen zu je Fr. 60.-- bedingt und einer Busse von Fr. 500.--. Gleichzeitig
verpflichtete es ihn zu einer Genugtuungszahlung an seine Ehefrau von Fr. 300.--. Das
Strafverfahren wegen Verdachts der Vergewaltigung, Drohung, Nötigung und
Pornographie stellte es mangels Beweisen ein. Die kinderlose Ehe wurde mit
Scheidungsurteil des Grundgerichtes Kumanovo vom 25. April 2006 bzw. mit Urteil des
Kreisgerichtes Rheintal vom 31. August 2007 geschieden.
B./ Am 17. Oktober 2007 teilte das Untersuchungsamt Altstätten dem Ausländeramt
mit, dass sich F. nicht mehr in der Schweiz aufhalte. Er habe am 8. Oktober 2007
seinen neuen Ausländerausweis bei der Gemeinde T. abgeholt und sei darauf für
unbestimmte Zeit nach Mazedonien abgereist. Im Dezember 2007 sprach sein Bruder
beim Einwohneramt T. vor und erklärte, F. sei in seiner Heimat der Pass abgenommen
worden, weshalb er in nächster Zeit nicht in die Schweiz zurückreisen könne. Er werde
aber zurückkehren, sobald er den Pass zurückerhalten haben werde (Ausländeramt
act. 373). Am 15. Mai 2008 antwortete R. dem Ausländeramt auf entsprechende
Nachfrage, dass F. noch immer in seinem Heimatland zurückgehalten werde, aber
sobald als möglich in die Schweiz zurückkehren werde (Ausländeramt act. 362).
Am 21. Mai 2008 gewährte das Ausländeramt F. in Bezug auf die Feststellung, dass die
Niederlassungsbewilligung wegen längerer Abwesenheit erloschen sei, das rechtliche
Gehör. Nachdem dieser dazu am 16. Juni 2008 durch seinen Rechtsvertreter Stellung
genommen hatte, stellte das Ausländeramt mit Verfügung vom 2. Juli 2008 fest, dass
die Niederlassungsbewilligung auf Grund des über sechsmonatigen Auslandaufenthalts
von Gesetzes wegen erloschen sei.
Den dagegen erhobenen Rekurs vom 10. Juli 2008 hiess das Sicherheits- und
Justizdepartement des Kantons St. Gallen mit Entscheid vom 18. Dezember 2008 gut,
hob die angefochtene Verfügung auf und wies die Angelegenheit zur Neubeurteilung an
das Ausländeramt mit der Anordnung zurück, auf das Gesuch um Aufrechterhaltung
der Niederlassungsbewilligung sei einzutreten, es sei materiell zu prüfen und darüber
sei mittels anfechtbarer Verfügung zu entscheiden. Die Rückweisung begründete es
damit, dass die Vorsprache des Bruders beim Einwohneramt als rechtzeitig gestelltes
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Gesuch um Aufrechterhaltung der Niederlassungsbewilligung anzusehen sei. Zum
einen sei für den Bruder nicht erkennbar gewesen, dass das Einwohneramt dafür die
falsche Behörde gewesen sei und zum anderen wäre es unter den konkreten
Umständen die Pflicht des Amtes gewesen, den Bruder über die sechsmonatige Frist
bzw. die Möglichkeit der Aufrechterhaltung der Bewilligung aufzuklären bzw. ihn an das
zuständige Ausländeramt zu verweisen. Überdies hätte das Antwortschreiben der
Eltern vom 15. Mai 2008 an das Ausländeramt als sinngemässes Gesuch um
Verlängerung der Erlöschungsfrist entgegengenommen werden müssen.
Das Ausländeramt nahm das Verfahren in der Folge wieder auf und wies das Gesuch,
nachdem es dem Gesuchsteller am 26. Januar 2009 das rechtliche Gehör gewährt
hatte, mit Verfügung vom 7. April 2009 ab. Den dagegen am 23. April 2009 erhobenen
Rekurs wies das Justiz- und Sicherheitsdepartement am 31. August 2009 ab. Zur
Begründung führte es im wesentlichen an, der Rekurrent erfülle keines der in der Praxis
entwickelten Kriterien für die Aufrechterhaltung der Niederlassungsbewilligung. Die
Abweisung des Gesuchs sei deshalb gerechtfertigt, auch wenn kein Widerrufsgrund
vorliege. Die angefochtene Verfügung erweise sich als recht- und verhältnismässig.
C./ Dagegen erhob F. mit Eingabe seines Rechtsvertreters vom 15. September 2009
beim Verwaltungsgericht des Kantons St. Gallen mit folgendem Antrag Beschwerde:
"1. Der Entscheid der Vorinstanz vom 31. August 2009 sei aufzuheben, und die
Niederlassungsbewilligung sei aufrecht zu erhalten.
2. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten des Beschwerdegegners."
Zur Begründung führt er hauptsächlich an, er habe die Schweiz nur für eine kurze Zeit
verlassen wollen, um an einem Strafverfahren teilnehmen zu können, das in
Mazedonien gegen ihn laufe. Ihm werde dort vorgeworfen, mit einem Messer auf einen
Angehörigen seiner geschiedenen Frau losgegangen zu sein. Erstinstanzlich sei er
dafür zu einer Strafe von einem Jahr und acht Monaten verurteilt worden. Dem
Verfahren habe er sich persönlich stellen wollen, ansonsten er zur Verhaftung
ausgeschrieben worden wäre und nicht mehr in sein Heimatland hätte zurückkehren
können, ohne verhaftet zu werden. Er habe nicht damit rechnen müssen, dass ihm
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sogleich der Pass abgenommen und das Gerichtsverfahren so lange dauern würde.
Der Aufenthalt in seinem Heimatland sei unfreiwillig und nur von vorübergehender
Natur. Er werde in die Schweiz zurückkehren, sobald er Mazedonien wieder verlassen
dürfe. Mittlerweile daure der angeordnete Hausarrest länger als die angefochtene
Haftstrafe, weshalb er mit einer baldigen Freilassung rechne.
Am 13. Oktober 2009 liess der Beschwerdeführer mitteilen, dass ihm zwischenzeitlich
der Reisepass ausgehändigt worden sei, er Mazedonien am 8. Oktober 2009 habe
verlassen können und er sich anderntags bei der Gemeinde T. als wieder anwesend
gemeldet habe.
Die Vorinstanz beantragte in ihrer Vernehmlassung vom 15. Oktober 2009 unter
Hinweis auf die Erwägungen im angefochtenen Entscheid die kostenpflichtige
Abweisung der Beschwerde.
D./ Auf die weiteren von den Verfahrensbeteiligten vorgebrachten Ausführungen wird,
soweit wesentlich, in den Erwägungen eingegangen.

## Considerations

Darüber wird in Erwägung gezogen:
1. Die sachliche Zuständigkeit des Verwaltungsgerichtes ist gegeben (Art. 59bis Abs. 1
des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege, sGS 951.1, abgekürzt VRP). Der
Beschwerdeführer ist zur Ergreifung des Rechtsmittels legitimiert (Art. 64 Abs. 1 in
Verbindung mit Art. 45 Abs. 1 VRP). Die Beschwerdeeingabe vom 15. September 2009
entspricht zeitlich, formal und inhaltlich den gesetzlichen Anforderungen (Art. 64 Abs. 1
in Verbindung mit Art. 47 Abs. 1 und Art. 48 Abs. 1 VRP). Auf die Beschwerde ist daher
einzutreten.
2. Die Niederlassungsbewilligung wird unbefristet und ohne Bedingungen erteilt (Art. 34
Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Ausländerinnen und Ausländer, SR 142.20,
abgekürzt AuG). Sie kann erlöschen (Art. 61 AuG) oder widerrufen werden (Art. 63
AuG).
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2.1. Die Niederlassungsbewilligung erlischt unter anderem durch Abmeldung (Art. 61
Abs. 1 lit. a AuG) oder wenn der Ausländer, ohne sich abzumelden, die Schweiz
tatsächlich für mehr als sechs Monate verlässt (Art. 61 Abs. 2 Satz 1 AuG). Auf Grund
des klaren Gesetzeswortlauts ist es dabei unerheblich, auf welchen Gründen der
Auslandaufenthalt beruht. Bei Ablauf der Frist liegt ein zwingender Untergangsgrund
vor (BGE 2A.514/2003 vom 5. November 2003 E. 3.2). Es spielt insbesondere auch
keine Rolle, ob die rechtzeitige Rückkehr in die Schweiz freiwillig oder unfreiwillig
unterblieben ist, ob der Ausländer seinen Lebensmittelpunkt verlegt hat bzw. verlegen
wollte oder von Beginn an vorgesehen hatte, in die Schweiz zurückzukehren. Die
Niederlassungsbewilligung erlischt selbst dann, wenn sich der Ausländer aus
gesundheitlichen Gründen oder sonst unfreiwillig im Ausland befindet, weil er zum
Beispiel inhaftiert wurde (Zünd/Arquint Hill in Uebersax/Rudin/Hugi Yar/Geiser,
Ausländerrecht, 2. Auflage, Basel 2009 Rz. 8.9; BGE 2A.308/2001 vom 15. November
2001 E. 3a).
2.2. Der Ausländer hat die Möglichkeit, das Begehren zu stellen, dass seine
Niederlassungsbewilligung trotz Auslandaufenthalts während vierer Jahre
aufrechterhalten werde (Art. 61 Abs. 2 Satz 2 AuG). Damit soll insbesondere die
internationale berufliche Mobilität und Weiterbildung gefördert werden. Zudem soll der
Versuch einer Eingliederung im Herkunftsland erleichtert werden, ohne dass der Verlust
des Anwesenheitsrechts riskiert werden muss (M. Spescha, in: Spescha/Thür/Zünd/
Bolzli, Migrationsrecht, Zürich 2008, Rz. 6 zu Art. 61 AuG). Das Gesuch muss vor
Ablauf der sechsmonatigen Frist bei der kantonalen Ausländerbehörde eingereicht
werden (Art. 79 Abs. 2 der Verordnung über Zulassung, Aufenthalt und
Erwerbstätigkeit, SR 142.201, abgekürzt VZAE). Diese entscheidet darüber in eigener
Kompetenz und nach freiem Ermessen. Die Gesuche müssen ausreichend begründet
sein (BGE 2A.357/2000 vom 22. Januar 2001 E. 3b, BGE 2A.308/2001 vom
15. November 2001 E. 4e). Um dem vom Gesetzgeber verfolgten Ziel, eindeutige
Verhältnisse zu schaffen, gerecht zu werden, kann einem Gesuch um Verlängerung des
Auslandaufenthalts, wenn es nicht rechtzeitig gestellt worden ist, höchstens beim
Vorliegen ausserordentlicher Verhältnisse stattgeben werden. Es versteht sich von
selbst, dass die Berufung auf eine allfällige Unkenntnis der gesetzlichen Regelung
ausser Betracht fällt (BGE 2A.514/2003 vom 5. November 2003 E. 3.2).
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2.3. Bei der Auslegung von Artikel 61 AuG ist davon auszugehen, dass im
Ausländerrecht ein Aufenthaltsrecht grundsätzlich nur besteht, wenn und solange es
auch durch die persönliche Anwesenheit ausgeübt wird. Die Niederlassungsbewilligung
kann daher im Fall einer Auslandabwesenheit von mehr als sechs Monaten nur dann
fortbestehen, wenn der Gesuchsteller tatsächlich die Absicht hat, innerhalb der Frist
von vier Jahren wieder in die Schweiz zurückzukehren. Zu berücksichtigen sind
insbesondere Auslandaufenthalte, die ihrer Natur nach vorübergehend sind (z.B.
Absolvierung des Militärdienstes, Weiterbildung oder Ausübung einer befristeten
Tätigkeit im Auftrag des schweizerischen Arbeitgebers). Jugendliche der zweiten
Ausländergeneration oder Ausländer, die das Rentenalter erreicht haben, können das
Gesuch um Aufrechterhaltung der Niederlassungsbewilligung für längstens vier Jahre
einreichen, wenn der Auslandaufenthalt zur Abklärung der Integrations- oder
Wiedereingliederungsmöglichkeit im Heimatstaat dient. Auch Kinder, die wegen
Schulbesuchs im Ausland weilen und damit den zivilrechtlichen Wohnsitz der Eltern als
Lebensmittelpunkt in der Schweiz beibehalten, verlieren grundsätzlich die
Niederlassungsbewilligung, wenn sie sich länger als sechs Monate ununterbrochen
oder über die bewilligte Aufrechterhaltung der Bewilligung hinaus im Ausland aufhalten.
Eine Erleichterung besteht in solchen Fällen nur insoweit, als (fristgerechte) periodische
kurze Aufenthalte bei den Eltern während der Schulferien für die Aufrechterhaltung der
Niederlassungsbewilligung in der Regel genügen. Bei Geschäftsleuten reichen blosse
Kurzbesuche in der Schweiz sowie vorübergehende Besuchs- und
Tourismusaufenthalte in der Schweiz zur Unterbrechung der Sechsmonatefrist für die
Aufrechterhaltung der Niederlassungsbewilligung nicht aus, wenn der
Lebensmittelpunkt ins Ausland verlegt worden ist (Art. 79 Abs. 1 VZAE, BGE 2A.
357/2000 vom 22. Januar 2001 E. 3b, Weisung des Bundesamtes für Migration
betreffend Aufenthaltsregelung [www.bfm.admin.ch > Themen neues Fenster >
Rechtliche Grundlagen neues Fenster > Weisungen und Kreisschreiben neues Fenster
> I. Ausländerbereich neues Fenster > 3.4.4. Aufenthaltsregelung der
Niederlassungsbewilligung während eines Auslandaufenthalts]).
2.4. Vorliegend ist nicht mehr umstritten, dass der Beschwerdeführer rechtzeitig um
Aufrechterhaltung seiner Niederlassungsbewilligung nachgesucht hat. Dem
sinngemässen Gesuch seines Bruders vom Dezember 2007 bzw. seiner Eltern vom
15. Mai 2008 ist überdies zu entnehmen, dass der Beschwerdeführer nie die Absicht
http://www.bfm.admin.ch/bfm/de/home/themen.html http://www.bfm.admin.ch/bfm/de/home/themen/rechtsgrundlagen.html http://www.bfm.admin.ch/bfm/de/home/themen/rechtsgrundlagen/weisungen_und_kreisschreiben.html http://www.bfm.admin.ch/bfm/de/home/themen/rechtsgrundlagen/weisungen_und_kreisschreiben/auslaenderbereich.html
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hatte, die Schweiz für längere Zeit zu verlassen. Das Einwohneramt T. bestätigte am
28. Januar 2010, dass er am 9. Oktober 2009 wieder in die Schweiz zurückgekehrt sei
und persönlich auf dem Amt vorgesprochen habe. Damit war er insgesamt während
zweier Jahre landesabwesend.
2.5. Die Vorinstanz anerkennt für die Entbindung von der persönlichen Anwesenheit in
der Schweiz einzig die vom Bundesamt für Migration namentlich erwähnten
Ausnahmetatbestände.
2.5.1. Das Gesetz selbst legt für die Aufrechterhaltung der Bewilligung keine Kriterien
fest. Auf Grund der "Kann-Formulierung" steht der Verwaltung ein erheblicher
Ermessensspielraum offen, in den das Gericht nicht eingreift. Dieses beschränkt sich
darauf, über die Einhaltung des Ermessensspielraums zu wachen und schreitet nur ein,
wenn die Vorinstanz das ihr zustehende Ermessen überschritten oder missbraucht hat.
Letzteres ist der Fall, wenn die Behörde die bei der Ermessensausübung zu achtenden
verfassungsrechtlichen Grundsätze, insbesondere den Grundsatz der Rechtsgleichheit,
der Verhältnismässigkeit oder das Verbot der Willkür, verletzt (Cavelti/Vögeli,
Verwaltungsgerichtsbarkeit im Kanton St. Gallen, St. Gallen 2003, Rz. 740 und 742).
2.5.2. Auch wenn der Behörde ein Ermessenspielraum zusteht, soll der Ausländer, der
über die Niederlassungsbewilligung verfügt, nicht dem Gutdünken der Verwaltung
ausgeliefert sein (BGE 2A.308/2001 vom 15. November 2001 E. 4e). Das Bundesamt
für Migration hat deshalb als zuständige Bundesbehörde festgelegt, dass
Fristverlängerungen für Auslandaufenthalte auf Gesuch hin gewährt werden, die ihrer
Natur nach nur vorübergehend sind. Dazu zählt es beispielhaft den Militärdienst, die
Aus- und Weiterbildung, die befristete Arbeitstätigkeit im Ausland und den
Auslandaufenthalt von Jugendlichen der zweiten Generation im Hinblick auf ihre
Wiedereingliederung in der Heimat. Das Bundesgericht seinerseits hielt auch die
Aufrechterhaltung einer Niederlassungsbewilligung bei einer Frau für angebracht, die
als Flüchtling in die Schweiz gekommen war und in ihre Heimat zurückkehren wollte,
weil sie sich von den klimatischen Verhältnissen eine Besserung ihres
Gesundheitszustands versprach, sich dessen aber nicht sicher war (BGE 2A.357/2000
vom 22. Januar 2001, E. 3b).
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2.5.3. Im vorliegenden Fall gibt es keine Indizien dafür, dass der
Beschwerdeführer seinen Lebensmittelpunkt entgegen seiner Erklärungen für längere
Zeit ins Ausland verlegen oder die Schweiz sonst für länger verlassen wollte. Zwar war
er im Zeitpunkt seiner Abreise offensichtlich arbeitslos (Ausländeramt act. 341), seine
Arbeitsstelle hatte er aber bereits im Februar 2007 unabhängig vom Strafverfahren in
seinem Heimatland verloren (Ausländeramt act. 330). Seine Wohnung in T. hat er
während der ganzen Zeit behalten. Zumindest ist belegt, dass er während des Jahres
2008 trotz seiner Haft im Heimatland weiterhin Miete bezahlt hat. Auch blieb er
während der ganzen Zeit in der Gemeinde T. angemeldet. Anlässlich seines
(rechtzeitigen) Gesuchs um Beibehaltung der Niederlassungsbewilligung machte er
korrekte Angaben über den Zweck und Inhalt seines Auslandaufenthalts und vor allem
brachte er von Anfang an vor, dass er sofort zurückkehren werde, sobald er könne. Das
Grundgericht Kumanovo bestätigte am 23. September 2008 zudem, dass es dem
Beschwerdeführer den Pass tatsächlich abgenommen habe. Als ihm dieser wieder
ausgehändigt wurde, kehrte er umgehend in die Schweiz zurück.
Der Beschwerdeführer hat seinen Auslandaufenthalt als vorübergehend geplant,
und dieser hat nicht länger als die gesetzliche Rahmenfrist von vier Jahren gedauert.
Ein entscheidender Unterschied zwischen dem anerkannten Grund des Militärdienstes
und dem vorliegenden vorübergehenden Auslandaufenthalt ist zudem nicht ersichtlich.
Wie beim Militärdienst ist der Beschwerdeführer einer amtlichen Vorladung gefolgt.
Dazu kommt, dass nicht einmal klar ist, ob die Untersuchungshaft bzw. der
angeordnete Hausarrest von zwei Jahren überhaupt gerechtfertigt waren. Damit
verletzt die Ablehnung des Gesuchs um Beibehaltung der Niederlassungsbewilligung
den Gleichbehandlungsgrundsatz und ist willkürlich. Dies stellt eine Rechtsverletzung
dar (Häfelin/Müller/Uhlmann, Allgemeines Verwaltungsrecht, Zürich 2006, Rz. 463), was
grundsätzlich zur Gutheissung der Beschwerde führt.
3. Gründet der mehr als sechsmonatige Auslandaufenthalt in einer Freiheitsstrafe
und hat der Ausländer – wie hier – dafür rechtzeitig das Gesuch gestellt, die
Niederlassungsbewilligung trotz Landesabwesenheit aufrecht zu erhalten, ist für den
Entscheid über die Verlängerung der Frist, von dem der Weiterbestand der
Niederlassungsbewilligung abhängt, darauf abzustellen, ob auf Grund des deliktischen
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Verhaltens des Beschwerdeführers eine Ausweisung geboten wäre (BGE 2A.633/2006
vom 26. Januar 2006 E. 3.1).
3.1. Nach Art. 63 Abs. 1 lit. a in Verbindung mit Art. 62 lit. b AuG kann die
Niederlassungsbewilligung eines Ausländers, der zu einer längerfristigen Freiheitsstrafe
verurteilt wurde, widerrufen werden. Freiheitsstrafen von mehr als einem Jahr gelten als
längerfristige Freiheitsstrafe im Sinn von Art. 62 lit. b AuG (Zünd/Arquint Hill, a.a.O.,
Rz. 8.28, BGE 2C_295/2009 vom 25. September 2009 E. 4.2). Die rechtskräftige
strafrechtliche Verurteilung im Ausland ist einem inländischen Urteil gleichstellt (BGE
2A.308/2001 vom 15. November 2001 E. 4e, BGE 2A.633/2006 vom 26. Januar 2007 E.
3.3.1).
3.2. Den Unterlagen lässt sich entnehmen, dass der Beschwerdeführer in Mazedonien
wegen versuchten Mordes angeklagt und am 31. Oktober 2008 vom Grundgericht
Kumanovo wegen "Gewalttätigkeiten" zu einer Freiheitsstrafe von einem Jahr und acht
Monaten verurteilt wurde (Ausländeramt act. 412). Der im Sinn einer Untersuchungshaft
angeordnete Hausarrest wurde bis zur Rechtskraft des Urteils verlängert, was vom
Appellationsgericht Skopje mit Entscheid vom 26. November 2008 zunächst bestätigt,
mit Urteil des Obergerichtes der Republik Mazedonien vom 4. Februar 2009 jedoch
aufgehoben wurde (Ausländeramt act. 458).
In Bezug auf den Schuldspruch war das erstinstanzliche Urteil im Zeitpunkt der
angefochtenen Verfügung des Ausländeramtes noch nicht rechtskräftig. Die Vorinstanz
führte deshalb zu Recht aus, dass die Niederlassungsbewilligung im damaligen
Zeitpunkt mit Blick auf die Unschuldsvermutung nicht widerrufen werden könne. Das
Verfahren betreffend Gesuch um Aufrechterhaltung der Niederlassungsbewilligung
hätte deshalb sistiert und das endgültige Urteil aus Mazedonien abgewartet werden
müssen. Gemäss Medienmitteilungen des Eidgenössischen Justiz- und
Polizeidepartementes vom 19. März 2009 gilt Mazedonien als "Safe
Country" (www.bfm.admin.ch neues Fenster > Dokumentation neues Fenster >
Medienmitteilungen neues Fenster > Medienmitteilungen 2009 neues Fenster >
Bezeichnung von Burkina Faso, Kosovo und Serbien als verfolgungssichere Staaten).
Massgebliche Kriterien für die Bezeichnung eines Staates als "Safe Country" sind
insbesondere die Einhaltung der Menschenrechte sowie die Anwendung internationaler
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Konventionen im Menschenrechts- und Flüchtlingsbereich. Es liegen auch sonst keine
Anhaltspunkte vor, dass das Strafverfahren in Mazedonien mit den hiesigen
Rechtsgrundsätzen nicht vereinbar sein soll, wie der Beschwerdeführer sinngemäss
vorbringen lässt.
3.3. Mit Blick auf das gefestigte Anwesenheitsrecht der Niederlassungsbewilligung wird
die Frage, ob die Fristverlängerung nach Art. 61 Abs. 2 AuG wegen deliktischen
Verhaltens des Beschwerdeführers zu verweigern ist, weiter von der
Interessenabwägung nach Art. 96 AuG abhängen (BGE 2A.308/2001 vom
15. November 2001 E. 5e). Bei dieser Ermessensausübung sind die öffentlichen
Interessen und die persönlichen Verhältnisse sowie die Integration des Ausländers zu
berücksichtigen. Dabei werden namentlich die Schwere des Verschuldens, die
Vorstrafen, die Dauer der Anwesenheit und die dem Betroffenen und seiner Familie
drohenden Nachteile zu beachten sein (BGE 2A.633/2006 vom 26. Januar 2007 E. 3.2).
4. Nach dem Gesagten erweist sich die Beschwerde insoweit als begründet, als
die Begründung des vorinstanzlichen Entscheids für die Verweigerung des Gesuchs
um Aufrechterhaltung der Niederlassungsbewilligung Art. 61 Abs. 2 AuG verletzt.
Stattdessen hätte der definitive Ausgang des in Mazedonien hängigen Strafverfahrens
abgewartet und das Gesuch um Aufrechterhaltung der Niederlassungsbewilligung
davon abhängig gemacht werden müssen, ob die ausgefällte Freiheitsstrafe von über
einem Jahr bestätigt werde. Alsdann hätte geprüft werden müssen, ob der
Weiterbestand der Niederlassungsbewilligung nach den gesamten Umständen
angemessen erscheine.
Die Angelegenheit ist deshalb gestützt auf Art. 64 Abs. 1 in Verbindung mit Art. 56
Abs. 2 VRP zur weiteren Abklärung des Sachverhalts, zur Neubeurteilung und zur
Entscheidung im Sinn der Erwägungen an das Ausländeramt zurückzuweisen. Bei den
nachzuholenden Abklärungen trifft den Beschwerdeführer – namentlich bei der
Beschaffung des mazedonischen Strafurteils betreffend "Gewalttätigkeiten" – eine
umfassende Mitwirkungspflicht (Art. 90 AuG).
5. Der Ausgang des Verfahrens entspricht einer teilweisen Gutheissung der
Beschwerde. Dementsprechend sind die amtlichen Kosten des Beschwerdeverfahrens
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je zur Hälfte dem Beschwerdeführer und dem Staat aufzuerlegen (Art. 95 Abs. 1 VRP).
Eine Entscheidgebühr von Fr. 2'000.-- ist angemessen (Art. 13 Ziff. 622
Gerichtskostentarif, sGS 941.12). Auf die Erhebung der Gebühr beim Gemeinwesen ist
zu verzichten (Art. 95 Abs. 3 VRP). Der Anteil des Beschwerdeführers ist mit dem
geleisteten Kostenvorschuss zu verrechnen. Der restliche Kostenvorschuss ist
zurückzuerstatten.
Ausseramtliche Kosten sind bei einer hälftigen Teilung der amtlichen Kosten nicht zu
entschädigen (Art. 98bis VRP, R. Hirt, Die Regelung der Kosten nach st. gallischem
Verwaltungsrechtspflegegesetz, Diss. St. Gallen 2004, S. 183).
Demnach hat das Verwaltungsgericht