# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 2247d16f-4843-4ccc-8496-81ea20840fec
**Court:** ZH_OG
**Chamber:** ZH_OG_001
**Year:** 2017
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

betreffend Ergänzung eines ausländischen Scheidungsurteils
Berufung gegen ein Urteil des Einzelgerichtes (5. Abteilung) des Bezirksge-
richtes Zürich vom 13. Dezember 2016; Proz. FP140001
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Rechtsbegehren:
Präzisiertes Rechtsbegehren der Klägerin anlässlich der  vom 27. Oktober 2016 (act. 126 S. 1):
"1. Es sei die Tochter C._, geb. tt.mm.2006, unter die alleinige elterliche Sorge der Klägerin zu stellen.
2. Es sei der Beklagte für berechtigt zu erklären, die Tochter C._ jeden zweiten Samstag von 10:00 Uhr bis 18:00 Uhr in D._ zu besuchen.
Der Beklagte sei zu verpflichten, C._ jeweils eine Woche vor den Besuchsterminen gemäss Abs. 1 sein Erscheinen per SMS zu bestätigen. Bleibt die Bestätigung aus, entfällt der .
3. Es sei die gesetzliche Teilung der Pensionskassenguthaben .
4. Es sei der Antrag auf Aufhebung der Unterhaltspflicht des  abzuweisen.
5. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (inkl. MWSt) zulasten des Beklagten.
6. Es sei der Antrag auf Anordnung einer psychologschen/ Begutachtung der Klägerin abzuweisen."
Präzisiertes Rechtsbegehren des Beklagten anlässlich der  vom 27. Oktober 2016 (act. 128 S. 1): "1. Die Obhut für die Tochter der Parteien, C._, sei auf den Be-
klagten zu übertragen; 1a. Die gemeinsame Tochter der Parteien, C._, sei unter die al-
leinige elterliche Sorge des Beklagten zu stellen; 2. Es sei ein begleitetes Besuchsrecht der Klägerin für jedes zweite
Wochenende festzulegen;
2a. Die Klägerin sei psychologisch/psychiatrisch begutachten zu ;
2b. Die ungefilterten Originalakten der KESB seien einzuholen und den Parteien zur Kenntnis zu bringen;
3. Die Rechtsbegehren der Klägerin seien abzuweisen,
3a. C._ sei zum jetzigen Zeitpunkt ausdrücklich nicht erneut ;
4. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der Klägerin."
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Urteil des Bezirksgerichtes Zürich vom 13. Dezember 2016: (act. 142 S. 27 ff.)
1. Das Kind C._, geboren am tt.mm 2006, wird unter die elterliche Sorge
der Klägerin gestellt.
2. Der Beklagte wird für berechtigt erklärt, die Tochter C._ jeden zweiten
Samstag von 10:00 Uhr bis 18:00 Uhr in D._ zu besuchen.
Der Beklagte wird verpflichtet, C._ jeweils eine Woche vor den Be-
suchsterminen gemäss Dispositiv Ziff. 2 Abs. 1 sein Erscheinen per SMS zu
bestätigen. Bleibt die Bestätigung aus, entfällt der Besuchstermin.
3. Der Beklagte wird für berechtigt erklärt, einmal wöchentlich für eine halbe
Stunde mit C._ zu skypen oder sonst telefonisch in Kontakt zu treten.
4. Die mit Entscheid vom 12. Juni 2008 eingesetzte Beistandschaft für C._
wird weitergeführt.
5. Der Antrag auf psychologische bzw. psychiatrische Begutachtung der Kläge-
rin wird abgewiesen.
6. Der Antrag auf Beizug der ungefilterten KESB Akten wird abgewiesen.
7. Der Antrag auf Platzierung eines Sozialarbeiters in der Wohnung der Kläge-
rin wird abgewiesen.
8. Es wird keine weitere Kinderanhörung von C._ durchgeführt.
9. Ab Rechtskraft des Scheidungsurteils ist der Beklagte infolge finanzieller
Leistungsunfähigkeit nicht mehr verpflichtet, Kinderunterhaltsbeiträge zu be-
zahlen.
10. Der Beklagte wird verpflichtet, die Klägerin über den Stand des Rentenver-
fahrens in Deutschland, über eine allfällige Aufnahme einer Erwerbstätigkeit
und über eine allfällige Bezahlung von Kinderrenten in der Schweiz und/oder
in Deutschland in Kenntnis zu setzen.
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11. Es wird keine Teilung des Pensionskassenguthabens durchgeführt.
12. Vom Rückzug des Antrages auf Herausgabe des Smartphones wird Vor-
merk genommen.
13. Die Entscheidgebühr wird auf Fr. 5'000.00 festgesetzt. Die Barauslagen
(Dolmetscherkosten) betragen Fr. 1'106.25.
14. Die Gerichtskosten werden den Parteien je zur Hälfte auferlegt, jedoch zu-
folge der bereits mit Verfügung vom 17. November 2015 gewährten unent-
geltlichen Rechtspflege einstweilen auf die Gerichtskasse genommen. Die
Parteien werden auf die Nachzahlungspflicht gemäss Art. 123 ZPO hinge-
wiesen.
15. Es werden keine Parteientschädigungen zugesprochen.
16. (Schriftliche Mitteilung)
17. (Rechtsmittel)
Berufungsanträge:
des Beklagten und Berufungsklägers (act. 139 S. 2 f.):
"1. Das Urteil des Bezirksgerichts Zürich vom 13.12.16, dortige Geschäfts-
Nr. FP140001-L/U, sei insoweit aufzuheben, als
- das Kind C._, geboren am tt.mm 2006, unter die alleinige elterliche
Sorge der Berufungsbeklagten gestellt wurde;
- der Antrag auf psychologische bzw. psychiatrische Begutachtung der Be-
rufungsbeklagten abgewiesen wurde;
- der Antrag auf Beizug der ungefilterten KESB Akten abgewiesen wurde;
- der Antrag auf Platzierung eines Sozialarbeiters in der Wohnung der Be-
rufungsbeklagten abgewiesen wurde;
- der Berufungskläger verpflichtet wurde, die Berufungsbeklagte über den
Stand des Rentenverfahrens in Deutschland, über eine allfällige Aufnah-
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me einer Erwerbstätigkeit und über eine allfällige Bezahlung von Kinder-
renten in der Schweiz und/oder in Deutschland in Kenntnis zu setzen;
- dem Berufungskläger die Gerichtskosten zur Hälfte auferlegt wurden;
- dem Berufungskläger keine Parteientschädigung zugesprochen wurde;
2. die gemeinsame Tochter C._ der Parteien sei unter die alleinige elterli-
che Sorge des Berufungsklägers zu stellen;
3. es sei ein begleitetes Besuchsrecht der Berufungsbeklagten für jedes zweite
Wochenende festzulegen;
4. die Berufungsbeklagte sei psychologisch/psychiatrisch begutachten zu las-
sen;
5. die ungefilterten Originalakten der KESB Zürich seien einzuholen und den
Parteien zur Kenntnis zu bringen.
6. eventualiter sei für den Fall, dass das Sorgerecht der Berufungsbeklagten
zugesprochen wird, ein Sozialarbeiter in der Wohnung der Berufungsbeklag-
ten zu platzieren;
7. subeventualiter sei die Sache zur Neubeurteilung der obigen Rechtsbegeh-
ren Ziff. 2.-6. an das Bezirksgericht Zürich zurückzuweisen
8. es sei dem Berufungskläger die unentgeltliche Rechtspflege/Rechtsverbei-
ständung zu bewilligen;
9. unter Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten der Berufungsbeklagten."
des Beklagten und Berufungsklägers auf vorsorgliche Massnahmen (act. 145 S. 2):
"1. die alleinige Obhut über die gemeinsame Tochter der Parteien C._,
geb. tt.mm.2006, sei per sofort auf den Berufungskläger zu übertragen;
2. unter Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten der Berufungsbeklagten."
der Klägerin und Berufungsbeklagten (act. 148 S. 2):
"1. Die Anträge des Beklagten und Berufungsklägers (fortan "Berufungskläger")
seien allesamt abzuweisen.
2. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (inkl. MwSt) seien dem Berufungs-
kläger aufzuerlegen."
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## Considerations

Erwägungen:
1. Streitgegenstand / Sachverhalt / Prozessgeschichte
Die Parteien heirateten im November 2004 in D._ und wurden mit Entscheid
des Amtsgerichts Waldshut-Tiengen vom 21. Dezember 2012 geschieden. Hin-
sichtlich der nicht beurteilten Scheidungsfolgen – insbesondere der Kinderbelan-
ge – machte B._ (fortan "Klägerin" genannt) am 7. Januar 2014 ein Verfah-
ren am Bezirksgericht Zürich rechtshängig. Das angerufene Gericht urteilte am
13. Dezember 2016 über die Ergänzung des Scheidungsurteils; dabei stellte es
unter anderem die gemeinsame Tochter C._, geboren am tt.mm 2006, unter
die elterliche Sorge der Klägerin und regelte das Kontaktrecht von A._ (fortan
"Beklagter" genannt). Mit seiner Berufung an die Kammer beantragt letzterer die
alleinige elterliche Sorge über seine Tochter. Die Klägerin schliesst auf Abwei-
sung der Berufung. Der massgebliche Sachverhalt und die Prozessgeschichte
präsentieren sich im Wesentlichen wie folgt:
1.1. Mit Schreiben vom 8. März 2008 wandte sich der Beklagte an die damalige
Vormundschaftsbehörde D._ (bis zum 31. Dezember 2012, danach KESB)
und erklärte, er habe zum eigenen Schutz die mit der Klägerin gemeinsam be-
wohnte eheliche Wohnung verlassen müssen, wobei er zum Schutz seiner Toch-
ter um angemessene Massnahmen ersuche (act. 55/1). Zwei Tage später wandte
sich die Klägerin mit einem Eheschutzbegehren an das zuständige Gericht (act.
3/2). Bereits im damaligen Eheschutzverfahren behaupteten beide Parteien, sie
selber seien für die Erziehung von C._ geeignet, während es der Gegenseite
an den Fähigkeiten zur Betreuung des Kindes mangle (act. 3/2 S. 8). Die Ehe-
schutzrichterin attestierte in der Folge beiden Parteien die Fähigkeit, die Obhut
über ihre Tochter inne zu haben, wobei sie aufgrund der bisherigen Rollenvertei-
lung die Obhut über C._ mit Verfügung vom 12. Juni 2008 der Klägerin zu-
teilte, zugleich eine Beistandschaft nach Art. 308 Abs. 1 und 2 ZGB errichtete so-
wie das Besuchsrecht und die Unterhaltspflicht des Beklagten regelte; dessen
Besuchsrecht wurde vom Bezug einer eigenen Wohnung abhängig gemacht
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(act. 3/2 S. 35 f.). Am 14. August 2008 setzte die Vormundschaftsbehörde
D._ Z._ zur Beiständin ein.
1.2. Mit Verfügung vom 6. Februar 2009 wies der Eheschutzrichter des Be-
zirksgerichts Zürich das Gesuch des Beklagten auf Umteilung der elterlichen Ob-
hut, Begutachtung der Erziehungsfähigkeit der Klägerin sowie Reduktion der Un-
terhaltsbeiträge ab (act. 3/3 S. 17). Auf Rekurs des Beklagten hin vereinbarten die
Parteien am 14. Juli 2009 unter Mitwirkung des Obergerichts eine modifizierte Un-
terhaltsregelung (vgl. act. 3/4 S. 8).
1.3. Am 15. August 2009 stellte der Beklagte bei der Vormundschaftsbehörde
erneut einen Antrag auf Umteilung der Obhut, unter Auflistung chronologischer
Verfehlungen der Klägerin in den vergangenen Jahren. Es sei nicht mehr hin-
nehmbar, wie C._ misshandelt und von ihm entfremdet werde (act. 55/41).
Zwei Wochen später zog er diesen Antrag zurück, da ein Besuch seiner Eltern mit
C._ geklappt und ein Gespräch mit der Klägerin Hoffnung für eine reibungs-
losere Zukunft geweckt habe (act. 55/49). Am 13. September 2009 wiederum er-
neuerte er den Antrag, es sei der Klägerin die Obhut für C._ zu entziehen, da
es inzwischen völlig offensichtlich sei, dass ein regelmässiger Kontakt zwischen
ihm und der Tochter nicht zustande kommen werde (act. 55/51). Am 27. Oktober
2009 (act. 55/56) und 2. März 2010 (act. 55/67) fanden teilweise klärende Ge-
spräche der Parteien statt. Am 12. Juli 2010 stellte die Beiständin von C._
den Antrag, dass die Beistandschaft aufzuheben sei, im Wesentlichen mit der Be-
gründung, dass das Amt dem Beklagten einzig als Plattform zum Agieren und Ab-
schieben von Verantwortung diene (act. 55/69). Diesen Antrag zog sie am
21. September 2010 wieder zurück (act. 55/75).
1.4. Am 10. August 2010 machte der inzwischen in E._ [Ortschaft in
Deutschland] angemeldete Beklagte (vgl. act. 55/72 und 84) beim Amtsgericht
Waldshut-Tiengen eine Scheidungsklage anhängig, mit welcher er auch das allei-
nige Sorgerecht für C._ mit der Begründung beantragte (vgl. act. 55/71 und
act. 55/80/3), dass ihr ansonsten eine Beschneidung und eine Malariainfektion
drohe und die Klägerin zur Sorge nicht geeignet sei. Die Klägerin weigerte sich,
dem Beklagten C._ nach Deutschland für das Besuchsrecht mitzugeben, aus
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Angst, er werde sie ihr entziehen; der Beklagte monierte unter Verantwortlichma-
chung der Behörden, dass sein Umgangsrecht vereitelt werde (act. 55/73 f.; vgl.
auch act. 55/111). In diesem Zusammenhang richtete er auch Beschwerden an
den Stadt- und den Bezirksrat (act. 55/90 und 93). Mit Beschluss vom 3. Novem-
ber 2010 trat die Vormundschaftsbehörde im Wesentlichen auf den Antrag des
Beklagten auf Obhutsumteilung nicht ein und wies die Klägerin unter Androhung
von Art. 292 StGB an, das gerichtlich eingeräumte Besuchsrecht zu gewährleisten
(act. 55/113). Wenige Tage darauf unterstellten die Parteien sich gegenseitig
Drohungen betreffend den Umgang mit C._ (act. 55/118 f.). Am 10. Dezem-
ber 2010 schrieb der Bezirksrat die Beschwerde ab (act. 55/134). Am 23. Dezem-
ber 2010 machte schliesslich die Klägerin eine Scheidungsklage am Bezirksge-
richt Zürich rechtshängig, welche in der Folge zufolge der früheren Litispendenz
des Verfahrens in Deutschland sistiert wurde (vgl. act. 55/358).
1.5. In der Folge wurden die Verlautbarungen des Beklagten der Vormund-
schaftsbehörde gegenüber immer wertender und waren zudem häufig von ehrver-
letzenden Elementen durchsetzt: "schwarzafrikanischen kriminellen Ex"
(act. 55/143); "hiermit mahne ich Sie ab, die falschen Behauptungen und Tatsa-
chenverdrehungen, die Sie und Beiständin Z._ in den oben genannten Be-
schlüssen getroffen haben..." (act. 55/144); "Nigerianische Unterhaltsnutte", "for-
dere ich Sie auf, der kriminellen Mutter die Obhut über unsere Tochter zu entzie-
hen. Wenn Sie dem trotz ärztlichem Attest wieder nicht nachkommen, werde ich
gegen Sie, Frau F._, und gegen die völlig parteiisch agierende und überfor-
derte Beiständin Z._ ebenfalls Strafanzeige wegen Beihilfe zur Misshandlung
meiner Tochter stellen." (act. 55/145); "Dreckbehörde" (act. 55/146); "Lügen-
pamphlete" (act. 55/153). Er stellte einen neuen Antrag auf Obhutsentzug, da der
Kinderarzt eine Rötung von C._s Scheide festgestellt habe, die von der Klä-
gerin stamme, wobei sie die Verletzung ihm, dem Beklagten, habe anhängen wol-
len (act. 55/145 und 157). Diesbezüglich erhob er in Deutschland eine Strafanzei-
ge (act. 55/165). In diesem Zusammenhang wurde die Klägerin von der Kantons-
polizei Zürich am 17. Mai 2011 einvernommen (act. 55/171 f.; das Verfahren ge-
gen die Klägerin wurde am 21. September 2011 eingestellt; act. 55/275 und
55/290). Am 1. Juli 2011 erstattete der Beklagte sodann Strafanzeige gegen die
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Eheschutzrichterin wegen Rechtsbeugung, Prozessmanipulation, Beihilfe zur
Kindsentführung und Kindsmisshandlung sowie weiteren Vorwürfen (act. 55/176).
Mit Beschluss vom 28. Juli 2011 wies die Vormundschaftsbehörde den Antrag
des Beklagten auf Obhutsentzug ab, da keine Hinweise auf eine massive Kinds-
wohlgefährdung vorlägen (act. 55/191). Der Beklagte wandte sich in diesem Zu-
sammenhang auch mehrfach an den Bezirksrat Zürich (vgl. act. 55/194 ff.). Der
Bezirksrat trat mit Beschluss vom 13. Oktober 2011 nicht auf die Beschwerde des
Beklagten ein (act. 55/200).
1.6. Der Beklagte erhob daraufhin eine Berufung an die erkennende Kammer
(act. 55/208). Im Beschluss vom 15. November 2011 wurde erwogen, dass der
Beklagte nicht mit Vorwürfen an die Adresse der Klägerin geize, die einen Bogen
von tätlichen Angriffen im ehelichen Wohnbereich auf ihn, über Visabetrug, La-
dendiebstahl, Falschaussage vor Gericht, Drohung mit dem Tode, bis hin zum
Einflössen von "Wundermitteln in unsere Tochter", Kindsmissbrauch und
"Kindsentführung mit schwerem Unfall und verweigerter medizinischer Hilfe"
spannen würden. Die Kammer trat zufolge Fristversäumnis nicht auf das Rechts-
mittel ein (act. 55/209). Mit Verfügung der Vormundschaftsbehörde vom 29. De-
zember 2011 wurde das Besuchsrecht des Beklagten einstweilen sistiert, auf-
grund diffuser und beunruhigender Aussagen seinerseits, welche die Behörde als
kindswohlgefährdend einstufte (act. 55/214). Gleichentags konnte die Situation
indes geklärt werden und C._ ihr Silvesterbesuchsrecht beim Beklagten
wahrnehmen (act. 55/218). In der Folge drängte der Beklagte auf unbegleitete
Flüge C._s von Zürich nach G._ [Ortschaft in Deutschland] zur Wahrung
seines Kontaktrechts, was von der Vormundschaftsbehörde als derzeit noch nicht
zumutbar erachtet wurde (vgl. act. 55/219-223). Er selber hielt sich ab März 2012
zeitweise auch in Bangkok auf (act. 55/276).
1.7. Mit Beschluss vom 15. Mai 2012 trat das Amtsgericht Waldshut-Tiengen in
der Scheidung der Parteien auf die Kinderbelange nicht ein (act. 55/243). Ende
Mai 2012 wurde die Klägerin von der Kantonspolizei Zürich verhaftet, mit dem
Vermerk, sie habe einen Tötungsversuch (Würgen) gegenüber ihrem neuen Le-
benspartner H._ verübt (act. 55/225 ff.). In der Folge wurden C._ und ih-
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re beiden jüngeren Halbgeschwister (gemeinsame Kinder mit H._, wobei ei-
ne Klärung der Vaterschaft teils erst später erfolgte) mit Verfügung vom 1. Juni
2012 unter Aufhebung der elterlichen Obhut superprovisorisch fremdplatziert
(act. 55/231). Gleichentags wurde die Klägerin unter Anordnung von Ersatzmass-
nahmen in der wegen Gefährdung des Lebens geführten Untersuchung aus der
Untersuchungshaft entlassen (act. 55/238). Mit Schreiben vom 14. Juni 2012 be-
antragte der Beklagte bei der Vormundschaftsbehörde die Übertragung der Obhut
über C._ an sich (act. 55/256). Tags zuvor hatte er sich mit dem gleichen An-
trag auch an die deutschen Gerichte gewandt (act. 55/261). Am 8. Juli 2012
machte er zudem eine Rechtverweigerungsbeschwerde beim Bezirksrat Zürich
anhängig (act. 55/263; am 13. September 2012 erging ein Nichteintretensent-
scheid; act. 55/283). Ferner trug er seine Anliegen auch Bundesrätin Sommaruga
wie folgt vor (act. 55/270): "Können Sie erklären, warum, diese Kriminellen aus
D._, mir meine Tochter und dem neuen Partner meiner durchgedrehten Ex-
Gattin seine Kinder wegnehmen (siehe Bescheid in der Anlage)?". Nach Anhö-
rung der Parteien bestätigte die Vormundschaftsbehörde mit Beschluss vom
23. August 2012 den Obhutsentzug, bzw. die Fremdplatzierung C._s
(act. 55/282). Auf die dagegen erhobene Beschwerde des Beklagten trat der Be-
zirksrat nicht ein (act. 55/305).
1.8. Der Beklagte blieb auch in der Folge in stetem Kontakt mit den Behörden
und rügte die ihm nicht gewährte Einsicht in die Krankenkassenakten seiner
Tochter, die Haltung und den Umgang des Personals des Heims – in welchem
C._ platziert war – sowie ähnliches mehr (vgl. act. 55/292 ff.). Die Klägerin
versöhnte sich mit ihrem Partner H._; anlässlich einer Anhörung bei der
Vormundschaftsbehörde vom 5. Oktober 2012 wurde den beiden aufgezeigt, un-
ter welchen Voraussetzungen eine Rückübertragung der Obhut angedacht wer-
den könne (act. 55/302). Ab November 2012 kam es zur schrittweisen Rückplat-
zierung C._s zur Klägerin (act. 55/308/2). Im Dezember 2012 regte der Be-
klagte erneut einen Flug C._s (mit Begleitpersonen seitens der Fluggesell-
schaft) nach G._ an; sowohl die Vormundschaftsbehörde wie auch C._
konnten für diese Idee gewonnen werden, nicht aber die Klägerin (vgl. act.
55/307-316). Am 21. Dezember 2012 wurde die Ehe der Parteien vom Amtsge-
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richt Waldshut-Tiengen geschieden, wobei der Klägerin kein nachehelicher Un-
terhalt zugesprochen wurde (act. 3/6).
1.9. Nach einer "Krise" zwischen der Klägerin und H._ auf Grund finanziel-
ler Probleme und einer Intervention der Familienbegleiterin schob die Beiständin
C._s den geplanten Antrag auf Aufhebung des Obhutsentzuges auf einen
späteren Zeitpunkt (act. 55/324). Der Beklagte stellte sich dezidiert gegen eine
Rückplatzierung (act. 55/326 f.). Nach Abklärungen (KOFA; act. 55/340) und
durchgeführten Therapien kam es am 2. April 2013 zum Antrag der Beiständin um
Aufhebung des Obhutsentzugs (act. 55/333). Der Beklagte hielt dafür, es sei nicht
an der KESB, sondern am Bezirksgericht Zürich, im bislang sistierten Schei-
dungsverfahren über die Obhut zu entscheiden. Dort habe er seine Anträge ein-
gereicht. Im Übrigen biete die Klägerin keine Gewähr für eine ordentliche Erzie-
hung C._s (act. 55/341). Mit Beschluss vom 4. Juni 2013 hob die KESB den
Obhutsentzug auf und wies die Anträge des Beklagten ab und nahm Vormerk da-
von, dass C._ am 30. November 2012 nach Hause zurück gekehrt sei
(act. 55/343). Mit Verfügung vom 7. Juni 2013 nahm das Bezirksgericht Zürich
das sistierte Scheidungsverfahren wieder auf und trat gleichentags auf die Klage
nicht ein (act. 5/358).
1.10. Mit Schreiben vom 21. Juni 2013 brachte der Beklagte der KESB zur
Kenntnis, dass die Klägerin ihm seit Monaten das Kontaktrecht zu C._ ver-
weigere oder an unzumutbare Bedingungen knüpfe (act. 55/345). Da die KESB
bis zum 21. August 2013 noch nicht reagiert hatte, beschwerte sich der Beklagte
wegen Rechtsverweigerung beim Bezirksrat (act. 55/355). Die Beschwerde wurde
vom Bezirksrat Zürich mit Urteil vom 7. November 2013 abgewiesen (act. 55/362;
und von der Kammer mit Urteil vom 19. Dezember 2013 mit einer neuen Begrün-
dung gestützt; act. 55/384). Am 14. November 2013 erhob der Beklagte Strafan-
zeige gegen die Beiständin von C._ und ein Behördenmitglied der KESB und
verwies ferner darauf, dass er verschiedene Seiten im Internet eingerichtet habe
um die Misshandlungen an seiner Tochter zu dokumentieren. Die Misshandlun-
gen seien so massiv, dass er den Schritt in die Öffentlichkeit nicht mehr scheue
(act. 55/365; vgl. auch act. 55/383 und 413; www.I._.de). Zankapfel der Par-
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teien in dieser Phase blieb nach wie vor das Kontaktrecht. Der Beklagte forderte
unbegleitete Besuche ein, wie sie ihm zustünden, die Klägerin fürchtete um das
Wohl C._s, wenn nicht wenigstens die Grossmutter väterlicherseits anwe-
send sei (act. 55/366 ff.). Am 22. November 2013 nahm der Beklagte bei der
KESB Einsicht in das Aktendossier von C._ (act. 55/371). Am 25. November
2013 drohte er dem zuständigen Behördenmitglied "offen mit Strafverfolgung",
sollte ihm das Kontaktrecht mit der Tochter verweigert werden (act. 55/372).
1.11. Die KESB erklärte den Beklagten mit Beschluss vom 23. Dezember 2013
für berechtigt, seine Tochter einstweilen an zwei Tagen im Monat begleitet besu-
chen zu können (act. 55/385 S. 3). Mit Eingabe vom 7. Januar 2014 machte
schliesslich die Klägerin das dem vorliegenden Verfahren zugrundeliegende erst-
instanzliche Verfahren auf Ergänzung des Scheidungsurteils anhängig (act. 1).
Für die erstinstanzliche Prozessgeschichte sei im Wesentlichen auf den ange-
fochtenen Entscheid verwiesen (act. 142 S. 4 ff.).
1.12. Der Beklagte beschwerte sich am Bundesgericht gegen den Beschluss der
Kammer vom 19. Dezember 2013 und führte ebenso Beschwerde gegen den Be-
schluss der KESB an den Bezirksrat (act. 55/389-402). Zugleich wandte er sich
auch ans Migrationsamt mit dem Ersuchen, es sei C._ das Aufenthaltsrecht
in der Schweiz zu entziehen, damit der Kontakt mit der Verwandtschaft in
Deutschland aufrecht erhalten werden könne (act. 55/403). Der Bezirksrat wies
die Beschwerde des Beklagten mit Urteil vom 13. März 2014 ab, soweit es auf
das Rechtsmittel überhaupt eintrat (act. 55/405). Auch dagegen führte der Beklag-
te Beschwerde an die Kammer; mit Beschluss vom 22. Dezember 2014 wurde da-
rauf nicht eingetreten (act. 55/451). Mit Datum vom 17. April 2014 hiess das Bun-
desgericht die Beschwerde des Beklagten gegen den Beschluss der Kammer
vom 19. Dezember 2013 insofern gut, als es festhielt, dass das deutsche Schei-
dungsurteil nur unvollständig ergangen sei, weshalb die am 12. Juni 2008 ge-
troffene Besuchsrechtsregelung nach wie vor Bestand habe (act. 55/423). Die
Kammer erwog nach der Rückweisung mit Urteil vom 14. Mai 2014, dass der
KESB weder eine Rechtsverweigerung im Sinne eines ungerechtfertigten Nichttä-
tigwerdens noch eine unangemessen lange Verzögerung des Tätigwerdens vor-
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geworfen werden könne und wies die Beschwerde aus diesem Grund ab
(act. 55/427). Auf die vom Beklagten dagegen erhobene Beschwerde ans Bun-
desgericht wurde mit Urteil vom 18. November 2014 nicht eingetreten
(act. 55/448). Kurz davor hatte die Vorinstanz mit Verfügung vom 14. Oktober
2014 im Rahmen von vorsorglichen Massnahmen das Kontaktrecht des Beklag-
ten zu C._ wie folgt modifiziert (act. 37): Zunächst vier Besuche im Rahmen
eines begleiteten Besuchstreffs, hernach Besuche an einem oder zwei Tagen
(ohne Übernachtung) pro Monat unbegleitet in der Schweiz für insgesamt 9 Stun-
den pro Monat. Am 20. Januar 2015 teilte der Beklagte der Beiständin von
C._ mit, dass er aufgrund der vorgegebenen Rahmenbedingungen das Be-
suchsrecht zu C._ nicht werde wahrnehmen können (act. 55/454). Am 28.
Januar 2015 beurteilte die Kammer die Berufung des Beklagten gegen den Ent-
scheid betreffend vorsorgliche Massnahmen und bestätigte die Vorinstanz (act.
47). Das Bundesgericht trat am 18. Februar 2015 auf die dagegen erhobene Be-
schwerde nicht ein (act. 48). In der Folge zog die Vorinstanz die komplette Ver-
fahrenshistorie von C._ bei deren Krankenkasse bei und nahm auch die
kompletten Unterlagen der KESB in Kopie zu den Akten (act. 53/1-2 und 55/1-
454).
1.13. Zwar konnten sich die Parteien unter Mitwirkung der Vorinstanz am 1. De-
zember 2015 auf eine einstweilige Regelung und Ausdehnung des persönlichen
Verkehrs des Beklagten zu C._ einigen (vgl. act. 86), doch bereits der erste
am 12. Dezember 2015 vorgesehene Besuch bot Anlass zu neuen Streitereien
und fand nicht statt (act. 89 ff.). Mit Verfügung vom 20. Juni 2016 wies die Vo-
rinstanz den Antrag des Beklagten auf "ungefilterten" Beizug der Akten der KESB
ab, forderte ihn auf, aktuelle Anhaltspunkte für eine Begutachtung der Klägerin zu
nennen und hielt fest, dass C._ bis auf weiteres nicht angehört werde (act.
114). Gegen diesen Entscheid führte der Beklagte wiederum Beschwerde ans
Obergericht; mit Beschluss vom 12. August 2016 wurde auf das Rechtsmittel
nicht eingetreten (act. 119). Nachdem am 19. August 2016 auch das Bundesge-
richt in diesem Sinne entschieden hatte (act. 123), lud die Vorinstanz auf den 27.
Oktober 2016 zur Hauptverhandlung vor (act. 124). Am 13. Dezember 2016 fällte
die Vor-instanz schliesslich das angefochtene Urteil (act. 133 = 143).
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1.14. Am 31. Januar 2017 (Datum Poststempel) führte der Beklagte gegen die-
sen Entscheid Berufung mit den eingangs wiedergegebenen Anträgen (act. 139).
Bereits am 18. Januar 2017 hatte der Beklagte bei der Vorinstanz um Erlass vor-
sorglicher Massnahmen auf Umteilung der elterlichen Obhut ersucht. Das Be-
zirksgericht Zürich legte ein neues Verfahren an, erwog, dass das Urteil vom
13. Dezember 2016 noch nicht rechtskräftig sei und die geltend gemachte Umtei-
lung auf dem Wege der Berufung hätte geltend gemacht werden müssen und trat
infolgedessen mit Verfügung vom 24. Januar 2017 auf das Begehren nicht ein;
auch gegen diesen Entscheid erhob der Kläger am 2. Februar 2017 Berufung mit
einem Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege und einem Antrag auf Erlass su-
perprovisorischer bzw. vorsorglicher Massnahmen (vgl. Proz. Nr. LC170009-O/U).
Am 17. Februar 2017 machte der Beklagte seine Massnahmeanträge gleichlau-
tend im vorliegenden Berufungsverfahren anhängig (act. 145; vgl. die eingangs
erwähnten Anträge auf superprovisorische bzw. vorsorgliche Massnahmen); am
22. Februar 2017 wurde das superprovisorische Massnahmebegehren abgewie-
sen und der Klägerin Frist zur Beantwortung des Gesuchs um vorsorgliche Mass-
nahmen angesetzt (act. 146). Mit Beschluss vom 24. Februar 2017 schrieb die
Kammer ferner das zweite Berufungsverfahren der Parteien zufolge Gegen-
standslosigkeit als erledigt ab.
1.15. Die vorinstanzlichen Akten sind beigezogen (act. 1-137). Die Klägerin er-
stattete am 3. März 2017 ihre Berufungsantwort und beantwortete zugleich das
Gesuch um vorsorgliche Massnahmen (act. 148). Der Beklagte liess sich dazu mit
Schreiben vom 17. März 2017 vernehmen (act. 153). Das Verfahren ist spruchreif.
2. Berufungsvoraussetzungen
2.1. Erstinstanzliche Urteile mit denen eine Ehe geschieden oder wie vorlie-
gend ein Scheidungsurteil ergänzt wird, sind gemäss Art. 308 Abs. 1 lit. a ZPO mit
Berufung anfechtbar. Mit der Berufung ist dem Berufungsgericht vorab darzutun,
wie es nach Auffassung der Partei, die Berufung erhebt, in der Sache zu ent-
scheiden hat (sog. Antragserfordernis). Weiter sind eine unrichtige Feststellung
des Sachverhaltes durch die Vorinstanz und/oder eine unrichtige Rechtsanwen-
dung der Vorinstanz geltend zu machen (Art. 310 ZPO). Gemäss Art. 311 Abs. 1
- 15 -
ZPO sind die entsprechenden Beanstandungen von der Berufung führenden Par-
tei in der Berufungsschrift einzeln vorzutragen und zu begründen (Begründungs-
last; vgl. dazu BGE 138 III 375 oder OGer ZH, Urteil LB110049 vom 5. März
2012, E. 1.1 und E. 1.2, je mit Verweisen). Fehlt es an einem Antrag oder an einer
Begründung, ist auf die Berufung nicht einzutreten. Ist auf die Berufung einzutre-
ten, so sind neue Tatsachen und Beweismittel gemäss Art. 317 Abs. 1 ZPO dann
noch ausnahmsweise zu berücksichtigen, wenn sie ohne Verzug vorgebracht
werden und trotz zumutbarer Sorgfalt nicht schon vor der ersten Instanz hatten
vorgebracht werden können (vgl. dazu BGE 138 III 625). Im Übrigen gilt Art. 57
ZPO.
2.2. Das angefochtene Urteil vom 13. Dezember 2016 ist ein anfechtbarer Ent-
scheid im Sinne des Art. 308 Abs. 1 lit. a ZPO. Der Beklagte hat seine Berufung
im Wesentlichen mit Noven begründet und verlangt von der Kammer zur Haupt-
sache, es sei das angefochtene Urteil aufzuheben und ihm die alleinige elterliche
Sorge zuzuteilen (act. 139 S. 2). Einem Eintreten auf die rechtzeitig eingereichte
(vgl. act. 135) Berufung steht nichts entgegen und sie ist in der Sache näher zu
prüfen.
2.3. Dispositiv-Ziffer 11 (Teilung der Austrittsleistungen der beruflichen Vorsor-
ge) des vorinstanzlichen Entscheids blieb unangefochten und ist demnach in
Rechtskraft erwachsen; davon ist Vormerk zu nehmen.
3. Vorsorgliche Massnahmen im Berufungsverfahren
3.1. Der Beklagte beantragt im vorliegenden Berufungsverfahren die umgehen-
de Übertragung der Obhut über C._ von der Klägerin auf ihn alleine (act. 145
S. 2).
3.2. Über vorsorgliche Massnahmen ist im summarischen Verfahren zu ent-
scheiden (Art. 276 i.V.m. Art. 271 lit. a ZPO). Es soll in einem raschen Verfahren
– ohne Anspruch auf abschliessende Beurteilung – eine vorläufige Friedensord-
nung hergestellt werden. Die entscheidrelevanten tatsächlichen Verhältnisse sind
daher lediglich glaubhaft zu machen (vgl. statt vieler, etwa FamKomm Scheidung-
- 16 -
LEUENBERGER, 2. Aufl. 2011, Anh. ZPO Art. 276 N 1 und 17). Das Gericht muss
somit nicht von der Richtigkeit einer Behauptung überzeugt sein, es reicht aus,
dass aufgrund objektiver Anhaltspunkte eine gewisse Wahrscheinlichkeit für das
Bestehen der fraglichen Tatsachen spricht. Dabei ist analog zu Art. 8 ZGB eine
"Glaubhaftmachungslast" derjenigen Partei zu beachten, welche aus einer be-
haupteten Tatsache Rechte ableitet (BGer 5A_117/2010 vom 5. März 2010
Erw. 3.3). Gemäss Art. 296 ZPO gelten in Bezug auf Kinderbelange in familien-
rechtlichen Angelegenheiten der Untersuchungsgrundsatz und die Offizialmaxi-
me: Das Gericht erforscht den Sachverhalt von Amtes wegen und entscheidet
ohne Bindung an die Parteianträge. Dies ändert indes nichts an der geschilderten
summarischen Natur des Verfahrens und an den Mitwirkungspflichten der Partei-
en bei der Feststellung des entscheidrelevanten Sachverhalts (BK ZPO-SPYCHER,
Art. 296 N 7).
3.3. Richtschnur für den gerichtlichen Entscheid ist das Kindeswohl (vgl.
Art. 298 Abs. 1 ZGB). Thematisch ist der Antrag des Beklagten bei der vorliegen-
den Ausgangslage im Gesetz teilweise von Art. 310 Abs. 1 ZGB erfasst, wonach
die Behörde den Eltern ein Kind wegzunehmen hat, so der Gefährdung nicht an-
ders begegnet und es zudem angemessen untergebracht werden kann. Ange-
sichts der konstanten langjährigen Verhältnisse setzt eine Neureglung der Obhut
also eine Gefährdung des Kindeswohls bei der Klägerin voraus, wobei das neue
Umfeld (Obhut des Beklagten) C._ und ihren Bedürfnissen angemessen zu
sein hat.
3.3.1. Der Beklagte schilderte eine erhebliche Auseinandersetzung vom 21. No-
vember 2016 zwischen der Klägerin und ihrem Ehemann H._, bei der
C._ zugegen war und untermauert dieses zulässige Novum (vgl. act. 141/2)
mit Unterlagen der Ermittlungsbehörde (act. 141/3-9), womit eine Gefährdung des
Kindswohls von C._ bei der Klägerin ohne weiteres im Raum steht. Die
KESB hat das Sozialzentrum J._ mit der genaueren Abklärung beauftragt.
Nach dem Kenntnisstand der Klägerin ist die Untersuchung noch nicht abge-
schlossen. Sie habe sich unverzüglich vom Ehemann getrennt, womit sicherge-
- 17 -
stellt sei, dass sich derartige Ereignisse nicht wiederholen würden (act. 148 S. 3
f.).
3.3.2. Inwiefern der Beklagte selber in der Lage ist, das Kindeswohl C._s si-
cherzustellen, legt er in der Gesuchsbegründung nicht dar (act. 139). Wohl ist es
so, dass die Eheschutzrichterin im Jahr 2008 die Fähigkeit des Beklagten, die
Obhut über seine Tochter innezuhaben, als gegeben erachtete und auch den Ak-
ten etliche dahingehende Anhaltspunkte zu entnehmen sind. Gleichwohl drängen
sich erhebliche Vorbehalte auf, wie die Klägerin in ihrer Gesuchsantwort zurecht
dartat (act. 148 S. 4 f.). Die nunmehr eingetretene Erwerbsunfähigkeit und die gel-
tend gemachten gesundheitlichen Symptome stellen die Betreuungsfähigkeit des
Beklagten in Frage. Die Vorinstanz hielt im angefochtenen Entscheid dazu fest,
dass der Beklagte gewisse Leiden habe, welche für die Betreuungsfähigkeit nicht
gerade förderlich seien (act. 142 S. 13). In der Stellungnahme zum Gesuch erwi-
derte der Beklagte dazu einzig, die Ausführungen der Klägerin seien inhaltlich ab-
surd und geradezu eine Unverschämtheit (act. 153 S. 3). Eine gefestigte Vater-
Tochter Beziehung besteht sodann nicht, ohne dass die Hintergründe im Mass-
nahmeentscheid näher geklärt werden müssten. Es kommt hinzu, dass auch
C._ diesen Umstand in den bisherigen Anhörungen zum Ausdruck brachte
und darüber hinaus zu erkennen gab, dass sie nicht beim Beklagten leben wolle
(act. 78 S. 3 f. und 111 S. 3). Zu beachten ist ferner, dass C._ bei einer Um-
teilung der Obhut ihr gewohntes, langjähriges Umfeld in Richtung G._ ver-
lassen müsste. Den Akten lässt sich im Rahmen einer summarischen Prüfung
ferner eine nur sehr geringe Bindungstoleranz des Beklagten entnehmen.
Schliesslich kommt dem agitatorisch wirkenden Gebaren im Umgang mit den Be-
hörden inzwischen auch eine Qualität zu, welche die Erziehungsfähigkeit des Be-
klagten in Frage stellt (vgl. dazu E. 1.5. ff.). Gleiches gilt für die Publikationen des
Beklagten im Internet (z.B. www.I._.de), seine Bestrebungen zum Entzug der
Aufenthaltsbewilligung C._s in der Schweiz (vgl. E. 1.12.) und die zahlreich
eingeleiteten Strafverfahren.
3.4. Da mit Blick auf das Kindswohl stete Umplatzierungen möglichst zu ver-
meiden und kontinuierliche Verhältnisse anzustreben sind, zum jetzigen Zeitpunkt
- 18 -
indes weder der Umfang der Gefährdung C._s in der Obhut der Klägerin
noch die Geeignetheit des Beklagten zur Übernahme der Betreuung zureichend
geklärt sind und zudem dem Schreiben der KESB – die von Gesetzes wegen
auch in hängigen gerichtlichen Verfahren befugt ist, sofort notwendige Massnah-
men anzuordnen (Art. 315a Abs. 3 Ziff. 2 ZGB) – vom 10. Januar 2017 zu ent-
nehmen ist, dass derzeit keine akute Gefährdung C._s im Haushalt der Klä-
gerin besteht (vgl. act. 141/2), ist das Massnahmebegehren des Beklagten abzu-
weisen.
4. Elterliche Sorge
4.1. Die Vorinstanz erwog im Wesentlichen, dass die Beziehung zwischen den
Parteien aufgrund des Dauerkonflikts derart verfahren sei, dass sie nicht mehr
miteinander kommunizierten und eine Einigung über die wesentlichen Fragen der
Erziehung nicht möglich sei. Erschwert durch die geographische Distanz der Par-
teien komme eine gemeinsame elterliche Sorge nicht in Frage. Der Faktor der
Stabilität und Konstanz sei zu Gunsten der Klägerin zu gewichten. Eine Zuteilung
der elterlichen Sorge an den Beklagten habe bei einer Kindeswohlgefährdung
durch die Klägerin zu erfolgen. Ein allfällig fragwürdiges Verhalten der Klägerin in
der Vergangenheit sei nicht mehr von Bedeutung, es sei auf die aktuellen Ver-
hältnisse abzustellen, wobei es im letzten Jahr keine Anhaltspunkte für eine Ge-
fährdung der Tochter gegeben habe. Auch die Kinderanhörungen hätten gezeigt,
dass sich die Tochter bei der Klägerin wohlfühle und sich entfalten könne. Die
Klägerin führe ein geordnetes Leben und gehe einer Erwerbstätigkeit nach, wo-
hingegen der Beklagte gewisse Leiden habe, die der Betreuungsfähigkeit nicht
gerade förderlich seien. Es rechtfertige sich deshalb, C._ unter die alleinige
elterliche Sorge der Klägerin zu stellen (act. 142 S. 12 ff.).
4.2. Mit der Berufungsbegründung hielt der Beklagte im Wesentlichen dafür,
dass es zwischen der Klägerin und ihrem jetzigen Ehemann am 21. November
2016 zu einem Gewaltvorfall gekommen sei. Der Ehemann habe im Strafverfah-
ren ausgesagt, dass C._ von der Klägerin manipuliert und instruiert worden
sei, dass Streitereien mit der Klägerin regelmässig ausarten würden und sie plötz-
lich ausrasten könne. Ferner habe er mehrmals ausgesagt, dass die Klägerin lü-
- 19 -
ge. Genau dieses Bild habe auch er selber während des Zusammenlebens von
der Klägerin gewonnen. Durch diese Situation sei das Kindswohl zweifellos ge-
fährdet. Damit seien aber auch die Akten der KESB für die heutige Lebenssituati-
on von C._ relevant. Die Klägerin sei mehrmals, in absoluter Regelmässig-
keit mit Gewaltvorfällen auffällig geworden. Es dränge sich daher auch eine Be-
gutachtung der Klägerin auf. Sie könne der Verantwortung der elterlichen Sorge
ohnehin nicht gerecht werden. Die Vorinstanz habe sich sodann nicht erkennbar
mit seinen Behauptungen und Beweismitteln auseinandergesetzt, wonach die
Klägerin den Kontakt von C._ zu ihm vereitelt und C._ manipuliert habe.
Er selber biete die Gewähr, dass sich C._ gut und altersgerecht entwickeln
könne, keinen Manipulationen und Gefahren für ihr Leib und Leben ausgesetzt sei
und die Chance auf eine sichere und gute Zukunft habe (act. 139 S. 3 ff.).
4.3. Die Klägerin hielt mit der Berufungsantwort dagegen, dass es unbestritte-
nermassen im November 2016 zu einem Vorfall häuslicher Gewalt gekommen
sei. Ihre Handlungen seien indes einzig in Notwehr erfolgt. Es handle sich um ein
Einzelereignis. Da sie sich von ihrem Mann getrennt habe und eine Wiederauf-
nahme der Beziehung unvorstellbar sei, sei sichergestellt, dass die Kinder nie
mehr Zeugen derartiger Ereignisse sein würden. Die Aussagen von Herrn
H._, dass sie lüge und C._ manipuliere seien offensichtliche Schutzbe-
hauptungen. Gleichermassen seien die Aussagen des Beklagten aus der Luft ge-
griffen. Sie sei bei bester psychischer Gesundheit. Das Wohl C._s sei bei ihr
nicht gefährdet; der Beklagte hingegen habe nicht einmal ansatzweise dargelegt,
inwiefern er zur Betreuung und Erziehung seiner Tochter in der Lage sei. Der
Ausgang des Verfahrens bei der KESB sei für den vorliegenden Verfahrensge-
genstand nicht von Belang. Die Anträge des Beklagten seien abzuweisen
(act. 148 S. 3 ff.).
4.4. Fest steht, dass sich noch vor Erlass des angefochtenen Urteils, am
21. November 2016 ein Vorfall häuslicher Gewalt zwischen der Klägerin und ih-
rem Ehemann H._ in Anwesenheit der nunmehr vier Kinder ereignete. Dabei
erlitt der Gatte der Klägerin offenbar eine Nasenbeinfraktur, eine Augappfelquet-
schung rechts und eine Bisswunde an der Schulter rechts (act. 141/3). Die Foto-
- 20 -
grafien zeigen (zudem) eine Wunde am Hals links und eine Bisswunde an der
Schulter links (act. 141/4). Die Klägerin ihrerseits trug eine Schwellung der linken
Wange, eine Kratz-/Schnittwunde beim kleinen Finger rechts und Hämatome am
rechten Handgelenk davon (act. 141/6). Bei der Polizei bezeichnete die Klägerin
den Ehemann als Agressor und sich selber als jene, die sich so gut wie möglich
verteidigt habe, auch wenn sie sich diesbezüglich nicht mehr genau erinnern kön-
ne. Beim Verlassen der Wohnung habe ihr Mann indes noch um Hilfe geschrien
(141/5). Sie und ihr Mann würden sich oft streiten und die älteste Tochter habe
die ganze Auseinandersetzung mit ansehen können (141/7). Auch H._ be-
stätigte, dass viel gestritten würde. Die Klägerin könne ruhig sein und daraufhin
plötzlich ausrasten. Sie habe ihn angegriffen und er habe sie an beiden Händen
gehalten. Sie habe, nachdem er sie wieder losgelassen habe, ihr Handy nach ihm
geschleudert, ihn nicht aus der Wohnung gehen lassen, ihn mit den Fingernägeln
gekratzt, mit der Faust aufs Auge geschlagen und ihn schliesslich von hinten in
die Schulter gebissen. Danach habe er in Richtung des Treppenhauses um Hilfe
rufen können. Wenn die Klägerin bei der Polizei Gegenteiliges geschildert habe,
so lüge sie; sie habe bereits bei einem früheren Vorfall einmal gelogen. C._
werde durch die Klägerin manipuliert und instruiert (act. 141/9).
4.4.1. Der Vorfall ist strafrechtlich noch nicht aufgearbeitet und die konkrete Betei-
ligung der Eheleute nicht geklärt. Unzweifelhaft wurde indes das Kindeswohl zu-
mindest tangiert. Folgerichtig lässt denn auch die KESB den Fall näher untersu-
chen. Entgegen der Auffassung der Klägerin ist die derzeitige Untersuchung für
das Scheidungsverfahren nicht belanglos. Einerseits ist das Scheidungsgericht
während des Verfahrens grundsätzlich für die Anordnung von Kindesschutzmass-
nahmen verantwortlich (Art. 315a Abs. 1 ZGB). Andererseits gilt es den neuen
Vorfall auch bei der Frage der Zuteilung der elterlichen Sorge zu berücksichtigen.
Die Vorinstanz erwog im Wesentlichen, dass die elterliche Sorge der Klägerin der
Stabilität und Konstanz wegen sowie aufgrund des Umstands, dass im letzten
Jahr keine Anhaltspunkte für eine Gefährdung C._s aufgetaucht seien, zuzu-
teilen sei. Diese Würdigung lässt sich in dieser Kürze so nicht länger halten. Wohl
ist es möglich, dass es sich beim Vorfall vom 21. November 2016 um ein singulä-
res Ereignis handelt, wie die Klägerin dartut, zu prüfen ist aber, ob und inwiefern
- 21 -
bei der Klägerin die Gewähr dafür besteht, dass das Kindswohl zukünftig best-
möglich gewahrt bleibt. Dafür wird eine Auseinandersetzung mit den bisherigen
Ereignissen unumgänglich sein. Insbesondere der Vorfall Ende Mai 2012 weist
Parallelen zum neuesten Ereignis auf. Damals wurde der Klägerin die Obhut für
ihre Kinder entzogen, sie wurde verhaftet und es wurde eine Untersuchung we-
gen Gefährdung des Lebens anhand genommen. Ohne entsprechenden Nach-
weis von einem Tötungsversuch der Klägerin zu sprechen, wie es der Beklagte tut
(act. 139 S. 7), geht nicht an, das Ganze als schlichtes Missverständnis abzutun,
wie die Klägerin ausführte (Prot. I S. 22 f.), ist ebenso verfehlt; es lagen der Un-
tersuchungsbehörde zumindest objektive Befunde vor, dass die Klägerin H._
gewürgt hatte (act. 55/238).
4.4.2. Der Beklagte wirft der Klägerin die Vereitelung des Besuchsrechts und eine
Manipulation von C._ vor. Wie der Beklagte zu Recht dartut, hat sich die Vor-
instanz nicht mit diesem Vorwurf auseinandergesetzt, sondern einzig erwogen,
die Klägerin habe an der Hauptverhandlung sogar versichert, dass sie den Kon-
takt zwischen Vater und Tochter unterstütze (act. 142 S. 13). Diese Begründung
ist unzureichend, was inzwischen umso mehr gilt, als auch H._ erklärte, dass
die Klägerin C._ manipuliere (act. 141/9 S. 4). Dieser Aspekt wird zu prüfen
sein und mit ihm auch ein allfälliger Einfluss auf die Äusserungen C._s zur
Zuteilung der elterlichen Sorge.
4.5. Wer am ehesten in der Lage ist, das Kindswohl C._s zu wahren und
welche Kindesschutzmassnahmen notwendig sind, um den sorgeberechtigten El-
ternteil zu unterstützen, lässt sich derzeit noch nicht definitiv sagen. Dazu wird ein
Beizug des von der KESB in Auftrag gegebenen Abklärungsberichts samt Koordi-
nation hinsichtlich der Kindesschutzmassnahmen erforderlich sein und gegebe-
nenfalls sind weitere Beweismittel einzuholen und die vergangenen Ereignisse zu
würdigen. Die Klägerin will sich von ihrem Ehemann getrennt haben (act. 148
S. 3) und ist zudem erneut schwanger (act. 141/5 S. 3). Auch diese Umstände gilt
es gebührend einzubeziehen. Insgesamt ist der Sachverhalt betreffend die elterli-
che Sorge in derart wesentlichen Teilen zu vervollständigen, dass es sich recht-
fertigt, den angefochtenen Entscheid aufzuheben und die Sache zur Ergänzung
- 22 -
des Verfahrens und neuer Entscheidung an die Vorinstanz zurückzuweisen
(Art. 318 Abs. 1 lit. c Ziff. 2 ZPO).
4.6. Die Regelung des persönlichen Verkehrs des nicht sorgeberechtigten El-
ternteils zu C._ und die Unterhaltspflicht hängen von der Frage der Zuteilung
der elterlichen Sorge ab und sind gleichermassen aufzuheben.
4.7. Der Beklagte hat mit seinen Berufungsanträgen ferner diverse Beweisan-
träge gestellt. Die Vorinstanz hat darüber im Erkenntnis befunden. Auch diese
Anordnungen sind aufzuheben. Die Vorinstanz wird die notwendigen Beweismittel
abzunehmen haben, wobei sich vor Eingang des Abklärungsberichts noch nicht
sagen lässt, welche Weiterungen nötig sind. Darauf hinzuweisen ist der Vollstän-
digkeit halber, dass eine Nichtabnahme beantragter Beweismittel kein Teil des
Sachendentscheids ist. Mit Blick auf den schon wiederholt gestellten Antrag um
Beizug der "ungefilterten KESB-Akten" sei schliesslich Folgendes festgehalten:
Am 22. November 2013 konnte der Beklagte zusammen mit seinem Rechtsvertre-
ter bei der KESB Einsicht in das Aktendossier von C._ nehmen (act. 55/371).
Mit Verfügung vom 16. März 2015 wurde die KESB von der Vorinstanz sodann
aufgefordert, die gesamten Akten im Original oder in Kopie einzureichen (act. 49
S. 2). Die Akten der KESB wurden in Kopie samt eines Beilagenverzeichnisses
als act. 55/1-455 zu den Akten genommen. Diese Akten standen und stehen im
vorliegenden Verfahren also zur Verfügung. Inwiefern diese Akten nach Meinung
des Beklagten "gefiltert" sein sollen, erschliesst sich im Berufungsverfahren nicht.
4.8. Mit der Rückweisung wird das Verfahren grundsätzlich in den Stand ver-
setzt, in dem es sich vor Erlass des aufgehobenen Entscheides befunden hat. Der
Grundsatz gilt allerdings nicht uneingeschränkt. Hat eine Partei im Berufungsver-
fahren zulässige Noven vorgebracht, so sind diese bei der erneuten Prüfung
ebenso zu berücksichtigen wie allfällige Sachverhaltszugaben (bzw. Anerkennun-
gen von Sachverhalten) einer Partei im Berufungsverfahren.
- 23 -
5. Unentgeltliche Rechtspflege / Kosten- und Entschädigungsfolge
5.1. Die Parteien beantragen die Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege
für das Berufungsverfahren einschliesslich der Bestellung eines unentgeltlichen
Rechtsbeistands (act. 139 S. 12 und act. 148 S. 2). Die Vorinstanz gewährte den
Parteien mit Verfügung vom 17. November 2015 die unentgeltliche Rechtspflege
(act. 79). Weder sind die Standpunkte der Parteien im vorliegenden Verfahren als
aussichtslos zu bezeichnen, noch ist den eingereichten Belegen eine Verbesse-
rung der finanziellen Verhältnisse zu entnehmen (act. 141/16-20 und 150/1-7);
insbesondere bei der Klägerin wird in finanzieller Hinsicht angesichts der neuerli-
chen Schwangerschaft (vgl. act. 141/5 S. 3 [das fünfte Kind]) und der Trennung
vom Ehemann H._ keine Remedur geschaffen. Die Gesuche der Parteien
sind daher zu bewilligen.
5.2. Das Verfahren wird nach der Rückweisung vor der ersten Instanz fortge-
setzt. Es ist daher einstweilen nur die Höhe der Gerichtskosten für das Beru-
fungsverfahren festzusetzen. Im Übrigen bleibt die Regelung der Kosten- und
Entschädigungsfolgen dem neuen Entscheid der Vorinstanz vorbehalten.