# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 8a0be04d-5383-4ba3-9690-01b3fe06c082
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2014
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** 

## Facts

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
,
geboren 1954, war seit
1.
Mai 1999 bei der
Y._
als Produktionsmitarbeiter angestellt (
Urk.
10/10
Ziff.
2.1,
Ziff.
2.7). Am 1
6.
Februar 2007 meldete er sich wegen
Lumboischial
gien
und Schulterschmerzen bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug (Rente) an (
Urk.
10/1
Ziff.
7.2,
Ziff.
7.8). Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, holte einen Auszug aus dem individuellen Konto des Versicherten (IK-Auszug;
Urk.
10/6), Arztberichte (
Urk.
10/9/1-8;
Urk.
10/) und einen Arbeitgeberbericht (
Urk.
10/10;
Urk.
10/16-17) ein und zog Akten der Taggeldversicherung bei (
Urk.
10/13/1-24;
Urk.
10/14).
Nach durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(
Urk.
10/21-22) verneinte die IV
Stelle mit Verfügung vom 2
9.
November 2007 einen Rentenanspruch des Versicherten (Urk.10/25). Diese Verfügung erwuchs unangefochten in Rechts
kraft.
Per 3
0.
November 2007 verlor der Versicherte seine Stelle (
Urk.
10/36
Ziff.
2.1).
1.2
Am 1
5.
Dezember 2008 (
Urk.
10/26) meldete sich der Versicherte wegen Gelenks- und Rückenschmerzen erneut bei der Invalidenversicherung zum Bezug einer Rente an (
Ziff.
7.2,
Ziff.
7.8) und reichte
verschiedene Arztberichte ein (
Urk.
10/30-32). Die IV-Stelle holte weitere Arztberichte (
Urk.
10/33/1-9;
Urk.
10/35/1-10), einen Arbeitgeberbericht (
Urk.
10/36) sowie einen neuen IK
Auszug ein (
Urk.
10/34). Im Rahmen des
Vorbescheidverfahrens
(
Urk.
10/40 ff.) veranlasste die IV-Stelle eine orthopädisch-psychiatrische Begutachtung des Versicherten am
Z._
(
Urk.
10/52), dessen Gutachten am 1
5.
Juni 2010 erstattet wurde (
Urk.
10/53). Dazu ergingen weitere Stellungnahmen (
Urk.
10/56-57;
Urk.
10/60;
Urk.
10/64;
Urk.
10/66;
Urk.
10/69).
Mit Verfügung vom 1
6.
Mai 2012 (
Urk.
10/74 =
Urk.
2) verneinte die IV-Stelle einen Rentenanspruch des Versicherten.
2.
Gegen die Verfügung vom 1
6.
Mai 2012 (
Urk.
2) erhob der Versicherte am 4.
Juni 2012 Beschwerde mit dem Antrag auf Aufhebung des angefochtenen Ent
scheides und rückwirkende Ausrichtung einer angemessenen Rente
(
Urk.
1 S.
2). Mit Beschwerdeantwort vom
2.
Juli 2012 beantragte die
Beschwerdegeg
nerin
die Abweisung der Beschwerde (
Urk.
9). Dies wurde dem Beschwerde
führer mit Verfügung vom 1
1.
Juli 2012 mitgeteilt; gleichzeitig wurde ihm
antragsgemäss (vgl.
Urk.
1 S. 2)
die unentgeltliche Prozessführung
und
Rechts
vertretung
bewilligt
(
Urk.
11).
Mit Beschluss vom
3.
Dezember 2012 (
Urk.
14) nahm das hiesige Gericht die Einholung eines Gerichtsgutachtens in Aussicht, wozu die Parteien mit Eingabe vom 1
7.
Dezember 2012 (
Urk.
16) und
8.
Januar 2013 (
Urk.
18) Stellung nahmen. Nachdem keine Einwände erhobe
n worden waren, beauftragte das
Gericht mit Verfügung vom 2
2.
Januar 2013 (
Urk.
19)
das
A._
mit der Begutachtung des Beschwerdeführers.
Das Gutachten wurde am 2
6.
Juni 2013 erstattet (
Urk.
34/1-4). Dazu nahm der Beschwerdeführer am 1
0.
September 2013 (
Urk.
42) unter Beilage eines weiteren Arztberichtes (
Urk.
43) Stellung und beantragte die rückwirkende
Zusprache
einer
Dreiviertelsrente
. Die Beschwerdegegnerin beantragte mit Eingabe vom 2
6.
September 2013 (
Urk.
45) unter Beilage einer Stellungnahme ihres Regiona
len Ärztlichen Dienstes (RAD;
Urk.
46) die Abweisung der Beschwerde. Die letzten Rechtsschriften wurden den Parteien am
1.
Oktober 2013 zur Kenntnis gebracht.
Mit Verfügung vom 2
8.
Oktober 2013 (
Urk.
48) wurde die Swiss Life AG zum Prozess beigeladen, welche mit Eingabe vom 2
8.
November 2013 auf die Einrei
chung einer Stellungnahme verzichtete (
Urk.
50). Dies wurde den Parteien am
3.
Dezember 2013 mitgeteilt (
Urk.
52).
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (
Art.
8
Abs.
1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG). Die Invalidität kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (
Art.
4
Abs.
1 des Bun
desgesetzes über die Invalidenversicherung, IVG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (
Art.
7
Abs.
1 ATSG). Für die Beur
teilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfä
higkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (
Art.
7
Abs.
2 ATSG).
1.2
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie körperliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von
Art.
4
Abs.
1 IVG in Verbindung mit
Art.
8 ATSG bewirken. Nicht als Folgen eines psychischen
Gesundheitsschadens und damit invalidenversicherungsrechtlich nicht als rele
vant gelten Einschränkungen der Erwerbsfähigkeit, welche die versicherte Per
son bei Aufbietung allen guten Willens, die verbleibende Leistungsfähigkeit zu verwerten, abwenden könnte; das Mass des
Forderbaren
wird dabei weitgehend objektiv bestimmt. Festzustellen ist, ob und in welchem Umfang die Ausübung einer Erwerbstätigkeit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt mit der psychi
schen Beeinträchtigung vereinbar ist. Ein psychischer Gesundheitsschaden führt also nur soweit zu einer Erwerbsunfähigkeit (
Art.
7 ATSG), als angenommen werden kann, die Verwertung der Arbeitsfähigkeit (
Art.
6 ATSG) sei der versi
cherten Person sozial-praktisch nicht mehr zumutbar (BGE 131 V 49 E. 1.2 mit Hinweisen).
1.3
Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines
Rentenbezü
gers
erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (
Art.
17
Abs.
1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tat
sächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente nicht nur bei einer wesentlichen Änderung des Gesundheitszustandes, sondern auch dann
revidier
bar
, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen des an sich gleich gebliebenen Gesundheitszustandes erheblich verändert haben (BGE 130 V 343 E. 3.5 mit Hinweisen). Eine Veränderung der gesundheitlichen Verhältnisse liegt auch bei gleich gebliebener Diagnose vor, wenn sich ein Leiden in seiner Intensität und in seinen Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit verändert hat (Urteile des Bun
desgerichts 9C_261/2009 vom 1
1.
Mai 2009 E. 1.2 und I 212/03 vom 28. August 2003 E. 2.2.3). Dagegen stellt die bloss unterschiedliche Beurteilung der Auswirkungen eines im Wesentlichen unverändert gebliebenen Gesund
heitszustandes auf die Arbeitsfähigkeit für sich allein genommen keinen
Revisi
onsgrund
im Sinne von
Art.
17
Abs.
1 ATSG dar. Zeitliche Vergleichsbasis für die Beurteilung einer anspruchserheblichen Änderung des Invaliditätsgrades bilden die letzte rechtskräftige Verfügung oder der letzte rechtskräftige
Ein
spracheentscheid
, welche oder welcher auf einer materiellen Prüfung des Ren
tenanspruchs mit rechtskonformer Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und Invaliditätsbemessung beruht (BGE 133 V 108; vgl. auch BGE 130 V 71 E.
3.2.3; Urteil des Bundesgerichts 9C_438/2009 vom 26. März 2010 E. 1 mit Hinweisen).
1.4
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorak
ten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen
Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuch
tet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
2.
2.1
Streitig und zu prüfen ist der Invaliditätsgrad des Beschwerdeführers.
2.2
Die Beschwerdegegnerin begründete ihren Entscheid damit, dass sich der Gesund
heitszustand des Beschwerdeführers seit Erlass der Verfügung vom 2
9.
November 2007 zwar verändert habe. Dies habe jedoch auf seine Arbeitsfä
higkeit keinen Einfluss; er sei gestützt auf das
Z._
-
Gutachten
behinderungs
angepasst
zu 90
%
arbeitsfähig. Bei einem behinderungsbedingten Abzug vom Tabellenlohn in Höhe von 10
%
ergebe sich ein rentenausschliessender
Invali
ditätsgrad
vo
n 23
%
(
Urk.
2 S. 1 f;
Urk.
9).
Das Gerichtsgutachten vom 2
6.
Juni 2013 sei grundsätzlich umfassend und schlüssig; jedoch beschreibe es lediglich den aktuellen Gesundheitszustand
des Beschwerdeführers
und die aktuellen Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit aus medizinischer Sicht. Es enthalte keine retrospektiven Aussagen zur Arbeitsfä
higkeit des Beschwerdeführers in einer behinderungsangepassten Tätigkeit. Lediglich auf eine progrediente Verschlechterung infolge Zeitablaufs zu ver
weisen, reiche nicht aus, um die Schlussfolgerungen des
Z._
Gutachtens für den Zeitraum vor Erstattung des Gerichtsgutachtens umzustossen. Massgeblich sei der Beurteilungszeitraum bis zum Verfügungszeitpunkt. Weiter sei im Gerichtsgutachten lediglich eine
Dysthymie
diagnostiziert worden, welche rechtsprechungsgemäss kaum Krankheitswert habe. Der psychische Zustand habe sich somit eher verbessert. Die angegebene somatische Verschlechterung im Sinne eines Vergleichs der Ergebnisse der Evaluation der funktionellen Leistungsfähigkeit (EFL) im Jahr 2007 und heute sei mit Zeitablauf und
Dekon
ditionierung
erklärbar. Es sei mit überwiegender Wahrscheinlichkeit keine höhere Arbeitsunfähigkeit gegeben, sondern es liege vielmehr eine andere Beurteilung des gleichen Sachverhaltes vor (
Urk.
45). Die Kosten des
Gerichts
gutachtens
seien der Staatskasse aufzuerlegen (
Urk.
16 S. 2 unten f.).
2.3
Dem hielt der Beschwerdeführer entgegen, seine Gesundheit habe sich seit 2007 wesentlich verschlechtert: Es lägen neue somatische Befunde vor, weshalb die Beurteilung durch das
Z._
nicht nachvollziehbar sei. Diese liege zudem zwei Jahre zurück. Die psychiatrischen Beurteilungen durch das
Z._
und den RAD seien zudem widersprüchlich und nicht nachvollziehbar. Es sei ab Januar 2008 eine
Dreiviertelsrente
zuzusprechen (
Urk.
1 S. 4 ff.). Das Gerichtsgutachten
bestätige, dass sich sein somatischer Gesundheitszustand verschlechtert habe und er deshalb leidensangepasst noch maximal zu 60
%
arbeitsfähig sei. In psy
chischer Hinsicht bestätige seine behandelnde Psychiaterin
Dr.
med.
B._
,
dass
die Restarbeitsfähigkeit 50
%
betrage. Insgesamt sei von einem
Invalidi
tätsgrad
von über 60
%
auszugehen, weshalb eine
Dreiviertelsrente
zuzuspre
chen sei (
Urk.
42 S. 1 ff.).
3.
3.1
Mit Verfügung vom 2
9.
November 2007 (
Urk.
10/25) wurde letztmals materiell über den Rentenanspruch des Beschwerdeführers entschieden. Diese Verfügung bildet die zeitliche Vergleichsbasis für die Beurteilung einer
anspruchserhebli
chen
Änderung des Invaliditätsgrades des Beschwerdeführers (vgl. vorstehend E.
1.3).
3.2
Dr.
med.
C._
,
FMH Orthopädische Chirurgie, diagnostizierte mit Bericht vom 2
3.
März 2005 (
Urk.
10/13/15-16) eine Tendinitis
calcarea
beidseits und ein chronisches
lumbovertebrales
Syndrom. Die Arbeitsfähigkeit betrage 100
%
(S. 2).
Am 2
2.
August 2005 führte
Dr.
C._
aus, der Beschwerdeführer habe nicht mehr so starke Beschwerden und es könne ihm wahrscheinlich weder mit der Weiterführung der bisherigen konservativen Massnahmen noch mit einer Ope
ration wesentlich geholfen werden. Die Beschwerden seien aber tolerabel und die Behandlung könne deshalb vorderhand abgeschlossen werden. Der Beschwerdeführer sei zu 100
%
arbeitsfähig (
Urk.
10/13/17).
3.3
Eine bildgebende Untersuchung vom 1
0.
Februar 2006 ergab eine deutliche Erschlaffung der Bandscheiben L3
/4
und L4
/5
mit
Duralsackeindellung
sowie eine Zyste im Wirbelkörper L
4.
Ansonsten liege ein normaler Befund der
Inter
vertebralgelenke
vor (
Urk.
10/9/7).
3.4
Dr.
med.
D._
,
Allgemeine Medizin FMH, diagnostizierte mit Bericht vom 2
1.
März 2007 (
Urk.
10/9/5-6) ein chronisches
lumbovertebrales
Syn
drom, eine Periarthritis
humero-scapularis
beidseits sowie eine im Septem
ber 2003 erlittene massive Distorsion des rechten oberen Sprunggelenks (
lit
. A). In der zuletzt ausgeübten Tätigkeit sei der Beschwerdeführer seit
5.
Mai 2006 bis auf weiteres zu 100
%
arbeitsunfähig (
lit
. B). Der Zustand der Schultern und des Rückens des Beschwerdeführers sei unbefriedigend. Es handle sich um eine langwierige Krankheit mit Sistierung der Beschwerden, unter denen der Beschwerdeführer auch psychisch leide. Eine leichte, rücken- und
schulterscho
nende
Tätigkeit ohne zu langes Gehen, Stehen oder Sitzen, ohne Treppensteigen und Heben und
Tragen von schweren Lasten sei zumutbar, jedoch sei offen, ob und wann dies realisierbar sei (
lit
. D). Eine leichte Tätigkeit sollte halbtags möglich sein (
Urk.
10/9/4).
3.5
Im Auftrag der Taggeldversicherung wurde
im April 2007 am
E._
eine Funktionsorientierte Medizinische Abklärung inklusive einer angepassten Evaluation der funktionel
len Leistungsfähigkeit (EFL) durchgeführt. Mit Bericht vom
8.
Juni 2007 (
Urk.
10/14/4-18) stellten die Gutachter des
E._
folgende Diagnose (S. 1):
chronisches
lumbovertebrales
Schmerzsyndrom mit Ausstrahlungen links
seitig mit und bei
Wirbelsäulenfehlform und -
fehlhaltung
(
Kopfprotraktion
, verstärkte langgezogene BWS-Kyphose)
mehrsegmentale Bandscheibendegenerationen
Periarthropathia
humeroscapularis
beidseits linksbetont
bekannte Verkalkungen der
Supraspinatussehne
, AC-Gelenksarthrose
anterior
knee
pain
-Syndrom
belastungsabhängige Sprunggelenksschmerzen, vorderhand nicht weiter klassifizierbar
Das arbeitsbezogen relevante Problem bestehe in einer schmerzhaft verminder
ten Belastungstoleranz der Lendenwirbelsäule, beider Schultern sowie beider Knie. Dies zeige sich vor allem bei Tätigkeiten wie Arbeiten über Kopf, stati
schen Haltungen wie Stehen und Sitzen vorgeneigt sowie wiederholte
n
Knie
beugen. Bei den Hebetests sei jeweils die maximal erreichte Muskelkraft im Bereich der Arm- und Rumpfmuskulatur limitierend gewesen. Der Beschwerde
führer sei überzeugt, dass er mit seinen aktuellen Beschwerden seine ange
stammte Tätigkeit nicht mehr ausführen könne (S. 2). Die Belastbarkeit liege allgemein ganztags im Bereich einer mittelschweren, wechselbelastenden Arbeit, wie der angestammten Tätigkeit als Hilfsschlosser. Dabei bereite dem Beschwer
deführer jedoch das vorgeneigte Stehen Mühe und er sollte dies unterbrechen können. Insgesamt solle diese Haltung für maximal drei Stunden pro Tag ein
genommen werden. Horizontales Heben sei bis 30 kg und Heben von Taillen- zu Kopfhöhe sei bis 10 kg möglich (S. 3).
Auch für andere mittelschwere, wechselbelastende Tätigkeiten sei der Beschwer
deführer ganztags arbeitsfähig, sofern die folgenden Einschränkungen beachtet würden: Maximal 10 kg von Taillen- bis Kopfhöhe heben, über Kopf
arbeiten maximal drei Stunden pro Tag, vorgeneigtes Sitzen und Stehen bis zu drei Stunden pro Tag und Sitzen und Stehen jeweils maximal bis fünfeinhalb Stunden pro Tag (S. 4).
3.6
Gestützt auf diesen Bericht des
E._
ging die Beschwerdegegnerin von einer 100%igen Restarbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers aus und verneinte mit Verfügung vom 2
9.
November 2007 einen Rentenanspruch.
4.
4.1
Zur Glaubhaftmachung einer Verschlechterung seines Gesundheitszustandes reichte der Beschwerdeführer folgende Arztberichte ein:
Dr.
med.
B._
,
Psychiatrie und Psychotherapie FMH, diagnostizierte mit Bericht vom
3.
Januar 2009 (
Urk.
10/31) eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode, mit somatischem Syndrom (ICD-10 F33.11), sowie eine andauernde Persönlichkeitsveränderung bei chronischem
Schmerz
syndrom
(ICD-10 F62.8; S. 4). Der Beschwerdeführer könne während der Gesprächstherapie nicht länger als 30 Minuten ruhig sitzen. Affektiv prä
sentiere sich eine affektarme, ratlos-hoffnungslose, unterschwellig aggressive depressive Grundstimmung mittelschwerer Ausprägung mit einer Störung der Vitalgefühle sowie Insuffizienzgefühlen auf dem Boden eines chronischen Schmerzsyndroms (S. 3). Bei einer leidensangepassten Tätigkeit mit der Mög
lichkeit von
Wechsel
belastung
ohne repetitives H
andhaben von Gewichten über 5
bis 10 kg ohne
Zwangs
positionen
sei dem Beschwerdeführer eine
Halbtags
beschäftigung
zu 50
%
zumutbar (S. 4).
4.2
Dr.
D._
diagnostizierte mit Bericht vom 1
4.
Januar 2009 (
Urk.
10/30) ein chronisches
lumbovertebrales
Syndrom, eine Periarthritis
humero-scapularis
, eine rezidivierende depressive Störung sowie eine andauernde
Persönlichkeits
veränderung
bei chronischem Schmerzsyndrom. Die Rücken- und
Schulter
schmerzen
des Beschwerdeführers seien praktisch dauernd vorhanden und er könne nie allzu lange in der gleichen Stellung bleiben. Ideal sei leichte Bewe
gung im Wechsel mit Sitzen und Gehen. Zusätzlich leide er an einer psychi
schen Störung, welche medikamentöse und psychiatrische Behandlung erfor
dere. Ideal sei eine wechselbelastende leichte rücken- und schulterschonende Arbeit, dafür bestehe eine Arbeitsfähigkeit von 50
%
.
4.3
Vom
3.
bis 2
2.
November 2008 hielt sich der Beschwerdeführer zur stationären psychosomatischen Rehabilitation in der Klinik
F._
auf. Mit Bericht vom 14.
Januar 2009 (
Urk.
10/32) stellten die Ärzte folgende Diagnose (S. 1):
mittelgradige depressive Episode (ICD-10 F32.11)
chronisches Schmerzsyndrom Schultern,
lumbovertebral
L4/S1,
Kniege
lenksarthrose
arterielle Hypertonie
Adipositas BMI 32.9
Hyperurikämie
Zehen- und Fingermittelgelenke
Verdacht auf generalisierte Angststörung
Die mittelgradige depressive Episode mit somatischen Symptomen habe sich vor dem Hintergrund einer seit langem bestehenden chronischen
Schmerzsympto
matik
entwickelt. Die Symptomatik bestehe hauptsächlich aus gedrückter Stim
mung, Freud- und Motivationslosigkeit mit Rückzug, innerer Anspannung und Unsicherheit mit generellen Ängsten, Pessimismus und Gereiztheit (S. 2). Die angefangene Psychotherapie sei ambulant weiterzuführen, ebenso die Physio
therapie, da der Beschwerdeführer gut darauf angesprochen habe. Bei Austritt habe er zufrieden und psychophysisch gestärkt gewirkt, habe aber seine „Moral“ nicht viel besser als bei Eintritt eingeschätzt. Er habe nach dreiwöchiger Reha
bilitation ausgeglichener, ruhiger und zuversichtlicher gewirkt (S. 3). Bis
7.
Dezember 2008 sei er zu 100
%
arbeitsunfähig, danach sei eine
Neubeurtei
lung
notwendig (S. 4).
4.4
Dr.
B._
wiederholte mit Bericht vom 3
1.
Januar 2009 (
Urk.
10/33) die bereits gestellte Diagnose (vgl. vorstehend E. 3.7) und führte aus, dass die Prog
nose bei einer beschwerdeangepassten Tätigkeit im Umfang von knapp 50
% auf längere Sicht günstig sei.
Dr.
B._
empfahl eine psychiatrische Behandlung in mindestens vierwöchentlichen Abständen (
Urk.
10/33/3). Die bisherige Tätigkeit sei aus medizinischer Sicht nicht mehr zumutbar und die Einschränkungen liessen sich durch medizinische Massnahmen nicht vermin
dern (
Urk.
10/33/4). Der Beschwerdeführer befinde sich seit 1
1.
Oktober 2007 in psychiatrischer Behandlung. Aktuell fänden die Gespräche in zwei- bis vierwö
chentlichen Abständen statt (
Urk.
10/33/6). Aufgrund der Symptomatik und des langjährigen Verlaufs sei der Beschwerdeführer in der freien Wirtschaft zu 50
%
arbeitsunfähig. Bei einer leidensangepassten Tätigkeit in relativ stressfreien Umständen, mit der Möglichkeit von Wechselbelastung, ohne repetitives Hand
haben von Gewichten über 5kg bis 10 kg und ohne Zwangspositionen würde dem Beschwerdeführer eine Halbtagsbeschäftigung
mit
um etwa 10
%
vermin
derter Leistung zumutbar sein. Jegliche darüber hinaus gehende Belastung führe mit hoher Wahrscheinlichkeit zu einer Zunahme der Beschwerden (
Urk.
10/33/9).
4.5
Dr.
D._
erachtete in seinem Bericht vom
4.
und
6.
Februar 2009 (Urk.
10/35/7) den Beschwerdeführer bei im Wesentlichen unveränderter
Diag
nose (vgl. vorstehend E. 3.4
) als seit 2007 behinderungsangepasst halbtags arbeitsfähig (
Urk.
10/35/5). Der Gesundheitszustand sei stationär bis besse
rungsfähig. Die Arbeitsfähigkeit könne durch medizinische Massnahmen nicht
verbessert werden. Der psychische Zustand des Beschwerdeführers könne even
tuell durch eine 50%ige Arbeitstätigkeit verbessert werden, da ihm dies das Gefühl, gebraucht zu werden, vermitteln könne und einen regelmässigen Tages
ablauf bewirke. Eine leichte, rücken- und schulterschonende Tätigkeit sei ideal, ohne langes Stehen, Gehen und Sitzen, Treppensteigen und Heben und Tragen von schweren Lasten (
Urk.
10/35/7).
4.6
Dr.
med.
G._
,
Facharzt für Innere Medizin, RAD, führte am 1
2.
Mai 2009 aus, dass beim Beschwerdeführer ein chronisches lumbales Syndrom, eine Periarthritis
humero-scapularis
beidseits, eine Distorsion des rechten oberen Sprunggelenks, eine rezidivierende depressive Störung und ein
Schmerzsyn
drom
ausgewiesen seien. Bei unveränderten somatischen Diagnosen liege aktu
ell gegenüber 2007 ein veränderter, jedoch sich nicht auf die Arbeitsfähigkeit auswirkender psychiatrischer Gesundheitsschaden vor. Die Ärzte der Klinik
F._
hätten am 1
4.
Januar 2009 nach stationärer Behandlung eine Neueinschätzung der Arbeitsfähigkeit angeregt. Die angestammte Tätigkeit sei weiterhin nicht zumutbar. Eine adaptierte leichte Tätigkeit in Wechselbelastung ohne repetitives Heben von 5-10 kg, ohne Zwangspositionen und ohne permanentes Sitzen, Gehen und Stehen sei seit der psychiatrischen Einschätzung vom 3
1.
Januar 2009 zu 90
%
zumutbar (
Urk.
10/39/4-5).
4.7
Die Ärzte des
Z._
stellten in ihrem unter Berücksichtigung der Akten, Erhe
bung der Anamnese und Durchführung einer orthopädischen, bildgebenden und psychiatrischen Untersuchung
erstatteten
Gutachten vom 1
5.
Juni 2010 (
Urk.
10/53) folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (S.
24):
subacromiales
Impingement
bei
Acromioclaviculargelenksarthrose
und
Supra
spinatussehnenteilruptur
links
Verdacht auf
Impingement
der rechten Schulter bei
Supraspinatus
sehnen
läsion
mit Verkalkung
Osteochondrose
und
Spondylarthrose
L4/5 mit Diskushernie und
bire
zessa
ler
Stenose un
d Kompression der Nervenwurzel L
5
leichte
femoropatelläre
Inkongruenz rechts
Adipositas
rezidivierende depressive Störung mit mittelgradiger Episode, ICD-10 F33.10, bestehend vom November 2008 bis Juni 2009, leichte depressive Episode, ICD-10 F33.0, bestehend seit Juli 2009
Die folgenden Diagnosen wirkten sich nicht auf die Arbeitsfähigkeit aus (S. 24 f):
Kniegelenksschmerzen links
Verkalkung des ventralen Längsbands der Halswirbelsäule
Senk-/Spreizfüsse
arterielle Hypertonie
Hyperuricämie
Aortensklerose
In der angestammten Tätigkeit als Schweisser bestehe seit dem Zeitpunkt der Begutachtung bei voller Stundenpräsenz eine Arbeitsfähigkeit von 40
%
, da häufiges Heben und Tragen von Lasten über 5 bis 10 kg sowie vorwiegend ste
hende Tätigkeiten mit häufigen inklinierten und rotierenden Körperhaltungen aufgrund der orthopädischen Diagnosen nicht mehr vollumfänglich zumutbar seien. Rückwirkend könne aus orthopädischer Sicht bei ungenügender Doku
mentation der somatischen Befunde keine Stellung zur Arbeitsfähigkeit genommen werden (S. 25).
Körperlich leichte Tätigkeiten in temperierten Räumen, die abwechslungsweise sitzend und stehend ausgeübt werden könnten, ohne dass dabei häufig inkli
nierte und
reklinierte
sowie rotierte Körperhaltungen und kniende Positionen eingenommen werden müssten und die nicht mit häufigen Arbeiten über der Horizontalen sowie Heben und Tragen von Lasten über 5 kg als auch Laufen auf unebenem Boden, Treppen und Leitern verbunden seien, sowie geistig einfache Arbeiten ohne erhöhte emotionale Belastung, ohne Stressbelastung, ohne erfor
derliche geistige Flexibilität und vermehrte Kundenkontakte sowie ohne über
durchschnittliche Dauerbelastung könnten gesamthaft bei voller
Stundenprä
senz
von Dezember 2008 bis Juni 2009 zu 75
% und seit Juli 2009 zu 90
%
zu
gemutet werden (S. 25). Die von Dr.
D._
attestierten Arbeitsunfähigkeiten könnten rückwirkend bei ungenügender Dokumentation der somatischen Befunde nicht kommentiert werden. Der psychiatrische Teilgutachter könne den diagnostischen Einschätzungen von
Dr.
B._
sowie der Klinik
F._
zustimmen, wobei die Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit geringer einzu
schätzen seien; Dr.
B._
habe auch körperliche Beschwerden in die Beur
teilung der Arbeitsfähigkeit mit einbezogen (S. 26).
Hinsichtlich der medizinischen Massnahmen hielten die Gutachter fest, dass die beidseitigen Schulterschmerzen bei entsprechendem Leidensdruck mittels einer
arthroskopischen
subacromialen
Dekompression behandelt werden müssten, nachdem die konservative Behandlung nutzlos gewesen sei. Die Therapie der lumbalen Schmerzen bestehe in einer deutlichen Gewichtsreduktion und noch
maliger Physiotherapie zur Tonisierung der paravertebralen Muskulatur. Bei Persistenz der Beschwerden und entsprechendem Leidensdruck sei eventuell eine chirurgische Behandlung zu diskutieren. Die Kniegelenksschmerzen sollten
mittels eines
Chondroitinsulfats
und Physiotherapie sowie
Taping
angegangen werden. Bei Fortsetzung der psychiatrischen und psychotherapeutischen Behandlung und der entsprechenden Medikation sei eine Stabilisierung des psy
chischen Zustandes zu erwarten (S. 26).
Die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers sei primär durch ein somatisches und psychiatrisches Leiden mit Krankheitswert eingeschränkt. Ein Überwiegen von psychosozialen Faktoren sei nicht anzunehmen, obwohl erhebliche psy
chosoziale Faktoren, insbesondere die mangelnden Sprachkenntnisse, vorlägen (S. 27).
4.8
Dr.
B._
nahm am
1.
Dezember 2010 (
Urk.
10/56) auf entsprechende Anfrage des Rechtsvertreters des Beschwerdeführers Stellung zum
Z._
-
Gut
achten und führte aus, dass sich der psychische Zustand des Beschwerdeführer nicht verbessert habe. Die schmerz- und depressionsfreien Phasen seien äusserst selten; er leide meistens an unberechenbaren und intensiven Schmerzen. Die depressive Stimmungslage sei meistens mittelgradiger Ausprägung, eine leichte Ausprägung sei lediglich im therapeutischen Rahmen während der stationären Rehabilitation in der Klinik
F._
aufgetreten. In leicht stressigen Umständen reagiere der Beschwerdeführer mit psychomotorischer Erregtheit
und
Stottern und werde im formalen Denken äusserst umständlich. Dem Beschwerdeführer sei eine leidensangepasste Tätigkeit zu maximal 50
%
, mit einer mindestens 10%igen Leistungsminderung, zuzumuten. Er sei psychisch vermindert belastbar und schnell ermüdbar und
berichte
über ein verlangsamtes Arbeitstempo sowie eine verminderte qualitative Leistungsfähigkeit vor allem unter stressigen Bedingungen.
4.9
Dazu hielt der psychiatrische Teilgutachter
Dr.
med.
H._
,
Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, mit Stellungnahme vom 2
6.
Januar 2011 (
Urk.
10/60) fest, aufgrund der anamnestischen Angaben sowie der Berichte der Klinik
F._
und
von
Dr.
B._
sei seit mindestens November 2008 von einer mittelgradigen depressiven Episode auszugehen
;
es
handle
sich nicht um einen willkürlich gewählten Zeitpunkt. Im Gutachten sei beschrieben worden, dass der Zeitraum vor November 2008 aufgrund der ungenauen Angaben des Beschwerdeführers und der vorliegenden Befunde nicht eindeutig beurteilbar sei. Ausserdem habe
Dr.
B._
bei ihrer Beurteilung vom 3
1.
Januar 2009 auch körperliche Beschwerden mit einbezogen. Damit sei anlässlich der psychi
atrischen Begu
tachtung nicht ausgeschlossen
worden, dass bereits vor Novem
ber 2008 eine mittelgradige depressive Episode vorgelegen haben könnte (S. 1). Aufgrund der im Austrittsbericht der Klinik
F._
vom 1
4.
Januar 2009 beschriebenen klinischen Symptomatik sei eindeutig eine Besserung des psy
chischen Zustandsbildes abzuleiten. Der Beschwerdeführer habe berichtet, dass sich unter der antidepressiven Medikation das psychische Zustandsbild seit etwa Juli 2009 gebessert habe. Damit könne aus psychiatrischer Sicht seit etwa Juli 2009 weiterhin eine leichte depressive Episode angenommen werden und es liessen sich auch im Untersuchungszeitpunkt objektiv nur Symptome einer leichten depressiven Episode mit leicht niedergeschlagener bis
dysphorischer
Stimmungslage, affektiv teils mitschwingend, überwiegend jedoch vermindert mitschwingend, erheben. Psychomotorisch und im Antrieb habe der Beschwer
deführer nicht wesentlich auffällig gewirkt. Für das Vorliegen einer mittelgradi
gen depressiven Episode fänden sich im Rahmen der ausführlichen psychiatri
schen Anamneseerhebung und der klinischen Untersuchung keine ausreichenden psychopathologischen Symptome. Auch von
Dr.
B._
werde eine meistens depressive Stimmungslage beschrieben; schmerz- und
depressions
freie
Zeiten seien äusserst selten. Nicht zu übersehen seien auch IV
fremde Faktoren mit erheblichen psychosozialen Faktoren wie mangelnde Sprachbeherrschung und damit anzunehmende mangelnde Integration (S. 2).
4.10
Nachdem dem orthopädischen Teilgutachter
Dr.
med.
I._
der Bericht des Zentrums
E._
vom
8.
Juni 2007 nachträglich zugestellt worden war (vgl.
Urk.
10/65), führte
dieser
mit Stellungnahme vom 1
2.
Mai 2011 (Urk.
10/66) aus, dass seine Beurteilung ungefähr derjenigen der Ärzte des Zentrums
E._
im Jahr 2007 entspreche, wobei dort die Arbeitsfähigkeit nicht in Prozenten angegeben worden sei. Übereinstimmend sei von einer vollen Stundenpräsenz auszugehen. Die bisherige Tätigkeit sei gemäss
E._
zumutbar, wobei übergeneigte Rumpfpositionen maximal drei Stunden täglich möglich seien. Dies entspreche ungefähr der 40%igen Arbeitsfähigkeit gemäss Gutach
ten, auch die
Gewichtslimite
von 10
k
g
stimme überein (S. 1). Bezüglich der Arbeitsfähigkeit in einer behinderungsangepassten Tätigkeit seien dem Bericht des
E._
keine Prozentangaben zu entnehmen. In Übereinstimmung mit dem Gutachten werde eine volle Stundenpräsenz attestiert, wobei die
Gewichtslimite
auf noch 10 kg festgelegt sei. Das Zumutbarkeitsprofil im Bericht des Zentrums
E._
entspreche ungefähr demjenigen des Gutachtens, wobei die früheren Diag
nosen nicht sehr spezifisch seien und offenbar nicht auf bildgebenden Untersu
chungen basierten. Die genauen Gesundheitsschäden seien 2007 somit nicht erfasst worden, weshalb kein Vergleich des Gesundheitszustandes möglich sei (S. 2).
5.
5.1
Die Ärzte der Klinik und Poliklinik für Innere Medizin am
A._
stellten in ihrem am 2
6.
Juni 2013 nach Durchführung einer rheumatologischen, psychiatrischen und internistischen Untersuchung sowie einer Evaluation der funktionellen Leistungsfähigkeit (EFL)
erstatteten Gutachten (
Urk.
34/1
) folgende Diagnosen mit Auswi
rkung auf die Arbeitsfähigkeit (S
. 13):
panvertebrale
s lumbalbetontes Schmerzsyndrom
mit
lumbovertebraler
bis -
spondylogener
Symptomatik linksseitig
bei Wirbelsäulenfehlform und -
fehlhaltung
mit mehrsegmentalen
Band
scheibendegenerationen
und fortgeschrittener
Osteochondrose
L4/5 und Bandscheibendegenerationen
mit
leichtgradiger
thorakovertebraler
Symptomatik bei degenerativen Veränderungen der unteren Brustwirbelsäule (BWS)
zervikospondylogene
Schmerzen bei degenerativen Veränderungen der unteren und mittleren Halswirbelsäule (HWS)
Periarthropathia
humero-scapularis
calcarea
rechtsbetont
Verkalkung der
Supraspinatussehnen
und AC-Gelenksarthrose
derzeit klinisch
oligosymptomatisch
Dysthymia
(ICD-10 F34.1)
Die folgenden Diagnosen hätten keinen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit:
Adeno
-Karzinom der Prostata mit Erstdiagnose im Oktober 2012
rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig remittiert (ICD-10 F33.4)
arterielle Hypertonie mit
hypertonem
Blutdruckwert in der Exploration
Adipositas (BMI 34.6)
anamnestisch
Ingualhernie
linksseitig
anamnestisch
Hyperurikämie
Nagelmykose an beiden Grosszehen
gemäss Austrittsbericht des
J._
vom 2
3.
Januar 2013: koronare Herzkrankheit
hyperdense
Läsion am
Oberpol
der linken Niere
Lebersteatose mit zwei Leberläsionen
Vitamin D-Mangel
Unklar bleibe die
inskünftige
Entwicklung der gesundheitlichen Situation in Bezug auf das Prostatakarzinom, welches im Januar 2013 operiert worden sei. Der Verlauf dieser Erkrankung könne nicht vorausgesehen werden; eine diesbe
zügliche Verminderung der Arbeitsfähigkeit könne für die Zukunft nicht aus
geschlossen werden (
S
. 14).
5.2
Aus den gestellten Diagnosen im internistischen und onkologischen Fachgebiet resultiere aktuell keine Arbeitsunfähigkeit. Die Abklärungen im rheumatologi
schen Fachgebiet hätten ergeben, dass der Beschwerdeführer an chronischen Beschwerden, insbesondere im Bereich des unteren Rückens und beider Schul
tergelenke, leide. Diese hätten sich im Verlauf der letzten zwanzig Jahre stetig verschlimmert und 2006 zum Ausscheiden aus dem Berufsleben geführt. Eine deutliche körperliche Minderbelastbarkeit sei belegt. Das Hantieren von Gewichten sei nur noch im körperlich leichten bis mittelschweren Bereich mög
lich. Vergleiche man dieses Ergebnis mit den Resultaten der ersten EFL von 2007, so ergebe sich eine erhebliche Abnahme der körperlichen Leistungsfähig
keit, welche auf zunehmende degenerative Veränderungen vor allem im Bereich der unteren Lendenwirbelsäule (LWS), der
HWS
und beider Schultergelenke zurückzuführen sei (
S
. 14 f.). Deshalb seien praktisch alle statischen Belastbar
keiten aktuell deutlich bis stark eingeschränkt. Die meisten Körperpositionen könne der Beschwerdeführer nur noch bis maximal drei Stunden pro Tag ein
nehmen. Knien und Knie beugen sei ihm nur noch selten möglich. Nebst den zunehmenden degenerativen Veränderungen spielten auch der physiologische Altersprozess und zusätzlich ein
e körperliche
Dekonditionierung
aufgrund der körperlichen Inaktivität im Rahmen der dauerhaften Berufsaufgabe und der Notwendigkeit der Prostataoperation eine Rolle. Da von diesen Faktoren einzig die körperliche
Dekonditionierung
therapeutisch beeinflussbar sei, müsse die Ausprägung der aktuellen Minderbelastbarkeit als weitgehender Endzustand angesehen werden (
S
. 15 oben).
5.3
In der angestammten Tätigkeit als Schweisser sei der Beschwerdeführer nicht mehr arbeitsfähig. Für leidensangepasste Tätigkeiten sei seine Arbeitsfähigkeit aus rheumatologischer Sicht eingeschränkt: Die erhobenen Einschränkungen in statischen Körperpositionen hätten eine Beschwerdezunahme im Tagesverlauf zur Folge, welche nur durch eine Verkürzung des Arbeitstages aufgefangen werden könne. Darüber hinaus bestehe die Notwendigkeit, vermehrte
Kurzpau
sen
während des verkürzten Arbeitstages einzulegen. In der rein rheumatologi
schen Beurteilung bestehe zusammenfassend für eine körperlich leichte bis mittelschwere wechselbelastende Tätigkeit eine Arbeitsfähigkeit von 65
%
. Diese Arbeitsfähigkeit sei durch die möglichen medizinischen Massnahmen nicht wesentlich verbesserbar, diese seien jedoch sinnvoll, um den aktuellen Zustand zu erhalten (S. 15 Mitte).
Zum Zeitpunkt der Befunderhebung im Institut
E._
im Jahr 2007 sei der Gesundheitszustand des Beschwerdeführers im rheumatologischen Fachgebiet besser gewesen und es habe sich auch eine deutlich bessere Leistungsfähigkeit gezeigt. Die damaligen Befunde würden sich jedoch bezüglich der funktionellen Leistungseinschränkung und der körperlichen Befunde mit den aktuellen Erhe
bungen decken. Die damalige Beurteilung erscheine auch heute noch als realis
tische Abbildung des damaligen Gesundheitszustandes des Beschwerdeführers. Die orthopädische Begutachtung durch das
Z._
sei aufgrund der Wertung bildgebender Befunde und anhand einer medizinisch-theoretischen
Leistungs
einschätzung
mittels Anamnese und klinischer Untersuchung erfolgt. Eine EFL sei im Jahr 2010 nicht durchgeführt worden. Nicht berücksichtigt worden sei im Gutachten des
Z._
der Umstand, dass sich verschiedene
Leistungseinschrän
kungen
in einer Arbeitstätigkeit oft kumulierten und hieraus resultiere, dass formulierte Belastbarkeitsprofile mit den Anforderungen einer Arbeitsstelle oft nicht in Übereinstimmung gebracht werden könnten (S. 15 unten).
5.4
Im psychiatrischen Fachgebiet müsse nach durchgemachten rezidivierenden depressiven Störungen aktuell die Diagnose einer
Dysthymie
gestellt werden. Es fänden sich einzelne depressive Symptome, welche jedoch nicht kontinuierlich, sondern phasenweise aufträten und
dem Beschwerdeführer
deshalb erlaubten, verschiedenen Aktivitäten nachzugehen. Diese Erkrankung entwickle sich häu
fig im fortgeschrittenen Lebensalter im Anschluss an eine Depression, dauere in der Regel lange und sei psychotherapeutisch schwierig zu behandeln. Die Betroffenen seien in der Regel vulnerabler für die Ausbildung erneuter depressi
ver Episoden, beispielsweise bei psychosozialen oder beruflichen Belastungen. Somit komme der Diagnose der
Dysthymie
ein Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit zu. Die dadurch bedingte Einschränkung betrage 30
%
(S. 15 unten f.).
Rückwirkend betrachtet habe erstmals im Jahr 1994 eine depressive Episode bestanden, welches sich unter medikamentöser Therapie wieder zurückgebildet habe. Dadurch sei eine Arbeitsfähigkeit von 100
%
erreicht worden. In der Folge seien verschiedene depressive Episoden dokumentiert. Wenig Erwähnung finde jedoch die Tatsache, dass der Beschwerdeführer zwischen diesen zwar weitge
hend funktioniert habe, aber kaum bis nie symptomfrei gewesen sei (S.
16 Mitte).
5.5
In der Schlussbesprechung habe eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit in einer leidensangepassten Tätigkeit in Höhe von insgesamt 40
%
resultiert. Die zumutbare tägliche Arbeitszeit in einer körperlich leichten bis mittelschweren Tätigkeit betrage somit 5 Stunden. Den psychiatrischen und rheumatologischen Gesundheitsstörungen komme ein gewisser additiver Einfluss zu, welchen man mit der
Dysthymie
als Ausdruck einer chronisch depressiven Erkrankung und der hierdurch verminderten Möglichkeit, die durch die rheumatologischen Diag
nosen und Befunde begründeten Schmerzen zu bewältigen, begründe (S. 16 unten).
Somatisch ergebe sich
eine Zunahme der schon im November 2007 bestehenden Beschwerden
mit einer Ausbreitung der Rückenbeschwerden auf den ganzen
Rücken und einer Abnahme der körperlichen Leistungsfähigkeit. Ebenso sei es zu einer leichten Akzentuierung der Schulterbeschwerden gekommen. Im psy
chiatrischen Fachgebiet werde einheitlich die Diagnose einer Depression beschrieben. Der Ausprägungsgrad werde im Verlauf unterschiedlich beurteilt. Heute sei die Depression nicht mehr zu diagnostizieren, es bestehe jedoch eine
Dysthymie
. Es sei davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer auch in Phasen der Remission nie wirklich symptomfrei gewesen sei. Die Vulnerabilität für das Wiederauftreten einer Depression sei und bleibe erhöht. Als zusätzliche Diag
nose bestehe aktuell ein Prostatakarzinom, dem momentan kein Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit zukomme (S. 18).
Eine rezidivierende depressive Störung wirke sich negativ auf die Fähigkeit eines Menschen aus, körperliche Schmerzen auszuhalten und ein entsprechen
des Leistungsniveau über einen Arbeitstag oder eine Arbeitswoche aufrecht zu erhalten. Es sei dem Beschwerdeführer somit zuzubilligen, dass es ihm auch bei Aufbietung allen guten Willens nicht immer möglich sei, seine körperlichen Ressourcen voll auszuschöpfen. Deshalb werde die behinderungsangepasste Arbeitsfähigkeit auf 60
%
geschätzt (S. 18 unten f.).
Zusammenfassend deckten sich die im Jahr 2007 im Zentrum
E._
erhobenen Befunde mit den aktuellen Erhebungen. Damals habe sich ein besserer Gesund
heitszustand
mit besserer Leistungsfähigkeit
gezeigt. Die im
E._
-
Gutachten getroffenen Aussagen hätten den damaligen Gesundheitszustand des Beschwer
deführers realistisch abgebildet. An der orthopädischen Beurteilung durch das
Z._
aus dem Jahr 2010 sei zu kritisieren, dass die Überlegungen in Bezug auf das Belastbarkeitsprofil des Beschwerdeführers rein medizinisch-theoretisch erfolgt seien. Die sich daraus ergebende Zumutbarkeitsbeurteilung neige dazu, die Fähigkeiten, Lasten zu hantieren, eher zu unterschätzen, und die Fähigkeit der Toleranz von statischen Belastungen eher zu überschätzen. Weiter sei das formulierte Belastbarkeitsprofil im orthopädischen Fachgebiet kaum mit den Anforderungen an der angestammten Arbeitsstelle
in Übereinstimmung zu bringen (
S. 19).
5.6
Im
rheumatologische
n
Teilgutachten (
Urk.
34/2) wurde
z
ur zeitlichen Entwick
lung der Arbeitsunfähigkeit fest
gehalten
, dass das aktuelle Belastbarkeitsprofil eine deutliche Verschlechterung gegenüber dem ersten Profil des
E._
im Jahr 2007 aufzeige. Die Dokumentation der Befunde und die anamnestischen Anga
ben des Beschwerdeführers liessen diese Zustandsverschlechterung plausibel erscheinen. Der genaue Zeitpunkt, ab wann die heutige Einschränkung gelte, sei schwierig festzuhalten. Spätestens ab dem Datum der Begutachtung, mithin ab April 2013, sei von der heutigen Belastbarkeit auszugehen. Die Leistungsfähig
keit habe seit 2007 langsam und allmählich abgenommen,
wobei der exakte Verlauf der Abnahme der körperlichen Leistungsfähigkeit nicht mehr nachge
zeichnet werden könne.
Anzunehmen sei, dass das heutige Ausmass der körper
lichen Leistungseinschränkung erst durch die Folgen der Prostata-Operation im Januar 2013 aufgetreten sei (S. 19 oben). Im Laufe der letzten acht Jahre seien in regelmässigen Abständen bildgebende Verfahren durchgeführt worden, die ein leichtes Fortschreiten degenerativer Veränderungen im Bereich des unteren Rückens und der Schultergelenke ausweisen würden. Diese bildgebend feststell
baren Veränderungen gingen auch mit einer effektiven Beschwerdezunahme einher (S. 21 Mitte).
Anlässlich der EFL
sei
keine Symptomausweitung festgestellt
worden
. Die beo
bachtete Belastbarkeit entspreche einer leichten bis mittelschweren wechselbe
lastenden Tätigkeit von höchstens sechs Stunden täglich mit zusätzlichen Pau
sen von einer Stunde pro Tag (
Urk.
34/3 S. 2 Mitte).
5.7
Dr.
B._
führte mit Schreiben vom
7.
September 2013 zuhanden des Rechts
vertreters des Beschwerdeführers aus, es sei eine rezidivierende depressive Störung in eine andauernde depressive Störung übergegangen; die depressive Störung sei keinesfalls remittiert. Der Beschwerdeführer trage sein Leiden mit Fassung, weshalb die depressive Symptomatik auf den ersten Blick als leicht erscheine. Bei kleinsten An- und Aufforderungen reagiere er jedoch mit Zeichen einer massiven Überforderung, die nicht unter
Dysthymie
kodiert werden könnten. Er sei psychisch deutlich vermindert belastbar und schnell ermüdbar. Seine Arbeitsfähigkeit betrage höchstens 50
%
, mit wahrscheinlich deutlich her
abgesetzter Leistung (
Urk.
43).
6
.
6
.1
Das Gericht erachtete die Einholung eines Gerichtsgutachtens als notwendig, da die Berichte der behandelnden Ärzte
Dr.
B._
und
Dr.
D._
,
welche je von einer Restarbeitsfähigkeit von 50
%
ausgingen, und das Gutachten des
Z._
,
wonach der Beschwerdeführer von Dezember 2008 bis Juni 2009 zu 75
% und ab Juli 2009 zu 90
%
leidensangepasst arbeitsfähig sei,
sich
wider
sprechen
d
und keine dieser Einschätzungen als klar überzeugender erschien. Dies insbesondere,
da
Dr.
B._
ihre Beurteilung im Wesentlichen damit begründete, dass der Beschwerdeführer in einer wechselbelastenden Tätigkeit ohne repetitives Handhaben von Gewichten und ohne Zwangspositionen zu 50
%
arbeitsfähig sei (Bericht vom
3.
Januar 2009; vgl. vorstehend
4.1
). Dabei handelt es sich jedoch um organisch verursachte Einschränkungen, was sich grundsätzlich nicht mit den von
Dr.
B._
gestellten psychiatrischen Diagnosen vereinbaren lässt und deren Beurteilung im Übrigen nicht in das Fachgebiet der Psychiatrie fällt. Dies gilt auch für den Bericht von
Dr.
B._
vom 3
1.
Januar 2009 (vgl. vorstehend E.
4.4
). Soweit
Dr.
B._
einen allfälligen Zusammenhang zwischen (
Belastungs
)Schmerz und psychischer Beeinträchtigung aufzeigen wollte, so wurde dies nicht in genügend schlüssiger Weise begründet, als dass auf ihre Einschätzung der
Rest
arbeitsfähigkeit
entscheidwesentlich
hätte
abgestellt werden könne
n
. Die weite
ren Stellung
nahmen von
Dr.
B._
vom 1.
Dez
ember 2010 (vgl. vorste
hend E. 4.8
) und vom
7.
Septem
ber 2013 (vgl. vorstehend E. 4.12
) vermögen zudem mangels Anamnese, Befunderhebung und Untersuchungsergebnissen den
praxisge
mässen
Anforderungen an einen Arztbericht nicht zu entsprechen (vgl. vor
stehend E. 1.4).
Dr.
D._
vermochte entsprechend seinem Fachgebiet
der Allgemeinmedizin
lediglich die Auswirkungen der somatischen, nicht jedoch der psychischen Beeinträchtigung
des Beschwerdeführers
zu beurteilen, weshalb seine Ein
schätzung einer 50%igen Restarbeitsfähigkeit (Berichte vom 1
4.
Jan
uar 2009; vgl. vorstehend E. 4.2
, und vom
4.
und
6.
Febru
ar 2009; vgl. vorstehend E. 4.5
) nicht auf einem Gesamtbeschwerdebild beruht und unvollständig ist.
Die Ärzte der Klinik
F._
nahmen
,
dem Zweck eines Austrittsberichts entspre
chend
,
keine nachhaltige Beurteilung der Arbeitsfähigkeit des Beschwerde
führers vor (vgl. vorstehend E. 4.
3
).
Im
Z._
-
Gutachten wurde das Gutachten des
E._
vom
8.
Juni 2007, worauf sich die Beschwerdegegnerin bei der ursprünglichen Rentenverneinung stützte, nicht berücksichtigt (vgl.
Urk.
10/53/9 unten, wonach sich keine ausführliche Dokumentation des somatischen Gesundheitsschadens im Jahr 2007 in den Unterlagen befinde; sowie
Urk.
10/53/11 unten
und
Urk.
10/65). Damit
wurde
die Aussagekraft des
Z._
-
Gutachtens zur Frage der Veränderung des
Invali
ditätsgrades
des Beschwerdeführers seit 2007 wesentlich vermindert. Dass
Dr.
I._
nachträglich zum
E._
-
Gutachten Stell
ung nahm (vgl. vorstehend E. 4.10
), vermag diesen Mangel nicht zu beheben. Zudem stammt das
Z._
-
Gutachten aus dem Jahr 2010, weshalb es im Zeitpunkt der hier angefochtenen Verfügung vom 1
6.
Mai 2012 nicht mehr genügend aktuell war.
Aufgrund dieser medizinischen Aktenlage war somit nicht genügend überprüf
bar, ob sich der Invaliditätsgrad des Beschwerdeführers seit dem 29.
November 2007 anspruchserheblich geändert hat.
6
.2
Das vom Gericht in Auftrag gegebene Gutachten des
A._
vom 2
6.
Juni 2013 erging unter Berücksichtigung sämtlicher Akten und Beschwerden, nach Erhe
bung der vollständigen Anamnese und nach Durchführung umfassender Untersuchungen. Die Gutachter nahmen auch eine Würdigung der bisherigen Akten vor. Das Gutachten genügt damit den praxisgemässen Anforderungen an einen Arztbericht (vgl. vorstehend E. 1.4). Die Gutachter legten dar, dass die körperliche Leistungsfähigkeit des Beschwerdeführers seit der EFL im Jahr 2007 infolge der zunehmenden degenerativen Veränderungen erheblich abgenommen habe (
Urk.
34/1 S. 14 unten f.). In der angestammten Tätigkeit bestehe keine Arbeitsfähigkeit mehr. In nachvollziehbarer Weise legten die Gutachter zudem dar, dass die
Dysthymie
des Beschwerdeführers Einfluss auf seine Arbeitsfähig
keit hat: Den psychiatrischen und rheumatologischen Gesundheitsstörungen komme ein gewisser additiver Einfluss zu, den die Gutachter mit der durch die chronische psychische Beeinträchtigung verminderten Möglichkeit der
Schmerz
bewältigung
begründeten (
Urk.
34/1 S.
16 unten). Dies wurde bereits durch
Dr.
B._
beobachtet, und auch Dr.
H._
hielt fest, dass beim Beschwer
de
führer schmerz- und depressionsfreie Zeiten äusserst selte
n seien (vgl. vorstehend E. 4.9
und Urk.
10/60 S. 2). Es erscheint nachvollziehbar und schlüssig, dass sich nach Beurteilung der Gutachter eine rezidivierende depres
sive Störung negativ auf die Fähigkeit eines Menschen auswirkt, körperliche Schmerzen auszuhalten und ein konstantes Leistungsniveau aufrecht zu erhal
ten. Die diagnostizierte
Dysthymie
besteht zusammen mit anderen Befunden, was rechtsprechungsgemäss invalidisierend wirken kann (vgl. das Urteil des Bundesgerichts
I 649/06 vom 1
3.
März 2007 E. 3.3.1).
Die Gutachter legten des
halb unter Berücksichtigung aller Umstände eine Restarbeitsfähigkeit von 60
%
fest. Davon ist auszugehen.
6.3
Hinsichtlich des Zeitpunktes des Eintritts der Verschlechterung hielten die Gut
achter fest, dass die Leistungsfähigkeit seit 2007 langsam und allmählich abge
nommen habe, wobei der exakte Verlauf nicht mehr nachgezeichnet werden
könne. Es sei anzunehmen, dass das heutige Ausmass der körperlichen
Leis
tungseinschränkung
erst durch die Folgen der Prostata-Operation im Januar 2013 aufgetreten sei. Gleichzeitig hielten die Gutachter aber fest, dass in den letzten acht Jahren regelmässig ein leichtes Fortschreiten der degenerativen Veränderungen bildgebend dokumentiert sei, die mit einer effektiven
Beschwer
dezunahme
einhergegangen seien (
Urk.
34/2 S. 21 Mitte). Auch sei der Beschwerdeführer in psychischer Hinsicht nie beschwerdefrei gewese
n (vgl.
Urk.
34/1 S. 16 Mitte).
D
ie verzögerte
rechtsgenügliche
Abklärung des Invaliditätsgrades des Beschwer
deführers
ist
im Wesentlichen auf die ungenügende Dokumentation im Rahmen der
Z._
-
Begutachtung vom Juni 2010 zurückzuführen. Dass dies erst im Beschwerdeverfahren verbessert wurde, hat nicht der Beschwerdeführer zu ver
treten. Es rechtfertigt sich deshalb, den Zeitpunkt der Verschlechterung auf das Datum der
Z._
-
Abklärung
im Juni 2010 zu legen.
7
.
7
.1
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss
Art.
16 ATSG in Verbindung mit
Art.
28a
Abs.
1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog.
Invalideneinkom
men
), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der
Einkom
mensvergleich
hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypo
thetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt (allgemeine Methode des
Einkommensver
gleichs
; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
7
.2
Für die Ermittlung des
Valideneinkommens
stellt sich die Frage, was der Beschwerdeführer aufgrund seiner beruflichen Fähigkeiten und persönlichen Umstände zu erwarten gehabt hätte, wenn er nicht invalid geworden wäre. Dabei entspricht es empirischer Erfahrung, dass die bisherige Tätigkeit im Gesundheitsfall weitergeführt worden wäre, weshalb Anknüpfungspunkt für die Bestimmung des
Valideneinkommens
häufig der zuletzt erzielte, der Teuerung sowie der realen Einkommensentwicklung angepasste Verdienst ist (RKUV 1993 Nr. U 168 S. 100 f. E. 3b).
Nach Angaben des ehemaligen Arbeitgebers des Beschwerdeführers hätte er im Jahr 2009 ohne Gesundheitsschaden
Fr.
64‘064.-- verdient (vgl.
Urk.
10/36/5
Ziff.
2.11). Unter Berücksichtigung der Lohnentwicklung von 0.7
%
(Bundesamt für Statistik, Entwicklung der Nominallöhne, der Konsumentenpreise und der Reallöhne 1976-2011, Nominallöhne Männer 2010) ergibt sich für das Jahr 2010 ein hypothetisches
Valideneinkommen
von
Fr.
64‘512.-- (
Fr.
64‘064.-- x 1.007).
7
.3
Für die Bestimmung des Invalideneinkommens ist primär von der beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte Person konkret steht. Ist kein solches tatsächlich erzieltes Erwerbseinkommen gegeben, namentlich weil die versicherte Person nach Eintritt des Gesundheitsschadens keine oder jedenfalls keine ihr an sich zumutbare neue Erwerbstätigkeit aufge
nommen hat, so können nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für Statistik periodisch herausgegebenen
Lohnstrukturerhebun
gen
(LSE) herangezogen werden (BGE 126 V 75 f. E. 3b/
aa
und
bb
, vgl. auch BGE 129 V 472 E. 4.2.1). Für die Invaliditätsbemessung wird praxisgemäss auf die standardisierten Bruttolöhne (Tabellengruppe A) abgestellt (BGE 129 V 472 E. 4.2.1 mit Hinweis), wobei jeweils vom so genannten Zentralwert (Median) auszugehen ist. Bei der Anwendung der Tabellengruppe A gilt es ausserdem zu berücksichtigen, dass ihr generell eine Arbeitszeit von 40
Wochenstunden zugrunde liegt, weshalb der massgebliche Tabellenlohn auf die entsprechende betriebsübliche Wochenarbeitszeit aufzurechnen ist (BGE 129 V 472 E. 4.3.2, 126 V 75 f. E. 3b/
bb
, 124 V 321 E. 3b/
aa
; AHI 2000 S. 81 E. 2a).
7
.4
Der im Durchschnitt aller Wirtschaftszweige von Männern in einfachen und repetitiven Tätigkeiten erzielte Lohn betrug im Jahr 2010
Fr.
4‘901.-- pro Monat (LSE 2010, Tab. TA 1, Total, Niveau 4) und somit
Fr.
58‘812.-- pro Jahr (
Fr.
4‘901.-- x 12). Angepasst an die seit 2008 übliche durchschnittliche Wochenarbeitszeit von 41.6 Stunden (www.bfs.ch) ergibt sich ein Jahreslohn von
Fr.
61'164.-- (
Fr.
58‘812.
-- :
40 x 41.6). Bei einer Restarbeitsfähigkeit von 60
%
sind dies
Fr.
36‘699.-- (
Fr.
61'164.-- x 0.6).
7
.5
Wird das Invalideneinkommen auf der Grundlage von statistischen Durch
schnitts
werten ermittelt, ist der entsprechende Ausgangswert allenfalls zu kürzen. Mit dem sogenannten Leidensabzug wurde ursprünglich berücksichtigt, dass versicherte Personen, welche in ihrer letzten Tätigkeit körperliche Schwer
arbeit verrichteten und nach Eintritt des Gesundheitsschadens auch für leichtere Arbeiten
nurmehr
beschränkt einsatzfähig sind, in der Regel das entsprechende durchschnittliche Lohnniveau gesunder Hilfsarbeiter nicht erreichen. Der ursprünglich nur bei Schwerarbeitern zugelassene Abzug entwickelte sich in der
Folge zu einem allgemeinen behinderungsbedingten Abzug, wobei die Recht
sprechung dem Umstand Rechnung trug, dass auch weitere persönliche und berufliche Merkmale der versicherten Person wie Alter, Dauer der Betriebszuge
hörigkeit, Nationalität oder Aufenthaltskategorie sowie Beschäftigungsgrad Aus
wirkungen auf die Höhe des Lohnes haben können. Ein Abzug soll aber nicht automatisch, sondern nur dann erfolgen, wenn im Einzelfall Anhalts
punkte dafür bestehen, dass die versicherte Person wegen eines oder mehrerer dieser Merkmale ihre gesundheitlich bedingte (Rest-)Arbeitsfähigkeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt nur mit unterdurchschnittlichem Einkommen ver
werten kann. Bei der Bestimmung der Höhe des Abzuges ist der Einfluss aller in Betracht fallenden Merkmale auf das Invalideneinkommen unter Würdigung der Umstände im Einzelfall gesamthaft zu schätzen und insgesamt auf höchstens 25
%
des Tabellenlohnes zu begrenzen (vgl. zum Ganzen BGE 126 V 75).
7
.6
Die Beschwerdegegnerin gewährte einen Abzug von 10
%
: Die eingeschränkte Leistungsfähigkeit sei mit der reduzierten Arbeitsfähigkeit bereits angemessen berücksichtigt. Ein Abzug von 10
%
könne gewährt werden, da der Beschwer
deführer nur noch ein Teilzeitpensum leisten könne und seine Anpassungs- und Umstellungsfähigkeit altersbedingt eingeschränkt sei (vgl.
Urk.
10/72).
Der gewährte Abzug erscheint jedoch als zu gering, da der Beschwerdeführer gemäss
A._
-
Gutachten selbst bei seinem Teilpensum von 60
%
vermehrt
Kurz
pausen
während des verkürzten Arbeitstages einlegen sollte und die meisten Körperpositionen nur noch bis maximal drei Stunden pro Tag einnehmen kann. Die zumutbare tägliche Arbeitszeit betrage fünf Stunden, womit der Beschwer
deführer sich auf Halbtagesstellen beschränken muss und seine Arbeitskraft nicht ganztägig anbieten kann. Unter diesen Umständen sowie unter Einbezug des Alters des Beschwerdeführers erweist sich die Verwertung seiner
Restar
beitsfähigkeit
als erschwert. Dem ist mit einem Abzug vom Tabellenlohn in Höhe von
20
%
Rechnung zu tragen.
Damit ergibt sich ein hypothetisches Invalideneinkommen von
rund
Fr.
29
‘
359
.-
- (
Fr.
36‘699.-- x 0.8).
7
.7
Der Vergleich des hypothetischen
Valideneinkommens
von
Fr.
64‘512.-- (vgl. vorstehend E.
7
.2) mit dem hypothetischen Invalideneinkommen von
Fr.
29
‘
35
9.-- ergibt eine Einbusse von
Fr.
3
5
‘1
53
.-- und damit einen
Invalidi
tätsgrad
von
54
.
49
%
oder gerundet 5
4
%
. Damit hat der Beschwerdeführer rückwirkend ab
1.
Juni 2010 (vgl. vorstehend E. 5.2) Anspruch auf eine halbe Rente.
Die angefochtene Verfügung
ist
somit
aufzuheben
, was zur teilweisen Gutheis
sung der Beschwerde führt.
8
.
8
.1
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem
Verfahrens
aufwand
und unabhängig vom Streitwert festzulegen (
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG) und auf
Fr.
1‘000.-- anzusetzen. Ausgangsgemäss sind sie den Parteien je zur Hälfte aufzuerlegen, wobei der Anteil des Beschwerdeführers zufolge Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung einstweilen auf die Gerichtskasse genommen wird.
8
.2
Die
K
osten für das eingeholte
A._
-
Gutachten in der Höhe von
insgesamt
Fr.
16‘744.35 (
Urk.
55/1-6) sind, wie im Beschluss vom
3.
Dezember 2012 (
Urk.
14) festgehalten und rechtsprechungsgemäss vorgesehen (BGE 137 V 210 E. 4.4.2)
,
der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen.
8
.3
Mit Honorarnote vom 1
5.
Januar 2014 (
Urk.
15/2) machte der unentgeltliche Rechtsvertreter des Beschwerdeführers einen Aufwand von 16 Stunden sowie Barauslagen von
Fr.
133.-- geltend. Dies erscheint unter Berücksichtigung der Bedeutung der Streitsache und der Schwierigkeit des Prozesses (
§
34
Abs.
3 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht,
GSVGer
) als angemessen, weshalb er beim praxisgemässen Stundenansatz von
Fr.
200.-- (zuzüglich
MWSt
) mit insgesamt
Fr.
3‘600.-- (inkl. Barauslagen und
MWSt
) zu entschädigen ist. Dabei wird die Beschwerdegegnerin verpflichtet, dem unentgeltlichen Rechtsvertreter des Beschwerdeführers
hievon
die Hälfte, also
Fr.
1‘800.--, als reduzierte
Pro
zessentschädigung
zu bezahlen. Im weitergehenden Umfang von
Fr.
1‘800.-- wird Rechtsanwalt
Dr.
Largier
aus der Gerichtskasse entschädigt.