# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 3e9357a3-f34f-41d1-825c-884deb70657f
**Court:** GR_VG
**Chamber:** GR_VG_001
**Year:** 2021
**Language:** de
**Jurisdiction:** GR / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

I. Sachverhalt:
1. Am 22. September 2020, 23:13 Uhr, fuhr A._ mit dem
Personenwagen GR B._ auf der Hauptstrasse 28a in Richtung
Landquart. In Davos Laret wurde er innerorts bei signalisierter
Höchstgeschwindigkeit von 60 km/h mit überhöhter Geschwindigkeit von
einem Radargerät der Kantonspolizei Graubünden erfasst, nämlich nach
Abzug der Toleranz von 5 km/h mit 93 km/h, was einer
Geschwindigkeitsüberschreitung von 33 km/h entspricht. A._ wies
zum Zeitpunkt der Geschwindigkeitsübertretung folgende Einträge im
Massnahmenregister auf: 
Verfügende Behörde
Massnahme Ablauf Schweregrad der Widerhandlung
04.11.2004 GR Verwarnung - leicht
13.07.2005 GR Entzug 1 Mt. 12.11.2005 leicht
28.06.2006 GR Entzug 4 Mte. 11.09.2006 schwer
31.01.2007 GR Entzug 12 Mte. 11.04.2008 schwer
11.06.2008 GR Entzug unbestimmte Zeit, mind. zwei Jahre, ab 30.08.2008
- schwer
27.09.2010 GR Wiederzulassung nach Ablauf der zweijährigen Sperrfrist (29.08.2010)
07.09.2010 -
06.07.2011 GR Entzug für immer ab 06.10.2011
- mittel
29.09.2016 GR Wiederzulassung mit Auflagen nach fünf Jahren
05.10.2016 -
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15.05.2020 GR Verwarnung - leicht
2. Das Strassenverkehrsamt des Kantons Graubünden (SVA GR) eröffnete
am 26. Oktober 2020 ein Administrativverfahren gegen A._ und
gewährte ihm das rechtliche Gehör. Aufgrund der Eintragungen im
Massnahmenregister entzog es A._ den Führerausweis im Sinne
einer superprovisorischen Massnahme mit sofortiger Wirkung.
3. Mit Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Graubünden vom 18. November
2020 wurde A._ in Anwendung von Art. 27 Abs. 1 und Art. 32 Abs. 1
i.V.m. Art. 90 Abs. 2 Strassenverkehrsgesetz (SVG; SR 741.01) der
groben Verletzung der Verkehrsregeln schuldig gesprochen und zu einer
Geldstrafe von 65 Tagessätzen zu je CHF 80.00, bedingt aufgeschoben
mit einer Probezeit von drei Jahren, sowie zu einer Busse von
CHF 1'000.00 verurteilt. Dieser Strafbefehl ist unangefochten in
Rechtskraft erwachsen.
4. Das SVA GR entzog A._ mit Verfügung vom 14. Januar 2021 den
Führerausweis für sämtliche Kategorien, Unterkategorien und
Spezialkategorien für immer ab dem 27. Oktober 2020, wobei ein Gesuch
um Aufhebung dieser Massnahme frühestens nach Ablauf von fünf Jahren
erfolgen kann. Seinen Entscheid begründete das SVA GR damit, dass
A._ zweifellos als unverbesserlich bezeichnet werden müsse, weil er
innerhalb von knapp vier Jahren seit Wiederzulassung zum motorisierten
Strassenverkehr erneut eine schwere Verkehrswiderhandlung begangen
habe, und das mit bereits stark getrübtem automobilistischem Leumund.
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5. Die dagegen erhobene Beschwerde vom 15. Februar 2021 wies das
Departement für Justiz, Sicherheit und Gesundheit unter Auferlegung der
Verfahrenskosten mit Entscheid vom 17. März 2021 ab.
6. Gegen diesen Entscheid erhob A._ (nachfolgend Beschwerdeführer)
am 3. Mai 2021 Beschwerde beim Verwaltungsgericht des Kantons
Graubünden. Darin verlangt er die Aufhebung des angefochtenen
Entscheids und den Entzug des Führerausweises für sechs Monate ab
dem 27. Oktober 2020; subsidiär sei der angefochtene Entscheid zur
Durchführung eines verkehrspsychologischen Gutachtens an die
Vorinstanz zurückzuweisen, eventualiter sei der Entscheid an die
Vorinstanz zurückzuweisen, alles unter Kosten- und Entschädigungsfolge
zu Lasten der Vorinstanz, auch für das vorinstanzliche Verfahren. Weiter
beantragt der Beschwerdeführer die Durchführung einer mündlichen
Gerichtsverhandlung. Er rügt zunächst die Verletzung des rechtlichen
Gehörs, weil im angefochtenen Entscheid seine Vorbringen betreffend
Erforderlichkeit und Zumutbarkeit der Massnahme nicht behandelt worden
seien. Weiter rügt er eine Verletzung des Grundsatzes der
Verhältnismässigkeit, würde der verfügte Führerausweisentzug doch den
Verlust seiner Arbeitsstelle und damit Arbeitslosigkeit nach sich ziehen,
die Betreuung seines beeinträchtigten Bruders verunmöglichen und die
Kontaktmöglichkeiten mit seiner Tochter stark einschränken. Das
öffentliche Interesse an der Verkehrs-
sicherheit überwiege seine sehr stark betroffenen privaten Interessen
nicht. Im Übrigen könne er allein aufgrund der Aktenlage nicht als
unverbesserlich eingestuft werden; hierfür bedürfte es, wenn schon, eines
aktuellen verkehrspsychologischen Gutachtens, auf das fast fünf Jahre
alte Gutachten könne jedenfalls nicht mehr abgestellt werden. Schliesslich
seien die Bestrebungen der Politik zu berücksichtigen, wonach der
Bundesrat mit der Anpassung des Strassenverkehrsgesetzes die im
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Rahmen der 'Via sicura' eingeführten Rasermassnahmen so ausgestalten
wolle, dass ungewollte Härtefälle vermieden würden.
7. In seiner Vernehmlassung vom 20. Mai 2021 beantragte das Departement
für Justiz, Sicherheit und Gesundheit (nachfolgend Beschwerdegegner)
die kostenfällige Abweisung der Beschwerde. Für die Begründung seiner
Anträge verwies der Beschwerdegegner auf den angefochtenen
Entscheid, hob aber nochmals hervor, dass der Beschwerdeführer mit der
vom Strassenverkehrsamt verfügten Massnahme jemandem gleichgestellt
werde, der im Kaskadensystem der Ausweisentzüge erst mit der
vorliegend zu beurteilenden Widerhandlung die höchste bzw. letzte Stufe
erreiche, was mit Blick auf die Gleichbehandlung korrekt sei.
8. In seiner Replik vom 2. Juni 2021 vertiefte der Beschwerdeführer seinen
Standpunkt. Der Beschwerdegegner verzichtete mit Schreiben vom
7. Juni 2021 auf eine Duplik.
9. Am 15. Juni 2021 reichte der beschwerdeführerische Rechtsvertreter
seine Honorarnote ein. Der Beschwerdegegner verzichtete am 21. Juni
2021 auf eine Stellungnahme dazu.

## Considerations

II. Das Gericht zieht in Erwägung:
1.1. Anfechtungsobjekt bildet im vorliegenden Verfahren die Verfügung des
Beschwerdegegners vom 17. März 2021. Art. 49 Abs. 1 lit. c des Gesetzes
über die Verwaltungsrechtspflege (VRG; BR 370.100) sieht vor, dass das
Verwaltungsgericht Beschwerden gegen Entscheide der kantonalen
Departemente beurteilt, soweit diese nicht nach kantonalem oder
eidgenössischem Recht endgültig sind oder bei einer anderen Instanz
angefochten werden können. Die Verfügung des Beschwerdegegners ist
weder endgültig noch kann sie bei einer anderen Instanz angefochten
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werden, weshalb sie ein taugliches Anfechtungsobjekt darstellt. Als
Adressat der Verfügung ist der Beschwerdeführer zudem berührt und
weist ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung auf (Art. 50 VRG).
Daher ist auf die im Übrigen form- und fristgerecht eingereichte
Beschwerde einzutreten.
1.2. Zur Kognition (Überprüfungsbefugnis) des Gerichts ist festzuhalten, dass
sich die Kontrollbefugnis des Verwaltungsgerichts aus Art. 51 Abs. 1 VRG
herleitet, wonach mit der Beschwerde Rechtsverletzungen einschliesslich
Überschreitung oder Missbrauch des Ermessens (lit. a) sowie unrichtige
oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts
(lit. b) geltend gemacht werden können. Letzteres macht der
Beschwerdeführer sinngemäss beim Thema der Verhältnismässigkeit (s.
nachfolgend E.4) geltend, indem er vorbringt, die Vorinstanz hätte nicht
auf das verkehrspsychologische Gutachten aus dem Jahre 2016 abstellen
dürfen, sondern hätte ein neues Gutachten erstellen lassen müssen, was
er denn auch subsidiär beantragt.
1.3. Der Beschwerdeführer beantragt die Durchführung einer mündlichen
Verhandlung. Nach Art. 6 Ziff. 1 der Europäischen
Menschenrechtskonvention (EMRK; SR 0.101) hat jedermann Anspruch
darauf, dass seine Sache öffentlich von einem unabhängigen und
unparteiischen Gericht gehört wird, das über zivilrechtliche Ansprüche und
Verpflichtungen oder über die Stichhaltigkeit einer strafrechtlichen
Anklage zu entscheiden hat. Nach der Rechtsprechung des
Bundesgerichts ist der Entzug des Führerausweises zu Warnzwecken ein
Entscheid über die Stichhaltigkeit einer strafrechtlichen Anklage im Sinne
von Art. 6 Ziff. 1 EMRK, mit der Folge, dass der Betroffene Anspruch auf
eine öffentliche mündliche Verhandlung hat (vgl. BGE 133 II 331 E.4.2,
121 II 22 E.2a; Urteile des Bundesgerichts 1C_520/2016 vom 16. Februar
2017 E.3.1, 6A.48/2002 vom 9. Oktober 2002 E.7.4.2). Demgegenüber
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verleiht der Sicherungsentzug keinen derartigen Anspruch, soweit
jedenfalls der Führerausweis nicht – wie bei Berufschauffeuren –
unbedingt zur Berufsausübung notwendig ist, und das Gericht somit nicht
über zivilrechtliche Ansprüche und Verpflichtungen zu entscheiden hat.
Wer sein Fahrzeug lediglich benutzt, um sich an seinen Arbeitsort zu
begeben, kann sich somit nicht auf Art. 6 Ziff. 1 EMRK berufen (vgl. BGE
122 II 464 E.3b und c; Urteile des Bundesgerichts 1C_520/2016 vom
16. Februar 2017 E.3.2, 6A.48/2002 vom 9. Oktober 2002 E.7.4.2 [nicht
publ. in: BGE 129 II 82]; RÜTSCHE, in: NIGGLI/PROBST/WALDMANN [Hrsg.],
Basler Kommentar zum SVG, Basel 2014, Vor Art. 16–17a Rz. 50 f.). Die
Konventions-, Verfassungs- und Verfahrensgarantien gemäss Art. 6 Ziff. 1
EMRK sind einzig und ausschliesslich auf den Warnentzug (mit
Strafcharakter) anwendbar; hingegen sind sie auf den hier zur Diskussion
stehenden Sicherungsentzug (mit Administrativ-/Vorsorgecharakter; aber
ohne Straf-/Pönalcharakter) nicht übertragbar. Entsprechend sind die
zentralen Grundsätze des Strafrechts und Strafprozessrechtes – wie im
Besonderen hier der Anspruch auf die Durchführung einer öffentlichen
Hauptverhandlung – gemäss Art. 6 Ziff. 1 EMRK gerade nicht anwendbar,
zumal der entzogene Führerausweis auch im zivilrechtlichen Sinne (civil
rights) nicht unbedingt zur Berufsausübung des Beschwerdeführers
notwendig war, da dieser weder als Berufschauffeur noch als Taxifahrer
seinen beruflichen Lebensunterhalt bestreitet (vgl. dazu das Urteil des
Verwaltungsgerichts des Kantons Graubünden [VGU] U 13 20 E.2b mit
zahlreichen Hinweisen auf die einschlägige Literatur und
Rechtsprechung). Damit besteht vorliegend auch kein Anspruch auf eine
mündliche Verhandlung. Demgemäss kann ohne Rechtsnachteil für die
Parteien auf eine mündliche Verhandlung laut Begehren des
Beschwerdeführers verzichtet und das Verfahren – wie grundsätzlich von
Gesetzes wegen vorgesehen – schriftlich durchgeführt werden (vgl.
Art. 44 VRG).
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2.1. Das Verwaltungsgericht legt seinem Urteil den Sachverhalt zugrunde, den
die Vorinstanz festgestellt hat. Im vorliegenden Fall hat der
Beschwerdeführer den Strafbefehl der Staatsanwaltschaft des Kantons
Graubünden vom 18. November 2020 akzeptiert. Da die
Verkehrsregelverletzung vom 22. September 2020 nicht bestritten wird,
kann auf den Beizug des Strafbefehls und weiterer Akten der
Staatsanwaltschaft verzichtet werden.
2.2. Dem Antrag des Beschwerdeführers auf Zurückweisung der
Angelegenheit an die Vorinstanz zwecks Einholung eines aktuellen
Verkehrspsychologischen Gutachtens ist aus nachfolgenden Gründen
nicht stattzugeben: Zum einen sieht das Gesetz direkt die Sanktion mit
einer Sperrfrist vor, wobei eben erst nach Ablauf derselben ein solches
Gutachten zulässig ist, und zum anderen hat das Gutachten aus dem
Jahre 2016 insofern Geltung für die Zukunft, als es darauf hinweist, dass
dem Beschwerdeführer die Fahreignung abzusprechen sei, wenn er
wiederum eine schwere
Widerhandlung gegen das Strassenverkehrsgesetz begehen würde
(s. beschwerdegegnerische Akten [Bg-act.] I/16). Wenn die Vorinstanz auf
das bei den Akten liegende Gutachten von 2016 abgestellt hat, so ist dies
demnach nicht zu beanstanden.
2.3. Erstellt ist vorliegend auch, dass mit der Verkehrsregelverletzung vom
22. September 2020 gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung eine
schwere Widerhandlung im Sinne von Art. 16c Abs. 1 lit. a SVG vorliegt: Innerorts Ausserorts/
Autostrasse Autobahn Art der Widerhandlung
1–15 km/h 1–20 km/h 1–25 km/h Ordnungswidrigkeit (Anhang 1 Ziff. 303 OBV)
16–20 km/h 21–25 km/h 26–30 km/h Leichte Widerhandlung (Art. 16a Abs. 1 lit. a SVG)
21–24 km/h 26–29 km/h 31–34 km/h Mittelschwere Widerhandlung
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(Art. 16b Abs. 1 lit. a SVG) > 25 km/h > 30 km/h > 35 km/h Schwere Widerhandlung
(Art. 16c Abs. 1 lit. a SVG)
(vgl. dazu BGE 133 II 331 E.3.1, 132 II 234 E.3, 126 II 196 E.2a, 124 II 97
E.2b und 2c, Urteil des Bundesgerichts 1C_263/2011 vom 22. August
2011 E.2.5).
3.1. Der Beschwerdeführer rügt weiter, dass sein Anspruch auf rechtliches
Gehör verletzt worden sei, indem die Vorinstanz in ihrem Entscheid
lediglich auf Art. 16d Abs. 3 lit. a SVG und den Leumund verweise und
aufgrund der schweren Verkehrswiderhandlung innerhalb von fünf Jahren
nach Wiedererteilung des Führerausweises auf die Unverbesserlichkeit
des Beschwerdeführers schliesse. Mit Blick auf die angeordnete
Massnahme, den Führerausweis 'für immer' zu entziehen, sei dies
ungenügend. Insbesondere habe die Vorinstanz seine Vorbringen
betreffend Erforderlichkeit und Zumutbarkeit der Massnahme nicht
behandelt.
3.2. Der Beschwerdegegner äussert sich zu dieser Rüge nicht, sondern
verweist auf Erwägung 2 des angefochtenen Entscheides, wo er sich mit
dieser Rüge (betreffend die Amtsverfügung) befasst hat. Der
Beschwerdegegner hat dort auf Art. 22 VRG, subsidiär auf Art. 29 Abs. 2
der Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft (BV; SR
101), und den Mindestanspruch auf Begründung etc., verwiesen. Der
Betroffene solle dadurch in der Lage sein, die Tragweite der Entscheidung
zu beurteilen und sie in voller Kenntnis der Umstände an eine höhere
Instanz weiterzuziehen. Die Behörde sei aber nicht verpflichtet, sich zu
allen Rechtsvorbringen der Parteien zu äussern. Vielmehr könne sie sich
auf die für den Entscheid wesentlichen Gesichtspunkte beschränken. Es
genüge, wenn ersichtlich sei, von welchen Überlegungen sich die Behörde
habe leiten lassen (u.a. Verweis auf BGE 141 III 28 E.3.2.4). Weiter führt
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die Vorinstanz aus, dass an die Begründungspflicht höhere Anforderungen
gestellt würden, je weiter der den Behörden durch die anwendbaren
Normen eröffnete Entscheidungsspielraum und je komplexer die Sach-
und Rechtslage sei. Der Beschwerdegegner war dementsprechend der
Ansicht, dass die Verfügung des Strassenverkehrsamtes den
Beschwerdeführer in die Lage versetzt hätte, sich genaue Kenntnisse über
die zum Erlass der Verfügung führenden Gründe zu verschaffen, dass die
Begründung alle entscheidrelevanten Umstände miteinbezogen habe und
ersichtlich sei, von welchen Überlegungen sich die Behörde habe leiten
lassen. Dahingehend war für die Vorinstanz keine Verletzung des
rechtlichen Gehörs durch eine ungenügende Begründung ersichtlich. Eine
allfällige, der Verfügung des Strassenverkehrsamtes vom 7. Januar 2021
anhaftende Verletzung betrachtete die Vorinstanz aufgrund ihrer
umfassenden Kognitionsbefugnis als geheilt.
3.3. Vor dem Hintergrund dieser Ausführungen liegt nach Ansicht des Gerichts
keine Verletzung des rechtlichen Gehörs vor, zumal die Vorinstanz in
Erwägung 3a des angefochtenen Entscheids korrekt ausführt, dass
Art. 16d Abs. 3 lit. a SVG keinen eigenständigen Gehalt aufweise und nur
als Verweisungsnorm auf Art. 16b Abs. 2 lit. f und Art. 16c Abs. 2 lit. e SVG
aufgefasst werden könne (so auch RÜTSCHE/D'AMICO, in:
NIGGLI/PROBST/WALDMANN [Hrsg.], a.a.O., Art. 16d Rz. 59–61). Damit ist
gemäss dem Kaskadensystem von Art. 16 ff. SVG zu verfahren, welches
den rechtsanwendenden Behörden wenig Spielraum belässt. Die
Vorinstanz hat im Weiteren in Erwägung 3b des angefochtenen
Entscheids über 2 1⁄2 Seiten ausgeführt, aufgrund welcher Überlegungen
sie auf die Unverbesserlichkeit des Beschwerdeführers gemäss Art. 16
Abs. 3 SVG geschlossen hat, mit der zwingenden Folge eines
Führerausweisentzugs für immer. Eine zentrale Rolle spielte dabei das
verkehrspsychologische Gutachten der Psychiatrischen Dienste
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Graubünden (PDGR) vom 2. September 2016, in welchem die
charakterliche Fahreignung des Beschwerdeführers aus
verkehrspsychologischer Sicht im damaligen Moment unter Auflagen als
gegeben erachtet wurde, gleichzeitig jedoch deutlich gemacht wurde, dass
eine allfällige weitere schwere Widerhandlung im Strassenverkehr
bedeute, dass der Beschwerdeführer sich nicht gemäss seinem Vorsatz
verhalten könne und ihm dann die Fahreignung aus
verkehrspsychologischer Sicht abzusprechen sei. Diese klare Ansage der
PDGR lässt den anwendenden Behörden bei dem vorliegenden, ganz und
gar nicht komplexen Sachverhalt nur noch einen sehr beschränkten
Entscheidungsspielraum bei der Rechtsanwendung zu. Dies umso mehr
noch, als der Beschwerdeführer seit Wiedererteilung des schon einmal für
immer entzogenen Führerausweises (2011) im Mai 2020 wegen einer
Geschwindigkeitsübertretung innerorts auch schon hat verwarnt werden
müssen (vgl. Bg-act. I/18). Wie bereits in früheren Entscheiden gesehen,
entspricht die Rechtsanwendung des Kaskadensystems eher einer
logischen Operation (wenn x und y, dann z), womit der
Bundesgesetzgeber bewusst den Ermessensspielraum der
rechtsanwendenden Behörden hat begrenzen (wenn nicht gar
ausschalten) wollen. Aufgrund des Gesagten ergibt sich somit, dass der
Vorwurf der Verletzung des rechtlichen Gehörs unbegründet ist.
4.1. Der Beschwerdeführer bringt bezüglich der Verhältnismässigkeit des
verfügten Führerausweisentzuges vor, dass dieser für ihn den Verlust
seiner Arbeitsstelle und damit Arbeitslosigkeit nach sich ziehen würde.
Diese Behauptung unterlegt er mit einem Schreiben seiner aktuellen
Arbeitgeberin (s. beschwerdeführerische Akten [Bf-act.] 3 = Bg-act. II/1).
Weiter würde der Entzug des Führerausweises die Kontaktmöglichkeiten
mit seiner kleinen Tochter stark einschränken und schliesslich die
Betreuung seines beeinträchtigten Bruders verunmöglichen (s.
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Bestätigungsschreiben eines Elternteils des Beschwerdeführers, Bf-act. 4
= Bg-act. II/1). Die Geschwindigkeitsübertretung sei einer Unachtsamkeit
geschuldet, verstärkt durch den Umstand, dass dem Beschwerdeführer
diese Strecke bei früheren Fahrten als 80er-Strecke bekannt gewesen sei.
Zur Zeit der Geschwindigkeitsübertretung sei weder Verkehr noch Mensch
und Tiere zugegen gewesen, habe also keine Gefahrensituation
bestanden. Mit einem Führerausweis für immer werde er überproportional
und nicht rechtmässig bestraft. Sein letzter Führerausweisentzug datiere
aus dem Jahr 2011, also mehr als neun Jahre zurück. Das Bild des
unverbesserlichen, renitenten Wiederholungstäters, für den die
Bestimmung von Art. 16d Abs. 3 SVG geschaffen worden sei, treffe nicht
zu. Ein Ausweisentzug für immer sei nicht erforderlich für die
Gewährleistung der Verkehrssicherheit, habe sich der Beschwerdeführer
doch in den letzten neun Jahren – abgesehen von einer leichten
Widerhandlung (Anmerkung des Gerichts: und eben dieser schweren
Widerhandlung hier) – nichts zu Schulden kommen lassen; sein
automobilistischer Leumund sei einzig durch Verfehlungen im jungen
Erwachsenenalter getrübt. Wie bereits ausgeführt, sei der verfügte
Ausweisentzug auch nicht zumutbar.
4.2. Die Vorinstanz verweist dazu auf die Bemerkung im
verkehrspsychologischen Gutachten aus dem Jahre 2016, in welchem
dem Beschwerdeführer trotz gewisser Zweifel an seiner charakterlichen
Eignung der Führer-ausweis wiedererteilt wurde, allerdings unter Hinweis
darauf, dass eine erneute schwere Widerhandlung gegen das SVG
belege, dass die charakterliche Eignung für das Führen eines
Motorfahrzeuges im Strassenverkehr nicht gegeben sei. Vor diesem
Hintergrund sei es nicht notwendig, ein aktuelles Gutachten einzuholen.
Die Verhältnismässigkeit sei ohne Weiteres gegeben.
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4.3. Das Gericht schliesst sich der Argumentation des Beschwerdegegners an.
Bei der Anwendung von Art. 16d Abs. 3 SVG ist gesetzlich nicht
vorgesehen, zwingend ein aktuelles Gutachten einzuholen. Ausserdem
befasst sich das Gutachten aus dem Jahre 2016 auch mit einem Ausblick
in die Zukunft, nämlich, dass eine erneute schwere Widerhandlung den
Tatbeweis der Unverbesserlichkeit erbringe. Diese Folge ist nun
eingetreten und die Vorinstanzen haben damit korrekterweise Art. 16c
Abs. 2 lit. e SVG angewendet, welcher unter Verweis auf Art. 16c Abs. 2
lit. d und Art. 16b Abs. 2 lit. e SVG den Führerausweis 'für immer' entzieht,
wenn dieser in den vorausgegangenen fünf Jahren für unbestimmte Zeit,
mindestens aber für zwei Jahre, entzogen war. Die Vorinstanz weist auch
richtigerweise darauf hin, dass der vorliegende Fall des
Beschwerdeführers sogar noch eine Kaskadenstufe höher liege, indem bei
ihm der Führerausweis nach Art. 16b Abs. 2 lit. f SVG 'für immer', also
mindestens für fünf Jahre, entzogen war. Wichtig erscheint hier der
Wortlaut des Gesetzes, wonach der Ausweis 'entzogen war', was nicht
gleichbedeutend ist, mit 'entzogen wurde'. Der zeitliche Anknüpfungspunkt
erfolgt also bei Entzugsende und nicht bei Anordnung der Sanktion. In
diesem Kaskadensystem gibt es – wie bereits in früheren Fällen gesehen
– wenig Spielraum für eine Verhältnismässigkeitsprüfung, so auch hier
nicht. Jedenfalls fällt der Umstand, dass der Beschwerdeführer
möglicherweise seine Arbeitsstelle verliert, nicht entscheidend ins
Gewicht, zumal er zwar in seiner aktuellen Anstellung, aber nicht in seinem
Beruf, auf den Führerausweis angewiesen ist. Dass er zu seiner Tochter
und seinem Bruder ohne Führerausweis nur noch eingeschränkt Kontakt
haben kann, stellt auch keinen ausreichenden Grund dar, die Sanktion
abzuschwächen, und ist vom Beschwerdeführer hinzunehmen.
5. Der Beschwerdeführer verweist schliesslich auf die Absichten des
Bundesrates, das strenge Massnahmenpaket der 'Via sicura' dahingehend
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zu lockern, dass keine unnötigen Härtefälle entstehen. Diese Rüge kann
vorliegend nicht beachtet werden, weil die Behörden und auch das Gericht
die ihnen vorgetragenen Sachverhalte nach dem aktuell in Kraft
stehenden Recht und nicht nach künftigem Recht zu beurteilen haben.
6. Die Vorinstanzen haben den Beschwerdeführer als Folge der
unbestrittenen schweren Widerhandlung gemäss Art. 16c Abs. 1 lit. a SVG
in Anwendung des Kaskadensystems und unter Berücksichtigung des
verkehrs-psychologischen Gutachtens korrekt als 'unverbesserliche
Person' eingestuft und dessen Führerausweis gestützt auf Art. 16d Abs. 3
lit. a SVG für immer entzogen. Der angefochtene Entscheid erweist sich
damit als rechtens, was zu seiner Bestätigung und zur Abweisung der
dagegen als unbegründet erwiesenen Beschwerde vom 3. Mai 2021 führt.
7. Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Gerichtskosten gestützt auf
Art. 73 Abs. 1 VRG dem Beschwerdeführer aufzuerlegen. Die
Staatsgebühr wird dabei praxisgemäss auf CHF 1'500.00 (bei
Führerausweisentzug) festgesetzt. Eine aussergerichtliche
Entschädigung steht dem Beschwerdegegner nach Art. 78 Abs. 2 VRG
nicht zu, da er lediglich in seinem amtlichen Wirkungskreis obsiegt.