# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 9f10a6f7-51fa-4606-a879-aac2bdd9d4f3
**Court:** GR_KG
**Chamber:** GR_KG_006
**Year:** 2013
**Language:** de
**Jurisdiction:** GR / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

hat sich ergeben:
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I. Sachverhalt
A. Die am _1931 geborene Frau X._ ist verwitwet, kinderlos und lebt alleine in ihrem ehemaligen Haus. Nach mehreren Knochenbrüchen und Operationen ist sie auf eine Gehhilfe angewiesen. Das Haus verlässt sie nicht mehr und die sozialen Kontakte sind spärlich.
B. In der Folge kümmerte sich das Ehepaar AB._, insbesondere A._, um X._. Ihm gab sie sämtliche Vollmachten zwecks der Verwaltung ihres Vermögens und Einkommens. A._ erledigte für sie die administrativen und finanziellen Angelegenheiten.
C. Im Jahre 2007 überschrieb X._ ihr Haus an B._, wobei ihr ein lebenslanges Wohnrecht eingeräumt wurde. Im gleichen Jahr bezog A._ im Einverständnis mit X._ ihre nahezu ganzen Ersparnisse im Betrag von CHF 115‘000.00 und verwendete dieses Geld für die Errichtung eines eigenen Wäschereiunternehmens.
D. Die AHV-Rente von X._ in der Höhe von monatlich CHF 2‘340.00 verwaltet A._ und übergibt ihr jeweils CHF 600.00 bzw. 700.00 für ihre persönlichen Bedürfnisse (Essen, Coiffeur etc.). Mit der Zeit liess die Betreuungsintensität nach und der Unterhalt des Hauses durch A._ wurde vernachlässigt. A._ macht hierfür nach eigenen Aussagen seine starke berufliche Beanspruchung verantwortlich.
E. Aufgrund von Mitteilungen der Spitex (erstmals am 9. Januar 2013), welche X._ seit längerer Zeit betreut, und einer Nachbarin, gemäss welcher A._ X._ nicht gut behandle, eröffnete die Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde (KESB) Engadin/Südtäler ein Abklärungsverfahren. Dies wurde X._ mit Schreiben vom 18. Januar 2013 mitgeteilt.
F. In dessen Verlauf machten sowohl Frau C._, Putzhilfe und Vertraute, als auch der Hausarzt Dr. med. D._ negative Äusserungen über das Verhalten von A._ gegenüber X._. X._ teilte den Vertretern der KESB Engadin/Südtäler mehrfach mit, sie wolle sich aus der Abhängigkeit von A._ lösen und sie sei mit der Errichtung einer Beistandschaft einverstanden. Darüber wurde A._ sowohl schriftlich als auch anlässlich eines Gesprächs informiert. Gegen Ende März 2013 teilte X._ der KESB Engadin/Südtäler telefonisch mit, dass sie ihre Meinung geändert habe und die Errichtung einer
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Beistandschaft ablehne. Sie habe sich mit A._ ausgesprochen und er habe ihr versprochen, dass er sich wieder vermehrt um sie kümmern werde. Dabei blieb X._ auch anlässlich der Behördenanhörung der KESB Engadin/Südtäler vom 19. April 2013, an welcher auch A._ teilnahm.
G. Im Bericht vom 7. Februar 2013, welcher während des Verfahrens von der KESB Engadin/Südtäler bei Dr. med. D._ eingeholt wurde, kommt dieser zum Schluss, dass X._ absolut urteilsfähig sei. Sie realisiere nun aber, dass sie vom Ehepaar AB._ wahrscheinlich bewusst betrogen worden sei und sie habe Angst vor A._ und dessen Drohungen.
H. Die KESB Engadin/Südtäler entschied als Kollegialbehörde am 22. April 2013 wie folgt:
„1. Für X._ wird eine Beistandschaft errichtet.
2. Die Beiständin erhält die Aufgaben und Kompetenzen, X._ im Rahmen einer Vertretungsbeistandschaft (Art. 394 ZGB) in den nachfolgend aufgelisteten Bereichen zu beraten, zu unterstützen und soweit nötig bei allen damit verbundenen Handlungen (Administration, Rechtsverkehr) zu vertreten:
a. Vermögensverwaltung (Art. 395 ZGB): Verwaltung des gesamten Einkommens und Vermögens (insbesondere Bestreitung der Lebenskosten, Geltendmachen von Forderungen und Leistungsansprüchen, sorgfältige Verwaltung sämtlicher verwalteter Mobilien und Immobilien, Verkehr mit Banken, Post und ähnlichen Finanzinstituten);
b. Wohnen: stets für eine geeignete Wohnsituation bzw. Unterkunft für X._ besorgt zu sein;
c. Medizin und Gesundheit: unter Berücksichtigung einer allfälligen Patientenverfügung für das gesundheitliche Wohl von X._ sowie für hinreichende medizinische Betreuung zu sorgen (insbesondere Verkehr mit Ärzten und anderem medizinischen Betreuungspersonal, Prävention), wobei das Vertretungsrecht für medizinische Massnahmen bei Urteilsunfähigkeit (Art. 378 Abs. 1 Ziff. 2 ZGB) ausdrücklich eingeschlossen ist;
d. öffentliche Verwaltung: insbesondere Verkehr mit Steuerbehörden, Gemeinden, Betreibungsamt;
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e. Versicherungen: stets für eine ausreichende geeignete Versicherungsdeckung und Leistungssituation besorgt zu sein (insbesondere Sozialversicherungen, private Versicherungen, Krankenkassen);
f. soziale Teilhabe: soweit möglich und nötig für eine angemessene Tagesstruktur und ausreichende soziale Kontakte von X._ besorgt zu sein;
g. soweit erforderlich die Post von X._ zu öffnen;
h. soweit erforderlich die Wohnräume von X._ zu betreten.
3. E._ (O.1_) wird zur Beiständin von X._ ernannt.
4. Die Beiständin wird aufgefordert, unverzüglich nach unbenutztem Ablauf der Rechtsmittelfrist
a. sich die zur Erfüllung der Aufgaben nötigen Kenntnisse zu verschaffen und mit X._ persönlich Kontakt aufzunehmen;
b. in Zusammenarbeit mit der KESB im Sinne der Erwägungen ein Inventar über sämtliche Vermögenswerte aufzunehmen und dieses in spätestens zwei Monaten zur Genehmigung einzureichen;
c. Bargeld, Wertgegenstände und wichtige Dokumente sicher aufzubewahren.
5. Die Beiständin ist gehalten:
a. der KESB jedes Jahr (erstmals per Ende 2013) die Rechnung samt Belege sowie einen schriftlichen Rechenschaftsbericht (Ausführungen über die Rechnungsführung und Vermögensentwicklung sowie die Lage der betroffenen Person und die Ausübung der Beistandschaft) einzureichen;
b. bei Hinweisen auf massgebliche Veränderungen der Lebensumstände von X._ während der Berichtsperiode die KESB mit einem Bericht zu informieren und allenfalls eine geeignete Anpassung oder die Aufhebung der Massnahme zu beantragen.
6. Die Verfahrenskosten werden auf Fr. 1740.-- festgesetzt.
7. Die Verfahrenskosten für diesen Entscheid (Ziff. 1 und 3) im Totalbetrag von Fr. 1740.-- werden X._ auferlegt und bleiben vorläufig beim Verfahren.
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## Considerations