# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** b66231a7-34f1-437e-aad8-581a5afa6e3a
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2022
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1957, war ab April 2016 als Chauffeur (Lieferung von Paketen, Ersatzteilen, Paletten) bei der
Y._
GmbH (Firma seit Juli 2018:
Z._
GmbH, Urk. 3/14) angestellt (Urk. 3/1-2, Urk. 3/20 S. 1, Urk. 10/1/1, Urk. 10/6). Als solcher war er bei der
Mutuel
Assurance
Maladie
SA (nachfolgend:
Mutuel
) im Rahmen der kollektiven Krankentaggeld
versicherung nach dem Bundesgesetz über die Krankenversicherung (KVG) ver
sichert (Urk. 10/0). Am 4. August 2017 erlitt der Versicherte einen Unfall, bei dem er aus einer Höhe von zirka einem Meter zu Boden stürzte. In der Folge klagte er über Beschwerden an der rechten Schulter und im Bereich des Beckens sowie der Lendenwirbelsäule (Urk. 1 S. 3, Urk. 3/3-4, Urk. 10/4/142/6). Die Unfallversiche
rung Suva erbrachte für die Unfallfolgen die gesetzlichen Leistungen, welche sie mangels unfallspezifischer Befunde per
4. J
uni 2018
einstellte (
Mitteilung vom 4. Juni 2018;
Urk. 10/7/1-2).
D
ie
Y._
GmbH
hatte inzwischen
das Arbeitsverhältnis mit dem Versicherten per Ende Januar 2018 aus gesund
heitlichen Gründen
gekündigt
(
Schreiben vom 31. Dezember 2017;
Urk. 10/12).
Vor dem Unfall hatte die Sozialversicherungsanstalt des K
anton
s Zürich, IV-Stelle, die dem Versicherten wegen Hüft- und Kniebeschwerden
ab Juni 1992
ausgerichtete
Viertelsrente
der Invalidenversicherung (Urk. 10/4/14/8, Urk. 10/4/48-49, Urk. 10/4/52) mit Verfügung vom 30. Juni 2014 rückwirkend per Juni 2009 bei einem Invaliditätsgrad von 26 % aufgehoben
, dies gestützt auf das Gutachten des Zentrums
A._
vom 15. August 2013 (Urk. 10/2 = Urk. 10/4/91) und wegen Verletzung der Melde
pflicht eines höheren Einkommens als Taxichauffeur
(Urk. 10/4/107).
1.2
Am 4. Mai 2018 meldete die
Y._
GmbH der
Mutuel
eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit des Versicherten ab dem 8. August 2017 mit letztem Arbeits
tag am 4. August 2017 (Urk. 10/6). Die
Mutuel
holte von Dr. med.
B._
, Fachärztin für Physikalische Medizin, den Bericht vom 22. Juni 2018 ein, welche dem Versicherten wegen bewegungs- und belastungsabhängiger Schmerzen im Bereich des rechten Schultergelenkes und der linken Hüfte ab dem 1. Mai 2018 bis auf Weiteres in der angestammten Tätigkeit so
wie bezüglich sämtlicher rücken
- und hüftbelastender Arbeiten eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit attestierte (Urk. 12/1).
Mit Schreiben vom 6. November 2018 forderte die
Mutuel
die bisher an die Arbeitgeberin geleisteten Taggelder von dieser zurück, da sie entdeckt hatte, dass das Arbeitsverhältnis mit dem Versicherte bereits per 31. Januar 2018 aufgelöst gewesen war (
Urk.
10/14). Dieses Schreiben sandte die
Mutuel
am 6. November 2018 auch dem Versicherten mit dem Hinweis, dass keine weiteren Leistungen erbracht werden könnten, da das
Übertrittsrecht
(in die Einzelversicherung) nicht beansprucht worden sei (Urk. 3/10). Nachdem der Versicherte am
4.
Februar 2019 den Übertritt in die Einzelversicherung geltend gemacht hatte (Urk. 10/19 S. 2),
erklärte sich die
Mutuel
in der E-Mail vom 13. September 2019 bereit, den Leistungsanspruch ab dem 7. November 2018 erneut zu prüfen und allfällige Leistungen rückwirkend zu erbringen (Urk. 3/12). Am 7. Oktober 2019 stellte sie dem Versicherten
den Versicherungsausweis Nr. 6447820 mit Wirkung ab dem 7. November 2018 aus
(Urk. 10/15;
Urk. 1 S. 4, Urk. 2 S. 2 f.).
1.3
Am 3. Juli 2019 erstellt
e
Dr. med.
C._
, Facharzt für Innere Medizin, speziell Rheumatologie, im Auftrag der Sozialversicherungsanstalt des K
anton
s Zürich, IV-Stelle, ein rheumatologisches Gutachten, worin dieser auf eine Arbeits
unfähigkeit in der angestammten Tätigkeit von 30 % und eine Arbeitsfähigkeit in einer leidensangepassten, wechselbelastenden Tätigkeit von 100 % schloss (Urk. 10/3 S. 16 f.). Gestützt hierauf kündigte die IV-Stelle am 24. Juli 2019 die Abweisung des Begehrens des Versicherten auf Leistungen der Invaliden
versicherung bei einem Invaliditätsgrad von höchstens 30 % an (Urk. 10/22/1, Urk. 10/22/2 S. 7). Am 12. September 2019 erhob der Versicherte dagegen Ein
wände (Urk. 10/4/147). Mit Verfügung vom 24. Januar 2020 wies die IV-Stelle das Leistungsbegehren wie angekündigt ab (Urk. 10/30).
1.4
Mit Schreiben vom 7. Oktober 2019 hatte die Stadt Uster, Sozialberatung, bei der
Mutuel
die Direktauszahlung an sie von allfälligen rückwirkend zugesprochenen Taggeldleistungen nach § 19 Abs. 2 des Sozialhilfegesetzes (SHG) im Umfang der rückerstattungspflichtigen Sozialhilfeleistungen geltend gemacht (Urk. 10/24/1). Am 8. November 2019 widerrief die Stadt Uster die Ermächtigung zur Direkt
auszahlung, da der Versicherte ab dem 1. November 2019 keine Sozialhilfe
leistungen mehr bezog (
Urk.
10/24/2).
Am 10. Oktober 2019 nahm der Vertr
auensarzt der
Mutuel
, Dr. med. D._
, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, zur Arbeitsfähigkeit des Versicherten Stellung und empfahl aufgrund der Einschätzung von Dr.
C._
vom 3. Juli 2019 die Einstellung der Leistungen (Urk. 10/26/2). Die
Mutuel
stellte ihre Tag
geldleistungen daraufhin mit Verfügung vom 14. Oktober 2019 per 31. Oktober 2019 ein (Urk. 10/27). Zur Auszahlung der Krankentaggelder vermerkte sie, dass diese vom 7. November 2018 bis 3
1.
März 2019 auf das Konto des Versicherten und vom
1.
April 2019 bis am 31. Oktober 2019 aufgrund einer Abtretungs
erklärung an die Gemeinde Uster ausbezahlt würden. Vom 1. Oktober 2018 bis
6.
November 2018 könne aufgrund eines Zahlungsverzugs der Prämien keine Taggelder erbracht werden, die Leistungen seien für diese Periode sistiert (Urk. 10/27 S. 2). Dagegen erhob der Versicherte mit Schreiben vom 15. November 2019 Einsprache (Urk. 10/29). Daraufhin holte die
Mutuel
die Stellungn
ahme ihres Vertrauensarztes Dr.
med.
E._
,
Facharzt für Chirurgie, vom 23.
September 2020 ein, der die Einschätzung von
Dr.
C._
einer 100%ige
n
Arbeitsfähigkeit in einer leidensangepassten Tätigkeit bestätigte (Urk. 10/26/1). Mit
Einspracheentscheid
vom 26. Februar 2021 wies die
Mutuel
die Einsprache des Versicherten ab und stellte fest, die Verfügung vom 1
4.
Oktober 2019 werde in dem Sinne revidiert, dass die Leistungen mangels Arbeitsunfähigkeit in der angestammten und in einer leidensangepassten Tätig
keit zu Unrecht bezogen worden seien, wobei die
Mutuel
jedoch auf die Rück
forderung der zu Unrecht bezahlten Taggelder verzichte (Urk. 2).
2.
Dagegen erhob
der
Versicherte mit Eingabe vom 30. März 2021 Beschwerde und beantragte, der
Einspracheentscheid
vom 26. Februar 2021 sei aufzuheben und die Beschwerdegegnerin sei zu verpflichten, ihm für den Zeitraum vom
1.
Oktober 2018 bis zum
6.
November 2018 und auch nach dem
1.
April 2019 die Leistungen aus der Krankentaggeldversicherung zuzüglich Zins von 5 % auszurichten (Urk. 1 S. 2). Die Beschwerdegegnerin schloss in der Beschwerdeantwort vom 31. Mai 2021 auf Abweisung der Beschwerde, soweit darauf einzutreten sei (Urk. 9 S. 13). Der Beschwerdeführer hielt in der Replik vom 24. August 2021 (Urk. 15 S. 2) und die Beschwerdegegnerin in der Duplik vom 23. September 2021 (Urk. 18 S. 2) an
den
Anträgen fest. Mit Eingabe vom 12. Oktober 2021 nahm der Beschwerde
führer zur Duplik Stellung (Urk. 20). Die Beschwerdegegnerin liess sich dazu nicht ver
nehmen
(Urk. 23 S. 2).
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Nach Art. 67 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Krankenversicherung (KVG) können Personen, die in der Schweiz Wohnsitz haben oder erwerbstätig sind und die das 15., aber noch nicht das 65. Altersjahr zurückgelegt haben, bei einem Krankenversicherer eine Taggeldversicherung abschliessen. Die Taggeld
versicherung kann
unter anderem vom Arbeitgebern für sich und ihre Arbeit
nehmer und Arbeitnehmerinnen
als Kollektivversicherung abgeschlossen werden (Art. 67 Abs. 3
lit
. a
KVG).
1.2
Scheidet eine versicherte Person aus der Kollektivversicherung aus, weil sie nicht mehr zu dem im Vertrag umschriebenen Kreis der Versicherten zählt oder weil der Vertrag aufgelöst wird, so hat sie laut Art. 71 Abs. 1 KVG das Recht, in die Einzelversicherung des Versicherers überzutreten. Soweit die versicherte Person in der Einzelversicherung nicht höhere Leistungen versichert, dürfen keine neuen Versicherungsvorbehalte angebracht werden; das im Kollektivvertrag massge
bende Eintrittsalter ist beizubehalten.
Der Versicherer hat dafür zu sorgen, dass die versicherte Person schriftlich über ihr Recht zum Übertritt in die Einzelversicherung aufgeklärt wird. Unterlässt er dies, so bleibt die versicherte Person in der Kollektivversicherung. Sie hat ihr
Übertrittsrecht
innert drei Monaten nach Erhalt der Mitteilung geltend zu machen (Art. 71 Abs. 2 KVG).
1.
3
Nach Art. 72 Abs. 1 KVG vereinbart der Versicherer mit dem Versicherungs
nehmer das versicherte Taggeld. Sie können die Deckung auf Krankheit und Mutterschaft beschränken.
Die übernommenen Leistungen werden der Periode der Arbeitsunfähigkeit zu
geordnet (Art. 72
Abs.
1
bis
KVG).
Gemäss Art. 72 Abs. 2 KVG entsteht der Taggeldanspruch, wenn die versicherte Person mindestens zur Hälfte arbeitsunfähig i
m Sinne von Art. 6 des Bundes
ge
setzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG) ist. Ist nichts
anderes
vereinbart, so entsteht der Anspruch am dritten Tag nach der Erkrankung. Der Leistungsbeginn kann gegen eine entsprechende Herabsetzung der Prämie aufgeschoben werden. Wird für de
n Anspruch auf Taggeld eine War
tefrist vereinbart, während welcher der Arbeitgeber zur Lo
hnfortzahlung ver
pflichtet ist, so kann die Mindestbezugsdauer d
es Taggeldes um diese Frist ver
kürzt werden.
Das Taggeld ist für eine oder mehrere Erkrankungen während mindestens 720 Tagen innerhalb von 900 Tagen zu leisten. Art. 67 ATSG ist nicht anwendbar (Art. 72 Abs. 3 KVG).
Nach Art. 72 Abs. 4 KVG wird bei teilweiser Arbeitsunfähigkeit ein entsprechend gekürztes Taggeld während der in Abs
.
3 vorgesehenen Dauer geleistet. Der Ver
sicherungsschutz für die restliche Arbeitsfähigkeit bleibt erhalten.
1.4
Die
Allgemeinen Bedingungen
(AB)
der Kollektiv-Taggeldversicherung nach KVG
der
Beschwerdegegnerin
,
«
Ausgabe
01.01.2011»
(Urk. 10/
0
)
,
sehen in
Art.
3 vor, dass die Versicherungsdeckung mit dem Inkrafttreten der Versicherung beginnt und das Datum des Inkrafttretens auf dem Vertrag oder dem A
usweis aufgeführt ist.
Laut A
rt.
7 AB wird das Taggeld während 730 Tagen innerhalb von 900 auf
einanderfolgenden Tagen für eine oder mehrere Arbeitsunfähigkeiten entrichtet (
Ziff.
1). Die zulasten des Arbeitgebers fallenden Wartefristen werden auf die Dauer des Leistungsanspruchs angerechnet (
Ziff.
2).
Gemäss
Art.
13
AB
wird
das Taggeld
– in Abwei
chung von Art. 72 Abs. 2 KVG zu
Gunsten der Versicherten – bei einer
Arbeitsunfähigkeit von mindestens 25 %
erbracht (Ziff. 1)
.
Die Arbeitsunfähigkeit teilweise invalider oder behinderter Personen wird nach dem Grad der Unfähigkeit, ihre derzeitige Beschäftig
ung aus
zuüben, berechnet (Ziff.
3)
.
Bei teilweiser Arbeitsunfähigkeit wird ein ent
sprechend gekürztes Taggeld ausgerichtet (Ziff. 11). Werden die Taggelder der Arbeitnehmer direkt an den Arbeitgeber ausbezahlt, erstattet Letzterer die Tag
gelder mit den Löhnen (Ziff. 13).
Nach
Art.
13
Ziff.
14 AB
wird das versicherte Taggeld nach Ablauf der gewählten Wartefrist ausgerichtet. Tage mit teilweiser Arbeitsunfähigkeit werden für die Berechnung der Wartefrist als ganze Tage angerechnet.
Der Versicherungsnehmer hat eine vollständige oder teilweise Arbeitsunfähigkeit innert sieben Tagen ab Beginn der Arbeitsunterbrechung zu
melden. Bei Warte
fristen von 30
und mehr Tagen kann der Versicherungsnehmer den Versicherer innert 15
Tagen ab Beginn der Arbeitsunterbrechung informieren.
Trifft die Meldung nach Ablauf dieser Frist beim Versicherer ein, so gilt der Eingangstag als erster Tag der Arbeitsunfähigkeit.
Der versicherte Taggeldanspruch entsteht frühestens und nach Abzug der Wartefrist ab dem Eingangstag (
Art. 13
Ziff. 4
AB
).
Bei Übertritt in die Einzelversicherung werden nach A
rt.
12 AB allfällige im Rahmen des Kollektivvertrages festgelegte V
orbehalte
aufrechterhalten
(Ziff. 1)
.
Bereits in der Kollektivversicherung bezogenen Leistungen werden auf diejenige der Einzelversicherung angerechnet (Ziff. 2).
P
rämienschuldner ist gemäss Art.
23 AB der Versicherungsnehmer (
Ziff.
1). Die Prämie ist an dem in der Police bestimmten Fälligkeitsdatum zahlbar (
Ziff.
2). Werden die Prämien oder Raten nicht fristgerecht entrichtet,
so fordert der Ver
sicherer den Schuldner auf, den Ausstand samt Kosten innert 14 Tagen nach Ab
senden der Mahnung zu bezahlen.
Er macht ihn auf die Säumnisfolgen aufmerk
sam.
Wird die ausstehende Prämie samt Kosten während der Nachfrist nicht beglichen, so ruht die Leistungspflicht und der Versicherungsschutz ist sistiert.
Sobald die Prämienrückstände samt Kosten vollständig beglichen sind,
erlang
t
der Versicherungsnehmer das Leistungsanrecht zurück, und zwar rückwirkend ab dem Zeitpunkt der Sistierung
(Ziff. 4)
.
Bezahlt der Versicherungsnehmer mindestens zwei Prämien nicht fristge
recht, ist der Versicherer berechtigt, den Vertrag unter Einhaltung einer einmonatigen Kündigungsfrist auf das Ende eines Monats zu kündigen (
Ziff.
5).
1.5
1.
5
.1
Die Bestimmungen des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozial
versicherungsrechts (ATSG) sind auf die Krankenversicherung anwendbar, soweit das KVG nicht ausdrücklich eine Abweichung vom ATSG vorsieht (Art. 1 Abs. 1 KVG).
Auch in den Allgemeinen Bedingungen des hier anwendbaren Versicherungsvertrages wird
darauf hingewiese
n
, dass der Versicherer dem
ATSG, den entsprechenden Nachträgen und der zugehörigen Verordnung sowie dem
Bundesgesetz über die Krankenversicherung (KVG)
und den entsprechenden Ver
ordnungen untersteht
(
Art.
2
Ziff.
1 AB)
N
ach der Definition
von Art. 6 ATSG ist Arbeitsunfähigkeit die durch eine Beein
trächtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundh
eit bedingte, volle oder teil
weise Unfähigkeit, im
bisherigen Beruf oder Aufgaben
bereich zu
mutbare Arbeit zu leisten. Bei langer Dauer wird auch die zumutbare Tätigkeit in einem anderen Beruf oder Aufgabenbereich berücksichtigt.
1.5.2
Von
langer
Dauer
im Sinne von Art. 6 ATSG
wird in der Regel dann gesprochen, wenn die
Arbeitsunfähigkeit
länger
als sechs Monate dauert. Damit kommt zum Ausdruck, dass die bisherige Tätigkeit nur
solange
der Massstab für die
Arbeits
unfähigkeit
sein kann, als von der
versicherten
Person
«
vernünftigerweise
nicht
verlangt
werden
»
kann, ihre
restliche
Arbeitsfähigkeit
in einem anderen
Berufs
zweig
zu
verwerten
(
BGE 114 V
281
E.
1d). Dies ist Ausdruck des allgemeinen Grundsatzes der den
versicherten Personen
obliegenden Schadenminderungs
pflicht im Sozialversicherungsrecht
(
BGE
146 II 89 E.
4.4).
Der allgemeine sozialversicherungsrechtliche Grundsatz der Schadenminderungs
pflicht gebietet, dass die versicherte Person nach Eintritt des Schadens alle ihr möglichen und zumutbaren Massnahmen zu treffen hat, um diesen zu mindern oder zu beheben. Sie umfasst auch die Pflicht zur Annahme einer möglichen Arbeit (BGE
129 V 460 E. 4.2
,
114 V 281
E.
3). Dies gilt von Gesetzes wegen (
Art.
6 Satz 2 ATSG; Urteil des Bundesgerichts
9C_595/2008
vom 5.
November 2008 E. 4.1).
Die Schadenminderungspflicht kommt
zum Tragen, wenn es die versicherte Per
son selber in der Hand hat, die (hier erwerblichen) Auswirkungen des ein
getretenen versicherten Risikos durch geeignet
es Verhalten zu verringern
. Diese Pflicht ist auch in Art. 21 Abs. 4 ATSG verankert, wonach (in
Verbindung mit Art. 1 KVG) Kran
kentaggeldleistungen aufgehoben werden können, wenn die versicherte Person ihre Arbeitsfähigkeit in einem anderen Bereich umzusetzen vermag (Urteil des
Bundesgerichts K
224/05 vom 29.
März 2007 E. 4
mit Hin
weisen
).
1.5.3
Solange noch die Prognose gestellt werden kann, die versicherte Person werde die Arbeitsfähigkeit im angestammten Beruf mit überwiegender Wahrscheinlich
keit soweit zurückgewinnen, dass weitere Leistungen entfallen, ist die dort gegebene funktionelle Einschränkung massgebend.
Die Bezugsgrösse für die Ermittlung der Arbeitsunfähigkeit wird aber auf alle zumutbaren, das heisst nach den gesundheitlichen und weiteren persönlichen Verhältnissen in Frage kommen
den Beschäftigungen ausgeweitet,
sobald feststeht, dass die Wiederaufnahme der bisher ausgeübten Tätigkeit aufgrund des - stabilisierten (R
KUV 2000 Nr. U 366 S. 92, U
104/99) - Gesundheitszustandes nicht mehr in Frage kommt (oder definitiv nur noch in geringerem Umfang als in einer leidensangepassten Arbeit) und die versicherte Person eingliederungsfähig ist
(BGE 129 V 460 E. 4.2;
Urteil des
Bundesgericht
s K 224/05 vom 29. März 2007 E.
3.2).
Die Frage, ob und gegebenenfalls welche berufliche Neueingliederung von einem Versicherten im Rahmen seiner Pflicht zur Schadenminderung verlangt werden kann, entscheidet sich nach dem Grundsatz der Zumutbarkeit, der einen Teil
gehalt des verfassungsmässigen Grundsatzes der Verhältnismässigkeit (Art. 5 Abs. 2 der Bundesverfassung, BV) darstellt. Vom Versicherten kann nur eine
berufliche Umstellung
verlangt werden, die ihm unter Berücksichtigung der gesamten objektiven (Arbeitsmarktsituation) und subjektiven (wie verbliebene Leistungsfähigkeit,
Alter
, berufliche Stellung, familiäre Verhältnisse und die ent
sprechend grössere oder geringere Flexibilität hinsichtlich des Wohn- und Arbeitsortes)
Gegebenheiten des Einzelfalles
zumutbar
ist. Dabei sind die Anforderun
gen an die Schadenminderung strenger, je weitergeh
end die Sozial
versi
cherung in Anspruch genommen wird (Urteil des
Bundesge
richts K 224/05 vom 2
9.
März 2007 E. 4.1 mit Hinweisen).
1.5.
4
Steht fest, dass die versicherte Person unter dem Blickwinkel der Schaden
minderungspflicht einen Berufswechsel vorzunehmen hat, so
hat der Versicherungsträger sie dazu aufzufordern und ihr zur Anpassung an die veränderten Verhältnisse sowie zur Stellensuche eine angemessene
Übergangs
frist
einzuräumen, während welcher das bisherige
Krankent
aggeld geschuldet bleibt. Diese Übergangsfrist
bemisst sich nach den jeweiligen Umständen des Einzelfalles
und
ist in der Regel auf drei bis fünf Monate zu bemessen
.
Die An
passungszeit beginnt mit der Aufforderung des Taggeldversicherers zum Berufs
wechsel
. Diese Grundsätze gelten (unter Vorbehalt der Bestimmungen über die Koordination mit den Taggeldern der Arbeitslosenversicherung) auch für arbeits
lose Versicherte
(
Urteil
e
des Bundesgerichts
K
224/05 vom 29.
März 2007 E. 3.3,
8C_926/2008 vom 30.
Juli 2009
E.
7.1 und 8C_489/2021
vom
8.
Februar 2022 E.
5, je mit Hinweisen).
1.5.5
Ist der versicherten Person
eine andere Tätigkeit zumutbar, erlischt die Leistungs
pflicht des Taggeldversicherers n
ach Ablauf der Übergangsfrist
nicht automatisch vollumfänglich. Denn falls das in dieser anderen Tätigkeit erzielbare Einkommen geringer ist, verbleibt ein Restschaden, für den der Taggeldversicherer leistungs
pflichtig bleibt (BGE 114 V 281 E. 3; Urteil des
Bundesgerichts 9C_595/2008 vom 5. November 2008 E. 5).
Nach Ablauf der Übergangsfrist entspricht der für die Bemessung des Taggeldes massgebende Arbeitsunfähigkeitsgrad der
Differenz zwischen dem Einkommen
, das
im Gesundheitsfall
aus der angestammten Tä
tigkeit hypo
thetisch
verdient werden könnte, und dem Einkommen,
das aus der Ausübung einer anderen zu
mutbaren Beschäftigung (Verweisungstätigkeit
) mutmasslich zu erreichen ist
(
BGE
114 V 281 E. 3c
;
Urteil
e
des Bundesgerichts K 224/05 vom 29. März 2007 E.
3.1
und
8C_489/2021
vom 8. Februar 2022 E.
5
).
Die Begriffe der Invalidität und Arbeitsunfähigkeit decken sich nicht, weshalb die
Invaliditätsgradbemessung
anderer Sozialversicherungen den Taggeldversiche
rer grundsätzlich nicht bindet
.
Der Krankenversicherer respektive das die Streitsache prüfende Gericht muss daher
nicht auf das von der IV-Stelle Verfügte
abstellen
, sondern
kann
die Unterlagen e
iner eigenen Prüfung unterziehen (vgl. Urteil des Bundesgerichts
9C_768/2020
vom 13.
April 2021
E.
4.1 mit Hinweisen).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin führte zur Begründung des angefochtenen
Einsprache
entscheides
aus, der Gesundheitszustand des
Beschwerdeführers
habe sich zwischen 2013 und 2019 nur vorübergehend verschlechtert.
Denn durch den Un
fall vom 4. August 2017 sei es zu keiner so
grossen
Verschlechterung gekommen, dass er seine angestammte Tätigkeit nicht wieder hätte aufnehmen können.
Es könne nicht nachvollzogen werden, weshalb er vor dem Unfall
-
entgegen der damaligen anderslautenden Einschätzung einer nur 75%igen Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit
gemäss
dem
A._
-Gutachten vom 15. August 2013 (Urk. 10/2 S. 33 f.)
-
über Jahre in einer
seinen Leiden nicht
angepassten Tätigkeit
in einem vollen Pensum habe
arbeiten können, jedoch nicht mehr nach dem Un
fall, nachdem der Status quo ante erreicht worden sei.
Gemäss
dem voll beweis
kräftigen Gutachten von Dr.
C._
vom 3. Juli 2019 (Urk. 10/3) gebe es aus rheumatologischer Sicht kein
en
Grund dafür, weshalb die Arbeitstätigkeit nach dem Unfall nie mehr aufgenommen worden sei. Da der
Beschwerdeführer vor dem Unfall im 2017 voll habe arbeiten können, müsse von der medizinisch-theoretischen Einschätzung von Dr.
C._
einer 75%igen (richtig: 70%igen; Urk. 10/3 S. 16 f.) Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit indes in Ein
klang mit der Rechtsprechung
gemäss dem Urteil des Bundesgericht 9C_850/2013 vom 12. Juni 2014 (=
BGE 140 V 193 E. 3.1-3.3
; Urk. 2 S. 7)
abgewichen werden und es sei von einer vollen Arbeitsfähigkeit auszugehen.
Die Arztberichte von Dr.
B._
seien zudem sowohl von den Gutachtern als auch von Dr.
C._
kritisch gewürdigt worden und ihre medizinischen Stellungnahmen würden lediglich Parteibehauptungen gleichkommen, da behandelnde Ärzte in Zweifels
fällen aufgrund ihrer auftragsrechtlichen Vertrauensstellung eher zu Gunsten ihrer Patienten aussagen würden. Es müsse daher einige Wochen nach dem Unfall vom
4.
August 2017, spätestens aber am Tag der Einstellung der Leistungen durch den Unfallversicherer am 4. Juni 2018 von einer vollen Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit als Taxifahrer respektive Lastwagenchauffeur aus
gegangen werden. Der
Beschwerdeführer habe daher zu Unrecht von ihr, der Beschwerdegegnerin, Leistungen ab dem 6. Juni 2018 bezogen
(Urk. 2 S. 8 ff.).
Die verfügte Einstellung der Leistungen per 31. Oktober 2019 sei demzufolge gegenstandslos, auf eine Rückforderun
g der bis am 31.
März 2019 zu Unrecht erbrachten Krankentaggelder werde verzichtet (Urk. 2 S. 11).
Selbst wenn man von einer eingeschränkten Arbeitsfähigkeit in der an
gestammten Tätigkeit ausgehen würde, wäre
die Leistungseinstellung per 31.
Oktober
2019 gerechtfertigt. Dabei komme den in gewissem Masse bestehenden Diskrepanzen zwischen dem
A._
-Gutachten und jenem von Dr.
C._
zur Einschätzung der Arbeitsfähigkeit in einer leidensangepassten Tätigkeit, so dem Umfang von 75
%
gegenüber 100
%
, keine relevante Bedeutung zu. Denn wie ausgeführt sei sogar die 75%ige Arbeitsfähigkeit vom
Beschwerde
führer nicht eingehalten worden und der Unfall habe nur eine vorübergehende Verschlechterung des Gesundheitszustandes zur Folge gehabt. Die Einschätzung von
Dr.
C._
einer vollen Arbeitsfähigkeit in einer leidensangepassten Tätigkeit entspreche somit der Realität und müsse bestätigt werden
(Urk. 2 S. 10 f.).
Auch der vom
Beschwerdeführer geltend gemachten Übergangsfrist von fünf Monaten könne nicht entsprochen werden. Denn dieser habe seit 2013 Kenntnis davon, welche Tätigkeiten seinem Gesundheitszustand angepasst seien und welche nicht. Es habe in seiner Verantwortung gelegen, ab der Auflösung des Arbeitsverhältnisses per 31. Januar 2018 die nötigen Schritte einzuleiten, um seine Arbeitsfähigkeit in einer leidensangepassten Tätigkeit zu verwerten (Urk. 2 S. 11).
Vom 1. Oktober 2018 bis 6. November 2018 bestehe zudem selbst unter der An
nahme einer leistungsbegründenden Einschränkung der Arbeitsfähigkeit kein Leistungsanspruch aus der Einzelversicherung. Nach
Art.
71
Abs.
2 KVG bleibe die versicherte Person in der Kollektivversicherung, wenn die versicherte Person nicht schriftlich über ihr Recht zum Übertritt in die Einzelversicherung aufgeklärt worden sei. Dem Versicherten sei mit Schreiben vom 6. November 2018 bekannt gemacht worden, dass seine ehemalige Arbeitgeberin die Information zu Art. 71 Abs. 2 KVG unterlassen habe. Der
Beschwerdeführer habe sein
Übertrittsrecht
(danach) innert der vorgesehenen Frist von drei Monaten geltend gemacht. Er sei somit ab dem 7. November 2018 über seine Einzelversicherung gedeckt. Bis zu diesem Datum bleibe er, wie in Art. 71 Abs. 2 KVG vorgesehen, in der Kollektiv
versicherung. Da die Prämien mit Fälligkeit am 22. September 2018 mehrmals erfolglos gemahnt worden seien, letztmals am 20. November 2018, hätten die Leistungen demzufolge ab dem 1. Oktober 2018 sistiert werden müssen, wenn ein Leistungsanspruch des
Beschwerdeführers
bestanden hätte (Urk. 2 S. 7 f.).
2.2
Der Beschwerdeführer wendet dagegen ein, mit den echtzeitlichen, lückenlosen Arztzeugnissen der Rheumatologin Dr.
B._
(Urk. 3/17/1-16), die jeweils nach der darin vermerkten fachärztlichen Untersuchung ausgestellt worden seien, sei seine Arbeitsunfähigkeit für den Zeitraum von Juni 2018 bis Ende November 2019 dokumentiert. Diesen echtzeitlichen ärztlichen Feststellungen zur Arbeits
unfähigkeit
komme
volle Beweiskraft zu.
Zusätzlich liege der Bericht der F
ach
ärztin vom 22.
Juni 2018 (Urk. 12/1) vor, in welchem die Gesundheitsschädigung
und das
Ausmass
der
Arbeitsunfähigkeit
ausführlich begründet würden. Damit sei die 100%ige
Arbeitsunfähigkeit
in jeglicher Tätigkeit bewiesen (
Urk.
1 S. 6, Urk. 15 S. 2).
Daran ändere nichts, dass er
von September bis Dezember 2018 einen Arbeits
versuch im Teilzeitpensum von 30 % unternommen
habe, jedoch dabei gescheitert sei, und dass er sich im
Jahr 2019 bei der Arbeitslosenkasse zur Suche einer Anstellung im Pensum von 20 % angemeldet
habe. Die dabei erzielten und der
Beschwerdegegnerin deklarierten Erwerbs- und Erwerbsersatzeinkünfte seien bei der Leistungsberechnung zu berücksichtigen. Auch
die Einschätzung
gemäss
dem
A._
-Gutachten, welche auf einer fünf Jahre früher durchgeführten Unter
suchung beruhe, vermöge keine Zweifel an der Richtigkeit der echtzeitlichen rheumatologischen Beurteilung von Dr.
B._
zu erwecken. Dasselbe gelte für die Würdigung von
Dr.
C._
, welche erst ein Jahr später aufgrund
einer ein
maligen
Untersuchung
am 25.
Juni 2019 erfolgt und mit Widersprüchen sowie tatsachenwidrigen Annahmen behaftet sei, die den Beweiswert seiner Würdigung entkräften würden.
Und zwar
habe Dr.
C._
in seinem Gutachten (Urk. 3/18 S. 14 und S. 16 Ziff. 7.4)
die
gesundheitsbedingte Leistungseinschränkung
gemäss
der
A._
-Beurteilung
, wonach eine
75%ige
Arbeitsfähigkeit
in einer leidensangepassten
Tätigkeit
bestanden ha
b
e (Urk. 3/19 S. 34 Ziff. 11), bestätigt
und
(anderenorts) ausdrücklich eine Einschränkung der
Arbeitsfähigkeit
auch in einer leidensangepassten Tätigkeit anerkannt
. Dazu im Widerspruch habe er auf eine
100%ige
Arbeitsfähigkeit
in einer leidensangepassten Tätigkeit
geschlossen (Urk. 3/18 S. 17 Ziff. 8.2). Dieser Widerspruch zu seinen vorgängigen Aus
führungen und zur Beurteilung der
A._
-Gutachter bleibe unbegründet, weshalb es an der Schlüssigkeit seiner Würdigung fehle.
Ausserdem
sei aus der Bestätigung von Dr.
C._
des adäquaten Schmerzverhaltens, der guten Mit
wirkung, der fehlenden Verdeutlichungstendenzen und des guten Therapie
verlaufs zu
schliessen
, dass den früheren fachärztlichen Beurteilungen durch
Dr.
B._
ein authentisches Schmerzverhalten zugrunde gelegen habe, so dass ihre jeweiligen E
rgebnisse als valide
zu gelten hätten.
Die abweichende Beurteilung von Dr.
C._
lasse sich auch mit dem bis zu seiner Untersuchung vom 25. Juni 2019 eingetretenen guten Therapieerfolg erklären
, da er, der
Beschwerdeführer, seit dem Unfall in ständiger physiotherapeutischer Behandlung gestanden habe
. Daher könne die in den früheren Untersuchungen durch D
r.
B._
festgestellte, die Arbeitsunfähigkeit bewirkende Symptomatik
nicht widerlegt werden, auch wenn Dr.
C._
in der Untersuchung vom 25. Juni 2019 kein
cervicovertebrales
und
lumbospondylogenes
Schmerzsyndrom
, keine
Periarthropathia
humeroscapularis
und keine reaktive Depression festzustellen vermocht habe.
Ferner
gehe Dr.
C._
(Urk. 3/18 S. 7 f. Ziff. 3.2.2
und S. 14 Ziff. 6.2
)
fälschlicherweise davon aus, dass bei ihm, dem
Beschwerdeführer, seit dem Jahr 2016 bis zum Unfall im (August) 2017 in der Tätigkeit als Chauffeur eine volle Arbeitsfähigkeit bestanden habe
und er dadurch seine unein
geschränkte Arbeitsfähigkeit unter Beweis gestellt haben solle.
Die entsprechenden arbeitsanamnestischen Ausführungen im Gutachten von Dr.
C._
hätten auf einem offensichtlichen Missverständnis beruht. Tatsächlich habe er korrekt angegeben, seit dem Jahr 2016 als Lastwagenchauffeur gearbeitet zu haben und ab dem Frühjahr 2017 wenige Monate vor dem Unfall im Vollzeit
pensum tätig gewesen zu sein.
Tatsächlich habe er ab dem 1.
April 2016 lediglich den Arbeitsversuch als Chauffeur
in einem Teilzeitpensum von 50
% begonnen, wie sich aus dem Arbeitsvertrag in der Be
ilage 1 (
Urk.
3/1) ergebe,
und erst kurze Zeit vor dem Unfall ab dem 1. April 2017 den Versuch zur Steigerung auf ein Vollzeitpensum angetreten
(Beilage 2,
Urk. 3/2)
, der nach
nur
vier Monaten mit dem Unfall
vom 4.
August 2017 gescheiter
t
sei
. Er
habe das Arbeitspensum von 100
% nur während kurzer Zeit geleistet, bis das Unfallereignis die Dekompensation des Vorzustandes an den oberen und unteren Extremitäten so
wie am Rücken mit dauerhaft anhaltenden Beschwerden ausgelöst habe, welche die Arbeitsunfähigkeit bewirken würden.
Die anfängliche
Entlöhnung
habe im Vergleich mit dem vollen Gehalt zudem nicht einmal einem Halbzeitarbeits
pensum entsprochen, was zeige, dass er ein erheblich unter 50
%
liegendes Teil
zeitarbeitspensum erbracht habe, von welchem jedenfalls nicht auf eine 70%ige oder gar 100%ige Arbeitsfähigkeit geschlossen werden könne.
Der IK-Auszug (Urk. 3/20) dokumentiere ferner, dass er ab dem Jahr 2012 bis zum Antritt des Arbeitsversuches vom April 2016 jahrelang gar kein Erwerbseinkommen
respektive nur gerade ein solches von total
Fr.
1'080.--
habe erzielen können. Ebenso gehe die Beschwerdegegnerin im angefochtenen Entscheid fälschlicher
weise davon aus, dass er während längerer Zeit zur Chauffeurtätigkeit im Voll
zeitpensum fähig gewesen sei und dass dadurch die ärztlicherseits attestierten Einschränkungen der Arbeitsfähigkeit widerlegt seien (
Urk. 1 S. 5 ff.,
Urk.
15 S. 2 ff.
, Urk. 20 S. 1 f.
).
Aber auch ausgehend von der Würdigung von Dr.
C._
einer 30%igen Arbeits
unfähigkeit in der angestammten Tätigkeit und einer
gemäss
Dr.
C._
der
A._
-Beurteilung entsprechenden 25%igen Arbeitsunfähigkeit in einer leidens
angepassten Tätigkeit wäre die Leistungspflicht der Beschwerdegegnerin gegeben. Denn das Taggeld sei
gemäss
den Allgemeine
Bedingungen (AB;
Urk
.
3/13
/2
) bei einer Arbeitsunfähigkeit von mindestens 25 % in der versicherten bisherigen Berufstätigkeit al
s Chauffeur zu erbringen. Die A
B würden keine Pflicht zu einem Berufswechsel zwecks Schadenminderung statuieren. Nach der Rechtsprechung zur allgemeine Schadenminderungspflicht werde zudem vorausgesetzt, dass der Versicherte zur Verwertung der Rechtsarbeitsfähigkeit ausdrücklich aufgefordert und ihm dabei eine angemessene Anpassungszeit von mindestens drei bis fünf Monaten angesetzt worden sei. Eine solche Aufforderung
mit Ansetzung einer Übergangsfrist
, welche nach der Rechtsprechung auch nach dem Verlust einer Arbeitsstelle zu erfolgen habe,
sei seitens der Beschwerde
gegn
erin indes nie erfolgt und der Wechsel in eine zumutbare Tätigkeit sei erstmals mit Verfügung vom 14. Oktober 2019 geltend gemacht worden. Aufgrund seiner erschwerten erwerblichen Situation sei bei ihm eine fünfmonatige Übergangsfrist ausge
wiesen. Denn er sei altersbedingt und aufgrund seines ganzen Berufslebens als Chauffeur in seiner Anpassungsfähigkeit und Flexibilität zum Berufswechsel ein
geschränkt. Seine Attraktivität auf dem Arbeitsmarkt werde zusätzlich durch die fehlende Ausbildung und die Teilarbeitsunfähigkeit auch in einer leidens
angepassten Tätigkeit massiv herabgesetzt. Die Auflösung des Arbeits
verhältnisses per Ende Januar 2018 ändere entgegen der Ansicht der Beschwerdegegnerin nichts an der Notwendigkeit der Einräumung und Dauer der Anpassungszeit. Auch das im
A._
-Gutachten formulierte Zumutbarkeitsprofil ändere nichts an dieser Notwendigkeit.
Denn weil
die Einschränkung der Arbeits
fähigkeit sowohl bezüglich der angestammten als auch einer leidensangepassten Tätigkeit im gleichen Umfang von 25 % attestiert worden sei, habe
ohne die aus
drückliche Abmahnung durch die Beschwerdegegnerin
keine Veranlassung zu einem Berufswechsel bestanden
. Somit sei das Taggeld für die von
Dr.
B._
attestierte volle Arbeitsunfähigkeit
auch nach dem 31. März
2019 geschuldet
(
Urk. 1 S. 8
f.,
Urk.
15 S. 4 f.
, Urk. 20 S. 3
).
Des Weiteren
treffe
es
nicht zu, dass zufolge des Prämienzahlungsverzugs
der Arbeitgeberin die Leistungspflicht aus dem Kollektivversicherungsvertrag geruht habe
.
Das Taggeld
sei vielmehr
auch für den Zeitraum vom 1. Oktober 2018 bis 6.
November
2018 auszurichten.
Denn die letzte Mahnung
(Urk. 3/15)
mit einer Nachzahlungsfrist bis am
4.
Dezember
2018
sei am 20.
N
ovember 2018 erfolgt. Mit dieser sei
en
jedoch
als Säumnisfolge allein die rechtlichen Schritte zum Inkasso, nicht jedoch die Sistierung der Leistung
spflicht
erwähnt worden
, wie dies in Art. 23 Ziff. 4 A
B
gleichermassen
wie in Art. 20 des
Bundesgesetzes über den Versicherungsvertrag (VVG)
vorgesehen sei.
Gemäss
der Rechtspraxis zu Art. 20 VVG, deren Schutzzweck auch für die Versicherten
gemäss
KVG gelte, folge aus der Unterlassung der Androhung zur Sistierung der Leistungspflicht bei Nicht
zahlung, dass diese Säumnisfolge nicht eintreten könne.
Selbst bei korrekter Erwähnung der Säumnisfolgen in der Zahlungsaufforderung würde die Leistungspflicht ohnehin erst ab dem
Ablauf der Zahlungsfrist am 4.
D
ezember 2018 ruhen
(
Urk. 1 S. 9
f.,
Urk.
15 S. 5 f.
).
Für die seit dem 1.
Oktober 2018 und ab dem 1. April 2019 ausstehenden Taggeldansprüche sei die
Beschwerde
gegnerin gestützt auf Art. 26 Abs. 2 ATSG verzugszinspflichtig (Urk. 15 S. 6).
2.3
Unstrittig ist, dass die
Beschwerdegegnerin
nach Eingang der Arbeitgeber
bescheinigung
vom 4. Mai 2018
mit der Meldung
einer
Arbeits
un
fähigkeit
des Beschwerdeführers
ab
8.
August 2017
(Urk.
10/6)
und
nach der
Einstellung der unfallversicherungsrechtlichen Leistungen
durch die Suva
per 4. Juni 2018
(Urk. 10/7/1) sowie
nach dem Übertritt des
Beschwerdeführer
s
in die
KVG-
Einzelversicherung am 7.
November
2018 (Urk. 10/15)
im Zeitraum
vom 4.
Juni 2018 bis am 31. März 2019
-
abzüglich der 30
-
tägigen Wartefrist
vom 4.
J
uni bis 3.
Juli 2018 und ohne die Zeit vom
1.
O
ktober 2018 bis 6.
November 2018
-
Tag
gelder
an den
Beschwerdeführer
geleistet hat.
Strittig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegnerin
im angefochtenen Ent
scheid ungeachtet dieser Leistungen zu Recht den
Anspruch des
Beschwerde
führers
auf Taggeldleistungen
wegen voller
Arbeitsfähigkeit
in
seiner
an
gestammten Tätigkeit als Chauffeur und in einer leidensangepassten Tätigkeit
spätestens ab dem 4.
Juni 2018
verneint hat
(Urk. 2 S.
11
f.
)
.
3.
3.1
Zur Arbeitsfähigkeit des
Beschwerdeführer
s ist den Akten das Folgende zu ent
nehmen.
In der Zeit vor
dem U
nfall vom 4.
August 2017
(Urk. 10/5/1)
war der
Beschwerdeführer
im Juni 2013 aus allgemein-medizinischer,
orthopädischer
und
psychiatrischer
Sicht im Zentrum
A._
unter
sucht
worden (Urk. 10/2 S. 1 ff.).
Im
inter
disziplinären
A._
-
Gutachten
vom
15. August 2013
wurde
fest
gehalten
,
i
m Vordergrund der subjektiven Klagen von Seiten des
Beschwerdeführer
s hätten die Schmerzen gestanden, welche von ihm auf
einen
früheren Autounfall
(vom Februar 1989)
zurückgeführt würden. Diese Beschwerden hätten sich in den letzten zwei Jahren
(2011-2012)
verstärkt
(Urk. 10/2 S. 33)
.
Beim damaligen Unfall im Jahr 1989 habe der
Beschwerde
führer
ein Polytrauma mit Hüftluxation links nach hinten,
Patellafraktur
rechts mit Abriss der
Patellasehne
, Nasenbeinfraktur,
Thoraxkontusion
und Ausbruch von Zähnen erlitten (Urk.
10/2 S. 16
).
Anlässlich der gutachterlichen Unter
suchung
im Juni 2013
habe er berichtet, er leide unter konstanten Schmerzen im Bereich der linken Hüfte und des Gesässes mit Ausstrahlung nach lumbal. Beim Sitzen wür
den die Schmerzen nach zirka 10
Minuten zunehmen. Im Bereich des rechten Knies und Oberschenkels best
ünden
ein konstantes Kältegefühl und Ameisenlaufen. Nachts habe er Mühe beim Atmen (Urk. 10/2
S
. 13).
Seit sechs bis sieben Jahren leide er auch unter Nackenbeschwerden, welche zur linken Schulter ausstrahlen würden (Urk. 10/2 S. 17).
Die
A._
-Gutachter
nannten
als
Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
den
Status nach Polytrauma im Februar 1989 mit post
t
raumatischer
Coxarthrose
links
bei Status nach dorsaler Hüftluxation, posttraumatischer
Femoropatellararthrose
rechts,
den
Status nach
Mehrfragmentfraktur
der Patella
und offener Abrissfraktur der Patellarsehne
so
wie
den
Status nach
transossärer
Reinsertion
des Ligamentums
patellae
(Urk. 10/2 S. 32).
Keine
Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
schrieben
sie
unter anderem
den
Diagnosen einer
leichten depressiven Episode, einer
Periarthropathia
humerosc
apu
laris
links geringer Ausprägung,
eine
m
Cervicovertebralsyndrom
geringen Grades
und de
m
Status nach Nasenbeinfraktur
zu
(Urk. 10/2 S. 33).
Die Gutachter schlossen auf eine seit Jahren bestehende
75%ige Arbeitsfähigkeit in der bisherigen Tätigkeit als Taxichauffeur und ebenso in einer leidensangepassten Tätigkeit ohne andauernd mittelschwere oder schwere Tätigkeiten, ohne repetitives Heben und Tragen schwerer Lasten, Knien, Arbeiten auf den Knien oder das Besteigen von Gerüsten, Leitern oder ähnlichem.
Körperlich schwere und andauernd mittelschwere Tätigkeiten seien dem
Beschwerdeführer
seit dem Un
fallereignis im Jahr
1989 nicht mehr zumutbar (Urk.
10/2 S. 34).
A
m 27.
November 2014 wurde im
Spital
F._
wegen einer post
traumatischen
Coxarthrose
links eine minimal invasive Implantation einer Hüft-Totalprothese links durchgeführt. Aufgrund der postoperativ aufgetretenen
Hüft-Prothese-Luxation links erfolgte am 1. Dezember 20
14 ein Schaftwechsel der Hüft-Totalprothese
(Urk. 10/3 S. 5,
Urk. 10/4
/116/1
).
Gemäss dem Bericht von
Dr.
B._
vom 22.
Juni 2018
nannte
sie
als
die Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine chronische
Periarthritis
humeroscapularis
(
PHS
)
rechts bei aktivierter AC-Arthrose, eine
Periarthropathia
coxae
bei Status nach Totalprothese
der
Hüfte links, ein chronische
s
lumbospondylogene
s
Syndrom bei
Osteochondrose
L4-S1,
eine
Spondylosis
deformans
L1/2 rechts und ein chronische
s
Cervicoverte
bralsyndrom
bei einer
Unkovertebralarthrose
C5/6 und C6/
7.
Der Beschwerdeführer habe über bew
egungs- und belastungsabhängige
Schmerzen im Bereich des rechten Schultergelenkes und der linken Hüfte geklagt. Unter Belastung würden zu
nehmend
Dys
-
und Parästhesien im ganzen linken Bein auftreten.
Objektivierbar seien
D
ruckdolenzen
subac
romial
mit stark eingeschränkter Beweglichkeit des Schultergelenkes und diffuse
Druckdolenzen
im Bereich der linken Hüfte mit
end
gradig
eingeschränkter Beweglichkeit. Die Beeinträchtigung von Seiten der Schulter und des Rückens seien schwerwiegend. Sämtliche rücken- und hüft
belastenden Arbeiten seien nicht zumutbar. In der angestammten Tätigkeit bestehe ab dem 1. Mai 2018 bis auf Weiteres eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit. Eine leidensangepasste Tätigkeit könne der
Beschwerdeführer
ebenfalls nicht aus
üben (
Urk.
12/1).
Im Bericht vom 29. Juni 2018
führte Dr.
B._
dieselben Diagnosen auf und hielt
fest, es bestünden nebst dem Status nach Totalprothese
(TP)
der linken Hüfte mit persistierenden Schmerzen unter Belastung neu
lumbosacrale
Schmerzen mit Ausstrahlung in beide Beine sowie
C
ervicalgien
. Als Befunde habe sie aus
gedehnte muskuläre Verspannungen
cervical
und lumbal beidseits mit stark ein
geschränkter Beweglichkeit der HWS und LWS, einen neurologisch unauffälligen Status, eine reizlose Oper
a
tionsnarbe nach TP linke H
üfte und
diffuse
Druck
dolenzen
im Bereich des Trochanter
major
mit
endgradig
eingeschränkter Beweglichkeit
festgestellt
.
Die Arbeitsfähigkeit
in der bisherigen und
in
sämt
liche
n
den Rücken und die Hüfte belastenden T
ätigkeiten sei
vom 8. August 2017 bis am 30. April 2018 unfallbedingt und ab dem 1. Mai 2018 bis auf Weiteres zu 100 % eingeschränkt. Eine leidensangepasste Tätigkeit sei in einem 50%igen Pen
sum zumutbar.
Heben und Tragen schwerer Lasten, langes Stehen oder Gehen sowie Arbeiten auf der Leiter seien nicht möglich (Urk. 10/40/124
/2-5
).
Im B
ericht vom 31.
Januar 2019 bestätigte D
r.
B._
die ab dem 1.
Mai 2018 bis auf Weiteres attestierte 100%ige Arbeitsunfähigkeit in der Tätigkeit als Taxi
fahrer und erklärte, es bestünden zunehmende Schmerzen im
lumbosacralen
Bereich mit Ausstrahlungen in beide Beine, permanente Schmerzen im Nacken
schultergürtelbereich verbunden mit Kopfschmerzen sowie bewegungs- und belastungsabhängig Schmerzen im Bereich der linken H
üfte. Zusätzlich zum Heben und Tragen schwerer Lasten sei auch langes Sitzen nicht zumutbar. Es
sei
eine limitierte Belastbarkeit der Hüft- und Schultergelenke sowie des Rückens
gegeben
.
In
einer
leidensangepasste
n
Tätigkeit
bestehe
ebenfalls
eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit
(Urk. 10/4/138/2-6).
Am
25.
Juni 2019
wurde der
Beschwerdeführer
vom
Rheumatologe
n
D
r.
C._
untersucht
.
Gemäss dessen
Gutachten vom
3.
Juli 2019
berichtete der
Beschwerdeführer
über Schmerzen im linken Bein beim
Treppensteigen
und Liegen auf der linken Seite und über seit der Operation anhaltende Miss
empfindungen im linken Bein im Sinne von Gefühlsstörungen, belastungs
abhängige Schmerzen in der rechten Schulterregion sowie Beschwerden im Bereich des rechten Kniegelenks
.
Die Beschwerde
n
und Einschränkungen am linken Hüftgelenk und rechten Kniegelenk
seien
seit der
Hüftarthroplastik
-Operation im 2014
unverändert
geblieben
.
Die rechtsseitigen Schulter
beschwerden würden seit dem Sturzereignis vom 4. August 2017 bestehen
. Diese Angabe sei schwierig nachzuvollziehen, da bereits im Bericht von D
r.
med.
G._
vom
15. Oktober
2005
(U
rk.
10/4/
33
)
unklare Schulterschmerzen rechts erwähnt worden seien.
In den Röntgenuntersuchungen des Schultergelenkes rechts würden
zudem
Hinweise für eine traumatisch bedingte Veränderung oder F
raktur fehlen. D
ie
Arthro
-MRI-Untersuchung
vom 12.
Oktober 2017 habe eine aktivierte AC-Arthrose mit einer intakten
Rotatorenmanschette
dokumentiert.
Laut dem Beschwerdeführer habe er
am Anfang
den rechten Arm kaum anheben können, unter einer intensiven Physiotherapie habe sich die Situation im Verlaufe wesentlich gebessert.
Auf die Frage nach anderen Beschwerden am Bewegungs
apparat oder an Organen hab
e
der
Beschwerdeführer
angegeben, dass er eigent
lich recht gesund sei und nur wenige Medikamente einnehme. Die Halswirbel
säule (HWS), die Lendenwirbelsäule (LWS) oder andere Abschnitte des Achsenskelettes seien nicht erwähnt worden
(U
rk.
10/3 S. 5
f
f
.
).
Als
Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit als Taxi- und Lastwagenchauffeur
seien die folgenden zu stellen
: Belastungsabhängige Restbeschwerden am Hüftgelenk links bei/mit traumatischer Hüftluxation nach hinten mit durchgeführter Reposition anlässlich des Ereignisses vom 4. Februar 1989, sekundärer
Coxarthrose
-Entwicklung mit Implantat einer Hüft-Total
prothese links am 27. November 2014, zusätzlich Schaftwechsel am 1. Dezember 2014 bei postoperativer Hü
ftprothesen-Luxation links, persistierende
Periarthro
pathie
am
Trochantor
major
, im Übrigen gutes postoperatives Ergebnis mit guter Beweglichkeit und erhaltener Kompensation;
B
elastungsbeschwerden am Knie
gelenk rechts bei/mit Status nach Abrissfraktur der
Patellasehne
anlässlich des E
reignisses vom 4.
F
ebruar 1
989 mit durchgeführter
t
r
ansossärer
Re-Insertion des Ligamentum
patellae
, post
traumatisch und postoperativer
retropatellärer
Knorpelschaden und beginnender
Pangonarthrose
mit guter Kompensation; belastungsabhängige Schulterbeschwerden rechts im Bereich des AC-Gelenkes bei degenerativ bedingter AC-Gelenksarthrose, im Übrigen unauffällige Binnen
strukturen,
aktuell gute Kompensation (Urk.
10/3 S. 12). Als Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
seien
auswärts diagnostizierte chronische
lumbospondylogene
und
cervicovertebrale
Schmerzen bei
beginnender
Disko
pathie
C5/C6, C6/C7 und L3-S1,
ohne Facettengelenks- oder
radikuläre
Symptome und aktuell mit guter Kompensation und Beschwerdefreiheit
zu nennen
(U
rk.
10/3 S. 13). Zur Beurteilung erklärte D
r.
C._
,
unter Einhaltung gewisser Schonkriterien sei bezüglich der linken Hüfte und des rechten Knies von einer weiterhin und lange anhaltende
n guten Kompensation auszugehen. E
nt
sprechend könne der
Beschwerdeführer
im Alltag alle Aktivitäten ausführen
, auch regelmässig Autofahren
. Bis zum Ereignis vom 4.
August 2017 sei er
als Last
wagenchauffeur mit vollem Pensum und voller Arbeitsfähigkeit tätig gewesen
,
was
er habe bewältigen können
.
Das Ereignis vom 4.
August 2017 habe keine
strukturell t
raumatisch bedingte Veränderung verursacht
, was die Röntgen
aufnahmen von damals bestätigen würden, und die aktuelle Untersuchung (vom 25. Juni 2019) habe eine gute Kompensation der betroffenen Etagen ergeben. Es habe nicht zu einer anhaltenden Verschlechterung geführt, sondern höchstens zu einer vorübergehenden,
nicht richtunggebend
en
Verschlimmerung
, welche
spätestens Ende 2017 abgeschlossen
gewesen sei.
Insofern sei es nachvollziehbar, dass die Suva den Fall eingestellt habe.
Der
Beschwerdeführer
habe
seit dem Ereignis vom 4. August 2017 (dennoch)
nicht mehr gearbeitet. Den Grund für die bisherige fehlende Erwerbstätigkeit habe der
Beschwerdeführer
nicht angeben können.
Es bestehe eine erhebliche psychosoziale Belastungssituation, vor allem in finanzieller Hinsicht.
Aus medizinischer oder rheumatologisch
-somatischer
Sicht könne eine fehlende Tätigkeit seit diesem Ereignis nicht begründet werden
.
Seit dem Ereignis vom 4. August 2017
hätten
sich weder anamnestisch eine Ver
schlechterung, noch klinisch oder radiologisch eine
Veränderung des Gesund
heitszustandes
ergeben. So sei
en
b
ei der Untersuchung das
Sitz- und Bewegungs
verhalten unauffällig gewesen, die reproduzierbaren klinischen B
efunde
hätten eine gute Kompensation an der Schulter rechts, an der Hüfte links und am Knie
gelenk rechts bestätigt.
Beschwerden
cervical
oder lumbal seien vom
Beschwerdeführer
nicht erwähnt worden; die klinische Untersuchung dies
bezüglich sei schmerzfrei und bis auf eine diskrete Endphasen-Extensions-Miss
empfindung unauffällig gewesen. Korrelierend mit diesen klinischen Befunden seien die Verlaufsröntgenaufnahmen der Hüfte unauffällig ausgefallen mit korrekt positioniertem Implantat und an der LWS mit lediglich geringen degenerativen Veränderungen.
Die
Befunde der orthopädischen Untersuchung gemäss dem
A._
-Gutachten aus dem Jahr 2013
würden sich durch seine klinischen Untersuchungsergebnisse
bestätigen lassen
;
die Situation
sei auch seit diesem Gutachten
unverändert und der Gesundheitszustand ohne Ver
schlechterung.
Im Gegensatz zur orthopädischen
A._
-Einschätzung
einer 75%igen Restarbeitsfähigkeit
beurteile er, D
r.
C._
, die Tätigkeit als Taxifahrer
jedoch
als nur noch eingeschränkt
(gemeint wohl: als noch eingeschränkter)
z
u
mutbar
(Urk. 10/3 S. 13
f.).
Die Beurteilung der Arbeitsunfähigkeit von D
r.
B._
sodann
sei weder begründet noch nachvollziehbar.
Er habe deren Diagnose eines chronischen
cervicovertebralen
und
lumbospondylogenen
Schmerzsyndroms nicht bestätigen können.
Auch die
Diagnose einer chronischen
Periarthropathia
humeroscapularis
beidseits treffe nicht zu. Es sei zwar möglich, dass unter erheblicheren Belastungen das AC-Gelenk rechts symptomatisch werde, jedoch best
ünden
weder
eine andere Binnenläsion, noch klinisch reproduzierbare Bewegungseinschränkungen oder
eine
Schmerzsymptomatik. Er, Dr.
C._
, könne weder ihre Beurteilung der Arbeitsfähigkeit noch der Diagnoseliste nachvollziehen und müsse sie kritisch hinterfragen
(Urk. 10/3 S. 14 f.)
.
In Bezug auf die
Tätigkeiten als Taxifahrer und Lastwagenchauffeur mit Ein- und Ausladen der Ware sowie Staplerbedienung
,
respektive
auf
Tätigkeiten mit erheblicher Hebelwirkung auf die beiden erwähnten Gelenke
,
sei dem
Beschwerdeführer
noch
eine 70
%
ige
Arbeitsfähigkeit
zumutbar
. Eine höhere Arbeitsfähigkeit sei mit dem Risiko zunehmender Beschwerden verbunden. Dies sei eine langfristige Beurteilung. Die degenerativen Veränderungen am rechten Kniegelenk seien von einem sehr langsamen Fortschreiten begleitet.
Die AC-Gelenksarthrose am rechten Schultergelenk bleibe solange asymptomatisch, als das Gelenk nicht überlastet werde. Gewichtsbelastende Überkopfarbeiten seien zu vermeiden
.
Dies sei in der letzten Tätigkeit als Lastwagenchauffeur immer wieder der Fall gewesen
, weshalb auch betreffend das Schultergelenk eine solche Tätig
keit
nur begrenzt zumutbar
sei. In einer Tätigkeit mit weniger Belastung der Knie- und Hüftgelenke und geringerer Hebelwirkung, ohne wiederholt längere Weg
strecken, ohne Tätigkeit auf unebenem Boden,
leicht bis zeitweise mittelschwer wechselbelastend
und ohne wiederholten Überkopfarbeiten, ideal mit Wechsel zwischen sitzenden und stehenden Abläufen
,
sei eine 100%ige Arbeitsfähigkeit bezogen auf jedes Pensum gegeben. Das wäre eine leichtere Tätigkeit als noch
vor dem Ereignis vom 4.
August 2017, als er zu 100
% als Lastw
agenchauffeur tätig gewesen sei;
unter der damaligen Tätigkeit habe
er erhebliche Beschwerden an
ge
gebe
n
.
In angepasster Tätigkeit würden auch die LWS und HWS geschont, wobei diesbezüglich die Belastbarkeit kaum eingeschränkt sei, indem die degenerativen Veränderungen gering ausgeprägt seien. Seine Beurteilung zur Arbeitsfähigkeit
in der bisherigen und angepassten Tätigkeit
gelte ab Ende September 201
7.
Mit Bezug auf die Fragestellung des Regionalen Ärztlichen Dienstes (RAD
; Arbeitsfähigkeit retrospektiv im Verlauf ab 4. August 2017,
vgl. Urk.
10/4/140/3, Urk. 10/4/143/6
) habe die Beurteilung G
ültigk
eit per Ende Oktober 2017, zu diesem Zeitpunkt sei die vorübergehende Verschlimmerung ab
geschlossen gewesen (Urk. 10/3 S. 16 f.).
Der Vertrauensarzt
Dr.
D._
bemerkte in seiner Stellungnahme vom 10. Oktober 2019, aufgrund des Gutachtens von Dr.
C._
sei eine Arbeitsfähig
keit zumutbar. Die Invalidenversicherung habe Leistungen abgelehnt. Er müsse daher empfehlen, entsprechend der
Invalidenversicherung
zu entscheiden und die Leistungen der Krankentaggeldversicherung einzustellen (Urk. 10/26/2).
Der Vertrauensarzt D
r.
E._
erklärte in der Stellungnahme vom 23. September 2020,
Diagnosen
, die auf ein
krankheitsbedingtes
Leiden zurückzuführen
seien und eine Arbeitsunfähigkeit rechtfertigen würden
,
lägen
keine vor
. Es gehe aus den verschiedenen vorgelegten Dokumenten, und insbesondere aus dem rheum
a
tologischen Gutachten von Dr.
C._
vom
3.
Juli 2019 ausdrücklich hervor,
dass der Unfall vom 4.
August 2017 keine strukturellen oder organischen Schäden verursacht habe. Somit habe der
Beschwerdeführer
keine determinierende Ver
schlechterung seines gesundheitlichen Zustandes
seit dem
A._
-Gutachten vom 15. August 2013 erlitten und die von D
r.
C._
bestimmte Zumutbarkeit sei nachvollziehbar. Und zwar bestehe beim
Beschwerdeführer
in der angestammten beruflichen Tätigkeit
als Chauffeur
eine 75%ige Arbeitsfähigkeit und in einer leidensangepassten Tätigkeit
eine solche von 100
%
(Urk. 10/26/1)
.
3.2
3.2.1
Wie vom Vertrauensarzt Dr.
E._
im Ergebnis zutreffend erkannt
,
rechtfertigt es sich in medizinischer Hinsicht bezüglich der Arbeitsfähigkeit des
Beschwerde
führer
s
auf das beweiskräftige rheu
matologische Gutachten von Dr.
C._
vom 3. Juli 2019 abzustellen. Denn mit diesem Gutachten
liegt eine umfassende poly
disziplinäre fachärztliche Begutachtung vor, welche auf den erforderlichen Untersuchungen beruht und unter Berücksichtigung der geklagten Beschwerden, des Verhaltens
des Beschwerdeführers sowie der medi
zinischen
Vorakten
erfolgte. Die medizinischen Zusammenhänge
zwischen den Beschwerdebildern und den funktionellen Einschränkungen
wurden nachvollziehbar aufgezeigt und
die Beurteilung der medizinischen Situation schlüssig begründet dargelegt. Auch wurden die getroffenen Schlussfolgerungen nachvollziehbar erläutert. Das
rheumatologische
Gutachten
erfüllt damit sämtliche Anforderungen an
eine
beweiswertig
e ärztliche
Entscheid
grundlage
(vgl. BGE 134 V 231 E.
5.1
, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E.
1c).
3.2.2
Insbesondere ist
es
nachvollziehbar, dass der U
nfall vom 4.
August 2017
(Urk. 10/5/1-
2
)
zu einer
nur
vorübergehenden, nicht richtungweisenden Ver
schlimmerung des vorbestehenden Gesundheitsschadens
ge
führt hatte
, welche Ende Oktober
2017 abgeschlossen war
, da durch diesen Unfall
keine strukturellen oder organischen Schäden
verursacht wurden
(Urk. 10/3 S. 13).
So waren i
m Ber
icht zur Erstbehandlung von Dr.
B._
vom 8.
August 2017 als objektive Befunde nur
Druckdolenzen
mit Bewegungseinschränkungen
lumbosacral
,
im Bereich des Beckenkamms links und der linken Hüfte sowie
subacromial
rechts aufgeführt worden (Urk.
3/4).
Der Kreisarzt des Unfallversicherers, Dr. med.
H._
, Facharzt für Allgemeinmedizi
n, führte in der Stellungnahme vom 20.
Dezember 2017 entsprechend
aus
, dass nach dem Unfall, bei welchem der
Beschwerdeführer
nach eigenen Angab
en aus einer Höhe von zirka 1.5
Meter
n
zu Boden gestürzt war (Urk. 10/3 S. 6, Urk. 3/3-4)
, keine Prellmarken, Hämatome, Schürfungen etc. dokumentiert worden waren (Urk. 10/7/2).
Die MR-
A
r
thrographie
der rechten Schulter vom 12. Januar 2017
hatte zudem
keine traumatischen Läsionen, sondern
degenerative Veränderungen des AC-Gelenkes und ödematöse Knochenmarksveränderungen passend zu einer aktivierten AC-Arthrose sowie eine in
takte
Rotatorenmanschette
ergeben
(Urk.
3/5, Urk.
10/3 S. 4
). A
uch die Röntgenuntersuchung des Schultergele
nkes rechts und der LWS vom 15.
August 2017 zeigte keine
Fraktur
, unauffällige Weichteile und die bekannte
degenerative Veränderung an der rechten Schulter
(
Urk.
10/3 S. 4).
Dr.
C._
schloss von den
eigenen,
in der
klinischen
, rheumatologisch-neuro
logischen
Untersuchung
erhobenen und ausführlich dargestellten Befunden (
Urk.
10/3 S. 9 ff.)
zudem
überzeugend
begründet auf
ein
insgesamt gute
s post
operatives
Ergebnis betreffend das linke Hüft- und das rechte Kniegelenk
sowie
ein
e
degenerativ bedingte AC-Gelenksarthrose
mit
je
guter Kompensation
; er berücksichtigte auch
hinreichend
die daraus resultierende
Einschränkung der Belastbarkeit
dieser Gelenke.
Cervicale
oder lumbale Beschwerden wurden vom Beschwerdeführer weder erwähnt noch konnte
Dr.
C._
solche
abgesehen von einer diskrete
n
Endphasen-Extensions-Missempfindung
in der klinischen Unter
suchung feststellen
. Die klinischen Befunde korrelierten gemäss
Dr.
C._
zudem mit den
Verlaufsröntgenaufnahmen
(U
rk.
10/3 S.
14
). Auch sein
e
diesbezüglichen
Ausführungen sind schlüssig und fundiert.
3.2.3
Vor diesem Hintergrund ist
nachvollziehbar, dass D
r.
C._
die fehlende Wiederaufnahme einer Erwerbstätigkeit im Verlauf nach dem Ereignis vom 4. August 2017
aus
rheumatologisch-somatischer Sicht
nicht
begründen konnte (Urk. 10/3 S. 13 f.) und auf eine 70%ige
Arbeitsfähigkeit
in der bisherigen Tätig
keit als Lastwagenfahrer (Chauffeur Kat. B/E)
sowie auf eine 100%ige
Arbeits
fähigkeit
in einer leidensangepassten Tätigkeit ab Oktober 2017
schloss (Urk. 10/3 S. 16 f.).
3.
3
3.3.1
D
r.
C._
setzte sich
auch
mit der
divergierenden
Einschätzung von D
r.
B._
auseinander und begründete überzeugend, weshalb er dieser nicht folgen konnte (U
rk.
10/3
S. 11 und
S. 14
f.)
.
Dagegen
kann
dem
Einwand des
Beschwerde
führer
s, mit den
echtzeitlichen
A
rztzeu
g
n
issen
und dem Bericht vom 22. Juni 2018 von D
r.
B._
sei
eine
100%ige
Arbeitsunfähigkeit in jeglicher Tätigkeit bewiesen (U
rk. 1 S. 6 f., Urk. 15
S. 2, Urk. 20 S. 1 f.
), nicht
beigepflichtet werden.
Denn
die in
den ärztlichen Zeugnissen (Urk.
3/17/1-16) attestierte 100%ige
Arbeitsunfähigkeit
bezieht sich auf die Tätigkeit in der zuletzt bis zum Unfall vom 4.
August 2017
ausgeübte Tätigkeit als Lastwagenfahrer und nicht auch auf eine leidensangepasste Tätigkeit. Im Bericht
vom 22.
Juni 2018 kreuzte Dr.
B._
zwar zur Frage, ob der Patient eine angepasste Tätigkeit ausüben könne, mit «Nein» an (
Urk. 12/1 S. 3
). Jedoch
nannte sie als Einschränkungen lediglich sämtliche rücken- und hüftbelastende
Arbeiten
als nicht zumutbar (Urk. 12/1 S. 3), so dass nicht
plausibel
ist, weshalb T
ätigkeiten ohne
solche Belastungen nicht zumutbar sein sollten
, was auch nicht begründet wurde
. Im Bericht vom 29. Juni 2018, mithin nur wenige Tage darauf,
erachtet Dr.
B._
denn auch
eine 50%ige Arbeitsfähig
keit in einer
leidensangepasste
n
Tätigkeit
ohne
Heben und Tragen schwerer Lasten,
ohne
langes Stehen oder Gehen sowie
ohne
Arbeiten auf der Leiter
als zumutbar
(Urk.
10/40/124/2-5).
E
ine 100%ige Arbeitsunfähigkeit in jeglicher Tätigkeit
weisen somit entgegen der Ansicht des
Beschwerdeführer
s auch die Berichte
von Dr.
B._
in der
hier strittigen Zeit ab dem 4.
Juni 2018 (Einstellung Leistungen des Unfallversicherers, Urk.
10
/
7/1
;
Beginn
Wartezeit
Krankentaggeldleistungen; Urk. 10/20) nicht
aus
.
Dr.
C._
erklärte zudem zutreffen
d, dass die Beurteilung von Dr.
B._
betreffend Arbeitsunfähigkeit weder begründet noch nachvollziehbar ist
(Urk. 10/3 S. 14)
.
Dem ist
schon
deshalb zuzustimmen
,
weil
D
r.
B._
die Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit nach dem Unfall vom 4. August 2017 ohne weitere Differenzierung der
geringen
unfallbedingten
Beeinträchtigungen
auch noch acht Monate nach dem Ereignis ohne Erläuterungen als
anhaltend
vollständig eingeschränkt beurteilte, obschon
der
Beschwerdeführer
vor dem Unfall ab April 2016 erwerbstätig war (Urk. 3/1-2) und durch den Unfall keine derart erheblichen, langfristigen Gesundheitsschäden eingetreten waren.
Im Bericht
von Dr.
B._
vom 29. Juni 2018 beschränkten sich die von ihr erhobenen Befunde
denn auch
auf ausgedehnte muskuläre Ver
spannungen
cervical
und lumbal beidseits mit stark eingeschränkter Beweglich
keit der HWS und LWS bei neurologisch unauffälligem Status sowie auf lediglich diffuse
Druckdolenzen
im Bereich des Trochanter
major
mit
endgradig
einge
schränkter Beweglichkeit (Urk. 10/4/142/3).
Im Bericht vom 22.
Juni 2018 wur
den bezüglich LWS und HWS
so
gar keine Befunde aufgeführt und lediglich
Druckdolenzen
mit eingeschränkter Beweglichkeit im Schulter- und Hüftbereich beschrieben (Urk. 12/1).
Hieraus auf eine vollständige Arbeitsunfähigkeit
in der bisherigen Tätigkeit und eine nur 50%ige Arbeitsfähigkeit in einer leidens
angepassten Tätigkeit
zu schliessen,
wie dies Dr.
B._
tat,
überzeugt nicht.
Hinzu kommt, dass D
r.
C._
die von Dr.
B._
gestellte
Diagnose eines chronischen
cervicovertebralen
und
lumbospondylogenen
Schmerzsyndroms nicht bestätigen
konnte
, was angesichts der erhobenen geringen klin
ischen und bildgebenden Befunde schlüssig
ist.
Ebenfalls nachvollziehbar begründet ver
neinte er das Vorliegen der von Dr.
B._
gestellten Diagnose
einer
chronischen Periarthritis
humeroscapularis
(PHS)
, da ausser der AC-Gelenksarthrose rechts keine andere Binnenläsion und klinisch keine reproduzierbaren Bewegungs
einschränkungen oder Schmerzsymptomatik bestanden. Dabei berücksichtigte er differenziert, dass es möglich sei, dass unter erheblichen Belastungen das AC-Gelenk rechts symptomatisch werde
(Urk. 10/3 S. 14
f.).
Folglich hielten die von Dr.
B._
gestellten Diagnosen der
gutachterlichen
Überprüfung nicht stand
.
Der abschliessenden Bemerkung von Dr.
C._
, er könne der Beurteilung weder der Arbeitsfähigkeit noch der Diagnoseliste nachvollziehen und müsse sie kritisch hinterfragen (Urk. 10/3 S. 15), ist damit beizupflichten.
3.
3
.2
Auch d
em
Einwand des
Beschwerdeführer
s, die abweichende Beurteilung von Dr.
C._
lasse sich mit dem bis
zu seiner Untersuchung vom 25.
Juni 2019 ein
getretenen guten Therapieerfolg erklären, so dass die in den früheren Unter
suchungen von Dr.
B._
ab Juni 2018 erhobenen Befunde zum damals bestehenden
cer
vicovert
ebralen
und
lumbospondylogenen
Schmerzsyndrom, der PHS und der reaktiven Depression
damit
nicht wi
derlegt
würden
(Urk. 15 S. 2 f.,
Urk. 20 S.
1 f.
),
kann nicht gefolgt werden
, wie sich aus dem Folgenden ergibt.
Dr.
C._
bezog den unter dem Titel funktionelle Auswirkungen erwähnten guten Therapieverlauf (Urk. 10/3 S. 15) vor allem auf das gute Ergebnis betreffend linke Hüfte und rechte
s
Kniegelenk, wobei die Behandlungen an
gemessen gewesen seien «mit entsprechend gutem Ergebnis seit mehreren Jahren» (Urk. 10/3 S. 15). Der Therapieverlauf betraf somit nicht die Zeit ein Jahr vor der Untersuchung, ab Juni 2018, sondern die Jahre seit der Knie- und Hüftverletzung im Jahr 1989 (Urk. 10/2 S. 16) und allenfalls der Hüftoperationen im Jahr 2014 (Urk. 10/3 S. 5, Urk. 10/4/116/1). Bezüglich der rechten Schulter bemerkte Dr.
C._
nur, dass die Binnenläsion fehlte (intakte
Rotatorenmanschette
).
Ein Therapieerfolg zur rechten Schulter wurde im Gutachten
unter dem Titel Berufs- und Arbeitsanamnese
insofern erwähnt, als der
Beschwerdeführer
erklärte, an
fangs habe er den rechten Arm kaum heben können, unter der intensiven Physiotherapie habe sich die Situation im Verlauf wesentlich gebessert
(Urk. 10/3 S. 6 f.).
Auch diese Aussage bezieht sich auf die anfängliche Besserung («an
fangs») nach dem betreffenden Ereignis. Dass in den
ersten
Wochen nach dem Unfallereignis vom 4. August 2017 der Umfang der Arbeitsunfähigkeit noch grösser war,
wird auch von der
Beschwerdegegnerin
anerkannt
.
Vor allem aber ändert
ein Therapieerfolg
nichts daran
, dass die Einschätzung von D
r.
B._
zur Arbeits
fähigkeit angesichts der
von ihr
erhobenen
moderaten
Be
funde
und fehlenden Erläuterungen
nicht überzeugt. Zudem
hat
D
r.
B._
in ihrem -
soweit aktenkundig
-
letzten Bericht
vom
31.
Januar 2019
, mithin
wenige Monate
vor der Untersuchung von D
r.
C._
vom
25. Juni 2019
(Urk. 10/3 S. 1),
nebst den Hüft- und Kniebeschwerden
zunehmende Schmerzen im
lumbosacralen
Bereich mit Ausstrahlungen in beide Beine, permanente Schmerzen im Nacken
schultergürtelbereich verbunden mit Kopfschmerzen
aufgeführt
(Urk. 10/4/138/2).
Eine
B
esserung der Befunde unter und aufgrund von Therapien
ab Juni 2018
ist den Berichten von Dr.
B._
dagegen nicht zu entnehmen. Sollte eine solche
B
esserung bis zur Begutachtung von D
r.
C._
indes tatsäch
lich eingetreten sein, wären die von D
r.
B._
durchgehend hochgradig attes
tierten Arbeitsunfähigkeiten erst Recht nicht nachvollziehbar.
Darauf, dass
zuletzt
in der kurzen Zeit von Januar bis Juni 2019 eine erhebliche
B
esserung der Be
schwerden eingetreten ist, gibt es keine Hinweise.
Nichts zu seinen Gunsten kann der
Beschwerdeführer
sodann
aus seiner
An
nahme
able
iten, den Beurteilungen von Dr.
B._
habe
ein
authentisches Schmerzverhalten
zugrunde gelegen
und diese seien somit valide
, weil
Dr.
C._
ein adäquates Schmerzverhalten bei guter M
itwirkung und
fehlende
r
Verdeut
lichungstendenzen
sowie
einen guten
Therapieverlauf bestätigt habe
(Urk. 15 S. 2 f., Urk. 20 S. 1 f.).
Denn selbst ein
adäquates Schmerzverhalten
würde
nicht klinisch
und bildgebend erhobene Befunde ersetzen
, welche den Umfang der attestierten Arbeitsunfähigkeit
überzeugend
zu begründen vermö
chte; solche
er
heblichen
Befunde sind in den Berichten von
Dr.
B._
wie ausgeführt indes nicht auszumachen
und insbesondere die von ihr attestierte Höhe der Arbeits
un
fähigkeit lässt sich damit nicht nachvollziehbar begründen
.
Die Schluss
folgerung des
Beschwerdeführer
s, da das anlässlich der Begutachtung von Dr.
C._
fest
gestellte Schmerzverhalten (Urk. 10/3 S. 15) von diesem als adä
quat beurteilt worden sei, sei auch die
Einschätzung der Arbeitsfähigkeit
von D
r.
B._
valide, geht daher fehl.
Eine Diagnose oder Befunde zu einer depressiven Symptomatik wurden ferner auch in den hier massgeblichen Berichten von Dr.
B._
nicht erwähnt. Eine solche Symptomatik war Jahre vor dem hier interessierenden Zeitraum von Dr.
B._
im Bericht vom 4. April 2012 (Urk. 10/4/59/1) und von den
A._
-Gutachtern im Gutachten vom 15. August 2013 (Urk. 10/2 S. 33) diskutiert wor
den und hat hier keine Relevanz. Etwas Anderes geht
auch aus dem Gutachten von Dr.
C._
nicht hervor.
3.
3
.3
Im Übrigen
ist die
im Rahmen der Beweiswürdigung relevante Verschiedenheit von Behandlungsauftrag einerseits und Begutachtungsauftrag andererseits
zu beachten. Rechtsprechungsgemäss
vermag eine durch den behandelnden Arzt erstellte abweichende Zumutbarkeitsschätzung für sich allein das Ergebnis der fachärztlichen Expertise
nicht umzustossen, ohne dass zusätzliche objektive, den Beweiswert des Gutachtens beeint
rächtigende Gründe hinzutreten
(vgl. Urteil des Bundegerichts
9C
_182/2010 vom 1
5.
April 2010 E.
2.3
mit Hinweisen)
,
was hier nicht der Fall ist
. Ausserdem kommt im Streitfall
eine direkte
Leistungszusprache
einzig gestützt auf die Angaben der behandelnden Ärztinnen und Ärzte, aufgrund ihrer auftragsrechtlichen Vertrauensstellung, kaum je in Frage.
Dabei gilt es der Erfahrungstatsache Rechnung zu tragen, wonach behandelnde Arztpersonen beziehungsweise Therapiekräfte mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung im Zweifelsfall eher zu Gunsten ihrer Patienten aussagen (BG
E 135 V 465 E.
4.5; Urteil des Bundesgerichts 8C_758/2020 vom 14. April 2021 E. 5.2.3 mit Hinweisen).
Damit ausnahmsweise auf die Beurteilung von D
r.
B._
abgestellt werden
könnte, müsste
diese
als zuverlässig, schlüssig und überzeugend zu werten
sein (vgl. Urteil des Bundesgerichts
8C_222/2010 vom 19.
Juli 2010 E.
4.2.2
mit Hinweis); auch dies ist hier
,
wie ausgeführt
,
nicht gegeben.
3.3.4
Entgegen der Ansicht des
Beschwerdeführer
s ist für die
interessierende
Zeit ab Juni 2018 somit nicht auf die Einschätzung der Arbeitsfähigkeit von D
r.
B._
abzustellen. Auch vermögen ihre Berichte die gutachterliche Beurteilung von Dr.
C._
nicht in Frage zu stellen.
3.4
3.4.1
S
ämtliche
weitere
n
Rügen des
Beschwerdeführers am Gutachten von Dr.
C._
vermögen dessen Einschätzung nicht zu entkräften.
Namentlich ist unzutreffend, dass Dr.
C._
die von den
A._
-Gutachtern geschätzte
75%ige Arbeitsfähigkeit in einer leidensangepassten Tätigkeit
(Urk. 10/2 S. 34) bestätigt habe, dies im Widerspruch zu seiner Einschätzung einer 100%igen
Arbeitsfähigkeit
in einer leidensangepassten Tätigkeit
(Urk. 1 S. 7, Urk. 15 S. 4)
. Auf der
hierzu
vom
Beschwerdeführer
genannten Seite 14 des Gutachtens
nahm Dr.
C._
nicht auf die Arbeitsfähigkeit in einer leidensangepassten
Tätigkeit Be
zug. Vielmehr
erklärte
er
, dass er zwar die orthopädischen Befunde der
A._
-Gutachter aufgrund seiner klinischen Untersuchungsergebnisse bestätigen könne, dass er aber die Arbeitsfähigkeit in der Tätigkeit als Taxifahrer im Gegensatz zum orthopädischen
A._
-Gutachter als eingeschränkt beurteile (Ur
k.
10/3 S. 14). Da
mit weist Dr.
C._
auf seine höhere Einschätzung einer 30%igen Arbeits
unfähigkeit (respektive 70%igen Arbeitsfähigkeit) in der angestammten Tätigkeit als Chauffeur anstatt der im
A._
-Gutachten attestierten 25%igen Arbeits
unfähigkeit (respektive 75%igen Arbeitsfähigkeit) in der damal
igen
Tätigkeit als Taxifahrer hin. Ein Widerspruch ist darin nicht zu erblicken, sondern eine als solche deklarierte
und im vorliegenden Verfahren zulässige
gering andere Ein
schätzung der Arbeitsfähigkeit, welche de
n
Beweiswert des Gutachtens jedenfalls nicht schmälert.
Dasselbe gilt für die
im Vergleich zum
A._
-Gutachten
neue
Einschätzung der Arbeitsfähigkeit in einer leidensangepassten Tätigkeit; dies umso mehr
,
als seit der
A._
-Begutachtung im Juni 2013 (
Urk.
10/2 S. 1) bis zu jener von
Dr.
C._
im Juni 2019 (Urk.
10/3 S. 1) mehrere J
ahre vergangen sind und
im Jahr 2014 eine
operative Sanierung der linken Hüfte mit
Totalprothese
erfolgt war
(Urk. 10/
3 S. 5, Urk. 10/4/116/1
).
Auch die Ausführungen von Dr.
C._
auf der vom
Beschwerdeführer
genannten Seite 16,
Ziff.
7.4 (Urk. 10/3 S. 16), enthalten keinen Widerspruch. Dort erklärte Dr.
C._
unter dem Titel «Diskussion von Belastungsfaktoren und Ressourcen», die Selbsteinschätzung des
Beschwerdeführer
s sei negativ, er suche aktuell eine 20%ige Stelle. Er rechne offensichtlich mit einer finanziellen Unterstützung durch eine Versicherungsleistung, was rheumatologisch-somatisch aber nicht begründ
bar sei und einer persönlichen Beurteilung durch ihn entspreche.
Nachvollziehbar bestehe eine Belastbarkeitseinschränkung am Kniegelenk rechts und Hüftgelenk links, mit einer geringen Einschränkung der Arbeitsfähigkeit auch in einer Ver
weistätigkeit (Urk. 10/3 S. 16).
Damit nennt Dr.
C._
ebenfalls keinen anderen, widersprüchlichen Umfang der Arbeitsfähigkeit in einer leidensangepassten Tätigkeit. Er bezieht sich vielmehr auf eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit zufolge der Belastbarkeitseinschränkung
am Kniegelenk rechts und Hüftgelenk links
; eine solche kann aber bei der Zumessung der Arbeitsfähigkeit nicht nur in quantitativer, sondern auch in qualitativer Hinsicht berücksichtigt werden. Der Belastbarkeitseinschränkung trug Dr.
C._
in seiner Einschätzung der Arbeits
fähigkeit denn auch angemessen mittels eines entsprechenden Belastungsprofils in der Verweistätigkeit Rechnung («mit weniger Belastung des Knie- und Hüft
gelenkes und geringer Hebelwirkung...»; Urk. 10/3 S. 17).
3.
4
.2
Der
Beschwerdeführer
rügt weiter, Dr.
C._
gehe fälschlicherweise von einer vollen Arbeitsfähigkeit in der Tätigkeit als Chauffeur von 2016 bis zum Unfall vom 4. August 2017 aus. Er habe jedoch zunächst ab dem 1. April 2016 den Arbeitsversuch in einem Teilzeitpensum von 50
%
unternommen und erst ab dem 1. April 2017 den Versuch zur Steigerung auf ein Vollzeitpensum angetreten, der nach vier Monaten mit dem Unfall gescheitert sei (Urk. 1 S. 7, Urk. 15 S. 3 f., Urk. 20 S. 2).
Den Akten ist hierzu zu entnehmen, dass der
Beschwerdeführer
gemäss den Arbeitsverträgen, je vorgedruckt datiert mit dem 31. März 2016, bei der
Y._
GmbH ab dem 1. April 2016 in einem 50%igen Pensum und ab dem 1. April 2017 in einem 100%igen Pensum als Chauffeur Kat. B/E mit einem monatlichen Bruttolohn von Fr. 5'320.-- angestellt war. Der Tätigkeitsbereich umfasste das Ausliefern und je nach Tour das Abholen oder Retournieren von Paketen, Ersatzteilen und Paletten (Urk. 3/1-2). Gemäss dem Auszug aus dem individuellen Konto zum AHV-pflichtigen Einkommen des
Beschwerdeführer
s erzielte er mit dieser Tätigkeit von April 2016 bis März 2017 Fr. 25'650.-- (Fr. 20'400.-- + Fr. 5'250.--) und von April bis Dezember 2017 Fr. 47'700.-- (Urk. 3/20 S. 1). Damit ist ausgewiesen, dass der
Beschwerdeführer
erst ab dem 1. April 2017 und bis zum Unfall vom 4. August 2017 während rund vier Monaten in einem 100%igen Pensum
in der Tätigkeit als Lastwagenchauffeur gearbeitet hat
und davor während eines Jahres von April 2016 bis März 2017 in einem reduzierten Pensum.
Im Gutachten von Dr.
C._
wurde unter dem Titel «Berufs -und Arbeits
anamnese» nach den Angaben des
Beschwerdeführer
s dazu festgehalten, von 2016 bis zum Unfallereignis im Jahr 2017 sei er als Lastwagenchauffeur mit An
hänger (sieben Tonnen) mit vollem Pensum und 100%iger Arbeitsfähigkeit tätig gewesen; dies
,
weil die Suva es von ihm verlangt habe. Die Arbeit sei streng gewesen, mit Ein- und Ausladen der Güter, mit Bedienen eines Handstaplers und regelmässigen Fahrstrecken. Diese Tätigkeit mit diesem Pensum habe er bis zum Ereignis vom 4. August 2017 absolviert. Nach diesem Ereignis sei er nicht mehr berufstätig gewesen (Urk. 10/3 S. 17 f.).
Auch wenn diese Feststellungen zur Dauer des 100%igen Pensums vor dem Unfall
im Gutachten
- sei es aufgrund eines Missverständnisses, sei es aufgrund un
genauer Angaben - von den tatsächlichen Gegebenheiten abweichen, schadet dies der Beweiskraft des Gutachtens und der Einschätzung der Arbeitsfähigkeit durch Dr.
C._
nicht
. In seiner Beurteilung nahm Dr.
C._
zwar darauf Bezug, dass der
Beschwerdeführer
vor dem Unfall die Tätigkeit als Lastwagenchauffeur mit vollem Pensum und voller Arbeitsfähigkeit bewältigen konnte (Urk. 10/3 S. 13 f.). Jedoch schloss Dr.
C._
daraus
zunächst
lediglich
, dass dies für eine grundsätz
lich gute Moti
vation und Kooperation spreche. Vor
allem aber berücksichtigte Dr.
C._
bei der Einschätzung der Arbeitsfähigkeit korrekterweise
nicht haupt
sächlich diese Tatsache, sondern
die medizinischen Feststellungen, namentlich die eingeschränkte Belastbarkeit der betroffenen Gelenke und ausserdem auch, dass der
Beschwerdeführer
unter der Tätigkeit als Lastwagenchauffeur mit einem 100%igen Pensum erhebliche Beschwerden angegeben hatte. Dr.
C._
erachtete
auch
nicht
das bisherige
100%ige, sondern lediglich ein eingeschränktes Pensum von 70 % als noch zumutbar (Urk. 10/3 S. 16 f.).
Es
entkräftet den
Beweiswert des
allseitig begründeten
Gutachtens daher nicht, dass die bisherige Tätigkeit entgegen den Angaben in der Anamnese zunächst ab April 2016 mit einem reduzierten respektive 50%igen Pensum und erst ab April 2017 mit einem 100%igen Pensum ausgeübt worden war. Denn es ist
nach dem Gesagten
nicht anzunehmen, dass
Dr.
C._
ausgehend von diesem Sachverhalt zu einem anderen Ergebnis gekommen wäre, zumal es
grundsätzlich
zutraf, dass der
Beschwerdeführer
vor dem Unfall eine Erwerbstätigkeit als Lastwagen
chauffeur in einem 100%igen Pensum ausgeübt hatte.
3.4.3
Somit ist festzuhalten, dass das Gutachten von D
r.
C._
vom 3.
Juli 2019 beweiskräftig ist
. Gestützt darauf ist für die hier interessierende Zeit ab Juni 2018 von
einer
70%igen Arbeitsfähigkeit in der bisherigen Tätigkeit als Lastwagen
fahrer und einer 100%igen Arbeitsfähigkeit in einer leidensangepassten, wechselbelastenden, körperlich leichten bis
zeitweise mittelschwer
en
Tätigkeit mit weniger Belastung der Knie- und Hüftgelenke und geringerer Hebelwirkung, ohne wiederholt längere Wegstrecken, ohne Tätigkeit auf unebenem Boden und ohne wiederholte Überkopfarbeiten (Urk. 10/3 S. 16
f.
)
auszugehen.
4.
4.1
4.1.1
Die
Beschwerdegegnerin
zieht
im angefochtenen Entscheid
in Erwägung
, es sei von dieser
an sich beweiskräftigen
medizinischen Einschätzung
mit Blick
auf
den Rechtsbegriff von
Art.
6 ATSG und
die Rechtsprechung, wonach
der Arztperson keine abschliessende Beurteilungskompetenz zukomme (Urk. 2 S. 6 f.
Ziff. 31-32
)
, abzuweichen und von einer 100%igen Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit spätestens ab dem Tag der Leistungseinstellung des Unfallversicherers
per 4.
Juni 2018 auszugehen;
denn
der Unfall
habe
nur eine vorübergehende Ver
schlimmerung des Gesundheitszustandes verursacht und der
Beschwerdeführer
habe
zuvor
in vollem Pensum als Lastwagenchauffeur gearbeitet (Urk.
2 S. 10 f.
Ziff. 42-45, Ziff. 49
).
4.1.2
N
ach der
von der
Beschwerdegegnerin
(Urk. 2 S. 7) zitierten
bundesgerichtlichen Re
chtsprechung
ist
eine
Aufgabenteilung von rechtsanwendender Stelle und begutachtender Arztperson
bei der Beurteilung der Arbeitsunfähigkeit nach Art. 6 ATSG beachtlich
.
Dies gilt nicht nur bei psychischen Beschwerden, sondern auch bei somatischen Beschwerden (
BGE 140 V 193 E.
3.1).
Sache des (begut
achtenden) Mediziners ist es
in erster Linie
, den Gesundheitszustand zu beurteilen
,
die Befunde zu erheben und gestützt darauf die Diagnose zu stellen. Hiermit erfüllt der Sachverständige seine genuine Aufgabe, wofür Verwaltung und im Streitfall
das
Gericht nicht kompetent sind
.
Bei
der Folgenabschätzung der erhobenen gesundheitlichen Beeinträchtigungen für die Arbeitsfähigkeit
kommt der begutachtenden Arztperson hingegen
keine abschliessende Beurteilungskompetenz
zu
.
Vielmehr
nimmt die Arztperson zur Arbeitsunfähig
keit Stellung,
das heisst
sie gibt eine Schätzung ab, welche sie aus ihrer Sicht so substanziell wie möglich begründet. Schliesslich sind die ärztlichen Angaben eine wichtige Grundlage für die juristische Beurteilung der Frage, welche Arbeits
leistungen der Person noch zugemutet werden können
(
BGE 140 V 193 E. 3.2
mit Hinweisen
).
Weil die Arbeitsfähigkeit somit keine medizinische, sondern eine rein juristische Frage ist, können sich Konstellationen ergeben, wo von der im medizinischen Gutachten festgestellten Arbeitsunfähigkeit abzuweichen ist, ohne dass sie ihren Beweiswert verlöre
(Urteil des Bundesgerichts
9C_10/2014
vom 20.
August 2014
E. 7).
4.1.3
Im zitierten Leitentscheid BGE 140 V
193
(Urteil
9C_850/2013 vom 12.
Juni 2014
), auf welche die
Beschwerdegegnerin
im angefochtenen Entscheid verwies (Urk. 2 S. 6 f. Ziff. 31
i.V.m
. S. 10 Ziff. 43), wurde - entsprechend der damals
geltenden
höchstrichterlichen
Rechtsprechung
(Urteil des Bundesgerichts
9C_667/2013 vom 29.
April 2013 E.
4.3.2
; vgl. BGE 1
43 V 409
E. 4.1 mit Hin
weisen)
- von der gutachterlich-psychiatrischen Beurteilung der Arbeitsunfähig
keit abgewichen, weil es bei einer hinsichtlich
Schweregrad und rezidivierendem oder episodischem Charakter
psychiatrisch kontrovers beurteilte
n
Depression
, die
als therapeutisch angehbares reaktives Geschehen auf bestimmte belastende Lebensereignisse
beurteilt worden war, an einer
konsequenten Depressions
therapie
fehlte
, deren Scheitern das Leiden als resistent
ausgewiesen hätte. Aus
serdem
wurde berücksichtigt, dass
die versicherte Person seit vielen Jahren trotz
multiplen gesundheitlichen Beeinträchtigungen
gearbeitet
hatte
und
das Beschwerdebild geprägt
war
von Selbstlimitierung, mit konsekutiver
Dekonditionierung
, von offensichtlichem sekundärem Krankheitsgewinn und von grossen Diskrepanzen zwischen Testergebnissen
sowie
objektiven Befunden, wo
für sich keine psychiatrische Erklärung finden liess
(E. 3.3).
Im
zitierten B
undesgerichtsentscheid
9C_10/2014
vom 20.
August 2014
E. 7
, wo
rauf sich die
Beschwerdegegnerin
im angefochtenen Entscheid beruft
(Urk. 2 S. 6 f. Ziff. 31
i.V.m
. S. 10 Ziff. 43)
,
war im Hinblick auf den Anspruch auf eine Invalidenrente die Leistungsfähigkeit aufgrund eines
nach damaliger Recht
sprechung sogenannt
en
unklare
n
B
eschwerdebildes
(
vgl.
BGE 140 V 290 E. 3.3 mit Hinweisen)
, und zwar eine
r
dissoziative
n
Störung (E. 5)
mit Aggravation und Simulation (E. 6.2)
,
zu beurteilen
.
Von der
gutachterlich-psychiatrisch
attestierten Arbeits
un
fähigkeit
in der zuletzt ausgeübten Tätigkeit
wurde
letztlich
ab
gewichen,
weil
diese widersprüchlich war und auf keine medizinische B
egründung abstützte, sondern der Annahme folgte, dass die betreffende ver
sicherte Person sich überfordert habe
und
ihre
Möglichkeiten überschritten habe. Eine solche Annahme sei kein
Kriterium, das es
- nach damaliger Rechtsprechung bei unklaren Beschwerdebildern
analog der somatoformen Schmerzstörung recht
sprechungsgemäs
s erforderlichen Kriterien (BGE 132 V 65 E.
4.2.2
; Urteil
e
des Bundesgerichts 8C_372/2012 vom 13.
Juni 2013 E. 3.3
und 9C_667/2013 vom 2
9.
April 2014 E.
3.1
) -
erlauben würde, auf eine Unüberwindbarkeit der Willens
anstrengung zu schliessen
(E. 7).
Mit dem Leitentscheid
BGE
141 V 281 (Urteil 9C_492/2014 vom 3.
Juni 2015)
, präzisiert mit
BGE 143 V
409
und
41
8
sowie BGE 148 V 49
, wurde diese bei so
genannt unklaren Beschwerdebildern geltende Überwindbarkeitsprüfung ersetzt durch ein
strukturierte
s
Beweisverfahren
mittels Standardindikatoren bezüglich sämtlicher psychischer
Erkrankungen
, inklusive depressiver Störungen.
Auch nach
dieser neuen
Rechtsprechung kommt der
(freien) Überprüfung der medizinisch
-psychiatrischen
Annahme einer Arbeitsunfähigkeit durch die rechts
anwendenden Stellen
Bedeutung zu
(vgl.
BGE
141
V
281
E. 5.2,
144 V
50 E. 4.3,
145 V
361 E. 3-4).
Von einer lege
artis
und
normorientiert erfolgten medizinischen Schätzung ist
danach
au
s triftigen Gründen abzuweichen
. Solche liegen
vor, wenn die medizinisch-psychiatrische Annahme einer Arbeitsunfähig
keit letztlich, im Ergebnis, unter dem entscheidenden Gesichtswinkel von Konsistenz und materieller Beweislast der versicherten, rentenansprechenden Person zu wenig gesichert ist und insofern nicht überzeugt
(BGE
148
V 49
E. 6.2.1
, 145 V 361 E. 4.3
).
4.2
4.2.1
Hier begründete der rheumatologische Gutachter die von ihm attestierte Arbeits
unfähigkeit mit somatisch bedingten, klinisch und bildgebend
objektiv fest
gestellten
Gesundheitsbeeinträchtigungen an Hüft-, Knie- und Schultergelenken
.
Er
beurteilte insbesondere auch die funktionelle Auswirkung einer dadurch bedingten eingeschränkten Belastbarkeit differenziert und widerspruchsfrei.
Wie ausgeführt,
bezog D
r.
C._
bei seiner Beurteilung
mit ein
,
dass der
Beschwerdeführer
vor dem Unfall zu 100 % als Lastwagenchauffeur erwerbstätig war und dass der Unfall eine nur vorübergehende
unfallbedingte
Beeinträchtigung
verursacht hatte (U
rk.
10/3 S. 13 ff.)
.
Auch
wurden
von Dr.
C._
keine diagnostisch unklare, von Selbstlimitierung,
Verdeutlichungs
tendenzen,
Inkonsistenzen und/oder Aggravation überlagerte Beschwerdebilder
festgestellt
und die Behandlungen wurden als angemessen bezeichnet (Urk. 10/3 S. 15 f.).
Bei dieser Ausgangslage ist
kein triftiger Grund für eine abweichende Beurteilung aus rechtlicher Sicht auszumachen. Namentlich rechtfertigt
a
llein der Umstand, dass der
Beschwerdeführer
vor dem Unfall
vom 4.
August 2017
während
rund
vier Monaten als Lastwagenfahrer in einem 100%igen Pensum gearbeitet hatte,
nicht,
von der medizinisch-gutachterlichen Einschätzung
einer 7
0
%igen Arbeits
fähigkeit in dieser Tätigkeit
per Ende September 2017 (Urk. 10/3 S. 16 f.)
abzu
weichen
,
auch wenn
die Unfallfolgen nach einigen Wochen, spätestens aber bis im Juni 2018, nicht mehr als Grund für die Beschwerden beurteilt wurden.
Denn
es bestehen
keine Hinweise auf ein davon abweichendes
, höheres
funktionelles Leistungsvermögen nach dem Unfall ab Juni 2018
, welche nicht von Dr.
C._
hinlänglich berücksichtigt worden sind
.
Solche wurden von der
Beschwerde
gegnerin
denn auch nicht genannt.
Im Übrigen hatte der
Beschwerdeführer
unter der Tätigkeit als Lastwagenfahrer
mit einem vollen Pensum
an erheblichen Beschwerden gelitten (Urk. 10/3 S. 17)
, was
angesichts der schon damals bestehenden Befunde an Hüft- und Kniegelenken
und der Einschätzung der
A._
-Gutachter
im Jahr 2013
einer 75%igen Arbeitsfähigkeit (Urk. 10/2 S.
34
)
nach
vollziehbar ist
.
Entscheidend aber ist, welche Arbeitsleistungen dem
Beschwerde
führer
ab Juni 2018
überwiegend wahrscheinlich
zumutbar waren.
Eine lediglich während vier Monaten
ausgeübte
vollzeitliche
Tätigkeit vermag noch nicht eine - wie
hier mit dem Gutachten von Dr.
C._
vorliegende - beweiskräftige ärzt
liche Einschätzung
der Arbeitsfähigkeit
umzustossen
, wenn keine anderen Um
stände auf ein solches,
nach dem Unfall
wieder
bestehendes hohes Funktions
niveau hinweisen, was hier nicht der Fall ist.
4.2.2
Entgegen der Ansicht der Beschwerdegegnerin (Urk. 2 S. 10
Ziff.
43) stützt
auch
der Umstand
, dass Dr.
C._
keinen medizinischen Grund dafür nennen konnte, warum der Beschwerdeführer nach dem Unfall nicht wieder erwerbstäti
g gewesen ist (Urk. 10/3 S. 13),
nicht
ihre
Annahme einer uneingeschränkten Leistungs
fähigkeit (spätestens)
ab
Juni 201
8.
Denn die damit von Dr.
C._
angesprochene, aus medizinisch-rheumatologischer Sicht
grundsätzlich
zumut
bare Aufnahme einer Erwerbstätigkeit ist nicht gleichzusetzen mit der
Zumut
barkeit zur
Wiederaufnahme der Tätigkeit als Lastwagenchauffeur oder einer ver
gleichbar schweren Tätigkeit in einem 100%igen Pensum.
4.2.3
Die
rechtliche
Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen
dem
Beschwerde
führer
für die Zeit ab Juni 2018
noch zugemutet werden
können
, führt daher zu keinem anderen Ergebnis, und von der medizinischen
Folgenabschätzung der erhobenen gesundheitlichen Beeinträchtigungen für die Arbeitsfähigkeit
von Dr.
C._
ist daher entgegen der Ansicht der
Beschwerdegegnerin
nicht abzu
weichen.
4.3
A
ufgrund der 30%igen Arbeitsunfähigkeit in der bisherigen Tätigkeit gemäss dem Gutachten von Dr.
C._
(Urk. 10/3 S. 16 f.) und in Anwendung von
Art. 13 Ziff. 1
AB, wonach das Taggeld bei einer Arbei
tsunfähigkeit von mindestens 25
% erbracht wird,
ist der Anspruch auf Taggeldleistungen begründet und hat die
Beschwerdegegnerin
zu Recht Taggelder ab dem 4. Juni 2018 respektive nach Ablauf der 30-tägigen Wartefrist (
Art.
13
Ziff.
14 AB, Urk. 10/20) geleistet
.
Zu prüfen ist
hernach
, ob und ab wann beim
Beschwerdeführer
eine berufliche Umstellung zu einer ihm in gesundheitlicher und persönlicher Hinsicht zumut
baren neuen Erwerbstätigkeit
im Rahmen seiner Pflicht zur Schadensminderung als geboten
anzunehmen ist
sowie ob damit
gegebenenfalls die frühzeitige Ein
stellung der Taggeldleistungen
zu begründen ist
.
5.
5.1
5.1.1
D
em
Beschwerdeführer
war in gesundheitlicher Hinsicht
bereits vor dem 4. Juni 2018, und zwar ab O
ktober 2017
(Urk.
10/3 S. 17)
,
eine Tätigkeit in einer leidens
angepassten Tätigkeit
zumutbar.
D
ie Wiederaufnahme der bisherigen Tätigkeit
kam ab dann
definitiv nur noch in geringerem Umfang als in einer Verweis
tätigkeit in F
rage.
Denn
die gutachterlich attestierte Arbeits
fähigkeit in der ange
stammten Tätigkeit
war
mit
7
0 %
tiefer
als
die Arbeitsfähigkeit
in einer leidens
angepassten Tätigkeit
mit
100
%
(Urk. 10/3 S. 16 f.)
.
Auch
war
das Wieder
erlangen der 100%igen Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit bereits damals aufgrund des (nach Abklingen der Unfallfolgen wieder) stabilen Gesund
heitszustandes
und angesichts der fehlenden möglichen medizinischen Mass
nahmen mit Auswirkung
auf die
Arbeitsfähigkeit (Urk. 10/3 S. 17)
nicht zu erwarten.
Es konnte mithin nicht mehr die Prognose gestellt werden, der
Beschwerdeführer
werde die volle Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit mit überwiegenden Wahrscheinlichkeit soweit zurückgewinnen, dass weitere Leistungen entfallen
(vgl. Urteil des Bundesgerichts K 224/05 vom 2
9.
März 2007 E. 3.2). Die Arbeitsunfähigkeit in der bisherigen Tätigkeit hatte bis Juni 2018 aus
serdem länger als sechs Monate gedauert, was rechtsprechungsgemäss dem Be
griff der langen Dauer nach Art. 6 Satz 2 ATSG entspricht (vgl.
BGE 146 II 89
E. 4.4
)
.
Daher ist
die
Arbeitsunfähigkeit
im Sinne von Art. 6 S
atz
2 ATSG auf
grund der leidensangepassten Einsatzmöglichkeiten im allgemeinen Arbeitsmarkt
zu bemessen
, sofern
dem
Beschwerdeführer
dies unter Berücksichtigung der gesamten objektiven und subjektiven Gegebenheiten des Einzelfalls
wie Arbeits
marktsituation,
verbliebene Leistungsfähigkeit,
Alter
, berufliche Stellung, familiäre Verhältnisse und entsprechend grössere oder geringere Flexibilität hin
sichtlich des Wohn- und Arbeitsortes
zumutbar
war
(
vgl. Urteil des Bundes
gerichts K 224/05 vom 2
9.
März 2007 E. 4.1;.
vgl.
auch
E. 1.5
.1-3
hiervor).
Dies gilt es nachfolgend
zu klären.
5.1.2
Die Arbeitsmarkt
situation
war im Sommer 2018 gut.
Gemäss der Medien
mit
teilung des Staatssekretariats
für Wirtschaft des Bundes
«
Die Lage auf dem Arbeitsmarkt im Juli 2018
»
vom 9.
August 2018 hatte die Arbeitslosigkeit auch bei den über 50-jährigen im Vergleich zum Vormonat abgenommen und war im Vergleich zum Vorjahresmonat tiefer ausgefallen.
Gegenüber dem Vorjahresmonat verringerte sich die Arbeitslosigk
eit um 27’874 Personen (-20,8%) und die Arbeits
losenquote lag bei
2,4
%
im Berichtsmonat
(
www.ad
min.ch/gov/de/start/
doku
mentation/medienmitteilungen
.msg-id-71769.html
). Laut der Medienmitteilung des Bundesamtes für Statistik
«
Volkswirt
schaftliche Ge
samtrechnung der Schweiz 2018
-
Die Schweizer Wirtschaft ist 2018 stark gewach
sen
» vom 27. August 2019
verzeichnete das
Bruttoinlandprodukt
der Schweiz 2018 ein starkes Wachstum ge
prägt
von einem günstigen Marktumfeld
(
www.bfs.ad
min.ch/
bfs/de/home/statistiken/kataloge-datenbanken/medien-mitteilungen
.asset
detail.
9486166.html
).
Der
Beschwerdefüh
rer
war im Juni 2018 61 Jahre alt; er ist geschieden, hat zwei erwachsene Kinder und wohnt
e
alleine in einer Wohnung. Er absolvierte ausser einer
Anlehre
als Mechaniker keine Aus
bildung. Zwischen 1989 arbeitete er mit Unterbrüchen hauptsächlich als Chauf
feur und Taxifahrer sowie während sechs Jahren bis 2002 als Mechaniker in der Garage einer Taxi
gesellschaft (Urk. 10/3 S. 7). Gemäss dem IK-Auszug der
Sozialversicherungs
anstalt des K
anton
s Zürich
war er in den letzten vier Jahren vor der letzten An
stellung als Lastwagenchauffeur ab April 2016 von Juli 2012 bis März 2016 mit Ausnahme eines geringen Verdienstes in den Monaten Juli bis August 2013 arbeitslos respektive nicht erwerbstätig (Urk. 3/20).
Aufgrund der familiären Verhältnisse des
Beschwerdeführer
s ist von grosser
Flexibilität hinsichtlich des Wohn- und Arbeitsortes
auszugehen, wobei bereits der Wohnort im K
anton
Zürich Zugang zu einem breiten Arbeitsmarkt bietet.
Auch die gute Arbeitsmarktsituation und
der Gesundheitsschaden
mit
der ver
bleibenden
100%igen Arbeitsfähigkeit
sowie
einem nicht übermässig ein
schränkenden Belastungsprofil (Urk. 10/3 S. 17)
sind mit einer Vielzahl leichterer bis
zeitweise mittelschwer
e
r
Tätigkeiten
ohne weiteres vereinbar.
Insbesondere sind Hilfstätigkeiten wie einfache Montage-, Kontroll- und Überwachungstätig
keiten etwa in der Industrie auch vor dem bisherigen beruflichen Hintergrund als Mechaniker und Chauffeur zumutbar.
Da der Beschwerdeführer in
einer leichteren bis zeitweise mittelschweren Tätigkeit zu 100 %
arbeitsfähig ist, ist
ein allfälliger
Misserfolg bei der Stellensuche auf krankheitsfremde Gründe zurückzuführen. Dafür ist nicht die
Kranken- respektive Krankentaggeldversicherung
, sondern
allenfalls
die Arbeitslosenversicherung zuständig
(vgl. Urteil des Bundesgerichts K 224/05 vom 29. März 2007 E. 4.3-4 mit Hinweisen). Von Seiten der soweit aktenkundig unauffälligen und insbesondere krankheitsbedingt nicht beeinträchtigten Persönlichkeitsstruktur des
Beschwerdeführer
s sind ebenfalls keine Hindernisse zu erwarten.
Das bereits fortgeschrittene Alter und der beruf
liche Werdegang mit Unterbrüchen hauptsächlich als Fahrer
schliesslich
spricht
für sich
allein
nicht gegen
die Zumutbarkeit
eine
r
Erwerbstätigkeit,
dürfte
jedoch die
Vermittelbarkeit
auf dem
allgemeinen
Arbeitsmarkt
erschweren.
Allerdings haben g
rundsätzlich
nicht die
Kranken- respektive
Krankentaggeldversicher
er
das Risiko der schwierigen Vermittelbarkeit zu übernehmen
.
Davon ausgenommen ist
eine
angemessene Übergangsfrist zur Stellensuche und zur Anpassung an die ver
änderten Verhältnisse
, welche der
zur Schadenminderung durch Berufswechsel verpflichteten
versicherten Person
praxisgemäss
einzuräumen ist
(vgl. dazu E
.
5.2 hernach).
5.1.3
Bei dieser Sachlage
bleibt es dabei, dass ein
Wechsel der Bemessungsgrundlage
geboten ist und die Arbeits
fähigkeit im Sinne von Art. 6 Satz 2 ATSG aufgrund der leidensangepassten Einsatzmöglichkeiten im allgemeinen Arbeitsmarkt zu bemessen
ist
.
Daran ändert nichts, dass - wie der
Beschwerdeführer
vorbringt (
Urk.
1 S. 8
) -
die Allgemeinen Bestimmungen
(AB; Urk. 10/1)
keine (ausdrückliche) Pflicht zu einem Berufswechsel zwecks Schadenminderung statuieren. Denn die Pflicht zur Schadenminderung ist ein allgemein geltender Grundsatz
im Sozial
versicherungsrecht
, der zusammen mit der einschlägigen Rechtsprechung auch im hier massgeblichen Bereich des KVG
(in Verbindung mit dem ATSG; Art. 1 KVG)
zu beachten ist. Die Pflicht zur Annahme einer möglichen Arbeit als Aus
druck dieses Grundsatzes ergibt sich
im Übrigen
aus A
rt.
6
Satz 2
ATSG
und gilt von Gesetzes wegen (Urteil des Bundesgerichts
9C_595/2008
vom 5. November 2008 E. 4.1; vgl.
dazu
E. 1.5.1-1.5.2 hiervor).
In
Art. 2 Ziff. 1 AB
wird zudem darauf hingewiesen, dass der Versicherer dem ATSG und dem KVG untersteht.
5.2
5.2.1
W
enn
-
wie hier
– der versicherten Person
ein
e andere Tätigkeit zumutbar ist,
so hat der Versicherungsträger sie dazu aufzufordern und ihr zur Anpassung an die veränderten Verhältnisse sowie zur Stellensuche
eine angemessene Übergangs
frist von in der Regel
drei bis fünf Monaten se
it der Aufforderung zum Berufs
wechsel
einzuräumen, während welcher das bisherige Taggeld geschuldet bleibt
(BGE
11
4 V 281
E. 3 und E. 5b
; Urteil
e
des Bundes
gerichts 9C_595/2008 vom 5.
November 2008
E. 4 und
E.
5
sowie 8C_489/2021 vom 8. Februar 2022 E. 5
; vgl. E. 1.5.4
hiervor
)
.
Eine
Aufforderung zur Aufnahme einer Verweistätigkeit
in einem 100%igen Pen
sum
wurde
dem
Beschwerdeführer
unter Hinweis auf seine Schadenminderungs
pflicht erstmals mit
der Verfügung vom
1
4.
Oktober 2019
(Urk.
10/27) eröffnet.
W
eder in dieser Verfügung noch in einem separaten Schreiben
wurde ihm
indes
eine Übergangsfrist angesetzt und/oder ein Restschaden ermittelt, sondern die Einstellung der Leistungen wurde direkt ohne Weiterungen
per 31.
Oktober 2019
verfügt
.
5.2.2
Entgegen der Ansicht der
Beschwerdegegnerin
(Urk. 2 S.
11
,
Urk. 9 S. 12,
Urk.
18 S. 3)
durfte sie in Nachachtung der zitierten Rechtsprechung nicht von der Berücksichtigung einer Übergangsfrist a
bsehen.
Unerheblich ist hier insbe
sondere, dass das Arbeitsverhältnis des Beschwerdeführers per 31. Januar 2018 aufgelöst worden war (Kündigung vom 31. Dezember 2017, Urk. 10/12). Denn anders als etwa im Urteil des Bundesgerichts 8C_838/2012 vom 19. April 2013 (vgl. auch Urteile des Bundesgerichts 8C_489/2021 vom
8.
Februar 2022 E. 7.2 und 8C_889/2014 vom 23. Februar 2015 E. 4.3.2) war der
Beschwerdeführer
bereits vor Eintritt des versicherten Risikos (hier krankheitsbedingter Erwerbsaus
fall spätestens bei Einstellung der unfallversicherungsrechtlichen Leistungen per 4. Juni 2018, Urk. 10/7/1) wegen unfallbedingter Gesundheitsbeeinträchtigungen arbeitsunfähig und nicht arbeitslos respektive als arbeitsloser Versicherter gemeldet. Eine Stellensuche war somit nicht bereits vor Schadenseintritt im Gange respektive geboten. Die Praxis zur Ansetzung einer Übergangsfrist ab Auf
forderung zum Berufswechsel stellt zudem die Ausnahme zum Grundsatz dar, dass der Kranken- respektive die Krankentaggeldversicherer einen Erwerbsausfall aus krankheitsfremden Gründen nicht zu tragen hat.
Die Ansetzung einer
Über
gangsfrist kann daher nicht mit dem Verweis auf die Zuständigkeit der Arbeits
losenversicherung unterlassen werden (vgl. Urteil des Bundesgerichts K 224/05 vom 29. März 2007 E. 4.3; vgl. auch das vom
Beschwerdeführer
[Urk. 1 S. 9] zitierte Urteil des Bundesgerichts 4A_73/2019 vom 29. Juli 2019 E. 3.3.4
i.V.m
. E. 3.3.2
). Wenn der
Beschwerdeführer
die Berücksichtigung einer Übergangsfrist geltend macht (Urk. 1 S. 8 f.), ist dies entgegen der Ansicht der
Beschwerde
gegnerin
(Urk. 18 S. 12) somit nicht
rechtsmissbräuchlich, sondern steht im Ein
klang mit der geltenden Rechtslage.
Daran ändert entgegen der Argumentation der
Beschwerdegegnerin
(Urk. 2 S. 11, Urk. 9 S. 12,
Urk.
18 S. 3) nichts, dass vor dem Unfall vom 4. August 2017 im Jahr 2013 von den
A._
-Gutachtern (Urk. 10/2 S. 33 f.) eine Arbeitsfähigkeit in einer leidensangepassten Tätigkeit attestiert worden war und der
Beschwerde
führer
damals Kenntnis
vom
Belastungsprofil der
zumutbaren
Tätigkeiten hatte.
Denn die
A._
-Gutachter (Urk. 10/2 S. 34) hatten eine lediglich 75%ige Arbeits
fähigkeit in einer leidensangepassten Tätigkeit attestiert, welche sich in ihrem Umfang nicht von der damals attestierten Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit als Taxifahrer unterschied.
Ein Berufswechsel wäre weder zumutbar und noch geboten gewesen. Denn e
ine (mögliche) Verminderung des
krankheits
bedingten Erwerbsausfalls durch berufliche Selbsteingliederung
muss
geeignet sein, Bestand oder Umfang eines laufenden oder möglichen Krankengeld
anspruchs zu beeinflussen
(
BGE 114 V 281
E. 3c), was bis
damals
nicht der Fall war
.
Zudem trat mit dem Unfallereignis zunächst eine vollständige 100%ige Arbeitsunfähigkeit ein, welche keine Erwerbstätigkeit zuliess. Auch mit der Ein
stellung der Leistungen des Unfallversicherers
per 4.
Juni 2018 konnte der
Beschwerdeführer
nicht ohne Weiteres auf eine
(höhere)
Arbeitsfähigkeit in einer leidensangepassten Tätigkeit schliessen
,
die ihn zu einem Berufswechsel hätte verpflichten können
. Denn in der Verfügung der Suva vom 4.
Juni 2018
wurde
für
die
weitere Arbeitsunfähigkeit auf die Krankentaggeldversicherung verwiesen
(Urk. 10/7/1)
.
Kenntnis von einer 100%igen Arbeitsfähigkeit in einer leidens
angepassten Tätigkeit, die ihn zu einem Berufswechsel hätte verpflichten können,
war überhaupt erst mit
der Begutachtung durch
D
r.
C._
vom 25. Juni 2019 (Gutachten
vom 3. Juli 2019
;
U
rk.
10/3 S. 17) möglich.
Dieses von der Invalidenversicherung eingeholte Gutachten
vermag
hier - anders als in Fällen anfänglicher Arbeitslosigkeit (
Urteil
e
des Bundesgerichts
8C_838/2012 vom 1
9.
April 2013,
8C_889/2014 vom 2
3.
Februar 2015 E. 4.3.2
und
8C_
489/2021 vom
8.
Februar 2022 E.
7.2
) -
jedoch nicht die Aufforderung der
Beschwerdegegnerin
zur Aufnahme einer 100%igen leidensangepassten Tätigkeit
zu ersetzen
, ab welcher rechtsprechungsgemäss
die Übergangsfrist
zu laufen beginnt.
5.2.3
Z
ur Bestimmung der Dauer der Übergangsfrist
sind nach bundesgerichtlicher Rechtsprechung
die jeweiligen Umstände des Einzelfalls zu berücksichtigen (Ur
teil des Bundesgerichts 8C_489/2021 vom
8.
Februar 2022 E. 5 mit Hinweisen). Dazu gehört hier insbesondere die (wie hiervor ausgeführt; E. 5.1.2) schwierige Vermittelbarkeit aufgrund des fortgeschrittenen Alters des
Beschwerdeführer
s (zur Zeit der Verfügung vom
14. Oktober 2019 fast 62 Jahre)
mit
eingeschränkte
r
Flexibilität und Anpassungsfähigkeit zufolge des Alters
sowie
der einseitigen jahrelangen Berufserfahrung als Fahrer
. Die
Attraktivität des
Beschwerdeführer
s
für einen potentiellen Arbeitgeber
auf dem allgemeine
n
Arbeitsmarkt
ist aufgrund
der verbleibenden kurzen Tätigkeitsdauer bis zur Pensionierung
von nur drei Jahren
und des
absehbare
n
zusätzlichen
Umstellungs- und Einarbeitungs
aufwand
s
reduziert. Aufgrund dessen ist
die geltend gemachte
Übergangsfrist von fünf Monaten angemessen.
5.3
Zusammenfassend ist
eine
Übergangsfrist von fünf Monate ab der
Verfügung vom
14.
Oktober 2019 (U
rk.
10/27)
bis am 14. März 2020 zu berücksichtigen, während welcher das bisherige Krankentaggeld geschuldet ist.
5.4
5.4.1
Nach Ablauf der Übergangsfrist
per 14. März 2020
erlischt die
Leistungspflicht des Taggeldversicherers
erst, wenn feststeht,
dass kein Restschaden verbleibt. Massgeblich ist
hier
, ob eine leidensangepass
te Tätigkeit eine Einkommens
einbusse von 25
%
(Art. 13
Ziff
. 1 AB)
od
er mehr nach sich ziehen würde,
was
im Folgenden
mittels eines Einkommensvergleichs
zu beurteilen
ist
.
Der für die Bemessung des Taggeldes massgebende Arbeitsunfähigkeitsgrad entspricht der Differ
enz zwischen dem Einkommen, das
in der
bisherigen
Tätigkeit
verdient wer
den könnte, und dem Einkommen, das in der neuen Tätigkeit
zumutbarerweise
zu erzielen wäre
(
vgl.
BGE
11
4 V 281 E. 3 und E. 5b; Urteile des Bundes
gerichts 9C_595/2008 vom 5.
November 2008
E. 4 und E.
5
sowie 8C_489/2021 vom 8. Februar 2022 E. 5
; vgl. E. 1.5.5
hiervor
)
.
5.4.2
In der
bisherigen
Tätigkeit
als Lastwagenfahrer bei der
Y._
GmbH
betrug der
L
ohn
im Jahr
2017 Fr. 5'320
.--
pro Monat respektive Fr. 63'840.-- pro Jahr (x 12, kein 1
3.
Monatslohn,
Urk.
10/6, Urk. 10/5/1
).
Unter Berücksichtigung der Nominallohnentwicklung gemäss der Tabelle vom Bundes
amt für Statistik
(BFS)
«
Entwicklung der Nominallöhne, der Konsumentenpreise und der Reallöhne
» T39 (Index 1939 = 100) bei Männern
von 2017 bis 2020
ist im Jahr 2020 von einem
Verdienst
im Gesundheitsfall
von Fr.
65'230.90
(Fr. 63'840.
-- :
2'249
x
2’298)
auszugehen
.
5.4.3
Zur Bestimmung des
hypothetischen
Einkommens
in
einer
zumutbaren
Ver
weistätigkeit
im Jahr 2020
ist
die Lohnstrukturerhebung (LSE) des BFS
heran
zu
ziehen. Gemäss der
LSE 2018,
Tabelle T
A1_tirage_skill_level
«m
onatlicher Bruttolohn (Zentralwert) nach Wirtschaftszweigen, Kompetenzniveau und Geschlecht
,
Privater Sektor, Schweiz 2018
»,
betrug der Lohn bei Männern
(Total)
auf dem Kompetenzniveau 1 (
Einfache Tätigkeiten körperlicher oder handwerk
licher Art
) Fr. 5'417.-- pro Monat respektive Fr.
65'004.
--
pro Jahr
.
Unter Berück
sichtigung einer durchschnittlichen (vom BFS erhobenen) wöchentlichen Arbeits
zeit
von 41,7 Stunden
im Jahr 2018 (
Betriebsüblic
he Arbeitszeit nach Wirtschafts
abteilungen in Stunden pro Woche, Tabelle T 03.02.03.01.04.01, Abschnitt A-S, Total)
und
der Nominallohnentwicklung von 2018 bis 2020 gemäss der hiervor (E. 5.4.2) erwähnten Tabelle T39
resultiert ein Betrag im Jahr 20
20
von Fr.
68'906.10
(
Fr. 65'004.
--
:
40 x 41,7
, : 2’260
x
2’298
).
Rechtsprechungsgemäss ist von diesem Betrag unter Würdigung der Umstände im Einzelfall ein Abzug bis maximal 25
%
vorzunehmen, wenn
persönliche und berufliche Merkmale, wie Art und Ausmass der Behinderung, Lebensalter, Dienst
jahre, Nationalität oder Aufenthaltskategorie und Beschäftigungsgrad Aus
wirkungen auf die Lohnhöhe haben können
(
BGE 146 V 16 E. 4.1 mit Hinweisen)
. Hier
wäre
angesichts der relativ kurzen verbleibenden Erwerbsdauer und der
Art
sowie des
Ausmass
es
der Behinderung
- wenn überhaupt - höchstens ein Abzug von 10
% in
Erwägung zu ziehen
, da keine anderen
persönliche
n
und berufliche
n
Merkmale
Auswirkung
en auf die Lohnhöhe haben könnten. Eine abschliessende Beurteilung diesbezüglich ist obsolet, da
selbst
mit einem
maximale
n
Abzug von
25
%, was ein hypothetisches Einkommen
in einer Verweistätigkeit
von
Fr. 51'679.55 (Fr. 68'906.10 x 0.80)
ergeben würde,
keine Erwerbseinbusse von 25 % und mehr resultieren würde (
Fr. 65'230.90 - Fr. 51'679.55 = Fr. 13
’
551.30 = rund 21 %
).
D
ie für den Anspruch auf Krankentaggeld erforderliche Grenze
von 25
% (Art. 13 Ziff. 1) wird somit jedenfalls nicht erreicht.
5.4.4
Eine
Parallelis
i
erung der Einkommen (
BGE 141 V
1 E. 5.4-5.6
, 135 V 58 E.
3.1, 134
V 322 E.
4.1 mit Hinweisen) ist
im Übrigen
trotz des relativ tiefen hypo
thetischen Einkommens in der bisherigen Tätigkeit von Fr. 65'230.90 im Jahr 2020 (Gesundheitsfall)
nicht angezeigt, da
die prozentuale Abweichung den
Erheblichkeitsgrenzwert
von 5 % (BGE 135 V 297 E. 6.1.3) nicht übersteigt.
Denn die statistischen Tabellenlöhne lagen im Jahr 2018
(
LSE 2018,
Kompetenz
niveau 1, Männer, Wirtschaftszweig
H49-53
Verkehr und
Lagerei
)
bei
Fr. 62
'
052
.--
(
Fr. 5'171.-- x 12).
Unter Berücksichtigung der (vom BFS erhobenen) branchenüblichen Wochenarbeitszeit
von 42.4 Stunden (2015;
Tabelle T 03.02.03.01.04.01, Betriebsübliche Arbeitszeit nach Wirtschaftsabteilungen in Stunden pro Woche, Abschnitt H
49-53
Verkehr und
Lagerei
) und der Nominallohnentwicklung bis i
ns
Jahr 2020 (2018: 2'260, 2020: 2'298; Tabelle T39) lag der Tabellenlohn im Jahr 2020 bei Fr. 66’881.05 (Fr. 62
'
052
.
--
:
40 x 42.4, : 2’260 x
2’298). Dies ergibt eine Differenz im Jahr 2020 von Fr. 1'650.15 (Fr. 66’881.05 - Fr. 65'230.90), mithin
von lediglich
rund 2.47 %.
5.4.5
Da der Einkommensvergleich somit eine Erwerbseinbusse von unter 25
%
ergibt, ist das Vorliegen eines Restschadens nach Ablauf der Übergangsfrist per 14. März 2020 zu verneinen. Ab dem 15. März 2020 bestand folglich kein Taggeldanspruch mehr.
6.
6.1
Zu prüfen
bleibt
die strittige Frage, ob der
Beschwerdeführer
vom 1. Oktober bis 6.
November 2018, mithin vor
seinem
Übertritt in die Einzelversich
erung per 7.
November
2018 (Urk. 10/15
), einen Anspruch auf Taggelder hat
,
obschon
die
ehemalige
Arbeitgeberin
im Verzug mit der Prämienzahlung war
.
Unstrittig ist diesbezüglich, dass
der
Beschwerdeführer
vor dem 7.
November
2018 noch über die Kollektivtaggeldversicherung seiner ehemaligen Arbeit
geberin, der
Y._
GmbH (
ab
Ju
li 2018:
Z._
GmbH;
Urk. 3/14)
,
versichert war und dass die
Beschwerdegegnerin
diese mit Mahnung vom 17. Oktober 2018
(Urk. 10/13.1) sowie
mit letzter Mahnung vom 20. November 2018
(Urk. 10/
13.2
)
ohne Erfolg
zur Zahlung des
offenen
Rest
betrages der Prämien für di
e Periode vom 1. Januar bis 31.
Dezember 2017
auf
gefordert hat.
Die
Beschwerdegegnerin
schliesst daraus, die Leistungen respektive die Leistungs
pflicht seien infolge unbezahlter Prämien ab dem 1. Oktober 2018 gegenüber der
Z._
GmbH (bis Juni 2018 unter der Firma
Y._
GmbH; Urk. 3/14) zu sistieren gewesen (Urk. 2 S. 7 f., Urk. 9 S. 8).
Der
Beschwerdeführer
wendet ein, dass
die Leistungspflicht aus dem Kollektiv
versicherungsvertrag
- entgegen der Ansicht der
Beschwerde
gegnerin
- nicht
geruht
habe
, da in der letzten Mahnung
als Säumnisfolge allein die rechtlichen Schritte zum Inkasso, nicht jedoch die Sistierung der Leistungspflicht erwähnt worden
sei, wie dies
in Art. 23 Ziff. 4 AB gleich wie in Art. 20 VVG vorgesehen sei
.
Diese Säumnisfolge könne daher nicht eintreten. Jedenfalls aber würde die Leistungspflicht erst
ab dem
Ablauf der Zahlungsfrist am 4.
Dezember 2018 ruhen
(Urk. 1 S. 9 f., Urk.
15 S.
5
f.)
.
6.2
Es trifft zu, dass
mit
der Mahnung vom 20. November 2018
eine letzte Frist zur Begleichung des ausstehenden Prämienbetrages bis am 3. Dezember 2018 («Betrag zu überweisen vor dem 4.12.2018») eingeräumt
wurde
und dass für deren ungenutzten Ablauf das Einleiten eines Inkassoverfahrens
, nicht aber
die Sistierung der Leistungspflicht
angedroht wurde (Urk. 10/13.2).
Art. 23 Z
iff.
4 AB
sieht jedoch vor, dass
die Leistungspflicht
erst ruht
und der Versicherungsschutz
erst
sistiert
ist
, wenn die ausstehende Prämie samt Kosten während der Nachfrist nicht beglichen wird
. A
usserdem hat der Versicherer
den Prämienschuld
n
er a
uf die Säumnisfolgen aufmerksam
zu machen
.
Im Zeitpunkt des Übertritts des
Beschwerdeführer
s in die Einzelversicherung per 7. November 2018 war
aber
weder
die mit der Mahnung vom 20. November 2018 bis am 3. Dezember 2018 angesetzte Nachfrist abgelaufen
, noch waren
in einer der Mahnungen
Säumnisfolgen bezüglich einer Sistierung
des Versicherungsschutzes
angedroht worden
.
Eine allfällige Sistierung des
Versicherungsschutz
es
- soweit sie den
Beschwerdeführer
überhaupt betreffen konnte, da sein Versicherungsfall bereits zuvor
eingetreten war
(vgl. Urteil des Bu
ndesgerichts 9C_150/2021 vom 5.
Juli 2021 E. 3 mit Hinweis auf BGE
142 III
671
E. 2.3
) -
konnte
i
n Anwendung von Art. 23 Ziff. 4
AB
jedenfalls
erst
erfolgen
, als der
Beschwerdeführer
bereits nicht mehr zum Kreis der Versicherten der Kollektivversicherung gehörte. Er stand alsdann bereits unter dem
Versicherungsschutz
der Einzelversicherung.
6.3
In der Zeit vom
1. Oktober bis 6. November 2018 waren
somit
keine Säumnis
folgen
im Sinne von Art. 23 Ziff. 4 AB
eingetreten. Die Leistungspflicht der
Beschwerdegegnerin
zu Taggeldzahlungen an den
Beschwerdeführer
ist mithin auch für diesen Zeitraum zu bejahen.
7.
7.1
Der Beschwerdeführer macht
ferner
ge
stützt auf Art. 26 Abs. 2 ATSG (in Ver
bindung mit Art. 7 der Verordnung
über den Allgemeinen Teil
des Sozial
versicherungsrechts,
ATSV)
Verzugszins von 5 % auf die
vom
1. Oktober 2018
bis 6. November 2018
und ab dem 1.
April 2019 ausstehenden Taggeld
er
geltend (Urk. 1 S. 2, Urk. 15 S.
6).
7.
2
Das KVG
(samt KVV) und die
hier
anwendbaren
AB (Urk. 10/0)
enthalten
keine Vorschriften über
die Verzugszinspflicht bezüglich
Taggelder
der freiwilligen Taggeldversicherung. Es sind daher die Bestimmungen des ATSG
massgeblich
(A
rt. 2 ATSG, Art. 1 KVG).
Gemäss Art. 26 Abs.
2 ATSG
werden die Sozialversicherungen für ihr
e Leistungen nach Ablauf von 24
Monaten nach der Entstehung des Ans
pruchs, frühestens aber 12
Monate nach dessen Gelt
endmachung verzugszinspflichtig, s
ofern die versicherte Person ihrer Mitwirk
ungspflicht vollumfänglich nach
gekommen ist
. Nach Art. 7 ATSV beträgt der
Satz für den Verzugszins
fünf
Prozent im Jahr
(Abs. 1)
.
Der Verzugszins wird monatlich auf dem bis Ende des Vormonats auf
gelaufenen Leistungsanspruch berechnet. Die Zinspflicht beginnt am ersten Tag des Monats, in welchem der Anspruch auf Verzugszinsen entstanden ist, und endet am Ende des Monats, in welchem der Zahlungsauftrag erteilt wird
(Abs.
2)
.
In
den Anwendungsbereich des Art. 26 Abs.
2 ATSG fallen vorbehältlich spezial
gesetzlicher Regelungen sämtliche vom Gesetz erfassten Sozialversicherungs
leistungen, soweit sie eine Geldforderung begründen
.
D
ie Bestimmung ist namentlich auch auf die mittels einer Geldforderung erbrachten Sachleistungen (
Art.
14 ATSG) anwendbar
.
Diese Bestimmung
hat das Versicherungsverhältnis zum Gegenstand und sieht eine Verzugszinspflicht zu Lasten der Sozial
versicherungen auf deren Leistungen vor
(
Urteil
des Bundesgerichts
K
4/06 vom 1
5.
November 2006 E. 2.2
; vgl. auch
BGE 131 V 358
E. 2.2, 1
33 V 9
E. 3.6; zur Publikation vorgesehenes Urteil des Bundesgerichts 8C_466/2021 vom
1.
März 2022 E. 7 mit weiteren Hinweisen).
7.3
7.3.1
Aufgrund von Art. 26 Abs.
2 ATSG
in Verbindung mit
Art. 7 Abs. 1 ATSV
ist
grundsätzlich
ein Verzugszins
von 5
%
auf
ausstehende
Taggelder
der Kranken
taggeldversicherung nach KVG
bis zu deren Auszahlung
geschuldet
.
Ein
Verzugszins
kommt
jedoch
frühestens 12 Monate nach der Geltendmachung
der Leistung, hier
der T
aggelder
am 4. Mai 2018 (Urk. 10/6),
in Frage (Art. 26 Abs. 2
Teilsatz
3 ATSG), mithin frühestens ab dem 4. Mai 201
9.
Zudem
setzt
d
ie Verzugszinspflicht
erst 24
Monate nach der Entstehung des
Taggelda
nspruchs
ab
4. Juni 2018
ein
(Art. 26 Abs. 2
Teilsatz
2 ATSG)
, mithin
erst
ab dem 4.
Juni 20
20
(
und damit nach Ablauf des
bis am 1
4.
März 2020 dauernden
Taggeldanspruch
s
)
.
Der Verzugszins läuft
vom
4. Juni 2020
bis zur Auszahlung der restlichen Tag
gelder
für sämtliche bis dahin noch nicht an den
Beschwerdeführer
aus
gerichtete
n
Taggelder (vgl.
K
ieser
, ATSG-Kommentar, 4
. Aufl
age
20
20
,
Art. 26
Rz
52;
BGE 133 V 9
E. 3.6
)
.
7.3.2
Ausbezahlt wurden bisher Taggelder vom 4. Juni 2018 bis am 3
1.
März 2019 (inklusive 30-tägiger Wartefrist), ohne die Taggelder für den Zeitraum vom 1. Oktober 2018 bis 6. November 2018 (Urk. 10/20). Ausstehend sind somit die Taggelder vom 1. Oktober 2018 bis 6. November 2018 sowie vom 1. April 2019 bis 14. März 202
0.
Soweit die Nachzahlung an Dritte zu erfolgen hat
oder schon erfolgt ist
, hier aufgrund der Abtretung an die Stadt Uster
, Fürsorgebehörde,
im Umfang rück
erstattungspfl
ichtiger Sozialhilfeleistungen
vom 1. April 2019 bis am 31. Oktober 2019 [§ 19 SHG
, Art. 22 Abs. 2
lit
. a ATSG
; Urk. 10/24/1-2; vgl. Auszahlungs
modalitäten der Verfügung Urk. 10/27 S. 2], besteht aufgrund von Art. 26 Abs. 4
lit
. a und
lit
. b ATSG kein Anspruch auf Verzugszins.
7.3.3
Insgesamt besteht somit ab dem 4.
Juni 2020
ein Anspruch auf V
erzugszins von 5
%
allein
auf die
gesamten
an den
Beschwerdeführer
auszurichtenden Taggelder
,
wobei es Sache der
Beschwerdegegnerin
sein wird, die geschuldeten Zinsen ge
mäss den gesetzlichen Vorgaben zu berechnen
(vgl.
zur Publikation vorgesehenes Urteil des Bu
ndesgerichts 8C_466/2021 vom 1. März 2022 E.
7)
.
8.
8.1
Nach dem Gesagten ist
zusammenfassend
festzuhalten, dass ein Anspruch des
Beschwerdeführer
s auf Taggeldleistungen vom 4. Juni 2018 (
unter Berück
sichtigung der
Wartefrist von 30 Tagen, Art. 7 Ziff. 2, Urk. 10/15) bis 14. März 2020
zuzüglich Zins von 5 % ab dem 4.
Juni 2020
auf die an den
Beschwerde
führer
auszahlenden Taggelder
besteht.
Soweit die
Beschwerdegegnerin
diese Leistungen noch nicht ausbezahlt hat (Urk. 10/20),
nämlich
vom 1. Oktober 2018 bis 6. November 2018 sowie vom 1
. April 2019 bis 14. März 2020
, hat sie diese daher im Sinne der Erwägungen (E. 7.3.2-3) mit Verzugszins an den
Beschwerdeführer
und ohne Verzugszins an die Stadt Uster auszuzahlen.
8.2
In teilweiser Gutheissung der Beschwerde
ist
der angefochtene
Einsprache
entscheid
vom 2
6.
Februar 2021
(
Urk.
2
) aufzuheben
und es
ist festzustellen
, dass der Beschwerdeführe
r Anspruch auf Taggelder vom 4. Juni 2018 bis am 14.
März 2020 (inklusive Wartefrist von 30
Tagen) zuzüglich Zins von 5 % ab dem 4.
Juni 2020 auf die an den Beschwerdeführer auszahlenden Taggelder
im Sinne der Erwägungen
hat
.
9
.
Dem
Beschwerdeführer
steht eine Prozessentschädigung zu, welche nach Art. 61
lit
. g ATSG in Verbindung mit § 34 des Gesetzes über das Sozialversicherungs
gericht ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache, nach der Schwierigkeit des Prozesses, dem Zeitaufwand und den Barauslagen auf
Fr.
3'200.--
(inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) festzusetzen ist.