# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 2fe03f1a-d089-5872-ae1e-9e64ef5243fb
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2014
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1964,
ist
gelernter Modellmechaniker
und war zuletzt
im Gastgewerbe tätig
(
Urk.
8/5
Ziff.
5.3
und
Urk.
8/38 S.
7 f.
Ziff.
3.2.2
).
Am 2.
März 2011 meldete er sich unter Hinweis auf
eine
Depression, Panik
stö
run
g
en, Angststörungen, psychi
schen Schmerzen und körperliche
Beeinträchti
gungen bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an (Urk.
8/5
Ziff.
6.2).
In der Folge holte die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle,
einen Auszug aus dem individuellen Konto (
Urk.
8/10)
sowie
diverse Arztbe
richte
(
Urk.
8/11-13,
Urk.
8/24 und
Urk.
8/25
) ein
und veranlasste
eine polydiszi
plinär
e
Begutachtung des
Versicherten (
Urk.
8/38
)
.
Nach durchgeführtem Vorbescheidverfahren (
Urk.
8/42)
,
in dessen Verlauf
wei
tere
Arztbericht
e
eingereicht wurde
n
(
Urk.
8/48-49
und
Urk.
10/2
), wies die IV-Stelle das
Leistungs
begehren mit Verfügung vom 2
5.
Februar 2013 (
Urk.
2) ab.
2.
Gegen die Verfügung vom 2
5.
Februar 2013 (
Urk.
2) erhob der Versicherte am
1
2.
April 2013 (
Urk.
1)
Beschwerde mit den Anträgen, diese sei
aufzuheben, es sei
ihm eine IV-Rente
auszurichten
(
Ziff.
1
)
und
ihm
sei
die unentgeltliche Pro
zess
führung zu gewähren (
Ziff.
2).
In der Beschwerdeantwort vom 2
1.
Mai 2013 (
Urk.
7) verzichtete die IV-Stelle auf eine Stellungnahme, was dem Beschwerdeführer am 2
3.
Mai 2013 (
Urk.
9) zur Kenntnis gebracht wurde.
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze
oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (
Art.
8
Abs.
1
des Bundesgesetzes über den All
gemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts,
ATSG). Die Invalidität kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (
Art.
4
Abs.
1
des Bun
desge
setzes über die Invalidenversicherung,
IVG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Be
e
inträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verur
sachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze
oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommen
den
ausgeglichenen Arbeitsmarkt (
Art.
7
Abs.
1 ATSG). Für die Beur
teilung des Vor
liegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheit
li
chen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfä
higkeit liegt zu
dem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (
Art.
7
Abs.
2 ATSG).
1.
2
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie körperliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von
Art.
4
Abs.
1 IVG in Verbindung mit
Art.
8 ATSG bewirken. Nicht als Folgen eines psychischen
Ge
sundheitsschadens und damit invalidenversicherungsrechtlich nicht als rele
vant gelten Einschränkungen der Erwerbsfähigkeit, welche die versicherte Per
son
bei Aufbietung allen guten Willens, die verbleibende Leistungsfähigkeit zu ver
werten, abwenden könnte; das Mass des Forderbaren wird dabei weitgehend ob
jek
tiv bestimmt. Festzustellen ist, ob und in welchem Umfang die Ausübung einer Erwerbstätigkeit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt mit der psychi
schen Beeinträchtigung vereinbar ist. Ein psychischer Gesundheitsschaden führt also nur soweit zu einer Erwerbsunfähigkeit (
Art.
7 ATSG), als angenommen werden kann, die Verwertung der Arbeitsfähigkeit (
Art.
6 ATSG) sei der versi
cherten Person sozial-praktisch nicht mehr zumutbar (BGE 131 V 49 E. 1.2 mit Hinweisen).
1.
3
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu be
tä
tigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder her
stellen
, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich min
destens 40 Prozent arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 Prozent invalid (
Art.
8 ATSG
) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 Prozent besteht Anspruch auf
eine Viertelsrente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 Prozent auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 Prozent auf eine Drei
viertelsrente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 Prozent auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.4
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Be
schwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebe
nenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 256 E. 4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage,
welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden kön
nen
(BGE 125 V 261 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E. 4b/cc).
1.5
Das Sozialversicherungsgericht hat den Sachverhalt von Amtes wegen festzu
stel
len und alle Beweismittel objektiv zu prüfen, unabhängig davon, von wem
sie stammen, und danach zu entscheiden, ob sie eine zuverlässige Beur
teilung des
strittigen Leistungsanspruches gestatten. Insbesondere darf es beim Vorliegen einander widersprechender medizinischer Be
richte den Prozess nicht erledigen,
ohne das gesamte Beweisma
terial zu würdigen und die Gründe anzu
geben, wa
rum
es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These ab
stellt (ZAK
1986 S.
188 E.
2a). Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Gutachtens ist
im Lichte dieser Grundsätze ent
scheidend, ob es für die Beant
wortung der ge
stellten Fragen umfassend ist, auf den erforderlichen allseitigen Untersuchun
gen
beruht, die geklagten Beschwerden berücksichtigt und sich mit diesen sowie dem
Verhalten der untersuchten Person auseinander setzt
was vor allem bei psy
chischen Fehlent
wicklungen nö
tig ist
, in Kenntnis der und gegebenenfalls in Auseinander
setzung mit den Vorakten abgegeben worden ist, ob es in der Dar
legung der medizinischen Zustände und Zusammenhänge ein
leuchtet, ob die Schluss
folgerungen der medizinischen Exper
ten in einer Weise begründet sind, dass die rechtsanwendende Person sie prüfend nachvollziehen kann, ob der Ex
perte oder die Expertin nicht auszu
räumende Unsicherheiten und Unklarheiten, welche die Be
antwortung der Fragen erschweren oder ver
unmöglichen, gegebe
nenfalls deutlich macht (BGE 134 V 231 E.
5.1; 125 V 351 E.
3a, 122 V 157 E. 1c; U. Meyer
Blaser, Die Rechtspflege in der Sozialversi
cherung, BJM 1989, S.
30 f.; derselbe in H. Fredenhagen, Das ärztliche Gutach
ten,
3.
Aufl.
1994, S.
24 f.).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründet
e
die Leistungsabweisung damit, dass aus me
dizinischer Sicht für jede angepasste leichte bis mittelschwere Tätigkeit eine 80%ige Arbeitsfähigkeit bestehe
, womit
der
Beschwerdeführer
ein rentenaus
schlies
sendes Erwerbseinkommen realisieren könne (
Urk.
2).
Dabei stützte sie sich
im Wesentlichen auf das polydisziplinäre Gutachten des
P._
(
P._
) vom
9.
Juli 2012 (
Urk.
8/38).
2.2
Der Beschwerdeführer wandte in seiner Beschwerde vom 1
2.
April 2013
ein, dass
zur Beurteilung seines psychischen Gesundheitszustandes
auf die
Berichte
seiner behandelnden Ärzte, insbesondere
seines behandelnden Psychiaters
,
und nicht auf
das
P._
-Gutachten vom
9.
Juli 2012 abzustellen sei
.
Er leide an einer aus
geprägten rezidivierenden depressiven mittelgradigen Störung
,
inzwischen
chro
ni
fizier
t
,
und
einer Panikstörung, weshalb er
zu 100
%
a
rbeitsunfähig
sei
. Dem
P._
-Gutachten
sei
aufgrund offensichtliche
r
und unüberwindbare
r
Wi
der
sprüche
kein beweiskräftiger Vorrang
zuzuweisen
(
Urk.
1 S. 8 f.).
3.
3.1
Dr.
med.
B._
, Facharzt FMH für innere Medizin,
welcher den Be
schwer
de
führer seit 2002 betreut,
nannte im Bericht vom 2
8.
April 2011 (
Urk.
8/12/1-3)
eine seit 2009 bestehende Depression mit gene
ralisierter
Angststörung und so
matischem Syndrom als Diagnose mit Auswir
kung auf die Arbeitsfähigkei
t (
Ziff.
1.1
).
3.2
Med. pract.
C._
, FMH Psychiatrie und Psychotherapie,
welche den Be
schwerdeführer seit 2010 behandelt,
nannte
im Bericht vom 1
5.
Juni 2011 (
Urk.
8/13/1-5
) eine depressive Störung (gegenwärtig teilre
mittiert
[
F33.1
]
seit 1988),
eine
Panikstörung F41.0 seit 2008,
eine
Legasthenie,
eine
Störung durch
Kokain (seit 2005 abstinent) und
einen
Status nach unfallbedingtem Distor
sions
traum
a
der Halswirbelsäule (HWS)
im Februar 2010
als Diagnosen
mit Auswir
kung auf die Arbeitsfähigkeit (
Ziff.
1.1)
.
Eine
entsprechende
Medikation
habe
eine
leichte Besserung der depressiven Symptome
gebracht
. Die Behandlungs
mög
lichkeiten seien
aber
aufgrund diverser Auslandaufenthalte eingeschränkt ge
wesen
(
Ziff.
1.4)
.
Eine regelmässige Psychotherapie
und
die Einnahme von Psy
chopharmaka seien empfehlenswert und
würden
eine Steigerung der
redu
zierten
Arbeitsfähigkeit
bewirken
(
Ziff.
1.
7 und
Ziff.
1.8
).
3.3
Im Bericht vom
2.
Dezember
2011
(
Urk.
8/25) nannte
der seit 2010 behandelnde
m
ed. pract.
D._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie FMH, fol
gen
de Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
(
Ziff.
1.1)
:
U
ndifferenzierte Somatisierungsstörung (F45.1) seit ca. 2008
Herzschmerzen,
m
uskuloskelettale
Schmerzen, Tinnitus
Panikstörung (F41.0) seit ca. 2008
R
ezidivierende depressive Störung (F33.11)
aktuell: mittelgradige Episode seit mindestens
zehn
Jahren
Status nach Schulteroperation bei Tendinit
i
s calcarea beidseits
Er führte aus, b
eim Patienten
würden
sich ausgeprägte, teilweise hypochon
drisch
gefärbte Ängste, die rasch in Panik münde
te
n
,
zeigen
. Daneben beständen
eine
depressive Verstimmung, innere Unruhe
sowie
ständige Sorgen und Befürch
tung
en vor ei
ner schweren körperlichen Krankheit (
Ziff.
1.4).
In der bisherigen Tätig
keit als Kaufmann sei er seit 2008 bis auf weiteres zu 100
%
arbeitsunfähig (
Ziff.
1.6).
O
b eine
leidens
angepasste Tätigkeit vor dem Hintergrund der wechs
eln
den, teilweise aggressiv geprägten Affektzustände möglich sei, sei fraglich
(
Ziff.
1.7).
3.4
Im
P._
-Gutachten vom
9.
Juli 2012 (
Urk.
8/38
/2-28
) nannten die Dres. med.
E._
, FMH Allgemeine Innere Medizin,
F._
, FMH Psychiatrie und Psy
chotherapie,
G._
, FMH Rheumatologie,
und
H._
, Facharzt für Neurologie,
folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
(S.
23
f.)
:
Chronisch-rezidivierendes thorakales Schmerzsyndrom links (ICD
-
10 M51.3
)
DD: thorakospondylogene Symptomatik bei Diskopathie Th4/5 (MRI 2010)
ohne Hinweise für eine neurologische Komplikation
Residuelles Impingementsy
ndrom rechte Schulter (ICD-
10 M
75.4)
Status nach arthroskopischer Bursektomie, Akromioplastik und Kalk
entfernung (Supraspinatussehne) links 01/2008 und Status nach ar
thros
kopischer Kalkentfernung mit Akromioplastik rechts 06/2009
Rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig leichte Episode (ICD
-
10 F33.0)
Synkopale Zustände (DD komplex-partielle Anfälle)
Als Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit nannten sie
:
Somatisierungsstörung (ICD
-
10 F45.0)
Hypochondrische Störung (ICD
-
10 F45.2)
Legasthenie (ICD
-
10 F81.0)
Hallux rigidus links > rechts (ICD
-
10 M20.2)
Dyslipidämie (ICD
-
10 E78.8)
Tinnitus links (ICD
-
10 H93.1)
Cavernom links-parietal (MRI-Befund 06/2011) ohne neurologisches Kor
relat
Die Gutachter führten aus internistischer Sicht aus, dass keine Diagnose mit Ein
schränkung auf die Arbeitsfähigkeit gestellt werden könne, da die vom Be
schwerdeführer geschilderten Beschwerden auf kein organisches Korrelat zu
rückzuführen seien (S.
9
).
Zur Arbeitsfähigkeit aus psychiatrischer Sicht äus
ser
ten sie sich dahingehend, dass aufgrund der leicht ausgeprägten, rezidivie
rende
n Störung eine Einschränkung von 20
%
bestehe. Die Somatisierungsstö
rung be
gründe
aber
keine Einschränkung
der Arbeitsfähigkeit
.
Ebenso
wenig
würden die
hypochondrischen Ängste
, die
sich vor allem
nachts
bemerkbar machen
würden
und medikamentös eingedämmt werden könnten,
den Alltag be
e
inträchtigen.
Eine eigentliche Panikstörung könne nicht diagnosti
ziert werden. Auch würden keine Hinweise dafür bestehen, dass der Beschwer
deführer in der Vergangenheit während längerer Zeit an einer mittelgradigen oder schweren depressiven Stö
rung gelitten hätte (S.
1
5
). Weiter
beurteilten
sie
in
rheumatologischer
Hinsicht
,
dass aufgrund der am Bewegungsapparat erho
benen Befunde und Diagnosen dem
Beschwerdeführer körperlich
schwere Tätig
keiten mit starker Belastung des rech
ten Armes
sowie
der Wirbelsäule nicht mehr zuzumuten seien
.
F
ür eine kör
perlich leichte bis mittelschwere Tätigkeit mit höchstens mittelschwerer Rücken
belastung ohne
gehäufte Überkopfarbeit
mit dem rechten Arm und ohne langes Gehen
sei die Arbeitsfähigkeit nicht vermindert (S. 2
0
)
.
Ebenso
beurteilten sie
Tätigkeiten mit Absturzgefahr oder hohem Verletzungsrisiko (Arbeiten auf Lei
tern oder Gerüsten)
als
unzumutbar
(S.
23
)
.
Aus
gutachterlicher Sicht
sei es dem
Beschwerdeführer
durchaus zuzu
muten
,
seine Arbeitsfähigkeit von 80
%
in einer
adaptierten Tätigkeit in die Re
alität umzusetzen (S. 26
).
3.5
Am
3.
Oktober 2012 (
Urk.
10/2) nahm
med. pract.
D._
zuhanden der Be
schwerdegegnerin
Stellung zum
P._
-Gutachten und bat,
dieses
kritisch zu hin
terfragen. Es könne nicht angehen, das
s
psychisch kranke Menschen mit endo
gener (familiärer) Depression und latenter Suizidalität sowie Panikstörungen als gesund und arbeitsfähig bezeichnetet würden.
Am 3
1.
Oktober 2012 (
Urk.
8/48) führte er e
rgänzend
aus, dass sich beim Be
schwerdeführer
ein seit viele
n
Jahren chronifizierter Verlauf der depressiven
Störung und Angsterkrankung zeige.
Die berufliche Anamnese
mache
die seit
zehn
Jahren rezidivierende depressive Störung mit jeweils wechselnd schweren
Episoden
deutlich
. Die genannte „aktuell mittelgradige Episode“ beziehe sich auf
den Ist-Zustand,
der
aber
vor einem Jahr im Sommer noch sehr viel schlimmer gewesen sei.
Am 1. Dezember 2012 (Urk. 8/49) wiederholte er seine Ausführungen
gemäss
Be
richt vom 2. Dezember 2011 (vgl. vorstehend E. 3.3).
4.
4.1
Vorwegzuschicken ist, dass
das
P._
-Gutachten vom
9.
Juli 2012 (
Urk.
8/38
/2-28
) in sämtlichen Punkten den praxisgemässen Anforderungen an den Beweiswert ei
ner Expertise entspricht.
D
ie Expertise
beantwortet die gestellten Fragen um
fas
send und erging nach einlässlicher Abklärung der Vorgeschichte und Be
fund
er
hebung in Kenntnis der Berichte der behandelnden Ärzte. Das Gutachten ist sorgfältig abgefasst, berücksichtigt die geklagten Beschwerden des Beschwer
de
führers und setzt sich damit auseinander.
Insbesondere wird im Be
richt auch
zu früheren ärztlichen Einschätzungen detailliert Stellung genom
men.
So wird in
nachvollziehbarer
W
eise
dargelegt
, dass
die vom behandelnden Psychiater gestellte Diagnose, wonach der Beschwerdeführer seit zehn Jahren an
einer mittelgradigen depressiven
Störung
leide, nicht mit dessen beruflichen Aktivi
täten
(erfolgreiche Führung einer Bar
,
Surflehrertätigkeit in
I._
) v
er
einbar ist
(
S.
16
)
.
In der Tat
ist es erstaunlich, dass der Beschwerde
führer
trotz vor
ge
nannter psychischer
Beeinträchtigung
noch
in der Lage
war
, mithin psychisch
die notwenige Kraft und Motivation
aufbrachte
,
erfolgreich
eine Bar
zu betrei
ben
,
nach
I._
aus
zu
wander
n
und als
Surflehrer
zu ar
beiten
, wobei er
letztere Tätigkeit aufgrund von Schulter
problemen
im 2009
aufgab
und wieder in
die Schweiz zurückkehrte.
So ist auch de
m Umstand, dass er sich
nach seiner Rück
kehr
für eine gewisse Zeit in der
J._
behandeln liess
(S. 9
f.)
,
insofern nicht grosses Gewicht b
eizu
messen, als
im
Jahr
2011
von
med
.
pract.
C._
, der damals behandelnden Psychiate
rin
des Beschwerde
füh
rers
,
die depressive Störung bereits als teilremittiert be
urteilt
und mit entsprech
ender Medikation eine positive Prognose (Steigerung der Leistungsfähigkeit) ge
stellt
wurde
(Urk. 8/13
Ziff.
1.1
und
Ziff.
1.8
).
Die von den
P._
-
Gutachtern dia
g
nostizierte leichtgradig ausgeprägte rezidivierende de
pressive Störung, die zu
einer Einschränkung der Arbeitsfähigkeit von 20
%
führt, erscheint damit durch
aus plausibel.
Schliesslich steht de
r gutachterlichen Einschätzung, wonach dem
Beschwerdeführer aus rheumatologischer Sicht kör
perlich leichte bis mittel
schwere
Tätigkeiten (ohne mittelschwere Rückenbelas
tung, gehäufte Überkopf
ar
beiten mit dem rechten Arm und langes Gehen)
noch
zumutbar sind,
die
Be
urteilung
von
Dr.
B._
(
Urk.
8/12
/1-4
Ziff.
3) nicht entgegen.
4.
2
Der
behandelnde
Psychiater
,
m
ed. pract.
D._
,
sprach sich
am
3.
Oktober 2011
(
Urk.
10/2)
zuhanden der Beschwerdegegnerin
gegen das
P._
-Gutachten
vom
9.
Juli 2012
aus.
I
m
W
esentlichen
führte er
aus
, dass
darin die erhobenen
Laboruntersuchungen falsch wiedergegeben worden seien, denn der Blutspiegel des
eingenommenen Antidepressivums liege
– entgegen der Annahme der Gut
ach
ter -
genau im therapeutischen Bereich (S. 3)
.
Auch
seien wichtige Befunde
nicht erwähnt und aus
der
rezidivierenden mittelgradigen Depression eine leichte
fabriziert worden
. Schliesslich sei
die Pa
nikstörung
im Gutachten
elegant über
gangen worden (S. 4).
Vorliegend ist festzustellen, dass
m
ed. pract.
D._
neben der depressiven Ver
stimmung keine konkreten Befunde nennt
(
Urk. 8/25/4)
, weshalb beim Be
schwerdeführer eine rezidivierende depressive Störung mittleren Grades vorlie
gen
sollte.
Auch
wenn man ihm zustim
m
t
, dass der Blutwert
des Antidepressivums Sertralin
im therapeuti
schen Bereich liegt
und der Beschwerdeführer regel
mässig seine Medikamente einnimmt
,
könnte
daraus keine andere Einschätzung
abgeleitet werden
. Ein höherer Sertralin-Serumspiegel hätte keinen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit
des Beschwerdeführers
.
Weiter ist
in Bezug auf die strittige
Diagnose
d
e
r
Panikstörung
fest
zuhalten, dass auch die Fachärzte des
J._
die
Kriterien für eine Panikstörung nicht erfüllt sahen (Bericht vom 1
2.
Februar 2010,
Urk.
8/22 S. 3).
Schliesslich ist in Bezug auf Berichte von be
handelnden Ärzte
n
auf
die
höchstrichterliche Rechtsprechung hinzuweisen, wo
nach
das Gericht der Erfahrungstatsache Rechnung tragen darf und soll, dass diese mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patientinnen und Patienten aussagen (BGE 125 V 351 E. 3b/cc).
Daher ist der
Bericht vom
3.
Oktober 2011
nicht geeignet
das
P._
-Gutachten
in Zweifel zu ziehen
.
4.3
Zusammenfassend ist festzuhalten, dass auf das überzeugende und sorgfältige
P._
_
-Gutachten vom
9.
Juli 2012 abzustellen ist. Es ist somit davon auszugehen, dass
beim
Beschwerdeführer
ab
September 2009
eine 80%ige Arbeitsfähigkeit in einer leidensangepassten Tätigkeit besteht. Der medizinische Sachverhalt ist in dem Sinne als erstellt zu betrachten.
Zu prüfen bleiben die erwerblichen Aus
wir
kungen.
5.
5.1
Bei der Invaliditätsbemessung kommt der allgemeinen Methode des Einkom
mens
vergleichs gemäss
Art.
28a
Abs.
1 IVG in Verbindung mit
Art.
16 ATSG grund
sätzlich Vorrang zu. Insoweit die fraglichen Erwerbseinkommen ziffern
mässig nicht genau ermittelt werden können, sind sie indes nach Massgabe der im Ein
zel
fall bekannten Umstände zu schätzen und die so gewonnenen Annä
he
rungs
werte miteinander zu vergleichen. Wird eine Schätzung vorgenommen, so muss diese nicht unbedingt in einer ziffernmässigen Festlegung von Annä
herungs
wer
ten bestehen. Vielmehr kann auch eine Gegenüberstellung blosser Prozent
zahlen genügen. Das ohne eine Invalidität erzielbare hypothetische Er
werbs
ein
kommen ist alsdann mit 100 % zu bewerten, während das Invaliden
einkommen auf einen entsprechend kleineren Prozentsatz veranschlagt wird, so dass sich aus der Prozentdifferenz der Invaliditätsgrad ergibt. Diese Berech
nungsweise ist ins
besondere anwendbar, wenn die konkreten Verhältnisse so liegen, dass die Differenz zwischen Validen- und Invalideneinkommen die für den Umfang des Rentenanspruchs massgebenden Grenzwerte von 70, 60, 50 und 40 Prozent
(
Art.
28
Abs.
2 IVG) eindeutig über- oder unterschreitet (soge
nannter Prozent
ve
r
gleich; BGE 114 V 310 E. 3a; Urteil des Bundesgerichts 8C_131/2011 vom 5. Jul
i 2011 E. 10.2.1 mit Hinweis).
5.2
Aus den Akten
erhellt
, dass
der Beschwerdeführer seine Tätigkeit im Gastge
wer
b
e aufgab
und in
I._
als Surflehrer arbeite
te
.
Nach der Rückkehr aus
I._
im Jahr 2009
hätte er sich
damit
auch oh
ne Gesundheitsschaden
beruf
lich
neu
orientieren müssen, wobei
mit überwiegender Wahrscheinlichkeit
anzu
nehmen
ist, dass er
wieder
eine Tätigkeit aufgenommen hätte, die
– wie bereits zuvor -
dem Zumut
barkeitsprofil
entspräche
.
Aufgrund der Tatsache, dass der Be
schwer
d
eführer aus medizinischer Sicht nach wie vor in der Lage ist, eine
leichte
Tä
tig
keit im Umfang von 80
%
auszuüben, genügt für die Ermittlung des Invali
di
tätsgrades die Gegenüberstellung blosser Prozentzahlen. Der Invaliditätsgrad ent
spricht
somit
dem Grad der Arbeitsunfähigkeit und beträgt mithin renten
ausschlies
sende 20
%
. Demnach erweist sich die angefochtene Verfügung vom 2
5.
Februar 2013 als rechtens und die dagegen erhobene Beschwerde ist abzu
weisen.
6.
6.1
Vorliegend sind die Voraussetzungen gemäss
§
16
Abs.
1 des Gesetzes über das
Sozialversicherungsgericht (GSVGer) erfüllt, so dass das Gesuch
um unentgeltli
che Prozessführung
zu bewilligen ist (
Urk.
1 S.
2
und S.
10
, vgl. dazu auch
Urk.
3).
Der Beschwerdeführer ist auf §
16
Abs.
4 GSVGer hinzuweisen.
6.
2
Da es im vorliegenden Verfahren um die Bewilligung oder Verweigerung von
IV-Leistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtet.
Die Gerichtskosten ge
mäss
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG sind ermessensweise auf Fr.
60
0.-- festzusetzen und aus
gangsgemäss dem
Beschwerdeführer aufzuerlegen, infolge Gewährung der unent
geltlichen Prozessführung jedoch einstweilen auf die Gerichtskasse zu nehmen.