# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 590a513f-3762-559a-89ed-f79a5fd3ec11
**Court:** SG_VG
**Chamber:** SG_VG_001
**Year:** 2012
**Language:** de
**Jurisdiction:** SG / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

hat das Verwaltungsgericht festgestellt:
A./ X. Y., spanischer Staatsangehöriger, geboren am 9. Januar 2003, steht unter der
alleinigen elterlichen Sorge seiner Mutter A. B., spanische Staatsangehörige, geboren
am 5. April 1978. Am 17. Oktober 2010 trat das Kind als Notfall in die Sonderschule
Heim K. in L., ein, wo es sich heute noch aufhält. Vor dem 17. Oktober 2010 lebte X. Y.
mit seiner Mutter, seinem Stiefvater und seinen Halbschwestern in C., Gemeinde Q.,
nachdem sich Mutter und Kind von Ende April bis Mitte August 2010 in Spanien
aufgehalten hatten.
Am 8. Dezember 2010 begab sich A. B. aufgrund einer häuslichen Auseinandersetzung
zusammen mit ihren Kindern D. E. sowie F. B. und H. B. ins Frauenhaus in St. Gallen
und am 3. Januar 2011 bezog sie eine Wohnung an der G.-strasse 00 in Z. Am 21. Mai
2011 kehrte A. B. in die eheliche Wohnung nach C. zurück.
Im Dezember 2010, als die Familiensituation unsicher war, suchte der Beistand von X.
Y. eine Gastfamilie für seine Unterbringung jeweils während den Wochenenden.
Am 25. März 2011 informierte der Beistand von X. Y. das Sozialamt Z. darüber, dass er
vom Sozialamt Q. offene Rechnungen zurückerhalten habe, mit der Begründung, die
politische Gemeinde Q. sei für das Kind nicht mehr unterstützungspflichtig. In der
Folge, am 26. April 2011, sandte das Sozialamt Q. dem Sozialamt Z. Rechnungen
betreffend X. Y. ab Januar 2011. Am 25. Mai 2011 teilte das Sozialamt Z. dem
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Sozialamt Q. mit, man nehme das Schreiben vom 26. April 2011 als
Richtigstellungsbegehren im Sinn Art. 28 des Bundesgesetzes über die Zuständigkeit
für die Unterstützung Bedürftiger (SR 851.1, abgekürzt ZUG) entgegen und erhebe
dagegen Einsprache. Zur Begründung wurde ausgeführt, gestützt auf Art. 7 Abs. 3 lit. c
ZUG habe X. Y. seit dem Wegzug seiner Mutter nach Z. einen eigenen
Unterstützungswohnsitz in Q., weshalb Q. für die Fremdbetreuung des Kindes
kostenpflichtig bleibe. Am 4. August 2011 wies der Gemeinderat Q. die Einsprache des
Sozialamtes Z. ab und stellte fest, der unterstützungsrechtliche Wohnsitz von X. Y.
habe sich vom 3. Januar 2011 bis 21. Mai 2011 in Z. befunden, weshalb das Sozialamt
Z. für seine Unterstützung während dieser Zeitspanne örtlich und sachlich zuständig
sei. Die politische Gemeinde Z. wurde verpflichtet, der politischen Gemeinde Q. die
angefallenen Kosten für die Tagesbetreuung des Kindes von Fr. 5'679.50
zurückzuerstatten.
B./ Am 31. August 2011 erhob die politische Gemeinde Z., vertreten durch das
Sozialamt, gegen den Entscheid des Gemeinderates Q. vom 4. August 2011
Beschwerde beim Departement des Innern. Sie stellte die Rechtsbegehren, der
angefochtene Entscheid sei aufzuheben und es sei festzustellen, dass X. Y. vom 3.
Januar 2011 bis zum 21. Mai 2011 einen eigenen Unterstützungswohnsitz in Q. und
demzufolge keinen Unterstützungswohnsitz in Z. gehabt habe, weshalb die politische
Gemeinde Q. für die Fremdplatzierung des Kindes kostenpflichtig sei. Der Gemeinderat
Q. nahm am 23. September 2011 Stellung und beantragte, die Beschwerde sei
abzuweisen.
Das Departement des Innern nahm die Eingabe vom 31. August 2011 als Beschwerde
betreffend Kostenersatz entgegen und hiess die Beschwerde am 23. Februar 2012 gut.
Der Abweisungsbeschluss des Gemeinderates Q. vom 4. August 2011 wurde
aufgehoben. Sodann wurde festgestellt, dass X. Y. seinen Unterstützungswohnsitz in
der Zeit vom 3. Januar 2011 bis 21. Mai 2011 in Q. gehabt habe. Der politischen
Gemeinde Q. wurde eine Entscheidgebühr von Fr. 1'000.-- auferlegt.
C./ Am 7. März 2012 erhob die politische Gemeinde Q., vertreten durch den
Gemeinderat, gegen den Entscheid des Departements des Innern vom 23. Februar
2012 Beschwerde beim Verwaltungsgericht. Sie beantragte, der angefochtene
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Entscheid sei aufzuheben und es sei festzustellen, dass sich der
unterstützungsrechtliche Wohnsitz von X. Y. vom 3. Januar 2011 bis 21. Mai 2011 in Z.
befunden habe, weshalb das Sozialamt Z. für seine finanzielle Unterstützung örtlich
und sachlich zuständig sei. Sodann sei die politische Gemeinde Z. zu verpflichten, die
Kosten der Tagesbetreuung während dieser Zeitspanne im Betrag von Fr. 5'679.50
innert 30 Tagen ab Rechtskraft zurückzuerstatten.
Am 5. April 2012 beantragte das Departement des Innern, die Beschwerde sei
abzuweisen. Auf eine Stellungnahme wurde verzichtet. Auch das Sozialamt der
politischen Gemeinde Z. sah am 20. April 2012 von einer Stellungnahme ab und hielt
dafür, der Beschwerde sei keine Folge zu geben.

## Considerations

Darüber wird in Erwägung gezogen:
1. Die Sachurteilsvoraussetzungen sind von Amtes wegen zu prüfen:
1.1. (...).
1.2. Aufgrund der Begründungspflicht (Art. 64 Abs.1 in Verbindung mit Art. 48 Abs. 1
VRP) und des Rügeprinzips hat die Beschwerdeführerin darzutun, in welchen Punkten
die Sachverhaltsfeststellung der Vorinstanz unrichtig sein soll oder aus welchen
Gründen die Beweiswürdigung ihrer Meinung nach fehl geht (Cavelti/Vögeli,
Verwaltungsgerichtsbarkeit im Kanton St. Gallen, St. Gallen 2003, Rz. 633). Soweit die
Beschwerdeführerin auf eine Stellungnahme vom 23. September 2011 an die
Vorinstanz verweist und die Ausführungen im angefochtenen Entscheid pauschal
bestreitet, kann auf die Beschwerde somit nicht eingetreten werden.
1.3. Auf die Beschwerde ist im Sinn der Erwägungen einzutreten.
2. Strittig ist einzig, wo X. Y. in der Zeit vom 3. Januar 2011 bis 21. Mai 2011 seinen
Unterstützungswohnsitz hatte bzw. welche Gemeinde Kosten im Betrag von Fr.
5'679.50 für Fremdbetreuung zu tragen hat. Die Beschwerdeführerin geht davon aus,
das Kind habe im strittigen Zeitraum einen von der Mutter abgeleiteten
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Unterstützungswohnsitz in Z. gehabt, während die Beschwerdegegnerin annimmt, X. Y.
sei dauernd fremdplatziert gewesen und habe deshalb in Q. einen selbständigen
Unterstützungswohnsitz begründet.
2.1. Das unmündige Kind teilt nach Art. 7 Abs. 1 ZUG den Unterstützungswohnsitz der
Eltern oder jenes Elternteils, unter dessen Sorge es steht. Wenn die Eltern keinen
gemeinsamen zivilrechtlichen Wohnsitz haben, teilt das Kind nach Art. 7 Abs. 2 ZUG
den Unterstützungswohnsitz jenes Elternteils, bei dem es wohnt. Einen selbständigen
Unterstützungswohnsitz am letzten Unterstützungswohnsitz nach den Absätzen 1 und
2 hat das Kind nach Art. 7 Abs. 3 lit. c ZUG dann, wenn es dauernd nicht bei den Eltern
oder einem Elternteil wohnt. Diese Bestimmung gilt nur für das unmündige Kind, das
unter elterlicher Sorge steht, wirtschaftlich unselbständig ist und dauernd nicht bei den
Eltern oder einem Elternteil lebt. Erfasst werden freiwillige und behördliche
Fremdplatzierungen ohne Entzug der elterlichen Sorge. Erfolgt eine Fremdplatzierung
auf unbestimmte Zeit oder für mehr als sechs Monate, so kann in der Regel von
Dauerhaftigkeit ausgegangen werden. Zudem ist der Zweck des Aufenthalts
massgebend. Vorübergehend nicht bei den Eltern oder einem Elternteil lebt ein Kind
zum Beispiel im Rahmen von Ferien-, Spital- oder Kuraufenthalten, IV-Abklärungen, für
die Dauer der Unpässlichkeit eines Elternteils oder bei auswärtiger Schul- oder
Berufsausbildung. Ebenfalls nur vorübergehend nicht bei den Eltern oder einem
Elternteil lebt ein Kind auch im sogenannten "Wocheninternat", wenn es die
Wochenenden regelmässig bei den Eltern oder einem Elternteil verbringt. Anders
verhält es sich, wenn sich die Eltern oder ein Elternteil nicht ernstlich um das
fremdplatzierte Kind kümmern bzw. die elterliche Sorge "faktisch" nicht wahrnehmen.
Anknüpfungspunkt für den Unterstützungswohnsitz bei dauernder Fremdplatzierung ist
der letzte von den Eltern oder einem Elternteil abgeleitete Wohnsitz, d.h. der Ort, an
dem das Kind unmittelbar vor der Fremdplazierung gemeinsam mit den Eltern oder
einem Elternteil gelebt hat (W. Thomet, Kommentar zum Bundesgesetz über die
Zuständigkeit für die Unterstützung Bedürftiger, Zürich 1994, Rz. 125, 127 und 132).
2.2. Unbestritten ist, dass die Beschwerdeführerin für die Unterstützung von X. Y.
zuständig ist, für den Fall, dass von einer dauernden Fremdplatzierung des Kindes
auszugehen ist. X. Y. lebt seit dem 17. Oktober 2010 die Woche über in der
Sonderschule Heim K. in L. Entgegen der Auffassung der Vorinstanz kann aus der
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Tatsache allein, dass es sich bei dieser Institution um ein "Wocheninternat" handelt
bzw. dass X. Y. dort während der Woche auf unbestimmte Zeit und somit dauernd
untergebracht ist, nicht geschlossen werden, es liege eine "dauernde
Fremdplatzierung" im Sinn von Art. 7 Abs. 3 lit. c ZUG vor bzw. das Kind lebe dauernd
nicht bei der sorgeberechtigten Mutter. Die Frage, ob X. Y. zwischenzeitlich einen
selbständigen Unterstützungswohnsitz hatte, hängt davon ab, ob und wenn ja
inwieweit die sorgeberechtigte Mutter nach ihrem Eintritt ins Frauenhaus in St. Gallen
bis zu ihrer Rückkehr zum Ehemann nach C. tatsächlich in der Lage war, sich
persönlich um die Betreuung des Kindes während den Wochenenden und den Ferien
zu kümmern.
2.2.1. Unbestritten ist, dass die familiären Rahmenbedingungen im Hause B. bereits
vor dem Eintritt von X. Y. in die Sonderschule Heim K. in L. am 17. Oktober 2010
schwierig waren und dass sie es wahrscheinlich auch heute noch sind. Die
Beschwerdeführerin stellt sich aber auf den Standpunkt, von einer dauernden
Fremdplatzierung des Kindes sei nicht auszugehen, weil immer die Absicht bestanden
habe, dass X. Y. die Wochenenden und Ferien zu Hause verbringe, was auch
regelmässig der Fall sei. Die Tatsache, dass X. Y. ab Dezember 2010 aus
organisatorischen Gründen an den Wochenenden vorübergehend von einer Gastfamilie
habe betreut werden müssen, sei eine Notlösung gewesen. Massgebend sei der
Sachverhalt während der Zeitspanne zwischen dem Heimeintritt des Kindes und dem
Wegzug der Mutter nach Z. Am 3. Januar 2011 habe A. B. in Z. eine Wohnung
bezogen, weshalb das Kind ab diesem Zeitpunkt dort einen direkt von der Mutter
abgeleiteten Unterstützungswohnsitz gehabt habe. Aus diesem Grund komme der
Tatsache, dass X. Y. ab Dezember 2010 von einer Gastfamilie in Q. betreut worden sei,
keine rechtliche Bedeutung zu. Sodann treffe es nicht zu, dass A. B. ihren Sohn
vernachlässigt habe. Unbestritten sei zwar, dass die Gastfamilie X. Y. in den Monaten
Januar bis Mai 2011 ausgiebiger betreut habe, obschon der Wochenend-
Betreuungsplan des Beistands für die Mutter mehr Betreuungszeiten vorgesehen habe.
Während der Sportferien habe A. B. aber alle Hebel in Bewegung gesetzt, um X. Y. zu
sehen und selbst zu betreuen, was allerdings zufolge organisatorischer Probleme
gescheitert sei. Weil die Mutter von X. zum Ehemann nach Q. zurückgekehrt und
deshalb nicht mehr auf eine Erwerbstätigkeit angewiesen sei, habe die
Fremdbetreuung des Kindes während den Wochenenden aufgehoben werden können.
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2.2.2. Fest steht, dass X. Y., der sich die Woche über in der Sonderschule Heim K. in L.
aufhält, die Wochenenden in der Zeit von Dezember 2010 bis Mai 2011 zufolge
familiärer und organisatorischer Probleme nicht bei seiner Mutter verbringen konnte.
Das Kind wurde während dieser Zeit nicht nur die Woche über, sondern auch an den
Wochenenden grossmehrheitlich fremdbetreut. Unbestritten geblieben ist sodann, dass
X. Y. auch die Sportwoche und die Frühlingsferien bei der Gastfamilie verbracht hat,
die, soweit ersichtlich, einen unbefristeten Betreuungsauftrag hatte. Somit war das
Kind dauernd in der Obhut Dritter bzw. es lebte von seiner sorgeberechtigten Mutter
auch dann getrennt, wenn es sich nicht in der Sonderschule Heim K. in L. aufhielt.
Aufgrund der Tatsache, dass A. B. am 8. Dezember 2010 mit den Kindern ins
Frauenhaus geflohen war und am 3. Januar 2011 in Z. eine Wohnung bezogen und eine
Erwerbstätigkeit aufgenommen hatte, war sie unbestrittenermassen nicht in der Lage,
ihren Sohn an den Wochenenden und in den Ferien persönlich zu betreuen. Sie hat ihre
Lebensgestaltung im Dezember 2010 in einer Weise geändert, die eine Betreuung von
X. Y. während der Wochenenden und den Ferien dauernd nicht mehr zuliess, weshalb
von einer dauernden Fremdplatzierung im Sinn von Art. 7 Abs. 3 lit. c ZUG auszugehen
ist. Dementsprechend führt die Beschwerdeführerin selber aus, organisatorische
Probleme von A. B. hätten dazu geführt, dass die Betreuung des Kindes durch eine
Gastfamilie erforderlich geblieben sei. Unerheblich ist allerdings, ob es
organisatorische oder andere Gründe sind, die im konkreten Fall dazu führen, dass es
den Eltern oder einem Elternteil nicht mehr möglich ist, sich persönlich um die
Betreuung ihrer bzw. seiner Kinder zu kümmern und ob dieser Zustand bedauert wird
oder nicht. An dieser Beurteilung ändert nichts, dass A. B. am 21. Mai 2011 zu ihrem
Ehemann nach C. zurückgekehrt ist und dass das Kind die Wochenenden und die
Ferien seither wieder bei der Mutter, dem Stiefvater und den Halbgeschwistern
verbringt. Aufgrund der konkreten Umstände war nicht damit zu rechnen, die
Unterbringung von X. Y. bei einer Gastfamilie während Wochenenden und Ferien sei
vorübergehender Natur, weil die Mutter des Kindes in Kürze zu ihrem Ehemann nach C.
zurückkehren und das Familienleben wiederaufnehmen werde. Weil X. Y. in Q. einen
eigenen nicht von der sorgeberechtigen Mutter abgeleiteten Unterstützungswohnsitz
erworben hat, ist es im Übrigen unerheblich, ob bezüglich A. B. zwischenzeitlich ein
Wechsel des Unterstützungswohnsitzes erfolgt ist.
3. (...).
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Demnach hat das Verwaltungsgericht