# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 335a5f41-fedf-4ceb-a72b-37f585f7c92d
**Court:** CH_BSTG
**Chamber:** CH_BSTG_001
**Year:** 2020
**Language:** de
**Jurisdiction:** CH / Federation
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
A. Die russischen Strafverfolgungsbehörden eröffneten am 14. Oktober 2013
gegen A., G., H., I. und J. ein Strafverfahren zum Nachteil der K. wegen des
Verdachts des Betruges nach russischem Recht (act. 1.8).
B. Am 10. April 2015 erstattete die Bank L. bei der Meldestellte für Geldwäsche-
rei (MROS) zwei Verdachtsmeldungen betreffend die unter anderem auf G.
lautenden Konten. Am 21. April 2015, ergänzt am 21. September 2015, lei-
tete die MROS die bei ihr eingereichten Verdachtsmeldungen der Staatsan-
waltschaft des Kantons Zürich (nachfolgend «StA ZH») weiter (Verfahrens-
akten, blaues Dossier 2015/10013828, Urk. 1 bis 5/1-5, 9).
C. Am 2. September 2015 erstattete die Bank M. bei der Meldestellte für Geld-
wäscherei (MROS) eine Verdachtsmeldung betreffend zahlreiche Konten
unter anderem lautend auf A., seine Ehefrau B., C. SA, D. Limited und F. AG,
an denen A. und/oder B. als wirtschaftlich Berechtigte eingetragen sind. Die
Meldung erfolgte, nach dem die internen Abklärungen der Bank M. ergeben
hatten, dass gegen A. im Juli 2015 ein Interpol-Haftbefehl erlassen worden
war (Verfahrensakten, blaues Dossier 2015/10032368, Vorabklärungsver-
fahren, Urk. 1). Am 17. September 2015 leitete die MROS die bei ihr einge-
reichte Verdachtsmeldung der StA ZH weiter (Verfahrensakten, blaues Dos-
sier 2015/10032368, Vorabklärungsverfahren, Urk. 2).
D. Mit Schreiben vom 11. September 2015 erstattete das Bundesamt für Justiz
(nachfolgend «BJ») im Auftrag der StA ZH bei der Generalstaatsanwalt-
schaft der Russischen Föderation (nachfolgend «GStA RU») eine Meldung
nach Art. 67a IRSG, setzte diese über den bei der StA ZH gemeldeten Sach-
verhalt in Kenntnis und setzte ihr bis am 15. November 2015 Frist zur Einrei-
chung eines Rechtshilfeersuchens an (Verfahrensakten, blaues Dossier
2015/10032368, Vorabklärungsverfahren, Urk. 3). Die GStA RU teilte dem
BJ am 6. November 2015 mit, dass die russischen Behörden daran seien,
ein Rechtshilfeersuchen zu finalisieren, jedoch die angesetzte Frist bis zum
15. November 2015 wegen dem Übersetzungsaufwand nicht eingehalten
werden könne und ersuchte nebst einer Fristerstreckung um Sperre der frag-
lichen Vermögenswerte (Verfahrensakten, blaues Dossier 2015/10032368,
Vorabklärungsverfahren, Urk. 4). Mit Eintretens- und Zwischenverfügung
vom 2. Dezember 2015 ordnete die StA ZH in Bezug auf die oben genannten
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Konten eine vorsorgliche Kontosperre an (Verfahrensakten, blaues Dossier
2015/10032368, Vorabklärungsverfahren, Urk. 5).
E. Am 27. November 2015 gelangte die GStA RU mit Rechtshilfeersuchen vom
10. November 2015 an die Schweiz und ersuchte unter anderem um Infor-
mation, ob A. in der Schweiz Bankkonten habe und um Zustellung der ent-
sprechenden Bankunterlagen an die russischen Behörden sowie um Sper-
rung dieser Konten (Verfahrensakten, Ordner Verfahrensunterlagen 1/3, La-
sche 2, Urk. 2; Lasche 3, Urk. 3/2).
F. Am 3. Dezember 2015 übergab das BJ das russische Ersuchen der StA ZH
zum Vollzug (Verfahrensakten, Ordner 1, Lasche 3, Urk. 3/3). Mit Eintretens-
und Zwischenverfügungen Nrn. 1 und 2 vom 11. Dezember 2015 entsprach
die StA ZH dem Ersuchen und forderte die Bank M. und die Bank L. auf, ihr
Kontounterlagen zu den auf A. lautenden Konten einzureichen (Verfahrens-
akten, Ordner Verfahrensunterlagen 1/3, Lasche 4, Urk. 4; Lasche 5, Urk. 5).
Die Bank M. und die Bank L. kamen dieser Aufforderung am 14. und 30. De-
zember 2015 nach (Verfahrensakten, Ordner Verfahrensunterlagen 1/3, La-
sche 7, pag. 1 000 ff.; Ordner Bankunterlagen L. 3/3, pag. 1 000 ff.).
G. Mit Schlussverfügungen Nrn. 6-11 vom 8. August 2019 verfügte die StA ZH
die Herausgabe der in den Verfügungen genannten Unterlagen zu den Kon-
ten bei der Bank M. und Bank L., lautend auf A. und/oder B., die C. SA, die
D. Limited, die E. Ltd. und die inzwischen im Handelsregister gelöschte
F. AG und hielt darin zudem die angeordnete Sperre der Vermögenswerte
aufrecht (act. 1.2-1.7).
H. Dagegen liessen A., B., die C. SA, die D. Limited, die E. Ltd. und die F. AG
bei der Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts am 16. September
2019 Beschwerde erheben. Sie beantragen die kostenfällige Aufhebung der
sie betreffenden Schlussverfügungen (act. 1).
I. Da die C. SA, die D. Limited und die E. Ltd. ihren Sitz auf den Marshallinseln
und Bahamas haben, wurden sie am 18. September 2019 aufgefordert, dem
Gericht Dokumente einzureichen, welche ihre Existenz nachweisen und wo-
raus die Identität und Vertretungsberechtigung der Vollmachtsunterzeichner
hervorgehen. Diese Aufforderung erfolgte unter Hinweis, dass bei Säumnis
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auf die Beschwerde nicht eingetreten werde (act. 3). Mit Eingaben
vom 14. und 15. Oktober 2019 reichten die Beschwerdeführer aufforde-
rungsgemäss diverse Unterlagen zu den Akten (act. 6, 7).
J. Mit Eingabe vom 15. Oktober 2019 stellten die Beschwerdeführer dem Ge-
richt das Urteil des Kreisgerichts der Stadt Moskau vom 19. Februar 2018
zu, mit welchem A. zu einer Freiheitsstrafe von 2 Jahren und 6 Monaten ver-
urteilt worden war (act. 8, 8.1-8.2). Das Urteil des Kreisgerichts der Stadt
Moskau vom 19. Februar 2018 liessen die Beschwerdeführer der StA ZH am
10. Oktober 2019 zukommen (act. 8.5). Des Weiteren reichten die Be-
schwerdeführer dem Gericht am 16. Oktober 2019 das Schreiben der StA ZH
vom 14. Oktober 2019 ein, mit welchem die StA ZH das BJ ersuchte, bei den
russischen Behörden nachzufragen, ob diese weiterhin am Vollzug des
Rechtshilfeersuchens festhalten (act. 10).
K. Die StA ZH und das BJ beantragten in ihren Eingaben vom 23. und 28. Ok-
tober 2019 die kostenfällige Abweisung der Beschwerde, soweit darauf ein-
getreten werden könne (act. 12, 13). Die Eingabe der Beschwerdeführer vom
13. November 2019, mit welcher sie sich hierzu vernehmen liessen und an
ihren in der Beschwerde gestellten Anträgen festhielten, wurde der StA ZH
und dem BJ am 15. November 2019 zur Kenntnis gebracht (act. 17).
L. Mit Schreiben vom 28. Januar 2020 brachten die Beschwerdeführer dem
Gericht unter anderem das Antwortschreiben der GStA RU vom 26. Novem-
ber 2019 zur Kenntnis, das der StA ZH vom BJ am 13. Dezember 2019 zu-
gestellt worden war (act. 18). Die StA ZH reichte dem Gericht mit Eingabe
vom 3. Februar 2020 das Antwortschreiben der GStA RU vom 26. November
2019 und dessen Ergänzung vom 20. Dezember 2019 zu den Akten
(act. 20). Die Eingabe der Beschwerdeführer vom 11. Februar 2020, mit wel-
cher sie dem Gericht (mit Kopie an die StA ZH) dasselbe Schreiben der GStA
RU vom 20. Dezember 2019 einreichten und hierzu Stellung nahmen, wurde
dem BJ am 13. Februar 2020 zur Kenntnisnahme zugestellt (act. 21, 22).
Auf die Ausführungen der Parteien und die eingereichten Akten wird, sofern
erforderlich, in den folgenden rechtlichen Erwägungen Bezug genommen.
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## Considerations

Die Beschwerdekammer zieht in Erwägung:
1.
1.1 Für die Rechtshilfe zwischen der Schweiz und der Russischen Föderation
sind das Europäische Übereinkommen vom 20. April 1959 über die Rechts-
hilfe in Strafsachen (EUeR; SR 0.351.1) und das Übereinkommen vom
8. November 1990 über Geldwäscherei sowie Ermittlung, Beschlagnahme
und Einziehung von Erträgen aus Straftaten (GwUe; SR 0.311.53) massge-
bend.
Soweit diese Staatsverträge bestimmte Fragen weder ausdrücklich noch
stillschweigend regeln, bzw. das schweizerische Landesrecht geringere An-
forderungen an die Rechtshilfe stellt (sog. Günstigkeitsprinzip; BGE 142 IV
250 E. 3; 140 IV 123 E. 2; 136 IV 82 E. 3.1; 135 IV 212 E. 2.3; ZIMMERMANN,
La coopération judiciaire internationale en matière pénale, 5. Aufl. 2019,
N. 229), sind das Bundesgesetz vom 20. März 1981 über internationale
Rechtshilfe in Strafsachen (IRSG; SR 351.1) und die dazugehörige Verord-
nung vom 24. Februar 1982 (IRSV; SR 351.11) anwendbar (Art. 1 Abs. 1
IRSG; BGE 143 IV 91 E. 1.3; 136 IV 82 E. 3.2; 130 II 337 E. 1; vgl. auch Art.
54 StPO). Vorbehalten bleibt die Wahrung der Menschenrechte (BGE 139 II
65 E. 5.4 letzter Absatz; 135 IV 212 E. 2.3; 123 II 595 E. 7c; ZIMMERMANN,
a.a.O., N. 211 ff., 223 ff., 681 ff.).
1.2 Auf das vorliegende Beschwerdeverfahren sind zudem die Bestimmungen
des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 1968 über das Verwaltungsverfah-
ren (Verwaltungsverfahrensgesetz, VwVG; SR 172.021) anwendbar (Art. 37
Abs. 2 lit. a i.V.m. Art. 39 Abs. 2 lit. b des Bundesgesetzes vom 19. März
2010 über die Organisation der Strafbehörden des Bundes [Strafbehörden-
organisationsgesetz, StBOG; SR 173.71]; BGE 139 II 404 E. 6/8.2; Urteil des
Bundesgerichts 1C_763/2013 vom 27. September 2013 E. 2.2; ZIMMER-
MANN, a.a.O., N. 273).
2. Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung muss sich die Beschwerde-
kammer nicht mit allen Parteistandpunkten einlässlich auseinandersetzen
und jedes einzelne Vorbringen ausdrücklich widerlegen. Sie kann sich auf
die für ihren Entscheid wesentlichen Punkte beschränken, und es genügt,
wenn die Behörde wenigstens kurz die Überlegungen nennt, von denen sie
sich leiten liess und auf welche sich ihr Entscheid stützt (BGE 141 IV 249
E. 1.3.1; 139 IV 179 E. 2.2; Urteil des Bundesgerichts 1A.59/2004 vom
16. Juli 2004 E. 5.2 m.w.H.).
http://links.weblaw.ch/1C_763/2013
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3.
3.1 Die Schlussverfügung der ausführenden kantonalen Behörde unterliegt der