# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 593f6024-b1e0-46e1-baa6-0f54080a86f5
**Court:** GR_KG
**Chamber:** GR_KG_006
**Year:** 2014
**Language:** de
**Jurisdiction:** GR / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

hat sich ergeben:
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I. Sachverhalt
A. Mit Verfügung vom 31. Januar 2014 wurde X._ durch prakt. med. A._, Facharzt FMH für Allgemeine Innere Medizin und für Kinder- und Jugendmedizin, gestützt auf Art. 429 ZGB in der KLINIK E._ fürsorgerisch untergebracht. Als Grund der Einweisung wurde eine bekannte Schizophrenie, insbesondere religiöser Wahn, mit möglicher Gefährdung von Personen oder Sachen sowie das Fahren eines Personenwagens ohne Führerausweis angeführt.
B. Hiergegen liess X._ mit Eingabe vom 1. Februar 2014 (Poststempel 2. Februar 2014) durch Rechtsanwalt lic. iur. Tim Walker Beschwerde beim Kantonsgericht von Graubünden erheben und stellte folgende Rechtsbegehren:
„1. Die Verfügung betr. fürsorgerische Unterbringung sei, auch superprovisorisch und vorsorglich, aufzuheben.
2. Gewährung der aufschiebenden Wirkung dieser Beschwerde, soweit sie nicht bereits von Gesetzes wegen eintritt.
3. Es sei umgehend die Entlassung des Beschwerdeführers aus der KLINIK E._ anzuordnen.
4. Unverzügliche Ansetzung einer Gerichtsverhandlung nach Terminabsprache mit dem Unterzeichneten.
5. Unentgeltliche Rechtspflege und unentgeltliche anwaltliche Vertretung durch den Unterzeichneten.
Unter Kosten und Entschädigungsfolge."
Begründend führte er aus, dass keine Gründe für eine Klinikeinweisung vorliegen würden. Der Beschwerdeführer befinde sich in ambulanter psychiatrischer Behandlung bei Dr. med. C._ in O.1_. Die Einweisung in die Klinik sei unverhältnismässig und widerspreche sowohl Art. 10 Abs. 2 und Art. 31 BV als auch Art. 5 EMRK. Vielmehr hätte die ambulante Behandlung problemlos weitergeführt werden können, da der Beschwerdeführer regelmässig für die monatliche Depotspritzenabgabe bei seinem Psychiater erschienen sei. Der Zustand des Beschwerdeführers habe sich seit der Einweisung verschlechtert, weil er durch die Klinikärzte offensichtlich mit unverträglichen und menschenrechtswidrig hohen Medikamentendosen behandelt worden sei. Zudem hätte der Einweisung ohne weiteres ein ordentliches Verfahren mit vorgängiger Anhörung vorangehen können. Dass der Beschwerdeführer vor dem Erlass der Verfügung nicht angehört worden sei, verletze den Anspruch auf rechtliches Gehör gemäss Art. 29 Abs. 1 und 2 BV sowie Art. 6 Ziff. 1 EMRK. Zudem machte er geltend, dass ein ärztlicher Bericht der behandelnden Ärzte von vornherein wertlos und daher nicht einzuholen sei. Die unentgeltliche Rechtspflege und
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Rechtsvertretung sei zu gewähren, da der Beschwerdeführer seit Jahren von Invalidenversicherungs- und Ergänzungsleistungen lebe.
C. Mit Schreiben vom 3. Februar 2014 ersuchte der Vorsitzende der I. Zivilkammer des Kantonsgerichts die Psychiatrische KLINIK E._ um einen kurzen Bericht zum Gesundheitszustand von X._, zur Art der Behandlung sowie zur Notwendigkeit eines weiteren Verbleibs in der Klinik. Die gleichentags getätigte Abklärung ergab, dass X._ bei der Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde (KESB) D._ nicht aktenkundig ist.
D. Im Bericht der Psychiatrischen Dienste Graubünden vom 5. Februar 2014 wurde ausgeführt, dass bei X._ eine paranoide Schizophrenie bestehe, weshalb er bereits siebzehn Mal hospitalisiert gewesen sei, zuletzt vom 18. Januar 2013 bis zum 14. März 2013. Die anfängliche Aggressivität und Agitiertheit von X._ habe sich verbessert. Allerdings bestehe weiterhin eine erhebliche psychotische Symptomatik, die eine Fortsetzung der neuroleptischen Medikation erfordere. Ein vorzeitiger Abbruch der Behandlung hätte eine Verschlechterung der bestehenden Psychose mit neuerlicher Fremd- und Eigengefährdung zur Folge. Eine weniger einschneidende Massnahme als die Behandlung auf der geschlossenen Station sei aktuell nicht möglich und die Behandlung erscheine aus medizinischer Sicht weiterhin dringlich indiziert. Bei seinem aktuellen Eintritt in die Klinik am 31. Januar 2014 habe X._ deutlich gereizt und angetrieben gewirkt. Er habe rasch ungehalten reagiert. Wegen akuter Eigen- und Fremdgefährdung habe prakt. med. A._ den psychotischen Patienten fürsorgerisch unterbringen lassen. X._ sei ohne Führerschein Auto gefahren. Ferner spreche er nur über rein religiöse Belange und verlange ständig die Übersetzung lateinischer Wörter und Sätze. Er sage, dass er strahlen würde. Andere Fragen würde er nicht beantworten. X._ mache einen bewusstseinsklaren, ungepflegten und verwahrlosten Eindruck. Seine Auffassung sei deutlich gestört und die Konzentrationsfähigkeit erscheine eingeschränkt. Im formalen Denken wirke er verlangsamt und umständlich, sprunghaft und teils zerfahren. Wahnwahrnehmungen und Wahngedanken seien teilweise systematisiert, ein ausgeprägter religiöser Wahn sei zu eruieren. Im Affekt erscheine X._ relativ starr, rasch gereizt sowie innerlich unruhig und antworte nicht adäquat auf Fragen. Aufgrund der Reizbarkeit sei Fremdgefährdungspotential beobachtbar. Suizidalität sei nicht eruierbar. Im Übrigen zeige sich X._ unkooperativ und weise weder ein Krankheitsgefühl noch eine Behandlungseinsicht auf.
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E. Mit prozessleitender Verfügung des Vorsitzenden der I. Zivilkammer vom 10. Februar 2014 wurde Dr. med. B._, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie FMH, gestützt auf Art. 439 Abs. 3 in Verbindung mit Art. 450e Abs. 3 ZGB mit der Begutachtung von X._ betraut. Der Gutachter wurde ersucht, sich zum Gesundheitszustand von X._ und zur Notwendigkeit der fürsorgerischen Unterbringung zu äussern und insbesondere darzulegen, ob und inwiefern ein Bedarf an einer Behandlung der festgestellten psychischen Erkrankung bzw. an der Betreuung der betroffenen Person bestehe und mit welcher konkreten Gefahr für die Gesundheit oder das Leben des Betroffenen bzw. von Dritten zu rechnen sei, wenn die Behandlung der gutachterlich festgestellten Krankheit bzw. die Betreuung unterbleibe. Des Weiteren sollte er die Frage beantworten, ob aufgrund des festgestellten Handlungsbedarfs eine stationäre Behandlung bzw. Betreuung unerlässlich sei oder allfällige ambulante Alternativen bestünden, wobei der Experte auch darüber Auskunft zu geben habe, ob die betroffene Person über glaubwürdige Krankheits- und Behandlungseinsicht verfüge.
Das entsprechende Kurzgutachten datiert vom 11. Februar 2014 und wurde dem Kantonsgericht von Graubünden am 14. Februar 2014 überbracht. Der Gutachter attestiert X._ eine paranoide Schizophrenie (F20.0). Diese wirke sich bei ihm insbesondere durch Wahnwahrnehmungen und einen anhaltenden, kulturell unangemessenen und völlig unrealistischen Wahn aus. Ausserdem seien ein Abreissen der Gedanken oder eine Einschiebung in den Gedankenfluss sowie Negativsymptome in Form von Apathie, Sprachverarmung und verflachten oder inadäquaten Affekten ersichtlich. Die Gedankengänge von X._ seien zerfahren und inkohärent. Er zeige sich weitschweifig und könne kaum bei einem Thema bleiben. Er weise einen starken Gesprächsdrang auf, wobei der Inhalt der Gespräche durch Wahnthemen gekennzeichnet sei. Zu diesen Feststellungen gelangte Dr. med. B._ insbesondere aufgrund der persönlichen Konsultation von X._, welche am 11. Februar 2014 stattfand. Anlässlich dieser Untersuchung habe der Explorand insbesondere von Ufos gesprochen und auch geäussert, dass er der Heiligste der Katholiken sei und das Ziel habe, heilig zu werden. Der Experte kam zu Schluss, dass bei X._ ein systematisierter Wahn bestehe. Dabei sei er bewusstseinsklar und seine intellektuellen Fähigkeiten würden nicht beeinträchtigt erscheinen. Allerdings könne davon ausgegangen werden, dass sich im Laufe der Zeit gewisse kognitive Defizite entwickelt hätten. In seinem Gutachten beurteilt Dr. med. B._ den Verlauf der schizophrenen Störung als kontinuierlich episodisch sowie als chronisch mit wiederkehrenden
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paranoid-psychotischem Erleben. Falls X._ keine neuroleptische Depotmedikation erhalte, sei mit einer psychotischen Entgleisung zu rechnen, wobei X._ dann aufgrund der meist wahnhaften Verkennung der Situation für sich selbst und für Dritte eine Gefahr darstelle. Der Wahn sei nicht korrigierbar, sondern X._ werde seine Wahninhalte immer als richtig und real erachten. Unter einer neuroleptischen Medikation sei es ihm jedoch eher möglich, sich zu kontrollieren und angepasster zu verhalten. Eine differenziertere Gefahrenanalyse könne jedoch nur durch ein forensisches Gutachten erbracht werden. Bis zum Abklingen des paranoid-psychotischen Zustandes und der Sicherstellung der medikamentösen Therapie sei der Aufenthalt auf einer geschlossenen Abteilung wie der vorliegenden indiziert. Des Weiteren sei X._ weder krankheits- noch behandlungseinsichtig. Durch seine jahrelange Erfahrung in der Psychiatrie habe X._ gelernt, dass er durch Kompromisse in Bezug auf die Medikamenteneinnahme erreiche, in den offenen Bereich der Klinik verlegt und daraufhin früher oder später wieder entlassen zu werden. Im ambulanten Bereich habe er die Möglichkeit, die Medikation weiter herunterzuhandeln. Dieses Verhalten sei nicht als Einsicht und Kooperation zu werten. Abschliessend merkte der Gutachter an, dass er X._ als Assistenz- sowie als Oberarzt während der Jahre 1997 bis 2007 phasenweise betreut und miterlebt habe, wie die Bemühungen der damaligen Vormundschaftsbehörde um Unterstützung allesamt im Sand verlaufen seien. Um weitere Klinikaufenthalte zu vermeiden und die Lebensqualität von X._ und seinem Umfeld zu verbessern, sei die Abklärung beistandschaftlicher Massnahmen zu empfehlen.
F. Am 19. Februar 2014 fand die mündliche Hauptverhandlung vor der I. Zivilkammer des Kantonsgerichts von Graubünden statt, an welcher X._ und sein Rechtsvertreter, Rechtsanwalt lic. iur. Tim Walker, teilnahmen. Zusammensetzung und Zuständigkeit des Gerichts blieben unbestritten. Der Vorsitzende erläuterte X._ den Zweck sowie den Ablauf der Verhandlung. Die anschliessende richterliche Befragung von X._ bezog sich insbesondere auf seinen gegenwärtigen Gesundheitszustand, seine aktuellen Lebensumstände (Wohn- und Arbeitssituation), seine Krankheits- und Behandlungseinsicht sowie seine Einstellung gegenüber einer medikamentösen Behandlung. In der Folge hielt Rechtsanwalt lic. iur. Tim Walker in seinem Parteivortrag an den Anträgen der Beschwerdeschrift vom 1. Februar 2014 fest und machte ergänzende Ausführungen.
G. Auf die Aussagen des Beschwerdeführers anlässlich der richterlichen Befragung, auf die Vorbringen des Rechtsvertreters im Rahmen seines
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Parteivortrags wie auch auf die Ausführungen im Gutachten und den beigezogenen Akten wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
II. Erwägungen
1.a) Da es sich vorliegend um ein Verfahren handelt, dem eine fürsorgerische Unterbringung nach Art. 429 des Schweizerischen Zivilgesetzbuches (ZGB; SR 210) zugrunde liegt, und das Kantonsgericht unter der neuen Rechtsordnung die einzige kantonale Beschwerdeinstanz ist (Art. 439 Abs. 1 Ziff. 1 ZGB in Verbindung mit Art. 60 Abs. 1 des Einführungsgesetzes zum Zivilgesetzbuch [EGzZGB; BR 210.100]), hat der Beschwerdeführer sein Begehren um gerichtliche Überprüfung der fürsorgerischen Unterbringung an der hierfür zuständigen Stelle eingereicht.
b) Gegen die am 31. Januar 2014 gestützt auf Art. 429 Abs. 1 ZGB ärztlich verfügte fürsorgerische Unterbringung kann die betroffene oder eine ihr nahestehende Person innert 10 Tagen schriftlich beim zuständigen Gericht Beschwerde erheben (Art. 439 Abs. 1 und 2 ZGB). Der Beschwerdeführer ist als unmittelbar Betroffener der Einweisungsverfügung klarerweise zu deren Anfechtung legitimiert. Eine Begründung ist gemäss Art. 439 Abs. 3 ZGB, welcher die Bestimmungen über das Verfahren vor der gerichtlichen Beschwerdeinstanz und damit auch Art. 450e Abs. 1 ZGB für sinngemäss anwendbar erklärt, nicht erforderlich. Vorliegend wurde die Beschwerdefrist mit Eingabe vom 2. Februar 2014 (Poststempel) gewahrt. Die Beschwerde enthält, obwohl nicht zwingend notwendig, eine summarische Begründung und aus den gestellten Anträgen geht klar hervor, dass der Beschwerdeführer mit der fürsorgerischen Unterbringung in der KLINIK E._ nicht einverstanden ist und unverzüglich entlassen werden möchte. Auf die frist- und formgerecht erhobene Beschwerde ist somit einzutreten.
2.a) Wie bereits erwähnt, sieht Art. 439 Abs. 3 ZGB für die gerichtliche Überprüfung einer ärztlich angeordneten fürsorgerischen Unterbringung eine sinngemässe Anwendung der Bestimmungen über das Verfahren vor der gerichtlichen Beschwerdeinstanz (Art. 450a ff. ZGB) vor. Von besonderer Bedeutung ist dabei Art. 450e ZGB, der an sich das Verfahren für die gerichtliche Beurteilung eines durch die Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde gefällten Unterbringungsentscheids behandelt (vgl. dazu sogleich die nachfolgenden Erwägungen). Zu beachten sind sodann die allgemeinen Verfahrensgrundsätze
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des erstinstanzlichen Verfahrens (Art. 443 ff. ZGB), die auch im Verfahren vor der gerichtlichen Beschwerdeinstanz anwendbar sind, soweit das Gesetz in den Art. 450 ff. ZGB keine abweichenden Vorschriften enthält (Daniel Steck, in: Geiser/Reusser [Hrsg.], Basler Kommentar zum Erwachsenenschutz, Basel 2012, N 13 zu Art. 450 ZGB). Dies gilt namentlich für die in Art. 446 ZGB verankerte uneingeschränkte Untersuchungs- und Offizialmaxime und das an gleicher Stelle festgeschriebene Prinzip der Rechtsanwendung von Amtes wegen. Der Anwendungsbereich dieser zentralen Verfahrensgrundsätze bezieht sich auf sämtliche Verfahren vor der Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde und erstreckt sich – wenn auch teilweise in abgeschwächter Form – nach dem Grundsatz der Einheit des Prozesses auch auf die Verfahren vor der gerichtlichen Beschwerdeinstanz (Christoph Auer/Michèle Marti, in: Geiser/Reusser [Hrsg.], Basler Kommentar zum Erwachsenenschutz, Basel 2012, N 1 zu Art. 446 ZGB mit weiteren Hinweisen). Zu erwähnen ist ferner der ebenfalls für alle Instanzen geltende Art. 450f ZGB, welcher die Bestimmungen der Schweizerischen Zivilprozessordnung (ZPO; SR 272) als subsidiär anwendbar erklärt, soweit die Kantone nichts anderes bestimmen. Von letzterer Möglichkeit wurde im Kanton Graubünden kein Gebrauch gemacht. Vielmehr verweist Art. 60 Abs. 2 EGzZGB ebenfalls auf die Zivilprozessordnung als subsidiär anwendbares Recht sowie auf die entsprechende kantonale Einführungsgesetzgebung (Einführungsgesetz zur Schweizerischen Zivilprozessordnung [EGzZPO; BR 320.100]). In Art. 60 Abs. 3 EGzZGB wird des Weiteren klargestellt, dass die Bestimmungen der ZPO über den Fristenstillstand sowie über neue Tatsachen und Beweismittel keine Anwendung finden. Dass im Verfahren der gerichtlichen Beurteilung von fürsorgerischen Unterbringungen Noven unbeschränkt zuzulassen sind und das Gericht seinem Entscheid den Sachverhalt zugrunde zu legen hat, wie er sich im Zeitpunkt der Urteilsfällung präsentiert, ergibt sich im Übrigen auch aus dem Grundsatz der Prozessökonomie (Thomas Geiser/Mario Etzensberger, in: Geiser/Reusser [Hrsg.], Basler Kommentar zum Erwachsenenschutz, Basel 2012, N 40 zu Art. 439 ZGB). Aus Art. 450a ZGB wie auch aus Art. 5 Ziff. 4 der Konvention zum Schutze der Menschenrechte und Grundfreiheiten (EMRK; SR 0.101) ergibt sich schliesslich, dass das Gericht sowohl die Tat- als auch die Rechtsfragen wie auch die Angemessenheit frei überprüft und ihm von Bundesrechts wegen volle Kognition zukommt. Weil die Vorinstanz nicht zwingend eine Behörde sein muss, sondern auch ein Arzt oder eine Einrichtung sein kann, hat das Gericht die Sache endgültig zu entscheiden und diese nicht an die Vorinstanz zu neuer Entscheidung zurückzuweisen. Das Rechtsmittel ist mithin reformatorisch. Das Urteil lautet entweder auf Aufhebung oder Aufrechterhaltung
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der Massnahme, wobei das Gericht die Massnahme aber auch abändern kann, indem es die betroffene Person beispielsweise in eine andere Einrichtung einweist. Allenfalls kann sich auch eine Überweisung an die zuständige Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde für weitere Abklärungen und die Anordnung zusätzlicher Massnahmen aufdrängen. Zur Sicherstellung der gebotenen Fürsorge kann in einem solchen Fall die Entlassung auch aufgeschoben werden, bis die zuständige Behörde die für ein Leben ausserhalb der Anstalt notwendigen Anordnungen getroffen hat (Geiser/Etzensberger, a.a.O., N 39 und 41 zu Art. 439 ZGB).
b) Gemäss dem aufgrund des Verweises in Art. 439 Abs. 3 ZGB sinngemäss anwendbaren Art. 450e Abs. 3 ZGB muss bei psychischen Störungen für den Entscheid über eine ärztlich angeordnete fürsorgerische Unterbringung zwingend ein Gutachten eingeholt werden. Bereits dieser Umstand führt dazu, dass dem Antrag um superprovisorische Aufhebung der fürsorgerischen Unterbringung von vornherein nicht stattgegeben werden kann. Das Gutachten muss von einer unabhängigen, im laufenden Verfahren noch nicht involvierten sachverständigen Person erstellt werden und in dem Sinne aktuell sein, dass es sich zu den sich im gerichtlichen Verfahren stellenden Fragen äussert (vgl. Geiser/Etzensberger, a.a.O., N 48 ff. zu Art. 439 ZGB, und Ruth E. Geiser, in: Geiser/Reusser [Hrsg.], Basler Kommentar zum Erwachsenenschutz, Basel 2012, N 19 zu Art. 450e ZGB sowie BGE 137 III 289 E. 4.4 f. und Urteil des Bundesgerichts 5A_63/2013 vom 7. Februar 2013 E. 5, jeweils noch zum bisherigen Recht und nunmehr zum neuen Recht Urteil des Bundesgerichts 5A_189/2013 vom 11. April 2013 E. 2.2). Mit dem am 11. Februar 2014 erstatteten Kurzgutachten von Dr. med. B._, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie FMH, welcher den Beschwerdeführer gleichentags in der KLINIK E._ persönlich untersuchte und auch die Einweisungsverfügung von prakt. med. A._ sowie die Berichte der Psychiatrischen Dienste Graubünden konsultierte, wurde dieser Vorschrift Genüge getan. Anlässlich der Hauptverhandlung kritisierte der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers die Wahl des Gutachters, da es sich dabei um einen ehemals behandelnden Arzt des Beschwerdeführers handle. Vorab ist festzuhalten, dass die betreffende Partei ein entsprechendes Ausstandsbegehren unmittelbar, sobald sie vom Ausstandsgrund Kenntnis erlangt, zu stellen hat, ansonsten gilt dieser Anspruch als verwirkt (vgl. BGE 136 I 207 E. 3.4 S. 212 mit weiteren Verweisen; Daniel Staehelin/Adrian Staehelin/Pascal Grolimund, Zivilprozessrecht, 2. Auflage, Zürich/Basel/Genf 2013, § 18 N 120). Da die Einsetzung des Gutachters vorliegend jedoch erst an der Hauptverhandlung beanstandet wurde, ist die Rüge
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verspätet. Nichtsdestotrotz ist dazu Folgendes auszuführen: Der Umstand, dass Dr. med. B._ in den Jahren 1997 bis 2007 als Assistenz- bzw. Oberarzt den Beschwerdeführer nach eigenen Angaben phasenweise betreut hat, steht seiner Unabhängigkeit als Gutachter nicht entgegen. Denn Dr. med. B._ war im laufenden Verfahren bisher nicht involviert und gilt daher nicht als vorbefasst (vgl. BGE 137 III 289 E. 4.4 S. 292; 128 III 12 E. 4a S. 15). Zudem ist er bereits seit sieben Jahren nicht mehr als behandelnder Arzt des Beschwerdeführers tätig. Dass der Gutachter den Beschwerdeführer vor mehreren Jahren phasenweise als Patient behandelt hat, lässt für sich allein nicht Zweifel an der Objektivität und der pflichtgemässen Ausübung der Gutachtertätigkeit aufkommen. Ausserdem kann es durchaus auch von Vorteil sein, wenn der Sachverständige die Person, welche er im Rahmen des zu erstellenden Kurzgutachtens lediglich kurz untersucht, bereits kennt und über dessen Krankheitsgeschichte informiert ist. Die Anforderungen an eine unabhängige, externe Fachperson sind vorliegend somit nicht verletzt worden.
c) Gemäss Art. 450e Abs. 4 Satz 1 ZGB muss die gerichtliche Beschwerdeinstanz die betroffene Person in der Regel als Kollegium anhören, was faktisch zwingend zur Durchführung einer mündlichen Hauptverhandlung führt (vgl. Christof Bernhart, Handbuch der fürsorgerischen Unterbringung, Basel 2011, N 848 f.). Mit der Durchführung der mündlichen Hauptverhandlung am 19. Februar 2014 wurde diese Vorgabe umgesetzt.

## Considerations