# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 86749861-1630-4fe2-8f17-5701dd76681e
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2015
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** 

## Facts

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren
1956
, arbeitete zuletzt
vom 20. September 2000 bis am 1. Oktober 2002 als
Fassaufbereiter
beziehungsweise Hilfsarbeiter bei der
Firma Y._
.
Am
2.
September 2003 meldete er sich unter Hinweis auf
Rücken
probleme
, Schmerzen, Kopfschmerzen und psychische Beschwerden bei der Eid
genössischen Invalidenversicherung zum Rentenbezug an (Urk. 7/2, Urk. 7/10/1).
Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, tätigte erwerbliche und medizinische Abklärungen, in deren Rahmen sie insbe
sondere das Gutachten von
Dr.
med.
Z._
, Facharzt für
Psychiatrie und Psychotherapie
, vom 17. Oktober 2004 (Urk. 7/27) erstellen liess.
Gestützt darauf (vgl. die Stellungnahme des
Regionalen Ärztlichen Dienstes [RAD] vom 9. Dezember 2004,
Urk.
7/32/4) sprach die IV-Stelle dem Versicherten mit Ver
fügung vom 16. Februar 2005 mit Wirkung ab 1. Oktober 2003 eine ganze Invalidenrente zu
(Urk. 7/
35).
Am 31. März 2005 meldete sich
X._
zudem zum Bezug einer
Hilflosenentschädigung
an
(Urk. 7/
40).
Nach entspre
chenden Abklärungen
(Urk. 7/
43-44) verneinte die IV-Stelle mit Verfügung vom 26. August 2005 den Anspruch auf eine
Hilflosenentschädigung
(Urk. 7/
45).
1.2
Den Anspruch auf eine ganze Rente bestätigte die IV-Stelle revisionsweise mit Mitteilung vom 13. März 2008 (Urk. 7/56).
1.3
Im
Mai 2011
leitete die IV-Stelle eine weitere revisionsweise Überprüfung des Rentenanspruchs ein (Urk. 7/
61
). Im Revisionsverfahren holte sie insbe
sondere das
internistisch-rheumatologisch-
psychiatrische Gutachten
des Zentrums
A._
vom
21
.
August
201
2
ein (Urk. 7/
87
).
Anlässlich des Berufsberatungsgesprächs vom 19. März 2013 wurde der Versi
cherte auf die bevorstehende Rentenherabsetzung hing
ewiesen und es wurden ihm aktiv
berufliche Massnahmen angeboten (Protokoll vom 26. März 2013, Urk. 7/93). Mit Mitteilung vom 26. März 2013 verneinte die IV-Stelle den Anspruch des Versicherten auf berufliche Massnahmen mit der Begründung, dass er sich subjektiv nicht in der Lage dazu fühle (Urk. 7/94).
Mit Vorbescheid vom
4
.
April 2013
stellte die IV-Stelle dem Versicherten die
wieder
erwä
gung
s
weise
Herabsetz
ung der
bisherigen ganzen auf eine halbe
Rente in Aussicht (Urk. 7/
96
). Zum Vorbescheid nahm der Versicherte am
11. April 2013
(Urk. 7/
99
), ergänzt am
2
2.
Mai
201
3
(Urk. 7/1
03
), Stellung und erhob Ein
wände gegen die vorgesehene Aufhe
bung der Rente. Mit Verfügung vom
21
.
August
201
3
setzt
e
die IV-Stelle die bisherige ganze Rente auf den Beginn des der Zustellung der Verfügung folgen
den Monats auf
eine halbe Rente herab
(Urk. 7/1
09
= Urk. 2).
2.
Gegen die Verfügung vom
21
.
August
201
3
erhob der Versicherte am
23
.
Sep
tem
ber 201
3
Beschwerde mit dem Antrag, diese sei aufzuheben
und es sei fest
zuhalten, dass weiterhin Anspruch auf eine ganze Invalidenrente bestehe
.
In prozessualer Hinsicht
beantragte er die
Gewährung der unentgeltlichen
Pro
zessführung
und
Rechtsverbeiständung
(Urk. 1). Die IV-Stelle beantragte in der Beschwerdeantwort vom
24
.
Okto
ber 201
3
die Ab
weisung der Beschwerde (Urk. 6). Mit
gerichtlicher
Verfügung vom
29. Oktober 2013
wurde das Gesuch des Versicherten um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung
bewilligt und
es wurde
ihm Rechtsanwalt Daniel
Christe
, Winterthur, als unentgeltlicher Rechtsvertreter für das vorliegende Verfahren bestellt (Urk. 8).
Mit
Gerichts
v
er
fügung
vom 28. Januar 2015 wurde die
AXA Stiftung Berufliche Vorsorge
zum Prozess beigeladen (Urk. 11). Diese verzichtete mit Eingabe vom 12. Februar 2015 auf das Einreichen einer Stellungnahme (Urk. 12).
Auf die Ausführungen der Parteien und die Akten wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Ändert sich der Grad der Invalidität eines Rentenbezügers oder einer
Rentenbezü
gerin
in einer für den Anspruch erheblichen Weise, so ist die Rente laut Art. 17
Abs.
1
des
Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozial
versicherungsrechts (ATSG)
für die Zukunft entsprechend zu erhöhen, herabzu
setzen oder aufzuheben. Der Revisionsordnung gemäss Art. 17 ATSG geht jedoch der Grundsatz vor, dass die Verwaltung befugt ist, jederzeit von Amtes wegen auf eine formell rechtskräftige Verfügung, welche nicht Gegenstand materieller richterlicher Beurteilung gebildet hat, zurückzukommen, wenn diese zweifellos unrichtig und ihre Berichtigung von erheblicher Bedeutung ist (BGE 110 V 176 E. 2a; Art. 53
Abs.
2 ATSG). Unter diesen Voraussetzungen kann die Verwaltung eine Rentenverfügung auch dann abändern, wenn die Revisions
voraussetzungen des Art. 17
Abs.
1 ATSG nicht erfüllt sind. Wird die zweifel
lose Unrichtigkeit der ursprünglichen Rentenverfügung erst vom Gericht fest
gestellt, so kann es die auf Art. 17
Abs.
1 ATSG gestützte Revisionsverfügung der Verwaltung mit dieser Begründung schützen (BGE 125 V 368 E. 2 mit Hin
weisen). Nach der Rechtsprechung lässt sich eine allgemein gültige
betragliche
Grenze für die Voraussetzung der Erheblichkeit der Berichtigung nicht festlegen.
Massgebend sind vielmehr die gesamten Umstände des Einzelfalles. Bei perio
dischen Leistungen ist die Erheblichkeit der Berichtigung zu bejahen (BGE 119 V 475 E. 1c; Urteil des Bundesgerichts 9C_11/2008 vom 29. April 2008
,
E. 4.2 mit Hinweisen.
)
1.2
Das Erfordernis der zweifellosen Unrichtigkeit - als Schranke für ein
wiedererwä
gungsweises
Zurückkommen auf eine formell rechtskräftige
Leis
tungszusprechung
- ist rechtsprechungsgemäss so zu handhaben, dass die
Wie
dererwägung
nicht zum Instrument einer voraussetzungslosen Neuprüfung von Dauerleistungen wird, zumal es nicht dem Sinn der Wiedererwägung entspricht, laufende Ansprüche zufolge nachträglicher besserer Einsicht der
Durchfüh
rungsorgane
jederzeit einer Neubeurteilung zuführen zu können (Urteil des Bundegerichts I 276/04 vom 28. Juli 2005, E. 5.1).
Das Erfordernis der zweifellosen Unrichtigkeit ist in der Regel erfüllt, wenn eine
Leistungszusprache
aufgrund falsch oder unzutreffend verstandener
Rechtsre
geln
erfolgt ist oder wenn massgebende Bestimmungen nicht oder unrichtig angewandt wurden. Anders verhält es sich, wenn der Wiedererwägungsgrund im Bereich materieller Anspruchsvoraussetzungen liegt, deren Beurteilung not
wendigerweise Ermessenszüge aufweist. Erscheint die Beurteilung einzelner Schritte bei der Feststellung solcher Anspruchsvoraussetzungen (
Invaliditätsbe
messung
,
Arbeitsunfähigkeits
schätzung
, Beweiswürdigung, Zumutbarkeitsfra
gen) vor dem Hintergrund der Sach- und Rechtslage, wie sie sich im Zeitpunkt der rechtskräftigen Leistungszusprechung darboten, als vertretbar, scheidet die Annahme zweifelloser Unrichtigkeit aus. Zweifellos ist die Unrichtigkeit, wenn kein vernünftiger Zweifel daran möglich ist, dass die Verfügung unrichtig war. Es ist nur ein einziger Schluss - derjenige auf die Unrichtigkeit der Verfügung - denkbar (Urteil 9C_837/2010 vom 30. August 2011, E. 2.5.1).
Zweifellose Unrichtigkeit der ursprünglichen Rentenverfügung kann (auch) bei unrichtiger Feststellung im Sinne der Würdigung des Sachverhalts gegeben sein. Darunter fällt insbesondere eine unvollständige Sachverhaltsabklärung aufgrund einer klaren Verletzung des Untersuchungsgrundsatzes. Eine auf keiner nachvollziehbaren ärztlichen Einschätzung der massgeblichen Arbeitsfä
higkeit beruhende Invaliditätsbemessung ist nicht rechtskonform und die ent
sprechende Verfügung zweifellos unrichtig im
wiedererwägungs
rechtlichen
Sinne (Urteil 9C_1014/2008 vom 14. April 2009, E. 3.2.2).
Entscheidend ist nicht, ob die frühere
Leistungszusprache
unter Berücksichti
gung sämtlicher Teilaspekte richtig und angemessen war, sondern ob sie mit Blick auf die damalige Sach- und Rechtslage insgesamt als vertretbar erscheint (Urteil 9C_575/2007 vom 18. Oktober 2007, E. 3.3).
1.3
Bei Renten der Invalidenversicherung im Besonderen ist zu beachten, dass die Ermittlung des Invaliditätsgrades verschiedene Ermessenszüge aufweisende Elemente und Schritte umfasst. Zu denken ist namentlich an die durch eine Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit als Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall bedingte Arbeitsunfähigkeit (vgl. Art. 4
Abs.
1 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung, IVG, und Art. 6 ATSG). Hier bedarf es für die Annahme zweifelloser Unrichtigkeit einer qualifiziert rechtsfehlerhaften Ermessensbetätigung. Scheint die Einschätzung der Arbeitsfähigkeit vor dem Hintergrund der Sach- und Rechtslage, wie sie sich im Zeitpunkt der rechtskräftigen Rentenzusprechung darbot, als vertretbar, scheidet die Annahme zweifelloser Unrichtigkeit aus (SVR 2006 IV Nr. 21 S. 75 E. 1.2 [I 545/02]; Urteile des Bundesgerichts I 632/04 vom 23. Februar 2005
,
E.
3.1; 9C_215/2007 vom
2.
Juli 2007
,
E. 3.2).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete die wiedererwägungsweise Aufhebung der
ganzen Rente
damit, dass
vor
der
Rentenzusprache
ungenügend abgeklärt wor
den sei, ob auch in einer angepassten Tätigkeit eine Arbeitsunfähigkeit
bestan
den
und ob es sich überhaupt um einen lang
andauernden Gesundheitsschaden gehandelt habe. Im Übrigen sei selbst der damalige Gutachter
Dr.
Z._
davon ausgegangen, die tatsächliche Einschränkung könne nur im Rahmen einer län
geren stationären Behandlung abschliessend beurteilt werden
. Insgesamt liege eine unvollständige Sachverhaltsabklärung aufgrund einer klaren Verletzung des Untersuchungsgrundsatzes im Sinne von Art
.
43 ATSG vor
(Urk. 2 S. 2)
. Gemäss dem
A._
-Gutachten sei von einer 50%igen Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit auszugehen, woraus bei einem Leidensabzug von 5
%
ein Invaliditätsgrad von 57
%
resultiere (Urk. 2 S. 3).
Zudem
sei dem Beschwerde
führer auch die angestammte Tätigkeit zu 50
%
zumutbar, weshalb der
Invali
ditätsgrad
50
%
betrage (Urk. 2 S. 3).
2.2
Der Beschwerdeführer
machte in
sein
er Beschwerde (Urk. 1) geltend, die
wiederer
wägungsweise
aufgehobene
Verfü
gung sei
nicht - schon gar nicht zweifellos - unrichtig gewesen. Aus dem
A._
-Gutachten gehe nicht hervor, es habe ke
ine invalidisierende psychische
Erkrankung vorgelegen, sondern ledig
lich, die Attestierung einer 100%igen Arbeitsunfähigkeit erscheine im Nach
hinein als zu hoch gegriffen
. Es sei indes zu beachten, dass sowohl die psychi
atrische Diagnosestellung als auch die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit
Ermes
senszüge
aufweise, weshalb grundsätzlich zurückhaltend umzugehen sei mit dem Institut der Wiedererwägung
(S. 5 f.
mit Hinweis auf das Urteil des Bun
desgerichts 9C_994/2010 vom 1
2.
April 2011
).
Dass
Dr.
Z._
nicht zur Arbeits
fähigkeit in einer angepassten Tätigkeit Stellung genommen habe, sei aus der Luft gegriff
en. Namentlich auch der damals zuständige
RAD-
Arzt und die
A._
-Gutachter hätten die von
Dr.
Z._
bescheinigte Arbeitsunfähigkeit als vorbe
haltlose verstanden (S. 6 f.). Ferner beanstandete der Beschwerdeführer den durchgeführten Einkommensvergleich (S. 7).
3.
3.1
Die ursprüngliche
Rentenzusprache
erfolgte im Wesentlichen gestützt auf das
psychiatrische Gutachten von
Dr.
Z._
v
om 17. Oktober 2004 (Urk. 7/27). D
arin hatte d
er Gutachter
fest
gehalten
,
infolge der Befragung
mittels
Anwendung
der Hamilton-Depressionsskala sei er auf 29 Punkte gekommen, was einer schweren Depression entspr
e
che. Klinisch habe der Beschwerdeführer ihm aber eher den Eindruck
gemacht, dass er unter
einer mittelgradigen Depression
leide
, wobei er unter starker antidepressiver Medikation gestanden sei. Die Qualität seiner Stimmung sei mürrisch-
dysphorisch
, phlegmatisch und ablehnend gewesen (Urk. 7/27/8).
Der Beschwerdeführer habe bei den Testaufgaben eine
Pseudode
bilität
demonstriert, anhand der dabei aufgekommenen Hyperventilation habe sich jedoch auch gezeigt, dass er in eine Angstspannung geraten sei.
In seiner Beurteilung führte
Dr.
Z._
aus, die fast auf den ganzen Körper generalisierten Schmerzen seien glaubhaft, allerdings würden sie in einer demonstrativen und
aggravierenden
Art vorgebracht
. Er gelangte zur Diagnose einer
Anpassungs
störung
, welche mittelgradige depressive Anteile aufweise. Es liege nicht nur ein depressives Syndrom vor, sondern
hinzu kämen
sehr starke angstneurotische und konversionsneurotische Anteile
(Urk. 7/27/9).
Dr.
Z._
zog den Schluss, der Beschwerdeführer sei zu 100
%
arbeitsunfähig. Ferner hielt er fest, eine abschliessende Beurteilung seiner Arbeitsfähigkeit solle erst nach längerer stati
onärer psychiatrischer Behandlung
vorgenommen
werden. Bei der
Anpassungs
störung
handle es sich um ein im Prinzip reversibles Geschehen. Die Prognose seiner malignen Regression sei allerdings offen. Sowohl
eine
Genesung
als
auch
eine
Chronifizierung
seien denkbar. Bei
m
Weiterbestehen des aktuell herrschen
den Ehemilieus erwarte er keine absehbare Besserung. Es sei deshalb eine mehrere Monate bis ein halbes Jahr dauernde
Hospitalisation
und Rehabilitation fern von Zuhause zu fordern (Urk. 7/27/10)
.
Eine solche sei zumutbar (Urk. 7/27/11).
G
anz entscheidend krankmachend und eine maligne Regression fördernd seien das
katastrophisierende
,
überprotektive
und infantilisierende Verhalten der Ehefrau (Urk. 7/27/9).
3.2
Der RAD-Arzt
Dr. med.
B._
hielt am
9. Dezember 2004
fest,
das
Gutachten von Dr.
Z._
sei sehr ausführlich und qualitativ hochwertig. Insgesamt werde ein invalidisierender Gesundheitsschaden ausgewiesen. Aufgrund des Befundes lasse sich eine ausgeprägte Pathologie trotz der Aggravationstendenzen nicht bestreiten.
Ein zwangsweiser längerer stationärer Klinikaufenthalt sei nicht durchführbar. Insofern erübrige sich die Auferlegung als
Schadenminderungs
pflicht
. Aufgrund des Gutachtens von
Dr.
Z._
sei eine 100%ige Arbeits- und Erwerbsunfähigkeit anzuerkennen
(Urk. 7/32/4)
.
3.3
Des Weiteren lag
der Bericht von
Dr.
med.
C._
, Facharzt für
Psychiatrie und Psychotherapie
, vom 24. Mai 2004 vor (Urk. 7/23).
Dr.
C._
nannte die Diagnose einer mittelgradigen bis schweren depressiven Episode mit somati
schem Syndrom (ICD-10: F32.11), bestehend seit Mitte 2002
,
und äusserte den Verdacht auf eine anhaltende
somatoforme
Schmerzstörung (ICD-10: F45.4), ebenfalls bestehend seit Mitte 2002, sowie auf eine
katatone
Schizophrenie (Urk. 7/23/1).
Dr.
C._
gab an, sämtliche Aufheiterungsversuche des jeweils bei
gezogenen Dolmetschers hätten bis jetzt nicht die kleinste Regung im Gesicht des Beschwerdeführers bewirkt. Der Beschwerdeführer verhalte sich praktisch durchwegs passiv-duldend und habe keine Meinung zu Medikationsänderungen und dergleichen. Die Aufmerksamkeit sei schwankend, das Denken stark ver
ei
n
facht, wenn auch soweit klar und geordnet. Er sei affektarm und ohne gefühlsmässiges Mitschwingen, sodas
s
kein affektiver Rapport zustande
kom
men könne. Der Antrieb sei deutlich vermindert und die Psychom
o
torik äusserst sparsam (Urk. 7/23/2).
Dr.
C._
hielt weder die bisherige noch eine
behinde
rungsangepasste
Tätigkeit für zumutbar (Urk. 7/23/4).
4.
4.1
Im Lichte der massgebenden Rechtsprechung (vgl. vorstehende E. 1.2 und E. 1.3) ist zu prüfen, ob die Annahme einer
vollumfänglichen Erwerbsun
fähigkeit und die daraus folgende
Zusprache
einer ganzen Rente im
Februar 2005
rückwir
kend ab
1. Oktober 2003
als zweifellos unrichtig einzustufen ist. Die
Beschwer
degegnerin
machte im Wesentlichen geltend,
es wären zweifellos weitere Abklärungen vorzunehmen
gewesen.
4.2
Bei der Zusprechung der Rente stützte sich die Beschwerdegegnerin auf das psychiatrisch
e
Gutachten
von
Dr.
Z._
vom
17. Oktober 2004
(vorstehende
E. 3.1), in welchem
eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit attestiert wurde. Da die Attestierung der Arbeitsunfähigkeit aus
psychiatrischer Sicht erfolgte und nicht erwähnt wurde, dem Beschwerdeführer seien gewisse Arbeitstätigkeiten noch zumutbar, war es
zumindest
vertretbar, davon auszugehen, die 100%ige
Arbeitsunfähigkeit beziehe sich sowohl auf die angestammte als auch auf behinderungsangepasste Tätigkeiten. Hinzu kommt, dass sich
Dr.
Z._
bezüg
lich der Arbeitsfähigkeit - trotz abweichender Diagnostik - sinngemäss der Beurteilung von
Dr.
C._
anschloss (Urk. 7/27/10). Die von
Dr.
C._
attestierte Ar
beitsunfähigkeit wiederum bezog sich klarerweise auf sämtliche Tätigkeiten (vgl. Urk. 7/23/4)
. Ledig
lich prognostisch wurde
eine Genesung - ebenso wie eine
Chronifizierung
- für möglich gehalten (Urk. 7/27/10).
Eine stationäre psychotherapeutische Behandlung und das Absehen von einer definitiven
Ren
tenzusprache
im damaligen Zeitpunkt empfahl
Dr.
Z._
zwecks einer zukünfti
gen Verbesserung der Arbeitsfähigkeit, welche er im damals herrschenden
Ehe
milieu
aber
für unmöglich hielt (Urk. 7/27/10-11).
Dass im
Begutachtungszeit
punkt
seit dem 1. Oktober 2002 eine 100%ige Erwerbsunfähigkeit vorlag, war hingegen
sowohl für ihn als auch für
Dr.
C._
klar, weshalb die
Zusprache
einer ganzen Rente ab 1. Oktober 2003 zumindest vertretbar war. Ob man gleichzeitig eine Schadenminderungspflicht hätte auferlege
n sollen, ist eine andere Frage, die keine zweifellose Unrichtigkeit der
Rentenzusprache
zur Folge
haben kann
.
D
ie
Gutachte
r
des
Z
entrums
A._
führten in ihrem Gutachten
vom
21. August 2012
aus, der Gesundheitszustand sei im Vergleich zum Zeitpunkt der Begutachtung durch
Dr.
Z._
im Wesentlichen unverändert. Indes erschien ihnen die damalige Attestierung einer 100%igen Arbeitsunfähigkeit
im Nachhinein
als zu hoch gegriffen
, zumal dem Beschwerdeführer eine gewisse Willensanstrengung zuzumuten gewesen wäre, seine Schmerzen zu überwinden
. Aus diesem Grund seien sie bei der jetzigen Begutachtung von einer Arbeitsfähigkeit von 50
%
ausgegangen
(Urk. 7/87/29).
4.3
Zwar
wäre bei den von
Dr.
Z._
anlässlich der psychiatrisch
en
Begutachtung
erhobenen Befunden und gestellten Diagnosen auch die Attestierung einer teil
weisen Arbeitsunfähigkeit denkbar gewesen, doch handelt es sich
b
ei der
Beur
teilung
der Arbeitsunfähigkeit
um eine Ermessenszüge aufweisende Einschät
zung.
Insbesondere e
ine psychiatrische Exploration kann von der Natur der Sache her nicht ermessensfrei erfolgen
(Urteil des Bundesgerichts 9C_15/2013 vom 2
2.
Mai 2013, E. 5.1 mit Hinweis).
Bei der Annahme einer zweifellosen Unrichtigkeit solcher Leistungsvoraussetzungen, die von der Natur der Sache her einen Ermessenspielraum eröffnen, ist grundsätzlich Zurückhaltung gebo
ten, soll doch die Wiedererwägung nicht zum Instrument einer de lege
lata
nicht vorgesehenen voraussetzungslosen Neuprüfung der Rentenberechtigung werden
. Bereits die Tatsache
, dass die Einschätzung von Dr.
Z._
aus
versiche
rungsärztlicher
Sicht bestätigt wurde,
ist als
erhebliches Indiz gegen die Unver
tretbarkeit der Rentenzusprechung zu werten
(Urteil des Bundesgerichts
9C_994/2010 vom 1
2.
April 2011, E. 3.2.1
und E. 3.2.2
).
Hinzu kommt, dass auch die
A._
-Gutachter nicht postulierten, die 100%ige Arbeitsunfähigkeit sei aus damaliger Sicht unvertretbar gewesen, sondern lediglich, dass sie aus heuti
ger Sicht als zu hoch gegriffen erscheine (Urk. 7/87/29).
Für die Annahme einer Unvertretbarkeit der ursprünglichen Rentenzusprechung reicht dies nicht aus.
4.
4
Mit der erfolgten
Rentenzusprache
in Übereinstimmung stand zudem auch der Bericht des behandelnden Psychiaters
Dr.
C._
(Urk. 7/23).
Bei dieser Aktenlage war es durchaus vertretbar, ohne zusätzliche Abklärungen davon auszugehen, dass
der Beschwerdeführer Anspruch auf eine ganze Rente der Invalidenversi
cherung habe
. Demnach war
die Verfügung vom 16. Februar 2005 nicht zwei
fellos unrichtig
. Somit lässt sich sagen, dass weder eine Nichtanwendung von massgeblichen Bestimmungen noch eine klare Verletzung des
Untersuchungs
grundsatzes
in Form einer unrichtigen Feststellung oder Würdigung des Sach
verhaltes vorlag. Wie darge
legt weist die Beurteilung materieller Anspruchsvo
raussetzungen gerade im Bereich der Einschätzung der Arbeitsfähigkeit not
wendigerweise Ermessenszüge auf. Solange in diesen Fällen keine
Missbräuch
lichkeit
oder eine anderweitige qualifizierte Fehlerhaftigkeit mit der
Ermessens
betätigung
einhergeht (Urteil des Bundesgerichts 9C_575/2007 vom 18. Oktober 2007, E. 3.3), sondern diese - wie vorliegend - vertretbar ist, darf nicht auf eine zweifellose Unrichtigkeit geschlossen
werden
. Damit erweist sich die
wiedererwä
gungsweise
Aufhebung der
Leistungszusprache
als nicht gerechtfer
tigt.
4.5
Soweit die Anwendung von Art. 17 ATSG in Betracht
zu ziehen ist
, obliegt es
der Beschwerdegegnerin
, eine inzwi
schen eingetretene Verbesserung nachzu
weisen.
Da die
A._
-Gutachter von einem im Wesentlichen unveränderten Gesundheitszustand ausgehen und angeben, es handle sich um eine abwei
chende Beurteilung (Urk. 7/87/29), liegt nahe, dass keine wesentliche Verbesse
rung des Gesundheitszustands ausgewiesen ist. Zwar erzielte der Beschwerde
führer in der Hamilton-Depressionsskale nur noch eine Gesamtpunktzahl von 18, was
ein
er leichten depressiven Episode entspricht (Urk. 7/87/22).
Jedoch kann
einem testmässigen Erfassen der Psychopathologie im Rahmen der psychi
atrischen Exploration generell nur ergänzende Funktion beigemessen werden, während die klinische Untersuchung mit Anamneseerhebung,
Symptomerfas
sung
und Verhaltensbeobachtung ausschlaggebend bleibt (Urteil des Bundesge
richts
9C_391/2010
vom 19. Juli 2010, E. 3.2.1 mit Hinweisen).
Anhand der kli
nisch erhobenen Befunde und Symptome sowie aus der Verhaltensbeobachtung ist keine Verbesserung zu erkennen.
Namentlich bildet
en kleine Spaziergänge und F
ern
sehen (Urk. 7/87/12) bereits bei der Begutachtung durch
Dr.
Z._
Bestandteile seines
Tagesablauf
s (Urk. 7/27/4).
Im Übrigen wurde im Rahmen des Revisionsverfahrens der Bericht von
Dr.
med.
D._
, Facharzt für Allgemeinmedizin, vom 23. Mai 2011 eingeholt, aus welchem sich ein stationär schlechter Verlauf mit
Chronifizierung
sowohl der somatischen als auch der psychischen Beschwerden ergibt (Urk. 7/63/6). Auch laut
Dr.
C._
liegt keinerlei Veränderung vor (Urk. 7/64/6). Nach dem Gesagten ist nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit von einer Verbesserung des Gesundheitszustands des Beschwerdeführers auszugehen, weshalb die
Renten
herabsetzung
nicht
mittels
einer Revision zu schützen ist.
4.6
Sodann kann die Rentenherabsetzung auch nicht gestützt auf
lit
. a.
Abs.
1 der Schlussbestimmungen der am 1. Januar 2012 in Kraft getretenen Änderung des
IVG
vom 18. März 2011 (6. IV-Revision, 1. Massnahmenpaket)
bestätigt werden
,
da der am 10. Februar 1956 geborene Beschwerdeführer
bereits
am 10. Februar 2011
sein
55. Altersjahr vollendet
hatt
e
(vgl.
lit
. a
Abs.
4
der genannten
Schlussb
estimmung, wonach
Abs.
1
keine Anwendung findet auf Personen, die im Zeitpunkt des Inkrafttretens dieser Änderung das 55. Altersjahr zurückgelegt haben
).
Nach dem Gesagten ist die angefochtene Verfügung in Gutheissung der Beschwerde aufzuheben.
5.
5.1
Der Streitgegenstand des Verfahrens betrifft die Bewilligung oder Verweigerung von Leistungen der Invalidenversicherung. Das Verfahren ist daher kosten
pflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhän
gig vom Streitwert festzulegen (Art. 69
Abs.
1
bis
IVG) und ermessensweise auf
Fr.
800.-- anzusetzen. Ausgangsgemäss sind die Gerichtskosten der
Beschwer
degegnerin
aufzuerlegen.
5.2
Bei diesem Ausgang des Verfahrens hat der vertretene Beschwerdeführer Anspruch auf eine Prozessentschädigung, die nach Art. 61
lit
. g ATSG in Ver
bindung mit
§
34 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht (
GSVGer
) ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache, nach der Schwierigkeit des Prozesses, dem Zeitaufwand und den Barauslagen zu bemes
sen ist.
Mit Kostennote vom
2
6.
Januar 2015
machte der unentgeltliche Rechtsvertreter des Beschwerdeführers einen Aufwand von
7,45
Stunden und Barauslagen im Betrag von
Fr.
31.--
geltend (
Urk.
10
). Der Zeitaufwand von
7,45
Stunden ist angesichts der Bedeutung der Streitsache und der Schwierigkeit des Prozesses angemessen. Bei einem gerichtsüblichen Stundenansatz von
Fr.
200.--
bis Ende 2014 (6,95 Stunden x
Fr.
200.-- = Fr. 1‘390.--) und
Fr.
220.-- ab dem
1.
Januar
2015 (0,5 Stunden x
Fr.
220.-- = Fr. 110.--)
resultiert eine
Prozessentschädi
gung
von
Fr.
1‘653.50
(
Fr.
1‘390.-- plus
Fr.
110.--
zuzüglich Barauslagen von
Fr.
31.--
zuzüglich Mehrwerts
teuer von 8
%
[entsprechend Fr. 122.50
]). Diese hat die Beschwerdegegnerin dem unentgeltlichen Rechtsvertreter auszurichten.