# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** a652d41c-8bed-4588-87f6-8919c0e7607d
**Court:** ZH_OG
**Chamber:** ZH_OG_002
**Year:** 2014
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

betreffend
mehrfache Sachbeschädigung
Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichtes Zürich, 10. Abteilung - Einzelgericht, vom 16. April 2013 (GG120316)
- 2 -
Anklage:
Die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft Zürich - Limmat vom 4. Dezember 2012
ist diesem Urteil beigeheftet (Urk. 15).
Urteil der Vorinstanz: (Urk. 28 S. 18 f.)
1. Die Beschuldigte ist schuldig der mehrfachen Sachbeschädigung im Sinne von
Art. 144 Abs. 1 StGB.
2. Die Beschuldigte wird bestraft mit einer Geldstrafe von 30 Tagessätzen zu Fr. 80.–.
3. Der Vollzug der Geldstrafe wird aufgeschoben und die Probezeit auf 2 Jahre festgesetzt.
4. Die Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf
Fr. 1'500.– ; die weiteren Kosten betragen:
Fr. Kosten Kantonspolizei
Fr. 1'000.– Gebühr Anklagebehörde
Fr. Kanzleikosten
Fr. Auslagen Untersuchung
Allfällige weitere Auslagen bleiben vorbehalten.
5. Die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens werden der Beschuldigten
auferlegt.
6. ... (Mitteilung)
7. ... (Rechtsmittel)
Berufungsanträge:
a) Der Verteidigung der Beschuldigten:
(Urk. 44 S. 1)
Es sei das vorinstanzliche Urteil aufzuheben und die Beschuldigte von
Schuld und Strafe freizusprechen,
unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der Staatskasse.
- 3 -
b) Der Staatsanwaltschaft:
(schriftlich; Urk. 34)
Bestätigung des vorinstanzlichen Urteils

## Considerations

Erwägungen:
I. Verfahrensgang
1. Mit Urteil vom 16. April 2013 erkannte das Einzelgericht in Strafsachen des
Bezirks Zürich die Beschuldigte A._ der mehrfachen Sachbeschädigung im
Sinne von Art. 144 Abs. 1 StGB schuldig und bestrafte sie mit einer
bedingten Geldstrafe von 30 Tagessätzen zu je CHF 80.--, wobei die Probezeit
auf zwei Jahre angesetzt wurde (HD Urk. 23). Weitere Einzelheiten des Entschei-
des können dem Ingress dieses Urteils entnommen werden.
2. Gegen das mündlich eröffnete Urteil (Prot. I S. 9 f.) liess die Beschuldigte
noch vor den Schranken des Gerichts Berufung anmelden (Prot. I S. 10). Am
8. Mai 2013 erfolgte die Mitteilung der Berufungsanmeldung an die Staatsanwalt-
schaft Zürich-Limmat (HD Urk. 26). Das Urteil ging der Beschuldigten sowie der
Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat je am 16. Dezember 2013 (HD Urk. 27/1 und
27/2) in begründeter Fassung zu (HD Urk. 25).
3. Mit Eingabe vom 20. Dezember 2013 reichte die erbetene Verteidigung der
erkennenden Kammer die Berufungserklärung ein (Urk. 30). Aus dieser geht
hervor, dass von der Beschuldigten ein Freispruch verlangt wird. Beanstandet
wird eine unzutreffende Beweiswürdigung und die Verletzung des Grundsatzes
"in dubio pro reo". Beweisanträge stellte die Verteidigung keine. Mit Präsidial-
verfügung vom 9. Januar 2014 wurde der Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat eine
Kopie der Berufungserklärung zugestellt und Frist angesetzt, um zu erklären, ob
Anschlussberufung erhoben werde, oder um begründet ein Nichteintreten auf die
Berufung zu beantragen. Gleichzeitig wurde die Beschuldigte aufgefordert, das ihr
zugestellte Datenerfassungsblatt auszufüllen und verschiedene Unterlagen betref-
- 4 -
fend ihrer finanziellen Verhältnisse einzureichen (Urk. 32). In der Folge teilte die
Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat mit Eingabe vom 16. Januar 2014 (Urk. 34) mit,
dass sie keine Anschlussberufung erhebe. Sie beantragte die Bestätigung des
vorinstanzlichen Urteils.
4. Am 3. Februar 2014 erteilte die Beschuldigte Auskunft über ihre finanziellen
Verhältnisse (Urk. 35; Urk. 37/1 - 5). Bereits am 20. Dezember 2013 war überdies
ein aktueller Strafregisterauszug über die Beschuldigte eingeholt worden
(Urk. 29), welcher mit dem bereits bei den Akten liegenden (HD Urk. 13/1) inhalt-
lich übereinstimmt.
II. Umfang und Gegenstand der Berufung / Beanstandungen
1. Gemäss Art. 402 StPO hat die Berufung im Umfang der Anfechtung auf-
schiebende Wirkung und die Rechtskraft des angefochtenen Urteils wird dement-
sprechend gehemmt (vgl. Schmid, Praxiskommentar, Zürich/St. Gallen 2013,
2. Aufl., N 1 zu Art. 402). Die Beschuldigte beantragt einen Freispruch. Damit sind
sämtliche Ziffern des vorinstanzlichen Urteils angefochten und stehen zur Disposi-
tion.
2. Gegenstand des Berufungsverfahrens bildet der Sachverhalt gemäss
Anklageschrift der Staatsanwaltschaft Zürich - Limmat vom 4. Dezember 2012
(HD Urk. 15). Darin wird der Beschuldigten zusammengefasst zur Last gelegt, sie
habe am 29. Mai 2012, ungefähr zwischen 18:05 und 18:10 Uhr, die Fahrertüre
des auf dem Parkstreifen der F._-Strasse gegenüber der Liegenschaft Nr. ...
in Zürich ... in Fahrtrichtung stadteinwärts abgestellten Personenwagens Volvo
S60 des Halters und Geschädigten B._ mit goldener Farbe von oberhalb des
Türgriffs bis an den unteren Rand der Türe besprüht. Kurz danach habe die Be-
schuldigte auch die Scheibe der Beifahrertüre des dort in der Reihe hinter dem
vorgenannten Fahrzeug in entgegengesetzter Fahrtrichtung abgestellten Perso-
nenwagens VW Golf des Halters und Geschädigten C._ mit goldener Farbe
besprüht. Dadurch habe die Beschuldigte den Geschädigten
- 5 -
Reparatur- und Reinigungskosten in der Höhe von CHF 172.80 (B._) bzw.
CHF 328.85 (C._) verursacht.
3. In ihrer Berufungserklärung vom 20. Dezember 2013 (Urk. 30) kritisiert die
Verteidigung eine unzutreffende Beweiswürdigung der Vorinstanz. Mit Bezug auf
die Frage der Täterschaft bestünden erhebliche Zweifel an den Ausführungen der
Zeugin D._, wogegen die Aussagen der Beschuldigten glaubhaft seien. Zu-
mindest sei die Beschuldigte in Nachachtung des Grundsatzes in dubio pro reo
freizusprechen (Urk. 30 S. 2).
III. Schuldpunkt
1. Erstellung des Anklagesachverhaltes
1.1. Die Beschuldigte hat den eingeklagten Sachverhalt sowohl in der Unter-
suchung als auch vor Vorinstanz und auch anlässlich der Berufungsverhandlung
wieder entschieden in Abrede gestellt (HD Urk. 2; HD Urk. 6; HD Urk. 4; HD
Urk. 21; Urk. 41 S. 3).
1.2. Zum Geschehensablauf wurden im Rahmen der Untersuchung die Beschul-
digte und D._, die Ehefrau des Geschädigten B._, als Zeugin befragt.
Letztere wurde anlässlich der vorinstanzlichen Hauptverhandlung erneut als Zeu-
gin einvernommen (HD Urk. 20). Was die einzelnen Aussagen der Beschuldigten
und der Zeugin D._ zum Tathergang betrifft, kann zur Vermeidung von Wie-
derholungen auf ihre Wiedergabe in der Begründung des vorinstanzlichen Ent-
scheides verwiesen werden (HD Urk. 25 S. 6 ff.; Art. 82 Abs. 4 StPO). In den Ver-
fahrensakten liegen zudem zwei Fotodokumentationen der Stadtpolizei Zürich
und der Kantonspolizei Aargau betreffend die Beschädigungen an den Fahrzeu-
gen der Geschädigten B._ (HD Urk. 5) und C._ (ND Urk. 6). Da die Be-
schuldigte den eingeklagten (Anklage-)Sachverhalt in Abrede stellt, ist dieser
dementsprechend auf Grund der Akten und der Berufungsverhandlung nach den
von Lehre und Praxis entwickelten Grundsätzen zu überprüfen.
- 6 -
1.3. Die Vorinstanz hat die theoretischen Grundsätze der richterlichen Beweis-
würdigung korrekt wiedergegeben, sodass vollumfänglich auf die entsprechenden
Erwägungen zu verweisen ist (HD Urk. 25 S. 4 ff.; Art. 82 Abs. 4 StPO).
1.4. Die Verteidigung rügt eine willkürliche Beweiswürdigung sowie die Ver-
letzung des Grundsatzes "in dubio pro reo" (Urk. 30 und Urk. 44).
1.5.1. Die Vorinstanz hat in ihrer Beweiswürdigung zusammengefasst erwo-
gen, die Aussagen der Zeugin D._ seien gleichbleibend, widerspruchsfrei
und Ausdruck eines selber erlebten Geschehnisses. Sie habe nachvollziehbar
und plausibel geschildert, wie sie ihrem Mann und ihrem Kind ein Stück weit ent-
gegen gegangen sei, sich aber letztlich in Sorge um ihre Wertsachen im Auto
wieder umgedreht habe und so das Geschehene habe beobachten können. Die
Zeugin habe namentlich verneint, dass sich noch andere
Personen ausser die Beschuldigte am Tatort aufgehalten hätten. Aufgrund ihrer
kurzen Wartezeit und ihrer plausiblen Erklärung, weshalb sie ihr Fahrzeug im
Blickfeld behalten habe, könne die Hypothese einer Dritttäterschaft ausgeschlos-
sen werden. Ebenso sei auszuschliessen, dass der Schaden am Fahrzeug schon
vorher bestanden habe. Der Umstand nämlich, dass ein weiteres Fahrzeug
(Geschädigter C._) von den Sprayereien betroffen gewesen sei,
lasse zwingend auf die F._-Strasse als Tatort schliessen. Es bestehe
zudem keine plausible Erklärung dafür, weshalb die Zeugin eine Stunde zu früh
vor Ort erschienen sein sollte, um ihr Kind und ihren Mann abzuholen. Im Übrigen
habe auch der Geschädigte C._ gegenüber der Polizei als Tatzeitpunkt
18:00 Uhr bis 19:30 Uhr genannt. Aus den Aussagen der Zeugin ergäben sich
keinerlei Anhaltspunkte dafür, dass sie die Beschuldigte unnötig habe belasten
wollen (HD Urk. 25 S. 12).
Demgegenüber seien die Aussagen der Beschuldigten wenig überzeugend. Sie
habe diese in ganz wichtigen Kernpunkten im Laufe der Untersuchung angepasst
bzw. korrigiert. So habe die Beschuldigte in ihrem E-Mail vom 31. Mai 2012 (HD
Urk. 6) mit keinem Wort erwähnt, dass sie auf der Wiese, welche an die Park-
felder mit den abgestellten Autos angrenze, Blumen gepflückt habe. Dies habe
sie erst anlässlich ihrer Einvernahme vom 30. Oktober 2012 beiläufig erklärt,
- 7 -
unmittelbar nachdem sie der staatsanwaltlichen Einvernahme der Zeugin D._
beigewohnt und dabei erfahren habe, dass sie von der Zeugin beobachtet worden
sei. Bei einer Schilderung der Geschehnisse im Wissen um den Vorwurf des
Besprayens des Autos nur zwei Tage nach dem Vorfall sei ein solches Weg-
lassen von Tatsachen nur ganz schlecht mit Erinnerungslücken erklärbar. In der
selben Einvernahme habe die Beschuldigte anschliessend ausführlich das Tun
des Geschädigten B._ und die nachfolgende Diskussion mit ihm und der
Zeugin D._ geschildert, obschon dies für die Frage der Urheberschaft und
der Sprayereien völlig unerheblich gewesen sei. Solche Einseitigkeiten in der
Länge von Darstellungen - sehr knapp in ganz zentralen Punkten, aber episch bei
unwesentlichen Nebenpunkten - seien als Lügensignale zu werten. Von zentraler
Bedeutung sei hier, dass die Beschuldigte wiederum ein ganz wichtiges Detail
verschweige, nämlich dass sie nebst dem behaupteten Blumenpflücken auch
noch zu ihrem Auto gegangen sei, die Türe geöffnet und etwas deponiert habe.
Dies habe sie erst auf entsprechenden Vorhalt in der Hauptverhandlung einge-
räumt (HD Urk. 25 S. 13).
1.5.2. Die Verteidigung brachte vor Vorinstanz vor, die Aussagen der Zeugin
D._ seien wenig überzeugend. So fänden sich darin zahlreiche und ent-
scheidende Widersprüche. Die Zeugin habe gegenüber der Polizei erklärt, sie ha-
be ihr Fahrzeug kurz nach 18:00 Uhr in der Blauen Zone abgestellt. Vorn und hin-
ter ihr seien noch weitere Fahrzeuge abgestellt gewesen, weshalb sie in einer Lü-
cke dazwischen habe parkieren müssen. In ihrer Einvernahme als Zeugin habe
D._ den Standort ihres parkierten Fahrzeuges mit einem Kreuz auf einem
Foto aus Sicht der G._-Strasse markiert. Sie habe als Standort die Parkflä-
che nach der zweiten Strassenlaterne der F._-Strasse gegenüber der Lie-
genschaft Nr. ... angegeben. Zusätzlich habe die Zeugin eine Skizze angefertigt.
Darin bezeichne sie den Standort des Volvos als viertes Fahrzeug hinter dem
ebenfalls dort parkierten Fahrzeug der Beschuldigten in Richtung G._-
Strasse. Ein Augenschein an der F._-Strasse habe nun aber ergeben, dass
nach der zweiten Strassenlaterne lediglich maximal drei Fahrzeuge parkiert wer-
den könnten, da die blaue Zone anschliessend einen längeren Unterbruch auf-
weise. Allein deshalb könne der in der Anklage aufgeführte Standort gegenüber
- 8 -
der Liegenschaft Nr. ... gar nicht zutreffen. Ebenso unzutreffend sei die
Darstellung der Zeugin, wonach ihr Fahrzeug mit der Front gegen die Wiese ge-
standen sei. Die Parkplätze in der blauen Zone an der F._-Strasse seien alle
längs der Wiese platziert. Der Polizeirapport spreche sodann davon, dass "die
Fahrzeuge, Seite Strassenrand, auf Scheibenhöhe mit einer waagrechten Linie
goldfarben besprayt worden seien", der Volvo konkret an der Scheibe der Fahrer-
und der linken Fondtüre. Der vom Ehemann der Zeugin eingereichten Rechnung
der Carosserie E._ AG vom 6. Juni 2012 (HD Urk. 13) lasse sich
jedoch entnehmen, dass die Türen des Volvos vorne links und hintern rechts
poliert werden mussten. Es stelle sich ohnehin die Frage, wie die Beschuldigte die
betreffenden Fahrzeuge besprayt haben könne, wenn die Zeugin gemäss eigenen
Angaben ihren Volvo immer in ihrem Blickfeld gehabt habe. Gehe man aufgrund
der Reparaturrechnung sogar davon aus, dass zumindest der Volvo beidseits
besprayt worden sei, werde die Anschuldigung der Zeugin D._ immer ab-
struser. Es sei keineswegs erstellt, dass die Sprayschäden tatsächlich an der
F._-Strasse erfolgt seien und nicht ganz woanders und zu einer anderen
Zeit. Insgesamt - so die Verteidigung fortfahrend - könnten die angeblich be-
lastenden Argumente die Tat bzw. Täterschaft nicht beweisen. Vielmehr bestün-
den zahlreiche und nicht zu unterdrückende Zweifel an der Täterschaft der
Beschuldigten. Deshalb sei sie von den entsprechenden Vorwürfen freizu-
sprechen (HD Urk. 22 S. 1 ff.).
Anlässlich der Berufungsverhandlung wiederholte der Verteidiger diese Über-
legungen mehrheitlich und ergänzte sie wie folgt: Es sei zu beachten, dass der
Vorderrichter an der Einvernahme der Beschuldigten nicht dabei gewesen sei.
Aussagen würden bekanntlich durch die Art der Fragestellung wesentlich beein-
flusst. Es liege in der Natur der Sache, dass bei Bagatellfällen, wie vorliegend,
weder die Polizei noch die Staatsanwaltschaft sämtliche massgebenden Fragen
stelle. Somit sei es leicht zu erklären, weshalb die Beschuldigte erst auf ent-
sprechenden Vorhalt in der Hauptverhandlung vom Haushaltspapier in ihrem
Fahrzeug gesprochen habe. Zudem betonte die Verteidigung, dass die Zeugin
bzw. ihr Ehemann entgegen der vorinstanzlichen schriftlichen Urteilsbegründung
sehr wohl ein finanzielles Interesse daran gehabt habe, Strafantrag zu stellen, da
- 9 -
Versicherungen in aller Regel nur dann Leistungen erbringen würden. Die Zeugin
sei zudem bei diversen Aspekten alles andere als sicher gewesen. So habe sie
auf die Frage, ob die Farbanhaftung schon da gewesen sei, lediglich 99 % ange-
geben. Auch sei nicht auszumachen, welche kleine parkähnliche Wiese die Zeu-
gin bei der Polizei und der Staatsanwaltschaft gemeint habe. Vor Ort sei nur die
grosse Wiese auszumachen, an welcher die Parkfelder markiert seien (Urk. 44
S. 3 ff.).
1.6. Die vorstehend im Ergebnis zitierte Beweiswürdigung der Vorinstanz ist
überzeugend und zu übernehmen. Sie hat einlässlich und überzeugend dargetan,
weshalb sie auf die Bestreitungen der Beschuldigten nicht abstellen konnte, und
die Ungereimtheiten in ihren Aussagen im einzelnen aufgeführt. Ihren Erwägun-
gen ist vollumfänglich beizupflichten (HD Urk. 25 S. 10; Art. 82 Abs. 4 StPO).
Ergänzend bzw. präzisierend gilt es was folgt zu bemerken:
1.7.1. Festzuhalten ist, dass sich die Beschuldigte vor allem Ungereimtheiten
bezüglich ihres eigenen Verhaltens nach ihrer Rückkehr vom Zahnarzt bzw. Ein-
kaufen vorwerfen lassen muss. So erklärte sie in ihrem E-Mail vom 31. Mai 2012
(HD Urk. 6) zunächst, sie sei nach dem Zahnarztbesuch und dem Einkaufen nach
Hause gekommen und habe sich, nachdem sie ihre Hunde in den Vorgarten
gelassen habe, auf die obere Treppenstufe gesetzt. Von weiter vorne habe sie
dann aufgeregte Stimmen gehört. Sie sei jedoch einfach zu erschöpft gewesen,
um sich darum zu kümmern, und habe versucht, die Stimmen zu ignorieren. Es
sei dann ein junger Mann (gemeint ist der Geschädigte B._) gekommen,
welcher zuerst um das Auto ihres Nachbarn und hernach um das ihrige sowie
weitere Fahrzeuge gelaufen sei. Als der betreffende Mann zurückgekommen sei,
habe er in das Innere ihres Fahrzeuges geschaut, weshalb sie ihn
gefragt habe, was das solle, dies sei ihr Auto. Der Mann habe sie dann darüber
informiert, dass weiter vorne einige Autos mit Goldfarbe besprayt worden seien,
und habe sie - die Beschuldigte - gefragt, ob sie etwas gesehen habe. Gemäss
dieser ersten Schilderung des Geschehensablaufs hat die Beschuldigte ihren
Garten somit nicht verlassen. Ebensowenig hat sie bei und nach ihrer Rückkehr
mit Ausnahme des Mannes eine weitere Person wahrgenommen, insbesondere
- 10 -
hat sie keine Frau bemerkt, welche telefoniert haben soll. Anlässlich ihrer polizei-
lichen Befragung vom 22. Juni 2012 (HD Urk. 2) modifizierte die Beschuldigte ihre
ursprünglichen Ausführungen zunächst insoweit, als sie nunmehr erklärte, sie
habe kurz nach ihrer Rückkehr eine blonde Frau gesehen, welche telefoniert
habe. Diese Frau sehe sie ab und zu, da sie ihr Kind von der Krippe abhole. Die
Frau sei dann bei der Personengruppe dabei gewesen, die sie - die Beschuldigte
- etwa eine Stunde später gefragt habe, aus welchem Grund sie - die Personen-
gruppe - ihr Auto fotografiere. Zudem erklärte die Beschuldigte nunmehr, sie habe
nach ihrer Rückkehr vom Zahnarzt bzw. Einkaufen ihren Garten verlassen und
sich auf die Wiese gegenüber ihrer Liegenschaft begeben, um verblühte Blumen-
köpfe einzusammeln (HD Urk. 2 S. 2). Die Frage, ob sie in die dort parkierten
Autos geschaut und sodann zu ihrem Fahrzeug gegangen sei, beantwortete die
Beschuldigte wie folgt: "Völliger Gugus. Es stimmt, dass ich an den Wagen entlang ging, um auf der Wiese die verblühten Blumenköpfe (zwecks Aussaat im eigenen Garten)
zu holen. Das war aber kurz nach 17 Uhr, nach meiner Heimkehr. Autos interessieren
mich nicht - ausser, dass sie dort stehen" (HD Urk. 2 S. 2). Auf die Nachfrage, ob sie
sich vor den fremden Personenwagen aufgehalten und weshalb sie anschlies-
send die Türe ihres Wagen geöffnet habe, erklärte sie: "Nein .... also ......, lassen sie mich studieren ...... nö, ich ging mit dem Haushaltspapier mit den Blumenköpfen
nach Hause. Ich habe erst reagiert, als die aufgeregte Gruppe in meine Richtung kam" (HD Urk. 2 S. 2). In der staatsanwaltschaftlichen Einvernahme vom 30. Oktober
2012 (HD Urk. 4) hielt die Beschuldigte an ihrer Sachdarstellung fest, wonach sie
bei ihrer Rückkehr eine Frau bemerkt habe, die aufgeregt telefoniert habe. Eben-
so gab sie zu Protokoll, dass sie sich auf die ihrer Liegenschaft gegenüberliegen-
de Wiese begeben habe, um Blumen zu pflücken, und sie anschliessend wieder
zurück in ihre Liegenschaft gegangen sei (HD Urk. 4 S. 3). Dass sie die Türe ihres
eigenen Fahrzeuges geöffnet hat, erwähnte die Beschuldigte mit keinem Wort,
obgleich die Zeugin D._ dies anlässlich ihrer vorgängigen Zeugeneinver-
nahme, an welcher die Beschuldigte ebenfalls anwesend war, erklärt hatte (HD
Urk. 3 S. 3). Anlässlich ihrer Befragung vor Vorinstanz räumte die Beschuldigte
dann erstmals ein, dass sie die Türe ihres Fahrzeuges geöffnet habe, um Haus-
haltspapier aus dem Wageninnern zu holen. Ebenso gestand sie ein, sich bei den
Autos am Strassenrand gebückt zu haben, um die Blüten einzusammeln (HD
- 11 -
Urk. 21 S. 3). Die Verteidigung führte diesbezüglich aus, es sei zu beachten, dass
der Vorderrichter den Befragungen in der Strafuntersuchung nicht beigewohnt
habe und Aussagen ja durch die Fragestellung wesentlich beeinflusst werden,
weshalb erklärbar sei, dass die Beschuldigte erst auf entsprechenden Vorhalt in
der Hauptverhandlung vom Haushaltspapier in ihrem Fahrzeug gesprochen habe
(Urk. 44 S. 3). Vorliegend ist nicht massgebend, dass die Beschuldigte das Haus-
haltspapier nicht erwähnt hat, sondern, dass sie weder in ihrer mittels E-Mail ein-
gereichten Stellungnahme, welcher im Übrigen keine Befragung vorausgegangen
ist, noch in den von ihr getätigten zahlreichen Korrekturen anlässlich der polizeili-
chen Befragung (vgl. HD Urk. 2) erwähnt hat, dass sie die Türe ihres eigenen
Fahrzeuges geöffnet hat. Anlässlich der Berufungsverhandlung erwähnte die
Beschuldigte schliesslich erstmals, dass sie die Türe ihres Fahrzeuges, nicht wie
bis anhin, geöffnet hat, um das Haushaltspapier aus dem Wageninnern zu holen,
sondern um es ins Auto zurückzulegen (Urk. 41 S. 5 f.). Insofern die Vorinstanz
ausführte, die Beschuldigte habe in der Einvernahme vom 30. Oktober 2012,
unmittelbar nachdem sie der Einvernahme der Zeugin D._ beigewohnt und
somit erfahren habe, dass sie von der Zeugin beobachtet worden sei, beiläufig zu
Protokoll gegeben, sie habe sich auf die Wiese begeben, um Blumen zu pflücken
und sei anschliessend wieder zurück in ihre Liegenschaft gegangen (HD Urk. 25
S. 11), ist dies zwar nicht korrekt, da die Beschuldigte diese Aussage bereits im
Rahmen der polizeilichen Befragung deponiert hat. Die vorstehend dargestellten
Ungereimtheiten bei der Schilderung des Geschehensablaufs bzw. ihr situations-
angepasstes Verhalten sprechen indes gegen die Glaubhaftigkeit der Sach-
darstellung der Beschuldigten. Sie lassen es jedenfalls nicht zu, diese ohne
Skepsis für die Entscheidung zu übernehmen.
1.7.2. Die Aussagen der Beschuldigten weisen zudem einige weitere wenig
plausible Elemente auf. So erklärte die Beschuldigte in ihrem E-Mail vom 31. Mai
2012 (HD Urk. 6), sie sei nach ihrer Heimkehr einfach zu erschöpft gewesen, um
sich für die aufgeregten Stimmen zu interessieren. Sie habe daher versucht, den
Lärm zu ignorieren (vgl. S. 1). Tatsächlich hat die Beschuldigte aber gemäss
eigenen Angaben "kurz nach 17:00 Uhr" trotz ihrer angeblichen Erschöpfung auf
der ihrer Liegenschaft gegenüberliegenden Wiese Blumenköpfe eingesammelt
- 12 -
(HD Urk. 2 S. 2). Gemäss eigener Darstellung hat die Beschuldigte von ihrem
Vorgarten aus "nur" ihr Fahrzeug und dasjenige ihres Nachbarn gesehen (HD
Urk. 4 S. 2). Sie führte aus, die Personengruppe bzw. der Ehemann der Zeugin,
B._, sei an ihren Gartenzaun getreten und habe erklärt, es seien Autos be-
sprayt worden. Seltsam mutet an, dass die Beschuldigte - gemäss eigener Dar-
stellung - die Personengruppe bzw. B._ daraufhin gefragt hat, ob ihr (eige-
nes) Auto und dasjenige ihres Nachbarn auch besprayt worden seien, nachdem
die Beschuldigte genau diese beiden Fahrzeuge in ihrem Blickfeld
hatte, das Fahrzeug ihres Nachbarn direkt vor ihr stand, sie kurz zuvor bei ihrem
eigenen Fahrzeug war und die Türe öffnete und sie selber einräumte, dass sie die
besprayten Fahrzeuge von ihrem Vorgarten aus hätte sehen können, wenn sie
vor der Liegenschaft F._-Strasse ... parkiert gewesen wären (HD Urk. 4
S. 3). Merkwürdig ist in diesem Zusammenhang auch, dass von den parkierten
Autos ausgerechnet diejenigen der Beschuldigten und ihres Nachbarn, welche
sich in unmittelbarer Nähe der beschädigten Fahrzeuge befanden, nicht besprayt
wurden. Befremdlich wirkt schliesslich auch ihre Aussage, wonach sie die Zeugin
D._ angeblich bereits um 17:00 Uhr telefonierend gesehen haben will und
letztere eine Stunde später, also um 18:00 Uhr, von ihr - der Beschuldigten -
angesprochen wurde, weshalb sie bzw. ihr Ehemann ihr Auto fotografiere (HD
Urk. 2 S. 2). Dies ist angesichts der zeitlichen Begebenheiten völlig unglaubhaft.
Wie die Vorinstanz richtig gesehen hat, gibt es keine plausible Erklärung dafür,
weshalb die Zeugin D._ ihr Kind und ihren Lebenspartner eine Stunde früher
von der Krippe abholen sollte (HD Urk. 25 S. 12).
1.7.3. Selbst wenn nachvollziehbar erscheint, dass sich die Beschuldigte über
die Missachtung des Parkier- und Halteverbotes geärgert hat (HD Urk. 6 S. 1), so
fällt doch auf, dass sie in der Strafuntersuchung keine Gelegenheit ausliess, die
Zeugin D._ und ihren Ehemann schlecht zu machen, was als deutliches
Lügensignal gilt. So unterstellte sie B._, ihr Schmunzeln über die Sprayerei-
en sei ihm in den falschen Hals geraten (HD Urk. 6 S. 1), er habe die Anzeige nur
erstattet, weil sie ihn ausgelacht habe (HD Urk. 2 S. 3) und er habe sie der Sach-
beschädigung beschuldigt, nur weil sie verneint habe, etwas gesehen zu haben
(HD Urk. 2 S. 3). Überdies warf sie dem Anzeigeerstatter falsche
- 13 -
Anschuldigung vor und bezeichnete die Anzeige als "Sauerei" (HD Urk. 2 S. 3;
HD Urk. 4 S. 4). Sie verlangte die Bestrafung der Zeugin und ihres Mannes we-
gen widerrechtlichen Parkierens und deren Entschuldigung, ansonsten sie die
beiden anzeigen werde (HD Urk. 2 S. 2). All dies spricht nicht eben für die
Beschuldigte.
1.7.4. Zu berücksichtigen ist ferner auch die damalige Gefühlslage der
Beschuldigten und ihre ablehnende Haltung gegenüber motorisierten Verkehrs-
teilnehmern, welche unberechtigterweise die F._-Strasse benutzen.
Bereits im Jahre 2001 hatte sich die Beschuldigte wegen Parkproblemen an die
Stadtpolizei Zürich gewandt (HD Urk. 7 S. 4 und 5). Seit Jahren regt sie sich über
die Missachtung des Zubringerdienstes bzw. des Fahr- und Haltverbotes bei der
F._-Strasse durch Leute, welche ihre Kinder in die Krippe bringen oder dort
abholen oder im ... trainieren oder die ... besuchen, auf (HD Urk. 6 S. 1; HD Urk.
2 S. 2). Sie - die Beschuldigte - habe eigentlich kein Verständnis für Leute, die
Babys machen, nur um sie dann Tag für Tag in der Kinderkrippe abzugeben (HD
Urk. 6 S. 2). Die Beschuldigte räumte denn auch ein, dass sie sich darüber ge-
freut habe, dass sich die Leute über die Sachbeschädigung aufgeregt hätten (HD
Urk. 6 S. 1). Auch diese Überlegungen sprechen nicht für die
Beschuldigte.
1.8.1. Zu folgen ist sodann den zutreffenden Erwägungen der Vorinstanz zu
den Aussagen der Zeugin D._. Übereinstimmend mit dem Vorderrichter ist
davon auszugehen, dass die konkrete Sachdarstellung der Zeugin D._
glaubhaft ist. Es kann vollumfänglich auf die Erwägungen der Vorinstanz verwie-
sen werden (HD Urk.25 S. 9 f.; Art. 82 Abs. 4 StPO). Auch der Umstand, dass die
Zeugin angibt, sie sei lediglich zu 99% sicher, dass die Farbanhaftungen, als sie
aus dem Fahrzeug gestiegen sei, noch nicht da gewesen seien, spricht entgegen
der Ansicht der Verteidigung (Urk. 44 S. 5) nicht gegen die Glaubhaftigkeit der
Zeugin. Vielmehr lässt sie somit die Möglichkeit offen, dass
die Farbanhaftungen auch an einem anderen Ort hätten vorgefallen sein können,
sie aber aufgrund ihrer Wahrnehmungen davon ausgeht, dass sie an der
F._-Strasse vorgenommen wurden. Soweit die Verteidigung schliesslich aus-
- 14 -
führt, es sei bezüglich Standort der Zeugin nicht auszumachen, welche kleine
parkähnliche Wiese die Zeugin bei der Polizei und der Staatsanwaltschaft ge-
meint habe, da vor Ort nur eine grosse Wiese auszumachen sei (Urk. 44 S. 6), so
entspricht dies nicht den örtlichen Gegebenheiten. Vielmehr ist aus den allgemein
zugänglichen Satellitenaufnahmen des fraglichen Ortsabschnittes zu erkennen,
dass zwischen der F._-Strasse und der H._-Strasse bei der G._-
Strasse durchaus eine solche kleine Wiese existiert, die als Standort gedient
haben kann, um Beobachtungen an F._-Strasse machen zu können (vgl.
www.google.ch/maps/place/G._-Strasse ...).
1.8.2. Mit der Vorinstanz ist davon auszugehen, dass der Umstand, dass sich
die Zeugin D._ in der staatsanwaltschaftlichen Einvernahme nicht mehr
genau an den Standort und die Parkweise ihres Fahrzeuges erinnern konnte (vgl.
HD Urk. 3 S. 5), die Glaubhaftigkeit ihrer Aussage nicht zu schmälern vermag.
Massgebend ist zunächst, dass die Zeugin D._ ihr Fahrzeug an der
F._-Strasse parkiert hat, was unbestritten ist. Gemäss Darstellung der Zeu-
gin musste sie ihr Fahrzeug in eine Lücke parkieren. Vor und hinter ihrem
Auto waren noch weitere Fahrzeuge abgestellt (HD Urk. 1 S. 5: HD Urk. 3 S. 3).
Dies deckt sich mit der Aussage der Beschuldigten, wonach zur tatrelevanten Zeit
alle Parkplätze an der F._-Strasse entlang der Wiese besetzt waren (HD Urk.
4 S. 3). Entscheidend ist des weiteren, dass die Zeugin D._ erklärte,
hinter ihrem Fahrzeug seien zwei weitere Fahrzeuge abgestellt gewesen, welche
ebenfalls beschädigt worden seien, und anschliessend sei das Fahrzeug der
Beschuldigten parkiert gewesen (HD Urk. 3 S. 3). Damit ist die räumliche Nähe
zwischen den beschädigten Fahrzeugen und demjenigen der Beschuldigten
erstellt. Die Aussage der Zeugin D._, sie habe ihr Fahrzeug mit der Front
gegen die Wiese parkiert (HD Urk. 3 S. 3) ist demgegenüber als blosser Verspre-
cher anzusehen. Zum einen fügte die Zeugin nämlich sogleich an, dass hinter
ihrem Fahrzeug noch weitere Fahrzeuge abgestellt waren (HD Urk. 3 S. 3), was
nur möglich ist, wenn sie ihr Auto parallel zur F._-Strasse parkiert hatte, an-
sonsten die weiteren Fahrzeuge die F._-Strasse versperrt hätten. Zum an-
dern erklärte sie auf entsprechendes Nachfragen, sie habe mit der Front gegen
die G._-Strasse parkiert (HD Urk. 3 S. 5). Im übrigen ist aufgrund der örtli-
- 15 -
chen Gegebenheiten offenkundig, dass das Fahrzeug nicht mit der Front gegen
die Wiese parkiert werden kann (HD Urk. 3 letzte Seite, Foto Google-Map).
1.8.3. Die Verteidigung kritisiert sodann die konkrete Schadensituation am
Fahrzeug des Geschädigten B._ (HD Urk. 22 S. 4 und Urk. 44 S. 4). Die Kri-
tik ist unbegründet. Gemäss Polizeirapport wurde die Fahrer- und linke Fondtüre
sowie angrenzende Karosserieteile des Volvos mit Goldfarbe besprayt (HD Urk. 1
S. 4). Die Zeugin D._ führte ebenfalls aus, dass die Scheibe und die Türe auf
der Seite des Fahrers bemalt gewesen seien (HD Urk. 3 S. 3). Diese Feststellung
bzw. Aussage stimmt mit der Fotodokumentation der Stadtpolizei
Zürich betreffend die Beschädigung am Fahrzeug des Geschädigten B._
überein (HD Urk. 5). Aus der von ihm eingereichten Rechnung der Carrosserie
E._ AG vom 6. Juni 2012 (HD Urk. 9 S. 3) geht ebenfalls hervor, dass die
Türe des Volvos vorne links poliert wurde. Richtig ist, dass
gemäss dieser Rechnung (zusätzlich) auch die Türe hinten rechts poliert wurde.
Aus welchem Grund kann vorliegend indes offenbleiben. Nicht nachgewiesen ist,
dass die Türe hinten rechts ebenfalls aufgrund der besprayten Goldfarbe hat
poliert werden müssen. Massgebend ist, dass der Schaden an sich unbestritten
ist und die Aussagen der Zeugin D._ bezüglich des Schadenbildes mit dem
Polizeirapport und der Fotodokumentation in Einklang stehen sowie durch die
fragliche Rechnung gedeckt sind.
1.8.4. Es besteht zudem kein Anlass, an den Aussagen der Zeugin D._
zu zweifeln. Es existieren keinerlei Anhaltspunkte dafür, dass die Zeugin falsche
Aussagen gemacht hat. Zwischen der Zeugin und der Beschuldigten
bestand kein besonderes Verhältnis; die beiden kannten sich vor diesem Ver-
fahren gar nicht. Sachverhaltsfremde Motive für eine allfällige falsche Anschuldi-
gung können somit ausgeschlossen werden. Sodann erfolgten ihre Aussagen
unter der Wahrheitspflicht und der Strafandrohung von Art. 307 StGB. Überdies
ist in Betracht zu ziehen, dass D._ nicht eine Situation schilderte, die zufällig
an ihr vorbeilief. Sie war vielmehr vom Geschehensablauf derart
berührt, dass sie sich veranlasst sah, die Frau, welche sich neben ihr Auto
beugte, weiter zu beobachten (HD Urk. 3 S. 3). An derart bewusst mitverfolgte
- 16 -
Geschehensabläufe vermag man sich in der Regel gut zu erinnern, was a priori
für die Echtheit der geschilderten Erlebnisse spricht. Eine Verwechslung in der
Person kann aufgrund der schlüssigen Aussagen der Zeugin ausgeschlossen
werden.
1.9. Die Vorbringen der Verteidigung gegen die vorinstanzliche Beweiswürdigung
sind nicht geeignet, Willkür darzulegen. Die Vorinstanz ist von den Aussagen der
Zeugin D._ ausgegangen und hat diese mit Indizien untermauert. Da ein
Indiz immer nur mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit auf die Täterschaft oder
die Tat hinweist, lässt es, einzeln betrachtet, die Möglichkeit des Andersseins
offen, enthält daher auch den Zweifel. Es ist jedoch zulässig, aus der Gesamtheit
der verschiedenen Indizien, welche je für sich allein betrachtet nur mit einer
gewissen Wahrscheinlichkeit auf eine bestimmte Tatsache oder Täterschaft hin-
deuten und insofern Zweifel offen lassen, auf den vollen rechtsgenügenden
Beweis von Tat oder Täter zu schliessen (Urteil 6B_332/2009 vom 4. August 2009
E. 2.3 mit Hinweisen). Die Vorinstanz hat dementsprechend die Aussagen beider
Beteiligten gewürdigt und diese mit den örtlichen und zeitlichen Gegebenheiten
verglichen. Bei den Aussagen der Zeugin hat sie beachtet, dass das Fahrzeug
ihres Lebenspartners beschädigt wurde. Aufgrund ihres glaubhaften Aussage-
verhaltens und des Umstandes, dass die Versicherung die Schadensregulierung
übernommen hat, ist sie davon ausgegangen, dass diese Tatsache den Inhalt
ihrer Anzeige nicht beeinflusst hat. Nachdem sich der Geschädigte B._ we-
der als Privatkläger konstituierte noch finanzielle Ansprüche geltend machte (vgl.
HD Urk. 9), kann entgegen der Ansicht der Verteidigung nicht von einem
finanziellen Interesse der Zeugin bzw. ihres Ehemannes ausgegangen werden
(Urk. 44 S. 4). Die Vorinstanz hat zudem festgehalten, der von der Zeugin
genannte Tatzeitpunkt stimme mit den vom Geschädigten C._
gegenüber der Polizei gemachten Angaben überein. Es widerspricht im Übrigen
jeglicher Lebenserfahrung, weshalb die Zeugin eine Stunde früher vor Ort
erscheinen sollte, um ihren Lebenspartner und ihr Kind von der Krippe abzuholen.
Weiter hat die Vorinstanz aufgrund des Umstandes, dass weitere Fahrzeuge von
den selben Sprayereien betroffen waren, einen anderweitigen Tatort aus-
geschlossen. Nicht strittig ist ferner, das die Beschuldigte ihre Liegenschaft
- 17 -
verlassen, sich auf die gegenüber liegende Strassenseite begeben hat, wo ihr
Fahrzeug in der Nähe des Fahrzeuges der Zeugin parkiert war und die Türe ihres
Autos geöffnet hat. Die Beschuldigte hat zudem nie geltend gemacht, sie habe
zum tatrelevanten Zeitpunkt weitere Personen in der Nähe des Tatortes bemerkt.
Dies in Übereinstimmung mit den Aussagen der Zeugin D._. Bei objektiver
Würdigung des gesamten Beweisergebnisses bleiben keine offensichtlich erhebli-
chen und schlechterdings nicht zu unterdrückende Zweifel, dass sich der Sach-
verhalt gemäss Anklage verwirklicht hat. Gestützt auf den willkürfrei festgestellten
Sachverhalt liegt keine Verletzung des Grundsatzes "in dubio pro reo" vor.
2. Rechtliche Würdigung
Die Vorinstanz hat den erstellten Anklagesachverhalt als mehrfache Sach-
beschädigung im Sinne von Art. 144 Abs. 1 StGB gewürdigt. Ihren Erwägungen
kann in allen Teilen gefolgt und darauf verwiesen werden (Urk. 35 S. 12 ff.; Art. 82
Abs. 4 StPO). Sie wurde von der Verteidigung denn auch nicht in Zweifel
gezogen. Dementsprechend ist die Beschuldigte der mehrfachen Sachbeschädi-
gung im Sinne von Art. 144 Abs. 1 StGB schuldig zu sprechen.
IV. Sanktion
1. Allgemeines zur Strafzumessung
1.1. Die Vorinstanz hat den vorliegend zur Anwendung gelangenden Straf-
rahmen korrekt abgesteckt. Es kann auf die zutreffenden Erwägungen der
Vorinstanz verwiesen werden (HD Urk. 25 S. 12; Art. 82 Abs. 4 StPO).
1.2. Das Einzelgericht hat in der Folge auch die theoretischen Grundsätze der
richterlichen Strafzumessung korrekt zitiert, worauf verwiesen werden kann
(Urk. 25 S. 14 f.; Art. 82 Abs. 4 StPO). Insbesondere hat die Vorinstanz zutreffend
erwogen, dass der Richter die Strafe nach dem Verschulden des Täters zu
- 18 -
bemessen hat, wobei er das Vorleben, die persönlichen Verhältnisse sowie die
Wirkung der Strafe auf das Leben des Täters berücksichtigt (Art. 47 Abs. 1 StGB).
2. Konkrete Strafzumessung
2.1. Die Vorinstanz hat eine im Ergebnis zutreffende Strafzumessung vorge-
nommen. Sie hat die massgeblichen belastenden und entlastenden Faktoren
zutreffend genannt und gewürdigt (HD Urk. 25 S. 15 ff.; Art. 82 Abs. 4 StPO).
2.2. Die Vorinstanz fällte eine Geldstrafe in der Höhe von 30 Tagessätzen
zu Fr. 80.-- aus. Von der Ausfällung einer zusätzlichen Busse hat sie abgesehen.
Nachdem die Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat keine (Anschluss-)Berufung
erhoben hat, kann die von der Vorinstanz ausgesprochene Geldstrafe nicht erhöht
werden und keine kumulative Busse ausgesprochen werden.
2.3. Tatkomponente
Die Vorinstanz hat die objektiven und subjektiven Verschuldenselemente betref-
fend die Sachbeschädigung im Sinne von Art. 144 StGB umfassend und richtig
gewürdigt, weshalb vollumfänglich auf die entsprechenden Erwägungen ver-
wiesen werden kann (HD Urk. 25 S. 15 ff.; Art. 82 Abs. 4 StPO). Die Vorinstanz
qualifizierte das Verschulden der Beschuldigten insgesamt zu Recht als leicht (HD
Urk. 25 S. 15). Angesichts des oben dargelegten Tatverschuldens, erscheint eine
hypothetische Einsatzstrafe von 30 Tagessätzen Geldstrafe als dem Tatver-
schulden angemessen.
2.4. Täterkomponente
2.4.1. Allgemeines
Mit Bezug auf die Täterkomponente kann vorab ebenfalls vollumfänglich zutref-
fenden Erwägungen der Vorinstanz verwiesen werden (HD Urk. 25 S. 15 f.;
Art. 82 Abs. 4 StPO). Die folgenden Ausführungen stellen in erster Linie Hervor-
hebungen und Ergänzungen dar.
- 19 -
2.4.2. Vorstrafen
Die Beschuldigte weist keine Vorstrafen aus (Urk. 29). Dies ist neutral zu
würdigen (BGE 136 IV 1).
2.4.3. Persönliche Verhältnisse
Die Vorinstanz hat die persönlichen Verhältnisse der Beschuldigten richtig
zusammengefasst (HD Urk. 25 S. 16). Darauf kann zur Vermeidung von Wieder-
holungen verwiesen werden. Aktualisierend führte die Beschuldigte anlässlich der
Berufungsverhandlung aus, dass sie nach wie vor zu 80 % arbeite und monatlich
Fr. 5'157.40, zuzüglich 13. Monatslohn, verdiene. Ihr Sohn, der bei ihr wohne,
habe die Lehre im letzten August abgeschlossen und da er nur temporär arbeite
unterstütze sie ihn zwischendurch (Urk. 41 S. 2 f.). Aus den persönlichen Verhält-
nissen der Beschuldigten ergibt sich nichts für die vorliegende Strafzumessung
Relevantes.
2.5. Mit der Vorinstanz ist davon auszugehen, dass die Täterkomponente weder
zu einer Erhöhung noch zu einer Minderung der Einsatzstrafe führt. Bei dieser
Sachlage erscheint eine Geldstrafe von 30 Tagessätzen als dem Verschulden der
Beschuldigten angemessen.
2.6. Bezüglich der Höhe der Tagessätze hat die Vorinstanz die finanziellen
Verhältnisse der Beschuldigten korrekt berücksichtigt (HD Urk. 25 S. 16). Diese
haben sich seither nicht wesentlich verändert. Der Beschuldigte ist (nach wie vor)
als Berufsbildnerin bei der Stiftung I._ in ... tätig. Ihr Beschäftigungsumfang
beträgt aktuell 80%. Sie erzielt dabei - gemäss ihren eigenen Angaben (Urk. 37/1)
- ein monatliches Erwerbseinkommen von rund Fr. 5'600.-- netto (inkl. 13. Mo-
natslohn). Die Steuererklärung 2012 weist für das Jahr 2012 (ebenfalls) ein Er-
werbseinkommen von Fr. 72'683.-- bzw. monatlich Fr. 5'591.-- aus (Urk. 37/2).
Die Beschuldigte ist Eigentümerin der Liegenschaft F._-Strasse ... in
Zürich, welche eine steuerlichen Verkehrswert von Fr. 309'000.-- aufweist. Die
monatlichen Hypothekarzinsen beziffern sich auf Fr. 660.--. Die Krankenkassen-
prämien belaufen sich auf jährlich Fr. 4'128.-- und die Berufsauslagen betragen
- 20 -
Fr. 9'577.-- pro Jahr (Urk. 37/2). Bei dieser Sachlage rechtfertigt es sich, den
Tagessatz wiederum auf Fr. 80.-- festzulegen.
2.7. Unter Berücksichtigung aller relevanten Strafzumessungsgründe ist die
Beschuldigte zu einer Geldstrafe von 30 Tagesätzen zu Fr. 80.-- zu verurteilen..
V. Strafvollzug
Der Entscheid der Vorinstanz, die Geldstrafe bedingt mit einer minimalen Probe-
zeit auszufällen (HD Urk. 25 S. 17), ist angesichts der Vorstrafenlosigkeit der
Beschuldigten nicht nur richtig, sondern aufgrund des Verbots der reformatio in
peius (Verschlechterungsverbot) ohnehin zwingend zu bestätigen.
VI. Kosten
1. Das Kostendispositiv der Vorinstanz (Ziffern 4 und 5) ist zu bestätigen.
2. Die Kosten des Rechtsmittelverfahrens tragen die Parteien nach Massgabe
ihres Obsiegens oder Unterliegens (Art. 428 Abs. 1 StPO). Die Beschuldigte
unterliegt im Berufungsverfahren mit ihrem Antrag auf Freispruch, weshalb sie die
Kosten des Berufungsverfahrens zu tragen hat. Die Gerichtsgebühr ist auf
Fr. 3'000.-- festzusetzen.