# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** a7d884a2-05b8-437b-b6a6-00ec0f058efb
**Court:** SG_VGN
**Chamber:** SG_VGN_001
**Year:** 2009
**Language:** de
**Jurisdiction:** SG / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

hat das Verwaltungsgericht festgestellt:
A./ S. S., geb. 1984, ist Staatsangehöriger von Serbien. Er gelangte 1995 mit seiner
Mutter und seinem Bruder im Rahmen des Familiennachzugs zu seinem in St. Gallen
wohnhaften Vater. In der Folge wurde ihm eine Aufenthaltsbewilligung erteilt. 1999
erhielt er die Niederlassungsbewilligung.
Mit Strafbescheid vom 11. April 2005 sprach das Untersuchungsamt St. Gallen S. S.
des Führens eines Motorfahrzeuges in angetrunkenem Zustand schuldig und verurteilte
ihn zu einer Gefängnisstrafe von acht Wochen und einer Busse von Fr. 900.--. Der
Vollzug der Freiheitsstrafe wurde bedingt aufgeschoben unter Ansetzung einer
Probezeit von zwei Jahren.
Mit Bussenverfügung vom 26. September 2006 wurde S. S. wegen
Verkehrsregelverletzung durch Überschreiten der zulässigen Geschwindigkeit mit
Fr. 660.-- gebüsst.
Das Kreisgericht St. Gallen sprach S. S. mit Urteil vom 9. November 2007 der
schweren Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz schuldig und verurteilte
ihn zu einer Freiheitsstrafe von 24 Monaten. Der Vollzug wurde aufgeschoben und eine
Probezeit von drei Jahren angesetzt.
Mit Verfügung vom 22. August 2008 widerrief das Ausländeramt die
Niederlassungsbewilligung von S. S.. Zur Begründung wurde angeführt, sein Verhalten
habe wiederholt zu schweren Klagen Anlass gegeben. Das öffentliche Interesse an
seiner Fernhaltung überwiege sein privates Interesse an einem Verbleib in der Schweiz,
weshalb der Widerruf der Niederlassung verhältnismässig sei.
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B./ Gegen die Verfügung des Ausländeramts erhob S. S. durch seinen Rechtsvertreter
Rekurs, der vom Sicherheits- und Justizdepartement mit Entscheid vom 2. Dezember
2008 abgewiesen wurde.
C./ Mit Eingaben seines Rechtsvertreters vom 5. und 28. Januar 2009 erhob S. S.
Beschwerde beim Verwaltungsgericht mit dem Antrag, die Verfügung des
Ausländeramts bzw. der Rekursentscheid des Sicherheits- und Justizdepartements
seien aufzuheben und von einem Widerruf der Niederlassungsbewilligung sei
abzusehen, unter Kosten- und Entschädigungsfolge. Zur Begründung wird im
wesentlichen vorgebracht, der Widerruf der Niederlassungsbewilligung setze voraus,
dass aufgrund der strafrechtlich massgebenden Tat eine konkrete, auch künftige
Gefährdung der öffentlichen Ordnung und Sicherheit zu befürchten sei. Der
Beschwerdeführer sei seit seiner Verurteilung im November 2007 nicht mehr straffällig
geworden. Es werde ihm zu Unrecht vorgeworfen, er habe es nicht geschafft, sich
beruflich in der Schweiz zu integrieren. Auf die weiteren Vorbringen wird, soweit

## Considerations

wesentlich, in den nachstehenden Erwägungen eingegangen.
Die Vorinstanz schliesst in ihrer Vernehmlassung vom 4. Februar 2009 unter Hinweis
auf die Erwägungen des angefochtenen Entscheids auf Abweisung der Beschwerde.
Darüber wird in Erwägung gezogen:
1. Die sachliche Zuständigkeit des Verwaltungsgerichts ist gegeben (Art. 59bis Abs. 1
des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege, sGS 951.1, abgekürzt VRP). Der
Beschwerdeführer ist zur Ergreifung des Rechtsmittels legitimiert (Art. 64 Abs. 1 in
Verbindung mit Art. 45 Abs. 1 VRP). Die Beschwerdeeingaben vom 5. und 28. Januar
2009 entsprechen zeitlich, formal und inhaltlich den gesetzlichen Anforderungen
(Art. 64 Abs. 1 in Verbindung mit Art. 47 Abs. 1 und Art. 48 Abs. 1 und 2 VRP). Auf die
Beschwerde ist einzutreten.
2. Nach Art. 63 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Ausländerinnen und Ausländer
(SR 142.20, abgekürzt AuG) kann die Niederlassungsbewilligung widerrufen werden,
wenn die Voraussetzungen nach Art. 62 lit. a oder b AuG erfüllt sind (lit. a), wenn der
Ausländer in schwerwiegender Weise gegen die öffentliche Sicherheit und Ordnung in
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der Schweiz oder im Ausland verstossen hat oder diese gefährdet oder die innere oder
die äussere Sicherheit gefährdet (lit. b) oder wenn der Ausländer oder eine Person, für
die er zu sorgen hat, dauerhaft und in erheblichem Masse auf Sozialhilfe angewiesen
ist (lit. c). Die Niederlassungsbewilligung von Ausländern, die sich seit mehr als
fünfzehn Jahren ununterbrochen und ordnungsgemäss in der Schweiz aufhalten, kann
nur aus Gründen von Art. 63 Abs. 1 lit. b und Art. 62 lit. b widerrufen werden. Nach Art.
62 lit. b AuG kann die Niederlassungsbewilligung widerrufen werden, wenn der
Ausländer zu einer längeren Freiheitsstrafe verurteilt wurde oder gegen ihn eine
strafrechtliche Massnahme im Sinn von Art. 64 oder Art. 61 StGB angeordnet wurde.
2.1. Die Vorinstanz stützte ihren Entscheid auf Art. 63 Abs. 1 und 2 in Verbindung mit
Art. 62 lit. b AuG. Eine Freiheitsstrafe von zwei Jahren bildet einen Grund für den
Widerruf der Niederlassung im Sinn von Art. 62 lit. b AuG. Beim Begriff der längeren
Freiheitsstrafe orientierte sich der Gesetzgeber an der früheren Praxis zur Ausweisung,
nach der eine Freiheitsstrafe von zwei Jahren oder von längerer Dauer eine Ausweisung
rechtfertigte (Botschaft des Bundesrates zum AuG, BBl 2002 S. 3810 mit Hinweis auf
die bundesgerichtliche Rechtsprechung). Im vorliegenden Fall hält sich der
Beschwerdeführer aber noch nicht seit mehr als fünfzehn Jahren in der Schweiz auf.
Beim Entscheid über den Widerruf der Niederlassung ist der Grad der Integration zu
beachten (Art. 96 Abs. 1 AuG), und die Massnahme muss verhältnismässig sein (Art. 5
Abs. 2 der Bundesverfassung, SR 101). Zu berücksichtigen sind namentlich die
Schwere des Verschuldens, die Dauer der Anwesenheit in der Schweiz sowie die dem
Ausländer und seiner Familie drohenden Nachteile (Weisungen des Bundesamts für
Migration, Ziff. 8.2.1.2 mit Hinweis auf die bundesgerichtliche Rechtsprechung).
Zutreffend hielt die Vorinstanz fest, dass umso strengere Anforderungen an den
Widerruf einer Niederlassung bzw. an eine Wegweisung zu stellen sind, je länger ein
Ausländer in der Schweiz anwesend war. Dabei ist aber in Betracht zu ziehen, dass die
Wegweisung bzw. Ausweisung selbst gegenüber Ausländern der zweiten Generation,
welche ihr gesamtes Leben in der Schweiz verbracht haben, grundsätzlich zulässig ist
(BGE 122 II 433 ff.). Zutreffend hielt die Vorinstanz unter Berufung auf die
Rechtsprechung des Bundesgerichts fest, dass eine Wegweisung umso eher zulässig
ist, wenn der Ausländer selbst nach längerer Anwesenheit in der Schweiz sich nicht
oder nur wenig integriert hat, hauptsächlich mit Landsleuten zusammen ist, enge
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Beziehungen zu seinem Heimatland pflegt sowie dessen Sprache spricht (E. 3a mit
Hinweis auf BGE 2A.540/2001 vom 4. März 2002).
2.2. Nach dem rechtskräftigen Urteil des Kreisgerichts St. Gallen vom 9. November
2007 gestand der Beschwerdeführer, von ca. Mitte Juli 2006 bis Dezember 2006
zusammen mit S.K. 100 bis 150 Gramm Kokain verkauft zu haben. Ausserdem gestand
er, ab Dezember 2006 bis Ende März 2007 teilweise zusammen mit D.C., teilweise
alleine, bei G.D. rund 1,1 Kilogramm Kokain bezogen zu haben. Davon habe C. rund
700 Gramm an R.M. verkauft, wozu er, S., insbesondere in Form von Übersetzungen
Hilfe geleistet habe. Die restlichen rund 400 Gramm habe er weiter verkauft.
Das Kreisgericht hielt fest, der Angeschuldigte sei zwischen den Bereichen
nichtsüchtiger Händler unterster und mittlerer Kategorie einzustufen, womit die
Einsatzstrafe auf rund 36 Monate festzulegen sei. Strafmindernd wirke sich das
Geständnis, minim straferhöhend die Vorstrafe aus.
In fremdenpolizeilicher Hinsicht ist das Verschulden des Beschwerdeführers als schwer
zu beurteilen. Der Handel mit Kokain im Kilogramm-Bereich stellt eine Straftat dar, die
namentlich auch in fremdenpolizeilicher Hinsicht als sehr schwerwiegend zu beurteilen
ist. Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung ist bei Drogendelikten ein strenger
Massstab anzusetzen (BGE 125 II 527). Erschwerend kommt hinzu, dass der
Beschwerdeführer mit den Drogendelikten während der Probezeit für die achtwöchige
Gefängnisstrafe wegen Fahrens in angetrunkenem Zustand begann. Er liess sich also
von einer Warnstrafe nicht sonderlich beeindrucken. Das Verhalten des
Beschwerdeführers bzw. dessen Straftaten begründen ein gewichtiges öffentliches
Interesse an einer Wegweisung aus der Schweiz.
2.3. Der Beschwerdeführer lebt seit August 1995 und damit seit rund dreizehneinhalb
Jahren in der Schweiz. Der relativ lange Aufenthalt in der Schweiz fällt zu seinen
Gunsten ins Gewicht. Allerdings ist zu berücksichtigen, dass der Beschwerdeführer
trotz des relativ langen Aufenthalts in der Schweiz schlecht integriert ist. Namentlich
gelang es ihm nicht, sich in beruflicher Hinsicht dauerhaft zu integrieren. Eine Lehre
brach er ab, wobei er als Grund angab, er habe keinen Willen zum Lernen in der Schule
gehabt, obwohl er ein guter Schüler gewesen sei und ihn der Lehrbetrieb geschätzt
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habe. Der Beschwerdeführer war während längerer Perioden arbeitslos. Derzeit ist er
als Hilfsarbeiter tätig und lebt bei seinen Eltern.
Zutreffend ist, dass seit der Verurteilung des Beschwerdeführers im November 2007
keine weiteren Straftaten aktenkundig sind. Dies lässt eine Wegweisung allerdings
nicht unverhältnismässig erscheinen. Der Beschwerdeführer war bereits im Jahr 2005
zu einer bedingten Freiheitsstrafe verurteilt worden und liess sich von dieser Warnstrafe
nicht abhalten, weitere Straftaten zu begehen. Ob die erneute bedingte Freiheitsstrafe
den Beschwerdeführer vor weiterer Delinquenz dauerhaft abzuhalten vermag, erscheint
daher fraglich. Namentlich aufgrund der schweren Delinquenz im Drogenbereich
erscheint eine künftige Gefährdung der öffentlichen Ordnung nicht ausgeschlossen.
Hinzu kommt, dass der Beschwerdeführer keine familiären Unterhaltspflichten hat und
als junger Mann im Herkunftsstaat wieder Fuss fassen kann. Zum Herkunftsstaat hatte
er auch während seines Aufenthalts in der Schweiz Kontakt, wie der Ferienaufenthalt
im Jahr 2007 belegt. Da er bei den Drogengeschäften nach eigenen Angaben
Übersetzerdienste leistete, beherrscht er offensichtlich nach wie vor auch die Sprache
des Herkunftsstaats.
2.4. Aufgrund der vorstehenden Erwägungen gelangt das Verwaltungsgericht zum
Schluss, dass der Widerruf der Niederlassung und die Wegweisung aufgrund der
schwerwiegenden Delinquenz und der fehlenden familiären Verpflichtungen trotz des
relativ langen Aufenthalts in der Schweiz und der derzeit stabilen beruflichen Situation
gerechtfertigt und verhältnismässig ist. Folglich ist die Beschwerde als unbegründet
abzuweisen.
3. Dem Verfahrensausgang entsprechend gehen die amtlichen Kosten des
Beschwerdeverfahrens zulasten des Beschwerdeführers (Art. 95 Abs. 1 VRP). Eine
Entscheidgebühr von Fr. 2'000.-- ist angemessen (Ziff. 382 Gerichtskostentarif, sGS
941.12). Sie ist mit dem geleisteten Kostenvorschuss in gleicher Höhe zu verrechnen.
Ausseramtliche Entschädigungen sind nicht zuzusprechen (Art. 98 Abs. 1 VRP).
Demnach hat das Verwaltungsgericht
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