# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 6f1ac0d1-4deb-4837-b7de-e8f9c153d976
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2013
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
1.
1
X._
,
geboren 196
5
, war seit 1. Mai 2008 als Zustellerin bei der
Y._
tätig und in dieser Eigenschaft bei der Schweize
rischen Unfallversicherungsanstalt (SUVA) gegen die Folgen vo
n U
nfällen ver
sichert. Am 11. Mai 2009 stürzte die Versicherte bei der Arbeit auf kiesiger Un
terlage
(Urk. 11/1/1)
.
Dabei zog sie sich eine Fraktur der Grundphalanx am rechten Kleinfinger
sowie eine Prellung des rechten Knies zu
(Urk. 11/2).
Am 27. August 2009 wurde im Spital
Z._
ein
komplexes regionales Schmerzsyndrom (
CRPS
)
an der rechten Hand
unter Einbezug aller Langfinger diagnostiziert
(Urk. 11/7/2)
.
Die
SUVA
erbrachte für die Folgen dieses Ereignisses die gesetzlichen Leistun
gen.
1.2
Mit Verfügung vom 2. Februar
2012
(Urk.
11
/
236
)
sprach
die
SUVA
der Ver
-
sicher
ten
eine
Integritätsentschädigung entspre
chend einer Integritätsein
busse von
7.
5 % zu.
Ein Anspruch auf eine Rente wurde verneint.
Die von der Versicherten am
5. März 2012
erhobene Einsprache (Urk. 11/238
)
, ergänzt
und modifiziert
am 4. April 2012
(Urk. 11/241)
,
wies die
SUVA
mit Entscheid vom
23
.
April 2012
ab (Urk.
11/242
= Urk. 2).
2.
Gegen den Einspracheents
cheid vom 23
.
April 2012
(Ur
k. 2) erhob die Versi
cherte am 23
.
Mai 2012
Beschwerde mit dem Antrag, dieser sei aufzuheben, und es sei
ihr eine Invalidenrente auf der Basis eines Invaliditätsgrades von min
destens 10
%
ab 1. November 2011 zuzusprechen. Ferner sei ihr eine Integri
tätsentschädigung auf der Basis eines Grades von mindestens 10
%
zuzuspre
chen
(Urk. 1 S. 2).
Mit Beschwerdeantwort vom 12
.
Juni 2012 (Urk. 10
) schloss die
SUVA
auf Ab
weisung der Beschwerde.
Mit Verfügung vom 5. Juli 2012
wurde das Gesuch vom 23. Mai 2012 um unentgeltliche Rechtsvertretung bewilligt (Urk. 12). Mit Replik
vom 15. November 2012 (Urk. 14)
und Duplik
vom 21. Dezember 2012 (Urk. 18)
hielten die Parteien an ihren Anträgen fest. Der Beschwerdeführerin wurde hierauf die Duplik
vom 21. Dezember 2012 am 7. Januar 2012 zur K
enntnisnahme zuge
stellt (Urk.
1
9).
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Nach Art. 10 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG) hat die versicherte Person Anspruch auf die zweckmässige Behandlung ihrer Un
fallfolgen.
Ist sie infolge des Unfalles voll oder teilweise arbeitsunfähig (
Art.
6 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG), so steht ihr gemäss
Art.
16 Abs. 1 UVG ein Taggeld zu. Wird sie infolge des Unfalles zu mindestens 10 Prozent invalid (
Art.
8 ATSG), so hat sie An
spruch auf eine Invalidenrente (
Art.
18 Abs. 1 UVG). Der Rentenanspruch ent
steht, wenn von der Fortsetzung der ärztlichen Behandlung keine namhafte Besserung des Gesundheitszustandes erwartet werden kann und allfällige Ein
gliederungsmassnahmen der Invalidenversicherung abgeschlossen sind. Mit dem Rentenbeginn fallen die Heilbehandlung und Taggeldleistungen dahin (
Art.
19 Abs. 1 UVG).
Ist
die versicherte Person infolge des
Unfalls
zu mindestens 10 Prozent invalid (
Art.
8 ATSG), so hat sie gemäss
Art.
18 Abs. 1 UVG Anspruch auf eine Invali
denrente. Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (
Art.
8 ATSG). Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (
Art.
16 ATSG; vgl. BGE 130 V 121)
.
1.2
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorak
ten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zu
sammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
1.3
Auch den Berichten und Gutachten versicherungsinterner Ärzte und Ärztinnen kommt Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar be
gründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zu
verlässigkeit bestehen. Die Tatsache allein, dass der befragte Arzt oder die be
fragte Ärztin in einem Angestelltenverhältnis zum Versicherungsträger steht, lässt nicht schon auf mangelnde Objektivität und auf Befangenheit schliessen. Es bedarf vielmehr besonderer Umstände, welche das Misstrauen in die Unpar
teilichkeit der Beurteilung objektiv als begründet erscheinen lassen. Im Hinblick
auf die erhebliche Bedeutung, welche den Arztberichten im Sozialversiche
rungsrecht zukommt, ist an die Unparteilichkeit des Gutachters oder der Gut
achterin allerdings ein strenger Massstab anzulegen (RKUV 1999 Nr. U 356 S. 572; BGE 122 V 157 E. 1c; vgl. auch BGE 123 V 331 E. 1c).
1.4
In Bezug auf Berichte von Hausärzten darf und soll das Gericht der Er
fahrungs
tatsache Rechnung tragen, dass Hausärzte mitunter im Hinblick auf ihre auf
trags
rechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Pati
e
nten aussagen (BGE 125 V 353 E
. 3b/cc).
2.
2.1
Strittig und zu prüfen ist
der Invaliditätsgrad der Beschwerdeführerin.
Des Weite
ren ist die Höhe der Integritätsentschädigung strittig
(vgl. hierzu E.
7
)
.
2.2
Die Beschwerdegegnerin ging gestützt auf die Beurteilung durch die Kreisärztin
Dr.
med.
A._
vom
26.
Oktober 2011 davon aus, dass der
Beschwerde
führerin eine leichte, manuell angepasste Tätigkeit mit maximaler Gewichtsbe
lastung von 5 kg und seltenen Krafteinsätzen bis 10 kg ganztags zumutbar sei. Sie ermittelte das Invalideneinkommen mittels Lohnangaben aus der Doku
mentation von Arbeitsplätzen (DAP)
.
Dabei errechnete sie einen das Validenein
kommen von Fr. 59‘305.-- übersteigenden Invalidenlohn von Fr. 59‘699.60, weshalb kein Anspruch auf eine Rente ausgewiesen sei. Die von der Beschwer
deführerin gegenüber den DAP-Profilen erhobenen Einwände seien unerheblich (Urk. 2 S. 4 ff. E. 3).
2.3
Demgegenüber wandte die Beschwerdeführerin im Wesentlichen ein,
das Invali
deneinkommen könne vorliegend nicht gestützt auf die DAP-Profile berechnet werden. Die aufgeführten Arbeitsplätze seien der Beschwerdeführerin nicht zu
mutbar, da sie nicht in der Lage sei, feinmotorische Tätigkeiten auszuführen.
Vielmehr sei das Invalideneinkommen aufgrund von Tabellenlöhnen zu ermit
teln. Gemäss der Lohnstrukturerhebung 2008
habe
der durchschnittliche Lohn der Frauen, die einfache und repetitive Tätigkeiten ausübten,
monatlich
Fr. 4‘116.--
betragen
, weshalb sich das Invalideneinkommen zuzüglich Teue
-
rung auf Fr. 51‘034.
--
belaufe. Davon sei ein Abzug von mindestens 15
%
vorzu
nehmen,
so dass ein
Invalideneinkommen
von
Fr. 43‘380
.--
resultiere (Urk. 1 S. 4 ff.)
. Die Beschwerdeführerin habe in einem Brief vom 20. Juni 2011 ihre Be
einträchtigungen pr
äzisierend festgehalten. Das vom SUVA-
Kreisarzt
Dr.
med.
B._
am 6. Mai 2011
postulierte Zumutbarkeitsprofil sei absolut unrea
listisch. Die Beschwerdeführerin sei in ihrer jetzigen Tätigkeit im Post
-
betrieb
der
C._
erheblich eingeschränkt.
Praktisch jede Sekretariats- oder Bürotä
tigkeit verlange das
Einsetzen beider Hände (Urk. 14 S. 2 ff.).
3.
3.1
Die Beschwerdeführerin stürzte am 11. Mai 2009
beim Verteilen von Briefen auf kiesigem Boden und verletzte sich dabei an der rechten Hand und am Knie
(Urk. 11/1/1). Die erste Behandlung fand
gleichentags im Spital
Z._
statt (
Urk. 11/2). Es wurde eine Fraktur an der Grundphalanx am rechten Kleinfinger dia
gnostiziert.
In der Folge
stellte sich ein CRPS der Langfinger ein, vor allem die Finger III-V betreffend (vgl. Urk. 11/7/2
, Urk. 11/16
). Die Beschwerdeführerin war
in der Folge z
u 100
%
arbeitsunfähig (vgl. Urk. 11/9.1
, Urk. 11/15, Urk. 11/16
, Urk. 11/23-24
).
3.2
Am 18. Dezember 2009 erfolgte eine kreisärztliche Untersuchung durch
Dr.
med
. B._
,
Facharzt FMH für orthopädische Chirurgie
(Urk. 11/19/1-
3)
.
Dabei hielt er fest, dass die am 11. Mai 2009 zugezogene Prellung des rechten Knies längst abgeheilt sei. Die undislozierte Fraktur an der Grund
phalanx am rechten Kleinfinger sei in guter Stellung konsolidiert. Es habe sich ein CRPS der Langfinger eingestellt, vor allem die Finger III-V betreffend. Laut Beschwerdeführerin habe sich die Trophik gebessert, die livide Verfärbung wie die Lanugobehaarung seien verschwunden. Das Unterhautgewebe sei induriert, entsprechend sei die Beweglichkeit der drei Langfinger schlecht. Daran werde gearbeitet
(Urk. 11/19/3)
.
Die Daumen beweg
t
en beidseits frei. Der Spitzgriff I/II sei auch recht kräftig
(Urk. 11/19/2)
.
Die Beschwerdeführerin mobilisiere die Finger bestmöglich selber, da gewaltsa
mes Mobilisieren höchstens Rückschritte bringe. Eine wöchentliche Ergothera
piesitzung erscheine ausreichend. Eine Indikation für eine stationäre Behand
lung bestehe nicht
(Urk. 11/19/3)
.
Die Beschwerdeführerin arbeite vorerst zu therapeutischen Zwecken etwa zwei Stunden pro Tag im Verteilzentrum der
Y._
. Sie werde im Innen
dienst eingesetzt und sortiere Briefe, wobei sie leichte
Briefe
mit der rechten Hand halten könne (
Urk. 11/19/1
). Es resultiere wohl nicht vor März eine pro
duktive Leistung in der Briefverteilung und Zustellung (
Urk. 11/19/3
).
3.3
Die
Hausärztin
Dr.
med.
C._
, FMH
Allgemeine Medizin, berichtete am 31. März 2010 über den Verlauf und hielt fest, dass sich die Beschwerden unter Ergotherapie und medikamentöser Schmerzversorgung kaum gebessert hätten. Es bestünden nach wie vor Schmerzen bei Belastung der rechten Hand.
Sie hielt
eine 20%ige Wiederaufnahme der Arbeit ab dem 6. April 2010 fest (Urk. 11/26/1-2). Ab 20. Mai 2010
attestierte
Dr.
C._
eine
30%ige Ar
beitsfähigkeit (
Urk. 11/
28
,
Urk. 11/31
-32
und Urk. 11/34/1
), worauf die
Be
schwerdeführerin ihr Arbeitspensum zu therapeutischen Zwecken
in der Post
sortierung
erhöhte (vgl. Urk. 11/27
, vgl. auch Urk. 11/33/1). Ab 10. August 2010 attestierte
Dr
.
C._
eine Arbeitsfähigkeit von 40
%
(Urk. 11/36,
Urk. 11/50), worauf die Beschwerdeführerin ihr Arbeitspensum wiederum erhöhte (vgl. Urk. 11/42 und Urk. 11/48). Ab
1. November
2010 steigerte d
ie
se
die Ar
beitsfähigkeit auf 50
%
gemäss dem Attest durch
Dr.
C._
(50
%
Arbeit
s
fä
h
i
gkeit ab 25. Oktober 2010; Urk. 11/55).
Die Arbeitseinsätze erfolgten in ange
passten Tätigkeiten in der Postsortierung (vgl. Urk. 11/63).
3.4
Am 1
2.
November 2010 erfolgte erneut eine kreisärztliche Untersuchung durch
Dr
.
B._
(Urk.
11/66-71)
. Die Beschwerdeführerin schilderte ihm gegen
über, dass die rechte Hand nach wie vor nur begrenzt einsetzbar sei. Eigentlich könne nur der Daumen und der Zeigefinger wirkungsvoll gebraucht werden. Bei der Bedienung von Tastaturen setze sie nur diese beiden Finger der rechten Hand ein. Nach einer halben Stunde müsse sie eine Pause einlegen. Momentan arbeite sie etwa vier Stunden pro Tag. Sie fülle die Po
stfächer und habe eine T
our
zu Fuss z
u bewältigen, wobei sie einen einachsigen Wagen schiebe
(S. 1 f.)
.
Dr.
B._
hielt nach der Befunderhebung
(S. 2ff.)
fest, die Beweglichkeit der Langfinger der rechten
Hand habe sich seit seiner letzten Untersuchung vom 18. Dezember 2009 nur leicht verbessert
. Fürs erste würde er an einem Arbeits
pensum von 50
%
festhalten. Bei gegebenen Möglichkeiten wäre die Einsatzzeit vorerst auf maximal 70
%
zu steigern, falls die Hand dies zulasse (S. 5 f.).
3.5
Dr.
C._
attestierte
der Beschwerdeführerin weiterhin eine Arbeitsfähigkeit von 50
%
(vgl. Urk. 11/82, Urk. 11/93, Urk. 11/114
, Urk. 11/126
), dies in einer angepassten Tätigkeit (vgl. Urk.
11/111).
3.6
Das Arbeitsverhältnis zwischen
der
Y._
und der
Beschwer
-
defüh
rerin wurde per 31. Mai 2011 im gegenseitigen Einvernehmen aufgelöst, da es der Arbeitgeberin nicht möglich war, der Beschwerdeführerin eine langfristige, leidensangepasste Tätigkeit anzubieten (Urk. 11/147-148).
3.7
Am 29. April 2011 erfolgte die kreisärztliche Abschlussuntersuchung durch
Dr.
B._
(Urk. 11/140-142)
.
Im diesbezüglichen Bericht vom 6. Mai 2011 hielt
Dr.
B._
fest,
d
ie Beschwerdeführerin
habe ausgeführt
, dass sich der Zustand der rechten Hand kaum mehr verändert habe. Die Ergotherapie sei ein
gestellt, wodurch aber keine Verschlechterung der Funktion eingetreten sei. Auch brauche sie keine Medikamente. Die Beweglichkeit der Mittel-, Ring- und Kleinfinger der rechten Hand sei immer noch eingeschränkt, einen vollen
Faus
t
schluss könne sie nicht
ausführen
. So habe sie entsprechend verringert Kraft beim Zupacken und auch die Geschicklichkeit sei leicht verringert. Die dafür wichtigsten Finger, der Daumen und der Zeigefinger, seien nicht beein
trächtigt. Eine Tastatur könne sie nach wie vor im Zehnfingersystem bedienen.
Sie schreibe allerdings sowohl von Hand als auch am Computer zeitlich etwas limitiert
(S. 2)
.
Dr
.
B._
befand
die Trophik von Daumen und Zeigefinger als unauffäl
lig. Daumen und Zeigefinger rechts seien frei beweglich. Die Finger III-V der rechten Hand zeigten indes Einschränkungen. Auch auf den Funktionsaufnah
men seien keine wesentlichen Unterschiede zur Befunderhebung vom November 2010 eingetreten
(S. 2 f.)
.
An der rechten Hand habe sich nach dem Unfall vom 11. Mai 2009 ein CRPS eingestellt, das heute in der chronischen Phase sei. Es blieben Funktionsein
schränkungen der ulnaren drei Finger der rechten Hand mässigen Grades. So könnten sie vor allem nicht zur vollen Faust eingeschlagen werden. In weitge
hend gestreckter Stellung seien sie ordentlich einsetzbar. Das Schreiben im Zehnfingersystem gelinge, wenn auch verlangsamt. Eigentliche Schmerzen be
stünden nicht, daher nehme die Beschwerdeführerin auch keine Medikamente ein. Die Behandlung könne abgeschlossen werden.
Die mögliche Belastbarkeit sei wie folgt einzuschätzen:
Faustschlusskraft verringert, Gewichte bis etwa 8 Kilogramm könnten gehandhabt werden, die Geschicklichkeit sei leicht beein
trächtigt. Bei komplexen Manipulationen sei mit einer leichten Verlangsamung zu rechnen, genauer quantifizierbar sei dies nicht. Auf die rechte Hand wir
kende starke Schläge und Vibrationen seien zu vermeiden (S. 3).
3.8
Die Beschwerdeführerin nahm zum Abschlussbericht
des
Dr.
B._
mit
Schreiben vom 20. Juni 2011 Stellung und führte ihre Probleme bei der Hausar
beit genauer aus. Sodann hielt sie fest, dass sie die rechte Hand überhaupt nicht zu einer Faust bekomme, auch nicht mit extremem Kraftaufwand. Bewegungs
fähig seien nur noch der Daumen und der Zeigefinger. Mit der rechten Hand könne sie keine 8 Kilogramm mehr heben. Sie benütze meist nur noch die linke Hand zum Tragen schwererer Lasten
, doch mit der linken Hand habe sie nicht die gleiche Kraft wie früher mit der gesunden rechten. Die rechte Hand könne sie ferner für Tätigkeiten, die
ein gewisses
Geschick erforderten, nicht mehr ge
brauchen. Sie habe sehr wohl immer noch Schmerzen, aber sie versuche, damit zu leben (Urk. 11/168-169).
3.9
Zu den Einwendungen der Beschwerdeführerin nahm
Dr
.
B._
am
21. Juni 2011 Stellung und führte dabei aus, dass die Faustschlusskraft mit dem Gerät bestehend aus einem Handgriff und dem
Zifferblatt gemessen worden sei.
Sie habe dabei rechts einen Wert von 12-14
kp erreicht, habe
daher mit dieser Kraft die Finger gegen die Handballen gedrückt. Ein vollständiger Faustschluss sei dabei nicht nötig.
Daraus habe er geschlossen, dass das Gewicht bei etwa 8 Kilogramm festgehalten werden könne. Was die Geschicklichkeit anbelange, habe sie ausgesagt, dass das Bedienen einer Tastatur im Zehnfingersystem noch möglich sei, so dass nicht von einer stark verminderten Geschicklichkeit gespro
chen werden könne. Er sehe keine Veranlassung für eine neue Einschätzung (Urk. 11/170-171).
3.10
Dr
.
C._
attestierte
der Beschwerdeführerin weiterhin eine Arbeitsfähigkeit von 50
%
in einer angepassten Tätigkeit (Urk. 11/172-173
, Urk. 11/189,
Urk. 11/200, Urk. 11/202
).
3.11
Vom 16. Mai bis 14. Juni 2011 erfolgte eine ambulante berufliche Abklärung hinsichtlich Stellenvermittlung und Klärung des Eingliederungspotentials in der
Rehaklinik
E._
(Urk.
11/177-183)
. Gemäss Bericht vom 20. Juni 2011 sei
en
die Leistungsbereitschaft, der Wille und die Ausdauer der Beschwerdeführerin während der Abklärungswochen mustergültig gewesen
(S. 1)
. Erfreulicherweise hätten sich ihre Stärken mit den beruflichen Interessen in den Bereichen Büro, Administration und Sachbearbeitung gedeckt
(S. 4)
, wobei es sich hier um ein
fache Büroarbeiten nach Vorgabe gehandelt habe
(S. 2)
.
Bei den vorgelegten körperlich leichten, wechselbelastenden, vorwiegend im Sitzen zu verrichtenden Tätigkeiten sei keine Einschränkung der Leistungsfähigkeit erkennbar gewesen. Sie habe auch keine zusätzlichen Pausen eingelegt (S. 3). Das handwerkliche Geschick wurde als gut beurteilt. Sie habe im Allgemeinen sorgfältig gearbeitet. Die Quantität sei leicht verlangsamt gewesen (S. 6).
Gegen Ende der Abklärung habe sie die Zeit genutzt, um im Internet nach Stellen zu suchen. Die Beschwer
deführerin benötige eine neue, angepasste Arbeitsstelle.
Die Chance auf eine Anstellung sei gut (S. 2).
3.12
Die Beschwerdeführerin schloss in
der Folge mit der
C._
einen
Ar
beitsvertrag per 1. September 2011, wobei der Einsatz in der internen Post per Abruf erfolgt (Urk. 11/196-199
= Urk. 8/1
) und gemäss Angaben der Beschwer
deführerin einem Umfang von etwa 50
%
entsprä
che
und gut zu bewältigen sei (Urk. 11/208).
3.13
Am 26. Oktober 2011 erfolgte die ärztliche Abschlussuntersuchung durch Kreis
ärztin
Dr.
med.
A._
Fachärztin für Chirurgie FMH
(Urk. 11/214-219)
. Dabei habe die Beschwerdeführerin ausgeführt, dass sich eigentlich be
treffend die Handsituation seit der letzten kreisärztlichen Untersuchung durch
Dr
.
B._
keine Veränderung ergeben habe. Die aktuell ausgeübte Tätig
keit bei der
C._
gefalle ihr gut
,
und sie könnte sich eine Aufstockung auf 70
%
vorstellen.
Ein
100%iges Arbeitspensum
sei eher unrealist
i
sch, weil
sie zum Teil Kisten über 5 Kilo
gramm
zum Einsortieren reichen
müsse und
auch immer wieder Postwagen bewegt werden müssten, die teilweise beladen 40-50 Kilogramm schwer seien
(S. 2 f.)
.
Nach erhobenen Befunden
(S. 3 f.)
führte
Dr.
A._
aus,
dass bei der heutigen klinischen Untersuchung die rechte Hand ein CRPS in der chronischen Phase aufweise. Es könne eine Bewegungseinschränkung des Mittel-, Ring- und Kleinfingers dokumentiert werden, ebenso eine verminderte Kraft im Bereich der rechten Hand im Seitenvergleich bei Rechtsdominanz. Der Faustschluss sei rech
ts inkomplett
(S. 5)
.
In der aktuellen Tätigkeit
bei der
C._
arbeite die
Beschwerdeführerin etwa zu 50
%
. Auf Grund der Tätigkeitsbeschreibung durch die Beschwerde
führerin sei die Arbeit nicht ideal, so dass mit einer Einschränkung von 20
%
gerechnet werden müsse, da das Schieben des Postwagens von 40 bis 50 Kilo
gramm wie auch das Heben von mehre
r
en Kisten à 5 Kilogramm die Leistungs
fähigkeit der rechten Hand übersteige. Sämtliche repetitiven Tätigkeiten seien für die rechte Hand nicht geeignet.
Eine leichte, manuell angepasste Tätigkeit mit einer maximalen Gewichtsbelastung von 5 Kilogramm und seltenen Krafteinsätzen bis 10 Kilogramm, sei ganztags zumutbar. Nicht zumutbar seien kraftvolle Zug-, Stoss- und Drehbewegungen sowie repetitive Arbeitsvorgänge, Vibrationen und Schläge mit der rechten Hand (S. 5).
3.14
Gemäss einer Telefonnotiz vom 16. Dezember 2011 arbeite die Beschwer
-
deführe
rin seit etwa vier Wochen an einem reinen Computer-Arbeits
platz bei der
C._
. Sie kontrolliere
in Deutsch abgefasste Verträge. Auf
grund ihrer guten Arbeitsleistung würde man sie gerne zu 100
%
anstellen
(Urk. 11/231). Aus einem E-Mail der Beschwerdeführerin vom 28. Januar 2012 geht hervor, dass sie zu 100
%
arbeite (Urk. 11/232, vgl. auch Urk. 11/235).
3.15
Dr.
med
.
F._
,
Oberarzt
am
G._
, Klinik für Plastische
Chirurgie und Handchirurgie,
führte in seinem Gutach
t
en vom 27. Februar 2012 aus, ein kräftiger Faustschluss
der rechten Hand
sei nicht möglich. Die Kraft
messung habe 8 Kilogramm ergeben, im Vergleich zur gesunden linken Seite mit 20 Kilogramm. Die Greifkraft der rechten Hand sei demnach deutlich ver
mindert. Dies bedeute für praktische Arbeiten, dass die Beschwerdeführerin eventuell leichtere Tätigkeiten mit Daumen und Zeigefinger der rechten Hand ausführen könne, aber jegliche schwere Belastung oder auch eine feine manu
elle Tätigkeit stark vermindert seien. Beim Mittelfinger bestehe eine Funktions
beeinträchtigung von 10
%
, beim Ringfinger von 50
%
und beim kleinen Finger von 60
%
. Die gesamte Funktion der rechten Hand sei um etwa 25
%
einge
schränkt. Die Beschwerdeführerin leide unter deutlichen Schmerzen der
ganzen rechten Hand. Ein wesentlicher Befund zeige sich auch in einer Maximalbelas
tung der rechten Hand von 2 Kilogramm. Nach wenigen Minuten träten Schmerzen der Stärke vier ein (Urk. 11/240).
4.
4.1
Unstreitig und ausgewiesen ist die Beschwerdeführerin seit dem Unfall vom
11. Mai 2009 in ihrer Arbeitsfähigkeit bezogen auf ihre Tätigkeit als Zustellerin bei
der
Y._
eingeschränkt. Die Beschwerdegegnerin stellte zur Be
urteilung der Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit vorwiegend auf die Beurteilung durch die Kreisärztin
Dr.
A._
(vgl
. vorstehend E.
3.13
) ab.
4.2
Die Würdigung der medizinischen Akten ergibt, dass die Beurteilung der Kreis
-
ärz
tin
Dr.
A._
vom
26. Oktober 2011
für die Beantwortung der hier strittigen Frage des
noch
zumutbaren
Arbeitsprofils und
des Umfangs der dies
bezüglichen Restarbeitsfähigkeit
umfassend und nachvollziehbar ist und die ge
klagten Beschwerden sowie sämtliche Befunde in angem
e
ssener Weise berück
sichtigt.
Auch stimmt sie im Wesentlichen mit der Beurteilung durch
Dr.
F._
und des Kreisarztes
Dr.
B._
überein.
So ist unbestrittenermassen von ei
ner Einschränkung der Beweglichkeit des Mittel-, Ring- und des kleinen Fingers
der rechten Hand auszugehen
(vgl. Urk. 11/216-215, Urk. 11/240, Urk. 11/140)
, wobei die Einschränkung des kleinen Fingers am grössten ist.
Demgegenüber sind die beiden wichtigsten Finger der rechten Hand, der Daumen und der Zei
gefinger, uneingeschränkt beweglich. Der Beschwerdeführerin ist es sodann unmöglich, die rechte Hand vollständig zu einer Faust zu schliessen.
Des Wei
teren ist von einer verminderten Kraft der rechten Hand auszugehen. Die Kraft
messung mittels Handdynamometer ergab
anlässlich der Untersuchung durch
Dr
.
A._
rechts ein Ergebnis von 8 kp
(Urk. 11/216)
. Anlässlich der Untersu
chung durch
Dr.
B._
vom
29. April 2011
waren dies noch 12 bis 14 kp
(Urk. 11/140), woraus dieser schloss, der
Beschwerdeführerin
sei es noch zu
mutbar, Gewichte bis 8 Kilogramm zu heben
(vgl. auch Urk. 11/
171)
. Dies be
stritt die Beschwerdeführerin mit Schreiben vom 20. Juni 2011 (Urk. 11/169). Die spätere Untersuchung durch
Dr.
A._
hat nun gegenüber derjenigen durch
Dr.
B._
eine geringere Kraft
einwirkung
e
rgeben, weshalb
Dr.
A._
folgerichtig auf eine maximale Gewichtsbelastung von fünf Kilo
gramm schlos
s (Urk. 11/215).
Daran ändert auch die Beurteilung durch
Dr.
F._
nichts,
der von einer
Maximalbelastung von zwei Kilogramm sprach, da die Beschwerdeführerin bei schwerer Belastung starke Schmerzen verspüre. Ansonsten
berichtete
er von einer Kraftmessung von acht Kilogramm rechts. Dass die Kraft der rechten Hand
im Vergleich
z
ur gesunden Gegenseite
vermin
dert ist, ist
nach Gesagtem
erwiesen.
So sind der Beschwerdeführerin als Rechtshänderin jegliche schwere Belastungen nicht mehr zumutbar. Nicht zu
mutbar sind auch kraftvolle Zug-, Stoss- und Drehbewegungen sowie repetitive Arbeitsvorgänge, Vibrationen und Schläge mit der rechten Hand
(Urk. 11/215, vgl. auch Urk. 11/140)
.
Eine diese Einschränkungen berücksichtigende manuell leichte Tätigkeit ist der Beschwerdeführerin indes vollumfänglich zumutbar.
4.3
Auf die abweichende Beurteilung der Arbeitsfähigkeit durch
die Hausärztin
Dr
.
C._
,
welche
die Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit auf 50
%
einschätzte, kann demgegenüber nicht abgestellt werden. So nannte sie in ihren Attesten einzig die Diagnose und legte weder die erhobenen Befunde dar, noch nahm sie eine nachvollziehbar begründete und durch Befunde untermau
erte medizinisch-theoretische Beurteilung der Arbeitsfähigkeit vor. Sodann han
delt es sich bei
Dr.
C._
um keine Fachärztin. Abgesehen davon rechtfertigt nicht zuletzt ihre auftragsrechtliche
Vertrauensstellung eine gewisse Zurück
haltung bei der Würdigung ihrer Beurteilung
(vgl. vorn E.
1.4
).
4.4
Demnach ist von einer 100%igen Arbeitsfähigkeit in einer angepassten, dem durch
Dr
.
A._
umschriebenen Arbeitsprofil entsprechenden Tätigkeit auszu
gehen. Bezüglich des Einwandes der Beschwerdeführerin, ihr sei es
gestützt auf
Dr.
F._
zudem
unmöglich,
feinmotorische Tätigkeiten
auszuüben
(vgl. Urk. 1 S. 4 ff., Urk. 14 S. 2 ff.)
,
und dass sie entgegen der Auffas
s
ung der Beschwerde
gegnerin
bei ihrer jetzigen Tätigkeit im Versand
wie
auch bei jeder anderen Sekretari
a
tsarbeit
, insbesondere auch bei Schreibarbeiten,
erheblich einge
schränkt sei
(vgl. Urk. 14 S. 4 f.)
,
ist anzumerken, dass gestützt auf die gesamte Aktenlage
davon aus
gegangen werden kann
, dass Tätig
keiten, die
anspruchs
volle
feinmotorische Arbeiten be
inhalten,
für die Beschwerdeführerin
dann
nicht geeig
n
et sind, wenn auch der Mittel-, Ring- und der kleine Finger
der rechten Hand
eingesetzt werden müssten. Mit dem Daumen und dem Zeigefin
ger der rechten Hand kann sie aber unstrittig leichtere manuelle Tätigkeiten ausüben. Die Berufsabklärung
in
der Rehaklinik
E._
hat denn auch aufge
zeigt, dass d
er Bereich
Büro/Administration/Sachbearbeitung
nicht nur den In
teressen der Beschwerdeführerin entspr
icht
, sondern dass sie in diesem Bereich, wenn es sich um einfache Büroarbeiten hande
lt
, die körperlich leicht, wechsel
belastend
und
vorwiegend im Sitzen zu verrichten s
ind
, voll einsetzbar ist.
Das handwerkliche Geschick wurde sodann ausdrücklich als gut beurteilt und die Arbeitsweise als sorgfältig. Einzig die Quantität
ist
leicht verlangsamt gewesen (vgl. vorn E. 3.11).
Dr.
B._
hält
ferner
in seinem Bericht
vom 6. Mai 2011
fest, die Beschwerdeführerin habe ihm gegenüber ausgeführt, dass sie noch in der Lage sei, die Tastatur im Zehnfingersystem zu bedienen
, wenn auch zeitlich
verlangsamt
.
Bei komplexen Manipulationen sei demnach mit einer leichten Verlangsamung zu rechnen. Diese Feststellung entspricht dem Ergebnis der Berufsabklärung. Der Umstand, dass die Beschwerdeführerin offenbar nun
mehr
bei der
C._
an
einem reinen Computer-Arbeitsplatz arbeite
t
und
gute Arbeitsleistungen erbringt
(vgl. vorn E. 3.14)
, weist ebenfalls darauf hin, dass die Beschwerdeführerin bezüglich Schreibarbeiten und feinmotorischem Geschick nicht derart eingeschränkt ist, wie sie beschwerdeweise
vorbringt
.
Daran ändert auch die Beurteilung durch
Dr
.
F._
nichts
, der lediglich fest
hält, dass eine feine manuelle Tätigkeit stark vermindert sei
(vgl. vorn E. 3.15)
. Diese Feststellung entspricht nicht der beruflichen Abklärung.
In Berücksichti
gung sämtlicher Umstände k
ann
wohl
von
einer leichten Beeint
rächtigung der Geschicklichkeit und einer
leichten Verlangsamung bei komplexeren Manipula
tionen
ausgegangen w
erden.
Wie bereits ausgeführt (vgl. E. 4.2), ist der Be
schwerdeführerin eine solch angepasste Tätigkeit vollumfänglich zumutbar.
5.
5.1
Bei der Bemessung des ohne Invalidität erzielbaren Einkommens (Validen
-
einkom
men) ist entscheidend, was die versicherte Person im Zeitpunkt des frühest möglichen Rentenbeginns nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit als Gesunde tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkom
mensentwicklung angepassten Verdienst angeknüpft, weil es der Erfahrung entspricht, dass die bisherige Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden fortgesetzt worden wäre. Ausnahmen müssen mit überwiegender Wahrscheinlichkeit er
stellt sein (BGE 129 V 222 E. 4.3.1 S. 224; Urteil 8C_423/2007 vom 18. März 2008, E. 3.5 mit Hinweisen).
5.2
Die Beschwerdegegnerin ging bei der Festsetzung des hypothetischen Validen
-
ein
kommens davon aus, dass die Beschwerdeführerin ohne Gesund
heitsschaden weiterhin als Zustellerin bei der
Y._
tätig sein würde.
Sie setzte daher das
Valideneinkommen gestützt auf die Angaben der
Y._
(vgl. Urk. 11/203) auf Fr. 59‘305.
--
für das Jahr 2011
fest
, was nunmehr unbestritten ist (Urk. 14 S. 2).
Davon ist vorliegend auszugehen.
6.
6.1
Für die Bestimmung des Invalideneinkommens ist primär von der beruflich-er
werblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte Person konkret steht.
Übt sie nach Eintritt der Invalidität keine oder jedenfalls keine ihr an sich
zumutbare neue Erwerbstätigkeit aus, so können nach der Rechtsprechung ent
weder Lohnangaben aus Tätigkeitsprofilen der Dokumentation über Arbeits
plätze (DAP) oder Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für Statistik peri
odisch herausgegebene
n Lohnstrukturerhebungen (LSE)
herangezogen werden (BGE 126 V 75 f. E. 3b/aa und bb, vgl. auch BGE 129 V 472 E. 4.2.1). Zieht man Tabellenlöhne heran, so wird für die Invaliditätsbemessung praxisgemäss auf die standardisierten Bruttolöhne (Tabellengruppe A) abgestellt (BGE 129 V 472 E. 4.2.1 mit Hinweis), wobei jeweils vom so genannten Zentralwert (Median) auszugehen ist. Bei der Anwendung der Tabellengruppe A gilt ausserdem zu berücksichtigen, dass ihr generell eine Arbeitszeit von 40 Wochenstunden zu
grunde liegt, weshalb der massgebliche Tabellenlohn auf die entsprechenden betriebsübliche Wochenarbeitszeit aufzurechnen ist (BGE 129 V 472 E. 4.3.2, 126 V 75 f. E. 3b/bb, 124 V 321 E. 3b/aa; AHI 2000 S. 81 E. 2a).
Legt man der Berechnung des Invalidene
inkommens DAP-Profile zugrunde,
haben diese rechtsprechungsgemäss bestimmte Voraussetzungen in quantitati
ver und qualitativer Hinsicht zu erfüllen, um bei der Invaliditätsbemessung be
rücksichtigt werden zu können
. So stellt das Abstellen auf DAP-Löhne voraus, dass, zusätzlich zur Auflage von mindestens fünf DAP-Blättern, Angaben ge
macht werden über die Gesamtzahl der auf Grund der gegebenen Beeinträchti
gung in Frage kommenden dokumentierten Arbeitsplätze, über den Höchst- und den Tiefstlohn sowie über den Durchschnittslohn der entsprechenden Gruppe
(BGE 129 V 478 ff. E. 4.2.2
).
6.2
Die Beschwerdegegnerin ermittelte vorliegend das Invalideneinkommen mittels Lohnangaben aus der DAP,
wobei sie fünf DAP-Blätter auflegte und zusätzlich angab, dass insgesamt 29 der dokumentierten Arbeitsplätze aufgrund der Be
hinderung der Beschwerdeführerin in Frage kämen. Sie führte sämtliche 29 Ar
beitsplätze namentlich
und
unter Erwähnung des jeweiligen minimalen und maximalen Lohnes sowie des Durchschnittlohnes auf. Sodann hielt
sie fest, dass sich
der Minimallohn
gesamthaft
auf Fr. 42‘900.--, der Maximallohn auf
Fr. 72‘090.
--
und der Durchschnittslohn auf Fr. 56‘877
.
--
belaufe (Urk. 11/229 Blatt 1
bis 3).
Damit genügte sie grundsätzlich den formellen Anforderungen, welche rechtsprechungsgemäss an die Ermittlung des Invalideneinkommens mittels DAP-Löhne gestellt werden.
6.3
6.3.1
Strittig und zu prüfen ist nun, ob die fünf DAP-Profile, auf die sich die Be
-
schwer
degegnerin bei der Ermittlung des Invalideneinkommens stützte, der Behinderung der Beschwerdeführerin in genügender Weise Rechnung tragen.
6.3.2
Bei der
DAP Nr. 9980
(Urk. 11/229 Blatt 4 bis Blatt 7)
handelt es sich um eine Tätigkeit in der Qualitätskontrolle von Schinkengipfel, die darin besteht, dass die Mitarbeiterin optisch kontrolliert, ob die Schinkengipfel richtig gerollt wor
den sind, ansonsten sie d
ie
Schinkengipfel vom Förderband entfernt. Dabei handelt es sich um eine körperlich leichte Tätigkeit, bei der nur manchmal sehr leichte Gegenstände (Schinkengipfel) gehoben werden müssen, wobei Beidhän
digkeit nicht erforderlich ist.
Das leichte
beziehungsweise feinmotorische
Han
tieren mit Gegenständen ist ebenfalls nur manchmal erforderlich. Damit ent
spricht diese Tätigkeit dem Anf
o
r
derungsprofil einer angepassten Arbeit
(vgl. vorn E. 4.2 und
E.
4.4)
.
Mit der Beschwerdegegnerin ist festzuhalten, dass die fehlerhaften Schinkengipfel sowohl mit der linken Hand als auch mit den un
eingeschränkt einsetzbaren Daumen und Zeigefinger der rechten Hand entfernt werden könnten (vgl. Urk. 10 S. 4).
Der pauschale Einwand der Beschwerde
führerin, diese Arbeit erfordere leicht feinmotorische Tätigkeiten, welche ihr nicht zumutbar seien
(Urk. 1 S. 4)
, greift ins Leere, zumal – wie aufgezeigt – der Beschwerdeführerin durchaus gewisse feinmotorische Tätigkeiten zumutbar sind (vgl. vorn E. 4.4).
6.3.3
Das
von der Beschwerdegegnerin herangezogene
DAP-Profil Nr. 5485
(Urk. 11/229 Blatt 8 bis
Blatt
11)
betreffend eine Tätigkeit in der Qua
-
litätskontrolle blieb beschwerdeweise unbestritten. Dabei handelt es sich um eine mit dem DAP-Profil 9980 vergleichbare Tätigkeit (Sichtkontrolle von produzierten Schwämmen, Ausscheiden bei Defekt
), bei welcher das Heben und Tragen von sehr leichten Gegenständen ebenfalls nur manchmal und das Einsetzen beider Hände nicht gefordert wird
und daher ebenfalls als der Behinderung der Be
schwerdegegnerin angepasst gelten kann
.
6.3.4
Beim DAP-Profil Nr. 4509
(Urk. 11/229 Blatt 12 bis Blatt 15)
handelt es sich um eine Tätigkeit als Bürogehilfin. Dabei sind auf Lieferscheine
n
Beträge zu addie
ren, die Quersumme zu berechnen und mit Vorgaben zu vergleichen. Bei Feh
lern sind Kopien der Lieferscheine zu erstellen und per Post oder Fax zurück
zusenden, wobei praktisch nie
telefonier
t
wird
. Gemäss dieser Arbeitsplatzbe
schreibung handelt es sich um einfache
Büroarbeiten, die körperlich leicht und vorwiegend im Sitzen zu verrichten
u
nd gemäss der beruflichen Abklärung in
der Rehaklinik
E._
der Beschwerdeführerin vollumfänglich zumutbar sind
(vgl. vorn E. 3.11)
. Der Einwand
der Beschwerdeführerin, dass Bürotätigkeiten generell den Dauereinsatz beider Hände mit sämtlichen Fingern erforderten, was
ihr nicht zumutbar sei
(Urk. 1 S. 4 f.)
,
ist unbehelflich. Er
widerspricht einerseits dem körperlichen Anforderungsprofil der DAP Nr. 4509, wonach Beidhändigkeit nicht notwendig ist
(Urk. 11/229 Blatt 13)
, andererseits
auch der beruflichen Realität, wonach verschiedenste Büroarbeiten
denkbar sind, die
keinen Dauer
einsatz beider Hände m
it sämtlichen Fingern erfordern. So hat
denn auch
die
berufliche Abklärung in
der Rehaklinik
E._
aufgezeigt
,
d
ass der Beschwer
deführerin einfache Büroarbeiten ab Vorgabe sehr
wohl zumutbar sind
. Zudem ist
aus den Akten
e
rsichtlich, dass die Beschwerdeführerin nunmehr
offenbar
an einem reinen Computer-Arbeitsplatz arbeite
t
, wobei sie
Verträge kontrolliert
und dabei sehr gute Arbeitsleistungen erbring
t
, weshalb ihr Arbeitspensum er
höht w
ur
de
.
Beim DAP-Profil Nr. 4509 handelt es sich
nach Gesagtem
um eine der Beschwerdeführerin zumutbare Arbeit.
6.3.5
Das Gleiche gilt auch betreffend den Arbeitsplatz Nr. 6905
(Urk. 11/229 Blatt 20 bis Blatt 23)
. Hierbei handelt es sich um eine Tätigkeit als Telefonistin und um
fasst den Kundenempfang, die Bedienung von Telefon und Fax, das Öffnen und Sortieren von Post
(täglich etwa eine halbe Stunde)
, die Pflanzenpflege, das Einräumen des Geschirrspülers
(einmal täglich)
und die Unterstützung des Per
sonals in dive
rsen kaufmännischen Arbeiten, mithin lauter einfache Büroarbei
ten, die
– entgegen der Ansicht der Beschwerdeführerin
(Urk. 1 S. 5)
- k
eine Beidhändigkeit und kein grosses feinmotorisches Geschick erfordern.
6.3.6
Beim DAP-Profil Nr. 361550
(Urk. 11/229 Blatt 16 bis Blatt 19)
, bei welchem es sich um eine körperlich leichte Tätigkeit als Klinik-Archivar handelt, ist eine Beidhändigkeit bedingt notwendig.
Die Tätigkeit umfasst das Archivieren von Krankengeschichten, das Verwalten und Herausgeben derselben und Ablagear
beiten. Doch handelt es sich hierbei
- entgegen der Ansicht der Beschwerde
führerin (Urk. 1 S. 5) -
nicht um Tätigkeiten, die besondere Anforderungen an ein beidhändiges
feinmotorisches Arbeiten stellen
.
Die körperlich leichten, feinmotorisch nicht anspruchsvollen Arbeiten erscheinen vielmehr als der Be
schwerdeführerin zumutbar, insbesondere angesichts des uneingeschränkten Einsatzes der linken Hand und des Daumen und Zeigefingers der rechten Hand.
6.4
Aufgrund der ärztlichen Feststellungen zur Arbeitsfähigkeit können nach Gesag
tem sämtliche von der Beschwerdegegnerin aufgeführte
n
Verweistätig
keiten als zumutbar betrachtet werden
, weshalb sich die Bemessung des Invali
deneinkommens auf der Grundlage der DAP-Profile als rechtens erweist.
Das Invalideneinkommen ist damit mit der Beschwerdegegnerin auf rund
Fr. 59‘700.-- (dem Mittel der durchschnittlichen Löhne in der Höhe von
Fr. 57‘183.75, Fr. 51‘350.--, Fr. 64‘350.--, Fr. 58‘448.50 und Fr. 67‘164.50;
vgl. Urk. 11/229 Blatt 4 ff.) festzusetzen. Bei der Festsetzung des Invaliden
-
einkommens mittels DAP-Profilen ist ein Abzug rechtsprechungsgemäss nicht sachgerecht und daher nicht zulässig (BGE
129 V 481 f. E. 4.2.3)
.
Ausgehend von einem Valideneinkommen von Fr. 59‘305.-- und einem Inva
-
liden
einkommen von Fr. 59‘700
.
-- resultiert keine Erwerbseinbusse, wes
halb
kein Anspruch auf eine Rente besteht.
Dies führt bezüglich des Rentenan
spruches zur Abweisung der Beschwerde.
7.
7.1
Zu prüfen bleibt, wie es sich mit der Integritätsentschädigung verhält.
Die Be
schwerdegegnerin stützte sich in der Verfügung vom
2.
Februar 2012 (Urk. 11/236)
und im angefochtenen Einspracheentscheid vom
23. April 2012 (Urk. 2)
auf die Beurteilung durch SUVA-Kreisarzt
Dr.
B._
vom
29. April 2011
(Urk. 11/139)
, wonach gesamthaft eine Integritätseinbusse von
7.5
%
resultiere. Die Beschwerdeführerin bringt
da
gegen vor, die Bemessung des Integritätsscha
dens auf lediglich 7.5
%
trage der bleibenden Beeinträchtigung ungenügend Rechnung. Es treffe nicht zu, dass keine anatomischen Verluste bestehen soll
ten. Vielmehr sei ein kräftiger Faustschluss nicht möglich.
Aufgrund der Beur
teilung durch
Dr
.
F._
betrage d
ie Kraftmessung mit dem
Jamar
8 Kilogramm im Vergleich zur gesunden Gegenseite mit 20 Kilogramm. Die Greifkraft der rechten Hand sei deutlich vermindert.
Dr.
F._
habe die Funktionseinschrän
kung des Mittel
-, des
Ring- und des kleinen Fingers
auf 10
%
, 50
%
bezie
hungsweise 60
%
und diejenige der ganzen rechten Hand auf 25
%
geschätzt.
Davon ausgehend, dass Tabelle 3, Anhang zu
Art.
36 Abs. 2 UVV, den Verlust einer Hand mit 40
%
Invalidität vorsehe, ergebe sich ein Integritätsschaden von mindestens 10
%
(Urk. 1 S. 6)
.
7.2
7.2.1
Nach
Art.
24 Abs. 1 UVG hat die versicherte Person Anspruch auf eine ange
messene Integritätsentschädigung, wenn sie durch den Unfall eine dauernde er
hebliche Schädigung
der körperlichen oder geistigen Integrität erleidet. Die In
te
gritätsentschädigung wird in Form einer Kapitalleistung gewährt. Sie darf den am Unfalltag geltenden Höchstbetrag des versicherten Jahresverdienstes nicht übersteigen
und wird entsprechend der Schwere des Integritätsschadens abge
stuft (Art. 25 Abs. 1 UVG).
Gemäss
Art.
25 Abs. 2 UVG regelt der Bundesrat die Bemessung der Entschä
digung. Von dieser Befugnis hat er in Art. 36 der Verordnung über die Unfall
versicherung (UVV) Gebrauch gemacht. Abs. 1 dieser Vorschrift bestimmt, dass ein Integritätsschaden als dauernd gilt, wenn er voraussichtlich während des ganzen Lebens minde
stens
in gleichem Umfang besteht. Er ist erheblich, wenn die körperliche oder geistige Integrität, unabhängig von der Erwerbs
fähigkeit, augenfällig
oder stark beeinträchtigt wird. Gemäss Abs. 2 gelten für die Be
messung der Integri
tätsentschädigung die Richtlinien des Anhanges 3. Fallen
mehrere körperliche oder geistige Integritätsschäden aus einem oder mehreren Unfällen zusammen, so wird die Integri
tätsentschädigung nach der gesamten Beeinträchtigung fest
gesetzt (Abs. 3).
7.2.2
Die Bemessung der Integritätsentschädigung richtet sich laut Art. 25 Abs. 1 UVG nach der Schwere des Integri
tätsschadens. Diese beurteilt sich nach dem medizinischen Be
fund. Bei gleichem medizinischem
Befund ist
der Integri
täts
schaden für alle Versicherten gleich; er wird abstrakt und egalitär bemessen. Die Integritätsentschädigung der Unfallversicherung unterscheidet sich daher von der privat
rechtlichen Genugtuung, mit welcher der immaterielle Nach
teil indivi
duell unter Würdigung der besonderen Umstände bemessen wird. Es lassen sich im Gegensatz zur Bemessung der Genugtuungssumme im Zivilrecht (vgl. BGE 112 II 133 E. 2) ähnliche Unfallfolgen miteinander vergleichen und auf medizi
nischer Grundlage allgemein gültige Regeln zur Bemessung des Integritätsscha
dens aufstellen; spezielle Behinderungen der Betroffenen durch den Integritäts
schaden bleiben dabei unberücksichtigt. Die Bemessung des Integri
tätsschadens hängt somit nicht von den besonderen Umständen des Einzelfalles ab; auch geht es bei ihr nicht um die Schätzung erlittener Unbill, sondern um die medi
zinisch-theoretische
Ermittlung der Beeinträchtigung der körper
lichen oder geistigen Integrität, wobei subjektive Faktoren ausser Acht zu lassen sind
(BGE 115 V 147 E. 1, 113 V 221 E. 4b mit Hinweisen;
RKUV 2001 Nr. U 445
S. 555 ff.).
7
.
2.3
Im Anhang 3 zur UVV hat der Bundesrat Richtlinien für die Bemessung der Inte
gritätsschäden aufgestellt und in einer als gesetzmässig erkannten, nicht abschliessenden Skala (BGE 124 V 32 E. 1b mit Hinweisen) wichtige und typi
sche Schäden prozentual gewichtet (RKUV 2004 Nr. U 514 S. 416). Für die darin genannten Integritätsschäden entspricht die Entschädigung im Regelfall dem angegebenen Prozentsatz
des Höchstbetrages des versicherten Verdienstes (Ziff. 1 Abs. 1). Die Entschädigung für spezielle oder nicht aufgeführte In
tegri
tätsschäden wird nach dem Grad der Schwere vom Skalenwert abgeleitet (Ziff. 1 Abs. 2). Integritätsschäden, die gemäss der Skala 5 Prozent nicht er
reichen, ge
ben keinen Anspruch auf Entschädigung (Ziff. 1 Abs. 3). Die völlige Gebrauchs
unfähigkeit eines Organs wird dem Verlust gleichgestellt; bei teil
weisem Verlust und teilweiser Gebrauchsunfähigkeit wird der Integritäts
schaden entsprechend
geringer, wobei die Entschädigung jedoch ganz entfällt, wenn der Integritäts
schaden weniger als 5 Prozent des Höchstbetrages des versicherten
Verdienstes ergäbe (
Ziff.
2).
7
.
2.4
Die Medizinische Abteilung der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt (SUVA) hat in Weiterentwicklung der bundesrätlichen Skala weitere Be
mes
sungs
grundlagen in tabellarischer Form (sog. Feinraster) erarbeitet. Diese von der Verwaltung herausgegebenen Tabellen stellen zwar keine Rechtssätze dar und sind für die Parteien nicht verbindlich, umso mehr als Ziff. 1 von Anhang 3 zur UVV bestimmt, dass der in der Skala angegebene Prozentsatz des Integri
tätsschadens für den «Regelfall» gilt, welcher im Einzelfall Abweichungen nach unten wie nach oben ermöglicht. Soweit sie jedoch lediglich Richtwerte enthal
ten, mit denen die Gleichbehandlung aller Versicherten gewährleistet werden soll, sind sie mit dem Anhang 3 zur UVV vereinbar (BGE 124 V 32
E. 1c, 116 V 157 E. 3a).
7.2.5
Fallen mehrere körperliche oder geistige Integritätsschäden aus einem oder
meh
reren Unfällen zusammen, so wird die Integritätsentschädigung nach der gesamten Beeinträch
tigung festgesetzt (Art. 36 Abs. 3 Satz 1 UVV). Dabei wer
den die einzelnen Prozentzahlen zusammengezählt, selbst wenn keine Schädi
gung den Grenzwert von 5 Prozent erreicht. Die Entschädigung ist ge
schuldet, sobald die Summe der addierten Prozentzahlen den Wert von 5 Pro
zent oder mehr ergibt (RKUV 1989 Nr. U 78 S. 361). Die Bestimmung regelt
grundsätzlich nur das Zusammentreffen von Integritätsschäden, die nach dem UVG als solche versichert sind (BGE 113 V 58).
7.3
Aufgrund der medizinischen Berichte steht fest, dass die Beschwerdeführerin als Folge des Unfalles vom 1
1.
Mai 2009 an einem CRPS an der rechten Hand mit Funktionseinschränkungen des Mittel-, Ring- und des kleinen Fingers leidet, wobei die Kraft im Bereich der rechten Hand im Vergleich zur linken Hand vermindert und der Faustschluss rechts inkomplett ist.
7.4
Kreisarzt
Dr.
B._
hielt aufgrund seiner Untersuchung vom
2
9.
April 2011 betreffend die Beurteilung des Integritätsschadens fest, es bestehe als Folge des Unfalles eine Teilsteife der drei ulnaren Finger an der rechten Hand. Der Zustand sei definitiv. Es bestünden zwar keine anatomischen Verluste, in funktioneller Hinsicht komme es wegen der Gelenksteifen
jedoch
zu vergleich
baren Auswirkungen. Es bestehe ein Mischbild zwischen den Figuren 35 und 36 wie 40 und 41 der Tabelle 3 der Publikation „Integritätsentschädigung gemäss UVG“, am ehesten sei eine Endgliedamputation an den drei ulnaren Strahlen zum Vergleich heranzuziehen, dies ergäbe eine Integritätseinbusse von 7.5
%
. Dies entspreche auch dem Wert der zitierten Positionen. Auch mit diesem Quer
vergleich erweise sich die Einschätzung mit 7.5
%
als korrekt (Urk. 11/139).
7.5
Dieser Beurteilung des Integritätsschadens stimmte Kreisärztin
Dr.
A._
im Anschluss an ihre Untersuchung vom 2
6.
Oktober 2011 zu (Urk. 11/214).
Sie erweist sich denn auch als nachvollziehbar
begründet
und ist nicht zu bean
standen.
Die Beschwerdeführerin beklagt weder den Verlust der
rechte
n
Hand
als solche
noch
der
drei be
troffenen Mittel-, Ring- und des
kleine
n
Finger
s noch
sind
sie
gänzlich gebrauchsunfähig, was einem Verlust gleichgestellt wäre.
So
ist es – entgegen der Ansicht der Beschwerdeführerin
(Urk. 1 S. 5 f.)
– denn auch folgerichtig, dass
Dr.
H._
von keinen anatomischen Verlusten
spricht. Indes
hält
er
fest, dass
es
in funktioneller Hin
s
icht wegen der Gelenksteifen zu v
ergleichbaren Auswirkungen kommt
.
Die betroffenen Finger
der rechten Hand
sind in ihrer Bewegung eingeschränkt, wobei die jeweiligen durch
Dr.
H._
und
Dr.
A._
erhobenen Messresultate praktisch übereinstimmen (vgl. Urk. 11/140 und Urk. 11/216). Die wichtigsten Finger der rechten Hand, der Daumen und der Zeigefinger, sind hingegen frei beweglich.
Sodann i
st die Kraft im Be
reich der rechten Hand gegenüber der gesunden linken Hand vermindert.
Dr
.
H._
hat
unter B
ezugnahme auf die
SUVA-Tabelle
3
(Integritätsschaden bei einfachen oder kombinierten Finger-, Hand- und Armverlusten), Abbildun
gen 35 und 36 beziehungsweise 40 und 41, die Integritätseinbusse auf 7.5
%
eingeschätzt, was auch dem Wert
gemäss
der Abbildung 39 entspricht
und an
gesichts der vorhandenen Funktionseinschränkungen plausibel und nachvoll
ziehbar erscheint
.
7.6
Daran ändert auch der Bericht
von
Dr.
F._
nichts. Dieser hielt
unter dem Titel „Bemessung des Invaliditätsgrades“ eine Funktionseinschränkung
des Mit
telfingers von 10
%
, des Ringfingers von 50
%
und des kleinen Fingers von 60
%
sowie der gesamten Hand von etwa 25
%
fest, nahm aber
weder
eine ei
gentliche Beurteilung des Integritätsschadens vor
,
noch nahm er z
u
r Beurteilung
des Integritätsschadens
durch die SUVA-Kreisärzte
S
tellung.
7.7
Nach Gesagtem ist
mit der Beschwerdegegnerin
von einer Integritätseinbusse von 7.5
%
auszugehen, weshalb
die dagegen erhobene Beschwerde abzuweisen ist.
8.
Zusammenfassend ist die am
2.
Februar 2012 verfügte, mit Entscheid vom 2
3.
April 2012 bestätigte Verneinung eines Rentenanspruches sowie die Zuspra
che einer Integritätsentschädigung aufgrund einer Integritätseinbusse von 7.5
%
nicht zu beanstanden. Dies führt zur gesamthaften Abweisung der Beschwerde.
9.
Mit Kostennote vom
1
8.
September 2013
machte die unentgeltliche Rechts
-
vertre
terin der Beschwerdeführerin einen Aufwand von
13.08
Stunden und
Fr.
60.--
Barauslagen geltend (
Urk.
21
). Unter Berücksichtigung der Be
deutung der Streitsache und der Schwierigkeit des Prozesses (
§
34
Abs.
3 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht, GSVGer) sowie beim massgebli
chen
Stundenansatz von
Fr.
200.
-- (zuzüglich
Mehrwertsteuer
)
ist Rechtsanwäl
tin Christina Ammann, Uster, mit
Fr.
2‘890.--
inklusive Barauslagen und Mehr
wertsteuer aus der Gerichtskasse zu entschädigen. Die Beschwerdeführerin ist auf
§
16
Abs.
4 GSVGer hinzuweisen, wonach sie zur Nachzahlung der Ausla
gen für die Vertretung verpflichtet werden kann, sofern sie dazu in der Lage ist.