# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 681670e0-71c1-4aad-8675-33463c2cb08c
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2020
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1976,
war
seit
dem
24. Juli 2014
bei der
Y._
AG als Reiniger angestellt und
dadurch
bei der Suva gegen die Folgen von
Berufs- und Nichtberufsunfällen
versichert. Am 7. April 2015 machte er beim Fensterputzen einen Fehltritt und stürzte aus ca
.
1 M
eter
Höhe von der Leiter auf die rechte Schulter, an welcher er sich verletzte (vgl. Unfallmeldung vom 23. April 2015, Urk. 11/1). Die Suva gewährte die gesetzlichen Leistungen.
Am
15. Juni 2016
wurde der Versicherte im Stadtspital
Z._
an der Schulter operiert
(Urk.
11/155
).
Mit Verfügung vom 10. August 2016 stellte
die Suva
die Leistungen per 11. April 2016
ein, was sie damit begründete
,
dass
aufgrund der Beurteilung des Kreisarztes die bestehenden Beschwerden nicht mehr unfallbedingt, sondern ausschliesslich krankhafter Natur seien
,
und
der
S
tatus quo sine
spätestens per Ende Dezember 2015 e
rre
icht
sei
(Urk.
11/119)
. Dagegen erhob der Versicherte am 15.
September 2016 Einsprache (Urk.
11/122)
,
worauf
die S
uva
weitere Abklärungen
tätigte
, namentlich eine Begutachtung des Versich
e
rten
veranlasste
, mit welcher sie
Experten des
Spitals A._
beauftragte (Gutachten vom 12.
Februar
2019, Urk.
11/182, einschliesslich Ergänzung
vom 10. August 2019, Urk.
11/194). Ge
stützt darauf wies die Suva die Einsprache mit Entscheid vom 5. November 2019 ab (Urk. 2).
2.
Dagegen liess der Versicherte am 5. Dezember 2019
durch Rechtsanwältin
lic.
iur
. Britta Keller
Beschwerde
erheben
(Urk.
1)
und beantragen
, der
Einsprache
ent
schei
d
der Beschwerdegegnerin vom 5.
Nov
ember 2019 sei aufzuheben (1.), dem Beschwerdeführer seien die gesetzlichen Leistungen auszurichten (2.), eventua
liter sei die medizinische Situation genauer abzuklären (3.); in prozessualer Hinsicht
liess
er die Bewilligung der unentgeltlichen Prozessführung sowie die Beigabe einer unentgeltlichen Rechtsvertreterin in der Person der Unterzeich
neten
beantragen
(Urk. 1 S. 2).
Die Suva stellte mit Vernehmlassung vom 10. Februar 2020 Antrag auf Abwe
i
sung der Beschwerde (Urk.
10). Dies wurde
dem
Versicherten mit Verfügung vom 23. März 202
0 zur Kenntnis gebracht unter Hinweis darauf, dass über den Antrag auf unentgeltliche Rechtsvertretung zu einem späteren Ze
itpunkt entschieden werde (Urk.
12).
Mit Eingabe vom 8.
April 2020 reichte Rechtsanwältin Keller
ihre Kostennote ins Recht (Urk.
13).
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Am 1. Januar 2017 sind die geänderten Bestimmungen des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG) und der Verordnung über die Unfallversicherung (UVV) in Kraft getreten.
Gemäss den allgemeinen übergangsrechtlichen Regeln sind der Beurteilung jene Rechtsnormen zu Grunde zu legen, die in Geltung standen, als sich der zu den materiellen Rechtsfolgen führende und somit rechtserhebliche Sachverhalt ver
wirklicht hat (vgl. BGE 127 V 466 E. 1, 126 V 134 E. 4b, je mit Hinweisen). Dem
entsprechend sehen die Übergangsbestimmungen zur Änderung vom 25. Septem
ber 2015 des UVG vor, dass Versicherungsleistungen für Unfälle, die sich vor dem 1. Januar 2017 ereignet haben, nach bisherigem Recht gewährt werden (Absatz 1 der genannten Übergangsbestimmungen).
Der hier zu beurteilende Unfall hat sich am
7. April 2015
ereignet, weshalb die bis 31. Dezember 2016 gültig gewesenen Normen auf den vorliegenden Fall Anwendung finden und in dieser Fassung zitiert werden.
1.2
Nach Art. 10 Abs. 1 UVG hat die versicherte Person Anspruch auf die zweck
mässige Behandlung ihrer Unfallfolgen. Ist sie infolge des Unfalles voll oder teilweise arbeitsunfähig, so steht ihr gemäss Art. 16 Abs. 1 UVG ein Taggeld zu. Wird sie infolge des Unfalles zu mindestens 10 % invalid, so hat sie Anspruch auf eine Invalidenrente, sofern sich der Unfall vor Erreichen des ordentlichen Rentenalters ereignet hat (Art. 18 Abs. 1 UVG). Der Rentenanspruch entsteht, wenn von der Fortsetzung der ärztlichen Behandlung keine namhafte Besserung des Gesundheitszustandes mehr erwartet werden kann und allfällige Eingliede
rungsmassnahmen der Invalidenversicherung abgeschlossen sind. Mit dem Ren
tenbeginn fallen die Heilbehandlung und die Taggeldleistungen dahin (Art. 19 Abs. 1 UVG).
1.
3
1.
3
.1
Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss UVG setzt voraus, dass zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Inva
lidität, Tod) ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht. Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne deren Vorhan
densein der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der glei
chen Weise beziehungsweise nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann. Entsprechend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des natürlichen Kausal
zusammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleinige oder un
mittelbare
Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schädi
gende Ereignis zusammen mit anderen Bedingungen die körperliche oder geis
tige Integrität der versicherten Person beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht weg
gedacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene ge
sundheitliche Störung entfiele (BGE 129 V 177 E. 3.1, 402 E. 4.3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, worüber die Ver
waltung beziehungsweise im Beschwerdefall das Gericht im Rahmen der ihm obliegenden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt für die Begründung eines Leistungs
anspruches nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
1.
3
.2
Wird durch den Unfall ein krankhafter Vorzustand verschlimmert oder überhaupt erst manifest, fällt der natürliche Kausalzusammenhang dahin, wenn und sobald der Gesundheitsschaden nur noch und ausschliesslich auf unfallfremden Ursa
chen beruht. Dies trifft dann zu, wenn entweder der Gesundheitszustand, wie er unmittelbar vor dem Unfall bestanden hat (Status quo ante) oder aber derjenige Zustand, wie er sich nach dem schicksalsmässigen Verlauf eines krankhaften Vorzustandes auch ohne Unfall früher oder später eingestellt hätte (Status quo sine), erreicht ist (RKUV 1992 Nr.
U 142 S.
75 E.
4b mit Hinweisen; nicht publi
ziertes Urteil des Bundesgerichts U
172/94 vom 26.
April 1995). Das Dahinfallen jeder kausalen Bedeutung von unfallbedingten Ursachen eines Gesundheits
schadens muss mit dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sein (RKUV 2000 Nr.
U 363 S.
45; BGE
119 V 7 E. 3c/
aa
). Die blosse Möglichkeit nunmehr gänzlich fehlender ursächlicher Auswirkungen des Unfalles genügt nicht. Da es sich hierbei um eine anspruchsaufhebende Tatfrage handelt, liegt aber die entsprechende Beweislast – anders als bei der Frage, ob ein leistungsbegründender natürlicher Kausalzu
sammenhang gegeben ist – nicht bei der versicherten Person, sondern beim Unfallversicherer (RKUV 1994 Nr.
U 206 S.
328
f. E.
3b, 1992 Nr.
U 142 S. 76). Diese Beweisgrundsätze gelten sowohl im Grundfall als auch bei Rückfällen und Spätfolgen und sind für sämtliche Leistungsarten massgebend (Urteil des Bundes
gerichts 8C_637/2013 vom 11.
März 2014 E. 2.3.1 mit Hinweisen).
Mit dem Erreichen des Status quo sine
vel
ante entfällt eine Teilursächlichkeit für die noch bestehenden Beschwerden. Solange jedoch der Status quo sine
vel
ante noch nicht wieder
erreicht
ist, hat der Unfallversicherer gestützt auf Art. 36 Abs. 1 UVG in aller Regel neben den Taggeldern auch Pflegeleistungen und Kostenvergütungen zu übernehmen, worunter auch die Heilbehandlungskosten nach Art. 10 UVG fallen (Urteil des Bundesgerichts 8C_637/2013 vom 11. März 2014 E. 2.3.2).
1.
4
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusam
menhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin
begründete
den
angefochtenen
E
insprachee
ntscheid
im Wesentlichen damit
, gestützt auf das Gutachten vom
12
. Februar 2019 sowie dessen Ergänzung vom 10. August 2019
sei
davon auszugehen, dass die noch beklagten Schulterbeschwerden rechts mit
überw
i
e
gender Wahrscheinlichkeit nicht in einem kausalen Zusammenhang mit dem Unfall vom 7. April 2015 stünden. Die Versicherungsleistungen seien zu Recht per 11. April 2016 einge
stellt worden (Urk. 2).
2.2
Demgegenüber lässt der Beschwerdeführer zur Hauptsache geltend machen,
es lägen meh
rere klar unfallkausale Besch
werden vor, wobei im Unfall mindestens eine Teilursache für die Beschwerden und auch für die im Juni 2016 durch
geführte Operation ersichtlich sei. Der Beschwerdegeg
n
erin gelinge der Beweis nicht, dass die geklagten Beschwerden nur noch und ausschliesslich auf unfall
fremden Ursachen beruhten, weshalb die gesetzlichen Leistungen weiterhin zu erbringen seien.
A
llenfalls
seien
w
eitere Abklärungen erforderlich;
ohne
solche
könne
die Unfallkausalität nicht ver
n
eint werden (Urk. 1).
3.
3.1
3.1.1
Dr. med.
B._
,
Facharzt für Chirurgie
FMH
sowie l
eitender Arzt Trauma
to
logie am Stadtspital
Z._
diagn
o
stizierte in seinem Bericht vom 21. April 2015 eine Schulterkontusion rechts (dominant) am 7. April 2015 mit/bei Kon
tusion AC-Gelenk sowie leichter
Tendinopathie
der langen Bizepssehne. Er gab im Wesentlichen an, bei der in
i
tiale
n klinischen Untersuchung am 9.
April 2015 habe sich eine schmerzbedingte Bewegungseinschränkung der rechten Schulter ohne Hinweis auf eine frische ossäre Läsion im konventionellen Röntgenbild gezeigt. Zur weiteren Diagnostik sei eine
Bildgebung mittels MRI am 16. April
2015 erfolgt. Bei der klinischen Kontrolle am 20. April 2015 habe der Patient über einen deutlichen Rückgang der Be
schwerdesymptomatik berichtet,
er fühle sich jedoch besonders während der Arbeit im Alltag stark eing
e
schränkt
. Nach Ausschluss einer ossären und
ligamentären
Läsion sowie deutlichem Beschwer
derückgang könne die ambulante Behandlung abgeschlossen werden
(
Urk. 11/16).
Das MRI
der rechten Schulter
vom 16. April 2015 hatte folgenden Befund
erge
ben: Posttraumatisches Knochenmarksödem der lateralen Klavikula und des
Akro
mioms
be
i Status nach AC-Gelenks Distorsion, l
eich
te
Ten
dino
pathie
der langen Bizepssehne,
S
ublabral
hole als Normvaria
nte
(Urk. 11/15).
3
.1.2
Am 17. August 2015 diagnos
tiz
i
erte Dr.
B._
einen starken Verdacht auf eine traumatisierte AC-Gelenksarthrose rechts mit/bei Sturz am 7. April 2015 als Fensterputzer
auf die rechte Schulter sowie
M
R-diagnostisch posttraumatischem
Knochenmarksödem der lateralen Clavicula und des
Acromioms
, ansonsten nor
mal. Da der Patient einen Eingriff vehement ablehne, erfolge eine Infiltration des AC-Gelenks (Urk.
11/48
).
3.2
Kreisarzt Dr. med.
C._
, Facharzt für
Chirurgie, diagnos
ti
zierte am 2. November 2015 aufgrund seiner Untersuchung des Versicherten vom selben Tag eine schmerzhafte Funktionseinschränkung Schulter rechts (dominant) bei Zustand
nach Kontusion AC-Gelenk am 7.
April 2015.
Er gab an, a
ngesichts der Be
schw
er
depersistenz
stelle sich nun die Frage, wie therapeutisch weitergegangen werden solle; die Infiltration habe nur eine kurzfristige Wirkung gezeigt. Auch aus ver
sicherungsmedizinischer Sicht sei es erforderlich, sich über die Diagnose
einig zu werden. Die Diagnose sym
p
to
matische traumatisierte AC-Gel
enks
ar
thro
se bein
halte einen prä
traumatischen Vorzusta
nd. Aufgrund der anamn
estische
n Anga
ben des Versicherten
, seines Alters und der bisher durchgeführten bildgebenden Diagnostik finde er keinen Hinweis für eine vorbeste
hende AC-Gelenksarthrose
rechts.
E
r wäre d
eshalb dankbar
,
wenn Dr.
B._
hierzu nochmals Stellung nehmen könnte
(Urk. 11/68)
.
3.
3
Am 24. November 2015 gab Dr.
B._
an, die Diagnose mit AC-
Arthrose könne vertreten werden, a
uch wen
n konvention
ell radiologisch wenig Ze
ichen dafür vorhanden seien. MR-diagnos
t
i
sch sei jedoch der Gelenks
palt deutlich ver
schmälert,
Art
h
r
osezeichen
wie
Osteolyten
oder Osteophyten könnten natürlich noch nicht gesehen werden (Urk. 11/75).
Am 18. Dezember 2015 diagnostiz
i
erte Dr.
B._
zusätzlich eine
breitbasige
Diskushernie HWK 5/6 mit rechtsseitiger Nervenwurzelirritation (Urk. 11/79)
.
3.
4
Kreisarzt Dr.
C._
hielt in seinem Nachtrag vom
7. April 2016
fest,
gestützt auf die Angaben von Dr.
B._
vom 24. November 2015, wonach eine AC-Arthrose vertreten werden könne, und da das MRI 9 Tage nach dem Unfallereignis durchgef
ü
hrt
worden sei
, in welcher Zeit sich keine Arthrose etabliere, sei nun
die Diagno
s
e einer traumatisierten vorbestehenden AC-Gelenksarthrose
zu
stellen
. Aufgrund des Berichts von Dr.
B._
vom 18.
Dezember
2015 se
i
davon auszugehen, dass spätestens Ende Dezember 2015 der Status quo a
nte
vel
sine erreicht sei (Urk.
11/102).
3.
5
Am
15. Juni 2016
wurde der Versicherte
durch Dr.
B._
im Stadtspital
Z._
an der S
chulter
operiert
. Es
wurde
eine Schulterarthroskopie rechts, PASTA–
Repair
,
Tenodese
der langen
Bicepssehne
,
Acromioplastik
, AC-Gelenksresektion
durchgeführt sowie Entnahme von Gewebebakteriologien
(Urk. 11/155).
3.
6
Die für das Gut
achten des
Spitals A._
Universitätsklinik für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie,
vom
12
.
Februar 2019
(
Urk. 11/182;
e
inschliesslich Ergänzung vom
10. August 2019; Urk. 11/194
)
verantwort
l
ich zeichnenden Ärzte Dr. med.
D._
,
Facharzt Orthopädie und Traumatologie FMH sowie
Oberarzt Schulter- und Ellbogenchirurgie und Dr. med.
E._
, Assistenzarzt Or
tho
p
ädie,
diagnostizierten eine
Scapuladyskinesie
(T
yp II nach
Kibler
) mit per
sistierender AC-Gelenksreizung/
AC-Gelenksüberlastung Schulter rechts, DD: Low Grade Infekt bei Status nach Schult
erarthroskopie rechts mit PASTA
–
Repair
,
Tenodese
der langen Bizepssehne,
Acromioplastik
und AC-Gelenksresektion sowie Gewer
be
probeentnahme (fecit Dr. med.
B._
) bei Status nach AC-Gelenkskon
tu
sion mit m
öglicher Verletzung des Diskus a
rticularis Schulter rech
ts nach Sturz am 7. Ap
r
i
l 2015
(Urk. 11/194 S. 1)
.
Sie
führten aus,
anamnestisch ergäben sich keine Hinweise auf eine vorbe
ste
hende (vor dem Unfall vom 7. April 2015 bestehende)
Beeinträchtigung der r
ech
ten Schulter, insbesondere würden sich
–
entgegen
der Diag
n
o
se von
Dr.
B._
(leitender Arzt Traumatologie Stadtspital
Z._
) – keine Hinweise für eine vor
bestehende relevante Arthrose
des
AC-Gelenks ergeben
(Urk. 11/182 S. 12)
.
Im Rahmen des Geschehens vom 7.
April
2015
sei es mit überwiegender Wahr
schein
lichkeit zu ei
n
er AC-Gelenkskontusion
/
-d
istor
s
i
on mit m
öglicher Verl
e
tzung des Discus
artikularis
vom rechten AC
-
Gelenk gekommen;
hierzu passe der
Arth
r
o
-MRI
Befund vom 16. April 2015
, wo sich ein posttraumatisches Knochenmarks
ödem
der lateralen Clavicula und des
Acromioms
bei St. n. AC Gelenkskon
tusion/
-
distorsion ergebe.
Auch wenn die Diagnose einer traumatisierten AC-Gelenksarthrose nicht n
achvollziehbar sei, sei eine AC-
Gelenksresektion
, wie
sie
mit der Oper
ation vom 16. Juni 2016 erfolgte
,
auch bei persistierenden Sch
merzen nach AC Gelenkskontusion
/
-
distorsion
mit Verletzung des Diskus a
rtic
ularis vom AC-Gelenk ein adäquater therapeutischer Schritt
(Urk. 11/194 S. 1 f.
)
.
Weiter gaben sie an, die
vom Versicherten
beschriebenen Schmerzen über dem rechten AC-Gelenk
seien
aus ihrer Sicht durch die ste
t
ige Reizung des Gelenks im
Rahmen der d
u
rch ei
ne
Scapuladysk
i
nes
i
e
bedingten Fehlhaltung begr
ündet
.
A
uch
die beschriebenen muskulären Schulter-
u
nd Nackenschmerzen könnten auf die
Scapula
dyskinesie
zurückgeführt werden
.
Da an
amnestisch vor dem Unfall vom 7
.
April 2015 keinerlei Beschwerden bestanden
hätten
und die
Scapuladyskinesie
nur rechtsseitig bestehe, sei davon auszugehen, dass
die
Scapuladyskinesie
durch die Immobilisierung respektive Schonhaltung nach dem Unfall bzw. die operative AC-Gelenksresektion vom 15. Juni 2016 bedingt sei. Die
Scapuladyskinesie
sei eine häufige Folge sowohl von AC
-
Gelenksverletzungen als
a
uch AC-Gelenks
resektionen.
Das positive Ansprechen auf die Infiltration bzw.
den Scapula-
Assis
tance Test bestätige die Annahme, dass die AC-Gelenksreizung bzw. die
Scapula
dyskinesie
hochwahrscheinlich ursächlich für die beschriebenen Beschwerden seien
(Urk. 11/182 S. 13)
.
Die nur rechtsseitig bestehende
Scapuladyskinesie
sei posto
p
erativ nicht erkannt bzw
.
dokumentiert worden. Bei insuff
i
zienter
opera
ti
ver
Nachbeh
andlung
und fehlendem Abbau oder Korre
k
t
ur der Schonhaltung
,
di
e
sich
in der
Scapuladyskinesie
äussere, komme es dauerhaft zu eine
r Fehlbelastung
der Kapsel-Bandstrukturen des AC-Gelenks
, welche aus i
hrer Sicht die Schmerzen verursachten
(Urk. 11/182 S. 13)
.
Mit überwiegender Wahrscheinlichkeit
seien die akt
uell vom P
atienten be
klagten B
eschwerden als Folge des Unfall
s vom
7.
April 2015
und der Operation vom 15.
Juni 2016 im Rahmen einer erlernten Schonhaltung zu sehen. Therapeutisch sei eine gezielte
(aufgrund der langen Beschwerdezeit vermutlich recht lang
fris
tige
; Urk.
11/194 S. 3
)
P
h
y
siother
a
p
ie mit Krä
ftigung der
Scapularetraktoren
und Verbesserung des
s
capulo
t
h
orakalen
Rhythmus indiziert
,
wodurch eine deut
liche Beschwerdever
besserung erwartet werden könne.
Grundsätzlich stehe bei persi
stie
renden Schmerzen nach arthroskopischen Eingriffen an der Schulter
differen
tialdiagn
o
s
tisch
auch
ein Low-Grade-
Infekt zur Diskussion, welcher lediglich per Probeentnahme zuverläss
ig ausgeschlossen werden könne
(Urk. 11/182 S. 12 ff.).
4.
4.1
D
as
Gutachten
der
Dres
.
D._
und
E._
vom 21. Februar 2019 (Urk. 11/182; einschliesslich Ergänzung vom 10. August 2019; Urk. 11/194)
erfüllt
die von der
Rechtsprechung aufgestellten Vorausset
z
unge
n an eine beweiskräftige
medizi
ni
sche
Entscheidg
rundlage
. So beruht es auf allseitigen Untersuchungen, berück
sich
tigt die geklagten
Beschwerden, wurde in Kenntnis der
Vorakten
und in Auseinandersetzung mit diesen abgegeben und leuchtet in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der mediz
inischen Situa
tion ein (E.
1.3
hier
v
o
r).
Dass das Gutachten die Anforderungen an eine beweis
kräftige medizinische Beweisgrundlage erfüllt, wird
denn auch
von der Beschwer
de
gegnerin nicht in Frage gestellt (Urk. 2 S. 10).
4.2
Aus den gutachterlichen Angaben
geht
nachvollziehbar
hervor, dass
es
im Rahmen des Unfalls
vom
7. April 2015
mit überwiegender Wahrscheinlichkeit zu einer AC Gelenkskontusion/-distor
si
on mit möglicher Verletzung des
D
iscus
arti
kularis
am r
echten AC G
elenk
kam
(Urk. 11/194 S. 1)
. Ebenfalls
ergibt sich
,
dass
- da anamnestisch vor dem Unfall keinerlei Beschwerden an der rechten Schulter bestanden und die
Scapuladys
kinesie
nur rechtsseitig besteht
-
die
beschriebenen
Schmerzen
an der rechten Schulter
aus Sicht
der Gutachter
durch die stetige Reizung des Gelenks im Rahmen der
Scapuladys
k
inesie
begründet
sind
, welche
ihrerseits
d
u
r
ch
eine Immobilisierung
der rechten
Schulter
bzw.
Fehlhaltung in
folge
Scho
nhaltung
nach dem Unfall bzw. der durchge
führten Operation
bedingt
ist
(Urk.
11/182 S. 13)
.
Unter Hinweis darauf, dass die
Scapuladyskinesie
eine häufige Folge von AC-Gelenksverletzungen als auch von AC-Gelenksresektionen
sei,
sowie
auf das positive Ansprechen auf die anlässlich des Untersuchs erfolgte Infiltration sowie den Scapula Assistance Test
,
legten
die Gutachter
einleuchtend dar, dass
die noch bestehenden Be
schwerden
hochwahrscheinlich bzw.
mit über
w
ieg
ender
Wahrscheinlichkeit
im Rahmen einer Schonh
altung und daraus resul
tierenden
Gelenksreizung
als
F
olge
des Unfalls
zu qualifiz
i
e
ren
sind
(Urk. 11/182 S. 14)
. V
or
diesem
H
intergrund
kann
der S
uva nicht gefolgt werden
,
we
nn sie –
entgegen den
klaren Angaben
im Gutachten -
dafür
hält,
es
s
ei
gestützt auf das Gutachten davon auszugehen, dass
die noch beklagten Schulterbeschwerden
mit überwiegender Wahrscheinlichkeit nicht in einem kausalen Zusa
mmenhang mit dem Unfall
stehen
(Urk. 11/194 S. 2)
.
Nach dem Gesagten ist
im Lichte der Ausführungen der medizinisch
en Exp
erten
davon auszugehen
, dass
die durch Schonhaltung als Folge des Unfalls bzw. der Operation entstandene
Skapuladyskinesie
mit daraus sich ergebender Ge
lenks
reizung
mit überwiegender Wahrscheinlichkeit
U
rsache
für den noch
bestehenden
Gesundheitsschaden
ist
. Damit
ist der
natürliche Kausalzusammenhang
zwischen dem Unfall vom 7. April 2020 und dem noch bestehenden G
e
sundheitsschaden
mit dem erforderlichen Beweisgrad erstellt
.
Na
chdem die Suva für die Folgen des Unfalls vom
7. April 2015
Versicher
ungsleistungen erbracht hat
ist sie
-
da nun
ein
e
anspruchsaufh
ebende Tatsache zur Frage steht -
für das Dahinfallen jeder kausalen Bedeutung von unfallb
e
dingten Ursachen
des Gesundheitsschade
ns
beweispflichtig
(E.1.2.2 hie
r
vor)
. Dieser Beweis
gelingt
ihr
mit Blick auf die Ausführungen im Gutachten
nach
dem Gesagten nicht
.
4.3
Zusammenfassend führt dies zur Gutheissung der Beschwerde und Aufhebung des angefochtenen
Einspracheentscheids
mit der Feststellung, dass
der natürliche Kausalzusammenhang
zwischen dem Unfall vom
7. April 2015
und
dem
noch bestehenden Gesundheitsschaden an der rechten Schulter
überw
ie
gend wahr
schein
lich gegeben ist
, weshalb grundsätzl
ic
h weiterhin eine Leistungspflicht be
steht
.
5.
5.1
Da das Verfahren kostenlos ist, e
rweist sich das Gesuch um unentg
eltliche Pro
zess
führung
von Vorneherein
als gegenstandslos.
5.2
Ausgangsgemäss
ist die Beschwerdegegnerin zu verpflichten, dem Beschwerde
führer eine Prozessentschädigung auszurichten, welche in Anwendung von Art. 61
lit
. g
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversiche
rungsrechts (
ATSG
)
, namentlich unter Berücksichtigung der Bedeutung der Streit
sache und d
er Schwierigkeit des Prozesses sowie nach Einsicht in die Kostennote vom 8. April 2020
(Urk. 13)
auf Fr.
3‘450.40
(inklusive Barauslagen und Mehr
wertsteuer) festzusetzen
ist. Auch das Gesuch um unentgeltliche Rechtsverbei
ständung erweist sich damit als gegenstandslos.