# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 67d0a6ba-afdd-4306-982f-52382c4af4ee
**Court:** GR_VG
**Chamber:** GR_VG_002
**Year:** 2012
**Language:** de
**Jurisdiction:** GR / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

die Abweisung der Beschwerde. Es könne auf die Sachverhaltsdarstellungen im
Urteil des Verwaltungsgerichtes vom 15. Juni 2011 verwiesen werden. Daraus
ergebe sich, dass entgegen den Ausführungen der Beschwerdeführerin nicht
sieben Schüsse abgegeben worden seien und zudem keinesfalls von einem
Treffer in den Bauch ausgegangen werden könne. Der von der
Beschwerdeführerin gestellte Antrag auf eine umfassende Abklärung der
Beeinträchtigung in ihrer physischen und psychischen Gesundheit sei nicht
nachvollziehbar, da das Gutachten der MEDAS Interlaken vom 21. Juni 2011
gerade eine derartige, umfassende Abklärung darstelle. Zudem begründe die
Beschwerdeführerin ihren Antrag nicht. Bezüglich der somatischen Befunde, an
welchen die Beschwerdeführerin leide, sei gemäss Gutachter der MEDAS
Interlaken kein natürlicher Kausalzusammenhang gegeben. Überdies hätten die
Gutachter der MEDAS Interlaken festgehalten, dass die Diagnose „Chronische
Unterbauchschmerzen nach multiplen abdominalen Eingriffen nach
Schussverletzung 1987“ im polydisziplinären Gutachten der MEDAS
Ostschweiz vom 10. Juni 2009 unzutreffend sei, da eine Schussverletzung des
Bauches, der Bauchdecke oder der Bauchhöhle nicht stattgefunden habe (Suva
Akt. 65, S. 29). Damit sei nachgewiesen, dass neben den Narben der
Schussverletzung keinerlei somatischen Befunde auf das Unfallereignis vom
22. Januar 1987 zurückzuführen seien. Es sei irrelevant, ob die psychischen
Beschwerden der Beschwerdeführerin aktuell bestünden oder nicht, wenn der
adäquate Kausalzusammenhang verneint werden könne. Entgegen den
Ausführungen der Beschwerdeführerin habe der psychiatrische Gutachter
durchaus begründet, warum er aktuell keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit
mehr habe feststellen können (Suva Akt. 63, insbesondere S. 13. ff). Dass eine
solche zum Zeitpunkt des früheren Gutachtens bestanden habe, habe der
Gutachter nicht in Abrede gestellt. Daher bestünden aber auch keine
Widersprüche zwischen den beiden MEDAS Gutachten. Beim Unfallereignis
handle es sich um einen mittelschweren Unfall. Für die Beurteilung der
Unfallschwere sei es unbeachtlich, ob sich später herausgestellt habe, dass der
Ehemann der Beschwerdeführerin den Schützen angeheuert habe. Aus
objektiver Sicht hätten die Schüsse reine Weichteilverletzungen verursacht,
welche keine Lebensgefahr nach sich gezogen hätten. Die Beschwerdeführerin
habe den Schützen vor der Schussabgabe zudem nicht gesehen. Vorliegender
Ablauf sei mit demjenigen im Fall U 146/01 - in welchem die Versicherte von
zwei Dobermann-Hunden angegriffen worden sei - nicht zu vergleichen. Es
könne auf die Kasuistik in Bezug auf die Schwere von Verkehrsunfällen
verwiesen werden (8C_609/2007, E. 4.1.3). Das Verwaltungsgericht habe mit
Urteil vom 10. November 2009 (Verfahren S 09 65) einen Vorfall, in welchem
der Versicherte von einem Arbeitskollegen mit einem Messer angegriffen
worden sei und dabei multiple Schnitt- und Stichverletzungen erlitten habe, als
mittelschweren Unfall eingestuft. Hinsichtlich der Adäquanztheorie könne das
Kriterium der besonderen Eindrücklichkeit bis zu einem gewissen Grad bejaht
werden, da immerhin eine Schusswaffe im Spiel gewesen sei. Eine besondere
Eindrücklichkeit sei indes zu verneinen. Da die übrigen Kriterien klar verneint
werden könnten, bestehe kein rechtsgenüglicher adäquater
Kausalzusammenhang zwischen dem Unfallereignis vom 22. Januar 1987 und
den später geklagten psychischen Beschwerden der Beschwerdeführerin.
Auf die weiteren Ausführungen der Parteien in ihren Rechtsschriften wird,
soweit erforderlich, in den nachstehenden Erwägungen eingegangen.

## Considerations

Das Gericht zieht in Erwägung:
1. Anfechtungsobjekt des vorliegenden Beschwerdeverfahrens bildet der
beschwerdegegnerische Einspracheentscheid vom 25. April 2012. Streitig und
im Sinne eines Rückfalls zu prüfen ist, ob die von der Beschwerdeführerin am
13. Februar 2009 geklagten Beschwerden in rechtsgenüglichem
Zusammenhang mit dem Unfallereignis vom 22. Januar 1987 stehen, die
Beschwerdeführerin somit Anspruch auf Versicherungsleistungen aus der
Unfallversicherung hat.
2. a) Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers setzt nach den Bundesgesetzen
über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1)
sowie der Spezialgesetzgebung im Unfallversicherungsrecht (UVG; SR 832.20)
zunächst voraus, dass zwischen dem Unfallereignis und dem geklagten
Gesundheitsschaden ein natürlicher und adäquater Kausalzusammenhang
besteht. Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind alle
Umstände, ohne deren Vorhandensein der eingetretene Erfolg nicht als
verwirklicht gedacht werden kann. Ob zwischen einem schädigenden Ereignis
und einer gesundheitlichen Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang
besteht, ist eine Tatfrage, worüber die Verwaltung und im Beschwerdefall der
Richter nach dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der
überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse Möglichkeit
eines Sachzusammenhangs genügt für die Begründung eines
Leistungsanspruches noch nicht (BGE 129 V 181 E. 3.1, 123 V 138 E. 3a, 119
V 138 E. 1, 118 V 289 E. 1b; Pra 3/2004 Nr. 45 E. 2.2.2 S. 235; SVR-
Rechtsprechung [SVR] 8-9/2003 UV Nr. 11 E. 3.1 S. 32, Nr. 12 UV E. 3.1.1 S.
35; PVG 2000 Nr. 26, 1994 Nr. 65).
b) Als adäquate oder rechtserhebliche Ursache eines Erfolges hat ein Ereignis
dann zu gelten, wenn es nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge und nach der
allgemeinen Lebenserfahrung an sich geeignet ist, einen Erfolg von der Art des
eingetretenen herbeizuführen, der Eintritt dieses Erfolges also durch das
Ereignis allgemein als begünstigt erscheint (BGE 129 V 181 E. 3.2, 125 V 461
E. 5a, 123 V 141 E. 3d, 122 V 416 E. 2a, 121 V 49 E. 3a; SVR 8-9/2003 UV Nr.
11 E. 3.2 S. 32). Der Voraussetzung des adäquaten Kausalzusammenhangs
kommt die Funktion einer Haftungsbegrenzung zu (BGE 125 V 462 E. 5c, 123 V
102 E. 3b). Sie hat bei allen Gesundheitsschädigungen, die aus ärztlicher Sicht
mit überwiegender Wahrscheinlichkeit als natürliche Unfallfolgen gelten, Platz
zu greifen. Die Frage der Adäquanz ist eine Rechtsfrage; sie ist nicht von
medizinischen Sachverständigen, sondern vom Richter zu beurteilen (SVR 8-
9/2003 UV Nr. 12 E. 3.2.1 S. 36, 9/2002 UV Nr. 11 E. 2b S. 31).
c) Gemäss Art. 11 der Verordnung über die Unfallversicherung (UVV; SR
832.202) werden die Versicherungsleistungen auch für Rückfälle und
Spätfolgen gewährt. Laut Rechtsprechung handelt es sich bei einem Rückfall
um das Wiederaufflackern einer vermeintlich geheilten Verletzung, sodass es
zu ärztlicher Behandlung, möglicherweise sogar zu weiterer Arbeitsunfähigkeit
kommt. Von Spätfolgen spricht man, wenn ein scheinbar geheiltes Leiden im
Verlaufe längerer Zeit organische oder psychische Veränderungen bewirkt, die
zu einem anders gearteten Krankheitsbild führen können. Rückfälle und
Spätfolgen schliessen somit begrifflich an ein bestehendes Unfallereignis an.
Entsprechend können sie eine Leistungspflicht des Unfallversicherers nur
auslösen, wenn zwischen den erneut geltend gemachten Beschwerden und der
seinerzeit beim versicherten Unfall erlittenen Gesundheitsschädigungen ein
natürlicher und adäquater Kausalzusammenhang bejaht werden kann (SVR 8-
9/2003 UV Nr. 14 E. 4 S. 43; BGE 118 V 296 E. 2c; RKUV 1994 Nr. U 206 S.
326 E. 2). Bei Rückfällen und Spätfolgen obliegt es der versicherten Person,
das Vorliegen eines natürlichen Kausalzusammenhangs zwischen dem neuen
Beschwerdebild und dem Unfall mit dem Beweisgrad der überwiegenden
Wahrscheinlichkeit nachzuweisen. Je grösser der zeitliche Abstand zwischen
dem Unfall und dem Auftreten der gesundheitlichen Beeinträchtigung ist, desto
strengere Anforderungen sind an den Wahrscheinlichkeitsbeweis des
natürlichen Kausalzusammenhangs zu stellen (RKUV 1997 Nr. U 275 S. 191 E.
1c in fine). Bei Beweislosigkeit fällt der Entscheid zu Lasten der versicherten
Person aus (RKUV 1994 Nr. U 206 S. 328 E 3b; vgl. A. Rumo-Jungo,
Rechtsprechung des Bundesgerichts zum Sozialversicherungsrecht,
Bundesgesetz über die Unfallversicherung, 3. Aufl., Zürich 2003, S. 71 f.).
Werden durch den Unfall Beschwerden verursacht, übernimmt die
Unfallversicherung den durch das Unfallereignis verursachten Schaden, spätere
Gesundheitsstörungen dagegen nur, wenn eindeutige Brückensymptome
gegeben sind (Urteil des Bundesgerichts U 293/01 vom 17. Mai 2002 E. 1, mit
Hinweisen auf die Literatur).
d) Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob
der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen
Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in
Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der
medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen
Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet
sind (BGE 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
3. a) Nachdem das Verwaltungsgericht im Beschwerdeverfahren S 09 186 aufgrund
unauflösbarer Widersprüche hinsichtlich der von der Beschwerdeführerin
geklagten chronischen Unterbauchbeschwerden/Darmproblemen zwischen
dem für die Invalidenversicherung erstellten Gutachten der MEDAS Ostschweiz
vom 10. Juni 2009 und der Beurteilung des SUVA-Versicherungsmediziners Dr.
med. ... vom 29. Oktober 2009 sowie derjenigen des Kreisarztes Dr. med. ...
vom 22. Juli 2009 nicht abschliessend beurteilen konnte, ob die
Beschwerdegegnerin ihre Leistungspflicht für die Unterbauchbeschwerden zu
Recht verneint hat, wies das Gericht die Angelegenheit mit Urteil vom 15. Juni
2010 zur Einholung eines Gutachtens und zu neuem Entscheid an die
Beschwerdegegnerin zurück. Im Nachgang zu erwähntem
Verwaltungsgerichtsurteil beauftrage die Beschwerdegegnerin am 16.
Dezember 2010 die MEDAS Interlaken mit der Erstellung eines
interdisziplinären Gutachtens. Im entsprechenden Gutachten der MEDAS
Interlaken vom 21. Juni 2011 gelangten die Gutachter hinsichtlich der geklagten
somatischen Beschwerden sodann zu folgenden Erkenntnissen:
Chirurgisches Teilgutachten, Dr. med. ..., Chirurgie FMH, vom 16. März 2011: Die Beschwerdeführerin habe eine Schussverletzung durch insgesamt 3 Schüsse ins Gesäss rechts resp. in den rechten Oberschenkel erlitten. Es habe sich jedoch um reine Weichteilwunden gehandelt, welche problemlos abgeheilt seien. Eine Verletzung des Bauches, der Bauchdecke oder der Bauchhöhle, von Nerven oder Gefässen habe nicht stattgefunden. Somatische Folgen seien heute, ausser symptomlosen Narben, keine mehr nachzuweisen. Alle operativen Interventionen, welche ab 1991 stattgefunden hätten, stünden mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit in keinem kausalen Zusammenhang mit dem Ereignis vom 22. Januar 1987. Dies könne sowohl den Dokumenten aus dem Jahr 1987 entnommen werden. Aber auch die Unterlagen über die Leiden, welche ab 1991 invasiv behandelt worden seien, belegten, dass kein Zusammenhang mit der Schussverletzung bestanden habe. Die in den Berichten vom 21. Juni 2007 aus dem Kantonsspital Chur gestellte Diagnose: „Status nach Schussverletzung rechte Körperhälfte, Oberschenkel und Abdomen“ müsse als falsch resp. unpräzise betrachtet werden. Ebenso die Diagnose im Austrittsbericht resp. Operationsbericht des Eingriffs vom 9. Oktober 2007 im Kantonsspital Chur: „Status nach Schussverletzung lateraler Rücken, ca. im L3/L4 zum Oberschenkel lateral rechts, 1987“ resp. „Status nach Schussverletzung mit mehreren lateralen Einschussstellen L3/L4 bis hin zum Beckenkamm, 1987.“ Auch die Diagnose „Chronische Unterbauchschmerzen nach multiplen abdominalen Eingriffen nach Schussverletzung 1987, im polydisziplinären Gutachten der MEDAS von St. Gallen vom 10. Juni 2009 sei unzutreffend. Eine Schussverletzung des Bauches, Bauchdecke, oder der Bauchhöhle habe nicht stattgefunden. Die aktuell beklagten Beschwerden in der rechten Flanke, in der rechten Leistengegend und an der Aussenseite des rechten Oberschenkels würden mit grosser Wahrscheinlichkeit einer Meralgia paraesthetica entsprechen. Auch sie stehe in keinem kausalen Zusammenhang mit dem Ereignis vom 22. Januar 1987. Die Meralgie des Nervus cutaneus femoris lateralis entstehe durch eine chronische Schädigung bei seinem Durchtritt unter dem Leistenband (Lig. inguinale). Ursache dieser chronischen Schädigung könnten anatomische
Gegebenheiten sein, unter anderem auch Fettschürzen. Der Verlauf könne intermittierend sein. Nicht selten trete die Meralgie auch auf der Gegenseite auf. Bis vor einigen Jahren habe die Beschwerdeführerin offensichtlich an ähnlichen Beschwerden auf der linken Seite gelitten, welche damals als Hüftleiden behandelt worden seien. Zusammenfassend sei eine objektive Verschlimmerung der Schussverletzungen am Oberschenkel und Gesäss rechts seit dem Behandlungsabschluss im Jahr 1988 nicht eingetreten. Durch die Schussverletzung sei es damals nicht zu einer Beteiligung des Abdomens gekommen. Die seit 1991 vorgenommenen invasiven Eingriffe stünden mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit nicht im Zusammenhang mit dem Ereignis vom 22. Januar 1987. Ausser den Diagnosen Zustand nach extraabdomineller Schussverletzung gluteal rechts und am Oberschenkel rechts ohne Verletzung von relevanten Strukturen vom 22. Januar 1987 und Zustand nach Narbenkorrektur am Oberschenkel rechts 8. Januar 1988, bestehe kein Zusammenhang mit dem Ereignis vom 22. Januar 1987.
Gynäkologisches Teilgutachten, Dr. med. ..., Geburtshilfe und Gynäkologie FMH, vom 18. Mai 2011: Die Beschwerdeführerin habe aufgrund der multiplen abdominalen Eingriffe sicher objektivierbare Gründe für die Bauchschmerzen. Es sei durchaus vorstellbar, dass die psychische Belastung infolge des erlittenen Schusstraumas die Beschwerden im Sinne einer psychischen Überlagerung verstärken könnten (Somatisierung). Eine unmittelbare Kausalität durch die Schussverletzung bestehe aber sicher nicht. Der Schusskanal verlaufe unter und damit ausserhalb des Beckens. Eine Beteiligung/Verletzung des Abdomens habe sicher nicht stattgefunden. Da das Abdomen durch die Schussverletzung nicht verletzt worden sei, handle es sich bei den diversen durchgeführten Operationen nicht um unfallkausale Behandlungen. Der Leidensdruck der Beschwerdeführerin sei anzuerkennen, wobei die Kausalität zur Schussverletzung aber nicht bestehe.
MEDAS Gesamtgutachten vom 21. Juni 2011: Im unter der Führung von Dr. med. ..., Innere Medizin und Klinische Pharmakologie FMH, erstellten MEDAS Gesamtgutachten gelangten die Gutachter zum Schluss, dass das Abdomen durch die am 22. Januar 1987 erlittene Schussverletzung nicht verletzt worden sei. Die von der Beschwerdeführerin geklagten chronischen Abdominalbeschwerden seien multifaktorieller Genese. Einzig die Narbenrevision vom 8. Januar 1988 sei auf das Unfallereignis zurückzuführen. Seit dem Behandlungsabschluss am 9. Mai 1988 sei es zu keiner objektiven Verschlimmerung der Schussverletzungen an Oberschenkel und Gesäss rechts gekommen. Demnach seien die verschiedenen vorgenommenen Operationen mit Ausnahme der Narbenrevision im Jahr 1988 keine unfallkausalen Behandlungen gewesen. Obwohl aktuell abdominale Beschwerde im Vordergrund stünden (Meralgia paraesthetica des Oberschenkelhautnervs rechts sowie mögliche intraabdominale Adhäsionen nach mehrfachen Eingriffen) müsse aber von
einem erheblichen somatoformen Anteil der chronischen bzw. rezidivierenden Beschwerden ausgegangen werden.
b) Laut MEDAS Gutachten vom 21. Juni 2011 besteht somit offenkundig kein
Kausalzusammenhang zwischen dem Unfallereignis vom 22. Januar 1987 und
den geklagten somatischen Beschwerden. Dementsprechend können aber die
diversen vorgenommenen Operationen - abgesehen von der Narbenrevision im
Jahr 1988 - nicht als unfallkausale Behandlungen betrachtet werden. Für das
Gericht besteht im vorliegenden Fall kein Anlass, diese Einschätzung der
Gutachter in Zweifel zu ziehen, zumal das Gutachten umfassend ist und die
Einschätzungen der Fachärzte einleuchtend und überdies schlüssig und
nachvollziehbar begründet sind. Die Beurteilung der Gutachter wurde in
Kenntnis der gesamten Aktenlage abgegeben, und auch auf die von der
Beschwerdeführerin geklagten Beschwerden haben die Gutachter Bezug
genommen. Überdies setzt sich das Gutachten der MEDAS Interlaken auch mit
jenem der MEDAS Ostschweiz vom 10. Juni 2009 auseinander und hält
diesbezüglich explizit fest, dass deren Diagnose „Chronische
Unterbauchschmerzen nach multiplen abdominalen Eingriffen nach
Schussverletzung 1987...,“ unzutreffend sei, da eine Schussverletzung des
Bauches, der Bauchdecke oder der Bauchhöhle nicht stattgefunden habe (vgl.
Hauptgutachten S. 29, Teilgutachten Chirurgie S. 6). Nur am Rande sei in
diesem Zusammenhang ergänzend darauf hingewiesen, dass die Leistungen
der Invalidenversicherung - im Gegensatz zu den kausal ausgerichteten
Leistungen der Unfallversicherung - final ausgerichtet sind. Dementsprechend
hatte sich das Gutachten der MEDAS Ostschweiz vom 10. Juni 2009 aber auch
nicht mit Kausalitätsfragen zu befassen. Auch vor diesem Hintergrund besteht
somit kein Anlass, an der umfassenden, nachvollziehbaren und
widerspruchsfreien Beurteilung der MEDAS Interlaken vom 21. Juni 2011 zu
zweifeln. Es kann somit auf das entsprechende Gutachten abgestellt werden.
Weitere medizinische Abklärungen sind vor dem Hintergrund des umfassenden
Gutachtens der MEDAS Interlaken vom 21. Juni 2011 nicht angezeigt.
4. a) Was sodann die psychiatrische Problematik betrifft ist Dr. med. ..., Facharzt
FMH für Psychiatrie und Psychotherapie, im entsprechenden psychiatrischen
Teilgutachten vom 18. April 2011 zu folgenden Erkenntnissen gelangt:
Die aktuelle psychiatrische Untersuchung habe keinerlei Hinweise auf das Vorliegen einer ernsthaften psychiatrischen Erkrankung oder einer psychischen Störung mit Krankheitswert und Relevanz für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin gegeben. An der Vordiagnose einer posttraumatischen Belastungsstörung mit Depression, Erschöpfungszuständen und generalisierten Angstzuständen bestünden grundsätzlich keine Zweifel, auch wenn die Befunde nicht von fachpsychiatrischer Seite erhoben worden seien, da im Rahmen einer interdisziplinären Begutachtung durch die MEDAS Ostschweiz die Vordiagnosen aus fachärztlicher Sicht eindeutig bestätigt worden seien. Die Diagnose einer aktuell noch vorliegenden posttraumatischen Belastungsstörung mit generalisierter Angststörung habe heute allerdings nicht mehr gestellt werden können. Die Beschwerdeführerin habe zwar den damaligen Tötungsversuch ausführlich und mit grossem Rededrang beschrieben, doch handle es sich dabei nicht um ein wiederholtes Erleben des Traumas im engeren Sinn, was an der relativen emotionalen Unbeteiligtheit abzulesen sei. Die Beschwerdeführerin habe spontan auch keine „“ Wiederholungen des Traumas in jüngster Vergangenheit beschrieben. Auch liege kein andauerndes Gefühl von Betäubtheit oder emotionaler Stumpfheit vor, wie auch keine Gleichgültigkeit gegenüber anderen Menschen, keine gravierende Einschränkung der sozialen Teilhabe im privaten Bereich und auch keine Anhedonie oder Vermeidung von Aktivitäten und Situationen, die das traumatische Ereignis allenfalls wiedererleben lassen könnten. Die Beschwerdeführerin sage selber, sie habe das Trauma mit therapeutischer Hilfe verarbeiten können. Auch ein depressives Zustandsbild habe aktuell eindeutig ausgeschlossen werden können, was bedeute, dass die typischen Symptome, welche die Diagnose einer posttraumatischen Belastungsstörung und einer damit verbundenen Angststörung rechtfertigen würden, heute eindeutig nicht mehr vorlägen. Die unklaren Schmerzen im rechten Unterbauch und die Schmerzen im Lendenwirbelsäulen-Bereich, beide ohne invalidisierenden Charakter, würden heute als Restsymptomatik der vordiagnostizierten undifferenzierten Somatisierungsstörung verstanden. Sie würden die diagnostischen Kriterien einer Somatisierungsstörung nicht mehr erfüllen, wohl aber jene einer anhaltenden somatoformen Schmerzstörung (ICD-10: F45.4). Beide Störungen seien Ausdruck einer Symptomverlagerung. Auch habe die früher diagnostizierte posttraumatische Belastungsstörung mit Erschöpfungszustand, Depression und generalisiertem Angstsyndrom für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin heute keine Bedeutung mehr, da diese Diagnose heute nicht mehr bestätigt werden könne. Die vordiagnostizierte undifferenzierte Somatisierungsstörung zeige sich heute in geringerer Ausprägung und mehrheitlich als leichtes, aber chronisch vorhandenes Schmerzsyndrom, welches für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin ohne Relevanz sei, da von einer willentlichen
Überwindung der Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit ausgegangen werden könne. Daraus folge, dass die Beschwerdeführerin aus psychiatrischer Sicht heute zu 100 % arbeitsfähig sei.
b) Aufgrund der Beurteilung von Dr. med. ... geht sowohl die Beschwerdeführerin
wie auch die Beschwerdegegnerin wohl zu Recht von einem natürlichen
Kausalzusammenhang zwischen dem Unfallereignis vom 22. Januar 1987 und
den posttraumatischen Belastungsstörungen mit den Folgediagnosen aus. Dr.
med. ... begründet schlüssig und nachvollziehbar, weshalb an der
vorbestehenden Diagnose im Gutachten der MEDAS Ostschweiz vom 10. Juni
2009 (posttraumatische Belastungsstörung mit Depression,
Erschöpfungszustände, generalisierte Angstzustände, 70%ige
Arbeitsunfähigkeit) nicht mehr festgehalten werden könne und aktuell keine
Arbeitsunfähigkeit mehr bestehe. Die Beurteilung von Dr. med. ... erscheint
einerseits vor dem Hintergrund, als die Beschwerdeführerin die
psychiatrische/psychotherapeutische Behandlung, welche sie nach eigenen
Angaben vor circa zehn Jahren begonnen habe, seit zwei Jahren nicht mehr in
Anspruch nimmt, als nachvollziehbar (vgl. psychiatrisches Teilgutachten vom
18. April 2011 von Dr. med. ... S. 9 und 12; vgl. auch Gutachten der MEDAS
Interlaken vom 21. Juni 2011 S. 25 unten: Fremdanamnese Dr. med. ...,
Psychiatrie und Psychotherapie: Behandlung von 10/04 bis 02/06, 06/06 und
von 12/08 bis 01/09). Andererseits spricht auch die Tatsache, dass die
geklagten psychiatrischen Beschwerden erstmals im Jahr 1999, mithin erst 12
Jahre nach dem Unfallereignis vom 22. Januar 1987, dokumentiert wurden (vgl.
Gutachten der MEDAS Ostschweiz vom 10. Juni 2009 S. 13), für die
Beurteilung von Dr. med. ... Das Gutachten der MEDAS Interlaken erweist sich
somit auch hinsichtlich der psychiatrischen Beurteilung als umfassend,
schlüssig und nachvollziehbar, weshalb keine weiteren diesbezüglichen
Abklärungen angezeigt sind. Ob zwischen den geklagten psychiatrischen
Beschwerden und dem Unfallereignis vom 22. Januar 1987 in der Tat ein
natürlicher Kausalzusammenhang besteht, kann vorliegend indes offenbleiben,
da - wie nachfolgende Prüfung zeigt - ein solcher Kausalzusammenhang
jedenfalls nicht adäquat wäre (vgl. Bundesgerichtsurteile 8C_216/2009 vom 28.
Oktober 2009 E. 5, 8C_33/2008 vom 20. August 2008 E. 6.2.3, 8C_326/2007
vom 7. Mai 2008 E. 5).
c) Unbestrittenermassen gelangen vorliegend zur Prüfung der Adäquanz von
psychischen Unfallfolgen die von der Rechtsprechung in BGE 115 V 133 E. 6
entwickelten Grundsätze zur Anwendung. Dementsprechend ist die adäquate
Kausalität unter Ausschluss psychischer Aspekte zu prüfen
(Bundesgerichtsurteil 8C_33/2008 E. 6.2.2). Für die Bejahung des adäquaten
Kausalzusammenhangs zwischen dem Unfallereignis und einem psychischen
Schaden ist demnach im Einzelfall erforderlich, dass dem Unfall eine
massgebende Bedeutung für die Entstehung der Arbeits- bzw.
Erwerbsunfähigkeit zukommt. Dies trifft dann zu, wenn er eine gewisse
Schwere aufweist oder mit anderen Worten ernsthaft ins Gewicht fällt. Für die
Beurteilung dieser Frage ist an das Unfallereignis anzuknüpfen, wobei -
ausgehend vom augenfälligen Geschehensablauf - zwischen banalen bzw.
leichten Unfällen einerseits, schweren Unfällen andererseits und schliesslich
dem dazwischen liegenden mittleren Bereich unterschieden wird, wobei im
mittleren Bereich allenfalls eine weitere Differenzierung nach der Nähe zu den
leichten oder schweren Unfällen erfolgt. Während der adäquate
Kausalzusammenhang in der Regel bei schweren Unfällen ohne weiteres
bejaht und bei leichten Unfällen verneint werden kann, lässt sich die Frage der
Adäquanz bei Unfällen aus dem mittleren Bereich nicht aufgrund des
Unfallgeschehens allein schlüssig beantworten, und es sind weitere objektiv
erfassbare Umstände in eine Gesamtwürdigung einzubeziehen. Solche -
unfallbezogenen - Umstände können als Beurteilungskriterien dienen, weil sie
ihrerseits nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge und der allgemeinen
Lebenserfahrung geeignet sind, in Verbindung mit dem Unfall zu einer
psychisch bedingten Erwerbsunfähigkeit zu führen oder diese zu verstärken.
Der Katalog dieser Kriterien lautet wie folgt: besondere dramatische
Begleitumstände oder besondere Eindrücklichkeit des Unfalls; die Schwere
oder besondere Art der erlittenen Verletzungen, insbesondere ihre
erfahrungsgemässe Eignung, psychische Fehlentwicklungen auszulösen;
ungewöhnlich lange Dauer der ärztlichen Behandlung; körperliche
Dauerschmerzen; ärztliche Fehlbehandlung, welcher die Unfallfolgen erheblich
verschlimmert; schwieriger Heilungsverlauf und erhebliche Komplikationen;
Grad und Dauer der physisch bedingten Arbeitsunfähigkeit. Dabei ist nicht in
jedem Fall der Einbezug sämtlicher Kriterien in die Gesamtwürdigung
erforderlich. Je nach den konkreten Umständen kann für die Beurteilung des
adäquaten Kausalzusammenhangs ein einziges Kriterium genügen. Dies trifft
einerseits dann zu, wenn es sich um einen Unfall handelt, welcher zu den
schweren Fällen im mittleren Bereich zu zählen oder sogar als Grenzfall zu
einem schweren Unfall zu qualifizieren ist. Anderseits kann im gesamten
mittleren Bereich ein einziges Kriterium genügen, wenn es in besonders
ausgeprägter Weise erfüllt ist. Kommt keinem Einzelkriterium besonderes bzw.
ausschlaggebendes Gewicht zu, so müssen mehrere unfallbezogene Kriterien
herangezogen werden. Handelt es sich beispielsweise um einen Unfall im
mittleren Bereich, der aber dem Grenzbereich zu den leichten Unfällen
zuzuordnen ist, müssen die weiteren zu berücksichtigenden Kriterien in
gehäufter Weise erfüllt sein, damit die Adäquanz bejaht wird. Diese Würdigung
des Unfalls zusammen mit den objektiven Kriterien führt zur Bejahung oder
Verneinung des adäquaten Kausalzusammenhangs (vgl. BGE 115 V 133 E. 6,
124 V 29 E. 5c/bb; Bundesgerichtsurteil 8C_806/2009 vom 15. Januar 2010 E.
4.1.1).
d) Die Parteien sind sich bereits bezüglich der Qualifikation des Unfallereignisses
vom 22. Januar 1987 uneinig geblieben. Während sich die Beschwerdeführerin
auf den Standpunkt stellt, dass das Unfallereignis in die Gruppe der schweren
Unfälle gehöre, ist die Beschwerdegegnerin der Meinung, es sei von einem
mittelschweren Unfall auszugehen. Aus den bei den Akten liegenden
Unterlagen ist hinsichtlich des Tathergangs zu entnehmen, dass die
Beschwerdeführerin am 22. Januar 1987 beim Verlassen des Hallenbades ...
von einer ihr unbekannten Person von hinten angeschossen wurde. Dabei erlitt
sie entgegen den Ausführungen der Beschwerdeführerin nicht sieben, sondern
drei Schussverletzungen, eine mit Einschuss im Bereich des rechten Gesässes
und Ausschuss vaginal, sowie zwei Einschüsse im Bereich des rechten
Oberschenkels. Darauf wurde sie notfallmässig ins Rhätische Kantons- und
Regionalspital Chur eingeliefert.
e) Aufgrund dieses Geschehensablaufs sowie den bei den Akten liegenden
Unterlagen ist das Gericht zur Überzeugung gelangt, dass vorliegend mit der
Beschwerdegegnerin von einem Unfall im mittleren Bereich i.e.S. und nicht von
einem schweren Unfall auszugehen ist (vgl. Kasuistik zur Unfallschwere: Urteil
des Eidg. Versicherungsgerichtes U 458/04 E. 3.4.1; RKUV 1999 U 330 S. 122,
1995 U 215 S. 90). Vor diesem Hintergrund kann die Adäquanz nach dem
vorne unter Erwägung 4c) Gesagten nur bejaht werden, wenn entweder ein
einziges Kriterium in besonders ausgeprägter Weise erfüllt ist oder aber
mindestens drei der sieben Kriterien in der einfachen Form gegeben sind (SVR
2010 UV Nr. 25 S. 100; Bundesgerichtsurteile 8C_498/2011 vom 3. Mai 2012 E.
6.2.2, 8C_617/2010 vom 15. Februar 2011 E. 3.3). Das hier zur Beurteilung
stehende Unfallereignis vom 22. Januar 1987 erreicht nicht die Schwere des
von der Beschwerdegegnerin zitierten Urteils des Bundesgerichtes U 146/01
vom 16. Juli 2001, worin der plötzliche Angriff von zwei scharfen Wach- und
Schutzhunden (der Rasse „Dobermann“ mit Widerristhöhe bis 72 cm und
Körpergewicht bis 45 kg) auf einen Menschen als schwerer Unfall im mittleren
Bereich qualifiziert wurde, wobei das Opfer der Hundeattacke eine
Rissquetschwunde, mehrere klaffende Fleischwunden, ausgedehnte
Hämatome und eine Schürfwunde erlitten hat. Das Bundesgericht hielt hierzu
fest, es handle sich um einen Unfall, der erfahrungsgemäss geeignet sei, zu
schweren Verletzungen zu führen und bei der betroffenen Person massive
Ängste auszulösen; es erachtete das Kriterium der besonderen Eindrücklichkeit
denn auch als erfüllt und bejahte die Adäquanz der psychischen Beschwerden.
Ebenfalls nicht vergleichbar ist der vorliegende Fall mit dem Urteil des
Bundesgerichts U 9/00 vom 28. August 2001 (RKUV 2001 Nr. U 440, S. 350),
wo eine Versicherte vom Sohn ihres Partners angegriffen, zu Boden geworfen,
gewürgt und mit mehreren Schlägen auf den Kopf sowie mit Kniestössen in den
Rücken und in die Nieren traktiert wurde. Das Bundesgericht qualifizierte auch
dieses Ereignis als schweren Unfall im mittleren Bereich und bejahte die
Adäquanz aufgrund des als beeindruckend einzuordnenden Kriteriums der
Aggression, da diesem Kriterium eine besondere Intensität zukomme. Obwohl
das Verwaltungsgericht mit Urteil S 09 65 vom 10. November 2009 einen
Vorfall, bei dem der Geschädigte von einem Arbeitskollegen mit dem Messer
angegriffen wurde und dabei multiple Schnitt- und Stichverletzungen erlitten
hat, als mittelschweren Unfall eingestuft hat, lässt sich auch dieser Fall nicht
eins zu eins mit dem Vorliegenden vergleichen, bestand doch in jenem Fall im
Gegensatz zur vorliegenden Situation eine unmittelbare objektive Lebensgefahr
des Geschädigten. Ebenfalls ist das vorliegende Ereignis nicht mit der Kasuistik
zur Schwere von Verkehrs- oder Berufsunfällen zu vergleichen (vgl.
Bundesgerichtsurteil 8C_609/2007 vom 22. August 2008 E. 4.1.3).
f) Dem Unfallereignis vom 22. Januar 1987 unter Einsatz einer Schusswaffe kann
eine gewisse Dramatik und Eindrücklichkeit zweifelsohne nicht abgesprochen
werden. Diesbezüglich ist jedoch zu beachten, dass jedem mindestens
mittelschweren Unfall eine gewisse Eindrücklichkeit eigen ist, die aber für sich
selber noch nicht für die Bejahung des Kriteriums ausreichen kann (vgl.
Bundesgerichtsurteil 8C_721/2011 vom 11. November 2011 E. 5.1). Besonders
dramatische Begleitumstände oder eine besondere Eindrücklichkeit liegen hier
nicht vor, beurteilt sich dieses Kriterium doch objektiv und nicht aufgrund des
subjektiven Empfindens bzw. aufgrund von Angstgefühlen der
Beschwerdeführerin. Dementsprechend ist sowohl die Tatsache, dass die
Beschwerdeführerin von den Schüssen nicht etwa versehentlich getroffen
wurde, sondern der Täter die Waffe gezielt auf sie gerichtet und geschossen
hat als auch die Tatsache, dass die Beschwerdeführerin später erfahren hat,
dass der Schütze von ihrem damaligen Ehemann angeheuert wurde, ohne
Belang. Ausserdem wurden die Schüsse auf die Beschwerdeführerin von hinten
abgefeuert, weshalb sie den Täter nicht bemerken und dementsprechend seine
Absicht auch nicht erkennen konnte. Somit konnte sie sich auch nicht mit dem
Tod bedroht fühlen. Folglich ist das Kriterium der besonders dramatischen
Begleitumstände oder besonderen Eindrücklichkeit aber höchstens ansatzweise
erfüllt. Bezüglich der erlittenen Verletzungen ist zu beachten, dass die
Beschwerdeführerin „bloss“ reine Weichteilverletzungen erlitten hat, welche
überdies gemäss Gutachten der MEDAS Interlaken vom 21. Juni 2011
problemlos verheilten. Eine Verletzung des Bauches, der Bauchdecke oder der
Bauchhöhle hat demgegenüber gemäss den überzeugenden gutachterlichen
Erläuterungen entgegen den Ausführungen der Beschwerdeführerin nicht
stattgefunden, weshalb das Kriterium der Schwere oder der besonderen Art der
erlittenen Verletzung zu verneinen ist. Des Weiteren ist dem Zwischenbericht
von Dr. med. ... vom 16. Mai 1988, welche die Beschwerdeführerin im
damaligen Zeitraum behandelte, zu entnehmen, dass die unfallkausale
medizinische Behandlung bereits am 9. Mai 1988 abgeschlossen werden
konnte und die Beschwerdeführerin - mit Ausnahme von unfallfremden
Rückenschmerzen - keine körperlichen Beschwerden mehr verspürte. Zudem
war sie seit dem 24. März 1988 in physischer Hinsicht auch wieder voll
arbeitsfähig. Somit lag aber weder eine ungewöhnlich lange Dauer der
ärztlichen Behandlung noch eine erhebliche physische Arbeitsunfähigkeit vor.
Auch sind weder körperlichen Dauerschmerzen noch ärztliche
Fehlbehandlungen bzw. Hinweise auf einen schwierigen Heilungsverlauf
aktenkundig, weshalb auch diese Kriterien zu verneinen sind. Somit ist aber
bloss das Kriterium der besonders dramatischen Begleitumstände oder
besonderen Eindrücklichkeit des Unfalls ansatzweise erfüllt, weshalb die
Adäquanz durch die Vorinstanz zu Recht verneint wurde.
5. a) Insgesamt hat die Beschwerdegegnerin demzufolge sowohl den natürlichen
Kausalzusammenhang zwischen dem Unfallereignis vom 22. Januar 1987 und
den geklagten somatischen Beschwerden als auch den adäquaten
Kausalzusammenhang zwischen dem Unfallereignis und den psychischen
Beschwerden zu Recht verneint. Die Beschwerdeführerin hat demnach keinen
Anspruch auf Versicherungsleistungen der Beschwerdegegnerin. Der
angefochtene Einspracheentscheid vom 25. April 2012 erweist sich somit als
rechtens, was zu seiner Bestätigung und der Abweisung der Beschwerde führt.
b) Gerichtskosten werden keine erhoben, da das kantonale Beschwerdeverfahren
nach Art. 61 lit. a ATSG grundsätzlich kostenlos ist. Eine aussergerichtliche
Entschädigung steht der Beschwerdegegnerin nicht zu (Umkehrschluss aus Art.
61 lit. g ATSG).