# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 045e856f-cf51-409e-aa49-5a41d07b4f84
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2017
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
1.1
Die 1968 geborene
X._
ist angelernte
Coiffeuse
und war - nach
de
m sie in ihrem Beruf während 12 Jahren angestellt und während 8 Jahren selb
stän
dig erwerbend gewesen war - zuletzt für verschiedene Arbeitgeber als
Reini
gungsangestellte
tätig (gesamthaft bei einem Pensum von rund
15
%, Urk. 9/10-12).
Am 2. März 2012 (Eingangsdatum) meldete sich die Versicherte
bei der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, zum
Leis
tung
s
bezug
an (Urk. 9/4). In der Folge tätigte die IV-Stelle medizinische und erwerb
liche Abklärungen. Am 13. November 2012 wurde eine Abklärung der beein
trächtigen Arbeitsfähigkeit in Beruf und Haushalt durchgeführt (Urk. 9/21).
Mit
Verfügung vom 8. März
2013
wies die IV-Stelle das Rentengesuch ab (Urk. 9/30
).
1.2
Mit
Zusatzgesuch
vom 16. Juli 2013 ersuchte
X._
um
erneute P
rüfung
des Rentenanspruchs
(Urk. 9/34) und reichte einen neuropsychologi
schen Untersuchungsbericht der Klinik für Neurologie des
Y._
vom 2
8.
Mai 2013 ein (Urk. 9/33).
Mit Mitteilung vom 1
9.
März 2014 gewährte die IV-Stelle Frühint
erventionsmassnahmen in Form eines
Job Coaching
s
(Urk. 9/42), welche am 26. August
2014 mangels erfolgreicher Inte
gration in den Arbeitsmarkt abgeschlossen wurden (Urk. 9/50). Die IV-Stelle klärte die aktuellen medizinischen und erwerblichen Verhältnisse ab und liess
X._
durch die
Z._
polydisziplinär
begutachten (
poly
disziplinäres
Gutachten vom 29. April 2015, Urk. 9/79). Nach durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(Urk. 9/85 und Urk. 9/91) verneinte die IV-Stelle mit Ver
fügung vom 11. November 2015 einen Rentenanspruch (Urk. 2).
2.
Dagegen erhob
X._
am 11. Dezember 2015 Beschwerde und bean
tragte, die Sache sei unter Aufhebung der Verfügung vom 11. November 2015 zur Neubeurteilung an die Vorinstanz zurückzuweisen, eventuell sei ihr auf
grund eines Invaliditätsgrades von 65 % eine Invalidenrente zuzusprechen; unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der Beschwerdegegnerin (Urk. 1). Die Beschwerdegegnerin schloss mit Beschwerdeantwort vom 15. April 2016
auf Abweisung der Beschwerde (Urk. 8, unter Beilage ihrer Akten, Urk. 9/1-99), was der Beschwerdeführerin am 20. April 2016 mitgeteilt wurde (Urk. 10).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird - soweit erforderlich - im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts,
ATSG).
Sie kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung,
IVG).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beein
trächtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verur
sachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommen
den ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesund
heitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich min
des
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertels
rente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit
bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog.
Invalideneinkom
men
), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der
Einkom
mensver
gleich
hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die b
eiden hypo
thetischen
Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und ei
nander gegen
übergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der
Invaliditäts
grad
bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des
Einkommensver
gleichs
; BGE
130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
1.4
Das Sozialversicherungsgericht hat den Sachverhalt von Amtes wegen festzu
stellen und alle Beweismittel objektiv zu prüfen, unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden, ob sie eine zuverlässige Beurteilung
des strittigen Leistungsanspruches gestatten. Insbesondere darf es beim Vorlie
gen
einander widersprechender medizinischer Berichte den Prozess nicht erledi
gen,
ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum
es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt (ZAK 1986 S. 188 E. 2a). Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Gut
achtens ist im Lichte dieser Grundsätze entscheidend, ob es für die Beantwor
tung der gestellten Fragen umfassend ist, auf den erforderlichen allseitigen Untersuchungen beruht, die geklagten Beschwerden berücksichtigt und sich mit diesen sowie dem Verhalten der untersuchten Person auseinander setzt – was vor allem bei psychischen Fehlentwicklungen nötig ist –, in Kenntnis der und gegebenenfalls in Auseinandersetzung mit den
Vorakten
abgegeben worden ist, ob es in der Darlegung der medizinischen Zustände und Zusammenhänge ein
leuchtet, ob die Schlussfolgerungen der medizinischen Experten in einer Weise begründet sind, dass die rechtsanwendende Person sie prüfend nachvollziehen kann, ob der Experte oder die Expertin nicht auszuräumende Unsicherheiten und Unklarheiten, welche die Beantwortung der Fragen erschweren oder ver
unmöglichen, gegebenenfalls deutlich macht (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c; Ulrich Meyer, Die Rechtspflege in der Sozialversiche
rung, BJM 1989, S. 30 f.; derselbe in: Hermann
Fredenhagen
, Das ärztliche Gut
achten, 4. Auflage 2003, S. 24 f.).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete die Verneinung des Rentenanspruchs gestützt auf das polydisziplinäre Gutachten vom 2
9.
Juli 2015 (Urk. 9/79) im We
sentlichen damit, dass der Beschwerdeführerin die bisherige Tätigkeit als
Reini
gungsangestellte
aus psychischer Sicht noch zu 80 % und aus ortho
pä
di
scher Sicht zu 40 % zumutbar wäre, aus polydisziplinärer Sicht aber seit Anfang
2009 eine 70%ige Arbeitsfähigkeit in einer leichten, behinderungsangepassten Tätig
keit bestehe. Gestützt auf
das
mittels Tabellenlöhne ermittelte Validen- und
In
valideneinkommen
errechnete die Beschwerdegegnerin - unter Berücksich
ti
gung eines leidensbedingten Abzuges von 10 % aufgrund des verminderten
Be
las
tungsprofils
- einen rentenausschliessenden Invaliditätsgrad von 37 %.
Zu den Einwänden der Beschwerdeführerin führte die Beschwerdegegnerin aus, dass auch
von einer
weiteren neuropsychologischen Abklärung (Durchführung einer Evaluation der funktionellen Leistungsfähigkeit [EFL]) keine bessere Be
urteilung der Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit zu erwarten sei. So sei hauptsächlich die nicht abschliessend quantifizierbare kognitive Leistungs
fähigkeit die Krux und
eben
nicht die somatisch eingeschränkte Leistungsfähig
keit.
Zudem sei eine affektive oder andere psychische Störung, welche als medi
zinische Begründung für die eingeschränkte Anstrengung oder Verdeutlichung der Beschwerden ins Feld geführt werden könnte, nicht ausgewiesen.
2.2
Die Beschwerdeführerin is
t demgegenüber
der
Ansicht, insbesondere auf das neuropsychologische Gutachten der
Z._
könne wegen Unvollstän
digkeit nicht abgestellt werden. Zudem sei eine EFL durchzuführen, um auch ihre mentale Verfassung beurteilen zu können (Urk. 1).
3.
3.1
Dr.
med.
A._
, FMH Innere Medizin, speziell Rheumatologie, führte in seinem Bericht vom 16. Mai 2012 (Urk. 9/15) zuhanden der Beschwerdegegnerin aus, dass er die Beschwerdeführerin seit Längerem wegen ihrer Rückenprobleme bei bekannter grösserer Diskushernie L5/S1
mediolateral
links und S1 Kompres
sion links behandle. Daneben bestehe ein
Lipo-Phleboedem
am rechten Bein mit passagerer Ly
m
phdrainage, jedoch ohne Besserung, sowie eine vorläufig nicht näher geklärte entzündliche Aktivität im Bereich des Kniegelenkes rechts. Alle diese Veränderungen - aber vor allem die lumbalen Veränderungen - führten zu einer deutlichen Belastbarkeitseinschränkung, sodass die angestammte erlernte Tätigkeit als
Coiffeuse
, aber auch die aktuell verrichtete Arbeit im
Reinigungs
dienst
kaum mehr zumutbar seien und sich deshalb eine berufliche Umstel
lung/
Umschulung aufdränge. Für eine behinderungsangepasste
wirbelsäulen
schon
ende
Tätigkeit wäre eine volle Arbeitsfähigkeit zumutbar.
3.2
Im
neuropsychologischen Untersuchungsberi
cht der Klinik für Neurologie des
Y._
vom 28. Mai 2013
(Urk. 9/
33
)
wurde die kognitive Leistungsfähigkeit der Beschwerdeführerin beurteilt.
I
n
der neuropsychologischen Un
tersuchung
zeige
sich
vordergründig eine starke psychomotorische Verlangsamung bezie
hungs
weis
e
eine deutlich reduzierte kognitive Verarbeitungsgeschwindigkeit. Insbe
sondere in computergestützten Aufgaben zeige sich dies in stark verlang
samten Reaktionszeiten bei teilweise erhöhter Fehlerhäufigkeit
. Im Bereich des Gedächt
nisses fände
n
sich eine reduzierte Erfassungsspanne sowie verminderte
Arbeits
ge
dächtnisleistungen
. Im episodischen Gedächtnis zeigten sich leicht re
duzierte Lernleistungen für verbale und figurale Informationen. Sämtliche
Exe
kutivfun
k
tio
nen
seien beeinträchtigt (sehr stark reduzierte kognitive Flexibilität bei leicht verminderter Flüssigkeit und leicht erhöhter Interferenzanfälligkeit). Am ehesten bildungsbedingt seien die Beeinträchtigungen der Rechenfähigkeit sowie der Recht
schreibung und der
Visuokonstruktion
(Mühe beim Abzeichnen einer kom
plexen geometrischen Figur). Die übrigen geprüften Hirnfunktionen, insbe
son
dere die weiteren Sprach- und Handlungsfunktionen sowie die visuelle Wahr
nehmung, seien unauffällig.
Die Einschränkungen seien genuin, das heisst auf
grund diverser Symptomvalidierungsverfahren könne Aggravation oder gar Simu
lation ausgeschlossen werden. Sie entsprächen in ihrer Qualität einer früh
kindlichen Entwicklungsstörung, auch wenn aus der Anamnese ausser der stets vorhandenen Langsamkeit keine Verzögerungen der motorischen Entwicklung oder im Spracherwerb vermerkt seien. Es sei aber festzuhalten, dass eine nor
male Schulbildung offensichtlich nie möglich gewesen sei; nach der Oberschule habe die Beschwerdeführerin lediglich eine
Anlehre
ohne Schulbegleitung ab
solviert. Die Anstellungsverhältnisse
über die vergangenen Jahre (im
Reini
gungs
bereich
) seien oft „entgegenkommend“ gewesen, da sie von Bekannten oder
Ver
wandten eingegangen worde
n seien.
Aufgrund der festgestellten
Lern
schwie
rigkeiten
dürfte sich eine Umschulung auf Tätigkeiten ausserhalb der an
ge
stammten Tätigkeiten (
Coiffeuse
, Reinigungsmitarbeiterin) als schwierig er
wei
sen. Es werde empfohlen, die im Rahmen der physischen Einschränkungen möglichen Anstellungen im Reinigungsbereich zu pflegen, damit wenigstens in dieser Routinetätigkeit (bei der sich die Beschwerdeführerin auch ausgefüllt fühle) eine den Arbeitgeber zufriedenstellende Leistung erbracht werden könne. Aus neuropsychologischer Sicht wäre eine Teilberentung angebracht.
3.3
Dr.
A._
verwies in seinem Bericht vom 12. September 2014 (Urk. 9/53/1-2) zuhanden der Beschwerdegegnerin hinsichtlich der Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit auf den neuropsychologischen Untersuchungsbericht der Klinik für Neurologie vom
Y._
vom 28. Mai 2013 (E. 3.2) und nannte zudem eine hochgradige Einengung der
Neuroforamens
links mit chronischer
Ner
venwurzelreizung
L5 links bei Status nach luxierter Diskushernie L5/S
1
.
Ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit verblieben unklare zeitweise auftretende
Knie
gelenksbeschwerden
rechts.
Die Beschwerdeführerin werde seit Jahren wegen der lumbalen Wirbelsäule behandelt. Zunehmend zeigte sich auch
eine
depressi
ve Komponente im Rahmen einer schwierigen Ehesituation und deutlichen neu
ropsychologischen Einschränkungen. Bisher sei die Beschwerdeführerin im
Reinigungsdienst tätig gewesen, wobei sie ursprünglich als gelernte (angelernte)
Coiffeuse
gearbeitet habe.
Aus rheumatologischer Sicht wäre in einer rückenschonenden Tätigkeit eine 80%ige Arbeitsfähigkeit zumutbar. Aus neuropsychologischer Sicht bestehe eine begründete Teilar
beitsunfähigkeit.
3.4
Dr.
med.
B._
, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie am
C._
,
stellte in ihrem Bericht vom 4. November 2014 (Urk. 9/56) zuhanden der B
eschwerdegegnerin folgende Diagn
osen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit:
-
L
eichte Intelligenzminderung (ICD-10: F 70, seit der Kindheit)
-
Status nach leichter depressiver Episode (ICD-10: F 32.0, 2012)
-
gegenwärtig remittiert
-
im Zusammenhang mit Problemen durch Familienzerrüttung
wegen Scheidung (ICD-10: Z 63.5)
Die Beschwerdeführerin - angemeldet durch ihre Schwester - sei am 14. August 2012 wegen einer depressiven Verstimmung in
f
olge der Trennung vom Ehe
mann erstmals ins
C._
gekommen. Sie sei in Sizilien geboren und mit den Eltern 1972 in die Schweiz gezogen. In Zürich habe sie 6 Jahre Primarschule und dann 3 Jahre Oberschule absolviert. Danach habe sie eine Lehre als
Coiffeuse
ohne begleitenden Besuch der Gewerbeschule in einem kleinen
Coiffeur
salon
gemacht, wo sie 12 Jahre tätig gewesen sei. 2010 sei ihr dort ge
kündigt worden. Seit
her
arbeite sie teilzeitlich im Reinigungsbereich.
Die Arbeit als
Coiffeuse
vermisse sie sehr, obwohl ihr diese Tätigkeit zu anstrengend gewesen sei. Die Beschwerdeführerin sei die
j
üngere von zwei Schwes
tern. Die Eltern
,
Arbeiter
,
seien pensioniert; d
er Vater verbringe viel Zeit in Si
zilien, wo er noch seine ganze Familie habe. Sie lebe bei ihren Eltern. Ihre Mutter helfe ihr
- zusammen mit ihrer Schwester, die verheiratet sei und 2 Kinder habe -
auch heute bei allen administrativen Tätigkeiten. Die Beschwerdefüh
rerin habe 2007 geheiratet, wobei sie der Eheman
n immer schlecht behandelt habe.
Die Be
schwerdeführerin berichtete von
körperliche
r
Gewalt
,
die zur
Anzeige bei der Polizei
geführt habe
,
sowie
von
ständige
n
Demütigungen und Misshandlungen,
so
dass sie
nach
der E
he noch keine sexuellen Kontakte gehabt habe. Im November 201
1
habe der Ehemann
sie
verlassen und die definitive Scheidung habe 2013 stattgefunden. Während dieser Zeit habe die Beschwer
deführerin eine depressive Episode im Rahmen der Trennung entwickelt, wes
wegen ihr eine ambulante Be
t
reuung empfohlen worden s
ei. Sie habe geklagt, an Trauer, inner
licher Unruhe, Stimmungsschwankungen oft mit Weinen,
Ge
dankenkreisen
, schlechter Konzentration, Schlafstörungen mit Alpträumen,
Mo
tivations
- und
Lustverlust an alltäglichen Aktivitäten zu leiden. Während der Therapie habe sie die Trennung und Scheidung ohne Unterstützung durch Medikamente
verarbei
ten können
. In die Sprechstunde sei sie immer re
gelmässig gekommen und habe sich offen und freundlich gezeigt.
Es
liege
eine leichte Intelligenzminderung
vor
, was eine chronische und nicht behandelbare Störung sei. Somit bleibe die Prognose ungünstig.
Es sei sofort klar gewesen, dass die Beschwerdeführerin in der Sprache sehr einge
schränkt
sei
und nach Wörtern suche. Sie
sei
in der Selbstversorgung und in prak
tischen sowie häuslichen Tätigkeiten selbständig; in beruflichen und administ
rativen Bereichen sei sie auf die Hilfe ihrer Familie angewiesen. In allen Berei
chen wie
Verhalten, Entscheidungen und D
enken sei sie ebenfalls verlangsamt. Die Schwie
rigkeiten seien bei der Schulbildung aufgetreten
, so habe sie die Aus
bildung als
Coiffeuse
ohne begleitenden Besuch der Gewer
beschule
absolviert unter
ständiger Hilfe und Unterstützung der Familie. Für diese Ar
beit sei sie anlernbar gewesen, doch sei
ihr
nach 12 Jahren gekündigt worden, wobei der Grund dafür unklar bleibe. Dank der grossen Unterstützung der Fa
milie und dem Umstand,
dass sie bei ihren Eltern wohne
, sei die leichte
Intelli
genz
ver
minderung
an sich kein Problem. Wenn aber zusätzlich eine deutliche emo
tio
nale und soziale Unreife bestehe, seien die Konsequenzen der Behinde
rung offenkundig.
S
o habe die Beschwerdeführerin beispielsweise den Anforde
rungen der Scheidung nicht nachkommen können.
Die Intelligenzverminderung sei mit einem starken Schamgefühl verbunden, sodass die Beschwerdeführerin das Thema ignoriere. Aufgrund
des
unnötigen Leidens, welches durch einen
Intelli
genztest
ausgelöst würde,
sei
der IQ nie gemessen
worden
. Die bisherige Tätig
keit als Reinigungsmitarbeiterin (bei einem 50
%
-Pensum) sei nicht mehr zumut
bar.
D
a sich die Arbeit als
Coiffeuse
als zu anstrengend erwiesen habe, werde eine leichtere Anstellung mit Routinetätigkeiten empfohlen.
Früher sei die Er
werbs
fähigkeit dank der Unterstützung der Familie und dem Entgegen
kommen des Arbeitgebers möglich gewesen.
Im Zusammenhang mit der depressiven Ent
wicklung und der Überforderung bei der Arbeit hätten sich die Fähigkeiten der Beschwerdeführerin im Alltag stark reduziert. Aus diesem Grunde bestehe eine Verminderung der Leistungsfähigkeit
um
60 %, weshalb
der Beschwerdeführe
rin
eine behinderungsangepasste Tätigkeit nur zu 40 %
,
verteilt auf 4
Halbtage
,
möglich sei.
3.5
Im polydisziplinären Gutachten vom 29. April
2015 (Urk. 9/79) wurden folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit gestellt:
-
Beinverkürzung und
Wadenhypothrophie
links (IOCD-10: Q 72.8)
-
Linkskonvexe LWS-Skoliose,
Osteochondrose
L4-S1 und
Spondylarthrose
untere LWS (ICD-10: M 51.3, M 19.8 und M 41.5)
-
Medial betonte Gonarthrose rechts (ICD-10: M 17.1)
-
Metatarsalgie
rechts (ICD-10: M 70.9)
-
Grenzbereich der
intellektuellen L
eistungsfähigkeit (DSM-IV-DR:
V 62
.89)
Ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit verblieben:
-
Vitamin D 3-Mangel
-
Adipositas Grad I
-
Asthma bronchiale
-
Unterschenkelvarikosis
beidseits
Die Beschwerdeführerin sei auf Sizilien in Italien geboren und habe dort bis zum 4. Lebensjahr gelebt. Sie habe eine 9 Jahre jüngere Schwester, welche eine KV-Ausbildung
absolviert
habe und bei einer Bank tätig sei. Die Eltern hätten 40
Jahre in Zürich gearbeitet, die Mutter als Verkäuferin und der Vater als
Magaziner
. Die Beschwerdeführerin sei von 2007 bis 2011 verheiratet gewesen und vorgängig habe sie mit
dem
selb
en
Mann eine 10-jährige Beziehung ge
pflegt. Aus dieser Verbindung entstammten keine Kinder. Zum jetzigen Zeit
punkt lebe sie mit ih
ren Eltern in einer 4-Zimmer-Mietwohnung. Die ersten 5 Klassen in der Grundschule habe die Beschwerdeführerin in der italienischen Schule in Zürich absolviert, anschliessend habe sie die Primarschule und die Ober
stufe bis zur 9. Klasse in Zürich-Seefeld besucht. Danach sei eine Aus
bil
dung mit Diplom als
Coiffeuse
erfolgt. Zunächst habe sie 12 Jahre als ange
stellte
Coiffeuse
zu 100% gearbeitet. Nachdem sie erkrankt sei und 2 Jahre lang Krankentaggelder wegen Rückenschmerzen erhalten habe, sei ihr gekündigt worden. Sie habe dann eine neue Stelle gesucht, indem sie ein Telefonbuch genommen und einfach herum
telefoniert habe. So sei sie auf eine Teilzeitstelle in einem Altersheim gestossen. Die Beschwerdeführer
in
bezeichne diese Tätig
keit als selbständig, auf genauere Nachfrage stelle sich aber heraus, dass sie nur Materialien habe selbst einkaufen müssen und ihr das Gehalt - abhängig von der Kundenzahl - vom Altersheim ausbezahlt worden sei. Nach 7
Jahre
n
(im
Jahre 2008) habe sie diese Stelle ver
loren. Von 2009 bis 2011 sei sie zu 15 % als
Reinigungsfrau bei der Firma
D._
tätig gewesen. Nach kurzer Arbeits
losig
keit sei sie seit 2012 bis dato bei der Firma
E._
tätig und reinige dabei ausschliesslich Büros
(S
. 33 f.
)
.
Aus allgemein-internistischer Sicht fänden sich keine Erkrankungen von Rele
vanz
und mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit. Ein
festgestellter
Vitamin D 3-Mangel sollte substituiert werden. Eine strenge Kontrolle der kardiovaskulären Risikofaktoren mit Gewichtsreduktion und vermehrter körperlicher Ertüchtigung werde aus internistischer Sicht empfohlen. Die neu angefertigten radiologischen
Untersuchungen der LWS zeigten erhebliche degenerative Veränderungen in Form einer Skoliose,
Osteochondrose
und
Spondyla
r
throse
, welche auf die
Bein
verkürzung
links zurückgeführt werden könnten. Ausserdem zeige das aufgrund der Anamnese angeordnete Röntgenbild des rechten Knies eine massive Arth
rose, welche die genannten Beschwerden hinreichend erkläre. Aufgrund der Diagnosen und den sich daraus ergebenden Behinderungen sei die Belastbarkeit der LWS und des rechten Knies deutlich eingeschränkt. Die o
beren Extremitäten seien normal
einsetzbar. Während der Exploration seien die kognitiven Einbus
sen wie verminderte Auffassungsgabe, vor allem bei abstrakten und komplexe
n
Inhalten, reduzierte
Aufmerksamkeit
, eingeschränktes Langzeitgedächtnis, Schwie
rig
keiten, sich Namen und
Daten
zu merken, deutlich
gewesen
. Die Struktur der Sprache, des Wortschatzes, die subjektiv angegebene
Rechen
schwäche
deute auf eine unterdurchschnittliche Intelligenz hin. Ob es sich um eine geburtsbedingte psychomotorische Entwicklungsverzögerung oder um eine
Teilintelligenzmin
derung
handle, lasse sich nicht genau sagen, zumal sich die Beschwerdeführerin im Kindesalter in keinerlei psychiatrischer Behandlung befunden
habe
. Die Einschätzung der begutachtenden Psychologin, dass bei der Beschwerdeführerin eine geringe kognitive Leistung
sfähigkeit
vorliege, decke sich mit den Be
obachtungen der behandelnden Psychiaterin.
Weil die aktuelle Testung vorzeitig habe beendet werden müssen, habe die Untersuchung keine neuen Daten zur Beurteilung des Intelligenzniveaus geliefert. Somit sei eine de
fi
nitive
Diagnose
stellung
eine
r
Intelligenzminderung nicht möglich. Aktuell ergä
ben sich keine Hinweise auf eine affektive Störung, die nach der Scheidung auf
getretenen de
pressiven Symptome seien nicht mehr vorhanden. Die kogni
ti
ven Defizite schränkten stark die Planungsfähigkeit, Umstellungsfähigkeit, Flexi
bili
tät sowie Entscheidungsfähigkeit der Beschwerdeführerin ein. Als Resso
urcen
seien an
zusehen ihre Bereitwilligkeit, eine einfache Tätigkeit anzunehmen
,
sowie
die Unterstützung durch ihre Ursprungsfamilie
(S
. 34
)
.
Aus allgemein-internistischer
S
icht ergäben sich keine Einschränkungen, welche die berufliche
Leistungsfähigkeit
der Beschwerdeführerin in der zuletzt ausge
übten Tätigkeit als Reinigungsmitarbeiterin
handicapieren
würden. Aus ortho
pädischer Sicht
sei zu
r
Arbeitsfähigkeit Folgendes zu sagen
:
Nehme man als zuletzt
ausgeübte Tätigkeit die einer Re
inigungskraft, müssten dabei verschie
dene Einschränkungen formuliert werden, deren Einfluss auf die Arbeitsfähig
keit von der konkret ausgeübten Tätigkeit abhänge. Werde regelmässig eine tägliche Büroreinigung vorgenommen, sei dies eine geringere Belastung als die
Endreinigung einer Wohnung bei Umzug. Wegen den Befunden an der LWS könnten Arbeiten in Zwangshaltungen des Oberkörpers nur übe
r
wenige Minuten ausgeführt werden und auch Rotationsbewegungen des Oberkörpers wäh
rend der ganzen Arbeitszeit seien nicht durchführbar. Ausserdem sei die
Steh
belastung
durch die Kniegelenksarthrose und
Metatarsalgie
deutlich ver
min
dert. Diese führe aus orthopädischer Sicht zu einer kombinierten Einschrän
kung der Arbeitsfähigkeit zeitlich und qualitativ. Bei gemischter
Reinigungs
tätigkeit
bleibe i
nsgesamt
eine Arbeitsfähigkeit im Umfang von 40% bezogen auf ein Vollpensum. Nicht nachvollziehbar sei der erfolgte Wechsel von der vor
herigen Tätigkeit als
Coiffeuse
zur Reinigung. Wenn eine
Coiffeuse
einen Drittel ihre
r
Arbeit mit einer Stehhilfe ausführen könne, dazwischen aber Positionswechsel möglich seien, resultiere bei dieser Beschwerdeführerin eine Arbeits
fähigkeit von 50 % bezogen auf ein volles Pensum. Aus psychiatrischer Sicht bestehe bei der Beschwerdeführerin
eine
20%
ige
Arbeitsunfähigkeit als
Reinigungsfrau (100%-Pensum und 80 % Leistung). Auch für die Ausübung ein
facher körperlicher Tä
tigkeit seien bestimmte Qualifikationen wie Planung und Strukturierung der Aufgaben, Umstellungsfähigkeit, Flexibilität unerläss
lich, welche aber bei der Beschwerdeführerin aufgrund grenzwertiger Intelligenz deutlich eingeschränkt seien. Die Leistungsfähigkeit sei infolge psychomoto
ri
scher Verlangsamung re
duziert. Polydisziplinär seien vor allem die orthopädi
schen Funktionsstörungen
handicapierend
. Aus polydisziplinärer Sichtweise betrage die Arbeitsfähigkeit in der bisherigen Tätigkeit 40 %, bezogen auf ein 100%-Pensum
(S
.
35 f.)
.
Die Tätigkeit als Reinigungsangestellte sei immer auf einem tieferen Niveau erfolgt, als aus heutiger Sicht möglich wäre. Eine adaptierte Tätigkeit hätte ebenfalls seit anfangs 2009 ausgeübt werden können. Das mögliche Pensum würde 70 % betragen, wobei die Einschränkung von 30 % zeitlich durch ver
langsamtes Arbeiten und häufigere Pausen bedingt sei. Die Tätigkeit als
Reini
gungsfrau
sei somit als eine weitgehend adaptierte Tätigkeit zu erachten. Der Beginn der Einschränkung bestehe seit Geburt. Aus rein psychiatrischer Sicht betrage
die Arbeitsfähigkeit in diesem Tätig
keit
sbereich 80 % (bei einem 100%-Pensum). Bei einer angepassten Tätigkeit dürften Arbeiten in Zwangshaltungen des Oberkörpers (Inklination oder Seitenneigung) nicht vorkommen wegen der Befunde an der LWS. Eine Tätigkeit müsste auch hälftig im Stehen und Sitzen möglich sein mit stündlichem Positionswechsel, welche den
typischen degene
rativ bedingten Beschwerden an der Wirbelsäule Rechnung tragen.
Positions
wechsel
seien auch bezüglich des rechten Knies günstig; wegen diese
n Befun
den und denen am Fuss sei
kein ausschliessliches Stehen möglich. Aus ver
schiedenen Gründen sei das wiederholte Heben von Lasten über 10 Kilogramm
nicht möglich. Die Beschwerdeführerin benötige einen gut strukturierten Ar
beitsplatz mit einfachen
A
ufgaben, klaren Anweisungen und aufgrund einge
schränkter Flexibilität möglichst wenig Veränderungen oder Anpassungen.
Die Prognose sei insgesamt als günstig zu bezeichnen. Zusammenfassend sei festzu
halten, dass aus heutiger Sicht die Einschätzung der Arbeitsfähigkeit mit 70 % in einer adaptierten und mit 40 % in der angestammten Tätigkeit ab 2009 be
ginne. Die psychosozialen Aspekte (unzureichende Deutschkenntnisse sowie ge
ringeres Bildungsniveau) beeinflussten die Arbeitsfähigkeit nicht.
In Würdigung der neuropsychologischen Abklärung am
Y._
(vgl. E. 3.2) sei anzumerken, dass die im Rahmen der hiesigen Begutachtung durchgeführte neuropsychologische Testung wenig neue Erkenntnisse im Vergleich zur
Y._
-Untersuchung im Jahre 2013 erbracht habe. Lediglich seien die Testergebnisse (
Verarbeitungsgeschwi
n
digkeit
, Arbeitsgedächtnis) schl
echter geworden, wofür allerdings eine Erklä
rung fehle. Weil die Validit
ä
t nicht gegeben sei, könne eine genaue Beurteilung des Leistungsvermögens nicht erfolgen. Eine erneut durchgeführte testpsycholo
gische Untersuchung würde nicht viel an der Einschätzung der Arbeitsfähigkeit
ändern, da die von der Beschwerdeführerin ausgeübte Tätigkeit (Raumpflege) auch mit leichter Intelligenzminderung durchführbar sei
(S
. 36 f.
)
.
3.6
Dr.
med.
F._
, Allgemeine Innere Medizin FMH, vom Regionalen Ärztli
chen Dienst (RAD) hielt in ihrer Stellungnah
m
e vom 5. Mai
2015 (Urk. 9/84/6-7) fest, dass das polydisziplinäre Gutachten der
Z._
die formalen Aspekte erfülle. So hätten die vorbestehenden Berichte vorgelegen und seien gewürdigt worden. Auf die vorgebrachten Beschwerden der Beschwerde
führerin sei eingegangen und die erhobenen Befunde seien nachvoll
ziehbar dargestellt worden.
Aus polydisziplinärer Sicht seien eine 40%ige Ar
beits
fähig
keit in der bisherigen Tätigkeit und eine 70%ige Arbeitsfähigkeit in einer ange
passten Tätigkeit seit Anfang 2009 ausgewiesen. Angepasste Tätig
keiten seien dabei leichte (10 Kilogramm) wechselbelastende Tätigkeiten mit stündlichem Positionswechsel, wobei es sich um einen gut strukturierten Ar
beitsplatz mit einfachen und überschaubaren Tätigkeiten, mit einfachen Aufga
ben und
klaren Anweisungen
handeln müsse. Die Tätigkeit als Reinigungsfrau in leichten
Reini
gungstätigkeiten
werde weitgehend von den Anforderungen her auch als adap
tierte Tätigkeit beurteilt. Für andere angepasste Tätigkeiten gelte das dargelegte Arbeitsprofil.
RAD-Ärztin
F._
merkte weiter an, dass die 70%ige Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit erschwert umsetzbar sei. Die Erschwernis bestehe in den kognitiven Einschränkungen bei einer angepassten Tätigkeit. Die bisherige Tätig
keit im leichten Reinigungsbereich wäre aufgrund der kognitiven Ein
schrän
kungen
relativ gut geeignet mit 80%iger Arbeitsfähigkeit, werde aber durch die somatische Problematik erschwert und massgeblich auf eine Arbeits
fähi
gkeit von 40
%
eingeschränkt. Und
umgekehrt seien körperlich leichte Tätig
keiten, wechselbelastend ausgeführt, oft mit einer guten Auffassungsgabe oder Mul
titasking assoziiert. Diese Fähigkeiten seien bei der Beschwerdeführerin seit der Jugend nicht vorliegend. Dies sei wohl auch der Grund, weshalb die Gutachter die Tätigkeit im leichten Reinigungsbereich auch als weitgehend angepasste Tä
tigkeit beurteilten.
4.
4.1
Das polydisziplinäre Gutachten
der
Z._
vom 29. April
2015 (Urk. 9/79) basiert auf einer umfassenden internistischen, orthopädischen, psy
chiatrischen und neuropsychologischen Untersuchung und wurde in Kenntnis und in Auseinandersetzung mit den
Vorakten
(Anamnese) abgegeben. Die Gut
achter haben detaillierte und nachvollziehbare Befunde und Diagnosen erhoben und sich mit den von der Beschwerdeführerin geklagten Beschwerden ausei
nandergesetzt. Zudem haben sie die medizinischen Zusammenhänge und die
medizinische Situation einleuchtend dargelegt und ihre Schlussfolgerungen nach
vollziehbar begründet. Dem Gutachten kommt demnach grundsätzlich volle Be
weiskraft zu (vgl. E. 1.4).
4.2
Die Gutachter stellten in der polydisziplinären Zusammenschau schlüssig fest, dass bei der Beschwerdeführerin ein Gesundheitsschaden, welcher die Arbeits
fähigkeit beeinträchtigt
,
ausgewiesen ist. Unter Berücksichtigung der Rücken- und Kniebeschwerden sowie der eingeschränkten kognitiven Leistungsfähigkeit führten die Gutachter nachvollziehbar aus, dass diese gesundheitlichen Beein
trächtigungen einer behinderungsangepassten Tätigkeit zu 70 % mit einem
An
forderungsprofil
, welches auf ihre festgestellten
Einschränkungen abge
stimmt ist
(leichte [
10
Kilogramm],
wechselbelastende Tätigkeiten mit stündli
chem
Posi
tionswechsel
, wobei es sich um einen gut strukturierten Arbeitsplatz mit einfachen und überschaubaren Tätigkeiten, mit einfachen Aufgaben und klaren Anweisungen und möglichst wenig Veränderungen und Abpassungen handeln müsse
)
,
nicht entgegenstehen.
Auch aus dem Umstand, dass die Gut
achter
- in Übereinstimmung mit dem
Y._
(E. 3.2) -
in der interdisziplinären Würdigung die bisherige Tätigkeit - soweit es sich dabei eben nur um
Bürorei
nigungen
im Sinne von leichten Reinigungstätigkeiten handelt - doch als adap
tiert betrach
ten, da sich die Beschwerdeführerin in dieser seit Januar 2009 aus
geübten Arbeit (unter anderem bei Bekannten und Verwandten) wohl fühlt und Routine
aufweist, erscheint diese Einschätzung der 70%igen Arbeitsfähigkeit in einer solchermassen „angepassten“ Tätigkeit als überzeugend.
4.3
Der Einwand der Beschwerdeführerin (Urk. 1 S. 3 f.), wonach das neuropsycho
logische Teilgutachten nur unvollständig sei
, da die Abklärungsmassnahmen wegen Differenzen im Rahmen der Symptomvalidierung abgebrochen worden seien
, weshalb nicht darauf abgestellt werden könne,
vermag an dieser Ein
schätzung nichts zu ändern. In diesem Zusammenhang ist festzuhalten, dass die Auswahl der Test-Verfahren
für die
Befundaufnahme zwar allgemeingültigen
Standards
zu entsprechen hat, jedoch im Konkreten im Ermessen des unter
suchenden
Gutachters
liegt. Somit
ist der Entscheid von Dipl.-Psych.
G._
, Fachpsychologin Neuropsychologie FSP, auf die Durchführung wei
terer Test wegen festgestellten Auffällig
keit
en in der Symptomvalidierung
zu ver
zich
ten
,
nicht zu beanstanden.
Kann aus
n
europsychologischer Sicht nicht sicher davon ausgegangen werden, dass die Testbefunde die eigentliche Leis
tungs
fähigkeit der Beschwerdeführerin wiedergeben
(
Urk. 9/79/21
)
, sind weitere Tests nutzlos.
Im Gutachten wurde denn auch explizit festgehalten, dass von einer erneut durchgeführten testpsychologischen Testung kein anderes Ergebnis zu erwarten sei.
Zudem
stimmt die gutachterliche Einschätzung, dass die Be
schwer
deführerin in ihrer intellektuellen Leistungsfähigkeit, relevant beein
träch
tigt ist, mit den Einschätzung
en
der Klinik für Neurologie des
Y._
(E. 3.2) und von
Dr.
B._
(E. 3.4) im Wesentlichen überein. Ob nun eine (leichte) Intelligenzminderung
(
aber
ohne durchgeführten
IQ-Test
)
oder
stattdessen
ein Grenzbereich der intellektuellen Leistungsfähigkeit zu diagnostizieren ist, spielt angesichts der Tatsache, dass die
eruierte
Einschränkung mit der Festlegung einer 70%igen Arbeitsfähigkeit
in einer adaptierten Tätigkeit
mit
einem
beson
de
ren Belastungsprofil genügend berücksichtigt wurde
, keine Rolle.
4.4
Soweit die Beschwerdeführerin verlangt, es seien weitere medizinische Abklä
rungen, insbesondere die Durchführung einer EFL, vorzunehmen, kann darauf in antizipierter Beweiswürdigung verzichtet werden (BGE 127
V 491 E. 1b mit Hinweisen). Der
Gesundheitszustand und die medizinisch-theoretische Arbeits
fähigkeit sind aufgrund des polydisziplinären Gutachtens vom 29.
April 2015 (Urk. 9/79) und der weiteren medizinischen Akten hinreichend abgeklärt. Zudem ist eine solche EFL sowieso nicht geeignet, die mentale Verfassung der Be
schwerdeführerin - wie die Beschwerdeführerin durch die EFL beurteilt haben will (Urk. 1 S. 3) - zu erheben, da mit diesem Testverfahren hauptsächlich
eine Gegenüberstellung der physischen Fähigkeiten und
Defizite zu den Belastungs
anforde
rungen der bisherigen Tätigkeit oder einer Verweistätigkeit
ermöglicht wird. Von weiteren Untersuchungen sind
demnach
keine neuen Erkenntnisse zu erwarten.
4.5
Zusammenfassend kann aufgrund der überzeugenden Feststellungen im
poly
dis
ziplinären
Gutachten der
Z._
vom 29. April 2015 (Urk. 9/79) mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit davon ausgegangen
werde
n, dass der
Beschwerdeführer
in
eine behinderungsangepasste Tätigkeit (leichte
[10 Kilogramm], wechselbelastende Tätigkeiten mit stündlichem
Posi
tionswechsel
, wobei es sich um einen gut strukturierten Arbeitsplatz mit ein
fachen und überschaubaren Tätigkeiten, mit einfachen Aufgaben und klaren An
weisungen und möglichst wenig Veränderungen und Abpassungen handeln müsse
) seit Anfang 2009 zu 70 % zumutbar ist.
5.
5.1
Anhand eines Einkommensvergleichs
ist
zu prüfen, wie sich die eingeschränkte Leistungsfähigkeit der Beschwerdeführerin in wirt
schaftlicher Hinsicht auswirkt.
5.2
Nac
h
der R
echtsprechung darf ausnahmsweise von der ärztlich geschätzten Arbeitsfähigkeit ohne
Weiteres
auf einen entsprechenden Invaliditätsgrad geschlossen werden
(vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_994/2010 vom 12. April 2011 E. 3.2.3). Dies trifft beispielsweise dann zu, wenn die beiden
Vergleichs
einkommen
ausgehend vom selben Tabellenlohn zu ermitteln sind. Da die Be
schwerdeführerin bei Eintritt des Gesundheitsschadens als Putzfrau tätig war, nachdem sie zuvor eine
Anlehre
als
Coiffeuse
abgeschlossen und während Jahren in diesem Beruf gearbeitet
hatte, und seither mehrere tiefprozentige
teil
zeit
liche
Anstellungsverhältnisse vorliegen, rechtfertigt es sich, sowohl für die Be
messung des Validen- als auch des Invalideneinkommens auf
den Lohn als Hilfsarbeiterin abzustellen.
5.3
5.3.1
Wird das Invalideneinkommen auf der Grundlage von statistischen Durch
schnitts
werten ermittelt, ist der entsprechende Ausgangswert allenfalls zu kürzen
. Mit dem sogenannten Leidensabzug wurde ursprünglich berücksichtigt, dass versicherte Personen, welche in ihrer letzten Tätigkeit körperliche Schwer
arbeit verrichteten und nach Eintritt des Gesundheitsschadens auch für leichtere Arbeiten
nurmehr
beschränkt einsatzfähig sind, in der Regel das entsprechende durchschnittliche Lohnniveau gesunder Hilfsarbeiter nicht erreichen. Der ur
sprünglich nur bei Schwerarbeitern zugelassene Abzug entwickelte sich in der Folge zu einem allgemeinen behinderungsbedingten Abzug, wobei die Recht
sprechung dem Umstand Rechnung trug, dass auch weitere persönliche und berufliche Merkmale der versicherten Person wie Alter, Dauer der Betriebszuge
hörigkeit, Nationalität oder Aufenthaltskategorie sowie Beschäftigungsgrad Aus
wirkungen auf die Höhe des Lohnes haben können. Ein Abzug soll aber nicht automatisch, sondern nur dann erfolgen, wenn im Einzelfall Anhalts
punkte da
für bestehen, dass die versicherte Person wegen eines oder mehrerer dieser Merk
male ihre gesundheitlich bedingte (Rest-)Arbeitsfähigkeit auf dem allge
meinen Arbeitsmarkt nur mit unterdurchschnittlichem Einkommen ver
werten kann. Bei der Bestimmung der Höhe des Abzuges ist der Einfluss aller in Betracht fallenden Merkmale auf das Invalideneinkommen unter Würdigung der Umstände im Einzelfall gesamthaft zu schätzen und insgesamt auf höchstens 25
%
des Tabellenlohnes zu begrenzen (vgl. zum Ganzen BGE 126 V 75). Dabei ist zu beachten, dass allfällige bereits bei der Parallelisierung der
Vergleichs
einkommen
mitverantwortliche invaliditätsfremde Faktoren im Rahmen des so
ge
nannten Leidensabzuges nicht nochmals berücksichtigt werden dürfen (BGE 134 V 322 E. 5.2).
Wurde bei der Festsetzung der Höhe des Abzugs vom Tabellenlohn ein Merkmal oder ein bestimmter Aspekt eines Merkmals zu Unrecht nicht berücksichtigt, hat die Beschwerdeinstanz den Abzug gesamthaft neu zu schätzen. Es ist nicht von dem von der IV-Stelle vorgenommenen Abzug auszugehen und dieser ange
messen zu erhöhen (vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_796/2013 vom 28. Januar 2014 E.
3
.
2 mit Hinweis auf
SVR 2011 IV Nr. 31 S. 90, 9C_728/2009 E. 4.1.2).
N
ach der Rechtsprechung
rechtfertigt
der Umstand
alleine
, dass eine grund
sätz
lich vollzeitlich arbeitsfähige versicherte Person gesundheitlich bedingt lediglich reduziert leistungsfähig ist, an sich keinen Abzug vom Tab
ellenlohn (vgl. Urteil 9C_126/2011 vom 8. Juli 2011, E. 5.2 mit zahlreichen Hinweisen).
5.3.2
Der Beschwerdeführerin
ist
aufgrund der somatischen sowie kognitiven Ein
schrän
kungen überhaupt nur eine adaptierte Tätigkeit mit einem stark ver
mindert
en Belastungsprofil zumutbar, dass die attestierte Arbeitsfähigkeit von 70 % nur erschwert umsetzbar sei (E. 3.6). Allerdings beruht die quantitative Einschränkung einzig auf einer reduzierten Leistungsfähigkeit, bedingt durch verlangsamtes Arbeiten und häufigere Pausen (E. 3.5). Demnach ist grund
sätz
lich kein Leidensabzug vorzunehmen (E. 5.3.1). Würde angesichts der beson
deren Umstände gleichwohl ein Leidensabzug vorgenommen würde,
ergäbe s
ich daraus nichts zu Gunsten der Beschwerdeführerin
.
Ein solcher Leidensabzug wäre - mit der Vorinstanz (Urk. 2) - mit maximal 10 % zu bemessen. Damit stünde dem
Valideneinkommen
von 100 % ein
Invaliden
einkommen
von 63 % (70 % x 90 %) gegenüber, was einen
immer noch
renten
ausschliessenden
Invaliditätsgrad von 37 % ergäbe.
5.4
Demnach ist die Beschwerde abzuweisen.
6.
Die Gerichtskosten werden nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- und Fr. 1‘000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG). Vorliegend sind die Gerichtskosten auf Fr.
6
00.-- anzusetzen und ausgangsgemäss der unterliegenden Beschwerde
führerin
aufzuerlegen.