# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 97137850-6d6b-4c21-a762-acff5ef66166
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2017
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1
.
Die 1955 geborene
X._
war nach einer Lehre als Zahnarztge
hilfin zuletzt von Oktober 2003 bis Mai 2006 als Farb- und Modestilberaterin
bei der Y._ AG angestellt. Am 10. Dezember 2014 (richtig: 2013; vgl. Eingangsstempel auf Urk. 7/2/1 sowie Aktenverzeichnis und Urk. 7/5) meldete sie sich unter Hinweis auf Rückenbeschwerden und Depres
sionen bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an (Urk. 7/2). Die
So
zialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, tätigte medizinische und erwerbliche Abklärungen, liess die Versicherte insbesondere durch
Gutachtensstelle
Z._
polydisziplinär (allgemeininternistisch, neurologisch, orthopädisch und psychiatrisch) begutachten (Expertise vom 1
3.
April 2015;
Urk.
7/
26/
3-45) und veranlasste eine Abklärung im Haushalt (Bericht vom
1.
September 2014; Urk. 7/13). Nach
durchgeführtem
Vorbe
scheidverfahren
(Urk. 7/34, 35, 38 und 41) sprach sie der Versicherten mit Ver
fügung vom 26. Mai 2016 gestützt auf eine 42%ige Einschränkung im Erwerbs
bereich (hypothetische Erwerbstätigkeit 40 %) und eine Einschränkung von 41 % im Haushalt (Anteil 60 %) ab 1. Juli 2014 eine
Viertelsrente
zu (Ge
samtinvaliditätsgrad 42 %; Urk. 2).
2.
Dagegen erhob die Versicherte am 13. Juni 2016 Beschwerde (Urk. 1) und bean
tragte, die Verfügung vom 26. Mai 2016 sei insofern abzuändern, als die Vo
r-
instanz
zu verpflichten sei, ihr ab 1. Juli 2014 eine ganze Invalidenrente zu ge
währen. Eventualiter sei sie zu verpflichten, ihr ab 1. Juli 2014 eine Dreiviertel
rente auszurichten.
Subeventualiter
sei die Sache an die Vorinstanz zurückzu
weisen und diese zu verpflichten, nach der Vornahme zusätzlicher Abklärungen neu über den Anspruch auf eine höhere Rente als die zugesprochene zu ent
scheiden. Am 25. Juli 2016 (Urk. 6) beantragte die IV-Stelle die Abweisung der Beschwerde, was der
Beschwerdeführerin mit Verfügung vom 28. Juli 2016 zur Kenntnis gebracht wurde (Urk. 8).
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG). Sie kann Folge von Ge
burtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung, IVG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beein
trächtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursach
te und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze o
der teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommen
den ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesund
heitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss Art. 28 Abs. 1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich min
des
tens 40 % arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (Art. 8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsren
te
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (Art. 28 Abs. 2 IVG).
1.3
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkom
men), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
).
Bei Versicherten, die nur zum Teil erwerbstätig sind oder die unentgeltlich im Betrieb des Ehegatten oder der Ehegattin mitarbeiten, wird für diesen Teil die Invalidität nach
Art.
16 ATSG festgelegt. Waren sie daneben auch im Aufga
benbereich tätig, so wird die Invalidität für diese Tätigkeit nach
Art.
28a
Abs.
2 IVG festgelegt. In diesem Fall sind der Anteil der Erwerbstätigkeit oder der un
entgeltlichen Mitarbeit im Betrieb des Ehegatten oder der Ehegattin und der An
teil der Tätigkeit im Aufgabenbereich festzulegen und der Invaliditätsgrad ent
sprechend der Behinderung in beiden Bereichen zu bemessen (
Art.
28a
Abs.
3 IVG; gemischte Methode der Invaliditätsbemessung).
Nach der Gerichts- und Verwaltungspraxis wird zunächst der Anteil der Er
werbstätigkeit und derjenige der Tätigkeit im Aufgabenbereich (so unter ande
rem im Haushalt) ermittelt
.
Im Rahmen der gemischten Methode bestimmt sich die Invalidität dadurch, dass im Erwerbsbereich ein Einkommens- und im Auf
gabenbereich
ein Betätigungsvergleich vorgenommen wird, wobei sich die Ge
samtinvalidität aus der Addierung der in beiden Bereichen ermittelten und ge
wichteten
Teilinvaliditäten
ergibt (BGE 130 V 393 E. 3.3 mit Hinweisen; vgl. BGE 134 V 9).
1.4
Die Arbeitsunfähigkeit im Sinne von
Art.
28
Abs. 1
lit
. b IVG
entspricht der Einbusse an funktionellem Leistungsvermögen im bisherigen Beruf oder Aufga
benbereich (
Art.
6 ATSG; BGE 105 V 156 E. 2a). Bei der Bemessung der Invali
dität von im Haushalt tätigen Versicherten ist die Schadenminderungspflicht von erheblicher Relevanz. Nach der Rechtsprechung ist dabei vom Grundsatz auszugehen, dass einem Leistungsansprecher im Rahmen der Schadenminde
rungspflicht Massnahmen zuzumuten sind, die ein vernünftiger Mensch in der gleichen Lage ergreifen würde, wenn er keinerlei Entschädigung zu erwarten hätte. Für die im Haushalt tätigen Versicherten bedeutet dies, dass sie Verhal
tensweisen zu entwickeln haben, welche die Auswirkungen der Behinderung im hauswirtschaftlichen Bereich reduzieren und ihnen eine möglichst vollständige und unabhängige Erledigung der Haushaltarbeiten ermöglichen. Kann die versi
cherte Person wegen ihrer Behinderung gewisse Haushaltarbeiten nur noch mühsam und mit viel höherem Zeitaufwand erledigen, so muss sie in erster Li
nie ihre Arbeit einteilen und in üblichem Umfang die Mithilfe von Familienan
gehörigen in Anspruch nehmen. Ein invaliditätsbedingter Ausfall darf bei im Haushalt tätigen Personen nur insoweit angenommen werden, als die Aufgaben, welche nicht mehr erfüllt werden können, durch Drittpersonen gegen Entlohnung oder durch Angehörige verrichtet werden, denen dadurch nachgewiese
nermassen eine Erwerbseinbusse oder doch eine unverhältnismässige Belastung entsteht. Die im Rahmen der Invaliditätsbemessung bei einer Hausfrau zu be
rücksichtigende Mithilfe von Familienangehörigen geht daher weiter als die oh
ne Gesundheitsschädigung üblicherweise zu erwartende Unterstützung. Geht es um
die Mitarbeit von Familienangehörigen, ist danach zu fragen, wie sich eine vernünftige Familiengemeinschaft einrichten würde, wenn keine Versicherungs
leistungen zu erwarten wären. Dabei darf nach der Rechtsprechung unter dem Titel der Schadenminderungspflicht nicht etwa die Bewältigung der Haushalttä
tigkeit in einzelnen Funktionen oder insgesamt auf die übrigen Familienmit
glieder überwälzt werden mit der Folge, dass gleichsam bei jeder festgestellten Einschränkung danach gefragt werden müsste, ob sich ein Familienmitglied fin
den lässt, das allenfalls für eine ersatzweise Ausführung der entsprechenden Teilfunktion in Frage kommt.
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete die angefochtene leistungsabweisende Ver
fügung vom 26. Mai 2016 (Urk. 2) damit, dass die Beschwerdeführerin bei guter Gesundheit weiterhin ihrer Tätigkeit als Farb- und Modestilberaterin zu einem Pensum von 40 % nachgehen würde, die restlichen 60 % würden in den Aufga
benbereich fallen. Ihr sei die Ausübung einer angepassten Tätigkeit zu 30 % zumutbar. Es werde beim Einkommen mit Behinderung ein Leidensabzug von 15 % vorgenommen. Unter Berücksichtigung einer 41%igen Einschränkung im Haushalt ergebe sich ein Invaliditätsgrad von 42 % und damit Anspruch auf ei
ne
Viertelsrente
. Von der gemischten Methode sei weiterhin auszugehen (S. 2-4).
2.2
Die Beschwerdeführerin stellte sich demgegenüber auf den Standpunkt (Urk. 1),
sie sei in ihrer angestammten Tätigkeit nicht mehr und in einer angepassten Tä
tigkeit nur noch zu 30 % arbeitsfähig. Im Haushalt bestehe eine Einschränkung von 50 %. Sie sei bald 61 Jahre alt. Die Verwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit sei aufgrund dieser Fakten erheblich in Frage gestellt. Es stehe ihr deshalb ab 1. Juli 2014 eine ganze Invalidenrente zu (S. 7-9). Sollte dem nicht gefolgt wer
den können, sei die Invalidität unter Anwendung der gemischten Methode zu bestimmen, jedoch mit einem Anteil Erwerb von 60 % und
einem Anteil Haus
halt von 40 % (S. 9 f.). Das dem Einkommensvergleich zugrunde gelegte
Vali
deneinkommen
erweise sich zudem als falsch. Auch sei ein Leidensabzug von 20 % zu gewähren. Weiter sei von einer Einschränkung im Haushalt von 50 % auszugehen. Daraus ergebe sich ein Invaliditätsgrad von 61 % und damit An
spruch auf eine
Dreiviertelsrente
(S. 10-11). Bei einer Invaliditätsbemessung mit einem Anteil Erwerb von 40 % und einem Anteil Haushalt von 60 %, wie von der Beschwerdegegnerin vorgenommen, würde im Übrigen ein Anspruch auf ei
ne halbe Invalidenrente resultieren. Die Anwendung der gemischten Methode erweise sich ohnehin als fraglich (S. 12).
3.
3.1
Dr. A._
, Psychiatrie,
Dr. B._
, Orthopädie,
Dr. C._
, Neurologie,
und Dr. D._, Innere Medizin, von der Gutachtensstelle
Z._ stellten in ihrem Gutachten vom
1
3.
April 2015
(Urk.
7/
26/
3-45
) folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (S. 38):
-
Chronifiziertes linksbetontes
cervikocephales
Schmerzsyndrom bei
-
St
atus nach
ventra
l
er
Spondylodese
C5/6 (
November
2005)
wegen
Radi
kulop
a
thie
C6 bei segmentaler Degeneration C5/6 und foraminaler S
t
eno
se C5/6 links
-
Chronifiziertes
thorakolumbales
Schmerzsyndrom bei
-
St
atus nach
Spondylodese
L4-S1 (
Oktober
2006) wegen Segmentdegene
ration L4/5 und L5/S1 sowie
-
St
atus nach Re-Operation Juli
2013 mit
Spondylodese
L
1
bis S
1 wegen
epifusi
oneller
Stenose L3/4 sowie Facettengelenksarthrose und
Osteo
chondrose
wegen
epifusioneller
Stenose L3/4 und Instabilität
-
Fortdauer von invalidisierenden Schmerzen im Bereich HWS und LWS. Mögliche Schraubenlockerung sowie Verletzung des Duralsackes nach Aktenlage nicht ausgeschlossen
Zudem hielten sie folgende Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähig
keit fest (S. 38 f.):
-
Chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren
-
Leichte
frozen
shoulder
rechts
-
Verdacht auf beginnende mediale Gonarthrose links
-
Präadipositas
(BMI 27 kg/m
2
, Bauchumfang 97 cm)
-
Arterielle Hypertonie, seit
cirka
zehn Jahren bekannt
-
medikamen
t
ös behandelt
-
1. Oktober
2013 (Prä-)Synkope, wahrscheinlich situativ/
vasovagal
-
Gemäss Akten gemischte
Hyperl
ipidämie
(nach Angaben der
Beschwerdefüh
rerin
Fredrikson
2
B)
-
derzeitige
Fibrat
-Therapie mit
Cedur
-
Substituierte Hypothyreose
-
Unklare rezidivierende Urtikaria, vermutlich medikamentös
August
2013
-
Migräne ohne Aura
Dazu führten sie aus, klinisch fänden sich im orthopädischen Bereich eine asymmetrische Bewegungseinschränkung der Halswirbelsäule bei verspann
t
er und verhärtete
r paravertebraler Muskulatur, li
nksbetont, ferner eine ausgeprägte Schmerzsymp
t
omatik bei Druck im
thorakolumbalen
Übergangsbereich, sich auf die gesamte Lendenwirbelsäule erstreckend
.
Die Beweglichkeit der gesamten Lendenwirbe
l
säule
sei
also nicht vorhanden, es besteh
e
eine ausgeprägte
An
satztendomyose
an der Spina iliaca
posterior
,
besonders links. Ferner bestehe
der Befund einer leichten
frozen
shoulder
rechts. Neurologisch
beständen
keine über eine Schmerzhemmung hinausgehenden Paresen
und
keine Sensibilitäts
störungen an den Armen
. Die Beschwerdeführerin mache
Angabe
n
einer Dysäs
thesie und
Dysalgesie
an der Innenseite des linken Beines ab etwa Mitte Ober- bis Mitte Unterschenkel entsprechend dem Segment L
3.
Im internistischen Be
reich
ergäben sich
keine wesentlichen Befunde. Psychiatrisch
bestehe
im
W
e
sentlichen
ein
unauffälliger psychopathologischer Status,
eine leicht monotone Stimmlage und die Beschwerdeführerin sei
im Gedankenfluss leicht beschleu
nigt im Si
nne des leicht agitiert-depressiven (S. 39).
Die Beschwerdeführerin sei in ihrer angestammten Tätigkeit seit mindestens Juli 2013 nicht mehr arbeitsfähig. Auch in einer dem körperlichen Leiden adaptier
ten Tätigkeit, also einer wechselschichtigen, leichten Tätigkeit ohne Bücken und ohne Heben schwerer Lasten, sei sie in der Arbeitsfähigkeit zu 70 % einge
schränkt, in der Tätigkeit als Hausfrau zu 50 % (S. 40).
3.2
Auf entsprechende Anfrage von Dr. med. E._, FMH Orthopädische Chi
rurgie, vom Regionalen Ärztlichen Dienst (RAD) ergänzten die Gutachter am 19. Mai 2015 (Urk. 7/28), es sei unbestritten, dass eine
Spondylodese
lum
bosakral
über fünf Bewegungssegmente unter Einbezug des
Sakrums
zu hohen Belastungsspitzen im
thorakolumbalen
Übergangsbereich führe. Es würden sich hier degenerative Veränderungen entwickeln. Unweigerlich
komme es zur Lo
ckerung des Gefüges. Hinzu komme die muskuläre, punktuelle starke Überlas
tung mit zunehmendem muskulärem Defizit, wodurch eine Stabilisierung der gesamten Wirbelsäule nicht mehr gewährleistet sei. Es liege auf der Hand, dass diese ungünstige statische Konstellation mit zunehmenden Schmerzen verbun
den sein müsse. Eine ungünstige Haltung (langes Stehen, Bücken, Arbeit in vornübergebeugter Haltung) verstärke die Schmerzen weiter. Sitzen sei nur in geradgehaltener Wirbelsäule möglich, was keine ergonomische Haltung darstelle (S. 2).
3.3
RAD-Arzt Dr. med. E._ präzisierte das Belastungsprofil in seiner Stel
lungnahme vom 29. Mai 2015 (Urk. 7/32/5 f.) in einer 30%igen angepassten Tä
tigkeit wie folgt: „Körperlich wechselbelastende leichte Tätigkeiten unter Mei
dung monotoner und oder repetitiver Fehlhaltungen des Rumpfes nach vorn gebeugt und oder verdreht, Meidung häufiger Überkopfarbeiten, Meidung dau
erhafter schlagend stossender vibrierender Krafteinwirkungen, Meidung uner
warteter asymmetrischer Lasteneinwirkungen, Meidung feuchtkalter und zugi
ger Arbeitsumgebung, individueller Pausenrhythmus.“
4.
4.1
Vorliegend ist ausgewiesen und unbestritten, dass die Beschwerdeführerin bis zum Zeitpunkt der Begutachtung aufgrund ihrer gesundheitlichen Beeinträchti
gungen in ihrer angestammten Tätigkeit nicht mehr und in einer den Beschwer
den angepassten Tätigkeit nur noch zu 30
%
arbeitsfähig ist
(Urk. 7/26)
. Ob sich ihr Gesundheitszustand
sowie ihre Arbeitsfähigkeit
anschliessend bis zum Erlass der angefochte
nen Verfügung verschlechtert haben (vgl. Urk. 3/3 und Urk. 3/4)
, kann mit Blick auf den Verfahrensausgang
bezüglich der Verwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit (vgl. E. 6.3 hernach)
offen bleiben.
Zu prüfen ist hingegen unter anderem
die Qualifikation der Beschwerdeführerin.
4.2
Sowohl im Rahmen einer erstmaligen Prüfung des Rentenanspruches als auch anlässlich einer Rentenrevision (
Art.
17
Abs.
1 ATSG) stellt sich unter dem Ge
sichtspunkt des
Art.
28a
Abs.
3 IVG in Verbindung mit
Art.
16 und 7
Abs.
2 ATSG die Frage nach der anwendbaren
Invaliditätsbemessungsmethode.
Ob eine versicherte Person als ganztägig oder zeitweilig erwerbstätig oder als nichterwerbstätig einzustufen ist, führt je zur Anwendung einer anderen Me
thode der Invaliditätsbemessung (Einkommensvergleich, Betätigungsvergleich, gemischte Methode) und ergibt sich aus der Prüfung, was die Person bei im
Üb
rigen unveränderten Umständen täte, wenn keine gesundheitliche Beeinträc
h
ti
gung bestünde. Entscheidend ist nicht, welches Ausmass der Erwerbstätigkeit der versicherten Person im Gesundheitsfall zugemutet werden könnte, sondern in welchem Pensum sie hypothetisch, das
heisst ohne Gesundheitsschaden, aber bei sonst gleichen Verhältnissen, erwerbstätig wäre (
Art.
27
bis
der Verordnung über die Invalidenversicherung, IVV). Die gemischte Methode bezweckt damit eine möglichst
wirklichkeitsgerechte Bemessung des Invaliditätsgrades (BGE 133 V 504 E. 3.3
mit Hinweisen).
Die Statusfrage beurteilt sich praxisgemäss nach den Verhältnissen, wie sie sich bis zum Erlass der Verwaltungsverfügung entwickelt haben. Dabei sind die kon
krete Situation und die Vorbringen der versicherten Person nach Massgabe der allgemeinen Lebenserfahrung zu würdigen. Für die hypothetische Annahme ei
ner im Gesundheitsfall ausgeübten (Teil-)Erwerbstätigkeit ist der im Sozial
versi
cherungsrecht übliche Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit erfor
derlich (
BGE 137 V 334
E. 3.2,
130 V 393
E. 3.3,
125 V 146
E. 2c, je mit Hin
weisen).
Bei im Haushalt tätigen Versicherten im Besonderen (vgl.
Art.
27 IVV) sind die persönlichen, familiären, sozialen und erwerblichen Verhältnisse ebenso wie all
fällige Erziehungs- und Betreuungsaufgaben gegenüber Kindern, das Alter, die beruflichen Fähigkeiten und die Ausbildung sowie die persönlichen Neigun
gen und Begabungen zu berücksichtigen (Urteil des Bundesgerichts 9C_915/2012 vom 1
5.
Mai 2013 mit Hinweisen auf BGE 133 V 504 E. 3.3).
Die gemischte Methode findet auch Anwendung, wenn der (in einem Aufgaben
bereich tätigen) versicherten Person ohne gesundheitliche Beeinträchtigung eine vollzeitliche Erwerbstätigkeit zumutbar wäre, sie aber trotzdem eine solche nicht ausüben würde (vgl
. BGE 133 V 504 E. 3.3 in
fine
).
Bei der Bestimmung der im konkreten Fall anwendbaren Invaliditätsbe
mess
un
gs
methode und damit der Beantwortung der entscheidenden Statusfrage handelt es sich um eine hypothetische Beurteilung, die auch hypothetische Wil
lens
ent
scheidungen der versicherten Person berücksichtigen muss. Dies gilt auch für die Frage, in welchem Ausmass die versicherte Person ohne gesund
heitliche Be
einträchtigung erwerbstätig wäre. Diese inneren Tatsachen sind in
dessen einer direkten Beweisführung nicht zugänglich und müssen in aller Re
gel
aus äusse
ren Indizien erschlossen werden. Die Beurteilung hypothetischer Geschehensab
läufe ist eine Tatfrage, soweit sie auf Beweiswürdigung beruht, selbst wenn darin
auch Schlussfolgerungen aus der allgemeinen Lebenserfah
rung mitbe
rück
sich
tigt werden. Rechtsfragen sind hingegen Folgerungen, die ausschliess
lich – los
gelöst vom konkreten Sachverhalt – auf die allgemeine Le
benserfahrung gestützt
werden oder die Frage, ob aus festgestellten In
dizien mit Recht auf bestimmte
Rechtsfolgen geschlossen worden ist (vgl. Ur
teile des Bun
desgerichts 9C_287/2013
vom 8.
November
2013 E.
3.5
und 8C_511/2013 vom 3
0.
Dezem
ber 2013, je
mit Hinweisen).
4.3
Anlässlich der Haushaltsabklärung vom 1. September 2014 (Urk.
7/13
) gab die Beschwerdeführerin zu Protokoll, bei guter Gesundheit würde sie weiterhin ei
ner 40%igen Erwerbstätigkeit nachgehen. Mehr arbeiten würde sie nicht wollen, da sie mit dem Haus und dem Hund genug beschäftigt sei. Sie habe jedoch im
mer etwas dazu verdienen und nicht vom Ehemann abhängig sein wollen. Eige
nes Geld zu haben, sei ihr wichtig (S. 5).
Hiervon ist grundsätzlich auszugehen.
Im Einwand- und Beschwerdeverfahren machte sie zwar geltend, im Jahre 2006, mithin vor dem Beginn der Rückenschmerzen und vor der Aufgabe ihrer Er
werbstätigkeit, in einem grösseren Pensum tätig gewesen zu sein (Urk. 7/38 S. 5 und Urk. 1 S. 10). 2006 arbeitete die Beschwerdeführerin aber lediglich von Ja
nuar bis Mai. Ab Juli bis November 2006 bezog sie Arbeitslosenentschädigung. Auch wenn das Einkommen der fünf Monate auf ein Jahr umgerechnet würde, ergäbe sich lediglich ein Betrag zwischen demjenigen für 2004 und 2005. Das behauptete höhere Pensum (60 %) ist somit nicht nachvollziehbar, weshalb da
von auszugehen ist, dass die Beschwerdeführerin wie in den letzten zehn Jah
ren, auch weiterhin nicht mehr als 40 % gearbeitet hätte (vgl. zum Ganzen IK-Auszug Urk. 7/7/4). Auch dass sie ab 2002 aus gesundheitlichen Gründen höchstens in einem 40 %-Pensum arbeitete, ist
aktenmässig nicht belegt. Zu be
rücksichtigen ist diesbezüglich ohnehin, dass (nicht echtzeitliche) nachträgliche Annahmen und spekula
tive Überlegungen, wie etwa eine nach Jahren rückwir
kend festgelegte medi
zinisch-theoretische Arbeitsunfähigkeit, zum
rechtsgenüg
lichen
Nachweis einer relevanten Einbusse an funktionellem Leistungsvermögen nicht ausreichen (Urteil des Bundesgerichts 9C_419/2013 vom 9. Januar 2014 E. 2.2).
Die Beschwerdeführerin ist seit 1994 in zweiter Ehe verheiratet, ihre Tochter wurde im Jahre 2000 volljährig (vgl. Urk. 7/2/2) und ist schon seit Jahren nicht mehr unterstützungsbedürftig. Dennoch hat die Beschwerdeführerin ihr Arbeits
pensum seit 1996 nie auf mehr als 40 % erhöht. Der Ehemann der Beschwerde
führerin erzielt ein Einkommen von Fr. 11‘000.-- (Urk. 7/13 S. 4). Die Be
schwerdeführerin steuerte mit ihrer Erwerbstätigkeit rund weitere Fr. 2‘000.-- pro Monat an den Unterhalt des Ehepaares bei (Urk. 7/7/4). Dem gegenüber ste
hen unter anderem Hypothekarzinsen von monatlich rund Fr. 350.-- und Kran
kenkassenprämien von Fr. 850.-- (Urk. 7/13 S. 4). Bei dieser finanziellen Situa
tion ist nicht davon auszugehen, dass das Ehepaar zwingend auf einen höheren Verdienst der Beschwerdeführerin angewiesen gewesen wäre. Eine mehr als 40%ige Erwerbstätigkeit bei guter Gesundheit lässt sich jedenfalls auch daraus nicht ableiten.
Die Summe der einzelnen Aspekte der erwerblichen Umstände der Beschwerde
führerin legen
damit
nahe, dass sie bei intakter Gesundheit mit überwiegender Wahrscheinlichkeit einer ausserhäuslichen Erwerbstätigkeit
im Umfang
von
40
%
nachgegangen wäre. Ausschlaggebend ist - neben ihrer Aussage der ers
ten
Stunde in eben diesem Sinne
(vgl. dazu
Urteil des Bundesgerichts 9C_846/2011 vom 15. Mai 2012 E. 4.2 mit Hinweis
)
- ihre Erwerbsbiografie, gemäss welcher sie im Zeit
punkt der Erwerbsaufgabe aufgrund der Rückenbe
schwerden
bereits während
zehn
Jahren
aus nicht
medizinischen Gründen
durchschnittlich in höchstens diesem Umfang erwerbstätig war. Die Beschwer
deführerin ist damit als zu
40
% erwerbs- und zu
60
% im Haushalt
tätig zu qualifizieren.
5.
5.1
Die Beschwerdeführerin kritisierte die im Haushalt
s
bericht vom
1.
September 2014 (
Urk.
7/13) festgehaltenen Einschränkungen in den Bereichen „Einkauf und weitere Besorgungen“ sowie „Wäsche und Kleiderpflege“. Hierzu ist festzu
halten, dass die Beschwerdegegnerin im letztgenannten Bereich eine Einschrän
kung von immerhin 40
%
anerkannte (S. 8), was angemessen erscheint.
In Be
zug auf den Bereich
„Einkauf und weitere Besorgungen“
wies die Beschwerde
gegnerin zu Recht auf die dem Ehemann der Beschwerdeführerin auferlegte Schadenminderungspflicht hin. Im Übrigen würde selbst bei einer Einschrän
kung von - vorliegend bei Weitem nicht angemessenen - 80 % für
„
Wäsche und Kleiderpflege
“
kein Anspruch auf eine ganze Rente der Invalidenversicherung bestehen (Einschränkung im Haushalt von in diesem Falle 49 %, gewichtet zu 60 %, ergäbe einen Teilinvaliditätsgrad von 29.4 %, der Teilinvaliditätsgrad im Erwerbsbereich beträgt 40 % [vgl. dazu E. 6. hernach]), weshalb darauf nicht weiter einzugehen ist. Zwar ist die Beschwerdeführerin gemäss den Z._-Gutachtern im Haushalt zu 50 % eingeschränkt, doch begründeten die Gutach
ter dies weniger detailliert als die Beschwerdegegnerin im Haushaltsbericht. Oh
nehin dürften die Gutachter die Schadenminderungspflicht des Ehemannes nicht berücksichtigt haben, weshalb
ihrer diesbezüglichen Einschätzung nicht zu folgen ist. Es besteht damit kein Anlass, von den anlässlich der Haushaltsab
klärung gemachten Feststellungen abzuweichen, womit von einer 41%igen Ein
schränkung im Aufgabenbereich auszugehen ist. Dies ergibt bei einer Gewich
tung zu 60 % einen Teilinvaliditätsgrad von 24.6 %.
5.2
Zum Einwand der Beschwerdeführerin, die
Anwendung der
gemischte
n
Methode
erweise sich als fraglich
, ist festzuhalten,
dass das Bundesgericht in Umsetzung des Urteils des EGMR in Sachen Di
Trizio
vom 2. Februar 2016 festgehalten hat,
dass die gemischte Methode nach geltender Praxis nicht per se als diskriminie
rend erachtet wird. Lediglich sei es konventionswidrig, wenn für die revisions
weise Herabsetzung oder Aufhebung einer Invalidenrente allein familiäre Grün
de (wie die Geburt von Kindern und die damit einhergehende Reduktion des Erwerbspensums) für einen Statuswechsel von „vollerwerbstätig“ zu „teilerwerb
stätig“ sprechen (vgl. dazu Urteile des Bundesgerichts 9C_90/2017 vom 4. Juli 2017 E. 4, 9F_8/2016 vom 20. Dezember 2016 E. 4 sowie IV-Rundschreiben Nr. 355 vom 31. Oktober 2016). Diese Konstellation ist vorliegend nicht gegeben.
6.
6.1
Die Beschwerdeführerin
bestritt
zudem die Verwertbarkeit der Restarbeits
fähigkeit aufgrund ihres fortgeschrittenen Alters.
6.2
Das trotz der gesundheitlichen Beeinträchtigung
zumutbarerweise
erzielbare Ein
kommen ist bezogen auf einen ausgeglichenen Arbeitsmarkt zu ermitteln,
wobei an die Konkretisierung von Arbeitsgelegenheiten und Verdienstaus
sich
te
n keine übermässigen Anforderungen zu stellen sind (Urteil des Bundesgerichts 9C_734/2013 vom 13. März 2014 E. 2.1 mit Hinweis auf SVR 2008 IV Nr. 62 S. 203, 9C_830/2007 E. 5.1).
Das fortgeschrittene Alter wird, obgleich an sich ein invaliditätsfremder Faktor, in der Rechtsprechung als Kriterium anerkannt, welches zusammen mit weiteren persönlichen und beruflichen Gegebenheiten dazu führen kann, dass die einer versicherten Person verbliebene Resterwerbsfähigkeit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt realistischerweise nicht mehr nachgefragt wird, und dass ihr deren Verwertung auch gestützt auf die
Selbsteingliederungspflicht nicht mehr zumut
bar ist. Der Einfluss des Lebensalters auf die Möglichkeit, das verbliebene Leis
tungsvermögen auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt zu verwerten, lässt sich nicht nach einer allgemeinen Regel bemessen, sondern hängt ab von den Um
ständen, die mit Blick auf die Anforderungen der Verweisungstätigkeiten mass
gebend sind (Urteil
des Bundesgerichts 9C_954/2012 vom 10. Mai 2013 E. 2 mit Hinweisen, insbesondere auf BGE 107 V 17 E. 2c).
Massgebend können die Art und Beschaffenheit des Gesundheitsschadens und seiner Folgen, der absehbare Umstellungs- und Einarbeitungsaufwand und in diesem Zusammenhang auch Persönlichkeitsstruktur, vorhandene Begabungen und Fertigkeiten, Ausbildung, beruflicher Werdegang oder Anwendbarkeit von Berufserfahrung aus dem angestammten Bereich
sein (Urteil des Bundesgerichts
9C_253/2017 vom 6. Juli 2017 E. 2.2.2 mit Hinweisen).
Die Möglichkeit, die verbliebene Arbeitsfähigkeit auf dem ausgeglichenen Ar
beits
markt zu verwerten, hängt nicht zuletzt auch davon ab, welcher Zeit
raum der versicherten Person für eine berufliche Tätigkeit und vor allem auch für ei
nen allfälligen Berufswechsel noch zur Verfügung steht. Die im gesamten Be
reich des Sozialversicherungsrechts geltende Schadenminderungspflicht und die daraus abgeleitete Selbsteingliederungslast gebieten grundsätzlich, die Frage nach der Verwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit möglichst früh zu beantworten. Gemäss BGE 138 V 457 E. 3.4 steht die medizinische Zumutbarkeit einer (Teil-) Erwerbstätigkeit fest, sobald die medizinischen Unterlagen diesbezüglich eine zuverlässige Sachverhaltsfeststellung erla
uben (Urteil des Bundesgerichts
9C_253/2017 vom 6. Juli 2017 E. 2.2.2 mit Hinweisen).
6.3
Die Beschwerdeführerin ist auch in einer körperlich wechselbelastenden leichten
Tätigkeit mit der Möglichkeit eines individuellen Pausenrhythmus, ohne
repeti
tive Fehlhaltungen des Rumpfes nach vorn gebeugt oder verdreht, ohne häufige Überkopfarbeiten, ohne dauerhafte schlagend stossende vibrierende Kraftein
wirkungen, ohne unerwartete asymmetrische Lasteneinwirkungen und ohne feuchtkalte und zugige Arbeitsumgebung lediglich zu 30 % arbeitsfähig. Von der diesbezüglichen Einschätzung der Z._-Gutachter konnte die Beschwerde
führerin im August 2015 Kenntnis nehmen (Urk. 7/30, vgl. auch Urk. 7/26/44). Zu diesem Zeitpunkt war sie 59 Jahre und 10 Monate
alt.
Bis zum Erreichen des AHV-Alters verblieb ihr damit nur noch
die
kurze Aktivitätsdauer von
rund
4 Jahren. Die Beschwerdeführerin hat eine Lehre als Zahnarztgehilfin gemacht und in diesem Beruf während 17 Jahren gearbeitet. Anschliessend war sie meh
rere Jahre als Farb- und Modestilberaterin tätig
(Urk.
7/26/13). Diese Tätigkeiten sind ihr aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr zumutbar. Auch in einer
gut
angepassten Tätigkeit ist sie nur noch zu 30 % arbeitsfähig. Aufgrund ihrer
Rückenbeschwerden
ist sie
zudem
bereits seit mehr als zehn Jahren n
icht mehr erwerbstätig.
Unlängst ist das Bundesgericht im Urteil 9C_183/2017 vom 3
0.
Oktober 2017
bei einer im relevanten Zeitpunkt knapp 59 Jahre alten Versicherten mit einer Restarbeitsfähigkeit von 70 % und einer ausgeprägten arbeitsmarktlichen Desin
tegration mit praktisch keinen Anstellungschancen von einer vollständigen Er
werbsunfähigkeit ausgegangen (E. 5.2.1). Die Beschwerdeführerin ist zwar deut
lich weniger lange abwesend vom Arbeitsmarkt, doch war sie im relevanten Zeitpunkt bereits ein Jahr älter als die Versicherte und ist in ihrer Arbeitsfähig
keit erheblich stärker eingeschränkt.
Angesichts dieser persönlichen und berufli
chen Gegebenheiten ist
davon auszu
gehen, dass
auch
die Beschwerdeführerin mit überwiegender Wahrscheinlichkeit keine
n Arbeitgeber mehr gefunden hätte, de
r sie für eine geeignete Verwei
stätigkeit eingestellt hätte. Namentlich die Um
stände, dass sie im
massgebenden
Zeitpunkt nur noch rund 4 Jahre vor ihrer Pensionierung stand,
einen Berufs
wechsel hätte machen müssen und auch in ei
ner angepassten Tätigkeit höchs
tens noch zu
30
% arbeitsfähig gewesen wäre, hätten einen durchschnittlichen Arbeitgeber realistischerweise davon abgehal
ten, die mit ihrer Beschäftigung
verbundenen Risiken wie krankheitsbedingte
Ausfälle, berufliche Unerfahren
h
eit sowie alters-, und krankheitsbedingt geringe Anpassungsfähigkeit
einzugehen, zumal behindertengerechte Arbeitsplätze von Behinderten in ju
ngem und mittlerem Alter ebenfalls stark nachgefragt werden (vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_954/2012 vom 10. Mai 2013 E. 3.2.2).
Eine allfällige Restarbeitsfähigkeit wäre damit nicht mehr verwertbar gewesen (vgl. dazu auch Urteil des Bundesgerichts 9C_416/2016 vom 14. Oktober 2016 E. 5.1).
Ist die Restarbeitsf
ähigkeit wirtschaftlich nicht mehr verwertbar, liegt eine vollständige Invalidität im Sinne von Art. 8 Abs. 1 ATSG
vor.
6.4
Die Beschwerdeführerin ist in ihrer Erwerbstätigkeit
folglich
zu 100 % einge
schränkt, was bei einer Gewichtung zu
4
0 % einen Teilinvaliditätsgrad von
4
0 % ergibt.
Der Teilinvaliditätsgrad im Aufgabenbereich beträgt 24.6 %, der Gesamtinvaliditätsgrad d
amit 65
%. Die Beschwerdeführerin hat folglich ab
1. Juli 2014
Anspruch auf eine
Dreiviertelsrente
.
Die Beschwerde ist
somit teil
weise
gutzuheissen
.
7.
7.
1
Die Kosten des Verfahrens gemäss Art. 69 Abs. 1
bis
IVG sind ermessensweise auf
Fr.
9
00.-- festzusetzen und entsprechend dem Ausgang des Verfahrens der
un
terliegenden Beschwerdegegnerin aufzuerlegen.
7.2
Der Beschwerdeführerin steht
eine Prozessentschädigung zu, welche vom Ge
richt ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses, dem Zeitaufwand und den
Barauslagen festgesetzt wird (§ 34 Abs. 1 und 3 des Gesetzes über das Sozialversicherungs
gericht,
GSVGer
). Entsprechend ist ihr eine Prozessentschädigung von Fr.
2
‘
2
00.--
(inkl. Barauslagen und
MWSt
) auszurichten.