# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** c9e86038-7c3d-566d-8528-6f1508e8e347
**Court:** SG_VG
**Chamber:** SG_VG_001
**Year:** 2013
**Language:** de
**Jurisdiction:** SG / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

hat das Verwaltungsgericht festgestellt:
A./ a) K. und L.Q., Oberhelfenschwil, sind Eigentümer des Grundstücks Nr. 0000,
Grundbuch Wattwil. Die 2'027 m grosse Parzelle ist gemäss Zonenplan der
Politischen Gemeinde Wattwil vom 28. April 1999 der Gewerbe-Industrie-Zone
zugeteilt. Der westliche Teil des Grundstücks ist mit einer ehemaligen Scheune
überbaut, der östliche Bereich ist als Verkehrsfläche gestaltet, wovon ein Teil als
Gemeindestrasse 3. Klasse (Floozstrasse) ausgeschieden ist. Diese Quartierstrasse
verbindet die Wiler Strasse, Kantonsstrasse 2. Klasse, im Osten mit der Krinauer
Strasse, ebenfalls Kantonsstrasse 2. Klasse, im Westen. Die Strasse ist 5 m bzw. rund
6 m breit. Sie dient ausschliesslich der Erschliessung der angrenzenden
Gewerbebetriebe und Wohnhäuser (Verbot für Motorwagen und Motorfahrräder mit
dem Zusatz "Zubringer gestattet").
b) Am 17. Juli 2002 bewilligte die Baukommission der Politischen Gemeinde Wattwil
auf Gesuch der damaligen M.Q. AG, Oberhelfenschwil, die Umnutzung der Scheune als
Einstellhalle für Baumaschinen. Am 22. September 2011 ersuchte die Y. AG, Wattwil,
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um erneute Umnutzung der ehemaligen Scheune als Recycling-Sammelstelle. Diese
Aktiengesellschaft wurde am 16. Februar 2011 im Handelsregister des Kantons St.
Gallen eingetragen. Zeichnungsberechtigte Mitglieder sind E. und O.P., beide
Lichtensteig, sowie ohne Zeichnungsberechtigung G.H., Wattwil. Gemäss ihrer
Homepage recycelt die Gesellschaft die ganze Palette von Wertstoffen und führt diese
in den Kreislauf zurück. Innert Auflagefrist vom 5. bis 18. Oktober 2011 liess die X. AG,
Wattwil, durch ihren Rechtsvertreter Einsprache erheben. Diese Gesellschaft ist
Eigentümerin bzw. Mieterin der nördlich angrenzenden bzw. auf der
gegenüberliegenden Seite der Floozstrasse liegenden Grundstücke.
Zeichnungsberechtigt gemäss Handelsregisterauszug vom 20. Dezember 2012 sind
hier R.T., St. Margarethen/TG, und U.T., Wilen bei Wil. Gemäss Handelsregisterauszug
ist O.P. am 2. November 2011 aus dieser Gesellschaft ausgeschieden. Die
Einsprecherin beantragte unter anderem, auf das Baugesuch sei nicht einzutreten bzw.
dieses sei abzuweisen. Weiter verlangte sie, dass der Gesuchstellerin bis zum
Vorliegen einer rechtskräftigen Baubewilligung unter Strafandrohung zu verbieten sei,
auf dem Grundstück Nr. 0000 eine Recycling-Sammelstelle zu betreiben und dass sie
aufgefordert werde, den abgestellten Bürocontainer sofort zu entfernen.
c) Die Baukommission Wattwil wies die Einsprache mit Beschluss vom 19. Dezember
2011 ab, soweit sie öffentlichrechtlicher Natur war. Darüber hinaus verwies die
Bewilligungsbehörde die Einsprache auf den Zivilrechtsweg. Das Baugesuch bewilligte
sie unter Auflagen und setzte der Gesuchstellerin eine Frist an, den eigenmächtig
platzierten Bürocontainer zu entfernen.
B./ a) Gegen diesen Beschluss liess die Einsprecherin am 4. Januar 2012 beim
Baudepartement Rekurs erheben. Dabei verlangte sie unter anderem, dass die
Baubewilligung kostenpflichtig verweigert bzw. das Gesuch zur Neubeurteilung an die
Vorinstanz zurückzugewiesen werde.
b) Die Rekursinstanz führte am 3. Mai 2012 in Anwesenheit der Verfahrensbeteiligten
und des Leiters Gemeindestrassenwesen des kantonalen Tiefbauamtes einen
Augenschein durch und wies den Rekurs mit Entscheid vom 19. Juni 2012
kostenpflichtig ab, soweit sie darauf eintrat. Dabei kam sie im Wesentlichen zum
Schluss, dass das Baugesuch einzig die Umnutzung der Einstellhalle zum Gegenstand
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habe und dass diese bewilligungsfähig sei. Mit der entsprechenden Nutzungsänderung
sei insbesondere weder eine Verkehrsbehinderung noch eine Verkehrsgefährdung
verbunden.
C./ Gegen diesen Entscheid liess die Rekurrentin am 4. Juli 2012 beim
Verwaltungsgericht Beschwerde erheben, wobei sie die kostenpflichtige Aufhebung
bzw. Rückweisung des Rekursentscheids verlangt. Mit Beschwerdebegründung vom
16. August 2012 wehrt sie sich unter anderem dagegen, dass die Vorinstanz ihr die
gesamten Verfahrenskosten und eine ihrer Ansicht nach überhöhte
Parteientschädigung auferlegt hat. Sodann bestreitet sie, dass mit dem Baugesuch die
gesamte eigenmächtig aufgenommene und bewilligungspflichtige Tätigkeit abgedeckt
werde und dass die verfügten Nebenbestimmungen genügen würden, um damit die mit
der Nutzungsänderung zusammenhängenden Behinderungen und Gefährdungen des
Verkehrs ausschliessen zu können. Die Umnutzung der ehemaligen Scheune betreffe
zwangsläufig auch die Aussenflächen, weshalb diese von der Bewilligung nicht
ausgeklammert werden könnten. Auch könne nur spekuliert werden, dass die bewilligte
Nutzungsänderung keine negativen Auswirkungen auf ihren eigenen Betrieb vis-à-vis
der Strasse haben werde. Sowohl eine hindernisfreie Durchfahrt als auch die Sicherheit
der Verkehrsteilnehmer könnten nur gewährleistet werden, wenn die zulässige Nutzung
der Aussenflächen klar definiert und verbindlich normiert werde. Der erst im
Rekursverfahren nachgereichte Nutzungsplan sei dafür untauglich.
D./ Die Vorinstanz beantragt mit Schreiben vom 24. August 2012, die Beschwerde
abzuweisen. Die bestrittene Partei- und Prozessfähigkeit der Beschwerdeführerin seien
Prozessvoraussetzungen, die von Amtes wegen zu prüfen gewesen seien. Allein die
Tatsache, dass nach der entsprechenden Prüfung gleichwohl auf den Rekurs
einzutreten gewesen sei, begründe noch keine Kostentragungspflicht der
Rekursgegnerin.
E./ Die Beschwerdebeteiligte beantragt mit Eingabe vom 11. September 2012 die
Abweisung der Beschwerde. Gleichzeitig informierte sie darüber, dass der
Bürocontainer der Beschwerdegegnerin zwischenzeitlich versetzt und am 13. August
2012 am neuen Standort bewilligt worden sei.
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F./ Die Beschwerdegegnerin verlangt mit Vernehmlassung vom 11. September 2012,
die Beschwerde kostenpflichtig abzuweisen, soweit darauf einzutreten sei. Der
Beschwerde sei zudem die aufschiebende Wirkung zu entziehen. Zur Begründung
bringt sie an, die Beschwerdeführerin sei spätestens seit Ende des Jahres 2011 nicht
mehr handlungsfähig. In diesem Zusammenhang sei beim Präsidenten des
Handelsgerichts des Kantons St. Gallen ein Verfahren betreffend Feststellung und
Anordnung der Löschung im Handelsregister hängig. Die beschwerdeführende
Gesellschaft werde von ihrem im Kanton Thurgau wohnenden Verwaltungsrat, der
folglich selbst nicht einsprache-, rekurs- und beschwerdeberechtigt sei, missbraucht,
um die Beschwerdegegnerin resp. seine Konkurrentin auszuschalten. Die Beschwerde
sei auch deshalb rechtsmissbräuchlich und trölerisch, weil die Beschwerdeführerin die
gerügte Verkehrssicherheit selber im vorgebrachten Ausmass gefährde. So wickle sie
selbst ihren Warenumschlag direkt auf der Strasse ab und stelle zum Teil über längere
Zeit Rollcontainer, Anhänger und Mulden auf dem klassierten Bereich der Floozstrasse
ab. Es sei nicht beabsichtigt, den Aussenraum als Lagerplatz oder eigentliche
Sammelstelle zu nutzen. Entsprechend könnten mit der Bewilligung auch keine
Bedingungen und Auflagen bezüglich der Nutzung der Aussenflächen verbunden bzw.
dafür ein Baugesuch eingefordert werden. Die Verkehrsbehinderungen, welche die
Beschwerdeführerin mit zahlreichen Fotos dokumentiere, würden in erster Linie
Fahrzeuge der Beschwerdeführerin selbst bzw. ihrer Kunden betreffen und nicht die
der Y. AG.
G./ Die Beschwerdeführerin nahm am 12. Oktober 2012 zu den Vernehmlassungen
Stellung. Die Beschwerdegegnerin duplizierte mit Eingabe vom 25. Oktober 2012. Auf
die weiteren von den Verfahrensbeteiligten vorgebrachten Ausführungen wird, soweit
erforderlich, in den nachstehenden Erwägungen eingegangen.

## Considerations

Darüber wird in Erwägung gezogen:
1. Die Sachurteilsvoraussetzungen sind von Amtes wegen zu prüfen:
1.1. Anfechtungsobjekt ist ein Rekursentscheid des Baudepartements. Die sachliche
Zuständigkeit des Verwaltungsgerichts ist damit gegeben (Art. 59bis Abs. 1 des
Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege, sGS 951.1, abgekürzt VRP).
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1.2. Die Beschwerdeführerin ist Adressatin des Rekursentscheids, womit sie
grundsätzlich zur Ergreifung des Rechtsmittels berechtigt ist (Art. 64 Abs. 1 in
Verbindung mit Art. 45 Abs. 1 VRP). Sie ist eine im Handelsregister eingetragene
Aktiengesellschaft. Damit ist sie rechtsfähig (Art. 643 Abs. 1 des Schweizerischen
Obligationenrechts, SR 220). Als juristische Person ist sie handlungsfähig, sobald die
hierfür unentbehrlichen Organe bestellt sind (Art. 54 des Schweizerischen
Zivilgesetzbuches, SR 210). Im Handelsregister sind zwei einzelunterschriftsberechtigte
Mitglieder eingetragen. Das Bundesgericht hat sodann am 4. Mai 2012 erwogen, dass
es sich bei der X. AG nicht bloss um ein im Aussenverkehr handlungsfähiges, sondern
grundsätzlich auch um ein funktionierendes und finanziell gesundes Unternehmen
handle, auch wenn die an sich nötige Revisionsstelle fehle (BGE 138 III 294 E. 3.3.1).
Demnach handelt die Gesellschaft durch ihren Verwaltungsrat und Geschäftsführer
U.T. und durch das Mitglied der Geschäftsleitung R.T., beide mit Einzelunterschrift.
Daran ändert nichts, dass das Bundesgericht das Verfahren betreffend Feststellung
und Anordnung der Löschung im Handelsregister wieder an das Handelsgericht des
Kantons St. Gallen zurückgewiesen hat, wo es nach wie vor anhängig ist. Dies gilt
zumindest so lange, bis dieses bzw. das Bundesgericht nichts Gegenteiliges
angeordnet haben. Hinsichtlich ihrer Beschwerdelegitimation ist auch nicht relevant,
dass ihr Verwaltungsratsmitglied bzw. ihr Geschäftsführer in E. einen weiteren
Recyclingbetrieb aufbauen will. Entscheidend ist einzig, dass die Beschwerdeführerin
selbst Eigentümerin und Mieterin benachbarter Grundstücke ist, womit ihr eigenes
schutzwürdiges Interesse an der Beschwerde ohne Weiteres gegeben ist. Auf die
beantragten Einvernahmen von O.P., U.T. und F.W. sowie die Einholung einer
Amtsauskunft bei der Bauverwaltung E. ist daher zu verzichten.
1.3. Die Beschwerdeeingaben entsprechen schliesslich auch zeitlich, formal und
inhaltlich den gesetzlichen Voraussetzungen (Art. 64 Abs. 1 in Verbindung mit Art. 47
Abs. 1 und Art. 48 Abs. 1 und Abs. 2 VRP).
1.4. Nach dem Gesagten ist auf die Beschwerde einzutreten.
2. Hinsichtlich der Einwände der Beschwerdegegnerin, die Beschwerdeführerin sei im
vorinstanzlichen Rechtsmittelverfahren nicht legitimiert gewesen, gilt das eben
Gesagte. Die Beschwerdeführerin war auch schon im Zeitpunkt der Einsprache- und
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Rekurserhebung rechts- und im Aussenverkehr handlungsfähig (BGE 138 III 294 E.
3.3.1) sowie als direkte Nachbarin im Sinn von Art. 45 VRP zur Einsprache und zum
Rekurs legitimiert. Die Vorinstanz hat die Rekurslegitimation der Beschwerdeführerin
daher zu Recht bejaht.
3. Die Beschwerdeführerin verlangt einen Augenschein für ihre Behauptung, dass mit
der Umnutzung der Scheune eine Umnutzung der Aussenflächen einhergehe, die im
Vergleich mit dem Vorbestand wesentliche Änderungen und zusätzliche Auswirkungen
auf die angrenzende Strasse mit sich bringe.
3.1. Der Augenschein ist die unmittelbare sinnliche Wahrnehmung von Tatsachen
durch die entscheidende Instanz. Er dient dem besseren Verständnis des Sachverhalts.
Die Entscheidung, ob eine Besichtigung vor Ort durchzuführen ist, liegt allein im
pflichtgemässen Ermessen der urteilenden Instanz. Unbestrittene Tatsachen brauchen
nicht durch einen Augenschein überprüft zu werden, sofern eine Nachprüfung nicht
durch öffentliche Interessen geboten ist (Cavelti/Vögeli, Verwaltungsgerichtsbarkeit im
Kanton St. Gallen, St. Gallen 2003, Rz. 966).
3.2. Die tatsächlichen Verhältnisse ergeben sich vorliegend aus den anschaulichen
Plänen und den übrigen Verfahrensakten, insbesondere aus den zahlreichen Fotos und
dem ausführlichen Augenscheinprotokoll der Vorinstanz mit den protokollierten
Ausführungen des Leiters Gemeindestrassen und Langsamverkehr des kantonalen
Tiefbauamtes. Dieser Fachmann hat sich die örtlichen Verhältnisse anlässlich des im
Rahmen des Rekursverfahrens durchgeführten Augenscheins angesehen und vor Ort
kommentiert. Im Fall einer erneuten Ortsbegehung müsste wiederum ein Sachkundiger
beigezogen und auf dessen Befund abgestellt werden. Nachdem die Parteien gegen
den für die Gemeindestrassen zuständigen Mitarbeiters des Tiefbauamtes nichts
einzuwenden hatten, würde folglich der gleiche Fachmann nochmals aufgeboten. Ein
erneuter Augenschein durch das Gericht macht auch deshalb keinen Sinn, weshalb
darauf verzichtet werden kann.
4. Die Beschwerdeführerin bringt vor, das Baugesuch decke die geplante bzw. schon
vorgenommene Umnutzung der ehemaligen Scheune nicht vollständig ab. Weiter rügt
sie, dass die erlassenen Bedingungen und Auflagen nicht geeignet seien, die mit der
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Umnutzung zusammenhängenden Verkehrsbehinderungen und -gefährdungen zu
verhindern.
4.1. Die nachgesuchte Baubewilligung ist zu erteilen, wenn keine im öffentlichen Recht
begründeten Hindernisse vorliegen (Art. 87 Abs. 1 des Baugesetzes, sGS 731.1,
abgekürzt BauG).
4.1.1. Ob und in welchem Umfang ein baubewilligungspflichtiger Sachverhalt bewilligt
werden soll, entscheidet der Bauherr mit seinem Baugesuch (Häfelin/Müller/Uhlmann,
Allgemeines Verwaltungsgericht, 6. Auflage, Zürich/St. Gallen 2010, Rz. 1620 f.).
Folglich kann eine Aufforderung der Baubehörde, ein nachträgliches Baugesuch
einzureichen, weder durchgesetzt noch angefochten werden (GVP 1998 Nr. 9 S. 35).
Kommt ein Bauherr demnach der an sich richtigen behördlichen Anweisung, für eine
bauliche Änderung oder vorgenommene bewilligungspflichtige Nutzungsänderung ein
Baugesuch nachzureichen, nicht nach, bleibt dieser einzig die Möglichkeit bzw. Pflicht,
stattdessen von Amtes wegen ein Nutzungsverbot zu prüfen sowie ein
Wiederherstellungsverfahren einzuleiten.
4.1.2. Die Bewilligung kann mit einschränkenden Bedingungen und Auflagen
verbunden werden (Art. 87 Abs. 2 BauG). Solche Nebenbestimmungen sind namentlich
dann zu erlassen, wenn die Bewilligung im Lichte der gesetzlichen Bestimmungen
verweigert werden müsste. Damit können aber bloss Hindernisse von untergeordneter
Bedeutung beseitigt werden (B. Heer, St. Gallisches Bau- und Planungsrecht, Bern
2003, Rz. 869). Wird zur Schaffung von Voraussetzungen, die ein rechtmässiges Bauen
erlauben, der Zusatz von Bedingungen und Auflagen verlangt, stellt sich die Frage, ob
das Baugesuch gesamthaft abgewiesen werden muss oder mit Bedingungen und
Auflagen versehen werden kann, welche die Rechtmässigkeit des Bauvorhabens
gewährleisten. Um den zweiten Weg beschreiten zu können, bedarf es in aller Regel
konkreter Anordnungen, die in ihrer baulichen Tragweite erkennbar sind. Er kann nicht
eingeschlagen werden, wenn die durch Bedingungen und Auflagen zu bewirkenden
Änderungen am Bauprojekt wesentliche Sachverhalte betreffen bzw. erhebliche
Abänderungen der Planunterlagen bedingen. Alsdann ist das Baugesuch abzuweisen,
und es ist dem Baugesuchsteller anheimgestellt, ob er ein neues Baugesuch einreichen
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will (VerwGE B 2011/77 vom 20. März 2012 E. 7.1., abrufbar unter:
www.gerichte.sg.ch).
4.2. Die Beschwerdeführerin rügt die Platzierung des Bürocontainers. Dieser ist aber
nicht Gegenstand des Baugesuchs vom 22. September 2011, das diesem
Streitverfahren zu Grunde liegt. Der Bauherr hat dafür am 23. Mai 2012 ein separates
(nachträgliches) Baugesuch eingereicht. Die Baubehörde hat dieses Gesuch am
13. August 2012 bewilligt bzw. die Einsprache der Beschwerdeführerin dagegen
abgewiesen. Der dagegen erhobene Rekurs ist gemäss Rückfrage bei der Vorinstanz
noch hängig. Auch nicht Gegenstand dieses Verfahrens ist die behauptete Umnutzung
der Aussenflächen. Sofern die bisherigen Bewilligungen die neue Nutzung dieser
Flächen nicht abdecken sollten, wäre dafür ein nachträgliches Baugesuch nötig, bzw.
im Unterlassungsfall wäre die Baubehörde gehalten, von sich aus bzw. spätestens auf
Antrag hin ein Nutzungsverbot zu erlassen bzw. ein Wiederherstellungsverfahren
einzuleiten. Falls sich die Baubehörde weigern sollte, trotz ausdrücklichem Gesuch der
einspracheberechtigten Beschwerdeführerin Massnahmen zu prüfen, stünde dieser -
sofern die Behörde nicht ausdrücklich verfügen sollte, dass sie die verlangte
Amtshandlung nicht vornehmen werde -, die Möglichkeit offen, nach Art. 88 Abs. 2 lit. a
VRP gegen die Baukommission Wattwil eine Rechtsverweigerungsbeschwerde
einzureichen.
4.3. Die Beschwerdeführerin macht geltend, die vorliegende Umnutzung behindere und
gefährde den Verkehr.
4.3.1. Nach Art. 22 Abs. 2 lit. b des Raumplanungsgesetzes (SR 700, abgekürzt RPG)
dürfen Baubewilligungen nur erteilt werden, wenn das Land im Sinn Art. 19 Abs. 1 RPG
erschlossen ist. Erschlossen ist das Land, wenn es über eine hinreichende Zu- und
Wegfahrt verfügt (Art. 49 Abs. 2 lit. a BauG). Eine Zufahrt ist dann als hinreichend zu
betrachten, wenn sie tatsächlich so beschaffen ist, dass sie bau- und
verkehrstechnisch der bestehenden und geplanten Überbauung und Nutzung genügt,
den zu erwartenden Fahrzeugen und Fussgängern sicheren Weg bietet und von den
öffentlichen Diensten wie Feuerwehr, Sanität, Kehrichtabfuhr und Schneeräumung
ungehindert benützt werden kann und - wenn sie über fremdes Grundeigentum führt -
rechtlich gesichert ist (Heer, a.a.O., Rz. 513).
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4.3.2. Die Breite der Floozstrasse bis 6 m erlaubt ein Kreuzen von zwei Lastwagen bzw.
einem Lastwagen mit einem Privatfahrzeug, obwohl die Quartierstrasse eigentlich
keinen Durchgangsverkehr aufnehmen muss. Wie der Fachmann des kantonalen
Tiefbauamts am vorinstanzlichen Augenschein ausgeführt hat, ist diese Situation für
eine solche Nebenstrasse komfortabel. Da auch sonst von keinem relevanten
Motorfahrzeugverkehr auszugehen ist, wird es nur vereinzelt zum Begegnungsfall sich
kreuzender Fahrzeuge kommen. Bei solchen Verhältnissen dürften selbst angrenzende
Einfahrten, Parkplätze und private Verkehrsflächen miteinbezogen werden, wenn sonst
ein Kreuzen nicht möglich wäre. Hierfür fehlt es zwar regelmässig an einem von den
privaten Strassenanstössern eingeräumten und rechtlich gesicherten Benutzungsrecht.
Die entsprechende Benutzung wird aber erfahrungsgemäss auf Zusehen hin gewährt,
speziell bei wie vorliegend hauptsächlich gewerblich genutzten Verkehrsflächen. Eine
Widmung dieser Flächen für den Gemeingebrauch im Sinn von Art. 1 Abs. 1 des
Strassengesetzes (sGS 732.1, abgekürzt StrG) liegt deshalb regelmässig nicht vor, sie
ist aber auch nicht nötig (vgl. etwa AGVE 1991 Nr. 44). Solange die Grundeigentümer
die Benutzung zulassen, ist sie zumindest nicht widerrechtlich (sogenannte
prekaristische Duldung, VerwGE B 2011/110 vom 20. März 2012 E. 4, abrufbar unter:
www.gerichte.sg.ch, mit Hinweisen).
4.3.3. Damit erweist sich die Erschliessung der umgenutzten Scheune insgesamt als
genügend, auch wenn der neue Betrieb zusätzliches Verkehrsaufkommen generiert.
Ohnehin sind nach Einschätzung des Strassenfachmanns hier zusätzliche 20 bis 30
Fahrten pro Tag kaum spürbar. Dazu kommt, dass die vorliegende Nebenstrasse
genügend breit ist, dass auf ihr parkiert werden darf (Art. 37 Abs. 2 des
Strassenverkehrsgesetzes, SR 741.01 und Art. 19 ff. der Verkehrsregelnverordnung, SR
741.11, abgekürzt VRV), jedenfalls dort, wo neben dem abgestellten Fahrzeug noch ein
mindestens 3 m breiter Raum für die übrigen Verkehrsteilnehmer frei und gefahrlos
befahrbar bleibt. Gemäss Ausführungen des Leiters Gemeindestrassen ist im gleichen
Rahmen auf der Floozstrasse auch das kurzzeitige Abstellen von Mulden oder
Lastwagen für den Güterumschlag zulässig, jedenfalls dann, wenn keine privaten
Zugänge verstellt werden. Die in diesem Zusammenhang erlassene Auflage, dass
genügend Parkplätze für Kunden und Mitarbeiter sowie ausreichende Flächen für den
Warenumschlag vorhanden sein müssen, ist zwar wenig konkret, wie die
Beschwerdeführerin zu Recht einwendet. Allerdings wird damit auch bloss verdeutlicht,
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was ohnehin gilt, dass auf der Floozstrasse nämlich nur dann parkiert werden darf und
Güter umgeschlagen werden dürfen, wenn dadurch der Verkehr nicht behindert oder
gefährdet wird (vgl. dazu auch Art. 21 VRV). Allein die Befürchtung der
Beschwerdeführerin, dass sich Mitarbeiter und Kunden der Beschwerdegegnerin nicht
an die entsprechenden Verkehrsregeln halten werden, rechtfertigt die Verweigerung der
Bewilligung bzw. den Erlass von weitergehenden Auflagen nicht. Zum Einen bringt die
Beschwerdeführerin nicht vor und ist auch sonst nicht ersichtlich, dass die
Sammelstelle der Beschwerdegegnerin in der umgenutzten Scheune grundsätzlich
bloss betrieben werden könnte, wenn die Erschliessungsstrasse verkehrsregelwidrig
benutzt würde. Zum Anderen setzt die langfristige Einhaltung der Verkehrsregeln und
zweckdienlicher Nebenbestimmungen von Bauauflagen (bau)polizeiliche Kontrollen
voraus. Demnach ist es an den Vollzugsbehörden bzw. der Polizei, den gesetzlichen
Bestimmungen bzw. Auflagen - falls erforderlich - zwangsweise, das heisst
verwaltungs- oder strafrechtlich, Nachachtung zu verschaffen, was in letzter
Konsequenz den Widerruf der Baubewilligung zur Folge haben kann (VerwGE B
2004/22 vom 18. Mai 2004/2. Dezember 2004 E. 3 d cc, abrufbar unter:
www.gerichte.sg.ch).
4.3.4. Aus dem Gesagten folgt, dass die bewilligte Umnutzung der ehemaligen
Scheune weder eine zwangsläufige Behinderung oder Gefährdung des
Strassenverkehrs im Sinn von Art. 100 StrG noch eine notwendige
bewilligungspflichtige Nutzungsänderung der Aussenflächen zur Folge hat, weshalb
das vorliegende Baugesuch (Umnutzung der Einstellhalle als Recycling-Sammelstelle)
nicht an sich unvollständig ist. Andernfalls, wenn etwa ständig Mulden auf der Strasse
oder im Strassenabstand aufgestellt würden bzw. die Nutzung der übrigen
Aussenflächen nicht der bisherigen Nutzung entsprechen sollte, wäre die Baubehörde
gehalten, für die entsprechende Bewilligung bzw. Wiederherstellung des rechtmässigen
Zustands besorgt zu sein. Dies ist aber nicht Gegenstand dieses Verfahrens.
5. Die Beschwerdeführerin rügt sodann die Kostenverlegung und -höhe. Zum Einen
stört sie sich daran, dass sie den Begründungsaufwand bezahlen muss, den ihrer
Ansicht nach allein die Beschwerdegegnerin verursacht hat. Zum Anderen ist sie der
Meinung, dass die Vorinstanz unnötigerweise Rechtsfragen erörtert habe, die gar nicht
umstritten gewesen seien.
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5.1. Die Beschwerdeführerin ist mit ihrem Antrag unterlegen, dass der vorinstanzliche
Entscheid aufgehoben und die Umnutzungsbewilligung verweigert werde. Dem
allgemeinen Grundsatz der Kostenverlegung gemäss Art. 95 Abs. 1 VRP folgend, hat
die Vorinstanz ihr demnach zu Recht die gesamten Verfahrens- und Parteikosten
auferlegt. Daran ändert nichts, dass die Beschwerdegegnerin dabei zu Unrecht
bestritten hat, dass die Beschwerdeführerin gar nicht einsprache- und rekursberechtigt
sei. Die Rechtsmittelbefugnis ist eine Prozessvoraussetzung bzw.
Eintretensvoraussetzung, die unabhängig von entsprechenden Rügen eines
Verfahrensbeteiligten von Amtes wegen zu prüfen ist (Cavelti/Vögeli, a.a.O., Rz. 385 mit
Hinweisen). Die Beschwerdeführerin wirft ihrer Gegnerin nicht vor, diese habe ihre
Legitimation offensichtlich querulatorisch bestritten, was nach dem Verursacherprinzip
gemäss Art. 95 Abs. 2 VRP allenfalls eine andere Kostenverlegung gerechtfertigt hätte
(R. Hirt, Die Regelung der Kosten nach st. gallischem Verwaltungsrechtspflegegesetz,
Lachen/St. Gallen 2004, S. 88 f.). Dies würde auch nicht zutreffen. Sodann kann nicht
gesagt werden, die Vorinstanz habe die Frage der Rechtsmittelbefugnis der
Beschwerdeführerin unsachgemäss und unnötig vertieft abgehandelt. Wie das
Bundesgericht bestätigt hat, liegt bei ihr tatsächlich ein Mangel in der
Gesellschaftsorganisation vor (BGE 138 III 294 E. 3.2), womit die Infrage-Stellung ihrer
Prozessfähigkeit nicht von Vornherein abwegig ist. Alsdann liegt es unter Beachtung
der verfassungsmässigen Verfahrensgarantien im Ermessen der Rekursbehörde zu
entscheiden, ob sie einen zweiten Schriftenwechsel anordnet bzw. wie vertieft sie ein
an sich zu Recht sich stellendes Rechtsproblem abhandeln will. Das Gericht überprüft
die verlegten Kosten bzw. den Kostenaufwand der Vorinstanz nicht frei, sondern mit
Blick auf Art. 61 Abs. 1 VRP einzig auf Ermessensfehler (Hirt, a.a.O., S. 254).
5.2. Die Höhe der Entscheidgebühr von Fr. 3'500.-- ist beim vorliegenden
Kostenrahmen von Fr. 50.-- bis Fr. 5'000.-- fraglos tarifkonform und dem Aufwand der
Rekursbehörde angemessen, so dass kein Ermessensmissbrauch vorliegt (Art. 10.01
des Gebührentarifs für die Kantons- und Gemeindeverwaltung, sGS 941.12).
Wie die amtlichen Kosten werden auch die Parteikosten grundsätzlich nach dem
Erfolgsprinzip verlegt (Hirt, a.a.O., S. 182 f.), womit diese hier vollumfänglich von der
Beschwerdeführerin zu bezahlen sind. Die zugesprochene Entschädigung von gut
Fr. 4'000.-- erweist sich beim vorliegenden Kostenrahmen von Fr. 500.-- bis
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Fr. 6'000.-- ebenfalls ohne Weiteres als tarifkonform (Art. 22 Abs. 1 lit. a der
Honorarordnung für Rechtsanwälte und Rechtsagenten, sGS 963.75, abgekürzt HonO).
5.3. Wenn im Rahmen eines Baubewilligungsverfahrens wie vorliegend bemängelt wird,
dass eine strittige Umnutzung zu einer unzulässigen Verkehrsbehinderung und -
gefährdung führe, wird damit die Baureife des entsprechenden Grundstücks in Frage
gestellt. Die Verkehrssicherheit ist ein Teilaspekt des Erfordernisses der baurechtlich
relevanten hinreichenden strassenmässigen Erschliessung (Heer, a.a.O., Rz. 512).
Somit hat die Vorinstanz zu Recht Ausführungen zu den allgemeinen Voraussetzungen
der Erschliessung und zur aufgeworfenen Frage angebracht, ob das Grundstück über
eine hinreichende bzw. verkehrssichere Zu- und Wegfahrt verfüge. Mit anderen Worten
hat sie auch bezüglich der umstrittenen Frage, ob das umgenutzte Grundstück
hinreichend erschlossen sei, keinen unnötigen Kostenaufwand verursacht.
5.4. Aus dem Gesagten folgt, dass weder die Verlegung noch die Höhe der amtlichen
und ausseramtlichen Rekurskosten eine Rechtsverletzung darstellen und folglich nicht
zu beanstanden sind.
6. Zusammengefasst erweisen sich sämtliche Einwände der Beschwerdeführerin als
unbegründet, weshalb die Beschwerde abzuweisen ist.
7. (...).
8. (...).