# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** eec0b071-8201-4dbc-835b-270b06fa3b70
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2020
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
1.1
Die im Jahre
1966
geborene
X._
war seit dem
3.
November
2005
bei der
Y._
als Aushilfsmodeberaterin tätig und als solche bei der GENERALI Allgemeine Versicherungen AG (
Generali
) obligatorisch gegen die
Folgen von Betriebs- und Nichtbetriebsunfällen versichert.
Am 2
2.
März 2014 rutschte sie auf regennasser Unterlage aus und verletzte sich am linken Arm (Urk. 8/1). Die Fachärzte des
Z._
, Klinik für Unfallchi
rurgie, diagnostizierten eine traumatische Schulterluxation mit
minim dislozierter
Abrissfraktur
Tuberculum
majus
links
, was eine geschlossene Reposition nach sich zog;
die
Hospitalisation
dauerte vom 2
2.
bis 2
5.
März 2014 (
Urk.
8/12).
In der Folge konnte die Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit lediglich auf 50
%
ge
steigert werden (
Urk.
8/42). Durch eine Infiltration konnte im weiteren Verlauf nur eine geringfügige Verbesserung erzielt werden (
Urk.
8/57
), bei weiterhin 50%iger Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit (
Urk.
8/107).
1.2
Im Zuge der weiteren Anspruchsprüfung gab die
Generali
ein orthopädisches Gut
achten in Auftrag (
A._
-Gutachten vom 1
1.
Juli 2017,
Urk.
8/116). Mit Verfü
gung vom 2
5.
Juni 2018
stellte
die
Generali
die vorübergehenden Leistungen (Hei
lungskosten und Taggelder) per 3
0.
Juni 2018 ein und sprach
der Versicherten aus
gehend von einer Einbusse von 15
%
eine Integritätsentschädigung zu und ver
neinte einen Rentenanspruch (
Urk.
8/129). An dieser Einschätzung hielt der Un
fallversicherer mit
Einspracheentscheid
vom 3
1.
Januar 2019 fest (
Urk.
8/146 =
Urk.
2).
2.
Dagegen erhob der Vertreter der Versicherten am
4.
März 2019 Beschwerde und beantragte, es sei der angefochtene
Einspracheentscheid
aufzuheben und der Be
schwerdeführerin eine Invalidenrente von mindestens 14
%
auszurichten, even
tualiter sei die Streitsache zu weiteren Abklärungen an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen; unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der Be
schwerdegegnerin (
Urk.
1 S. 2).
Mit Beschwerdeantwort vom 2
8.
März 2019 beantragte die Beschwerdegegnerin die Abweisung der Beschwerde (
Urk.
7), was der Beschwerdeführerin mit
Verfü
gung vom
3.
April 2019 zur Kenntnis gebracht wurde (
Urk.
9).
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Am 1. Januar 2017 sind die geänderten Bestimmungen des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG) und der Verordnung über die Unfallversic
herung (UVV) in Kraft getreten.
Gemäss den allgemeinen übergangsrechtlichen Regeln sind der Beurteilung jene Rechtsnormen zu Grunde zu legen, die in Geltung standen, als sich der zu den materiellen Rechtsfolgen führende und somit rechtserhebliche Sachverhalt ver
wirklicht hat (vgl. BGE 127 V 466 E. 1, 126 V 134 E. 4b). Dementsprechend sehen die Übergangsbestimmungen zur Änderung vom 25. September 2015 des UVG vor, dass Versicherungsleistungen für Unfälle, die sich vor dem 1. Januar 2017 ereignet haben, und für Berufskrankheiten, die vor diesem Zeitpunkt ausgebro
chen sind, nach bisherigem Recht gewährt werden (Absatz 1 der genannten Über
gangsbestimmungen).
Der hier zu
beurteilende Unfall hat sich am 2
2.
März 2014
ereignet, weshalb die bis 31. Dezember 2016 gültig gewesenen Normen auf den vorliegenden Fall An
wendung finden und in dieser Fassung zitiert werden.
1.2
Wird die versicherte Person infolge eines Unfalles zu mindestens 10
%
invalid (Art. 8
des
Bundesgesetz
es
über den Allgemeinen Teil
des Sozialversicherungs
rechts; ATSG
), so hat sie Anspruch auf eine Invalidenrente (Art. 18 Abs. 1 UVG
)
.
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Für die Bestimmung des In
validitätsgrades wird das Erwerbseinkommen, das die ver
sicherte Person nach Eintritt der unfallbedingten Invalidität und nach Durchführung allfälliger Ein
gliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Art. 16 ATSG).
1.3
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad aufgrund eines Einkom
mensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versi
cherte Person nach Ein
tritt der Invalidität und nach Durchführung allfälliger Ein
gliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (
Art.
16 ATSG). Der Einkommensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffern
mässig möglichst genau ermit
telt und einander gegenüber
gestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdif
ferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt. Insoweit die frag
lichen Erwerbsein
kommen ziffernmässig nicht genau ermittelt werden können, sind sie nach Massgabe der im Einzelfall bekannten Umstände zu schätzen und die so gewon
nenen Annä
herungswerte miteinander zu vergleichen. Wird eine Schät
zung vor
genommen, so muss diese nicht unbedingt in einer ziffernmässigen Festlegung von Annäherungswerten be
stehen. Vielmehr kann auch eine Gegenüberstellung blosser Prozentzahlen genügen. Das ohne Invalidität erzielbare hypothe
tische Er
werbseinkommen ist alsdann mit 100 % zu be
werten, während das Invalidenein
kommen auf einen entsprechend klei
neren Prozentsatz veranschlagt wird, so dass sich aus der Prozentdifferenz der Invaliditätsgrad ergibt (so genannter Prozent
vergleich; BGE 128 V 29 E. 1, 114 V 310 E. 3a mit Hinweisen; AHI 2000 S. 309 E. 1a mit Hinweisen).
1.4
Für die Bestimmung des Invalideneinkommens können nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für Statistik periodisch herausgege
benen Lohnstrukturerhebungen (LSE) herangezogen werden (BGE 139 V 592 E. 2.3, 135 V 297 E. 5.2, 129 V 472 E. 4.2.1). Dabei sind grundsätzlich die im Verfügungszeitpunkt aktuellsten veröffentlichten Tabellen der LSE zu verwenden (BGE 143 V 295 E. 4.1.3; zur Verwendung der aktuellsten statistischen Daten bei Rentenrevisionen vgl. BGE 143 V 295 E. 4.2.2, 142 V 178 E. 2.5.8.1, 133 V 545 E. 7.1). Die Verwendung der Tabellenlöhne ist subsidiär, das heisst deren
Beizug
erfolgt nur, wenn eine Ermittlung des Invalideneinkommens aufgrund und nach Massgabe der konkreten Gegebenheiten des Einzelfalles nicht möglich ist (vgl. BGE 142 V 178 E. 2.5.7, 139 V 592 E. 2.3, 135 V 297 E. 5.2; vgl. auch Meyer/
Reichmuth
,
Bundesgesetz über die Invalidenversicherung,
3.
Auflage 2014,
Rn
55 und 89 zu Art. 28a, mit weiteren Hinweisen auf die Rechtsprechung).
Wird das Invalideneinkommen auf der Grundlage von statistischen Durch
schnittswerten ermittelt, ist der entsprechende Ausgangswert (Tabellenlohn) allenfalls zu kürzen. Damit soll der Tatsache Rechnung getragen werden, dass persönliche und berufliche Merkmale, wie Art und Ausmass der Behinderung, Lebensalter, Dienstjahre, Nationalität oder Aufenthaltskategorie und Beschäfti
gungsgrad Auswirkungen auf die Lohnhöhe haben können (BGE 124 V 321 E. 3b/
aa
). Aufgrund dieser Faktoren kann die versicherte Person die verbliebene Arbeitsfähigkeit auch auf einem ausgeglichenen Arbeitsmarkt möglicherweise nur mit unterdurchschnittlichem erwerblichem Erfolg verwerten. Der Abzug soll aber nicht automatisch erfolgen. Er ist unter Würdigung der Umstände im Ein
zelfall nach pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu schätzen und darf 25
%
nicht übersteigen (vgl. BGE 135 V 297 E. 5.2, 134 V 322 E. 5.2 und 126 V 75 E. 5b/
aa
-cc). Die Rechtsprechung gewährt insbesondere dann einen Abzug auf
dem Invalideneinkommen, wenn eine versicherte Person selbst im Rahmen kör
perlich leichter Hilfsarbeitertätigkeit in ihrer Leistungsfähigkeit eingeschränkt ist (BGE 126 V 75 E. 5a/
bb
). Zu beachten ist jedoch, dass allfällige bereits in der Beurteilung der medizinischen Arbeitsfähigkeit enthaltene gesundheitliche Ein
schränkungen nicht zusätzlich in die Bemessung des leidensbedingten Abzugs einfliessen und so zu einer doppelten Anrechnung desselben Gesichtspunkts füh
ren dürfen (Urteile des Bundesgerichts 8C_805/2016 vom 22. März 2017 E. 3.1 und 9C_846/2014 vom 22. Januar 2015 E. 4.1.1).
Nach ständiger Rechtsprechung darf das (kantonale) Sozialversicherungsgericht sein Ermessen, wenn es um die Beurteilung des Tabellenlohnabzuges gemäss BGE 126 V 75 geht, nicht ohne triftigen Grund an die Stelle desjenigen der Verwaltung setzen; es muss
sich
auf Gegebenheiten abstützen können, welche seine abwei
chende Ermessensausübung als naheliegender erscheinen lassen (BGE 137 V 71 E. 5.2 und 126 V 75 E. 6). Wurde bei der Festsetzung der Höhe des Abzugs vom Tabellenlohn ein Merkmal oder ein bestimmter Aspekt eines Merkmals zu Unrecht nicht berücksichtigt oder zu Unrecht berücksichtigt, hat die Beschwerdeinstanz den Abzug gesamthaft neu zu schätzen (vgl. Urteile des Bundesgerichtes 9C_808/2015 vom 29. Februar 2016 E. 3.4.3 und
8C_113/2015 vom 26. Mai 2015 E. 3.2
).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete den angefochtenen
Einspracheentscheid
damit, dass gestützt auf das
A._
-Gutachten in einer leichten bis mittelschwe
ren Arbeit von einer vollen Arbeitsfähigkeit auszugehen sei; bezüglich der linken Schulter ergebe sich eine Integritätseinbusse von 15
%
. Das Invalideneinkommen sei anhand der LSE ermittelt und mit
Fr.
54'603.75 beziffert worden, was unbe
stritten geblieben sei. Das
Valideneinkommen
ergebe sich aus den Einkünften der Monate September 2013 bis Februar 2014, was nach Hochrechnung auf 12 Mo
nate ein Jahreseinkommen von
Fr.
50'489.30
und angepasst an die Nominal
lohnentwicklung bis 2017
Fr.
51'250.28
ergebe (
Urk.
2 S. 9). Davon sei kein lei
densbedingter Abzug vorzunehmen; weiter seien auch die Voraussetzungen für eine Parallelisierung nicht gegeben (S. 10 f.), was zur Verneinung eines Renten
anspruch
s
führe.
Selbst wenn man von einem 95%igen Pensum ausginge und das
Valideneinkommen
auf
Fr.
53'947.66 hochrechnen würde, führte dies nicht zu einem Rentenanspruch (
Urk.
7 S. 2).
2.2
Demgegenüber führte der Vertreter der Beschwerdeführerin im Wesentlichen aus, dass seine Mandantin vor dem Unfall ein durchschnittliches Pensum von 90
%
verrichtet habe, was unter Annahme eines Pensums von 100
%
zu einem
Vali
deneinkommen
von mindestens
Fr.
56'099.20, nach Berücksichtigung der Nomi
nallohnentwicklung zu einem solchen von
Fr.
56'944.75 führe (
Urk.
1 S. 4). Vom Invalideneinkommen sei zumindest ein Leidensabzug von 10
%
vorzunehmen, was zu einem Vergleichseinkommen von
Fr.
49'143.35 und zu einem Invalidi
tätsgrad von 14
%
führe (S. 5).
3.
3.1
Die Festsetzung der Integritätsentschädigung wurde bereits im Rahmen der Ein
sprache nicht mehr beanstandet (
Urk.
8/139) und ist dementsprechend in Rechts
kraft erwachsen. Zu prüfen bleibt vorliegend allein der Rentenanspruch. Die Ein
stellung der vorübergehenden Leistungen erfolgte dabei per 3
0.
Juni 2018 (
Urk.
8/129 S. 4), sodass der Einkommensvergleich aufgrund der per 2018 zu er
mittelnden Vergleichseinkommen zu erfolgen hat.
3.2
Die für das
A._
-Gutachten vom
1
1.
Juli 2017 verantwortlichen Fachärzte diagnostizierten
mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine Bewegungsein
schränkung der linken Schulter bei Status nach konservativ behandelter trauma
tischer Schulterluxation mit
Tuberculum
majus
-Fraktur (2
2.
März 2014). Alle er
hobenen Befunde im Bereich der linken Schulter seien sicher auf den Unfall zu
rückzuführen, die Fraktur sei in geringer Fehlstellung verheilt und führe so zu einer knöchernen
subakromialen
Einengung (
Urk.
8/116 S. 19).
Die Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit (teilweise Überkopfarbeiten) sei dauerhaft mit 75
%
einzuschätzen, für körperlich leichte bis mittelschwere Arbeiten ohne häufigen Einsatz des linken Armes über der Horizontalen bestehe eine Arbeitsfähigkeit von 100
%
(S. 20). Die dauerhafte Schädigung der körperli
chen Integrität sei mit 15
%
einzuschätzen (S. 24).
4.
4.1
Für die Berechnung des
Valideneinkommens
ist nicht massgebend, was die Be
schwerdeführerin in den letzten Monaten vor dem Unfall verdient hat, vielmehr ist vorliegend zu prüfen, was sie als Gesunde im Jahr 2018 verdienen
würde
, wobei vermutungsweise von einer Fortsetzung der angestammten Tätigkeit aus
zugehen ist.
Das
Valideneinkommen
ist vorliegend
sodann
unabhängig davon zu bestimmen, ob die versicherte Person vor dem Unfall ihre Arbeitskraft ganz oder
nur teilweise eingesetzt hat. Bei der Festlegung des hypothetischen
Validenein
kommens
ist
im Bereich der Unfallversicherung
von einer vollzeitlich erwerbstä
tigen Person auszugehen (BGE 135 V 287 E. 3.2
und E. 4.4
; Urteil des Bundesge
richts 8C_768/2009 vom
1.
Febr
uar 2010 E. 3.1.3 mit Hinweisen)
.
Aufgrund der Lohnabrechnung per 3
1.
März 2014
betrug der
Stundenlohn
Fr.
21.95
(
Urk.
8/2)
, was bei einer täglichen Arbeitszeit von 8.4 Stunden sowie einer monatlichen Arbeitsleistung von durchschnittlich 21.7 Tagen zu einem Ein
kommen von
Fr.
4'001.05
und
per 2014
zu
einem Jahreseinkommen von
Fr.
48'012.60
führt
.
Nach
Berücksichtigung der seither eingetretenen Nominal
lohnentwicklung
führt dies
per 2018
zu einem
Valideneinkommen
von
Fr.
49'072.3
5
(Schweizerischer Lohnindex insgesamt [1939
= 100], Frauen
, Stand 2014
: 2673, Sta
nd 2018
: 2732
; www.bfs.admin.ch, Arbeit und Erwerb, Löhne/Er
werbseinkommen, detail
lierte Daten, Lohnentwicklung)
.
Bezüglich der
von der Beschwerdeführerin im Dezember 2013 erhaltene
n
Bonus
zahlung (Fr. 259.35) so
wie der
per Januar
bis März
2014 erzielten
Stundenlohnzuschläge
(
Fr.
82.--,
Fr.
312.65
,
Fr.
230.50
) kann aufgrund der geringen Höhe sowie der weiteren Aus
führungen
offen bleiben
, ob diese dem
Valideneinkommen
hinzuzuzählen wären.
4.2
4.2.1
Aufgrund der schlüssigen und nachvollziehbaren Ausführungen der
A._
-Gutachter ist in einer angepassten leichten bis mittelschweren Tätigkeit von einer vollständigen Arbeitsfähigkeit auszugehen, wobei allein die Beschwerden an der linken Schulter die Arbeitsfähigkeit als limitierender Faktor einschränken. Die Ergebnisse des Gutachtens wurden denn auch vom Vertreter der Beschwerdefüh
rerin nicht fundiert in Zweifel gezogen.
In der angestammten Tätigkeit ist aufgrund der Notwendigkeit von Überkopfar
beiten lediglich von einer 75%igen Arbeitsfähigkeit
auszugehen. D
ie von
der
Be
schwerdeführerin effektiv ausgeübte Tätigkeit ist demnach
für die Ermittlung des Invalideneinkommens nicht geeignet, da dabei keine volle Ausschöpfung der noch verbleibenden Leistungsfähigkeit erfolgen
kann.
4.2.2
Praxisgemäss ist das Invalideneinkommen anhand der
statistischen Durch
schnittswerte der Schweizerische
n Lohnstrukturerhebung (LSE 2016
)
zu ermitteln. Ausgehend von einem
monatlichen Einkommen p
er 2016 von Fr.
4‘363
.-- (LSE 2016 TA1_tirage_skill_level, Kompetenzniveau 1
), ergibt sich n
ach Berücksicht
i
gung der durchschnittlichen Ar
beitszeit von 41,7 Stunden pro Woche (www.bfs.admin.ch, Arbeit und Erwerb, Erwerbstätigkeit und Arbeitszeit, detail
lierte Daten, Normalarbeitsstunden)
sowie der seither eingetretenen Nominal
lohnentwicklung
(Schweizerischer Lohnindex insgesamt [1939
= 100], Frauen,
Stand 2016: 2709, Stand 2018: 2732
; www.bfs.admin.ch, Arbeit und Erwerb, Löhne/Erwerbseinkommen, detail
lierte Daten, Lohnentwicklung)
ein massgeben
des Vergleichseinkommen von
Fr.
55'044.55.
4.2.3
Aus den Ausführungen zum per 2018 erzielbaren Invalideneinkommen ist ersichtlich, dass das
Valideneinkommen
der Beschwerdeführerin
unterdurch
schnittlich sein könnte, was nachfolgend zu prüfen bleibt.
Bezog eine versicherte Person aus invaliditätsfremden Gründen (z.B. geringe Schulbildung, fehlende berufliche Ausbildung, mangelnde Deutschkenntnisse, beschränkte Anstellungsmöglichkeiten wegen
Saisonnierstatus
) ein deutlich un
terdurchschnittliches Einkommen, ist diesem Umstand bei der Invaliditätsbemes
sung nach Art. 16 ATSG Rechnung zu tragen, sofern keine Anhaltspunkte dafür bestehen, dass sie sich aus freien Stücken mit einem bescheideneren Einkom
mensniveau begnügen wollte. Nur dadurch ist der Grundsatz gewahrt, dass die auf invaliditätsfremde Gesichtspunkte zurückzuführenden Lohneinbussen entwe
der überhaupt nicht oder aber bei beiden Vergleichseinkommen gleichmässig zu berücksichtigen sind (BGE 141 V 1 E. 5.4). Diese Parallelisierung der Einkommen kann praxisgemäss entweder auf Seiten des
Valideneinkommens
durch eine ent
sprechende Heraufsetzung des effektiv erzielten Einkommens oder aber auf Seiten des Invalideneinkommens durch eine entsprechende Herabsetzung des statisti
schen Wertes erfolgen (BGE 135 V 58 E. 3.1, 134 V 322 E. 4.1). Eine Parallelisie
rung ist indessen nur vorzunehmen, wenn die Differenz zum massgebenden Durchschnitt deutlich ist. Deutlich unterdurchschnittlich im Sinne von
BGE 134 V 322
E. 4 ist der tatsächlich erzielte Verdienst, wenn er mindestens 5
%
vom branchenüblichen LSE-Tabellenlohn abweicht (vgl. BGE 135 V 297 E. 6.1.2).
Die Parallelisierung der Einkommen trägt somit dem Umstand Rechnung, dass die versicherte Person
als Invalide
realistischerweise
nicht den Tabellenlohn er
zielen kann, weshalb ein entsprechend tieferes
Invalideneinkommen
anzunehmen ist. Kann tatsächlich oder
zumutbarerweise
ein durchschnittliches Invalidenein
kommen erzielt werden, dann besteht kein Grund, ein aus wirtschaftlichen Grün
den unterdurchschnittliches
Valideneinkommen
auf ein durchschnittliches hoch
zurechnen. Denn mit einer solchen Vorgehensweise würden in gesetzwidriger Weise Einkommenseinbussen berücksichtigt, die nicht gesundheitlich bedingt sind. Entsprechend der gesetzlichen Regelung ist somit das (zumutbare) Invali
deneinkommen nicht demjenigen Einkommen gegenüberzustellen, das ohne Ge
sundheitsbeeinträchtigung bei vollständiger Ausschöpfung des wirtschaftlichen Potenzials
zumutbarerweise
hätte erzielt werden können, sondern demjenigen, das konkret erzielt worden wäre (BGE 135 V 58 E. 3.4.3).
Sind die Voraussetzungen der
Einkommensparallelisierung
erfüllt, weil die versi
cherte Person aus invaliditätsfremden Gründen infolge fehlender Berufsausbil
dung und mangelhafter Sprachkenntnisse ein unterdurchschnittliches
Validen
einkommen
erzielt hatte, welches um mindestens 5
%
unter dem branchenübli
chen LSE-Tabellenlohn liegt, so vermögen dieselben Faktoren praxisgemäss nicht zusätzlich auch noch einen Leidensabzug zu begründen (vgl. BGE 135 V 297 E. 6.2).
Bei der Durchführung der Parallelisierung ist mit Blick auf eine dem Grundsatz der Rechtsgleichheit genügende Invaliditätsgradermittlung zu vermeiden, dass diese – bei einer kontinuierlich ansteigenden Differenz zwischen tatsächlich er
zieltem Lohn und branchenüblichem Durchschnittseinkommen – ab Erreichen des
Erheblichkeitsgrenzwertes
von mindestens 5
%
gegebenenfalls eine sprunghafte Erhöhung des Invaliditätsgrades zur Folge hat. Es ist daher nur in dem Umfang zu parallelisieren, in welchem die prozentuale Abweichung den
Erheblichkeits
grenzwert
von 5
%
übersteigt, bezweckt doch die Parallelisierung praxisgemäss nur die Ausgleichung einer deutlichen – also nicht jeder kleinsten – Abweichung des tatsächlich erzielten Verdienstes vom tabellarisch bestimmten branchenübli
chen Referenzeinkommen (vgl. BGE 135 V 297 E. 6.1.3).
Gestützt auf die statistischen Durch
schnittswerte der Schweizerische
n Lohnstruk
turerhebung (LSE 2016
)
hätte die Beschwerdeführerin im Detailhandel
p
er 2016 ein monatliches Einkommen von Fr. 4‘390.
--
erzielen können (LSE 2016 TA1_tirage_skill_level, Kompetenzniveau 1, Ziffer 47). Nach
Berücksicht
igung der durchschnittlichen Ar
beitszeit von 41,
8
Stunden pro Woche (www.bfs.admin.ch,
Betriebsübliche Arbeitszeit nach Wirtschaftsabteilungen, Zif
fer 47, Detailhandel
)
sowie der seither eingetretenen Nominallohnentwicklung
(Schweizerischer Lohnindex insgesamt [1939
= 100], Frauen, Stand 2016: 2709, Stand 2018: 2732
; www.bfs.admin.ch, Arbeit und Erwerb, Löhne/Erwerbsein
kommen, detail
lierte Daten, Lohnentwicklung)
resultiert
ein massgebendes
Ver
gleichseinkommen von
Fr.
55'518.--
.
Vergleicht man
dieses Einkommen
mit dem
zuvor ermittelten
Valid
eneinkommen
in der Höhe von Fr.
49'072.35 ergibt sich eine Abwe
ichung von
gerundet
1
2
%
(Fr.
55'518.--
-
Fr.
49'072.35 /
Fr.
55'518.--
x 100 =
11.61
). Das
Valideneinkommen
ist demnach bis zur
Erheblichkeits
schwelle
von 5
%
zu parallelisieren, was zu einem massgebenden
Validenein
kommen
von
Fr.
52'
742.10
führt.
Von einem höheren Validen
-
einkommen
ist auch unter Berücksichtigung der Bonuszahlungen und Zulagen nicht auszugehen (vgl. E. 4.1).
4.2.4
Hinsichtlich des beantragten leidensbedingten A
bzuges ist anzumerken, dass ge
stützt auf die Ausführungen der
A._
-Gutachter bei leichten und mittelschwe
ren
Arbeiten lediglich ein häufiger Einsatz des linken Armes über der Horizonta
len zu vermeiden ist (
Urk.
8/116 S. 20).
Anzumerken ist dabei, dass d
ie gesundheitlich bedingte Unmöglichkeit, weiterhin körperlich schwere Arbeit zu verrichten, nicht automatisch zu einer V
erminde
rung
des hypothetischen Invalidenlohns führt. Vielmehr ist der Umstand allein, dass nur mehr leichte bis mittelschwere Arbeiten zumutbar sind, auch bei einge
schränkter Leistungsfähigkeit kein Grund für einen zusätzlichen leidensbedingten Abzug, weil der Tabellenlohn im Kompetenzniveau 1 (bis LSE 2010 Anforde
rungsniveau 4) bereits eine Vielzahl von leichten und mittelschweren Tätigkeiten umfasst (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_82/2019 vom 19. September 2019 E. 6.3.2).
Weiter werden
Hilfsarbeiten auf dem massgebenden ausgeglichenen Stellenmarkt altersunabhängig nachgefragt (Urteile des Bundesgerichts 8C_403/2017 vom 25. August 2017 E. 4.4.1 und 8C_805/20
16 vom 22. März 2017 E. 3.4.3); auch m
angelnde Sprachkenntnisse oder ungenügende Ausbildung sind nicht abzugsrelevant, da diesen Aspekten bei der Wahl des Kompetenzni
veaus Rechnung zu tragen ist (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_549/2019 vom 26. November 2019 E. 7.7).
Auch die Dauer der Betriebszugehörigkeit wirkt sich
in diesem Kompetenz
niveau
nicht
bedeutend
aus
(vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_455/2013
vom
4.
Oktober 2013
E. 4.1)
.
Auch allein gestützt auf die Einschränkung des linken Armes drängt sich kein leidensbedingter Abzug auf. So ist nur bei gehäufter Tätigkeit über der Horizon
talen von einer Einschränkung auszugehen, wobei auf der rechten Seite keine Einschränkung besteht. Sofern eine Arbeit über der Horizontalen einhändig
ver
richtet werden kann
oder nur sporadisch eine Mithilfe der linken Hand erfordert, ist sie der Beschwerdeführerin zuzumuten. Vor diesem Hintergrund erscheint die Einschränkung in der Auswahl der ohnehin nur leicht bis mittelschweren Tätig
keiten nicht derart, dass sich ein leidensbedingter Abzug aufdrängen würde.
Selbst wenn man grosszügig von einem leidensbedingten Abzug in der Höhe von 10
%
ausgehen würde, hätte dies einen
rentenausschliesse
nden Invaliditätsgrad von rund 6
%
zur Folge
([
Fr.
52'742.10
- Fr.
49'540.10
] x 100 / Fr.
52'742.10
=
6.07
).
Zusammenfassend führt dies in Abweisung der Beschwerde zur Bestätigung des angefochtenen
Einspracheentscheids
.