# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** d2cbce4a-82be-47eb-afaa-970aa9da1cbe
**Court:** GR_VG
**Chamber:** GR_VG_004
**Year:** 2021
**Language:** de
**Jurisdiction:** GR / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

I. Sachverhalt:
1. Ende des Jahres 2011 verlegten A._ ihren Wohnsitz von B._ im
Kanton Zürich nach D._. In der Folge wurden sie für die
Steuerperioden 2011 bis 2014 mit Hauptsteuerdomizil D._ im Kanton
Graubünden besteuert. Im Kanton Zürich bestand für diese
Steuerperioden aufgrund des Eigentums an einer Liegenschaft in B._
eine beschränkte Steuerpflicht.
2. Für die Steuerperiode 2015 wurden A._ erneut vom Kanton
Graubünden definitiv veranlagt. Die dazugehörigen
Veranlagungsverfügungen vom 2. März 2017 betreffend direkte
Bundessteuer sowie Kantons- und Gemeindesteuer 2015 erwuchsen
unangefochtenen in Rechtskraft.
3. Bereits mit Schreiben vom 22. November 2016 forderte das Steueramt des
Kantons Zürich A._ auf, für die Steuereinschätzung betreffend
Staats- und Gemeindesteuern 2015 Unterlagen einzureichen. Am 25.
Januar 2017 wurden sie vom Steueramt des Kantons Zürich abermals
aufgefordert, zur Abklärung der unbeschränkten Steuerpflicht in B._
bezüglich der Staats- und Gemeindesteuern 2015 weitere, konkret
genannte Unterlagen einzureichen. Diesen Aufforderungen kamen
A._ mit Schreiben vom 29. November 2016 und 28. März 2017 nach.
4. Am 8. September 2017 unterbreitete das Steueramt des Kantons Zürich
A._ einen Einschätzungsvorschlag für die Staats- und
Gemeindesteuern 2015. Darin wurde festgehalten, aufgrund der
Aktenlage sei das Hauptsteuerdomizil im Kanton Zürich bzw. seien die
Steuerpflichtigen ab der Steuerperiode 2015 im Kanton Zürich
unbeschränkt steuerpflichtig. Hierzu nahmen A._ mit Schreiben vom
27. November 2017 Stellung.
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5. Am 16. Februar 2018 erliess das Steueramt des Kantons Zürich den
definitiven Einschätzungsentscheid betreffend Staats- und
Gemeindesteuern 2015, wobei am Hauptsteuerdomizil bzw. an der
unbeschränkten Steuerpflicht im Kanton Zürich festgehalten wurde. Dieser
Entscheid erwuchs ebenfalls unangefochten in Rechtskraft.
6. Mit zwei separaten Schreiben vom 26. März 2018 ersuchten A._ die
Steuerverwaltung des Kantons Graubünden (nachfolgend:
Steuerverwaltung) um Revision der Veranlagungsverfügungen vom 2.
März 2017 betreffend direkte Bundessteuer sowie Kantons- und
Gemeindesteuer 2015. Begründend führten sie im Wesentlichen aus, der
Kanton Zürich habe entschieden, dass sie ab dem Jahr 2015 ihr
Hauptsteuerdomizil im Kanton Zürich hätten. Aufgrund dieser Tatsache
seien die Veranlagungsverfügungen vom 2. März 2017 abzuändern, um
so eine Doppelbesteuerung zu vermeiden. Ein entsprechender
Revisionsgrund sei gegeben.
7. Mit Entscheid vom 5. Februar 2021 wies die Steuerverwaltung die
Revisionsgesuche vom 26. März 2018 ab. Zur Begründung wurde
hauptsächlich ausgeführt, dass eine Revision gestützt auf einen
"klassischen" Revisionsgrund nicht in Frage komme. Sodann fehle im
Steuergesetz des Kantons Graubünden eine Bestimmung, gestützt auf
welche um Revision infolge einer Doppelbesteuerung ersucht werden
könne. Ferner wurde dargelegt, dass A._ gegen die Veranlagung des
Kantons Zürich als zweitveranlagender Kanton hätten vorgehen müssen,
um eine Doppelbesteuerung beheben zu können. Eine solche könne nicht
mehr mittels eines Revisionsgesuchs im Kanton Graubünden vorgebracht
werden, zumal A._ die Haltung des Kantons Zürich als unzutreffend
erachtet hätten. Schliesslich wurde hinsichtlich der direkten Bundessteuer
2015 festgehalten, dass lediglich der Kanton Graubünden am 2. März
2017 eine Veranlagungsverfügung für diese Steuerperiode erlassen habe,
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nicht hingegen der Kanton Zürich. Es liege somit keine
Doppelbesteuerung vor, weshalb für die direkte Bundessteuer 2015 auch
aus diesem Grund kein Revisionsgrund gegeben sei.
8. Dagegen erhoben A._ (nachfolgend: Beschwerdeführer) am 1. März
2021 Beschwerde beim Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden und
beantragten, der Entscheid der Steuerverwaltung vom 5. Februar 2021 sei
aufzuheben. Zur Begründung wurde im Wesentlichen vorgebracht, in
Rechtsprechung und Lehre werde postuliert, dass im Falle einer
Doppelbesteuerung ein Revisionsanspruch auch ohne einen
entsprechenden ausdrücklichen Revisionsgrund im Steuergesetz gestützt
auf Art. 127 Abs. 3 BV bestehe. Dieses Rechtsmittel sei am besten
geeignet, wenn ein Steuerpflichtiger die Veranlagung im
zweitveranlagenden Kanton akzeptieren wolle und lediglich diejenige im
erstveranlagenden Kanton als unrichtig erachte. Weise der
erstveranlagende Kanton das Revisionsgesuch ab, könne die
steuerpflichtige Person diesen Entscheid nach Durchlaufen des
kantonalen Instanzenzuges gegebenenfalls vor Bundesgericht anfechten,
um doch noch die Doppelbesteuerung beseitigen zu können. Zudem sei
der mehrfach Besteuerte nicht verpflichtet, in jedem Kanton den
Instanzenzug zu durchlaufen. Auf dem Gebiet des Verbots der
interkantonalen Doppelbesteuerung sei der Instanzenzug in einem Kanton
vollständig zu durchlaufen, ehe das Bundesgericht angerufen werden
könne. Liege diese Voraussetzung vor, könne die steuerpflichtige Person
zusammen mit dem noch nicht rechtskräftigen letztinstanzlichen Entscheid
dieses Kantons auch die bereits rechtskräftige Veranlagung weiterer
Kantone anfechten, falls und soweit sie eine Verletzung von Art. 127 Abs.
3 BV rügen wolle. Im konkreten Fall liege eine aktuelle Doppelbesteuerung
vor. Durch ein Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Graubünden
könne damit im bundesgerichtlichen Verfahren auch die (rechtskräftige)
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Veranlagungsverfügung des Kantons Graubünden vom 2. März 2017
angefochten werden. Die Legitimation der Beschwerdeführer sei nach
einem Entscheid des Verwaltungsgerichts gegeben. Das
bundesgerichtliche Verfahren, welches von den Beschwerdeführern
angestrengt werde, diene der Beseitigung der aktuellen
Doppelbesteuerung.
9. Die Steuerverwaltung (nachfolgend: Beschwerdegegnerin) schloss in ihrer
Vernehmlassung vom 16. April 2021 auf Abweisung der Beschwerde. Zur
Begründung wurde zusammenfassend ausgeführt, dass das
Revisionsgesuch der Beschwerdeführer zu Recht abgewiesen worden sei,
womit sich die Beschwerde als unbegründet erweise und abzuweisen sei.
10. Am 27. April 2021 hielten die Beschwerdeführer replicando an ihren
Anträgen fest und vertieften ihren Standpunkt.
11. Mit Duplik vom 10. Mai 2021 hielt auch die Beschwerdegegnerin an ihren
Rechtsbegehren fest und nahm zur beschwerdeführerischen Replik
Stellung.
Auf die weiteren Ausführungen der Parteien, den angefochtenen
Entscheid sowie die eingereichten Beweismittel wird, soweit erforderlich,
in den nachstehenden Erwägungen eingegangen.

## Considerations

II. Das Gericht zieht in Erwägung:
1.1. Nach Art. 142 Abs. 3 des Steuergesetzes für den Kanton Graubünden
(StG; BR 720.000) i.V.m. Art. 49 Abs. 1 lit. b des Gesetzes über die
Verwaltungsrechtspflege (VRG; BR 370.100) können
Revisionsentscheide der Beschwerdegegnerin innert 30 Tagen mit
Beschwerde an das Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden
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weitergezogen werden. Laut Art. 4 Abs. 3 des Gesetzes über die
Gemeinde- und Kirchensteuern (GKStG; BR 720.200) ist die
Beschwerdegegnerin nicht nur für die Behandlung eines
Revisionsgesuchs in Bezug auf die Kantons-, sondern auch hinsichtlich
der Gemeindesteuern zuständig. Demzufolge kann gegen den
Revisionsentscheid vom 5. Februar 2021 sowohl in Bezug auf die
Kantons- als auch die Gemeindesteuern 2015 Beschwerde beim
Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden erhoben werden (vgl. Art. 1
Abs. 2 i.V.m. Art. 4 Abs. 3 GKStG).