# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 94135cf8-da83-424f-8f77-58a9920aeb13
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2017
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1965, meldete sich am 2
9.
November 2005 unter Hinweis auf Krankheit bei der
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, zum
Leistungsbezug (IV-
Rente
)
an (
Urk.
10/2). Nach medi
zinischen Abklärungen verfügte die IV-Stelle am
7.
Dezember 2006 die Abweisung des Leistungsbegehrens (
Urk.
10/25). Die dagegen erhobene Beschwerde wies das hiesige Gericht mit Beschluss und Urteil vom
7.
Mai 2007 ab (
Urk.
10/29
; Prozess IV.2007.00105
).
1.2
Am
2.
November 2012 meldete sich die Versicherte unter Hinweis auf
„
Schmer
zen des Bewegungsapparates (Gelenke, Muskeln, Bänder im Ruhezu
stand und bei körperliche
r
und psychische
r
Belas
tung, Erschöpfungs
zu
stände,
Migräne (
Fibromyalgisches
Schmerzsyndrom chronisch und De
pres
sionen)
“
bestehend seit Juni 2001 erneut zum
B
ezug
von
IV
Leistungen an (
Urk.
10/32). In der Folge zog die IV
Stelle medizi
nische
Berichte (
Urk.
10/36,
Urk.
10/40,
Urk.
10/42
,
Urk.
10/
45-47,
Urk.
10/55
) sowie einen
Auszug au
s dem individuellen Konto (IK;
Urk.
10/56) bei. Weiter gab sie ein
polydis
ziplinäre
s
(Allgemeine Innere Medizin, Rheuma
tologie, Neurologie, Psy
ch
iatrie und Psychotherapie)
Gutachten
in Auftrag. D
ies
es
wurde am
5.
August 2014 erstattet (
Urk.
10/73). Am 2
5.
September 2014
folgte
der
Ab
klä
rungs
bericht
in Beruf und Haus
halt
. Dabei konnte auf die Erhebung der Ein
schränkung im Haus
halt
verzichtet werden, weil die Versi
cherte keinerlei Hilfe im Haushalt benötigte und ihr Anteil im Erwerbsbereich
mit
100 % quali
fiziert wurde (
Urk.
10
/74).
Nach Durchführung des
Vorbescheidverfahrens
(
Urk.
10/76)
verfügte die IV
Stelle am 2
6.
Februar 2015 die Abweisung des Leistungsbegehrens (Urk.
2).
1.3
Mit Eingabe vom 2
4.
März 2015 erhob die
Gemeinde Y._
, Sozialdienst,
beim hiesigen Gericht Beschwerde (Prozess-Nr. IV.2015.00362).
Da diese Ein
gabe unter anderem weder einen Antrag noch eine Begründung enthielt und somit den Anforderungen gemäss § 18 Abs. 2
des Gesetzes über das Sozial
versicherungsgericht (
GSVGer
)
nicht genügte
,
wurde eine einmalige, nicht erstreckbare Frist von zehn Tagen
zur Ver
besserung angesetzt (vgl. Urk.
10/90). Aufgrund ungenutzten Fristablaufs wurde
auf die Beschwerde nicht eingetreten
(Beschluss vom
5.
Mai 2015)
.
2.
A
m 1
3.
April 2015
hatte
auch
die
Versicherte Beschwerde
erhoben
(
Urk.
1) mit
den Anträgen, es sei die Verfügung vom 2
6.
Februar 2015 aufzuheben; es sei die Angelegenheit zur Durchführung weiterer Abklärungen im Sinne der nachfolgenden Ausführungen an die Beschwerdegegnerin zurückzuwei
sen.
In prozessualer Hinsicht ersuchte
sie
um Ge
währung der unentgeltlichen Prozessführung
sowie Bestellung von
lic
.
iur
. Silvan Meier Rhein als unent
geltlichen Rechtsvertreter
(Urk. 1
S. 2).
Die IV-Stelle schloss in ihrer
Beschwer
deantwort
vom
5.
Juni 2015 auf Abweisung der Beschwerde (Urk. 9).
Davon wurde der
Beschwerde
führer
in
am
8.
Juni 2015
Kenntnis gegeben
(Urk. 11).
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG
). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung ver
bleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind aus
schliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksich
tigen. Eine Erwerbs
unfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG)
Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder her
stellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich min
des
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertels
rente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
Wurde eine
Rente
wegen eines zu geringen Invaliditätsgrades verweigert, so wird nach
Art.
87
Abs.
3 IVV eine neue Anmeldung nur geprüft, wenn die Voraussetzungen gemäss
Abs.
2 dieser Bestimmung erfüllt sind. Danach ist im Revisionsgesuch glaubhaft zu machen, dass sich der Grad der Invalidität der versicherten Person in einer für den Anspruch erheblichen Weise geän
dert hat. Tritt die Verwaltung auf die Neuanmeldung ein, so hat sie die Sache materiell abzuklären und sich zu vergewissern, ob die von der versicherten Person glaubhaft gemachte Veränderung des Invaliditätsgrades auch tatsäch
lich eingetreten ist; sie hat demnach in analoger Weise wie bei einem
Revi
sionsfall
nach
Art.
17
Abs.
1 ATSG vorzugehen (BGE 117 V 198 E. 3a, vgl. auch BGE 133 V 108 E. 5.2). Stellt sie fest, dass der
Invalidi
tätsgrad
seit Erlass der früheren rechtskräftigen Verfügung keine Verände
rung erfahren hat, so weist sie das neue Gesuch ab. Andernfalls hat sie zunächst noch zu prüfen, ob die festgestellte Veränderung genügt, um nun
mehr eine anspruchsbegründende Invalidität zu bejahen, und hernach zu beschliessen. Im Beschwerdefall obliegt die gleiche materielle Prüfungspflicht auch dem Gericht (BGE 117 V 198 E. 3a, 109 V 108 E. 2b).
1.
4
1.4.1
Alkoholismus (wie auch Drogensucht und Medikamentenabhängigkeit) be
grün
det für sich allein keine Invalidität im Sinne des Gesetzes. Vielmehr wird er invalidenversicherungsrechtlich erst relevant, wenn er eine Krankheit oder einen Unfall bewirkt hat, in deren Folge ein körperlicher, geistiger oder psychi
scher, die Erwerbsfähigkeit beeinträchtigender Gesundheitsschaden ein
getreten ist, oder wenn er selber Folge eines körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheitsschadens ist, dem Krankheitswert zukommt (Urteil des Bundesgerichts 8C_694/2008 vom 5. März 2009 E. 2). Dabei ist das ganze für die Alkoholsucht massgebende Ursachen- und Folgespektrum in eine Gesamtwürdigung einzubeziehen, was impliziert, dass einer allfälligen Wechselwirkung zwischen Suchtmittelabhängigkeit und psychischer
Be
gleit
erkrankung
Rechnung zu tragen ist (Urteile des Bundesgerichts I
758/01 vom 5. November 2002 E. 3.2, und I 390/01 vom 19. Juni 2002 E.
2b). Was die krankheitsbedingten Ursachen der Alkoholsucht betrifft, ist für die
inva
lidenversicherungsrechtliche
Relevanz der Abhängigkeit erforder
lich, dass dem Alkoholismus eine ausreichend schwere und ihrer Natur nach für die Entwicklung einer Suchtkrankheit geeignete Gesundheitsstörung zugrun
de
liegt, welche zumindest eine erhebliche Teilursache der Alkohol
sucht darstellt (Urteil des Bundesgerichts I 192/02 vom 23. Oktober 2002 E.
1.2.2 mit Hin
weis); es genügt nicht, wenn es sich nur um eine ganz untergeordnete
Teil
ursache
handelt (nicht veröffentlichtes Urteil des Bundesgerichts I 130/93 vom 29. August 1994). Mit dem Erfordernis des Krankheitswerts einer allfäl
ligen verursachenden psychischen Krankheit wird verlangt, dass diese die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit einschränkt (BGE 99 V 28 E. 2; Urteil des Bundesgerichts I 940/05 vom 10. März 2006 E. 2.2; erwähntes Urteil I 758/01 E. 3.1). Wenn der erforderliche Kausalzusammenhang zwischen Alkoholsucht und krankheitswertigem psychischem
Gesundheitsschaden besteht, sind für die Frage der noch zumutbaren Erwerbstätigkeit die psychischen und die suchtbedingten Beeinträchtigungen gesamthaft zu berücksichtigen. Um diese Frage beantworten zu können, sind Verwaltung und Gericht auf möglichst detaillierte medizinische Auskünfte über die Verhältnisse zur Zeit der Entste
hung der Alkoholsucht auf der einen und der allfälligen psychiatrischen Komorbidität auf der andern Seite sowie über den allfälligen ursächlichen Zusammenhang zwischen den beiden Aspekten angewiesen (vgl. zur Bedeu
tung medizinischer Auskünfte zur Bestimmung der Invalidität BGE 115 V 133 E. 2; BGE 124 V 265 E. 3c mit Hinweis, 99 V 28 E. 2; SVR 2001 IV Nr. 3 S. 7 E. 2b; AHI 2002
S. 30 E. 2a, 2001 S. 228 f. E. 2b mit Hinweisen; Urteile des Bundesgerichts I 169/06 vom 8. August 2006 E. 2.2 und 4.2 mit Hinwei
sen und 8C_672/2010 vom 27. September 2010 E. 2).
1.4.2
Im
Urteil 8C_582/2015 vom 8. Oktober 2015 E. 4 hat das Bundesgericht
weiter
entschieden, dass die Rechtsprechung
gemäss
BGE 141 V 281 psy
choso
matische Leiden betrifft und auf Suchtproblematiken nicht anwendbar ist (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_6/2016 vom 3. Februar 2016 E. 4.2.3 mit Hinweis auf die Kritik von
Liebrenz
/
Uttinger
/Ebner, Sind
Abhängigkeits
erkrankungen
aus höchstrichterlicher Sicht [weiterhin] nicht mit anderen psychischen Störungen [z.B.
somatoformen
Störungen] vergleichbar? - Eine
Urteils
besprechung
von BGE 8C_582/2015 im Lichte der theoretischen Anwend
barkeit des ergebnisoffenen, strukturierten Beweisverfahrens, in: SZS
2016 S. 96; ferner:
Liebrenz
et
alii
, Das Suchtleiden bzw. die
Abhängig
keits
erkrankungen
- Möglichkeiten der Begutachtung nach
BGE 141 V 281
[=
9C_492/2014], in: SZS 2016 S. 12).
1.
5
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Gutachtens ist ent
scheidend, ob es für die Beantwortung der gestellten Fragen umfassend ist, auf den erforderli
chen allseitigen Untersuchun
gen beruht, die geklagten Beschwerden berück
sichtigt und sich mit diesen sowie dem Verhalten der untersuchten
Person aus
einander setzt - was vor allem bei psychischen Fehlent
wicklungen nö
tig ist -, in Kenntnis der und gegebenenfalls in Auseinander
setzung mit den
Vorakten
(Anamnese)
ab
gegeben worden ist, ob es in der Darlegung der medizinischen Zustände und Zusammenhänge ein
leuchtet, ob die Schlussfol
gerungen der medizinischen Exper
ten in einer Weise begründet sind, dass die rechtsanwendende Person sie prü
fend nachvollziehen kann, ob der Experte oder die Expertin nicht auszu
räu
mende Unsicherheiten und Unklarheiten, welche die Be
antwortung der Fragen erschweren oder verunmöglichen, gege
be
nenfalls deutlich macht (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c; U. Meyer-Blaser, Die Rechtspflege in der Sozialversicherung, BJM 1989, S. 30 f.; derselbe in H.
Fredenhagen
, Das ärztliche Gutachten, 3. Aufl. 1994, S. 24 f.).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin stellte sich auf den Standpunkt, die ausführlichen medizinischen Abklä
rungen hätten ergeben, dass die
Beschwerden der
Beschwerdeführer
in
vor allem durch das Abhängigkeitsverhalten begründet sei
en
und deshalb keine Invalidität im Sinne des Gesetzes vorliege. Gemäss den medizinischen Unterlagen sei keine
s
uchtmittelkonsumunabhängige
Gesund
heitsstörung
ausgewiesen. Es handle sich um ein primäres
Suchtge
schehen
(
Urk.
2)
.
2.2
Demgegenüber brachte die Beschwerdeführerin vor
(
Urk.
1)
, gemäss dem Gut
achten (
Z._
) vom 5.
August 2014 könne
zur Zeit
die Frage nach dem Vorliegen einer psychi
schen Erkrankung mit Auswirkung auf die Erwerbsfähigkeit und somit nach dem Vorliegen einer Invalidität nicht beantwortet werden. Es gelte der Beschwerdeführerin die im Gutachten geforderte Entgiftung aufzuerlegen und hernach erneut eine psychiatrische Beurteilung vorzunehmen. Es wäre verfehlt, bereits jetzt einen abschliessenden, leistungsabweisenden Entscheid zu fällen. Die Verfügung sei daher aufzuheben und die Beschwerdegegnerin zur Durchführung weiterer Abklärungen nach erfolgter, von der Beschwer
deführerin einzufordernder Entgiftung zu verpflichten.
Das
Z._
-
Gutachten erweise sich in Bezug auf die Tatsache, dass die
Sucht
mittelabhängigkeit
eine Krankheit mit beeinträchtigender Wirkung auf die Arbeitsfähigkeit sein
könne, als ungenügend und sei als Beweismittel insoweit nicht zu verwerten. Die Frage nach dem Vorliegen eines psychi
schen Gesundheitsschadens als Folge einer Suchtproblematik bleibe daher
noch zu prüfen, was ebenfalls von der Besc
hwerdegegnerin nachzuholen sei
(S. 5 f.).
3.
3.1
3.1.1
Die Beschwerdegegnerin stützte sich bei der Abweisung des
ersten
Leistungs
be
gehrens
(vorne Sachverhalt E. 1.1)
insbesondere auf das psychi
atrische Gutachten der
A._
vom 9. Mai 2006 (
Urk.
10/12). Gestützt auf die Untersuchungen der verantwortlichen
Fach
leute
und nach gemeinsamer Falldiskussion diagnostizierten sie
ein unspezi
fisches chronisches Schmerzsyndrom (keine psychiatrische Klassifi
zierung nach Kapitel F des ICD-10)
.
Sie hielten fest, die Beschwerdeführerin
habe zwar über andauernde Beschwer
den berichtet, durch die ihr Befinden und ihr Lebensalltag erheblich beeinträchtigt würden, doch seien überhaupt keine Hinweise auf
ein
aktuelles Schmerzerleben auszumachen gewesen. Eine aktuelle Psychopathologie
habe
nicht vorgelegen (S. 8). Es bestehe eindeutig keine (auch nicht
leichtgradige
) depressive Symptomatik. Weiter bestünden weder Hinweise auf eine resigna
tive Grundstimmung, Erschöpfung oder Kraftlosigkeit noch
ein Jammern oder Klagen; auch
bestehe weder eine Vorwurfshaltung noch eine
innere Anspannung, Unruhe, Gereiztheit,
ein
Misstrauen, Ängstlichkeit oder Zwang
haftigkeit. Die Fähigkeit der Beschwerdeführerin zur
Selbstwahr
nehmung
und
Selbst
reflektion
sei ausserordentlich schlecht. Daraus erkläre sich ihre ausgesprochen vage Beschwerdeschilderung und ihr weitgehendes Unver
mögen, adäquate Strategien zur Schmerzbewältigung zu entwickeln. Über
haupt scheine sie Problemen ihres Lebens ziemlich rat- und konzeptlos gegen
über zu stehen (S. 9).
Weiter führten sie aus, w
eil sich
die Beschwerdeführerin
in beiden
Untersu
chungsterminen
zu nahezu allen Themen ausgespr
o
chen vage
geäussert habe
(tr
otz klar positiver Kooperation), sei
eine psychiatrische Beurteilung schwierig
gewesen
. Ein vergleichbares Kommunikationsverhalten
sei
auch in der kreisärztlichen Untersuchung vom
7.
September
2004
aufgefallen: „
Aus
geglichene Stimmung, geheimnisvolles Lächeln auf dem Gesicht beim Berichten über ihre Beschwerden, Angaben
bleiben auch nach präzisen Fra
gen vage
.
"
So
sei
lediglich eine äussere Betrachtung des Lebenslaufes mö
g
lich, während eine tiefergehen
de Exploration aufgrund der ausserordentlich
schl
echten
Reflektionsfähigkeit
der Beschwerdeführerin
gar nicht
gelungen sei
. Sie
sei
offenbar in sozial und emotional stabilen Verhältnissen aufge
wachsen. Nach regulärem Schulbesuch
habe
sie eine Ausbildung als
Textil
verkäuferin
gemacht
. Weil sie etwas von der Welt
habe
sehen
wollen habe
sie zwei längere Reisen nach Asien
unternommen
. Eine stabile berufliche Integration
sei
ihr nur an zwei Arbeitsstellen
gelungen
, die sie jeweils drei Jahre inne
gehabt habe.
Danach
habe
sie häufig wechselnde Anstellungen
gehabt
. Die Gründe für diese Entwicklung der Berufskarriere
habe
sie nicht reflektieren
können
. Offenbar
habe
sie aber über lange Zeit d
urch eigene Arbeit ihren Lebens
unterhalt verdienen können. Im Privatleben
habe
sie auch nicht
zu einer befriedigenden Stabili
t
ä
t
gefunden
. Allerdings mach
e
sie zu Beziehungen nur einige vage Angaben. Nach den medizinischen Akten
sei
die Unterschenkelfraktur (Sommer 2001) problemlos
ab
geheilt
und auch die Entfernung des Marknagels ein Jahr später
sei
gut
verlaufen
.
Die Beschwer
deführerin sei
über das RAV in Beschäftigungsverhältnisse integriert
gewe
sen
, doch eine tatsächliche Wiedere
i
ngliederung
sei nicht gelungen
, wobei es nicht möglich
gewesen sei
, die nähe
ren Gründe dafür zu explorieren (S. 8)
.
Es könne nicht ausgeschlossen werden
, dass
bei ihr
vielleicht ein
Alkoho
l
problem
vorlieg
e
. Auf Nachfrage
habe
sie zwar ausdrücklich ein problemati
sches Trinkverhalten
verneint
, aber auch hier
seien
ihre Angaben vage
gewesen
. So wie in einem früheren Arztbericht vom Dezember
letzten
Jahres erwähnt
, sei
ein deutlicher Alkoholgeruch auf
gefallen
.
Es sei
festzuhalten, dass
die Beschwerdeführerin
mit einer gewissen Selbstverständlichkeit bereits um die Mittagszeit und vor dem Gespräch zur Begutachtung Alkohol konsu
miert
habe.
Zusammenfassend
sei festzustellen
, dass bei
der Beschwerdeführerin
gegen
wärtig
keine psychiatrische Störung oder Erkrankung vorlieg
e
, durch die ihre Arbeitsfähigkeit grundsätzlich beeinträchtigt wäre. Die Diagnose einer
somatoformen
Schmerzstörung
habe
nicht gestellt werden
können
, weil letztlich das tatsächliche Ausmass der Schmerzsymptomatik völlig unklar
geblieben sei
.
D
ie - zugegeben desolate - psychosozia
l
e
Entwicklung
sei
als Ausdruck und Folge der massiven Defizite in der Selbstwahrnehmung und Problembewältigun
g zu sehen
.
D
abei
handle es sich a
ber nicht um eine psy
chiatr
i
sch klassifizierbare Störung oder Erkrankung. Eine Weiterführung der psychiatrischen Betreuung
sei
den
noch sinnvoll. Zum einen wäre
die Thema
tik des Alkoholkonsum
s weiter abzuklären. Zum anderen könnte eine psychi
atrische Behandlung das Ziel verfolgen, die Fähigkeit zur
Selbstwahr
nehmung
zu schulen. Erst daraus könnte sich ein reiferes Verhalten zur
Problembewältigung entwickeln und erst
der weitere Verlauf
werde
zeigen, ob sie in einer psychotherapeutischen Arbeit überhaupt erreichbar
sei
. Der Aufenthalt in einer psychosomatisch orientier
t
en Klinik wäre wahrscheinlich hilfreich. Eine Indikation zur Behandlung mit Psychopharmaka
sei nicht angezeigt
(S. 9).
3.1.2
Mit Beschluss und Urteil vom
7.
Mai 2007 wies das hiesige Gericht die gegen
die Verfügung der Beschwerdegegnerin vom
7.
Dezember 2006 (
Abweisung des Leistungsbegehrens
)
erhobene Beschwerde
unter Hinweis auf das Fehlen eines invalidisierenden psychischen Gesundheitsschadens
ab (
Urk.
10/29).
3.2
Die aktuelle medizinische Aktenlage präsentiert sich folgendermassen:
3.
2.
1
Die Psychotherapeuten von der
B._
, wo die Beschwerdeführerin vom 1
0.
bis 2
4.
Juni 2008 in stationärer Behandlung war, nannten in ihrem
Aus
trittsb
ericht
vom 2
5.
Juni 2008 (
Urk.
10/55) folgende Diagnosen (S. 1):
Alkoholabhängigkeitssyndrom vom Typ des Pegeltrinkens, gegenwär
tig abstinent, aber in be
schütz
ender Umgebung
(ICD-10 F10.21)
Nikotinabhängigkeitssyndrom, stän
diger Substanzgebrauch
(ICD-10 F17.25)
Verdacht auf rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig remittiert (
ICD-10
F33.4)
Status nach Heroin- und Kokainabhängigkeitssyndrom, seit 1993 absti
nent
Status nach schädlichem Gebrauch von Cannabis, letzter Konsum 2007
Sie äusserten sich wie folgt: Die Beschwerdeführerin habe
bei Eintritt sehr motiviert und interessiert in Bezug auf die Entwöhnungsbehandlung
gewirkt
. Etwas Mühe
habe
ihr der Eintrittsstatus
bereitet.
Sie
habe sich in ihrer
Alko
holabsti
nenz
bereits ziemlich sicher
gefühlt
und die bei Eintritt
geltenden Bewegungseinschränkun
gen als nicht notwendig
empfunden
. Einige Ein
schränkungen
seien
in der Folge aufgehoben
worden
, ohne dass die Stabilität gegenüber Alkohol darunter
gelitten habe
. Ein Konflikt mit einer
Mitpatien
tin
, der trotz Unterstützung nicht sofort lösbar
gewesen sei
,
habe
dazu
geführt
, dass sie
habe austreten wollen
.
Sie habe
sich für einen
Trinkent
scheid
A (lebenslange Abstinenz) entschieden
(S. 2)
.
3.
2.
2
Dr.
med.
C._
, Facharzt FMH für Rheumatologie und Innere Medizin, nannte in seinem zu Händen von
Dr.
D._
verfassten Bericht vom 22. No
vember 2010 (
Urk.
10/45) folgende Diagnosen (S. 1):
Chronisches
fibromyalgisches
Schmerzsyndrom
Erhöhte
a
ntinukleäre
Antikörper
(ANF), Differentialdiagnose (DD) undif
feren
zierte Kollagenose
Er führte aus, die aktuellen objektiven Befunde seien sehr bescheiden. Objek
tiv sei heute lediglich ein diffuses
fibromyalgisches
Schmerzsyndrom palpa
bel.
Synovitiden
oder indirekte Hinweise auf eine entzündlich rheumatische Gelenkveränderung fänden sich nicht. Die Röntgenbilder des Hand- und Fussskeletts vor einem Jahr seien unauffällig. Auch die zusätzlich angefertigte Aufnahme de
s
Iliosakralgelenks
(
ISG
)
auf der Suche nach einer
serone
gativen
Spondarthropathie
sei ohne pathologischen Befund. Zum
fibromyal
gischen
Schmerzsyndrom passten die Kopfschmerzen als häufige Begleit
symp
tome, auch wenn nicht die für die Fibromyalgie typische exquisite
Dolenz
der Tenderpoints nachweisbar sei. Differenzialdiagnostisch sei wegen den mit einem Titer von 640 erhöhten ANF an eine undifferen
zierte Kollage
nose zu denken, was in diesem Fall allerdings eher unwahr
scheinlich sei (S. 2).
3.
2.
3
Die Ärzte vom
E._
, wo sich die Beschwerdeführerin vom 1
8.
bis 2
3.
August 2011 in stationär-psychiatrischer Behandlung befand, nannten in ihrem Austrittsbericht vom 1
5.
September 2011 (
Urk.
10/47) fol
gende Diagnosen (S. 1):
Verdacht auf Benzodiazepin- und Alkohol-Entzugssyndrom mit Delir
(ICD-10 F10.40, F13.40)
Alkoholabhängigkeitssyndrom, gegenwärtiger Substanzgebrauch mit körperlichen Symptomen
(ICD-10 F10.24)
Verdacht auf rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittelgra
dige Episode mit somatischem Syndrom (ICD-10 F33.11)
Die Ärzte hielten fest, die Beschwerdeführerin sei in einem
deliranten
Zustands
bild
zur Akutbehandlung per
fürsorgerischen Freiheitsentzug (
FFE
)
zugewiesen
worden.
Ursächlich
sei
am ehesten ein
Be
n
zodiaz
epin-Entzugs
syndrom
. Ein zusätz
licher Einfluss eines beginnenden Alkoho
l
entzugs
sei
darüber hinaus möglich
. Differenzialdiagnostisch
sei
eine beginnende Werni
cke-
Enzephalopath
i
e
diskutiert
worden, eine
Thia
min
-Substitution
sei
passa
ger
intramuskulär
erfolgt.
Unter
Oxazepam
habe
sich jedoch eine rasche Besserung des Zustandsbildes
gezeigt
, sodass eine beginnende
Wernicke-En
zephalopathie
als Ursache für das Zustandsb
il
d wenig wahrscheinlich erschein
e
. Die
Beschwerdeführerin
habe
am Austrittstag bei fehlenden Anhalts
punkten für eine akute Gefährd
u
ng und gegen ärztlichen Rat nach ausführlicher Aufklärung
ihre
stationäre Behandlung
verlassen
und
wolle
sich bei
Dr.
F._
in weitere Behandlung begeben (S. 3).
3.
2.
4
Hausarzt
Dr.
med.
D._
, FMH Allgemeine Innere Medizin, gab in seinem
Kurzb
ericht vom 1
6.
November 2012 (
Urk.
10/36) an, die Schmerzen der Beschwerdeführerin seien stärker geworden. Sie seien nach
einer
Belastung stärker, aber bestünden auch im Ruhezustand. Dadurch entstünden Schlaf
störungen und die Depression verstärke sich.
Aus seiner Sicht sei die Patien
tin
auch für leic
hte Arbeiten
zu
100
%
a
rbeitsunfähig.
3.
2.
5
Der
behandelnde
Psychiater
Dr.
F._
nannte in seinem Bericht vom 20.
Fe
bruar 2013 (
Urk.
10/42) folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeits
f
ähigkeit (S. 1):
chronisches Alkoholabhängigkeitssyndrom, anamnestisch seit 2007 (ICD-10 F10.25) bei Status nach Alkoholentzug (29.04.2008, abstinent bis 08.2008),
Status nach
whs
. Benzodiazepin- und Alkoholentzugssyndrom mit Delir (08/2011)
Rezidivierend depressive Störung (ICD-10 F33.8) bei traumatisieren
den Vorerfahrungen mit Veränderung der Körperwahrnehmung
Chronisches
fibromyalgisches
Schmerzsyndrom (erhöhte ANF, DD un
diffe
ren
zierte Kollagenose)
Als Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit nannte er die nach
folgenden:
Nikotinabhängigkeitssyndrom, ständiger Substanzgebrauch
Status nach Heroinabhängigkeitssyndrom, seit 1993 abstinent
Status nach schädlichem Gebrauch von Cannabis in Jugendzeit
Status nach distaler Unterschenkelfraktur links mit
intramedullärer
Nagelung 06/2001 und
Metallentfernung 06/2002
Lumbospondylogenes
Schmerzsyndrom (
G._
11/2009)
Dr.
F._
hielt fest, die psychiatrische Exploration erweise sich wie früher als schwierig, indem die Beschwerdeführerin sehr allgemeine, wenig differen
zierte Auskünfte über ihr Beschwerdebild gebe. Umgekehrt fühle sie sich nicht ernst genommen und reagiere gereizt, wenn Untersucher beharrlich nach
frag
t
en und ähnliche Fragen stellen würden. Gedanklich sei sie auf ihre invalidisierende Schmerzsymptomatik eingeengt. Sie wirke rasch erschöpf
bar, kraftlos und sei sicher nicht belastbar. Die Stimmung sei situativ insta
bil, es herrsche eine eher depressive Grundstimmung mit Affektlabilität. Die Beschwerdeführerin weise eine allgemeine Empfindlichkeitssteigerung in der Schmerzwahrnehmung auf (veränderte Schmerzwahrnehmung). Da, wie im psychiatrischen Gutachten vom
9.
Mai 2006 festgehalten, die Fähigkeit der Beschwerdeführerin zur Selbstwahrnehmung und Selbstreflektion ausseror
dentlich schlecht sei, seien auch die therapeutischen Möglichkeiten zur Ent
wicklung von
Copingstrategien
beziehungsweise eine Psychotherapie in diesem Zustand nicht möglich. Es bestehe krankheitsbedingt keine
Krank
heitseinsicht
und die Beschwerdeführerin sei nicht in der Lage, auf dem offe
nen Arbeitsmarkt zu funktionieren (S. 3).
Unter
dem Titel „
Prognose
“
hielt er fest, ohne stationäre
Alkohol
entwöhnungs
behandlung
(wofür es jedoch einer Krankheitseinsicht bedürfe) dürf
t
e es aufgrund des chronischen Verlaufes (mit Jahrzehnte langer
Sucht
geschichte
- früher
Politoxikomanie
) unwahrscheinlich sein, dass die
Beschwer
de
führerin die Selbstwahrnehmung verbessern und
Copingstrate
gien
für eine geeignete Schmerzbewältigung erlernen könne. Die Beschwer
deführerin werde in jedem Fall in den nächsten Monaten, eher Jahre
n
, keiner geregelten Arbeit auf dem offenen Arbeitsmarkt nachgehen können (S. 4).
Er bescheinigte „im Nachhinein“ eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit in ihrem angestammten Beruf als Textilverkäuferin. Zeitweise habe im geschützten Rahmen eine Arbeitsfähigkeit bis zu 20
%
bestanden (S. 4).
3.
2.
6
Die Ärzte von der Medizinischen Abklärungsstelle der Invalidenversicherung (MEDAS) hielten in ihrem
Z._
-Gutachten vom
5.
August 2014 (Urk.
10/73) in Bezug auf
die
Diagnosen mit Auswirkungen auf die Arbeits
fähigkeit fest,
eine Suchtmittelkonsum-unabhängige
Gesundheits
störung
mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit
– sowohl in der bisherigen als auch in einer angepassten Tätigkeit (inklusive Belastungsprofil) –
sei anhand der aktuellen Datenlage nicht als hinreichend belegt zu bezeichnen und - wenn überhaupt vorliegend - erst nach einer konsequenten Entgiftung und Entwöhnung mit der gebotenen Wahrscheinlichkeit zu beurteilen. Die gesamte reklamierte Symptomatik sei zumi
ndest ebenso gut im Kontext des
Suchtmittelkonsums und dessen
Alibisierung
zu verstehen
(S. 37, vgl. auch S. 39)
.
Als ohne Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit gaben sie folgende Diagno
sen an (S. 38):
Polytoxikomanie
(Opiate, Alkohol, Cannabis, Amphetamine, LSD), der
zeit fortgesetzter Alkoholkonsum, Opioid- und Benzodiazepin-Fehlgebrauch
(ICD-10 F19.2)
Adipositas
Grenzwertige arterielle Hypertonie, DD situativ bedingt
Chronische Hepatitis C ohne Anhalt für eine behinderungsrelevante Aktivität
Die Experten führten zusammengefasst aus,
die Arbeitsfähigkeit der
Beschwer
de
führerin i
n der
zuletzt
ausgeübten sowie jedweder vergleichbaren Tätigkeit ode
r auch einer anderen, wechselbel
astend oder überwiegend sitzend ausgeübten Tätigkeit des allgemeinen Arbeitsmarkts
sei
nicht durch eine von einem Suchtmittelkonsum hinreichend wahrscheinlich abgrenzbare Gesundheitsstörung eingeschränkt. Die beklagte Symptomatik
sei
im Kontext des Suchtmittelkonsums gut verstehbar. Zunächst
sei
also eine
vor
zugs
weise stationär einzuleitende - Entgiftung und Entwöhnung anzu
streben und ambulant unter fortlaufenden Compliance-Kontrollen fortzu
setzen. Unter einer Abstinenz
sei
eine stabile Arbeitsfähigkeit (100
%, Pen
sum un
d Rendement 100 %) zu erwarten (S. 34).
Die aktenkundigen somatischen Einschätzungen der Arbeitsfähigkeit
hätten
den Suchtmittelkonsum und dessen Effekt auf die reklamierte Symptomatik offensichtlich nicht oder unzureichend berücksichtigt, entsprechende schlüs
sige Diskussionen fehl
t
en in den
diesbezüglichen Berichten
und
hätten
sich überwiegend auf die subjektiven Klagen der
Beschwerdeführerin
gestützt, ohne einen kritischen Vergleich mit den letztlich fehlenden oder marginalen
objektiven Befunden vorzunehmen
.
Die rheumatologische Abklärung an der
G._
(vgl. Urk. 10/46)
habe keinen Beleg für eine rheumatologische Erkrankung
erbracht.
Die in der Folge gestellte Diagnose einer „Fibromyal
gie"
stehe somit bereits im Widerspruch zu der Einschätzung der
G._
und repräsentiere zudem keine Diagnose im Sinne der wissenschaftlichen Medizin und lasse sich auch aus den hier erhobenen Befunden nicht ableiten. Wesentlich sei, dass auch hier namhafte objektivierende Befunde verneint worden seien („objektive Befunde sind sehr bescheiden").
Das psychologische/psychiatrische Vorgutachten aus dem Jahr 2006 verneine eine die Arbeitsfähigkeit mindernde definierbare psychiatrische Diagnose und weise zudem auf den fortdauernden Alkohol
konsum hin.
Aufgrund der da
ma
ligen Untersuchungen und Ausführungen bestätige sich
die Ein
schätzung der Unterzeichner hinsichtlich einer nicht belegten eigen
ständigen, vom
Sucht
mittelkonsum
unabhängige
n namhaften
Gesundheits
störung
.
Weiter erg
ä
ben sich aktenkundige Hinweise auf eine mangelhafte Therapie-Compliance und eine Diskrepanz zwischen der von der
Beschwerdeführerin
angegebenen Abstinenzentscheidung und ihrem tatsächlichen
Trinkverhal
ten
, was im Übrigen auch dem typischen Muster eines Suchtverhaltens
ent
spreche (S.
3
4
f.
).
Tatsächlich
sei
es auch im weiteren Verlauf zu einer Fort
setzung des (hier bivalenten, Alkohol und Benzodiazepin)
Suchtmittel
konsums
gekommen.
Die rezente psychiatrische Bewertung einer dauerhaft nicht mehr
gegebenen Arbeitsfähigkeit
sei
bereits aufgrund der
früher
gestellten Sucht-Diagnose nicht haltbar, zumal keine irreversiblen
Suchtfol
geschäden
mit behinderndem Effekt und auch keine hinreichend von dem Suchtmittelkonsum abgrenzbare eigenständige psychiatrische Störung beschrieben
würden
(S. 37).
Auf die Frage, ob die Sucht Folge oder Ursache eines psychischen oder somati
schen invalidisierenden Leidens sei, gaben sie an, es sei von einer kli
nisch führenden, eigenständigen, anhaltenden Sucht auszugehen, aktuell mit fortgesetztem Alkoholkonsum und einem iatrogen beförderten Fehlgebrauch eines Opioids sowie eines
Benzodiazepinderivats
(S. 40).
4.
4.1
Den
aktuelleren
ärztlichen Berichten sind
grundsätzlich
keine neuen medi
zini
schen Fakten zu entnehmen
, so dass im Grunde eine unveränderte Situation vorliegt
.
Schon im
A._
-
Gutachte
n
wurde
festgestellt, dass
keine
psy
chische Erkrankung zur Alkohols
ucht geführt hat
(vgl. E. 3.1.1
hievor
)
.
Die
Z._
-Gutachter (vgl. G
utachten
vom 5.
August
201
4
[
E.
3
.
2.6
hievor
]
)
sahen
ebenfalls
keine psychische Erkrankung,
auch keine
neu dazu gekom
men
e
,
und
verneinten eine Suchtmittelkonsum-unabhängige
Gesundheits
störung
. So ist l
aut
den Experten
auch
k
eine
E
rkrankung ersichtlich,
welche
Folge der
Alkoho
lsucht ist.
4.2
D
as
Z._
-
Gutachten
, welches
im Übrigen auch
vom RAD-Arzt gestützt wird (vgl.
Urk.
10/75 S. 4 f.)
,
äussert sich
umfassend zu den
Gesundheitsstö
rungen und deren Auswirkungen auf die Arbeits
fähigkeit. Es basiert auf einer eingehenden
polydisziplinären
Untersuchung, berück
sichtigt die von der Beschwerdeführerin geklagten Beschwerden und erging
in Kenntnis der medi
zinischen
Vorakten
.
Mit diesen
setzte
n
sich
die
Experten
detailliert
auseinan
der
(Urk.
10
/
73
S.
34
ff.).
Ihre
Teilgutachten wie auch die Konsensbeurteilung
leuchten in der Darlegung der medizinischen Situation und Zusammenhänge ein. Demgemäss sind auch die Schlussfolgerungen der Ärzte in einer Weise begründet, dass die
rechtsanwendende Person sie prüfend nachvollziehen kann
.
Damit erfüllt deren Expertise
die rechtsprechungsgemässen
Anforde
rungen an eine beweiskräftige medizi
nische
Entscheidgrundlage
(vgl. E. 1.
5
hievor
). Entgegen
der Ansicht der Beschwerde
führerin kann darauf abgestellt werden, womit sich weitere
medizinische Ab
klärungen erübrigen (antizipierte
Beweiswürdigung; BGE 124 V 94 E. 4b, 122 V 157 E. 1d). Dr.
med.
H._
, Allge
mein
e
Innere Medi
zin FMH, legte schlüssig dar, dass eine
Polytoxiko
manie
mit fort
dauerndem schädlichen Alkoholkonsum vorliegt (S.
13) und die akten
kundig attestierte Fibromyalgie
im Widerspruch zur
Einschätzung der
G._
steht, zumal die rheumatologische Abklärung keinen Beleg für eine rheumatologische Erkrankung erbrachte.
Sodann konnten
die
Z._
-Experten
diese Diagnose
gestützt auf
ihre
Befunde
ebenfalls
nicht
feststellen
(S.
15
; vgl. auch E. 3.2.6
hievor
).
Weiter beschrieb
Dr.
med.
I._
, Psyc
hiatrie und Psychotherapie FMH,
einleuchtend
und über
zeugend,
dass aktuell
ein fortgesetzter
Sucht
mittel
konsum
mit Alkohol, einem Opioid und einem
Benzo
diazepin
derivat
be
ides iatrogen befördert -
besteht und die von ihm geschilderte Symp
tomatik differenzialätiologisch als relative
Entzugssympto
matik
zu ver
stehen
ist
–
beziehungsweise ohne eine konsequente
Abstinenz (Ent
giftung und Ent
wöhnung)
hiervon
zumindest nicht abgrenzbar ist
– und
eine von dem Suchtmittelkonsum unabhängige psychische Störung mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit nicht mit der gebo
tenen Wahrscheinlichkeit behauptet und belegt werden kann (S. 33 f.)
.
Auch
den
andere
n
psychiatrische
n
Berichte
n kann nichts Gegenteiliges ent
nommen werden.
So wurden d
ie Ausführung
en
des
Z._
-Psychiater
s
Dr.
I._
insofern
gestützt
,
als
dem
Abhängigkeits
syndrom
keine s
e
l
b
stän
dige Erkrankung
zugesprochen
wurde
:
D
ie Psychotherapeuten von der
B._
gingen
beim Alkoholabhängigkeitssyndrom
von einem
Typ des
Pegel
trinkens
aus
und d
er
Psychiater
Dr.
F._
hat
in Bezug auf die rezidivierende depressive Störung
lediglich
auf
traumatisierende Vorer
fahrungen mit einer Veränderung der Körperwahrnehmung hinge
wiesen,
diesem Aspekt
aber
keinen Wert beigemessen und
auch
nichts über eine ein
ge
tretene
Per
sönlichkeitsstörung
erwähnt
.
4.3
Nach dem Gesagten ist somit davon auszugehen
,
dass keine
Suchtmittel
kon
sum-unabhängige
, eigenständige psychiatrische
Ges
undheits
störung
ausge
wiesen ist, weshalb es auch nicht Sache der IV-Stelle ist, die Beschwerde
führerin zur - in ihrem eigenen Interesse liegende - Entgiftung (
Urk.
1 S. 4 ff.) aufzufordern bzw. ihr eine solche aufzuerlegen. Zudem hat
recht
spre
chungsgemäss
eine versicherte Person grundsätzlich alles
ihr
Z
umutbare
zu unternehmen, um die Inanspruchnahme von Versicherungs
leistungen zu vermeiden.
Da auch keine
invalidenversiche
rungs
rechtlich
zu beachtende soma
tische Erkrankung vorliegt
,
i
st die Beschwerde
m
angels eines invalidi
sierenden Gesundheitsschadens abzu
weisen
.
5.
5.1
Die Beschwerdeführerin hat in ihrer Beschwerdeschrift unter Beilage eine
r
Bestäti
gung betreffend Bezug von Sozialhilfe
ein Gesuch um unentgeltliche Prozessführung und Bestellung eines unent
geltlichen Rechtsvertreters in der Person von Rechtsanwalt
Silvan Meier Rhein
gestellt (Urk. 1 S. 2 und
6
, Urk.
6
). Die Voraussetzungen zur Bewilligung der unentgeltlichen
Prozess
führung
und zur Bestellung einer unentgeltlichen Rechtsvertretung gemäss § 16 Abs. 1 und Abs. 2 des Gesetzes über das Sozial
versicherungsgericht (
GSVGer
) sind erfüllt
.
5
.2
Das Verfahren ist kostenpflichtig. Die Gerichtskosten gemäss Art. 69 Abs. 1
bis
IVG sind ermessensweise auf Fr. 800.-- festzusetzen und ausgangsgemäss de
r
Beschwerdeführer
in
aufzuerlegen, infolge bewilligter unentgeltlicher
Prozess
führung
jedoch einstweilen a
uf die Gerichtskasse zu nehmen.
5.3
Mit
Honorarnote vom
20
.
Dezember
2016 (Urk.
13/1-2
) machte der mit heuti
gem Be
schluss bestellte unentgeltliche Rechtsvertreter der Beschwerde
führerin einen Aufwand von 7 Stunden
4
0 Minuten und Barauslagen im Betrag von Fr.
50.75 (Pauschalbetrag)
geltend, was angemessen erscheint. Daraus resultiert eine Entschädigung von insgesamt Fr. 1‘8
81
.
95
(inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer), weshalb
Rechtsanwalt
Silvan
Meier Rhein
in diesem Umfang
aus der Gerichtskasse zu ent
schädigen ist.