# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** fdcf0b92-aafd-4d30-8dc3-4f21c5c660ba
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2017
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
Die
X._
mit Sitz in Brüttisellen ist der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich als beitragspflichtige Arbeitgeberin angeschlossen und rechnet mit ihr die paritätischen und FAK-Beiträge ab (vgl.
Urk.
7/1-145).
Der 19
72
geborene
Y._
, Inhaber
der Einzelunternehmung
Z._
(seit 1
5.
Januar 2007 im Handelsregister
des Kantons Zürich eingetragen
[
vgl. Auszug aus dem Handelsregister
Urk.
3/2 S. 3
], zuvor im Kanton Zug ansässig
)
, sowie
A._
, geboren 19
71
, Inha
ber der Einzelunternehmung
B._
,
A._
(seit 20.
Februar 2007 im Handelsregister
des Kantons Zürich eingetragen
[
vgl. Auszug aus dem Handelsregister
Urk.
3/2 S. 5
], zuvor im Kanton Zug ansässig
)
, sind seit dem
3.
Juli 1998 als
einzige
Gesellschafter und Geschäfts
führer
der
X._
im Handelsregister des Kantons Zürich einge
tragen
(vgl.
Auszug aus dem Handelsregister
,
Urk.
3/2
/S. 1-2
)
.
Am 2
7.
Mai 2015 fand eine Arbeitgeberkontrolle statt (Bericht vom 16. Juni 2015,
Urk.
7/130). Mit
Nachzahlungs
verfügung vom
3.
Juli 2015
(Urk.
7/134) verpflichtete die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, Ausgleichskasse, die
X._
– gestützt auf den Bericht der
Arbeitge
berkontrolle
–
zur Bezahlung von paritätischen und FAK-Beiträgen auf den Zahlungen, welche die Gesellschaft im Jahr 2013 an
die
Einzelunter
nehmungen
von
Y._
und
A._
ausgerichtet hatte.
Die dage
gen erhobene Einsprache der
X._
vom 1
4.
Juli 2015 (
Urk.
7/138)
wies
die Ausgleichskasse
mit
Einspracheentscheid
vom 20.
November 2015 ab (
Urk.
2 [= Urk. 7/143]).
2.
Am 2
8.
Dezember 2015 erhob
en
A._
und
Y._
namens der
X._
Beschwerde gegen den
Einspracheentscheid
(
Urk.
1) und beantragte
n
die Aufhebung der angefochtenen Verfügung. Mit
Beschwerde
antwort
vom 18. Januar 2016 beantragte die Beschwerdegegnerin Abweisung der Beschwerde
, was der Beschwerdeführerin mit Verfügung vom 2
5.
Januar 2016 mitgeteilt wurde (
Urk.
8). Mit Verfügung vom 2
1.
Dezember 2016 (Urk. 9) wurden die Kassenakten der bei der Beschwerdegegnerin als Selb
ständigerwerbende angeschlossenen
Y._
und
A._
beige
zogen (Urk. 11/1-44,
Urk.
12/1-52).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Akten wird, soweit erfor
derlich, im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Die sozialversicherungsrechtliche Beitragspflicht Erwerbstätiger richtet sich unter anderem danach, ob das in einem bestimmten Zeitraum erzielte
Erwerbs
einkommen
als solches aus selbständiger oder aus unselbständiger Erwerbstätigkeit zu qualifizieren ist (Art. 5 und 9 AHVG sowie Art. 6 ff.
der Verordnung über die Alters- und
Hinterlassenenversicherung
[AHVV]
). Nach Art. 5 Abs. 2
des Bundesgesetzes über die Alters- und
Hinterlassenen
ver
si
cherung
(AHVG)
gilt als massgebender Lohn jedes Entgelt für in unselb
stän
diger Stellung auf bestimmte oder unbestimmte Zeit geleistete Arbeit; als Einkommen aus selbständiger Erwerbstätigkeit gilt nach Art. 9 Abs. 1 AHVG jedes Einkommen, das nicht Entgelt für in unselbständiger Stellung geleistete Arbeit darstellt.
Nach der Rechtsprechung beurteilt sich die Frage, ob im Einzelfall selb
stän
dige oder unselbständige Erwerbstätigkeit vorliegt, nicht aufgrund der
Rechts
natur
des Vertragsverhältnisses zwischen den Parteien. Ent
scheidend sind vielmehr die wirtschaftlichen Gegebenheiten. Die zivil
rechtli
chen Ver
hältnisse vermögen dabei allenfalls gewisse Anhaltspunkte für die AHV
recht
liche Qualifikation zu bieten, ohne jedoch ausschlaggebend zu sein. Als unselbständig erwerbstätig ist im Allgemeinen zu betrachten, wer von einem Arbeitgeber in betriebswirtschaftlicher beziehungsweise
arbeits
organisato
ri
scher
Hinsicht abhängig ist und kein spezifisches
Unter
nehmerrisiko
trägt.
Aus diesen Grundsätzen allein lassen sich indessen noch keine einheitlichen, schematisch anwendbaren Lösungen ableiten. Die Vielfalt der im wirt
schaftli
chen Leben anzutreffenden Sachverhalte zwingt dazu, die
beitrags
rechtliche
Stellung einer erwerbstätigen Person jeweils unter Würdigung der gesamten Umstände des Einzelfalles zu beurteilen. Weil dabei vielfach Merkmale beider Erwerbsarten zutage treten, muss sich der Entscheid oft danach richten, welche dieser Merkmale im konkreten Fall überwiegen (BGE
123 V 161 E. 1, 122 V 169 E. 3a, 283 E. 2a, 119 V 161 E. 2 mit Hin
weisen).
Die beitragsrechtliche Unterscheidung
des
Selbständigerwerbenden
vom
Unselb
ständigerwerbenden
beruht auf einer unabhängigen Begriffsbildung,
die sich insbesondere mit dem, was üblicherweise unter einem (
Un
)Selb
ständigen verstanden werden mag, nicht zu decken braucht. In diesem Sinne ist bei einem Versicherten, der gleichzeitig mehrere Tätigkeiten ausübt, jedes Erwerbseinkommen dahingehend zu prüfen, ob es aus selbstän
diger oder unselbständiger Erwerbstätigkeit stammt, selbst wenn die Arbeiten für ein und dieselbe Firma vorgenommen werden (BGE 122 V 169 E. 3b; AHI-Praxis 1996 S. 241 f., je mit Hinweisen).
1.2
1.2.1
Charakteristische Merkmale einer selbständigen Erwerbstätigkeit sind die Täti
gung erheblicher Investitionen, die Benützung eigener
Geschäftsräum
lichkeiten
sowie die Beschäftigung von eigenem Personal (BGE 119 V 163 E. 3b). Das spe
zifische Unternehmerrisiko besteht dabei darin, dass unabhän
gig vom
Arbeits
erfolg
Kosten anfallen, die der Versicherte selber zu tragen hat (ZAK 1986 S. 333 E. 2d und S. 121 E. 2b). Für die Annahme selbständi
ger Erwerbstätigkeit spricht sodann die gleichzeitige Tätigkeit für mehrere Gesellschaften in eigenem Namen, ohne indessen abhängig zu sein (ZAK 1982 S. 215). Massgebend ist da
bei nicht die rechtliche Möglichkeit, Arbeiten von mehreren Arbeitgebern anzu
nehmen, sondern die tatsächliche Aus
gangslage (vgl. ZAK 1982 S. 186 E. 2b).
Von unselbständiger Erwerbstätigkeit ist auszugehen, wenn die für den Arbeits
vertrag typischen Merkmale vorliegen, das heisst wenn der Versi
cherte Dienst auf Zeit zu leisten hat, wirtschaftlich vom Arbeitgeber abhän
gig und während der Arbeitszeit auch in dessen Betrieb eingeordnet ist, praktisch also keine an
dere Erwerbstätigkeit ausüben kann. Indizien dafür sind das Vorliegen eines bestimmten Arbeitsplans, die Notwendigkeit, über den Stand der Arbeiten Be
richt zu erstatten, sowie das
Angewiesensein
auf die Infrastruktur am Arbeitsort (ZAK 1986 S. 121 E. 2b, S. 333 E. 2d) oder
bei einer regelmässig ausgeübten Tätig
keit
darin, dass bei Dahinfallen des
Erwerbs
verhältnisses
eine ähnliche Si
tuation
entsteht, wie dies beim
Stellen
verlust
eines Arbeitnehmers der Fall ist. Die Ab
hängigkeit der eigenen Existenz vom persönlichen Arbeitserfolg ist
pra
xisgemäss
nur dann als Risiko eines
Selbständigerwerbenden
zu werten, wenn beträchtliche Investitionen zu tätigen oder Angestelltenlöhne zu bezahlen sind. Mit einem Arbeits- und Lohnausfall müssen alle jene Personen rechnen, die ihre berufliche Tätigkeit von Fall zu Fall ausüben und nicht in einem fest
entlöhnten
Arbeitsverhält
nis stehen (BGE 119 V 163 E. 3b).
1.2.2
Die Tätigkeit als Organ einer juristischen Person gilt grundsätzlich als unselb
ständige Tätigkeit. Dies gilt etwa bezüglich des Verwaltun
gsrats einer Aktiengesellschaft (ZAK 1983, 23).
Dies schliesst nicht aus, dass
die betref
fende Person
anderweitige Dienstleistungen
für die jeweilige juristische Per
son
erbringt,
welche
beitragsrechtlich
gesondert
zu bewerten
sind
(
vgl.
BGE 105 V 113).
1.3
Der erstinstanzliche Sozialversicherungsprozess ist vom
Untersuc
hungs
grund
satz
beherrscht (Art.
61
lit
. c ATSG). Danach hat das Gericht von Amtes wegen für die richtige und vollständige Abklärung des rechtserheblichen Sachverhaltes zu sorgen. Dieser Grundsatz gilt indessen nicht uneinge
schränkt; er findet sein Korrelat in den Mitwirkungspflichten der Parteien (BGE 125 V 193 E. 2, 122 V 157 E. 1a, vgl. BGE 130 I 180 E. 3.2).
Der Untersuchungsgrundsatz schliesst die Beweislast im Sinne einer
Beweis
führungslast
begriffsnotwendig aus. Im Sozialversicherungsprozess tragen mithin die Parteien in der Regel eine Beweislast nur insofern, als im Falle der Beweislosigkeit der Entscheid zu Ungunsten jener Partei ausfällt, die aus dem unbewiesen gebliebenen Sachverhalt Rechte ableiten
wollte
. Diese
Beweisre
gel
greift allerdings erst Platz, wenn es sich als unmöglich erweist, im Rahmen des Untersuchungsgrundsatzes aufgrund einer Beweiswürdigung einen Sachverhalt zu ermitteln, der zumindest die Wahrscheinlichkeit für sich hat, der Wirklichkeit zu entsprechen (BGE 117 V 261 E. 3b).
1.4
Die Verwaltung als verfügende Instanz und – im Beschwerdefall – das Ge
richt
dürfen
eine Tatsache nur dann als bewiesen annehmen, wenn sie von ihrem Bestehen überzeugt sind. Im Sozialversicherungsrecht hat das Gericht seinen Entscheid, sofern das Gesetz nicht etwas Abweichendes vorsieht, nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu fällen. Die blosse Möglichkeit eines bestimmten Sachverhalts genügt den Beweisanforderungen nicht. Das Gericht folgt vielmehr jener Sachverhaltsdarstellung, die es von allen möglichen Geschehensabläufen als die wahrscheinlichste würdigt (BGE
126 V 353 E. 5b mit Hinweisen; vgl. BGE 130 III 321 E. 3.2 und 3.3).
2
.
2
.1
Die Beschwerdegegnerin vert
r
a
t
im angefochtenen
Einspracheentscheid
die Ansicht,
da
Y._
und
A._
als
Geschäftsführer
Organ
stellung
innerhalb der Beschwerdeführerin hätten und die Tätigkeit als Organ einer juristischen Person grundsätzlich als unselbständige Tätigkeit gelte
, da s
owohl die
Einze
lunternehmen
als auch die Beschwerdeführerin im Informa
tik-Bereich tätig
seien und d
emnach die von
Y._
und
A._
erbrachten Leistungen zur Kernaufgabe der Beschwerdeführerin
und di
e
Entwicklung von Software-Komponenten
somit
zu deren dienstlichen Obliegenheiten
gehörten, weshalb
Y._
und
A._
wie normale Arbeitnehmer in die Arbeitsorganisation der Beschwerdeführerin eingebunden
seien, seien
die Zahlungen von
je Fr.
166‘600.--
an
Y._
und
A._
als Entgelt aus unselbständiger Erwerbstätigkeit zu qualifizieren
und darauf paritätische Beiträge zu erheben
(Urk.
2)
.
2.2
Demgegenüber trug die Beschwerdeführerin im Wesentlichen vor, dass
die durch
Y._
und
A._
ihr gegenüber
erbrachten Leistungen nicht als unselbständige Erwe
rbstätigkeit zu qualifizieren seien
.
Die beiden Geschäftsleiter seien hinsichtlich der
Weisungsgebundenheit nicht mit einem normalen Arbeitnehmer
zu
vergleich
en
, da die Gesellschaftsversammlung und die Geschäftsführer dieselben Personen seien
; sie
seien in ihrer Arbeits
erbringung
, der Zieldefinition und der Art der Zielerreichung
vielmehr frei und
keinen Weisungen unterworfen
.
Zudem würden sie auch die Risiken für die Entwicklung und Wartung der speziellen Software übernehmen. Da die Lizenzgebühren abhängig von der Nutzung seien, würden die Zahlungen an
Y._
und
A._
nicht regelmässig erfolgen, wie dies bei den
anderen
Angestellten der Beschwerdeführerin der Fall sei.
Die Geschäftsführungsarbeiten würden jeweils gratis erbracht, da
der Aufwand von maximal je zehn Stunden monatlich sehr gering sei
. Zudem gebe es keine Regelungen
hinsichtlich des
Arbeitspensum
s
, d
en
Arbeitszeiten, die Anzahl zu leistender Stunden oder Ferien
; e
s gebe auch keine
Geschäftsfahr
zeuge
. Sodann handle es sich bei de
n Leistungen, welche für die Beschwer
deführerin erbracht würden,
nicht um die Kernaufgabe
der Beschwerdeführe
rin.
Auch bei anderen Unternehmungen seien
Teilversionen
der lizenzierten Software
im Einsatz. Es gebe in der Schweiz sodann
zahlreiche Fälle
,
bei
welchen ähnliche Konstellationen vorlägen, die jedoch von den jeweiligen Ausgleichskassen akzeptiert würden
, weshalb eine Gleichbehandlung
ange
zeigt
sei
.
Die Einstufung als unselbständige Tätigkeit sei ferner nicht verhält
nismässig, da sie rückwirkend für
ein
zurückliegende
s
Beitragsjahr erfolge
und
der betragsmässige Unterschied der zu zahlenden Beiträge zwischen einer selbständigen und einer unselbständigen Erwerbstätigkeit
sehr gering
sei
. Falls das Gericht von eine
m Entgelt aus
unselbständige
r
Tätigkeit ausge
hen sollte, so seien alle
in den Gewinn- und Verlustrechnungen der
Einzel
unternehmungen
deklarierten
Aufwendungen
zu berücksichtigen
(U
rk.
1).
3.
3.1
Strittig und zu prüfen ist, ob
Y._
sowie
A._
hinsichtlich ihrer Tätigkeiten
für die Beschwerdeführerin im Jahr 2013 beitragsrechtlich als selbständig oder unselbständig erwerbstätig zu qualifizieren sind beziehungsweise ob die von der Beschwerdeführerin i
m
genannten Jahr an
die Einzelunternehmungen
Y._
und
A._
ausgerichteten Entgelte massgebenden Lohn
darstellen
.
3.2
Die Beschwerdeführerin betreibt in der Rechtsform einer Gesellschaft mit beschränkter Haftung ein auf die
Erbringung von Dienstleistungen im Infor
matik-, Marketing-, Vermarktungs- und Telekom-Bereich sowie den Handel mit Waren aller Art und die
Unternehmens-, Finanz-, Marketing-, IT
, Perso
nal
-
und Managementberatung gerichtetes Geschäft (vgl.
Handels
registeraus
zug
der Beschwerdeführerin [
Urk.
3/2 S. 1-2]).
Y._
und
A._
sind
je Gesellschafter und Geschäftsführer
der Beschwerdeführerin
, Ersterer amtet als Vorsitzender der Geschäftsführung. Damit sind sie Organe der Beschwerdeführerin.
Gleichzeitig betreiben sie je eine
Einzelunter
nehmung
, welche
gemäss Handelsregisterauszug
wie die
eschwerdeführerin
die
Erbringung von Dienstleistungen im Bereich Unternehmens-, Informatik, Finanz- und Managementberatung sowie die Vermittlung und Organisation von Handelsgeschäften bezwecken
(
Urk.
3/2 S. 3-6)
.
Dem Kontenblatt
des Jahres 2013 der Beschwerdeführerin (
Urk.
7/130/3)
, welches anlässlich der Arbeitgeberkontrolle zu den Akten genommen
wurde
,
kann entnommen werden, dass
unter dem Titel „Lizenzkosten“ bzw. „Lizenz
gebühren“
in vier Tranchen
total je vier
Zahlungen an die
Einzelunter
nehmungen
von
Y._
sowie
A._
geleistet
wurden
.
Die
Verbuchung
erfolgte
im Aufwandkonto
Materialaufwand“ und
wurde
in regelmässigen Abständen
und stets in identischem Umfang
von
Fr.
41‘666.67
i
n den Monaten
Januar, April, Juli und Oktober 2013
vorgenommen
(
Urk.
7/130/3)
.
Diese Zahlungen
erscheinen
nicht in der Lohnabrechnung 2013
vom 1
1.
Dezember 2013
(
Urk.
7/98)
.
Darin genannt werden acht
Ange
stellte
der Beschwerdeführerin.
Y._
und
A._
befinden sich nicht
darunter
.
Die Tatsache, dass die
Beschwerdeführerin
die auf das Konto ihre
r
Geschäfts
führer erfolgten Zahlungen in der Lohnbuchhaltung
nicht
erfasst hat, stellt
zwar ein
Indiz
gegen
die Annahm
e massgebenden Lohnes dar (vgl.
ZAK 1987 S. 298 E. 4).
D
ieses buchhalterische Vorgehen
schliesst
aber ein anderes Ver
ständnis der erfolgten finanziellen Leistungen nicht aus. Nach der Rechtspre
chung sind die Organe der AHV ebenso wenig wie die Steuerbehörden ver
pflichtet, die zivilrechtliche Form, in der ein Sachverhalt erscheint, unter allen Umständen als verbindlich anzusehen (
BGE 113 V 94
f. E
. 4b
, vgl. E.
1.1
).
3.3
Festgehalten werden kann
zunächst
, dass
– angesichts der im Jahr 2013 erfolgten quartalsweisen Zahlungen –
entgegen der Ansicht der Beschwer
deführerin das Kriterium der Regelmässigkeit der Zahlungen ohne weiteres gegeben ist. Hinzu kommt, dass – wie die Beschwerdegegnerin zutreffend ausführt – es sich bei den Zahlungen, welche von der Beschwerdeführerin an die Einzelunternehmungen
der Geschäftsleiter der Beschwerdeführerin
geflossen sind, gemäss den Gewinn- und Verlustrechnungen der
Einzelunter
nehmungen
der Geschäftsleiter
im Jahr 2013
offenbar um deren einzige Ein
nahmequelle gehandelt hat. Die
Z._
wies einen Gesamterlös von
Fr.
166‘666.68 aus, währenddessen die
B._
,
A._
,
einen Erlös von
Fr.
149‘504.10 deklarierte (vgl.
Urk.
3/4-5). Somit steht entgegen der Ansicht der Beschwerdeführerin fest, dass
zwischen
Y._
respektive
A._
und der Beschwerde
führerin
im
massgebenden
Jahr 2013
ein
tatsächliches wirtschaftliches
Abhängigkeitsverhältnis bestand
.
Dass eine Erwerbstätigkeit auch für andere Klienten stattfand – wie die Beschwer
de
führerin behauptet – ist aus den Akten nicht ersichtlich.
Dass sie ein massgebliches
Unternehmerr
isik
o
für ihre ausschliessliche Tätig
keit im Dienste der
Beschwerdeführerin übernommen haben,
sie als
Einzel
unter
nehmer
erhebliche Investitionen geleistet
,
eigene
Geschäftsräumlich
keiten
benützen oder eigenes Personal beschäftigen
,
ist
mit Blick auf ihre Kassenakten (
Urk.
10 und
Urk.
11)
nicht ausgewiesen. Die
diesbezüglichen
Behauptungen
der Beschwerdeführerin sind nicht glaub
haft
gemacht geschweige denn nachgewiesen worden
, wobei die Beweislast dies
bezüglich ihr obläge (vgl. zu den Beweisregeln
Art.
8 des Zivilgesetzbuches [ZGB]
, vgl. E. 1.3
)
.
Wenn die Beschwerdeführerin vorbringt, da
ss
keine Regelungen bestanden hätten hinsichtlich
Arbeitspens
en
, Arbeitszeiten, Anzahl zu leisten
der
Stunden sowie Ferien
, verkennt sie, dass dies bei Geschäftsführern naturgemäss auch nicht zu erwarten ist.
Als Geschäftsleiter der Beschwerde
führerin sind sie in deren Betrieb eingeordnet. Das Kriterium der
Weisungs
gebundenheit
ist aufgrund der personellen Identität der Gesell
schafter bzw. Organe und der Inhaber der Einzelfirmen, an welche die Zahlungen geleistet worden sind, nicht entscheidend und spielt nur eine unter
geordnete Rolle.
Zudem kann aus dem Vorhandensein von Geschäftsfahrzeugen offensichtlich nicht auf eine selbständige Tätigkeit geschlossen werden.
Dem
Vorbringen der Beschwerdeführerin
, die Geschäftsleitungstätigkeit sei durch die Geschäfts
führer
gratis verrichtet worden, da
pro Geschäftsleiter
lediglich rund zehn Stunden Arbeit pro Monat angefallen seien
,
ist
nicht
zu folgen.
D
ass
in einem Unternehmen mit
acht A
ngestellten
(vgl.
Urk. 7/98/2) monatlich lediglich knapp
je
30 Minuten Geschäftsführungsarbeiten anfallen sollen
und die Geschäftsführer ihre Dienste ohne Entschädigung erbringen, ist nicht glaubhaft.
Aufgrund der aufliegenden Akten ist
eine Unterscheidung zwischen den Tätigkeiten als Organ und Geschäftsleiter der Beschwerde
führerin und anderen
(
allenfalls selbständigen
)
Informatik- resp. Beratungs
tätigkeiten
allerdings
nicht möglich.
B
ereits bei der letztmaligen
Arbeitgeber
kontrolle
vom
3.
November 2010 (
Urk.
7/45)
wurde
festgestellt, dass die Geschäftsführer kein Gehalt aus der Tätigkeit als Geschäftsführer bezogen hatten
,
und auf
die Rechtsnatur von Zahlungen an Organe
hingewiesen (Urk. 7/45/2
-5
).
Die Beschwerdeführerin sah jedoch auch in den Folgejahren von einer Aufgliederung der an ihre Organe ausbezahlten Entschädigungen ab, was sie sich anzurechnen hat und weshalb auch keine „Aufwendungen“ im Sinne von Unkostenentschädigungen mehr zu berücksichtigen sind. Die buchungsmässige Bezeichnung der Zahlungen an die Geschäftsführer als Lizenzgebühren bzw. –kosten deutet zwar daraufhin, dass es sich um Ein
kommen aus der wirtschaftlichen Nutzung einer „Erfindung“ bzw. von selbstentwickelten Softwareprogrammen handelt (vgl. auch Urk. 7/45/2). Soweit die Inhaber der Einzelfirmen die Auswertung der Programme jedoch über die Rechtsform der von ihnen beherrschten juristischen Person ausüb
ten, arbeiteten sie als Geschäftsführer in unselbständiger Stellung an der wirtschaftlichen Verwertung ihrer Erfindungen mit, ohne dass sie ein mass
gebendes Unternehmerrisiko trugen, und treten die ihnen ausbezahlten Lizenzgebühren an die Stelle eines ordentlichen Lohnes (vgl. hierzu auch ZAK 1967 S. 331 = EVGE 1966 S. 202, mit Hinweisen).
Somit sind sämtliche Einkünfte, welche die Geschäftsleiter von der Beschwerdeführerin als Ein
kommen der jeweiligen Einzelunternehmungen deklariert haben, als Ein
kommen aus unselbständiger Tätigkeit zu beurteilen.
3.
4
Dass die Beschwerdeführerin oder andere Ausgleichskassen in der Schweiz
Gesellschaften
in ähnlichen Konstellationen als
Selbständigerwerbende
qua
lifiziert
haben sollen
, ist für den Ausgang des vorliegenden Verfahrens nicht entscheidend, weshalb sich nähere Abklärungen erübrigen. Ob eine bestimmte T
ä
tigkeit als selbständige oder unselbständige Tätigkeit einzustu
fen ist, beurteilt sich nach den gesamten Umständen des Einzelfalls, was schematische Lösungen ausschliesst.
Aus diesem Grund
–
und aufgrund eines
massgeblich abweichenden Sachverhalts,
wie auch die Beschwerdegegnerin richtig ausführt –
ist
der zitierte Bundesgerichtsentscheid 9C_930/2012 vom
6.
Juni 2013 nicht einschlägig.
Selbst wenn indessen die Verwaltung den gleichen Sachverhalt unterschiedlich beurteilt hätte, vermöchte die Beschwerdeführerin hieraus nichts zu ihren Gunsten abzuleiten, weil die Voraussetzungen für eine Gleichbehandlung im Unrecht nicht erfüllt wären (BGE 115
Ia
83 E. 2)
.
Zutreffend ist jedoch der Hinweis, dass die Zahlungen der Beschwerdeführerin in den vergangenen Jahren Einkommenssubstrat der bei
Y._
und
A._
erhobenen persönlichen Beiträge waren. Den Kassenakten (Urk. 11/1-44 und Urk. 12/1-52) lässt sich indes entnehmen, dass die persönlichen Beiträge für das Jahre 2013 im Zeitpunkt des
Einspracheentscheids
vom 20. November 2015 noch nicht festgesetzt worden waren (Nachtragsverfügungen betreffend Beitragsjahr 2013 vom 30. Dezember 2015 [
A._
, Urk. 12/49] und vom 12. Februar 2016 [
Y._
, Urk. 11/44]), weshalb über die Qualifikation dieser
Erwerbs
einkommen
als selbständiges oder unselbständiges
Erwerbsein
kommen
noch nicht rechtskräftig befunden war. Ein
Rückkommenstitel
im Sinne von Art. 53 ATSG (prozessuale Revision oder Wiedererwägungen) ist daher nicht vorausgesetzt, weshalb auch nicht zu prüfen ist, ob die Berich
tigung im Sinne eines
Beitragsstatutwechsels
von erheblicher Bedeutung wäre. Kommt hinzu, dass die Beschwerdeführerin – wie auch die betroffenen Geschäfts
führer – anlässlich der vormaligen Arbeitgeberkontrolle auf die Problematik hingewiesen wurden (Urk. 7/45/2
5). Einem für die Zukunft vorgenommenen
Statutwechsels
steht daher der Vertrauensschutz nicht entgegen. Hinzuweisen ist indes darauf, dass die für das Jahr 2013 bereits geleisteten persönlichen Beiträge auf demselben Erwerbseinkommen den nachgeforderten
Lohnbeiträ
gen
von Amtes wegen anzurechnen sind (vgl.
Rz
. 3035ff. der Wegleitung des Bundesamtes für Sozialversicherung über den Bezug der Beiträge in der AHV, IV und EO [WBB] vom 1.1.2008, gültig ab 1.1.2017, mit Hinweisen).
3.
5
Nach dem Gesagten steht mit dem im Sozialversicherungsrecht massgeben
den Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit
(vgl.
E. 1.4)
fest, dass es sich bei den
von der Beschwerdeführerin an
die Einzelunternehmungen von
Y._
und
A._
ausgerichteten Entgelte
um Lohn für unselbständige Erwerbstätigkeiten handelt. Somit hat die
Beschwerdegegne
rin
die
2 x
Fr.
166‘600.--
zu Recht als in unselbständiger Erwerbstätigkeit erzielte
n
massgebende
n
Lohn im Sinne von
Art.
5
Abs.
2 AHVG eingestuft.
4.
Aus dem Gesagten folgt, dass die Beschwerde abzuweisen ist.