# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 47b431cd-176a-4c14-bfb7-04bc9a35c2ce
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2021
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1970 und zuletzt tätig als Mitarbeiter
I._
Zustellung (vgl. Arbeitgeberfragebogen vom 26. Oktober 2015, Urk. 8/17), meldete sich am 3. September 2015 unter Hinweis auf einen Zustand nach Knieverletzung links am 11. Dezember 2012 sowie Depressionen bei der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, zum Leistungsbezug an (Urk. 8/7). Die IV-Stelle tätigte erwerbliche und medizinische Abklärungen und teilte mit Schreiben vom 11. Mai 2016 mit, dass der Beschwerdeführer sich einer stationären oder teilstationären psychiatrischen Behandlung unterziehen müsse, andernfalls dies dazu führen könne, dass auf das Leistungsgesuch nicht eingetreten werde oder aufgrund einer Akten entschieden werden müsse (Urk. 8/39). Anmeldungen in einer Tagesklinik sowie zur stationären Behandlung verliefen allerdings erfolglos, da die jeweiligen Institutionen den Versicherten nicht aufnahmen (vgl. Urk. 8/72; Urk. 8/74; Urk. 8/79/5 ff.). Die IV-Stelle beauftragte nach Rücksprache mit dem damaligen Rechtsvert
r
eter (vgl. Urk. 8/89; Urk. 8/92) med.
pract
.
Y._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, und Dr. med.
Z._
, Facharzt für Rheumatologie, mit einem
bidisziplinären
Gutachten (Urk. 8/95). Nachdem sich der Beschwerdeführer gegenüber dem vorgesehenen psychiatrischen Gutachter
hochaggressiv gezeigt hatte, wurden die vorgesehenen Gutachtenstermine storniert
(Urk. 8/99-104).
Infolgedessen holte die IV-Stelle das fachpsychiatrische Gutachten von med.
pract
.
A._
, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie und Forensische Psychiatrie (Deutschland), sowie von Dr. med.
B._
, Assistenzarzt der
D-Klinik
(
D._
), vom 6. Juni 2019 ein, welche sich zur Erstellung des Gutachtens bereit erklärt hatten (Urk. 8/131, Stellung
nahme zu den Rückfragen vom 23. Juli 2019, Urk. 8/133).
Mit Vorbescheid vom 8. August 2019 stellte die IV-Stelle die Abweisung des Leis
tungsbegehrens in Aussicht (Urk. 8/135), woraufhin der Versicherte Einwand er
hob (Einwand vom 11. September 2019, Urk. 8/140; ergänzende
Einwandbe
grün
dungen
vom 30. September, 29. November und 12. Dezember
2019, Urk. 8/142,
Urk. 8/150 und Urk. 8/161) und insbesondere den Bericht von Dr. med.
C._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, vom 4. Dezember 2019 ein
reichte (Urk. 8/160-161). Die IV-Stelle richtete daraufhin Rückfragen an med.
pract
.
A._
(Urk. 8/162), welche sie mit Schreiben vom 11. März 2020 beant
wortete (Urk. 8/165). Der Versicherte konnte hierzu erneut Stellung nehmen (Urk. 8/171;
vgl. Urk. 8/166-167). Mit Verfügung vom 8. Juni 2020 wies die IV-Stelle das Leistungsbegehren ab (Urk. 2).
2.
Hiergegen erhob der Versicherte am 9. Juli 2020 Beschwerde und beantragte, es sei die angefochtene Verfügung aufzuheben und die Beschwerdegegnerin sei zu verpflichten, die gesetzlichen Leistungen zu erbringen und ihm insbesondere ab dem 1. März 2016 eine ganze Invalidenrente auszurichten. Eventualiter sei die Beschwerdegegnerin zu verpflichten
-
weitere medizinische Abklärungen zu tätigen und gestützt darauf den Invalidi
tätsgrad zu bestimmen,
-
dem Beschwerdeführer in Bezug auf die Person von Dr. med.
B._
als Gutachter das rechtliche Gehör zu gewähren,
-
dem Beschwerdeführer die Fragebögen der psychometrischen Tests des Gut
achtens von med.
pract
.
A._
und Dr. med.
B._
vom 6. Juni 2019 zu edieren und auszuhändigen und ihm die Möglichkeit zur Stellungnahme dazu einzuräumen,
und danach das Leistungsbegehren neu zu beurteilen. In prozessualer Hinsicht ersuchte er um unentgeltliche Rechtspflege und Bestellung von Rechtsanwalt Markus
Steudler
als unentgeltlichen Rechtsbeistand.
Mit Beschwerdeantwort vom 8. September 2020 schloss die Beschwerdegegnerin auf Abweisung der Beschwerde (Urk. 7 unter Beilage ihrer Akten, Urk. 8/1-182). Der Beschwerdeführer reichte am 10. September 2020 weitere Unterlagen ein (Urk. 9 mit Beilagen Urk. 10/1-2). Die Beschwerdeantwort sowie die Eingabe des Beschwerdeführers vom 10. September 2020 wurde der jeweils anderen Partei mit Verfügung vom 14. Oktober 2020 zur Kenntnis gebracht (Urk. 11), woraufhin der
Rechtsvertreter des Beschwerdeführers noch seine Honorarnote einreichte (Urk. 12
).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, soweit erforderlich, im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
Die Beschwerdegegnerin führte in der angefochtenen Verfügung aus, dass ge
stützt auf das psychiatrische Gutachten keine wesentlichen psychischen Ein
schränkungen vorlägen als Mitarbeiter
I._
Innendienst. Es bestehe seit jeher eine Arbeitsfähigkeit von 80 %. In der Vergangenheit könne gelegentlich kurzzeitig von höheren Arbeitsunfähigkeiten ausgegangen werden, welche allerdings inva
li
denversicherungsrechtlich nicht relevant seien. Dasselbe gelte für eine ange
passte
Tätigkeit. Somatisch lägen keine dauerhaften oder längerdauernden Ein
schränkungen vor. Ein Einigungsverfahren im Vorfeld der psychiatrischen Begut
achtung sei nicht notwendig gewesen, da der damalige Rechtsvertreter einver
standen gewesen sei. Anspruch auf Einsicht in schriftliche Aufzeichnungen der Gutachter bestehe keiner. Die weiteren Vorwände bezüglich des Gutachtens än
derten ebenfalls nichts an dessen Beweiskräftigkeit. Selbst davon ausgehend, dass der Beschwerdeführer nicht im Innendienst der
I._
sondern als
I._
bote
tätig gewesen wäre, resultiere ein anspruchsausschliessender Invaliditätsgrad (Urk. 2).
Der Beschwerdeführer brachte dagegen vor, dass die Beschwerdegegnerin durch
die voreingenommene Verfahrensführung den verfassungsmässigen Anspruch auf
ein faires und gerechtes Verfahren verletzt habe. Mutmasslich sei auch darauf die ungenügende Abklärung des Sachverhalts zurückzuführen. Weder die Ver
dachts
diagnose einer paranoiden Psychose noch der somatische Gesundheits
zu
stand sei genügend abgeklärt worden. Auf ein somatisches Gutachten sei – nach
dem ein solches vorhergehend angedacht gewesen sei - aus nicht nachvoll
zieh
baren Gründen verzichtet worden, womit eine grobe Verletzung der Abklärungs
pflicht vorliege und die Sache zurückzuweisen sei. Das psychiatrische Gutachten sei darüber hinaus nicht beweiskräftig. Es wäre dem Beschwerdeführer klar mitzu
teilen gewesen, dass Dr.
B._
am Gutachten mitarbeite und es wäre ihm ein Dolmetscher zu stellen gewesen, worum er telefonisch ersucht habe. Im Gutachten gemachte Ungenauigkeiten deuteten auf eine unsorgfältige, fehlerbehaftete Arbeitsweise hin. Die gemachten psychometrischen Tests müssten ediert werden. Die behandelnde Rheumatologin habe darüber hinaus schriftlich bestätigt, dass die im Gutachten festgehaltenen Angaben eines mit ihr durchgeführten Telefon
gesprächs nicht den von ihr gemachten Angaben entspreche. Eine Auseinan
der
setzung mit den Berichten des behandelnden Psychiaters sowie der von ihm seit
Behandlungsbeginn im April 2015 diagnostizierten chronifizierten mittelgradi
gen
depressiven Episode sei auch unterblieben, was einen Mangel darstelle. Aus dem Gutachten und der darin gemachten Würdigungen gehe klar hervor, dass die Gutachter voreingenommen gewesen seien. Der Vorwurf der Aggravation werde nicht begründet dargelegt. Selbst wenn auf das Gutachten abzustellen wäre, sei der Einkommensvergleich neu vorzunehmen unter Berücksichtigung sämtlicher
somatischer Einschränkungen sowie eines entsprechenden Leidensabzugs (Urk. 1).
2.
2.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des
Bundesgesetz
es
über den Allge
meinen Teil des Sozialversicherungsrechts Bundesgesetz über den Allgemeinen Teil
des Sozialversicherungsrechts, ATSG
). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Be
ein
trächtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verur
sachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vor
liegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der ge
sund
heitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
2.2
Die Annahme eines psychischen Gesundheitsschadens im Sinne von Art. 4 Abs. 1
des
Bundesgesetz
es
über die Invalidenversicherung (IVG)
sowie Art. 3 Abs. 1 und Art. 6 ATSG setzt eine psychiatrische, lege artis auf die Vorgaben eines aner
kannten Klassifikationssystems abgestützte Diagnose voraus (vgl. BGE 145 V 215 E. 5.1, 143 V 409 E. 4.5.2, 141 V 281 E. 2.1, 130 V 396 E. 5.3 und E. 6). Eine fachärztlich einwandfrei festgestellte psychische Krankheit ist jedoch nicht ohne Weiteres gleichbedeutend mit dem Vorliegen einer Invalidität. In jedem Einzelfall
muss eine Beeinträchtigung der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit unabhängig von der
Diagnose und grundsätzlich unbesehen der Ätiologie ausgewiesen und in ihrem Ausmass bestimmt sein. Entscheidend ist die nach einem weitgehend objekti
vierten Massstab zu beurteilende Frage, ob es der versicherten Person zumutbar ist, eine Arbeitsleistung zu erbringen (BGE 145 V 215 E. 5.3.2, 143 V 409 E. 4.2.1, 141 V 281 E. 3.7, 139 V 547 E. 5.2, 127 V 294 E. 4c; vgl. Art. 7 Abs. 2 ATSG).
Mit BGE 143 V 418 entschied das Bundesgericht, dass grundsätzlich sämtliche psychischen Erkrankungen für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit einem struk
tu
rierten Beweisverfahren nach BGE 141 V 281 zu unterziehen sind (E. 6 und 7, Änderung der Rechtsprechung; vgl. BGE 143 V 409 E. 4.5.2 speziell mit Bezug auf leichte bis mittelschwere Depressionen).
Das strukturierte Beweisverfahren definiert systematisierte Indikatoren, die es
–
unter Berücksichtigung leistungshindernder äusserer Belastungsfaktoren einer
seits und von Kompensationspotentialen (Ressourcen) andererseits
–
erlauben, das tatsächlich erreichbare Leistungsvermögen einzuschätzen (BGE 141 V 281 E. 2, E. 3.4-3.6 und 4.1; vgl. statt vieler: Urteil des Bundesgerichts 9C_590/2017 vom 15.
Februar 2018 E. 5.1). Die Anerkennung eines rentenbegründenden Inva
liditätsgrades ist nur zulässig, wenn die funktionellen Auswirkungen der medizi
nisch festgestellten gesundheitlichen Anspruchsgrundlage im Einzelfall anhand der
Standardindikatoren schlüssig und widerspruchsfrei mit (zumindest) über
wiegender Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sind. Fehlt es an diesem Nachweis, hat die materiell beweisbelastete versicherte Person die Folgen der Beweislosig
keit zu tragen (BGE 141 V 281 E. 6; vgl. BGE 144 V 50 E. 4.3).
Diese Rechtsprechung ist auf alle im Zeitpunkt der Praxisänderung noch nicht erledigten Fälle anzuwenden (Urteil des Bundesgerichts 9C_580/2017 vom 16. Januar 2018 E. 3.1 mit Hinweisen).
2.3
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betä
tigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
2.4
Versicherungsträger und das Sozialversicherungsgericht haben den Sachverhalt von Amtes wegen festzustellen und die Beweise frei, das heisst ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Sie haben alle Beweismittel, unabhängig davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuver
lässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruches gestatten. Insbesondere dürfe
n sie bei einander widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzu
geben, warum sie auf die eine und nicht auf die andere medizinische These ab
stellen (BGE 125 V 351 E. 3a).
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist also entscheidend, ob er für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese)
abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und
Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten begründet sind. Ausschlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag
gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a).
3.
3.1
Dr.
med.
E._
, Facharzt für Innere Medizin und Rheumatologie, hielt in seinem Bericht vom
2.
Juni 2015 zuhanden der Krankentaggeldversicherung
fol
gende Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit fest (Urk. 8/114/41):
Knorpelläsion
retropatellär
latera
l ca. 50 % der Knorpeldicke
Status nach Kniekontusion links am 1
1.
Dezember 2012
anterol
-late
rales
Tibiaplateau
durch e
inen Zusammenstoss mit einem PW
vorübergehend Knochenmarks-
Ödembildung
im lateralen
Tibiaplateau
, im Ve
rlaufs-MRI vom 20. Oktober 2014
nicht mehr nachweislich
Aus rheumatologischer Sicht mache es keinen Sinn, den Beschwerdeführer prak
tisch zu zwingen, in der Paketpostzustellung weiterhin tätig zu bleiben, dies führe mit grosser Wahrscheinlichkeit immer w
ieder zu
auch anhaltenden Arbeitsaus
fällen, wobei die emotionelle Stimmungslage wahrscheinlich mitbeteiligt sei. Der MRI-Befund dokumentiere einen Knorpelschaden
retropatellär
, so dass es durch
aus möglich sei, dass bei anhaltender Kniescheibenbelastung unter repeti
tivem Treppengehen mit Gewichtsbelastung vermehrt Schmerzen auftreten könnten,
entsp
rechend habe er die Diagnose als mit
Einwirkung auf die Arbeitsfähigkeit
qualifiziert
, d.h. er
attestiere
in der Tätigkeit in der Paketzustellung eine noch 50%ige Arbeitsfähigkeit bezogen auf ein volles Pensum verteilt auf den ganzen Tag mit Einhalten von Pausen resp
ektive einem Teilpensum vormittags und nach
mittags.
In einer kniegelenksschonenden Tätigkeit wie die frühere Arbeit ohne Treppen
strecken und ohne längere Wegstrecken sei der Beschwerdeführer voll arbeits
fähig. Auch der Beschwerdeführer bestätige ausdrücklich, dass er die frühere Arbeit wieder voll bewältigen könnte.
3.2
Dr.
med.
F._
, Fachärztin
für Physikalische Medizin und Rehabili
tation,
hielt in ihrem von der Beschwerdegegnerin eingeholten Bericht vom 1
7.
Oktober 2015 ein
retropatelläres
Schmerzsyndrom beidseits, eine
Chondro
pathia
patellae links und eine depressive Entwicklung mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit fest (
Urk.
8/18). Lange sitzende Tätigkeiten, aber auch Heben und Tragen schwerer Lasten seien nicht zumutbar. Die bisherige Tätigkeit sei zu 50
%
zumutbar und eine behinderungsangepasste Tätigkeit sei voll zumutbar. Ab wann mit einer Wiederaufnahme zu rechnen sei, werde vom P
sychiater bestimmt.
3.3
Die Ärzte des Spital
G._
hielten im Bericht vom 3
0.
Juli 2017 fest, der Be
schwerdeführer sei am 2
9.
Juli 2017 mit der Ambulanz zugewiesen worden. Er berichte, gegen ein rückwärtsfahrendes Auto gelaufen zu sein und sich dabei das
rechte Knie angeschlagen
zu haben
und danach auf die rechte Seite gestürzt zu sein (vgl. hierzu auch
Urk.
8/85/80). Seitdem bestünden Schmerzen am rechten Knie und diskret an der rechten Schulter. Die Ärzte diagnostizierten eine Knie
kon
tusion rechts lateral (
Urk.
8/85/33). Im
Radiologiebefund
des Spital
G._
vom 2
9.
Juli 2017 bezüglich des rechten Knies wurde eine regelrechte Artikulation ohne Anhalt für eine Fraktur oder Luxation, eine mittelständige Patella sowie eine
Fabella
in loco
typico
und kein Kniegelenkserguss gefunden (
Urk.
8/85/25).
3.4
Im Bericht vom 2
9.
Dezember 2017 führte
Dr.
F._
aus, dass sich die Schmer
zen im Nacken-Schultergürtelbereich vollständig zurückgebildet hätten und die Knieschmerzen noch belastungsabhängig vorhanden seien (
Urk.
8/85/76).
Der Beschwerdeführer hätte am 1. Oktober 2017 die Arbeit zu 100 % wieder aufneh
men können, eine Behandlung finde keine statt.
Der Beschwerdeführer teilte der Suva am
8.
Januar 2018 mit, dass er wieder arbeitsfähig und seitens des Unfalls nicht mehr in Behandlung stehe (
Urk.
8/86).
3.5
Die Beschwerdegegnerin stellte in der angefochtenen Verfügung vom
8. Juni 2020 (Urk.
2)
hinsichtlich des psychiatrischen Gesundheitszustandes
im Wesent
lichen auf das psychiatrische Gutachten
von med.
pract
.
A._
und Dr.
B._
vom 6. Juni 2019 sowie die Stellungnahmen zu Rückfragen vom 23. Juli 2019
und vom 11. März 2020 (Urk. 8/133 und Urk. 8/165) ab. Im Gutachten werden di
e bis zur Begutachtung
des Beschwerdeführers
aktenkundigen medizinischen Be
richte zusammengefasst (Urk.
8/131/8 ff
.), weshalb sie an dieser Stelle nicht noch einmal wiedergegeben werden. Soweit erforderlich, wird in den nachfolgenden Erwägungen aber darauf Bezug genommen.
Die Gutachter diagnostizierten eine Persönlichkeitsakzentuierung mit
histrion
-paranoiden Zügen (ICD-10 Z73 V) mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit. Aktenanamnestisch hielten sie (1) einen Status nach rezidivierender depressiver Störung (ICD-10 F33), (2) eine
Chondropathia
patellae und (3) eine Anpassungs
störung (ICD-10 F43.2) fest.
Die Gutachter führten aus, dass d
er 47-jährige
Beschwerdeführer, gebürtig aus Serbien, seit seinem 21.
L
ebensjahr in der Schweiz lebe und eingebürgert sei (Urk. 8/131/34 ff.). Aus erster Ehe habe
der fremdanamnestisch infertile
Be
schwer
deführer
zwei durch Fremdsamenspende gezeugte Kinder. Die erste Ehe sei 2015 geschieden worden, worauf
er
mit
einer Anpassungsstörung (ICD-10
F43.2) bis zu depressiven Episoden
reagiert habe. Einschränkend mü
ss
e
hierbei erwähnt werden
,
dass die Trennung bereit
s
2
013 vollzogen wo
rde
n sei
und
er dennoch zwei
weitere Jahre arbeitstätig
gewesen sei. Während der Scheidung sei
es an
scheinend zu einem Konflikt gekommen, im Rahmen dessen
er
wegen Abhör
ens von Gesprächen verurteilt wo
rde
n sei
. Den Grund hierfür
habe er
nicht
benannt
. Sonst
ige Einträge im Strafregister fä
nden sich keine.
Der Beschwerdeführer lebe
seit 2015 in zweiter Ehe und habe einen weiteren Sohn seit 2017.
Verschiedene biographische Lücken nach dem 2
1.
Lebensjahr, insbe
sondere was die Beschäftigungsanamn
ese angehe
,
hätten
sich anhand der vorlie
genden Angaben nicht überprüfen
lassen
. Soweit
eruierbar
sei
er bis Mai 2006 im
H._
als Gepäckträger angestellt
gewesen
. Seit 2011 h
ab
e er eine Anstellung bei der
I._
gehabt
. Zwischen dem subjektiven Ausprägungsgrad seiner Ver
folgungsideen und dem
von ihm
erzielten
sozialen Funktionsniveau bestehe
eine Inko
ngruenz. Die Impulskontrolle sei
zu beiden Kontaktzeitpunkten mit der Gut
achtenstelle ausreichend
gewesen
. Die Exekutivfunktionen
hätten
der Terminab
wicklung ohne Einschränkungen
genügt
. Das Beschwerdebild
habe
den Eindruck eines dauerhaft erregten, nicht jedoch im Sinne einer Hypomanie gehobenen, sondern gereizten Gemütszustands mit Aggravation einer nicht eindeutig zu klä
ren
den Grunderkrankung
erweckt
. Zu diesem Schluss k
ämen
die Untersuchenden, weil die theatralisch wirkend vorgetragenen Beschwerden keine nachweisbare Entsprechung in di
ssozialen Handlungen gefunden hätten
. Auffällig und diskre
pant
sei
in diesem Zusammenhang, dass die von der Leiterin der Gutachtenstelle telefonisch befragte Rheumatologin des
Beschwerdeführers
diesen als freundlich und höflich im Umgang bezeichnete, wie auch, dass die Angabe der seinerzeit Vorgesetzten des
Beschwerdeführers
diesen an seinem Arbeitsplatz im Innen
dienst der
I._
als umgänglich, strukturiert und zuverlä
ssig erlebt habe.
Das Stimmungsbild und die Antriebslage
hätten
zu den Untersuchungs
zeit
punk
ten keinen Anhalt auf die vorbeschriebene depressive Störung
ergeben. Weder wirke
der
Beschwerdeführer
niedergeschlagen noch
sei
er antriebsgehemmt oder antriebsgemindert. Eine erhöhte Müdigkeit oder Erschöpfung
zeige
sich an beiden Terminen nicht. Die leichte Verschiebung der nächtlichen Schlafzeit
en und das späte Aufstehen könn
e, falls tatsächlich vorhanden, als angenommene Lebensge
wohnheit zu werten sein.
Die Gutachter hielten fest (Urk. 8/131/43), dass im Gutachtenauftrag vom 4. August
2018 kein Fragenkatalog gestellt
worden sei
, sondern dargelegt
worden sei,
dass eine ausgeprägte Verhalt
ensauffälligkeit wohl vorliege und die empfoh
lene stationäre/teilstationäre Behandlung, wie vom behandelnden Psychiater empfohlen, nicht habe organisiert werden können, weil die zuständige Klinik die Aufnahme des
Beschwerdeführers
mangels Therapieaussichten abgelehnt habe (
7. Juli 2016).
Im Hinblick auf die vom
Beschwerdeführer
übe
r einige Jahre hinweg erbrachte
Arbeitsleistung sei nicht plausibel nachvollziehbar, weshalb es kürzlich zu einer solch schweren Einschränkung der Arbeitsfähigkeit und, laut Brief des beh
andelnden Psychiaters vom 19. Dezember
2017, zu einer Therapie
unfähigkeit gekommen sein sollte. Deshalb sei die
bidisziplinäre
Begutachtung in den Fachbereichen Rheumatologie und Psychiatrie empfohlen worden. Das An
for
derungsprofil der bisherigen Tätigkeit laute volle Erwerbstätigkeit als Mitar
bei
ter
Zustellung mit d
em Belastungsprofil
Pakete ein- und ausladen, einer eher schweren Tätigkeit. Der Gutachten
sauftrag we
rd
e dahingehend aufgefasst
zu prüfen, ob eine leistungseinschränkende psychische Störung vorlieg
e, und ob es Hinweise darauf gebe
, weshalb sich die Leistungseinschränkung und Behandel
barkeit gegen Ende 2017 verschlechtert haben sollten.
Die diagnostischen Kriterien für eine leistungseinschränkende psychische Störung
seien
zu den U
ntersuchungszeitpunkten am 21. November
2018 und am
5. März
2019 als nicht gegeben angesehen
worden.
Bei vorbeschriebener depressiver Stö
rung
habe
sich für eine leistungsaufhebende Ausprägung kein Anhalt
gefunden
. Die Behandlung mit Antidepressiva
sei
ausgesetzt
gewesen
. Bei vorb
eschriebener dissozialer Persönl
ichkeitsstörung
hätten
sich Hinweise auf akzentuierte Persön
lichkeitszüge aus dem
histrion
-paranoiden Bereich
gezeigt
. Für eine leistungs
aufhebe
nde Persönlichkeitsstörung fehl
e der Anhalt.
Gegen eine solche Diagnose spreche
, dass der
Beschwerdeführer
nach einer ersten Ehe von 23 Jahren
Dauer mit zwei Kindern, nun in zweiter
Ehe im
vierten Ehejahr verheiratet sei
und ein weiteres Kind geboren worden sei
(wobei hier nicht klar sei,
wie dies bei akten
kundiger Sterilität möglich
gewesen sei
). Unter Würdigung der bes
chriebenen Schwierigkeiten mache
die jahrelange Tätigkeit am selben Arbeitsplatz die Dia
gnose einer dissozialen Persönlichkeitsstörung noch weniger wahrscheinlich. Dass
die Schweiz
er Staatsbürgerschaft erteilt wo
rde
n
und dass im Auszug aus dem Schweizerischen Strafregister nach 21 Jahren Aufenthaltsdauer lediglich ein Ein
trag für
einen nicht-gewalttätige
n Rechtsverstoss verzeichnet sei, spreche
gegen
das Vorliegen einer dissozialen Persönlichkeitsstörung. Der Beschwerdeführer habe
seine Lebenslage zu beiden Untersuchungsterminen in aggravierender Form
be
schrieben
. Hinsichtlich der laborchemischen und radiologischen Basisdiagnostik, dem ein erneuter laborchemischer Ausschluss einer Hyperthyreose und relevanten Infektionen, sowie radiologisch der Ausschluss einer intrakraniellen Läsion vor
auszugehen hätten,
habe
der
Beschwerdeführer
die Mitwirkung ab
gelehnt
. Das psychosoziale Funktionsniveau
sei
zu beiden Untersuchungsterminen ähnlich
ge
wesen
. Die Untersuchenden k
ämen
zu dem Schluss, dass im Begutachtungs
zeit
raum wegen fehlender Stress-Bewältigungsmechanismen, welche durch eine Per
sönlichkeitsakzentuierung mit
hi
strion
-paranoiden Zügen (ICD-10
Z73) bedingt sei
,
seine
Arbeitsfähigkeit zu 20
%
eingeschränkt
sei. Demzufolge bestehe eine
Arbeitsfähigkeit zu 80
%
. Als
medizinalfremde
Faktoren
hätten
bei mangelhafter Kooperation, finanzielle
n
Probleme
n
, das Alter, die fehlende berufliche Ausbil
dung, sowie ein Konflikt mit der Ex-Frau und anscheinend auch dem gemein
samen Sohn herausgearbeitet werden
können
. Bezüglich etwaiger
somatisch-
be
dingter Einschränku
ngen der Arbeitsfähigkeit verwie
sen
die Gutachter
auf
die
fachspezifischen Kollegen.
3.6
Auf Rückfrage der Beschwerdegegnerin führte med.
pract
.
A._
mit Schreiben vom 23. Juli 2019 aus (Urk. 6/133), dass die angegebene Arbeitsfähigkeit von 80 % dem derzeitigen Stand entspreche. Eine Psycho- oder Milieutherapie wäre geeignet, eine vollständige und nachhaltige Arbeitsfähigkeit auch in Belastungs
situationen herbeizuführen. Dabei gehe es um die Bearbeitung der durch eine jahrelange Fehlanpassung bei Persönlichkeitsakzentuierung mit
histrion
-para
noiden Zügen entwickelten mangelhaften Bewältigungsstrategien. Im Falle des Beschwerdeführers gingen sie als Untersucher von einer situativ leicht- bis mittel
schweren Einschränkung aus, was eine Arbeitsunfähigkeit zu 20 % bedinge, vor
übergehend könne diese bei weiteren Belastungsaspekten ansteigen im Sinne einer Anpassungsstörung wie in der Vergangenheit beschrieben. Um den Be
schwer
deführer bei neu auftretenden Belastungen zu stärken wäre eine Therapie hilfreich. Hierfür wäre ein Zeitraum von zwei Jahren zu empfehlen.
3.7
Dr.
C._
nahm am 4. Dezember 2019 zu Händen des Rechtsvertreters des Versi
cher
ten Stellung zum psychiatrischen Gutachten. Darin führte er aus (Urk. 6/160), dass im Gutachten
als einzige Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit die Diagnose einer Persönlichkeitsakzentuierung mit
histrion
-paranoiden Zügen (ICD-10 Z73 V) gestellt
worden sei
. Die Diagnose einer dissozialen Persönlich
keitsstörung
habe
nicht gestellt werden
können,
weil gemäss Gutachte
r
n die dia
gnostisc
hen Kriterien nicht erfüllt seien. Es sei
auch die Rede von Aggravation einer nicht eindeutig zu
klärenden Grunderkrankung. Es we
rd
e
eine intensive psychotherapeutische und mil
i
eutherapeutische Behandlung emp
fohlen für die, gemäss Gutachten
,
der Beschwerdeführer
zum Zeitpunkt der Begutachtung kei
ne Mitwirkungsbereitschaft zeige. Es we
rd
e
auch angegeben, dass
er
trotz der wiederholten klaren Empfehlungen eine störungsspezifische Behandlung bishe
r nicht in Anspruch genommen habe.
Bei der
Diagnosengruppe
Z00-Z99 handle
es sich um Faktoren, die den Gesund
heitszustand beeinfluss
t
en und zur Inanspruchnahme von Gesundheitsdiensten führ
ten. Es seien
Diagnosen
,
die eine Abweichung von der Norm und eine medi
zinische Aussage darstell
t
en, aber für Kostenträger, Behörden usw. nur ein
en geringen Krankheitswert hätten
. Gutachter, die eine solche Diagnose stell
t
en, müss
t
en sich fragen
,
ob die bei der explorierten Person oder in deren Umfeld entstandene
n Probleme Krankheitswert hätten
oder nicht. Das auffällige Verhal
ten
des Beschwerdeführers sei
in den Akten gut dokumentiert,
es sei
für sein soziales Umfeld immer wieder eine erhebliche Belastung m
it auf jeden Fall hohem
Krankheitswert
gewesen und sei dies auch aktuell noch. Dass der Beschwerde
führer selbst
unter seinem
gesundheitlichen Zustand leide, stehe
ausser Zweifel. Auch wenn die Darbietung der Beschwerden
den Gutachtern
etwas theatralisch ersch
eine
und zum Teil den Eindr
uck einer Aggravation verursache, passe
das eigentlich zu einer Person
,
die unter and
erem auch histrionische Züge habe. Zu
sammenfassend
entstehe
der Eindruck, da
ss im Gutachten der Zustand des Be
schwerdeführers
und die Auswirkungen seines auffälligen Verhaltens auf sein soziales Umfeld bagatellisiert und
beschönigt wo
rden
seien,
was sich schluss
endlich auch auf die Diagnosestellung und Beurteilung der
Arbeitsfähigkeit aus
gewirkt habe
. Es
sei
eine Diagnose mit geringem Krankheitswert gestellt
worden,
die die Schwere der psychischen Störung
nicht korrekt widerspiegle
.
Im Gutachten
werde
eine intensive psychotherapeutische und mil
i
eutherapeu
tische Behandlung empfohlen. Wenn
der Beschwerdeführer
, gemäss dem Gut
achten der
D._
Zürich, eine Diagnose
mit geringem Krankheitswert habe, warum brauche
er eine so intensive Behandlung? Die von den Gutachtern empfohlene Behandlung
sei
geeignet für die Behandlung von spezifischen Persönlichkeits
störungen (F60 Diagnosen). Eine solche Diagnose
hätten
die Gutachter nicht stellen
wollen, empfä
hlen aber eine für solche Diagnos
en geeignete Behandlung. Dies sei
ein im Gutachten nicht übersehbarer Widerspruch. Die von den Gut
achte
rn
gestellte Diagnose und die empfohlene Therapie
seien
nicht im Eink
lang. Seitens der Gutachter werde
festgestellt, dass
der Beschwerdeführer
trotz wieder
holten Empfehlungen eine störungsspezifische Behandlun
g nicht in Anspruch genommen habe
, bei den in den Akten erwähnten Versuchen eine tagesklinische oder stationäre Behandlung
anzufangen wer
d
e
ihm nur eine vordergründige Therap
iebereitschaft attestiert. Es we
rd
e
aber nicht ausführlich diskutiert, warum die zuständigen Institution
en eine Aufnahme abgelehnt hätten
. In den Berichten der
D._
Zürich, der Tagesklinik
J._
und der
K._
Winterthur sei
nicht die Rede von einer vordergründigen Therapiebereitschaft
,
sondern von der Gefahr einer Überforderung durch die Therapie und
von
Therapieun
fähigkeit. Seitens
des Beschwerdeführers sei
die Motivation für eine Behandlung vorhanden
gewesen
, die zuständigen Institutionen
hätten
ihn aber nicht aufneh
men
wollen. Aufgrund dieser Sachlage sei
es falsch
,
ihm
keine Mitwirkungs
be
reitschaft zu unterstellen.
Damit seien
die aus psychiatrischer Sicht wichtigsten Mängel/Widersprüche
des Gutachtens diskutiert worden. Es sei
schon aufgrund der geschilderten Mängel/Widersprüche nicht verwertbar. Weitere Mängel und Widersprüche im Gutachten ausführlich zu diskutieren
,
würde den für diesen Be
richt vorgegebenen Rahmen sprengen. Die Begutachtung müsse wiederholt werden.
3.8
Im Rahmen des
Vorbescheidverfahrens
stellte die Beschwerdegegnerin med.
pract
.
A._
erneut Rückfragen. Darin konstatierte sie (Urk. 6/165), dass sie die Be
schwer
degegnerin informiert hätten über den Grund der diskrepanten Angaben
der telefonischen Auskunft sowie des Berichtes vom 19. März 2019 von Dr.
F._
. Aus dem Bericht von
Dr.
C
._
ergäben sich keine neuen medizinischen Fakten oder Tatsachen. Es werde abgestellt
auf einen sogenannten Widerspruch zwischen einer Diagnose mit geringem Krankheitswert und den Therapie-Empfehlungen, die vor allem zur Behandlung von Persönli
chkeitsstörungen geeignet seien.
Es handle
sich
dabei nicht um
einen Widerspru
ch. Wie dem Gutachten
zu
entnehmen
sei, gehe
es darum
,
eine 100%
ige Arbeits
fähigkeit herzustellen und langfristig die psychische Stabilität auch bei Belastungssituationen sicherstellen zu können.
Darüber hinaus habe der Beschwerdeführer einen Dolmetscher abgelehnt und seine Sprachkenntnisse seien mehr als ausreichend gewesen für die gutachterliche Untersuchung.
Zwar gebe
der Rechtsvertreter an
,
es seien
«
za
hlreiche Ungenauigkeiten»,
tat
sächlich erwähn
e
er jedoch lediglich
,
das
s
Telefongespräche nicht erwähnt w
orden seien
und die Daten der Untersuchung auf
Seite 43 falsch widergegeben wor
de
n sei. Das seien zwei
Ungenauigkeiten: Die Vermutung, man habe ihn mit anderen
Beschwerdeführern verwechselt, sei
eindeutig falsch. Die Daten
des Beschwerdeführers befänden
sich in einem eigenen ele
ktronischen Ordner und hier seien
auch nur seine Informationen/Daten auf
findbar. Die Ungenauigkeit lasse
sich ganz einfach erklären: Durch den
Beschwerdeführer seien
im Vorfeld mehrere Termine abgesagt worden, stattdessen ha
be
er mehrmals telefoniert. Diese Daten führten grösstenteils zu den aufgeführten Ungena
uigkeiten. Diese Telefonate seien
schriftlich in der Akte notiert worden. Die sogenannten „zahl
reichen Ungenauigkeiten auf den Se
iten 15, 17, 20, 21, 26 etc." würden
vom
Rechtsver
treter nicht konkretisiert (da ihres Erachtens
auch nicht vorhan
den) und hätten, wie er schreibe,
keinen Einfluss auf die Beurteilung.
Darüber hinaus hätten sie lediglich aktenanamnestisch nachvollziehbare Diagno
sen (also inklusive passendem und objektivierbarem psychopathologischem Be
fund) gelistet.
Med.
pract
.
A._
nahm darüber hinaus ausführlich Stellung zu den Vorbringen des Beschwerdeführers, dass gewisse Punkte im Gutachten nicht dem medizini
schen Sachverhalt entsprechen würden. Sie führte des Weiteren aus, dass - sofern Bedarf bestehe, die Aggravation besser zu verifizieren - eine neuropsychologische Testung zur Performanz- und Beschwerdevalidierung notwendig wäre.
4.
4.1
In Bezug auf den somatischen Gesundheitszustand ist festzuhalten, dass Dr.
E._
eine volle Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit attestierte (vgl. E. 3.1), was schlüssig und nachvollziehbar ist. Dr.
F._
attestierte danach höhere Arbeitsunfähigkeiten, verwies dabei allerdings auf die Einschätzung der behandelnden Psychiater, womit gestützt auf ihre Berichte eine höhergradige Ein
schränkung aus somatischer Sicht nicht überwiegend wahrscheinlich ist (vgl. E.
3.2).
Der Zusammenstoss mit einem PW am 29. Juli 2017 führte nachvollziehbar zu einer kurzzeitigen Arbeitsunfähigkeit, allerdings hätte der Beschwerdeführer die Arbeit
gestützt auf den Bericht von Dr.
F._
vom 29. Dezember 2017 (Urk. 8/85/76 f.) am 1. Oktober 2017 wieder zu 100 % aufnehmen können und die Behandlung wurde abgeschlossen (vgl. E. 3.1-3.4), womit keine invalidenver
sicherungsrechtlich relevante dauerhafte Verschlechterung vorlag.
Weitere Arztberichte, welche eine höhergradige somatische Einschränkung über
wiegend wahrscheinlich erscheinen lassen würden, liegen keine vor. Damit er
weist
sich der somatische Gesundheitszustand - entgegen den Vorbringen des
Be
schwerdeführers - als hinreichend abgeklärt.
Pract
. med.
L._
, Fach
arzt für Arbeitsmedizin des Regionalen Ärztlichen Dienstes
, notierte in seiner Stel
lungnahme vom 18. Januar 2020 entsprechend, dass der Beschwerdeführer in der Tätigkeit als Paketbote/in der Paketzustellung zu 50 % arbeitsfähig sei, in der Tätigkeit im Innendienst in der
I._
als auch in einer angepassten kniescho
nen
den Tätigkeit bestehe eine volle Arbeitsfähigkeit (Urk. 8/175/5; vgl. auch Urk. 8/134/11 ff.).
Von weiteren Abklärungen
in Bezug auf den somatischen Gesundheitszustand
sind keine zusätzlichen Erkenntnisse zu erwarten, weshalb darauf in antizipierter Beweiswürdigung (vgl. BGE 122 V 157 E. 1d mit Hinweisen) verzichtet
we
rd
en kann
.
4.2
Strittig ist, ob das psychiatrische Gutachten von med.
pract
.
A._
und Dr.
B._
den formellen Anforderungen an ein Gutachten genügt.
4.2.1
Der Beschwerdeführer brachte insbesondere vor, dass fraglich sei, ob med.
pract
.
A._
den sich wiederholt abschätzig über Frauen äussernden Beschwerdeführer mit der notwendigen Objektivität gutachterlich habe beurteilen können (Urk. 1 S. 17). Diesbezüglich ist klarzustellen, dass aus dem Gutachten keinerlei Hinweise hervorgehen, dass die Gutachterin in irgendeiner Form voreingenommen gewe
sen wäre oder den Beschwerdeführer unangemessen behandelt oder beurteilt hätte. Darüber hinaus steht es Gutachtern frei, sich für Grund- und Menschen
rechte einzusetzen.
4.2.2
Die Begutachtung erfolgte durch Dr.
B._
und med.
pract
.
A._
, wobei Dr.
B._
das Erstgespräch alleine führte. Mit Schreiben vom 5. Oktober 2018 (Urk. 8/121) wurde der Beschwerdeführer zur Begutachtung auf den 15. Novem
ber 2018 aufgeboten und gleichzeitig darüber informiert, dass auch Dr.
B._
am Gutachten mitwirken werde. Das Vorbringen des Beschwerdeführers, dass er
nicht vorab über das Mitwirken von Dr.
B._
informiert worden sei (Urk. 1 S.
1
8), schlägt entsprechend fehl. Darüber hinaus werden keine Einwände gegen das Mitwirken von Dr.
B._
vorgebracht.
4.2.3
Mit Schreiben vom 5. Oktober 2018 wurde dem Beschwerdeführer mitgeteilt, dass er bei Bedarf eines Dolmetschers dies
frühest
möglich mitteilen solle (Urk. 8/121). Der Beschwerdeführer machte geltend, dass er dies telefonisch getan habe, ihm ein Dolmetscher allerdings verweigert worden sei (Urk. 1 S. 18). Ob dies den Tat
sachen entspricht, kann nicht mehr zweifelsfrei nachvollzogen werden, ist aber vorliegend auch nicht von Belang: Der Sachbearbeiter der Suva notierte nach einem Telefongespräch, dass er sich sehr gut mit dem Beschwerdeführer habe ver
ständigen können (Urk. 8/85/35). Anlässlich eines Telefongesprächs mit der Beschwerdegegnerin zeigte sich der Kunde sehr laut, unhöflich, ausfallend und äusserte sich beleidigend über weitere Personen, was auf ausreichende Deutsch
kenntnisse schliessen lässt (Urk. 8/87). Dr.
E._
untersuchte den Beschwerde
führer eingehend ohne Dolmetscher, was aufgrund der erhobenen detaillierten Befunde und den weiteren Ausführungen auf gute Deutschkenntnisse schliessen lässt (Urk. 8/114/39 ff.). Entsprechend bestätigten auch die Gutachter, dass der
Beschwerdeführer grammatikalisch korrekt Deutsch gesprochen habe mit leich
tem Akzent (Urk. 8/131/19; Urk. 8/131/28). Damit ist überwiegend wahrscheinlich erstellt, dass die Deutschkenntnisse des Beschwerdeführers klar ausreichend sind für die Begutachtung.
4.3
Das Gutachten wurde seitens des Beschwerdeführers auch inhaltlich kritisiert:
4.3.1
Bezüglich der geltend gemachten Ungenauigkeiten, Fehlern und Unterstellung hielt schon der Beschwerdeführer selbst fest, dass diese überwiegend wahrschein
lich keinerlei Einfluss auf die Beurteilung durch die Gutachter gehabt hätten (Urk. 1 S. 20) - weitere Ausführungen hierzu erübrigen sich entsprechend.
4.3.2
Der Beschwerdeführer verlangt, dass die durchgeführten psychometrischen Tests vollumfänglich zu edieren seien. Es sei unklar, wie genau die Gutachter die Be
richtigungen in den Global Assessment
of
Functioning
(GAF) und Hamilton-Skala
(HAMD) vorgenommen hätten und weshalb sie nicht das Beck-Depression-Inven
tar (BDI) herangezogen hätten (Urk. 1 S. 21 f.).
Dem ist entgegenzuhalten, dass b
ezüglich der Wahl der Untersuchungsmethoden
den Gutachtern als Experten
ein weiter Ermessensspielraum zu
steht
, und es ist
nicht zwingend notwendig, dass fremdanamnestische Angaben eingeholt oder Zu
satzuntersuchungen angeordnet werden (Urteile des Bundesgerichts 8C_660/2013
vom 15. Mai
2014 E. 4.2.3, 8C_602/2013 vom 9. April
2014 E. 3.2 und 9C_275/
2014 vom 21. August 2014 E. 3).
Darüber hinaus bleibt aus den Ausführungen des Beschwerdeführers unklar, inwieweit das BDI besser geeignet gewesen wäre.
Die Akteneinsicht erstreckt sich
auf diejenigen Daten, welche notwendig sind, um einen sozialversicherungsrechtlichen Anspruch zu wahren, um eine sozialver
si
cherungsrechtliche Verpflichtung zu erfüllen oder um ein Rechtsmittel zu erhe
ben
(vgl. Kieser, ATSG-Kommentar, 4. Aufl., Zürich/St. Gallen 2020, Art. 47 N 33). Entsprechend besteht kein Anspruch auf Einsicht in die Unterlagen und Auf
zeichnungen, welche zur internen Meinungsbildung der Gutachter dienten (vgl. Urteile des Bundesgerichts 9C_162/2018 vom 14. Mai 2018 E. 4.2.2 und 8C_37/2014 vom 22. Mai 2014 E. 2.1 mit Hinweisen, in Plädoyer 2014 Nr. 5 S. 67). Der Beschwerdeführer hatte volle Einsicht in das erstellte Gutachten und konnte seine Rechte aufgrund der vorliegenden Unterlagen vollumfänglich wahrnehmen.
4.3.3
Der Beschwerdeführer bemängelte, e
s sei nicht nachvollziehbar, wie die Gutachter alleine gestützt auf ihre subjektive Empfindung während der Exploration sowie auf angebliches fehlendes dissoziales Verhalten eine Gesundh
eitsschädigung ver
neinen würden (Urk. 1 S. 25 f.). Dr.
F._
bestätige das auffällige Verhalten des Beschwerdeführers und die Angaben diesbezüglich im Gutachten habe sie in ihrem Bericht vom 29. März 2019 als unzutreffend dargelegt (Urk. 1 S. 22).
Der Beschwerdeführer verweist des Weiteren darauf, dass auch der ehemalige direkte Vorgesetzte bei der
I._
bestätigt habe, dass der Beschwerdeführer sich am Arbeitsplatz sehr negativ und auffällig verhalten habe (
Urk.
1 S. 23). Darüber hinaus bestünden zahlreiche weitere Hinweise auf nachweisbare dissoziale Hand
lungen (Protokolle der Eingliederungsberatung, Gewaltschutzmassnahmen im Rah
men der
Scheidung, zahlreiche Stellenwechsel, Strafverfahren wegen Verkehrs
regelverletzung, angedeutete Gewalttätigkeit seiner aktuellen Ehefrau gegenüber etc.,
Urk.
1 S. 26).
Die Gutachter notierten, dass die behandelnde Rheumatologin Dr. med.
F._
, Fachärztin für Rheumatologie, auf telefonische Anfrage hin erklärt habe, dass er ein freundlicher, höflicher Herr sei, der ihr und auch ihren Mitarbeitern gegenüber nie ausfällig geworden sei. Auch sei er am Telefon durchgehend höf
lich. Sexuell konnotierte Aussagen sowie dysphorische Äusserungen und Verhal
tensweisen habe er nie an den Tag gelegt. Bedrohlich sei er nie aufgetreten. Er verhalte sich immer ruhig und angepasst (Urk. 8/131/22). Im Rahmen des
Vor
bescheidverfahrens
reichte der Beschwerdeführer ein Schreiben von Dr.
F._
vom 6. November 2019 ein (Urk. 8/148), in welchem sie ausführte, dass die im Gutachten wiedergegebenen Aussagen unzutreffend seien und nicht den von ihr
gemachten Angaben entspreche. Sie verweise auf ihr Zeugnis vom 29. März 2019
. Im Bericht vom 29. März 2019 notierte sie, dass das psychische Verhalten immer auffälliger geworden sei im letzten Jahr, insbesondere gegenüber Praxis
angestellten und Patienten. Im Wartezimmer sei er immer wieder wegen seinem nervösen Verhalten mit Reklamationen, zum Teil auch verbalen aggressiven Attacken aufgefallen. Sein
Verhaltensm
muster
gegenüber Mitmenschen sei sehr auf
drin
glich, zum Teil aggressiv, egoistisch, gelegentlich auch rücksichtslos (Urk. 8/14
7). Auf Rückfrage der Beschwerdegegnerin notierte med.
pract
.
A._
hierzu, dass sie aufgrund des Zeitdrucks die Telefonnotiz Dr.
F._
nicht vorge
legt hätten. Sie wüssten mittlerweile den Grund für die Änderungen der Aussagen
von Dr.
F._
. Sie hätten die Beschwerdegegnerin darüber informiert (Urk. 8/165). Die Angaben von Dr.
F._
bleiben damit unklar bzw. es kann n
icht nachvollzogen werde, ob im Gutachten ungenaue Angaben gemacht wurden oder was genau der Grund für allfällige Änderungen ihrer Aussagen waren. Die Gut
achter begründen ihre Angaben aber - wie folgend dargelegt wird - auch ohne
Berücksichtigung der telefonischen Auskunft von Dr.
F._
hinreichend schlüssig
und nachvollziehbar:
Der Beschwerdeführer hat sich - den Ausführungen der Gutachter folgend – an
lässlich beider Untersuchungstermine unangemessen verhalten. Allerdings habe er - nach erfolgter Aufforderung hierzu - gegenüber dem Untersuchenden eine
nahezu gesellschaftsübliche Distanz wahren, bzw. sich besser kontrollieren können
(Urk. 8/131/28). Entsprechend konstatierten die Gutachter, dass zwischen dem sub
jektiven Ausprägungsgrad der Verfolgungsideen und dem
sozialen Funk
tions
niveau eine Inkongruenz
bestehe. Die Impulskontrolle sei zu beiden Kon
takt
zeit
-
punkten mit der Gutachtenstelle ausreichend gewesen. Die Exekutiv
funktionen hätten der Terminabwicklung ohne Einschränkungen genügt. Das Be
schwerdebild habe den Eindruck eines dauerhaft erregten, nicht jedoch im Sinne einer Hypo
manie gehobenen, sondern gereizten Gemütszustands mit Aggravation einer nicht
eindeutig zu klärenden Grunderkrankung erweckt. Zu diesem Schluss
kämen die Untersuchenden, weil die theatralisch wirkend vorgetragenen Beschwer
den keine nachweisbare Entsprechung in dissozialen Handlungen gefunden hätten (Urk. 8/131
/35). Es fänden sich Hinweise auf akzentuierte Persönlichkeitszüge aus dem
histrion
-paranoiden Bereich. Für eine leistungsaufhebende Persönlichkeits
stö
rung fehle der Anhalt. Gegen eine solche Diagnose spreche, dass der Beschwer
deführer nach einer ersten Ehe von 23 Jahren Dauer mit zwei Kindern, nun in zweiter Ehe im vierten Jahr verheiratet sei und ein weiteres Kind geboren worden sei. Unter Würdigung der beschriebenen Schwierigkeiten mache die jahrelange Tätigkeit am selben Arbeitsplatz die Diagnose einer dissozialen Persönlichkeits
störung noch weniger wahrscheinlich (Urk. 8/131/43). Med.
pract
.
A._
konsta
tierte diesbezüglich auch nachvollziehbar, dass nicht jeder Ehemann, der seine Ehefrau schlägt, immer eine dissoziale Persönlichkeitsstörung aufweise. Krimi
nelle Handlungen seien nicht per se gleich krankhaft (Urk. 8/165/3).
Dem ist nichts hinzuzufügen.
4.3.4
Der Beschwerdeführer kritisierte, dass im Gutachten davon ausgegangen werde, dass der Beschwerdeführer eine nicht eindeutig zu klärende Grunderkrankung
aggraviere, womit sie selber Zweifel an ihrer Einschätzung einräumten (Urk. 1 S.
26
; Urk. 1 S. 31).
Richtigerweise legten die Gutachter ihre Überlegungen dar, welche zu ihrer Einschätzung der Arbeitsfähigkeit führten und der Stellung der Diagnosen zu Grunde lagen. Sie sahen sich - entgegen den Ausführungen des Beschwerde
führers - durchaus in der Lage, eine Aussage hierzu zu treffen, ohne weiter
ge
hende Prüfung der Aggravation, ansonsten hätten sie eine neuropsychologische Testung in Auftrag gegeben. Entsprechend notierte med.
pract
.
A._
, dass, wenn Bedarf bestünde, die Aggravation besser zu verifizieren, eine neuropsycho
lo
gische Testung notwendig wäre (Urk. 8/165), hielt allerdings an ihren Ausfüh
rungen bzw. ihrer Einschätzung im Rahmen des Gutachtens vollumfänglich fest.
4.3.5
In der Beschwerdeschrift hielt der Beschwerdeführer dafür, dass die Gutachter lediglich den Gesundheitszustand ab dem ersten Explorationsgespräch beurteilt hätten. Damit bleibe allerdings insbesondere der Gesundheitszustand
ab der An
mel
dung vom 3. September 2015 (Urk. 8/7) bis zum ersten Untersuchungstermin am 15. November 2018
ungeklärt (
Urk.
1 S. 27 ff.).
Dem ist entgegenzuhalten, dass die Gutachter nachvollziehbar und schlüssig aus
führten, dass sie das Zustandsbild des Beschwerdeführers unter Würdigung der subjektiven Beschwerden und erlebten Kränkungen
als objektivierbar höchstens leicht-
bis mittelgradige Funktionseinschränkung durch eine jahrelange Fehlan
passung bei Persönlichkeitsakzentuierung m
it
histrion
-paranoiden Zügen qualifi
zierten
. Die Auffälligkeiten in den Bereichen der Affektivität und des Verhaltens
seien
leicht ausgeprägt und kontextgebunden zu verstehen. Betroffene mit Stö
rungen dieser Ausprägung
fielen
im Alltag und unter den meisten beruflichen Anforderungen, ebenso wie im sozialen Umfeld, durch leichte E
inschränkungen auf. Dabei steige
der Grad der Auffälligkeit unter zunehmenden Anforderungen an. Im Fall des
Beschwerdeführers gingen sie
von einer situativ leicht- bis mittel
schweren Einschränkung aus, was eine Arbeitsunfähigkeit zu 20
% bedinge, vor
übergehend kö
nn
e
diese bei weiteren Belastungsaspekten ansteigen im Sinne einer Anpassungsstörung wie in der Verg
angenheit beschrieben. Hierzu mü
ss
e
nochmals erwähnt werden, dass der Explorand nach Trennung von seiner Exfrau im Jahre
2013 noch 2 Jahre arbeitstätig
gewesen sei
und
es
erst mit zunehmenden finanziellen Problemen im Rahmen der Gerichtsverhandlungen und Konflikte mit seiner Exfrau zu beruflic
hen Schwierigkeiten gekommen sei
. Trotzdem
sei
er in der Lage
gewesen,
nach Serbien zu reisen und erneut zu heiraten, was gegen eine schwere Beeinträchtigung funktioneller, affektiver o
der kognitiver Leistungen spreche
. Für eine Reaktion auf belastende Lebensereignisse wäre die Diagnose Anpassungsstörung (ICD-10: F 43.2) für einen Zeitraum von längstens sechs Monaten nach Eintritt der Belastungssituation zu vergeben. Beim
Beschwerde
führer
hingegen dauer
te
n die Beschwerden seit
Jahren an (Urk. 8/131/41 f.).
Hinzu kommt, dass
Dr.
C
._
, welcher den Beschwerdeführer seit April 2015 behandelt (vgl. Urk. 8/13/4), in der Zeit zwischen Anfang 2016 bis zum ersten Untersuchungstermin im November 2018 keine wesentlichen veränderten objek
ti
ven Befunde notierte, über keine Therapieerfolge berichtete und auch stets eine volle psychiatrische Arbeitsunfähigkeit attestierte (vgl. hierzu Bericht vom 12. Januar 2016, Urk. 8/23; Bericht vom 24. April 2016, Urk. 8/38; Bericht vom 19. Dezember 2017, Urk. 8/79). In der Stellungnahme zum Gutachten vom 4. Dezember 2019 erhob
Dr.
C
._
dahingehend Kritik am Gutachten, dass darin der Zustand des Beschwerdeführers und die Auswirkungen seines auffälligen Ver
haltens auf sein soziales Umfeld bagatellisiert und beschönigt worden seien, was sich auf die Diagnosestellung und Beurteilung der Arbeitsfähigkeit ausgewirkt habe. Es sei
eine Diagnose mit geringem Krankheitswert gestellt worden, die die Schwere der psychischen Störung des Beschwerdeführers nicht korrekt wider
spiegle (Urk. 8/160).
Dr.
C
._
macht
allerdings
keine
konkreten, objektiv fassba
ren Aspekte namhaft, die den ärztlichen Experten entgangen
sein sollen
(vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 2. August 2006 U 58/06 E. 2.2) oder die zu einer anderen rechtlichen
Beurteilung Anlass geben würden, sondern bemängelte lediglich die Wertung der erhobenen Befunde durch die Gutachter.
Demnach ist gestützt auf die Ausführungen der Gutachter nicht überwiegend wahrscheinlich, dass der Beschwerdeführer im rentenrelevanten Zeitraum zwi
schen März 2016 (6 Monate nach der Anmeldung, vgl. Art. 29 Abs. 1 IVG) und
dem ersten Begutachtungstermin am 21. November 2018 invalidenversiche
rungs
rechtlich relevant über einen längerdauernden Zeitraum mehr als 20 % einge
schränkt gewesen war.
4.3.6
Ferner kritisierte der Beschwerdegegner das
Gutachten sei des Weiteren nicht nachvollziehbar, soweit
ih
m unterstellt werde, er sei nicht bereit, eine Behandlung aufzunehmen. Es gehe klar aus den Akten hervor, dass ein stationärer oder tei
lstationärer Aufenthalt nicht an seinem
Willen gescheitert sei, sondern am Umstand, dass keine Institution ihn aufnehmen wolle. Auch sei widersprüchlich, wenn eine intensive psychotherapeutische und milieutherapeutische Behandlung geeignet sei, die Arbeitsfähigkeit herbeizuführen, wenn bloss eine 20%ige Ein
schränkung attestiert werde (
Urk.
1 S. 32).
Die Gutachter führten hierzu im Schreiben vom 23. Juli 2019 aus, dass sie von einer situativ leicht- bis mittelschweren Einschränkung ausgingen, was eine Arbeitsunfähigkeit von 20 % bedinge, vorübergehend könne diese bei weiteren Belastungsaspekten ansteigen im Sinne einer Anpassungsstörung, wie in der Ver
gangenheit beschrieben. Um den Beschwerdeführer bei neu auftretenden Belas
tungen zu stärken, wäre eine Therapie hilfreich (Urk. 8/133). Diesen plausiblen Ausführungen ist nichts hinzuzufügen.
4.3.7
Im Rahmen des Beschwerdeverfahrens reichte der Beschwerdeführer neue Berichte
von
Dr.
C
._
vom 26. Juni und 8. September 2020 (Urk. 3/5; Urk. 10/1) ein, in welchem ein Verdacht auf eine paranoide Psychose (ICD-10 F60.2, Verdacht auf F20.0) festgehalten wurde.
Nach ständiger Rechtsprechung beurteilt das Sozialversicherungsgericht die Ge
setzmässigkeit des angefochtenen Entscheids in der Regel nach dem Sachverhalt, der zur Zeit des Abschlusses des Verwaltungsverfahrens gegeben war. Tatsachen, die jenen Sachverhalt seither verändert haben, sollen im Normalfall Gegenstand einer neuen Verwaltungsverfügung sein (BGE 131 V 242 E. 2.1, 121 V 362 E. 1b).
Entsprechend sind die Berichte von
Dr.
C
._
nicht zu berücksichtigen im vor
liegenden Verfahren. Der Vollständigkeit halber ist festzuhalten, dass eine Ver
dachtsdiagnose ohnehin nicht ausreicht, eine invalidenversicherungsrechtlich relevante Verschlechterung überwiegend wahrscheinlich zu belegen.
4.4
Zusammenfassend erfüllt d
as psychiatrische Gutachten vom
6.
Juni 2019 sämt
liche rechtsprechungsgemäss erforderlichen Kriterien für beweiskräftige ärztliche Ents
cheidungsgrundlagen (vgl. E. 2.4
). Es beruht auf fachärztlichen Untersuchun
gen durch die Gutachter (
Urk.
8/131/16 ff.) und wurde in Kenntnis der relevanten
Vorakten
(
Urk.
8/131/8 ff.) abgegeben. Es würdigt die vorhandenen Arztberichte sorgfältig, insbesondere auch die Berichte der behandelnden Psychiater (
Urk.
8/131/35 ff.;
Urk.
8/131/22;
Urk.
8/131/36 f.;
Urk.
8/131/38). Es berück
sich
tigt die vom Beschwerdeführer geklagten Beschwerden und setzt sich mit diesen hinreichend auseinander. Die Darlegung der medizinischen Zusammen
hänge ist einleuchtend und das Gutachten ist schlüssig.
In Bezug auf die gutachterlich gestellte Diagnose einer
Persönlich
keitsak
zentu
ie
rung mit
hist
r
ion
-paranoiden Zügen (ICD-10 Z73 V)
ist festzuhalten, dass a
kzen
tuierte Persönlichkeitszüge (ICD-10 Z73.1)
gemäss bundesgerichtlicher Recht
spre
chung
als solche nicht unter den Begriff des rechtserheblichen Gesund
heits
schadens
fallen
(vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_558/2015 vom 22. Dezember 2015 E. 4.2.4).
Infolgedessen ist aus psychiatrischer Sicht von einer vollen Arbeitsfähigkeit auszugehen und eine weitere Prüfung der Standardindikatoren
und damit einhergehend auch allfälliger somatischer Komorbiditäten erübrigt sich
entgegen den Ausführungen des Beschwerdeführers
(
vgl.
BGE 143 V 409 E. 4.5.3; vgl. BGE 143 V 418 E. 7.1
)
.
Wie folgend gezeigt wird, besteht allerdings selbst unter Berücksichtigung der gutachterlich attestierten Arbeitsunfähigkeit von 20 % kein rentenrelevanter IV-Grad.
5.
Zu prüfen bleiben die erwerblichen Auswirkungen der vollen Arbeitsfähigkeit in einer somatisch angepassten Tätigkeit.
5.1
5.1.1
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der Einkommensver
gleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegen
übergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditäts
grad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2, 128 V 29 E. 1).
5.1.2
Wird das Invalideneinkommen auf der Grundlage von statistischen Durch
schnitts
werten ermittelt, ist der entsprechende Ausgangswert (Tabellenlohn) allenfalls zu kürzen. Damit soll der Tatsache Rechnung getragen werden, dass persönliche und berufliche Merkmale, wie Art und Ausmass der Behinderung, Lebensalter, Dienst
jahre, Nationalität oder Aufenthaltskategorie und Beschäftigungsgrad Auswir
kungen auf die Lohnhöhe haben können (BGE 124 V 321 E. 3b/
aa
). Aufgrund dieser Faktoren kann die versicherte Person die verbliebene Arbeitsfähigkeit auch auf einem ausgeglichenen Arbeitsmarkt möglicherweise nur mit unterdurch
schnittlichem erwerblichem Erfolg verwerten. Der Abzug soll aber nicht auto
matisch erfolgen. Er ist unter Würdigung der Umstände im Einzelfall nach pflicht
gemässem Ermessen gesamthaft zu schätzen und darf 25
%
nicht übersteigen (vgl. BGE 135 V 297 E. 5.2, 134 V 322 E. 5.2 und 126 V 75 E. 5b/
aa
-cc). Die Rechtsprechung gewährt insbesondere dann einen Abzug auf dem Invalidenein
kommen, wenn eine versicherte Person selbst im Rahmen körperlich leichter Hilfsarbeitertätigkeit in ihrer Leistungsfähigkeit eingeschränkt ist (BGE 126 V 75 E. 5a/
bb
). Zu beachten ist jedoch, dass allfällige bereits in der Beurteilung der medizinischen Arbeitsfähigkeit enthaltene gesundheitliche Einschränkungen nicht zusätzlich in die Bemessung des leidensbedingten Abzugs einfliessen und so zu einer doppelten Anrechnung desselben Gesichtspunkts führen dürfen (BGE 146 V 16 E. 4.1 mit Hinweisen).
Nach ständiger Rechtsprechung darf das (kantonale) Sozialversicherungsgericht sein Ermessen, wenn es um die Beurteilung des Tabellenlohnabzuges gemäss BGE 126 V 75 geht, nicht ohne triftigen Grund an die Stelle desjenigen der Verwaltung setzen; es muss
sich
auf Gegebenheiten abstützen können, welche
seine abweichende Ermessensausübung als naheliegender erscheinen lassen (BGE
137 V 71 E. 5.2 und 126 V 75 E. 6). Wurde bei der Festsetzung der Höhe des Abzugs vom Tabellenlohn
ein Merkmal oder ein bestimmter Aspekt eines Merkmals zu Unrecht nicht berücksichtigt oder zu Unrecht berücksichtigt, hat die Beschwerdeinstanz den Abzug gesamthaft neu zu schätzen (vgl. Urteile des Bundesgerichts 9C_808/2015 vom 29. Februar 2016 E. 3.4.3 und
8C_113/2015 vom 26. Mai 2015 E. 3.2
).
5.2
Beim
Valideneinkommen
stützte sich die Beschwerdegegnerin auf das Einkommen des Beschwerdeführers als Mitarbeiter Zustellung in der
I._
in Höhe von Fr. 66'081.-- ab (Urk. 2). Der Beschwerdeführer brachte hiergegen vor, dass vom effektiven Lohnausweis 2015 auszugehen sei, worin ein Einkommen von Fr. 73'187.-- dokumentiert sei (Urk. 1 S. 35, vgl. Urk. 8/85/61).
Der Beschwerdeführer hatte im Jahr 2015 nur äusserst kurz gearbeitet. Die Personalverantwortliche der
I._
gab gegenüber der Beschwerdegegnerin am 3. Dezember 2015 an, dass der Beschwerdeführer ursprünglich im Innendienst Paket
dienst tätig gewesen sei. Durch eine Reorganisation seien die Verträge auf
gelöst worden und er habe per 1. Januar 2015 einen Vertrag als Paketbote erhal
ten. Er habe im Januar 2015 lediglich ca. 1.5 Tage gearbeitet, danach sei er aus
gefallen. Eine Umplatzierung sei nicht möglich. Der Paketdienst im Innendienst sei heute nicht möglich mit einem 100%-Pensum, es gebe nur morgens und abends anstehende Arbeiten. Dies sei auch so besprochen worden. Es bestehe ein Arztzeugnis, welches eine volle Arbeitsunfähigkeit bis zum 30. November 2015 attestiere (Urk. 8/28/4).
Im Arbeitgeberfragebogen vom 26. Oktober 2015 wurde ein Einkommen in Höhe von Fr. 63'348.-- zuzüglich Zulagen von Fr. 2'733.10 pro Jahr festgehalten (Urk. 8/17). Dieses Einkommen ist mit Blick auf den Auszug aus dem indivi
du
ellen Konto vom 6. April 2016 als grosszügig zu werten (vgl. Urk. 8/33). Demnach ist das von der Beschwerdegegnerin herangezogene
Valideneinkommen
in Höhe von Fr. 66'081.-- (Fr. 63'348.-- + Fr. 2'733.10) nicht zu beanstanden.
5.3
Das Invalideneinkommen ist unbestritten gestützt auf den Tabellenlohn als Hilfs
arbeiter der vom Bundesamt für Statistik herausgegebenen Schweizerischen Lohn
strukturerhebung
2014
(LSE
2014, TA1,
Monatlicher Bruttolohn [Zentral
wert]
nach Wirtschaftszweigen, Kompetenzniveau und Geschlecht, Privater Sektor, Kom
petenzniveau 1, Männer, Total
)
in Höhe von monatlich Fr. 5'312.-- festzusetzen. Korrigiert um die betriebsübliche Arbeitszeit von 41.7 Stunden pro Woche (BFS,
Betriebsübliche Arbeitszeit nach Wirtschaftsabteilungen
in Stunden pro Woche)
sowie die Nominallohnentwicklung (
T1.1.10 Nominallohnindex, Männer, 2011-2015
; 2015 = 0.3) resultiert daraus in einem vollen Pensum ein Invalidenein
kommen für das Jahr 2015 in Höhe von Fr. 66'652.50 (Fr. 5'312.-- : 40 x 41.7 x 12 x 1.003).
Ein Leidensabzug ist entgegen den Ausführungen des Beschwerdeführers auf
grund der lediglich geringen somatischen Einschränkungen klarerweise nicht gerechtfertigt (vgl. hierzu E. 4.1, E. 4.4 und E. 5.1.2).
5.4
Stellt man das
Valideneinkommen
in Höhe von Fr. 66'081.-- dem Invaliden
ein
kommen von Fr. 66'652.50 gegenüber, so resultiert kein rentenbegründender Inva
liditätsgrad. Selbst unter Berücksichtigung der - wie vorstehend gezeigt inva
lidenversicherungsrechtlich nicht relevanten und grosszügig bemessenen – gut
achterlich attestierten Arbeitsunfähigkeit von 20 % (vgl. E. 4.4) resultiert ein klar rentenausschliessender Invaliditätsgrad von rund 19 %.
5.5
Zusammenfassend erweist sich die angefochtene Verfügung als rechtens. Die Beschwerde ist abzuweisen.
6.
6.1
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig und sind die Gerichtskosten gemäss Art. 69
Abs. 1
bis
IVG ermessensweise auf Fr. 800.-- festzusetzen und ausgangsgemäss dem
Beschwerdeführer aufzuerlegen. Da die Voraussetzungen für die unent
gelt
liche Prozessführung gemäss § 16 Abs. 1 des Gesetzes über das Sozialversiche
rungs
gericht (
GSVGer
) erfüllt sind (Urk.
3/3
), sind sie jedoch einstweilen auf die Ge
richtskasse zu nehmen.
6.2
Ebenso sind die Voraussetzungen für die
unentgeltliche
Rechtsvertretung (§ 16 Abs. 2
GSVGer
) erfüllt und es ist
Rechtsanwalt Markus
Steudler
aus der Ge
richts
kasse zu entschädigen.
Der unentgeltliche Rechtsvertreter des Beschwerdeführers, Rechtsanwalt
Markus
Steudler
, machte mit Honorarnote vom
19. Oktober 2020 (Urk. 12
) einen Gesamt
aufwand von
22.5
Stunden und Barauslagen von Fr.
168.75
geltend. Angesichts der Tatsache, dass vorliegend keine schwierigen Rechtsfragen zu klären waren, erscheint dieser Aufwand, insbesondere die
15.5
Stunden für die Ausarbeitung der Beschwerdeschrift, als übersetzt. Bei grosszügiger Betrachtung können
zwei
Stunde
n
Aufwand für Instruktion
und Besprechung mit dem Klienten
, drei wei
tere Stunden für Aktenstudium sowie
sechs
Stunden für das Abfassen einer sich auf das Wesentliche beschränkenden Rechtsschrift als gerechtfertigt betrachtet werden. Zwei weitere Stunden können für die Erstellung der
weiteren Eingaben und Abklärungen
anerkannt werden und eine Stunde für die Nachbearbeitung des Urteils. Damit erscheint bei einem gerichtsüblichen Stun
denansatz von
Fr.
220.--
unter Berücksichtigung von angemessenen Barauslagen eine Entschä
digung in der Höhe von Fr. 3‘
4
00.-- (inklusive Baraus
lagen und Mehrwertsteuer) als angemessen.
6.3
Der Beschwerdeführer ist auf § 16 Abs. 4
GSVGer
hinzuweisen, wonach er zur Nachzahlung der Auslagen für die
unentgeltliche
Rechtspflege verpflichtet ist, sobald er dazu in der Lage ist.
Das Gericht beschliesst,
In Bewilligung des Gesuchs vom
9. Juli 2020
wird dem Beschwerdeführer die unentgeltliche
Prozessführung
gewährt und Rechtsanwalt
Markus
Steudler
als unent
geltlicher Rechtsver
treter bestellt;
und erkennt:
1.
Die
Beschwerde
wird abgewiesen.
2.
Die Gerichtskosten von
Fr.
800
.-- werden
dem Beschwerdeführer
auferlegt
, zufolge Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung jedoch einstweilen auf die Gerichts
kasse genommen.
Der Beschwerdeführer wird
auf die Nachzahlungspflicht gemäss § 16 Abs. 4
GSVGer
hingewiesen.
3.
Der unentgeltliche Rechtsvertreter des Beschwerdeführers, Rechtsanwalt Markus Steudler, Zürich,
wird mit
Fr.
3’400
.-- (inkl. Barauslagen und
MWSt
) aus der Gerichts
kasse entschädigt.
Der Beschwerdeführer wird
auf die Nachzahlungspflicht gemäss § 16 Abs. 4
GSVGer
hingewiesen.
4.
Zustellung gegen Empfangsschein an:
-
Rechtsanwalt Markus
Steudler
-
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
-
Bundesamt für Sozialversicherungen
sowie an:
-
Gerichtskasse
5.