# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** eafc4b5a-4fd8-471a-bb88-bb994ad0cbd1
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2016
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1945, bezog ab 2009
Ergänzungs
leistungen
zu ihrer AHV-Altersrente
, ebenso
Vergütungen betreffend
Krank
heits
- und Behinderungskosten
(vgl.
Urk.
12/
119/1 ff.).
Mit Verfügung vom 2
1.
Juni 2013 forderte die Stadt Zürich,
Amt für Zusatzleistungen zur AHV/IV
(nachfolgend: Durchführungsstelle)
von
X._
zu
viel
bezogene Ergänzungsleistungen (einschliesslich Beihilfen,
Gemeindezu
schüsse
und Krankheitskosten)
in der Höhe von
Fr.
41‘536.-- zurück (Urk. 12/119/18).
Diese Rückforderung bestätigte die Durchführungsstelle mit
Einspracheentscheid
vom 2
6.
März 2014 (Urk. 12/119/20). Auf die dagegen er
hobene Beschwerde trat das hiesige Gericht mit Beschluss vom 3
0.
Mai 2014 nicht ein (Urk. 12/98).
Gegen
diesen Entscheid
erhob
X._
Beschwerde
am Bundesgericht, auf welche dieses
mit Urteil vom 2
9.
August 2014
ebenfalls
nicht ein
trat
(Urk. 12/105). Der
Rückforderungsent
scheid
der
Durchführungs
stelle
erwuchs damit in Rechtskraft.
1.2
Mit Eingabe vom 2
8.
September 2014 ersuchte
X._
um Erlass der Rückforderung (Urk. 12/106).
Mit Verfügung vom 9.
Oktober
2014 wies die Durchführungsstelle das Erlassgesuch ab (Urk. 12/119/22).
Dage
ge
n erhob
X._
gleichentags Einsprache (Urk. 12/109). Diese wies die Durchführungsstelle mit
Einspracheentscheid
vom 2
6.
November 2014 ab (Urk. 2 =
Urk.
12/119/24).
2.
2.1
Gegen den
Einspracheentscheid
vom 2
6.
November
2014 erhob
X._
am 1
4.
Januar
2015 Beschwerde mit dem Antrag, der an
ge
fochtene Entscheid sei aufzuheben und die Rückforderung sei ihr zu erlas
sen (Urk. 1). Die Durchführungsstelle beantragte in der Beschwerdeantwort vom
9.
März 2015 die Abweisung der Beschwerde (Urk. 11). In
der
Replik beantragte die Beschwerdeführerin ergänzend, eventualiter sei die Sache an die
Beschwer
degegnerin
zum Erlass einer neuen Verfügung zurückzuweisen (Urk. 23).
Die Beschwerdegegnerin verzichtete am 3
0.
September 2015 auf Duplik (Urk. 29). Bereits am
1.
April 2015 war der
Vertreter der Beschwerdeführerin, Rechtsan
walt Martin
Jäggi
, Zürich, als unentgeltlicher Rechtsvertreter bestellt worden (Urk. 17).
2.2
Am 1
5.
März 2016
erfolgte die Vorladung
zu der von der Beschwerdeführerin beantragten
Hauptverhandlung
(Urk. 31
; vgl.
Urk.
23
). Infolge Erkrankung des Rechtsve
rtreters der Beschwerdeführerin
wurde
die Ladung abgenommen (vgl.
Urk.
33,
Urk.
34) und am 1
5.
September 20
16 erneut zur Verhandlung auf den
8.
November 2016 vorgeladen
(Urk. 37).
In
der Hauptv
erhandlung nah
men die Parteien
ein weiteres Mal
zur Sache Stellung (
Urk.
44, Prot. S.
5 ff.)
und reich
ten
zusätzliche
Unterlagen ein (Urk. 45/1-4,
Urk.
47).
Mit Eingabe vom
9.
November 2016 ergänzte die Beschwerdeführerin
sodann
ihre in der Haupt
verhandlung gestellten Beweisanträge (Urk. 49).
Auf die Ausführungen der Parteien und die Akten wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
Gemäss
Art.
25
Abs.
1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozial
versicherungsrechts (ATSG) müssen Versicherte unrechtmässig
bezogene Leistungen
nicht zurückerstatten, wenn diese die
Leistungen in gutem Glauben empfangen
haben und
wenn eine grosse Härte vorliegt.
Das Erlassgesuch ist gemäss
Art.
4
Abs.
4 der Verordnung über den Allgemeinen Teil des Sozialver
sicherungsrechts (ATSV) innert 30 Tagen nach Eintritt der Rechtskraft des Rückforderungsentscheides einzureichen. Das Bundesgericht trat mit Urteil vom 2
9.
August 2014
auf die Beschwerde gegen den Beschluss des hiesigen Gerichts vom 3
0.
Mai 2014 (Urk. 12/98)
nicht ein (Urk. 12/105). Damit wurde der die
Rückforderungsverfügung vom
2
1.
Juni
2013
(Urk. 12/119/18)
bestätigende
Ein
spracheentscheid
der Beschwerdegegnerin vom
2
6.
März 2014 (Urk. 12/119/20)
rechtskräftig. Mit Eingabe vom 2
8.
September 2014 ersuchte die Beschwerde
führerin um Erlass der Rückforderung (Urk.
12/106
). Damit
ist
die Frist gemäss
Art.
4
Abs.
4 ATSV gewahrt.
Darauf hinzuweise
n bleibt, dass es sich bei der
Frist zur Einreichung eines Erlassgesuchs um eine
Ordnungsvor
schrift
und nicht um eine Verwirkungsfrist handelt (BGE 132 V 42 E. 3).
2.
Hintergrund der Rückforderung ist,
dass die Beschwerdeführerin
die
Durchfüh
rungsstelle
über
das Ableben ihrer Mutter am
2
3.
Dezember 2011
erst am
8.
April
2013 anlässlich einer persönlichen Vorsprache
in Kenntnis setzte. Durch
den
Tod
der Mutter kam die Beschwerdeführerin
unbestrittenermassen
in den Ge
nuss
einer Erbschaft
, die sie in der Folge schenkungshalber
auf
ihren Sohn
über
trug
.
Der Erbanfall
führte zu einer Neuberechnung des Anspruchs auf
Ergänzungs
leistungen
und in der Folge zur Rückforderung
(vgl.
12/72,
Urk.
12/119/20)
.
Die verspätete Deklaration der Erbschaft stufte die
Beschwer
degegnerin
als schuld
hafte Meldepflichtverletzung ein und verneinte einen gut
gläubigen Bezug der Ergänzungsleistungen ab Januar 2012 bis Ende Juni 2013 (Urk. 2 S. 1 f.).
3.
Der gute Glaube als
Erlass
voraussetzung
ist von vornherein zu verneinen, wenn die zu Unrecht erfolgte Leistungsausrichtung auf eine arglistige oder
grobfahr
lässige
Meldepflichtverletzung zurückzuführen ist. Umgekehrt schliesst ein dies
bezüglich nur leicht fahrlässiges Fehlverhalten den guten Glauben nicht aus. Das Mass der erforderlichen Sorgfalt beurteilt sich nach objektiven Gesichts
punkten, wobei das den grundsätzlich rückerstattungspflichtigen Personen in ihrer Subjektivität Mögliche und Zumutbare (Urteilsfähigkeit, Gesundheitszu
stand, Bildungsgrad usw.) nicht ausgeblendet werden darf (Urteil des Bundesge
richts 9C_680/2014 vom 1
5.
Mai 2015 E. 7.1.2, BGE 138 V 218 E. 4).
4.
4.1
Die Beschwerdegegnerin verneinte den guten Glauben mit der Begründung,
Hauptbestandteil des Nachlass
es
der verstorbenen Mutter sei eine bedeutende Villa in Südfrankreich gewesen. Mithin habe es sich um einen erheblichen
Ver
mögensanfall
gehandelt. Gestützt auf das Merkblatt „Meldepflicht“ hätte die Erbschaft im Zeitpunkt des Anfalles gemeldet werden müssen. Im Merkblatt
werde ausdrücklich auf Veränderungen beim Vermögen hingewiesen. Ferner habe
die Beschwerdeführerin den auf sie entfallenden Anteil des Nachlasses an ihren Sohn verschenkt, ohne sich mindestens zu erkundigen, welche Auswir
kungen diese Vermögensdisposition auf ihre Ergänzungsleistungen haben werde.
Es sei nicht daran zu zweifeln, dass
sich
die Beschwerdeführerin im Zeit
punkt des Todes der Mutter des Vermögenszuwachses bewusst gewesen sei.
Die unter
las
sene Meldung müsse damit als grobfahrlässig eingestuft werden
(Urk. 2 S. 2
Ziff.
4,
Urk.
11 S. 2)
.
4.2
Die Beschwerdeführerin geht von einem gutgläubigen Bezug der Leistungen aus. Sie macht geltend,
sie habe nicht gewusst, dass sie das Ableben ihrer Mutter hätte melden müssen. Ihr sei
nicht bewusst
gewesen, dass
bereits
der Tod der Mutter zum Vermögensanfall geführt habe. Effektiv sei ja kein Vermögen vorhanden gewe
sen.
Das Haus habe erst verkauft werden müssen und es sei noch nicht der passende Käufer in Sicht gewesen. Die Schenkung an ihren Sohn sei erfolgt, um drohende
rechtliche Schritte
durch
Y._
(
Willensvoll
strecker
im Nachlass ihrer verstorben
en
Schwiegermutter
) gegen sie
zu ve
r
hin
dern.
Dieser
werfe ihr
(
zu Unrecht
)
eine Veruntreuung vor
und
versuche
,
ihr gehörende Ver
mögenswerte
zu pfänden oder zu konfiszieren
.
Sie
habe befürch
ten müssen
,
Y._
hätte nach dem Verkauf des Hauses
ihrer Mutter
sofort versucht
,
auf ihren Erlösanteil zu greifen.
Sie sei mit der
Durchführungs
stelle
stets in Kontakt gewesen und habe ohne Aufforderung ihre finanziellen Verhältnisse
dokumentiert.
Indessen sei sie sowohl bezüglich der Meldung des Ablebens ihrer Mutter als auch bezüglich der Schenkung an ihren Sohn völlig ahnungslos ge
wesen.
Wäre ihr bewusst gewesen
, dass der Verlust des Anspruchs auf
Ergän
zungsleistungen
drohe, hätte sie das Ableben der Mutter unverzüglich gemeldet.
Mit der Hilfe der Durchführungsstelle hätte ein Angriff auf das Geld vermieden werden können.
Die Schenkung an ihren Sohn sei erst vollzogen worden, nach
dem die Beschwerdegegnerin Kenntnis vom Tod der Mutter gehabt
habe.
Zudem habe sie sich a
m 2
1.
August 2013 in dieser Sache schriftlich an
di
e
Durchfüh
rungsstelle
gewandt. Doch man
habe ihr nicht geholfen
(Urk. 1 S. 3 ff.,
Urk.
23 S. 5 ff.
Ziff.
5,
Urk.
24,
Urk.
44 S.
9
ff., Prot. S.
7 ff.
).
5.
5.1
Unbestrittenermassen verstarb am 2
3.
Dezember 2011 die Mutter der Beschwer
deführerin in Frankreich
. Sie
hinterliess kein bewegliches Ve
rmögen, jedoch ein Haus von erheblichem Wert
(vgl.
Urk.
12/72).
Am
1
8.
März 2013
unterzeichnete die Beschwerdeführerin im Hinblick auf
den Verkauf der Liegenschaft und
die Übertragung ihres Erbteils an ihren Sohn eine
notarielle Vollmacht (Urk. 12/7
0). Darin erwähnt sind ein
geschätzter Liegenschaftswert von 902‘500
.--
Euro und ein Erbanteil der Beschwerdeführerin im Umfang von 225‘625
.--
Euro.
Den
effek
tiven
Wert
der
Erbquo
te
nach dem Verkauf der Liegenschaft bezifferte die Beschwerdeführerin
in der Beschwerdeschrift
mit 190‘000.-- Euro (
Urk.
1 S. 6)
.
Diesen Betrag
übertrug
die Beschwerdeführerin
sodann
gemäss Schenkungsver
trag vom 3
0.
Juli 2013
auf
ihre
n
Sohn (Urk.
12/88a).
5.2
Die Erbschaft
hatte eine Veränderung der Vermögensverhältnisse der Beschwer
deführerin zur Folge. Eine Meldepflicht besteht gemäss
Art.
24 der Verordnung über die Ergänzungsleistungen zur Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenversi
cherung (ELV) bei jeder Änderung der persönlichen und bei jeder ins Gewicht fallenden Änderung der wirtschaftlichen Verhältnisse. Eine Erbschaft in der Höhe von 190‘000.-- Euro stellt ohne Zweifel und unbestrittenermassen eine anspruchsrelevante und daher meldepflicht
ig
e Veränderung in den wirtschaftli
chen Verhältnissen dar. D
aran ändert nich
ts, dass
der
Beschwerdeführerin
aus der Erbschaft
nicht
unmittelbar
liquide
Mittel zuflossen
. Auch der zunächst „buchhalterische
Vermögenswert“ (
Urk.
12/106 S.
4) führte zu
einer
anspruchs
erheblichen
Veränderung
der finanziellen Verhältnisse
.
Die Erben erwerben die Erbschaft m
it dem Tod des Erblassers (Art.
560
Abs.
1
Zivilgesetzbuch;
ZGB). Daher sind
auch
unverteilte
und noch nicht zur Auszahlung gelangte Erbschaf
ten
ergänzungsleistungsrechtlich
bedeutsam (
Carigiet
/Koch,
Ergänzungsleistun
gen
zur AHV/IV,
2.
Aufl., Zürich 2009, S. 165 f.).
5.3
Die Verfügungen
,
mit denen die Beschwerdegegnerin ab 2009 den jährlichen Anspruch auf Ergänzungsleistungen festsetzte, enthielten verschiedene rechtli
che Hinweise, unter
anderem
detaillierte
Erläuterungen zur Meldepflicht.
Dem
nach ist
jede Änderung der Verhältnisse, die den Wegfall, die Herabsetzung oder die Erhöhung von Zusatzleistungen zur Folge haben kann, unverzüglich zu melden
. Namentlich wird im Merkblatt erwähnt, dass jede Erhöhung oder Ver
minderung des Vermögens, der Einnahmen und der Ausgaben
gemeldet werden muss
(vgl.
Urk.
12/119/1 ff.).
Beim Tod
eines
Angehörigen,
der eine Erbschaft in Form von Aktiven in erheblichem Umfang hinterlässt,
liegt unbestreitbar ein meldepflichtiger Tatbestand vor.
Weitergehende
Auskünfte oder eine individu
elle Beratung
(
Art.
27
Abs.
2 ATSG)
waren der Beschwerdegegnerin
zunächst objektiv
nicht möglich. Dazu hätte sich die Beschwerdeführerin an sie wenden
und sie über die Erbschaft in Kenntnis setzen
müssen
. Die Beschwerdegegnerin wusste bis im April 2013 nichts vom Ableben der Mutter.
Somit
kann der
Be
schwerdegegnerin
nicht der Vorwurf gemacht werden, sie habe ihre Auskunfts- und Beratungspflicht (
Art.
27 ATSG) nicht ausreichend erfüllt.
5.4
Die Beschwerdeführerin wirft der Beschwerdegegnerin vor, sie hätte die Schen
kung verhindern können,
wenn
sie sie rechtzeitig auf
die
Folgen
bezüglich des Anspruchs auf
Ergänzungsleistungen aufmerksam gemacht hätte (
Urk.
23 S. 8
,
Urk.
44 S. 9
Ziff.
19
). Richtig ist, dass die
Schenkung
des
ge
erbten Vermögens an den Sohn
effektiv
erst mit dem Schenkungsvertrag vom 3
0.
Juli 2013 voll
zogen wurde (Urk.
12/88a) und
die Beschwerdegegnerin vom Ableben der Mutter und der damit verbundenen Erbschaft
seit dem
8.
April 2013 Kenntnis hatte (
Urk.
12/72).
Zu welchem Zeitpunkt
der Beschwerdegegnerin die von der Be
schwerdeführerin am 1
8.
März 2013 unterzeichnete Vollmacht
betreffend
den
Ver
kauf der Liegenschaft und
die
Schenkung an den Sohn (
Urk.
12/70)
bekannt war, ist nicht aktenkundig.
Die Rückforderungsverfügung erliess die
Beschwer
degeg
neri
n
jedenfalls mit am 2
4.
Juni 2013 eröffneter (Urk. 12/119/18 mit angehef
tetem Zustellvermerk) Verfügung vom
2
1.
Juni 201
3.
A
m 2
5.
Juni 2013
wurden
zudem
die
mit der Verfügung angeordnete
Rückforderung und deren Gründe anlässlich einer persönlichen Vorsprache
der Beschwerdeführerin mündlich
er
örtert (Urk. 12/11/ S. 7; vgl. auch
Urk.
47 S. 7). Über die wesent
lichen Zusam
menhänge
bezüglich
Meldepflichtverletzung und
den
Vermögens
verzicht
als Folge der
Schenkung des ge
erbten Vermögens
an den Sohn war die Beschwer
deführerin somit ab diesem Zeitpunkt im Bilde. Dass sie hernach die für den Vollzug der Schenkung nötige Vollmacht - der Schenkungsvertrag datiert vom 3
0.
Juli 2013 (Ur
k.
12/88a) - nicht unverzüglich wi
derrief,
ist damit nicht Folge mangelnder Aufklärung durch die Beschwerdegegnerin
.
5.
5
Die Beschwerdeführerin stellt sich auf den Standpunkt, der gute Glaube werde
vermutet und dessen Wegfall
müsse von der Beschwerdegegnerin nachgewiesen werden (Urk.
44 S. 9 ff.
Ziff.
20 ff., Prot. S. 10
).
Wohl wird der gute Glaube ge
mäss
Art.
3
Abs.
1
ZGB vermutet, jedoch kann sich darauf nicht berufen, wer bei der Aufmerksamkeit, wie sie nach den Umständen erwartet werden konnte, nicht gutgläubig sein konnte (
Abs.
2). Es gilt eine objektivierte
Betrachtungs
weise (BGE 120 V 319 E. 10).
Ihre Gutgläubigkeit führt die Beschwerdeführerin auf ihre Rechtsunkenntnis und Ahnungslosigkeit zurück
(Urk. 44 S. 9 ff.
Ziff.
20 ff.). Gerade die Ahnungslosigkeit ist der Beschwerdeführe
rin zum Vor
wurf zu machen. Es sind keine Gründe ersichtlich, weswegen es der Beschwer
deführerin nicht möglich war, sich über die
Pflichten
im Zusammenhang mit dem Bezug von Ergänzungsleistungen zu informieren. Wer
Sozialversiche
rungsleistungen
bezieht und sich über die damit verbundenen Pflich
ten und Obliegenheiten keinerlei
Rechenschaft ablegt, verhält sich
objektiv betrachtet grobf
a
hrlässig und kann sich nicht auf den guten Glauben berufen.
Es liegen keine Anhaltspunkte dafür vor, dass die Beschwerdeführerin aufgrund ihrer geistigen Fähigkeiten nicht in der Lage gewesen ist, sich über ihr Tun Rechen
schaft abzulegen.
Die blosse Befürchtung, der Willensvollstrecker im Nachlass ihrer früheren Schwiegermutter könnte versucht sein, mittels Massnahmen der Zwangsvollstreckung auf das geerbte Vermögen zu greifen, macht die
Vermö
gensentäusserung
nicht erklärbar.
Zu beachten ist zudem, dass nicht die Schen
kung des geerbten Vermögens an den Sohn, sondern die Meldepflichtverletzung kausal für die Rückforderung gewesen ist (vgl. auch nachfolgende E. 5.6).
5.6
Zusammenfassend ergibt sich, dass die Beschwerdegegnerin den gutgläubigen Bezug der zurückgeforderten Ergänzungsleistungen zu Recht verneint hat. Die Durchführung weiterer
Sachverhaltsabklärungen und
insbesondere die
Durch
führung der
beantragten Beweismassnahmen
(vgl.
Urk.
23 S. 2 f.,
Urk.
44 S. 5,
Urk.
49, Prot. S. 7)
sind entbehrlich
. Selbst wenn die von der Beschwerdeführe
rin vorgetragenen Beweggründe für die Schenkung ihres Vermögens an ihren Sohn zuträfen, vermöchte dies am Vermögensverzicht im Sinne von
Art.
11
Abs.
1
lit
. g ELG
sowie am fehlenden guten Glauben
nichts zu ändern. Anlass für die am 2
1.
Juni 2013 verfügte Rückforderung gab
die
Meldepflichtverlet
zung
. Der Vollzug der Schenkung erfolgte erst am 3
0.
Juli 2013 (Urk. 12/88a).
Der
Vermögensverzicht hat zur Folge, dass der Beschwerdeführerin die veräus
serten Vermögenswerte (unter Berücksichtigung der jährlichen Amortisation;
Art.
17a ELV) weiterhin als Vermögen zugerechnet werden.
Da es am guten Glauben fehlt, ist es entbehrlich
,
auf die weitere Erlassvoraussetzun
g, die grosse Härte, einzugehen.
Die beiden Voraussetzungen müssen kumulativ erfüllt sein.
Die Abweisung des Erlassgesuches ist unter den gegebenen Umständen nicht zu beanstanden. Dies führt zur Abweisung der dagegen erhobenen Beschwerde.
6.
Über die Entschädigung an
Rechtsanwalt Martin
Jäggi
, Zürich, für
seine Bemü
hungen als
unentgeltlicher Rechtsbeistand
in vorliegen
dem Verfahren
ist nach Eingang der Honorarnote mit separatem Beschluss zu befinden
.