# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** de0efa88-cc38-4c17-a1fd-f9dd398dbba7
**Court:** ZH_OG
**Chamber:** ZH_OG_001
**Year:** 2018
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

betreffend Ehescheidung
Berufung gegen ein Urteil des Einzelgerichtes in Zivil- und Strafsachen des Bezirksgerichtes Hinwil vom 23. August 2017; Proz. FE150244
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Rechtsbegehren:
1. der Klägerin und Berufungsbeklagten (act. 34 S. 2 ff., act. 57 S. 1 f. und act. 79 S. 1 f.): "1. Es sei die Ehe gestützt auf Art. 114 ZGB zu scheiden. 2. Es sei die Tochter C._, geb. tt.mm.2006, unter der gemein-
samen Sorge der Parteien zu belassen. 3. Es sei die Regelung der weiteren Kinderbelange (Obhut, Betreu-
ungsanteile bzw. persönlicher Verkehr) bezüglich der  Tochter C._ in Koordination und Absprache mit der KESB Bezirk Hinwil bzw. der Beistandsperson sowie den  involvierten Stellen vorzunehmen. Es sei die von der Vormundschaftsbehörde D._ bzw. der KESB Bezirk Hinwil angeordnete Beistandschaft für die Tochter auch nach der Scheidung beizubehalten.
4. Es sei der Beklagte zu verpflichten, der Klägerin nachehelich  von (vorläufig beziffert) mindestens CHF 5'240.00 pro Monat während einer angemessenen Dauer, maximal bis zur Pensionierung der Klägerin (d.h. bis und mit jenem Monat, in  sie das gesetzliche AHV-Alter erreicht), minimal während acht Jahren nach Rechtskraft des Scheidungsurteils zu bezahlen, zahlbar monatlich im Voraus, jeweils auf den Ersten eines jeden Monats. Eventualiter sei im Scheidungsurteil festzuhalten, falls keine den  der Klägerin deckende Unterhaltsrente festgelegt werden kann und es sei der Umfang des Mankos zu beziffern. Es seien die Unterhaltsbeiträge gerichtsüblich zu indexieren.
5. Es sei die güterrechtliche Auseinandersetzung durchzuführen. Es sei der Klägerin zu erlauben, den güterrechtlichen  nach Durchführung des Beweisverfahrens, namentlich der  sämtlicher beantragter Unterlagen durch den Beklagten, zu . Provisorisch wird die vom Beklagten der Klägerin zu leistende Ausgleichszahlung im Sinne einer güterrechtlichen Entschädigung neu auf CHF 96'250.00 beziffert.
6. Es sei die Hälfte des während der Ehe kumulierten Guthabens der beruflichen Vorsorge des Beklagten im Sinne von Art. 124 Abs. 1-2 ZGB, zzgl. Zins im Sinne von Abs. 2 nachstehend, auf ein von der Klägerin noch zu eröffnendes und  Freizügigkeitskonto, eventualiter auf ein Konto bei der  Auffangeinrichtung BVG zu überweisen. Es sei die Vorsorgeeinrichtung des Beklagten (Pensionskasse der E._ AG) anzuweisen, das der Klägerin zustehende Guthaben ab
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dem massgeblichen Stichtag (Einleitung der Scheidung, eventualiter ab 1. Januar 2017) gemäss nachstehender Begründung zu verzinsen.
7. Es sei der Beklagte zu verpflichten, folgende Unterlagen : − Entscheid der Ausgleichskasse und der Pensionskasse der
E._ betreffend das aktuelle Renteneinkommen des ;
− Rentenausweise der Ausgleichskasse und der Pensionskasse der E._ für die Jahre 2011 bis 2015 (Nachweis der gesamten jährlichen Renten für diese Jahre);
− Steuererklärungen der Jahre 2005 bis 2015 (bis 2011 die  der Parteien, ab 2012 jene des Beklagten allein);
− italienische Steuerveranlagungen des Beklagten der Jahre 2005 bis 2015;
− Verträge betreffend die Vermietung der Wohnung des Beklagten in F._ seit 2005 bis heute;
− Grundbuchauszug der Wohnung des Beklagten in F._; − Wertnachweise der Wohnung des Beklagten in F._, wie Ver-
kehrswertschätzungen, Belege der Gebäudeversicherung (inkl. Angaben über den Wert der Wohnung) usw.;
− vollständige Nachweise bezüglich der Finanzierung des Erwerbs der Wohnung in F._ durch den Beklagten;
− Nachweise, dass die Kinderrenten für C._ und G._ an diese überwiesen bzw. sonst wie zu ihren Gunsten verwendet wurden;
− Auszüge sämtlicher Konti (inkl. Guthaben Säule 3a) sowie  im In- und Ausland, die den Zeitraum ab 1.  2011 bis zur Einleitung des Scheidungsverfahrens (22. Dezember 2015) lückenlos abdecken und aus denen  Bewegungen dieses Zeitraums ersichtlich sind (namentlich Auszüge für die Konti bei der UBS Nr. 1, 2, 3, 4, 5, 6 sowie 7).
8. Die Rechtsbegehren des Beklagten im Rahmen des  seien abzuweisen, soweit sie jenen der Klägerin .
9. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (zzgl. 8 % MwSt.) zu Lasten des Beklagten."
2. des Beklagten und Berufungsklägers (act. 43 S. 2 f.; Prot. S. 27 ff.; act. 88
S. 1): "1. Es sei die Ehe gestützt auf Art. 114 ZGB zu scheiden.
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2. Es sei die Tochter C._, geb. tt.mm.2006 unter die alleinige Sorge des Beklagten zu stellen.
3. Es sei die Regelung der weiteren Kinderbelange (Obhut,  bzw. persönlicher Verkehr) bezüglich der  Tochter C._ in Koordination und Absprache mit der KESB Bezirk Hinwil bzw. der Beistandsperson sowie den  involvierten Stellen vorzunehmen. Es sei die von der  D._ bzw. der KESB Bezirk Hinwil  Beistandschaft für die Tochter auch nach der  beizubehalten.
4. Es sei der Klägerin kein nachehelicher Unterhaltsbeitrag . Eventualiter sei der Klägerin für eine kurze Übergangszeit ein  zuzusprechen.
5. Es sei die güterrechtliche Auseinandersetzung durchzuführen und es sei der Beklagte zu verpflichten, der Klägerin einen allfälligen Anteil am Mehrwert der früheren ehelichen Wohnung an der H._-Strasse ..., ... D._ zu bezahlen. Weitergehende Ansprüche der Klägerin seien abzuweisen.
6. Es sei auf eine Teilung der während der Ehe geäufneten Leistung zu verzichten bzw. diese der Klägerin zu versagen.
7. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (zzgl. 8% MwSt.) zu Lasten der Klägerin."
Urteil des Bezirksgerichtes Hinwil vom 23. August 2017:
1. Die Ehe der Parteien wird geschieden.
2. Die Tochter C._, geboren am tt.mm.2006, wird unter der gemeinsamen
elterlichen Sorge der Parteien belassen.
3. Die Tochter C._ bleibt fremdplatziert.
4. Die Beistandschaft für die Tochter C._ im Sinne von Art. 308 Abs. 1
und Abs. 2 ZGB wird weitergeführt.
5. Es wird kein Kindesunterhaltsbeitrag festgesetzt.
6. Der Beklagte wird verpflichtet, der Klägerin rückwirkend ab 16. Februar 2016
bis zum Eintritt der Klägerin ins AHV-berechtigte Alter monatliche Unter-
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haltsbeiträge von Fr. 4'540.– zu leisten, zahlbar je monatlich im Voraus auf
den ersten eines jeden Monats.
7. Der Unterhaltsbeitrag gemäss Ziff. 6 basiert auf dem Landesindex der Kon-
sumentenpreise des Bundesamtes für Statistik vom August 2017 von
100.6 Punkten (Basis Dezember 2015 = 100 Punkte). Er wird jeweils auf den
ersten Januar, erstmals auf den 1. Januar 2018, nach Massgabe des In-
dexstandes per November des vorangegangenen Jahres nach folgender
Formel angepasst:
neuer Unterhaltsbeitrag = ursprünglicher Unterhaltsbeitrag x neuer Index
ursprünglicher Index
8. Die güterrechtliche Auseinandersetzung wird in ein separates Verfahren
verwiesen.
9. Die Pensionskasse der E._ wird angewiesen, mit Rechtskraft des
Scheidungsurteils vom Freizügigkeitskonto des Beklagten (A._, AHV-
Nr. ...) Fr. 188'068.–, zuzüglich Zins ab 1. Februar 2017, zugunsten der Klä-
gerin (B._, geboren tt. März 1974) an die Stiftung Auffangeinrichtung
BVG, Weststr. 50, 8036 Zürich, zu überweisen.
10. Der Beklagte wird verpflichtet, der Klägerin innert 30 Tagen ab Eintritt der
Rechtskraft dieses Entscheides die folgenden Urkunden auszuhändigen
oder über deren Verbleib Auskunft zu erteilen, unter Androhung von Bestra-
fung mit Busse wegen Ungehorsams gegen eine amtliche Verfügung ge-
mäss Art. 292 StGB im Unterlassungsfall:
− Auszüge sämtlicher Konten (inkl. Guthaben Säule 3a) sowie Wert-
schriftendepots des Beklagten im In- und Ausland für den Zeitraum ab
1. November 2011 bis 22. Dezember 2015 (namentlich Auszüge für die
Konten bei der E._ Nr. 1, Nr. 2, Nr. 3, Nr. 4, Nr. 5, Nr. 6 sowie
Nr. 7)
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− Steuererklärungen der Jahre 2010 bis 2015, inkl. sämtlicher Beilagen
und Beiblätter
− Grundbuchauszug der Wohnung des Beklagten in F._
− Wertnachweise der Wohnung des Beklagten in F._, wie Ver-
kehrswertschätzungen, Belege der Gebäudeversicherung (inkl. Anga-
ben über den Wert der Wohnung) usw.
− Vollständige Nachweise bezüglich der Finanzierung des Erwerbs der
Wohnung in F._ durch den Beklagten
Im Übrigen wird auf das Auskunftsbegehren der Klägerin nicht eingetreten.
11. Die Entscheidgebühr wird festgesetzt auf:
Fr. 10'000.– die Barauslagen betragen:
Fr. 1'650.– Kosten für die Übersetzung
12. Die Gerichtskosten werden zu einem Zehntel der Klägerin und zu neun
Zehnteln dem Beklagten auferlegt. Der Kostenanteil der Klägerin wird zufol-
ge der ihr gewährten unentgeltlichen Rechtspflege einstweilen auf die Ge-
richtskasse genommen. Die Klägerin wird auf die Nachzahlungspflicht ge-
mäss Art. 123 ZPO hingewiesen.
13. Der Beklagte wird verpflichtet, der Klägerin eine reduzierte Parteientschädi-
gung von Fr. 17'600.– (inkl. Mehrwertsteuer) zu bezahlen. Die von ihm in Er-
füllung seiner Pflicht zur Leistung eines Prozesskostenvorschusses von
Fr. 10'000.– geleisteten Zahlungen werden angerechnet.
14. / 15. (Schriftliche Mitteilung / Rechtsmittel)
Berufungsanträge des Berufungsklägers (act. 103):
"1. Es seien die Dispositiv-Ziffern 6, 7 und 10 sowie 12 und 13 des vorinstanzli-
chen Urteils aufzuheben.
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2. Der Berufungsbeklagten seien weder für die Dauer des Verfahrens noch da-
nach Unterhaltsbeiträge zuzusprechen,
unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (zuzüglich 8 % MWST) zu Lasten der
Berufungsbeklagten."

## Considerations

Erwägungen:
1. Streitgegenstand
A._ (fortan Ehemann) und B._ (fortan Ehefrau) heirateten am tt. Mai
2005 in ..., Ukraine. Der Ehe ist die Tochter C._, geb. am tt.mm.2006, ent-
sprossen. Der Ehemann erlitt im August 2009 einen Hirnschlag und ist nunmehr
IV-Bezüger. Die Ehefrau ist alkoholabhängig und geht keiner Erwerbstätigkeit
nach. Die Tochter wurde fremdplatziert. Das von der Ehefrau am 30. Juli 2012
anhängig gemachte Eheschutzverfahren wurde zufolge eines schon früher pen-
denten Verfahrens in F._ (Italien) sistiert. Letzteres ist nach wie vor in Bear-
beitung. Am 22. Dezember 2015 reichte die Ehefrau die Scheidungsklage ein, die
am 23. August 2017 vom Bezirksgericht Hinwil, Einzelgericht im ordentlichen Ver-
fahren (fortan Vorinstanz) beurteilt wurde. Im Rechtsmittelverfahren stehen der
nacheheliche Unterhalt und die Pflicht des Ehemanns zur Auskunftserteilung im
Streit.
2. Prozessgeschichte
2.1. Am 22. Dezember 2015 leitete die Ehefrau bei der Vorinstanz die Schei-
dungsklage ein (act. 1). Am 13. April 2016 fanden die Einigungsverhandlung und
eine Verhandlung betreffend vorsorgliche Massnahmen statt. Der Ehemann er-
klärte sich dabei bereit, den von der Ehefrau beantragten Prozesskostenvor-
schuss in Höhe von Fr. 10'000.– zu bezahlen. In der Hauptsache konnten sich die
Parteien nicht einigen (Prot. I S. 15; act. 30 f.).
2.2. Die Vorinstanz ordnete einen einfachen Schriftenwechsel an und führte die
Hauptverhandlung durch. Eine von den Parteien am 12. Dezember 2016 getroffe-
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ne Vereinbarung wurde in der Folge vom Ehemann widerrufen. Die Parteien wur-
den auf den 24. März 2017 zur Fortsetzung der Hauptverhandlung sowie zur Ver-
handlung über die von der Ehefrau inzwischen beantragten vorsorglichen Mass-
nahmen vorgeladen; der Ehemann blieb der Verhandlung unentschuldigt fern
(act. 70 ff.; Prot. I S. 42; act. 105 S. 7 f.). Im Übrigen sei zur Vermeidung von
Wiederholungen auf die vorinstanzliche Darstellung des Prozessverlaufs in deren
Urteil verwiesen (vgl. act. 105 S. 4 ff.). Am 23. August 2017 erliess die Vorinstanz
ihr Urteil (act. 94 = act. 104 = act. 105).
2.3. Mit Schreiben vom 15. November 2017 erhob der Ehemann Berufung gegen
das vorinstanzliche Urteil mit den eingangs angeführten Berufungsanträgen (act.
103). Die vorinstanzlichen Akten wurden beigezogen (act. 1-101). Der Ehemann
leistete den mit Verfügung vom 7. Dezember 2017 angeordneten Kostenvor-
schuss in Höhe von Fr. 6'000.– innert erstreckter Frist (act. 106-114). Die Be-
schwerde der Ehefrau betreffend die Regelung der vorsorglichen Massnahmen ist
in einem separaten Verfahren zu entscheiden (LY170048-O). Die Sache ist
spruchreif. Der Ehefrau ist mit dem vorliegenden Urteil noch das Doppel der Beru-
fungsschrift zukommen zu lassen.
3. Berufungsvoraussetzungen
Nach Eingang der Berufung prüft die Rechtsmittelinstanz von Amtes wegen das
Vorliegen der Rechtsmittelvoraussetzungen. Diese sind vorliegend gegeben. Die
Berufung ging rechtzeitig, schriftlich begründet und mit konkreten Anträgen ver-
sehen bei der Rechtsmittelinstanz ein (act. 96 und act. 103). Der Ehemann ist
durch das vorinstanzliche Urteil beschwert und zur Rechtsmittelerhebung legiti-
miert; für Rechtsmittel gegen den vorinstanzlichen Entscheid ist das angerufene
Obergericht zuständig. Der Kostenvorschuss wurde geleistet. Auf die Berufung ist
einzutreten.
4. Lebensprägende Ehe
4.1. Die bundesgerichtliche Rechtsprechung zum nachehelichen Unterhalt fusst
auf der Unterscheidung, ob eine Ehe lebensprägend war oder nicht; bei fehlender
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Prägung wird an den vorehelichen Verhältnissen angeknüpft, während die Partner
bei der lebensprägenden Ehe Anspruch auf Fortführung der ehelichen Lebenshal-
tung haben (BGE 132 III 593 E. 3.2 S. 594 f.). Hat eine Ehe bis zur Beendigung
des Zusammenlebens (vgl. BGE 132 III 598 E. 9.2 S. 600) mehr als zehn Jahre
gedauert oder sind aus ihr Kinder hervorgegangen und erscheint das Vertrauen
des Ansprechers auf Fortführung der ehelichen Lebensverhältnisse als schutz-
würdig, ist, soweit nicht im Einzelfall widerlegt (Urteil 5A_275/2009 vom 25. No-
vember 2009 E. 2.1 und 2.2), eine Lebensprägung zu vermuten. Gleiches gilt,
wenn der ansprechende Ehegatte mit der Heirat aus seinem bisherigen Kultur-
kreis entwurzelt wurde (Urteil BGer 5C.149/2004 vom 6. Oktober 2004, E. 4.3).
4.2. Die Vorinstanz erwog, dass die Dauer der Ehe vorliegend keine entschei-
dende Rolle spiele. Wesentlich sei, dass der Ehe der Parteien ein Kind entsprun-
gen sei, dass die Parteien die traditionelle Rollenverteilung vereinbart hätten, sich
die Ehefrau überwiegend der Kinderbetreuung und Hausarbeit gewidmet habe
und sie mit ihrem vorehelichen Sohn aus der Ukraine in die Schweiz gezogen sei
und damit ihr ganzes bisheriges Leben und das soziale Umfeld hinter sich gelas-
sen habe. Es sei von einer lebensprägenden Ehe auszugehen (act. 105 S. 14 f.).
4.3. Der Ehemann bringt mit der Berufung vor, es könne im vorliegenden Fall
nicht von einer lebensprägenden Ehe ausgegangen werden. Die Ehe sei bereits
im Jahr 2009 zu Ende gewesen, als er sich wegen seines Hirnschlages in Rehabi-
litation habe begeben müssen. Am 2. Juli 2010 sei sodann der Ehefrau die Obhut
über die 4-jährige C._ und den Sohn G._ entzogen worden. C._ sei
stark vernachlässigt und nicht altersadäquat entwickelt gewesen. Seit diesem
Zeitpunkt seien die beiden Halbgeschwister fremdplatziert. Ein Gutachten zeige
schliesslich auf, dass die Beziehung zwischen den Halbgeschwistern zufolge
Übergriffen von G._ für C._ als bedrohend eingeschätzt worden sei.
Schon vor dem Jahr 2009 habe sich die Ehefrau also nicht um ihre Kinder ge-
kümmert. Von Erziehung und Pflege könne keine Rede sein. Die Ehefrau sei ih-
ren Aufgaben nicht nachgekommen und habe sich nicht um die gemeinsame
Tochter gekümmert. C._ sei der Verwahrlosung preisgegeben worden. Es
sei also tatsachenwidrig davon zu sprechen, die Ehefrau habe sich um C._
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gekümmert bzw. den Haushalt besorgt. All diese Argumente habe er in der Kla-
geantwort vom 30. September 2016 dargelegt. Auf die entsprechenden Fakten sei
die Vorinstanz indes nicht eingegangen. Zu berücksichtigen sei der Einzelfall, ob
und inwiefern die Kindererziehung die Lebenslage eines Ehegatten verändere
und präge. Bei der Ehefrau sei aber nicht die Ehe prägend gewesen, sondern das
Unvermögen, sich um die Kinder zu kümmern. Im 2005 sei geheiratet worden,
2006 sei C._ geboren und dann sei es nur noch bis 2009 gegangen, bis klar
ersichtlich geworden sei, dass sich die Ehefrau weder in die Ehe noch in die Kin-
derbetreuung würde einbringen können oder wollen. An der fehlenden Le-
bensprägung ändere auch nichts, dass die Ehefrau aus der Ukraine in die
Schweiz übergesiedelt sei. Er habe alles Mögliche unternommen, um sie in der
Schweiz zu integrieren. Dass dies nicht gelungen sei, müsse dem kurzen Zu-
sammenleben und dem Umstand, dass die Ehefrau den Kontakt zu Staatenge-
nossen beibehalten habe, zugeschrieben werden. Sie sei also nicht entwurzelt
und wenn ja, habe sie sich dies selbst zuzuschreiben (act. 103 S. 4 ff.).
4.4. Die Vorinstanz hat der Dauer der Ehe keine besondere Bedeutung zuge-
messen. Den diesbezüglichen Argumenten des Ehemanns ist damit nicht weiter
nachzugehen. Der Ehemann bestreitet ferner nicht, dass eine traditionelle Rollen-
verteilung vereinbart und zunächst auch gelebt wurde, wendet im Wesentlichen
aber ein, die Betreuung sei derart unzureichend erfolgt, dass C._ habe
fremdplatziert werden müssen. Die Vorinstanz wies aber darauf hin, dass die
Ehefrau Alkoholikerin sei, wobei es sich dabei gerichtsnotorisch um eine Krank-
heit handle; im Alkoholmissbrauch könne kein schuldhaftes Fehlverhalten erblickt
werden
(act. 105 S. 16). Der Ehemann äussert sich zu dieser zutreffenden Erwägung
nicht (vgl. act. 103 S. 7). Steht aber fest, dass die Ehefrau der Kinderbetreuung
krankheitsbedingt nur unzureichend hat nachkommen können, so kann der Ehe-
mann daran keine fehlende Lebensprägung anknüpfen. Fest steht ferner, dass
die Ehefrau ihren Kultur- und Sprachraum verlassen hat, um zum Ehemann zu
ziehen und hier ein neues Leben anzufangen, und dass sie schliesslich ihren vor-
ehelichen Sohn im Einverständnis mit dem Ehemann hat nachkommen lassen
(vgl. act. 43 S. 9); der Ehemann ist während der Ehe für den finanziellen Bedarf
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der ganzen Familie aufgekommen. Damit ist ein weiteres für die Lebensprägung
massgebendes Kriterium erfüllt (vgl. auch Urteil des BGer 5C.149/2004 vom
6. Oktober 2004, E. 4.5). Die entgegenstehende pauschale Argumentation des
Ehemanns, es liege keine Entwurzelung vor und wenn doch, dann sei die Ehefrau
dafür selber verantwortlich, überzeugt nicht. Mit der Vorinstanz ist damit von einer
lebensprägenden Ehe auszugehen.
5. Unbilligkeit von Unterhaltsleistungen
5.1. Der Unterhaltsbeitrag kann ausnahmsweise versagt oder gekürzt werden,
wenn er offensichtlich unbillig wäre, insbesondere weil die berechtigte Person ihre
Pflicht zum Unterhalt der Familie beizutragen, grob verletzt hat (Art. 125 Abs. 3
Ziff. 1 ZGB).
5.2. Die Vorinstanz hielt fest, der Ehemann habe keine klare Ausführungen dazu
gemacht, inwiefern die Voraussetzungen dieser Bestimmung erfüllt seien. Es
bleibe unklar, worin das "gröbste Fehlverhalten" der Ehefrau liegen soll. Ein Be-
weisverfahren über unsubstantiierte Behauptungen sei ausgeschlossen. Aufgrund
der Alkoholabhängigkeit der Ehefrau als eine Krankheit könne ihr auch nicht zur
Last gelegt werden, dass sie sich von den Bemühungen der Sozialbehörden
"nicht (habe) beeindrucken lassen". Eine offensichtliche Unbilligkeit liege nicht vor
(vgl. act. 105 S. 16).
5.3. Mit der Berufung moniert der Ehemann, es sei offensichtlich willkürlich,
wenn die Vorinstanz die Unbilligkeit als unsubstantiiert erachte. Ein Blick in die
beigezogenen Akten zeige ohne Zweifel auf, dass die Ehefrau ihre primäre Auf-
gabe gegenüber C._ als Erzieherin völlig habe vermissen lassen. Es sei be-
legt, dass die Ehefrau ihren Anspruch auf Auszahlung von Unterhalt verwirkt habe
(act. 103 S. 7).
5.4. Für den nachehelichen Unterhalt gilt der Verhandlungsgrundsatz (Art. 277
Abs. 1 ZPO). Das bedeutet, dass der Ehemann den "Blick in die beigezogenen
Akten der KESB" nicht seinen (fehlenden) vorinstanzlichen Behauptungen gleich-
setzen kann. Im Rahmen der Berufung pauschal auf die Akten zu verweisen, um
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der Rüge der fehlenden Substantiierung der Vorinstanz zu begegnen, ist unzu-
reichend. Hinzu kommt, wie soeben schon erwogen, dass sich der Ehemann nicht
mit der zutreffenden Erwägung der Vorinstanz auseinandersetzt, die Alkoholab-
hängigkeit der Ehefrau sei eine Krankheit, die ihr als solche mit ihren Folgen nicht
zur Last gelegt werden dürfe. Eine offensichtliche Unbilligkeit der Unterhaltsleis-
tung wurde damit von der Vorinstanz zu Recht verneint.
6. Dispositionsmaxime / Einkommen der Ehefrau / Auskunftspflicht
6.1. Das Gericht darf einer Partei nicht mehr und nichts anderes zusprechen, als
sie verlangt, und nicht weniger, als die Gegenpartei anerkannt hat (Art. 58 Abs. 1
ZPO).
6.2. Die Vorinstanz verpflichtete den Ehemann zur Zahlung von nachehelichem
Unterhalt an die Ehefrau bis zu deren Eintritt ins AHV-berechtigte Alter (act. 105
S. 29). Sie erwog, dass die Ehefrau alkoholabhängig sei, an einer fortgeschritte-
nen Leberzirrhose leide und armengenössig sei. Aus gesundheitlichen Gründen
sei eine Erwerbstätigkeit nicht möglich. Aufgrund der schweren Leberzirrhose sei
eine Verbesserung des Gesundheitszustands auch nicht zu erwarten, sei der
suchtbedingte Alkoholkonsum der Ehefrau zeitweise gar noch gestiegen. Es
könne der Ehefrau daher kein hypothetisches Einkommen angerechnet werden
(act. 105 S. 17). Die Vorinstanz verpflichtete den Ehemann sodann mit Blick auf
die güterrechtliche Auseinandersetzung zur Edition diverser Urkunden bzw. zur
Auskunftserteilung zu deren Verbleib (act. 105 S. 30 f.).
6.3. Der Ehemann rügt, die Ehefrau habe einzig eine Übergangsfrist von acht
Jahren geltend gemacht, in der sie nachehelichen Unterhalt beanspruche; die
Vorinstanz sei darüber hinweg gegangen und habe der Ehefrau die Fähigkeit ab-
gesprochen, einer Erwerbstätigkeit nachzugehen; damit sei die Dispositionsma-
xime verletzt. Die Ehefrau sei in der Lage, ein eigenes Einkommen zu generieren.
Bei Bejahung eines Unterhaltsanspruchs, sei ein Gutachten einzuholen, welches
sich nicht nur über die aktuelle, sondern auch über die künftige Arbeitsfähigkeit zu
äussern habe. Ausser Acht gelassen worden seien ferner die eventuellen Ansprü-
che der Ehefrau auf eine IV-Rente. Zur Auskunftserteilung führte er aus, er sei
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seinen Pflichten bereits nachgekommen und es bestehe kein Anlass dafür, der
Verpflichtung erneut nachzuleben (act. 103 S. 8).
6.4. Aus den eingangs wiedergegebenen Anträgen der Parteien geht hervor,
dass die Ehefrau im Hauptstandpunkt Unterhalt bis zu ihrer Pensionierung und im
Eventualstandpunkt während minimal acht Jahren ab Eintritt der Rechtskraft be-
antragte. Sie führte dazu in der Begründung auch aus, dass realistischerweise
davon auszugehen sei, dass sie nicht in der Lage sei, in der Schweiz ein Ein-
kommen zu generieren, zumal sie die Sprache kaum beherrsche und über keine
verwertbare Berufsausbildung verfüge. Sollte ihr ein Einkommen angerechnet
werden, so sei ihr auf jeden Fall eine Übergangsfrist von mindestens acht Jahren
zu gewähren (vgl. act. 105 S. 16). Eine Verletzung der Dispositionsmaxime durch
die Vorinstanz ist aufgrund dessen nicht zu erkennen.
Vor Vorinstanz anerkannte der Ehemann, dass die Ehefrau einstweilen nicht in
der Lage ist, einer Arbeitstätigkeit nachzugehen (Prot. I S. 31). In der Berufung
wird gegenteiliges behauptet, wobei eine Auseinandersetzung mit den vorinstanz-
lichen Erwägungen zur Alkoholabhängigkeit und zur schweren Leberzirrhose
gänzlich unterbleibt. Insofern ist auf die Berufung mangels Begründung nicht ein-
zutreten. Nämliches gilt für die völlig unbestimmten Behauptungen des Ehemanns
zur Erfüllung der Auskunftspflicht. Unzulässig ist schliesslich die Darstellung, die
eventuellen Ansprüche der Ehefrau auf eine IV-Rente seien ausser Acht gelassen
worden. Der Ehemann tut weder dar noch ist ersichtlich, dass er derlei schon vor
Vorinstanz behauptet hätte, bzw. er unterlässt Ausführungen dazu, inwiefern die
neue Tatsache im Berufungsverfahren (Art. 317 Abs. 1 ZPO) noch zu berücksich-
tigen wäre.
7. Fazit
Die Berufung des Ehemanns ist abzuweisen, soweit darauf einzutreten ist, und
der vorinstanzliche Entscheid ist zu bestätigen.
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8. Kosten- und Entschädigungsfolge
Ausgangsgemäss sind die Gerichtskosten dem Ehemann aufzuerlegen (Art. 106
Abs. 1 ZPO). Angesichts des geringen Zeitaufwandes des Gerichts und der über-
blickbaren Schwierigkeit des Falles ist die Gerichtsgebühr in Anwendung von § 6
Abs. 1 i.V.m. § 5 GebV OG, trotz der für eine Dauer von bis zu 22 Jahren im Streit
stehenden monatlichen Unterhaltsbeiträge von Fr. 4'540.– auf Fr. 3'000.– zu be-
messen. Mangels erheblicher Umtriebe ist der Ehefrau keine Parteientschädigung
zuzusprechen.