# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** dd73715f-6b40-4b77-ad4e-de36be794886
**Court:** ZH_VG
**Chamber:** ZH_VG_001
**Year:** 2014
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** 

## Facts

hat sich ergeben:
I.
A studierte an der Rechtswissenschaftlichen Fakultät der Universität Zürich Jurisprudenz. Im Frühling 2010 meldete er sich für den zweiten Teil der schriftlichen Lizentiatsprüfungen (nachstehend schriftliche Lizentiat II-Prüfungen) an. Aufgrund gesundheitlicher Probleme konnte er in der Folge weder an den Prüfungen im Juni 2010 noch an denjenigen im Januar 2011 teilnehmen. In beiden Fällen bewilligte das Dekanat der Rechtswissenschaftlichen Fakultät Verschiebungsgesuche; zugleich wies es ihn darauf hin, dass er im Falle andauernder Prüfungsunfähigkeit nicht mit der Gutheissung eines erneuten Verschiebungsgesuchs rechnen könne, und empfahl ihm, einen allfälligen Wechsel in den Bachelor-Studiengang in Erwägung zu ziehen.
Im Juni 2011 wollte
A
erneut die schriftlichen Lizentiat II-Prüfungen ablegen; aus gesund
heitlichen Gründen war er dazu allerdings ein weiteres Mal nicht in der Lage. Am 6. Juni 2011 ersuchte er deshalb um Verschiebung seiner Prüfungen. Das Dekanat teilte
ihm
mit Schreiben vom 5. Oktober 2011 mit, er habe die schriftlichen Lizentiat II-Prüfungen nicht bestanden, da er unentschuldigt nicht erschienen sei.
Schliesslich legte
A
die schriftlichen Lizentiat II-Prüfungen im Januar 2012 ab. Am 7. März 2012 eröffnete ihm das Dekanat, seine Leistungen seien wie folgt bewertet worden: Privatrecht II mit der Note 4, Zivilprozessrecht und Schuldbetreibungs- und Konkursrecht mit der Note 4 sowie Strafrecht II und Strafprozessrecht mit der Note 3. Zugleich wurde
ihm
mitgeteilt, dass er von weiteren Prüfungen an der Rechtswissen
schaftlichen Fakultät ausgeschlossen werde, da die im Januar 2012 abgelegten
Prüfungen
als Wiederholungsprüfungen zu qualifizieren seien.
II.
Mit Rekurs vom 9. April 2012 gelangte
A
an die Rekurskommission der Zürcher Hochschulen und beantragte im Wesentlichen, unter Entschädigungsfolge sei der Ent
scheid vom 7. März 2012 aufzuheben und
das Dekanat der Rechtswissenschaftlichen Fakultät der
Universität Zürich anzuweisen, ihn innert angemessener Frist zur Wiederh
o
lungsprüfung zuzulassen. Mit Beschluss vom 12. Dezember 2013
wies die Rekurs
kommission den Rekurs ab (
Dispositiv-Ziff. I
).
III.
A
liess am 31. Januar
2013
/3. Februar 2014 Beschwerde beim Verwaltungsgericht erheben und folgende Anträge stellen:
" 1. In Gutheissung der Beschwerde sei der Beschluss der Rekurskommission der Zürcher Hochschulen vom 12. Dezember 2013 [...] aufzuheben und die Rekurskommission [...] anzuweisen, den Beschwerdeführer innert einer angemessenen Frist zu einer Wiederholungsprüfung zuzulassen.
Eventualiter sei festzustellen, dass der Beschwerdeführer – ohne Vorbehalt – ins Bachelor-System der Universität Zürich oder einer anderen Universität wechseln kann.
2. Es seien bei der Rekurskommission [...] und bei der Universität Zürich sowie beim Bundesgericht die Vorakten beizuziehen.
3. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zuzüglich 8 % MWST zulasten der Rekurskommission [...] bzw. der Staatskasse."
In prozessualer Hinsicht ersuchte
A
um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege, Bestellung seines Rechtsvertreters als unentgeltlichen Rechtsbeistand
s
und Verzicht auf Erhebung eines Kostenvorschusses.
Am 11./14. Februar 2014 liess sich die Rekurskommission mit dem Schluss auf Abwei
sung der Beschwerde vernehmen.
Das Dekanat der Rechtswissenschaftlichen Fakultät
verzichtete am 3./10. März 2014 ausdrücklich auf Beschwerdeantwort
.
Die Kammer

## Considerations

erwägt:
1.
1.1
Gemäss § 70 in Verbindung mit § 5 Abs. 1 des Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959 (VRG, LS 175.2) prüft das Verwaltungsgericht seine Zuständigkeit von Amtes wegen. Entscheide der Rekurskommission der Zürcher Hochschulen können nach Massgabe des Verwaltungsrechtspflegegesetzes an das Verwaltungsgericht weitergezogen werden (§ 46 Abs. 5 des Universitätsgesetzes vom 15. März 1998 [LS 415.11]). Die vorliegende Beschwerde betrifft die schriftlichen Lizentiat II-Prüfungen und damit keine in den Ausnahmekatalog nach §§ 42–44 VRG fallende Materie.
1.2
Gemäss § 52 Abs. 1 in Verbindung mit § 20a Abs. 1 VRG können im Beschwerde
verfahren keine neuen Sachbegehren gestellt werden. Es darf daher nicht mehr oder etwas anderes als ursprünglich verlangt beantragt werden (Marco Donatsch in: Alain Griffel [Hrsg.], Kommentar
zum Verwaltungsrechtspflegegesetz des Kantons Zürich [
VRG
]
, 3. A., Zürich etc. 2014
[Kommentar VRG]
, § 20a N. 9 f., auch zum Folgenden; ferner Donatsch, § 52 N. 11). Gegenstand einer verwaltungsgerichtlichen Beschwerde kann entsprechend nur bilden, was bereits Streitgegenstand des vorinstanzlichen Verfahrens war oder hätte sein sollen.
Der Beschwerdeführer beantragte im Rekursverfahren, er sei innert angemessener Frist zu einer "Wiederholungsprüfung" zuzulassen. In der Begründung seiner Rekursschrift führt
e
er aus,
der Beschwerdegegner
habe die von ihm im Januar 2012 abgelegten Prüfungen zu Unrecht als Wiederholungsprüfungen qualifiziert, was zur Folge habe, dass er "von allen weiteren Prüfungen der Rechtswissenschaftlichen Fakultät der Universität Zürich" ausge
schlossen werde. Weiter rügte er, sein Ausschluss von weiteren Prüfungen stelle einen "extremen Härtefall dar, der in keiner Art und Weise verhältnismässig" sei.
Aufgrund seines bereits fortgeschrittenen Alters stelle die Wiederholung der Prüfung die letzte Chance dar, einem juristischen Beruf nachgehen zu können, was seit jeher sein Wunsch gewesen sei.
Es könne und dürfe nicht sein, dass eine nicht vorhersehbare, unverschuldete Erkran
kung seine juristische Karriere für immer zerstöre.
In der Rekursreplik vom 5. Juli 2012 machte der Beschwerdeführer geltend, sein Interesse, nach zehnjährigem Studium zur Wiederholungsprüfung zugelassen zu werden und einen Universitätsabschluss erreichen zu können, sei weit schwerer zu gewichten als der verhältnismässig bescheidene Aufwand des Beschwerdegegners, "eine Bologna-Prüfung in eine Liz-Prüfung umzuwandeln und [ihm] die ihm zustehende zweite Prüfungschance zu gewähren".
Der Rekurs richtete sich nach dem Gesagten gegen die Nichtgewährung einer Wiederholungsprüfung der Klausuren des zweiten Teils der Lizentiatsprüfungen. Demgegenüber bildete die Frage, ob und allenfalls unter welchen Voraussetzungen der Beschwerdeführer zum Bachelor-Studiengang an der Rechtswissenschaftlichen Fakultät der Universität Zürich oder einer anderen Universität
zuzulassen
sei
,
nicht
Gegenstand des vorinstanzlichen Verfahrens
.
Entsprechend kann auf den vom Beschwerdeführer erstmals im vorliegenden Verfahren gestellten Eventualantrag,
es sei
festzustelle
n
, dass der Beschwerdeführer vorbe
haltlos ins Bachelor-System
der Universität Zürich oder
einer anderen Universität wechseln könne, nicht eingetreten werden. Anzumerken bleibt, dass das Verwaltungsge
richt ohnehin nicht befugt wäre, über die Zulassung des Beschwerdeführers zu einer ausserkantonalen Universität zu befinden (vgl. § 41 Abs. 1 in Verbindung mit § 19 Abs. 1 und § 19b VRG).
1.3
Da die weiteren Sachurteilsvoraussetzungen erfüllt sind, gilt es im Übrigen auf die Beschwerde einzutreten.
2.
2.1
Mit Schreiben vom 5. Oktober 2011 teilte der Beschwerdegegner dem Beschwerdefüh