# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 7ff8253d-ef3c-4345-a59e-1ca4b4a7bec7
**Court:** GR_KG
**Chamber:** GR_KG_006
**Year:** 2018
**Language:** de
**Jurisdiction:** GR / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

hat sich ergeben:
Seite 2 — 53
I. Sachverhalt
A. X._, geboren am _ 1973, und Y._, geboren am _ 1973, schlossen am _ 1997 in O.1_ die Ehe. Sie sind Eltern von A._, geboren am _ 2000, und B._, geboren am _ 2003.
B/1. Anfangs _ 2012 trennten sich die Ehegatten X./Y._. Am 1. März 2012 schlossen sie eine aussergerichtliche Trennungsvereinbarung, in der sie sich unter anderem auf eine gemeinsame Obhut über die Kinder einigten. Ausserdem verpflichtete sich Y._, an den Unterhalt der beiden Töchter insgesamt CHF 1’500.-- pro Monat sowie eine einmalige Zahlung im Betrage von CHF 1’500.-- aus seinem 13. Monatslohn zu leisten. X._ erhielt für das erste Trennungsjahr eine Unterhaltszahlung von insgesamt CHF 26’000.--.
B/2. Für das Jahr 2013 vereinbarten die Parteien Unterhaltszahlungen von monatlich CHF 857.50 (inklusive Kinderzulagen) für jede Tochter sowie von monatlich CHF 502.-- für X._.
B/3. Ab anfangs 2014 leistete Y._ Unterhaltszahlungen von monatlich CHF 750.-- (inklusive Kinderzulagen) pro Kind und monatlich CHF 1’150.-- für X._. Ausserdem bezahlte er die Krankenkassenprämien für die Tochter A._.
C. Y._ reichte dem Bezirksgericht O.6_ am 20. Oktober 2014 ein gemeinsames Scheidungsbegehren ohne Regelung der Nebenfolgen ein. Anlässlich der auf den 1. Dezember 2014 festgesetzten Anhörung konnte über die Nebenfolgen der Ehescheidung keine Einigung erzielt werden.
D/1. Am 11. Dezember 2014 reichte X._ beim Einzelrichter in Zivilsachen am Bezirksgericht O.6_ ein Gesuch auf Erlass vorsorglicher Massnahmen ein. Sie stellte folgende Anträge:
„1. Die Obhut über die gemeinsamen Kinder A._, geboren am _ 2000, und B._, geboren am _ 2003, sei für die Dauer des Ehescheidungsverfahrens der Kindsmutter X._ zuzuteilen.
2. Der Kindsvater Y._ sei für die Dauer des Ehescheidungsverfahrens für berechtigt zu erklären, die Kinder A._, geboren am 0_ 2000, und B._, geboren am _ 2003, jedes erste und dritte Wochenende eines jeden Monats von Freitag, 17.00 Uhr, bis Sonntag, 19.00 Uhr, zu betreuen. Zudem sei er für berechtigt zu erklären, mit seinen Kindern A._ und B._ drei Wochen Ferien pro Jahr sowie die Hälfte der Feiertage zu verbringen.
Seite 3 — 53
3. Y._ sei zu verpflichten, an X._ für den Unterhalt der Kinder A._ und B._ rückwirkend ab dem 01. Dezember 2014 einen monatlichen Unterhaltsbeitrag von je Fr. 1’050.00 zuzüglich Kinderzulagen zu bezahlen.
Die Zahlungen sind jeweils im Voraus auf den 01. eines jeden Monats zu leisten.
4. Y._ sei zu verpflichten, an den Unterhalt von X._ rückwirkend ab dem 01. Januar 2014 einen monatlichen Beitrag von Fr. 1’900.00 zu bezahlen.
Die Zahlungen sind jeweils im Voraus auf den 01. eines jeden Monats zu leisten. Für die Nachzahlungen sei Y._ eine 30-tägige Frist einzuräumen.”
D/2. Y._ beantragte in seiner Stellungnahme vom 26. Januar 2015, was folgt:
„1. Es sei die bestehende alternierende Obhut für die gemeinsamen Kinder A._, geboren _ 2000, sowie B._, geboren _ 2003, für die Dauer des Ehescheidungsverfahrens zu belassen.
2. Der Gesuchsgegner sei zu verpflichten, der Gesuchstellerin ab 1. Dezember 2014 für den Unterhalt der Kinder A._ und B._ einen monatlichen Unterhaltsbeitrag von je CHF 750.00 inkl. Kinderzulage zu bezahlen.
3. Der Gesuchsgegner sei zu verpflichten, an den Unterhalt der Gesuchsgegnerin ab 1. Dezember 2014 einen monatlichen Beitrag von CHF 1’150.00 zu bezahlen.
4. Eventualiter sei die Obhut über die beiden gemeinsamen Kinder A._ und B._ dem Gesuchsgegner zuzuteilen und es seien die entsprechenden Unterhaltszahlungen gerichtlich festzulegen.
5. Unter gesetzlicher Kosten- und Entschädigungsfolge.”
D/3. Die Hauptverhandlung vor dem Einzelrichter in Zivilsachen am Bezirksgericht O.6_ fand am 10. Februar 2015 in Anwesenheit beider Parteien sowie ihrer Rechtsvertreter statt. Eine Einigung über die Obhutszuteilung und/oder über die Unterhaltsbeiträge konnte bei dieser Gelegenheit nicht erzielt werden. Am 11. März 2015 hörte der Einzelrichter die Tochter A._ und am 18. März 2015 die Tochter B._ an. X._ hielt in der Folge mit Schreiben vom 25. März 2015 an ihren im Gesuch vom 11. Dezember 2014 gestellten Anträgen fest, mit Ausnahme der Ferienregelung. Diesbezüglich hatten sich die Parteien an der Hauptverhandlung auf ein Ferienrecht des Vaters von sechs Wochen geeinigt. Y._ teilte mit Schreiben vom 9. April 2015 mit, dass er den Entscheid der beiden Töchter ‒ gemeint ist derjenige, während der Woche bei der Mutter leben zu wollen ‒ grundsätzlich akzeptiere.
Seite 4 — 53
D/4. Mit Entscheid vom 6. Juli 2015, mitgeteilt am 9. Juli 2015, erkannte der Einzelrichter in Zivilsachen am Bezirksgericht O.6_ wie folgt:
„1. Das Gesuch wird teilweise gutgeheissen und was folgt angeordnet:
2. a) Die Obhut über die gemeinsamen Kinder A._, geboren am _ 2000, und B._, geboren am _ 2003, wird für die Dauer des Ehescheidungsverfahrens der Kindsmutter X._ zugeteilt.
b) Der Kindsvater Y._ wird für die Dauer des Ehescheidungsverfahrens für berechtigt erklärt, die Kinder A._, geboren am _ 2000, und B._, geboren am _ 2003, jedes erste und dritte Wochenende eines jeden Monats von Freitag, 17.00 Uhr, bis Sonntag, 19.00 Uhr, zu sich auf Besuch zu nehmen. Zudem wird er für berechtigt erklärt, mit seinen Kindern A._ und B._ sechs Wochen Ferien pro Jahr sowie die Hälfte der Feiertage zu verbringen.
c) Y._ wird verpflichtet, an X._ für den Unterhalt der Kinder A._ und B._ rückwirkend ab dem 1. Dezember 2014 einen monatlichen Unterhaltsbeitrag von je CHF 990.00 zuzüglich Kinderzulagen zu bezahlen. Die Zahlungen sind jeweils im Voraus auf den 1. eines jeden Monats zu leisten.
Y._ wird verpflichtet, an den Unterhalt von X._ rückwirkend ab dem 1. Dezember 2014 einen monatlichen Beitrag von Fr. 1’150.00 zu bezahlen. Die Zahlungen sind jeweils im Voraus auf den 1. eines jeden Monats zu leisten.
Für die Nachzahlungen wird Y._ eine 30-tägige Frist eingeräumt.
d) Die Unterhaltsbeiträge gemäss lit. c basieren auf dem Landesindex der Konsumentenpreise des BFS, Stand Januar 2015, d.h. 98.2 Punkte (Basis Dezember 2010 = 100 Punkte). Sie sind jährlich auf den 1. Januar nach Massgabe des Indexstandes per November des Vorjahres wie folgt anzupassen:
Neuer UB = alter UB x neuer Index alter Index
Die Anpassung der Unterhaltsbeiträge erfolgt unter dem ausdrücklichen Vorbehalt, dass das Einkommen des Unterhaltsverpflichteten der Teuerung angepasst wird.
3. a) Die Gerichtskosten in der Höhe von CHF 2’500.00 gehen zu einem Fünftel zu Lasten der gesuchstellenden Partei und zu vier Fünfteln zu Lasten der gesuchsgegnerischen Partei (Art. 105 Abs. 1 und Art. 106 ZPO). Der auf die gesuchstellende Partei anfallende Anteil wird auf die Gerichtskasse genommen.
b) Die gesuchsgegnerische Partei hat die Gegenpartei im reduzierten Umfang mit CHF 2’399.15 (inkl. Barauslagen und MwSt.) aussergerichtlich zu entschädigen (Art. 105 Abs. 2 ZPO). Für den Fall der Uneinbringlichkeit dieser Entschädigung gilt Art. 122 Abs. 2 ZPO. Im unterliegenden Umfang wird sie mit CHF 1’332.80 (inkl. Barauslagen und MwSt.) aus der Gerichtskasse entschädigt (Art. 122 Abs. 1 lit. a ZPO).
Seite 5 — 53
c) Eine Partei, der die unentgeltliche Rechtspflege gewährt wurde, ist zur Nachzahlung verpflichtet, sobald sie dazu in der Lage ist (Art. 123 Abs. 1 ZPO). Der Anspruch des Kantons verjährt zehn Jahre nach Abschluss des Verfahrens (Art. 123 Abs. 2 ZPO).

## Considerations