# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** c8651548-30be-5aa1-8b35-bad6e825a4a2
**Court:** SG_VG
**Chamber:** SG_VG_001
**Year:** 2018
**Language:** de
**Jurisdiction:** SG / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Das Verwaltungsgericht stellt fest:
A. Mit Entscheid vom 23. Mai 2016 wies die Baukommission X. die von der
Erbengemeinschaft A.Y. und B.Y. gegen das Baugesuch Umgebungsgestaltung EFH
G.-strasse 00, X., erhobene Einsprache ab; die Baubewilligung wurde erteilt (act. G
16/1/1 f.). Den hiergegen am 13. Juni 2016 erhobenen Rekurs i/S Erbengemeinschaft
A.Y./Baukommission X. (act. G 16/1) zog Rechtsanwalt lic. iur. Urs Pfister, St. Gallen,
nachdem die Rekursinstanz mit den Verfahrensbeteiligten am 27. September 2016
einen Augenschein durchgeführt hatte (act. G 10/16), mit Schreiben vom 6. November
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2016 zurück. Mit Entscheid vom 8. November 2016 verfügte das Baudepartement die
Rekursabschreibung zufolge Rückzugs. Verfahrenskosten wurden nicht erhoben. Den
Rekurrenten wurde der geleistete Kostenvorschuss von CHF 1‘000 zurückerstattet.
Das Begehren um Ersatz der ausseramtlichen Kosten wurde abgewiesen (act. G 2).
B.
a. Gegen diesen Entscheid erhob Rechtsanwalt Pfister für die Erbengemeinschaft A.Y.
und B.Y. mit Eingabe vom 23. November 2016 Beschwerde (act. G 1). In der
Beschwerdeergänzung vom 6. Februar 2017 (act. G 11) beantragte der Rechtsvertreter
Aufhebung des Entscheids, unter Kosten- und Entschädigungsfolgen für das Rekurs-
und das Beschwerdeverfahren.
b. In der Vernehmlassung vom 10. Februar 2017 beantragte die Vorinstanz Abweisung
der Beschwerde. Zur Begründung verwies sie auf den angefochtenen Entscheid (act. G
15). Die Beschwerdegegner nahmen in der Vernehmlassung vom 19. Februar 2017 zu
den Vorbringen der Beschwerdeführer Stellung (act. G 18). Die Beschwerdebeteiligte
verzichtete auf eine Stellungnahme (act. G 20). Mit Eingabe vom 1. April 2017
äusserten sich die Beschwerdeführer zur Vernehmlassung der Beschwerdegegner (act.
G 23). Am 21. Juni 2017 reichten sie eine weitere Stellungnahme mit Fotos zur
Bauausführung ein (act. G 25 f.). Am 8. März 2018 forderte das Verwaltungsgericht bei
der Vorinstanz den Überbauungsplan Q. an (act. G 28).
c. Auf die Vorbringen der Verfahrensbeteiligten in den Eingaben des vorliegenden
Verfahrens wird, soweit für den Entscheid relevant, in den nachstehenden Erwägungen
eingegangen.

## Considerations

Darüber zieht das Verwaltungsgericht in Erwägung:
1. (...).
2.
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2.1. Streitig ist, ob die Beschwerdeführer für das durch Abschreibung zufolge
Rückzugs erledigte Rekursverfahren ausseramtlich zu entschädigen sind oder nicht.
Nach Art. 106 Abs. 1 der Zivilprozessordnung (ZPO; SR 272), welcher für den
Kostenentscheid im Rekursverfahren vor dem Baudepartement sinngemäss anwendbar
ist (Art. 98 VRP), werden die Prozesskosten (Art. 95 Abs. 1 lit. a und b ZPO:
Gerichtskosten und Parteientschädigung) der unterliegenden Partei auferlegt. Bei
einem Rekursrückzug gilt grundsätzlich die rekurrierende Partei als unterliegend.
Hiervon abweichend können die Prozesskosten nach Ermessen verteilt werden, wenn
besondere Umstände vorliegen, die eine Verteilung nach dem Verfahrensausgang als
unbillig erscheinen lassen (Art. 107 Abs. 1 lit. f ZPO i.V.m. Art. 98 VRP). In der Lehre
wird dafür plädiert, von Art. 107 Abs. 1 lit. f ZPO nur mit Zurückhaltung Gebrauch zu
machen. Angezeigt sei eine sehr restriktive Handhabung dieses quasi als "Notventil"
eingeführten Auffangtatbestands (Martin H. Sterchi, in: Berner Kommentar ZPO, Band
I, 2012, N. 2 und N. 21 zu Art. 107 ZPO; BGer 1C_350/2016 vom 2. Februar 2017, E.
2.3.1).
2.2. Im angefochtenen Entscheid hielt die Vorinstanz fest, die Gegenstandslosigkeit
des Rekurses sei in erster Linie Folge des Rekursrückzugs und nur in einem
untergeordneten Punkt Folge des Verzichts auf Erhebung der Einsprachegebühr durch
die Beschwerdebeteiligte. Zum anderen hätte der Rekurs aufgrund der Aktenlage auch
kaum Aussichten auf Erfolg gehabt. Zwar seien die Baugesuchsunterlagen spärlich
gewesen. Sie hätten jedoch trotz fehlender Schnitte und Vermassungen des
umstrittenen Plans ausgereicht, um die Bewilligungsfähigkeit des Vorhabens beurteilen
zu können. Zu diesem Ergebnis trage auch die Geringfügigkeit der geplanten
Umgebungsgestaltung bei. Gemäss Baugesuchsformular sei die Erstellung eines 0.8 m
breiten Gehwegs (ohne Terrainveränderung auf der bestehenden Rasenfläche) vom
bestehenden Vorplatz bis zum bestehenden Sitzplatz mit Betonverbundsteinen
vorgesehen. Im unteren Bereich solle links und rechts des Gehwegs ein Steingarten
angelegt und bepflanzt werden; im oberen Bereich sei vorgesehen, anstelle der kleinen
Böschung zum Nachbargrundstück auf einer Länge von 13 m Steinkörbe einzubauen
und entlang der Steinkörbe einen schmalen Steingarten anzulegen (act. G 16/4 Beilage
A.). Selbst derart untergeordnete Gartengestaltungen seien gemäss Überbauungsplan
Q. vom 12. Dezember 2006 bewilligungspflichtig. Die Anforderungen an die Qualität
und den Detailierungsgrad der Baugesuchsunterlagen für solche Vorhaben sei aber
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deswegen nicht automatisch generell hoch, sondern im Einzelfall festzulegen.
Nachdem die aktuell vorhandene Gartengestaltung bewilligt sei, die neue
Umgebungsgestaltung fast ohne bauliche Eingriffe ins bestehende Terrain auskommen
werde und auch die Platzierung der Steinkörbe visiert gewesen sei, würden die
Baugesuchunterlagen für die Behandlung des Gesuchs ausreichen. Der Rekurs wäre
daher abzuweisen gewesen, weshalb kein Anspruch auf ausseramtliche Entschädigung
bestehe (act. G 2).
2.3. Die Beschwerdeführer wenden im Wesentlichen ein, das Rekursverfahren sei
durch die Beschwerdegegner verursacht worden, weil die Planunterlagen falsch
gewesen seien und eine inhaltliche Beurteilung des Vorhabens gar nicht zugelassen
hätten. Der eingereichte Schnittplan vom 4. März 2016 (act. G 12/25) sei falsch
gewesen, weil dieser sich nicht auf das konkrete Baugesuch bezogen habe. Das
Rekursverfahren sei erst hinfällig geworden, nachdem die Beschwerdegegner am
Rekursaugenschein die verlangten Planunterlagen (act. G 12/24) eingereicht hätten, die
in der Folge von der Baukommission X. bewilligt worden seien. Die Vorinstanz sei von
einem unrichtig bzw. unvollständig erhobenen Sachverhalt ausgegangen. Zudem sei
mit dem Rekursentscheid Recht verletzt worden, insbesondere das Baugesetz und das
Baureglement. Die ursprünglichen Baugesuchspläne seien nicht nur in formeller
Hinsicht ungenügend gewesen, sondern hätten eine Beurteilung mit den besonderen
Vorschriften zum Überbauungsplan Q. vom 6. Dezember 2006 gar nicht zugelassen.
Aufgrund der Schnittpläne, von welchen sie am Rekursaugenschein Kenntnis erhalten
hätten, hätten die Beschwerdeführer erstmals eine inhaltliche Prüfung des Baugesuchs
vornehmen können. Sie hätten sich daraufhin entschlossen, den Rekurs
zurückzuziehen. Die Beschwerdegegner hätten die Gegenstandslosigkeit des
Rekursverfahrens zu vertreten (act. G 11).
3.
3.1. Unbestritten blieb vorliegend die Feststellung im angefochtenen Entscheid,
wonach die Gegenstandslosigkeit des Rekurses in erster Linie Folge des
Rekursrückzugs – nach Vorlage der genannten Schnittpläne – durch die
Beschwerdeführer und nur in einem untergeordneten Punkt Folge des Verzichts auf
Erhebung der Einsprachegebühr durch die Beschwerdebeteiligte sei. Ein lediglich
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geringfügiges Obsiegen, wie es aus dem Verzicht auf Erhebung der Einsprachegebühr
resultiert, bliebe für die Festlegung der ausseramtlichen Entschädigung praxisgemäss
unberücksichtigt (vgl. statt vieler B 2013/28 vom 12. Februar 2014, E. 8.1;
www.gerichte.sg.ch). Zu klären bleibt hingegen, ob der vorinstanzliche Verzicht auf
Zusprechung einer ausseramtlichen Entschädigung als „unbillig“ im Sinn von Art. 107
Abs. 1 lit. f ZPO zu qualifizieren ist. Zu prüfen ist mithin, ob der Rekurs in materieller
Hinsicht angebrachtermassen erhoben worden war und warum er zurückgezogen
wurde.
3.2. Nach Art. 80 Abs. 2 des Baugesetzes (BauG, sGS 731.1; in der hier anwendbaren,
bis 30. September 2017 gültig gewesenen Fassung) muss ein Baugesuch die für die
baupolizeiliche Beurteilung notwendigen Unterlagen wie Situationspläne, Grundrisse,
Ansichten und Schnitte enthalten. Art. 55 des Baureglements der Stadt X. vom 30. Mai
1994 (BauR) verlangt für Baugesuche unter anderem Schnitt- und Fassadenpläne mit
Angabe der Höhenkoten, des gewachsenen und gestalteten Terrains entlang der
Fassadenflucht bis an die Grundstücksgrenzen sowie des Niveaupunktes mit der
Meereshöhe (Abs. 1 lit. f). Art. 13 Abs. 1 der besonderen Vorschriften (besV) zum
Überbauungsplan Q. vom 6. Dezember 2006 verlangt, dass Bauten und Anlagen sowie
deren Einordnung in die Topographie so zu gestalten sind, dass hinsichtlich
Massstäblichkeit, Formensprache, Materialwahl und Farbgebung eine gute
Gesamtwirkung erzielt wird (act. G 28; vgl. auch Art. 17 und 18 besV).
Vorliegend fällt vorab in Betracht, dass die Beschwerdeführer im Rekursschreiben vom
13. Juni 2016 das Fehlen von korrekten Schnittplänen bemängelten (act. G 16/1 S. 8).
Am Rekursaugenschein vom 27. September 2016 reichten die Beschwerdegegner
erstmals vier detaillierte und auf das konkrete Baugesuch bezogene Schnittpläne,
datiert 23. September 2016, ein, aus welchen die aus der Gartenumgestaltung
resultierende Terrainveränderung ersichtlich ist (act. G 16/10). Diese mit Verfügung der
Baukommission vom 4. November 2016 (act. G 10/17) genehmigten Pläne ersetzten
bzw. ergänzten den am 2. Juni 2016 genehmigten Plan „Umgebungsgestaltung
Gartenzugang“. Der in letzterem enthaltene einzelne Schnittplan bezog sich nicht auf
das konkrete Baugesuch bzw. gab keine Auskunft über die geplante
Terrainveränderung und die weiteren Anlagen (vgl. act. G 12/24 f.). Die in Art. 55 Abs. 1
lit. f BauR „in der Regel“ als erforderlich bezeichneten Schnittpläne sind für das
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vorliegende Projekt insofern von Bedeutung, als die Gartengestaltung mit den
geplanten Steinkörben eine - wenn auch nicht sehr erhebliche - Terrainveränderung
brachte. Auch aufgrund der inhaltlichen, auf Terrainveränderungen bezogenen
Vorschriften in Art. 13, 17 und 18 besV erweist es sich als angemessen, das Vorliegen
von korrekten Schnittplänen vorauszusetzen. Der von den Beschwerdegegnern
angeführte Umstand, dass die Beschwerdeführer das Fehlen der Pläne nicht schon im
Einspracheverfahren explizit gerügt hatten (act. G 18), kann ihnen vor dem
geschilderten Hintergrund nicht zum Nachteil gereichen, zumal sie in jenem Verfahren
beanstandet hatten, dass sich das Bauvorhaben mit der Terraingestaltung gemäss Art.
18 besV nicht vereinbaren lasse (act. G 16/4 H.); dieses Vorbringen blieb von Seiten der
Beschwerdegegner unerwidert (act. G 16/4 J.). Es ist im Übrigen Sache der
Bauherrschaft, die Unterlagen im Sinn von Art. 55 BauR bereits mit der
Gesuchseinreichung bereitzustellen. Zum Hinweis im vorinstanzlichen Entscheid,
wonach die Platzierung der Steinkörbe visiert gewesen sei (act. G 2), ist festzuhalten,
dass die Visierung allein (vgl. Art. 81 BauG) fehlende bzw. zureichende
Baugesuchsunterlagen nicht zu ersetzen vermag. Die im Zeitpunkt des Erlasses des
Einspracheentscheides nicht vorhandenen korrekten Schnittpläne veranlassten die
Beschwerdeführer zur Rekurserhebung. Mit der Nachreichung der Pläne anlässlich des
Augenscheins fiel für die Beschwerdeführer der Anlass für die Rekurserhebung weg,
worauf sie das Rechtsmittel zurückzogen.
3.3. In der geschilderten Situation haben die Beschwerdeführer für das durch Rückzug
gegenstandslos gewordene Rekursverfahren Anspruch auf ausseramtliche
Entschädigung. Unter anderem mit Blick auf die komplexen Bauvorschriften für das
Gebiet Q. ist davon auszugehen, dass der Beizug eines Rechtsvertreters für das
Rekursverfahren gerechtfertigt bzw. notwendig war (Art. 98 Abs. 2 VRP). Die
Festlegung der Parteientschädigung (nach Ermessen) ist grundsätzlich Sache der
Instanz, welche den Entscheid gefällt bzw. das Rekursverfahren abgeschrieben hat. Die
Angelegenheit ist daher zur Festlegung der ausseramtlichen Entschädigung für das
Rekursverfahren zugunsten der Beschwerdeführer und zulasten der
Beschwerdegegner an die Vorinstanz zurückzuweisen.
4.
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4.1. Im Sinn der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde unter Aufhebung von
Dispositiv-Ziffer 4 der angefochtenen Verfügung vom 8. November 2016 gutzuheissen
und die Angelegenheit zur Festlegung der ausseramtlichen Entschädigung der
Beschwerdeführer zulasten der Beschwerdegegner für das Rekursverfahren an die
Vorinstanz zurückzuweisen.
4.2. Aufgrund des Obsiegens der Beschwerdeführer im vorliegenden Verfahren sind die
amtlichen Kosten des Beschwerdeverfahrens den Beschwerdegegnern aufzuerlegen
(Art. 95 Abs. 1 und Art. 96 VRP). Eine Entscheidgebühr für das Beschwerdeverfahren
von CHF 1'500 erscheint angemessen (Art. 7 Abs. 1 Ziff. 222 der
Gerichtskostenverordnung, sGS 941.12). Der Kostenvorschuss von CHF 1'500 wird
den Beschwerdeführern zurückerstattet.
4.3. Die Beschwerdegegner haben die Beschwerdeführer für die ausseramtlichen
Kosten des Beschwerdeverfahrens unter solidarischer Haftbarkeit zu entschädigen
(Art. 98 Abs. 1, Art. 98 Abs. 1 und Art. 98 VRP in Verbindung mit Art. 106 Abs. 3
ZPO). Das Honorar in der Verwaltungsrechtspflege wird auf der Grundlage von
Honorarpauschalen nach Ermessen festgesetzt, wenn keine Kostennote vorliegt (Art. 6
und 19 der Honorarordnung für Rechtsanwälte und Rechtsagenten, sGS 963.75;
HonO). Nach Art. 22 Abs. 1 lit. b HonO beträgt das Honorar vor Verwaltungsgericht
pauschal CHF 1'000 bis CHF 12'000. Angesichts der konkreten Verhältnisse erscheint
für das vorliegende Beschwerdeverfahren ein Honorar von pauschal CHF 2'000
zuzüglich Barauslagen (CHF 80) und Mehrwertsteuer angemessen (Art. 28 Abs. 1 und
29 HonO) ), wobei aufgrund des Umstands, dass die anwaltlichen Leistungen im
Wesentlichen vor dem 1. Januar 2018 erbracht wurden, noch der Satz von acht
Prozent zur Anwendung gelangt (vgl. Ziff. 2.1 der MWST-Info 19 zur
Steuersatzänderung per 1. Januar 2018, www.estv.admin.ch).