# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 734ede1e-21fb-42b2-8025-3400c908f46a
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2018
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1975, meldete sich am 1
0.
Februar 2009 bei der Invali
denversicherung zum Leistungsbezug an (
Urk.
7
/2
). Die Sozialversicherungsan
stalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, verneinte mit Verfügung vom 2
1.
April 2010 einen Leistungsanspruch (
Urk.
7/23
).
Nach erneuter Anmeldung vom
9.
Juli 2013 (
Urk.
7/38) verneinte die IV-Stelle mit Verfügung vom 1
4.
November 2013 einen Anspruch auf berufliche Massnah
men (
Urk.
7/51).
1.2
Nach erneuter Anmeldung vom
7.
Juli 2014 (
Urk.
7/53) holte die IV-Stelle unter anderem ein psychiatrisches Gutachten ein, das am 2
7.
Oktober 2015 erstattet wurde (
Urk.
7/84). Mit Vorbescheid vom
1.
Februar 2016 stellte sie dem Versi
cherten in Aussicht, einen Rentenanspruch zu verneinen (
Urk.
7/
85). Nach dage
gen erhobenen Einwänden (
Urk.
7/122,
Urk.
7/130) holte die IV-Stelle ein neu
ropsychologisches Gutachten ein, das am
1.
Dezember 2016 erstattet wurde (
Urk.
7/138).
Mit Verfügung vom 2
3.
März 2017 (
Urk.
7/149 =
Urk.
2) verneinte die IV-Stelle einen Rentenanspruch.
2.
Der Versicherte erhob am 1
5.
Mai 2017 Beschwerde gegen die Verfügung vom 2
3.
März 2017 (
Urk.
2) und beantragte, diese sei aufzuheben und es sei ihm eine ganze Rente zuzusprechen, eventuell sei die Sache zu weiteren Abklärungen zu
rückzuweisen (
Urk.
1
S. 2 oben
Ziff.
1-3
).
Die IV-Stelle beantragte mit Beschwerdeantwort vom 2
0.
Juni 2017 (
Urk.
6) die Abweisung der Beschwerde.
Am 2
8.
August 2017 erstattete der Beschwerdeführer eine Replik (
Urk.
11). Am 2
1.
September 2017 verzichtete die Beschwerdegegnerin auf Duplik (
Urk.
14), was dem Beschwerdeführer am 2
6.
September 2017 zur Kenntnis gebracht wurde (Urk. 15).
Mit Gerichtsverfügung vom
4.
September 2017 wurde antragsgemäss (vgl.
Urk.
1 S. 2
oben
Ziff.
4
) die unentgeltliche Prozessführung und Rechtsvertretung bewil
ligt (Urk. 13).
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allge
meinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG
). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom
menden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der ge
sundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Mit BGE 143 V 418 entschied das Bundesgericht, dass grundsätzlich sämtliche psychischen Erkrankungen für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit einem struk
turierten Beweisverfahren nach BGE 141 V 281 zu unterziehen sind (E. 6 und 7, Änderung der Rechtsprechung; vgl. BGE 143 V 409 E. 4.5.2 speziell mit Bezug auf leichte bis mittelschwere Depressionen).
Das für somatoforme Schmerzstörungen und vergleichbare psychosomatische Leiden entwickelte strukturierte Beweisverfahren definiert systematisierte Indika
toren, die es
–
unter Berücksichtigung leistungshindernder äusserer Belastungs
faktoren einerseits und von Kompensationspotentialen (Ressourcen) andererseits
–
erlauben, das tatsächlich erreichbare Leistungsvermögen einzuschätzen (BGE 141 V 281 E. 2, E. 3.4-3.6 und 4.1; vgl. statt vieler: Urteil des Bundesge
richts 9C_590/2017 vom 1
5.
Februar 2018 E. 5.1). Die Anerkennung eines ren
tenbegründenden Invaliditätsgrades ist nur zulässig, wenn die funktionellen Aus
wirkungen der medizinisch festgestellten gesundheitlichen Anspruchsgrundlage im Einzelfall anhand der Standardindikatoren schlüssig und widerspruchsfrei mit (zumindest) überwiegender Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sind. Fehlt es an diesem Nachweis, hat die materiell beweisbelastete versicherte Person die Folgen der Beweislosigkeit zu tragen (BGE 141 V 281 E. 6; vgl. BGE 144 V 50 E. 4.3).
Diese Rechtsprechung ist auf alle im Zeitpunkt der Praxisänderung noch nicht erledigten Fälle anzuwenden (Urteil des Bundesgerichts 9C_580/2017 vom 16. Ja
nuar 2018 E. 3.1 mit Hinweisen).
1.3
Aus Gründen der Verhältnismässigkeit kann dort von einem strukturierten Be
weisverfahren nach BGE 141 V 281 abgesehen werden, wo es nicht nötig oder auch gar nicht geeignet ist. Ein Beweisverfahren bleibt daher entbehrlich, wenn
im Rahmen beweiswertiger fachärztlicher Berichte (vgl. BGE 125 V 351) eine Ar
beitsunfähigkeit in nachvollziehbar begründeter Weise verneint wird und allfäl
ligen gegenteiligen Einschätzungen mangels fachärztlicher Qualifikation oder aus anderen Gründen kein Beweiswert beigemessen werden kann (BGE 143 V 409 E. 4.5.3; vgl. BGE 143 V 418 E. 7.1). Insbesondere in Fällen, in welchen nach der Aktenlage überwiegend wahrscheinlich von einer bloss leichtgradigen depressi
ven Störung auszugehen ist, die nicht schon als
chronifiziert
gelten kann und auch nicht mit Komorbiditäten einhergeht, bedarf es in aller Regel keines struk
turierten Beweisverfahrens (BGE 143 V 409 E. 4.5.3; vgl. Urteil des Bundesge
richts 9C_580/2017 vom 1
6.
Januar 2018 E. 3.1).
1.4
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schluss
folgerungen der Experten begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a mit Hinweis).
1.5
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversiche
rung (IVG)
aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliede
rungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Ar
beitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid gewor
den wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der Einkommensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen zif
fernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin ging in der angefochtenen Verfügung davon aus, ge
mäss den eingeholten Gutachten könne von einer Arbeitsunfähigkeit von 30
%
in der bisherigen Tätigkeit ausgegangen werden und eine angepasste Tätigkeit sei im Umfang von 80
%
zumutbar (
Urk.
2 S. 2).
2.2
Der Beschwerdeführer stellte sich demgegenüber auf den Standpunkt (
Urk.
1), er sei aufgrund einer nicht therapierbaren und schweren organischen Hirnschädi
gung als erwerbsunfähig zu betrachten (S. 10
Ziff.
18). Das eingeholte psychiat
rische Gutachten sei aus näher dargelegten Gründen unvollständig (S. 6
Ziff.
9) und das neuropsychologische Gutachten sei in seiner Schlussfolgerung nicht nachvollziehbar (S. 12
Ziff.
20).
2.3
Strittig und zu prüfen ist, wie es sich mit der Arbeitsfähigkeit und einem allfälli
gen Rentenanspruch verhält.
3.
3.1
Dr.
med.
Y._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, führte in sei
nem Bericht vom 2
3.
März 2009 (
Urk.
7/7) aus, er behandle den Beschwerdeführer seit 1
6.
Januar 2007 (
Ziff.
1.2), und nannte folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (
Ziff.
1.1):
-
rezidivierende depressive Störungen mit teils selbstdestruktiven Verhal
tensmustern (ICD-10 F33), bestehend seit mindestens 5 Jahren
-
Persönlichkeitsstörung mit narzisstischen und abhängigen Zügen (ICD-10 F60.7), bestehend seit Jugend
-
episodischer Alkoholkonsum (ICD-10 F10.26), bestehend seit zirka Alter 18
Er nannte stationäre Behandlungen 2001, von Oktober 2002 bis März 2003, Ap
ril/Mai 2007, von September 2008 bis Januar 2009 (
Ziff.
1.3).
Er attestierte eine Arbeitsunfähigkeit von 50
%
von Januar bis September 2008, ebenso als Vater und Hausmann geschätzt und maximal von zirka 2003 bis De
zember 2007 (
Ziff.
1.6). Seit 2003 habe keine geregelte Tätigkeit mehr stattgefun
den (
Ziff.
1.7). Ab April 2009 sei ein Arbeitsversuch in einer Werkstätte im Um
fang von 50
%
geplant (
Ziff.
1.9).
Schliesslich wies er darauf hin, der Patient habe trotz guten Allgemeinkenntnis
sen keine formale Ausbildung absolviert; eine geduldige und konsequente Reha
bilitationshaltung seitens der Beschwerdegegnerin scheine ihm nötig (
Ziff.
1.11).
3.2
Med.
pract
.
Z._
, Praktischer Arzt, führte in seinem Bericht vom 1
3.
April 2009 (
Urk.
7/8) aus, er behandle den Beschwerdeführer sei
t
1
3.
November 2013 (
Ziff.
1.2), und nannte folgende Diagnosen (
Ziff.
1.1):
-
chronisch rezidivierender Alkoholismus (ICD-10 F10.2), bestehend seit Ju
gend
-
depressive Störung mit destruktiven Mechanismen (ICD-10 F33.2), beste
hend seit mindestens 2001
-
Verdacht auf ADHS, bestehend seit Jugend
Er attestierte eine Arbeitsunfähigkeit von 100
%
unter anderem vom 2
8.
August bis
1.
September 2008 (
Ziff.
1.6).
3.3
Dr.
med.
A._
, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, führte in seinem Bericht vom 1
5.
August 2013 (
Urk.
7/43)
aus
, er behandle den Beschwer
deführer seit
1.
September 201
0
(
Ziff.
1.2), und nannte folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (
Ziff.
1.1):
-
endogene Depression
-
Angststörung, Panikstörung, bestehend seit zirka 2009
Zur Arbeitsunfähigkeit führt er aus: «ohne Berufsabschluss, Arbeit in sozialer Einrichtung» (
Ziff.
1.6).
Bei Begleitung wäre eine körperliche Belastung von 40 Stunden pro Woche in geeignetem Umfeld möglich (
Ziff.
1.7).
3.4
Dr.
med.
B._
, Oberarzt,
C._
Klinik, nannte in seinem Bericht vom
8.
September 2014 (
Urk.
7/61) folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Ar
beitsfähigkeit (
Ziff.
1.1):
-
Verdacht auf nicht näher bezeichnete organische Persönlichkeits- und Verhaltensstörung aufgrund einer Krankheit, Schädigung oder Funktions
störung des Gehirns (ICD-10 F07.9), im Sinne von Status nach frühkind
lichem Hirnschaden, bestehend seit Geburt
-
Anpassungsstörung mit längerer depressiver Symptomatik (ICD-10 F43.21), bestehend seit mehreren Monaten
Als Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit nannte er eine seit dem 2
6.
Lebensjahr bestehende Alkoholabhängigkeit, eine Borreliose Stadium 1 und einen Status nach Vitamin B Mangel (
Ziff.
1.1).
Er attestierte eine Arbeitsunfähigkeit von 100
%
(als Angestellter Telefonmarke
ting) vom 2
9.
April bis 2
3.
Juli 2014 (
Ziff.
1.6).
Der Patient sei aufgrund seines frühkindlichen Hirnschadens nicht in der Lage, auf dem ersten Arbeitsmarkt zu arbeiten, dies in der nächsten Zeit und eventuell auch auf unbegrenzte Zeit (
Ziff.
1.7).
3.5
Am 1
7.
September 2014 wurde von
Dr.
B._
über den Aufenthalt des Be
schwerdeführers in der
C._
Klinik vom 2
9.
April bis 2
3.
Juli 2014 berichtet (
Urk.
7/62 =
Urk.
7/68/6-12
=
Urk.
7/116
=
Urk.
3/3
), dies mit weitgehend den gleichen Diagnosen (S. 1) wie die schon genannten (vorstehend E. 3.4).
Als Er
gebnis einer neuropsychologischen Testuntersuchung vom 2
6.
Mai 2014 (S. 4 f.) wurden leicht bis mittelgradig ausgeprägte kognitive Auffälligkeiten berichtet
(S. 5 oben).
3.
6
Dr.
med.
D._
, Fachärztin für
Kinder- und Jugendmedizin
, führte in ihrem Bericht vom
5.
Mai 2015 (
Urk.
7/74) aus, sie behandle den Beschwerdefüh
rer mit Unterbrüchen seit mehr als 3 Jahren (
Ziff.
1.2). Als Diagnosen nannte sie die von
Dr.
B._
2014 (vorstehend E. 3.4) genannten (
Ziff.
1.1.).
Sie attes
tierte, wie
Dr.
B._
, eine Arbeitsunfähigkeit von 100
%
(als Angestellter Te
lefonmarketing) vom 2
9.
April bis 2
3.
Juli 2014 (
Ziff.
1.6) und führte aus
,
eine Arbeit auf dem ersten Arbeitsmarkt sei zunächst und bis auf Weiteres nicht mög
lich (
Ziff.
1.7).
3.
7
Am 2
7.
Oktober 2015 erstattete
Dr.
med.
E._
, Facharzt für Psychiat
rie und Psychotherapie, ein Gutachten im Auftrag der Beschwerdegegnerin (
Urk.
7/84). Er stützte sich auf die ihm überlassenen Akten (S. 2 f.), die Angaben des Beschwerdeführers und die am 1
9.
Oktober 2015 (S. 1 unten) erhobenen Be
funde (S. 3 ff.).
Der Gutachter nannte folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähig
keit (S. 10
Ziff.
III.1):
-
Verdacht auf organische Persönlichkeitsstörung
(IDC-10 F07.0)
-
Alkoholabhängigkeitssyndrom, episodischer Substanzgebrauch seit dem 1
8.
Lebensjahr (ICD-10 F10.26)
Als Diagnosen ohne Auswirkung auf
die
Arbeitsfähigkeit (S. 10
Ziff.
III.2) nannte er eine
Dysthymie
(ICD-10 F34.1) und eine schwierige familiäre Situation
(ICD-10 Z60.1).
Zu den Diagnosen führte er unter anderem aus, eine organische Persönlichkeits
störung werde seit der Kindheit vermutet, dies
im Zusammenhang mit sei
ner schweren Geburt. Dadurch sei
es unter
anderem zu schulischen Problemen
ge
kommen
. Auch
sei
der Verdacht auf ein ADHS
geäussert
worden, ge
mäss den Akten
hätten
diese Störungen aber nie eindeutig
festgestellt werden können und seien demzufolge auch nie spezifisch medikamentös behandelt worden. Im Be
rufsleben habe sich gezeigt, dass der Versicherte die Arbeitseinsätze nicht in vol
lem Ausmass und auf lange Zeit durchhalten könne. Dies könnte ein Teilsymptom der organi
schen Persönlichkeitsstörung sein
. Es sei relativ schwierig, diese Diag
nose zu objektivieren (S. 10 f.
Ziff.
3).
Die
Dipsomanie
sei
ab etwa 18-jährig entstanden. Es sei möglich, dass die Nei
gung zum Alkoholkonsum durch die vermutete organische Persönlichkeitsstö
rung herbeigeführt worden
sei
. Bis heute träten beim Versicherten oft Krisen auf, er werde dann verstimmt, trinke zu viel Alkohol, gerate aber nie in eine langfris
tige Alkoholabhängigkeit. Die
Dipsomanie
habe einen schlechten Einfluss auf alle seine Lebensbereiche und sollte behandelt werden (S. 11 oben).
Die Depressivität sei früher deutlicher ausgeprägt gewesen als heute. Es könne unter anderem auf die damaligen Arztzeugnisse (2009) abgestellt werden. Seit einigen Jahren stehe die Depression nicht mehr im Vordergrund, der Versicherte leide gelegentlich an Krisen, dazwischen gehe es ihm gut, was als
Dysthymie
aufgefasst werden kann. Die Krisen blieben in ihrer Entstehung unklar, vermut
lich werden sie durch die organische Persönlichkeitsstörung hervorgerufen. Sie dauerten nicht allzu lange, seien aber bei einem Arbeitseinsatz hinderlich. Im Privatleben werde der Versicherte ebenfalls phasenweise durch die Krisen kurz
fristig eingeschränkt (S. 11 Mitte).
Beim Versicherten werde keine ambulante psychiatrische Behandlung durchge
führt, er werde hausärztlich betreut, erhalte keine Psychopharmaka. Es könne insgesamt von einer ungenügenden Therapie ausgegangen werden (S. 11 Ziff
.
IV.1). Der Versicherte habe die Behandlung beim Psychiater
Dr.
Y._
(vgl. vorste
hend E. 3.1) gemäss
seinen Angaben 2009 ab
gebrochen. S
päter
sei
er bereit
ge
wesen
, sich stationär behandeln zu
lassen. Seither finde keine psychiatrische Be
handlung mehr statt
(S. 12
Ziff.
2)
.
Zur Konsistenz führte der Gutachter unter anderem aus, der Versicherte zeige keine Diskrepanzen zwischen geschilderten Symptomen und dem gezeigten Ver
halten. Insbesondere seien gewisse Symptome nachweisbar, welche vermutlich einer hirnorganischen Störung zugeschr
ie
ben werden könnten, es zeigten sich gewisse Auffälligkeiten in der Sprachproduktion. In Bezug auf die Aktenlage lies
sen sich keine Diskrepanzen feststellen. Die seinerzeitigen Depressionen seien nicht mehr bedeutend. Die Berichte der
C._
Klinik beziehungsweise der behan
delnden Hausärztin seien nachvollziehbar. Die organische Persönlichkeitsstörung könne vermutet werden, der Versicherte übertreibe die diesbezügliche Sympto
matik nicht. Die Alltagsaktivitäten seien relativ rege, was
dafür spreche
, dass keine schwere psychische Störung vorliege (S. 13
Ziff.
V.1).
2009 sei bei ihm eine Reduktion des
Aktivitätenniveaus
eingetreten, er habe den Einstieg in die Berufswelt nicht mehr gefunden, nachdem er 4 Jahre als Vater und Hausmann tätig gewesen sei. Es sei nur noch zu periodischen Arbeitseinsätzen gekommen, wobei die vermutete organische Persönlichkeitsstörung dazu beige
tragen habe. Auch der immer wieder auftretende Alkoholabusus dürfte sich ne
gativ ausgewirkt haben (S. 13 f.
Ziff.
3).
Zur Arbeitsfähigkeit führte der Gutachter aus, der Versicherte sei im bisherigen Arbeitsgebiet (Behindertenbetreuung) seit 2009 teilweise eingeschränkt. Die krankheitsbedingte Einschränkung der Arbeitsfähigkeit dürfte 30
%
nicht über
steigen, wobei krankheitsfremde Faktoren (Alkoholabusus, 4-jähri
ge Tätigkeit als
Hausmann usw.)
dabei mitmachten. In einer angepassten Tätigkeit sei die Ar
beitsfähigkeit höher. Der Versicherte sei motiviert, im Garten- Landwirtschafts
gebiet zu arbeiten (S. 14
Ziff.
VI).
3.8
Dr.
D._
(vorstehend E. 3.6) nahm am 1
0.
Mai 2016 (
Urk.
7/115
=
Urk.
7/127/5-10
) abschnittweise zum Gutachten von
Dr.
E._
Stellung.
Dr.
E._
führte in seiner Stellungnahme vom 2
6.
Juli 2016 (
Urk.
7/127
/1-4
) dazu aus, seine Beurteilung stütze sich nicht nur auf die am 1
9.
Oktober 2015 erhobenen Befunde; vielmehr habe er die Aktenlage studieren und verwerten können, ebenso die anamnestischen Angaben des Versicherten (S. 2
lit
. a). Auf die Schwierigkeiten bei der Wohnungssuche habe auch er hingewiesen (S. 2
lit
. b). Er habe die
Dipsomanie
als
grossteils
sekundär eingestuft, was mit den Aus
führungen von
Dr.
D._
übereinstimme (S. 2
lit
. c).
Es sei naheliegend, dass die langjährige Therapeutin mehr Details aus der Anamnese kenne als der Gutachter. Bezüglich einer Hirnschädigung sei gemäss den Angaben von
Dr.
D._
nie eine spezifische Abklärung erfolgt. Trotzdem ziehe sie heute den Schluss, dass alle Ausbildungsschwierigkeiten auf einen Sauerstoffmangel bei der Geburt zurück
geführt werden müssten. Dies sei ein für ihn nicht nachvollziehbarer Kurzschluss (S. 3 f.
lit
. d). Auch gemäss den Angaben von
Dr.
D._
bestünden enge Kontakte des Versicherten zu seinem Sohn und zu seiner Mutter, also kein vollständiger sozialer Rückzug (S. 3
lit
. e). Tatsächlich lasse sich eine organische Persönlich
keitsstörung nicht therapieren, die
Dysthymie
und der episodische Alkoholkon
sum hingegen schon (S. 3
lit
. f.). Er nehme zur Kenntnis, dass
Dr.
D._
von einer 100%igen Arbeitsunfähigkeit ausgehe. Allerdings könne die hohe Arbeitsunfä
higkeit nicht durch entsprechende psychiatrische Diagnosen begründet werden. Allenfalls bestehe die organische Persönlichkeitsstörung, welche er ebenfalls fest
gestellt habe. Eine solche komplexe neuropsychologische Problematik zu beur
teilen, sei weder
Dr.
D._
als Kinderärztin noch er als Psychiater fähig. Dazu be
nötige es eine eingehende neuropsychologische Untersuchung (S. 3 f.
lit
. g).
3.9
Am 1
2.
August 2016 nahm
Dr.
D._
zuhanden des Rechtsvertreters des Beschwer
deführers zu den Ausführungen von
Dr.
E._
Stellung (
Urk.
7/129), wobei sie mit der Hoffnung schloss, mit ihren Ausführungen eine umfassende Grund
lage für eine Replik gegeben zu haben (S. 2 Mitte).
3.10
Am 1. Dezember 2016
erstattete
lic
. phil.
F._
, Fachpsychologe für Neu
ropsychologie FSP,
ein neuropsychologisches Gutachten
im Auftrag der Be
schwerdegegnerin
(Urk. 7/138).
Betreffend Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (S. 14
Ziff.
III.1) nannte er
im Vordergrund stehende mittel
schwere Gedächtnisstörung
en
sowie Beeinträchtigungen der kognitiven Verar
beitungsgeschwindigkeit und der Aufmerksamkeitsstellung, wahrscheinlich als Folge eines Sauerstoffmangels bei der Geburt (ICD-10
F07.8).
In seiner Beurteilung führte er unter anderem aus, d
as Befundbild stehe in guter Übereinstimmung zum Besuch der Primarschule ohne nennenswerte Schul
schwierigkeiten, von zwei Jahren Sekundarschule und dem anschliessenden Be
such eines Privatgymnasiums mit grossen Leistungsschwierigkeiten und dem Nichterreichen der Maturität. Es sei davon auszugehen, dass das kognitive Leis
tungsvermögen des Beschwerdeführers für ein erfolgreiches Absolvieren eines Gymnasiums nicht ausreichend und dieser Ausbildungsweg somit nicht adäquat gewählt gewesen sei. Besser wäre für ihn ein kognitiv weniger anspruchsvoller Bildungsweg gewesen. Dass der Beschwerdeführer nach dem nicht erfolgreich abgeschlossenen Gymnasiumbesuch keine Berufsausbildung absolviert habe, habe auch mit anderen Faktoren wie psychischen Beeinträchtigungen und Alko
holkonsum zu tun gehabt
. Das Befundbild stehe auch in guter Übereinstimmung mit zur 2014 in der
C._
Klinik erfolgten neuropsychologischen Untersuchung, bei der sich leichte bis mittelschwere Beeinträchtigungen gezeigt hätten
(
S.
10
Mitte
).
Das kognitive Befundbild mit im Vordergrund stehenden Gedächtnisstörungen passe gut zu einer Verursachung durch einen Sauerstoffmangel bei der Geburt. Nach den Angaben des Beschwerdeführers sei seine Geburt äusserst schwierig gewesen. Zur Annahme einer Hirnschädigung als Folge eines Sauerstoffmangels bei der Geburt würden auch die anamnestisch berichteten Bewegungseinschrän
kungen in der frühen Kindheitsentwicklung passen, die POS-Symptomatik wäh
rend der Schulzeit und die Leistungsschwierigkeiten im Gymnasium
(S. 10 f.)
.
Zur
Arbeitsfähigkeit
in der bisherigen Tätigkeit führte der Gutachter aus, der Be
schwerdeführer habe keinen Beruf erlernt, er sei bisher unter anderem als
unge
lernter Behindertenbetreuer
und als Hausmann tätig gewesen. In
der bisherigen Tätigkeit
sei
wegen der kognitiven Funktionsbeeinträchtigungen von einer Ein
schränkung der qualitativen und quantitativen Leistungsfähigkeit im Ausmass von
zirka
20 % auszugehen. Eine Einschränkung der zeitlichen Zumutbarkeit in der bisherigen Tätigkeit lasse sich aus rein neuropsychologischer Sicht nicht ab
leiten.
Einschränkungen der Arbeitsfähigkeit in der bisherigen Tätigkeit aufgrund der Psychopathologie seien aus psychiatrischer Sicht zu beurteilen
(S. 17
Ziff.
VI.1).
Zur Arbeitsfähigkeit in einer
angepasste
n
Tätigkeit
führte der Gutachter aus, ge
eignet seien insbesondere Tätigkeiten,
welche geringe Anforderungen an das un
mittelbare Aufnehmen, Lernen und dauerhafte Speichern von Informationen
stell
t
e
n
. Zudem dürften die Anforderungen an die Arbeitsgeschwindigkeit nicht allzu hoch sein. In Frage
kämen
routinierte und wiederkehrende Aufgaben oder solche, bei denen die Handlungsanweisungen direkt aus der Situation erkennbar seien. In einer solchermassen angepassten Tätigkeit sei aufgrund der kognitiven Funktionsbeeinträchtigung von einer Einschränkung der qualitativen und quan
titativen Leistungsfähigkeit im Ausmass von höchstens 20 % auszugehen (
S. 17
Ziff.
2
).
4.
4.1
Vorab ist darauf hinzuweisen, dass eine Arbeitsunfähigkeit des Beschwerdefüh
rers in der angestammten Tätigkeit nur für bestimmte Zeitabschnitte dokumen
tiert ist. Der seit September 2010 behandelnde Arzt machte im August 2013 keine bezifferten Angaben zur Arbeitsunfähigkeit (vorstehend E. 3.3)
. I
m Bericht über den Aufenthalt in der
C._
Klinik
vom 2
9.
April bis 2
3.
Juli 2014 wie auch vom damaligen Oberarzt wurde eine Arbeitsunfähigkeit nur
für
die Zeit des Klinikau
fenthalts attestiert (vorstehend E. 3.4-5), ebenso im Mai 2015 von der den Be
schwerdeführer behandelnden Pädiaterin (vorstehend E. 3.6).
Vor diesem Hintergrund erscheint ausgesprochen fraglich, ob die Anspruchsvo
raussetzung von
Art.
28
Abs.
1
lit
. b IVG - eine durchgehende Arbeitsunfähigkeit von mindestens 40
%
während eins Jahres (Wartejahr) - erfüllt ist. Die Beschwer
degegnerin hat dies nicht thematisiert, und die Frage kann angesichts des Ver
fahrensausgangs
offen gelassen
werden.
4.2
Beschwerdeweise (
Urk.
1) wurde geltend gemacht,
das
Gutachte
n von
Dr.
E._
gebe keine Antwort auf die wirklich entscheidende Frage, ob sich die organi
sche Persönlichkeitsstörung
invalidisierend auf die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit
auswirke (S. 6
Ziff.
9). Aus dem im neuropsychologischen Gutachten formulierten Anforderungsprofil ergebe sich, dass dem Beschwerdeführer nur eine Tätigkeit im geschützten Rahmen möglich sei. Deshalb sei nicht nachvollziehbar, dass eine Arbeitsunfähigkeit von lediglich 20
%
bestehen solle (S. 8
Ziff.
14).
Abzustellen sei auf die Beurteilungen durch
Dr.
B._
,
Dr.
D._
und den zwischenzeitlich behandelnden
Dr.
G._
(S. 9
Ziff.
17).
4.3
Der Hinweis auf anderslautende Beurteilungen von behandelnder Seite - wobei
seit Beschwerdeerhebung im Mai 2017 während
der gesamten Verfahrensdauer kein Bericht von
Dr.
G._
nachgereicht
wurde
- ist nicht geeignet, Vorbehalte gegenüber den gutachterlichen Schlussfolgerungen zu begründen, denn er trägt der ausgesprochenen
Verschiedenheit von Behandlungs- und Begutachtungsauf
trag (BGE 137 V 210 E. 1.2.4; 124 I 170 E. 4)
nicht Rechnung
.
Behandelnde Ärz
tinnen und Ärzte stehen in einem auftragsrechtlichen Verhältnis zur versicherten Person und haben sich zudem in erster Linie auf die Behandlung zu konzentrie
ren. Ihre Berichte verfolgen daher nicht den Zweck einer den abschliessenden Entscheid über die Versicherungsansprüche erlaubenden objektiven Beurteilung des Gesundheitszustandes und erfüllen deshalb kaum je die materiellen Anforde
rungen, welche die Rechtsprechung für Gutachten entwickelt hat (vgl. BGE 125 V 351 E. 3a).
Zu berücksichtigen ist auch die Erf
ahrungstatsache, dass Hausärzte – beziehungsweise regelmässig behandelnde Spezialärzte (vgl. Urteil des Bundes
gerichts I 551/06 vom
2.
April 2007 E. 4.2) – mi
tunter im Hinblick auf ihre auf
tragsrechtliche Vertrauensstellung im Zweifelsfall eher zu Gunsten ihrer Patien
ten aussagen (BGE 125 V 351 E. 3b/cc)
.
Das damit verbundene Engagement, wie es namentlich in den Stellungnahmen von
Dr.
D._
(
Urk.
7/129,
Urk.
7/144 =
Urk.
3/5)
zum Ausdruck kommt, steht ei
ner - für die Prüfung von Leistungsansprüchen unverzichtbaren - objektivierten Beurteilung im Wege.
4.4
Sodann ist es unzutreffend, dass aus dem aus neuropsychologischer Sicht formu
lierten Anforderungsprofil zu schliessen sei, es komme nur noch eine Tätigkeit in einem geschützten Rahmen in Frage. Der neuropsychologische Gutachter hat nichts dergleichen
ausgefüh
rt. Er bezeichnete Tätigkeiten als angepasst,
welche geringe Anforderungen an das unmittelbare Aufnehmen, Lernen und dauerhafte Speichern von Informationen stell
t
e
n
. Zudem dürften die Anforderungen an die Arbeitsgeschwindigkeit nicht allzu hoch sein. In Frage
kämen
routinierte und wiederkehrende Aufgaben oder solche, bei denen die Handlungsanweisungen di
rekt aus der Situation erkennbar seien.
Für die These des Beschwerdeführers (nicht des Gutachters), auf dem - als ausge
glichen anzunehmenden - ersten Arbeitsmarkt fänden sich keine solchen Tätig
keiten, fehlt eine nachvollziehbare Begründung, weshalb ihr nicht gefolgt werden kann.
4.
5
Dass sich im Gutachten von
Dr.
E._
keine Antwort auf die Frage
finde, ob sich die organische Persönlichkeitsstörung invalidisierend auf die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit auswirke, ist ebenfalls unzutreffend. Der Gutachter bezifferte die sich aufgrund der gesundheitlichen Beeinträchtigungen ergebende Einschrän
kung
der
Arbeitsfähigkeit in der angestammten und in leidensangepasster Tätig
keit. Dies ist dasselbe wie die
(allfällig) invalidisierende Auswirkung des Gesund
heitsschadens auf die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit.
4.
6
Die gegenüber den beiden Gutachten erhobenen Einwände erweisen sich nach dem Gesagten als nicht stichhaltig. Die Gutachten erfüllen die praxisgemässen Kriterien (vorstehend E. 1.5) vollumfänglich, so dass auf sie abzustellen ist.
Der Sachverhalt ist somit dahingehend erstellt, dass
in diagnostischer Hinsicht von einem Verdacht auf organische Persönlichkeitsstörung mit - aus neuropsy
chologischer Sicht - leichten bis mittleren kognitiven Beeinträchtigungen sowie einem episodisch auftretenden Alkohol-Übergebrauch auszugehen ist. Aus psy
chiatrischer Sicht resultiert daraus eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit von maximal 30
%
(unter Einschluss invaliditätsfremder Faktoren) und eine solche von geringerem Ausmass in angepasster Tätigkeit. Aus neuropsychologischer Sicht führen die kognitiven Defizite zu einer Einschrän
kung der Leistungsfähigkeit in der bisherigen wie auch in einer - näher umschrie
benen - Tätigkeit um 20
%
.
4.
7
Nach Ansicht des Beschwerdeführers hätte eine Addition zu erfolgen, nämlich einer Arbeitsunfähigkeit von 20
%
infolge der organischen Persönlichkeitsstö
rung und von 30
%
«infolge der übrigen Gebrechen» (
Urk.
11 S. 3). Dem kann schon deshalb nicht gefolgt werden, weil nicht die - vom Beschwerdeführer her
angezogene - Arbeitsunfähigkeit in der angestammten Tätigkeit relevant ist, son
dern diejenige in angepasster Tätigkeit. Sodann bleibt rätselhaft
, welches die üb
rigen Gebrechen (nebst der Verdachtsdiagnose der organischen Persönlichkeits
störung) sein sollten, es sei denn, damit würden die vom Gutachter bei der Be
stimmung der Arbeitsfähigkeit berücksichtigten invaliditätsfremden Faktoren an
gesprochen, die aber - wie ihre Bezeichnung zum Ausdruck bringt - gerade ausser Betracht zu bleiben haben.
Dies führt zum Schluss, das
s
in beiden Gutachten dem gleichen Gesundheitsscha
den die gleiche Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit in angepasster Tätigkeit - nämlich eine Einschränkung von 20
%
- zugemessen wurde. Zu einer Addition der beiden Werte besteht keinerlei Veranlassung, dies auch in Übereinstimmung mit der massgebenden Rechtsprechung (vgl. Urteile des Bundesgerichts 8C_366/2013 vom 1
8.
Juni 2013 E. 3.5.3, I 514/06 vom 2
5.
Mai 2007 = SVR 2008 IV Nr. 35 E. 2.1).
5.
5.1
Die abgebrochene Schulausbildung, der fehlende Ausbildungsabschluss und die nur geringen erzielten Erwerbseinkommen (vgl.
Urk.
7/31,
Urk.
7/64) lassen da
rauf schliessen, dass die nunmehr gutachterlich festgestellten Einschränkungen
schon seit (früher) Kindheit bestehen, so dass zur Bestimmung des
Validenein
kommens
nicht von bisher erzielten Einkommen ausgegangen werden kann, son
dern gemäss
Art.
26
Abs.
1
der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV)
der Media
nwert der Lohnstrukturerhebung (LSE) zu verwenden ist.
Gemäss dem (zwischenzeitlich aufgehobenen) IV-Rundschreiben Nr. 324 vom 2
7.
November 2013 betrug dieser im Jahr 2014
Fr.
77'000.--.
Dieser Betrag ist als
Valideneinkommen
einzusetzen.
5.2
Das gutachterlich formulierte Anforderungsprofil für angepasste Tätigkeiten rechtfertigt zur Bestimmung des Invalideneinkommens die Verwendung des tiefs
ten Tabellenlohns (Kompetenzniveau 1) gemäss LSE. Dieser betrug im Jahr 2014
Fr.
5'312.-- (
www.bsf.admin.ch
,
T 3.4.1.0.41 Monatlicher Bruttolohn
,
Privater Sektor
). Umger
echnet auf ein Jahr und angepasst an die
durchschnittliche Ar
beitszeit von 41.7 Wochenstunden (
www.bsf.admin.ch
,
T 03.02.03.01.04.01 Be
triebsübliche Arbeitszeit
) ergibt dies
rund
Fr.
66'453.--
(
Fr.
5'312.-- x 12 : 40.0 x 41.7
).
Bezogen auf die attestierte Arbeitsfähigkeit von 80
%
resultiert demnach ein In
valideneinkommen von rund
Fr.
53'162.-- (
Fr.
66'453.-- x 0.8).
5.3
Der Vergleich des
Valideneinkommens
von
Fr.
77'000.-- (vorstehend E. 5.1) mit dem Invalideneinkommen von
Fr.
53'16
2
.-- (vorstehend E. 5.2) ergibt eine Ein
kommensbusse von
Fr.
23'838.--, was einem Invaliditätsgrad von rund 31
%
ent
spricht.
Bei diesem Invaliditätsgrad besteht kein Rentenanspruch. Damit erweist sich die angefochtene Verfügung als rechtens, und die dagegen erhobene Beschwerde ist abzuweisen.
6.
6.1
Die Verfahrenskosten gemäss
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG sind ermessensweise auf
Fr.
700.-- festzusetzen, ausgangsgemäss dem Beschwerdeführer aufzuerlegen und
zufolge Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung
einstweilen auf die Ge
richtskasse zu nehmen, dies unter Hinweis auf
§
16
Abs.
4 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht (
GSVGer
).
6.2
Der unentgeltliche Rechtsvertreter wurde auf die Möglichkeit hingewiesen, eine Honorarnote einzureichen (
Urk.
15 S. 2). Er reichte eine
Honorarnote
für seine Bemühungen im
Verwaltungsverfahren
ein (
Urk.
16
), die ihm am 1
7.
Mai 2018
retourniert wurde
(
Urk.
17)
.
Somit ist die Entschädigung ermessensweise beim praxisgemässen Stundenansatz von
Fr.
220.-- (zuzüglich Mehrwertsteuer) auf
Fr.
2'700.--
(inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) festzusetzen.