# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 6dc533c7-8947-4f8d-a587-39ef3eeab366
**Court:** GR_KG
**Chamber:** GR_KG_006
**Year:** 2014
**Language:** de
**Jurisdiction:** GR / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

hat sich ergeben:
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I. Sachverhalt
A. X._ war mit A._ verheiratet. Aus der Ehe gingen Y._, geboren am _2002, und Z._, geboren am _2003, hervor. Nach der Scheidung der Eltern ergaben sich schwerwiegende Probleme zwischen der alleine sorge- und obhutsberechtigten Mutter und den beiden Kindern, vor allem dem Sohn Z._. Letzterer wurde im November 2010 im Rahmen einer Krisenintervention im Kantonsspital Graubünden hospitalisiert. Diagnostiziert wurde dabei eine Anpassungsstörung mit aggressivem Verhalten, welche in Zusammenhang mit durch die Trennung der Eltern verursachten Loyalitätskonflikten gestellt wurde, eine Störung des Sozialverhaltens mit oppositionellem Verhalten sowie Hochbegabung mit einer entsprechenden Unterforderung in der Schule (vgl. Akten KESB act. 174 S. 34). Am 12. Februar 2013 eskalierte die Situation erneut, so dass die Mutter Z._ mit Hilfe der Kantonspolizei Graubünden wiederum in der Kinderabteilung des Kantonsspitals platzierte (vgl. Akten KESB act. 174 S. 2). Im Anschluss an ihren Einsatz erstattete die Kantonspolizei der Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde (KESB) Nordbünden am 13. Februar 2013 eine Gefährdungsmeldung, wonach der Sohn mit einem Besen auf die Mutter losgegangen sei und diese darauf bestanden habe, dass er über Nacht weggebracht werde (vgl. Akten KESB act. 1). Die KESB Nordbünden eröffnete daraufhin ein Abklärungsverfahren betreffend Kindesschutzmassnahmen.
B. Aus Angst vor einer Fremdplatzierung der Kinder brachte X._ die beiden Kinder Ende März 2013 selbst zu den Grosseltern väterlicherseits, B._ und C._, nach O.1_. Anfangs beabsichtigte sie, Y._ und Z._ bis mindestens zur Oberstufe bei den Grosseltern aufwachsen zu lassen (vgl. Akten KESB act. 26). Nach wenigen Wochen jedoch traf sie Anstalten, die Kinder Ende Schuljahr wieder zu sich nach O.2_ zu nehmen (vgl. Akten KESB act. 37-39 und act. 47). Die KESB Nordbünden erstellte am 14. Mai 2013 einen vorläufigen Abklärungsbericht, aus welchem insbesondere die Zielsetzung hervorging, dass die familiäre Dynamik beruhigt und ein umfassendes Gutachten bezüglich der künftigen Obhut der Kinder eingeholt werden solle (vgl. Akten KESB act. 50).
C. Nachdem die Eltern Gelegenheit erhielten, zur beabsichtigen Anordnung der Kindesschutzmassnahmen Stellung zu nehmen, traf die KESB Nordbünden am 21. Mai 2013 folgenden Entscheid (vgl. Akten KESB act. 71): X._ werde
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im Sinne einer vorsorglichen Massnahme die elterliche Obhut über ihre beiden Kinder entzogen, welche vorderhand bei den Grosseltern platziert würden. Begründet wurde der vorsorgliche Obhutsentzug damit, dass bei der Mutter ein erheblicher Erziehungsnotstand vorliege und insgesamt von einer ernstlichen Gefährdung des Kindeswohls ausgegangen werden müsse. Dieser könne nur durch eine Aufhebung der elterlichen Obhut begegnet werden, wodurch zumindest für die nächsten Monate klare Verhältnisse geschaffen würden. Für Y._ und Z._ werde zudem eine Beistandschaft errichtet und F._, Berufsbeistandschaft D._, werde als Beistand für die beiden Kinder eingesetzt. Des Weiteren werde der Kindes- und Jugendpsychiatrische Dienst (KJPD) O.3_ beauftragt, ein fachärztliches Gutachten zu erstellen.
D. In der Zeit von April bis Juni 2013 ergaben sich zwischen den Grosseltern und ihrer Enkelin Y._ unlösbare Konflikte. Sie habe rebelliert und auf diese Weise den Wunsch geäussert, zur Mutter zurückzukehren (vgl. Akten KESB act. 174 S. 22 und 37). Am 30. Juni 2013 verfasste Y._ eine Liste, aus welcher klare suizidale Absichten hervorgingen (vgl. Akten KESB act. 103), wobei eine akute Suizidalität und Depressivität anlässlich der in der Folge vorgenommenen Abklärung des KJPD O.3_ verneint wurde (vgl. Akten KESB act. 174 S. 35). Gleichentags forderte X._ mit ihrer an den Beistand gerichteten E-Mail (vgl. Akten KESB act. 104) eine Umplatzierung der beiden Kinder nach den gemeinsamen Sommerferien. Durch ihre Rechtsanwältin liess die Mutter am 8. Juli 2013 ein Gesuch um Abänderung der mit Entscheid vom 21. Mai 2013 getroffenen Kindesschutzmassnahmen stellen und beantragte insbesondere, Y._ und Z._ seien bei einer Pflegefamilie im Raum O.2_ zu platzieren (vgl. Akten KESB act. 117). Mit Entscheid der KESB Nordbünden vom 6. August 2013 (vgl. Akten KESB act. 152) wurde der Obhutsentzug bezüglich Y._ aufgehoben. Zudem wurde der Mutter die Weisung erteilt, dafür zur sorgen, dass sich Y._ einer ambulanten Therapie unterziehe und die Betreuung ihrer Tochter während ihrer berufsbedingten Abwesenheit sichergestellt werde. Der Obhutsentzug von Z._ sowie dessen Platzierung bei den Grosseltern hingegen wurde bestätigt und der seitens der Mutter gestellte Antrag auf die Platzierung in einer Pflegefamilie damit abgewiesen.
E. Das mit Entscheid vom 21. Mai 2013 angeordnete Gutachten lag am 13. November 2013 vor. Aus dem Gutachten von Dr. phil. E._, stellvertretender Leiter der kantonalen Erziehungsberatung O.3_, geht hervor, dass er mit sämtlichen Beteiligten, insbesondere der Kindsmutter und dem
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Kindsvater, den Grosseltern und natürlich auch mit den beiden Kindern selbst, Gespräche führte und weitergehende Abklärungen tätigte. In seinem ausführlichen Gutachten ging Dr. phil. E._ einleitend auf die Vorgeschichte und den Anlass der Begutachtung ein und stellte daraufhin die Untersuchungsergebnisse dar. Er hielt zusammenfassend fest (vgl. Akten KESB act. 174 S. 35 ff.), dass sich die Befindlichkeit von Y._ seit ihrer Rückkehr nach O.2_ erkennbar verbessert habe, was von Aussenstehenden vor allem auf die Trennung von ihrem Bruder und die damit einhergehende Entspannung zurückgeführt werde. Y._ habe ihren Willen, bei der Mutter zu leben, sehr deutlich zum Ausdruck gebracht. Z._ habe die Trennung von seiner Mutter und Schwester ebenfalls als Beruhigung empfunden. Entsprechend habe er ihm wie auch Dritten gegenüber klar den Wunsch geäussert, bei den Grosseltern bleiben zu wollen. Seine Willensäusserung erscheine zeitlich und über Personen hinweg stabil.
Nach der Auswertung der Ergebnisse kam der Gutachter zum Schluss, dass beide Kinder einen erhöhten erzieherischen Bedarf aufweisen würden. Für einen weiteren günstigen Entwicklungsverlauf sei die Passung erzieherischer Kompetenzen wesentlich. Die Kindsmutter sei mit Z._ nachweislich mehrfach an eine klare Grenze gestossen, was zeige, dass eine entsprechende Passung fehle. Ihre erzieherischen Kompetenzen würden unter den gegebenen Umständen nicht ausreichen. Zwischen den erzieherischen Kompetenzen der Grosseltern und den Anforderungen von Z._ würde hingegen zurzeit eine Passung bestehen. Die Kindsmutter könne erzieherisch wohl auch angemessener auf Y._ eingehen, wenn sie sich nur auf diese konzentrieren könne. Gemäss Auffassung des Experten stelle die Beibehaltung des Status quo, wonach Y._ in der Obhut der Mutter und Z._ in jener der Grosseltern verbleibe, die einzige Lösung dar. Die Trennung der Geschwister habe eine Beruhigung der Situation mit sich gebracht und die erzieherischen Lasten seien verteilt worden. Vorliegend entspreche der Kindeswille dem momentan realisierbaren Kindeswohl. Da die Gefahr erneuter schwieriger Eskalationssituationen bestehe, könne Z._ nicht zu seiner Mutter zurückplatziert werden. Solche Eskalationen würden auch das Zusammenleben von Mutter und Tochter gefährden. Im Übrigen hielt der Gutachter fest, dass die Beistandschaft als Drehscheibe auf jeden Fall bestehen bleiben müsse. Allenfalls sei den Grosseltern wie auch der Kindsmutter eine Ansprechperson für den Alltag, beispielsweise eine sozialpädagogische Familienbegleitung, zur Seite zu stellen (vgl. zum Ganzen Akten KESB act. 174 S. 45 ff.).
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F. Der Beistand der Kinder, F._, beantragte der KESB Nordbünden mit Zwischenbericht vom 27. Dezember 2013, den Obhutsentzug hinsichtlich Z._ beizubehalten (vgl. Akten KESB act. 181a). Z._ fühle sich nach eigenen Angaben in O.1_ wohl und habe sich dort integriert, er spiele Handball und Fussball. Die Grosseltern teilten der KESB Nordbünden am 3. Januar 2014 telefonisch mit, dass sie bereit seien, ihren Enkel Z._ weiter bei sich zu behalten (vgl. Akten KESB act. 188). X._ sowie ihre beiden Kinder wurden von der Behörde zur beabsichtigen Bestätigung der Platzierung von Z._ bei den Grosseltern in O.1_ sowie zur Aufhebung der mit Entscheid vom 6. August 2013 erlassenen Weisung am 3. Januar 2014 angehört. Dabei erklärte Z._ gegenüber dem instruierenden Behördenmitglied G._, dass er seine Meinung in den Weihnachtsferien geändert habe und nun doch bei seiner Mutter in O.2_ leben und nur noch bis zum Abschluss des Schuljahres im Sommer 2014 in O.1_ bleiben möchte (vgl. Akten KESB act. 186). X._ wurde alsdann zur Behördensitzung vom 14. Januar 2014 vorgeladen. Anlässlich der Sitzung wie auch bereits im Vorfeld führte sie aus, mit dem Gutachten von Dr. phil. E._ nicht einverstanden zu sein. Sie wolle, dass Y._ wie auch Z._ wieder bei ihr in O.2_ wohnen und zusammen aufwachsen würden. Ihr Sohn habe ebenfalls den Wunsch geäussert, im Sommer 2014 wieder zu ihr zurückzukehren, womit sie einverstanden wäre. Die Besuchswochenenden seien gut verlaufen, so dass sie davon ausgehe, dass auch das Zusammenleben funktionieren würde. Gegenwärtig sei es ihr kaum möglich, mit ihrem Sohn unter der Woche Kontakt aufzunehmen, da die Grosseltern dies unterbinden würden (vgl. Akten KESB act. 196).
G. Auch A._ wurde zur Sitzung der Behörde vom 14. Januar 2014 vorgeladen, wobei er jedoch auf ein persönliches Erscheinen und eine entsprechende Anhörung verzichtete. Stattdessen teilte er mit E-Mail vom 13. Januar 2014 mit (vgl. Akten KESB act. 194), dass er den Eindruck habe, Z._ vermisse seine Mutter. Dennoch äussere sein Sohn bezüglich einer allfälligen Rückkehr nach O.2_ Zweifel, ob das Zusammenleben mit seiner Mutter und Schwester funktionieren würde. Ferner gab A._ an, dass sich die Besuchswochenenden mit seiner Tochter Y._ gegenwärtig schwierig gestalten würden.
H. Gestützt auf das Gutachten und die persönlichen Anhörungen der Betroffenen erkannte die KESB Nordbünden mit Entscheid der Kollegialbehörde vom 14. Januar 2014, mitgeteilt am 22. Januar 2014, was folgt:
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„1. Der Entzug der elterlichen Obhut von X._ über Z._ wird bestätigt. Z._ wird bis mindestens zur Beendigung der Primarschule (Sommer 2015) bei B._ und C._ (Grosseltern, O.1_) platziert.
2. Der Beistand erhält folgende Aufgaben und Kompetenzen:
- die Mutter im Rahmen der Beistandschaft (Art. 308 Abs. 1 ZGB) angemessen zu beraten und zu unterstützen, insbesondere in folgenden Bereichen:
- Erziehung;
- Fremdbetreuung von Y._ während der beruflichen Abwesenheit der Mutter;
- die Eltern im Rahmen der Beistandschaft mit besonderen Befugnissen (Art.308 Abs. 2 ZGB) angemessen zu beraten und zu unterstützen und nötigenfalls zu vertreten, insbesondere:
- alle Beteiligten (Mutter, Vater, Grosseltern) im Rahmen des Besuchsrechts in der Klärung von Besuchs- und Ferienrechtsfragen zu unterstützen und eine praktikable Besuchsregelung festzulegen;
- im Konfliktfall im Rahmen der bestehenden Besuchsrechtsregelung konkrete Lösungen festzulegen und der Behörde zur Genehmigung zu unterbreiten. Wobei der KESB die Festlegung zu beantragen ist, wenn keine einvernehmliche Regelung ausgearbeitet werden kann;
- die Mutter und die Grosseltern im Abschluss eines Pflegevertrages zu unterstützen und dessen Finanzierung einvernehmlich zu regeln, oder im Streitfall Antrag an die KESB zu stellen;
- sämtliche Beteiligten in Kinderbelangen als Ansprechperson zur Verfügung zu stehen.
3. Der Beistand wird aufgefordert:
- der KESB alle zwei Jahre einen schriftlichen Rechenschaftsbericht (Ausführungen über die Entwicklung von Y._ und Z._ sowie die Ausübung der Beistandschaft) einzureichen.
4. Folgende Weisungen werden aufgehoben:
- Y._ unverzüglich für eine enge therapeutische Begleitung (wenn möglich wöchentliche Termine) bei der kjp (Kinder- und Jugendpsychiatrie Graubünden) anzumelden und die Einhaltung der Therapiesitzungen zu überprüfen;
- für Y._ während der arbeitsbedingten Abwesenheit so schnell wie möglich eine alternative Betreuung (Tagesmutter, KITA etc.) zur organisieren.
5. Die Verfahrenskosten für diesen Entscheid werden auf Fr. 7'901.30 festgesetzt. Auf die Erhebung dieser Verfahrenskosten sowie der aufgeschobenen Kosten gemäss Entscheid der KESB vom 6. August 2013 (Fr. 457.50) im Totalbetrag von Fr. 8'359.40 wird aufgrund der
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aktuell angespannten Einkommens- und Vermögensverhältnisse der Eltern von Y._ und Z._ verzichtet.

## Considerations