# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** fc8fc155-19b2-49dc-bfca-dd5ef0690b6b
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2016
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1968, erlitt am 17. September 2006 einen ischämischen Mediainsult rechts (vgl. Urk. 8/10/5). Mit Verfügungen vom 15. Mai
2008 sprach ihm die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, mit Wir
kung ab 1. September 2007 gestützt auf einen Invaliditätsgrad von 100 % eine ganze Invalidenrente (Urk. 8/68) und mit Wirkung ab 1. September 2007 eine
Hilflosene
ntschädigung
für
Hilflosigkeit mittleren Grades
(Urk. 8/69) zu.
1.2
Im Rahmen eines im September 2008 eingeleiteten Revisionsverfahrens (vgl. Urk. 8/70) bestätigte die IV-Stelle am 10. November 2008 einen unveränderten
Rentenanspruch (Urk. 8/74). Die
E
ntschädigung für
Hilflosigkeit
mitt
leren Grades
reduzierte sie
mit Verfügung vom 3. April 2009
auf eine solche
für Hilflosigkeit
leichten Grades (Urk. 8/97). Die dagegen gerichtete Beschwerde des Versicherten
vom 19. Mai
2009 (Urk. 8/98) wies das hiesige Gericht im Prozess Nr.
IV.2009.00510
mit Urteil vom 2. November 2010 ab (Urk. 8/106).
1.3
Im Zuge eines erneuten im März 2012 eingeleiteten Revisionsverfahrens (vgl. Urk. 8/109)
holte die
IV-Stelle
den Arztbericht von
Dr.
med.
Y._
, Facharzt für Neurologie, vom 4. März
2013 (Urk. 8/109) ein und teilte
dem Ver
sicherten am 29. April 2013 mit, dass sie ihm weiterhin
gestützt auf einen 100%igen Invaliditätsgrad
eine ganze Invalidenrente ausrichte (Urk. 8/112).
1.4
Im
Januar
2014 leitete die IV-Stelle ein Revisionsverfahren betreffend die
Hilf
losenentschädigung
ein (Urk. 8/114)
und nahm am 26. August 2014 eine Ab
klärung vor Ort vor (Abklärungsbericht vom 16. September 2014, Urk. 8/116). Mit Vorbescheid vom 18. September 2014 stellte sie in Aussicht, die
Hilflo
sen
entschädigung
einzustellen
(Urk. 8/117)
, was sie, nachdem der Versicherte am
31. Oktober 2014 Einwände
erhoben hatte
(Urk. 8/118;
Einwandergänzung
vo
m 8. Dezember 2014, Urk. 8/120),
m
it Verfügung vom 29. Januar 2015
auch tat
(Urk. 8/122 = Urk. 2).
2.
Gegen die Verfügung vom 29. Januar 2015
(Urk. 2)
erhob der Versicherte am 4. März 2015 Beschwerde (Urk. 1) und beantragte die Weiterausrichtung einer
Hilflosenentschädigung
zumindest für
Hilflosigkeit
leichten Grades
(Urk. 1). In der Beschwerdeantwort vom 19. Mai 2015 schloss die IV-Stelle auf Abweisung der Beschwerde (Urk. 8), was dem Beschwerdeführer am 28. August 2015 zur Kenntnis gebracht wurde (Urk. 10).
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Gemäss
Art.
42
Abs.
1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung
(
IVG
)
haben Versicherte mit Wohnsitz und gewöhnlichem Aufenthalt (
Art.
13
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts,
ATSG) in der Schweiz, die hilflos (
Art.
9 ATSG) sind, Anspruch auf eine
Hilflo
senentschädigung
. Vorbehalten bleibt Artikel 42
bis
IVG. Als hilflos gilt eine
Person, die wegen einer Beeinträchtigung der Gesundheit für alltägliche
Lebens
v
errichtungen
dauernd der Hilfe Dritter oder der persönlichen Überwa
chung be
darf (
Art.
9 ATSG). Im Bereich der Invalidenversicherung gilt auch eine Person als hilflos, welche zu Hause lebt und wegen der gesundheitlichen Beeinträch
tigung dauernd auf lebenspraktische Begleitung angewiesen ist (
Art.
42
Abs.
3
Satz 1 IVG;
Art.
38 der Verordnung über die Invalidenversiche
rung, IVV).
Praxi
s
gemäss
(BGE 121 V 88 E. 3a mit Hinweisen) sind die folgen
den sechs alltäg
lichen Lebensverrichtungen massgebend (BGE 127 V 94 E. 3c, 125 V 297 E. 4a):
Ankleiden, Auskleiden;
Aufstehen, Absitzen, Abliegen;
Essen;
Körperpflege;
Verrichtung der Notdurft;
Fortbewegung (im oder ausser Haus), Kontaktaufnahme.
1.2
Art. 37 IVV sieht drei Hilflosigkeitsgrade vor. Gemäss Abs. 3 dieser Bestimmung gilt die Hilflosigkeit als leicht, wenn die versicherte Person trotz der Abgabe von Hilfsmitteln:
in mindestens zwei alltäglichen Lebensverrichtungen regelmässig in erhebli
cher Weise auf die Hilfe Dritter angewiesen ist;
einer dauernden persönlichen Überwachung bedarf;
einer durch das Gebrechen bedingten ständigen und besonders aufwendigen Pflege bedarf;
wegen einer schweren Sinnesschädigung oder eines schweren körperlichen Ge
brechens nur dank regelmässiger und erheblicher Dienstleistungen Dritter gesellschaftliche Kontakte pflegen kann; oder
dauernd auf lebenspraktische Begleitung im Sinne von Art. 38 IVV angewie
sen ist.
1.3
Ändert sich der Grad der Hilflosigkeit in erheblicher Weise, so finden die
Art.
87-88
bis
IVV Anwendung.
Anlass zur Revision einer
Hilflosenentschädi
gung
gibt jede wesentliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Grad der Hilflosigkeit und damit den Anspruch auf
Hilf
losenentschädigung
zu beeinflussen. Ob eine solche Änderung eingetreten ist, be
urteilt sich durch Vergleich des Sachverhaltes im Zeitpunkt der letzten, der ver
sicherten Person eröffneten rechtskräftigen Verfügung, welche auf einer materi
ellen Prüfung des Leistungsanspruchs mit rechtskonformer
Sachverhalts
ab
klä
rung
beruht, mit demjenigen zur Zeit der streitigen Verfügung (BGE 133 V 108 E.
5.4). Dagegen stellt die bloss unterschiedliche Beurteilung der Auswir
kungen eines im Wesentlichen unverändert gebliebenen Gesundheitszustandes für sich allein genommen keinen Revisionsgrund im Sinne von
Art.
17
Abs.
1 ATSG dar (zur Invalidenrente: Urteil des Bundesgerichts 9C_562/2008 vom
3.
November 2008, E. 2.1).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete die Aufhebung der
Hilflosenentschädigung
mit der sinngemässen Begründung
, seit der letzten Abklärung vor Ort im Jahr 2008 habe der Beschwerdeführer so viel Selbständigkeit erreichen können, dass er nu
r
mehr
i
m
Lebensbereich
An- und Auskleiden
einer regelmässigen und er
heblichen Hilfe
stellung
bedürfe
(Urk. 2 S. 3).
2.2
Dagegen wandte der Beschwerdeführer ein (Urk. 1), was für den Bereich An- und Auskleiden gelte, habe auch für den Bereich Essen zu gelten. In dies
em Bereich habe sich keine wesentliche Veränderung in Bezug auf die gesundheitli
che Situation und die Körperfunktion ergeben. Ein Revisionsgrund liege damit nicht vor, es liege lediglich eine unterschiedliche Beurteilung des gleich geblie
benen Sachverhalts vor (Ziff. 7.1 S. 5). Es treffe zu, dass er wieder Auto fahren könne, es sei aber unberücksichtigt geblieben, dass das Autofahren nur einen Teilbereich der Fortbewegung darstelle. Er könne lediglich kurze Wegstrecken alleine zurücklegen, längere Spaziergänge unternehme er nur in Begleitung anderer Personen. Er könne alleine kaum soziale Kontakte pflegen, sondern sei hierfür auf die Unterstützung durch Dritte angewiesen (
Ziff.
9 S. 7). Die
Be
schwerdegegnerin
habe es unterlassen, Abklärungen betreffend
lebensprakti
sche
Begleitung vorzunehmen. Er sei invaliditätsbedingt auf Unterstützung bei der Haushaltsführung angewiesen und bedürfe zudem der Dritthilfe in administrati
ven Belangen sowie bei der Planung und Organisation des Alltags. Es sei davon auszugehen, dass er ohne Dritthilfe nicht selbständig wohnen könnte und die erforderliche Intensität der Hilfe durchschnittlich zwei Stunden pro Woche er
reiche (
Ziff.
10 S. 7 f).
2.3
Streitig und zu prüfen ist, ob sich seit der Reduktion der
E
ntschädigung für
Hilf
losigkeit
leichte
n Grades
, mithin seit Erlass der Verfügung vom
3. April 2009
(Urk. 8/97)
, in den tatsächlichen Verhältnissen eine wesentliche Änderung erge
ben hat, die geeignet ist, den Grad der Hilflosigkeit de
s
Beschwerdeführer
s
zu beeinflussen.
3.
3.1
Massgebend für die Beurteilung der Hilflosigkeit im Zeitpunkt der Verfügung vom
3. April
2009
(Urk. 8/97)
war der
Austrittsbericht von
Dr.
med.
Z._
, Abteilungsärztin der Klinik
A._
vom 3. Oktober 2008 (Urk. 8/72) so
wie der Abklärungsbericht vom 9. Dezember 2008 (Urk. 8/75; vgl. Urk. 8/106 E. 4).
3.2
Dr.
Z._
hielt im Bericht vom 3. April 2009 (Urk. 8/72) fest,
Zielsetzung des erneuten Rehabilitationsaufenthaltes sei eine Verbesserung der Armfunktion und damit das Erreichen der grösstmöglichen Selbständigkeit
gewesen
. Durch die verschiedenen Th
erapien (Physio-, Ergo-, Wasser
therapie, neurologisches Training) habe die Kraft in den unteren Extremitäten sowie im Rumpf verbessert werden können. Weiter hätten sich die Gehausdauer und das Gleichgewicht verbessert und der B
eschwerdeführer könne die Hyper
extension im Kniegelenk vermindern (S. 2 oben). Aus ergotherapeutischer Sicht habe sich die
Hand
funktion
wesentlich verbessert. Im Vergleich zum letzten Aufenthalt habe der Beschwerdeführer aus neuropsychologischer Sicht grosse Fortschritte gemacht, es bestehe eine Verbesserung bei der Fehlerkontrolle und bei der fokussierten Aufmerksamkeit; das Arbeitstempo sei jedoch immer noch verlangsamt und der Beschwerdeführer leicht ablenkbar. Beim Nachlassen der Motivation mache er nach wie vor viele Fehler (S. 2 Mitte).
3.3
Im Bericht vom 9. Dezember
2008
(Urk. 8/75)
über die Abklärung beim Be
schwer
deführer zu Hause wurde vorab ausgeführt, der Beschwerdeführer ma
che im Haushalt das
,
was möglich sei; Staubsaugen und Geschirrabräumen gehe gut; kochen funktioniere nicht so gut. Er habe eine Fussheber-Orthese, diese trage er aber nur
ausser Haus. Er könne sich den
Tag selber strukturieren.
Zu den fraglichen Lebensverrichtungen wurden im Wesentlichen folgende Aus
führungen gemacht:
-
An/Auskleiden: Der Beschwerdeführer ziehe sich
,
so gut es gehe
,
selber an.
Reis
s
verschlüsse
von weiten Hosen könne er jetzt
schliessen
(S. 1 unten). Da die Hosen weit seien, brauche er Hosenträger. Die Hosenträger könne er jedoch nicht selber befestigen.
Reis
s
verschlüsse
von Jacken könne er nicht selber einfädeln. Ferner könne er kleine
Knöpfe von Hemden nicht
schlies
sen
. Daher trage er meistens T-Shirts oder Pullover. Zwei- bis dreimal pro Woche trage er ein Hemd. Weiter könne er enge Socken nicht selber anziehen und er trage
Schlüpfschuhe
oder Schuhe mit Klett
verschluss (S. 2 oben).
-
Essen: Es könne auf den Abklärungsbericht vom 18. Dezember 2007 ver
wiesen werden (S. 2 Mitte).
-
Fortbewegung/Pflege gesellschaftlicher Kontakte: Die Abklärungsperson verwies auf den Abklärungsbericht vom 1
8.
Dezember 2007 und führte aus, dass in
A._
die
Fahrtauglichkeit in Bezug auf Reaktion und Sichtfeld geprüft worden sei. Diese Bereiche seien gu
t. Er sei dann aufs Strassenver
kehrsamt
gegangen,
um den Autoumbau abzuklären. Bei dieser Gelegenheit sei ihm der Führerausweis entzogen worden. Nach erfolgtem Autoumbau müsse der Beschwerdeführer eine Fahrprobe mit einem Fahrlehrer machen; wenn diese Probe gut verlaufe, bekomme er den Fahrausweis wieder zurück (S. 3 oben).
-
Lebenspraktische Begleitung: Der Beschwerdeführer sei körperlich behin
dert.
Die Abklärungsperson hielt zusammenfassend fest, dass lediglich in den Berei
chen „An-/Auskleiden“, „Essen“ und „Fortbewegung/Pflege gesellschaftlicher Kontakte“ eine Hilflosigkeit bestehe. Daher sei eine leichte Hilflosigkeit ausge
wiesen (S. 4 oben).
3.4
Dem
Abklärungsbericht vom 18. Dezember 2007 (Urk. 8/44) kann bezüglich
Bereich
„
Essen
“
entnommen werden, der Beschwerdeführer könne weiche Speisen
mit der Hand essen. Beim Schneiden von härteren Speisen brauche er Hilfe. Ein Brötchen könne er mit einem Hilfsmittel (Brett mit Nägeln) selber streichen.
4.
4.1
Die aktuelle Situation ergibt sich aus
dem Arztbericht von
Dr.
Y._
vom 4. März 2013 (Urk. 8/109) und
dem Abklärungsbericht
der Beschwerdegegnerin
vom 16. September 2014 (Urk. 8/116)
über die Abklärung vor Ort
.
4.2
Dr.
Y._
hielt im Bericht vom 4. März 2013 (Urk
. 8/109) fest, die linke (nicht
dominante) Hand sei durch die
residuelle
Störung vor allem in feinen
manu
ellen Tätigkeiten deutlich behindert. Sehen und
Hören
seien normal. Die
kon
zen
trativen
und andere kognitive Fähigkeiten seien leicht gestört,
der Beschwer
deführer ermüde vor allem vermehrt
(S. 5 oben).
4.3
Im Abklärungsbericht vom 16. September 2014 (Urk. 8/116)
wurde festge
halten, der Beschwerdeführer beschreibe, dass er sich in all den Jahren an seine Behinderung gewöhnt habe. Er habe gelernt, besser mit der Behinderung um
zugehen. Seine Ehefrau erkläre, es sei ihr aufgefallen, dass er vergesslicher ge
worden sei und jeweils beispielsweise an seine Termine erinnert werden müsse
(S. 1 unten)
.
Zu den fraglichen Lebensverrichtungen wurden folgende Ausführungen ge
macht:
-
An/Auskleiden: Analog zum letzten Bericht gelinge es dem
Beschwerdeführer nur sehr unzulänglich, Hosen auszuziehen und den
Knopf zu
schliessen
. Zu Hause trage er deshalb Hosen mit einem
Gummizug. Verschlüsse zu bedienen, gelinge ihm nach wie vor nicht
selbständig. Ein T-Shirt oder Pullover (an- und auszuziehen), gelinge ihm
selbständig. In Hemden vermöge er alleine zu schlüpfen. Die Ehefrau
knöpfe diese jeweils zu, damit er nur noch hinein
schlüpfen könne. Beim
Anziehen von engen Socken benötige er Hilfe. Lockere Socken könne er
selbständig anziehen. Er trag
e
Schlüpfschuhe
oder solche mit
Klett
verschlüssen, die er selber an- und ausziehen könne. Er könne keine
Schuhe binden (S. 2 oben).
-
Essen: Es sei dem Beschwerdeführer analog zur letzten Berichterstattung
weiter
hin nicht möglich, harte Nahrung zu zerkleinern (S. 2 Mitte).
-
Fortbewegung/Pflege gesellschaftlicher Kontakte: Der Beschwerdeführer
bewege sich im und
ausser
Haus ohne Hilfsmittel fort. Er beschreibe, dass
er Treppen überwinden könne, je nach Stiegen jedoch der linke
Fuss
oft
hängen bleibe, weshalb er sich langsam fortbewegen müsse. In der
Zwischenzeit habe er die Fahrtauglichkeit wieder erlangt und besitze ein
behinderungsgerechtes Auto. Dank diesem könne er selbständig
Arzttermine wahrnehmen und
ausserhäusli
che
Verrichtungen erledigen
(S. 3 oben).
-
Lebenspraktische Begleitung: Der Beschwerdeführer leidet unter einer
körperli
chen Behinderung (S. 3 unten).
5.
5.1
Es ist unbestritten, dass sich im Lebensbereich
„
An-/Auskleiden
“
keine wesent
lichen Änderungen ergeben haben. Nach wie vor ist der Beschwerdeführer in diesem Bereich auf
dauernde und
regelmässige
Hilfe angewiesen.
5.2
Was den Lebensbereich
„
Essen
“
betrifft, hat d
ie Abklärung
sperson im Bericht
vom 16. September 2014
(E. 4.3)
auf den
Abklärungsbericht vom
9. Dezember 2008 (E.
3.3)
verwiesen.
Darin wurde wiederum auf den Bericht vom
18. Dezem
ber 2007 (E.
3.4) verwiesen
. Damit
hat sich gegenüber 2008 nichts verändert. Wenn sich nun die
Abklärungsperson
und mit ihr die
Beschwerde
gegnerin
auf den
Standpunkt stellt, es sei d
em
Beschwerdeführer
unter Ber
ück
sichtigung der Schadenminder
ungspflicht
zuzumuten,
geeignete Hilfsmittel zu verwenden
,
und es würden auch nicht täglich harte Speisen serviert (vgl. Urk. 2 S. 3),
handelt es sich nicht um veränderte Tatsachen, sondern um eine andere Einschätzung eines gleich gebliebenen Sachverhalts. Dies ist
unter dem Titel der Revision
gemäss
Art. 17 ATSG nicht zulässig
.
Anzufügen bleibt,
dass nach der immer noch richtungweisenden Rechtsp
re
chung von BGE 106 V 153 E. 2b
ein
e
v
ersicherte
Person
nicht generell einer Lebensverrichtung fähig gelten darf, wenn
sie
sie nur auf eine nicht übliche Art und Weise ausführen kann. In jenem Fall wurde schwere Hilflosigkeit ange
nommen ungeachtet der Tatsache, dass die
v
ersicherte
Person
allein essen konnte, indem sie die Speisen mit den Fingern zum Mund führte. Der Be
schwerdeführer kann nicht mit dem Besteck harte Speisen zerkleinern und
es muss angenommen werden, dass er,
könnte er keine Dritthilfe beanspruchen, diese zum Mund führen und ein Stück
herausbeissen
müsste
, was klar nicht den gesellschaftlichen Gepflogenheiten entspricht und daher unüblich im Sinne der Rechtsprechung ist. Daran ändert der Hinweis auf die
Schadenminderungs
pflicht
nichts. Das Bundesamt für Sozialversicherungen hält in Übereinstim
mung mit der Rechtsprechung in Ziffer 8018 des Kreisschreibens über Invalidi
tät und Hilflosigkeit in der Invalidenversicherung
(KSIH)
in der seit 1. Januar 2015 gültigen Fassung
fest, dass Hilflosigkeit vorliegt, wenn die versicherte Person ohne Hilfe Dritter keine normal zubereitete Nahrung zu sich nehmen kann.
5.3
Nachdem mit finanzieller Unterstützung durch die Invalidenversicherung Ände
rungen am Fahrzeug vorgenommen worden waren (vgl. Urk. 8/93), ist der Be
schwerdeführer heute wieder in der Lage, selbständig Auto zu fahren
und selb
ständig Arzttermine wahrnehmen und
ausserhäusliche
Verrichtungen erledigen (vgl. E. 4.3)
. Damit fällt die
regelmässige
und dauerhafte Hilfsbedürftigkeit in diesem Bereich weg. Daran ändert der Umstand, dass der Beschwerdeführer
keine langen Spaziergänge ohne Begleitung
unternimmt,
nichts, fallen lange Spaziergänge
doch
nicht
regelmässig
an. Der Beschwerdeführer ist laut
Abklä
rungs
bericht
– wenn auch in langsamen Tempo - in der Lage, sich ohne Hilfs
mittel im und
ausser
Haus zu bewegen und er
kann
sogar Tre
ppen überwinden
. Mit der Fähigkeit
,
Auto zu fahren, ist der Beschwerdeführer jedenfalls in der Lage, selbständig weitere Strecken zurückzulegen, was vor dem Wiedererlangen der Fahrfähigkeit und –
erlaubnis
nicht möglich war
(vgl. E.
3.3)
. Insofern liegt eine tatsächliche Verbesserung der Umstände vor.
5.4
Was den Bereich lebenspraktische Begleitung betrifft, wurde das Erfordernis
der
selben von der Beschwerdegegnerin noch nie anerkannt, was vom Be
schwer
deführer bis anhin auch noch nie gerügt wurde, weshalb im vorange
henden Prozess Nr. IV.2009.00510 in Sachen der Parteien für das hiesige Ge
richt auch kein Anlass bestand, zu prüfen, ob eine solche in Bezug auf das Führen des Haushaltes
erforderlich
war.
Erst beschwerdeweise machte er geltend, er könnte ohne lebenspraktische Begleitung nicht selbständig wohnen.
Weder dem Arztbericht von
Dr.
Y._
vom 4. März 2013 (E. 4.2)
noch dem
Ab
klärungsbericht
(E. 4.3) kann entnommen werden, dass sich bezüglich der
Haushaltsführung
eine Verschlechterung der Situation ergeben h
ätte, weshalb kein Revisionsgrund ersichtlich ist.
Der Beschwerdeführer
unterliess
es denn auch darzulegen, welche Haushaltstätigkeiten er gegenüber früher nicht mehr ausführen kann und weshalb
d
ie von der Ehefrau allenfalls zusätzlich über
nommenen Haushaltstätigkeiten den Umfang der Schadenminderungspflicht von
Familienmitgliedern
übertreffen
.
Insbesondere ist
aber auch
nicht ersicht
lich, weshalb der Beschwerdeführer, welcher
zwar
unbestrittenermassen
, aber bereits im Zeitpunkt der letztmaligen Anspruchsüberprüfung
,
in den kognitiven Fähig
keiten leicht eingeschränkt ist
und war
(vgl. E. 3.2 und E. 4.2)
,
Hilfe in der Tages
strukturierung oder Unterstützung bei der Bewältigung von
Alltagssitua
tionen
benötigt, ist doch
die Berücksichtigung des Haushalts nur möglich, wenn
ku
mulativ das eine oder andere
notwendig ist (vgl.
Ziffer
8050.1 KSIH)
.
5.5
Zusammenfassend
ist der
Beschwerdeführer
in den beiden alltägl
ichen
Lebens
verrichtungen
„
An-/Auskleiden
“
und
„
Essen
“
regelmässig
in erheblicher Weise auf die Hilfe Dritter angewiesen
, weshalb er weiterhin Anspruch hat auf eine Entschädigung aufgrund leichter Hilflosigkeit
.
6.
Nach dem Dargelegten ist die Beschwerde in dem Sinne
gutzuheissen
, dass die Verfügung vom
30. Januar 2015 (Urk. 2) aufgehoben wird, mit der Feststellung, dass der Beschwerdeführer weiterhin Anspruch hat auf eine
E
ntschädi
gung für Hilflosigkeit leichten Grades.
7.
7.1
Die Kosten
gemäss
Art. 69 Abs. 1
bis
IVG sind ermessensweise auf Fr.
7
00.--
fest
zusetzen und der unterliegenden Beschwerdegegnerin aufzuerlegen
.
7.2
Ausgangsgemäss
hat der vertretene Beschwerdeführer Anspruch auf eine
Pro
zessentschädigung
. Diese wird ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Be
deutung der Streitsache und der Schwierigkeit des Prozesses bemessen und ist auf Fr.
1‘200
.-- (inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) festzusetzen.