# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** c0efe274-382e-4ffc-ade6-c3f630f7fd95
**Court:** ZH_OG
**Chamber:** ZH_OG_002
**Year:** 2022
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

betreffend Pornografie
Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichtes Zürich, 10. Abteilung - , vom 12. Mai 2021 (GG210114)
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Anklage:
Die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl vom 29. März 2021
(Urk. 16) ist diesem Urteil beigeheftet.
Urteil der Vorinstanz: (Urk. 32 S. 22 ff.)
1. Der Beschuldigte ist schuldig der harten Pornografie im Sinne von Art. 197
Abs. 5 Satz 2 StGB.
2. Der Beschuldigte wird mit einer Geldstrafe von 30 Tagessätzen zu Fr. 140.–
bestraft.
3. Der Vollzug der Geldstrafe wird aufgeschoben und die Probezeit auf zwei
Jahre festgesetzt.
4. Für die Dauer der Probezeit wird dem Beschuldigten im Sinne von Art. 44
Abs. 2 i.V.m. Art. 94 StGB die Weisung erteilt, die begonnene ambulante fo-
rensisch-psychotherapeutische Behandlung weiterzuführen.
5. Die nachfolgenden mit Verfügung der Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl vom
19. Mai 2020 beschlagnahmten und bei der Stadtpolizei Zürich lagernden
Gegenstände werden eingezogen und der Lagerbehörde zur Vernichtung
überlassen:
− 1 Laptop HP Pavilion Protect Smart mit Netzkabel, Asservat
Nr. A013'148'044 (Pos. 2 der Sicherstellungsliste vom 24.10.2019),
− 1 Laptop msi cr620, Asservat Nr. A013'148'226 (Pos. 3 der Sicherstel-
lungsliste vom 24.10.2019),
− 1 PC HP Pavilion 23, Asservat Nr. A013'148'328 (Pos. 5 der Sicherstel-
lungsliste vom 24.10.2019),
− 1 Laptop microspot PCD-233TF, Asservat Nr. A013'148'522 (Pos. 13
der Sicherstellungsliste vom 24.10.2019),
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− 1 Laptop IBM Think Pad, Asservat Nr. A013'148'533 (Pos. 14 der Si-
cherstellungsliste vom 24.10.2019),
− 1 USB Memory-Stick, SanDisk 3.0, 32 GB, Asservat Nr. A013'172'208
(sichergestellt am 01.11.2019 bei B._ AG).
6. Die nachfolgenden mit Verfügung der Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl vom
19. Mai 2020 beschlagnahmten und bei der Stadtpolizei Zürich lagernden
Gegenstände werden nach Eintritt der Rechtskraft dem Beschuldigten auf
erstes Verlangen herausgegeben. Verlangt er sie innert drei Monaten nicht
heraus, werden sie der Lagerbehörde zur gutscheinenden Verwendung
überlassen:
− 1 Mobiltelefon Samsung Galaxy, Asservat Nr. A013'147'949 (Pos. 1
der Sicherstellungsliste vom 24.10.2019),
− 1 Laptop HP ENVY, Asservat Nr. A013'148'271 (Pos. 4 der Sicherstel-
lungsliste vom 24.10.2019),
− 1 UBS-Stick Verbatim, Asservat Nr. A013'148'340 (Pos. 6 der Sicher-
stellungsliste vom 24.10.2019),
− 1 USB-Stick SanDisk 512 MB, Asservat Nr. A013'148'351 (Pos. 7 der
Sicherstellungsliste vom 24.10.2019),
− 1 USB-Stick Marx CrypToken, Asservat Nr. A013'148'373 (Pos. 8 der
Sicherstellungsliste vom 24.10.2019),
− 1 Speicherkarte SanDisk 8 GB, Asservat Nr. A013'148'395 (Pos. 9 der
Sicherstellungsliste vom 24.10.2019),
− 1 Speicherkarte hama 32 GB, Asservat Nr. A013'148'419 (Pos. 10 der
Sicherstellungsliste vom 24.10.2019),
− 1 Speicherkarte Sony 4 GB, Asservat Nr. A013'148'442 (Pos. 11 der
Sicherstellungsliste vom 24.10.2019),
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− 1 Laptop HP Mini, Asservat Nr. A013'148'486 (Pos. 12 der Sicherstel-
lungsliste vom 24.10.2019),
− 1 PC HP Pavilion Slimline, Asservat Nr. A013'148'555 (Pos. 15 der Si-
cherstellungsliste vom 24.10.2019),
− 1 Tablet iPad mini, Asservat Nr. A013'148'599 (Pos. 16 der Sicherstel-
lungsliste vom 24.10.2019),
− 1 Tablet iPad, Asservat Nr. A013'148'646 (Pos. 17 der Sicherstellungs-
liste vom 24.10.2019),
− 1 Speicherkarte SanDisk micro 8 GB (aus Kamera Olympus), Asservat
Nr. A013'148'668 (Pos. 18 der Sicherstellungsliste vom 24.10.2019),
− 1 USB-Stick ANS, Asservat Nr. A013'148'679 (Pos. 19 der Sicherstel-
lungsliste vom 24.10.2019),
− 1 USB-Stick SIUS, Asservat Nr. A013'148'680 (Pos. 20 der Sicherstel-
lungsliste vom 24.10.2019),
− 1 Speicherkarte SanDisk 64 GB (aus Sony Kamera), Asservat
Nr. A013'148'715 (Pos. 21 der Sicherstellungsliste vom 24.10.2019),
− 1 Speicherkarte SanDisk 64 GB (aus Sony Kamera), Asservat
Nr. A013'148'726 (Pos. 22 der Sicherstellungsliste vom 24.10.2019).
7. Die Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf:
Fr. 1'500.– ; die weiteren Kosten betragen:
Fr. 1'100.– Gebühr für die Strafuntersuchung, Fr. 1'960.– Gutachten, Fr. 2'080.– Auslagen Untersuchung.
Allfällige weitere Auslagen bleiben vorbehalten.
8. Die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens werden dem
Beschuldigten auferlegt.
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Berufungsanträge:
a) Der Verteidigung des Beschuldigten:
(Urk. 49 S. 20)
1. Es sei der Beschuldigte vom Vorwurf des Besitzes und Konsums von
harter Pornografie im Sinne von Art. 197 Abs. 5 Satz 2 StGB freizu-
sprechen.
2. Es sei von der Anordnung eines Tätigkeitsverbotes im Sinne von
Art. 67 StGB abzusehen.
3. Es sei von der Anordnung einer Weisung zur Weiterführung der freiwil-
ligen ambulanten Therapie abzusehen.
4. Es seien die beschlagnahmten Gegenstände mit Ausnahme von As-
servat-Nr. A013'172'208 dem Beschuldigten zurückzugeben.
5. Es sei Asservat-Nr. A013'172'208 an die Eigentümerin B._ AG zu-
rückzugeben.
6. Es seien die Kosten der Untersuchung und des Verfahrens auf die
Staatskasse zu nehmen.
7. Es sei dem Beschuldigten für die notwendige erbetene Verteidigung
eine angemessene Entschädigung zu entrichten.
8. Es sei davon Vormerk zu nehmen, dass der Beschuldigte auf Ausrich-
ten einer Genugtuung für die erlittene Hausdurchsuchung verzichtet.
b) Des Vertreters der Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl:
(Urk. 53 S. 3 f.; sinngemäss)
1. Schuldigsprechung von A._ im Sinne der Anklageschrift;
2. Bestrafung mit einer Freiheitsstrafe von 9 Monaten;
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3. Gewährung des bedingten Vollzuges der Freiheitsstrafe unter Anset-
zung einer Probezeit von 2 Jahren;
4. Anordnung eines Tätigkeitsverbots im Sinne von Art. 67 StGB;
5. Anordnung einer Weisung, die bei M.Sc. C._ begonnene ambu-
lante forensisch-psychotherapeutische Behandlung für die Dauer der
Probezeit weiterzuführen, im Sinne von Art. 94 StGB;
6. Entscheid über die beschlagnahmten Gegenstände gemäss vor-
instanzlichem Urteil;
7. Kostenauflage zu Lasten des Beschuldigten.
_

## Considerations

Erwägungen:
I. Verfahrensgang und Prozessuales
1. Verfahrensgang
In Bezug auf den Verfahrensgang bis zum vorinstanzlichen Urteil kann zur Ver-
meidung von Wiederholungen auf die zutreffenden Erwägungen im angefochte-
nen Entscheid verwiesen werden (Urk. 32 S. 5). Mit Urteil des Bezirksgerichts Zü-
rich, 10. Abteilung - Einzelgericht, vom 12. Mai 2021 wurde der Beschuldigte im
Sinne des eingangs wiedergegebenen Urteilsdispositivs schuldig gesprochen und
bestraft (Urk. 32 S. 22 ff.). Gegen das mündlich eröffnete Urteil liess der Beschul-
digte gleichentags Berufung anmelden (Urk. 24). Mit Eingabe vom 19. Mai 2021
meldete auch die Staatsanwaltschaft Berufung an (Urk. 25), wobei sie diese nach
Zustellung des begründeten Urteils wieder zurückzog (Urk. 33). Davon ist Vor-
merk zu nehmen. Das begründete Urteil wurde der Verteidigung am 19. August
2021 zugestellt (Urk. 30/2). Mit Eingabe vom 8. September 2021 reichte diese in-
nert der zwanzigtägigen Frist von Art. 399 Abs. 3 StPO die Berufungserklärung
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ein (Urk. 35). Die Staatsanwaltschaft erhob Anschlussberufung (Urk. 38; Urk. 42).
Am 3. November 2021 wurde zur Berufungsverhandlung auf den 5. April 2022
vorgeladen (Urk. 47).
2. Umfang der Berufung
Der Beschuldigte ficht das vorinstanzliche Urteil vollumfänglich an (Urk. 35 S. 2;
Urk. 49 S. 20). Die Anschlussberufung der Staatsanwaltschaft richtet sich gegen
die Strafzumessung und den Verzicht der Vorinstanz auf Anordnung eines Tätig-
keitsverbots (Urk. 42; Urk. 53). Damit bildet das ganze vorinstanzliche Urteil Beru-
fungsgegenstand und ist mithin in keinem Punkt in Rechtskraft erwachsen.
3. Anklagegrundsatz
3.1. Der Beschuldigte machte vor Vorinstanz sowie anlässlich der Berufungs-
verhandlung eine Verletzung des Anklagegrundsatzes geltend. Zur Begründung
wurde ausgeführt, in der Anklageschrift werde behauptet, dass die aufgelisteten
Bilder eindeutig sexualbezogen seien. Was die Anklagebehörde damit meine, sei
unklar und es sei nicht am Beschuldigten, dies herauszufinden. Es wäre notwen-
dig gewesen, dem Beschuldigten für jedes Bild darzulegen, weshalb genau die-
ses Bild pornografisch sein solle. Der Beschuldigte liess weiter vorbringen, in der
Anklage werde ausgeführt, dass die Mädchen teilweise posieren würden, womit
wohl eine sexualisierte Darstellung insinuiert werde. Mit der Umschreibung "teil-
weise" sei aber unklar, auf welche Bilddateien sich dieses Qualifikationsmerkmal
beziehe. Auch sei unklar, ob Posieren in jedem Falle eine sexualisierte Körperhal-
tung bedeute, bzw. wann eine Pose gezielt zur sexuellen Erregung geeignet und
bestimmt sei. Die Anklage sei diesbezüglich unklar und unpräzise. Zudem werde
in der Anklage nur von Bilddateien gesprochen, welche Mädchen zeigen würden.
Bilddateien mit Knaben seien vom geschilderten Sachverhalt deshalb nicht erfasst
und ausgeschlossen. Dies gelte auch für Bilddateien, bei denen unklar sei, ob es
sich um Mädchen oder Knaben handle (Urk. 21 S. 3 ff.; Urk. 49 S. 6 ff.).
3.2. In der Anklageschrift vom 29. März 2021 werden dem Beschuldigten Kon-
sum und Besitz von harter Pornografie in Form von Bilddateien mit tatsächlichen
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sexuellen Handlungen mit Minderjährigen vorgeworfen. Die Bilddateien, welche
als harte Pornografie qualifiziert werden, werden in der Anklageschrift im Einzel-
nen aufgeführt (Urk. 16 S. 2 f.) und befinden sich bei den Akten (Urk. 7/2;
Urk. 7/21; Urk. 26 [Ausdruck ab Urk. 7/21]). Für den Beschuldigten war damit klar
ersichtlich, welche Bilder von der Anklagebehörde als kinderpornografisch qualifi-
ziert werden. In der Anklageschrift wird begründet, aus welchem Grund die er-
wähnten Bilddateien als Kinderpornografie eingestuft werden. Diesbezüglich wird
ausgeführt, auf den Bilddateien seien Mädchen zu sehen, welche deutlich unter
18 Jahre alt seien, Windeln tragen würden und deren Beinen gespreizt seien. Der
Fokus der Bilder liege auf dem Schritt der Mädchen und diese würden teilweise
posieren. Die Bilder seien eindeutig sexualbezogen (Urk. 16 S. 2 und 3). Diese
Umschreibung genügt den Anforderungen an das Anklageprinzip. Soweit der Be-
schuldigte moniert, dass die Begründung des strafrechtlichen Charakters der Bil-
der ungenügend ist, verkennt er, dass das inkriminierte Verhalten in der Anklage
lediglich zu behaupten ist. Ob die Behauptungen zutreffen, ist im Rahmen der
Hauptverhandlung auf Grund der dort präsentierten Beweise, der Akten der Vor-
untersuchung und der Parteivorträge zu entscheiden. In die Anklage gehören
deshalb keine Hinweise auf Beweise oder Ausführungen, welche die Anklagebe-
hauptungen in sachverhaltsmässiger Hinsicht oder bezüglich der Schuld- oder
Rechtsfragen stützen (Urteil des Bundesgerichts 6B_1030/2015 vom 13. Januar
2017 E. 1.3; vgl. dazu auch SCHMID/JOSITSCH, StPO Praxiskommentar, 3. Aufl.
2018, N 1 zu Art. 325; LANDSHUT/BOSSHARD, in: Do-
natsch/Lieber/Summers/Wohlers [Hrsg.], Kommentar zur Schweizerischen Straf-
prozessordnung, 3. Aufl. 2020, N 2 zu Art. 325; BSK StPO-NIGGLI/HEIMGARTNER,
2. Aufl. 2014, N 45 zu Art. 9). Wie die Verteidigung selbst anführt (Urk. 21 S. 3;
Urk. 49 S. 6), ist für die Qualifikation als Kinderpornografie unerheblich, ob Mäd-
chen oder Jungen betroffen sind. Der Tatbestand der Pornografie im Sinne von
Art. 197 StGB unterscheidet nicht nach Geschlecht. Die Bilddateien, welche als
kinderpornografisch eingestuft werden, werden in der Anklage im Einzelnen auf-
geführt. Dafür dass die Staatsanwaltschaft lediglich Bilddateien mit Mädchen als
kinderpornografisch hätte einstufen wollen, bestehen keinerlei Anhaltspunkte.
Dass in der Anklageschrift von Bilddateien die Rede ist, auf denen "Mädchen" zu
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sehen sind, führt deshalb nicht dazu, dass diejenigen Bilder, auf denen die Kinder
nicht eindeutig als Mädchen erkennbar sind, von der Anklageumschreibung nicht
erfasst sind. Im Übrigen ging auch der Beschuldigte davon aus, dass die von ihm
gespeicherten Bilder ausschliesslich Mädchen zeigen (Urk. 3/1 S. 3; Urk. 3/2 S. 5
und 7), worauf sich die Anklage stützt. Nach dem Gesagten genügt die Anklage-
schrift den gesetzlichen Anforderungen.
4. Zulässigkeit der Anschlussberufung
4.1. Der Beschuldigte stellt im Berufungsverfahren den Antrag, auf die An-
schlussberufung der Staatsanwaltschaft sei nicht einzutreten. Er begründet dies
zusammengefasst damit, dass die Staatsanwaltschaft zuerst selbständig Beru-
fung angemeldet, diese jedoch nach Erhalt des begründeten Urteils wieder zu-
rückgezogen habe. Nach Zustellung der Begründungserklärung des Beschuldig-
ten habe die Staatsanwaltschaft Anschlussberufung erklärt, wobei es diese an-
fänglich unterlassen habe, ihre Anschlussberufung zu begründen. Erst nach
Fristansetzung durch das Obergericht habe die Staatsanwaltschaft die Begrün-
dung nachgeholt. Aus diesem Vorgang werde deutlich, dass die Staatsanwalt-
schaft in Kenntnis des begründeten Urteils auf eine Berufung bewusst verzichtet
und ihre angemeldete Berufung zurückgezogen habe, dann aber vor dem Hinter-
grund der Berufung des Beschuldigten eine Anschlussberufung eingelegt habe.
Durch die vorliegende Ereigniskette sei mehr als offensichtlich, dass dies einzig
darum gemacht worden sei, um Druck auf den Beschuldigten auszuüben, indem
das Verbot der reformatio in peius habe ausgehebelt werden sollen, was im Lichte
der bundesgerichtlichen Rechtsprechung als rechtsmissbräuchlich zu gelten ha-
be. Der Staatsanwaltschaft sei deshalb die Rechtsmittellegitimation abzusprechen
und auf die Anschlussberufung sei nicht einzutreten. Damit gelte richtigerweise
das Verbot der reformatio in peius (Urk. 49 S. 2 f.; Prot. II S. 25).
4.2. Die Staatsanwaltschaft stellt sich ihrerseits zusammengefasst auf den
Standpunkt, dass sie sich anlässlich ihres Berufungsrückzugs die Erklärung einer
Anschlussberufung ausdrücklich vorbehalten habe. Weiter sei in ihrer Anschluss-
berufung ausdrücklich festgehalten worden, dass diese nicht beschränkt werde.
Der Umstand, dass die Verfahrensleitung die Verdeutlichung der Anschlussberu-
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fung gefordert habe, sei nicht als Anzeichen eines treue- und glaubwidrigen Ver-
haltens zu deuten. Insbesondere sei auch darauf hinzuweisen, dass keine höhere
Bestrafung beantragt werde, sondern um Bestätigung der ersten, vor Vorinstanz
gestellten Anträge ersucht werde und der zweiten Instanz damit eine völlig freie
Entscheidkompetenz habe eingeräumt werden wollen, weshalb ihr Vorgehen nicht
als rechts- und treuwidrig anzusehen sei. Es liege sodann in der Natur der Sache,
dass jede Anschlussberufung per se eine gewisse Druckausübung in sich berge.
Schlussfolgernd liege keine rechtsmissbräuchliche Erklärung der Anschlussberu-
fung vor, weshalb ihr die Legitimation zur Anschlussberufung nicht abzusprechen
sei (Urk. 53 S. 1 f.).
4.3. Grundsätzlich ist für eine Anschlussberufung der Staatsanwaltschaft kein
Nachweis eines rechtlich geschützten Interesses erforderlich (vgl. Art. 381 Abs. 1
StPO). Besteht indes der einzige und ausschliessliche Zweck der Anschlussberu-
fung darin, Druck auf den Beschuldigten auszuüben, verstösst dies gegen Treu
und Glauben und ist nicht zulässig. In diesem Sinne ist die Rechtsmittellegitimati-
on der Staatsanwaltschaft ausnahmsweise zu verneinen, wenn Indizien für ein
treuwidriges Verhalten sprechen. Dies ist namentlich dann der Fall, wenn eine
Anschlussberufung ohne nähere Begründung und ohne Vorbringen neuer Tatsa-
chen einzig zur Strafhöhe eingereicht wird, obschon die erste Instanz den diesbe-
züglichen Anträgen vollumfänglich entsprochen hatte (vgl. Art. 391 Abs. 2 StPO).
Mit Blick auf das Verbot der reformatio in peius ist die Staatsanwaltschaft dann
zur Erhebung der Anschlussberufung nicht berechtigt (BGE 147 IV 505 E. 4.4.2
ff.).
4.4. Die Staatsanwaltschaft beantragte vor Vorinstanz die Bestrafung des Be-
schuldigten mit einer bedingten Freiheitsstrafe von 9 Monaten unter Ansetzung
einer Probezeit von zwei Jahren (Urk. 16 S. 5). Im Berufungsverfahren blieb die
Staatsanwaltschaft – nachdem der Beschuldigte erstinstanzlich zu einer Geldstra-
fe von 30 Tagessätzen verurteilt wurde (Urk. 32 S. 22) – bei ihrem vor Vorinstanz
beantragten Strafmass (Urk. 42 S. 1 f.; Urk. 53 S. 3). Im Lichte der zitierten
Rechtsprechung sind daher keine Indizien für ein treuwidriges Verhalten zu er-
kennen. An dieser Feststellung ändert auch der Umstand nichts, dass die Staats-
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anwaltschaft nach erklärtem Rückzug ihrer selbständigen Berufung die An-
schlussberufung erhob und anschliessend zu deren Verdeutlichung angehalten
wurde (vgl. Urk. 33; Urk. 38; Urk. 40). Im Übrigen hat die Staatsanwaltschaft ihre
Rechtsmittellegitimation nicht im Speziellen nachzuweisen. Schlussfolgernd sind
daher keine Gründe ersichtlich, weshalb der Staatsanwaltschaft die Rechtsmittel-
legitimation abzusprechen wäre. Auf die Anschlussberufung ist einzutreten.
II. Sachverhalt und rechtliche Würdigung
1. Anklagevorwurf
Dem Beschuldigten wird kurz zusammengefasst vorgeworfen, an seinem damali-
gen Arbeitsort bei der B._ im Besitz von mindestens 67 Bilddateien sowie an
seinem Wohnort in Zürich im Besitz von mindestens 12 Bilddateien gewesen zu
sein, auf welchen Mädchen zu sehen seien, welche deutlich unter 18 Jahre alt
seien, Windeln tragen würden und deren Beine gespreizt seien. Der Fokus des
Bildes liege auf dem Schritt der Mädchen und diese würden teilweise posieren.
Die Bilder seien eindeutig sexualbezogen. Dem Beschuldigten sei bewusst gewe-
sen, dass die Mädchen auf den Bildern unter 18 Jahre alt seien und die Bilder ei-
nen sexuellen Inhalt hätten. Er habe zumindest in Kauf genommen, dass der Be-
sitz und Konsum von derartigen Bilddateien nicht erlaubt sei (Urk. 16 S. 2 f.).
2. Sachverhaltserstellung
2.1. Der Beschuldigte hat im Vorverfahren sowie vor Vorinstanz als auch im Be-
rufungsverfahren eingeräumt, die in der Anklageschrift aufgeführten insgesamt
79 Bilddateien im Besitz gehabt zu haben (Urk. 3/1 S. 2 ff.; Urk. 3/2 S. 2 und 5 ff.;
Urk. 3/3 S. 3 f.; Prot. I S. 7 ff.; Prot. II S. 17 f.; vgl. auch Urk. 21 S. 6 und Urk. 49
S. 9). Sein Geständnis deckt sich mit dem Untersuchungsergebnis (vgl. insb.
Urk. 7). Der Anklagesachverhalt erweist sich insoweit als erstellt. Ob die Bildda-
teien als harte Pornografie einzustufen sind, ist eine Frage der rechtlichen Qualifi-
kation. Die diesbezüglichen Einwände des Beschuldigten sind deshalb bei der
rechtlichen Würdigung zu prüfen.
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2.2. In sachverhaltsmässiger Hinsicht bestreitet der Beschuldigte ein sexuelles
Motiv hinter dem Besitz und Betrachten der Bilder. Vor Vorinstanz führte die Ver-
teidigung diesbezüglich aus, der Beschuldigte sei unbestreitbar auf das Thema
Windeln konzentriert. Dies seit er als Kind einen Unfall erlitten und deswegen im
Spital und auch später habe Windeln tragen müssen. Diese Erlebnisse seien für
ihn einschneidend gewesen und es sei zu dieser Faszination gekommen. Diese
sei aber nicht zwangsläufig mit sexuellen Motiven erklärbar. Die vorschnelle Er-
klärung, dass es sich hier um einen sexuellen Fetisch handle, der pornografisch
und strafrechtlich relevant sein müsse, sei falsch. Es gehe nur um die Windel und
das Thema Bettnässen. Dies würden auch die übrigen sichergestellten Dateien
zeigen (Urk. 21 S. 6 f.). Anlässlich der Berufungsverhandlung blieb die Verteidi-
gung bei ihren Depositionen vor Vorinstanz (Urk. 49 S. 9 ff.). Wie sich im Rahmen
der rechtlichen Erwägungen ergibt (Ziff. II.3.2.4.), ist für die Erfüllung des Tatbe-
stands der Pornografie im Sinne von Art. 197 StGB nicht erforderlich, dass den
Tathandlungen sexuelle Motive zugrunde liegen. Für die rechtliche Würdigung ist
daher nicht von Relevanz, ob der Beschuldigte die Bilddateien aus sexuellen Be-
weggründen besass und anschaute. Demgegenüber kann dieser Umstand bei
den im Falle eines Schuldspruchs auszufällenden Sanktionen, insbesondere bei
der Frage nach der Anordnung eines Tätigkeitsverbots, von Bedeutung sein,
weshalb nachfolgend näher auf das mögliche Motiv des Beschuldigten einzuge-
hen ist.
2.3. Wie sich aus den Akten ergibt, wurde das Strafverfahren gegen den Be-
schuldigten dadurch ausgelöst, dass an seinem Arbeitsort bei der B._ auf ei-
nem von ihm privat genutzten Laufwerk (sog. Laufwerk "H") Bilddateien entdeckt
wurden, welche als kinderpornografisch eingestuft wurden. Das Laufwerk war von
seiner Arbeitgeberin überprüft worden, weil er an seinem Arbeitsplatz mehrfach
von Mitarbeitenden beim Onanieren beobachtet worden war (Urk. 1 S. 1; Urk. 2
S. 1). Von den am Arbeitsplatz sichergestellten Bilddateien wurden insgesamt 67
Dateien von der Staatsanwaltschaft als kinderpornografisch eingestuft. Der Be-
schuldigte bestritt im Vorverfahren und vor Vorinstanz als auch im Berufungsver-
fahren nicht, am Arbeitsplatz onaniert zu haben (Urk. 3/1 S. 2; Urk. 3/2 S. 9 f.;
Prot. I S. 8; Prot. II S. 17 und 21). Er stellte auch nicht in Abrede, sich am Arbeits-
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platz (teilweise auch gleichentags) Dateien mit Bildern von Kleinkindern in Win-
deln angeschaut zu haben (Urk. 3/2 S. 8). Vom Beschuldigten wurde jedoch be-
tont, dass dies nicht während des Onanierens geschehen sei. Seine diesbezügli-
chen Aussagen fielen indes widersprüchlich aus. Einerseits schloss der Beschul-
digte entschieden aus, sich beim Onanieren Bilddateien mit Kleinkindern ange-
schaut zu haben. Bei der polizeilichen Befragung vom 22. November 2019 gab er
an, es könne sein, dass er die Bilder am gleichen Tag angeschaut habe, aber
nicht beim Onanieren. Es sei nicht so, dass er sich beim Anschauen der Bilder
befriedigt habe (Urk. 3/1 S. 2 und 4). Demgegenüber gab der Beschuldigte an-
lässlich der staatsanwaltschaftlichen Einvernahme vom 2. Juli 2020 an, er könne
nicht sagen, ob er sich parallel (zum Onanieren) Bilder von Kindern in Windeln
angeschaut habe. Er könne dies nicht mit Sicherheit sagen. Tendenziell eher
nein, aber er könne es nicht ganz ausschliessen (Urk. 3/2 S. 9 und 10). Damit
setzte er sich in Widerspruch zu seiner früheren kategorischen Bestreitung. Im
Weiteren ist auch nicht nachvollziehbar, dass der Beschuldigte im Nachhinein
nicht mehr klar angeben kann, ob er zu Bildern von Kleinkindern mit Windeln
onaniert hat oder nicht. Vor diesem Hintergrund wirkt es zumindest so, als habe
er seine Antwort bewusst vage formuliert, da er nicht sicher sein konnte, ob mithil-
fe einer Datenauswertung ein zeitlicher Zusammenhang erstellt werden kann (vgl.
dazu auch Urk. 3/2 S. 9). Anlässlich der Einvernahme vom 17. März 2021 ging
der Beschuldigte noch einen Schritt weiter und räumte ein, es könne schon sein,
dass auch mal ein Bild von Kindern dabei war, als er am Arbeitsplatz onaniert ha-
be (Urk. 3/3 S. 3). Vor Vorinstanz verneinte er dann wieder kategorisch, sich wäh-
rend des Onanierens Bilder mit Kindern angeschaut zu haben (Prot. I S. 8). So
auch anlässlich der Berufungsverhandlung, als er erklärte, dass es zwar sehr
wohl sein könne, dass er an einem Tag, an dem er sich selbstbefriedigt habe, Bil-
der angeschaut habe, jedoch sei es nicht in Kombination gewesen. Die Bilder hät-
ten für ihn nichts mit Sex zu tun (Prot. II S. 17 und S. 20). Diese widersprüchliche
Haltung des Beschuldigten zeigt sich auch bei seiner Antwort auf die Frage, ob
ihn Geschichten über Bettnässer erregen würden. Der Beschuldigte antworte da-
rauf mit "jein" (Urk. 3/2 S. 6).
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2.4. Der Beschuldigte begründet seine Faszination für das Thema Windeln da-
mit, dass er im Kindesalter bei einem Unfall eine Kopfverletzung erlitten habe,
welche zu diversen Spitalaufenthalten geführt habe. Dies sei für ihn nicht immer
angenehm gewesen. Bis er ca. 13 Jahre alt gewesen sei, habe er Windeln tragen
müssen. Dies habe Spuren hinterlassen, teilweise sehr unangenehme. Manchmal
habe ihm das Windeln tragen auch ein Geborgenheitsgefühl gegeben. Aus die-
sem Grund habe ihn das Thema Bettnässen und Windeln beschäftigt (Urk. 3/1
S. 3 f.; Urk. 3/2 S. 3 f.; Prot. I S. 7 f.; Prot. II S. 18 ff.). Der Beschuldigte hat zu
seiner Vorgeschichte und dem von ihm im Kindsalter erlittenen Unfall konstante
Angaben gemacht. Es erscheint denn auch grundsätzlich nachvollziehbar, dass er
sich aufgrund seiner Kindheitserfahrungen mit dem Thema Windeln beschäftigt
und im Internet nach Informationen dazu sucht. Dass in Treffern von entspre-
chenden Suchanfragen mehrheitlich Kleinkinder vorkommen, ist zu erwarten. Die
Vorgeschichte des Beschuldigten taugt indes nicht als Erklärung für sein Verhal-
ten. Es ist nicht ersichtlich, weshalb der Beschuldigte aus diesem Grund unzähli-
ge Bilddateien mit Kleinkindern auf seinen Geräten hätte abspeichern und an-
schauen sollen, ist doch der Erkenntnisgewinn daraus nicht ersichtlich. Dies gilt
umso mehr, als aus den Ausführungen des Beschuldigten abgeleitet werden
muss, dass seine eigenen Erfahrungen mit Windeln mehrheitlich negativ besetzt
sind. Der Beschuldigte selbst sprach diesbezüglich von einem "Trauma" aus sei-
ner Kindheit (Urk. 3/2 S. 3; Prot. I S. 7; vgl. auch Prot. II S. 21). Auf entsprechen-
de Frage in der Einvernahme vom 2. Juli 2020 konnte der Beschuldigte denn
auch nicht angeben, welche Überlegungen dazu geführt haben, dass er Bilder
von Kindern in Windeln abspeicherte. Er könne diese Frage "nicht schlau beant-
worten" (Urk. 3/2 S. 4 und 5; vgl. auch Prot. I S. 8 und Prot. II S. 19). Dass der
Beschuldigte im Nachhinein nicht mehr angeben kann, was ihn zu seinem Verhal-
ten bewog, vermag nicht zu überzeugen. Angesichts der Menge an Bildmaterial
muss es sich um ein sehr gezieltes Vorgehen gehandelt haben. Daran ändert
nichts, dass der Beschuldigte "eher der Sammler als der Wegwerfer" ist, wie er
vor Vor-instanz angab (Prot. I S. 8). Der Beschuldigte führte weiter aus, die Bilder
hätten ihm gezeigt, das nicht nur er damit ein Problem gehabt habe, sondern viele
andere Kinder auch Windeln hätten tragen müssen (Prot. I S. 8 f.; Prot. II S. 18 ff.;
- 15 -
vgl. auch Urk. 3/2 S. 5). Um zu dieser trivialen Feststellung zu kommen, wäre es
wohl kaum nötig gewesen, in einem derartigen Umfang Bilder mit Kindern abzu-
speichern.
2.5. Nach dem Gesagten vermag die Darstellung des Beschuldigten, wonach
dem Besitz und dem Betrachten der Bilder kein sexuelles Motiv zugrunde gelegen
sei, nicht zu überzeugen. Diese Schlussfolgerung steht mit dem vom Beschuldig-
ten im Vorverfahren eingereichten Therapieverlaufsbericht von C._ und
D._, E._ AG ..., vom 27. August 2020 (Urk. 8/2) nicht in Widerspruch,
sondern wird vielmehr dadurch gestützt. Dem erwähnten Bericht zufolge fanden
im Zeitraum November 2019 bis August 2020 insgesamt 20 Sitzungen mit dem
Beschuldigten statt. Im Bericht wird ausgeführt, der Beschuldigte habe im aktuel-
len Behandlungszeitraum angegeben, er nutze seit dem 20. Lebensjahr zur eige-
nen sexuellen Stimulation das Tragen und Benutzen von Windeln sowie das Le-
sen von Geschichten mit windelbezogenen Inhalten und Abbildungen, auf denen
Personen mit Windeln zu sehen seien. Gemäss seinen Angaben bestehe keine
Ansprechbarkeit auf das kindliche Körperschema. Allerdings seien bei der Suche
nach Abbildungen von Windeln mehrheitlich Kinder und nicht Erwachsene in Win-
deln zu finden, wobei ihn das unbelebte Objekt, die Windel, und nicht das kindli-
che Körperschema sexuell errege. Es habe sich gezeigt, dass der Beschuldigte
vorwiegend in Situationen starker emotionaler Belastungen zur vermehrten Mas-
turbation zu neigen scheine. Dieser Impuls habe sich dahingehend gesteigert,
dass sich der Beschuldigte auch während der Anwesenheit am Arbeitsplatz durch
Geschichten und Abbildungen betreffend Windeln sexuell stimuliert und zur
Selbstbefriedigung masturbiert habe (Urk. 8/2 S. 3 f.). Auch vor dem Hintergrund
dieser Ausführungen erscheint mit der Vorinstanz glaubhaft, dass der sexuelle
Anreiz für den Beschuldigten in erster Linie mit den Windeln zu tun hat (Urk. 32
S. 9). Dafür spricht zunächst, dass keines der Kinder vollkommen nackt ist, son-
dern alle zumindest Windeln tragen, wobei diese auf den Fotos klar in den Fokus
gerückt werden. Der Beschuldigte besass zudem nicht nur Bilder mit Kindern in
Windeln, sondern auch solche, auf denen Erwachsene Windeln tragen (vgl. dazu
auch Urk. 7/1 S. 3). Schliesslich ergibt sich aus der polizeilichen Auswertung wei-
ter, dass sich der Beschuldigte intensiv mit dem Thema Windeln beschäftigte und
- 16 -
er über Textdateien zum Thema Windeln und Bettnässen verfügte (Urk. 7/3;
Urk. 7/19 S. 3 und 5 ff.).
3. Rechtliche Würdigung
3.1. Ausgangslage
Die Vorinstanz sprach den Beschuldigten anklagegemäss der Pornografie im Sin-
ne von Art. 197 Abs. 5 Satz 2 StGB schuldig (Urk. 32 S. 22). Der Beschuldigte
stellt in Abrede, dass die in der Anklageschrift aufgeführten Bilddateien als kin-
derpornografisch einzustufen sind. Vor Vorinstanz und im Berufungsverfahren
führte die Verteidigung zusammengefasst aus, es sei unklar, nach welchen Krite-
rien die Staatsanwaltschaft die Bilder als pornografisch qualifiziert habe. Dies zei-
ge sich exemplarisch beim Vergleich zwischen Bildern, die als kinderpornogra-
fisch eingestuft worden seien, mit solchen, welche offenbar als nicht deliktsrele-
vant erachtet worden seien (Urk. 21 S. 8 f.; Urk. 49 S. 11 ff.). Die beim Beschul-
digten sichergestellten Bilder seien weder vulgäre, krass primitive Darstellungen
auf sich selbst reduzierter Sexualität noch würden sie den Menschen zum blossen
Sexualobjekt degradieren. Es sei nicht zutreffend, dass sich die Bilddateien auf
den Genitalbereich konzentrieren würden, da der Fokus eindeutig auf die Windel
gesetzt werde. Unzweifelhaft seien die Bilder nicht dazu hergestellt worden oder
auch nur objektiv geeignet, den Betrachter sexuell aufzureizen. Die Bilddateien
würden keine aufreizenden Posen, Accessoires oder eine Umgebung zeigen, die
einen sexuellen Bezug erahnen liessen. Zumeist handle es sich um Alltagssituati-
on und Schnappschüsse, wie sie in manchem Familienfotoalbum sein könnten.
Den Bildern könne auch nicht entnommen werden, dass auf die Minderjährigen
eingewirkt worden sei (Urk. 21 S. 11 f.; Urk. 49 S. 14 ff.). Der Tatbestand der Por-
nografie sei auch in subjektiver Hinsicht nicht erfüllt. Dem Beschuldigten habe es
am Vorsatz, ja auch an einem Eventualvorsatz, gefehlt. Er habe die Bilder nicht
zum Lustgewinn angeschaut (Urk. 21 S. 12; Urk. 49 S. 16). Im Berufungsverfah-
ren erinnerte die Verteidigung ferner daran, dass auch die Vorinstanz die einzel-
nen Bilder als nicht pornografisch qualifiziert habe. Daran vermöge eine Zusam-
menstellung derartiger Bilder nichts zu ändern (Urk. 49 S. 13 und 16). Sie führte
zusammengefasst aus, dass die Schlussfolgerung der Vorinstanz, dass zwar die
- 17 -
angeklagten Bilder für sich betrachtet nicht pornografisch im Sinne des Gesetzes
seien, aber durch den Umstand, dass sie in einer Zusammenstellung gespeichert
worden seien, pornografisch würden, bundesrechtswidrig sei. Für die Qualifikation
als pornografisch komme es auf das einzelne, individuell zu beurteilende Bild und
dessen objektive Qualifikation an. Nicht entscheidend sei, was einen individuellen
Betrachter allenfalls sexuell errege (Urk. 49 S. 4 f.; Prot. II S. 22 ff.).
3.2. Rechtliche Grundlagen
3.2.1. Die Vorinstanz hat den Tatbestand der Pornografie sowie die bundesge-
richtliche Rechtsprechung dazu zutreffend dargelegt (Urk. 32 S. 9 ff.). Aufgrund
der bei Kinderfotos wichtigen Abgrenzung zwischen verbotener Pornografie und
Schnappschüssen aus dem alltäglichen Leben wird die einschlägige Rechtspre-
chung nachfolgend nochmals dargelegt.
3.2.2. Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung setzt der Begriff der Porno-
grafie voraus, dass die Darstellungen oder Darbietungen objektiv betrachtet da-
rauf ausgelegt sind, den Konsumenten sexuell aufzureizen. Weiter ist erforderlich,
dass die Sexualität so stark aus ihren menschlichen und emotionalen Bezügen
herausgetrennt wird, dass die jeweilige Person als ein blosses Sexualobjekt er-
scheint, über das nach Belieben verfügt werden kann. Das sexuelle Verhalten
wird dadurch vergröbert und aufdringlich in den Vordergrund gerückt (Urteil des
Bundesgerichts 6B_180/2015 vom 18. Februar 2016 E. 3.1.1; BGE 133 IV 31
E. 6.1.1). Art. 197 Abs. 4 und 5 StGB verbieten die sogenannte harte Pornografie,
welche pornografische Erzeugnisse mit Minderjährigen umfasst. Das Verbot der
harten Pornografie bezweckt neben der ungestörten Entwicklung Jugendlicher
zusätzlich den Schutz von Erwachsenen vor der korrumpierenden Wirkung sol-
cher Erzeugnisse und damit mittelbar die Bewahrung potenzieller "Darsteller" vor
sexueller Ausbeutung, Gewalt und erniedrigender bzw. menschenunwürdiger Be-
handlung. Ein Werk ist schon als kinderpornografisch zu betrachten, wenn daraus
erkennbar ist, dass seine vorsätzliche Herstellung in der Schweiz nach Art. 187
StGB strafbar wäre. Nach der Rechtsprechung ist nicht ausgeschlossen, dass
Nacktaufnahmen von Kindern auch ohne besondere Betonung des Genitalbe-
reichs als pornografisch qualifiziert werden können. In jedem Fall erfüllt derjenige
- 18 -
den Tatbestand der harten Pornografie, welcher das Kind mit entblösstem Geni-
talbereich in einer nach den Umständen objektiv aufreizenden Stellung posieren
lässt und fotografiert, unabhängig davon, ob er dabei selbst sexuelle Regungen
verspürt oder das Kind die sexuelle Bedeutung der Handlung erkennt. Von vorn-
herein als nicht pornografisch sind hingegen Fotos des nackten kindlichen Kör-
pers zu betrachten, denen in keiner Weise entnommen werden kann, dass der
Täter bei der Herstellung auf die Kinder eingewirkt hat (z.B. Schnappschüsse am
Strand oder in der Badeanstalt). Dies muss unabhängig davon gelten, ob die Fo-
tos später zur sexuellen Erregung verwendet werden (BGE 133 IV 31 E. 6.1.2 mit
Hinweisen).
3.2.3. Im Einzelfall können Nacktaufnahmen von Kindern auch ohne besondere
Betonung des Genitalbereichs als pornografisch erscheinen. Entscheidend ist der
Gesamteindruck. Sind die Darstellungen objektiv betrachtet darauf ausgelegt, den
Konsumenten sexuell aufzureizen und ist die Sexualität so stark aus ihren
menschlichen und emotionalen Bezügen herausgetrennt, dass die jeweilige Per-
son als ein blosses Sexualobjekt erscheint, ist die Aufnahme eines nackten Kin-
des als pornografisch einzustufen. Dabei ist nicht zwingend erforderlich, dass di-
rekt auf das Kind eingewirkt wird im Sinne eines eigentlichen Posieren Lassens.
Denn das Verbot der Kinderpornografie bezweckt nebst der ungestörten sexuel-
len Entwicklung von Kindern und Jugendlichen auch den Schutz von Erwachse-
nen vor der korrumpierenden Wirkung pornografischer Bilder von Kindern. Als
Massstab zur Abgrenzung von straflosen Schnappschüssen und verbotener Por-
nografie kann die Sozialadäquanz dienen. Sind die Bilder ausserhalb des sozial
üblichen und akzeptierten Rahmens anzusiedeln und lassen diese keine andere
Interpretation zu, als dass sie der sexuellen Erregung pädosexuell veranlagter
Personen dienen sollen, handelt es sich um verbotene kinderpornografische Dar-
stellungen. Kinderpornografischen Charakter aufweisen können demnach nicht
nur Aufnahmen vollständig nackter Kinder, sondern auch solche teilweise nackter
Personen im Kindesalter, soweit die Bilder aufgrund von Pose, Darstellung,
Blickwinkel, Ausschnitt oder weiterer Elemente eindeutig sexualbezogen und so-
zial inadäquat erscheinen. Dabei sind allerdings deutlich höhere Anforderungen
an die sich aus den erwähnten anderen Elementen ergebende Sexualbezogen-
- 19 -
heit der Aufnahme zu stellen als bei im Genitalbereich oder vollständig entkleide-
ten Kindern. Der pornografische Charakter von Darstellungen halbnackter bzw.
teilweise nackter Kinder ist nicht leichthin und nur in unzweideutigen Fällen zu be-
jahen (Urteil des Bundesgerichts 6B_180/2015 vom 18. Februar 2016 E. 3.3.1 mit
Hinweisen).
3.2.4. In subjektiver Hinsicht erfordert der Tatbestand der Pornografie Vorsatz,
wobei Eventualvorsatz genügt. Der Vorsatz muss sich auf sämtliche objektive
Tatbestandsmerkmale, namentlich auch auf das normative Tatbestandselement
"pornografisch" beziehen. Dabei genügt es, wenn der Täter dieses Merkmal im
Sinne der landläufigen Anschauung eines Laien (sog. "Parallelwertung in der Lai-
ensphäre") verstanden hat (Urteil des Bundesgerichts 6B_229/2019 vom 27. Mai
2019 E. 3.2; BSK StGB-ISENRING/KESSLER, 4. Aufl. 2019, N 76 zu Art. 197). Wie
sich bereits aus dem Wortlaut von Art. 197 StGB ergibt, ist für die Erfüllung des
subjektiven Tatbestands der Pornografie nicht erforderlich, dass den Tathandlun-
gen sexuelle Motive zugrunde liegen. Der Begriff der Pornografie setzt zwar vor-
aus, dass die Darstellungen oder Darbietungen objektiv betrachtet darauf ausge-
legt sind, den Konsumenten sexuell aufzureizen. Das Foto eines Kindes, welches
die Kriterien für pornografische Darstellungen nicht erfüllt, wird aber nicht zur Kin-
derpornografie, weil es von einer Person zur Erregung sexueller Lust verwendet
wird (vgl. dazu WEISSENBERGER, in ZBJV 138/2002, S. 356 f.). Umgekehrt fällt die
Qualifikation als Kinderpornografie nicht allein deshalb dahin, weil die betreffende
Person bei ihren Handlungen keine sexuelle Erregung verspürt bzw. ihr eine sol-
che nicht nachgewiesen werden kann (vgl. dazu Urteil des Bundesgerichts
6B_954/2019 vom 20. Mai 2020 E. 1.4.1; BGE 133 IV 31 E. 6.1.2 mit Hinweisen;
BSK StGB-ISENRING/KESSLER, a.a.O., N 22d zu Art. 197).
3.3. Objektiver Tatbestand
3.3.1. Die Vorinstanz kam zum Schluss, dass die Bilder – jedes einzeln für sich
betrachtet – keinen eindeutig objektiv feststellbaren pornografischen Charakter
aufweisen würden. Sie führte aus, jedes Bild einzeln betrachtet könne aus einem
Familienalbum stammen oder aus der Kiste der aussortierten, da schlecht gerate-
nen Schnappschüsse. Zwar würde ein objektiver Betrachter wohl bei vielen der
- 20 -
streitgegenständlichen Bilder die Stirn runzeln und die soziale Adäquanz eines
solchen Bildes im Rahmen der Familienbildersammlung in Frage stellen. Ein ob-
jektiv eindeutig feststellbarer Sexualbezug liege jedoch – jedes Bild einzeln be-
trachtet – nicht vor. Im vorliegenden Fall sei jedoch nicht ein einzelnes Bild in ei-
nem Familienalbum zu beurteilen. Der Beschuldigte habe eine Sammlung beste-
hend aus hunderten von Bildern von ihm fremden Kindern in Windeln besessen.
Die Zusammenstellung auf einem Datenträger der im Anklagesachverhalt aufge-
listeten Bilder führe dazu, dass die Bilder in ihrer Gesamtheit eine klar sexualbe-
zogene Konnotation erhalten würden und die Kinder als austauschbare Objekte
zur (pädo-)sexuellen Lustgewinnung erscheinen liessen (Urk. 32 S. 12 f.).
3.3.2. Entgegen der Auffassung der Vorinstanz und in Übereinstimmung mit der
Verteidigung stellt die Menge an Bildmaterial kein taugliches Kriterium für die Ab-
grenzung zwischen straflosen Bildern und verbotener Pornografie dar. Ein an sich
unproblematisches Foto kann nicht aufgrund der Existenz weiterer Fotos plötzlich
zu Kinderpornografie werden. Im Rahmen des Tatbestands der Pornografie kann
die Anzahl Darstellungen zwar durchaus von Bedeutung sein. Dies jedoch in ers-
ter Linie im Rahmen des subjektiven Tatbestands. Eine grosse Anzahl Bilder deu-
tet etwa darauf hin, dass eine Person kaum zufällig in den Besitz der Dateien
kam. Daraus lassen sich auch Hinweise auf die Motivlage einer Person ziehen. Im
Rahmen des objektiven Tatbestands muss jedoch jedes Bild für sich allein geprüft
und qualifiziert werden. Soweit die Vorinstanz ausführt, der objektive Gesamtein-
druck werde durch das Zusammenstellen von mehreren Bildern zu einer Samm-
lung verändert, gleich wie die Bearbeitung eines einzelnen Bildes durch Vergrös-
sern oder Wählen des Bildausschnitts aus einem gewöhnlichen Nacktbild ein por-
nografisches Bild machen könne (Urk. 32 S. 12), vermag dies nicht zu überzeu-
gen. Denn die von der Vorinstanz angeführte Bearbeitung ändert nichts daran,
dass jedes Bild für sich einzeln geprüft und bewertet wird. Der für die Beurteilung
als Pornografie massgebende Gesamteindruck bezieht sich immer auf ein konkre-
tes, einzelnes Bild und kann sich nicht aus einer Vielzahl von Bildern ergeben. Die
beim Beschuldigten sichergestellten Bilddateien sind deshalb jedes für sich auf
die Qualifikation als Kinderpornografie zu prüfen (vgl. dazu auch die Verteidigung,
Urk. 21 S. 9; Urk. 49 S. 4 f. und 13).
- 21 -
3.3.3. Die beim Beschuldigten sichergestellten und von der Staatsanwaltschaft als
kinderpornografisch eingestuften Bilddateien sind nummeriert und befinden sich
als Ausdrucke bei den Akten (unter Urk. 7/2 befinden sich die am Wohnort des
Beschuldigten sichergestellten Dateien; unter Urk. 26 die am Arbeitsort des Be-
schuldigten sichergestellten Dateien). Bei den auf den Fotos abgebildeten Perso-
nen handelt es sich offensichtlich noch um Kinder. Wie die Vorinstanz zutreffend
festgehalten hat, tragen alle abgebildeten Kinder zumindest eine Windel (Urk. 32
S. 11). Wie bereits dargelegt, können auch Fotos, auf denen der Genitalbereich
der Kinder nicht entkleidet ist, kinderpornografischen Charakter aufweisen. In die-
sem Fall sind aber deutlich höhere Anforderungen an die Qualifikation als Kinder-
pornografie zu stellen (vgl. dazu Ziff. III.3.2.3.). Der Vorinstanz (Urk. 32 S. 11) ist
darin zu folgen, dass der Windelbereich bei sämtlichen Bildern klar im Vorder-
grund steht. Durch die gewählte Perspektive wird der Blick des Betrachters auf
den Schritt der Kinder gelenkt. Auf einigen Aufnahmen wird dieser Eindruck noch
dadurch verstärkt, dass die Kinder eine Hand in diesen Bereich legen (Urk. 7/2:
Nr. 27; Urk. 26: Nr. 66, 102, 162). Der Genitalbereich der Kinder steht auf den Fo-
tos derart im Vordergrund, dass dem übrigen Bildinhalt wenig bis gar keine Be-
deutung mehr zukommt. Dieses übermässige und aufdringliche Fokussieren auf
den Genitalbereich der Kinder fällt beim Betrachten der Bilder sofort ins Auge und
unterscheidet diese von "normalen" Kinderfotos. Auf den Aufnahmen geht es
nicht mehr um die abgebildeten Kinder an sich, sondern allein um ihre Windeln
bzw. ihren Schrittbereich. Die Kinder werden damit zu blossen Objektiven degra-
diert. Bei einzelnen Fotos wird dies noch dadurch akzentuiert, dass nicht einmal
mehr der Kopf des Kindes abgebildet wird (Urk. 26: Nr. 28, 116, 135, 143, 154,
167, 172). Die Bilder scheinen durch Vergrösserung bzw. Ausschnitt so verändert
worden zu sein, dass nur noch Windel- bzw. Intimbereich erfasst wird.
3.3.4. Auf den meisten Fotos haben die Kinder ihre Beine auffällig gespreizt oder
nehmen eine Position ein, welche ihren Genitalbereich betont (Urk. 7/2: Nr. 3, 6,
14, 18 und 27; Urk. 26: Nr. 11, 17, 28, 33, 42, 49, 65, 66, 67, 72, 74, 85, 88, 89,
90, 114, 148, 150, 152, 154, 165, 170, 172, 174, 186, 187, 194, 199, 202, 209,
214, 227, 230). Während es bei einigen Bildern möglich ist, dass die Kinder diese
Stellung selbst eingenommen haben, ist dies bei anderen schwer vorstellbar, zu-
- 22 -
mal es sich um sehr künstliche oder unbequeme Stellungen handelt (vgl. insb.
Urk. 7/2: Nr. 14 und 18; Urk. 26: Nr. 42, 49, 65, 66, 67, 72, 90, 202, 214). Dies
spricht gegen das Vorliegen von Aufnahmen natürlicher Situationen, welche ohne
aktives Einwirken auf die Kinder erstellt wurden. Auf der Mehrheit der Fotos bli-
cken die Kinder direkt in die Kamera (Urk. 7/2: Nr. 3, 6, 14, 18, 27, 30; Urk. 26:
Nr. 11, 17, 33, 42, 49, 65, 66, 67, 72, 74, 85, 103, 165, 174, 186, 193, 194, 199).
Die Kinder posieren für den Fotografen, was angesichts der von ihnen einge-
nommenen Körperhaltung mit klarer Betonung des Genitalbereichs bei einem
neutralen Betrachter im Mindesten Unbehagen und Befremden hervorruft, auch
wenn die Kinder nicht vollständig nackt sind. Dies zeigt auch der Umstand, dass
die Arbeitgeberin des Beschuldigten die Polizei informierte, als sie die Bilddateien
auf dem von ihm verwendeten Laufwerk fand. Gemäss Polizeirapport vom 25.
November 2019 habe J._, Leiter Sicherheit der B._, geschildert, dass
sie auf ihrem Rechner "Kinderpornografie" festgestellt hätten (Urk. 1 S. 1). Die
von den Kindern eingenommenen Posen zielen objektiv betrachtet fraglos darauf
ab, pädosexuell veranlagte Personen anzusprechen. Speziell zu erwähnen sind
hier die Bilddateien Nr. 18 und 30 (Urk. 7/2) sowie Nr. 11, 17, 33, 42 und 103
(Urk. 26). Die Mädchen halten darauf den Kopf schräg oder fassen sich in die
Haare. Auf einem Bild ist der Rock des Mädchens hochgeschoben (Urk. 7/2:
Nr. 30 = Urk. 26: Nr. 193), auf anderen auch das Oberteil (Urk. 26: Nr. 93, 219).
Bei erwachsenen Personen würde man von laszivem Posieren sprechen. In die-
sem Zusammenhang ist von Bedeutung, dass beim Beschuldigten auch Bildda-
teien von Erwachsenen mit Windeln sichergestellt wurden (Urk. 7/2 S. 12 ff.; Bild-
bericht Erwachsene unter Urk. 7/21). Dass diese Fotos einen Sexualbezug auf-
weisen, kann angesichts ihres Erscheinungsbilds nicht in Frage gestellt werden.
Auffallend ist, dass die Stellungen, welche die Kinder auf den Fotos einnehmen,
denjenigen der Erwachsenenbilder in einigen Fällen sehr ähnlich sind (Urk. 7/2
Nr. 3 = Urk. 7/2 S. 16 Nr. 19; Urk. 7/2 Nr. 14 = Bildbericht - Erwachsene Nr. 17;
Urk. 7/2 Nr. 18 = Urk. 7/2 S. 13 Nr. 7; Urk. 7/2 Nr. 27 = Bildbericht - Erwachsene
S. 5 Nr. 17; Urk. 26 Nr. 49 = Bildbericht - Erwachsene S. 1 Nr. 3).
3.3.5. Wie eingangs dargelegt, ist jede Bilddatei für sich auf die Qualifikation als
Kinderpornografie zu prüfen. In Anwendung der vorstehend dargelegten Kriterien
- 23 -
ergibt sich, dass sich die am Wohnort des Beschuldigten sichergestellten Bildda-
teien Nr. 10, 11, 16, 20, 33 und 39 (Urk. 7/2) aufgrund der Pose der Kinder bzw.
des auf deren Genitalbereichs gelegten Fokus im Grenzbereich zu kinderporno-
grafischen Darstellungen bewegen. Nachdem der pornografische Charakter von
nicht vollständig entkleideten Kindern nicht leichthin und nur in unzweideutigen
Fällen zu bejahen ist, sind diese Dateien als strafrechtlich nicht relevant einzustu-
fen. Der Beschuldigte ist in Bezug auf diese Bilddateien vom Vorwurf der Porno-
grafie freizusprechen. Dies gilt auch für die Dateien Nr. 3, 15, 23, 25, 31, 37, 38,
40, 63, 64, 73, 77, 112, 115, 117, 144, 157, 161, 168, 179, 183, 184, 196 und 212
(Urk. 26), welche am Arbeitsplatz des Beschuldigten sichergestellt wurden. Zwar
werden auch auf diesen Fotos kaum bekleidete Kinder abgelichtet und ist der ge-
wählte Fokus teilweise fragwürdig. Im Unterschied zu den nachfolgend als kinder-
pornografisch eingestuften Bilddateien könnten diese Fotos jedoch auch in einer
natürlichen Situation entstanden sein und sind die Beine der Kinder nicht auffällig
gespreizt oder die Posen objektiv aufreizend. Der Sexualbezug kann deshalb
nicht eindeutig bejaht werden.
3.3.6. Demgegenüber erfüllen die am Wohnort des Beschuldigten sichergestellten
Bilddateien Nr. 3, 6, 14, 18, 27, 30 (Urk. 7/2) die Qualifikation als Kinderpornogra-
fie. Von den am Arbeitsplatz des Beschuldigten sichergestellten Bilddateien
(Urk. 26) sind folgende Dateien als kinderpornografisch einzustufen: Nr. 11, 17,
28, 33, 42, 49, 65, 66, 67, 72, 74, 85, 88, 89, 90, 93, 102, 103, 114, 116, 135,
143, 148, 150, 152, 154, 162, 165, 167, 170, 172, 174, 186, 187, 193, 194, 199,
202, 209, 214, 219, 227 und 230. Es handelt sich dabei um Fotos, welche nicht
mehr als gewöhnliche Aufnahmen aus dem alltäglichen Leben eingestuft werden
können, sondern klar ausserhalb des sozial üblichen und akzeptierten Rahmens
anzusiedeln sind. Es sind keine Bilder, welche auch aus einem Familienalbum
stammen könnten, oder Kinderfotos, welche man seinem Freundes- oder Bekann-
tenkreis zeigen würde. Anders als der Beschuldigte im Vorverfahren weismachen
wollte (Urk. 3/1 S. 3), handelt es sich auch nicht um Bilder, welche bei einer einfa-
chen Suche mit Google ("Kinder in Windeln") angezeigt werden. Die Fotos sind
nicht nur sozial inadäquat, sondern aufgrund ihres gesamten Erscheinungsbilds,
insbesondere des gewählten Bildausschnitts und Fokus und der von den Kindern
- 24 -
eingenommenen Körperstellung, als eindeutig sexualbezogen zu qualifizieren. Im
Gesamteindruck lassen sie keinen anderen Schluss zu, als dass sie der sexuellen
Erregung pädosexuell veranlagter Personen dienen sollen. Daran ändert nichts,
dass die Kinder auf den Fotos nicht vollkommen entkleidet sind. Andernfalls könn-
te das Verbot der Kinderpornografie allein dadurch umgangen werden, dass der
kindliche Genitalbereich auf dem entsprechenden Foto abgedeckt wird. Dies
selbst dann, wenn die Darstellung eindeutig darauf ausgerichtet ist, pädosexuelle
Personen aufzureizen. Die Einstufung als Kinderpornografie erscheint schliesslich
auch mit Blick auf den Schutzzweck von Art. 197 Abs. 4 und 5 StGB richtig. Das
Verbot von kinderpornografischen Darstellungen bezweckt wie erwähnt den
Schutz von Erwachsenen vor der korrumpierenden Wirkung solcher Erzeugnisse
und damit mittelbar die Bewahrung potenzieller Darsteller vor sexueller Ausbeu-
tung, Gewalt und erniedrigender bzw. menschenunwürdiger Behandlung. Auch
wenn die Kinder auf den Fotos nicht in sexuelle Handlungen einbezogen werden,
ist eine Missbrauchssituation zu bejahen. Wer für die Herstellung von Darstellun-
gen sexuellen Inhalts auf Kinder einwirkt, indem er sie in objektiv aufreizenden Si-
tuationen posieren lässt und fotografiert, verhält sich übergriffig und missbräuch-
lich (vgl. dazu auch WEISSENBERGER, a.a.O., S. 356; SUTER-ZÜRCHER, Die Straf-
barkeit der sexuellen Handlungen mit Kindern nach Art. 187 StGB, Diss. Zürich
2003, S. 82 ff.). Kinder sollen vor Situationen geschützt werden, in denen sie von
Erwachsenen in Ausnutzung eines Vertrauens- oder Machtverhältnisses für die
Herstellung von entsprechenden Fotos verwendet und dadurch zu Sexualobjekten
degradiert werden. Werden Kinder auf Fotos objektiv derart aufreizend darge-
stellt, dass sie – gleich wie erwachsene Darsteller – zur sexuellen Erregung ein-
gesetzt werden können, wird der Schutzzweck von Art. 197 Abs. 4 und 5 StGB
tangiert.
3.3.7. Tathandlungen, welche wie vorliegend ausschliesslich dem Eigenkonsum
des Täters dienen, fallen unter den privilegierten Tatbestand von Art. 197 Abs. 5
StGB. Der Vorinstanz ist weiter darin zu folgen, dass der Beschuldigte den Tatbe-
stand von Art. 197 Abs. 5 Satz 2 StGB erfüllt hat, nachdem reale minderjährige
Darsteller abgebildet werden. Auf die zutreffenden vorinstanzlichen Erwägungen
kann verwiesen werden (Urk. 32 S. 13 f.).
- 25 -
3.4. Subjektiver Tatbestand
Dass der Besitz und Konsum von Kinderpornografie verboten ist, war dem Be-
schuldigten bewusst, wie seine Aussagen zeigen. Ihm war ebenfalls bekannt,
dass Bilddateien, auf welchen Kinder in sexuell aufreizenden Posen zu sehen
sind, nicht erlaubt sind (Urk. 3/2 S. 12). Der Beschuldigte stellt sich jedoch auf
den Standpunkt, den kinderpornografischen Inhalt der Bilddateien nicht erkannt
zu haben. Er sei sich der Problematik seines Verhaltens erst im Strafverfahren
bewusst geworden (Urk. 3/2 S. 11 f.; Urk. 3/3 S. 4; Prot. I S. 9; Prot. II S. 20;
Urk. 21 S. 12; Urk. 49 S. 16). Aus den Aussagen des Beschuldigten ergibt sich,
dass er die an seinem Arbeitsplatz und Wohnort sichergestellten Bilddateien
selbst zusammengestellt hat. Dabei suchte er konkret auch nach Fotos mit Kin-
dern (Urk. 3/1 S. 3 f.; Urk. 3/2 S. 11; Urk. 3/3 S. 3 f.; Prot. I S. 9; Prot. II S. 18).
Dies zeigt auch der Auswertungsbericht vom 3. Juni 2020 (Urk. 7/19 S. 3). Am
selben Ort wie die Bilddateien mit den Kinderfotos wurden vom Beschuldigten se-
xuell aufreizende Fotos von Erwachsenen mit Windeln abgespeichert. Wie bereits
dargelegt, sind die Kinderfotos eindeutig darauf ausgerichtet, pädosexuell veran-
lagte Personen anzusprechen. Angesichts des klaren sexuellen Bezugs erscheint
es nicht glaubhaft, wenn der Beschuldigte geltend macht, die Bilder als unproble-
matisch eingestuft zu haben. Er war sich zweifelsohne bewusst, dass er sich in
einem verbotenen oder zumindest fragwürdigen Bereich bewegt. Dies gilt umso
mehr, als er die Bilddateien gemäss erstelltem Sachverhalt zu seiner sexuellen
Erregung verwendet hat. Ob der sexuelle Anreiz für den Beschuldigten primär
oder ausschliesslich mit den Windeln zu tun hatte, ist dabei nicht massgeblich.
Der vorinstanzlichen Feststellung, der Beschuldigte habe den kinderpornografi-
schen Charakter der Bilddateien zumindest in Kauf genommen (Urk. 32 S. 15), ist
daher zu folgen.
3.5. Fazit
Die von der Vorinstanz vorgenommene rechtliche Würdigung erweist sich als zu-
treffend. Rechtfertigungs- oder Schuldausschlussgründe sind keine gegeben. Der
Beschuldigte ist daher der Pornografie im Sinne von Art. 197 Abs. 5 Satz 2 StGB
schuldig zu sprechen.
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III. Sanktion
1. Ausgangslage
Die Vorinstanz bestrafte den Beschuldigten mit einer bedingten Geldstrafe von
30 Tagessätzen zu Fr. 140.– (Urk. 32 S. 22). Die Staatsanwaltschaft beantragt mit
ihrer Anschlussberufung die Ausfällung einer Freiheitsstrafe von 9 Monaten
(Urk. 42 S. 1; Urk. 53 S. 3). Die Verteidigung hat keinen Eventualantrag zur Strafe
im Falle einer Verurteilung des Beschuldigten gestellt (vgl. Urk. 49 S. 20).
2. Strafrahmen und Strafzumessungsregeln
Pornografie im Sinne von Art. 197 Abs. 5 Satz 2 StGB wird mit Freiheitsstrafe bis
zu drei Jahren oder Geldstrafe bestraft. Ausserordentliche Umstände, die ein Ver-
lassen des ordentlichen Strafrahmens als angezeigt erscheinen liessen, liegen
nicht vor. Zu den Grundsätzen der Strafzumessung finden sich im vorinstanzli-
chen Urteil bereits zutreffende Ausführungen (Urk. 32 S. 16 f.). Diese brauchen
an dieser Stelle nicht wiederholt zu werden.
3. Tatkomponente
3.1. Im Rahmen der objektiven Tatschwere ist zunächst zu berücksichtigen,
dass die auf den Fotos abgebildeten Kinder deutlich unter dem Schutzalter ste-
hen. Der Ansicht der Vorinstanz, wonach es sich bei den Bildern auch um
Schnappschüsse innerhalb des normalen Familienlebens handeln könnte und die
Bilder erst durch die Zusammenstellung innerhalb einer digitalen Sammlung einen
sexualbezogenen Kontext erhalten (Urk. 32 S. 17), kann wie erwähnt nicht gefolgt
werden. Die Fotos zeigen nicht nur offensichtlich minderjährige Kinder, sondern
weisen auch einen eindeutigen sexuellen Bezug auf. Sie sind auch von einem ju-
ristischen Laien unzweifelhaft als problematisch zu erkennen. Im Vergleich mit
anderen unter den Tatbestand der harten Pornografie fallenden Darstellungen
sind die Bilddateien des Beschuldigten aber verschuldensmässig im untersten Be-
reich anzuordnen. Bei der Mehrheit der Bilder handelt es sich um sog. "Posing-
Bilder", bei deren Herstellung zwar auf die abgebildeten Kinder eingewirkt wurde.
Der Eingriff in die Persönlichkeitsrechte der Kinder erweist sich jedoch als zumin-
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dest vergleichsweise gering. Die Kinder werden nicht in sexuelle Handlungen ein-
bezogen und werden nicht vollkommen nackt abgebildet. Der sexuelle Bezug der
Fotos ergibt sich aus dem Fokussieren auf den Genitalbereich der Kinder sowie
der von ihnen eingenommenen Körperhaltung. Dem Beschuldigten ist nicht nur
Konsum, sondern auch Besitz von kinderpornografischem Material anzulasten.
Wie bereits erwähnt, hat er im Internet gezielt auch nach Bildern mit Kindern ge-
sucht. Beim objektiven Tatverschulden ist weiter von Bedeutung, dass es sich
nicht nur um ein Bild oder einzelne Bilder handelt, sondern immerhin fast
50 Bilddateien als verbotene Pornografie einzustufen sind. Im Rahmen des Tat-
bestands der Pornografie liegen jedoch regelmässig weitaus grössere Mengen an
Bild- und Filmdateien vor. Angesichts des weiten Spektrums möglicher Wider-
handlungen im Bereich der Kinderpornografie kann die objektive Tatschwere ins-
gesamt als sehr leicht qualifiziert werden.
3.2. Der Beschuldigte handelte mit direktem Vorsatz. Dass es sich um kinder-
pornografische Darstellungen handelt, nahm er zumindest in Kauf. Gemäss dem
erstellten Sachverhalt erweist es sich nicht als glaubhaft, dass der Beschuldigte
die Darstellungen nicht zur sexuellen Erregung verwendet hat, auch wenn der An-
reiz des Beschuldigten in erster Linie mit den Windeln verbunden gewesen zu
sein scheint. Im Ergebnis vermag das subjektive Tatverschulden das objektive
nicht zu kompensieren. In Anbetracht der Tatkomponente erweist sich eine Ein-
satzstrafe im Bereich von 75 Tagessätzen als angemessen.
4. Täterkomponente
4.1. Aus den Akten und den Befragungen des Beschuldigten im Vorverfahren
und vor Vorinstanz ergibt sich Folgendes zu seinen persönlichen Verhältnissen:
Der Beschuldigte ist 1968 geboren und zusammen mit zwei Schwestern aufge-
wachsen. Er besuchte in Zürich die Schulen. Nach dem Realschulabschluss be-
gann er eine Lehre als Koch, welche er abbrach. Anschliessend besuchte er die
Handelsschule und machte den Abschluss als Kaufmann. In der Folge arbeitete
er an verschiedenen Orten in der Buchhaltung, wobei er unter anderem 18 Jahre
lang bei der B._ angestellt war. Nachdem er verdächtigt worden war, am Ar-
beitsort Kinderpornografie konsumiert zu haben, wurde er entlassen (Urk. 2 S. 1).
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Seit Februar 2020 arbeitet der Beschuldigte bei der Stiftung F._ in der Buch-
haltung. Der Beschuldigte ist verheiratet. Seine Lebenspartnerin ist zu 50 % er-
werbstätig. Kinder hat das Paar keine. Der Beschuldigte ist seit 18 Jahren als
Nachwuchstrainer im G._ tätig (Urk. 3/1 S. 6; Urk. 3/3 S. 9 ff.; Prot. I S. 5;
Urk. 45/2). Anlässlich der Berufungsverhandlung bestätigte der Beschuldigte die-
sen Lebenslauf (Prot. II S. 8 ff.). Er wies namentlich erneut auf seinen im Kindsal-
ter erlittenen Unfall hin und erklärte, nach wie vor bei der Stiftung F._ in ei-
nem 100 %-Pensum angestellt zu sein sowie sich im Rahmen einer Nebentätig-
keit als Verwaltungsrat der H._ AG und als Nachwuchstrainer im ...-sport zu
betätigen (Prot. II S. 8 f. und 11 f.).
Aus der Biographie und den persönlichen Verhältnissen des Beschuldigten lassen
sich keine strafzumessungsrelevanten Faktoren ableiten.
4.2. Die Vorstrafenlosigkeit des Beschuldigten (Urk. 52) ist strafzumessungs-
neutral zu behandeln.
4.3. Die Vorinstanz hat in Bezug auf das Nachtatverhalten zutreffend darauf
hingewiesen, dass sich der Beschuldigte in Bezug auf den äusseren Sachverhalt
bereits in der ersten Einvernahme geständig gezeigt und sich im Verfahren ko-
operativ verhalten hat (Urk. 32 S. 18). Dies wirkt sich bei der Strafzumessung zu
seinen Gunsten aus, auch wenn die Beweislage erdrückend war. Den kinderpor-
nografischen Charakter der bei ihm sichergestellten Bilddateien bestritt der Be-
schuldigte während des gesamten Verfahrens. Immerhin gab er in der Einver-
nahme vom 2. Juli 2020 zu Protokoll, es sei ihm bewusst geworden, dass sein
Vorgehen mit Blick auf die Persönlichkeitsrechte der abgebildeten Kinder nicht
korrekt gewesen sei (Urk. 3/2 S. 5 und 12). Positiv zu vermerken ist, dass sich der
Beschuldigte als Folge des gegen ihn eingeleiteten Strafverfahrens freiwillig in ei-
ne therapeutische Behandlung begeben hat. Gemäss seinen Aussagen vor Vor-
instanz finden wöchentliche Termine statt. Der Beschuldigte gab an, die Therapie
sei sehr wertvoll für ihn und er wolle sie fortsetzen, unabhängig vom Ausgang des
Strafverfahrens (Urk. 3/1 S. 3; Urk. 3/2 S. 3; Urk. 3/3 S. 4 ff. und 11; Urk. 8/2;
Prot. I S. 6). Anlässlich der Berufungsverhandlung bestätigte er, sich nach wie vor
in Therapie zu befinden und betonte, dass diese gut laufe und ihm helfe, alle die-
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se Sachen zu verarbeiten (Prot. II S. 14; vgl. auch Urk. 49 S. 18). Insgesamt wirkt
sich das Nachtatverhalten leicht strafmindernd aus.
5. Fazit
In Würdigung sämtlicher Strafzumessungsgründe erweist sich eine Strafe von
60 Strafeinheiten als angemessen. Da der Beschuldigte nicht vorbestraft ist und
eine besondere präventive Wirkung in Form einer Freiheitsstrafe nicht als not-
wendig erscheint, ist vorliegend der Geldstrafe den Vorrang zu geben.
6. Tagessatzhöhe
Der Beschuldigte verdient bei der Stiftung F._ monatlich Fr. 5'900.– netto,
wobei ihm ein 13. Monatslohn ausbezahlt wird. Mit Trainereinsätzen sowie einem
Verwaltungsratshonorar bei der H._ AG erzielt er zusätzliche Einnahmen von
monatlich Fr. 635.–. Der Beschuldigte lebt in Wohneigentum. Die Hypothekarbe-
lastung beträgt Fr. 1'091.– und die Krankenkassenprämien für ihn und seine Ehe-
frau Fr. 1'210.– pro Monat. Die Steuerbelastung bezifferte der Beschuldigte mit
monatlich ungefähr Fr. 1'500.–, wobei es eher weniger werde, da er im Vergleich
zu früher weniger verdiene. Neben der Liegenschaft, deren Verkehrswert der Be-
schuldigte vor Vorinstanz auf Fr. 6 Millionen schätzte, verfügt der Beschuldigte
gemäss seiner Aussage anlässlich der Berufungsverhandlung über Vermögens-
werte in der Höhe von rund Fr. 280'000.–. Die Hypothekarschulden betragen
Fr. 900'000.–. Weitere Schulden hat der Beschuldigte nicht. Die Ehefrau des Be-
schuldigten ist ebenfalls erwerbstätig und verdient monatlich Fr. 2'690.– (Urk. 3/3
S. 9 f.; Urk. 45/2; Urk. 46/1-5; Prot. I S. 4 f.; Prot. II S. 11 ff.). Die finanziellen Ver-
hältnisse des Beschuldigten haben sich seit Erlass des erstinstanzlichen Urteils
nicht geändert. Die von der Vorinstanz festgesetzte Tagessatzhöhe von Fr. 140.–
erweist sich vor diesem Hintergrund als angemessen und ist zu bestätigen. Der
Beschuldigte ist daher mit einer Geldstrafe von 60 Tagessätzen zu Fr. 140.– zu
bestrafen.
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7. Vollzug
Die Vorinstanz hat die Voraussetzungen für die Gewährung des bedingten Voll-
zugs der Strafe zutreffend dargelegt (Urk. 32 S. 19). Diese brauchen an dieser
Stelle nicht wiederholt zu werden. Beim Beschuldigten handelt es sich um einen
Ersttäter. Mit der Vorinstanz ist davon auszugehen, dass er sich durch die beding-
te Strafe und die weiteren Konsequenzen dieses Strafverfahrens, namentlich
auch die Kostenfolgen, genügend beeindrucken lassen wird, um sich künftig wohl
zu verhalten. Dies gilt insbesondere vor dem Hintergrund, dass der Beschuldigte
seit anfangs November 2019 therapeutische Unterstützung in Anspruch nimmt.
Der Vollzug der Geldstrafe ist daher aufzuschieben und die Probezeit auf 2 Jahre
festzusetzen.
8. Weisung
8.1. Gemäss Art. 44 Abs. 2 StGB kann das Gericht für die Dauer der Probezeit
Bewährungshilfe anordnen und Weisungen erteilen. Wahl und Inhalt der Weisung
stehen im Ermessen des Gerichts (BGE 130 IV 1 E. 2.1; Urteil des Bundesge-
richts 6B_166/2016 vom 7. Juli 2016 E. 4.2). Dieses kann jede denkbare Weisung
erteilen, die geeignet ist, der Resozialisierung zu dienen und vom Betroffenen
nicht mehr als eine zumutbare, verhältnismässige Anstrengung verlangt (BSK
StGB-SCHNEIDER/GARRÉ, a.a.O., N 26 zu Art. 44).
8.2. Die Vorinstanz erteilte dem Beschuldigten für die Dauer der Probezeit die
Weisung, die begonnene ambulante forensisch-psychotherapeutische Behand-
lung weiterzuführen (Urk. 32 S. 23). Die Staatsanwaltschaft beantragt in diesem
Punkt die Bestätigung des vorinstanzlichen Urteils (Urk. 42 S. 2; Urk. 53 S. 3). Die
Verteidigung stellt den Antrag, es sei von der Anordnung einer Weisung abzuse-
hen (Urk. 49 S. 20).
8.3. Vor Vorinstanz brachte die Verteidigung vor, der bedingte Vollzug einer
Strafe sei nicht mit einer Weisung zur Verhinderung neuer Delinquenz kombinier-
bar. Es könne nicht im gleichen Fall einmal von einer Bewährung und einmal von
einer möglichen Nichtbewährung ausgegangen werden (Urk. 21 S. 14). An die-
sem Standpunkt hielt die Verteidigung auch im Berufungsverfahren fest (Urk. 49
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S. 17 f.; Prot. II S. 24 f.). Dem kann nicht gefolgt werden. Weisungen im Sinne
von Art. 44 Abs. 2 StGB werden für die Dauer der Probezeit erteilt. Sie sollen mit-
helfen, die Bewährungschancen während der Probezeit zu verbessern (BSK
StGB-SCHNEIDER/GARRÉ, a.a.O., N 26 zu Art. 44). Damit setzen sie zwangsläufig
die Gewährung des bedingten Vollzugs voraus. Der Verteidigung ist indes beizu-
pflichten, dass Weisungen für die Prognose entscheidend sein können (Urteil des
Bundesgerichts 6B_1227/2015 vom 29. Juli 2016 E. 1.2.2 mit Hinweisen). Wird
einem Täter zunächst eine negative Prognose gestellt, muss in einem zweiten
Schritt geprüft werden, ob ihm unter Berücksichtigung allfälliger Weisungen nicht
doch der bedingte Vollzug gewährt werden kann. Demjenigen, der die Vorausset-
zungen des bedingten Strafvollzugs bereits ohne begleitende Anordnungen erfüllt,
dürfen demgegenüber keine Weisungen erteilt werden (RANZONI, Weisungen bei
bedingtem Strafvollzug und deren Verhältnis zu Massnahmen, sui-generis 2018,
S. 83; STRATENWERTH/BOMMER, Schweizerisches Strafrecht, Allgemeiner Teil II:
Strafen und Massnahmen, 3. Aufl. 2020, § 4 N 66). Aus der vorinstanzlichen Ur-
teilsbegründung ergibt sich, dass die Vorinstanz uneingeschränkt von einer güns-
tigen Prognose ausging (Urk. 32 S. 19). Sie hätte dem Beschuldigten daher keine
Weisung erteilen dürfen. Dass die Weiterführung der therapeutischen Behandlung
sinnvoll und zweckmässig erscheint, wovon im Übrigen auch der Beschuldigte
ausgeht (Urk. 3/1 S. 3; Urk. 3/3 S. 4 ff. und 11; Prot. I S. 7; Prot. II S. 14), ändert
nichts daran. Bei der Erteilung von Weisungen ist aufgrund des damit verbunde-
nen Eingriffs in die Persönlichkeitsrechte des Täters der Grundsatz der Verhält-
nismässigkeit zu berücksichtigen. Die Weisungen müssen nicht nur geeignet,
sondern auch erforderlich sein, um die Bewährungsaussichten zu verbessern
(RANZONI, Weisungen bei bedingtem Strafvollzug und deren Verhältnis zu Mass-
nahmen, a.a.O., S. 86). Dem Beschuldigten kann eine günstige Prognose gestellt
werden. Er ist bisher noch nie strafrechtlich in Erscheinung getreten und lebt in
geregelten Verhältnissen. Zudem hat der Beschuldigte die Problematik seines
Verhaltens eingesehen und sich unmittelbar nach der Einleitung des Strafverfah-
rens freiwillig in therapeutische Behandlung begeben. Der Beschuldigte befindet
sich nach wie vor in Therapie und gemäss seinen Angaben vor Vorinstanz finden
wöchentlich Termine bei Frau I._, Zentrum ..., statt (Prot. I S. 6 f.; Prot. II S.
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14). Die Therapie dauert inzwischen schon 2 1⁄2 Jahre. Bei einer gesamthaften Be-
trachtung ist davon auszugehen, dass sich der Beschuldigte durch das vorliegen-
de Strafverfahren genügend beeindrucken lässt, um sich in Zukunft gesetzeskon-
form zu verhalten. Dies gilt umso mehr, als sein Verhalten bereits unmittelbare
Auswirkungen auf seine Lebensumstände gezeigt hat. Bis zum Abschluss des
Strafverfahrens hat der Beschuldigte einstweilen seine Trainertätigkeit im Junio-
renbereich zu seinem Selbstschutz eingeschränkt (Prot. II S. 12 und 16). Wie be-
reits erwähnt, hat der Beschuldigte zudem aufgrund des Verdachts auf Konsum
von Kinderpornografie an seinem Arbeitsplatz seine langjährige Arbeitsstelle bei
der B._ verloren. Der Beschuldigte zeigte sich im Vorverfahren, vor Vo-
rinstanz und auch anlässlich der Berufungsverhandlung sehr erleichtert und
dankbar darüber, dass er wieder eine Vollzeitstelle als Buchhalter gefunden hat
(Urk. 3/3 S. 6; Prot. I S. 5; Prot. II S. 15). Dass der Beschuldigte die von ihm wie-
der erlangte berufliche Integration mit einem erneuten Fehlverhalten aufs Spiel
setzt, erscheint schwer vorstellbar. Unter diesen Umständen erweisen sich weite-
re Massnahmen nicht als erforderlich, um den Beschuldigten vor weiterer Delin-
quenz abzuhalten. Von der Erteilung einer Weisung ist deshalb abzusehen.
9. Tätigkeitsverbot
9.1. Die Vorinstanz hat von der Anordnung eines lebenslänglichen Tätigkeits-
verbots abgesehen, was indes keinen Eingang ins Urteilsdispositiv gefunden hat
(Urk. 32 S. 21). Im Berufungsverfahren beantragt die Staatsanwaltschaft die An-
ordnung eines Tätigkeitsverbots (Urk. 42 S. 2; Urk. 53 S. 3). Die Verteidigung
stellt den Antrag, es sei für den nicht zu erwartenden Fall einer Verurteilung von
der Anordnung eines Tätigkeitsverbots abzusehen (Urk. 49 S. 20).
9.2. In der Anklage wird die Anordnung eines Tätigkeitsverbots im Sinne von
Art. 67 StGB beantragt, ohne dass dies näher spezifiziert wird (Urk. 16 S. 5). An-
gesichts der vorliegenden Konstellation ist davon auszugehen, dass sich die
Staatsanwaltschaft auf Art. 67 Abs. 3 lit. d StGB bezieht. Gemäss dieser Bestim-
mung verbietet das Gericht jemandem, der wegen Pornografie im Sinne von
Art. 197 Abs. 5 StGB verurteilt wird, lebenslänglich jede berufliche und jede orga-
nisierte ausserberufliche Tätigkeit, die einen regelmässigen Kontakt zu Minderjäh-
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rigen umfasst, sofern die Gegenstände oder Vorführungen sexuelle Handlungen
mit Minderjährigen zum Inhalt hatten. Art. 67 Abs. 3 StGB setzt voraus, dass der
Täter wegen einer der in den Buchstaben a bis d aufgezählten Straftaten zu einer
Strafe verurteilt oder deswegen gegen ihn eine Massnahme angeordnet worden
ist. Bei der Anlasstat ist keine Mindeststrafe vorgeschrieben. Das konkrete Ver-
schulden ist daher grundsätzlich nicht massgebend. Weiter wird keine negative
Prognose vorausgesetzt. Sind die genannten Voraussetzungen erfüllt, muss das
Gericht das lebenslängliche Tätigkeitsverbot in jedem Fall anordnen (Botschaft
zur Änderung des Strafgesetzbuchs und des Militärstrafgesetzes vom 3. Juni
2016, BBl 2016 6115, S. 6158). Davon kann lediglich ausnahmsweise in beson-
ders leichten Fällen abgesehen werden (Art. 67 Abs. 4bis StGB). Die Vorausset-
zungen für das Absehen von einem zwingend lebenslänglichen Tätigkeitsverbot
sind eng ausgestaltet. Es muss sich kumulativ um einen besonders leichten Fall
einer bestimmten Sexualstraftat handeln, und das Tätigkeitsverbot darf nicht not-
wendig erscheinen, um den Täter vor der Begehung weiterer einschlägiger Sexu-
alstraftaten am geschützten Personenkreis abzuhalten (Botschaft zur Änderung
des Strafgesetzbuchs und des Militärstrafgesetzes vom 3. Juni 2016, a.a.O.,
S. 6160). Bei pädophilen Tätern kann die Ausnahmebestimmung – ungeachtet
der Art und Schwere der Anlasstat – nicht zur Anwendung gelangen (Art. 67
Abs. 4bis lit. b StGB).
9.3. Im Rahmen der Berufungsverhandlung begründete die Staatsanwaltschaft
ihren Antrag auf Anordnung eines Tätigkeitsverbots zusammengefasst damit,
dass sie vorliegend nicht von einem derart leichten Fall von Pornografie ausgehe,
bei welchem auf ein Tätigkeitsverbot verzichtet werden könne. Das Tätigkeitsver-
bot sei nicht nur zum Schutz von zukünftigen Opfern, sondern auch zum Selbst-
schutz des Beschuldigten auszusprechen (Urk. 53 S. 7). Die Verteidigung ande-
rerseits erkennt vorliegend, wenn man davon ausgehen würde, dass sich der Be-
schuldigte der Pornografie schuldig gemacht hätte, einen sogenannt besonders
leichten Fall und erachtet ein Tätigkeitsverbot als nicht notwendig, um den Be-
schuldigten von der Begehung weiterer Straftraten abzuhalten (Urk. 49 S. 16 f.).
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9.4. Der Beschuldigte wird wegen Pornografie im Sinne von Art. 197 Abs. 5
Satz 2 StGB zu einer Geldstrafe verurteilt. Damit sind die Voraussetzungen von
Art. 67 Abs. 3 lit. d StGB grundsätzlich erfüllt. Der Vorinstanz ist indes darin zu
folgen, dass die Tathandlungen des Beschuldigten verschuldensmässig sehr
leicht wiegen (Urk. 32 S. 21). Auf den als kinderpornografisch eingestuften Fotos
werden die Kinder nicht in sexuelle Handlungen einbezogen und sie sind nicht
vollkommen nackt abgebildet. Der sexuelle Bezug der Fotos ergibt sich aus dem
Fokussieren auf den Genitalbereich der Kinder sowie der von den Kindern einge-
nommenen Körperhaltung. Es handelt sich um sog. "Posing-Bilder", bei denen der
Eingriff in die Persönlichkeitsrechte der Kinder als vergleichsweise gering einzu-
stufen ist, oder um Fotos, welche durch Vergrösserung bzw. Ausschnitt so verän-
dert wurden, dass nur noch der Windel- bzw. Intimbereich erfasst wird. Im Ver-
gleich mit anderen unter den Tatbestand der harten Pornografie fallenden Darstel-
lungen sind die beim Beschuldigten sichergestellten Bilddateien deshalb klar im
untersten Bereich anzuordnen. Hinweise auf eine generelle pädosexuelle Nei-
gung liegen beim Beschuldigten nicht vor. Der sexuelle Anreiz scheint für den Be-
schuldigten in den Windeln bestanden zu haben (vgl. dazu Ziff. II.2.5.). Wie be-
reits dargelegt, kann dem Beschuldigten eine gute Prognose gestellt werden. Er
lebt in stabilen familiären und beruflichen Verhältnissen und hat sich nach Einlei-
tung des Strafverfahrens freiwillig in therapeutische Behandlung begeben, um
sein Verhalten aufzuarbeiten und Strategien zu entwickeln, um nicht erneut in ei-
ne Situation, wie sie dem vorliegenden Verfahren zugrunde liegt, zu geraten. Es
ist davon auszugehen, dass er sich durch das Strafverfahren und die heutige
Verurteilung genügend beeindrucken lässt, um sich in Zukunft gesetzeskonform
zu verhalten. Ein Tätigkeitsverbot erscheint vor diesem Hintergrund auch nicht
notwendig, um ihn von weiteren Sexualstraftaten abzuhalten. Es ist daher von der
Anordnung eines lebenslänglichen Tätigkeitsverbots abzusehen.
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IV. Entscheid über beschlagnahmte Gegenstände
1. Ausgangslage
Bei der am 24. Oktober 2019 in der Wohnung des Beschuldigten durchgeführten
Hausdurchsuchung wurden diverse elektronische Geräte und Datenträger sicher-
gestellt (Urk. 12/5). Sämtliche dieser Gegenstände wurden mit Verfügung vom
19. Mai 2020 von der Staatsanwaltschaft beschlagnahmt (Urk. 12/7). Im Vorver-
fahren wurde den Untersuchungsbehörden – gestützt auf die Editionsverfügung
vom 30. Oktober 2019 (Urk. 6/2) – sodann ein USB-Stick mit Daten des Beschul-
digten, welche sich auf den Servern der B._ befanden, übermittelt (Urk. 7/1
S. 2; Urk. 7/19 S. 2). Der entsprechende Datenträger (USB Memory-Stick, San-
Disk 3.0, 32 GB, Asservat Nr. A013'172'208) wurde ebenfalls beschlagnahmt
(Urk. 12/7).
2. Würdigung
2.1. Bei Straftaten nach Art. 197 Abs. 5 StGB werden die einschlägigen Ge-
genstände eingezogen (Art. 197 Abs. 6 StGB). Gemäss der polizeilichen Auswer-
tung (Urk. 7/2; Urk. 26) befanden sich die als kinderpornografisch zu qualifizie-
renden Bilddateien auf folgenden drei Geräten: Laptop HP Pavilion, Asservat Nr.
A013'148'044 (Pos. 2 der Sicherstellungsliste vom 24.10.2019), Laptop msi cr620,
Asservat Nr. A013'148'226 (Pos. 3 der Sicherstellungsliste vom 24.10.2019) so-
wie PC HP Pavilion 23, Asservat Nr. A013'148'328 (Pos. 5 der Sicherstellungslis-
te vom 24.10.2019). Inkriminierte Dateien enthält auch der USB-Stick, welcher bei
der B._ sichergestellt wurde (USB Memory-Stick, SanDisk 3.0, 32 GB, As-
servat Nr. A013'172'208). Die entsprechenden elektronischen Geräte und Daten-
träger sind daher zu vernichten, wobei dem Beschuldigten die Möglichkeit einzu-
räumen ist, die von ihm gewünschten nicht-deliktischen Datenbestände auszu-
sondern und sich auf einem separaten Datenträger aushändigen zu lassen. Die
Aussonderung und Aushändigung auf einem separaten Datenträger hat auf eige-
ne Kosten des Beschuldigten zu erfolgen (vgl. dazu Urteil des Bundesgerichts
6B_348/2021 vom 3. Mai 2021 E. 7).
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2.2. Dass sich auf den weiteren beschlagnahmten elektronischen Geräten und
Datenträgern kinderpornografisches Material befindet, wird von der Staatsanwalt-
schaft nicht behauptet. In der Anklage wird ausdrücklich festgehalten, dass sich
die am Wohnort des Beschuldigten sichergestellten kinderpornografischen Bildda-
teien auf den drei bereits erwähnten Geräten (Notebook HP Beats Audio, Note-
book MSI cr620m und PC HP-Pavilion) befanden (Urk. 16 S. 3). Vor diesem Hin-
tergrund sind die weiteren beschlagnahmten elektronischen Geräte und Datenträ-
ger dem Beschuldigten nach Eintritt der Vollstreckbarkeit auf erstes Verlangen
herauszugeben.
V. Kosten- und Entschädigungsfolgen
1. Kosten des Vorverfahrens und des erstinstanzlichen Verfahrens
Nachdem es auch im Berufungsverfahren beim vorinstanzlichen Schuldspruch
wegen Pornografie im Sinne von Art. 197 Abs. 5 Satz 2 StGB bleibt und damit alle
vorgenommenen Untersuchungshandlungen als notwendig anzusehen sind, ist
das erstinstanzliche Kostendispositiv (Ziffern 7 und 8) ausgangsgemäss zu bestä-
tigen (Art. 426 Abs. 1 StPO).
2. Kosten des Berufungsverfahrens
Im Berufungsverfahren tragen die Parteien die Kosten nach Massgabe ihres Ob-
siegens oder Unterliegens (Art. 428 Abs. 1 StPO). Der Beschuldigte strebte mit
seiner Berufung einen Freispruch an und unterliegt im Berufungsverfahren mit
seinen Anträgen fast vollumfänglich. Er obsiegt lediglich insofern, als betreffend
einige Bilddateien ein Freispruch vom Vorwurf der Pornografie erfolgt und von der
Erteilung einer Weisung abgesehen wird. Die Staatsanwaltschaft erreicht mit ihrer
Anschlussberufung eine strengere Bestrafung, wenn auch nicht im beantragten
Umfang. Im Übrigen unterliegt sie mit ihren Anträgen. Bei diesem Verfahrensaus-
gang rechtfertigt es sich, die Kosten des Berufungsverfahrens dem Beschuldigten
zu drei Vierteln aufzuerlegen und zu einem Viertel auf die Gerichtskasse zu neh-
men.
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3. Parteientschädigung
Nach der Rechtsprechung ist die Entschädigungsfrage nach der Kostenfrage zu
beantworten. Es gilt der Grundsatz, dass bei Auferlegung der Kosten keine Ent-
schädigung auszurichten ist, während bei Übernahme der Kosten durch die
Staatskasse die beschuldigte Person Anspruch auf Entschädigung hat. Im Falle
einer teilweisen Kostenauflage ist eine entsprechend gekürzte Entschädigung zu-
zusprechen (BGE 137 IV 352 E. 2.4.2). Dementsprechend ist dem Beschuldigten
für das vorinstanzliche Verfahren – hinsichtlich der einzelnen Bilddateien, für wel-
che im Berufungsverfahren ein Freispruch resultierte, entstand dem Beschuldig-
ten vor Vorinstanz kein zusätzlicher, entschädigungspflichtiger Verteidigungsauf-
wand – keine Prozessentschädigung und für das Berufungsverfahren eine auf
1/4 reduzierte Prozessentschädigung von Fr. 1'600.– (inkl. Berufungsverhand-
lung) zuzusprechen. Das Verrechnungsrecht des Staates ist vorzubehalten.