# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 94574544-8b21-4e7f-829b-24c05082445e
**Court:** GR_VG
**Chamber:** GR_VG_002
**Year:** 2020
**Language:** de
**Jurisdiction:** GR / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

bezüglich des Sachverhalts auf die Darstellung im Einspracheentscheid.
Es seien dort sämtliche Korrespondenzakten (K1-K37) und sämtliche
medizinischen Akten (M1-M22) eingereicht worden. Da die Beschwerde
keine Begründung enthalte, seien keine neuen Aspekte seit Erlass des
angefochtenen Entscheids vorhanden, so dass vollumfänglich auf den
Einspracheentscheid vom 26. März 2019 verwiesen werde.
6. In ihrer Replik vom 30. August 2019 führte die Beschwerdeführerin aus,
dass sie am Unfalltag die Hausärztin Dr. C._, Y._, aufgesucht
habe. Die MRT-Untersuchung am 25. Juli 2017 im Spital Samedan habe
einen komplexen Meniskusriss ohne Meniskusdislokation ergeben. Am 27.
Juli 2017 sei sie in der Klinik Gut bei Dr. E._, Orthopädie, Chirurgie
und Unfallchirurgie, untersucht worden, welcher eine sofortige Operation
indiziert habe. Die Operation sei am 28. Juli 2017 erfolgt und dabei
festgestellt worden: Distorsionsereignis; alte Arthroskopienarben rechts
sowie etwas Reizerguss; im Retropatellarraum Chondropathie Grad I, im
medialen Kompartiment Chondropathie Grad II; Kreuzbänder kräftig;
lateraler Meniskus intakt, etwas faserig ausgezogen; normaler
Knorpelüberzug des Kompartiments. Bei den wöchentlichen
Verlaufskontrollen sei eine Zunahme von Schmerzen und Schwellungen
nach Belastung bemerkt worden. Das MRT am 12. September 2017 habe
eine erneute Rissbildung am rechten Kniegelenk bestätigt. Es sei zum
Arztwechsel wegen mangelnden Vertrauens hin zu Dr. F._
gekommen. Laut seinem Bericht vom 27. September 2017 seien
schmerzhafte Einklemmungen und messerstichartige Schmerzepisoden im
Bereich des medialen Gelenkspaltes erkennbar. Am 5. Oktober 2017 sei
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eine Re-Arthroskopie rechts mit partieller Restmeniskusentfernung und
Gelenktoilette erfolgt. Das weitere MRT am 16. Februar 2018 habe Dr.
G._, Radiologie Klinik Gut, durchgeführt und diagnostiziert:
Postoperative Volumenminderung des Innenmeniskus mit neu auftretender
schmaler Rissbildung am Hinterhorn; vorbestehende mediale
Knorpeldegeneration; neu aufgetretene Knochenmarkreaktion; stationärer
übriger Befund mit Grad III Chondropathia patellae; moderater
Gelenkerguss; grössenregrediente Baker-Zyste. Ein zusätzliches MRT am
19. April 2018 durch Dr. H._, Klinik Gut, habe im Vergleich mit der
Untersuchung vom 16. Februar 2018 eine etwas zunehmende
Verbreiterung und Signalstörung proximal im medialen Kollateralligament
gezeigt. Unverändert seien die Unterflächenläsion dorsal im medialen
Restmeniskus, die Verschmälerung des medialen Gelenkspalts wie auch
die diskrete ventrale Knochenreaktion im medialen Tibiaplateau
einschliesslich Knochenödem lateral. Am 22. Mai 2018 sei die
Beschwerdeführerin an Dr. I._, Universitätsklinik Balgrist Zürich, zur
Zweitmeinung zugewiesen worden. Seit dem Unfallereignis seien zwei
arthroskopische Teilmeniskektomien erfolgt. Die arthrotische Veränderung
im rechten Knie sei unter Schonung fortschreitend mit erneuter Rissbildung
laut MRT. Die Hausärztin Dr. C._ habe bestätigt, dass die
Beschwerdeführerin vor dem Unfall keinerlei Beschwerden in den Knien
gehabt habe und keine orthopädische Behandlung erfolgt sei. Im MRT-
Bericht vom 25. Juli 2017 und im Operationsbericht vom 28. Juli 2017 seien
verhältnismässig geringe arthrotische Gelenkveränderungen beschrieben
worden. Die Beschwerdegegnerin habe mit Verfügung vom 10. August
2018 die natürliche Unfallkausalität verneint, habe aber bis dahin
Unfalltaggelder an den Arbeitgeber geleistet. Die Arbeitsunfähigkeit sei auf
100 % vom 24. Juli 2017 bis 3. Dezember 2017, auf 50 % vom 4. Dezember
2017 bis 31. Januar 2018 und auf 25 % vom 1. Februar 2018 bis 31. Juli
2018 beziffert worden. Seit dem 1. August 2018 arbeite die
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Beschwerdeführerin wieder zu 100 %, wobei sie nach wie vor Schmerzen
im Knie habe, wenn sie Treppen hinuntersteige. In der Stellungnahme der
medizinischen Beraterin Dr. J._, SIM-zertifizierte Gutachterin, vom 20.
August 2019 sei festgehalten worden: Sofortige OP nach Unfall;
Unfallmechanismus nach 3 Monaten durch Beschwerdegegnerin erhoben;
unterschiedliche Beschreibungen des Unfallmechanismus gäben dem
beratenden Arzt Anlass, dass Unfallgeschehen anzuzweifeln ohne
biomechanische Abklärung; die festgestellte Listenverletzung
(Meniskusruptur) sei nicht überwiegend wahrscheinlich auf Abnützung
zurückzuführen. Der MRT-Bericht vom 25. Juli 2017 und der OP-Bericht
vom 28. Juli 2017 würden verhältnismässig geringe arthrotische
Gelenkveränderungen beschreiben – der zunehmende Arthrosefortschritt
sei erst danach sichtbar geworden (so MRT vom 16. Februar 2018 und 19.
April 2018); die zeitverzögerte Abklärung und Dokumentation hätten den
Nachweis der Unfallkausalität erschwert; eine fortgeschrittene
degenerative Gelenkschädigung sei zum Unfallzeitpunkt aus der Aktenlage
nicht nachweisbar gewesen. Der Versicherungsmediziner Dr. K._,
Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des
Bewegungsapparates FMH, habe am 23. Juli 2018 und 8. Februar 2019
festgehalten: Möglicherweise bestehe ein natürlicher
Kausalzusammenhang der erhobenen Befunde mit dem Unfall vom 24. Juli
2017. Der Unfallhergang sei ohne vernünftige Zweifel nicht geeignet zur
Auslösung einer Meniskusläsion bzw. untypisch dafür; die Zeichen einer
degenerativen Entwicklung mit Baker-Zyste und Ausdünnung des
Gelenkknorpels seien nachweisbar bzw. eine degenerative Entwicklung im
Sinne eines Vorschadens schliesse die Kausalität aus. Das Fehlen von
Begleitverletzungen, insbesondere eines bone bruise, spreche gegen die
Kausalität. Der Krankenversicherungsarzt Dr. L._ (beratender Arzt
Krankenkasse M._) habe sich am 29. August 2018 wie folgt geäussert:
Komplexes Geschehen am 24. Juli 2017; zwei Phasen-Geschehen, wobei
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die erste Phase (Aufrichten, Knie strecken, einschiessender Schmerz im
rechten Knie) eine Listenverletzung und die zweite Phase (seitliches
Wegknicken und Verdrehen rechtes Knie) einen Unfall darstellten, wobei
nicht genau ermittelbar sei, in welcher Phase die Meniskusverletzung
geschehen sei. Vorliegend seien sowohl die Voraussetzungen für einen
(Berufs-) Unfall wie auch für eine Listenverletzung erfüllt (Art. 6 Abs. 1 UVG
und Art. 6 Abs. 2 lit. c UVG). Es liege eine ungenügende Abklärung im
Sinne von Art. 43 ATSG durch die Beschwerdegegnerin bei alleinigem
Abstellen auf den Schadensinspektorenbericht vom 30. Oktober 2017
bezüglich Unfallhergang vor. Die Beschwerdegegnerin habe medizinisch
allein auf Dr. K._ abgestellt und sich weder mit den Befunden des
Krankenversicherungsarztes Dr. L._ noch mit den Stellungnahmen
der behandelnden Ärzte, die in wesentlichen Punkten Dr. K._
widersprächen, auseinandergesetzt. Die Prozentangabe von Dr. K._
für das Beweismass bezüglich Kausalität veranlasse den Mediziner
fälschlicherweise dazu, eine überwiegende Wahrscheinlichkeit nur dann
anzunehmen, wenn die Aussagesicherheit mehr als 50 % betrage. Das
Gutachten von Dr. K._ sei deshalb in Frage zu stellen. Es bestünden
keine aktenmässigen Anhaltspunkte, dass die Schädigung vor dem
Wegknicken mit Verdrehung vorgelegen sein sollte. Es gebe eine
überzeugende Stellungnahme der medizinischen Beraterin Dr. J._,
wonach von einem Unfallereignis auszugehen sei. Sofern dem nicht gefolgt
würde, müsste sich die Beschwerdegegnerin den Vorwurf mangelhafter
Aufklärung gefallen lassen, die durch ein Gutachten nachzuholen wäre.
Es bestehe auch eine Leistungspflicht bei einer Listenverletzung. Die
Beschwerdegegnerin anerkenne das Vorliegen einer Listenverletzung,
lehne aber ihre Leistungspflicht ab, weil die Verletzung vorwiegend auf eine
degenerative Entwicklung zurückzuführen sei, wobei sie sich allein auf die
Befunde von Dr. K._ abstütze. Die Beschwerdeführerin widerspreche
zusammen mit Dr. J._, dass sich der Ereignishergang nicht eigne, eine
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Meniskusläsion auszulösen. Zudem läge altersbedingt nur eine geringe
Degeneration vor, weshalb die Listenverletzung nicht vorwiegend auf
Abnützung zurückzuführen sei. Im mittleren und höheren Alter werde die
Meniskuserkrankung durch Trauma, durch wiederholte
Mikrotraumatisierung oder durch Altersvorgänge verursacht. Im Alter von
62 Jahren sei die Degeneration von Knorpel- und Meniskusgewebe der
Normalfall. Bei der Beschwerdeführerin sei nachgewiesen, dass es bisher
nicht zu funktionellen Störungen geführt habe, da sie über einen starken
Bandapparat der Kreuz- und Seitenbänder verfüge, wie arthroskopisch und
im MRT nachgewiesen sei. Anamnestisch seien keine Beschwerden oder
Behandlungen im rechten Knie beschrieben. Im MRT vom 25. Juli 2017 sei
nur eine beginnende Retropatellararthrose beschrieben. Aufgrund dieser
Daten sei eine vorwiegend durch Krankheit oder Abnutzung
hervorgerufene Körperschädigung nicht nachzuweisen. Die fehlende
Begleitverletzung des bone bruise (Knochenmarködem) sei gemäss Dr.
J._ abhängig von der Dauer und Stärke der Gewalteinwirkung und
vom Unfallmechanismus. Das bone bruise gemäss MRT vom 16. Februar
2018 bestehe ohne erneuten Unfall der Beschwerdeführerin, was auf
Meniskektomie und Achsenfehlstellung (= Stress auf Kniegelenk)
zurückzuführen sei. Die Kosten für die Rechtsvertretung wie auch für die
Stellungnahme der medizinischen Beraterin Dr. J._ seien zu ersetzen
("Waffengleichheit").
7. Mit Duplik vom 16. September 2019 hielt die Beschwerdegegnerin
unverändert an ihren bisherigen Rechtsbegehren fest. Zur Begründung
brachte sie vor, es liege kein Unfall gemäss Art. 4 ATSG vor. Es fehle am
ungewöhnlichen äusseren Faktor. Es gebe keinen Nachweis, dass die
Verletzung beim Ereignis des Anhebens des Rollgestells in gebückter
Haltung entstanden und dadurch verursacht worden sei. Auch das
Wegknicken erfülle den Unfallbegriff nicht; es fehle am äusseren Faktor.
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Zum Unfallbegriff werde auf den Einspracheentscheid verwiesen. Der
Unfallmechanismus sei in der Unfallmeldung beschrieben und vom
Schadensinspektor erfragt worden, womit die Beschwerdegegnerin ihre
Abklärungspflicht nicht verletzt habe. Der Unfallbegriff sei ein rechtlicher
Begriff, weshalb die ärztliche Stellungnahme dafür irrelevant sei. Es liege
eine Listendiagnose gemäss Art. 6 Abs. 2 UVG vor, diese sei jedoch
überwiegend wahrscheinlich auf Abnützung zurückzuführen. Die
degenerativen Veränderungen hätten sich bereits im MRT vom 25. Juli
2017 und ebenfalls im OP-Bericht vom 28. Juli 2017 gezeigt. Diese
Veränderungen seien vorbestehend. Es sei nicht unüblich, dass im Alter
der Beschwerdeführerin degenerative Veränderungen vorlägen, die keine
Beschwerden verursacht hätten. Der Beweiswert der Stellungnahme der
medizinischen Beraterin Dr. J._ sei geringer als das
versicherungsmedizinische Gutachten. Dr. J._ sei Ärztin für Chirurgie,
Gefässchirurgie und Phlebologie (= Venenerkrankungen), weshalb ihre
Qualifikation für die Stellungnahme bezüglich Knie angezweifelt werde.
Ihre Beurteilung könne die versicherungsmedizinische Stellungnahme
nicht rechtsgenüglich in Zweifel ziehen. Ob ein Unfallereignis vorliege, sei
nicht eine medizinische Frage und es sei diesbezüglich nicht auf die
Stellungnahme von Dr. J._ abzustellen. Die Beschwerdegegnerin sei
ihrer Abklärungspflicht nachgekommen, da alle relevanten
Abklärungsberichte eingeholt und der Sachverhalt bei persönlicher
Besprechung erfragt worden sei; die 'post hoc ergo propter hoc'-
Argumentation sei nicht statthaft. Dem bestehenden Vorzustand und
Einschiessen des Schmerzes bei alltäglicher Körperbewegung
entsprechend, sei der Unfallbegriff zu verneinen und die Listenverletzung
vorwiegend auf Abnützung zurückzuführen. Es werde deshalb am
Einspracheentscheid festgehalten.
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8. Die Beschwerdeführerin reichte am 3. September 2019 wie angekündigt
die Honorarvereinbarung und den Arztbericht der Hausärztin Dr. C._
vom 30. August 2019 ein. Am 25. September 2019 folgten die
Honorarnoten der Rechtsvertreterin sowie von Dr. J._.
Auf die weiteren Ausführungen in den Rechtsschriften sowie auf die
Verfahrensakten wird, soweit erforderlich, in den Erwägungen
eingegangen.

## Considerations

Das Gericht zieht in Erwägung:
1.1. Laut Art. 1 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG;
SR 832.20) i.V.m. Art. 56 Abs. 1 und Art. 58 Abs. 1 des Bundesgesetzes
über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR
830.1) kann gegen Einspracheentscheide Beschwerde beim
Versicherungsgericht desjenigen Kantons erhoben werden, in dem die
versicherte Person zur Zeit der Beschwerdeerhebung Wohnsitz hat.
Vorliegend hat die Beschwerdeführerin Wohnsitz in Y._, weshalb die
örtliche Zuständigkeit des Verwaltungsgerichts des Kantons Graubünden
gegeben ist. Die sachliche Zuständigkeit des Verwaltungsgerichts ergibt
sich aus Art. 57 ATSG i.V.m. Art. 49 Abs. 2 lit. a des Gesetzes über die
Verwaltungsrechtspflege (VRG; BR 370.100), wonach das
Verwaltungsgericht als kantonales Versicherungsgericht Beschwerden
gegen Einspracheentscheide und Verfügungen in
Sozialversicherungssachen beurteilt, die nach Bundesrecht der
Beschwerde unterliegen. Der Einspracheentscheid vom 26. März 2019, mit
welchem die Beschwerdegegnerin die Einsprache der heutigen
Beschwerdeführerin vom 16. August 2018 abwies und damit ihre
Verfügung vom 10. August 2018 betreffend Verweigerung von
Versicherungsleistungen für das Ereignis vom 24. Juli 2017 infolge Fehlens
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der Voraussetzungen für einen Unfall oder eine leistungspflichtige
Listenverletzung bestätigte, stellt somit ein taugliches Anfechtungsobjekt
dar. Als formelle und materielle Adressatin des Einspracheentscheids ist
die Beschwerdeführerin berührt und weist ein schutzwürdiges Interesse an
dessen Aufhebung oder Änderung auf (Art. 59 ATSG); ihre
Beschwerdelegitimation ist deshalb zu bejahen.
1.2. Unter Berücksichtigung der Anfechtungsfrist, welche ab Zustellung des
Einspracheentscheids am 27. März 2019 unter Einbezug der Gerichtsferien
(Art. 38 Abs. 4 lit. a ATSG) und des Wochenendes 11./12. Mai 2019 (Art.
38 Abs. 3 ATSG) am 13. Mai 2019 ablief, wurde die Beschwerdeschrift am
13. Mai 2019 rechtzeitig der Post aufgegeben. Die Beschwerde wurde
zunächst an die Beschwerdegegnerin geschickt, welche den Eingang bei
ihr am 14. Mai 2019 bestätigte (Gerichtsakten A.1, D.1). Sie leitete die
Beschwerde am 20. Mai 2019 an das Verwaltungsgericht des Kantons
Graubünden weiter, welches den Posteingang am 21. Mai 2019 bestätigte.
Der Beschwerde lag der Einspracheentscheid vom 26. März 2019 bei. Der
rudimentären Laienbeschwerde vom 13. Mai 2019 war zumindest
sinngemäss zu entnehmen, dass die Beschwerdeführerin den
Einspracheentscheid aufgehoben und die gesetzlichen Leistungen
ausgerichtet haben möchte. Innert Frist reichte die Beschwerdeführerin mit
Eingabe vom 26. Mai 2019 aufforderungsgemäss Unterlagen ein und
mandatierte am 27. Mai 2019 Rechtsanwältin Schmid Kistler, welche ihre
Vollmacht samt Eingabe vom 31. Mai 2019 bei Gericht (mit Track- & Trace-
Nachweis) einreichte. Anstelle einer Frist zur Verbesserung der
Laienbeschwerde gemäss Art. 61 lit. b ATSG wurde ein zweiter
Schriftenwechsel durchgeführt, womit die nun anwaltlich vertretene
Beschwerdeführerin ihren Standpunkt darlegen konnte. Auf die
Beschwerde ist einzutreten.
- 11 -
1.3. Streitig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegnerin die Leistungspflicht
für das Ereignis vom 24. Juli 2017 zu Recht verneint hat. Die Parteien sind
sich sowohl darin uneins, ob dieses Ereignis als Unfall im Sinne von Art. 6
Abs. 1 UVG i.V.m. Art. 4 ATSG einzustufen sei, als auch darin, ob
Leistungen aufgrund einer unfallähnlichen Körperschädigung im Sinne von
Art. 6 Abs. 2 lit. c UVG (Listenverletzung/Meniskusriss) geschuldet seien.
Die Beschwerdegegnerin bejaht zwar eine Listenverletzung, ist jedoch der
Auffassung, dass diese vorwiegend abnützungs-/altersdingt sei, weshalb
sie keine Leistungspflicht treffe.
2.1.1. Gemäss Art. 61 ATSG wird das sozialversicherungsrechtliche Verfahren
vom Untersuchungsgrundsatz beherrscht. Das Gericht hat den
rechtserheblichen Sachverhalt von Amtes wegen, aus eigener Initiative und
ohne Bindung an die Vorbringen oder Beweisanträge der Parteien
abzuklären und festzustellen (BGE 117 V 261 E.3b). Aus der
Untersuchungsmaxime folgt auch das Prinzip der freien Beweiswürdigung,
wonach das Gericht an keine förmlichen Beweisregeln gebunden ist (Art.
61 lit. c ATSG). Das gesamte Beweismaterial ist unvoreingenommen und
sorgfältig nach dessen Stichhaltigkeit zu prüfen. Die Verwaltung als
verfügende Instanz und im Beschwerdefall das Gericht dürfen eine
Tatsache nur dann als bewiesen annehmen, wenn sie von ihrem Bestehen
überzeugt sind. Im Sozialversicherungsrecht hat das Gericht seinen
Entscheid, sofern das Gesetz nichts Abweichendes vorsieht, nach dem
Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu fällen. Die blosse
Möglichkeit eines bestimmten Sachverhalts genügt den
Beweisanforderungen nicht. Das Gericht hat vielmehr jener
Sachverhaltsdarstellung zu folgen, die es von allen möglichen
Geschehensabläufen als die wahrscheinlichste erachtet (BGE 144 V 427
E.3.2, 138 V 218 E.6). Gemäss Rechtsprechung hat die versicherte Person
die Umstände des als Unfall gemeldeten Ereignisses glaubhaft zu machen.
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Zur Glaubhaftmachung müssen jedoch über das konkrete Geschehen
genaue und möglichst detaillierte Angaben namhaft gemacht werden,
aufgrund derer der Versicherer in die Lage versetzt wird, sich über die
Tatumstände ein klares Bild zu machen und diese in objektiver Weise
abzuschätzen. Unvollständige, ungenaue oder widersprüchliche Angaben
zum Geschehensablauf können die Verneinung der Leistungspflicht der
Unfallversicherung zur Folge haben (vgl. Urteil des Bundesgerichts
9C_338/2018 vom 17. Dezember 2018 E.4.2; Urteil des Eidgenössischen
Versicherungsgerichts U 209/04 vom 25. November 2004 E.1.2).
2.1.2. Das Bundesgericht schreibt nicht vor, wie die einzelnen Beweismittel zu
würdigen sind (BGE 143 V 124 E.2.2.2). Auch hier gilt der Grundsatz der
freien Beweiswürdigung. Ausschlaggebend für den Beweiswert ist
grundsätzlich somit weder die Herkunft eines Beweismittels noch die
Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen
Stellungnahmen als Bericht oder Gutachten. Vielmehr gilt es, das gesamte
Beweismaterial zu würdigen und bei sich widersprechenden medizinischen
Berichten die Gründe anzugeben, warum auf die eine oder andere
medizinische These abzustellen ist (BGE 125 V 351 E. 3a). In diesem
Zusammenhang ist zu berücksichtigen, dass in Bezug auf Schmerzen mit
den sich dabei naturgemäss ergebenden Beweisschwierigkeiten die
subjektiven Schmerzangaben der versicherten Person für die Begründung
einer (teilweisen) Arbeitsunfähigkeit alleine nicht genügen; vielmehr muss
im Rahmen der sozialversicherungsrechtlichen Leistungsprüfung verlangt
werden, dass die Schmerzangaben durch damit korrelierende, fachärztlich
schlüssig feststellbare Befunde hinreichend erklärbar sind. Dabei müssen
die Schmerzangaben zuverlässiger medizinischer Feststellung und
Überprüfung zugänglich sein (BGE 143 V 124 E.2.2.2, 130 V 396 E.5.3.2).
Einem ärztlichen Bericht kommt Beweiswert zu, wenn er für die streitigen
Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die
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geklagten Beschwerden berücksichtigt, und in Kenntnis der Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen
Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation
einleuchtet und die Schlussfolgerungen des Experten begründet sind (BGE
134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E.3a). Zur Frage der Berichte und Gutachten
versicherungsinterner Fachpersonen gilt der Grundsatz, dass ein
Anstellungsverhältnis dieser Person zum Versicherungsträger alleine nicht
schon auf mangelnde Objektivität und Befangenheit schliessen lässt (BGE
135 V 465 E.4.4, 125 V 351 E.3b/ee). Es bedarf vielmehr besonderer
Umstände, welche das Misstrauen in die Unparteilichkeit der Beurteilung
objektiv als begründet erscheinen lassen. Soll ein Versicherungsfall aber
ohne Einholung eines externen Gutachtens entschieden werden, so sind
an die Beweiswürdigung strenge Anforderungen zu stellen. Bestehen auch
nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der
versicherungsinternen ärztlichen Feststellungen, so sind ergänzende
Abklärungen vorzunehmen (BGE 139 V 225 E.5.2, 135 V 465 E.4.4). Auch
sind reine Aktenbeurteilungen nicht an sich beweisuntauglich. Es kann
praxisgemäss auf Aktenberichte abgestellt werden, wenn ein lückenloser
Befund vorliegt und es im Wesentlichen nur um die ärztliche Beurteilung
eines an sich feststehenden medizinischen Sachverhalts geht (vgl. Urteil
des Bundesgerichts 8C_840/2019 vom 14. Februar 2020 E.4.2.1).
2.1.3. Bei sich widersprechenden Angaben der versicherten Person über den
Unfallhergang ist auf die Beweismaxime hinzuweisen, wonach die
sogenannten "Aussagen der ersten Stunde" in der Regel unbefangener
und zuverlässiger sind als spätere Darstellungen, die bewusst oder
unbewusst von nachträglichen Überlegungen versicherungsrechtlicher
oder anderer Art beeinflusst sein können. Wenn die versicherte Person ihre
Darstellung im Laufe der Zeit wechselt, kommt den Angaben, die sie kurz
nach dem Unfall gemacht hat, meistens grösseres Gewicht zu als jenen
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nach Kenntnis einer Ablehnungsverfügung des Versicherers (BGE 143 V
168 E.5.2.2, 121 V 45 E.2a). Der Grundsatz, wonach die ersten Aussagen
nach einem schädigenden Ereignis in der Regel unbefangener und
zuverlässiger sind als spätere Darstellungen, stellt eine im Rahmen der
freien Beweiswürdigung zu berücksichtigende Entscheidungshilfe dar. Sie
kann nur zur Anwendung gelangen, wenn von zusätzlichen Abklärungen
keine neuen Erkenntnisse zu erwarten sind (vgl. Urteile des
Bundesgerichts 8C_723/2019 vom 10. März 2020 E.5.1, 8C_325/2017 vom
26. Oktober 2017 E.4.2.1).
2.2.1. Gemäss Art. 4 ATSG ist ein Unfall die plötzliche, nicht beabsichtigte
schädigende Einwirkung eines ungewöhnlichen äusseren Faktors auf den
menschlichen Körper, die eine Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen
oder psychischen Gesundheit oder den Tod zur Folge hat.
2.2.2. Der äussere Faktor ist das zentrale Begriffscharakteristikum eines jeden
Unfallereignisses; er ist das Gegenstück zur – den Krankheitsbegriff
konstituierenden – inneren Ursache (BGE 134 V 72 E.4.1.1). Der äussere
Faktor ist ungewöhnlich, wenn er den Rahmen des im jeweiligen
Lebensbereich Alltäglichen oder Üblichen überschreitet. Ob dies zutrifft,
beurteilt sich im Einzelfall, wobei grundsätzlich nur die objektiven
Umstände in Betracht fallen. Definitionsgemäss bezieht sich das
Begriffsmerkmal der Ungewöhnlichkeit nicht auf die Wirkung des äusseren
Faktors, sondern nur auf diesen selbst (BGE 134 V 72 E.4.1). Ohne Belang
für die Prüfung der Ungewöhnlichkeit ist, dass der äussere Faktor allenfalls
schwerwiegende, unerwartete Folgen nach sich gezogen hat.
Ausschlaggebend ist, dass sich der äussere Faktor vom Normalmass an
Umwelteinwirkungen auf den menschlichen Körper abhebt (BGE 134 V 72
E.4.3.1). Bei Schädigungen, die sich auf das Körperinnere beschränken
(wie etwa bei Muskel- und Gelenkschmerzen, einer Lumbago oder
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Hernien), unterliegt der Nachweis der Ungewöhnlichkeit des äusseren
Faktors besonders strengen Anforderungen. Die unmittelbare Ursache der
Schädigung muss in diesen Fällen unter besonders sinnfälligen
Umständen gesetzt werden. Regelmässig bedarf es – neben den üblichen,
dem täglichen Leben zuzuschreibenden, auf den Körper einwirkenden
Kräften – eines schadensspezifischen Zusatzgeschehens, damit ein Unfall
angenommen werden kann. Nach Lehre und Rechtsprechung kann das für
den Unfallbegriff wesentliche Merkmal des ungewöhnlichen äusseren
Faktors in einer unkoordinierten Bewegung bestehen. Bei
Körperbewegungen gilt dabei der Grundsatz, dass das Erfordernis der
äusseren Einwirkung lediglich dann erfüllt ist, wenn ein in der Aussenwelt
begründeter Umstand den natürlichen Ablauf einer Körperbewegung
gleichsam "programmwidrig" beeinflusst hat (BGE 130 V 117 E.2.1). Dies
trifft beispielsweise dann zu, wenn die versicherte Person stolpert,
ausgleitet oder an einem Gegenstand anstösst, oder wenn sie, um ein
Ausgleiten zu verhindern, eine reflexartige Abwehrhaltung ausführt oder
auszuführen versucht (vgl. Urteile des Bundesgerichts 8C_783/2013 vom
10. April 2014 E.4.2, 8C_749/2008 vom 15. Januar 2009 E.3.2 und
8C_781/2007 vom 20. März 2008 E.2.2). Der äussere Faktor ist
ungewöhnlich, wenn er – nach einem objektiven Massstab – nicht mehr im
Rahmen dessen liegt, was für den jeweiligen Lebensbereich alltäglich und
üblich ist (vgl. dazu Urteile des Bundesgerichts 8C_671/2019 vom 11. März
2020 E.2.3, 8C_545/2019 vom 14. November 2018 E.9.1, 8C_813/2017
vom 6. Juni 2018 E.3.1, 8C_681/2015 vom 10. Dezember 2015 E.2; BGE
134 V 72 E.4.1).
2.2.3. Laut Art. 6 Abs. 2 UVG erbringt die Versicherung ihre Leistungen auch bei
bestimmten Körperschädigungen (z.B. Meniskusrissen im Sinne von Art. 6
Abs. 2 lit. c UVG), sofern sie nicht vorwiegend auf Abnützung oder
Erkrankung zurückzuführen sind. Gemäss geänderter Rechtsprechung von
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BGE 146 V 51 E.8.6 (der Entscheid datiert vom 24. September 2019 und
erging damit nach dem angefochtenen Einspracheentscheid; siehe auch
Urteil des Bundesgerichts 8C_267/2019 vom 30. Oktober 2019 E.6) ergibt
sich, dass für die Anwendung von Art. 6 Abs. 2 UVG zwar kein äusserer
Faktor und damit kein unfallähnliches sinnfälliges Ereignis oder eine
allgemein gesteigerte Gefahrenlage mehr vorausgesetzt ist. Insoweit führt
grundsätzlich bereits die Tatsache, dass eine in Art. 6 Abs. 2 lit. a-h UVG
genannte Körperschädigung vorliegt, nunmehr zur Vermutung, es handle
sich hierbei um eine unfallähnliche Körperschädigung, die vom
Unfallversicherer übernommen werden muss. Indessen ergibt sich aus der
in Art. 6 Abs. 2 UVG vorgesehenen Möglichkeit des Gegenbeweises
weiterhin die Notwendigkeit der Abgrenzung der vom Unfallversicherer zu
übernehmenden unfallähnlichen Körperschädigung von der abnützungs-
und erkrankungsbedingten Ursache einer Listenverletzung. Insoweit ist die
Frage nach einem initialen erinnerlichen und benennbaren Ereignis auch
nach der UVG-Revision relevant. Der Unfallversicherer steht bei Vorliegen
einer Listenverletzung grundsätzlich in der Pflicht, Leistungen zu erbringen,
solange er nicht den Nachweis für eine vorwiegende Bedingtheit durch
Abnützung oder Erkrankung erbringt. Dies setzt voraus, dass er im
Rahmen seiner Abklärungspflicht (Art. 43 Abs. 1 ATSG) nach Eingang der
Meldung einer Listenverletzung die Begleitumstände der Verletzung genau
abklärt. Bei der in erster Linie von medizinischen Fachpersonen zu
beurteilenden Abgrenzungsfrage ist das gesamte Ursachenspektrum der
in Frage stehenden Körperschädigung zu berücksichtigen. Nebst dem
Vorzustand sind somit auch die Umstände des erstmaligen Auftretens der
Beschwerden näher zu beleuchten. Die verschiedenen Indizien, die für
oder gegen Abnützung oder Erkrankung sprechen, müssen aus
medizinischer Sicht gewichtet werden. Damit der Entlastungsbeweis
gelingt, hat der Unfallversicherer gestützt auf beweiskräftige ärztliche
Einschätzungen – mit dem Beweisgrad der überwiegenden
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Wahrscheinlichkeit – nachzuweisen, dass die fragliche Listenverletzung
vorwiegend, d.h. im gesamten Ursachenspektrum zu mehr als 50 %, auf
Abnützung oder Erkrankung zurückzuführen ist.
3.1. Zum Ereignis vom 24. Juli 2017 und zum weiteren Verlauf ist den Akten
folgendes zu entnehmen:
3.1.1. Der MRT-Untersuchung am 25. Juli 2017 im Spital Samedan durch
Radiologe Dr. N._ ist folgende Beurteilung zu entnehmen (Akten der
Beschwerdegegnerin [Bg-act.] M1): "Komplexer Meniskusriss mit
schrägem Einriss in die Unterfläche und horizontaler Komponente durch
Hinterhorn und Pars intermedia des Innenmeniskus. Keine
Meniskusdislokation. Deutlicher begleitender Gelenkerguss mit grosser
Baker-Zyste. Übrige Kniebinnenstrukturen intakt. Lediglich beginnende
Knorpelausdünnung femoropatellar und femoralseitig im medialen
Kompartment." Anamnestisch Knieschmerzen seit Vortag, Erguss,
Druckdolenz medial, Zuweisung durch Hausärztin Dr. C._ am Vortag
an Radiologie bei Verdacht auf mediale Meniskusläsion.
3.1.2. Am 27. Juli 2017 wurde der Beschwerdeführerin in der Klinik Gut bei Dr.
E._, Orthopädie, Chirurgie und Unfallchirurgie folgende Diagnose
gestellt (Bg-act. M2): Innenmeniskusläsion Knie rechts. Befund: PDMS
intakt. Vordere und hintere Schublade negativ. Lachman negativ.
Kollateralbänder intakt. Leichte Schwellung. Innenmeniskustest positiv.
Aussenmeniskustest blande. Indikation zur sofortigen Operation.
3.1.3. Im OP-Bericht vom 28. Juli 2017 wird von Dr. E._ erstmals erwähnt
(Bg-act. M3): Distorsionsereignis, alte Arthroskopienarben, etwas
Reizerguss. Im Retropatellarraum leichte Chondropathie Grad I, etwas
Synovitis. Im medialen Kompartiment Chondropathie Grad II femoral-
- 18 -
sowie tibialseitig. Hier zeigt sich der komplexe Riss des Hinterhornes des
medialen Meniskus mit Lappenbildung der Unterfläche. Vorderes wie
hinteres Kreuzband kräftig und intakt. Lateraler Meniskus intakt, etwas
fasrig ausgezogen. Knorpelüberzug femoral wie tibial intakt und von
normaler Elastizität.
3.1.4. Bei den wöchentlichen Verlaufskontrollen wurde festgehalten: Zunahme
von Schmerzen und Schwellungen nach Belastung (Bg-act. M4-M7).
3.1.5. Am 21. August 2017 entsteht der Verdacht auf eine begleitende
Partialruptur des medialen Kollateralbandes (Bg-act. M7); dies ohne
erneutes Unfallereignis. Dieser Verdacht bestätigt sich mit MRT am 12.
September 2017, wonach eine erneute Rissbildung am rechten medialen
Meniskus vorliegt (Bg-act. M8). Es folgt ein Arztwechsel wegen
mangelnden Vertrauens hin zu Dr. F._, Klinik Gut. Laut seinem Bericht
vom 27. September 2017 sind schmerzhafte Einklemmungen und
messerstichartige Schmerzepisoden im Bereich des medialen
Gelenkspaltes erkennbar. Dies führt zu einer Re-Arthroskopie am 5.
Oktober 2017 rechts mit partieller Restmeniskusentfernung und
Gelenkstoilette (Bg-act. M8 und M9).
3.1.6. Es folgten unauffällige Verlaufsberichte bei Fortbestehen des Ergusses
vom 20. Oktober 2017 bis 13. Februar 2018 (Bg-act. M10-M15).
3.1.7. Am 30. Oktober 2017 erstellte der Schadensinspektor seinen Bericht nach
einer Besprechung mit der Beschwerdeführerin am 26. Oktober 2017 mit
Beschreibung des Unfallhergangs (Bg-act. K8).
3.1.8. Im MRT am 16. Februar 2018 durch Radiologe Dr. G._, Klinik Gut
wurde festgestellt (Bg-act. M16): "Postoperative Volumenminderung des
Innenmeniskus mit neu auftretender schmaler Rissbildung am Hinterhorn.
- 19 -
Vorbestehende mediale Knorpeldegeneration mit neu aufgetretener
subkortikaler Stressreaktion im medialen Tibiaplateau. Neu aufgetretene
Knochenmarkreaktion auch in der Eminentia intercondylaris lateralseitig,
DD im Rahmen eines Impingements. Stationärer übriger Befund mit Grad
III Chondropathia patellae. Moderater Gelenkerguss. Grössenregrediente
Baker-Zyste."
3.1.9. Ebenfalls am 16. Februar 2018 beschreibt Dr. F._ eine gewisse
Ödematisierung des Tibiaplateaus medialseits, nicht jedoch eine
eigentliche Nekrose; Fortbestehen der Ergussbildung (Bg-act. M17).
3.1.10. Im MRT am 19. April 2018 durch Radiologe Dr. H._, Klinik Gut, wurde
festgehalten (Bg-act. M18 und M19): Im Vergleich mit der Untersuchung
vom 16. Februar 2018 etwas zunehmende Verbreiterung und
Signalstörung proximal im medialen Kollateralligament. Die
Unterflächenläsion dorsal im medialen Restmeniskus ist unverändert. Die
Verschmälerung des medialen Gelenkspalts ist unverändert wie auch die
diskrete ventrale Knochenreaktion im medialen Tibiaplateau.
Unverändertes Knochenödem lateral in der Eminentia intercondylaris. Als
Ursache wahrscheinlich eine leichte Lateralisierung des Femurs und
zugleich vermehrte Zerrung im proximalen medialen Kollateralligament
(belastungsabhängig).
3.1.11. Am 22. Mai 2018 erfolgte die Zuweisung an den Kniechirurgen Dr. I._,
Universitätsklinik Balgrist Zürich, zwecks Zweitmeinung (Bg-act. M20). Er
diagnostizierte eine mediale Gonarthrose. Röntgen Knie-Status mit
Orthoradiogramm bestätigt 5° Varus(-Fehlstellung der Knieachse) sowie
mediale Gelenkspaltverschmälerung. Aus dem MRT vom 19. April 2018
seien retropatelläre Knorpelveränderungen und eine mediale Gonarthrose
ersichtlich.
- 20 -
3.1.12. Die Hausärztin Dr. C._ bestätigte am 30. August 2019, dass die
Beschwerdeführerin vor dem Unfall keine Beschwerden in den Knien hatte
(Akten der Beschwerdeführerin [Bf-act.] 10). Sie kann nicht erklären, was
es mit der alten Arthroskopienarbe am rechten Knie, die im OP-Bericht vom
28. Juli 2017 erwähnt wird (Bg-act. M3), auf sich hat.
3.1.13. Der die Beschwerdegegnerin beratende Dr. K._, Facharzt für
Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates
FMH, ist in dieser Funktion bezüglich Beweiswert seiner Stellungnahme
einem Versicherungsmediziner gleichzusetzen (vgl. dazu Urteile des
Bundesgerichts 8C_608/2015 vom 17. Dezember 2015 E.3.3.3,
8C_557/2015 vom 7. Oktober 2015 E.5.2). Am 23. Juli 2018 erstattete Dr.
K._ eine erste Aktenbeurteilung aufgrund der Fallakten bis zum 30.
Mai 2018 (Bg-act. M21). Am 8. Februar 2019 erstattete er eine zweite
Aktenbeurteilung aufgrund derselben Fallakten (Bg-act. M22). Er
bezeichnete den natürlichen Kausalzusammenhang des Vorfalls vom 24.
Juli 2017 mit den Befunden/Diagnosen als "möglich". In Bg-act. M21
bezeichnete er den Unfallhergang vom 24. Juli 2017 als ohne vernünftige
Zweifel nicht geeignet, eine Meniskusläsion auszulösen. Im MRI vom 25.
Juli 2017 fehle ein bone bruise als Hinweis auf eine frische Verletzung.
Zeichen einer degenerativen Entwicklung seien mit einer Baker-Zyste und
Ausdünnung des Gelenkknorpels nachweisbar. In Bg-act. M22 erklärt Dr.
K._, dass es sich beim Aufrichten (Strecken) des Kniegelenks aus
kniender Haltung – und dabei soll der "einschiessende Schmerz" verspürt
worden, d.h. der Meniskusschaden eingetreten sein – um eine alltägliche
Verrichtung handle. Das anschliessende Wegknicken des rechten Beines
und die Distorsion des Kniegelenks seien als Reaktion auf den plötzlich
einschiessenden Schmerz zu deuten. Die wissenschaftliche Literatur sehe
darüber hinaus in der Distorsion eines gebeugten Kniegelenks ohne
- 21 -
Fixierung des Fusses keinen geeigneten Mechanismus für die Entstehung
einer traumatischen Meniskusläsion. Die im MRT vom 25. Juli 2017
dokumentierten Veränderungen bei komplexer Meniskusläsion mit Schräg-
und Horizontalriss sprächen für eine degenerative Entwicklung im Sinne
eines Vorschadens; der Hinterhornschaden sei ebenfalls "eher"
degenerativ bedingt; ebenso wie das Vorliegen einer grossen Baker-Zyste
bzw. das Fehlen eines "bone bruise", was eine traumatische Verursachung
ausschliesse. Auch die Tatsache, dass innert zwei Monaten nach der
ersten Arthroskopie eine erneute degenerative Innenmeniskusläsion
(Rissbildung) nachgewiesen und operativ revidiert worden sei, spreche
gegen einen kausalen Zusammenhang mit dem Ereignis vom 24. Juli 2017.
Das Ereignis vom 24. Juli 2017 sei eine Gelegenheitsursache hinsichtlich
der medialen Meniskusläsion gewesen.
3.1.14. Die Beschwerdeführerin ihrerseits legte eine Stellungnahme der
medizinischen Beraterin Dr. J._ vom 20. August 2019 (Bf-act. 6) ins
Recht. Sie beschreibt den Unfallhergang anamnestisch anders
("Hochheben einer Kiste"/"fiel zu Boden" [Bf-act. 6/2], offenbar gestützt auf
einen nachträglich am 7. Juni 2019 von der Beschwerdeführerin erstellten,
sich jedoch nicht in den Akten befindlichen Beschrieb des Unfallhergangs).
Dies befremdet, ist jedoch letztlich nicht entscheidrelevant, da abzustellen
ist auf die "Aussage der ersten Stunde" wie die Beschwerdeführerin den
Unfallhergang gegenüber dem Schadensinspektor für seinen Bericht vom
30. Oktober 2017 (Bg-act. K8) beschrieb und der Unfallhergang nicht
umstritten ist. In tatsächlicher Hinsicht weist Dr. J._ insbesondere
darauf hin, dass die vorhandenen altersentsprechenden Degenerationen
nachgewiesenermassen bisher aufgrund des starken Bandapparats der
Kreuz- und Seitenbänder nicht zu funktionellen Störungen geführt hätten.
Es würden keine Beschwerden oder Behandlungen am rechten Knie
beschrieben, sondern nur eine beginnende Retropatellararthrose (MRT
- 22 -
vom 25. Juli 2017), so dass keine vorwiegend durch Krankheit oder
Abnützung hervorgerufene Körperschädigung nachgewiesen sei.
3.2.1. In Würdigung der Sachlage ist der Unfallbegriff gemäss Art. 4 ATSG im
konkreten Fall nicht erfüllt, da kein äusserer Faktor, d.h. keine
Programmwidrigkeit (kein Stolpern, Ausgleiten, Anstossen, reflexartiges
Abwehren zur Verhinderung des Ausgleitens) vorliegt. Zudem ist auch kein
ungewöhnlicher äusserer Faktor gegeben, da das Verschieben von
Rollgestellen – mitsamt dem Überwinden von Schwellen zwischen den
Räumen – für die Beschwerdeführerin in ihrer beruflichen Tätigkeit
alltäglich und üblich war (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_671/2019 vom
11. März 2020 E.2.3 und E.4.3).
3.2.2. Bei der Prüfung der Listenverletzung gemäss Art. 6 Abs. 2 lit. c UVG
(Meniskusriss) ist zunächst festzuhalten, dass diese selbst die
Beschwerdegegnerin in ihrem Einspracheentscheid bejaht (Bf-act. 4 Ziff. 5
S. 5), wobei sich die Beschwerdegegnerin auf den Standpunkt stellt, die
Listenverletzung sei vorwiegend auf Abnützung zurückzuführen (Bf-act. 4
Ziff. 7 S. 6). Gestützt auf obige, neue Rechtsprechung besteht beim
Vorliegen einer Listenverletzung grundsätzlich die Vermutung einer
Leistungspflicht der Unfallversicherung, welcher sie sich mit dem
Gegenbeweis entledigen kann, dass die Körperschädigung vorwiegend auf
Abnützung oder Erkrankung zurückzuführen ist (Art. 6 Abs. 2 UVG).
"Vorwiegend" bedeutet, gestützt auf beweiskräftige ärztliche
Einschätzungen – mit dem Beweisgrad der überwiegenden
Wahrscheinlichkeit – nachzuweisen, dass die fragliche Listenverletzung im
gesamten Ursachenspektrum zu mehr als 50 % auf Abnützung oder
Erkrankung zurückzuführen ist. Die vorgenannten Arztberichte erwähnen
im Juli 2017 moderate degenerative Schäden, maximal im Grad einer
Chondropathie Grad I bzw. II. Die Beschwerdegegnerin stützt sich allein
- 23 -
auf ihren Versicherungsmediziner Dr. K._. Er schreibt bezüglich MRT
vom 25. Juli 2017 bei der komplexen Meniskusläsion mit Schräg- und
Horizontalriss sowie Baker-Zyste und Ausdünnung des Gelenkknorpels
von einer "degenerativen Entwicklung im Sinne eines Vorschadens", ohne
den Schweregrad näher zu begründen. Der Hinterhornschaden sei
ebenfalls "eher" degenerativ bedingt, was keine überwiegende
Wahrscheinlichkeit bedeutet. Seinem Bericht kommt nach Ansicht des
Gerichts insbesondere hinsichtlich der Frage des Ausmasses und
Schweregrads der degenerativen Abnützung kein Beweiswert zu. Es lagen
dem Bericht von Dr. K._ keine persönlichen Untersuchungen der
Beschwerdeführerin zugrunde und er geht auch nicht auf die geklagten
Beschwerden ein. Entgegen seinen Ausführungen, wonach sich erst im
Bericht der Klinik Gut vom 3. August 2017 ein Hinweis auf ein Unfallereignis
(Distorsion) findet, lässt sich bereits im OP-Bericht vom 28. Juli 2017 (Bg-
act. M3) der Vermerk "St.n. Distorsionsereignis vom 24.7.2017"
entnehmen. Seine Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und
Situation leuchtet deshalb nicht ein und er begründet seine
Schlussfolgerungen nicht schlüssig. So bestehen zumindest geringe
Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der Feststellungen von Dr.
K._. Zumal beschwerdeführerischerseits die medizinische Beraterin
Dr. J._ zu Recht darauf hinweist, dass die vorhandenen degenerativen
Veränderungen erst eine beginnende Retropattelararthrose (MRI vom 25.
Juli 2017: "Femoropatellarer Knorpel leicht global ausgedünnt";
"Knorpelverhältnisse im medialen Kompartment noch gut. Allenfalls
beginnende femoralseitig Ausdünnung"; "Im lateralen Kompartment
Knorperverhältnisse gut" [Bg-act. M1]) darstellen. Die
Beschwerdegegnerin beweist mit den Stellungnahmen von Dr. K._ nicht mit dem notwendigen Beweisgrad der überwiegenden
Wahrscheinlichkeit, dass die Listenverletzung vorwiegend auf Abnützung
oder Erkrankung zurückzuführen ist, so dass ihre Leistungspflicht bis zum
- 24 -
Vorliegen eines neuen Entscheids nach ergänzenden Abklärungen zu
bejahen ist.
4.1. Zusammengefasst ergibt sich, dass die Beschwerde gutzuheissen ist, der
angefochtene Einspracheentscheid aufzuheben ist und die Angelegenheit
an die Beschwerdegegnerin zur Vornahme weiterer, objektiver
fachärztlicher Abklärungen zumindest in den Bereichen Orthopädie und
Radiologie sowie zu neuem Entscheid zurückzuweisen ist.
4.2. Gerichtskosten werden nicht erhoben, da das kantonale
Beschwerdeverfahren in unfallversicherungsrechtlichen Streitigkeiten
gemäss Art. 61 lit. a ATSG, ausser bei leichtsinniger oder mutwilliger
Prozessführung, kostenlos ist.
4.3. Die Rückweisung zur weiteren Abklärung und zu neuem Entscheid gilt als
vollständiges Obsiegen (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_192/2017 vom
25. August 2017 E.8.1). Die anwaltlich vertretene, obsiegende
Beschwerdeführerin hat somit Anspruch auf eine Parteientschädigung.
Diese wird vom Versicherungsgericht festgesetzt und ohne Rücksicht auf
den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache und nach der
Schwierigkeit des Prozesses bemessen (Art. 61 lit. g ATSG).
Ausgangspunkt bildet hier die Honorarnote der Anwältin der
Beschwerdeführerin vom 25. September 2019 in der Höhe von Fr. 6'516.55
(bestehend aus: Arbeitsaufwand 20.98 Std. à Fr. 280.-- [Fr. 5'874.40] plus
Spesen 3 % [Fr. 176.25] sowie 7.7 % MWST auf Fr. 6'050.65 [Fr. 465.90]).
Weiter machte sie Kosten für die medizinische Beraterin (Dr. J._) von
Fr. 2'500.-- [vgl. Bf-act. 8] zzgl. Fahrspesen Fr. 123.80 [Fr. 2'623.80]
geltend. In der Honorarnote war daher ein Gesamtbetrag von Fr. 9'140.35
(Fr. 6'516.55 + Fr. 2'623.80) aufgeführt. Diese Kostenrechnung muss
indessen reduziert werden, da der übliche Stundenansatz nach Art. 3 Abs.
1 der Verordnung über die Bemessung des Honorars der
- 25 -
Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälte (Honorarverordnung [HV; BR
310.250]) im Durchschnitt Fr. 240.-- beträgt und praxisgemäss bei
Vorliegen einer Honorarvereinbarung gemäss Art. 4 HV maximal ein
Stundenansatz von Fr. 270.-- angenommen wird. Eine
Honorarvereinbarung liegt vor (Bf-act. 9). Der geltend gemachte
Arbeitsaufwand von knapp 21 Stunden, welcher nicht näher erklärt oder
aufgelistet wurde, erscheint dem Gericht als zu hoch. Das Gericht setzt
deshalb ermessensweise die Honorarentschädigung auf pauschal Fr.
5'000.-- (inkl. Barauslagen und MWST) fest.
4.4. Was die Kostennote für die Entschädigung der medizinischen Beraterin Dr.
J._ in der Höhe von pauschal Fr. 2'500.-- zzgl. unbelegter Fr. 123.80
für Fahrspesen anbelangt (Bf-act. 8), rechtfertigt sich im konkreten
Einzelfall die Zusprechung einer reduzierten Vergütung von Fr. 500.-- zu
Lasten der Beschwerdegegnerin, da die Ausführungen von Dr. J._ zur
Gutheissung der Beschwerde beigetragen haben.