# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 87e0d448-a9e0-4901-a64f-0198f9e30a78
**Court:** GR_KG
**Chamber:** GR_KG_006
**Year:** 2015
**Language:** de
**Jurisdiction:** GR / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

hat sich ergeben:
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I. Sachverhalt
A. Mit Entscheid der Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde (KESB) Prättigau/Davos vom 20. Dezember 2013 wurde für Y._ eine Vertretungsbeistandschaft errichtet. Als Beistand wurde ihr Sohn X._, wohnhaft in O.1_, eingesetzt. Dem Beistand sind im Wesentlichen die Aufgaben zugewiesen worden, das gesamte Einkommen und Vermögen von Y._ zu verwalten, für eine geeignete Wohnsituation sowie hinreichende medizinische Betreuung besorgt zu sein, die öffentliche Verwaltung, namentlich den Verkehr mit Ämtern und Behörden, zu übernehmen und für eine ausreichende Versicherungsdeckung und -leistung zu sorgen. Zudem wurde der Beistand aufgefordert, ein Inventar über sämtliche Vermögenswerte aufzunehmen und dieses zusammen mit einem Budget der Behörde zur Genehmigung einzureichen.
B. Gegen diesen Entscheid führte Y._ Beschwerde, welche das Kantonsgericht von Graubünden mit Entscheid vom 3. März 2014 abwies und damit die Errichtung der Beistandschaft bestätigte.
C. X._ erstellte per 20. Dezember 2013 das gemäss Errichtungsentscheid geforderte Eingangsinventar, wobei dieses einen Aktivsaldo von CHF 30'673.35 aufwies, und reichte es der KESB Prättigau/Davos am 18. Februar 2014 ein (vgl. Akten KESB act. 47 und 48). Das Eingangsinventar wurde von der KESB geprüft und mit Entscheid des instruierenden Behördenmitglieds vom 6. Juni 2014 genehmigt (vgl. Akten KESB act. 55). Gleichzeitig nahm die Behörde vom mutmasslich ausgeglichenen Budget, das von X._ am 3. Mai 2014 eingereicht wurde und die monatlichen Einnahmen und Ausgaben auf rund CHF 6'500.-- beziffert, Kenntnis. Die Verfahrenskosten des betreffenden Entscheids wurden auf CHF 265.-- festgesetzt und Y._ auferlegt.
D.1. Anlässlich der Abklärung der Vermögensverhältnisse von Y._ ist der Beistand X._ auf diverse Unterlagen gestossen, die in Zusammenhang mit einem Kaufrechtsvertrag betreffend eine Liegenschaft in O.2_ im Kanton A._ stehen. Nach entsprechenden Nachforschungen erhielt er eine Kopie des Immobilienkaufrechtvertrags, welcher vom 23. Mai 1996 datiert und durch einen Notar in O.3_ öffentlich beurkundet wurde (vgl. Akten KESB act. 67). Im betreffenden Vertrag trat B._, der zwischenzeitlich verstorben ist, als Konzedent und Y._ als Kaufsberechtigte auf, wobei die Parteien einen Kaufrechtspreis von CHF 140'000.-- vereinbarten. Davon sollten laut Vertrag CHF 70'000.-- bei dessen Unterzeichnung anbezahlt und die weiteren
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CHF 70'000.-- in monatlichen Raten von CHF 600.-- abbezahlt werden. Die Eigentumsübertragung sollte nach vollständiger Begleichung des Restkaufpreises, der Zinsen und Nebenkosten erfolgen. Der Vertrag sieht vor, dass das Kaufrecht bis zum 31. Dezember 2016 besteht. Zudem wurde Y._ ein ausschliessliches Wohnrecht an der besagten Liegenschaft einschliesslich eines Benutzungsrechts des Gartens für dieselbe Dauer eingeräumt.
2. Gemäss Grundbuchauszug vom 18. April 2014 fungiert die Erbengemeinschaft des B._ sel. als Eigentümerin der betreffenden Liegenschaft. Dem Auszug lässt sich des Weiteren entnehmen, dass ein Wohnrecht zu Gunsten von Y._ als Dienstbarkeit eingetragen ist und noch bis zum 9. September 2016 Gültigkeit hat. Der Bestand des Kaufrechts geht aus dem Grundbuchauszug indessen nicht hervor. Daher stellt sich insbesondere die Frage, ob das Kaufrecht noch gültig ist bzw. welcher Teil des Kaufrechtspreises bereits bezahlt worden ist und ob dieser allenfalls zurückgefordert werden kann.
3. Mit Schreiben vom 12. Oktober 2014 orientierte X._ die KESB Prättigau/Davos über die erlangten Informationen. Da auch ein Treffen mit den Erben von B._ sel. keine Klarheit in die Angelegenheit bringen mochte, bat X._ die Behörde um Rat bezüglich des weiteren Vorgehens und fragte an, ob seitens der KESB eine rechtliche Beratung zur Verfügung stünde (vgl. Akten KESB act. 68).
4. Die KESB Prättigau/Davos unterbreitete X._ in ihrem Antwortschreiben vom 6. November 2014 den Vorschlag, dass die Behörde in Anwendung von Art. 392 Ziff. 2 ZGB einen Rechtsanwalt beauftrage, welcher eine rechtliche Einschätzung hierzu abgeben solle. Im Anschluss daran wäre X._ als Beistand gehalten, zu versuchen, mit der Erbengemeinschaft von B._ sel. eine Einigung zu erzielen. Falls dies nicht gelingen sollte, so wäre der betreffende Anwalt mit der gerichtlichen Durchsetzung zu betrauen. Die Behörde ersuchte X._ abschliessend – sofern dieses Vorgehen auch in seinem Sinne sei –, vorzugsweise einen im Kanton A._ tätigen Rechtsanwalt zu benennen, welcher bereit wäre, das Mandat zu einem Stundenansatz von CHF 200.-- zu übernehmen (vgl. Akten KESB act. 69).
E. Nachdem in der nachfolgenden Korrespondenz zwischen der Behörde und dem Beistand stets von einem im Kanton A._ ansässigen Anwalt die Rede war, bat X._ die KESB Prättigau/Davos mit E-Mail vom 14. Januar 2015 darum, Rechtsanwalt D._, tätig im Büro E._ in O.4_, das Mandat zu
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erteilen, da seine Lebenspartnerin mit diesem sehr gute Erfahrungen gemacht habe (vgl. Akten KESB act. 72). Auf eine entsprechende Nachfrage der KESB bei Rechtsanwalt D._ wurde klar, dass dieser das Mandat nicht zum Stundenansatz von CHF 200.-- übernehmen könne, doch bestehe die Möglichkeit, in der Kostenfrage allenfalls teilweise entgegenzukommen und X._ zu bitten, den verbleibenden Differenzbetrag zu tragen (vgl. Akten KESB act. 73).
F. Als X._ ein Schreiben von Rechtsanwalt F._, welcher die Erbengemeinschaft des B._ sel. vertritt, erhielt, teilte er der KESB Prättigau/Davos mit E-Mail vom 24. Januar 2015 mit, dass er Rechtsanwalt D._ die Unterlagen zugestellt und ihm das Mandat erteilt habe, zumal die Zeit dränge (vgl. Akten KESB act. 74). Gemäss Aktennotiz der KESB sicherte X._ der Behörde gleichentags telefonisch zu, dass er ihnen eine Bestätigung zukommen lasse, wonach er den Betrag, welcher den Tarif von CHF 200.-- übersteige, übernehmen werde (vgl. Akten KESB act. 74).
G. Anlässlich eines am 29. Januar 2015 zwischen C._, der Lebenspartnerin von X._, und der KESB geführten Telefongesprächs wurde die Zusage, die Kostendifferenz zu übernehmen, relativiert. Die Behörde stellte indessen klar, dass eine Mandatierung von Rechtsanwalt D._ durch die KESB zu einem Ansatz von CHF 300.-- nicht in Betracht falle. Ausserdem habe sie der Auftragserteilung noch nicht zugestimmt, weshalb derzeit sämtliche Kosten zu Lasten des Beistands gehen würden (vgl. Akten KESB act. 75).
H.1. Mit Schreiben vom 30. Januar 2015 wies die KESB den Beistand nochmals ausdrücklich darauf hin, dass die Entschädigung für den Aufwand des Rechtsanwalts solange von ihm persönlich zu tragen sei, als dass kein entsprechender Entscheid der KESB ergangen sei. Sodann räumte die Behörde ein, dass aufgrund der komplexen juristischen Fragestellungen im vorliegenden Fall ausnahmsweise vom praxisgemässen Stundenansatz von CHF 200.-- abgewichen und ein maximal zulässiger Ansatz von CHF 240.-- zugestanden werden könne. Ausserdem könne er als Beistand eine ausserordentliche Entschädigung von maximal CHF 600.-- im Zusammenhang mit der in Frage stehenden Angelegenheit geltend machen, wobei der Aufwand zu belegen und zu begründen sei. Falls er nicht bereit sein sollte, den Differenzbetrag zwischen dem Stundenansatz von CHF 300.-- von Rechtsanwalt D._ und dem zulässigen Betrag von CHF 240.-- zu übernehmen, so werde seitens der KESB ein Rechtsanwalt beauftragt (vgl. Akten KESB act. 77).
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2. X._ nahm mit E-Mail vom 1. Februar 2015 zu diesem Schreiben Stellung und führte aus, er lehne es ab, dass die KESB einen Anwalt zu einem tieferen Stundenansatz mandatiere, welchem es an der nötigen Fachkompetenz fehle und der mit mehr Kosten weniger erreichen würde. Stattdessen schlug er vor, dass er Rechtsanwalt D._ persönlich und im Interesse seiner Mutter beauftrage und dessen Kosten zumindest vorläufig selber trage, womit er gleichzeitig nicht mehr verpflichtet sei, die Behörde über die weiteren zu treffenden Entscheidungen zu informieren. Allerdings würde er sich vorbehalten, die Aufwendungen für den Anwalt im Falle eines positiven Ergebnisses mit einem allfälligen Erlös, welcher zu Gunsten seiner Mutter resultieren würde, zu verrechnen (vgl. Akten KESB act. 78).

## Considerations