# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** ab53c95b-6c5f-419a-a6d7-01246be2e832
**Court:** CH_BSTG
**Chamber:** CH_BSTG_001
**Year:** 2004
**Language:** de
**Jurisdiction:** CH / Federation
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** 

## Facts

Sachverhalt:
A. Mit Bestätigung vom 7. Januar 2004 übernahm das Besondere  Basel-Landschaft das in Zürich gegen A._ geführte Strafverfahren F-3/2003/18837 wegen Wucher.
B. Am 24. Februar 2004 wurde A._ in Z._ wegen Verdachts auf weitere Delikte festgenommen und in der Folge durch Verfügung des  des Bezirksgerichts Zürich in Untersuchungshaft versetzt.
C. Mit Schreiben vom 1. März 2004 ersuchte die zuständige Bezirksanwältin der Bezirksanwaltschaft Zürich das Besondere Untersuchungsrichteramt Basel-Landschaft in Liestal um Verfahrensübernahme.
D. Das Besondere Untersuchungsrichteramt Basel-Landschaft lehnte seine Zuständigkeit ab. Die weiteren Gerichtsstandsverhandlungen führten zu keiner Einigung.
E. Mit Gesuch vom 27. April 2004 beantragt die Staatsanwaltschaft des  Zürich der Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts, es sei der Kanton Basel-Landschaft als der Kanton zu bestimmen, welcher auch zur Verfolgung und Beurteilung der im Kanton Zürich gegen A._  Strafuntersuchungen berechtigt und verpflichtet ist. Der Stv.  des Besonderen Untersuchungsrichteramtes  beantragt mit Eingabe vom 14. Mai 2004, es sei das Gesuch der Staatsanwaltschaft des Kantons Zürich abzuweisen, soweit darauf  ist.
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## Considerations

Die Beschwerdekammer zieht in Erwägung:
1. 1.1 Werden in zwei oder mehreren Kantonen Untersuchungen gegen dieselbe
Person geführt, so haben die Behörden der betroffenen Kantone  in Verbindung zu treten. Ergibt sich in der Folge, dass zwischen ihnen der Gerichtsstand ungewiss oder streitig ist, so hat zunächst ein  zwischen den beteiligten Kantonen stattzufinden. Dieser , interkantonal eine Verständigung über den Gerichtsstand  (SCHWERI/BÄNZIGER, Interkantonale Gerichtsstandsbestimmung in Strafsachen, 2. Aufl., Bern 2004, N 565). Bezüglich Verfahren, das die  bei ihren Einigungsverhandlungen zu beachten haben, bestehen keine Bestimmungen im BStP. Aus der Anfrage an den um Übernahme  Kanton muss jedoch zum Ausdruck gebracht werden, welcher Vorwurf aus welchen Gründen als gerichtsstandsrelevant betrachtet wird. Es kann nicht Sache der angefragten Behörde sein, abzuklären, auf welchen  oder welche Rechtsgrundlage sich die Anfrage stützt (SCHWERI/ BÄNZIGER, a.a.O., N 566).
Erst wenn dieser Meinungsaustausch zu keiner Einigung geführt hat, liegt ein endgültiger Gerichtsstandskonflikt vor, welcher zur Anrufung der  des Bundesstrafgerichts durch die kantonalen  berechtigt. Diese bezeichnet alsdann den für die  und Beurteilung berechtigten und verpflichteten Kanton (Art. 279 Abs. 1 BStP; Art. 28 Abs. 1 lit. g SGG).
1.2 Aus den Akten geht hervor, dass zwischen den Parteien ein  stattgefunden hat. Die entsprechende Anfrage des Gesuchstellers betrifft jedoch lediglich zwei Verfahren wegen Betrugs. Aus der Eingabe an die Beschwerdekammer kann nun entnommen werden, dass in der  das Verfahren gegen A._ auf weitere Nebendelikte  worden ist, über welche – wie der Gesuchsgegner zu Recht ausführt – kein Meinungsaustausch stattgefunden hat. Der Gesuchsgegner  daher, auf das Gesuch sei nicht einzutreten, soweit es sich auf  bezieht, die nicht Gegenstand der Gerichtsstandsanfrage vom 1. März 2004 waren.
1.3 Das Legalitätsprinzip verpflichtet die Strafverfolgungsbehörden jedem , dass eine strafbare Handlung verübt worden sein könnte, . Führt die Behörde daher parallel zum Meinungsaustausch das  weiter und stösst sie dabei auf weitere strafbare Handlungen, so liegt es in der Natur der Sache, dass diese neu entdeckten Vorfälle nicht in der Gerichtsstandsanfrage aufgeführt wurden. In Anbetracht der gesetzli-
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chen Verfolgungspflicht konnte vom Gesuchsteller nicht verlangt werden, jegliche Ermittlungstätigkeit einzustellen, um dann allenfalls nach  der Gerichtsstandsfrage erneut ein Verfahren gegen denselben  zu eröffnen. Nur teilweises Eintreten, nämlich soweit  ein Meinungsaustausch stattgefunden hat und so wie es der  beantragt, wäre vorliegend unsachgemäss. Es würde zu einer  Verzögerung führen, die sich nicht vertreten lässt. Zudem wären  Gerichtsstandsverfahren zwischen denselben Parteien mit denselben Fragen wahrscheinlich.
Es ist zwar auch weiterhin daran festzuhalten, dass zu allen Tatvorwürfen ein Meinungsaustausch stattzufinden hat, denn Voraussetzung zur  der Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts ist das Vorliegen  streitigen Gerichtsstandes. Streitig kann jedoch nur sein, worüber auch tatsächlich verhandelt wurde bzw. ein Meinungsaustausch stattgefunden hat. Dennoch tritt die Beschwerdekammer aus den vorstehend erwähnten Gründen vollumfänglich auf das Gesuch ein.
2. 2.1 Der Gesuchsteller beantragt die Übernahme eines Verfahrens, welches er-
öffnet wurde, nachdem der Gesuchsgegner bereits zuvor (im Januar 2004) ein (anderes) Verfahren gegen denselben Beschuldigten übernommen .
Der Gesuchsgegner führt an, es handle sich vorliegend nicht um einen  von Art. 350 Ziff. 1 StGB, sondern es gelte abzuklären, ob der Gesuchsteller nicht vielmehr durch sein Vorgehen den Gerichtsstand  anerkannt habe. Er begründet dies unter Hinweis auf  seitens des Gesuchstellers gegen A._, welche geführt wurden, obwohl der Gesuchsteller Kenntnis davon gehabt habe, dass der Gesuchsgegner bereits seit längerer Zeit eine Strafuntersuchung gegen dieselbe Person führe.
2.2 Bei Eingang einer Anzeige haben die Behörden zu prüfen, ob die örtliche Zuständigkeit gegeben ist. Dabei muss sie alle für die Festlegung des  wesentlichen Tatsachen erforschen, die dazu notwendigen Erhebungen durchführen und insbesondere den Ausführungsort ermitteln. Hat der Beschuldigte in mehreren Kantonen delinquiert, so hat jeder  vorerst die Ermittlungen voranzutreiben, soweit sie für die Bestimmung des Gerichtsstandes wesentlich sind. Beschränkt sich ein Kanton nicht
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darauf, sondern nimmt er während längerer Zeit weitere Ermittlungen vor, obwohl längst Anlass bestanden hätte, die eigene Zuständigkeit , so kann darin eine konkludente Anerkennung des Gerichtsstandes  werden (BGE 119 IV 102 E. 4b). Wenn die Behörde jedoch während der Abklärungen der Gerichtsstandsfrage die Strafuntersuchungen mit der gebotenen Beschleunigung weiterführt, statt untätig den Ausgang des  abzuwarten, darf dies nicht mit der Verpflichtung „bestraft“ werden, auch noch weitere Verfahren durchführen zu müssen (SCHWERI/BÄNZIGER, a.a.O., N 443 mit Hinweis auf AK 10.11.1999 AG/ZH E. 2b).
2.3 Vorliegend kann nicht davon die Rede sein, der Gesuchsteller habe allzu lange Gerichtsstandsabklärungen getätigt. Das Verfahren, um dessen  es hier geht, wurde erst im Februar 2004 eröffnet. Bereits kurze Zeit später wurde der Gesuchsgegner um Übernahme des betreffenden  ersucht. Von einer konkludenten Anerkennung kann mithin nicht die Rede sein.
2.4 Entgegen den Ausführungen des Gesuchsgegners hat der Gesuchsteller nicht „die Leitung des Verfahrens (...) wieder an sich gezogen“. Allein aus der Erwähnung abgetretener Fälle im Haftverfahren kann nicht auf solches geschlossen werden.
3. 3.1 Wird jemand wegen mehrerer, an verschiedenen Orten verübter strafbarer
Handlungen verfolgt, so sind die Behörden des Ortes, wo die mit der schwersten Strafe bedrohte Tat verübt worden ist, auch für die Verfolgung und die Beurteilung der andern Taten zuständig (Art. 350 Ziff. 1 Abs. 1 StGB). Sind diese strafbaren Handlungen mit der gleichen Strafe bedroht, so sind die Behörden des Ortes zuständig, wo die Untersuchung zuerst  wird (Art. 350 Ziff. 1 Abs. 2 StGB).
Art. 350 StGB gelangt dann zur Anwendung, wenn eine Person in  Kantonen gleichzeitig verfolgt wird. Vorliegend anerkennen sowohl die Strafbehörden des Kantons Zürich als auch jene des Kantons , ein Strafverfahren gegen A._ zu führen.
3.2 Aus der Eingabe des Gesuchstellers kann entnommen werden, dass A._ wegen Wucher und Betrug in mehren Fällen sowie  gegen das UWG verfolgt wird. Ferner ist erwähnt, zu welchem  die Zürcher Strafbehörden das entsprechende Verfahren gegen A._ angehoben haben.
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Demgegenüber ist aus der Eingabe des Gesuchsgegners nicht ersichtlich, wegen welcher Delikte genau das Verfahren geführt wird. Es ist weder , wann die Strafbehörden des Kantons Basel-Landschaft das  gegen A._ angehoben haben, noch welche strafbaren  aufgrund welcher Sachverhalte dem Beschuldigten vorgeworfen werden bzw. wann und wo die dem Beschuldigten vorgeworfenen  Handlungen erfolgt sind. Einige wenige Anhaltspunkte lassen sich aus den eingereichten Beilagen entnehmen. Aus der Eingabe des  und einer parallelen Sichtung der beigelegten Akten, so  aus den Unterlagen zu früheren Verfahrensübernahmen zwischen den Parteien, lässt sich zumindest entnehmen, dass sich das im Kanton  geführte Strafverfahren auf Betrug, Zechprellerei, Wucher, Missbrauch von Ausweisen und Schildern und Führen eines  ohne Versicherungsschutz bezieht.
3.3 Grundlage zur Beurteilung der Frage, welches als die schwerste Tat zu qualifizieren ist, sind einerseits die im Zeitpunkt der  bekannten Handlungen, andererseits deren rechtliche Qualifikation, so wie sie sich aufgrund der gesamten Aktenlage darstellen (SCHWERI/BÄNZIGER, a.a.O., N 286 mit Hinweis auf AK 7.5.2003 GE/SZ E. 1 sowie N 289). Massgebend sind dabei die Handlungen, die durch die Strafverfolgung abgeklärt werden sollen und sich nicht von vornherein als haltlos erweisen (BGE 98 IV 60 E. 2; 97 IV 149 E. 1 mit weiteren ).
Die Schwere der angedrohten Strafe beurteilt sich in erster Linie nach der angedrohten Höchststrafe. Nur wenn für die Handlungen, deren  zu vergleichen sind, dieselbe Höchststrafe steht, gibt die  Mindeststrafe den Ausschlag (BGE 76 IV 262, S. 264).
In beiden Kantonen werden Verfahren wegen Betrug und Wucher geführt. Beide sind mit derselben Höchst- bzw. Mindeststrafe bedroht. Weder der Gesuchsteller noch der Gesuchsgegner bezeichnen die untersuchten  als qualifizierten Betrug bzw. Wucher. Ob eine Tat qualifiziert oder  sei, ist im Zweifelsfalle nicht vom Untersuchungsrichter, sondern vom urteilenden Gericht zu entscheiden. Solange die Frage nicht abgeklärt ist, darf die Untersuchung nicht auf den privilegierten Tatbestand  bleiben, sondern sie muss auch unter dem Gesichtspunkt des qualifizierten Tatbestandes geführt werden. In einem solchen Fall ist also die Strafdrohung für das qualifizierte Delikt bei der  massgebend (SCHWERI/BÄNZIGER, a.a.O., N 293 mit Hinweis auf AK 11.2.1977 BE/VD E. 3b). Dasselbe hat auch im Verhältnis Grundtatbestand – qualifizierter Tatbestand zu gelten.
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Gewerbsmässiger Betrug und gewerbsmässiger Wucher sehen identische Höchststrafen, aber unterschiedliche Mindeststrafen vor. Während  Wucher als Mindeststrafe Zuchthaus vorschreibt, kann der Richter bei gewerbsmässigem Betrug auf Gefängnis erkennen.
Aus diesen Gründen hat vorliegend Wucher als die mit der höchsten Strafe bedrohte Tat zu gelten. Da der Beschuldigte in beiden Kantonen wegen Verdachts auf Wucher verfolgt wird, muss in einem weiteren Schritt geprüft werden, in welchem Kanton die Untersuchung zuerst angehoben wurde.
4. 4.1 Angehoben ist eine Untersuchung u.a. dann, wenn eine Straf-, Untersu-
chungs- oder Polizeibehörde durch die Vornahme von Erhebungen oder in anderer Weise zu erkennen gegeben hat, dass sie jemanden einer  Handlung verdächtige (BGE 86 IV 128 E. 1b).
4.2 Der genaue Zeitpunkt der Anhebung der Strafuntersuchung bei den  des Kantons Basel-Landschaft lässt sich aus der eingereichten Äusserung nicht entnehmen. Immerhin führt der Gesuchsgegner aus, das Bezirksstatthalteramt Arlesheim habe im Zusammenhang mit dem im  Basel-Landschaft hängigen Strafverfahren gegen A._ am 19. Juli 2001 einen Strafregisterauszug eingeholt. Übereinstimmend wird zudem von beiden Parteien ausgeführt, dass der Gesuchsteller bereits im Jahre 2002 ein Verfahren gegen den A._ abgetreten habe. Ein weiteres Verfahren gegen A._ wegen Verdachts auf Wucher wurde im Januar 2004 an den Gesuchsgegner abgetreten. Aus diesen Gründen geht die  davon aus, dass der Gesuchsgegner bereits vor dem Januar 2004 ein Strafverfahren gegen A._ geführt hat.  wurde das Verfahren, um dessen Übernahme der Gesuchsgegner angegangen wurde, erst nach der im Januar 2004 erfolgten  in Zürich eröffnet.
Im Ergebnis ist daher der Kanton Basel-Landschaft als derjenige Kanton zu betrachten, in welchem zuerst die Untersuchung gegen A._  wurde. Der Gerichtsstand für das Strafverfahren gegen A._ liegt daher in Anwendung von Art. 350 Ziff. 1 Abs. 2 StGB im Kanton .
4.3 Zu demselben Ergebnis scheint auch der Gesuchsgegner gekommen zu sein, führt er doch aus, eine Prüfung der Zuständigkeit für die mit  vom 17. Februar 2004 zur Kenntnis gebrachte Handlung erübrige sich, nachdem der Gesuchsteller wenige Wochen zuvor ein Verfahren an
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den Gesuchsgegner abgetreten habe. Wie bereits dargelegt, kann  den Vorbringen des Gesuchsgegners nicht eine konkludente  des Gerichtsstandes durch den Gesuchsteller angenommen werden.
Aus diesen Gründen ist das Gesuch gutzuheissen und der Gesuchsgegner ist zu berechtigen und verpflichten, das im Kanton Zürich hängige  zu übernehmen.
5. Es werden keine Kosten erhoben.
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