# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 9444cb0c-2edd-4198-a9ab-2ad41c8bea2f
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2014
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** 

## Facts

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
,
geboren 1961, war seit 2
3.
Oktober 2007 als
Reinigungs
mit
arbeite
rin
in einem Pensum von 33
%
bei der
Y._
ange
stellt und damit bei der AXA Versicherungen AG gegen Unfälle versichert. Am 2
2.
September 2009 stürz
t
e sie am Arbeitsort auf einer Treppe (
Urk.
14/1), wobei sie sich Kontusionen der Schulter, des Ellbogens und des Gesässes links mit Schmerzausstrahlung in den linken Arm zuzog (
Urk.
15/M3). Die AXA trat auf den Schaden ein und gewährte Heilbehandlung sowie Taggeld.
Aufgrund persistierender Schulterbeschwerden veranlasste der Hausarzt eine MR-Tomographie der linken Schulter, welche eine
niedergradige
Partialruptur der Supra-
,
Infraspinatus
-
und
Subscapularissehne
sowie eine Bursitis
subacro
mialis
zeigte (
Urk.
15/M4). Weitere Untersuchungen erfolgten im
Z._
.
In der Folge veranlasste die AXA eine Begutachtung bei der
A._
(Expertise vom
6.
Juli 2011,
Urk.
15/M25), welches die Versicherte am 1
6.
September 2011 (
Urk.
14/33) in verschiedener Hinsicht kritisierte.
1.2
Mit Verfügung vom
7.
Dezember 2011 (
Urk.
14/37) stellte die AXA ihre Leis
tungen per 3
1.
Juli 2011 ein mit der Begründung, dass es sowohl an der natür
lichen wie auch der adäquaten Kausalität zwischen dem Unfall vom 2
2.
September 2009 und den geklagten Beschwerden mangle. Die dagegen am 1
3.
und 2
0.
Januar 2012 (
Urk.
14/39 und
Urk.
14/41) erhobene Einsprache wies sie mit Entscheid vom 1
2.
Juli 2012 (
Urk.
2) ab.
2.
Hiergegen erhob die Versicherte am 1
0.
September 2012 (
Urk.
1) Beschwerde mit dem folgenden Rechtsbegehren (S. 2):
„1.
Es seien die Verfügung vom
7.
Dezember 2011 und der
Ein
spracheentscheid
vom 1
2.
Juli 2012 aufzuheben.
2.
Es sei festzustellen, dass die
Beschwerdegegnerin
der
Beschwer
deführerin
die ihr ab dem 3
1.
Juli 2011 weiterhin zustehenden Versicherungsleistungen auszurichten hat (
Hei
lungskosten
und Unfalltaggelder).
3.
Es sei eventualiter ein polydisziplinäres Gerichtsgutachten in den Fachdisziplinen Orthopädie, Rheumatologie, Neurolo
gie/Neuropsychologie sowie Psychiatrie einzuholen.
4.
Es sei ein zweiter Schriftenwechsel durchzuführen.
5.
Es sei eine öffentliche Verhandlung im Sinne von
Art.
6 EMRK durchzuführen.“
Mit Beschwerdeergänzung vom 2
6.
November 2012 (
Urk.
9 S. 2) ersuchte die Versicherte sodann um
Zusprache
einer Integritätsentschädigung in der Höhe von 15
%
sowie um Übernahme der Kosten für das eingehol
te Gutachten der
B._
vom
6.
September 2012 (
Urk.
10/2). Die AXA beantragte am
7.
Januar 2013 (
Urk.
13) die Abweisung der Beschwerde. Am
6.
Dezember 2013 (
Urk.
18) zog die Versicherte ihren Antrag auf Durchführung einer öffentlichen Verhandlung zurück.
Mit Replik vom
7.
April 2014 (
Urk.
23) hielt sie an den gestellten Anträgen fest und ergänzte diese wie folgt (S. 2):
„1.
Es sei bei der
A._
eine schriftliche Auskunft einzuholen betreffend die Anzahl der von privaten Versicherungsgesell
schaften bei der
A._
in Auftrag gegebenen Gutachten.
2.
Es sei bei der
Beschwerdegegnerin
eine schriftliche Auskunft darüber einzuholen, bei wie vielen Fällen im UVG die
A._
ein Gutachten erstellt hat.
3.
Es sei bei der
Beschwerdegegnerin
eine schriftliche Auskunft darüber einzuholen, bei wie vielen Fällen gestützt auf ein Gutachten der
A._
eine Leistungsabweisung erfolgt ist.
4.
Es sei Herr Prof.
Dr.
C._
als Zeuge einzuver
ne
h
men zur Geschäftstätigkeit der
A._
.
5.
Es sei Herr Rechtsanwalt Lorenzo
Manfredini
als Zeuge einzu
vernehmen zur Geschäftstätigkeit der
A._
.
6.
Es sei bei der Geschäftsleitung der AXA Versicherungen AG eine
schriftliche
Auskunft einzuholen über die Anzahl Fälle, mit welcher die
A._
jährlich mit Begutachtungen beauftragt wird.
7.
Es sei vom Gericht ein Augenschein am Unfallort durchzu
führen.
8.
Es sei durch das Gericht ein unfallanalytisches Gutachten ein
zuholen.
“
Die AXA hielt am 2
8.
August 2014 (
Urk.
29) am gestellten Antrag auf Abwei
sung der Beschwerde fest (S. 1), was der Versicherten am
1.
September 2014 (
Urk.
31) zur Kenntnis gebracht wurde.
3.
Mit Verfügung vom 1
8.
Juni 2012 wies die Sozialversicherungsanstalt des Kan
tons Zürich, IV-Stelle, das Rentengebegehren der Versicherten ab. Die dagegen erhobene Beschwerde wurde mit Urteil des hiesigen Gerichts vom heutigen Tag abgewiesen (Prozess-Nr. IV.2012.00801).
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Nach
Art.
10
Abs.
1 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG) hat die versicherte Person Anspruch auf die zweckmässige Behandlung ihrer Unfall
folgen. Ist sie infolge des Unfalles voll oder teilweise arbeitsunfähig (
Art.
6 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des
Sozialversicherungs
recht
s
, ATSG), so steht ihr gemäss
Art.
16
Abs.
1 UVG ein Taggeld zu. Wird sie infolge des Unfalles zu mindestens 10 Prozent invalid (
Art.
8 ATSG), so hat sie Anspruch auf eine Invalidenrente (
Art.
18
Abs.
1
UVG
).
Der Rentenanspruch ent
steht, wenn von der Fortsetzung der ärztlichen Behandlung keine namhafte Besserung des Gesundheitszustandes erwartet werden kann und allfällige Ein
gliederungsmassnahmen der Invalidenversicherung abgeschlossen sind (
Art.
19
Abs.
1
Satz 1
UVG).
1.2
Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss UVG setzt zunächst voraus, dass zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Invalidität, Tod) ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht. Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne deren Vorhan
densein der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der gleichen Weise beziehungsweise nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann. Entsprechend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des natürlichen Kausalzu
sammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die allei
nige oder unmittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schädigende Ereignis zusammen mit anderen Bedingungen die körperliche oder geistige Integrität der versicherten Person beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht wegge
dacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene gesundheitliche Störung entfiele (BGE 129 V 177 E. 3.1, 402 E.
4.3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesund
heitlichen Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, worüber die Verwal
tung beziehungsweise im Beschwerdefall das Gericht im Rahmen der ihm oblie
genden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungsrecht üblichen
Beweis
grad
der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse Möglich
keit eines Zusammenhangs genügt für die Begründung eines
Leistungs
anspruches
nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
1.3
Wird durch den Unfall ein krankhafter Vorzustand verschlim
mert oder überhaupt erst manifest, fällt der natürliche Kausalzusam
menhang dahin, wenn und sobald der Gesundheitsschaden nur noch und aus
schliesslich auf unfallfremden Ursachen beruht. Dies trifft dann zu, wenn ent
weder der Gesundheitszustand, wie er unmittelbar vor dem Unfall bestanden hat (Status quo ante) oder aber derjenige Zustand, wie er sich nach dem
schicksals
mässigen
Verlauf eines krankhaften Vorzustandes auch ohne Unfall früher oder später eingestellt hätte (Status quo sine), erreicht ist (RKUV 1992 Nr. U 142 S.
75 E. 4b mit Hinweisen; nicht publiziertes Urteil des Bundesgerichts U 172/94 vom 2
6.
April 1995). Das Dahinfallen jeder kausalen Bedeutung von
unfallbe
dingten
Ursachen eines Gesundheitsschadens muss mit dem im
Sozialversiche
rungsrecht
üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit nach
gewiesen sein (RKUV 2000 Nr. U 363 S. 45; BGE 119 V 7 E. 3c/
aa
). Da es sich
hiebei
um eine anspruchsaufhebende Tatfrage handelt, liegt aber die entspre
chende Beweislast - anders als bei der Frage, ob ein leistungsbegründender natürlicher Kausalzusammenhang gegeben ist - nicht bei der versicherten Per
son, sondern beim Unfallversicherer (RKUV 1994 Nr. U 206 S. 328 f. E. 3b, 1992 Nr. U 142 S. 76).
1.4
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorak
ten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuch
tet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
2.
2.1
Die erstbehandelnde
Dr.
med.
D._
diagnostizierte mit Bericht vom
4.
März 2010 (
Urk.
15/M3) einen Status nach Sturz mit Kontusionen der Schul
ter, des Ellbogens und Gesässes mit Schmerzausstrahlung in den Arm und überwies die
Beschwerdeführerin
an
Dr.
med.
E._
,
Innere Medizin und
Rheu
matologie
FMH.
2.2
Dr.
E._
berichtete am 2
5.
Januar 2010 (
Urk.
15/M1) über die bisherige sympto
matische Therapie und verneinte unter Hinweis auf
angefertigte
Rönt
genaufnahmen das Vorliegen
ossärer
Läsionen an Ellbogen
,
Schulter und Becken (
Urk.
15/M8).
Sonographisch
habe sich keine relevante
Rotatorenman
schettenruptur
ergeben, ein neurologisches Konsilium habe keine relevante Neuropathie gezeigt (
Urk.
15/M11).
2.3
Bei persistierenden Schulterschmerzen links erfolgt
e
am 1
9.
Februar 2010 (
Urk.
15/M4) eine MR-
Arthrographie
, welche eine
niedergradige
Partialruptur
der Supra-,
Infraspinatus
- un
d
Subscapularissehne
sowie eine
Bursitis
subacro
mialis
zeigte. Weiter äusserte der untersuchende
Dr.
med.
F._
vom
G._
,
einen Verdacht auf eine Verletzung ins
besondere des inferioren
glenohumeralen
Ligaments im Sinne einer möglichen HAGL-Läsion.
2.4
Dr.
med
.
H._
,
Oberarzt Klinik für Rheumatologie am
Z._
,
diagnostizierte mit Bericht vom 2
1.
März 2011 (
Urk.
15/M23) einen Status nach Sturz am 2
2.
September 2001 (richtig: 2009
, mit
Periarthropathia
humeroscapularis
[
PHS
]
tendopathica
links,
niedriggradige
r
Partialruptur M.
Supraspinatus
, Verdacht auf HAGL-Läsion
)
, ein chronisches
lumbospondylogenes
Syndrom der unteren Lendenwirbelsäule (LWS) links (differenzialdiagnostisch im Rahmen der Diag
nose 3, mit kleiner fokaler Diskushernie L3/4
foraminal
links, L4/5
foraminal
links und L5/S1
recessal
/
foraminal
rechts ohne Kontakt zur Nervenwurzel sowie mit einem kleinen Hämangiom Lendenwirbelkörper [LWK] 2), ein inter
mittierendes Carpaltunnelsyndrom (CTS) links mit
Brachialgia
nocturna
(posi
tive elektrophysiologische Untersuchung durch
Dr.
I._
vom 1
1.
November 2009, keine Anhaltspunkte für ein CTS in der elektrophysiologischen Untersu
chung vom 2
1.
Januar 2011) sowie einen Verdacht auf ein
symptomatisches
femoro-acetabuläres
Impingement
Hüfte links (
Herniation
pit
links, MRI Becken vom 1
8.
Oktober 2010).
Dr.
H._
verwies auf
multilokuläre
Schmerzen mit diskreten Befunden sowohl lumbal als auch im Bereich der linken Schulter. Das bekannte CTS links sei aktuell wenig symptomatisch. Ebenso sei klinisch die linke Hüfte bezüglich
Impingement
asymptomatisch. Bei Beschwerdepersistenz sei eine Verlaufs-
Arthro
-MRI-Untersuchung der Schulter respektive eine erneute Infiltration der Wurzel L5 links in Erwägung zu ziehen, aktuell fehlten jedoch diesbezügliche Hinweise. Aus rheumatologischer Sicht sollte eine 80%ige Arbeitsfähigkeit bei einem 50
%
Arbeitspensum in der angestammten Tätigkeit als
Reinigungsfach
frau
möglich sein.
2.5
Dr.
med.
J._
vom
G._
berichtete am
9.
Mai 2011 (
Urk.
15/M26) über die
triplanare
Arthro
-MRT-Untersuchung des Schulterge
lenkes links vom selben T
a
g
und verwies vorweg auf eine intakte
Rotatoren
manschette
. Er verwies auf einen
Acromiontyp
l mit leichter lateraler Absen
kung
und entsprechender Einengung des
subacromialen
Gleitraumes. Mehr diffuses Flüssigkeitssignal
in der Bursa
subdeltoidea
/
subacromialis
interpretierte er
als Hinweis auf eine m
ä
ssige Bursitis
im Rahmen der klinischen
Impinge
mentsymptomatik
. Daneben
we
rd
e
jedoch bei lax verlaufendem
Ligamentum
glenohumerale
superior
, der diskreten Subluxation der langen
Bizepssehne
am
Oberrand
des
Sulcus
sowie der lokalen Signalstörung am
Subscapularissehnen
ansatz
eine
Pulleyläsion
vermutet.
Weiter erwähnte er eine k
leinste subkortikale Zyste im
Humeruskopf
craniodorsal
im Rahmen einer
Enthesiopathie
. Im Übri
gen
schilderte er ein
normales
Arthro
-MRT des Schultergelenkes
links mit regelrechter Darstellung der verbleibenden Manschettenanteile, der
labralen
Strukturen und der Schulterblattmuskulatur, wobei sich keine Hinweise auf das Vorliegen
einer
l
igamentären
A
vulsion
im
Glenoid
inferior ergä
ben.
2.
6
2.
6
.1
Am
6.
Juli 2011 (
Urk.
15/M25) erstatteten
Dr.
med.
K._
,
Facharzt FMH Ortho
pädische Chirurgie,
Dr.
med.
L._
,
Facharzt FMH Neurologie, und
Dr.
med.
C._
,
Facharzt FMH Psychiatrie und Psychotherapie, von der
A._
ihr polydisziplinäres Gutachten zu
Handen
der Beschwerdegegnerin.
2.
6
.2
Die Ärzte hielten un
ter
Hinweis auf die
medizinischen Dokumente unmittelbar nach dem Unfall
fest
(S. 26 f.)
,
die Beschwerdeführerin habe
Kontusionen pri
mär der Weichteile der linken Körperseite (Schulter, Gesäss) sowie des linken Ellbogens
erlitten
. Es
habe k
eine Bewusstseinsstörung und somit keine trauma
tische Hirnverletzung als mögliche Grundlage eines
postcommotionellen
Syn
droms
bestanden
. Dazu
sei
aufgrund der Befunde vorerst keine
Rotatoren
manschettenläsion
nachgewiesen b
e
z
iehungsweise
als mögliche Grundlage der Beschwerden diskutiert
worden
.
E
s handle sich gemäss medizinischer Doku
mentation um Verletzungen, welche keine unmittelbare medizinische Interven
tion erfordert
hätten
. Aufgrund der verfügbaren Unterlagen
hätten
keine rele
vanten Verletzungen nachgewiesen werden
können
. Insbesondere
seien
rele
vante strukturelle Läsionen ausdrücklich ausgeschlossen
worden
, worauf ba
sierend eine Erholung innerhalb von wenigen Tagen bis höchstens einigen Wochen
habe
erwartet werden
müssen.
Statt einer Restitution
sei
es im weiteren Verlauf zur Eskalation der Symptome
gekommen
.
Die i
m
Arthro
-MRI der linken Schulter rund 5 Monate nach Unfall nachge
wiese
nen Partialrupturen de
r
Supra-,
Infraspinatus
- und
Subsca
pularissehne
seien
vorerst als Folge des Unfalls interpretiert
worden
. Der Ver
lauf im Rahmen der eingeleiteten Behandlungen
habe
sich als protrahiert
gezeigt
. Insbesondere
sei
eine
Kapsulitis
der linken Schulter erwogen
(
allerdings nicht bestätigt
)
und eine orthopädische Konsultation eingeleitet
worden
. Im Verlauf bis zur
schulter
orthopädischen
Untersuchung finde sich in den verfüg
baren Akten keine Erwähnung von anderen Beschwerden
ausser den Sympto
men an der linken Schulter. Bereits vor der orthopädischen Untersuchung
sei
allerdings explizit auf ein Missverhältnis zwischen den angegebenen Beschwer
den und objekti
vierbaren Befunden hingewiesen
worden
.
Anlässlich der orthopädischen Untersuchung im
Z._
im Mai 2010 sei
keine offensichtliche traumatisch ausgelöste Pathologie in der linken Schulter erkannt b
e
z
iehungs
w
eise
diskutiert
worden
. Die Diagnose
sub
acromiales
Impingement
der linken Schulter deute auf eine unspezifische Beschwerdeverursachung
hin
. Die
leichtgradige
Rotatorenmanschettenläsion
sei
zwar auf den Sturz zurückgeführt, diese Zuordnung
jedoch
nicht eingehend diskutiert
worden
. Auch anlässlich der Kontrolle
i
m
Juli
2010
seien
Hinweise auf
eine
fehlende positive Korrelation zwischen den Befunden und den Beschwerden hervorgehoben
worden
. Anlässlich der ersten orthopädischen Konsultation
sei
die fehlende positive Wirkung der
im Mai 2010 durchgeführten
Infiltration der linken Schulter auffallend
gewesen
. Die Infiltration
habe
gar zu einer Akzentuierung der Beschwerden
geführt
, was bei Störungen vor
dem Hintergrund der strukturellen Läsionen kaum, hingegen bei somatisch nicht ausreichend erklärbaren Symptomen häufig beobachtet w
e
rd
e
. Es
sei im Juli 2010
beidseitig eine kräftige
Rotatorenmanschette
nachgewiesen w
o
rde
n
, womit die partielle Läsion, welche im MRI vom
Februar
2010 diagnostiziert w
o
rde
n sei,
ungeachtet der Genese die von der
Beschwerdeführerin
geäusserten Beschwer
den offensichtlich nicht erklär
e.
2.
6
.3
Die Gutachter führten in ihrer Beurteilung aus (S. 26 f.), d
ie Synopsis der Anga
ben in den Akten seit
dem
Unfall
erg
e
be
unter Berücksichtigung der klinischen und der bildgebenden Untersuchungen kaum Hinweise auf Beschwerden, die mit überwiegender Wahrscheinlichkeit auf
eine Verursachung
durch
strukturelle Läsion hindeute
te
n
, die durch
den erwähnten Unfall ausgelöst
worden seien
. Ohne eine strukturelle Läsion lasse sich weder die Persistenz der Beschwerden, noch die Wirkungslosigkeit der durchaus adäquaten Therapiemassnahmen erklären. Zudem f
ä
nden sich Angaben in der Anamnese, mit welchen eine Nei
gung der
Beschwerdeführerin
zu protrahierten, therapieresistenten Beschwerden möglicherweise unter dem Einfluss von psychosozialen Belastungen hervorge
hoben w
e
rd
e
. Die Angaben zu früheren Beschwerden und der mutmasslich belasteten psychosozialen Situation st
ünden
allerdings in einem deutlichen Widerspruch zur aktuell erhobenen Anamnese und auch zu Angaben, welche nach
dem
Unfall dokumentiert w
o
rden
seien
.
So würden
psychosozial
e
Belastungen und frühere, länger andauernde Symptome verneint, obwohl beispielsweise gemäss
Aktenlage
bereits früher ein generalisiertes
Schmerzsyn
drom
mit Verdacht auf Symptomausweitung dokumentiert w
o
rde
n sei
. Fass
e
man ferner die Ergebnisse der Untersuchungen im Verlauf (insbesondere die Befunde der rheumatologischen Klinik des
Z._
)
gemäss zugestellten Akten zusammen, erg
ä
ben sich klare Elemente, welche auf eine massive Diskrepanz zwischen den nachweisbaren strukturellen Befunden (an der linken Schulter zu
keinem Zeitpunkt ausreichend schwere strukturelle Verän
derung, welche die Beschwerden erklären könnte) und Beschwerden hinw
i
esen. Damit und mit de
n
psychosozialen Belastungen w
ü
rden die wichtigsten Krite
rien einer
somatoformen
Störung hervorgehoben, welche offensichtlich bereits vor dem Unfall bei der Entwicklung der Beschwerden eine Rolle
ge
spielt
hätten
. Vor diesem Hintergrund
sei
(im weitesten Sinne) eine psychosozial determi
nierte Grundlage der geäusserten subjektiven Beschwerden überwiegend wahr
scheinlich und eine traumatische Genese ausgehend vom Unfall allerhöchstens möglich.
2.
6
.4
Aus neurologischer Sicht
(S. 28) wiesen die Ärzte darauf hin
, dass die
Beschwer
deführerin
seit dem Unfall ein stationäres Beschwerdebild beklag
e
, wobei sie die Symptomatik ganz lapidar schilder
e
, als ob es völlig logisch wäre, dass aus einem banalen Treppensturz ein
chronifiziertes
hemikorporelles
Schmerz
syndrom
resultier
e
. Die aktuelle klinisch-neurologische Untersuchung s
ei
normal. Es finde sich ein auffallendes
appellatives
schmerzgeplagtes Ver
halten, welches vom Ehemann noch durch zahlreiche Bemerkungen unter
stützend ergänzt w
e
rd
e
. Die Prüfung des Gangbildes
sei
etwas auffällig und l
a
ss
e
am ehesten an eine psychogene Störung denken (
walking
on
ice
), dieser Eindruck w
e
rd
e
verstärkt durch das völlig normale
Gangbild
beim unbeobach
teten Verlassen d
er Untersuchungspraxis. Die aufg
rund der neurologischen Voruntersuchung durch
Dr.
I._
vom November 2009 erwogene und durch die nochmalige Untersuchung im Januar dieses Jahres am
Z._
offenbar wieder verworfene Verdachtsdiagnose eines Karpaltunnelsyndroms
könne
aktuell klinisch nicht nachgewiesen werden. Dies betr
e
ff
e
sowohl die rechte als auch die linke Hand. Das
initial
rechtsbetonte Karpaltunnelsyndrom
sei
mit Sicherheit nicht als unfallkausal einzustufen. Aktuell k
ö
nn
e
aus neuro
logischer Sicht keine traumatisch bedingte Schädigung des zentralen oder peri
pheren Nervensystems festgestellt werden, aus neurologischer Sicht l
a
ss
e
sich dementsprechend auch keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit infolge von unfallkausalen Störungen attestieren.
2.
6
.5
Aus orthopädischer Sicht
hielten die Gutachter fest (S. 29 f.)
, dass bei der
Beschwerdeführerin
als Folge des Sturzes keine gravierenden Verletzungen auf
getreten
seien
. Dafür spr
e
ch
e
bereits die Tatsache, dass die
Beschwerdeführerin
kein Bedürfnis
gehabt habe
, sich einer raschen ärztlichen Untersuchung zu unterziehen
.
Sie
sei
nämlich erst zu ihrer Hausärztin
gegangen
, nachdem diese einige Zeit nach dem Unfall wieder nach einer Abwesenheit in der Praxis
gewesen sei
. Auch die Tatsache, dass sich die
Beschwerdeführerin
an die Ereig
nisse der ersten Tage nach dem Unfall nicht mehr genau erinner
e
,
sei
ein Hin
weis dafür, dass der Sturz nicht dermassen gravierend empfunde
n w
o
rde
n sei
,
wie es nun angegeben we
rd
e
. Gemäss Akten
sei
die
Beschwerdeführerin
aber relativ rasch zu Spezialärzten geschickt
worden
, was eventuell darauf hindeute, dass die Hausärztin bereits befürchtet
habe
, dass sich ein protrahierter
Heilver
lauf
einstellen könn
t
e. Tatsache
sei
, dass weder klinisch noch basierend auf bildgebenden Verfahren posttraumatische und insbesondere keine schwer
wiegende
n
Veränderungen
hätten
erkannt
werden
k
ö
nnen. Die linke Schulter
sei
mehrfach mittels MRI untersucht
worden
, das letzte Mal
i
m
Mai 201
1.
Die Befunde
seien
äusserst diskret und nicht typisch für eine durchgemachte Ver
letzung. Im Vergleich zum MRI vom
Februar
2010 besteh
e
praktisch keine Ver
änderung. Somit k
ö
nn
e
beim dokumentierten Verlauf nicht davon ausgegangen werden, dass durch den Unfall allenfalls eine richtunggebende Verschlechterung eines pathologischen Vorzustandes vorlieg
e
.
Im Bereich der LWS
hätten
im MRI vom
Oktober
2010 degenerative Verände
rungen festgestellt werden
können
. Aktuell besteh
e
kein
radikuläres
Reizsyn
drom
. Es l
a
ss
e
sich höchstens ein leichtes
lumbospondylogenes
Schmerzsyn
drom
und insbesondere ein
myofasziales
Beschwerdebild nachweisen. Sowohl im Bereich der oberen wie auch der unteren Extremität
sowie der LWS besteh
e
bezüglich den von der
Beschwerdeführerin geltend
gemachten subjektiven Beschwerden und den objektivierbaren Befunden eine erhebliche Diskrepanz. Die Diskrepanz besteh
e
zwischen allen angegebenen Beschwe
rden und objekti
ven Befunden, namentlich
betreffend die linke Schulter, den linken Arm, die linke Hüfte und die lumbalen Beschwerden. Es m
ü
ss
e
aufgrund der Diskrepanz zwischen den Beschwerden und objektiven Befunden davon ausgegangen wer
den, dass bei der Patientin eine
so
matoforme
Schmerzstörung bestehe
mit Ten
denz zu einer Symptomausweitung. Bei dieser Entwicklung spiel
t
en die psy
chosozialen Belastungen eine Rolle. Sicherlich ungünstig
sei
auch der Faktor, dass der Gatte der
Beschwerdeführerin
arbeitsunfähig
sei
und nur eine beschei
dene Rente erh
a
lt
e
. Dies könnte den oben gemachten Aussagen (
Unzufrieden
heiten
, Frustrationen) Vorschub leisten. Ungünstig
sei
wohl auch, dass nicht früher nach dem Unfall konsequente Arbeitsversuche eingeleitet w
o
rden
seien
. Es s
ei
bereits jetzt sicherlich eine ungünstige
Chronifizierung
ein
getreten, wel
che die weitere Re-
Integration
zweifelsohne erschweren w
e
rd
e
.
Objektiv gesehen besteh
e
aus orthopädischer Sicht
keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit. Es best
ünden
auch keinerlei Gründe, hier eine Integrations
- (richtig: Integritäts-)
e
ntschädigung
auszusprechen.
2.
6
.6
Aus neuropsychiatrischer Sicht
führten die Ärzte aus (S. 30), es
l
a
ss
e
sich aktu
ell kein psychopathologisches Syndrom nachweisen und ein solches
sei
auch in den Akten nicht beschrieben
worden
. Eine
psychopathologische
Diagnose k
ö
nn
e
nicht gestellt werden.
2.
6
.7
Die Experten stellten folgende Diagnose
n
(S. 30):
-
Diffuses
myalgieformes
(
myofasziales
) Beschwerdebild im Bereich der linken
Schulter im Sinne einer
Periarthropathia
humeroscapularis
bei
niedriggradiger
Partialruptur
des
Mus
culus
supraspinatus
und Verdacht auf HAGL-Läsion (gemäss
Arthro
-MRI 1
9.
Februar
2010)
-
Chronisches
lumbospondylogenes
Syndrom der unteren LWS links, differentialdiagnostisch
im Zusammenhang mit einer kleinen fokalen Diskushernie L3/4
foraminal
links, L4/5
fora
minal
links und L5/S1
recessal
/
foraminal
rechts ohne Kontakt zur
Nervenwurzel, kleines Hämangiom LWK 2 (gemäss MRI der LWS vom 1
8.
Oktober
2010)
-
Intermittierend auftretende nächtliche
Parästhesien
(
Brachial
gia
nocturna
), gegenwärtig
keine sicheren Hinweise auf
Kar
paltunnelsyndrom
links (gemäss Bericht vom
1
1.
November
2009 positive elektrophysiologische Untersuchung, keine Anhaltspunkte für
ein Karpaltunnelsyndrom in der
elektro
physiologischen
Untersuchung vom
2
1.
Januar
2011)
-
Verdacht auf symptomatisches
femoro-acetabuläres
Impinge
ment
Hüfte links
-
Somatoforme
Schmerzstörung bei psychosozialen Belastun
gen (in erster Linie Einkommensverhältnisse)
2
.6
.8
Die Gutachter
attestierten als Folgen des Unfalls (abgesehen von einer kurzen
Phase von allerhöchstens wenigen Wochen) keine Einschränkung in der Leis
tungsfähigkeit (S. 34). Eine weitere Heilbehandlung erachteten sie nicht als notwendig, da die geklagten Beschwerden nicht mit überwiegender Wahr
scheinlichkeit auf den Unfall zurückgeführt werden könnten (S. 37). Das Vor
liegen eines Integritätsschadens verneinten sie ebenfalls (S. 47).
2.7
2.7.1
Am
6.
September 2012 (
Urk.
10
/2) erstatte
te
n
Dr.
med.
M._
,
Facharzt für Ortho
pädische Chirurgie FMH,
Dr.
med.
N._
,
Facharzt für Neurologie FMH, und
Dr.
med.
O._
,
Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie FMH, von der
B._
ihr Gutachten zu
Handen
der Beschwerdeführerin.
Sie diagnostizierten ein a
usgeprägtes Schmerzsyndrom links bei St
atus
n
ach
Treppensturz mit/bei
Kon
t
usion im Bereich der linken Schulter mit Partialruptur der
Supraspinatus
-,
Infraspinatus
-
und
Subscapularissehne
sowie eine
Becken
kontusion
links
(S. 35).
2.7.2
Der neurolo
gische Teil
gutachter f
a
nd in seiner Untersuchung
(S. 35 f.)
aktuell keine
Hinweise auf zentrale oder periphere Pathologien b
e
z
iehungs
w
eise
kein
Hemisyndrom
im neuro
l
ogischen
Sinne und keine
radikulären
oder peripheren Ausfälle.
Er hielt fest, d
ie Schwäche der oberen und unteren
Extremität
sei
rein schmerzbedingt durch die erheblichen k
l
inischen
muskuloskeletta
l
en
Befunde auf der linken Seite.
Er führte aus,
in den Akten
sei
eine
Bandscheibenprotru
sion
L3-S1 links beschrieben, welche zu Wurzelreizungen führen könnte.
I
n
der
aktuellen CT-Untersuchung der
Halswirbelsäule (
HWS
)
vom 1
9.
Juli
2012 f
ä
n
de
n
sich
eine leichte
Osteochondrose
und Spondy
l
ose C5/6 mit Einengung der
Foramina
b
eidseits ohne
Hinweise
auf
eine
Diskushe
rn
ie oder
eine
fokale
Protrusion
b
eziehungsweise
ohne
Hinweise auf eine Neurokompression.
In diesem CT der HWS fän
de
n
sich hypertone und verdickte
Musc
ul
i
scaleni
links, diese Verdickung
sei
CT-mässig eindeutig (Hypertonus der linksseitigen
Scale
nusmuskulatur
)
für die linke Seite, rechts finde sich ein Normalbefund.
D
er neurologische Gutachter h
ie
lt fest, dass sich durch die Kontusion in der linken Schulter
und der linken Hüfte ein Schmerzsyndrom mit Ausstrahlung im Bereich des linkes Armes,
der linken HWS, des Schultergürtels und des linken Beines entwickelt habe. Diese Beschwerden
seien
als erheblich und invalidi
sierend
zu taxieren.
Trotz
fehlenden neurologischen Defizits
bestehe
vor allem bei
der Kraftprüfung der linken oberen Extremität eine starke
Ü
berlagerung durch Schmerzen
.
2.7.3
Aus rein orthopädischer Sicht f
a
nd
der Facharzt (S.
36)
fast eine seitengleiche Beweglichkeit in beiden
Schultern. Die linke Schulter zeig
e
jedoch gegenüber rechts signifikante Einschränkungen, so
sei
der Schürzengriff eingeschränkt, der Test für die
Bizepssehne
, der O'Brien-Test,
sei
für
links klar positiv und bleib
e
rechts negativ.
Die Schmerzen
hätten
sich nach dieser Zeit generalisiert im linken Schultergelenk. Es s
e
i
en
sämtliche Strukturen der linken Schulter
druck
dolent
. Die einzelnen spezifischen Schultertests
für die
Rotatorenmanschette
s
e
i
e
n nicht mehr verwertbar. Hier besteh
e
jedoch aus orthopädischer
Sicht eine eindeutige Pathologie, die MRI-mässig klar dokumentiert s
ei
:
Es finde sich eine deutliche M. supra- und
infraspinatus
-Atrophie links gegenüber rechts.
Dies
sei
deutlich palpabel.
Es finde sich weiter eine
„
eingeschränkte Halswirbelsäule
“
, eine eingeschränkte Halswirbelsäulenbeweglichkeit
mit einem auffälligen Kinn-Sternum-Abstand von 2/23 cm. Es besteh
e
eine ausgeprägte
Fl
è
che
cervicale
von gut 5 cm. Die ganze
autochtone
, paravertebrale
Halsmuskulatur sowie der M.
trapezius
links s
e
i
e
n verhärtet und
druckdolent
.
2.7.4
Aus psychiatrischer Sicht
hielten die Ärzte fest (S. 36 f.)
, dass sich in der
Anam
nese keine Hinweise auf
eine psychiatrische Erkrankung vor dem hier relevan
ten Unfall finden
liessen
. Ebenfalls
habe die Beschwerdeführerin
nach dem Arbeitsunfall zu keiner Zeit an einer affektiven
Störung oder an einer
Angst
krankheit
oder gar an einer Psychose
gelitten
. Ebenfalls w
e
rd
e
eine
Persönlich
keitsstörung
klar ausgeschlossen.
Die Beschwerdeführerin habe
nie in
einer psy
chiatrischen Therapie
ge
stand
en
und aus derzeitiger psychiatrischer Sicht
sei
eine solche
auch nicht angezeigt. Eine differenzialdiagnostisch
in Frage kom
mende anhaltende
somatoforme
Schmerzstörung k
ö
nn
e
bei
der
Beschwerde
führerin
ebenfalls ausgeschlossen werden. Aus psychiatrischer Sicht g
ebe
es keine
Einschränkung der Arbeitsfähigkeit und es k
ö
nn
e
aus psychiatrischer Sicht keine Diagnose
im eigentlichen Sinne gestellt werden.
2.7.5
In ihrer integrativen Beurteilung führten die Gutachter aus (S. 38), r
etrospektiv
sei festzuhalten
, dass die Abklärung und Therapie der
Beschwerdeführerin
äus
serst schleppend erfolgt
sei
, sie ha
be
zudem das Pech
gehabt,
den Schmerzvor
stellungen der Orthopäden
im
Z._
für eine posttraumati
sche Läsion b
e
z
iehungs
w
eise
einer Partialruptur
der
Supra
/
lnfraspinatus
- und
Subscapularissehne
nicht zu entsprechen und
sei
deshalb
auf die Rheumatologie abgeschoben
worden
, wo si
e konservativ weiterbehandelt wo
rde
n sei
und
sich bei ihr, wie der Verlauf
ge
zeigt
habe
, eine chronische Schmerzsymptomatik etabliert
habe
, die bis
heute anh
a
lt
e
und sich auf die linke Seite, insbesondere auch in die HWS ausgebreitet ha
be
,
wo sich heute im CT der HWS klar eine Hyperdensität der
Scalenusmuskulatur
auf der linken Seite dokumentieren l
a
ss
e
.
Die vorbestehenden krankhaften Befunde der LWS sowie der linken Hüfte dürf
ten durch den
stattgehabten Treppensturz gleichfalls eine massgebende Akti
vierung erfahren haben, so
dass die heutige linksseitige Schmerzsituation der Explorandin zwanglos als unfallbedingt
erklärt werden kö
nn
e
aus orthopädi
scher und neurologischer Sicht.
Eine psychiatrische Auffälligkeit finde sich im ganzen Krankheitsverlauf nicht.
2.7.6
Zur
Kausalität
hielten die Experten fest (S. 38), d
ie heute geschilderten Beschwer
den s
e
i
e
n mit grösster Wahrscheinlichkeit
auf den Treppensturz zurück
zuführen. Da medizinische Akten bereits vor dem hier relevanten Unfall vorhanden s
e
i
e
n, d
ü
rf
e
insbesondere für die linke
Schulter angenommen wer
den, dass sie durch den hier stattgefundenen Unfall erheblich,
d.h. richtungge
bend geschädigt w
o
rde
n sei
.
2.7.7
Die Ärzte hielten schliesslich fest (S. 39), f
ür die linke Schulter besteh
e
heute ein Zustand nach dokumentierter traumatischer
Rotatorenmanschettenruptur
.
Auf
grund der bisherigen Unfallanamnese und der Beurteilung der Schultersituation durch
das
Z._
d
ü
rf
e
man annehmen, dass dieser Befund nicht operativ saniert
w
e
rd
e
b
eziehungsweise
auch nach einer Operation nicht mehr bessern dürfte, so dass von einem bleibenden
Schaden der Integrität gesprochen werden k
ö
nn
e
. Gemäss Tabelle 1 der Suva „Integritätsschaden
bei Funktionsstörungen an den oberen Extremitäten"
k
ö
nne
analog ein Listenfall
einer „Schulter bis zur Hori
zontalen beweglich" eingesetzt werden. Hier resultier
e
eine
I
ntegritätsentschädi
gung
von
15
%
, was für den Schaden, der an der linken Schulter gesetzt w
o
r
de
n sei
, adäquat
er
schein
e
.
2.
8
Dr.
med.
P._
,
Spezialarzt FMH Chirurgie, beratender Arzt der
Beschwer
de
geg
nerin
, erachtete in seiner Stellungnahme vom 1
8.
Dezember 2012
(
Urk.
15/M31) die Schlussfolgerungen im
A._
-
Gutachten als begründet und schlüssig. Er hielt fest, das linke Schultergelenk
z
eige sehr diskrete struk
turelle Veränderungen, die gemäss erstem MRI vom 1
9.
Februar 2010 eher als Ausdruck degenerativer Veränderungen zu interpretieren seien. In einer erneu
ten MRI-Untersuchung vom
6.
Mai 2011 seien diese nicht mehr nachweisbar gewesen. Dagegen sei neu eine leichte Subluxation der
Bizepssehne
aus dem
Sulcus
festgeste
llt worden, was einer
Pulleyl
äsion
entspreche. Auch diese Ver
änderung sei grossmehrheitlich degenerativ bedingt. Demgemäss erscheine die Kausalitätsbeurteilung (in Bezug auf die Schultersituation höchstens möglich) als durchaus nachvollziehbar. Im Rahmen der erwähnten
somatoformen
Schmerzstörung werde auf eine massive Diskrepanz zwischen subjektiven und objektivierbaren Befunden hingewiesen im Sinne einer Symptomausweitung.
Dr.
P._
führte weiter aus, das
B._
-
Gutachten erscheine als deutlich weni
ger differenziert. Es würden alle von der
Beschwerdeführerin
geschilderten Beschwerden mit grösster Wahrscheinlichkeit in Zusammenhang mit dem Treppensturz gestellt. Es werde nicht zwischen den Befunden an den Händen (CTS), den Befunden an der lumbalen Wirbelsäule und der Schultersymptomatik einerseits und einer anlässlich der gutachterlichen Untersuchung erstmals beschriebenen
Osteochondrose
und Spondylose C5/6 mit Einengung der
Fora
mina
andererseits
differenziert
. Dass die letzteren Befunde an der HWS und LWS sowie die angedeuteten
Kompressionsneuropathien
des
Nervus
medianus
rechts und vermehrt links mit praktischer Sicherheit Ausdruck eines degenerati
ven Geschehens seien, werde mit keinem Wort erwähnt.
Der beratende Arzt fügte sodann an, die verdickte
Scalenusmuskulatur
links möge Ausdruck einer Überlastung dieser Muskelgruppe bei Schonung anderer Muskelgruppen im Schultergürtelbereich sein. Nachdem im ersten MRI vom Februar 2010 diskrete Veränderungen an der
Rotatorenmanschette
beschrieben worden seien, zeige das MRI vom
6.
Mai 2011 im Gegensatz dazu keine diesbe
züglichen Veränderungen. Auch im Bereich des inferioren
glenohumeralen
Bandes zeige sich keine Veränderung. Die Diagnose einer Partialruptur der
Rotatorenmanschette
lasse sich deshalb nicht
aufrechterhalten
.
3.
3.1
Das Gutachten der
A._
-
Ärzte entspricht
den praxisgemässen Anforderungen an den Beweiswert einer Expertise vollumfänglich
:
So ist es für die streitigen Belange umfassend, beantwortet es doch die Frage nach den gesundheitlichen Beeinträchtigungen und d
i
e
Frage der Kausalität.
Sodann beruht es auf (den angezeigten) allseitigen Untersuchungen, wurde die Beschwerdeführerin doch in orthopädischer, neurologischer und psychiatrischer Hinsicht abgeklärt. Die Expertise berücksichtigt die geklagten Beschwerden und würdigt diese in über
zeugender Weise. Das Gutachten wurde sodann in Kenntnis der
Vorakten
abge
geben und leuchtet in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation
- namentlich im Hinblick auf die Kausalität -
ein. Schliesslich sind die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet.
So legten die
A._
-
Ärzte dar, dass die Untersuchungen sowie die
Vorakten
kaum Hinweise auf mit der durch den Unfall ausgelösten strukturellen Läsion im Zusammenhang stehende Beschwerden ergeben hätten
(E. 2.6
.3). Dies begründeten sie hauptsächlich mi
t den in mehrfach durchgeführten
MRI
Untersuchungen erhobenen Befunden in der Schulter, welche sie
- zu Recht -
als äusserst diskret einschätzten (E. 2.
6
.5). So sei beispielweise bereits im Juli 2010 beidseitig eine kräftige
Rotatorenmanschette
nachgewiesen worden, weshalb die partielle Läsion, welche im MRI vom Februar 2010 diagnostiziert worden sei, die geklagten Beschwerden nicht erkläre (E. 2.
6
.2). In Bezug auf die LWS-Problematik verw
i
esen sie auf ein (höchstens) leichtes
lumbospondyloge
nes
Schmerzsyndrom sowie ein
myofasziales
Beschwerdebild
(E. 2.
6
.5). In neu
rologischer Hinsicht konnten sodann gar keine Befunde erhoben werden (E. 2.
6
.4) wie auch in neuropsychologischer (E. 2.
6
.6).
3.2
Diese Einschätzung stimmt mit der Aktenlage betreffend die bildgebenden
Unter
suchungsresultate
überein: Aus dem im Rahmen der
A._
-
Begutachtung ange
fertigten
Arthro
-MR-Bild
des linken Schultergelenks vom
9.
Mai 2011 (und damit zweieinhalb Monate vor der Leistungseinstellung) ergaben sich im Wesentlichen unauffällige Verhältnisse. Namentlich zeigte sich eine intakte
Rotatorenmanschette
bei nur leichter lateraler Absenkung des
Acromions
und entsprechender Einengung des
subacromialen
Gleitraumes. Weiter wurden ein Hinweis auf eine mässige Bursitis im Rahmen der klinischen
Impingement
symptomatik
, eine vermutete
Pulleyläsion
sowie eine kleinste Zyste erwähnt. Ansonsten wurde auf ein normales
Arthro
-MRT des linken Schultergelenkes verwiesen mit regelrechter Darstellung der verbleibenden Manschettenanteile, der
labralen
Strukturen und der Schulterblattmuskulatur ohne Hinweise auf das Vorliegen einer
ligamentären
Avulsion
im
Glenoid
inferior (E. 2.5).
Vergleicht man diese Bilder mit den ersten aktenkundigen MR-Aufnahmen vom 1
9.
Februar 2010 (fast fünf Monate nach dem Unfall [E. 2.3] nachdem frühere
Röntgenaufnahmen
ergebnislos
ge
blieben
waren
unter explizitem Ausschluss
ossärer
Läsionen sowie einer
Rotatorenmanschettenruptur
[E. 2.2]), so ergibt sich, dass der damals im Vordergrund
gestandene
Verdacht auf eine Verletzung des inferioren
glenohumeralen
Ligaments ausgeräumt werden konnte beziehungsweise eine Heilung eintrat; auf den aktuellen Bildern ist jedenfalls keine solche Verletzung (mehr) zu sehen
.
In
diesem Sinne legte auch
Dr.
P._
dar, dass die im ersten MRI vom 1
9.
Februar 2010 festgestellten Veränderungen am
6.
Mai 2011 nicht mehr nachweisbar gewesen seien. Die später festgestellt
e leichte Subluxation der
Bizepssehne
entsprechend einer
P
u
lley
l
äsion
sei grossmehrheitlich degenerativ bedingt (E. 2.8). Angesichts fehlender entsprechender Befunde auf den ersten Bildern erscheint diese Einschätzung als nachvollziehbar.
Damit lassen die Bilder der Schulter nur den Schluss zu, dass die (allenfalls beim Unfall) verletzten Anteile abgeheilt und neuere (ebenfalls diskrete) Befunde erst nach dem Unfall aufgetreten sind. Eine Kausalität der nach dem 3
1.
Juli 2011 - mithin ein Jahr und zehn Monate nach dem Unfall - geklagten Schulterbeschwerden ist damit nicht überwiegend wahrscheinlich.
3.3
In Bezug auf die
Rücken
beschwerden ist eine unfallbedingte Verursachung von vornherein fraglich, wurden doch echtzeitlich keine Beschwerden beklagt. Das
s das
chronische
lumbospondylogene
Syndrom der LWS mit kleiner fokaler
Dis
kushernie
L3/4
foraminal
links, L4/5
foraminal
links und L5/S1
recessal
/
fora
minal
rechts ohne Kontakt zur Nervenwurzel sowie mit einem klei
nen Hämangiom LWK 2
E. 2.4
)
unfallbedingt sei, machte selbst die Beschwer
deführerin nicht geltend.
Dr.
P._
erachtete diese
n
Befund
- wie auch jenen in der HWS -
als
mit praktischer Sicherheit Ausdruck eines degenerativen Geschehens
(E. 2.4), was von keinem Arzt substantiiert in Frage gestellt wurde.
Auch betreffend zwisch
en
zeitlich
thematisiertes
Karpaltunnelsyndrom ist eine unfallbedingte Verursachung weder behauptet noch erstellt.
In Bezug auf die Hüftproblematik fand sich zuletzt eine asymptomatische Klinik (E. 2.4) und gingen die Ärzte von einem pathologischen Vorzustand aus (E.
2.7.5)
, weshalb sich Weiterungen erübrigen.
3.
4
Die gegenteilige Meinung der
B._
-
Ärzte vom September 2012 vermag demge
genüber nicht zu überzeugen:
Der orthopädische Spezialist verwies - in objektivierbarer Hinsicht - einzig auf den MRI-Befund einer M. supra- und
infraspinatus
-Atrophie links. Die klinischen Befunde erscheinen ebenfalls als eher diskret (fast seitengleiche Beweglichkeit der Schultern, links Ein
schränkungen bei einigen Tests, verhärtete und
druckdolente
Halsmuskulatur, E.
2.7.3).
Rechtsprechungsgemäss sind
Verhärtungen, Verspannungen,
Druckdo
lenzen
und auch
Bewegungseinschränkungen
nicht als
organisches Substrat
zu fassen (Urteil des Bundesgerichts 8C_721/2008 vom
2
4.
April 2008 E. 4.2
). Ansonsten wurden keine objektivierbaren Befunde geschildert. Auch in neuro
logischer Hinsicht
konnte
Dr.
N._
kein Defizit beschreiben und verwies auf
Bandscheibenprotrusionen
(E. 2.7.2), welche allerdings oh
ne
Nervenwurzelkon
takt
blieben (E. 2.6.7), sowie auf einen Hypertonus der
Scalenusmuskulatur
links
. Auch die Veränderungen der HWS verursachten keine Neurokompression (E. 2.7.2). In psychiatrischer Hinsicht wurde keine Diagnose gestellt (E. 2.7.4).
Bei dieser Sachlage erübrigt sich eine vertiefte Auseinandersetzung mit der Ansicht der
B._
-
Gutachter, die
aktuell
geschildeten Beschwerden seien mit grösster Wahrscheinlichkeit auf den Treppensturz zurückzuführen
und es liege eine richtunggebende Schädigung der linken Schulter sowie eine unfallbedingte Aktivierung der vorbestehenden krankhaften Befunde der LWS und der linken Hüfte vor. Bei
Fehlen
entsprechender objektivierbarer Untersuchungsbefunde erschöpfen sich die Beschwerden im Wesentlichen in einer subjektiven Schmerzproblematik, für welche die Beschwerdegegnerin nicht einzustehen hat.
3.
5
Die von der Beschwerdeführerin gegen das
A._
-
Gutachten erhobenen Einwen
dungen erweisen sich als wenig begründet:
Dass den Gutachtern verschiedene Berichte nicht vorgelegen haben (
Urk.
1 S.
7
f
f
.
Ziff.
2.
3
) ist insofern irrelevant, als in Bezug auf jene von
Dr
.
E._
eine
jüngere und wesentlich detailliertere Einschätzung vorlag und die Berichte, über de
r
en Existenz im Übrigen die Beschwerdeführerin Stillschweigen bewahrt hat,
aus der Zeit unmittelbar nach dem Unfall datieren
und mangels detaillierter objektivierbarer Befunderhebung für die Einschätzung
der vorliegend relevanten Thematik einer Kausalität nach 3
1.
Juli 2011
ohne Belang sind. Inwiefern
ebenfalls von der Beschwerdeführerin zurückgehaltene -
Physiotherapie
ver
ordnungen
von Belang sein sollten, ist angesichts der Auflage detaillierter
Arzt
berichte
nicht einzusehen. Bei der
(angeblich fehlenden)
Stellungnahme des
Dr.
med.
Q._
vom 1
8.
Januar 2011 (
Urk.
15/M20)
handelt es sich um
eine
reine Aktenbeurteilung und nicht um einen Untersuchungsbericht, welcher sich im Dossier de
r Beschwerdegegnerin
bef
in
d
et
und den
A._
-
Ärzten vorgelegen haben muss, aber nicht von derartigem Gewicht war, dass er separat hätte refe
riert werden müssen.
Sodann wurde seine Annahme einer massgeblichen unfallbedingten Schädigung der Schulter mit dem MRI-Befund vom
9.
Mai 2011 (
Urk.
15/M26) obsolet.
Eine
allfällige
Verletzung des rechtlichen Gehörs
durch die Invalidenversiche
rung
(
Urk.
1 S.
9. Ziff.
2.
4
)
ist nicht Gegenstand dieses Verfahrens.
Da die
A._
-Expertise von allen Teilgutachtern unterzeichnet wurde
,
ist nicht ersichtlich, inwiefern ein formeller Mangel darin bestehen soll, dass die einzel
nen (im Gutachten zitierten) fachärztlichen Einschätzungen nicht nochmals separat unterzeichnet wurden (
Urk.
1 S. 1
1
f.
Ziff.
2.
6
). Es steht fest, dass die Beurteilung von allen Teilgutachtern geteilt wird.
Die monierte angeblich suggestive Fragestellung anlässlich aller drei Explora
tionen (
Urk.
1 S. 1
2
ff.
Ziff.
2.
7
) wurde nicht näher dargelegt. Dass dabei die Antworten - weil aus dem Italienischen übersetzt - nach der Auffassung der Beschwerdeführerin in der deutschen Sprache eher blumig wirken, ist vor
liegend ohne Belang. Die Einschätzung
der Kausalität
wurde aufgrund der objektivierbaren Untersuchungsresultate vorgenommen und auch die Schmerz
klagen
werden
detailliert und durchaus objektiv zu Kenntnis genommen.
Was die Beschwerdeführerin mit ihrer Kritik am neurologischen Tei
lgutachten (
Urk.
1 S. 15
ff.
Ziff.
2.
8
) bezweckt, ist nicht nachvollziehbar, nachdem das von ihr aufgelegte Parteigutachten zum selben Schluss gekommen ist, nämlich dass keine neurologische Pathologie vorliegt.
Die
replicando
gestellten
Beweisanträge
1-6 (Sachverhalt
Ziff.
2) beschlagen die Unabhängigkeit der
A._
.
Da g
emäss gefestigter bundesgerichtlicher Rechtspre
chung der regelmässige
Beizug
eines Gutachters oder einer
Begutachtungsin
stitution
durch den Versicherungsträger, die Anzahl der beim selben Arzt in Auftrag gegebenen Gutachten und Berichte sowie das daraus
resultierende Honorarvolumen für sich allein genommen nicht zum Ausstand führ
t
(BGE 137 V 210 E. 1.3.3 mit Hinweis auf SVR 2009 UV Nr. 32 S. 111, 8C_509/2008 E. 6; SVR 2008 IV Nr. 22 S. 69, 9C_67/2007 E. 2; RKUV 1
999 S.
193, U 212/97 E.
2
a/
bb
), ist nicht zu ersehen, inwiefern diese Beweisabklärungen von Relevanz für das vorl
iegende Verfahren sein könnten.
Welchen Erkenntnisgewinn sodann ein Augenschein am Unfallort haben sollte
,
ist - angesichts der einzig relevan
ten organischen Unfallfolgen - ebenso wenig ersichtlich wie die Frage, was ein unfallanalytisches Gutachten genau zum Gegenstand haben sollte
(vgl.
Urk.
2
3.
S. 3 Beweisanträge 7-8)
.
Dass die Vertrauensärztin der Pensionskasse
R._
,
S._,
Fachärztin FMH für Innere Medizin,
im Bericht vom
2.
Mai 2012 (
Urk.
24/2)
ohne Auseinandersetzung mit der medizinischen Aktenlage
und
ohne Darlegung objektivierbarer Befunde von einer
seit dem Unfall anhaltenden vollumfänglichen Berufsunfähigkeit ausging
(vgl.
Urk.
23 S.
21)
, ist - mangels nachvollziehbarer Begründung
-
ohne Belang.
3.
6
Von weiteren medizinischen Abklärungen sind keine neuen Erkenntnisse zu erwarten, weshalb darauf zu verzichten ist (antizipierte Beweiswürdigung, BGE 124 V 94 E. 4b; 122 V 162 E. 1d).
4.
Zusammenfassend
ist festzuhalten, dass die nach der Leistungseinstellung per 3
1.
Juli 201
1
geklagten Beschwerden nicht mehr mit überwiegender Wahr
scheinlichkeit auf den Treppensturz und die dabei erlittenen Verletzungen zurückzuführen sind. Demgemäss erweist sich der angefochtene
Einspracheent
scheid
als rechtens, was zur Abweisung der Beschwerde führt.
5.
Die vo
n der
Beschwerdeführer
in
geltend gemachten Gutachtenskosten (Urk.
9 S.
2
) fallen unter den Begriff der Parteikosten im Sinne von Art. 61
lit
. g ATSG. Da d
i
e Beschwerdeführer
in
in diesem Verfahren unterliegt, hat
si
e - unabhängig davon, ob die medizinischen Angaben in Bezug auf dieses Verfahren sachdien
lich und beachtlich waren - keinen Anspruch auf Ersatz dieser Kosten (vgl. BGE 115 V 62 E. 5c; SVR 2011 IV Nr. 13 S. 35 E. 2 [Urteil des Bundesgerichts 9C_178/2010 vom 14. April 2010]). Gründe für ein ausnahmsweises Abweichen davon (
Kieser
, ATSG-Kommentar, 2. Aufl., Art. 61
lit
. g
Rz
118) liegen nicht vor.