# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 2ad96388-4f56-54a4-abe3-13a6591f53b0
**Court:** SG_VG
**Chamber:** SG_VG_001
**Year:** 2013
**Language:** de
**Jurisdiction:** SG / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

hat das Verwaltungsgericht festgestellt:
A./ X.Y. ist Staatsangehöriger Kroatiens. Er wurde am 28. Juni 1990 als Sohn des Y.
sen. und der R.Y.-M., beide kroatische Staatsangehörige, in Grabs geboren, wuchs in
Vilters auf und wohnt - zusammen mit den Eltern und seiner jüngeren Schwester - seit
1999 in Sargans. Er erhielt zunächst eine Aufenthaltsbewilligung. Seit 18. Juni 1997
besitzt er die Niederlassungsbewilligung. Ende Juli 2010 schloss er die Lehre als
Polymechaniker mit dem Fähigkeitszeugnis ab. Anfang Oktober 2010 trat er bei der T.
AG in G./GR eine Temporärstelle an. Nach einem am 4. Januar 2011 beim Verlassen
des Firmengeländes erlittenen Autounfall konnte er im Mai 2011 die Arbeit wieder
aufnehmen. Seit 1. August 2012 ist er unbefristet angestellt.
B./ Mit Urteil der Jugendanwaltschaft Uznach vom 13. April 2004 wurde X.Y. wegen
Sachentziehung und Hausfriedensbruchs – er hatte am 4. Februar 2004 aus einem
Schulzimmer eine Stereoanlage entwendet und am folgenden Tag anonym wieder
zurückgebracht - mit einer Arbeitsleistung von zwei Tagen bestraft. Am 11. August
2004 erteilte ihm die Jugendanwaltschaft einen Verweis, weil er mit einem Mofa einen
Stopp überfahren und mit einem Personenwagen kollidiert war. Nach der Beteiligung
an einer Serie von Einschleich- und Einbruchdiebstählen verurteilte die
Jugendanwaltschaft X.Y. am 30. Oktober 2007 wegen mehrfachen Diebstahls und
mehrfacher Sachbeschädigung, mehrfacher geringfügiger Vermögensdelikte,
mehrfachen Hausfriedensbruchs und Urkundenfälschung zu einer zweimonatigen
Einschliessungsstrafe, bedingt vollziehbar bei einer Probezeit von eineinhalb Jahren,
und einer Busse von Fr. 500.-. Wegen eines geringfügigen Vermögensdelikts –
Ladendiebstahl von elf DVDs begangen am 25. November 2008 – wurde X.Y. am
6. Januar 2009 vom Untersuchungsamt Altstätten mit Fr. 500.- gebüsst. Zudem wurde
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er vom Untersuchungsamt Uznach am 21. September 2010 wegen Führens eines nicht
betriebssicheren Fahrzeugs (ungenügendes Profil an beiden Hinterreifen) und
Benützens der Nationalstrasse ohne gültige Vignette mit Fr. 300.- gebüsst.
Nachdem sich X.Y. unter anderem im Januar und Februar 2009 an Raubüberfällen und
Einschleichdiebstählen beteiligt und Feuer in einem Wartehäuschen des Bahnhofs
Walenstadt entfacht hatte, wurde er vom Kreisgericht Werdenberg-Sarganserland am
20. Mai 2010 wegen bandenmässigen Raubes, bandenmässigen Diebstahls,
mehrfachen Hausfriedensbruchs, Hehlerei, Entwendung eines Motorfahrzeugs zum
Gebrauch, mehrfacher einfacher Verkehrsregelverletzung, mehrfacher
Widerhandlungen gegen das Betäubungsmittelgesetz und Widerhandlung gegen das
kantonale Feuerschutzgesetz zu einer Freiheitsstrafe von 29 Monaten und einer Busse
von Fr. 400.- verurteilt. Gleichzeitig wurde die von der Jugendanwaltschaft am
30. Oktober 2007 ausgefällte zweimonatige Einschliessungsstrafe widerrufen und die
Gesamtstrafe auf 30 Monate festgesetzt, wobei der Vollzug für 24 Monate bei einer
Probezeit von zwei Jahren aufgeschoben wurde. Es wurde Bewährungshilfe
angeordnet und X.Y. angewiesen, sich einer ambulanten psychotherapeutischen
Behandlung zu unterziehen. Das Urteil wurde vom Kantonsgericht St. Gallen am
24. Januar 2011 bestätigt (vgl. Auszug aus dem Strafregister; act. 10/711 und 712). Der
unbedingt ausgesprochene Teil der Freiheitsstrafe ist vollzogen.
C./ Das Migrationsamt widerrief am 7. Juli 2011 die Niederlassungsbewilligung. Den
dagegen am 22. Juli 2011 erhobenen Rekurs wies das Sicherheits- und
Justizdepartement des Kantons St. Gallen (nachfolgend Vorinstanz) am 26. April 2012
ab.
D./ Gegen den Entscheid vom 26. April 2012 erhob X.Y. (nachfolgend
Beschwerdeführer) durch seinen Rechtsvertreter mit Eingabe vom 11. Mai 2012 und
Ergänzung vom 25. Juni 2012 Beschwerde beim Verwaltungsgericht mit dem
Rechtsbegehren, unter Kosten- und Entschädigungsfolge sei der angefochtene
Entscheid aufzuheben und vom Widerruf der Niederlassungsbewilligung abzusehen.
Unter Verzicht auf eine Vernehmlassung beantragte die Vorinstanz am 2. Juli 2012, die
Beschwerde sei unter Kostenfolge abzuweisen. Am 18. Januar 2013 ging ein
rechtskräftiger Strafbefehl des Untersuchungsamts Altstätten vom 6. Dezember 2012
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ein, mit welchem der Beschwerdeführer wegen Übertretung des
Betäubungsmittelgesetzes und Fahrens in fahrunfähigem Zustand – er hatte am
19. Juni 2012 einen Personenwagen nach dem Konsum von Cannabis gelenkt – zu
einer Geldstrafe von zwanzig Tagessätzen zu je Fr. 70.- und einer Busse von Fr. 200.-
verurteilt worden war. Der Strafbefehl wurde dem Rechtsvertreter des
Beschwerdeführers gleichentags per Fax und mit dem Hinweis auf die für 24. Januar
2013 vorgesehene Behandlung der Beschwerdesache zur Kenntnis gebracht
Auf die Ausführungen des Beschwerdeführers zur Begründung seiner Anträge wird,
soweit erforderlich, in den Erwägungen eingegangen

## Considerations

Darüber wird in Erwägung gezogen:
1. (...).
2. Die Beschwerde richtet sich gegen den Widerruf der Niederlassungsbewilligung,
welche dem Beschwerdeführer am 18. Juni 1997 erteilt wurde.
2.1. Nach Art. 63 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die Ausländerinnen und
Ausländer (SR 142.20, abgekürzt AuG) kann die Niederlassungsbewilligung unter
anderem widerrufen werden, wenn die Voraussetzungen nach Art. 62 lit. b AuG erfüllt
sind. Gemäss Art. 62 Ingress und lit. b AuG kann die zuständige Behörde
Bewilligungen widerrufen, wenn der Ausländer zu einer längerfristigen Freiheitstrafe
verurteilt wurde. Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung ist diese
Voraussetzung erfüllt, wenn gegenüber dem Ausländer eine Freiheitsstrafe von mehr
als einem Jahr ausgesprochen wurde (BGE 135 II 377 E. 4.1). Ob die Strafe bedingt,
teilbedingt oder unbedingt ausgesprochen wurde, spielt keine Rolle (vgl. BGer
2C_453/2011 vom 28. November 2011 E. 2.2.1 mit Hinweis). Hingegen ist auf das
Zusammenrechnen verschiedener Freiheitsstrafen von einem Jahr oder weniger zu
verzichten. Der Widerrufsgrund ist vielmehr (nur) dann erfüllt, wenn eine Strafe für sich
alleine das Kriterium der Längerfristigkeit erfüllt, d.h. die Dauer von einem Jahr
überschreitet (vgl. BGE 137 II 297 E. 2.3).
Der Beschwerdeführer wurde mit Urteil des Kreisgerichts Werdenberg-Sarganserland
vom 20. Mai 2010, welches vom Kantonsgericht am 24. Januar 2011 bestätigt wurde,
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wegen bandenmässigen Raubes, bandenmässigen Diebstahls, mehrfachen
Hausfriedensbruchs, Hehlerei, Entwendung eines Motorfahrzeuges zum Gebrauch,
mehrfacher einfacher Verkehrsregelverletzung, mehrfacher Widerhandlung gegen das
Betäubungsmittelgesetz und Widerhandlung gegen das kantonale Feuerschutzgesetz
unter Einbezug der am 30. Oktober 2007 von der Jugendanwaltschaft Uznach bedingt
ausgesprochenen und widerrufenen Einschliessungsstrafe von zwei Monaten zu einer
Freiheitsstrafe von 30 Monaten und einer Busse von Fr. 400.- verurteilt. Das Gericht
ahndete die am 20. Mai 2010 beurteilten strafbaren Handlungen des
Beschwerdeführers - insbesondere die bandenmässig begangenen Raubüberfälle und
Einschleichdiebstähle – mit einer Freiheitsstrafe von 29 Monaten. Der
Beschwerdeführer stimmt deshalb zu Recht mit der Vorinstanz darin überein, dass die
Voraussetzungen von Art. 62 Ingress und lit. b AuG erfüllt sind. Der Widerruf der
Niederlassungsbewilligung erweist sich grundsätzlich als rechtmässig.
2.2. Sowohl Art. 63 Abs. 1 als auch Art. 62 Ingress und lit. b AuG sind als
"Kann-"Bestimmungen formuliert und räumen der zuständigen Behörde einen
gewissen Ermessensspielraum ein. Zu prüfen ist dementsprechend die
Verhältnismässigkeit der Massnahme.
2.2.1. Eine Interessenabwägung aufgrund des Landesrechts (Art. 96 Abs. 1 AuG) ist in
jedem Fall, eine solche aufgrund des Völkerrechts (Art. 8 Ziff. 2 der Europäischen
Konvention zum Schutze der Menschenrechte und Grundfreiheiten; SR 0.101,
abgekürzt EMRK) immerhin dann vorzunehmen, wenn die betroffene Person das Recht
auf Achtung des Privat- und Familienlebens im Sinne von Art. 8 Ziff. 1 EMRK
beanspruchen kann (vgl. BGer 2C_932/2011 vom 7. Juni 2012 E. 3.2). Gemäss Art. 96
Abs. 1 AuG berücksichtigt die zuständige Behörde bei der Ermessensausübung die
öffentlichen Interessen und die persönlichen Verhältnisse sowie den Grad der
Integration der Ausländerinnen und Ausländer. Dabei sind namentlich die Schwere des
Verschuldens bei Straftaten, die Dauer der bisherigen Anwesenheit sowie die dem
Betroffenen und seiner Familie drohenden Nachteile zu berücksichtigen (vgl. BGE 135
II 377 E. 4.3 mit Hinweisen).
An die Schwere des Verschuldens sind umso strengere Anforderungen zu stellen, je
länger der Betroffene in der Schweiz gelebt hat. Indessen schloss die
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bundesgerichtliche Rechtsprechung zum früheren Bundesgesetz über den Aufenthalt
und die Niederlassung von Ausländern selbst bei einem Betroffenen, der in der
Schweiz geboren und sein ganzes bisheriges Leben in der Schweiz verbracht hatte
(Ausländer der "zweiten Generation") bei Gewalt-, Sexual- und
Betäubungsmitteldelikten bzw. wiederholter Straffälligkeit eine Ausweisung nicht aus
(vgl. BGE 122 II 433 E. 2c; 130 II 176 E. 4.4.2). Neben dem strafrechtlichen Verschulden
sind insbesondere die Art und Schwere der Straftat(en), die durch die Straftat
verletzten Rechtsgüter, die Art und Umstände der Tatbegehung (einfache oder
mehrfache Delinquenz) sowie das Verhalten nach der Tat zu berücksichtigen. Dem
strafrechtlichen Resozialisierungsgedanken ist zwar im Rahmen der umfassenden
Interessenabwägung Rechnung zu tragen. Die Prognose über das Wohlverhalten ist
jedoch nicht ausschlaggebend, weil aus der Sicht der Ausländerbehörden das
Interesse der öffentlichen Ordnung und Sicherheit im Vordergrund steht. Aus
ausländerrechtlicher Sicht ist das Risiko eines Rückfalls umso weniger hinzunehmen, je
schwerer die Tat wiegt, welche die ausländische Person verübt hat. Im Zusammenhang
mit Gewaltdelikten muss selbst ein geringes Restrisiko nicht in Kauf genommen
werden (vgl. S. Hunziker, in: Caroni/Gächter/Thurnherr [Hrsg.], Bundesgesetz über die
Ausländerinnen und Ausländer, Stämpflis Handkommentar, Bern 2010, N 12 zu Art. 63
AuG mit Hinweisen auf die bundesgerichtliche Rechtsprechung). Was das Interesse an
der Fernhaltung betrifft, darf bei ausländischen Personen, die nicht unter das
Abkommen vom 21. Juni 1999 zwischen der Schweizerischen Eidgenossenschaft
einerseits und der Europäischen Gemeinschaft und ihren Mitgliedstaaten anderseits
über die Freizügigkeit (SR 0.142.112.681) fallen, im Rahmen der Interessenabwägung
auch generalpräventiven Gesichtspunkten Rechnung getragen werden (vgl. BGer
2C_932/2011 vom 7. Juni 2012 E. 3.2 mit Hinweisen auf weitere Rechtsprechung).
2.2.2. Das Verschulden des Beschwerdeführers bei den im Januar und Februar 2009
begangenen Straftaten wiegt schwer. Entsprechend den Feststellungen im Strafurteil
hat der Beschwerdeführer sich mangels sinnvoller Freizeitbeschäftigung offenbar aus
purer Langeweile und einer gewissen Abenteuerlust an Raubüberfällen in Buchs und
Chur beteiligt. Dabei wurden zufällig anwesende Passanten angesprochen und – auch
unter Gewalt, zum Teil versucht, zum Teil vollendet – ausgeraubt. In einem der Fälle hat
der Beschwerdeführer als erster und unvermittelt auf den Kopf des Geschädigten
eingeschlagen. Diese Geringschätzung der körperlichen und seelischen Integrität völlig
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unbekannter Opfer stimmt bedenklich. Der Beschwerdeführer hat sich zudem an
bandenmässig begangenen Diebstählen beteiligt und ein Motorfahrzeug zum Gebrauch
entwendet, was von einer nicht nachvollziehbaren Gleichgültigkeit gegenüber fremdem
Eigentum zeugt. Straferhöhend wirkten sich zudem die Vorstrafen, insbesondere die
Delinquenz während der Probezeit, aus. Der Beschwerdeführer hat sich schliesslich
trotz des laufenden Untersuchungsverfahrens nicht an die Rechtsordnung gehalten.
Strafmindernd wurden das Verhalten des Beschwerdeführers, insbesondere sein
Geständnis, im Verfahren und sein jugendliches Alter berücksichtigt. Zudem erschien
dem Strafgericht, dass der Beschwerdeführer seine Taten bedauerte, wenn nicht gar
bereute.
Bei der Beurteilung der Rückfallgefahr ist zu berücksichtigen, dass das klaglose
Verhalten des Beschwerdeführers im Strafvollzug für sich alleine eine solche Gefahr
nicht auszuschliessen vermag (vgl. BGer 2A.688/2005 vom 4. April 2006 E. 3.1.3). Der
Beschwerdeführer hat die an sich schweren Straftaten als Jugendlicher bzw. im
jugendlichen Alter von 19 Jahren (vgl. dazu BGE 118 IV 342 E. 2d) begangen. Er wurde
deshalb im Strafurteil vom 20. Mai 2010 mit Blick auf seine offensichtlich mangelnde
Reife und Entwicklung in bestimmten Lebenslagen angewiesen, sich einer ambulanten
Psychotherapie zu unterziehen. Der Bericht der Bewährungshilfe vom 11. April 2011
äussert sich zur Mitwirkung des Beschwerdeführers bei der Aufarbeitung der Delikte
positiv. Insbesondere wird darin nicht von einer ernsthaften Gefahr, dass der
Beschwerdeführer wieder bandenmässig auftritt, ausgegangen. Dieser in jenem
Zeitpunkt durchaus günstigen Beurteilung der Prognose steht entgegen, dass der
Beschwerdeführer am 19. Juni 2012 nach dem Konsum von Marihuana – die Analyse
der Blutprobe ergab einen THC-Gehalt von 9,8 μg/l, bei einer Nachweisgrenze von 1,5
μg/l (vgl. Art. 34 Ingress und lit. a der Verordnung des ASTRA zur
Strassenverkehrskontrollverordnung, SR 741.013.1) - einen Personenwagen lenkte.
Entsprechend der gesetzlichen Vermutung in Art. 31 Abs. 2 des
Strassenverkehrsgesetzes (SR 741.01) in Verbindung mit Art. 2 Abs. 2 lit. a der
Verkehrsregelnverordnung (SR 741.11) gilt ein Fahrzeuglenker als fahrunfähig, wenn in
seinem Blut Tetrahydrocannabinol (THC) nachgewiesen wird. Der Beschwerdeführer
gab zudem an, ungefähr seit anfangs Mai 2012 wöchentlich zwei Joints zu rauchen.
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Obwohl dem Beschwerdeführer vom Migrationsamt mit Schreiben vom 18. Mai 2011
das rechtliche Gehör zum vorgesehenen Widerruf seiner Niederlassungsbewilligung
gewährt worden war – ihm mithin die Bedeutung seines Verhaltens für einen weiteren
Verbleib in der Schweiz bewusst sein musste – nahm er – indem er am 19. Juni 2012
einen Personenwagen nach dem Konsum von Cannabis lenkte – eine erhebliche
Gefährdung anderer Verkehrsteilnehmer in Kauf. Unter diesen Umständen bestehen
erhebliche Zweifel am Bestreben des Beschwerdeführers, sich in Zukunft an die
schweizerische Rechtsordnung zu halten. Darauf deutet auch hin, dass er anfangs Mai
2012 einen regelmässigen Cannabiskonsum aufnahm.
Unter Berücksichtigung des Verschuldens, der Rückfallgefahr und des nach wie vor
mangelnden Bestrebens, sich an die schweizerische Rechtsordnung zu halten wiegt
das öffentliche Interesse am Entzug der Niederlassungsbewilligung des
Beschwerdeführers insgesamt schwer.
2.2.3. Den öffentlichen Interessen sind im Rahmen der Verhältnismässigkeitsprüfung
die privaten Interessen des Beschwerdeführers an seinem Verbleib in der Schweiz
gegenüberzustellen.
Der Beschwerdeführer hat sein ganzes bisheriges Leben in der Schweiz verbracht. Er
wurde im St. Galler Oberland sozialisiert, wo er den Kindergarten besuchte, die Primar-
und Realschule absolvierte und – trotz des laufenden Strafverfahrens - im Juli 2010 die
Ausbildung zum Polymechaniker erfolgreich abschloss. Im Oktober 2010 trat er in G./
GR eine Stelle an. Sein Arbeitsverhältnis als Mitarbeiter in der Produktion Optik bei der
T. AG ist seit 1. August 2012 unbefristet. Die Arbeitgeberin stellt ihm ein gutes Zeugnis
aus. In beruflicher Hinsicht ist der Beschwerdeführer mithin in der Schweiz integriert.
Der volljährige Beschwerdeführer wohnt zusammen mit seinen Eltern und seiner
jüngeren Schwester in Sargans. In der Beschwerde wird geltend gemacht, die
Beziehung zur Familie sei gelebt und eng, so dass sich der Beschwerdeführer auf den
Schutz des Familienlebens berufen könne. Beziehungen zwischen Erwachsenen, also
auch zwischen Eltern und erwachsenen Kindern, geniessen nicht ohne weiteres den
Schutz von Art. 8 EMRK, wenn keine zusätzlichen Elemente einer Abhängigkeit
bestehen, die über die übliche gefühlsmässige Bindung hinausgeht. Hingegen trifft es
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zu, dass das Zusammenleben volljähriger Kinder, die noch keine eigene Familie
gegründet haben, mit ihren Eltern oder anderen Familienangehörigen als Familienleben
im Sinn von Art. 8 EMRK gilt (vgl. J. Meyer-Ladewig, EMRK-Handkommentar,
3. Aufl. 2011, N 52 zu Art. 8 EMRK mit Hinweisen auf die Rechtsprechung). Der
mittlerweile 22-jährige Beschwerdeführer hat bisher stets in einem gemeinsamen
Haushalt mit seinen Eltern und seiner Schwester gelebt. Bei der Gewichtung seiner
privaten Interessen ist zu berücksichtigen, dass der Widerruf der
Niederlassungsbewilligung deshalb einen erheblichen Eingriff in sein Familienleben
bedeutet. Indem sich der Beschwerdeführer trotz des laufenden Verfahrens bezüglich
seines Aufenthaltsrechts in der Schweiz nicht an die schweizerische Rechtsordnung
gehalten hat, relativierte er selbst indessen die Bedeutung seiner Verankerung im
familiären und beruflichen Umfeld in der Schweiz.
Der Verlust der Niederlassungsbewilligung führt - entgegen der vorinstanzlichen
Formulierung – nicht zu einer "Rückkehr" des Beschwerdeführers in seine Heimat. In
der Beschwerde wird geltend gemacht, die Ausweisung führe zu einem Neuanfang in
einem völlig neuen Umfeld und in einem Land, zu dem der Beschwerdeführer keine
Beziehung habe. Es ist anzuerkennen, dass der Beschwerdeführer unter
wirtschaftlichen und persönlichen Schwierigkeiten ein neues Beziehungsnetz wird
aufbauen müssen. Indessen ist aufgrund seines Umfeldes, in welchem er sich in der
Schweiz bewegte, davon auszugehen, dass er auch mit den Gepflogenheit des
kroatischen Kulturkreises einigermassen vertraut ist. Zudem wird ihm seine gute
schulische und berufliche Ausbildung und Qualifikation den Aufbau einer Existenz in
Kroatien erleichtern.
2.2.4. Zusammenfassend ergibt sich, dass das öffentliche Interesse am Widerruf der
Niederlassungsbewilligung schwer wiegt. Das Verschulden des Beschwerdeführers bei
zunehmend schweren Straftaten, bei denen er schliesslich auch körperliche Gewalt
gegen beliebige Personen einsetzte, wiegt sehr schwer. Die Prognose hinsichtlich
seines zukünftigen Wohlverhaltens wird durch den Umstand geprägt, dass er trotz des
hängigen Verfahrens bezüglich seines Aufenthaltsrechts in der Schweiz und einer
angeordneten Psychotherapie sich nicht an die schweizerische Rechtsordnung hielt,
sondern seit anfangs Mai 2012 wöchentlich zwei Joints raucht und als Fahrzeuglenker
nach dem Konsum von Cannabis eine erhebliche Gefährdung anderer
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Verkehrsteilnehmer in Kauf nahm. Das private Interesse am Belassen der
Niederlassungsbewilligung des in der Schweiz geborenen und aufgewachsenen
Beschwerdeführers, das in seiner familiären und beruflichen Integration in der Schweiz
zum Ausdruck kommt, wird dadurch relativiert, dass er über eine in wirtschaftlicher
Hinsicht tragfähige schulische und berufliche Ausbildung verfügt, mit dem kroatischen
Kulturkreis nicht völlig unvertraut ist und mit seinem Verhalten während des laufenden
Verfahrens die Bedeutung der familiären und beruflichen Verankerung in der Schweiz
selbst relativiert hat. Insgesamt überwiegen damit die öffentlichen Interessen am
Widerruf der Niederlassungsbewilligung die privaten Interessen des Beschwerdeführers
an deren Beibehaltung.
3. (...).
4. (...).