# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** e51568c8-97f5-5beb-85c9-53687a31fcfc
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2020
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
1.1
Der 1969 geborene
X._
stürzte am 2
0.
Oktober 2011 beim Hinuntertragen
eines Blumentopfs
die Treppe
r
unter. Dabei zog er sich Verlet
zungen
am
rechten
Handgelenk
sowie Risse und Schnittwunden an beiden Hän
den zu
(Unfallmeldung vom
5.
Dezember 2011
,
Urk.
7/1
; Bericht
e
des
Y._
, Klinik für Unfallchirurgie, vom
20. Oktober und
1
7.
Dezember 2011,
Urk.
7/10
und
Urk.
7/11 S. 3-4
)
.
Die oberflächliche Schnitt
verletzung am beugeseitigen distalen Unterarm rechts wurde gleichentags im
Y._
, Klinik für Unfallchirurgie
,
versorgt (Urk. 7/11 S. 2).
Am 2
4.
November 2011 wurde bei der Diagnose einer
scapholunären
Bandläsion
(SL-Bandläsion)
am rechten Handgelenk operativ eine diagnostische Arthroskopie und eine offene SL-Band-
Refixation
mittels
Mitek
-Anker 2.0 durchgeführt (Operationsbericht des
Y._
, Klinik für Plastische Chirurgie und Handchirurgie, vom
2.
Dezember 2011, Urk. 7/55).
1.2
Der Unfallversicherer der Arbeitgeberin
Z._
, über welche der als Geschäfts
führer
und Eventmanager
arbeitende
X._
versichert war, d
ie
SWICA Versicherungen AG
(nachfolgend:
Swica
)
,
anerkannte das Ereig
nis vom 2
0.
Oktober 2011 als Unfall und erbrachte die gesetzlichen Leistungen (vgl. Urk. 7/
15
). Am
2
2.
August 2012
gab sie
- wie vorgängig dem Versicherten
sowie den behandelnden Ärzten
mitgeteilt (Urk. 7/54
,
7/56-57
, 7/59
) -
ein Gut
achten bei
Dr.
med.
A._
,
Spezialarzt FMH für Chirurgie, speziell Hand
chirurgie
,
in Auftrag
(Urk. 7/60)
, welches am
24. Oktober 2012
erstattet wurde (Urk. 7/
83
).
Gestützt darauf
stellte
die
Swica
mit Verfügung vom 17. Dezember 2012
ihre Leistungen
(Taggelder, Heilbehandlungen) mangels unfallkausaler Restfolgen
per 3
1.
Oktober
2012
ein
(Urk. 7/
94).
Dagegen erhob der Versicherte
am 22. Januar 2013
Einsprache
(Urk. 7/100)
und alsdann
gegen den
abweisenden
Einspracheentscheid
vom 17. April 2013 (Urk. 7/104) am
7.
Mai 2013
Beschwerde
(Urk. 7/106)
beim
damals zuständig gewesenen
Versiche
rungsgericht des Kantons Aargau.
Dieses hiess
die Beschwerde mit Urteil
im Verfahren
VBE.2013.373
vom 2
8.
März 2014
teilweise
gut
und wies die Sache zur Vornahme weitere
r
Abklä
rungen und zum anschliessenden Erlass einer neuen Verfügung an die
S
wica
zurück
(Urk. 7/112 S.
8
)
. Das Gericht
gelangte in seinen Erwägungen zum Schluss
, das Gutachten von Dr.
A._
sei
für die
Anspruchsprüfung unzu
reichend
(Urk. 7/112 S. 7
-8
).
1.3
In Nachachtung d
ieses U
rteils
holte die
Swica
das
G
utachten des
PD
Dr.
med. B._
, Facharzt
FMH für Chirurgie, speziell Handchirurgie,
vom
6.
Oktober 2014
ein
(Urk. 7/130)
. Dieser bejahte
die Unfallkausalität der
beste
henden Instabilität
aufgrund einer Bandverletzung
der rechten Hand
, empfahl eine weiterführende Operation
und
bezifferte den
Integritätsschaden
mit
25
Pro
zent (S. 8-11
und S. 13)
.
1.4
Daraufhin
liess
die
Swica
durch
Dr.
med. C._
, Facharzt
FMH für Hand
chirurgie, das Gutachten vom 2
0.
Februar 2015 erstellen (Urk. 7/148)
.
Zu den mit
Eingabe vom
6.
August 2015 gemachten Einwendungen des Versicherten
hier
gegen (Urk. 7/153) nahm
Dr.
C._
am 2
0.
September 2015 Stellung
(Urk. 7/162).
D
r.
C._
verneinte die
Unfallk
ausalität der SL-Bandläsion in seinem Gutachten
(Urk. 7/148
S. 6
)
und hielt in seiner Stellungnahme vom
20. September 2015
daran fest (Urk. 7/162
S. 6
)
. Gestützt darauf stellte die
Swica
ihre Leistungen mit Verf
ügung vom 2
8.
September 2015 per 3
1.
Oktober 2012 ein (Urk. 7/
163
). Dagegen erhob der Versicherte am
2
1.
Oktober 2015
Einsprache (Urk. 7/
167
). Während des
Einspracheverfahrens
holte die Invalidenversicherung
ein
polydisziplinäre
s
Gutachten der
Gutachtenstelle
D._
ein
, von welchem die interdisziplinäre Gesamtbe
urtei
lung
vom 1
6.
Dezember 2016
(Urk. 7/
179
)
sowie das
handchirurgische
Fach
gut
achten vom
5.
Oktober 2016 (Urk. 7/178)
zu den Akten der
Swica
genommen wurden
.
Mit Verfügungen vom
8.
August 2017 verneinte die
Sozialversiche
rungsanstalt des Kantons
Aargau
, IV-Stelle,
einen Anspruch des Versicherten auf eine Invalidenrente sowie auf berufliche Massnahmen (Urk. 7/
184 S.
1-2
). Die dagegen erhobene Beschwerde wies das Versicherungsgericht des Kantons Aar
gau mit Urteil
im Verfahren
VBE.2017.728
vom
3.
April 2018 ab (Urk. 7/184
S. 16
). Im
handchirurgische
n
Teilgutachten
des
D._
vom
5.
Oktober 2016 wurde die Unfallkausalität
der bestehenden Instabilität am rechten Handgelenk
bejaht
(Urk. 7/17
8
S.
7
Ziff.
4)
. In der Folge
teilte
die
Swica
dem Versicherten mit, dass sie auf das Gutachten der
D._
vom 1
6.
Dezember 2016 abzustellen gedenke (Urk. 7/188)
.
1.
5
Am 1
7.
September 2019 fragte die
Swica
die am handchirurgischen Gutachten der
D._
beteiligte Assistenzärztin Handchirurgie (vgl.
Urk.
7/178 S. 10)
Dr.
med. E._
an, ob sie den rein unfallbedingten Integritätsschaden beur
teilen könne
, nachdem ein solcher anlässlich der Begutachtung durch die
D._
-Gutachter nicht erhoben worden war
(Urk. 7/
190).
Am 1
7.
Oktober 2019 teilte die
D._
der
Swica
mit, dass hierfür ein Röntgenbild angefertigt werden müsse (Urk. 7/
191), woraufhin die
Swica
den Versicherten am Folgetag dahingehend informierte (Urk. 7/192).
D
er
Versicherte
opponierte
mit Eingabe vom
1
1.
Novem
ber 2019
da
gegen mit der Begründung, dass
bezüglich
des Integritäts
schadens
bereits
Dr.
B._
seine Beurteilung abgegeben habe (Urk. 7/
196
).
Die
Swica
und der Rechtsvertreter des Versicherten besprachen in der Folge laut Telefon
notiz vom 2
6.
November 2019, dass das Gutachten von
Dr.
B._
dem Exper
tenarzt der
Swica
vorzulegen sei und hernach
nur
nötigenfalls neue Röntgen
bilder anzufertigen seien (Urk. 7/198).
Aufgrund der Beurteilung durch
Dr.
med.
F._
, Facharzt
für Chirurgie, vom 3.
Dezember 2019 (Urk. 7/200)
hielt
die
Swica
mit Schreiben vom 9. Dezember 2019
(Urk. 7/201)
sowie hernach
-
mit Eingabe vom 13.
Dezember 2019 erfolgter Intervention durch den Versicherten (Urk. 7/202) -
mit Verfügung vom
3.
Januar
2020 daran fest, dass
zur Beurteilung des Anspruchs auf eine Integritätsentschädigung das Anfer
tigen von Röntgen
bildern und deren Auswertung durch
Dr.
E._
, welche das handchirur
gische Gutachten für die
D._
angefertigt habe,
notwendig sei
en
(Urk. 7/
203
= Urk. 2).
2.
D
er
Versicherte erhob am
5.
Februar
2020 Beschwerde gegen die Verfügung
der
Swica
vom
3.
Januar
2020 (Urk. 2) und beantragte, diese sei aufzuheben und es sei
von einer weiteren Begutachtung abzusehen (
Urk.
1 S. 2)
.
In ihrer Beschwer
deantwort
vom
4.
März 2020 schloss die Beschwerde
gegnerin
auf
Abweisung der Beschwerde
beziehungsweise auf Nichteintreten (
Urk.
6 S. 2)
.
Im Rahmen des zweiten Schriftenwechsels hielten beide Parteien an ihren Anträgen fest (Replik vom
8.
Juli 2020, Urk. 13; Duplik vom
7.
September 2020
, Urk.
17)
.
Die Duplik wurde dem Beschwerdeführer mit Gerichtsverfügung vom
1.
Oktober 2020 zuge
stellt
(Urk.
1
8).
Auf die Ausführungen der Parteien und die
eingereicht
en Unterlagen wird, soweit erforderlich, in den
nachfolgenden
Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Zwischenverfügungen können gemäss Art. 55 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG) in Verbindung mit
Art. 5 Abs. 2 und Art. 46 des Bundesgesetzes über das Verwaltungsverfahren (
VwVG
) bei Bejahung eines nicht wiedergutzumachenden Nachteils (Art. 46 Abs. 1
lit
. a
VwVG
) unter Erhebung aller gesetzlich vorgesehenen Rügen rechtlicher und tatsächlicher Natur angefochten werden.
Bei der Beurteilung des Merk
mals des nicht wiedergutzumachenden Nachteils im Kontext der Gutach
ten
s
an
ordnung ist gemäss der Rechtsprechung (BGE 137 V
210 E. 3.4.2.7) die
Ein
tre
tens
voraussetzung
des nicht wiedergutzumachenden N
achteils für das
erstin
stanz
li
che Beschwerdeverfahren zu bejahen, zuma
l die nicht sachgerechte Begut
achtung in der Regel einen rechtlichen und nicht nur ein
en tatsächlichen Nachteil bewir
ken wird
(vgl. auch BGE 138 V 271 E. 1.2)
.
Diese zur Invalidenversicherung ergangene Rechtsprechung findet, soweit sie vor
liegend zitiert wurde, auch im Bereich der Unfallversicherung Anwendung (BGE 138 V 318 E. 6.1 und 6.2).
1.2
Beschwerdeweise geltend gemacht werden können materielle Einwendungen beispielsweise des Inhalts, die in Aussicht genommene Begutachtung sei nicht not
wendig, weil sie
–
mit Blick auf einen ber
eits umfassend abgeklärten Sach
ver
halt
–
bloss einer Zweitmeinung entspreche (BGE 137 V 210 E. 3.4.2.7 mit Hinweisen; noch anders: BGE 136 V 156).
1.3
Nach den allgemeinen Regeln des Sozialversicherungsrechts hat der Versiche
rungs
träger den rechtserheblichen Sachverhalt abzuklären. Er ist nach dem in Art. 43 Abs. 1 ATSG statuierten Untersuchungsgrundsatz verpflichtet, die not
wen
digen Abklärungen von Amtes wegen vorzunehmen und die erforderlichen Auskünfte einzuholen. Die Verfahrensleitung liegt dabei beim Versicherungs
träger, dessen Ermessensspielraum in Bezug auf Notwendigkeit, Umfang und Zweck
mässigkeit von medizinischen Erhebungen gross ist (
in BGE 139 V 585 nicht publizierte E. 3.4 des
Urteil
s des Bundes
gerichts 8C_481/2013 vom 7. November 2013). Was zu beweisen ist, ergibt sich aus der Sach- und Rechts
lage. Gestützt auf den Untersuchungsgrundsatz ist der Sachverhalt soweit zu ermit
teln, dass über den Leistungsanspruch zumindest mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit entschieden werden kann. Die für die Beur
teilung des Leistungs
anspruchs von Amtes wegen durch
zuführenden Abklä
rungen im Sinne von Art. 43 ATSG beinhalten indessen recht
sprechungsgemäss nicht das Recht des Versicherungsträgers, eine
«
second
opinion
»
zum bereits in einem Gutachten festgestellten Sachverhalt einzuholen, wenn ihm dieser nicht passt (BGE 138 V 271 E. 1.1; Urteil des Bundesgerichts U 571/06 vom 29. Mai 2007 E. 4.2). Entscheidend dafür, ob weitere Abklärungen angeordnet werden können und müssen, ist, ob die bereits vorliegenden Gut
achten die praxisge
mässen inhaltlichen und beweismässigen Anforderungen erfüllen (Urteil des Bun
desgerichts U 571/06 vom 29. Mai 2007 E. 4.2).
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist also entscheidend, ob er für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten begründet
sind. Ausschlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Her
kunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin
führte
in der angefochtenen Verfügung
vom 3. Januar 2020
aus,
sie wolle ihren Entscheid auf das im invalidenversicherungsrechtlichen Verfahren eingeholte Gutachten der
D._
vom 1
6.
Dezember 2016 abstützen. Indes beantworte dieses die Frage nach der Integritätsentschädigung nicht. Gemäss Auskunft der
D._
benötige die
handchirurgische Teilgutachter
in
zur Beant
wortung dieser Frage
aktuelle Röntgenbilder. Sodann stellte
sich die Beschwerdegegnerin in der angefochtenen Verfügung
auf den Standpunkt, auf
die Beurteilung des Integritätsschadens im
Gutachten von
Dr.
B._
vom
6.
Oktober 2014 könne nicht abgestellt werden, da
dies
es laut der Stellungnahme ihre
s beratenden Expertenarztes Dr.
F._
vom 13. Dezember 2019 nicht plau
sibel sei (
Urk.
2 S. 1
f.
). Ferner wies sie den Beschwerdeführer auf seine
Mitwir
kungspflicht hin, wobei sie festhielt, das
Anfertigenlassen
von Röntgenbildern sei zumutbar, und unterbreitete dem Beschwerdeführer den vorgesehenen Fragen
k
atalog (
Urk.
2 S. 2
f.).
2.2
Der Beschwerdeführer wandte in seiner Beschwerde vom
5.
Februar 2020 zusam
mengefasst dagegen ein,
es liege eine ausreichend substantiierte Beurteilung
des Integritätsschadens
im Gutachten von
Dr.
B._
vor und der Sachverhalt sei diesbezüglich genügend abgeklärt, weshalb eine weitere Begutachtung auf das unzulässige Einholen einer
«
second
opinion
»
hinauslaufen würde
.
Auch die Gut
achter im
D._
-Gutachten hätten ihr Einverständnis mit der Beurteilung durch
Dr.
B._
bekundet, so im Besonderen mit den Ausführungen zum Kausalver
lauf. D
as Gutachten von
Dr.
B._
sei im Rahmen von
Art.
44 ATSG
eingeholt worden
und es dürfe nicht ohne zwingende Gründe davon abgewichen werden. Die von
Dr.
F._
vorgenommene Beurteilung sei demgegenüber einer versiche
rungsinternen Stellungnahme gleichzustellen
(
Urk.
1 S. 4).
Es spreche nichts gegen die Beweiskraft des Gutachtens von
Dr.
B._
. Dieser habe den Integ
ritätsschaden unter Berücksichtigung des Ist- sowie des voraussehbaren zukünf
tigen Zustands erläutert
(
Urk.
1 S. 5
f.
).
2.3
In ihrer Beschwerdeantwort vom
4.
März 2020 stellte sich die
Swica
zudem auf den Standpunkt,
die Verfahrenshoheit liege bis zum Abschluss des Verwaltungs
verfahrens bei ihr und es komme ihr diesbezüglich ein grosser Ermessenspielraum
zu, weswegen der richterlichen Prüfung im Zusammenhang mit den vorzuneh
menden Abklärungen die Funktion einer Plausibilitäts- beziehungsweise Miss
brauchskontrolle zukomme. Das Gericht habe eine knappe Beurteilung der Akten
lage vorzunehmen, welche den Endentscheid nicht präjudiziere (
Urk.
6 S. 5).
Sodann machte sie geltend, der Beschwerdeführer habe ihrem Vorgehen zugestimmt gehabt (
Urk.
6 S. 6
Ziff.
4).
Weiter
führte sie aus,
bei der beabsich
tigten Beurteilung der Integritätsentschädigung handle es sich nicht um ein Gut
achten im Sinne von
Art.
44 ATSG, sondern um eine versicherungsinterne medi
zinische Aktenbeurteilung, welche sie ohne Einwilligung des Beschwerdeführers durchführen könne (
Urk.
6 S. 6 f.).
Damit komme sie lediglich ihrer Abklärungs
pflicht nach, zumal
sie auf das aktuell
ste Gutachten der
D._
vom 1
6.
Dezember 2016 abstellen werde
,
und da
das Gutachten von Dr.
B._
vom
6.
Oktober 2014 mehr als fünf Jahre zurückliege
und laut Dr.
F._
unter Berücksichtigung der einschlägigen Suva-Tabellen nicht plausibel sei (
Urk.
6 S. 7).
Da auch die letzten Röntgenbilder mehr als fünf Jahre alt seien, sei die Anfertigung aktueller Röntgenbilder zur Beurteilung des Integritätsschadens notwendig
und als diag
nostische Massnahme zumutbar (Urk.
6 S. 7). Sie schloss, da die Anordnung der Röntgenuntersuchungen und nicht die Anordnung einer Begutachtung Gegen
stand der angefochtenen Verfügung bilde, sei auf die vorliegende Beschwerde nicht einzutreten
(
Urk.
6 S. 8).
2.4
In seiner Replik vom
8.
Juli 2020 brachte der Beschwerdeführer vor, die Beschwer
degegnerin habe mittels Einholung des Gutachtens von
Dr.
C._
eine unzulässige Zweitmeinung eingeholt, da sie das Gutachten von
Dr.
B._
nur wegen der Diskrepanz zum Gutachten von
Dr.
A._
für nicht beweiskräftig gehalten habe. Dabei habe sie übersehen, dass das Gutachten von
Dr.
A._
gemäss dem Gerichtsurteil des Versicherungsgerichts des Kantons Aargau man
gelhaft gewesen sei (
Urk.
13 S. 2). Ferner hielt er fest, er habe sein Einverständnis zur Begutachtung bei der
D._
nur für den Fall erteilt, dass sich aufgrund der Beurteilung durch den Vertrauensarzt eine weitere Begutachtung aufdränge. Dies sei indes mangels detaillierter Kritik am Gutachten von Dr.
B._
nicht der Fall (
Urk.
13 S. 2-4).
Sodann wären allfällige Widersprüche durch das Stellen von Ergänzungsfragen an
Dr.
B._
zu klären gewesen.
Des Weiteren führte er an, die Erstellung von Röntgenbildern erfordere eine Untersuchung und falle daher nicht unter eine Aktenbegutachtung
. Zudem sei d
ie
D._
eindeutig eine versiche
rungsexterne Einheit
. Demnach handle es sich um eine versicherungsexterne Begutachtung, welche dem Regime von Art. 44 ATSG unterstellt sei, weswegen das Einholen einer
«
second
opinion
»
verboten sei
(
Urk.
13 S. 4
f.
).
Die Verzö
gerung sei durch das nicht zulässige Einholen einer Zweitmeinung bedingt, wes
wegen das Alter des Gutachtens von
Dr.
B._
dessen Verwertbarkeit nicht entgegenstehe (
Urk.
13 S. 5).
2.5
Die Beschwerdegegnerin machte in ihrer Duplik vom
7.
September 2020 geltend, der Beschwerdeführer
habe wiederholt ein widersprüchliches Verhalten gezeigt. Er
sei mit der Begutachtung durch
Dr.
C._
einverstanden gewesen
, habe dann aber wegen der darin enthaltenen Schlussfolgerungen nicht darauf abstellen wollen
(
Urk.
17 S. 2).
Auch die Plausibilitätsprüfung durch Dr.
F._
habe der Beschwerdeführer selber vorgeschlagen geh
abt. Auch weil die Gutachter der
D._
an mehreren Stellen auf das Gutachten von
Dr.
B._
verwiesen hätten, könne bei der nun vorgesehenen Aktenbeurteilung nicht von einer unzulässigen
«
second
opinion
»
die Rede sein (
Urk.
14 S. 3).
3.
Strittig ist, ob
der Beschwerdeführer sich der von der Beschwerdegegnerin ange
ordneten Röntgenuntersuchung und deren Auswertung respektive
einer neuen
Beurteilung de
s
Integritäts
schadens
unterziehen muss, oder ob es sich dabei um das unzulässige Einholen einer
«
second
opinion
»
handelt (vgl. vorstehende E.
1.3
).
Die Beschwerdegegnerin stellte sich auf den Stan
d
punkt,
auf die Beschwerde sei gar nicht einzutreten, da sie in der angefochtenen Verfügung keine Begutachtung im Sinne von
Art.
44 ATSG angeordnet habe, sondern lediglich eine Röntgen
untersuchung (
Urk.
6 S. 8).
Genannt wurde indes auch die «entsprechende Aus
wertung» durch die handchirurgische Teilgutachterin der
D._
(
Urk.
2 S. 2). Ange
sichts dessen, dass die Röntgenuntersuchung wohl durch einen Radiologen durchgeführt würde
,
sowie
in Anbetracht der vorangegangenen Anfrage nach der Beurteilung des Integritätsschadens
(vgl.
Urk.
7/
190)
, ist die angefochtene Verfü
gung so zu verstehen, dass sie die Beurteilung des Integritätsschadens in Ergän
zung des
D._
-Gutachtens vom
1
6.
Dezember 2016
beinhaltet.
Dass diese Beur
teilung abgesehen von der Röntgenuntersuchung keiner weiteren Untersuchung und Befragung des Beschwerdeführers bedarf, ist einzig dem Umstand geschuldet, dass diese handch
irurgische
Untersuch
ung bereits
am
20.
September 2016
statt
gefunden hat
(vgl.
Urk.
7/178 S.
1
).
Jedoch
wurde in der angefochtenen Verfü
gung eine Beurteilung durch eine externe Gutachterin festgelegt.
Ferner wird dieser Beurteilung eine grosse präjudizierende Wirkung zukommen, da die anbe
raumte Ergänzung des Sachverständigen
gutachtens mit Blick auf die fachfremde Materie faktisch nur beschränkt überprüfbar ist, weshalb auch die Voraussetzung eines nicht
wieder gutzumachenden
Nachteils gegeben ist (vgl. BGE 138 V 271
E. 1.2.1, 137 V 210 E. 2.5
und E. 3.4.2.4
).
Der Auffassung
der Beschwerde
gegnerin, es handle sich nicht um eine externe Begutachtung, weshalb auf die Beschwerde nicht einzutreten sei (Urk.
6 S. 8
)
,
ist
nach dem Gesagten
nicht zu folgen.
Vielmehr ist auf die Beschwerde einzutreten.
4.
4.1
Demnach ist zu prüfen, ob
die bereits vorliegenden Gut
achten die praxisgemässen inhaltlichen und beweismässigen Anforderungen erfüllen
und daher
über den Leis
tungsanspruch zumindest mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahr
scheinlichkeit entschieden werden kann.
Falls ja handelt es sich bei der von der Beschwerdegegnerin geplanten Beurteilung um das unzulässige Einholen einer
«
second
opinion
»
,
was im
vorliegenden
Beschwerdeverfahren gerügt werden kann (E. 1.
2.
vorstehend).
Dabei ist nur summarisch zu prüfen, ob es sich bei der angeordneten Gutachtens
ergänzung um das Einholen einer unzulässigen
«
second
opinion
»
handelt, bezie
hungsweise ob bereits eine genügende Beweislage vorliegt. Um diese Frage beantworten zu können, müsste die vorliegende Aktenlage auf ihre Vollständig
keit und Schlüssigkeit hin überprüft werden. Eine eingehende Überprüfung der medizinischen Aktenlage würde aber dazu führen, dass der Endentscheid im Hin
blick auf die Beurteilung der medizinischen Sachlage weitgehend präjudiziert würde. Da die Verfahrenshoheit bis zum Abschluss des Verwaltungsverfahrens bei der Beschwerdegegnerin liegt und ihr deshalb im Rahmen der Verfahrens
leitung ein grosser Ermessensspielraum bezüglich Notwendigkeit, Umfang und Zweckmässigkeit von medizinischen Erhebungen zukommt, muss im vorlie
genden Verfahren die richterliche Prüfung bei einer knappen Beurteilung der Akten
lage im Sinne einer Plausibilitäts- respektive Missbrauchskontrolle ihr Bewenden haben. Entscheidend ist, ob die Gründe, die die Beschwerdegegnerin für die Notwendigkeit der vorgesehenen Röntgenuntersuchung inklusive deren Bewertung in Bezug auf die Höhe des Integritätsschadens anführt, plausibel erscheinen (vgl. Urteile des Sozialversicherungsgerichts des Kantons Zürich UV.2020.00091 vom
8.
Oktober 2020 E. 4.1, IV.2018.00408 vom
1
3.
November 2018
E. 4.1
, Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Graubünden S 14 181 vom 2
4.
November 2015 E. 4b
).
4.2
Dr.
A._
führte in seinem Gutachten vom 2
4.
Oktober 2012 aus, der Beschwer
deführer habe beim Unfall primär eine offenbar nicht sehr tiefe Schnitt
ver
l
etzung
palmar
am Handgelenk und zusätzlich ein gewisses, aber mit Sicher
heit nicht sehr heftiges Handgelenkstrauma erlitten. Die Schnittverletzun
g
sei nach
der
Wundversorgung problemlos abgeheilt und kein Thema mehr. Über den Frühverlauf des Handgelenktraumas sei nichts bekannt, da die Hand stets in der Schiene gehalten worden sei, bis nach vier Tagen die schon am Anfang beschlos
sene Operation durchgeführt worden sei.
Dr.
A._
war sich dabei nicht sicher, ob nicht einfach eine vorbestehende
scapholunäre
Dissoziation, die schon längere
Zeit vorhanden gewesen sei (eventu
ell sogar beidseitig,
w
ie sehr häufig zu finden)
, leicht symptomatisch geworden
sei
und angesichts des Röntgenbildes ein rascher Operationsbeschluss gefasst worden sei. Der weitere Verlauf sei nicht mehr durch den Unfall, sondern durch das Operationsergebnis bestimmt gewesen. Dass
sich die
ossäre
Situation
nach
der
Entfernung der
Kirschnerdrähte
praktisch gleich darstelle wie vor der Operation, deute eher auf die Vermutung hin, dass ein Vorzustand bestanden habe
(Urk. 7/83 S. 9)
. Die Fra
ge des natürlichen Zusammenhang
s
könne
er nicht mit letzter Sicherheit beantworten. Es
gebe aber Grund
zu glauben, dass eine degenerative Veränderung im
Scapholunärbereich
vorgelegen habe, die durch das Unfallereignis radiologisch entdeckt worden sei. Das Beschwerdebild an dieser Stelle sei minimal gewesen, ein Hämatom und eine Schwellung seien nicht vorhanden und der Unfallmechanismus sei auch nicht suggestiv, um eine solche
Verletzung
wirklich auszulösen. Andererseits fänden sich häufig
scapholunäre
Dissoziationen, entweder per
Zufall oder dann bei erst
malige
m Auftreten von Schmerzen, zuweilen auch beidseitig. Es sei ihm nicht möglich, die versicherungsrechtlich entscheidende Frage der überwiegenden Wahrscheinlich
keit zu beantworten. Wenn davon ausgegangen werde, dass eine
scapholunäre
Instabilität vorbestanden habe, dann sei mit jeder Sicherheit der Status quo ante erreicht, nämlich die Kontusionsfolgen vom Sturz
abgeheilt
(Urk. 7/83 S. 10)
. Auf die Frage, ob durch den Unfall vom 2
0.
Oktober 2011 eine richtung
s
gebende oder dauernde Verschlimmerung einer vorbestehenden Gesund
heitsschädigung stattgefunden habe, antwortete der Gutachter, diese Frage müsste mit
«
Ja
»
beantwortet werden, falls der Unfall wirklich erhebliche Beschwerden in diesem
Scapholunärbereich
ausgelöst hätte. Dies sei aber ausge
sprochen nicht der Fall gewesen,
da in den primären Rapporten nur über die blutende
Wunde berichtet worden sei und mit keinem Wort ein Handgelenks
schmerz erw
ä
hnt werde, die Indikation also in erster Linie aufgrund des Röntgen
bildes gestellt worden sei (Urk. 7/
83 S. 11).
4.3
Das Versicherungsgericht des Kantons Aargau hielt in seinem Urteil VBE.2013.373 vom 2
8.
März 2014
zusammengefasst
fest,
Dr.
A._
sei von aktenwidrigen Tatsachen ausgegangen. So sei bereits am Unfalltag über Schmer
zen im rechten Handgelenk berichtet worden. Dass er einen Kausalzusammen
hang verneint habe, respektive vom Wegfall der natürlichen Unfallkausalität aus
gegangen sei, sei vor diesem Hintergrund nicht nachvollziehbar
. Es seien weitere Abklärungen erforderlich
(Urk. 7/112 S. 7-8).
4.4
Dem in der Folge eingeholten Gutachten von
PD
Dr.
B._
vom
6.
Oktober 2014 ist zu entnehmen, der Beschwerdeführer habe angegeben, sich beim Sturz nur mit einer Hand aufgefangen zu haben (Urk. 7/130 S. 1). Geklagt habe er über bewegungs- und belastungsabhängige Beschwerden im rechten Handgelenk, nicht hingegen über Ruheschmerzen. Bereits die unbelastete Bewegung des rech
ten Handgele
nks fü
hre zu stechenden Schmerzen im
Handgelenk, sowie auch die Haltung
der Hand an der Computert
a
statur
und das Halten des Mobiltelefons mit der rechten Hand
spä
testens nach fünf Minuten. Das Ausmass der Schmerz
haftigkeit habe der Beschwerdeführer bei 3 bis 5 auf der visuellen Analogskala angegeben. Nur nach schwererer Belastung verspüre er nachhaltige Schmerzen. Insbesondere abends nach Belastungen nehme er
Ponstan
ein. Dies komme ein- bis zweimal pro Monat vor (Urk. 7/130 S. 4)
.
In seiner Beurteilung führte
PD
Dr.
B._
aus, eine für längere Zei
t
vorbe
stehende (
scapholunäre
) Instabilität verursache nicht nur chronische Schmerzzu
stände,
wofür es in der Vorgeschichte des Beschwerdeführers keine Hinweise gebe,
sondern auch eine
stadienhafte
arthrotische
Destruktion der Handwurzel bis hin zum karpalen Kollaps
. Der Beschwerdeführer weise keine degenerativen Knorpelveränderungen im rechten Handgelenk respektive der Handwurzel auf, was radiologisch sowie intraoperativ festgestellt worden sei. Dies spreche gegen eine lange vor dem Unfallereignis vom 2
0.
Oktober 2011 vorbestehende Verän
derung und somit gegen die Vermutung von
Dr.
A._
(Urk. 7/130 S. 8).
Weiter
gab
PD
Dr.
B._
a
n
, unabhängig von der für die SL-Band-Rekon
struktion gewählten Operationsmethode
werde die Handwurzel-Stabili
sierung auf Kosten der Beweglichkeit durchgeführt. Dies bede
u
te, dass meist eine Einschrän
kung der Beweglichkeit persistiere, dafür aber die Entwicklung einer posttrau
matischen Arthrose vermied
e
n oder verzögert werde. Selbst eine operativ gut stabi
li
sierte Handwurzel sei für die dauerhafte schwere manuelle Arbeit nicht geeignet, sodass der Beschwerdeführer mit bleibenden Nachteilen zu rechnen habe. Zusätzlich dürfe auch die partielle TFCC-Ruptur an der
ulnaren
Aufhän
gung nicht vernachlässigt werden. Bereits bei der heutigen Untersuchung zeige sich eine gewisse Krepitation im distalen
Radioulnargelenk
. Die Entwicklung einer
fortschreitenden Instabilität in diesem Gelenk sowie einer posttrauma
tischen Arthrose könnten nicht ausgeschlossen werden. Von Seiten der stattge
habten Schnittverletzung am distalen Unterarm seie
n
hingegen keine Folge
schäden zu befürchten (Urk. 7/130 S. 9).
Im Ergebnis hielt
PD
Dr.
B._
fest, die vom Beschwerdeführer geschilderten Beschwerden seien kohärent mit den klinischen und radiologischen Unter
suchungsbefunden; mithin seien sie objektivierbar. Seiner Einschätzung nach sei das Unfallereignis vom 2
0.
Oktober 2011 eindeutig und alleinig Ursache der vorliegenden Verletzungen und ihrer Folgen (Urk. 7/130 S. 10).
Des Weiteren empfahl
PD
Dr.
B._
eine
Scaphoid
-Stabilisierungsoperation zur Besserung der aktuellen belastungsabhängigen Schmerzsymptomatik sowie zur Vermeidung oder Verzögerung der Entwicklung einer posttraumatischen Arthrose des rechten Handgelenks. Bei einem positiven Operationsresultat sei von einer weitgehenden Schmerzbefreiung auszugehen, jedoch sei ein bleibender Nachteil bezüglich der eingeschränkten Beweglichkeit des rechten Handgelenks sehr wahrscheinlich (Urk. 7/130 S. 11).
Bezüglich des Integritätsschadens hielt er fest, dieser sei mit voraussichtlich dauerhaft eingeschränkter Beweglichkeit und potentieller posttraumatischer Arth
rose mit allfälliger Notwendigkeit einer (teilweisen) Handgelenksversteifung gemäss Suva-Tabelle mit 15
%
zu veranschlagen. Zusätzlich
sei mit der partiellen TFCC-Läsion eine Beeinträchtigung der
Umwendbewegung
möglich. Hierfür ver
anschlage er unter Berücksichtigung der zukünftigen potentiellen Veränderungen einen Integritätsschaden von 10
%
. Somit liege das Gesamtausmass des Integri
tätsschadens bei der vorliegenden Funktionsstörung bei 25
%
, wobei berück
sichtigt sei, dass die dominante rechte Hand betroffen sei (Urk. 7/130 S. 13).
4.5
Die
Swica
hielt in der Folge am 2
8.
Oktober 2014 fest, insbesondere aufgrund der bei
PD
Dr.
B._
- im Vergleich zur Vorbegutachtung - geänderten subjektiven Angaben des Beschwerdeführers sei eine weitere Beg
utachtung erforderlich (Urk. 7/
134 S. 1). Der daraufhin von der
Swica
mit einer Begutachtung beauf
tragte
Dr.
C._
hielt am 2
0.
Februar 2015 fest, der Beschwerdeführer habe eine korrekte Untersuchung seiner verletzten Hand verunmöglicht (Urk. 7/149). In seinem gleichentags verfassten Gutachtensentwurf rekonstruierte er den Unfall
hergang (Urk. 7/148 S. 3) und gelangte unter Würdigung der biomechanischen Grundlagen zum Schluss, dass der Sturz vom 2
0.
Oktober 2011 nicht geeignet gewesen sei, eine Verletzung des SL-Bandes zu verursachen (Urk. 7/148 S. 4-5). Zudem wies er auf die in den Jahren 1998, 2004 und 2009 erlittenen Unfälle hin (Urk. 7/148 S. 2)
sowie
darauf, dass die im MRI-Befund vom 1
4.
November 2011
ersichtlichen zystischen Läsionen in den Vorgutachten nicht ausreichend gewür
digt worden seien (Urk. 7/148 S. 5-6).
In seiner Stellungnahme vom
2
0.
Septem
ber 2015
hielt er im Ergebnis an seinem Gutachten vom 20.
Februar 2015 fest (Urk. 7/162 S. 8).
4.6
Dem handchirurgischen Teilgutachten des
D._
vom
5.
Oktober 2016
sind folgende Diagnosen
zu entnehmen
(Urk. 7/178 S. 7):
-
reponible
scapholunäre
Instabilität rechts nach Ruptur am 20. Oktober 2011 und
ossärer
Refixation
scaphoidal
am 2
4.
November 2011
-
partielle volare TFCC-Desinsertion mit grenzwertiger Instabilität des distalen
Radioulnargelenkes
rechts
-
Zustand nach oberflächlicher Schnittverletzung am distalen Unterarm rechts
Zudem wurde sinngemäss ausgeführt, bei einem Sturz auf einer steilen Treppe sei es plausibel, dass der Beschwerdeführer reflexartig versucht habe, sich mit den Händen aufzufangen
. In Kombination mit den sofort einsetzenden Beschwerden, den dazu passenden diagn
o
s
tis
chen Befunden sowie de
n
au
s
bleibenden
arthro
tischen
Veränderungen in der Arthroskopie
sehe man die Unfallkausalität als gegeben
(Urk. 7/178 S. 7
Ziff.
4).
Ferner hielten die Gutachterpersonen fest, nach einer Naht des SL-Bandes bezie
hungsweise nach einer
Refixation
bestehe die häufigste Komplikation in einer Re-Ruptur des Bandes. Diese könne wie bei primärer Instabilität im Verlauf zu einer progredienten zunächst radiokarpalen und danach mitkarpalen Arthrose und im weiteren Verlauf zum Kollaps der Handwurzel führen. Um diesem Prozess vorzubeugen beziehungsweise um den Prozess hinauszuzögern bei noch intakten Knorpelverhältnissen wie beim Beschwerdeführer
,
empfehle es sich nach dem aktuellen Stand der Wissenschaft
,
eine stabilisierende SL-Bandrekonstruktion durchzuführen. Dies vor allem bei jungen Patienten und Patienten im mittleren Alter mit beruflichen oder sportlichen manuellen Ansprüchen auch bei Beschwer
defreiheit (Urk. 7/178 S.
7-
8).
Zur Arbeitsfähigkeit aus handchirurgischer Sicht äusserten sie sich dahingehend, dass bei der aktuellen Situation mit instabiler proximaler Handwurzelreihe an der rechten dominante
n
Hand von einer Einschränkung für mittelschwere sowie schwere manuelle Tätigkeiten auszugehen sei. Einerseits wegen der Auslösung von nachwirkenden Schmerzen und andererseits um eine fortschreitende Karpal
arthrose so gut es gehe hinauszuzögern (Urk. 7/178 S. 8).
Zudem sollten in der aktuellen instabilen Handwurzelsituation häufige leichte manuelle Tätigkeiten unterlassen werden
. Zusammenfassend sei von belastenden und von repetitiven
leichten Tätigkeiten mit Beteiligung des rechten Handgelenks abzuraten
. Die rechte Hand könne höchstens als Hilfshand für leichte Tätigkeiten eingesetzt werden. Falls der Beschwerdeführer diese Hand vermehrt einsetzen müsse, werde es unweigerlich zu Einklemmungen und weitere
r
Abnützung am Handgelenk kommen. Dann wären der Kollaps des Handgelenks und die schmerzhafte
Einstei
fung
nicht mehr abzuwenden
(Urk. 7/178 S. 9).
Als medizinische Massnahme zu empfehlen sei eine
Scaphoid
-Stabilisierungs
operation zur Verbesserung der belastungsabhängigen Schmerzen sowie zur Ver
zögerung und im besten Fall Vermeidung der Entwicklung einer posttrauma
tischen Arthrose. Die Stabilisierungsoperation führe normalerweise zu einer leicht eingeschränkten, jedoch zu einer schmerzfreien Beweglichkeit im Handgelenk (Urk. 7/178 S. 9).
4.
7
Dr.
F._
nahm am
3.
Dezember 2019
eine Plausibilitätsprüfung der Einschät
zung des Integritätsschadens durch
PD
Dr.
B._
vor
(Urk. 7/
200
S. 1
)
. Dabei gelangte er zum Ergebnis, diese Beurteilung sei nicht plausibel. Grundsätzlich müsse für die Beurteilung die Tabelle 1 der Suva
(Revision 2000) betreffend Integ
ritätsschaden bei Funktionsstörungen an den oberen Extremitäten
und davon al
s Referenzwert die völlige Gebrauchsunfähigkeit einer oberen Extremität herange
zogen werden, welche mit 50
%
bewertet werde. Einem 25%igen Integritäts
schaden würde eine Hand in Streckstellung bei steifer Pro- und Supination entsprechen. Gemäss Tabelle 6 betreffend Integritätsschaden bei Gelenksinstabi
litäten sei eine mässige Instabilität im Bereich des Handgelenks respektive der Handwurzel mit 0 bis 5
%
zu bewerten. Gemäss Tabelle 5 betreffend Integritäts
schaden bei Arthrosen sei eine mässige Arthrose der Handwurzel mit 5 bis 10
%
zu bewerten, wobei eine solche beim Beschwerdeführer nicht vorliege.
Die Kraft
entfaltung sei zwar im Vergleich zur linken Seite eingeschränkt, aber ebenfalls als gut zu bezeichnen, und die Beweglichkeit im Handgelenk sei gemäss Gut
achten gut. Auch für einen medizinisch überschaubaren Zeitraum von circa fünf Jahren sei aufgrund der Befunderhebung im Gutachten vom
6.
Oktober 2014 unter Heranzi
e
hen der obgenannten Suva-Tabellen kein entschädigungspflich
tiger Integritätsschaden zu erkennen
. Weiter hielt
Dr.
F._
fest, zur end
gültigen Festsetzung de
s
Integritäts
schadens
wäre
n
ein aktuelles Röntgenbild in drei Ebenen der Handwurzel und des Handgelenks sowie eine aktuelle Befunderhe
bung der Funktion der Hand sicher hilfreich (Urk. 7/200 S. 2-3).
5.
5.1
5.1.1
Erleidet die versicherte Person durch den Unfall eine dauernde erhebliche Schädigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Integrität, so hat sie Anspruch auf eine angemessene Integritätsentschädigung (Art. 24 Abs. 1
des
Bundesgesetz
es
übe
r die Unfallversicherung; UVG
). Die Integritätsentschädigung wird in Form einer Kapitalleistung gewährt. Sie darf den am Unfalltag geltenden Höchstbetrag des versicherten Jahresverdienstes nicht übersteigen und wird ent
sprechend der Schwere des Integritätsschadens abgestuft (Art. 25 Abs. 1 UVG).
Nach Art. 25 Abs. 2 UVG regelt der Bundesrat die Bemessung der Entschädigung. Von dieser Befugnis hat er in Art. 36
der
Verordnung über die Unfallversicherung (UVV)
Gebrauch gemacht. Abs. 1 bestimmt, dass ein Integritätsschaden als dau
ernd gilt, wenn er voraussichtlich während des ganzen Lebens mindestens in gleichem Umfang besteht; er ist erheblich, wenn die körperliche, geistige oder psy
chische Integrität, unabhängig von der Erwerbsfähigkeit, augenfällig oder stark beeinträchtigt wird. Gemäss Abs. 2 gelten für die Bemessung der Integri
tätsentschädigung die Richtlinien des Anhangs
3.
Fallen mehrere körperliche, geistige oder psychische Integritätsschäden aus einem oder mehreren Unfällen zusammen, so wird die Integritätsentschädigung nach der gesamten Beeinträch
tigung festgesetzt. Die Gesamtentschädigung darf den Höchstbetrag des versi
cherten Jahresverdienstes nicht übersteigen und bereits nach dem Gesetz bezo
gene Entschädigungen werden prozentual angerechnet (Abs. 3). Voraussehbare Verschlimmerungen des Integritätsschadens werden angemessen berücksichtigt. Revisionen sind nur im Ausnahmefall möglich, wenn die Verschlimmerung von grosser Tragweite ist und nicht voraussehbar war (Abs. 4).
5.1.2
Im Anhang 3 zur UVV hat der Bundesrat Richtlinien für die Bemessung der Integritätsschäden aufgestellt und in einer als gesetzmässig erkannten, nicht abschliessenden Skala (BGE 124 V 29 E. 1b mit Hinweisen) häufig vorkommende und typische Schäden prozentual gewichtet. Für die darin genannten Integritäts
schäden entspricht die Entschädigung im Regelfall dem angegebenen Prozentsatz des Höchstbetrages des versicherten Verdienstes (Ziff. 1 Abs. 1). Die Entschädi
gung für spezielle oder nicht aufgeführte Integritätsschäden wird nach dem Grad der Schwere vom Skalenwert abgeleitet (Ziff. 1 Abs. 2). Integritätsschäden, die gemäss der Skala 5 % nicht erreichen, geben keinen Anspruch auf Entschä
digung (Ziff. 1 Abs. 3). Die völlige Gebrauchsunfähigkeit eines Organs wird dem Verlust gleichgestellt; bei teilweisem Verlust und teilweiser Gebrauchsunfähigkeit wird der Integritätsschaden entsprechend geringer, wobei die Entschädigung jedoch
ganz entfällt, wenn der Integritätsschaden weniger als 5 % des Höchst
betrages des versicherten Verdienstes ergäbe (Ziff. 2).
Die Medizinische Abtei
lung der Suva hat in Weiterentwicklung der
bundesrät
lichen
Skala weitere Bemessungs
grundlagen in tabellarischer Form (sog. Fein
raster) erarbeitet. Diese von der Ver
wal
tung herausgegebenen Tabellen stellen zwar keine Rechtssätze dar und sind für das Gericht nicht verbindlich, umso weniger als Ziff. 1 Abs. 1 von Anhang 3 zur UVV bestimmt, der in der Skala ange
gebene Prozentsatz des Integritätsscha
dens gelte im Regelfall, welcher im Einzelfall Abweichungen nach unten wie nach oben ermöglicht. Soweit sie jedoch lediglich Richtwerte enthalten, mit denen die Gleichbehandlung aller Versi
cherten gewährleistet werden soll, sind sie mit dem Anhang 3 zur UVV vereinbar (BGE 124 V 29 E. 1c, 116 V 156 E. 3a).
Dementspre
chend richtet sich die Integri
täts
ent
schädigung - nur, aber immerhin - im Regel
fall nach dem
in den Suva-Tabellen
angegebenen Prozent
satz (
Urteil
des Bundes
gerichts
8C_121/2018 vom 1
4.
Juni
2018 E. 4.3.2
mit Hin
weis auf
Ziff
er
1 von Anhang 3 zur UVV).
5.1.3
Eine voraussehbare Verschlimmerung
im Sinne von
Art.
36
Abs.
4 UVV
(vgl. vor
stehende E. 5.1.1 am Ende)
liegt vor, wenn im Zeitpunkt der Festsetzung der Integ
ritätsentschädigung eine Verschlimmerung als wahrscheinlich prognosti
ziert und damit auch geschätzt werden kann. Die blosse Möglichkeit einer Ver
schlimmerung des Integritätsschadens genügt hingegen nicht
(Urteile des Bun
desgerichts
8C_32/2010 vom
6.
September
2010 E. 2.6.2
und 8C_76/2013 vom 2
3.
Juli 2013 E. 3.4.1, je
mit Hinweisen).
5.2
PD
Dr.
B._
legte in seinem Gutachten vom
6.
Oktober 2014 dar, die Ent
wicklung einer fortschreitenden Instabilität sowie einer posttraumatischen Arth
rose im distalen
Radioulnargelenk
«könnten nicht ausgeschlossen werden» (Urk. 7/130 S. 9). In Einklang damit steht seine Angabe,
dass mittels
Handwurzel-Stabilisierung
die
Entwicklung einer posttraumatischen Arthrose vermieden oder verzögert
werden könne (Urk. 7/130 S. 9
und S. 11
), was eine solche nur als möglich, nicht aber als wahrscheinlich erscheinen lässt.
Ebenso sprach er in seiner Beurteilung des Integritätsschadens lediglich von einer «potentiellen» posttrau
matischen Arthrose mit
«
allfälliger
»
Notwendigkeit einer (teilweisen) Handge
lenksversteifung (Urk. 7/130 S. 13).
Auch eine Beeinträchtigung der
Umwendbe
wegung
bezeichnete er als «möglich»
, veranschlagte
jedoch
für diese zukünftigen potentiellen Veränderungen einen Integritätsschaden von 10 %
(Urk. 7/130 S. 13)
.
Vor diesem Hintergrund und angesichts dessen, dass eine bloss mögliche Verschlimmerung nicht zu berücksichtigen ist (vgl. E. 5.1.3 vorstehend), ist
es
nachvollziehbar, dass
die Beschwerdegegnerin
den Anspruch des Beschwerde
führers auf eine Integritätsentschädigung nicht
gestützt auf das Gutachten von
PD
Dr.
B._
für beurteilbar gehalten hat
.
Nach dem Gesagten ist dem Einwand des Beschwerdeführers, die Beschwerdegegnerin wolle in unzulässiger Weise eine «
second
opinion
» einholen, obwohl der massgebende Sachverhalt
im Gutachten von
PD
Dr.
B._
bereits festgestellt sei
(vgl.
Urk.
1 S. 4
Ziff.
10
ff.
)
, nicht zu folgen.
5.3
Zwar trifft das
beschwerdeweise Vorbringen (vgl.
Urk.
1 S. 5
Ziff.
14)
zu, dass die von
PD
Dr.
B._
(
vgl. Urk. 7/130 S. 11)
und auch im
D._
-Gutachten
(
vgl.
Urk.
7/178 S.
9
) vorgeschlagene Operation bisher nicht durchgeführt wurde (Urk. 7/
189 S. 1
), indes beruht der von
PD
Dr.
B._
angenommene Integri
tätsschaden auch auf der durch die empfohlene Operation zusätzlich auftretende
n
Einschränkung der Beweglichkeit (
vgl.
Urk.
7/130
S. 13
).
D
eshalb
ändert
das Nicht-Vornehmen der Operation nichts daran, dass nachvollziehbar ist, dass die Beschwerdegegnerin
das Gutachten des PD Dr.
B._
in Bezug auf die Höhe des I
n
tegritätsschadens
nicht für zureichend
hält
.
Ferner ist festzuhalten, dass
Dr.
med.
G._
, Facharzt für Handchirurgie sowie
Plastische,
Rekonstruktive
und Ästhetische Chirurgie
, in seinem Bericht vom 12. Januar 2016
grundsätzlich eine Verbesserung durch einen operativen Eingriff nicht für ausgeschlossen hielt, jedoch zugleich festhielt, dass den Beschwer
deführer eine aufgehobene Flexion/Extension bei seiner nebenberuf
lichen Tätigkeit als Musiker stören würde (Urk. 7/172 S. 2).
Er hat
also nicht auf Dauer von jedwed
er Operation abgeraten
. Mithin steht der Schluss des Beschwer
deführers, es werde unweigerlich zur von PD
Dr.
B._
prognostizierten weite
ren Ausbildung der Arthrose kommen (vgl.
Urk.
1 S. 5 Ziff. 14),
im Rahmen einer summarischen Prüfung nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit fest
.
5.
4
Bezüglich der durch PD
Dr.
B._
vorgenommenen Beurteilung des Integri
tätsschadens
entsteht
sodann
der Eindruck, dass PD
Dr.
B._
wohl
die Ein
zelwerte von 15
%
und 10
%
addiert hat und so zu
m Total von
25
%
gelangt ist (vgl. Urk.
7/130 S. 13). Angesichts dessen, dass der Schaden gesamthaft zu beur
teilen ist (vgl. E. 5.1.1 vorstehend)
,
und vor dem Hintergrund, dass
Dr.
F._
die 25
%
im Vergleich zu einer
mit 50
%
zu veranschlagenden
völligen Gebrauchs
unfähigkeit des gesamten Arms
als zu hoch erachtet
, da ein Integritätsschaden von 25
%
seiner Auffassung nach einer Hand in Streckstellung mit steifer Pro- und Supination entsprechen würde
(Urk. 7/200 S. 2
), ist nachvollziehbar, dass die Beschwerdegegnerin weitere Abklärungen für angezeigt hält.
5.5
Dabei erscheinen
Rückfragen an
PD
Dr.
B._
zum jetzigen Zeitpunkt, wo ein wesentlich aktuelleres Gutachten der
D._
vorliegt, nicht
als
geeignet
(vgl.
den
Einwand
des Beschwerdeführers in
Urk.
1 S. 5
Ziff.
17
sowie
Urk.
13 S. 3
Ziff.
4
und S. 4
Ziff.
9
)
.
Sowohl
Dr.
F._
als auch die handchirurgische Teilgutachterin der
D._
, Dr.
E._
,
halten aktuelle bildgebende Untersuchungen zur Beurteilung des Integritätsschadens für erforderlich (Urk. 7/200 S.
2-3
,
Urk.
7/
191
).
Gegen
deren
Zumutbarkeit spricht nichts und werden auch keine Gründe geltend gemacht.
5.6
Insgesamt erscheinen
nach dem Gesagten respektive nach einer summarischen Prüfung die Gründe, die die Beschwerdegegnerin für die Notwendigkeit der vor
gesehenen Röntgenuntersuchung inklusive deren Bewertung in Bezug auf die Höhe des Integritätsschadens anführt
- insbesondere die fehlende Überzeugungs
kraft des Gutachtens von PD
Dr.
B._
diesbezüglich-
, plausibel
.
Namentlich ist
sodann
nachvollziehbar, dass die Beschwerdegegnerin in Bezug auf die damals von PD
Dr.
B._
gestellte eher vage Prognose weitere Abklärungen für ange
zeigt hält, um den wahrscheinlichen Integritätsschaden beurteilen zu können. Da es sich mithin nicht um das Einholen einer unzulässigen «
second
opinion
» handelt,
ist die Durchführung der vorgeschlagenen Röntgenuntersuchung und
der
anschliessende
n
Beurteilung durch
Dr.
E._
vom
D._
nicht zu bean
standen. Dies führt zur Abweisung der Beschwerde.