# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 31b4956d-9f10-45af-8b66-e83ff9963603
**Court:** GR_KG
**Chamber:** GR_KG_004
**Year:** 2013
**Language:** de
**Jurisdiction:** GR / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

hat sich ergeben:
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I. Sachverhalt
A. X._ wurde am _1970 in O.1_ geboren. Er wuchs zusammen mit einer Schwester bei den Eltern in O.2_ auf, wo er sechs Jahre die Primar- und vier Jahre die Sekundarschule besuchte. Nach Schulabschluss begann er in O.2_ eine Ausbildung zum Plattenleger, welche er nach drei Jahren mit Erfolg abschloss. Seither arbeitet er vorwiegend im angestammten Beruf. Seit dem 1. Mai 2011 arbeitet X._ im Stundenlohn bei der A._ in O.1_ als Plattenleger. Im Winter betreibt er die Schneebar auf O.3_. Derzeit erzielt er einen Nettomonatslohn von ca. Fr. 6‘500.-- bis Fr. 7‘000.--. Im Winter verdient er monatlich netto jeweils etwa Fr. 3‘000.--. X._ hat weder Schulden noch Vermögen. 1995 heiratete er B._. Diese Ehe wurde im Jahr 2006 geschieden. Er hat zwei Kinder, welche bei der Mutter leben. An den Unterhalt der Kinder und der Ex-Frau muss X._ monatlich Fr. 2‘200.-- bezahlen. Weitere Unterhaltspflichten bestehen nicht.
Gemäss Auszug aus dem Schweizerischen Strafregister wurde X._ vom Kreispräsidenten O.2_ im Jahr 2005 wegen Fahrens in angetrunkenem Zustand und im Jahr 2009 wegen Fahrens in fahrunfähigem Zustand sowie pflichtwidrigen Verhaltens bei Unfall schuldig gesprochen. Auch im  ist X._ mehrere Male verzeichnet. So wurde ihm vom 27. Juli 2000 bis 26. Oktober 2000 sowie vom 8. März 2005 bis 7. März 2006 wegen Angetrunkenheit und vom 20. März 2010 bis 19. September 2010 wegen Übermüdung, Sekundenschlaf, jeweils der Führerausweis entzogen.
B. Am 27. Juni 2011 eröffnete die Staatsanwaltschaft Graubünden gegen X._ wegen Fahrens in fahrunfähigem Zustand, grober Verletzung von Verkehrsregeln sowie Verletzung von Verkehrsregeln eine Strafuntersuchung. Am 11. Juni 2012 erhob die Staatsanwaltschaft Anklage gegen X._. Der Anklageschrift vom selben Tag liegt folgender Sachverhalt zugrunde:
„Fahren in fahrunfähigem Zustand gemäss Art. 91 Abs. 1 Satz 2 SVG, grobe Verletzung von Verkehrsregeln gemäss Art. 32 Abs. 1 SVG, Art. 34 Abs. 4 SVG und Art. 4 Abs. 2 VRV in Verbindung mit Art. 90 Ziff. 2 SVG sowie Verletzung von Verkehrsregeln gemäss Art. 27 Abs. 1 SVG in Verbindung mit Art. 90 Ziff. 1 SVG.
Am 18. Dezember 2010 begab sich X._ zwischen 16.00 und 17.00 Uhr ins Bistro C._ an der S.1_ in O.2_. In den folgenden Stunden konsumierte er im erwähnten Lokal eine nicht näher bekannte grössere Menge alkoholischer Getränke und verliess das Gebäude um etwa 22.30 Uhr in erheblich alkoholisiertem offensichtlich nicht mehr fahrfähigem Zustand. Sodann setzte sich der Beschuldigte in Kenntnis des
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zuvor konsumierten Alkohols mit einem Blutalkoholgehalt von über 0.8 Gewichtspromille ans Steuer seines in unmittelbarer Nähe abgestellten Personenwagens Mitsubishi Lancer 1600, Kontrollschilder GR _, um damit zu seinem Studio an den S.2_ in O.2_ zu fahren.
Nun lenkte X._ gegen 22.40 Uhr sein Auto via S.3_ in den S.2_. Dabei missachtete er bewusst das auf dieser Strecke bestehende und signalisierte Fahrverbot für Motorwagen, Motorräder und Motorfahrräder (Signal 2.14). Wenige Meter vor der erwähnten Verbotstafel fuhr er mit einer Geschwindigkeit von mindestens 20 km/h auf den zu Fuss in gleicher Richtung gehenden D._ zu. Als Letztgenannter dies realisierte, musste er sich mit einem Sprung zur Seite in Sicherheit bringen; anderenfalls wäre es auf der schneebedeckten Strasse zur Kollision zwischen Fahrzeug und Fussgänger gekommen.
Ungeachtet dieses Vorfalls setzte X._ die Fahrt auf dem weiterhin schneebedeckten und nunmehr schmaleren Weg ungebremst fort, obwohl D._ gegen die Fahrzeugheckscheibe klopfte, um den Fahrer auf den voraus gehenden Hund aufmerksam zu machen. In der Folge fuhr der Beschuldigte praktisch ohne seitlichen Abstand mit mindestens 20 km/h an dem ganz am rechten Wegrand bzw. dem dortigen Schneewall stehenden Hund vorbei.
Einige Meter weiter vorne fuhr X._ auf dem schneebedeckten S.2_ mit nicht den Verhältnissen angepasster bzw. zu hoher Geschwindigkeit maximal einen Meter neben der Fussgängerin E._ vorbei. Diese hatte aufgrund der Situation ihren Hund gerade noch am Halsband ergreifen und ganz an den linksseitigen Schneewall stehen können.
Schliesslich stellte X._ sein Fahrzeug gegenüber des S.2_ ab.“
C. Anlässlich der Hauptverhandlung vom 4. Oktober 2012, zu welcher mit prozessleitender Verfügung vom 13. September 2012 vorgeladen wurde, stellte die Staatsanwaltschaft Graubünden folgende Schlussanträge:
„1. X._ sei schuldig zu sprechen des Fahrens in fahrunfähigem Zustand gemäss Art. 91 Abs. 1 Satz 2 SVG, der groben Verletzung von Verkehrsregeln gemäss Art. 32 Abs. 1 SVG, Art. 34 Abs. 4 SVG und Art. 4 Abs. 2 VRV in Verbindung mit Art. 90 Ziff. 2 SVG sowie der Verletzung von Verkehrsregeln gemäss Art. 27 Abs. 1 SVG in Verbindung mit Art. 90 Ziff. 1 SVG.
2. Dafür sei er zu verurteilen:
Zu einer Geldstrafe von 90 Tagessätzen zu je CHF 50.00, entspricht CHF 4‘500.00.
Zur Bezahlung einer Busse von CHF 100.00, ersatzweise zu einer Freiheitsstrafe von 1 Tag.
3. Die Probezeit gemäss Urteil des Kreispräsidenten O.2_ vom 18.11.2009 sei um 2 Jahre zu verlängern.
4. Kostenfolge sei die gesetzliche.“
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X._, vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Patrik Wagner, seinerseits stellte folgende Schlussanträge:
„1. Freispruch.
2. Unter gesetzlicher Kosten- und Entschädigungsfolge.“
D. Gegen das am 4. Oktober 2012 gefällte, gleichentags mündlich eröffnete und am 5. Oktober 2012 ohne schriftliche Begründung mitgeteilte Urteil des Bezirksgerichts Prättigau/Davos liess X._ mit Eingabe vom 11. Oktober 2012 Berufung anmelden, woraufhin das Bezirksgericht Prättigau/Davos den Parteien am 21. Dezember 2012 das schriftlich begründete Urteil mitteilte. Darin erkannte es wie folgt:
„1. X._ ist schuldig des Fahrens in fahrunfähigem Zustand gemäss Art. 91 Abs. 1 Satz 2 SVG, der groben Verletzung von Verkehrsregeln gemäss Art. 32 Abs. 1 SVG, Art. 34 Abs. 4 SVG und Art. 4 Abs. 2 VRV in Verbindung mit Art. 90 Ziff. 2 SVG sowie der Verletzung von Verkehrsregeln gemäss Art. 27 Abs. 1 in Verbindung mit Art. 90 Ziff. 1 SVG.
2. Dafür wird X._ bestraft mit
a) einer Geldstrafe von 90 Tagessätzen zu je CHF 50.00, entsprechend CHF 4‘500.00, und
b) einer Busse von CHF 100.00. Die Ersatzfreiheitsstrafe für die Busse beträgt 1 Tag. Sie tritt an die Stelle der Busse, soweit dieselbe schuldhaft nicht bezahlt wird.
3. Die Probezeit gemäss Urteil des Kreispräsidenten O.2_ vom 18. November 2009 wird um 2 Jahre verlängert.
4. Die Kosten des Verfahrens von CHF 4‘236.00 (Untersuchungsgebühren und Auslagen der Staatsanwaltschaft Graubünden CHF 2‘736.00, Gerichtsgebühren CHF 1‘500.00) gehen zu Lasten X._.
X._ schuldet dem Bezirksgericht Prättigau/Davos folglich:
Busse CHF 100.00
unbedingte Geldstrafe CHF 4‘500.00
Verfahrenskosten CHF 4‘236.00
Total CHF 8‘836.00
In Rechtskraft erwachsene Bussen und Verfahrenskosten sind innert 30 Tagen nach der Zustellung des Entscheids mit beiliegendem Einzahlungsschein zu bezahlen.

## Considerations