# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** a9322aea-67ee-4633-af5f-37c19808ab64
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2019
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
Am
9.
Februar 2018 (Eingangsdatum) meldete sich
Y._
, geboren 1963,
Naturheilpraktikerin
Traditionelle Chinesische Medizin
,
mit ihrer Einzelfirma
Z._
bei der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, Ausgleichskasse,
per
1.
Oktober 2017
zur Registrierung als Selb
ständigerwerbende
an.
Ihre
r
Anmeldung legte sie
Werbeunterlagen, Honorar
rechnungen, die Abrechnung der
X._
(nachfolgend:
X._
)
der Monate November und Dezember
2017, die
E
röffnungsbestäti
gung der
O._
bank
vom 1
2.
Dezember 2017
betreffend Firmen
konto
, den Servicevertrag mit der
X._
vom 9.
November 2017 und den Aufteilungsplan für die Unte
rmiete des
A._
in
B._
bei
(Urk.
7/1).
Mit Schreiben vom
5.
März 2018 teilte die Ausgleichskasse
der Versi
cherten
mit, dass ihrem Gesuch
hinsichtlich der
Tätigkeit
in den Räumlichkeiten an der
C._
in
B._
entsprochen werden könne.
Diesbezüglich
werde
sie
bei der Ausgleichskasse per
1.
Oktober 2017 als
selbständigerwerbend
in der Branche Gesundheitswesen angeschlossen. Ihre Zusammenarbeit mit der
X._
gelte aus sozialvers
icherungsrechtlicher Sicht jedoch
als unselbstän
dige Erwerbstätigkeit (
Urk.
7/5; vgl. auch
Schreiben der A
usgleichskasse
vom
5.
März 2018
zuhanden der
X._
,
Urk.
7/6)
.
Nachdem
die Versicherte
am 1
2.
März 2018 eine
einsprachefähige
Verfügung verlangt hatte (
Urk.
7/17), ver
fügte die Ausgleichskasse am 1
2.
April 2018
die
Abweisung des Begehrens um Anerkennung als Selbständigerwerbende
betreffend die Zusammenarbeit mit der
X._
(
Urk.
7/19
-20
).
Dagegen erhob die
X._
am
9.
Mai 2018 Ein
sprache (
Urk.
7/28), welche die Ausgleichskasse mit Entscheid vom
6.
August 2018 (
Urk.
2) abwies.
2.
Dagegen erhob die
X._
am 1
3.
September 2018 Beschwerde und bean
tragte, es sei der angefochtene Entscheid vollumfänglich aufzuheben und
die Versicherte
in Bezug auf ihre Tätigkeit als diplom
ierte Naturheilpraktikerin als
selbständigerwerbend
im Sinne des Bundesgesetzes über die Alters- und Hinter
lassenenversicherung (AHVG) anzuerkennen. In prozessualer Hinsicht ersuchte die Beschwerdeführerin, es sei der Beschwerde die aufschiebende Wirkung zu erteilen (
Urk.
1 S. 2).
Die Beschwerdegegnerin beantragte mit Beschwerdeantwort vom 2
2.
Oktober 2018 die Abweisung der Beschwerde (Urk.
6). Mit Verfügung vom
7.
November 2018 wurde
Y._
zum Prozess beigeladen und es wurde ihr Frist angesetzt, um zur Beschwerde und
zur
Beschwerdeantwort Stellung zu nehmen.
Zudem
hielt das Gericht fest, dass der Besch
werde die aufschiebende Wirkung
nicht entzogen worden
sei, weshalb sich der Antrag um
Wiederherstel
lung der aufschiebenden Wirkung als gegenstandslos erweise (
Urk.
8). Am 1
9.
November 2018
liess
sich die Beigeladene vernehmen (
Urk.
10). Mit Eingabe vom 1
2.
Dezember 2018 teilte
die Beschwerdeführerin mit,
dass
das
Verwal
tungsgericht des Kantons Schwyz
zwischenzeitlich
in einem Parallelfall der Beschwerdeführerin
und einer anderen Therapeutin
vom Vorliegen einer selb
ständigen Erwerbstätigkeit ausgegangen sei
(
Urk.
11; vgl. Entscheid
des Verwal
tungsgerichts des
Kantons Schwyz II 2018 80
vom
5.
Dezember 2018
,
Urk.
12).
Am
9.
r
espektive 2
9.
Ja
nuar 2019 reichten die Parteien
je
Stellungnahmen ein
(
Urk.
15-16), welche den
Verfahrensb
eteiligten am 3
0.
Januar 2019
wechselseit
ig zugestellt
wurden
(Urk.
17). Am
5.
u
nd 22.
Februar 2019 reichte
die Beschwer
deführerin weitere Eingaben
ein (
Urk.
18 und
Urk.
20
; vgl. auch
Urk.
21/1-2
), welche de
n übrigen Verfahrensbeteiligten am
7.
Februar respektive
4.
März 2019 zur Kenntnis gebracht wurden (
Urk.
19 und
Urk.
22).
3.
Auf die Vorbringen der
Verfahrensbeteiligten
und die eingereichten Akten wird, soweit erforderlich, im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Die Beschwerdeführerin
brachte in der Beschwerde vor
, dass
von ihr
e
insprache
weise
geltend gemachte
Argumente
(Anbieten von Behandlungen an verschiede
nen Örtlichkeiten, Fehlen eines Konkurrenzverbots)
in der
pauschalen
Kurzbe
gründung
des angefochtenen Entscheids nicht berücksichtigt worden seien.
Mit dieser Vorgehensweise
h
abe die Beschwerdegegnerin den
Anspruch
der Beschwerdeführerin
auf rechtliches Gehör verletzt. Nicht nachvollziehbar sei
sodann
, dass die Beschwerdegegnerin die Beigeladene nicht zur Abgabe einer Stellungnahme aufgefordert habe. Auch dies stelle eine Verletzung des rechtli
chen Gehörs dar, welche ungeachtet der Erfolgsaussichten der Beschwerde in der Sache selbst zur Aufhebung des angefochtenen Entscheids führe
(
Urk.
1 S.
10 f.). Diese formellen Einwände gegen das vorinstanzliche Verfahren sind vorab zu prüfen.
1
.2
Gemäss
Art.
42 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversi
cherungsrechts (ATSG) haben Parteien Anspruch auf rechtliches Gehör. Sie müs
sen nicht angehört werden vor Verfügungen, die durch Einsprache anfechtbar sind.
Nach Art. 52 Abs. 2 Satz 2
ATSG
werden
Einspracheentscheide
begründet. Die Begründung muss wenigstens kurz die Überlegungen nennen, von denen sich die
Einspracheinstanz
leiten
liess
und auf welche sich ihr Entscheid stützt. Aus ihr muss jedenfalls ersichtlich sein, ob die Behörde ein Vorbringen der Partei für unzutreffend bzw. unerheblich hält oder ob sie es überhaupt in Betracht gezogen hat. Werden durch die Partei Einwände bzw. Rügen vorgebracht, muss aus der Begründung entnehmbar sein, dass eine Auseinandersetzung damit stattgefun
den hat (Kieser, ATSG-Kommentar, 3. Auflage, Zürich/Basel/Genf 2015, N 52 zu Art. 52, mit Hinweisen).
1.3
Die Beschwerdegegnerin hat im angefochtenen Entscheid relativ kurz, aber durchaus begründet dargelegt, aufgrund welcher Merkmale sie die Tätigkeit der Beigeladenen als Naturheilpraktikerin vorliegend als unselbständige Erwerbstä
tigkeit
einstufe. Die Überlegungen, auf welche sich ihr Entscheid stützt, hat sie genannt. Dass die Beschwerdegegnerin
dabei
nicht auf sämtliche Argumente der Beschwerdeführerin, welche sie
anscheinend teilweise als nicht entscheidend
erachtete,
eingegangen ist, ist
nicht zu beanstanden.
D
ie
Verfügung vom 1
2.
April 2018, mit welcher
die Beschwerdegegnerin
das
Begehren um Anerkennung als Selbständigerwerbende betreffend die Zusam
menarbeit mit der Be
schwerdeführerin ablehnte
,
wurde der Beigeladenen
aus
wei
slich der Akten zugestellt
(
Urk.
7/19). Die Beigeladene hat dagegen keine Ein
sprache erhoben.
Vor Verfügungen, die durch Einsprache anfechtbar sind, müs
sen die Parteien indes nicht angehört werden.
Das Vorliegen einer Verletzung des Anspruchs auf rechtliches Gehör Beschwer
deführerin oder der Beigeladenen ist somit zu verneinen.
2.
2.1
Die sozialversicherungsrechtliche Beitragspflicht Erwerbstätiger richtet sich unter anderem danach, ob das in einem bestimmten Zeitraum erzielte Erwerbseinkom
men als solches aus selbständiger oder aus unselbständiger Erwerbstätigkeit zu qualifizieren ist (Art. 5 und 9
AHVG
sowie Art. 6 ff. der Verordnung über die Alters- und Hinterlassenenversicherung, AHVV). Nach Art. 5 Abs. 2 AHVG gilt als massgebender Lohn jedes Entgelt für in unselbständiger Stellung auf bestimmte oder unbestimmte Zeit geleistete Arbeit; als Einkommen aus selbstän
diger Erwerbstätigkeit gilt nach Art. 9 Abs. 1 AHVG jedes Einkommen, das nicht Entgelt für in unselbständiger Stellung geleistete Arbeit darstellt.
Nach der Rechtsprechung beurteilt sich die Frage, ob im Einzelfall selbständige oder unselbständige Erwerbstätigkeit vorliegt, nicht aufgrund der Rechtsnatur des Vertragsverhältnisses zwischen den Parteien. Entscheidend sind vielmehr die wirtschaftlichen Gegebenheiten. Die zivilrechtlichen Verhältnisse vermögen dabei allenfalls gewisse Anhaltspunkte für die AHV-rechtliche Qualifikation zu bieten, ohne jedoch ausschlaggebend zu sein. Als unselbständig erwerbstätig ist im Allgemeinen zu betrachten, wer von einem Arbeitgeber in betriebswirtschaft
licher beziehungsweise arbeitsorganisatorischer Hinsicht abhängig ist und kein spezifisches Unternehmerrisiko trägt.
Aus diesen Grundsätzen allein lassen sich indessen noch keine einheitlichen, schematisch anwendbaren Lösungen ableiten. Die Vielfalt der im wirtschaftlichen Leben anzutreffenden Sachverhalte zwingt dazu, die beitragsrechtliche Stellung einer erwerbstätigen Person jeweils unter Würdigung der gesamten Umstände des Einzelfalles zu beurteilen. Weil dabei vielfach Merkmale beider Erwerbsarten zu Tage treten, muss sich der Entscheid oft danach richten, welche dieser Merkmale im konkreten Fall überwiegen (BGE 144 V 111 E. 4.2 mit Hinweisen).
2.
2
Gemäss
der vom Bundesamt für Sozialversicherungen herausgegebenen
Weglei
tung über den massgebenden Lohn in der AHV, IV und EO (
WML,
Stand 1. Januar 2017) ist in unselbständiger Stellung erwerbstätig, wer kein spezifisches Unter
nehmerrisiko trägt und von einer Arbeitgeberin oder einem Arbeitgeber in wirt
schaftlicher und arbeitsorganisatorischer Hinsicht abhängig ist (
Rz
. 1013). Merk
male für das Bestehen eines Unternehmerrisikos sind namentlich (
Rz
. 1014):
-
das Tätigen erheblicher Investitionen,
-
die Verlusttragung,
-
das Tragen des Inkasso- und Delkredererisikos,
-
die Unkostentragung,
-
das Handeln in eigenem Namen und auf eigene Rechnung,
-
das Beschaffen von Aufträgen,
-
die Beschäftigung von Personal,
-
eigene Geschäftsräumlichkeiten.
Auf der anderen Seite kommt das wirtschaftliche respektive arbeitsorganisa
to
ri
sche Abhängigkeitsverhältnis
Unselbständigerwerbender
namentlich
zum Aus
druck beim Vorhandensein (
Rz
. 1015):
-
eines Weisungsrechts,
-
eines Unterordnungsverhältnisses,
-
der Pflicht zur persönlichen Aufgabenerfüllung,
-
eines Konkurrenzverbots,
-
einer Präsenzpflicht.
2
.3
Verwaltungsweisungen richten sich an die Durchführungsstellen und sind für das Sozialversicherungsgericht nicht verbindlich. Dieses soll sie bei seiner Entschei
dung aber berücksichtigen, sofern sie eine dem Einzelfall angepasste und gerecht werdende Auslegung der anwendbaren gesetzlichen Bestimmungen zulassen. Das Gericht weicht also nicht ohne triftigen Grund von Verwaltungsweisungen ab, wenn diese eine überzeugende Konkretisierung der rechtlichen Vorgaben darstel
len. Insofern wird dem Bestreben der Verwaltung, durch interne Weisungen eine rechtsgleiche Gesetzesanwendung zu gewährleisten, Rechnung getragen (BGE 133 V 587 E. 6.1; 133 V 257 E. 3.2 mit Hinweisen; vgl. BGE 133 II 305 E. 8.1).
3
.
3
.1
Die Beschwerdegegnerin begründete
die Qualifikation der Beigeladenen als
Naturheilpraktikerin in unselbständiger Stellung
im
angefochtenen Entscheid damit, dass
die Vertragsabsicht
der Beigeladenen und der Beschwerdeführerin
nicht massgebend sei.
D
ie
Beigeladene
miete
bei der Beschwerdeführerin
ein bereits eingerichtetes Zimmer
inkl.
Verbrauchsmaterial.
Sie habe somit keine
Investitionen zu tragen. Wenn speziell ausgerüstete Räumlichkeiten benötigt würden, s
ei das Tätigen von Investitionen jedoch
ein wesentliches Merkmal der selbständigen Erwerbstätigkeit.
Das
unternehmerische Risiko
der Beigeladenen
beschränke sich
auf die zu zahlende Raummiete. Storniere sie den gebuchten Raum 24 Stunden im Voraus, entfalle
der
Mietzins.
Die Abrechnung der Leistung
der Beigeladenen
erfolge durch und im
Namen der
Beschwerdeführerin
.
Im Wei
teren laufe
auch
der normale Zahlungsfluss über die
Beschwerdeführerin und die
Raummiete werde
jeweils direkt abgezogen, bevor die Einnahmen an
die Beige
ladene weitergeleitet würden
.
Einzig das
D
elkredere für säumige Kunden sei durch die Beigeladene abzuwickeln.
Sodann würden
der
Auftritt gegen
aussen, die Werbemassnahmen und
die Kooperati
on der Mieter untereinander
durch die
Beschwerdeführerin
geregelt.
Die
Allgemeinen Geschäftsbedingungen
(AGB)
seien
durch
die Beschwerdeführerin
vorgegeben.
Hierbei handle es sich
um
wesentliche Eingriffe in die unternehmerische Freiheit
der Beigeladenen
. Der Umstand, dass
auf der Homepage
der Beschwerdeführerin
der Zusatz angefügt worden sei,
die
Therapeuten und Therapeutinnen
seien
selbständig
erwerbend
, vermöge
daran nichts zu
ändern (
Urk.
2).
3
.2
Die Beschwerdeführer
in machte demgegenüber geltend, d
em
am
9.
November 2017
zwischen
ihr und der Beigeladenen
geschlossenen
Servicevertrag sei
zu ent
nehmen, dass
die
Beigeladene als
Mieterin
eigenverantwortlich und ohne Wei
sungsbefugnis
der Beschwerdeführerin
auf eigene Kosten und Rechnung tätig sei.
Die
Absicherung von Ertragsausfall d
urch Krankheit oder Unfall und
persönliche Versicherungen wie AHV/IV/BVG und Berufshaftpflichtversicherung
seien
Sache
der Beigeladenen
.
D
ie
Vertragsabsicht
der Parteien
sei bei der Festlegung des Beitragsstatuts zu berücksichtigen.
Notorisch dürfte
sein, dass in der heutigen wirtschaftlichen Realität Investitionsgüter
häufig nur noch
gemietet oder geleast würden.
Insofern s
ei das Abgrenzungskriterium der
erheblichen Investitionen und langfristigen Verträge zu relativieren.
Bei persönlichen
Dienstleistungen, wie sie Anwälte oder Therapeuten erbringen würden,
werde
einzig eine Räumlic
hkeit benötigt. Die
Beigeladene habe
im Rahmen ihrer
Ausbildung zur diplomierten Naturheilpraktikerin
erhebliche
Investitionen getätigt und
bezahle
der Beschwer
deführerin
für die Raummiete
Fr.
45.-- exkl.
Mehrwertsteuer.
Wenn
sie
keine Kundscha
ft habe, e
rwirtschafte sie
keinen
Gewinn
bzw.
erhalte
keinen Lohn. Überdies trage die Beigeladene
das Delkredere-Risiko, und
es
obliege
ihr
die
Honorargestaltung
für ihre Dienstleistungen
.
Dass die Beigeladene das Abrech
nen gegen Entgelt
delegiert
habe, stelle im Gesundheitsbereich eher
die
Regel denn
die
Ausnahme dar. Entgegen den Darlegungen der
Beschwerdegegnerin
erfolge
die Rechnungs
stellung im Namen der Beigeladenen.
Dass im Servicever
trag festgelegt werde, wie die Reservation und Abrechnung der bei Bedarf gemieteten Räumlichkeiten zu erfolgen habe, stelle eine organisatorische Not
wendigkeit dar.
D
araus
lasse sich
kein entscheidendes Weisungsrecht der Beschwerdeführer
in
ableiten. Hinzu komme, dass die Beigeladene die Möglichkeit habe, innert 30 Tagen mitzuteilen, dass sie mit den AGB – oder präziser dem Raumbelegungsreglement – nicht einverstanden sei und im Falle eines fehlenden Konsenses
kündigen könne
. Die
Vertragsparteien seien somit
gehalten, einen Konsens zu finden, was ebenfalls gegen ein einseitiges Weisungsrecht spreche.
Schliesslich
bestehe
auch
keine
Konkurrenzklausel
(
Urk.
1
S. 4 ff.
).
3
.3
Die Beigeladene brachte vor, dass sie zu 50
%
in einer anderen Branche angestellt
und zu 50
%
selbständigerwerbend
im Bereich Akupunktur und
Tuina
tätig sei. Als Sel
bständigerwerbende habe sie eine
Praxis an der
C._
in
B._
. Da sie auch über eine Berufsausübungsbewilligung für den Kanton Schwyz verfüge, sei es für sie ideal, ihre Kundschaft – falls gewünscht – auch in den Räumlichkeit
en
der Beschwerdeführerin
in
D._
betreuen zu können. Dazu schreibe sie sic
h einfach in die elektronische
Agenda ein. Wie sie ihre Dienstleis
tung anbiete, schr
eibe die Beschwerdeführerin
nicht
vor. Es sei ihr wichtig,
bei der
Beschwerdeführerin
nicht
angestellt zu sein, damit sie neben ihrer 50%-Tätigkeit die nötige Flexibilität habe (
Urk.
10).
4
.
4.1
Mit
unangefo
chten in Rechtskraft erwachsenem
Entscheid
II 2018 80 vom 5.
Dezember 2018
stellte
das
Verwaltungsgericht
des Kantons
Schwyz
fest
, dass eine
Craniosacral
- und
Physiotherapeutin, welche mit der Beschwerdeführerin
einen gleichlautenden
Servicevertrag
(vgl. E. 2 des Urteils
i.V.m
. Urk. 3/4)
abge
schlossen hatte wie
die Beigeladene,
als
selbständig
erwerbend
zu qualifizieren sei (
Urk.
12 und
Urk.
21/1)
.
Das V
erwaltungsgericht erwog in jenem
Entscheid, dass
zwar verschiedene Merk
male
bestehen würden, welche auf eine un
selbständige Erwerbstätigkeit
der Ver
sicherten
hindeuten
würden
.
So trete die
Versicherte
nach aussen nic
ht in beson
derer Weise als Selb
ständigerwe
rbende in Erscheinung
und verfüge über
k
einen eigenständigen Internetauftritt
. Die Werbung sei gemäss Servicev
ertrag Sache der
Beschwerdeführerin
, ebenso die Anpassung der AGB.
Die
Versicherte könne
lediglich bei
einer
Änderung
der AGB
mitt
eilen, dass sie damit nicht ein
verstan
den s
ei.
Im Weiteren würden die
Therapiesitzungen in den Räumlichkeiten der
Beschwerdeführerin
stattfinden
,
und d
ie
Versicherte entrichte
mit der Bezahlung der Raummiete einen Infrastrukturbeitrag
.
Vordergründig
würden
auch die Abrechnung gegenüber den Patienten und der Krankenkasse via Ärztekasse sowie das Inkasso für eine unselbständige Erwerbstätigkeit
sprechen
.
Für eine selbständige Erwerbstätigkeit spreche dagegen der übereinstimmende Wille der
Parteien
gemäss Servicevertrag, wonach die Mieterin eigenverantwortlich, ohne Weisungsbefugnis und auf eigene Kosten und Rechnung tätig sein solle.
Die Ver
sicherte sorge
selber für eine Erwerbsausfallver
si
cherung (Unfall, Krankheit) und bei
unverschuldetem
Ausbleiben der Arbeitsleistung
habe sie
gegenüber der
Beschwerdeführerin
kein
en Entsc
hädigungsanspruch.
Zudem kümmere sie
sich
um
die korrekte Abrechnung der Sozialversicherungsbeitr
äge und der Mehrwert
steuer. Auch
trage
die Versicherte
unbestritte
nermassen das Delkredere-Risiko.
Bei
der Einteilung ihrer
Arbeitszeiten
sei sie
völlig frei
und entscheide
selber über den
Umfang ihrer Tätigkeit.
Gegenüber
der Beschwerdeführerin
bestehe
keine Verpflich
tung, eine monatlich
e Mindestanzahl an Raumstunden
zu mieten (Urk.
12
S. 14
ff.).
Das Verwaltungsgericht kam zum Schluss,
dass
die Aspekte, welche für eine selb
ständige Erwerbstätigkeit sprechen würden, überwiegen würden.
Dem
Fehlen von erheblichen Investitionen
könne
vorliegend
lediglich eine
untergeordnete Bedeu
tung zukommen
, da die
Tätigkeit als
Cranios
acral
- und Physiotherapeutin
als typische Dienstleistungstäti
gkeit zu beurteilen
sei
.
Eine eigentliche arbeitsorga
ni
satorische Abhängigkeit der
Versicherten sei
sodann
nicht gegeben,
jedenfalls nicht
von
einer Art, die sich wesentl
ich von derjenigen unterscheide
, wie sie
bei Gemeinsch
aftspraxen heutzutage üblich sei
, oh
ne dass dadurch die Selbständig
keit der jeweiligen Ä
rzte/Therapeuten in Frage
gestellt werde
.
Im
Bereich des Gesundheitswesen
s
sei es
nicht unüblich
, dass Tätigkeiten
wie Inkasso und Wer
bung/
lnternetauftritt
ausgelagert würden
. Dies liege
einerseits im Zeichen der (ökonomisch
en) Effizienz. Ander
er
seits würden
die ärztlichen/medizinischen Fachleute
dadurch
von adminis
trativen Tätigkeiten entlastet und
könn
t
en sich auf i
hre Kernaufgaben konzentrieren.
Dass dabei gewisse organisatorische Abläufe aufeinander abgestimmt werden müss
t
en und jemand aus dem Kreise der
Praxisgemeinschafter
oder eine Drittperson diese Aufgaben hauptsächlich
über
nehme, l
iege im Wesen der Sache (
Urk.
12
S. 15 ff.
).
4.2
Diese Darlegungen des Verwaltungsgerichts
des Kantons
Schwyz sind überzeu
gend.
Da die Beigeladene – wie erwähnt –
einen gleichlautenden
Servicevertrag mit der Beschwerdeführerin abgeschlossen
hat
wie die
Craniosacral
- und Physi
otherapeutin
im vom
Verwaltungsgericht
beurteilten Fall und die
Tätigkeit
der Beigeladenen als Naturheilpraktikerin
ohne Weiteres
vergleichbar ist mit
jener
einer
Cran
iosacral
- und Physiotherapeutin,
ist vorliegend auch unter dem Gesichtspunkt der Koordination ebenfalls von einer selbständigen Erwerbstätig
keit auszugehen
.
Dieser Gesichtspunkt findet rechtsprechungsgemäss in Grenzfäl
len Beachtung
, in denen sowohl Merkmale unselbständiger als auch solche selb
ständiger Erwerbstätigkeit vorliegen, ohne dass das Pendel eindeutig in die eine oder die andere Richtung ausschlagen würde
(vgl. BGE 123 V 161 E. 4a S. 167;
Urteil des Bundesgerichts
Urteile des Eidg. Versicherungsgerichts H 55/01 vom 2
7.
Mai 2003 E. 4.2 und H 300/98 vom
4.
Juli 2000 E. 8d/
aa
). Dies gilt vorab bei Erwerbstätigen, die gleichzeitig mehrere Tätigkeiten für verschiedene oder den
selben Arbeit- oder Auftraggeber ausüben. Es soll nach Möglichkeit vermieden werden, dass verschiedene Erwerbstätigkeiten für denselben Arbeit- oder Auf
traggeber oder dieselbe Tätigkeit für verschiedene Arbeit- oder Auftraggeber unterschiedlich, teils als selbständige, teils als unselbständige Erwerbstätigkeit, qualifiziert werden (BGE 119 V 161 E. 3b S. 164;
Urteil des Bundesgerichts 9C_799/2011 vom 26. März 2012;
Urteile des Eidg. Versicherungsgerichts
H
12/04 vom 1
7.
Februar 2005
E.
3 und H 300/98 vom
4.
Juli 2000 E. 8d/
aa
; zum Ganzen: SVR 2011 AHV Nr. 17
S.
62, 9C_132/2011 E. 3.2).
Vorliegend scheint ein unterschiedliches Beitragsstatut
für die Tätigkeit als Naturheil
praktikerin,
je nach
dem, ob die Beigeladene ihre Dienstleistung in den von der Beschwerdefüh
rerin gemieteten Räumlichkeiten erbringt oder nicht, aus Praktikabilitätsgründen fragwürdig. Andererseits sollten in Beachtung von Rechtsgleichheit und Rechts
sicherheit vergleichbare oder identische Verträge mit der Beschwerdeführerin sozialversicherungsrechtlich auch zu gleichen Rechtsfolgen führen.
4.3
Die von der Beschwerdegegnerin gegen die Annahme einer selbständigen Tätigkeit angeführten Umstände (Urk. 2, Urk. 6 und Urk. 16) überwiegen demge
genüber nicht.
Eine speziell ausgerüstete Räumlichkeit benötigt die Beigeladene nicht.
Dass die Infrastruktur von der Beschwerdeführerin zur Verfügung gestellt wird,
ist
von untergeordneter Bedeutung
, da die
Tätigkeit als Naturheilpraktikerin keine erheblichen Investitionen erfordert
. Der arbeitsorganisatorischen Abhän
gigkeit kommt gegenüber dem Investitionsrisiko
vorliegend
erhöhtes Gewicht zu
(Urteil des Bundesgerichts 9C_930/2012 vom
6.
Juni 2013 E. 6.2 mit Hinweisen).
Die
Öffnungszeiten des Zentrums der Beschwerdefü
hrerin
sind zwar vorgegeben
.
Da eine Nutzung zwischen 7.00 Uhr und 21.00
Uhr möglich ist, steht es der Bei
geladenen
jedoch
weitestgehend frei, wann
und - mangels Verpflichtung zur Belegung einer monatlichen Mindestanzahl an Raumstunden
- auch
ob
sie eine Räumlichkeit miete
n
will.
Anders als
die Psychotherapeutin, über deren Beitrags
statut das Bundesgericht in
BGE 144 V 111
befunden hat und welche insbeson
dere auch
an internen
klinischen
Sitzungen und Fortbildungsveranstaltungen des betreffend
en
Instituts teilzunehmen sowie ihre Therapien zwecks Qualitätssiche
rung auf Video aufzunehmen hatte, hat
sich die Beigeladene
nicht zu derartigen
oder vergleichbaren
Leistungen
für die Beschwerdeführerin verpflichtet.
Weiter unterliegt
sie
keinem Konkurrenzverbot.
Die Beigeladene
führt auch Behandlu
n
gen in anderen Räumlichkeiten
in
B._
durch (
Urk.
10
).
Aus dem Service
vertrag vom
9.
November 2017 geht
sodann
nicht hervor, dass sie sic
h verpflich
tet hätte, bestimmte
vereinheitlichte Preis
e anzubieten (
Urk.
7/1/15-18; a
ktuell findet sich auf der Webseite der Beschwerdeführerin keine Preisliste
der Therapeuten
mehr
)
.
Eine
Rapportierungspflicht
besteht lediglich insofern, als die Beigelad
ene der Beschwerdeführerin den
Umsatz mitzuteilen hat, damit diese die monatliche Abrechnung erstellen kann.
Wie den eingereichten Honorarr
echnungen (
Urk.
3/5) zu entnehmen ist, erfolgt die Rechnungsstellung
an die Patienten
indes
im Namen der Beigeladenen
.
Schliesslich spricht die ebenfalls zu berücksichtigende
V
er
tragsabsicht der Parteien
klar für ein
e selbständige Erwerbstätigkeit.
Unter
den gegebenen
Umständen ist das Vorliegen einer arbeitsorganisatorischen Abhän
gigkeit
der Beigeladenen
damit
zu verneinen.
Auch wenn gewisse, jedoch nicht überwiegende Gesichtspunkte des Servicevertrages durchaus für das Statut einer unselbständigen Erwerbstätigkeit sprechen, ist nach dem Gesagten (E. 4.2) von einer selbständigen Erwerbstätigkeit auszugehen.
5
.
In
Gutheissung
der Beschwerde ist
der
Einspracheentscheid
vom
6.
August 2018
(
Urk.
2)
demnach aufzuheben
und
es ist festzustellen
, dass die Beigeladene für
die
Tätigkeit als Naturheilpraktikerin in den Räumlichkei
ten der Beschwerdefüh
rerin als
s
elbständigerwerbend
zu qualifizieren ist.
6.
Bei diesem Ausgang des Verfahrens hat die Beschwerdeführerin gestützt auf Art. 61
lit
. g ATSG in Verbindung mit § 34 Abs. 1 und 3 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht Anspruch auf eine Prozessentschädigung, die unter Berücksichtigung der Bedeutung der Streitsache und der Schwier
igkeit des Pro
zesses auf Fr. 1‘700
.-- (inkl. Barauslagen und
MWSt
)
festzusetzen ist.