# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 46869c17-7ac8-40d0-82fd-b8be25b6f813
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2016
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1978, Mutter von
zwei
Kindern (Jahrgang
2003 und 2005
), war von
September 2008
bis
und mit Dezember 2010
bei
Y._
als
Fabrikarbeiterin
tätig, wobei der letzte Arbeitstag am
2
3.
Juli 2010
war (Urk.
7/18
).
Nach erfolgter Früherfassung am
2
8.
Oktober
2010 (
Urk.
7/
4
)
mel
dete sich die Versicherte u
nter Hinweis auf
eine Depression
am
2
3.
November 2010
bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an (
Urk.
7/10
). Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, klärte die medizini
sche und erwerbliche Situation ab, zog Akten de
s Krankentaggeldversicherers
bei (
Urk.
7/19-20,
Urk.
7/33
) und
liess die Versicherte durch den Regionalen Ärztlichen Dienst
(RAD)
psychiatrisch abklären (
Urk.
7/36).
Nach Durchführung eines Belastbarkeitstrainings (
Urk.
7/59,
Urk.
7/70)
mit anschliessendem Auf
bautraining
(
Urk.
7/77) sowie eines Arbeitstrainings (
Urk.
7/96,
Urk.
7/113)
holte
die IV-Stelle
ein
psychiatrisches
Gutachten ein, das am
1
9.
Mai 2014
erstattet wurde (
Urk.
7/129).
Nach durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(
Urk.
7/136
;
Urk.
7/137,
Urk.
7/140
) verneinte die IV-Stelle mit Verfügung vom
2
7.
November 2014
einen Rentenanspruch (
Urk.
7/142 =
Urk.
2).
2.
Die Versicherte erhob am
1
6.
Januar 2015
Beschwerde gegen die Verfügung vom
2
7.
November 2014
(
Urk.
2) und beantragte, diese sei aufzuheben und es sei ihr
spätestens ab Januar 2014
mindestens
eine halbe Invalidenrente
zuzu
sprechen (
Urk.
1 S. 2).
Die IV-Stelle beantragte mit Beschwerdeantwort vom
2
0.
Februar 2015
(
Urk.
6
) die Abweisung der Beschwerde. Dies wurde der Beschwerdeführerin am
2
0.
Mai 201
5
zur Kenntnis gebracht (
Urk.
8
).
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG
).
Sie kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung, IVG
).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beein
trächtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verur
sachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommen
den ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesund
heitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie kör
perliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 8 ATSG bewirken. Nicht als Folgen eines psychischen
Ge
sundheitsschadens
und damit invalidenversicherungsrechtlich nicht als rele
vant gelten Einschränkungen der Erwerbsfähigkeit, welche die versicherte Per
son bei Aufbietung allen guten Willens, die verbleibende Leistungsfähigkeit zu verwerten, abwenden könnte; das Mass des
Forderbaren
wird dabei weitgehend objektiv be
stimmt. Festzustellen ist, ob und in welchem Umfang die Ausübung einer Er
werbstätigkeit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt mit der psychi
schen Beein
trächtigung vereinbar ist. Ein psychischer
Gesundheits
schaden
führt also nur so
weit zu einer Erwerbsunfähigkeit (Art. 7 ATSG), als angenommen werden kann, die Verwertung der Arbeitsfähigkeit (Art. 6 ATSG) sei der versi
cherten Person sozial-praktisch nicht mehr zumutbar (BGE 131 V 49 E. 1.2 mit Hinweisen).
1.3
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkei
ten die versicherte Person arbeits
unfähig ist (BGE 125 V 256 E.
4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person no
ch zugemutet werden können (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E.
4b/cc).
1.4
Jede psychogene Störung, ob einfache oder neurotische Form, kann im Einzel
fall Krankheitswert haben, weshalb jeder Einzelfall sorgfältig geprüft werden muss. Notwendig sind in jedem Fall ein ausführlicher ärztlicher Bericht oder ein entsprechendes fachärztliches Gutachten sowie die Abklärung der erwerblichen Umstände (AHI 1997 S. 43 E. 5c). Dabei müssen psychiatrische Berichte in der Regel auf einer persönlichen Untersuchung beruhen (RKUV 2001 Nr. U 438 S.
345, Urteile des Bundesgerichts 9C_602/2007 vom 11. April 2008 E. 5.3 und I
169/06 vom 8. August 2006 E. 4.4 mit Hinweisen). Für die verlässliche
Beurtei
lung des psychischen Gesundheitszustandes und seiner Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit sind in der Regel psychiatrische Fachärzte beizuziehen (BGE 130 V 352 E. 2.2.3., Urteil des Bundesgerichts 8C_989/2010 vom 16. Februar 2011 E. 4.4.2 mit Hinweisen).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin ging in der angefochtenen Verfügung (
Urk.
2) gestützt auf
die medizinischen Abklärungen
davon aus,
die Beschwerdeführerin weise genügend Ressourcen auf, weshalb es ihr zuzumuten sei trotz
Gesundheitsscha
den
einer Tätigkeit nachzugehen (S. 2 unten).
Es liege somit kein langandauern
der und erheblicher Gesundheitsschaden vor, welche
r
den Anspruch auf Leis
tungen der Invalidenversicherung begründen würde (S. 3 oben).
2.2
Die Beschwerdeführerin stellte sich demgegenüber im Wesentlichen auf den Standpunkt, seit Juli 2010
sei von einer anfänglich 100%igen und aktuell noch von einer 50%igen Arbeitsunfähigkeit auszugehen, dies werde auch im Gut
achten von
Dr.
Z._
bestätigt (S. 15 unten). Es liege also eine lang andau
ernde Einschränkung der Arbeitsfähigkeit vor, die sich gemäss den medizini
schen Unterlagen in Zukunft nicht verbessern werde. Es handle sich sicher nicht um eine kurzdauernde Anpassungsstörung. Sie habe daher ab Januar 2014 Anspruch auf mindestens eine halbe Invalidenrente (S. 15 unten). Es gebe keine Veranlassung, von der Einschätzung von
Dr.
Z._
abzuweichen.
Sie könne nicht mehr als 50
%
arbeiten. Ihre Leistungsgrenze sei mit diesem Pensum erreicht, was sich
auch
aus den Berichten zu den beruflichen Massnahmen klar ergeben würde. In den medizinischen Unterlagen würden sich denn auch keine Hinweise dafür finden, dass sie über Ressourcen verfüge, welche ihr eine Tätig
keit von über 50
%
erlauben würde (S. 16 oben). Gemäss Gutachten von
Dr.
Z._
und gemäss dem neuen Bericht von
Dr.
A._
liege in psychischer Hinsicht ein invalidisierender Gesundheitsschaden vor (S. 16 unten).
2.3
Strittig und zu prüfen ist somit der Anspruch auf eine Invalidenrente und ob die Beschwerdegegnerin zu Recht einen invalidisierenden G
esundheitsschaden ver
neint hat.
3.
3.
1
Die Ärzte der
B._
nann
ten im Bericht
vom 1
1.
Januar 2011
(
Urk.
7/25) als Diagnose eine rezidi
vierende depressive Störung (ICD-10 F33.11), gegenwärt
ig
mittelgradige Epi
sode, mit somatischem Syndrom (
Ziff.
1.1
S. 2 oben
) und führte
n
dazu aus, die Beschwerdeführerin berichte von depressiven Symptomen
2003 postnatal
, wel
che damals jedoch nicht behandelt worden seien. Auch nach dem Tod des Vaters habe sie ähnliche Symptome erlebt und habe damals für 6 Wochen eine Psychotherapie ohne medikamentöse Behandlung abso
lviert. Der Beschwerde
führerin sei es derzeit nicht möglich eine konstante Leistung zu erbringen
,
sie
komme sehr schnell in Überforderungssituationen mit depressiven Einbrüchen und Verstärkung der depressiven Symptomatik, was sich nicht nur negativ auf die Arbeitsleistung, sondern auch auf die Präsenzzeiten und die Zunahme kör
perlicher Beschwerden auswirken würde. Generell sei in den nächsten 6 Mona
ten mit einer Verbesserung der Leistungsfähigkeit und Belastbarkeit zu rechnen (
Ziff.
1.7
S. 3 unten
).
Mit Hilfe geeigneter Massnahmen sollte die Beschwerde
führerin wieder in der Lage sein, einer geregelten Tätigkeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt nachzugehen. Der Aufbau sollte
s
chrittweise erfolgen, um bei bekannter rezidivierender depressiver Symptomatik die Gefahr einer Überfor
derung und dadurch
Progredienz
der Symptomatik minimieren zu können (
Ziff.
1.9
S. 4 Mitte
).
3.
2
Dr.
med. Dipl.-Psych.
C._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychothera
pie, nannte im Gutachten vom 2
5.
Juni 201
1 (
Urk.
7/33/2-14) als Diagnose
(S. 3 unten) eine mittelgradig depressive Episode mit somatischem Syndrom im Rahmen einer rezidivierend depressiven Störung (ICD-10 F33.11) und erachtete eine Arbeitsfähigkeit unter den Bedingungen der freien Wirtschaft gegenwärtig als nicht gegeben (S. 4
Mitte
).
Die Beschwerdeführerin befinde sich in einem adäquaten ambulanten Behandlungsrahmen. Unter Fortführung und Intensi
vierung insbesondere der medikamentösen Therapie sei ein Rückgang der depressiven Symptomatik in den nächsten drei bis vier Monaten
und damit zumindest die Wiederherstellung einer Teilarbeitsfähigkeit (zum Beispiel Beginn mit 50
%
) zu erwarten (S. 4 unten). Nach Wiederaufnahme einer
Teilarbeitstä
tigkeit
(nach Ablauf von drei bis vier Monaten) sollte in den darauffolgenden zwei bis drei Monaten die Arbeitsfähigkeit schrittweise auf ein Vollzeitpensum gesteigert werden können. Die Prognose sei mittelfristig durchaus günstig zu beurteilen (S. 5 oben).
Im Hinblick auf die Diagnose einer posttraumatischen Belastungsstörung seien die ICD-10 Kriterien nicht erfüllt. Insbesondere fehle ein Trauma katastrophenartigen Ausmasses (S. 13 Mitte).
3.3
Im Bericht vom
2.
August 2011 stellten die Ärzte des
B._
(
Urk.
7/34/5-11) zusätz
lich die Diagnose einer posttraumatischen Belastungsstörung (ICD-10 F43.1;
Ziff.
1.1) und berichteten von einer merklichen Verbesserung des psy
chischen Zustandsbildes, jedoch sei noch keine vollständige Remission einge
treten. Es würden 14-tägliche psychiatrisch-psychotherapeutische Gespräche stattfinden. Von einer Behandlung in der Tagesklinik habe die Beschwerde
führerin nur beschränkt profitieren können und diese vorzeitig abgebrochen.
Am ehesten habe sie einen Zugang über körperorientierte Verfahren wie selb
ständiges Besuchen eines Fitnessprogramms gefunden (
Ziff.
1.4 S. 3 oben). Es bestehe eine geschätzte Leistungsminderung von 50
%
(
Ziff.
1.7 S. 4). Im besten Fall
sei
die Wiederherstellung der vollen Arbeitsfähigkeit zu erwarten, eine 50%ige Arbeitsfähigkeit sollte jedoch als Resultat eines stufenweisen
Aufbau
programmes
erreichbar sein (
Ziff.
1.8 S. 5 oben).
3.
4
Dr.
med.
D._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, RAD, nannte im Untersuchungsbericht vom
4.
Oktober 2011 (
Urk.
7/36) als Diagnose
(S. 7)
eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode ohne somatisches Syndrom (ICD-10 F3
3
.10).
Aufgrund der weiterhin vorhande
nen Stimmungslabilität, Affektinkontinenz und einer deutlich reduzierten Belastbarkeit sei seit Juli 2010 bis auf
w
eiteres eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit in jeglicher Tätigkeit ausgewiesen. Berufliche Massnahmen und
Integrations
massnahmen
seien
aus versicherungsmedizinischer Sicht nicht sinnvoll und nicht Erfolg versprechend. Ein dauerhafter Gesundheitsschaden sei jedoch noch nicht plausibel. Die aktuelle ambulante fachpsychiatrische Behandlung sei mit einer Konsultationsfrequenz im Abstand von zwei bis drei Wochen und einer antidepressiven Psychopharmakotherapie mit 30 mg
Flu
c
tine
insuffizient.
Es sollte deshalb eine Schadenminderungspflicht für eine engmaschige, ambulante fachpsychiatrische Behandlung (eine Konsultation pro Woche) mit Optimierung der Psychopharmakotherapie auferlegt werden. Eine teilstationäre oder statio
näre Behandlung mit
traumaspezifischer
Therapie sei dringen zu empfehlen.
Dadurch könne die Arbeitsfähigkeit innerhalb eines halben Jahres um mindes
tens 50
%
gesteigert werden (S. 9 Mitte).
3.
5
Die Ärzte des
B._
verwiesen im Bericht vom 1
3.
Januar 2012 (
Urk.
7/50) auf die in vorangegangenen Berichten genannten Diagnosen und führten
zu de
r
von
Dr.
D._
(vorstehend E. 3.4) empfohlenen Veränderung der Medikation und teilstationäre oder stationäre
n
Behandlung
aus,
i
m Verlaufe einer i
m
Jahr
2010 stattgefundenen teilstationären Behandlung sei deutlich geworden, dass der gruppenorientierte Rahmen der Akuttagesklinik nur schwer mit den Vorstellun
gen und Bedürfnissen der Beschwe
rdeführerin übereinstimmen würde, weshalb die teilstationäre Behandlung damals frühzeitig beendet
worden sei
. In der ambulanten Therapie habe seit Dezember 2010 eine merkliche Verbesserung des psychischen Zustandsbildes erreicht werden können, jedoch noch keine voll
ständige Remission. Im August 2011 habe aufgrund des Stellenwechsels
der vorbehandelnden Ärztin ein Arztwechsel stattgefunden, worauf sich zuerst eine neue therapeutische Beziehung habe etablieren müssen. Initial hätte die Beschwerdeführerin Mühe gehabt, sich auf die neue Beziehung einzulassen und Vertrauen zu finden. Die Beschwerdeführer
in
habe bei der Besprechung einer
erneuten teilstationären oder gar stationären Behandlung mit grossen Ängsten und Affektlabilität
reagiert
, und habe ein solches Setting abgelehnt.
Da eine teilstation
ä
re oder stationäre Behandlung aufgrund der
Leistungsminderungs
pflicht
(richtig wohl: Schadenminderungspflicht)
hätte
erzwungen
werden müssen
,
daraus
kein erfolgreiches Resultat resultiert hätte und die therapeuti
sche Beziehung
,
welche sich noch nicht etabliert
gehabt habe,
dadurch stark gestört worden wäre,
hätten sie mit der Beschwerdeführerin
eine Intensivierung der ambulanten Behandlung besprochen. Die Behandlung
habe
bis auf
Ferien
abwesenheiten
in einem ein- bis zweiwöchigen
Setting stattgefunden. Da die therapeutischen Gespräche aufgrund
des Krankheitsbildes immer auch mit einer vorübergehenden Destabilisierung der Patientin einhergehen könn
t
en und die nötige therapeutische Beziehung nach Arztwechsel sich noch nicht etabliert
gehabt habe
, wäre eine höhere Therapiefreq
u
enz in dieser Therapie
p
hase nicht
sinnvoll gewesen
(
Ziff.
1.4 S. 3 oben)
.
Eine Anpassung der medikamentösen Behandlung
habe
insofern stattgefunden, als dass die Dosis
am 3
0.
September 2011 auf 30 mg
Fluctine
habe erhöht wer
den können.
Zwischenzeitlich habe die Beschwerdeführerin die Dosis ohne Rücksprache selbständig reduziert, was in der Konsultation vom
4.
Januar 2012 wiederum korrigiert worden sei. Je nach weiterem Verlauf werde eine weitere Dosissteigerung erfolgen oder ein Wechsel. Einer Umstellung der medikamen
tösen Therapie auf ein anderes Präparat sei die Beschwerdeführerin bisher ablehnend gegenüber gestanden, da sie selber das Gefühl habe, unter
Fluctine
genügend zu profitieren (
Ziff.
1.4 S. 3 Mitte).
3.6
Dr.
med.
A._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie,
führte in seinem Bericht vom
1
7.
Dezember 2013 (
Urk.
7/118)
aus, er behandle die Beschwerdeführerin seit
März 2012
(
Ziff.
1.2) und
nannte als Diagnosen
eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig leichte Episode mit somatischem Syndrom (ICD-10 F33.01)
,
und eine posttraumatische Belastungsstörung (ICD
10 F43.1). Der Verlauf zeige eine Besserung des Zustandes, jedoch sei dieser nach wie vor nicht stabil und hänge sehr vom äusseren Umfeld ab. Aufgrund der geschilderten Befindlichkeiten sei zurzeit nicht mit einer Erhöhung der Arbeitsfähigkeit zu rechnen
(
Ziff.
1.4)
.
Es erfolge in der Regel eine 14-tägliche delegierte psychotherapeutische Behandlung
sowie eine medika
mentöse Behandlung mit 20 mg
Fluoxetin
(
Ziff.
1.5). Es bestehe eine 50%ige Arbeits
fä
higkeit (
Ziff.
1.7). Allenfalls sei eine spätere Steigerung der Arbeits
fähigkeit möglich (
Ziff.
1.8). In einem Umfeld von Menschen mit hoher Sozialkompetenz könne durchaus eine spätere Steigerung der Arbeitsfähigkeit in Betracht gezo
gen werden. Sehr wichtig sei ein gutes Arbeitsklima und ein gut funktionieren
des,
sich
gegenseitig unterstützendes Team (S. 5 unten).
3.
7
Dr.
med.
Z._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, nannte im Gutachten vom 1
9.
Mai 2014 (
Urk.
7/129) als Diagnosen
(S. 9)
eine
mittelgra
dige depressive Episode mit somatischem
Symptomen
im Rahmen einer Anpassungsstörung (ICD-10 F43.21).
Dazu führte er aus, bei der Beschwerde
führerin seien aufgrund der anamnestischen Angaben
weder
eine genetische Vulnerabilität noch Persönlichkeitsfaktoren für die Entwicklung psychiatrischer Erkrankungen festzustellen. Ihre Kindheit beziehungsweise Persönlichkeitsent
wicklung sei ohne gravierende traumatische Ereignisse verlaufen, womit sich keine Hinweise auf die Bildung einer Persönlichkeitsstörung ergeben würden (S.
9 unten). Aktenmässig seien zwei mittelschwere depressive Episoden 2003 nach der Geburt des ersten Kindes und 2006 nach dem Tod des Vaters doku
mentiert, die aber aufgrund der erhobenen anamnestischen Angaben nicht fach
lich behandelt worden seien. Der fehlende Bedarf nach fachgerechter Behandlung der depressiven Symptomatik schliesse mittelschwere bis schwere depressive Episoden aus, die in der Regel behandlungsbedürftig seien. Die depressiven Episoden seien im Rahmen belastender Lebensereignisse aufgetreten und damit kurzdauernden Anpassungsstörungen zuzuschreiben. Gegen die Entwicklung einer eigenständigen depressiven Störung bei der Beschwerde
führerin spreche auch die fehlende genetische Vulnerabilität und
Persönlich
keits
faktoren
sowie die Fähigkeit, im Erwachsenenalter den sozialen Anfor
derungen jahrelang ohne Probleme gewachsen gewesen zu sein. Die gegenwärtige depressive Dekompen
sation sei ganz eindeutig auf eine längere Störung der
Stressmodulationsfähig
keit
im Rahmen schwerer emotionaler Belastungen am Arbeitsplatz und dann auch als Anpassungsproblematik anzunehmen.
Anlässlich
der
Begutachtung
habe die
Beschwerdeführerin
weiterhin mittelschwere depressive Symptome aufgewiesen, wobei trotz dieser Feststellung gegenwärtig vordergründig eine starke körperliche Erschöpfung festzustellen
gewesen sei
. Die bisherigen ambu
lanten Therapieoptionen
hätten
zwar eine weitere Verschlechterung der depres
siven Symptomatik
verhindert
, eine nachhaltige Verbesserung des psychophy
sischen Zustandes der Explo
randin
sei
jedoch nicht erreicht
worden
. Nach
drei
jähriger
ambulanter Behand
lung
könne
von einer Ausschöpfung der therapeu
tischen Massnahmen in ambulantem Setting ausgegangen werden. Deswegen
sei
bei der
Beschwerde
führerin
eine stationäre psychosomatische Behandlung bzw. Rehabilitation dringend indiziert. Unter stationären therapeutischen Mass
nahmen
inklusive
gezieltem Körperaufbauprogramm, Erlernen von
Entspan
nungsmassnahmen
, Intensivierung der Psychotherapie und Optimierung der
Psychopharma
ko
therapie
sei
eine Verbesserung der körperlichen und geistigen Leistungsfähigkeit
der Explorandin und damit Wiederherstellung der vollen Arbeitsfähigkeit auf dem freien Wirtschaftsmarkt zu erwarten
(S. 10
oben
)
.
Bei anhaltender vorwiegend mittelgradiger depressiver Symptomatik könne der Beschwerdeführerin seit Juli 2010 eine anhaltende 50%ige Arbeitsunfähigkeit attestiert werden (S. 10 Mitte). Die Beschwerdeführerin brauche dringend eine stationäre psychosomatische Behandlung beziehungsweise Rehabilitation über vier bis sechs Wochen. Unter diesen stationären therapeutischen Massnahmen sei von einer Wiederherstellung der vollen Arbeitsfähigkeit auszugehen (S. 10 unten). Bei mangelnder genetischer Vulnerabilität und fehlenden
Persönlich
keitsfaktoren
für die Entwicklung psychiatrischer Erkrankungen sowie einer sehr stabilen Familiensituation sei von einer günstigen Prognose bezüglich Wiederherstellung und Erhaltung der vollen Arbeitsfähigkeit auszugehen (S. 11 oben). Eine rezidivierende depressive Störung könne nicht bestätigt werden. Bei der
Beeinträchtigung der
Beschwerdeführerin handle es sich nicht um eine eigenständige depressive Störung aufgrund einer genetischen Vulnerabilität und Persönlichkeitsfaktoren, sondern um eine Anpassungsstörung nach längeren Konflikten am Arbeitsplatz. Eine posttraumatische Belastungsstörung (PTBS) könne auch nicht bestätigt werden, weil weder aktenmässig noch anamnestisch ein aussergewöhnliches Lebensereignis oder typische Symptome einer PTBS zu erheben gewesen seien (S. 11 Mitte).
3.
8
Dr.
A._
(vorstehend E. 3.3)
hielt
in seiner Stellungnahme vom 1
3.
Oktober 2014 (
Urk.
7/139)
fest, der Krankheitsverlauf und die mittlerweile seit vier Jahren bestehende Symptomatik, welche teilweise durch partielle Remission überlagert worden sei, verlange nach einer diagnostischen Neubeurteilung. Er nannte
als Diagnose eine andauernde Persönlichkeitsveränderung nach
Extrem
belastung
(ICD-10 F62.0).
Die erlebten, zum Teil traumatisierenden Belastungen
(vgl. dazu S. 3 oben)
hätten auf dem Boden der sensitiven
Persönlichkeitsmerk
male
(vgl. dazu S. 2 oben)
eine stärkere Auswirkung als bei Menschen mit einer anderen Veranlagung (S. 3 unten)
.
Die Beschwerdeführerin könne sich nicht vorstellen, sich in stationäre Behandlung zu begeben. Zum einen wegen der fehlenden Betreuung der beiden Kinder. Zum anderen habe
sie
negative Erfahrungen in Gruppensettings gemacht und ihr Zustand habe sich in
Patien
tengruppen
gemäss ihrer eigenen Erfahrung verschlechter
t. Es sei zu bezweifeln, dass mit einer vier bis sechswöchigen stationären Behandlung die
Stressmodu
lationsfähigkeit
und das psycho-physische Gleichgewicht wieder hergestellt werden könn
t
e
n
. Eine stationäre Behandlung hätte zur Folge, dass die Beschwerdeführerin weiteren zusätzlichen Belastungen ausgesetzt wäre und eher einer weiteren Destabilisierung denn einer Stabilisierung Vorschub geben würde
(S. 4
oben
)
.
Es werde eine Wiederaufnahme der ambulanten psychotherapeutischen Behand
lung vorgeschlagen, um eine Verschlechterung des Zustandes zu verhindern und um die 50%ige Arbeitsfähigkeit erhalten zu können (S. 4 Mitte).
Die Diagnose und der Krankheitsverlauf würden gegen eine Wiederherstellung der vollen Arbeitsfähigkeit sprechen. Es sei anzunehmen, dass die Beschwerde
führerin nicht mehr die 100%ige Arbeitsfähigkeit werde erlangen können, son
dern mit einer anhaltenden 50%igen Arbeitsunfähigkeit zu rechnen sei (S. 4 unten).
4.
4.1
Streitig und zu prüfen ist, ob es sich bei der Erkrankung de
r
Beschwerdeführer
in
um
ein
dauerhaftes,
invalidisierendes
Leiden
handelt
.
Dabei
ist
vorauszu
schi
cken, dass die Beurteilung, ob ein invalidisierender
Gesundheitsschaden vor
liegt, eine Rechtsfrage ist und damit nicht den Ärztinnen und Ärzten, sondern den rechtsanwendenden Behörden obliegt (BGE 140 V 193 E.
3.1 f., Urteil des Bun
desgerichts 9C_636/2007 vom 2
8.
Juli 2008 E.
3.3.1). Hierbei ist zu beach
ten, dass ärztliche Gutachten und Berichte zwar zur Arbeitsfähigkeit Stellung zu nehmen haben und diese Ausführungen eine wichtige Grundlage für die Beur
teilung der Zumutbarkeit von Arbeitsleistungen bilden, es jedoch letztlich der rechtsanwendenden Behörde – der Verwaltung, oder im Streitfall, dem Gericht – obliegt, zu beurteilen, ob eine Invalidität im Rechtssinne und bejahendenfalls eine solche rentenbegründender Art eingetreten ist.
Aus rechtlicher Sicht kann von einer medizinischen Einschätzung der Arbeitsunfähigkeit abgewichen wer
den, ohne dass diese ihren Beweiswert verlöre (Urteil
des Bundesgerichts
9C_106/2015 vom
1.
April 2015 E. 6.3 mit Hinweisen).
4.
2
Mit Ausnahme von
Dr.
Z._
diagnostizierten alle beteiligten Ärzte eine rezidi
vierende depressive Störung
leichten bis mittleren Grades
(vgl. vorstehend E. 3.1 ff.), wobei
jeweils
die behandelnden Ärzte zusätzlich von einer
posttrau
matische
n
Belastungsstörung
ausgingen
(vorstehend E. 3.3
, E. 3.6
).
4.
3
Das Bundesgericht bestätigte im Urteil 9C_13/2016 vom 1
4.
April 2016 seine bisherige Praxis zur
invalidisierende
n
Wirkung
von depressiven Störungen und führte in Erwägung 4.2 aus, dass die i
n der Versichertengemeinschaft ubiquitär verbreitete
n
Störungen der hier interessierenden Art (vgl. dazu grundlegend Schweizerisches Gesundheitsobservatorium/OBSAN, Depressionen in der Schweizer Bevölkerung, OBSAN-Bericht 56, Neuch
â
tel 2013, S. 27 ff.), wie sol
che leicht bis mittelgradiger depressiver Natur, seien sie im Auftreten rezidi
vierend oder episodisch, einzig dann als invalidisierende Krankheiten in
Betracht
fallen
, wenn sie erwiesenermassen therapieresistent sind (statt vieler: BGE 140 V 193 E. 3.3 S. 197 mit Hinweis). Nur in einer solchen - seltenen, da nach gesicherter psychiatrischer Erfahrung Depressionen im Allgemeinen thera
peutisch gut
angehbar
sind - gesetzlich verlangten Konstellation ist den norma
tiven Anforderungen des
Art.
7
Abs.
2 zweiter Satz ATSG für eine objekti
vierende Betrachtungs- und Prüfungsweise Genüge getan (BGE 141 V 281 E.
3.7.1 bis 3.7.3 S. 295 f.). Ein solcher Sachverhalt muss überwiegend wahr
scheinlich und darf nicht ledig
lich nicht auszuschliessen sein
. Es kommt dazu, dass die Therapie in dem Sinne konsequent gewesen sein muss, dass die aus fachärztlicher Sicht indizierten zumutbaren (ambulanten und stationären) Behandlungsmöglichkeiten in kooperativer Weise optimal und nachhaltig aus
geschöpft wurden (BGE 140 V 193 E. 3.3 S. 197; 137 V 64 E. 5.2 S. 70 mit Hinweis).
4.4
Vor dem Hintergrund des Grundsatzes der Selbsteingliederungs- und
Schaden
min
derungspflicht
ist ebenfalls zu berücksichtigen, dass ein Rentenan
spruch grundsätzlich nicht entstehen kann, solange zumutbare therapeutische und andere schadenmindernde Vorkehren nicht ausgeschöpft werden. Solange durch eine tatsächlich realisierbare Veränderung der für die gesundheitliche Situation bedeutsamen Rahmenbedingungen eine wesentliche Verbesserung des (psychi
schen) Gesundheitszustandes und damit der dadurch eingeschränkten Arbeits
fähigkeit bewirkt werden kann, liegt kein invalidisierender
Gesundheits
schaden
im Sinne des Gesetzes vor (Urteil des Bundesgerichts 9C_947/2012 vom 1
9.
Juni 2013 E. 3.2.2 mit Hinweis).
4.
5
Aus den medizinischen
Berichten geht hervor,
dass die depressive Problematik
der Beschwerdeführerin
nie ein schweres Ausmass erreichte und vorwiegend leicht
-
bis mittelgradige Episoden diagnostiziert wurden (vgl. E. 3.1 ff.). Weiter fällt auf, dass
das Beschwerdebild von psychosozialen Faktoren mitbestimmt wird
und auch in der Vergangenheit aufgetretene depressive Symptome
deutlich
mit psychosozialen Faktoren korrelierten
.
Weiter lässt sich den Akten ent
nehmen, dass die Ärzte im Wesentlichen übereinstimmend
- und bei entspre
chender Therapie -
von einer guten Prognose und einer Steigerung der Arbeits
fäh
igkeit ausgingen (vgl. E. 3.1-4 und E. 3.6-7;
einzig davon abweichend E.
3.
8
).
Daraus ist zu schliessen, dass es sich bei der
depressiven Problematik
klar um ein therapeutisch angehbares reaktives Geschehen auf bestimmte belastende Lebensereignisse handelt.
Dr.
D._
(vorstehend E. 3.
4
), RAD, hielt fest, dass die aktuelle ambulante fachpsychiatrische Behandlung mit einer Konsultationsfrequenz im Abstand von zwei bis drei Wochen sowie die antidepressive Psychopharmakotherapie
insuffizient seien.
Auch
Dr.
C._
(vorstehend E. 3.
2
) sprach sich
seinerseits
bereits
im Gutachten von 2011
für eine Intensivierung der Behandlung
aus.
Eine solche Intensivierung der Behandlung fand in der Folge
trotz Auferlegung einer Schadenminderungspflicht (
Urk.
7/49)
offenbar nicht
(im geforderten
Umfang und nicht in allen Bereichen
)
statt.
Wenn auch in den Berichten der
B._
kurz
zeitig
von einer Intensivierung de
r Therapiefrequenz die Rede ist, erfolgte keine Anpassung der antidepressiven Medikation (vgl. vorstehend E.
3.5).
Auch bei
Dr.
A._
,
welcher die Beschwerdeführerin seit März 2012 behandelt (vorstehend E. 3.
6
),
fand die delegierte psychotherapeutische Behandlung
weiterhin
wieder
alle zwei Wochen statt
, eine Anpassung der
Medi
kation
erfolgte
auch hier
nicht.
Schliesslich brach d
ie Beschwerdeführerin die Gesprächstherapien ganz ab, da sich ihr Zustand nicht veränderte und sie keinen Sinn mehr darin sah, eine Gesprächstherapie zu führen
(vgl.
Urk.
7/129/7 unten)
sie
nimmt
seither
nur noch
(dieselben)
Medikamente ein.
Dr.
A._
führte seinerseits
in
der
Stellungnahme von Oktober 2014 aus,
dass er die
Wiederaufnahme der ambulanten psychotherapeutischen Behandlung vor
schlage
, um eine Verschlechterung des Zustands zu verhindern und um die
aus seiner Sicht bestehende
50%ige Arbeitsfähigkeit erhalten zu können (vor
stehend E. 3.
8
).
4.6
Die Tatsache, dass die Beschwerdeführerin
gewisse
therapeutische Massnahmen absolviert hat, reicht für den Nachweis einer invalidisierenden Depression nicht aus.
Angesichts
der
absolvierten
Therapieintervalle
sowie
der unveränderten
antidepressiven Medikation
kann
von einer konsequenten Depressionstherapie (vgl. vorstehend E. 4.3), die eine Ausschöpfung der therapeutischen und medi
kamentösen Möglichkeiten und damit die Resistenz des Leidens
ausweist
, nicht ausgegangen werden.
Ferner ist z
u gewichten
, dass
die zumutbaren Behandlungsmöglichkeiten nicht konsequent ausgeschöpft
wurden (vgl. vorstehend E. 4.
3-4
).
Einer von
Dr.
D._
(vorstehend E. 3.
4
) bereits im Jahr 2011 dringend empfohlenen teilstationären oder stationären Behandlung hat sich die Beschwerdeführerin
in der Folge nicht
unterzogen.
So geht
Dr.
Z._
im Gutachten von 2014 (vor
stehend E. 3.
7
)
nach wie vor davon aus, dass
unter stationären therapeutischen Massnahmen von einer Verbesserung der körperlichen und geistigen Leistungs
fähigkeit und Wiederherstellung der vollen Arbeitsfähigkeit auszugehen
sei.
Dass sich die Beschwerdeführerin eine stationäre Behandlung
aus persönlichen Gründen nicht vorstellen könne (
Urk.
1 S. 15 Mitte), ändert nichts daran, dass dadurch mit überwiegender Wahrscheinlichkeit
eine tatsächlich realisierbare Veränderung der für die gesundheitliche Situation bedeutsamen Rahmenbe
dingungen
für
eine
wesentliche Verbesserung des (psychischen) Gesundheitszu
standes und damit der dadurch eingeschränkten Arbeitsfähigkeit bewirkt wer
den kann
.
Das Verhalten der Beschwerdeführerin
- und insbesondere der eigenständige Abbruch der Gesprächstherapie -
spricht
insgesamt
gegen einen erheblichen Leidensdruck und es muss zumindest davon ausgegangen werden, dass dieser nicht derart ausgeprägt ist, dass die Arbeitsfähigkeit de
r
Beschwerde
führer
in
davon erheblich und dauerhaft eingeschränkt wird.
4.
7
Eine gesamtheitliche Betrachtung des psychischen Gesundheitszustandes der Beschwerdeführerin
ergibt, dass die vorliegend beklagte depressive Symptoma
tik grundsätzlich therapeutisch
immer noch
angehbar
ist.
Eine konsequente Depressionstherapie, deren Scheitern das Leiden als resistent ausweisen würde, liegt nicht vor.
Ebenso wurden die
zumutbaren Behandlungsmöglichkeiten nicht konsequent ausgeschöpft
.
Das klinische Beschwerdebild besteht sodann
zu einem wesentlichen Teil in Beeinträchtigungen, welche von den belastenden psychosozialen Faktoren herrühren.
Dabei gilt es zu beachten, dass durch Ärzte oder Gutachter erhobene Befunde, welche in den psychosozialen und soziokul
turellen Umständen ihre hinreichende Erklärung finden, gleichsam in ihnen aufgehen, kein invalidisierender psychischer Gesundheitsschaden gegeben ist (BGE 127 V 294 E. 5a S. 299). Die depressive Symptomatik lässt
sich daher ohne weiteres mit den einschneidenden
zwischenmenschlichen
Probl
emen des letzten Arbeitsplatzes, verbunden mit finanziellen Zukunf
t
ssorgen, und den aus dieser persönlichen Situation resultierenden Ins
uffizienzgefühlen und Ängsten, mithin durch die psychosoziale Situation bedingt, erklären.
Es erstaunt daher nicht, dass der Beschwerdeführerin seitens der (begutachtenden) Fachärzte mehrheitlich eine gute Prognose und eine Steigerung der Arbeitsfähigkeit attestiert wurde (vgl. vorstehend E. 4.5).
Die Beschwerdegegnerin ging daher zu Recht davon aus, dass solche Faktoren zwar medizinisch die Diagnose einer mittelgradigen depressiven Episode, aber rechtlich keine andauernde Arbeitsunf
ähigkeit zu begründen vermögen.
5
.
Daran vermögen
die Vorbringen der Beschwerdeführ
erin, insbesondere der
Ver
weis auf
die Ausführungen von
Dr.
A._
(vorstehend E. 3.
8
)
,
nichts zu ändern.
Obschon die Beschwerdeführerin zu Recht vorbringt, dass die Diagnose einer Anpassungsstörung
gemäss
d
en diagnostischen Leitlinien der Interna
tionalen Klassifikation psychischer Störungen
(vgl.
ICD-10 Kapitel V (F),
Dil
ling
/
Mombour
/Schmidt
,
Hrsg., Bern 2014, S.
209
f.
)
verlange
, dass der Zustand nicht länger als zwei Jahre angedauert habe (
Urk.
1 S. 14 Mitte), erlaubt die von
Dr.
Z._
gestellte Diagnose eine Einschätzung des Schweregrads der bei der Beschwerdeführerin vorherrschenden depressiven Symptomatik.
Eine
Anpas
sungsstörung
ist rechtsprechungsgemäss
grundsätzlich im Grenzbereich dessen zu situieren,
was überhaupt noch als krankheitswertig im Sinne des IVG und potentiell invalidisierendes Leiden gelten kann (vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_636/2007 vom 2
8.
Juli 2008, E. 3.3.2).
Soweit die behandelnden Ärzte (vorstehend E. 3.3) eine
posttraumatische
Belas
tungsstörung
(ICD-10 F43.1)
diagnostizierten
,
kann ohne weiteres auf die
nach
vollziehbaren
Aussagen der begutachtenden Ärzte verwiesen werden, welche
festhielten, dass
die ICD-10 Kriterien
aufgrund des Fehlens eines Traumas kata
strophenartigen Ausmasses nicht erfüllt seien (vorstehend E.
3.
2
,
E. 3.
7
)
.
Mit Blick auf die Kriterien de
r
ICD-10 vermag schliesslich auch die diagnostische Neubeurteilung (vgl.
Urk.
1 S. 14 Mitte) einer
andauernde
n
Persönlichkeitsver
änd
erung
nach Extrembelastung (
ICD
-10 F63.0
)
durch
Dr.
A._
(vorstehend E. 3.
8
)
wenig zu überzeugen.
Von einer solchen Extrembelastung, welche so extrem sein muss, dass die Vulnerabilität der betreffenden Person als Erkran
kung für die tiefgreifende Auswirkung auf die Persönlichkeit als Erklärung nicht ausreicht (vgl.
ICD-10 Kapitel
a.a.O.,
S.
286
f.
mit entsprechenden
Beispielen
), kann vorliegend sicher nicht ausgegangen werden.
In diesem Zusammenhang ist bei Berichten von behandelnden Ärztinnen und Ärzten
ebenfalls
der Erfahrungstatsache Rechnung zu tragen, dass diese mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung im Zweifelsfall eher zu Gunsten ihrer Patienten aussagen (BGE 125 V 351 E.
3a/cc mit weiteren Hinweisen).
Medizi
nisch-psychiatrisch nicht begründbare Selbsteinschätzungen und -
limitierun
gen
, wie sie, gerichtsnotorisch, ärztlicherseits sehr oft unterstützt werden - wo
bei erst noch häufig gar keine konsequente Behandlung stattfindet -, sind auch künftig nicht als invalidisierende Gesundheitsbeeinträchtigung anzuerkennen
(
BGE 141 V 281
E.
3.7.1)
.
6
.
Nach dem Gesagten ist der medizinische Sachverhalt dahingehend erstellt, dass bei der Beschwerdeführerin kein invalidisierender Gesundheitsschaden
vorliegt und dass
ihr
eine volle Verwertbarkeit der Arbeitsfähigkeit bei objektiver Beur
teilung mit überwiegender Wahrscheinlichkeit - jedenfalls nach einer konse
quenten Therapie - sozial-praktisch zumutbar ist.
Die Beschwerde ist demnach abzuweisen.
7
.
Da es im vorliegenden Verfahren um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichts
kosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert fest
zulegen (
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG) und auf
Fr.
700.-- anzusetzen. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind sie der unterliegenden Beschwerdeführerin aufzu
erlegen.