# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 95ac8f67-3b39-49de-9057-b8dc2e6ce6a0
**Court:** ZH_OG
**Chamber:** ZH_OG_002
**Year:** 2022
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

betreffend Freiheitsberaubung etc.
Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichtes Zürich, 10. Abteilung, vom 16. Juni 2021 (DG200248)
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Anklage:
Die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich vom 9. Dezember
2020 (Urk. 18) ist diesem Urteil beigeheftet.
Urteil der Vorinstanz:
"Es wird erkannt:
1. Die Beschuldigten A._ und (...) sind schuldig
− der Freiheitsberaubung im Sinne von Art. 183 Ziff. 1 Abs. 1 StGB,
− der mehrfachen einfachen Körperverletzung im Sinne von Art. 123 Ziff. 1 Abs. 1
StGB.
2. Der Beschuldigte A._ wird bestraft mit 18 Monaten Freiheitsstrafe.
3. Der Vollzug dieser Freiheitsstrafe wird aufgeschoben und die Probezeit auf 2 Jahre fest-
gesetzt.
4. (...).
5. (...).
6. Der Beschuldigte A._ wird im Sinne von Art. 66a StGB für 6 Jahre des Landes
verwiesen.
7. Es wird die Ausschreibung der Landesverweisung (Einreise- und Aufenthaltsverweigerung)
gemäss der vorstehender Dispositivziffer im Schengener Informationssystem angeordnet.
8. Es wird festgestellt, dass die Beschuldigten A._ und B._ gegenüber dem
Privatkläger aus dem eingeklagten Ereignis dem Grundsatze nach unter solidarischer Haf-
tung schadenersatzpflichtig sind. Zur genauen Feststellung des Umfanges des Schadener-
satzanspruches wird der Privatkläger auf den Weg des Zivilprozesses verwiesen.
9. Die Beschuldigten A._ und B._ werden unter solidarischer Haftung verpflichtet,
dem Privatkläger Fr. 2'000.– zuzüglich 5 % Zins ab 2. November 2019 als Genugtuung zu
bezahlen. Im Mehrbetrag wird das Genugtuungsbegehren abgewiesen.
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10. Die Entscheidgebühr wird festgesetzt auf:
Fr. 3'000.00; die weiteren Kosten betragen:
Fr. 2'000.00 Gebühren für das Vorverfahren
Fr. 8.25 Auslagen (Gutachten)
Fr. 8.30 Auslagen (Gutachten)
Fr. 599.00 Institut für Rechtsmedizin der Universität Zürich
Fr. 10'956.37 amtliche Verteidigung B._
Allfällige weitere Auslagen bleiben vorbehalten.
11. (...).
12. Die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens, ausgenommen diejenigen
der amtlichen Verteidigung, werden den Beschuldigten A._ und B._ je zur Hälfte
auferlegt.
13. Die Beschuldigten A._ und B._ werden verpflichtet, dem Privatkläger eine Pro-
zessentschädigung in der Höhe von Fr. 16'760.– (inklusive MwSt.) unter solidarischer Haf-
tung auszurichten.
14. (Mitteilungen.)
15. (Rechtsmittel.)"
Berufungsanträge:
a) Der Verteidigung des Beschuldigten:
(Urk. 77 S. 1 f.)
1. Das vorinstanzliche Urteil sei aufzuheben und zu neuer Entscheidung
an die Vorinstanz zurück zu weisen.
2. Eventualiter seien Ziffern 1, 2, 3, 6 bis 9 sowie 12 und 13 des vor-
instanzlichen Urteils betreffend A._ aufzuheben.
3. A._ sei von Schuld und Strafe freizusprechen.
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4. Subeventualiter stelle ich folgende Beweisanträge:
− Befragung von C._ und D._ als Zeugen;
− Ermittlung der weiteren im E._ im unteren Stock am Abend
des tt. November 2019 anwesenden Personen und anschliessen-
de Befragung derselben.
− Einholung eines grossen Leumundberichts inkl. Strafregister-
auszug über F._
5. Auf die Zivilforderungen des Privatklägers sei nicht einzutreten.
6. A._ sei mit CHF 38'124.15 (davon CHF 22'404.20 für das
erstinstanzliche Verfahren) zu entschädigen.
7. Die Verfahrenskosten der Untersuchung, des erst- und zweit-
instanzlichen Verfahrens seien auf die Staatskasse zu nehmen.
Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der Staatskasse.
b) Der Staatsanwaltschaft:
(Urk. 64)
Bestätigung des vorinstanzlichen Urteils.

## Considerations

Erwägungen:
I. Verfahren
1. Mit Urteil des Bezirksgerichtes Zürich, 10. Abteilung, vom 16. Juni 2021
wurde der Beschuldigte 1 (nachfolgend: Beschuldigter) im Rahmen eines gegen
ihn und den Beschuldigten 2 (nachfolgend: Mitbeschuldigter B._) geführten
Strafverfahrens entsprechend dem eingangs wiedergegebenen Dispositiv der
Freiheitsberaubung im Sinne von Art. 183 Ziff. 1 Abs. 1 StGB sowie der
mehrfachen einfachen Körperverletzung im Sinne von Art. 123 Ziff. 1 Abs. 1 StGB
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schuldig gesprochen und mit einer bedingten Freiheitsstrafe von 18 Monaten
sowie einer Landesverweisung von 6 Jahren unter Ausschreibung im Schengener
Informationssystem belegt. Ferner wurden die Schadenersatz- und Genugtuungs-
ansprüche des Privatklägers geregelt und die Kosten- und Entschädigungsfolgen
festgesetzt (Urk. 52 bzw. 55 S. 40 ff.).
2. Der Beschuldigte liess gegen das erstinstanzliche Urteil mit Eingabe vom
18. Juni 2021 rechtzeitig die Berufung anmelden (Urk. 46). Auch der Mitbeschul-
digte B._ erhob Berufung, reichte in der Folge jedoch keine Berufungs-
erklärung ein, so dass auf seine Berufung unter Kostenfolge nicht eingetreten
wurde (vgl. Urk. 60). Nach Erstattung der Berufungserklärung des Beschuldigten
vom 10. September 2021 (Urk. 58) und anschliessender Fristansetzung an die
Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich und die Privatklägerschaft (Urk. 62) er-
klärte Erstere mit Schreiben vom 5. Oktober 2021 den Verzicht auf eine
Anschlussberufung, worauf sie mit Einverständnis der übrigen Parteien von der
Teilnahme an der Berufungsverhandlung dispensiert wurde (Urk. 64, 68 + 69).
Der Privatkläger liess sich innert Frist nicht vernehmen, womit ebenfalls vom Ver-
zicht auf eine Anschlussberufung auszugehen ist. Am 5. Januar 2022 gab der
bisherige erbetene Verteidiger des Beschuldigten bekannt, dass er diesen nicht
mehr vertrete (Urk. 66), worauf sich mit Eingabe vom 12. Januar 2022 Rechtsan-
wältin lic. iur. X._ als neue Verteidigerin des Beschuldigten legitimierte (Urk.
67/1-2).
3. In der Folge wurde auf den 13. Juli 2022 zur Berufungsverhandlung vor-
geladen (Urk. 70). Zu dieser erschien der Beschuldigte in Begleitung seiner neuen
Verteidigerin (Prot. II S. 5).
II. Formelles
1. Gemäss Art. 402 StPO in Verbindung mit Art. 437 StPO wird die Rechts-
kraft des angefochtenen Urteils im Umfang der Anfechtung gehemmt. Der Be-
schuldigte verlangt mit seiner Berufungserklärung, er sei von sämtlichen Vorwür-
fen freizusprechen, ohne die Berufung in irgendeiner Weise einzuschränken
(Urk. 34). Das Urteil des Bezirksgerichtes ist mithin in allen den Beschuldigten be-
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treffenden Punkten (Dispositiv-Ziffern 1 - 3, 6 - 9 und 12 - 13) im Sinne von
Art. 398 Abs. 2 StPO umfassend zu prüfen.
2.
2.1. Die Verteidigung reichte am 8. Juli 2022 einen USB-Stick mit
verlangsamten Sequenzen der im Recht liegenden Videoaufzeichnung betreffend
die Tatphase im Eingangsbereich des Lokals ein (Urk. 73/1-2), welche der
Staatsanwaltschaft und der Privatklägerschaft in der Folge zugestellt wurden
(Urk. 74). Gestützt unter anderem darauf stellte die Verteidigung anlässlich der
Berufungsverhandlung (eventualiter) die Beweisanträge, es seien die
Sicherheitsmitarbeiter C._ und D._ als Zeugen zu befragen, es seien
die weiteren zum Tatzeitpunkt im unteren Stock des Gebäudes anwesenden
Person zu ermitteln und hernach ebenfalls zu befragen und es sei ein
Leumundsbericht inkl. Strafregisterauszug betreffend den Privatkläger einzuholen
(Urk. 77 S. 1).
2.2. Diese Beweisanträge sind aus folgenden Gründen abzuweisen:
2.2.1. Betreffend die beantragten Zeugeneinvernahmen ist nicht ersichtlich, dass
die beiden in der ersten Phase anwesenden Sicherheitsmitarbeiter C._ und
D._ etwas zur Erstellung des relevanten Anklagesachverhalts beitragen
könnten, das nicht bereits durch die im Recht liegenden Videoaufnahmen und die
Aussagen der beiden Mitbeschuldigten sowie des Privatklägers erwiesen wäre.
2.2.2. Was sodann die nicht ermittelten Personen angeht, welche sich zur Tatzeit
im [...]-geschoss des E._-gebäudes aufgehalten haben, so lässt sich den
besagten Videoaufnahmen entnehmen, dass diese Personen das Geschehen um
den Privatkläger nicht weiter beachtet haben und zügig am Tatort vorbeigingen.
Selbst wenn jemand das tatrelevante Geschehen kurzzeitig wahrgenommen hät-
te, wären aus einer entsprechenden Befragung dieser Person kaum weitergehen-
de Erkenntnisse zu erwarten, da auch vom Vorfall im Büro lückenlose Video-
aufnahmen existieren.
2.2.3. Ebenfalls keine sachdienlichen Erkenntnisse sind vom Leumundsbericht
bzw. dem Strafregisterauszug des Privatklägers zu erwarten. Inwiefern der Privat-
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kläger "im Ausgang immer wieder Probleme gemacht" hat, wie dies die Verteidi-
gung vorbringt (Urk. 77 S. 4), ist für die Beurteilung des vorliegenden Sachver-
halts nicht massgeblich. Angesichts der ansonsten vorliegenden Beweismittel,
insbesondere der Videoaufnahmen, besteht jedenfalls – entgegen der Verteidi-
gung – kein Anlass, die Glaubwürdigkeit des Privatklägers in Zweifel zu ziehen
bzw. näher abzuklären.
2.3. Es drängen sich in zweiter Instanz im Übrigen – abgesehen von der erneu-
ten Befragung des Beschuldigten – auch von Amtes wegen keine weiteren
Beweiserhebungen auf.
3.
3.1. In prozessualer Hinsicht beantragte die Verteidigung anlässlich der
Berufungsverhandlung im Weiteren die Rückweisung des Verfahrens an die
Vorinstanz mit der Begründung, dass der Beschuldigte in der Untersuchung und
anlässlich der vorinstanzlichen Hauptverhandlung ungenügend verteidigt
gewesen sei (Urk. 75 S. 2 ff.). Konkret sei der damalige Verteidiger der
Konfrontationseinvernahme des Beschuldigten und des Mitbeschuldigten B._
vom 3. Juni 2020 ferngeblieben und zur anschliessenden Einvernahme des
Privatklägers zu spät erschienen; hinzu komme, dass der damalige Verteidiger
dem Beschuldigten nicht angeboten habe, die Verschiebung der
Einvernahmetermine der Zeugen G._ und H._ vom 25. August 2020 zu
beantragen, als sich der Beschuldigte in Quarantäne befunden habe. Sodann sei
der Beschuldigte anlässlich der vorinstanzlichen Hauptverhandlung auch nicht auf
die Möglichkeit der Aussprechung einer Landesverweisung vorbereitet gewesen,
wobei es der damalige Verteidiger unterlassen habe, einen Unterbruch der
Verhandlung zu verlangen, um den Beschuldigten diesbezüglich instruieren zu
können.
3.2. Der Verteidiger hat die Pflicht, den Beschuldigten wirkungsvoll und sach-
gerecht zu vertreten. Bei der Bestimmung der Verteidigungsstrategie kommt ihm
jedoch ein erhebliches Ermessen zu. Die mit der Strafverfolgung betrauten
Behörden sind aufgrund ihrer Fürsorge- und Aufklärungspflicht für die Voraus-
setzungen eines fairen Strafverfahrens mitverantwortlich. Wird von den Behörden
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untätig geduldet, dass der Verteidiger seine anwaltlichen Berufs- und Standes-
pflichten zum Schaden des Angeschuldigten in schwerwiegender Weise ver-
nachlässigt, so kann darin eine Verletzung der von Verfassung und EMRK
gewährleisteten Verteidigungsrechte liegen. Die richterliche Fürsorgepflicht
kommt jedoch nur dort zum Tragen, wo ein eklatanter Verstoss gegen allgemein
anerkannte Verteidigerpflichten vorliegt, namentlich bei krassen Frist- und Termin-
versäumnissen, Fernbleiben von wichtigen Zeugeneinvernahmen, mangelnder
Sorgfalt bei der Vorbereitung von Einvernahmen und anderen
Prozesshandlungen oder fehlender Vorsorge für gebotene Stellvertretungen (BGE
143 I 284, E. 2.2.2; BGE 124 I 185, E. 3; Urteil 6B_172/2011 vom 23. Dezember
2011, E. 1.3.1).
3.3. Der Einwand der ungenügenden Verteidigung erweist sich vor diesem
Hintergrund aus folgenden Gründen als unbegründet:
3.3.1. Mit Bezug auf die Konfrontationseinvernahme vom 3. Juni 2020 ist der
Verteidigung dahingehend beizupflichten, dass bereits damals der Verdacht der
Freiheitsberaubung und die Möglichkeit einer Landesverweisung im Raum stand,
womit ein Fall notwendiger Verteidigung vorlag (vgl. Art. 130 lit. b StPO). Gemäss
entsprechender Protokollnotiz konnte der damalige Verteidiger aus zeitlichen
Gründen nicht zur besagten Konfrontationseinvernahme um 8.30 Uhr erscheinen;
gleichwohl wurde die Einvernahme in Abwesenheit der Verteidigung durchgeführt
(vgl. Urk. 2/3 S. 1+2), was deren Unverwertbarkeit zur Folge hat (vgl. hinten Ziffer
III./1.5.2.). Was die konkreten Gründe für das Ausbleiben der Verteidigung waren,
ist nicht bekannt. Die ungeklärte Absenz an einer einzelnen Einvernahme mit
notwendiger Verteidigung vermag aber noch keine schwere Pflichtverletzung mit
der Folge einer insgesamt ungenügenden Verteidigung zu begründen, zumal sich
diese im Endeffekt nicht zu Ungunsten des Beschuldigten auswirkt. Das spätere
Erscheinen zur Einvernahme des Privatklägers am gleichen Tag hatte im Übrigen
insofern keine Konsequenz, als die Verteidigung im Rahmen der massgeblichen
Fragen zur Sache gewährleistet war (vgl. Urk. 3/2 S. 4).
3.3.2. Keine schwere Pflichtverletzung ist sodann auch darin zu erkennen, dass
sich der Verteidiger dazu entschied, infolge der Verhinderung des Beschuldigten
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kein Verschiebungsgesuch betreffend die Einvernahmen der Zeugen G._
und H._ zu stellen. Inwiefern die persönliche Anwesenheit des Beschuldigten
anlässlich der Einvernahmen der beiden Zeugen zwingend erforderlich gewesen
wäre, ist nicht ersichtlich, da die Zeugen keine Angaben zum angeklagten Kern-
geschehen machen konnten und betreffend das Geschehen, welches sie selber
wahrnahmen, bereits Videoaufnahmen vorlagen, welche den massgeblichen
Sachverhalt wiedergaben. Wenn die Verteidigung weiter geltend macht, dass die
Anwesenheit des Beschuldigten zwecks Instruktion wichtig gewesen wäre, so ist
darauf hinzuweisen, dass aus der Honorarnote des damaligen Verteidigers her-
vorgeht, dass entsprechende Besprechungen betreffend die fraglichen Zeugen-
einvernahmen (mindestens) am 3. Juli 2020 und am 24. August 2020 ohnehin
stattfanden (Urk. 41).
3.3.3. Gleiches gilt hinsichtlich der Tatsache, dass der damalige Verteidiger
keinen Unterbruch der vorinstanzlichen Hauptverhandlung beantragte, nachdem
eröffnet worden war, dass eine Landesverweisung geprüft werde. Der Entscheid,
keinen Unterbruch zu verlangen, um den Beschuldigten diesbezüglich zu
instruieren, lag im Ermessen des Verteidigers. Er verzichtete nach seinem Antrag
auf Freispruch auf ausdrückliche Nachfrage des Vorsitzenden darauf, in einem
Eventualstandpunkt zur Strafzumessung Stellung zu nehmen, woraus hervorgeht,
dass es sich um eine bewusst gewählte Strategie handelte, um mit Nachdruck auf
einen Freispruch hinzuwirken (Prot. I S. 41). Wenn die Verteidigung vor diesem
Hintergrund auch zur Landesverweisung keine weitreichenden Ausführungen
machte und diesbezüglich keine Instruktionen beim Beschuldigten einholte, so
steht dies mit dieser Strategie im Einklang und ist folglich insoweit nicht zu
beanstanden.
3.4. Eine Rückweisung des Verfahrens an die Vorinstanz zufolge ungenügender
Verteidigung des Beschuldigten erübrigt sich damit.
III. Schuldpunkt
1. Sachverhalt
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1.1. Dem Beschuldigten wird in der Anklageschrift der Staatsanwaltschaft I des
Kantons Zürich vom 9. Dezember 2020 zusammengefasst vorgeworfen, er habe
am tt. November 2019 nach einem anfänglichen Wortwechsel mit dem Privatklä-
ger im Eingangsbereich des Clubs "E._" diesen zusammen mit dem Mitbe-
schuldigten B._ gewaltsam mittels Packen am Arm (im sog. Schwanengriff)
und Würgen am Hals in ein Büro im [...] Stock des Clubs verbracht und ihn dort
unter weiterer Gewaltanwendung gegen dessen Willen festgehalten, wodurch der
Privatkläger eine Fraktur am Zungenbeinfortsatz mit Würgespuren am Hals sowie
eine Handgelenksprellung mit Schürfung und Läsion TFCC links erlitten habe
(Urk. 18 S. 2 ff.).
1.2.
1.2.1. Der Beschuldigte hat die Darstellung der Anklage mit Bezug auf den ihm
vorgeworfenen Vorfall vom 2. November 2019 in der Untersuchung und anlässlich
der vorinstanzlichen Hauptverhandlung insofern bestätigt, als er aussagte, an
jenem Tag im Rahmen seiner Arbeitstätigkeit als Objektleiter des Clubs
zusammen mit dem Mitbeschuldigten B._ in einen Wortwechsel mit dem
Privatkläger geraten zu sein, weil dieser das Lokal nicht habe verlassen wollen,
worauf die Situation eskaliert sei, weshalb man entschieden habe, den
Privatkläger in das Security-Büro im [...]-geschoss des Gebäudes zu verbringen,
ihn dort zu beruhigen und dann seine Personalien aufzunehmen, um ihm ein
Hausverbot zu erteilen, welches Vorgehen er als verhältnismässig angesehen
habe (Urk. 2/1 S. 2 f.; Prot. I S. 18 f.). Der Beschuldigte hat demzufolge die dem
Vorwurf der Freiheitsberaubung zu Grunde liegenden Sachverhaltselemente
grundsätzlich anerkannt und einzig sein Bewusstsein um die Unrechtmässigkeit
seines Handelns in Frage gestellt, worauf im Rahmen der rechtlichen Beurteilung
dieses Tatbestandes näher einzugehen sein wird (vgl. hinten Ziffer III./2.2.2.).
1.2.2. Demgegenüber macht der Beschuldigte mit Bezug auf das ihm im Rahmen
des Vorfalles vorgeworfene Körperverletzungsdelikt geltend, die Eskalation der
Geschehnisse sei auf die aggressive Haltung des Privatklägers zurückzuführen,
und stellt für die nachfolgende körperliche Auseinandersetzung in Abrede, den
Privatkläger jemals am Hals tangiert zu haben (Urk. 2/1 S. 5; Urk. 2/3 S. 10;
Prot. I S. 21 f.), während er einräumt, diesen am rechten Arm gepackt und dann in
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das Security-Büro im [...]-geschoss des Gebäudes verbracht zu haben (Urk. 2/1
S. 3).
1.2.3. In der Berufungsverhandlung hielt der Beschuldigte vollumfänglich an
seinem bisherigen Standpunkt fest, indem er im Wesentlichen geltend machte,
man habe aufgrund des aggressiven Verhaltens des Privatklägers keine anderen
Möglichkeiten gesehen, um diesen zur Ordnung zu rufen und seinem Gebaren
Einhalt zu gebieten (Urk. 76 S. 8 ff.).
1.3. Nachdem der Sachverhalt in den genannten Punkten mithin auch in zweiter
Instanz umstritten blieb, ist im Folgenden nochmals zu prüfen, inwiefern sich die-
se Vorwürfe dem Beschuldigten gestützt auf die im Recht liegenden Beweismittel
rechtsgenügend nachweisen lassen.
1.4. Die Vorinstanz hat im Rahmen ihrer Ausführungen zum Sachverhalt die
Grundsätze der Beweiswürdigung korrekt wiedergegeben und die aus ihrer Sicht
relevanten Beweismittel aufgelistet (Urk. 55 S. 11 f.). Im Zentrum stehen dabei
zwei Videoaufnahmen aus dem Eingangsbereich des Nachtclubs und dem
Security-Büro im [...]-geschoss (Urk. 1/10) sowie die zum Vorfall zu Protokoll ge-
gebenen Aussagen der Beschuldigten (Urk. 2/1-6, wobei Urk. 2/3 nicht zuunguns-
ten des Beschuldigen verwertbar ist; Prot. I S. 18 ff.; Urk. 76 S. 8 ff.) und des Pri-
vatklägers (Urk. 3/1-2; Prot. I S. 29 ff.). Unerwähnt blieb von der Vorinstanz, dass
auch die beiden Arbeitskollegen des Privatklägers, welche am Tatabend mit die-
sem zum "E._" gingen, als Zeugen einvernommen wurden (Urk. 4/1-2). Die-
se haben den Beginn der Auseinandersetzung im Eingangsbereich ebenfalls be-
obachtet, konnten aber letztlich keine Angaben machen, welche die heute noch
umstrittenen Punkte des Sachverhalts näher zu klären vermöchten.
1.5. Die Verteidigung machte anlässlich der Berufungsverhandlung die Un-
verwertbarkeit der Einvernahmen des Beschuldigten vom 29. November 2019
(Urk. 2/1) und vom 3. Juni 2020 (Urk. 2/3) geltend, da die Einvernahmen trotz
Vorliegens der Voraussetzungen der notwendigen Verteidigung ohne eine ent-
sprechende Beteiligung stattgefunden hätten (Urk. 77 S. 2 f.).
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1.5.1. Anlässlich der polizeilichen Einvernahme des Beschuldigten vom
29. November 2019 waren die Voraussetzungen einer notwendigen Verteidigung
im Sinne von Art. 130 lit. b StPO nicht erfüllt. Aus der Befragung geht hervor, dass
in diesem Zeitpunkt lediglich ein Verdacht betreffend (einfache) Körperverletzung
im Raum stand, noch nicht aber betreffend eine damit einhergehende Freiheits-
beraubung (vgl. den Vorhalt zu Beginn der Einvernahmen des Beschuldigten und
des Mitbeschuldigten B._, Urk. 2/1 S. 1 bzw. 2/2 S. 1 sowie den Rapport vom
12. November 2019, Urk. 1/1). Auf die Möglichkeit des Beizuges einer amtlichen
Verteidigung wurde der Beschuldigte aber vorschriftsgemäss aufmerksam
gemacht (vgl. Art. 158 lit. c StPO). Weiter ist – entgegen der Verteidigung (Urk. 77
S. 2) – festzuhalten, dass weder zu diesem noch zu einem späteren Zeitpunkt ein
konkreter Verdacht betreffend eine schwere Körperverletzung bzw. eine
Gefährdung des Lebens vorlag, weshalb auch insofern kein Fall notwendiger
Verteidigung gegeben war.
1.5.2. Anders gelagert war die Situation hingegen bezüglich der ersten Konfron-
tationseinvernahme vom 3. Juni 2020 (Urk. 2/3). Selbst wenn die Anklage erst auf
Hinweis der Vertretung der Privatklägerin (vgl. Urk. 8/12) um den Sachverhalt
betreffend Freiheitsberaubung ergänzt wurde, war spätestens am 3. Juni 2020
aufgrund der bisherigen Beweisabnahmen ein Tatverdacht betreffend Freiheits-
beraubung erkennbar. Mithin drohte auch eine Landesverweisung, was eine
notwendige Verteidigung im Sinne von Art. 130 lit. b StPO indiziert. Art. 130 StPO
statuiert insofern einen Verteidigungszwang, weshalb an der Unverwertbarkeit der
ersten Konfrontationseinvernahme vom 3. Juni 2020 zu Ungunsten des Beschul-
digten nichts ändert, dass dieser bereit war, in Abwesenheit seines Verteidigers
Aussagen zu treffen (vgl. Urteil 6B_178/2017 vom 25. Oktober 2017, E. 2.7.).
Keine Unverwertbarkeit ergibt sich demgegenüber für die anschliessende
Einvernahme der Privatklägerschaft, da hier eine genügende Verteidigung im
Rahmen der massgeblichen Befragung zur Sache gewährleistet war (vgl. dazu
bereits vorne Ziffer II./3.3.1.).
1.6. Der Vollständigkeit ist festzuhalten, dass sich die Verwertung der club-
eigenen Videoaufnahmen zum Beweis als unproblematisch erweist, sind doch
gerade die Security-Mitarbeiter regelmässig über die installierten Kameras im zu
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überwachenden Gebäude informiert und somit auch ohne Weiteres damit
einverstanden, dass ihr Handeln aufgenommen wird. Hinsichtlich dieser Auf-
nahmen wie auch sämtlicher nachfolgender Einvernahmen der Verfahrens-
beteiligten wurden die prozessualen Verteidigungs- und Mitwirkungsrechte des
Beschuldigten im Übrigen umfassend gewährleistet, so dass auch diesbezüglich
keine prozessualen Hindernisse bestehen. Nicht beweiskräftig sind
demgegenüber die im Recht liegenden "Incident Notes" (Urk. 3/3), da nicht klar
ist, wie diese konkret zustande gekommen sind, und die Verteidigungs- und
Mitwirkungsrechte des Beschuldigten diesbezüglich nicht hinreichend
gewährleistet wurden.
1.7.
1.7.1.
a) Die Vorinstanz erachtete den Sachverhalt betreffend den Vorfall vom
tt. November 2019 für sämtliche eingeklagte Tatphasen als vollumfänglich erstellt.
Dabei stützte sie sich auf die im Recht liegenden Videoaufnahmen sowie die Aus-
sagen des Privatklägers, während sie die Ausführungen der Beschuldigten als
durch die Videoaufnahmen widerlegt und damit insgesamt als unglaubhaft einstuf-
te (vgl. Urk. 55 S. 12 ff.).
b) Die Verteidigung wendet dagegen ein, erstellt seien aufgrund der Video-
aufnahmen lediglich der grundsätzliche Hergang des Ereignisses sowie die
Geschehnisse oben beim Eingangsbereich. Unklar sei hingegen, wer den Privat-
kläger auf dem Weg nach unten in das Erdgeschoss wie gehalten habe und was
auf dem Boden im Security-Büro effektiv geschehen sei. Nachdem am Hals des
Privatklägers keine DNA-Spuren der Beschuldigten festgestellt worden seien, sei
ein direktes Würgen für diese Tatphasen jedenfalls ausgeschlossen (Urk. 40
S. 4 f.; Urk. 77 S. 12.)
c) Es ist im Folgenden zu prüfen, inwiefern der angeklagte Sachverhalt in
Berücksichtigung der Feststellungen der Vorinstanz und der Einwendungen der
Verteidigung auch in zweiter Instanz für die einzelnen Tatphasen als rechts-
genügend erwiesen zu erachten ist.
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1.7.2.
a) Die erste Tatphase im Eingangsbereich des Clubs lässt sich aufgrund der
im Recht liegenden Videoaufnahme ohne Weiteres nachvollziehen. Es ist dies-
bezüglich festzustellen, dass sich der Privatkläger zunächst nicht überzeugen
lässt, das Lokal zu verlassen, und in der Folge nach der Präsentation seines
Mobiltelefons vom Beschuldigten heftig in Richtung des Ausgangs gezogen wird,
worauf er sich losreisst und unmittelbar danach vom Mitbeschuldigten B._
mit dem rechten Arm von hinten am Hals umfasst und von diesem auf diese
Weise nach hinten in Richtung einer Seitentüre gezogen wird. Der Privatkläger
wird vom Mitbeschuldigten B._ umfasst, bevor klar wird, wie seine weitere
Reaktion ausfällt (vgl. Urk. 10/1, Video 1, Sequenz 20:06:42 - 20:06:45). Selbst
wenn der Beschuldigte aufgrund der plötzlich ausgeführten Befreiungsbewegung
des Privatklägers offensichtlich überrascht wird und er deswegen zurückweicht
(vgl. Urk. 73/1, Sequenz 20:06:43), muss für ihn stets klar gewesen sein, dass es
sich bei dieser Bewegung nicht um einen Angriff gehandelt hat, sondern der
Privatkläger lediglich versucht hat, sich zu befreien. Anlässlich der
Berufungsverhandlung bezeichnete der Beschuldigte die Bewegung, welche der
Privatkläger ausführte, denn auch als Befreiung (Urk. 76 S. 14). Inwiefern er dabei
einen Schlag verspürt haben will, ist nicht ersichtlich. Entgegen dem Vorbringen
des Beschuldigten ist nach der Befreiungsbewegung dann auch keine weitere
Bewegung ersichtlich, welche auf einen Angriff hindeuten würde. Vielmehr verhält
sich der Privatkläger in der Folge vollkommen passiv, während er vom
Mitbeschuldigten B._ umfasst wird. Schliesslich sind die Ausführungen des
Beschuldigten auch insofern als unglaubhaft zu werten, als er dem Privatkläger in
der Folge erklärt haben will, dass man nun ins Security-Büro gehen werde, um
dessen Personalien zu kontrollieren (Urk. 76 S. 15). Solches brachte er anlässlich
der Berufungsverhandlung erstmals vor und ein entsprechendes Gespräch ist
auch auf den Videoaufnahmen nicht ersichtlich. Angesichts des turbulenten
Geschehens ist vielmehr naheliegend, dass der Privatkläger nicht darüber
informiert wurde, wohin er zu welchem Zweck verbracht werden sollte.
b) Die zweite Tatphase betreffend die Verbringung des Privatklägers in das
[...]-geschoss des Lokals ist nicht durch Videoaufnahmen dokumentiert. Der
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Privatkläger schilderte diesbezüglich bei der Polizei rudimentär und bei der
Staatsanwaltschaft dann ausführlicher, dass ihm auf dem Weg nach unten von
einem Beschuldigten der Arm nach hinten gedrückt und vom anderen Be-
schuldigten der Daumen im Bereich des Adamsapfels in den Hals gedrückt
worden sei, wobei er sich bezüglich letzterer Handlung auf den Beschuldigten
festlegte (Urk. 3/1 S. 2; Urk. 3/2 S. 7). Während die Verdrehung des Handgelenks
des Privatklägers vom Mitbeschuldigten B._ grundsätzlich zugestanden wird
(Urk. 2/2 S. 4; Prot. I S. 27), hat der Beschuldigte die ihm vorgeworfene
Traktierung des Halses mit dem Daumen stets bestritten (Urk. 2/1 S. 5; Urk. 2/3
S. 10; Prot. I S. 21 f.). In dieser Hinsicht fällt denn auch in der Tat auf, dass sich
gemäss dem im Recht liegenden Gutachten des Institutes für Rechtsmedizin vom
18. Dezember 2020 am Hals des Privatklägers keine DNA-Spuren des
Beschuldigten finden liessen, wovon jedoch auszugehen wäre, sofern dieser dem
Privatkläger wiederholt den Daumen in den Hals gedrückt hätte, zumal im
Gutachten ausdrücklich festgehalten wird, dass der gesamte Halsbereich auf
entsprechende Spuren untersucht worden sei (Urk. 21 S. 1 f.: "Spurenasservat ab
gesamten Hals und der Schürfung am Kinn"). Die Befragung des Privatklägers
anlässlich der vorinstanzlichen Hauptverhandlung vermochte bezüglich dieser
fehlenden Spuren keine Klärung zu bringen, auch wenn dieser meinte, es sei an
gewissen Stellen des Halses kein Abstrich gemacht worden (Prot. I S. 35). Zu
berücksichtigen ist in diesem Zusammenhang auch, dass – worauf auch die
Verteidigung anlässlich der Berufungsverhandlung hinwies (Urk. 77 S. 11) – der
Privatkläger nach Eintreten in den Security-Raum keinerlei Anzeichen von
Schmerzen am Hals signalisierte, was tendenziell ebenfalls gegen eine
unmittelbar vorangegangene heftige Traktierung dieser Region spricht. Nachdem
diesbezüglich auch die Videoaufnahme des Security-Raumes keine Klarheit zu
schaffen vermag, da der Beschuldigte beim Betreten des Raumes seine Hand
zwar kurzzeitig in der Nähe des Halses, aber nicht direkt am Hals hat, kann –
entgegen den Mutmassungen der Anklage (Urk. 18 S. 3 f.: "[...] die Tatbeiträge
des Beschuldigten A._ mutmasslich die Verletzungen am Hals inklusive
Fraktur Zungenbeinfortsatz bewirkten [...]") letztlich nicht als erstellt gelten, dass
der Beschuldigte dem Privatkläger auf dem Weg in den Security-Raum das
Zungenbein bzw. dessen Fortsatz gebrochen hat.
- 16 -
c) Für die dritte Tatphase ergibt sich aufgrund der zweiten Videoaufnahme,
dass der Privatkläger unmittelbar nach dem Niederlassen auf einem Stuhl erneut
das Mobiltelefon hervornahm, der Beschuldigte ihm dieses wegzunehmen
versuchte, während der Mitbeschuldigte B._ den Privatkläger erneut von hin-
ten mit dem Arm am Hals packte und mit diesem zu Boden fiel, worauf er über
dem Privatkläger zu liegen kam (Urk. 1/10, Video 2, Sequenz 20:09:11 -
20:09:17). Inwiefern der Mitbeschuldigte den Privatkläger in der Folge am Boden
würgte, ist aufgrund der Videoaufnahmen unklar. Anhaltspunkte dafür ergeben
sich aufgrund der offensichtlichen Schmerzen des Privatklägers am Hals unmit-
telbar nach diesem Vorfall (Urk. 1/10, Video 2, Sequenz 20:09:22 - 20:09:32),
welche jedoch auch vom unmittelbar zuvor erfolgten Umfassen des Halses mit
dem Arm herrühren könnten, während das Gutachten des IRM, welches auch für
den Mitbeschuldigten B._ keinerlei DNA-Spuren am Hals des Privatklägers
feststellte, ein Würgen des Privatklägers mit den Händen nicht zu bestätigen ver-
mag (vgl. Urk. 21 S. 1 f.).
Der Beschuldigte wirkte in dieser Phase – abgesehen vom anfänglichen
Versuch der Wegnahme des Mobiltelefons – körperlich nicht massgeblich auf den
Privatkläger ein, duldete bzw. billigte jedoch das Vorgehen seines Mitarbeiters,
welcher den Privatkläger in der vorstehend umschriebenen Art und Weise massiv
traktierte, indem er unmittelbar daneben stand und auf den Privatkläger einredete
(Urk. 1/10, Video 2, Sequenz ab 20:09:18).
d) Die Verletzungen des Privatklägers sind aufgrund der medizinischen
Austrittsberichte vom 2./3. November 2019 (Urk. 5/2+3), des Radiologiebefundes
vom 17. Dezember 2019 (Urk. 5/4) sowie des ärztlichen Befundes vom 29. April
2020 (Urk. 5/6) erstellt. Während die in der Anklage erwähnte Fraktur des
(rechten) Zungenbeinfortsatzes einen klare Diagnose darstellt (vgl. Urk. 5/2:
"Gering dislozierte Fraktur des Cornu majus hyoidiei rechts"), erscheint
klärungsbedürftig, welche konkrete Diagnose mit der Anklageformulierung
"Handgelenksprellung mit Schürfung und Läsion TFCC links" angesprochen ist.
Die Austrittsberichte vom 2./3. November 2019 erwähnen in diesem
Zusammenhang lediglich eine "Kontusion Handgelenk links" (Urk. 5/2+3), der
Radiologiebefund stellt zusätzlich jedoch auch einen Abriss des Triangular
- 17 -
Fibrocartilage Complex (TFCC) begleitet von einer möglichen Ruptur des dortigen
Meniskus fest (Urk. 5/4). Eine solche teilweise Läsion der Knorpelstruktur
oberhalb der Handwurzelknöchel ist in der Regel von stechenden oder dumpfen
Schmerzen begleitet und bedingt für gewöhnlich eine rund dreiwöchige
Ruhigstellung ohne operativen Eingriff (vgl.
https://www.handordination.at/handchirurgie/laesion-diskus-triangularis-tfcc.html).
1.8. Der Sachverhalt der Anklage ist nach dem Gesagten mit den vorerwähnten
Einschränkungen bzw. Präzisierungen erstellt. Es ergibt sich daraus insbesonde-
re, dass der Mitbeschuldigte B._ den Privatkläger sowohl im Eingangsbe-
reich des Lokals als auch im Security-Raum von hinten am Hals – im Sinne eines
(umgekehrten) "Schwitzkastens" – umfasste und ihn auf diese Weise jeweils in
einen starken Würgegriff nahm. Auf dem Weg in das Security-Büro verdrehte er
den Arm des Privatklägers anerkanntermassen im Rahmen eines sog. "Schwa-
nengriffs" nach hinten, um ihm von vornherein eine Gegenwehr zu verunmögli-
chen. Für den Beschuldigten ist derweil ein starkes Halten am rechten Arm auf
dem Weg ins [...]-geschoss erwiesen. Für die weiteren angeklagten Tathandlun-
gen ist zu wenig klar, inwiefern sie dem Privatkläger tatsächlich in der beschrie-
benen Art und Weise zugefügt wurden, zumal nicht zu verkennen ist, dass dieser
in seinen Befragungen diesbezüglich immer wieder Unsicherheiten zeigte und
insbesondere auch nicht mehr sagen konnte, welcher Beschuldigte ihn in welcher
Phase auf welche Weise traktiert hatte (vgl. Urk. 3/1 S. 2; Urk. 3/2 S. 6; vgl. auch
Prot. I S. 33). Gleichzeitig ist jedoch über jeden Zweifel erhaben, dass sich der
Privatkläger die in der Anklage umschriebenen Verletzungen im Rahmen des in-
kriminierten Vorfalles zugezogen haben muss, da kein anderer Anlass ersichtlich
ist und ein solcher von den Beschuldigten auch nicht geltend gemacht wurde.
Vielmehr räumt für die Handverletzung der Mitbeschuldigte B._ selber ein,
dass diese auf dem Weg ins Security-Büro von ihm verübt worden sein könnte.
Was sodann die Fraktur des Zungenbeinfortsatzes anbelangt, so scheint aufgrund
der Videobilder und des DNA-Gutachtens des IRM am wahrscheinlichsten, dass
sich diese Verletzung im Rahmen des starken Umfassens des Halses von hinten
durch den Mitbeschuldigten B._ ergab, wobei vom Zeitpunkt her eher das
zweite Umfassen im Security-Büro in Frage kommt, da sich der Privatkläger ins-
- 18 -
besondere ab diesem Zeitpunkt mehrmals an den Hals fasste und Schmerzen
signalisierte. Diese Version des Tatgeschehens ist denn auch insbesondere mit
den fehlenden DNA-Spuren am Hals des Privatklägers in Einklang zu bringen, da
bei diesem Umfassen der Halsregion ein direkter Kontakt mit der Haut des Privat-
klägers nicht evident ist, wie sich dies auch aus den entsprechenden Videose-
quenzen ergibt (vgl. Urk. 55 S. 16; vgl. auch Urk. 1/10, Video 1, Sequenz
20:06:42 - 20:06:45, und Video 2, Sequenz 20:09:12 - 20:09:16).
2. Rechtliche Würdigung
2.1. Mittäterschaft
2.1.1. Mit Bezug auf die eingeklagte Mittäterschaft ergibt sich aufgrund des
erstellten Sachverhalts ohne Weiteres, dass der Beschuldigte mit den
Handlungen des Mitbeschuldigten B._ im Wesentlichen einverstanden war
und sich diesen auch grundsätzlich anschloss. Dabei ist wenig wahrscheinlich,
dass der Beschuldigte das konkrete Vorgehen seines Mitarbeiters nicht
mitbekommen haben soll, war er doch während des gesamten Vorfalls
unmittelbar neben ihm präsent und hat ihm nicht Einhalt geboten, obwohl er dies
als Einsatzleiter und direkter Vorgesetzter ohne Weiteres hätte tun können (vgl.
Urk. 76 S. 19). Das Vorbringen, wonach er in der dritten Phase im [...]-geschoss
auf das Mobiltelefon konzentriert gewesen sei und nicht mitbekommen habe, was
der Mitbeschuldigte B._ mit dem Privatkläger gemacht habe (Urk. 76 S. 19),
erweist sich angesichts der aktenkundigen Videoaufnahmen des Geschehens als
nicht überzeugend. Vielmehr kann angesichts der erwiesenen Tathandlungen von
einem konkludent arbeitsteiligen Zusammenwirken gesprochen werden, wobei
der Mitbeschuldigte B._ hauptsächlich für die körperlichen Einwirkungen auf
den Privatkläger zuständig war. Inwiefern die beiden Beschuldigten dabei
eingeübt wirkten und schon öfters auf diese Weise vorgegangen waren, wie der
Privatkläger mutmasste (Prot. I S. 34), muss dabei offen bleiben, da diesbezüglich
keine näheren Anhaltspunkte bestehen.
2.1.2. Insgesamt kann nach dem Gesagten mit der Vorinstanz von einem
mittäterschaftlichen Handeln ausgegangen werden, in dessen Rahmen sich der
- 19 -
Beschuldigte im Rahmen des Schuldpunktes auch jene Tathandlungen
anrechnen lassen muss, welche er nicht eigenhändig verübt hat. Dass der
Beschuldigte dabei keine direkte Mitherrschaft betreffend die Art und Intensität
der einzelnen Einwirkungen des Mitbeschuldigten Santalucia auf den Privatkläger
hatte, kann derweil höchstens im Rahmen der Strafzumessung berücksichtigt
werden.
2.2. Freiheitsberaubung
2.2.1. Die Vorinstanz hat die Freiheitsberaubung im Sinne von Art. 183 Ziff. 1
Abs. 1 StGB anhand eines einschlägigen Bundesgerichtsgerichtsentscheides
dargestellt und beispielhaft auf Fälle hingewiesen, in welchen ein unzulässiger
Freiheitsentzug als gegeben erachtet wurde (vgl. dazu BGE 141 IV 10, E. 4.4.1.).
Zu ergänzen ist, dass die Unrechtmässigkeit des Freiheitsentzuges als zu-
sätzliches Tatbestandselement konzipiert ist und dieser Aspekt demzufolge
bereits anhand der Tatbestandsmässigkeit und nicht erst unter dem Titel des
Rechtfertigungsgrundes zu prüfen ist (DONATSCH, Strafrecht III, 11. Aufl., S. 475).
Seit der Revision der Bestimmung ist eine Konkurrenz zwischen der
Freiheitsberaubung und der Entführung nicht mehr möglich, da diese beiden
Delikte unter demselben Tatbestand zusammengefasst worden sind (DONATSCH,
Strafrecht III, S. 482). Wird jemand an einen anderen Ort verbracht und dort
längere Zeit festgehalten, so ist diese Konstellation primär unter der
Tatbestandsvariante der Freiheitsberaubung zu prüfen (DELNON/RÜDY, BSK StGB
II, N 46 zu Art. 183 StGB; DONATSCH, Strafrecht III, S. 482).
2.2.2. Auch wenn die Vorinstanz dem Beschuldigten zu Beginn der Haupt-
verhandlung in Aussicht gestellt hat, dass sie den Sachverhalt auch unter dem
Aspekt der Entführung prüfen werde (Prot. I S. 11), hat sie den Fall nach dem
Gesagten in der Folge zu Recht ausschliesslich anhand des Tatbestandes der
Freiheitsberaubung beurteilt (vgl. Urk. 55 S. 20 f.).
a) In objektiver Hinsicht ist in diesem Zusammenhang nicht in Zweifel zu
ziehen, dass die Festhaltung des Privatklägers mit anschliessender Verbringung
in einen separaten Raum (im Sinne einer gewaltsamen Mitnahme des
Privatklägers, vgl. DONATSCH, Strafrecht III, S. 476) für die Dauer von rund
- 20 -
8 Minuten eine strafrechtlich relevante Beschränkung der Fortbewegungsfreiheit
des Betroffenen darstellt. Dieser Gesamtakt ist als einheitliches Tatgeschehen zu
interpretieren, in dessen Rahmen die Festnahme in eine Gefangennahme
übergeht, ohne dass dem letzteren Aspekt eine eigenständige rechtliche
Bedeutung zukommt (vgl. DONATSCH, Strafrecht III, S. 477).
Der Einwand der Verteidigung, wonach sich der Privatkläger jederzeit der
Situation hätte entziehen können, da die Türe nicht geschlossen gewesen sei
(Urk. 77 S. 17), überzeugt nicht. Der Privatkläger wurde unter Gewaltanwendung
durch zwei ihm körperlich überlegene Personen in einen abgetrennten Bereich im
[...]-geschoss eines Lokals verbracht und anschliessend positionierte sich eine
der beiden Personen, die ihn gewaltsam nach unten verbrachten, vor dem einzi-
gen Ausgang, womit der Fluchtweg versperrt war. Diese Umstände implizierten in
aller Deutlichkeit, dass der Privatkläger – nötigenfalls erneut unter Gewaltanwen-
dung – daran gehindert werden würde, den Ort nach seinem freien Willen wieder
zu verlassen. Eine (explizite) Drohung oder ein weitergehendes Mittel wie eine
Fesselung war entgegen der Ansicht der Verteidigung unter diesen Umständen
nicht mehr erforderlich, um dem Privatkläger die Fortbewegungsfreiheit zu entzie-
hen.
Die Beschränkung der Fortbewegungsfreiheit des Privatklägers ist unter
den vorliegend gegebenen Umständen auch als unrechtmässig zu erachten. Zwar
ist dem Beschuldigten zuzugestehen, dass er aufgrund der Weigerung des Privat-
klägers, den Eingangsbereich zu verlassen, und des nicht genehmigten Vor-
habens, im Lokal zu filmen, grundsätzlich berechtigt war, diesen kurzfristig
beiseite zu nehmen, um die Erteilung eines Hausverbotes zu prüfen. Hätte sich
die Intervention darauf beschränkt, den Privatkläger am Arm aus dem belebten
Eingangsbereich zu geleiten und ihn anschliessend nach seinen Personalien zu
befragen, wäre denn auch nicht von einer Freiheitsberaubung auszugehen. Mit
der gewaltsamen Verbringung in das fensterlose [...]-geschoss des Lokals
standen die angewandten Mittel aber in keiner angemessenen Relation mehr zum
verfolgten Zweck, selbst wenn das [...] des Lokals nicht als Ausweichort in Frage
kam, zumal dem Privatkläger erst gegen Schluss der Aktion kommuniziert wurde,
dass es um die Aufnahme seiner Personalien zwecks Erteilung eines
- 21 -
Hausverbotes ging. Eine derartige Missachtung des Verhältnis-
mässigkeitsgrundsatzes erweist sich mithin nicht mehr als rechtmässig, so dass
der objektive Tatbestand auch insofern als erfüllt anzusehen ist.
b) In subjektiver Hinsicht war dem Beschuldigten ohne Weiteres bewusst,
dass die durchgeführte Aktion den Privatkläger in seiner Fortbewegungsfreiheit in
relevanter Weise beeinträchtigte. Dass der Privatkläger angesichts der physi-
schen Übermacht seiner Kontrahenten nicht einfach in der Lage war, das Securi-
ty-Büro jederzeit zu verlassen, muss auch dem Beschuldigten klar gewesen sein,
woran auch nichts zu ändern vermag, dass sich die Aktion spontan so ergeben
hat und nicht von langer Hand geplant war.
Weniger klar ist, inwiefern dem Beschuldigten vor dem Hintergrund, dass
er zwecks Prüfung eines Hausverbotes grundsätzlich befugt war, den Privatkläger
kurzfristig anzuhalten, ihn nach seinen Personalien zu befragen und bei
Weigerung der Auskunftserteilung die Polizei zu benachrichtigen, auch
hinreichend bewusst war, dass dessen Verbringung in das Security-Büro im [...]-
geschoss unrechtmässig war, worauf auch die frühere Verteidigung sinngemäss
hinwies, wenn sie anlässlich der erstinstanzlichen Hauptverhandlung vorbrachte,
der Beschuldigte habe sich hinsichtlich der Rechtmässigkeit seines Tuns in einem
Irrtum befunden (vgl. Urk. 42 S. 10). Dieser Einwand betrifft korrekt besehen
jedoch nicht die Rechtsfigur des Verbotsirrtums, sondern wendet sich gegen die
Erkennbarkeit des mit einer rechtlichen Wertung verknüpften
Tatbestandsmerkmals der Unrechtmässigkeit des Freiheitsentzuges, weshalb er
im Rahmen der subjektiven Tatbestandsmässigkeit zu prüfen ist. Diesbezüglich
ist in allgemeiner Weise festzuhalten, dass der Täter jeweils keine konkrete
Kenntnis der juristischen Praxis zu einem rechtlich konnotierten
Tatbestandsmerkmal haben muss. Vielmehr genügt es, wenn für ihn die
Unrechtmässigkeit seines Tuns nach seiner eigenen Vorstellung im Sinne einer
Parallelwertung in der Laiensphäre nachvollziehbar war. War ihm dies indes nicht
möglich, so ist von einem Tatbestandsirrtum im Sinne von Art. 13 StGB
auszugehen (NIGGLI, BSK StGB I, N 27 zu Art. 12 StGB sowie N 11 zu Art. 13
StGB; TRECHSEL/JEAN-RICHARD, PK StGB, N 5 zu Art. 12 StGB und N 3 zu Art. 13
StGB). Vorliegend muss der Beschuldigte aber trotz der Hektik und
- 22 -
Unübersichtlichkeit der Situation auch als juristischer Laie zumindest ernsthaft in
Betracht gezogen haben, dass das gewählte gewaltsame Verbringen in das
Security-Büro nicht notwendig war, um den Privatkläger festzuhalten und mit ihm
bei mangelnder Kooperation auf die Polizei zu warten, zumal entgegen seiner
Ansicht keine hinreichenden Anzeichen vorhanden waren, dass dieser unmittelbar
gewalttätig werden könnte. Der Beschuldigte nahm bei seinem Handeln mithin
zumindest in Kauf, dass sein Vorgehen unrechtmässig und damit strafrechtlich
relevant sein könnte, was für die subjektive Tatbestandsmässigkeit genügt.
c) Nicht ersichtlich ist, was die Verteidigung zugunsten des Beschuldigten aus
einer allfälligen Überlastung der Polizeikräfte herleiten möchte, wenn diese in
Situationen wie der vorliegenden avisiert würde (Urk. 77 S. 15 f.). Dass eine
Überlastung der Polizeikräfte nicht automatisch weitergehende Kompetenzen von
privaten Sicherheitsdiensten begründen kann, bedarf jedenfalls keiner weiter-
gehenden Erörterungen.
2.2.3. Im Ergebnis ist der Schuldspruch der Vorinstanz wegen Freiheitsberau-
bung im Sinne von Art. 183 Ziff. 1 Abs. 1 StGB somit mit den vorerwähnten Er-
gänzungen zu bestätigen.
2.3. Körperverletzung
2.3.1. Vorweg kann festgehalten werden, dass es sich bei den eingeklagten
körperlichen Beeinträchtigungen des Privatklägers um keine Bagatellen mehr
handelte. Insbesondere kann die vom Mitbeschuldigten B._ verübte Handge-
lenksverletzung aufgrund der vom Privatkläger geschilderten Intensität der
Fixierung und des festgestellten Verletzungsbildes mit Einriss des Knorpelbandes
(vgl. vorne Ziffer III./1.8.2./d) grundsätzlich nicht mehr als blosse Tätlichkeit im
Sinne von Art. 126 StGB qualifiziert werden.
2.3.2. Betreffend den Bruch des Zungenbeinfortsatzes kann sodann ohne
Weiteres auf die Erwägungen der Vorinstanz in ihrem Urteil verweisen werden,
wonach einerseits bei erlittenen Frakturen gemäss konstanter Praxis ohne
Weiteres von einer einfachen Körperverletzung im Sinne von Art. 123 Ziff. 1 Abs.
1 StGB ausgegangen wird, andrerseits aber unter Verweis auf die ärztlichen
- 23 -
Berichte auch keine weitergehende Qualifikation des Delikts (im Sinne einer
schweren Körperverletzung oder einer Gefährdung des Lebens) in Betracht
gezogen wird (Urk. 55 S. 22 ff.).
2.3.3. Bezüglich der Frage der mehrfachen Tatbegehung ist mit der Staats-
anwaltschaft (vgl. Urk. 18 S. 4) von einem einheitlichen Tatgeschehen
auszugehen, in dessen Zusammenhang die beiden Täter im Rahmen des
einheitlichen Willensentschlusses, den Privatkläger in die Schranken zu weisen,
mittels wiederholter Tatbestandserfüllung ein und dieselbe Verletzung des
Tatbestandes erwirkten (sog. iterative Tatbestandserfüllung; ACKERMANN, BSK
StGB I, N 30 zu Art. 49 StGB). Es ist im gesamten Tatgeschehen keine echte
Zäsur zu erkennen, welche darauf hindeuten würde, dass sich die beiden
Beschuldigten zu einem weiteren separaten Delikt entschlossen und somit
mehrfach gegen den Tatbestand der einfachen Körperverletzung verstossen
hätten. Der Tatsache, dass es in diesem Zusammenhang zu mehreren
Verletzungsfolgen des Privatklägers kam, ist unter diesen Umständen mittels
Feststellung eines quantitativ gesteigerten Unrechts im Rahmen der
Strafzumessung angemessen Rechnung zu tragen (ACKERMANN, BSK StGB I, N
30 zu Art. 49 StGB).
2.4. Fazit
Der Beschuldigte ist mithin in zweiter Instanz der Freiheitsberaubung im
Sinne von Art. 183 Ziff. 1 Abs. 1 StGB sowie der einfachen Körperverletzung im
Sinne von Art. 123 Ziff. 1 StGB schuldig zu sprechen.
- 24 -
IV. Strafe
1. Allgemeines
1.1. Der erstinstanzliche Entscheid äussert sich zutreffend zu den allgemeinen
Grundlagen der Strafzumessung und hat auch den Strafrahmen der für die
Freiheitsberaubung festzulegenden Einsatzstrafe korrekt festgelegt (vgl. Urk. 55
S. 25 ff.), so dass vollumfänglich auf diese Erwägungen verwiesen werden kann
(Art. 82 Abs. 4 StPO).
1.2. Angesichts der Strafhöhe der vorliegend auszufällenden Einzelstrafen und
des engen zeitlichen wie sachlichen Zusammenhanges der Delikte fällt vorliegend
lediglich die Sanktionsart der Freiheitsstrafe in Betracht (vgl. im Einzelnen nach-
folgend Ziffer 2.), auch wenn es sich vorliegend um einen Ersttäter handelt, der
grundsätzlich auch mit einer Geldstrafe zu beeindrucken wäre.
2. Strafzumessung
2.1. Tatkomponente betreffend Freiheitsberaubung
2.1.1. In objektiver Hinsicht ist davon auszugehen, dass die
Fortbewegungsfreiheit eines Menschen ein grundlegendes Recht beinhaltet,
dessen Beeinträchtigung stets eine gewisse Schwere innewohnt, was sich auch
im erweiterten Strafrahmen bis zu fünf Jahren ausdrückt. Im vorliegenden Fall
wurde der Privatkläger indes nur für eine relativ kurze Zeit in einen nur unweit von
seinem früheren Aufenthaltsort entfernten Raum verbracht, wobei für den
Privatkläger aufgrund seines anfänglich renitenten Verhaltens nicht völlig
überraschend gekommen sein kann, dass er aus dem Eingangsbereich entfernt
wird, auch wenn er sich sicherlich einen anderen Ort vorgestellt hat. Der
Beschuldigte handelte sodann grundsätzlich im Rahmen der ihm infolge seiner
Berufstätigkeit verliehenen Befugnisse, im Lokal für Ruhe und Ordnung zu
sorgen, wobei dann aber die Geschehnisse unplanmässig vollständig aus dem
Ruder liefen und die nachfolgende Verbringung des Privatklägers ins [...]-
geschoss des Lokals nicht mehr vom Verhältnismässigkeitsgrundsatz gedeckt
war. Das Vorgehen des Beschuldigten bewegte sich im Rahmen der denkbaren
- 25 -
Tatbestandsverletzungen (mit teilweise tage- bis monatelangen Festhaltungen
des Opfers) mithin im unteren Bereich der Strafbarkeit, auch wenn es nicht
bagatellisiert werden darf, zumal man sich des Eindruckes nicht erwehren kann,
dass dem renitenten Privatkläger mit dem gewaltsamen Verbringen in den [...]-
irdischen Security-Raum auch eine zusätzliche Lektion für sein Verhalten erteilt
werden sollte, wozu man aber unter keinem Titel berechtigt war, was dem
Privatkläger im Verlauf der Aktion einen nachvollziehbaren Schrecken eingejagt
hat, wie dies auch selber von ihm zu Protokoll gegeben wurde (vgl. Urk. 3/2 S. 8;
Prot. I S. 33). In subjektiver Hinsicht ist zu berücksichtigen, dass den Tätern
durchaus bewusst gewesen sein muss, dass sie den Privatkläger mit der gewalt-
samen Verbringung in einen separaten Raum gegen seinen Willen der Freiheit
beraubten, während hinsichtlich der Unrechtmässigkeit des Vorgehens von einem
eventualvorsätzlichen Handeln auszugehen ist.
2.1.2. Insgesamt wiegt das Tatverschulden des Beschuldigten unter Berück-
sichtigung sämtlicher objektiver und subjektiver Aspekte mithin noch eher leicht,
was als Einsatzstrafe eine Freiheitsstrafe im Bereich von 8 Monaten rechtfertigt.
2.2. Tatkomponente betreffend Körperverletzung
2.2.1. Bezüglich der Tatschwere der Körperverletzung kann im Wesentlichen auf
die Ausführungen der Vorinstanz verwiesen werden, wonach die beiden körper-
lich klar überlegenen Mittäter völlig unverhältnismässig durch verpönte Methoden
auf den Privatkläger einwirkten, auch wenn sich dieser zu Beginn renitent zeigte
(Urk. 55 S. 30). Dass ihnen unter den gegebenen Umständen grundsätzlich eine
kurzfristige Festhaltung des Privatklägers erlaubt war, vermag ihr Verschulden in
diesem Zusammenhang nicht zu relativieren, da sie ihr Ziel zweifelsohne mit be-
deutend milderen Massnahmen hätten erreichen können. Erschwerend fällt denn
auch in Betracht, dass der Privatkläger im Verlaufe der Auseinandersetzung am
Hals als sehr sensibler Körperregion angegangen und zusätzlich auch noch am
Handgelenk tangiert wurde, auch wenn die einzelnen Verletzungen in der Folge
relativ rasch folgenlos verheilten. Der Beschuldigte wirkte dabei in massgebender
Weise am Geschehen mit, auch wenn zu seinen Gunsten zu berücksichtigen ist,
dass die eingeklagten Verletzungen nicht von ihm verursacht worden sind und er
- 26 -
trotz seiner Mittäterschaft nicht die unmittelbare Kontrolle über die konkrete Inten-
sität und Dauer der einzelnen Verletzungshandlungen hatte. Vielmehr ist aus der
eingereichten verlangsamten Videosequenz ersichtlich, dass er seinen Mitarbeiter
bremste, als dessen Aktion im Eingangsbereich für den Privatkläger gefährlich zu
werden drohte (Urk. 73/1).
2.2.2. Insgesamt ist unter Berücksichtigung des eventualvorsätzlichen Vorgehens
der Täter, welche die Verletzungen als Kollateralschaden ihres Vorgehens in Kauf
nahmen, für den Beschuldigten im Ergebnis von einem nicht mehr leichten Ver-
schulden auszugehen, wofür eine isolierte Sanktion von 8 Monaten angemessen
erscheint.
2.3. Täterkomponente
2.3.1. Mit Bezug auf die persönlichen Verhältnisse des Beschuldigten kann voll-
umfänglich auf die Erwägungen der Vorinstanz verwiesen werden, welche den re-
levanten Lebenslauf des Beschuldigten unter Verweis auf die einschlägigen Akten
vollständig dargelegt hat (Urk. 55 S. 31; vgl. auch Prot. I S. 12 f.; Urk. 12/4-5). Es
ergeben sich hieraus keine relevanten Anhaltspunkte für die Strafzumessung.
2.3.2. Hinsichtlich des Vorlebens des Beschuldigten ist dem Strafregisterauszug
vom 7. Juli 2022 zu entnehmen, dass er über keine Vorstrafen verfügt (Urk. 71).
Was sodann das Nachtatverhalten anbelangt, so kann zwar nicht per se gesagt
werden, dass seitens des Beschuldigten keinerlei Zugeständnisse vorliegen, da er
betreffend die Freiheitsberaubung die Festhaltung des Privatklägers und den
nachfolgenden äusseren Ablauf des Tatgeschehens ohne Weiteres eingestand,
doch ergab sich für ihn diesbezüglich letztlich keine valable Alternative, da sich
dieser Tatablauf im Wesentlichen bereits aus den im Recht liegenden Videoauf-
nahmen ergab. Weiter ist festzuhalten, dass der Beschuldigte selbst im Beru-
fungsverfahren noch geltend machte, dass er aus Notwehr gehandelt habe
(Urk. 76 S. 11), womit er die notwendige Einsicht in sein unrechtmässiges Verhal-
ten vermissen lässt. Die Vorinstanz hat mithin im Ergebnis zu Recht festgehalten,
dass vorliegend keine Strafzumessungsgründe ersichtlich sind, welche eine Er-
höhung oder Minderung der Strafe zu indizieren vermöchten (Urk. 55 S. 32).
- 27 -
2.4. Gesamtstrafe
2.4.1. Nachdem sowohl für die Freiheitsberaubung wie auch für die Körper-
verletzung eine Freiheitsstrafe auszufällen ist, hat das Gericht vorliegend eine
Gesamtstrafe nach der Regeln von Art. 49 Abs. 1 StGB zu verhängen. Wie die
Vorinstanz zu Recht festgehalten hat, ist im Rahmen der Gesamtstrafenbildung
namentlich das Verhältnis der einzelnen Taten untereinander, ihr gegenseitiger
Zusammenhang mit grösserer oder geringerer Selbständigkeit sowie die
Gleichheit oder Verschiedenheit der verletzten Rechtsgüter zu berücksichtigen.
Der Gesamtschuldbeitrag des einzelnen Delikts ist dabei geringer zu
veranschlagen, wenn die Taten zeitlich, sachlich und situativ in einem engen
Zusammenhang stehen (Urteile 6B_323/2010 vom 23. Juni 2010, E. 3.2.;
6B_466/2013 vom 25. Juli 2013, E. 2.3.4.).
2.4.2. Aufgrund dieser Überlegungen ist die für die Freiheitsberaubung festgeleg-
te Einsatzstrafe von 8 Monaten in Anbetracht des engen zeitlichen und sachlichen
Zusammenhanges der Taten, welche nahezu in Idealkonkurrenz verwirklicht
wurden, in Anwendung des Asperationsprinzips um 4 Monate zu schärfen, so
dass sich für den Beschuldigten im Endeffekt eine angemessene Freiheitsstrafe
von 12 Monaten ergibt, an welche keine Haft anzurechnen ist.
3. Vollzug
Der vorinstanzlich bedingt gewährte Vollzug der Freiheitsstrafe unter An-
setzung der minimalen Probezeit von 2 Jahren (Urk. 55 S. 32 f.) ist vorliegend
angesichts der Ersttäterschaft des Beschuldigten ohne Weiteres zu bestätigen.
- 28 -
V. Landesverweisung
1. Ausgangslage
1.1. Die Vorinstanz hat den Beschuldigten für die Dauer von 6 Jahren des
Landes verwiesen (Urk. 55 S. 41).
1.2. Der Beschuldigte beantragt dagegen ein Absehen von der Landes-
verweisung unter Berufung auf einen schweren persönlichen Härtefall und den
Verhältnismässigkeitsgrundsatz (Prot. I S. 39 f.; Urk. 77 S. 19 ff.).
2. Beurteilung
2.1. Hinsichtlich der rechtlichen Grundlagen der Landesverweisung kann grund-
sätzlich auf die Erwägungen im erstinstanzlichen Urteil verwiesen werden,
welches sich korrekt zur Katalogtat im Sinne von Art. 66a lit. g StGB sowie zur
Härtefallklausel im Sinne von Art. 66a Abs. 2 StGB geäussert und dabei zu Recht
darauf hingewiesen hat, dass bei der Beurteilung eines Härtefalles in analoger
Anwendung von Art. 31 Abs. 1 der Verordnung über Zulassung, Aufenthalt und
Erwerbstätigkeit vom 24. Oktober 2007 (VZAE; SR 142.201) insbesondere die
Aufenthaltsdauer des Ausländers in der Schweiz, der Grad seiner persönlichen
und wirtschaftlichen Integration, die familiären Bindungen in der Schweiz bzw. im
Heimatland sowie die Resozialisierungschancen in beiden Ländern zu berück-
sichtigen sind (Urk. 55 S. 34). In diesem Rahmen ist der Situation von in der
Schweiz geborenen oder aufgewachsenen Ausländern besondere Rechnung zu
tragen, sofern diese hierzulande nachhaltig verwurzelt sind und in der Heimat
über keine nennenswerten Bindungen mehr verfügen (vgl. Art. 66a Abs. 2 Satz 2
StGB). Die Härtefallklausel ist jedoch restriktiv anzuwenden und soll nicht dazu
führen, dass die mit der strafrechtlichen Landesverweisung tendenziell schärfere
Ausweisungspraxis von kriminellen Ausländern umgangen wird (Urteil
6B_736/2019 vom 3. April 2020, E. 1.1.2.).
2.2. Für den vorliegenden Fall ist in Berücksichtigung dieser Praxis vorweg da-
rauf hinzuweisen, dass es sich beim Beschuldigten nicht um einen hier besonders
verwurzelten Ausländer im Sinne von Art. 66a Abs. 2 Satz 2 StGB handelt. Er ist
- 29 -
erst im Alter von 25 Jahren in die Schweiz eingewandert und verfügt hier über
keine eigene Kernfamilie, zumal er von seiner Ehefrau getrennt lebt. Ferner hat er
ihr gegenüber auch keine Unterstützungspflichten (Urk. 76 S. 4). An diesem
Schluss ändert nichts, dass nebst seinem Bruder (Urk. 76 S. 2 ff.) eine Vielzahl
entfernter Verwandter des Beschuldigten (wie insbesondere diverse Cousins und
Onkel) in der Schweiz leben (vgl. Urk. 76 S. 7 f.), da zum geschützten Recht auf
Achtung des Familienlebens primär die Kernfamilie gehört (Urteil 6B_166/2021
vom 8. September 2021, E. 3.3.3.).
Zutreffend ist, dass sich der Beschuldigte seit seiner Einreise im Jahr 2007
hierzulande gut integriert hat und hier ununterbrochen arbeitstätig war, wobei er
eine Ausbildung als Sicherheitsangestellter absolviert hat und auch die deutsche
Sprache gut beherrscht. Wie die Verteidigung anlässlich der
Berufungsverhandlung darlegte, wurde dem Beschuldigten kurz vor der Tat gar
das I._ Gemeindebürgerrecht verliehen (Urk. 78/22). Damit kann mit der
Verteidigung grundsätzlich von einer guten sozialen Integration des Beschuldigten
in der Schweiz gesprochen werden, was aber noch nicht mit der Erfüllung der
hohen Anforderungen, an welche das Vorliegen eines schweren persönlichen
Härtefalles geknüpft ist, gleichzusetzen ist. Gleichzeitig ist im Fall des
Beschuldigten nämlich festzuhalten, dass er zu seinem Heimatland, welches er
wie erwähnt erst im Alter von 25 Jahren verliess und dessen Sprache er fliessend
spricht, nach wie vor stabile Bindungen unterhält und seine Verwandten
(namentlich die Mutter und eine Schwester) mehrmals im Jahr besucht (Prot. I
S. 12; Urk. 76 S. 21), wo er bei einer Rückkehr auch zumindest vorübergehend
wohnen könnte. Seine Resozialisierungschancen in der Republik J._ sind
dementsprechend gut, zumal seine erworbenen beruflichen Qualifikationen auch
dort gefragt sein dürften. Unter diesem Gesamtumständen kann in Beachtung der
restriktiven Praxis des Bundesgerichtes in casu trotz nicht zu beanstandender
Integration noch nicht von einem schweren persönlichen Härtefall gemäss Art.
66a Abs. 2 StGB ausgegangen werden.
Weiter ist zwar zu konstatieren, dass den Taten (insbesondere der Katalog-
tat) kein hohes Verschulden zu Grunde liegt und auch keine Anzeichen für eine
erhöhte Rückfallgefahr vorliegen, womit das öffentliche Interesse an der Aus-
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weisung des Beschuldigten nicht als besonders hoch anzusehen ist. Gemäss der
gesetzgeberischen Konzeption der Landesverweisung ist jedoch massgebend,
dass es bei Verneinung eines schweren Härtefalles nicht mehr entscheidend auf
diese Aspekte ankommt, was zu akzeptieren ist, auch wenn dies im Einzelfall
nicht immer zu restlos befriedigenden Lösungen führt.
Der Beschuldigte ist nach dem Gesagten mithin in Anwendung von Art. 66a
StGB obligatorisch des Landes zu verweisen. Angesichts des insgesamt mo-
deraten Verschuldens des Beschuldigten und des damit korrespondierenden
Strafmasses ist die Dauer der Landesverweisung indes auf das gesetzliche
Minimum von 5 Jahren festzulegen.
3. Ausschreibung im Schengener Informationssystem
3.1. Zur Ausschreibung im Schengener Informationssystem hat sich die Vor-
instanz umfassend geäussert (Urk. 55 S. 35 ff.), so dass grundsätzlich auf ihre
Erwägungen verwiesen werden kann (Art. 82 Abs. 4 StPO). Eine solche ist an-
gesichts des hohen Strafrahmens der vorliegenden Katalogtat und der heute
auszusprechenden Strafe unumgänglich, zumal an die Gefahr für die öffentliche
Sicherheit und Ordnung in diesem Zusammenhang keine allzu hohen Anfor-
derungen zu stellen sind (Urteil 6B_1178/2019 vom 10. März 2021, E. 4.7. f.), wie
dies bereits die Vorinstanz zu Recht festgehalten hat (Urk. 55 S. 36).
3.2. Die Ausschreibung der Landesverweisung zwecks Möglichkeit der Einrei-
se- und Aufenthaltsverweigerung im Schengen-Raum ist somit in zweiter Instanz
zu bestätigen.
VI. Zivilansprüche
1. Grundlagen
Mit Bezug auf die allgemeinen Grundlagen des Adhäsionsverfahrens sowie
die rechtlichen Grundsätze der Beurteilung von in diesem Zusammenhang zu be-
handelnden Schadenersatz- und Genugtuungsbegehren kann vollumfänglich auf
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die umfassenden und zutreffenden Erwägungen der Vorinstanz verwiesen werden
(Urk. 55 S. 37 f. + 38).
2. Beurteilung
2.1. Hinsichtlich des gestellten Schadenersatzbegehrens ist dem Bezirksgericht
ohne Weiteres zuzustimmen, wenn es die Forderung mangels Substanzierung
nur dem Grundsatz nach zugesprochen und das Begehren im Quantitativ auf den
Zivilweg verwiesen hat (vgl. Urk. 55 S. 38), zumal dieser Punkt auch von keiner
Seite mit konkreten Argumenten beanstandet worden ist.
2.2. Mit Bezug auf das gestellte Genugtuungsbegehren ist mit der Vorinstanz
davon auszugehen, dass der Privatkläger aufgrund der erwiesenen Einwirkungen
der Beschuldigten eine genügend schwere Verletzung in seiner Persönlichkeit
erlitten hat, um mit Erfolg einen Genugtuungsanspruch geltend machen zu
können. Dies gilt unbesehen der – vom behandelnden Therapeuten des
Privatklägers gestellten – Diagnose einer posttraumatischen Belastungsstörung
(Urk. 38/2), deren Kausalität die Verteidigung anlässlich der
Berufungsverhandlung vor dem Hintergrund der teilweise unkenntlich gemachten
medizinischen Vorgeschichte des Privatklägers zu Recht in Zweifel zog (Urk. 77
S. 19). Wenn die erste Instanz die Höhe der Genugtuung in der Folge auf den
Betrag von Fr. 2'000.– festgesetzt hat, so erweist sich diese Summe indes
keineswegs als zu hoch und trägt dem Verschulden und den übrigen
Tatumständen auf jeden Fall genügend Rechnung. Eine Erhöhung dieses
Betrages verbietet sich bereits deshalb, weil der Privatkläger das vorinstanzliche
Urteil unangefochten liess.
2.3. Der vorinstanzliche Regelung des Zivilpunktes betreffend den Beschuldig-
ten ist demzufolge in zweiter Instanz ausnahmslos zu folgen.
VII. Kosten- und Entschädigungsfolgen
1. Erstinstanzliches Verfahren
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Das Berufungsverfahren brachte im Schuldpunkt keine wesentliche Ände-
rung des Urteils der Vorinstanz. Die erstinstanzliche Kosten- und Entschädigungs-
regelung betreffend den Beschuldigten (Dispositiv-Ziffern 10, 12 + 13) ist deshalb
vollumfänglich zu bestätigen (vgl. Art. 426 StPO).
2. Zweitinstanzliches Verfahren
2.1. Die Kosten des zweitinstanzlichen Verfahrens haben die Parteien nach
Massgabe ihres Obsiegens und Unterliegens zu tragen (Art. 428 Abs. 1 StPO).
Inwiefern eine Partei im Sinne dieser Bestimmung obsiegt oder unterliegt, hängt
davon ab, in welchem Ausmass ihre im Berufungsverfahren gestellten Anträge
gutgeheissen werden (Urteil 6B_1025/2014 vom 9. Februar 2015, E. 2.4.1.).
2.2. Die Entscheidgebühr für das Berufungsverfahren ist auf Fr. 3'500.– zu
veranschlagen (Art. 424 Abs. 1 StPO in Verbindung mit § 16 Abs. 1 und § 14
Abs. 1 lit. b GebV OG).
2.3. Der Beschuldigte vermag sich in zweiter Instanz mit seinem Antrag auf
Freispruch nicht durchzusetzen. Insbesondere mit Bezug auf die Sanktion erreicht
er eine spürbare Verbesserung seiner Position. Es rechtfertigt sich demzufolge im
Berufungsverfahren die Kosten zu fünf Sechsteln dem Beschuldigten aufzuerle-
gen und zu einem Sechstel auf die Gerichtskasse zu nehmen.
2.4. Entsprechend hat der Beschuldigte einen Anspruch auf eine reduzierte
Prozessentschädigung für die Kosten seiner erbetenen Verteidigung im
Berufungsverfahren (Art. 436 Abs. 2 StPO). Die Verteidigung macht diesbezüglich
Aufwendungen in der Höhe von insgesamt Fr. 15'719.95 geltend (vgl. Urk. 78/24-
30). Diese Aufwendungen sind ausgewiesen, so dass es sich mit Blick auf die
vorstehende Kostenverteilung rechtfertigt, dem Beschuldigten für die anwaltliche
Verteidigung eine Entschädigung in der Höhe von Fr. 2'500.– aus der Gerichts-
kasse zuzusprechen, wobei das Verrechnungsrecht des Staates vorbehalten
bleibt.
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