# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 319eca00-fb89-4372-9730-0627f024dcba
**Court:** CH_BSTG
**Chamber:** CH_BSTG_001
**Year:** 2021
**Language:** de
**Jurisdiction:** CH / Federation
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
A. Am 11. Juni 2020 überwiesen die Ratspräsidien der Bundesversammlung der Aufsichtsbehörde über die Bundesanwaltschaft (nachfolgend «AB-BA») drei Strafanzeigen gegen den (damaligen) Bundesanwalt Michael Lauber (nachfolgend «Lauber»), den Präsidenten der Fédération Internationale de Football Association (FIFA) Gianni Infantino (nachfolgend «Infantino») sowie weitere Personen mit der Aufforderung, eine ausserordentliche  des Bundes oder einen ausserordentlichen Staatsanwalt des Bundes zu ernennen.
B. Am 29. Juni 2020 ernannte die AB-BA Stefan Keller (nachfolgend «Keller»)
zum ausserordentlichen Staatsanwalt des Bundes zur Prüfung der  Strafanzeigen (vgl. supra lit. A; https://www.ab-ba.admin.ch//uploads/2020/09/MM_AB-BA_03_07_2020_de.pdf).
C. Mit Verfügung vom 29. Juli 2020 teilte Keller Infantino die Eröffnung eines
Strafverfahrens wegen Anstiftung zu Amtsmissbrauch (Art. 312 StGB),  zu Amtsgeheimnisverletzung (Art. 320 StGB) und Anstiftung zu  (Art. 305 StGB) mit (act. 1.1; nachfolgend Sachverhalt «Nicht protokollierte Treffen»).
D. Mit Medienmitteilung vom 30. Juli 2020 gab die AB-BA bekannt, dass Keller
den zuständigen parlamentarischen Kommissionen im Zusammenhang mit den Treffen von Lauber mit Infantino und einer weiteren Person die Erteilung der Ermächtigung zur Durchführung eines Strafverfahrens gegen Lauber  und gleichzeitig ein Strafverfahren gegen Infantino eröffne (https://293a355c-7d2a-4655-ba17-d8d77fb08488.filesusr.com/ugd/4fcc7e_ 52be74e3a1a24098a57f92ac1315933b.pdf).
E. Am 23. September 2020 wählte die Vereinigte Bundesversammlung Keller
zum ausserordentlichen Bundesanwalt im Wesentlichen für die Eröffnung und Leitung des Vorverfahrens sowie allenfalls die Betreuung des  und allfälliger Rechtsmittelverfahren in Sachen Strafverfahren gegen Lauber sowie allfällige Mittäter und Teilnehmer wegen Verdacht auf Amtsmissbrauch (Art. 312 StGB), Verletzung des Amtsgeheimnisses (Art. 320 StGB) und Begünstigung (Art. 305 StGB) durch das Abhalten von
https://www.ab-ba.admin.ch/wp-content/uploads/2020/09/MM_AB-BA_03_07_2020_de.pdf https://www.ab-ba.admin.ch/wp-content/uploads/2020/09/MM_AB-BA_03_07_2020_de.pdf https://293a355c-7d2a-4655-ba17-d8d77fb08488.filesusr.com/ugd/4fcc7e_52be74e3a1a24098a57f92ac1315933b.pdf https://293a355c-7d2a-4655-ba17-d8d77fb08488.filesusr.com/ugd/4fcc7e_52be74e3a1a24098a57f92ac1315933b.pdf
- 3 -
mehreren nicht protokollierten Treffen mit FIFA-Präsident Infantino und  Personen (https://www.parlament.ch/de/ratsbetrieb/amtliches-/amtliches-bulletin-die-verhandlungen?SubjectId=50274 sowie Bericht der Gerichtskommission vom 9. September 2020: https://www.parlament.ch/ centers/kb/Documents/2020/Kommissionsbericht_GK-V_20.211_2020-.pdf).
F. Am 10. Dezember 2020 veröffentlichte Keller auf seiner Website www.sta-
keller.ch unter dem Titel «Der a.o. Bundesanwalt sieht Anzeichen für  Handlungen von FIFA-Chef Infantino» folgende Medienmitteilung (https://293a355c-7d2a-4655-ba17-d8d77fb08488.filesusr.com/ugd/4fcc7e_ 10a669258b024e2d81253b4788691978.pdf; act. 1.11):
«Der ausserordentliche Staatsanwalt des Bundes hat die Prüfung der Straf-
anzeigen gegen FIFA-Präsident Gianni Infantino wegen ungetreuer  im Zusammenhang mit der Benutzung eines Privatjets . Es gibt deutliche Anzeichen für ein strafbares Verhalten des FIFA-. Das eigentliche Strafverfahren fällt aber in die Kompetenz der .
Die Aufsichtsbehörde über die Bundesanwaltschaft (AB-BA) hatte den von ihr als ausserordentlichen Staatsanwalt des Bundes eingesetzten Stefan Keller mit der Prüfung verschiedener Strafanzeigen beauftragt, die im Zusammenhang mit der  eines Privatjets von Surinam in die Schweiz gegen Gianni Infantino  waren. Aufgrund von Befragungen und Recherchen erscheint Stefan Keller eine Strafuntersuchung wegen ungetreuer Geschäftsbesorgung angezeigt. Für die Eröffnung dieses Strafverfahrens ist er allerdings nicht zuständig.
Mit seiner Wahl zum ausserordentlichen Bundesanwalt am 24. September 2020 hat die Bundesversammlung Stefan Keller mit dem Strafverfahren wegen der nicht  Treffen zwischen dem früheren Bundesanwalt Michael Lauber,  Gianni Infantino und weiteren Personen beauftragt. Da am Flug mit dem Privatjet lediglich Gianni Infantino sowie weitere Privatpersonen beteiligt waren, nicht aber der frühere Bundesanwalt Michael Lauber, fällt dieser  nicht unter das Mandat der Bundesversammlung. Sie kann dieses daher auch nicht erweitern. Stefan Keller hat das Ergebnis seiner Prüfung der Strafanzeigen deshalb der Bundesanwaltschaft übermittelt, die sich der Sache nun mit eigenen personellen Ressourcen annehmen will.
Neben dem erwähnten Mandat der Bundesversammlung als ausserordentlicher Bundesanwalt wird Stefan Keller im Auftrag der AB-BA weitere Strafanzeigen zu verschiedenen Sachverhalten prüfen.»
https://www.parlament.ch/de/ratsbetrieb/amtliches-bulletin/amtliches-bulletin-die-verhandlungen?SubjectId=50274 https://www.parlament.ch/de/ratsbetrieb/amtliches-bulletin/amtliches-bulletin-die-verhandlungen?SubjectId=50274 https://www.parlament.ch/centers/kb/Documents/2020/Kommissionsbericht_GK-V_20.211_2020-09-09.pdf https://www.parlament.ch/centers/kb/Documents/2020/Kommissionsbericht_GK-V_20.211_2020-09-09.pdf https://www.parlament.ch/centers/kb/Documents/2020/Kommissionsbericht_GK-V_20.211_2020-09-09.pdf http://www.sta-keller.ch/ http://www.sta-keller.ch/ https://293a355c-7d2a-4655-ba17-d8d77fb08488.filesusr.com/ugd/4fcc7e_10a669258b024e2d81253b4788691978.pdf https://293a355c-7d2a-4655-ba17-d8d77fb08488.filesusr.com/ugd/4fcc7e_10a669258b024e2d81253b4788691978.pdf
- 4 -
G. Mit Eingabe vom 14. Dezember 2020 gelangte Infantino an die  des Bundesstrafgerichts. Er beantragt Folgendes (act. 1 S. 2):
«1. Es sei der Gesuchsgegner anzuweisen, in Bezug auf die Ermittlungen sämt-
licher Sachverhaltskomplexe, in denen der Gesuchsteller beschuldigt oder verdächtigt wird, in den Ausstand zu treten;
2. Sämtliche vom Gesuchsgegner bisher durchgeführten Amtshandlungen, so-
weit sie den Gesuchsteller als beschuldigte oder verdächtigte Person , seien für nichtig zu erklären.
unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten der Staatskasse.»
H. Keller beantragt in seiner Gesuchsantwort vom 23. Dezember 2020 die  des Ausstandsgesuchs, soweit darauf einzutreten sei (act. 3 S. 7).
I. Im Rahmen des zweiten Schriftenwechsels halten Infantino und Keller mit
Eingaben vom 8. und 21. Januar 2021 jeweils an den im Gesuch bzw. der Gesuchsantwort gestellten Anträgen fest (act. 5 und 7).
J. Mit unaufgeforderter Eingabe vom 2. Februar 2021 reichte Infantino der Be-
schwerdekammer einen Artikel der Januar-Ausgabe (1/2021) der  Fachzeitschrift «Plädoyer» ein. Bei diesem Artikel handle es sich um ein Portrait über die Person Kellers. Dieser habe darin Äusserungen unter anderem zu Tatsachen gemacht, die ihm in Ausübung seiner amtlichen  zur Kenntnis gelangt seien bzw. diese betreffen würden, wie zum  zum laufenden, nicht öffentlichen Beschwerdeverfahren BB.2020.245. Aufgrund dieser jüngsten öffentlichen Aussagen des Gesuchsgegners  es offensichtlich, dass nicht nur der blosse Anschein einer  Befangenheit bestehe, sondern dass er tatsächlich dem Gesuchsteller gegenüber voreingenommen sei (act. 9, 9.1.).
K. Mit Beschluss BB.2020.245 vom 5. Februar 2021 hiess die Beschwerdekam-
mer eine Beschwerde Infantinos vom 15. Oktober 2020 gegen die  Kellers, die für das vorliegende Strafverfahren beigezogenen bzw.  Hilfspersonen zu bezeichnen, teilweise gut, soweit sie darauf eintrat. Die Beschwerdekammer erwog unter anderem, dass Keller Infantino
- 5 -
die Namen und Funktion sämtlicher im Verfahren beigezogener bzw.  Hilfspersonen im Sinne von Art. 311 Abs. 1 StPO bekannt zu  habe.
L. Noch bevor das Bundesstrafgericht den Beschluss BB.2020.245 vom 5. Feb-
ruar 2021 in anonymisierter Form veröffentlichte, publizierte Keller am 10. Februar 2021 auf seiner Website www.sta-keller.ch unter dem Titel «Keine Einsicht in Kommissionsprotokoll, Arbeitsverträge und » eine Medienmitteilung mit folgendem Wortlaut (https://-4655-ba17-d8d77fb08488.filesusr.com/ugd/4fcc7e_397261016ba341 7387564888947f9d56.pdf):
«FIFA-Präsident Gianni Infantino erhält weder Einsicht in die Verträge und Abmachungen des a.o. Bundesanwalt noch in die Wortprotokolle der . Laut Urteil des Bundesstrafgerichts müssen ihm einzig die Namen allfälliger Hilfspersonen bekannt gegeben werden, an die  delegiert werden.
FIFA-Präsident Infantino hatte im Strafverfahren im Zusammenhang mit nicht  Gesprächen zwischen ihm und dem ehemaligen Bundesanwalt Michael Lauber in einer Beschwerde an das Bundesstrafgericht Einsicht in sämtliche  verlangt, die im Zusammenhang mit dem Beizug von Hilfspersonen durch den a.o. Bundesanwalt Stefan Keller stehen. Weiter forderte er Einsicht in Abmachungen mit den Einsetzungs- und Aufsichtsbehörden, Verträge und Aufträge mit den , Arbeitsergebnisse der Hilfspersonen, Aktennotizen über Besprechungen oder Telefonate, Rechnungen und Abrechnungen. Zudem hätte der a.o.  eine lückenlose Zusammenstellung aller Kontakte mit den von ihm für die  beigezogenen Hilfspersonen, den Zeitpunkt und die Art der Kontakte, die behandelten Themen, die erteilten Aufträge sowie die Ergebnisse der von den Hilfspersonen erledigten Aufträge herausgeben sollen. Schliesslich verlangte  die Wortprotokolle der Gerichtskommission anlässlich der Bewerbung des a.o. Bundesanwalts. Diese Forderungen hat das Bundestrafgericht abgewiesen, soweit es überhaupt auf die Beschwerde Infantinos eintreten konnte.
Im Übrigen bestätigte das Bundesstrafgericht ausdrücklich die Zulässigkeit des  von Hilfspersonen durch den a.o. Bundesanwalt. Eine Delegation einzelner Untersuchungshandlungen sei nicht nur zulässig, sondern aus  sogar geboten. Zudem bestehen aus Sicht des Bundesstrafgerichts keine  dafür, dass der a.o. Bundesanwalt seine Aufsichtsfunktion gegenüber von ihm eingesetzten Mitarbeitern nicht korrekt wahrnehmen würde.
http://www.sta-keller.ch/ https://293a355c-7d2a-4655-ba17-d8d77fb08488.filesusr.com/ugd/4fcc7e_397261016ba3417387564888947f9d56.pdf https://293a355c-7d2a-4655-ba17-d8d77fb08488.filesusr.com/ugd/4fcc7e_397261016ba3417387564888947f9d56.pdf https://293a355c-7d2a-4655-ba17-d8d77fb08488.filesusr.com/ugd/4fcc7e_397261016ba3417387564888947f9d56.pdf
- 6 -
In einem Punkt erachtete das Gericht Infantinos Beschwerde teilweise als : Damit allfällige Ausstandsgründe geltend gemacht werden könnten, müssen die Namen von Mitarbeitern bekannt gegeben werden, die zumindest einen indirekten Einfluss auf den Ausgang des Verfahrens haben können. Der a.o. Bundesanwalt Stefan Keller erachtet das ebenfalls als gerechtfertigt. Nachdem die Rechtslage in Bezug auf die sehr viel weitergehenden Einsichtsforderungen Infantinos geklärt ist, stehen einer Bekanntgabe der Namen keine Hindernisse mehr entgegen.
Das Urteil ist rechtskräftig und wird in den nächsten Tagen unter der Referenz BB.2020.245 auf www.bstger.ch abrufbar sein.»
M. Mit Schreiben vom 19. Februar 2021 nahm Keller im vorliegenden Aus-
standsverfahren zur Eingabe Infantinos vom 2. Februar 2021 (vgl. supra lit. G) Stellung. Er hält an seinem in der Gesuchsantwort vom 23.  2020 gestellten Antrag fest (act. 11), was Infantino am 22. Februar 2021 zur Kenntnis gebracht wurde (act. 12).
N. Mit Beschluss BB.2020.278 vom 4. März 2021 wies die Beschwerdekammer
eine Beschwerde Infantinos vom 12. November 2020 ab, soweit sie darauf eintrat. Die Beschwerde richtete sich gegen ein Schreiben Kellers vom 9.  2020, mit welchem dieser zumindest sinngemäss die Einsicht  in die Einvernahmeprotokolle verweigert und dessen Teilnahmerechte einstweilen beschränkt hatte. Die Beschwerdekammer erwog, dass in der Verweigerung der Einsicht in die Einvernahmeprotokolle mit der , die erste Einvernahme Infantinos sei noch nicht durchgeführt worden, keine Überschreitung oder gar ein Missbrauch des Ermessens durch Keller vorliege.
O. Wiederum publizierte Keller am 8. März 2021 noch bevor das Bundesstraf-
gericht den Beschluss BB.2020.278 vom 4. März 2021 in anonymisierter Form veröffentlichte auf seiner Website www.sta-keller.ch eine  mit dem Titel «Weitere Beschwerde Infantinos abgewiesen» (https://293a355c-7d2a-4655-ba17-d8d77fb08488.filesusr.com/ugd/4fcc7e_ 4ff7fa367e814e8abb6541aea86a8742.pdf):
«Im Strafverfahren wegen der Gespräche zwischen ihm und dem ehemaligen Bundesanwalt Lauber erhält FIFA-Präsident Infantino im jetzigen Zeitpunkt keine Akteneinsicht. Das Bundesstrafgericht hat seine Beschwerde , soweit es darauf eintrat.
http://www.sta-keller.ch/ https://293a355c-7d2a-4655-ba17-d8d77fb08488.filesusr.com/ugd/4fcc7e_4ff7fa367e814e8abb6541aea86a8742.pdf https://293a355c-7d2a-4655-ba17-d8d77fb08488.filesusr.com/ugd/4fcc7e_4ff7fa367e814e8abb6541aea86a8742.pdf
- 7 -
FIFA-Präsident Gianni Infantino hatte im Strafverfahren wegen der nicht  Gespräche zwischen ihm und dem ehemaligen Bundesanwalt Michael Lauber mit Beschwerde an das Bundesstrafgericht Einsicht in die Protokolle von  verlangt. Das war vom a.o. Bundesanwalt Stefan Keller mit der Begründung abgelehnt worden, dass der Beschuldigte Infantino keinen Anspruch auf  habe, bevor er selbst einvernommen worden ist. Diese Auffassung wird vom Bundesstrafgericht bestätigt.
Auf alle anderen Begehren in der Beschwerde Infantinos ist das Bundesstrafgericht gar nicht eingetreten. Unter anderem war verlangt worden, dass der a.o.  bekannt gebe, welche Beweiserhebungen er bereits durchgeführt hat oder noch durchzuführen gedenkt. Ebenso erfolglos blieb Infantinos Forderung, die  zu wiederholen und ihm dabei die strafprozessualen Teilnahmerechte zu gewähren.
Das Urteil ist rechtskräftig und wird in den nächsten Tagen unter der Referenz BB.2020.278 auf www.bstger.ch abrufbar sein.»
P. Eine weitere Beschwerde Infantinos vom 7. Dezember 2020 hiess die Be-
schwerdekammer mit Beschluss BB.2020.291 vom 10. März 2021 insofern gut, als sie die Nichtigkeit der Einvernahme einer Auskunftsperson durch Keller vom 17. November 2020 feststellte. Sie erwog, dass sich Keller mit der förmlichen Vorladung und der anschliessenden Einvernahme der  Auskunftsperson im Sachverhalt «Privatflüge des heutigen FIFA- Gianni Infantino» (nachfolgend «Sachverhalt Privatflüge») im Sinne der bundesgerichtlichen Rechtsprechung mit der Sache zu befassen  habe, sodass diesbezüglich die Strafuntersuchung als durch ihn eröffnet gelte. Zur Eröffnung und Führung der Strafuntersuchung in dieser  sei er jedoch nicht zuständig gewesen, sodass sich die betreffende Einvernahme der Auskunftsperson vom 17. November 2020 als nichtig .
Q. Bereits tags drauf veröffentlichte Keller eine Medienmitteilung auf seiner
Website www.sta-keller.ch. Unter dem Titel «Zuständigkeitsfragen geklärt» hielt er Folgendes fest https://293a355c-7d2a-4655-ba17-d8d77fb08488..com/ugd/9f8da6_46d00e46db8e4446bb39346746fb9922.pdf):
«Das Bundesstrafgericht hat die Einvernahme einer Person im Umfeld des FIFA-Präsidenten Infantino wegen fehlender Zuständigkeit des a.o. Staatsan-
http://www.sta-keller.ch/ https://293a355c-7d2a-4655-ba17-d8d77fb08488.filesusr.com/ugd/9f8da6_46d00e46db8e4446bb39346746fb9922.pdf https://293a355c-7d2a-4655-ba17-d8d77fb08488.filesusr.com/ugd/9f8da6_46d00e46db8e4446bb39346746fb9922.pdf
- 8 -
walt des Bundes beanstandet. Unabhängig davon wird die damals unklare  zur Untersuchung der Benutzung eine Privatjets durch Infantino nun in einer Vereinbarung zwischen der Oberstaatsanwaltschaft des Kantons Zürich und dem a.o. Staatsanwalt des Bundes geregelt.
In einem gestern gefällten Entscheid hat das Bundesstrafgericht eine im Dezember 2020 eingereichte Beschwerde des FIFA-Präsidenten Gianni Infantino in einem Punkt gutgeheissen und verlangt, dass das Protokoll der Befragung einer  im Umfeld Infantinos aus den Akten entfernt wird. Das Gericht stellt sich auf den Standpunkt, dass es sich bei der Befragung um eine eigentliche Einvernahme gehandelt habe, für die der a.o. Staatsanwalt des Bundes im November 2020 nicht zuständig war. Auf drei weitere Begehren von Gianni Infantino ist das Gericht nicht eingetreten.
Unabhängig davon haben sich die involvierten Behörden in den vergangenen  um eine Klärung der Zuständigkeit bemüht. Die Aufsichtsbehörde über die Bundesanwaltschaft (ABBA) hatte den von ihr als a.o. Staatsanwalt des Bundes  Stefan Keller im Juli 2020 mit der Prüfung verschiedener Strafanzeigen beauftragt, die im Zusammenhang mit der Benutzung eines Privatjets von Surinam in die Schweiz gegen Gianni Infantino eingegangen waren. Im Februar 2021 wies die AB-BA, den a.o. Staatsanwalt des Bundes darauf hin, dass er auch für die  und Leitung eines allfälligen Strafverfahrens zuständig sei, sofern die  rund um den fraglichen Privatflug in die Strafkompetenz des Bundes fallen.
Da aufgrund des Sitzes der FIFA grundsätzlich auch der Kanton Zürich zuständig sein könnte, haben die Oberstaatsanwaltschaft des Kantons Zürich und der a.o. Staatsanwalt des Bundes die Zuständigkeitsfrage analysiert und sich darauf , dass die Justiz des Bundes zuständig ist. Beide Seiten sind sich weiter darin einig, dass es aus verschiedenen Gründen (Mitarbeiter, die noch alt  Lauber unterstellt waren, laufende Strafverfahren gegen wichtige Mitglieder der Bundesanwaltschaft sowie Verflechtungen mit anderen Verfahren)  wäre, das Verfahren der ordentlichen Bundesanwaltschaft zu übertragen.
Damit muss das Verfahren entsprechend dem erwähnten Entscheid der AB-BA vom Februar 2021 einstweilen vom a.o. Staatsanwalt des Bundes übernommen werden. Die Vereinbarung zwischen ihm und der Oberstaatsanwaltschaft des Kantons Zürich kann allerdings beim Bundesstrafgericht angefochten werden, das diesfalls die  definitiv festzulegen hat.
Neben dem Sachverhaltskomplex "Benutzung eines Privatjets" führt Stefan Keller sein Mandat der Bundesversammlung als ausserordentlicher Bundesanwalt für den
- 9 -
Sachverhaltskomplex "nicht protokollierte Gespräche" des ehemaligen  Michael Lauber und FIFA Präsident Gianni Infantino plangemäss weiter.  prüft Stefan Keller im Auftrag der AB-BA weitere Strafanzeigen zu  anderen Sachverhalten.
Das Urteil ist rechtskräftig und wird in den nächsten Tagen unter der Referenz BB.2020.291 auf www.bstger.ch abrufbar sein.»
R. Infantino macht in seiner Eingabe vom 12. März 2021 unter Bezugnahme auf
die Medienmitteilungen Kellers vom 10. Februar, 8. und 11. März 2021  Ausstandsgründe geltend (act. 13). Dazu nimmt Keller am 20. März 2021 Stellung, was Infantino am 21. März 2021 zur Kenntnis gebracht wurde (act. 15 und 16).
Auf die Ausführungen der Parteien und die eingereichten Akten wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden rechtlichen Erwägungen eingegangen.

## Considerations

Die Beschwerdekammer zieht in Erwägung:
1. Will eine Partei den Ausstand einer in einer Strafbehörde tätigen Person , so hat sie der Verfahrensleitung ohne Verzug ein entsprechendes Gesuch zu stellen, sobald sie vom Ausstandsgrund Kenntnis hat. Nach der Rechtsprechung muss der Gesuchsteller den Ausstand in den nächsten  nach Kenntnis des Ausstandsgrunds verlangen. Andernfalls verwirkt er den Anspruch (BGE 143 V 66 E. 4.3 m.w.H.). Ein sechs bis sieben Tage nach Kenntnis des Ausstandsgrunds gestelltes Ausstandsgesuch ist . Wartet der Gesuchsteller damit zwei Wochen zu, ist es dagegen  (Urteil des Bundesgerichts 1B_47/2019 vom 20. Februar 2019 E. 3.3 mit Hinweis). Bei der Annahme der Verwirkung des Rechts, den Ausstand zu verlangen, ist Zurückhaltung geboten (Urteil des Bundesgerichts 1B_418/2014 vom 15. Mai 2015 E. 4.5 mit Hinweis; vgl. zum Ganzen das Urteil des Bundesgerichts 1B_22/2019 vom 17. April 2019 E. 3.2). Im  kann es zulässig sein, in Verbindung mit zeitnah vorgebrachten  auch früher beanstandete Prozesshandlungen in eine  «Gesamtwürdigung» einfliessen zu lassen. Der klare Wortlaut des Gesetzes schliesst jedoch ein Vorgehen aus, bei dem eine Partei über einen längeren Zeitraum bzw. verschiedene separate Strafverfahren hinweg gleichsam ein «Privatdossier» über angebliche Prozessfehler einer  anlegt, diese Rügen aber nicht unverzüglich vorbringt, sondern erst
- 10 -
in einem späteren, selbst gewählten Zeitpunkt einem Ausstandsbegehren pauschal zugrunde legt (Urteile des Bundesgerichts 1B_357/2013 vom 24. Januar 2014 E. 5.3.1 und 1B_149/2019 vom 3. September 2019 E. 3.2).
Die den Ausstand begründenden Tatsachen sind dabei glaubhaft zu . Die betroffene Person nimmt zum Gesuch Stellung (Art. 58 StPO). Wird ein Ausstandsgrund nach Art. 56 lit. a oder f StPO geltend gemacht oder widersetzt sich eine in einer Strafbehörde tätige Person einem  einer Partei, das sich auf Art. 56 lit. b–e StPO abstützt, so entscheidet ohne weiteres Beweisverfahren und endgültig die  des Bundesstrafgerichts, wenn die Bundesanwaltschaft betroffen ist (Art. 59 Abs. 1 lit. b StPO i.V.m. Art. 37 Abs. 1 StBOG). Der Entscheid ergeht schriftlich und ist zu begründen (Art. 59 Abs. 2 StPO). Bis zum Entscheid übt die betroffene Person ihr Amt weiter aus (Art. 59 Abs. 3 StPO).
2. Der Gesuchsteller ist beschuldigte Person im obgenannten Strafverfahren
(vgl. supra lit. C.). Er macht geltend, der Gesuchsgegner sei befangen im Sinne von Art. 56 lit. f StPO. Zum Anlass seines Gesuchs nimmt der  die Medienmitteilung des Gesuchsgegners vom 10. Dezember 2020 (vgl. act. 1 S. 9). Das Gesuch stellte er vier Tage später. Es ist rechtzeitig eingereicht worden. Auf das Gesuch ist einzutreten.
3. 3.1 Gemäss Art. 56 lit. f StPO tritt eine in einer Strafbehörde tätige Person in den
Ausstand, wenn sie aus anderen Gründen, insbesondere wegen  oder Feindschaft mit einer Partei oder deren Rechtsbeistand,  sein könnte. Bei dieser Bestimmung handelt es sich um eine , welche alle Ausstandsgründe erfasst, die in Art. 56 lit. a–e StPO nicht ausdrücklich vorgesehen sind. Sie entspricht Art. 30 Abs. 1 BV und Art. 6 Abs. 1 EMRK. Danach hat jede Person Anspruch darauf, dass ihre Sache von einem unparteiischen, unvoreingenommenen und unbefangenen Richter ohne Einwirken sachfremder Umstände entschieden wird. Die  nimmt Voreingenommenheit und Befangenheit an, wenn  vorliegen, die bei objektiver Betrachtung geeignet sind, Misstrauen in die Unparteilichkeit des Richters zu erwecken. Solche Umstände können  in einem bestimmten Verhalten des Richters begründet sein. Dabei ist nicht auf das subjektive Empfinden einer Partei abzustellen. Das  in die Unvoreingenommenheit muss vielmehr in objektiver Weise  erscheinen. Es genügt, wenn Umstände vorliegen, die bei objektiver
- 11 -
Betrachtung den Anschein der Befangenheit und Voreingenommenheit . Für die Ablehnung ist nicht erforderlich, dass der Richter tatsächlich befangen ist (BGE 144 I 234 E. 5.2; 141 IV 178 E. 3.2.1; 140 I 326 E. 5.1; 138 IV 142 E. 2.1; je mit Hinweisen). Das Misstrauen in die  kann auch in gewissen äusseren Gegebenheiten funktioneller und organisatorischer Natur begründet sein (Urteil des Bundesgerichts 1B_457/2018 vom 28. Dezember 2018 E. 2).
3.2 Art. 30 Abs. 1 BV und Art. 6 Abs. 1 EMRK sind bei der Ablehnung eines Staatsanwalts nur anwendbar, wenn er ausnahmsweise in richterlicher Funktion tätig wird, wie das bei Erlass eines Strafbefehls zutrifft. Amtet er jedoch als Strafuntersuchungsbehörde, beurteilt sich die Ausstandspflicht nach Art. 29 Abs. 1 BV. Wohl darf der Gehalt von Art. 30 Abs. 1 BV nicht unbesehen auf nicht richterliche Behörden bzw. auf Art. 29 Abs. 1 BV  werden. Hinsichtlich der Unparteilichkeit des Staatsanwalts im Sinne von Unabhängigkeit und Unbefangenheit kommt Art. 29 Abs. 1 BV allerdings ein mit Art. 30 Abs. 1 BV weitgehend übereinstimmender Gehalt zu. Auch ein Staatsanwalt kann abgelehnt werden, wenn Umstände vorliegen, die  geeignet sind, den Anschein der Befangenheit zu erwecken. Das gilt allerdings nur für das Vorverfahren. Gemäss Art. 61 lit. a StPO leitet die Staatsanwaltschaft das Verfahren bis zur Anklageerhebung. Die  gewährleistet insoweit eine gesetzmässige und geordnete  des Verfahrens (Art. 62 Abs. 1 StPO). Sie untersucht die  und entlastenden Umstände mit gleicher Sorgfalt (Art. 6 Abs. 2 StPO). Zwar verfügt sie bei ihren Ermittlungen über eine gewisse Freiheit. Sie ist jedoch zu Zurückhaltung verpflichtet. Sie hat sich jeden unlauteren  zu enthalten und sowohl die belastenden als auch die entlastenden Umstände zu untersuchen. Sie darf keine Partei zum Nachteil einer anderen bevorteilen (BGE 141 IV 178 E. 3.2.2 S. 179 f. m.w.H.). Allgemeine , seien sie nun richtig oder falsch, vermögen als solche keine Voreingenommenheit der verfahrensleitenden Justizperson zu  (BGE 138 IV 142 E. 2.3) und sind im Rechtsmittelverfahren zu  (Urteil des Bundesgerichts 1B_233/2019 vom 25. September 2019 E. 2.1). Anders verhält es sich, wenn besonders krasse oder wiederholte  vorliegen, die eine schwere Verletzung der Amtspflichten darstellen (BGE 143 IV 69 E. 3.2 S. 74 f.; 141 IV 178 E. 3.2.3; 138 IV 142 E. 2.3) und die sich einseitig zu Lasten einer der Prozessparteien auswirken (Urteil des Bundesgerichts 1B_164/2015 vom 5. August 2015 E. 3.2). Bei Äusserungen des Staatsanwalts gegenüber Medien ist grundsätzlich noch keine  anzunehmen, wenn lediglich offensichtliche Tatsachen erwähnt , ohne dass sich der Staatsanwalt über die damit verbundenen Folgen geäussert hätte. Ebenso vermögen ungeschickte Äusserungen eines
- 12 -
Staatsanwalts gegenüber der Presse den Ausgang einer durch den  gegen seine Anordnungen erhobene Beschwerde keine Befangenheit des Staatsanwalts zu begründen, wenn sich diese nicht gegen die Person des Beschuldigten richten und sofern es sich nicht um eine schwere  handelt. Auch scherzhafte Äusserungen des Staatsanwalts genügen in der Regel nicht, einen Verdacht der Parteilichkeit zu begründen, selbst wenn sie deplatziert sind und vom Betroffenen als negativ empfunden werden (vgl. BGE 127 I 196 S. 200 m.w.H.). Objektive Anzeichen der Befangenheit  vom Bundesgericht jedoch beispielsweise bejaht, als der  (heute nunmehr Staatsanwalt, vgl. dazu MICHLIG,  der Strafbehörden unter dem Aspekt der , 2013, S. 104, FN 407) das Verhalten des Angeschuldigten im Verfahren voreilig als strafbar qualifizierte, und er ohne besonderen Anlass über den Untersuchungsgegenstand hinausgehende Verdächtigungen  den Angeschuldigten geäussert hatte (Urteil des Bundesgerichts 1P.766/2000 vom 18. Mai 2001). In einem anderen Fall bejahte das  die Befangenheit, als der Staatsanwalt Beweismittel ohne  Anlass gegenüber Dritten und gegenüber der Öffentlichkeit würdigte und den Angeschuldigten dabei indirekt der Lüge bezichtigte, was tendenziell auf eine Vorverurteilung hinauslief (Urteil des Bundesgerichts 8G.36/2000 vom 25. September 2000).
4. Die Beurteilung der Befangenheit eines Staatsanwalts im Zusammenhang
mit Äusserungen der Öffentlichkeit gegenüber hat vor folgendem  zu erfolgen:
4.1 Die Mitglieder von Strafverfolgungsbehörden haben hinsichtlich Tatsachen,
die ihnen in Ausübung ihrer amtlichen Tätigkeit zur Kenntnis gelangt sind, Stillschweigen zu bewahren (Art. 73 Abs. 1 StPO). Die  gilt in sämtlichen Etappen eines Strafverfahrens, von den , über das Vorverfahren, die Untersuchung und die Anklageerhebung bis zur Hauptverhandlung und allfälligen Rechtsmittelverfahren (SAXER/, Basler Kommentar, 2. Aufl. 2014, N. 7 zu Art. 73 StPO). Nicht geheim zu halten sind – in Anlehnung an den Geheimnisbegriff von Art. 320 StGB – allgemein bekannte Tatsachen (BBl 2006 1153). Mit Bezug auf das  sieht ferner Art. 69 Abs. 3 lit. a StPO ausdrücklich vor, dass dieses nicht öffentlich ist. Eine Durchbrechung der Geheimhaltungspflicht während laufender Strafuntersuchung ist jedoch dann zulässig, soweit dies  ist und durch ein öffentliches Interesse nach Art. 74 Abs. 1 lit. a-d StPO gedeckt ist. Ein öffentliches Interesse kann wegen der besonderen Bedeu-
- 13 -
tung des Straffalles vorliegen. Dabei handelt es sich vorab um Fälle, die  von den Medien aufgegriffen wurden und von denen zu erwarten ist, dass sie ein besonderes öffentliches Interesse wecken (SAXER, Basler , 2. Aufl. 2014, N. 9 und 16 zu Art. 74 StPO). An das  der Öffentlichkeit sind keine allzu hohen Anforderungen zu stellen; es genügt, dass von einem überdurchschnittlichen Interesse auszugehen ist, das sich nicht in einer blossen Sensationslust erschöpft (SAXER, a.a.O., N. 17 zu Art. 74 StPO). Unabhängig vom Grund für die Orientierung der Öffentlichkeit ist jedoch stets dem Grundsatz der Unschuldsvermutung und den Persönlichkeitsrechten der Betroffenen Rechnung zu tragen (Art. 74 Abs. 3 StPO). Dies bedeutet zunächst, dass nur jene Informationen publik zu machen sind, welche zur Erreichung des mit der Orientierung anvisierten Ziels notwendig sind. M.a.W. ist der Grundsatz der Verhältnismässigkeit streng zu wahren; namentlich ist sodann von Schuldzuweisungen und  Qualifikationen des Verhaltens von Beteiligten abzusehen und während des Ermittlungs- und Untersuchungsverfahrens klarzustellen, dass es sich erst um einen Verdacht handelt und die Gerichte über eine allfällige Schuld zu befinden haben (BRÜSCHWEILER/NADIG/SCHNEEBELI, Zürcher , 3. Aufl. 2020, N. 5 zu Art. 74 StPO). Der Schutzmechanismus der  ist gerade im Vorverfahren, wo die Abklärungen erst am Anfang stehen, besonders bedeutend (SCHOBER, Der Anspruch der  auf Information während des Vorverfahrens, ZStrR 133 [2015] S. 318 ff., S. 324, m.w.H.). Zur Feststellung, ob eine Verletzung der  vorliegt, wird nicht auf die Formulierung alleine, sondern stets auf den Gesamtzusammenhang, in dem die Äusserung erfolgte, abgestellt. Bei einer Öffentlichkeitsorientierung durch die Staatsanwaltschaft via Medien ist immer die ganze Stellungnahme zu beachten, um festzustellen, ob die  vorverurteilt wurde oder ob nur sachgemäss über den Stand laufender Ermittlungen informiert wurde. Die staatlichen Behörden sollten ihr Verhalten im Allgemeinen und so auch bei der Öffentlichkeitskommunikation daran , dass ein möglicher Freispruch der beschuldigten Person im Raum steht, und somit die Schuld eines Beschuldigten nicht als erwiesen . Die Bezeichnung eines Beschuldigten als Täter oder eine voreilige juristische Qualifikation des Geschehens kann nicht durch ein öffentliches Interesse gemäss Art. 74 Abs. 1 lit. a-d StPO gerechtfertigt sein. Die  hat in ihren Medienmitteilungen explizit auf die  hinzuweisen (SCHOBER, a.a.O., S. 324 f.; STREBEL, Grenzen  Öffentlichkeitsarbeit der Staatsanwaltschaft, 2011, S. 126; TOPHINKE, Basler Kommentar, 2. Aufl. 2014, N. 26 ff. zu Art. 10 StPO). Zu unterbleiben haben auch verdeckte Schuldvorwürfe im Sinne von Schuldvermutungen. Insbesondere sind wertende Äusserungen in Bezug auf den Täter ohne  auf die Unschuldsvermutung sind zu unterlassen (SCHOBER, a.a.O.,
- 14 -
S. 325). Äussert sich der orientierende Staatsanwalt gegenüber der  schuldzuweisend und damit vorverurteilend, ist dies zugleich auch immer eine Beeinträchtigung der sozialen Geltung des Betroffenen. Der  in Art. 74 Abs. 3 StPO umfasst alle Rechtsgebiete, wobei der privatrechtliche Persönlichkeitsschutz (Art. 28 ZGB) grundsätzlich einen weiterreichenden Schutz bietet als der strafrechtliche. Eine Äusserung,  die soziale Geltung einer Person beeinträchtigt, beinhaltet regelmässig bereits eine zivilrechtliche Persönlichkeitsverletzung. Daraus folgt, dass eine Vorverurteilung immer auch eine Persönlichkeitsverletzung im  Sinne darstellt (STREBEL, a.a.O., S. 153).
4.2 Für die Medienarbeit der Strafverfolgungsbehörden des Bundes gelten fer-
ner auch die Empfehlungen der Schweizerischen Konferenz der  der Staatsanwaltschaften (SKIS) vom 7. November 2014 (nachfolgend «Empfehlungen SKIS»), worauf die Bundesanwaltschaft auf ihrer Website ausdrücklich hinweist https://www.bundesanwaltschaft.ch/ mpc/de/home/medien/rechtliche-grundlagen-der-kommunikationsabteilung- .html; JÄGER, Strafuntersuchung und Medien im Spannungsfeld der , 2010, Rz. 328 ff.). Gemäss den Empfehlungen SKIS ist eine aktive  angezeigt, wenn sie im Interesse der Untersuchung liegt oder/und bei Vorliegen eines überwiegenden öffentlichen Interessens (Ziff. 4 Abs. 2 Empfehlungen SKIS). Wann von einem überwiegenden Interesse der , die eine Information rechtfertigt, auszugehen ist, wird in Ziff. 4 Abs. 4 der Empfehlungen beispielhaft aufgelistet. Zum Zeitpunkt und Inhalt der Kommunikation wird in den Empfehlungen der SKIS festgehalten, dass eine aktive Information in der Regel mit Anhebung des Vorverfahrens erfolgt. Auf Nachfrage von Medienschaffenden können auch wichtige Zwischenschritte mit der gebotenen Zurückhaltung kommuniziert werden (Ziff. 5). Bei  ist stets die bis zur Verurteilung hin geltende  zu beachten. Es ist nur über gesicherte Fakten zu informieren, , Mutmassungen und Wertungen sind zu unterlassen (Ziff. 6). Die Veröffentlichung von identifizierenden Merkmalen von beschuldigten  (Namen / Bilder) ist nur zulässig bei Verbrechen und schweren  zwecks Fahndung oder ausnahmsweise um Verwechslungen  oder zu korrigieren sowie wenn die identifizierenden Merkmale in den Medien bereits publik gemacht worden sind oder es sich um eine  Person des öffentlichen Lebens handelt oder die beschuldigte Person ihre Einwilligung erteilt hat (Ziff. 6.4). Die Parteien bzw. deren  können über die geplante aktive Medienarbeit sowie über den Inhalt der Information rechtzeitig in geeigneter Form orientiert werden. Vorbehalten bleiben die Fälle, in denen eine solche Orientierung innert nützlicher Frist nicht möglich ist. Sofern die Persönlichkeitsrechte erheblich tangiert werden,
https://www.bundesanwaltschaft.ch/mpc/de/home/medien/rechtliche-grundlagen-der-kommunikationsabteilung-.html https://www.bundesanwaltschaft.ch/mpc/de/home/medien/rechtliche-grundlagen-der-kommunikationsabteilung-.html https://www.bundesanwaltschaft.ch/mpc/de/home/medien/rechtliche-grundlagen-der-kommunikationsabteilung-.html
- 15 -
ist eine Orientierung der Parteien auch bei einzelnen Anfragen von  angezeigt. Es empfiehlt sich zudem, die Information  zu machen (Ziff. 7.2).
4.3 Die Strafbehörden sind schliesslich bei ihrem Handeln stets auch an den
Grundsatz von Treu und Glauben im Sinne von Art. 5 Abs. 3 und Art. 9 BV gebunden (vgl. Art. 3 Abs. 2 StPO). Daraus folgt generell, dass die  der Strafbehörden wahr, einheitlich, rechtzeitig, sachlich und  zu sein hat (MICHLIG, a.a.O., S. 128). Die Kommunikation ist so zu dosieren, dass die Interessen aller Betroffenen nur minimal tangiert werden und der Untersuchungszweck nicht gefährdet wird. Auch die Verteidigung sollte rechtzeitig über eine bevorstehende Medieninformation oder  der Strafverfolgungsbehörden informiert werden. Der  (Art. 3 StPO) gebietet, dass sich die Verteidigung auf die  Pressekonferenz frühzeitig vorbereiten kann (BGE 130 IV 140 E. 3). Die Kommunikation der Strafbehörden hat zudem sachlich und neutral zu erfolgen. Unzulässig sind deshalb verzerrende, verletzende, irreführende oder tatsachenwidrige Informationen sowie reine Polemik und Propaganda. Es gilt der Grundsatz, dass die Behörden argumentativ überzeugen dürfen, aber nicht überreden (MICHLIG, a.a.O.).
5. Medienmitteilung vom 10. Dezember 2020 (vgl. supra lit. F) 5.1 Der Gesuchsteller macht zunächst geltend, der Gesuchsgegner verstosse
mit der Medienmitteilung vom 10. Dezember 2020 gegen die . Darin habe er mitgeteilt, es gäbe deutliche Anzeichen für ein  Verhalten des Gesuchstellers mit Bezug auf den Sachverhaltskomplex «Privatflüge». Der Gesuchsteller sei der Weltöffentlichkeit gegenüber als mutmasslich schuldig bezeichnet worden. Es sei daher zu erwarten, dass der Gesuchsgegner auch im Sachverhaltskomplex um die nicht  Treffen von Lauber und dem Gesuchsteller mit derselben  handeln werde (act. 1 S. 7 ff.).
5.2 Demgegenüber hält der Gesuchsgegner fest, die Medienmitteilung vom
10. Dezember 2020 stelle keine Vorverurteilung dar. Darin werde lediglich festgehalten, dass deutliche Anzeichen für ein strafbares Verhalten  würden. Dies bedeute nichts anderes als eine Parallel-Übersetzung für Nichtjuristen von Art. 309 Abs. 1 lit. a StPO, wonach die Staatsanwaltschaft eine Untersuchung eröffne, wenn sich aus den Informationen und Berichten der Polizei, aus der Strafanzeige oder aus ihren eigenen Feststellungen ein hinreichender Tatverdacht ergäbe. Deutliche Anzeichen stellten nichts  als einen hinreichenden Tatverdacht dar. Jeder Staatsanwalt müsse
- 16 -
sich bei jeder Sachverhaltsprüfung ein solches Urteil gebildet haben, damit er ein Strafverfahren eröffnen könne. Er verfolge bezüglich Kommunikation im Übrigen eine konstante Praxis, wonach die Ergebnisse seiner  den Medien mitgeteilt würden. Er beabsichtige, auch in Zukunft die Öffentlichkeit zu informieren, wenn die Prüfung einzelner der ihm  Strafanzeigen abgeschlossen sei. Ebenfalls werde er wichtige  kommunizieren. Es bestehe ferner ein öffentliches Interesse am Fortgang der Behandlung der Strafanzeigen des spätestens im Mai 2020 weltweit von zahlreichen Medien aufgegriffenen Privatjetfluges von Surinam in die Schweiz durch den Gesuchsteller (act. 1 S. 4 ff.; act. 7 S. 2 ff.).
5.3 5.3.1 Die Beurteilung einer allfälligen Befangenheit des Gesuchsgegners mit Be-
zug auf die in der Medienmitteilung vom 10. Dezember 2020 gegenüber der Öffentlichkeit getätigten Äusserungen ist vor dem Hintergrund der in E. 4  einschlägigen Bestimmungen und Prinzipien vorzunehmen. Wird festgestellt, dass sich der Staatsanwalt gegenüber Medien widerrechtlich verhält, weil er gegen die Unschuldsvermutung handelt oder sich  äussert, und damit die in Art. 74 StPO statuierten  der Orientierung der Öffentlichkeit verletzt, wird nicht mehr dessen grundsätzliche Unbefangenheit, sondern seine Befangenheit vermutet (, a.a.O., Rz. 177; STREBEL, a.a.O., S. 220 und 831).
5.3.2 In seiner Medienmitteilung vom 10. Dezember 2020 teilte der Gesuchsgeg-
ner der Öffentlichkeit mit, dass er die Prüfung von Strafanzeigen gegen den Gesuchsteller wegen ungetreuer Geschäftsbesorgung im Zusammenhang mit der Benützung eines Privatjets abgeschlossen habe. Er hielt dabei fest, dass es «deutliche Anzeichen für ein strafbares Verhalten» des  gäbe und dass aufgrund von «Befragungen und Recherchen» dem Gesuchsgegner «eine Strafuntersuchung wegen ungetreuer  angezeigt» erscheine. Diese Äusserungen sind insbesondere vor dem Hintergrund, dass der Gesuchsgegner eigenen Angaben zufolge für die Eröffnung und Führung der Strafuntersuchung in der Angelegenheit rund um den Privatflug des Gesuchstellers von Surinam in die Schweiz nicht  war, sondern lediglich die «Prüfung» der entsprechenden Strafanzeigen vornehmen musste, äusserst fragwürdig. Dem Gericht ist zwar der Inhalt des Mandats der AB-BA betreffend die «Prüfung der Strafanzeigen» nicht . In Anbetracht dessen, dass bereits die Entgegennahme einer  oder die Feststellung eines Anfangstatverdachts zur Einleitung des Vorverfahrens und damit zur Strafuntersuchung genügt, bewegt sich ein Mandat, welches nur die Prüfung von Strafanzeigen zum Inhalt haben soll,
- 17 -
zwingend in einem sehr begrenzten Rahmen und dürfte nur eine erste  darüber beinhalten, ob die Strafanzeigen nicht von vornherein völlig haltlos sind oder ob die örtlichen und sachlichen Zuständigkeiten der  gegeben sind (vgl. BGE 121 IV 38 E. 2; 116 IV 83 E. 3; Art. 299 Abs. 2 StPO). Die Frage, ob ein genügender Anfangstatverdacht vorliegt, kann mithin von einem derartigen Mandat, welches sich nur auf die Prüfung von Strafanzeigen beschränkte, gar nicht erfasst sein. Mit seinen in der Medienmitteilung getätigten Äusserungen, wonach deutliche Anzeichen für ein strafbares Verhalten des Gesuchstellers bestünden und eine  wegen ungetreuer Geschäftsbesorgung angezeigt sei, machte der Gesuchsgegner hingegen gerade Aussagen zum Bestehen des  Tatverdachts. Damit ging er klar über ein erstes Prüfen der  im dargelegten Sinne hinaus. Aus dem Grundsatz, dass die  funktionell auf den eigenen Zuständigkeitsbereich beschränkt ist (MICHLIG, a.a.O., S. 156) und vor der Prämisse, dass der Gesuchsgegner zum Zeitpunkt der Veröffentlichung der Medienmitteilung keine Kompetenz zur Eröffnung und Durchführung eines Strafverfahrens betreffend den  Privatflüge hatte, folgt, dass die fragliche Medienmitteilung zum  eines Anfangstatverdachts durch den hierfür sachlich und funktionell unzuständigen Gesuchsgegner erfolgte. Der Gesuchsgegner hätte sich über das Bestehen des hinreichenden Tatverdachts nicht äussern dürfen; ob ein solcher nämlich vorliegend gegeben war, hätte durch die dafür zuständige Strafuntersuchungsbehörde erst noch festgestellt werden müssen. Er hat damit voreilig eine juristische Qualifikation vorweggenommen und  geäussert, was zwingend zu unterlassen gewesen wäre. Zum Zeitpunkt der Medienmitteilung war nämlich – aufgrund der damals  Zuständigkeitsverhältnisse – gänzlich offen, ob überhaupt mit  auf den Sachverhaltskomplex «Privatflüge» eine Strafuntersuchung  den Gesuchsteller eröffnet werden würde. Die Formulierungen in der Medienmitteilung lassen demgegenüber keine Zweifel offen, dass der  Beschuldigter im genannten Sachverhaltskomplex ist. Dies gilt umso mehr als zusätzlich kommuniziert wird, der Gesuchsgegner habe das Ergebnis seiner Prüfung der Strafanzeigen deshalb der Bundesanwaltschaft übermittelt, die sich der Sache nun mit eigenen personellen Ressourcen  wolle. Damit suggerierte er, dass die Bundesanwaltschaft  ein Strafverfahren eröffnen würde. Damit wird in klarer Weise die  verletzt. Für den Gesuchsteller, der in der  namentlich genannt wurde, stellt die Verletzung der  zweifelsohne auch eine schwere Beeinträchtigung der sozialen Geltung und damit zumindest seiner zivilrechtlich geschützten Persönlichkeitsrechte dar. Hinzu kommt, dass die in der Öffentlichkeit kommunizierte Einleitung
- 18 -
einer Strafuntersuchung regelmässig mit dem Nachweis der Schuld  wird und deshalb auch im Fall einer späteren Einstellung des  nicht ausgeschlossen ist, dass «etwas vom  hängen bleibt», zumal wie – vorliegend – ein Hinweis auf die  gänzlich unterblieben ist (vgl. LEHR, Grenzen für die  der Ermittlungsbehörden, in: Neue Zeitschrift für Strafrecht, 29/2009, S. 409 ff., 414). Wie sich aus den Akten und auch den im Rahmen des vorliegenden Verfahrens gemachten Äusserungen des  selber ergibt, wurden in der Folge denn auch weder die Akten der  überwiesen noch hat diese in der Folge eine  eröffnet. Damit hat der Gesuchsgegner nicht nur die  verletzt, sondern auch irreführende und tatsachenwidrige  kommuniziert. Abschliessend ist zudem festzustellen, dass es der  unterlassen hatte, den Gesuchsteller über die bevorstehende Medienmitteilung zu informieren. Dies, obschon in den Empfehlungen SKIS in Ziffer 7.2 ausdrücklich festgehalten wird, dass die Parteien nach  über eine bevorstehende Medienmitteilung orientiert werden sollen, , wenn – wie vorliegend – durch die Vorverurteilung  erheblich tangiert werden.
Zusammenfassend ergibt sich, dass berechtigte Zweifel an der Unbefangen-
heit des Gesuchsgegners dem Gesuchsteller gegenüber bestehen. Dies ist insofern von grundlegender Bedeutung, als der Gesuchsgegner – wie er in seiner Eingabe vom 20. März 2021 dem Gericht mitgeteilt hat – seit dem Entscheid der AB-BA vom 25. Januar 2021 nun doch für die Führung der Strafuntersuchung im Sachverhaltskomplex «Privatflüge» zuständig sei (vgl. act. 15 S. 5). Daraus folgt, dass der Gesuchsgegner in den  gegen den Gesuchsteller in den Ausstand zu treten hat.
6. Januar-Ausgabe 1/2021 Plädoyer (vgl. supra lit. J) 6.1 Der Gesuchsteller sieht sodann im in der Januar-Ausgabe 1/2021 der Fach-
zeitschrift «Plädoyer» veröffentlichten Portrait über die Person des  einen weiteren Ausstandsgrund. Darin habe sich der  insbesondere zu Tatsachen geäussert, die ihm in Ausübung einer  Tätigkeit zur Kenntnis gelangt seien bzw. diese betreffen. So habe er Aussagen zu einem nicht öffentlichen Aufsichtsverfahren vor den  der Bundesversammlung sowie zum ebenfalls nicht öffentlichen Beschwerdeverfahren BB.2020.245 gemacht. Der  habe ferner ausgesagt, dass der Gesuchsteller im Parlament interveniert habe, um jenen als Sonderermittler zu verhindern. Ausserdem würde der
- 19 -
Gesuchsteller sämtliche Netzwerke in Bewegung setzen, um den  zu diskreditieren. Das Verhalten des Gesuchstellers mit Bezug auf die Beschwerdeverfahren habe der Gesuchsgegner sodann als  betitelt und im Interview erneut festgehalten, dass es deutliche Anzeichen für ein strafbares Verhalten des Gesuchstellers mit Bezug auf den Flug von Surinam in die Schweiz gäbe. Aufgrund dieser neuen öffentlichen Aussagen erscheine es offensichtlich, dass der Gesuchsgegner  sei (act. 9).
6.2 Der Gesuchsgegner hält in seiner Stellungnahme vom 19. Februar 2021 fest,
dass die Aussage, wonach der Gesuchsteller versucht habe, ihn zu , vom Journalisten stammen würde. Ebenso der Hinweis auf die . Er habe keine Möglichkeit gehabt, auf den gesamten Text Einfluss zu nehmen. Zudem sehe er in seiner Äusserung zum Verfahren BB.2020.245 keinen Ausstandsgrund. Schliesslich sei auch die Aussage zum Privatflug des Gesuchstellers nicht neu (act. 11).
6.3 6.3.1 Der weitere, mit Eingabe vom 2. Februar 2021 erhobene Ausstandsgrund ist
am Tag der Zustellung der Januar-Ausgabe 1/2021 des «Plädoyers», mithin am Tag der Kenntnisnahme desselben und damit rechtzeitig gestellt worden, weshalb darauf einzutreten ist. Beim betreffenden Artikel handelt es sich um ein Porträt des Gesuchsgegners unter dem Titel «Ein Mann mit harten », welches vor dem Hintergrund seines Mandats als a.o. Bundesanwalt im Strafverfahren gegen Lauber und den Gesuchsteller gemacht worden ist. In diesem Zusammenhang soll der Gesuchsgegner Aussagen zum  für sein Mandat gemacht haben sowie zum Umstand, dass er seine Mitarbeiter selbst einstellen musste. Der Gesuchsgegner habe nicht  wollen, wer zu seinem juristischen Team zähle. Dabei wird er wie folgt zitiert: «Am Bundesstrafgericht laufen mehrere Verfahren in dieser Sache. Infantino will genau wissen, wer meine Hilfspersonen sind» (vgl. act. 9.1). Der Gesuchsgegner bestreitet im vorliegenden Ausstandsverfahren nicht, diese Äusserung gemacht zu haben. Er ist jedoch der Ansicht, er habe  auf laufende Verfahren verwiesen, ohne die Journalistenfrage inhaltlich zu beantworten (act. 11 S. 3). Offenbar bezog sich der Gesuchsgegner mit der Äusserung, Infantino wolle wissen, wer seine Hilfspersonen seien, auf das bei der Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts zum damaligen Zeitpunkt unter der Geschäftsnummer BB.2020.245 hängige Verfahren (vgl. supra lit. K). Die in diesem Verfahren erhobene Beschwerde des  richtete sich unter anderem gegen die Weigerung des , die vom ihm beigezogenen bzw. beizuziehenden Hilfspersonen
- 20 -
im Strafverfahren gegen den Gesuchsteller zu bezeichnen (BB.2020.245 act. 1).
6.3.2 Das Beschwerdeverfahren ist nicht öffentlich (Art. 69 Abs. 3 lit. c StPO).
Adressat dieser Bestimmung ist nicht nur die Beschwerdekammer selbst, sondern vorliegend ebenfalls der Gesuchsgegner in seiner Funktion als  der Strafverfolgungsbehörde (vgl. Art. 73 Abs. 1 StPO sowie Art. 69 Abs. 3 lit. a StPO). Dies bedeutet, dass keine Publikumsöffentlichkeit , die Medien aber allenfalls im Rahmen von Art. 74 StPO orientiert werden können. Zuständiger Geheimnisherr war im hängigen  BB.2020.245 ausschliesslich die Verfahrensleitung der . Für die Information ist dabei Art. 63 StBOG zu beachten, samt Reglement des Bundesstrafgerichts über die Grundsätze der Information vom 24. Januar 2012 (SR 173.711.33). Der Gesuchsgegner hat im Rahmen des über ihn erschienenen Artikels in der Januar-Ausgabe des «Plädoyers» den Gegenstand und damit den Inhalt des nicht öffentlichen und zu jenem Zeitpunkt noch hängigen Beschwerdeverfahrens BB.2020.245 , zu dessen Geheimhaltung er als Geheimnisträger verpflichtet gewesen wäre und zu dessen Offenbarung er als nicht zuständiger Geheimnisherr nicht befugt gewesen ist. Die Geheimhaltungspflicht im Sinne von Art. 73 Abs. 1 StPO gehört zu den konkreten Amtspflichten des Gesuchsgegners. Wie den Akten zu entnehmen ist, wurde der Gesuchsgegner denn auch explizit von der AB-BA im Dienstleistungsvertrag vom 7. bzw. 8. Juli 2020 auf die Wahrung des Amtsgeheimnisses im Sinne von Art. 320 StGB  (act. 15.3). Die Preisgabe eines unter Art. 73 Abs. 1 StPO fallenden Geheimnisses ohne Vorliegen eines Rechtfertigungsgrundes ist mit den Amtspflichten des Gesuchsgegners nicht vereinbar. Dass ein  vorgelegen hätte, wird weder geltend gemacht noch ist ein solcher ersichtlich. Damit sind die vom Gesuchsteller erhobene Zweifel an der Unbefangenheit des Gesuchsgegners ohne Weiteres begründet.
Ob die weiteren, vom Gesuchsteller monierten Äusserungen im besagten
Artikel der Januar-Ausgabe des «Plädoyers» tatsächlich vom  oder aus einer anderen dem Journalisten bekannten Quelle stammen, lässt sich nicht ohne Weiteres feststellen, sodass darauf nicht weiter  ist.
- 21 -
7. Medienmitteilungen vom 10. Februar, 8. und 11. März 2021 (vgl. supra lit. L, O und Q)
7.1 Der Gesuchsteller macht in seiner Eingabe vom 12. März 2021 weitere  geltend: Mit seinen Medienmitteilungen vom 8. und 11. März 2021 bringe der Gesuchsgegner klar zum Ausdruck, dass er in den Kriterien von Obsiegen und Unterliegen denke und nicht mehr als zu Neutralität und Objektivität verpflichteter Verfahrensleiter, sondern sich als einseitige, auf den eigenen Erfolg erpichte Gegenpartei verstehe. In den genannten  sowie in jener des 10. Februar 2021 sei die Kommentierung ohne Anonymisierung und unter voller Namensnennung des Gesuchstellers erfolgt und noch bevor die akkreditierten Journalisten den anonymisierten Entscheid erhalten hätten. Die Medienmitteilungen zum Ausgang der  vor der Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts seien nicht nur selektiv und teilweise faktenwidrig, sondern enthielten auch eigene, den subjektiven Vorstellungen des Gesuchsgegners entsprechende Wertungen (act. 13).
7.2 Der Gesuchsgegner wendet demgegenüber ein, es bestehe ein grosses
Interesse am Strafverfahren betreffend die nicht protokollierten Treffen. Die Aufschaltung einer persönlichen Website mit kurzen persönlichen Angaben, einer Kontaktadresse und einer Sammlung von Pressemitteilungen diene vor diesem Hintergrund dem Zweck, immer wiederkehrende ähnliche Anfragen zu kanalisieren, den Beantwortungsaufwand im Sinne der  in Grenzen zu halten und gleichzeitig alle Medien zeit- und  (deutsch und französisch) informieren zu können. Einzelne  würden dadurch nicht bevorzugt, sondern gleichbehandelt. Dem Gesuchsgegner stünden keine personell gut dotierten  wie einer ordentlichen Staats- oder Bundesanwaltschaft zur , die Dutzende von Anfragen innert kurzer Zeit und in der notwendigen Qualität beantworten könnten. Vielmehr besorge er die Kommunikation selber und werde nur bei Bedarf durch einen professionellen , insbesondere bei Medienmitteilungen, unterstützt. Er sei daher darauf angewiesen, dass möglichst wenige Fragen individuell zu  seien, sondern sich die Mehrheit bereits gestützt auf die Website selber beantworten und sich die Medienschaffenden selber informieren könnten. Entgegen der Auffassung des Gesuchstellers seien die Medienmitteilungen ausgewogen, würden sich innerhalb der rechtsstaatlichen Leitlinien  Kommunikation bewegen und hätten sämtliche Punkte der  Entscheidungen berücksichtigt. Ein Ausstandsgrund sei daher nicht erkennbar (act. 15 S. 5 ff.).
- 22 -
7.3 7.3.1 Der Gesuchsteller sah in den Medienmitteilungen vom 10. Februar, 8. und
11. März 2021 das Vorliegen weiterer Ausstandsgründe. Diese sind mit  vom 12. März 2021 rechtzeitig geltend worden, sodass darauf ohne Weiteres einzutreten ist. Dies gilt auch insoweit damit die Äusserungen in der Medienmitteilung vom 10. Februar 2021 gerügt werden. Entgegen der Ansicht des Gesuchsgegners bestehen keine Anhaltspunkte dafür, dass der Gesuchsteller über einen längeren Zeitraum ein «Privatdossier» über  Prozessfehler des Gesuchsgegners angelegt und diese Rügen nicht rechtzeitig vorgebracht hätte. Wie nachfolgend zu zeigen sein wird, hat erst die Kumulation der Medienmitteilungen Anlass zur Annahme der  gegeben, sodass dem Gesuchsteller nicht vorgeworfen werden kann, er habe die Ausstandsgründe mit Hinblick auf die Medienmitteilung vom 10. Februar 2021 zu spät gestellt.
7.3.2 Zunächst ist festzuhalten, dass sich die drei fraglichen Medienmitteilungen
auf abgeschlossene Beschwerdeverfahren bezogen haben. Wie bereits supra unter E. 6.3.2 ausgeführt, liegt die Verfahrensleitung und damit auch die Zuständigkeit für die öffentliche Kommunikation hängiger  beim Bundesstrafgericht. Nach Abschluss des Verfahrens  das Bundesstrafgericht ihren Endentscheid in seiner im Internet  Datenbank (Art. 63 Abs. 1 StBOG, Art. 3 Abs. 1 und Art. 4 Abs. 1 des Reglements des Bundesstrafgerichts über die Grundsätze der ). Das Gericht veröffentlicht seine Entscheide grundsätzlich in  Form, es sei denn, es handle sich um einen bekannten Fall («causes célèbres») und die Namen sind der Öffentlichkeit schon bekannt (Art. 6 Abs. 1 und 2 des Reglements des Bundesstrafgerichts über die Grundsätze der Information).
Vor dem Hintergrund, dass die Staatsanwaltschaft auch Zwischenschritte
des Vorverfahrens veröffentlichen kann (Ziff. 5 Empfehlungen SKIS), war es dem Gesuchsgegner nicht grundsätzlich untersagt, sich über die Ergebnisse der Beschwerdeverfahren mittels Medienmitteilungen zu äussern. Eine  von Zwischenschritten hat aber äusserst zurückhaltend und in der Regel nur als reaktive Kommunikation zu erfolgen (vgl. Ziff. 5  SKIS). Der Gesuchsgegner hat die Medienmitteilungen veröffentlicht, noch bevor die Beschwerdekammer ihre Entscheide in anonymisierter Form auf ihrer Website aufschaltete. Ein derartiges Vorgehen ist äusserst . Zum einen wurde damit nicht nur die Veröffentlichungspraxis des  vollständig hintergangen, es bestand insbesondere mit der Medienmitteilung vom 11. März 2021, welche nur einen Tag nach Versand des Beschlusses BB.2020.291 vom 10. März 2021 veröffentlicht worden ist,
- 23 -
auch die Gefahr, dass dem Gesuchsteller der betreffende Beschluss noch gar nicht hatte zugestellt werden können und er über die Medien von dessen Inhalt erfahren hätte. Der Gesuchsgegner hätte aber auch aus einem  Grund auf eine voreilige Medienmitteilung verzichten müssen: Während seine Medienmitteilungen zu den abgeschlossenen Beschwerdeverfahren jedesmal unverzüglich von der Presse aufgegriffen wurden, fanden  die auf der Website des Bundesstrafgerichts veröffentlichten Beschlüsse in den Medien praktisch keine Beachtung mehr. Dies ist umso schwerwiegender, als – wie nachfolgend zu zeigen sein wird – die  durch den Gesuchsgegner zu den abgeschlossenen  nicht in der gehörigen objektiven Art und Weise erfolgt ist. Wenn der Gesuchsgegner seine Medienmitteilungen damit zu rechtfertigen meint, dass der Gesuchsteller – angeblich – selber auch an die Medien gelangt sei, verkennt er, dass der Gesuchsteller als beschuldigte Person im Gegensatz zum Gesuchsgegner nicht an die Grundsätze von Art. 73 und 74 StPO  ist.
7.3.3 Der Gesuchsgegner titelte in der Medienmitteilung vom 10. Februar 2021
«Keine Einsicht in Kommissionsprotokoll, Arbeitsverträge und ». In fett hervorgehobener Schrift heisst es ferner «FIFA-Präsident Gianni Infantino erhält weder Einsicht in die Verträge und Abmachungen des a.o. Bundesanwalts noch in die Wortprotokolle der Gerichtskommission. Laut Urteil des Bundesstrafgerichts müssen ihm einzig die Namen allfälliger Hilfspersonen bekannt gegeben werden, an die Untersuchungshandlungen delegiert werden». Im ersten und längsten Abschnitt des nachfolgenden  führt der Gesuchsgegner aus, wie der Gesuchsteller Einsicht in sämtliche Unterlagen verlangt habe, die im Zusammenhang mit dem Beizug von  durch den Gesuchsgegner gestanden hätten. Ausserdem habe der Gesuchsteller die Wortprotokolle der Gerichtskommission anlässlich der Bewerbung des Gesuchsgegners verlangt. Diese Forderungen habe das Bundesstrafgericht abgewiesen, soweit es überhaupt auf die Beschwerde des Gesuchstellers eingetreten sei. Im letzten und weitaus kürzeren Absatz teilt der Gesuchsgegner mit, dass die Beschwerde in einem Punkt teilweise als begründet erachtet worden sei, nämlich mit Bezug auf die Bekanntgabe von Namen von Mitarbeitern, die zumindest einen indirekten Einfluss auf den Ausgang des Verfahrens haben könnten.
Der Titel und die fett hervorgehobene Textstelle suggerieren zunächst, dass
es im Beschwerdeverfahren BB.2020.245 primär um die Einsicht in diverse Unterlagen durch den Gesuchsteller gegangen sei. Wie den  jedoch eindeutig zu entnehmen ist, ging es dem Gesuchsteller in erster Linie darum, die Namen und die genauen Funktionen der vom
- 24 -
Gesuchsgegner beigezogenen Hilfspersonen in Erfahrung zu bringen (vgl. Beschluss BB.2020.245 vom 5. Februar 2021 lit. G; Beschwerdeantrag 1). In diesem Zusammenhang verlangte der Gesuchsteller Einsicht in  Unterlagen (Beschwerdeantrag 2) und replicando auch Einsicht in das Protokoll der Anhörung des Gesuchsgegners durch die Gerichtskommission der Bundesversammlung vom 26. August 2020. Auf diese letztgenannten Anträge ist die Beschwerdekammer in ihrem Beschluss BB.2020.245 vom 5. Februar 2021 jedoch gar nicht eingetreten. Die Formulierung in der , das Gericht habe diese Forderungen abgewiesen, soweit es darauf eingetreten sei, ist daher falsch. Auch mit dem Titel «Keine Einsicht in Kommissionsbericht, Arbeitsverträge und Korrespondenz» und der  am Ende der Medienmitteilung, wonach die Rechtslage nun in Bezug auf die Einsichtsforderungen Infantinos «geklärt» sei, wird der  erweckt, das Gericht habe die Anträge zur Einsicht in diverse  materiell behandelt, was jedoch nicht zutrifft. Solche irreführenden und zum Teil unzutreffenden Äusserungen sind in jedem Fall zu unterlassen und haben in einer korrekten Medienmitteilung keinen Platz. Wesentlicher Inhalt des Beschlusses BB.2020.245 war ohnehin die Frage nach der Zulässigkeit des Beizugs von Hilfspersonen ausserhalb der Bundesanwaltschaft durch einen ausserordentlichen Staatsanwalt des Bundes bzw. einen  Bundesanwalt sowie die Frage, ob der Gesuchsgegner zu Recht die Namensnennung der von ihm beigezogenen Hilfspersonen verweigert hatte. Insofern ist nur schon die Titelwahl, aber auch der nachfolgende Text in der Medienmitteilung nicht mit einer objektiven Kommunikation durch den Gesuchsgegner zu vereinbaren.
7.3.4 Die Medienmitteilung vom 8. März 2021 bezog sich auf den Beschluss des
Bundesstrafgerichts BB.2020.278 vom 4. März 2021, mit welchem die  eine Beschwerde des Gesuchstellers abgewiesen hatte, soweit sie darauf eintrat. Anlass zu Bemerkungen gibt der Titel, unter  der Gesuchsgegner die Medienmitteilung veröffentlicht hat: «Weitere Beschwerde Infantinos abgewiesen». Vorgängig zur Beschwerde im  BB.2020.278 hatte die Beschwerdekammer zum Zeitpunkt der  erst über eine Beschwerde des Gesuchstellers befunden, nämlich die Beschwerde im Verfahren BB.2020.245, und diese Beschwerde hatte die Kammer, wie bereits dargelegt, gutgeheissen, soweit sie darauf eingetreten war. Der Titel «Weitere Beschwerde Infantinos abgewiesen» ist vor diesem Hintergrund tatsachenwidrig. Darüber hinaus ist ein derartiger Titel, der wie eine Schlagzeile anmutet, reisserisch und verletzt das Sachlichkeitsgebot.
- 25 -
7.3.5 Die Medienmitteilung vom 11. März 2021 schliesslich erfolgte unter dem Titel «Zuständigkeitsfragen geklärt». Der Gesuchsgegner bezog sich darin  auf den tags zuvor gefällten Beschluss BB.2020.291 des  und hielt fest, das Gericht hätte die Einvernahme einer Person aus dem Umfeld des Gesuchstellers wegen fehlender Zuständigkeit des a.o. Staatsanwalts des Bundes beanstandet und verlangt, dass das Protokoll der Befragung aus den Akten entfernt werde. Zudem informierte er die Öffentlichkeit, dass die «damals unklare Zuständigkeit zur Untersuchung der Benutzung eine[s] Privatjets durch Infantino nun in einer Vereinbarung  der Oberstaatsanwaltschaft des Kantons Zürich und dem a.o.  des Bundes geregelt sei».
Die Aussage der «damals» unklaren Zuständigkeit steht nicht nur im Wider-
spruch zur Medienmitteilung vom 10. Dezember 2020, sondern auch zu den im Beschwerdeverfahren BB.2020.291 gemachten Aussagen des : Er hielt klar fest, dass er für die Eröffnung des Strafverfahrens im Sachverhaltskomplex «Privatflüge» nicht zuständig sei. Dies bestätigte er auch noch im vorliegenden Ausstandsverfahren in der Gesuchsantwort vom 23. Dezember 2020 und Duplik vom 16. Februar 2021. Mit keinem Wort wurde je erwähnt, dass die Zuständigkeit mit Bezug auf die Eröffnung des Strafverfahrens im Komplex «Privatflüge» unklar gewesen sei. Die Aussage, die Zuständigkeit sei schon «damals» – gemeint ist zum Zeitpunkt der  der Medienmitteilung vom 10. Dezember 2020 – unklar , ist vor diesem Hintergrund befremdend und einer vertrauenswürdigen Kommunikation abträglich.
7.3.6 Gesamthaft betrachtet entsteht der Eindruck, dass es dem Gesuchsgegner
mit den Medienmitteilungen nicht um eine objektive Kommunikation von wichtigen Zwischenschritten im Rahmen des Vorverfahrens gegangen ist, sondern vielmehr um einseitige Berichterstattung. Abgesehen davon, dass einige Fakten nicht den Tatsachen entsprechen, werden andere Fakten so dargelegt, dass der Gesuchsgegner dabei ausschliesslich in einem guten Licht dasteht und jede mögliche Kritik neutralisiert wird. Dies hat jedoch mit einer sachlichen, neutralen, korrekten und im öffentlichen Interesse  Kommunikation nichts tun. Damit kann nicht mehr ohne Zweifel davon ausgegangen werden, der Gesuchsgegner sei dem Gesuchsteller  unbefangen.
8. Soweit der Gesuchsteller schliesslich in seiner Replik vom 8. Januar 2021
weitere Umstände geltend macht, die darauf hinweisen würden, dass der Gesuchsgegner befangen sei und sich dabei auf Äusserungen bezieht, die
- 26 -
der Gesuchsgegner in seinen Eingaben vom 15. und 21. Dezember 2020 in den Verfahren BB.2020.245 und BB.2020.291 gemacht habe, ist darauf nicht weiter einzugehen, da diese verspätet gestellt worden sind (vgl. supra E. 1.).
9. 9.1 Zusammenfassend ist das Ausstandsgesuch gegen den a.o. Bundesanwalt
bzw. den a.o. Staatsanwalt des Bundes Stefan Keller gutzuheissen. Dieser hat in den Verfahren gegen den Gesuchsteller in den Ausstand zu treten.
9.2 Die Feststellung von Ausstandsgründen hat nicht zur Folge, dass die den
Ausstand feststellende Behörde die Amtshandlungen, an denen eine zum Ausstand verpflichtete Person mitgewirkt hat, aufhebt oder für nichtig erklärt. Die Aufhebung und Wiederholung solcher Amtshandlungen erfolgt nur, wenn dies von einer Partei innert 5 Tagen verlangt wird, nachdem sie vom  über den Ausstand Kenntnis erhalten hat (Art. 60 Abs. 1 StPO). Auf das Begehren des Gesuchstellers um Nichtigerklärung der bisher  Amtshandlungen ist daher nicht einzutreten.
10. 10.1 Wird das Ausstandsgesuch gutgeheissen, so gehen die Verfahrenskosten
zu Lasten des Bundes (Art. 59 Abs. 4 StPO). Soweit auf das Begehren um Feststellung der Nichtigkeit der bisher durchgeführten Amtshandlungen nicht eingetreten wird, rechtfertigt es sich, auf die Erhebung einer Gerichtsgebühr zu verzichten.
10.2 Dem Ausgang des Verfahrens entsprechend hat die Bundesanwaltschaft
dem Gesuchsteller eine Entschädigung für seine diesbezüglichen  auszurichten (Art. 429 Abs. 1 lit. a StPO analog; siehe hierzu das Urteil des Bundesgerichts 6B_118/2016 vom 20. März 2017 E. 4.5.2 m.w.H. sowie der Beschluss des Bundesstrafgerichts BB.2018.197 vom 17. Juni 2019 E. 11.1).
10.3 Da der Rechtsvertreter des Gesuchstellers der Beschwerdekammer keine
Kostennote eingereicht hat, ist die Parteientschädigung ermessensweise auf Fr. 5'000.-- festzusetzen (vgl. Art. 10 i.V.m. Art. 12 Abs. 2 des Reglements des Bundesstrafgerichts vom 31. August 2010 über die Kosten, Gebühren und Entschädigungen in Bundesstrafverfahren [BStKR; SR 173.713.162]).
- 27 -