# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 333db584-fb82-439c-b184-2395683291e8
**Court:** ZH_OG
**Chamber:** ZH_OG_001
**Year:** 2016
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

betreffend Ehescheidung (vorsorgliche Massnahmen)
Berufung gegen eine Verfügung des Einzelgerichts im ordentlichen Verfahren am Bezirksgericht Meilen vom 3. August 2015 (FE140008-G)
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Verfügung des Einzelgerichts im ordentlichen Verfahren am Bezirksgericht Meilen vom 3. August 2015 :
1. In Abänderung der Dispositiv-Ziffer 1 des Urteils des Einzelgerichts im summarischen
Verfahren des Bezirksgerichts Meilen vom 10. Juni 2013 (Geschäfts-Nr. EE130004,
Parteivereinbarung Ziffer 2) wird der Beklagte rückwirkend ab 16. Juli 2014 für die
Dauer des Scheidungsverfahrens verpflichtet, der Klägerin für sich persönlich einen
monatlichen Unterhaltsbeitrag von CHF 3'123.– zu bezahlen, zahlbar monatlich im
Voraus, je auf den Monatsersten.
2. In Abänderung der Dispositiv-Ziffer 1 des Urteils des Einzelgerichts im summarischen
Verfahren des Bezirksgerichts Meilen vom 10. Juni 2013 (Geschäfts-Nr. EE130004,
Parteivereinbarung Ziffer 3) werden den Unterhaltsbeiträgen folgende finanziellen
Verhältnisse zugrunde gelegt:
− Erwerbseinkommen Beklagter (inkl. 13. Monatslohn, exkl. Kinderzulagen):
CHF 10'271.40 netto;
− Erwerbseinkommen Klägerin: CHF 0.–;
− Notbedarf Beklagter: CHF 3'484.–;
− Notbedarf Klägerin inkl. Kinder: CHF : 6'593.25.
3. In Bezug auf den Kinderunterhalt wird das Gesuch des Beklagten betreffend Abände-
rung der Dispo-Ziffer 1 des Urteils des Bezirksgericht Meilen vom 10. Juni 2013 (Ge-
schäfts-Nr. EE130004, Parteivereinbarung Ziffer 1) abgewiesen.
4. Die Arbeitgeberin des Beklagten, die C._ AG, ... [Adresse] wird unter Androhung
doppelter Zahlungspflicht im Unterlassungsfalle angewiesen, ab sofort vom monatli-
chen Lohn des Beklagten CHF 6'723.– zuzüglich der gesetzlichen oder vertraglich
vereinbarten Kinderzulagen (zurzeit CHF 790.–) in Abzug zu bringen und direkt auf
das Konto der Klägerin, Clientis Zürcher Regionalbank Genossenschaft, ... [Adresse],
IBAN ..., zu überweisen.
5. Im Übrigen werden die Massnahmebegehren der Parteien abgewiesen.
6. Für die Kinder der Parteien, D._, geboren am tt.mm.2000, E._ und F._,
beide geboren am tt.mm.2002, wird eine kinder- und jugendpsychiatrische Therapie
mit dem Ziel angeordnet, den Kindern eine Verarbeitungshilfe zu bieten, damit sie
von den belastenden familiären Erlebnissen und Erfahrungen nicht in der weiteren
Entwicklung belastet bleiben, und damit insbesondere spätere Besuchsrechtskontak-
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te mit dem Vater zu ermöglichen.
Mit dem Vollzug der Anordnung wird die Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde
des Bezirks Meilen betraut.
7. Die Kosten- und Entschädigungsfolgen werden dem Endentscheid überlassen.
8. [Schriftliche Mitteilung]
9. [Berufung]
Berufungsanträge:
des Beklagten und Berufungsklägers (Urk. 1):
"1. Dispositiv Ziffer 1 der Verfügung des Einzelgerichts im ordentlichen Verfahren des
Bezirksgerichts Meilen vom 3. August 2015, Geschäfts Nr. FE140008-G, sei aufzu-
heben und der Berufungskläger sei zu verpflichten, der Berufungsbeklagten für sich
persönlich folgende monatliche im Voraus je auf den 1. eines jeden Monats zahlbare
Unterhaltsbeiträge zu bezahlen:
- CHF 2'708.80 (eventualiter CHF 1'108.80, bzw. CHF 3'069.90 bzw.
CHF 2'469.90) rückwirkend ab 10. April 2014 für die weitere Dauer des Ge-
trenntlebens
2. Dispositiv Ziffer 2 der Verfügung des Einzelgerichts im ordentlichen Verfahren des
Bezirksgerichts Meilen vom 3. August 2015, Geschäfts Nr. FE140008-G, sei aufzu-
heben und den Unterhaltsbeiträgen seien folgende finanziellen Verhältnisse zu-
grunde zu legen:
- Erwerbseinkommen Berufungskläger (inkl. 13. Monatslohn, zuzüglich Kinder-
zulage von CHF 790.–): CHF 9'914.95
- Erwerbseinkommen Berufungsbeklagte: CHF 1'083.35, ev. 0.–, bzw. Eventuali-
ter Rückweisung an die Vorinstanz zur Festlegung des hypothetisch zumutba-
ren Einkommens
- Notbedarf Berufungskläger: CHF 3'623.70
- Notbedarf Berufungsbeklagte inkl. Kinder: CHF 6'417.25
3. Dispositiv Ziffer 3 der Verfügung des Einzelgerichts im ordentlichen Verfahren des
Bezirksgerichts Meilen vom 3. August 2015, Geschäfts Nr. FE140008-G, sei aufzu-
heben und der Berufungskläger sei zu verpflichten, der Berufungsbeklagten für jedes
Kind folgende monatliche im Voraus je auf den 1. eines jeden Monats zahlbare Un-
terhaltsbeiträge zu bezahlen:
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- CHF 1'000.– (eventualiter CHF 1'200.–) rückwirkend ab 10. April 2014 für die
weitere Dauer des Getrenntlebens;
4. Dispositiv Ziffer 4 der Verfügung des Einzelgerichts im ordentlichen Verfahren des
Bezirksgerichts Meilen vom 3. August 2015, Geschäfts Nr. FE140008-G (Schuld-
neranweisung), sei ersatzlos aufzuheben; eventualiter sei die Arbeitgeberin des Be-
rufungsklägers, die C._ AG, ... [Adresse] unter Androhung doppelter Zahlungs-
pflicht im Unterlassungsfalle anzuweisen, ab Rechtskraft der Verfügung
- vom Lohn und von der Zahlung des 13. Monatslohnes des Berufungsklägers
CHF 5'269.65 zuzüglich der gesetzlichen oder vertraglich vereinbarten Kinder-
zulagen (zurzeit CHF 790.–)
- eventualiter vom Lohn des Berufungsklägers CHF 5'528.15 zuzüglich der ge-
setzlichen oder vertraglich vereinbarten Kinderzulagen (zurzeit CHF 790.–)
in Abzug zu bringen und direkt auf das Konto der Berufungsbeklagten, Clientis Züri-
cher Regionalbank Genossenschaft, ... [Adresse], IBAN ..., zu überweisen;
5. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge (zzgl. 8% MwSt.) zu Lasten der Berufungs-
beklagten."
Prozessuale Anträge (Urk. 1 S. 4):
"Es sei der Berufung in Ziff. 4 (Schuldneranweisung), eventualiter im Umfang des Eventu-
alantrags die aufschieben Wirkung zu erteilen."
"Es sei die Berufungsbeklagte zu verpflichten, einen allfälligen dem Obergericht des Kan-
tons Zürich zu leistenden Gerichtsvorschuss für das Berufungsverfahren zu bezahlen bzw.
eventualiter sei die Berufungsbeklagte zu verpflichten, dem Berufungskläger den in der Hö-
he des gerichtlich festgesetzten Gerichtskostenvorschuss zu bezahlen;
Zusätzlich sei die Berufungsbeklagte zu verpflichten, dem Berufungskläger für seine An-
waltskosten einen Kostenvorschuss von CHF 5'000.– zu bezahlen;
Eventualiter sei dem Berufungskläger die unentgeltliche Prozessführung zu bewilligen und
in der Person der Unterzeichneten eine unentgeltliche Rechtsvertretung zu bestellen."
der Klägerin und Berufungsbeklagten (Urk. 7):
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"1. In Abänderung des Urteils der Vorinstanz vom 10. Juni 2013 sei der Beklagte und Beru-
fungskläger zu verpflichten, der Klägerin und Berufungsbeklagten persönliche Unterhalts-
beiträge in Höhe von CHF 3'095 zu bezahlen.
Dem Entscheid sei auf Seiten des Beklagten und Berufungsklägers ein Bedarf von
CHF 3'523 zu Grunde zu legen.
2. Die Arbeitgeberin des Beklagten, die C._ AG, sei unter Androhung doppelter Zahlungspflicht im Unterlassungsfalle anzuweisen, vom Monatslohn des Beklagten CHF
5'958 und vom 13. Monatslohn CHF 8'844 (zuzüglich Kinderzulagen von CHF 790) in Abzug
zu bringen und direkt auf das Konto der Klägerin, Clientis Zürcher Regionalbank Genossen-
schaft, ... [Adresse], IBAN ..., zu überweisen.
3. Im Übrigen sei die Berufung vollumfänglich abzuweisen.
4. Der prozessuale Antrag des Beklagten und Berufungsklägers auf Verpflichtung der
Klägerin und Berufungsbeklagten zur ersatzweisen Leistung eines Gerichtskostenvorschus-
ses sei abzuweisen.
5. Der prozessuale Antrag des Beklagten und Berufungsklägers auf Verpflichtung der
Klägerin und Berufungsbeklagten zur Leistung eines Prozesskostenvorschusses in Höhe
von CHF 5'000 sei abzuweisen.
6. Die Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung für den Beklagten und Beru-
fungskläger sei dem Gericht zu überlassen.
7. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten des Beklagten und Beru-
fungsklägers."

## Considerations

Erwägungen:
I.
1. Die Parteien sind seit November 1999 verheiratet. Sie sind Eltern von
D._, geboren am tt.mm.2000, und den Zwillingen E._ und F._, ge-
boren am tt.mm.2002. Im Jahre 2012 fand vor Bezirksgericht Meilen ein Ehe-
schutzverfahren statt (Urk. 5/5). Der heutige Beklagte und Berufungskläger (fortan
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Beklagter) erhob gegen die am 20. Juni 2012 erlassene Eheschutzregelung Beru-
fung bezüglich seiner Unterhaltspflicht, welche die erkennende Kammer mit Ent-
scheid vom 17. September 2012 abwies (Urk. 5/5/36). Am 15. Januar 2013 stellte
der Beklagte ein Abänderungsbegehren, über das am 10. Juni 2013 entschieden
wurde, basierend auf einer Vereinbarung der Parteien vom 6. Mai 2013 (Urk.
5/6/22).
2. Am 17. Januar 2014 klagte die Klägerin und Berufungsbeklagte (fortan Klä-
gerin) wiederum beim Bezirksgericht Meilen auf Scheidung der Ehe und beantrag-
te die Anordnung der Schuldneranweisung als vorsorgliche Massnahme. Der Be-
klagte seinerseits stellte mit Eingabe vom 7. Juli 2014 ein Massnahmebegehren
und beantragte die Abänderung der Unterhaltsbeiträge gemäss Urteil vom 10. Ju-
ni 2013. Der weitere Prozessverlauf des Massnahmeverfahrens kann dem ange-
fochtenen Entscheid entnommen werden (Urk. 2 S. 4 ff.). Mit Verfügung vom 3.
August 2015 fällte die Vorinstanz die erwähnte Verfügung (Urk. 2 S. 35 ff.).
3. Am 17. August 2015 erhob der Beklagte Berufung mit den zitierten Anträgen
(Urk. 1). Mit Verfügung vom 3. September 2015 wurde der Antrag betreffend Er-
teilung der aufschiebenden Wirkung als gegenstandslos abgeschrieben und Frist
zur Berufungsantwort angesetzt (Urk. 6). Diese datiert vom 17. September 2015
(Urk. 7). Am 16. November 2015 ersuchte die Klägerin um sofortige Vollstreck-
barkeit der in der angefochtenen Verfügung angeordneten Schuldneranweisung,
eventualiter sei die Arbeitgeberin des Beklagten im Sinne einer superprovisori-
schen Massnahme anzuweisen (Urk. 11). Nach Gewährung des rechtlichen Ge-
hörs der Gegenseite wurden mit Verfügung vom 15. Dezember 2015 sämtliche
Anträge abgewiesen (Urk. 21).
4. Die Berufung hemmt die Rechtskraft nur im Umfang der Anträge (Art. 315
Abs. 1 ZPO). Nicht angefochten wurden die Dispositiv-Ziffern 5 (Abweisung von
weiteren Massnahmebegehren) und 6 (Anordnung von Kindesschutzmassnah-
men). Diese Ziffern sind somit rechtskräftig, was vorzumerken ist.
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II.
1. In der Berufungsschrift sind die Behauptungen in analoger Anwendung von
Art. 221 ZPO bestimmt und vollständig aufzustellen. Zudem muss sie – im Ge-
gensatz zur Klageschrift – nicht nur eine tatsächliche, sondern auch eine rechtli-
che Begründung enthalten. Der Berufungskläger hat mittels klarer und sauberer
Verweisungen auf die Ausführungen vor der Vorinstanz zu zeigen, wo er die
massgebenden Behauptungen, Erklärungen, Bestreitungen und Einreden erho-
ben hat. Es ist nämlich nicht Sache der Rechtsmittelinstanz, die Akten und die
Rechtsschriften der Vorinstanz zu durchforsten, um festzustellen, was welche
Partei wo ausgeführt hat. Damit ist gesagt, dass die Berufungsschrift weder eine
pauschale Verweisung auf die bei der Vorinstanz eingereichten Rechtsschriften
noch eine neuerliche Darstellung der Sach- oder Rechtslage enthalten darf, wel-
che nicht darauf eingeht, was vor der Vorinstanz vorgebracht worden ist. Zwar
prüft die Berufungsinstanz nicht nur die geltend gemachten Rügen (Rügeprinzip).
Der Berufungskläger hat sich aber mit den Entscheidgründen im angefochtenen
Entscheid auseinanderzusetzen; das Gericht muss den angefochtenen Entscheid
nicht von sich aus auf Mängel untersuchen, es sei denn, der Sachverhalt sei ge-
radezu willkürlich festgestellt oder das Recht sei geradezu willkürlich angewandt
worden (BGE 138 III 213, E. 2.3; BGer 4A_659/2011 vom 7. Dezember 2011,
E. 3; Reetz/Theiler, in: Sutter-Somm/Hasenböhler/Leuenberger, ZPO Komm.,
Art. 311 N 36; Hungerbühler, DIKE-Komm-ZPO, Art. 311 N 10 ff.).
2. Im Berufungsverfahren sind neue Vorbringen lediglich beschränkt zulässig.
Zulässig sind neue Tatsachenvorbringen und Beweismittel nur dann, wenn sie
trotz zumutbarer Sorgfalt nicht schon vor erster Instanz vorgebracht werden konn-
ten (und ohne Verzug vorgebracht werden; Art. 317 Abs. 1 ZPO). Dies gilt auch
für Verfahren, welche – wie das vorliegende eherechtliche Verfahren – der Unter-
suchungsmaxime unterstehen, denn eine analoge Anwendung von Art. 229
Abs. 3 ZPO im Berufungsverfahren ist abzulehnen, da die im Gesetz eigens vor-
gesehene spezielle Regelung von Art. 317 ZPO vorgeht (BGE 138 III 625 E. 2.2).
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3. Keine der Parteien bestreitet das Vorliegen eines Abänderungsgrundes. Es
ist daher im Folgenden auf die kritisierte Einkommens- und Bedarfsberechnung
und die umstrittene Anweisung an den Arbeitgeber einzugehen.
4. Einkommen Beklagter
4.1 Die Vorinstanz veranschlagte das Einkommen mit Fr. 10'271.40 (inkl. 13.
Monatslohn, exkl. Kinderzulagen). Sie ging von einem monatlichen Einkommen in
der Höhe von Fr. 9'914.95 aus und erhöhte diesen Betrag um einen Pensions-
kassenabzug von Fr 356.47. Sie verwies dabei auf das Kreisschreiben betreffend
die Richtlinien für die Berechnung des betreibungsrechtlichen Existenzminimums
(fortan Kreisschreiben), wonach der Prämienaufwand über die obligatorische Ver-
sicherung hinaus nicht berücksichtigt werden dürfe. Beim fraglichen Prämienauf-
wand handle es sich um eine überobligatorische Erhöhung der Pensionskassen-
versicherung, die mutwillig und zum Nachteil der unterhaltsberechtigten Familie
herbeigeführt worden sei. Im Urteil vom August 2013, das Ausgangspunkt für den
Abänderungsprozess sei, sei diese Erhöhung nicht eingerechnet worden (Urk. 2
S. 14 f.).
4.2 Der Beklagte macht im Wesentlichen geltend, der Pensionskassenabzug sei
vom Lohn abgezogen worden. Dass ein tatsächlicher Lohnabzug hinzugerechnet
werden könnte, gehe aus dem von der Vorinstanz zitierten Kreisschreiben nicht
hervor. Der Lohnabzug diene der Altersvorsorge, die gemäss Art. 122 ZGB bei-
den Ehegatten hälftig zustehe. Wenn ein solcher Lohnabzug hinzugerechnet wür-
de, so würde er zweimal berechnet, sowohl im Rahmen der Unterhaltsberech-
nung als auch bei der Teilung des Pensionskassenkapitals. Auch sei der Verweis
der Vorinstanz auf ein Urteil des Bundesgerichts nicht zielführend, da es beim
fraglichen Entscheid BGE 134 III 323 um die Krankenversicherungen nach VVG
gehe. Vorliegend handle es sich nicht um eine freiwillige Versicherung im Sinne
der genannten Rechtsprechung (Urk. 1 S. 5 f.).
4.3 Dem Urteil vom 10. Juni 2013 liegt ein Nettoeinkommen von Fr. 10'932.–
(inkl. 13. Monatslohn, ohne Kinderzulagen) zugrunde (Urk. 5/6/22). Laut den
Lohnabrechnungen Januar bis April 2013 beträgt der ordentliche Pensionskas-
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senbeitrag 9 % bzw. Fr. 658.15 (Urk. 5/55/4). In den Lohnabrechnungen ab Sep-
tember 2013 figuriert ein ordentlicher Beitrag an die Pensionskasse von nunmehr
13.5 % bzw. Fr. 987.20 (Urk. 5/55/4+5). Es handelt sich somit um eine neue Tat-
sache gegenüber dem abzuändernden Entscheid.
4.4 Gemäss dem Kreisschreiben kann der Prämienaufwand für nichtobligatori-
sche Versicherungen nicht berücksichtigt werden (Ziff. III.2.). Dass dieser Vorbe-
halt nur für Krankenversicherungen Geltung hat, lässt sich weder durch gramma-
tikalische, systematische noch teleologische Auslegung herleiten. Bei der Be-
rechnung des Existenzmimimums sind nur notwendige und unerlässliche Ausla-
gen zu berücksichtigen. Das Bundesgericht hat denn in BGE 134 III 323 den all-
gemeinen Grundsatz festgehalten, dass gemäss konstanter bundesgerichtlicher
Rechtsprechung nur die Prämien für obligatorische Versicherungen berücksichtigt
werden könnten, auch wenn es im konkreten Fall um die Krankenversicherung
ging (BGE 134 III 323 = Pra 97 [2008] Nr. 31 Erw. 3). Der Beklagte setzt sich im
Weiteren nicht substantiiert mit der zentralen Erwägung der Vorinstanz auseinan-
der. Diese erwog, gemäss aktuell geltendem Pensionskassenreglement könne
der Versicherte auf Gesuch hin einen anderen als den Standardsparplan wählen.
Der Beklagte habe davon Gebrauch gemacht, indem er nicht mehr im Sparplan
"Standard", sondern neu im Sparplan "Plus" sei. Das ergäbe sich aus den Vor-
sorgeausweisen. Es sei daher nicht glaubhaft, dass er den Pensionskassenabzug
habe hinnehmen müssen, vielmehr sei dieser freiwillig erfolgt (Urk. 2 S. 15). Auf
diese zutreffenden Erwägungen kann verwiesen werden.
4.5 Der Einwand des Beklagten, dieser Lohnabzug diene der Altersvorsorge, die
gemäss Art. 122 ZGB beiden Ehegatten hälftig zustehe, ist zwar berechtigt. Der
Wechsel in den neuen Sparplan "Plus" ist jedoch nach der Trennung der Parteien
erfolgt und im Wissen um die bestehende Unterhaltspflicht. Der Beklagte behaup-
tet nicht, die Klägerin sei damit einverstanden gewesen. Er zwingt somit die Klä-
gerin indirekt zum "Sparen", obwohl sie die Mittel für die täglichen Lebenshal-
tungskosten benötigen würde. Geht die Einkommensverminderung auf eine frei-
willige und einseitige Entscheidung des Unterhaltspflichtigen zurück, so ist eine
solche Verschlechterung in der Regel unbeachtlich; der Unterhaltsschuldner soll
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die Folgen seines einseitig getroffenen Entscheides selber tragen und nicht auf
den Unterhaltsgläubiger abwälzen (BGE 121 III 297 E. 3b). Analog zu dieser Pra-
xis ist mit der Vorinstanz der überobligatorische Teil der Altersvorsorge ausser
Acht zu lassen, zumal die getroffene Disposition gemäss Art. 5 des Vorsorgereg-
lements rückgängig gemacht werden kann (Urk. 5/91/1). Deshalb ist das Ein-
kommen gemäss angefochtenem Entscheid von Fr. 10'271.40 (inkl. 13. Monats-
lohn, exkl. Kinderzulagen) zu bestätigen.
4.6 Über eine allfällige doppelte Berücksichtigung, wie vom Beklagten geltend
gemacht, wird erst bei Ermittlung der Austrittsleistungen im Scheidungsurteil zu
befinden sein.
5. Einkommen Klägerin
5.1 Die Vorinstanz führte aus, der Beklagte habe vorgetragen, im Eheschutzent-
scheid sei davon ausgegangen worden, dass die Klägerin eine Teilzeiterwerbstä-
tigkeit aufzunehmen habe, wenn die Zwillinge 12 Jahre alt seien. Dessen unge-
achtet sei der Klägerin die Aufnahme einer Teilzeiterwerbstätigkeit indes nicht
zumutbar und ihr kein hypothetisches Einkommen anzurechnen. Beide Ärzte,
welche sich zu den gesundheitlichen Problemen der Klägerin geäussert hätten,
würden die Aufnahme einer Erwerbstätigkeit für undenkbar halten. Im Zeitpunkt
des Eheschutzentscheides hätten diese Probleme nicht bestanden oder das Ge-
richt hätte keine Kenntnis davon gehabt. Dazu kämen die gesundheitlichen Prob-
leme der Zwillinge. Bei E._ sei Zöliakie diagnostiziert worden und F._
leide seit 2013 an Magersucht. Aufgrund dieser Leiden habe sich für die Klägerin
der Betreuungsaufwand für die Zwillinge erhöht. Angesichts ihrer eigenen ge-
sundheitlichen Probleme sei der Klägerin eine zusätzliche Belastung in Form ei-
ner Teilzeiterwerbstätigkeit zurzeit nicht zumutbar und liefe auch dem Kindswohl
entgegen (Urk. 2 S. 16).
5.2 Der Beklagte kritisiert, die Vorinstanz gehe auf seine detaillierten Ausfüh-
rungen, weshalb der Klägerin eine Teilzeiterwerbstätigkeit möglich sei, mit keinem
Wort ein. Daher wiederhole er seine Vorbringen vor Erstinstanz (Urk. 1 S. 7).
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5.3 Wie eingangs ausgeführt, genügt es nicht, wenn der Berufungskläger bloss
den vor Vorinstanz eingenommenen Rechtsstandpunkt wiederholt. Vielmehr muss
er die als fehlerhaft erachteten Erwägungen der Vorinstanz zum Ausgangspunkt
seiner Kritik machen. Diesen Anforderungen genügt die Rüge nicht. Der Beklagte
wiederholt wörtlich seinen Standpunkt, ohne sich mit den wesentlichen Erwägun-
gen im Urteil auseinander zu setzen. Erstens hat die Vorinstanz erwogen, dass
auch im Rahmen eines Abänderungsverfahrens von früheren Erwägungen abge-
wichen werden dürfe, da sich die äusseren Umstände laufend verändern würden,
dass jedoch solche Abänderungen zu begründen seien. Zweitens nimmt der Be-
klagte keinerlei Bezug zum entscheidrelevanten Argument, wonach zwei Ärzte die
Aufnahme einer Erwerbstätigkeit für undenkbar hielten, was zusammen mit dem
zusätzlichen Betreuungsaufwand für die Zwillinge eine Teilzeitarbeit unzumutbar
erscheinen lasse. Außerdem ist die vor Vorinstanz geäusserte Kritik an den Arzt-
zeugnissen pauschal und als unsubstantiiert zu werten, zumal sich der Bericht
von Dr. G._ vom Juni 2014 detailliert zu den gesundheitlichen Problemen
äussert (Urk. 5/53/1). Im Übrigen hatte die Rechtsmittelinstanz im Eheschutzver-
fahren das Augenmerk auf die Lehre und bundesgerichtliche Rechtsprechung ge-
legt, wonach eine Erwerbstätigkeit bei der Betreuung von mehr als zwei Kindern
unter 16 Jahren generell als unzumutbar erachtet werde (Urk. 5/5/36 S. 7 m.H.). Weiter wurde festgehalten, dass das Bundesgericht in seinem Entscheid vom 14.
November 2008 klar zum Ausdruck gebracht habe, dass die unmittelbare persön-
liche Betreuung und Pflege der Kinder deren Interesse diene und ein wesentlicher
Gesichtspunkt für die Zuteilung der elterlichen Sorge sei, woran die oftmals von
den finanziellen Gegebenheiten diktierte Lebenswirklichkeit nichts zu ändern ver-
möge (BGer 5A_210/2008 vom 14. November 2008, Erw. 3.2; Urk. 5/5/36 S. 8).
Freilich handelt es sich dabei um Richtlinien, von denen im konkreten Einzelfall
unter Würdigung sämtlicher Umstände abgewichen werden darf und gegebenen-
falls auch muss (BGer 5A_210/2008 E. 3.1). Indem die Vorinstanz die konkreten
Umstände berücksichtigt hat, hat sie ihr Ermessen pflichtgemäss ausgeübt.
5.4 Der Beklagte macht weiter geltend, die Klägerin sei in ihrer Stellungnahme
vom 26. August 2014 selber davon ausgegangen, dass ihr zumindest ein kleines
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Pensum zugemutet werden könnte. Sie habe ausgeführt, der Grad zumutbarer
ausserhäuslicher Tätigkeit könnte allerhöchstens bei 20 % liegen und die anre-
chenbaren Einkünfte bei Fr. 1'000.– netto monatlich. Dies habe die Vorinstanz ak-
tenwidrig nicht berücksichtigt. Es sei zumindest mit einem anrechenbaren Ein-
kommen von Fr. 1'000.– netto bzw. Fr. 1'083.35 zu rechnen (Urk. 1 S. 9). Dieses
Vorbringen erfolgt erstmals im Berufungsverfahren und ist daher prozessual ver-
spätet (Art. 317 Abs. 1 ZPO). Doch selbst wenn es zu berücksichtigen wäre, ist
mit der Klägerin festzuhalten, dass sie diesen Standpunkt nur eventualiter, also
für den Fall des Unterliegens hinsichtlich ihres Hauptstandpunktes, vorgetragen
hat. Da die Vorinstanz dem Hauptstandpunkt gefolgt ist, läge auch keine akten-
widrige Annahme vor (Urk. 7 S. 5).
5.5 Nach dem Gesagten ist der Klägerin für die Dauer des Massnahmeverfah-
rens kein Einkommen anzurechnen.
6. Bedarf Beklagter
Die Vorinstanz setzte den Bedarf auf Fr. 3'484.– fest (Urk. 2 S. 19). Streitig sind
die Positionen Krankenkassenprämie, Gesundheitskosten und Kommunikations-
auslagen.
a) Krankenkassenprämie
Die Vorinstanz rechnete Fr. 343.– ein (Urk. 2 S. 19). Der Beklagte macht höhere
Krankenkassenprämien geltend für das Jahr 2015 unter Verweis auf den Beleg
der Krankenkasse Helsana vom 12. November 2014 (Urk. 4/5). Die Klägerin an-
erkennt die Prämienerhöhung (Urk. 7 S. 7), weshalb neu Fr. 382.– anzurechnen
sind. Dabei kann offen gelassen werden, ob der Beleg unter novenrechtlichen
Aspekten rechtzeitig eingereicht wurde.
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b) Gesundheitskosten
Die Vorinstanz erwog, der Beklagte behaupte Gesundheitskosten von monatlich
Fr. 200.– und verweise dazu auf eine Leistungsabrechnung der Krankenkasse
Helsana. Zu beachten sei, dass die üblichen Kontrolluntersuchungen im Grundbe-
trag enthalten seien und Arzt- und Behandlungskosten, die in naher Zukunft anfie-
len, nur zusätzlich berücksichtigt werden könnten, wenn sie hinreichend belegt
seien. Entscheidende Kriterien seien dabei die medizinische Notwendigkeit und
die Höhe der Kosten. Der Beklagte habe diesbezüglich lediglich behauptet, dass
Kosten, wie sie im Jahr 2014 angefallen seien, auch künftig anfallen würden. Aus-
führungen zur Notwendigkeit habe er keine gemacht (Urk. 2 S. 18).
Der Beklagte hält dem entgegen, er habe nachgewiesen, dass er nach wie vor bei
seinem Psychiater in Behandlung sei. Dies habe im Jahr 2014 zu Rechnungen
von über Fr. 8'000.– geführt, davon habe er Fr. 1'003.– selber bezahlen müssen.
Dies entspreche der minimalen Franchise von Fr. 300.– und der maximalen Kos-
tenbeteiligung von Fr. 700.–. Entsprechend seien monatlich Fr. 100.– einzusetzen
(Urk. 2 S. 10).
Das Abänderungsbegehren wurde im Juli 2014 gestellt und mit Entscheid vom 3.
August 2015 entschieden. Die Kostenabrechnung von Helsana für das Jahr 2014
datiert vom 3. Januar 2015 (Urk. 4/6). Der Beklagte erklärt nicht, weshalb er die-
sen Beleg erst im Berufungsverfahren als unechtes Novum einreicht. Es gilt pro-
zessual als verspätet (Art. 317 Abs. 1 ZPO), weshalb nicht weiter darauf einzuge-
hen ist.
c) Kommunikationskosten
Die Vorinstanz sprach Fr. 140.– für Radio/TV/Internet/Telefon zu (Urk. 2 S. 19).
Der Beklagte beanstandet, die Klägerin habe den vor Vorinstanz geltend gemach-
ten Betrag von Fr. 189.– anerkannt (Urk. 1 S. 11). Dieser Einwand ist berechtigt.
Die Klägerin ist daher auf ihrem Zugeständnis zu behaften (Urk. 5/63 S. 5), und
es sind die Kommunikationskosten auf Fr. 189.– anzuheben
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d) Zusammenfassend ist der Bedarf um Fr. 39.– (343.–/382.–; Krankenkas-
senprämie) und um Fr. 49.– (140.–/189.–; Kommunikation) anzuheben und mit
Fr. 3'572.– zu beziffern.
7. Bedarf Klägerin
Die Vorinstanz veranschlagte den Bedarf auf Fr. 6'593.25 (Urk. 2 S. 25). Der Be-
klagte bestreitet die Positionen Miete und Heizkosten.
a) Miete
Die Vorinstanz rechnete Fr. 2'425.– an unter Hinweis auf Urk. 5/81/1. Laut diesem
Beleg beträgt die Wohnungsmiete Fr. 2'305.– und die Miete für einen Garageplatz
Fr. 120.–. Der Beklagte beanstandet, es bestehe kein Grund, warum die Klägerin
weiterhin eine Garage mieten solle, wenn sie kein Auto habe und bei ihm bei der
Mobilität kein Spielraum mehr gewährt werde. Die Rüge erfolgt zu spät (Art. 317
Abs. 1 ZPO). Der Beklagte macht jedenfalls nicht geltend, dass er die Kosten für
die Garage bereits vor Vorinstanz kritisiert habe. Vielmehr hat er in seinem Abän-
derungsbegehren vom 7. Juli 2014 Mietkosten von Fr. 2'578.– anerkannt (Urk.
5/54 S. 6).
b) Heizkosten
Die Vorinstanz gestand für Heizkosten Fr. 56.– zu unter Hinweis auf Urk. 5/81/2.
Dabei handelt es sich um die Heizkostenabrechnung 2012/2013. Vor Vorinstanz
machte der Beklagte geltend, im anerkannten Betrag von Fr. 2'587.– seien auch
die Heizkosten abgedeckt (Urk. 5/70 S. 4). In der Berufung bringt er vor, die Heiz-
kosten seien gerichtsnotorisch derart gesunken, dass neben den Akontozahlun-
gen keinerlei zusätzliche Kosten mehr anfielen (Urk. 2 S. 10). Da die Heizkosten-
abrechnung das Jahr 2012/2013 beschlägt, ist sie für den massgeblichen Zeit-
raum nicht repräsentativ. Zudem wurden auch im ersten Eheschutzentscheid vom
12. Juni 2012 keine zusätzlichen Heizkosten berücksichtigt (Urk. 5/5/31 S. 10).
Entsprechend ist die Position im Bedarf zu streichen.
c) Zusammenfassend ist der Bedarf um Fr. 56.– auf Fr. 6'537.25 zu reduzieren.
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8. Unterhaltsberechnung
8.1 Gegenüberstellung von Einkommen und Bedarf:
Einkommen Beklagter Fr. 10'271.– Einkommen Klägerin Fr. 0.– Bedarf Beklagter Fr. 3'572.– Bedarf Klägerin u. Kinder Fr. 6'537.– Freibetrag Fr. 162.–
8.2 Unterhaltsanspruch
Bedarf Klägerin und Kinder Fr. 6'537.– + 2/3 Freibetrag Fr. 108.– Unterhalt Klägerin und Kinder Fr. 6'645.–
9. Kinderzulagen
9.1 Der Beklagte macht geltend, gemäss BGE 137 III 64 seien die Kinderzula-
gen beim Bedarf des Kindes vorweg in Abzug zu bringen. Sie seien deshalb in ei-
nem Entscheid separat aufzuführen, was der vorinstanzlichen Formulierung ent-
spreche. Dies hätte die Vorinstanz bei der Unterhaltsberechung berücksichtigen
müssen (Urk. 1 S. 9). Auch sei die Vorinstanz auf das Argument, dass der im Jahr
2012 erstmals festgelegte Unterhaltsbeitrag von Fr. 1'200.– je Kind, basierend auf
einem Einkommen von Fr. 15'125.–, aufgrund der neuen Einkommensgrundlage
von Fr. 9'914.95 zumindest auf Fr. 1'000.– reduziert werden solle, überhaupt nicht
eingegangen. Es könne nicht genügen, ein um 34 % reduziertes Einkommen nicht
auch mit einer Reduktion des Kinderunterhaltsbeitrages zu berücksichtigen (Urk.
1 S. 12).
9.2 Im vorliegenden Verfahren werden die Unterhaltsbeiträge nicht originär fest-
gesetzt. Wie erwähnt geht es um die Abänderung des Urteils des Bezirksgerichts
Meilen vom 10. Juni 2013, basierend auf einer von den Parteien am 6. Mai 2013
geschlossenen Vereinbarung. Die gegenwärtige Einkommensreduktion beträgt
nicht 34 %, sondern 6 %, da dem abzuändernden Entscheid ein Erwerbseinkom-
men von Fr. 10'932.– zugrunde liegt (Urk. Urk. 5/6/22).
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Im Juni 2013, als der abzuändernde Entscheid erging, war das Urteil des Bun-
desgerichts vom 30. November 2010 unter BGE 137 III 64 längst publiziert. Des-
sen ungeachtet haben die anwaltlich vertretenen Parteien vereinbart, dass der
Beklagte für die Kinder einen Unterhaltsbeitrag von Fr. 3'600.– zuzüglich allfälliger
Kinderzulagen bezahle, und die Klausel wurde vom Gericht genehmigt (Urk.
5/6/20, 5/6/22). Die Neuberechnung hat sich an den Wertungen zu orientieren, die
dem ursprünglichen Entscheid zugrunde lagen. Andernfalls würde die Abände-
rung zu einer Wiedererwägung des formell rechtskräftigen Entscheids führen. Da-
her hat es dabei zu bleiben, dass die Kinderzulagen zusätzlich zu erbringen sind.
Dies rechtfertigt sich auch in materieller Hinsicht: Die drei Kinder sind im Alter
zwischen 14 und 16 Jahren. Gemäss den Empfehlungen des Amts für Jugend
und Berufsberatung des Kantons Zürich, Stand 1. Januar 2015, beträgt der Be-
darf für 13- bis 18-Jährige ohne Pflege und Erziehung Fr. 1'470.– (Fr. 1'665.– ./.
Fr. 195.–); per 1. Januar 2016 belaufen sich die Kosten ohne Pflege und Erzie-
hung auf Fr. 1'451.– (Fr. 1'643.– ./. Fr. 192.–). Bei einem Unterhalt von Fr. 1'200.–
und Kinderzulagen von Fr. 290.– wird der Bedarf nur geringfügig überschritten,
was im vorliegend summarisch zu führenden Verfahren zu vernachlässigen ist.
9.3 Die Kinderunterhaltsbeiträge sind somit in Übereinstimmung mit der Vor-
instanz mit Fr. 1'200.– pro Kind zu belassen. Der Ehegattenunterhalt beläuft sich
damit auf Fr. 3'045.–.
10. Zeitpunkt der Abänderung
10.1 Die Vorinstanz erwog, nach Lehre und Rechtsprechung wirke der Abände-
rungsentscheid grundsätzlich nur für die Zukunft, d.h. ab Eintritt seiner formellen
Rechtskraft, oder aus Billigkeitsüberlegungen rückwirkend ab Zeitpunkt der Ge-
suchseinreichung. Der Beklagte habe mit der Einreichung seines Abänderungs-
begehrens lange zugewartet. Auch sei er im Verlaufe des vorliegenden Verfah-
rens seiner Unterhaltspflicht wiederholt nur unvollständig nachgekommen. Billig-
keitsüberlegungen würden gegen eine Rückwirkung sprechen. Es sei jedoch auf-
grund des entsprechenden Antrags der Klägerin zulässig, eine Rückwirkung ab
dem 16. Juli 2014 festzulegen (Urk. 2 S. 25).
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10.2 In der Berufung hält der Beklagte daran fest, dass die Abänderung ab Stel-
lung des Begehrens am 10. April 2014 anzuordnen sei (Urk. 1 S. 13). Entgegen
seiner Auffassung hat er in seiner Eingabe vom 10. April 2014 formell kein Abän-
derungsbegehren gestellt (Urk. 5/33 S. 2), dieses erfolgte erst in der Eingabe vom
7. Juli 2014 (Urk. 5/54 S. 2). Besondere Gründe, welche ausnahmsweise ein Ab-
weichen vom Verbot der Rückwirkung über das Datum des Gesuchs hinaus nach
der Lehre zuliessen (vgl. BGE 111 II 103 E. 4), sind keine ersichtlich. Im Übrigen
hat das Bundesgericht in einem Urteil vom 23. November 2004 kategorisch fest-
gehalten, dass eine Abänderung nie über den Zeitpunkt der Gesuchseinreichung
zurückzuwirken vermöge (BGer 5P.385/2004 E. 1.1.).
10.3 Die Klägerin ihrerseits macht in der Berufungsantwort geltend, angesichts
des Zahlungsverhaltens des Beklagten und der eigenmächtigen Reduktion ihrer
persönlichen Unterhaltsbeiträge sowie der Nicht-Weiterleitung der Kinderzulagen
sei höchst fraglich, ob hinsichtlich Rückwirkung irgendwelche Billigkeitserwägun-
gen noch berechtigt seien. In Anbetracht der keineswegs intakten Zahlungsmoral
und da der Beklagte zudem noch einen Prozesskostenvorschuss verlange, ziehe
sie ihre Zustimmung zur Rückwirkung ab 16. Juli 2014 zurück (Urk. 7 S. 9).
Die Klägerin hat ihre Ausführungen zum Zeitpunkt der Rückwirkung im Wissen
darum gemacht, dass der Beklagte seit geraumer Zeit seiner Unterhaltspflicht nur
unvollständig nachkommt, hatte sie doch genau deshalb ein Gesuch um Schuld-
neranweisung gestellt (Urk. 5/80, 5/1). Insofern hat sich das Zahlungsverhalten
nicht geändert und es liegen keine zulässigen neuen Tatsachen vor. Weiter hat
der Beklagte die Nicht-Weiterleitung der Kinderzulagen im Herbst 2015 nicht zu
vertreten, wie das in der Präsidialverfügung vom 15. Dezember 2015 bereits fest-
gehalten wurde (Urk. 21). Dass der Beklagte schliesslich den prozessualen An-
trag auf einen Prozesskostenvorschuss stellt, ist ihm grundsätzlich unbenommen.
10.4 Insgesamt vermögen die Vorbringen der Parteien den vorinstanzlichen Er-
messensentscheid nicht umzustossen.
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11. Zusammenfassung
11.1 In Abänderung von Dispositiv-Ziffer 1 des Urteils des Einzelgerichts im
summarischen Verfahren des Bezirksgerichts Meilen vom 10. Juni 2013 ist der
Beklagte zu verpflichten, rückwirkend ab 16. Juli 2014 der Klägerin persönlich für
die Dauer des Scheidungsverfahrens einen monatlichen Unterhaltsbeitrag von
Fr. 3'045.– zu bezahlen, zahlbar monatlich im Voraus, je auf den Monatsersten.
11.2 Dispositiv Ziffer 2 ist daher wie folgt abzufassen:
"In Abänderung der Dispositiv-Ziffer 1 des Urteils des Einzelgerichts im summari-
schen Verfahren des Bezirksgerichts Meilen vom 10. Juni 2013 (Geschäfts-Nr.
EE130004, Parteivereinbarung Ziffer 3) werden den Unterhaltsbeiträgen folgende
finanziellen Verhältnisse zugrunde gelegt:
- Erwerbseinkommen Beklagter (inkl. 13. Monatslohn, exkl. Kinderzulagen):
CHF 10'271.– netto;
- Erwerbseinkommen Klägerin: CHF 0.–;
- Notbedarf Beklagter: CHF 3'572.–;
- Notbedarf Klägerin inkl. Kinder: CHF 6'537.–
11.3 Die Berufung gegen Dispositiv-Ziffer 3 der angefochtenen Verfügung ist ab-
zuweisen.
12. Anweisung Arbeitgeber
12.1 Die Klägerin machte vor Vorinstanz geltend, der Beklagte sei in der Vergan-
genheit wiederholt seiner Pflicht zur Leistung von Unterhaltsbeiträgen nicht nach-
gekommen. Die Vorinstanz prüfte die Voraussetzungen gemäss Art. 177 ZGB.
Sie hat dabei das Zahlungsverhalten des Beklagten in der ersten Hälfte des Jah-
res 2014 detailliert in ihre Erwägungen aufgenommen, sodann die Verhältnismäs-
sigkeit geprüft und diese bejaht. Im Ergebnis ordnete sie eine Schuldneranwei-
sung an im Betrag von Fr. 6'723.– zuzüglich Kinderzulagen mit dem Hinweis,
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dass dem Beklagten ein Restbetrag von Fr. 3'548.– und somit sein Existenzmini-
mum verbleibe (Urk. 2 S. 26 ff.).
12.2 In der Berufung kritisiert der Beklagte, die vorinstanzliche Auffassung sei
falsch, da sie von einem Betrag von Fr. 10'271.40 ausgehe. Gemäss Rechtspre-
chung dürfe für die Schuldneranweisung nicht von einem hypothetischen Ein-
kommen ausgegangen werden. Zudem sei zu berücksichtigen, dass die tatsächli-
che Auszahlung pro Monat Fr. 9'151.85 betrage, und zwar dreizehnmal. Aller-
dings sei die Schuldneranweisung als solche nicht gerechtfertigt. Er sei seiner Un-
terhaltspflicht im beantragten Umfang nachgekommen. Er habe mit seinen Zah-
lungen jeweils klar gezeigt, dass er gewillt sei, denjenigen Betrag zu bezahlen,
der auch seinen Bedarf angemessen berücksichtige (Urk. 1 S. 14 f.).
12.3 Die Klägerin ist bereit, den Umstand zu berücksichtigen, dass das von der
Vorinstanz als Basis genommene Einkommen den 13. Monatslohn enthält. Sie
beantragt daher, die monatlichen Anweisungsbeträge entsprechend zu reduzie-
ren, ergänzt jedoch um eine Anweisung bei der Auszahlung des 13. Monatslohns.
Allerdings geht auch sie im Grundsatz vom (hypothetischen) Einkommen aus
(Urk. 11 S. 10).
12.4 Der Beklagte listet in der Berufung auf, welche Zahlungen er im Jahr 2014
geleistet hat. Auf diese Angaben ist nicht einzugehen, da sie prozessual verspätet
sind (Art. 317 Abs. 1 ZPO). Im Weiteren liegen mehrere Gerichtsentscheide vor,
welche die Höhe seiner Zahlungspflicht rechtskräftig festhalten (Urk. 5/5, 5/6). Es
besteht daher kein Raum für den Beklagten, seinen Bedarf (erneut) eigenmächtig
zu bestimmen und der Klägerin entsprechend weniger Unterhalt zu überweisen.
Vielmehr ist festzuhalten, dass der Beklagte seine Unterhaltspflicht in der Ver-
gangenheit wiederholt und in erheblichem Masse verletzt hat, und dieses Verhal-
ten auch im Berufungsverfahren fortsetzt (vgl. Urk. 11 S. 3). Im Übrigen setzt sich
der Beklagte mit den eingehenden Erwägungen im angefochtenen Entscheid
nicht auseinander. Die Anordnung der Anweisung ist daher zu bestätigen.
12.5 Die Anweisung an den Arbeitgeber, einen Teil des Lohnes direkt an den Un-
terhaltsberechtigten auszubezahlen, ist eine besondere familienrechtliche Sankti-
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on, welche der Durchsetzung der Unterhaltspflicht dient. Sie muss das Existenz-
minimum respektieren. Nach der Rechtsprechung darf daher der Richter, der über
eine Schuldneranweisung zu befinden hat, nicht auf ein hypothetisches Einkom-
men abstellen. Vielmehr muss er seinem Entscheid das tatsächliche Einkommen
zu Grunde legen (BGer 5A_34/2015 vom 19. November 2014 mit Hinweisen).
12.6 Folglich ist für die Höhe der monatlichen Anweisung auf die Aufrechnung
des Pensionskassenabzugs zu verzichten und auf das in Übereinstimmung mit
den Parteien dem Entscheid grundsätzlich zugrundegelegte Einkommen von
Fr. 9'914.95 abzustellen (Urk. 2 S. 13), das ohne Anteil 13. Monatslohn einem
Monatsbetreffnis von Fr. 9'152.– entspricht. Reduziert man das Monatsbetreffnis
von Fr. 9'152.– um das Existenzminimum von Fr. 3'572, resultieren
Fr. 5'580.–. Da indes monatlich Fr. 6'645.– zu überweisen wären, ergibt sich eine
Differenz von Fr. 1'065.– pro Monat bzw. von Fr. 12'780.– pro Jahr, welche bei
Auszahlung des 13. Monatslohns anzuweisen ist.
12.8 Demzufolge ist die Arbeitgeberin des Beklagten anzuweisen, unter Andro-
hung doppelter Zahlungspflicht im Unterlassungsfalle, vom jeweiligen Monatslohn
des Beklagten je Fr. 5'580.– an die Klägerin zu überweisen, zuzüglich die gesetz-
lichen oder vertraglich vereinbarten Kinderzulagen. Weiter ist die Arbeitgeberin
unter den gleichen Bedingungen anzuweisen, den 13. Monatslohn, maximal je-
doch Fr. 12'780.–, an die Klägerin zu überweisen. Nachdem das Urteil mit seiner
Ausfällung in Rechtskraft erwächst, weil kein Fall von Art. 103 Abs. 2 lit. a BGG
vorliegt, ist der Arbeitgeberin unverzüglich Mitteilung von der Anweisung zu ma-
chen.
13. Neuer Arbeitsvertrag
In der Stellungnahme vom 3. Dezember 2015 zum gegnerischen Antrag um sofor-
tige Vollstreckbarkeit macht der Beklagte geltend, dass der Arbeitsvertrag "nach
GAV C._" per 1. Januar 2016 durch einen neuen Arbeitsvertrag nach OR er-
setzt worden sei. Dies werde verschiedene Konsequenzen haben bezüglich Kin-
derzulagen, Ferien, wohl ca. 7.5 % weniger Gehalt und höhere Pensionskassen-
beiträge. Die Lohneinbusse betrage mindestens Fr. 500.– netto und es sei ihm
- 21 -
nicht zuzumuten, diese alleine zu tragen (Urk. 15 S. 3). Der Beklagte reicht dazu
eine Kopie des Einzelarbeitsvertrags (EAV) ein, der einen Jahresgrundlohn aus-
weist und den die Arbeitgeberin am 17. Juni 2015 und der Beklagte am 29. Juni
2015 unterzeichnet haben (Urk. 17/3). In prozessualer Hinsicht werden gemäss
Art. 317 Abs. 1 lit a. ZPO neue Tatsachen und Beweismittel nur noch berücksich-
tigt, wenn sie ohne Verzug vorgebracht werden. Die Berufungsschrift datiert vom
17. August 2015. Der Beklagte erklärt nicht, weshalb er nicht bereits im Zeitpunkt
der Ergreifung der Berufung auf diesen Umstand hingewiesen hat. Demzufolge ist
das Vorbringen verspätet und kann nicht berücksichtigt werden. Hinzuweisen ist
zudem, dass der Beklagte das Kaderreglement, das integrierender Bestandteil
des EAV bildet und dessen Erhalt er unterschriftlich bestätigte, nicht einreichte.
Gemäss neuem Arbeitsvertrag richtet sich nämlich der Anspruch auf einen variab-
len Lohnanteil (wohl neben dem Grundlohn) nach dem Reglement "Fach- und
Führungskader C._ AG" (Urk. 17/3 S. 2).
III.
1. Prozesskostenvorschuss / unentgeltliche Rechtspflege.
1.1 Der Beklagte beantragt einen Kostenvorschuss für die Anwaltskosten von
Fr. 5'000.–, eventualiter die unentgeltliche Rechtspflege (Urk. 1 S. 4). Die Zu-
sprechung eines Prozesskostenvorschusses, bzw. bei Abschluss des Verfahrens
eines Prozesskostenbeitrags, setzt einerseits Bedürftigkeit der ansprechenden
und anderseits Leistungsfähigkeit der angesprochenen Partei im Zeitpunkt des
Entscheids voraus (Bräm/Hasenböhler, Kommentar zum Schweizerischen Zivil-
gesetzbuch, Das Familienrecht, Die Wirkungen der Ehe im allgemeinen, Art. 159
ZGB N. 135).
1.2 Der Beklagte macht geltend, die Unterhaltsverpflichtung erlaube ihm nicht,
die Gerichts- und Anwaltskosten zu bezahlen. Er verfüge auch nicht über Vermö-
gen, was sich aus zwei Bankauszügen per 12. und 14. August 2015 ergäbe. Dies
dürfte bei der Klägerin deutlich anders aussehen (Urk. 1 S. 18).
- 22 -
1.3 Die Klägerin entgegnet, die zwei Belege würden die behauptete Vermögens-
losigkeit weder glaubhaft machen, noch belegen. Die letzte Steuererklärung, wel-
che Anhaltspunkte hinsichtlich vermögensrechtlicher Verhältnisse des Beklagten
liefere, beschlage das Jahr 2012. Üblicherweise sei in dieser Steuererklärung,
weil steuerbefreit, der Vermögensbestandteil 3. Säule ..., welcher Ende 2013 Fr.
17'219.70 betragen habe, nicht aufgeführt. Unbekannt sei auch der Verbleib der
Werte der Basler Versicherung mit einem Rückkaufswert von Fr. 26'124.80 per
Stichtag. Sodann mute es einigermassen befremdlich an, dass sich der Beklagte
anheischig mache, sich seine Demarche gegen einen sorgfältig und wohl begrün-
deten Entscheid von der Klägerin bezahlen zu lassen. Es stehe zwar jeder Pro-
zesspartei das Recht auf Ergreifung von Rechtsmitteln zu. Bei gegebenen Ver-
hältnissen stelle das Vorgehen aber einen klaren Missbrauch des Anspruchs auf
ehelichen Beistand dar (Urk. 7 S. 11).
1.4 Aufgrund der vorstehenden Unterhaltsberechnung gilt der Beklagte mit Be-
zug auf das Einkommen als mittellos, da er nur über einen minimen Freibetrag
verfügen kann. Was das Vermögen angeht, so kritisiert die Klägerin zu Recht,
dass die zwei Belege betreffend die Raiffeisen Bank per 12. August 2015 mit ei-
nem Saldo von Fr. 1'697.79 (ohne Vorsorgeplan 3) und betreffend die Sparkasse
... per 14. August 2015 mit einem Minussaldo die Mittellosigkeit nicht glaubhaft
machen. Die von ihm erstellte Steuererklärung 2014 reichte der Beklagte nicht
ein; er macht auch nicht geltend, er habe diese noch nicht eingereicht. Vor Vo-
rinstanz verwies er in der Klageantwort vom 11. Mai 2015 auf eine Steuerberech-
nung des Kantons Bern (Urk. 5/122 S. 10). In dieser (provisorischen) Steuerbe-
rechnung für das Jahr 2014 erscheint ein Vermögen von Fr. 67'735.– (Urk.
5/124/8). Zu dieser Position äussert sich der Beklagte nicht. Es handelt sich mut-
masslich auch nicht um die von der Klägerin erwähnte Basler Lebensversiche-
rung, eine gebundene Vorsorge-Versicherung mit Kapitalbildung und Versiche-
rungsablauf im Jahre 2031 (Urk. 5/124/12), da diese nicht zu versteuern ist (vgl.
Urk. 5/52/28). Sie war zwar in der Steuererklärung 2009 deklariert, nicht mehr je-
doch in den Steuererklärungen 2010 und 2011 (Urk. 5/18/4a-4c). Demzufolge
sind die Vermögensverhältnisse des Beklagten nicht liquid und seine tatsächliche
- 23 -
Bedürftigkeit nicht ausgewiesen. Der Antrag auf Zusprechung eines Prozesskos-
tenvorschusses (bzw. Prozesskostenbeitrags) ist daher abzuweisen.
1.5 Bei diesem Ergebnis ist über den Eventualantrag nicht zu befinden, da der
Anspruch auf einen Prozesskostenvorschuss dem unentgeltlichen Rechtspfle-
geanspruch vorgeht (BGE 138 III 672 E. 4.2.1).
2. Kosten- und Entschädigungsfolgen
2.1 Die Gerichtsgebühr für das Berufungsverfahren ist in Anwendung von § 5
Abs. 1, § 8 und § 12 Abs. 1 und 2 GebV auf Fr. 3'500.– festzusetzen. Die volle
Parteientschädigung ist gestützt auf § 5 Abs. 1, § 6 Abs. 1, § 9, § 11 Abs. 1 und 2
und § 13 Abs. 1 und 2 AnwGebV auf Fr. 3'000.– festzulegen; ein Mehrwertsteuer-
zusatz ist, da nicht beantragt, nicht zuzusprechen (vgl. das Kreisschreiben der
Verwaltungskommission des Zürcher Obergerichts vom 17. Mai 2006).
2.2 Der Beklagte unterliegt in der Unterhaltsfrage zu rund 97.5 % und in der
Frage der Anweisung im Hauptantrag vollumfänglich. Deshalb rechtfertigt es sich,
die Kosten des Berufungsverfahrens dem Beklagten vollumfänglich aufzuerlegen.
Entsprechend ist er zu verpflichten, der Klägerin eine volle Prozessentschädigung
zu bezahlen.