# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 7c785422-072b-430c-8817-f823f6a93cc4
**Court:** CH_BSTG
**Chamber:** CH_BSTG_001
**Year:** 2014
**Language:** de
**Jurisdiction:** CH / Federation
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** 

## Facts

Sachverhalt:
A. Die nachfolgende Darstellung des Sachverhalts stützt sich im Wesentlichen
auf die Angaben der Bundesanwaltschaft in deren Verfügung vom 10. Feb-
ruar 2014, da die betreffenden Verfahrensakten dem hiesigen Gericht nicht
zur Verfügung gestellt wurden (s. nachfolgend lit. F):
Gemäss Angaben in der vorgenannten Verfügung vom 10. Februar 2014
der Bundesanwaltschaft führen die südafrikanischen Behörden ein Straf-
verfahren wegen des Verdachtes illegalen Abbaus und Handels von Plati-
num (act. 1.2 S. 1). Dabei soll ein in der Schweiz ansässiges Unternehmen,
vertreten durch B., verdächtigt sein, der belgischen Edelmetallraffinerie C.
edelmetallhaltiges Schmelzgut zur Weiterverarbeitung geliefert zu haben.
Analysen eines entnommenen Schmelzgutmusters hätten eine handels-
unübliche – und daher verdächtige – chemische Zusammensetzung ge-
zeigt, weshalb die C. ein Muster an ein südafrikanisches Speziallabor zur
Prüfung gesandt habe. Dieses habe festgestellt, dass die Ware der Mine D.
in W. (Südafrika) entstammen würde und in dieser Zusammensetzung im
legalen Handel nicht erhältlich sei, somit illegal aus der Mine entnommen
und anschliessend gehandelt worden sein müsse.
B. Mit Eintretens- und Editionsverfügung der Bundesanwaltschaft vom
25. Februar 2011 soll dem südafrikanischen "Rechtshilfeersuchen vom
29. Dezember 2011" (gemäss Angaben in der Verfügung vom 10. Febru-
ar 2014) vollumfänglich entsprochen worden sein, wobei die ersuchten
Rechtshilfemassnahmen separat angeordnet worden seien (act. 1.2 S. 1).
Am 10. Mai 2011 habe eine durch die Bundesanwaltschaft rechtshilfeweise
angeordnete Hausdurchsuchung in Z. (Schweiz) stattgefunden. Anlässlich
der Hausdurchsuchung habe sich herausgestellt, dass es sich bei dieser
Adresse um das Zustellungsdomizil der A. GmbH gehandelt habe und die-
se über keine Räumlichkeiten verfüge. Anlässlich dieser Hausdurchsu-
chung seien Unterlagen, welche im Zusammenhang mit dem im Rechtshil-
feersuchen aufgeführten Sachverhalt einen Zusammenhang aufweisen
würden, beschlagnahmt worden.
Am 11. Mai 2011 sei die E. SA in W. (Schweiz) aufgefordert worden, der
Bundesanwaltschaft sämtliche Unterlagen in Kopie der Geschäftsbezie-
hung mit der A. GmbH und mit B. herauszugeben. Noch am gleichen Tag
habe die E. SA informiert, dass sich in ihrem Zollfreilager F. in U. (Schweiz)
Ware (Mineralien) von B. befinde.
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Am 11. Mai 2011 habe die Bundesanwaltschaft die rechtshilfeweise unbe-
fristete Beschlagnahme des sich im Lager der E. SA befindlichen Pla-
tinerzes (insgesamt 3029 kg Platinerz, verteilt auf 29 Fässer) verfügt. Mit
Schreiben vom 22. Juni 2011 habe die E. SA Unterlagen übermittelt, mitun-
ter Ursprungszeugnisse der Mineralien, gemäss welchen das Platinerz aus
der Republik Mosambik stammen würde. In der Folge habe sich herausge-
stellt, dass nicht B., sondern die A. GmbH Eigentümerin des beschlag-
nahmten Platinerzes sei.
Zur Feststellung, ob es sich bei dem im Zollfreilager der E. SA beschlag-
nahmten Platinerz tatsächlich um Mineralien der Mine D. handle und es
somit mit dem in Südafrika geführten Strafverfahren im Zusammenhang
stehe, ersuchte die Bundesanwaltschaft mit Schreiben vom 20. März 2012
die südafrikanischen Behörden, deren Expertise für die Analyse und Fest-
stellung der Herkunft des in der Schweiz beschlagnahmten Platinerzes zur
Verfügung zu stellen. Am 22. Mai 2012 seien daraufhin in Anwesenheit von
südafrikanischen Vertretern Muster des beschlagnahmten Platinerzes zu
Analysezwecken entnommen und in 8 Plastikkisten (insgesamt 620 kg)
verstaut worden, welche im Lager der E. SA versiegelt aufbewahrt worden
seien.
Am 12. Juni 2012 habe die Bundesanwaltschaft die E. SA ersucht, eine all-
fällige Bereitschaft zur vereinfachten Übermittlung des Platinerzes schrift-
lich mitzuteilen oder allfällige Einwände gegen eine Herausgabe desselben
geltend zu machen. Mit Schreiben vom 18. Juni 2012 habe die E. SA die
Zustimmung zur Übermittlung des Platinerzes an die südafrikanischen Be-
hörden erteilt.
Zwecks Übergabe der Muster zu Analysezwecken an die zuständigen süd-
afrikanischen Behörden hätten diverse Besprechungen und Abklärungen
zwischen der Bundesanwaltschaft, dem Bundesamt für Justiz (nachfolgend
"BJ"), der schweizerischen Zollverwaltung und den zuständigen südafrika-
nischen Behörden stattgefunden. Die schweizerischen und südafrikani-
schen Behörden hätten sich darauf geeinigt, die entnommenen Muster in
U. (Schweiz) den südafrikanischen Behörden zu übergeben, welche diese
anschliessend unter Mitwirkung der südafrikanischen Botschaft in Bern mit-
tels diplomatischem Kurier nach Südafrika transportieren würden.
Die Bundesanwaltschaft habe über das BJ die südafrikanischen Behörden
ersucht, eine Anzahl Zusicherungen zu erteilen, insbesondere dass sie die
schweizerischen Behörden über das Resultat der Analysen sowie den
Stand des südafrikanischen Verfahrens informieren und sich verpflichten,
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die Muster auf ihre Kosten zu retournieren, falls die Analyse die südafrika-
nische Herkunft des Platinerzes nicht bestätige. Des Weiteren seien die
südafrikanischen Behörden bei Bestätigung der Herkunft des Platinerzes
aus der Mine D. ersucht worden, die Beschlagnahme aufrechtzuerhalten,
bis über eine Herausgabe gestützt auf einen rechtskräftigen und vollstreck-
baren Einziehungsentscheid befunden werde. Mit Schreiben vom 27. Ja-
nuar 2014 habe das BJ der Bundesanwaltschaft die Note 12/2014 der süd-
afrikanischen Behörden übermittelt, mit welcher Letztere die ersuchten Ga-
rantien abgeben/zusichern würden. Die Übergabe der Platinerzmuster wer-
de demnächst stattfinden.
Mit Schreiben vom 5. September 2013 habe Rechtsanwalt Friedrich Frank
namens von B. um Akteneinsicht ersucht. Mit Schreiben vom
19. September 2013 habe die Bundesanwaltschaft Rechtsanwalt Frank er-
sucht, mittels Unterlagen zu belegen, dass B. persönlich der rechtmässige
Eigentümer des bei der E. SA in U. (Schweiz) beschlagnahmten Platin-
erzes sei. Am 20. September 2013 habe Rechtsanwalt Frank informiert,
dass die A. GmbH Eigentümerin des beschlagnahmten Platinerzes sei, und
er habe eine entsprechende Vollmacht eingereicht. Mit Schreiben vom
8. Oktober 2013 habe Rechtsanwalt Frank erneut um Akteneinsicht er-
sucht.
Die Bundesanwaltschaft habe mit Schreiben vom 17. Mai 2011 Rechtsan-
walt Frank sämtliche Verfahrensakten betreffend B. zugestellt gehabt. Fer-
ner habe die Bundesanwaltschaft am 16. Juli 2011 Kopien der im Rahmen
des südafrikanischen Rechtshilfevollzuges angeordneten Hausdurchsu-
chung sichergestellten Akten und am 29. August 2012 eine Kopie des Be-
richts der Bundeskriminalpolizei vom 18. Juni 2012 betreffend Musterent-
nahme übermittelt gehabt.
Mit Schreiben vom 20. September 2013 habe die Bundesanwaltschaft
Rechtsanwalt Frank informiert, dass, ohne eine eventuelle Stellung von B.
bzw. A. GmbH als eine von den Rechtshilfemassnahmen direkt und unmit-
telbar betroffene Person anzuerkennen, die Bundesanwaltschaft von Amtes
wegen allfällige Eigentümerrechte am beschlagnahmten Platinerz wahr-
nehme.
C. Mit Schreiben vom 11. Dezember 2013 ersuchte die A. GmbH um Akten-
einsicht sowie um Aufhebung der durch die Bundesanwaltschaft angeord-
nete Beschlagnahme des Platinerzes (act. 1.18).
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Mit Verfügung vom 10. Februar 2014 entschied die Bundesanwaltschaft in
einem ersten Punkt, dass die A. GmbH keine Parteistellung im Rechtshilfe-
verfahren habe. In einem zweiten Punkt verfügte sie, dass auf den Antrag
auf Akteneinsicht nicht eingetreten werde. Im dritten und letzten Punkt ver-
fügte sie, dass auf den Antrag auf Aufhebung der Beschlagnahme des Pla-
tinerzes vom 11. Dezember 2013 nicht eingetreten werde (act. 1.2 S. 6).
Bei der Rechtsmittelbelehrung wurde eine 30-tägige Frist zur Beschwerde
an das Bundesstrafgericht unter Hinweis auf Art. 50 VwVG angegeben
(act. 1.2 S. 6).
D. Gegen diese Verfügung vom 10. Februar 2014 gelangt die A. GmbH mit
Beschwerde vom 12. März 2014 unter Beilage von diversen Unterlagen an
die Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts mit den folgenden Anträ-
gen (act. 1, act. 1.1 bis 1.18):
"1. Die Verfügung der Beschwerdegegnerin vom 10. Februar 2014 sei vollum-
fänglich aufzuheben und die Beschwerdeführerin sei im Rechtshilfeerfahren
als Berechtigte bzw. Partei anzuerkennen.
2. Der Beschwerdeführerin sei im Rechtshilfeverfahren Akteneinsicht zu ge-
währen.
3. Die Beschlagnahme der Platinerze im Lager der Firma E. SA vom
11. Mai 2011 durch die Beschwerdegegnerin sei unverzüglich aufzuheben
und die vorgenannten Erze seien an die Beschwerdeführerin dergestalt he-
rauszugeben, dass diese wieder frei über diese verfügen darf bzw. kann.
4. Unter Bezugnahme auf Ziff. 1 sei festzustellen, dass die von der E. SA mit
Schreiben vom 18. Juni 2012 erteilte Zustimmung zur Übermittlung des Pla-
tinerzes an die südafrikanischen Behörden (wohl in der vereinfachten Aus-
führung gem. Art. 80c IRSG) nicht ausreichend ist. Vielmehr ist eine Zu-
stimmung von Seiten der berechtigten Beschwerdeführerin einzuholen, wel-
che indes bereits mit Schreiben vom 25. Mai 2012 (Beilage 14) versagt wur-
de. Es sei deswegen weiter festzustellen, dass eine Durchführung des
Rechtshilfeverfahrens in der vereinfachten Ausführung nicht möglich ist.
5. Sollte sich, was aufgrund der versagten Akteneinsicht nicht bekannt ist, aus
den Akten ergeben, dass die Beschwerdegegnerin im konkreten Verfahren
edierte/beschlagnahmte Dokumente bereits an den ersuchenden Staat im
vereinfachten Verfahren übersendet habe, so sei festzustellen, dass dies
aufgrund der versagten bzw. ohne der erforderlichen Zustimmung ohne
Rechtsgrundlage und damit rechtswidrig geschah.
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6. Der Beschwerde sei gemäss Art. 21 Abs. 4 lit. b IRSG aufschiebende Wir-
kung zuzusprechen bzw. die von Gesetzes wegen gegebene aufschiebende
Wirkung sei beizubehalten.
7. Es seien die gesamten Vorakten beizuziehen.
8. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten der Staatskasse."
E. Gemäss in anderem Zusammenhang erteilten Auskunft der Beschwerde-
gegnerin vom 20. März 2014 befinden sich die beschlagnahmten Platin-
erzmuster bereits in Südafrika, wo eine relativ aufwendige chemische und
mineralogische Analyse durchgeführt würde (act. 4).
F. Mit Schreiben vom 2. April 2014 wurde die Beschwerdegegnerin aufgefor-
dert, die Akten und eine allfällige Beschwerdeantwort bis 18. April 2014
einzureichen (act. 7). Mit Schreiben vom 10. April 2014 reichte die Be-
schwerdegegnerin ihre Beschwerdeantwort samt drei Beilagen ein und
stellte den Antrag, die Beschwerde sei abzuweisen, soweit darauf einzutre-
ten sei (act. 8 und 8.1 bis 8.3). Die Beschwerdegegnerin verwies dabei
vollumfänglich auf ihre Verfügung vom 10. Februar 2014. Soweit die Be-
schwerdeführerin ausführe, sie sei Kontoinhaberin der Kundenverbindung 1
bei der Bank G. in U. (Schweiz), hielt die Beschwerdegegnerin fest, dass
es sich dabei um ein neues Vorbringen handle, welches in den mit Verfü-
gung vom 10. Februar 2014 beurteilten Anträgen vom 11. Dezember 2013
nicht enthalten gewesen sei (act. 8 S. 2). Sollte sie vorsehen, Bankunterla-
gen betreffend das Konto der Beschwerdeführerin an die ersuchende Be-
hörde zu übermitteln, würde sie gewiss der Beschwerdeführerin als von
dieser Rechtshilfemassnahme direkt und unmittelbar Betroffenen das recht-
liche Gehör für diesen Teil gewähren (act. 8 S. 2). Die Verfahrensakten
wurden dabei nicht eingereicht.
Mit Schreiben vom 29. April 2014 verzichtete das BJ auf eine Beschwerde-
antwort und verwies auf die angefochtene Verfügung (act. 12).
G. Mit Schreiben vom 6. Mai 2014 reichte die Beschwerdeführerin ihre Replik
ein, welche in der Folge der Beschwerdegegnerin und dem BJ zur Kenntnis
übermittelt wurde (act. 14).
Bereits an dieser Stelle kann festgehalten werden, dass der in der ange-
fochtenen Verfügung geschilderte Verfahrensablauf in den nachfolgend re-
levanten Punkten unbestritten geblieben ist (s. act. 1 S. 4 ff.; act. 14). Auf
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die weiteren Ausführungen der Parteien und die eingereichten Akten wird,
soweit erforderlich, in den rechtlichen Erwägungen eingegangen.

## Considerations

Die Beschwerdekammer zieht in Erwägung:
1. Zwischen der Schweiz und der Republik Südafrika besteht kein Staatsver-
trag über die Rechtshilfe in Strafsachen. Vorliegend gelangt daher das
schweizerische Landesrecht zur Anwendung, namentlich das Bundesge-
setz vom 20. März 1981 über internationale Rechtshilfe in Strafsachen
(IRSG; SR 351.1) und die Verordnung vom 24. Februar 1982 über interna-
tionale Rechtshilfe in Strafsachen (IRSV; SR 351.11).
2.
2.1 Vorliegend ficht die Beschwerdeführerin die in einem Rechtshilfeverfahren
in Strafsachen ergangene Verfügung vom 10. Februar 2014 der Beschwer-
degegnerin an. Darin entschied diese in einem ersten Punkt, dass die Be-
schwerdeführerin keine Parteistellung im Rechtshilfeverfahren habe. In ei-
nem zweiten Punkt verfügte sie, dass auf den Antrag auf Akteneinsicht
nicht eingetreten werde. Im dritten und letzten Punkt verfügte sie, dass auf
den Antrag auf Aufhebung der Beschlagnahme des Platinerzes vom
11. Dezember 2013 nicht eingetreten werde (act. 1.2 S. 6). Bei der