# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 274d6ce2-c511-4e67-a4d7-a74d13aba47f
**Court:** ZH_OG
**Chamber:** ZH_OG_002
**Year:** 2021
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

betreffend Mord etc.
Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichtes Bülach, II. Abteilung, vom 13. Dezember 2019 (DG190010)
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Anklage:
Die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich vom 5. Februar
2019 ist diesem Urteil beigeheftet.
Urteil der Vorinstanz:
1. Der Beschuldigte ist schuldig
− der Gehilfenschaft zu Mord im Sinne von Art. 112 StGB i.V.m. Art. 25 StGB (Dossier 1)
− des mehrfachen qualifizierten Raubes im Sinne von Art. 140 Ziff. 1 Abs. 1, Ziff. 3 Abs. 3 und Ziff. 4 StGB (Dossier 1) sowie im Sinne von Art. 140 Ziff. 1 Abs. 1 und Ziff. 2 StGB (Dossier 2)
− der versuchten qualifizierten Erpressung im Sinne von Art. 156 Ziff. 1 und Ziff. 3 StGB i.V.m. Art. 140 Ziff. 2 StGB und i.V.m. Art. 22 Abs. 1 StGB (Dossier 2)
− der Freiheitsberaubung und Entführung im Sinne von Art. 183 Ziff. 1 Abs. 1 und Abs. 2 StGB (Dossier 2)
− des versuchten Betruges im Sinne von Art. 146 Abs. 1 StGB ( 4)
− der Gehilfenschaft zu versuchtem Betrug im Sinne von Art. 146 Abs. 1 StGB i.V.m. Art. 22 Abs. 1 StGB (Dossier 5)
− der mehrfachen Veruntreuung im Sinne von Art. 138 Ziff. 1 Abs. 1 StGB (Dossier 2, Dossier 4)
− der Urkundenfälschung im Sinne von Art. 251 Ziff. 1 Abs. 1 und Abs. 2 StGB (Dossier 2)
− der Irreführung der Rechtspflege im Sinne von Art. 304 Ziff. 1 Abs. 1 StGB (Dossier 4)
− der mehrfachen Widerhandlung gegen das Waffengesetz im Sinne von Art. 33 Abs. 1 lit. a WG i.V.m. Art. 4 Abs. 1 lit. a WG und Art. 27 WG (Dossier 1, Dossier 2)
− des Fahrens ohne Haftpflichtversicherung im Sinne von Art. 96 Abs. 2 SVG i.V.m. Art. 63 Abs. 1 SVG (Dossier 1).
2. Der Beschuldigte ist nicht schuldig und wird freigesprochen von den Vorwür-
fen
− des gewerbsmässigen Betruges im Sinne von Art. 146 Abs. 1 und Abs. 2 StGB (Dossier 2)
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− der Urkundenfälschung im Sinne von Art. 251 Ziff. 1 StGB (Dossier 1) − der einfachen Körperverletzung im Sinne von Art. 123 Ziff. 1 Abs. 1
StGB (Dossier 1).
3. Der Beschuldigte wird bestraft mit 13 Jahren Freiheitsstrafe, wovon
1'286 Tage durch Haft erstanden sind.
4. Der Vollzug der Freiheitsstrafe wird nicht aufgeschoben.
5. Die mit Verfügung der Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich vom
5. Februar 2019 beschlagnahmten Gegenstände
− Luftpistole Marke Hämmerli, Mod. D Kal. 4.5/177, Nr. 1 (A009'368'416) − Gewehr Marke Savage, MK II, Kaliber .22 longrifle, Nr. 2, ohne Maga-
zin, mit Zielfernrohr (A009'368'438) − Pistole Marke SIG SAUER, P 226, Nr. 3, Kaliber 9mm Para, in Holster
mit Waffenkoffer, mit separatem Magazin in Waffenkoffer, Magazin voll mit 9 mm-Patronen (A009'368'461)
− Waffenkoffer mit 1 Handschelle, Pack mit 5 Patronen, Schrotmunition 9mm, 2 Schachtel mit 9mm Vollmantel-Patronen (A009'368'472)
− 1 Metall-Munitionskiste mit diverser Munition, verschiedene Kaliber  1 Strafregisterauszug für A:_, dat. 20.05.2015 sowie zwei Kaufverträge für Waffen vom 21. und 22.05.2015 (A009'368'574)
− 1 Pistolenmagazin SIG Sauer, abgefüllt mit 2 Schrot-Patronen und 1 Vollmantel-Patrone (A009'374'623)
− 1 Gewehrmagazin mit drei Kleinkaliber-Patronen (Kal. 22) mit zwei  Munition Kal. 22 LongRifle (1 50er-Packung angebraucht - 4 fehlen, 1 Pack 50 Stück voll) (A009'374'645)
− diverse leere Fahrzeugkaufverträge (A009'379'162)
werden eingezogen und der Kantonspolizei Zürich zur Vernichtung bzw. zur
gutscheinenden Verwendung überlassen.
6. Die mit Verfügung der Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich vom
5. Februar 2019 beschlagnahmten Gegenstände
− Festplatte (A009'616'062) − C4-Couvert verschlossen, Anwaltspost und 1 Schreibblock enthaltend
(A011'132'200) − Mobiltelefon Huawei (A009'368'734) − diverse Verträge und Reparaturunterlagen (A009'379'231)
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− diverse Belege (A009'379'446) − 2 Paar Arbeitshandschuhe (A009'379'515) − 2 Kaufverträge und 1 Auftrag und 1 Auftragsblatt (A009'447'669,
A009'447'670, A009'447'681, A009'447'705) − Apple iPhone 6 silberfarben, schwarze Bookstyle-Hülle (A009'538'038) − 5 Festplatten (A009'769'839, A009'769'862, A009'769'931,
A009'769'975, A009'776'618) − opt. Datenträger aus Laufwerk (A009'776'685) − Drucker Epson WF 2530, Model C471B, Serien-Nummer 4
(A010'207'848) − Drucker Samsung SCX-3200, Laser Printer, Serien-Nummer 5
(A010'207'860) − div. Unterlagen ab Schreibtisch (A009'713'386)
werden dem Beschuldigten nach Eintritt der Rechtskraft des Urteiles her-
ausgegeben.
7. Die mit Verfügung der Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich vom
5. Februar 2019 beschlagnahmten Gegenstände
− diverse Quittungen und Handnotizen ab Mittelkonsole, offener Bereich (A009'371'522)
− 1 Kaufvertrag 2 Seiten (Anhängerkauf) dat. 29.04.2016 sowie 1  Quittung für Ford Mustang Jg. 1980 ab Platz (A009'374'714)
− diverse Papierschnipsel (A009'379'059) − 1 Vermittlungsauftrag Fahrzeugverkauf vom 06.06.2016 zwischen
A._ und K._ (A009'379'264) − Kaufquittung L._, 3. Juni 2016 (A009'538'970) − Handelsrechnung, Auftrag Fahrzeugverkauf, 3 ausgedruckte Fotos
vom Anhänger BS 110'653, 1 Notizblatt mit Notizen über , 1 leeres Couvert (A009'592'192)
− diverse offene Papiere, Rechnungen, Quittungen etc. sowie ein  blau (A009'708'616)
werden zu den Akten genommen.
8. Die mit Verfügung der Staatsanwaltschaft I vom 5. Februar 2019 beschlag-
nahmte Barschaft von Fr. 6'489.35 wird zur Deckung der Verfahrenskosten
verwendet.
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9. Die sichergestellte Barschaft von Fr. 14'575.47 (PostFinance Konto-Nr. 6,
lautend auf die J._ GmbH), abzüglich allfälliger Kontoführungsgebüh-
ren, wird zur Deckung der Verfahrenskosten verwendet.
10. Die Zivilklage der Privatklägerin 2 wird auf den Zivilweg verwiesen.
11. Der Beschuldigte wird in solidarischer Haftung mit dem Mitbeschuldigten
K._ (Geschäfts-Nr. DG190009-C) und der Mitbeschuldigten M._
(DG190008-C) verpflichtet, der Privatklägerin 3 Fr. 40'000.– zuzüglich 5%
Zins ab 3. Juni 2016 als Genugtuung zu bezahlen. Davon entfallen im In-
nenverhältnis Fr. 10'000.– zuzüglich 5% Zins ab 3. Juni 2016 auf den Be-
schuldigten, Fr. 10'000.– zuzüglich 5% Zins ab 3. Juni 2016 auf die Mitbe-
schuldigte M._ (DG190008-C) und Fr. 20'000.– zuzüglich 5% Zins ab 3.
Juni 2016 auf den Mitbeschuldigten K._ (DG190009-C).
12. Es wird vorgemerkt, dass der Beschuldigte die Genugtuungsansprüche der
Privatkläger 4 bis 6 im Umfang von je Fr. 333.33 anerkannt hat. Im Mehrbe-
trag werden die Zivilklagen der Privatkläger 4 bis 6 abgewiesen.
13. Der Beschuldigte wird verpflichtet, der Privatklägerin 3 für das gesamte Ver-
fahren eine Prozessentschädigung von Fr. 7'500.– inkl. MWST zu bezahlen.
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14. Die Entscheidgebühr wird festgesetzt auf:
Fr. 40'000.– ; die weiteren Auslagen betragen:
Fr. 30'000.– Gebühr für die Strafuntersuchung
Fr. 11'994.65 Kosten Kantonspolizei Zürich
Fr. 40'968.70 Gutachten/Expertisen etc.
Fr. 648.35 Zeugenentschädigung
Fr. 24'130.20 Auslagen Untersuchung
Fr. 1'003.35 Diverse Kosten
Fr. 3'327.65 Ausserkantonale Untersuchungskosten
Fr. 91'327.25 Amtliche Verteidigungskosten inkl. MWST vormalige Verteidigung (RA lic. iur. W2._)
Fr. 110'535.95 Amtliche Verteidigungskosten inkl. MWST (RA lic. iur. W1._), wovon Fr. 66'000.– inkl. MWST bereits ausbezahlt, somit verbleibend Fr. 44'535.95 inkl. MWST
Allfällige weitere Auslagen bleiben vorbehalten.
15. Die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens werden dem
Beschuldigten auferlegt; davon ausgenommen sind die Kosten der amtli-
chen Verteidigungen, welche einstweilen und unter dem Vorbehalt von
Art. 135 Abs. 4 StPO von der Gerichtskasse übernommen werden.
Berufungsanträge:
a) Der amtlichen Verteidigung des Beschuldigten A._:
(Urk. 197 S. 1 f.)
1. Der Beschuldigte sei wegen Freiheitsberaubung und Raubes schuldig
zu sprechen.
2. Der Beschuldigte sei von allen anderen Vorwürfen freizusprechen, so-
weit überhaupt darauf einzutreten ist.
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3. Der Beschuldigte sei angemessen zu bestrafen.
4. Der Beschuldigte sei für die allenfalls unrechtmässig erstandene Haft
(seit 6. Juni 2016) angemessen zu entschädigen.
5. Die Zivilansprüche seien abzuweisen, soweit überhaupt darauf einzu-
treten sei.
6. Die Kosten des Untersuchungsverfahrens und erstinstanzlichen Ge-
richtsverfahrens seien dem Beschuldigten zu 1/15 aufzuerlegen, die
Kosten der amtlichen Verteidigung für das erstinstanzliche Verfahren
seien dem Beschuldigten zu 1/5 aufzuerlegen. Die Kosten des oberge-
richtlichen Verfahrens inkl. derjenigen der amtlichen Verteidigung seien
vollumfänglich auf die Staatskasse zu nehmen.
b) Der Vertreterin der Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich:
(Urk. 194 S. 36, Original im Verfahren SB200226)
1. Dispositivziffer 1 des Urteils des Bezirksgerichts Bülach vom
13.12.2019, Spiegelstrich 1, seien aufzuheben und der Beschuldigte
sei des Mordes (in Mittäterschaft) im Sinne von Art. 112 StGB (Dossier
1) schuldig zu sprechen.
2. Dispositivziffer 3 sei aufzuheben, und der Beschuldigte sei mit einer le-
benslänglichen Freiheitsstrafe zu bestrafen.
3. Im Übrigen sei das Urteil der Vorinstanz zu bestätigen.
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c) Der unentgeltlichen Rechtsvertretung der Privatkläger E._, F._ und
G._:
(Urk. 196 S. 16 ff., Original im Verfahren SB200226)
E._ / gegen A._
1. (im Strafpunkt)
Das Urteil betreffend Ziffer 1 des Urteilsdispositivs sei aufzuheben, und
die Strafsache sei zur Neubeurteilung an die Vorinstanz zurückzuwei-
sen; dies unter Anordnung, dass die Vorinstanz der Staatsanwaltschaft
verbindlich die Weisung erteilt, deren Anklageschrift aufgrund einer
Neubeurteilung der Strafuntersuchung, ob der Beschuldigte sich u.a.
auch wegen Mordes im Sinne von Art. 112 StGB als Mittäter, eventuell:
als Gehilfe, z.N. von N._ sel. allenfalls strafbar gemacht hat, ge-
gebenenfalls zu ergänzen (Art. 329 Abs. 2 StPO). Weiter sei die Ankla-
geschrift zur Ergänzung an die Staatsanwaltschaft zurückzuweisen.
2. (im Zivilpunkt)
Das Urteil betreffend Ziffer 12 des Urteilsdispositivs sei aufzuheben,
und der Beschuldigte sei zu verurteilen, dem Privatkläger adhäsions-
weise eine Genugtuungssumme von Fr. 25'000.– zu bezahlen; eventu-
ell: die zu zahlende Genugtuungssumme sei nach richterlichem Er-
messen festzulegen.
3. Das Berufungsverfahren sei so weit zu sistieren.
4. Die Verfahrenskosten seien dem Beschuldigten aufzuerlegen.
5. Die amtliche Entschädigung des Anwalts des Privatklägers für die un-
entgeltliche Rechtspflege sei für das Berufungsverfahren gemäss ein-
gereichter Honorarnote festzulegen.
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F._ / gegen A._
1. (im Strafpunkt)
Das Urteil betreffend Ziffer 1 des Urteilsdispositivs sei aufzuheben, und
die Strafsache sei zur Neubeurteilung an die Vorinstanz zurückzuwei-
sen; dies unter Anordnung, dass die Vorinstanz der Staatsanwaltschaft
verbindlich die Weisung erteilt, deren Anklageschrift aufgrund einer
Neubeurteilung der Strafuntersuchung, ob der Beschuldigte sich u.a.
auch wegen Mordes im Sinne von Art. 112 StGB als Mittäter, eventuell:
als Gehilfe, z.N. von N._ sel. allenfalls strafbar gemacht hat, ge-
gebenenfalls zu ergänzen (Art. 329 Abs. 2 StPO). Weiter sei die Ankla-
geschrift zur Ergänzung an die Staatsanwaltschaft zurückzuweisen.
2. (im Zivilpunkt)
Das Urteil betreffend die Ziffer 12 des Urteilsdispositivs sei aufzuhe-
ben, und der Beschuldigte sei zu verurteilen, der Privatklägerin adhäsi-
onsweise eine Genugtuungssumme von Fr. 25'000.– zu bezahlen;
eventuell: die zu zahlende Genugtuungssumme sei nach richterlichem
Ermessen festzulegen.
3. Das Berufungsverfahren sei so weit zu sistieren.
4. Die Verfahrenskosten seien dem Beschuldigten aufzuerlegen.
5. Die amtliche Entschädigung des Anwalts der Privatklägerin für die un-
entgeltliche Rechtspflege sei für das Berufungsverfahren gemäss ein-
gereichter Honorarnote festzulegen.
G._ / gegen A._
1. (im Strafpunkt)
Das Urteil betreffend Ziffer 1 des Urteilsdispositivs sei aufzuheben, und
die Strafsache sei zur Neubeurteilung an die Vorinstanz zurückzuwei-
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sen; dies unter Anordnung, dass die Vorinstanz der Staatsanwaltschaft
verbindlich die Weisung erteilt, deren Anklageschrift aufgrund einer
Neubeurteilung der Strafuntersuchung, ob der Beschuldigte sich u.a.
auch wegen Mordes im Sinne von Art. 112 StGB als Mittäter, eventuell:
als Gehilfe, z.N. von N._ sel. allenfalls strafbar gemacht hat, ge-
gebenenfalls zu ergänzen (Art. 329 Abs. 2 StPO). Weiter sei die Ankla-
geschrift zur Ergänzung an die Staatsanwaltschaft zurückzuweisen.
2. (im Zivilpunkt)
Das Urteil betreffend die Ziffer 12 des Urteilsdispositivs sei aufzuhe-
ben, und der Beschuldigte sei zu verurteilen, dem Privatkläger eine
Genugtuungssumme von Fr. 12'500.– zu bezahlen; eventuell: die zu
zahlende Genugtuungssumme sei nach richterlichem Ermessen festzu-
legen.
3. Das Berufungsverfahren sei so weit zu sistieren.
4. Die Verfahrenskosten seien dem Beschuldigten aufzuerlegen.
5. Die amtliche Entschädigung des Anwalts des Privatklägers für die un-
entgeltliche Rechtspflege sei für das Berufungsverfahren gemäss ein-
gereichter Honorarnote festzulegen.
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## Considerations

Erwägungen:
I. Prozessuales
1. Gegenstand des Berufungsverfahrens
Mit Urteil des Bezirksgerichtes Bülach, II. Abteilung, vom 13. Dezember 2019
wurde der Beschuldigte wie folgt schuldig gesprochen: der Gehilfenschaft zu
Mord, des mehrfachen qualifizierten Raubes, der versuchten qualifizierten Er-
pressung, der Freiheitsberaubung und Entführung, des versuchten Betruges, der
Gehilfenschaft zu versuchtem Betrug, der mehrfachen Veruntreuung, der Urkun-
denfälschung, der Irreführung der Rechtspflege, der mehrfachen Widerhandlung
gegen das Waffengesetz und des Fahrens ohne Haftpflichtversicherung. Freige-
sprochen wurde er von den Vorwürfen des gewerbsmässigen Betruges (Dossier
2), der Urkundenfälschung (Dossier 1) und der einfachen Körperverletzung. Er
wurde bestraft mit 13 Jahren Freiheitsstrafe. Es wurde über die Verwendung be-
schlagnahmter Gegenstände und beschlagnahmter Barschaft sowie die Zivilforde-
rungen der Privatkläger entschieden (Urk. 147).
Der Beschuldigte hat gegen das Urteil Berufung angemeldet. In der Berufungser-
klärung vom 8. Mai 2020 (Urk. 149) beantragt er die Aufhebung von Dispositiv-
Ziffer 1 Spiegelstriche 1, 2, 3, 6, 7 teilweise (Dossier 4) und 10, Dispositiv-Ziffern
3, 4, 11, 13 und 15. Er beantragt Schuldigsprechung der Freiheitsberaubung und
der Gehilfenschaft zu Raub (Dossier 1), Bestrafung mit einer Freiheitsstrafe von
5 Jahren und Abweisung der Zivilforderungen, soweit überhaupt darauf einzutre-
ten ist.
Die Berufung der Staatsanwaltschaft richtet sich gegen Dispositiv-Ziffern 1 Spie-
gelstrich 1 und Dispositiv-Ziffer 3. Sie beantragt Schuldigsprechung des Mordes
(Mittäterschaft) und Bestrafung mit einer lebenslänglichen Freiheitsstrafe, im Üb-
rigen Bestätigung des vorinstanzlichen Urteils (Urk. 154).
Die Berufung der Privatkläger 4 - 6 richtet sich gegen Dispositiv-Ziffer 1 Spiegel-
strich 1 und Dispositiv-Ziffer 12. Sie beantragen in ihren Berufungserklärungen
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vom 13. Mai 2020 (Urk. 155 - 157) Schuldigsprechung des Mordes (Mittäter-
schaft) und Verpflichtung des Beschuldigten zur Bezahlung einer Genugtuung von
je Fr. 25'000.– an die Privatkläger 4 und 5 bzw. Fr. 12'500.– an den Privatkläger
6.
Auf die Berufungen der Privatkläger 4 bis 6 wurde mit Beschluss vom 8. Juni
2021 bezüglich des beantragten Schuldspruchs des Beschuldigten A._ we-
gen Mordes (ev. Gehilfenschaft dazu) nicht eingetreten (Prot. II S. 19; Urk. 198).
Dieser Beschluss wurde mündlich eröffnet und schriftlich begründet mitgeteilt.
Gegenstand der Prüfung im vorliegenden Entscheid bilden demzufolge einzig die
von den Privatklägern 4 bis 6 gegenüber dem Beschuldigten A._ geltend
gemachten Zivilforderungen.
Ferner ist darauf hinzuweisen, dass gemäss Dispositiv-Ziffer 9 die sichergestellte
Barschaft von Fr. 14'575.47 (PostFinance Konto-Nr. 6, lautend auf J._
GmbH), abzüglich allfälliger Kontoführungsgebühren, zur Deckung der Verfah-
renskosten verwendet wird. Gegen diese Anordnung hat Rechtsanwalt Z._
mit Eingabe vom 23. Dezember 2019 namens der J._ GmbH Berufung an-
gemeldet (Urk. 135). Nach Zustellung des begründeten Urteils am 29. April 2020
(Urk. 142) wurde seitens der J._ GmbH keine Berufungserklärung einge-
reicht. Mit Beschluss vom 16. April 2021 wurde auf die Berufung der J._
GmbH nicht eingetreten (Urk. 181).
Aus den vorstehenden Ausführungen geht hervor, dass das vorinstanzliche Urteil
bezüglich Dispositiv-Ziffer 1 Spiegelstriche 4, 5, 7 teilweise (Dossier 2), 8, 9 und
11, Dispositiv-Ziffern 2, 5, 6-10 und 14 in Rechtskraft erwachsen ist, was vorweg
mit Beschluss festzustellen ist.
2. Spezialitätsprinzip bei Auslieferung
Der Beschuldigte A._ war am 6. Juni 2016 zusammen mit K._ in
Deutschland verhaftet worden als sie dort den Lastwagen von O._ sel. ver-
kaufen wollten. Beide Beschuldigten wurden in der Folge an die Schweiz ausge-
liefert. Der Verteidiger des Beschuldigten A._ hat mit Eingabe vom 4. Juni
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2021, welche am 7. Juni 2021, am Tag vor Beginn der Berufungsverhandlung,
beim Gericht einging (Urk. 190), geltend gemacht, bezüglich der Delikte, welche
nicht im Zusammenhang mit O._ sel. stehen, seien die Prozessvorausset-
zungen nicht erfüllt. Da die Auslieferung nur für die Delikte im Zusammenhang mit
O._ sel. erfolgt sei, stehe das Spezialitätsprinzip der Auslieferung einer Ver-
folgung und Verurteilung der weiteren Delikte entgegen. Es sei auf keinen der
Tatvorwürfe mit Ausnahme der Tötung von O._ sel. einzutreten, sämtliche
Akten mit Ausnahme derjenigen, die das Tötungsdelikt O._ sel. betreffen,
seien unverwertbar und aus den Akten zu entfernen. An diesen Anträgen hielt die
Verteidigung von A._ im Rahmen der Vorfragen in der Berufungsverhand-
lung fest (Prot. II S. 19 ff.; Urk. 192 und Urk. 193).
Aus den Rechtshilfeakten geht hervor, dass das Bundesland Baden-Württemberg
mit Schreiben an das Bundesamt für Justiz am 20. Juni 2016 die Einwilligung für
die Auslieferung von A._ erteilt hat. Es wird im entsprechenden Schreiben
festgehalten, dass A._ sich mit der vereinfachten Auslieferung einverstanden
erklärt hat und auf die Einhaltung des Spezialitätsprinzips nicht verzichtet hat
(Ordner 32 Urk. D1/13/10). Damit sind die Prozessvoraussetzungen für eine Ver-
folgung der Delikte im Zusammenhang mit O._ sel. erfüllt. Im Zusammen-
hang mit den Delikten zum Nachteil von N._ sel. wurde der Beschuldigte in
der polizeilichen Einvernahme vom 14. Juli 2016 darauf hingewiesen, dass eine
Nachtragsauslieferung bei der Bundesrepublik Deutschland beantragt werden
müsse, falls er sich nicht mit der uneingeschränkten Strafverfolgung betreffend
das Delikt zum Nachteil von N._ sel. einverstanden erkläre. Der Beschuldigte
gab keine entsprechende Verzichtserklärung ab (Urk. D1/03/03 S. 3). Die Staats-
anwaltschaft stellte darauf mit Schreiben vom 8. August 2016 ein Gesuch um
Nachtragsauslieferung des Beschuldigten A._ beim Justizministerium Baden-
Württemberg bezüglich Mord und Raub zum Nachteil von N._ sel. (Urk.
D1/30/01/13 i.V. mit Urk. D1/30/01/10). Das Justizministerium Baden-
Württemberg bewilligte mit Schreiben vom 16. August 2016 auch bezüglich dieser
Delikte zum Nachteil von N._ sel. die Auslieferung von A._ (Urk.
D1/30/01/18). Sowohl bezüglich der Delikte im Zusammenhang mit dem Tötungs-
delikt zum Nachteil von O._ sel. wie auch im Zusammenhang mit dem Tö-
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tungsdelikt zum Nachteil von N._ sel. liegen demzufolge eine Auslieferung
seitens von Deutschland, bzw. eine Zustimmung des ausliefernden Staates vor.
Für alle weiteren A._ vorgeworfenen Delikte, welche nicht in einem Zusam-
menhang mit diesen Delikten gemäss Dossiers 1 und 2 stehen, bedarf es für de-
ren Verfolgung entweder der Zustimmung des ausliefernden Staates gestützt auf
Art. 14 Ziff. 1 AEÜ (SR 0.353.1) oder gestützt auf Art. VI Abs. 2 des Vertrags zwi-
schen der Schweizerischen Eidgenossenschaft und der Bundesrepublik Deutsch-
land über die Ergänzung des AEÜ des Einverständnisses des Verfolgten, mit wel-
chem sich dieser nach Belehrung über die Rechtswirkungen mit der uneinge-
schränkten Strafverfolgung oder Strafvollstreckung einverstanden erklärt. Eine
Zustimmung des ausliefernden Staates liegt diesbezüglich nicht vor. A._
wurde jedoch in der Einvernahme vom 28. Juni 2018 (Urk. D1/06/18) von der
Staatsanwältin darauf hingewiesen, dass er bezüglich der beiden Tötungsdelikte
in die Schweiz ausgeliefert worden sei, bezüglich der weiteren Betrugsdelikte
müsse die Zustimmung von Deutschland noch eingeholt werden, wenn er nicht
auf die Spezialitätswirkung seiner Auslieferung verzichte. Der anwaltlich vertrete-
ne Beschuldigte erklärte nach dieser Belehrung zu Protokoll, dass er kooperieren
wolle und auf die Spezialitätswirkung verzichte (Urk. D1/06/18 S. 47). Damit liegt
ein Einverständnis des Verfolgten im Sinne von Art. VI Abs. 2 des Vertrags zwi-
schen der Schweizerischen Eidgenossenschaft und der Bundesrepublik Deutsch-
land über die Ergänzung des AEÜ vor.
Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die Spezialitätswirkung der Auslieferung
bezüglich keines der angeklagten Delikte einer Strafverfolgung in der Schweiz
entgegensteht, da bezüglich der Delikte gemäss Dossiers 1 und 2 eine Ausliefe-
rung bzw. die Einwilligung des ausliefernden Staates vorliegt und bezüglich der
weiteren Delikte (Dossiers 4 und 5) eine Einwilligung des Verfolgten. Die Pro-
zessvoraussetzungen sind daher erfüllt. Auf die Anklage ist in allen Punkten ein-
zutreten.
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3. Beweisanträge
Die Privatkläger 4 bis 6 stellten im Berufungsverfahren diverse Beweisanträge
(Urk. 155 S. 4 ff.; Urk. 156 S. 4 ff. und Urk. 157 S. 4 ff.). Da mit diesen lediglich
die Edition von Unterlagen beantragt wird, welche sich bereits bei den Akten be-
finden, ist auf die Beweisanträge nicht weiter einzugehen.
II. Sachverhalt
1. Zu erstellender Sachverhalt
1.1. Dossier 2
Mit der Vorinstanz ist bei der Erstellung des Sachverhalts chronologisch vorzuge-
hen, da die Ergebnisse der Sachverhaltserstellung betreffend Dossier 2 für die
Sachverhaltserstellung betreffend Dossier 1 von Bedeutung sind.
Der Beschuldigte anerkannte in der Einvernahme vor Vorinstanz den Anklagesa-
chverhalt betreffend Dossier 2 über weite Teile. Er bestritt jedoch, dass er mit
K._ und M._ übereingekommen sei, N._ unter einem Vorwand an
den Wohnort von K._ zu locken. Er machte geltend, das sei die Idee von
K._ gewesen. Er habe K._ behilflich sein wollen, dass dieser wieder zu
seinem Geld komme. Er habe gewusst, dass K._ eine Forderung gegenüber
N._ gehabt habe. Die Höhe der Forderung habe er nicht gekannt. Er habe
nicht gewusst, dass K._ N._ an seinem Wohnort überwältigen, fesseln
und gefangen halten werde, räumte aber ein, bei der Fesselung mitgewirkt zu ha-
ben. Er habe nicht damit gerechnet, dass N._ durch Gewaltanwendung ver-
letzt werde, lediglich, dass Pfefferspray eingesetzt werden könnte. Ferner treffe
nicht zu, dass er die von N._ an der Poststelle bezogenen Fr. 400.– erhalten
habe. Er habe nicht gewusst, dass K._ sich das Fahrzeug Mercedes aneig-
nen werde, vielmehr habe K._ ihm gesagt, N._ benötige den Mercedes,
um nach Serbien zu fahren. Von der Tötung von N._ habe er entgegen dem
Anklagevorwurf, wonach er am 28. April 2016 zwischen 8.00 Uhr und ca. 10.00
Uhr davon erfahren habe (eventualiter vor seinem Telefongespräch mit G._
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am 30. April 2016), erst am 6. Juni 2016 kurz vor seiner Verhaftung in AD._
erfahren.
Betreffend Dossier 2 ist der Schuldspruch betreffend Urkundenfälschung und der
Freispruch betreffend gewerbsmässigen Betrug in Rechtskraft erwachsen, wes-
halb diesbezüglich keine Sachverhaltserstellung vorzunehmen ist.
Zusammenfassend ist bestritten und zu erstellen,
- dass A._ mit K._ und M._ übereingekommen ist, N._ sel.
unter einem Vorwand an den Wohnort von K._ zu locken,
- dass A._ von Anfang an wusste, dass K._ N._ sel. an seinem
Wohnort überwältigen, fesseln und gefangen halten werde,
- dass A._ wusste, dass K._ N._ sel. das Fahrzeug BMW M3
entwenden werde,
- dass A._ beabsichtigte, das Fahrzeug Mercedes zu entwenden und für
eigene Zwecke zu verwenden
- dass A._ am 28. April 2016, eventualiter vor dem 30. April 2016, von
K._ über die Tötung von N._ sel. orientiert wurde.
1.2. Dossier 1
Betreffend den Fall O._ sagte der Beschuldigte vor Vorinstanz aus, K._
habe schätzungsweise eine Woche vor dem 3. Juni 2016 erzählt, dass er plane,
einen Lastwagen zu stehlen. Er habe ihm von seiner Masche erzählt, die er bei
P._ angewendet habe, den Lastwagen zu nehmen und einfach nie zu bezah-
len. Er habe das Fahrzeug auf Rechnung mitgenommen und dann behauptet,
dass er die Rechnung bezahlt habe (Prot. I S. 238). Er habe gedacht, dass es
auch so gemacht werde. K._ habe gesagt, dass sie es in diesem Stil machen
(Prot. I S. 239). Er habe nicht gewusst, dass K._ eine Schusswaffe mitge-
nommen habe. Das Thema Waffe sei nie besprochen worden (Prot. I S. 241). Er
habe nicht mit Gewaltanwendung gerechnet. K._ habe ihm vom Gewinn Fr.
10'000.– versprochen dafür, dass er einen Abnehmer für den Lastwagen bringe
und das Fahrzeug überführe (Prot. I S. 243). Es treffe zu, dass er vor dem Vorfall
- 18 -
Kabelbinder, Einsatzhandschuhe und ein Klappmesser gekauft habe, aber er ha-
be diese Sachen nicht für eine Fesselung gekauft (Prot. I S. 244). Diese Hand-
schuhe habe er gekauft, weil man die Fingerspitzen zurückklappen konnte. Er ha-
be keine Handschuhe dabei gehabt, als die SMS gekommen sei und habe nicht
umkehren und solche zu Hause holen wollen. Die Kabelbinder habe er gekauft,
um das Nummernschild zu befestigen (Prot. I S. 245). Das Messer habe ihm ge-
fallen, und er sei ohne seinen Sohn unterwegs gewesen, der damit hätte spielen
können, daher habe er es zu diesem Zeitpunkt gekauft (Prot. I S. 246). Als sie im
Lastwagen gesessen seien und O._ gezeigt habe, wie alles funktioniere, ha-
be K._ die Pistole unter der Mappe hervorgezogen und habe gesagt "keine
Mätzli machen", habe ihm die Handschellen gegeben und ihn aufgefordert,
O._ die Handschellen anzulegen. Er habe gesagt, das könne er nicht ma-
chen, und wofür. K._ habe erwidert, er solle machen, was er ihm sage (Prot.
I S. 253). Er habe das gemacht, sei aber ziemlich überfordert gewesen und sei
aus dem Lastwagen ausgestiegen. Kurz nachher sei es weitergegangen, er sei
aufgefordert worden, ihm einfach nachzufahren. Die Knie und Füsse von O._
habe er nicht mit dem Klebeband umwickelt. Er sei überrascht gewesen, als
K._ plötzlich die Pistole hervorgenommen habe. Es sei total gegen die Ab-
machung gewesen, dass es so ablaufen solle wie bei P._ (Prot. I S. 252). Er
habe nicht gewusst, dass M._ das Mobiltelefon von O._ dabei gehabt
habe. Er habe nicht mitbekommen, dass zwischen K._ und M._ in
Q._/R._ Mobiltelefone getauscht worden seien (Prot. I S. 267) und habe
auch nicht mitbekommen, dass K._ mit ihr telefoniert habe (Prot. I S. 258 f.).
K._ habe gesagt, er nehme O._ nach Hause, schüchtere ihn ein, den
Vertrag unterschreiben zu lassen und bringe ihn dann nach Zürich zurück. Sie
würden dann alle drei sagen, dass sie den Lastwagen gekauft hätten. Er habe
nicht damit gerechnet, dass er ihn töten würde. Er habe in Deutschland kurz vor
der Verhaftung erfahren, dass O._ getötet worden sei (Prot. I S. 262). Er ha-
be sich nicht vorgestellt, wie K._ O._ einschüchtern werde, habe ge-
dacht, er werde verbal eingeschüchtert (Prot. I S. 273).
Er habe nicht mitgewirkt als O._ in den Anhänger gebracht worden sei, habe
ihn nicht gestützt und habe keine Pistole in den Händen gehabt (Prot. I S. 263). Er
- 19 -
habe K._ schon früh signalisiert, dass er nicht einverstanden gewesen sei.
Es sei um Betrug und Diebstahl gegangen, aber nicht um eine Geiselnahme und
noch viel weniger um eine Tötung (Prot. I S. 265).
Zusammenfassend ist betreffend diesen Anklagepunkt zu erstellen,
- dass A._ mit K._ und M._ Ende Mai/Anfang Juni 2016, spä-
testens am Vormittag des 3. Juni 2016, übereinkam, sich an der Überwältigung,
Fesselung und Entführung von O._ sel. unter Einsatz einer Schusswaffe so-
wie dem Entwenden des Lastwagens zu beteiligen,
- dass A._ bereits im Zeitpunkt der Tatplanung mit der Tötung von
O._ sel. durch K._ rechnete, eventualiter den späteren Tod von
O._ sel. in Kauf nahm,
- dass vorgängig geplant war, dass K._ eine geladene, gesicherte Pistole
"Beretta" mitnimmt,
- dass A._ die Knie und Füsse von O._ sel. mit Klebeband umwi-
ckelte,
- dass A._ wusste, dass K._ das Mobiltelefon von O._ sel.
M._ übergab und sie anwies, dieses bei der Einstellhalle in S._ zu de-
ponieren,
- dass A._ mit M._ telefonierte, als diese bei der Einstellhalle in
S._ angekommen war, und ihr mitteilte, wo sich die Einstellhalle befinde und
wo sie das Telefon von O._ sel. deponieren solle,
- dass A._ Schmiere stand und dabei die ihm von K._ übergebene
Pistole "Beretta" in Händen hielt, als K._ den gefesselten O._ sel. vom
Lastwagen in den Anhänger verbrachte.
1.3. Dossier 4
Der Beschuldigte anerkannte, das Fahrzeug K._ übergeben zu haben, damit
dieser es in Serbien verschwinden lasse und es wahrheitswidrig gegenüber der
Polizei und der Versicherung als gestohlen gemeldet zu haben (Prot. I S. 222 f.).
Entsprechend ist der Schuldspruch des versuchten Betruges in Rechtskraft er-
wachsen. Angefochten ist betreffend diesen Anklagepunkt der vorinstanzliche
- 20 -
Schuldspruch betreffend Veruntreuung. Darauf ist im Rahmen der rechtlichen
Würdigung zurückzukommen. Der diesbezügliche Sachverhalt lautet dahinge-
hend, dass der Beschuldigte den Lieferwagen TATA von der C._ AG geleast
habe und durch das Vortäuschen des Diebstahls habe frühzeitig aus dem Lea-
singvertrag aussteigen können. Der Beschuldigte anerkannte, das Fahrzeug ge-
least zu haben (Prot. I S. 224), dass er das Fahrzeug habe loshaben wollen und
die Leasinggebühren von Fr. 460.– monatlich gespart hätte (Prot. I S. 226).
1.4. Dossier 5
Betreffend Dossier 5 sagte der Beschuldigte aus, er habe keine Ahnung davon
gehabt, dass K._ den Diebstahl bei der Versicherung gemeldet habe oder
melden werde. Er habe einfach die Rechnungen für die Reparaturen, die er auf
die Firma habe ausstellen müssen, damit er es von den Steuern habe abziehen
können, umschreiben müssen auf den Halter des Fahrzeugs. K._ habe ein-
mal gesagt, das Zündschloss funktioniere nicht immer. Er (A._) habe dann
ein neues Zündschloss bestellt, und K._ habe es bar bezahlt (Prot. I S. 228).
Die Reparaturen gemäss den Rechnungen seien gemacht worden, die Waren be-
stellt und verbaut worden. Die Rechnungen seien betragsmässig richtig gewesen
(Prot. I S. 230). Der einzige Fehler, den er gemacht habe, sei eine Antriebswelle
gewesen, die K._ als Occasion gebracht habe, er aber als Original aufge-
nommen habe. K._ habe ihm gesagt, das Auto sei verschwunden. Er habe
sich gesagt, dass dies wieder ein solches K._-geschäft sein müsste, das Au-
to einfach irgendwie weg müsse. Sie hätten einen halben Abend telefoniert.
K._ habe ihm gesagt, dass er ihm Rechnungen machen müsse (Prot. I S.
231). K._ habe das Auto angezündet, er habe im Vorfeld nichts davon ge-
wusst (Prot. I S. 232).
Zusammenfassend ist zu erstellen
- dass A._ bewusst wahrheitswidrige Reparaturrechnungen ausstellte,
- dass A._ versuchte, ein neues Zündschloss in den VW Passat einzu-
bauen,
- 21 -
- dass A._ und K._ den VW Passat am 28. Januar 2016 absichtlich
in Brand steckten
2. Beweismittel
2.1. Vorbemerkungen
Als Beweismittel bei der Sachverhaltserstellung dienen in erster Linie die Aussa-
gen des Beschuldigten sowie der Mitbeschuldigten K._ und M._ sowie
der Inhalt der Kurzmitteilungen/Chats und Telefonprotokolle betreffend Antennen-
standorte.
Da den Aussagen der Beteiligten besonderes Gewicht zukommt, werden diese
nachfolgend kurz zusammengefasst. Dabei ist zu berücksichtigen, dass die
A._ belastenden Aussagen der Mitbeschuldigten nur soweit verwertbar sind,
als die Teilnahmerechte von A._ an den entsprechenden Einvernahmen ge-
wahrt wurden. Jedoch ist der Verlauf des Aussageverhaltens betreffend die Be-
lastungen von A._ gerade bei K._ für die Würdigung seiner Aussagen
(zugunsten von A._) unerlässlich, weshalb die Aussagen auch in jenen Ein-
vernahmen kurz zusammengefasst werden, in welchen die Teilnahmerechte von
A._ nicht gewahrt wurden. Dasselbe gilt auch für die Aussagen von M._.
2.2. Aussagen des Beschuldigten
2.2.1. Hafteinvernahme vom 24. Juni 2016 (Urk. D1/03/01)
Der Beschuldigte berief sich auf sein Aussageverweigerungsrecht.
2.2.2. Staatsanwaltschaftliche Einvernahme vom 30. Juni 2016
(Urk. D1/03/02)
Der Beschuldigte erklärte, er habe mit dem Tod von O._ nichts zu tun. Er sei
am 3. Juni 2016 von K._ benachrichtigt worden, einen Lastwagen anzu-
schauen, den er schon am Vortag angeschaut habe und für den er eine Anzah-
lung geleistet habe. Da seine Frau gearbeitet habe, habe er seinen Sohn zu sei-
ner Mutter gebracht und sei nach T._ gefahren, wo er K._ getroffen ha-
- 22 -
be. K._ habe ihm auf der Fahrt Richtung Zürich gesagt, dass er den Lastwa-
gen gewinnbringend verkaufen wolle. Er (A._) habe diverse Händler ange-
schrieben und habe die U._ gefunden, welche den von K._ angegebe-
nen Mindestpreis von Fr. 40'000.– habe bezahlen wollen (Urk. D1/03/02 S. 2).
Bei der Halle von O._ hätten sie den Lastwagen angeschaut. K._ habe
die vorläufige Verkehrseinlösung mit Versicherung mitgenommen. Er habe auch
einen Kaufvertrag gesehen. Dieser habe auf die Firma V._ gelautet. Das
heisse, er habe den Lastwagen schon gekauft (Urk. D1/03/02 S. 3). Zuerst sei er
mit O._ im Lastwagen gefahren, K._ sei mit dem Ranger gefolgt. Nach
dem ersten Halt auf einem Parkplatz, wo O._ den Nebenantrieb, das Aufkip-
pen gezeigt habe, und sie die Chassis des Aufliegers angeschaut hätten, sei
K._ mit O._ im Lastwagen Richtung U._ in AA._ gefahren. Er
sei im Ranger gefolgt, auch M._ sei hinterher gefahren. Auf einem Aldi oder
Lidl-Parkplatz hätten sie sich nochmals getroffen. Er habe den Lastwagen über-
nommen, K._ habe den Ford Ranger mit dem Anhänger genommen und
M._ habe sie wieder verlassen. Danach seien sie zur U._ gefahren. Er
habe dort den Lastwagen abgestellt und sei zu K._ in den Ford Ranger ge-
stiegen. Sie seien Richtung AB._ nach Hause gefahren. Bei der Autobahn-
ausfahrt Q._ seien sie ab der Autobahn gefahren, um zu tanken. M._
sei auch wieder zu ihnen gestossen. Er habe gemerkt, dass er das Nummern-
schild am Lastwagen gelassen habe. K._ habe diese am Samstag ge-
braucht. Daher sei er im Fahrzeug von M._ nach T._ gefahren, wo er in
sein Auto gestiegen und nach AA._ gefahren sei, um die Nummernschilder
zu holen. Von dort aus sei er nach Hause gefahren (Urk. D1/03/02 S. 4). Am
nächsten Tag habe er einen Anruf von AC._ aus AD._ betreffend den
Kauf des Lastwagens bekommen. Er habe mit diesem einen Preis von Fr.
43'000.– vereinbart, wobei Herr AE._ den Lastwagen noch habe sehen wol-
len. Es sei mit ihm abgemacht worden, dass sie den Lastwagen nach AD._
bringen. Das habe K._ mit M._ gemacht. Am Montag habe Herr
AE._ mitgeteilt, dass er für den Lastwagen Fr. 43'000.– bezahle. Sie hätten
abgemacht, dass er um 19 Uhr in AD._ sei und man die ganze Abwicklung
machen könne. Er sei mit K._ nach AD._ gefahren (Urk. D1/03/02 S. 6).
- 23 -
Er habe einen Anruf von Herrn AE._ bekommen, dass etwas mit dem Fahr-
zeug nicht stimme, dieses als gestohlen gemeldet worden sei. K._ habe
dann M._ angerufen, sie solle die Verträge schicken, damit man beweisen
könne, dass K._ den Lastwagen gekauft habe. Gleichzeitig habe K._ ihn
angewiesen, M._ die Fahrzeugpapiere zu schicken. Er habe zu AE._
gesagt, er solle die Polizei rufen, das Fahrzeug sei gekauft, er habe den Kaufver-
trag gesehen. Dann sei die Polizei gekommen und habe ihnen die Haft eröffnet
(Urk. D1/03/02 S. 7).
K._ habe ihm für die Vermittlung eines Abnehmers Fr. 200.– als Provision
versprochen. K._ sei bei den LKW-Händlern nicht so beliebt gewesen, daher
habe er das übernommen (Urk. D1/03/02 S. 11). Gemäss dem Vertrag, den er
gesehen habe, sei der Lastwagen schon gekauft gewesen. Er habe den Vertrag
in S._ gesehen. Er habe O._ Transport als Verkäufer und die Firma
V._ als Käufer im Vertrag gesehen, den Kaufpreis von Fr. 38'000.– sowie
zwei Unterschriften. Es sei ein Standard-Kaufvertrag von Autoscout gewesen
(Urk. D1/03/02 S. 11). Auf die Frage, weshalb man denn noch eine Probefahrt
gemacht habe, antwortete er, er gehe davon aus, dass er mit O._ noch ein
Schlupfloch abgemacht habe, dass er noch zurücktreten könnte, wenn etwas
nicht in Ordnung wäre (Urk. D1/03/02 S. 13).
Er habe O._ letztmals gesehen als er mit K._ im Lastwagen gefahren
sei, von dort an nicht mehr. Zwischendurch habe er den Anschluss zum Konvoi
verloren (Urk. D1/03/02 S. 15). Auf dem Aldi/Lidl-Parkplatz sei der Anhänger am
Fahrzeug von M._ gewesen, dann habe er den Anhänger auf Geheiss von
K._ an den Ranger angehängt. Er habe das nicht hinterfragt (Urk. D1/03/02
S. 16).
Die ihm vorgehaltenen Kaufverträge bezeichnete er als Fälschungen
(Urk. D1/03/02 S. 23).
Den BMW von N._ habe er diesem zusammen mit K._ abgekauft. Er
wisse nichts über das Verschwinden von N._ (Urk. D1/03/02 S. 31).
- 24 -
Auf Vorhalt des Kaufbelegs für ein Klappmesser, Einsatzhandschuhe und Kabel-
binder vom 3. Juni 2016 erklärte er, die Handschuhe habe er gekauft, weil sie
praktisch seien, weil man vorne die Finger umlegen könne, wenn man etwas
schrauben wolle. Das Messer habe er gekauft, weil es ihm gefallen habe, er habe
mehrere davon zu Hause. Die Kabelbinder brauche er für die Garage, sie seien in
jenem Geschäft einfach günstig (Urk. D1/03/02 S. 32/33).
2.2.3. Polizeiliche Einvernahme vom 14. Juli 2016 (Urk. D1/03/03)
Der Beschuldigte verweigerte die Aussage.
2.2.4. Polizeiliche Einvernahme vom 20. Oktober 2016 (Urk. D1/03/04)
Der Beschuldigte verweigerte die Aussage betreffend den Fall O._ sel..
2.2.5. Polizeiliche Einvernahme vom 20. Oktober 2016 (Urk. D1/03/05)
Der Beschuldigte verweigerte die Aussage betreffend den Fall N._ sel..
2.2.6. Polizeiliche Einvernahme vom 6. April 2017 (Urk. D1/03/06)
Diese Einvernahme befasst sich mit dem Vorwurf des Versicherungsbetruges
zum Nachteil der AL._ Versicherung. Der Beschuldigte verweigerte die Aus-
sage.
2.2.7. Polizeiliche Einvernahme vom 27. Juni 2017 (Urk. D1/03/07)
Es handelt sich um eine Einvernahme zur Person.
2.2.8. Schriftliche Stellungnahme vom 20. November 2017 (Urk. D1/03/08)
Fall N._ sel.:
Er sei von N._ gebeten worden, ihm bei Problemen mit dem BMW zu helfen.
Das Fahrzeug hätte zu einem Kollegen von K._ namens P._ gebracht
werden sollen, der für die Reparatur ca. Fr. 900.– und einen Vorschuss von Fr.
400.– verlangt habe. K._ habe diesen Preis abgeklärt, und er (A._) habe
ihn N._ mitgeteilt. Er habe den BMW aufgeladen und sei mit N._ losge-
- 25 -
fahren. Auf der Fahrt habe er N._ gesagt, dass K._ noch mit ihm spre-
chen wolle und bei der Überführung des BMW dabei sein werde. N._ sei ein-
verstanden damit gewesen. Bei K._ zu Hause hätten sie sich in der Küche
zusammengesetzt und etwas getrunken. K._ habe ihm gesagt, dass er den
BMW nicht mehr an diesem Abend nach AW._ bringen müsse, er werde das
Fahrzeug am folgenden Tag dorthin bringen. K._ habe M._ und ihn ge-
beten, den Mercedes von N._ holen zu gehen, damit N._ wieder mobil
sei und er und N._ etwas unter vier Augen besprechen könnten. Er sei mit
M._ nach AB._ gefahren, um den Mercedes zu holen und von dort aus
nach Hause gefahren. Seines Wissens sei M._ zurück nach AF._ gefah-
ren. Am nächsten Tag habe K._ ihn kontaktiert und ihm gesagt, dass er den
BMW im Tausch für geschuldetes Geld übernommen habe, sie aber einen Ver-
trag auf ihn (A._) gemacht hätten, damit das Fahrzeug nicht in die Konkurs-
masse falle (Urk. D1/03/08 S. 3). K._ habe das Fahrzeug umlösen wollen
und habe ihm gesagt, der Fahrzeugausweis sei noch bei N._ und dieser sei
nach Serbien gefahren. Er habe versucht, N._ telefonisch zu erreichen, was
ihm nicht gelungen sei, es sei immer die Combox gekommen. Er habe bei
N._ zu Hause angerufen und habe den Bruder von N._ gebeten, ihm
den Fahrzeugausweis zu geben. Als Beweis habe er dem Bruder den Kaufvertrag
gesendet, den er von K._ per SMS erhalten habe. K._ habe M._
geschickt, um den Fahrzeugausweis zu holen. Der Bruder von N._ sei auf
der Suche nach seinem Bruder gewesen und habe ihn angerufen. Er habe ihm
nur sagen können, dass er N._ letztmals bei K._ gesehen habe.
K._ habe ihm gesagt, dass N._ an jenem Abend noch nach Serbien ge-
fahren sei, um Ware abzuholen. Der Bruder von N._ sei bei ihm vorbeige-
kommen und habe ihm Vorwürfe gemacht, er habe seinen Bruder umgebracht. Er
habe ihm gesagt, er habe N._ letztmals bei K._ gesehen und er sei an-
schliessend nach Serbien gefahren. Der Bruder von N._ sei auch einmal bei
ihm vorbeigekommen und habe ihn bedroht. Er habe mit K._ telefoniert, der
die Polizei gerufen habe. Die Polizei sei vorbeikommen und habe G._ vom
Grundstück gewiesen. Anschliessend habe er nichts mehr von der Familie
- 26 -
N._ gehört und habe angenommen, dass N._ wieder da sei
(Urk. D1/03/08 S. 4).
Fall O._ sel.:
Ende Mai/anfangs Juni habe ihm K._ von der Masche erzählt, welche er bei
der Firma U._, P._ und AG._ abgezogen habe. Diese Unterschla-
gungen habe er alleine gemacht. Er habe ihm das Angebot gemacht, dass er Fr.
10'000.– bekomme, wenn er bei der Unterschlagung gegenüber O._ mitma-
che. Er müsse die Fahrzeugkombination auf seinen Namen (A._) verkaufen,
da er (K._) bei den bekannten Händlern nicht so beliebt sei, weil er schon
viele betrogen habe. Er habe leider zugestimmt. Am 3. Juni hätten sie sich bei der
Autobahnausfahrt T._ getroffen. Er habe die Handschuhe vergessen und
habe solche nebst Kabelbindern und einem Messer im L._ in ... gekauft. Die
Kabelbinder habe er für das Befestigen der Nummernschilder am LKW gebraucht
und das Messer für das Entfernen der Kabelbinder. In T._ sei er zu K._
ins Auto gestiegen. K._ habe ihm auf der Fahrt gesagt, dass M._ auch
mitkomme, er habe nicht gesagt, weshalb. Bei der Einstellhalle von O._ habe
er die Nummernschilder montiert und habe O._ die von K._ mitgebrach-
ten vorläufigen Immatrikulationspapiere und seinen Führerschein gezeigt. Er sei
mit O._ im Lastwagen losgefahren, K._ sei im Ford Ranger gefolgt. Auf
einem grossen Parkplatz hätten sie das Aufkippen der Mulde ausprobiert und den
LKW auch innen angeschaut. K._ habe ihm gesagt, dass er kurz mit
O._ allein sein wolle. Er sei zum Ford Ranger gegangen und habe eine Ziga-
rette geraucht. Als K._ ihn wieder zum LKW gerufen habe, habe er gesehen,
dass O._ mit Handschellen und Klebeband gefesselt auf dem Bett gelegen
habe. Er habe K._ gefragt, was das solle. Er habe geantwortet, er habe ei-
nen anderen neuen Plan als vorab ausgemacht und habe ihn nicht darüber infor-
mieren wollen, was er vorhabe. Er müsse einfach mitmachen und einen Käufer
finden, er wolle noch am heutigen Tag Bargeld haben. Er sei geschockt und mit
der Situation überfordert gewesen und habe einfach gemacht, was K._ ge-
sagt habe. Auf dem Rastplatz BA._ hätten sie nochmals angehalten.
K._ habe sich nicht von seinem Vorhaben abbringen lassen und habe nicht
- 27 -
sagen wollen, was er vorhabe. Auf der Weiterfahrt Richtung AQ._ habe er
von der Sache Abstand nehmen und abhauen wollen. Er habe sich vom Convoy
zurückfallen lassen und habe eine Autobahnausfahrt nicht genommen. K._
habe ihn angerufen und ihn gezwungen zurückzukehren, da er ihm helfen müsse,
den LKW zu U._ zu bringen. Auf diesen Zwang hin habe er gewendet und
sei zu K._ gefahren. Auf einem grösseren Platz hätten sie angehalten und
hätten ziemlich Streit gehabt. Er habe von K._ wissen wollen, was er nun
vorhabe. Er habe gesagt, O._ komme mit ihm nach Hause, werde einen Ver-
trag unterschreiben, dass der LKW bar bezahlt worden sei, werde eingeschüch-
tert und wieder nach S._ gebracht. Er sei geschockt gewesen und habe
Angst gehabt, dass es nicht klappe und O._ zur Polizei gehe, jedoch hätten
drei Personen bezeugen können, dass O._ den Betrag in bar erhalten habe
(Urk. D1/03/08 S. 8). K._ habe O._ aus dem LKW aussteigen und auf
den Anhänger steigen lassen. Er habe gesagt, O._ gehöre nicht auf den An-
hänger, worauf K._ gesagt habe, das sei seine Angelegenheit. Er könne
nicht sagen, ob M._ an diesem Ort angerufen habe, um zu fragen, wo sie
das Natel von O._ deponieren solle, er wisse nur, dass er ihr diese Anwei-
sung nicht gegeben habe. Wenn das Telefon bei ihm eingegangen sei, habe er es
an K._ weitergereicht, der sich in S._ ausgekannt habe. Auf dem Weg
von AA._ nach AB._ habe er K._ gefragt, was los sei. Dieser habe
gesagt, er halte ihn heraus, er werde O._ einschüchtern, sodass er nichts
sage. Er habe irgendwie Angst gehabt, dass K._ alles auf ihn abwälze
(Urk. D1/03/08 S. 8). Herr AE._ habe ihm auf dem Platz eine Email von Be-
kannten von O._ vorgelesen, auf welcher gestanden habe, dass O._
umgebracht worden sei. K._ habe ihn aufgefordert, die Fahrzeugpapiere an
M._ zu schicken und habe gesagt, er werde versuchen, zu richten, was noch
gehe und habe ihn angewiesen, nichts zu sagen. Bevor die Polizei eingetroffen
sei, habe ihm K._ gesagt, dass er O._ und N._ erstickt habe (Urk.
D1/03/08 S. 9).
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Vorfall TATA:
Er sei mit dem geleasten Fahrzeug nicht mehr zufrieden gewesen und habe das
Leasing beenden wollen. Dies sei aber nicht möglich gewesen. K._ habe die
Idee mit dem Versicherungsbetrug gehabt. Er habe gesagt, er kenne in Serbien
Leute, die sich darauf spezialisiert hätten, die VIN-Nummer zu ersetzen und das
Fahrzeug weiter zu verkaufen. Er habe eingewilligt und habe K._ für das
Verschwindenlassen Fr. 1'000.– bezahlen müssen. Er wisse nur, dass ein Ver-
wandter von N._ in Serbien das Fahrzeug abgenommen habe. Er habe das
Fahrzeug der Polizei wahrheitswidrig als gestohlen angezeigt und der Versiche-
rung gemeldet (Urk. D1/03/08 S. 11).
Vorfall Passat:
K._ habe ihn angerufen und mitgeteilt, dass sein Passat in Deutschland ge-
stohlen worden sei. Er habe sofort gewusst, dass es ein Versicherungsbetrug sein
werde, weil sie es beim TATA auch versucht hätten. Da er im Vorfeld die Rech-
nungen für Reparaturen beim Passat in andere Rechnungen von AI._ GmbH
verpackt habe, habe er diese auf ausdrücklichen Wunsch von K._ in Rech-
nungen lautend auf AV._ ändern müssen. Alle auf AV._ geschriebenen
Rechnungen wie auch Stunden seien effektiv geleistet und ausgeführt worden.
Einzig die Antriebswelle habe er als Occasion erhalten und habe sie als neue Wa-
re verrechnet. Bezüglich des Zündschlosses habe er K._ auf dessen Anfrage
erklärt, dass ein Occasionsschloss von einem anderen Passat nicht passe. Da
K._ dennoch ein Zündschloss haben wollte, habe er für ihn eines organisiert,
welches K._ bar bezahlt habe (Urk. D1/03/08 S. 12). Er habe nichts mit dem
Fahrzeugbrand zu tun. Er könne sich nicht vorstellen, warum der Passat habe
verschwinden müssen, da das Fahrzeug neu geprüft gewesen sei und auch di-
verse Reparaturen gemacht worden seien (Urk. D1/03/08 S. 13).
Er habe für K._ Schwarzarbeit verrichtet. Damit habe er ihn erpresst, wenn
er ihm bei der Betrügerei O._ nicht helfen werde, werde er ihn verzeigen
(Urk. D1/03/08 S. 16 f.).
- 29 -
2.2.9. Staatsanwaltschaftliche Einvernahme vom 23. November 2017
(Urk. D1/03/09)
K._ habe ihm gesagt, dass N._ nach Serbien gefahren sei, um etwas zu
holen, was ihm und N._ gehört habe. Er schätzte, K._ habe das gesagt,
einen Tag nachdem er mit N._ bei ihm gewesen sei (Urk. D1/03/09 S. 6).
Er habe am 27. April 2016 bei N._ zuhause in AB._ den BMW aufgela-
den. Dann seien sie in Richtung von K._ gefahren und hätten noch ei-
nen Zwischenhalt an einer Post gemacht. N._ habe das Geld für die Voraus-
zahlung der Reparatur abgehoben. Er habe kein Geld von N._ bekommen
(Urk. D1/03/09 S. 9). Sie seien dann zu K._ nach Hause gefahren. Dort seien
sie in der Küche gesessen und hätten etwas zusammen getrunken. Sie hätten
über ganz normale Sachen gesprochen. Als das Gespräch auf die Indoor-Anlage
gekommen sei, sei er rausgegangen. Auf die Frage, ob auch Thema gewesen sei,
dass N._ K._ noch Geld schulde, erklärte er, dieses Thema sei immer
irgendwie herumgegeistert. Es sei für ihn aber nie klar gewesen, was stimmte.
K._ habe ja Konkurs angemeldet. Er habe vor den Mitarbeitern das Gesicht
nicht verlieren wollen und habe deshalb gesagt, dass N._ seine Finger mit
drin habe. Er könne sich vorstellen, dass N._ seine Finger im Spiel gehabt
habe, dies sei aber nur eine Mutmassung. Er habe gehört, dass N._ in Dro-
gen drin sei, ebenfalls das Geld von K._. Er wisse nicht, ob das stimme (Urk.
D1/03/09 S. 22). Er wisse nicht mehr hundertprozentig, ob M._ bei diesem
Gespräch auch dabei gewesen sei. Glaublich sei sie am Anfang dabei gewesen,
aber er mutmasse nur, er könne es nicht sagen (Urk. D1/03/09 S. 21). Dann habe
K._ M._ und ihn gebeten, den Mercedes in AB._ zu holen, was sie
gemacht hätten. M._ habe ihn in AB._ ausgeladen. Sie sei mit dem
Mercedes nach Hause gefahren, er zu sich nach AR._. N._ sei nicht
einfach nach AB._ mitgefahren und dann weiter, weil K._ mit N._
unter vier Augen habe reden wollen. Irgendwann sei der Bruder von N._ ge-
kommen und habe gesagt, man habe N._ umgebracht. Er habe bei K._
nachgefragt, was gelaufen sei und wo N._ sein könnte. Er habe ihm gesagt,
- 30 -
dass N._ mit dem Mercedes nach Serbien gefahren sei (Urk. D1/03/09 S. 8).
Die Reparatur des BMW hätte um die Fr. 900.– gekostet.
Er sei einverstanden gewesen, dass der Vertrag betreffend den BMW auf ihn lau-
te, da K._ mit seiner Firma Konkurs gegangen sei und der BMW in die Kon-
kursmasse gefallen wäre, wenn der Vertrag auf ihn gelautet hätte (Urk. D1/03/09
S. 14). Am 28. April 2016 habe ihm K._ geschrieben, ob er den Fahrzeug-
ausweis des BMW habe. Er habe diesen nicht gehabt und habe versucht,
N._ anzurufen.
Was er mit seiner Mitteilung "viel Spass" an K._ gemeint habe, konnte der
Beschuldigte nicht mehr sagen. Es sei nie die Rede davon gewesen, dass
K._ N._ etwas antun sollte und es sei ausgeschlossen, dass das einen
Zusammenhang mit dem gehabt habe, was später passiert sei (Urk. D1/03/09 S.
19).
2.2.10. Staatsanwaltschaftliche Einvernahme vom 9. Januar 2018
(Urk. D1/03/11)
Der Beschuldigte schilderte, dass K._ ihm Ende Mai 2016 erzählt habe, wie
er Betrüge mache und zu Geld komme. Er habe das mit dem Verkauf des Last-
wagens von AG._ und mit dem Volvo erzählt. Es sei die Idee aufgekommen,
dass er ihm helfen könne, das auch bei O._ zu machen. Er habe ihm für die
Hilfe bei O._ Fr. 10'000.– geboten. Das sei für ihn ein verlockendes Angebot
gewesen, und er habe die Bilder des Lastwagens an diverse Händler geschickt,
um Preisangebote zu erhalten. Er sei nach T._ gefahren, habe vorher noch
ein paar Handschuhe und ein Messer gekauft und habe K._ getroffen. Un-
terwegs hätten sie noch M._ getroffen. K._ und er seien zur Einstellhalle
gegangen und hätten O._ die Ausweise und vorläufigen Immatrikulationspa-
piere gezeigt. Er habe die Nummernschilder an den Lastwagen gemacht. Er sei
als Fahrer, O._ als Beifahrer im Lastwagen gefahren, K._ sei mit dem
Ranger gefolgt. Auf einem Kiesplatz habe O._ gezeigt, wie man den Lastwa-
gen aufkippe und wie es von innen aussehe. K._ habe gesagt, er solle
schnell aus dem Lastwagen gehen, was er getan habe und eine Zigarette rau-
- 31 -
chen gegangen sei. Als er fertig gewesen sei, habe K._ ihn wieder zu sich
gerufen und er habe gesehen, dass K._ O._ mit Handschellen fesselte.
Er habe gefragt, was das solle, das hätten sie so nicht abgemacht. Er habe ge-
antwortet, er solle das seine Sache sein lassen, es würde schon gut kommen.
Dann seien sie weiter gefahren, K._ mit O._ im Lastwagen, er im Ran-
ger. Nach einem Halt an der Raststätte AH._ und einem weiteren Halt auf ei-
nem Lidl Parkplatz habe er die Anweisung bekommen, den Anhänger vom Suba-
ru an den Ranger umzuhängen. M._ sei dann weggefahren. Sie seien weiter
gefahren. Auf einem grösseren Platz habe K._ O._ vom Lastwagen in
den Anhänger umgeladen. Er habe nochmals versucht, mit K._ zu reden und
habe gefragt, was das solle und was mit O._ passiere. K._ habe gesagt,
er nehme ihn mit nach Hause und schüchtere ihn ein. Dann werde er ihn den Ver-
trag unterschreiben lassen, dass er das Geld erhalten habe und ihn nach S._
zurückbringen. Bei der Polizei würden sie alle dasselbe aussagen, das sei dann
schon glaubhaft (Urk. D1/03/10 S. 3). Er sei überfordert gewesen und sei mit dem
Lastwagen zur U._ gefahren, wo er den Lastwagen abgestellt habe und ins
Auto zu K._ gestiegen sei. Sie seien nach R._ gefahren, wo sie
M._ getroffen hätten. Er habe gemerkt, dass er die Nummernschilder am
Lastwagen gelassen habe und sei mit M._ bis nach T._ gefahren. Von
dort aus sei er mit seinem Auto zurück zur U._ gefahren, um die Nummern-
schilder zu holen. Am Montag sei er mit K._ nach Deutschland zu AE._
gefahren, um den Weiterverkauf des Lastwagens zu machen. AE._ habe ihm
gesagt, mit dem Lastwagen stimme etwas nicht, dieser sei gestohlen worden.
AE._ habe ihm ein Mail vorgelesen, in welchem gestanden habe, dass der
Besitzer des Lastwagens umgebracht worden sei und er die Polizei anrufen müs-
se. K._ habe M._ angerufen, dass sie den Vertrag schicken solle, damit
sie beweisen könnten, dass sie den Lastwagen gekauft hätten. Es sei ziemlich
lange gegangen, bis die Polizei gekommen sei. Er habe K._ gefragt, was das
mit dem E-Mail auf sich habe. Er habe ihm dann erzählt, dass er O._ mit
Klebeband erstickt habe und in den Wald geworfen habe (Urk. D1/03/10 S. 5).
Dann habe er gefragt, was mit N._ passiert sei. Er habe gesagt, dass er
auch ihn umgebracht habe (Urk. D1/03/10 S. 6). Er sei geschockt gewesen und
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habe es erst gar nicht glauben können. K._ habe am 3. Juni 2016 gesagt,
dass man bei der Polizei dasselbe aussagen solle, dass der LKW gekauft und be-
zahlt sei. K._ hätte dann den Part vom Reden übernommen, ihn rausgehal-
ten und nicht erwähnt (Urk. D1/03/10 S. 9). Bei O._ sei die Adresse und Te-
lefonnummer von K._ hinterlegt gewesen, seine Angaben nicht (Urk.
D1/03/10 S. 10). Man habe schon darüber gesprochen, was man der Polizei im
Falle einer Anzeige von O._ sagen werde, was ganz genau abgemacht ge-
wesen sei, wisse er nicht mehr (Urk. D1/03/10 S. 10). Es sei nie geplant gewesen,
dass es eine Probefahrt geben werde. Er habe gedacht, man würde dorthin ge-
hen, den LKW holen und wieder gehen. Am Anfang habe er nicht gewusst, dass
M._ auch mitkomme, darum hätte es ihn gebraucht, um den Ranger oder
den LKW zu fahren (Urk. D1/03/10 S. 11). Für ihn sei klar gewesen, dass K._
mit O._ abgemacht habe, dass sie den LKW mitnehmen zum Gebrauch und
dass man ihn statt gebraucht einfach verkauft hätte. Das wäre dann ein Betrug
gewesen, damit hätte er leben können (Urk. D1/03/10 S. 10). Wie K._ bei
P._ vorgegangen sei, wisse er nicht, er habe ihm nur gesagt, dass er den
LKW dort geholt habe, ohne zu bezahlen (Urk. D1/03/10 S. 11). Er habe nicht hin-
terfragt, wofür man überhaupt einen Anhänger bauche, er glaube, er habe
K._ nicht gefragt (Urk. D1/03/10 S. 12). Er vermute, dass K._ M._
eingeweiht habe, dass es sich um einen Betrug handle (Urk. D1/03/10 S. 13). Als
er wieder in den LKW gestiegen sei, habe er die Pistole bei der Mittelkonsole lie-
gen gesehen. Er nehme an, K._ habe diese gebraucht, um O._ gefügig
zu machen und ihm die Handschellen anzulegen (Urk. D1/03/10 S. 13). Er habe
keine Fragen gestellt, als er die Pistole gesehen habe, da er mit der Situation
überfordert gewesen sei.
Der Beschuldigte bestätigte, dass er die Telefone immer auf sich getragen habe
oder vorübergehend im Auto gelassen habe. Er habe garantiert nie das Telefon
mit jemand anderem getauscht. Er wolle nicht, dass andere Leute seine privaten
Sachen anschauen (Urk. D1/03/10 S. 15).
Er sei bei der Überwältigung von O._ nicht dabei gewesen. Er wisse nicht,
weshalb K._ ihn in diesem Punkt zu Unrecht belaste (Urk. D1/03/10 S. 16).
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Als er nicht mehr habe mitmachen wollen und nicht von der Autobahn gefahren
sei, habe K._ ihn angerufen und habe gesagt, er sei mitgekommen und habe
den Lastwagen angeboten, jetzt müsse er einfach mitmachen. Das habe er als
Zwang empfunden. Bedroht oder negative Konsequenzen angedroht habe
K._ nicht. Er habe aus früherer Erfahrung gewusst, dass er am Schluss das
Arschloch gewesen sei, er wolle darauf aber nicht eingehen, das seien alte Ge-
schichten (Urk. D1/03/10 S. 16).
Es treffe nicht zu, dass er M._ am Telefon gesagt habe, wo sie das Telefon
deponieren solle, er sei ja erst einmal in S._ gewesen (Urk. D1/03/10 S. 19).
Auf die Frage, was er von der Aussage von K._ betreffend die serbische Ma-
fia halte, erklärte er, er mache keine Aussagen zu dieser Frage (Urk. D1/03/10 S.
22).
Er habe K._ nicht gefragt, was mit O._ passiere, da dieser gesagt habe,
er solle es seine Sache sein lassen. Er habe nicht gedacht, dass er im Stande sei,
jemanden zu töten, sonst hätte er nicht mitgemacht (Urk. D1/03/10 S. 25). In der
Zeit vom 4. Juni 2016 bis in AD._ habe K._ auf seine Frage, was mit
O._ passiert sei, gesagt, er habe ihn eingeschüchtert und nach S._ ge-
bracht.
K._ und N._ hätten zu jener Zeit, als K._ für die Firma AI._
Konkurs angemeldet habe, eine Auseinandersetzung gehabt wegen Geld, das
verschwunden sei. Er wisse nicht, ob es um Bargeld oder um Drogen gegangen
sei. Die beiden hätten nicht mehr miteinander gesprochen (Urk. D1/03/10 S. 27).
Das sei dann wieder besser geworden, und sie hätten wieder miteinander ge-
sprochen (Urk. D1/03/10 S. 28).
Bei der Einvernahme von Herrn und Frau E._/F._ im Sommer hätten
M._, K._ und er die Möglichkeit zur Kollusion gehabt. K._ habe ihm
gesagt, er solle seine Aussagen denjenigen von K._ anpassen. Bis zu jenem
Tag sei er der Meinung gewesen, dass etwas mit der serbischen Mafia los sei,
weil einige Male Fahrzeuge mit serbischen Kennzeichen bei ihm zuhause herum
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gewesen seien. Er habe K._ gefragt, ob er etwas zu befürchten habe, er ha-
be gesagt, er und M._ hätten nichts zu befürchten, die würden nur ihn
(K._) wollen (Urk. D1/03/10 S. 29). Er habe ihn gefragt, wann er N._ ge-
tötet habe. K._ habe geantwortet, das sei gewesen als M._ und er den
Mercedes holen gegangen seien. Er denke, dass K._ mit der Drogenge-
schichte eine grosse Menge Geld verloren gegangen sei. Nach seiner Ansicht sei
es Rache gewesen. Bei O._ sei es ums Geld gegangen. Es habe niemand
wegen der Mafia sterben müssen, sondern man habe den Lebensstandard nicht
mehr finanzieren können. Wenn er von N._ gewusst hätte, wäre er bei
O._ gar nicht mitgegangen (Urk. D1/03/10 S. 30).
Am 23. Juni 2017 bei der Konfrontation habe ihm K._ all das gesagt, was auf
dem schriftlich abgefassten Anhang zur Einvernahme stehe. Die Klimaanlage sei
gelaufen und die Polizistin habe nicht gehört, dass sie miteinander gesprochen
hätten. K._ habe ihm klar gemacht, dass er M._ nicht belasten dürfe. Er
habe erzählt, dass er N._ getötet habe in der Zeit als er mit M._ weg-
gewesen sei um den Mercedes zu holen. K._ habe gesagt, M._ habe
geholfen, die Leiche zu verschieben und zu begraben.
K._ habe ihm gesagt, dass er den BMW für sich behalten habe, N._
schulde ihm noch genug Geld. Er habe K._ gesagt, sie bräuchten den Fahr-
zeugausweis, um das Auto weiter zu verkaufen. K._ habe gesagt, wenn
N._ aus Serbien zurückkomme, werde er den Fahrzeugausweis erhalten. Er
habe versucht, N._ telefonisch zu erreichen. K._ habe gemeint,
N._ sei in Serbien und habe dort wohl keinen Empfang (Urk. D1/03/11 S.
36).
Auf die Frage, warum K._ das für den Kauf eines Anhängers investierte Geld
von Fr. 2'000.– bzw. Fr. 3'000.– nicht der serbischen Mafia gegeben habe, ant-
wortete der Beschuldigte: "Hören Sie doch auf mit dieser serbischen Mafia! Das
ist alles Scheisse! Das gibt es doch nicht! Das hat er doch in den eigenen Sack
getan! Ich weiss nicht, was er mit dem Geld gemacht hat. Ich habe für mein Geld
gearbeitet. Ich kann das Wort Mafia nicht mehr hören. Den Bullshit gibt es sicher
nicht" (Urk. D1/03/11 S. 45).
- 35 -
M._ habe O._ in seiner Gegenwart nie gefesselt gesehen. Er habe beim
Fesseln nicht geholfen (Urk. D1/03/11 S. 47).
2.2.11. Polizeiliche Einvernahme vom 6. Februar 2018 (Urk. D1/03/12)
Nach dem Aufladen des Fahrzeugs habe er N._ gesagt, dass sie noch bei
K._ vorbeigehen würden. Als sie bei K._ angekommen seien, sei
N._ ein erstes Mal überwältigt worden. Sie seien dann in die Küche gegan-
gen und hätten ihn dort wieder entfesselt und hätten mit ihm geredet. Es sei zum
Teil etwas lauter geworden, aber es seien nie die Fetzen geflogen. Bei der Über-
wältigung sei K._ herausgekommen und habe N._ befohlen, die Hände
in die Höhe zu halten und habe ihm Handschellen in die Hände gedrückt, welche
er N._ angezogen habe. M._ habe die Sache mitbekommen. Er könne
nicht mehr mit Sicherheit sagen, ob sie bei der Fesselung mitgeholfen habe.
K._ und M._ hätten N._ in seiner Abwesenheit, als er den Anhä-
nger in AT._ geholt habe, noch ein zweites Mal gefesselt. K._ habe ihm
erzählt, dass sie beim zweiten Mal dabei gewesen sei (Urk. D1/03/12 S. 8).
K._ habe ihm gesagt, dass er mit N._ reden wolle. Er habe ihm vorge-
schlagen, dass er das Auto von N._ auflade, P._ schreibe und dann zu-
sammen mit N._ zu ihm komme (Urk. D1/03/12 S. 10). Er habe von K._
am Telefon die Instruktionen bekommen. Es stimme nicht, dass er bei der Tötung
von N._ dabei gewesen sei. Auch treffe nicht zu, dass er bei der Serbenge-
schichte finanziell mitgemischt habe. Das Einzige, was er mit Serben zu tun ge-
habt habe, sei das Verschwindenlassen des Fahrzeugs TATA, welches nach Ser-
bien gebracht worden sei. Er habe keine Gelder in Drogenhandel investiert. Er
habe gewusst, dass gewisse Sachen laufen mit Drogen mit den Transporten, wel-
che ankommen. K._ habe ihm einmal gesagt, er könne die Paletten nur so
günstig verkaufen, weil noch andere Ware mit raufkomme (Urk. D1/03/12 S. 16).
Er habe angenommen, dass es um Drogen gehe, K._ habe ihm das nie be-
stätigt (Urk. D1/03/12 S. 17). N._ habe ihm kein Geld geschuldet (Urk.
D1/03/12 S. 17). Er habe N._ zu K._ geführt, um K._ zu helfen, an
das Auto ran zu kommen. Er hätte keinen Vorteil daraus gezogen. K._ sei es
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nicht um das Fahrzeug gegangen, jedoch um den Inhalt des Fahrzeugs. Er habe
vermutet, dass Drogen darin seien (Urk. D1/03/12 S. 18).
Beim Gespräch mit N._ in der Küche habe sich M._ nicht beteiligt. Sie
habe aber mitbekommen, um was es gegangen sei (Urk. D1/03/12 S. 33).
Nachdem er den Anhänger mit dem BMW auf den Platz gefahren habe, sei
M._ zu ihm gekommen und habe gesagt, dass sie noch den Mercedes in
AB._ holen müssten. Er habe nicht nachgefragt, wer den Auftrag gegeben
habe (Urk. D1/03/12 S. 35).
Dass sie zu K._ fahren würden, habe er N._ erst gesagt nach dem
Geldbezug bei der Post. Er habe nichts dagegen gehabt (Urk. D1/03/12 S. 35). Er
habe N._ gesagt, er wolle für den Transport etwas haben, er sei nicht mehr
sicher, ob er Fr. 300.– oder Fr. 400.– gesagt habe (Urk. D1/03/12 S. 36).
Entgegen seinen früheren Aussagen treffe es auch zu, dass er bei der Überwälti-
gung und Fesselung von O._ mitgeholfen habe (Urk. D1/03/12 S. 37). Er sei
in der Führerkabine gewesen, als K._ überraschenderweise die Waffe gezo-
gen habe und ihm befohlen habe, O._ die Handschellen anzuziehen. Er ha-
be gar nicht gewusst, dass K._ eine Waffe dabei gehabt habe. Er habe
K._ fragen wollen, warum er den Plan geändert habe. Dieser habe geantwor-
tet, er solle einfach tun, was er sage und ihm mit dem Ranger hinterherfahren.
M._ habe sich nicht blicken lassen, weder bei der Einstellhalle noch beim
Platz. Sie sei erst wieder dazu gekommen, als er schon überwältigt gewesen sei.
Von K._ habe er am 23. Juni 2017 erfahren, dass sie den Plan gewusst ha-
be. Er könne nicht sagen, ob sie gewusst habe, dass O._ sterben müsse. In
seiner Gegenwart habe M._ O._ nicht gefesselt gesehen. Soviel es ihm
sei, habe er die Waffe an diesem Tag nicht in der Hand gehalten. Er sei davon
ausgegangen, dass K._ O._ einschüchtern und dann wieder zurück
nach Zürich bringen würde (Urk. D1/03/12 S. 39). Er bleibe dabei, dass er Kabel-
binder für die Fixierung des Kontrollschilds gekauft habe, Handschuhe weil sie
praktisch für die Arbeit gewesen seien und das Messer, weil es ihm gefallen habe
(Urk. D1/03/12 S. 40). Er habe nicht gewusst, dass man vorgehabt habe, O._
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zu überwältigen, und es stimme nicht, dass er vor der Fahrt nach S._ ge-
wusst habe, dass O._ am Ende sterben werde (Urk. D1/03/12 S. 40). Auf
Vorhalt, K._ habe gesagt, er sei dabei gewesen, als die Serben ihm befohlen
hätten, dass er O._ töten müsse, erklärte der Beschuldigte, das Serben Ma-
fia Zeugs gehe ihm immer noch nicht auf. K._ habe ihm klar dargelegt, dass
diese Geschichte bestehen bleiben müsse, es habe Auswirkungen auf das Straf-
mass. Für ihn sehe das so aus, dass man mit jedem Mittel versuche, Druck auf
ihn auszuüben, dass er bestätige, was er nie gesehen und erfahren habe (Urk.
D1/03/12 S. 40).
Er habe nicht mitbekommen, dass K._ M._ gesagt habe, sie solle das
Mobiltelefon von O._ in S._ deponieren (Urk. D1/03/12 S. 41).
2.2.12. Polizeiliche Befragung vom 12. März 2018 (Urk. D1/03/14)
Der Beschuldigte sagte aus, er habe N._ gesagt, er werde ihm helfen, die
Hanf-Indooranlage, welche bei K._ gewesen sei, wieder zu beschaffen.
N._ habe ihm gesagt, dass er mit K._ nicht mehr sprechen wolle. Die
beiden seien nicht mehr gut aufeinander zu sprechen gewesen. Er habe gesagt,
K._ sei diese Woche in den Ferien. Sie hätten abgemacht, dass sie zu
K._ fahren würden, um die Anlage zu holen. N._ habe ihn zudem ge-
fragt, ob er jemanden kenne, der seinen BMW flicken könne. K._ habe zu
ihm gesagt, er solle den BMW einfach aufladen und sagen, dass er ihn zu jeman-
dem zum Flicken bringe. K._ habe gesagt, er wolle den BMW. Damit es
glaubwürdiger ausgesehen habe, habe er N._ gesagt, dass er einen Vor-
schuss leisten müsse. N._ habe den entsprechenden Betrag abgehoben
(Urk. D1/03/14 S. 3). Es habe das Gerücht im Raum gestanden, dass N._
K._ Geld schulde und dass noch Ware in Serbien sein solle, an die K._
mit Hilfe von N._ rankomme. Abgemacht gewesen sei, dass es einen Über-
raschungseffekt gebe, K._ zu Hause sei und mit ihm sprechen wolle. Es sei
die Rede davon gewesen, dass N._ an diesem Abend noch Richtung Serbi-
en gehe, darum habe er nachher zusammen mit M._ den Mercedes noch
abgeholt (Urk. D1/03/14 S. 6). K._ habe ihm am folgenden Tag gesagt, eine
Vertrauensperson von K._ sei mit N._ nach Serbien gegangen. Das
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Schlimmste, was er sich habe vorstellen können, sei gewesen, dass sich die bei-
den prügeln würden und N._ Pfefferspray abbekomme. Es wäre ihm nie im
Traum in den Sinn gekommen, dass es so ausgehen würde (Urk. D1/03/14 S. 7).
Vor dem Eintreffen bei K._ sei nicht darüber gesprochen worden, dass
N._ gefesselt werde (Urk. D1/03/14 S. 7).
Dem Polizisten, welcher am 17. Mai 206 mit ihm telefoniert und ihn danach ge-
fragt habe, wann er N._ das letzte Mal gesehen habe, habe er gesagt, er ha-
be ihn das letzte Mal am 27. April 2016 gesehen, als er den BMW bei K._
abgeladen habe und N._ von dort noch nach AJ._ gefahren habe. Das
habe er so gesagt, weil K._ ihm gesagt habe, er solle sagen, dass N._
nach AJ._ gegangen sei (Urk. D1/03/14 S. 7).
K._ habe nie von Mafia gesprochen, er habe immer nur gesagt, er habe ei-
nen Investor in Serbien. Er wisse nicht, mit was für Leuten er Geschäfte gemacht
habe. Er (A._) habe nicht mit diesen Leuten Geschäfte gemacht, habe kein
Geld in irgendwelche zweifelhafte oder illegale Geschäfte von K._ oder
N._ investiert (Urk. D1/03/14 S. 10).
M._ sei bei dieser Geschichte einfach zu Hause gewesen und habe in der
Zeit, in welcher er da gewesen sei, nicht gross mitgeholfen. Bei der Überwältigung
von N._ sei sie nicht dabei gewesen, sei in der Stube gewesen, sei erst dazu
gekommen, als sie drinnen gewesen seien mit N._. Er wisse nicht mehr, was
sie dort noch gesagt oder gemacht habe (Urk. D1/03/14 S. 12). Bei der Kollusion
habe er mitbekommen, dass sie am iPad in der Stube gesessen sei und alles
über die Videokamera mitbekommen habe (Urk. D1/03/14 S. 13). Bei der Bespre-
chung sei es um Ware, irgendwelche Drogengeschäfte und Geld gegangen und
darum, dass N._ helfen solle, es wieder zu beschaffen. Er glaube nicht, dass
M._ bei dieser Besprechung dabei gewesen sei (Urk. D1/03/14 S. 13).
K._ habe bei der Überwältigung von N._ eine Pfefferpistole in der Hand
gehalten (Urk. D1/03/14 S. 12).
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N._ sei in die Küche gebracht worden, nicht in den Estrich. Es sei darum ge-
gangen, dass N._ sich mit der Ware aus dem Staub gemacht habe. Er habe
gesagt, das stimme nicht, er sei erwischt worden. Es sei um einen Geldbetrag von
Fr. 20'000.– gestritten worden (Urk. D1/03/14 S. 25). Bevor oder nachdem er den
BMW geholt habe, habe er noch mit M._ die Fahrzeuge Subaru und Ford
Ranger geholt, die K._ in AF._ verteilt habe, damit N._ wirklich das
Gefühl habe, es sei niemand zu Hause (Urk. D1/03/14 S. 26).
Betreffend G._ habe K._ gesagt, er solle ihm nichts erzählen, er würde
das schon klären (Urk. D1/03/14 S. 30).
2.2.13. Polizeiliche Einvernahme vom 9. April 2018 (Urk. D1/03/15)
Der Beschuldigte erklärte, er habe bei der Sache mit N._ mitgemacht, damit
K._ wieder zu seinem Geld komme. Er erneuerte seine Aussage, dass
N._ zu K._ mitgekommen sei, weil er ihm gesagt habe, dass dort die
Hanf-Indooranlage sei und K._ in den Ferien sei. K._ habe N._ zu-
sammen mit seinem Auto haben wollen. Es treffe zu, dass er zusammen mit
N._ bei der Poststelle AK._ Geld als Anzahlung für die Reparatur des
Autos abgehoben habe, es seien glaublich Fr. 400.– gewesen. Er wisse nicht,
was mit dem Geld passiert sei. Er habe N._ gesagt, sie würden das Auto je-
mandem zur Reparatur bringen, daher habe er das Geld bei sich behalten. Es
habe sich um den in seiner SMS erwähnten fingierten "P._" gehandelt. Die
SMS an P._ habe er geschrieben für den Fall, dass N._ dies hätte se-
hen wollen (Urk. D1/03/115 S. 6). Der Beschuldigte hielt daran fest, dass sie mit
N._ nach dem Anlegen der Handschellen in die Küche gegangen seien. Er
habe das Mobiltelefon von N._ nicht ausgeschaltet und wisse nicht, wer das
getan habe (Urk. D1/03/15 S. 8).
M._ sei ab und zu als sie mit ihm diskutiert hätten, auch wieder dazu ge-
kommen, mehr oder weniger anständig und laut. Was ihre Handlungen genau
gewesen seien, wisse er nicht. Sie habe auch mitgeredet, weil es ja um gemein-
sames Geld gegangen sei (Urk. D1/03/15 S. 8 f.). Es sei immer um das Geld und
die Drogen gegangen, die verschwunden seien. Sie habe die Diskussion mitbe-
- 40 -
kommen und habe sich eingemischt, dass N._ sie um viel Geld oder Ware
betrogen habe und dass man zumindest das Geld wieder haben wolle. Sie habe
den gefesselten N._ gesehen. N._ habe immer beteuert, dass sie ihn
erwischt oder "gefickt" hätten (Urk. D1/03/15 S. 9). Sie habe gesagt, dass er doch
belegen solle, dass sie ihn erwischt hätten, dass es doch eine Anzeige geben
müsste (Urk. D1/03/15 S. 9).
Als der Polizist ihn am 17. Mai 2016 telefonisch kontaktiert habe, habe er gesagt,
dass er N._ nach AJ._ gefahren habe. Dies habe er auf Anweisung von
K._ so gesagt, der erklärt habe, er werde das Gleiche sagen. Er habe ja
nicht von der Überwältigung und den Drogen erzählen können, habe deswegen
keine Probleme bekommen wollen (Urk. D1/03/15 S. 10).
Er habe von der Tötung von N._ erst vor der Verhaftung in AD._ erfah-
ren (Urk. D1/03/15 S. 10).
Wegen der Mordvorwürfe von G._ habe er sich eigentlich keine Sorgen ge-
macht. K._ habe ja Geld und Ware von ihm gewollt, da passe es nicht ins
Bild, dass man jemanden umbringe. Er sei davon ausgegangen, dass N._
mit einer Vertrauensperson nach Serbien gegangen sei und habe immer wieder
versucht, N._ anzurufen (Urk. D1/03/15 S. 12). Er habe nichts gewusst von
der Tötung von N._, als ihm K._ die Screenshots der Mordvorwürfe von
G._ geschickt habe, das habe er erst kurz vor der Verhaftung in Deutschland
erfahren (Urk. D1/03/15 S. 14).
Es treffe bezüglich des Versicherungsbetrugs zum Nachteil der AL._ Versi-
cherung nicht zu, dass er den VW Passat angezündet habe (Urk. D1/03/15 S. 20).
2.2.14. Polizeiliche Einvernahme vom 10. April 2018 (Urk. D1/03/16)
K._ habe ihm gesagt, dass N._ Geld gestohlen habe und dass er sich
mit Drogen aus dem Staub gemacht habe. Er wolle nun das wieder zurück und
wolle deswegen mit ihm reden. Er habe K._ geholfen, dass er wieder zu sei-
nem Geld und zu seiner Ware gekommen sei (Urk. D1/03/16 S. 3). Er habe nicht
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gewusst, um wieviel Geld es gehe und um welche Drogen. K._ habe immer
gesagt, je weniger er wisse, desto besser sei es (Urk. D1/03/16 S. 4).
Beim Treffen mit AG._ und AM._ beim ... in AN._ habe K._
gesagt, dass N._ eine Konventionalstrafe in Serbien eingefahren habe und
dass K._ deshalb sein Geschäft habe aufgeben müssen (Urk. D1/03/16 S.
5). Bei der Kollusion habe K._ auf seine Frage, warum er N._ getötet
habe, geantwortet, dass N._ sein Leben zerstört habe, weil er sein Geld ge-
nommen habe (Urk. D1/03/16 S. 6).
Beim Gespräch in der Küche habe M._ auch auf N._ eingeredet. Sie
habe eine bestimmende Art gehabt, sei emotional, vorwurfsvoll gewesen. Sie ha-
be ihren Senf auch dazu gegeben (Urk. D1/03/16 S. 8). Beim Gespräch mit
N._ in der Küche sei es laut und ein Durcheinander gewesen. K._ habe
geschrien, dann habe M._ wieder dazwischen gesprochen. Er habe ver-
sucht, zu schlichten (Urk. D1/03/16 S. 9).
Der Beschuldigte hielt daran fest, dass er erst kurz vor der Verhaftung in
AD._ erfahren habe, dass K._ N._ und O._ getötet habe (Urk.
D1/03/16 S. 14).
Der Betrug zum Nachteil von O._ sei so geplant gewesen, dass man den
Lastwagen von O._ hole und einfach verkaufe. Er hätte Fr. 10'000.– als Pro-
vision für einen Verkauf zu einem guten Preis bekommen. K._ habe ihm ge-
sagt, er habe alles geplant und mit O._ besprochen. Sie hätten den Lastwa-
gen an dem Tag einfach abholen sollen. Dann sei in S._ plötzlich die Rede
gewesen von einer Probefahrt (Urk. D1/03/16 S. 16).
Die Handschuhe habe er gekauft, weil er am 3. Juni 2020 keine im Auto gehabt
habe. Das Messer habe er gekauft, weil es ihm gefallen habe und es nützlich ge-
wesen sei zum Wegschneiden von Kabelbindern (Urk. D1/03/16 S. 18). Kabelbin-
der habe er gekauft für die Befestigung der Nummernschilder (Urk. D1/03/16
S. 19).
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Als er K._ gefragt habe, warum M._ mitkomme, habe er gesagt, sie
müsse noch etwas abholen (Urk. D1/03/16 S. 20). So wie K._ ihm bei der
Kollusion gesagt habe, sei M._ in den Plan eingeweiht gewesen. Bei der
Überwältigung und Fesselung sei sie nicht dabei gewesen (Urk. D1/03/16 S. 21).
K._ habe O._ im Lastwagen überwältigt, indem er eine Pistole unter
seiner Mappe hervorgeholt habe, sie auf O._ gerichtet habe und gesagt habe
"Hände hoch". Er habe K._ gefragt, was dieser Scheiss solle, worauf dieser
gesagt habe, er solle einfach machen, was er ihm sage. Dann habe er ihm die
Handschellen gegeben und er habe sie O._ angezogen (Urk. D1/03/16 S.
21). Er sei aus der Sache nicht ausgestiegen, da er schwarz für K._ gearbei-
tet habe, den Fehler mit dem TATA gemacht habe und K._ ihn damit unter
Druck gesetzt habe (Urk. D1/03/16 S. 23).
Er habe nicht mitbekommen, dass M._ mit dem Natel nach S._ gefah-
ren sei und habe ihr keine Anweisungen gegeben, wo sie das Natel deponieren
müsse (Urk. D1/03/16 S. 24).
2.2.15. Konfrontationseinvernahme vom 22. Mai 2018 (Urk. D1/06/14)
A._ sagte bezüglich N._ sel. aus, es sei geplant gewesen, dass er mit
N._ zu K._ nach Hause gehe und die beiden dort miteinander sprechen
würden. Er habe gewusst, dass K._ von N._ betrogen worden sei (Urk.
D1/06/14). K._ habe vorgeschlagen, er solle sagen, K._ sei nicht zu
Hause. Er habe N._ gesagt, sie würden die Indooranlage holen, die bei
K._ stehe. K._ habe ihm gesagt, er wolle das Geld von N._ zu-
rückerhalten, er wolle mit N._ reden und würde alles andere selbst regeln. Er
sei davon ausgegangen, es könnte ein Handgemenge geben oder eine verbale
Auseinandersetzung. Er habe nichts zu tun haben wollen mit den Geschäften, die
die beiden miteinander hatten (Urk. D1/06/14 S. 4). Als er K._ gesagt habe,
dass das Auto von N._ kaputt sei, habe er gesagt, das sei gut, er wolle das
Auto auch haben und er solle dafür sorgen, dass es zusammen mit N._ zu
ihm komme. Er habe mit M._ nicht über die Angelegenheit gesprochen.
M._ habe gewusst, um wieviel Geld es gehe, mit dem N._ betrogen ha-
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be. Was sie sonst wusste, das wisse er nicht (Urk. D1/06/14 S. 7). Er habe
N._ gesagt, er kenne jemanden, der den BMW flicke. Auf der Fahrt an den
Wohnort von K._ seien sie an der Post vorbeigefahren, da habe N._
Geld abgehoben. Er habe ihm gesagt, er brauche einen Vorschuss. Bei K._
angekommen habe dieser "Hände hoch" gerufen, und sie sollten sich auf den Bo-
den legen. K._ habe ihm Handschellen gegeben, die er N._ angelegt
habe. Dann seien sie in die Küche gegangen (Urk. D1/06/14 S. 8). Er habe ge-
dacht, sie könnten miteinander reden, dass es schlimmstenfalls ein Handgemen-
ge gebe. Er habe K._ gefragt, ob er einen Pfefferspray habe, das wäre die
letzte Option gewesen (Urk. D1/06/14 S. 10). Er habe ein bisschen Kenntnis da-
von gehabt, dass es um illegale Aktivitäten gegangen sei, da würde ja keiner heu-
lend zur Polizei rennen (Urk. D1/06/14 S. 11). Beim Gespräch in der Küche sei es
zwischen den beiden laut geworden. Zwischenzeitlich sei auch M._ hinzuge-
kommen und habe sich beteiligt. Es sei darum gegangen, dass K._ sein Geld
und seine Ware wolle. N._ habe gesagt, er sei verarscht worden, sie hätten
ihn gefickt. M._ habe gesagt, es gehe ja nicht gerade um wenig, er solle die
Ware herausrücken. Als die Situation sich entspannt habe, habe er den BMW ge-
holt. Nachdem er zurückgekommen sei, habe K._ M._ und ihm befoh-
len, den Mercedes in AB._ zu holen. Dies hätten sie getan. Von AB._
aus sei er nach Hause gefahren, M._ mit dem Mercedes nach AF._
(Urk. D1/06/14 S. 12). Am nächsten Tag habe K._ erzählt, dass es gut ge-
gangen sei und dass N._ mit einer Vertrauensperson von K._ nach Ser-
bien gefahren sei, um die Ware abzuholen. Der Fahrzeugausweis für den BMW
sei nicht vorhanden gewesen. K._ habe gesagt, er solle G._ sagen,
dass sie das Auto von N._ gekauft hätten und den Fahrzeugausweis bräuch-
ten. Er habe G._ angerufen, welcher einen Vertrag habe sehen wollen.
K._ habe ihn gefragt nach ein paar Daten, die er in den Vertrag hineinschrei-
ben könne, dann habe er (A._) den Vertrag G._ geschickt. K._ ha-
be M._ geschickt, den Fahrzeugausweis abzuholen. Später sei G._
zwei Mal bei ihm vorbeigekommen, habe nach dem Verbleib von N._ gefragt
und Vorwürfe gemacht, man habe N._ umgebracht (Urk. D1/06/14 S. 13).
K._ habe die Polizei gerufen, diese sei gekommen und habe G._s Per-
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sonalien kontrolliert. Danach habe er nichts mehr von G._ gehört und sei da-
von ausgegangen, dass N._ sich gemeldet habe und alles wieder gut sei. Er
habe G._ nicht gesagt, dass N._ in Serbien sei, da er dann über die ille-
galen Sachen hätte sprechen müssen, über die er nicht Bescheid wisse und da
K._ zu ihm gesagt habe, er solle G._ nicht zu viel erzählen (Urk.
D1/06/14 S. 14).
A._ sagte aus, es müsste so gewesen sein, dass der Kaufvertrag betreffend
den BMW am nächsten Tag erstellt worden sei, zu einer Zeit, als N._ schon
in Serbien hätte sein müssen. Er sei davon ausgegangen, dass die Originalunter-
schrift von N._ auf dem Vertrag sei, N._ den Vertrag ohne die vollstän-
digen Fahrzeugangaben unterschrieben habe (Urk. D1/06/14 S. 15). Ausserdem
hätten die von K._ erfragten Fahrzeugdaten auch für die Inserate sein kön-
nen, die K._ geschaltet habe (Urk. D1/06/14 S. 16).
Die Nachricht an K._ mit der Anrede "Lieber P._ ..." habe er geschickt,
damit er diese N._ hätte zeigen können, falls dieser etwas hätte sehen wol-
len (Urk. D1/06/14 S. 17).
Beim Gespräch in der Küche habe meistens K._ gesprochen, M._ habe
sehr wenig gesagt, und er habe sich ziemlich rausgehalten, da er nicht 100 %
gewusst habe, worum es gegangen sei (Urk. D1/06/14 S. 22). K._ habe zu
N._ gesagt, wegen ihm gehe alles kaputt, er wolle die Ware, das Geld zu-
rück, er habe ihn um viel Geld gebracht. M._ habe gesagt, er solle sagen, wo
das Geld sei, er solle das zurückgeben. Er (A._) habe ein Stück weit ver-
sucht, zu vermitteln, habe gesagt, sie sollten doch das Problem lösen (Urk.
D1/06/14 S. 22). M._ sei nur kurze Zeit in der Küche gewesen. Sie sei kurz
hereingekommen, habe ein paar Fragen gestellt und sei zurück ins Wohnzimmer
gegangen (Urk. D1/06/14 S. 23).
Er habe bei dieser Angelegenheit mitgemacht, weil er K._ habe helfen wol-
len, zu seinem Geld zu kommen. Er selber hätte nicht davon profitiert
(Urk. D1/06/14 S. 24 f.).
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Er habe sich vorstellen können, dass N._ eins aufs Maul bekomme und habe
mitgemacht, damit K._ das Geld zurückerhalte. Bei der Kollusion habe
K._ gesagt, N._ habe sein Leben zerstört (Urk. D1/06/14 S. 27).
Er wisse nicht, ob N._ den Schlüssel des Mercedes freiwillig gegeben habe,
denn er sei nicht dabei gewesen (Urk. D1/06/14 S. 33). K._ habe gesagt,
man hole den Mercedes, damit N._ wieder mobil sei (Urk. D1/06/14 S. 33).
Er habe nicht gewusst, dass K._ den Mercedes verkauft habe. K._ habe
an jenem Abend nur N._ und den BMW gewollt.
Dass M._ beim Vergraben der Leiche geholfen habe, habe er erst bei der
mündlichen Kollusion von K._ erfahren. M._ habe ihm in dieser Kollusi-
on gesagt, sie habe helfen müssen, es habe auf ihn den Eindruck gemacht, dass
er sie dazu gezwungen habe (Urk. D1/06/14 S. 35).
Auf Vorhalt, dass ihm K._ am 7. Mai 2016 Screenshots aus der Kommunika-
tion mit G._ geschickt habe, in welcher G._ ihm vorwerfe, dass er
N._ ermordet habe, erklärte A._, es könne sein, dass er K._ darauf
angesprochen habe, was das solle. Er habe K._ nicht zugetraut, dass er fä-
hig sei, jemanden umzubringen (Urk. D1/06/14 S. 41). Im Telefongespräch mit
K._ im Anschluss an die Zustellung der Mitteilung betreffend die Vorwürfe
von G._ habe er K._ gefragt, ob das stimme oder nicht. Es sei ziemlich
naheliegend, dass er geantwortet habe, dass er niemanden umgebracht habe. Er
könne sich nicht an das Telefonat erinnern, aber K._ habe ihm nie gesagt,
dass er jemanden umgebracht habe. Wenn es so gewesen wäre, hätte er die Po-
lizei kontaktiert oder den Kontakt zu K._ abgebrochen. Als G._ wieder
bei ihm (A._) gewesen sei, habe K._ die Polizei gerufen. Auch die erfah-
renen Beamten hätten gesagt, es sei nur blabla, deshalb habe auch er nicht ge-
dacht, dass an diesen Vorwürfen etwas dran sei (Urk. D1/06/14 S. 42). Er habe
versucht, N._ anzurufen, es sei aber immer die Combox gekommen. Nach-
dem es ruhig geworden sei, G._ nicht mehr gekommen sei, habe er gedacht,
N._ sei wieder aufgetaucht (Urk. D1/06/14 S. 43).
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Bevor der Polizist ihn angerufen habe, habe ihn K._ informiert, dass die Poli-
zei ihn kontaktieren werde. Er solle sagen, dass er mit ihm zusammen gewesen
sei, sie den BMW zusammen gekauft hätten und N._ nach AJ._ gefah-
ren sei (Urk. D1/06/14 S. 44).
Auf die Frage, was er von der Geschichte von K._ halte, dass er die Tö-
tungsdelikte habe begehen müssen wegen Drohungen der serbischen Mafia,
lachte A._ und erklärte, das sei realitätsfern, er denke, diese Aussagen seien
zustande gekommen, damit er als Person im Mittelpunkt stehe und nicht als Ne-
benrolle dastehe, im Gefängnis sagen könne, er habe das tun müssen, besser
dastehe vor seinen Mitgefangenen und nicht grundlos jemanden umgebracht ha-
be (Urk. D1/06/14 S. 48).
2.2.16. Konfrontationseinvernahme vom 28. Juni 2018 (Urk. D1/06/18)
A._ verwies in dieser Einvernahme betreffend das Delikt zum Nachteil von
O._ sel. vorab auf seine Aussagen bei der Polizei (Urk. D1/06/18 S. 31 ff.).
Dann bestritt er die Darstellung von K._ und hielt daran fest, dass er erst in
Deutschland bei der Verhaftung vom Tod von N._ erfahren habe. Wenn er
Handschuhe, Kabelbinder und Messer für einen Überfall auf O._ gekauft hät-
te, hätte er sicher nicht die Quittung aufbewahrt und mit seiner Postkarte bezahlt
(Urk. D1/06/18 S. 42). Bezüglich des Betrugs zum Nachteil der B._, Liefer-
wagen TATA, verwies A._ auf seine Aussagen bei der Polizei und seine Stel-
lungnahme (Urk. D1/06/18 S. 42 ff.). Er bestätigte, dass er habe aus dem Lea-
singvertrag aussteigen und verhindern wollen, dass seine GmbH das Fahrzeug
kaufen müsse und K._ auf die Idee gekommen sei mit dem Versicherungs-
betrug. Er habe das Fahrzeug und Fr. 1'000.– K._ übergeben, der das Fahr-
zeug in Serbien abgeliefert habe (Urk. D1/06/18 S. 44). K._ bestätigte die
Darstellung von A._ und sagte aus, er habe das Auto an AO._ überge-
ben als Anzahlung an seine Schulden. Die Fr. 1'000.–, die er von A._ be-
kommen habe, hätten gerade für Diesel und Mautgebühren gereicht
(Urk. D1/06/18 S. 46).
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2.2.17. Schlusseinvernahme vom 8. Oktober 2018 (Urk. D1/03/17)
Der Beschuldigte hielt daran fest, dass er nie gewusst, nie damit gerechnet und
nicht in Kauf genommen habe, dass O._ sterben werde (Urk. D1/03/17
S. 10). Er habe nicht gewusst, dass der Anhänger für den Weitertransport von
O._ sei und habe nichts vom Natel-Tausch von K._ und M._ mitbe-
kommen. Die Fr. 10'000.– seien für das Mitwirken an einem Betrug gewesen (Urk.
D1/03/17 S. 10). Betreffend den Vorwurf der Urkundenfälschung sagte er aus, er
habe nicht sein Einverständnis dazu gegeben, dass sein Name für den Vertrag
verwendet werde und wisse nicht, ob K._ den Vertrag gegenüber Herrn
AE._ vorgewiesen habe (Urk. D1/03/17 S. 14).
Betreffend den Anklagevorwurf zum Nachteil von N._ bestritt der Beschuldig-
te, dass N._ ihm die Fr. 400.– übergeben habe (Urk. D1/03/17 S. 21). Es
treffe nicht zu, dass K._ ihn am 28. April 2016, eventualiter am 30. April
2016, orientiert habe, dass er N._ getötet habe (Urk. D1/03/17 S. 22). Er sei
nie davon ausgegangen, dass K._ N._ töten würde, das hätte ja auch
keinen Sinn ergeben, weil er ja noch Geld oder Ware von ihm gewollt habe. Das
Schlimmste, was er sich vorgestellt habe, sei, dass N._ eventuell einen
Schlag bekomme (Urk. D1/03/17 S. 22).
Bezüglich Dossier 2 ist der vorinstanzliche Schuldspruch betreffend Urkundenfäl-
schung und der vorinstanzliche Freispruch betreffend gewerbsmässigen Betrug in
Rechtskraft erwachsen, weshalb auf eine Zusammenfassung der Aussagen zu
verzichten ist.
Bezüglich Dossier 4 ist der Schuldspruch betreffend Irreführung der Rechtspflege
und versuchten Betrug in Rechtskraft erwachsen. Angefochten ist der Schuld-
spruch betreffend mehrfache Veruntreuung. Der Beschuldigte machte geltend, es
sei ihm nicht bekannt gewesen, dass das Fahrzeug in Serbien verkauft worden
sei (Urk. D1/03/17 S. 26).
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Bezüglich Dossier 5 ist der Schuldspruch der Gehilfenschaft zu versuchtem Be-
trug angefochten. Der Beschuldigte verwies in der Schlusseinvernahme auf seine
bisherigen Aussagen (Urk. D1/03/17 S. 28).
2.2.18. Aussagen vor Vorinstanz am 9. September 2019 (Prot. I S. 170 ff.)
Der Beschuldigte sagte aus, wenn man wie sie Scheisse gemacht habe, sollte
man nachher dazu stehen. Es beschäftige ihn, dass die Angehörigen, die Fami-
lien O._ und N._, immer mit dieser Mafiageschichte konfrontiert seien,
obwohl dies weltfremd sei (Prot. I S. 173).
Betreffend die Delikte zum Nachteil von N._ sel. sagte der Beschuldigte aus,
er sei von K._ kontaktiert worden. Dieser habe ihm gesagt, er habe offene
Pendenzen mit N._. Ob er nicht schauen könne, dass N._ zu ihm
(K._) komme. K._ habe die Idee mit der Hanf-Indooranlage gehabt. Als
N._ sich bei ihm (A._) gemeldet habe und ihn gefragt habe, ob er den
defekten BMW reparieren könne und er dies K._ erzählt habe, habe dieser
erklärt, er solle das Auto von N._ aufladen und irgendwie fiktiv jemandem
sagen, was es bei ihm zu reparieren gäbe (Prot. I S. 175). Er habe nicht im Detail
gewusst, worum es bei den Differenzen zwischen N._ und K._ gegan-
gen sei. K._ habe ihn einmal angerufen und gesagt, er sei in Luzern mit
N._ wegen Material oder Ware, welche verschwunden sei. Wenn er sich bis
zu einem gewissen Zeitpunkt nicht melde, solle er die Polizei anrufen, er habe zu
Hause alles hinterlegt. Dann habe K._ sich gemeldet und die Sache sei vor-
bei gewesen (Prot. I S. 176). Er habe bei K._ nachgefragt, um was es bei
diesem Streit mit N._ gehe. K._ habe gesagt, er solle dies seine Sorge
sein lassen, er wolle ihn nicht in die Sache hineinziehen (Prot. I S. 176). Ihm sei
bekannt gewesen, dass K._ und N._ eine Auseinandersetzung gehabt
hätten. K._ habe, als er die Angestellten im Zusammenhang mit der Kon-
kurseröffnung eingeladen habe, gesagt, dass N._ in Serbien "Scheissdreck"
gebaut habe und die Firma AI._ GmbH deshalb Konkurs eröffne. N._
sei der Sündenbock gewesen und habe dies auch mitbekommen (Prot. I S. 177).
Er habe gewusst, dass K._ gegenüber N._ eine Forderung gehabt ha-
be, aber er habe nicht gewusst, in welcher Höhe (Prot. I S. 178). Er habe K._
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im Hinblick auf das Treffen gefragt, ob er Pfefferspray habe, da N._ rund 1,9
Meter gross, breit und kräftig gewesen sei und dies eine Lösung gewesen wäre,
wenn N._ aggressiv geworden wäre (Prot. I S. 178/179). K._ habe sie
beide überrascht, indem er auf sie zugekommen sei und "Hände hoch" gesagt
habe und sie aufgefordert habe, sich auf den Boden zu legen (Prot. I S. 184). Sie
seien beide auf dem Boden gelegen. K._ habe ihm danach die Handschellen
gegeben, welche er N._ angelegt habe (Prot. I S. 180). Er sei überrascht
gewesen, dass man N._ gefesselt habe. Es sei nicht um legale Geschäfte
gegangen, deshalb habe er gedacht, dass keiner zur Polizei rennen werde (Prot. I
S. 185). Er habe bezüglich möglicher Gewaltanwendung gegenüber N._ ma-
ximal mit Pfefferspray gerechnet (Prot. I S. 181). Mit seiner Mitteilung, dass er
K._ viel Spass wünsche, habe er gemeint, dass er das überhaupt noch be-
komme, denn N._ habe alles in Abrede gestellt und geltend gemacht, er sei
gelinkt worden (Prot. I S. 181). K._ habe unbedingt den BMW von N._
gewollt. Er habe K._ einen Gefallen machen wollen, damit er zum Geld
komme. Selber habe er keinen Vorteil daraus gezogen. Die Fr. 400.–, welche
N._ an der Poststelle AK._ bezogen habe, habe er nicht erhalten (Prot. I
S. 184). N._ sei in die Küche geführt worden, wo die Diskussion um die Ware
begonnen habe. N._ habe immer geantwortet, er sei "gefickt" worden, die
Ware sei weg. M._ sei einmal oder zweimal kurz dabei gewesen und habe
auch gesagt, dass sie das Geld zurück möchten, er solle sagen, wo das Geld sei.
Sie habe sehr wenig mitdiskutiert (Prot. I S. 186). M._ habe sich ansonsten
mehrheitlich ins Wohnzimmer zurückgezogen (Prot. I S. 187).
K._ habe ihm und M._ gesagt, sie sollten in AB._ den Mercedes
holen, da N._ am Abend noch mit einer Vertrauensperson von K._ nach
Serbien gehen würde. Er habe nicht gewusst, dass K._ den Mercedes behal-
ten wollte (Prot. I S. 188). Am nächsten Tag habe K._ ihm gesagt, dass er
nach Serbien gegangen sei (Prot. I S. 193).
K._ habe ihm vor der Verhaftung in AD._ erzählt, dass er O._ und
N._ umgebracht habe (Prot. I S. 192). Er sei am 6. Juni 2016 bei der Verhaf-
- 50 -
tung in Deutschland von der Tötung von N._ informiert worden (Prot. I S.
205).
Es treffe zu, dass er G._ bewusst wahrheitswidrig gesagt habe, dass er
N._ den BMW abgekauft habe, er jedoch den Fahrzeugausweis benötige
(Prot. I S. 206). Er habe nicht mitbekommen, dass K._ einen Vertrag erstellt
habe. Er habe K._ auf dessen Anfrage lediglich die Daten über das Fahrzeug
geschickt. Er sei davon ausgegangen, dass K._ diese Angaben auf die Onli-
neplattform hochladen würde. Er habe der Erstellung des Kaufvertrages auf sei-
nen Namen als Käufer nie zugestimmt und habe nicht gewusst, dass K._ die
Unterschrift von N._ gefälscht habe (Prot. I S. 208). Er habe angenommen,
dass N._ den Vertrag unter Umständen noch unterschrieben habe (Prot. I S.
211). Das sei zu der Zeit gewesen, als K._ seine Firma habe Konkurs gehen
lassen und ihm gesagt habe, dass er seinen Namen eingetragen habe, damit das
Auto nicht in die Konkursmasse falle (Prot. I S. 211).
K._ habe ihm ziemlich vorgegeben, was er G._ sagen sollte und habe
gesagt, G._ sei gefährlich, er solle bei ihm vorsichtig sein (Prot. I S. 193). Ein
Standard-Spruch von K._ sei gewesen, je weniger er wisse, desto besser sei
es. Am Anfang habe er auch nicht wissen dürfen, für wie viel er seine Paletten
einkaufte und verkaufte. Als M._ ihm einmal Abrechnungen habe zukommen
lassen, habe er von K._ einen ziemlichen Zusammenschiss bekommen,
dass ihn das nichts angehe und es sein Geschäft sei (Prot. I S. 195). Als G._
N._ gesucht habe, sei er davon ausgegangen, dass N._ mit einer Ver-
trauensperson in Serbien sei und die Ware suche. Er habe nicht in Betracht ge-
zogen, dass N._ tot sein könnte (Prot. I S. 196). G._ habe ihm ein biss-
chen Eindruck gemacht, deshalb habe er auch eine Überwachungskamera auf-
gehängt. Zudem seien bei ihm ums Haus immer Sachen gestohlen worden (Prot.
I S. 198).
Er habe später versucht, N._ telefonisch zu erreichen. Er sei in der Annahme
gewesen, dass er in Serbien sei. Er habe drei Mal innert drei Tagen versucht,
N._ zu erreichen. Danach hätten sie auch von G._ nichts mehr gehört,
- 51 -
deshalb sei er davon ausgegangen, dass N._ sich wieder gemeldet habe
und aufgetaucht sei (Prot. I S. 201 f.).
Betreffend Dossier 4 ist der Schuldspruch in Rechtskraft erwachsen, weshalb sich
eine Zusammenfassung der Aussagen erübrigt.
Betreffend Dossier 5 sagte der Beschuldigte aus, er sei nicht gross darin involviert
gewesen. Er habe keine Ahnung davon gehabt, dass K._ den Diebstahl der
Versicherung gemeldet habe oder melden werde. Er habe einfach die Rechnun-
gen für die Reparaturen, die er auf die Firma habe ausstellen müssen, damit er es
von den Steuern habe abziehen können, umschreiben müssen auf den Halter des
Fahrzeugs. K._ habe einmal gesagt, das Zündschloss funktioniere nicht im-
mer. Er (A._) habe dann ein neues Zündschloss bestellt, und K._ habe
es bar bezahlt (Prot. I S. 228). Die Reparaturen gemäss den Rechnungen seien
gemacht worden, die Waren bestellt und verbaut worden. Die Rechnungen seien
betragsmässig richtig gewesen (Prot. I S. 230). Den einzigen Fehler, den er ge-
macht habe, sei eine Antriebswelle gewesen, die K._ als Occasion gebracht
habe, er aber als Original aufgenommen habe. K._ habe ihm gesagt, das Au-
to sei verschwunden. Er habe sich gesagt, dass dies wieder ein solches K._-
geschäft sein müsste, das Auto einfach irgendwie weg müsse. Sie hätten einen
halben Abend telefoniert. K._ habe ihm gesagt, dass er ihm Rechnungen
machen müsse (Prot. I S. 231). K._ habe das Auto angezündet, er habe im
Vorfeld nichts davon gewusst (Prot. I S. 232). K._ habe ihm über die
AI._ GmbH die Rechnungen für die Reparaturen auf das Postkonto bezahlt
(Prot. I S. 233).
Betreffend den Fall O._ sagte der Beschuldigte aus, K._ habe schät-
zungsweise eine Woche vor dem 3. Juni 2016 erzählt, dass er plane einen Last-
wagen zu stehlen. Er habe ihm von seiner Masche erzählt, die er bei P._ an-
gewendet habe, den Lastwagen zu nehmen und einfach nie zu bezahlen. Er habe
das Fahrzeug einfach auf Rechnung mitgenommen und dann behauptet, dass er
die Rechnung bezahlt habe (Prot. I S. 238). Er habe gedacht, dass es auch so
gemacht werde. K._ habe gesagt, dass sie es in diesem Stil machen (Prot. I
S. 239). Seine Funktion wäre gewesen, den Lastwagen weiterzuverkaufen, da
- 52 -
K._ mit seinem Namen überall nicht so gut dagestanden sei. Er hätte den
Lastwagen überführen sollen. Es sei für ihn bis heute unklar, weshalb M._
mitgekommen sei. Er habe erst auf der Fahrt nach S._ erfahren, dass sie
dabei sein werde (Prot. I S. 237). K._ habe nicht gesagt, dass M._ mit-
komme und was ihre Funktion sei (Prot. I S. 237). Er wisse nicht, was K._
M._ erzählt habe (Prot. I S. 238). Auf der Fahrt zu O._ sei für ihn klar
gewesen, dass der Beschuldigte im Gespräch mit O._ vom Vortag die Sache
geregelt habe und den Lastwagen erhalten würde. Er habe nicht mit Gewaltan-
wendung gerechnet. Auf Vorhalt, dass er vom Fall N._ gewusst habe, dass
K._ zu Gewaltanwendung mit Fesselung des Opfers fähig sei, erklärte er,
N._ sei ein Kollege gewesen, O._ eine Person, die er nicht gekannt ha-
be (Prot. I S. 240). Er habe nicht gewusst, dass K._ eine Schusswaffe mitge-
nommen habe. Das Thema Waffe sei nie besprochen worden (Prot. I S. 241). Er
habe auch einmal ein Papier von K._ gesehen, gemäss welchem das Fahr-
zeug gekauft, bzw. eine Anzahlung geleistet worden sei. Das Papier sei nicht
mehr aufgetaucht. Er habe das Gefühl, das sei eine Finte gegenüber ihm gewe-
sen (Prot. I S. 242). Als O._ auf die Probefahrt mitgekommen sei, habe er
gedacht, sie würden zurück zur Halle gehen und den Lastwagen übergeben.
Plötzlich sei dann der ganze Vorfall mit der Überwältigung passiert (Prot. I S.
243). K._ habe ihm vom Gewinn Fr. 10'000.– versprochen dafür, dass er ei-
nen Abnehmer für den Lastwagen bringe und das Fahrzeug überführe (Prot. I S.
243).
Es treffe zu, dass er vor dem Vorfall Kabelbinder, Einsatzhandschuhe und ein
Klappmesser gekauft habe, aber er habe diese Sachen nicht für eine Fesselung
gekauft (Prot. I S. 244). Diese Handschuhe habe er gekauft, weil man die Finger-
spitzen habe zurückklappen können. Er habe keine Handschuhe dabei gehabt,
als die SMS gekommen sei und habe nicht umkehren und solche zu Hause holen
wollen. Die Kabelbinder habe er gekauft, um das Nummernschild zu befestigen
(Prot. I S. 245). Das Messer habe ihm gefallen, und er sei ohne seinen Sohn un-
terwegs gewesen, der damit hätte spielen können, daher habe er es zu diesem
Zeitpunkt gekauft (Prot. I S. 246).
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Er habe nicht hinterfragt, weshalb ein Anhänger am Ford Ranger gewesen sei
und wieso der mitmusste (Prot. I S. 248). K._ habe ab und zu einen Anhä-
nger dabei gehabt.
K._ habe die provisorische Immatrikulation ihm und O._ in S._ ge-
zeigt.
Er habe bis zum Treffen an der Haltestelle AH._ nicht gewusst, dass
M._ ihnen gefolgt sei. Er habe nicht hinterfragt, wo sie sei und was sie ma-
che (Prot. I S. 250/251).
Als sie im Lastwagen gesessen seien und O._ gezeigt habe, wie alles funkti-
oniere, habe K._ die Pistole unter der Mappe hervorgezogen, habe gesagt
"keine Mätzli machen", habe ihm die Handschellen gegeben und ihn aufgefordert,
O._ die Handschellen anzulegen. Er habe gesagt, das könne er nicht ma-
chen, und wofür. K._ habe erwidert, er solle machen, was er ihm sage (Prot.
I S. 253). Er habe das gemacht, sei aber ziemlich überfordert gewesen und sei
aus dem Lastwagen ausgestiegen. Kurz nachher sei es weitergegangen, er sei
aufgefordert worden, ihm einfach nachzufahren. Die Knie und Füsse von O._
habe er nicht mit dem Klebeband umwickelt. Er sei überrascht gewesen, als
K._ plötzlich die Pistole hervorgenommen habe. Es sei total gegen die Ab-
machung gewesen, dass es so ablaufen solle wie bei P._ (Prot. I S. 252). Er
sei angewiesen worden, mit dem Ford Ranger hinter dem Lastwagen herzufah-
ren, sie würden dann nachher noch einmal anhalten und dort würde er ihm das
Ganze erklären (Prot. I S. 255). Er könne nicht mehr sagen, was auf dem Rast-
platz AH._ besprochen worden sei. Er sei mit der Situation nicht zurechtge-
kommen. Wenn man etwas gefragt habe, habe K._ gesagt, man solle dies
seine Sache sein lassen, es komme schon gut (Prot. I S. 255). Er sei dann nach
AP._ nachgefahren und habe das Gefühl gehabt, dass er nicht mehr mitma-
chen wolle. Er sei an dieser Autobahnausfahrt vorbeigefahren. Da habe K._
ihn angerufen und gesagt, er wisse schon, dass er den Lastwagen verkauft habe,
er werde dann ihm die Schuld geben und sagen, dass es auf seinem Mist ge-
wachsen sei. Er solle endlich wieder zurückkommen. Auf diesen Druck hin sei er
zurückgegangen (Prot. I S. 256). Er habe mehrfach gesagt, dass er nicht mehr
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mitmachen wolle. Als K._ O._ habe in den Anhänger umladen wollen,
habe er gesagt, er könne ins Auto kommen, gehöre sicher nicht auf den Anhä-
nger. K._ habe darauf bestanden, dass er in den Anhänger komme und er
habe nichts mehr zu melden gehabt (Prot. I S. 257). Er könne nicht sagen, was
K._ und M._ untereinander absprachen.
Er habe nicht gewusst, dass M._ das Mobiltelefon von O._ dabei gehabt
habe. Er sei davon ausgegangen, dass M._ mit den Kindern habe nach Hau-
se gehen wollen. Sie habe nicht mit ihm telefoniert, als sie in S._ gewesen
sei. Er habe auch nicht mitbekommen, dass K._ mit ihr telefoniert habe. Die
diesbezüglichen Aussagen von M._ und K._ seien nicht zutreffend
(Prot. I S. 258 f.).
Am Anfang habe er während 18 Monaten auf Anraten seines Anwaltes keine
Aussagen gemacht. Als von verschiedenen Seiten Belastungen gekommen seien
mit Sachen, die er nicht getan habe und er in den Konfrontationseinvernahmen
noch Sachen habe in Erfahrung bringen können, habe er Aussagen machen wol-
len und habe den Anwalt gewechselt (Prot. I S. 261).
K._ habe gesagt, er nehme O._ nach Hause, schüchtere ihn ein, dass
er den Vertrag unterschreibe und bringe ihn dann nach Zürich zurück. Sie würden
dann alle drei sagen, dass sie den Lastwagen gekauft hätten. Er habe nicht damit
gerechnet, dass er ihn töten würde. Er habe in Deutschland kurz vor der Verhaf-
tung erfahren, dass O._ getötet worden sei (Prot. I S. 262). Er habe sich
nicht vorgestellt, wie K._ O._ einschüchtern werde, habe gedacht, er
werde verbal eingeschüchtert (Prot. I S. 273).
Er habe nicht mitgewirkt, als O._ in den Anhänger gebracht worden sei, habe
ihn nicht gestützt und habe keine Pistole in den Händen gehabt (Prot. I S. 263). Er
habe K._ schon früh signalisiert, dass er nicht einverstanden gewesen sei.
Es sei um Betrug und Diebstahl gegangen, aber nicht um eine Geiselnahme und
noch viel weniger um eine Tötung (Prot. I S. 265).
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Er habe nicht mitbekommen, dass zwischen K._ und M._ in
Q._/R._ Mobiltelefone getauscht worden seien (Prot. I S. 267).
Bei anderen Delikten wie gegenüber P._ und AG._ sei K._ mit sei-
ner Darstellung auch durchgekommen, da habe er gedacht, das werde auch bei
O._ gelingen (Prot. I S. 271).
Er sei davon ausgegangen, dass N._ in Serbien sei und dass K._
O._ nach S._ zurückbringen werde (Prot. I S. 272). Er sei von K._
angewiesen worden, die Fahrzeugdaten im Ausweis an M._ zu senden. Er
habe nicht damit gerechnet, dass M._ seine Unterschrift fälsche (Prot. I S.
278). K._ habe ihm gestanden, dass er zwei Menschen umgebracht habe,
und AE._ habe gesagt, dass die Polizei unterwegs sei. Da sei ihm das Pa-
pier und solches Zeugs egal gewesen, es habe bei ihm abgeschaltet (Prot. I S.
279). Er habe sich nichts dabei gedacht, wofür sie diese Daten brauche, als er auf
Anweisung von K._ Fotos des Fahrzeugausweises an M._ geschickt
habe (Prot. I S. 281).
2.2.19. Berufungsverhandlung
In der Berufungsverhandlung hat der Beschuldigte zur Sache die Aussage ver-
weigert (Prot. II S. 119 f.).
2.3. Aussagen der Mitbeschuldigten
2.3.1. Aussagen von K._
a) Staatsanwaltschaftliche Einvernahme vom 4. Juli 2016 (Urk. D1/02/02)
K._ sagte aus, er habe A._ gefragt, ob er den Lastwagen von O._
in Kommission verkaufe und habe ihn informiert, dass er auf eine Probefahrt mit-
kommen solle. Auf der Probefahrt habe er O._ die Pistole vorgehalten und
ihn aufgefordert, auf das Bett zu gehen. Er habe A._ den Auftrag gegeben,
O._ die Handschellen anzuziehen. A._ sei ziemlich perplex gewesen. Er
habe ihm gesagt, er solle einfach machen, was er ihm sage, er werde ihm später
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alles erklären, dies wäre zu seinem Schutz und zum Schutz seiner Familie (Urk.
D1/02/02 S. 3 f.).
A._ habe mehrfach gesagt, das könne er nicht machen. Er habe ihm gesagt,
dass dies zum Schutz ihrer Familien sei, weil sie ihn ja auch bedroht hätten, weil
er sehr viel Kontakt mit A._ habe (Urk. D1/02/02 S. 12).
A._ sei beim Umladen von O._ in den Anhänger einfach dagestanden
und sei mit der Situation absolut überfordert gewesen, er habe geschlottert und
ganz hoch geatmet (Urk. D1/02/02 S. 15).
A._ habe erst bei der Verhaftung in AD._ erfahren, was mit O._
passiert sei (Urk. D1/02/02 S. 21).
b) Schriftliches Geständnis von K._ betreffend Tötung von N._
sel./untersuchungsrichterliche Einvernahme vom 27. Juli 2016
Nachdem N._ bei ihm getötet worden sei, wäre noch die Übergabe des Aus-
weises offen gewesen. Er habe A._ gesagt, er habe den Vertrag mit N._
noch gemacht und, dass N._ nicht mehr ans Telefon gehe und nicht mehr
reagiere. Dies habe er gesagt, damit A._ keine Fragen stelle, da er nicht ge-
wusst habe, das N._ bereits tot gewesen sei (Urk. D1/02/05 S. 4).
Der Beschuldigte K._ erklärte nach der Schilderung der Tötung unter Bedro-
hung durch die Serben und in deren Anwesenheit, A._ und M._ wüssten
von dieser Angelegenheit nichts. A._ sei beim Vorfall im Geschäft gewesen,
seine Frau sei einkaufen gegangen oder habe die Kinder abgeholt. Sie wüssten
nicht einmal, dass N._ tot sei (Urk. D1/02/05 S. 10).
c) Polizeiliche Einvernahme vom 25. August 2016 (Urk. D1/02/08)
K._ sagte aus, A._ habe nichts mit der Tötung von N._ zu tun (Urk.
D1/02/08 S. 24).
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d) Polizeiliche Einvernahme vom 17. November 2016 (Urk. D1/02/12)
Der Beschuldigte K._ sagte aus, A._ sei am 3. Juni 2016 nach S._
gekommen im Glauben, dass er wegen der Probefahrt mitkomme, sonst habe er
von gar nichts gewusst. Auch M._ habe nichts gewusst. Sie sei einfach mit-
gekommen, weil er sie wegen den Serben nicht habe alleine zu Hause lassen
wollen (Urk. D1/02/11 S. 7). Er habe ihr gesagt, man gehe auf Probefahrt und sie
solle einfach mitkommen, sie habe auch nicht nachgefragt (Urk. D1/02/11 S. 8).
Auf die Frage, was die Mitteilung an A._ "chasch 10i verdiene" bedeute, er-
klärte der Beschuldigte, er wisse es nicht (Urk. D1/02/11 S. 9). Es habe definitiv
nichts zu tun mit dem Wiederverkauf des Lastwagens von O._, weil es auf
dem Lastwagen keinen Gewinn zu holen gegeben habe, das Geld an die Serben
gegangen sei (Urk. D1/02/11 S. 10). Es treffe zu, dass er A._ aufgefordert
habe, Handschuhe mitzunehmen. Sein Hintergrund sei gewesen, dass A._
nicht seine Fingerabdrücke hinterlassen solle. A._ habe vom Ganzen nichts
gewusst und sei im Glauben gewesen, dass er die Handschuhe mitnehmen solle,
um bei der Besichtigung des Lastwagens geschützt zu sein (Urk. D1/02/11 S. 15
f.). A._ habe gewusst, dass er Probleme mit der Mafia gehabt habe, von sei-
nem Vorhaben habe er nichts gewusst (Urk. D1/02/11 S. 19).
e) Polizeiliche Einvernahme vom 17. November 2016 (Urk. D1/02/13)
K._ sagte aus, A._ sei am Tötungsdelikt z.N. von N._ nicht beteiligt
gewesen (Urk. D1/02/13 S. 2).
f) Polizeiliche Einvernahme vom 19. Januar 2018 (Urk. D1/02/15)
Auf Vorhalt, dass A._ ausgesagt habe, K._ habe ihm erzählt, M._
sei bei der Überwältigung von N._ und bei der Verschiebung und Vergrabung
der Leiche dabei gewesen, erklärte der Beschuldigte, das sei erstunken und erlo-
gen. A._ sage das "um seinen Arsch zu retten". A._ wolle nicht wegen
irgendetwas drankommen, daher schiebe er es ihm in die Schuhe. A._ ver-
suche alles auf M._ abzuschieben, damit er besser dastehe (Urk. D1/02/15
S. 16). Auf die Frage, wann er A._ gesagt habe, dass er N._ getötet ha-
- 58 -
be, sagte der Beschuldigte, das sei kurze Zeit danach gewesen (Urk. D1/02/15 S.
24). Es müsse in den nächsten Tagen gewesen sein (Urk. D1/02/15 S. 25).
Er wisse nicht mehr, wann er A._ gesagt habe, dass er O._ getötet ha-
be (Urk. D1/02/15 S. 27). A._ habe schon vor der Fahrt nach S._ ge-
wusst, dass O._ am Ende sterben werde (Urk. D1/02/15 S. 28). Es treffe
nicht zu, dass A._ für seine Hilfe im Fall O._ Fr. 10'000.– erhalten hätte.
Dieser Betrag habe etwas mit einer anderen Straftat zu tun, er wolle sich damit
nicht belasten (Urk. D1/02/15 S. 28). M._ habe nicht gewusst, was sie mit
O._ vorhatten. Es stimme nicht, dass sie in das Vorhaben bei O._ ein-
geweiht gewesen sei, wie A._ schreibe. Er habe ihr gesagt, sie solle nicht zu
ihnen kommen, weil er den Handel nicht von ihr gestört haben wolle, daher habe
sie sich im Hintergrund gehalten.
g) Polizeiliche Einvernahme vom 25. Januar 2018 (Urk. D1/02/16)
K._ erklärte, er habe in einer früheren Einvernahme eine Schutzaussage
gemacht, dahingehend, dass N._ mit den Serben gekommen sei, das habe
er gemacht, um A._ zu schützen (Urk. D1/02/16 S. 6). N._ sei von ihm
und A._ in AF._ beim Haus überwältigt worden. Beim Gespräch mit
N._ sei herausgekommen, dass er wirklich die erste Ladung gestohlen habe.
N._ habe dann gehen wollen, habe nicht diskutieren wollen. Er (Beschuldig-
ter) habe ihm gesagt, er müsse bleiben, sie wollten es friedlich lösen. Dabei habe
er die Pistole im Hosenbund gehabt, sodass N._ sie gesehen habe. Er habe
N._ nicht damit gedroht (Urk. D1/02/16 S. 7). Als N._ habe dreinschla-
gen wollen, hätten A._ und er N._ gemeinsam auf den Boden gedrückt
und ihm die Hände mit Kabelbindern hinten auf den Rücken gefesselt. A._
und er hätten den gefesselten N._ auf den Estrich gebracht.
Es stimme nicht, dass er A._ kurz nach der Tötung von N._ von der Tö-
tung informiert habe, vielmehr sei A._ dabei gewesen. Er sei am 28. April
2016 mit dem Töff zu ihm gekommen, sei dabei gewesen, als die Serben ge-
kommen seien und sei bei der Tötung anwesend gewesen. Bis jetzt habe er das
Gefühl gehabt, er müsse A._ schützen, weil dieser durch ihn in das Ganze
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hineingerutscht sei (Urk. D1/02/16 S. 14). A._ sei an jenem Morgen zu ihm
gekommen, weil er an den Geschäften mit N._ finanziell auch beteiligt gewe-
sen sei (Urk. D1/02/16 S. 14). Es sei nicht geplant gewesen, dass N._ getö-
tet würde (Urk. D1/02/16 S. 15), es sei geplant gewesen, zu klären, wo die Ware
sei. Die Serben hätten Kohle oder ihre Ware gewollt, weil sie in diesem grossen
Handel wieder in Vorschuss gegangen seien. A._ sei mit einem festen Be-
trag daran beteiligt gewesen. Darauf beziehe sich seine spätere SMS im Fall
O._ "wotsch 10i verdiene". Dies wären 25 % der Fr. 40'000.– gewesen und
hätten nichts mit dem Lastwagenverkauf zu tun gehabt, sondern mit den laufen-
den Geldtransaktionen mit den Serben. A._ sei informiert gewesen über die
Serbenbedrohung gegen ihn. Auf Vorhalt, dass A._ ausgesagt habe, die Sa-
che mit den Serben sei "Bullshit", er möge das nicht mehr hören, erklärte der Be-
schuldigte, A._ hätte sich selbst belastet, wenn er auffliege. Er wisse, was für
Konsequenzen es gebe, wenn er gegen sie auspacke (Urk. D1/02/16 S. 15). Die
ganze Paletten-Geschichte sei eine reine Alibiaktion gewesen. Es sei darum ge-
gangen, die Geldaktivitäten zu vertuschen (Urk. D1/02/16 S. 15). A._ habe
sich an der Tötung von N._ nicht aktiv beteiligt, er habe nur zugeschaut. Er
habe ihn deshalb auch nicht belasten wollen, habe ihn draussen behalten wollen.
Was A._ das letzte Mal ausgesagt habe, sei absolut unsauber gewesen (Urk.
D1/02/16 S. 15). A._ sei nach dem Weggang der Serben noch zwei bis fünf
Minuten bei ihm geblieben und sei dann gegangen. Sie seien beide erschüttert
gewesen. Er habe ihm gesagt, er solle gehen, er werde sich um das Ganze küm-
mern. A._ habe ihm beim Vergraben der Leiche nicht geholfen (Urk.
D1/02/16 S. 16 f.). Er habe A._ am nächsten Tag erzählt, was mit dem
Leichnam von O._ passiert sei. Sie seien am nächsten Tag zusammen nach
AQ._ gefahren. A._ habe auf die Mitteilung der Tötung ziemlich gefasst
reagiert, habe nur Laute gemacht wie aha oder mhmh (Urk. D1/02/16 S. 16).
A._ habe gewusst, dass O._ getötet werde. Es sei von den andern klar
so vorgegeben worden, dass er O._ töten müsse. A._ sei dabei gewe-
sen, als ihm dies befohlen worden sei. Sie beide hätten bestürzt reagiert (Urk.
D1/02/16 S. 16).
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h) Polizeiliche Einvernahme vom 9. Februar 2018 (Urk. D1/02/17)
Der Beschuldigte K._ wurde in dieser Einvernahme darauf hingewiesen,
dass sich aus der Auswertung der Telefondaten keine Hinweise ergeben, dass
A._ am 28. April 2016 nach dem Aufstehen AR._ verlassen haben
könnte. Dass er das Mobiltelefon den ganzen Tag rege benutzt habe, spreche
dagegen, dass er es zu Hause habe liegen lassen. Trotz dieses Vorhaltes hielt
K._ daran fest, dass A._ anwesend gewesen sei, als N._ getötet
worden sei (Urk. D1/02/17 S. 2). A._ habe gewusst, dass er N._ für die
Serben zu ihm locken solle. Es sei um sein Geld, dasjenige der Serben und das-
jenige von A._ gegangen, das weggekommen sei (Urk. D1/02/17 S. 21).
i) Polizeiliche Einvernahme vom 26. Februar 2018 (Urk D1/02/18)
K._ führte aus, dass er zusammen mit N._ mehrere Fr. 100'000.– bei
den Serben aufgenommen habe und A._ sich gelegentlich auch daran betei-
ligt habe. Einmal habe er erfahren, dass eine Lieferung nicht angekommen sei.
Diesmal sei es ein Betrag gewesen, der nicht so schnell wieder zu beschaffen
gewesen wäre. Er sei mit den Lastwagen nach Belgrad gefahren, wo er geladen
und abgefertigt worden sei. In den Lastwagen sei ein Fach eingeschweisst gewe-
sen. Er habe A._ mehrere Aufträge gegeben, solche Stauboxen zu schweis-
sen.
k) Polizeiliche Einvernahme vom 6. März 2018 (Urk. D1/02/19)
K._ sagte aus, er habe im Gespräch mit N._ erwähnt, dass er mit seiner
Firma nicht vorwärts komme. Da habe N._ gesagt, er habe eine Idee. Es sei
darum gegangen, "Sachen" zu transportieren. Er habe nicht wissen dürfen, was in
den Paketen gewesen sei. Er habe ein paar Mal so einen Transport gemacht.
Auch A._ habe Pakete mitgenommen und habe eines Tages zu ihm gesagt,
er wisse, was in den Paketen drin sei (Urk. D1/02/19 S. 5). Er selber wisse nicht,
was in den Paketen gewesen sei, habe N._ nicht fragen dürfen und habe nur
eine Vermutung, dass Drogen drin gewesen seien (Urk. D1/02/19 S. 6). A._
habe von dem Zeitpunkt an, in welchem er gewusst habe, was in den Paketen
- 61 -
war, eine Beteiligung an dem Geschäft gewollt. Er (Beschuldigter) habe pro Paket
Fr. 1'500.– im Schnitt bekommen. A._ habe Fr. 500.–, er Fr. 1'000.– bekom-
men. Er habe das Geld von N._ in bar bekommen und A._ in bar wei-
tergegeben.
l) Polizeiliche Einvernahme vom 21. März 2018 (Urk. D1/02/21)
Auf die Aufforderung, genau zu schildern, wo, wann und unter welchen Umstän-
den, er den Auftrag in AB._ ein paar Tage vor dem Vorfall bekommen habe,
N._ festzuhalten, erklärte K._, die Aussage zu verweigern
(Urk. D1/02/21 S. 24). Dann erklärte er, er mache eine Teilaussage. Er habe den
Auftrag erhalten, dass er und A._ N._ festhalten sollten. Er habe den
Auftrag an A._ weitergeleitet. A._ sei an der Sache so wie er beteiligt
gewesen (Urk. D1/02/21 S. 25). Zur Frage, wie es zum Treffen mit dem Auftrag-
geber gekommen sei und wann es stattgefunden habe, verweigerte er die Aussa-
ge (Urk. D1/02/21 S. 26).
m) Polizeiliche Einvernahme vom 27. März 2018 (Urk. D1/02/22)
Auf Vorhalt der Mitteilungen von G._ mit drohendem Inhalt räumte K._
ein, dass er A._ davon in Kenntnis gesetzt habe, da er ihn habe warnen wol-
len (Urk. D1/02/22 S. 16 f.). A._ sei anwesend gewesen, als N._ getötet
worden sei (Urk. D1/02/22 S. 17). Auf Vorhalt, dass diese Aussage aufgrund der
Antennenstandorte von A._s Handy und der geführten Gespräche zu diesem
Zeitpunkt nicht stimmen könne (Urk. D1/02/22 S. 17 f.), hielt der Beschuldigte an
seiner Darstellung fest und erklärte, es gebe Beweismittel dafür (Urk. D1/02/22 S.
18).
n) Schlusseinvernahme vom 18. Dezember 2018 (Urk. D1/02/29)
In der Schlusseinvernahme vom 18. Dezember 2018 sagte K._ betreffend
das Tötungsdelikt zum Nachteil von O._ aus, er bestätige ganz klar nicht,
dass A._ und M._ bereits im Zeitpunkt der Tatplanung mit der Tötung
von O._ gerechnet hätten. Auch den Punkt mit den Fr. 10'000.– bestätige er
nicht. Ansonsten verweise er auf seine bisherigen Aussagen (Urk. D1/02/29 S. 9
- 62 -
f.). Bezüglich des Zeitpunkts, in welchem A._ und M._ mit der Tötung
von O._ sel. gerechnet haben, verwies der Beschuldigte auf seine schriftliche
Stellungnahme (Urk. D1/02/29 S. 10).
o) Konfrontationseinvernahme vom 29. November 2016 (Urk. D1/06/01)
Diese Einvernahme betrifft das Delikt zum Nachteil von O._ sel.. M._
und A._ verweigerten die Aussage. K._ sagte aus, beim ersten Halt mit
dem Lastwagen mit Aufkippen habe er im Innern des Lastwagens die Pistole her-
vorgenommen, habe zu O._ gesagt, er solle ruhig bleiben und habe A._
befohlen, O._ die Hände zu fesseln. A._ habe gezögert, er habe es ihm
mehrfach sagen müssen (Urk. D1/06/01 S. 9). Beim nächsten Halt habe er
M._ das Handy von O._ und sein Handy gegeben und ihr Handy ge-
nommen. Sie habe nachfragen wollen. Er habe abgeblockt und habe gesagt, es
sei zum Schutz der Familie (Urk. D1/06/01 S. 10). Sie habe nicht gewusst, worum
es gehe. Er habe ihr gesagt, sie solle ihn anrufen, wenn sie in S._ sei. Das
habe sie getan, da er aber nicht abgenommen habe, habe sie A._ angerufen.
A._ habe ihr grob gesagt, wo sie das Handy deponieren solle und habe ihr
gesagt, dass sie sich in R._ treffen würden (Urk. D1/06/01 S. 10).
K._ sagte aus, A._ hätte für den Verkauf des Lastwagens in Kommissi-
on Fr. 200.– erhalten (Urk. D1/06/01 S. 13).
A._ habe bemerkt, dass etwas nicht korrekt laufe, habe gesagt, es sei Be-
trug. Er habe A._ erzählt, was Sache sei und dass das mit O._ das
Letzte sei, was er tun müsse. Er habe A._ nicht gesagt, dass die Person ge-
tötet werden müsse, er habe gesagt, er müsse O._ den Serben liefern.
A._ habe gesagt, er werde ihm helfen. Er habe nichts von einer Tötung ge-
wusst (Urk. D1/06/01 S. 16). A._ habe in AD._ vor der Verhaftung erst-
mals erfahren, was geschehen sei (Urk. D1/06/01 S. 19). Irgendwann nach der
Tötung von N._ habe er A._ erzählt, dass die Serben von ihm eine
Fahrzeugentwendung verlangen und der Besitzer ihnen übergeben werden müs-
se (Urk. D1/06/01 S. 22). Er habe A._ gesagt, die Serben würden O._
wahrscheinlich einschüchtern (Urk. D1/06/01 S. 24). Er habe A._ keine de-
- 63 -
taillierten Angaben zum Tatablauf vom 3. Juni 2016 gegeben, denn er habe ja
keinen Plan gehabt (Urk. D1/06/01 S. 22). Er habe gehofft, dass sich die ganze
Sache anders klären würde. Er habe A._ gesagt, bei den anderen Malen sei
es auch gegangen und er solle sich nicht gross Gedanken darüber machen. Er
habe nicht gewusst, dass man von ihm die Tötung von O._ verlangt habe. Er
habe ihm erzählt von der Entwendung des Scania und von der Sache vom LKW
von AG._. Nur von der geforderten Tötung habe er nichts gewusst (Urk.
D1/06/01 S. 23). Man habe gemerkt, dass es A._ bei der Entwendung nicht
wohl gewesen sei, er habe ihm (K._) aus der Sache heraushelfen wollen,
damit das Ganze ein Ende nehme (Urk. D1/06/01 S. 23). A._ habe ihm beim
Überstellen des Fahrzeugs nach AA._ helfen wollen. Er habe nicht gewusst,
dass er eine Waffe dabei gehabt habe (Urk. D1/06/01 S. 24). Er habe ihm gesagt,
er helfe ihm aus diesem "Seich" heraus und dies sei das letzte Mal, sonst werde
die Polizei eingeschaltet (Urk. D1/06/01 S. 24). Betreffend das Vorgehen bei der
Entwendung des Fahrzeugs habe er A._ gesagt, er solle ihm vertrauen, er
solle machen, was er ihm sage und habe ihm nichts erläutert (Urk. D1/06/01 S.
25).
Er habe auf dem Parkplatz in AS._ A._ aufgefordert, O._ die
Handschellen anzulegen und ihn an den Füssen und Knien mit Klebeband zu
umwickeln (Urk. D1/06/01 S. 31). Beim Umladen von O._ in den Anhänger
habe A._ nur Schmiere gestanden (Urk. D1/06/01 S. 34).
Er habe A._ und M._ nach der Tötung von O._ in den kommenden
Tagen nicht erzählt, was wirklich passiert sei. A._ habe nicht gefragt, wie es
mit O._ verlaufen sei und habe erst am Montagabend erfahren, was passiert
sei (Urk. D1/06/01 S. 35).
p) Konfrontationseinvernahme vom 29. Mai 2018 (Urk. D1/06/17)
K._ sagte aus, zwischen ihm und A._ sei abgemacht worden, dass
A._ N._ unter einem Vorwand zu ihnen locke. N._ habe Drogen
verschwinden lassen, und es sei darum gegangen, herauszufinden, wo die Dro-
gen sind. Eine Tötung von N._ sei nie zur Diskussion gestanden, es sei im-
- 64 -
mer nur darum gegangen, ihn festzuhalten. Wenn ihm etwas passiert wäre, wären
sie nicht an die Drogen gekommen (Urk. D1/06/17 S. 13). A._ habe ihn ge-
fragt, wie er das konkret machen solle. Er habe ihm gesagt, er solle N._ sa-
gen, dass die Hydroanlage noch bei ihm im Anhänger sei. Er (K._) habe den
Auftrag gehabt, N._ festzuhalten, bis sie bei ihm seien (Urk. D1/06/17 S. 15).
Er glaube, M._ habe ein bis zwei Tage vorher erfahren, dass sie mit N._
sprechen und ihn festhalten müssten. Sie sei genervt gewesen, dass dies bei
ihnen stattfinden solle (Urk. D1/06/17 S. 15).
Beim Eintreffen von A._ und N._ in AF._ sei er aus einem Versteck
hervorgekommen und habe N._ gefragt, ob er eine Waffe habe und habe ihn
aufgefordert, die Hände hochzuhalten. A._ habe N._ durchsucht und ei-
ne kleine silbrige Waffe auf N._ gefunden. Er habe A._ angewiesen,
Kabelbinder aus der Werkstatt zu holen und N._ damit zu fesseln, da er in
der Aufregung vergessen habe, die Handschellen mitzunehmen. Sie seien zu Dritt
über die Aussentreppe nach oben in den Estrich gegangen. M._ sei im Haus
gewesen und habe geschaut, dass der Hund keinen Lärm mache, damit man
meine, es sei niemand zu Hause (Urk. D1/06/17 S. 19). Im Estrich habe er
A._ die Waffe gegeben und gesagt, dass er Kabelbinder hole. Er habe die 1
m Kabelbinder geholt, um N._ an den Balken zu binden (Urk. D1/06/17 S.
19).
Auf die Frage, wo A._ gewesen sei, als er von den Serben unter Waffenge-
walt zur Tötung von N._ gezwungen worden sei, verweigerte K._ die
Aussage, erklärte aber, er habe nicht gelogen, als er gesagt habe, dass A._
dabei gewesen sei (Urk. D1/06/17 S. 34).
q) Konfrontationseinvernahme vom 28. Juni 2018 (Urk. D1/06/18)
Auf die Frage, wann A._ von der Tötung von N._ erfahren habe, bzw.
ob A._ bei der Tötung anwesend gewesen sei, verweigerte K._ die Aus-
sage (Urk. D1/06/18 S. 12 und S. 13).
- 65 -
In AD._ seien sie nebeneinander in der Zelle gewesen und hätten kommuni-
ziert. Sie hätten abgemacht, dass A._ schweige und er (K._) die ganze
Schuld auf sich nehme (Urk. D1/06/18 S. 18).
A._ habe er auf der Fahrt nach S._ gesagt, was alles geplant sei (Urk.
D1/06/18 S. 33). Er habe A._ gesagt, dass er die Pistole dabei habe und ha-
be ihn gefragt, ob er die Handschuhe dabei habe. A._ habe bejaht und habe
noch ein paar andere Sachen dabei gehabt, er glaube Kabelbinder und eventuell
ein Messer. Auf die Frage, weshalb A._ die weiteren Sachen gekauft habe,
sagte K._, es sei klar gewesen, dass sie O._ festhalten werden (Urk.
D1/06/18 S. 34). Bei vorgängigen Treffen im Zeitraum von 15 Tagen vor dem 3.
Juni 2016 habe er A._ gesagt, dass er eine Waffe mitnehme, bei einem Tref-
fen sei es um das Fesseln gegangen, wie er sich das vorstelle. Sie hätten offen
gelassen, ob Fesseln oder Kabelbinder verwendet würden (Urk. D1/06/18 S. 35).
Er habe am 3. Juni 2016 mit A._ nicht besprochen, wie die Pistole eingesetzt
werde (Urk. D1/06/18 S. 37). A._ habe aber gewusst, dass die Waffe zum
Drohen und Festhalten dabei sei, nicht aber zum Verwenden (Urk. D1/06/18 S.
37).
Er (K._) habe gewusst, dass O._ am Ende des Tages sterben müsse,
A._ habe das nie konkret angesprochen, sie hätten nie darüber gesprochen,
auch M._ habe das nicht gewusst (Urk. D1/06/18 S. 37). Er wisse nicht mehr,
ob M._ auf sein Telefon oder dasjenige von A._ angerufen habe, um zu
fragen, wo sie das Telefon von O._ in S._ deponieren solle. Er wisse
nur noch, dass er nicht mit ihr gesprochen habe, da er gerade damit beschäftigt
gewesen sei, O._ vom Lastwagen in den Anhänger umzuladen. A._ ha-
be bei ihm Rückfragen gestellt und er sei etwas wütend gewesen und habe ge-
sagt, er habe jetzt keine Zeit, er solle selbst schauen (Urk. D1/06/18 S. 38). Er
habe A._ die Waffe gegeben und dieser sei beim Umladen von O._ in
den Anhänger dort gestanden mit der Beretta in der Hand und habe geschaut,
dass niemand komme (Urk. D1/06/18 S. 39).
Betreffend den Betrug zum Nachteil der AL._ Versicherung, VW Passat, sag-
te K._ aus, A._ habe das Fahrzeug angezündet, er sei nicht dabei ge-
- 66 -
wesen und wisse nicht, wie und mit welchem Brennstoff A._ dies gemacht
habe (Urk. D1/06/18 S. 48 f.).
r) Konfrontationseinvernahme vom 19. Juli 2018 (Urk. D1/06/19)
Er wisse nicht mehr, wann A._ erfahren habe, dass O._ tot sei. Er habe
es ihm gesagt. Er sei nicht mehr sicher, würde sagen am nächsten Tag in
AQ._, aber sicher nicht erst in AD._ (Urk. D1/06/19 S. 4b f.).
s) Befragung vor Vorinstanz vom 9. September 2019
Von seiner Seite und von der Seite von A._ sei nicht geplant gewesen, Ge-
walt anzuwenden, um N._ gesprächswillig zu machen. Es sei ihrerseits auch
nie zur Diskussion gestanden, N._ zu töten (Prot. I S. 42). Zur Frage, ob
A._ bei der Tötung dabei gewesen sei, bzw. wann er von der Tötung erfah-
ren habe, erklärte der Beschuldigte keine Aussagen mehr zu machen, A._
müsse selbst entscheiden, was er mit seinem Gewissen vereinbaren könne (Prot.
I S. 55 f.).
Betreffend das Tötungsdelikt zum Nachteil von O._ sel. sagte K._ aus,
er habe A._ gesagt, dass es so ablaufen werde wie bei P._ (Prot. I S.
88). Er habe bereits, bevor er O._ das erste Mal aufgesucht habe, gewusst,
dass eine Tötung im Raum stehe. Er wisse nicht, ob er A._ dies so gesagt
habe (Prot. I S. 89), ob er ihm gesagt habe, dass er die Absicht gehabt habe, das
Opfer zu töten (Prot. I S. 93). Er habe M._ und A._ nie gesagt, was mit
O._ passieren soll. Sie hätten auch nicht gefragt (Prot. I S. 122 f.). Er habe
gegenüber M._ und A._ nie erwähnt, dass er von den Serben gezwun-
gen worden sei, O._ zu töten (Prot. I S. 134).
2.3.2. Aussagen M._
a) Staatsanwaltschaftliche Einvernahme vom 24. Juni 2016 (Urk. D1/05/03)
M._ sagte betreffend das Handy von O._ sel. aus, sie sei nach S._
gefahren und habe das Handy dort an einem Feldrand deponiert (Urk. D1/05/03
S. 2). Weil sie nicht gewusst habe, wo sie es deponieren solle und K._ nicht
- 67 -
erreicht habe, habe sie A._ angerufen, der ihr gesagt habe, an welcher
Strasse sie es deponieren solle (Urk. D1/05/03 S. 6). K._ habe ihr sein Fir-
menhandy mitgegeben und gesagt, sie solle ihn damit anrufen, wenn sie fertig
sei. Ihr eigenes Natel habe er genommen (Urk. D1/05/03 S. 7).
b) Polizeiliche Einvernahme vom 27. Juni 2016 (Urk. D1/05/04)
Bei dieser Einvernahme handelt es sich um das Protokoll der Suchfahrt. Die Be-
schuldigte bezeichnete dabei unter anderem den Ort, an welchem sie das Handy
von O._ sel. deponiert hatte. Dieses wurde denn auch gefunden. Die Be-
schuldigte erklärte, sie habe mit A._ telefoniert, der ihr gesagt habe, wo sie
das Handy wegwerfen solle (Urk. D1/05/04 S. 3).
c) Polizeiliche Einvernahme vom 15. März 2018 (Urk. D1/05/15)
In S._ angekommen habe sie angerufen und gefragt, wo sie das Telefon de-
ponieren solle. Beide seien irgendwie dran gewesen und ihr sei erklärt worden,
wo sie es deponieren solle (Urk. D1/05/15 S. 3).
d) Konfrontationseinvernahme vom 28. Juni 2018 (Urk. D1/06/18)
M._ sagte bezüglich der Delikte zum Nachteil von O._ sel. aus, A._
habe nicht mitbekommen, dass K._ ihr das Telefon übergeben habe, da er in
dieser Zeit den Anhänger an ihr Auto gehängt habe (Urk. D1/06/18 S. 26). Als sie
in S._ gewesen sei, habe sie nicht gewusst, wo sie hin müsse und habe ver-
sucht, anzurufen. Sie wisse nicht mehr, ob sie direkt mit K._ gesprochen ha-
be oder ob sie A._ angerufen habe und dieser die Antworten von K._
weiterleitete. Es sei ihr erklärt worden, wo die Einstellhalle sei. Den genauen Ort,
wo sie das Telefon deponiert habe, habe sie selber ausgesucht.
e) Einvernahme vor Vorinstanz vom 10. September 2019
M._ sagte aus, sie habe unterwegs K._ angerufen, um sich zu erkundi-
gen, wo sie das Mobiltelefon deponieren solle, und ihn zuerst nicht erreicht.
Schliesslich habe sie A._ dran gehabt, K._ sei auch dabei gewesen. Ihr
sei bewusst gewesen, dass es so aussehen sollte, als ob O._ nach S._
- 68 -
zurückgekehrt sei (Prot. I S. 352). Das Mobiltelefon sei in einem Plastikbeutel ge-
wesen. Sie wisse nicht, ob A._ mitbekommen habe, dass sie das Mobiltele-
fon von K._ erhalten habe (Prot. I S. 354).
Die Reparaturen, für welche A._ die Rechnungen neu geschrieben habe,
seien auch wirklich gemacht worden (Prot. I S. 389). Sie habe erst im Nachhinein
von K._ erfahren, dass das Fahrzeug angezündet worden sei (Prot. I S. 390).
3. Würdigung der Aussagen
3.1. Aussagen der Mitbeschuldigten
a) An dieser Stelle ist erneut festzuhalten, dass die Aussagen der Mitbeschul-
digten zulasten des Beschuldigten A._ nur soweit verwertbar sind, als sie un-
ter Wahrung seiner Teilnahmerechte erfolgten. Die Aussagen der Mitbeschuldig-
ten in weiteren Einvernahmen dürfen nur zugunsten des Beschuldigten herange-
zogen werden, insbesondere, um belastende Aussagen in den Konfrontationsein-
vernahmen und in der Befragung vor Vorinstanz zu würdigen.
b) M._ äusserte sich in ihren Einvernahmen nur vereinzelt über die Tatbe-
teiligung und das Wissen von A._. In der Konfrontationseinvernahme vom
28. Juni 2018 sagte sie aus, A._ habe nicht mitbekommen, dass K._ ihr
das Telefon von O._ übergeben habe. In der Befragung vor Vorinstanz über
ein Jahr später sagte sie aus, sie wisse nicht, ob A._ mitbekommen habe,
dass sie das Mobiltelefon von K._ erhalten habe (Prot. I S. 354). Die diesbe-
zügliche Abschwächung ihrer Aussage lässt sich ohne weiteres mit verblassender
Erinnerung erklären und stellt keinen Widerspruch in den Aussagen dar, welcher
an deren Glaubhaftigkeit zweifeln liesse. Es kann daher auf die Aussage von
M._ abgestellt werden. Gestützt darauf ist davon auszugehen, dass A._
nicht mitbekommen hat, dass K._ M._ das Handy von O._ sel.
übergeben hat. M._ sagte zudem über alle Einvernahmen hinweg konstant
aus, dass sie in S._ angekommen nicht gewusst habe, wo sie das Handy
deponieren solle und K._ angerufen habe. In der Konfrontationseinvernahme
vom 28. Juni 2018 sagte sie aus, sie wisse nicht mehr, ob sie direkt mit K._
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gesprochen habe oder ob sie A._ angerufen habe und dieser die Antworten
von K._ weitergeleitet habe und ihr erklärt habe, wo die Einstellhalle sei. In
der Befragung vor Vorinstanz sagte sie dann aus, sie habe A._ am Telefon
gehabt, da sie K._ nicht erreicht habe, K._ sei auch dabei gewesen.
M._ hat somit in allen Einvernahmen konstant ausgesagt, mit A._ am
Telefon gesprochen zu haben betreffend den Ort, wo sie das Handy deponieren
sollte. Ihre Aussagen stimmen mit denjenigen von K._ überein, der in diesem
Punkt in der Konfrontationseinvernahme vom 28. Juni 2018 aussagte, betreffend
die Deponierung des Handys von O._ nicht am Telefon mit M._ gespro-
chen zu haben, da er gerade am Umladen von O._ vom Lastwagen in den
Anhänger gewesen sei und A._ gesagt habe, er habe keine Zeit, er solle
selbst schauen (Urk. D1/06/18 S. 38). Bereits zuvor hatte K._ in der Konfron-
tationseinvernahme vom 29. November 2016 ausgesagt, M._ habe A._
angerufen, der ihr grob gesagt habe, wo sie das Handy von O._ deponieren
solle (Urk. D1/06/01 S. 10). Diese Konfrontationseinvernahme erfolgte vor dem
Sinneswandel von K._ betreffend Belastung von A._ zu einem Zeit-
punkt, als er sich an die Abmachung hielt, M._ und A._ nicht zu belas-
ten (vgl. dazu nachfolgend lit. c). Seine Aussagen stützen in diesem Punkt dieje-
nigen von M._ und erscheinen als glaubhaft. Es bestehen keine Zweifel an
der konstanten Darstellung von M._. Eine Falschaussage in diesem Punkt
würde weder für sie noch für K._ einen Vorteil bringen. Ein denkbares Motiv
für eine Falschbelastung von A._ könnte darin erblickt werden, dass die sie
belastenden Aussagen von A._ zu ihrer erneuten Verhaftung führten. Indes-
sen sind ihren Aussagen weder betreffend die Delikte zum Nachteil von N._
sel. noch diejenigen zum Nachteil von O._ sel. Anhaltspunkte für eine
Falschbelastung von A._ zu entnehmen. Für die Glaubhaftigkeit der Aussa-
gen von M._ spricht auch der Umstand, dass sie sich im Verlaufe der Unter-
suchung selber belastete, auch in Punkten, in denen K._ zu ihren Gunsten
Schutzbehauptungen aufstellte, um sie weitestgehend zu entlasten. Sie bestätigte
auch nicht unbesehen die Serbenmafia-Darstellung von K._, obwohl diese
nicht nur K._, sondern letztlich auch sie entlastet hätte. Hinzukommt, dass
die eigenen Aussagen von A._ zu diesem Thema nicht gleichbleibend sind.
- 70 -
In der Befragung durch die Vorinstanz verneinte er, mit M._ telefoniert zu
haben, als sie in S._ war und antwortete auf die Frage, ob er daneben ge-
standen habe, als sie mit K._ telefoniert habe oder dies mitbekommen habe,
"Offiziell bekam ich nichts mit". Auf Nachfragen, was er mit "offiziell" meine, war er
nicht in der Lage, dies zu erklären und antwortete, das sei das falsche Wort, er
finde gerade nicht das richtige. Er könne nicht sagen, dass er (K._) ihr ge-
sagt habe, wo sie es deponieren solle. Er sei nicht die ganze Zeit gerade direkt in
der Nähe von K._ gestanden, aber schon in seinem Sichtfeld und hätte es
unter Umständen mitbekommen, wenn er (K._) telefoniert hätte. Er wisse
nicht, könne nicht bestätigen, dass K._ einmal telefoniert habe, nachdem
M._ gegangen sei (Prot. I S. 258 ff.). Diese etwas diffusen Aussagen vor Vo-
rinstanz vermögen nicht zu überzeugen, zumal auch die Berücksichtigung seiner
vorgängigen Aussagen dazu keine Klarheit bringt. In seiner Stellungnahme vom
20. November 2017 schrieb er, er könne nicht sagen, ob M._ ihn angerufen
habe, um zu fragen, wo sie das Natel von O._ deponieren solle. Er wisse
nur, dass er ihr diese Anweisung nicht gegeben habe, da er nur einmal in
S._ gewesen sei und nicht gewusst habe, was dort alles sei. Wenn ein Tele-
fonat bei ihm eingegangen sei, habe er es sicher K._ weitergereicht, der die
Gegend S._ kenne (Urk. D1/03/08 S. 8). In der Einvernahme vom 9. Januar
2018 sagte er aus, M._ habe ihn vielleicht angerufen, dann habe er das Tele-
fon an K._ weitergereicht, da er (A._) erst ein Mal in S._ gewesen
sei, K._ dagegen schon zwei Mal. Er sei nicht sicher, ob M._ überhaupt
ihn angerufen habe (Urk. D1/03/11 S. 19). In der Einvernahme vom 10. April 2018
sagte er aus, M._ habe die Anweisung, wo sie das Mobiltelefon deponieren
solle, nicht von ihm, er sei ja nur einmal in S._ gewesen. Diese unbestimmt
gehaltenen Aussagen von A._, die Ungereimtheit, welche sich daraus ergibt,
dass er anfänglich noch erklärte, M._ habe ihn vielleicht angerufen und dann
vor Vorinstanz bestimmt verneinte, dass sie ihn angerufen habe, sind nicht geeig-
net, Zweifel an der Glaubhaftigkeit der Darstellung von M._ zu erwecken.
Hinzukommt, dass A._ ein grosses Interesse daran hat, in Abrede zu stellen,
dass er Kenntnis vom Deponieren des Handys von O._ sel. in S._ hatte,
stellt dies doch ein wichtiger Moment für die Beurteilung des inneren Sachverhalts
- 71 -
zulasten von A._ im Zusammenhang mit dem Tötungsdelikt dar. Wie nach-
folgend darzulegen ist, ergeben sich aus dieser Kenntnis Schlussfolgerungen zur
Frage, ob A._ damit rechnete, dass K._ O._ sel. töten wird.
Zusammenfassend ist gestützt auf die glaubhaften Aussagen von M._ er-
stellt, dass A._ am Telefongespräch betreffend Deponierung des Handys von
O._ sel. beteiligt war und Kenntnis davon hatte, dass M._ dieses Handy
in S._ deponierte.
c) Betreffend die Belastungen von A._ durch K._ ist vorab zu beach-
ten, dass diese erst anfingen, nachdem A._ in seiner Einvernahme vom 9.
Januar 2018 M._ belastet hatte entgegen der mit K._ getroffenen Ab-
machung, wonach dieser alles auf sich nehmen werde und die Mitbeschuldigten
nichts aussagen oder ihre Aussagen denjenigen von K._ anpassen sollten.
Die Belastungen durch A._ führten zu einer erneuten Inhaftierung von
M._. Vor diesem Hintergrund ist denkbar, dass K._ sich nun auch nicht
mehr an die Abmachung halten wollte und deshalb anfing, A._ wahrheitsge-
mäss zu belasten. Denkbar ist aber auch, dass K._ A._ eins auswi-
schen wollte und ihn deshalb aus Rache für die Belastung von M._ über-
mässig und wahrheitswidrig belastete. Bezüglich der sichergestellten Kassiber,
welche die Absprache unter den Beschuldigten dokumentieren, kann auf die zu-
treffenden Ausführungen der Vorinstanz verwiesen werden (Art. 82 Abs. 4 StPO;
Urk. 147 S. 20).
Wie aus vorstehender Zusammenfassung der Aussagen von K._ hervorgeht,
sagte er in der Konfrontationseinvernahme vom 29. November 2016 aus, er habe
A._ gesagt, er müsse O._ den Serben liefern, diese würden ihn wahr-
scheinlich einschüchtern. A._ habe nicht gewusst, dass er eine Waffe dabei
gehabt habe. A._ habe nichts von der Tötung gewusst und habe erst in
AD._ vor der Verhaftung erfahren, was geschehen sei. In der Konfrontati-
onseinvernahme vom 28. Juni 2018 erklärte K._, er habe A._ auf der
Fahrt nach S._ gesagt, was alles geplant sei und dass er die Pistole dabei
habe zum Drohen und Festhalten. Bei einem Treffen 15 Tage vor dem 3. Juni ha-
be er A._ gesagt, dass er die Waffe mitnehme. Er habe A._ beim Umla-
- 72 -
den von O._ in den Anhänger die Beretta gegeben, er sei dann mit der Waffe
in der Hand dagestanden und habe geschaut, dass niemand komme. Diese Dar-
stellung widerspricht der Aussage von K._ in der staatsanwaItschaftlichen
Einvernahme vom 4. Juli 2016, in welcher er erwähnte, A._ sei beim Umla-
den von O._ in den Anhänger einfach dagestanden und sei mit der Situation
absolut überfordert gewesen, habe geschlottert und ganz hoch geatmet
(Urk. D1/02/02 S. 15). In der Konfrontationseinvernahme vom 19. Juli 2018 erklär-
te K._, er sei nicht mehr sicher, wann er A._ von der Tötung von
O._ erzählt habe, er würde sagen, es sei am nächsten Tag in AQ._ ge-
wesen, aber sicher nicht erst in AD._. Diese widersprüchlichen Aussagen
von K._ betreffend zentrale Fragen, ob A._ wusste, dass er eine Waffe
mitnahm und den Zeitpunkt, in welchem er A._ über die Tötung von O._
sel. informierte, sind augenfällig. Die Widersprüche lassen sich damit erklären,
dass K._ anfänglich entsprechend der getroffenen Abmachung, darauf be-
dacht war, alles auf sich zu nehmen und A._ und M._ zu schützen.
In der Konfrontationseinvernahme vom 29. Mai 2018 verweigerte K._ die
Aussage auf die Frage, wo A._ gewesen sei, als er von den Serben unter
Waffengewalt zur Tötung von N._ gezwungen worden sei, erklärte aber, er
habe nicht gelogen, als er gesagt habe, dass A._ dabei gewesen sei. Diese
diffuse Anmerkung zur Aussageverweigerung, welche inhaltlich eine Bestätigung
seiner Belastung ist, lässt Zweifel an der Darstellung von K._ aufkommen. In
der Konfrontationseinvernahme vom 28. Juni 2018 verweigerte K._ erneut
die Aussage zur Frage, wann A._ von der Tötung von N._ sel. erfahren
habe, bzw. ob er bei der Tötung anwesend gewesen sei. Dies tat er auch in der
Befragung vor Vorinstanz, fügte aber bei, A._ müsse selber entscheiden,
was er mit seinem Gewissen vereinbaren könne. Diese Aussageverweigerung mit
Andeutungen, wie sie von K._ zweimal praktiziert wurde, wirft ein negatives
Licht auf die Glaubhaftigkeit seiner Darstellung. Gemäss den Erwägungen im Ver-
fahren gegen K._ sind seine Aussagen betreffend die geltend gemachte Be-
drohung durch die serbische Mafia als Schutzbehauptungen zu qualifizieren. Ent-
sprechend hat die Staatsanwaltschaft nicht auf die Darstellung von K._ be-
treffend die Anwesenheit von A._ bei der Tötung von N._ sel. abgestellt
- 73 -
und ihm keine Beteiligung an diesem Tötungsdelikt vorgeworfen. Die wahrheits-
widrige Belastung von A._ betreffend Anwesenheit bei der Tötung von
N._ sel. lässt grundsätzliche Zweifel an der Glaubhaftigkeit der Darstellung
von K._ aufkommen.
Bezüglich der Kenntnisse von A._ betreffend das Mitführen einer Waffe
durch K._ und des geplanten Waffeneinsatzes zur Bedrohung des Opfers bei
den Delikten zum Nachteil von O._ sel. sowie des Umstandes, dass A._
die Waffe in den Händen gehalten habe, als K._ O._ sel. vom Lastwa-
gen in den Anhänger umlud, beruht die Anklage einzig auf den Aussagen von
K._, welche als nicht glaubhaft zu beurteilen sind. Entsprechend sind diese
Anklagepunkte nicht erstellt. Ergänzend ist festzuhalten, dass es a priori unglaub-
haft erscheint, dass A._ beim Umladen von O._ sel. vom Lastwagen in
den Anhänger mit einer Waffe in der Hand Schmiere stand, da dies Aufmerksam-
keit auf das Geschehen gelenkt hätte, was es ja gerade zu vermeiden galt. Der
Einsatz einer Waffe war denn auch nicht erforderlich zur Einschüchterung von
O._ sel., zumal dieser bereits von K._ mit der Waffe bedroht worden
war und beim Umladen an den Händen gefesselt war.
3.2. Aussagen des Beschuldigten
3.2.1. Vorbemerkungen
Wie aus der Zusammenfassung der Aussagen des Beschuldigten hervorgeht, hat
er anfänglich seine Tatbeteiligung betreffend die Delikte zum Nachteil von
O._ sel. und von N._ sel. weitgehend bestritten und auch über weite
Strecken die Aussage verweigert. Dies ist darauf zurückzuführen, dass er mit
K._ abgemacht hatte, dass dieser ihn und M._ bei seinen Aussagen
nicht belasten werde, die ganze Schuld auf sich nehmen werde und er seine Aus-
sagen denjenigen von K._ anpassen werde. Erst nachdem A._ in der
staatsanwaltschaftlichen Einvernahme vom 9. Januar 2018 von der am 23. Juni
2017 erfolgten Kollusion erzählt hatte und angefangen hatte, M._ zu belas-
ten, worauf wiederum K._ anfing, A._ zu belasten, änderte der Beschul-
digte seine Aussagen und gab schrittweise seine eigene Beteiligung an den Delik-
- 74 -
ten zu. Die Widersprüche zwischen den Aussagen vor der Offenlegung der Kollu-
sion und danach sind somit erklärbar und sprechen für sich allein betrachtet nicht
gegen die Glaubhaftigkeit der Aussagen des Beschuldigten. Die Aussagenwürdi-
gung hat sich daher schwergewichtig auf die Aussagen des Beschuldigten ab 9.
Januar 2018 zu konzentrieren. Dennoch ist vorab festzuhalten, dass der Beschul-
digte mit seinen vorgängigen Aussagen seine Bereitschaft gezeigt hat, strategisch
auszusagen und seine Aussagen denjenigen von K._ anzupassen. Dies ist
Ausdruck seines aus der Position als Beschuldigter fliessenden Bestrebens, die
Geschehnisse in einem für ihn günstigen Licht darzustellen, was bei der Würdi-
gung seiner Aussagen mit zu berücksichtigen ist.
3.2.2. Aussagenwürdigung im Einzelnen
3.2.2.1. Dossier 2
a) Übereinkunft zwischen K._, A._ und M._
In der Anklageschrift wird dem Beschuldigen vorgeworfen, er sei mit K._ und
M._ übereingekommen, N._ unter einem Vorwand an den Wohnort von
K._ zu locken (Anklageschrift S. 17 Ziff. 1). Eine solche Übereinkunft wird
vom Beschuldigten in Abrede gestellt. Er macht geltend, dies sei die Idee von
K._ gewesen. Unbestritten ist, dass K._ und der Beschuldigte miteinan-
der das Vorgehen besprochen haben. Wie bereits die Vorinstanz zutreffend aus-
geführt hat (Urk. 147 S. 21), haben sowohl M._ als auch der Beschuldigte
ausgesagt, dass sie nicht gewusst hätten, wieweit der/die Andere in den Plan ein-
geweiht gewesen sei und nicht miteinander darüber gesprochen hätten. Zudem
liegen keine Telefongespräche oder Chatverläufe vor, aus denen eine entspre-
chende Absprache hervorgehen würde. Abstellend auf die zutreffenden Erwägun-
gen der Vorinstanz (Art. 82 Abs. 4 StPO; Urk. 147 S. 21) lässt sich mangels Be-
weisen nicht erstellen, dass der Beschuldigte mit M._ eine Übereinkunft ge-
troffen hat, N._ sel. nach AF._ zu locken.
- 75 -
b) Wissen des Beschuldigten betreffend Fesselung und Gefangenhalten von
N._ sel.
Dem Beschuldigten war die Auseinandersetzung zwischen N._ sel. und
K._ A._ bekannt. Ausserdem wusste er, dass sie sich nicht mehr trafen
und dass N._ sel. nicht mit K._ reden wollte. Es war ihm bewusst, dass
N._ sel. nicht freiwillig zu einem Gespräch an den Wohnort von K._ ge-
gangen wäre und nur unter Vortäuschung der Abwesenheit von K._ dorthin
gelockt werden konnte. A._ wusste auch, dass K._ N._ sel. vor-
warf, ihm durch Verschwindenlassen von Drogen und Geld erheblichen finanziel-
len Schaden zugefügt zu haben, gar seine Firma in den Konkurs getrieben zu ha-
ben und dass es darum ging, N._ sel. zur Bekanntgabe des Versteckes bzw.
zur Herausgabe der Drogen und des Geldes zu bringen. Es war absehbar, dass
N._ sel. sich dagegen zur Wehr setzen würde, am Wohnort von K._ zu
bleiben. Der Beschuldigte sagte denn auch selber aus, er sei davon ausgegan-
gen, dass N._ nicht freiwillig mit K._ reden wollte, sie hätten damit ge-
rechnet, dass sie N._ überwältigen müssten, festhalten müssten
(Urk. D1/06/14 S. 8 f.). Dass der Beschuldigte mit Gegenwehr von N._ rech-
nete, ergibt sich auch daraus, dass er sich vorgängig bei K._ erkundigte, ob
er einen Pfefferspray habe. Der Beschuldigte räumte denn auch ein, das
Schlimmste, was er sich habe vorstellen können, sei gewesen, dass sich die bei-
den prügeln würden und N._ Pfefferspray abbekomme (Urk. D1/03/17 S. 4).
Der Pfefferspray sei dafür gedacht gewesen, wenn jemand dreinschlagen würde
(Prot. I S. 180). Damit ist erstellt, dass der Beschuldigte in Betracht zog, dass es
zu Gewaltanwendung kommen könnte. Fakt ist denn auch, dass der Beschuldigte
N._ sel. Handschellen anlegte, nachdem er beim Eintreffen in AF._ von
K._ überwältigt worden war und mitbekam, dass N._ sel. gegen seinen
Willen bei K._ festgehalten wurde. Dass er K._ nach seiner Rückkehr
aus AB._ an seinen Wohnort am Telefon noch viel Spass wünschte, macht
deutlich, dass er sich vom Gefangenhalten von N._ sel. nicht distanzierte.
Aufgrund der gesamten Umstände, der Kenntnisse des Beschuldigten vor und
seines Verhaltens nach dem Eintreffen in AF._ ist erstellt, dass er mindes-
tens in Kauf nahm, dass N._ sel. überwältigt, gefesselt und gefangen gehal-
- 76 -
ten wird und nach erfolgter Überwältigung damit und mit dem Festhalten und der
Fesselung einverstanden war.
c) Unrechtmässige Aneignung von Fr. 400.– sowie der Fahrzeuge BMW M3
und Mercedes
Betreffend die Wegnahme der Fahrzeuge BMW M3 und des Mercedes ist festzu-
halten, dass der Beschuldigte übereinstimmend mit den Aussagen von K._
aussagte, dass K._ den BMW haben wollte und er N._ vorgegaukelt
habe, dass er diesen zur Reparatur bringen werde. Der Beschuldigte hat auch
anerkannt, dass er von N._ sel. für den Transport bzw. als Vorschuss für die
Reparaturkosten Fr. 400.– verlangte, welchen Betrag N._ sel. auf dem Weg
nach AF._ denn auch am Postomaten bezog. Der Beschuldigte bestritt, die-
sen Betrag von N._ sel. erhalten zu haben. Es erscheint als realitätsfremd,
dass N._ sel. den kurz vor Mitternacht bezogenen Bargeldbetrag, der von
A._ als Vorauszahlung für die Reparatur verlangt worden war, diesem nicht
sogleich übergeben hat. Dass N._ sel. das Geld behielt, um es dann direkt
dem ihm unbekannten Automechaniker übergeben zu können, kann ausge-
schlossen werden, da um die fragliche Zeit mitten in der Nacht wohl keine Repa-
raturwerkstatt mehr geöffnet hatte. Die Vorinstanz hat zutreffend darauf hingewie-
sen, dass K._ eingestand, das Portemonnaie von N._ sel. eingesteckt
und mit der Bankkarte Geld abgehoben zu haben. Dagegen bestritt er, von den
Fr. 400.– gewusst und diese an sich genommen zu haben (Prot. I S. 37 und S.
41; Urk. 147 S. 23). Es ist nicht einzusehen, weshalb er die Geldabhebung zuge-
ben, die Aneignung der Fr. 400.– dagegen wahrheitswidrig in Abrede stellen soll-
te. Es ist daher erstellt, dass A._ die Fr. 400.– einsteckte.
Der Beschuldigte wusste, dass N._ sel. sein Fahrzeug BMW M3 nicht freiwil-
lig K._ überliess, dies ergibt sich klar schon aufgrund der ihm vorgegaukelten
Reparatur und seiner Aussage in der Einvernahme vom 9. Februar 2018, wonach
er nicht denke, dass N._ einverstanden gewesen sei, dass K._ das Auto
wollte (Urk. D1/03/12 S. 15). Daran ändert auch die diffuse Bestreitung des Be-
schuldigten vor Vorinstanz nichts, wonach der BMW nicht gegen den Willen bei
K._ hätte bleiben sollen, weil da irgendetwas gewesen sei, K._ gesagt
- 77 -
habe, er habe die Hand auf diesem Fahrzeug (Prot. I S. 182). Die späte vollkom-
men diffuse Bestreitung in der Einvernahme vor Vorinstanz vermag nicht zu über-
zeugen. Der Beschuldigte wusste zweifellos, dass N._ sel. das Fahrzeug
BMW nicht freiwillig K._ überliess.
Aufgrund der übereinstimmenden Aussagen von K._ und dem Beschuldigten
ist erstellt, dass der Beschuldigte bei der Überwältigung von N._ sel. am
Wohnort von K._ und M._ beteiligt war, ihm die Handschellen auf Ge-
heiss von K._ anlegte, beim Gespräch im Haus mit N._ sel. mindestens
zeitweise anwesend war und den Inhalt des Gesprächs mitbekommen hat. Er
wusste, dass es darum ging, dass K._ N._ sel. vorwarf, er habe Geld
und Drogen verschwinden lassen, und nahm wahr, dass das Gespräch mit dem
überwältigten N._ sel. sich darum drehte, dass dieser bekanntgeben sollte,
wo Geld und Drogen sich befinden, bzw. diese herausgeben sollte. In diesem
Wissen holte er den Anhänger mit dem BMW von N._ sel., welchen er vor
der Überwältigung von N._ sel. in AT._ hatte stehen lassen, vor das
Haus von K._. Da der Beschuldigte sich an der Überwältigung und Fesse-
lung sowie Gefangennahme von N._ sel. beteiligte im Wissen darum, dass
K._ sich das Fahrzeug BMW von N._ sel. gegen dessen Willen un-
rechtmässig aneignen wollte, hat er sich unzweifelhaft an deliktischen Handlun-
gen beteiligt. An welchem Delikt er sich beteiligt hat und auf die rechtliche Qualifi-
kation seiner Beteiligung als Mittäterschaft oder Gehilfenschaft ist im Rahmen der
rechtlichen Würdigung einzugehen.
Bezüglich des Mercedes machte der Beschuldigte konstant geltend, M._ ha-
be den Fahrzeugschlüssel von K._ bekommen, als sie und er vom Zurückho-
len der im Dorf versteckten Fahrzeuge am Wohnort von K._ eingetroffen sei-
en. K._ habe gesagt, sie müssten den Mercedes holen, damit N._ mobil
sei und nach Serbien fahren könne. A._ macht geltend, er habe, als er mit
M._ nach AB._ gefahren sei, um den Mercedes zu holen, keine Kennt-
nis davon gehabt, dass K._ den Schlüssel des Mercedes gegen den Willen
des gefesselten N._ behändigt hatte, um sich dieses Fahrzeug gegen den
Willen von N._ anzueignen. Der Anklagevorwurf, wonach alle drei Beschul-
- 78 -
digten, beabsichtigten, den Mercedes zu entwenden und unrechtmässig für eige-
ne Zwecke zu verwenden, wurde von A._ konstant bestritten. Es liegen dies-
bezüglich keine belastenden Aussagen der Mitbeschuldigten vor, ebenfalls keine
Chat- oder Telefonprotokolle, welche diesbezügliche Hinweise enthalten würden.
Eine Absicht von A._, den Mercedes zu entwenden und für eigene Zwecke
zu verwenden, lässt sich zwar nicht erstellen, jedoch ist seine Darstellung betref-
fend Herstellung der Mobilität von N._ sel. nicht glaubhaft. Es ist nicht nach-
vollziehbar, weshalb mitten in der Nacht der Mercedes nach AF._ gebracht
werden sollte, damit N._ sel. mobil sei und nach Serbien hätte fahren kön-
nen, um dort das verschwundene Geld und die verschwundenen Drogen zu be-
schaffen. Insbesondere leuchtet nicht ein, dass N._ sel. nach dem Gespräch
mit K._ nicht hätte nach AB._ gefahren werden können, um von dort
aus die Reise nach Serbien anzutreten. Vor dem Hintergrund, dass N._ sel.
schon der BMW M3 gegen seinen Willen weggenommen worden war und es
K._ darum ging, sich für die verschwundenen Drogen und Gelder bezahlt zu
machen, drängt sich zwingend der Schluss auf, dass auch der Mercedes gegen
den Willen von N._ sel. nach AF._ zu K._ verbracht wurde und zu
seinen Gunsten verwertet werden sollte, zumal der Beschuldigte bestätigte, dass
N._ alles in Abrede gestellt habe und geltend gemacht habe, er sei gelinkt
worden. Er erklärte denn auch, seine Mitteilung an K._, als er zu Hause an-
gekommen war, wonach er K._ viel Spass wünsche, habe gemeint, dass
K._ das Gewünschte noch bekomme, da N._ alles in Abrede gestellt
habe (Prot. I S. 181). Daraus geht hervor, dass der Beschuldigte im Zeitpunkt der
Fahrt nach AB._ nicht davon ausging, dass N._ eine Verfehlung einge-
räumt hat und nach Serbien fahren würde. Aufgrund sämtlicher Umstände ist er-
stellt, dass A._, als er mit M._ nach AB._ fuhr, um den Mercedes
zu holen, in Kauf nahm, dass K._ den Schlüssel für dieses Fahrzeug gegen
den Willen von N._ sel. an sich genommen hatte und beabsichtigte, dieses
zu seinen Gunsten zu verkaufen. Wie bereits erwähnt kann dagegen nicht erstellt
werden, dass der Beschuldigte den Mercedes für eigene Zwecke verwenden woll-
te, wie ihm dies in der Anklageschrift (S. 20 Ziff. 13) vorgeworfen wird.
- 79 -
d) Zeitpunkt der Orientierung über die Tötung von N._ sel.
Die Anklage hält fest, K._ habe A._ am 28. April 2016 zwischen ca.
08.00 Uhr und ca. 10.00 Uhr, eventualiter zu einem nicht genau bekannten Zeit-
punkt, sicherlich aber bevor A._ am 30. April 2016 mit G._ telefoniert
habe, über die Tötung von N._ orientiert (Anklageschrift S. 22 Ziff. 20).
A._ machte konstant geltend, er habe erst kurz vor der Verhaftung in
AD._ von K._ erfahren, dass dieser N._ und O._ umgebracht
habe.
Betreffend die Orientierung von der Tötung von N._ sel. liegen keine direkten
Beweismittel vor, insbesondere geht dies nicht aus Telefonprotokollen oder Chat-
verläufen hervor und kann auf die Aussagen von K._ dazu nicht abgestellt
werden, da er geltend machte, A._ sei anwesend gewesen, als er von den
Serben zur Tötung von N._ gezwungen worden sei. Diese Bedrohung durch
die Serben konnte als Schutzbehauptung widerlegt werden, deshalb bestehen
keine verlässlichen Aussagen von K._ über die Orientierung von A._.
Auch seitens M._ liegen keine diesbezüglichen Aussagen vor. Sie selber sei
nach ihrer Darstellung von K._ am 28. April 2016 darüber orientiert worden,
als sie nach Hause zurückgekehrt sei. Der Zeitpunkt, in welchem A._ von der
Tötung von N._ sel. erfuhr, ist daher aufgrund der gesamten Umstände zu
erstellen.
Vorab kann auf die sorgfältigen, detaillierten und in allen Punkten überzeugenden
Erwägungen der Vorinstanz betreffend den Zeitpunkt der Kenntnisnahme der Tö-
tung von N._ sel. durch A._ verwiesen werden (Art. 82 Abs. 4 StPO;
Urk. 147 S. 23 ff.). Zusammenfassend ist dazu folgendes festzuhalten:
Ausgangspunkt bildet die Situation, wie sie sich für A._ am 27./28. April 2016
präsentierte: Er hatte mit M._ AF._ verlassen, um in AB._ den
Mercedes von E._ zu holen. N._ sel. wurde gegen seinen Willen bei
K._ in AF._ zurückgehalten, war vorher von K._ A._ überwäl-
tigt und unter Mithilfe von A._ gefesselt worden und hatte bis zur Wegfahrt
von A._ noch keine Angaben zum Verbleib von Drogen und Geld gemacht.
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In dieser Situation sah A._ N._ sel. das letzte Mal. Ab diesem Zeitpunkt
war N._ sel. verschwunden. Es erfolgte eine Vermisstenanzeige durch die
Familie N._ bei der Polizei. A._ versuchte nach eigenem Bekunden
mehrmals vergeblich, N._ sel. telefonisch zu erreichen (Prot. I S. 43). Er sag-
te konstant aus, K._ habe ihm gesagt, N._ sei nach Serbien gefahren,
um die verschwundenen Drogen und das verschwundene Geld zu holen. Nach-
dem N._ sel. schon knapp drei Wochen verschwunden war und der Beschul-
digte keinen Anlass mehr haben konnte, in guten Treuen anzunehmen, N._
sel. sei vorübergehend nicht erreichbar, sagte A._ gegenüber der Polizei,
welche ihn im Zusammenhang mit der Vermisstenanzeige betreffend N._ sel.
am 17. Mai 2016 kontaktierte (Ordner 48 Urk. D2/05/43), auf Anweisung von
K._ wahrheitswidrig aus, N._ sei am 28. April 2016 nach AJ._ ge-
fahren und erwähnte nichts von dessen angeblicher Reise nach Serbien. Seine
Erklärung für die Falschangaben gegenüber der Polizei überzeugt in keiner Hin-
sicht. Es ist nicht einzusehen, weshalb die Erwähnung, dass ein serbischer
Staatsangehöriger nach Serbien gefahren sei, impliziert hätte, dass A._ von
der Gefangennahme und Fesselung von N._ sel. hätte berichten müssen.
Nach seiner eigenen Darstellung hatte K._ ihm gesagt, N._ sei nach
Serbien gefahren, um die Ware zu holen, wies ihn dann aber an, gegenüber der
Polizei etwas anderes auszusagen. Es liegt auf der Hand, dass dieser Wider-
spruch den Beschuldigten stutzig machen musste. Es ist daher sehr naheliegend,
dass er bei K._ nachfragte. Hinzukommt, dass K._ A._ am 7. Mai
2016 Screenshots aus der Kommunikation mit G._ schickte, in welchen
G._ ihm vorwarf, er habe N._ ermordet (Beilagen zu Urk. D1/03/15). Der
Beschuldigte räumte denn auch ein, dass er K._ darauf angesprochen habe,
ob die Mordvorwürfe zutreffen (Urk. D1/06/14 S. 42) und dass er wegen dieser
Vorwürfe auch versucht habe, N._ telefonisch zu erreichen (Urk. D1/06/14 S.
42 f.). Ausserdem war G._ zweimal persönlich bei A._ zu Hause vorbei-
gegangen, um sich nach dem Verbleiben seines Bruders N._ zu erkundigen,
einmal mitten in der Nacht und einmal an einem Sonntagnachmittag (Urk.
D1/03/14 S. 30).
- 81 -
Unter Würdigung sämtlicher Umstände lässt sich zwar nicht ohne rechtserhebli-
che Zweifel erstellen, dass K._ A._ die Tötung von N._ sel. mitteil-
te, jedoch ist erstellt, dass A._ bereits vor Begehung der Delikte zum Nach-
teil von O._ sel. einen dringenden Verdacht haben musste, dass K._
N._ sel. umgebracht hatte.
3.2.2.2. Dossier 1
a) Kenntnis betreffend Deponierung des Handys von O._ sel. sowie Mit-
führen einer Waffe und Schmierestehen mit Waffe
Betreffend diese vom Beschuldigten bestrittenen Sachverhaltspunkte kann auf
vorstehende Erwägungen verwiesen werden. Gestützt auf die glaubhaften Aus-
sagen von M._ wurde erstellt, dass A._ am Telefongespräch betreffend
Deponierung des Handys von O._ sel. beteiligt war und Kenntnis davon hat-
te, dass M._ dieses Handy in S._ deponierte.
Bezüglich der Kenntnisse von A._ betreffend das Mitführen einer Waffe
durch K._ und des geplanten Waffeneinsatzes zur Bedrohung des Opfers bei
den Delikten zum Nachteil von O._ sel. sowie des Umstandes, dass A._
die Waffe in Händen gehalten habe, als K._ O._ sel. vom Lastwagen in
den Anhänger umlud, beruht die Anklage einzig auf den Aussagen von K._,
welche als nicht glaubhaft zu beurteilen sind. Entsprechend sind diese Anklage-
punkte nicht erstellt.
b) Übereinkunft zwischen A._, M._ und K._ spätestens am Vor-
mittag des 3. Juni 2016 betreffend Überwältigung, Fesselung und Entführung von
O._ sel. und Entwenden des Lastwagens
Sowohl A._ als auch M._ bestritten beide, vor dem 3. Juni 2016 von ei-
nem Delikt zum Nachteil von O._ sel. gewusst zu haben. Sie stellten eine
Übereinkunft in Abrede und sagten beide aus, sie seien erst am 3. Juni 2016 von
K._ aufgefordert worden, nach S._ zu kommen. Beide gaben an, von
einer Entwendung des Fahrzeugs ausgegangen zu sein, wobei das Vorgehen das
gleiche hätte sein sollen wie bei P._, demzufolge eine Mitnahme des Fahr-
- 82 -
zeugs ohne Bezahlung unter Vortäuschung eines Zahlungswillens. Dass M._
die Kinder bei sich hatte und diese bei der ganzen Fahrt dabei blieben, deutet da-
rauf hin, dass die Tat aus ihrer Sicht nicht von längerer Hand geplant war, hätte
sie doch in diesem Fall dafür gesorgt, dass die Kinder nicht dabei gewesen wä-
ren. A._ wurde von K._ am Vormittag des 3. Juni gefragt, ob er "10 i"
verdienen wolle und aufgefordert, seine Termine an diesem Tag abzusagen. Zu-
dem musste A._ für die Unterbringung seines Sohnes besorgt sein, den er
an diesem Tag bei sich hatte. Dies alles spricht gegen eine Übereinkunft vor dem
3. Juni 2016. Es liegen keine Beweismittel vor, aus welchen sich eine Absprache
zwischen den drei Beschuldigten ergeben würde. Es ist demnach auf die glaub-
hafte übereinstimmende Darstellung von A._ und M._ abzustellen, wo-
nach sie je gegenseitig erst beim Eintreffen in S._ von der Beteiligung
des/der Anderen Kenntnis erlangten. Die belastenden Aussagen von K._
sind aus den bereits vorstehend dargelegten Gründen nicht glaubhaft, weshalb
nicht darauf abgestellt werden kann. Eine Übereinkunft unter den drei Beschuldig-
ten kann mangels Beweisen nicht erstellt werden.
Als Indiz dafür, dass eine Überwältigung, Fesselung und Entführung von O._
sel. geplant war, spricht zulasten von A._ der Umstand, dass er auf Geheiss
von K._ unmittelbar vor der Tat Handschuhe, Kabelbinder und ein Messer
einkaufte und diese mitführte, wobei auch zu erwähnen ist, dass er die Quittung
dieses Kaufes aufbewahrte und diese sichergestellt werden konnte. A._ sag-
te bezüglich dieser Gegenstände konstant aus, er habe die Handschuhe für das
Hantieren am Lastwagen gekauft, die Kabelbinder für das Befestigen des Num-
mernschildes und das Messer, welches ihm auch gefallen habe, für das Entfernen
der Kabelbinder bei der Wegnahme der Nummernschilder. Wie bereits die Vo-
rinstanz zutreffend dargelegt hat, können die Erklärungen des Beschuldigten in-
haltlich nicht von der Hand gewiesen werden, vielmehr ist ein Einsatz der gekauf-
ten Gegenstände zu dem vom Beschuldigten erwähnten Zweck durchaus plausi-
bel. Zu Recht hat die Vorinstanz ferner darauf hingewiesen, dass die Gegenstän-
de auch gar nicht wirklich zum Einsatz kamen, vielmehr das von K._ mitge-
führte Material (Schusswaffe, Handschellen und Klebeband). Auch erschiene das
Aufbewahren der Quittung im Fahrzeug und das Bezahlen der Gegenstände mit
- 83 -
Postcard als absolut dilettantisch bei einem geplanten Einsatz der Gegenstände
für einen Raub (Art. 82 Abs. 4 StPO; Urk. 147 S. 52 ff.).
Zutreffend weist die Vorinstanz darauf hin, dass die weiteren Umstände der Tat-
begehung gegen einen vorab geplanten Raub sprechen (Art. 82 Abs. 4 StPO;
Urk. 147 S. 54 f.). Insbesondere wurden keine Vorkehrungen getroffen, um die
Identität von K._ und A._ gegenüber O._ sel. zu verschleiern. Zu-
dem wäre es bei einem durchdachten und geplanten Vorgehen wohl nicht zu ei-
ner abendfüllenden Fahrt mit dem überwältigten und gefesselten O._ sel.
durch die halbe Schweiz gekommen, zumal dies ein hohes Risiko der Entdeckung
mit sich brachte.
Der Umstand, dass K._ dem Beschuldigten eine Entschädigung von Fr.
10'000.– für seine Beteiligung in Aussicht stellte, lässt auch nicht eindeutig auf ei-
nen vorab geplanten Raub schliessen, vielmehr erscheint die Erklärung des Be-
schuldigten als plausibel, wonach er davon ausgegangen sei, der Lastwagen
werde betrügerisch erlangt wie im Fall P._ und die Entschädigung sei für
seine Verkaufsbemühungen betreffend den Lastwagen gewesen, da K._ bei
potentiellen Käufern keinen guten Ruf gehabt habe.
c) Fesselung der Füsse von O._ sel. durch A._
Der Beschuldigte bestritt in der Befragung vor Vorinstanz, O._ sel. an den
Füssen mit Klebeband gefesselt zu haben, dagegen gab er zu, O._ sel. auf
Geheiss von K._ die Handschellen angebracht zu haben. Ab dem Zeitpunkt,
in welchem A._ seine Beteiligung an der Überwältigung von O._ sel. in
der Einvernahme vom 6. Februar 2018 zugab, hat er über alle Einvernahmen
hinweg konstant nur zugegeben, O._ sel. die Handschellen angelegt zu ha-
ben. Der Vorwurf der Fesselung der Beine von O._ sel. durch A._ be-
ruht einzig auf den Aussagen von K._. Wie bereits mehrfach erwähnt, beste-
hen Zweifel an der Glaubhaftigkeit der Belastungen von A._ durch K._.
Diese können im Zusammenhang mit der Fesselung von O._ sel. an den
Beinen entgegen der Auffassung der Vorinstanz auch nicht dadurch ausgeräumt
werden, dass K._ diese Fesselung nicht vornehmen konnte, weil er die Pisto-
- 84 -
le in den Händen hielt, um O._ sel. einzuschüchtern (Urk. 147 S. 60 f.), denn
es bestehen ausser der Darstellung von K._ keine Beweismittel dafür, dass
O._ sel. an Händen und Füssen/Beinen zum gleichen Zeitpunkt gefesselt
wurde. Denkbar ist auch, dass die Fesselung an den Beinen zu einem späteren
Zeitpunkt erfolgte, als O._ sel. bereits an den Händen gefesselt war, dies ist
insbesondere deshalb naheliegend, da die Fussfesselung beim Umsteigen in den
Anhänger wieder hätte entfernt werden müssen (es wurde von keiner Seite gel-
tend gemacht, O._ sel. sei in den Anhänger getragen worden). Daher ist
nicht erstellt, dass A._ O._ sel. an den Beinen mit Klebeband fesselte.
d) Rechnen mit der Tötung von O._ sel. eventualiter Inkaufnahme seiner
Tötung
Die Anklage wirft dem Beschuldigten A._ vor, er habe bereits im Zeitpunkt
der Tatplanung mit der Tötung von O._ durch K._ gerechnet und habe
dessen Tod gewollt, eventualiter in Kauf genommen (Anklageschrift S. 4 Ziff. 3).
Im Eventualstandpunkt wird ihm vorgeworfen, er habe spätestens, als M._
das Mobiltelefon von O._ entgegen genommen habe, um dieses in S._
zu deponieren, gewusst, dass K._ O._ töten werde, was er denn auch
wollte oder zumindest in Kauf genommen habe (Anklageschrift S. 7 f. Ziff. 14).
Da schon eine gemeinsame Tatplanung zwischen K._ und A._ betref-
fend Überwältigung, Fesselung und Entführung von O._ sel. nicht erstellt
werden konnte, lässt sich auch nicht erstellen, dass A._ bei der Tatplanung
mit der Tötung von O._ sel. rechnete. Insgesamt kann dem Beschuldigten
nicht widerlegt werden, dass er am 3. Juni 2016 nach S._ fuhr in der Mei-
nung, der Lastwagen werde O._ sel. betrügerisch entwendet. Als O._
sel. jedoch auf die Probefahrt mitkam und von K._ unter Waffendrohung
überwältigt wurde und A._ ihn auf Geheiss von K._ mit den Handschel-
len fesselte, war für A._ klar erkennbar, dass es nicht mit einem Entwenden
des Fahrzeugs durch betrügerische Kniffe sein Bewenden haben würde. Der Be-
schuldigte muss sich entgegenhalten lassen, dass er sich nicht von der Tatbege-
hung distanzierte, vielmehr bei der Fesselung von O._ sel. mitwirkte. Selbst
als O._ sel. von K._ auf den mitgeführten Anhänger umgeladen wurde,
- 85 -
nahm der Beschuldigte nicht Abstand vom Geschehen und fuhr mit dem Lastwa-
gen weiter. Auch als er aufgrund des Telefonates von M._ erfuhr, dass sie
das Handy von O._ sel. in S._ deponierte, blieb er dabei und fuhr den
Lastwagen nach AA._. Er machte geltend, K._ habe ihm gesagt, er
werde O._ einschüchtern und zur Unterzeichnung des Kaufvertrages zwin-
gen. Alle drei Beschuldigten würden dann behaupten, den Lastwagen rechtmäs-
sig gekauft zu haben, falls sich O._ trotz Einschüchterung an die Polizei
wenden sollte. Dass sich A._ einen solchen Ablauf einzureden versuchte,
mag zutreffen. Es bestanden jedoch derart viele Hinweise darauf, dass K._
O._ sel. umbringen würde, dass dieses Sich Einreden keine reale Grundlage
hatte. Ein wichtiges Indiz stellt das Deponieren des Handys von O._ sel. dar.
Hätte O._ sel. tatsächlich eingeschüchtert und danach frei gelassen werden
sollen und hätte nach S._ zurückkehren können, hätte es keiner Deponie-
rung seines Handys bedurft. Die logische Konsequenz aus diesem Vorgehen
konnte eigentlich nur darin bestehen, dass O._ sel. nicht nach S._ zu-
rückkehren würde. Ausserdem wurde O._ sel. ja bereits schwer einge-
schüchtert, indem K._ ihn völlig unerwartet und unvorbereitet ohne irgend-
welche vorgängige Differenzen mit einer Waffe bedrohte und er gefesselt wurde.
Dass O._ sel. sich auf eine Weise gewehrt hätte, die eine weitere Einschüch-
terung durch Verbringen in den Anhänger erforderlich gemacht hätte, wurde we-
der von A._ noch von K._ geltend gemacht. Vor diesem Hintergrund ist
nicht nachvollziehbar, weshalb O._ sel. nicht gleich nach der Überwältigung
unter weiterer Bedrohung mit der Waffe zur Unterzeichnung des Vertrages ge-
zwungen wurde, stattdessen im Anhänger versteckt durch die halbe Schweiz ge-
fahren wurde.
Ferner musste A._ den dringenden Verdacht haben, dass N._ sel. von
K._ umgebracht worden war. Ganz offensichtlich zögerte K._ nicht, eine
ihm nahezu unbekannte Person mit einer Schusswaffe zu bedrohen und unter
menschenunwürdigen Umständen wie Ware in einem Anhänger zu transportieren.
Deshalb erweist sich das Argument von A._ als nicht stichhaltig, dass
O._ anders als N._ für K._ eine fremde Person gewesen sei, die
- 86 -
ihm nichts angetan habe, weshalb er nicht damit gerechnet habe, dass K._
O._ umbringen könnte.
Die Vorinstanz hat zutreffend dargelegt, dass der Beschuldigte erkannte, was das
Deponieren des Telefons bedeutete. Dies geht aus seiner Aussage hervor, dass
er Angst und Bammel gehabt habe, Augen und Ohren verschlossen habe und ge-
sagt habe, er wolle gar nicht zu viel wissen (Art. 82 Abs. 4 StPO; Urk. 147 S. 73;
Urk. D1/03/08 S. 8; Urk. D1/03/11 S. 18 f.).
Zusammenfassend ist mit der Vorinstanz (Urk. 147 S. 78) festzuhalten, dass der
Beschuldigte wusste, dass mit dem Deponieren des Handys von O._ sel. fal-
sche Spuren gelegt wurden. Er hatte erlebt wie O._ sel. mit Waffengewalt
bedroht, gefesselt und in einen Anhänger verbracht wurde und musste den drin-
genden Verdacht hegen, dass K._ rund einen Monat früher N._ sel.
umgebracht hatte. Aufgrund aller dieser Umstände ist erstellt, dass A._ spä-
testens in AU._ ernsthaft mit der Tötung von O._ sel. rechnete. Den-
noch hat er aktiv Augen und Ohren verschlossen und nicht klar zum Ausdruck
gebracht, dass er mit einer Tötung nicht einverstanden sei.
3.2.2.3. Dossier 4
Bezüglich der Sachverhaltserstellung in diesem Anklagepunkt kann vollumfäng-
lich auf die Ausführungen der Vorinstanz verwiesen werden (Art. 82 Abs.4 StPO;
Urk. 147 S. 81 f.).
Im Berufungsverfahren machte die Verteidigung geltend, der Versicherungsbetrug
gehe der Veruntreuung vor und konsumiere diese (Urk. 197 S. 22 f.). Darauf ist im
Rahmen der rechtlichen Würdigung zurückzukommen.
Die weiteren Schuldsprüche betreffend dieses Dossier sind in Rechtskraft er-
wachsen.
3.2.2.4. Dossier 5
Wie die Vorinstanz zutreffend ausführte, kann mangels Beweismitteln der Ankla-
gevorwurf, dass der Beschuldigte mit M._ übereinkam, den Personenwagen
- 87 -
wahrheitswidrig als gestohlen zu melden, nicht erstellt werden. Der Beschuldigte
räumte ein, dass er vom geplanten Versicherungsbetrug durch K._ Kenntnis
gehabt habe vor dem Ausstellen neuer Rechnungen auf den Namen von
AV._ (Art. 82 Abs. 4 StPO, Urk. 147 S. 83 f.). Dass die Reparaturen, für die
der Beschuldigte Rechnungen ausstellte, nicht vorgenommen wurden, lässt sich
den Erwägungen der Vorinstanz folgend nur bezüglich der Antriebswelle erstellen
(Art. 82 Abs. 4 StPO; Urk. 147 S. 85).
Mit der Vorinstanz ist auch die erstellte und unbestrittene Bestellung eines neuen
Zündschlosses kurz vor dem Versicherungsbetrug (Urk. D5/01/02 Beilagen 12
und 13) klar in einen Zusammenhang mit dem Betrug zu bringen und erweist sich
die gegenteilige Behauptung des Beschuldigten, K._ habe ein neues Zünd-
schloss bestellt, weil dieses "geschwommen" sei, als Schutzbehauptung (Urk. 147
S. 85 f.).
Ferner ist den Erwägungen der Vorinstanz auch zu folgen bezüglich des in Brand
Steckens des Fahrzeugs. Entsprechend lässt sich mangels objektiver Beweismit-
tel und infolge unglaubhafter Belastung durch K._ nicht erstellen, dass der
Beschuldigte das Fahrzeug in Brand steckte.
Zusammenfassend ist erstellt, dass der Beschuldigte vom geplanten Versiche-
rungsbetrug durch K._ Kenntnis hatte, bezüglich der Antriebswelle eine nicht
den Tatsachen entsprechende Rechnung ausstellte und für K._ ein neues
Zündschloss beschaffte. Erstellt ist zudem, dass die Bestellung des neuen Zünd-
schlosses für K._ klar im Zusammenhang mit dem geplanten Versicherungs-
betrug stand.
III. Rechtliche Würdigung
1. Mittäterschaft und Gehilfenschaft
Bezüglich der allgemeinen Ausführungen zur Mittäterschaft und Gehilfenschaft
und der Abgrenzung zwischen diesen beiden Teilnahmeformen ist auf die detail-
lierten Erwägungen der Vorinstanz zu verweisen (Art. 82 Abs. 4 StPO; Urk. 147
S. 87 ff.).
- 88 -
2. Einzelne Dossiers
2.1. Dossier 2
2.1.1. Vorbemerkung
Kurz zusammengefasst ist der rechtlichen Würdigung folgender erstellter Sach-
verhalt zugrunde zu legen: Der Beschuldigte ist mit K._ übereingekommen,
N._ sel. nach AF._ zu locken unter dem Vorwand, dass er dort seine In-
door-Hanfanlage holen könne und K._ nicht zu Hause sei. Der BMW M3 von
N._ sel. wurde von A._ auf einen Anhänger aufgeladen und N._
sel. vorgegaukelt, dass das Fahrzeug zur Reparatur in eine Reparaturwerkstatt
gebracht werde. A._ verlangte von N._ sel. eine Vorauszahlung von Fr.
400.– für die Reparatur. Auf dem Weg nach AF._ hob N._ sel. an einer
Poststelle Fr. 400.– von seinem Konto ab und übergab dieses Geld A._, wel-
cher das Geld für eigene Zwecke für sich behielt (Schuldspruch betreffend Verun-
treuung rechtskräftig). A._ wusste, dass K._ den BMW M3 für sich be-
halten wird, obwohl er keinen gerichtlich durchsetzbaren Anspruch auf dieses
Fahrzeug hatte. Ferner wusste er, dass N._ sel. nicht freiwillig bei K._
bleiben würde und rechnete damit, dass es zu Gewaltanwendung (Schläge, Pfef-
fersprayeinsatz) kommen könnte. Er hatte Kenntnis davon, dass K._
N._ sel. dazu bringen wollte, den Aufbewahrungsort der verschwundenen
Drogen und des Geldes bekanntzugeben bzw. diese herauszugeben. Bei der
Überwältigung von N._ sel. in AF._ setzte K._ eine Waffe zur Be-
drohung ein. A._ sah dies und wirkte bei der Überwältigung mit, indem er
N._ sel. auf Geheiss von K._ Handschellen anlegte. Im Wissen darum,
dass N._ sel. keine Auskunft über den Verbleib der Drogen und des Geldes
gegeben hatte und von K._ weiterhin gegen seinen Willen in AF._ fest-
gehalten wurde, fuhr er mit M._ nach AB._, um den Mercedes zu holen.
Dabei wusste er, dass K._ auch den Mercedes zu seinen Gunsten verwerten
wird.
Wie bereits erwähnt, sind bezüglich Dossier 2 die Schuldsprüche betreffend Frei-
heitsberaubung und Entführung sowie der Veruntreuung in Rechtskraft erwach-
- 89 -
sen. Angefochten wurden die Schuldsprüche betreffend qualifizierten Raub im
Sinne von Art. 140 Ziff. 1 Abs. 1 und Ziff. 2 StGB, versuchte qualifizierte Erpres-
sung im Sinne von Art. 156 Ziff. 1 und Ziff. 3 StGB i.V.m. Art. 140 Ziff. 2 StGB und
i.V.m. Art. 22 Abs. 1 StGB sowie Widerhandlung gegen das Waffengesetz im Sin-
ne von Art. 33 Abs. 1 lit. a WG i.V.m. Art. 4 Abs. 1 lit a WG und Art. 27 WG.
2.1.2. Widerhandlung gegen das Waffengesetz
Vorweg ist festzuhalten, dass die Pistole Beretta in Anwesenheit von A._ le-
diglich bei der Überwältigung von N._ sel. nach der Ankunft in AF._ und
seiner Begleitung ins Haus zum Einsatz kam. Dass der Einsatz einer Waffe zwi-
schen K._ und A._ abgesprochen war, wird in der Anklage nicht vorge-
worfen und lässt sich auch nicht erstellen. A._ hat zwar mitbekommen, dass
K._ die Waffe bei der Überwältigung zum Einsatz brachte und hat in der Fol-
ge N._ sel. auf Anweisung von K._ mit Handschellen gefesselt, doch
kann das Befolgen der Anweisung nicht dahingehend gewürdigt werden, dass
A._ als Mittäter oder Gehilfe beim Waffentragen selber erscheint. Dazu leis-
tete er weder beim Planen des Waffeneinsatzes, Besorgen der Waffe, Mittragen
der Waffe oder Beseitigen/Versorgen der Waffe irgendeinen Beitrag. Unter diesen
Umständen ist das verbotene Waffentragen A._ weder unter dem Aspekt ei-
ner Gehilfenschaft noch einer Mittäterschaft anzurechnen und ist er vom Vorwurf
der Widerhandlung gegen das Waffengesetz freizusprechen.
2.1.3. Raub betreffend die Fahrzeuge BMW und Mercedes
Das Fahrzeug BMW M3 wurde von N._ sel. aufgrund täuschender Machen-
schaften nach AF._ gebracht. Die Verteidigung wandte zu Recht ein, dass
das Fahrzeug von N._ sel. aufgrund einer List übergeben wurde, was nichts
mit Raub zu tun habe (Urk. 78 S. 14). Mit dem Verladen auf den Transporter und
dem Verbringen an den Wohnort von K._ wurde der Gewahrsam von
N._ sel. aufgehoben. Ohne die Hilfe von A._/K._ konnte N._
sel. nicht mehr über den BMW verfügen, damit hat er seinen Gewahrsam aufge-
geben. A._ hatte den Schlüssel zum Transporter und konnte diesen mitsamt
dem aufgeladenen BMW an irgendeinen N._ sel. unbekannten Ort bringen.
- 90 -
Die Wegnahme des BMW durch Täuschung erfüllt nicht den Tatbestand des
Raubes. Gewaltanwendung und Bedrohen unter Vorhalten einer Waffe erfolgten
erst, nachdem das Fahrzeug sich bereits im Gewahrsam von K._ befand und
erfolgten nicht im Hinblick auf die unrechtmässige Wegnahme des Fahrzeugs,
sondern im Hinblick auf die Erpressung von N._ sel..
Anders stellt sich die Situation bezüglich des Mercedes dar. Der Beschuldigte
wusste, das N._ sel. gegen seinen Willen durch K._ festgehalten wurde.
Im Rahmen der Sachverhaltserstellung wurde dargelegt, dass A._ davon
ausgehen musste, dass der Schlüssel zum Mercedes dem gefangen gehaltenen
N._ sel. gegen seinen Willen weggenommen worden war und K._ be-
absichtigte, auch dieses Fahrzeug zu seinen Gunsten zu verkaufen. Da N._
sel. festgehalten wurde und ihm der Mercedes-Schlüssel gegen seinen Willen ab-
genommen wurde, sind die Voraussetzungen der Wegnahme durch Gewaltan-
wendung im Sinne von Art. 140 Ziff.1 StGB erfüllt. Die Beteiligung von A._ an
dieser Tat erschöpfte sich darin, mit M._ nach AB._ zu fahren, damit sie
dort den Mercedes holen und diesen nach AF._ bringen konnte. Er war nicht
bei der Planung dieser Raubtat beteiligt und zog daraus auch keinen finanziellen
Vorteil. Seine Beteiligung an der Täuschung, Überwältigung und Fesselung von
N._ sel. wird vom Tatbestand der Erpressung und Freiheitsberaubung er-
fasst und fällt unter dem Aspekt des Raubes ausser Betracht, da sie in subjektiver
Hinsicht nicht mit dem Willen erfolgte, einen Diebstahl des Mercedes zu begehen,
sondern N._ sel. dazu zu bringen, Drogen und Geld herauszugeben, bzw.
deren Aufbewahrungsort bekannt zu geben. Entsprechend erfolgte auch sein Bei-
tritt zur Tat durch Anbringen der Handfesseln nach Einsatz der Schusswaffe nicht
im Hinblick auf einen Raub. Beim Raub des Mercedes war keine Schusswaffe im
Spiel, weshalb der qualifizierte Tatbestand im Sinne von Art. 140 Ziff. 2 StGB
nicht zur Anwendung gelangt. Da der Tatbeitrag von A._ betreffend den
Raub sich auf die Fahrt nach AB._ mit M._ beschränkte und unterge-
ordneter Natur ist, ist die Handlung des Beschuldigten als Gehilfenschaft zum
Raub zu würdigen.
- 91 -
Der Beschuldigte ist daher der Gehilfenschaft zu Raub im Sinne von Art. 140
Ziff. 1 StGB i.V.m. Art. 25 StGB schuldig zu sprechen.
2.1.4. Erpressung
Der Beschuldigte A._ plante zusammen mit K._, N._ sel. unter An-
wendung täuschender Machenschaften zu K._ zu locken, um ihn dort dazu
zu bringen, Angaben über den Verbleib von Drogen und Geld im Wert von Fr.
40'000.– zu machen und diese einzutreiben. A._ wusste, dass K._ kei-
nen rechtlich durchsetzbaren Anspruch auf diese Drogen und das Geld hatte, da
K._ N._ sel. die Fr. 40'000.– im Rahmen eines illegalen Drogengeschäf-
tes übergeben hatte. In diesem Sinne handelte er mit der Absicht ungerechtfertig-
ter Bereicherung von K._.
A._ wusste, dass N._ sel. nicht mit K._ reden wollte und nicht frei-
willig bereit war, bei K._ zu bleiben, er rechnete mit Gegenwehr und damit,
dass N._ sel. unter Gewaltanwendung festgehalten werden muss. Entspre-
chend legte er bei der Überwältigung durch K._ vor dem Haus N._ sel.
ohne weiteres die Handschellen an und ging mit ins Haus, wo N._ sel. von
K._ aufgefordert wurde, den Aufbewahrungsort der Drogen und des Geldes
bekannt zu geben. Beim Gespräch war er anwesend, ohne sich aktiv daran zu be-
teiligen. Die Gewaltanwendung gegenüber N._ sel. bei dessen Überwälti-
gung und Festhalten war darauf ausgerichtet, diesen dazu zu bewegen, in seinem
Besitze befindliches Geld und Drogen herauszugeben. Da es (auch) um die Her-
ausgabe von Geld ging, erübrigen sich weitergehende Ausführungen zur Frage,
ob Drogen zum strafrechtlich geschützten Vermögen gehören, ob von einem wirt-
schaftlichen Vermögensbegriff oder von einem juristisch-wirtschaftlichen Vermö-
gensbegriff auszugehen ist. N._ sel. machte keine Angaben zum Verbleib
von Drogen und Geld, sie konnten nicht eingetrieben werden. Der gewünschte Er-
folg der Aktion blieb aus.
Zusammenfassend ist festzuhalten, dass A._ zusammen mit K._ ge-
genüber N._ sel. Gewalt anwendete (Überwältigung und Fesselung sowie
Zurückhalten gegen seinen Willen) in der Absicht, ihn zur Herausgabe von Geld
- 92 -
und Drogen zu bewegen und im Wissen darum, dass K._ keinen rechtlich
durchsetzbaren Anspruch darauf hatte. A._ handelte mit der Absicht unge-
rechtfertigter Bereicherung von K._. Dieses Handeln erfüllte den Tatbestand
der versuchten Erpressung im Sinne von Art. 156 Ziff. 1 und Ziff. 3 i.V.m. Art. 140
Ziff. 1 StGB und i.V.m. Art. 22 Abs. 1 StGB. A._ wusste nicht, dass K._
eine Schusswaffe einsetzen würde, was sich schon daraus ergibt, dass er sich bei
ihm erkundigte, ob er einen Pfefferspray habe (Urk. D1/06/14 S. 10). Zudem kam
die Schusswaffe von K._ in Anwesenheit von A._ nach der Überwälti-
gung von N._ sel. vor dem Haus nicht mehr zum Einsatz. Sie diente lediglich
der Einschüchterung im Zusammenhang mit der Gefangennahme, wurde dann
nicht mehr für die Erpressungshandlungen eingesetzt. Es kann daher aus dem
Umstand, dass A._ sich nicht vom weiteren Tatvorgehen distanzierte, wel-
ches ohne Einsatz einer Waffe weiterging, nicht von seiner Billigung eines weite-
ren Schusswaffeneinsatzes ausgegangen werden. Daher liegt keine qualifizierte
Erpressung im Sinne von Art. 156 Ziff. 3 StGB in Verbindung mit Art. 140 Ziff. 2
StGB vor.
A._ war bei der Planung und Ausführung der Tat in einem grossen Ausmass
beteiligt. Sein Tatbeitrag erstreckte sich von der Täuschung von N._ sel.,
seinem Verbringen nach AF._, der Beteiligung bei der Überwältigung bis zur
Anwesenheit beim Gespräch mit dem gefangen gehaltenen N._ sel. im
Haus. Da dem Tatbeitrag von A._ zentrale Bedeutung zukam, ist er Mittäter
bezüglich der Erpressung.
2.2. Dossier 1
2.2.1. Vorbemerkungen
Der rechtlichen Würdigung ist folgender Sachverhalt zugrunde zu legen. A._
begab sich mit K._ nach S._ auf den Garagenplatz von O._ sel. in
der Absicht, O._ sel. den Lastwagen zu entwenden, ohne dafür zu bezahlen.
Vorgängig hatte A._ Kaufinteressenten für diesen Lastwagen kontaktiert und
mit ihnen Verhandlungen aufgenommen. Für die Vermittlung eines Käufers und
die Teilnahme bei der Entwendung des Lastwagens hatte ihm K._ eine Ent-
- 93 -
schädigung von Fr. 10'000.– in Aussicht gestellt. A._ hatte keine Kenntnis
davon, dass K._ eine Waffe mitführte, und wurde überrascht als K._
O._ sel. unter Einsatz der Pistole überwältigte. Auf Geheiss von K._
fesselte A._ O._ sel. mit den ihm übergebenen Handschellen. A._
war anwesend, als K._ O._ sel. in den Anhänger umlud. Danach erfuhr
er aufgrund eines Telefonanrufs von M._, dass sie das Handy von O._
sel. in S._ deponierte. Er nahm dennoch keinen Abstand von der Tat und
lenkte den Lastwagen zur Firma U._ AG nach AA._, wo er den Lastwa-
gen am kommenden Tag zu verkaufen beabsichtigte.
In subjektiver Hinsicht ist erstellt, dass A._, nachdem er erfahren hatte, dass
das Handy von O._ sel. durch M._ in S._ deponiert wurde und da
er den dringenden Verdacht hegen musste, dass K._ einen guten Monat frü-
her N._ sel. umgebracht hatte, damit rechnete, dass K._ O._ sel.
umbringen werde.
Betreffend Dossier 1 sind einzig der vorinstanzliche Schuldspruch betreffend Fah-
ren ohne Haftpflichtversicherung und der Freispruch vom Vorwurf der einfachen
Körperverletzung in Rechtskraft erwachsen, die weiteren Schuldsprüche wurden
alle angefochten.
2.2.2. Raub und Widerhandlung gegen das Waffengesetz
a) Raub
A._ fesselte O._ sel. mit den Handschellen, nachdem dieser von
K._ mit der Pistole bedroht worden war, und distanzierte sich nicht von der
Tat. Auch wenn der Einsatz einer Waffe und allgemein Gewaltanwendung gegen
O._ sel. nicht geplant war, ist A._ der Raubtat beigetreten und hat die
Tat konkludent gebilligt (Art. 140 Ziff. 1 StGB). Entgegen der Argumentation der
Verteidigung bestehen keine Anhaltspunkte, dass A._ K._ beinahe hörig
war und einfach machte, was ihm dieser befahl (Urk. 78 S. 35). A._ selber
machte keine solche Hörigkeit oder Abhängigkeit geltend. Er führte lediglich aus,
er sei aus der Sache nicht ausgestiegen, da er schwarz für K._ gearbeitet
- 94 -
habe und wegen der Sache mit dem Fahrzeug TATA. K._ habe ihn damit un-
ter Druck gesetzt (Urk. D1/03/16 S. 23). Dieses Vorbringen erscheint als Schutz-
behauptung, liegt es doch auch für einen juristischen Laien wie A._ auf der
Hand, dass die Beteiligung an einem bewaffneten Raub ungleich schwerer wiegt
wie Schwarzarbeit oder Versicherungsbetrug betreffend ein Fahrzeug. Zudem wä-
re es auch ein Leichtes gewesen, der angeblichen Unterdrucksetzung durch
K._ zu kontern, dass er die Polizei von der im Gange befindlichen Raubtat
von K._ in Kenntnis setzen könnte.
Es bestehen somit keine Rechtfertigungs- oder Schuldausschlussgründe. Mit sei-
nem Handeln hat der Beschuldigte den Tatbestand des Raubes im Sinne von
Art. 140 Ziff. 1 StGB erfüllt. Da die eingesetzte Waffe nicht geladen war, nicht er-
kennbar ist, dass Munition greifbar gewesen wäre und dies in der Anklage auch
nicht erwähnt wird, sind die Voraussetzungen für eine Qualifikation gemäss Art.
140 Ziff. 2 StGB nicht erfüllt.
Ausserdem hat der Beschuldigte auch den Tatbestand des qualifizierten Raubes
im Sinne von Art. 140 Ziff. 4 StGB durch grausames Handeln erfüllt. Grausame
Behandlung im Sinne dieser Bestimmung liegt vor, wenn der Täter dem Opfer an-
dere oder mehr Leiden zufügt, als diejenigen, welche das Opfer allein schon des-
wegen erduldet, weil es beraubt wird. Das physische oder psychische Leiden des
Opfers muss über das hinausgehen, was schon vom Grundtatbestand erfüllt ist.
Grausamkeit ist zu bejahen, wenn dem Opfer vom Täter aus gefühlloser, un-
barmherziger Gesinnung rücksichtslos besonders schwere Leiden zugefügt wer-
den (BGer 6B_865/2013 E. 3.1.2.). Solche besonders schwere Leiden wurden
O._ sel. zugefügt, indem er bereits eingeschüchtert durch das Bedrohen mit
einer Waffe, gefesselt und widerstandsunfähig unter menschenunwürdigen Um-
ständen in einen Anhänger verladen wurde, dort während Stunden belassen wur-
de, grosse Angst erleiden musste und erhöhter Verletzungsgefahr im Falle einer
Kollision ausgesetzt war. Daher ist auch die Qualifikation grausamen Handelns
erfüllt (Art. 140 Ziff. 4 StGB).
Zu prüfen bleibt, ob A._ bezüglich des Raubes als Mittäter oder Gehilfe zu
qualifizieren ist. Wie bereits erwähnt, war keine Raubtat geplant. A._ ist der
- 95 -
Tat von K._ jedoch beigetreten. Weder der Einsatz einer Waffe war abge-
sprochen noch die grausame Behandlung von O._ sel.. Beides erfolgte auf
selbständige Initiative von K._, und A._ hat sich nicht davon distanziert.
Sein Tatbeitrag beim Raub bestand darin, O._ sel. die Handschellen anzu-
bringen, den Lastwagen zu lenken und den durch den Raub erbeuteten Lastwa-
gen zum Kaufinteressenten zu bringen. Der Tatbeitrag von A._ ist insbeson-
dere betreffend die qualifizierte Tatbegehung untergeordneter Natur und ist als
Gehilfenschaft zu qualifizieren.
Der Beschuldigte ist daher der Gehilfenschaft zu qualifiziertem Raub im Sinne von
Art. 140 Ziff. 1 und Ziff. 4 StGB i.V.m. Art. 25 StGB schuldig zu sprechen.
b) Widerhandlung gegen das Waffengesetz
A._ wusste nichts davon, dass K._ eine Waffe mitführte und hat die
Waffe während der Tat nicht getragen. Dass er den Einsatz der Waffe im Rahmen
des Raubes billigte, stellt keine Beteiligungsform betreffend das Tragen einer
Waffe dar. Entsprechend ist der Beschuldigte auch in diesem Anklagepunkt vom
Vorwurf der Widerhandlung gegen das Waffengesetz freizusprechen.
2.2.3. Mord
Sämtliche Handlungen von A._ bestehend in der Suche eines Käufers für
den Lastwagen und dem Mitfahren bzw. Lenken des Lastwagens erfolgten in der
Absicht einer betrügerischen Wegnahme des Lastwagens bis es zur unvorherge-
sehenen Überwältigung von O._ sel. kam. Nach der Bedrohung unter Vorhal-
ten der Waffe durch K._ fesselte er auf dessen Geheiss O._ sel. mittels
Handschellen. Damit hat sich A._ durch aktives Tun mit Wissen und Willen
an der Raubtat beteiligt. Sein Handeln wurde als Gehilfenschaft zu qualifiziertem
Raub gewürdigt. Anschliessend erfuhr A._ beim Telefonanruf von M._,
dass sie das Handy von O._ sel. in S._ deponierte. Es konnte nicht er-
stellt werden, dass A._ mitbekommen hatte, dass M._ dieses Handy
von K._ erhalten hatte und sie und K._ gleichzeitig ihre Handys tausch-
ten, sie demzufolge mit dem Handy von O._ sel. und demjenigen von
- 96 -
K._ nach S._ fuhr. Da er jedoch über ihren Telefonanruf erfahren hat,
dass sie das Handy von O._ sel. in S._ deponierte, konnte er erkennen,
dass eine falsche Spur gelegt wurde. Ab diesem Zeitpunkt musste er damit rech-
nen, dass K._ O._ sel. umbringen wird. A._ distanzierte sich da-
nach nicht von der Tat und fuhr den Lastwagen nach AA._ zum Kaufinteres-
senten.
Wie die Vorinstanz zutreffend ausführte, ist für Mittäterschaft erforderlich, dass
der Täter bei der Entschliessung, Planung oder Ausführung eines Delikts vorsätz-
lich und in massgeblicher Weise mit anderen Tätern zusammenwirkt, sodass er
als Hauptbeteiligter dasteht. Entscheidend ist, ob sein Tatbeitrag für die Delikts-
ausführung so wesentlich ist, dass er als Hauptbeteiligter dasteht und das blosse
Wollen der Tat genügt zur Begründung der Mittäterschaft nicht, es bedarf einer
tatsächlichen Mitwirkung (Art. 82 Abs. 4 StPO; Urk. 147 S. 87). In diesem Sinne
genügt es für die Annahme von Mittäterschaft nicht, wenn A._ mit einer Tö-
tung von O._ sel. durch K._ rechnete, ohne am Tötungsdelikt tatsäch-
lich mitzuwirken. K._ entschied selbständig darüber, ob die Tötung über-
haupt und wann, wo und wie sie erfolgen wird. Mittäterschaft von A._ beim
Tötungsdelikt scheidet deshalb aus. Zu prüfen bleibt, ob Gehilfenschaft von
A._ zum Tötungsdelikt zu bejahen ist.
Auch bei der Gehilfenschaft bedarf es einer Förderung der Tat, die Hilfeleistung
muss tatsächlich zur Tat beitragen, die Erfolgschancen der tatbestandserfüllen-
den Handlung erhöhen (Art. 82 Abs. 4 StPO; Urk. 147 S. 89). Der Beschuldigte
wirkte aktiv bei der Überwältigung des Opfers mit, indem er diesem Handschellen
anlegte. In einer späteren Phase realisierte er, dass das Opfer in absehbarer Zeit
von K._ umgebracht werden könnte und nahm dies im Sinne eines Eventual-
vorsatzes in Kauf. Auch wusste er, dass das Motiv in der Elimination eines Tat-
zeugen bestand. Damit waren ihm (wie M._) die groben Umrisse der Tat be-
kannt, was für die Bejahung der Gehilfenschaft ausreichend ist, denn der Gehilfe
muss weder das Opfer, noch die Person des Täters oder die genauen Modalitäten
der Tatausführung kennen. Es genügt, dass er nach den konkreten Umständen
erkennen kann oder zumindest in Kauf nimmt, dass sein Beitrag eine strafbare
- 97 -
Handlung fördert, deren grobe Umrisse er kennt (FORSTER, in: NIG-
GLI/WIPRÄCHTIGER, Basler Kommentar Strafrecht I, 4. Aufl., Basel 2019, N 19 zu
Art. 25 StGB). Mit seinem Tatbeitrag hat er die Erfolgschancen des Tötungsdelik-
tes tatsächlich erhöht. Der Beschuldigte nahm keinen Abstand von der Tat, ob-
wohl er das Opfer - zusammen mit K._ - in eine gefährliche Lage gebracht
hatte, indem er ihn mit Handschellen gefesselt hatte. Nachdem er in der Folge re-
alisierte, dass K._ das Opfer eventuell umbringen würde, wäre er rechtlich
verpflichtet gewesen, zu intervenieren und das Opfer aus seiner misslichen Lage
zu befreien. Stattdessen beteiligte er sich weiter am Tatgeschehen und lenkte den
Lastwagen zur Firma U._ AG nach AA._, wo er den Lastwagen am
kommenden Tag zu verkaufen beabsichtigte. Hätte er davon Abstand genommen,
wäre der Plan von K._ durchkreuzt worden und die Tat hätte sich aller Wahr-
scheinlichkeit nach anders abgespielt. Indem er nicht intervenierte, sondern viel-
mehr durch Verschieben des Lastwagens noch einen aktiven Tatbeitrag leistete,
hat er K._ bei seinem geplanten Vorhaben unterstützt und die Erfolgschan-
cen des Tötungsdeliktes erhöht. Deshalb ist er der Gehilfenschaft zu Mord im
Sinne von Art. 112 StGB in Verbindung mit Art. 25 StGB schuldig zu sprechen.
2.3. Dossier 4
Der vorinstanzliche Schuldspruch ist betreffend versuchten Betrug in Rechtskraft
erwachsen, angefochten ist der Schuldspruch betreffend Veruntreuung.
Hinsichtlich der allgemeinen Ausführungen zum Tatbestand der Veruntreuung
kann auf die Erwägungen der Vorinstanz verwiesen werden (Urk. 147 S. 122 und
S. 131).
Die Verteidigung machte vor Vorinstanz geltend, aus der Anklageschrift gehe
nicht hervor, inwiefern eine Veruntreuung vorliege, dies könne nur vermutet wer-
den, was sich mit dem Anklageprinzip nicht vereinbaren lasse (Urk. 78 S. 8). Die-
ser Auffassung kann nicht gefolgt werden, wird in der Anklage doch festgehalten,
dass das Fahrzeug von A._ von der C._ AG geleast wurde und im Ei-
gentum der Bank verblieb. Damit ist auch klar, dass mit der Aneignung des Fahr-
zeugs durch Weitergabe an K._ mit dem Zweck, das Fahrzeug verschwinden
- 98 -
zu lassen, auch eine Veruntreuung vorgeworfen wird. Da die C._ AG als Ei-
gentümerin Geschädigte betreffend diese Veruntreuung ist, die B._ dagegen
Geschädigte betreffend den vorgeworfenen Betrug, liegen bezüglich der beiden
Tatbestände unterschiedliche Geschädigte vor. Der Einwand der Verteidigung,
wonach echte Konkurrenz vorliege und der Tatbestand des Betruges demjenigen
der Veruntreuung vorgehe (Urk. 78 S. 9; Urk. 197 S. 22 f.), erweist sich daher als
nicht stichhaltig.
Die Ausführungen der Vorinstanz zur rechtlichen Würdigung als Veruntreuung
sind zutreffend. Es kann vollumfänglich darauf verwiesen werden (Art. 82 Abs. 4
StPO; Urk. 147 S. 131 f.). Der Beschuldigte ist daher der Veruntreuung im Sinne
von Art. 138 Ziff. 1 Abs. 1 StGB schuldig zu sprechen.
2.4. Dossier 5
Die Vorinstanz hat den Beschuldigten der Gehilfenschaft zu versuchtem Betrug
schuldig gesprochen. Der Beschuldigte liess diesen Schuldspruch anfechten.
Erstellt ist gemäss den vorstehenden Erwägungen zum Sachverhalt, dass der
Beschuldigte vom geplanten Versicherungsbetrug von K._ Kenntnis hatte
und in seinem Auftrag ein neues Zündschloss für das Fahrzeug VW Passat be-
sorgte, welches im Hinblick auf den Versicherungsbetrug in das Fahrzeug einge-
baut werden sollte.
Dieser Beitrag des Beschuldigten bestehend im Beschaffen eines neuen Zünd-
schlosses und dem Versuch, dieses einzubauen, erfolgte, um K._ darin zu
unterstützen, dass er das Fahrzeug nach Übergabe der Originalschlüssel an die
Versicherung weiterhin benützen konnte. Da der Beschuldigte jedoch keinen wei-
teren Beitrag zum eigentlichen Betrug leistete, der Plan von K._ stammte
und aus der Anklage nicht zu entnehmen ist, dass A._ irgend einen Vorteil
aus dem Vorgehen zog, insbesondere kein Anteil an den Versicherungsleistungen
in Aussicht stand, ist das Verhalten des Beschuldigten als Gehilfenschaft zu wür-
digen.
- 99 -
Der Beschuldigte ist daher der Gehilfenschaft zu versuchtem Betrug im Sinne von
Art. 146 Abs. 1 StGB i.V.m. Art. 22 Abs. 1 StGB und Art. 25 StGB schuldig zu
sprechen.
IV. Sanktion
1. Übersicht Schuldsprüche
Für die Strafzumessung ist vorweg festzuhalten, in welchen Punkten der Be-
schuldigte A._ insgesamt unter Einbezug der rechtskräftigen vorinstanzlichen
Schuldsprüche schuldig zu sprechen ist:
- der Gehilfenschaft zu Mord im Sinne von Art. 112 StGB i.V.m. Art. 25 StGB
- der Gehilfenschaft zu qualifiziertem Raub im Sinne von Art. 140 Ziff. 1 und
Ziff. 4 StGB i.V.m. Art. 25 StGB (Dossier 1)
- der Gehilfenschaft zu Raub im Sinne von Art. 140 Ziff. 1 StGB i.V.m. Art. 25
StGB (Dossier 2)
- der versuchten Erpressung im Sinne von Art. 156 Ziff. 1 und Ziff. 3 StGB
i.V.m. Art. 140 Ziff. 1 StGB und i.V.m. Art. 22 Abs. 1 StGB (Dossier 2)
- der Freiheitsberaubung und Entführung im Sinne von Art. 183 Ziff. 1 Abs. 1
und Abs. 2 StGB (Dossier 2),
- des versuchten Betruges im Sinne von Art. 146 Abs. 1 StGB (Dossier 4)
- der Gehilfenschaft zu versuchtem Betrug im Sinne von Art. 146 Abs. 1 StGB
i.V.m. Art. 22 Abs. 1 StGB und Art. 25 StGB (Dossier 5)
- der mehrfachen Veruntreuung im Sinne von Art. 138 Ziff. 1 Abs. 1 StGB
(Dossiers 2 und 4)
- der Urkundenfälschung im Sinne von Art. 251 Ziff. 1 Abs. 1 und Abs. 2 StGB
(Dossier 2)
- der Irreführung der Rechtspflege im Sinne von Art. 304 Ziff. 1 Abs. 1 StGB
(Dossier 4)
- des Fahrens ohne Haftpflichtversicherung im Sinne von Art. 96 Abs. 2 SVG
i.V.m. Art. 63 Abs. 1 SVG (Dossier 1).
- 100 -
2. Allgemeine Strafzumessungsregeln und Wahl der Sanktionsart
2.1. Allgemeine Strafzumessungsregeln
Die Vorinstanz hat sich zutreffend zum methodischen Vorgehen bei der Gesamt-
strafenbildung und den Strafzumessungskriterien geäussert. Es kann darauf ver-
wiesen werden (Art. 82 Abs. 4 StPO; Urk. 147 S. 133 ff.). Nachfolgend ist daher
für die Gehilfenschaft zu Mord als schwerstes Delikt eine Einsatzstrafe festzule-
gen, welche unter Berücksichtigung des Asperationsprinzips für die anderen De-
likte angemessen zu erhöhen ist. Dabei ist zu berücksichtigen, dass das zweit-
schwerste Delikt die Gehilfenschaft zu qualifiziertem Raub im Sinne von Art. 140
Ziff. 1 und Ziff. 4 StGB i.V.m. Art. 25 StGB darstellt, für welches Delikt der Straf-
rahmen Freiheitsstrafe von 5 Jahren bis 20 Jahren beträgt, gefolgt vom Delikt der
Gehilfenschaft zu Raub im Sinne des Grundtatbestands mit einem Strafrahmen
von 6 Monaten bis 10 Jahren. Betreffend alle weiteren Delikte ist der Strafrahmen
Geldstrafe bis 5 Jahre Freiheitsstrafe.
2.2. Sanktionsart
Die Mindeststrafe für das schwerste Delikt beträgt 10 Jahre Freiheitsstrafe. Wie
aus nachfolgenden Erwägungen hervorgeht, liegt vorliegend kein Ausnahmefall
vor, welcher eine Unterschreitung dieses Mindeststrafrahmens gerechtfertigt er-
scheinen liesse. Dies bedeutet, dass der Beschuldigte zu einer langjährigen Frei-
heitsstrafe verurteilt wird, welche er verbüssen muss. Bei Entlassung aus dem
Vollzug wird er aufgrund der von ihm zu tragenden Kosten des Strafverfahrens,
welche Fr. 100'000.– weit übersteigen, erhebliche Schulden haben. Seine Reso-
zialisierung wird erleichtert, wenn er sich nach der Entlassung aus einem mehr-
jährigen Strafvollzug nicht mit noch offenen Geldstrafen konfrontiert sehen muss.
Unter diesen Umständen erscheint auch für jene Delikte, für welche entweder ei-
ne Freiheitsstrafe oder eine Geldstrafe als Sanktionsart in Frage kommt, eine
Freiheitsstrafe die angemessene Sanktionsart. Dabei ist festzuhalten, dass für
keines der Delikte für welches ein Schuldspruch ergeht, nur eine Geldstrafe an-
gedroht ist. Aus allen diesen Gründen ist für alle Delikte unter Berücksichtigung
des Asperationsprinzips eine Freiheitsstrafe auszufällen.
- 101 -
3. Strafzumessung in concreto
3.1. Gehilfenschaft zu Mord im Sinne von Art. 112 StGB i.V.m. Art. 25 StGB
3.1.1. Tatkomponente
a) Objektive Tatschwere
Die Tatbeiträge des Beschuldigten waren von klar untergeordneter Bedeutung.
Sein Beitrag war noch geringer als derjenige von M._. Erst als M._ sich
telefonisch meldete, um nachzufragen, wo sie das Handy von O._ sel. depo-
nieren solle, realisierte er, dass es zur Tötung von O._ sel. kommen könnte;
somit zu einem viel späteren Zeitpunkt als dies bei M._ der Fall war. Er un-
terliess es zu intervenieren, nachdem er realisiert hatte, dass O._ sel. getötet
werden könnte, sondern trug vielmehr mit dem Verschieben des Lastwagens
nach AA._ zum Gelingen der Tat bei. Er distanzierte sich nicht von der Tat,
obwohl er O._ sel. Handschellen angelegt und diesen in eine ausweglose Si-
tuation gebracht hatte und nachdem er aufgrund des Telefonats von M._
wusste, dass diese das Handy von O._ sel. deponierte, weshalb er davon
ausgehen musste, dass O._ sel. getötet würde. Die Erfolgschancen für die
Haupttat wurden dadurch, wie ausgeführt, erhöht. Auf die Durchführung des Tö-
tungsdeliktes hatte er davon abgesehen aber keinen Einfluss. Er erbrachte seinen
Tatbeitrag nicht auf eigene Initiative, vielmehr war K._ die treibende Kraft.
Dieser gab die Tatabläufe vor, es erfolgte keine gemeinsame Planung und Ent-
schlussfassung, vielmehr trat der Beschuldigte dem von K._ vorgegebenen
Vorgehen einfach bei. Seine kriminelle Energie war gering. Der Tatentschluss, die
Tatplanung und Tatausführung lag allein in den Händen von K._. Der Be-
schuldigte hatte keinerlei Entscheidungskompetenz. Insgesamt wiegt sein Ver-
schulden in objektiver Hinsicht leicht.
b) Subjektive Tatschwere
Der Beschuldigte handelte eventualvorsätzlich, was sich verschuldensmindernd
auswirkt. Das Tatmotiv bestand darin, die Spuren des Raubes zu beseitigen, an
dem er sich beteiligt hatte. Er hatte keinen finanziellen Vorteil aus diesem Mord.
- 102 -
Durch seine Tatbeiträge an einem qualifizierten Raub - folglich einem schwerwie-
genden Delikt - war er bereits in deliktische Tätigkeiten involviert, was einen Aus-
stieg aus dem Tatgeschehen zusätzlich erschwerte. Die Beseitigung des Tatzeu-
gen lag auch in seinem Interesse. Zu beachten ist aber, dass das Tatmotiv, wel-
ches das Tötungsdelikt als Mord qualifiziert, infolge des Doppelverwertungsverbo-
tes bei der Beurteilung der Tatschwere nicht nochmals verschuldenserhöhend be-
rücksichtigt werden darf.
In subjektiver Hinsicht wiegt das Verschulden sehr leicht.
c) Fazit Tatkomponente
Das Verschulden wiegt insgesamt leicht.
3.1.2. Gehilfenschaft/Unterschreitung des Mindeststrafrahmens
Für Gehilfenschaft im Sinne von Art. 25 StGB sieht das Gesetz eine obligatori-
sche Strafmilderung vor. Wie die Vorinstanz zutreffend ausführte (Urk. 147
S. 135) ist die Strafe in der Regel innerhalb des ordentlichen Strafrahmens festzu-
legen. Dieser ist nur beim Vorliegen aussergewöhnlicher Umstände zu verlassen,
wenn die für die betreffende Tat angedrohte Strafe im konkreten Fall zu hart bzw.
zu milde erscheint. Die Frage einer Unterschreitung des ordentlichen Strafrah-
mens kann sich stellen, wenn verschuldens- bzw. strafreduzierende Faktoren zu-
sammentreffen, die einen objektiv an sich leichten Tatvorwurf weiter relativieren,
sodass eine Strafe innerhalb des ordentlichen Strafrahmens dem Rechtsempfin-
den widerspräche (BGE 136 IV 55).
Vorliegend beträgt die Mindeststrafe für Mord im Sinne von Art. 112 StGB
10 Jahre Freiheitsstrafe. Diese Mindeststrafe erscheint vorliegend angesichts des
leichten Tatverschuldens sowie des Vorliegens des Strafmilderungsgrundes der
Gehilfenschaft als klarerweise zu hart. Es liegen somit ausserordentliche Um-
stände vor, welche eine Unterschreitung der Mindeststrafe von 10 Jahren Frei-
heitstrafe als angezeigt erscheinen lassen. Unter Berücksichtigung des leichten
Verschuldens und des Strafmilderungsgrundes der Gehilfenschaft erscheint eine
Einsatzstrafe von 6 Jahren angemessen.
- 103 -
3.1.3. Täterkomponente
a) Vorleben und persönliche Verhältnisse
Hinsichtlich der persönlichen Verhältnisse von A._ kann auf die zutreffende
Zusammenfassung der Vorinstanz verwiesen werden (Urk. 147 S. 152). Ergän-
zend führte der Beschuldigte anlässlich der Berufungsverhandlung zu seinen per-
sönlichen Verhältnissen aus, dass er sich im vorzeitigen Strafvollzug in der Jus-
tizvollzugsanstalt Solothurn befinde, wo er auch arbeiten könne. Er sei in einer
mechanischen Werkstatt mit Schweissen beschäftigt. Seine Ehe sei mittlerweile
geschieden, und mit seinem 11-jährigen Sohn habe er keinen Kontakt mehr. Ihm
sei gesagt worden, dies sei zum Wohl seines Sohnes, deshalb beharre er nicht
auf Kontakt mit ihm. Er wisse nicht, ob seine Garage, welche er aufgebaut habe,
noch existiere. Er habe bei der Scheidung alles seiner Frau überlassen. Es sei für
ihn schwierig, Zukunftspläne zu schmieden, da er nicht wisse, welche Strafe ihn
erwarte (Prot. II S. 53 ff.).
Insgesamt ergeben sich aus dem Vorleben und den persönlichen Verhältnissen
keine strafzumessungsrelevanten Faktoren.
b) Nachtatverhalten
Ein Geständnis bezüglich der Beteiligung am Tötungsdelikt liegt nicht vor. Dies
wirkt sich strafzumessungsneutral aus.
3.1.4. Verfahrensdauer
Eine Verletzung des Beschleunigungsgebotes wurde von der Vorinstanz mit zu-
treffender Begründung verneint (Urk. 147 S. 153 f.). Die lange Verfahrensdauer ist
auf das Aussageverhalten der drei Beschuldigten, deren Absprachen betreffend
Aussageverweigerung und diverse Falschaussagen zurückzuführen. Nicht zuletzt
haben die Abklärungen im Zusammenhang mit den Schutzbehauptungen von
K._ betreffend serbische Mafia, welche sich auch zugunsten von A._
ausgewirkt hätten, zu einer erheblichen Verlängerung der Untersuchung geführt.
Auch im Gerichtsverfahren liegt keine Verletzung des Beschleunigungsgebotes
- 104 -
vor. Im Gegenteil ist auf die angesichts des Umfangs der Verfahren gegen die
drei Beschuldigten äusserst beförderliche Bearbeitung durch die Vorinstanz hin-
zuweisen. Die Anklage datiert vom 5. Februar 2019, und das vorinstanzliche Urteil
erging am 13. Dezember 2019. Auch im Berufungsverfahren kam es zu keinen
Verzögerungen. Es liegt keine Verletzung des Beschleunigungsgebotes vor. Eine
Strafreduktion aufgrund der langen Verfahrensdauer im Sinne von Art. 48 lit. e
StGB fällt ebenfalls ausser Betracht.
3.1.5. Fazit Einsatzstrafe für Gehilfenschaft zu Mord
Die Einsatzstrafe für Gehilfenschaft zu Mord ist daher unter Berücksichtigung
sämtlicher strafzumessungsrelevanter Faktoren auf 6 Jahre festzulegen. In dieser
Höhe wurde die Einsatzstrafe auch bei M._ festgelegt. Sie hat im Vergleich
zu A._ einerseits einen höheren Tatbeitrag geleistet, andererseits aber auch
ein recht weitgehendes Teilgeständnis abgelegt.
3.2. Gehilfenschaft zu qualifiziertem Raub im Sinne von Art. 140 Ziff. 1 und Ziff. 4
StGB i.V.m. Art. 25 StGB (Dossier 1)
3.2.1. Tatkomponente
a) Objektive Tatschwere
Der Beschuldigte hat O._ sel. auf Anweisung von K._ mit Handschellen
gefesselt, nachdem dieser von K._ unter Vorhalt einer Pistole bedroht und
überwältigt worden war. Das Opfer war völlig überrumpelt durch das Vorhalten
der Waffe, denn die Bedrohung kam aus dem Nichts. O._ sel. hatte den Be-
schuldigten nicht den geringsten Anlass für dieses Vorgehen gegeben und sah
sich einer Übermacht von zwei Tätern gegenüber. Das gewaltsame Vorgehen ge-
gen das Opfer erfuhr noch eine Steigerung, indem es gefesselt in den Anhänger
verbracht wurde und in menschenunwürdiger Weise über weite Strecken trans-
portiert wurde. Die grausame Behandlung des Opfers, welches im Anhänger To-
desangst ausstehen musste, war nicht nur vorübergehend, sondern dauerte über
Stunden an und setzte es zudem der Gefahr schwerer Verletzung im Falle einer
- 105 -
Kollision aus. Der Wert des angeeigneten Lastwagens lag über Fr. 40'000.– und
stellt einen bedeutenden Deliktsbetrag dar.
Die Tat war seitens von A._ nicht geplant und die Initiative kam einzig von
K._. Jedoch schloss sich A._ dessen Tat ohne weiteres an. Auch wenn
man ihm am Anfang einen gewissen Überraschungseffekt zugutehalten kann, ist
doch festzuhalten, dass geraume Zeit verging, bis das Opfer von K._ auch
noch gefesselt in den Anhänger verbracht wurde und A._ in dieser Zeit hätte
zur Besinnung kommen können. Stattdessen ist er auch diesbezüglich dem Han-
deln von K._ beigetreten. Dass er sich zunächst verbal dem Ansinnen von
K._, O._ sel. in den Anhänger umzuladen, entgegengesetzt haben will,
vermag sein Verschulden kaum zu relativieren.
In objektiver Hinsicht wiegt das Verschulden insgesamt nicht mehr leicht. Die Ein-
satzstrafe ist in einem Bereich von 8 Jahren anzusiedeln.
b) Subjektive Tatschwere
A._ handelte mit direktem Vorsatz. Das Tatmotiv war rein finanzieller Natur.
A._ lebte in geordneten finanziellen Verhältnissen und war auf die ihm von
K._ in Aussicht gestellte Entlöhnung für die Mitwirkung beim Delikt nicht an-
gewiesen. Angesichts der Schwere der Tat und der menschenverachtenden Vor-
gehensweise wird das Verschulden auch nicht massgeblich relativiert durch den
Umstand, dass er mit K._ befreundet war und es ihm deswegen schwerer
gefallen sein dürfte, sich zu überwinden und von der Delinquenz Abstand zu
nehmen. In subjektiver Hinsicht wiegt das Verschulden etwas geringer als in ob-
jektiver Hinsicht, führt aber nicht zu einer Reduktion der Einsatzstrafe.
c) Fazit Tatverschulden
Insgesamt wiegt das Tatverschulden nicht mehr leicht und ist die Einsatzstrafe in-
nerhalb des weiten Strafrahmens von 5 bis 20 Jahren Freiheitsstrafe auf 8 Jahre
festzusetzen.
- 106 -
Im Vergleich dazu wurde die Einsatzstrafe betreffend M._ mit 6 Jahren etwas
tiefer angesetzt, da sie in prekären finanziellen Verhältnissen lebte.
3.2.2. Gehilfenschaft
Der Tatbeitrag des Beschuldigten wurde als Gehilfenschaft im Sinne von Art. 25
StGB gewürdigt. Gehilfenschaft stellt einen obligatorischen Strafmilderungsgrund
dar.
Der Tatbeitrag des Beschuldigten erschöpfte sich im Anbringen der Handschellen
und dem Lenken des Lastwagens. Das Fesseln des Opfers war ein wichtiger Tat-
beitrag. Dagegen war das Lenken des Lastwagens schon bei der ursprünglich
vereinbarten betrügerischen Entwendung des Lastwagens vorgesehen und stellte
keinen spezifischen Tatbeitrag für den qualifizierten Raub dar. Die Förderung der
Haupttat erfolgte mit direktem Vorsatz. Die kriminelle Energie von A._ war
jedoch nicht hoch, da er der Haupttat erst beitrat, als der Haupttäter bereits mit
der Tatausführung angefangen hatte.
Unter Würdigung sämtlicher Umstände erscheint eine Reduktion der Strafe um
einen Viertel als angemessen. Es resultiert eine Einsatzstrafe von 6 Jahren.
Bei M._ wurde die Einsatzstrafe für die Gehilfenschaft auf 5 Jahre reduziert.
Auch bei ihr wurde das Vorliegen eines Ausnahmefalles verneint, welcher eine
Unterschreitung des Mindeststrafrahmens rechtfertigen würde.
3.2.3. Täterkomponente
a) Vorleben und persönliche Verhältnisse
Hinsichtlich der persönlichen Verhältnisse von A._ kann auf die vorstehen-
den Ausführungen zur Gehilfenschaft zu Mord verwiesen werden.
Der Beschuldigte ist nicht vorbestraft, was sich bei der Strafzumessung neutral
auswirkt.
- 107 -
Insgesamt ergeben sich aus dem Vorleben und den persönlichen Verhältnissen
keine strafzumessungsrelevanten Faktoren.
b) Geständnis
Der Beschuldigte legte betreffend den Vorwurf des qualifizierten Raubes ein voll-
umfängliches Geständnis ab. Alle Punkte, welche von ihm bestritten wurden,
konnten auch nicht erstellt werden. Da das Geständnis jedoch erst spät im Ver-
fahren abgelegt wurde, nachdem belastende Aussagen der Mitbeschuldigten vor-
lagen, wirkt es sich nicht stark strafmindernd aus. Die Einsatzstrafe aufgrund der
Tatkomponente von 6 Jahren ist infolge des Geständnisses auf 5 Jahre zu redu-
zieren. Eine Unterschreitung der Strafrahmens unter die gesetzlich vorgeschrie-
bene Mindeststrafe von 5 Jahren erscheint als nicht gerechtfertigt.
3.2.4. Verfahrensdauer
Eine Verletzung des Beschleunigungsgebotes ist unter Hinweis auf die Erwägun-
gen betreffend Gehilfenschaft zu Mord zu verneinen.
3.2.5. Fazit Asperation
Unter Berücksichtigung aller Strafzumessungsfaktoren resultiert für die Gehilfen-
schaft zu qualifiziertem Raub eine Strafe von 5 Jahren. Die Gehilfenschaft zu
Mord und die Gehilfenschaft zu qualifiziertem Raub weisen sachlich und räumlich
einen derart engen Konnex auf, dass diesem Umstand im Rahmen der Asperation
angemessen Rechnung zu tragen ist. Wie bei M._ ist die Einsatzstrafe für die
Gehilfenschaft zu Mord mittels Asperation für die Gehilfenschaft zu qualifiziertem
Raub um 3,5 Jahre zu erhöhen.
- 108 -
3.3. Gehilfenschaft zu Raub im Sinne von Art. 140 Ziff. 1 StGB i.V.m. Art. 25
StGB (Dossier 2)
3.3.1. Tatkomponente
a) Objektive Tatschwere
Gegenstand des Raubes war der Mercedes von E._ im Wert von Fr. 4'000.–.
Der Deliktsbetrag ist daher nicht mehr im untersten Bereich des Grundtatbestan-
des anzusiedeln. Die Gewaltanwendung gegenüber N._ sel. zwecks Weg-
nahme des Fahrzeugschlüssels bestand im Festhalten im Haus von K._. Das
Festhalten und Fesseln von N._ sel. wird jedoch bereits von den Tatbestän-
den der versuchten Erpressung und der Freiheitsberaubung und Entführung er-
fasst, weshalb sie bei der Strafzumessung für den Raub nur noch geringfügig ins
Gewicht fällt. Die Wegnahme des Mercedes war anders als diejenige betreffend
den BMW nicht geplant, der Tatenschluss bzw. das Beitreten zum Tatentschluss
von K._ erfolgte spontan. Insgesamt wiegt die objektive Tatschwere noch
leicht.
b) Subjektive Tatschwere
A._ hat sich spontan und ohne weiteres dem Tatentschluss von K._ an-
geschlossen. Er handelte vorsätzlich. Sein Tatmotiv bestand darin, K._ einen
Dienst zu erweisen und ihm dabei behilflich zu sein, sich für den durch N._
sel. verursachten Schaden bezahlt zu machen. Selber zog der Beschuldigte aus
der Tat keinen finanziellen Vorteil.
In subjektiver Hinsicht wiegt das Verschulden leicht.
c) Fazit Tatverschulden
Innerhalb des Strafrahmens von 6 Monaten bis 10 Jahren Freiheitsstrafe er-
scheint eine Freiheitstrafe von 9 Monaten dem insgesamt leichten Verschulden
angemessen.
- 109 -
Bei M._ wurde die Einsatzstrafe auf 10 Monate angesetzt, da sie aus rein fi-
nanziellen Motiven handelte und anders als A._ vom Deliktserlös profitierte.
3.3.2. Gehilfenschaft
Der Tatbeitrag des Beschuldigten erschöpfte sich darin, mit M._ nach
AB._ zu fahren, damit sie dort den Mercedes holen konnte. Dieser Tatbeitrag
als Gehilfe war nicht nur von ganz untergeordneter Bedeutung, jedoch auch nicht
notwendig. M._ hätte auch mit dem eigenen Auto nach AB._ fahren und
dieses dort stehen lassen können.
Unter dem Titel der Gehilfenschaft rechtfertigt sich eine Strafminderung im Um-
fang von einem Viertel von 9 Monaten auf 6,75 Monate.
3.3.3. Täterkomponente und Beschleunigungsgebot
Bezüglich der persönlichen Verhältnisse, des Vorlebens und das Beschleuni-
gungsgebot kann auf die vorstehenden Erwägungen betreffend das schwerste
Delikt verwiesen werden.
Da der Beschuldigte betreffend den Raub des Mercedes nicht geständig war,
ergibt sich keine Strafminderung.
3.3.4. Fazit Asperation
Unter Berücksichtigung des Asperationsprinzips ist die Einsatzstrafe für das
schwerste Delikt um 6 Monate zu asperieren. Bei M._ fällt die Asperation mit
8 Monaten etwas höher aus, zumal sie auch der Mittäterschaft schuldig gespro-
chen wird.
3.4. Versuchte Erpressung im Sinne von Art. 156 Ziff. 1 und Ziff. 3 StGB i.V.m.
Art. 140 Ziff.1 StGB und i.V.m. Art. 22 Abs. 1 StGB (Dossier 2)
- 110 -
3.4.1. Tatkomponente
a) Objektives Tatverschulden
Der Beschuldigte plante zusammen mit K._ N._ sel. unter täuschenden
Machenschaften nach AF._ an den Wohnort von K._ zu locken. An die-
sen täuschenden Machenschaften war er massgeblich beteiligt. Sein Verhalten ist
Ausdruck erheblicher krimineller Energie. Auch bei der Überwältigung von
N._ sel. war er direkt beteiligt, indem er ihm die Handschellen anbrachte.
Das Festhalten von N._ sel. gegen dessen Willen dauerte mehrere Stunden.
A._ wusste nicht genau, welchen Betrag, den es mittels Erpressung zurück-
zuerhalten galt, N._ sel. zum Nachteil von K._ verschwinden liess. Dass
dies ein namhafter Deliktsbetrag sein musste, war für A._ aufgrund des für
die Eintreibung getroffenen Aufwandes jedoch klar. Das Tatverschulden wiegt in
objektiver Hinsicht nicht mehr leicht. Dass der Erfolg nicht eingetreten ist, beruhte
nicht auf dem Zutun des Beschuldigten und ist allein darauf zurückzuführen, dass
N._ sel. die gewünschten Angaben nicht machte, bzw. Geld und Drogen
nicht zurückgab. Unter diesen Umständen ist der Versuch nicht strafmindernd zu
berücksichtigen.
b) Subjektives Tatverschulden
Der Beschuldigte handelte vorsätzlich. Das Tatmotiv bestand darin, K._ die
Drogen bzw. das Geld wieder zu beschaffen. A._ selber zog aus dem Delikt
keinen finanziellen Vorteil und handelte, um seinem Freund einen Dienst zu er-
weisen. In subjektiver Hinsicht wiegt das Verschulden leicht.
c) Fazit Tatverschulden
Insgesamt erscheint dem nicht mehr leichten Tatverschulden eine Freiheitsstrafe
von 14 Monaten angemessen.
Bei M._ ist zu beachten, dass sie im Gegensatz zu A._ aus finanziellen
Motiven handelte und einen Vorteil aus dem Delikt gezogen hätte. Deshalb fällt
die Einsatzstrafe bei ihr mit 18 Monaten höher aus.
- 111 -
3.4.2. Täterkomponente
Hinsichtlich Vorleben, persönliche Verhältnisse und Beschleunigungsgebot erge-
ben sich unter Hinweis auf vorstehende Erwägungen zu den anderen Delikten
keine straferhöhenden oder strafmindernden Faktoren.
Betreffend den Vorwurf der Erpressung erklärte sich der Beschuldigte vollumfäng-
lich geständig. Da das Geständnis erst spät abgelegt wurde, ist es nur leicht
strafmindernd zu veranschlagen und ist die Strafe auf 12 Monate zu reduzieren.
3.4.3. Fazit Asperation
Unter Berücksichtigung des Asperationsprinzips ist die Einsatzstrafe für das
schwerste Delikt um 10 Monate zu erhöhen. Bei M._ fällt die Asperation aus
den erwähnten Gründen mit 12 Monaten etwas höher aus.
3.5. Freiheitsberaubung und Entführung
3.5.1. Konkurrenz
Die Entführung, Fesselung und das Festhalten von N._ sel. erfolgten im Hin-
blick auf die Erpressung und sind als Gewaltanwendung im Sinne dieser Bestim-
mung durch die Strafe für die Erpressung bereits teilweise abgegolten. An dieser
Stelle ist darauf hinzuweisen, dass zwischen Erpressung und Freiheitsberaubung
einerseits und Entführung andererseits in der Regel echte Konkurrenz besteht.
Die Erpressung konsumiert Freiheitsberaubung nur soweit letztere nicht über das
für die Erfüllung der Erpressung notwendige Mass hinausgeht (BGE 129 IV 61 E.
2). Vorliegend ging die Freiheitsberaubung von N._ sel. über das für die Er-
pressung Notwendige hinaus. Betreffend dieses Delikt ist festzuhalten, dass ein
erheblicher Teil des Handelns der Beschuldigten bereits durch die Erpressung er-
fasst ist. Unter den Tatbestand der Freiheitsberaubung fällt nur noch das Festhal-
ten von N._ sel. über den für die Erpressung notwendigen Zeitraum hinaus.
- 112 -
3.5.2. Tatkomponente
a) Objektive Tatschwere
Die Tatschwere wiegt insgesamt noch leicht. Das Festhalten von N._ sel. er-
folgte nicht auf Initiative des Beschuldigten, er ist der Tat von K._ nur beige-
treten. Die Freiheitsberaubung von N._ sel. erfolgte über mehrere Stunden
und über Nacht. Zugunsten des Beschuldigten ist zu berücksichtigen, dass er sich
nach der Fahrt nach AB._ nicht mehr an der Freiheitsberaubung von
N._ sel. beteiligte.
b) Subjektive Tatschwere
In subjektiver Hinsicht handelte die Beschuldigte mit direktem Vorsatz. Das Tat-
motiv bestand auch hier in der Erbringung eines Freundschaftsdienstes gegen-
über K._.
c) Einsatzstrafe Tatschwere
Insgesamt erscheint dem noch leichten Tatverschulden eine Freiheitsstrafe von
5 Monaten angemessen.
3.5.3. Täterkomponente und Verfahrensdauer
Hinsichtlich der Täterkomponente und der weiteren Strafzumessungsfaktoren
kann auf vorstehende Ausführungen zu den anderen Delikten verwiesen werden.
3.5.4. Fazit Asperation
Insgesamt erscheint unter Berücksichtigung des Asperationsprinzips eine Erhö-
hung der Einsatzstrafe für das schwerste Delikt um 3 Monate als angemessen.
Bei M._ fällt die Erhöhung mit 4 Monaten etwas höher aus, da sie an der
Freiheitsberaubung auch nach der Rückkehr aus AB._ noch bis am Morgen
weiter mitwirkte.
- 113 -
3.6. Urkundenfälschung (Dossier 2)
3.6.1. Tatkomponente
a) Objektive Tatschwere
Die Vorinstanz hat zutreffend ausgeführt (Urk. 147 S. 149), dass der Beschuldigte
einen wesentlichen Beitrag zur Urkundenfälschung leistete, indem er K._ die
benötigten Daten bekanntgab und den von K._ gestützt darauf erstellten ge-
fälschten Kaufvertrag G._ zustellte. Das Verschulden ist als leicht zu gewich-
ten.
b) Subjektive Tatschwere
In subjektiver Hinsicht liegt direkter Vorsatz vor. Das Tatmotiv ist darin zu sehen,
dass der Beschuldigte K._ helfen wollte, den BMW von N._ sel. verkau-
fen zu können. Selber hatte er keinen finanziellen Vorteil aus der Tat. Auch dieses
Delikt stellte einen Freundschaftsdienst gegenüber K._ dar. In subjektiver
Hinsicht wieg das Verschulden ebenfalls leicht.
c) Einsatzstrafe Tatschwere
Dem insgesamt leichten Verschulden angemessen erscheint eine Freiheitsstrafe
von 3 Monaten. Demgegenüber war der Tatbeitrag von M._ deutlich kleiner
und liegt bei ihr Gehilfenschaft vor. Entsprechend wurde die Strafe unter Berück-
sichtigung der Tatkomponente und der Gehilfenschaft auf 30 Tage festgelegt.
3.6.2. Täterkomponente und Verfahrensdauer
Aus den gleichen Überlegungen wie betreffend die anderen vorstehend beurteil-
ten Delikte ergeben sich aus dem Vorleben, den persönlichen Verhältnissen, des
Beschleunigungsgebotes und der langen Verfahrensdauer keine strafzumes-
sungsrelevanten Faktoren und wirkt sich das späte Geständnis des Beschuldigten
leicht strafmindernd aus.
- 114 -
3.6.3. Fazit Asperation
Unter Berücksichtigung der leichten Strafminderung für das Geständnis und in
Anwendung des Asperationsprinzips ist die Einsatzstrafe um 2 Monate zu erhö-
hen. Bei M._ fällt die Asperation mit 15 Tagen aus den erwähnten Gründen
tiefer aus.
3.7. Versuchter Betrug, Veruntreuung und Irreführung der Rechtspflege (Dossi-
er 4)
3.7.1. Tatkomponente
a) Versuchter Betrug
Mit der Vorinstanz ist die objektive Tatschwere aufgrund des Wertes des Fahr-
zeugs und der angeblich gestohlenen Gegenstände im Bereich von insgesamt
rund Fr. 20'000.– sowie des arbeitsteiligen Vorgehens zusammen mit K._ als
nicht leicht zu beurteilen (Urk. 147 S. 146 f.). Der Versuch fällt nicht strafmindernd
ins Gewicht, da der Beschuldigte nichts dazu beigetragen hat, um den Erfolgsein-
tritt abzuwenden. Dass es beim Versuch blieb, ist einzig auf die Vorsicht der Ver-
sicherung zurückzuführen.
Der Beschuldigte handelte direktvorsätzlich und aus finanziellen Motiven, obwohl
er in wirtschaftlich geordneten Verhältnissen lebte und auf den Deliktserlös nicht
angewiesen war. Es ging im darum, sich des Fahrzeugs und der Bezahlung von
Leasinggebühren dafür zu entledigen. Auch in subjektiver Hinsicht wiegt das Ver-
schulden nicht leicht.
Dem nicht leichten Verschulden angemessen erscheint eine Strafe von 4 Mona-
ten.
b) Veruntreuung
Auch bei der Veruntreuung fällt der Wert des Fahrzeuges von gegen Fr. 20'000.–
ins Gewicht und lässt die objektive Tatschwere als nicht mehr leicht erscheinen.
- 115 -
In subjektiver Hinsicht gelten die gleichen Überlegungen wie beim Betrugsver-
such.
Dem insgesamt nicht leichten Verschulden angemessen ist eine Strafe von 4 Mo-
naten.
c) Irreführung der Rechtspflege
Die Diebstahlsanzeige betreffend das Fahrzeug diente der Untermauerung der
unwahren Angaben im Rahmen des Betrugsversuchs zum Nachteil der Versiche-
rung. Der Vorinstanz ist darin zu folgen, dass es sich bei dem wahrheitswidrig bei
der Polizei beanzeigten Fahrzeugdiebstahl um eine kleineres Delikt handelte,
weshalb die dadurch ausgelösten Ermittlungen nicht besonders umfangreich aus-
fielen (Urk. 147 S. 180).
Der Beschuldigte handelte direktvorsätzlich aus rein finanziellen Motiven.
Insgesamt wiegt das Tatverschulden noch leicht. Eine Einsatzstrafe von 2 Mona-
ten erscheint als angemessen.
3.7.2. Täterkomponente
Während Vorleben, persönliche Verhältnisse, Beschleunigungsgebot und lange
Verfahrensdauer sich strafzumessungsneutral auswirken, ist das Geständnis des
Beschuldigten betreffend alle drei Delikte leicht strafmindernd zu berücksichtigen.
Für den versuchten Betrug und die Veruntreuung sind je 3 Monate und für die Ir-
reführung der Rechtspflege 1,5 Monate einzusetzen.
3.7.3. Asperation
Unter Berücksichtigung der Asperation ist die Einsatzstrafe für das schwerste De-
likte um insgesamt 6 Monate zu erhöhen.
3.8. Gehilfenschaft zu versuchtem Betrug (Dossier 5)
Bei der vom Beschuldigten geförderten Haupttat handelte es sich um einen Versi-
cherungsbetrug betreffend ein Fahrzeug VW Passat von K._. Der Beschul-
- 116 -
digte hatte Reparaturen an diesem Fahrzeug ausgeführt und kannte dessen un-
gefähren Wert. Daher konnte er auch erkennen, dass es um einen erheblichen
Deliktsbetrag im Bereich von Fr. 10'000.– ging. Die Tat beruhte auf der alleinigen
Initiative von K._. Dass es beim Versuch blieb, ist nicht auf das Verhalten
des Beschuldigten zurückzuführen und fällt bei der Strafzumessung nicht straf-
mindernd ins Gewicht.
In subjektiver Hinsicht handelte der Beschuldigte vorsätzlich, er hatte Kenntnis
vom geplanten Versicherungsbetrug durch K._. Der Beschuldigte selber zog
keinen finanziellen Vorteil aus der Tat. Sein Tatmotiv ist darin zu erblicken, dass
er K._ einen Freundschaftsdienst leisten wollte.
Dem Tatverschulden vor Berücksichtigung der Gehilfenschaft angemessen wäre
eine Strafe im Bereich von 3 bis 4 Monaten. Unter Berücksichtigung des Ge-
ständnisses des Beschuldigten und der Gehilfenschaft ist die Strafe auf 2,5 Mona-
te zu reduzieren. Zusätzlich zu berücksichtigen ist die Asperation, weshalb die
Einsatzstrafe für die schwerste Tat um 2 Monate zu erhöhen ist.
3.9. Fahren ohne Haftpflichtversicherung (Dossier 1)
Auf der "Probefahrt" mit O._ sel. lenkte der Beschuldigte den Lastwagen von
AU._ nach AA._, obwohl er um das Fehlen der Haftpflichtversicherung
wusste. In objektiver Hinsicht wiegt das Verschulden leicht, beschränkte sich die
Fahrt doch auf einen Tag. In subjektiver Hinsicht liegt Eventualvorsatz vor. Insge-
samt ist die Tatschwere leicht. Ausserdem besteht bezüglich dieses Delikts ein
Zusammenhang mit dem Mord an O._ sel.. Bei dieser Konstellation wäre die
Sanktion im untersten Bereich des Strafrahmens festzusetzen und erscheint es
aus Opportunitätsgründen gerechtfertigt, von einer weiteren Asperation der Ein-
satzstrafe für das Delikt des Fahrens ohne Haftpflichtversicherung abzusehen.
4. Fazit Sanktion
Die Einsatzstrafe von 6 Jahren für das schwerste Delikt der Gehilfenschaft zu
Mord ist um folgende bereits asperierte Strafen zu erhöhen:
- 3,5 Jahre für Gehilfenschaft zu qualifiziertem Raub
- 117 -
- 6 Monate für Gehilfenschaft zu Raub (Dossier 2)
- 10 Monate für versuchte Erpressung (Dossier 2)
- 3 Monate für Freiheitsberaubung und Entführung
- 2 Monate für Urkundenfälschung (Dossier 2)
- 6 Monate für versuchten Betrug, Veruntreuung und Irreführung der Rechts-
pflege (Dossier 4)
- 2 Monate für Gehilfenschaft zu versuchtem Betrug (Dossier 5)
Es resultiert eine Freiheitsstrafe von 11 Jahren und 11 Monaten. Daran anzu-
rechnen sind 1836 Tage erstandener Haft und vorzeitigen Strafvollzugs.
V. Zivilforderungen
1. Vorbemerkungen
Hinsichtlich der allgemeinen Voraussetzungen für die Geltendmachung und die
Bemessung von Schadenersatz- und Genugtuungsansprüchen im Strafverfahren
kann auf die zutreffenden Erwägungen der Vorinstanz verwiesen werden (Art. 82
Abs. 4 StPO; Urk. 147 S. 155 f.).
2. Privatklägerin 3 (D._)
Die Privatklägerin 3 hat die Zusprechung einer Genugtuung von Fr. 40'000.– zu-
züglich Zins zu 5 % seit 3. Juni 2016 beantragt (Urk. 69). Sie begründete diese
Genugtuungsforderung mit dem aufgrund der Tötung ihres Sohnes erlittenen see-
lischen Leid (Urk. 69 S. 3 ff.). Der Beschuldigte A._ hat eine Genugtuungs-
forderung von Fr. 20'000.– für die erlittene Freiheitsberaubung anerkannt (Urk. 78
S. 50 und Prot. I S. 417).
Im Berufungsverfahren liess er eine Abweisung der Zivilansprüche beantragen,
soweit darauf einzutreten sei. Für den Eventualfall der Abweisung seines Antrags
auf Freispruch vom Vorwurf des Tötungsdelikts an O._ sel. hat er sich nicht
zur von der Privatklägerin beantragten und von der Vorinstanz zugesprochenen
Genugtuungshöhe geäussert (Urk. 197 S. 2 und S. 27).
- 118 -
Die Vorinstanz hat die Kriterien für die Bemessung einer Genugtuung zutreffend
dargelegt. Es kann vollumfänglich darauf verwiesen werden (Art. 82 Abs. 4 StPO;
Urk. 147 S. 155 f.). Die Vorinstanz hat die Basisgenugtuung für die Tötung des
erwachsenen Sohnes, zu welchem die Mutter eine enge Beziehung unterhielt, auf
Fr. 25'000.– festgelegt und diese Genugtuung auf Fr. 40'000.– erhöht, was ange-
sichts der besonders grausamen Art der Tötung von O._ sel. und den Qua-
len, die er nicht nur bei der Tötung, sondern schon vorher während Stunden ge-
fesselt in einem Anhänger durchleben musste. Das Bewusstsein um diese Um-
stände erhöht den Schmerz für seine Angehörigen ausserordentlich stark. Die von
der Vorinstanz auf Fr. 40'000.– festgelegte Genugtuungssumme trägt diesem
schweren Leid der Privatklägerin 3 und dem schweren Verschulden von K._
in angemessener Weise Rechnung. A._ haftet solidarisch mit K._ und
M._ für die gesamte Genugtuungssumme (Art. 50 Abs. 1 OR). Mit der Vo-
rinstanz ist im Innenverhältnis zu berücksichtigen, dass das Verschulden des Be-
schuldigten A._ viel leichter wiegt wie dasjenige von K._. Die Vorinstanz
hat diesem Umstand ebenfalls in angemessener Weise Rechnung getragen, in-
dem sie den auf A._ im Innenverhältnis zu tragenden Teil der Genugtuung
auf Fr. 10'000.– festgelegt hat.
In Bestätigung des Entscheids der Vorinstanz ist der Beschuldigte A._ in so-
lidarischer Haftung mit den Mitbeschuldigten K._ und M._ zu verpflich-
ten, der Privatklägerin 3 Fr. 40'000.– zuzüglich 5 % Zins ab 3. Juni 2016 als Ge-
nugtuung zu bezahlen. Davon entfallen im Innenverhältnis Fr. 10'000.– zuzüglich
5 % Zins ab 3. Juni 2016 auf den Beschuldigten.
3. Privatkläger 4 bis 6 (E._, F._ und G._)
Die Privatkläger 4 und 5 beantragten, A._ sei zu verpflichten, ihnen eine Ge-
nugtuung von je Fr. 25'000.– zu bezahlen unter solidarischer Haftung mit K._
und M._ (Urk. 71 S. 35 f.). Der Privatkläger 6 beantragte die Zusprechung
einer Genugtuung von Fr. 12'500.– unter solidarischer Haftung mit K._ und
M._ (Urk. 71 S. 37). Die Privatkläger 4 bis 6 begründeten ihre Genugtuungs-
forderung mit dem erlittenen seelischen Schmerz durch den Verlust ihres Sohnes
bzw. Bruders (Urk. 71 S. 2, S. 23). Sie machen geltend, A._ habe massge-
- 119 -
bend zur Tötung von N._ beigetragen und sei zur Zahlung einer Geldsumme
als Genugtuung an die Familienangehörigen des Opfers verpflichtet (Urk. 71 S.
30). Der Beschuldigte hat für die erlittene Freiheitsberaubung eine Genugtuung
von insgesamt Fr. 1'000.– für alle drei Privatkläger anerkannt und beantragt, dass
die darüber hinausgehenden Zivilforderungen auf den Zivilweg zu verweisen sei-
en (Urk. 78 S. 50). Im Berufungsverfahren liessen die Privatkläger 4 bis 6 ausfüh-
ren, dass sie ihre Genugtuungsforderungen mit dem Verlust eines nahen Angehö-
rigen begründen und nur für den Fall geltend machen, dass der Beschuldigte we-
gen Beteiligung an der Tötung von N._ sel. schuldig gesprochen werde (Urk.
255 S. 13).
Die Vorinstanz hat zutreffend erwogen, dass es an den Haftungsvoraussetzungen
für eine Genugtuung fehlt, da der Beschuldigte A._ nicht wegen Tötung oder
Mordes verurteilt wird (Art. 82 Abs. 4 StPO; Urk. 147 S. 160). An dieser Beurtei-
lung hat sich im vorliegenden Verfahren nichts geändert, zumal gegen A._
betreffend N._ sel. kein Tötungsvorwurf erhoben wird und auf die Berufung
der Privatkläger 4 bis 6 betreffend Schuldspruch von A._ des Mordes (bzw.
der Gehilfenschaft dazu) mit Beschluss vom 8. Juni 2021 (Urk. 198) nicht einge-
treten wurde.
Der Beschuldigte ist daher gestützt auf seine Anerkennung zu verpflichten, den
Privatklägern 4 bis 6 je eine Genugtuung im Betrage von Fr. 333.– zu bezahlen.
Im Mehrbetrag sind die Privatkläger 4 bis 6 mit ihren Zivilforderungen auf den
Weg des Zivilprozesses zu verweisen, da sie ihre Forderungen auf einen Sach-
verhalt stützen, dessen Beurteilung nicht Gegenstand des Strafverfahrens bildet.
VI. Kosten- und Entschädigungsfolgen
1. Vorverfahren und erstinstanzliches Gerichtsverfahren
Der Beschuldigte wird im schwersten Anklagepunkt der Gehilfenschaft zu Mord
schuldig gesprochen. Ferner erfolgen Verurteilungen betreffend zahlreiche
schwerwiegende Delikte (Gehilfenschaft zu qualifiziertem Raub, Gehilfenschaft zu
Raub, versuchte Erpressung, versuchter Betrug, Gehilfenschaft zu versuchtem
- 120 -
Betrug, Veruntreuung, Urkundenfälschung und Irreführung der Rechtspflege) und
wird der Beschuldigte mit einer langjährigen Freiheitsstrafe bestraft. Vom Vorwurf
einzelner weiterer Delikte (gewerbsmässiger Betrug, Urkundenfälschung, einfa-
che Körperverletzung und mehrfache Widerhandlung gegen das Waffengesetz)
wird er freigesprochen. Unter Gewichtung der Schuldsprüche und Freisprüche
insgesamt erscheint es angemessen, dem Beschuldigten die Kosten des Vorver-
fahrens und des erstinstanzlichen Gerichtsverfahrens, ausgenommen diejenigen
der amtlichen Verteidigung, zu drei Vierteln aufzuerlegen und zu einem Viertel auf
die Gerichtskasse zu nehmen (Art. 426 Abs. 1 StPO). Angesichts der angespann-
ten finanziellen Verhältnisse des Beschuldigten ist der dem Beschuldigten aufzu-
erlegende Anteil der Kosten aus Gründen der Resozialisierung zu erlassen, so-
weit er nicht durch Beschlagnahmungen gedeckt ist. Die Kosten der amtlichen
Verteidigung sind definitiv auf die Gerichtskasse zu nehmen.
Der Beschuldigte wurde von der Vorinstanz verpflichtet, der Privatklägerin 3 für
das gesamte Verfahren einen Prozessentschädigung von Fr. 7'500.– inkl. MWST
zu bezahlen (Dispositiv-Ziffer 13). Der Beschuldigte beantragt die Aufhebung die-
ser Verpflichtung (Urk. 149 S. 2). Da der vorinstanzliche Schuldspruch bestätigt
wird, ist auch die grundsätzliche Verpflichtung des Beschuldigten zur Bezahlung
einer Prozessentschädigung an die Privatklägerin 3 begründet. Die Vorinstanz hat
dem Umstand, dass der auf K._ entfallende Anteil der Kosten der Rechtsver-
tretung der Privatklägerin 3 höher ausgefallen ist als bei A._ und M._
angemessen Rechnung getragen, indem sie von den gesamten Kosten von
Fr. 35'000.– inklusive MWST K._ Fr. 20'000.– auferlegte, A._ und
M._ dagegen je Fr. 7'500.– (Urk. 147 S. 163). Diese Regelung erscheint an-
gemessen, sie wurde denn auch von M._ zu Recht nicht angefochten. Dem-
zufolge ist A._ zu verpflichten, der Privatklägerin 3 für das Vorverfahren und
das erstinstanzliche Gerichtsverfahren eine Prozessentschädigung von Fr.
7'500.– inkl. MWST zu bezahlen.
2. Berufungsverfahren
Im Berufungsverfahren unterliegt die Staatsanwaltschaft mit ihren Anträgen voll-
umfänglich. Der Beschuldigte unterliegt im Hauptpunkt bezüglich des von ihm be-
- 121 -
antragten Freispruchs vom Vorwurf der Gehilfenschaft zu Mord sowie mit Bezug
auf die Schuldsprüche betreffend Gehilfenschaft zu qualifiziertem Raub (Dossi-
er 1) und Raub (Dossier 2), versuchte Erpressung (Dossier 2), Gehilfenschaft zu
versuchtem Betrug (Dossier 5) und Veruntreuung (Dossier 4) sowie bezüglich der
Strafhöhe.
Ausgangsgemäss sind dem Beschuldigten die Kosten des Berufungsverfahrens,
mit Ausnahme derjenigen der amtlichen Verteidigung und der unentgeltlichen
Rechtsvertretung der Privatkläger 4 bis 6, zu zwei Dritteln aufzuerlegen und zu
einem Drittel auf die Gerichtskasse zu nehmen (Art. 428 StPO). Aus Gründen der
Resozialisierung ist der dem Beschuldigte aufzuerlegende Anteil jedoch, soweit
nicht durch Beschlagnahmungen gedeckt, zu erlassen. Die Kosten der amtlichen
Verteidigung und der unentgeltlichen Rechtsvertretung der Privatkläger 4 bis 6 im
Berufungsverfahren sind vollumfänglich definitiv auf die Gerichtskasse zu neh-
men.
Das Honorar der amtlichen Verteidigung ist gestützt auf die Honorarnote von
Rechtsanwalt lic. iur. W1._ vom 4. Juni 2021 (Urk. 191) unter Berücksichti-
gung der längeren Dauer der Berufungsverhandlung vom 8. und 9. Juni 2021 und
des Aufwands für Besprechung des Urteils mit dem Klienten sowie nach Abzug
des Vorschusses von Fr. 1'065.50 auf Fr. 23'000.– festzusetzen. Im Rahmen,
welcher gemäss § 14 Abs. 1 lit. b GebVO in Verbindung mit § 16 Abs. 1 GebVO
von Fr. 750.– bis Fr. 45'000.– reicht, erscheint eine Gerichtsgebühr für das Beru-
fungsverfahren von Fr. 30'000.– angemessen.
Die unentgeltliche Rechtsvertretung der Privatkläger 4 bis 6 macht für das Beru-
fungsverfahren eine Entschädigung in der Höhe von Fr. 19'384.30 geltend
(Urk. 189A). Der eingereichten Honorarnote vom 28. Mai 2021 lässt sich entneh-
men, dass für den 22. Juni 2021 als geschätzter Aufwand 8 Stunden für einen
weiteren Verhandlungstag einberechnet wurden, was angesichts des Umstandes,
dass an diesem einzig die Urteilseröffnung stattfand, entsprechend zu korrigieren
ist. Die unentgeltliche Rechtsvertretung der Privatkläger 4 bis 6 ist somit für ihren
Aufwand mit insgesamt Fr. 18'000.– zu entschädigen, welcher nicht nur im Zu-
sammenhang mit dem vorliegenden Berufungsverfahren, sondern auch mit dem-
- 122 -
jenigen gegen M._ (Proz. Nr. SB200227) anfiel. Entsprechend sind die Kos-
ten je hälftig im Umfang von Fr. 9'000.– auf das vorliegende sowie das Beru-
fungsverfahren Proz. Nr. SB200227 zu verteilen.