# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 3ce583a9-d884-4d27-8249-475b4e3f96cb
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2013
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
Die 19
68
geborene
X._
hat
fünf
Kinder (geboren 199
0
, 199
2
, 199
3
, 199
4, 2005
; Urk. 7/6/2
) und
war bis zur Kündigung per Ende Februar 2010 teilzeitlich als Reinigungsangestellte für die
Y._
tätig
(
Urk.
7/11/1, Urk. 7/32
, Urk. 7/34/3
).
Ab dem 8. April 2010 bezog sie
Taggeld
leistungen
der Arbeits
losen
kasse
mit einer Ver
mittlungsfähigkeit von 40
%
(Urk. 7/18/1).
Am
16. März 2011
meldete sich die Versicherte bei der Eidge
nös
sischen In
va
li
den
versicherung
wegen Depressionen, Beschwerden am Steiss
bein,
im
Nacken und Kopfbeschwerden
zum Leistungsbezug an (Urk. 7/
6
). In der Folge klärte die
Sozialver
sicherungs
anstalt
des Kantons Zürich, IV-Stelle (nach
folgend: IV-Stelle), die medizinischen Verhältnisse ab und holte
unter anderem das Gutach
ten von Dr. med.
Z._
, Facharzt für Psychiatrie und Psycho
therapie, vom 6. Sep
tember 2011 (Urk. 7/27) sowie
den
Haushalts
abklärungs
be
richt
vom
18. Februar 2012
(Urk. 7/
34
)
ein.
Nach Durch
führung des
Vor
be
scheid
verfahrens
(
Vorbescheid vom
24. Februar 2012
,
Urk. 7/
39;
Einwand
schreiben
vom 21. März 2012, Urk. 7/42, ergänzt mit Schrei
ben vom 12.
Juni 2012, Urk. 7/48
)
verneinte
die IV-Stelle
den Anspruch der Versicherten auf eine Rente
mit Verfügung vom 25.
Juni 2012
bei einem Invaliditätsgrad von 12
%
(Urk.
2
).
2.
Dagegen
erhob die Versicherte mit Eingabe vom
23. August 2012
Beschwerde und beantragte,
die Verfügung vom
25. Juni 2012 sei aufzuheben und die
Be
schwerdegegnerin
sei zu verpflichten, ihr - allenfalls nach Durchführung
w
ei
terer Abklärungen - die gesetzlichen Leistungen zu gewähren, insbesondere mindestens eine halbe Invalidenrente (Urk. 1 S. 2).
Mit der Beschwerde reichte sie den Bericht
des
A._
vom 19. April 2012
ein (Urk.
3
).
Die Beschwerdegeg
nerin schloss in der Beschwerde
ant
wort vom
25. September 2012
auf Abweisung der Beschwerde (Urk. 6).
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
Am
1. Januar 2012
sind d
ie im Rahmen der IV-Revision 6a
vorgenommenen
Än
de
rungen des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) und der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV) in Kraft getreten.
In
materiell
rechtlicher
Hinsicht gilt jedoch der allgemeine übergangsrechtliche Grundsatz, dass der Beurteilung jene Rechtsnormen zu Grunde zu legen sind, die bei Erlass des angefochtenen Entscheids respektive im Zeitpunkt gegolten haben, als sich der zu den materiellen Rechtsfolgen führende Sachverhalt verwirklicht hat (vgl.
BGE 127 V 466 E. 1, 126 V 134 E. 4b, je mit Hinweisen). Die angefochtene Ver
fügung ist am
25. Juni 2012 (Urk. 2) ergangen,
wobei ein Sachverhalt zu beur
teilen ist, der vor dem Inkrafttreten der revidierten Bestim
mungen
der IV-Revi
sion 6a
am 1. Januar 20
12
begonnen hat. Daher und aufgrund dessen, dass der Rechtsstreit eine Dauerleistung betrifft, über welche noch nicht rechtskräftig verfügt wurde, ist entsprechen
d den allgemeinen intertemporal
rechtlichen Re
geln für die Zeit bis 31. Dezember 20
11
auf die damals
seit der 5. IV-Revision
(
ab dem 1. Januar 2008;
AS 2007 5129
ff.
)
geltenden Bestimmungen und ab
dem 1. Januar 2012
auf die neuen Normen der
IV-Revision 6a
abzustellen (vgl. zur
5
. IV-Revision: Urteil des Bundesgerichts
8C_829/2008
vom 23.
Dezember 2008
E. 2.1
). Im Folgenden werden die Gesetzesbestimmungen - soweit nichts anderes vermerkt ist - in der seit dem
1.
Januar 20
12
geltenden Fassung zitiert
.
2.
2.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (
Art.
8
Abs.
1
des Bundesge
setzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG
). Die Invalidität kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (
Art.
4
Abs.
1 IVG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körper
lichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmög
lichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeits
markt (
Art.
7
Abs.
1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Er
werbs
unfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beein
trächtigung zu berück
sichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (
Art.
7
Abs.
2 ATSG).
Beeinträchtigungen der psychischen Gesund
heit können in gleicher Weise wie körperliche Gesundheitsschäden eine Invali
dität im Sinne von
Art.
4
Abs.
1 IVG in Verbindung mit
Art.
8 ATSG bewirken. Nicht als Folgen eines psychischen Gesundheitsschadens und damit invaliden
versicherungsrechtlich nicht als rele
vant gelten Einschränkungen der Erwerbs
fähigkeit, welche die versicherte Per
son bei Aufbietung allen guten Willens, die verbleibende Leistungsfähigkeit zu verwerten, abwenden könnte; das Mass des
Forderbaren
wird dabei weitgehend objektiv bestimmt. Festzustellen ist, ob und in welchem Umfang die Ausübung einer Erwerbstätigkeit auf dem ausge
glichenen Arbeitsmarkt mit der psychi
schen Beeinträchtigung vereinbar ist. Ein psychischer Gesundheitsschaden führt also nur soweit zu einer Erwerbs
unfähig
keit (
Art.
7 ATSG), als angenommen werden kann, die Verwertung der Arbeits
fähigkeit (
Art.
6 ATSG) sei der versi
cherten Person sozial-praktisch nicht mehr zumutbar (BGE 131 V 49 E. 1.2 mit Hinweisen).
2.2
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 Prozent besteht Anspruch auf eine
Viertels
rente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 Prozent Anspruch auf eine halbe Rente, bei
einem
Invaliditätsgrad von mindestens 60 Prozent Anspruch auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von min
destens 70 Prozent An
spruch auf eine ganze Rente (Art. 28 Abs. 2 IVG).
2.3
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss
Art.
16 ATSG in Verbindung mit
Art.
28a
Abs.
1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog.
Invaliden
einkom
men
), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der
Einkom
mensvergleich
hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypo
thetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und ei
nander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt (allgemeine Methode des
Einkommens
ver
gleichs
; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
Bei Versicherten, die nur zum Teil erwerbstätig sind, wird für diesen Teil die Invalidität nach
Art.
16 ATSG festgelegt. Waren sie daneben auch im Auf
ga
benbereich tätig, so wird die Invalidität für diese Tätigkeit nach
Art.
28a Abs.
2 IVG festgelegt. In diesem Fall sind der Anteil der Erwerbstätigkeit und der An
teil der Tätigkeit im Aufgabenbereich festzulegen und der
Invaliditäts
grad
ent
sprechend der Behinderung in beiden Bereichen zu bemessen (
Art.
28a
Abs.
3 IVG; gemischte Methode der Invaliditätsbemessung).
Nach der Gerichts- und Verwaltungspraxis wird zunächst der Anteil der Erwerbs
tätigkeit und derjenige der Tätigkeit im Aufgabenbereich (so unter an
derem im Haushalt) ermittelt; die Frage, in welchem Ausmass die versicherte Person ohne gesundheitliche Beeinträchtigung erwerbstätig wäre, beurteilt sich mit Rücksicht auf die gesamten Umstände, so die persönlichen, familiären, sozi
alen und erwerblichen Verhältnisse. Im Rahmen der gemischten Methode be
stimmt sich die Invalidität dadurch, dass im Erwerbsbereich ein Einkommens- und im Aufgabenbereich ein Betätigungsvergleich vorgenommen wird, wobei sich die Gesamtinvalidität aus der Addierung der in beiden Bereichen er
mittel
ten und gewichteten
Teilinvaliditäten
ergibt (BGE 130 V 393 ff. E. 3.3 mit Hin
weisen; vgl. BGE 134 V 9).
3.
3.1
Die Beschwerdegegnerin stellte sich in der angefochtenen Verfügung gestützt
auf
den Haushaltsabklärungsbericht vom 18. Februar 2012 (Abklärung vom 17. März 2011
;
Urk. 7/34)
und
das
psychiatrische
Gutach
ten von Dr.
Z._
vom 6. Sep
tember 2011 (Urk. 7/27)
auf den
Standpunkt, es sei bezüglich der Statusfrage
bei der Be
schwerdeführerin im Gesundheitsfall
von einer 50%igen Erwerbs
tätig
keit
auszugehen
.
Ihre
Arbeitsfähigkeit in der
ange
stammte
n
Tätig
keit als Reinigungsangestellte sei
seit April 2010
zu 50
% einge
schränkt, wes
halb ihr die Aus
übung eines
50%ige
n
Pensum
s in dieser Tätigkeit weiterhin zumut
bar sei.
Das restliche Pensum von 50 % entfalle auf den Aufgabenbereich. Darin sei sie zu
18
% einge
schränkt
, was insgesamt einen Invaliditätsgrad von 9 % ergebe
, weshalb
kein Anspruch auf eine Invalidenrente begründe
t sei
(Urk. 2 S. 5 ff.
, Urk. 7/
36/3,
Urk. 7/49
).
3.2
Die Beschwerdeführerin wendet dagegen ein, sie wäre bei voller Gesundheit zu 10
0 % erwerbstätig. Die Beschwerdegegnerin habe bei der Qualifizierung die Umstände ihrer Familie zu wenig
und lediglich die Vergan
genheit berück
sich
tigt
.
In Bezug auf den Haushaltsbereich wäre zudem von einer höheren Ein
schränkung auszugehen.
Es sei ihren älteren Töchtern nicht mög
lich, den Aus
fall der Mitwirkung
ihres
kranken Ehemann
es
vollständig zu kompen
sieren. Die Abklärung v
or Ort müsst
e wiederholt werden. In medizi
nischer Hin
sicht habe
es
die Beschwerdegegnerin zudem
unterlassen,
die
Auswirkung der
soma
tischen Beschwerden
auf die Leistungsfähigkeit zu untersuchen
.
Ausser
dem lasse
bereits
ihr
psychischer
Gesund
heitszustand
trotz intensiver acht
wöchiger
tagesklini
scher
Behandlung im
A._
keine Erwerbs
tätigkeit zu
.
Im Vergleich
zu
den von Dr.
Z._
(am 1
8.
August 2011) erhobenen psycho
pathologischen Befunden hätten die Ärzte des
A._
beim
Eintrittsgespräch
vom 9.
April 2012 wesentlich mehr Befunde erhoben. Es sei daher offensichtlich, dass
sich der Ge
sund
heits
zustand seit der Begutachtung weiter verschlechtert habe.
Im Übri
gen sei das Gutac
hten
von Dr.
Z._
in sich wi
dersprüch
lich und nicht nach
vollziehbar.
Es dränge sich eine interdisziplinäre medizinische Neubeurteilung auf
(Urk. 1 S. 5 ff.).
3.3
Strittig
und zu prüfen
ist der Renten
anspruch der Beschwerdeführerin. Soweit
sie
mit ihrem
Antrag auf
gesetzliche Leistungen (Urk. 1 S. 2) darüber hinaus um Leistungen ersucht, ist auf die Beschwerde mangels Anfechtungsgegenstand (vgl. dazu
BGE 131 V 164 E. 2.1
) nicht einzutreten.
Ein
allfälliger
Anspruch auf eine Rente kommt
zufolge der Anmeldung vom 16.
März 2011 (Eingang bei der Beschwerdegegnerin am 17. März 2011;
Urk. 7/6) und in Anwendung von
Art.
29
Abs.
1
in Verbindung mit
Abs.
3 IVG
erst ab dem
1.
September
2011 in Frage.
Vorab ist im Folgen
den zu klären, in welchem Pensum die Beschwerdeführerin bei voller Gesund
heit
ab diesem Zeitpunkt
erwerbstätig gewesen wäre (soge
nannte Statusfrage). Der Erlass der angefochtenen Verfügung vom 2
5
.
Juni
2012 (Urk. 2) bildet dabei
recht
spre
chungsgemäss
die zeitliche Grenze der
rich
terlichen Überprüfungsbe
fugnis (BGE 122 V 77 E. 2b, Urteil des Bundes
gerichts 8C_76/2009 vom 19. Mai 2009
E. 2, je mit Hinweis).
4.
4.1
Für die Statusfrage ist einzig massgebend, ob und bejahendenfalls in welchem Umfang eine versicherte Person einer Erwerbstätigkeit nachgehen würde, wenn sie nicht invalid geworden wäre. Diese - stets hypothetische - Annahme ist an
hand des im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrades der überwie
genden Wahrscheinlichkeit zu ermitteln. Es ist somit auf
g
rund objektiver Umstände zu beurteilen, wie die betreffende versicherte Person in ihrer konkreten
Lebenssitua
tion
ohne gesundheitliche Einschränkungen entschieden hätte. Dieser subjektive Entschluss muss nicht zwingend auch der objektiv vernünftigste Entscheid sein (Urteil des Bundesgerichts 8C_319/2010 vom 1
5.
Dezember 2010 E. 6.2.1, in: SVR 2011 IV Nr. 44 S. 131).
Ausschlaggebend ist s
tets allein die hypothetische Ver
haltensweise der am Recht stehenden versicherten Person, nicht die unter allen Titeln zweckmässigste. Letztere gelangt nur für den Fall zur Anwendung, dass sie mit überwiegender Wahrscheinlichkeit auch die im konkreten Fall von der versi
cherten Person
gewählte Lebensform darstellt
(Urteil des Bundesgerichts 8C_889/2011 vom 3
0.
März 2012 E. 3.2.1).
Praxisgemäss
sind die erstmalig ge
machten Aussagen zur hypo
thetischen Frage der Erwerbs
tätigkeit
im
Gesund
heitsfall
stärker zu gewichten als spätere, anders
lautende Erklä
rungen, welche von Überlegungen sozialversicherungsrechtlicher Natur beein
flusst sein können (
Urteil des Bundesgerichts
8C_231/2010
vom 12.
Juli 2010
E. 2.3).
4.2
Gemäss dem
Haushaltsabklärungsbericht vom 18. Februar 2012
gab die Be
schwer
deführerin anlässlich der
Abklä
rung vom
12. Januar 2012
gegenüber der Abklärungsperson an,
i
hr Ehemann gehe aus gesundheitlichen Gründen seit sie
ben bis acht Jahren keiner Tätigkeit mehr nach.
Sie würde bei guter Gesund
heit eine Erwerbs
tätigkeit in einem 100%igen Pensum ausüben (Urk. 7/34/3).
Die Abklärungsperson
der Beschwerdegegnerin
führte dagegen
im
Abklärungs
bericht
aus
, dies sei nicht nach
voll
ziehbar. Es sei vielmehr überwiegend wahr
scheinlich, dass die Be
schwerde
füh
rerin bei guter Gesundheit maximal im Rah
men von 50
% einer ausser
häus
lichen Erwerbs
tätigkeit nach
gehen würde. D
eren
Ehemann
gehe
aus gesund
heitlichen Gründen seit zirka 2005 keiner Erwerbs
tä
tigkeit mehr nach
. D
ie Kinderbetreuung
wäre
seither sichergestellt ge
wesen
und e
s wäre der Beschwerdeführerin daher
seither möglich gewesen, sich um ein höheres Arbeitspensum zu be
mühen beziehungsweise einer 100%igen Erwerbs
tätigkeit nachzugehen.
Trotzdem habe sie g
e
mäss den Angaben der Arbeitslo
senversicherung (ALV)
lediglich eine
Vermittlungs
fähig
keit
von
40
%
angege
ben
(Urk. 7/34/3-4). In der ergänzenden Stellung
nahme vom 25. Juni 2012 er
kl
ärte die Abklärungsperson zudem, die Beschwerde
führerin habe bereits bei guter Gesundheit keine derart aktiven Arbeitsversuche unternommen, dass diese als Grundlage für die Qualifi
kation als Erwerbstätige massgeblich sein könnten. Selbst als die wirt
schaft
lichen Verhältnisse der Familie durch die Arbeitsunfä
higkeit des Ehemann
s
drastisch in Gefahr geraten seien, habe sie keine
Arbeits
bemühungen
für ein volles Arbeitspensum unternom
men (
Urk.
7/49/2).
4.3
4.
3
.1
Die
Abklärungsperson übersieht, dass die Anmeldung bei der ALV im April 2010 (Urk. 7/18
/1
) in eine Zeit fiel, als die Beschwerdeführerin gemäss der
psy
chiatrischen
Ein
schätzung von
Dr.
Z._
bereits in ihrer Arbeitsf
ähigkeit ein
geschränkt war (Urk. 7/27/6
).
Aus der
bei der ALV
angegebenen
Ver
mittlungs
fähigkeit
von 40
%
kann daher nichts
zur hypo
thetischen Frage der Erwerbstä
tig
keit im Gesundheitsfall
abgeleitet werden. Auch war das jüngste im Sommer 2005 geborene Kind bei Beginn der (
aktenkundlich
nicht belegten, aber unstrit
tigen) gesundheitlichen Probleme des Ehemannes
im Jahr 2005
bis im April 2010
noch ein Kleinkind
respektive erst
bis
4 3⁄4 Jahre alt
.
Zudem befanden sich
die beiden im Alter vorausgehenden Kinder
in der Pubertät respektive im April 2010
schliesslich
im Alter von
15
1⁄2
und 16
1⁄2
Jahre
n
, weshalb auch sie damals zusätzlich zum Mehraufwand für die Hausarbeit noch Betreuung benötigten
.
Die ältesten beiden Kinder mit Jahrgang 1990 und 1992 waren zwischen 2005 und 2010 ebenfalls noch nicht erwachsen.
In der hier
massgeblichen
Zeit ab September 2011
(respektive am Tag der Abklä
rung vor Ort am 12. Januar 2012, Urk. 7/34/1)
waren die beiden ältesten Kinder
dagegen
ausgezogen, die
nächstjüngeren
Kinder lebten zwar noch zu
hause
, waren aber bereits
rund
17 und 18 Jahre alt und
das jüngste Kind
war
6
Jahre
alt und
besuchte
nunmehr
den
zweiten Kindergarten (Urk. 7/34/4).
Zwischen den Verhältnisse
n
bis April 2010 und
jenen
danach bestan
den somit wesentliche Unterschiede. Aus dem Umstand, dass die Be
schwerdeführerin in der dama
ligen Lebenssituation lediglich einer
stundenweise
teilzeitlichen Er
werbs
tätigkeit
nachgegangen war
, lässt sich daher nicht ableiten, sie hätte dies im Gesundheitsfall
entgegen ihrer Aussage
auch in der hier zu beurtei
lenden Zeit von September 2011 bis 2
5.
Juni 2012 gemacht.
4.3
.2
Entscheidend ist allein, für welches Pensum einer Erwerbstätigkeit die Be
schwer
deführerin sich im Gesundheitsfall bei den gegebenen Verhältnissen ab September 2011 mit überwiegender Wahrscheinlichkeit entschieden hätte.
Der
Aussage der Beschwerdeführerin, dass sie im Gesundheitsfall einer 100%igen Erwerbstätigkeit nachgegangen wäre
(Urk. 7/34/3
)
,
könnte
allein
der Um
stand entgegen
stehen
,
dass mit dem jüngsten Kind im Alter von sechs Jahren nach wie vor ein erheblicher Betreuungsaufwand anfiel, der mit einer 100%igen Er
werbs
tätigkeit nicht ohne Fremdbetreuung zu vereinbaren
gewesen wäre
, da
wie die Be
schwerde
führerin selbst vorbringt (Urk. 1 S. 5), es
ihrem
Ehemann aus (soma
tisch
en
und psychischen) gesundheitlichen Grün
den nicht möglich war, sich an der Kinderbetreuung zu beteiligen
.
Die Fremdbetreuung eines sechs
jährigen Kindes vor und nach den Stunden des Kinder
gartens ist nach der allge
meinen Lebenserfahrung heutzutage nichts Un
ge
wöhnliches. Dabei sprechen
recht
sprechungsgemäss
a
llfällige im
Gesund
heitsfall
zugestandene Sozial
hilfeleistungen etwa in Form einer Zur
verfügung
stellung oder Mit
finanzierung von Kinderhortplätzen für sich allein
zwar
noch nicht für die hypo
thetische Annahme einer im Gesundheitsfall mit über
wiegen
der Wahr
schein
lichkeit aufgenommenen vollzeitlichen Erwerbs
tätigkeit
(
vgl.
Urteil
des Bundes
gerichts
8C_693/2012
vom 27.
März 2013
E.
4.3
, in welchem Fall die versicherte Person während der Ab
klärung vor Ort
allerdings
eine hy
pothetisch 50%ige Erwerbs
tätigkeit neben der Betreu
un
g von zwei neunj
ährigen Kindern im Gesundheitsfall angegeben hatte
, worauf abgestellt wurde
)
.
Jedoch ergeben sich
hier
aus den Akten und den konkreten Ver
hältnissen keine
Hin
weise, welche die
anlässlich der Abklärung vom 12. Januar 2011
erstmalig ge
mach
te
Aussage der Beschwerdeführerin
zur hypo
thetischen
100%igen
Er
werbs
tätigkeit
im Gesundheitsfall
(Urk. 7/34/3)
beweisrechtlich zu widerlegen vermöchte
n
. Denn
zum einen
bietet die Wohngemeinde der Be
schwerde
führerin einen subventionierten Ganztageshort an (vgl.
www.
B._
[eingesehen am
20. Dezember 2013])
. Zum anderen
ist
dem Abklärungsbericht
zu entnehmen, dass das jüngste Kind
selb
ständig in den Kindergarten gelangt
und
stunde
n
weise von einer Nachbarin be
treut wird (Urk. 7/37/8
).
Auch
leben zwei der älteren Geschwister in demselben Haushalt
. D
ie beiden ältesten Geschwister wohnen in
un
mittel
barer
Nähe und besuchen ihre Familie täglich
(Urk. 7/34/4)
.
Die
erwachsenen Geschwister betei
ligen sich
nicht nur an der Haushaltsführung
,
sondern auch
an der
Kinderbe
treuung
(Urk. 7/34/8).
Es ist daher
auch im Gesundheitsfall
mit (ergänzender) Hilfe bei der Kinderbetreuung durch das un
mittelbare Umfeld zu rechnen.
Schliesslich
ist auch
mit Blick auf die knappen finanziellen Ver
hält
nisse
der Beschwerdeführerin
eine 100%ige Erwerbstätigkeit wahr
scheinlich
, zumal die Beschwerdeführerin selbst
während
der Betreuungsaufgabe von gleich
zeitig mehreren Kindern
in früheren Jahren
stets zumindest teilzeitlich
und teilweise an mehreren Stellen gleichzeitig
erwerbstätig
gewesen
war (
vgl. Auszug aus dem individuellen Konto [IK-Auszug],
Urk.
7/11
; Gutachten von Dr.
Z._
vom 6. September 2011, Urk. 7/27/3
)
.
4.4
Nach dem Gesagten ist mit der Beschwerdeführerin von der Qualifikation
im Gesundheitsfall
als
vollständig
Erwerbstätige
ab September 2011
auszu
gehen.
5.
5.1
Betreffend die Arbeitsfähigkeit im Erwerbsbereich macht die Beschwerde
führe
rin zu Recht geltend, dass die Beschwerdegegnerin
medizinische
Ab
klärungen
des somatischen Gesundheitszustandes und allfälliger somatisch be
dingter
E
in
schränkungen unterlassen habe, obschon
nach Angaben von Dr.
med.
C._
, Facharzt für Allgemeine Medizin
, nicht nur psychische sondern auch somatische Beschwerden vorlägen.
Z
war ist dem Bericht von Dr.
C._
vom 27. März 2011 zu entnehmen, dass von ihm in Bezug auf die bisherige Erwerbstätigkeit keine Arbeitsunfähigkeit attestiert worden sei
.
Unter dem Titel Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
führte
er
nebst
der Diagnose
einer mittelgradigen Depression (ICD-10 F32.1)
die somati
schen Diagnosen
eines
cerviko
-brachialen Schmerzsyndroms und rezidi
vieren
der Schmerzen
sacral
,
persistierend nach Sturz auf
Steissbein
im Jahr 2009
, auf. Als
Diagnose ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
nannte er eine
rezidi
vierende Migräne
(Urk. 7/15/1
)
. Es kann daher
nicht ohne
Weiteres
von einer vollständigen Leistungsfähigkeit in somatischer Hinsicht ausgegangen werden
.
Auch im Gutachten von Dr.
Z._
vom 6. September 2011 wu
rden somatische Be
schwerden („Kopfschmerzen“, „viele körperliche Probleme“) erwähnt (Urk. 7/27/4)
.
Gemäss
dem Bericht des
A._
vom 19. April 2012 klagte die Be
schwerdeführerin über tägliche Kopfschmerzen
und zunehmenden Schmerzen am
Steissbein
seit dem Unfall vor zwei Jahren
(Urk. 3 S. 1
f.
)
. Auch in der An
meldung zum Leistungsbezug hatte die Beschwerdegegnerin soma
tische Be
schwerden geltend gemacht („körperliche Beschwerden (
Steiss
bein
, Kopf, Nacken etc.).“; Urk. 7/6/4).
Die von Dr.
Z._
gestellte Diagnose einer mit
tel
gradigen de
pressiven Episode, ein Mischbild der vordergründig soma
tischen depressiven Symptome mit anhaltenden Schmerzen und Müdigkeit (ICD-10 F32.8) weist zudem auf ein psychisch überlagertes Beschwerdebild hin, dessen Einschätzung der Arbeitsfähigkeit
angesichts der geklagten Beschwerden
unter
Einbezug eines soma
tischen Fach
arztes zu erfolgen hat.
5.2
Die Beschwerdegegnerin hat den rechtserheblichen Sachverhalt damit unvoll
ständig abgeklärt. Die Sache ist daher an
diese
zur er
gän
zenden Abklärung des medizinischen Sachverhaltes zurückzuweisen
. Insbe
sondere hat sie
eine fach
ärztliche Beurteilung des somatischen Gesundheitszustandes und
/oder
eine inter
disziplinäre Beurteilung der Arbeitsfähigkeit in der ange
stammten und leidensangepassten Tätigkeit
unter Berücksichtigung der chron
ologischen
Ent
wicklung seit mindestens September 2010
einzuholen.
Die Beschwerde ist
folglich
in dem Sinne gutzuheissen, dass
die ange
fochtene Verfügung vom 2
5. Juni 2012 aufzuheben und
die Sache an die
Beschwerde
gegnerin
zurück
zuweisen
ist
, damit diese, nach erfolgter Abklärung im Sinne der Erwägun
gen, über
den Rentenanspruch
der Beschwerdeführerin neu ver
füge.
6
.
Nach ständiger Rechtsprechung gilt die Rückweisung der Sache an die Verwal
tung zu weiterer Abklärung und neuem Entscheid als vollständiges Obsiegen (vgl. ZAK 1987 S. 268 f. E. 5 mit Hinweisen). Da der Streitgegenstand die Be
willigung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen betrifft, ist das Ver
fahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG),
er
messens
weise
auf Fr.
7
00.-- anzusetzen und der Beschwerdegegnerin aufzu
erlegen.
Der Beschwerdeführerin steht eine Prozessentschädigung zu, welche nach Art. 61
lit
. g ATSG in Verbindung mit § 34 des Gesetzes über das
Sozialver
si
cherungsgericht
ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache, nach der Schwierigkeit des Prozesses, dem Zeitaufwand und den Barauslagen auf Fr.
2‘200
.-- (inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) fest
zusetzen ist.