# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** c5871cda-88d7-4d6a-ba8f-630910e74ada
**Court:** GR_VG
**Chamber:** GR_VG_002
**Year:** 2017
**Language:** de
**Jurisdiction:** GR / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt sei richtig und vollständig abgeklärt. Weitere Abklärungen
erübrigten sich.
7. Am 29. November 2016 beantragte der Beschwerdeführer die Sistierung
des Verfahrens bis zum Vorliegen des polydisziplinären Gutachtens der
Invalidenversicherung. Die Migräne habe schon nach dem Unfall
bestanden, was von verschiedenen Ärzten bezeugt werde. Die
Beschwerdegegnerin hätte abklären müssen, ob die Rehaklinik Zurzach
die Migräne in das Zumutbarkeitsprofil einbezogen habe. Es sei nicht
richtig, dass die Kopfschmerzen erst sieben Jahre nach dem Unfall
aufgetreten seien. Zur Frage der Unfallkausalität der Migräne sei ein
Gerichtsgutachten einzuholen.
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8. Am 16. Dezember 2016 hielt die Beschwerdegegnerin an ihren Anträgen
fest und verzichtete auf die Einreichung einer Duplik. Das Abwarten des
Gutachtens der Invalidenversicherung sei nicht notwendig, da im Rahmen
der Begutachtung durch die Invalidenversicherung keine
Kausalitätsfragen abgeklärt würden.
9. Mit prozessleitender Verfügung vom 19. Dezember 2016 wurde das
Verfahren vom streitberufenen Gericht bis zum Vorliegen des Gutachtens
der Invalidenversicherung sistiert.
10. Am 31. März 2017 reichte der Beschwerdeführer dem Gericht den
Vorbescheid der Invalidenversicherung vom 23. März 2017 und am
18. Mai 2017 das von der Invalidenversicherung eingeholte Gutachten
des Swiss Medical Assessment- and Business-Center (SMAB) vom
6. Januar 2017 ein. In der Stellungnahme vom 18. Mai 2017 führte der
Beschwerdeführer aus, dass der Ausgang des SMAB-Gutachtens sowie
der Vorbescheid der Invalidenversicherung zeigten, dass der von der
Beschwerdegegnerin verfügte Invaliditätsgrad von 13 % nicht haltbar sei.
Sollte das Gericht zum Schluss kommen, dass für das vorliegende
Verfahren ein Gutachten einzuholen sei, könne dies nicht beim SMAB
vorgenommen werden, weil die SMAB-Gutachter vorbefasst seien. Das
SMAB-Gutachten vermöge wegen zu strenger Einschätzung der
Restarbeitsfähigkeit nicht zu überzeugen. Ohnehin könne das SMAB-
Gutachten nicht unbesehen auf das vorliegende Verfahren übernommen
werden, weil es für die Invalidenversicherung gefertigt worden sei und
dem Beschwerdeführer keine Partizipationsrechte gewährt worden seien.
Zudem hätten die aus gesundheitlichen Gründen gescheiterte
Umschulung und der sechsmonatige RAV-Arbeitsversuch keinen Eingang
in die SMAB-Beurteilung gefunden. Aus den Akten ergebe sich, dass der
Beschwerdeführer im RAV Einsatzprogramm keine Arbeitsfähigkeit von
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100 % habe durchstehen können. Insgesamt sei für angepasste
Tätigkeiten nicht von einer Arbeitsfähigkeit von mehr als 50 %
auszugehen.
11. Mit Stellungnahme vom 23. Juni 2017 führte die Beschwerdegegnerin im
Wesentlichen aus, dass sich die Rentenbemessung auch mit Blick auf
das SMAB-Gutachten als korrekt erweise.
12. Mit Stellungnahme vom 7. Juli 2017 hielt der Beschwerdeführer im
Wesentlichen noch fest, dass in der Unfallversicherung auch eine
untergeordnete Teilkausalität für den Kausalitätsnachweis ausreiche,
weshalb das Argument fehlender Kausalität nicht steche.
13. Am 2. August 2017 verzichtete die Beschwerdegegnerin auf eine weitere
Stellungnahme.
Auf die weiteren Ausführungen der Parteien in ihren Rechtsschriften und
im angefochtenen Einspracheentscheid vom 8. August 2016 sowie auf die
eingereichten Beweismittel wird, soweit erforderlich, in den
nachstehenden Erwägungen eingegangen.

## Considerations

Das Gericht zieht in Erwägung:
1. a) Gemäss Art. 1 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung
(UVG; SR 832.20) i.V.m. Art. 56 Abs. 1 und Art. 58 Abs. 1 des
Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des
Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) kann gegen
Einspracheentscheide Beschwerde beim Versicherungsgericht
desjenigen Kantons erhoben werden, in dem die versicherte Person zur
Zeit der Beschwerdeerhebung Wohnsitz hat. Vorliegend hat der
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Beschwerdeführer Wohnsitz in X._ (GR), weshalb die örtliche
Zuständigkeit des Verwaltungsgerichtes des Kantons Graubünden
gegeben ist. Die sachliche Zuständigkeit des Verwaltungsgerichtes ergibt
sich aus Art. 57 ATSG i.V.m. Art. 49 Abs. 2 lit. a des Gesetzes über die
Verwaltungsrechtspflege (VRG; BR 370.100), wonach das
Verwaltungsgericht als kantonales Versicherungsgericht Beschwerden
gegen Einspracheentscheide und Verfügungen in
Sozialversicherungssachen beurteilt, die gemäss Bundesrecht der
Beschwerde unterliegen. Der Einspracheentscheid vom 8. August 2016,
mit welchem die Beschwerdegegnerin die Einsprache des heutigen
Beschwerdeführers abgewiesen und den mit Verfügung vom
23. Dezember 2015 festgelegten Invaliditätsgrad von 13 % bestätigt hat,
stellt demnach ein taugliches Anfechtungsobjekt für ein Verfahren vor
dem Verwaltungsgericht dar. Als formeller und materieller Adressat des
angefochtenen Einspracheentscheids ist der Beschwerdeführer berührt
und weist ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung auf (vgl.
Art. 59 ATSG). Auf die überdies frist- und formgerecht eingereichte
Beschwerde ist somit einzutreten.
b) Streitig und zu prüfen ist die Frage, ob die Beschwerdegegnerin den
medizinischen Sachverhalt genügend abgeklärt hat und dem
Beschwerdeführer zu Recht eine Invalidenrente aufgrund eines
Invaliditätsgrads von 13 % zugesprochen hat. Die streitigen Tatfragen
sind dabei nach dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad
der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu klären (BGE 129 V 177 E.3.1).
2. In beweisrechtlicher Hinsicht gilt es vorweg darauf hinzuweisen, dass die
Akten der Invalidenversicherung (nachstehend als "IV-act." bezeichnet)
aus dem ebenfalls beim streitberufenen Gericht hängigen Verfahren
S 17 116 betreffend Versicherungsleistungen nach IVG im vorliegenden
Verfahren S 16 118 betreffend Versicherungsleistungen nach UVG
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beigezogen wurden, soweit sie nicht ohnehin bereits in den Akten der
Beschwerdegegnerin enthalten waren.
3. Der Beschwerdeführer rügt eine Verletzung des
Untersuchungsgrundsatzes, indem die Beschwerdegegnerin trotz des
komplexen Falls kein externes Gutachten eingeholt und lediglich auf die
kreisärztlichen Beurteilungen abgestellt hat. Dazu ist unter Verweis auf
BGE 135 V 465 E.4 festzuhalten, dass kein förmlicher Anspruch auf eine
versicherungsexterne Begutachtung besteht. Vielmehr ist eine solche erst
dann anzuordnen, wenn auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit
und Schlüssigkeit der versicherungsinternen ärztlichen Feststellungen
bestehen (vgl. nachstehend E.4c). Ob im vorliegenden Fall die bei den
Akten liegenden medizinischen Berichte zumindest geringe Zweifel an
den versicherungsinternen Feststellungen zu begründen vermögen und
dementsprechend die Beschwerdegegnerin verpflichtet gewesen wäre,
ein versicherungsexternes Gutachten in Auftrag zu geben, ist
nachstehend zu prüfen.
4. a) Gemäss Art. 6 Abs. 1 UVG werden Versicherungsleistungen des
Unfallversicherers bei Berufsunfällen, Nichtberufsunfällen und
Berufskrankheiten gewährt. In diesen Fällen hat der Versicherte in Form
von kurzfristigen Versicherungsleistungen Anspruch auf zweckmässige
Behandlung der Unfallfolgen (Art. 10 UVG) und Taggelder, welche den
durch die gesundheitliche Beeinträchtigung erlittenen Erwerbsausfall
ausgleichen sollen (Art. 15 und 16 UVG). Ist der Versicherte infolge des
Unfalls zu 10 % invalid (vgl. Art. 8 ATSG), so kann er eine Invalidenrente
beanspruchen (Art. 18 Abs. 1 UVG), wenn von der Fortsetzung der
ärztlichen Behandlung keine namhafte Besserung des
Gesundheitszustands des Versicherten zu erwarten ist und allfällige
Eingliederungsmassnahmen der Invalidenversicherung abgeschlossen
sind (Art. 19 UVG). Die Leistungspflicht des Unfallversicherers setzt
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voraus, dass zwischen dem Unfallereignis und der gesundheitlichen
Schädigung ein natürlicher und adäquater Kausalzusammenhang besteht
(Urteil des Bundesgerichtes 8C_269/2017 vom 13. September 2017 E.4.1 mit Hinweis auf BGE 129 V 177 E.3). Für die Bejahung der natürlichen
Unfallkausalität eines Beschwerdebilds genügt eine Teilursächlichkeit
(Urteil des Bundesgerichtes 8C_715/2016 vom 6. März 2017 E.4.1 mit
Hinweis auf BGE 134 V 109 E.9.5), wobei sich die Leistungspflicht des
obligatorischen Unfallversicherers auch auf mittelbare beziehungsweise
indirekte Unfallfolgen erstreckt (Urteil des Bundesgerichtes 8C_715/2016
E.4.1 mit Hinweis auf die nicht publ. E.3a des Urteils BGE 127 V 491). Im
Bereich organisch objektiv ausgewiesener körperlicher
Beeinträchtigungen − wie sie vorliegend in Frage stehen − spielt die
Adäquanz als rechtliche Eingrenzung der sich aus dem natürlichen
Kausalzusammenhang ergebenden Haftung des Unfallversicherers
praktisch keine Rolle, da sich hier die adäquate weitgehend mit der
natürlichen Kausalität deckt (BGE 140 V 356 E.3.2, 138 V 248 E.4).
Dementsprechend sind aber im vorliegenden Verfahren die
beschwerdeführerischen Ausführungen zur Adäquanz nach
Schleudertraumapraxis gänzlich irrelevant, zumal von der
Beschwerdegegnerin aktenkundig zu keinem Zeitpunkt in Abrede gestellt
wurde, dass hier organisch nachweisbare Befunde vorliegen.
b) Sowohl das Verwaltungsverfahren wie auch der kantonale
Sozialversicherungsprozess sind vom Untersuchungsgrundsatz
beherrscht (Art. 43 Abs. 1 und Art. 61 lit. c ATSG). Danach haben
Verwaltung und Sozialversicherungsgericht den rechtserheblichen
Sachverhalt von Amtes wegen festzustellen. Diese Untersuchungspflicht
dauert so lange, bis über die für die Beurteilung des streitigen Anspruchs
erforderlichen Tatsachen hinreichende Klarheit besteht. Bleiben
erhebliche Zweifel an der Vollständigkeit und/oder Richtigkeit der bisher
getroffenen Tatsachenfeststellungen, ist weiter zu ermitteln, soweit von
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zusätzlichen Abklärungsmassnahmen noch neue wesentliche
Erkenntnisse zu erwarten sind (Urteil des Bundesgerichtes 8C_616/2013
vom 28. Januar 2014 E.2.1 mit Hinweisen).
c) Zur Beurteilung des natürlichen Kausalzusammenhangs sind
Sozialversicherungsträger und Sozialversicherungsrichter auf Unterlagen
angewiesen, die ihnen vorab von Ärzten zur Verfügung zu stellen sind.
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist dabei entscheidend,
ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen
Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt,
in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der
Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung
der medizinischen Situation einleuchtet, und schliesslich ob die
Schlussfolgerungen des Experten begründet sind (BGE 134 V 231 E.5.1,
125 V 351 E.3a). Ausschlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich
somit weder die Herkunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der
eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder
Gutachten (BGE 125 V 351 E.3a, 122 V 157 E.1c mit Hinweisen).
Dennoch hat es die Rechtsprechung mit dem Grundsatz der freien
Beweiswürdigung als vereinbar erachtet, in Bezug auf bestimmte Formen
medizinischer Berichte und Gutachten Richtlinien für die
Beweiswürdigung aufzustellen. Den im Rahmen des
Verwaltungsverfahrens eingeholten Gutachten von externen
Spezialärzten, welche auf Grund eingehender Beobachtungen und
Untersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und
bei der Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, ist
bei der Beweiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht
konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE
137 V 210 E.1.3.4, 125 V 351 E.3b/bb). In Bezug auf Berichte von
Hausärzten darf und soll das Gericht der Erfahrungstatsache Rechnung
tragen, dass Hausärzte mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche
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Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patienten
aussagen (vgl. BGE 125 V 351 E.3b/cc mit Hinweisen). Auch den
Berichten und Gutachten versicherungsinterner Ärzte kommt sodann
Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar
begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen
ihre Zuverlässigkeit bestehen. Die Tatsache allein, dass der befragte Arzt
in einem Anstellungsverhältnis zum Versicherungsträger steht, lässt nicht
schon auf mangelnde Objektivität und auf Befangenheit schliessen. Es
bedarf vielmehr besonderer Umstände, welche das Misstrauen in die
Unparteilichkeit der Beurteilung objektiv als begründet erscheinen lassen.
Im Hinblick auf die erhebliche Bedeutung, welche den Arztberichten im
Sozialversicherungsrecht zukommt, ist an die Unparteilichkeit des
Gutachters allerdings ein strenger Massstab anzulegen. Bestehen auch
nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der
ärztlichen Feststellungen, sind ergänzende Abklärungen vorzunehmen
(BGE 139 V 225 E.5.2, 135 V 465 E.4.4, 125 V 351 E.3b/ee, 122 V 157
E.1c).
5. a) Im vorliegenden Fall stellt sich die Beschwerdegegnerin auf den
Standpunkt, dass sowohl die Migräne ohne Aura als auch die leichten
kognitiven Funktionsstörungen nicht unfallkausal seien und
dementsprechend bei der Rentenberechnung nicht zu berücksichtigen
seien. Eine Begründung, weshalb die leichten kognitiven
Funktionsstörungen nicht unfallkausal sein sollen, liefert die
Beschwerdegegnerin nicht. Bezüglich der Migräne führt sie aus, dass die
Kriterien für die Diagnose einer Migräne ohne Aura gemäss Dr. med.
D._, Facharzt FMH für Neurologie, erstmals rund zwei Jahre nach
dem Unfall erfüllt gewesen seien, weshalb er eine Kausalität für
unwahrscheinlich halte. Auch der Kreisarzt Dr. med. E._, Facharzt
für orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates
FMH, sei der Auffassung, dass die Migräne ohne Aura nicht in einem
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kausalen Zusammenhang mit dem Unfallereignis stehe. Nach Angaben
des Beschwerdeführers sei die Migräne erst während der Umschulung
Anfang 2015 richtig ausgebrochen und damit erst rund sieben Jahre nach
dem Unfall. Überdies gehöre die Migräne nicht zum typischen
Beschwerdebild nach einer HWS-Distorsion und stehe somit nicht in
kausalem Zusammenhang zum Unfall. Einzig die Hausärztin Dr. med.
F._, Innere Medizin FMH, sehe einen Zusammenhang zwischen dem
Unfall und der Migräne, was aber nicht überzeuge.
b) Demgegenüber ist der Beschwerdeführer der Auffassung, dass sich dem
Gutachten des Swiss Medical Assessment- and Business Center vom
6. Januar 2017 (nachfolgend SMAB-Gutachten) nicht entnehmen lasse,
dass die leichten kognitiven Funktionsstörungen nicht unfallkausal seien.
Das Gegenteil sei der Fall. Dass kognitive Funktionsstörungen zum
typischen Beschwerdebild nach HWS-Distorsionstrauma gehörten, sei
durch langjährige Judikatur mehrfach belegt. Alsdann sei Fakt, dass
chronische Schmerzzustände zu neuropsychologischen Einschränkungen
führten. Auch die Migräne sei unfallkausal. Lägen − wie hier − somatische
Befunde nach einer erheblichen HWS-Distorsion vor, sei das gesamte
Beschwerdebild (inkl. Migräne) vom Unfallversicherer zu übernehmen.
Kopfschmerzen seien ein wesentlicher Bestandteil des typischen
Beschwerdebilds. Die Migräne habe schon nach dem Unfall bestanden
und sei nach der ventralen Diskektomie und interkorporellen
Plattenspondylodese vom Juli 2010 unter beruflicher Belastung
aufgetreten. Dies werde von verschiedenen Akten bezeugt. Es sei somit
nicht richtig, dass die Kopfschmerzen erst sieben Jahre nach dem Unfall
aufgetreten seien. Zudem könnten die Kopfschmerzen auch von der
Operation und der danach festgestellten Pseudoarthrose/Instabilität
herrühren, welche unfallbedingt erfolgt sei. Die Beurteilung von Dr. med.
D._ sei mangelhaft. Darauf könne nicht abgestellt werden. Zur Frage
der Unfallkausalität der Migräne sei ein Gerichtsgutachten einzuholen.
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c) Zunächst gilt es an dieser Stelle festzuhalten, dass das von der
Invalidenversicherung in Auftrag gegebene SMAB-Gutachten vom
6. Januar 2017 (IV-act. 247) im vorliegenden Verfahren betreffend
Versicherungsleistungen nach UVG nicht unbesehen übernommen
werden kann, weil sich die SMAB-Gutachter nicht zur hier relevanten
Frage der Unfallkausalität der vom Beschwerdeführer geklagten
Beschwerden äussern. Die Aussagekraft des SMAB-Gutachtens ist für
die hier zu beurteilenden Streitfragen somit sehr gering, weshalb sich im
vorliegenden Verfahren eine eingehende Auseinandersetzung mit dem
Gutachten und dem Beweiswert desselben erübrigt. Das SMAB-
Gutachten ist lediglich insofern von einiger Relevanz, als dort leichte
kognitive Funktionsstörungen festgestellt wurden, welche nach
Auffassung der Beschwerdegegnerin nicht unfallkausal sein sollen,
während der Beschwerdeführer die Unfallkausalität derselben bejaht. Wie
gesehen begründet die Beschwerdegegnerin indes mit keinem Wort,
weshalb die leichten kognitiven Funktionsstörungen nicht unfallkausal
sein sollen. Aus dem SMAB-Gutachten kann diesbezüglich bloss
entnommen werden, dass sich die leichten kognitiven Funktionsstörungen
auf die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers auswirken und sich aus
dieser Diagnose in einer angepassten Tätigkeit aus neuropsychologischer
Sicht eine Arbeitsfähigkeit von 80 % ergibt (vgl. IV-act. 247 S. 17 f.).
Bezüglich Unfallkausalität der leichten kognitiven Funktionsstörungen
äussert sich das SMAB-Gutachten indes nicht, da die Kausalitätsfrage für
die Invalidenversicherung nicht von Relevanz ist. Entgegen der
beschwerdeführerischen Auffassung lassen sich auch aus dem
neuropsychologischen Teilgutachten vom 18. November 2016 (IV-
act. 247 S. 67 ff.) keine Rückschlüsse auf die Unfallkausalität ziehen.
Zwar wird dort ausgeführt, dass sich aus neuropsychologischer Sicht bei
Status nach HWS-Distorsion am 5. Februar 2008 und aktuell
Kopfschmerzsyndrom mit Spannungskopfschmerzen und Migräne leichte
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kognitive Funk-tionsstörungen zeigten (vgl. IV-act. 247 S. 73). Dass diese
kognitiven Funktionsstörungen aber kausal auf das Unfallereignis vom
5. Februar 2008 zurückzuführen sind, wird auch im neuropsychologischen
Teilgutachten vom 18. November 2016 nicht gesagt. Dementsprechend
bleibt somit unklar, ob die festgestellten leichten kognitiven
Funktionsstörungen, welche gemäss neuropsychologischem
Teilgutachten − wie gesehen − Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit haben
(vgl. IV-act. 247 S. 17), unfallkausal sind oder eben nicht. Fest steht
lediglich, dass es beim Unfall vom 5. Februar 2008 zu keinem Kopfanprall
gekommen ist (vgl.
Dokumentationsbogen für Erstkonsultation nach kranio-zervikalem
Beschleunigungstrauma vom 27. Februar 2008 [Akten der
Beschwerdegegnerin {Bg-act.} 8]) und auch keine Kopfverletzungen
dokumentiert sind. Somit sind seitens der Beschwerdegegnerin weitere
medizinische Abklärungen hinsichtlich der Frage, ob die leichten
kognitiven Funktionsstörungen mit überwiegender Wahrscheinlichkeit
kausal auf das Unfallereignis vom 5. Februar 2008 zurückzuführen sind,
angezeigt und erforderlich.
d) In Bezug auf die vom Beschwerdeführer geklagte Migräne ergibt sich aus
den Akten folgendes: Im Dokumentationsbogen für Erstkonsultation nach
kranio-zervikalem Beschleunigungstrauma vom 27. Februar 2008 ist
vermerkt, dass anlässlich des Unfallereignisses vom 5. Februar 2008
weder ein Kopfanprall stattgefunden habe noch Kopfschmerzen auftreten
seien (vgl. Bg-act. 8). Im kreisärztlichen Untersuchungsbericht vom
2. April 2009 wurde von Dr. med. G._, Facharzt FMH Chirurgie,
ausgeführt, dass sich die anfänglich starken Nacken- und Kopfschmerzen
nach Angaben des Beschwerdeführers relativ rasch zurückgebildet hätten
(vgl. Bg-act. 33). Dem Arztbericht von Dr. med. H._, Allgemeine
Innere Medizin FMH, vom 30. September 2011 ist sodann zu entnehmen,
dass der Beschwerdeführer ihm gegenüber über Kopfschmerzen geklagt
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hat (vgl. Bg-act. 108). Auch gegenüber Dr. med. F._ klagte der
Beschwerdeführer gemäss Arztbericht vom 7. Oktober 2011 über
Kopfschmerzen, aber nur, wenn er total am Anschlag sei (vgl. Bg-
act. 114). Demgegenüber finden sich − entgegen den
beschwerdeführerischen Ausführungen − weder im Bericht der
kreisärztlichen Abschlussuntersuchung vom 13. Juli 2012 (Bg-act. 242)
noch in der Verordnung zur Physiotherapie von Dr. med. F._ vom
3. Mai 2013 (Bg-act. 352) Hinweise auf Kopfschmerzen. In keinem der
soeben erwähnten Arztberichte ist indes von einer Migräne die Rede.
Vielmehr wird eine solche erstmals im Arztbericht von Dr. med. D._
vom 20. Mai 2015 (Bg-act. 419) erwähnt. Laut Anamnese habe der
Beschwerdeführer gegenüber Dr. med. D._ angegeben, die
genannten Beschwerden seien ungefähr zwei Jahre nach dem Unfall
aufgetreten und insgesamt bezüglich Häufigkeit und Intensität
zunehmend (aktuell circa drei Mal wöchentlich). Dr. med. D._
beurteilte die vom Beschwerdeführer geklagten Beschwerden als mit
einer Migräne ohne Aura vereinbar und hielt fest, dass abgesehen von
der Halbseitigkeit alle entsprechenden diagnostischen IHS-Kriterien erfüllt
seien; es bestünden keine Hinweise auf eine sekundäre Kopfwehform. Mit
Schreiben vom 20. Oktober 2015 bestätigte Dr. med. D._ die
Diagnose einer Migräne ohne Aura und hielt fest, dass deren
semiologische IHS-Kriterien erstmals circa zwei Jahre nach dem Unfall
aufgetreten seien, weshalb eine direkte Unfallkausalität unwahrscheinlich
sei (vgl. Bg-act. 455). Diese Einschätzung von Dr. med. D._, wonach
die Unfallkausalität der Migräne ohne Aura wohl zu verneinen ist, wird
untermauert durch die eigenen Angaben des Beschwerdeführers
anlässlich des Schlussgesprächs mit der Beschwerdegegnerin, wo er
ausführte, dass die Migräne erst während der Schule (gemeint:
Umschulung) richtig ausgebrochen sei (vgl. Bg-act. 457). Die Umschulung
zum Arbeitsagogen begann aktenkundig im Januar/Februar 2015 (vgl.
Bg-act. 377), womit die Migräne sogar erst rund sieben Jahre nach dem
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Unfallereignis vom 5. Februar 2008 ausgebrochen ist. Vor diesem
Hintergrund erweist sich die beschwerdegegnerische Schlussfolgerung,
wonach die Migräne ohne Aura mit überwiegender Wahrscheinlichkeit
nicht auf das Unfallereignis vom 5. Februar 2008 zurückzuführen ist,
grundsätzlich als überzeugend. Im Übrigen hat die diagnostizierte
Migräne gemäss SMAB-Gutachten
ohnehin keine Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (vgl. IV-act. 247 S. 17).
Zu beachten gilt es indes, dass die diagnostizierte Migräne ohne Aura
nicht ohne Weiteres mit den seit dem Unfallereignis vom 5. Februar 2008
mehr oder weniger wiederholt dokumentieren Kopfschmerzen
gleichgesetzt werden kann. Sodann werden die Kopfschmerzen von den
SMAB-Gutachtern auch mit den kognitiven Störungen in Zusammenhang
gebracht, indem sie ausführen, dass die kognitiven Funktionsstörungen
am ehesten auf die wiederholte Kopfschmerzsymptomatik zurückzuführen
sei (vgl. IV-act. 247 S. 48 und 73). Vor diesem Hintergrund erscheint es
angebracht, im Rahmen des von der Beschwerdegegnerin noch
einzuholenden Gutachtens (vgl. nachstehend E.7) auch die
Kopfweh/Migräne-Problematik weiter abzuklären, um deren
Unfallkausalität zuverlässig beurteilen zu können.
6. a) In Bezug auf die beschwerdeführerische Arbeitsfähigkeit stellt die
Beschwerdegegnerin auf die kreisärztliche Abschlussbeurteilung von
Dr. med. E._ vom 20. Februar 2013 ab, wonach dem
Beschwerdeführer die Tätigkeit als Chauffeur/Verkaufsberater nur mit
erheblichen Einschränkungen, mithin mit zwischenzeitlichen,
halbstündigen Fahrpausen nach einer Fahrzeit von eineinhalb bis zwei
Stunden und ohne wiederholte Reklinationen des Kopfes beim Beladen
oder Entladen, zumutbar sei, während adaptierte Tätigkeiten ohne
Zwangshaltung der HWS (weder bezüglich Kopfdrehen noch bezüglich
Kopfneigen oder Kopfheben), ohne gebückte Körperhaltung mit
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rekliniertem Kopf und ohne Tätigkeiten auf Leitern ganztags zumutbar
seien (vgl. Bg-act. 325 S. 7 f.).
b) Der Beschwerdeführer bestreitet die ihm vom Kreisarzt Dr. med. E._
attestierte 100%ige Arbeitsfähigkeit in einer adaptierten Tätigkeit. Die
Beurteilungen der Rehaklinik Zurzach und des Kantonsspitals
Graubünden zeigten, dass der Kreisarzt mit seiner Beurteilung falsch
liege. Das SMAB-Gutachten vermöge wegen zu strenger Einschätzung
der Restarbeitsfähigkeit nicht zu überzeugen. Die attestierte 80%ige
Arbeitsfähigkeit sei zu hoch. Zudem komme den Gutachtern bei der Frage
der Arbeitsunfähigkeit keine abschliessende Rolle zu. Ausserdem hätten
die gescheiterte Umschulung und der sechsmonatige RAV-
Arbeitsversuch keinen Eingang in die SMAB-Beurteilung gefunden. Im
RAV Einsatzprogramm habe der Beschwerdeführer versucht, seine
Restarbeitsfähigkeit umzusetzen. Er habe aber keine Arbeitsfähigkeit von
100 % durchstehen können. Selbst bei leichten Tätigkeiten sei es zu einer
Schmerzexazerbation gekommen, die sich bei bloss 50%iger Tätigkeit
wieder gebessert habe. Die Arbeits- und Umschulungsversuche bei der
Invalidenversicherung seien an den Unfallfolgen gescheitert. In
Würdigung sämtlicher Akten ergebe sich, dass insgesamt für angepasste
Tätigkeiten nicht von einer Arbeitsfähigkeit von mehr als 50 %
auszugehen sei, zumal Dr. med. I._, leitender Arzt Rheumatologie
des Kantonsspitals Graubünden, schon allein aus rheumatologischer
Sicht eine maximal mögliche 60%ige Arbeitsfähigkeit festgehalten habe.
Die Restarbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers sei ungenügend
abgeklärt.
c) Wie gesehen geht die Beschwerdegegnerin gestützt auf die kreisärztliche
Abschlussbeurteilung von Dr. med. E._ vom 20. Februar 2013 davon
aus, dass der Beschwerdeführer in einer adaptierten Tätigkeit ganztags
vermittlungs- und arbeitsfähig ist. Dies obschon im Austrittsbericht der
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Rehaklinik Zurzach vom 17. Januar 2013 ein 50%iges Pensum für eine
leichte bis mittelschwere Tätigkeit in wechselnden Positionen ohne
Überkopfarbeiten für zumutbar erachtet wird (vgl. Bg-act. 314 S. 3) und
auch der Rheumatologe Dr. med. I._ in seinem Arztbericht vom
18. März 2016 ebenfalls von einer 50%igen Arbeitsfähigkeit für eine
leichte und wechselbelastende Tätigkeit ausgeht (vgl. Bg-act. 485). Wenn
die Beschwerdegegnerin dagegen einwendet, beim Bericht der Rehaklinik
Zurzach vom 17. Januar 2013 sei unklar, ob bei der Einschätzung der
Arbeitsfähigkeit auch die − in den Diagnosen nicht erwähnte (vgl. Bg-
act. 314 S. 1) − Migräne mitberücksichtigt worden sei, stellt sich − wie der
Beschwerdeführer zu Recht vorbringt − die Frage, weshalb die
Beschwerdegegnerin diesbezüglich nicht bei der Rehaklinik Zurzach
nachgefragt hat. Des Weiteren stellt sich die Beschwerdegegnerin auf
den Standpunkt, dass auch nicht auf das Zumutbarkeitsprofil von
Dr. med. I._ abgestellt werden könne, weil auch von ihm die Migräne
mitberücksichtigt worden sei. Dazu ist zu sagen, dass Dr. med. I._
bei seinem Zumutbarkeitsprofil vom 18. März 2016 wohl die Migräne
mitberücksichtigt hat. Er hat aber auch die Erfahrungen des
Beschwerdeführers im Rahmen des Einsatzprogramms des Regionalen
Arbeitsvermittlungszentrums (RAV), wo es bei einer 100%igen Tätigkeit
zu einer erneuten Schmerzexazerbation gekommen ist, welche sich bei
50%iger Tätigkeit wieder gebessert habe, in seine Beurteilung
miteinbezogen. Daraus schliesst Dr. med. I._, dass beim
Beschwerdeführer wohl eine 50%ige Arbeitsfähigkeit für eine leichte,
wechselbelastende Tätigkeit bestehe, welche idealerweise mit einer
Präsenz von fünf Stunden pro Tag mit kurzen Zusatzpausen über den
Halbtag verteilt umzusetzen sei. Abschliessend führt Dr. med. I._ in
seinem Arztbericht vom 18. März 2016 sodann noch aus, dass die im
letzten Bericht (gemeint ist der Arztbericht von Dr. med. I._ vom
1. Februar 2016 [vgl. IV-act. 222]) attestierte 60%ige Arbeitsfähigkeit wohl
eher zu hoch angesetzt gewesen sei (vgl. Bg-act. 485 S. 2). Folglich sind
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aber bereits der Austrittsbericht der Rehaklinik Zurzach vom 17. Januar
2013 (Bg-act. 314) sowie der Arztbericht von Dr. med. I._ vom
18. März 2016 (Bg-act. 485) geeignet, zumindest geringe Zweifel am
Zumutbarkeitsprofil des Kreisarztes Dr. med. E._ vom 20. Februar
2013 zu begründen.
d) Erhärtet werden diese Zweifel durch den Schlussbericht (Akten des
Beschwerdeführers [Bf-act.] 3) sowie das Arbeitszeugnis (Bf-act. 4) des
Einsatzprogramms, beide vom 30. Juni 2016, aus denen einerseits
hervorgeht, dass der Beschwerdeführer vom 4. Januar bis 30. Juni 2016
im Einsatzprogramm mit einem Arbeitspensum von 50 - 100 % gearbeitet
hat. Anderseits ist in den erwähnten Unterlagen auch festgehalten, dass
der Beschwerdeführer während seiner Einsatzzeit aufgrund zu starker
Schmerzen und Blockaden/Ausstrahlungen im Nacken/Rückenbereich an
mehreren Tagen nicht an der Einsatzprogramm-Massnahme habe
teilnehmen können und immer wieder an seine Grenzen gestossen sei
oder diese überschritten habe. Des Weiteren ist auch festgehalten, dass
sein Arbeitspensum drastisch reduziert werden müsste, da sein
gesundheitlicher Zustand keine grossen Belastungen und intensive
Tätigkeiten mehr zulasse. Aktenkundig ist zudem, dass die von der
Invalidenversicherung in die Wege geleitete und am 1. Januar 2015
begonnene Umschulung zum Arbeitsagogen aus gesundheitlichen
Gründen per 21. Mai 2015 abgebrochen bzw. unterbrochen werden
musste (vgl. Bg-act. 394, 396, 397, 436, 449). Des Weiteren geht aus den
Akten auch hervor, dass der Beschwerdeführer vom 14. Mai 2013 bis
18. April 2014 im Rahmen einer beruflichen Massnahme der
Invalidenversicherung im EVAL der Kliniken Valens war. Aus den
entsprechenden Berichten vom 20. Januar 2014 (IV-act. 134) und
22. April 2014 (IV-act. 148) ergibt sich, dass der Beschwerdeführer die
Arbeiten bei hoher Motivation und hohem Willen zwar in sehr guter
Qualität erledigt habe, seine gesundheitliche Situation sowie seine
- 20 -
Belastungs- und Leistungsfähigkeit jedoch immer wieder Schwankungen
unterworfen gewesen seien, was dazu geführt habe, dass er immer
wieder Absenzen gehabt habe. Auch die ganztätige Arbeitszeit sei für ihn
an der oberen Grenze gewesen. Zudem wurde vom 24. Juni bis 19. Juli
2013 eine Abklärung in der berufliche Abklärungsstelle (BEFAS)
Appisberg durchgeführt. Im BEFAS-Schlussbericht vom 14. August 2013
wurde hinsichtlich der medizinischen Situation festgehalten, dass der
Beschwerdeführer seine Beschwerden während der Abklärungsarbeiten
durch Einhalten von kurzen Pausen bei wechselbelastenden Tätigkeiten
in tolerablem Rahmen habe halten können (vgl. IV-act. 119 S. 7).
Hinsichtlich der beschwerdeführerischen Arbeitsfähigkeit wurde
ausgeführt, dass mit der nötigen Rücksichtnahme und Verständnis am
Arbeitsplatz der Wiedereinstieg mit einer Arbeitsleistung von 80 % bei
voller zeitlicher Präsenz realisierbar erscheine (vgl. IV-act. 119 S. 8).
e) Vor dem Hintergrund der vorstehenden Ausführungen sowie der
gesamten medizinischen Aktenlage erweist sich das Zumutbarkeitsprofil
von Dr. med. E._ vom 20. März 2013, wonach der Beschwerdeführer
in einer adaptierten Tätigkeit ohne Zwangshaltung der HWS (weder
bezüglich Kopfdrehen noch bezüglich Kopfneigen oder Kopfheben), ohne
gebückte Körperhaltung mit rekliniertem Kopf und ohne Tätigkeiten auf
Leitern ganztags vermittlungs- und arbeitsfähig sei (vgl. Bg-act. 325 S. 8),
als nicht überzeugend. Sowohl die medizinische Aktenlage (insbesondere
der Austrittsbericht der Rehaklinik Zurzach vom 17. Januar 2013 sowie
der Arztbericht von Dr. med. I._ vom 18. März 2016) als auch die
aktenkundigen Abklärungen im EVAL der Kliniken Valens und in der
BEFAS Appisberg sowie die abgebrochene IV-Umschulung zum
Arbeitsagogen und auch der Einsatz im Einsatzprogramm des RAV
begründen zumindest geringe Zweifel an der kreisärztlichen Beurteilung
bzw. am Zumutbarkeitsprofil von Dr. med. E._ vom 20. März 2013.
Dementsprechend hätte aber die Beschwerdegegnerin vor dem Erlass
- 21 -
der Verfügung vom 23. Dezember 2015 beziehungsweise des
angefochtenen Einspracheentscheids vom 8. August 2016 zumindest
eine aktuelle kreisärztliche Einschätzung einholen müssen, worin sich der
Kreisarzt sowohl zu den Ergebnissen der Abklärungen im EVAL der
Kliniken Valens und in der BEFAS Appisberg, zum Abbruch der
Umschulung zum Arbeitsagogen, zum Einsatzprogramm des RAV sowie
zu den anderslautenden Beurteilungen der Rehaklinik Zurzach vom
17. Januar 2013 beziehungsweise des Rheumatologen Dr. med. I._
vom 18. März 2016 hätte äussern müssen. Dies zumal gemäss
bundesgerichtlicher Rechtsprechung auch einer konkret
leistungsorientierten beruflichen Abklärung eine gewisse Aussagekraft für
die Beurteilung der Restarbeitsfähigkeit zukommt (vgl. Urteile des
Bundesgerichtes 8C_545/2012 vom 25. Januar 2013 E.3.2.1,
9C_833/2007 vom 4. Juli 2008 E.3.3.2; vgl. auch BGE 140 V 193 E.3.2,
107 V 17 E.2b). Im Übrigen hätte der Kreisarzt im Untersuchungsbericht
vom 20. Februar 2013 − wie dies unter dem Titel "Grund der
Untersuchung" explizit so ausgeführt wird − auch zum Austrittsbericht der
Rehaklinik Zurzach vom 17. Januar 2013 Stellung nehmen müssen (vgl.
Bg-act. 325 S. 1). Wohl wird der erwähnte Austrittsbericht der Rehaklinik
Zurzach im aktenmässigen Verlauf des kreisärztlichen
Untersuchungsberichts vom 20. Februar 2013 aufgeführt. Eine
Auseinandersetzung mit der abweichenden Einschätzung findet sich im
erwähnten kreisärztlichen Untersuchungsbericht indes nicht. Auch dies
hat die Beschwerdegegnerin aber nicht dazu veranlasst, bei Dr. med.
E._ deswegen nachzuhaken. Nach dem Gesagten hat die
Beschwerdegegnerin hinsichtlich der beschwerdeführerischen
Arbeitsfähigkeit zu Unrecht auf das Zumutbarkeitsprofil von Dr. med.
E._ vom 20. Februar 2013 abgestellt, wonach der Beschwerdeführer
in einer adaptierten Tätigkeit 100 % arbeitsfähig ist. Dies zumal die
kreisärztliche Beurteilung von Dr. med. E._ im Zeitpunkt des
Erlasses der Verfügung vom 23. Dezember 2015 bereits knapp drei Jahre
- 22 -
bzw. im Zeitpunkt des Erlasses des angefochtenen Einspracheentscheids
vom 8. August 2016 bereits dreieinhalb Jahre zurücklag. Um dem
Untersuchungsgrundsatz von Art. 43 Abs. 1 ATSG genüge zu tun, wäre
die Beschwerdegegnerin vielmehr gehalten gewesen, beim Kreisarzt
Dr. med. E._ zumindest eine aktuelle kreisärztliche Beurteilung
einzuholen unter Berücksichtigung der gesamten medizinischen
Aktenlage sowie der Abklärungen im EVAL der Kliniken Valens und in der
BEFAS Appisberg, der abgebrochenen Umschulung und dem Einsatz im
Einsatzprogramms des RAV.
7. Zusammenfassend lässt sich nach dem vorstehend Gesagten festhalten,
dass die medizinische Beweislage in Bezug auf die Frage des
Kausalzusammenhangs zwischen dem Unfallereignis vom 5. Februar
2008 einerseits und den seit dem Unfallereignis mehr oder weniger
wiederholt dokumentierten Kopfschmerzen sowie den im SMAB-
Gutachten diagnostizierten leichten kognitiven Funktionsstörungen
anderseits unvollständig ist und keine zuverlässige Beurteilung erlaubt
(vgl. vorstehend E.5). Sodann hat die Beschwerdegegnerin hinsichtlich
der beschwerdeführerischen Arbeitsfähigkeit zu Unrecht auf das
Zumutbarkeitsprofil von Dr. med. E._ vom 20. März 2013 abgestellt,
ohne zumindest eine aktuelle kreisärztliche Beurteilung einzuholen unter
Berücksichtigung der gesamten medizinischen Aktenlage sowie der
Abklärungen im EVAL der Kliniken Valens und in der BEFAS Appisberg,
der abgebrochenen Umschulung und dem Einsatz im Einsatzprogramms
des RAV (vgl. vorstehend E.6). Da die Sache nicht ausreichend abgeklärt
ist, hat die Beschwerdegegnerin ein versicherungsexternes,
polydisziplinäres Gutachten (unter Einschluss einer
neuropsychologischen Abklärung) einerseits zur Frage des
Kausalzusammenhangs zwischen dem Unfallereignis vom 5. Februar
2008 und den vom Beschwerdeführer geklagten Kopfschmerzen und den
diagnostizierten leichten kognitiven Funktionsstörungen sowie anderseits
- 23 -
zur beschwerdeführerischen (Rest-)Arbeitsfähigkeit einzuholen. Die
Beschwerdegegnerin wird dabei die Mitwirkungsrechte des
Beschwerdeführers zu beachten und diesem insbesondere die
Möglichkeit zu geben haben, sich zu den Gutachterfragen vorgängig zu
äussern (BGE 138 V 318 E.6.1.4, 137 V 201 E.3.4.2.9). Nach Vorliegen
des versicherungsexternen, polydisziplinären Gutachtens wird die
Beschwerdegegnerin über den Leistungsanspruch des
Beschwerdeführers neu zu verfügen haben. Ob die Beschwerdegegnerin
das erforderliche medizinische Gutachten bei der SMAB oder einem
anderen Begutachtungsinstitut einholt, ist dabei ihr überlassen, ist doch −
entgegen der beschwerdeführerischen Auffassung − nicht ersichtlich,
inwiefern die SMAB-Gutachter vorbefasst sein sollten, bloss weil sie den
Beschwerdeführer bereits im Auftrag der Invalidenversicherung
begutachtet haben. Der Beschwerdeführer hat denn auch mit keinem
Wort begründet, worauf die geltend gemachte Vorbefasstheit der SMAB-
Gutachter gründen soll. Die Beschwerde erweist sich somit im Sinne des
Eventualantrags als begründet und ist gutzuheissen, der angefochtene
Einspracheentscheid vom 8. August 2016 ist aufzuheben und die
Angelegenheit ist zur ergänzenden medizinischen Abklärung im Sinne der
Erwägungen und zu neuem Entscheid über den Anspruch auf
Versicherungsleistungen gemäss UVG an die Beschwerdegegnerin
zurückzuweisen. Bei diesem Ergebnis erübrigen sich weitere
Ausführungen zu den beschwerdeführerischen Einwänden hinsichtlich
des Endzustands im Sinne von Art. 19 UVG sowie zur Ermittlung des
Invaliditätsgrads.
8. a) Gerichtskosten werden vorliegend keine erhoben, da das kantonale
Beschwerdeverfahren in Sozialversicherungsstreitigkeiten gemäss Art. 61
lit. a ATSG grundsätzlich kostenlos ist.
- 24 -
b) Gemäss Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende Beschwerde führende
Person Anspruch auf Ersatz der Parteikosten. Die Rückweisung der
Sache an die Verwaltung zur weiteren Abklärung und neuem Entscheid
gilt als vollständiges Obsiegen (vgl. Urteil des Bundesgerichtes
9C_995/2012 vom 17. Januar 2013 E.3), weshalb der anwaltlich
vertretene Beschwerdeführer Anspruch auf eine Parteientschädigung hat.
Diese wird vom Versicherungsgericht festgesetzt und ohne Rücksicht auf
den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache und nach der
Schwierigkeit des Prozesses bemessen. Vorliegend hat der
Rechtsvertreter des Beschwerdeführers mit Schreiben vom 7. Juli 2017
zwar eine Honorarnote ab Replik im Umfang von 5.05 Arbeitsstunden
eingereicht, ohne jedoch − trotz Aufforderung − eine Honorarnote bis und
mit Einreichung der Replik einzureichen. Folglich setzt das streitberufene
Gericht die Parteientschädigung ermessensweise selbst fest, wobei es
vorliegend eine aussergerichtliche Entschädigung von Fr. 3'000.-- (inkl.
MWST) als angemessen erachtet. In diesem Umfang hat die
Beschwerdegegnerin den Beschwerdeführer aussergerichtlich zu
entschädigen.