# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 6fcc04e2-f41c-4aa7-93c8-8982c1495fba
**Court:** GR_KG
**Chamber:** GR_KG_004
**Year:** 2016
**Language:** de
**Jurisdiction:** GR / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

hat sich ergeben:
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I. Sachverhalt
A. 1. X._ wurde am _1971 in O.1_ (Deutschland) geboren. Er ist ledig. Als gelernter Detailhandelsangestellter gibt er an, derzeit selbständig in der Firma A._ erwerbend zu sein. Angaben zu seinen Einkommens- und Vermögensverhältnissen machte er keine.
2. Im Schweizerischen Zentralstrafregister ist X._ nicht verzeichnet. Im SVG-Massnahmenregister (ADMAS) ist ersichtlich, dass er am 17. April 2013 wegen Angetrunkenheit verwarnt wurde.
3. Mit Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Graubünden (nachfolgend: Staatsanwaltschaft) vom 5. Juni 2014, mitgeteilt am 5. Juni 2014, wurde X._ wegen Nichtabgabe von Ausweisen oder Kontrollschildern gemäss Art. 97 Abs. 1 lit. b SVG schuldig gesprochen. Dafür wurde er mit einer Geldstrafe von fünf Tagessätzen zu je Fr. 50.00, bedingt aufgeschoben bei einer Probezeit von zwei Jahren, bestraft. Zudem wurde X._ mit einer Busse von Fr. 300.00 bestraft. Bei schuldhafter Nichtbezahlung der Busse wurde eine Ersatzfreiheitsstrafe von sechs Tagen festgesetzt. Die Kosten des Verfahrens wurden X._ auferlegt.
4. Die Staatsanwaltschaft legte dem Strafbefehl vom 5. Juni 2014 den folgenden Sachverhalt zu Grunde:
"Mit Verfügung vom 17. März 2014 entzog das Strassenverkehrsamt Graubünden dem Beschuldigten die Kontrollschilder _ sowie den Fahrzeugausweis seines Fahrzeuges Ford Fiesta 1.2 16V und forderte ihn auf, die Kontrollschilder und den Fahrzeugausweis innerhalb von 20 Tagen abzugeben. Der Beschuldigte gab die Kontrollschilder und den Fahrzeugausweis innert der ihm gesetzten Frist nicht ab, obwohl er die Verfügung des Strassenverkehrsamtes Graubünden hätte kennen müssen."
5. X._ liess gegen seinen Strafbefehl vom 5. Juni 2014 am 10. Juni 2014 und damit fristgerecht Einsprache erheben, woraufhin die Staatsanwaltschaft am 22. September 2014 die Eröffnung einer Strafuntersuchung wegen Nichtabgabe von Ausweisen oder Kontrollschildern gemäss Art. 97 Abs. 1 lit. b SVG verfügte. Nach Abschluss der Strafuntersuchung überwies sie den Strafbefehl zusammen mit ihrem Schlussbericht am 9. Februar 2015 gestützt auf Art. 355 Abs. 3 lit. a und Art. 356 Abs. 1 StPO ans Bezirksgericht Landquart.
6. An der Hauptverhandlung vor dem Bezirksgericht Landquart vom 22. April 2015 waren X._ und sein privater Verteidiger Rechtsanwalt lic. iur. Erich
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Vogel anwesend. Die Staatsanwaltschaft verzichtete auf einen persönlichen Vortritt. Die Schlussanträge der Parteien lauteten wie folgt:
"Anträge Staatsanwaltschaft Graubünden:
Festhalten am Strafbefehl.
Anträge beschuldigte Person:
1. X._ sei vollumfänglich freizusprechen.
2. Gesetzliche Kosten- und Entschädigungsfolge."
7. Das am 22. April 2015 gefällte und gleichentags mündlich eröffnete Urteil des Bezirksgerichts Landquart wurde X._ am 22. April 2015 ohne schriftliche Begründung im Dispositiv mitgeteilt. Gegen dieses Urteil meldete X._ am 27. April 2015 Berufung beim Bezirksgericht Landquart an. Daraufhin teilte das Bezirksgericht Landquart den Parteien am 9. Juli 2015 das begründete Urteil mit. Darin erkannte es wie folgt:
"1. X._ ist schuldig der Nichtabgabe von Ausweisen oder Kontrollschildern gemäss Art. 97 Abs. 1 lit. b SVG.
2. Dafür wird er mit einer Geldstrafe von 5 Tagessätzen zu je CHF 50.00, bedingt aufgeschoben bei einer Probezeit von zwei Jahren, und einer Busse von CHF 300.00, ersatzweise mit einer Freiheitsstrafe von 6 Tagen, bestraft.
3. Die Verfahrenskosten, bestehend aus: - der Untersuchungsgebühr der Staatsanwaltschaft Graubünden CHF 1'125.00
- den Auslagen der Staatsanwaltschaft Graubünden CHF 110.00
- der Gerichtsgebühr des Bezirksgerichts Landquart (mit schriftlicher Urteilsbegründung) CHF 3'000.00
total somit CHF 4'235.00
werden vollumfänglich dem Verurteilten auferlegt, welchem keine Prozessentschädigung ausgerichtet wird.

## Considerations