# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 65f805a8-625b-4ba4-b287-23ea3f32e09c
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2016
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1944, zuletzt als selbständiger Wirt tätig, meldete sich am 1
9.
Oktober 2007 unter Hinweis auf eine chronische Atemnot, Husten
anfälle, Rückenprobleme sowie eine Nervenkrankheit zum Bezug von Leistun
gen der Invalidenversicherung an (
Urk.
8/1). Er bezog
ab dem
12. Oktober 2006
Taggelder des Krankentaggeldversicherers Helsana Versicherungen AG (
Urk.
8/2)
. Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, holte erwerbliche und medizinische Auskünfte ein
.
Mit Vorbescheid vom
13.
Oktober 2008
stellte sie dem Versicherten
eine ganze Rente mit Wirkung ab 1
2.
Oktober 2007
in Aus
sicht
(
Urk.
8/15-17), jedoch ohne in der Folge wie angekündigt zu verfügen.
Seit dem
1.
September 2009
bezieht
der Versicherte eine ordentliche Altersrente
der Alters- und
Hinterlassenenversicherung
(AHV;
Urk.
8/20-23)
.
1.2
Am 1
3.
Januar 2012 erhob die Staatsanwalt
schaft
Y._
gegen
X._
Anklage wegen Betrugs
und
versuchten Betrug
s
(
Urk.
8/24). Die Staats
anwaltschaft warf dem Versicherten vor, gegenüber dem
Krankentag
geldversi
cherer
und der IV-Stelle mit Vorbedacht verschwiegen zu haben,
dass er trotz der angegebenen 100%igen Arbeitsunfähigkeit weiterhin seinen Imbiss
stand betreibe und dabei vorwiegend alleine arbeite und lediglich über Mittag eine Aushilfe beschäftige.
1.3
Mit Vorbescheid vom
8.
Februar 2012 stellte die IV-Stelle
X._
die Abweisung des Leistungsbegehrens in Aussicht (
Urk.
8/27). Nachdem der Versi
cherte
hiegegen
keinen Einwand erhoben hatte, wies sie das Leistungsbegehren mit
(
unangefochten
in Rechtskraft
erwachsener)
Verfügung vom 2
0.
März 2012 wie angekündigt ab (Urk.
8/28).
1.4
Mit
Urteil vom 1
8.
April 2012
sprach
das Bezirksgericht
Z._
X._
vom Vorwurf
des Betrugs und des versuchten Betrug
s
frei
(
Urk.
8/29
/1-
25
). Dieses Urteil wurde der IV-Stelle am
9.
November
2012 zugestellt (Urk.
8/29
/31
)
.
1.5
Unter Bezugnahme auf diesen Entscheid (vom 18. April 2012)
teilte die IV-Stelle dem
Versicherten
am 22. März 2013
mit, sie werde den Ren
ten
anspruch nochmals prüfen, da
die Verfügung vom 1
8.
April 2012
[recte: 20. März 2012]
offen
bar aufgrund eines falschen Sachverhaltes erlassen worden sei
.
Sie holte beim Ve
rsicherten die
Erfolgsrechnungen
über
die Jahre 2007 bis 2009
ein
(Urk.
8/30
und
Urk.
8/32-33
)
und veranlasste zur Abklärung der selbständigen Erwerbstä
tigkeit einen Hausbesuch
(vgl. der Abklärungsbericht vom 1
4.
Oktober 2013,
Urk.
8/38)
.
1.6
Am 2
7.
Mai 2014 teilte die IV-Stelle dem Versicherten telefonisch mit, dass die Abklärungen nicht wieder
hätten
aufgenommen werden sollen, da er bereits im
AHV-Alter sei, weshalb kein Leistungsan
s
pruch bestehe (
Urk.
8/36).
Nach durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(
Urk.
8/41 ff.) wies sie das
Leistungsbe
gehren
mit Verfügung
vom 1
3.
November 2014
erneut ab (Urk.
2).
2.
Dagegen erhob der Versicherte am
1
5.
Dezember 2014
Beschwerde (Urk. 1) mit den Anträgen, die Verfügung vom
1
3.
November 2014
sei aufzuheben und es
sei
ihm für das Jahr 2008 eine ganze und für das Jahr 2009 eine
Dreiviertels
rente
zuzuspr
e
chen
(S. 2). Die IV-Stelle schloss in ihrer Vernehmlassung vom
2.
Februar 2015
auf Abweisung der Beschwerde (Beschwerdeantwort, Urk.
7
), wovon der Beschwerdeführer am
4.
Februar 2015
in Kenntnis gesetzt wurde (Urk.
9
).
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
1.1.1
Nach Art. 53 Abs. 2 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des
Sozial
ver
sicherungsrechts
(ATSG) kann der Versicherungsträger a
uf formell rechts
kräftige Verfü
gungen oder
Einspracheentscheide
zurückkommen, wenn diese zwei
fellos unrichtig sind und wenn ihre Berichtigung von erheblicher Be
deu
tung ist. Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts kann der Versiche
rungs
träger allerdings weder von der betroffenen Person noch vom Gericht zu einer Wiedererwägung verhalten werden (BGE 119 V 180 E.
3a). Es besteht da
rum kein gerichtlich durchsetzbarer Anspruch auf Wiedererwägung. Verfügun
gen, mit denen das Eintreten auf ein Wiedererwägungsgesuch abgelehnt wird, sind dem
nach grundsätz
lich nicht anfechtbar. Wenn der Versicherungsträger hinge
gen auf ein Wiedererwägungsgesuch eintritt, die
Wiedererwägungs
vo
raussetz
ungen
prüft und anschliessend einen erneut ablehnenden Sachentscheid trifft, ist dieser beschwerdeweise anfechtbar. Die nachfolgende gerichtliche Überprü
fung hat sich in einem sol
chen Fall indessen auf die Frage zu beschrän
ken, ob die Vor
aussetzungen für eine Wiedererwägung der bestätigten Verfü
gung ge
geben sind. Prozessthema ist also
diesfalls
, ob der Versicherungsträger zu Recht die ursprüngliche, formell rechtskräftige Verfügung nicht als zweifel
los un
rich
tig und/oder ihre Korrektur als von unerheblicher Bedeutung qualifi
ziert hat (BGE 117 V 8 E. 2a).
1.
1.2
Falls festgestellt wird, dass der Beschluss der IV-Stelle zum Nachteil des Versi
cherten zweifellos unrichtig war, erfolgt die Erhöhung der Rente frühestens von dem Monat an, in dem der Mangel entdeckt wurde (Art. 88
bis
Abs. 1
lit
. c der Verordnung über die Invalidenversicherung, IVV).
1.
2
1.2.1
Von der Wiedererwägung ist die so genannte prozessuale Revision von
Verwal
tungsverfügungen
zu unterscheiden. Danach ist die Verwaltung verpflichtet, auf eine formell rechtskräftige Verfügung zurückzukommen, wenn neue Tatsa
chen oder neue Beweismittel entdeckt werden, die geeignet sind, zu einer anderen rechtlichen Beurteilung zu führen (BGE 127 V 466 E.
2c mit Hinweisen). Erheb
lich können nur Tatsachen sein, die zur Zeit der Erstbeurteilung bereits bestan
den, jedoch unverschuldeterweise unbekannt waren oder unbewiesen blieben (BGE 119 V 180 E. 3a, 477 E. 1a, je mit Hinweisen).
Der Begriff „neue Tatsachen oder Beweismittel" ist bei der (prozessualen) Revision eines
Verwaltungsent
scheides
nach Art. 53 Abs. 1
ATSG
gleich auszulegen wie bei der Revision eines kantonalen Gerichtsentscheides gemäss Art. 61
lit
. i ATSG oder bei der Revision eines Bundesgerichtsurteils gemäss Art. 123 Abs. 2
lit
. a des Bundesgesetzes über das Bundesgericht (BGG; Urteil des Bundesgerichts 8C_349/2014 vom 18. August 2014 E. 3.3 mit Hinweisen).
1.
2.2
Neu sind demnach Tatsachen, die sich vor Erlass der formell rechtskräftigen Verfügung oder des
Einspracheentscheides
verwirklicht haben, jedoch dem
Re
visionsgesuchsteller
trotz hinreichender Sorgfalt nicht bekannt waren. Die neuen Tatsachen müssen erheblich sein, sie müssen mithin geeignet sein, die
tatbeständliche
Grundlage des zur Revision beantragten Entscheids zu verän
dern und bei zutreffender rechtlicher Würdigung zu einer andern Entscheidung zu führen. Neue Beweismittel haben entweder dem Beweis der die Revision be
gründenden neuen erheblichen Tatsachen oder dem Beweis von Tatsachen zu dienen, die zwar im früheren Verfahren bekannt gewesen, aber zum Nachteil des Gesuchstellers unbewiesen geblieben sind (vgl. BGE 134 III 669 E.
2.1
S. 670; 127 V 353 E. 5b S. 358; SVR 2012 UV Nr.
17 S. 63, 8C_434/2011 E. 7.1; Urteil des Bundesgerichts 9C_955/2012 vom 13. Februar
2013 E.
3.1; je mit Hin
weisen).
1.
2.3
Es liegt im Wesen der Revision nach
Art.
53
Abs.
1 ATSG, dass der
Rückkom
menstitel
eine uneingeschränkte materielle Neubeurteilung verlangt und dass – gegebenenfalls – die Korrektur rückwirkend,
das heisst
ex
tunc
, greift
.
Es
ist
eine relative 90-tätige Frist zu beachten, die mit der Entdeckung des
Revisions
grundes
zu laufen beginnt; zudem gilt eine absolute zehnjährige Frist, deren Lauf mit der Eröffnung des Entscheides einsetzt
(vgl. Ueli
Kieser
,
ATSG-
Kommenta
r, 3. Auflage
2015, N 41 zu Art. 53 ATSG und
N 35 ff. zu Art. 53 ATSG;
Art.
55
Abs.
1
ATSG,
i.V.m
.
Art.
67
Abs.
1 und 2 des Bundesgesetzes über das Verwaltungsverfahren,
VwVG
)
.
2.
2.1
Mit Verfügung
vom
2
0.
März
2012 verneinte die IV-Stelle
eine
invaliditätsbe
dingte
Erwerbseinbusse und somit
d
en
A
nspruch auf eine Invalidenrente
(
Urk.
8/2
8
). Sie stützte sich bei diesem Entscheid auf die Angaben in der
Ankla
geschrift
der Staatsanwaltschaft
Y._
vom 13.
Januar 2012 (
Urk.
8/24).
Diese Verfügung erwuchs unangefochten in Rechtskraft.
Zur Begründung der erneuten Abweisung des Leistungsbegehrens mit Verfü
gung vom 1
3.
November 2014 (
Urk.
2) verwies die Beschwerdegegnerin auf den
Freispruch des Versicherten mit
vorerwähntem
Urteil
des Bezirksgerichts
Z._
vom 1
8.
April 2012 und führte
hierzu
aus, formell rechtskräftige Ver
fügungen und
Einspracheentscheide
müssten nach
Art.
53 ATSG in Revision gezogen werden, wenn die versicherte Person oder der Versicherungsträger nach deren Erlass erhebliche neue Tatsache entde
cke oder auffinde, deren Beibringen zuvor nicht möglich gewesen sei. Der
Leis
tungsanspruch
sei ab dem Jahr 2008 ausgewiesen, weshalb sich die Verfügung vom 2
0.
März 2012 a
ls zwei
fellos unrichtig erweise;
d
ie Beschwerdegegnerin legte
dabei
dar, dass sich für das Jahr 2008 ein Invaliditätsgrad von 83
%
und für das Jahr 2009 ein solcher von 64
%
ergebe.
Nach
Art.
88
bis
Abs.
1 IVV könnten die Leistungen
aber nur für die Zukunft ausgerichtet werden. Da der Versicherte das AHV-Alter bereits erreicht habe und rückwirkend keine Leistungen gesprochen werden könnten, entstehe somit kein Leistungsanspruch.
2.2
Der Beschwerdeführer
stellte sich
in seiner Beschwerde vom 1
5.
Dezember 2014
auf den Standpunkt
, dass die Be
schwerdegegnerin mit ihrer das
L
eistungsbe
gehren
abweisenden Verfügung
vom 2
0.
März 2012 bis zum Vorliegen eines rechtskräftigen Strafurteils hätte zuwarten müssen. Dies sei ihr bereits bei Erlass
dieser
Verfügung klar gewesen (
Urk.
1 S.
3 f. und S.
5
Ziff.
5). Es könne nicht angehen, dass die IV-Stelle den Untersuchungsgrundsatz willkürlich missachte
(
Urk.
1 S.
4 f.
Ziff.
4
). Rechtsprechungsgemäss erfolge die Korrektur formell rechtskräftiger Verfügungen im Bereich de
r
Rentennachzahlung
nur bei IV-spe
zifischen Fehlern ex
nunc
, ansonsten sei die Wirkung ex
tunc
. Vorliegend handl
e es sich offensichtlich nicht um einen IV-spezifischen Sachverhalt. Die Proble
matik liege darin, dass die Beschwerdegegnerin einen erkennbaren
Ver
fahrens
fehler
beg
ange
n habe, indem sie das Urteil des Bezirksgerichts
Z._
nicht abgewartet habe, obwohl sie zuvor bereits fast vier Jahre untätig
geblieben sei
(
Urk.
1 S. 5 f. Ziff.
6).
3.
3.
1
Vorwegzuschicken ist,
dass
die Beschwerde
gegnerin
in
ihrer Begründung
der
Verfügung vom 1
3.
November 2014
(
Urk.
2)
Aspekte der prozessualen Revision (
Art.
53
Abs.
1 ATSG) und der Wiedererwägung
von
Verwaltung
s
v
erfü
gungen
(
Art.
53
Abs.
2
ATSG)
zu vermengen scheint
. D
ie beiden Institute unterscheiden sich unter anderem darin, dass
die Wir
kung ex
nunc
et pro
futuro
gemä
ss
Art. 88
bis
Abs. 1
lit
. c
IVV
nur im Falle einer Wiedererwägung Anwen
dung findet, während die prozessuale Revision ihre Wir
kung ex
tunc
entfaltet
(vgl. E.
1
.
1.
2 und E. 1.
2.3
hievor
)
.
3.
2
Die
Wiedererwägung
einer
formell rechtskräftige
n Verfügung
setzt voraus, dass
diese zweifellos unrichtig und ihre Berichtigung von erheblicher Bedeutung ist (
E.
1.1
hievor
).
Bei periodischen Leistun
gen ist eine
erhebliche
Bedeutung der Berichtigung
regelmässig gegeben (BGE 140 V 85 E. 4.4; 119 V 475 E.
1c
mit Hinweisen).
Das Erfordernis der z
weifel
lose
n
Unrichtigkeit
liegt vor
,
wenn
kein vernünftiger Zweifel an der (von Be
ginn weg bestehenden) Unrichtigkeit der Verfügung besteht, also einzig dieser Schluss denkbar ist.
Dies ist in der Regel erfüllt, wenn eine
Leistungszusprache
aufgrund falscher Rechtsregeln erfolgt ist oder wenn massgebliche Bestimmun
gen nicht oder unrichtig angewandt wurden
(
vgl.
BGE
1
38
V
324
E.
3.3
). Da
runter fällt insbesondere eine unvollständige
Sach
verhaltsabklärung
aufgrund einer klaren Verletzung des
Untersuchungs
grundsatzes
(vgl.
Art.
43
Abs.
1 ATSG
; vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_633/2015 vom
3.
November 2015 E. 2.1
)
, wovon die Praxis
etwa
bei einer
Invaliditätsbemessung
, die
auf keiner
nachvollziehbaren ärztlichen Einschätz
ung der massgeblichen Arbeitsfähigkeit
beruhte
und in diesem Sinne nichts rechtskonform zustande kam
, ausgeht
(
vgl. etwa
Urteil des Bundesgerichts
9C_317/2015 vom 2
0.
Ok
tober 2015 E. 3
).
Um eine rechtskräftig zugesprochene Rente wiedererwägungsweise
aufheben zu können, muss zudem erstellt sein, dass die korrekte Invaliditätsbemessung zu einem anderen Ergebnis geführt hätte (vgl. Ulrich Meyer, Marco
Reichmuth
, Rechtsprechung des Bundesgerichts
zum Bundesgesetz über die Invalidenversi
cherung
[IVG]
, 3. Auflage
2014, N
86
zu Art.
30-31
mit Hinweisen auf die Rechtsprechung).
3.3
Die Beschwerdegegnerin stützte sich bei ihrer Abweisung des
Leistungsbegeh
ren
s
mit Verfügung vom 2
0.
März 2012
(
Urk.
8/28)
auf die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft
Y._
vom 1
3.
Januar 2012 (Urk.
8/24).
In der An
klage wurde dem Beschwerdeführer
vorgeworfen, dass er seinen Imbisstand trotz
der seit Oktober
2006 geltend gemachten 100%igen
Arbeitsunfähigkeit
wei
terhin
betreibe un
d dabei vorwiegend alleine arbeite und lediglich über den Mittag eine Aushilfe beschäftige.
Einzig gestützt
auf diese Angaben verneinte die Beschwerdegegnerin mit Vorbescheid vom
8.
Februar 2012
(
Urk.
8/27)
das Vorliegen einer
invaliditätsbedingte
n
Erwerbseinbusse.
Nachdem der Beschwer
deführer
hiegegen
keinen Einwand erhob
en hatte
,
verfügte
sie
wie angekündigt.
3.4
3.4.1
Die IV-Stelle verfügte mithin
,
bevor sie den Sachverhalt
rechtsgenüglich
abge
klärt hatte.
Allein
mit den Vorhalten in der Anklageschrift war im
Verfügungs
zeitpunkt
nicht
erstellt
, dass
keine invaliditätsbedingte Erwerbseinbusse vorlag
, zumal
die
behandelnden Ärzte
in ihren Berichten einen den
V
ersicherten
seit dem 1
2.
Oktober 2006
in seinem
Leistungsvermögen
erheblich
einschränkenden Gesundheitsschaden (Hauptdiagnose: schwere obstruktive Ventilationsstörung)
bescheinigten
(vgl.
Bericht
des Hausarztes
Dr.
med.
A._
, FMH Allge
mein
medizin, vom 1
0.
November 2007,
Urk.
8/6/1-7
,
sowie
Bericht
des As
sistenz
arztes
Dr.
med.
B._
und der Oberärztin
Dr.
med.
C._
von
der medizi
nischen Klinik des
D._
vom 28.
No
vember 2007;
Urk.
8/7)
, was auch der
regionale ärztliche
Dienst
der IV-Stelle
(
RAD
)
in seiner Stellungnahme vom 2
6.
Februar 2008 bestätigte
(
Urk.
8/14 S. 2
)
.
Die IV-Stelle hätte mit ihrem Entscheid bis zum Erlass des Strafurteil
s
(weiter) zuwarten
kön
nen
(vgl. etwa Kaspar
Plüss
in: Kommentar zum Verwaltungsrechtspflegegesetz des Kantons Zürich [VGR], Alain Griffel [Hrsg.],
3.
Auflage 2014,
N 57 zu
§
7) oder aber
zusätzliche
Erkundigungen oder eigene Abklärungen
treffen
müsse
n
.
Für eine
rechtsgenügliche
Beurteilung
hätte
sie
zumindest Einblick in die ge
samten Strafakten nehmen müssen
,
einschliesslich der Zeugenbefragungen so
wie
der Einvernahme
des beschuldigten Versicherten
durch die
Polizei und
die
Staatsanwaltschaft
.
Die Strafakten
nahm
die Beschwerdegegnerin aber weder zu ihren
Akten
noch waren sie ihr zur Einsicht zugestellt worden (
Urk.
8/24/8).
3.4.2
Die
se
Verletzung des Untersuchungsgrundsatzes
hätte der Beschwerdeführer
damals
rügen können
. Dass
er
die
betreffende
Verfügung
(vom 20. März 2012)
unangefochten in Rechtskraft er
wachsen liess, liegt nicht daran, dass er den massgeben
d
en und ihm bekannten Sachverhalt nicht beweisen konnte, sondern dass er sich
–
sei es weil er
mit dem Entscheid
einverstanden war
(vgl. etwa
Urk.
8/29 S. 8)
oder
in Unkennt
nis seiner rechtlichen Möglichkeiten
–
nicht gegen den Vorbescheid bezie
hungsweise gegen die Verfügung zur Wehr setzte. Dies stellt
– zu dieser Ein
schätzung gelangte auch der Beschwerdeführer (
Urk.
1 S. 5) –
kein
en
Revisions
grund
dar
(
vgl.
zum
Vw
VG
etwa
Karin Scherrer Reber
in:
Praxiskommentar
Ver
waltungsverfahrensgesetz
,
VwVG
, Bernhard Wald
mann / Philipp We
issenber
ger [Hrsg.],
2.
Auflage
2016
, N 46 zu
Art.
66
)
.
Zu Prüfen bleibt die Frage einer Wiedererwägung.
3.
5
3.5.1
Die ungenügenden Abklärungen der Beschwerdegegnerin
betrafen
den Bestand
beziehungsweise den
Umfang einer gesundheitsbedingten Erwerbseinbusse und
somit
einen IV-spezifische
n
Aspekt
, weshalb sich die Wirkung einer
Wieder
erwägung
in zeitlicher Hinsicht
nach Art. 88
bis
Abs.
1
li
t
. c IVV
richten würde
und
eine fehlerhafte Verfügung
ex
nun
c
zu berichtigen wäre
(zur Wirkung ex
tunc
bei AHV-spezifischen Gesichtspunkten vgl. etwa Urteil des Bundesgerichts 8C_778/2015 vom 2
9.
Februar 2016 E. 4.2 mit Hinweisen)
.
3.
5.2
Die IV-Stelle entdeckte den Mangel
(vgl. E. 1.1.2
hievor
)
nach
Kenntnis
des begründeten Urteils des Bezirksgerichts
Z._
vom 1
8.
April 2012, das sie am
9.
November 2012 in Empfang
nahm
(
Urk.
8/29
/31
; vgl. auch
Urk.
8/30). Ab diesem
Zeitpunkt
aber
konnte eine Wiederer
wägung der das Rentenbegehren
abweisen
den Verfügung vom 2
0.
März 2012 keine Wirkung mehr entfalten,
da der Versi
cherte
bereits im Jahr 2009
das
ordentliche
AHV-Alter erreicht hatte
(
Urk.
8/20
-23
).
Die nach Wiederaufnahme der Abklärungen und Prüfung der
Wiedererwägungsvoraussetzungen
erfolgte
erneute Abweisung des
Leistungsbe
gehrens
ist insoweit nicht zu beanstanden
.
B
ei dieser Sachlage
kann offen gelassen werden
, ob sich die
Invaliditäts
be
messung
in der Verfügung vom 1
3.
November 2014 (Urk.
2) als richtig erweist.
3.
6
Ein besonders schwerer
Verfah
rensfehler
, der nach der Evidenztheorie
zur Nichtigkeit der Verfügung vom 2
0.
März 2012 führen könnte
,
liegt nicht vor und wird selbst vom Beschwerde
führer nicht geltend gemacht.
4.
4.1
Das Verfahren ist kostenpflichtig (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG). Die nach Massgabe des Verfahrensaufwands auf Fr. 700.-- festzulegenden Gerichtskosten sind – abwei
chend vom Grundsatz, wonach die Prozesskosten der unterliegenden Partei auf
erlegt werden (§ 28
lit
. a des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht,
GSVGer
in Verbindung mit Art. 106 Abs. 1 der Schweizerischen Zivilprozess
ordnung, ZPO) –
in Anbetracht der
fruchtlosen
Wiederaufnahme des Ver
fahrens
der B
eschwerdegegnerin aufzuerlegen
(vgl. auch
Urk.
8/36
,
Urk.
8/38;
§ 28
lit
. a
GSVGer
i.V.m
.
Art. 107 Abs. 1
lit
. f. ZPO).
4.2
Ausnahmsweise entsteht der Anspruch auf Ersatz der Parteikosten auch dann, wenn die Partei nicht obsiegt. Es gilt der Grundsatz, dass eine Partei unabhän
gig von ihrem allfälligen Prozesserfolg die von ihr unnötigerweise verursachten oder verschuldeten Kosten zu tragen hat (
Kieser
, ATSG-Kommentar,
N
206 zu Art. 61
ATSG
; vgl. auch
§ 6 Abs. 3 der Verordnung über die Gebühren, Kosten und Entschädigungen vor dem Sozialversicherungsgericht).
Gemäss § 34 Abs. 2
GSVGer
wird die Prozessentschädigung ohne Rücksicht auf den Streitwert nac
h der Be
deutung der Streitsache und
der Schwierigkeit des
Prozesses bemessen. Unter Berücksichtigung der genannten
Bemessungskri
terien
ist sie ermessensweise auf Fr. 1‘
4
00.-- (inklusive Barauslagen und Mehrwert
steuer) festzulegen.
Das Gericht
erkennt:
1.
Die
Beschwerde
wird abgewiesen.
2.
Die Gerichtskosten von
Fr.
700
.-- werden
der Beschwerdegegnerin
auferlegt.
Rech
nung und Einzahlungsschein werden
der
Kostenpflichtigen nach Eintritt der Rechts
kraft zugestellt.
3.
Die Beschwerdegegnerin wird
verpflichtet,
dem Beschwerdeführer
eine
Prozessent
schädigung
von
Fr.
1
‘
400
.-- (inkl. Barauslagen und
MWSt
) zu bezahlen.
4.
Zustellung gegen Empfangsschein an:
Rechtsanwalt
Dr.
Thomas
Lüthy
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
Bundesamt für Sozialversicherungen
sowie an:
Gerichtskasse (im Dispositiv nach Eintritt der Rechtskraft)
5.