# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 110fb822-a254-5b52-82dd-97be379c562b
**Court:** FR_TC
**Chamber:** FR_TC_007
**Year:** 2020
**Language:** de
**Jurisdiction:** FR / Espace_Mittelland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

dass mit der Beschwerde an das Kantonsgericht die Verletzung des Rechts einschliesslich  oder Missbrauch des Ermessens, sowie die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts gerügt werden können. Die Rüge der Unangemessenheit ist ausgeschlossen (Art. 77 f. VRG);
dass nach Art. 110 KGVG die Vorinstanz eine angemessene Entschädigung der Wertminderung gewähren kann für Schäden, die nicht repariert werden können oder deren Reparaturkosten  unverhältnismässig sind, beispielsweise für Mauerrisse oder einfache ästhetische Mängel;
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dass nach Art. 140 KGVR der Schaden an einem Gebäude als ästhetisch gilt, wenn er die Gebrauchstauglichkeit des Gebäudes nicht beeinträchtigt. Laut Art. 141 Abs. 1 KGVR berechnet sich die Wertminderungsentschädigung – welche auch für ästhetische Schäden gilt – auf der Grundlage der folgenden Kriterien: a) Ausmass der Beeinträchtigung; b) Wahrnehmbarkeit des beschädigten Gebäudeteils; c) Alter des beschädigten Gebäudeteils; d) Verhältnismässigkeit der Behebungskosten im Verhältnis zu den vorangehenden Kriterien;
dass nach Art. 105 Abs. 1 KGVG die KGV den Schaden schätzt;
dass nach Art. 129 KGVR vor der Feststellung und endgültigen Bewertung des Schadens oder ohne die Bewilligung der KGV am beschädigten Gebäude keine Änderung vorgenommen werden kann (die notwendigen oder angeordneten Massnahmen für Sicherheit und Erhalt bleiben ). Dieses Veränderungsverbot ergibt sich ferner auch aus dem Mitwirkungsprinzip, welches unter anderem bestimmt, dass die Parteien verpflichtet sind, bei der Feststellung des Sachverhalts mitzuwirken, wenn sie sich auf diesen berufen (Art. 47 Abs. 1 lit. a VRG), und sie demnach  den Augenschein an einer Sache oder Örtlichkeit zu dulden haben (Art. 48 Abs. 1 lit. c VRG);
das es sich vorliegend um ein Dach aus Eternit-Firstplatten handelt, welche aus Beton mit Bitumen beschichtet sind. In casu konnte namentlich anlässlich der Ortsbesichtigung vom 26. März 2019 durch den Dachdecker wie erwähnt festgestellt werden, dass es sich bei den gemeldeten Schäden um eine normale Abnutzung handle, die Alterung sei durch den Hagel nur ein wenig beschleunigt worden. Der Dachdecker schätzte zudem den Aufwand für die Neudeckung des Daches mit , inklusive Gerüst, auf ca. CHF 20'000.-. Bereits anlässlich der Ortsbesichtigung vom 6. März 2019 konnte ebenfalls festgestellt werden, dass sich die leichten Beschädigungen auf die  beschränken, jedoch keine Eternitplatten gespalten sind;
dass der Beschwerdeführer in seiner Beschwerde behauptet, dass beim im Jahr 2018 gemeldeten Hagelschlag nicht nur ein ästhetischer, sondern auch ein funktionaler Schaden entstanden sei. Indes liegen keine Anhaltspunkte vor, wonach nicht auf das Ergebnis der Ortsbesichtigung  werden könnte, und der Beschwerdeführer begründet seine Behauptung denn auch in keiner Weise. Vielmehr führt er in seiner Beschwerde aus, dass er bzw. seine Frau nie gesagt hätten, das Dach sei undicht, Platten seien gespalten oder die First sei defekt. Insbesondere ergibt sich ein funktionaler Schaden bzw. eine grössere Beschädigung auch nicht daraus, dass der  in seiner Einsprache vorbrachte, dass beim zweiten Hagelschlag Stücke von bis zu 7 cm abgesprengt worden seien. Selbst wenn tatsächlich einzelne Absplitterungen in diesem  entstanden, handelt es sich dabei offensichtlich nur um die Bitumen-Schicht (vgl. hierzu auch die aktenkundigen Fotos), und es ist unbestritten, dass das Dach bis zu seiner Erneuerung durch die Eigentümer nach wie vor dicht war. Zudem hat es der Beschwerdeführer sich selbst zuzuschreiben, dass eine weitere von der Vorinstanz geplante und ausdrücklich angekündigte Ortsbesichtigung, durch die der Sachverhalt noch weiter hätte geklärt werden sollen, nicht mehr durchgeführt werden konnte, da er das Dach im Juni 2019 ohne Einwilligung der Vorinstanz  hat. Soweit er behauptet, dass das Dach einen weiteren (funktionalen) Schaden erlitten hätte, findet dies in den Akten keine Stütze und auf das schlüssige Ergebnis der Ortsbesichtigungen kann daher abgestellt werden;
dass zudem auch zu berücksichtigen ist, dass das Dach aus dem Jahr 1974 stammt und somit mittlerweile 46 Jahre alt ist, und dass die Vorinstanz im angefochtenen Einspracheentscheid schlüssig darlegte, dass die durchschnittliche Lebensdauer eines Daches aus Eternitplatten, unter Berücksichtigung einer normalen Abnutzung, 50 Jahre beträgt;
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dass der Beschwerdeführer auch aus seinem Argument in seiner Beschwerde, wonach ihm mehrere Dachdecker gesagt hätten, dass das Dach innert 3 bis 10 Jahren undicht werden könnte, nichts zu seinen Gunsten ableiten kann, da dies eben der durchschnittlichen Lebenserwartung eines Eternitdaches entspricht;
dass es sich damit im Ergebnis bei dem im Jahr 2018 gemeldeten Hagelschaden nur um einen geringfügigen ästhetischen Schaden handelt, welcher gestützt auf die Kriterien von Art. 141 Abs. 1 KGVR in casu nicht entschädigungspflichtig ist, da keine funktionelle Beeinträchtigung vorliegt, der beschädigte Gebäudeteil das Ende der durchschnittlichen Lebenserwartung ohnehin bald erreicht hat und der Schaden am Dach nur beschränkt wahrnehmbar ist, und weil schliesslich die  des Schadens mit Blick auf die erwähnten Kriterien klar unverhältnismässig wäre;
dass damit, weil es sich wie dargelegt bei dem am 6. Juli 2018 gemeldeten Hagelschlag – bei dem gemäss der Schadenanzeige die Hagelkörner deutlich grösser waren und somit noch grössere Schäden am Dach hinterlassen hätten als beim zuvor gemeldeten Hagelschlag aus dem Jahr 2015 – nicht um einen entschädigungspflichtigen Schaden handelt, a fortiori geschlossen werden kann, dass es auch beim im Jahr 2015 gemeldeten offenbar deutlich kleineren Ereignis nicht zu einem Schaden kam, welcher durch die Vorinstanz gedeckt werden muss;
dass indes der Beschwerdeführer in seiner Beschwerde noch darlegte, dass ihnen für den im Jahr 2015 gemeldeten Schadenfall eine mündliche Zusage von mindestens 20 % erteilt wurde. Diese Zusage sei nun nicht eingehalten worden;
dass er sich damit auf das sogenannte Vertrauensprinzip bezieht. Der in Art. 9 der  vom 18. April 1999 (BV; SR 101) verankerte Grundsatz von Treu und Glauben statuiert ein Verbot widersprüchlichen Verhaltens und verleiht einer Person Anspruch auf Schutz des  Vertrauens in behördliche Zusicherungen oder sonstiges, bestimmte Erwartungen  Verhalten der Behörden (BGE 131 II 627 E. 6.1). Die Voraussetzung für eine Berufung auf Vertrauensschutz, die unter bestimmten Voraussetzungen eine vom materiellen Recht  Behandlung der Rechtsuchenden gebieten kann, ist erfüllt: 1. wenn die Behörde in einer konkreten Situation mit Bezug auf bestimmte Personen gehandelt hat; 2. wenn sie für die Erteilung der betreffenden Auskunft zuständig war oder wenn die rechtsuchende Person die Behörde aus zureichenden Gründen als zuständig betrachten durfte; 3. wenn die Person die Unrichtigkeit der Auskunft nicht ohne weiteres erkennen konnte; 4. wenn sie im Vertrauen auf die Richtigkeit der Auskunft Dispositionen getroffen hat, die nicht ohne Nachteil rückgängig gemacht werden können, und 5. wenn die gesetzliche Ordnung seit der Auskunftserteilung keine Änderung erfahren hat (BGE 143 V 243 E. 5.2.1). Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung kann eine vom Gesetz abweichende Behandlung eines Rechtsuchenden als Folge des Vertrauensschutzes nur in Betracht fallen, wenn die Voraussetzungen des Vertrauensschutzes klar und eindeutig erfüllt sind. Insbesondere hat die Rechtsprechung erkannt, dass in Bezug auf mündliche und telefonische Zusicherungen und Auskünfte die blosse, unbelegte Behauptung einer telefonischen Auskunft oder Zusage nicht genügt, um einen Anspruch aus dem Grundsatz des Vertrauensschutzes zu begründen; praxisgemäss ist eine nicht schriftlich belegte telefonische (bzw. mündliche) Auskunft zum Beweis von vornherein kaum geeignet (vgl. Urteile BGer 2C_842/2009 vom 21. Mai 2010 E. 3.2; 2C_728/2009 vom 15. März 2010 E. 3.2; 8F_6/2013 vom 25. Juni 2013 E. 2);
dass vorliegend festzustellen ist, dass der Beschwerdeführer in seiner Einsprache noch , dass ihnen mündlich eine Entschädigung im Umfang von mindestens 25 % zugesagt worden sei, während er sich in seiner Beschwerde auf eine Zusage von nurmehr 20 % beruft. In den Akten lassen sich jedoch weder Anhaltspunkte für eine Kostenzusage im Umfang von 20 % noch von
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mindestens 25 % finden, und wie erwähnt sind nicht schriftlich belegte Auskünfte zum Beweis ohnehin kaum geeignet. Insbesondere ergibt sich eine entsprechende Bestätigung der  auch nicht aus der E-Mail vom 26. Februar 2018, in welcher die Vorinstanz lediglich in allgemeiner Weise bestätigte, dass der Schadenfall aus dem Jahr 2015 auf der Grundlage der damals in Kraft stehenden gesetzlichen Bestimmungen bearbeitet werde. Zudem hat der Beschwerdeführer auch nicht im Vertrauen auf die Richtigkeit der Auskunft Dispositionen getroffen, die nicht ohne Nachteil rückgängig gemacht werden könnten. Vielmehr war ihm ja im Juni 2019, als die Eigentümer das Dach erneuern liessen, aufgrund der Verfügung vom 5. April 2019 bewusst, dass die Vorinstanz eine Entschädigung ablehnt. Damit kann der Beschwerdeführer auch aus seinem Vorbringen, wonach ihm die Vorinstanz für den im Jahr 2015 entstandenen Schaden mündlich eine Kostenübernahme im Umfang von 20 % zugesagt habe, nichts zu seinen Gunsten ableiten;
dass damit die Vorinstanz mit dem angefochtenen Einspracheentscheid die Einsprache zu Recht abgelehnt und geschlossen hat, dass für die im Jahr 2015 und 2018 gemeldeten Hagelschäden keine Entschädigung zu gewähren ist;
dass die Beschwerde daher als unbegründet abzuweisen ist;
dass die Gerichtskosten auf CHF 1'500.- festzulegen und dem Verfahrensausgang entsprechend dem Beschwerdeführer aufzuerlegen und mit dem Kostenvorschuss zu verrechnen sind (Art. 131 Abs. 1 VRG; Art. 1 und 2 des kantonalen Tarifs vom 17. Dezember 1991 der Verfahrenskosten und Entschädigungen in der Verwaltungsjustiz [TarifVJ; SGF 150.12]);
dass keine Parteientschädigung geschuldet ist (Art. 137 Abs. 1 VRG);

## Considerations