# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** a5ade58f-54b8-4efa-baa1-c9b9ec952fe6
**Court:** GR_VG
**Chamber:** GR_VG_002
**Year:** 2017
**Language:** de
**Jurisdiction:** GR / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Schilderungen unvereinbaren Sachverhalt hinzugefügt. Die späteren
Aussagen zeichneten sich durch einen höheren Detaillierungsgrad aus.
Die B._ habe den Sachverhalt und den Ereignisablauf nicht
rechtsgenüglich abgeklärt. Zur unfallähnlichen Körperschädigung wurde
geltend gemacht, dass ein ruckartiges Anheben und Ausbalancieren der
Dachbox mit aufgestütztem Ellenbogen ein sinnfälliges Ereignis darstelle.
Es liege auch keine krankheits- oder degenerativ bedingte
Gesundheitsschädigung vor. Das ruckartige Anheben und Ausbalancieren
der schweren Dachbox mit aufgelegtem Ellenbogen sei zudem eine
physiologische Beanspruchung des Armes, die erheblich über dem
Normalen liege und der deshalb auch ein gesteigertes Gefahrenpotential
innewohne. Selbst wenn das Aufladen der Dachbox mit aufgelegtem
Ellenbogen eine alltägliche Verrichtung sei, sei diese durch das ruckartige
Anheben und Ausbalancieren bei aufgestütztem Ellenbogen
unkontrollierbar geworden. Das sinnfällige Ereignis liege nicht im Gewicht
der Dachbox, sondern im Zusammenspiel des ruckartigen Anhebens,
Ausbalancierens bei abgestütztem Ellenbogen und der dadurch
entstandenen ungünstigen Hebelwirkung. Die in Frage stehenden
körpereigenen Bewegungen seien in ihrer Gesamtheit als ein Geschehen
zu qualifizieren. Vorliegend habe dem Geschehen in seiner Gesamtheit
ein gesteigertes Gefährdungspotential mit programmwidrigem Ablauf
innegewohnt. Die Leistungspflicht der B._ sei daher zu bejahen.
7. In der Beschwerdeantwort beantragte die B._ (Beschwerdegegnerin)
die Abweisung der Beschwerde. Zur Prüfung der Frage, ob ein
sinnfälliges Ereignis vorliege, seien die differierenden
Sachverhaltsdarstellungen zu würdigen. Es sei dabei auf die Aussagen
der ersten Stunde abzustellen. Massgebend seien somit die Angaben in
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der Unfallmeldung, im Fragebogen und gegenüber dem fallführenden
Mitarbeiter. Diese beinhalteten keine Angaben einer unkoordinierten
Bewegung. In der Einsprache und der Beschwerde sei der Hergang nicht
bloss präzisiert, sondern verändert geschildert worden. Der Sachverhalt
sei genügend abgeklärt. Das Anheben einer Dachbox von maximal 10 kg
auf ein Autodach, um diese in die Führungsschiene zu heben, sei für eine
Person, die gewohnt sei, schwere Lasten zu tragen, eine alltägliche
Lebensverrichtung. In dieser Handlung liege kein gesteigertes
Gefährdungspotential. Gemäss Beurteilung der MRI-Untersuchung durch
Dr. med. C._ sei eine Partialruptur der Sehne im Rahmen einer
chronischen Tendinopathie (degenerative Erkrankung) der Bizepssehne
erfolgt. Das ruckartige Anheben und Ausbalancieren der Dachbox sei erst
in der Einsprache erstmals vorgebracht worden. Dies entspreche nicht
der massgeblichen Aussage der ersten Stunde. Die Ärzte des
Kantonsspitals St. Gallen äusserten sich nicht zur Kausalität, sondern
gäben nur die Angaben des Beschwerdeführers wieder.
Auf die weiteren Vorbringen und Argumente der Parteien wird, soweit
erforderlich, im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen eingegangen.

## Considerations

Das Gericht zieht in Erwägung:
1. a) Die vorliegende Beschwerde richtet sich gegen den Einspracheentscheid
der Beschwerdegegnerin vom 8. Dezember 2016. Gegen solche
Entscheide kann nach Art. 1 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die
Unfallversicherung (UVG; SR 832.20) i.V.m. Art. 56 Abs. 1 und Art. 58
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des
Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) beim Versicherungsgericht
desjenigen Kantons Beschwerde erhoben werden, in dem die versicherte
Person zur Zeit der Beschwerdeführung Wohnsitz hat. Der
Beschwerdeführer wohnt in der bündnerischen Gemeinde X._, womit
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das Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden für die Beurteilung der
vorliegenden Beschwerde örtlich zuständig ist. Dessen sachliche und
funktionelle Zuständigkeit ergibt sich aus Art. 57 ATSG i.V.m. Art. 49 Abs.
2 lit. a des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege (VRG; BR
370.100). Damit ist die Zuständigkeit des angerufenen Gerichts für die
Beurteilung dieser Beschwerde zu bejahen. Als formeller und materieller
Adressat des angefochtenen Einspracheentscheids ist der
Beschwerdeführer davon berührt und weist ein schutzwürdiges Interesse
an dessen gerichtlicher Überprüfung auf (Art. 59 ATSG). Seine
Beschwerdelegitimation ist deshalb zu bejahen. Auf die zudem frist- und
formgerecht eingereichte Beschwerde ist folglich einzutreten (Art. 1 UVG
i.V.m. Art. 60 und Art. 61 lit. a ATSG).
b) Streitig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegnerin die Leistungspflicht
für das Ereignis vom 13. Oktober 2014 zu Recht verneint hat. Die
Parteien sind sich zumindest darin einig, dass dieses Ereignis nicht als
'Unfall' im Sinne von Art. 6 Abs. 1 UVG i.V.m. Art. 4 ATSG zu qualifizieren
ist (vgl. zum Unfallbegriff; Urteil des Bundesgerichts 8C_783/2013 vom
10. April 2014 E.4.2). Eine Leistungspflicht der Beschwerdegegnerin fällt
deshalb vorliegend nur in Betracht, wenn sich der Beschwerdeführer am
13. Oktober 2014 eine unfallähnliche Körperschädigung im Sinne von Art.
6 Abs. 2 UVG i.V.m. Art. 9 Abs. 2 der Verordnung zum
Unfallversicherungsgesetz (UVV; SR 832.202) zugezogen hat. Gerade
dies ist hier strittig geblieben und somit nachfolgend zu prüfen und zu
entscheiden.
c) Zum anwendbaren Recht ist klarzustellen, dass seit dem 1. Januar 2017
neu die revidierten Bestimmungen des Unfallversicherungsgesetzes
(Änderung vom 25. September 2015) in Kraft getreten sind; darunter auch
Art. 6 Abs. 2 UVG sowie der gleichermassen revidierte Art. 9 Abs. 2 UVV.
Nach Art. 118 Abs. 1 UVG (Übergangsbestimmungen) werden die
Versicherungsleistungen für Unfälle, die sich vor dem Inkrafttreten dieser
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revidierten Bestimmungen ereignet haben, und für Berufskrankheiten, die
vor diesem Zeitpunkt ausgebrochen sind, nach bisherigem Recht
gewährt. Da das strittige Ereignis vom 13. Oktober 2014 lange vor dem
Inkrafttreten der neuen Vorschriften am 1. Januar 2017 eingetreten ist,
sind vorliegend weiterhin die bis zum 31. Dezember 2016 gültigen Art. 6
Abs, 2 UVG und Art. 9 Abs. 2 UVV massgebend.
2. Bei unfallähnlichen Körperschädigungen gemäss Art. 6 Abs. 2 UVG i.V.m.
Art. 9 Abs. 2 UVV müssen zur Begründung der Leistungspflicht (mit
Ausnahme der Ungewöhnlichkeit) alle übrigen Tatbestandsmerkmale des
Unfalls erfüllt sein (BGE 129 V 466 E. 2.2; RUMO-JUNGO/HOLZER,
Rechtsprechung des Bundesgerichts zum Sozialversicherungsrecht,
Bundesgesetz über die Unfallversicherung [UVG], 4. Aufl.,
Zürich/Basel/Genf 2012, Art. 6 S. 80 ff. m.w.H.). Besondere Bedeutung
kommt dabei der Voraussetzung des äusseren schädigenden Faktors zu,
d.h. eines ausserhalb des Körpers liegenden, objektiv feststellbaren,
sinnfälligen, eben unfallähnlichen Vorfalls (BGE 129 V 466 E.4.1, 1.
Absatz). Die schädigende äussere Einwirkung kann in einer
körpereigenen Bewegung bestehen (BGE 129 V 466 E.4.1, 2. Absatz).
Das Auftreten von Schmerzen als solches ist kein äusserer schädigender
Faktor im Sinne der Rechtsprechung, weshalb dieser nicht gegeben ist,
wenn die versicherte Person nur das erstmalige Auftreten von Schmerzen
in zeitlicher Hinsicht anzugeben vermag (BGE 129 V 466 E.4.2.1). Nicht
erfüllt ist das Erfordernis des äusseren schädigenden Faktors auch, wenn
das erstmalige Auftreten der Schmerzen mit einer blossen
Lebensverrichtung einhergeht, welche die versicherte Person zu
beschreiben in der Lage ist. Vielmehr wird für die Bejahung eines
äusseren auf den menschlichen Körper schädigend einwirkenden Faktors
immer ein Geschehen verlangt, dem ein gewisses gesteigertes
Gefährdungspotential innewohnt. Das ist zu bejahen, wenn die zum
einschiessenden Schmerz führende Tätigkeit im Rahmen einer allgemein
gesteigerten Gefahrenlage vorgenommen wird, wie dies etwa für viele
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sportliche Betätigungen zutreffen kann. Der äussere Faktor mit
beträchtlichem Schädigungspotential ist zudem zu bejahten, wenn die in
Frage stehende Lebensverrichtung einer mehr als physiologisch
normalen und psychologisch beherrschten Beanspruchung des Körpers,
insbesondere seiner Gliedmassen, gleichkommt. Deshalb fallen
einschiessende Schmerzen als Symptome einer Schädigung nach Art. 9
Abs. 2 UVV ausser Betracht, wenn sie allein bei der Vornahme einer
alltäglichen Lebensverrichtung auftreten, ohne dass dazu ein davon
unterscheidbares äusseres Moment hineinspielt. Erfüllt ist das Erfordernis
des äusseren schädigenden Faktors demgegenüber bei Änderungen der
Körperlage, die nach unfallmedizinischer Erfahrung häufig zu
körpereigenen Traumen führen können, so etwa beim plötzlichen
Aufstehen aus der Hocke, bei heftigen belastenden Bewegungen oder bei
einer wegen äusserer Einflüsse unkontrollierbar gewordenen
Positionsänderung (BGE 129 V 466 E.4.2.3). Erforderlich für die
Bejahung eines äusseren Faktors ist ein gesteigertes
Schädigungspotential, sei es zufolge einer allgemein gesteigerten
Gefahrenlage, sei es durch Hinzutreten eines zur Unkontrollierbarkeit der
Vornahme der alltäglichen Lebensverrichtung führenden Elementes (BGE
139 V 327 E.3.3.1, = Pra 102 [2013] Nr. 101, 129 V 466 E.4.3; SZS 2014
S. 540; Urteil des Bundesgerichtes 8C_ 147/2014 vom 16. Juli 2014
E.2.4; und die nachfolgenden wegleitenden Entscheide, in welchen eine
unfallähnliche Körperschädigung verneint wurde: Heben einer schweren
Kiste mit Ruptur der Supraspinatussehne: Urteil des Bundesgerichts
8C_482/2015 vom 19. August 2015 E.3; Heben von Gewichten in
unergonomischer Haltung: Urteil des Bundesgerichts 8C_705/2012 vom
17. Januar 2013; Wurfbewegung mit 20 kg Gewicht: Urteil des
Bundesgerichts 8C_665/2010 vom 10. Januar 2011; Beim Heben einer 15
kg Bücherkiste Schulter verrenkt: Urteil des Bundesgerichts 8C_867/2009
vom 17. März 2010 E.3.1 und 3.3; Rucksack abziehen: Urteil des
Bundesgerichts 8C_696/2009 vom 12. November 2009; Getränkepakete
von 9 kg rüsten, worauf Schulterverletzung: Urteil des Bundegerichts
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8C_319/2009; Heben eines gepackten Reisekoffers [20 kg schwer]: Urteil
des Bundesgerichts 8C_656/2008 vom 13. Februar 2009). Im Lichte
dieser Vorgaben wird auch im konkreten Fall zu entscheiden sein, ob ein
äusseres schädigendes Ereignis bejaht werden kann oder zu verneinen
ist (vgl. E.4.a-c, hiernach).
3. a) Um zu beurteilen, ob ein Ereignis eine unfallähnliche Körperschädigung
darstellt, ist vorweg festzulegen, wie sich das Geschehen (Unfallhergang)
mit überwiegender Wahrscheinlichkeit ereignet hat. Die Umstände des als
Unfall gemeldeten Ereignisses sind von der versicherten Person glaubhaft
zu machen. Zur Glaubhaftmachung müssen über das konkrete
Geschehen genaue und möglichst detaillierte Angaben namhaft gemacht
werden, aufgrund derer der Versicherer in die Lage versetzt wird, sich
über die Tatumstände ein klares Bild zu machen und diese in objektiver
Weise abzuschätzen (RUMO-JUNGO/HOLZER, a.a.O., Art 6 S. 29 m.w.H.;
Urteil des Bundesgerichts 8C_50/2012 vom 1. März 2012 E.5.1).
b) Vorliegend ist in sachverhaltlicher Hinsicht unbestritten und anhand der
bei den Akten liegenden Unterlagen ohne Weiteres verifizierbar, dass die
Schilderung des Ereignisses vom 13. Oktober 2014 durch den
Beschwerdeführer in der Bagatellunfall-Meldung UVG (selbst undatiert;
Eingang bei Beschwerdegegnerin am 10. Dezember 2014), im
Fragebogen vom 20. Januar 2016 und gemäss der am Telefon einer
Sachbearbeiterin der Beschwerdegegnerin am 21. Januar 2016 erteilten
Auskunft von derjenigen in der Einsprache vom 27. Oktober 2016 (mit
Begründung vom 8. November 2016) sowie in der Beschwerde vom 11.
Januar 2017 abweicht. Im Wesentlichen unterscheiden sich die
Schilderungen hinsichtlich des auslösenden Faktors bzw. der Ursache für
die eingetretenen Schmerzen am rechten Ellenbogengelenk.
 In der Bagatellunfall-Meldung UVG (undatiert; Eingang bei Beschwerdegegnerin am 10. Dezember 2014) gab der Beschwerdeführer zum Unfalldatum "13.10.2014", zum
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Unfallort "Geschäft" und zum Unfallhergang "Dachbox aufgeladen" an (beschwerdegegnerische Akten [Bg-act.] 1).
 Im Fragebogen vom 20. Januar 2016 zum Ereignis vom 13. Oktober 2014 führte der Beschwerdeführer auf die Frage, wie sich der Unfall im Detail zugetragen habe, aus: "Beim Aufladen der Dachbox auf das Autodach. Die Dachbox befand sich noch nicht in der dafür vorgesehenen Führung, ich musste die Box etwas nachschieben. Dabei gab es einen Knall in meinem Ellenbogen. Ich wusste die Bizepssehne war im Zentrum des Geschehenen. Die Beschwerden waren sofort spürbar. Bei einem Riss oder Teilriss einer Sehne ist die Belastung nur noch in einem geringen Mass möglich, so auch bei mir." (Bg-act. 2 S.1-2).
 Gemäss Telefonnotiz der fallführenden Sachbearbeiterin der Beschwerdegegnerin vom 21. Januar 2016 schilderte ihr der Beschwerdeführer den Unfallhergang wie folgt: Der Versicherte habe die max. 10 kg schwere (leere) Material-Dachbox von hinten auf sein Auto gehoben. Nun musste er die Box ein Stück nach vorne schieben, um diese korrekt zu arretieren. Um die Box nach vorne zu schieben, benutzte er seinen rechten Arm als Hebelwirkung zwischen Auto und Box. Mit dem rechten Arm hob er die Box ein wenig, dabei Riss der Sehnen des Ellenbogens. Der Versicherte würde regelmässig bis zu 100 kg heben und sei deshalb selber erstaunt, dass diese (Sehne) gleich riss (Bg-act. 3).
 In der Einsprache vom 27. Oktober 2016 (samt nachgereichter Begründung vom 8. November 2016) schilderte der Beschwerdeführers den Unfallhergang wie folgt: Die Verletzung sei beim Montieren der 180 cm langen Dachbox eingetreten. Er habe die Dachbox ans Heck seines Fahrzeuges angelehnt, die Box dann hochgestemmt und so weit wie möglich vom Heck her übers Autodach geschoben. Darauf habe er sich an die Fahrzeugseite begeben. Mit seinem rechten Arm habe er unter die Dachbox gegriffen. Dabei habe er sich mit seinem rechten Ellenbogen auf dem Autodach abgestützt. Die Handfläche sei unter der Dachbox gelegen. Um die Dachbox in die vor-gesehene Verankerung zu bringen, habe er die Dachbox "ruckartig angehoben" und sie "auf der Handfläche balanciert". Durch das ruckartige Hochheben und Schwanken der schweren Dachbox sei es zusammen mit der Hebelwirkung infolge des Aufstützens auf dem Autodach zum nachgewiesenen Sehnenriss gekommen (Bg-act. 12 sowie Bg-act. 15 Ziff. 3 S. 2).
 In der Beschwerde vom 11. Januar 2017 führte der Beschwerdeführer bezüglich des massgeblichen Unfallhergangs am 13. Oktober 2014 sodann noch aus, es sei davon auszugehen, dass er die Dachbox bei aufgestütztem Ellbogen ruckartig angehoben und sie (Dachbox) kurz auf seiner Handfläche ausbalanciert habe, um sie in die Verankerung zu bringen. Er habe immer gesagt, dass die Verletzung beim Hochheben und Verschieben der Dachbox erfolgt sei. Er habe nie einen neuen, mit den bisherigen Schilderungen unvereinbaren Sachverhalt hinzugefügt. Zutreffend sei allerdings, dass sich die späteren Aussagen durch einen höheren Detaillierungsgrad auszeichneten (vgl. Beschwerde III./B./Materielles Ziff. 11, S. 4 oben und ZIff. 14 S. 4 unten).
c) Bei sich widersprechenden Angaben der Versicherten über den
Geschehensablauf des zur Diskussion stehenden Ereignisses – was
vorliegend offenkundig der Fall ist – ist der bundesgerichtlichen
Rechtsprechung zufolge auf die Beweismaxime abzustellen, wonach die
sogenannten "Aussagen der ersten Stunde" in der Regel unbefangener
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und zuverlässiger sind als spätere Darstellungen, die bewusst oder
unbewusst von nachträglichen Überlegungen versicherungsrechtlicher
oder anderer Art beeinflusst sein können. Wenn die versicherte Person
ihre Darstellung im Laufe der Zeit wechselt, kommt den Angaben, die sie
kurz nach dem fraglichen Ereignis gemacht hat, meistens grösseres
Gewicht zu, als jenen, die sie nach einer Ablehnungsverfügung des
Versicherers getan hat (BGE 130 V 117 E.2.2.7, 121 V 45 E.2a, 115 V
133 E.8c, U 179/04 E.4.1; RKUV 1988 Nr. U 55 S. 363 E.3b/aa). Dabei
handelt es sich aber nicht um eine förmliche Beweisregel, sondern
lediglich um eine im Rahmen der freien Beweiswürdigung zu
berücksichtigende Entscheidungshilfe. Sie kann nur zur Anwendung
gelangen, wenn von weiteren Beweismassnahmen keine neuen
Erkenntnisse mehr zu erwarten sind (Urteile des Bundesgerichts
8C_50/2012 vom 1. März 2012 E.5.1, 8C_827/2007 vom 22. September
2008 E.5; RUMO-JUNGO/HOLZER, a.a.O., Art 6 S. 29 f.).
d) Im konkreten Fall ist das streitberufene Gericht zur Ansicht gelangt, dass
ursächlich vom Sachverhalt bzw. der Schilderung der Bewegungsabläufe
laut Bagatellunfall-Meldung (Bg-act. 1) bzw. laut Fragebogen vom 20.
Januar 2016 (Bg-act. 2) und Auskunftserteilung vom 21. Januar 2016 (Bg-
act. 3) auszugehen ist und nicht auf die dazu widersprüchlichen
Selbstangaben in der Einsprache vom 8. November 2016 (Bg-act. 15)
oder Beschwerdeschrift vom 11. Januar 2017 (III./B./Materielles Ziff. 11,
Ziff. 13) abzustellen ist. Während in der Unfallmeldung zum Unfallort und
Ereignisablauf keine äusseren Ereignisse oder Faktoren beschrieben
werden, wird in der Einsprache und Beschwerdeschrift neu geltend
gemacht, dass der Beschwerdeführer die zu montierende Dachbox
"ruckartig" in die Höhe gestemmt und die dabei entstandenen
Schwankungen auf der Handfläche ausbalanciert habe, was infolge
ungeeigneter Hebelwirkung (des auf dem Dach abgestützten rechten
Armes) zum Riss der rechten Ellenbogensehne geführt habe. Von einer
ruckartigen Bewegung des Oberkörpers oder der äusseren Extremitäten
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(Arme) oder einem unkoordinierten Ausbalancieren der Dachbox
"Überkopf" ist hingegen weder in der zeitnah nach dem Ereignis vom 13.
Oktober 2014 erstellten Bagatellunfall-Meldung noch im erst später
erstellten Fragebogen vom 20. Januar 2016 – der vom Beschwerdeführer
handschriftlich unterzeichnet und somit für korrekt befunden wurde – die
Rede. Auch die telefonische Auskunftserteilung vom 21. Januar 2016 hat
ein anderes Bild vom überwiegend wahrscheinlichen Ereignisablauf
gezeigt. Entgegen der Auffassung des Beschwerdeführers handelt es sich
bei den 'ergänzenden Schilderungen' in seiner Einsprache bzw.
Beschwerde zum Geschehensablauf nicht bloss um Präzisierungen oder
einen höheren Detaillierungsgrad, die nicht zu bemängeln wären (vgl.
Urteile des Bundegerichts 8C_ 843/2015 vom 26. Februar 2016 E.4.2 und
8C_696/2013 vom 14. November 2013 E.4.2), sondern es wird der
Hergang verändert geschildert. Das sich Begeben auf die Fahrzeugseite,
das ruckartige Anheben sowie das Ausbalancieren der Dachbox bei
aufgestütztem Ellbogen wurden erstmals im Einspracheverfahren
vorgebracht und in der Beschwerde nur nochmals wiederholt. Diese
Schilderungen widersprechen aber den Aussagen der ersten Stunde,
weshalb darauf nicht abgestellt werden kann. Es ist hier darum nicht auf
die offensichtlich von versicherungsrechtlichen Überlegungen beeinflusste
Sachverhaltsdarstellung in der Einsprache und Beschwerdeschrift,
sondern auf diejenige in der Unfallmeldung, im Fragebogen und der dazu
eingeholten Auskünfte abzustellen. Insbesondere im Fragebogen vom 20.
Januar 2016 wurde zum Geschehen glaubhaft und nachvollziehbar
festgehalten: Erlittene Verletzung beim Aufladen der Dachbox auf das
Autodach. Die Dachbox befand sich noch nicht in der dafür vorgesehenen
Führung, "ich musste die Box etwas nachschieben. Dabei gab es einen
Knall in meinem Ellenbogen. Ich wusste die Bizepssehne war im Zentrum
des Geschehenen." Von diesem Geschehensablauf ist somit im konkreten
Fall auszugehen.
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e) Entgegen der Behauptung des Beschwerdeführers liegt auch keine
ungenügende Sachverhaltsabklärung durch die Beschwerdegegnerin vor.
Laut Art. 43 Abs. 1 ATSG prüft der Versicherungsträger die Begehren,
nimmt die notwendigen Abklärungen von Amtes wegen vor und holt die
erforderlichen Auskünfte ein. Mündlich erteilte Auskünfte sich schriftlich
festzuhalten. Vorliegend wurde dem Beschwerdeführer nach Einreichung
der Bagatellunfall-Meldung der Fragebogen zugestellt, worin festgehalten
wird, "dass die nachfolgenden Angaben wahrheitsgetreu angegeben
werden müssen. Auf spätere Ergänzungen muss B._ nicht eintreten"
(Bg-act. 2). In diesem Fragebogen schilderte der Beschwerdeführer den
Ereignishergang ausführlich (s. E.3b, hiervor) und er bestätigte die
Angaben über-dies anlässlich des Telefongesprächs vom 21. Januar
2016 mit der fallführenden Sachbearbeiterin (Bg-act. 3). Die
Beschwerdegegnerin war deshalb nicht gehalten oder sogar verpflichtet,
im Nachgang zu diesen umfassenden Erhebungen den Beschwerdeführer
zur weiteren Substantiierung des gemeldeten Geschehnisses
aufzufordern (vgl. Urteile des Bundesgerichts 8C_436/2009 vom 22.
Oktober 2010 E.6.2 m.w.H. und 8C_696/2013 vom 14. November 2012
E.4.3). Die Beschwerdegegnerin ist somit zu Recht von der
Sachverhaltsdarstellung im besagten Fragebogen ausgegangen.
4. a) Es ist nachfolgend somit zu prüfen, ob die erlittene Ellenbogenverletzung
beim Montieren der Autodachbox am 13. Oktober 2014 als unfallähnliche
Körperschädigung gewertet werden kann oder nicht. Dabei ist vor allem
strittig, ob vorliegend ein äusserer schädigender Faktor im Sinne einer
normalen, den üblichen Bewegungsablauf störenden Programmwidrigkeit
auf den Körper des Beschwerdeführers eingewirkt hat (vgl. E.2, hiervor).
b) Aus dem massgeblichen Sachverhalt sind hier weder eine unkoordinierte
Bewegung noch ein programmwidriger Ablauf ersichtlich, so wie dies der
Beschwerdeführer geltend macht. Es handelt sich vielmehr um eine
körpereigene Bewegung, zumal übereinstimmend mit der
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Beschwerdegegnerin gesagt werden kann, dass das Anheben einer
Dachbox von maximal 10 kg auf ein Autodach eines PW's (vgl. Foto in
Bg-act.14) mit Nachschieben in die vorgesehene Führung für Personen –
die gemäss eigenen Angaben gewohnt sind, regelmässig schwere Lasten
bis zu 100 kg zu heben (Bg-act. 3) – eine alltägliche Lebensverrichtung
darstellt (vgl. z.B. Urteil des Bundesgerichts 8C_705/2012 vom 17. Januar
2013 E.3.3; Aufzählung in E.2 in fine, hiervor). Bei dieser körpereigenen
Bewegung trat vorliegend auch kein davon unterscheidbares zur
Unkontrolliertheit der Verrichtung führendes äusseres Moment wie
Brüskheit, Heftigkeit oder Ähnliches hinzu (vgl. Urteile des
Bundesgerichts 8C_407/2013 vom 8. November 2013 E.3.3.1 sowie
8C_772/2009 vom 7. Mai 2010 E.3.3). Entgegen der Auffassung des
Beschwerdeführers ist in diesem Geschehen bzw. in dieser Handlung
überdies auch kein gesteigertes Gefährdungspotential erkennbar. Die
Beschwerdegegnerin weist diesbezüglich zu Recht auf die Beurteilung
von Dr. med. C._ zur MRI-Unter-suchung vom 20. August 2015 (Bg-
act. 6) hin, worin festgehalten wurde: Partialruptur Sehne im Rahmen
einer chronischen Tendinopathie (= primär nicht-entzündliche
degenerative Erkrankung der Sehnen, die auf Über-/Fehlbelastung oder
Verschleiss beruhen) der distalen Bizepssehne erfolgt. Die
Ellenbogenverletzung ist daher nicht ursächlich auf ein bestimmtes,
einmaliges Ereignis wie jenes vom 13. Oktober 2014 zurückzuführen.
c) Zusammenfassend liegt unter Berücksichtigung aller Umstände weder ein
in den Bewegungsablauf hineinspielendes äusseres Moment noch ein
ausserhalb des Körpers liegendes, objektiv feststellbares, sinnfälliges,
unfallähnliches Ereignis vor. Eine unfallähnliche Körperschädigung ist
daher zu verneinen, womit die Beschwerdegegnerin nicht
leistungspflichtig ist. Damit erübrigt sich die Prüfung, ob die natürliche und
adäquate Kausalität – als weitere Voraussetzungen für eine
Leistungspflicht – gegeben sind.
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5. a) Der angefochtene Einspracheentscheid vom 8. Dezember 2016 ist
demnach rechtens, was zu seiner Bestätigung und folgerichtig zur
Abweisung der Beschwerde vom 11. Januar 2017 führt.
b) Gerichtskosten werden nicht erhoben, weil das kantonale
Beschwerdeverfahren nach Art. 61 lit. a ATSG kostenlos ist. Eine
aussergerichtliche (Partei-) Entschädigung steht der obsiegenden
Beschwerdegegnerin nicht zu (Umkehrschluss aus Art. 61 lit. g ATSG).