# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 6f3cab15-a0f8-4d1e-b1a7-ac474b980c98
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2020
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1967,
ist
seit dem
1.
Januar 2013
als Informatiker bei der
Y._
GmbH angestellt und dadurch bei der
Schweizerischen Mobiliar Versicherungsgesellschaft AG
(nachfolgend: Mobiliar)
obligatorisch
gegen die Folgen von Unfällen versichert.
Mit Unfallmeldung vom 23. April 2018
zeigte der Versicherte der Mobiliar an
, dass
er
a
m 9
. April 2018 beim
Kitesurfen
auf den
Kapverden
gestürzt
und sich
einen
Bizeps
s
ehnen
a
nriss
an der rechten Schulter zu
ge
zog
en habe
. Der erstbehandelnde Arzt
sei
Dr.
med.
Z._
, Praktischer Arzt,
gewesen und anschliessend habe er sich in der
Klinik A._
weiterbehandeln lassen
(
Urk.
11/
UM).
Am
19. April 2018
diagnostizierten d
ie Ärzte
des
Muskulo
-Skelettal Zentrum
s
,
Orthopädie
Obere Extremitäten,
der
Klinik
A._
eine schmerzhafte Schultergelenksbeweglichkeit rechts bei traumatischer Partialruptur der langen Bi
z
epssehne und
einer
SLAP
-
II
-
Läsion
posterior
, eine transmurale Ruptur der
Subscapularissehne
cranial mit fort
ge
schritte
ner Verfettung (
Goutallier
III) und
eine
klinisch weitgehend
stumme
AC
Gelenksarthrose re
chts
, St. n. OP 23.7.199
1.
Die Ärzte empfahlen eine konserva
tive Behandlung mit Physiotherapie
(Urk. 1
1
/
M1 -
M
2
).
Mit Schreiben vom
9.
Mai 2018
verneinte die Mobiliar
einen Anspruch des Versicherten auf Leistungen aus der obligatorischen Unfallversicherung (Urk.
11
/
14), was sie mit Verfügung vom 2
9.
Mai 2018 bestätigte (Urk. 11/
17
).
Anschliessend
erhoben
sowohl
die Assura
-Basis AG
mit Schreiben vom
5.
Juni
2018 (Urk. 11/24) als auch der Versicherte mit Schreiben vom 12.
Juni 2018
(Urk. 11/31)
vorsorglich Einsprache
gegen die Verfügung vom 2
9.
Mai 201
8.
Nachdem die Mobiliar am 2
9.
Juni 2018
im Sinne einer Vorleistun
g eine Kostengutsprache erteilt hatte
(
Urk. 11/37 und Urk. 11/42), wurde
beim Versicherten
am 4.
Juli 2018
in der
Klinik
A._
an der rechten Schulter
eine Arthroskopie durchgeführt
(Operationsbericht
vom 4. Juli 2018
,
Urk.
11
/
M8
).
Mit
Eingabe vom
1
3.
Juli 2018
ergänzte der Versicherte seine Ein
sprache
(Urk. 11/
51
)
.
Nach
Beizug
der fach
ärztlichen Beurteilung vom 1
8.
Sep
tember 2018
von
Dr.
med.
B._
, Facharzt Orthopädische Chirurgie,
(Urk.
11/M11
) hielt die
Mobiliar
an ihrem Standpunkt fest und
wies die Einspra
che mit Entscheid vom 30.
Oktober 2018 ab
(
Urk.
2).
2.
Dagegen erhob
der Beschwerdeführer
am 28. November 2018 Beschwerde und beantragte, es seien der angefochtene
Einspracheentscheid
sowie die diesem
zugrunde liegende
Verfügung aufzuheben und die gesetzlichen und vertraglichen
Leistungen zu erbringen
,
eventualiter sei
die Sache zu weiteren medizinischen Abklärungen an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen (Urk. 1).
Die Beschwer
degegnerin beantragte mit Beschwerdeantwort vom
17. Dezember
2018 die Abweisung der Beschwerde (
Urk.
8
), was dem Beschwerdeführer am
18
.
Dezember
2018 angezeigt wurde (
Urk.
1
2
).
Mit
Stellungnahme
vom 21. Februar 2019 reichte der Beschwerdeführer
das
Privatgutachten
von Prof. Dr.
med.
C._
, Facharzt für Orthopädie und Traumatologie
,
vom 1
5.
Januar 2019
zu den Akten
(Urk. 13 und
Urk.
14/1-2). Mit Eingabe vom 1
4.
März 2019
hielt
die Beschwerde
gegnerin
an ihren bisherigen Anträgen fest
,
worüber der
Beschwerdeführer
mit Schreiben vom
1
5.
März 2019
informiert
wurde (Urk. 17)
.
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Akten wird, soweit erfor
derlich, im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Am 1. Januar 2017 sind die geänderten Bestimmungen des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG) und der Verordnung über die Unfallversicherung (UVV) in Kraft getreten. Gemäss den allgemeinen übergangsrechtlichen Regeln sind der Beurteilung jene Rechtsnormen zu Grunde zu legen, die in Geltung stan
den, als sich der zu den materiellen Rechtsfolgen führende und somit rechtser
hebliche Sachverhalt verwirklicht hat (vgl. BGE 127 V 466 E. 1, 126 V 134 E. 4b). Dementsprechend sehen die Übergangsbestimmungen zur Änderung vom 25. September 2015 des UVG vor, dass Versicherungsleistungen für Unfälle, die sich vor dem 1. Januar 2017 ereignet haben, und für Berufskrankheiten, die vor diesem Zeitpunkt ausgebrochen sind, nach bisherigem Recht gewährt werden (Absatz 1 der genannten Übergangsbestimmungen).
Der hier zu beurteilende Unfall hat sich am
9. April 2018
ereignet, weshalb die
ab
1.
Januar 2017
gültig gewesenen Normen auf den vorliegenden Fall Anwen
dung finden und i
n dieser Fassung zitiert werden
.
1.2
Ein Unfall ist gemäss Art. 4
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG)
die plötzliche, nicht beabsichtigte schädigende Einwirkung eines ungewöhnlichen äusseren Faktors auf den menschlichen Körper,
die eine Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit oder den Tod zur Folge hat.
1.3
Praxisgemäss sind die einzelnen Umstände des Unfallgeschehens von der versi
cherten Person glaubhaft zu machen. Kommt sie dieser Forderung nicht nach, indem sie unvollständige, ungenaue oder widersprüchliche Angaben macht, die das Bestehen eines unfallmässigen Schadens als unglaubhaft erscheinen lassen, besteht keine Leistungspflicht des Unfallversicherers. Im Streitfall obliegt es dem Gericht zu beurteilen, ob die einzelnen Voraussetzungen des Unfall
begriffs erfüllt sind. Der Untersuchungsmaxime entsprechend hat es von Amtes wegen die not
wendigen Beweise zu erheben und kann zu diesem Zwecke auch die Parteien heranziehen. Ist aufgrund dieser Massnahmen das Vorliegen eines Unfall
ereignisses nicht wenigstens mit Wahrscheinlichkeit erstellt – die blosse Möglich
keit genügt nicht –, so hat dieses als unbewiesen zu gelten, was sich zu Lasten der versicherten Person auswirkt (BGE 116 V 136 E. 4b, 114 V 298 E. 5b).
1.4
Gemäss Art. 6 Abs. 2 UVG erbringt die Versicherung ihre Leistungen auch bei folgenden Körperschädigungen, sofern sie nicht vorwiegend auf Abnützung oder Erkrankung zurückzuführen sind: Knochenbrüche (
lit
. a); Verrenkungen von Gelenken (
lit
. b), Meniskusrisse (
lit
. c), Muskelrisse (
lit
. d), Muskelzerrungen (
lit
. e), Sehnenrisse (
lit
. f), Bandläsionen (
lit
. g) und Trommelfellverletzungen (
lit
. h).
Diese Aufzählung der den Unfällen gleichgestellten Körperschädigungen ist abschliessend (BGE 116 V 136 E. 4a, 147 E. 2b, je mit Hinweisen; Maurer, Schweizerisches Unfallversicherungsrecht, 2. Auflage, Bern 1989, S. 202).
1.5
Seit dem Inkrafttreten der Revision des UVG und der dazugehörigen Verordnung (UVV) per 1. Januar 2017 ist das Bestehen einer vom Unfallversicherer zu über
nehmenden unfallähnlichen Körperschädigung nicht länger vom Vorliegen eines äusseren Ereignisses abhängig. Die Tatsache, dass eine in Art. 6 Abs. 2 UVG genannte Körperschädigung vorliegt, führt zur Vermutung, dass es sich hierbei um eine unfallähnliche Körperschädigung handelt, die vom Unfallversicherer übernommen werden muss. Dieser kann sich aber von der Leistungspflicht befreien, wenn er beweist, dass die Körperschädigung vorwiegend auf Abnützung oder Krankheit zurückzuführen ist (Zusatzbotschaft zur Änderung des Bundes
ge
setzes über die Unfallversicherung [Unfallversicherung und Unfallver
hütung; Organisation und Nebentätigkeiten der Suva] vom 19. September 2014,
BBl
2014 7922 7934 f.).
Gemäss zur Publikation vorgesehenem Urteil des Bundesgerichts 8C_22/2019 vom 24. September 2019 ergibt sich aus der in Art. 6 Abs. 2 UVG vorgesehenen Möglichkeit des Gegenbeweises weiterhin die Notwendigkeit der Abgrenzung der vom Unfallversicherer zu übernehmenden unfallähnlichen Körperschädigung von der abnützungs- und erkrankungsbedingten Ursache einer Listenverletzung und
damit letztlich zur Leistungspflicht des Krankenversicherers. Insoweit ist die Frage nach einem initialen
erinnerlichen
und benennbaren Ereignis - nicht zuletzt auch aufgrund der Bedeutung eines zeitlichen Anknüpfungspunktes (Ver
sicherungsdeckung; Zuständigkeit des Unfallversicherers; Berechnung des versi
cherten Verdienstes; intertemporalrechtliche Fragestellungen) - auch nach der UVG-Revision relevant. Lässt sich dabei kein initiales Ereignis erheben oder lediglich ein solches ganz untergeordneter respektive harmloser Art, so verein
facht dies zwangsläufig in aller Regel den Entlastungsbeweis des Unfall
ver
sicherers. Denn bei der in erster Linie von medizinischen Fachpersonen zu beur
teilenden Abgrenzungsfrage ist das gesamte Ursachenspektrum der in Frage stehenden Körperschädigung zu berücksichtigen. Nebst dem Vorzustand sind somit auch die Umstände des erstmaligen Auftretens der Beschwerden näher zu beleuchten. Die verschiedenen Indizien, die für oder gegen Abnützung oder Erkrankung sprechen, müssen aus medizinischer Sicht gewichtet werden. Damit der Entlastungsbeweis gelingt, hat der Unfallversicherer gestützt auf beweis
kräf
tige ärztliche Einschätzungen - mit dem Beweisgrad der über
wiegenden Wahr
scheinlichkeit - nachzuweisen, dass die fragliche Listenver
letzung vorwiegend, das heisst im gesamten Ursachenspektrum zu mehr als 50 %, auf Abnützung oder Erkrankung zurückzuführen ist. Besteht das Ursachenspektrum einzig aus Ele
menten, die für Abnützung oder Erkrankung sprechen, so folgt daraus unweiger
lich, dass der Entlastungsbeweis des Unfallversicherers erbracht ist und sich weitere Abklärungen erübrigen (E. 8.6).
1.6
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schluss
folgerungen der Experten begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a mit Hinweis).
Nach der Rechtsprechung kommt auch den Berichten und Gutachten versiche
rungsinterner Ärztinnen und Ärzte Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar begründet sowie in sich widerspruchs
frei sind und keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen (BGE 125 V 351 E. 3b/
ee
). Das Anstellungsverhältnis einer versicherungsinternen Fachperson zum Versiche
rungsträger alleine lässt nicht schon auf mangelnde Objektivität und Befangen
heit schliessen (BGE 137 V 210 E. 1.4, 135 V 465 E. 4.4). Soll ein Versicherungs
fall jedoch ohne Einholung eines externen Gutachtens entschieden werden, so sind an die
Beweiswürdigung strenge Anforderungen zu stellen. Bestehen auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der versicherungs
internen ärztlichen Feststellungen, so sind ergänzende Abklärungen vorzu
nehmen (BGE 142 V 58 E. 5.1, 139 V 225 E. 5.2, 135 V 465 E. 4.4 und E. 4.7).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete den angefochtenen Entscheid damit,
dass
der Beschwerdeführer angeben habe, beim Katen,
auf
Nachfrage beim Kites
urfen, auf die Schulter gestürzt
zu sein
. Weitere Ausführungen zum Ereignis
seien nicht vorhanden
.
Zudem habe der
Beschwerdeführer auf den Kapverden nach dem
Unfallereignis keinen
Arzt aufgesucht.
Darüber hinaus seien
Kites
urfer den Elementen Wasser und Wind ausgeliefert und müssten mit Krafteinwirkungen
auf Arme und Schulter durch Wind
rechnen. Dem Kit
es
urfen wohne also ein durch diese Elemente hervorgerufenes Risiko einer Verletzung inne, das somit nicht als aussergewöhnlich bezeichnet werden könne, sondern in die Bandbreite der Bewegungsmuster dieses Sports falle
, weshalb
vorliegend
ein Unfallereignis zu verneinen
wäre
(Urk.
2 S. 2-3)
.
Gestützt auf die kreisärztliche Beurteilung
handle es sich
einzig
bei der Partialläsion der langen Bizepssehne um eine Körperschä
digung nach
Art.
6
Abs.
2 UVG. Sie sei aber überwiegend wahrscheinlich als Spätfolge der früheren Luxationen zu bewerten, was einer Abnützung wegen de
r
stattgehabten Überlastungen gleichkomme.
Die mässig ausgeprägte, jedoch ein
deutig gereizte ACG Arthrose könne im Sinne einer möglichen vorübergehenden Aktivierung gesehen werden. Die kleine SLAP-II-Läsion spreche in Kombination mit einer schweren
Tendinopathie
der langen Bizepssehne mit Partialläsion dafür, dass die durch die früheren Luxationen veränderte Bizepssehne im zeitlichen Ver
lauf die Labrumläsion verursacht habe.
Der Status quo sine sei
bei einem
soma
tisch komplikationslosen Verlauf nach der möglichen Aktivierung nach aller
spätestens drei Monaten als eingetreten zu bezeichnen, dies da die natürliche Heilung nicht durch objektivierbare Komplikationen gestört worden sei. Die Operation vom 4. Juli 2018 sei somit
ganz klar
nicht wegen objektivierbare
r
Fol
gen des inkriminierten Ereignisses erfolgt. Somit liege lediglich ein möglicher Zusammenhang der gesundheitlichen Störungen mit dem Ereignis vom
9.
April 2018 zusammen, weshalb
Versicherungsleistungen
abzulehnen seien und
die Verfügung vom 2
9.
Mai 2018
zu bestätigen sei
(Urk. 2 S. 4-6).
2.2
Der Beschwerdeführer machte demgegenüber geltend,
wenn ein Sportler beim
Kites
urfen stürze, dann handle es sich keinesfalls um eine gewöhnliche Situation.
Der Sturz definiere per se schon das Ungewöhnliche. Es sei das Säumnis der Beschwerdegegnerin, dass sie den Unfallhergang nicht genauer
abgeklärt
habe.
D
ie
nunmehr arthroskopisch gesicherte
n
Hauptbefund
e
(SLAP-
ll
-Läsion
und
Sub
scapularissehnenruptur
)
seien
Listendiagnosen (
Art.
6
Abs.
2 UVG).
Er bestreite nicht, d
a
ss er einen Vorzustand aufweise
. Seine sportliche Tätigkeit
und somit die tadellose Schulterfunktion bewiesen
jedoch
an sich, dass eine funktionelle Ein
schränkung vor dem Unfall nicht gegeben gewesen sei. Somit habe der Unfall die Beschwerden verursacht, mindestens im Sinne einer richtung
s
gebenden Ver
schlimmerung. Die Frage nach einer vorübergehenden Aktivierung der AC
Gelenksarthrose sei hinfällig und nicht weiter von Bedeutung. Weshalb
Dr.
B._
die Ruptur der
Subscapularissehne
als
g
egenstandlos betrachte, ent
ziehe sich seiner Kenntnis. Das
Aktengutachten von
Dr.
B._
sei weder nach
vollziehbar noch stringent. Es setze
sich nicht mit der Frage der T
e
i
l
kausalität
auseinander und
verkenne
die relevanten Diagnosen (
Subscapularissehnenruptur
, werde bestritten, obwohl ein solcher offensichtlich und aktenkundig vorliege)
. Somit seien die gesetzlichen und vertraglichen Leistungen zu erbringen (
Urk.
1 S. 6 ff.)
.
2.3
Mit Beschwerdeantwort vom 1
7.
Dezember 2018 führte die Beschwerdegegnerin ergänzend aus,
die Ruptur der
Subscapularissehne
sei nicht unter eine Listenver
letzung zu subsumieren, denn nach dem Experten handle es sich um eine partielle craniale Läsion am Subscapularis (mit
Goutallier
lll
), die überwiegend wahr
scheinlich als postoperatives Residuum bei Status nach anteriorem
Kapselshift
1991 zu betrachten sei, was durch die ausgeprägte Verfettung des Muskels bestä
tigt werde. Die Diagnose laute denn auch a
uf sekundär degenerierte
Subsc
a
p
ula
rissehne
. Eine Läsion falle nicht unter
Art. 6 Abs.
2 UVG, abgesehen davon, dass die angesprochene Veränderung der
Subscapularissehne
auf degenerative Verän
derungen zurückzuführe
n s
e
i
(Urk. 8
S. 6
)
.
2.4
Mit Stellungnahme vom 2
1.
Februar 2019 ergänzte der Beschwerdeführer, gestützt auf das Aktengutachten von
Dr.
C._
, dass die Schulter zwar in den Jahren 1989 und 1991 operativ versorgt worden sei, in der Folge aber störungs
frei, schmerzfrei und alltagstauglich habe eingesetzt werden können. Die Schulter sei derart funktionstüchtig gewesen, dass sie einer Belastung wie dem Kit
es
urfen
stan
d
gehalten habe
. Die Schulter habe zwar einen vorbestandenen Schaden gehabt, was aber als
ausgeheilter
, die Schulterfunktion nicht alterierender End
zustand zu werten sei. Das Unfallereignis im April 2018 lasse die Begründung des Vorzustande
s und der Degeneration nicht zu (Urk. 13).
3.
3.1
Im MRI-Bericht Schulter rechts vom 1
8.
April 2018 wurden folgende Diagnosen gestellt (
Urk.
11/
M1
):
-
Kleine SLAP-
ll
-Läsion
am
Bizepssehnenanker
posterior
-
S
chwere
Ten
dinopathie
der langen Bizepsseh
ne mit
Partialruptur
und leichter Subluxation nach medial
am Eintritt in den
Sulcus
inter
tubercularis
-
Craniale transmurale Ruptur der
Subscapularissehne
mit/bei fortge
schrittener Verfettung der dazugehörenden Anteile (
Goutallier
lll
) und gelenkseitige
Part
i
alruptur
der
kaudalen Anteile der Sehne
-
Mässig ACG-Arthrose
mit Reizzustand
-
L
eichte Bursitis
subacromialis
/
subdeltoidea
3.2
Am
1
9.
April 2018
diagnostizierten die behandelnden Ärzte der
Klinik
A._
anhand des nativ MRI der rechten Schulter vom 1
8.
April 2018
:
-
S
chmerzhafte Schultergelenksbeweglichkeit rechts bei traumatischer Partialruptur de
r langen Bizepssehne und SLAP-
II
-
Läsion
posterior
n
ach Unfall am
9.
April 2019
-
T
ransmurale Ruptur der
Subscapularissehne
cranial mit fortgeschrittener Verfettung (
Goutallier
III)
-
AC-Gelenksarthrose rechts
, klinisch weitgehend ruhig
-
St. n.
offener Stabilisierungsoperation nach Neer rechts mit Schrauben
fixation
am
2
3.
Juli 1991
Die Zuweisung
durch
Dr.
Z._
sei
erfolgt, da nach dem Kitesurfen per
sistierende
Schulterschmerzen
bestanden hätten
. Bisher
sei die rechte Schulter zweimal operiert worden
(das erste Mal auswärts ca. 1989, 1991 im Haus).
Der Beschwerdeführer
habe berichtet
,
am
9.
April 2018 seien
beim Kitesurfen plötz
lich Schmerzen im rechten Schultergürtel
aufgetreten
. Er habe schmerzbedingt seinen rechten Arm nicht mehr anheben können.
Die Ärzte empfahlen, k
napp 10
Tage nach
dem
Unfallereignis
zuerst zuzuwarten
(
Urk.
11/
M1-3).
3.3
Dr.
D._
, Facharzt Orthopädische Chirurgie und Traumatologie,
notierte in seiner Stellungnahme
als beratender Arzt
vom 2
5.
April 2018
,
es liege eine schwere Vorschädigung der rechten Schulter bei Status nach Operation wegen habitueller Schulterluxation
vor
.
Traumafolgen
seien ausgeschlossen und mit dem MRI belegt
(
Urk.
11/M4).
3.
4
Mit Schreiben vom
1
5.
Mai 2018
äusserten sich die Ärzte der
Klinik
A._
zur Unfallkausalität. Sie hielten fest
, dass der Beschwerdeführer sie heute infor
miert habe, dass beim Kitesurfen ein realer Unfall eingetreten sei.
Darauf abstellend
könnten die MRI-Befunde als eindeutig
traumabedingt
interpretiert werden (Urk.
11/M5). Im Schreiben vom
4.
Juni 2018 ergänzten sie, dass der Beschwerdeführer bis zum
9.
April 2018 keinerlei Probleme mi
t
seinem rechten Schultergürtel gehabt habe.
Durch eine brüske Bewegung, induziert durch einen Windstoss, seien erneut Schmerzen in der rechten Schulter aufgetreten. Es seien e
ine SLAP
-
ll
-
Läsion sowie eine traumatisch bedingte Par
tialru
p
tur der langen Biz
epsseh
ne im MRI dokumentiert
,
was
nur durch ein Unfallereignis
habe ent
stehen können
. Die SLAP-
ll
-
Läsion sei per
Definition
unfallbedingt (Urk.
11/M6).
3.
5
Di
e behandelnden Ärzte der
Klinik
A._
führten im Bericht vom 1
1.
Juni 2018 aus, der Beschwerdeführer verspüre regelmässige Schmerzschübe, je nach Rotationsbewegungen,
welche
mit hoher
Wahrscheinlichkeit
d
urch die sub
luxierende lange Biz
epssehne ausgelöst
würden
.
Der Beschwerdeführer wünsche eine operative Revision
. Der Eingriff werde in der ersten Juli-Woche gewünscht (Urk. 11/M7)
3.
6
Am
4.
Juli 2018
wurde
n
eine Arthroskopie der
rechten Schulter,
eine
subpectorale
Tenodese
der langen Bizepssehne
und
ein
Débridement
durch
geführt
.
Bei der Untersuchung in der Narkose
sei
die Schulter stabil.
Es bestätige sich eine SLAP
ll
-Läsion
mit
destabilisiertem
oberen Limbus und
auch
der langen Bizepssehne
. Diese sei ventral nahe dem
Limbus partiell eingerissen. Das Pully sei intakt. Auch die im MRI
dokumentierte
Ruptur
an der
Subscapularissehne
lasse sich bestätigen. D
ie Sehnenqualität lasse eine Re-Insertion nicht zu. Supra- und Infraspinatus
seien
intakt. Bekannte Hill-Sachs-Läsion. Die ventrale
Kapsel
sei am
Glenoid
medialisiert
. I
m mittleren
Bereich
bestehe
praktisch
eine
knorpelfreie
Zone (10x5 mm). Die
Bursoskopie
ergebe
wenig auffällige Verhältnisse, auch das AC-Gelenk prä
sentiere sich hier unauffällig
(Urk.
11/M8).
Im Austrittsbericht vom
5. Juli 2018 wurde notiert, dass sich der
peri
- und postoperative Verlauf regelrecht gestalte und
es wurde
eine physiotherapeutisch geführte Rehabilitation
verordnet
(Urk.
11/M9
).
3.
7
Im Bericht
vom
2
3.
August 2018 hielt
Dr.
med.
E._
fest, es bestehe ein korrekter R
eh
abilitationsverlauf. Die
Subscapulariszeichen
seien klinisch
positiv
, passend zum Befund
einer
intraoperativ
nicht mehr
rekonstruierbaren
Subsca
pularissehne
. Es
bestünden
korrekte Verhältnisse im Ber
e
ich der
tenodesierten
lange
n Biz
eps
seh
ne
(
Urk.
11/M10).
3.
8
Schliesslich nahm
Dr.
B._
am
1
8.
September 2018
für die Beschwerde
gegnerin
eine versicherungsmedizinische Beurteilung vor
(Urk.
11/M11)
.
Er führte aus,
das erwähnte,
nota
bene
zeitnahe
MRI bestätige neben einer kleinen SLAP-II
-Läsion mit schwerer
Tendi
nopathie
/Partialläsion der langen Bizepssehne eine transmurale
,
wenn auch nur partielle
,
craniale Läsion am Subscapularis, wobei dieser Muskel im Übrigen deutlich degenerativ verändert
vorgefunden
worden sei. Ausserdem sei
en
eine unspezifische bzw. alterskorrelierend
e ACG
Arthrose und eine Bursiti
s
subacromialis
beschrieben
worden. Ein ange
deuteter oder gar konkreter Hinweis darauf, dass keine zwei Wochen zuvor eine
angeblich
relevante und v.a. schädigende Kraft auf die Schulterstrukturen rechts – insbe
sondere hier auf
die Bizepssehne und dem Labrum
–
eingewirkt
haben könnte, fehle
vollständig
. Dies bedeute im medizinischen Umkehrschluss, dass
keine der
erkannten
Veränderungen mit überwiegender
Wahrscheinlichkeit
im inkri
minierten Ereignis ausgelöst
bzw. der postinterventionelle Vorzustand (wegen der habituellen Schult
e
rluxation) nicht richtungsgebend versch
limmert
worden sein
könne.
Dabei wies er darauf hin, dass der genaue respektive unmittelbare subjek
tive Vorzustand («ex Ante»; 04.06.2018) weder belegt noch konklusiv überprüf- oder beweisbar sei. Die im MRI abgebildeten Veränderungen seien denn auch intraoperativ erkannt
und leg
e
artis
behandelt worden. Auch hier werde kein Befund ausgewiesen, der auf eine kürzlich eingetretene Verletzung (mit/bei ent
sprechender Vernarbung und/oder Rötung) hindeuten könnte. Die präoperative Hypothese, dass die geklagten Beschwerdeschübe mit hoher Wahrscheinlichkeit von der subluxierenden langen Bizepssehne (11.06.2018) abstammen/verursacht würden, werde hierbei allerdings widerlegt («stabiles/intaktes
Pulley
»), bestenfalls leichtes «scheibenwischerartiges hin und her reiben» am Ansatz.
Die
Partialläsion der langen Bizepssehne entspreche einer Körperschädigung nach
Art.
6
Abs.
2 UVG. Es handle sich dabei
aber
über
wiegend wahrscheinlich um eine Spätfolge der früheren Luxationen, was einer Abnützung wegen der stattgehabten Über
lastungen gleichkomme.
Die im MRI
abgebildete, mässig
ausgeprägte, jedoch ein
deutig gereizte ACG-Arthrose sei i.S. einer möglichen vorübergehenden Akti
vierung zu sehen. Die angesprochene lange Bizepssehne mit ihrem Ansatz am Labrum sei am
9.
April 2018
möglicherweise bzw. hypothetisch belastet, aber mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit nicht überlastet (bedeutet medizi
nisch, nicht über die physiolo
gische Belastbarkeit der Sehne hinaus gedehnt
wor
den
)
, denn dagegen sprächen die zeitnahen MRI-Befunde, so dass hier konkrete und/oder
objek
tivierbare
Befunde/Hinweise auf eine unfallkausale Folge/Schädi
gung oder auf eine richtungsgebende Verschlimmerung der
erwähnten
Spätfolge durch das
inkriminierte
Ereignis fehlten
. Die kleine SLAP-
ll
-Läsion spreche in Kombination mit einer schweren
Tendinopathie
der langen Bizepssehne mit Partialläsion dafür, dass die durch die früheren Luxationen sekundär veränderte Bizepssehne im zeitlichen
Verlauf
die Labrumläsion
verursacht
habe, weshalb die 2018
fest
gestellte
Labrumveränderung lediglich einem Zufalls-/Geleg
enhe
itsbe
fund entspreche. Die
ausgeprägten
Veränderungen (Verfettung/Läsion) des Sub
sca
pularis seien einerseits vorbestehend (postoperative Residuen und Spätfolge der zweimaligen Intervention 1991 nach/bei habitueller Schulterluxation) und
andererseits
lägen,
wie bei der langen Bizepssehne,
keine
konkrete
n
und/oder
objektivierbare
n
Befunde/Hinweise auf e
ine unfallkau
sale Folge/Schädigung oder auf eine richtungsgebende Verschlimmerung durch das inkriminierte Ereignis
vor
. Bei somatisch komplikationslosem Verlauf sei am ACG der Status quo sine nach der möglichen Aktivierung nach allerspätesten drei Monaten als
eingetreten
zu bezeichnen, da
die natürliche Heilung
nicht durch
objektivierbare
Komplika
tionen
gestört
worden
sei. Die Operation vom
4.
Juli 2018 sei über alles gesehen nicht wegen
objektivierbare
r
Folgen des inkriminierten Ereignisses vom
9.
April 2018 erfolgt
(
Urk.
11/M11 S. 5 ff.)
3.
9
Im
Privatgutachten
vom 1
5.
Januar 2018
(Urk.
14/1)
hielt
Prof.
C._
fest,
dass aus medizinischer Erfahrung heraus, zwar ein Schaden bestehe und sicher
lich aus MR-tomographischer Erfahrung zu verifizieren
sei
(z.B. craniale Ablösung Subscapularis, fettige Degeneration
Goutallier
Grad
lll
ect
.), diese
r
aber als ausgeheilte
r
, die Schulterfunktion nicht alterierenden
,
Endzustand zu werten sei.
Daraus
eine Begründung für die nach dem Unfallereignis im April 2018 auf
getretene Beschwerdesymptomatik abzuleiten
,
sei nicht ausreichend konklusiv. So könnten unfallbedingte Rupturen der langen
Bicepssehne
zweifels
ohne durch direktes Trauma der Schulter entstehen, wenn dabei die lange
Bi
z
epsehne
zwischen zwei harten Strukturen eingequetscht werde. Dies würde dann auch die
tendinit
ischen
und ö
dematösen Veränderungen im Berei
ch der langen Bi
z
eps
sehne erklären. Auch ein indirektes Unfallereignis, wie dies in späteren Berichten der
Klinik
A._
aufgerührt
werde, sei
für e
ine Ruptur der langen Biz
eps
seh
ne und/oder für ein
e SLAP-
ll
-Läsion
nach Snyder
qualifiziert
. Sich die Situation beim Kitesurfen vor Augen führend, die Hand am
Handlebar
, der Kite in der Luft und dazu pl
ötzlich eine Windböe, so erscheine
di
eses Ereignis ausrei
chend, um die
vorgespannte Biz
epssehne zu verletzen. Dazu trete, dass
eine
SLAP-
ll
-Läsion mit überwiegender Wahrscheinlichkeit eine
Traumafolge
darstelle (Typ
ll
A nach Morgan). Die operative Intervention mit
Tenodese
der langen Bi
z
ep
s
sehne ziele vollumfänglich und
alleine
a
uf die
Läsion
der langen Bizepssehne und des
Biz
ep
s
sehnenankers
ab und behandle keine anderen Schäden wie diese
(
Urk.
14
/1 S. 6-7
).
4.
4.1
Zu prüfen ist zunächst, ob das Geschehen vom
9
. April 2018
als Unfall im Sinne des UVG zu qualifizieren ist.
Am 1
9.
April 2018 gab der Beschwerdeführer gegenüber den behandelnden Ärzten der
Klinik
A._
an
,
es seien beim Kitesurfen plötzlich Schmerzen im rechten Schultergürtel aufgetreten (Urk. 11/M3). Gemäss der Unfallmeldung vom 2
3.
April 2019 erlitt er hingegen
beim Kitesurfen auf den Kapv
erden einen Sturz (
Urk.
11/UM).
N
ach Erhalt des ablehnen
den
Schreibens vom 9. Mai 2018 der Mobiliar (Urk. 11/14) meldete der Beschwerdeführer den behandelnden Ärzten
der
Klinik
A._
a
m 1
5.
Mai
2018,
dass sich
beim Kitesurfen
ein realer
Unfall
ereignet
habe
, was
sie
der Mobiliar n
achmeldeten (Urk. 11/M5). Schliesslich gingen sie in ihrem Schreiben vom
4.
Juni 2018 davon aus, dass damals beim Kitesurfen durch eine brüske Bewegung durch Windstoss induziert, erneut Schmerzen im rechten Schulter
gürtel aufgetreten seien (Urk. 11/M6).
Beschwerdeweise wurden allgemeine Vorgänge beim Kitesurfen geschildert
,
die geeignet
wären
,
einen
Sturz
herbeizu
führen (
Urk.
11/1 S. 4-6)
.
4.2
Hieraus ergibt sich, dass
die
Angaben des Beschwerdeführers zum Unfallgesche
hen widersprüchlich
sind
.
Ebenso ist
die
Beschwerdeschrift nicht erhellend, da allgemeine Vorgänge beim
K
itesurfen irrelevant sind.
Massgeblich ist einzig, ob ein ungewöhnlicher Vorfall stattgefunden hat. In diesem Kontext ist darauf hin
zuweisen, dass d
ie blosse Möglichkeit eines bestimmten Sachverhalts den Beweis
anforde
rungen nicht zu genügen vermag
(BGE 126 V 353 E. 5 b mit Hinwiesen; vgl. BGE 130
lll
321 E. 3.2 und 3.3). Auch kann
d
er mangelnde Nachweis der Ungewöhnlichkeit
nicht
dadurch erbracht werden
,
indem
m
edizinische Beur
teilungen
abstrakt
ausführen
, welche Kräfteverhältnisse zur
vorliegenden
Ver
letzung führen könnten
(Urteil 8C_570/2019 des Bundesgerichts vom
8.
Novem
ber 2019 E. 3.2)
. Somit
bleibt das vorliegende
Unfallgeschehen unklar, zumal es auch keine Zeugen
dafür
gibt.
4.3
Wird von einer Zugwirkung einer Böe ausgegangen
(Schilderung gegenüber den
Ärzten der
Klinik
A._
)
,
wurde die Schulter durch keinen ungewöhnlichen äusseren Faktor beeinträchtigt.
Denn b
ei Sportverletzungen ist das Merkmal der Ungewöhnlichkeit ohne besonderes Vorkommnis zu verneinen (Urteil 8C_570/2019 des Bundesgerichts vom
8.
November 2019 E. 3.2). Sodann unter
liegt der Nachweis eines Unfallbegriffes bei Schädigungen, die sich auf das Körperinnere beschränken
,
strengeren Anforderungen. Der äussere Faktor ist nur dann ungewöhnlich, wenn er - nach einem objektiven Massstab - nicht mehr im Rahmen dessen liegt, was für den jeweiligen Lebensbereich alltäglich und üblich ist, nicht aber, wenn bei einer Sportverletzung das Geschehen in die gewöhnliche Bandbreite der Bewegungsmuster des betreffenden Sports fällt.
So
liegt kein
ungewöhnlicher
äusserer Faktor
vor, wenn ein Snowboarder über eine Uneben
heit im Gelände fährt und dabei einen Schlag im Knie verspürt (Urteil 8C_107/2017 des Bundesgerichts vom
3.
März 2017 E. 5). Gerade beim
Kite
surfen
ist der
Einfluss der Kräfte Wind und Wasser dem Sport
innewohnend. Kitesurfer
sind den Elementen Wasser und Wind ausgeliefert und müssen mit Kraftein
wirkungen auf Arme und Schulter
durch
Wind
beziehungsweise Böen
rechnen
. Somit liegt kein ungewöhnlicher äusserer Faktor vor und
es ereignete sich kein Unfall
im Rechtssinne.
Wird von
einem
Sturz
auf die
Schulter
(
gemäss
Unfallmeldung)
ausgegangen
,
ist
der Unfallbegriff unklar
, da keine genauen Schilderungen zum Unfallhergang vorliegen. Dem ist anzumerken,
dass
w
eder nach
dem Aktengutachten von
Dr.
B._
noch nach
dem
Parteigutachten
von
Prof
.
C._
ein einfacher (seitlicher, also auf die Schulter) Sturz geeignet
ist
,
eine
SLAP-
ll
-Läsion
oder eine
Bizepssehnenruptur
zu verursachen.
Darüber hinaus hat
Dr.
B._
einleuchtend dargelegt, weshalb
sowohl
die
SLAP-
ll
-Läsionen wie
auch die
Bizepssehnenruptur
nicht
durch
ein U
nfallgesche
hen
erklärt werden könn
t
en
, weshalb vor diesem Hintergrund ein Unfallgeschehen nicht plausibel erscheint
(E.
3.7)
.
Vorliegend kann aber offengelassen werden, ob sich ein Unfall im Rechtsinne ereignet hat, wie die nachfolgende Erwägung zeigt.
5.
5.1
Ausgewiesen und von der
Beschwerdegegne
r
i
n anerkannt ist, dass es sich bei der
Tendinopathie
/Partialläsion der langen Bizepssehne
um
eine Listendiagnose gemäss
Art.
6
Abs.
2
lit
. c UVG
handelt
(
Urk.
2 S. 5 und
Urk.
8 S. 5
-6
).
Auch
die partielle craniale
Läsion
am Subscapularis
stellt eine
Listenverletzung
dar
,
da die ausgeprägten Veränderungen
(Verfettung/Läsion)
des Subscapularis
jedoch ein
deutig
und
unbestrittenermassen
vorbestehend sind
und auch nicht operativ saniert werden konnte
n,
ist die partielle craniale Läsion am Subscapularis vor
liegend
nicht weiter von Bedeutung (
Urk.
11/M9, Urk. 11/M10 S. 2 und M11 S.
8)
.
Wie die Beschwerdegegnerin richtig erkannt hat, fallen SLAP-Läsionen nach höchstrichterlicher Rechtsprechung nicht unter
Art.
6
Abs.
2 UVG (Urteil 8C_835/2013 des Bundesgerichts vom 2
8.
Januar 2014 E. 4.3).
Zu klären bleibt
somit
, ob sich die Beschwerdegegnerin im angefochtenen Entscheid zurecht
auf den Standpunkt stellte, die Partialläsion der langen Bizepssehne
sei vor allem auf Abnutzung und degenerative Veränderungen zurückzuführen, womit eine Leistungspflicht entfalle.
5.2
Der angefochtene Entscheid basiert massgeblich auf der Beurteilung von Dr.
B._
vom
1
8.
September 2018
(
Urk. 11/M11
).
Dr.
B._
, der
als
Facharzt
für
Orthopädische Chirurgie FMH
über eine für die Beurteilung des streitigen Leidens angezeigte medizinische Ausbildung
verfügt,
berücksichtigte sämtliche medizinische
Vorakten
einschliesslich Bilder
(Urk. 11/M11 S. 1-3)
und setzte sich dabei ausführlich mit den radiologisch sowie intraoperativ erhobenen Befunden und den biomechanischen Zusa
mmenhängen auseinander.
In
seiner
Beurteilung bezog er ein, dass
ein objektivierbarer pathologischer Vorzustand an der zweimal voroperierten Schulter vorlag
,
und stellte fest, dass
die kleine SLAP-
ll
-Läsion mit schwerer
Tendinopathie
/Partialläsion der langen Bizepssehne überwiegend wahr
scheinlich
ein
Residuum nach habi
t
uellen Luxationen
darstellt
.
Dazu legte er in seiner Beurteil
ung
detailliert und überzeugend dar
, dass
SLAP-Läsionen in Kombination mit einer Schulterinstabilität
ausgelöst
werden
, was
somit
vor der operativen Stabilisierung der Fal
l war
.
E
in angedeuteter
oder gar konkreter Hin
weis
(i.S. einer fokalen oder perifokalen Signalstörung)
darauf, dass keine zwei Wochen vor dem MRI eine angeblich relevante und v.a. schädigende Kraft
auf die Schulterstrukturen
rechts – insbesondere hier auf die Bizepssehne und d
as
L
abrum – eingewirkt haben könnte
, fehlt
, was medizinisch unwidersprochen blieb.
Sodann ist der
genaue respektive unmittelbare
subjektive
Vorzustand weder belegt
,
noch konklusiv überprüf- oder beweisbar.
D
ie
im MRI abgebildeten Ver
änderungen
sind
intraoperativ
bestätigt
und lege
artis
behandelt
worden
.
Auch d
abei wurde
kein Befund ausgewiesen, der auf eine kürzlich eingetretene Ver
letzung (mit/bei entsprechender Vernarbung und/oder Rötung) hindeuten könnte.
Die
präoperative
Hypothese
, dass die geklagten Beschwerdeschübe mit «hoher Wahrscheinlichkeit von der subluxier
e
nden langen Bizepssehne abstammen/ver
ursacht würden,
wurde
dabei
widerlegt
(Urk. 11/M11 S. 4-5
und
Urk. 11/M11 S.
7-
8)
.
Demnach
schloss er,
dass
die
initiale Symptomatik, neben der möglichen Symptomatik der aktivierten ACG-Arthrose, überwiegend wahr
schei
nlich durch Mikroverletzungen in
schmerzinnervierten Strukturen ausgelöst worden
seien
, was aber, ausser mit einer vorübergehenden Schmerzmedikation, keiner Therapie, insbesondere keiner invasiven Therapie
,
bedarf (
Urk.
11/M11 S. 7).
5.3
Den Befunden widersprach
Prof.
C._
in seiner Beurteilung vom
1
5.
Januar 2018 (
Urk.
14/1)
grundsätzlich nicht.
Als Begründung
seiner
Kausalitäts
beur
teilung
legte er lediglich mögliche Unfallszenarien
dar
, welche einem Dachdecker, einem Schlosser bis hin zu einem
Kitesurfer
passieren könn
t
en und eine
Ruptur der langen Bi
z
epssehne
oder eine
SLAP-
ll
-Läsion
prädestinieren
. Er führt
e
jedoch k
ein konkretes Unfallereignis im Rechtsinne
an, welches
im
vorliegenden
Fall
überwiegend wahrscheinlich kausal gewesen war
.
Des Weiteren machte er Aus
führungen zum
Einfluss der Zugwirkung
, welche aber
zu keinem Unfall im Rechtssinne
führen kann
(E. 4.
3
). Demnach sind seine
diesbezüglichen
Aus
führungen ohne Belang. Ferner belegt
e
er eine «
Unfallkausal
i
t
ät»
,
sprich eine traumatische Kausalität auch nur für
SLAP-
ll
-Läsionen
nach
Typ
ll
A
Morgan
. Hingegen berichtete er
selbst
, dass es sich vorliegend um eine SLAP-
ll
-Läsion nach Snyder handelt
e
(
Urk.
14/1 S. 6)
. Der beigelegte Artikel belegt
lediglich
, dass SLAP-Läsionen
überwiegend
atraumatisch
sind
und
insbesondere
Typ
ll
nach Snyder
(in der überwiegenden Zahl der Fälle
)
in
Verbindung
mit einem chroni
schen
Rot
a
torenschaden
erklärt werden können
. Die
Schulterluxation
ist somit
als Folge einer direkten Krafteinleitung tatsächlich geeignet, eine SLAP-Läsion zu verursachen,
mithin die Beurteilung von
Dr.
B._
gestützt wird. Den
n
vor
liegend
litt
der Beschwerdeführer
unbestrittenermassen an habituellen
Luxa
tion
en (
Urk.
11/M11 S. 5).
Soweit der Beschwerdeführer
(
Urk.
1 S. 7 und
Urk.
13 S. 1
) sowie
Prof.
C._
(
Urk.
14/2 S. 6)
erwogen
,
der Vorzustand
sei
bedeutungslos,
da
nachweislich
seit 1991 keine
Beschwerden geklagt worden seien
und die Schulter
s
törungsfrei
geblieben sei,
so
ist
dem
entgegenzuhalten,
dass die Schulter recht
s
nach dem Bericht vom 1
9.
April 2018
wegen Schulterluxationen bereits zwei Mal operiert wurde
, womit unbestrittenermassen ein Vorzustand vorliegt
(
Urk.
11/M2-3). Abgesehen davon ist
die Argumentation nach der Formel «
post
hoc ergo
propter
hoc», nach deren Bedeutung eine gesundheitliche Schädigung schon dann als durch den Unfall verursacht
gilt
, weil sie nach diesem aufgetreten ist, beweis
rechtlich nicht zulässig
(BGE 119 V 335 E. 2b/
bb
,
Urteil
des
Bundesgerichts
8C_332/2013 vom 2
5.
Juli 201
3.
E. 5.1).
5.4
Damit vermag auch
die
gegenteilige
Beurteilung
von Prof.
C._
keine auch nur geringen Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der versicherungs
internen ärztlichen
Stellungnahme
zu wecken (vgl. E. 1.4)
.
Es ist mit dem Beweis
grad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass die
Ruptur der langen
Bizessehne
auf degenerative Veränderungen zurückzuführen
ist
. Bei dieser Aktenlage sind weitergehende medizinische Erhebungen nicht erforderlich (antizipierte Beweiswürdigung; BGE 136 I 229 E.
5.3 mit Hinweis), da hiervon keine neuen Erkenntnisse zu erwarten sind
. Damit ist
entgegen
der Ansicht des
Beschwerdeführer
s
(
Urk. 13 S. 3
) im Übrigen auch gesagt
, dass
das
Privatgutach
ten von Prof
.
C._
zur
Feststellung des massgebenden Sachverhalts
nicht
notwendig
war
.
Insbesondere
hat
die Beschwerdegegnerin
das Einholen des Privatgutachtens nicht
durch
die vor
Entscheiderlass
nur unzureichend durchge
führten
Sachverhaltsabklärungen
(vgl. dazu etwa Bundesgerichtsurteil 8C_/207/2015 vom 2
9.
September 2015 E. 4)
verursacht
und dementsprechend
sind ihr
in diesem Zusammenhang keine Kosten
aufzuerlegen.
6.
Der angefochtene Entscheid erweist sich damit als rechtens, was zur Abweisung der Beschwerde führt.