# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** d3b31700-43ae-47d7-abfe-43d2c45c815b
**Court:** ZH_OG
**Chamber:** ZH_OG_001
**Year:** 2022
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

betreffend Eheschutz
Berufung gegen ein Urteil des Einzelgerichts im summarischen Verfahren am Bezirksgericht Zürich vom 8. November 2021 (EE210183-L)
- 2 -
Rechtsbegehren:
der Gesuchstellerin und Berufungsbeklagten:
Urk. 12 S. 2 ff.
des Gesuchsgegners und Berufungsklägers:
Prot. I S. 12 ff.
Urteil des Einzelgerichts im summarischen Verfahren am Bezirksgericht Zürich, 2. Abteilung, vom 8. November 2021:
(Urk. 20 S. 35 ff. = Urk. 26 S. 35 ff.)
"1. Den Parteien wird das Getrenntleben auf unbestimmte Zeit bewilligt und es
wird festgehalten, dass die Parteien seit 1. Juni 2021 getrennt leben.
2. Die eheliche Wohnung, ... [Adresse], wird der Gesuchstellerin und den ge-
meinsamen Kindern für die Dauer des Getrenntlebens samt Hausrat zur
ausschliesslichen Benützung zugeteilt. Der Gesuchsgegner wird verpflichtet,
die eheliche Wohnung, ... [Adresse], innert 10 Tagen ab Zustellung dieses
Eheschutzurteils zu verlassen und der Gesuchstellerin sämtliche Woh-
nungsschlüssel zu übergeben.
3. Die Obhut für die Kinder C._, geb. tt.mm 2014, und D._, geb.
tt.mm 2016, wird beiden Parteien mit wechselnder Betreuung übertragen.
Die Kinder haben ihren Wohnsitz am jeweiligen Wohnsitz der Gesuchstelle-
rin.
4. Die Parteien werden berechtigt und verpflichtet, die Kinder C._ und
D._ wie folgt zu betreuen:
Phase I (bis Auszug des Gesuchsgegners aus der ehelichen Wohnung):
- der Gesuchsgegner betreut die Kinder jeweils am Montag ab Hort- /Kindergarten-/Schulschluss, d.h. aktuell ab 18.30 Uhr, bis Dienstag, 22.00 Uhr sowie an jedem zweiten Wochenende von Freitag ab Hort- /Kindergarten-/Schulschluss bis Sonntag, 22.00 Uhr, wobei die  der Kinder jeweils um 22.00 Uhr in der ehelichen Wohnung
- 3 -
stattfinden und der jeweils die Kinder nicht betreuende Elternteil sich während der Betreuungszeit des anderen Elternteils nicht in der  Wohnung aufhält;
- in der restlichen Zeit werden die Kinder von der Gesuchstellerin .
Phase II (ab Auszug des Gesuchsgegners aus der ehelichen Wohnung):
- der Gesuchsgegner betreut die Kinder jeweils Montag und Dienstag ab Hort-/Kindergarten-/Schulschluss, d.h. aktuell ab 18.30 Uhr, bis 20.00 Uhr sowie an jedem zweiten Wochenende Samstag und , je von 09.00 Uhr bis 18.00 Uhr, jeweils ohne Übernachtung;
- in der restlichen Zeit werden die Kinder von der Gesuchstellerin .
Phase III (ab Bezug einer eigenen Wohnung durch den Gesuchsgegner):
- der Gesuchsgegner betreut die Kinder jeweils Montag ab Hort- /Kindergarten-/Schulschluss, d.h. aktuell ab 18.30 Uhr, bis Mittwoch, Hort-/Kindergarten-/Schulbeginn sowie an jedem zweiten Wochenende von Freitag ab Hort-/Kindergarten-/Schulschluss bis Sonntag, 18.00 Uhr;
- der Gesuchsgegner betreut die Kinder jeweils am 25. Dezember mit Übernachtung auf den 26. Dezember; und in jedem zweiten Jahr von 31. Dezember bis 2. Januar;
- fällt Ostern auf ein Betreuungswochenende des Gesuchsgegners  seine Betreuungsverantwortung bereits am Gründonnerstag ab Hort-/Kindergarten-/Schulschluss und dauert bis Ostermontag, 18.00 Uhr, fällt das Betreuungswochenende des Vaters auf Pfingsten,  sich seine Betreuungsverantwortung bis Pfingstmontag, 18.00 Uhr;
- der Gesuchsgegner betreut die Kinder während 6 Wochen Ferien pro Jahr in den Schulferien (im Streitfall jeweils in der 1. Woche der Sport- /Frühlings- und Herbstferien, in den Jahren mit gerader Jahreszahl die letzten beiden Wochen der Sommerferien, in den Jahren mit ungerader Jahreszahl die ersten beiden Wochen der Sommerferien sowie  zur Gesuchstellerin in einer Woche der Weihnachtsferien),  die Parteien sich 3 Monate vor Ferienantritt über die Ferien  und sofern keine Einigung zustande kommt, so kommt dem  in Jahren mit gerader Jahreszahl das Entscheidungsrecht bezüglich der Aufteilung der Ferien und Feiertage zu; in Jahren mit  Jahreszahl der Gesuchstellerin;
- 4 -
- in der restlichen Zeit werden die Kinder von der Gesuchstellerin .
5. Der Gesuchsgegner wird verpflichtet, Kinderunterhaltsbeiträge wie folgt zu
bezahlen, zahlbar an die Gesuchstellerin jeweils im Voraus auf den 1. eines
jeden Monats, zzgl. allfällige Kinder- und Familienzulagen:
Für C._:
- Fr. 551.-- (davon Fr. 0.-- Betreuungsunterhalt) rückwirkend für den Monat Juni 2021;
- Fr. 451.-- (davon Fr. 0.-- Betreuungsunterhalt) rückwirkend für den Monat Juli 2021;
- Fr. 360.-- (davon Fr. 0.-- Betreuungsunterhalt) rückwirkend für den Monat August 2021;
- Fr. 543.-- (davon Fr. 0.-- Betreuungsunterhalt) rückwirkend für den Monat September 2021;
- Fr. 590.-- (davon Fr. 0.-- Betreuungsunterhalt) rückwirkend Oktober 2021 bis zum Auszug des Gesuchsgegner aus der ehelichen ;
- Fr. 960.-- (davon Fr. 0.-- Betreuungsunterhalt) ab Auszug des  aus der ehelichen Wohnung und bis zum Bezug einer  Wohnung;
- Fr. 752.-- (davon Fr. 0.-- Betreuungsunterhalt) ab Bezug einer eigenen Wohnung durch den Gesuchsgegner.
Für D._:
- Fr. 805.-- (davon Fr. 112.-- Betreuungsunterhalt) rückwirkend für den Monat Juni 2021;
- Fr. 825.-- (davon Fr. 112.-- Betreuungsunterhalt) rückwirkend für den Monat Juli 2021;
- Fr. 1'278.-- (davon Fr. 934.-- Betreuungsunterhalt) rückwirkend für den Monat August 2021;
- Fr. 1'461.-- (davon Fr. 934.-- Betreuungsunterhalt) rückwirkend für den Monat September 2021;
- Fr. 1'508.-- (davon Fr. 934.-- Betreuungsunterhalt) rückwirkend Oktober 2021 bis zum Auszug des Gesuchsgegner aus der ehelichen ;
- Fr. 1'878.-- (davon Fr. 934.-- Betreuungsunterhalt) ab Auszug des  aus der ehelichen Wohnung und bis zum Bezug einer  Wohnung;
- 5 -
- Fr. 1'060.-- (davon Fr. 308.-- Betreuungsunterhalt) ab Bezug einer  Wohnung durch den Gesuchsgegner.
In der letzten Phase (Bezug einer eigenen Wohnung durch den Gesuchs-
gegner) fehlen zur Deckung des Betreuungsunterhalts für D._ Fr. 526.--
.
6. Der Gesuchsgegner wird verpflichtet, der Gesuchstellerin persönlich Unter-
haltsbeiträge wie folgt zu bezahlen, zahlbar jeweils im Voraus auf den 1. ei-
nes jeden Monats:
- Fr. 285.-- rückwirkend für den Monat Juni 2021; - Fr. 325.-- rückwirkend für den Monat Juli 2021; - Fr. 145.-- rückwirkend für den Monat August 2021; - Fr. 270.-- rückwirkend für den Monat September 2021; - Fr. 223.-- rückwirkend Oktober 2021 bis zum Bezug einer eigenen
Wohnung durch den Gesuchsgegner
Ab Bezug einer eigenen Wohnung durch den Gesuchsgegner können man-
gels Leistungsfähigkeit keine persönlichen Unterhaltsbeiträge zugesprochen
werden.
7. Der Antrag des Gesuchsgegners auf Anordnung der Gütertrennung wird ab-
gewiesen.
8. Die Entscheidgebühr wird festgesetzt auf Fr. 2'100.--.
9. Die Kosten des unbegründeten Entscheids werden zu 4/5 dem Gesuchs-
gegner und zu 1/5 der Gesuchstellerin auferlegt, jedoch zufolge Bewilligung
der unentgeltlichen Rechtspflege einstweilen auf die Gerichtskasse genom-
men. Eine Nachforderung im Sinne von Art. 123 ZPO bleibt vorbehalten.
10. Der Gesuchsgegner wird verpflichtet, der Gesuchstellerin eine um 20% re-
duzierte Parteientschädigung in der Höhe von Fr. 3'200.- (zuzüglich 7.7%
Mehrwertsteuer) zu bezahlen.
11. (Mitteilungen)
- 6 -
12. (Rechtsmittel: Berufung; Frist 10 Tage)"
Berufungsanträge:
des Gesuchsgegners und Berufungsklägers (Urk. 25 S. 2 f.):
"1. Es sei Ziff 4. des Entscheids EE210183-L/UB wie folgt : Phase II (ab Auszug des Gesuchsgegners aus der ehelichen ) - Der Gesuchsgegner betreut die Kinder jeweils am Montag und
Dienstag ab Hort-/Kindergarten-/Schulschluss, d.h. aktuell ab 18:30 Uhr, bis 20:00 Uhr sowie an jedem zweiten Wochenende von Freitag ab Hort-/Kindergarten-/Schulschluss, d.h. aktuell ab 18:30 Uhr, bis Sonntag, 18:00 Uhr;
- in der restlichen Zeit werden die Kinder von der Gesuchstellerin .
- der Gesuchsgegner betreut die Kinder jeweils am 25. Dezember mit Übernachtung auf den 26. Dezember; und in jedem zweiten Jahr von 31. Dezember bis 2. Januar;
- fällt Ostern auf ein Betreuungswochenende des Gesuchsgegners beginnt seine Betreuungsverantwortung bereits am Gründonnerstag ab Hort-/Kindergarten-/Schulschluss und dauert bis Ostermontag, 18:00 Uhr, fällt das Betreuungswochenende des Vaters auf , verlängert sich seine Betreuungsverantwortung bis , 18:00 Uhr; der Gesuchsgegner betreut die Kinder während 6 Wochen Ferien pro Jahr in den Schulferien (im Streitfall jeweils in der 1. Woche der Sport/ Frühlings- und Herbstferien, in den Jahren mit gerader Jahreszahl die letzten beiden Wochen der , in den Jahren mit ungerader Jahreszahl die ersten beiden  der Sommerferien sowie alternierend zur Gesuchstellerin in  Woche der Weihnachtsferien), wobei die Parteien sich drei  vor Ferienantritt über die Ferien absprechen und sofern keine Einigung zustande kommt, so kommt dem Gesuchsgegner in Jahren mit gerader Jahreszahl das Entscheidungsrecht bezüglich der  der Ferien und Feiertage zu; in Jahren mit ungerader  der Gesuchstellerin;
2. Es sei Ziff. 5 des Entscheids EE210183-L/UB wie folgt : Der Gesuchsgegner wird verpflichtet, Kinderunterhaltsbeiträge wie folgt zu bezahlen, zahlbar an die Gesuchstellerin jeweils im Voraus auf den 1. eines jeden Monats, zzgl. allfälliger Kinder- und Familienzulagen: Für C._:
- 7 -
- Fr. 491.-- (davon Fr. 0.-- Betreuungsunterhalt) rückwirkend für den Monat Juni 2021;
- Fr. 391.-- (davon Fr. 0.-- Betreuungsunterhalt) rückwirkend für den Monat Juli 2021;
- Fr. 300.-- (davon Fr. 0.-- Betreuungsunterhalt) rückwirkend für den Monat August 2021;
- Fr. 483.-- (davon Fr. 0.-- Betreuungsunterhalt) rückwirkend für den Monat September 2021;
- Fr. 530.-- (davon Fr. 0.-- Betreuungsunterhalt) rückwirkend für den Monat Oktober 2021;
- Fr. 881.-- (davon Fr. 0.-- Betreuungsunterhalt) rückwirkend für den Monat November und Dezember 2021;
- Im Übrigen gemäss Entscheid Für D._: - Fr. 745.-- (davon Fr. 112.-- Betreuungsunterhalt) rückwirkend für den
Monat Juni 2021; - Fr. 765.-- (davon Fr. 112.-- Betreuungsunterhalt) rückwirkend für den
Monat Juli 2021; - Fr. 1'218.-- (davon Fr. 934.-- Betreuungsunterhalt) rückwirkend für
den Monat August 2021; - Fr. 1'401.-- (davon Fr. 934.-- Betreuungsunterhalt) rückwirkend für
den Monat September 2021; - Fr. 1'448.-- (davon Fr. 349.-- Betreuungsunterhalt) rückwirkend für
den Monat Oktober 2021; - Fr. 1'799.- (davon Fr. 934.-- Betreuungsunterhalt) rückwirkend für
den Monat November und Dezember 2021; - Fr. 1'001.-- (davon Fr. 0.-- Betreuungsunterhalt) rückwirkend ab Ja-
nuar bis zum Bezug einer eignen Wohnung; - Fr. 775.-- (davon Fr. 0.-- Betreuungsunterhalt) ab Bezug einer eig-
nen Wohnung; 3. Es sei Ziff. 6 des Entscheids EE210183-L/UB aufzuheben und
wie folgt abzuändern: Der Gesuchsgegner wird verpflichtet, der Gesuchstellerin persönlich Unterhaltsbeiträge wie folgt zu bezahlen, zahlbar jeweils im Voraus auf den 1. eines jeden Monats: - Fr. 220.-- rückwirkend für den Monat Juni 2021; - Fr. 260.-- rückwirkend für den Monat Juli 2021; - Fr. 78.-- rückwirkend für den Monat August 2021; - Fr. 204.-- rückwirkend für den Monat September 2021;
- 8 -
- Fr. 157.-- rückwirkend für den Monat Oktober 2021; In den Monaten November und Dezember können mangels  keine Unterhaltsbeiträge zugesprochen werden. - Im Übrigen gemäss Entscheid"
- 9 -
Prozessuale Anträge des Gesuchsgegners und Berufungsklägers (Urk. 25 S. 4):
"4. Dem Kläger sei für das Berufungsverfahren gegen den  EE210183- L/UB E._ ./. F._ die  Rechtspflege zu gewähren und ihm in der Person des Unterzeichnenden ein unentgeltlicher Rechtsbeistand zu .
5. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zuzüglich MWST zu Lasten der Beklagten."
Prozessuale Anträge der Gesuchstellerin und Berufungsbeklagten (Urk. 33 S. 2):
"1. Der Berufungskläger sei zu verpflichten, der Berufungsbeklagten für das Berufungsverfahren einen Prozesskostenbeitrag von einstweilen CHF 2'500.00 (zzgl. 7.7% Mehrwertsteuer) zu .
2. Eventualiter für den Fall, dass der Berufungskläger nicht  ist oder der Prozesskostenbeitrag nicht einbringlich sein sollte, sei der Berufungsbeklagten für das zweitinstanzliche Verfahren die unentgeltliche Rechtspflege zu bewilligen und ihr in der Person der Unterzeichneten eine unentgeltliche  zu bestellen."
- 10 -

## Considerations

Erwägungen:
I.
1. Die Parteien sind verheiratet und die Eltern der gemeinsamen Kinder
C._, geboren am tt.mm 2014, und D._, geboren am tt.mm 2016. Mit
Eingabe vom 19. Juli 2021 gelangte die Gesuchstellerin und Berufungsbeklagte
(fortan Gesuchstellerin) an die Vorinstanz und ersuchte um Anordnung von Ehe-
schutzmassnahmen (Urk. 1). Mit Datum vom 8. November 2021 erliess die Vorin-
stanz den eingangs wiedergegebenen Entscheid (Urk. 20 = Urk. 26).
2. Mit Eingabe vom 17. Januar 2022 erhob der Gesuchsgegner und Beru-
fungskläger (fortan Gesuchsgegner) innert Frist Berufung, wobei er die oben auf-
geführten Anträge stellte (Urk. 25). In der Folge erklärten sich die Parteien mit der
Durchführung einer Vergleichsverhandlung einverstanden (Urk. 31), worauf mit
Schreiben vom 1. April 2022 zur Vergleichsverhandlung auf den 1. Juni 2022 vor-
geladen wurde (Urk. 32). Vor der Verhandlung reichte die Gesuchstellerin noch
eine Eingabe mit diverse Unterlagen ins Recht (vgl. Urk. 33 und Urk. 35/1-5). Mit
Verfügung vom 17. Mai 2022 wurde der Gesuchstellerin die Berufungsschrift
(Urk. 36) und mit Verfügung vom 24. Mai 2022 dem Gesuchsgegner die Eingabe
der Gesuchstellerin zur Kenntnisnahme zugestellt (Urk. 37).
3. Unter Mitwirkung des Gerichtsschreibers (§ 133 Abs. 2 GOG) schlossen die
Parteien anlässlich der Vergleichsverhandlung vom 1. Juni 2022 die folgende
Vereinbarung (Prot. II S. 4 f.; Urk. 38):
"1. Die Parteien stellen fest, dass der Gesuchsgegner per 1. April 2022 in eine eigene
Wohnung gezogen ist. Damit gilt die Aufteilung der Betreuung von C._, geb.
tt.mm 2014, und D._, geb. tt.mm 2016, gemäss Phase III des Urteils des Ein-
zelgerichts im summarischen Verfahren am Bezirksgericht Zürich vom 8. November
2021 (EE210183-L).
2. Die Parteien beantragen dem Gericht die Anordnung einer Mediation zur Verbesse-
rung der Elternzusammenarbeit und der Kommunikation betreffend Kinderbelange.
Die Mediation soll aus mindestens 10 Sitzungen bestehen.
- 11 -
Nach Durchführung von drei Mediationssitzungen und soweit sich die Verhältnisse
bis dahin entspannt haben, installieren die Parteien versuchsweise eine Betreuung
der Kinder durch den Gesuchsgegner jedes zweite Wochenende von Freitag ab
Hort-/Kindergarten-/Schulschluss bis Mittwoch, 12:00 Uhr.
Im Übrigen soll Phase III des Urteils des Bezirksgerichts Zürich vom 8. November
2021, Dispositiv-Ziffer 4, unverändert Geltung haben.
3. Der Gesuchsgegner verpflichtet sich, Kinderunterhaltsbeiträge wie folgt zu bezah-
len, zahlbar an die Gesuchstellerin jeweils im Voraus auf den 1. eines jeden Mo-
nats, zzgl. allfällige Kinder- und Familienzulagen:
Für C._:
- Fr. 449.80 (davon Fr. 0.– Betreuungsunterhalt) rückwirkend für die Monate Juni 2021 bis Oktober 2021;
- Fr. 881.– (davon Fr. 0.– Betreuungsunterhalt) rückwirkend für die Monate  2021 und Dezember 2021;
- Fr. 1'026.– (davon Fr. 0.– Betreuungsunterhalt) ab Januar 2022 bis März 2022;
- Fr. 875.– (davon Fr. 0.– Betreuungsunterhalt) ab April 2022.
Für D._:
- Fr. 1'262.70 (davon Fr. 670.90 Betreuungsunterhalt) rückwirkend für die  Juni 2021 bis Oktober 2021;
- Fr. 1'781.– (davon Fr. 916.– Betreuungsunterhalt) rückwirkend für die Monate November 2021 und Dezember 2021;
- Fr. 1'182.– (davon Fr. 172.– Betreuungsunterhalt) ab Januar 2022 bis März 2022;
- Fr. 875.– (davon Fr. 0.– Betreuungsunterhalt) ab April 2022.
4. Der Gesuchsgegner verpflichtet sich, der Gesuchstellerin persönlich Unterhaltsbei-
träge wie folgt zu bezahlen, zahlbar jeweils im Voraus auf den 1. eines jeden Mo-
nats:
- Fr. 137.60 rückwirkend für die Monate Juni 2021 bis Oktober 2021 - Fr. 64.– rückwirkend für die Monate November bis Dezember 2021 - Fr. 291.– rückwirkend ab 1. Januar 2022 bis zum 31. März 2022
Ab 1. April 2022 können mangels Leistungsfähigkeit keine persönlichen Unterhalts-
beiträge zugesprochen werden.
- 12 -
5. Bei der Festsetzung der Unterhaltsbeiträge wurde von folgenden finanziellen Ver-
hältnissen der Parteien ausgegangen:
Monatliches Nettoerwerbseinkommen, inkl. 13. Monatslohn:
Gesuchstellerin: Fr. 2'229.10 Juni 2021 bis Oktober 2021
Fr. 1'900.– November 2021 bis Dezember 2021
Fr. 2'644.– ab 1. Januar 2022 (60% Arbeitspensum)
Gesuchsgegner: Fr. 5'391.70 Juni 2021 bis Oktober 2021
Fr. 5'674.– ab 1. November 2021 (100% )
C._: Fr. 200.– (Kinderzulage)
D._: Fr. 200.– (Kinderzulage)
Vermögen:
- Gesuchstellerin: Kein unterhaltsbeeinflussendes Vermögen
- Gesuchsgegner: Kein unterhaltsbeeinflussendes Vermögen
- C._ & D._: Kein unterhaltsbeeinflussendes Vermögen
Familienrechtlicher Bedarf:
Gesuchstellerin: Fr. 2'900.– bis 31. Oktober 2021
Fr. 2'816.– ab 1. November 2021 bis 31. März 2022
Fr. 2'816.– ab 1. April 2022
Gesuchsgegner: Fr. 3'004.– bis 31. Oktober 2021
Fr. 2'604.– ab 1. November 2021 bis 31. März 2022
Fr. 3'225.– ab 1. April 2022
C._: Fr. 781.– bis 31. Oktober 2021
Fr. 1'445.– ab 1. November 2021 bis 31. März 2022
Fr. 1'361.– ab 1. April 2022
D._: Fr. 923.– bis 31. Oktober 2021
Fr. 1'205.– ab 1. November 2021 bis 31. März 2022
Fr. 1'445.– ab 1. April 2022
- 13 -
6. Aufgrund der durch diesen Vergleich neu vereinbarten Unterhaltsbeiträge hat der
Gesuchsgegner von Juni 2021 bis März 2022 zu hohe Unterhaltszahlungen an die
Gesuchstellerin geleistet. Die Gesuchstellerin verpflichtet sich, dem Gesuchsgeg-
ner hierfür pauschal Fr. 2'500.– zurückzubezahlen.
7. Die Parteien anerkennen die erstinstanzlichen Kosten- und Entschädigungsfolgen.
Sie übernehmen die Kosten für das zweitinstanzliche Verfahren je zur Hälfte und
verzichten gegenseitig auf eine Parteientschädigung."
4. Das Verfahren erweist sich als spruchreif. Die vorinstanzlichen Akten
(Urk. 1-24) wurden beigezogen.
II.
Die Berufung hemmt die Rechtskraft des angefochtenen Entscheids im Um-
fang der Anträge (Art. 315 Abs. 1 ZPO). Vorweg ist daher festzustellen, dass das
vorinstanzliche Urteil in den nicht angefochtenen Dispositiv-Ziffern 1 (Getrenntle-
ben), 2 (Wohnungszuteilung), 3 (alternierende Obhut) und 7 (Abweisung Güter-
trennung) in Rechtskraft erwachsen ist. Weiter wurde der Berufungsantrag Ziffer 1
gegenstandslos, nachdem der Gesuchsgegner per 1. April 2022 in eine eigene
Wohnung zog (vgl. Urk. 38 Ziffer 1).
III.
1. Soweit es Kinderbelange (Betreuungsregelung und Kinderunterhaltsbeiträ-
ge) zu regeln gibt, findet die Offizial- und Untersuchungsmaxime Anwendung
(Art. 296 Abs. 1 ZPO). Daher unterliegt die von den Parteien getroffene Vereinba-
rung im Sinne eines übereinstimmenden Parteiantrages der gerichtlichen Prüfung
und Genehmigung (vgl. ZK-Bräm, Art. 176 ZGB N 18 und N 117). Für die Ge-
nehmigung wird vorausgesetzt, dass mit der Vereinbarung das Kindeswohl ge-
wahrt wird. Soweit keine Kinderbelange betroffen sind (Ehegattenunterhalt), mit-
hin die Dispositionsmaxime zum Tragen kommt, ist die Vereinbarung zu geneh-
migen, sofern sie klar, vollständig und nicht offensichtlich unangemessen ist (vgl.
Art. 279 Abs. 1 ZPO [analog], BGer 5A_1031/2019 vom 26. Juni 2020, E. 2.2
m.w.H.).
- 14 -
2. Die Parteien beantragen in der Vereinbarung vom 1. Juni 2022 die Anord-
nung einer Mediation zur Verbesserung der Elternzusammenarbeit und der Kom-
munikation betreffend Kinderbelange, wobei die Mediation aus mindestens 10 Sit-
zungen bestehen soll (vgl. Urk. 38 Ziffer 2). Die primäre Funktion der Mediation
besteht darin, Konflikte nachhaltig zu lösen und damit auch die Gerichte zu ent-
lasten (Botschaft zur ZPO, BBl 2006, 7335). Im Zusammenhang mit Kinderbelan-
gen kann das Gericht den Parteien die Mediation nicht nur empfehlen
(vgl. Art. 214 Abs. 1 ZPO), sondern sie zu einem Mediationsversuch auffordern
(Art. 297 Abs. 2 ZPO). Gemäss Bundesgericht ist auch die auf Art. 307 Abs. 3
ZGB gestützte behördliche oder gerichtliche Anordnung einer Mediation möglich
(BGE 142 III 197 E. 3.7; BGer 5A_457/2009 vom 9. Dezember 2009, E. 4.3). Im
Unterschied zur Mediation, welche gestützt auf Art. 214 ff. sowie Art. 297 ZPO
während eines laufenden Verfahrens veranlasst werden kann, handelt es sich bei
der gestützt auf Art. 307 Abs. 3 ZGB angeordneten Mediation um eine Kindes-
schutzmassnahme, welche als bzw. mit einem verfahrensabschliessenden Ent-
scheid ergehen kann (BK ZGB-Affolter-Fringeli/Vogel, Art. 307 N 51).
Damit die Betreuungsregelung funktionieren kann, sind die Parteien zum
Wohle der Kinder gehalten, die Kinder nicht in ihre Konflikte hineinzuziehen, eine
sachliche und konstruktive Kommunikation über die Kinderbelange miteinander
aufzubauen, den Kindern die Freiheit zu garantieren, ihre Gefühle für beide El-
ternteile zeigen zu können, und die Kinder beim Aufbau der Beziehung zum ande-
ren Elternteil zu unterstützen. Die Parteien stimmen darin überein, dass eine Me-
diation zwischen den Eltern angezeigt erscheint, und sehen offenbar gewisse De-
fizite in der Elternzusammenarbeit und der Kommunikation. Die Eltern sind daher
aufzufordern, ihre Kontakte konfliktfrei zu gestalten, ein Ziel, dessen Erreichung
mit der Mediation unterstützt werden kann. Vor diesem Hintergrund ist die bean-
tragte Anordnung einer Mediation gestützt auf Art. 307 Abs. 3 ZGB angezeigt.
3. Die in der Vereinbarung vorgesehene Kinderunterhaltsregelung wird den ge-
lebten Betreuungsverhältnissen gerecht (Urk. 38 Ziffer 3). Dabei entspricht die
Regelung den ausgewiesenen und aus den Akten ersichtlichen finanziellen Ver-
hältnissen der Parteien (Urk. 38 Ziffer 5). Seit dem erstinstanzlichen Urteil konnte
- 15 -
der Gesuchsgegner per 1. November 2021 eine neue Arbeitsstelle antreten und
die Gesuchstellerin konnte ihr Pensum per 1. Januar 2022 erhöhen (vgl.
Urk. 29/5; Urk. 33 Rz. 22 und Urk. 35/1-3). Die in der Vereinbarung festgehalte-
nen Einkommen entsprechen diesen neuen Gegebenheiten. Unter Berücksichti-
gung, dass unter geltendem Recht nicht in das Existenzminimum des Unterhalts-
pflichtigen eingegriffen werden darf und dass ein familiärer Überschuss aufzutei-
len ist, erscheinen die anlässlich der Vergleichsverhandlung vereinbarten monatli-
chen Kinderunterhaltsbeiträge als angemessen. Die Einkommen der Parteien er-
möglichen über sämtliche Phasen die Deckung der Bedarfe der Kinder. Die ge-
troffene Unterhaltsregelung liegt damit im Kindeswohl, weshalb sie zu genehmi-
gen ist.
4. Die weiteren in der Vereinbarung vom 1. Juni 2022 (Urk. 38 Ziffern 4, 6
und 7) geregelten Punkte unterliegen der Dispositionsmaxime. Sie sind klar, voll-
ständig und nicht offensichtlich unangemessen, weshalb sie zu genehmigen sind.
IV.
1. Trifft die Rechtsmittelinstanz einen neuen Entscheid, so entscheidet sie
auch über die Prozesskosten des erstinstanzlichen Verfahrens (Art. 318 Abs. 3
ZPO). Die erstinstanzlichen Prozesskosten wurde nicht angefochten (Urk. 25
Rz. 5). Die Höhe der Gerichtsgebühr entspricht den gesetzlichen Vorgaben und
die Parteien anerkannten in der Vereinbarung vom 1. Juni 2022 die vor-
instanzliche Regelung der Kosten- und Entschädigungsfolgen (Urk. 38 Ziff. 7),
weshalb diese zu bestätigen ist.
2. Die Gerichtsgebühr für das Berufungsverfahren ist unter Berücksichtigung
der durchgeführten Vergleichsverhandlung (Prot. II S. 4 f.) sowie der vergleichs-
weisen Erledigung des Verfahrens in Anwendung von § 12 Abs. 1 und Abs. 2 in
Verbindung mit § 2, § 5 Abs. 1, § 6 Abs. 2 lit. b und § 10 Abs. 1 GebV OG auf
Fr. 2'400.– festzusetzen. Sie ist den Parteien vereinbarungsgemäss je zur Hälfte
aufzuerlegen (Urk. 38 Ziff. 7), wobei die Kosten zufolge der den Parteien zu ge-
währenden unentgeltlichen Rechtspflege (vgl. nachfolgend Erw. IV.4.) einstweilen
- 16 -
auf die Gerichtskasse zu nehmen sind. Vorbehalten bleibt die Nachzahlungs-
pflicht gemäss Art. 123 ZPO. Infolge gegenseitigen Verzichts sind für das zweitin-
stanzliche Verfahren keine Parteientschädigungen zuzusprechen (Urk. 38 Ziff. 7).
3. Beide Parteien haben im Berufungsverfahren um Gewährung der unentgelt-
lichen Rechtspflege und Beigabe eines unentgeltlichen Rechtsbeistandes ersucht
(Urk. 25 S. 4; Urk. 33 S. 2).
Eine Person hat Anspruch auf unentgeltliche Rechtspflege sowie einen un-
entgeltlichen Rechtsbeistand, wenn sie mittellos, ihr Prozessstandpunkt nicht
aussichtslos (Art. 117 lit. a und b ZPO) und sie zur Wahrung ihrer Interessen auf
eine rechtskundige Vertretung angewiesen ist (Art. 118 Abs. 1 lit. c ZPO). Mittel-
losigkeit bzw. Bedürftigkeit ist dann zu bejahen, wenn die gesuchstellende Partei
trotz Ausschöpfung sämtlicher eigener Mittel nicht in der Lage ist, neben dem Le-
bensunterhalt für sich und ihre Familie auch den Prozess zu finanzieren. Sie beur-
teilt sich nach der gesamten wirtschaftlichen Situation des Rechtsuchenden im
Zeitpunkt der Einreichung des Gesuchs (BGE 141 III 369 E. 4.1).
4. Unter Berücksichtigung des Einkommens und des Bedarfs sowie nach Leis-
tung der vereinbarten und gerichtlich genehmigten Unterhaltsbeiträge verbleibt
sowohl auf Seiten des Gesuchsgegners als auch auf Seiten der Gesuchstellerin
nur ein geringer monatlicher Überschuss, welcher nicht ausreicht, um die mut-
masslichen Prozesskosten innert angemessener Frist zu bezahlen (vgl. Urk. 38).
Daneben verfügen die Parteien über kein Vermögen. Sie haben beide als mittel-
los im Sinne von Art. 117 lit. a ZPO zu gelten, weshalb gegenseitig kein Anspruch
auf Zusprechung eines Prozesskostenbeitrages besteht. Da die Standpunkte der
Parteien im Berufungsverfahren auch nicht aussichtslos im Sinne von Art. 117
lit. b ZPO waren, ist ihnen je die unentgeltliche Rechtspflege zu gewähren. Die
Gerichtskosten für das zweitinstanzliche Verfahren sind unter Nachforderungs-
vorbehalt (Art. 123 ZPO) einstweilen auf die Gerichtskasse zu nehmen (vgl. vorne
Erw. IV.2.).
- 17 -
Als rechtsunkundige Parteien waren sowohl die Gesuchstellerin als auch der
Gesuchsgegner im Berufungsverfahren auf anwaltliche Vertretung angewiesen. In
Anwendung von Art. 118 Abs. 1 lit. c ZPO ist daher der Gesuchstellerin Rechts-
anwältin lic. iur. Y._ und dem Gesuchsgegner Rechtsanwalt Dr. X._ als
unentgeltliche Rechtsvertretung zu bestellen.