# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 317c6f5f-056f-4245-9e20-321514116153
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2015
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1997, wurde von seiner Mutter im Au
gus
t 2003
unter anderem
unter Hinweis auf ein
psychoorganisches Syndrom
(
POS
)
bei der Invalidenversicherung
zum Leistungsbezug
angemeldet (
Urk.
6/2). Die
Sozial
ver
sicherungs
anstalt des Kantons Zürich (SVA), IV-Stelle, gewährte Kosten
gut
sprache für die Be
hand
lung
des Geburtsgebrechens Ziffer 404 des An
hangs d
er Ver
ordnung über das Geburtsgebrechen (
GgV
; Kongenitale Hirnstö
rungen mit
vor
wiegend psy
chischen und kognitiven Symptomen bei normaler Intelligenz
[kongenitales infantiles Psychosyndrom, kongenitales hirndiffuses psycho
orga
ni
sches Syn
drom, kongenitales hirnlokales Psychosyndrom
]
; vgl. dazu Ver
fügung
vom 2
4.
Oktober 2003 [Urk. 6/6]; Mitteilung vom 1
8.
März 2008 [Urk. 6/13]; Mit
teilung vom
4.
Juni 2008 [Urk. 6/19]
)
.
1.2
Am 2
9.
Juni 2013 (Urk. 8/20-21) wurde der Versicherte erneut unter Hinweis auf
e
in frühkindliches POS bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug (medi
zinische Massnahme) angemeldet. In der Folge holte die IV-Stelle
einen Bericht
bei der behandelnden Hausärztin und Mutter des Versicherten ein (Urk. 6/24/5-6).
Am 2
3.
Juli 2013 (Urk. 6/25) teilte sie der Mutter des Ver
si
cherten mit, dass sie die Kosten für die Behandlung des Geburts
gebrechens Zif
fer 404 weiterhin bis zum 3
0.
November 2017 (2
0.
Altersjahr) übernehme.
1.3
Am 1
3.
Dezember 2013 (Urk. 6/26) ersuchte die Mutter des Versicherten
, Dr. med.
Y._
, Spezialärztin FMH für Allgemeine Medizin,
um Kosten
gut
sprache für eine Lerntherapie. Mit Vorbescheid vom 2
9.
Januar 2014 (Urk. 6/29) stellte die IV-Stelle dem Versicherten die Abweisung des Leistungs
begehrens in Aussicht, wogegen der Versicherte
,
gesetzlich vertreten durch seine Mutter
,
Ein
wand erhob (vgl. dazu Urk. 6/31). Mit Verfügung vom 1
1.
April 2014 (Urk.
6
/34
)
entschied
die IV-Stelle
im angekündigten Sinne und lehnte die
anbegehrte
Über
n
ahme der Kosten für die Lerntherapie ab.
2.
Dagegen erhob
Dr.
med.
Y._
als gesetzliche Vertreterin ihres S
ohnes
X._
mit Eingabe vom 15. April 2014
Be
schwer
de (Urk. 1, vgl. dazu Urk. 8-9/1-2) mit dem sinngemässen Antrag, die Verfügung
vom 11. April 2014
sei auf
zuheben und
es sei
die IV-Stelle zu ver
pflichten, rückwirkend die Kosten für die
durchgeführte
Lern
therapie zu über
neh
men. Die IV-Stelle schloss in der Beschwerdeantwort vom
28. Mai
2013 (Urk. 5) auf Abweisung der Beschwerde, worüber die gesetzliche Vertreterin des Versicherten am 2. Juni 2014 (Urk. 7) informiert wurde.
Mit Eingabe vom
3.
Juni 2014 (Urk. 8) legte die gesetzliche Vertreterin einen Bericht der behandelnden
Dr.
med.
A._
, Fachärztin FMH für Kinder- und Jugendpsychiatrie, vom 2
7.
Mai 2014 (Urk. 9/1), auf. Am 3
0.
Juni 2014 (Urk.
13) teilte die Beschwerdegegnerin ihren Verzicht auf eine Stellung
nahme
mit, was der gesetzlichen Vertreterin des Beschwerdeführers am
1.
Juli
2014 (Urk. 14)
zur Kenntnis gebracht wurde.
3.
Auf die Ausführungen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, so
weit erforderlich, in den Erwägungen eingegangen.
Die Einzelrichterin

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
Da der Streitwert
Fr.
20’000.-- nicht übersteigt, fällt die Beur
teilung der
Be
schwerde
in die einzelrichterliche Zuständigkeit (
§
11
Abs.
1 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht [
GSVGer
]).
2.
2
.
1
Invalide oder von einer Invalidität bedrohte Versicherte haben gestützt auf Art. 8
Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) An
spruch auf
Eingliederungsmassnahmen, soweit diese not
wendig und geeignet sind, die Er
werbs
fähigkeit oder die Fähigkeit, sich im (nicht erwerblichen) Auf
gabenbereich zu betätigen,
wieder herzustellen
, zu ver
bessern, zu erhalten oder ihre Verwer
tung zu fördern.
2.2
Zu den Eingliederungsmassnahmen gehören zunächst die in Art. 12 ff. IVG ge
re
gelten medizinischen Massnahmen (Art. 8 Abs. 3
lit
. a IVG).
Gemäss Art. 12 Abs. 1 IVG haben Versicherte bis zum vollendeten 20. Alters
jahr Anspruch auf medizinische Massnahmen, die nicht auf die Behandlung des Leidens an sich, sondern unmittelbar auf die berufliche Ein
gliederung oder in den (nicht erwerblichen) Aufgabenbereich gerichtet und geeignet sind, die Er
werbs
fähigkeit oder die Fähigkeit, sich im (nicht erwerbli
chen) Auf
gabenbereich zu betätigen, dauernd und wesentlich zu verbessern oder vor wesentlicher Be
ein
trächtigung zu bewahren. Ferner
haben Versicherte bis zum vollendeten 20. Altersjahr nach Art. 13 Abs. 1 IVG Anspruch auf die zur Behandlung von Geburtsgebrechen (Art. 3 Abs. 2 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil
des Sozialversicherungsrechts [ATSG]) notwendigen Mass
nahmen. Dieser An
spruch
besteht aufgrund der Regelung in Art. 8 Abs. 2 IVG im Sinne einer Aus
nahme zu Art. 8 Abs. 1 IVG unabhängig davon, ob die Massnahmen einer Ein
gliederung ins Erwerbsleben oder in den (nicht erwerbli
chen) Aufgabenbereich dienen. Gemäss Art. 13 Abs. 2 IVG bezeichnet der Bun
desrat die Gebrechen, für welche diese Massnahmen gewährt werden. Gestützt auf diese Delegationsnorm
hat der Bundesrat die Verordnung über Geburtsge
brechen (
GgV
) erlassen. In dere
n Anhang sind die einzelnen Gebrechen aufge
listet.
Nach Art. 14 Abs. 1 IVG umfassen die medizinischen Massnahmen die Behand
lung, die vom Arzt selbst oder auf seine Anordnung durch medizinische Hilfs
personen in Anstalts- oder Hauspflege vorgenommen wird, mit Ausnahme von logopädischen und psychomotorischen Therapien (
lit
. a), und die Abgabe der vom Arzt verordneten Arzneien (
lit
. b). Sowohl die medizinischen Massnahmen nach Art. 12 IVG als auch diejenigen nach Art. 13 IVG zur Behandlung von Ge
burtsgebrechen müssen nach bewährter Erkenntnis der medizinischen Wissen
schaft angezeigt sein und den Eingliederungserfolg beziehungsweise therapeu
tischen Erfolg in einfacher und zweckmässiger Weise anstreben (Art. 2 Abs. 1
Satz 2 der Verordnung über die Invalidenversicherung [IVV], Art. 2 Abs. 3
GgV
).
2.3
2.3.1
Bis Ende 2007 hatten zu den Eingliederungsmassnahmen auch die Massnahmen
für die besondere Schulung bildungsfähiger Versicherter gehört, die das 20. Alters
jahr noch nicht vollendet hatten (Art. 19 IVG in Verbindung mit Art. 8 Abs. 3
lit
. c IVG, in Kraft gewesen bis Ende 2007). In der IVV hatte der Bun
desrat als Massnahmen für die besondere Schulung den Sonderschul
unter
richt (Art. 8 ff. IVV, in Kraft gewesen bis Ende 2007), die Massnahmen zur Er
mög
lichung des Volksschulbesuchs (Art. 9 ff. IVV, in Kraft gewesen bis Ende 2007) und die Massnahmen zur Vorbereitung auf den Sonder- und Volksschul
unter
richt (Art. 10 f. IVV, in Kraft gewesen bis Ende 2007) unterschieden. Nach dem damals in Kraft gewesenen Art. 10 Abs. 1 IVV übernahm die Versicherung die Kosten für die Durchführung von Massnahmen pädagogisch-therapeutischer Art, die im vorschulpflichtigen Alter zur Vorbereitung auf den Besuch des
Son
der
- oder Volksschulunterrichts notwendig waren. Die Massnahmen umfassten nach Art. 10 Abs. 2 IVV Sprachheilbehandlung (
lit
. a), Hörtraining und Ablese
unterricht (
lit
. b) und heilpädagogische Früherziehung (
lit
. c).
2.3.2
Im Zuge der Neugestaltung des Finanzausgleichs per 1. Januar 2008 (
Bundesge
setz über die Schaffung und die Änderung von Erlassen zur Neugestaltung des Finanzausgleichs und der Aufgabenteilung zwischen Bund und
Kantonen [NFA]
vom
6. Oktober 2006) wurde der ganze Bereich der Sonderschulung den Kanto
nen übertragen; diese erhielten die Gesamtverantwortung von der heilpädago
gi
schen Früherziehung bis zum Abschluss der Sonderschulung. Dementspre
chend wurden Art. 19 IVG und die Ausführungsbestimmungen in Art. 8 ff. IVV auf
ge
ho
ben (Botschaft zur Neugestaltung des Finanzausgleichs und der Aufga
ben zwischen Bund und Kantonen vom 14. November 2001,
BBl
2002 II 2416 f. und 2467
)
.
2.4
2.4
.1
In der Zeit, als der Bereich der besonderen Schulung noch in die Kompetenz der Invalidenversicherung fiel, erfolgte zum einen eine Abgrenzung zwischen der Sonderschulung selbst und den Massnahmen pädagogisch-therapeutischer Art (
altArt
. 19 Abs. 2
lit
. c IVG,
altArt
. 8
ter
, 9 und 10 Abs. 2
lit
. c IVV), die den Schulunterricht begleiteten, ermöglichten oder auf ihn vorbereiteten, und zum andern eine Abgrenzung zwischen den Massnahmen pädagogisch-therapeuti
scher Art und den medizinischen Massnahmen nach Art. 12 und Art. 13 IVG.
Das Bundesgericht hielt fest, die Massnahmen pädagogisch-therapeutischer Art dienten im Gegensatz zur (Sonder-)Schulung nicht unmittelbar der Vermittlung
von Kenntnissen und Fertigkeiten in schulischen Belangen, sondern seien da
rau
f
ausgerichtet, die beeinträchtigenden Auswirkungen der Behinderung auf die Schu
lung zu mildern und zu beseitigen, wobei der Begriff „therapeutisch“ ver
deutliche, dass hierbei die Behandlung des Leidens im Vordergrund stehe. Die Abgrenzung gegenüber den medizinischen Massnahmen anderseits erfolge da
nach, ob das pädagogische oder das medizinische Moment überwiege (BGE 131 V 9 E. 5.2.1, 122 V 206 E. 3a, 114 V 22 E. 3a).
Gemäss Bundesgericht war die Frage nach dem Überwiegen des pädagogi
schen oder medizinischen Moments im Einzelfall zu beurteilen, sodass dieselbe thera
peu
tische Vorkehr je nach Kontext entweder eine medizinische Behand
lung oder
eine pädagogisch-therapeutische Massnahme sein konnte (BGE 114 V 22 E. 3a). Als pädagogisches Moment bezeichnete das Bundesgericht den Aspekt der Er
ziehung im Sinne der günstigen Beeinflussung des Verhaltens und der anlage
mässig gegebenen Möglichkeiten (BGE 114 V 22 E. 2c).
2.4
.2
Auch nach der Ausgliederung der pädagogisch-therapeutischen Massnahmen aus der Invalidenversicherung per Anfang 2008 ist deren Abgrenzung von den medizinischen Massnahmen erforderlich. Denn die Ausgliederung hat nicht zur Folge, dass bisher als pädagogisch-therapeutisch qualifizierte Massnahmen neu den medizinischen Massnahmen zugeordnet werden, sondern die pädagogisch-therapeutischen Massnahmen sollen vielmehr neu zu Lasten der Kantone gehen (
vgl.
Silvia Bucher, Eingliederungsrecht der Invalidenversicherung, Bern 2011, S. 107). Die psychomotorischen und logopädischen Therapien, die bis anhin in ge
wissen Fällen als medizinische Massnahmen galten, wurden neu in Art. 14 Abs. 1
lit
. a IVG sogar ausdrücklich von der Leistungspflicht ausgenommen und somit als ausschliesslich pädagogisch-therapeutische Massnahmen qualifiziert (vgl. Bucher, a.a.O., S.
112 ff.). Daher ist die zitierte bundesgerichtliche Recht
sprechung zur Charakterisierung der pädagogisch-therapeutischen Massnahmen
weiterhin anwendbar (zur Kasuistik vgl. Bucher, a.a.O., S. 106 ff.; Gabriela Riemer-
Kafka, Soziale Sicherheit von Kindern und Ju
gendlichen, Bern 2011,
S.
188
f; Urteil des Sozialversicherungsgerichts IV.2013.00320 vom 17. Septem
ber
2014 E. 2
).
3
.
3
.1
Die Beschwerdegegnerin begründete die Leistungsablehnung in der an
ge
fochte
nen
Verfügung
vom 1
1.
April 2014 (Urk. 2) damit, dass eine Lern
therapie keine Leistung der In
validenversicherung darstelle.
Nicht strittig ist demgegenüber, dass der Beschwerdeführer an einem POS nach Ziffer 404 Anhang
GgV
leidet
, für welches Gebrechen grundsätzlich
gestützt auf
Art.
13 IVG
medizinische Massnahmen gewährt werden
.
3
.2
D
ie gesetzliche Vertreterin des Beschwerdeführers
stellte sich
auf den Stand
punkt (Urk. 1, Urk. 8), die medizinischen Befunde und die Argumen
tation für die Durchführung der Lerntherapie sei
en
im Bericht der be
han
delnden Kinder
psy
chiaterin
Dr.
med.
A._
, Fachärztin FMH für Kinder- und Jugend
psychiatrie,
vom 3. Juni 2014,
beschrieben. Im Übrigen gehe sie davon aus, dass
angesichts
der klassischen Symptomatik des angeborenen Geburtsge
bre
chens die In
validen
versicherung auf Anfrage die Kosten einer ergotherapeutischen Be
hand
lung übernommen hätte. Aufgrund des Alters und der Lernproblematik sei die Lern
therapie deutlich zielführender.
4
.
Im Bericht vom 2
7.
Mai 2014 (Urk. 9/1) hielt
Dr.
A._
fest, sie kenne den Be
schwerde
führer seit 2008
, dies
im Zusammenhang mit seinem „früh
kind
lichen POS“ (
Geburts
gebrechen Ziffer 404
). Dank seiner hohen Intelligenz seien bis
lang - ab
ge
sehen von einer Ergotherapie in de
r früheren Kindheit sowie einer
Medikation mit
Methyl
phenidat
-
nur
wenige Massnahmen erforderlich gewe
sen.
Den
noch bestünden Symptome im Zusammenhang mit seinem Grundleiden, die sich auf seine schulischen Leistungen auswirkten und insgesamt einen hohen Mehraufwand er
forderten. Im Vordergrund s
tünd
en die Schwierigkeiten in den exekutiven Funktionen (sich organisieren, planen, Strukturen einhalten und Ge
dächt
nis [Aufbauen von Erinnerungshilfen]). Der Beschwerdeführer besuche aktu
ell die vierte Klasse des Gymnasiums, wo gerade diese Fähigkeiten aus
ge
spro
chen
wichtig seien.
Der Beschwerdeführer habe in einer Lerntherapie bei Frau
lic
. phil.
B._
an den oben erwähnten Schwierigkeiten arbeiten und viel profitieren kön
nen. Oft schicke sie Jugendliche mit dieser Lernproblematik in eine – be
fristete, circa
einjährige
-
Ergotherapie, was jeweils von der Invaliden
ver
siche
rung im Rahmen
eines Geburtsgebrechens auch finanziert werde. Im Fall von
X._
sei ein anderer
Weg gewählt wor
den, nämlich die erwähnte Lerntherapie. Sie be
antrage deshalb die – rück
wirkende – Kostenübernahme für die Lerntherapie, die eine ausgesprochen ziel
ge
richtete Massnahme zur Unterstützung der schuli
schen Leistungsfähigkeit
des
Versicherten
im Hinblick auf seine zukünftige beruf
liche Integration in den freien Markt darge
stellt habe.
5
.
5
.1
Die Leistungspflicht der Beschwerdegegnerin hängt von verschiedenen Voraus
setzungen ab. Zunächst muss die durchgeführte Therapie die Kriterien einer me
dizinischen Massnahme nach Art. 12 ff. IVG erfüllen
beziehungsweise
darf nicht
eine päda
gogisch-therapeutische Massnahme im Sinne der dargelegten Abgren
zungs
re
gelung sein. Als medizinische Massnahme muss die Therapie sodann ge
stützt auf Art. 14 Abs. 1
lit
. a IVG vom Arzt selbst oder auf seine Anordnung von me
dizinischen Hilfspersonen durchgeführt werden. Schliesslich muss die The
rapie im Sinne von Art. 2 Abs. 3
GgV
nach bewährter Erkenntnis der medi
zi
nischen Wissenschaft angezeigt sein und den therapeutischen Erfolg in einfa
cher und zweckmässiger Weise anstreben.
5
.2
Ausweislich der Aufstellung vom 2
4.
Mai 2014 (Urk. 9/2) befand sich der
die
vierte
Klasse des Gymnasiums be
such
ende Beschwerdeführer seit 22. August 2013
bis 2
2.
Mai 2014 bei
lic
. phil.
B._
in
C._
in Lerntherapie und ab
solvierte insgesamt 19 Lerntherapiestunden.
Bezüglich des konkreten Inhaltes der Lerntherapie ist den Unterlagen nichts zu entnehmen. Einzig aus dem medi
zinischen
Be
richt
von Dr.
A._
vom 2
7.
Mai 2014 (Urk. 9/1)
ist er
sichtlich, dass der
an einem POS leidende
Beschwerdeführer
in der Lerntherapie an seinen im Vorder
grund stehenden Schwierigkeiten in den
exekutiven Funk
tio
nen (Organisation, Pla
nung, Einhaltung von Strukturen, Gedächtnis) arbei
tete.
Der Home
page des Schweizerischen Berufsverbandes der diplomierten Lern
the
rapeutinnen und Lerntherapeuten (SVLT) ist folgende Beschreibung der Lern
therapie zu entnehmen: „
Die Lerntherapie befasst sich mit dem Lernenden, den Lernprozessen und deren Auswirkungen auf die Persönlichkeit.
Die Lerntherapie hilft Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen, ein positives Selbst
wert
gefühl
auf
zubauen und fördert die Persönlichkeitsentwicklung. Die Lern
therapie be
zieht
Gedankengut und Handlungskonzepte aus der Psychologie, der Psycho
the
rapie,
der Pädagogik und der Heilpädagogik. Die Lerntherapie arbeitet an den Ur
sachen eines Lernproblems. Sie unterstützt und fördert die Lernenden, damit die Gründe für Lernschwierigkeiten oder Lernkrisen selber erkannt werden kön
nen
.
Die Lern
therapie sucht nach individuellen Lern
methoden, welche die The
rapie begleiten.
Die Lerntherapie hilft, Fähig
keiten zu entdecken und die Per
sön
lichkeit zu stär
ken, wodurch weitere Ent
wicklungsschritte und Lern
prozesse ausgelöst werden können
.“
Entsprechend der auf der Homepage des SVLT angegebenen Fachliteratur (u.a. A. Metzger, Lerntherapie in Theorie und Praxis, Bern 2008), bildet (Teil-)ziel der
Lerntherapie –
kurz gefasst
– die Befähigung der Lernenden, ihre Lernschwierig
keiten oder Lernkrisen zu lösen oder mindestens zu vermindern; darüber hinaus die Verbesserung, Förderung und Entwicklung der Lernkompetenz Lernender und die Nutzung der Lernprozesse als Mittel der Persönlichkeitsentwicklung. Die
interdisziplinär (Persönlichkeitspsychologie, Lernpsychologie, Psychotherapie, Neu
ro
psy
chologie und Heilpädagogik) orientierte Lerntherapie soll denjenigen Lernenden helfen, welche nicht ihren Möglichkeiten entsprechende Lernleis
tungen erbringen, oder sich in einer eigen
tlich
en Lernkrise befinden. Der heil
pä
da
gogische Ansatz zeigt sich in der stärkeren Beachtung der Beziehung zwi
schen Lernenden und Lerntherapeuten einerseits und in der individuellen Her
aus
arbei
tung spezifischer Lernschwierigkeiten andererseits (vgl. Metzger, a.a.O., S.
38
f.). Die zentralen Begriffe
des Lernens und der Lernprozesse und die päda
gogische Zielsetzung lassen
(unge
achte
t des interdisziplinären Ansatzes) darauf
schliessen, dass
bei
der vorliegend angewandten Behandlungsmethode das päda
go
gisch-thera
peutische Moment gegenüber dem medizinischen überwiegt. Der Beschwerde
füh
rer vermochte denn auch nicht darzulegen, dass es sich bei der durch
ge
führten Therapie um eine medizinische Massnahme handelt. Aus dem Umstand
, dass er an einem POS leidet, kann noch nicht abgeleitet
werden, die Lern
the
rapie sei eine medizinische Massnahme. Im Übrigen ist die Lerntherapie im Gegen
satz zur Ergotherapie oder Psychotherapie auch nicht als Leistung im Kreisschreiben
übe
r die medizinischen Ein
gliederungsmassnahmen der Invali
den
ver
si
cherung (KSME
[Stand:
1.
März 2014])
aufgeführt
.
Vom Gesagten abgesehen ist nicht ersichtlich
, ob die Therapie auf ärztliche An
ord
nung
erfolgte
. Zumindest wurde die Lerntherapie nicht von der be
handel
n
den Jugendpsychiaterin
Dr.
A._
angeordnet, da sie die be
an
tragte Lern
therapie erstmals rund zehn Monaten
nach
Beginn der
T
herapie am 2
2.
August
2013 als die zielgerichtete Mass
nahme
zur Unterstützung
der schuli
schen Leistungs
fä
higkeit des Beschw
erdeführers bezeichne
te.
5
.3
Überwiegt nach dem Dargelegten bei der
durchgeführten T
herapie das pädago
gische Mo
ment gegen
über dem medizinischen, hat die Beschwerdegegnerin die
anbe
gehrte
Kosten
gutsprache für die Lerntherapie zu Recht verneint. An der fehlen
den Leistungs
pflicht ver
ma
g schliesslich auch d
as
Vorbringen der behan
deln
den Jugendpsychiaterin
Dr.
A._
, wonach die Lerntherapie im Ver
gleich zu einer Ergothera
pie die
zielgerichtetere
Massnahme sei, nichts zu ändern.
Dies führt zur Abweisung der Beschwerde.
6
.
Gestützt auf Art. 69 Abs. 1
bis
IVG ist das Verfahren für den unterliegenden Be
schwerde
führer kostenpflichtig. Die Kosten sind unter Berücksichtigung des gesetzlichen Rahmens (Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.--) auf Fr. 600.-- festzulegen.