# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** a7ca4125-5be9-4481-9c17-1a4bed9cc5a1
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2019
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1967,
Mutter von drei Kindern (Jahrgang 1990, 1991 und 1993), war als Unterhaltsreinigerin von 1996 (mit einem kurzen Unterbruch) bis zur Kündigung per 3
1.
August 2017 bei der
Y._
im Umfang von zirka 15 (von 42) Wochenstunden (
Urk.
6/19) sowie von 2006 bis 3
1.
August 2017 im Umfang von 8.75 (von 42) Wochenstunden bei der
Z._
(
Urk.
6/21) beschäftigt, wobei der letzte Arbeitstag am 2
2.
November 2016 war,
und
meldete sich am 1
9.
April 2017 bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an (
Urk.
6/4). Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle,
holte Arzt
berichte (
Urk.
6/20/1-5,
Urk.
6/29,
Urk.
6/43) ein und
zog Akten
der beiden
involvierten Taggeldversicherer
Helsana und Mobiliar
(
Urk.
6/5-6
,
Urk.
6/20
/8-11
,
Urk.
6/25
,
Urk.
6/40,
Urk.
6/42) bei.
Mit Vorbescheid vom
1.
Februar 2018 stellte die IV-Stelle der Versicherten in Aussicht, einen Leistungsanspruch zu verneinen (
Urk.
6/45 =
Urk.
3/2). Dagegen erhob diese am
7.
Februar 2018 Einwände (
Urk.
6/49 =
Urk.
3/3).
Mit Verfügung vom 1
6.
März 2018 verneinte die IV-Stelle einen Leistungs
an
spruch (
Urk.
6/53 =
Urk.
2).
2.
Die Versicherte erhob am 1
3.
April 2018 Beschwerde gegen die Verfügung vom 1
6.
März 2018 (
Urk.
2) und beantragte eine
Leistungszusprache
ab November 2016 mit einer Umschulung in eine geeignete Tätigkeit (
Urk.
1 S. 2 Mitte).
Die IV-Stelle beantragte mit Beschwerdeantwort vom 2
4.
Mai 2018 (
Urk.
5) die Abweisung der Beschwerde, was der Beschwerdeführerin am
4.
Juni
2018 zur Kenntnis gebracht wurde (
Urk.
7).
Das Gericht holte sodann eine ergänzende ärztliche Stellungnahme ein (vgl.
Urk.
8
), die am 2
3.
Juli 2018 erstattet wurde (
Urk.
11). Die Beschwerdegegnerin verzichtete am 2
2.
August 2018 auf eine Stellungnahme (
Urk.
15), die Be
schwer
deführerin liess sich innert Frist nicht vernehmen (vgl.
Urk.
12).
3.
Im Verfahren KK.2018.00008 hat die Beschwerdeführerin am 18. Februar bezieh
ungsweise 14. März 2018 klageweise die Weiterausrichtung von Krankentag
gel
dern beantragt (Urk. 1). Über diese Klage wurde in besagtem Verfahren mit Urteil gleichen Datums entschieden.
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allge
meinen Teil des Sozialversicherungsrechts
,
ATSG)
. Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom
menden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der ge
sundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenver
siche
rung (IVG)
aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und
nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliede
rungs
massnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeits
marktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der Einkommensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffern
mässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt (sog. all
gemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hin
weisen).
1.3
Der Begriff des ausgeglichenen Arbeitsmarktes gemäss Art. 16 ATSG ist ein theo
retischer und abstrakter Begriff, welcher die konkrete Arbeitsmarktlage nicht berücksichtigt und dazu dient, den Leistungsbereich der Invalidenversicherung
von jenem der Arbeitslosenversicherung abzugrenzen (BGE 134 V 64 E. 4.2.1, BGE
110 V 273 E. 4b; vgl. auch BGE 141 V 351 E. 5.2, 141 V 343 E. 5.2). Er umschliesst einerseits ein gewisses Gleichgewicht zwischen dem Angebot von und der Nachfrage nach Stellen; anderseits bezeichnet er einen Arbeitsmarkt, der von seiner Struktur her einen Fächer verschiedenartiger Stellen offenhält, und zwar sowohl bezüglich der dafür verlangten beruflichen und intellektuellen Vor
aussetzungen wie
auch hinsichtlich des körperlichen Einsatzes (BGE 110 V 273 E. 4b; ZAK 1991 S. 320 f. E. 3b; Urteile des Bundesgerichts 9C_830/2007 vom 29. Juli 2008 E. 5.1 und 9C_192/2014 vom 23. September 2014 E. 3.1, je mit Hinweisen). Nach diesen Gesichtspunkten bestimmt sich im Einzelfall, ob die ver
sicherte Person die Möglichkeit hat, ihre restliche Erwerbsfähigkeit zu verwerten, und ob sie ein rentenausschliessendes Einkommen zu erzielen vermag oder nicht (BGE 110 V 273 E. 4b; Meyer/
Reichmuth
, Bundesgesetz über die Invaliden
versi
che
rung, 3. Aufl
age
2014,
R
n
131 zu Art. 28a).
1.4
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie körperliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 8 ATSG bewirken. Rechtsprechungsgemäss ist bei psychi
schen Beeinträchtigungen zu prüfen, ob ein psychischer Gesundheitsschaden mit Krankheitswert besteht, welcher die versicherte Person auch bei Aufbietung allen guten Willens daran hindert, ein rentenausschliessendes Erwerbseinkommen zu erzielen (vgl.
BGE 139 V 547
E. 5,
131 V 49
E. 1.2,
130 V 352
E. 2.2.1; vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_125/2015 vom 1
8.
November 2015 E. 5.4).
Die Annahme eines psychischen Gesundheitsschadens im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG sowie Art. 3 Abs. 1 und Art. 6 ATSG setzt eine psychiatrische, lege
artis
auf
die Vorgaben eines anerkannten Klassifikationssystems abgestützte Diagnose vor
aus (vgl. BGE 143 V 409 E. 4.5.2, 141 V 281 E. 2.1, 130 V 396 E. 5.3 und E. 6). Eine fachärztlich einwandfrei festgestellte psychische Krankheit ist jedoch nicht ohne weiteres gleichbedeutend mit dem Vorliegen einer Invalidität. In jedem Ein
zelfall muss eine Beeinträchtigung der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit unabhängig von der Diagnose und grundsätzlich unbesehen der Ätiologie ausgewiesen und in ihrem Ausmass bestimmt sein. Entscheidend ist die nach einem weitgehend objektivierten Massstab zu beurteilende Frage, ob es der versicherten Person zumutbar ist, eine Arbeitsleistung zu erbringen (BGE 143 V 409 E. 4.2.1, 141 V 281 E. 3.7, 139 V 547 E. 5.2, 127 V 294 E. 4c, je mit Hinweisen; vgl.
Art.
7
Abs.
2 ATSG).
Mit BGE 143 V 418 entschied das Bundesgericht, dass grundsätzlich sämtliche psychischen Erkrankungen für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit einem struk
turierten Beweisverfahren nach BGE 141 V 281 zu unterziehen sind (E. 6 und 7, Änderung der Rechtsprechung; vgl. BGE 143 V 409 E. 4.5.2 speziell mit Bezug auf leichte bis mittelschwere Depressionen).
Aus Gründen der Verhältnismässigkeit kann dort von einem strukturierten Be
weis
verfahren nach BGE 141 V 281 abgesehen werden, wo es nicht nötig oder auch gar nicht geeignet ist. Ein Beweisverfahren bleibt daher entbehrlich, wenn im Rahmen beweiswertiger fachärztlicher Berichte (vgl. BGE 125 V 351) eine Arbeitsunfähigkeit in nachvollziehbar begründeter Weise verneint wird und all
fälligen gegenteiligen Einschätzungen mangels fachärztlicher Qualifikation oder aus anderen Gründen kein Beweiswert beigemessen werden kann (BGE 143 V 409 E. 4.5.3; vgl. BGE 143 V 418 E. 7.1). Insbesondere in Fällen, in welchen nach der Aktenlage überwiegend wahrscheinlich von einer bloss leichtgradigen depressi
ven Störung auszugehen ist, die nicht schon als
chronifiziert
gelten kann und auch nicht mit Komorbiditäten einhergeht, bedarf es in aller Regel keines struk
turierten Beweisverfahrens (BGE 143 V 409 E. 4.5.3; vgl. Urteil des Bundes
ge
richts 9C_580/2017 vom 1
6.
Januar 2018 E. 3.1).
1.5
Gemäss
Art.
17
Abs.
1
IVG hat die versicherte Person Anspruch auf Umschulung auf eine neue Erwerbstätigkeit, wenn die Umschulung infolge Invalidität not
wendig ist und dadurch die Erwerbsfähigkeit voraussichtlich erhalten oder ver
bessert werden
kann
.
Der Anspruch auf Umschulung setzt voraus, dass die versicherte Person wegen der Art und Schwere des Gesundheitsschadens im bisher ausgeübten Beruf und in den für sie ohne zusätzliche berufliche Ausbildung offen stehenden zumut
baren Erwerbstätigkeiten eine bleibende oder längere Zeit dauernde Erwerbs
ein
busse von etwa 20 % erleidet, wobei es sich um einen blossen Richtwert handelt (BGE 124 V 108 E. 2a und b mit Hinweisen; vgl. auch BGE 130 V 488 E. 4.2; AHI 2000 S. 27 E. 2b und S. 62 E. 1 je mit Hinweisen).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin ging in der angefochtenen Verfügung (
Urk.
2) davon aus, unter Beachtung eines näher umschriebenen Belastungsprofils sei der Be
schwerdeführerin eine Tätigkeit im Umfang von 100
%
zumutbar (S. 1 unten). Für die Unterstützung bei der Stellensuche sei das Regionale Arbeitsver
mittlungs
zentrum (RAV) zuständig (S. 2 oben).
2.2
Die Beschwerdeführerin stellte sich demgegenüber auf den Standpunkt (
Urk.
1),
sie leide an näher dargelegten körperlichen und psychischen Beschwerden (S. 1 f.),
welche es ihr verunmöglichten, einer Tätigkeit nachzugehen (S. 1 unten). Es sei ihr objektiv
und subjektiv nicht möglich, eine Tätigkeit zu 100
%
in ihrem Beruf auszuüben (S. 2 oben). Sie beantrage die Umschulung in eine dem von der Be
schwerdegegnerin genannten Belastungsprofil angepasste Tätigkeit (S. 2 Mitte).
2.3
Strittig und zu prüfen ist somit, wie es sich mit der Arbeitsfähigkeit der Be
schwerdeführerin und allfälligen Leistungsansprüchen verhält.
3.
3.1
Dr.
med. A._
, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin und für Nephrologie,
nannte in seinem
Erstbericht
vom
2
5.
Februar 2017
an
die Helsana
(
Urk.
6/5/1-3)
als Diagnosen
eine
Depression und
eine
Angststörung (
Ziff.
6) und attestier
te eine Arbeitsunfähigkeit von 10
0
%
ab 2
3.
November 2017 (
Ziff.
8).
3.2
Dr.
med.
B._
, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie, nannte in ihrem
psychiatrischen Bericht vom 1
5.
März 2017 an
die Helsana
(
Urk.
6/5/4-6) eine An
passungsstörung mit längerer Angst und depressive
r
Reaktion gemischt (ICD-10
F43.22) als Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (
Ziff.
1) und atte
stierte eine Arbeitsunfähigkeit von 100
%
seit
3.
März 2017 (
Ziff.
11).
In ihrem Bericht vom 2
7.
März
2017 an
die Mobiliar
(
Urk.
6/20/8-11 =
Urk.
6/25/7-10
=
Urk.
6
/
42/9-12
=
Urk.
3/6
) führte
Dr.
B._
unter anderem aus, sie habe die Patientin bisher dreimal gesehen (
Ziff.
13), und nannte eine ängstlich agitierte, gegenwärtig mittelschwer ausgeprägte Störung mit somatischem Syn
drom (ICD-10 F32.11) mit intermittierenden Phasen von schwer ausgeprägten Symptomen im Rahmen einer Persönlichkeitsakzentuierung mit misstrauischen und fraglich paranoiden Zügen (Z73.1) sowie eine somatoforme Schmerzstörung (ICD-10 F45.4) als Diagnosen (S. 3 Mitte). Aus psychiatrischer Sicht bestehe eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit (
Ziff.
5).
In ihrem Zwischenbericht vom
8.
April 2017 (
Urk.
6/5/7-9) nannte sie eine mittel
gradige depressive Episode (ICD-10 F32.11) und eine somatoforme Schmerz
stö
rung (ICD-10 F45.
4
) als Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (
Ziff.
1) und attestierte eine Arbeitsunfähigkeit von 100
%
seit
1.
Februar 2017 (
Ziff.
6
.1).
3.3
Dr.
A._
(vorstehend E.
3.1) nannte in seinem am 2
1.
Juni 2017 bei der Beschwerdegegnerin eingegangenen Bericht (
Urk.
6/20/1-5) folge
n
de Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (
Ziff.
1.1):
-
tiefe Depression (ICD-10 F32.11, F45.4, Z73.1)
-
fortgeschrittene Gonarthrose beidseits
-
chronisches
lumbospondylogenes
Syndrom
-
chronische
Cephalgie
-
Obesitas
Er attestierte eine Arbeitsunfähigkeit von 100
%
seit April 2016 (
Ziff.
1.6).
3.4
Dr.
B._
(vorstehend E. 3.2)
nannte
in ihrem Bericht vom
2
1.
Juli 2017 an die Beschwerdegegnerin (
Urk.
6/29) die bereits erwähnten Diagnosen
(S. 1 unten) und
führte aus, es fänden Konsultationen von 60 Minuten einmal bis zweimal pro Monat statt (
Ziff.
(1.5). Sie
attestierte eine Arbeitsunfähigkeit von 100
%
bis auf weiteres (
Ziff.
1.6).
3.5
Dr.
med. C._
, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie, er
stat
te
te am
2.
Dezember 2017 ein Gutachten im Auftrag
der Helsana
(
Urk.
6/40/2-14)
.
Sie führte unter anderem aus, gemäss telefonischer Auskunft der behandelnden Psychiaterin seien zwischen Juni und September 2017 keine Konsultationen erfolgt (S. 7
lit
. E).
Sie führte unter anderem aus, aktuell könne kein psychisches Leiden von Krank
heitswert festgestellt werden
und nannte dementsprechend keine Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (S. 10
lit
.
H
.
a
). Als Diagnose ohne Aus
wir
kung auf die Arbeitsfähigkeit nannte sie einen Status nach depressivem Zu
stands
bild (ICD-10 F43.20), Differentialdiagnose (DD) im Rahmen einer Anpas
sungs
störung,
im Rahmen
einer depressiven Episode
(S. 10
lit
.
H.b
).
Die diagnostische E
in
schätzung des aktuellen psychischen Gesundheitszustands
der Versicherten sei
eindeutig möglich, soweit dies für die Einschätzung der Arbeitsfähigkeit erforderlich
sei. Diese gebe
zwar auf Befragen diverse Beschwer
den an (Rückenschmerzen, Kopfschmerzen
und Angst vor e
inem
Unfall) und äusser
e
in der Exploration, dass ihre Stimmung nicht gut
sei und sie schlecht ein
schlafen könne, bleib
e
aber in ihren Angaben vage. Diejenigen Befunde,
die auf objektiver Beurteilung (Items überwiegender oder ausschliesslicher
Fr
e
md
e
ins
chätzung
nach AMDP) basier
t
en (
beispielsweise
die Depressivität, die
Ge
dächt
nis
leistung, die affektive Schw
ing
ungsfähigkeit), g
ä
ben keinen Hinweis auf ein
psychiatrisches Leiden von K
rankheitswer
t. Vielmehr wirke
die Vers
icherte
unzufrieden mit der
aktuellen Lebenssituatio
n
, die mit finanzieller
Engnis
und einem Ehemann, der e
ine
n
Herz
in
farkt durchgemacht ha
be
und seit einem Jahr daheim
sei
, belastet
sei (S. 10 unten).
Die Feststellung, dass der psychische Leidensdruck minimal sei, werde durch die Ergebnisse der Laboruntersuchung gestützt, die klar aufzeigten, dass die Versi
cherte keine Medikamente einnehme (S. 11 oben).
Gemäss der behandelnden Psychiaterin sei die Versicherte zu Beginn der Behand
lung bei ihr im Februar 2017 zunächst depressiv gewesen. Die Depressivität sei aber weitgehend aufgehellt im Laufe der Monate. Aufgrund der Vorgeschichte
und de
r
Angaben der behandelnden Psychiaterin sei es plausibel, dass es sich
beim
Zustand im Winter/Frühling 2017 um ein depressives Zustandsbild gehan
delt habe, welches rückwirkend ätiologisch nicht abschliessend einer Anpas
sungs
störung oder einer eigenständigen affektiven Erkrankung zugeordnet werden könne (S. 11 Mitte).
Differenzialdiagnostisch sei der Vollständigkeit halber eine anhaltende somato
forme Schmerzstörung zu erwägen; dies nachdem die Versicherte als Hauptbe
schwerden körperliche
Schmerzen angebe.
Angesichts der Tatsache, dass keine dauernden quälenden Schmerzen angegeben w
ü
rden, die
somatisch nicht erklärt werden könn
t
en, sondern vage
schmerzhafte Bereiche angegeben
w
ü
rden,
sei
das Ke
rn
kriterium für diese Diagnose nicht fest
zu
stellen, womit diese
Diagnose
stel
lung entfalle (S. 11 unten).
In der angestammten Tätigkeit sei die Arbeitsfähigkeit spätestens ab dem 1
4.
November 2017 uneingeschränkt. Bei fehlendem psychischem Leiden von Krankheitswert und damit fehlenden psychischen Funktionseinschränkungen sei die Arbeitsfähigkeit vollumfänglich gegeben. Der Umstand, dass die Versicherte ihre Medikamente nicht einnehme, stärke die Einschätzung, dass der Leidens
druck (psychisch und körperlich) bescheiden sei. Die inzwischen eingetretene Stellenlosigkeit, die familiäre Belastung und die finanziellen Probleme seien krankheitsfremde Faktoren, die nicht für das Attestieren einer Arbeitsunfähigkeit herangezogen werden könnten (S. 12
lit
.
I.a
).
3.6
Dr.
med.
D._
, Facharzt für Neurologie, nannte in seinem Bericht vom
2
4.
Oktober 2017 über die am 2
3.
Oktober 2017 erfolgte Untersuchung (
Urk.
6/42
/6-7
=
Urk.
6/48/2-3
=
Urk.
3/9
) als Diagnosen ein ausgeprägtes Kar
pal
tunnelsyndrom (CTS) links und eine Epilepsie unklarer Zuordnung (S. 1 Mitte).
3.7
Dr.
med. E._
,
Praxis
Dr.
A._
,
nann
t
e mit Bericht
vom 1
6.
Januar 2018 (
Urk.
6/42/1-3) - soweit lesbar - folgende Diagnosen:
-
ausgeprägtes CTS links
-
Epilepsie
-
Gonarthrose links und rechts
-
chronisches
lumbospondylogenes
Syndrom
-
tiefe Depression mit Angststörung
Eine Arbeitsfähigkeit sei leider nicht zu erwarten (
Ziff.
3.3).
In ihrem Bericht vom 1
9.
Januar 2018 an
die Helsana
(
Urk.
6/48/1
=
Urk.
3/5
) nannte
Dr.
E._
die folgenden, hier verkürzt angeführten Diagnosen:
-
Depression mit Konzentrationsstörungen und Angststörungen
-
starke Schmerzen in der linken Hand mit extremer Kraftlosigkeit seit September 2017, neurologisch ausgeprägtes CTS links
-
progrediente Schmerzen und Schwellungen in beiden Kniegelenken
-
persistierende Rückenschmerzen, panvertebrale Schmerzen
3.8
Dr.
B._
(vorstehend E. 3.2) nannte in ihrem Bericht vom 2
6.
Januar 2018 an
die Beschwerdegegnerin (
Urk.
6/43) als Diagnosen mit Auswirkung auf die Arb
eits
fähigkeit eine ängstlich agitierte depressive Störung mit somatischem Syndrom (ICD-10 F32.11) sowie chronische Schmerzen
(
Ziff.
1.1). Sie
führte aus, es erfolge eine Konsultation im Monat (
Ziff.
1.5), dies letztmals am 1
7.
Dezember 2017 (
Ziff.
1.2), und
attestierte eine Arbeitsunfähi
gkeit als Reinigungsfrau von 50
% (
Ziff.
1.6).
3.9
Dr.
med.
F._
, Facharzt für Chirurgie, Regionaler Ärztlicher Dienst (RAD), nannte in seiner Beurteilung vom
1.
Februar 2018 (
Urk.
6/44 S. 5) als Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine Adipositas (+ 30 kg) sowie folgende Diagnosen ohne dauerhafte Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (S. 5 oben):
-
ausgeprägtes Karpaltunnelsyndrom beidseits, links > rechts
-
ängstlich agitierte, gegenwärtig mittelschwer ausgeprägte affektive Störung mit
-
somatischem Syndrom (F32.11)
-
intermittierenden Phasen von schwer ausgeprägten Symptomen im Rahmen einer
-
Persönlichkeitsakzentuierung mit misstrauischen und fraglich para
noiden Zügen
-
einer
anhaltende
n
somatoforme
n
Schmerzstörung
Er nannte folgende funktionellen Einschränkungen in Bezug auf die bisherige Tätigkeit als Putzfrau: Tätigkeiten mit häufigen Schlägen und Vibrationen auf die Schultern und Hände sowie Überkopfarbeiten und Arbeiten in ständiger Arm
vorhalte, insbesondere repetitive Tätigkeiten, seien der Versicherten nicht mehr zumutbar. Beim
Heben, Tragen und Transportieren von Lasten sei ein Gewichts
limit von 5-8 kg (unter günstigen Hebeln) zu beachten (S. 5 Mitte).
Das Belastungsprofil umschrieb er wie folgt (S. 5): Leichte (angepasste) Tätig
keiten ohne Heben, Tragen und Transportieren von Lasten
>
5 kg, ohne (beid
seitiges) Arbeiten in Armvorhalte und Überkopfarbeiten seien zu 100
%
medizi
nisch-theoretisch zumutbar.
3.10
Dr.
med.
G._
,
Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie,
stell
ver
tretende Oberärztin,
H._
,
I._
,
erstattete - entsprechend dem Ersuchen des Gerichts (
Urk.
10) - am 2
3.
Juli 2018 eine Stellungnahme (
Urk.
11). Darin nannte sie folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (S.
1
Ziff.
1):
-
mittelgradige de
pressive Episode mit somatischem
Syndrom
(F32.1)
-
Persönlichkeitsakzentuierung mit misstrauischen und fraglich paranoiden Zügen
(Z73)
Sie führte unter anderem aus, die Beschwerdeführerin befinde sich seit März 2018 in ihrer ambulanten Behandlung (S. 1
Ziff.
2), dies mit Gesprächen in der Mutter
sprache im Abstand von zwei bis drei Wochen (S. 2 unten
Ziff.
4).
Anamnestisch/aktenanamnestisch könne diagnostisch von einer zunehmenden psychischen Dekompensation im Sinne einer depressiven Entwicklung mit ängst
licher Komponente ausgegangen werden. Im Vordergrund der Behandlung im
H._
stehe die depressive Symptomatik mit gedrückter Stimmungslage, Antriebslosigkeit, Hemmung des Denkens, Schlafstörungen mit Morgentief und anhaltender Tagesmüdigkeit (S. 2 oben).
Aufgrund der bereits seit Jahren bestehenden Symptomatik
seit
von einer länger
dauernden, chronischen Störung auszugeben. Eine Wie
derherstellung d
er Arbeits
fähig
keit sei aktuell als prognostisch schlecht einzustufen. Es bestünden Ein
schränkungen in Form von reduzierter Belastbarkeit, ausgeprägtem Misstrauen im Umgang mit anderen Menschen, Konzentrations- und Auffassungsstörung (S.
2
Ziff.
3.).
Es bestehe eine Arbeitsunfähigkeit von 100
%
für die zuletzt ausgeübte Tätigkeit als Reinigerin sei
t
1.
März 2018 (S. 3
Ziff.
5). Es bestehe eine verminderte Aus
dauer, verminderte Leistungsfähigkeit, Konzentrations- und Auffassungsschwie
rigkeiten sowie geringe Frustrationstoleranz
(S
.
3
Ziff.
6). Eine Integration in den ersten Arbeitsmarkt könne aktuell aufgrund der genannten Symptomatik ausge
schlossen werden (S. 3
Ziff.
7).
4.
4.1
Die Beschwerdeführerin machte geltend (
Urk.
1), sie leide an folgenden körper
lichen und psychischen Beschwerden: Depression mit Konzentrationsstörungen und Angststörungen, starke Schmerzen in der linken Hand mit extremer Kraft
losigkeit (ausgeprägtes Karpaltunnelsyndrom links), Knieschmerzen (progrediente Schmerzen und Schwellungen in beiden Kniegelenken), p
ersistierende Rücken
schmerzen
/ p
anvertebrale Schmerzen
(S. 1 f.). Diese verunmöglichten es ihr, einer Tätigkeit nachzugehen (S. 1 unten). Es sei ihr objektiv und subjektiv nicht mög
lich, eine Tätigkeit zu 100
%
in ihrem Beruf auszuüben (S. 2 oben).
4.2
Die Beschwerdegegnerin erachtete die Beschwerdeführerin als zu 100
%
arbeits
fähig für l
eichte (angepasste) Tätigkeiten ohne Heben, Tragen und Transportieren von Lasten
von mehr als
5 kg, ohne (beidseitiges) Arbeiten in Armvorhalte und
ohne
Überkopfarbeiten
(
Urk.
2 S. 1 unten).
4.3
Hinsichtlich der geltend gemachten psychischen Probleme liegen unterschied
liche Beurteilungen vor.
Dr.
B._
als behandelnde Psychiaterin diagnostizierte im März 2017 eine Anpassungsstörung und im April 2017 eine mittelgradige depressive Episode, und attestierte eine Arbeitsunfähigkeit von 100
%
seit
1.
Febru
ar 2017 (vorstehend E. 3.2). Im Juli 2017 berichtete sie, es fänden ein- bis zweimal pro Monat Konsultationen statt (vorstehend E. 3.4). Zwischen Juni und September 2017 fanden keine Konsultationen statt (vgl. vorstehend E. 3.5 am Anfang).
Im Januar 2018 berichtete
Dr.
B._
über
einmal
monatliche Konsul
tation
en
(zuletzt am 1
7.
Dezember 2017) und attestierte eine Arbeitsunfähigkeit von 50
%
in der angestammten Tätigkeit als Reinigungsfrau (vorstehend E. 3.8).
Die Gutachterin
Dr.
C._
vermochte im Dezember 2017 keine Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit zu stellen und nannte als Diagnose ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit einen Status nach depressivem Zustandsbild, dies unter Hinweis auf eine im Verlauf des Jahres erfolgte Aufhellung der im Februar 2017 festgestellten Depressivität und einen durch die Nichteinnahme von Medikamenten belegten fehlenden Leidensdruck (vorstehend E. 3.5).
Im Gegensatz dazu nannte die seit März 2018 behandelnde
Dr.
G._
als Diag
nose wiederum eine mittelgradige depressive Episode, attestierte eine vollständige Arbeitsunfähigkeit seit Behandlungsbeginn und erklärte, eine Integration in den ersten Arbeitsmarkt könne aktuell ausgeschlossen werden (vorstehend E. 3.10).
4.4
Im Hinblick auf die Beweiswürdigung ist entscheide
nd
, dass die Rechtsprechung, namentlich bei Berichten aus therapeutischen Zusammenhängen, die Verschie
den
heit von Behandlungs- und Begutachtungsauftrag berücksichtigt (BGE 137 V 210 E. 1.2.4; 124 I 170 E. 4).
Ins Gewicht fällt dabei insbesondere die Erfahrungstatsache, dass Hausärzte mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung im Zweifels
fall eher zu Gunsten ihrer Patienten aussagen (BGE 125 V 351 E. 3a/cc), sowie, dass die behandelnden Ärztinnen und Ärzte in einem auftragsrechtlichen Ver
hältnis zur versicherten Person stehen und sich zudem in erster Linie auf die Behandlung zu konzentrieren haben, weshalb ihre Berichte nicht den Zweck einer den abschliessenden Entscheid über die Versicherungsansprüche erlaubenden objek
tiven Beurteilung des Gesundheitszustandes haben (BGE 135 V 465 E. 4.5).
Diese Unterscheidung erweist sich vorliegend als aufschlussreich. Den Berichten der 2017 behandelnden Psychiaterin ist eine im Jahresverlauf stetig nachlassende Behandlungsfrequenz zu entnehmen, und damit korrespondierend eine Abnahme der von ihr attestierten Arbeitsunfähigkeit von 100
%
auf 50
%
. Vor diesem Hintergrund erweist sich die Beurteilung durch die Gutachterin
Dr.
C._
als gut begründet, einleuchtend und schlüssig: Ausserhalb des therapeutischen Kontextes war im Dezember 2017 keine die Arbeitsfähigkeit tangierende psychiatrische Diagnose (mehr) zu stellen. Dass die ab März 2018 behandelnde Psychiaterin wiederum eine - vollständige - Arbeitsunfähigkeit in der angestammten Tätigkeit
so
wie für den ersten Arbeitsmarkt überhaupt attestierte, erscheint demgegenüber als nicht nachvollziehbar. Dies ergibt sich insbesondere daraus, dass diese Beur
teilung
lediglich
mit
verminderte
r
Ausdauer, vermindert
er
Leistungsfähigkeit, Konzentrations- und Auffassungsschwierigkeiten sowie geringe
r
Frustrations
to
leranz
begründet wurde, ohne dass näher dargelegt worden wäre, weshalb diese Beeinträchtigungen jegliche Erwerbsaktivität verunmöglichen sollten.
Zusammengefasst ist in psychiatrischer Hinsicht auf die schlüssige Beurteilung durch
Dr.
C._
abzustellen
, w
omit mangels psychiatrischer Diagnosen mit Aus
wirkung auf die Arbeitsfähigkeit auch kein strukturiertes Beweisverfahren (vor
stehend E. 1.4) erforderlich ist.
4.5
Den ärztlich attestier
t
en und von der Beschwerdeführerin angeführten körper
lichen Beeinträchtigungen hat die Beschwerdegegnerin durch eine entsprechende Ausgestaltung des Anforderungsprofils (vorstehend E. 4.2) Rechnung getragen. Die
von ihr angenommene volle Arbeitsfähigkeit bezieht sich nicht auf jede beliebige (und auch nicht notwendigerweise die angestammte) Tätigkeit, sondern ausdrücklich und ausschliesslich auf Tätigkeiten, die diesem Belastungsprofil entsprechen.
Von einer so umschriebenen Arbeitsfähigkeit scheint auch die Beschwerde
füh
rerin auszugehen, wie ihr Antrag auf eine
Umschulung in eine dem von der Be
schwerdegegnerin genannten Belastungsprofil angepasste Tätigkeit (
Urk.
1 S. 2 Mitte) deutlich macht.
4.6
Ein allfälliger Anspruch auf Umschulung setzt voraus, dass eine solche infolge Invalidität notwendig ist und eine Erwerbseinbusse von mindestens rund 20
%
besteht (vorstehend E. 1.5). Beides ist vorliegend nicht gegeben. Dies liegt ins
besondere daran, dass für Tätigkeiten, die dem Belastungsprofil entsprechen, keine Umschulung erforderlich ist, da sie auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt (vor
stehend E 1.3) in ausreichender Zahl vorhanden sind, weshalb die Invaliden
versicherung
diesbezüglich
nicht zu zusätzlichen Leistungen verpflichtet ist. Die Existenz oder das Fehlen solcher Stellen im realen Arbeitsmarkt
hingegen
fällt in die Zuständigkeit der Arbeitslosenversicherung.
4.7
Zusammenfassend ist der Sachverhalt dahingehend festzuhalten, dass keine an
spruchsbegründende Invalidität ausgewiesen ist. Damit erweist sich die angefoch
tene Verfügung, mit welcher ein Leistungsanspruch verneint wurde, als rechtens, was zur Abweisung der dagegen erhobenen Beschwerde führt.
5.
Die Verfahrenskosten gemäss
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG
sind ermessensweise auf Fr.
700.-- festzusetzen und ausgangsgemäss der Beschwerdeführerin aufzuer
legen.