# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** c023d1e4-97e9-4560-8c97-5d149db3bb67
**Court:** SG_VGN
**Chamber:** SG_VGN_001
**Year:** 2019
**Language:** de
**Jurisdiction:** SG / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Das Verwaltungsgericht stellt fest:
A.
a. Die kosovarische Staatsangehörige X._, geboren 1989, heiratete am 6. Januar 2010
im Heimatland den in der Schweiz niedergelassenen Landsmann Y._, geboren 1989.
Am 8. August 2010 reiste X._ in die Schweiz ein. Nach Abschluss einer
Integrationsvereinbarung erhielt X._ im Rahmen des Familiennachzuges zum Verbleib
bei ihrem Ehemann eine Aufenthaltsbewilligung, welche letztmals bis am 7. August
2012 verlängert wurde (act. Migrationsamt [nachfolgend: MA] 33).
b. Am 22. Februar 2012 teilte das Einwohneramt G._ dem Migrationsamt mit, dass die
Ehegatten laut Angaben des Ehemanns getrennt leben würden. X._ würde bei ihrer
Schwester in H._ wohnen. Das Scheidungsverfahren sei bereits eingeleitet worden. Im
Eheschutzverfahren wurde Vormerk genommen, dass die Eheleute seit dem
15. Februar 2012 getrennt leben.
c. X._ reichte am 14. März 2012 bei der Kantonspolizei F._ Strafanzeige wegen
einfacher Körperverletzung, Tätlichkeiten und Drohung gegen ihren Ex-Mann sowie
dessen Vater ein. Die beiden Strafverfahren stellte das Untersuchungsamt E._ am 24.
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Juli 2012 rechtskräftig ein. Der Ex-Mann und sein Vater ihrerseits stellten am 20. Juli
2012 ebenfalls Strafantrag gegen X._ wegen mehrfacher Drohung, falscher
Anschuldigung, mehrfachem unbefugten Aufnehmen von Gesprächen sowie
Ehrverletzung (act. MA 134 ff.). Die Staatsanwaltschaft F._ stellte dieses
Strafverfahren mit Verfügung vom 9. April 2019 zufolge teilweisen Rückzugs des
Strafantrags und Desinteresses an der Weiterführung des Strafverfahrens ebenfalls ein
(act. MA 242 ff.).
d. Mit Schreiben vom 4. April 2012 reichte X._, vertreten durch ihre Rechtsvertreterin,
beim Migrationsamt des Kantons F._ ein Gesuch um Kantonswechsel ein. Sie gab
dabei an, dass sie unter ehelicher Gewalt gelitten habe und ihr das Zusammenleben
mit dem Ex-Mann nicht mehr zumutbar gewesen sei (act. MA 94 ff.). Das
Migrationsamt des Kantons F._ wies das Gesuch mit Verfügung vom 28. September
2012 ab und wies X._ an, das zürcherische Kantonsgebiet zu verlassen (act. MA 64).
Den dagegen erhobenen Rekurs wies die Sicherheitsdirektion des Kantons F._ mit
Entscheid vom 25. September 2013 ab (act. MA 315 ff.).
e. Am 4. November 2013 meldete sich X._ in B._ an und beantragte die Verlängerung
ihrer Aufenthaltsbewilligung. Die Ehe von X._ und Y._ wurde mit Urteil des
Kreisgerichts Rorschach am 2. Juli 2014 rechtskräftig geschieden (act. MA 334, 356
ff.). Nach Gewährung des rechtlichen Gehörs verfügte das Migrationsamt am 15.
Februar 2016 die Nichtverlängerung der Aufenthaltsbewilligung von X._. Der Entscheid
wurde im Wesentlichen damit begründet, dass die Ehe nur rund eineinhalb Jahre gelebt
worden und damit die dreijährige gesetzliche Frist nicht eingehalten sei. Ein wichtiger
persönlicher Grund für eine Bewilligungsverlängerung liege nicht vor. Die behauptete
häusliche Gewalt gegen X._ sei nicht in der erforderlichen Intensität ausgeübt worden.
Eine Rückkehr ins Heimatland sei ihr möglich und zumutbar (act. MA 486 ff.). Den
gegen diesen Entscheid erhobenen Rekurs wies das Sicherheits- und
Justizdepartement mit Entscheid vom 14. Februar 2018 ab.
B.
a. X._ (Beschwerdeführerin) reichte durch ihre Rechtsvertreterin am 8. März 2018
Beschwerde gegen den Entscheid des Sicherheits- und Justizdepartements
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(Vorinstanz) beim Verwaltungsgericht ein. Sie stellte im Wesentlichen den Antrag auf
Aufhebung des Entscheides unter Kosten- und Entschädigungsfolge. Zudem
beantragte sie die Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege.
b. Mit Schreiben vom 9. März 2018 beanstandete der Abteilungspräsident die 39-
seitige Eingabe als weitschweifig und ordnete deshalb deren Verbesserung an.
Gleichzeitig drohte er das Nichteintreten auf die Beschwerde an für den Fall, dass die
Mängel nicht innert der gesetzten Frist behoben würden. Da die Beschwerdeführerin
nicht innert der gesetzten Frist dieser Aufforderung nachkam, trat das
Verwaltungsgericht mit Entscheid vom 24. April 2018 nicht auf die Beschwerde ein.
c. Das von der Beschwerdeführerin gestellte Fristwiederherstellungsgesuch vom 30.
April 2018 wies das Verwaltungsgericht mit Entscheid vom 18. Mai 2018 ab und trat
auf das Gesuch um Wiedererwägung nicht ein.
d. Gegen den Nichteintretensentscheid vom 24. April 2018 erhob die
Beschwerdeführerin Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten und
subsidiäre Verfassungsbeschwerde am Bundesgericht. Mit Urteil vom 6. Februar 2019
hiess das Bundesgericht die Beschwerde gut und wies die Sache an das
Verwaltungsgericht zurück, damit es auf die Beschwerde vom 8. März 2018 eintrete
und die Sache materiell entscheide.
C. Mit Eingabe vom 20. Mai 2019 kam die Rechtsvertreterin der Aufforderung des
Abteilungspräsidenten um Ergänzung des Sachverhalts und Einreichung der Beilagen
mit nummeriertem Aktenverzeichnis nach.
Der Abteilungspräsident bewilligte mit Schreiben vom 22. Mai 2019 die unentgeltliche
Rechtspflege und Rechtsverbeiständung.
Mit Vernehmlassung vom 3. Juni 2019 schloss die Vorinstanz auf Abweisung der

## Considerations

Beschwerde und verwies zur Begründung auf die Erwägungen des angefochtenen
Entscheids vom 14. Februar 2018.
Auf die Ausführungen der Verfahrensbeteiligten zur Begründung ihrer Anträge und die
Akten wird, soweit wesentlich, in den Erwägungen eingegangen.
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Darüber zieht das Verwaltungsgericht in Erwägung:
1. Das Verwaltungsgericht ist zum Entscheid in der Sache zuständig (Art. 59 Abs. 1
des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege; sGS 951.1, VRP). Als Adressatin des
angefochtenen Entscheids ist die im Rekursverfahren unterlegene Beschwerdeführerin
zur Ergreifung des Rechtsmittels berechtigt (Art. 64 in Verbindung mit Art. 45 Abs. 1
VRP). Die Beschwerde wurde mit Eingabe vom 8. März 2018 rechtzeitig erhoben und
erfüllt formal wie inhaltlich die gesetzlichen Anforderungen (Art. 64 in Verbindung mit
Art. 47 Abs. 1 und Art. 48 Abs. 1 VRP). Auf die Beschwerde ist daher grundsätzlich
einzutreten.
Nicht einzutreten ist darauf, soweit die Beschwerdeführerin beantragt, die Verfügung
des Migrationsamts sei aufzuheben. Denn diese erstinstanzliche Verfügung ist durch
den angefochtenen Entscheid ersetzt worden beziehungsweise gilt inhaltlich als
mitangefochten (Devolutiveffekt, BGer 2C_249/2014 vom 27. März 2015 E. 1.3 mit
Hinweis auf BGE 138 II 169 E. 3.3).
2. Mit der am 1. Januar 2019 in Kraft getretenen Revision des (vormaligen)
Ausländergesetzes (Bundesgesetz über die Ausländerinnen und Ausländer; AuG),
welches neu Bundesgesetz über die Ausländerinnen und Ausländer und über die
Integration (AIG, SR 142.20) heisst, erfuhr das Gesetz einige – für die vorliegende
Streitsache indes nicht massgebende – Anpassungen. Art. 126 Abs. 1 AIG bestimmt,
dass auf Gesuche, die vor dem Inkrafttreten des AIG eingereicht worden sind, das
bisherige materielle Recht anwendbar bleibt. Das Verfahren richtet sich demgegenüber
nach dem neuen Recht (Art. 126 Abs. 2 AIG). Die Beschwerdeführerin und ihr Ex-Mann
leben seit dem 15. Februar 2012 getrennt und die anschliessende Überprüfung der
Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung fand damit vor Ende Dezember 2018 statt.
Folglich ist die Angelegenheit nach dem bis zum 31. Dezember 2018 geltenden
Ausländergesetz (AuG) in der Fassung vom 1. Oktober 2015 zu beurteilen.
3. Ausländische Ehegatten und ledige Kinder unter 18 Jahren von
niederlassungsberechtigten ausländischen Personen haben – unter Vorbehalt von
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Erlöschensgründen (Art. 51 Abs. 2 AuG) – Anspruch auf Erteilung und Verlängerung
ihrer Aufenthaltsbewilligung, soweit sie mit diesen zusammenwohnen (Art. 43 AuG)
oder, bei fortdauernder Ehegemeinschaft, ein wichtiger Grund für das Getrenntleben
besteht (Art. 49 AuG). Nach Auflösung der Ehe oder der Familiengemeinschaft besteht
der Anspruch des Ehegatten und der Kinder auf Erteilung und Verlängerung der
Aufenthaltsbewilligung nach den Art. 42 und 43 AuG weiter, wenn die Ehegemeinschaft
mindestens drei Jahre bestanden hat und eine erfolgreiche Integration besteht oder
wichtige persönliche Gründe einen weiteren Aufenthalt in der Schweiz erforderlich
machen (Art. 50 Abs. 1 AuG, Art. 77 der Verordnung über Zulassung, Aufenthalt und
Erwerbstätigkeit, SR 142.201, VZAE).
Die Beschwerdeführerin heiratete am 6. Januar 2010 ihren Ex-Mann und reiste im
August 2010 in die Schweiz ein. Seit dem 15. Februar 2012 lebt sie unbestrittenerweise
getrennt von ihrem Mann und ist seit Juli 2014 von ihm geschieden (Entscheid des
Kreisgerichts Rorschach vom 2. Juli 2014 betreffend Ehescheidung, act. MA 356 ff.).
Die Ehe dauerte folglich lediglich zwei Jahre bzw. wurde in der Schweiz eineinhalb
Jahre gelebt. Dementsprechend steht fest, dass die Dreijahresfrist nach Art. 50 Abs. 1
lit. a AuG nicht erfüllt ist und die Beschwerdeführerin gestützt auf diesen
Gesetzesartikel keinen Anspruch auf Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung hat. Die
Beschwerdeführerin macht allerdings einen sogenannten nachehelichen Härtefall nach
Art. 50 Abs. 1 lit. b und Abs. 2 AuG geltend. Diesen begründet sie damit, dass sie
Opfer ehelicher Gewalt geworden und eine Rückkehr in ihr Heimatland nicht zumutbar
sei. Daher würden wichtige Gründe für einen weiteren Aufenthalt in der Schweiz
vorliegen.
4.
4.1. Wichtige persönliche Gründe nach Art. 50 Abs. 1 lit. b AuG können namentlich
vorliegen, wenn die Ehegattin oder der Ehegatte Opfer ehelicher Gewalt wurde oder die
Ehe nicht aus freiem Willen geschlossen hat oder die soziale Wiedereingliederung im
Herkunftsland stark gefährdet erscheint (Art. 50 Abs. 2 AuG und Art. 77 Abs. 2 VZAE).
Die beiden Elemente der ehelichen bzw. häuslichen Gewalt und der sozialen
Wiedereingliederung (Art. 77 Abs. 2 VZAE) sind nicht kumulativ zu verstehen (vgl. BGE
138 II 229 E. 3.2.2). Eheliche Gewalt liegt insbesondere dann vor, wenn Personen
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innerhalb einer bestehenden oder aufgelösten ehelichen Beziehung psychische,
physische oder sexuelle Gewalt ausüben oder androhen (vgl. M. Caroni, in: Caroni/
Gächter/Thurnherr [Hrsg.], Bundesgesetz über die Ausländerinnen und Ausländer,
Handkommentar, Bern 2010, Rz. 32 zu Art. 50 AuG). Das Bundesgericht hat hierzu
ausgeführt, dass häusliche Gewalt eine systematische Misshandlung mit dem Ziel,
Macht und Kontrolle auszuüben, bedeute. Eine einmalige Ohrfeige oder eine verbale
Beschimpfung im Verlauf eines eskalierenden Streits reichen dagegen nicht aus.
Vielmehr müsse die physische oder psychische Zwangsausübung und deren
Auswirkungen von einer gewissen Konstanz bzw. Intensität geprägt sein (BGE 138 II
229 E. 3.2.1 f., Caroni, a.a.O., Rz. 34 zu Art. 50 AuG). Auch psychische bzw. sozio-
ökonomische Druckausübung wie dauerndes Beschimpfen, Erniedrigen, Drohen und
Einsperren kann einen für die Annahme eines nachehelichen Härtefalls relevanten Grad
an unzulässiger Oppression erreichen. Dies ist praxisgemäss dann der Fall, wenn die
psychische Integrität des Opfers bei einer Aufrechterhaltung der ehelichen
Gemeinschaft schwer beeinträchtigt würde. Nicht jede unglückliche, belastende und
nicht den eigenen Vorstellungen entsprechende Entwicklung einer Beziehung
begründet indessen bereits einen nachehelichen Härtefall und ein weiteres
Anwesenheitsrecht in der Schweiz. Häusliche Oppression bedeutet systematische
Misshandlung mit dem Ziel, Macht und Kontrolle auszuüben (vgl. BGer 2C_788/2018
vom 31. Januar 2019 E. 4.1). Die anhaltende, erniedrigende Behandlung muss derart
schwer wiegen, dass von der betroffenen Person bei Berücksichtigung sämtlicher
Umstände vernünftigerweise nicht erwartet werden kann, dass sie einzig aus
bewilligungsrechtlichen Gründen die Ehe aufrechterhält und in einer ihre
Menschenwürde und Persönlichkeit verneinenden Beziehung verharrt. Eine glaubhaft
gemachte oppressionsbedingte Aufhebung der Hausgemeinschaft soll für die
betroffene Person keine ausländerrechtlichen Nachteile zur Folge haben, wenn sie
durch das Zusammenleben in ihrer Persönlichkeit ernsthaft gefährdet wäre und ihr eine
Fortführung der ehelichen Gemeinschaft bei objektiver Betrachtungsweise nicht mehr
zugemutet werden kann (BGE 138 II 229 E. 3.2.2).
4.2. Gerade weil der Nachweis ehelicher Gewalt in den wenigsten Fällen direkt erbracht
werden kann, trifft die ausländische Person bei der Feststellung des entsprechenden
Sachverhalts eine weitreichende Mitwirkungspflicht (vgl. Art. 90 AuG, BGE 138 II 229 E.
3.2.3). Dabei genügen allgemein gehaltene Behauptungen oder Hinweise auf punktuelle
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Spannungen in der Beziehung nicht. Vielmehr muss die Systematik der Misshandlung
bzw. deren zeitliches Andauern und die daraus entstehende Belastung objektiv
nachvollziehbar konkretisiert und beweismässig unterlegt werden (vgl. BGer
2C_873/2013 vom 25. März 2014 E. 4.4, M. Spescha, in: Spescha/Thür/Zünd/Bolzli/
Hruschka [Hrsg.], Kommentar Migrationsrecht, 4. Aufl. 2015, N 10 zu Art. 50 AuG, Art.
77 Abs. 5 VZAE). Als Hinweise für eheliche Gewalt gelten nach Art. 77 Abs. 6 und 6
VZAE insbesondere entsprechende Arztzeugnisse, Polizeirapporte, Strafanzeigen,
zivilrechtliche Fernhaltemassnahmen (Art. 28b des Zivilgesetzbuches SR 210, ZGB)
oder entsprechende strafrechtliche Verurteilungen bzw. Hinweise und Auskünfte von
spezialisierten Fachstellen (BGer 2C_339/2018 vom 16. November 2018 E. 5.3).
4.3. Die Vorinstanz gelangte zum Schluss, dass die von der Beschwerdeführerin
behauptete eheliche Gewalt nicht die rechtsprechungsgemäss vorausgesetzte
Intensität und Konstanz erreicht habe. Aufgrund der Akten sei durchaus erstellt, dass
sie in eine patriarchalische Familienstruktur eingeheiratet und während der
Ehegemeinschaft gewisse innerfamiliär geltenden Regeln zu beachten gehabt habe.
Die Vorbringen der Beschwerdeführerin, gemäss welchen sie in der Familie Y._ als
unterstes Glied habe dienen müssen und über Monate hinweg einer anhaltenden,
erniedrigenden Behandlung, verbunden mit physischer Gewalt, ausgesetzt gewesen
sei, seien jedoch wegen Zweifeln an der Glaubwürdigkeit der Beschwerdeführerin
erheblich zu relativieren. Die Beschwerdeführerin habe ohne Weiteres die Deutschkurse
besuchen und einer bezahlten Erwerbstätigkeit nachgehen können. Sie sei mit ihrem
Ex-Mann in die Ferien verreist, zu Besuchszwecken allein in ihr Heimatland geflogen
und habe regelmässig ihre Schwester in H._ besuchen können. Die Aussagen gegen
den Ex-Mann und Schwiegervater habe sie in der Einvernahme inhaltlich teilweise
revidiert.
Dagegen vertritt die Beschwerdeführerin im Wesentlichen die Ansicht, dass sie die
eheliche Gewalt mit den Berichten und Einschätzungen von Fachstellen glaubhaft
gemacht habe. Sie bringt vor, dass in der Familie Y._ patriarchalische Strukturen
vorgeherrscht hätten. Sie habe als "unterstes" Familienmitglied, quasi als "Sklavin"
oder "Bedienstete" leben müssen und sämtliche Arbeiten seien an ihr hängen
geblieben. Den von ihr verdienten Lohn habe sie nicht behalten können, sondern die
Familie Y._ habe bestimmt, wieviel sie abgeben müsse. Es könne ihr nicht zu ihren
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Ungunsten vorgehalten werden, dass sie sich lauthals gegen diese Strukturen zu
wehren versucht habe. In dieser Familie habe kein respektvoller, gleichberechtigter
Umgang geherrscht, wie es einer Frau würdig sei. Nur weil sie erniedrigt, geschlagen
und diskriminiert worden sei, habe sie sich wehren müssen. Auch könne die Vorinstanz
nicht als Indiz gegen das Vorliegen häuslicher Gewalt werten, dass sie einen
Deutschkurs besucht habe, da dieser vom Migrationsamt verlangt worden sei. Im
Übrigen sei die Gewalttätigkeit ihres Ex-Mannes aktenkundig. Dieser sei bereits vor der
Eheschliessung mehrfach gewalttätig geworden, und demnach sei Gewalt eine
Sprache, die er spreche. Die Machtdemonstration des Ex-Mannes zeige sich auch
darin, dass er sie gegenüber den Behörden der Scheinehe bezichtigt habe. Gegenüber
der Polizei habe sie eindrücklich über die vorgefallene physische und psychische
Gewalt gesprochen. Zudem habe auch die Beratungs- und Informationsstelle für
Frauen gegen Gewalt in der Ehe und Partnerschaft (BIF) zwei Berichte zu ihrer Situation
verfasst. Aufgrund der Gewalt sei sie so schwer destabilisiert gewesen, dass sie die
Beratung über einen längeren Zeitraum als sonst üblich in Anspruch genommen habe.
Der Arztbericht der Fachärztin schildere ebenfalls, dass ihre Aussagen in sich stimmig
seien. Die Vorinstanz setze sich einfach ohne Weiteres über diese Indizien bzw.
Berichte von ausgewiesenen Fachstellen hinweg und aberkenne den Fachstellen die
Fähigkeit, sie und ihre Schilderungen einzuschätzen.
4.4. Im vorliegenden Fall reichte die Beschwerdeführerin Stellungnahmen von
Bekannten und Arbeitskollegen (act. MA 299 bis 303, 308 bis 310), die Berichte der BIF
vom 6. November 2012, 31. Juli 2014 und 7. März 2016 (act. MA 248, 311, 555),
gemäss welchen die Beschwerdeführerin vom 14. März bis Oktober 2012 in Beratung
war, Arztberichte der Psychiaterin Dr. A._ vom 14. Juni 2012, 31. Juli 2014 und 11.
März 2016 (act. MA 166, 312, 560), zu welcher die Beschwerdeführerin vom 23. März
2012 bis am 23. August 2013 in Therapie ging, und eine Strafanzeige als Indizien des
Vorliegens von der Gewalt in der Ehe ein. Vorliegend wird – auch von der Vorinstanz –
nicht in Abrede gestellt, dass in der Familie Y._ die im Kosovo gewohnten
patriarchalischen Strukturen (siehe auch Ausführungen zu den Familienverhältnissen im
Kosovo: https://www.sem.admin.ch/sem/de/home.html unter Internationales/
Herkunftsländer/Europa-GUS/Kosovo/Lage der Frauen sowie Themenpapier Kosovo:
Die kosovo-albanische Frau in Familie und Gesellschaft, http://albanisches-institut.ch/
wp-content/uploads/2011/12/Albanische-Familien-in-der-Schweiz.pdf) geherrscht
http://albanisches-institut.ch/wp-content/uploads/2011/12/Albanische-Familien-in-der-Schweiz.pdf http://albanisches-institut.ch/wp-content/uploads/2011/12/Albanische-Familien-in-der-Schweiz.pdf
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haben mögen. Die patriarchalischen Strukturen allein, soweit sie nicht über ein in der
hiesigen Kultur nicht mehr tolerierbares Mass hinausgehen, stellen als solche noch
keine eheliche Gewalt dar. Dafür sind weitere Indizien notwendig. Daher ist
nachfolgend zu prüfen, ob die von der Beschwerdeführerin eingebrachten Indizien in
Form der bereits genannten Berichte und der Strafanzeige ausreichen, um die
rechtsprechungsmässig erforderliche Intensität und Konstanz der Gewalteinwirkungen
während der ehelichen Gemeinschaft glaubhaft zu machen.
Bezüglich der Stellungnahme der Bekannten und Arbeitskollegen ist festzuhalten, dass
solchen Stellungnahmen aus zwei Gründen nicht viel Gewicht beigemessen werden
kann. Einerseits sind solche Stellungnahmen nicht durchgehend von
Gefälligkeitsdiensten befreit. Andererseits geben diese lediglich die Angaben der
Beschwerdeführerin und subjektive Eindrücke der Bekannten wieder. Auch die Berichte
der Opferhilfe und der Psychiaterin basieren auf den von der Beschwerdeführerin
gemachten Ausführungen. Die Beschwerdeführerin bringt zwar zu Recht vor, dass
diese Fachpersonen auf solche Angaben angewiesen sind. Allerdings zeigen die
Einvernahmen in den Strafverfahren gegen den Ex-Mann und dessen Schwiegervater
und gegen die Beschwerdeführerin selbst auf, dass Aussagen der Beschwerdeführerin
teils nicht objektiviert werden konnten. Es deutet auch nichts darauf hin, dass das BIF
und die Psychiaterin die Informationen, wie dass die Beschwerdeführerin trotz der
patriarchalischen Familienstrukturen Deutschkurse besuchen, einer Erwerbstätigkeit
nachgehen, alleine in ihr Heimatland zu ihrer Familie fliegen und regelmässig ihre
Schwester in H._ besuchen konnte, gewürdigt haben. Zumindest fehlen in diesen
Berichten jegliche Ausführungen dazu. Insofern können diese Berichte nicht unbesehen
als Indizien gewertet werden.
Wie die Vorinstanz zu Recht ausführte, nahm die Beschwerdeführerin einerseits
Aussagen gegen den ehemaligen Schwiegervater zurück und räumte selbst ein,
Drohungen und Beschimpfungen ausgesprochen zu haben (act. MA 345, 349 und 351).
Auch die von der Beschwerdeführerin gemachte Behauptung, dass sie alles von ihr auf
der Arbeit verdiente Geld sofort der Familie abtreten musste, findet in den vorliegenden
Akten trotz weitreichender Mitwirkungspflicht keine Stütze. Vielmehr zeigt sich, dass
der Lohn auf ihr Konto überwiesen wurde, keine Vollmacht für einen Dritten für dieses
Konto bestand und sie anscheinend über das Geld verfügen konnte (act. MA 150 f.,
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348 f.). In der polizeilichen Befragung vom 14. März 2012 gab die Beschwerdeführerin
zwei Vorfälle zu Protokoll, gemäss welchen ihr ihr Ex-Mann beide Male eine Ohrfeige
verpasste und sie zudem einmal am Hals packte (act. MA 113 f.). Weiter ist der
Befragung zu entnehmen, dass ihr Ex-Schwiegervater von ihr verlangte, ihm zu
"dienen", und sie schlecht behandelt habe. Unter Berücksichtigung des in diesem
Kulturkreis herrschenden Familienverständnisses erscheint dies nicht ungewöhnlich
und kann nicht als psychische Gewalt gegenüber der Beschwerdeführerin eingestuft
werden. Bezüglich ihres Ex-Mannes machte die Beschwerdeführerin keine weiteren
Angaben hinsichtlich physischer und psychischer Gewalt. Sie kann auch nichts zu
ihren Gunsten ableiten, indem sie auf die Straftaten des Ehemannes verweist. Diese
Vorfälle (einfache Körperverletzung) ereigneten sich in seiner Jugend, und ab dem Jahr
2005 trat er nicht mehr strafrechtlich in Erscheinung. Weitere Vorfälle gab die
Beschwerdeführerin nicht zu Protokoll. Sie erläuterte lediglich noch den letzten Streit,
nach welchem sie die eheliche Wohnung verliess. Die von den beiden Männern
ausgesprochenen Drohungen während dieser Vorfälle sind insofern zu relativieren, als
dass auch die Beschwerdeführerin ebensolche Drohungen/Beschimpfungen
gegenüber diesen äusserte. Demnach herrschte unter den Beteiligten zwar ein rauerer
Umgangston, aber immerhin zeigt sich auch in den von der Beschwerdeführerin
aufgenommenen Gesprächen, dass sie sich verbal zu wehren wusste. Auch dem
Auszug des undatierten Telefongesprächs zwischen der Beschwerdeführerin und ihrem
Vater ist lediglich zu entnehmen, dass sich die Beschwerdeführerin bei ihrem Vater
beklagte, ihr Ex-Mann und sie würden sich nicht verstehen und häufig streiten. Diese
Angaben entsprechen im Übrigen auch der Anamnese im ärztlichen Bericht von
Dr. A._ vom 11. März 2016. Die Psychiaterin hielt ebenfalls fest, dass sich die Eheleute
anfänglich gut verstanden hätten und dann die Beziehung zum Ex-Mann schlechter
geworden sei. Sie sei beschimpft und weggeschickt worden. Unbestritten ist zwar,
dass sich die Beschwerdeführerin vom 23. März 2012 bis 23. August 2013 in
psychiatrischer und medikamentöser Behandlung befand. Die von der Psychiaterin
beschrieben Symptome könnten auf die mögliche Gewalt hinweisen. Nicht von der
Hand zu weisen ist jedoch, dass sich die Beschwerdeführerin mit der bevorstehenden
Scheidung ohnehin in einer schwierigen Lebenslage befand und sie überdies
befürchten musste, die Schweiz Richtung Heimatland verlassen zu müssen. Im Bericht
wird denn auch beschrieben, dass sie mit grosser Angst und Scham auf die
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Vorstellung, in den Kosovo zurückkehren zu müssen, reagierte. Die Psychiaterin
beschrieb lediglich die vorübergehenden Symptome, welche sie auf die Angaben der
Beschwerdeführerin stützte, ohne eine Diagnose zu stellen.
4.5. Zusammenfassend macht die Beschwerdeführerin zwar zu Recht geltend, dass für
das Vorliegen anspruchsbegründender ehelicher bzw. häuslicher Gewalt nicht ein voller
Beweis oder eine strafrechtliche Verurteilung verlangt wird, sondern es genügt, wenn
dies die ausländische Person, losgelöst von einem strafrechtlichen Verfahren, in
geeigneter Weise glaubhaft macht (BGE 138 II 229 E. 3.2.3, BGer 2C_765/2013 vom 2.
Juni 2014 E. 4.3). Es obliegt jedoch ihr, die erforderliche Intensität und Konstanz der
Gewalteinwirkungen während der ehelichen Gemeinschaft glaubhaft zu machen. Mit
dem ärztlichen Bericht der Psychiaterin, den Berichten der BIF sowie der polizeilichen
Befragung vom 14. März 2012 konnte die Beschwerdeführerin die schwierige Situation
in der Ehe und mit dem Schwiegervater zwar aufzeigen, es fehlt jedoch an der
rechtsprechungsgemäss geforderten Systematik von Misshandlungen bzw. deren
zeitliches Andauern. So reichen die angegebenen zwei Ohrfeigen und die im Streit
geäusserten Beschimpfungen und Drohungen nicht aus, die verlangte Intensität und
insbesondere das zeitliche Andauern zu belegen. Dasselbe gilt für den Umstand, dass
die Beschwerdeführerin nach einem Streit aus der Wohnung verwiesen wurde, ohne
dass sie körperliche oder psychische Schäden erlitten hatte (vgl. BGer 2C_133/2019
vom 11. April 2019, E. 3.3). Eine Ehe, welche relativ rasch eingegangen wurde und
nach kurzer Zeit scheitert, weil sich die Eheleute in ihren Vorstellungen über den
Partner und dessen Verhalten – und vielleicht auch dessen Familie – getäuscht sehen,
selbst wenn die Beschwerdeführerin das Verhalten ihres Mannes und dessen Familie
allenfalls auch als erniedrigend empfunden hat, bildet noch keine relevante Form von
ehelicher Gewalt im Sinne von Art. 50 Abs. 2 AuG (BGer 2C_293/2017 vom 30. Mai
2017 E. 3.1 und 3.2). Laut den Angaben der Eheleute wurde die Ehe durch die beiden
Väter arrangiert, wie dies im Kosovo oft vorkommt. Die Beschwerdeführerin konnte
daher nicht zum Vornherein annehmen, dass die Ehe problemlos und harmonisch
verlaufen würde. Ihr musste bewusst sein, dass sie nur aufgrund der Eheschliessung in
die Schweiz einreisen konnte und gegebenenfalls bei Auftreten von erheblichen
ehelichen Problemen bzw. einer Trennung wieder in die Heimat würde zurückkehren
müssen. Insgesamt sind jedenfalls keine eindeutigen Anhaltspunkte ersichtlich, welche
auf eine konstante und intensive eheliche bzw. häusliche Gewaltausübung durch ihren
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Ehemann über längere Zeit schliessen lassen und damit einen nachehelichen Härtefall
im Sinne von Art. 50 Abs. 1 lit. b und Abs. 2 AuG zu begründen vermögen.
5.
5.1. Nebst der ehelichen Gewalt stellt auch die starke Gefährdung der sozialen
Wiedereingliederung im Herkunftsland für sich allein einen wichtigen persönlichen
Grund im Sinne von Art. 50 Abs. 2 AuG und Art. 77 Abs. 2 VZAE dar. Zu denken ist
etwa an geschiedene Frauen (mit Kindern), welche in ein patriarchalisches
Gesellschaftssystem zurückkehren und dort wegen ihres Status mit Diskriminierung
oder Ächtung rechnen müssen (BGE 137 II 345 E. 3.2.2, BGer 2C_777/2018 vom 8.
April 2019 E 3.1). Daher ist weiter zu prüfen, ob aufgrund dessen die
Aufenthaltsbewilligung zu erteilen bzw. zu verlängern ist.
Die Beschwerdeführerin hebt hervor, dass sie seit bald sechs Jahren nicht mehr im
Kosovo gewesen sei. Es sei ihr nach all den Jahren in der Schweiz nicht mehr
zumutbar, in den patriarchalischen Strukturen im Kosovo zu leben. Sie habe in den
letzten Jahren erleben dürfen, wie es sei, als Person respektiert zu werden und die ihr
zustehenden Freiheiten lieben und schätzen gelernt. An der Grenze zum Kosovo müsse
sie ihr menschen- und frauenwürdiges Leben wieder abgeben und könne im Kosovo
als alleinstehende, geschiedene Frau auch keine Anstellung finden, um ihren
Lebensunterhalt zu verdienen. Auch könne sie ihre ambulante psychiatrisch-
psychotherapeutische Behandlung im Kosovo nicht weiterführen.
5.2. Bei der Anwendung von Art. 50 Abs. 1 lit. b AuG ist entscheidend, ob die
persönliche, berufliche und familiäre Wiedereingliederung der betroffenen
ausländischen Person bei einer Rückkehr in ihre Heimat als stark gefährdet zu gelten
hätte und nicht, ob ein Leben in der Schweiz einfacher wäre und von ihr vorgezogen
würde (vgl. BGE 137 II 345 E. 3.2.2 und BGer 2C_1270/2012 vom 2. April 2013 E. 2.2).
Ein persönlicher, nachehelicher Härtefall setzt aufgrund der gesamten Umstände eine
erhebliche Intensität der Konsequenzen für das Privat- und Familienleben voraus, die
mit der Lebenssituation nach dem Dahinfallen der gestützt auf Art. 43 Abs. 1 AuG
abgeleiteten Anwesenheitsberechtigung verbunden sein muss (vgl. BGE 137 II 345 E.
3.2.3 und BGer 2C_781/2010 vom 16. Februar 2011 E. 2.2). Hat der Aufenthalt nur
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kürzere Zeit gedauert und wurden keine engen Beziehungen zur Schweiz geknüpft,
lässt sich ein Anspruch auf weiteren Verbleib nicht begründen, wenn die erneute
Integration im Herkunftsland keine besonderen Probleme darstellt (BGE 138 II 229 E.
3.1, Botschaft AuG, BBl 2002 3709, 3754 Ziff. 1.3.7.6).
Es gilt dasselbe Beweismass wie bei der Geltendmachung von ehelicher Gewalt als
wichtigen Grund (vgl. E. 4.2). Auch hier genügen allgemeine Hinweise nicht; die
befürchtete Beeinträchtigung muss im Einzelfall aufgrund der konkreten Umstände
glaubhaft erscheinen (BGer 2C_765/2013 vom 2. Juni 2014 E. 4.1).
5.3. Die heute 30-jährige Beschwerdeführerin hält sich seit August 2010 in der Schweiz
auf. Sie verbrachte damit die ersten 21 Jahre und damit den grössten Teil ihres Lebens
resp. die prägende Schul- und Jugendzeit in ihrem Heimatland. Dort besuchte sie auch
die Schule. Aus dem Umstand, dass sie in der Schweiz einer Erwerbstätigkeit
nachgeht, der deutschen Sprache nach Absolvierung der Sprachkurse mehr oder
weniger mächtig ist und gemäss eigenen Angaben eine Liebesbeziehung mit einem
hier ansässigen Mann führt, lässt sich kein Anspruch auf einen weiteren Verbleib in der
Schweiz ableiten. Aufgrund der kurzen Aufenthaltsdauer von zwischenzeitlich neun
Jahren kann denn auch nicht von einer fortgeschrittenen persönlichen Integration und
Verwurzelung ausgegangen werden, welcher einer Rückkehr ins Heimatland
entgegenstehen würde. Im Übrigen ist die neunjährige Aufenthaltsdauer in der Schweiz
zu relativieren. Die Aufenthaltsbewilligung wurde der Beschwerdeführerin im Rahmen
des Familiennachzugs erteilt. Die Ehe dauerte lediglich eineinhalb Jahre und die
restlichen sieben Jahre entfielen auf die Rechtsmittelverfahren sowohl im Kanton F._
als auch im hiesigen Kanton. Die Gefahr der Nichtverlängerung der
Aufenthaltsbewilligung musste der Beschwerdeführerin demnach schon lange bewusst
sein. Wurden keine engen Beziehungen zur Schweiz geknüpft und war der Aufenthalt
im Land nur von kurzer Dauer, besteht praxisgemäss kein Anspruch auf einen weiteren
Verbleib, auch wenn die betroffene ausländische Person hier nicht straffällig geworden
ist, gearbeitet hat und inzwischen auch Deutsch spricht (BGer 2C_428/2012 vom
18. Mai 2012 E. 2.2.1). Die wirtschaftlichen Verhältnisse bzw. die Arbeitsmöglichkeiten
im Kosovo dürften zwar schwieriger sein als in der Schweiz, doch betrifft das alle dort
lebenden Personen in gleicher Weise und ist kein spezifischer persönlicher Grund, der
die Rückkehr als unzulässig erscheinen lässt (vgl. BGer 2C_788/2018 vom 31. Januar
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2019 E. 4.2.4, 2C_106/2017 vom 22. August 2017 E. 4.2, vgl. VerwGE B 2018/63 vom
14. August 2018 E. 6.6, www.gerichte.sg.ch). Gleiches gilt für die Stellung als
alleinstehende, geschiedene Frau. Die Rückkehr nach einer Scheidung zu den
Blutsverwandten wird als üblich betrachtet (https://www.sem.admin.ch/sem/de/
home.html Themenpapier Kosovo, a.a.O.). Entgegen der von der Beschwerdeführerin
vertretenen Ansicht ist aufgrund der Aktenlage auch nicht ersichtlich, dass sie bei ihrer
Rückkehr in die Heimat nicht an frühere Beziehungen und das soziale Netz aus
Familienmitgliedern und Freunden wieder anknüpfen könnte. Am 26. Februar 2012,
also kurz nach der Trennung am 20. Februar 2012, kehrte sie bereits zu ihren Eltern in
die Heimat zurück und besprach mit ihrer Familie die vorgefallenen Ereignisse. Ihr Vater
ging am 29. Februar 2012 sogar zu einem Rechtsanwalt, um eine Erklärung hinsichtlich
der Drohungen gegenüber seiner Tochter und seiner Familie abzugeben (act. MA 439).
Die Wiedereingliederung kann zwar mit einigen anfänglichen, jedoch keinen
besonderen Schwierigkeiten – jedenfalls nicht mehr als für jede andere in die Heimat
zurückkehrende (geschiedene) Ehefrau aus diesem Kulturkreis – verbunden sein. Die
Beschwerdeführerin kann folglich nicht glaubhaft machen, dass ihr eine soziale oder
berufliche Ächtung droht. Dass die kosovarische Gesellschaftsordnung nicht der
schweizerischen entspricht und die Beschwerdeführerin deshalb lieber hier leben
würde, genügt nicht (vgl. BGer 2C_228/2018 vom 14. März 2019 E. 5.2, 2C_777/2018
vom 8. April 2019 E 3.2). Denn das schweizerische Ausländerrecht (Familiennachzug)
kann nicht dazu dienen, jeder kosovarischen Frau – nach innert kurzer Zeit
geschiedener Ehe – den Verbleib in der Schweiz zu ermöglichen, damit sie die hiesigen
rechtlichen (z.B. Gleichberechtigung der Frau) und ökonomischen Möglichkeiten
nutzen kann. Dementsprechend sind keine Gründe ersichtlich, die gegen ihre soziale
Wiedereingliederung im Heimatland sprechen könnten. Auch die geltend gemachte
benötigte psychiatrisch-psychotherapeutische Behandlung stehen einer Rückkehr ins
Heimatland nicht entgegen, wie sich nachfolgend zeigen wird.
5.4. Aufgrund der nicht abschliessenden Aufzählung in Art. 50 Abs. 2 AuG kann auch
der Gesundheitszustand einer betroffenen Person einen wichtigen persönlichen Grund
darstellen (vgl. auch Art. 31 Abs. 1 lit. f VZAE, BGer 2C_721/2014 vom 15. Januar 2015
E. 3.2.1). Die gesundheitlichen Probleme müssen allerdings so gravierend sein, dass
eine Rückkehr ins Heimatland in medizinischer Hinsicht unhaltbar erscheint. Die
ungenügende Möglichkeit der Behandlung im Heimatland muss eine drastische und
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lebensbedrohende Verschlechterung des Gesundheitszustands nach sich ziehen (BGer
2C_672/2015 vom 14. März 2016 E. 2.2). Die betroffene Person muss beweisen, dass
sie an einem ernsthaften Gesundheitsschaden leidet, der während einer langen
Zeitspanne dauernde Behandlung oder punktuelle medizinische Notfallmassnahmen
erfordert, die im Herkunftsland nicht verfügbar sind, sodass eine Ausreise aus der
Schweiz schwerwiegende Folgen für ihre Gesundheit nach sich ziehen könnte. Dass
das Gesundheitssystem im Herkunftsland der betroffenen Person nicht mit jenem in
der Schweiz vergleichbar ist und die hiesige medizinische Versorgung allenfalls einem
höheren Standard entspricht, begründet noch keinen Härtefall (vgl. BGE 139 II 393 E. 6,
BGer 2C_724/2018 vom 24. Juni 2019 E. 5.2.2, 2C_672/2015 vom 14. März 2016
E 2.2).
Aus den vorliegenden Akten ergibt sich, dass die Beschwerdeführerin aktuell
überhaupt nicht in psychiatrisch-psychotherapeutische Behandlung steht. Laut dem
Arztbericht der Psychiaterin Dr. A._ vom 11. März 2016 dauerte die Behandlung der
Beschwerdeführerin vom 23. März 2012 bis 23. August 2013. Am 31. Juli 2014 und
26. Februar 2016 fanden Verlaufskontrollen statt. Im Übrigen stellte die Psychiaterin
keine psychiatrisch relevante Diagnose gemäss der Klassifikation nach ICD-10, welche
behandlungsbedürftig wäre, und hielt bezüglich des Verlaufs fest, dass sich die
Beschwerdeführerin von den Erlebnissen in der Ehe erholen konnte.
6. Soweit die Beschwerdeführerin die Einholung von Gutachten hinsichtlich der
Situation der Frau im Kosovo (Ziff. 8.3 und 8.5 der Beschwerdeschrift, act. 5) verlangt,
kann das Gericht auf deren Abnahme in antizipierter Beweiswürdigung verzichten (vgl.
BGer 2C_339/2018 vom 16. November 2018 E. 6.5). Dies gilt ebenso für das von der
Beschwerdeführerin geforderte Gutachten, ob sie häusliche Gewalt erlitten habe oder
nicht. Es ist nicht ersichtlich, was zusätzliche ärztliche Abklärungen so viele Jahre nach
den Geschehnissen noch belegen könnten. Die vorliegend entscheidrelevanten
Unterlagen hinsichtlich der ehelichen Gewalt und der Unzumutbarkeit einer Rückkehr in
den Kosovo ergeben sich aus den Akten, insbesondere aus den Einvernahmen und
den Berichten der Psychiaterin. Bezüglich der Lage der Frauen im Kosovo bestehen
bereits Themenpapiere (https://www.sem.admin.ch/sem/de/home.html unter
Internationales/Herkunftsländer/Europa-GUS/Kosovo/Lage der Frauen sowie
Themenpapier Kosovo: Die kosovo-albanische Frau in Familie und Gesellschaft),
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welche das Gericht bei der Entscheidfindung miteinbezog und würdigte (E. 4.4 und
5.3). Im Übrigen wäre die Beschwerdeführerin im Rahmen ihrer weitreichenden
Mitwirkungspflicht (Art. 2 Abs. 2 in Verbindung mit Art. 90 AuG) gehalten gewesen, von
sich aus weitere ärztliche Berichte oder Angaben zu ihrem Heimatland einzureichen
(VerwGE B 2017/3 vom 22. Februar 2018 E. 4), falls solche als nötig und
entscheidrelevant erachtet worden wären.
7.
7.1. Wie die Vorinstanz zu Recht festgestellt hat, erfüllt die Beschwerdeführerin die
Voraussetzungen für einen nachehelichen Härtefall nach Art. 50 Abs. 1 lit. b und Abs. 2
AuG und Art. 77 Abs. 2 VZAE nicht. Besteht darauf kein Anspruch, so liegt die Frage
nach der Wegweisung bzw. nach der erneuten Bewilligungserteilung im behördlichen
Ermessen (Bolzli, in: Kommentar Migrationsrecht, a.a.O., N 4 zu Art. 33 AuG). Das
Verwaltungsgericht greift nicht in die Ermessensausübung der Vorinstanzen ein, wenn
diese nicht mit einem Rechtsfehler behaftet ist (Art. 61 Abs. 1 VRP; Cavelti/Vögeli,
a.a.O., Rz. 739 ff., VerwGE B 2015/45 vom 19. Juli 2016 E. 6.1, B 2016/131 vom
16. Januar 2018 E. 3.6, www.gerichte.sg.ch).
7.2. Die Vorinstanz hat das öffentliche Interesse an einer restriktiven Migrationspolitik
höher gewichtet als die privaten Interessen der erst seit relativ kurzer Zeit hier lebenden
Beschwerdeführerin am weiteren Verbleib in der Schweiz (vgl. BGE 135 I 153 E. 2.2.1).
Wie bereits ausgeführt, verbrachte die Beschwerdeführerin den grössten Teil ihres
Lebens und damit die kulturell prägenden Jugendjahre in ihrem Heimatland. Sie ist
demnach mit den dort herrschenden Sitten und Gebräuchen bestens vertraut und sie
musste sich selbst in der Schweiz dem patriarchalischen Familiensystem während der
Ehe unterordnen. Die Rückkehr in die Heimat ist ihr demzufolge zumutbar und
aufgrund ihres jungen Alters ist sie in der Lage, sich den dort herrschenden
Lebensumständen wieder anzupassen. Auch sprechen keine gesundheitlichen Gründe
gegen eine Rückkehr (siehe E. 5.4). Die Beschwerdeführerin arbeitet zwar in der
Schweiz, erlernte die deutsche Sprache, was ihr beides durchaus positiv anzurechnen
ist, und führt gemäss eigenen Angaben eine Liebesbeziehung mit einem hier
ansässigen Mann. Diese Umstände allein lassen die vorinstanzliche
Ermessensausübung jedoch nicht als rechtsfehlerhaft erscheinen. Insbesondere ist
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nicht ersichtlich und wird von der Beschwerdeführerin auch nicht weiter nachgewiesen,
inwiefern sie in der Schweiz besonders intensive, über eine normale Integration
hinausgehende private Bindungen gesellschaftlicher oder beruflicher Natur bzw.
entsprechend vertiefte soziale Beziehungen zum ausserfamiliären bzw.
ausserhäuslichen Bereich unterhält. Wie die Vorinstanz zu Recht ausführte, besteht ein
öffentliches Interesse daran, dass Ausländerinnen und Ausländer, bei denen die
familiären Voraussetzungen, die für die Erteilung des Aufenthaltsrechts massgebend
waren, nach kurzer Zeit wegfallen, die Schweiz wieder verlassen (VerwGE B 2012/105
vom 13. November 2012 E. 7, www.gerichte.sg.ch). Zusammenfassend können der
Vorinstanz keine Rechtsfehler vorgeworfen werden, wenn sie die Nichtverlängerung der
Aufenthaltsbewilligung der Beschwerdeführerin nach Durchführung der gebotenen
Interessenabwägung bestätigte. Die Beschwerde ist abzuweisen, soweit darauf
eingetreten wird.
8.
8.1. Dem Verfahrensausgang entsprechend sind die amtlichen Kosten der
Beschwerdeführerin aufzuerlegen (Art. 95 Abs. 1 VRP). Eine Entscheidgebühr von CHF
2'000 ist angemessen (Art. 7 Ziff. 222 der Gerichtskostenverordnung, sGS 941.12,
GKV). Zufolge Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege gehen die Kosten zulasten
des Staates (Art. 99 Abs. 2 VRP in Verbindung mit Art. 122 Abs. 1 lit. b der
Schweizerischen Zivilprozessordnung, Zivilprozessordnung, SR 272, ZPO). Auf die
Erhebung ist zu verzichten (Art. 95 Abs. 3 VRP).
8.2. Die Beschwerdeführerin verlangt die Gewährung einer angemessenen
Entschädigung in der Höhe der eingereichten Kostennoten von insgesamt CHF 5'835
(Eingabe vom 8. März 2018 von CHF 3'753 und vom 20. Mai 2019 von CHF 2'082), die
Übernahme der noch offenen Kosten für die bundesgerichtliche Beschwerde in der
Höhe von CHF 10'494 und die Aufhebung des Kostenspruchs im angefochtenen Urteil
bzw. die Erhöhung der von der Vorinstanz festgesetzten Entschädigung von CHF 2'000
auf CHF 5'000.
8.2.1. Beschwerdeverfahren vor Verwaltungsgericht
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Der Staat hat die Rechtsvertreterin der Beschwerdeführerin für die ausseramtlichen
Kosten des Beschwerdeverfahrens zufolge unentgeltlicher Rechtsverbeiständung zu
entschädigen (Art. 99 Abs. 2 VRP in Verbindung mit Art. 122 Ingress und Abs. 1 lit. a
ZPO). Bei unentgeltlicher Prozessführung wird das Honorar um einen Fünftel
herabgesetzt (Art. 31 Abs. 3 des Anwaltsgesetzes; sGS 963.70, AnwG). Im Kanton St.
Gallen wird das Honorar in der Verwaltungsrechtspflege auf der Grundlage einer
Honorarpauschale festgesetzt. Das Honorar vor Verwaltungsgericht beträgt pauschal
CHF 1'500 bis CHF 15'000 (vgl. Art. 22 Abs. 1 Ingress und lit. b der Honorarordnung;
sGS 963.75, HonO). Innerhalb des gesetzten Rahmens wird das Grundhonorar nach
den besonderen Umständen, namentlich nach Art und Umfang der notwendigen
Bemühungen, der Schwierigkeit des Falles und den wirtschaftlichen Verhältnissen der
Beteiligten, bemessen (Art. 30 lit. b Ziff. 2 und Art. 31 Abs. 1 AnwG, Art. 19 HonO). Bei
der Festsetzung der Honorarpauschale ist auch die eingereichte Kostennote zu
berücksichtigen (VerwGE GVP 2015 Nr. 68 E. 4.2.1, B 2016/38 vom 12. März 2018 E-.
8.3, www.gerichte.sg.ch). Die gerichtlich festgesetzte Entschädigung gilt auch im
Verhältnis zwischen dem Rechtsvertreter und der Beschwerdeführerin (Art. 11
HonO).
Die von der Rechtsvertreterin eingereichte Honorarnote stellt lediglich eines von
verschiedenen Bemessungskriterien dar. Im vorliegenden Fall betrieb die
Rechtsvertreterin einen überdurchschnittlichen Aufwand für ein grundsätzlich
durchschnittliches ausländerrechtliches Verfahren, bei welchem sich keine
aussergewöhnlich schwierigen Rechtsfragen stellten. Insbesondere der mit Eingabe
vom 20. Mai 2019 geltend gemachte Aufwand für den Zeitraum vom 20. August 2018
bis 20. Mai 2019 erscheint überhöht, da die Beschwerdeschrift bereits am 8. März
2018 erstellt und eingereicht wurde und das Gericht nachfolgendend nach Eingang des
Bundesgerichtsurteils lediglich noch um Aktualisierung des Sachverhalts und aktuelle
Angaben über die finanziellen Verhältnisse der Beschwerdeführerin bat. Unter
Berücksichtigung des Pauschalrahmens von Art. 22 Abs. 1 lit. b HonO und der in
durchschnittlichen Ausländerrechtsfällen zugesprochenen Entschädigung (CHF 2'500)
kann deshalb der von der Rechtsvertreterin in der detaillierten Aufstellung zur
pauschalen Honorarnote geltend gemachte Aufwand nicht vollumfänglich entschädigt
werden. In diesem Fall erscheint unter Berücksichtigung der in Art. 19 HonO definierten
Bemessungskriterien eine – gemäss Art. 31 Abs. 3 AnwG um einen Fünftel gekürzte –
bis
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Entschädigung von CHF 2'800 zuzüglich vier Prozent pauschale Barauslagen (4% vom
ungekürzten Honorar von CHF 3'500 – CHF 140, Art. 28 Abs. 1 HonO) und 7,7%
Mehrwertsteuer (Art. 29 HonO) angemessen. Dass die Beschwerdeführerin die
Entschädigung nicht zuzüglich Mehrwertsteuer beantragt hat, schadet nicht, da der
Antrag noch vor Inkrafttreten der revidierten Honorarordnung am 1. Januar 2019
gestellt wurde. Entgegen dem Antrag der Rechtsvertreterin ist kein Gutachten der
Honorarkommission des Zürcher Anwaltsverbands notwendig, um die Angemessenheit
der Kostennote und die Anwendung der St. Galler Honorarordnung zu beurteilen.
8.2.2. Beschwerdeverfahren vor Bundesgericht
Für das Beschwerdeverfahren vor Bundesgericht reichte die Rechtsvertreterin mit
Eingabe vom 24. Mai 2018 eine Kostennote im Betrage von CHF 13'494.80 ein. Im
Urteil 2C_469/2018 vom 6. Februar 2019 sprach das Bundesgericht der
Rechtsvertreterin eine Parteientschädigung von CHF 3'000 zu. Es erachtete die von der
Rechtsvertreterin eingereichte Kostennote von CHF 13'494 angesichts der
geringfügigen Schwierigkeiten als zu hoch (E. 10). Das Verfahren vor Bundesgericht ist
damit abgeschlossen und die Rechtsvertreterin kann den offenen Differenzbetrag in
diesem Beschwerdeverfahren nicht nochmals geltend machen, selbst wenn sie vor
Bundesgericht eine Gutheissung der Beschwerde erstritten und ihrer Ansicht nach mit
ihrer Beschwerde damit eine langjährige Praxis des Verwaltungsgerichts erfolgreich
widerlegt hat.
8.2.3. Rekursverfahren Den Behörden kommt bei der Verlegung und Bemessung von
amtlichen und ausseramtlichen Kosten ein erheblicher Ermessensspielraum zu. Die
Ermessenskontrolle ist dem Verwaltungsgericht im Beschwerdeverfahren verwehrt
(Art. 61 Abs. 1 und 2 VRP, vgl. VerwGE B 2013/178 vom 12. Februar 2014 E. 2.2, siehe
auch VerwGE B 2014/70 vom 27. November 2015 E. 2.4, www.gerichte.sg.ch). Das
Verwaltungsgericht ist daher nur zur Rechtskontrolle befugt und kann einen
Kostenspruch der Vorinstanz nur aufheben, wenn er auf einer Über- oder
Unterschreitung bzw. einem Missbrauch des Ermessens beruht (vgl. auch Cavelti/
Vögeli, a.a.O., Rz. 848).
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Die Höhe der ausseramtlichen Entschädigung im Verwaltungs- und
Verwaltungsrechtpflegeverfahren bestimmt sich in erster Linie nach der Pauschale
nach Art. 19 HonO in Verbindung mit Art. 22 HonO. Nach Art. 22 Abs. 1 lit. a HonO
beträgt das Honorar in der Verwaltungsrechtspflege vor Verwaltungsbehörden
pauschal CHF 500 bis CHF 6'000. Innerhalb dieser Pauschale wird das Grundhonorar
nach den besonderen Umständen, namentlich nach Art und Umfang der Bemühungen,
der Schwierigkeit des Falles und den wirtschaftlichen Verhältnissen der Beteiligten
bemessen (Art. 19 HonO). Die Vorinstanz kürzte die von der Rechtsvertreterin
eingereichte Kostennote von CHF 4'778.50 auf CHF 2'000 mit der Begründung, dass
die Rechtsvertreterin von einem zu hohen Stundenansatz ausging (vgl. Art. 24 Abs. 1
HonO in Verbindung mit Art. 31 Abs. 3 AnwG), die Rekursschrift teilweise dem
rechtlichen Gehör bei der Vorinstanz entsprach und insbesondere in Bezug auf den
Sachverhalt zu weitschweifig war. Damit übte sie bei der Festsetzung der
ausseramtlichen Parteientschädigung pflichtgemäss ihr Ermessen aus. Im Vergleich mit
anderen Fällen bewegt sich die zugesprochene Entschädigung aus unentgeltlicher
Rechtsverbeiständung im Übrigen an der oberen Grenze.
8.2.4. Die Rechtsvertreterin darf von ihrer Mandantin kein zusätzliches Honorar fordern
(Art. 11 HonO). Die Beschwerdeführerin ist zur Nachzahlung der Kosten aus
unentgeltlicher Rechtspflege und Rechtsverbeiständung an den Staat verpflichtet,
sobald sie dazu in der Lage ist (Art. 99 Abs. 2 VRP in Verbindung mit Art. 123 Abs. 1
ZPO).