# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** f38de4a6-f06d-461d-8868-361182b3e76a
**Court:** SG_VG
**Chamber:** SG_VG_001
**Year:** 2022
**Language:** de
**Jurisdiction:** SG / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Das Verwaltungsgericht stellt fest:
A.
Die am 3. August 2020 gegründete X._ GmbH mit Sitz in Z._ bezweckt die
Pannenhilfe- und Unfallbergung, Rückholtransporte, Mietfahrzeug-Vermietung,
Spezialtransporte, geschlossene Fahrzeugtransporte und Fahrzeughandel
(www.zefix.ch). Mit Gesuch vom 4. Januar 2021 beantragte die Gesellschaft eine
finanzielle Härtefallunterstützung im Zusammenhang mit der Covid-19-Epidemie in der
Höhe von CHF 80'000. Sie gab dabei an, in den letzten zwölf Monaten einen
Umsatzausfall von mindestens 40 Prozent erlitten zu haben. Als Referenzumsatz führte
sie Umsatzzahlen einer anderen Gesellschaft an und machte sinngemäss geltend, sie
führe deren Geschäftstätigkeit fort, was sich nach weiteren Abklärungen jedoch als
unzutreffend erwies. In der Folge reichte die X._ GmbH einen angepassten Finanzplan
ein. Mit Schreiben vom 10. Juni 2021 teilte das Amt für Wirtschaft und Arbeit der
Gesuchstellerin mit, dass das Gesuch abzuweisen sei, da der Umsatzrückgang
weniger als 40 Prozent betrage.
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Mit E-Mail vom 16. Juni 2021 verlangte die X._ GmbH eine beschwerdefähige
Verfügung. Nach Einreichung weiterer Unterlagen wies das
Volkswirtschaftsdepartement das Gesuch um wirtschaftliche Unterstützung im
Zusammenhang mit der Covid-19-Epidemie mit Verfügung vom 5. Januar 2022 ab mit
der Begründung, dass der Nachweis eines massgeblichen Umsatzrückgangs von
40 Prozent trotz mehrfacher Aufforderung nicht erbracht worden sei. Die Gebühr für die
Verfügung wurde auf CHF 250 festgesetzt.
B.
Mit Eingabe vom 18. Januar 2022 erhob die X._ GmbH (Beschwerdeführerin)
Beschwerde gegen die ablehnende Verfügung des Volkswirtschaftsdepartements
(Vorinstanz) mit dem Antrag, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben und ihr ein
nicht rückzahlbarer Beitrag in der Höhe von CHF 80'000 zuzusprechen, eventualiter sei
die Angelegenheit zur Neubeurteilung an die Vorinstanz zurückzuweisen, unter Kosten-
und Entschädigungsfolge. Auf die Erhebung eines Kostenvorschusses wurde seitens
des Gerichtes vorläufig verzichtet.
Mit Vernehmlassung vom 9. Februar 2022 beantragte die Vorinstanz die Abweisung der
Beschwerde. Auf die Erwägungen in der angefochtenen Verfügung und die
Ausführungen der Beschwerdeführerin zur Begründung ihres Antrags sowie die Akten
wird, soweit für den Entscheid relevant, in den nachstehenden Erwägungen
eingegangen.

## Considerations

Darüber zieht das Verwaltungsgericht in Erwägung:
1.
Das Verwaltungsgericht ist zum Entscheid in der Sache zuständig (Art. 59 Abs. 1 des
Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege; sGS 951.1, VRP). Als Adressatin der
ablehnenden Verfügung der Vorinstanz ist die Beschwerdeführerin zur Ergreifung des
Rechtsmittels berechtigt (Art. 64 in Verbindung mit Art. 45 Abs. 1 VRP). Die
Beschwerde wurde mit Eingabe vom 18. Januar 2022 rechtzeitig erhoben und erfüllt
formal wie inhaltlich die gesetzlichen Anforderungen (Art. 64 in Verbindung mit Art. 47
Abs. 1 und Art. 48 Abs. 1 VRP). Auf die Beschwerde ist einzutreten.
2.
Umstritten ist, ob die Beschwerdeführerin die Voraussetzung einer mindestens 40-
prozentigen Umsatzeinbusse erfüllt. Diese macht im Wesentlichen geltend, die
Umsatzrückgänge könnten nicht anhand der Zahlungseingänge ermittelt werden. Sie
habe mit diversen Versicherungen Verträge für Rückholtransporte abgeschlossen.
bis
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Diese Dienstleitungen erbringe sie zu 95 Prozent im Ausland, wobei pro Transportfahrt,
je nach Distanz, zwischen CHF 1'000 und CHF 5'600 bezahlt würden. Dies zeige, dass
ihr Geschäft grundsätzlich rentabel sei, wenn sie nicht durch Coronamassnahmen an
ihrer Arbeit gehindert würde. Sie erbringe ihre Dienstleistungen mit zwei Lastwagen.
Wenn einer dieser zwei stillstehe, sei offensichtlich, dass 50 Prozent Umsatzausfall
entstünde. Gemäss den Logereignissen der LSVA könne zweifelsfrei festgestellt
werden, dass das eine Fahrzeug zwischen 16. Oktober 2020 und 22. Juni 2021 nur
41.7 km zurückgelegt habe. In jenem Zeitraum sei mit diesem offensichtlich kein
Transport ausgeführt worden. Das andere Fahrzeug sei zwischen 14. Januar und 24.
Februar 2021 stillgestanden. In jenem Zeitraum hätten somit beide Fahrzeuge keine
Aufträge ausgeführt, womit ein Umsatzausfall von 100 Prozent vorliege. In der übrigen
Zeit, als das eine Fahrzeug stillgestanden sei, liege ein Umsatzausfall von 50 Prozent
vor. Wenn Lastwagen stillstünden, könnten sie keinen Umsatz generieren.
Einleuchtender könne ein Umsatzrückgang nicht erklärt werden. Dass in jenen
Zeiträumen trotzdem Einnahmen erzielt worden seien, liege daran, dass einige Kunden
ein späteres Zahlungsziel gehabt und das Geld erst Monate nach der Erbringung des
Auftrags überwiesen hätten. Sie erfülle somit sämtliche Voraussetzungen zum Bezug
von Härtefallentschädigungen, insbesondere auch jene, dass mindestens 75 Prozent
des Umsatzrückgangs auf die anspruchsberechtigte Branche "Reise und Tourismus"
zurückzuführen sei. Sie hole nämlich ausschliesslich Fahrzeuge von Schweizer
Touristen aus dem Ausland zurück, wobei das Geschäft in den Wintermonaten
schlechter laufe als im Sommer. Dennoch könnten auch im Winter Umsätze generiert
werden. Nur mit Verweis auf das saisonale Geschäft Härtefallgelder zu verweigern,
greife zu kurz und sei nicht nachvollziehbar.
Die Vorinstanz führte in der angefochtenen Verfügung aus, der Umsatzrückgang sei
anhand der Buchhaltung und nicht gestützt auf das Budget darzulegen. Die
Beschwerdeführerin habe selbst eingestanden, dass die von ihr eingereichten
Unterlagen den relevanten Umsatzrückgang nicht zu belegen vermöchten. Auch
während längerer Zeit stillstehende Fahrzeuge erlaubten es nicht, Rückschlüsse auf
den Umsatzrückgang zu ziehen, zumal es sich bei den Rückholtransporten um ein
saisonales Geschäft handle. Es müssten über den Sommer Reserven für den Winter
gebildet werden.
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3.
3.1.
Mit der Beschwerde können Rechtsverletzungen geltend gemacht werden. Die
Beschwerdeführerin kann sich auch darauf berufen, die angefochtene Verfügung oder
der angefochtene Entscheid beruhe auf einem unrichtig oder unvollständig
festgestellten Sachverhalt (Art. 61 Abs. 1 und 2 VRP). Die Kognition des
Verwaltungsgerichts ist auf Rechtsverletzungen beschränkt. Falls einer Behörde beim
entsprechenden Entscheid ein Ermessensspielraum zukommt, hat das
Verwaltungsgericht diesen zu respektieren (Looser/Looser-Herzig, in: Rizvi/Schindler/
Cavelti [Hrsg.], Gesetz über die Verwaltungsrechtspflege, Praxiskommentar, Zürich/
St. Gallen 2020, N 3 und 5 zu Art. 61 VRP).
Art. 1 der Verordnung über Härtefallmassnahmen für Unternehmen im Zusammenhang
mit der Covid-19-Epidemie (in der bis 31. Dezember 2021 gültigen Fassung AS 2021
884, Covid-19-Härtefallverordnung) in Verbindung mit Art. 12 Abs. 1 des
Bundesgesetzes über die gesetzlichen Grundlagen für die Verordnungen des
Bundesrates zur Bewältigung der Covid-19-Epidemie (SR 818.102, Covid-19-Gesetz)
hält den Grundsatz fest, wonach sich der Bund im Rahmen des von der
Bundesversammlung bewilligten Verpflichtungskredits an den Kosten und Verlusten
beteiligt, die einem Kanton aus seinen Härtefallmassnahmen für Unternehmen
entstehen, sofern die kantonale Regelung die Mindestvoraussetzungen dieser
Verordnung bezüglich der Anspruchsberechtigung der Unternehmen sowie der
Ausgestaltung der Massnahmen erfüllt (vgl. Art. 2 bis 6 der Covid-19-
Härtefallverordnung).
Der Kanton St. Gallen hat für die Ausgestaltung der Härtefallmassnahmen auf
Grundlage der bundesrechtlichen Bestimmungen gemäss Covid-19-Gesetz und
Covid-19-Härtefallverordnung das Gesetz über die wirtschaftliche Unterstützung von
Unternehmen sowie von durch die öffentliche Hand geführten öffentlichen Institutionen
der familienergänzenden Kinderbetreuung in Zusammenhang mit der Covid-19-
Epidemie (sGS 571.3, kantonales Covid-Gesetz) erlassen. Die Härtefallmassnahmen
sind begrenzt auf die Mittel des Bundes, die er für Härtefallmassnahmen bereitstellt,
und jene des Kantons, die maximal 95 Millionen Franken betragen (Art. 2 des
kantonalen Covid-Gesetzes). Gemäss Art. 3 Abs. 1 des kantonalen Covid-Gesetzes
kann der Kanton Unternehmen unter gewissen Voraussetzungen Härtefallmassnahmen,
3.1.1.
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darunter auch nicht rückzahlbare Beiträge, gewähren. Die Unternehmen können keinen
Anspruch auf Finanzhilfen geltend machen (Art. 5 Abs. 3 des kantonalen Covid-
Gesetzes).
Bundesrechtlich geregelt ist damit lediglich, unter welchen Bedingungen sich der Bund
an kantonalen Unterstützungsmassnahmen für Härtefälle beteiligt. Die Federführung
liegt allein bei den Kantonen. Sie definieren die Härtefallmassnahmen. Dabei liegt der
Entscheid, ob und in welchem Umfang Härtefallmassnahmen ergriffen werden, in deren
alleiniger Zuständigkeit. Die Kantone entscheiden also – zumindest für Unternehmen
mit einem Jahresumsatz von unter 5 Millionen Franken – frei, ob sie Massnahmen
ergreifen und, falls ja, wie sie diese ausgestalten. Damit sind die Rahmenbedingungen
dafür geschaffen, dass die Härtefallmassnahmen zum einen den unterschiedlichen
Gegebenheiten in den Kantonen gerecht werden und ihnen zum andern ein gewisser
Ermessensspielraum zukommt (Erläuterungen der Eidgenössischen Finanzverwaltung
vom 31. März 2021 zur Covid-19-Härtefallverordnung, S. 2, nachfolgend: Erläuterungen
EFV). Die Verwendung des Begriffs "gewisser Ermessensspielraum" rührt dabei von
den bundesrechtlichen Vorgaben für eine finanzielle Beteiligung in der Covid-19-
Härtfallverordnung her, hat aber nichts mit der Freiheit der Kantone zu tun, die
Ausgestaltung der Entschädigungen, insbesondere deren Höhe, selber bestimmen zu
können.
Das zur Verfügung stehende Gesamtvolumen an finanziellen Mitteln wie auch die
Ausgestaltung als Kann-Vorschrift schränken die Rechtsansprüche auf die nicht
rückzahlbaren Beiträge ein oder schliessen solche nachgerade aus. Die staatlichen
Unterstützungen haben trotz und auch gerade wegen der besonderen gesundheitlichen
und gesellschaftlichen Situation der Bevölkerung den Charakter von Hilfestellungen
(und damit von Subventionen). Daran ändert nichts, dass Unternehmen, welche die
Voraussetzungen für die Gewährung von finanziellen Garantien und nicht rückzahlbaren
Beiträgen erfüllen, die Leistungen auch einfordern können. Wenn die Voraussetzungen
gegeben sind, entstehen zwar "Ansprüche"; deren Erfüllung geschieht jedoch im
Rahmen der vom Kantonsrat bewilligten Mittel (Art. 2 des kantonalen Covid-Gesetzes).
Somit wird deutlich, dass es sich nicht um klassische Ansprüche, begründet auf
durchsetzbaren Rechten, handelt, sondern vielmehr um berechtigte Erwartungen
gegenüber dem Gemeinwesen, das Unternehmen innerhalb der verfügbaren Mittel zu
unterstützen, wobei einerseits die Behandlung der Gesuche einer Verteilgerechtigkeit
unterliegt und es andererseits um eine angemessene Ausschüttung von Geldern,
3.1.2.
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bezogen auf die konkreten Verhältnisse des einzelnen Unternehmens, geht. In diesem
Sinn ist Art. 5 Abs. 3 des kantonalen Covid-Gesetzes, wonach kein Anspruch auf
Finanzhilfen geltend gemacht werden kann, zu verstehen.
Das bedeutet, dass der Kanton bei der Umsetzung der Covid-Massnahmen,
insbesondere im Rahmen der finanziellen Unterstützung von Betroffenen, analog dem
Subventionsrecht einen weiten Ermessenspielraum geniesst. Ähnlich den Subventionen
beziehen sich die Covid-Härtefallunterstützungen auf Spezialgebiete, und die
Rechtsmittelbehörden verfügen über keine eigenen Fachkenntnisse. Eine freie
Überprüfung der Praxis der Vorinstanz würde – wie bei den Subventionen – auch die
Gefahr von Ungerechtigkeiten und Ungleichheiten gegenüber anderen
Antragsstellenden in sich bergen (vgl. zur Überprüfung von Subventionsentscheiden
BVGer A-1851/2013 vom 20. August 2013 E. 2 und B-8207/2010 vom 22. März 2011 E.
2.2 mit Hinweisen; im Allgemeinen BGE 133 II 35 E. 3). Das Verwaltungsgericht hat sich
daher bei der Überprüfung bezüglich der Gewährung von Härtefallgeldern
Zurückhaltung aufzuerlegen, indem es in Fragen, die durch die Justizbehörden
naturgemäss schwer überprüfbar sind, nicht ohne Not von den Beurteilungen des
erstinstanzlichen Fachgremiums abweicht. Insbesondere bei der Bewertung und
Einstufung der in den Rechtsgrundlagen definierten Kriterien ist ein erheblicher
Beurteilungsspielraum vorhanden (vgl. analog zum Vergaberecht BGE 139 II 185 E. 9.3,
VerwGE B 2020/29 vom 13. März 2020 E. 2.3.2). Diesen Ermessensbereich hat das
Gericht zu respektieren, soweit nicht frei zu prüfende Rechtsfragen zur Diskussion
stehen. Hat eine fachkundige Behörde, wie hier das vom Kanton bestellte
Fachgremium (Art. 11 Abs. 4 des kantonalen Covid-Gesetzes), eine Empfehlung
abgegeben, ist substantiiert darzulegen, inwiefern das Ermessen überschritten oder
allenfalls unterschritten ist (vgl. BGE 141 II 14 E. 8.3).
3.2.
Nach Art. 12 Abs. 1 des Covid-19-Gesetzes kann der Bund auf Antrag eines oder
mehrerer Kantone Massnahmen für Einzelunternehmen, Personengesellschaften oder
juristische Personen mit Sitz in der Schweiz (Unternehmen) unterstützen, die vor dem
1. Oktober 2020 gegründet worden sind oder ihre Geschäftstätigkeit aufgenommen
haben, am 1. Oktober 2020 ihren Sitz im jeweiligen Kanton hatten, aufgrund der Natur
ihrer wirtschaftlichen Tätigkeit von den Folgen von Covid-19 besonders betroffen sind
und einen Härtefall darstellen, insbesondere Unternehmen in der Wertschöpfungskette
der Eventbranche, Schausteller, Dienstleister der Reisebranche, Gastronomie- und
3.2.1.
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Hotelleriebetriebe sowie touristische Betriebe. Ein Härtefall liegt vor, wenn der
Jahresumsatz unter 60 Prozent des mehrjährigen Durchschnitts liegt. Die gesamte
Vermögens- und Kapitalsituation ist zu berücksichtigen sowie der Anteil an nicht
gedeckten Fixkosten (Art. 12 Abs. 1 des Covid-19-Gesetzes). Der Bundesrat regelt
die Einzelheiten in einer Verordnung, wobei er Unternehmen berücksichtigt, die im
Durchschnitt der Jahre 2018 und 2019 einen Umsatz von mindestens CHF 50'000
erzielt haben (Art. 12 Abs. 4 des Covid-19-Gesetzes).
In Bezug auf die Vermögens- und Kapitalsituation muss das Unternehmen gegenüber
dem Kanton belegt haben, dass es profitabel und überlebensfähig ist (Art. 4 Abs. 1 lit. a
der Covid-19-Härtefallverordnung). Dies ist dann der Fall, wenn sich das Unternehmen
zum Zeitpunkt der Einreichung des Gesuchs nicht in einem Konkursverfahren oder in
Liquidation befindet und sich am 15. März 2020 nicht in einem Betreibungsverfahren
für Sozialversicherungsbeiträge befunden hat, es sei denn, zum Zeitpunkt der
Einreichung des Gesuchs liege eine vereinbarte Zahlungsplanung vor oder das
Verfahren sei durch Zahlung abgeschlossen (Art. 4 Abs. 2 der Covid-19-
Härtefallverordnung). Nach Art. 5 Abs. 1 der Covid-19-Härtefallverordnung muss das
Unternehmen gegenüber dem Kanton belegt haben, dass sein Jahresumsatz 2020 im
Zusammenhang mit behördlich angeordneten Massnahmen zur Bekämpfung der
Covid-19-Epidemie unter 60 Prozent des durchschnittlichen Jahresumsatzes der Jahre
2018 und 2019 liegt. Das Unternehmen hat gegenüber dem Kanton sodann zu
bestätigen, dass aus dem Umsatzrückgang erhebliche ungedeckte Fixkosten
resultieren (Art. 5a der Covid-19-Härtefallverordnung; sog. Typ 1-Unternehmen).
bis
Nach Art. 3 Abs. 1 des kantonalen Covid-Gesetzes kann Unternehmen eine
Härtefallmassnahme gewährt werden, wenn sie die Vorgaben nach dem zweiten
Abschnitt der Covid-19-Härtefallverordnung erfüllen (lit. a), ihren Umsatz zu wenigstens
75 Prozent in einer Branche nach Art. 4 dieses Erlasses (insbesondere Gastronomie,
Hotellerie, Reisen und Tourismus, Märkte und Messen, Freizeit und Veranstaltungen
sowie Tierparks) erzielen (lit. b), per 1. Oktober 2020 ihren Sitz im Kanton St. Gallen
haben und per 30. September 2020 Arbeitsplätze im Umfang von wenigstens
100 Stellenprozent in der Schweiz aufweisen (lit. c), keinen Anspruch auf
branchenspezifische Covid-19-Finanzhilfen des Bundes oder des Kantons St. Gallen in
den Bereichen Kultur, Sport, öffentlicher Verkehr oder Medien haben (lit. d), per
31. Dezember 2019 nicht überschuldet waren (lit. e), über einen Nachweis der
Überlebensfähigkeit verfügen, der glaubhaft aufzeigt, dass die Finanzierung des
3.2.2.
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Unternehmens mit der Härtefallmassnahme gesichert werden kann (lit. f) und sich am
15. März 2020 nicht in einem Betreibungsverfahren für steuerrechtliche Forderungen
befunden haben, das nicht bereits durch eine Zahlung abgeschlossen oder für das
noch keine Zahlungsplanung vereinbart werden konnte (lit. g). Die
Härtefallmassnahmen können gewährt werden in Form von Solidarbürgschaften, nicht
rückzahlbaren Beiträgen oder einer Kombination von beidem. Für ungedeckte
Fixkosten werden nicht rückzahlbare Beiträge gewährt (Art. 5 Abs. 1 und 2 des
kantonalen Covid-Gesetzes).
Massgebend für die Zuordnung eines Unternehmens zu einer vom Umsatzrückgang
betroffenen Branche ist der NOGA (Nomenclature Générale des Activités
Economiques, zu Deutsch: Allgemeine Systematik der Wirtschaftszweige)-Code des
Bundesamtes für Statistik. Die Regierung legt die NOGA-Codes fest, die zu einer
Unterstützung berechtigen (Art. 4 Abs. 2 des kantonalen Covid-Gesetzes). Anderen
Unternehmen können Härtefallmassnahmen gewährt werden, wenn sie einen
Umsatzrückgang nach Art. 5 der Covid-19-Härtefallverordnung erlitten haben und
nachweisen, dass dieser zu mehr als 75 Prozent auf ausgebliebene
Geschäftstätigkeiten mit Unternehmen nach Art. 4 Abs. 1 des kantonalen Covid-
Gesetzes zurückzuführen ist (Art. 4 Abs. 3 des kantonalen Covid-Gesetzes). Gemäss
Regierungsbeschluss vom 16. Februar 2021 über die Bestimmung der NOGA-Codes
der unterstützten Branchen nach dem Gesetz über die wirtschaftliche Unterstützung
von Unternehmen in Zusammenhang mit der Covid-19-Epidemie (sGS 571.32)
kommen für eine Härtefallmassnahme nach Art. 4 Abs. 1 lit. b des kantonalen Covid-
Gesetzes ausschliesslich Unternehmen in Frage, die über einen NOGA-Code nach dem
Anhang dieses Erlasses verfügen (vgl. Anhang 1 zum Regierungsbeschluss).
Im Verwaltungsverfahrensrecht sind Begehren auf Verlangen der Behörde mit einer
kurzen Begründung schriftlich einzureichen oder zu Protokoll zugeben. Allfällige
Beweismittel sind zu bezeichnen und soweit möglich beizulegen (Art. 11 Abs. 1 und 2
VRP). Dabei handelt es sich um eine Mitwirkungspflicht, genauer gesagt
Mitwirkungslast der Verfahrensparteien, welche in enger Verbindung zu Art. 12 Abs. 2
VRP steht, wonach die Untersuchungspflicht der Behörden auf die Erhebung der
angebotenen und leicht zugänglichen Beweise beschränkt ist (A. Kneer, in: Rizvi/
Schindler/Cavelti [Hrsg.], a.a.O., N 8 zu Art. 11 VRP). Härtefallmassnahmen werden auf
Gesuch hin gewährt. Entsprechende Gesuche können einmalig bis zum 31. Oktober
2021 ausschliesslich elektronisch mittels dem bereitgestellten Formular beim Kanton
3.3.
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4.
eingereicht werden (Art. 11 Abs. 1 des kantonalen Covid-Gesetzes). Aus dem
elektronischen Formular sind die notwendigen Beilagen ersichtlich.
Die Geschäftstätigkeit der Beschwerdeführerin besteht hauptsächlich in der
Ausführung von Rückholtransporten von Fahrzeugen aus dem Ausland. Sie gehört
damit keiner der direkt betroffenen Branchen mit einem im Anhang zum
Regierungsbeschluss aufgezählten NOGA-Code an. Als Zulieferbetrieb könnte sie
indessen allenfalls Anspruch auf Entschädigung haben, sofern ihr mindestens 40-
prozentiger Umsatzrückgang zu mehr als 75 Prozent auf ausgebliebenen
Geschäftstätigkeiten mit anspruchsberechtigten Unternehmen zurückzuführen ist (vgl.
Art. 4 Abs. 3 lit. a des kantonalen Covid-Gesetzes). Mit dem Kriterium des
Umsatzrückgangs von mindestens 40 Prozent sollen Härtefälle abgefedert werden, die
direkt oder indirekt auf behördliche Massnahmen zurückzuführen sind (Erläuterungen
EFV, S. 7). Zu klären ist, welche Perioden für die Ermittlung der Höhe des
Umsatzrückgangs miteinander zu vergleichen sind. Nach Art. 5 Abs. 1 der Covid-19-
Härtefallverordnung ist der Umsatzrückgang von mehr als 40 Prozent am Jahresumsatz
2020 im Vergleich zum durchschnittlichen Umsatz der Jahre 2018 und 2019 zu
bemessen. In den Erläuterungen EFV (S. 7) wird für die Berechnung des
Jahresumsatzes 2018 und 2019 bei jüngeren Unternehmen auf Art. 3 Abs. 2 der
Covid-19-Härtefallverordnung verwiesen. In jener Bestimmung geht es um die
Ermittlung des nötigen Mindestumsatzes von CHF 50'000 für nach dem 31. Dezember
2017 gegründete Unternehmen, der sich normalerweise aus dem durchschnittlichen
Umsatz der Vorjahre 2018 und 2019 ergibt (Art. 3 Abs. 1 lit. b der Covid-
Härtefallverordnung). Für ein Unternehmen, das zwischen dem 1. März 2020 und dem
30. September 2020 gegründet wurde, ist dafür auf den durchschnittlichen von der
Gründung bis 31. Dezember 2020 erzielten, auf 12 Monate umgerechneten Umsatz
abzustellen (Art. 3 Abs. 2 lit. b der Covid-19-Härtefallverordnung). Wenn man nun den
Erläuterungen folgend diese Bestimmung auch für die Ermittlung des
Umsatzrückgangs heranzieht, führt dies aber dazu, dass die zwei miteinander zu
vergleichenden Perioden deckungsgleich sind, womit es keine Differenz und damit
auch keinen Umsatzrückgang gibt. Der Verweis gemäss den Erläuterungen EFV auf Art.
3 Abs. 2 der Covid-19-Härtefallverordnung macht daher keinen Sinn. Für solch junge
Unternehmen wie jenes der Beschwerdeführerin, die nach der ersten Welle im zweiten
Halbjahr 2020 gegründet wurden, kann sich der Umsatzrückgang ohnehin nur auf
behördliche Massnahmen im Rahmen der zweiten Welle ab Ende 2020 beziehen. Dies
4.1.
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ergibt sich sinngemäss auch aus Art. 12 Abs. 1 des Covid-19-Gesetzes, wonach ein
Unternehmen für die Berechnung des Umsatzrückgangs anstelle des Jahresumsatzes
2020 auch den Umsatz einer späteren Periode von zwölf Monaten verwenden kann,
längstens bis und mit Juni 2021 (sog. gleitender Jahresdurchschnitt). Ein Vergleich mit
Budgetzahlen ist in den gesetzlichen Bestimmungen sodann nirgends vorgesehen,
insbesondere auch nicht für neu gegründete Unternehmen. Ein solcher Vergleich würde
stets das Risiko von einem zu hohen prognostizierten Umsatz in sich bergen, um die
erforderliche Umsatzeinbusse von 40 Prozent zu erreichen. Genau dies zeigt sich auch
beim Budget der Beschwerdeführerin, dem ein Umsatz von CHF 87'620 pro Monat
bzw. CHF 1'051'440 pro Jahr zugrunde liegt (act. 7/4.1.3).
bis
Die Beschwerdeführerin nahm Anfang August 2020 ihre Geschäftstätigkeit auf. Diese
besteht in der Organisation und Durchführung von Fahrzeug-Rückholtransporten aus
vornehmlich nordeuropäischen Ländern. Der Umsatz in den fünf Monaten August bis
Dezember 2020 belief sich auf CHF 74'516 bzw. CHF 178'838 auf ein Jahr
hochgerechnet. Von Januar bis Juni 2021 erwirtschaftete die Beschwerdeführerin in
sechs Monaten einen Umsatz von CHF 100'794 bzw. CHF 201'538 auf ein Jahr
umgerechnet (vgl. act. 7/4.2.1). Gemäss diesem Vergleich hatten die behördlichen
Massnahmen der zweiten Welle, welche ab Dezember 2020 galten, keinen negativen
Einfluss auf den Geschäftsgang der Beschwerdeführerin. Im Gegenteil stieg der
durchschnittliche Umsatz im Jahr 2021 gegenüber jenem des Vorjahres 2020 an. Die
Rüge der Beschwerdeführerin, dass für die Ermittlung der Umsätze nicht auf die
Zahlungseingänge abgestellt werden könne, verfängt nicht. Selbst wenn gewisse
Zahlungen im Vergleich zur Ausführung des Auftrags zeitversetzt geleistet werden, führt
dies insgesamt nicht zu mehr oder weniger Einnahmen, sondern einfach zu einer
zeitlichen Verschiebung des angeblichen Umsatzrückgangs. Zudem wurde für diese
Behauptung kein Nachweis erbracht. Ohnehin muss der Umsatzrückgang doch von
einer gewissen Dauer sein. Dass während eines (Winter)Monats oder während zweier
(Winter)Monate keine Transporte ausgeführt werden konnten, reicht dafür nicht aus.
Dass es im Winterhalbjahr (Oktober 2020 bis März 2021) im Vergleich zum
Sommerhalbjahr einen Umsatzrückgang gab, trifft zu. Dieser ist aber weit weniger auf
die coronabedingt eingeschränkte, als auf die saisonbedingt geringere Reisetätigkeit
zurückzuführen. Im Winterhalbjahr finden grundsätzlich weniger Ferienreisen mit dem
Fahrzeug in nördliche Länder statt als im Sommerhalbjahr. Davon geht auch die
Beschwerdeführerin selber aus (Beschwerde, S. 7). Hinzu kommt, dass die
Beschwerdeführerin ihre Geschäftstätigkeit im August 2020 neu aufnahm und neue
Verträge mit den Versicherern abschloss, die jedoch weder ein garantiertes
4.2.
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Auftragsvolumen noch eine Exklusivitätsklausel enthielten. Allein die Höhe der
vereinbarten Vergütungen pro Auftrag beweist noch keine grundsätzliche Rentabilität
des Unternehmens, sondern es muss auch eine genügende Anzahl von Aufträgen
vorhanden sein. Dass die Beschwerdeführerin mit zwei Lastwagen von Beginn weg mit
einer vollen Auslastung im von ihr budgetierten Umfang von CHF 87'620 pro Monat
rechnen konnte, erscheint unter diesen Umständen mehr als fraglich. Aus dem
Stillstand der Fahrzeuge (der eine Lastwagen vom 16. Oktober 2020 bis 22. Juni 2021,
der andere vom 14. Januar bis 23. Februar 2021) kann daher nicht zwingend auf einen
Umsatzrückgang als Folge behördlicher Massnahmen im Zusammenhang mit der
Covid-19-Epidemie geschlossen werden. Die im Winterhalbjahr 2020/21 rückläufigen
Umsätze scheinen vielmehr einerseits auf die saisonbedingt geringere Reisetätigkeit
und andrerseits auf die erst kürzlich erfolgte Geschäftsaufnahme der
Beschwerdeführerin zurückzuführen zu sein.
Die Beschwerdeführerin ist sodann ihrer Mitwirkungspflicht nicht hinreichend
nachgekommen. Sie hat bis anhin weder einen Zwischenabschluss für die Monate
August bis Dezember 2020 noch eine Jahresrechnung des ersten Geschäftsjahres
eingereicht. Es liegen weder eine Bilanz noch eine Erfolgsrechnung vor. Die
eingereichten Unterlagen basieren mehrheitlich nicht auf konkreten Ausgaben, sondern
auf Budgetpositionen. Selbst wenn ein coronabedingter Umsatzrückgang von 40
Prozent nachgewiesen wäre, könnte das Gesuch mangels der für die Ermittlung der
Höhe der Entschädigung erforderlichen Unterlagen nicht behandelt und demzufolge
auch nicht gutgeheissen werden. Für die Berechnung einer allfälligen
Härtefallentschädigung ist auf den effektiven Geschäftsgang und nicht auf
Budgetzahlen abzustellen.
Schliesslich ist fraglich, ob die Beschwerdeführerin die Voraussetzung der
Überlebensfähigkeit im Sinn von Art. 3 Abs. 1 lit. f des kantonalen Covid-Gesetzes
erfüllt. Danach muss das Unternehmen über einen Nachweis der Überlebensfähigkeit
verfügen, der glaubhaft aufzeigt, dass seine Finanzierung mit der Härtefallmassnahme
gesichert werden kann. In diesem Zusammenhang fällt auf, dass der
Geschäftsaufwand gemäss eigenen Angaben der Beschwerdeführerin sehr hoch ist.
Für das erste Geschäftsjahr veranschlagte sie beim Warenaufwand CHF 283'000, beim
Personalaufwand CHF 235'000 und beim übrigen Betriebsaufwand CHF 85'000
(act. 7/2.2.1). Mit drei Vollzeitstellen (CHF 14'400, nebst Chauffeuren), Leasing und
Miete von Fahrzeugen (CHF 11'300) sowie Hallenmiete (CHF 5'400, etc.) betragen nur
schon die monatlichen Fixkosten über CHF 31'000 (vgl. act. 7/2.5.5). Damit das
4.3.
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5.
Zusammenfassend hat die Beschwerdeführerin den Nachweis eines mindestens 40-
prozentigen Umsatzrückgangs nicht rechtsgenüglich erbracht, womit die
Voraussetzung für die Zusprechung eines nicht rückzahlbaren Beitrags nicht erfüllt
sind. Die Vorinstanz hat das Gesuch für eine finanzielle Härtefallunterstützung zu Recht
abgewiesen, weshalb die Beschwerde gegen die Verfügung vom 5. Januar 2022
ebenfalls abzuweisen ist.
6.
In Streitigkeiten hat jener Beteiligte die Kosten zu tragen, dessen Begehren ganz oder
teilweise abgewiesen werden (Art. 95 Abs. 1 VRP). Folglich sind die amtlichen Kosten –
angemessen ist vorliegend eine Entscheidgebühr von CHF 1'500 (Art. 7 Ziff. 222 der
Gerichtskostenverordnung, sGS 941.12) – der Beschwerdeführerin aufzuerlegen (Art.
95 Abs. 1 VRP). Auf die Erhebung von amtlichen Kosten wird jedoch in der Regel
gestützt auf Art. 97 VRP verzichtet, wenn eine Rechtsfrage in einem Verfahren erstmals
entschieden wird (R. von Rappard-Hirt, in: Rizvi/Schindler/Cavelti [Hrsg.], a.a.O., N 7 zu
Art. 97 VRP). Da zur im vorliegenden Verfahren hauptsächlich strittigen Rechtsfrage
(mangelhafter Nachweis des erforderlichen Umsatzrückgangs) im Zusammenhang mit
Härtefallmassnahmen für Unternehmen aufgrund der Covid-19-Gesetzgebung noch
keine Entscheide des Verwaltungsgerichts ergangen und publiziert worden sind,
rechtfertigt es sich, auf die Erhebung der Kosten zu verzichten.
Bei diesem Verfahrensausgang besteht kein Anspruch der Beschwerdeführerin auf eine
ausseramtliche Entschädigung (Art. 98 VRP). Der Vorinstanz steht sodann kein
Kostenersatz zu (vgl. VerwGE B 2017/59 vom 23. März 2018 E. 7 mit Hinweis auf R.
Hirt, Die Regelung der Kosten nach st. gallischem Verwaltungsrechtspflegegesetz,
Lachen/St. Gallen 2004, S. 176 ff.). Sie hat denn auch zu Recht keinen
Entschädigungsantrag gestellt.