# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 0f7381e8-dcf6-4406-b44e-2a87eb7aaf55
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2017
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1919, war
zuletzt tätig als Geschäftsinhaber und Fabrikant der
Y._
AG,
und in dieser Eigenschaft bei der Suva gegen die Folgen von Berufs- und Nichtberufsunfällen versi
chert. Am
2. April 2015
kippte er
beim Lad
evorgang mit dem Hubstapler um (Schadenmeldung UVG
vom 14. April 2015, Urk. 6/1),
wobei er sich
unter anderem
eine zentrale Luxation bei Acetabulum-Zweipfeilerfraktur links und eine Inguinalhernie mit ausgedehnten Adhäsionen zuzog, welche am 5. April 2015 operiert wurde (Urk. 6/7
; Urk. 6/20
). Die Suva trat auf den Schaden ein und erbrachte Heilbehandlungs- und Taggeldleistungen (Urk. 6/15).
Mit Verfügung vom 20. Juli 2016 sprach die Suva dem Versicherten bei einer Integritätseinbusse von 30 % eine Entschädigung von Fr. 37‘800.-- zu und verneinte einen Rentenanspruch, da keine erhebliche unfallbedingte Beein
trächtigung der Erwerbsfähigkeit vorliege (Urk. 6/77). Die vom Versicherten am 9. August 2016 erhobene Einsprache (Urk. 6/79; ergänzende Ein
sprachebegründung
vom 23. September 2016, Urk. 6/82
) wies die Suva mit Einspracheentscheid vom
8. November 2016 ab (Urk. 2).
2.
Hiergegen erhob der Versicherte am 6. Dezember 2016 Beschwerde und bean
tragte, es sei ihm eine Invalidenrente zuzusprechen (Urk. 1). Mit Beschwerdeantwort vom 10. Januar 2017 schloss die Beschwerdegegnerin auf Abweisung der Beschwerde (Urk. 5 unter Beilage ihrer Akten, Urk. 6/1-88 und Urk. 7/1-2), was dem Beschwerdeführer am 18. Januar 2017 zur Kennt
nis gebracht wurde (Urk. 8). Mit Schreiben vom 13. Februar 2017 reichte der Beschwerdeführer das Schreiben der Sanitas vom 8. Februar 2017 ein (Urk. 9 und Urk. 10), worüber die Beschwerdegegnerin am 15. Februar 2017 in Kenntnis gesetzt wurde (Urk. 11).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, soweit erforderlich, im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen eingegan
gen.
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
Die Beschwerdegegnerin führte aus, dass der Beschwerdeführer in einer wech
selbelastenden, körperlich leichten bzw. administrativen Tätigkeit ganztags arbeitsfähig sei.
Der Beschwerdeführer habe gemäss eigenen Anga
ben in den besten Zeiten seiner Firmentätigkeit bis zu 40 Mitarbeiter beschäftigt, in den
letzten 15 Jahren habe er immer weniger Angestellte gehabt. Eine erwerbliche Einbusse bestehe bezogen auf das mittlere Alter nicht, weil er mit der bestehenden Hüftproblematik die administrativen Auf
gaben und die Führung der rund 40 Angestellten ohne Erwerbseinbusse hätte weiterführen können. Entsprechend bestehe kein Anspruch auf eine Invali
denrente (Urk. 2
und Urk. 5
).
Der Beschwerdeführer brachte demgegenüber vor, dass er bleibende Nachteile habe, da das linke Bein bereits zweimal eingeknickt sei, was einmal auch zu einem schweren Sturz geführt habe. Auch habe er nun in seinem Betrieb die Aushilfe fest angestellt, da er diverse Arbeiten nicht mehr selber ausführen könne. Die anfa
llenden Kosten beliefen sich im
Minimum
auf
Fr. 65‘000.--. Seine Kenntnisse seien nach wie vor notwendig, da er der einzige überle
bende Teilhaber sei. Entsprechend sei eine Rente angebracht (Urk. 1).
2.
2.1
Am 1. Januar 2017 sind die am 25. September 2015 beziehungsweise am 9. November 2016 verabschiedeten geänderten Bestimmungen des Bundes
gesetzes über die Unfallversicherung (UVG) und der Verordnung über die Unfallversicherung (UVV) in Kraft getreten.
Gemäss den allgemeinen übergangsrechtlichen Regeln sind der Beurteilung jene Rechtsnormen zu Grunde zu legen,
die in Geltung standen, als sich der zu den materiellen Rechtsfolgen führende und somit rechtserhebliche Sach
verhalt verwirklicht hat
(vgl. BGE 127 V 466 E. 1, 126 V 134 E. 4b, je mit Hinweisen). Dementsprechend sehen die Übergangsbestimmungen zur Änderung vom 25. September 2015 des UVG vor, dass Versicherungsleistun
gen für Unfälle, die sich vor dem 1. Januar 2017 ereignet haben, und für Berufskrankheiten, die vor diesem Zeitpunkt ausgebrochen sind, nach bishe
rigem Recht gewährt werden (Absatz 1 der genannten Übergangsbestimmun
gen).
D
er hier zu beurteilende Unfall hat sich am
2. April 2015
ereignet, weshalb die bis 31. Dezember 2016 gültig gewesenen Normen auf den vorliegenden Fall Anwendung finden und in dieser Fassung zitiert werden.
2.2
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersu
chungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medi
zinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situa
tion
einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
Auch den Berichten und Gutachten versicherungsinterner Ärzte und Ärztin
nen kommt Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollzieh
bar begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen. Die Tatsache allein, dass der befragte Arzt oder die befragte Ärztin in einem Anstellungsverhältnis zum Versicherungsträger steht, lässt nicht schon auf mangelnde Objektivität und auf Befangenheit schliessen. Es bedarf vielmehr besonderer Umstände, welche das Misstrauen in die Unparteilichkeit der Beurteilung objektiv als begründet erscheinen lassen. Im Hinblick auf die erhebliche Bedeutung, welche den Arztberichten im Sozialversicherungsrecht zukommt, ist an die Unparteilichkeit des Gut
achters oder der Gutachterin allerdings ein strenger Massstab anzulegen (RKUV 1999 Nr. U 356 S. 572; BGE 135 V 465 E. 4.4, 125 V 351 E. 3b/ee, 122 V 157 E. 1c; vgl. auch BGE 123 V 331 E. 1c).
3.
3.1
Am 31. Mai 2016 untersuchte Kreisarzt Dr.
med.
univ.
Z._
, Arzt für All
gemeinmedizin, den Beschwerdeführer. In seinem Bericht vom 3. Juni 2016 fasste er die aktenkundigen medizinischen Berichte zusammen (Urk. 6/71/1 ff.),
weshalb sie an dieser Stelle nicht noch einmal wiedergegeben werden. Soweit erforderlich, wird in den nachfolgenden Erwägungen aber darauf Bezug genommen.
Dr.
Z._
diagnostizierte
(Urk. 6/71/4)
b
elastungsabhängige Restb
eschwerden Hüftgelenk links bei:
-
Status post
Unfall mit dem Stapler am 02.04.2015 mit
-
zentraler Hüftluxation mit Hemifraktur
Acetabulum Vorderpfeiler links
-
Fraktur 6. und 7. Rippe rechts
-
m
öglic
her kleiner Mantelpneumothorax
-
Status post
anteriorer minimal invasiver Hüfttotalen
deprothese links mit Spongiosapl
astik Acetabulum (Autograft Femurkopf) und Implantation einer Revisionspfanne 05.04.2015
-
Status post
Pararectus-Zugang, Bruchsackeröffnung, Reposition des Sigma und Dünndarm und Bruchsackresektion, offene Reposi
tion und Netzplastik Leiste links bei
•
seit 30 Jahren bestehender grosser Inguinalhernie links mit Sig
magleithernie
-
Status post
Plattenosteosynthese Acetabulum Vorderpfeiler links 05.04.2015
Gut ein Jahr nach
der schweren
Hüftverletzung links
liege ein
sehr gutes Behandlungsergebnis mit weitgehender Beschwerdefreiheit
vor
. Von weite
ren medizinischen Massnahmen sei
keine Verbesserung zu erwarten. Heute
erfolge der
Fallabschluss. In Anbetracht der Verletzungsfolgen der linken Hüfte und des
fortgeschrittenen Alters bestehe
für grobmanuelle Tätigkeiten und auch Staplerfahren eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit. Administ
rativ
habe
man sich mit dem
Beschwerdeführer
auf ein Leistungspensum von 20 % in bisheriger Tätigkeit
geeinigt
. Für wechselbelastende, körperlich leichte administrative Tätigkeiten wäre grundsätzlich von einer ganzt
ägigen Arbeitsfähigkeit auszugeh
en. Inwieweit dies einem 97-jä
hrigen Versicherten zumutbar sei
,
sei
administr
ativ/juristisch zu entscheiden (Urk. 6/71/4).
3.2
Der Untersuchungsbericht von
Dr.
Z._
beruht
auf allseitigen
Untersuchun
gen, berücksichtigt
die
geklagten Beschwerden und wurde
in Kenntnis der Vorakten abgegeben. Die Darlegung der medizinischen Zusammenhänge ist
schlüssig und die Beurteilung
der
medizinischen Situation leuchtet
ein. Auch sind die Schlussfolgerungen
nachvollziehbar
begründet. Indizien, die gegen die Zuverlässigkeit des Berichts sprechen, bestehen keine. Der Bericht
von
Dr.
Z._
erfüllt
daher die rechtsprechungsgemässen Anforderungen an beweis
taugliche ärztliche Entscheidungsgrundlagen (vgl. E.
2.2
).
Gestützt auf den Bericht von Dr.
Z._
ist mit überwiegender Wahrs
cheinlich
keit erstellt, dass der
Beschwerdeführer in einer wechselbe
lastenden, körperlich leichten administrativen Tätigkeit ganztags arbeitsfähig ist.
4
.
Zu prüfen bleiben die erwerblichen Auswirkungen der in qualitativer Hin
sicht eingeschränkten Arbeitsfähigkeit.
4
.1
4
.1.1
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad aufgrund eines Ein
kommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Ein
tritt der Invalidität und nach Durchführung allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Art 16 ATSG). Der Einkommensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmäs
sig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt. Insoweit die fraglichen Erwerbseinkommen ziffernmässig nicht genau ermit
telt werden
können, sind sie nach Massgabe der im Ein
zelfall bekannten Umstände zu schätzen und die so gewonne
nen Annäherungswerte miteinan
der zu vergleichen. Lassen sich die beiden hypothetischen Erwerbseinkom
men nicht zuverlässig ermitteln oder schätzen, so ist in Anlehnung an die spezifische Methode für Nichterwerbstätige (Art. 27 IVV) ein Betätigungsver
gleich anzustellen und der Invaliditätsgrad nach Massgabe der erwerblichen Auswirkungen der verminderten Leistungsfähigkeit in der konkreten erwerb
lichen Situation zu bestimmen. Der grundsätzliche Unter
schied des ausseror
dentlichen Bemessungsverfahrens zur spezifischen Methode (gemäss Art. 28 Abs. 3 IVG in Verbin
dung mit Art. 27
bis
und 27 Abs. 1 IVV) besteht darin, dass die Invalidität nicht unmittelbar nach Massgabe des Betätigungsver
gleichs als solchem bemessen wird. Vielmehr ist zunächst anhand des Betäti
gungsvergleichs die leidensbedingte Behinderung festzustellen; sodann aber ist diese im Hinblick auf ihre erwerbliche Auswirkung besonders zu gewich
ten. Eine bestimmte Einschränkung im funktionellen Leistungsvermögen eines Erwerbstätigen kann zwar, braucht aber nicht notwendigerweise eine Erwerbseinbusse gleichen Umfangs zur Folge zu haben. Wollte man bei Erwerbstätigen ausschliesslich auf das Ergebnis des Betätigungsvergleichs abstellen, so wäre der gesetzliche Grundsatz verletzt, wonach bei dieser Kategorie von Versicherten die Invalidi
tät nach Massgabe der Erwerbsunfä
higkeit zu bestimmen ist (ausserordentliches Bemessungsverfahren; BGE 128 V 29 E. 1; AHI 1998 S. 120 f. E. 1a und S. 252 E. 2b je mit Hinweisen).
4
.1.2
Nimmt ein Versicherter nach einem Unfall die Erwerbstätigkeit altershalber nicht mehr auf oder wirkt sich das vorgerückte Alter erheblich als Ursache der Beeinträchtigung der Erwerbsfähigkeit aus, so sind im Bereich der Unfallversicherung für die Bestimmung des Invaliditätsgrades die Erwerbs
einkommen massgebend, die ein Versicherter im mittleren Alter bei einer entsprechenden Gesundheitsschädigung erzielen könnte (
Art
.
28
Abs
.
4
UVV
). Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts hat die Unfallversiche
rung nicht dafür einzustehen, wenn der Versicherte aus invaliditätsfremden Gründen, zu denen unter anderem auch das Alter gehört, und durch die vor allem die Vermittelbarkeit auf dem realen Arbeitsmarkt beeinträchtigt wird, keine entsprechende Arbeit findet (BGE 122 V
4
18 E.
4
a). Dem Umstand, dass – nebst der grundsätzlich allein versicherten unfallbedingten Invalidität – auch das vorgerückte Alter eine Ursache der Erwerbslosigkeit oder -unfähig
keit bildet, wird im Bereich der Unfallversicherung bei der Invaliditätsbe
messung mit der Bestimmung von
Art
.
28
Abs
.
4
UVV
Rechnung getragen. Wenn ein Versicherter nach dem Unfall die Erwerbstätigkeit altershalber nicht mehr aufnimmt (Variante I) oder sich das vorgerückte Alter erheblich als Ursache der
Beeinträchtigung der Erwerbsfähigkeit auswirkt (Variante II), sind gemäss
Art
.
28
Abs
.
4
UVV
für die Bestimmung des Invaliditätsgrades die Erwerbseinkommen massgebend, die ein Versicherter im mittleren Alter bei einer entsprechenden Gesundheitsschädigung erzielen könnte. Damit wird auch berücksichtigt, dass die Invalidenrenten der Unfallversicherung bis zum Tod der Versicherten zur Ausrichtung gelangen (
Art
. 19
Abs
. 2 UVG), wobei sie – in Abweichung von
Art
. 17
Abs
. 1 ATSG – ab dem Monat, in dem die berechtigte Person eine Altersrente der AHV bezieht, spätestens jedoch ab Erreichen des Rentenalters nach
Art
. 21 AHVG, nicht mehr revidiert werden können (
Art
. 22 UVG). Mit
Art
.
28
Abs
.
4
UVV
soll demnach verhindert wer
den, dass bei älteren Versicherten zu hohe Invaliditätsgrade resultieren und Dauerrenten zugesprochen werden, wo sie mit Blick auf die unfallbedingte Invalidität eher die Funktion von Altersrenten aufweisen (BGE 122 V
4
18
E.
3a mit Hinweisen; Urteil des Bundesgerichts U 313/06 vom 1
4
. August 2007 E. 3.3). Das vorgerückte Alter (im Bereich von "rund 60 Jahren", BGE 122 V
4
18 E. 1b) ist in der Unfallversicherung nur im Rahmen von
Art
.
28
Abs
.
4
UVV
zu berücksichtigen (Urteil des Bundesgerichts U 313/06 vom 1
4
. August 2007 E. 3.
4
). Die Anwendung von
Art
.
28
Abs
.
4
UVV
setzt hinsichtlich sei
ner Variante II eine physiologische Altersgebrechlichkeit voraus, welcher im gesamten Ursachenspektrum der Beeinträchtigung der Erwerbsfähigkeit eine im Vergleich zur unfallbedingten Körperschädigung wesentliche Bedeutung zukommt (BGE 122 V
4
18 E. 3b i.f.; Urteil des Bundesgerichts 8C_59
4
/2013 vom 11. November 2013 E.
4
.2).
Des Weiteren findet
Art
.
28
Abs
.
4
(Variante II)
UVV
dann Anwendung, wenn das vorgerückte Alter einer versicherten Person das Zumutbarkeitspro
fil zwar nicht zusätzlich beeinflusst, mithin keine zusätzlichen Einschrän
kungen des funktionellen Leistungsvermögens mit sich bringt, aber einer Verwertung der Restarbeitsfähigkeit (auch auf dem ausgeglichenen Arbeits
markt) trotzdem entgegensteht, weil kein Arbeitgeber einen Angestellten im oder kurz vor dem AHV-Alter mit gesundheitlichen Einschränkungen ein
stellen würde (Urteil des Bundesgerichts 8C_3
4
6/2013 vom 10. September 2013 E.
4
.2 mit Hinweis auf das Urteil 8C_209/2012 vom 12. Juli 2012
E.
5.3).
4
.2
Der Beschwerdeführer,
geboren
am 10. Juli
1919
,
war im Zeitpunkt der renten
verweigernden Verfügung vom 20. Juli 2016
rund
97
Jahre alt. Die altersmässige Voraussetzung für die Anwendung
von Art. 28 Abs. 4 UVV
ist vorliegend zweifellos erfüllt.
Kommt hinzu, dass dem Beschwerdeführer die bisherige langjährige Tätigkeit als
Geschäftsinhaber/Fabrikant
nicht mehr uneingeschränkt zumutbar ist
, da
ihm das Staplerfahren nicht mehr möglich ist
. Er wäre daher gehalten, eine geeignete Arbeit in einer leidensangepassten Tätigkeit aufzunehmen, wobei sich das vorgerückte Alter erheblich als Ursache der Beeinträchtigung der Erwerbsfähigkeit auswirkt, steht einer Verwertung der Restarbeitsfähigkeit in einer leidensangepassten Tätigkeit (auch auf dem ausgeglichenen Arbeits
markt) doch entgegen,
dass ein Arbeitgeber einen 97-Jährigen
einstellen würde. Im Vergleich zum Element des fortgeschrittenen Alters tritt der Gesundheitsschaden, welcher dem Beschwerdeführer nach wie vor eine voll
schichtige angepasste Tätigkeit erlauben würde
(vgl. E. 3.2
), in den Hinter
grund. Der Anwendung von
Art
.
28
Abs
.
4
(Variante 2)
UVV
steht somi
t nichts entgegen (vgl. E. 4.1.2)
.
4.3
4.3.1
In Anwendung von
Art
.
28
Abs
.
4
UVV
ist sowohl für die Ermittlung des Validen- als auch des Invalideneinkommens auf die Löhne im mittleren Alter abzustellen (vgl. Urteil 8C_815/2015 des Bundesgerichts vom 8. April 2016 E. 5). Daran ändert auch nichts, dass der Beschwerdeführer seine berufliche Tätigkeit im Rahmen des Möglichen wieder aufgenommen hat und be
abs
ich
tigt, diese
fortzuführen
(
Urk. 1
), denn es sind nicht die realen Einkommens
verhältnisse zu ermitteln; es ist von einem hypothetischen Einkommen im mittleren Alter auszugehen.
Gemäss Angaben des Beschwerdeführers produzierte sein Unternehmen in früheren Jahren Betonsteine für den Hausbau im grossen Stil. Diese seien sehr gefragt gewesen. In den besten Zeiten habe er bis zu 40 Mitarbeiter beschäftigt. In den letzten 15 Jahren habe er den Betrieb dann stark redu
ziert. In den vergangenen Jahren habe es sich eingebürgert, dass er nur noch im Monat November Betonsteine
verschiedener Grösse produziert
und diese im darauffolgenden Jahr veräussert habe. Bei der Produktion habe er jeweils auf ehemalige Mitarbeiter zurückgreifen können. Von Dezember bis
Oktober
habe er die produzierten Steine dann veräussert. Er sei bis zum Unfall täglich im Geschäft präsent gewesen. Er habe die Post gemacht, Rechnungen geschrieben, die Buchhaltung erledigt und mit dem Hubstapler palettisierte Betonsteine auf Lastwagen aufgeladen. Zum Zeitpunkt des Unfalles habe er keine Angestellten mehr gehabt (Urk. 6/41/2).
Aufgrund der vorliegenden Akten ist nicht
nachvollziehbar, ob das Unterneh
men des Beschwerdeführers aufgrund
wirtschaftlicher Gründe
keine festen Mitarbeiter mehr beschäftigt
hat
oder ob der Beschwerdeführer das Unternehmen altershalber auf eine kleinere Grösse reduzierte. Dies kann
allerdings offen bleiben, da ohnehin kein rentenrelevanter Invaliditätsgrad resultiert:
4.3.2
Davon ausgehend, dass der Beschwerdeführer im mittleren Alter nach wie vor zahlreiche Mitarbeiter beschäftigen würde,
wären ihm die administrati
ven Tätigkeiten und die Führung der Angestellten - gestützt auf das Zumut
barkeitsprofil von Dr.
Z._
(E. 3.1)
- ohne weiteres vollumfänglich möglich. Entsprechend würde der Beschwerdeführer keine Erwerbseinbusse erleiden, womit kein Anspruch auf eine Invalidenente der Unfallversicherung besteht.
4.3.3
Ginge man davon aus, dass die Verkleinerung des Unternehmens aufgrund
wirtschaftlicher Gründe
erfolgt ist,
wäre
das
in den letzten Jahren erzielte Valideneinkommen in Höhe von Fr. 48‘000.--
dem Valideneinkommen im mittleren Alter
gleichzusetzen
und
dem noch erzielbaren Invalideneinkom
men gegenüberzustellen:
Dem Beschwerdeführer sind
wechselbelastende, körperlich leichte administra
tive
Tätigkeiten ganztags zumutbar.
Unter Beizug der Lohnstrukturerhebung des Bundesamtes für Statistik (LSE 2014) beträgt das Einkommen für einfa
che Tätigkeiten körperlicher oder handwerklicher Art für Männer Fr. 5‘312.-- (TA1 Monatlicher Bruttolohn [Zentralwert] nach Wirtschaftszweigen,
Kom
petenzniveau und Geschlecht, Privater Sektor, Kompetenzniveau 1, Männer, Total). Bereinigt um die betriebsübliche Wochenarbeitszeit
(
T 03.02.03.01.04.01
Betriebsübliche Arbeitszeit nach Wirtschaftsabteilungen in Stunden pro Woche, 2015 = 41.7) sowie die Nominallohnentwicklung bis ins Jahr 2016 (
T1.1.10 Nominallohnindex, Männer, 2011-2015
; Total 2014 bis 2015 = 0.3
%
;
T1.1.15 Nominallohnindex, Männer, 2016
, Total von 2015 bis 2016 = 0.6
%
) resultiert daraus ein jährliches Invalideneinkommen im mitt
leren Alter in Höhe von Fr. 67‘052.40 (Fr. 5‘312.-- : 40 x 41.7 x 1.003 x 1.006 x 12).
Der Beschwerdeführer ist in qualitativer Hinsicht nur leicht eingeschränkt, womit kein Leidensabzug gerechtfertigt
wäre
. Allerdings resultiert
e
selbst unter Berücksichtigung eines maximalen Leidensabzuges von 25 % ein Inva
lideneinkommen in Höhe von Fr. 50‘289.30, womit er keine Erwerbseinbusse erleiden würde bzw. ein rentenausschliessender Invaliditätsgrad resultiert
e
.
4.4
Zusammenfassend ist festzuhalten, dass der Beschwerdeführer
so oder anders
keinen Anspruch auf eine Invalidenrente der Unfallversicherung hat, der Einspracheentscheid damit rechtens und die Beschwerde vollumfänglich abzuweisen ist.
Der Vollständigkeit halber ist festzuhalten, dass die Sanitas die medizinisch-theoretische Invalidität als massgebend erachtet,
welche
nicht der gesetzlichen Regelung im Unfallversicherungsrecht entspricht (hierzu: E. 4.1), so dass abweichende Beurteilungen resultieren (vgl. Urk. 10).
5.
Das Verfahren ist kostenlos.