# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 2d2d40fc-6ddb-4f85-a947-f39097b88b23
**Court:** AG_SVWG
**Chamber:** AG_SVWG_001
**Year:** 2020
**Language:** de
**Jurisdiction:** AG / Northwestern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Das Gericht entnimmt den Akten:
A.1.
Die Gemeinde Q. beabsichtigt, die D-Strasse (Parzelle F) auszubauen. Das
Projekt wurde bereits rechtskräftig bewilligt (vgl. Protokoll-auszug [PA] des
Gemeinderats vom 20. Mai 2019). Es basiert auf dem ebenfalls rechtskräf-
tigen Erschliessungsplan D-Strasse (beschlossen vom Gemeinderat am 7.
Oktober 2013, genehmigt vom Departement Bau, Verkehr und Umwelt
[BVU] am 20. November 2013).
A.2.
Das Bauprojekt erfordert zusätzliches Land. Ein freihändiger Erwerb gelang
nicht, weshalb der Leiter der Bauverwaltung Q. im Auftrag des Gemeinde-
rats das Spezialverwaltungsgericht, Abteilung Kausalabgaben und Enteig-
nungen (SKE), um Einleitung des Enteignungsverfahrens ersuchte (Schrei-
ben vom 24. September 2019).
A.3.
Die Voraussetzungen für die Einleitung und Durchführung des Enteig-
nungsverfahrens sind gegeben: Der Enteignungstitel (Erschliessungsplan
D-Strasse, vgl. § 132 Abs. 1 lit. c des Gesetzes über Raumentwicklung und
Bauwesen [BauG; SAR 713.100] vom 19. Januar 1993) sowie die rechts-
kräftige Baubewilligung (A.1.) liegen vor.
Die Verhältnisse sind zudem übersichtlich, weshalb das Verfahren verein-
facht eingeleitet werden konnte (§ 151 Abs. 4 BauG).
B.1.
Der Präsident des SKE beauftragte den Gemeinderat Q., die Enteignungs-
akten vom 30. September 2019 bis 29. Oktober 2019 auf der Gemeinde-
kanzlei zur Einsichtnahme zur Verfügung zu halten. Gleichzeitig forderte er
die von der Enteignung betroffenen Grundeigentümer auf, allfällige Begeh-
ren nach § 152 Abs. 1 BauG innert Frist anzumelden (je mit Einschreiben
vom 26. September 2019).
B.2.
Von einer Landabtretung sind auch die Mitglieder der Erbengemeinschaft
A., als Gesamteigentümer der Parzelle G, betroffen. Davon ist ein Streifen
von ca. 9 m2 abzutreten. Auf einer weiteren Fläche von ca. 11 m2 soll eine
Sichtzone angemerkt werden. Schliesslich werden ca. 50 m2 vorüberge-
hend beansprucht. Mit Eingabe vom 27. Oktober 2019 beantragten sie:
"1. Die an die Gemeinde Q. abzutretenden 9 Quadratmeter Land seien mit
CHF 13'500.-- zu entschädigen.
- 3 -
2. Die vorgesehene Sichtzone von 11 Quadratmetern sei mit CHF 16'500.-- zu entschädigen sowie allfällige Kosten für eine  seien von der Gemeinde Q. zu übernehmen.
3. Die vorübergehende Beanspruchung der ca. 50 Quadratmeter Land sei
mit CHF 6'000.-- zu entschädigen."
B.3.
Aufforderungsgemäss (Schreiben SKE vom 13. November 2019) liess sich
der Gemeinderat zur Eingabe von B. und C. vernehmen (PA des Gemein-
derats vom 25. November 2019). Er hielt am offerierten Entschädigungs-
ansatz von Fr. 350.00/m2 für die Abtretung fest. Eine Entschädigung für die
Sichtzone lehnte er ab. Zur beantragten Abgeltung der vorübergehenden
Beanspruchung äusserte er sich nicht. Er bestätigte, dass notwendige An-
passungsarbeiten zulasten des Bauprojekts ausgeführt würden.
B. und C. nahmen mit Eingabe vom 3. Januar 2020 zu den Ausführungen
des Gemeinderats Stellung. Sie hielten an ihren Forderungen fest. Das
Schreiben wurde dem Gemeinderat am 6. Januar 2020 zur Kenntnis ge-
bracht. Damit war der Schriftenwechsel abgeschlossen.
C.1.
Das Gericht beabsichtigte, am 1. April 2020 eine Augenscheinverhandlung
durchzuführen. Diese musste aufgrund der "Coronakrise" kurzfristig abge-
setzt werden. Die Augenscheinverhandlung wurde am 27. Mai 2020 – unter
Einhaltung besonderer Sicherheitsmassnahmen zur Verhinderung der
Ausbreitung des Coronavirus – nachgeholt (Präsenz siehe Protokoll S. 1).
Die Gesuchgegner hatten von vornherein angekündigt "coronabedingt" nur
an der Augenscheinnahme vor Ort teilnehmen zu wollen, was vom SKE
akzeptiert wurde (vgl. im Detail die Einladung vom 18. Mai 2020).
Die Sach- und die Rechtslage wurden vor Ort besprochen. Die Gemeinde
wurde ersucht, zusätzliche Abklärungen zu machen und dem Gericht wei-
tere Unterlagen einzureichen (Protokoll, S. 12/13).
C.2.
Diesem Auftrag kam die Gemeinde mit Eingabe vom 29. Mai 2020 nach.
Die Ergebnisse der Abklärungen und die nachgereichten Unterlagen wur-
den den Gesuchgegnern am 2. Juni 2020 zur Kenntnis gebracht. Sie nah-
men mit Einschreiben vom 23. Juni 2020 Stellung dazu und hielten an ihren
Anträgen fest. Bezüglich der Sichtzone fügten sie ergänzend hinzu, auf
diese sei eventualiter gänzlich zu verzichten.
Die Stellungnahme wurde der Gegenseite am 30. Juni 2020 zur Kenntnis
gebracht.
C.3.
- 4 -
Das Gericht wollte den Fall am 19. August 2020 ohne weitere Teilnahme
der Parteien abschliessend beraten und entscheiden (Schreiben vom
2. Juni 2020). Den Parteien waren allerdings zwei zusätzlich festgestellte
Handänderungen während des massgeblichen Zeitraums zur Kenntnis zu
bringen (Schreiben vom 19. August 2020). Innert Frist bis 31. August 2020
äusserten sich die Parteien dazu nicht.
C.4.
Das Gericht hat die Streitsache an der ausserordentlichen Sitzung vom
3. September 2020 nochmals beraten und das vorliegende Urteil gefasst.

## Considerations

Das Gericht zieht in Erwägung:
1.
1.1.