# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** f2f46ba1-a5b2-5eef-8361-8988150a5450
**Court:** BE_VB
**Chamber:** BE_VB_001
**Year:** 2015
**Language:** de
**Jurisdiction:** BE / Espace_Mittelland
**Law Area:** Public
**Law Sub-area:** $law_sub_area

## Facts

I. Sachverhalt
1. Die im Eigentum der Beschwerdeführenden stehende Parzelle Burgdorf
Grundbuchblatt Nr. A._ befindet sich teilweise in der Grünzone (GZ) 1.3 und in der
Mischzone 3a (M3a) sowie teilweise in und angrenzend an die Gefahrengebiete
Sturzgefahr Bereich rot und Rutschgefahr Bereiche blau und gelb. Am 24. November 2014
stellte die Gemeinde anlässlich einer Begehung auf dem Grundstück fest, dass nicht
bewilligte Terrainveränderungen in der Grünzone und im geschützten Uferbereich der
Emme vorgenommen worden waren. Zudem wurde festgestellt, dass mehrere
Motorfahrzeuge ohne Kontrollschilder auf dem Grundstück abgestellt waren und
verschiedene Materialien im Freien gelagert wurden.
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Mit Schreiben vom 26. November 2014 wurden die Beschwerdeführenden dazu
aufgefordert, für die Aufschüttung im geschützten Uferbereich und in der Grünzone (GZ)
1.3 innert 30 Tagen ein nachträgliches Baugesuch einzureichen. Die
Beschwerdeführenden wurden darauf hingewiesen, dass das Baugesuch auch Parkplätze
umfassen könne. Für die Entfernung bzw. Entsorgung der ausserhalb gedeckter Räume
und länger als einen Monat gelagerten Materialien und Fahrzeuge setzte die Gemeinde
Frist bis 31. Dezember 2014. Zudem wies sie auf die Straffolgen bei Nichtbeachtung hin
und erklärte, es werde auf den Erlass einer kostenpflichtigen Wiederherstellungsverfügung
verzichtet, wenn die Beschwerdeführenden diesen Aufforderungen nachkämen.
2. Mit Wiederherstellungsverfügung vom 19. Dezember 2014 forderte die Gemeinde
Burgdorf die Beschwerdeführenden auf, die ohne Bewilligung ausgeführte
Terrainveränderung (Einbringen von Humus) in der Grünzone und im geschützten
Uferbereich der Emme bis am 2. Februar 2015 vollständig auf das Niveau des ursprünglich
gewachsenen Terrains wiederherzustellen und der Baupolizeibehörde zur Abnahme
anzumelden. Die Beschwerdeführenden wurden auf die Möglichkeit eines nachträglichen
Baugesuchs hingewiesen. Weiter forderte die Gemeinde die Beschwerdeführenden dazu
auf, sämtliche nicht eingelösten Fahrzeuge, die ausserhalb von bewilligten Parkplätzen
abgestellt sind, sowie die auf dem Grundstück gelagerten ausgedienten Materialien und
Gerätschaften bis spätestens am 15. Januar 2015 zu räumen. Zudem auferlegte die
Gemeinde den Beschwerdeführenden die Kosten der Wiederherstellungsverfügung von Fr.
440.60 zur Bezahlung.
3. Gegen diese Verfügung reichten die Beschwerdeführenden am 17. Januar 2015
Beschwerde bei der Bau-, Verkehrs- und Energiedirektion des Kantons Bern (BVE) ein. Sie
erklären, unmittelbar nach Erhalt des Schreibens der Baudirektion im November 2014
hätten sie mit dem zuständigen Sachbearbeiter Kontakt aufgenommen und sie hätten
aufgrund ihrer mangelnden Verfahrenskenntnisse beschlossen, einen Fachmann zu
beauftragen. In der Folge seien sie davon ausgegangen, dass die Sache erledigt werde.
Dass dies nicht der Fall gewesen sei, hätten sie erst mit der Wiederherstellungsverfügung
erfahren, welche sie am 15. Januar 2015 erhalten hätten. Sie würden nun versuchen, das
Anliegen bzw. die Fragen der Baudirektion bis spätestens 31. Januar zu beantworten bzw.
schriftlich Stellung zu nehmen.
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4. Das Rechtsamt, welches die Beschwerdeverfahren für die BVE leitet1, holte die
Vorakten und eine Stellungnahme der Gemeinde ein. Die Gemeinde beantragt die
Abweisung der Beschwerde. Auf die Rechtsschriften wird, soweit für den Entscheid
wesentlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.

## Considerations

II. Erwägungen
1. Sachurteilsvoraussetzungen
Gemäss Art. 49 Abs. 1 BauG2 können baupolizeiliche Verfügungen nach Art. 45 bis 48
BauG innert 30 Tagen seit Eröffnung mit Beschwerde bei der BVE angefochten werden.
Die Beschwerdeführenden sind als Adressaten durch die angefochtene Verfügung
beschwert und daher zur Beschwerde legitimiert. Auf ihre form- und fristgerecht
eingereichte Beschwerde ist einzutreten.
2. Wiederherstellungsverfügung
a) Die Beschwerdeführenden erklären in ihrer Beschwerde, sie würden versuchen, das
Anliegen der Baudirektion bzw. die Fragen der Baudirektion bis spätestens 31. Januar zu
beantworten bzw. schriftlich Stellung zu nehmen. Zudem bitten die Beschwerdeführenden
darum, die Verfügung mit der Busse von Fr. 440.60 zurückzuziehen.
b) Die Beschwerdeführenden wehren sich damit lediglich gegen die Kosten der
Wiederherstellungsverfügung. Hingegen bringen sie nicht vor, die
Wiederherstellungsverfügung an sich sei falsch, sondern sie erklären vielmehr, der
Wiederherstellungsverfügung aufforderungsgemäss nachkommen zu wollen. Dies belegt
auch das mit den Vorakten der Gemeinde eingereichte Schreiben der
Beschwerdeführenden an die Baudirektion Burgdorf vom 19. Januar 2015, in dem die
1 Art. 7 der Verordnung vom 18. Oktober 1995 über die Organisation und die Aufgaben der Bau-, Verkehrs- und Energiedirektion (OrV BVE; BSG 152.221.191) 2 Baugesetz vom 9. Juni 1985 (BauG; BSG 721)
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Beschwerdeführenden unter anderem erklären, sie hätten die nicht eingelösten
Motorfahrzeuge sowie die Materialien vom Grundstück entfernt.3 Es wird Aufgabe der
Gemeinde sein zu prüfen, ob die Beschwerdeführenden der Wiederherstellungsverfügung
vollständig nachgekommen sind. Im vorliegenden Beschwerdeverfahren sind
ausschliesslich die Kosten des Wiederherstellungsverfahrens umstritten.
3. Kosten der Wiederherstellungsverfügung
a) Die Beschwerdeführenden bitten darum, die Wiederherstellungsverfügung mit der
Busse von Fr. 440.60 zurückzuziehen.
Die Gemeinde erklärt in ihrer Stellungnahme, mit der angefochtenen Verfügung würden
lediglich die Kosten (Gebühren und Auslagen) für den bis zu diesem Zeitpunkt
angefallenen Aufwand eingefordert. Der Betrag von Fr. 440.60 sei keineswegs überhöht
und es handle sich dabei auch nicht um eine Busse.
b) Die Verfahrenskosten (amtliche Kosten) bestehen aus den Gebühren und den
Auslagen, welche die Gemeinde für ihre Tätigkeit im Baubewilligungsverfahren und für ihre
baupolizeilichen Verrichtungen erheben kann (Art. 51 Abs. 1 BewD4). Als Auslagen gelten
namentlich Reiseentschädigungen, Kosten für technische Untersuchungen,
Expertenhonorare sowie Post- und Telefongebühren (Art. 51 Abs. 2 BewD). Die Gemeinde
erlässt einen Gebührentarif (Art. 51 Abs. 3 BewD). Der Gebührentarif besteht vorliegend
aus dem Gebührenreglement der Stadt Burgdorf vom 17. Juni 2013 (AGebR) und der
Gebührenverordnung der Stadt Burgdorf vom 9. Dezember 2013 (GebV). Die Gemeinde
verfügt damit über ausreichende gesetzliche Grundlagen für die Erhebung von Gebühren
und Auslagen.
Das baupolizeiliche Verfahren wurde notwendig, weil auf dem Grundstück der
Beschwerdeführenden baurechtswidrige Sachverhalte festgestellt wurden. Der Aufwand
des baupolizeilichen Verfahrens ist den Beschwerdeführenden zuzurechnen und die
entstandenen Kosten sind ihnen zu überbinden. Es handelt sich bei den Kosten von
3 Vorakten, pag. 30 4 Dekret vom 22. März 1994 über das Baubewilligungsverfahren (Baubewilligungsdekret, BewD; BSG 725.1)
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Fr. 440.60 damit um Gebühren und Auslagen für das baupolizeiliche Verfahren und nicht –
wie die Beschwerdeführenden meinen – um eine Busse.
c) Die Gemeinde erhebt für Verrichtungen der Stadtverwaltung Verwaltungsgebühren
und Auslagen für Sachaufwand (Art. 2 und 5 Bst. a AGebR; Art. 4 GebV). Die
Verwaltungsgebühren werden nach dem für die Verrichtungen erforderlichen Zeitaufwand
(Aufwandgebühren) erhoben, wobei in Abhängigkeit von der Qualifikation der jeweiligen
Mitarbeiter unterschiedliche Stundenansätze verrechnet werden (Art. 12 Abs. 1 und Art. 13
AGebR) oder eine Pauschale oder ein pauschalierter Rahmen vorgegeben wird (Art. 12
Abs. 2 AGebR). Für Arbeiten (Aufwendungen) im Zusammenhang mit dem Bauen ohne
Baubewilligung wird eine Aufwandgebühr III–IV verlangt (Anhang 9, Ziffer 9.3.15 GebV)
bzw. für Wiederherstellungsverfügungen ein Rahmen von Fr. 100.00–1'000.00 vorgegeben
(Anhang 9, Ziffer 9.3.20 GebV). Gemäss Anhang 12 GebV beträgt der Stundenansatz für
die Aufwandgebühr II für Sachbearbeitung Fr. 90.00 und für die Aufwandgebühr IV für die
Leistungen von Bereichsleitenden Fr. 160.00. Die Gebühren für administrative
Verrichtungen wie das Erstellen von Fotokopien ergeben sich aus Anhang 5 GebV.
d) Die Gemeinde macht auf Grundlage des Stundenansatzes (IV) für die Leistung von
Bereichsleitenden einen Arbeitsaufwand von insgesamt 21⁄2 Stunden zu Fr. 160.00 geltend
(1 Stunde für die Begehung, 1⁄2 Stunde für das Verfassen des Briefes vom 26. November
2014, 1 Stunde für das Verfassen der Verfügung vom 19. Dezember 2014), was ohne
weiteres als gerechtfertigt erscheint. Auch der Aufwand von 3⁄4 Stunden für das Erstellen
von Kopien, das Erheben des Dossiers der bisherigen Verfahren sowie den Postversand,
der mit einem Stundenansatz (II) mit Fr. 90.00 verrechnet wurde, erscheint angemessen.
Zudem bewegt sich der geforderte Betrag von Fr. 440.60 innerhalb des gesetzlichen
Rahmens von Fr. 100.00–1'000.00 gemäss Anhang 9, Ziffer 9.3.20 GebV für
Wiederherstellungsverfügungen. Die Beschwerde erweist sich als daher unbegründet und
ist abzuweisen.
4. Kosten des Beschwerdeverfahrens
Bei diesem Ausgang des Verfahrens unterliegen die Beschwerdeführenden. Sie haben die
Verfahrenskosten zu tragen (Art. 108 Abs. 1 VRPG). Diese werden bestimmt auf eine
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Pauschalgebühr von Fr. 400.00 (Art. 103 Abs. 2 VRPG in Verbindung mit Art. 19 Abs. 1
GebV5). Parteikosten sind keine zu sprechen (Art. 104 Abs. 1 und 4 VRPG).