# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** aafcaf6c-62fd-44a0-8b84-20402a51036c
**Court:** ZH_OG
**Chamber:** ZH_OG_002
**Year:** 2017
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

betreffend Verletzung der Verkehrsregeln
Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichtes Zürich, 10. Abteilung - Ein-
zelgericht, vom 23. Mai 2017 (GC160381)
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Strafbefehl:
Der Strafbefehl des Stadtrichteramts Zürich vom 18. Juli 2016 ist diesem Urteil
beigeheftet (Urk. 2).
Urteil der Vorinstanz:
1. Der Einsprecher ist schuldig der einfachen Verkehrsregelverletzung im Sin-
ne von Art. 90 Abs. 1 SVG in Verbindung mit Art. 27 Abs. 1 SVG und Art. 32
Abs. 2 SVG sowie Art. 4a Abs. 1 lit. a VRV.
2. Der Einsprecher wird bestraft mit einer Busse von Fr. 120.–.
3. Bezahlt der Einsprecher die Busse schuldhaft nicht, so tritt an deren Stelle
eine Ersatzfreiheitsstrafe von 2 Tagen.
4. Die Entscheidgebühr wird festgesetzt auf Fr. 400.–. Allfällige weitere Ausla-
gen bleiben vorbehalten.
5. Die Gerichtskosten werden dem Einsprecher auferlegt. Über diese Kosten
stellt die Gerichtskasse Rechnung.
Die Kosten des Stadtrichteramtes Zürich im Betrag von Fr. 377.50 (Fr. 150.–
Kosten- und Gebührenpauschale gemäss Strafbefehl Nr. 2016-051-884 vom
18. Juli 2016 sowie Fr. 227.50 Untersuchungskosten) werden dem Einspre-
cher auferlegt. Diese Kosten sowie die Busse von Fr. 120.– werden durch
das Stadtrichteramt Zürich eingefordert.
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Berufungsanträge:
Des Beschuldigten:
(Urk. 21, sinngemäss)
Der Berufungskläger sei freizusprechen, unter Kosten- und Entschädigungsfolgen
zu Gunsten des Berufungsklägers.
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## Considerations

Erwägungen:
I. Prozessgeschichte
1. Mit Strafbefehl des Stadtrichteramts Zürich vom 18. Juli 2016 wurde
der Berufungskläger und Beschuldigte (fortan der Beschuldigte) gestützt auf
Art. 27 Abs. 1 und Art. 32 Abs. 2 SVG sowie Art. 4a Abs. 1 lit. a VRV und in An-
wendung von Art. 90 Abs. 1 SVG wegen Überschreitens der allgemeinen Höchst-
geschwindigkeit nach Abzug der vorgeschriebenen Geräte- und Messtoleranz in-
nerorts um 6-10 km/h schuldig gesprochen und mit einer Busse von Fr. 120.– be-
straft (Urk. 2). Der Beschuldigte erhob mit Schreiben vom 8. August 2016 Ein-
sprache gegen den Strafbefehl (Urk. 3). Mit Eingabe vom 28. November 2016
überwies das Stadtrichteramt Zürich die Akten ans Bezirksgericht Zürich mit dem
Antrag, den Strafbefehl zu bestätigen (Urk. 10).
Im Rahmen der gerichtlichen Beurteilung wurde der Beschuldigte mit Urteil
des Bezirksgerichtes Zürich, 10. Abteilung - Einzelgericht, vom 23. Mai 2017 der
einfachen Verkehrsregelverletzung im Sinne von Art. 90 Abs. 1 SVG in Verbin-
dung mit Art. 27 Abs. 1 SVG und Art. 32 Abs. 2 SVG sowie Art. 4a Abs. 1 lit. a
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VRV schuldig gesprochen und mit einer Busse von Fr. 120.– bestraft. Für das
schuldhafte Nichtbezahlen der Busse wurde eine Ersatzfreiheitsstrafe von zwei
Tagen festgelegt (Urk. 20). Das Urteil wurde nicht mündlich eröffnet (Prot. I
S. 22).
2. Das schriftlich begründete Urteil wurde dem Beschuldigten am 16. Juni
2017 zugestellt (Urk. 15; Urk. 16/2). Der Beschuldigte erhob mit Eingabe vom
26. Juni 2017 rechtzeitig Berufung (Urk. 18).
3. Der Beschuldigte reichte mit Schreiben vom 6. Juli 2017 fristgerecht
die Berufungserklärung ein, mit welcher er das Urteil vollumfänglich anfocht und
einen Freispruch beantragte (Urk. 21). Anschlussberufung wurde nicht erhoben
(Urk. 28).
Mit Beschluss vom 31. Juli 2017 wurde das schriftliche Verfahren angeord-
net und dem Beschuldigten Frist zur Einreichung der Berufungsbegründung an-
gesetzt (Urk. 30). Da innert Frist keine Berufungsbegründung des Beschuldigten
einging, ist androhungsgemäss davon auszugehen, dass die Berufungserklärung
des Beschuldigten als Berufungsbegründung gilt. Diese wurde mit Präsidialverfü-
gung vom 7. September 2017 dem Stadtrichteramt Zürich zugestellt und diesem
Frist zur Einreichung der Berufungsantwort angesetzt. Der Vorinstanz wurde Ge-
legenheit zur freigestellten Vernehmlassung eingeräumt (Urk. 32). Das Stadtrich-
teramt Zürich liess sich mit Eingabe vom 15. September 2017 dahingehend ver-
nehmen, dass es auf eine Berufungsantwort verzichte und die Abweisung der Be-
rufungsanträge des Beschuldigten beantrage (Urk. 34). Die Vorinstanz liess sich
innert Frist nicht vernehmen.
II. Prozessuales
Bildeten ausschliesslich Übertretungen Gegenstand des erstinstanzlichen
Hauptverfahrens, so kann mit der Berufung nur geltend gemacht werden, das Ur-
teil sei rechtsfehlerhaft oder die Feststellung des Sachverhalts sei offensichtlich
unrichtig oder beruhe auf einer Rechtsverletzung. Neue Behauptungen und Be-
weise können nicht vorgebracht werden (Art. 398 Abs. 4 StPO). Mit der Berufung
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bei Übertretungen können Fehler bei der Anwendung des anwendbaren materiel-
len oder formellen Rechts geltend gemacht werden, insbesondere des StGB und
der StPO. Gerügt werden können sodann Überschreitungen und Missbrauch des
Ermessens sowie Rechtsverweigerung und Rechtsverzögerung, nicht aber blosse
Unangemessenheit (Schmid/Jositsch, Handbuch StPO, 3. Aufl., N 1538). Soweit
die Beweiswürdigung bzw. die Feststellung des (rechtmässig erhobenen) Sach-
verhalts gerügt wird, beschränkt sich die Überprüfung auf offensichtliche Unrich-
tigkeit, also auf Willkür (Hug/Scheidegger, in: Donatsch/Hansjakob/Lieber, StPO
Komm., 2. Aufl., Art. 398 N 23). Gerügt werden können damit nur klare Fehler bei
der Sachverhaltsermittlung, wobei zunächst an Versehen und Irrtümer, ferner an
Diskrepanzen zwischen der sich aus den Akten sowie der Hauptverhandlung er-
gebenden Beweislage und den Feststellungen im Urteil zu denken ist. In Betracht
fallen sodann Fälle, in denen die gerügte Sachverhaltsfeststellung auf einer Ver-
letzung von Bundesrecht, vorab der StPO selbst beruht. Zu denken ist weiter an
Fälle, in denen die an sich zur Verfügung stehenden Beweismittel offensichtlich
ungenügend ausgeschöpft wurden, also der Sachverhalt unvollständig festgestellt
und damit der Grundsatz der Wahrheitsforschung von Amtes wegen missachtet
wurde (Schmid/Jositsch, a.a.O., N 1538).
III. Sachverhalt
1. Dem Beschuldigten wird vorgeworfen, am 29. Februar 2016 um 09.09
Uhr als Lenker des Personenwagens ZH ... in Zürich ..., B._-
Strasse/C._-Quai, Fahrtrichtung stadteinwärts, die allgemeine Höchstge-
schwindigkeit nach Abzug der vorgeschriebenen Geräte- und Messtoleranz um 9
km/h überschritten zu haben.
2. Der Beschuldigte bestritt den ihm vorgeworfenen Sachverhalt vor Vor-
instanz nicht (Prot. I S. 9 ff.). In seiner Berufungsbegründung macht er aber gel-
tend, die Feststellung des Sachverhalts durch die Vorinstanz beruhe auf einer
Rechtsverletzung. Er führte dazu aus, dass sich gemäss Art. 15 StPO die Tätig-
keit der Polizei im Rahmen der Strafverfolgung nach den Vorschriften der Straf-
prozessordnung richte. Soweit kantonale Gesetze oder Verordnungen des Bun-
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des anders lauteten, so seien diese unbeachtlich. In Art. 241 ff. StPO seien die
einzelnen Untersuchungshandlungen, welche die Strafverfolgungsbehörden an-
zuwenden hätten, (abschliessend) aufgezählt. Im 8. Kapitel (Art. 269 ff. StPO)
seien die geheimen Überwachungsmassnahmen (abschliessend) aufgezählt, der
2. Abschnitt des 8. Kapitels (Art. 280 ff. StPO) behandle die Überwachung mit
technischen Überwachungsgeräten. Gemäss Art. 280 StPO könne nur die
Staatsanwaltschaft technische Überwachungsgeräte einsetzen, gemäss Art. 280
Abs. 1 lit. b StPO dürften jedoch nur Vorgänge an nicht öffentlich zugänglichen
Orten aufgezeichnet werden. Sodann dürften gemäss Art. 281 StPO technische
Überwachungsgeräte nur gegenüber beschuldigten Personen eingesetzt werden,
darüber hinaus richte sich gemäss Art. 281 Abs. 4 StPO der Einsatz technischer
Überwachungsgeräte nach den Artikeln 269-279 StPO. Mithin fehle es in der
Schweiz an einer gesetzlichen Grundlage für Radarkästen. Eine solche gesetzli-
che Grundlage könne durch irgendwelche Verordnungen nur geschaffen werden,
wenn die Strafprozessordnung als lex specialis dies ausdrücklich vorsehe
(Urk. 21).
3. Entgegen der Auffassung des Beschuldigten sind allgemein technische
Überwachungen und Registrierungen von Vorgängen, die sich in der Öffentlich-
keit abspielen, also z.B. das Registrieren regelwidrigen Verhaltens von Strassen-
benützern mittels Radar- und ähnlicher Geräte, von Art. 280 f. StPO nicht erfasst
(Schmid, StPO Praxiskommentar, 2. Aufl., Art. 280 N 3; vgl. auch BSK StPO-
Eugster/Katzenstein, 2. Aufl., Art. 280 StPO N 7a). Dies weil etwa Verkehrsüber-
wachungsanlagen wie Radargeräte oder Blitzgeräte zur Rotlichtkontrolle nur den
öffentlichen Raum und keine bestimmten Zielpersonen überwachen (Hansjakob,
in: Donatsch/Hansjakob/Lieber, 2. Aufl., StPO Komm., Art. 280 N 4). Solche Vor-
kehren werden durch die entsprechend anwendbaren (kantonalen) Polizeigesetze
geregelt (BSK StPO-Eugster/Katzenstein, 2. Aufl., Art. 280 StPO N 7a).
Sodann sind Massnahmen, die nicht mindestens einen der in Art. 196 StPO
genannten Zwecke verfolgen, keine Zwangsmassnahmen und bedürfen für ihren
Einsatz weder einer staatsanwaltschaftlichen Anordnung noch einer richterlichen
Genehmigung. Nicht bewilligungspflichtig sind daher sicherheitspolizeilich moti-
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vierte Bildüberwachungen (z.B. die Aufzeichnung von Verkehrsüberwachungen
oder Kameras in Unterführungen; BSK StPO, a.a.O., Art. 280 StPO N 9). Radar-
messungen dienen der Kontrolle darüber, ob eine vorgeschriebene Höchstge-
schwindigkeit nicht überschritten wird. Geschwindigkeitskontrollen sollen mithel-
fen, eine möglichst umfassende Einhaltung geltender Höchstgeschwindigkeiten
zu bewirken. Höchstgeschwindigkeiten dienen wie alle übrigen Verkehrsvorschrif-
ten der Verkehrssicherheit (BGE 103 IV 186 E. 5.a und c). Es handelt sich bei
Radarmessungen nicht um eine Zwangsmassnahme. Somit musste auch das
Radargerät, welches die Aufnahme des Beschuldigten machte, nicht von der
Staatsanwaltschaft eingesetzt werden.
Was die gesetzliche Grundlage der Radarkästen betrifft, welche vom Be-
schuldigten bemängelt wird, ist Folgendes auszuführen:
Gemäss Art. 82 Abs. 1 BV erlässt der Bund Vorschriften über den Strassen-
verkehr. Es steht ihm die umfassende Gesetzgebungskompetenz im Bereich der
polizeilichen Verkehrsregelung zu. Der Vollzug der Strassenverkehrsgesetzge-
bung obliegt den Kantonen, welche die dafür notwendigen Massnahmen treffen
und die zuständigen kantonalen Behörden bezeichnen (Art. 106 Abs. 2 SVG). Der
Bundesrat wird in Art. 106 Abs. 1 SVG ermächtigt, die zum Vollzug dieses Geset-
zes notwendigen Vorschriften zu erlassen und das ASTRA mit der Regelung von
Einzelheiten zu betrauen. An entsprechende Regelungen, insbesondere an Vor-
schriften über technische Anforderungen zur verkehrspolizeilichen Überwachung,
sind die Kantone gebunden (BGer 6B_656/2012 vom 14. Juni 2013 E. 1.3.3). Die
Verkehrskontrollen werden durch die Strassenverkehrskontrollverordnung (SKV)
geregelt, welche der Bundesrat gestützt auf die Art. 30 Abs. 4, 55 Abs. 7, 56
Abs. 1, 57 Abs. 3 lit. b, 103 sowie 106 Abs. 1 SVG erlassen hat. Gemäss Art. 3
Abs. 1 Satz 1 SKV obliegt die Kontrolle des Verkehrs auf öffentlichen Strassen
der nach kantonalem Recht zuständigen Polizei. Nach Möglichkeit sind bei den
Kontrollen technische Hilfsmittel einzusetzen, insbesondere bei der Kontrolle der
Geschwindigkeit (Art. 9 Abs. 1 lit. a SKV). Gemäss Art. 9 Abs. 2 SKV regelt das
Bundesamt für Strassen (ASTRA) für die Kontrollen mit technischen Hilfsmitteln
die Durchführung und das Verfahren sowie die Anforderungen an die Messsyste-
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me und Messarten inkl. die technisch bedingten Sicherheitsabzüge. Gestützt da-
rauf wurden am 22. Mai 2008 die Verordnung des ASTRA zur Strassenverkehrs-
kontrollverordnung (VSKV-ASTRA) sowie die Weisungen des eidgenössischen
Departements für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation UVEK über poli-
zeiliche Geschwindigkeitskontrollen und Rotlichtüberwachung im Strassenverkehr
erlassen (BGer 6B_656/2012 vom 14. Juni 2013 E. 1.3.1). Gemäss Art. 4 Abs. 1
VSKV-ASTRA muss jede durch ein Messsystem festgestellte Widerhandlung so
erfasst werden, dass die Messwerte eindeutig einem bestimmten Fahrzeug oder
einem Fahrzeugführer oder einer Fahrzeugführerin zugeordnet werden können.
Sodann hält § 3 des Polizeigesetzes des Kantons Zürich fest, dass die Polizei
durch Information, Beratung, sichtbare Präsenz und andere geeignete Massnah-
men zur Aufrechterhaltung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung beiträgt und
insbesondere Massnahmen zur Erhöhung der Verkehrssicherheit und Verhütung
von Unfällen im Strassenverkehr trifft.
Zusammenfassend liegt eine gesetzliche Grundlage für Radargeräte vor.
Gestützt darauf erfasste das an der B._-Strasse/C._-Quai in Zürich sta-
tionierte Messgerät am 29. Februar 2016 um 09.09 Uhr das Fahrzeug mit dem
Kontrollschild ZH ... mit einer Geschwindigkeit von 64 km/h (vgl. Urk. 1/10). Die
dabei entstandenen Fotos zeigen deutlich das genannte Kontrollschild sowie den
Beschuldigten als Lenker des betreffenden Fahrzeuges (vgl. Urk. 1/1, 1/2 und
1/10). Die Polizei war befugt, diese Kontrolle durchzuführen und auszuwerten. Sie
zog gestützt auf Art. 8 VSKV-ASTRA die Sicherheitsmarge von 5 km/h ab und
kam so auf eine massgebende Geschwindigkeit von 59 km/h und damit auf eine
Geschwindigkeitsüberschreitung von 9 km/h (Urk. 1).
Gemäss Art. 139 Abs. 1 StPO setzen die Strafbehörden zur Wahrheitsfin-
dung alle nach dem Stand von Wissenschaft und Erfahrung geeigneten Beweis-
mittel ein, die rechtlich zulässig sind. Gestützt auf das Polizeigesetz (rechtmässig)
erlangte Erkenntnisse können im Strafverfahren grundsätzlich verwendet werden
(BSK StPO-Rhyner, 2. Aufl., Art. 306 StPO N 7a). So sind auch im Einklang mit
dem Polizeirecht erstellte Registrierungen regelwidrigen Verhaltens von Stras-
senbenützern regelmässig als Beweise im Strafprozess verwertbar (Schmid,
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StPO Praxiskommentar, 2. Aufl., Art. 280 N 3). Damit sind die vorliegenden Ra-
daraufnahmen, welche rechtskonform erstellt und ausgewertet wurden, als Be-
weismittel im Strafverfahren verwertbar.
Indem die Vorinstanz auf die Messresultate der Geschwindigkeitskontrolle
vom 29. Februar 2016 abstellte und den Sachverhalt als erstellt erachtete, verletz-
te sie kein Bundesrecht.
IV. Rechtliche Würdigung
1. Die Vorinstanz würdigte das Verhalten des Beschuldigten als einfache
Verkehrsregelverletzung im Sinne von Art. 90 Abs. 1 SVG in Verbindung mit
Art. 27 Abs. 1 SVG und Art. 32 Abs. 2 SVG sowie Art. 4 Abs. 1 lit. a VRV (Urk. 20
S. 10). Der Beschuldigte hat die rechtliche Würdigung in seiner Berufungsbegrün-
dung nicht gerügt. Die Vorinstanz hat die rechtlichen Grundlagen und die relevan-
ten Gesetzesbestimmungen korrekt dargelegt, worauf deshalb ohne Weiterungen
verwiesen werden kann (vgl. Urk. 20 S. 8 ff.; Art. 82 Abs. 4 StPO).
2. Damit ist der Beschuldigte auch im vorliegenden Verfahren der einfa-
chen Verletzung der Verkehrsregeln im Sinne von Art. 90 Abs. 1 SVG in Verbin-
dung mit Art. 27 Abs. 1 SVG und Art. 32 Abs. 2 SVG sowie Art. 4 Abs. 1 lit. a VRV
schuldig zu sprechen.
V. Strafzumessung
1. Die Vorinstanz auferlegte dem Beschuldigten eine Busse von Fr. 120.–
und wies ihn darauf hin, dass er an Stelle der Busse eine Ersatzfreiheitsstrafe von
zwei Tagen abzusitzen habe, wenn er die Busse schuldhaft nicht bezahlen sollte
(Urk. 20 S. 11 f.). Die Erwägungen der Vorinstanz, wieso von einer Strafe nicht
abzusehen und weshalb für zwei Tathandlungen vorliegend keine Gesamtbusse
auszufällen sei, wurden vom Beschuldigten in seiner Berufungsbegründung nicht
gerügt. Sie erweisen sich ohnehin als zutreffend, weshalb darauf verwiesen wer-
den kann (Urk. 20 S. 10 ff.).
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2. Gemäss Art. 90 Abs. 1 SVG ist der Beschuldigte mit einer Busse zu
bestrafen. Das Gericht bemisst die Busse nach den Verhältnissen des Täters so,
dass dieser die Strafe erleidet, die seinem Verschulden angemessen ist (Art. 103
Abs. 1 SVG i.V.m. Art. 106 Abs. 3 StGB).
3. Was die finanziellen Verhältnisse des Beschuldigten betrifft, so hat die-
ser dazu keine Angaben gemacht. Bezüglich seines Verschuldens ist zu berück-
sichtigen, dass der Beschuldigte durch sein Verhalten eine abstrakte Gefährdung
der Verkehrssicherheit hervorgerufen hat. Die Geschwindigkeitsübertretung von 9
km/h liegt am oberen Bereich der zweiten Schwerekategorie gemäss Ordnungs-
bussengesetz, welches für eine Geschwindigkeitsüberschreitung innerorts von 6-
10 km/h eine Busse von Fr. 120.– vorsieht (vgl. Ziff. 303.1 lit. b des Anhang 1 der
Ordnungsbussenverordnung). Der Beschuldigte verursachte aber weder einen
Sach- noch einen Personenschaden. Unter Berücksichtigung all dieser Umstände
ist von einem noch leichten Verschulden auszugehen.
Zusammenfassend erweist sich eine Busse von Fr. 120.– als angemessen.
Der Beschuldigte ist folglich mit einer Busse von Fr. 120.– zu bestrafen.
4. Gemäss Art. 106 Abs. 2 StGB spricht das Gericht im Urteil für den Fall,
dass die Busse schuldhaft nicht bezahlt wird, eine Ersatzfreiheitstrafe von min-
destens einem Tag und höchstens drei Monaten aus. In ständiger Praxis er-
scheint ein Umwandlungssatz von 1 Tag Ersatzfreiheitsstrafe pro Fr. 100.– Busse
als angemessen. Im vorliegenden Fall ist deshalb die Ersatzfreiheitsstrafe auf
zwei Tage festzulegen.
VI. Kosten- und Entschädigungsfolgen
1. Ausgangsgemäss ist das erstinstanzliche Kostendispositiv (Ziff. 4 und
5) zu bestätigen.
2. In Berufungsverfahren tragen die Parteien die Kosten nach Massgabe
ihres Obsiegens oder Unterliegens (Art. 428 Abs. 1 StPO). Der Beschuldigte un-
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terliegt mit seinem Antrag auf einen Freispruch. Es sind ihm daher die Kosten des
Berufungsverfahrens aufzuerlegen.