# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 28de24fe-011c-4a43-9805-2ff087d6087e
**Court:** GR_KG
**Chamber:** GR_KG_004
**Year:** 2018
**Language:** de
**Jurisdiction:** GR / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

hat sich ergeben:
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I. Sachverhalt
A.1. Mit Strafbefehl vom 11. Oktober 2016, mitgeteilt am 18. Oktober 2016, sprach die Staatsanwaltschaft Graubünden X._ der Verletzung der Verkehrsregeln gemäss Art. 27 Abs. 1 SVG in Verbindung mit Art. 90 Abs. 1 SVG schuldig und bestrafte ihn mit einer Busse von CHF 120.00, bei schuldhafter Nichtbezahlung derselben mit einer Ersatzfreiheitsstrafe von einem Tag. Ferner wurden X._ die Verfahrenskosten von CHF 325.00 auferlegt. Dem Strafbefehl liegt folgender Sachverhalt zugrunde:
Am 25. April 2016, um 12:03 Uhr, wurde mit dem auf X._ eingelösten Personenwagen, Kontrollschild _, auf der Autobahn _, im Baustellenbereich, Höhe O.1_, Gemeindegebiet O.1_, in Fahrtrichtung O.2_, die signalisierte Höchstgeschwindigkeit von 80 km/h nach Abzug der Toleranz von 5 km/h um 11 km/h überschritten.
2. Gegen diesen Strafbefehl erhob X._ am 28. Oktober 2016 Einsprache und erklärte, zum fraglichen Zeitpunkt nicht mit diesem Fahrzeug in der Schweiz unterwegs gewesen zu sein. Mit Schreiben vom 3. November 2016 wies die Staatsanwaltschaft Graubünden X._ auf den Umstand hin, dass er von der Kantonspolizei Graubünden zweimal per Einschreiben aufgefordert worden sei, die Busse von CHF 120.00 innert 30 Tagen zu bezahlen oder den verantwortlichen Lenker zu nennen, andernfalls er als Fahrzeughalter für die Ordnungsbusse inklusive Verfahrenskosten hafte. Gleichzeitig wurde ihm die Gelegenheit eingeräumt, die Einsprache zurückzuziehen, ansonsten der Fall an das zuständige Gericht überwiesen werden müsse, was weitere, nicht unerhebliche Kosten nach sich ziehen würde.
3. Am 2. Dezember 2016 erliess die Staatsanwaltschaft Graubünden eine Parteimitteilung, in welcher sie ausdrücklich die Überweisung des Strafbefehls an das Gericht gemäss Art. 355 Abs. 3 lit. a und Art. 356 Abs. 1 StPO in Aussicht stellte. X._ wurde darauf hingewiesen, dass auf eine staatsanwaltschaftliche Einvernahme verzichtet werde, er aber innert 10 Tagen einen Antrag auf eine solche stellen könne. Nach Ablauf der Frist werde der Fall dem Gericht überwiesen, was im Falle einer Bestätigung mit weiteren, nicht unerheblichen Merkosten verbunden wäre. Diese eingeschriebene Postsendung wurde von der Deutschen Post mit dem Vermerk "Nicht abgeholt" retourniert, woraufhin die Staatsanwaltschaft X._ die Parteimitteilung am 13. Januar 2017 erneut zustellte, diesmal per A-Post.
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4. In der Folge hielt die Staatsanwaltschaft Graubünden an ihrem Strafbefehl fest und überwies die Akten mit Verfügung vom 22. Februar 2017, mitgeteilt am 23. Februar 2017, dem Regionalgericht Landquart zur Durchführung des Hauptverfahrens, wobei der Strafbefehl als Anklageschrift galt.
B. Mit prozessleitender Verfügung vom 24. Februar 2017 wurden die Parteien vom Regionalgerichtspräsidenten Landquart unter Bekanntgabe der Zusammensetzung des Gerichts und der notwendigen Rechtsbelehrungen zur Verhandlung vom 5. April 2017 vorgeladen. Die X._ zugestellte Vorladung wurde mit dem Vermerk "Annahme verweigert" retourniert, woraufhin die Vorladung X._ am 21. März 2017 mittels A-Post zugestellt wurde.
C. Nachdem X._ der angesetzten Verhandlung vom 5. April 2017 unentschuldigt fern blieb, konnte an diesem Tag keine Hauptverhandlung durchgeführt werden.
D. In der Folge setzte der Regionalgerichtspräsident Landquart gestützt auf Art. 366 Abs. 1 StPO aufgrund des Nichterscheinens der beschuldigten Person eine zweite Hauptverhandlung an, welche auf den 17. Mai 2017 terminiert wurde. In der entsprechenden Vorladung vom 6. April 2017 (Einschreiben) wurde X._ ausdrücklich darauf hingewiesen, dass er an der Hauptverhandlung zwingend persönlich teilzunehmen habe und die Hauptverhandlung in seiner Abwesenheit durchgeführt werden könne, wenn er auch zur neu angesetzten Verhandlung nicht erscheine oder nicht vorgeführt werden könne. Auch diese Vorladung wurde – diesmal mit dem Vermerk "Empfänger/Firma unter der angegebenen Adresse nicht zu ermitteln" – retourniert. Auf Anfrage des Regionalgerichts Landquart teilte das Einwohnermeldeamt der Gemeinde O.3_ am 12. Mai 2017 mit, dass X._ nach wie vor unter der Anschrift _strasse, O.3_, gemeldet und der Behörde eine andere Anschrift nicht bekannt sei.
E. Die zweite Hauptverhandlung, welcher X._ erneut unentschuldigt fern blieb, fand wie angekündigt am 17. Mai 2017 statt. Mit Abwesenheitsurteil vom 17. Mai 2017, mitgeteilt am 19. Mai 2017, erkannte das Regionalgericht Landquart gestützt auf Art. 366 Abs. 2 und 4 StPO was folgt:
1. X._ ist schuldig der Verletzung der Verkehrsregeln gemäss Art. 27 Abs. 1 SVG in Verbindung mit Art. 90 Abs. 1 SVG.
2. Dafür wird X._ mit einer Busse von CHF 120.00 bestraft.
3. Die Ersatzfreiheitsstrafe für die Busse beträgt 1 Tag. Sie tritt an die Stelle der Busse, soweit dieselbe schuldhaft nicht bezahlt wird.
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4. Die Verfahrenskosten, bestehend aus: - der Untersuchungsgebühr der Staatsanwaltschaft Graubünden CHF 575.00
- den Auslagen der Staatsanwaltschaft Graubünden CHF 80.00
- der Gerichtsgebühr des Regionalgerichts Landquart CHF 1'500.00
- total somit CHF 2'155.00
werden vollumfänglich X._ auferlegt, welchem keine Prozessentschädigung ausgerichtet wird.

## Considerations