# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** a9d2dbc1-96cf-4e12-8464-45fdee3bca91
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2013
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** 

## Facts

Sachverhalt:
1.
Die 1974 geborene
X._
hatte
nach der obligatorischen Schulpflicht
von 1992 bis
zum 31. Mai
2008
den Haushalt der Familie
Y._
in
Z._
und hernach
in
A._
geführt
und
deren
zwei Kinder betreut
(
Urk.
9/3/5
und 9/21/6
). Am 24. Juni 2003
hatte sich
die Versicherte mit
B._
verheiratet; die Ehe wurde am
17. Oktober 2009
geschieden (
Urk.
9/
48/1-5
)
.
Aufgrund der im Sommer 2008 diagnostizierten multiplen Sklerose
(
Urk.
9/3/1 und 9/3/3)
melde
te sich
X._
, welche seit September 2008 bei
Dr.
C._
auch in psychiatrischer Behandlung st
and
(
Urk.
9/24/1),
am 19.
Dezember 2008
bei der Invalidenversicherung an (
Urk.
9/5/1-8).
D
ie Sozial
versicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, holte medizinische Berichte (Urk. 9/11
,
9/12
, 9/39/1-6 und 9/43
) sowie einen Auszug aus dem
individuellen Konto der Versicherten ein (
Urk.
9/13) und führte eine berufliche Abklärung durch (
Urk.
9/27/1-2
,
9/31
und 9/44/1-3
).
Mit
in Rechtskraft erwachsener Ver
fügung vom 15. September 2010 lehnte die IV-Stelle
berufliche Massnahmen
ab
(
Urk.
9/58/1-2).
Mit Bezug auf die Rentenfrage stellte die IV-Stelle mit Vorbe
scheid vom 22. Oktober 2010
die
Zusprache
einer auf einem Invaliditätsgrad von 52 % basierenden halben Invalidenrente mit Wirkung ab dem 1. Juli 2009 in Aussicht (
Urk.
9/67/1-3 in Verbindung mit
Urk.
9/63, 9/64/1-7 [
Feststel
lungsblatt
für den Beschluss] und 9/65/1-2 [Auferlegung der
Schadenminde
rungspflicht
]).
Gestützt auf den Bericht von Dr.
med.
C._
, Arzt für Neurologie, Psychiat
rie und Psychotherapie,
vom 9. November 2010 (
Urk.
9/71) erhob die Stadt
D._
namens der Versicherten
Einwand (
Urk.
9/73). Die IV-Stelle zog einen Arbeitgeberbericht bei (
Urk.
9/75/1-9)
,
ordnete eine ambulante
neu
rologisch-psychiatrische Abklärung an
und betraute damit Dr. med.
E._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie
(
Urk.
9/77
/1-2).
Die Versicherte, nun vertreten durch Rechtsanwalt Olivier Barmet (
Urk.
9/87), liess mit Eingabe vom 26.
April 2011 zum neurologisch-psychiatrischen Gutachten vom 13. Februar 2011 (
Urk.
9/78/1-18) Stellung nehmen (
Urk.
9/90/1-3), wo
rauf die IV-Stelle von
Dr.
E._
einen ergänzenden Bericht einholte (
Urk.
9/92). Gestützt auf die vom 2. Juli 2011 datierende Ergänzung
von
Dr.
E._
(
Urk.
9/93/1-2) sowie auf die Stellungnahmen des
F._
vom 10. Mai
und vom 11. Juli 2011 (
Urk.
9/100/4-5) sprach die IV-Stelle der Versicherten mit Verfügung vom 21. November 2011 gestützt auf einen Invaliditätsgrad von 62 %
mit Wirkung ab dem 1. Juli 2009
eine
Dreiviertelsrente
zu (
Urk.
2).
2.
Dagegen liess
X._
mit Eingabe vom 9. Januar 2012 Beschwerde erheben und beantragen, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben, und es sei ihr ab 1. Juli 2009 eine ganze Invali
denrente auszurichten.
Weiter
ersuchte
s
ie um
Gewährung der unent
gelt
lichen Prozessführung und Bestellung eines unentgeltlichen Rechtsvertreters (Urk. 1 S. 2).
In der Beschwerdeantwort vom 17. Februar 2012
schloss
die IV-Stelle
auf Abweisung der Beschwerde (
Urk.
8). Mit Gerichtsverfügung vom 2. April 2012
wurde
X._
die unent
geltliche Prozessführung gewährt und ein unentgeltlicher Rechtsvertreter be
stellt (
Urk.
10).
Die Versicherte liess in der Replik vom 8. Mai 2012 an ihren Be
gehren festhalten, korrigierte indes den Antrag bezüglich
Rentenbeginn
inso
weit, als die Rente ab 1. Juni 2009 auszurichten sei
(
Urk.
12 S. 2).
Die IV-Stelle verzichtete auf weitere Ausführungen (
Urk.
14), was der Versicherten am 26. Juni 2012 zur Kenntnis gebracht wurde (
Urk.
15).
Auf die Vorbringen der Parteien sowie die Akten wird, soweit erforderlich, im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
Die im Rahmen der IV-Revision 6a am 1. Januar 2012 in Kraft getretenen Ände
rungen des Bun
desgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) und der Ver
ordnung über die Invalidenversicherung (IVV) fallen in die Zeit nach Erlass der an
gefochtenen Verfügung vom 21. November 2011 (Urk. 2), die
rechtspre
chungs
ge
mäss
die zeitliche Grenze der richterlichen Überprüfungsbefugnis bil
det (BGE 122
V 77 E. 2b, Urteil des Bundesgerichts 8C_76/2009 vom 19. Mai 2009 E. 2, je mit Hinweis). Entsprechend dem in
materiell
rechtlicher
Hinsicht gel
ten
den allgemei
nen übergangsrechtlichen Grundsatz, dass der Beurteilung jene Rechts
normen zu Grunde zu legen sind, die bei Erlass des angefochtenen Ent
scheids respektive im Zeitpunkt gegolten haben, als sich der zu den materi
ellen Rechtsfolgen füh
rende Sachverhalt ver
wirklicht hat (vgl. BGE 127 V 467 E. 1, 126 V 136 E. 4b, je
mit Hinweisen), sind die mit der IV-Revision 6a neu aufge
nom
menen oder neu gefassten gesetzlichen Bestim
mungen hier nicht an
wend
bar. Im Folgenden wer
den daher die mass
geblichen Gesetzes
bestimmungen - soweit nichts anderes ver
merkt ist - in der seit der 5. IV-Revi
sion geltenden, am 1. Januar 2008 in Kraft getretenen Fassung zitiert.
2.
2.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8
Abs.
1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des
Sozialversiche
rungsrechts
; ATSG). Die Invalidität kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4
Abs.
1 IVG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmög
lichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7
Abs.
1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berück
sichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7
Abs.
2 ATSG).
2.2
Die Invalidität gilt als eingetreten, sobald sie die für die Begründung des An
spruchs auf die jeweilige Leistung erforderliche Art und Schwere erreicht hat (Art. 4 Abs. 2 IVG).
2.3
Anspruch auf eine Rente haben gemäss Art. 28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betä
tigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich min
destens 40 Prozent arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 Prozent invalid (Art. 8 ATSG) sind.
Die seit dem 1. Januar 2004 massgeblichen Rentenabstufungen geben bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 Prozent Anspruch auf eine
Viertelsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 Prozent Anspruch auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 Prozent Anspruch auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 Prozent Anspruch auf eine ganze Rente (Art. 28
Abs.
2 IVG).
2.4
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a
Abs.
1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog.
Invalideneinkom
men
), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der
Einkom
mensvergleich
hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypo
thetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und ei
nander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt (allgemeine Methode des
Einkommensver
gleichs
; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
Konnte die versicherte Person wegen der Invalidität keine zureichenden berufli
chen Kenntnisse erwerben, so entspricht gemäss Art. 26
Abs.
1
IVV
das
Er
werbseinkommen
, das sie als Nichtinvalide erzielen könnte, den nach Alter ab
gestuften Prozentsätzen des jährlich aktualisierten Medianwertes gemäss der Lohnstrukturerhebung des Bundesamtes für Statistik.
2.5
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im
Be
schwerdefall
das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebe
nenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 256 E. 4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden kön
nen (BGE 125 V 261 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E. 4b/cc).
2.6
Das Sozialversicherungsgericht hat den Sachverhalt von Amtes wegen fest
-
zustel
len und alle Beweismittel objektiv zu prüfen, unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden, ob sie eine zuverlässige Beur
teilung des strittigen Leistungsanspruches gestatten. Insbesondere darf es beim Vorliegen einander widersprechender medizinischer Be
richte den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweisma
terial zu würdigen und die Gründe anzu
geben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These ab
stellt (ZAK 1986 S. 188 E. 2a). Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Gutachtens ist im Lichte dieser Grundsätze ent
scheidend, ob es für die Beant
wortung der gestellten Fragen umfassend ist, auf den erforderlichen allseitigen Untersuchun
gen beruht, die geklagten Beschwerden berücksichtigt und sich mit diesen sowie dem Verhalten der untersuchten Person auseinander setzt
was vor allem bei psychischen Fehlent
wicklungen nö
tig ist
, in Kenntnis der und gegebenenfalls in Auseinander
setzung mit den
Vorakten
abgegeben worden ist, ob es in der Darlegung der medizinischen Zustände und Zusammenhänge ein
leuchtet, ob die Schlussfolgerungen der medizinischen Exper
ten in einer Weise begründet sind, dass die rechtsanwendende Person sie prüfend nachvollziehen
kann, ob der Experte oder die Expertin nicht auszu
räumende Unsicherheiten und Unklarheiten, welche die Be
antwortung der Fragen erschweren oder ver
unmöglichen, gegebe
nenfalls deutlich macht (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c; U. Meyer
Blaser, Die Rechtspflege in der Sozialversi
cherung, BJM 1989, S. 30 f.; derselbe in H.
Fredenhagen
, Das ärztliche Gutach
ten, 3. Aufl. 1994, S. 24 f.).
3.
3.1
Gestützt auf die medizinischen Unterlagen, insbesondere das Gutachten von
Dr.
E._
(
Urk.
9/78/
1-18
)
, dessen Ergänzung vom
2. Juli 2011
(
Urk.
9/
93/1-2)
sowie die Stellungnahme des
F._
(
Urk.
9/100/
5
)
,
ging die
Be
schwerdegegnerin
von einer verwertbaren Restarbeitsfähigkeit von 40 % aus und ermittelte
einen Invaliditätsgrad von 62 %, weshalb der Anspruch auf eine
Dreiviertelsrente
ab 1. Juli 2009 ausgewiesen sei
(
Urk.
2 und 8).
3.2
Demgegenüber
lässt
die Beschwerdeführerin hauptsächlich geltend machen (
Urk.
1 und 12), sie sei als Frühinvalide zu betrachten
, da die diagnostizierte Persönlichkeitsstörung seit ih
rer Kindheit bestehe und
sie aufgrund der Abhän
gigkeit von einer Sekte keine Ausbildung habe machen können
. Dementspre
chend sei
die Rente anders zu berechnen
. S
chliesslich macht sie geltend, der Rentenanspruch bestehe
bereits ab dem 1. Juni 2009
.
3.3
Streitig und zu prüfen
sind
somit
nebst dem Eintritt der Invalidität der
Rentenbe
ginn
sowie die Rentenbe
rechnung
.
4.
4.1
Wegen
Sensibilitätsstörungen im linken Arm und im linken Bein
liess sich die
Beschwerdeführerin im September 2008
neurologisch a
bklär
en
(
Urk.
9/3/3). Dr. med.
G._
, Fachärztin für Neurologie, diagnostizierte im Bericht vom 15. September 2008 eine
Encephalomyelitis
disseminata
(M
ultiple Sklerose)
bei Status nach
Retrobulärneuritis
rechts im November 2007 und zweimaliger sen
sibler linksseitiger
Hemisymptomatik
1997 und im August 2008 (
Urk.
9/3/1-2).
Im Bericht vom 27. Januar 2009 attestierte Dr.
G._
der Beschwerdeführerin eine seit August 2008 bestehende 50%ige Arbeitsunfähigkeit betreffend die zu
letzt ausgeübte Tätigkeit als Haushälterin und Erzieherin und empfahl dringend die Einleitung einer
immun
modularischen
Therapie, da die Versicherte bis anhin lediglich homöopathische Mittel eingenommen habe
(
Urk.
9/11/6-7)
.
Med. prakt.
H._
, Facharzt für
Psychiatrie und Psychotherapie, behan
delt die Beschwerdeführerin seit dem 23. Juni 2008. Seinem Bericht vom 2. März 2009 sind ausser
der Diagnose
der
M
ult
i
plen Sklerose
die
weitere
n
Di
agnosen eine
r
ab
hängig-asthenische
n
Persönlichkeitsstörung
(ICD-
10 F60.7
)
bestehend seit
Kindheit und eine
r
schwere
n
depressive
n
Episode
(
ICD
-
10
F32.2
) seit Juni 2008 zu entnehmen (
Urk.
9/12/4).
Die Versicherte habe über einen starken Energiemangel, Schlafstörungen und Verzweiflungszustände geklagt. Ihr Selbstvertrauen sei vermindert und sie sei wenig belastbar
.
Dr.
H._
stellte hinsichtlich der Depression eine günstige Prognose, erachtete eine solche jedoch
mit Bezug auf
d
ie
Persönlichkeitsstörung und
die
Multiple S
klerose als eher un
gewiss
(
Urk.
9/12/5).
Im Zeitpunkt der Berichterstattung stand die Beschwerde
führerin in der Ausbildung zur Haushaltleiterin und zur Spielgruppenleiterin. Für die
Absolvierung dieser Ausbildung erachtete
Dr.
H._
die Versicherte als zu knapp 50 % arbeitsfähig (
Urk.
9/12/8).
Bei Dr. med.
C._
, Facharzt für Neurologie, Psychiatrie und Psy
chotherapie, steht die Versicherte seit dem 22. September 2008 in Behandlung
. Er bestätigte die bisher bekannten Diagnosen
und
bejahte zusätzlich das Vo
r
lie
gen einer Neurasthenie sowie einer hochfrequenten schweren Migräne mit und ohne Aura (
Urk.
9/24/1).
Im Zeitpunkt der Berichterstattung am 29. September 2009
attestierte
er
der Versicherten, welche ihm als hochgradig arbeitsmotiviert erschien, eine 40%ige Arbeitsfähigkeit
,
empfahl
die
Intensivierung
und die An
passung der antidepressiven Therapie
, wobei er ein höheres Arbeitspensum al
lenfalls längerfristig als möglich erachtete (
Urk.
9/24/3).
4.2
4.2.1
Auf Veranlassung der Beschwerdegegnerin wurde die Beschwerdeführerin
am 9
.
Februar
2011
von Dr.
med.
E._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, sowie von Dr. med.
I._
, Facharzt für Neu
rologie und Verhaltensneurologi
e SGVN, untersucht.
Im Alltag ist die Beschwerdeführerin
gemäss ihren Ausführungen
durch eine vermehrte Müdigkeit, welche sie zum Einhalten von Ruhephasen zwing
e
, be
einträchtigt. Auch klagte sie gegenüber den Gutachtern über zeitweise auftre
tende Gefühlsstörungen und eine Schwäche in der linken Körperhälfte
und er
wähnte eine Ungeschicklichkeit bezüglich des linken Arms und der linken Hand
; gelegentlich habe sie eine Sehstörung am rechten
Auge, welche seit der Erkrankung an MS aufgetreten sei
(
Urk.
9/78/6
und 9/78/12).
In der
Gehfähig
keit
sei sie auf unebenem Boden und beim Treppensteigen eingeschränkt. Sie fühle sich durch das Erlebte im Zusammenhang mit der jahrelangen Haushalt
führung für das Ehepaar
Y._
immer noch stark traum
a
tisiert. Im Weiteren klagte die Beschwerdeführerin über
eine
-
je nach Tagesform
-
beeinträchtigte Gedächtnis- und Konzentrationsfähigkeit (
Urk.
9/78/6).
Die neurologische Un
tersuchung
fiel im Grossen und Ganzen normentsprechend aus.
Der Geruchs
sinn sei fraglich reduziert,
da
die Versicherte zwar Gerüche wahrnehmen, diese
aber nicht sicher zuordnen
könne
.
Im Übrigen
stellte
Dr.
I._
lediglich mit Bezug auf die Extremitäten
eine Sensibilität für Berührung und
Schmerzemp
finden
mit
Hy
p
ästhie
im Bereich des lateralen Oberarms links
sowie
eine leicht reduzierte Berührungs- und Schmerzempfindung an linkem Bein fest (
Urk.
9/78/7-8).
Da die Beschwerdeführerin nach einer im Januar 2011 - als Folge eines im Dezember 2010 erlittenen Skiunfalles (Kreuzbandriss am rechten Knie;
Urk.
9/78/5) -
durchgeführten Kniearthroskopie mit Gehstöcken zur Un
tersuchung erschien, waren
Gang- und St
andproben
erschw
ert und deren Durchführung teils unmöglich (
Urk.
9/78/7).
Der Gutachter stell
t
e einen kleinen Schober fest, ansonsten habe die Beweglichkeit der Wirbelsäule praktisch der Norm entsprochen (
Urk.
9/78/8).
In neuropsychologischer Hinsicht
erreichte die Beschwerdeführerin im Testprofil praktisch durchwegs Normwerte. Die Koope
ration bezeichnete der Gutachter als g
ut, das Arbeitstempo als normal.
L
eicht gestört
erschienen ihm bezüglich Konzentration die geteilte Aufmerksamkeit und Interferenzfestigkeit sowie
die Suppressions
fähigkeit (
Urk.
9/78/9).
Auf
grund der
elektroencephalographische
n
Untersuchung
besteh
e
eine leichte un
s
pezifische Allgemeinveränderung
ohne Herdbefund und ohne Anhaltspunkte für eine
cerebrale
Übererregbarkeit (
Urk.
9/78/10).
Nach Auffassung des Gut
achters besteht die Beeinträchtigung vor allem zufolge der vermehrten Ermüd
barkeit, jedoch auch wegen der einschränkten Geschicklichkeit der linken Kör
perhälfte, insbesondere der linken Hand, welche sich bei
bi
ma
nuellen
Tätigkei
ten negativ auswirke
. Dazu komme als Folge der MS eine leichte Gang- und Standataxie
(
Urk.
9/78/11)
.
Zusammenfassend gelangte der Neurologe zum Schluss, die bei der Beschwerdeführerin diagnostizierte Multiple Sklerose mit leicht ausgeprägter
Hemisymptomatik
links, die mit dieser Erkrankung verbun
dene
Fatigue
und die damit einhergehenden diskreten kognitiven Störungen sowie d
i
e Migräne mit und ohne Aura würden die Versicherte arbeitsmässig im Ausmass von 40 % beeinträchtigen
(
Urk.
9/78/12)
.
Dr.
I._
erachtete die von der Beschwerdeführerin ausgeübte Tätigkeit
in einem Altersheim -
Alltagsge
staltung
für die Bewohner und Bewohnerinnen (
Urk.
9/78/5) -
als den Be
schwerden angepasst (
Urk.
9/78/12).
4.2.2
D
em Psychiater,
Dr.
E._
, berichtete die Beschwerdeführerin
über ihren
unmittelbar an die Schulpflicht anschliessenden
jahrelangen Aufenthalt im Haushalt von
Y._
, dem Führer der
christlich-
antroposophischen
Le
bensgemeinschaft
J._
, der ihre ganze Familie seit 1986 angehört habe.
S
ie habe dort nebst der Haushaltführung auch Veranstaltungen organisiert und
Sekretariatsarbeiten übernommen und schliesslich
d
ie kranke Frau von
Y._
gepflegt
.
Herr
Y._
habe alles bestimmt, von der Kleidung über die Ernährung bis hin zum Tagesablauf. Es sei zwar nicht zu sexuellen Übergriffen gekommen,
doch habe sie von
Herrn
Y._
viel
e
Dro
hungen und mor
alische Anweisungen erhalten;
es seien
bei ihr
Schuldgefühle ausgelöst worden. 2003 sei die
ganze
Lebensgemeinschaft
von
Z._
in die Schweiz übersiedelt.
Wegen
der Erkrankung der Ehefrau sei das Haus ab 2005 völlig abgedunkelt gewesen; sie habe dieses kaum verlassen können. Mit Hilfe ihres Ehemannes, der ebenfalls der Sekte angehört habe, habe sie sich schliess
lich im Jahr 2008 von der Sekte trennen können
(
Urk.
9/78/14)
.
Angesichts
der gesamten Situation in der Adoleszenz der Beschwerdeführerin bejahte
Dr.
E._
das Vorliegen
eines
narzis
s
tisch-perverse
n
Missbrauch
s
, indem ihre Wünsche, ihre eigenständige Entwicklung und ihre Freiheit durch die
Allmachtsdominanz
von Herrn
Y._
systematisch bedroht und zerstört worden seien
. Als Diagnosen
bestätigte der Psychiater das Vorliegen einer
Per
sönlichkeitsstörung
vom abhängigen, asthenischen Typ (ICD-10 F61.0) und
er
hob rezidivierende depressive Episoden leichten und mittleren Grades (ICD-10 F33.0/1)
, wobei er
darauf
hin
wies
, die noch im Jahre 2008
vorhanden gewesene
schwere depressive Verstimmung sei zwischenzeitlich abgeklungen, doch leide die Versicherte immer noch an Insuffizienz- und heftigen Schuldgefühlen, sei in ihrer Aggression gehemmt, erlebe Freud- und Hoffnungslosigkeit verbunden mit Schlafstörungen (
Urk.
9/78/16). Medikamentös wird die Beschwerdeführerin mit
Cipralex
10 mg behandelt
. Nachdem sie
anfänglich dreimal wöchentlich
eine
Psychotherapie
in Anspruch
genommen hatte
, reduzierte sie die Besuche auf zwei pro Woche
(
Urk.
9/78/12).
In Anbetracht des psychischen
Beschwerdebil
des
attestierte
Dr.
E._
der Versicherten
- in Übereinstimmung mit Dr.
H._
(
Urk.
9/12/8) -
eine Restarbeitsfähigkeit von 50 % (
Urk.
9/78/17).
4.2.3
Aufgrund der Konsensbesprechung gelangten die
Dres
.
I._
und
E._
zum Schluss
, aus gesamtmedizinischer Betrachtung sei der Beschwerdeführerin
in einer leidensangepassten Tätigkeit
eine Präsenz von viereinhalb Stunden am Arbeitsplatz möglich, wobei sie eine Arbeitsleistung von 80 % zu erbringen vermöge
, da die kognitive Leistungsfähigkeit im Verlaufe der Arbeitszeit nach
lasse
(
Urk.
9/78/18). An dieser Schlussfolgerung hielt
Dr.
E._
im ergän
zend abgegebenen Bericht vom 2. Juli 2012 fest (
Urk.
9/93/1-2),
wobei er be
tonte, in einer nicht angepassten Tätigkeit liege die Einschränkung deutlich hö
her.
4.3
D
ie Beurteilung der
Dres
.
I._
und
E._
basiert auf den erhobenen objek
tiven Befun
den und steht nachvollziehbar im Einklang mit diesen. Die Gutachter begründeten ihre Schlussfolgerungen einleuchtend
und setzten sich
d
es Weiteren
auch
mit
den übrigen
ärztlichen Beurteilungen auseinander
.
Auf das
ne
u
rologisch-psychiatrische
Gutachten
ist somit abzustellen, da es d
ie
pra
xisgemässen
Anforderungen
an den Beweiswert eines medizinischen Gutachtens (vgl. vorstehend E.
2.6
) vollumfänglich
erfüllt; es wird denn zu Recht auch von der Beschwerdeführerin nicht in Frage gestellt (
Urk.
12 S. 4).
Zusammenfassend steht fest, dass
die Beschwerdeführerin aufgrund der medizini
schen Aktenlage an Multipler Sklerose, unter depressiven Episoden leichten und mittleren Grades
,
einer
abhängig-asthenischen
Persönlichkeitsstö
rung
bei
Status
nach jahrelangem narzi
s
stisch-perversem Missbrauch in einer Sekte und unter Migräne mit und ohne Aura leidet
(
Urk.
9/78/10, 9/78/15
,
vgl. auch
Urk.
9/71)
, weshalb sie
leidensangepasst, unter Berücksichtig
ung der fol
genden Limitierungen, nämlich
wechselbelastende, vorwiegend sitzende Tätig
keit ohne Überkopfarbeiten und ohne Heben/Tragen
von Lasten
über fünf Kilo
gramm
(
Urk.
9/30 und 9/11/5),
noch in einem Ausmass
von 40 % arbeitsfähig ist.
Diese Restarbeitsfähigkeit
, von welcher auch die Beschwerde
-
gegnerin
-
und zwar zu Recht
-
ausgeht (
Urk.
2 und
Urk.
9/100/5),
steht im Übrigen im Ein
klang mit der gesundheitlichen Entwicklung der Beschwerde
-
führerin
, nachdem in älteren ärztlichen Attesten
(vgl. die Berichte von
Dr.
G._
,
Urk.
9/
11/6-7;
Dr.
H._
,
Urk.
9/12/8;
Dr.
C._
,
Urk.
9/43)
noch von einer 50%igen
Rest
arbeitsfähigkeit
ausgegangen worden war
.
5.
5.1
Die Beschwerde
führerin
erachtet die Invalidität
- entgegen der Auffassung der Beschwerdegegnerin (
Urk.
2 und 8 S. 1) - in einem weit früheren Zeitpunkt als eingetreten (
Urk.
1 S.
3 f.
und 12 S.
2 f.
).
Im Hinblick auf den Eintritt der Invalidität ist
zunächst
näher auf ihren beruf
lich-erwerblichen Werdegang einzugehen.
Die Beschwerdeführerin hat nach der Absolvierung der
obligatorischen Schulpflicht in der
Schule K._
im Jahr 1991 oder 1992 (
Urk.
9/78/
4 und 9/78/14; vgl. auch
Urk.
9/3/5
und 9/28/1
)
die Haushaltführung beim Ehepaar
Y._
einzig
gegen Kost und Logis - einen Lohn erhielt sie nicht -
übernommen
.
Das Paar stand der
christlich-antroposo
phischen
Lebensgemeinschaft
J._
vor (
Urk.
9/78/14). Nach den Angaben der Beschwerdeführerin war ihre Familie
seit
ungefähr 1986 Mitglied dieser Gemeinschaft, welche als Splittergruppe aus der allgemeinen
antroposophischen
Gesel
lschaft hervorging
.
Das Domizil des Ehepaars befand sich bis
im
Jahr
2003 in
Z._
.
Einen Beruf erlernte die Beschwerdeführerin
deshalb
nicht,
war nebst
der Haushaltführung jedoch auch in organisatorischer Hinsicht (Veranstaltungen)
tätig
,
befasste sich mit der Erziehung
der beiden
Knaben und wurde
durch die
Pflege der zuneh
mend erkrankten Ehefrau in Anspruch genommen (vgl. das Empfehlungsschrei
ben vom 31. März 2008;
Urk.
9/3/5). Im individuellen Konto (IK) ist die Be
schwerdeführerin als Nichterwerbstätige aufgeführt (
Urk.
9/
1 und 9/2).
Auf
grund der grossen arbeitsmässigen Beanspruchung
, sie habe sich richtig veraus
gabt (
Urk.
9/78/5),
stellten sich bei
ih
r zunehmend Beschwerden
ein
, zum Bei
spiel Schulterschmerzen, welche nach ihren Angaben homöopathisch angegan
gen wurden (
Urk.
9/78/4).
Da die Mitglieder der Lebensgemeinschaft aus religi
ösen Gründen nicht zum Arzt gegangen seien, habe sie sich auch nicht in ärzt
liche Behandlung begeben können. Die Beschwerdeführerin stellt sich mit dieser Argumentation auf den Standpunkt,
sowohl
die bei ihr im September 2008 di
agnostizierte Multiple Sklerose
als
auch die
abhängig-
asthenische
Persönlich
keitsstörung
hätten schon viele
Jahre vor den jeweiligen
Erstdiagnose
n
vorgele
gen
,
zumal die Ärzte übereinstimmend ein Zurückgehen d
ies
er Erkrankung
en
bis in die Kindheit/Jugend
(Persönlichkeitsstörung)
respektive bis ins Jahr 2001 (MS) bestätigen würden (
Urk.
9/
3/1, 9/12/4, 9/12/8, 9/24/2).
5.2
Fest steht, dass sich die Beschwerdeführerin erst nach ihrer Trennung von der Lebensgemeinschaft
J._
im Frühling 2008 in ärztliche Behandlung begeben hat,
während dem
sie vorher nach ihren Angaben einzig mit homöopathischen Mitteln behandelt w
u
rde (
Urk.
9/78/4)
.
So stellte
Dr.
G._
noch im Januar 2009 bei der Versicherten eine Zurückhaltung ge
genüber der schulmedizinischen Behandlung fest (
Urk.
9/11/7
).
Wie dem Attest von Dr.
C._
vom 29. September 2009 entnommen werden kann, lehnte die Beschwerdeführerin die von
Dr.
G._
im September 2008
zur Behandlung der Multiplen Sklerose
empfohlene
immunmodularische
Therapie (
Urk.
9/11/7) strikte ab (
Urk.
9/24/2). Immerhin konnten mit der angew
andten
komplementär-medizinischen Therapie in neurologischer Hinsicht Fortschritte erzielt werden.
Mit Bezug auf die Multiple Sklerose liegen Anhaltspunkte vor, wonach erste Schübe im Jahr 2001 aufgetreten sein könnten.
Dr.
I._
ging
sogar
davon aus, dass die Krankheit bereits ungefähr zehn Jahre vor der Erstdiagnose ausge
brochen sei
n dürfte
(
Urk.
9/78/11).
Gemäss
der Schilderung der Beschwerdeführerin habe sie
zudem
bereits
als Schü
lerin
eine neur
asthenische
Konstitu
t
ion gehabt
(
Urk.
9/12/8), wobei damals offenbar weder seitens der Eltern noch seitens der Schule Anlass
bestand
, eine ärztliche Abklärung vorzunehmen und eine Behandlung einzuleiten.
Somit kann das Vorliegen einer in die Kindheit zurückgehende
n
Persöhnlichkeitsstö
rung
vom abhängig
-
asthenischen Typ
nicht mit überwiegender Wahrscheinlich
keit als erstellt gelten. Insbesondere dürfte sich
das Element der
Abhängigkeit
- was verständlich und nachvollziehbar wäre -
auch
gerade
erst
im
Verl
aufe der
Zeit
,
als die Versicherte
im Haushalt
der Familie
Y._
lebte,
manifestiert ha
ben
.
Weder mit Bezug auf die Persönlichkeitsstörung noch hinsichtlich der Multiplen Sklerose liegen Anhaltspunkte vor, wonach diese Erkrankungen, sollten sie sich
tatsächlich
bereits vor dem 25. Altersjahr der Versicherten manifestiert haben, von invali
di
sierendem Ausmass waren
(E. 2.
2).
Damit ist der Eintritt einer Frühinvalidität
im Sinne von Art. 37
Abs.
2 IVG, unter welcher
der Eintritt der rentenbegründenden Invalidität (Versicherungsfall Invalidenrente nach Art. 4
Abs.
1 IVG in Verbindung mit Art. 8
Abs.
1 des Bundesgesetzes über den All
gemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG, und Art. 4
Abs.
2 in Ver
bindung mit Art. 28 ff. IVG) zu verstehen ist (Urteil des Bun
desgerichts 9C_378/2010 vom 21.
November 2011 E. 2.2.4),
nicht überwiegend wahr
scheinlich erstellt.
5.3
Zur Ermittlung des
Invaliditätsgrad
es
ist ein Einkommen
s
vergleich durchzufüh
ren
. Unbestrittenermassen ist die Beschwerdeführerin als Vollerwerbstätige zu qualifizieren
(
Urk.
9/53/5)
.
S
ie war nach der obligatorischen Schulpflicht zur Hauptsache im Bereich Hauswirtschaft und Erziehung tätig.
Auch nach dem Austritt aus der Gemeinschaft
im
Jahr
2008
blieb die Versicherte
in erwerblicher Hinsicht
im bisher
igen
Rahmen tätig und erwarb Diplome im
Hauswirtschafts
bereich
und als Spielgruppenleiterin (
Urk.
9/
28/2
,
9/
37 und 9/47/1)
.
Da die Ver
sicherte nicht ansatzweise dartut, was sie ausbildungsmässig gemacht hätte, wäre sie
nach der obligatorischen Schulpflicht
nicht in den Haushalt des Ehe
paars
Y._
eingetreten, hat die Beschwerdegegnerin punkto
Valideneinkom
men
zu Recht an die bisherige Be
tätigung im Haushalt angeknüpft
.
Denn auch die Beschwerdeführerin führte gegenüber der Berufsberaterin aus, sie hätte eine Ganztagsstelle als Haushälterin und Kinderbetreuerin gesucht, wäre sie nicht krank geworden (
Urk.
9/53/5
und 9/53/8
).
E
s ist
der Beschwerdegegnerin
beizu
pflichten
, wenn sie
deshalb
bei der Bemessung des
Valideneinkommens
auf die Lohnempfehlungen
des Berufsverbandes
für Haushaltleiterinnen abstellte (
Urk.
9/53/1 und 9/47/3).
Gemäss diesen Richtlinien lag der
Bruttov
erdienst für die selbständige Führung eines privaten Haushaltes im 2010 bei Fr. 55‘930.--
im Jahr
(
Urk.
9/47/3).
Der Nominallohnentwicklung angepasst
errechnete die Beschwerdegegnerin
für 2011 (Erlass der angefochtenen Verfügung)
ein
Valideneinkommen
in der Höhe von Fr. 56‘545.-- (
Urk.
9/97).
Da -
wie erwähnt - keine Frühinvalidität vorliegt (E. 5.2) und damit nicht gesund
heitliche Umstände dafür verantwortlich sind, dass die Beschwerdefüh
rerin keine eigentliche Berufsausbildung absolviert hat, kann nicht von einem
Valideneinkommen
von Fr. 75‘000.-- ausgegangen werden (
Urk.
1 S. 5 und 12 S. 6).
5.4
Für die Bestimmung des Invalideneinkommens ist primär von der beruflich-
er
werblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte Person konkret steht. Nur wenn
kein solches tatsächlich erzieltes Erwerbseinkommen gegeben ist,
werden nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne herangezogen
(BGE 126 V 75 f. E. 3b/
aa
und
bb
, vgl. auch BGE 129 V 472 E. 4.2.1).
Auf Vermittlung
ihre
r
Mutter
, welche im
L._
in
M._
als kaufmänni
sche Angestellte arbeitet,
erhielt
d
ie
Beschwerdeführerin eine Stelle
als
Alltags
gestalterin
(
Urk.
9/78/15 und 9/53/6). Seit dem 8. Januar 2009
ist
sie
bei
einem
Pensum von 50 % dort angestellt (Fragebogen für
Arbeitgebende
vom 8.
Dezember 2010,
Urk.
9/75/1-9
)
, wob
ei sie aus ärztlicher Sicht ledi
glich eine Leistung von 40 % erbringen kann (
Urk.
9/78 und 9/100/5)
.
Der Lohn für ein 50 %-Pensum beträgt Fr. 2‘069.90 im Monat, wobei
zusätzlich
8,33 % als
13. Monatslohn ausbezahlt werden (
Urk.
9/
56/1)
. Die dort verrichtete Tätigkeit als Alltagsgestalterin für die Bewohner und Bewohnerinnen
entspricht
einer
lei
densangepassten
Tätigkeit (
Urk.
9/
78/12
). Mit dem ihr zumutbaren Pensum von 40 % beträgt das Invalideneinkommen Fr.
1‘655.90 im Monat (Fr.
2‘069.90 :
5
x
4
). Dazu kommen 8,33 % als 13. Monatslohn (Fr. 137.93; total
somit
Fr. 1‘793.83 x 12 = Fr. 21‘525.95 im Jahr). Unter Berücksichtigung der
Nomi
nallohnentwicklung
von 1,1 %
setzte die Beschwerdegegnerin das
Invaliden
einkommen
auf
Fr. 21‘763.--
fest
(
Urk.
9/97).
5.5
In Gegenüberstellung von
Valideneinkommen
(
Fr. 56‘545.--) und
Invalidenein
kommen
(Fr. 21‘763.--
) resultiert eine Einbusse von Fr. 34‘782.--, weshalb der Invaliditätsgrad bei gerundet 62 % liegt. Zu Recht besteht daher ein Anspruch auf eine
Dreiviertelsrente
.
5.6
In Ermangelung einer Frühinvalidität
(E. 5.2)
gelangt
auch
Art. 37 Abs. 2 IVG, wonach
die Invalidenrente
mindestens
133 1/3 %
der Mindestansätze der zu
treffenden Vollrente betragen würde, nicht zur Anwendung.
5.
7
Gestützt auf Art. 28 Abs. 1
lit
. b und c IVG haben versicherte Personen vor Entste
hen des Rentenanspruchs das Wartejahr zu erfüllen, indem während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch eine durchschnittliche, mindestens 40%ige Arbeitsunfähigkeit vorgelegen haben muss und weiterhin vorliegt.
Der Rentenanspruch entsteht
sodann
gemäss Art. 29
Abs. 1
IVG frühestens nach Ablauf von sechs Monaten nach Geltendmachung des Leistungsanspruchs nach
Artikel 29
Abs.
1
ATSG.
Die Rente wird vom Beginn des Monats an ausbezahlt, in dem der Rentenanspruch entsteht (
Abs.
3).
Die Beschwerdeführerin liess ihre vom 19. Dezember 200
8
datierende Anmel
dung zum Leistungsbezug am 22. Dezember 200
8
einreichen (
Urk.
9/4 und 9/5), worauf die Beschwerdegegnerin deren Erhalt am 30. Dezember 2008 bestätigte (
Urk.
9/9).
Demnach wäre der Rentenanspruch
-
wie
d
ie
Beschwerdeführerin
geltend machen lässt (
Urk.
1 S. 5 und 12 S. 2) -
im Juni 2009 entstanden. Aller
dings muss für die Entstehung des Anspruchs auch das Wartejahr gemäss Art. 28 Abs. 1
lit
. b IVG erfüllt sein. Nachdem eine Frühinvalidität zu verneinen ist und einzig
Dr.
H._
eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit seit Juli 2008 be
scheinigt (
Urk.
9/12/5)
-
Dr.
G._
attestiert die Arbeitsunfähigkeit ab August 2008 (
Urk.
9/39/6) -
besteht
der Rentenanspruch ab dem 1. Juli 2009.
Zusammenfassend erweist sich die angefochtene Verfügung vom 21.
November 2011 als rechtens. Die Beschwerde ist daher abzuweisen.
6.
6.1
Gemäss
Art. 69 Abs. 1
bis
IVG ist das Beschwerdeverfahren kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rah
men von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festge
legt.
Vorliegend erweist sich eine Kostenpauschale von Fr.
8
00.-- als angemes
sen.
Ent
sprechend dem Aus
gang des Verfahrens
sind
s
ie der unterliegend
en Beschwer
de
führerin
aufzuerle
gen, zufolge der ihr währten
unentgeltlichen
Prozessführung jedoch einstweilen auf die Gerichtskasse zu nehmen
,
dies unter Hinweis auf § 16 Abs. 4 des
Geset
z
es
über das Sozialversicherungsgericht (
GSVGer
)
.
6.2
Nach § 34 Abs. 3
GSVGer
bemisst sich die Höhe der gerichtlich festzusetzenden Entschädigung nach der Bedeutung der Streitsache, der Schwierigkeit des Pro
zesses und dem Mass des Obsiegens, jedoch ohne Rücksicht auf den Streitwert.
Mit Kostennote vom
9. Oktober 2012 macht d
e
r
unentgeltliche Rechtsvertreter
der
Beschwerdeführer
in
einen Aufwand von
15,95
Stunden
und
Barausla
gen
von
pauschal 3 %
zuzüglich Mehrwertsteuer
geltend (Urk.
16
). Der geltend ge
machte Aufwand
ist
, was den dargelegten Stundenaufwand angeht,
nicht unan
gemessen.
Unter Berücksichtigung des
ge
richtsüblichen
Stundenansatzes von Fr. 2
00
.--
(x 15,95 Stunden)
ergibt sich ein Aufwand von Fr. 3‘190.--; die Barauslagen be
tragen Fr. 95.70 (3 % von Fr. 3‘190.--).
Hinzu kommt die Mehrwertsteuer von Fr. 262.85 (8 % von Fr. 3‘285.70), so dass sich das zu
vergütende Honor
ar
ein
schliesslich
Mehrwertsteuer
auf Fr. 3‘548.55
beläuft
. In diesem Umfang ist der
unentgeltliche Rechtsvertreter
für seine Bemühungen und Barauslagen
aus der Gerichtskasse zu entschädigen.