# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** e3968369-53b2-4801-8e21-ee69309c9943
**Court:** GR_KG
**Chamber:** GR_KG_005
**Year:** 2022
**Language:** de
**Jurisdiction:** GR / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** Criminal Procedure

## Facts

Sachverhalt
A. A._ erstattete am 20. Januar 2022 bei der Staatsanwaltschaft Graubünden (nachfolgend: Staatsanwaltschaft) Strafanzeige gegen die B._ (nachfolgend: B._) wegen "Amtspflichtverletzung", eventualiter wegen Amtsmissbrauch. Dabei machte er im Wesentlichen geltend, die B._ habe ihn bei der Bearbeitung seines Gesuchs um Ergänzungsleistungen bereits zum vierten Male aufgefordert, Unterlagen längst vergangener Zeiten zuzustellen. Er habe bereits vor Jahren schlechte Erfahrungen mit der B._ gemacht. Das Vorgehen des "Beamtenstaates" könne er nicht akzeptieren.
B. Am 7. Februar 2022 erliess die Staatsanwaltschaft eine Nichtanhandnahmeverfügung.
C. Dagegen erhob A._ (nachfolgend: Beschwerdeführer) mit Eingabe vom 17. Februar 2022 Beschwerde an das Kantonsgericht von Graubünden (nachfolgend: Kantonsgericht) und beantragte, dass "die ganze Angelegenheit seitens einer ausserkantonalen Untersuchungskommission aufgearbeitet" werde und ihm seine "gesetzlich zustehenden Ergänzungsleistungen unverzüglich ausbezahlt" würden. Die Rechnung vom Amt für Immobilienbewertung über CHF 60.00 habe der Staat zu bezahlen.
D. Am 25. Februar 2022 stellte die Staatsanwaltschaft dem Kantonsgericht die mit prozessleitender Verfügung vom 22. Februar 2022 angeforderten Akten mit Aktenverzeichnis (EK.2022.728) zu. Stellungnahmen wurden keine eingeholt.
E. Mit Eingabe vom 7. März 2022 legte der Beschwerdeführer weitere Urkunden ins Recht.
F. Auf die Begründung der Anträge in der Rechtsschrift sowie auf die Ausführungen in der angefochtenen Verfügung ist, soweit zur Entscheidfindung notwendig, in den nachstehenden Erwägungen einzugehen.
Erwägungen
1. Gegen Nichtanhandnahmeverfügungen der Staatsanwaltschaft kann gemäss Art. 310 Abs. 2, Art. 322 Abs. 2 sowie Art. 393 Abs. 1 lit. a StPO in Verbindung mit Art. 22 EGzStPO (BR 350.100) beim Kantonsgericht Beschwerde erhoben werden. Die Beurteilung fällt in die Zuständigkeit der II. Strafkammer des Kantonsgerichts (Art. 22 EGzStPO; Art. 10 Abs. 1 KGV [BR 173.110]). Die Beschwerdefrist beträgt 10 Tage (Art. 310 Abs. 2 i.V.m. Art. 322 Abs. 2 StPO; Art. 396 Abs. 1 StPO). Die Beschwerde gegen die Nichtanhandnahmeverfügung der
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Staatsanwaltschaft vom 7. Februar 2022, dem Beschwerdeführer am 9. Februar 2022 zugestellt, wurde mit Eingabe vom 17. Februar 2022 (Poststempel: 18. Februar 2022) fristgerecht beim Kantonsgericht eingereicht.
2. Nebst Rechtsverletzungen können mit der Beschwerde auch die unvollständige oder unrichtige Feststellung des Sachverhalts sowie Unangemessenheit gerügt werden; mithin besteht volle Kognition (Art. 393 Abs. 2 StPO).
3.1. Die Beschwerde ist schriftlich und begründet einzureichen (Art. 396 Abs. 1 StPO). Die beschwerdeführende Partei hat dabei genau anzugeben, welche Punkte der Verfügung sie anficht (Art. 385 Abs. 1 lit. a StPO), welche Gründe einen anderen Entscheid nahelegen (Art. 385 Abs. 1 lit. b StPO) und welche Beweismittel sie anruft (Art. 385 Abs. 1 lit. c StPO). Der Gegenstand des Beschwerdeverfahrens wird dementsprechend durch den angefochtenen Entscheid begrenzt. Die Beschwerdeinstanz kann − abgesehen von Fällen der Rechtsverweigerung oder -verzögerung − grundsätzlich nur überprüfen, was bereits von der Staats-anwaltschaft bzw. Vorinstanz entschieden wurde (Patrick Guidon, in: Nig-gli/Heer/Wiprächtiger [Hrsg.], Basler Kommentar, Schweizerische Strafprozess-ordnung, 2. Aufl., Basel 2014, N 6b zu Art. 397 StPO; Andreas Keller, in: Do-natsch/Hansjakob/Lieber [Hrsg.], Kommentar zur Schweizerischen Strafprozess-ordnung [StPO], 2. Aufl., Zürich 2014, N 12a zu Art. 393 StPO; KGer GR SK2 18 8 v. 29.7.2019 E. 1.2; KG GR SK2 19 36 v. 29.11. 2019 E. 1.4.2). Auf Begehren, die über den Gegenstand der angefochtenen Verfügung hinausgehen, kann nicht eingetreten werden.
3.2. Die Staatsanwaltschaft kam in der angefochtenen Verfügung zum Schluss, dass es sich bei der zur Anzeige gebrachten "Amtspflichtverletzung" um keinen gesetzlich vorgesehenen Straftatbestand handle. Im Rahmen eines Strafverfahrens könnten gemäss Art. 1 StGB allerdings nur gesetzlich vorgesehene Straftatbestände überprüft werden (act. B.1 = StA act. 2, E. 3). Eventualiter sehe der Beschwerdeführer im Verhalten eines nicht namentlich genannten Mitarbeitenden der B._ einen vorsätzlichen Amtsmissbrauch. Es sei nicht ansatzweise ersichtlich, welcher Mitarbeitende der B._ seine Amtsgewalt gegenüber dem Beschwerdeführer im Sinne von Art. 312 StGB missbraucht haben sollte. Allein die Aufforderung, bestimmte Angaben zu machen beziehungsweise Unterlagen einzureichen, um den Anspruch auf Ergänzungsleistungen prüfen zu können, stelle keinen Missbrauch einer Amtsgewalt dar. Ein Strafverfahren biete im Übrigen keine Ersatzmöglichkeit, um
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sich gegen nicht genehme verwaltungsrechtliche Entscheide von Behörden zu wehren oder die entsprechenden Verfahren zu beeinflussen (ibid., E. 4).
3.3. Der Beschwerdeführer setzt sich in seiner Beschwerde vom 17. Februar 2022 mit diesen Erwägungen nicht auseinander. Er geht mit keinem Wort auf die Nichtanhandnahmeverfügung vom 7. Februar 2022 ein. Er führt aus, dass die B._ sein Gesuch um Ausrichtung von Ergänzungsleistungen noch nicht gutgeheissen habe und er zahlreiche Unterlagen nachreichen müsse. Damit wiederholt er im Wesentlichen seine Ausführungen in der Strafanzeige vom 20. Januar 2022. Es handelt sich mithin um rein appellatorische Ausführungen, aus denen sich nicht erschliessen lässt, welche Punkte der Nichtanhandnahmeverfügung der Beschwerdeführer beanstandet. Er begründet nicht, weswegen die Staatsanwaltschaft ein Strafverfahren an die Hand nehmen müsste und legt namentlich nicht dar, inwieweit welche Straftatbestände entgegen der Ansicht der Staatsanwaltschaft erfüllt sein sollen. Auch in seiner zweiten Eingabe vom 7. März 2022 begründet er die Beschwerde nicht weiter und legt einzig die Einsprache gegen die Verfügung der B._ samt Beilage ins Recht (vgl. act. D.3).
3.4. Die vom Beschwerdeführer gestellten Anträge, wonach "die ganze Angelegenheit seitens einer ausserkantonalen Untersuchungskommission aufgearbeitet" werden soll, ihm seine "gesetzlich zustehenden Ergänzungsleistungen unverzüglich ausbezahlt" werden sollen und die Rechnung vom Amt für Immobilienbewertung über CHF 60.00 der Staat zu bezahlen habe, gehen über den Gegenstand der angefochtenen Verfügung hinaus. Es ist überdies nicht ersichtlich und wird vom Beschwerdeführer nicht näher dargelegt, inwieweit sie von strafrechtlicher Relevanz und somit Gegenstand eines Strafverfahrens sein können. Dasselbe gilt für die in einem als "Vorwort" bezeichneten Abschnitt enthaltenen Ausführungen zu Handlungen und Entscheidungen der Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde Nordbünden sowie der B._, welche die Mutter des Beschwerdeführers betreffen. Auch in dieser Hinsicht genügt die Eingabe des Beschwerdeführers offensichtlich den Begründungsanforderungen im Sinne von Art. 385 Abs. 1 lit. a–c StPO nicht.
4. Grundsätzlich weist die Rechtsmittelinstanz die Eingabe innerhalb einer kurzen Nachfrist zur Verbesserung zurück, wenn sie die gesetzlichen Anforderungen an die Begründung nicht erfüllt (vgl. Art. 385 Abs. 2 StPO). Eine Nachfristansetzung ist allerdings weder für eine materielle Ergänzung einer mangelhaft begründeten Eingabe noch für die Verbesserung von bewusst mangelhaften Rechtseingaben anwendbar, sondern lediglich für Fälle, wo es
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## Considerations