# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 46624549-3a70-4b5f-972e-261dce40ec9f
**Court:** GR_VG
**Chamber:** GR_VG_004
**Year:** 2021
**Language:** de
**Jurisdiction:** GR / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

I. Sachverhalt:
1. Am 28. August 2020 um 16:03 Uhr meldeten Mitarbeitende der C._
AG der Einsatzzentrale der Polizei B._, dass sie mit einem Mann
Probleme hätten, der sich nicht ausweisen wolle und zudem Passanten
anpöble. In der Folge rückten zwei Polizisten der Polizei B._ aus. Am
D._ trafen sie A._ in Anwesenheit von zwei Mitarbeitenden der
C._ AG an. A._ schrie lauthals umher, drohte den Polizisten und
weigerte sich trotz mehrfacher Aufforderung, sich auszuweisen. Er wurde
daher festgenommen und auf den Polizeiposten gebracht. Der
anschliessend durchgeführte Atemalkoholtest ergab einen Wert von 1.42
mg/l (2.84 Promille). Aufgrund des Zustands und des Verhaltens von
A._ (Fremd- oder Selbstgefährdung) ordnete der diensthabende
Pikettoffizier zwecks Beurteilung der Hafterstehungsfähigkeit die
Begutachtung durch den Amtsarzt sowie den Polizeigewahrsam an. Am
darauffolgenden Morgen um 07:55 Uhr wurde A._ entlassen.
2. Am 17. September 2020 stellte die Polizei B._ A._ für den Vorfall
vom 28. August 2020 Aufwendungen von total CHF 574.80 in Rechnung,
bestehend aus Einsatzkosten, Kosten für den Arztbericht, den Atemlufttest
und die Zellenbelegung.
3. Am 23. Oktober 2020 meldete sich A._ mittels elektronischem
Kontaktformular beim Polizeikommando mit dem Begehren, ihm sei eine
anfechtbare Verfügung zuzustellen, da sich der geforderte Betrag auf eine
rechtsmissbräuchliche Polizeiaktion abstütze. Der Kommandant der
Polizei B._ verfügte in der Folge am 11./12. November 2020, A._
habe den Betrag von CHF 574.80 zu bezahlen.
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4. Dagegen erhob A._ am 29. November 2020 Beschwerde beim
Gemeinderat von B._ mit folgenden Anträgen:
1. Es sei die Verfügung vom 11. November 2020 des Polizeikommandanten E._ der Polizei
B._ aufzuheben und die von ihr unrechtmässig verursachten Kosten im Betrag von Fr.
574.80 der Polizei B._ aufzuerlegen oder andernfalls abzuschreiben.
2. Ausserdem sei ein rechtskonformes Verfahren (inkl. Polizeigesetz/-Verordnung sowie
EGzZGB) durchzuführen.
3. Es sollen dem Beschwerdeführer sowohl sämtliche Akten als auch die Telefonate und die
Aussagen aller "angeblich angepöbelten" Passanten für die gesetzlich vorgesehene
Beweismittelführung zur Verfügung gestellt werden.
4. Da der Beschwerdeführer über keine finanziellen Mittel verfügt, sei ihm die unentgeltliche
Prozessführung zu gewähren und es soll ihm nötigenfalls eine adäquate Rechtsvertretung zur
Seite gestellt wird (recte: werden).
5. Alles unter Kostenfolge zu Lasten der Beschwerdegegnerin respektive der Gemeinde
B._.
Zur Begründung brachte er im Wesentlichen vor, die Mitarbeitenden der
C._ AG hätten gar nicht das Recht, von jemandem einen Ausweis zu
verlangen. Die Polizistin H._ und ihr Arbeitskollege würden
behaupten, er habe lauthals herumgeschrien, ihnen gedroht und sich nicht
ausweisen wollen. Fakt sei jedoch, dass er umgehend in Handschellen
gelegt worden sei und sich daher nicht habe ausweisen können. Des
Weiteren sei er weder auf seine Rechte hingewiesen worden noch sei ihm
ein Anwalt der ersten Stunde zugewiesen worden. Er könne auch bezogen
auf den Posten der Kantonspolizei in F._ diverse strafrechtlich
relevante Unregelmässigkeiten nachweisen. Die Polizei B._ habe das
Effektenverzeichnis nicht korrekt erstellt, da der gefährlichste Gegenstand,
nämlich das rote Schweizer Sackmesser, schlichtweg übersehen worden
sei. Bereits auf dem D._ habe ihn die Polizei zu einer Aussage
nötigen wollen. Auch sei er körperlich grob angegangen worden. Die
Polizisten hätten sich dabei über das schweizerische Strafrecht, die
Bundesverfassung und die Menschenrechtskonvention hinweggesetzt,
weshalb er auch den Festnahmerapport, der nicht der Wahrheit
entspreche, nicht unterzeichnet habe. Bloss mit Unterhose bekleidet habe
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er in der Ausnüchterungszelle übernachten müssen. Ein Kissen oder eine
Decke seien nicht vorhanden gewesen und ihm auch nicht später, als er
gefroren habe, übergeben worden. Immerhin seien ihm die Handschellen
während der Nacht entfernt worden. Schliesslich hätte sein Zustand in der
Zelle während der Nacht alle 15 Minuten von der Polizei überprüft werden
müssen, was nicht erfolgt sei.
5. Mit Entscheid vom 9./22. Februar 2021 wies der Gemeinderat von
B._ die Beschwerde von A._ ab. Zur Begründung wurde
zusammenfassend ausgeführt, A._ sei von der Polizei zu Recht als
Verursacher der Kosten für den Polizeieinsatz vom 28. August 2020
betrachtet worden. Entsprechend sei die angefochtene Verfügung vom
11./12. November 2019 (recte: 2020) nicht zu beanstanden.
6. Dagegen erhob A._ (nachfolgend: Beschwerdeführer) am 10. April
2021 Beschwerde beim Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden mit
folgenden Anträgen:
1. Es sei festzustellen, dass die Rechnung mittels Polizeigewalt erwirkt worden ist und auf
erheblichen Körperübergriffen des Personals basiert.
2. Des Weiteren soll geprüft werden, ob die Gemeindeverwaltung B._ berechtigt ist, die
allgemein üblichen Beschwerdefristen von 30 Tagen im Verwaltungsrecht im städtischen
Bereich erstinstanzlich auf 10 Tage zu reduzieren.

## Considerations