# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 83108d02-be66-4b9d-8984-2ec74e8bd66e
**Court:** CH_BSTG
**Chamber:** CH_BSTG_001
**Year:** 2021
**Language:** de
**Jurisdiction:** CH / Federation
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
A. Die Republik Österreich teilte der Schweiz mit Rechtshilfeersuchen vom 11. November 2019 mit, beim Bezirksgericht Kitzbühel sei ein Strafverfahren gegen A. wegen Urkundenunterdrückung nach § 229 Abs. 1 des  Strafgesetzbuches hängig. Sie ersuchte um Herausgabe des Urteils des Kantonsgerichts St. Gallen vom 5. April 2016 (ST.2007.20584). Dieses habe A. wegen Begünstigung (Art. 305 Abs. 1 StGB) sowie falschem  (Art. 307 Abs. 1 StGB) verurteilt.
B. Das Untersuchungsamt St. Gallen trat am 27. November 2019 auf das Rechtshilfeersuchen ein und setzte A. Frist zur Stellungnahme. Mit Eingabe vom 28. Januar 2020 ersuchte RA Mark Livschitz für A. nach mehrfach  Frist um den Erlass der Schlussverfügung. Das Untersuchungsamt erliess die Schlussverfügung am 29. Januar 2020 (RH.2019.726). Sie  darin an, das Urteils des Kantonsgerichts St. Gallen vom 5. April 2016 sei an Österreich herauszugeben.
C. Dagegen gelangte A. am 1. März 2020 an die Beschwerdekammer des . Sie beantragt in der Sache:
1. Die angefochtene Schlussverfügung des Untersuchungsamtes St. Gallen Nr. RH.2019.726 vom 29. Januar 2020 sowie die ihr vorangegangene  vom 27. November 2019 seien vollumfänglich aufzuheben.
2. Das Rechtshilfeersuchen sei vollumfänglich abzuweisen.
3. Eventualiter seien die angefochtenen Verfügungen vollumfänglich aufzuheben
und die Sache zur Neuentscheidung im Sinne der Erwägungen an das  St. Gallen zurückzuweisen.
Das Untersuchungsamt St. Gallen reichte nach Aufforderung des Gerichts vom 3. März 2020 am 4. März 2020 die Verfahrensakten ein.
Es wurde kein Schriftenwechsel durchgeführt (vgl. Art. 57 Abs. 1 VwVG im Umkehrschluss).
Auf die Ausführungen der Parteien und die eingereichten Akten wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden rechtlichen Erwägungen Bezug .
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## Considerations

Die Beschwerdekammer zieht in Erwägung:
1. 1.1 Für die Rechtshilfe zwischen der Schweiz und Österreich sind in erster Linie
massgebend das Europäische Übereinkommen über die Rechtshilfe in  vom 20. April 1959 (EUeR; SR 0.351.1), der zwischen den beiden Staaten abgeschlossene Vertrag vom 13. Juni 1972 über die Ergänzung des EUeR und die Erleichterung seiner Anwendung (ZV-EUeR; SR 0.351.916.32) sowie die Bestimmungen der Art. 48 ff. des  vom 19. Juni 1990 zur Durchführung des Übereinkommens von Schengen vom 14. Juni 1985 (Schengener Durchführungsübereinkommen, SDÜ; ABl. L 239 vom 22. September 2000, S. 19 – 62).
1.2 Soweit die Staatsverträge bestimmte Fragen weder ausdrücklich noch  regeln, bzw. das schweizerische Landesrecht geringere  an die Rechtshilfe stellt (sog. Günstigkeitsprinzip; BGE 142 IV 250 E. 3; 140 IV 123 E. 2; 136 IV 82 E. 3.1; 135 IV 212 E. 2.3; ZIMMERMANN, La coopération judiciaire internationale en matière pénale, 5. Aufl. 2019, N. 229), sind das Bundesgesetz vom 20. März 1981 über internationale Rechtshilfe in Strafsachen (IRSG; SR 351.1) und die dazugehörige  vom 24. Februar 1982 (IRSV; SR 351.11) anwendbar (Art. 1 Abs. 1 IRSG; BGE 143 IV 91 E. 1.3; 136 IV 82 E. 3.2; 130 II 337 E. 1; vgl. auch Art. 54 StPO). Vorbehalten bleibt die Wahrung der Menschenrechte (BGE 139 II 65 E. 5.4 letzter Absatz; 135 IV 212 E. 2.3; 123 II 595 E. 7c; ZIMMERMANN, a.a.O., N. 211 ff., 223 ff., 681 ff.).
Auf das vorliegende Beschwerdeverfahren sind zudem anwendbar die Be stimmungen des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 1968 über das  (Verwaltungsverfahrensgesetz, VwVG; SR 172.021; Art. 39 Abs. 2 lit. b i.V.m. Art. 37 Abs. 2 lit. a des Bundesgesetzes vom 19. März 2010 über die Organisation der Strafbehörden des Bundes [, StBOG; SR 173.71]; BGE 139 II 404 E. 6/8.2; ZIMMERMANN, a.a.O., N. 273).
2. 2.1 Die Beschwerdeführerin bringt vor, die Übermittlung ihres Strafurteils lege
der ersuchenden Behörde den detaillierten Urteilsinhalt offen, was ihr  verletze. Sie sei daher zur Beschwerde legitimiert (act. 1 S. 3 Ziff. 4).
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2.2 Das Gesetz bezeichnet insbesondere die Herausgabe von Akten und  als Rechtshilfemassnahmen (Art. 63 Abs. 2 lit. c IRSG).  oder Strafakten können grundsätzlich nicht im Rahmen des  Verkehrs herausgegeben werden (Art. 75a Abs. 2 lit. c IRSG).
Zur Beschwerdeführung ist berechtigt, wer persönlich und direkt von einer Rechtshilfemassnahme betroffen ist und ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung oder Änderung hat (Art. 80h lit. b IRSG). Personen, gegen die sich das ausländische Strafverfahren richtet, können Verfügungen nur anfechten, wenn eine Rechtshilfemassnahme sie persönlich und direkt  und sie ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung oder  haben (Art. 21 Abs. 3 IRSG).
Die Beschlagnahme von Urkunden, die sich in den Händen von Dritten , kann ein von der Zwangsmassnahme nur indirekt Betroffener nicht selbst anfechten. Dies gilt auch dann, wenn die Urkunden Informationen zu Aktivitäten des indirekt Betroffenen enthalten (BGE 130 II 162 E. 1.2–1.3 S. 164 f.; 123 II 161 E. 1d/bb S. 164 f.; 122 II 130 E. 2b S. 133). Der Verfasser von Dokumenten, die sich im Besitz eines Dritten befinden, ist durch die den Dritten betreffende Verpflichtung zur Edition nicht persönlich berührt (BGE 122 II 130 E. 2b S. 133; 116 Ib 106 E. 2a/aa S. 110 f.; zum Ganzen BGE 137 IV 134 E. 5.2.3). Kein persönliches schutzwürdiges Interesse hat, wenn die Unterlagen einfach Informationen zu Aktivitäten eines  enthalten (BGE 137 IV 134 E. 5.2.3 mit Hinweisen). Es genügt nicht, dass sich die ausländische Strafuntersuchung gegen einen  richtet oder die Rechtshilfemassnahme ein ausländisches  fördert (BGE 116 Ib 106 E. 2a).
2.3 Geht es um die Herausgabe von Strafurteilen, so hat die  im Entscheid RR.2013.228 vom 25. Februar 2014 (E. 2.2.3 S. 11, E. 2.4.3 S. 12 f.) die Beschwerdelegitimation verneint (dazu Urteil des  1C_127/2014 vom 18. März 2014).
Vorliegend musste sich die Beschwerdeführerin im Rechtshilfeverfahren  Zwangsmassnahme unterziehen. Das herauszugebende Urteil stammt vielmehr aus inländischen Strafakten. Wohl betrifft es die  und wohl ist sie im Urteil namentlich erwähnt. Dies alleine begründet indes noch keine Beschwerdelegitimation. Ihr fehlt vorliegend vielmehr ein  Interesse, die Herausgabe anzufechten (vgl. TPF 2007 79 E. 1.6.7): Das Strafurteil ist ergangen in einem öffentlichen Verfahren, worin die Sach- und Rechtslage eingehend geprüft wurde. Sie konnte es bereits mit Rechtsmitteln anfechten. Sie ist rechtskräftig verurteilt. Die Beschwerde-
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führerin hat nicht dargelegt, wie sie dennoch einen Anspruch auf  ihrer Verurteilung habe. Fehlt so das schutzwürdige Interesse, ist auf ihre Beschwerde nicht einzutreten.
3. Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Gerichtskosten der Beschwer-
deführerin aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Die Gerichtsgebühr ist auf Fr. 1‘000.-- festzusetzen (vgl. Art. 63 Abs. 5 VwVG i.V.m. Art. 73 StBOG sowie Art. 5 und 8 Abs. 3 lit. a des Reglements des Bundesstrafgerichts vom 31. August 2010 über die Kosten, Gebühren und Entschädigungen in  [BStKR; SR 173.713.162]), unter Anrechnung des  Betrages am geleisteten Kostenvorschuss von Fr. 3‘000.--. Die Bundesstrafgerichtskasse ist anzuweisen, der Beschwerdeführerin Fr. 2‘000.-- zurückzuerstatten.
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