# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** a8c1680f-6325-483a-b3b7-d3a1d1705203
**Court:** ZH_OG
**Chamber:** ZH_OG_001
**Year:** 2014
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

betreffend Unterhalt, Kostenauflage
Berufung gegen ein Urteil des Einzelgerichts am Bezirksgericht Zürich, 7. Abteilung, vom 11. Februar 2013 (FP110190-L)
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Rechtsbegehren:
"1. Es sei festzustellen, dass der Beklagte der Vater des Klägers ist. 2. Der Beklagte sei zu verpflichten, für den Kläger monatliche Un-
terhaltsbeiträge zu bezahlen in der Höhe von CHF 800.– ab der Geburt bis 30. April 2014 CHF 1'000.– ab 1. Mai 2014 bis zum ordentlichen Abschluss einer angemessenen Ausbildung, mindestens aber bis zur  des Klägers; soweit sie ihm zustehen, die gesetzlichen und vertraglichen - und Ausbildungszulagen geltend zu machen und zusätzlich zu den Unterhaltsbeiträgen zu bezahlen. Die Unterhaltsbeiträge und Kinder- oder Ausbildungszulagen  monatlich im Voraus zahlbar an die gesetzliche Vertreterin des Klägers, nach Erreichen der Volljährigkeit an den Kläger oder an eine von diesem ermächtigte Person. Die beantragten Unterhaltsbeiträge basieren auf dem  der Konsumentenpriese des Bundesamtes für Statistik (BfS) vom November 2011 von 99.4 Punkten (Basis Dezember 2010 = 100). Sie seien jährlich auf den 1. Januar an den Indexstand per Ende November des Vorjahres anzupassen, erstmals per Januar 2013.
Unterhaltsbeitrag x neuer Index
alter Index 3. Dem Kläger sei die unentgeltliche Prozessführung zu gewähren. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten des Beklagten, wobei die Prozessentschädigung der Stadt Zürich, Soziale Dienste, zuzusprechen sei."
Urteil des Einzelgerichts am Bezirksgericht Zürich, 7. Abteilung, vom 11. Februar 2013:
"1. Das Verfahren wird bezüglich des Antrages auf Nicht-Zulassung von Frau lic. iur. Y._ als Vertreterin des Klägers .
2. Der Antrag des Beklagten auf Entfernen der Scheidungsakten FE101069 aus dem vorliegenden Verfahren wird abgewiesen.
3. Der Antrag des Beklagten auf Einholen eines zweiten  wird abgewiesen.
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4. Es wird festgesellt, dass der Beklagte der leibliche Vater des  ist.
5. Der Beklagte wird verpflichtet, dem Kläger monatliche  zuzüglich allfälliger gesetzlicher und vertraglicher  wie folgt zu bezahlen: - Fr. 70.– rückwirkend vom 1. Juni 2012 bis 31. Juli 2012; - Fr. 145.– vom 1. August 2012 bis 31. Oktober 2012; - Fr. 195.– vom 1. November 2012 bis 31. Mai 2013; - Fr. 590.– vom 1. Juni 2013 bis 31. März 2028; - Fr. 1'180.– vom 1. April 2028 bis zum Erreichen der Mündigkeit; zahlbar monatlich im Voraus, jeweils auf den Ersten eines jeden Monats an den jeweiligen gesetzlichen Vertreter des Kindes.
6. Die Unterhaltsbeiträge gemäss Ziffer 4 [recte 5] hiervor basieren auf dem Landesindex der Konsumentenpreise des Bundesamtes für Statistik, Stand Ende Dezember 2012 von 98.9 Punkten (Basis Dezember 2010 = 100 Punkte). Sie sind jeweils auf den 1. Januar jedes Jahres, erstmals auf den 1. Januar 2014, dem Stand des Indexes per Ende November des Vorjahres anzupassen. Die  erfolgt nach folgender Formel:
Neuer  =
alter Unterhaltsbeitrag x neuer Index
alter Index 7. Auf den Antrag des Beklagten auf Regelung des Besuchsrechts
wird nicht eingetreten. 8. Die Gerichtskosten werden festgesetzt auf:
Fr. 1'800.00 ; die weiteren Kosten betragen: Fr. 1'497.00 Gutachten. Allfällige weitere Kosten bleiben vorbehalten.
9. Die Kosten des Verfahrens werden dem Beklagten auferlegt,  zufolge Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege  auf die Gerichtskasse genommen. Eine  gemäss Art. 123 ZPO bleibt vorbehalten.
10. Der Beklagte wird verpflichtet, dem Kläger eine  von Fr. 800.– zu bezahlen, zahlbar direkt an die Sozialen Dienste der Stadt Zürich.
[...]."
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Berufungsanträge:
des Berufungsklägers (Urk. 71 S. 2):
"1. Dem Berufungskläger sei die unentgeltliche Rechtspflege zu  und es sei Rechtsanwalt X._ als unentgeltlicher Rechtsbeistand einzusetzen.
2. Die Ziff. 5, 6 und 9 des Urteils des Bezirksgerichts Zürich, 7. , vom 11. Februar 2013 im Geschäft Nr. FP110190 seien aufzuheben.
3. Der Berufungskläger sei zu verpflichten, dem Kläger monatliche Unterhaltsbeiträge zuzüglich allfälliger gesetzlicher oder  Kinderzulagen wie folgt zu bezahlen: - Fr. 70.– rückwirkend vom 1.06.2012 bis 31.07.2012 - Fr. 145.– vom 1.08.2012 bis 31.03.2028 - Fr. 290.– vom 01.04.2028 bis zur Mündigkeit zahlbar monatlich im Voraus, jeweils auf den Ersten eines jeden Monats an den jeweiligen gesetzlichen Vertreter des Kindes. Eventuell sei das Geschäft zu neuem Entscheid an die Vorinstanz zurückzuweisen. Subeventuell seien die Unterhaltsbeiträge erst ab 1. Juni 2014 auf Fr. 590.– zu erhöhen.
4. Die Bestimmung zur Anpassung der Unterhaltsbeiträge an den Landesindex der Konsumentenpreise sei ersatzlos zu streichen. Eventuell sei die Bestimmung folgendermassen zu ergänzen: Weist der Beklagte nach, dass sein Einkommen geringer ist als Fr. 4'450.– zuzüglich der Erhöhung des Indexes für  seit November 2014, so entfällt die Erhöhung der  gemäss dem Landesindex der .
5. Die Kosten des Verfahrens seien den Parteien gemäss deren Obsiegen bzw. Unterliegen aufzuerlegen.
6. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten des ."
des Berufungsbeklagten (Urk. 78):
"1. Die Berufung sei abzuweisen unter Kosten- und  zulasten des Berufungsklägers.
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2. Für den Fall des Unterliegens seien dem Berufungsbeklagten keine Kosten oder Entschädigungen aufzuerlegen.
3. Eventualiter sei dem Berufungsbeklagten die unentgeltliche Prozessführung zu gewähren."

## Considerations

Erwägungen:
I.
1. Der Kläger und Berufungsbeklagte (fortan Kläger), B._, wurde am
tt.mm.2011 als Kind der D._ geboren (Urk. 4). Auf die vom Kläger erhobene
Vaterschaft- und Unterhaltsklage hin, stellte die Vorinstanz mit eingangs aufge-
führtem Urteil vom 11. Februar 2013 die Vaterschaft des Beklagten und Beru-
fungsklägers (fortan Beklagter) fest und verpflichtete ihn zur Leistung von Unter-
haltsbeiträgen an den Kläger (Urk. 72).
2. Mit Eingabe vom 22. März 2013, eingegangen am 25. März 2013, er-
hob der Beklagte Berufung mit den eingangs wiedergegebenen Anträgen
(Urk. 71). Die Berufungsantwort des Klägers vom 26. August 2013 (Urk. 78) wur-
de dem Beklagten zur Kenntnisnahme zugestellt (Urk. 79).
3. Die Dispositiv-Ziffern 1 bis 4 und 7 blieben unangefochten, weshalb
diese in Rechtskraft erwachsen sind. Dies ist vorzumerken. Massgebender Zeit-
punkt ist der Ablauf der Frist zur Erhebung einer möglichen Anschlussberufung
(Art. 313 ZPO), namentlich der 26. August 2013 (vgl. Urk. 78).
II.
A. Vorbemerkungen
Umstritten sind vorliegend die Höhe der Kinderunterhaltsbeiträge. Wie be-
reits die Vorinstanz korrekt festgehalten hat, statuiert Art. 296 ZPO für Kinderbe-
lange in familienrechtlichen Angelegenheiten den Untersuchungs- und Offizial-
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grundsatz, weshalb das Gericht in diesem Bereich den Sachverhalt von Amtes
wegen erforscht und ohne Bindung an die Parteianträge entscheidet.
B. Unterhaltsbeiträge
1. Einkommen des Beklagten
1.1. Die Vorinstanz rechnete dem als Architekt arbeitenden Beklagten bis
Ende Mai 2013 ein monatliches Erwerbseinkommen von Fr. 3'661.– netto, zuzüg-
lich Kinderzulagen, an (Urk. 72 S. 23). Dieses ist im Berufungsverfahren unbestrit-
ten geblieben. Aus dem vom Beklagten neu eingereichten Lohnausweis für das
Jahr 2012 lässt sich ein Jahresnettoeinkommen von Fr. 46'332.– entnehmen, was
einem monatlichen Nettoeinkommen von Fr. 3'861.– inkl. Kinderzulagen bzw.
Fr. 3'661.– zuzüglich Kinderzulagen entspricht (Urk. 75/3). Auf das vor Vorinstanz
umstrittene Arbeitspensum des Beklagten ist im Berufungsverfahren nicht weiter
einzugehen, ist ihm doch in Übereinstimmung mit der Vorinstanz in der ersten
Zeitperiode sein tatsächlich erzieltes Einkommen anzurechnen. Im Übrigen ist da-
rauf hinzuweisen, dass sich im Berufungsverfahren der Kläger hierzu mit keinem
Wort äussert, während der Beklagte – sollten Zweifel an seinem Arbeitspensum
aufkommen und diese Grundlage des Entscheids werden (Urk. 71 S. 9 f.) – dies
lediglich im Rahmen einer Beweisofferte thematisiert. Da die Vorinstanz dem Be-
klagten das unbestritten gebliebene und belegte effektive Einkommen anrechne-
te, besteht auch kein Raum für eine Rückweisung des Verfahrens an die Vorin-
stanz zur Durchführung eines Beweisverfahrens in Bezug auf das Arbeitspensum
des Beklagten (Urk. 71 S. 10). Das Eventualbegehren des Beklagten, es sei das
Geschäft zu neuem Entscheid an die Vorinstanz zurückzuweisen (Urk. 71 S. 2),
ist daher abzuweisen.
1.2. Zur Beantwortung der Frage, ob dem Beklagten ein hypothetisches
Einkommen angerechnet werden könne, verglich die Vorinstanz die Löhne ge-
mäss Lohnstrukturerhebung 2011 – Durchschnittseinkommen eines Architekten
im Alter zwischen 31 und 35 Jahren im Bereich Projektarbeit Fr. 5'695.– brutto pro
Monat (Philipp Mülhauser, Das Lohnbuch 2011, S. 366) – mit denjenigen der Be-
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schäftigungsstatistik 2009 der ETH Zürich – jährlicher Reallohn von Fr. 50'000.–
bis Fr. 59'000.– brutto für Architekten – und kam zum Schluss, das tatsächliche
Einkommen des Beklagten liege weit unter dem durchschnittlichen Monatslohn für
einen Architekten, der seit rund vier Jahren im Beruf arbeite (Urk. 72 S. 11 und
12). Sie rechnete ihm bei einem Arbeitspensum von 100 % ein hypothetisches
monatliches Einkommen von Fr. 4'450.– netto zuzüglich Kinderzulagen ab 1. Juni
2013 an. Dabei berücksichtigte sie, dass das Projekt des Beklagten per Ende No-
vember 2012 ausgelaufen sei und er bereits im August 2012 erklärt habe, sich auf
Stellensuche zu befinden (Urk. 72 S. 12).
1.3. Grundsätzlich ist vom tatsächlich erzielten Einkommen des Unterhalts-
pflichtigen auszugehen. Soweit sein Einkommen nicht ausreicht, um den ausge-
wiesenen Bedarf des Kindes zu decken, kann ein hypothetisches Einkommen an-
gerechnet werden, sofern dieses zu erreichen zumutbar und möglich ist (BGE 128
III 4 E. 4a). Die Möglichkeit, ein höheres Einkommen zu erzielen, lässt sich an-
hand von diversen Faktoren wie Alter, Gesundheit, Ausbildung, Berufserfahrung,
Arbeitsmarktlage, Erziehungspflichten etc. bestimmen. Steht fest, welche Tätigkeit
als zumutbar und möglich erscheint, ist aufgrund der Lohnstrukturerhebungen des
Bundesamtes für Statistik oder anderer Quellen (z.B. Philippe Mühlhauser, Das
Lohnbuch 2013) zu bestimmen, von welchem hypothetischen Einkommen auszu-
gehen ist (BGE 137 III 118 E. 3.2, BGE 128 III 4 E. 4c bb).
1.4. Der Beklagte wehrt sich im Berufungsverfahren gegen die Anrechnung
eines hypothetischen Einkommens. Während er zu Recht in rechtlicher Hinsicht
zusammen mit der Vorinstanz (Urk. 72 S. 11) eine Tätigkeit als Architekt als zu-
mutbar hält (Urk. 71 S. 7), verneint er in tatsächlicher Hinsicht die Möglichkeit, ein
höheres Einkommen zu erzielen (Urk. 71 S. 9). Er selbst räumt jedoch im Beru-
fungsverfahren ein, dass sein tatsächliches Einkommen unterdurchschnittlich ist
(Urk. 71 S. 8). Konkrete Gründe für sein auch nach über fünfjähriger Arbeitstätig-
keit unterdurchschnittliches Einkommen nennt er keine. Seine beispielhafte Auf-
zählung für die mannigfaltigen Gründe eines unterdurchschnittlichen Lohnes (un-
terdurchschnittliche Leistungsfähigkeit: Konzentrationsfähigkeit und Fehleranfäl-
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ligkeit, Auffassungsgabe etc.; unterdurchschnittliche "soft skills": Soziale Kompe-
tenzen etc.; oder mangelnde persönliche Voraussetzungen: z.B. eine unterdurch-
schnittliche Fähigkeit, sich auf dem Arbeitsmarkt anzupreisen und zu verkaufen)
ist nur allgemeiner Natur. Er legt dabei nicht dar, dass einige der aufgeführten
Gründe auf ihn zutreffen. Sein Erklärungsversuch, in den Jahren 2008 und 2009
scheine gemäss den Absageschreiben wiederholt die mangelnde Erfahrung als
Studienabgänger mitgespielt zu haben (Urk. 71 S. 9), überzeugt nach mehreren
Jahren Berufungserfahrung nicht. Ebenso lässt sich allein aus dem Umstand,
dass er bisher nie mehr als Fr. 4'000.– brutto verdient habe (Urk. 71 S. 8), kein
auch in der Zukunft stets im unterdurchschnittlichen Bereich anzusiedelndes Ein-
kommen ableiten. Der Beklagte hegt anlässlich der aktuellen Anstellungssuche
immerhin die Hoffnung, dass er eine besser bezahlte Anstellung finden könne
(Urk. 71 S. 9). In tatsächlicher Hinsicht ist unbestritten, dass der heute 33,5-
jährige Beklagte einem Arbeitspensum von 100 % nachgehen kann. Es ist ihm
daher zumutbar und auch möglich, einem Vollzeitpensum als Architekt nachzuge-
hen. Stellt man zur Ermittlung der Höhe des hypothetischen Einkommens auf das
Lohnbuch 2013 ab, resultiert bei einer Anstellung als Architekt im Bereich Projek-
tarbeit und einem Alter von 31 bis 35 Jahren ein erzielbarer Bruttolohn von
Fr. 5'666.– pro Monat, ohne 13. Monatslohn (Philipp Mülhauser, Das Lohnbuch
2013, Mindestlöhne sowie orts- und berufsübliche Löhne in der Schweiz, Zürich
2013, S. 408). Zieht man die Schweizerische Lohnstrukturerhebung 2010 des
Bundesamtes für Statistik, Tabelle TA1, heran, führt diese einen Bruttolohn von
Fr. 6'130.– pro Monat (inkl. Anteil 13. Monatslohn; Anforderungsniveau: voraus-
gesetzte Berufs- und Fachkenntnisse) bzw. Fr. 8'018.– pro Monat (inkl. Anteil 13.
Monatslohn; Anforderungsniveau: Verrichtung selbständiger und qualifizierter Ar-
beiten) an. Auch die vom Beklagten im vorinstanzlichen Verfahren eingereichte
Beschäftigungsstatistik 2009 der ETH Zürich welche für 12 % der Absolventen
(Architektur) mit Diplom 2009 ein jährliches Bruttoeinkommen von unter
Fr. 50'000.–, für 43 % ein solches von Fr. 50'000.– bis Fr. 59'999.– und für 45 %
ein solches von über Fr. 60'000.– bescheinigt (Urk. 72 S. 11 mit Verweis auf
Urk. 61/2) kann als Quelle für die Bestimmung des hypothetischen Einkommens
herangezogen werden, ungeachtet der Tatsache, dass der Beklagte im Beru-
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fungsverfahren den Einwand erhebt, er habe kein hypothetisches Einkommen in
der Höhe der Beschäftigungsstatistik 2009 der ETH Zürich anerkannt, sondern
nur begründen wollen, weshalb aus einem unterdurchschnittlichen Lohn nicht ge-
folgert werden könne, dass er freiwillig auf Einkommen verzichte (Urk. 71 S. 9).
Stellt man die Ergebnisse der Einkommenserhebungen mit dem von der Vorin-
stanz dem Beklagten angerechneten hypothetischen Einkommen von Fr. 5'000.–
brutto pro Monat, d.h. Fr. 4'450.– netto pro Monat, gegenüber, ergibt sich deutlich,
dass die Vorinstanz dem Beklagten ein hypothetisches Einkommen in bescheide-
ner Höhe anrechnete. Ihr Entscheid liegt im Rahmen des ihr zustehenden Ermes-
sens und benachteiligt den Beklagten keineswegs. Folglich sind – entgegen den
Ausführungen des Beklagten (Urk. 71 S. 9) – die Voraussetzungen für die An-
nahme eines hypothetischen Einkommens erfüllt, und es ist ihm in Übereinstim-
mung mit der Vorinstanz ein hypothetisches Nettoeinkommen von Fr. 4'450.– pro
Monat zuzüglich Kinderzulagen anzurechnen. Der Beklagte ist nochmals darauf
hinzuweisen, dass für die Entrichtung von Kinderunterhaltsbeiträgen für ein un-
mündiges Kind besonders hohe Anforderungen an die Ausnützung der Erwerbs-
kraft zu stellen sind und sich die Eltern entsprechend ausrichten müssen, um ihre
Arbeitskapazität maximal auszuschöpfen (BGE 137 III 118 E. 3; Urteil
5A_170/2011 E. 2.3 vom 9. Juni 2011).
1.5. Zu prüfen bleibt, ab wann dem Beklagten das hypothetische Einkom-
men anzurechnen ist. Die Vorinstanz rechnete ihm das hypothetische Einkommen
unter Berücksichtigung einer praxisgemässen Übergangsfrist ab 1. Juni 2013 an,
laufe doch sein Projekt bei der Arbeitgeberin per Ende November 2012 aus
(Urk. 72 S. 12).
Dem Beklagten wurde mit Schreiben vom 27. Februar 2013 per 30. April
2013 gekündigt (Urk. 75/10). Wer die handschriftliche Notiz "Kündigung  Ach-
tung diverse unzutreffende Aussagen" auf der rechten Seiten oben erstellte und
worauf sich diese bezieht, bleibt unklar. Der Beklagte macht weiter geltend, sein
Zivildiensteinsatz behindere ihn bei der Arbeitssuche, weshalb kaum vorstellbar
sei, dass er sich vor Oktober 2013 erfolgreich bewerben könne, weshalb ihm sub-
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eventualiter eine deutlich längere Übergangsfrist bis Juni 2014 für das Finden ei-
ner neuen Arbeitsstelle mit einem höheren Einkommen einzuräumen sei (Urk. 71
S. 12). Das Schreiben der Vollzugsstelle für den Zivildienst vom 6. März 2013 be-
scheinigt seinen Zivildiensteinsatz vom 1. Juli 2013 bis 4. Oktober 2013
(Urk. 75/11). Aus dem E-Mail des RAV vom 20. März 2013 ergibt sich einerseits
die noch abzuklärende Vermittlungsfähigkeit des Beklagten und andererseits sein
bis 31. Mai 2013 verlängertes Arbeitsverhältnis, welches der Beklagte gleichen-
tags mit einem E-Mail bestätigte (Urk. 75/12 S. 1). Die vom Beklagten geltend
gemachte Vermittlungsunfähigkeit bis zum Zivildiensteinsatz (Urk. 71 S. 12) wird
durch das E-Mail des RAV nicht bekräftigt, erscheint jedoch plausibel. Was seine
Arbeitssuchbemühungen anbelangt, reicht er im Berufungsverfahren fünfzehn im
März 2013 per E-Mail versandte Bewerbungsschreiben zu den Akten (Urk. 75/13).
Es ist davon auszugehen, dass der Beklagten während des Zivildienstes Erwerbs-
ausfallentschädigung bezogen hat. Ob er den Zivildienst vorverschieben konnte
(vgl. E-Mail des Beklagten an das RAV, Urk. 75 S. 2), ist unklar. Ebenso ist über
seine aktuelle Arbeitssituation nichts bekannt. Seiner Unterhaltsberechnung legt
der Beklagte im Berufungsverfahren sein effektives Einkommen von Fr. 3'662.–
zugrunde und unterlässt jegliche Ausführungen über eine allfällige Lohneinbusse
für die Zeit der Stellensuche bzw. des Zivildienstes. Wohl datiert die Berufung
vom 22. März 2013 und endete das Arbeitsverhältnis erst am 31. Mai 2013. Der
Kläger liess sich seither aber nicht mehr vernehmen und unterliess es, neue Tat-
sachen zu seinem Einkommen vorzutragen. Er beantragt jedoch die Verlängerung
der Übergangsfrist für das ihm zu veranschlagende hypothetische Einkommen bis
zum 1. Juni 2014 (Urk. 71 S. 2 und 12). Es ist grundsätzlich nicht zulässig, ein
tatsächlich nicht vorhandenes Einkommen rückwirkend anzurechnen, weshalb ein
hypothetisches Einkommen lediglich für die Zukunft zu berücksichtigen ist. Es ist
nicht einsichtig, weshalb dem Beklagten die Übergangsfrist um weitere Monate
verlängert werden soll. Vorliegend rechtfertigt es sich, dem Beklagten eine nur
kurze Übergangsfrist zu gewähren (vgl. BGer 5A_692/2012 E. 4.3 vom 21. Januar
2013). Das hypothetische Einkommen von Fr. 4'450.– netto pro Monat (exkl. Kin-
derzulagen) ist ihm ab 1. Mai 2014 anzurechnen. Damit ist sein Subeventualbe-
gehren um Einräumung einer Übergangsfrist bis 1. Juni 2014 abzuweisen.
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2. Bedarf des Beklagten
2.1 Den Bedarf des Beklagten errechnete die Vorinstanz wie folgt (Urk. 72
S. 22):
Bedarfsposition 04.2011 - 05.2012 ab 05.2012 ab 08.2012 ab 11.2012
Grundbetrag Fr. 1'200.00 Fr. 1'200.00 Fr.1'200.00 Fr.1'200.00
Kinderbetreuung Fr. 0.00 Fr. 0.00 Fr. 0.00 Fr. 0.00
Miete inkl. Nebenkosten Fr. 1'050.00 Fr. 1'050.00 Fr.1'050.00 Fr.1'050.00
Krankenkassenprämie Fr. 373.00 Fr. 305.00 Fr. 305.00 Fr. 305.00
Selbstbehalt/Franchise Fr. 25.00 Fr. 25.00 Fr. 25.00 Fr. 25.00
Zahnhygiene Fr. 0.00 Fr. 0.00 Fr. 0.00 Fr. 0.00
Arbeitsweg Fr. 280.00 Fr. 280.00 Fr. 280.00 Fr. 180.00
auswärtige Verpflegung Fr. 230.00 Fr. 230.00 Fr. 230.00 Fr. 230.00
Mehrkosten Ernährung (Diät) Fr. 100.00 Fr. 100.00 Fr. 100.00 Fr. 100.00
Telefon/TV/Radio Fr. 120.00 Fr. 120.00 Fr. 120.00 Fr. 120.00
Hausrat-/Haftpflicht Fr. 30.00 Fr. 30.00 Fr. 30.00 Fr. 30.00
SIA Mitgliedschaft Fr. 35.00 Fr. 35.00 Fr. 35.00 Fr. 35.00
Unterhaltsbeitrag für E._ Fr. 400.00 Fr. 400.00°/ Fr. 0.00 Fr. 0.00
Fr. 0.00 Arbeitsauslagen/Weiterbildung Fr. 150.00 Fr. 150.00 Fr. 0.00 Fr. 0.00 _
Total Fr. 3'993.00 Fr. 3'925.00°/Fr. 3'375.00 Fr. 3'275.00
Fr. 3'525.00 _
°nur für den Monat Mai 2012, hernach Fr. 0.00, entsprechend ab Juni 2012 Fr. 3'525.00
Bedarf pro Monat
2.2. Der Beklagte bemängelt im Berufungsverfahren die von der Vorinstanz
in seinem Bedarf nicht einberechneten Besuchsrechtskosten (Urk. 71 S. 10). Ob
das Gericht dem Besuchsberechtigten im Streit um die Festsetzung der Kinderun-
terhaltsbeiträge einen gewissen Betrag für die Ausübung des Besuchsrechts zu-
gestehen will, ist Ermessensfrage (BGer 5A_390/2012 E. 6.4 vom 21. Januar
2013 m.w.H.). Mit dem Beklagten (Urk. 41 S. 10) und der Vorinstanz (Urk. 72
S. 15) ist auf den Umstand hinzuweisen, dass noch kein Besuchsrecht zwischen
dem Beklagten und dem Kläger festgelegt worden ist. Allein schon aus diesem
Grund sind mangels tatsächlicher Kosten die von ihm verlangten Fr. 50.– pro Mo-
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nat nicht im Bedarf zu berücksichtigen. Darüber hinaus sind effektive Besuchs-
rechtskosten lediglich dann anzurechnen, wenn es die finanziellen Verhältnisse
es zulassen. Unter den gegebenen angespannten finanziellen Verhältnissen er-
scheint die Berücksichtigung der Besuchsrechtskosten unangemessen. Damit be-
steht auch kein Raum für die vom Beklagten eventualiter beantragte automatische
Reduktion der Unterhaltsbeiträge um Fr. 50.–, sobald ein Besuchsrecht zwischen
ihm und dem Kläger festgelegt worden sei (Urk. 71 S. 10 f.). Aus den gleichen
Gründen können die Besuchsrechtskosten für E._ – sein Kind aus früherer
Ehe – nicht in seinem Bedarf angerechnet werden (begleiteter Besuchstreff im
Kinderhaus F._, Urk. 75/4).
2.3. Weiter übt der Beklagte Kritik an der von der Vorinstanz unterlassenen
Anrechnung eines höheren Mietzinses von Fr. 1'400.– pro Monat. Mit seinem
Vorbringen, seine 1 1⁄2-Zimmerwohnung (vgl. Urk. 59 S. 4) sei für den Besuch sei-
ner beiden Kinder unzureichend und für Fr. 1'050.– pro Monat inklusive Neben-
kosten sei keine 2 1⁄2-Zimmerwohnung im Einzugsgebiet der Stadt Zürich erhält-
lich (Urk. 71 S. 11), wiederholt der Beklagte seine vorinstanzlichen Ausführungen
und setzt den zutreffenden Erwägungen im angefochtenen Entscheid nichts ent-
gegen (Urk. 72 S. 15 f.). Mit den vorliegenden beengten finanziellen Verhältnissen
ist es nicht angezeigt, die nicht übermässig hohen Kinderunterhaltsbeiträge zu
Gunsten der Kosten für die Besuchsrechtsausübung zu reduzieren. Daran ändert
auch das dem Beklagten – entgegen seinen Ausführungen (Urk. 71 S. 11) – an-
zurechnende hypothetische Einkommen nichts. Dem Beklagten sind somit weiter-
hin Mietkosten in der Höhe von Fr. 1'050.– pro Monat anzurechnen.
2.4. Statt der vom Beklagten vor Vorinstanz unter dem Titel "Franchise/
Selbstbehalt" geltend gemachten und auch zuerkannten monatlichen Fr. 25.–
(Urk. 72 S. 17 und 22) fordert der Beklagte im Berufungsverfahren einen Betrag
von Fr. 30.– pro Monat (Position "Gesundheitskosten, Urk. 71 S. 4). Er begründe-
te im vorinstanzlichen Verfahren diese Kosten zunächst damit, dass er an körper-
lichen Beschwerden in Form von mehreren Allergien leide und er sich gerne mit
Alternativmethoden behandeln lasse (Prot. I S. 5). Im Laufe des Verfahrens bringt
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er (ergänzend) vor, er habe u.a. wegen seiner Empfindlichkeit des Darms jedes
Jahr regelmässig ärztliche Behandlungen in der Höhe von mindestens der Fran-
chise von Fr. 300.– (Urk. 59 S. 5). Seine vagen Ausführungen anlässlich der Fort-
setzung der Hauptverhandlung vom 9. August 2012 vermögen die von ihm gene-
rierten Gesundheitskosten nicht zu erklären (Prot. I S. 38 f.). Anhand des Schrei-
bens der G._ [Versicherung] vom 20. Januar 2012 "Bescheinigung 2011" er-
geben sich ungedeckte Kosten aus der Grundversicherung von Fr. 307.50 für das
Jahr 2011 (Urk. 17/3). Das neu vom Beklagten im Berufungsverfahren eingereich-
te Schreiben der G._ vom 18. Januar 2013 "Bescheinigung 2012" weist un-
gedeckte Kosten von Fr. 372.20 für das Jahr 2012 aus (Urk. 75/6). Der Beklagte
schweigt sich im Berufungsverfahren über den Grund der leicht höheren Gesund-
heitskosten aus. Zudem finden sich in den Akten keine Rechnungen oder Quit-
tungen, welche die Vorbringen des Beklagten im vorinstanzlichen Verfahren in
Bezug auf seinen empfindlichen Darm und/oder seiner Allergien untermauern
würden. Es lässt sich somit nicht eruieren, ob dem Beklagten auch künftig unge-
deckte Gesundheitskosten in dieser Höhe entstehen. Entsprechend hat es mit der
Anrechnung von Fr. 25.– pro Monat für Franchise/Selbstbehalt im Bedarf des Be-
klagten sein Bewenden. Anzufügen ist, selbst wenn ihm die um Fr. 5.– pro Monat
höheren Gesundheitskosten im Jahre 2012 im Bedarf einberechnet würden, hätte
dies zufolge der zu rundenden Beträge keine Auswirkungen auf die Höhe der Un-
terhaltsbeiträge. Der Beklagte moniert die im angefochtenen Entscheid zu Guns-
ten des Klägers (und des Kindes aus der früheren Ehe des Beklagten) aufgerun-
deten Unterhaltsbeiträge im Berufungsverfahren nicht (Urk. 72 S. 23 f.). Seine
Unterhaltsberechnung billigt denn auch bei einem Freibetrag von Fr. 282.– (vgl.
Bedarfsaufstellung in Urk. 71 S. 4) dem Kläger (und seinem Kind aus früherer
Ehe) einen Unterhaltsbeitrag von je Fr. 145.– pro Monat zu (Urk. 71 S. 11).
2.5. Da die weiteren im Berufungsverfahren unbestritten gebliebenen Posi-
tionen des Bedarfes des Beklagten belegt sind bzw. angemessen erscheinen, be-
steht kein Grund darauf zurückzukommen. Es kann – um unnötige Wiederholun-
gen zu vermeiden – auf die vorgängig wiedergegebene vorinstanzliche Bedarfs-
aufstellung verwiesen werden (vgl. Erwägung Ziffer II. B. 2.1).
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3. Fazit
Das von der Vorinstanz festgesetzte hypothetische Einkommen des Beklag-
ten von Fr. 4'450.– zuzüglich Kinderzulagen pro Monat und sein Bedarf bleiben
unverändert. Lediglich die Übergangsfrist für das Erzielen des hypothetischen
Einkommens ist neu auf den 1. Mai 2014 festzulegen. Dies hat zur Folge, dass
der Beklagte den Unterhaltsbeitrag von Fr. 590.– nicht bereits ab 1. Juni 2013,
sondern erst ab 1. Mai 2014 zu bezahlen hat. Zusammenfassend ist der Beklagte
zu verpflichten, dem Kläger folgende monatliche Unterhaltsbeiträge zu bezahlen:
- Fr. 70.– rückwirkend vom 1. Juni 2012 bis 31. Juli 2012;
- Fr. 145.– vom 1. August 2012 bis 31. Oktober 2012;
- Fr. 195.– vom 1. November 2012 bis 30. April 2014;
- Fr. 590.– vom 1. Mai 2014 bis 31. März 2028;
- Fr. 1'180.– vom 1. April 2028 bis zum Erreichen der Mündigkeit.
C. Indexierung der Unterhaltsbeiträge
1. Die Vorinstanz indexierte die dem Kläger zugesprochenen Unterhalts-
beiträge (Urk. 72 Dispositiv-Ziffer 6). Der Beklagte verlangt im Berufungsverfahren
die ersatzlose Streichung der Indexierung der Unterhaltsbeiträge sowie eventuali-
ter die Ergänzung der Indexierung mit folgendem Wortlaut: "Weist der Beklagte
nach, dass sein Einkommen geringer ist als Fr. 4'450.– zuzüglich der Erhöhung
des Indexes für Konsumentenpreise seit November 2014, so entfällt die Erhöhung
der Unterhaltsbeiträge gemäss dem Landesindex der Konsumentenpreise"
(Urk. 71 S. 2).
2. Das vom Beklagten vorgetragene Argument, bei Annahme eines hypo-
thetischen Einkommens sei auf eine Indexierung zu verzichten bzw. diese zumin-
dest mit einem Vorbehalt zu versehen, sticht nicht. Gemäss Art. 286 Abs. 1 ZGB
kann der Richter anordnen, dass der Unterhaltsbeitrag sich bei bestimmten Ver-
änderungen der Bedürfnisse des Kindes oder der Leistungsfähigkeit der Eltern
oder der Lebenskosten ohne weiteres erhöht oder vermindert. Die Veränderung
der Lebenskosten bildet einen selbständigen Grund für die Anordnung der Inde-
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xierung unabhängig von der Leistungsfähigkeit der Eltern. Die Indexierung von
Unterhaltsbeiträgen für Kinder ist somit grundsätzlich von der Einkommensent-
wicklung des pflichtigen Elternteils unabhängig (BK-Hegnauer, N 27 zu Art. 286
ZGB). Besteht wie hier die Gefahr, dass durch die Indexierung in den Existenzbe-
darf des Pflichtigen eingegriffen wird – dem Beklagten verbleibt unter Berücksich-
tigung eines gleich hohen Unterhaltsbeitrags von Fr. 590.– für seinen weiteren
Sohn E._ ab 1. Mai 2014 kein Freibetrag – kann sich zwar eine Bedingung,
wonach die Indexierung von einer entsprechenden Erhöhung der Leistungsfähig-
keit des Pflichtigen abhängig gemacht wird, notwendig erweisen (FamKomm
Scheidung/Wullschleger, N 3 zu Art. 286 ZGB; BK-Hegnauer, N 32 zu Art. 286
ZGB). Zu beachten gilt es im hier zu beurteilenden Fall aber auch, dass das hypo-
thetische Einkommen des Beklagten per 1. Mai 2014 mit Fr. 4'450.– bescheiden
bemessen ist (E. 1.4) und erwartet werden kann, er werde mit steigendem Alter,
zunehmender Erfahrung oder Verantwortung noch Lohnerhöhungen erhalten,
während beim Kläger weniger Flexibilität auszumachen ist, um auf die Preisent-
wicklung zu reagieren (vgl. BSK ZGB I-Breitschmid, N 5 zu Art. 286 ZGB). Eine
gegenseitige Abwägung der Interessen muss daher zum Ergebnis führen, dass
dem Beklagten mit seinem Abschluss als Architekt ETH eher zugemutet werden
kann, sich auf die Kostenentwicklung einzustellen bzw. diese aufzufangen. Damit
ist die Indexierung der Unterhaltsbeiträge ohne den vom Beklagten gewünschten
Vorbehalt zu bestätigen, die Indexklausel aber dem aktuellen Stand anzupassen.
D. Erstinstanzliche Kosten- und Entschädigungsfolgen
1. Mit dem Hinweis auf Art. 106 ZPO auferlegte die Vorinstanz die unan-
gefochten auf Fr. 1'800.– festgesetzten Gerichtskosten samt Kosten für das Gut-
achten von Fr. 1'497.– dem Beklagten (Urk. 72 S. 25). Der Beklagte übt in seiner
Berufung Kritik an der vorinstanzlichen Verteilung der Gerichtskosten. Nach sei-
ner Ansicht sei der Kläger mit seiner Unterhaltsforderung im Umfang von
Fr. 800.– ab Geburt bis 30. April 2014 sowie Fr. 1'000.– ab 1. Mai 2014 bis zur
Mündigkeit ganz erheblich unterlegen, weshalb dem Kläger die Gerichtskosten
hätten teilweise auferlegt werden müssen (Urk. 71 S. 14). Der Kläger hält – ohne
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eindeutige Bezugnahme auf die Kosten des erst- oder zweitinstanzlichen Verfah-
rens – demgegenüber fest, dass ihm im Falle des Unterliegens in Anwendung von
Art. 107 Abs. 1 lit. c oder f ZPO keine Kosten aufzuerlegen seien. Als minderjähri-
ges Kleinkind könne er nichts für sein Dasein. Er habe einen gesetzlichen An-
spruch auf Unterhalt, den er aufgrund der abwehrenden Haltung des Beklagten
über mehrere Gerichtsinstanzen habe vertreten müssen (Urk. 78 S. 4).
2. Der Beklagte unterlag vollumfänglich mit seinen Anträgen betreffend
Nicht-Zulassung von Frau lic. iur. Y._ als Vertreterin des Klägers, Entfernen
der Scheidungsakten aus dem Verfahren und Einholen eines zweiten DNA-
Gutachtens sowie in Bezug auf die Feststellung der Vaterschaft, die Regelung
des Besuchsrechts und die Indexierung der Unterhaltsbeiträge. Der Kläger ver-
langte im vorinstanzlichen Verfahren die Festsetzung der Unterhaltspflicht von
Fr. 800.– pro Monat ab Geburt bis 30. April 2014 und von Fr. 1'000.– ab 1. Mai
2014 bis zum ordentlichen Abschluss einer angemessenen Ausbildung, mindes-
tens aber bis zur Mündigkeit. Ausgehend von der Dauer der Unterhaltsverpflich-
tung bis zur Mündigkeit des Klägers resultiert ein Betrag von insgesamt
Fr. 209'600.–. Der Beklagte beantragte demgegenüber die Abweisung der Klage.
An seinem Eventualantrag, es seien angemessene Unterhaltsbeiträge festzuset-
zen, falls die Vaterschaft festgestellt werde, hielt der Beklagte im Laufe des Ver-
fahrens nicht fest (vgl. Prot. I S. 4 und Urk. 59 S. 1). Im Ergebnis werden die Un-
terhaltsbeiträge auf Fr. 70.– von 1. Juni 2012 bis 31. Juli 2012, Fr. 145.– von
1. August 2012 bis 31. Oktober 2012, Fr. 195.– von 1. November 2012 bis 30. Ap-
ril 2014, Fr. 590.– von 1. Mai 2014 bis 31. März 2028 und Fr. 1'180.– von 1. April
2028 bis 30. April 2029 festgesetzt, was insgesamt Fr. 117'955.– ergibt. Damit un-
terliegt der Beklagte hinsichtlich der Unterhaltsbeiträge im Umfang von 56 %. Ge-
samthaft hätte der Beklagte gestützt auf Art. 106 Abs. 2 ZPO die vorinstanzlichen
Gerichtskosten im Umfang von rund 85 % und der Kläger im Umfang von 15 % zu
tragen. In familienrechtlichen Verfahren kann von den Verteilgrundsätzen gemäss
Art. 106 ZPO abgewichen und können die Prozesskosten nach Ermessen verteilt
werden (Art. 107 Abs. 1 lit. c ZPO). Wie der Beklagte zu Recht ausführt (Urk. 71
S. 14), gehört ein allenfalls auf den Kläger entfallender Anteil an den Gerichtskos-
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ten zu seinem Unterhalt, der von beiden Eltern zu tragen ist. Der Beklagte bringt
hierzu im Berufungsverfahren vor, die Mutter des Klägers erziele mit ca.
Fr. 4'100.– pro Monat ein höheres Einkommen als er und verfüge über ein Ver-
mögen von Fr. 43'000.–, weshalb sie in der Lage sei, die Gerichtskosten zu tra-
gen (Urk. 71 S. 14). Dem hält der Kläger entgegen, seine Mutter habe bis heute
seinen Unterhalt alleine bestritten, weshalb ihr Vermögen für den Lebensbedarf
aufgezehrt worden sei (Urk. 78 S. 4). Der Kläger ist ein Kleinkind, das über kein
Einkommen und Vermögen verfügt. Die finanziellen Verhältnisse des Beklagten
sind angespannt. Die Kindsmutter leistet, angesichts des Alters des Klägers, mit
einem Arbeitspensum von über 50 % und der Übernahme von Erziehungs- und
Betreuungsaufgaben, einen überdurchschnittlichen Beitrag zur Deckung des Un-
terhalts des Klägers (vgl. 72 S. 8 f.). Sodann erscheint plausibel, dass sie ihr
Vermögen für die Bestreitung des Lebensbedarfes für sich und den Kläger (wohl
grösstenteils) aufgezehrt hat. Der Beklagte hätte voraussichtlich ohnehin einen
Grossteil der auf den Kläger fallenden Kosten zu tragen. Es rechtfertigt sich da-
her, dem Beklagten gestützt auf Art. 107 Abs. 1 lit. c ZPO die Kosten des vo-
rinstanzlichen Verfahrens vollumfänglich aufzuerlegen. Da ihm die unentgeltliche
Rechtspflege vor Vorinstanz gewährt wurde, sind die ihm auferlegten Gerichts-
kosten einstweilen auf die Gerichtskasse zu nehmen, unter Vorbehalt des Nach-
forderungsrechts des Staates (Art. 123 ZPO). Gegen die Festsetzung und Be-
messung der Parteientschädigung, zahlbar an die Sozialen Dienste der Stadt Zü-
rich, trägt der Beklagte keine (weiteren) Rügen vor (Urk. 71 S. 14). In Überein-
stimmung mit der Vorinstanz hat der Beklagte dem Kläger eine Parteientschädi-
gung von Fr. 800.– zu bezahlen (Urk. 72 S. 25). Die vorinstanzliche Regelung der
Kosten- und Entschädigungsfolgen (Dispositiv-Ziffern 8, 9 und 10) ist damit zu
bestätigen.
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E. Unentgeltliche Rechtspflege im Berufungsverfahren
1. Der Beklagte stellt im Berufungsverfahren ein Gesuch um Gewährung
der unentgeltliche Rechtspflege (Urk. 71 S. 2). Nach Art. 117 ZPO hat eine Per-
son Anspruch auf unentgeltliche Rechtspflege, wenn sie nicht über die erforderli-
chen Mittel verfügt und ihr Rechtsbegehren nicht aussichtslos erscheint. Wer die-
se Voraussetzungen erfüllt, hat zusätzlich Anspruch auf unentgeltlichen Rechts-
beistand, soweit dies zur Wahrung der Rechte notwendig ist (Art. 118 Abs. 1 lit. c
ZPO).
2. Die Mittellosigkeit des Beklagten ergibt sich aus den vorstehenden Er-
wägungen zu den Unterhaltsbeiträgen, verbleiben ihm doch nach Deckung seines
(Not-)Bedarfs und nach Erfüllung seiner Unterhaltspflichten gegenüber dem Klä-
ger und dem Kind aus seiner früheren Ehe keine finanziellen Mittel. Er verfügt
auch über kein namhaftes Vermögen (vgl. Urk. 17/9-10 und 75/8-9). Überdies
können seine Anträge im Berufungsverfahren nicht als aussichtslos bezeichnet
werden. Damit ist ihm die unentgeltliche Rechtspflege für das Berufungsverfahren
zu gewähren. Sodann war er zur Wahrung seiner Interessen auf eine rechtliche
Vertretung angewiesen, weshalb ihm die von ihm beantragte unentgeltliche
Rechtsvertretung in der Person von lic. iur. X._ beizugeben ist.
3. Nachdem dem Kläger ausgangsgemäss keine Gerichtskosten im Beru-
fungsverfahren entstehen und ihm eine (volle) Parteientschädigung zuzusprechen
ist (vgl. nachstehende Erwägungen Ziffer III.), erübrigt sich die Behandlung des
Eventualbegehrens, mit welchem er die Gewährung der unentgeltlichen Prozess-
führung für das Berufungsverfahren beantragt (Urk. 78 S. 2).
III.
1. Abschliessend ist über die Kosten- und Entschädigungsfolgen im Beru-
fungsverfahren zu befinden.
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2. Der Streitwert beträgt rund Fr. 78'000.– (die Vorinstanz sprach dem
Kläger insgesamt Fr. 122'300.– zu, berufungshalber wird die Reduktion auf ge-
samthaft Fr. 43'930.– gefordert). Die Gerichtsgebühr im Berufungsverfahren ist
auf Fr. 3'600.– festzusetzen (§ 2 lit. a, c und d sowie § 12 Abs. 1 und 2 und § 4
Abs. 1 bis 3 der Gerichtsgebührenverordnung des Obergerichts).
3. Der Beklagte verlangte im Berufungsverfahren die Festsetzung der Un-
terhaltsbeiträge auf Fr. 70.– von 1. Juni 2012 bis 31. Juli 2012, auf Fr. 145.– von
1. August 2012 bis 31. März 2028 und auf Fr. 290.– von 1. April 2008 bis zur
Mündigkeit (Urk. 71 S. 2). Unter Berücksichtigung der Unterhaltsverpflichtung bis
zur Mündigkeit ergibt dies gesamthaft Fr. 43'930.–. Der Kläger beantragte die
Abweisung der Berufung und verlangte damit die Bestätigung des vorinstanzli-
chen Urteils, welches Unterhaltsbeiträge von Fr. 70.– von 1. Juni 2012 bis 31. Juli
2012, Fr. 145.– von 1. August 2012 bis 31. Oktober 2012, Fr. 195.– von 1. No-
vember 2012 bis 31. Mai 2013, Fr. 590.– von 1. Juni 2013 bis 31. März 2028 und
Fr. 1'180.– von 1. April 2028 bis zum Erreichen der Mündigkeit festsetzte. Aus
den darin zugesprochenen Unterhaltsbeiträgen lässt sich eine Unterhaltsverpflich-
tung des Beklagten von insgesamt Fr. 122'300.– ermitteln. Neu sind die Unter-
haltsbeiträge auf Fr. 70.– von 1. Juni 2012 bis 31. Juli 2012, Fr. 145.– von 1. Au-
gust 2012 bis 31. Oktober 2012, Fr. 195.– von 1. November 2012 bis 30. April
2014, Fr. 590.– von 1. Mai 2014 bis 31. März 2028 und Fr. 1'180.– von 1. April
2028 bis 30. April 2029 festgesetzt, was gesamthaft Fr. 117'955.– ergibt. Der Be-
klagte unterliegt in Bezug auf die Unterhaltsbeiträge zu rund 95 %. Weiter unter-
liegt er vollumfänglich mit seinen Anträgen betreffend Rückweisung des Verfah-
rens an die Vorinstanz, Streichung bzw. Ergänzung der Indexierungsklausel so-
wie erstinstanzliche Kosten- und Entschädigungsfolgen. Vor diesem Hintergrund
rechtfertigt es sich, die Gerichtskosten für das Berufungsverfahren vollumfänglich
dem Beklagten aufzuerlegen. Infolge Gewährung der unentgeltlichen Rechtspfle-
ge (siehe Erwägungen Ziffer II. E.) sind die Gerichtskosten einstweilen auf die Ge-
richtskasse zu nehmen, unter Vorbehalt des Nachforderungsrechts des Staates
(Art. 123 ZPO).
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4. Parteienentschädigungen werden nach den Tarifen gemäss Art. 96
ZPO zugesprochen und den Parteien in Anwendung von Art. 106 Abs. 2 ZPO
auferlegt (Art. 105 Abs. 2 ZPO). Die Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege
befreit die entschädigungspflichtige Partei nicht von der Bezahlung der Parteient-
schädigung an die Gegenpartei. Der Beklagte ist daher entsprechend der Kosten-
verteilung zu verpflichten, dem Kläger, der durch eine Beiständin der Sozialen
Dienste Zürich bzw. deren rechtskundigen Substitutin vertreten ist, eine Entschä-
digung zuzusprechen (Art. 106 Abs. 1 ZPO). Diese richtet sich nicht nach der
Verordnung über die Anwaltsgebühren vom 8. September 2010. Sie ist ermes-
sensweise auf Fr. 800.– festzusetzen.