# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 485c0cd0-5398-44a9-a0c7-b193d1466ee6
**Court:** CH_BSTG
**Chamber:** CH_BSTG_001
**Year:** 2009
**Language:** de
**Jurisdiction:** CH / Federation
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** 

## Facts

Sachverhalt:
A. Die türkische Oberstaatsanwaltschaft Istanbul ermittelt gegen mehrere  der B.-Familie, darunter A., sowie weitere Personen wegen , Betrug, Unterschlagung und weiterer Delikte. Die Beschuldigten werden verdächtigt, an deliktischen Handlungen im Rahmen der  der türkischen Bank C. teilgenommen zu haben. Den  der Bank C., welche gleichzeitig Geschäftsführer der D.- Gruppe waren, wird insbesondere vorgeworfen, in den Jahren 1998 - 2003 durch Fälschungs- und Betrugsmethoden Gelder der Bank C. entzogen und diese über Gesellschaften der D.-Gruppe in verschiedene Länder,  auch die Schweiz, überwiesen zu haben. Die Geldabflüsse sollen  einer gefälschten Buchhaltung und verfälschten Berichten zuhanden der türkischen staatlichen Bankenaufsicht vertuscht worden sein. Den  der B.-Familie wird vorgeworfen, Vermögenswerte im Umfang von ca. USD 2 Mrd. betrügerisch erworben zu haben.
B. Die Bundesanwaltschaft hat im Anschluss an mehrere türkische Rechtshil-
feersuchen am 3. September 2003 in derselben Angelegenheit ein  Ermittlungsverfahren eröffnet wegen des Verdachts der Geldwäscherei gemäss Art. 305bis StGB (Verfahren BA/EAII/16/03/0252). Das schweizerische Strafverfahren wurde zwischen dem 14. Oktober 2003 und 2. Februar 2004 auf zahlreiche weitere Personen, darunter A., . Mit Verfügungen vom 24. November 2003 und 20. Januar 2004 hat die Bundesanwaltschaft sämtliche Vermögenswerte von A. bei der Bank E. und der Bank F. beschlagnahmt. Das in der Folge von A. gestellte Gesuch um Aufhebung der Beschlagnahme der Konten wurde von der  mit Verfügung vom 1. Juli 2005 zur Hauptsache abgewiesen. Die I. Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts und das Bundesgericht  die dagegen erhobene Beschwerde mit Bezug auf die beantragte  der Vermögenswerte ebenfalls abgewiesen (TPF BB.2005.82 vom 16. August 2006; Urteil des Bundesgerichts 1S.16/2006 vom 9. Januar 2007).
C. Mit Schlussverfügung vom 21. Juni 2007 hat die Bundesanwaltschaft  Rechtshilfeersuchen der Oberstaatsanwaltschaft Istanbul vom 29.  2005 entsprochen und die Herausgabe der anlässlich der  einer Mietwohnung von A. in Z. (ZH) beschlagnahmten Unterlagen an die Türkei verfügt. Die gegen diese Schlussverfügung von A. erhobene Beschwerde wurde von der II. Beschwerdekammer des Bundesstrafge-
- 3 -
richts mit Entscheid RR.2007.112 vom 19. Dezember 2007 im Kostenpunkt gutgeheissen, im Übrigen jedoch als unbegründet abgewiesen. Das  ist auf die gegen diesen Entscheid eingereichte Beschwerde nicht eingetreten (Urteil des Bundesgerichts 1C_10/2008 vom 19. Februar 2008).
D. Mit ergänzendem Rechtshilfeersuchen vom 12. Juni 2007 hat die türkische
Staatsanwaltschaft u.a. um Übermittlung der Bankunterlagen betreffend die von A. in der Schweiz gehaltenen Bankkonten sowie um vorsorgliche  der Vermögenswerte ersucht (act. 8.1). Die  hat am 24. Oktober 2008 je mit einer separaten Zwischenverfügung die am 24. November 2003 bzw. 20. Januar 2004 im gerichtspolizeilichen Ermittlungsverfahren beschlagnahmten Bankunterlagen betreffend die  von A. bei der Bank E. und der Bank F. zu den Akten des  erkannt und diese Konten, mit Ausnahme der Konten Nr. 1 und 2 bei der Bank E., auch rechtshilfeweise beschlagnahmt (act. 8.2 und 8.3).
E. A. gelangt mit Beschwerde vom 7. November 2008 mit folgenden Anträgen
an die II. Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts (act. 1):
“1. Es seien die beiden Zwischenverfügungen der Beschwerdegegnerin vom 24. Oktober 2008 (Verfahrensnummer RIZ.05.0051-FAB) betreffend der Sperrung der Konti des Beschwerdeführers bei der Bank F. und der Bank E. vollumfänglich aufzuheben;
2. Es seien die Kontosperren bezüglich der in den beiden  der Beschwerdegegnerin vom 24. Oktober 2008 (Verfahrensnummer RIZ.05.0051-FAB) jeweils in Ziff. 1 und 2 genannten Bankkonti sofort ;
3. Es sei der Beschwerde die aufschiebende Wirkung zu erteilen;
4. Eventualiter sei das ergänzende Rechtshilfeersuchen der türkischen  Sisli Istanbul vom 12. Juni 2007 abzuweisen, soweit es den Beschwerdeführer betrifft;
alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten der Beschwerdegegnerin bzw. der Staatskasse.“
Das Bundesamt für Justiz (nachfolgend “Bundesamt“) stellt in der  vom 6. Januar 2009 den Antrag, auf die Beschwerde sei nicht einzutreten, unter Kostenfolge (act. 9). Die Bundesanwaltschaft  in der Beschwerdeantwort vom 7. Januar 2009, die Beschwerde sei
- 4 -
unter Kostenfolge zulasten des Beschwerdeführers vollumfänglich  (act. 8). Die Beschwerdeantworten des Bundesamtes und der  wurden A. am 9. Januar 2009 zur Kenntnis übermittelt (act. 10).
Auf die weiteren Ausführungen der Parteien und die eingereichten Akten wird, soweit erforderlich, in den rechtlichen Erwägungen eingegangen.

## Considerations

Die II. Beschwerdekammer zieht in Erwägung:
1. Für die Rechtshilfe zwischen der Schweiz und der Türkei sind in erster  die Bestimmungen des Europäischen Übereinkommens über die Rechtshilfe in Strafsachen vom 20. April 1959 (EUeR; SR 0.351.1) , welchem beide Staaten beigetreten sind. Da die türkischen  wegen mutmasslicher Geldwäscherei ermitteln, kann zudem das von beiden Ländern ratifizierte Übereinkommen vom 8. November 1990 über Geldwäscherei sowie Ermittlung, Beschlagnahme und Einziehung von  aus Straftaten (GwUe; SR 0.311.53) zur Anwendung gelangen.  diese Staatsverträge bestimmte Fragen nicht abschliessend regeln, ist das schweizerische Landesrecht anwendbar, namentlich das  vom 20. März 1981 über internationale Rechtshilfe in Strafsachen (IRSG; SR 351.1) und die Verordnung vom 24. Februar 1982 über  Rechtshilfe in Strafsachen (IRSV; SR 351.11). Das innerstaatliche Recht gilt nach dem Günstigkeitsprinzip auch dann, wenn dieses geringere Anforderungen an die Rechtshilfe stellt (BGE 129 II 462 E. 1.1 S. 464 m.w.H.).
2. 2.1 Die Verfügung der ausführenden kantonalen Behörde oder der ausführen-
den Bundesbehörde, mit der das Rechtshilfeverfahren abgeschlossen wird, unterliegt zusammen mit den vorangehenden Zwischenverfügungen der Beschwerde an die II. Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts (Art. 80e Abs. 1 IRSG; Art. 28 Abs. 1 lit. e des Bundesgesetzes vom 4.  2002 über das Bundesstrafgericht, SGG; SR 173.71; Art. 9 Abs. 3 des Reglements vom 20. Juni 2006 für das Bundesstrafgericht; SR 173.710). Der Schlussverfügung vorangehende Zwischenverfügungen können selbständig angefochten werden, sofern sie einen unmittelbaren und nicht wieder gutzumachenden Nachteil bewirken durch die  von Vermögenswerten und Wertgegenständen (Art. 80e Abs. 2 lit. a
- 5 -
IRSG). Die Beschwerdefrist gegen eine Zwischenverfügung beträgt zehn Tage (Art. 80k IRSG). Zur Beschwerde legitimiert ist, wer persönlich und  von einer Rechtshilfemassnahme betroffen ist und ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung oder Änderung hat (Art. 80h lit. b IRSG).
2.2 Richtet sich die Beschwerde gegen eine Zwischenverfügung, so muss die
beschwerdeführende Person nach der bundesgerichtlichen  mit konkreten Angaben glaubhaft machen, inwiefern die  Beschlagnahme von Vermögenswerten zu einem nicht wieder  Nachteil führt. In Betracht kommen insbesondere drohende Verletzungen von konkreten vertraglichen Verpflichtungen, unmittelbar  Betreibungsschritte, der drohende Entzug von behördlichen Bewilligungen oder das Entgehen von konkreten Geschäften. Die bloss abstrakte Möglichkeit, dass sich eine Kontosperre negativ auf die  der rechtsuchenden Person auswirken könnte, ist hingegen für die Annahme eines nicht wieder gutzumachenden Nachteils im Sinne von Art. 80e Abs. 2 lit. a IRSG grundsätzlich nicht ausreichend. Der  unmittelbare und nicht wieder gutzumachende Nachteil muss  gemacht werden; die blosse Behauptung eines solchen Nachteils  nicht (zum Ganzen BGE 130 II 329 E. 2 S. 332; 128 II 353 E. 3 S. 354, je m.w.H.; Urteile des Bundesgerichts 1A.81/2006 vom 21. Juli 2006, E. 2 und 1A.183/2006 vom 1. Februar 2007, E. 1.2).
Die mittels einer Zwischenverfügung angeordnete Beschlagnahme von Vermögenswerten hat Gegenstand einer Schlussverfügung gemäss Art. 80d IRSG zu bilden, sei es, dass diese bestätigt, abgeändert oder  wird. Wurde gleichzeitig um Herausgabe der entsprechenden Bankunterlagen ersucht, erfolgt diese in der Regel im Zusammenhang mit der Schlussverfügung betreffend die Herausgabe der Bankunterlagen.  diese Anordnung in der Schlussverfügung steht gestützt auf Art. 80e Abs. 1 IRSG die Beschwerde an die II. Beschwerdekammer des  offen (TPF RR.2008.37-43 vom 23. Juni 2008 E. 2.5).
2.3 Vorliegend hat die Beschwerdegegnerin die Bankunterlagen betreffend die
Konten des Beschwerdeführers bei der Bank E. und der Bank F. mit  vom 24. Oktober 2008 zu den Akten des  erhoben und die Konten in Ausführung des Rechtshilfeersuchens vom 12. Juni 2007 auch rechtshilfeweise beschlagnahmt. Sollte die  der Bankunterlagen angeordnet werden, so hätte sich die  Schlussverfügung auch zum Schicksal der beschlagnahmten  zu äussern. Gegen diese Verfügung könnte die Beschwerde gemäss Art. 80e Abs. 1 IRSG an die II. Beschwerdekammer des Bundes-
- 6 -
strafgerichts ergriffen werden. Beim angefochtenen Entscheid handelt es sich damit um eine Zwischenverfügung im Sinne von Art. 80e Abs. 2 lit. a IRSG, welche nur bei Vorliegen eines unmittelbaren und nicht wieder  Nachteils selbständig anfechtbar ist. Die Rechtsprechung, wonach auf die Beschwerde gegen eine Beschlagnahme ausnahmsweise auch ohne Vorliegen eines unmittelbaren und nicht wieder  Nachteils einzutreten ist, wenn bereits eine rechtskräftige  betreffend die Beschlagnahme der Vermögenswerte ergangen und seither relativ lange Zeit vergangen ist (vgl. TPF 2007 124 E. 2; RR.2007.48-52 vom 15. Juli 2008 E. 2.2), kommt vorliegend schon vom Verfahrenslauf her klarerweise nicht zum Tragen.
2.4 Der Beschwerdeführer ist als Inhaber der von der angefochtenen Zwi-
schenverfügung erfassten Konten bei der Bank E. und der Bank F. von der Beschlagnahme persönlich und direkt betroffen und damit im Sinne Art. 80h lit. b IRSG zur Beschwerde legitimiert. Die Beschwerde wurde  rechtzeitig eingereicht.
2.5 Der Beschwerdeführer argumentiert mit Bezug auf den nicht wieder gutzu-
machenden Nachteil, er hätte bei der Beschwerdegegnerin am 19.  2008 die Aufhebung der Beschlagnahme im gerichtspolizeilichen Ermittlungsverfahren beantragt. Dieses Gesuch sei derzeit noch nicht  worden. Da die Vermögenswerte jedoch seit rund fünf Jahren  seien, sei mit der Aufhebung der Vermögenssperre zu . Durch die rechtshilfeweise Beschlagnahme mit Verfügung vom 24. Oktober 2008 entstehe ihm insofern ein nicht wieder gutzumachender Nachteil, als Vermögenswerte gesperrt würden, über welche er in nächster Zeit wieder hätte verfügen können. Da die Konten seit rund fünf Jahren  seien, könnten an das Erfordernis des nicht wieder gutzumachenden Nachteils keine hohen Anforderungen gestellt werden (act. 1 Ziff. 13).
Diese Vorbringen des Beschwerdeführers belegen offensichtlich keinen unmittelbaren und nicht wieder gutzumachenden Nachteil im Sinne der Rechtsprechung. Der Umstand, dass die Vermögenswerte im  Ermittlungsverfahren bereits seit längerer Zeit beschlagnahmt sind, kann zwar für die Frage der Verhältnismässigkeit und allfälligen  der Beschlagnahme von Bedeutung sein, begründet jedoch für sich gesehen noch keinen nicht wieder gutzumachenden Nachteil im Sinne von Art. 80e Abs. 2 lit. a IRSG.
2.6 Weiter wird geltend gemacht, die Beschlagnahme von Vermögenswerten
des Beschwerdeführers im Rechtshilfeverfahren sei mit der zwischenzeit-
- 7 -
lich in formelle und materielle Rechtskraft erwachsenen Schlussverfügung vom 21. Juni 2007 abschliessend beurteilt worden. Die  vom 24. Oktober 2008 seien daher nichtig. Die zuständigen Behörden hätten die Nichtigkeit von Amtes wegen zu beachten. Auf die Beschwerde sei daher auch dann einzutreten, wenn die Eintretensvoraussetzungen  Art. 80e IRSG nicht erfüllt sein sollten (act. 1 Ziff. 14 f. und 80).
Auch diese Ausführungen des Beschwerdeführers gehen an der Sache vorbei. Es ist allgemein anerkannt, dass die ausführende Behörde in  Teilschlussverfügungen über ein Rechtshilfeersuchen befinden kann (vgl. ROBERT ZIMMERMANN, La coopération judiciaire internationale en  pénale, 2. Aufl., Bern 2004, S. 177 N. 170) und ein ersuchender Staat, selbst nachdem ein Rechtshilfeersuchen rechtskräftig abgewiesen worden ist, in der gleichen Sache mit ergänzenden Rechtshilfeersuchen an die  Behörde gelangen kann. Die Behauptung, mit der  vom 21. Juni 2007 sei abschliessend über die Beschlagnahme von Vermögenswerten des Beschwerdeführers im Rechtshilfeverfahren  worden, ist daher offensichtlich verfehlt.
2.7 Auf die Beschwerde ist nach dem Gesagten nicht einzutreten. Das Gesuch
des Beschwerdeführers um Erteilung der aufschiebenden Wirkung der  wird mit dem vorliegenden Entscheid hinfällig und ist als  geworden abzuschreiben.
3. Bei diesem Ausgang des Verfahrens wird der Beschwerdeführer kosten-
pflichtig (Art. 63 Abs. 1 VwVG i.V.m. Art. 30 lit. b SGG). Für die  der Gerichtsgebühr gelangt das Reglement vom 11. Februar 2004 über die Gerichtsgebühren vor dem Bundesstrafgericht (SR 173.711.32) zur Anwendung (TPF RR.2007.6 vom 22. Februar 2007 E. 5). Die  ist vorliegend auf Fr. 5’000.-- anzusetzen (Art. 3 des ), unter Anrechnung des geleisteten Kostenvorschusses von Fr. 19'988.-- (vgl. act. 6). Die Bundesstrafgerichtskasse ist anzuweisen, dem Beschwerdeführer den Restbetrag von Fr. 14’988.-- .
- 8 -