# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** ae2b78fe-0e4d-45d9-9db6-851fe37df44c
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2016
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1963, verfügt über vier J
ahre Primars
chulbil
dung und
hat keinen
Beruf
erlernt
. Sie war zuletzt seit dem Jahr 2007 als Reinigungs
angestellte
erwerb
s
tätig.
Unter Hinweis auf seit Dezember 2011 bestehende Beschwerden am Bewegungsapparat,
namentlich
am Rücken, meldete sie sich
mit Gesuch vom 21.
Januar 2013 bei der Sozialversicherungs
anstalt des Kantons Zürich, Invalidenversicherung, zum
Leistungsbezug an (Urk.
8/5). Die IV-Stelle zog daraufhin die
medizinischen
Akten des zustän
digen Krankentaggeldversicherer
s bei
(Urk. 8/
17 ff.
)
und tätigte Abklärungen in medi
zin
ischer
(Urk.
8/21)
so
wie erwerblicher
(Urk.
8/24)
Hinsicht. In der
Folge ver
anlasste sie
je
eine psychiatrische und orthopädische
Untersuchung durch ih
re
n
Regionalen Ärztlichen Dienst (
RAD
)
, welche
beide
am 30.
August 2013 stattfan
d
en
(Bericht
e
vom
30. August bzw.
30.
September
2013; Urk.
8/
31-
32)
.
Mit Vorbescheid vom 17.
Dezember 2013 verneinte
die IV-Stelle
daraufhin
den Anspruch der Versicherte
n auf eine Invalidenrente (Urk.
8/43)
und hielt daran nach erhobene
m
Einwand vo
m 10.
März 2014
(Urk.
8/52-55; einschliesslich eingereichte Arztberichte)
mit Verfügung vom
2
. April 2014
fest
(
Urk.
2).
2.
Dagegen liess die
Versicherte mit Eingabe vom 19.
Mai 2014 Beschwerde erhe
ben
und beantrag
en, es sei die Verfügung vom 2.
April 2014 vollumfänglich aufzuheben (1.), es sei die Beschwerdegegnerin zu verpflichten, der Beschwer
deführerin eine Invalidenrente auszurichten (2.)
,
alles unter Kosten- und Ent
schädigungsfolge zulasten der Beschwerdegegnerin (
Urk.
1 S. 2).
Mit Vernehmlassung vom 11. Juni 2014
stellte
die IV-Stelle
Antrag auf
Abwei
sung der Beschwerde (Urk. 7), was der Beschwerdeführerin am 23. Juni 2014 zur Kenntnis gebracht wurde (Urk. 9).
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts,
ATSG).
Sie kann Folge von Ge
burtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes
über die Invalidenversicherung,
IVG).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beein
trächtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verur
sachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommen
den ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesund
heitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie kör
perliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 8 ATSG bewirken. Nicht als Folgen eines psychischen Ge
sundheitsschadens und damit invalidenversicherungsrechtlich nicht als rele
vant gelten Einschränkungen der Erwerbsfähigkeit, welche die versicherte Per
son bei Aufbietung allen guten Willens, die verbleibende Leistungsfähigkeit zu verwerten, abwenden könnte; das Mass des Forderbaren wird dabei weitgehend objektiv be
stimmt. Festzustellen ist, ob und in welchem Umfang die Ausübung einer Er
werbstätigkeit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt mit der psychi
schen Beein
trächtigung vereinbar ist. Ein psychischer Gesundheitsschaden führt also nur so
weit zu einer Erwerbsunfähigkeit (Art. 7 ATSG), als angenommen werden kann, die Verwertung der Arbeitsfähigkeit (Art. 6 ATSG) sei der versi
cherten Person sozial-praktisch nicht mehr zumutbar (BGE 131 V 49 E. 1.2 mit Hinweisen).
1.3
Anspruch auf eine Rente haben gemäss Art. 28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (Art. 8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine Vier
telsrente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine Dreiviertels
rente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (Art. 28
Abs.
2 IVG).
1.4
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Be
schwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebe
nenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeits
unfähig ist (BGE 125 V 256 E.
4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person no
ch zugemutet werden kön
nen (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E.
4b/cc).
Das Gericht hat den Sachverhalt von Amtes wegen festzustellen und demnach zu prüfen, ob die vorliegenden Beweismittel eine zuverlässige Beurteilung des strittigen Leistungsanspruches gestatten. Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfas
send ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwer
den berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Ex
perten begründet sind (BGE 125 V 352 E. 3a, 122 V 160 f. E. 1c, je mit Hinwei
sen).
2.
2.1
Die IV-Stelle begründete die angefochtene Verfügung im Wesentlichen damit, dass die Versicherte seit Februar 2012 in ihrer Arbeitsfähigkeit (als Reinigungs
angestellte) eingeschränkt sei
, ihr
a
us medizinischer Sicht
jedoch eine behinde
rungsangepasste Tätigkeit
zu einem Pensum von 80
% zumutbar
sei. Aufgrund der Vergleichseinkommen errechne sich ein Invaliditätsgrad von 38 %,
womit
kein Anspruch auf eine Rente bestehe (
Urk.
2).
2.2
Dagegen lässt die Versicherte zur Hauptsache vorbringen, dass sich der Gesund
heitszustand gegenüber der RAD
-
Beurteilung verschlechtert habe und auch in einer angepassten Tätigkeit keine Arbeitsfähigkeit von 80 % bestehe. Überdies er
wiesen sich die Vergleichs
e
inkommen als unzutreffend (Urk.
1).
3.
3.1
Dr. med.
Y._
, Oberarzt an der Klinik für Rheumatologie
des
Z._
,
stellte
in seinem Bericht
vom 2
2.
April 2013 an die IV-Stelle folgende Diagnosen:
Mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit:
Chronifiziertes lumbovertebrales und lumboradikuläres Syndrom L5 links mit/bei
St. n. CT-PRT L5 und S1 links am 14.12.12 sowie CT-PRT L5 links am 29.2.12 mit jeweils passagerer Wirkung
St. n. Diskushernien-Operation L5/S1 links 2000
St. n. Fenestration L5/S1 links, Foraminotomie L5 und laterale Nukleo
tomie bei intraforaminalem Diskusprolaps am 27.3.12
St. n. Re-Fenestration L5/S1 links am 3.5.12
deutliche Kontrastmittel- und Flüssigkeitsanreicherung des Granulati
onsgewebes/Narbengewebes im OP-Zugangsgebiet als auch epidural dorsal mit Umscheidung der Wurzel L5 links foraminal und S1 re
cessal links mit geringer Wirkung, keine Rezidiv-Diskushernie (MRI LWS 16.10.12)
beginnender zentraler Sensibilisierung mit deutlich
[er]
Symptomaus
weitung
ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit:
Subakutes myofasziales bis allenfalls cervikoradikuläres Syndrom links
Dr.
Y._
führte im Wesentlichen aus, nur drei Tage nach der zuletzt ausge
führten PRT vom 14.12.12 seien die Beschwerden wieder im bekannten Aus
mass vorhanden gewesen, weshalb die Patientin erneut der Neurochirurgie zur Evaluation von weiteren chirurgischen Therapieoptionen zugewiesen worden sei. Die aktuelle Therapie werde durch die Kollegen der Neurochirurgie durch
geführt, die weitere Arbeitsfähigkeit sei abhängig vom Erfolg der weiteren ope
rativen Therapien. Die Tätigkeit als Reinigungskraft sei zum Zeitpunkt der letz
ten Konsultation in der Rheumatologie (am 1
4.
Januar 2013) nicht zumutbar gewesen, die Möglichkeit der Aufnahme einer beruflichen Tätigkeit abhängig vom Erfolg der weiteren operativen Massnahmen (
Urk.
8/21).
3.2
Die verantwortlichen Oberärzte an der Klinik für Neurochi
rurgie des
Z._
, wo die Versicherte vom 6.
bis 15.
Februar 2013
zwecks Operation hospitalisiert
und vom 1
9.
bis 2
8.
Februar 2013
erneut
stationär behandelt worden war, stellten in ihrem Austrittsbericht vom 2
8.
Februar 2013 folgende Diagnosen:
1.
Lumboradikuläres Schmerzsyndrom rechts bei
St
.
nach mikrochirurgischer (Re-)Fenestration LW
K
5/SWK1 beidseits, Diskektomie und interkorporelle Cages bilateral, po
s
terolaterale Spondylodese LWK5/SWK1 und Spongiosaanlageru
ng
am 7.2.2013
St
.
nach Re-Fenestration
LWK5/SWK1 links und Reneurolyse L5 bei an
haltendem L5 Syndrom 05/2012
St
.
nach Re-Fenestration LWK5/SWK1 links, Foraminotomie L5 und la
terale Nukleotomie bei intraforaminalem Diskusprolaps 03/2012
St. n. Diskushernienoperation LWK5/SWK1 links 2000
2.
Arterielle Hypertonie
3.
Hypothyreose
4.
Diabetes mellitus Typ II ED 2008
,
unter OAD
Sie hielten fest, die Versicherte habe am 28. Februar 2013 zur Rehabilit
a
tion nach
A._
zur weiteren Betreuung verlegt werden können.
Angaben zur Ar
beitsfähigkeit machten sie nicht (
Urk.
8/17 S. 42).
Im Bericht der
A._
, wo
sich
die Versicherte
vom
2
8.
Februar bis 1
9.
März 2013 zur stationären Rehabilitation aufgehalten hatte, stellten die ver
antwortlichen Ärzte die nämlichen Diagnosen wie die Ärzte des
Z._
. Sie
gaben im Wesentlichen an, die physiotherapeutischen und physikalischen Massnah
men hätten das Beschwerdebild deutlich gebessert. Aktuell klage die Versicherte weiterhin über diskrete radikuläre Ausstrahlung in den rechten Oberschenkel, jedoch wesentlich geringer ausgeprägt als bei Eintritt. Die Patientin sei auf die Wichtigkeit einer konsequenten Fortführung der Physiotherapie
hingewiesen
worden (
Urk.
8/20 S. 8).
3.
3
Am 3
0.
August 2013 wurde
die Versicherte durch zw
ei Fachärzte des RAD unter
sucht.
3.
3
.1
Med. pract
.
B._
, Fachärztin
für Orthopädische Chirurgie und Traumatolo
gie
, stellte aufgrund ihres Untersuchs der Versicherten folgende Diagnosen
(Ur
k
. 8/32 S. 9):
m
it Auswirkung auf die Arbeitsfäh
i
gke
i
t:
Schmerzhafte Bewegungs- und Belastungseinschränkung der LWS
bei
Status nach Spondylodese und mehrfacher Dis
c
ushernienoperation
Bewegungseinschränkung beider Schultergelenke
Cervicobrachialgie
links
o
hne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
:
Diabetes mellitus
Hypertonie
Med. pract.
B._
führte im Wesentlichen aus, d
ie im Austrittsbericht der Rehaklinik
A._
vom 17.
März 2013 dokumentierten Beschwerden bestünden weiterhin fort, eine wesentliche Änderung der beklagten Beschwerden sei nicht festzustellen.
Im Unterschied zum
Austrittsbericht des
Z._
vom 2
8.
Februar
2013 sei kein positives Lasè
gue
-Z
eichen mehr nach
weisbar. Es dominierten deutliche Hinweise auf eine massive Symptomauswei
tung und Dekonditionierung der Versicherten welche
angegeben habe
,
täglich etwa 15-18 Stunden liegend zu verbringen.
In ihrer versicherungsmedizinischen Beurteilung hielt med.
pract.
B._
fest, bei der 50jährigen Reinigungskraft sei anhand der vorliegenden medizinischen Berichterstattung (
„
vgl. ELAR
“
) und der körperlichen Untersuchung ein somati
scher Gesundheitsschaden ausgewiesen, der die Arbeitsfähigkeit beeinträchtige.
In der bisherigen Tätigkeit als Reinigungskraft bestehe eine Arbeitsfähigkeit von 0
% seit Februar 201
2.
In angepasster Tätigkeit (mit körperlich leichter wechsel
belastender Tätigkeit
,
ohne regelmässige Hebe- und Tragebelastungen über
10 kg
, ohne Arbeiten auf Leitern und Gerüsten, ohne häufiges Treppensteigen, ohne häufige wirbelsäulen
-,
hüftgelenk-
und
kniegelenkbelastende
Zwangshal
tungen und Tätigkeiten
[
Bücken, Hocken, Knien, Überkopfarbeit, Arbeiten in Armvorhalte
]
, ohne häufiges Gehen auf unebenem Gelände, ohne andauernde Vibrationsbelastungen und Nässe-/Kälteexposition) sei
eine
80%
ige
Arbeitsfä
higkeit
seit August
2013
gegeben
(6 Monate nach Spondylodese). Die Ein
schränkung der Arbeitsfähigkeit begründe sich mit Dekonditionierung. Eine Steigerung bis zur vollen Arbeitsfähigkeit
für angepasste T
ätigkeit sei aus medi
zi
nischer Sicht
innerhalb von 2 bis 3 Monaten möglich
(
Urk.
8/32 S. 10)
.
3.
3
.2
Med. pract.
D._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, hielt in seinem Untersuchungsbericht vom
3
0
. August 2013
f
est,
aufgrund der erhobenen Be
funde
(voll orientiert, keine Anzeichen von Müdigkeit, häufiger Blickkontakt, flüssiger und zusammenhängen
d
er Gedankengang, kein Anhalt für Sinnestäu
schungen und Ichstörungen, gut verstehbare Lautstärke, prompte Antworten auf gestellte Fragen sowie mehrmalige eigeninitiative Gesprächsbeiträge, einmalige spontane Korrektur der Übersetzerin, affektiv schwingungsfähig,
unauffällige Mimik, lebhafte Gestik, unauffälliger Antrieb, keine offensichtlichen Gedächt
nisstörungen)
seien die psychiatrischen Hauptsymptome einer depressiven Stö
rung (
g
edrückte Stimmung, Interessenverlust und Freudlosigkeit, Antriebsman
gel) nicht zu erkennen. Aus psychiatrischer Sicht liege eine Befindlichkeitsstö
rung vor. Die Schlafmedikation sei kritisch zu hinterfragen (
Urk.
8/29).
3.
4
In seinem Bericht vom
4.
November 2013 diagnostizierte
Dr.
med.
E._
, Fach
arzt FMH für Psychiatrie und Psychotherapie
sowie seit April 2013 behan
delnder Psychiater der Versicherten, mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine Anpassungsstörung mit längerer depressiver Reaktion (ICD-10: F43.21) bei anhaltender Belastung und St
atus
nach wiederholten Rückenoperationen
. A
ls Diagnosen ohne Ausw
irkung auf die Arbeitsfähigkeit bezeichnete
er
einen Dia
betes mellitus Typ II (insulinpflichtig), eine Adipositas sowie eine arterielle Hy
pertonie. Er führte im Wesentlichen aus,
die Patientin sei wach, allseits orien
tiert, fühle sich sehr müde und energielos, sei nervös, innerlich unruhig, de
pressiv verstimmt, ängstlich, lustlos und affektlabil (Weinerlichkeit). Sie berichte
über Gedankenkreisen und Konzentrationsstörungen, leide unter massiven Schlafstörungen und häufigen Suizidgedanken und es bestehe ein ausgeprägter sozialer Rückzug. Se
it 2011
leide die Patientin
an chronifizierten, ausstrahlen
den lumbalen Rückenschmerzen, die sich auch nach mehrfachen Operationen nicht nachhaltig verbessert hätten. Der Gesundheitszustand habe sich seit Feb
ruar 2013 kontinuierlich verschlechtert.
Zur Arbeitsfähigkeit gab er an,
e
ine Berufstätigkeit in der ursprünglichen Tätigkeit sei nicht mehr zumutbar. Einer behinderungsangepassten Tätigkeit (leichte Arbeit ohne langes Stehen, Sitzen oder Gehen) könne sie zu maximal 4 Stunden pro Tag nachgehen, zudem führ
ten Schmerzen und die depressive Symptomatik dazu
,
dass sie sehr langsam ar
beite und immer wieder Pausen eingelegt werden müssten. Anpassungsfähigkeit und Belastbarkeit seien erheblich, Konzentrations- und Auffassungsvermögen leicht bis mittelschwer eingeschränkt (
Urk.
8/34).
Dazu nahm
med
.
pract.
B._
vom RAD
am 1
2.
November 2013 Stellung und gab an, die Versicherte sei durch med. pract.
D._
psychiatrisch beurteilt worden. Er sei zu dem Ergebnis gekommen, dass keine Hinweise auf eine Depression er
hoben werden könnten. Auch
Dr.
E._
stelle nicht die Diagnose einer De
pression sondern attestiere eine Anpassungsstörung, die aus medizini
-
scher Sicht vorübergehend sei und somit keinen dauerhaften Gesundheits
-
schaden
begründe
. Die körperliche Leistungsfähigkeit der Versicherten werde vor
allem durch eine erhebliche Dekondition
i
erung eingeschränkt
(
Urk.
8/41
S. 6).
3.
5
Auf Zuweisung de
r behandelnden Ä
rzte des
Z._
wurden im Zentrum für medizinische Radiologie
unter anderem
am 1
4.
Januar
2014
ein MRI Arthografie
der
Schulter
links
sowie am 3
0.
Januar 2014 ein MRI der
Halswirbelsäule
durchgeführt.
Diese
ergaben in Bezug auf die
linke
Schulter ei
nen intrinsischen partiellen Riss der Sehne des M. supraspinatus ansatznah, eine chronische Tendinopathie de
r Sehne des M. supraspinatus,
eine
A
cromioc
l
avi
cula
r
arthrose sowie keine Muskelatrophie
(
Urk.
8/52)
. B
ezogen auf die Halswir
belsäule
ergaben sich
keine Hinweise auf eine Affektion der C8-Wurzel links auf Niveau C7/
Th1, eine breitbasige Diskushernie Th1/2 mit Kontakt zu Myelon und Obliteration beider Recessus,
einen
Verdacht auf Nervenwurzelaffektion Th1 links > rechts sowie einen primär osteoligamentären Kontakt foraminal zur Nervenwurzel C6 rechts auf Niveau C
5
/6 (Urk.
8/53).
Auch dazu nahm med. pract.
B._
vom RAD Stellung und hielt am 20.
März 2014 im Wesentlichen fest, in den erwähnten Berichten würden keine klinisch-funktionellen Untersuchungsbefunde, die eine Verschlechterung des
Gesundheitszustandes ausweisen würden
,
mitgeteilt. Es könne an der Stellung
nahme des RAD vom 12
.
November 2013 festgehalten werden
(Urk. 8/58 S. 3)
.
4.
4.1
Die
IV-Stelle legte
der angefochtenen Verfügung
die beiden RAD-
Abklärungsbe
richte
zugrunde
, welche jedoch für die Beurteilung der
medizini
sche
n
Situation
der Versicherten
keine rechtsgenügliche Grundlage darstellen
. Was die Beurteilung der somatischen
Aspekte
betrifft
,
ist
zu bemerken, dass
med. pract.
B._
zwar
eine umfassende klinische Untersuchung der Versi
cherten vor
nahm. Doch
setzte
sie
sich
in
der
F
olge
mit den geklagten
- mitunter
als
massiv
beschriebenen
–
Beschwerden
namentlich
im Bereich der
Lendenwir
belsäule und
der
Brustwirbelsäule (
Urk.
8/32 S. 5
)
beziehungsweise
der
linken
Schulter (
Urk. 8/32 S. 6
)
nicht oder
nur unzureichend auseinander
und
nahm
auch bezüglich der
–
in den bisherigen
ärztlichen
Unterlagen
nicht dokumen
tierten
–
Beschwerden in der
linken
Schulter und
an
der Brustwirbelsäule
keine weiteren Abklärungen vor
.
V
ielmehr ging sie
in Bezug auf die geklagten Be
schwerden
– ohne nachvollziehbare Begründung –
von einer Symptomauswei
tung aus.
Doch d
ies
e
Einschätzung
erscheint
vor
dem Hintergrund
der
bisheri
gen
Krankheitsgeschichte
der Versicherten
mit
verschiedene
n
stattgehabte
n
Hernien
o
perationen
nicht
ohne weiteres
schlüssig
und ist spätestens mit Blick auf die
mit dem
Einwand
nach
gereichte
n
Er
ge
bnisse der
bildgebenden Abklä
r
unge
n
in Frage zu stellen,
da
diese
-
jedenfalls
bezogen auf die
Beschwerden
in der linken Schulter und
im
Brustwirbelbereich
-
durchaus
bislang nicht
erho
bene
objektive Befunde
aus
weisen
(vgl.
E
. 3.5
hievor
). Wenn
med. pract.
B._
in ihrer Stellungnahme vom
2
0.
März 2014
ohne ersichtliche nähere Ausein
andersetzung
mit diesen neuen
medizinischen
Aspekten
im Ergebnis
un
verändert
eine massive Symptomausweitung
annimmt
respektive
ohne nach
vollziehbar
e
Begründung weiterhin
an der von ihr festgestellten Arbeitsfähig
keit festhält,
überzeugt dies nicht
.
Aber auch das Ergebnis de
s
psychiatrischen
RAD-
Untersuch
s
leuchtet nicht ein
. Dies schon
deshalb
,
weil
vor dem Hinter
grund der
von
med
.
pract.
D._
in seinem
Bericht
aufgeführten,
vom behandelnden Psychiater verordneten
-
nicht unerheblichen
-
antidepressiven
und schlafan
stossenden
Medikati
o
n (vgl.
Urk.
8/31 S. 2; vgl. auch Urk. 8/32
S. 2
)
die Schlussfolgerung auf eine
blosse
„
Befindlichkeitsstörung
“
zumindest ohne nä
here Begründu
n
g
nicht
nachvollziehbar
ist
.
4.2
Bestehen damit
Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit d
ies
er versiche
rungsinternen ärztlichen Feststellungen, so sind ergänzende Abklärun
gen angezeigt (
BGE 122 V 157
E. 1d).
Dies
auch d
eshalb
,
weil
v
erlässliche Schlüsse auf die
zumutbare Arbeitsfähigkeit
auch
gestützt auf die
übrigen
vor
liegenden
Akten nicht
gezogen werden können
. So sind in somatischer Hinsicht die Berichte
der
b
ehandelnden
F
achärzte
(namentlich
der Rheumatologie und
der
Neurochirurgie
des
Z._
)
mit Blick auf die
in Frage stehenden Gesund
heitsschäden
nicht
umfassend
. Auch
enthalten
sie
keine
hinreichende
n
Angaben zur Arbeitsfähigkeit
(
namentlich in angepasster Tätigkeit
)
.
A
ber a
u
ch au
f die Angaben
des behandelnden
Psychiaters
Dr.
E._
kann
nicht abgestellt wer
den
,
allein
schon
,
weil
er
in seine Arbeit
s
fähigkeitsbeurte
il
ung auch
– nicht in sein Fachgebiet fallende -
somatische Aspekte
einbezieht.
4.3
Zur Klärung der medizinisch-theoretisch zumutbaren Arbeitsfähigkeit in der bisherigen
und insbesondere
in einer angepassten Tätigkeit drängt sich dem
nach die Einholung eines
polydisziplinären
Gutachtens auf. N
eben
der Veran
lassung
einer
fachärztlic
h
psychiatri
s
chen Begutachtung
ist
es dabei
-
mit Blick auf die Ausführungen von
Dr.
Y._
(
E. 3.
1.
hie
r
vor
)
–
angezeigt
,
in somati
scher Hinsicht
die
rheumatol
o
g
ische respektive orthopädische
Begutachtung
durch eine neurologische
Expertise
zu
ergänzen
.
Dazu ist die Sache an die Be
schwerdegegnerin zurückzuweisen, was in Anbetracht der bisherigen Abklärun
gen sowie der bundesgerichtlichen Rechtsprechung
(BGE 137 V 210)
ohne wei
teres zulässig erscheint.
5.
5.1
Da es im vorliegenden Verfahren um die Bewilligung oder Verweigerung von IV-Leistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG) und auf Fr. 800.-- anzusetzen. Entsprechend dem Aus
gang des Verfahrens sind sie der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen.
5.2
Die Rückweisung einer Sache kommt einem Obsiegen der Beschwerdeführerin gleich. Ausgangsgemäss ist die Beschwerdegegnerin demnach zu verpflichten, der Beschwerdeführerin eine angemessene Prozessentschädigung zu bezahlen, welche in Anwendung von Art. 61 lit. g ATSG, namentlich unter Berücksichti
gung der Bedeutung der Streitsache und der Schwi
erigkeit des Prozesses auf Fr. 1‘700
.-- (inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) festzusetzen ist.