# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 7bcf7e43-a9f3-40f9-9555-8e1a87a08bec
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2014
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
1.1
Die 1953 geborene
X._
war vom
1.
Oktober bis
am 31.
Dezember 2007 bei der
Y._
AG
(Vorsorgeeinrichtung:
B
âloise
-Sammelstiftung für die obligatorische berufliche Vorsorge
[
Bâloise
]
)
als Buchhalterin angestellt
(
Urk.
26/15)
.
Anschliessend war sie vom
1.
Januar bis am 3
0.
Juni 2008 bei der
Z._
als Senior Financial
Accountant
beschäftigt und damit bei der AXA Stiftung Berufliche Vorsorge, Winterthur
(AXA)
, berufsvorsorgeversichert (
Urk.
26/12).
1.2
Sowohl a
m 1
7.
Oktober 2007
als auch am
7.
April 2008
stürzte
die Versicherte
auf der Treppe.
Vor
und nach dem
ersten Sturz
ereignis
schlug sie zudem mehr
mals ihren Kopf an Kanten an (
Urk.
26/13/2-
6 S. 5
und
Urk.
26/31/3-12 S.
6
).
1.3
X._
meldete sich am 1
8.
Januar 2009 bei der
Sozialversiche
rungsanstalt
des Kantons Zürich, IV-Stelle, zum Rentenbezug an (
Urk.
26/4).
Diese
sprach ihr mit Verfügung vom
3.
November 2010 eine ganze Rent
e
der Invalidenversicherung
(Invaliditätsgrad 100
%
) mit Wirkung ab 1.
August 2009 zu (
Urk.
2/5 und Urk.
26/72).
Auf die dagegen von der AXA erhobene Beschwerde
(
Urk.
26/78/3-
10)
trat das hiesige Gericht mit
Beschluss vom 2
8.
Februar 2011
m
angels Beschwerdelegitimation nicht ein (Prozess-Nr. IV.2010.01163 [
Urk.
26/80]). Im Rahmen eines im Juli 2011 eingeleiteten Revisionsverfahrens (
Urk.
26/83)
bestätigte die
IV-Stelle
mit Mitteilung vom 7.
September 2011
den Anspruch auf
eine
ganze Rente (Urk. 26/91).
1.4
Auf entsprechendes Gesuch der Versicherten hin lehnten sowohl die
Bâloise
als auch die AXA mit Schreiben vom
2.
Mai und 1
0.
August 2012
eine
Leistungs
pflicht
ab
(
Urk.
2/7
und
Urk.
2/9).
2.
Mit Eingabe vom
1.
November 2012
erhob
X._
Klage
gegen die
Basler Leben AG und die AXA Leben AG
mit folgendem Rechtsbegehren (Urk. 1 S. 2):
„1.
Der Klägerin sei mit Wirkung ab
1.
April 2009 eine Invalidenrente aus der obligatorischen und überobligatorischen beruflichen Vorsorge der Basler Leben AG samt Verzugszinsen zuzusprechen.
2.
E
ventualiter sei der Klägerin mit Wirkung ab
1.
April 2009 eine Invali
denrente aus der obligatorischen und überobligatorischen Vorsorge der AXA Leben AG samt Verzugszinsen zuzusprechen.
3.
Unter
Kosten- und
Entschädigungsfolge
n
zu
l
asten der
jeweiligen
Beklag
ten.“
Die
AXA stellte mit Klageantwort vom 1
3.
Dezember 2012 den Antrag auf Abweisung der
gegen sie gerichteten
Klage und schloss sich dem Hauptantrag
der Kl
ägerin an (Urk. 8). Die
Basler Leben AG
beantragte mit Klageantwort vom 21. Januar 2013 ebenfalls die Abweisung der sie betreffenden Klage und
vor
frageweise
die Entscheidung über die Passivlegitimation
(da nicht die einge
klagte Basler Leben AG, sondern deren Sammelstiftung für die obligatorische berufliche Vorsorge passivlegitimiert sei [
Urk.
10
]
).
Mit Replik vom 2
1.
Februar 2013 stellte die Klägerin den Antrag um Beric
htigung der Parteibezeichnungen, so dass
sich die Klage gegen die
Bâloise
-Sammelstiftung für die obligatorische berufliche Vorsorge und die AXA Stiftung Berufliche Vorsorge
richte. Im Wei
teren hielt sie an ihren Rechtsbegehren fest (
Urk.
15). Mit Verfügung vom 2
5.
Februar 2013 berichtigte das Gericht die Parteibezeichnung der Beklagten 1 von Amtes wegen (
Urk.
16; vgl. auch BGE
116 V 335 E. 4b), nachdem bereits mit Verfügung vom 1
2.
November 2012 anstelle der ursprünglich als Beklagte 2 figurierenden AXA Leben AG die AXA Stiftung Berufliche Vorsorge, Win
terthur, ins Rubrum aufgenommen worden war (
Urk.
4).
Duplicando
hielten auch die beiden Beklagten an ihren Rechtsbegehren fest (
Eingaben vom 1
5.
April und
2.
Mai 2013
[
Urk.
19-20
]
). Nachdem mit Gerichtsverfügung vom
5.
Februar 2014 (Urk. 23) die Akten der I
nvalidenversicherung
(
Urk.
26) beige
zogen worden waren, verzichteten die Klägerin und die Beklagte 2 auf eine Stellungnahme (Eingaben vom 1
1.
März und 2
0.
Mai 2014 [
Urk.
29 und
Urk.
34]), wohingegen sich die Beklagte 1 am 6. Mai 2014 vernehmen liess (
Urk.
33).
Dies wurde den jeweiligen Gegenparteien am 2
6.
Mai 2014 (
Urk.
35) zur Kenntnis gebracht.
3.
Auf die Ausführungen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, so
weit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Nach
Art.
24
Abs.
1 des Bundesgesetzes über die
berufliche Alters-, Hinterlasse
nen- und Invalidenvorsorge
(BVG) hat der Versicherte Anspruch auf eine volle Invalidenrente, wenn er im Sinne der Invalidenversicherung mindestens zu 70
Prozent, auf eine
Dreiviertelsrente
, wenn er mindestens zu 60 Prozent, auf eine halbe Rente, wenn er mindestens zur Hälfte und auf eine
Viertelsrente
, wenn er mindestens zu 40 Prozent invalid ist. Gemäss
Abs.
1 von
Art.
26 BVG gelten für den Beginn des Anspruchs auf Invalidenleistungen sinngemäss die entsprechen
den Bestimmungen des Bundesgesetzes über die Invalidenver
sicherung (
Art.
29 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung [IVG]). Die
Invaliden
leistungen
nach BVG werden von derjenigen Vorsorgeeinrichtung geschuldet, welcher die den Anspruch erhebende Person bei Eintritt des versi
cherten Ereig
nisses angeschlossen war. Im Bereich der obligatorischen beruf
lichen Vorsorge fällt dieser Zeitpunkt nicht mit dem Eintritt der Invalidität nach IVG, sondern mit dem Eintritt der Arbeitsunfähigkeit zusammen, deren Ursache zur Invalidi
tät geführt hat (vgl.
Art.
23 BVG). Auf diese Weise wird dem Umstand Rech
nung getragen, dass die versicherte Person meistens erst nach einer längeren Zeit der Arbeitsunfähigkeit (nach einer Wartezeit von einem Jahr gemäss
Art.
28
Abs.
1
lit
. b IVG in Verbindung mit
Art.
26 BVG) invalid wird. Damit nämlich der durch die zweite Säule bezweckte Schutz zum Tragen kommt, muss das Invaliditätsrisiko auch dann gedeckt sein, wenn es rechtlich gesehen erst nach einer langen Krankheit eintritt, während welcher die Person unter Umständen aus dem Arbeitsverhältnis ausgeschieden ist und daher nicht mehr dem
Obligatorium
unterstanden hat (BGE 123 V 262 E. 1b, 121 V 97 E.
2a, 120 V 112 E. 2b, je mit Hinweisen).
Mit Bezug auf die weitergehende berufliche Vorsorge steht es den
Vorsorgeein
richtungen
im Rahmen von
Art.
6 und 49
Abs.
2 BVG sowie der verfassungs
mässigen Schranken (wie Rechtsgleichheit, Willkürverbot und Verhältnismäs
sigkeit) frei, den Invaliditätsbegriff und/oder das versicherte Risiko abweichend von
Art.
23 BVG zu definieren. Während sie im Rahmen der obligatorischen beruflichen Vorsorge jedenfalls die Mindestvorschrift des Art. 23 BVG zu beachten haben (
Art.
6 BVG), gilt diese Bestimmung einschliesslich der hierzu ergangenen Rechtsprechung im überobligatorischen Bereich nur, soweit die
Reglemente
oder Statuten bezüglich des massgebenden Invaliditätsbegriffs oder versicherten Risikos nichts Abweichendes vorsehen (BGE 136 V E. 3.2 mit wei
teren Hinweisen).
1.2
Anspruch auf Invalidenleistungen haben gemäss
Art.
23 BVG Personen, die im Sinne der Invalidenversicherung zu mindestens 40
%
invalid sind und bei Ein
tritt der Arbeitsunfähigkeit, deren Ursache zur Invalidität geführt hat, versichert waren. Nach
Art.
23 BVG versichertes Ereignis ist einzig der Eintritt der rele
vanten Arbeitsunfähigkeit, unabhängig davon, in welchem Zeitpunkt und in welchem Masse daraus ein Anspruch auf Invalidenleistungen entsteht. Die
Ver
sicherteneigenschaft
muss nur bei Eintritt der Arbeitsunfähigkeit gegeben sein, dagegen nicht notwendigerweise auch im Zeitpunkt des Eintritts oder der Ver
schlimmerung der Invalidität. Diese wörtliche Auslegung steht in Einklang mit Sinn und Zweck der Bestimmung, nämlich denjenigen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern Versicherungsschutz angedeihen zu lassen, welche nach einer längeren Krankheit aus dem Arbeitsverhältnis ausscheiden und erst später inva
lid werden. Für eine einmal aus
während der Versicherungsdauer aufgetretene
Arbeitsunfähigkeit geschuldete Invalidenleistung bleibt die
Vorsorgeeinrich
tung
somit leistungspflichtig, selbst wenn sich nach Beendigung des
Vorsorge
verhältnisses
der Invaliditätsgrad ändert. Entsprechend bildet denn auch der Wegfall der Versicherteneigenschaft kein Erlöschungsgrund (
Art.
26
Abs.
3 BVG e
contrario
; BGE 123 V 262 E. 1a, 118 V 35 E. 5).
1.3
Art.
23 BVG kommt auch die Funktion zu, die Haftung mehrerer
Vorsorge
einrich
tungen
gegeneinander abzugrenzen, wenn eine in ihrer Arbeitsfähigkeit bereits beeinträchtigte versicherte Person ihre Arbeitsstelle (und damit auch die Vorsorgeeinrichtung) wechselt und ihr später eine Rente der Invalidenver
sicherung zugesprochen wird. Der Anspruch auf
Invalidenleistun
gen
nach
Art.
23 BVG entsteht in diesem Fall nicht gegenüber der neuen
Vor
sorge
einrichtung
, sondern gegenüber derjenigen, welcher die Person im Zeit
punkt des Eintritts der invalidisierenden Arbeitsunfähigkeit angehörte.
Damit eine Vorsorgeeinrichtung, der eine Arbeitnehmerin oder ein Arbeit
nehmer beim Eintritt der Arbeitsunfähigkeit angeschlossen war, für das erst nach Beendigung des Vorsorgeverhältnisses eingetretene Invaliditätsrisiko auf
zukommen hat, ist indes erforderlich, dass zwischen Arbeitsunfähigkeit und Invalidität ein enger sachlicher und zeitlicher Zusammenhang besteht (BGE 130 V 270 E. 4.1). In sachlicher Hinsicht liegt ein solcher Zusammenhang vor, wenn der der Invalidität zu Grunde liegende Gesundheitsschaden im Wesentlichen derselbe ist, der zur Arbeitsunfähigkeit geführt hat. Sodann setzt die Annahme eines engen zeitlichen Zusammenhangs voraus, dass die versicherte Person nach Eintritt der Arbeitsunfähigkeit nicht während längerer Zeit wieder arbeitsfähig wurde. Die frühere Vorsorgeeinrichtung hat nicht für Rückfälle oder Spätfolgen einer Krankheit einzustehen, die erst Jahre nach Wiederer
lan
gung der vollen Arbeitsfähigkeit eintreten. Demnach darf nicht bereits eine
Unterbrechung des zeitlichen Zusammenhangs angenommen werden, wenn die Person bloss für kurze Zeit wieder an die Arbeit zurückgekehrt ist. Ebenso wenig darf die Frage des zeitlichen Zusammenhangs zwischen Arbeitsunfähig
keit und Invalidität in schematischer (analoger) Anwendung der Regeln von
Art.
88a
Abs.
1 der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV) beurteilt werden, wonach eine anspruchsbeeinflussende Verbesserung der Erwerbsfähig
keit in jedem Fall zu berücksichtigen ist, wenn sie ohne wesentliche Unterbre
chung drei Monate gedauert hat und voraussichtlich andauern wird. Zu berücksichtigen sind vielmehr die gesamten Umstände des konkreten Einzelfal
les, namentlich die Art des Gesundheitsschadens, dessen prognostische ärztliche Beurteilung und die Beweggründe, die die versicherte Person zur Wiederauf
nahme der Arbeit veranlasst haben (BGE 123 V 262 E.
lc
, 120 V 112 E. 2c/
aa
und 2c/
bb
mit Hinweisen).
1.4
Die Rechtsprechung verlangt nicht zwingend eine echtzeitlich ärztlich attestierte Arbeitsunfähigkeit zum
rechtsgenüglichen
Nachweis einer
berufsvorsorgerecht
lich
relevanten
Einbusse
an funktionellem Leistungsvermögen. Immerhin rei
chen nachträgliche Annahmen und spekulative Überlegungen, wie etwa eine erst nach Jahren rückwirkend festgelegte medizinisch-theoretische Arbeitsunfä
higkeit nicht aus. Die gesundheitliche Beeinträchtigung muss sich auf das Ar
beitsverhältnis sinnfällig auswirken oder ausgewirkt haben; die
Einbusse
an funktionellem Leistungsvermögen muss mit anderen Worten arbeitsrechtlich in Erscheinung getreten sein, etwa durch einen Abfall der Leistungen mit entspre
chender Feststellung oder gar Ermahnung des Arbeitgebers oder durch gehäufte aus dem Rahmen fallende gesundheitlich bedingte Arbeitsausfälle. Nur bei Vor
liegen besonderer Umstände darf die Möglichkeit einer von der arbeitsrechtlich zu Tage getretenen Situation abweichenden Lage in Betracht gezogen werden, etwa in dem Sinne, dass ein Arbeitnehmer zwar zur Erbringung einer vollen Arbeitsleistung verpflichtet war und auch entsprechend
entlöhnt
wurde, tat
sächlich aber doch keine volle Arbeitsleistung erbringen konnte. Eine Reduktion des Arbeitspensums aus gesundheitlichen Gründen ist ein gewichtiges Indiz für das Vorliegen einer berufsvorsorgerechtlich relevanten Arbeitsunfähigkeit, ge
nügt allein in der Regel jedoch nicht für den Nachweis einer funktionellen
Lei
s
tungseinbusse
. Dies gilt insbesondere, wenn die Reduktion aus einem sub
jektiven Krankheitsgefühl heraus erfolgt oder wenn konkurrierende Gründe be
stehen, wie mehr Zeit für bestimmte (Freizeit-)Aktivitäten zu haben oder eine berufsbegleitende Weiterausbildung zu absolvieren. Es braucht grundsätzlich eine echtzeitliche ärztliche Bestätigung, dass die
Pensenreduktion
gesundheit
lich bedingt notwendig ist, unter anderem wenn die weitere Verrichtung der Berufsarbeit nur unter der Gefahr der Verschlimmerung des Gesundheitszustan
des möglich ist. Davon kann nur abgesehen werden, wenn aufgrund anderer Umstände, etwa krankheitsbedingte Absenzen vor der Arbeitszeitreduktion, davon auszugehen ist, dass dieser Schritt auch objektiv betrachtet aus gesund
heit
lichen Gründen erfolgt und insoweit eine arbeitsrechtlich in Erscheinung getre
tene (sinnfällige)
Leistungseinbusse
zu bejahen ist (vgl. Urteil des Bundes
ge
richts 9C_394/2012
vom 18. Juli 2012
E. 3.1 mit Hinweisen).
1.5
Aus der engen Verbindung zwischen dem Recht auf eine Rente der Invaliden
versi
cherung und demjenigen auf eine Invalidenleistung nach BVG ergibt sich, dass der Invaliditätsbegriff im obligatorischen Bereich der berufli
chen Vorsorge und in der Invalidenversicherung grundsätzlich der gleiche ist (BGE 123 V 269 E. 2a, 120 V 106 E. 3c, je mit Hinweisen).
Praxisgemäss sind daher die Vorsorgeeinrichtungen im Bereich der gesetzlichen Mindestvorsorge (
Art.
6 BVG) an die Feststellungen der IV-Organe (Eintritt der invalidisierenden Arbeitsunfähigkeit, Eröffnung der Wartezeit, Festsetzung des Invaliditätsgrades) gebunden, soweit die IV-rechtliche Betrachtung aufgrund einer gesamthaften Prüfung der Akten nicht als offensichtlich unhaltbar erscheint (BGE 126 V 309 E. 1 in
fine
). Diese Konzeption fusst auf der Überle
gung, die Organe der (obligatorischen) beruflichen Vorsorge von eigenen auf
wändigen Abklärungen freizustellen, und gilt nur bezüglich Feststellungen und Beurteilungen der IV-Organe, welche im invalidenversicherungsrechtlichen Verfahren für die Festlegung des Anspruchs auf eine Invalidenrente entschei
dend waren (BGE 132 V 1 E. 3.2). So hat beispielsweise eine verspätete Anmel
dung zum Leistungsbezug bei der Invalidenversicherung rechtsprechungsgemäss die freie Überprüfbarkeit des leistungserheblichen Sachverhaltes durch die
Vor
sorgeeinrichtung
beziehungsweise das Berufsvorsorgegericht zur Folge (Urteil des Bundesgerichts 9C_49/2010 vom 23.
Februar 2010 E. 2.1).
Diese Bindungswirkung setzt voraus, dass die Vorsorgeeinrichtung (spätestens) ins
Vorbescheidverfahren
(
a
Art
.
73bis IVV; seit
1.
Juli 2006:
Art.
73ter IVV) einbezogen und ihr die Rentenverfügung formgültig eröffnet wurde (Urteil des Bundesgerichts 9C_81/2010 vom 1
6.
Juni 2010 E. 3.1, mit Hinweisen). Dem BVG-Versicherer steht ein selbständiges Beschwerderecht im Verfahren nach IVG zu. Unterbleibt ein solches Einbeziehen der Vorsorgeeinrichtungen, ist die IV-rechtliche Festsetzung des Invaliditätsgrades (grundsätzlich,
masslich
und zeitlich) berufsvorsorgerechtlich nicht verbindlich (BGE 130 V 270 E. 3.1).
Stellt die Vorsorgeeinrichtung auf die invalidenversicherungsrechtliche Betrach
tungsweise ab, muss sich die versicherte Person diese entgegenhalten lassen, soweit diese für die Festlegung des Anspruchs auf eine Invalidenrente ent
scheidend war, und zwar ungeachtet dessen, ob der Vorsorgeversicherer im
Verfahren der Invalidenversicherung beteiligt war oder nicht. Vorbehalten sind jene Fälle, in denen eine gesamthafte Prüfung der Aktenlage ergibt, dass die Invaliditätsbemessung der Invalidenversicherung offensichtlich unhaltbar war (BGE 130 V 270 E. 3.1).
1.6
Im Sozialversicherungsrecht hat das Gericht seinen Entscheid, sofern das Gesetz nicht etwas Abwei
chendes vorsieht, nach dem Beweisgrad der über
wiegenden Wahr
scheinlichkeit zu fällen. Die blosse Möglich
keit eines bestimmten Sachver
halts genügt den Beweisanfor
derungen nicht. Das Gericht folgt vielmehr jener
Sachver
halts
darstel
lung
, die es von allen möglichen
Ge
schehensabläu
fen
als die wahrscheinlichste würdigt (BGE 126 V 353 E. 5b S. 360 mit Hinweisen; vgl. BGE 130 III 321 E. 3.2 und 3.3 S. 324 f.).
2.
2.1
Die Klägerin führte zur Klagebegründung
-
unter Hinweis auf die IV-Akten, die medizinischen Berichte und die Beurteilung der Arbeitsleistung durch die
Z._
-
aus,
seit ihrem ersten Treppensturz am 1
7.
Oktober 2007 sei sie in ihrer
Arbeits- und
Leistungsfähigkeit ununterbrochen und erheblich einge
schränkt. Das Arbeitsverhältnis bei der
Y._
sei per Ende Dezember im gegenseitigen Einverständnis aufgelöst worden. Am
1.
Januar 2008 habe sie ihre neue Arbeitsstelle bei
der
Z._
angetreten
. Von Beginn weg sei sie nicht in der Lage gewesen, eine genügende Leistung zu erbringen. Die ungenügenden Leistungen seien dann auch der Grund für die Kündigung und die sofortige Freistellung gewesen.
Folglich
bestehe gegenüber der Beklagten 1 Anspruch auf Invalidenleistungen der obligatorischen und überobligatorischen beruflichen Vorsorge. Sofern davon ausgegangen werde, dass die berufsvorsorgerechtlich relevante Arbeitsunfähigkeit erst am
7.
April 2008 eingetreten sei, habe sie Anspruch auf Invalidenleistungen der Beklagten 2 (
Urk.
1 S. 6 f.).
2.2
Die Beklagte 1 stellte sich demgegenüber auf den Standpunkt, zwischen der Klägerin und der
Y._
habe ein befristetes Arbeitsverhält
nis über drei Monate bestanden. Eine Pflicht, die Klä
gerin im Rahmen des BVG
zu versichern
, könne daher nicht bejaht werden
. Im Übrigen
führe die IV-Stelle in ihrer Verfügung vom
3.
November 2010 korrekt aus, dass die Arbeitsfähig
keit der Klägerin erst seit dem
7.
April 2008 dauerhaft und erheblich einge
schränkt sei. Die im Herbst bestandenen Beeinträchtigungen stünden zudem im Zusammenhang mit einer nicht invalidisierenden depressiven Störung (
Urk.
10 S. 4).
2.3
Die Beklagte
2
begründete die Leistungsverweigerung damit, die Klägerin sei bereits nach ihrem ersten Treppensturz erheblich in ihrer Arbeitsfähigkeit ein
geschränkt gewesen. Sie habe bereits nach dem ersten Sturzereignis unter grossen Kopfschmerzen und Konzentrationsproblemen gelitten und sich noch weitere Male den Kopf heftig angeschlagen. Die Anstellung bei der
Z._
sei daher als gescheiterter Arbeitsversuch zu werten. Denn die Klägerin habe die Stelle mit den erwähnten Beschwerden angetreten, deren Auswirkun
gen schliesslich zur Kündigung des Arbeitsvertrags geführt hätten (
Urk.
8 S. 7 und
Urk.
19 S. 4 f.).
3.
3.1
Aus den medizinischen Akten geht im Wesentlichen Folgendes hervor:
Dr.
med.
A._
, Facharzt FMH für Innere Medizin, berichtete am 1
3.
Mai 2008
über einen von der Klägerin im Oktober 2007 erlittenen Sturz auf der Treppe mit Kopfanprall sowie lang anhaltenden Nacken- und Kopfschmerzen und einen protrahierten Heilungsverlauf. Er führte aus, die Versicherte sei ab Ende 2007 wieder voll arbeitsfähig gewesen. Am
7.
April 2008 sei sie erneut auf der Treppe ausgerutscht. Seither klage sie wieder über starke Nacken- und Kopfschmerzen, Konzentrationsstörungen sowie Vergesslichkeit. Zurzeit habe er die Klägerin zu 50
%
arbeitsfähig geschrieben (
Urk.
26/13
/11
).
3.2
Anlässlich ihrer neuropsychologischen Untersuchung in der Neurologischen Klinik und Poliklinik des
Spitals B._
vom
4.
Juni 2008
(Urk.
26/13/9-10)
berichtete die Klägerin, sie habe das Gefühl, dass etwas mit ihrem Kopf nicht mehr stimme. Er sei wie in Watte verpackt. Bei der Arbeit habe sie sich schnell überfordert gefühlt und es seien ihr
-
insbesondere seit ihrem Sturz im April 2008
-
mehr Fehler als gewöhnlich unterlaufen. Man habe ihr deshalb im Mai 2008 die Arbeit als Buchhalterin bei einer Rückversicherung gekündigt. Neben den beiden Treppenstürzen habe sie sich
den Kopf
drei wei
tere Male angeschlagen
(S. 1)
. PD
Dr.
phil.
C._
,
lic
. phil.
D._
und
dipl.
natw
.
E._
hielten die Klägerin auf dem freien Arbeitsmarkt für nicht
ver
mittelbar
(
S. 2
).
3.3
Dem Bericht von
Dr.
A._
vom 1
3.
Juni 2008 kann entnommen werden, dass sich die psychomotorischen respektive
post
c
ommotionellen
Beschwerden der Klägerin nach ihrem Treppensturz am
7.
April 2008 als wesentlich ausgeprägter als zu Beginn angenommen erw
iesen
.
Der Hausarzt führte aus, e
r habe
der Ver
sicherten
ab dem 2
9.
April 2008 eine 50%ige Arbeitsfähigkeit bescheinigt. In den folgenden Wochen habe sich aber herausgestellt, dass sie dieses Pensum nicht zu leisten vermöge. Sie habe viele Fehler gemacht, sodass ihr gekündigt worden sei. Er habe sie deshalb ab 1
4.
Mai 2008
-
dem Kündigungsdatum
-
wieder zu 100
%
arbeitsunfähig geschrieben (Urk. 26/18/21).
3.4
Dr.
A._
nahm am 1
5.
Oktober 2008
zu einem
nicht bei den Akten liegen
den
Entscheid der Unfallversicherung vom
1.
Juli 2008 Stellung
(Urk.
26/13/7-8)
. Er führte aus, die vor dem Sturz am 1
7.
Oktober 2007 voll arbeits- und leistungs
fähige Klägerin habe sich von diesem nur teilweise erholt und klage seither über Kopf- und Nackenschmerzen sowie Konzentrations
störungen. Am 1
6.
November 2007 habe sie sich erneut den Kopf an einer Kante angeschlagen, worauf sich ihre
Beschwerden
nochmals deutlich ver
schlechtert hätten.
Die Klägerin habe die Schwere ihrer Probleme nicht wahr
nehmen und möglichst bald wieder arbeiten wollen. Auf ihren Wunsch hin und gestützt auf ihre Angabe, wonach sich ihre Beschwerden gebes
sert hätten, habe er ihr ab 10.
Dezember 2007 eine 50%ige Arbeitsfähigkeit und ab 1.
Januar 2008 eine solche von 100
%
attestiert. Eine ab Januar 2008 bestehende voll
ständige Arbeitsfähigkeit habe er hauptsächlich deshalb bescheinigt, weil die Klägerin eine neue Arbeitsstell
e angetreten habe. Ihre ab 1
0.
Dezember 2007 attestierte 50%ige Arbeitsfähigkeit habe die Versicherte effektiv nicht umge
setzt. Sie habe stattdessen Ferien bezogen.
Dr.
A._
schilderte weiter, aus den Arbeitszeugnissen der Klägerin gehe hervor, dass sie rasch, konzentriert und fehlerfrei gearbeitet habe. Dies habe sich bereits nach dem ersten Unfall geän
dert und sie habe während der Probezeit die geforderte Leistung nicht mehr erbringen können
(S. 1)
.
Retro
spektiv müsse die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit ab
1.
Januar 2008 als falsch beurteilt werden (S. 2).
3.5
In seinem am
4.
März 2009 bei der Verwaltung eingegangen
en
Bericht (Urk. 26/13/2-6) diagnostizierte der nämliche Arzt eine persistierende kognitive und psychomotorische Beeinträchtigung nach Schädel-Hirntrauma sowie mul
tiple Hirnfunktionsstörungen. Der arteriellen Hypertonie mass er keinen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit bei (S. 1). Nach ihrem Sturz am 1
7.
Oktober 2007 habe die Klägerin ihre Arbeit als Buchhalterin am
1.
Januar 2008 mit stark einge
schränkter Leistungsfähigkeit
wieder aufgenommen. Er attestierte ab 17. Okto
ber 2007 eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit. Zusätzlich notierte er „
Arbeits
unterbruch
1.1.08 – 13.5.08“ und bezeichnete die
früher abgegebene
Beur
teilung einer 50%ige
n
Arbeitsfähigkeit vom 1
0.
bis
am
3
1.
Dezember 2007 und einer solchen von 100
%
ab
1.
Januar
2008
bis zur Kündigung der Arbeitsstelle im Mai 2008 als
hinfällig
(
Ziff.
1.6
).
3.6
Dr.
med.
F._
, Facharzt FMH für Psychiatrie und Psychotherapie und
lic
. phil.
G._
, Fachpsychologe für
Psychotherapie FSP,
nannten
in ihrem Bericht vom
2
8.
Juni 2009 (
Urk.
3/31/3-12)
folgende Diagnosen (S. 8):
Schwere depressive Episode mit somatischem Syndrom (ICD-10 F32.1/0)
Angststörung mit Panikattacken und sozialphobischen Anteilen (ICD-10 F40)
Differentialdiagnose: Posttraumatische Belastungsstörung depressiver, ängstlicher und dissoziativer Typus (ICD-10 F43.1)
Sie führte
n
aus,
die Klägerin habe ihren Hausarzt nach ihrem ersten Sturz im Oktober 2007 gebeten, ihr eine 50%ige Arbeitsfähigkeit zu bescheinigen, da sie kurz zuvor ihre neue Arbeitsstelle bei der
Y._
angetreten habe. Sie habe jedoch Konzentrationsschwierigkeiten gehabt und zahlreiche Fehler gemacht, weshalb sie die Firma wieder verlassen habe. Anfangs 2008 habe die Klägerin eine neue Tätigkeit aufgenommen. Sie habe jedoch beme
rkt
, dass sie nicht mehr wie vorher ihre Arbeitslei
s
tung erbringen
konnte
.
Nach ihrem zwei
ten Sturz 2008 habe sie so viele Fehler gemacht, so dass man ihr per Ende Juni 2008 gekündigt und sie freigestell
t habe (S. 5
f.).
Die Versicherte sei anam
nestisch zahlreichen sehr schweren traumatisierenden Lebenssituationen (Ängste in der Kindheit vor den Roten Garden, Selbstmord des Vaters, jahre
lange Zwangsarbeit auf dem Lande, politische Verfolgung im Zusa
mmenhang mit dem T
iananmen
Massak
er, Ablehnung des
Asylantrags
)
ausgesetzt
gewesen. Sie sei eine ängstliche, sozialphobische Persönlichkeit. Sie sei in den letzten Jahren knapp kompensiert gewesen. Die Unfälle und leichten Verletzungen in den letzten zwei Jahren hätten zu e
iner psychischen Dekompensation geführt. In ihrer angestammten Tätigkeit als Buchhalterin sei die Klägerin spätestens seit Mai 2008 zu 100
%
arbeitsunfähig, was gegenwärtig auch für eine
leidensange
passte
Arbeit gelte (S. 9 f.
; vgl. auch
Urk.
26/85/1-6
).
3.7
Gestützt auf die Ergebnisse der
im Juni, September und Oktober 2009 durchge
führten
internistischen, neurologischen und psychiatrischen Untersuchungen
(Expertise vom 1
6.
März 2010 [
Urk.
26/50])
stellten die MEDAS-Gutachter fol
gende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (S. 22):
Andauernde Persönlichkeitsänderung nach Extrembelastung (ICD-10 F62.0)
Rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig schwere Episode ohne psy
chotische Symptomatik (ICD-10 F33.2)
Als ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit beurteilten sie folgende Diagnosen (S. 22):
Anamnestisch: Epilepsie. Seit 1995 anfallsfrei, seit 2003 ohne
Anti
konvul
siva
Status nach zweimaligem Treppensturz (Oktober 2007 und April 2008) mit vermutlich Commotio cerebri
Dem psychiatrischen Teilgutachten von
Dr.
med.
H._
, Facharzt FMH für Psychiatrie und Psychotherapie, kann entnommen werden, dass es auf dem
Boden der psychischen Entwicklung im Herbst 2007 zu einem ersten
Treppen
sturz
gekommen ist. Der Gutachter führte weiter aus, Tatsache sei, dass es die Klägerin fortan nicht
geschafft habe
, ihr gewohntes Funktionsniveau wiederzu
erlangen. Sie habe zunächst hauptsächlich kognitive, später zunehmend auch affektive Beschwerden beklagt. Seit weiteren Bagatelltraumen mit Anstossen des Kopfes und einem weiteren Treppensturz im April 2008 sei die Versicherte zu 100
%
arbeitsunfähig. Es sei zu einer zunehmenden depressiven Entwicklung gekommen, die Klägerin habe sich sozial zurückgezogen und an grosser Ein
samkeit, Hoffnungslosigkeit und Ängsten vor der Zukunft gelitten. Bei der Ver
sicherten handle es sich um eine komplex traumatisierte Persönlichkeit mit aktuell schwer ausgeprägter depressiver Symptomatik. Es scheine, als wenn sie es bis zu den erwähnten Unfällen aus eigener Kraft halbwegs geschafft
habe
, aufgrund noch ausreichender individueller Ressourcen eine psychische
Dekom
pensation zu verhindern. Angesichts verschiedener
-
auch in ihrem neuen Leben
-
gescheite
r
ter
Strategie
n sehe es so aus, als sei es, bei präexistenter deutlich erhöhter Vulnerabilität, durch die Unfälle und der dadurch erlebten persönlichen Einbussen zur kompletten Dekompensation gekommen. Der Klä
gerin sei es fo
rtan nicht mehr möglich gewesen, i
hren Aufgaben, beruflich oder privat, nachzukommen (S. 17
f.
). Aktuell handle es sich bei der Versicherten um ein Mischbild einer chronischen Persönlichkeitsänderung nach multipler Traumatisierung und einer aktuell schweren depressiven Episode bei einer rezidi
vierenden depressiven Störung.
Zumindest seit Ende 2007 sei es zu einer deutli
chen Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit der Klägerin gekommen.
Die Beein
trächtigungen respektive Schwierig
keiten im beruflichen Bereich hä
tten gegebenenfalls bereits auf eine drohende Dekompensation hingewiesen. Die durch den behandelnden Psychiater bescheinigte 100%ige Arbeitsunfähigkeit sei nachvollziehbar.
Langfristig sei von einer leichten bis mittelschweren
Gesund
heitsstörung
auszugehen, die das alltägliche Leben beeinflusse und die
Arbeits
tätigkeit
langfristig reduziere. Nach Besserung der depressiven Symp
to
matik sei mit einer Arbeitsfähigkeit von etwa 50
%
bis 70
%
zu rechnen (S. 19).
Dr.
med.
I._
, Facharzt FMH für Neurologie, berichtete in seinem neurologi
schen Fachgutachten, Anhaltspunkte für eine neurologische Erkrankung seien keine ersichtlich. Die
postcommotionellen
Beschwerden könnten nicht für die dokumentierten
-
am ehesten durch eine psychische Erkrankung verursachten
-
neuropsychologischen Ausfälle verantwortlich gemacht werden. Aus neurolo
gischer Sicht könne keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit bestätigt werden (S. 21).
In ihrer interdisziplinären Beurteilung führten die beteiligten Ärzte aus, die Lebensgeschichte der Klägerin weise zahlreiche frühe Verluste und Belastungs
erfahrungen auf, die sich in Form einer chronischen
Traumafolgestörung
aus
wirken würden. Wie es zu den Treppenstürzen gekommen sei und warum sich die Versicherte von den anfänglichen
,
durch die Unfälle entstandenen Beein
trächtigung
en
nicht wieder erholte habe, sondern psychisch
dekompensiert
sei, lasse sich nicht erklären. Die Hypothese, dass (auch persönlichkeitsbedingt) eine zu rasche berufliche Wiedereingliederung, der darauf folgende Stellenverlust und der
-
aus Gutachtersicht ungünstige
-
Fokus auf ausschliesslich somatische Ursachen der Gesundheitsstörungen zur
Chronifizierung
der Beschwerden und zum Funktionsverlust beigetragen hätten, scheine plausibel. Aktuell stehe die schwere depressive Episode im Vordergrund. Sie begründe eine vollständige
Arbeits
unfähigkeit für jede Art von Tätigkeit spätestens ab
7.
April 2008 (S. 26
ff.).
4.
G
estützt auf die im rechtskräftigen Beschluss des hiesigen Gerichts vom 28. Februar 2011 (
Urk.
26/80) festgehaltenen Bestimmungen und Grundsätze über die Rechtsmittelbefugnis des BVG-Versicherers in
invalidenversicherungs
rechtlichen
Verfahren fällt eine Bindungswirkung ausser Betracht und die Frage des Eintritts der massgeblichen Arbeitsunfähigkeit ist frei zu überprüfen (vgl.
auch Urteil des damaligen Eidgenössischen Versicherungsgerichts I 349/05 vom 2
1.
April 2006 E. 2.3 mit weiterem Hinweis).
5.
5.1
Aufgrund der medizinischen Akten steht fest,
dass dieselbe psychische Störung, die mittlerweile zur Invalidität geführt hat, auch Ursache der im April 2008 ein
getretenen Arbeitsunfähigkeit war, mithin ein sachlicher Zusammenhang zwi
schen damaliger Arbeitsunfähigkeit und nunmehr
vorliegender
Invalidität besteht (vgl. E. 1.3).
Ob
der der Invalidität zugrundeliegende
Gesundheitsscha
den
im Wesentlichen derselbe ist, der von Oktober bis Dezember 2007 zur Arbeitsunfähigkeit geführt hat, braucht nicht abschliessend geklärt zu werden, sofern die Klägerin über das Ende der Vorsorgedeckung der Beklagten 1 (bis Ende Dezember 2007)
– vorausgesetzt zwischen der Klägerin und der
Y._
wurde überhaupt ein unbefristeter Arbeitsvertrag abge
schlossen –
hinaus wieder eine dauerhafte Arbeitsfähigkeit erlangte, bevor sie schliesslich vollständig invalid wurde.
Hiezu
ergibt sich Folgendes:
5.2
Die Klägerin war vom
1.
Oktober bis am 3
1.
Dezember 2007 bei der
Y._
angestellt (
Urk.
26/15)
, als sie am 1
7.
Oktober 2007
auf
der Treppe stürzte. In seinem zuhanden der Unfallversicherung verfassten ärztlichen Zwischenbericht
vom
5.
März 2008 attestierte
Dr.
A._
vom 18. Oktober bis am
9.
Dezember 2007 eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit und vom 1
0.
bis am 3
1.
Dezember 2007 eine solche von 50
%
(
Urk.
11/12).
Aus der
Entschädigungs
abrechnung
der Unfallversicherung (Abrechnungsperiode 18. Oktober bis 3
1.
Dezember 2007) betreffend das Unfallereignis vom 17. Oktober 2007 geht
indes
hervor, dass der Klägerin vom 2
0.
bis am
28.
Oktober 2007 und vom
8.
November bis am
9.
Dezember 2007 Taggelder basierend auf einer Arbeits
unfähigkeit von 100
%
ausbezahlt wurden.
Vom 10.
bis am 31. Dezember 2007 bezog sie Taggelder auf der Grundlage einer Arbeitsunfähigkeit von 50
%
(
Urk.
11/10).
D
ie Klägerin
selbst berichtete von einer am 2
8.
Oktober 2007 wieder zu 50
%
aufgenommenen Tätigkeit
(Urk. 26/50 S. 28).
Ungeachtet des
sen, dass sich die gemachten Angaben teilweise widersprechen, geht aus ihnen eine Besserung des Gesundheitszustands
der Klägerin
hervor und der Hausarzt
Dr.
A._
konnte seine Behandlung
-
ohne
dass ein bleibender Nachteil zu erwar
ten war
-
bei Wiedererlangung der vollständigen Arbeitsfähigkeit ab
schliessen (
Urk.
11/
11-
12
und
Urk.
26/13/11).
In der Folge trat die Versicherte am
1.
Januar 2008 ihre neue Arbeitsstelle bei der
Z._
mit einem Pensum von 100
%
an (
Urk.
26/12). Bis zu ihrem zweiten Treppensturz am 7
.
April 2008 verzeichnete sie einzig am
4.
sowie am 1
0.
März 2008, jeweils nachmittags, eine Absenz.
Nach Ablauf der Probezeit wurde sie
bei einem jährlichen Lohn von Fr. 104‘000.--
bei der
Z._
weiterbeschäftigt, weshalb
anzunehmen ist, dass die
im Arbeitgeberfragebogen
(
Urk.
26/12)
angeführten Kündigungsgründe
-
ungenügende Arbeitsleistung (Organisation der Arbeit), mangelnde Team-Kooperation und ungenügende praktische Um
setzung der theoretischen Fachkenntnisse
-
vor dem zweiten, gleich nach Ende der Probezeit erfolgten Unfallereignis noch nicht in einer die Arbeitsleistung negativ beeinflussenden Art und Weise in Erscheinung getreten waren.
I
n Über
einstimmung
damit
wurde von der damaligen Arbeit
geberin der ausbezahlte Lohn als der Arbeitsleistung entsprechend beurteilt (
Urk.
26/12 S.
3).
Während dieser gesamten Periode wurde ihr echtzeitlich keine Arbeits
unfähigkeit attestiert, was
sich
mit den Angaben der Klägerin in ihrer Anmeldung zum Bezug von IV-Leistungen vom 1
8.
Januar 2009
deckt
(Urk.
26/4
Ziff.
6.5
). Zudem war der Versicherten die Erfüllung des
Vollzeit
pensums
ohne psy
chiatrische Begleitung möglich.
Dass sich die psychische Beeinträchtigung
auch wenn anzunehmen ist, dass bereits der erste Sturz zu einer gewissen gesundheitlichen Einschränkung bei der Klägerin führte
-
bereits vor der Krank
schreibung im April 2008 in einer
erheblichen und dauerhaften E
in
schränkung
an funktionellem
Leistungsvermögen
(im Umfang von min
destens 20
%
)
niederschlug, ist daher
nicht
mit überwiegender Wahrschein
lichkeit
anzu
nehmen
. So berichteten auch die
MEDAS-Gutachter davon, dass
letztend
lich
das zweite Sturzereignis
die
vollständige
psychische
Dekompen
sation res
pektive Arbeitsunfähigkeit
bedingte
(
Urk.
26/50 S. 17
; vgl.
auch
Urk.
26/31/3-12 S. 10
)
und die Klägerin führte die
per Ende Juni 2008 ausge
sprochene
Kün
digung
auf die
nach dem Unfall gemachten Fehler zurück (
Urk.
3/31/3-12 S. 6;
vgl. auch Urk.
26/13/9-10
S. 1
und
Urk.
26/18/21
).
Dies blieb unwidersprochen.
5.3
Auf die
Beurteilung
en
von
Dr.
A._
vom 1
5.
Oktober 2008 und
4.
März 2009 (
Urk.
26/13/7 und
Urk.
26/13/2-6), wonach bereits seit dem 1
7.
Oktober 2007 eine anhaltende 100%ige Arbeitsunfähigkeit besteht, kann insofern nicht abge
stellt werden, als sie in klarem Widerspruch
nicht nur zu früheren Einschätzun
gen des nämliches Arztes selbst, sondern auch zur seither von der Klägerin effektiv gezeigten Leistungsfähigkeit steht.
Aus diesem Grund
und da eine ärzt
liche Beurteilung
auf objektiv
erhebbaren
Befunden und
nicht auf dem subjek
tiven Befinden zu beruhen hat (vgl. nachstehend),
ist
auch die gutachterliche
Einschätzung
zu relativieren
, gemäss der seit zumindest Ende 2007 eine deutli
che Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit der Klägerin besteht (
Urk.
26/50 S.
19).
Ohne Belang ist zudem, dass die Bescheinigung einer vollständigen Arbeitsfähigkeit dem Wunsch der Klägerin entsprach
,
musste und konnte
doch
Dr.
A._
die
Attestierung einer
100%ige
n
Arbeitsfähigkeit ab 1.
Januar 2008
offensichtlich
mit dem Gebot der ärztlichen Wissenschaft und Berufsethik in Einklang bringen.
Hierfür spricht auch,
dass er die Weiterführung von thera
peutischen Massnahmen oder die Überweisung
an weitere
– insbesondere psy
chiatrische –
Fachärzte nicht für indiziert hielt.
Anzufügen bleibt, das
s für die Beurteilung des Leistungs
anspruchs nicht das subjektive Empfinden, sondern die objektiv bestehende
respektive gezeigte
Leistungsfähigkeit
massgebend ist. Aus diesem Grund ist es inso
weit
nicht bedeutsam, dass sich
die Klägerin
nach dem ersten Sturzereignis
wiederholt
über ein eingeschränktes Funktionsniveau beklagte.
5.4
In Würdigung der gesamten Umstände ist mit überwiegender Wahrscheinlich
keit davon auszugehen, dass die bei der
Z._
bis zum zweiten
Sturz
ereignis
ausgeübte Tätigkeit den zeitlichen Zusammenhang
zur während der Dauer eines allfälligen Vorsorgeverhältnisses (vgl. E. 5.1) mit der Beklagten 1 bestandenen Arbeits
unfähigkeit unterbrochen hat.
Vor dem Hintergrund, dass erst der Sturz
im April 2008
eine vollständige
psychische
Dekompensation bedingte
,
die berufliche Belastung bis dahin
-
mithin während mehr als drei Monaten
-
z
u keinen schweren Krankheitssymptomen mit erheblicher Ein
schränkung der Arbeitsfähigkeit führte und
die Arbeitgeberin
Z._
nach Beendigung der Probezeit die Klägerin weiterbeschäftigte, kann die betreffende Tätigkeit
, die bis
zum Sturzereignis mit der Perspektive einer dauer
haften Berufsausübung verbunden war,
auch
nicht als
Arbeitsversuch gewertet werden (vgl. zum Ganzen Urteil des Bundesgerichts 9C_569/201
3 vom 1
8.
Februar 2014
E. 6.1
).
6.
6.1
Angesichts des Eintritts der invalidisierenden Arbeitsunfähigkeit im
April 2008
hat die Klägerin Anspruch auf Invalidenleistungen der Beklagten
2.
Laut Ziff.
20.3
Abs.
1 des anwendbaren Reglements (
Urk.
9/3) gilt als Wartefrist die effektive Dauer der Invalidität, die bis zur Entstehung des Leistungsanspruchs verstreichen muss. Sie ist im Vorsorgeplan festgelegt. Dieser sieht eine Warte
frist von 24 Monaten vor (vgl. den ab
1.
Januar 2007 gültigen Vorsorgeplan für die BVG-Basisvorsorge der
Z._
[
Urk.
37 Ziff. 2.2.1]). Diesbezüglich legt das Reglement in
Ziff.
20.3
Abs.
3 wiederum für den Fall einer Arbeitsun
fähigkeit infolge Krankheit, wobei die Krankentaggeldleistungen nicht für die Dauer von 24 Monaten erbracht werden,
fest
, dass Invaliden- und
Invalidenkin
derrenten
ab dem Tag gewährt werden, ab dem die Krankentaggeldleistung erlischt, frühestens ab dem Zeitpunkt des IV
Rentenanspruchs.
Entsprechend den reglementarischen Bestimmungen hat die Klägerin ab
1.
April 2010 Anspruch auf eine volle reglementarische Invalidenrente, soweit ihr bis dahin Krankentaggeldleistung ausgerichtet worden sind; andernfalls fällt der Rentenbeginn mit der Einstellung der Krankentaggeldleistung zusammen, wobei dieser frühestens auf den
1.
August 2009 festgelegt werden kann. Ab
1.
August 2009 steht ihr eine ganze Invalidenrente gemäss BVG-
Obligatorium
zu (vgl.
Art. 26 BVG mit Verweis auf
Art.
29 IVG; siehe auch Stauffer, Recht
sprechung des Bundesgerichts zur beruflichen Vorsorge, Zürich 2013, S. 85).
Damit ist auch gesagt, dass ein Anspruch auf Invalidenleistungen gegenüber der Beklagten 1 ausser Betracht fällt.
6.2
Auf Invalidenleistungen sind Verzugszinsen geschuldet, wobei grundsätzlich
Art.
105
Abs.
1 des Obligationenrechts (OR) anwendbar ist (BGE 119 V 131 E. 4). Danach ist der Verzugszins vom Tage der Anhebung der Betreibung oder der gerichtlichen Klage an
geschuldet. Der Klägerin sind folglich für die bis zur Klageerhebung am
1.
November 2012 (vgl.
Urk.
1) fällig gewordenen
Rentenbe
treffnisse
ab diesem Zeitpunkt und für die weiteren Rentenleistungen ab deren jeweiligem Fälligkeitsdatum Verzugszinsen von 5
%
zuzusprechen.
7.
Ausgangsgemäss ist die Beklagte 2 gestützt auf
§
34
Abs.
1 und 3 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgerich
t (
GSVGer
) zu verpflichten, der durch den
Rechtsdienst Integration Handicap
vertretenen Klägerin eine
Prozessentschädi
gung
zu entrichten, wobei ein Betrag von
Fr.
2‘
6
00.--
(inkl. Barauslagen und
MWSt
) als angemessen erscheint.