# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 3ccaf9da-2128-46eb-a03e-1ecc53e8063a
**Court:** CH_BSTG
**Chamber:** CH_BSTG_001
**Year:** 2015
**Language:** de
**Jurisdiction:** CH / Federation
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** 

## Facts

Die Beschwerdekammer hält fest, dass:
- Deutschland mit Ausschreibung im Schengener Informationssystem vom
17. November 2015 um Verhaftung des türkischen Staatsangehörigen A.
zwecks Auslieferung ersuchte (act. 6.1);
- das Bundesamt für Justiz (nachfolgend «BJ») gegen A. am 20. Novem-
ber 2015 einen Auslieferungshaftbefehl erliess, welcher diesem am 25. No-
vember 2015 eröffnet wurde (act. 6.6);
- A. mit Schreiben vom 4. Dezember 2015 an die Beschwerdekammer des
Bundesstrafgerichts gelangte und sich in diesem gegen eine Auslieferung
nach Deutschland aussprach (act. 3; vorab per Telefax = act. 1);
- A. diesbezüglich durch die Beschwerdekammer am 7. Dezember 2015 auf-
gefordert wurde, bis 11. Dezember 2015 darzulegen, welche Punkte des
Auslieferungshaftbefehls er anfechte und welche Gründe diesbezüglich ei-
nen anderen Entscheid nahelegen würden (act. 4);
- das BJ der Beschwerdekammer auf entsprechende Aufforderung hin am
8. Dezember 2015 die bisher ergangenen Verfahrensakten übermachte
(act. 6);
- A. sich mit weiterer Eingabe vom 9. Dezember 2015 an die Beschwerdekam-
mer wandte (act. 7).

## Considerations

Die Beschwerdekammer zieht in Erwägung, dass:
- gegen den Auslieferungshaftbefehl des BJ der Verfolgte innert zehn Tagen
ab der schriftlichen Eröffnung Beschwerde bei der Beschwerdekammer des
Bundesstrafgerichts führen kann, wobei für das Beschwerdeverfahren die
Art. 379–397 StPO sinngemäss gelten (Art. 48 Abs. 2 i.V.m. Art. 47 IRSG);
- im Übrigen die allgemeinen Bestimmungen des IRSG und des VwVG gelten
(vgl. Art. 39 Abs. 2 lit. b i.V.m. Art. 37 Abs. 2 lit. a StBOG);
- es der ursprünglichen Eingabe des Beschwerdeführers vom 4. Dezem-
ber 2015 (act. 3) an einem gemäss Art. 385 Abs. 1 lit. a StPO erforderlichen
Beschwerdeantrag sowie an einer diesbezüglichen Begründung im Sinne
von Art. 385 Abs. 1 lit. b StPO fehlte;
- der Beschwerdeführer in seiner zweiten Eingabe (act. 7) nunmehr zum Aus-
druck bringt, dass er das Untersuchungsgefängnis zwecks Arbeitssuche ver-
lassen möchte, was als Antrag auf Entlassung aus der Auslieferungshaft zu
verstehen ist, womit auf die verbesserte Beschwerde eingetreten werden
kann;
- die Verhaftung des Beschuldigten während des ganzen Auslieferungsverfah-
rens die Regel bildet (BGE 136 IV 20 E. 2.2 S. 23; 130 II 306 E. 2.2 S. 309)
und eine Aufhebung des Auslieferungshaftbefehls sowie eine Haftentlas-
sung sich nur ausnahmsweise und unter strengen Voraussetzungen recht-
fertigen, wenn der Beschuldigte sich voraussichtlich der Auslieferung nicht
entzieht und die Strafuntersuchung nicht gefährdet (Art. 47 Abs. 1 lit. a
IRSG), wenn er den sogenannten Alibibeweis erbringen und ohne Verzug
nachweisen kann, dass er zur Zeit der Tat nicht am Tatort war (Art. 47 Abs. 1
lit. b IRSG), wenn er nicht hafterstehungsfähig ist oder andere Gründe vor-
liegen, welche eine weniger einschneidende Massnahme rechtfertigen
(Art. 47 Abs. 2 IRSG), oder wenn sich die Auslieferung als offensichtlich un-
zulässig erweist (Art. 51 Abs. 1 IRSG);
- diese Aufzählung nicht abschliessend ist (BGE 130 II 306 E. 2.1; 117 IV 359
E. 2a S. 361; vgl. zum Ganzen zuletzt u. a. den Entscheid des Bundesstraf-
gerichts RH.2015.23 vom 23. Oktober 2015, E. 4);
- der Beschwerdeführer in seinen Eingaben (act. 3 und 7) hauptsächlich Ein-
wände gegen eine Auslieferung nach Deutschland, nicht aber gegen den
vorliegend angefochtenen Auslieferungshaftbefehl an sich vorbringt;
- diese Einwände gegebenenfalls im Rahmen des Auslieferungsverfahrens zu
berücksichtigen sind, im Rahmen der hier vorzunehmenden Überprüfung
des angefochtenen Auslieferungshaftbefehls die Auslieferung aber nicht als
offensichtlich unzulässig im Sinne von Art. 51 Abs. 1 IRSG erscheinen las-
sen;
- der Beschwerdeführer beteuert, sich in Freiheit eine Arbeit zu suchen, er sich
andernfalls nach zwei Wochen wieder freiwillig beim Untersuchungsgefäng-
nis stellen würde (act. 7), er darüber hinaus aber über keine aktenkundigen,
nennenswerten Bezugspunkte zur Schweiz verfügt;
- er zwar Ersatzmassnahmen für die Auslieferungshaft vorschlägt (elektroni-
sche Fussfessel, Abgabe des Reisepasses), diese jedoch die bestehende
Fluchtgefahr nicht zu beseitigen vermögen;
- der Beschwerdeführer somit keine stichhaltigen Gründe geltend macht, wes-
halb sich die vorliegend angeordnete Auslieferungshaft als unzulässig oder
als unverhältnismässig erweisen würde;
- den Akten auch sonst keine solchen Gründe entnommen werden können,
weshalb sich die Beschwerde als offensichtlich unbegründet erweist und
ohne Durchführung eines Schriftenwechsels abzuweisen ist (Art. 390 Abs. 2
StPO e contrario);
- bei diesem Ausgang des Verfahrens die Gerichtskosten dem Beschwerde-
führer aufzuerlegen sind (Art. 63 Abs. 1 VwVG);
- die Gerichtsgebühr auf Fr. 500.– festzusetzen ist (Art. 63 Abs. 5 VwVG und
Art. 73 StBOG sowie Art. 5 und 8 des Reglements des Bundesstrafgerichts
vom 31. August 2010 über die Kosten, Gebühren und Entschädigungen in
Bundesstrafverfahren [BStKR; SR 173.713.162]);