# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 8f8f7cb6-53ad-55b9-86c5-4c7638097f5c
**Court:** SG_VG
**Chamber:** SG_VG_001
**Year:** 2012
**Language:** de
**Jurisdiction:** SG / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

hat das Verwaltungsgericht festgestellt:
A./ X. Y. ist Landwirt. Sein Betrieb umfasst eine landwirtschaftliche Nutzfläche von 13
ha und einen Tierbesatz von rund 27 Grossvieheinheiten. Er hält auf seinem Hof 14
Milchkühe und fünf Stück Jungvieh, vier Pferde, zwei Ponys, fünf Jungschafe,
Zuchtsauen und drei Bienenvölker. Der Hof mit den dazugehörigen Betriebswohnungen
liegt auf dem Grundstück Nr. 0000 (W.), das gemäss Zonenplan der politischen
Gemeinde Q. vom 22. April 1997 in der Landwirtschaftszone liegt.
X. Y. ist Eigentümer eines in rund 2,9 km Fahrdistanz zum Landwirtschaftsbetrieb
liegenden Gebäudes, das als Weidestall für Rinder erbaut und genutzt worden war
(Vers.-Nr. 5555). Es liegt auf dem Grundstück Nr. 111 (U.), das ebenfalls in der
Landwirtschaftszone liegt. Die Zufahrt zum Stall erfolgt über eine gekieste Feldstrasse,
die rund 5 m neben dem Gebäude vorbeiführt. Das Gebiet auf der anderen
Strassenseite liegt in der Grünzone. Zudem ist es gemäss Schutzverordnung der
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politischen Gemeinde Q. vom 22. April 1997 als Naturschutzgebiet N10, F., bezeichnet.
Durch dieses Gebiet führt die Linie der Schweizerischen Bundesbahnen (SBB)
Ziegelbrücke West - Rapperswil Ost.
B./ Nachdem Umbauarbeiten am Weidestall festgestellt worden waren, reichte X. Y. am
11. Dezember 2008 ein Baugesuch zwecks Umnutzung des ehemaligen Rindviehstalls
in eine Pensionspferdehaltung ein. Danach ist die Erstellung von zwei Pferdeboxen von
rund 14 m mit dazugehörigen Auslaufflächen von je rund 25 m sowie eine Pferdebox
von rund 24 m mit einer dazugehörigen Auslauffläche von rund 50 m geplant. Zudem
soll auf der Südseite des Gebäudes ein Vordach erstellt werden.
Das Baugesuch lag in der Zeit vom 18. bis 31. Dezember 2008 öffentlich auf. Es gingen
keine Einsprachen ein. Mit Teilverfügung vom 9. April 2009 bestätigte das Amt für
Raumentwicklung und Geoinformation (AREG) die Zonenkonformität des
Bauvorhabens und erteilte die Zustimmung zur Baubewilligung. Am 1. Mai 2009 erteilte
der Gemeinderat Q. die Baubewilligung und erklärte die Teilverfügung des AREG zum
Bestandteil des Entscheids.
C./ Noch bevor die Baubewilligung erteilt worden war stellte der Gemeinderat Q. fest,
dass weitergehende Bauarbeiten im Gange waren (Anbau an das Stallgebäude, weitere
Auslaufflächen, Erweiterung des Vorplatzes). Am 22. April 2009 ordnete er an, die
Bauarbeiten seien unverzüglich einzustellen und sie dürften erst weitergeführt werden,
wenn eine rechtskräftige Baubewilligung vorliege. In der Folge, am 11. November 2009,
reichte X. Y. ein Baugesuch für einen "Anbau Ponystall" ein. Danach sollen zwei
Ponyboxen von je rund 15 m erstellt werden. Im Projektplan "Grundriss und
Fassaden" vom 27. Oktober 2009 sind zudem die Auslaufflächen 4, 5 und 6 als
Gegenstand des Baugesuchs eingezeichnet, ebenso wie eine "Abfohlbox" mit einer
Fläche von 23.66 m , die sich im Gebäudeinnern befindet. Unerwähnt blieb
demgegenüber die Erweiterung des Vorplatzes. Das Gesuch lag vom 18. November bis
1. Dezember 2009 öffentlich auf. Es gingen keine Einsprachen ein.
Am 10. Februar 2010 verweigerte das AREG die nachträgliche Zustimmung zur
Baubewilligung im Sinn der Erwägungen. Sodann wurde festgehalten, die zuständige
Gemeindebehörde habe die Wiederherstellung des rechtmässigen Zustands
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anzuordnen. Dies betreffe den Anbau mit zwei Ponyboxen, die Ausläufe 4, 5 und 6
sowie den erweiterten befestigten Vorplatz. Weiter wurde eine öffentlich-rechtliche
Eigentumsbeschränkung bezüglich der unrechtmässig erstellten Bauten und Anlagen
angeordnet. Am 4. März 2011 verweigerte der Gemeinderat Q. die Erteilung der
Baubewilligung und erklärte die raumplanungsrechtliche Teilverfügung vom 10. Februar
2010 zum integrierenden Bestandteil seines Entscheids. Sodann ordnete er unter
Androhung der Ersatzvornahme an, X. Y. habe den Rückbau des Anbaus mit den zwei
Ponyboxen, der Ausläufe 4, 5 und 6 sowie des erweiterten befestigten Vorplatzes bis
31. August 2011 vorzunehmen. Zudem erliess der Gemeinderat Q. ein Nutzungsverbot
bezüglich der unrechtmässig erstellten Bauten und Anlagen und trug dieses als
öffentlich-rechtliche Eigentumsbeschränkung zu Lasten des Grundstücks Nr. 111 ins
Grundbuch ein.
D./ Am 14. März 2011 erhob X. Y., vertreten durch Rechtsanwalt Dr. A. B., gegen den
Entscheid des Gemeinderates Q. vom 4. März 2011 Rekurs beim Baudepartement. Er
stellte die Rechtsbegehren, der angefochtene Entscheid und die Teilverfügung des
AREG vom 10. Februar 2010 seien aufzuheben und die Baubewilligung sei zu erteilen.
Zur Begründung brachte X. Y. vor, sämtliche Voraussetzungen für eine zonenkonforme
Pferdepension seien erfüllt. Am 6. Mai 2011 verzichtete der Gemeinderat Q. auf eine
Stellungnahme und beantragte, der Rekurs sei abzuweisen. Am 8. Juni 2011 liess sich
das AREG vernehmen und beantragte, dem Rekurs sei keine Folge zu geben.
Nachdem das Baudepartement am 7. Juli 2011 einen Augenschein durchgeführt hatte,
wurde der Rekurs am 19. Dezember 2011 bezüglich eines Nebenpunktes
(Depotzahlung von Fr. 2'000.--) gutgeheissen, im übrigen aber abgewiesen. Die Frist
zum Rückbau des Anbaus mit zwei Ponyboxen wurde neu auf sechs Monate nach
Rechtskraft des Entscheid angesetzt (Ziff. 3a). Die Frist für die Rekultivierung der
Ausläufe 4, 5 und 6 durch die vollständige Entfernung des Koffers, die Auffüllung von
30 bis 40 cm Muttererde und die Aufbringung einer Deckschicht von 20 cm Humus
wurde neu ebenfalls auf sechs Monate nach Rechtskraft des Entscheides angesetzt
(Ziff. 3b). Schliesslich wurde die Frist für die Rekultivierung des erweiterten befestigten
Vorplatzes durch die vollständige Entfernung des Koffers (Kies und Sand), die
Auffüllung mit 30 bis 40 cm Muttererde und die Aufbringung einer Deckschicht von 20
cm Humus neu auf sechs Monate nach Rechtskraft des Entscheides angesetzt (Ziff.
3c). Das Baudepartement gelangte zum Ergebnis, das Baugesuch sei zu Recht
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abgewiesen worden und die Wiederherstellung des rechtmässigen Zustands sei
verhältnismässig und verstosse nicht gegen den Grundsatz des Vertrauensschutzes.
Sodann erweise sich das Nutzungsverbot als begründet.
E./ Am 29. Dezember 2011 erhob X. Y., wiederum vertreten durch Rechtsanwalt Dr. A.
B., gegen den Entscheid des Baudepartments vom 19. Dezember 2011 Beschwerde
beim Verwaltungsgericht. Innert erstreckter Frist stellte er am 30. Januar 2012 folgende
Rechtsbegehren: der angefochtene Rekursentscheid sei aufzuheben, soweit sein
Rekurs damit abgewiesen worden sei (Ziff. 1), der Entscheid des Gemeinderats Q. vom
4. März 2011 sei samt Teilverfügung des AREG vom 10. Februar 2010 aufzuheben
(Ziff. 2), die Baubewilligung sei zu erteilen (Ziff. 3), unter Kosten- und
Entschädigungsfolge (Ziff. 4). Das Baudepartement nahm am 16. Februar 2012 Stellung
und beantragte, der Beschwerde sei keine Folge zu geben. Der Gemeinderat Q.
verzichtete am 7. März 2012 auf eine Stellungnahme und hielt dafür, die Beschwerde
sei abzuweisen. X. Y. machte am 26. März 2012 von der Möglichkeit Gebrauch, sich zu
neuen tatsächlichen und rechtlichen Argumenten zu äussern.

## Considerations

Darüber wird in Erwägung gezogen:
1. (...).
2. Der Beschwerdeführer beantragt, es seien ein Augenschein durchzuführen, eine
Expertise zu erstellen und ein Landwirt als Zeuge zu befragen.
Der Anspruch auf rechtliches Gehör gebietet, dass rechtzeitig und formrichtig
angebotene Beweismittel abzunehmen sind, es sei denn, diese betreffen eine nicht
erhebliche Tatsache oder seien offensichtlich untauglich, über die streitige Tatsache
Beweis zu erbringen (BGE 124 I 242 E. 2; 117 Ia 268 E. 4b).
Im vorliegenden Fall ergeben sich die rechtserheblichen Tatsachen aus den Akten,
weshalb auf die Abnahme der angebotenen Beweise verzichtet werden kann.
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3. Der Beschwerdeführer macht geltend, in berechtigtem Vertrauen auf die telefonische
Auskunft eines Mitarbeiters des AREG (mutmasslich Herr Z.) vom 30. März 2010,
wonach die Zustimmung zur Erweiterung des Stalls erteilt werde, habe er die
Bauarbeiten fortgesetzt und aus einer Fahrnisbaute einen Anbau mit Fundament
gemacht. Der Entscheid des Gemeinderats Q. samt Teilverfügung des AREG seien ihm
aber erst am 7. März 2011 zugestellt worden und er sei erstaunt darüber gewesen,
dass seinem Gesuch, entgegen der Zusicherung eines Mitarbeiters des AREG, nicht
entsprochen worden sei. Er bestreite deshalb, dass am 10. Februar 2010 eine
ablehnende Teilverfügung des AREG ergangen sei. Vielmehr gehe er davon aus, dass
das AREG seinem Vorhaben damals positiv gegenübergestanden habe und dass auf
Veranlassung der Beschwerdegegnerin rund ein Jahr später eine negative
raumplanerische Teilverfügung ergangen sei.
3.1. Der Grundsatz von Treu und Glauben gebietet ein loyales und vertrauenswürdiges
Verhalten im Rechtsverkehr. Für den Bereich des öffentlichen Rechts bedeutet er, dass
die Behörden und die Privaten in ihren Rechtsbeziehungen gegenseitig aufeinander
Rücksicht zu nehmen haben. In der Form des Vertrauensschutzes verleiht der
Grundsatz von Treu und Glauben den Privaten einen Anspruch auf Schutz ihres
berechtigten Vertrauens in das bestimmte Erwartungen begründende Verhalten der
Behörden. Als Verbot des widersprüchlichen Verhaltens verbietet er sowohl den
staatlichen Behörden als auch den Privaten, sich in ihren öffentlich-rechtlichen
Rechtsbeziehungen widersprüchlich zu verhalten (Häfelin/Müller/Uhlmann, Allgemeines
Verwaltungsrecht, 6. Aufl., Zürich 2011, Rz. 622 ff. mit Hinweisen). Erste Voraussetzung
des Vertrauensschutzes ist ein Anknüpfungspunkt für das Vertrauen des Bürgers
gegenüber dem Staat, d.h. eine Vertrauensgrundlage, die beim Bürger bestimmte
Erwartungen auslöst, muss vorhanden sein (B. Weber-Dürler, Vertrauensschutz im
öffentlichen Recht, Basel 1983, S. 79). Von einer Gesetzesanwendung ist z.B. dann
abzusehen, wenn die Behörde dem betroffenen Privaten eine im Widerspruch zum
Gesetz stehende Zusicherung gegeben hat, auf die er sich verlassen durfte (Häfelin/
Müller/Uhlmann, a.a.O., Rz. 629).
3.2. Fest steht, dass der Beschwerdeführer zufolge des vorangegangenen
Baubewilligungsverfahrens betreffend drei Pferdeboxen mit dazugehörigen
Auslaufflächen und früherer Baubewilligungsverfahren wusste, dass es sich dabei um
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ein schriftliches Verfahren handelt, das mit einem förmlichen Entscheid des