# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 574057a5-cdef-5b7a-9ec3-af86b1e6aa51
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2014
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1936, ist im Rahmen der obligatorischen Krankenpflegeversicherung bei der
Sanitas
Grundversicherungen AG grundver
sichert. Überdies besteht für verschiedene weitere Leistungen
mit
der
Sanitas
Privatversicherungen AG eine Zusatzversicherung (vgl. Urk. 2/3
).
Anfang
2012 überwies Dr. med.
Y._
,
Facharzt FMH für Allge
meine Medizin, den Versicherten zur stationären Behandlung in die
Klinik
Z._
(Urk. 2/7).
Betrieben wird die Klinik von der
A._
(vgl. Urk.
12/4/5
).
Die stationäre Behandlung des Versicherten dauerte vom 26. Februar bis zum 17. März 2012, wofür die Klinik
Z._
den Betrag von
EUR
11‘028.95 in Rechnung stellte
(vgl. Urk. 2/12
, Urk. 2/14
)
.
Bereits am
2
2.
Februar 2012
hatte
der Versicherte die
Sanitas
Privatversicherun
gen AG um Kostenübernahme für die stationäre Behandlung
in der Klinik
Z._
ersucht
(Urk. 2/11).
Die
Sanitas
Privatversicherungen AG lehnte in der Folge eine Kostenübernahme wiederholt ab (Urk. 2/15
= Urk.
12/1
,
Urk.
2/16
=
Urk.
12/2
, Urk. 2/18
=
Urk.
12/5
, Urk. 2/21
=
Urk.
12/14
), offerierte dem Versicherten aber am 26. September und erneut am
29. Oktober 2012
im Sinne einer Kulanzleistung die Bezahlung von
Fr.
3‘240.-- (Urk. 12/11,
Urk.
12/14).
2.
Am 11. Januar 2013 erhob der Versicherte gegen die
Sanitas
Privatv
ersicherun
gen AG Klage mit dem R
echtsbegehren, die Beklagte sei zu verpflichten, ihm den Betrag von
Fr.
12‘285.-- (EUR 10‘183.90 zum SNB-Mittelkurs vom März 2012 zu 1.2063) zuzüglich 5 % Zins seit dem 14. März 2012 zu bezahlen (Urk. 1). Die Beklagte beantra
gte in der Klageantwort vom 30.
April 2013 die Abweisung der Klage (Urk. 11). In Replik und Duplik hielten die Parteien an ihren Rechtsbegehren fest (Urk. 16,
Urk.
22).
Auf die Ausführungen der Parteien und die Akten wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Der Einzelrichter

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
Da der Streitwert
Fr.
20’000.-- nicht übersteigt, fällt die Beurteilung der
Klage
in
die einzelrichterliche Zuständigkeit (
§
11
Abs.
1 des Gesetzes über das
Sozi
alversicherungsgericht
).
2.
Zusatzversicherungen zur sozialen Krankenversicherung nach dem Bundesge
setz über die Krankenversicher
ung (KVG) unterstehen nach Art. 12 Abs.
3 KVG dem Bundesgesetz über den Versicherungsvertrag (VVG).
Dazu gehören auch
Streitigkeiten aus Krankentaggeldversicherungen nach
dem
VVG
(BGE 138 III 2, 558 E. 2).
Die
Kantone können gestützt auf Art.
7 der Schweizerischen Zivilpro
zessordnung (ZPO) ein Gericht bezeichnen, welches als einzige kantonale Instanz für Streitigkeiten in diesem Gebiet sachlich zuständig ist. Im Kanton Zürich liegt die Zuständigkeit beim Sozial
versicherungsgericht (§ 2 Abs. 2
lit
.
b des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht,
GSVGer
). Das Verfahren rich
tet sich nach der ZPO, wobei das vereinfachte Verfahren zur Anwendun
g gelangt (Art. 243 Abs. 2
lit
.
f ZPO) und die Klage direkt beim
Sozialversiche
rungsg
ericht
anhängig zu machen ist (
BGE 138 III 558
E.
3.2 und
E.
4.6).
Die sachliche und örtliche Zuständigkeit des hiesigen Gerichts zur Beurteilung der eingereichten Klage
ist
unstrittig gegeben (vgl. Urk. 1 S. 3, Urk. 11 S. 1
).
3
.
3
.1
Das Gericht stellt den Sachverhalt unabhängig vom Streitwert von Amtes wegen fest (Art. 247 Abs. 2
lit
.
a ZPO
).
Der Untersuchungsgrundsatz, wonach das Gericht alle rechtserheblichen Sachverhaltselemente zu berücksichtigen hat, die sich im Verlaufe des Verfahrens ergeben, auch wenn die Parteien diese nicht angeführt haben, gilt nicht uneingeschränkt; er findet sein Korrelat in den
Mit
wirkungspflichten
der Parteien. Er entbindet die Parteien nicht davon, Beweise beizubringen und bei der Erstellung des Sachverhalts mitzuwirken (BGE 125 III 231 E. 4a;
Mazan
in: Basler Kommentar zur Schweizerischen Zivilprozessord
nung, 2. Auflage, 2013, N 9 und N 13 zu Art. 247). Eb
enso schliesst er die anti
zipierte Beweiswürdigung nicht aus (Urteil des Bundesgerichts 5C.206/2006 vom 9. November 2006 E. 2.1) und verleiht den Parteien keinen Anspruch, dass alle möglichen Beweise abge
nommen werden, und auch keinen Anspruch auf ein bestimmtes Beweismittel (BGE 125 III 231; Urteil des Bundesgerichts 5C.34/2006 vom 27. Juni 2006 E. 2a).
3
.2
Wo das Gesetz es nicht anders bestimmt, hat gemäss Art. 8 des Zivilgesetzbu
ches (ZGB) derjenige das Vorhandensein einer behaupteten Tatsache zu bewei
sen, der aus ihr Rechte ableitet.
Nach
dieser
Grundregel hat der Anspruchsbe
rechtigte
die Tatsachen zur "Begründung des Versicherungsanspruches" (Margi
nalie zu
Art.
39 VVG) zu beweisen, also
namentlich das Bestehen eines
Versi
cherungsvertrags
, den Eintritt des Versicherungsfalls und den Umfang des An
spruchs. Den Versicherer trifft die Beweislast für Tatsachen, die ihn zu einer Kürzung oder Verweigerung der vertraglichen Leistung berechtigen oder die den
Versicherungsvertrag gegenüber dem Anspruchsbe
rechtigten unverbindlich machen (
BGE 130 III 321
E. 3.1).
Im Privatversicherungsrecht müssen die anspruchsbegründenden Tatsachen mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit erwiesen sein (BGE 130 III 321 E. 3.5). Das gilt auch für den Beweis von anspruchshindernden Tatsachen, für welche die Beweislast aufgrund von Art. 8 ZGB beim Versicherer liegt (Praxis 80/1991, Nr. 230, S. 964 f. E. 3b [Urteil des Bundesgerichts vom 22. November 1990]).
3
.3
Als Teil des Privatrechts räumt das VVG den Parteien weitgehende Vertragsfrei
heit ein, solange sie die Schranken der Rechtsordnung beachten und sich der Vertragsinhalt regelmässig nach den vor
formulierten AVB richtet (Iten, Der pri
vate Versicherungsvertrag: Der Antrag und das Antragsverhältnis unter Aus
schluss der Anzeigepflicht, Freiburg 1999, S. 23). Art. 100 Abs. 1 VVG erklärt sodann die Bestimmungen des Obligationen
rechts (OR) als anwendbar, soweit das VVG keine Vorschriften enthält.
3
.4
Bei der Auslegung eines (Versicherungs-)Vertrages ist zu beachten, dass Indivi
dualabreden in der Regel vorformulierten Vertragsbestimmungen vorgehen (BGE 93 II 326 E. 4b, 123 III 44 E. 2c/
bb
;
Fuhrer
, in: Basler Kommentar zum Bundesgesetz über den Versicherungsvertrag, 2001, N 77ff. zu Art. 33). Im Übrigen sind vorformulierte Vertragsbestimmungen und individuell verfasste Vertragsklauseln grundsätzlich nach den gleichen Regeln auszulegen
(
BGE 135 III 1
E. 2, 135 III 410 E. 3.2
).
Bei der Auslegung von vorformulierten
Vertragsbe
stimmungen
nach dem Vertrauensprinzip hat das Gericht vom Wort
laut auszugehen und zu berücksichtigen, was sachgerecht erscheint. Es orien
tiert sich am dispositiven Recht (Urteil des Bundes
gerichts 5C.21/2007 vom 20. April 2007 E. 3.1). Bei juristischen Fachausdrücken oder Begriffen, die in der Rechtssprache eine festumrissene Bedeutung haben, gilt vermutungsweise der fachtechnische Sinn (vgl.
Stoessel
, in: Basler Kommentar zum Bundesgesetz über den Versicherungsvertrag, a.a.O., Vorbemerkungen zu Art. 1-3 N 24).
4
.
4.1
Fest steht, dass der Kläger vom 26. Februar bis am 17. März 2012 in der Klinik
Z._
stationär behandelt wurde. Dies ergibt sich aus dem ärztlichen Abschlussbericht der Klinik vom 29. August 2012 (Urk. 2/12) und
dem Umstand,
dass die Klinik dem Kläger für diese Behandlung insgesamt
EUR 11‘028.95 in Rechnung stellte (Rechnung vom 14. März 2012;
Urk.
2/14).
Die Frage des Anspruchs auf
E
rstattung
dieser Kosten
durch die Beklagte ist zwischen den Parteien unter verschiedenen Gesichtspunkten kontrovers.
Einer der kontroversen Punkte ist, ob der Kläger spitalbedürftig war.
4.2
D
er
Begriff
der Spitalbedürftigkeit
findet sich als Leistungsvoraussetzung in den Versicherungsbedingungen, konkret in den Zusatzbedi
n
gungen (ZB) für die Zusatzversicherung „Hospital Private“ in der Ausgabe
Januar
2004 (vgl. Urk.
17/1).
Die genannte Zusatzversicherung
ist Teil der V
ersicherungspolice zwischen dem Kläger und der Beklagten.
D
ie Massgeblichkeit der Ausgabe 1.04 der ZB ist in der Police ausdrü
cklich erwähnt (
Urk.
2/3 S. 2)
. B
eide Parteien
gehen explizit
davon aus, dass die
genannten
Zusatzbedingungen anwendbar sind
(Urk. 1 S. 9
Rz
. 30,
Urk.
11 S. 1 f.
Rz
. 4,
Urk.
11 S. 2 f.
Rz
. 4).
Art.
13
Abs.
1 der ZB
be
-
stimmt, dass die bei einem Spitalaufenthalt versicherten Leistungen bezahlt werden, solange aufgrund der medizinischen Indikation eine
Akutspitalbedürf
tigkeit
besteht (Urk. 17/1 S. 4).
4.3
Der Begriff der Spitalbedürftigkeit entstammt der obligatorischen Kranken
-
pflege
versicherung
.
Von
Spitalbedürftigkeit ist
dann auszugehen
, wenn die notwendigen diagnostischen und therapeutischen Massnahmen nur in einem Spital, das heisst unter Inans
p
r
uchnahme eines
Spitalbettes
und der in einem Spital vorhandenen personellen und apparativen Mittel
zweckmässig durchge
führt werd
en können. Dies ist in der Regel bei plötzlich auftretenden und heftig verlaufenden Gesundheitsstörungen nötig. In diesen Fällen ist eine kurzzeitige intensive ärztliche und pflegerische Betreuung erforderlich. Spitalbedürftigkeit ist aber auch dann gegeben, wenn
die Möglichkeiten ambulanter Behandlung erschöpft sind und nur noch im Rahmen eines Spitalaufenthaltes Aussicht auf einen Behandlungserfolg besteht
(vgl.
Eugster
, Krankenversicherung
, in:
Schweizerisches Bundesverwaltungsrecht, Basel 2007, S. 526 ff.
Rz
. 390 ff.;
Wilhelm, KV-Leistungen: OKP, in: Recht der Sozialen Sicherheit, B
asel 2014,
S. 482 f.
Rz
. 14.30, je mit Hinweisen auf die Judikatur).
5.
5.1
Der Kläger geht davon aus, es habe eine Spitalbedürftigkeit bestanden und ver
weist diesbezüglich auf die Ausführungen von Dr.
Y._
und Dr. med.
B._
,
Chefarzt der Klinik
Z._
,
aus denen sich ergebe, dass eine Komplextherapie erforderlich gewesen sei, die nur unter stationären Bedingun
gen habe durchgeführt werden können (
Urk.
16 S. 3 ff.
Rz
. 7 ff.). Die Beklagte stützt sich für ihre gegenteilige Auffassung auf die Ausführungen ihrer Vertrau
ensärzte Dr. med.
C._
und Dr. med.
D._
(Urk. 11 S. 2 f.
Rz
. 8 f.).
5.2
Dr.
Y._
nannte
im Überweisungsschreiben vom
2
1.
Februar 2012
als Diagnosen - soweit diese vorliegend von Bedeutung sind -
eine
Hämochroma
tose
,
arterielle
Hypertonie,
Adipositas (BMI 35.2)
sowie
ein
lumbospondylogenes
Syndrom rechts bei Spi
nalkanalstenose L4/L5 und L3/L
4.
Die
Hämochromatose
habe
in der letzten Zeit erfolgreich mit Aderlässen behandelt und kontrolliert werden können.
Negativer habe sich die Adipositas entwickelt. Die Beschwerden von Seiten der Lendenwirbelsäule (LWS) rezidivierten jeweils. Es wäre gut, wenn der
Kläger
im Rahmen der Rehabilitation muskulär gezielt seine LWS stabilisieren könnte. Indiziert sei ein gezieltes Krafttraining der LWS-Muskula
tur, das der
Kläger
in der Folge auch selber weiterführen könne. Von
aller
grösster
Bedeutung im Zusammenhang mit den Rückenproblemen sei auch eine konsequente Gewichtsreduktion (Urk. 2/7 S. 1).
5.3
Dr.
B._
von der Klinik
Z._
nannte im Abschlussb
ericht vom 29.
August 2012 ergänzend als Diagnosen
- wiederum soweit diese vorliegend von Bedeutung sind -
ein Schlafapnoe-Syndrom und
eine
c
hronisch obstruktive Lungenerkrankung
(COPD;
Urk.
2/12 S. 1) und fasste zum Zustand beim Eintritt in die Klinik und
zum
Verlauf der stationären Behandlung zusammen, der
Klä
ger
sei mit einer zunehmenden Luftnot bei eher pyknischem Habitus, Adipositas und
Hämochromatose
eingetreten. Bezüglich letzterer Diagnose würden Ader
lässe durchgeführt
, allerdings habe sich der Eisenwert
im Normalbereich befun
den. Seit Jahren sei ein Schlafapnoesyndrom bekannt, wobei diesbezüglich keine spezielle Therapie bestehe. Mit dem zunehmenden Gewicht hätten sich in letzter Zeit die Rückenschmerzen verstärkt. Zusammen
mit der Luftnot habe dies zu einer Gehstrecke von zum Teil weniger als 20 Meter
n
geführt.
Während des gesamten Aufenthaltes sei eine Reduktionskost von 800 kcal pro Tag ver
ordnet worden. Das Gewicht habe damit von 99,5 kg auf 92,2 kg reduziert wer
den können. Parallel sei der
Kläger
krankengymnastisch behandelt und es sei ein Muskelaufbau zur Stabilisierung der Rückenmuskulatur durchgeführt wor
den. Ferner sei der
Kläger
einem Facharzt für Pulmologie vorgestellt worden. Die Lungenfunktionsprüfung habe ergeben, dass eine obstruktive Störung bestehe. Mit der Behandlung in der Klinik habe sich der Allgemeinzustand erheblich verbessert
und die Gehstrecke
habe
signifikant verlängert werden können (Urk. 2/12 S. 1
f.).
Am 1
3.
Mai 2013 ergänzte Dr.
B._
zusammengefasst
, zwar sei richtig, dass einzelne der erfolgten Behandlungen an sich auch ambulant hätten erfolgen können, indessen
sei
angesichts des Zustandes des
Klägers
eine
Komplexbe
handlung
nötig gewesen, die so nicht hätte ambulant durchgeführt werden können. Die Indikation einer Komplexbehandlung sei in den vertrauensärztli
chen Stellungnahmen nicht beachtet worden (Urk. 17/3 S. 1 ff.).
5.4
In der vertrauensärztlichen Stellungnahme vom 2
1.
Juni 2012 hielt Dr.
C._
fest, aus den Ausführun
gen des einweisenden Arztes Dr.
Y._
ergebe sich, dass
der
Kläger
unter verschiedenen rheumati
schen Beschwerden
gelitten habe
(
lumbospondylogenes
Syndrom,
Gonarthrose
und Sprunggelenksarthrose), und dass diese Beschwer
d
en durch die Adipositas verstärkt
worden seien
. Eine Rehabilitation
sei
nur dann kostenpflichtig, wenn eine Spitalbedürftigkeit bestehe und ambulante Therapiemassnahmen nicht genügten respektive ausgeschöpft worden seien. Dies könne im vorliegenden Fall aber nicht nachvollzogen werden. Vorliegend könne daher keine Kosten
gutsprache f
ür die Rehabilitation erfolgen
(Urk. 2/20).
5
.5
Der Vertrauensarzt Dr.
D._
führte am 2
3.
Oktober 2012 aus,
die im Austritts
-
be
richt
vom 2
9.
August 2012 festgehaltene medizinische Problematik liefere keine Begründung für eine stationäre Rehabilitation. Eine COPD werde in aller Regel ambulant diagnostiziert und behandelt. Das Rückenleiden sei nur in der Anamnese als chronisches Problem erwähnt worden. Im klinischen Auf
nahme
-
befund sei aber keine Rückenuntersuchung erwähnt worden. Eine Physio
-
therapie und insbesondere eine medizinischen Trainingstherapie
hätte zweckmässigerweise ambulant erfolgen können. Im Bericht klar festgehalten und prioritär erwähnt
sei die Gewichtsreduktion als Behandlungsgrund (Urk. 12/13).
6.
6.1
In Würdigung der wiedergegebenen ärztlichen Ausführungen ist festzustellen, dass Dr.
Y._
in seinem Schreiben vom 2
1.
Februar 2012 an die Klinik
Z._
a
ls Grund für die Behandlung in
der Klinik
Z._
die
Gewichts
reduktion
und die
Durchführung einer medizinischen Trainingstherapie
nannte
. Atemprobleme, i
nsbesondere akute, erwähnte Dr.
Y._
keine (vgl. Urk. 2/7 S. 1). Gemäss Abschlussberic
ht der Klinik
Z._
vom 29.
August 2012 stand
en
die Gewichtsreduktion und die krankengymnastische Behandlung
dann auch tatsächlich
im Zentrum
. Dies wird
auch
durch die A
ngaben im Therapieplan zusätzlich bestätigt
. Massagen, Physiotherapie und
Myoreflexthe
rapie
bestimmten die Behandlung
. Atemtherapien fanden nur vereinzelt statt
(vgl.
Urk.
2/13, Urk. 17/2).
6.2
Im Abschlussbericht
der Klinik
z
usätzlich Erwähnung
fand
eine beim Eintritt festgestellte Luftnot. Jedoch
führte
gemäss
dem
Bericht nicht in erster Linie diese, sondern das erhebliche Übergewicht mit einem BMI von 35.2 und die damit einhergehende Zunahme der
Rückenbeschwerden zum deutlich
einge
schränkten Bewegungsradius
(Urk. 2/12 S. 1)
.
Der
Lungenfunkt
ionstest
ergab
lediglich
, dass der Beschwerdeführer an einer leichten obstruktiven Funkt
ions
störung
leidet
, deren
Symptome
problemlos medikamentös behandelt werden konnten
(Urk. 2/12 S. 2).
6.3
Unter den genannten Blickwinkeln
ist
die vertrauensärztliche Beurteilung, dass
für die Behandlung
nicht zwingend
ein stationärer Rahmen
nötig war
, sonder
n diese auch ambulant hätte
durchgeführt werden können
, nachvollziehbar und leuchtet ein
.
Daran ändert nichts, dass aus Sicht von Dr.
B._
die Reduktion des Gewichts und die Kräftigung zusammen, im Sinne einer
gleichzeitigen Behandlung
angezeigt gewesen ist, was aus vertrauensärztlicher Sicht
auch
nicht in Zweifel gezogen wurde. Massgebend ist allein, ob aus medizinischer Sicht eine stationäre Behandlung zwingend nötig war.
Gemäss vorstehender Erwägung 4
setzt der Anspruch auf Kostenübernahme für eine stationäre Behandlung eine
Akutspitalbedürftigkeit voraus. Diese ist gegeben, wenn
die notwendigen diagnostischen und therapeutischen Massnahmen nur in einem Spital durchgeführt werden können, was in der Regel bei plötzlich auftretenden und heftig verlaufenden
Gesundheitsstörungen oder dann nötig ist, wenn die Möglichkeiten ambulanter Behandlung erschöpft sind.
Vorliegend ist weder
bezüglich der Gewichtsreduktionen, noch bezüglich der
Rückenprobleme
oder der obstruktiven Lungenfunktionsstörung ausgewiesen, dass eine Behandlung
- auch die gleichzeitige Behandlung der verschiedenen Leiden -
schlechterdings nur
in stationärem Rahmen durchführbar war, weil nur da die hierfür erforderlichen diagnostischen und therapeutischen Mittel zur Verfügung standen,
oder dass die Möglichkeiten für eine ambulante Behand
lung erschöpft waren.
Weder da
s Überweisungsschreiben von Dr.
Y._
vom 2
1.
Februar 2012 (Urk. 2/7) noch der Abschlussbericht von Dr.
B._
vom
2
9.
August 2012
(Urk. 2/12)
legen
eine solche
Schlussfolgerung zwingend nahe.
I
m Überweisungsschreiben sprach
Dr.
Y._
sogar
ausdrücklich vom bevorstehenden Rehabilitations-
und
Kuraufenthalt (Urk. 2/7 S. 1).
6.4
Fehlt es am Nachweis, dass die vorliegend in Frage stehenden therapeutischen Massnahmen einzig im stationären Rahmen durchführbar waren, wofür der Kläger die Beweislast trägt, so ist die Sp
italbedürftigkeit zu verneinen. Damit sind
die Voraussetzungen für eine Leistungspflicht aus der Zusatzversicherung „Hospital Private“ nicht gegeben und die Prüfung der weiteren Leistungsvo
raussetzungen erübrigt sich.
Bezüglich der Gewichtsreduktion
zu
erwähnen bleibt, dass für Abmagerungskuren
und Kräftigungstherapien
auch gestützt auf
Art.
7 der Allgemeinen Versicherungsbedingungen (AVB)
zu den
Zusatzversi
cherungen der Beklagten
ganz generell
ein Leistungsausschluss besteht (vgl.
Urk.
2/4 S. 4). Ohne Einfluss auf die Frage der Leistungspflicht im vorliegenden
Fall ist
sodann
,
dass
die Beklagte im Jahr 2004 die Kosten für eine Behandlung des Klägers
in der Klinik
Z._
übernommen hat
(vgl. Urk.
2/8)
. Für jedes Gesuch um Kostengutsprache sind die Voraussetzungen jeweils neu zu prüfen.
Die Beklagte hat
zusammengefasst
die Kostenübernahme für die stationäre Behandlung in der Klinik
Z._
zu Recht abgelehnt.
Dies hat die Abwei
sung der Klage zur Folge.
7.
7.1
Gemäss Art. 114
lit
. e
ZPO
ist das Verfahren kostenlos. Zu den Prozesskosten gehören die Gerichtskosten und die Parteientschädigung (Art. 95 Abs. 1 ZPO). Aus der Formulierung von Art. 114 ZPO ergibt sich, dass dessen
lit
. e nur die Gerichtskosten betrifft, nicht aber die Prozessentschädigung an die Gegenpartei (Urteil des Bundesgerichtes 4A_194/2010 vom 17. November 2010, E. 2.2.1, nicht publiziert in: BGE 137 III 47).
7.2
Die Prozessentschädigung umfasst den Ersatz der notwendigen Auslagen, die Kosten einer berufsmässigen Vertretung sowie in begründeten Fällen eine angemessene
Umtriebsentschädigung
, wenn eine Partei nicht berufsmässig ver
treten ist (Art. 95 Abs. 3 ZPO). Nach der zu
altArt
. 47 Abs. 3 des
Versicherungs
aufsichtsgesetzes
(VAG) ergangenen, weiterhin gültigen höchstrichterlichen Rechtsprechung hat der obsiegende Versicherungsträger Anspruch auf eine Parteientschädigung, falls er durch einen externen Anwalt vertreten ist (Urteil des Bundesgerichtes 4A_194/2010 vom 17. November 2010, E. 2.2.1, nicht publiziert in: BGE 137 III 47; Urteil des Bundesgerichts 5C.244/2000 vom 9. Januar 2001, E. 5 mit Hin
weisen).
Der nicht
durch einen externen Anwalt
vertretenen
Beklagten
ist
somit
keine Prozessentschädigung zuzusprechen.