# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 1d781905-63b6-426a-bd5e-426a6b902517
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2020
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
Der 1960 geborene und als
Hausabwart
tätig gewesene
X._
meldete sich am 20. Januar 2015 (Eingangsdatum bei der IV-Stelle) unter Hinweis auf psychi
sche und körperliche Beeinträchtigungen zum Bezug von Leistungen der Invali
denversicherung an (Urk. 5/18).
Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, zog die Akten des Krankentaggeldversicherers bei (Urk. 5/19, 30, 57) und tätigte beruflich-erwerbliche Abklärungen.
Mit Schreiben vom 30. März 2015 wurde
X._
eine Schadenminderungspflicht auferlegt, wonach er sich
für sechs Monate einer psychiatrischen und psychotherapeuti
schen Behandlung zu unterziehen habe
(Urk. 5/31)
.
Am 8. April 2016 erfolgte eine Kostengutsprache der IV-Stelle für ein Belastbarkeitstraining vom 2. Mai 2016 bis 31. Juli 2016 (Urk. 5/41). Mit Mitteilung vom 24. Juni
2016 wurde das Belastbarkeitstraining abgebrochen und die IV-Stelle schloss
in der Folge
die berufliche Eingliederung ab (Urk. 5/54
). Sodann gab sie
bei der
Y._
(fortan: MEDAS)
,
ein interdisziplinäres Gut
achten in Auftrag
(Expertise vom 7. November 2017, Urk. 5/89).
Nach durchge
führtem
Vorbescheidverfahren
(Urk. 5
/93
, Einwand Urk. 5/110
, Stellungnahme der MEDAS vom 18. Juli 2018, Urk. 5/118-119, sowie Eingabe von
X._
vom 8. Oktober 2018, Urk. 5/124
) verneinte die IV-Stelle mit Verfügung vom 9. November 2018 einen Rentenanspruch, da keine IV-relevante Einschränkung vorliege und
X._
ein rentenausschliessendes Einkommen erzielen könne (Urk. 2).
2.
Hiergegen liess
X._
am 12. Dezember 2018 Beschwerde erheben und beantragen, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben und es sei ihm eine ganze Rente zuzusprechen. Eventualiter sei ein weiteres polydisziplinäres Gut
achten einzuholen
(Urk. 1)
.
Mit Beschwerdeantwort vom 22. Januar 2019 schloss die IV-Stelle auf Abweisung der Beschwerde (Urk. 4), was dem Beschwerdeführer mit Verfügung vom 23. Januar 2019 (Urk. 6)
zur Kenntnis gebracht wurde. Am 15. Mai 2019 und am 26. September 2019 legte der Beschwerdeführer weitere Unterlagen ins Recht (Urk. 7-10).
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetz
es über den Allge
meinen Teil des Sozialversicherungsrechts,
ATSG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurtei
lung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (
IVG
)
Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare
Eingliederungsmassnahmen
wieder
herstellen
, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
Die Annahme eines psychischen Gesundheitsschadens im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG sowie Art. 3 Abs. 1 und Art. 6 ATSG setzt eine psychiatrische, lege
artis
auf die Vorgaben eines anerkannten Klassifikationssystems abgestützte Diagnose voraus (vgl. BGE 145 V 215 E. 5.1, 143 V 409 E. 4.5.2, 141 V 281 E. 2.1, 130 V 396 E. 5.3 und E. 6). Eine fachärztlich einwandfrei festgestellte psychische Krank
heit ist jedoch nicht ohne weiteres gleichbedeutend mit dem Vorliegen einer Invalidität. In jedem Einzelfall muss eine Beeinträchtigung der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit unabhängig von der Diagnose und grundsätzlich unbesehen der Ätiologie ausgewiesen und in ihrem Ausmass bestimmt sein. Entscheidend ist die nach einem weitgehend objektivierten Massstab zu beurteilende Frage, ob es der versicherten Person zumutbar ist, eine
Arbeitsleistung zu erbringen (BGE 145 V 215 E. 5.3.2, 143 V 409 E. 4.2.1, 141 V 281 E. 3.7, 139 V 547 E. 5.2, 127 V 294 E. 4c; vgl. Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1
.4
Versicherungsträger und das Sozialversicherungsgericht haben den Sachverhalt von Amtes wegen festzustellen und die Beweise frei, das heisst ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Sie haben alle Beweismittel, unabhängig davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverläs
sige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruches gestatten. Insbesondere dürfen sie bei einander widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzu
geben, warum sie auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellen (BGE 125 V 351 E. 3a).
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist also entscheidend, ob er für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten begründet sind. Ausschlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Her
kunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin erwog i
m angefochtenen Entscheid,
die Abklärung der medizinischen Situation
habe
e
rgeben
, dass der Beschwerdeführer
nach wie vor seine angestammte Tätigkeit ausüben könne
. Diesbezüglich bestehe eine Ein
schränkung
der Arbeitsfähigkeit
im Umfang von 25 %
. In einer leidensangepass
ten Tätigkeit sei er zu 100 % arbeitsfähig.
Damit könne
der Beschwerdeführer ein rentenausschliessendes Einkommen erzielen
, womit k
ein Anspruch auf eine Rente der Invalidenversicherung
bestehe
(Urk. 2).
2.2
Demgegenüber machte der Beschwerdeführer geltend,
es
könne nicht auf das Gutachten der MEDAS abgestellt werden
, da sich die Gutachter nicht mit den
Vorakten
und
den darin attestierten Diagnosen
auseinandergesetzt hätten
.
Das
Gutachten sei zudem
unvollständig, da kein verwertbares neuropsychologisches Teilgutachten vorliege.
Damit könne das Gutachten den tatsächlichen Gesund
heitszustand des Beschwerdeführers nicht wiedergeben.
Mehrere Arztberichte würden eine
mittelschwere
oder mittelschwer
e
bis schwere dep
ressive Ep
isode diagnostizieren und von einer 100%igen Arbeitsunfähigkeit ausgehen. Das Belastbarkeitstraining habe zudem gezeigt, dass eine
Leistungsminderung von 75 %
vorliege, was auch die
im Rahmen der Begutacht
ung durch die MEDAS veranlasste
Evaluation der funktion
ellen Leistungsfähigkeit
(EFL)
bestätige
.
Vor
liegend sei auf die medizinische Einschätzung derjenigen Ärzte abzustellen, welche den Beschwerdeführer bereits jahrelang behandel
te
n. Danach sei er zu 100 % arbeitsunfähig (Urk. 1).
3
.
3.
1
Die Gutachter der MEDAS bescheinig
t
en dem Beschwerdeführer anlässlich der im Frühjahr 2017 stattgefundenen Untersuchungen (Urk. 5/89/2)
in angestammter Tätigkeit eine 75%ige Arbeitsfähigkeit. Hinsichtlich einer Verweistätigkeit gingen die Gutachter unter Beachtung des Belastungsprofils von einer 100%igen Arbeits
fähigkeit aus (Urk. 5/89/30). In interdisziplinärer Hinsicht
(Allgemeine Innere Medizin, Psychiatrie, Neurologie, Rheumatologie, Neuropsychologie und Evalua
tion der arbeitsbezogenen funktionellen Leistungsfähigkeit)
wurden folgende Diagnosen mit Auswirkung
en
auf die Arbeitsfähigkeit gestellt (Urk. 5/89/29):
-
Periarthropathia
genu
beidseits aktuell rechtsbetont
-
F
emor
o
patellar
-
und mediale
Femorotibial
-Arthrose beidseits linksbetont
-
Hallux
valgus
beidseits mit Senkspreizfuss beidseits
-
Leichte
Periarthropathia
humeroscapularis
tendopathica
li
n
ks vom
Impingement
Typ
-
Rezidiv Hernie inguinal; geplante Operation am 1.11.2017
Ohne Auswirkung
en
auf die Arbeitsfähigkeit wu
rden im Gutachten folgende Diagnosen festgehalten (Urk. 5/89/29):
-
Probleme mit Bezug auf Schwierigkeiten bei der Lebensbewältigung (ICD-10: Z73)
-
Entwicklung körperlicher Symptome aus psychischen Gründen (ICD-10: F68.0)
; teilweise artifizielle Störung (ICD-10: F68.1), hier im Sinne der hochgradig nichtauthentischen Präsentation kognitiver Minderleistungen, Synonym gemäss EFL als dysfunktionales Krankheitsverhalten
-
Verdacht auf funktionelle Magen-Darm-Erkrankung (anamnestisch)
-
Verdacht auf Reizdarm-Syndrom (anamnestisch)
-
Direkte
Inguinalhernie
links mit prolabierendem Fettinhalt (Bruchpforte ca. 1.5 cm)
-
Kleine
Umbilikalhernie
mit F
ettinhalt (Bruchpforte ca. 0.5 cm)
-
Restless
-
Legs
-Syndrom (ICD-10: G25.8)
-
Adipositas Grad 2 (BMI 32 kg/m2)
-
Anamnestisch rezidivierendes
Lumbovertebralsyndrom
-
Leichtes
myofasziales
Zervikothorakolumbovertebralsyndrom
3.2
Befundmässig stellte der psychiatrische Gutachter fest, der Beschwerdeführer sei wach, i
n allen Qualitäten zu Zeit, Ort, zur
eigenen Person und aktuellen Situation orientiert. Der Beschwerdeführer habe anlässlich der Untersuchung freundlich, stellenweise unsicher, konzentriert und zurückhaltend gewirkt. Die Aufmerksam
keit, die Konzentration und das Gedächtnis des Beschwerdeführers
hätten
bis auf kleine Unsicherheiten von Daten bestimmter Ereignisse intakt erschienen. Sprech
störungen würden nicht bestehen und die Ausdr
ucksweise des Beschwerdeführers
sei wenig differenziert.
Das Intelligenzniveau wirke unter Berücksichtigung der Untersuchungssituation, der Schulbil
dung, des beruflichen Werdegang
s und der allgemeinen Sozialisation als durchschnittlich differenziert. Psychomotorisch habe sich
der Beschwerdeführer
leicht unruhig präsentiert, vor allem bei gezielter Befragung. Weiter habe der Beschwerdeführer einen freundlichen, stimmungs
mässig ausge
glichenen Eindruck hinterlassen;
momentan
würden
keine Anhalts
punkte für ein
e relevante
Depression bestehen. Es seien keine alltagsrelevanten Zwänge und keine phobische Reaktionen
eruierbar
. Die Willenskraft sei struktu
riert und es liege keine Antriebsschwäche vor (Urk. 5/89/19). Eine Motivation in Bezug auf eine berufliche Tätigkeit bestehe gegenwärtig
allerdings
nicht (Urk. 5/89/20).
In der Beurteilung des objektivierbaren medizinischen Sachverhalts wies der psychiatrische Gutachter darauf hin, dass seit rund zwei Jahren fortgesetzt min
destens eine mittelschwer bezeichnete depressive Symptomatik vorgelegen haben soll, die psychiatrische Therapie allerdings erst auf Veranlassung des RAD
-Arztes
im Rahmen der Schadensminderungspflicht begonnen worden sei. Betrachte man den aktuellen psychopathologischen Status
, so
sei die zuvor dauerhaft mittel
schwere depressive Symptomatik in keiner Weise feststellbar. Es würden Inkon
sistenzen bezüglich der subjektiv angegebenen kognitiven Störungen, welche
sich im klinischen Bild in keiner Weise bestätigen liessen, auffallen
(Urk. 5/89/22)
.
Zusammen mit den Ergebnissen aus der neuropsychologischen und d
er neurolo
gischen Begutachtung
müsse auch rückblickend die gestellte Diagnose
einer
schwerergradigen
depressiven Störung in
höchstem Masse angezweifelt werden
(Urk. 5/89/23)
.
Es würden wohl Belastungsfaktoren wie finanzielle Schwierigkei
ten und Sorgen um die weitere Zukunft bestehen, womit auch Schwierigkeiten in der Lebensbewältigung durchaus vorhanden gewesen sein könnten. Allenfalls kurzfristig wären auch vorübergehende Zeiten einer Anpassungsstörung mit emotionaler Symptomatik möglich gewesen, diese hätt
en aber nicht als länger
dauernd
und auch nicht als
schwerergradig
versicherungspsychiatrisch Anerken
nung finden können.
Aus der Biografie würden sich auch keine Anhaltspunkte für das Vorliegen einer relevanten Störung der Persönlichkeitsentwicklung ergeben.
Der Beschwerdeführer habe sich stets anpassungsfähig, wenn auch mög
licherweise teilwei
se eher vermeidend, gezeigt,
sei a
usreichend flexibel gewesen und
habe sich den teils wechselnden beruflichen Tätigkeiten mit unterschiedlicher Herausforderung gestellt. Dabei habe er auc
h gezeigt, dass er Neues l
ernen und anwenden könne. Im Kontaktverhalten sei e
r stets freundlich, kooperativ und gruppenfähig gewesen,
habe sich unterordnen, anpassen und hinreichend durch
halten können. Weiter habe der Beschwerdeführer eine Familie gegründet und
sei
für ihre
n Unterhalt aufgekommen. Das vom Beschwerdeführer gezeigte
Kranken
rollenverhalten müsse vor dem Hintergrund der Rentenfrage und der Taggeldleis
tungen gesehen werden (Urk. 5/89/24).
Zusammenfassend könne gegenwärtig und sehr wahrscheinlich auch in der Vergangenheit keine versicherungspsychiatrisch relevante Diagnose mit funktio
nellen Einschränkungen objektiviert werden. Aus der Biografie
seien
keine Störungen der Persönlichkeit
sentwicklung objektivierbar. K
rankheitswertige Gründe, welche die früher verfügbaren persönlichen Ressourcen in namhafter Weise aktuell oder in der Vergangenheit hätten hemmen können,
hätten sich nicht f
est
stellen lassen
.
Derzeit könne ledigl
ich von der Diagnose «
Probleme mit Bezug auf Schwierigk
eiten bei der Lebensbewältigung» ausgegangen werden (Urk. 5/89/24).
Das inkonsistent präsentierte Verhalten sei – unter Einbezug der somatischen Gutachten – aus
psychiatrischer
Sicht
als
Entwicklung körperlicher Symptome aus psychischen Gründen
(ICD-10: F
68.0)
anzusehen. Dabei würde
die
ursprünglich durch eine belegbare körperliche Störung begründbare Krankheit oder Behinderung, vorliegend Knieleiden und Rückenbeschwerden, wegen des psychischen Zustandes der betroffenen Pe
rson aber
aggraviert
oder
länger an
hal
ten
. Teilweise würden
aber auch die Kriterien der Diagnose F68.1
(artifizielle Störung)
erfüllt, was sich beispielweise durch die geltend gemachten kognitiven Störungen oder Koordinationsstörungen, für welche keine
objektivierbaren Gründe bestünden
, manifestiere
n würde
.
Angesichts der
erheblichen Inkonsisten
zen als auch der geringen Therapieaktivität seien auch die Kriterien einer soma
toformen Schmerzstörung nicht erfüllt. Die Kriterien einer depressiven Störung seien mindestens gegenwärtig
ebenfalls
nicht erfüllt
.
Die angegebene Insomnie und das
Restless
-
legs
-Syndrom seien gut behandelt. Insgesamt sei nicht ersicht
lich, weshalb die persönlichen Ressourcen
des Beschwerdeführers
, welche zuvor eine erfolgreiche Migrat
ion in ein für ihn fremdes Land
mit Spracherwerb, mit beruflicher Integration sowie die Gründung und Ernährung einer Familie ermög
licht hätten, nicht auch für die berufliche Partizipation weiter verfügbar sein sollten
(Urk. 5/89/25)
.
Der psychiatrische Gutachter
ging von einer
100%ige
n
Arbeitsfähigkeit sowohl in angestammter als auch in einer leidensangepassten Tätigkeit
aus
(Urk. 5/89/26).
3.3
Befundmässig hielt der neurologische Gutachter fest, dass die Untersuchung wegen teilweise fehlende
r Mitarbeit und
aggravatorischer
Tendenzen schwierig durchzuführen gewesen sei. Beispielsweise habe der Beschwerdeführer angege
ben, an den Extremitäten so gut wie gar nichts zu spüren, unter den Füssen sei allerdings volle Sensibilität vorhanden gewesen
(Urk. 5/89/41)
. Beim Finger-Nase-Versuch habe der Beschwerdeführer demonstrativ abgebremst und nach der
Nase
gesucht
.
Der Knie-Hacke
n
-Versuch
sei nur unzureichend durchgeführt worden, da de
r Beschwerdeführer wegen starken
Schmerzen die Ferse nicht zum Knie habe bewegen können. Demgegenüber sei der Beinhalteversuch problemlos möglich gewesen, wie auch das Anziehen der Socken nach der Untersuchung. Hierzu habe der Beschwerdeführer seine Füsse auf einen Stuhl gestellt und proble
mlos die Socken anziehen können
. B
eim B
lindgang und beim
Unterberg
schen
Tretversuch
habe der Beschwerdeführer ein demonstratives Einknicken gezeigt, jedoch auf Anstossen einen festen Stand präsentiert. In dieses Bild reihe sich der Rey-Test mit zwei Durchgängen ein: In keinem der Durchgänge habe sich der Beschwerdeführer an irgendetwas erinnern können. Der Test sowie das Ver
halten bei der Untersuchung sprä
che
n
für eine suboptimale Leistungsbereit
schaft mit Aggravationstendenzen.
Während der gesamten Untersuchungsdauer sei der Beschwerdeführer im klinischen Eindruck vollumfänglich orientiert gewe
sen und
es
hätten keine Hinweise für Müdigkeit, raschere Ermüdbarkeit, keine Fluktuationen der Vigilanz, keine Interferenzanfälligkeit beobachte
t werden können. Die Aufmerksam
keit und Konzentration hätten
in klinischer Hinsicht
der nach dem biographischen Hintergrund zu erwartenden Kapazität entsprochen.
Auch hätten
sich im Rahmen der Exploration und
Untersuchung keine Hinweise für konsistente Gedächtnisstörungen, Aphasie, Apraxie oder Agnosie ergeben (Urk. 5/89/42)
.
In der medizinischen und versicherungsmedizinischen Beurteilung hielt der Gutachter fest, aus neurologischer Sicht seien die deutlich
aggra
vato
ri
schen
Tendenzen bei der Untersuchung auffällig gewesen. Der objektiv
erhebbare
neuro
lo
gi
sche Status sei beim Beschwerde
f
ührer völlig unauffällig
. Das
Restless
-
Legs
-Syndrom werde offenbar ausserordentlich erfolgreich behandelt. Bei der Unter
suchung hätten weder extrapyramidale Symptome, noch eine Bewe
gungsunruhe festgestellt werden können. Diese Erkrankung habe keinen Einfluss auf die Erwerbsfähigkeit. Ansonsten
sei der periphere Status bei
m Beschwer
deführer völlig regelrecht gewesen und es hätten sich weder zentralneurologisch noch
peripherneurologisch
pathologische Symptome gezeigt (Urk. 5/89/43).
Aus neu
rologischer Sicht bestehe keine Funktionseinschränkung oder Einschränkung der Arbeitsfähigkeit (Urk. 5/89/44).
3.4
Aus dem neuropsychologischen Teilgutachten geht sodann hervor, dass keine valid
en Resultate hätten
erhoben
werden können. Die erhaltenen Testwerte mit vorwiegend
schwerst
defizitären Leistungen in allen überprüfbaren Bereichen (Aufmerksamkeit, Neugedächtnis, Sprache und
Visuokonstruktion
) seien ungül
tig. Daher sei keine vollständige Testung durchgeführt worden. In einem
Perfor
manzvalidierungstest
seien
höchstgradig
auffällige Ergebnisse mit Antworten unter dem Zufallsbereich erzielt worden. Sol
che Leistungen würden vorliegen
, wenn der Proband die tatsächliche Antwort kenne und bewusst die falsche Ant
wort gebe.
Solche Ergebnisse kämen auch nicht zustande, wenn der Proband unkonzentriert oder müde sei, dann wären die Ergebnisse im Zufallsbereich.
Ferner würden s
olche Resultate nicht einmal in Fällen von
schwer Hirnverletzten, mittelgradig dementen Personen, geistig Behinderten oder fünfjährigen
Kindern mit ADHS vorkommen
.
Auch seien d
ie Leistungen in
den
entsprechenden Verfahren erheblich schlechter als sie bei Patien
t
en mit chronischen Schmerzen auftreten würden.
Weiter hätten sich folgende
ausgeprägte Inkonsistenzen gezeigt:
Im
Gespräch oder bei einfachen Alltagshandlungen
habe sich keine Ver
langsam
ung
präsentiert
,
während
in den Tests dagegen eine schwere Verlangsa
mung gezeigt
worden sei
. Der Beschwerdeführer habe
sodann
differenz
iert Auskunft geben können, sei
orientiert gewesen und
habe a
m Vortag mit dem eigenen Auto zur Cousine
anreisen können. Anlässlich der
Untersuchung
hätten sich allerdings
sch
were Gedächtnisdefizite gezeigt. Dem
Anamnesegespräch
habe er
ohne
Schwierigkeiten folgen können,
bei der Durchführung der Tests
habe sich allerdings eine
schwerst
defizitäre Merkspanne präsentiert. Insgesamt würden sich Resultate zeigen, die von
schweren oder gar schwersten Beeinträchtigungen zeugen würden
(
wären diese valide
)
,
was im offensichtlichen Widerspruch zur klinischen Beobachtung und den bisherigen Diagnosen stehe. Nach dem Entschei
dungsalgorithmus von Slick,
Sherman und
Iverson
(1999) sei
auf eine wahr
scheinliche Aggravation oder gar Simulation
zu schliessen
.
Klinisch hätten sich nur geringe Auffälligkeiten gezeigt: Der Be
schwerdeführer habe bereits einfache
Aufgaben verlangsamt bis ausserordentlich langsam bear
beitet.
Seine Lösungen respektive Leistungen habe er nicht spontan nachkontrol
liert und eine Aufgabe habe er vorzeitig abgebrochen. Der Beschwerdeführer habe sodann einmal beim Bericht über seine Freudlosigkeit geweint und auf die Frage nach Schmerzen seinen Bauch gerieben und
über
Magenschmerzen geklagt
(Urk. 5/89/50)
. Die Orientierung, die Kontaktaufnahme, die Spontansprache, die Kommunikation, die Sprechgeschwindigkeit und das Instruktionsverständnis (in der Muttersprache
) seien unauffällig
. Der Beschwerdeführer habe von Beginn an sehr ausführlich Auskunft gegeben und sei stets freun
d
lich zugewandt gewesen. Die Aufmerksamkeit in der Eins-zu-e
ins-Situation sei stabil geblieben
, er habe sich nicht ablenken lassen und
innerh
alb der gut drei Stunden hätten
sich keine Anzeichen auf eine verminderte zeitliche Belastbarkeit ergeben.
Die Initiierung und Aufrechterhaltung von Handlungen in der gut struktu
rierten Untersuchungs
situation
sei unauffällig gewesen und das Vorgehen
habe sich
strukturiert
präsentiert. Im Gespräch
habe
der Beschwerdeführer affektiv mitgeschwungen und seine Mimik und Gestik sei unauffällig gewesen. In ätiologischer Hinsicht
hielt die
Gutachter
in
fest,
die negativen bewussten Antwortverzerrungen
seien
belegbar
, so dass kein gültiges Testprofil habe erhalten werden können und das tatsächliche Leistungsniveau und –
profil
letztlich unklar
ge
bl
ie
be
n
seien
. Es sei nicht auszuschliessen, dass in Anbetracht der früher diagnostizierten psychischen Störungen kognitive Defizite im Sin
ne von Residuen bestehen könnten
. Doch auch wenn tatsächlich echte kognitive Einschränkungen bestünden, würden sie weder die Auffälligkeiten im
Performanzvalidierungsverfahren
noch die Diskre
panzen erklären (Urk. 5/89/51).
Eine differenzierte Einschätzung der Leistungsfä
higkeit sei aufgrund der invaliden Ergebnisse mit der bewussten Schlechterstel
lung der eigenen L
eistungsfähigkeit nicht möglich
(Urk. 5/89/52).
3.5
Der Beschwerdeführer wurde sodann auch mittels Funktionsorientierte
r
Medizi
nischer Abklärung (FOMA) begutachtet, welche unter anderem eine Evaluation der arbeitsbezogenen funktionellen Leistungsfähigkeit (EFL) beinhaltet (Urk. 5/89/53).
Der Gutachter hielt unter anderem fest, dass aus rein rheumatolo
gisch-orthopädischer
Sicht insgesamt ein Beschwerdebild im Bereich beider Knie bestehe. Es könne von einer symptomatischen Arthrose gesprochen werden, eine Aktivierung bestehe aktuell nicht. Weiter bestehe eine leichte Einschränkung im Bereich der linken Schulter, wobei der Schweregrad als gering
einzuschätzen sei
. Diese habe seit 15 Jahren nicht mehr zu Behandlungen und auch nicht zu weite
ren Abklärungen
geführt
. Im Bereich der Lendenwirbelsäule würden keine objek
tiven Befunde bestehen. Die Prognose erscheine grundsätzlich günstig und dürfte hauptsächlich verhaltensabhängig sein. Der Beschwerdeführer habe die eigene Leistungsfähigkeit aus rheumatologisch-orthopädischer Sicht nicht nachvollzieh
bar tief eingeschätzt. Das Scheitern des Arbeitstrainings erscheine aus rheumato
logisch-orthopädischer Sicht ebenfalls nicht nachvollziehbar, was mit der Einschätzung des damals behandelnden Rheumatologen übere
insti
mmen würde (Urk. 5/89/55).
Das arbeitsbezogene relevante Problem bestehe in einem ausgeprägten Schmerz- und Schonverhalten des Beschwerdeführers. Die Leistungsbereitschaft des Beschwerdeführers sei nicht zuverlässig und die Beobachtungen bei den Tests
würden
auf eine deutliche Selbstlimitierung hin
weisen
.
Infolge beobachteter erheblicher Symptomausweitung seien die Resultate der Belastbarkeitstests für die Beurteilung nicht verwertbar. Es sei davon auszugehen, dass der Beschwer
deführer bei gutem
Effort
mehr leisten könnte (Urk. 5/89/55). Der Gutachter bescheinigte dem Beschwerdeführer eine Arbeitsunfähigkeit von 25 % in der angestammten Tätigkeit als Reinigungskraft und Hauswart. Es seien nachvoll
ziehbar Schwierigkeiten beim Gehen geradeaus, insbesondere bergab sowie Trep
pensteigen zu berücksichtigen, weshalb die angestammte Tätigkeit aus rein rheumatologisch-orthopädischer Sicht ganztags mit zusätzlich zwei Stunden Pausen auszuüben sei. Eine leidensangepasste Tätigkeit wäre unter Beachtung des Belastungsprofils aus rein rheumatologisch-orthopädischer Sicht ganztags zumutbar. Es handle sich dabei um eine höchstens mittelschw
ere wechselbelas
tende Tätigkeit
mit höheren Anteilen im Sitzen, Vermeidung von hoch repetitiven Tätigkeiten mit den oberen Extremitäten mit gleichzeitigem Kraftaufwand und Vermeidung von wiederholtem Hantieren von mehr als 10 kg über Schulterhöhe mit dem linken Arm. Bei nicht überwiegend sitzenden Tätigkeiten sei auf ein gutes Schuhwerk zu achten (
Urk. 5/89/57
)
.
3
.
6
Aus dem allgemein-internistischen Gutachten geht hervor, dass keine Befunde beziehungsweise Diagnosen mit versicherungsmedizinischer Relevanz
für
die Arbeitsfähigkeit vorliegen würden (Urk. 5/89/38). Der Gutachter
ging von
eine
r
100%ige
n
Arbeitsfähigkeit in angestammter und leidensangepasster Tätigkeit
aus
(Urk. 5/89/39).
3.7
Zusammenfassend
hielten die MEDAS Gutachter dafür
,
Einschränkungen aus internistischer, neurologischer und psychi
atrischer Sicht
lägen nicht vor
. Aller
dings könne aus rheumatologischer Sicht eine allenfalls leichte Einschränkung plausibilisiert werden, indem Schwierigkeiten beim Gehen geradeaus, jedoch insbesondere bergab sowie
beim
Treppensteigen ein
en zusätzlichen
Pausenbedarf von 2 Stunden bei ein
er ganztägigen Tätigkeit bedingten
. Hieraus resultiere eine Arbeitsunfähigkeit von 25 % in der angestammten Tätigkeit. Eine leidensange
passte Tätigkeit sei zu 100 % zumutbar (Urk. 5/
89/30).
4.
4.1
Die Vorbringen des Beschwerdeführers, wonach dem Gutachten der MEDAS man
gels Vollständigkeit die Beweiswertigkeit abzuerkennen sei (E. 2.2), stossen allesamt ins Leere. Entgegen dessen
unsubstantiierten
Behauptung beruht das Gutachten auf umfassenden und sorgfältigen Abklärungen. Das Gutachten wurde unter Einbezug aller nötigen medizinischen Disziplinen (Innere Medizin, Rheu
matologie, Psychiatrie, Neurologie, Neuropsychologie, EFL) erstellt. Dabei wurden die klinischen Befunde mittels neuropsychologischer Testungen ergänzt. Dass sich die Testergebnisse der neuropsychologischen Untersuchung als nicht verwertbar erwiesen, hat der Beschwerdeführer alleine sich selber zuzuschreiben. Offenkundig hat er seine Leistungsfähigkeit bewusst schlechter gestellt, zeigten sich doch Leistungen, die selbst von schwer hirnverletzten oder geistig behinder
ten Menschen übertroffen werden (E. 3.4). Es ist unverkennbar, dass diese Darstellung nicht den tatsächlichen Gegebenheiten entspricht. So waren in der psychiatrischen Untersuchung zum einen Aufmerksamkeit, Konzentration und Gedächtnis des Beschwerdeführers intakt (E. 3.2) und zeigte der klinische Eindruck im Rahmen der neuropsychologischen Befunderhebung nur geringe Auffälligkeiten (E. 3.4). Zum anderen ist es dem Beschwerdeführer offenbar nach wie vor möglich, sein eigenes Auto zu lenken (E. 3.4;
Urk.
5/116/4). Die Feststel
lung der Fachpersonen des
Z._
, wonach Antriebslosigkeit und Motivationslo
sigkeit Tätigkeiten radikal verhinderten (
Urk.
5/116/4), fügt sich in dieses Bild. Dass der Beschwerdeführer angesichts dieser Aktenlage der MEDAS unterstellt, dass sie mit der Erstellung des Gutachtens «- mindestens - zeitlich stark überfor
dert war», was sich in den unzähligen falschen Annahmen und damit einherge
hend falschen Schlüssen zeige (
Urk.
1 S. 4; vgl. auch
Urk.
1 S. 12), entbehrt jeder Grundlage.
Ebenso wenig vermag der Beschwerdeführer mit der Behauptung durchzudringen, die Gutachter hätten sich weder hinreichend mit den Akten noch mit seinem Gesundheitszustand auseinandergesetzt. So legte der psychiatrische Gutachter unter Bezugnahme auf die dokumentierten Belastungsfaktoren sowie unter Hin
weis auf die Biographie des Beschwerdeführers dar, weshalb gegenwärtig - in Abweichung zu den bisherigen Einschätzungen - eine psychische Störung mit Relevanz für die Arbeitsfähigkeit nicht festzustellen, eine vorübergehende Anpassungsstörung jedoch möglich gewesen sei (E. 3.2;
Urk.
5/89/22 ff.). Dass der Gutachter angesichts der aktuell erhobenen Befunde und Untersuchungser
gebnisse die von den behandelnden Ärzten gestellten Diagnosen und attestierten Leistungseinschränkungen nicht bestätigen konnte, ist ferner nicht zu beanstan
den, zumal vorliegend auch psychosoziale Faktoren (Alter, niedriger beruflicher Bildungsstand) von Bedeutung sind (vgl.
Urk.
5/89/31). Schliesslich ergibt sich aus dem MEDAS-Gutachten, dass die vom Beschwerdeführer beklagte Insomnie und das
Restless
-
legs
-Syndrom gut behandelt seien, womit ihnen kein Einfluss auf die Leistungsfähigkeit des Beschwerdeführers zukomme (E. 3.2 und E. 3.3). Weiter ist es nicht zu beanstanden, dass nur diejenigen Medikamente Eingang ins Gutachten gefunden haben, derer der Beschwerdeführer aktuell bedarf (vgl. hierzu insbesondere Stellungnahme vom 1
8.
Juli 2018,
Urk.
5/118/2). Schliesslich wird im Gutachten auch aufgezeigt, wo sich Übereinstimmungen mit bisherigen medizinischen Einschätzung ergeben haben (E. 3.5).
Entgegen der Ansicht des Beschwerdeführers liegen damit keine
rlei
Anhalts
punkte vor, welche auf eine Unvollständigkeit des Gutachtens
schliessen
liessen
und haben sich die Gutachter ausreichend mit den
Vorakten
befasst.
4.2
Soweit
der Beschwerdeführer unter Verweis auf das Belastbarkeitstraining
und der EFL
eine weitergehende als die gutachterlich attestierte Einschränkung seiner Leistungsfähigkeit von 25 % geltend macht, vermag er mit seinem Vorbringen nicht durchzudringen.
Nach der Rechtsprechung ist die Frage nach den noch zumutbaren Tätigkeiten und Arbeitsleistungen nach Massgabe der objektiv feststellbaren Gesundheits
schädigung in erster Linie durch die Ärzte und nicht durch die Eingliederungs
fachleute auf Grundlage der von ihnen erhobenen, subjektiven Arbeitsleistung zu beantworten (Urteile des Bundesgerichts 8C_334/2018 vom 8. Januar 2019
E. 4.2.1, 9C_396/2014 vom 15. April 2015 E. 5.4, je mit Hinweisen). Hingegen ist für die Evaluation von konkreten geeigneten Tätigkeiten die Verwaltung zustän
dig, die
dazu allenfalls Fachpersonen der beruflichen Integration und Berufsbe
ratung beizuziehen hat (Urteil des Bundesgerichts 8C_545/2012 vom 25. Januar 2013 E. 3.2.1, nicht publiziert in BGE 139 V 28; vgl. BGE 140 V 193 E. 3.2).
Beim Schlussbericht
über das Belastbarkeitstraining
vom 1. Juli 2016 (Urk. 5/59) handelt es sich nicht um einen medizinischen Bericht oder gar ein Gutachten. Das Training hatte den Leistungsaufbau zum Ziel, was sich aber nicht erreichen liess
: I
n den ersten vier Wochen mit einem Pensum von zwei Stunden
an vier Tagen pro Woche habe
der Beschwerdeführer krankheitsbedingt an vier Tagen
gefehlt
. In der fünften Woche
sei
das Pensum auf drei Stunden
erhöht worden
, wobei dies der Beschwerdeführer nur
an
einem Tag
geleistet habe
. Medizinische Fakten hier
für wurden
im Schlussbericht
nicht aufgeführt. Vielmehr wurde festgehalten, dass der Beschwerdeführer keine Initiative gezeigt habe und
er
jedes
Mal
von den Mitarbeite
r
n
zu Tätigkeiten
habe
aufgefordert
werden müssen
(Urk. 5/59/4). Er habe sich auf die Angebote des Trainings kaum einlassen können und zur Stei
gerung des Pensums auf drei Stunden habe sich der Beschwerdeführer nicht in der Lage gefühlt (Urk. 5/59/5).
Anhand des Schlussberichts
lässt sich das Leis
tungsvermögen des Beschwerdeführers
daher
nicht bestimmen.
Im Gutachten der MEDAS wurde sodann festgehalten, dass die Leistungsbereitschaft des Beschwer
deführers nicht zuverlässig war und die Beobachtungen bei den Tests auf eine deutliche Selbstlimitierung hinwiesen. Der Gutachter ging davon aus, dass der Beschwerdeführer bei gutem
Effort
mehr leisten könnte und bescheinigte dem Beschwerdeführer
medizinisch-theoretisch
eine 25%ige
Arbeitsunfähigkeit (vgl. E. 3
.5). Damit ist auch die Behauptung des Beschwerdeführers, wonach keine Bezifferung des Umfangs der Arbeitsfähigkeit vorgenommen worden sei, wider
legt.
4.3
Weiter macht
e
der Beschwerdeführer
g
eltend, dass vorliegend
auf die medizini
sche Einschätzung seiner langjährigen behandelnden Ärzte
des
Z._
abzustellen sei, wonach ihm aufgrund seiner psychischen Leiden eine Arbeitstätigkeit nicht zumutbar sei.
In Bezug auf Berichte von Hausärztinnen und Hausärzten wie überhaupt von behandelnden Arztpersonen beziehungsweise Therapiekräften ist auf die Erfah
rungstatsache hinzuweisen, dass diese mitunter im Hinblick auf ihre auftrags
rechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patientin
nen und Patienten aussagen (BGE 135 V 465 E. 4.5, 125 V 351 E. 3b/cc).
Wohl kann die einen längeren Zeitraum abdeckende und umfassende Behandlung oft wertvolle Erkenntnisse zeitigen; doch lässt es die unterschiedliche Natur von
Behandlungsauftrag der therapeutisch tätigen (Fach-)Person einerseits und Begutachtungsauftrag des amtlich bestellten fachmedizinischen Experten ander
seits (BGE 124 I 170 E. 4) nicht zu, ein Administrativ- oder Gerichtsgutachten stets in Frage zu stellen und zum Anlass weiterer Abklärungen zu nehmen, wenn die behandelnden Arztpersonen bzw. Therapiekräfte zu anderslautenden Einschätzungen gelangen. Vorbehalten bleiben Fälle, in denen sich eine abweichen
de Beurteilung aufdrängt, weil die anderslautenden Einschätzungen wich
tige – und nicht rein subjektiver Interpretation entspringende – Aspekte benen
nen, die bei der Begutachtung unerkannt oder ungewürdigt geblieben sind (Urteil des Bundesgerichts 8C_677/2014 vom 2
9.
Oktober 2014 E. 7.2 mit Hin
weisen, u.a. auf SVR 2008 IV Nr. 15 S. 43 E. 2.2.1 [I 514/06]).
Solche Aspekte sind vorliegend nicht zu erkennen
.
Vielmehr haben die behandelnden Ärzte des
Z._
ihre von den Gutachtern abweichende Einschätzung dargelegt, ohne sich substantiiert mit dem G
utachten auseinanderzu
setzen.
Insbesondere
zu den neuro
psychologischen Testresultaten haben sich die behandelnden Ärzte
nicht
geäussert, sondern
ledig
lich
darauf hingewiesen, dass diese Resultate nicht im Lichte der Depression diskutiert worden seien (vgl. Urk. 5/116/2
), was sich man
gels relevanter psychi
atrischer Beeinträchtigung (E.3.2) selbstredend erübrigte
.
Ferner
begründeten sie die vollständige Arbeitsunfähigkeit mit
Antriebs-
und Motivationslosigkeit (Urk. 5/116/4). Es
drängt sich
daher
die Annahme auf, dass sich die behandelnden Ärzte des
Z._
in ihrer Einschätzung der funktionalen Leistungsfähigkeit mass
geblich von den Schilderungen des Beschwerdeführers und nicht von objektiven Befunden leiten liessen.
Ferner ist darauf hinzuweisen, dass sich
den Berichten des
Z._
nicht entnehmen lässt, ob
– wie im Rahmen der Begutachtung durch die MEDAS (Urk. 5/89/15 –
ein unabhängiger Dolmetscher
jeweils
anwesend war.
Die Berichte des
Z._
vermögen daher nicht ansatzweise Zweifel am Gutachten der MEDAS zu
wecken.
4.
4
Die
nach Verfügungserlass erstatteten
Berichte des
Z._
vom 1
2.
April 2019 (Urk. 8), von
Dr.
med
.
A._
vom
6.
Sept
ember 2019 (Urk. 10/1) und des
B._
vom 1
5.
Juli 2019 (Urk. 10/2)
sind
im vorliegenden Verfahren nicht
zu berücksichtigen, beurteilt das Sozialversiche
rungsgericht nach ständiger Rechtsprechung die Gesetzmässigkeit von Verwal
tungsverfügungen doch in der Regel nach dem Sachverhalt, der zur Zeit des Verfügungserlasses – mithin am
9.
November 2018
– gegeben war. Tatsachen, die jenen Sachverhalt seither verändert haben, sollen im Normalfall Gegenstand einer neuen Verfügung sein (BGE 121 V 362 E. 1b). Im Übrigen lässt sich den Berichten hinsichtlich den aus invalidenversicherungsrechtlicher Sicht entschei
denden
Auswirkungen der gesundheitlichen Beeinträchtigungen auf die Arbeits
fähigkeit (vgl. hierzu BGE 136 V 279 E. 3.2.1 mit Hinweis auf BGE 127 V 294) keine verlässliche Einschätzung entnehmen. Nach Lage der Akten wurde
erneut eine 100%ige
Arbeitsunfähigkeit attestiert
ohne sich substantiiert mit dem beweiskräftigen Gutachten
der MEDAS auseinanderzusetzten, sodann vermag eine Verdachtsdiagnose iv-rechtlich relevante Leistungseinschränkung nicht zu begründen.
4.5
An der gutachterlichen Einschätzung, wonach der Beschwerdeführer in seiner angestammten Tätigkeit zu 75 %
beziehungsweise in einer angepassten zu 100 %
arbeitsfähig ist, vermögen die Einwände des Beschwerdeführers somit nichts zu ändern.
Auch der RAD-Arzt erachtete das Gutachten
in seinen Schlussfolgerun
gen
als nachvollziehbar und plausibel (Urk. 5/92/7 und 5/126/7).
Die MEDAS Gutachter setzten sich zudem hinreichend mit den normativen Vorgaben gemäss BGE 141 V 2
81 auseinander und begründete
unter ausdrücklicher Bezugnahme auf die einschlägigen Indikatoren
nachvollziehbar, weshalb keine L
eistungsein
schränkung
in psychiatrischer Hinsicht vorliegt
(vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_157/2019 vom 28. Oktober 2019, E. 5.1.)
.
Damit steht aufgrund der überzeu
genden Feststellungen im
interdisziplinären MEDAS
Gutachten vom
7. November 2017
mit überwiegender W
ahrscheinlichkeit fest, dass dem Beschwerdeführer
s
eine
angestammte Tätigkeit zu 75
%
beziehungsweise eine angepasste zu 100 %
(vgl. E. 3.
7)
zumutbar ist.
Bei dieser Sachlage ist von einer - wie beantragt (
Urk.
1 S. 18) - erneuten Begut
achtung abzusehen.
5.
5.1
Zu prüfen bleibt anhand der allgemeinen Methode des Einkommensvergleichs, wie sich die gesundheitliche Beeinträchtigung in erwerblicher Hinsicht auswirkt.
5.1.1
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der Einkommensver
gleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen
ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegen
übergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditäts
grad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2, 128 V 29 E. 1).
Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist für die Ermittlung des
Validen
einkommens
entscheidend, was die versicherte Person im Zeitpunkt des frühest
möglichen Rentenbeginns nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrschein
lichkeit als Gesunde tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung angepassten Verdienst angeknüpft, da es empirischer Erfahrung entspricht, dass die bisherige Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden fortgesetzt worden wäre. Aus
nahmen müssen mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt sein (BGE 139 V 28 E. 3.3.2, 135 V 58 E. 3.1, 134 V 322 E. 4.1).
5.1.2
Für die Bestimmung des Invalideneinkommens können nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für Statistik periodisch herausgege
benen Lohnstrukturerhebungen (LSE) herangezogen werden (BGE 139 V 592 E. 2.3, 135 V 297 E. 5.2, 129 V 472 E. 4.2.1, 126 V 75 E. 3b). Dabei sind grund
sätzlich die im Verfügungszeitpunkt aktuellsten veröffentlichten Tabellen der LSE zu verwenden (BGE 143 V 295 E. 4.1.3; zur Verwendung der aktuellsten statisti
schen Daten bei Rentenrevisionen vgl. BGE 143 V 295 E. 4.2.2, 142 V 178 E. 2.5.8.1, 133 V 545 E. 7.1). Der Griff zur Lohnstatistik ist subsidiär, das heisst deren
Beizug
erfolgt nur, wenn eine Ermittlung des Invalideneinkommens auf
grund und nach Massgabe der konkreten Gegebenheiten des Einzelfalles nicht möglich ist (vgl. BGE 142 V 178 E. 2.5.7, 139 V 592 E. 2.3, 135 V 297 E. 5.2; vgl. auch Meyer/
Reichmuth
, Bundesgesetz über die Invalidenversicherung,
3.
Auflage 2014,
Rn
55 und 89 zu Art. 28a, mit weiteren Hinweisen auf die Rechtsprechung).
5.2
Der Beschwerdeführer
verlor seine bisherige Arbeitsstelle aus gesundheitlichen Gründen
(vgl. E. 3.2
,
Urk.
5/26/4
)
,
we
s
halb
am zuletzt dort erzielten Verdienst anzuknüpfen
ist
. Gemäss den Angaben des Arbeitgebers (Urk. 5/26/3) hätte der Beschwerdeführer im Jahr 2015 ein Jahreseinkommen von Fr. 5
4'6
00.-- (Fr. 4'200.-- x
1
3) erzielt.
5.3
Da der Beschwerdeführer in keinem Arbeitsverhältnis mehr steht, ist mit Blick auf die ihm offenstehenden Einsatzmöglichkeiten (
E.
3.7) das Invalideneinkommen 2015
ausgehend vom Tabellenlohn gemäss der LSE 201
4
, Tabelle TA1, alle Wirt
schaftszweige («Total»), Kompetenzniveau 1 zu ermitteln (E. 5.1.
2
).
Dies führt unter Berücksichtigung der durchschnittlichen Arbeitszeit im Jahr 201
5
von 41.7 Stunden (vgl. Betriebsübliche Arbeitszeit nach Wirtschaftsabteilungen in Stunden pro Woche, Tabelle T 03.02, Abteilung alle Wirtschaftszweige «
Total»),
sowie unter Berücksichtigung der Nominallohnentwicklung bei Männern bis ins Jahr 2015 (vgl. Bundesamt für Statistik, T 39, Entwicklung der Nominallöhne, der Konsumentenpreise und der Reallöhne, 2010-2018; 2014: 2220, 2015: 2226) bei einem Pensum von 100
%
in angepasster Tätigkeit zu einem Invalideneinkom
men von
Fr.
66'633.-- (
Fr.
5'312.-- x 12 : 40 x 41.7 : 2220 x 2226) und damit zu einem rentenausschliessenden Invaliditätsgrad.
Ebenso resultierte bei einer Arbeitsfähigkeit von 75
%
in bisheriger Tätigkeit (Unterhaltsreinigung) ein rentenausschliessender Invaliditätsgrad, wäre doch für das Validen- als auch für das Invalideneinkommen von demselben Tabellenlohn auszugehen, während Anhaltspunkte für einen leidensbedingten Abzug fehlen (Invaliditätsgrad: 25
%
).
5.4
Dies führt zur Abweisung der Beschwerde.
6.
Die Kosten des Verfahrens sind auf
Fr.
800.-- festzulegen und ausgangsgemäss dem Beschwerdeführer aufzuerlegen (
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG).