# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 4e9d1e30-4bc4-4cb7-b4ca-d9ebf017e2aa
**Court:** GR_KG
**Chamber:** GR_KG_005
**Year:** 2020
**Language:** de
**Jurisdiction:** GR / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** Criminal Procedure

## Facts

I. Sachverhalt
A. A._ ist gemäss Akten am _ 1995 in O.1_ (L.1_) geboren und wuchs dort zusammen mit seiner Schwester bei beiden Elternteilen auf. Seine Eltern sind mittlerweile geschieden. Er lebte danach mit seinem Vater zusammen in O.1_, wobei er zu allen Familienangehörigen ein sehr gutes Verhältnis pflegt. In L.1_ besuchte er 9 Jahre die Primarschule und absolvierte danach eine zweijährige Ausbildung zum Maschinisten. Weil er in L.1_ keine Arbeit fand, ging er im Jahr 2017 nach O.2_, wo er als Gerüstbauer arbeitete.
B. Aufgrund des dringenden Verdachts, zusammen mit anderen Personen im Raum O.3_ und Umgebung Einbruch-, Einschleich- und Fahrzeugdiebstähle sowie Vergehen gegen das Strassenverkehrsgesetz begangen zu haben, wurde gegen A._ mit Entscheid des Zwangsmassnahmengerichts des Kantons Graubünden am 31. Dezember 2018 Untersuchungshaft bis längstens 27. März 2019 angeordnet. Am 4. März 2019 wurde er aus der Untersuchungshaft entlassen und unverzüglich in den vorzeitigen Strafvollzug versetzt.
C. Mit Urteil des Regionalgerichts Plessur vom 29. August 2019 wurde A._ des gewerbs- und bandenmässigen Diebstahls gemäss Art. 139 Ziff. 2 und Ziff. 3 Abs. 2 StGB, der mehrfachen Sachbeschädigung gemäss Art. 144 Abs. 1 StGB, des mehrfachen Hausfriedensbruchs gemäss Art. 186 StGB sowie der mehrfachen Entwendung eines Fahrzeuges zum Gebrauch gemäss Art. 94 Abs. 1 lit. b SVG schuldig gesprochen. Dafür wurde er mit einer Freiheitsstrafe von 30 Monaten bestraft. Für die Hälfte dieser Strafe, das heisst für 15 Monate, wurde der Vollzug der Freiheitsstrafe unter Ansetzung einer Probezeit von drei Jahren aufgeschoben.
D. Mit Vollzugsauftrag für Strafen des Amtes für Justizvollzug Graubünden wurde das Vollzugsende auf den 27. März 2020 festgelegt.
E. Nachdem ihm das rechtliche Gehör gewährt worden war, wurde A._ am 30. Januar 2020 gemäss Art. 64 des Ausländer- und Integrationsgesetzes (AIG; SR 142.20) aus der Schweiz weggewiesen. Das Amt für Migration und Zivilrecht Graubünden (nachfolgend: AFM GR) verfügte, dass die Wegweisung zwangsweise vollzogen werde. Ebenfalls am 30. Januar 2020 wurde A._ ein Einreiseverbot für die Schweiz und das Fürstentum Liechtenstein mit einer Gültigkeit bis zum 27. März 2023 eröffnet.
F. Der bei der zuständigen Flugbuchungsstelle des Bundes, swissREPAT, gebuchte Flug nach L.1_ wurde auf den 27. März 2020 bestätigt. Aufgrund
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der Kürzungen der Flüge infolge des Corona-Virus wurde dieser Flug jedoch gestrichen. Der Ersatzflug wurde auf den 30. März 2020 verschoben.
G. Mit Verfügung vom 11. März 2020 ordnete das AFM GR an, dass A._ am 27. März 2020 aus dem Strafvollzug direkt in die Ausschaffungshaft im Flughafengefängnis in Zürich zu versetzen sei. Am 16. März 2020 informierte swissREPAT das AFM GR dahingehend, dass der Flug vom 30. März 2020 erneut verschoben werden müsse. Das nächstmögliche Datum sei der 1. April 2020. Daraufhin stornierte das AFM GR seine Verfügung vom 11. März 2020. Kurz darauf teilte swissREPAT mit, dass auch am 1. April 2020 kein Flug stattfinden und noch kein Ersatzdatum genannt werden könne.
H. Am 24. März 2020 erliess das AFM GR gegen A._ einen Haftbefehl und versetzte ihn in Ausschaffungshaft. Als Haftgrund wurde einerseits Art. 76 Abs. 1 lit. b Ziff. 1 AIG in Verbindung mit Art. 75 Abs. 1 lit. h AIG (Verurteilung wegen eines Verbrechens) und andererseits Art. 76 Abs. 1 lit. b Ziff. 4 AIG (Rückschluss aufgrund des bisherigen Verhaltens, dass sich die Person behördlichen Anordnungen widersetzt) angegeben.
I. Nach Gewährung des rechtlichen Gehörs und nach Durchführung einer mündlichen Hauptverhandlung, an welcher auch A._ zusammen mit seiner Rechtsvertreterin teilnahm, erkannte das Zwangsmassnahmengericht des Kantons Graubünden mit Entscheid vom 30. März 2020, gleichentags mündlich eröffnet und schriftlich mitgeteilt, was folgt:
1. Die vom Amt für Migration und Zivilrecht Graubünden bis zum 27. Mai 2020 angeordnete Ausschaffungshaft ist rechtmässig sowie angemessen und wird geschützt.
2.a) A._ hat die Verfahrenskosten von CHF 500.00 zu übernehmen. Da die Voraussetzungen zur Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung erfüllt sind, gehen diese Kosten – unter dem Vorbehalt der Rückforderung – zu Lasten des Kantons Graubünden und werden auf die Gerichtskasse genommen.
b) Die Kosten des Übersetzers von CHF 180.00 gehen zu Lasten des Kantons Graubünden und werden auf die Gerichtskasse genommen.
c) Die Kosten des amtlichen Rechtsbeistands von CHF 1'881.73 gehen zu Lasten von A._. Sie werden – unter dem Vorbehalt der Rückerstattung – vom Kanton Graubünden getragen und aus der Gerichtskasse bezahlt.
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3. A._ kann gemäss Art. 80 Abs. 5 AIG einen Monat nach der Haftüberprüfung ein Haftentlassungsgesuch beim Amt für Migration und Zivilrecht Graubünden einreichen.

## Considerations