# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 3bf8e19e-a987-432a-a423-5538a0806b37
**Court:** SG_VGN
**Chamber:** SG_VGN_001
**Year:** 2018
**Language:** de
**Jurisdiction:** SG / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Das Verwaltungsgericht stellt fest:
A. Der Verein X._ bezweckt die Förderung, Schulung und Erziehung von Kindern und
Jugendlichen mit einer geistigen und/oder einer mehrfachen Behinderung oder einer
zusätzlichen Sinnesbehinderung, welche in der öffentlichen Volksschule nicht
aufgenommen werden können. Er führt zu diesem Zweck in A._ eine
Heilpädagogische Tagesschule im Sinn der kantonalen Volksschulgesetzgebung. Das
Bildungsdepartement erneuerte mit Verfügung vom 18. Dezember 2017 deren
Anerkennung vom 27. Mai 2004 als private Sonderschule (Ziffer 1 des Dispositivs) mit
der Verpflichtung, die Oberstufenlektionen vom Mittwochnachmittag zu streichen und
auf die übrige Woche zu verteilen und den entsprechenden Stundenplan (Ziffer 2 des
Dispositivs) und ein aktualisiertes Betriebskonzept (Ziffer 3 des Dispositivs)
einzureichen. Die vom Verein am 6. Dezember 2016 vorgeschlagene
Leistungsvereinbarung soll in diesem Sinn angepasst werden: Der Besuch des
Unterrichts mit 27 Wochenlektionen auf Kindergarten- und Primarstufe und 31.5
Wochenlektionen auf der Oberstufe ist für alle Schülerinnen und Schüler verbindlich
und der Mittwochnachmittag schulfrei (Ziffer 1.1). Die Ergänzung, wonach für
Oberstufenklassen die Mittagsbetreuung an fünf Schultagen (je Schulwoche)
stattfindet, entfällt (Ziffer 2.1). Die Tagesschule sorgt für vier Mittagessen für alle
Schülerinnen und Schüler pro Schulwoche (Ziffer 4.1; vgl. act. 15/3.1 und 6.1).
B. Der Verein (Beschwerdeführer) erhob gegen die am 20. Dezember 2017 versandte
Verfügung des Bildungsdepartements (Vorinstanz) mit Eingabe vom 10. Januar 2018
und Ergänzung vom 29. Januar 2018 Beschwerde beim Verwaltungsgericht mit dem
Rechtsbegehren, unter Kosten- und Entschädigungsfolge seien die Ziffern 2 und 3 der
Verfügung aufzuheben, eventualiter im Wesentlichen in dem Sinn anzupassen, dass
Jugendliche im Einverständnis mit den Erziehungsberechtigten ab dem 10. Schuljahr
die Unterrichtserweiterung und ab dem 12. Schuljahr die fortgesetzte Sonderschulung
im nachobligatorischen Bereich auch am Mittwochnachmittag besuchen können. Für
den Fall der Abweisung dieser Anträge wird die Fortführung der Unterrichtserweiterung
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und der ausserschulischen Betreuung am Mittwochnachmittag für die Dauer der
bestehenden Lehrverträge mit den Lernenden "Fachangestellte Betreuung" bis 31. Juli
2021 beantragt. Zum verfahrensrechtlichen Begehren, es sei der Beschwerde die
aufschiebende Wirkung zu erteilen, ist anzumerken, dass ihr diese Wirkung – mangels
Anordnung der Vollstreckbarkeit der angefochtenen Verfügung aus wichtigen Gründen
durch die Vorinstanz – von Gesetzes wegen zukam.
Mit Vernehmlassung vom 12. März 2018 beantragte die Vorinstanz die Abweisung der
Beschwerde unter Kostenfolge. Die Beschwerdeführerin äusserte sich dazu
abschliessend mit Eingabe vom 27. März 2018.
Auf die Ausführungen der Verfahrensbeteiligten zur Begründung ihrer Anträge und die

## Considerations

Akten wird, soweit wesentlich, in den Erwägungen eingegangen.
Darüber zieht das Verwaltungsgericht in Erwägung:
1. Das Verwaltungsgericht ist zum Entscheid in der Sache zuständig (Art. 59 Abs. 1
des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege; sGS 951.1, VRP). Die
Beschwerdeführerin ist zur Ergreifung des Rechtsmittels befugt (Art. 64 in Verbindung
mit Art. 45 Abs. 1 VRP). Die Beschwerde gegen die am 20. Dezember 2017 versandte
Verfügung der Vorinstanz wurde mit Eingabe vom 10. Januar 2018 unter
Berücksichtigung des Stillstandes der vierzehntägigen Beschwerdefrist über die
Weihnachts- und Neujahrsfeiertage vom 18. Dezember 2017 bis 2. Januar 2018
rechtzeitig erhoben (Art. 64 in Verbindung mit Art. 45 Abs. 1 VRP sowie Art. 30 Abs. 1
VRP und Art. 145 Abs. 1 Ingress und lit. c der Schweizerischen Zivilprozessordnung,
SR 272) und erfüllt zusammen mit der Ergänzung vom 29. Januar 2018 formal und
inhaltlich die gesetzlichen Anforderungen (Art. 64 in Verbindung mit Art. 48 Abs. 1 und
2 VRP). Auf die Beschwerde ist daher einzutreten.
2. Zwischen den Verfahrensbeteiligten ist umstritten, ob und allenfalls unter welchen
Voraussetzungen die von der Beschwerdeführerin geführte und mit der angefochtenen
Verfügung grundsätzlich kantonal anerkannte Sonderschule den erweiterten Unterricht
für die Oberstufenschülerinnen und -schüler sowie die fortgesetzte Sonderschulung im
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nachobligatorischen Bereich am Mittwochnachmittag und – in der Folge – am Mittwoch
auch ein Mittagessen samt Mittagsbetreuung anbieten darf.
3.
3.1. Nach Art. 39 des Volksschulgesetzes (sGS 231.1, VSG) führen die anerkannten
privaten Sonderschulen die Sonderschulung durch (Abs. 1); die Vorinstanz ist für die
Anerkennung zuständig (Abs. 2; Art. 10 Abs. 1 der Verordnung über die Anerkennung
und Finanzierung von privaten Sonderschulen, sGS 213.951, Sonderschulverordnung).
In formeller Hinsicht setzt die Anerkennung die Anhörung der Sonderschulkommission
voraus (Art. 12 Abs. 1 Sonderschulverordnung). Es – das Bildungsdepartement – kann
die Anerkennung an Bedingungen knüpfen und mit Auflagen versehen (Art. 12 Abs. 2
Sonderschulverordnung). Bei Änderung von Zweck oder Betriebskonzept der
Sonderschule stellt die Trägerschaft erneut ein Gesuch um Anerkennung (Art. 13
Ingress und lit. b Sonderschulverordnung). Den vorinstanzlichen Akten lässt sich nicht
entnehmen, dass die Vorinstanz die Sonderschulkommission vor der erneuten
Anerkennung der von der Beschwerdeführerin geführten Tagessonderschule angehört
hätte. Es ist deshalb davon auszugehen, dass die angefochtene Verfügung ohne
Anhörung der Sonderschulkommission erging.
3.2. Die Beschwerdeführerin rügt diesen Mangel zwar nicht. Entsprechend dem
Grundsatz der Rechtsanwendung von Amtes wegen korrigiert das Verwaltungsgericht
indessen eine nicht geltend gemachte Rechtsverletzung von sich aus, wenn diese
eindeutig ist oder wenn erhebliche öffentliche (oder auch private) Interessen betroffen
sind (vgl. Cavelti/Vögeli, Verwaltungsgerichtsbarkeit im Kanton St. Gallen, 2. Aufl. 2003,
Rz. 654 und 655).
3.2.1. Die Vorinstanz hat die Sonderschulkommission entgegen dem klaren und
eindeutigen Wortlaut von Art. 12 Abs. 1 Sonderschulverordnung nicht angehört. Die
Rechtsverletzung ist damit eindeutig. Abgesehen davon betrifft sie auch erhebliche
öffentliche – namentlich die Festlegung von Art und Weise der Förderung von
Jugendlichen mit Behinderung in anerkannten kantonalen Sonderschulen unter
Berücksichtigung einer fachspezifischen Aussensicht – und private – die von der
privaten Trägerschaft für eine kantonale Anerkennung der von ihr geführten
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Sonderschule zu erfüllenden Anforderungen an die Organisation des Unterrichts und
der Betreuung von Sonderschülerinnen und Sonderschülern – Interessen.
3.2.2. Nicht gegen eine Rechtsverletzung spricht, dass mit dem Inkrafttreten des
XIV. Nachtrags zum Volksschulgesetz am 1. Januar 2015 das Gesetz über
Kantonsbeiträge an private Sonderschulen (nGS 12-88 mit zahlreichen Änderungen)
und damit auch dessen Art. 3, der die Sonderschulen, welche Kantonsbeiträge
erhalten, der Aufsicht der Sonderschulkommission – einer bundesrechtlich
vorgeschriebenen "Kantonalen Kommission für die Sonderschulen in der IV" (vgl.
Botschaft zum XIV. Nachtrag VSG, ABl 2013, S. 386) – unterstellte, ebenso ersatzlos
aufgehoben wurde, wie mit dem Inkrafttreten der Neufassung der
Sonderschulverordnung vom 3. Februar 2015 (nGS 2015-020) am 1. Januar 2015 die
Regelungen zu Zusammensetzung, Wahlbehörde und Aufgaben in Art. 4 und 5
Sonderschulverordnung.
Im Volksschulgesetz wird die Sonderschulkommission nicht ausdrücklich erwähnt,
jedoch kann der Erziehungsrat gestützt auf seine gesetzliche Befugnis gemäss Art. 102
VSG, für besondere Aufgaben Fachkommissionen zu bestellen, eine
Sonderschulkommission oder ein alternatives Organ einsetzen (vgl. Botschaft
XIV. Nachtrag VSG, ABl 2013 S. 387). Von dieser Befugnis hat der Erziehungsrat
Gebrauch gemacht (vgl. Staatskalender 2018/2019 S. 69, wobei noch die
aufgehobenen Rechtsgrundlagen und die Regierung als Wahlorgan genannt werden;
vgl. auch www.sg.ch Publikationen & Services/Publikationen/Staatskalender). Das
gestützt auf Art. 37 VSG vom Erziehungsrat und vom Bildungsdepartement erlassene
und von der Regierung genehmigte Sonderpädagogik-Konzept regelt Auftrag (Ziffer
12.4.1), Aufgaben (Ziffer 12.4.2) und Zusammensetzung (Ziffer 12.4.3) der
Sonderschulkommission.
Die Sonderschulkommission und deren Zuständigkeitsbereich findet mithin auf der
Stufe des Gesetzes und auf der Stufe der departementalen Verordnung eine
ausreichende Rechtsgrundlage.
3.2.3. Gegen eine Rechtsverletzung spricht ebenso wenig, dass vorliegend nicht die
grundsätzliche Anerkennung der von der Beschwerdeführerin geführten
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Tagessonderschule, sondern die konkrete Ausgestaltung der Leistungsvereinbarung
und – damit verknüpft – des Betriebskonzepts und des Stundenplanes umstritten ist.
Zwar setzen weder die Genehmigung des Betriebskonzepts, über welches die
Sonderschule gemäss Art. 5 Sonderschulverordnung verfügen muss, noch die
Anordnung von Bedingungen und Auflagen zur Anerkennung gemäss Art. 12 Abs. 2
Sonderschulverordnung ausdrücklich die Anhörung der Sonderschulkommission durch
das Bildungsdepartement voraus.
Indessen ist aus systematischer Sicht offenkundig, dass die Sonderschulkommission
nicht bloss zur grundsätzlichen Anerkennung einer Sonderschule durch das
Bildungsdepartement, sondern auch zu den mit einer Anerkennung verknüpften
Auflagen oder zu den, die Erteilung der Anerkennung allenfalls ausschliessenden
Bedingungen anzuhören ist. Art. 12 Abs. 1 Sonderschulverordnung verweist auf die für
die Anerkennung zu erfüllenden Voraussetzungen nach den Art. 3-9
Sonderschulverordnung. Bedingungen und Auflagen – und damit auch die Festlegung
des Inhalts einer Leistungsvereinbarung und des entsprechenden Betriebskonzepts –
stellen die im Vergleich mit einer Verweigerung der Bewilligung milderen Mittel dar (vgl.
BGE 139 II 185 E. 9.1). Sie können aber bei deren Nichtbeachtung den Entzug der
Anerkennung nach sich ziehen. Zu beachten ist auch Art. 13 Sonderschulverordnung,
der unter anderem bei einer Änderung des Zwecks oder des Betriebskonzepts der
Sonderschule (lit. b) von der Trägerschaft verlangt, erneut ein Gesuch um Anerkennung
– und nicht etwa um Genehmigung der Änderungen des Betriebskonzepts bei
fortbestehender Anerkennung – zu stellen.
Auch die Materialien zum XIV. Nachtrag zum Volksschulgesetz und die Ausführungen
des Verordnungsgebers zur Sonderschulverordnung sprechen dafür, dass die
Sonderschulkommission auch hinsichtlich der Erfüllung der Voraussetzungen für die
Anerkennung anzuhören ist. Die Sonderschulkommission wird als "interdisziplinäres
Fachgremium", welches das Bildungsdepartement in Fragen der Sonderschulung
berät, bezeichnet (vgl. Ziffer 12.4.1 des Sonderpädagogik-Konzepts). In der Botschaft
zum XIV. Nachtrag VSG wird ausgeführt, dass das Bildungsdepartement "nach
Vorberatung durch die Sonderschulkommission" für die Anerkennung einer
Sonderschule zuständig ist (vgl. ABl 2013 S. 332, S. 386). Auch der Verordnungsgeber
geht davon aus, dass die Sonderschulkommission nicht bloss zur Frage der
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Anerkennung, sondern auch zu damit zusammenhängenden Bedingungen und
Auflagen anzuhören ist. In Erläuterung der Antwort der Regierung auf die Motion
Wasserfallen "Beibehaltung Sonderschulkommission" führte der Vorsteher des
Bildungsdepartements im Kantonsrat am 26. November 2014 aus, die
Sonderschulkommission sei "extrem wichtig" und gebe "die benötigte Aussensicht".
Sie werde vom Bildungsdepartement bei folgenden Verfahren zur fachlichen
Beurteilung und Beratung eingeladen: 1. Anerkennung als Sonderschule [...], 2.
Bewilligung von Betriebskonzepten von Sonderschulen [...], [...], 4. Weisungen und
Reglementen zur Sonderschulung, [...], 7. Stellungnahmen zu Themen, die für die
Sonderschulung bedeutsam sind [...]. Das werde so in der Verordnung und im Konzept
aufgenommen (vgl. www.ratsinfo.sg.ch Geschäft Nr. 42.14.11). Damit übereinstimmend
führte die Regierung in ihrer schriftlichen Antwort vom 28. Juni 2016 auf die
Interpellation der FDP-Fraktion "Sonderschulen im Kanton St. Gallen an der kurzen
Leine?" aus, die Sonderschule entscheide in eigener Verantwortung, wie sie die
Förderung der einzelnen Schülerinnen und Schüler gestalte und den Schulbetrieb
organisiere, damit ein angemessener Grundschulunterricht gewährleistet sei.
Grundlage sei das individuelle Betriebskonzept jeder Sonderschule, das vom
Bildungsdepartement bewilligt werde. Das Bildungsdepartement werde im Rahmen
des Bewilligungsverfahrens von den Experten der Sonderschulkommission beraten.
Die Sonderschulkommission berate als interdisziplinäres Fachgremium das
Bildungsdepartement in Fragen der Sonderschulung gemäss Sonderpädagogik-
Konzept. Sie stelle sicher, dass sonderschulspezifische Fragestellungen auch aus einer
aussenstehenden Expertensicht beurteilt würden. Nicht in den Zuständigkeitsbereich
der Kommission gehörten die finanziellen Aspekte der Sonderschulung (act. 15/1, Ziffer
3; vgl. auch www.ratsinfo.sg.ch Geschäfts-Nr. 51.16.12).
Das Sonderpädagogik-Konzept hält denn auch in Ziffer 12.4.2 ausdrücklich fest, dass
die Sonderschulkommission vom Bildungsdepartement zur fachlichen Beurteilung und
Beratung insbesondere in den Verfahren zur Erteilung und Entzug der Anerkennung als
Sonderschule, zur Bewilligung von Betriebskonzepten der Sonderschulen, bei
Massnahmen zur Qualitätssicherung und bei Weisungen und Reglementen zur
Sonderschulung und für Stellungnahmen zu Themen, die für die Sonderschulung
bedeutsam sind, eingeladen wird.
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3.2.4. Zusammenfassend ergibt sich damit, dass neben dem Wortlaut von Art. 12
Abs. 1 der Sonderschulverordnung auch deren Systematik, die Äusserungen des
Gesetzgebers in den Materialien zum XIV. Nachtrag zum Volksschulgesetz und der
Regierung zur Sonderschulverordnung sowie der Inhalt des Sonderpädagogik-
Konzepts eine Anhörung der Sonderschulkommission vor dem Erlass der
angefochtenen Verfügung durch die Vorinstanz verlangt hätten.
3.3. Die Verletzung formeller Vorschriften führt zur Aufhebung der angefochtenen
Verfügung (vgl. Cavelti/Vögeli, a.a.O., Rz. 731). Eine Heilung im Beschwerdeverfahren
erscheint vorliegend nicht angebracht, zumal das Übergehen einer Fachbehörde eine
erhebliche Verletzung des Verfahrensrechts darstellt. Hinzu kommt, dass
verfahrensökonomisch nicht viel gewonnen wäre, wenn das Verwaltungsgericht,
dessen Überprüfungsbefugnis zudem das vorinstanzliche Ermessen nicht umfasst
(vgl. Art. 61 Abs. 1 VRP), die Anhörung der Sonderschulkommission nachholen und
selbst in der Sache entscheiden würde. Die Beschwerde ist dementsprechend
teilweise gutzuheissen. Die angefochtene Verfügung ist aufzuheben. Die Angelegenheit
ist zur Durchführung der Anhörung der Sonderschulkommission und zu neuer
Entscheidung an die Vorinstanz zurückzuweisen.
4. Bei der erneuten Beurteilung der Angelegenheit wird die Vorinstanz das Folgende in
Betracht ziehen müssen:
4.1. Die Anerkennung als kantonale Sonderschule setzt unter anderem gemäss Art. 5
Abs. 1 Sonderschulverordnung ein Betriebskonzept, das Leistungen, Finanzierung,
Führung und Organisation sowie Massnahmen zu Qualitätssicherung und -entwicklung
regelt, und die Erfüllung der Leistungsvereinbarung in pädagogischer,
organisatorischer und finanzieller Hinsicht sicherstellt, voraus. Die
Leistungsvereinbarung regelt gemäss Art. 16 Ingress Sonderschulverordnung
insbesondere Leistungsangebot (lit. a), Bedarfsstufe in den Bereichen Schule und
Internat (lit. b) sowie Öffnungszeiten und Platzangebot der ausserschulischen
Betreuung für Tagesschülerinnen und -schüler sowie des Internats (lit. c). Die
Verfahrensbeteiligten gehen soweit ersichtlich übereinstimmend davon aus, dass die
von der Beschwerdeführerin geführte Heilpädagogische Schule über ein am
24. November 2015 angepasstes – allerdings von der Sonderschulkommission
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ebenfalls fachlich noch nicht beurteiltes (vgl. Ziffer 12.4.2 des Sonderschulkonzepts) –
Betriebskonzept verfügt, welches die genannten Inhalte regelt und insbesondere die
Erfüllung der Leistungsvereinbarung gemäss Vorschlag der Beschwerdeführerin vom
6. Dezember 2016 (act. 15/3.1) sicherstellt, alle weiteren für die Anerkennung
verlangten Voraussetzungen erfüllt und deshalb gestützt auf Art. 39 Abs. 2 des
Volksschulgesetzes (sGS 213.1, VSG) und Art. 10 Abs. 1 Sonderschulverordnung von
der Vorinstanz als private Sonderschule nach Massgabe des Versorgungskonzeptes für
den Sonderschulunterricht als private Sonderschule grundsätzlich anerkannt werden
kann.
4.2. Für die anerkannten privaten Sonderschulen als Teil der öffentlichen Volksschule
gelten gemäss Art. 1 Abs. 1 Ingress VSG die Bestimmungen des Volksschulgesetzes
über die sonderpädagogischen Massnahmen (lit. a) und bei deren Anwendung
sachgemäss die übrigen Bestimmungen des Gesetzes (lit. b). Nach Art. 37 VSG
vollzieht das kantonale Sonderpädagogik-Konzept die Grundsätze des Gesetzes zu
den sonderpädagogischen Massnahmen (Abs. 1); es regelt insbesondere die
"weiteren" Grundlagen der Sonderpädagogik in fachlich-pädagogischer und
organisatorisch-betrieblicher Hinsicht (Abs. 2 Ingress und lit. a). Zuständig für den
Erlass des Sonderpädagogik-Konzeptes sind im Rahmen von Gesetz und Verordnung
in fachlich-pädagogischer Hinsicht der Erziehungsrat und in organisatorisch-
betrieblicher Hinsicht das Bildungsdepartement; es bedarf der Genehmigung der
Regierung (Art. 37 Abs. 1 und 2 VSG).
Das Sonderpädagogik-Konzept hält in organisatorischer Hinsicht einzig fest, dass die
Tagessonderschulen die Blockzeiten – aufgrund der teilweise langen Anfahrtswege –
institutionsbezogen festlegen (Ziffer 3.3.3). Es enthält aber – anders als die Weisungen
des Erziehungsrates und des Bildungsdepartements zur Unterrichtsorganisation, zur
Klassenbildung und zum Personalpool in der Volksschule (vgl. Schulblatt 6/2016 S. 452
ff., nachfolgend Weisungen zur Volksschule) in Art. 4 Abs. 1 Satz 1 für die öffentlichen
Volksschulen – keine ausdrückliche Bestimmung, nach welcher am
Mittwochnachmittag kein Unterricht stattfindet. Immerhin aber sieht Ziffer 2.1 des
Anhangs 2 mit dem Titel "Ausserschulische Betreuung in Tagessonderschulen" vor,
dass das Grundangebot eine Mittagsbetreuung vier bis fünfmal pro Woche,
mindestens 90 Minuten (ab Oberstufe auch 60 Minuten möglich) mit Anleitung und
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Begleitung während des Essens inklusive Freizeitaktivitäten bzw. Anleiten zu Aktivitäten
umfasst.
Die Weisungen zur Volksschule verweisen bei der Umschreibung ihres
Geltungsbereichs in Art. 1 Abs. 2 für die anerkannten privaten Sonderschulen
ausdrücklich auf das Sonderpädagogik-Konzept. Diese Verweisungsnorm drückt aus,
was auch der bereits erwähnte Art. 1 Abs. 1 Ingress und lit. b VSG in allgemeiner
Weise festhält: Im Bereich der Sonderpädagogik ist eine behinderungs- und
angebotsbedingte Anpassung der Unterrichtsorganisation selbstverständlich
erforderlich. Art. 4 Abs. 1 Satz 1 der Weisungen, der den unterrichtsfreien
Mittwochnachmittag vorschreibt, ist deshalb jedenfalls nicht unmittelbar auf die
anerkannten privaten Sonderschulen anwendbar. Zu beachten ist im Übrigen wohl
auch, dass das Gesuch der Beschwerdeführerin zumindest teilweise Schülerinnen und
Schüler betrifft, welche die obligatorische Schulpflicht, wie sie in der Regelschule zu
erfüllen ist (vgl. Art. 48 Abs. 1 VSG), abgeschlossen haben. Auch insoweit erscheint
eine unmittelbare Anwendung der Weisungen zur Volksschule ausgeschlossen.
Ob und inwieweit mit Blick auf die Aufgaben der Sonderschule eine subsidiäre Geltung
der Regel des unterrichtsfreien Mittwochnachmittags für die Schülerinnen und Schüler
der Oberstufe und der Weiterführung der Sonderschulung im nachobligatorischen
Bereich angebracht ist, wird die Vorinstanz insbesondere unter Berücksichtigung des
Ergebnisses der Anhörung der Sonderschulkommission, zu beurteilen haben.
5. Dem Verfahrensausgang entsprechend – die Beschwerde ist teilweise gutzuheissen
und die Angelegenheit mit ergebnisoffenem Verfahrensausgang an die Vorinstanz
zurückzuweisen – trägt der Staat die amtlichen Kosten des Beschwerdeverfahrens
(Art. 95 Abs. 1 VRP). Eine Entscheidgebühr von CHF 1‘500 ist angemessen (Art. 7
Ziff. 222 der Gerichtskostenverordnung, sGS 941.12). Auf die Erhebung ist zu
verzichten (Art. 95 Abs. 3 VRP). Der Beschwerdeführerin ist der von ihr in der Höhe von
CHF 1'500 geleistete Kostenvorschuss zurückzuerstatten.
Die obsiegende Beschwerdeführerin stellte ihre Anträge zwar unter
Entschädigungsfolge. Indessen hat sie die Angelegenheit selbst geführt und auch keine
erheblichen Aufwendungen nachgewiesen, welche eine Umtriebsentschädigung
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rechtfertigen würden. Ausseramtliche Kosten sind dementsprechend für das
Beschwerdeverfahren nicht zu entschädigen (Art. 98 Abs. 1 und Art. 98 VRP).