# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 003c30b1-b72d-52e0-af8b-8f05e8425027
**Court:** BE_VB
**Chamber:** BE_VB_001
**Year:** 2015
**Language:** de
**Jurisdiction:** BE / Espace_Mittelland
**Law Area:** Public
**Law Sub-area:** $law_sub_area

## Facts

I. Sachverhalt
1. Die Beschwerdeführenden kauften in Zürich eine bestehende Wohn-
Containeranlage. Die ca. 24 m lange, 9.30 m breite und 6.30 m hohe Containerbaute
zügelten die Beschwerdeführenden nach Ursenbach. Dort wollen sie die Containeranlage
neu aufstellen und zusätzlich energietechnisch sanieren. Für die Sanierung der
Containeranlage reichte das Architekturbüro C._ im Auftrag der
Beschwerdeführenden mit Eingabe vom 10. November 2014 bei der regionalen
Bearbeitungsstelle des Gebäudeprogramms ein Gesuch um einen Förderbeitrag für die
Sanierung dieser Containeranlage ein.
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2. Mit Schreiben vom 15. Dezember 2014 haben die Beschwerdeführenden von der
regionalen Bearbeitungsstelle einen negativen Entscheid erhalten mit der Begründung, es
handle sich bei der Containeranlage um einen Neubau und daher um ein nicht
förderberechtigtes Objekt. Mit Schreiben vom 7. Januar 2015 verlangte das Architekturbüro
C._ im Auftrag der Beschwerdeführenden beim AUE eine anfechtbare Verfügung.
3. Mit Verfügung vom 19. Februar 2015 trat das AUE auf das Beitragsgesuch der
Beschwerdeführenden nicht ein. Dies mit der Begründung, dass für die Beurteilung der
Förderberechtigung der neue Standort der Baute massgebend sei. Das Bauvorhaben sei
als baubewilligungspflichtiger Neubau zu betrachten und es müssten die Anforderungen für
einen Neubau eingehalten werden. Die Einstufung der Containeranlage als Neubau sei
korrekt.
4. Dagegen reichten die Beschwerdeführenden mit Eingabe vom 17. März 2015
Beschwerde bei der Bau-, Verkehrs- und Energiedirektion des Kantons Bern (BVE) ein. Sie
beantragen sinngemäss die Aufhebung der Verfügung des AUE vom 19. Februar 2015 und
die Gutheissung ihres Beitragsgesuchs. Sie kritisieren, es sei nicht korrekt, dass die
Containeranlage als Neubau eingestuft worden sei.
5. Das Rechtsamt, das die Beschwerdeverfahren für die BVE leitet1, führte den
Schriftenwechsel durch und holte beim AUE die Vorakten ein. In seiner Vernehmlassung
vom 17. April 2015 hält das AUE an seiner Verfügung fest ohne einen formellen Antrag zu
stellen. Die Beschwerdeführenden äusserten sich zur Vernehmlassung des AUE nicht. Auf
die Rechtsschriften wird, soweit für den Entscheid relevant, in den nachfolgenden
Erwägungen eingegangen.

## Considerations

II. Erwägungen
1 Art. 7 der Verordnung vom 18. Oktober 1995 über die Organisation und die Aufgaben der Bau-, Verkehrs- und Energiedirektion (OrV BVE; BSG 152.221.191)
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1. Sachurteilsvoraussetzungen
a) Angefochten ist eine Verfügung des AUE über ein Beitragsgesuch für einen
Förderbeitrag aus dem Gebäudeprogramm von Bund und Kantonen. Verfügungen des
AUE über Staatsbeiträge können nach Art. 62 VRPG2 i.V.m. Art. 28 StBG3 bei der BVE
angefochten werden. Die Beschwerdefrist beträgt 30 Tage (Art. 67 VRPG).
b) Zur Beschwerde befugt ist, wer vor der Vorinstanz am Verfahren teilgenommen hat
oder keine Möglichkeit zur Teilnahme erhalten hat, durch die Verfügung oder den
angefochtenen Entscheid besonders berührt ist und ein schutzwürdiges Interesse an der
Aufhebung oder Änderung der Verfügung hat (Art. 65 Abs. 1 VRPG). Die
Beschwerdeführenden erfüllen als Gesuchsteller, deren Gesuch nicht entsprochen wurde,
alle diese Voraussetzungen. Auf ihre form- und fristgerecht eingereichte Beschwerde ist
einzutreten.
2. Allgemeines zum Gebäudeprogramm
a) Der Bund erhebt gestützt auf das Bundesgesetz über die Reduktion der CO2-
Emissionen4 auf der Herstellung oder Gewinnung und auf der Einfuhr von Kohle sowie von
fossilen Brenn- und Treibstoffen eine Abgabe. Nach Art. 34 Abs. 1 CO2-Gesetz wird ein
Drittel des Abgabeertrags, höchstens aber 300 Millionen Franken pro Jahr, für
Massnahmen zur Verminderung der CO2-Emissionen bei Gebäuden verwendet. In diesem
Rahmen gewährt der Bund den Kantonen globale Finanzhilfen an die energetische
Sanierung bestehender beheizter Gebäude (Bst. a) und an die Förderung der
erneuerbaren Energien, der Abwärmenutzung und der Gebäudetechnik im Umfang von
höchstens einem Drittel der zweckgebundenen Erträge pro Jahr. Die Ausrichtung der
globalen Finanzhilfen gemäss Art. 34 Abs. 1 Bst. a CO2-Gesetz erfolgt über eine
Programmvereinbarung zwischen dem Bundesamt für Energie (BFE) und den Kantonen.
Diese Programmvereinbarung soll eine harmonisierte Umsetzung in allen Kantonen
garantieren. Art. 104 Abs. 4 der CO2-Verordnung5 verlangt deshalb, dass das BFE und die
2 Gesetz über die Verwaltungsrechtspflege vom 23. Mai 1989 (BSG 155.21) 3 Staatsbeitragsgesetz vom 16. September 1992 (StBG; BSG 641.1) 4 Bundesgesetz über die Reduktion der CO2-Emissionen vom 23. Dezember 2011 (CO2-Gesetz, SR 641.71) 5 Verordnung über die CO2-Abgabe (CO2-Verordnung) vom 30. November 2012 (SR 641.711)
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Kantone die Kriterien für die Verwendung der Finanzhilfen in allen
Programmvereinbarungen einheitlich festlegen.
b) Gemäss der Programmvereinbarung zwischen dem BFE und der
Energiedirektorenkonferenz vom 5. März 2010 ist das Programmziel auf der Grundlage des
unter allen Kantonen harmonisierten Programms zur Förderung CO2-wirksamer
Massnahmen im Gebäudebereich (harmonisiertes Gebäudeprogramm) zu erreichen. Um
das Gebäudeprogramm schweizweit gleich zu handhaben, haben der Bund und die
Kantone auf einer gemeinsamen Internetseite (www.dasgebaeudeprogramm.ch) die Gesuchsformulare für die einzelnen Kantone aufgeschaltet und darin auch die
Förderbedingungen veröffentlicht. Die allgemeinen Beitragsbedingungen sind auf Seite
sechs der Gesuchsformulare festgeschrieben. Die Beschwerdeführenden haben für das
Gesuch dieses Gesuchsformular verwendet und mit der Unterschrift bestätigt, dass sie mit
den allgemeinen Bedingungen einverstanden sind.6
3. Förderbedingungen
a) Die Beschwerdeführenden machen insbesondere geltend, es sei nicht
nachvollziehbar, weshalb die Containeranlage in Bassersdorf als bestehende und in
Ursenbach als neue Baute definiert werde. Am neuen Standort in Ursenbach habe sich
gegenüber dem Standort in Bassersdorf nichts geändert. Die Bausubstanz des Containers
sei gleich geblieben. Weder sei etwas neu gebaut worden, noch seien die Materialien neu.
Es sei nicht einzusehen, weshalb nach dem Standortwechsel für das Gebäude keine
Beiträge gewährt werden könnten.
b) Das AUE hält in seiner Vernehmlassung vom 17. April 2015 fest, das
Gebäudeprogramm fördere Sanierungen, jedoch keine Neubauten. Bei der Gewährung
von Beiträgen sei daher entscheidend, ob ein neues Gebäude erstellt oder ein bereits
bestehendes Gebäude saniert werde. Da am neuen Standort in Ursenbach keine Baute
existierte, sei von einem Neubau auszugehen. Für die Errichtung der Containeranlage am
neuen Standort sei eine Baubewilligung nötig und es müssten die Minimalanforderungen
an die Energienutzung, die für Neubauten gelten, eingehalten werden. Die Einhaltung der
6 Siehe pag. 6 und 11 der Vorakten des AUE
http://www.dasgebaeudeprogramm.ch
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gesetzlichen Minimalanforderungen werde finanziell nicht gefördert. Die Verweigerung von
Förderbeiträgen durch die regionale Bearbeitungsstelle des Gebäudeprogramms sei
korrekt.
c) Nach den Akten wurde die fragliche Containeranlage im Jahr 1992 in Bassersdorf
erstellt. Zwischenzeitlich haben die Beschwerdeführenden die Containeranlage jedoch
abgebrochen und nach Ursenbach gezügelt. Mit dem Abbruch und dem Standortwechsel
der Containeranlage ist der Besitzschutz dieser Baute untergegangen.7 Das heisst, der
Weiterbestand der Anlage mit ihrer Nutzung ist am neuen Ort nicht mehr geschützt. Dass
die Containeranlage am neuen Ort mit den gleichen Bauteilen bzw. Materialien wieder
aufgebaut wurde, ändert an diesem Umstand nichts. Bewilligungsrechtlich gilt hier der
Wiederaufbau der Containerbaute als Neubau. Dies hat zur Folge, dass die fragliche
Containeranlage, gleich wie Neubauten oder neubauähnliche Umgestaltungen, den
einschlägigen bau-, planungs- und umweltrechtlichen Vorschriften entsprechen muss.
Dazu gehören auch die energierechtlichen Bauvorschriften (Art. 25 BauG8). Dass bei
einem Standortwechsel von Containern die Besitzstandsgarantie nicht angerufen werden
kann, ist auch im Merkblatt "Mobile Containerbauten" des AUE festgeschrieben.9 Nach
dem Gesagten steht somit fest, dass die umstrittene Containerbaute nicht mehr als
bestehendes, sondern als neues Gebäude zu behandeln ist. Nach den allgemeinen
Bedingungen des Gebäudeprogramms besteht für Neubauten kein Anspruch auf
Förderbeiträge.
d) Nach der kantonalen Energiegesetzgebung werden Containerbauten nicht als
separate Gebäudekategorie behandelt. Sie gelten vielmehr als Gebäude und fallen in den
Anwendungsbereich der Energiegesetzgebung (Art. 1 Abs. 1 KEnV10). Beim
Standortwechsel von Containern, bei deren neuem Standort für den Containerbau eine
Baubewilligungspflicht besteht, müssen die Wärmeschutzanforderungen für Neubauten
erfüllt werden.11
7 Aldo Zaugg/Peter Ludwig, Kommentar zum Baugesetz des Kantons Bern, 4. Aufl., Band I, Bern 2013, Art. 1a N. 28 8 Baugesetz vom 9. Juni 1985 (BauG; BSG 721.0) 9 Vgl. Merkblatt "Mobile Containerbauten des AUE vom 2013, S. 3 (abrufbar unter: www.bve.be.ch Rubrik Energie / Energievorschriften Bau / Energieordner Ziff. 7, letztmals am 16. Juni 2015 besucht) 10 Kantonale Energieverordnung vom 26. Oktober 2011 (KEnV; BSG 741.111) 11 Vgl. Merkblatt "Mobile Containerbauten des AUE vom 2013, S. 3 (abrufbar unter: www.bve.be.ch Rubrik Energie / Energievorschriften Bau / Energieordner Ziff. 7, letztmals am 16. Juni 2015 besucht)
http://www.bve.be.ch http://www.bve.be.ch
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e) Die ca. 24 m lange, 9.30 m breite und 6.30 m hohe Containerbaute bedarf
unbestrittenermassen einer Baubewilligung. Sie fällt somit in den Anwendungsbereich des
KEnG12 und der KEnV. Die Containerbaute muss demzufolge die
Wärmeschutzanforderungen für Neubauten erfüllen. Wesentlich ist dabei, dass für
Neubauten, verglichen mit Sanierungen von bestehenden Gebäuden, strengere
Wärmeschutzanforderungen gelten (Art. 14 Abs. 1 Bst. a Ziff. 1 i.V.m Art. 1 Abs. 2 KEnV).
Anspruch auf Fördergelder aus dem Gebäudeprogramm erhalten Gebäudeeigentümer
jedoch nur deshalb, weil sie die Einzelbauteile "freiwillig" deutlich besser dämmen als dies
die Energiegesetzgebung für Sanierungen von bestehenden Bauten vorschreibt. Wer
jedoch bereits aufgrund gesetzlicher Vorschriften zur Einhaltung der strengeren
Neubauvorschriften verpflichtet ist, kann nach dem Sinn des Gebäudeprogramms nicht in
den Genuss von Förderbeiträgen kommen.
Anzumerken ist schliesslich, dass hier der erforderliche Grenzwert für den Bauteil Boden
EG nicht eingehalten ist. Aus der U-Wertberechnung der Beschwerdeführenden ist zu
entnehmen, dass der Bauteil Boden (B3 und C3) einen Wärmedurchgangskoeffizienten (U-
Wert) von 0.19 W/m2K erreicht.13 Bei Neubauten beträgt der U-Wert für diesen Bauteil
ohne Wärmebrückennachweis jedoch 0.17 W/m2K (Anhang 1 zu Art. 14 Abs. 1 Bst. a Ziff. 1
KEnV). Für ungenügende Wärmeschutzmassnahmen besteht grundsätzlich kein
Förderanspruch.
f) Aus den Erwägungen folgt, dass das AUE für den Wiederaufbau der umstrittenen
Containeranlage zu Recht keinen Förderbeitrag zusicherte. Daran vermag auch das in
Widerspruch zur Begründung stehende Dispositiv der angefochtenen Verfügung vom
19. Februar 2015 (nicht eintreten auf das Beitragsgesuch) nichts zu ändern. Aus den
Erwägungen des AUE geht klar hervor, dass es das Förderbeitragsgesuch inhaltlich
beurteilte. In der Begründung erklärte es, weshalb dem Gesuch nicht entsprochen werden
konnte. Bei dieser Begründung hätte das AUE allerdings anstatt auf das Gesuch nicht
einzutreten, es richtigerweise abweisen müssen. Durch das offensichtliche redaktionelle
Versehen der Vorinstanz sind den Beschwerdeführenden keine Nachteile entstanden. Der
Klarheit halber wird das Verfügungsdispositiv mit diesem Beschwerdeentscheid berichtigt.
12 Kantonales Energiegesetz vom 15. Mai 2011 (KEnG; BSG 741.1) 13 Vgl. pag. 28 der Vorakten des AUE
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4. Kosten
Bei diesem Ausgang des Verfahrens unterliegen die Beschwerdeführenden. Der
redaktionelle Mangel hat keine Auswirkungen auf die Kostenverlegung. Die
Beschwerdeführenden haben die Verfahrenskosten zu tragen (Art. 108 Abs. 1 VRPG).
Diese werden bestimmt auf eine Pauschalgebühr von Fr. 500.00 (Art. 103 Abs. 2 VRPG in
Verbindung mit Art. 19 Abs. 1 GebV14). Behörden haben keinen Anspruch auf
Parteikostenersatz. Parteikosten werden deshalb keine gesprochen (Art. 104 Abs. 3
VRPG).