# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 931aa5a2-ede8-567a-b4e8-1a46966b3166
**Court:** SG_VG
**Chamber:** SG_VG_001
**Year:** 2020
**Language:** de
**Jurisdiction:** SG / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Das Verwaltungsgericht stellt fest:
A.
X._ Jahrgang 1990, ledig, war seit September 2011 Studentin an der Universität St.
Gallen. Sie zog am 13. März 2017 von ihrem ehemaligen Wohnort S._ nach Y._ in
eine Wohngemeinschaft. X._ befand sich vom 14. März bis 13. Juli 2017 stationär in
der psychiatrischen Klinik B._. Am 4. April 2017 stellte sie bei der politischen
Gemeinde Y._ Antrag auf Sozialhilfeleistungen. Nach dem Klinikaustritt von X._ am
A.a.
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13. Juli 2017 fand am 23. August 2017 ein Gespräch zwischen X._ und den Sozialen
Diensten Y._ statt. Im Nachgang sandte X._ unter anderem den am 31. August 2017
abgeschlossenen Mietvertrag für eine Einzimmer-Wohnung an der L._strasse mit
Mietbeginn ab 1. September 2017 (Nettomiete von CHF 700). Am 11. September 2017
trat X._ in die psychiatrische Tagesklinik in Y._ ein.
Der Vater von X._ teilte mit Schreiben vom 5. September 2017 den Sozialen Diensten
mit, dass seine Tochter ab Anfang Dezember 2017 für ungefähr drei Monate ihre
Grossmutter in P._ besuchen werde. Durch den Auslandaufenthalt würden dem
Sozialamt keine Mehrkosten entstehen. Es werde lediglich die Weiterführung der
Unterstützung im üblichen Rahmen beantragt (act. Sozialamt 21). Mit E-Mail vom 13.
September 2017 informierten die Sozialen Dienste den Vater von X._ unter anderem
darüber, dass einer unterstützten Person höchstens ein Auslandaufenthalt von vier
Wochen pro Jahr zustehe. Ein solcher Aufenthalt sei vorgängig mit ihnen abzusprechen
(act. Sozialamt 2). Anlässlich eines Gesprächs am 5. Oktober 2017 zwischen X._,
ihrem Vater und den Sozialen Diensten hielt der Vater zum Ferienaufenthalt in P._ fest,
dass er die Haltung der Sozialen Dienste nicht akzeptieren werde (act. Sozialamt 2).
Bezüglich dieses Themas fanden zwischen dem 12. Oktober und 21. November 2017
verschiedene Kontakte via E-Mail oder Telefon statt. Per 17. November 2017 trat X._
aus der Tagesklinik aus.
A.b.
Mit Verfügung vom 28. November 2017 lehnten die Sozialen Dienste Y._ den Antrag
auf Sozialhilfeunterstützung von X._ für den Zeitraum vom 13. März bis 30. Juni 2017
mangels Bedürftigkeit ab. Im Monat Juli 2017 habe sie Anspruch auf
Sozialhilfeunterstützung in der Höhe von CHF 87.65 und im August 2017 auf CHF
1'023.20 (act. Sozialamt 33). Den dagegen erhobenen Rekurs hiess das Departement
des Inneren mit Entscheid vom 21. Januar 2019 teilweise gut. Gegen diesen Entscheid
erhob X._ am 6. Februar 2019 Beschwerde beim Verwaltungsgericht (B. 2019/29). Mit
Entscheid vom 24. Januar 2020 wies das Verwaltungsgericht die Beschwerde ab.
A.c.
Mit E-Mail vom 16. November 2017 luden die Sozialen Dienste X._ und ihren Vater auf
den 6. Dezember 2017 zu einem Gespräch ein (act. Sozialamt 2). Am 2. Dezember
2017 flog X._ mit ihrem Vater nach P._; der Rückflug wurde auf den 30. März 2018
gebucht (act. Sozialamt 31). Den auf den 6. Dezember 2017 festgesetzten
Beratungstermin bei den Sozialen Diensten konnte X._ wegen ihres
Auslandaufenthaltes nicht wahrnehmen. Mit Schreiben vom 14. Dezember 2017
A.d.
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B.
forderten die Sozialen Dienste X._ auf, diverse Auflagen bis zum 20. Dezember 2017
zu erfüllen. Zudem kündigten sie an, die Sozialhilfeunterstützung per 1. Januar 2018
einzustellen. Während des Aufenthaltes in P._ sei X._ nicht in der Lage, ihre
Bedürftigkeit auszuweisen. Sofern sie weiterhin Unterstützung benötige, müsse sie am
3. Januar 2018 persönlich bei der zuständigen Sozialberaterin erscheinen (act.
Sozialamt 31). Diesen Termin nahm X._ nicht wahr. Die Schwester von X._ reichte
aufgrund der gewährten Fristverlängerung mit Schreiben vom 10. Januar 2018 eine
Stellungnahme zu den Auflagen ein und erfüllte damit die Auflagen teilweise (act.
Sozialamt 31).
Die Sozialen Dienste stellten mit Verfügung vom 29. März 2018 die
Sozialhilfeunterstützung per 1. Januar 2018 vollständig ein. Sie begründeten ihren
Entscheid im Wesentlichen damit, dass X._ ihren gewöhnlichen Aufenthalt in Y._ mit
der Ausreise aus der Schweiz nach P._ aufgegeben habe. Das Recht auf
Existenzsicherung solle bedürftige Menschen auf dem Hoheitsgebiet der Schweiz
schützen. Mangels Erfüllung der Anspruchsvoraussetzungen habe sie den Anspruch
auf Sozialhilfeunterstützung verloren. Zudem habe sie ihre Auskunfts-, Melde- und
Mitwirkungspflicht verletzt. Die internen Weisungen würden eine Ortsabwesenheit von
maximal vier Wochen pro Jahr unter gewissen Bedingungen zulassen. Ein solcher
vierwöchiger Auslandaufenthalt sei ihr im Dezember 2017 zugestanden worden. Mit
Entscheid vom 21.Februar 2019 hiess das Departement des Inneren den dagegen
erhobenen Rekurs teilweise gut und wies die Angelegenheit zur weiteren
Sachverhaltsabklärung und Neubeurteilung an die politische Gemeinde Y._ zurück. Es
erwog, X._ habe ihren Unterstützungswohnsitz durch ihren viermonatigen
Auslandaufenthalt nicht aufgegeben. Allerdings sei dieser Aufenthalt bei der Höhe des
Grundbedarfs für den Lebensunterhalt zu berücksichtigen. Zudem werde die
Angelegenheit wegen Verletzung der Auskunfts- und Meldepflicht zur Prüfung der
Höhe und Dauer der Kürzung der Leistungen zurückgewiesen.
A.e.
Beschwerde B 2019/53
Gegen den Entscheid des Departements des Innern (Vorinstanz) erhob die politische
Gemeinde Y._ (Beschwerdeführerin 1), vertreten durch die Sozialen Dienste, mit
Eingabe vom 8. März 2019 Beschwerde beim Verwaltungsgericht. Sie beantragte die
Aufhebung des vorinstanzlichen Entscheids unter Kosten- und Entschädigungsfolge.
B.a.
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Auf die Vorbringen der Verfahrensbeteiligten zur Begründung ihrer Anträge sowie die
Akten wird, soweit für den Entscheid relevant, in den nachstehenden Erwägungen
eingegangen.
Die Vorinstanz verzichtete mit Schreiben vom 18. März 2019 auf eine Vernehmlassung
und verwies auf die Erwägungen des angefochtenen Entscheids. Mit Eingabe vom 8.
April 2019 schloss X._ (Beschwerdegegnerin 1) auf Abweisung der Beschwerde. Die
Beschwerdeführerin verzichtete mit Schreiben vom 2. Mai 2019 auf eine weitere
Stellungnahme.
B.b.
Beschwerde B 2019/61
X._ (Beschwerdeführerin 2) reichte gegen den Entscheid des Departements des Innern
(Vorinstanz) mit Eingabe vom 12. März 2019 ebenfalls Beschwerde beim
Verwaltungsgericht ein. Sie beantragte die Aufhebung des vorinstanzlichen Entscheids
und die Ausrichtung der vollumfänglichen Sozialhilfeleistungen für die Monate Januar
bis und mit März 2018. Zudem ersuchte sie um Gewährung der unentgeltlichen
Rechtspflege, im Sinne eines Verzichts auf Gerichtskostenvorschüsse.
B.c.
Der Abteilungspräsident des Verwaltungsgerichts setzte X._ mit Schreiben vom
8. Februar 2019 in Kenntnis, dass auf die Erhebung des Kostenvorschusses verzichtet
werde. Damit sei das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege gegenstandslos
geworden.
B.d.
Die Vorinstanz beantragte in ihrer Vernehmlassung vom 19. März 2019 die Abweisung
der Beschwerde und verwies zur Begründung auf die Erwägungen des angefochtenen
Entscheids. Mit Eingabe vom 5. April 2019 reichte die politische Gemeinde Y._
(Beschwerdegegnerin 2) ihre Vernehmlassung ein und stellte ebenfalls den Antrag auf
Abweisung der Beschwerde, soweit darauf eingetreten werde, unter Kosten- und
Entschädigungsfolge. X._ liess dem Verwaltungsgericht am 4. April und 9. Mai 2019
weitere Eingaben zukommen.
B.e.
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## Considerations

Darüber zieht das Verwaltungsgericht in Erwägung:
1.
Die Beschwerdeverfahren B 2019/53 und B 2019/61 betreffen den gleichen
Streitgegenstand und basieren auf denselben Akten. Es rechtfertigt sich daher, die
zwei Beschwerden in einem einzigen Entscheid zu behandeln und die beiden
Beschwerdeverfahren zu vereinigen.
1.1.
Die sachliche Zuständigkeit des Verwaltungsgerichts ist gegeben (Art. 59 Abs. 1 des
Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege; sGS 951.1, VRP). Nach Art. 64 VRP in
Verbindung mit Art. 45 Abs. 1 VRP ist zur Erhebung des Rekurses berechtigt, wer an
der Änderung oder Aufhebung der Verfügung oder des Entscheides ein eigenes
schutzwürdiges Interesse dartut. Zur Wahrung öffentlicher Interessen steht das
Beschwerderecht auch der zuständigen Behörde einer öffentlich-rechtlichen
Körperschaft oder einer selbständigen öffentlich-rechtlichen Anstalt zu (Art. 64 VRP in
Verbindung mit Art. 45 Abs. 2 VRP). Praxisgemäss setzt die Legitimation eines
Gemeinwesens nach Art. 45 Abs. 2 VRP voraus, dass dieses den streitigen Entscheid
durch Setzen eines Rechtsaktes im eigenen Aufgabenbereich erlassen und damit
bestimmte öffentliche Interessen vertreten hat (GVP 1992 Nr. 43). Das ist nur der Fall,
wenn es im Bereich einer ihm obliegenden Aufgabe tätig wurde und dabei lokale
Interessen wahrgenommen hat. Unerheblich ist, ob es sich dabei um autonome
Belange oder übertragene Befugnisse handelt. Der Aufgabenkreis der öffentlich-
rechtlichen Körperschaften oder Anstalten ergibt sich aus der Zuständigkeitsordnung
des kantonalen Rechts. Massgebend ist letztlich, ob der betreffenden Körperschaft
oder Anstalt eigene Verfügungskompetenz zukommt (Cavelti/Vögeli,
Verwaltungsgerichtsbarkeit im Kanton St. Gallen – dargestellt an den Verfahren vor
dem Verwaltungsgericht, 2. Aufl. 2003, Rz. 453 f.). Im vorliegenden Fall hat die
Beschwerdeführerin 1 von ihrer Verfügungskompetenz Gebrauch gemacht, und damit
ist die Beschwerdebefugnis der politischen Gemeinde betreffend die
Sozialhilfestreitigkeiten gegeben (vgl. B 2019/117 vom 18. Dezember 2019 E. 1,
VerwGE B 2016/32 vom 14. Dezember 2017 E. 1). Die Beschwerde 1 gegen den
Entscheid der Vorinstanz vom 21. Februar 2019 wurde mit Eingabe vom 8. März 2019
rechtzeitig erhoben und erfüllt formal und inhaltlich die gesetzlichen Anforderungen
(Art. 64 in Verbindung mit Art. 47 Abs. 1 und Art. 48 Abs. 1 VRP).
1.2. bis
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Weiter zu prüfen ist, ob der Entscheid der Vorinstanz selbständig anfechtbar ist und
damit auf die Beschwerde eingetreten werden kann. Die Vorinstanz erwog, dass die
Einstellung der Unterstützungsleistungen während dem vorübergehenden
Auslandaufenthalt der Beschwerdegegnerin 1 vom 1. Januar bis 31. März 2018 nicht
zulässig sei. Zu berücksichtigen seien die bezahlten Mietzinsen der Wohnung in Y._
sowie die allfällig belegten Krankheitskosten. Der mehrmonatige Aufenthalt in P._ sei
aber bei der Höhe des Grundbedarfs für die Lebenshaltungskosten zu berücksichtigen.
Nachdem keine näheren Details zum Aufenthalt bekannt seien, habe diesbezüglich eine
Rückweisung zu erfolgen, damit die Höhe des anrechenbaren Grundbedarfs ermittelt
werden könne. Die Beschwerdeführerin 1 zeigt sich mit der Feststellung der
Unzulässigkeit der Einstellung der Unterstützungsleistungen nicht einverstanden.
Bei einem solchen Rückweisungsentscheid stellt sich die Frage nach der
Bindungswirkung. Auf Grund dieser Bindungswirkung wird ein Rückweisungsentscheid
insoweit als Endentscheid betrachtet, als er die im Verfahren aufgeworfenen
Streitfragen entscheidet und verbindliche Weisungen für die Neubeurteilung erlässt. Ein
Rückweisungsentscheid ist aber dann als Zwischenentscheid zu betrachten, wenn die
Angelegenheit zu neuer Entscheidung zurückgewiesen wird, ohne dass bestimmte
Streitfragen abschliessend entschieden werden und der Vorinstanz für ihren Entscheid
eine gewisse Entscheidungsfreiheit bleibt (Cavelti/Vögeli, a.a.O., Rz. 1036).
In Bezug auf die Feststellung der Vorinstanz, dass die Sozialhilfeleistungen aufgrund
des Auslandaufenthaltes zu Unrecht eingestellt wurden, verbleibt der
Beschwerdeführerin 1 kein Entscheidungsspielraum mehr. Aufgrund der materiell-
rechtlichen Vorgaben handelt sich demnach um einen anfechtbaren Endentscheid (vgl.
BGE 140 V 282 E. 4.2). Auf die Beschwerde 1 ist daher einzutreten.
1.3.
Bezüglich der Legitimation der Beschwerdeführerin 2 weist die Beschwerdegegnerin 2
ihrerseits darauf hin, durch den Rückweisungsentscheid werde kein schutzwürdiges
Interesse der Beschwerdeführerin 2 tangiert. Es sei lediglich die Einstellung der
Sozialhilfeleistungen aufgehoben worden. Eine allfällige Kürzung müsse erst geprüft
und verfügt werden. Die Beschwerdeführerin 2 habe anschliessend wieder die
Möglichkeit, diese Verfügung anzufechten.
Die Vorinstanz hiess den Rekurs teilweise gut und wies die Angelegenheit zur weiteren
Sachverhaltsabklärung und Neubeurteilung an die politische Gemeinde Y._ zurück.
1.4.
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2.
Mit dem am 1. Januar 2018 in Kraft getretenen IV. Nachtrag zum Sozialhilfegesetz vom
25. April 2017 (sGS 381.1, SHG; IV. Nachtrag in: nGS 2017-064; Botschaft vom 6.
September 2016 in: ABl 2016 2707 ff. oder unter www.ratsinfo.sg.ch:
Geschäftsnummer 22.16.02) und den am 29. Januar bzw. 1. April 2019 in Kraft
getretenen V. Nachtrag (nGS 2019-024, Botschaft vom 1. Mai 2018 und Festlegung
des Vollzugsbeginns: Protokoll der Regierung des Kantons St. Gallen vom 5. Februar
2019, Nr. 047 unter www.ratsinfo.sg.ch: Geschäftsnummer 22.18.11) wurden die
gesetzlichen Grundlagen betreffend die Gewährung finanzieller Sozialhilfe teilweise
revidiert. Nach den allgemein gültigen intertemporalrechtlichen Grundsätzen ist die
Rechtmässigkeit von Verwaltungsakten mangels einer anderslautenden
übergangsrechtlichen Regelung nach der Rechtslage im Zeitpunkt ihres Ergehens zu
beurteilen (vgl. z.B. BGE 139 II 263 E. 6; 135 II 384 E. 2.3; 125 II 591 E. 5e/aa; je mit
Hinweisen). In anderen Urteilen des Bundesgerichts (vor allem zum
Sozialversicherungsrecht) findet sich die Formulierung, es seien jene Rechtssätze
massgebend, die im Zeitpunkt der Verwirklichung des Sachverhalts bzw. der Erfüllung
des zu Rechtsfolgen führenden Tatbestandes Geltung haben (BGE 129 V 1 E. 1.2 S. 4
Mit der Rückweisung wies die Vorinstanz die Beschwerdegegnerin 2 an, weitere
Abklärungen betreffend die Höhe des anrechenbaren Grundbedarfs für den
Lebensunterhalt zu ermitteln. Der mehrmonatige Aufenthalt in P._ sei bei der Höhe
des Grundbedarfs für den Lebensunterhalt zu berücksichtigen. Zudem sei aufgrund der
Verletzung der Auskunfts-, Melde- und Mitwirkungspflicht eine Kürzung des
Grundbedarfs für den Lebensunterhalt zulässig. Zur Prüfung der Höhe und Dauer der
Kürzung werde die Angelegenheit an die Beschwerdegegnerin 2 zurückgewiesen.
Wie bereits unter E. 1.3 ausgeführt, ist für die Beurteilung eines
Rückweisungsentscheids die Bindungswirkung entscheidend. Mit der Feststellung der
Vorinstanz, dass eine Verletzung der Auskunfts-, Melde- und Mitwirkungspflicht
vorliege und der Grundbedarf an die Lebenshaltungskosten in P._ angepasst werden
könne, erteilte die Vorinstanz verbindliche Anweisungen an die Beschwerdegegnerin 2.
Strittig sind lediglich noch die Höhe und Dauer der Leistungskürzung sowie die Höhe
des Grundbedarfs. Insofern liegt in diesen Streitfragen ein abschliessender Entscheid
vor, und die Beschwerdeführerin 2 ist deshalb ebenfalls zur Ergreifung des
Rechtsmittels legitimiert (Art. 64 in Verbindung mit Art. 45 VRP). Die Eingabe vom 12.
März 2019 entspricht in zeitlicher, formaler und inhaltlicher Hinsicht den gesetzlichen
Anforderungen (Art. 64 in Verbindung mit Art. 47 Abs. 1 und Art. 48 Abs. 1 VRP). Auch
auf die Beschwerde 2 ist daher einzutreten.
1.5.
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mit Hinweisen). Eine dem SHG eigene übergangsrechtliche Regelung besteht im
vorliegenden Fall nicht. Der zu beurteilende Sachverhalt ereignete sich im Dezember
2017 und dauerte bis Ende März 2018. Die massgebende Verfügung wurde am 29.
März 2018 erlassen und die Sozialhilfeunterstützung wurde per 1. Januar 2018
eingestellt. Für die vorliegend zu beurteilende Streitsache sind somit die seit dem
1. Januar 2018 geltenden Gesetzesbestimmungen massgebend. Der V. Nachtrag zum
Sozialhilfegesetz trat abgestuft erst ab dem 29. Januar 2019 in Kraft und ist vorliegend
nicht anwendbar. Allerdings änderten die für die vorliegende Streitsache
massgebenden Bestimmungen ohnehin nicht.
3. B 2019/53 (Beschwerde 1)
Strittig ist, ob die Sozialhilfeunterstützung bei einem viermonatigen Auslandaufenthalt
weiterhin ausgerichtet werden muss. Die Beschwerdeführerin 1 akzeptierte gemäss
internen Weisungen eine vierwöchige Auslandabwesenheit, sodass sie der
Beschwerdegegnerin 1 im Dezember 2017 die Sozialhilfeleistungen weiter ausgerichtet
hatte. Damit ist im vorliegenden Fall die Leistungspflicht im Zeitraum Januar bis März
2018 zu klären.
Im angefochten Entscheid erwog die Vorinstanz im Wesentlichen, dass ein
vorübergehender Auslandaufenthalt den bestehenden Unterstützungswohnsitz nicht
verändere oder unterbreche. Der einmal begründete Unterstützungswohnsitz gehe
nach Art. 9 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Zuständigkeit für die Unterstützung
Bedürftiger (Zuständigkeitsgesetz, SR 851.1, ZUG) nur unter, wenn der Bedürftige aus
dem Wohnkanton wegziehe. Beim strittigen Auslandaufenthalt der
Beschwerdegegnerin 1 handle es sich um einen vorübergehenden Auslandaufenthalt
mit dem Zweck der Pflege der verwandtschaftlichen Beziehung zu ihrer Grossmutter
und einer allfälligen Verbesserung der gesundheitlichen Situation der
Beschwerdegegnerin. Sie habe die Absicht gehabt, wieder nach Y._
zurückzukommen. Zudem habe sie im Zeitpunkt der Abreise keine Auflagen erfüllen
müssen. Aufgrund der grundsätzlichen Bedürftigkeit während des Auslandaufenthaltes
habe sie auch während den drei Monaten – den ersten Monat während des
Auslandaufenthaltes übernahm die Beschwerdeführerin 1 bereits – im Ausland einen
Anspruch auf Ausrichtung von Sozialhilfeleistungen.
Die Beschwerdeführerin 1 vertritt hingegen den Standpunkt, dass das ZUG vorliegend
nicht zur Anwendung gelange. Das ZUG gelte nur für Bedürftige, dies sich in der
3.1.
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Schweiz aufhalten. Unbestrittenermassen habe sich die Beschwerdegegnerin ab dem
2. Dezember 2017 nicht mehr in der Schweiz aufgehalten, womit die Bestimmungen
über das ZUG nicht zur Anwendung gelange. Würde man vorliegend einen
Unterstützungswohnsitz bejahen, würde dies gegen Bundesrecht verstossen. Denn
auch auf Art. 12 der Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft (SR
101, BV) könne sich nur berufen, wer sich in der Schweiz aufhalte. Überdies würde sich
das Ziel der Sozialhilfe, die soziale und berufliche Integration, bei längeren
Auslandaufenthalten nur schwer verwirklichen lassen. Auch die Bedürftigkeit während
eines viermonatigen Auslandaufenthalts würde sich nur schwer überprüfen lassen,
sofern eine Überprüfung überhaupt möglich wäre
Nach Art. 12 BV hat, wer in Not gerät und nicht in der Lage ist, für sich zu sorgen,
Anspruch auf Hilfe und Betreuung und auf die Mittel, die für ein menschenwürdiges
Dasein unerlässlich sind (Nothilfe). Die Nothilfe ist von der Sozialhilfe abzugrenzen,
welche von den Kantonen (Art. 115 BV) aufgrund ihrer Sozialhilfegesetze gewährt wird
(L. Müller, in: B. Ehrenzeller u.w. [Hrsg.], Die schweizerische Bundesverfassung,
St. Galler Kommentar, 3. Aufl. 2014, N 9 zu Art. 12 BV). Nach Art. 115 BV werden
Bedürftige von ihrem Wohnkanton unterstützt. Der Bund regelt die Ausnahmen und
Zuständigkeiten. Art 115 BV verankert in Satz 1 eine Kollisionsregel, welche die
interkantonale Zuständigkeit für die Unterstützung Bedürftiger bestimmt, indem sie den
Grundsatz der wohnörtlichen Unterstützungspflicht verankert. Der Begriff der
Bedürftigkeit wird in Art. 115 BV nicht genauer definiert. Allerdings unterscheidet sich
die Bedürftigkeit nach Art. 115 wesentlich von jener nach Art. 12 BV, da nicht nur das
für ein menschenwürdiges Leben Notwendige erfasst wird, sondern das sogenannte
soziale Existenzminimum massgebend ist, welches deutlich höher liegt (D. Hunold, in:
B. Ehrenzeller u.w. [Hrsg.], a.a.O., N 10 zu Art. 115 BV). Gestützt auf Satz 2 von Art.
115 BV hat die Bundesversammlung das ZUG erlassen. Dieses Gesetz bestimmt,
welcher Kanton für die Unterstützung eines Bedürftigen, der sich in der Schweiz
aufhält, zuständig ist (Art. 1 Abs. 1 ZUG). Die Bestimmungen im ZUG regeln nur die
interkantonale Zuständigkeit und nicht die Unterstützung der hilfesuchenden Person
(vgl. W. Thomet, Kommentar zum Bundesgesetz über die Zuständigkeit für die
Unterstützung Bedürftiger, 2. Aufl., Zürich 1994, Rz. 55 zu Art. 1). In Art. 1 Abs. 3 ZUG
wird unter anderem darauf verwiesen, dass sich die Unterstützung von
Auslandschweizern nach dem Auslandschweizergesetz (sGS 195.1, ASG) richtet. Im
ASG wird der Begriff Auslandschweizerin/Auslandschweizer in Art. 3 lit. 1 ASG
definiert: Schweizerinnen und Schweizer, die in der Schweiz keinen Wohnsitz haben
und im Auslandschweizerregister eingetragen sind. Dieses Gesetz trat am 1. November
3.2.
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2015 in Kraft. Davor wurde in Art. 1 Abs. 3 ZUG auf das Bundesgesetz über
Fürsorgeleistungen an Auslandschweizer (sGS 852.1, BSDA) verwiesen. Nach Art. 2
BDSA galten als Auslandschweizer im Sinne dieses Gesetzes Schweizer Bürger, die im
Ausland Wohnsitz haben oder sich seit mehr als drei Monaten dort aufhalten. Gemäss
dem Bericht der staatspolitischen Kommission des Ständerates zur parlamentarischen
Initiative für ein Auslandschweizergesetz sollte im ASG ein einheitlicher Begriff für
Auslandschweizerinnen/Auslandschweizer festgelegt werden, der von zeitlichen
Kriterien losgelöst ist (BBl 2014 1927).
Nach Art. 4 Abs. 1 ZUG hat der Bedürftige seinen Unterstützungswohnsitz in dem
Kanton, in dem er sich mit der Absicht dauernden Verbleibens aufhält. Dieser Kanton
wird als Wohnkanton bezeichnet. Das kantonale Gesetz hat in Art. 3 Abs. 2 und Art. 24
SHG in Bezug auf die Zuständigkeit, den Unterstützungswohnsitz und das Verfahren
das ZUG für anwendbar erklärt. Nach kantonalem Recht ist die politische Gemeinde
zuständig für die Leistung der persönlichen (betreuenden und finanziellen) Sozialhilfe
(Art. 3 Abs. 1 SHG).
Die Wendung "mit der Absicht dauernden Verbleibens" stimmt mit dem
Wohnsitzbegriff von Art. 23 Abs. 1 des Schweizerischen Zivilgesetzbuches (SR 210)
überein (vgl. BGer 8C_223/2010 vom 5. Juli 2010 E. 3.1) und bedeutet, dass sich der
Wohnsitz dort befindet, wo jemand sich tatsächlich niedergelassen und sich in der
erkennbaren Absicht eingerichtet hat, hier seinen Lebensmittelpunkt zu haben. Aus
diesem Grund kann bei der Beurteilung der Frage, ob ein Unterstützungswohnsitz
begründet worden sei, grundsätzlich auf Lehre und Rechtsprechung zum
zivilrechtlichen Wohnsitzbegriff abgestellt werden (W. Thomet, a.a.O., Rz. 95 zu Art. 4).
Zur Begründung eines Wohnsitzes müssen somit zwei Merkmale erfüllt sein: Ein
objektives äusseres, der Aufenthalt, sowie ein subjektives inneres, die Absicht
dauernden Verbleibens (VerwGE B 2016/189 vom 27. September 2017 E. 3.1.1,
B 2011/154 vom 20. März 2012 E. 2.1.1). Im Gegensatz zum zivilrechtlichen Wohnsitz
bleibt der einmal begründete Unterstützungswohnsitz nicht bis zum Erwerb eines
neuen bestehen (VerwGE B 2009/132 vom 28. Januar 2010 E. 2.2, BBl 1990 I 49 ff.).
Der Bedürftige verliert seinen bisherigen Unterstützungswohnsitz nach Art. 9 Abs. 1
ZUG, wenn er aus dem Wohnkanton wegzieht. "Wegziehen" bedeutet, dass er dort
nicht mehr wohnhaft oder niedergelassen sein will und den Ort nach Aufgabe der
Unterkunft (Wohnung, Zimmer, usw.) mit dem Gepäck oder mit dem gesamten Hausrat
verlässt. Der Unterstützungswohnsitz endet also nicht, wenn jemand das Gebiet des
Wohnkantons nur zu einem bestimmten Zweck vorübergehend – z. B. zu einer kürzeren
3.3.
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oder längeren Reise – verlässt und den bisherigen Wohnort beibehält, insbesondere,
wenn er die bisherige Wohnung nicht aufgibt (vgl. Thomet, a.a.O., Rz. 146 zu Art. 9).
Fest steht, dass die Beschwerdegegnerin 1 Schweizer Bürgerin ist und auch während
des viermonatigen Auslandaufenthalts nicht als Auslandschweizerin nach Art. 3 lit. a
ASG gilt. Zum Zeitpunkt des Antrags auf Sozialhilfeleistung am 4. April 2017 hielt sie
sich in der Schweiz auf. Per 13. März 2017 zog sie nach Y._ in eine
Wohngemeinschaft mit zwei Mitbewohnern an die T._strasse. Sie meldete sich am 27.
März 2017 einwohneramtlich in der politischen Gemeinde Y._ an. Ab dem 1.
September 2017 bestand ein Mietverhältnis für eine Einzimmer-Wohnung an der
L._strasse 10. Die Beschwerdeführerin 1 anerkannte ab dem Juli 2017 die
Bedürftigkeit der Beschwerdegegnerin 1 und richtete ihr ab diesem Zeitpunkt
finanzielle Sozialhilfeleistungen aus (siehe auch VerwGE B 2019/29 vom 24. Januar
2020). Folglich ging die Beschwerdeführerin 1 unbestrittenermassen davon aus, dass
die Beschwerdegegnerin 1 Wohnsitz in der politischen Gemeinde Y._ hatte und sich
der Unterstützungswohnsitz nach Art. 4 Abs. 1 ZUG damit in dieser Gemeinde befand.
Ebenfalls unstrittig ist, dass die Beschwerdegegnerin 1 am 2. Dezember 2017 mit ihrem
Vater nach R._ reiste und am 31. März 2018 von P._ wieder nach Y._ zurückkehrte.
Der Zweck der Reise war nach Angaben des Vaters im Schreiben vom 5. September
2017 die Pflege der familiären Beziehung zu ihrer Grossmutter. Zudem wurde eine
Verbesserung des gesundheitlichen Zustands der Beschwerdegegnerin 1 erhofft. Die
Wohnung an der L._strasse in Y._ wurde weder gekündigt noch untervermietet. An
der Universität St. Gallen blieb sie sowohl im Herbstsemester 2017 als auch im
Frühjahrssemester 2018 immatrikuliert, wenn auch im "Urlaub". Einwohneramtlich
meldete sie sich in der Gemeinde Y._ nicht ab. Der Unterstützungswohnsitz nach Art.
9 Abs. 1 ZUG wird aufgegeben, wenn man aus dem Wohnkanton wegzieht. Als
Wegzug wird verstanden, dass jemand nicht mehr dort wohnhaft sein will und den Ort
nach Aufgabe seiner Unterkunft mit seinem gesamten Hab und Gut verlässt. Gestützt
auf die vorliegende Aktenlage kann nicht geschlossen werden, dass die
Beschwerdegegnerin 1 ihren Wohnsitz aufgeben wollte und wegzog. Sie beabsichtigte,
nach dem Urlaub weiterhin in der Gemeinde Y._ wohnhaft zu bleiben, was sie in der
Folge – und bis heute – auch getan hat. Der Unterstützungswohnsitz wird durch einen
solchen vorübergehenden Ferienaufenthalt im Ausland nicht verändert oder
unterbrochen. Wie die Vorinstanz zu Recht erkannte, besteht somit grundsätzlich
weiterhin Anspruch auf Fortführung der Unterstützung (vgl. auch H. Dubacher, Wie
lange muss die Sozialhilfe bei einem Auslandsaufenthalt bezahlen? in: ZESO 4/2013 S.
3.4.
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8, Entscheid des Verwaltungsgerichts des Kantons Aargau WEB.2007.254/255 vom 20.
Februar 2008 E. 2.1).
Der Beschwerdeführerin 1 ist insofern beizupflichten, dass Art. 1 Abs. 1 ZUG regelt,
dass der Kanton nur für die Unterstützung eines Bedürftigen zuständig ist, welcher sich
in der Schweiz aufhält. Daraus lässt sich jedoch nicht ableiten, es dürften keine
Leistungen während eines Auslandaufenthalts ausgerichtet werden. Aus Art. 1 ZUG
ergeben sich keine inhaltlichen Vorgaben für die Unterstützungsleistungen. Diese
Bestimmung regelt einerseits den Geltungsbereich und anderseits den Zweck des
Gesetzes. Dabei ist für die Frage der Anwendbarkeit des Gesetzes wesentlich, ob sich
im Zeitpunkt der Geltendmachung der Leistung die unterstützte bedürftige Person in
der Schweiz aufhält (BGer 8C_115/2007 vom 23. Januar 2008 E. 3.2.2). Wie bereits
ausgeführt, gab die Beschwerdegegnerin 1 ihren Unterstützungswohnsitz in Y._ nicht
auf. Bereits mit Schreiben vom 5. September 2017 machte sie zumindest auf den
vorgesehenen Aufenthalt in P._ ab Dezember 2017 aufmerksam. Konkrete Angaben
zu diesem Aufenthalt, wie Reisedaten, mögliche Ausgaben usw. fehlten zwar, jedoch
bat sie um Weiterführung der Unterstützung im bisherigen Rahmen. Sie machte damit
Leistungen geltend, während sie sich noch in der Schweiz aufhielt. In diesem Zeitpunkt
erfüllte sie damit die Voraussetzung des Aufenthaltes in der Schweiz, weshalb das ZUG
Anwendung findet.
3.5.
Die Unterstützungspflicht nach Art. 115 BV weist enge Bezüge zu Art. 12 und Art. 41
BV auf. Der grundrechtliche Anspruch auf Nothilfe nach Art. 12 BV ist jedoch in
persönlicher (nur Personen in einer Notlage) und sachlicher (nur Leistungen, die für ein
menschenwürdiges Dasein unerlässlich sind) Hinsicht enger. Daher unterscheidet sich
die Bedürftigkeit nach Art. 115 BV wesentlich von jener nach Art. 12 BV (D. Hunold,
a.a.O., N 10 zu Art. 115 BV). Der Verweis der Beschwerdeführerin 1 auf die Nothilfe
nach Art. 12 BV, welcher den Aufenthalt in der Schweiz voraussetzt, ist daher
unbehelflich. Im vorliegenden Fall ist die Beschwerdeführerin unbestrittenermassen –
zumindest bis zum Zeitpunkt des Auslandaufenthaltes – bedürftig und sie hatte
Anspruch auf Unterstützungsleistungen. Die Nothilfe als Kerngehalt beinhaltet lediglich
die unterste verfassungsrechtliche Grenze menschenwürdiger Existenz,
währenddessen das sozialhilferechtliche Existenzminimum in quantitativer Hinsicht
weitergeht. Die Anspruchsvoraussetzungen nach Art. 12 BV im Sinne des Aufenthalts
in der Schweiz sind nicht massgebend, da wie bereits unter E. 3.4 ausgeführt,
vorliegend das ZUG zur Anwendung gelangt und auf den Wohnsitz abgestellt wird.
3.6.
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4.
Weiter verweist die Beschwerdeführerin 1 in ihrer Beschwerdeschrift auf einen Auszug
aus den Weisungen und Entscheide der Sozialhilfe in Y._ vom 6. März 2018.
Bezüglich Urlaub/Erholung wird in diesen Weisungen ausgeführt, dass Urlaubs- und
Erholungsaufenthalte langfristig unterstützten Personen, die nach Kräften erwerbstätig
sind, Betreuungsaufgaben wahrnehmen oder vergleichbare Eigenleistungen erbringen,
im Rahmen von vier bzw. fünf Wochen (vgl. Art. 329a des Bundesgesetzes betreffend
die Ergänzung des Schweizerischen Zivilgesetzbuches, Fünfter Teil: Obligationenrecht,
SR 220, OR) pro Jahr ermöglicht werden. Dazu erläutert die Beschwerdeführerin 1,
dass man sich bei der Begrenzung des Urlaubs an die Ferientagregelung im OR
angelehnt habe. Eine solche Begrenzung sei zulässig. Wenn nun Personen, die aus
unterschiedlichen Gründen nicht verpflichtet sind, eine Stelle zu suchen oder an
Integrationsmassnahmen teilzunehmen, nicht an eine solche Begrenzung gebunden
wären, würden diese gegenüber Personen, die regulär arbeiten oder
Arbeitslosentaggeld beziehen, bessergestellt. Dies wäre ein Verstoss gegen das
Rechtsgleichheitsgebot nach Art. 8 BV. Im vorliegenden Fall sei die
Beschwerdegegnerin 1 erst einige Monate unterstützt worden und habe keine
vergleichbare Eigenleistung erbracht. Trotz Auslandabwesenheit seien ihr aber vier
weitere Wochen Sozialhilfeleistungen gewährt worden. Eine darüberhinausgehende
Unterstützung könne nicht gewährt werden.
4.1.
Im SHG ist weder geregelt, dass die Unterstützung entfällt, wenn eine
sozialhilfebeziehende Person sich im Ausland aufhält noch, dass sich eine solche
Person lediglich eine gewisse Zeitdauer im Ausland aufhalten darf. Auch in den SKOS-
Richtlinien oder der KOS-Praxishilfe findet sich dazu keine Regelung. Die Bestimmung,
auf welche die Beschwerdeführerin 1 verweist, betrifft die situationsbedingten
Leistungen. Diese besagt, dass Erholungsaufenthalte langfristig unterstützten Personen
ermöglicht werden sollen, die nach Kräften erwerbstätig sind, Betreuungsaufgaben
wahrnehmen oder vergleichbare Eigenleistungen erbringen. Für die Finanzierung
können Fonds und Stiftungen beigezogen werden (sowie gleiche Regelung in den
SKOS-Richtlinien C.1.5). Situationsbedingte Leistungen decken den Bedarf für
spezifische Lebensbereiche und -umstände. Sie haben ihre Ursache oft in einer
besonderen gesundheitlichen, wirtschaftlichen, persönlichen oder familiären Lage einer
unterstützten Person. Im Gegensatz dazu dient der Grundbedarf für den
Lebensunterhalt den alltäglichen Bedürfnissen, um das Leben zu bestreiten (G. Wizent,
4.2.
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Die sozialhilferechtliche Bedürftigkeit, Zürich 2014, S. 291 und 322). Im vorliegenden
Fall sind die von der Beschwerdeführerin 1 geltend gemachten Weisungen nicht
massgebend, da die Beschwerdegegnerin 1 keine situationsbedingten Leistungen
beantragte, sondern um Weiterausrichtung des Grundbedarfs für den Lebensunterhalt
bat.
Sowohl aus dem Wohnortprinzip, welches grundsätzlich auch den Aufenthalt als
objektives Merkmal voraussetzt, als auch aus den Weisungen in Bezug auf den Urlaub
lässt sich jedoch folgern, dass der Bezug wirtschaftlicher Leistungen an die physische
Anwesenheit am Unterstützungswohnsitz gebunden ist. Dies ergibt sich auch daraus,
dass zum Grundbedarf für den Lebensunterhalt zwar diverse Ausgabenpositionen
(SKOS-Richtlinien B.2.1) zählen, Geld für den Urlaub allerdings nicht vorgesehen ist.
Denn Zweck der Sozialhilfe ist in erster Linie die Gewährleistung des sozialen
Existenzminimums sowie die Förderung der beruflichen und sozialen Integration.
Sozialhilfe und Sozialversicherung sind Systeme der sozialen Sicherung. Die Sozialhilfe
kommt zum Zug, wenn der sozialversicherungsrechtliche Schutz fehlt, sich im Einzelfall
als ungenügend erweist oder nicht rechtzeitig erhältlich ist. Die Sozialversicherungen,
wie z. B. die Invaliden- oder Arbeitslosenversicherung, erfassen die typischen sozialen
Risiken und beruhen auf einer kausalen Betrachtungsweise. Im Gegensatz dazu gilt in
der Sozialhilfe die finale Betrachtungsweise. Die Ursache der Armut ist nicht
massgeblich, sondern einzig die Tatsache, dass eine Notlage vorliegt (vgl. F. Wolffers,
Grundriss des Sozialhilferechts, 2. Aufl. 1999, S. 34 f.). Schliesslich bezwecken beide
Systeme, den betroffenen Personen den Lebensunterhalt zu sichern. Im Regelfall wird
davon ausgegangen, dass Erwerbsfähige ihren Lebensunterhalt durch Arbeit zu
angemessenen Bedingungen bestreiten können (vgl. Art. 41 Abs. 1 lit. d BV). In diesem
Sinne erscheint der Anknüpfungspunkt in den Weisungen der Sozialhilfe in der Stadt
Y._ bzw. den SKOS-Richtlinien, welche sich bezüglich Urlaub und Erholung an die in
Art. 329a OR geregelte Mindestferiendauer anlehnen, nachvollziehbar und sinnvoll (vgl.
H. Dubacher, a.a.O., S. 8). Erwerbtätige, welche ihre grundlegenden laufenden
Bedürfnisse für den Lebensunterhalt aus eigenen Mitteln decken können, haben nach
Art. 329a Abs. 1 OR grundsätzlich Anspruch auf wenigstens vier Wochen Ferien pro
Jahr. Sozialhilfebezüger sollen in Bezug auf eine Ferienregelung gegenüber diesen
Personen nicht bessergestellt werden. Daher ist es sachgerecht, eine an diesen
Zeitrahmen vorübergehende Unterbrechung des tatsächlichen Aufenthalts
hinzunehmen und die Leistungen während dieser Zeit weiter auszurichten. Ansonsten
besteht eine Pflicht zur Ortsanwesenheit für bedürftige Personen (Urteil des
Verwaltungsgerichts des Kantons Zürich VB.2012.00589 vom 12. Juni 2013 E. 4.2).
4.3.
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Über geplante Ferienabwesenheiten sind die Sozialbehörden im Rahmen der
Auskunfts- und Meldepflicht nach Art. 16 SHG vorgängig zu informieren und diese sind
von den Sozialbehörden bewilligen zu lassen (z. B. Regelung gemäss dem Handbuch
der Berner Konferenz für Sozialhilfe, Kindes- und Erwachsenenschutz und der Stadt
Bern: Ortsabwesenheit und Ferien http://handbuch.bernerkonferenz.ch/stichwoerter/
stichwort/detail/ortsabwesenheit-und-ferien/, Merkblatt "Pflicht zur Ortsabwesenheit"
des Kantons Basel-Stadt https://www.sozialhilfe.bs.ch/-sozialhilfe/rechte-
pflichten.html, Handbuch Sozialhilferecht des kantonalen Sozialamtes von Basel
Landschaft, S. 95, https://www.baselland.ch unter: Politik und Behörden/Direktionen/
Finanz und Kirchendirektion/Kantonales Sozialamt/Sozialhilfe/Handbuch Sozialhilfe).
Die Sozialbehörden haben bei der Prüfung des Feriengesuchs zu berücksichtigen, dass
der Zweck der Sozialhilfe gemäss Art. 2 Abs. 1 lit. b SHG weiterhin erfüllt wird, was
bedeutet, dass die unterstützte Person unter anderem verpflichtet werden kann, an
Integrations- und Abklärungsmassnahmen persönlich mitzuwirken, an
Beratungsgesprächen teilzunehmen oder ähnlichen Verpflichtungen nachzukommen.
Überdies sind die Sozialbehörden verpflichtet, die zweckmässige Verwendung der
Gelder sicherzustellen (vgl. Art. 17 Abs. 1 lit. f SHG). Längere Auslandaufenthalte
können einerseits dazu führen, dass die Sozialhilfe für Reisekosten etc.
zweckentfremdet wird und andererseits ist nicht auszuschliessen, dass
Auslandaufenthalte mit Zuwendungen oder anderen Leistungen von Drittpersonen
finanziert werden (Subsidiaritätsprinzip nach Art. 2 Abs. 2 SHG oder Anrechnung von
Einnahmen nach Art. 11 SHG) bzw. sich die Berechnungsgrundlagen wegen allfällig
tieferen Lebenshaltungskosten (Bedarfsdeckungsprinzip und
Individualisierungsgrundsatz) geändert haben (vgl. Urteil des Verwaltungsgerichts des
Kantons Aargau AGVE 2008 37 E. 3.5). Ausserdem gilt es festzuhalten, dass Personen,
die über bescheidene finanzielle Mittel verfügen, aber ohne Sozialhilfeleistungen
auskommen müssen, allenfalls gezwungen sind, gerade bei der Ferienplanung
Abstriche zu machen (Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Zürich VB.
2008.0023 vom 29. Juli 2008 E. 4.3). Auch aus diesem Grund muss sichergestellt
werden, dass es zu keiner Besserstellung der Sozialhilfebezüger gegenüber diesen
Personen kommt. Unter Berücksichtigung dieser Ausführungen erscheint eine
grundsätzliche Ortsanwesenheitspflicht für Sozialhilfebezüger gerechtfertigt. Allfällige
Ferienabwesenheiten der Sozialhilfebezüger können einerseits zeitlich begrenzt werden
und sind anderseits bewilligungspflichtig. Eine Einstellung der Sozialhilfeleistungen
nach Gewährung der vierwöchigen Ferien im Dezember 2017 erscheint bei einem
viermonatigen Auslandsaufenthalt zu Ferienzwecken daher folgerichtig. Im Übrigen
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5.
erweist sich eine Einstellung der finanziellen Unterstützungsleistungen auch aus
nachfolgendem Grund als rechtens.
Die finanzielle Sozialhilfe wird eingestellt, wenn die hilfesuchende Person nicht mehr
bedürftig ist (Art. 9 Abs. 1 SHG). Unbestritten ist, dass der Vater der
Beschwerdegegnerin 1 für die Flug- und Reisekosten sowie die ausstehenden
Mietkosten in Y._ aufkam. Dieser ist Altersrentner und bezieht Ergänzungsleistungen.
In der Regel muss davon ausgegangen werden, dass ein Ergänzungsleistungsbezüger
nicht zwingend für solche ausserordentlichen Aufwendungen im Rahmen von CHF
3'600 (Hälfte des Flugtickets CHF 1'512 sowie Mietkosten von CHF 700 pro Monat für
die Monate Januar bis März 2018) aufkommen kann. Es stellt sich demnach
grundsätzlich die Frage, ob die Beschwerdegegnerin 1 während des
Auslandsaufenthalts überhaupt auf Sozialhilfeleistungen angewiesen war,
Verwandtenunterstützung genoss, welche gestützt auf das Subsidiaritätsprinzip nach
Art. 2. Abs. 2 lit. a SHG den Sozialhilfeleistungen vorgehen oder Zuwendungen bekam,
welche ihr als eigene Mittel anzurechnen wären.
5.1.
bis
Bei der Bedürftigkeit muss feststehen, dass die Eigenmittel zur rechtzeitigen
Bestreitung des konkret notwendigen Bedarfs nicht ausreichen. Das mit dem Vollzug
des SHG betraute Organ ermittelt den Sachverhalt zur Feststellung und Überprüfung
des Anspruchs auf persönliche Sozialhilfe und zur Bemessung der Höhe der
finanziellen Sozialhilfe (Art. 4 SHG). Gemäss Art. 12 Abs. 1 VRP ermittelt die Behörde
oder das von ihr beauftragte Verwaltungsorgan den Sachverhalt und erhebt die
Beweise von Amtes wegen durch geeignete Weise. Der Untersuchungsgrundsatz wird
durch die Mitwirkungspflicht der Parteien (siehe Art. 16 Abs. 1 SHG) relativiert. Eine
solche Mitwirkung ist vor allem dann gerechtfertigt, wenn davon ausgegangen werden
muss, dass der Beteiligte den Sachverhalt nicht nur besser kennt, sondern auch ein
eigenes Interesse daran hat, seine Sachverhaltsdarstellung beweismässig zu
untermauern (vgl. Cavelti/Vögeli, a.a.O., Rz. 592).
Es gilt die allgemeine Beweislastregel analog Art. 8 ZGB, wonach derjenige die
Beweislast trägt, der aus der unbewiesen gebliebenen Tatsache hätte Rechte ableiten
können. Bei der Einstellung der Unterstützungsleistungen mangels Bedürftigkeit trägt
somit die Sozialhilfebehörde die Beweislast. Allerdings kann eine Umkehr der
Beweislast gerechtfertigt sein, wenn im Lebensbereich des Hilfesuchenden gründende
5.2.
bis
https://www.swisslex.ch/doc/aol/dd0795f1-3793-454a-bdd8-7fcd4f15158b/c903d5eb-4033-4861-972d-48bf2b13c0eb/source/document-link
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Vorgänge nicht aufzuklären sind, so insbesondere dann, wenn der Hilfesuchende an
der Aufklärung des Sachverhalts absichtlich nicht oder nicht rechtzeitig mitgewirkt hat.
Beim Bedürftigkeitsbeweis müssen sowohl das Nichtvorhandensein (Negativnachweis
der Eigenmittel) als auch das Vorhandensein von Tatsachen (konkreter Bedarf)
nachgewiesen werden. Beim Bedarf, soweit dieser nicht ohnehin pauschaliert ist,
liegen in der Regel keine typischen Beweisschwierigkeiten vor, da es hier um den
Nachweis von vorhandenen Tatsachen geht. Deshalb ist es angezeigt, grundsätzlich
den vollen Beweis zu verlangen, wobei auch hier keine absolute Gewissheit verlangt
werden kann bzw. ein Spielraum besteht. Sozialhilfebehörde und gesuchstellende
Person können jeweils den Gegenbeweis antreten, dass die Sachdarstellung nicht
zutrifft. Es steht ihnen frei, eine abweichende Sachdarstellung aufzuzeigen, die neben
der behaupteten (bzw. angeblich mangelnden) Bedürftigkeit ebenso ernsthaft in Frage
kommt oder sogar näherliegt (vgl. Wizent, a.a.O., S. 539 ff.).
Mit Schreiben vom 14. Dezember 2017 kündigte die Beschwerdeführerin 1 der
Beschwerdegegnerin 1 an, dass die Sozialhilfeleistungen aufgrund fehlender
Bedürftigkeit per 1. Januar 2018 eingestellt würden. Aufgrund des viermonatigen
Aufenthalts in P._ sei die Bedürftigkeit nicht nachgewiesen. Im Rahmen des
rechtlichen Gehörs nahm die Schwester der Beschwerdegegnerin 1 am 10. Januar
2018 Stellung zu diesem Schreiben und reichte unter anderem die Kontoauszüge bis
Ende des Jahres 2017 ein. Gemäss diesen verfügte die Beschwerdegegnerin 1 über ein
Vermögen von CHF 969. Die Wohnkosten von CHF 700 fielen aufgrund des
ungekündigten Mietvertrages ebenfalls weiterhin an. Bezüglich allfälliger
Lebenshaltungskosten in P._ äusserte sich die Schwester nicht. Den Akten ist weder
zu entnehmen, wo die Beschwerdegegnerin 1 wohnte noch wie die weiteren
Lebensumstände waren. Es kann auch nicht ausgeschlossen werden, dass die
Beschwerdegegnerin 1 wie bereits im Jahr 2016 in P._ einer Arbeit nachging. Für
Tatsachen, welche die betroffene Person besser kennt als die Behörden und welche
diese ohne Mitwirken einer Partei gar nicht oder nicht mit vernünftigem Aufwand
erheben könnte, besteht eine Mitwirkungspflicht seitens der Beschwerdegegnerin 1.
Dieser kam sie anscheinend nicht nach, obwohl sie im Schreiben vom 14. Dezember
2017 darauf hingewiesen worden war, es werde angenommen, die Bedürftigkeit
während des Auslandsaufenthalts sei nicht ausgewiesen. Fest steht, dass der Vater der
Beschwerdegegnerin 1 für die Mietkosten während den Monaten Januar bis März 2018
aufkam. Die Lebenshaltungskosten in P._ konnte entweder die Beschwerdegegnerin 1
selbst bestreiten oder eine Drittperson übernahm sie. Jedenfalls war es ihr trotz des
Wissens, dass die Sozialhilfeleistungen aufgrund der Auslandabwesenheit eingestellt
5.3.
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6. B 2019/61 (Beschwerde 2)
und ihr erst bei Rückkehr mit grosser Wahrscheinlichkeit wieder ausbezahlt würden,
möglich, vier Monate in P._ zu weilen. Sozialhilfeleistungen bezwecken, eine
gegenwärtige Notlage zu mildern. Offensichtlich konnte die Beschwerdegegnerin 1 ihre
Auslagen von Januar bis März 2018 selbst decken. Eine Bedürftigkeit lag in diesem
Zeitraum bei der Beschwerdegegnerin 1 nicht vor. Für bereits überwundene Notlagen
kann die rückwirkende Ausrichtung von Sozialhilfeleistungen nicht verlangt werden,
auch wenn die Voraussetzungen hierfür bestanden hätten (vgl. Wolffers, a.a.O., 1999,
S. 74, C. Rüegg, Das Recht auf Hilfe in Notlagen, in: C. Häfeli [Hrsg.], Das
Schweizerische Sozialhilferecht, Luzern 2008, S. 48). Dementsprechend stellte die
Beschwerdeführerin 1 die Sozialhilfeunterstützung per 1. Januar 2018 auch aus diesem
Grund zu Recht ein.
Nachdem in E. 5.3 festgestellt wurde, dass keine Grundlage für die Weiterausrichtung
der Sozialhilfeleistungen in den Monaten Januar bis März 2018 besteht, ist auf den
Antrag und die Begründung der Beschwerdeführerin 2 bezüglich der vollumfänglichen
Ausrichtung der Sozialhilfeleistungen für den strittigen Zeitraum nicht weiter
einzugehen. Auch die von der Beschwerdeführerin 2 vorgebrachte Behauptung der
Verletzung des rechtlichen Gehörs, gemäss welcher sie nicht mit der
Falldokumentation konfrontiert worden sei, ist haltlos. Wie die Vorinstanz in ihrer
Vernehmlassung zu Recht ausführt, musste die Beschwerdeführerin 2 von der
Falldokumentation Kenntnis gehabt haben. Vor Verwaltungsgericht war ein weiteres
Rechtsmittelverfahren B 2019/29 hängig, und bereits in diesem Verfahren reichte die
Beschwerdegegnerin 2 sämtliche Vorakten ein. Im vorliegenden Verfahren wurden
keine zusätzlichen Vorakten eingereicht, da die Vorakten offensichtlich mit jenen, im
vorgängigen Verfahren eingereichten Vorakten identisch sind. Zu diesen Vorakten hatte
die Beschwerdeführerin 2 Zugang (act. Vorinstanz 11) und damit mussten ihr sämtliche
Vorakten, zu welchen auch die umstrittene Falldokumentation (act. Sozialamt 1 und 2)
gehört, bekannt sein.
6.1.
Entgegen der Ansicht der Beschwerdeführerin 2 wird mit der Leistungseinstellung auch
nicht Art. 13 BV bzw. Art. 8 der Konvention zum Schutze der Menschenrechte und
Grundfreiheiten (SR 0.101, EMRK) und damit die Achtung auf das Familienleben
verletzt. In erster Linie wird die Kernfamilie, d.h. die Gemeinschaft der Ehegatten mit
ihren minderjährigen Kindern, geschützt. Beziehungen zwischen erwachsenen Kindern
und ihren Eltern oder weiteren Familienangehörigen fallen ihrerseits nur in den
6.2.
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7.
Zusammenfassend stellte die Beschwerdeführerin 1 die Sozialhilfeleistungen bei einem
viermonatigen Auslandsaufenthalt der Beschwerdegegnerin 1 zu Ferienzwecken nach
Gewährung der vierwöchigen Ferien vom 1. Januar bis 31. März 2018 zu Recht ein.
Damit ist die Beschwerde der Beschwerdeführerin 1 (B 2019/53) gutzuheissen und Ziff.
1 des angefochtenen Entscheids der Vorinstanz vom 21. Februar 2019 aufzuheben. Die
Beschwerde der Beschwerdeführerin 2 (B 2019/61) ist abzuweisen. Folgerichtig ist in
der Sache die durch die Beschwerdeführerin 1 am 29. März 2018 verfügte
Leistungseinstellung für den Zeitraum vom 1. Januar bis 31. März 2018 zu bestätigen.
8.
Anwendungsbereich von Art. 8 EMRK, sofern ein besonderes Abhängigkeitsverhältnis
besteht, welches über normale affektive Bindungen hinausgeht (BGer 2C_642/2016
vom 20. Juli 2017 E. 4.2). Ein solches Abhängigkeitsverhältnis ergibt sich vorliegend
weder aus den Akten noch wird es von der Beschwerdeführerin 2 geltend gemacht. Im
Übrigen wurde der Beschwerdeführerin 2 der Auslandaufenthalt und damit der Besuch
bei der Grossmutter in P._ nicht untersagt. Während vier Wochen wurden ihr auch
weiterhin Unterstützungsleistungen ausgerichtet. Danach stand es ihr frei, bei ihrer
Grossmutter zu bleiben, allerdings mit der Folge, dass ein längerer Auslandaufenthalt
nicht über die Sozialhilfeleistungen finanziert wurde. Der Schutzbereich von Art. 13 BV
umfasst zwar persönliche Kontakte unter der Familie, aber nicht den Anspruch auf
Finanzierung eines Auslandbesuchs bei Verwandten. Ferner gereicht der von der
Beschwerdeführerin 2 geltend gemachte Grund für den Auslandaufenthalt, dass damit
ihre Genesung gefördert werden soll, ihr nicht zum Vorteil. Laut dem Schreiben vom
27. November 2018 "empfahl" der Psychiater Dr. Z._ die Reise nach P._ lediglich und
hielt fest, dass die emotionale Bindung zu ihrer Familie in P._ zu einer Verbesserung
des Allgemeinzustandes der Beschwerdeführerin 2 beitragen könnte. Jedenfalls war
diese Reise aus gesundheitlichen Gründen nicht notwendig, was auch die
Beschwerdeführerin 2 ausdrücklich anerkennt. Es bestand damit kein triftiger Grund für
einen Auslandsaufenthalt (vgl. zwingende oder triftige Gründe für einen
Auslandsaufenthalt im Bereich der Ergänzungsleistungen, Wegleitung über die
Ergänzungsleistungen zur AHV und IV Ziff. 2340.01, https://
sozialversicherungen.admin.ch/de/ unter: EL/Grundlagen EL/Weisungen EL).
Aufgrund des Obsiegens der Beschwerdeführerin 1 sind die amtlichen Kosten der
Beschwerdeverfahren von der Beschwerdegegnerin 1 zu tragen (vgl. Art. 95 Abs. 1
VRP). Eine Entscheidgebühr von CHF 2‘500 erscheint angemessen (vgl. Art. 7 Ziff. 222
8.1.
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