# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** b2083c76-ceb7-47ac-9cd8-4f00881f8bd9
**Court:** GR_KG
**Chamber:** GR_KG_004
**Year:** 2017
**Language:** de
**Jurisdiction:** GR / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

hat sich ergeben:
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I. Sachverhalt
A. X._ wurde am _1979 in O.1_ im L.1_ geboren, wo er bis zum Jahre 1987 lebte. Zusammen mit seinen Eltern und seinem Bruder kam er alsdann in die Schweiz. Hier besuchte er in O.2_ die Primarschule und die Oberstufe. Danach folgte ein 10. Schuljahr in O.3_. Die darauf begonnene Lehre als Maler schloss er ab. Anschliessend war er ca. 4 1⁄2 Jahre bei der Firma A._ als Finanzberater tätig; es folgten je 3 Jahre bei der Firma B._ in O.4_ und C._ in O.5_. Von 2007 bis 2012 arbeitete X._ in verschiedenen Callcentern, zuletzt bei der D._ in O.6_. Mittlerweile arbeitet er bei der E._ und verdient dort mit Provisionen ca. CHF 6'500.00 pro Monat. Er ist ledig, wohnt aber mit seiner Partnerin zusammen, die ihr Kind in die Partnerschaft einbrachte.
B. X._ ist seit dem Jahr 2007 strafrechtlich wie folgt in Erscheinung getreten.
19.09.2007 Bezirksgericht O.3_
Diebstahl, versuchter Diebstahl, Gewalt und Drohung gegen Behörden und Beamte, Anstiftung zum Bruch amtlicher Beschlagnahme, Hausfriedensbruch, mehrfache Sachbeschädigung, Übertretung des Tierschutzgesetzes, Ungehorsam des Schuldners im Betreibungs- und Konkursverfahren
Freiheitsstrafe 5 Monate, Busse CHF 800.00, als Zusatzstrafe zu den Urteilen vom 22.12.2005, 21.04.2006 und 19.09. 2006 (bedingte Entlassung am 18.09.2009, Reststrafe 126 Tage)
22.04.2013 Obergericht des Kantons Zürich I. Strafkammer
Urkundenfälschung, mehrfacher Betrug, mehrfacher Diebstahl, mehrfacher versuchter Diebstahl, betrügerischer Missbrauch einer Datenverarbeitungsanlage, mehrfache Sachbeschädigung, mehrfacher
Freiheitsstrafe 27 Monate, davon 15 Monate bedingt vollziehbar, Probezeit 5 Jahre (ersetzt das Urteil vom 06.09.2012 des Bezirksgerichts Zürich 4. Abteilung)
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Hausfriedensbruch
C. Am 26. April 2012 stellte Y._ Strafantrag gegen X._ wegen Drohung, Hausfriedensbruchs und Ehrverletzung. Gleichzeitig konstituierte er sich als Straf- und Zivilkläger. In seiner Eingabe vom 19. Juli 2012 an die Staatsanwaltschaft Graubünden reichte Y._ eine Strafanzeige gegen X._ wegen Diebstahls, Sachbeschädigung, Vandalismus, Betrugs, Hausfriedensbruchs, Ehrverletzung, Drohung, Nötigung, Urkundenfälschung, Irreführung der Rechtspflege, Falschaussage, falscher Anschuldigung, Ungehorsams gegen eine amtliche Verfügung sowie Verstoss gegen ein Kontaktverbot ein. Am 18. August 2012 stellte Y._ Strafantrag unter anderem gegen X._ wegen Sachbeschädigung, Diebstahls und Hausfriedensbruchs. Gleichzeitig machte er erneut eine Zivilklage anhängig.
D. Die Staatsanwaltschaft Graubünden eröffnete am 23. Oktober 2012 nach Prüfung der Akten und in Anwendung von Art. 309 StPO eine Strafuntersuchung gegen X._ wegen Drohung sowie wegen Diebstahls etc.
E. Mit Parteimitteilung vom 12. März 2014 teilte die Staatsanwaltschaft Graubünden unter anderem mit, dass sie gegen X._ beim Gericht Anklage wegen Betrugs, Drohung, Urkundenfälschung und Sachbeschädigung erheben werde.
F. Mit Teil-Einstellungsverfügung vom 13. Mai 2014 wurde das Strafverfahren gegen X._ wegen Diebstahls eingestellt.
G. Am 2. Oktober 2014 erhob die Staatsanwaltschaft Graubünden beim damaligen Bezirksgericht Plessur Anklage gegen X._ wegen Betrugs, mehrfacher Drohung, mehrfacher Beschimpfung, Urkundenfälschung sowie mehrfacher Sachbeschädigung. Die Staatsanwaltschaft legte ihrer Anklage den folgenden Sachverhalt zu Grunde:
"1.1 Betrug gemäss Art. 146 Abs. 1 StGB
Am 8. Januar 2012 schloss der Beschuldigte mit dem durch F._ vertretenen Y._ einen Untermietvertrag über das Zimmer 2 in der 4 1⁄2-Zimmerwohnung an der _strasse in O.7_ ab. Der Vertragsabschluss fand in der erwähnten Wohnung in O.7_ statt. Als monatlicher Mietzins vereinbarten die Vertragsparteien einen Betrag von CHF 1'100.--. Bei Abschluss des Vertrages täuschte der Beschuldigte den Vertreter seines Vertragspartners über seine Bereitschaft und Fähigkeit, den finanziellen vertraglichen Verpflichtungen (Bezahlung des Mietzinses) nachzukommen. Er tat dies, indem er
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- gut gekleidet zum Vertragsabschluss erschien,
- seine berufliche Funktion wahrheitswidrig mit Geschäftsführer der Multimediafirma "D._.ch", O.6_, angab (in Wahrheit arbeitete der Beschuldigte seit ca. Mitte Dezember 2011 nicht mehr für diese Firma),
- seine prekären finanziellen Verhältnisse verschwieg (zwischen Juni 2009 und September 2010 sowie zwischen Februar 2012 und Juni 2012 war er allein von den Betreibungsämtern O.8_ und O.7_ für mehrere Tausend Franken betrieben worden).
Durch dieses Vorgehen bewegte er den Stellvertreter von Y._ zum Abschluss des Untermietvertrages vom 8. Januar 2012. Gestützt auf diesen Vertrag wohnte der Beschuldigte von Januar 2012 bis April 2012 im Zimmer 2 in der 4 1/2-Zimmerwohnung an der _strasse in O.7_, ohne dafür den Mietzins von CHF 1'100.-- zu leisten. Infolge seiner enormen Schulden und der fehlenden liquiden Mittel wusste der Beschuldigte bereits zum Zeitpunkt des Vertragsabschlusses, dass er den finanziellen Verpflichtungen aus diesem Untermietvertrag nicht nachkommen konnte und wollte dies auch nicht. Dadurch entstand Y._ im Zeitraum von Januar bis April 2012 ein Schaden von CHF 4'400.--, während der Beschuldigte sich im Umfang der eingesparten Aufwendungen für die Nutzung des Zimmers bereicherte.
1.2 Mehrfache Drohung gemäss Art. 180 Abs. 1 StGB sowie mehrfache Beschimpfung gemäss Art. 177 Abs. 1 StGB
1.2.1 Im Zeitraum Ende März/anfangs April 2012 machte der Beschuldigte gegenüber Y._ schriftliche oder mündliche Äusserungen, durch welche sich dieser in Angst und Schrecken versetzt fühlte. Im Einzelnen handelte es sich um folgende Äusserungen:
- Am 30. März 2012, um 07.58 Uhr, liess der Beschuldigte Y._ eine SMS mit dem Inhalt "...kommt Zeit, Kommt Rat, kommt Attentat!" zukommen.
- Zu einem nicht näher bekannten Zeitpunkt Ende März/anfangs April 2012 sagte der Beschuldigte zu Y._ in der Wohnung an der _strasse in O.7_ "Ich mach dich fertig".
Y._ stellte am 26. April 2012 gegen den Beschuldigten unter anderem Strafantrag wegen Drohung.
1.2.2 Zwischen dem 18. und dem 27. März 2012 liess der Beschuldigte Y._ auf dessen Mobilanschluss mit der Nummer _ mehrere SMS-Mitteilungen mit beleidigendem Inhalt zukommen, mit welchen er den Empfänger in dessen Ehre angriff. Im Einzelnen handelte es sich um folgende Mitteilungen:
- 18. März 2012, 18:01 Uhr: "Nimm ab du dieb. ..."
- 26. März 2012, 11:41 Uhr: "Du Hund, gib mir e antwort. ..."
- 27. März 2012, 14:59 Uhr: "...Zu dumm oder zu feige?"
- 30. März 2012, 07:58 Uhr: "Wie kann man im Facebook so prahlen mit _.bank und so, aber trotzdem so dumm sein wie du??? ..."
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Y._ stellte am 26. April 2012 gegen den Beschuldigten unter anderem Strafantrag wegen Ehrverletzung.
1.3 Urkundenfälschung gemäss Art. 251 Ziff. 1 StGB
Zu einem nicht näher bekannten Zeitpunkte anfangs 2012 stellte der Beschuldigte einen Untermietvertrag über das Zimmer 3 in der Wohnung an der _strasse in O.7_ her. In diesem gefälschten Vertrag legte er wahrheitswidrig den 1. März 2012 als Mietbeginn fest und setzte den zu bezahlenden Mietzins auf CHF 700.-- an. Zudem setzte der Beschuldigte eine unleserliche Unterschrift auf dieses Dokument, welche den Anschein der Urheberschaft eines Vertreters von Y._ machen sollte und dadurch über den wahren Aussteller des Vertrages täuschte. In der Folge stellte er dieses Dokument am 3. Mai 2012 dem damaligen Verteidiger von Y._ zur Verwendung in dem gegen Y._ laufenden Strafverfahren (VV.2012.1055) zu (act. 1.3, 4.19.1). Damit wollte er in diesem Verfahren nachweisen, dass er auch ab März 2012 mit Y._ in einem gültigen Untermietverhältnis betreffend die erwähnte Wohnung stand und Y._ zwei Mal (ca. Mitte März 2012 und am 14. April 2012) unrechtmässig in diese unter anderem vom Beschuldigten bewohnte Wohnung eingedrungen war.
1.4 Mehrfache Sachbeschädigung gemäss Art. 144 Abs. 1 StGB
Zwischen dem 14. April 2012 und dem 13. Mai 2012 beschädigte der Beschuldigte in der erwähnten Wohnung an der _strasse in O.7_ unter mehreren Malen diverse Möbelstücke und Einrichtungsgegenstände. Dadurch verursachte er Y._ einen Sachschaden, welcher gemäss dessen Aussagen CHF 12'150.-- betrug."
H. Die Hauptverhandlung, an welcher X._ und Y._ teilnahmen, fand am 27. August 2015 vor dem damaligen Bezirksgericht Plessur statt. Die Staatsanwaltschaft verzichtete auf eine Teilnahme an der Hauptverhandlung. Die Parteien stellten die folgenden Schlussanträge:
"Anträge Staatsanwaltschaft Graubünden:
1. Der Beschuldigte sei des Betruges gemäss Art. 146 Abs. 1 StGB, der mehrfachen Sachbeschädigung gemäss Art. 144 Abs. 1 StGB, der mehrfachen Beschimpfung gemäss Art. 177 Abs. 1 StGB, der mehrfachen Drohung gemäss Art. 180 Abs. 1 StGB sowie der Urkundenfälschung gemäss Art. 251 Ziff. 1 StGB schuldig zu sprechen.
2. Dafür sei er als Zusatzstrafe zum Urteil des Obergerichts des Kantons Zürich vom 22. April 2013 zu einer Freiheitsstrafe von sieben Monaten zu verurteilen.
3. Die Verfahrenskosten seien dem Beschuldigen zu überbinden."
"Anträge Beschuldiger:
[keine]"
"Anträge Privatklägerschaft (sinngemäss):
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1. Der Beschuldigte sei des bandenmässigen Betrugs, der mehrfachen Sachbeschädigung, der mehrfachen Beschimpfung, der mehrfachen Drohung sowie der Urkundenfälschung schuldig zu sprechen.
2. Dafür sei er zu einer unbedingten Freiheitsstrafe zu verurteilen.
3. Der Beschuldigte sei zu verpflichten, dem Privatkläger CHF 100'036.55 zu bezahlen.
4. Die Verfahrenskosten seien dem Beschuldigten aufzuerlegen."
I. Gegen das am 27. August 2015 gefällte, gleichentags mündlich eröffnete und am 28. August 2015 im Dispositiv mitgeteilte Urteil des damaligen Bezirksgerichts Plessur meldete X._ am 27. August 2015 Berufung an, woraufhin das Bezirksgericht Plessur den Parteien am 5. Oktober 2015 das schriftlich begründete Urteil mitteilte. Darin erkannte es wie folgt:
"1. X._ wird vom Vorwurf des Betrugs nach Art. 146 Abs. 1 StGB sowie vom Vorwurf der mehrfachen Sachbeschädigung gemäss Art. 144 Abs. 1 StGB freigesprochen.
2. X._ ist schuldig:
- der mehrfachen Beschimpfung gemäss Art. 177 Abs. 1 StGB,
- der mehrfachen Drohung gemäss Art. 180 Abs. 1 StGB,
- der Urkundenfälschung gemäss Art. 251 Ziff. 1 StGB.
3. Dafür wird X._ als Zusatzstrafe zum Urteil des Obergerichts des Kantons Zürich vom 22. April 2013 mit einer Freiheitsstrafe von 3 Monaten bestraft.
4. X._ wird verpflichtet, Y._ CHF 5'541.95 zu bezahlen. Im Übrigen wird die Zivilklage von Y._ auf den Zivilweg verwiesen, soweit darauf eingetreten werden kann.
5. a)Die Kosten des Verfahrens von CHF 7'835.20 (Untersuchungsgebühren und Auslagen der Staatsanwaltschaft Graubünden CHF 4'235.20, Gerichtsgebühren CHF 3'600.00) gehen im Umfang von CHF 5'400.00 zu Lasten von X._ und im Umfang von CHF 2'435.20 zu Lasten des Kantons Graubünden.
b) X._ schuldet dem Bezirksgericht Plessur folglich Verfahrenskosten in Höhe von CHF 5'400.00. Diese sind dem Bezirksgericht Plessur innert 30 Tagen nach Rechtskraft des Urteils mit beiliegendem Einzahlungsschein zu bezahlen.
6. X._ wird keine Entschädigung nach Art 429 ff. StPO zugesprochen.
7. a)X._ meldete am 27. August 2015 beim Bezirksgericht Plessur Berufung gegen dieses Urteil an.
b)Am 3. September 2015 (Poststempel) meldete Y._ Berufung gegen das vorliegende Urteil an.

## Considerations