# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** f7615288-4f9c-482d-8042-b85cfc4550f5
**Court:** ZH_SRK
**Chamber:** ZH_SRK_001
**Year:** 2010
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** Tax

## Facts

hat sich ergeben:
A. Am 1. April 2008 reichten A und B (nachfolgend der bzw. die Pflichtige,
zusammen die Pflichtigen) die Steuererklärung 2007 ein. Darin deklarierten sie bei den
Abzügen Kosten für die Verwaltung des beweglichen Privatvermögens in der Höhe von
Fr. 11'519.-. Gemäss separater Aufstellung handelte es sich dabei insbesondere um
Gebühren für die Vermögensverwaltung durch die C sowie um Spesen der D und der
E von insgesamt Fr. 15'359.-, wovon die Pflichtigen drei Viertel als abzugsfähige Ver-
mögensverwaltungskosten geltend machten.
Mit Einschätzungs- und Veranlagungsvorschlag vom 28. August 2009 stellte
der Steuerkommissär den Pflichtigen eine Herabsetzung des Abzugs für Vermögens-
verwaltungskosten auf Fr. 3'000.- in Aussicht mit der Begründung, dass bei ihnen le-
diglich rund Fr. 932'000.- von Dritten verwaltet würden, wovon pauschal 3 ‰ als Ver-
mögensverwaltungskosten abzugsfähig seien. Für den Fall, dass Pflichtigen mit dem
Vorschlag nicht einverstanden seien, bitte er sie um Einreichung einer detaillierten Auf-
stellung mit Belegen sämtlicher Kosten – aufgeteilt in abzugsfähige und nicht abzugs-
fähige – für die Vermögensverwaltung pro 2007 und der Gebührenreglemente der ent-
sprechenden Banken sowie um den Nachweis der Abzugsfähigkeit der beantragten
Vermögensverwaltungskosten. Darauf hin liessen die Pflichtigen mit Schreiben vom
16. September 2008 (recte: 2009) verlauten, sie seien mit der vorgeschlagenen Schät-
zung der Vermögensverwaltungskosten nicht einverstanden, da es sich bei den ge-
samten ausgewiesenen Kosten um abzugsfähige Kosten der Verwaltung des bewegli-
chen Privatvermögens durch Dritte handle. Zudem erklärten sie, falls nur eine
Schätzung der abzugsfähigen Vermögensverwaltungskosten möglich sei, würden sie
sich im Sinn eines Kompromisses mit einem Abzug in der Höhe von zwei Dritteln der
geltend gemachten effektiven Kosten, also Fr. 10'239.30, einverstanden erklären. Mit
Auflage vom 22. September 2009 forderte der Steuerkommissär die Pflichtigen erneut
zur Einreichung der erwähnten Unterlagen auf. Darauf antworteten sie am 9. Oktober
2009 im Wesentlichen, der Nachweis der Abzugsfähigkeit der ausgewiesenen Vermö-
gensverwaltungskosten erübrige sich, da sie weder den Pauschalabzug von 3 ‰ noch
effektive nicht abzugsfähige Kosten, sondern lediglich die gemäss Weisung des kanto-
nalen Steueramts vom 8. August 2002 abzugsfähigen Kosten von Banken und ge-
werbsmässigen Vermögensverwaltern geltend machten. Zudem gaben sie an, die D
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und die E hätten ihre Gebührenreglemente mit der Steuerbehörde abgestimmt, womit
davon auszugehen sei, dass die im Steuerverzeichnis der Banken veranschlagten ab-
zugsfähigen Kosten vom kantonalen Steueramt genehmigt worden seien. Weitere Un-
terlagen reichten die Pflichtigen nicht ein.
Am 23. November 2009 fand eine Besprechung zwischen dem Steuerkom-
missär und dem Pflichtigen sowie dessen Vermögensverwalter statt. Die Besprechung
blieb jedoch ohne Erfolg, da beide Parteien auf ihren Positionen beharrten. Der Steu-
erkommissär setzte daher den Pflichtigen eine Nachfrist zur Einreichung der mit Aufla-
ge vom 22. September 2009 eingeforderten Unterlagen bis 10. Dezember 2009 an. Mit
E-mail vom 25. November 2009 legte der Vermögensverwalter der Pflichtigen erneut
deren Standpunkt dar, ohne jedoch weitere Belege einzureichen. Am 10. Dezember
2009 mahnte der Steuerkommissär die Auflage, worauf die Pflichtigen am 18. Dezem-
ber 2009, unter Beilage einer Kopie des E-mails vom 25. November 2009, im Wesent-
lichen erklärten, alle erforderlichen Nachweise seien bereits erbracht.
Mit Entscheiden vom 6. Januar 2010 eröffnete das kantonale Steueramt den
Pflichtigen die Einschätzung für die Staats- und Gemeindesteuern 2007 mit einem
steuerbaren Einkommen von Fr. 66'900.- sowie einem steuerbaren Vermögen von
Fr. 1'859'000.- und stellte ihnen für die direkte Bundessteuer 2007 die Veranlagung mit
einem steuerbaren Einkommen von Fr. 69'300.- in Aussicht. Dabei schätzte es die ab-
zugsfähigen Vermögensverwaltungskosten mangels hinreichender Belege nach
pflichtgemässem Ermessen auf Fr. 4'000.-.
Die Veranlagung der direkten Bundessteuer 2007 wurde den Pflichtigen mit
Verfügung (Steuerrechnung) der Dienstabteilung Bundessteuer des kantonalen Steu-
eramts vom 22. Januar 2010 formell eröffnet.
B. Hiergegen erhoben die Pflichtigen am 2. Februar 2010 Einsprache und
beantragten sinngemäss, die von ihnen geltend gemachten Vermögensverwaltungs-
kosten seien zum Abzug zuzulassen; falls nur eine Schätzung gewährt werden könne,
sei der Abzug auf zwei Drittel der ausgewiesenen effektiven Kosten von Fr. 15'359.-,
also auf Fr. 10'239.30, festzusetzen. Mit Entscheiden vom 27. Mai 2010 wies das kan-
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tonale Steueramt die Einsprachen ab mit der Begründung, dass die Abzugsfähigkeit
der geltend gemachten Kosten nach wie vor nicht nachgewiesen sei.
C. Mit Rekurs bzw. Beschwerde vom 25. Juni 2010 wiederholten die Pflichti-
gen ihren Einspracheantrag. Neben anderen, in den Akten des kantonalen Steueramts
bereits vorhandenen Unterlagen reichten sie mit dem Rekurs erstmals eine Kopie des
Vermögensverwaltungsauftrags der C sowie Preislisten der D und der E für Vermö-
gensverwaltungsaufträge ein.
Das kantonale Steueramt schloss am 28. Juli 2010 auf kostenfällige Abwei-
sung der Rechtsmittel.
Auf das Ergebnis der Sachverhaltsermittlung im Einschätzungs- und Einspra-
cheverfahren und die Vorbringen der Parteien wird – soweit rechtserheblich – in den
nachfolgenden Erwägungen eingegangen.

## Considerations

Der Einzelrichter zieht in Erwägung:
1. a) Bei beweglichem Privatvermögen können die Kosten der Verwaltung
durch Dritte (vom Reineinkommen) abgezogen werden (§ 30 Abs. 1 des Steuerge-
setzes vom 8. Juni 1997 [StG] sowie Art. 32 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die di-
rekte Bundessteuer vom 14. Dezember 1990 [DBG]). Nicht abzugsfähig sind Kosten
und Aufwendungen für die Anschaffung, Herstellung oder Wertvermehrung von Ver-
mögensgegenständen (§ 33 lit. d StG und Art. 34 lit. d DBG).
b) Der steuerrechtliche Begriff der Vermögensverwaltung ist enger als der
Begriff des allgemeinen Sprachgebrauchs. Unter ihn fallen alle tatsächlichen oder
rechtlichen, nicht als Unterhalt zu qualifizierenden Handlungen, die im Rahmen der
Bewirtschaftung von Vermögensgegenständen erforderlich sind und der Sicherung und
Erhaltung des ertragbringenden Vermögens dienen (Richner/Frei/Kaufmann/Meuter,
Kommentar zum harmonisierten Zürcher Steuergesetz, 2. A., 2006, § 30 N 14 StG mit
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Hinweisen, auch zum Folgenden sowie Handkommentar zum DBG, 2. A., 2009, Art. 32
N 17 DBG). Abziehbar sind demnach insbesondere Depot-, Schrankfach- und Safege-
bühren, Kosten für die Erstellung von Wertschriftenverzeichnissen (Steuerverzeichnis)
sowie von Rückforderungs- und Anrechnungsanträgen für ausländische Quellensteu-
ern und Inkassospesen (vgl. auch ASA 67, 477). Dagegen sind Kosten für Finanz- und
Anlageberatung, für Vermögensumlagerung, Finanzierungskosten, Entschädigungen
für Treuhandanlagen und Provisionen für den Erwerb oder die Veräusserung von Ver-
mögenswerten nicht als Vermögensverwaltungskosten abziehbar (vgl. dazu auch lit. C
der Weisung des kantonalen Steueramts über die Abzugsfähigkeit der Kosten für die
Verwaltung von Wertschriften des Privatvermögens vom 8. August 2002 [ZStB I
Nr. 18/701], nachfolgend Weisung). Kosten der Anlageberatung im Besonderen die-
nen – wie das Bundesgericht in ständiger Praxis erkannt hat (ASA 71, 44 = StR 2000,
515) – dem Erwerb bzw. der Veräusserung von Vermögensgegenständen und nicht
primär der Werterhaltung, sondern der Wertvermehrung. Solche Aufwendungen sind
nach § 33 lit. d StG bzw. Art. 34 lit. d DBG nicht abzugsfähig. Aber auch wenn mit der
Vermögensberatung keine Wertvermehrung bezweckt wird, können die Kosten der
Anlageberatung nicht einkommensmindernd geltend gemacht werden, sofern die Bera-
tung zur Hauptsache auf Erwerb bzw. Verkauf und nicht auf das Halten des Vermö-
gens, das den steuerbaren Ertrag generiert, ausgerichtet ist (Peter Locher, Kommentar
zum DBG, I. Teil, 2001, Art. 32 N 11). Denn diesfalls liegen Aufwendungen für die An-
schaffung und Veräusserung von Vermögensgegenständen vor, die nach § 33 lit. d
StG bzw. Art. 34 lit. d DBG nicht abzugsfähig sind.
Abziehbar sind sodann lediglich Auslagen, die dem Steuerpflichtigen aus der
Besorgung der Verwaltung durch Dritte wie beispielsweise Banken, Treuhänder oder
sonstige Vermögensverwalter erwachsen. Wenn der Steuerpflichtige die Verwaltung
seines Vermögens selber besorgt, kann er keinen Abzug beanspruchen (Rich-
ner/Frei/Kaufmann/Meuter, § 30 N 15 StG bzw. Art. 32 N 13 f. DBG).
c) Vermögensverwaltungskosten sind als steuermindernde Umstände vom
Steuerpflichtigen darzutun und nachzuweisen (RB 1987 Nr. 35, auch zum Folgenden).
Der Steuerpflichtige hat somit nicht bloss die Kosten als solche, sondern auch die für
die Abzugsfähigkeit aufgrund der genannten Voraussetzungen sprechenden Tatsa-
chen zu beweisen. Dazu hat er spätestens im Rekurs-/Beschwerdeverfahren die Ab-
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züge durch eine substanziierte Sachdarstellung zu behaupten und hierfür beweiskräfti-
ge Unterlagen einzureichen oder zumindest entsprechende Beweismittel anzubieten.
Kann der Steuerpflichtige zwar nachweisen, dass ihm Kosten für die Vermö-
gensverwaltung durch Dritte entstanden sind, umfassen die Tätigkeiten des Dritten
aber auch betraglich nicht ausgeschiedene Handlungen, die über die allgemeine Ver-
waltungstätigkeit hinausgehen, kann er gemäss langjähriger, heute in der Weisung
festgeschriebener Praxis für die durch Dritte verwalteten Wertschriften (nicht jedoch für
Darlehen oder Bankguthaben aller Art wie Sparhefte, Bankkonten oder Festgeldanla-
gen) einen Pauschalabzug in der Höhe von 3 ‰ des Steuerwerts dieser Wertschriften,
maximal jedoch Fr. 6'000.- (entsprechend einem Depotwert von Fr. 2'000'000.-), bean-
spruchen. Macht der Steuerpflichtige höhere Abzüge geltend, hat er aufgrund der er-
wähnten Beweislastverteilung sowohl die tatsächlich bezahlten Kosten für die Vermö-
gensverwaltung als auch deren Zugehörigkeit zur Kategorie der abzugsfähigen Kosten
im Sinn von § 30 Abs. 1 StG bzw. Art. 32 Abs. 1 DBG nachzuweisen. Hat er bei Leis-
tung des entsprechenden Nachweises praktische Schwierigkeiten, indem er z.B. we-
gen der mit dem Vermögensverwalter vereinbarten Pauschalabgeltung die auf die An-
lagetätigkeit entfallenden Kosten nicht beziffern kann, hat er dies selber zu vertreten
(StRK III, 18. Mai 1995 = StE 1996 B 24.7 Nr. 1; StRK IV, 14. Dezember 1994 = ZStP
1995; StRK I, 19. April 1994, I 7/1994; vgl. zum Ganzen auch Richner/Frei/Kaufmann/
Meuter, § 30 N 21 StG mit Hinweisen).
Die Weisung gilt zwar nur für die Staats- und Gemeindesteuern, sie wird je-
doch in der Einschätzungspraxis – mangels entsprechender Weisung der Eidgenössi-
schen Steuerverwaltung – auch bei der direkten Bundessteuer angewandt.
2. a) Vorliegend weisen die Pflichtigen für die Steuerperiode 2007 Vermö-
gensverwaltungskosten von insgesamt Fr. 15'359.- aus, von denen sie grundsätzlich
mindestens drei Viertel als abzugsfähig erachten. Bei den Kosten handelt es sich ins-
besondere um Gebühren für die Vermögensverwaltung durch die C (insgesamt
Fr. 11'784.20) sowie um Kontospesen der D und der E (letztere sind mit Fr. 24.40 in-
des vernachlässigbar). Die Pflichtigen vertreten die Ansicht, diese Kosten seien alle-
samt abzugsfähig, da die bezahlten Dienstleistungen im Rahmen der Bewirtschaftung
von Vermögensgegenständen erforderlich seien und der Sicherung und Erhaltung des
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Kapitals dienten. Die Vermögenserträge, deren Höhe (ca. 2%) im Übrigen unterstrei-
che, dass keine Wertvermehrung angestrebt wurde, seien ihnen zur Bestreitung des
Lebensunterhalts periodisch überwiesen worden. Somit würden keine Kosten geltend
gemacht, die gemäss Weisung nicht abzugsfähig seien.
Diese Aussagen wurden indes weder im Einschätzungs- und Einsprachever-
fahren noch vor der Rekurskommission mit entsprechenden Belegen untermauert. Die
Rechnungen der C geben lediglich Aufschluss über die Höhe der bezahlten Verwal-
tungsgebühren, wobei der mit Rekurs bzw. Beschwerde erstmals eingereichte Vermö-
gensverwaltungsauftrag verdeutlicht, dass diese Gebühren pauschal, unter Berück-
sichtigung der verwalteten Vermögenswerte, festgelegt werden. Es lässt sich somit
nicht feststellen, für welche Dienstleistungen der C die Gebühren im Einzelnen entrich-
tet wurden. Genauso verhält es sich auch mit den Vermögensverwaltungsgebühren der
D. Die Pflichtigen halten dafür, sie hätten mit ihren schriftlichen und mündlichen Erklä-
rungen im Einschätzungs- und Einspracheverfahren ausreichend begründet, dass es
sich bei den geltend gemachten Kosten um abzugsfähige Aufwendungen handle und
diese Kosten insbesondere mit den eingereichten Rechnungen der C belegt. Dabei
verkennen sie jedoch, dass sie gemäss obigen Ausführungen sowohl die tatsächlich
bezahlten Kosten für die Vermögensverwaltung durch Dritte als auch deren Zugehörig-
keit zur Kategorie der abzugsfähigen Kosten zu beweisen haben. Da aber sowohl die
C als auch die D gemäss den eingereichten Verwaltungsaufträgen an sich auch Leis-
tungen erbringen, deren Kosten steuerlich nicht abzugsfähig sind und diese Leistungen
zusammen mit den Vermögensverwaltungshandlungen pauschal vergütet werden, ist
grundsätzlich davon auszugehen, dass die von den Pflichtigen bezahlten Gebühren
ebenso abzugsfähige wie auch nicht abzugsfähige Kosten beinhalten. Mithin hätten die
Pflichtigen die Abzugsfähigkeit der geltend gemachten Kosten anhand einer detaillier-
ten Aufstellung der erbrachten Leistungen und der dafür bezahlten Gebühren sowie
entsprechender Belege nachweisen müssen. Dies haben sie indes bis jetzt nicht getan.
Insbesondere enthalten die Quartalsrechnungen der C keine Darstellung der erbrach-
ten Leistungen und kann aufgrund des darin verwendeten Tarifs (0,7% p.a.) nicht ein-
fach geschlossen werden, die fakturierten Gebühren seien vollumfänglich abzugsfähig.
Mithin ist nach wie vor unklar, in welchem Umfang die ausgewiesenen Kosten tatsäch-
lich abzugsfähig sind. Dass der geforderte Nachweis aufgrund der vereinbarten Pau-
schalabgeltungen allenfalls praktische Schwierigkeiten bereitet, haben die Pflichtigen
im Übrigen selber zu vertreten.
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Schliesslich bleibt anzumerken, dass die Pflichtigen auch ihre weitere Be-
hauptung, die Banken hätten die Abzugsfähigkeit ihrer in den Steuer- bzw. Depotver-
zeichnissen aufgeführten Kosten vom kantonalen Steueramt genehmigen lassen, nicht
nachgewiesen haben.
b) Aus dem Gesagten ergibt sich, dass die Pflichtigen den Beweis für die Ab-
zugsfähigkeit der geltend gemachten effektiven Vermögensverwaltungskosten nicht
erbracht haben. Erwiesen ist lediglich, dass ihnen tatsächlich Kosten für die Vermö-
gensverwaltung durch Dritte erwachsen sind, womit ihnen grundsätzlich der Pauschal-
abzug von 3 ‰ des Steuerwerts der durch Dritte verwalteten Wertschriften zusteht. Da
sie gemäss den Akten in der Steuerperiode 2007 über Wertschriften im Wert von rund
Fr. 932'500.- (Total von Fr. 1'527'031.- gemäss Wertschriften- und Guthabenverzeich-
nis abzüglich Bankkonti und Festgeldanlagen im Wert von Fr. 594'502.-) verfügten,
beläuft sich dieser Pauschalabzug auf rund Fr. 2'800.-. Indes bleibt zu prüfen, ob sich
vorliegend ausnahmsweise ein höherer Abzug im Sinn einer Schätzung nach pflicht-
gemässem Ermessen rechtfertigt.
3. a) Hat ein Steuerpflichtiger trotz Mahnung seine Verfahrenspflichten nicht
erfüllt oder können die Steuerfaktoren mangels zuverlässiger Unterlagen nicht ein-
wandfrei ermittelt werden, so nimmt die Steuerbehörde gemäss § 139 Abs. 2 Satz 1
StG bzw. Art. 130 Abs. 2 Satz 1 DBG die Einschätzung bzw. die Veranlagung nach
pflichtgemässem Ermessen vor. Diese Bestimmungen setzen einen Untersuchungs-
notstand voraus, der im Regelfall dadurch verursacht wird, dass der Steuerpflichtige
trotz formgültiger Mahnung seinen Mitwirkungspflichten mit Bezug auf die Ermittlung
der für die Einschätzung massgeblichen Tatsachen nicht oder nur unvollständig nach-
gekommen ist. Eine Verfahrenspflichtverletzung gemäss § 139 Abs. 2 StG bzw.
Art. 130 Abs. 2 DBG liegt namentlich vor, wenn der Steuerpflichtige seine bedeutends-
te Mitwirkungspflicht, nämlich diejenige zur Einreichung der Steuererklärung (Deklara-
tionspflicht), nicht erfüllt, wenn er trotz entsprechender Aufforderung Tatsachen gar
nicht oder nur mangelhaft substanziiert behauptet oder den vom Gesetz vorgesehenen
Beweisleistungspflichten nicht nachkommt. Ein diesbezügliches Verschulden ist nicht
vorausgesetzt.
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Die Nichterfüllung von Mitwirkungspflichten hinsichtlich steuermindernder Tat-
sachen – z. B. bei einem vom Steuerpflichtigen geltend gemachten Abzug – führt im
Normalfall nicht zu einer Ermessenseinschätzung sondern dazu, dass zuungunsten
des beweisbelasteten Steuerpflichtigen angenommen wird, diese Tatsachen hätten
sich nicht verwirklicht und gestützt darauf der in Frage stehende Abzug nicht berück-
sichtigt wird (Martin Zweifel, in: Kommentar zum Schweizerischen Steuerrecht,
Band I/1, 2. A., 2002, Art. 46 N 30 StHG mit Hinweisen, auch zum Folgenden; Rich-
ner/Frei/Kaufmann/Meuter, § 139 N 61 ff StG bzw. Art. 130 N 42 ff DBG mit Hinweisen,
je auch zum Folgenden). Ausnahmsweise ist jedoch auch bezüglich steuermindernder
Tatsachen eine Schätzung nach pflichtgemässem Ermessen vorzunehmen. Dies ins-
besondere dann, wenn das Bestehen einer steuermindernden Tatsache erwiesen, aber
deren Höhe ungewiss ist. In einem solchen Fall wäre es sachwidrig und willkürlich, den
entsprechenden Abzug mangels genügender Substanziierung gänzlich zu verweigern;
vielmehr muss dessen Höhe nach pflichtgemässem Ermessen geschätzt werden.
b) Eine zu Recht ergangene Ermessenseinschätzung bzw. -veranlagung kann
der Steuerpflichtige laut § 140 Abs. 2 StG bzw. Art. 132 Abs. 3 DBG einzig wegen of-
fensichtlicher Unrichtigkeit anfechten. Diese Norm beinhaltet eine Kognitionsbeschrän-
kung der Prüfungsinstanzen. Letztere können eine zu Recht getroffene Ermessensein-
schätzung bzw. -veranlagung nur aufheben, wenn sie sich als offensichtlich falsch
erweist (so im Ergebnis Martin Zweifel, in: Kommentar zum Schweizerischen Steuer-
recht, Band I/2b, 2. A., 2008, Art. 130 N 33 DBG).
4. a) Vorliegend haben die Pflichtigen trotz entsprechender Auflage/Mahnung
des Steuerkommissärs vom 22. September/10. Dezember 2009 die Abzugsfähigkeit
der geltend gemachten Vermögensverwaltungskosten nicht durch geeignete Belege
nachgewiesen, wodurch sie ihrer Mitwirkungspflicht im Einschätzungsverfahren nicht
nachgekommen sind. Da es sich aber um den Nachweis einer steuermindernden Tat-
sache handelte, hätte diese Verfahrenspflichtverletzung grundsätzlich nicht eine (par-
tielle) Ermessenseinschätzung, sondern die Nichtberücksichtigung der in Frage ste-
henden Tatsache zur Folge, vorliegend also eine Beschränkung des Abzugs für
Vermögensverwaltungskosten auf den Pauschalabzug von 3 ‰. Indes hatten die
Pflichtigen mit den eingereichten Unterlagen immerhin nachgewiesen, dass ihnen aus
der Vermögensverwaltung durch Dritte tatsächlich Kosten in der Höhe von insgesamt
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Fr. 15'359.- entstanden sind, und davon auszugehen war, dass deren abzugsfähiger
Teil den Pauschalabzug von vorliegend rund Fr. 2'800.- übersteigt. Unter diesen Um-
ständen rechtfertigte es sich, ihnen diesen Abzug zu gewähren, und dessen Höhe
nach pflichtgemässem Ermessen zu schätzen. Dies hat denn das kantonale Steueramt
auch getan, indem es den Abzug für Vermögensverwaltungskosten auf Fr. 4'000.-
schätzte. Bei diesem Betrag handelt es sich nämlich nicht – wie die Pflichtigen offenbar
annehmen – um den Pauschalabzug, sondern eben um den nach Ermessen geschätz-
ten abzugsfähigen Teil der effektiven Vermögensverwaltungskosten. Damit stellt sich
vorliegend einzig noch die Frage, ob sich diese Schätzung als offensichtlich unrichtig
erweist.
b) Nachdem die Pflichtigen in der Steuererklärung einen Abzug von drei Vier-
teln der gesamten ausgewiesenen Vermögensverwaltungskosten (= Fr. 11'519.22)
geltend gemacht hatten, erklärten sie im anschliessenden Einschätzungsverfahren,
falls nur eine Schätzung der abzugsfähigen Vermögensverwaltungskosten gewährt
werden könne, würden sie sich mit einem Kompromiss von zwei Dritteln der effektiven
Kosten von Fr. 15'359.-, entsprechend Fr. 10'239.30 einverstanden erklären. Daran
hielten sie im Laufe des Einschätzungsverfahrens sowie auch in der Einsprache und im
Rekurs bzw. in der Beschwerde fest.
Eine derartige Schätzung entbehrt indes jeglicher Grundlage. Wie bereits er-
wähnt, ist aus den vorhandenen Unterlagen nicht ersichtlich, für welche konkreten
Leistungen die ausgewiesenen Kosten von Fr. 15'359.- angefallen sind, sodass davon
auszugehen ist, dass in diesem Betrag neben abzugsfähigen Vermögensverwaltungs-
kosten insbesondere auch nicht abzugsfähige Aufwendungen wie Entschädigungen für
Finanz- und Anlageberatung, Transaktionskosten, Emmissionsabgaben, Vermögens-
umlagerungskosten etc. enthalten sind. Dies umso mehr, als bei den Pflichtigen ge-
mäss Steuerauszügen der D im Jahr 2007 zahlreiche Wertschriftentransaktionen statt-
gefunden haben, die eben solche Kosten verursachen. Dass diese nicht abzugsfähigen
Aufwendungen lediglich einen Drittel der gesamten ausgewiesenen Kosten ausmachen
sollen, während die restlichen zwei Drittel – nota bene rund 1.1 % des Steuerwerts der
durch Dritte verwalteten Wertschriften – abzugsfähige Vermögensverwaltungskosten
darstellen, scheint fragwürdig. Demgegenüber hat das kantonale Steueramt die ab-
zugsfähigen Aufwendungen auf gut einen Viertel der gesamten ausgewiesenen Kosten
und rund 4.3 ‰ des Steuerwerts der durch Dritte verwalteten Wertschriften geschätzt,
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was unter den gegebenen Umständen durchaus vertretbar erscheint. Immerhin haben
es die Pflichtigen selbst zu verantworten, dass sie den Nachweis der Abzugsfähigkeit
der geltend gemachten Kosten nicht erbracht haben, weshalb der ihnen gewährte, den
Pauschalabzug um mehr als einen Drittel übersteigende Abzug im Ergebnis nicht zu
beanstanden ist. Auf jeden Fall erweist sich die Schätzung des kantonalen Steueramts
nicht als offensichtlich unrichtig.
Mithin muss es beim Abzug von Fr. 4'000.- für Vermögensverwaltungskosten
sein Bewenden haben.
5. Nach alledem sind die Einspracheentscheide des kantonalen Steueramts
zu bestätigen, was zur Abweisung des Rekurses und der Beschwerde führt. Die Ver-
fahrenskosten sind ausgangsgemäss den Pflichtigen aufzuerlegen (§ 151 Abs. 1 StG
und Art. 144 Abs. 1 DBG).