# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 8f058ced-4e65-4613-9df4-d93fd151ed32
**Court:** ZH_OG
**Chamber:** ZH_OG_002
**Year:** 2013
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

betreffend Körperverletzung etc. Berufung gegen ein Urteil des Einzelgerichts des Bezirks Dietikon vom 8. März 2012 (GG110058)
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Anklage:
Die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft Limmattal/Albis vom 16. Dezember
2011 (Urk. 21) ist diesem Urteil beigeheftet.
Urteil der Vorinstanz:
1. Der Beschuldigte ist schuldig
− der Körperverletzung im Sinne von Art. 123 Ziff. 1 Abs. 1 StGB;
− der mehrfachen Nötigung im Sinne von Art. 181 StGB;
− der versuchten Nötigung im Sinne von Art. 181 StGB i.V.m. Art. 22
Abs. 1 StGB;
− der Anstiftung zur Irreführung der Rechtspflege im Sinne von Art. 304
Ziff.1 Abs. 2 StGB i.V.m. Art. 24 Abs. 1 StGB.
2. Der Beschuldigte ist der Anstiftung zur Begünstigung im Sinne von Art. 305
Abs. 1 StGB i.V.m. Art. 24 Abs. 1 StGB nicht schuldig und wird freigespro-
chen.
3. Der Beschuldigte wird bestraft mit einer Geldstrafe von 180 Tagessätzen zu
Fr. 20.00 (entsprechend Fr. 3'600.00), wovon 44 Tagessätze als durch Haft
geleistet gelten.
4. Der Vollzug der Geldstrafe wird aufgeschoben und die Probezeit auf 4 Jahre
festgesetzt.
5. Die mit Verfügung der Staatsanwaltschaft Limmattal/Albis vom 15. Dezem-
ber 2011 beschlagnahmten Fr. 550.00 werden definitiv beschlagnahmt und
zur teilweisen Deckung der Verfahrenskosten verwendet.
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6. Das mit Verfügung der Staatsanwaltschaft Limmattal/Albis vom 15. Dezem-
ber 2011 beschlagnahmte Mobiltelefon (Marke Nokia, silber, IMEI-Nr. ...;
Sachkaution Nr. ...) wird dem Beschuldigten nach Löschung der gespeicher-
ten Nacktbilder der Privatklägerin auf erstes Verlangen von der Kasse des
Bezirksgerichts Dietikon herausgegeben.
7. Der Kantonspolizei Zürich, KIA-ICT, wird der Auftrag erteilt, die auf dem Mo-
biltelefon (Marke Nokia, silber, IMEI-Nr. ...; Sachkaution Nr. ...) gespeicher-
ten Nacktbilder der Privatklägerin zu löschen und anschliessend der Kasse
des Bezirksgerichts Dietikon zu retournieren.
8. Der Beschuldigte wird gemäss seiner Anerkennung verpflichtet, der C._
[Versicherung], ..., ... [Adresse], Schadenersatz von Fr. 5'627.10 zu bezah-
len.
9. Der Beschuldigte wird dem Grundsatze nach verpflichtet, der Privatklägerin
B._ allfällige zukünftige, im Zusammenhang mit den vorliegend beurteil-
ten Straftaten erwachsende Therapie- und Gesundheitskosten zu vergüten.
10. Der Beschuldigte wird gemäss seiner Anerkennung verpflichtet, der Privat-
klägerin B._ Schadenersatz von Fr. 400.00 zuzüglich 5 % Zins ab
12. Dezember 2010 zu zahlen. Im Mehrumfang wird das Schadenersatzbe-
gehren abgewiesen.
11. Der Beschuldigte wird verpflichtet, der Privatklägerin B._ Fr. 1'500.00
zuzüglich 5 % Zins ab 12. Dezember 2010 als Genugtuung zu bezahlen. Im
Mehrbetrag wird das Genugtuungsbegehren abgewiesen.
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12. Die Entscheidgebühr wird festgesetzt auf:
Fr. 2'000.00 ; die weiteren Kosten betragen:
Fr. 450.00 Kosten Kantonspolizei
Fr. 3'000.00 Gebühr Anklagebehörde
Fr. Kanzleikosten
Fr. 31.95 Auslagen Untersuchung
Fr. 8'201.80 amtliche Verteidigung
Fr. unentgeltliche Rechtsvertretung
13. Die Kosten (Entscheidgebühr, Kosten Kantonspolizei, Auslagen Untersu-
chung, Gebühr Anklagebehörde) werden dem Beschuldigten auferlegt. Die
Kosten der amtlichen Verteidigung sowie ein Viertel der Kosten der
unentgeltlichen Vertretung der Privatklägerschaft werden auf die
Staatskasse genommen; vorbehalten bleibt eine Nachforderung beim
Beschuldigten.
14. Zu drei Vierteln werden die Kosten der unentgeltlichen Vertretung der
Privatklägerschaft der Privatklägerin auferlegt, jedoch auf die Staatskasse
genommen; vorbehalten bleibt eine Nachforderung bei der Privatklägerin.
Berufungsanträge:
a) Der Verteidigung des Beschuldigten:
(Urk. 71)
1. Das Urteil sei bezüglich Ziff. 1, 2, 3, 4, 8, 9, 11, 13 aufzuheben.
2. Ziff. 1, 2, 3, 4, 8, 9, 11, 13 seien durch folgenden Wortlaut zu ersetzen:
1. Der Beschuldigte ist schuldig der fahrlässigen Körperverletzung.
2. Der Beschuldigte ist der
- Körperverletzung im Sinne von Art. 123 Ziff. 1 Abs. 1 StGB
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- mehrfachen Nötigung im Sinne von Art. 181 StGB - versuchten Nötigung im Sinne von Art. 181 StGB i.V.m. Art. 22
Abs. 1 StGB - Anstiftung zur Irreführung der Rechtspflege im Sinne von
Art. 304 Ziff. 1 Abs. 2 StGB i.V.m. Art. 24 Abs. 1 StGB nicht schuldig und wird freigesprochen.
3. Der Beschuldigte wird bestraft mit einer Geldstrafe von 80 Ta-
gessätzen zu Fr. 20.00 (entsprechend Fr. 1600.00), wovon
44 Tagessätze als durch Haft geleistet gelten.
4. Der Vollzug der Geldstrafe wird aufgeschoben und die Probezeit
auf 2 Jahre festgesetzt.
...
8. Ziff. 8 wird aufgehoben.
9. Ziff. 9 wird aufgehoben.
...
11. Ziff. 11 wird aufgehoben.
...
13. Die Kosten (Entscheidgebühr, Kosten Kantonspolizei, Auslagen
Untersuchung, Gebühr Anklagehebörde) werden dem Beschul-
digten auferlegt. Die Kosten der amtlichen Verteidigung werden
auf die Staatskasse genommen.
Die Kosten der unentgeltlichen Vertretung der Privatklägerschaft
werden der Privatklägerin auferlegt, jedoch auf die Staatskasse
genommen; vorbehalten bleibt eine Nachforderung bei der Privat-
klägerin.
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b) Der Staatsanwaltschaft Limmattal/Albis:
(Urk. 80)
1. Der Beschuldigte A._ sei schuldig zu sprechen
− der Körperverletzung im Sinne von Art. 123 Ziff. 1 StGB;
− der mehrfachen Nötigung im Sinne von Art. 181 StGB;
− der versuchten Nötigung im Sinne von Art. 181 StGB i.V.m. Art. 22
Abs. 1 StGB;
− der Anstiftung zur Irreführung der Rechtspflege im Sinne von
Art. 304 Ziff. 1 Abs. 2 i.V.m. Art. 24 Abs. 1 StGB.
2. Der Beschuldigte sei zu einer Freiheitsstrafe von 12 Monaten zu verur-
teilen.
Eventualiter: Der Beschuldigte sei zu einer Geldstrafe von 300 Ta-
gessätzen zu Fr. 30.– zu verurteilen.
3. Die Freiheitsstrafe sei im Umfange von 6 Monaten zu vollziehen. Der
Vollzug der restlichen 6 Monate sei bei einer Probezeit von 4 Jahren
aufzuschieben.
4. Die beschlagnahmte Barschaft in der Höhe von Fr. 550.– sei zur De-
ckung der Verfahrenskosten einzuziehen.
5. Das beschlagnahmte Natel sei einzuziehen und zu vernichten.
6. Der Beschuldigte sei zu einer angemessenen Zahlung von Schadener-
satz und Genugtuung zu verpflichten.
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## Considerations

Das Gericht erwägt:
I.
Prozessuales
1. Gegen das eingangs im Dispositiv wiedergegebene Urteil des Einzel-
gerichts in Strafsachen des Bezirks Dietikon vom 8. März 2012 meldeten sowohl
der Beschuldigte mit Eingabe vom 12. März 2012 als auch die Staatsanwaltschaft
mit Eingabe vom 15. März 2012 sowie die Privatklägerin mit Eingabe vom
21. März 2012 rechtzeitig Berufung an (Urk. 54, 55 und 58; Art. 399 Abs. 1 StPO).
Nach Erhalt des begründeten Urteils am 8. August 2012 liess indes nur der Be-
schuldigte am 27. August 2012 fristgerecht seine Berufungserklärung im Sinne
von Art. 399 Abs. 3 StPO einreichen (Urk. 67/2; Urk. 71); von Seiten der Staats-
anwaltschaft und der Privatklägerin gingen keine Berufungserklärungen ein. Mit
Präsidialverfügung vom 13. September 2012 wurde der Staatsanwaltschaft und
der Privatklägerin sodann Frist zur Anschlussberufung angesetzt (Urk. 72). Mit
Eingabe vom 19. September 2012 erklärte die Staatsanwaltschaft Anschlussberu-
fung und beschränkte diese auf die Strafzumessung und den bedingten Vollzug
der Strafe (Urk. 74). Die Privatklägerin erhob keine Anschlussberufung. Am
10. Oktober 2012 (Poststempel) reichte der Beschuldigte das Datenerfassungs-
blatt samt Beilagen zu seinen wirtschaftlichen Verhältnissen beim Obergericht ein
(Urk. 77/1-11). Anträge auf Beweisergänzung oder Nichteintreten auf die Anklage
wurden von keiner Seite gestellt.
2. Im Rahmen seiner Berufungserklärung beantragte der Beschuldigte die
Aufhebung der Dispositivziffern 1, 2, 3, 4, 8, 9, 11 und 13 des vorinstanzlichen Ur-
teils. Er sei einzig der fahrlässigen Körperverletzung schuldig zu sprechen und mit
einer Geldstrafe von 80 Tagessätzen zu Fr. 20.– zu bestrafen, wovon 44 Tages-
sätze durch Haft geleistet seien. Der Vollzug der Geldstrafe sei aufzuschieben
und die Probezeit auf 2 Jahre festzusetzen (Urk. 71, S. 2).
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2.1. Der Beschuldigte ficht mithin das gesamte Erkenntnis an, mit Ausnah-
me der Entscheide über die Verwendung der bei ihm beschlagnahmten Fr. 550.–
zur Deckung der Verfahrenskosten (Dispositivziffer 5), die Herausgabe seines be-
schlagnahmten Mobiltelefons nach erfolgter Löschung der darauf gespeicherten
Nacktbilder der Privatklägerin durch die Kantonspolizei (Dispositivziffern 6 und 7),
seine Verpflichtung, der Privatklägerin Fr. 400.– Schadenersatz zuzüglich 5 %
Zins ab dem 12. Dezember 2010 zu bezahlen (Dispositivziffer 10), sowie die Ko-
stenfestsetzung (Dispositivziffer 12).
2.2. Mit seinem Berufungsantrag Ziffer 2.13 verlangt der Beschuldigte in-
dessen, es seien die Kosten des erstinstanzlichen Verfahrens (Entscheidgebühr,
Kosten Kantonspolizei, Auslagen Untersuchung, Gebühr Anklagehebörde) dem
Beschuldigten aufzuerlegen und die Kosten der amtlichen Verteidigung auf die
Staatskasse zu nehmen (Urk. 71, S. 2), was exakt der Anordnung im Urteil der
Vorinstanz entspricht, weshalb diese ebenfalls bereits in Rechtskraft erwachsen
ist.
2.3. Mit seinem Berufungsantrag Ziffer 2.13, zweiter Absatz, lässt der Be-
schuldigte weiter verlangen, die Kosten der unentgeltlichen Vertretung der Privat-
klägerschaft seien der Privatklägerin aufzuerlegen, jedoch auf die Staatskasse zu
nehmen; vorbehalten bleibe eine Nachforderung bei der Privatklägerin (Urk. 71,
S. 2). Da der Beschuldigte durch die teilweise Auferlegung der erstinstanzlichen
Kosten der unentgeltlichen Vertretung der Privatklägerin nicht beschwert ist und
die Privatklägerin die ihr teilweise auferlegten Kosten ihrer unentgeltlichen Vertre-
tung nicht angefochten hat, hat es auch mit dieser Regelung im erstinstanzlichen
Urteil sein Bewenden.
3. Mit Beschluss ist somit vorab festzustellen, dass die Dispositivziffern 2,
5 – 7, 10 und 12 – 13 des vorinstanzlichen Urteils in Rechtskraft erwachsen sind.
Ferner ist auf die Berufungen der Staatsanwaltschaft Limmattal/Albis und der Pri-
vatklägerin nicht einzutreten.
4. Anlässlich der Berufungsverhandlung stellten die Parteien die eingangs
erwähnten Anträge.
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5. Die Privatklägerin unterzeichnete am 16. Dezember 2010 fristwahrend
und formgültig einen Strafantrag gegen den Beschuldigten wegen Drohung und
Körperverletzung (Urk. 18/1).
II.
Sachverhalt
1. Dem Beschuldigten wird zusammengefasst vorgeworfen, er habe am
12. Dezember 2010, ca. um 17:45 Uhr, der auf dem Beifahrersitz mitfahrenden
Geschädigten anlässlich einer Autofahrt von D._ nach E._ im Rahmen
einer verbalen Auseinandersetzung vom Fahrersitz aus bewusst, weil er die Ge-
schädigte habe zum Schweigen bringen wollen, völlig unvermittelt mit seiner rech-
ten Hand, mutmasslich zu einer Faust geballt, heftig ins Gesicht gegen die Nase
geschlagen, so dass umgehend Blut aus der Nase geflossen sei, die Geschädigte
enorme Schmerzen verspürt und einen Nasenbeinbruch erlitten habe, wobei der
Beschuldigte diese Folgen seines Schlages in Kauf genommen habe (Urk. 21,
S. 2 f.).
1.1. Während der Weiterfahrt nach E._ habe er auf die inständige Bitte
der Geschädigten, sie infolge der enormen Schmerzen und des starken Blutens in
ein Krankenhaus zu fahren, erklärt, dies erst zu tun, wenn sie sich bei ihm ent-
schuldigt und ihn geküsst habe, was sie allerdings nicht getan habe, weshalb der
Beschuldigte in die Garage seines Clubs "F._" in E._ gefahren sei, wo-
bei er der verängstigten Geschädigten weiteres Ungemach angedroht und sie
damit unter Druck gesetzt habe, sie erneut und erst recht zu schlagen oder sie in
den Wald zu fahren und "dort sonst etwas" mit ihr zu machen, falls sie ihren Mund
aufmache, etwas Falsches sage oder ihn anzeige. Diese Drohung habe er durch
wiederholtes Andeuten erneuter Schläge mit seinem angewinkelten rechten Arm
in Richtung der Geschädigten unterstrichen. Diese sei aufgrund des Erlebten völ-
lig überfordert gewesen und habe grosse Angst gehabt, der Beschuldigte würde
seine Drohungen in die Tat umsetzen und sie erneut schlagen, weshalb sie ein-
geschüchtert hingenommen habe, dass er sie nicht ins Spital gefahren, sondern
nach der Ankunft in besagter Garage angewiesen habe, im Fahrzeug zu warten,
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bis er einige Arbeiten im Club erledigt und sie sich eine glaubhafte Geschichte für
den Arzt überlegt habe, wie sie sich ihre Verletzung zugezogen habe, bevor er sie
schliesslich gegen 22:00 Uhr endlich ins Spital gebracht habe, nachdem sie auf-
grund der grossen Schmerzen und weil sie dringend ins Spital habe gehen wol-
len, eingewilligt habe, dort wahrheitswidrig seine Version anzugeben, wonach sie
im Club beim Putzen die Treppe runtergefallen sei. Als ihr der diensthabende Arzt
zu verstehen gegeben habe, ihr Verletzungsbild deute eher auf eine Gewaltein-
wirkung als auf einen Unfall hin, habe sie angesichts der Drohungen des Be-
schuldigten und dessen Anwesenheit bei der ärztlichen Untersuchung auf der ihr
von diesem vorgegebenen, falschen Version beharrt (Urk. 21, S. 3 f.).
1.2. Erst drei Tage später habe sich die Geschädigte trotz der erwähnten
Drohungen aufgerafft, bei der Polizeistation G._ wegen der Geschehnisse
vom 12. Dezember 2010 Anzeige gegen den Beschuldigten zu erstatten (Urk. 21,
S. 4).
1.3. Nachdem der Beschuldigte von der Anzeige erfahren habe, habe er die
Geschädigte weiter unter Druck gesetzt mit dem Ziel, dass sie ihre Aussagen als
unwahr bezeichnen und die Anzeige zurückziehen würde. So habe er sie telefo-
nisch angewiesen, ein ihm vor dem Versand zur Korrektur vorzulegendes Schrei-
ben aufzusetzen und an die Staatsanwaltschaft, die Kantonspolizei sowie an sei-
nen Club zu schicken, wonach sie anlässlich der Anzeigeerstattung eine Falsch-
aussage gemacht, ihn zu Unrecht bezichtigt und sich ihre Verletzung durch einen
selbstverschuldeten Unfall in seinem Club zugezogen habe. Im Weigerungsfalle
würde er dafür sorgen, dass sie aus der Schweiz verschwinde, ihre Familie kaputt
machen, sie wieder schlagen oder ihr sonst etwas antun und vor allem intime Bil-
der von ihr ins Internet stellen, weshalb sie gegen ihren Willen seiner Aufforde-
rung nachgekommen sei, das Schreiben an ihrem Wohnort verfasst und ihm per
Mail zugesandt habe, bevor sie es nach Vornahme der von ihm geforderten An-
passungen am 29. Dezember 2010 schliesslich per Post an die verlangten Adres-
saten versandt habe (Urk. 21, S. 5).
1.4. Dies alles habe die Geschädigte aus Angst getan, der Beschuldigte
könnte seine Drohungen in die Tat umsetzen. Dabei sei dem Beschuldigten klar
gewesen und er habe beabsichtigt, durch sein Vorgehen die Geschädigte gefügig
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zu machen und zu veranlassen, sich mit dem Schreiben bei den Strafverfolgungs-
behörden selber wahrheitswidrig einer Straftat zu bezichtigen und dadurch zu-
sätzlich ein Strafverfahren gegen sich in Gang zu bringen, was auch geschehen
sei (Urk. 21, S. 6).
2. Die Vorinstanz gelangte zum Ergebnis, dass der Anklagesachverhalt
insbesondere aufgrund der glaubhaften Aussagen der Geschädigten und der un-
glaubhaften Darstellungen des Beschuldigten sowie aufgrund der Arztberichte,
des Anzeigerückzugsschreibens und teilweise aufgrund des SMS-Verkehrs zwi-
schen dem Beschuldigten und der Geschädigten anklagegemäss erstellt sei
(Urk. 70, S. 8 ff.).
3. Der Beschuldigte bestreitet im Wesentlichen,
- die Geschädigte eventualvorsätzlich verletzt zu haben,
- sie vor und nach dem Spitalbesuch weiter bedroht zu haben,
- vor dem Erhalt des Entschuldigungsbriefes von der Geschädigten und des
Briefes der Polizei von der Anzeige durch die Geschädigte gewusst zu ha-
ben,
- dass er Druck auf die Geschädigte ausgeübt habe, um den Rückzug der
Anzeige zu erreichen,
- dass er ihr gedroht und Angst gemacht habe.
Ferner macht er geltend,
- dass die Geschichte mit dem Treppensturz nicht seine Idee gewesen sei,
- dass er gar nicht mit dem Computer umgehen könne,
- dass die Geschädigte alles, was sie getan habe, freiwillig getan habe,
- dass die Nase der Geschädigten durch die frühere Operation geschwächt
gewesen sein müsse.
3.1. Da sich die Anklage und das vorinstanzliche Urteil im Wesentlichen auf
die Aussagen der Geschädigten stützen und an objektiven Beweismitteln nur die
Arztberichte (Urk. 5/4; Urk. 5/6), die SMS-Gesprächstexte über den begrenzten
Zeitraum vom 13. bis zum 16. Dezember 2010 (Urk. 6/4) sowie die verschiedenen
Versionen des Briefes "Anzeigerückerstattung" vom 24. Dezember 2010 (Urk. 1/4;
Urk. 1/9; Urk. 8/1) vorliegen, ist daher auch im Lichte der vorbestehenden Bezie-
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hung zwischen dem Beschuldigten und der Geschädigten unter Einbezug der po-
lizeilichen Befragung des Notarztes vom 5. Dezember 2011 (Urk. 4/1) näher auf
deren Aussagen einzugehen und der der Anklage zu Grunde liegende Sachver-
halt nach den allgemein gültigen Beweisregeln zu prüfen.
3.2. Das Gericht legt gemäss Art. 10 Abs. 2 StPO seinem Urteil denjenigen
Sachverhalt zu Grunde, den es aus seiner freien, aus der Hauptverhandlung und
aus den Untersuchungsakten geschöpften Überzeugung als verwirklicht erachtet.
Ist der Beschuldigte nicht geständig und äussert er andere Sachverhaltsdarstel-
lungen, als sich durch die übrigen Beweismittel und Indizien ergeben, so ist nach
dem Grundsatz der freien Beweiswürdigung aufgrund der Aussagen und aller in
Betracht fallenden Umstände zu prüfen, ob der nicht mit Sicherheit feststehende
Sachverhalt als gegeben erachtet werden kann (ZR 72 Nr. 80). Dabei sind an den
Nachweis von Täterschaft und Schuld hohe Anforderungen zu stellen. Ein
Schuldspruch darf nur dann erfolgen, wenn die Schuld des Beschuldigten mit hin-
reichender Sicherheit erstellt ist, mit anderen Worten, wenn Beweise dafür vorlie-
gen, dass der Beschuldigte mit seinem Verhalten objektiv und subjektiv den ihm
zur Last gelegten Straftatbestand verwirklicht hat. Das Gericht muss eine persön-
liche Gewissheit hinsichtlich der Tatschuld erhalten. Nicht ausreichend ist, wenn
die vorliegenden Beweise zwar objektiv klar auf eine Schuld des Beschuldigten
hindeuten, das Gericht aber persönlich nicht zu überzeugen vermögen. Dabei
kann jedoch nicht verlangt werden, dass die Tatschuld gleichsam mathematisch
sicher und unter allen Aspekten unwiderlegbar feststeht. Eine bloss theoretische,
entfernte Möglichkeit, dass der wirkliche Sachverhalt anders sein könnte, genügt
nicht, um einen Freispruch zu begründen. Es muss genügen, wenn vernünftige
Zweifel an der Schuld des Beschuldigten ausgeschlossen werden können. Hinge-
gen ist irrelevant, ob das Gericht tatsächlich zweifelt, denn massgebend ist, ob bei
einer objektiven Betrachtungsweise solche Zweifel angebracht gewesen wären.
Wenn sich das Gericht nach Erschöpfung aller Erkenntnisquellen weder von der
Existenz noch von der Nichtexistenz der beweisbedürftigen Tatsachen zu über-
zeugen vermag, ist nach dem in Art. 10 Abs. 3 StPO festgehaltenen Grundsatz "in
dubio pro reo" von der für den Beschuldigten günstigeren Sachlage auszugehen
(SCHMID, Handbuch des Schweizerischen Strafprozesses, Zürich/St. Gallen 2009,
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N 227; SCHMID, Schweizerische Strafprozessordnung, Praxiskommentar, Zü-
rich/St. Gallen 2009, Art. 10 N 10).
3.3. Zu diesem Zweck ist vorab eine Zusammenfassung der umfangreichen
Befragungen des Beschuldigten und der Geschädigten sowie jener des Notarztes
vorzunehmen:
3.3.1. In seiner ersten polizeilichen Befragung vom 4. Januar 2011 hatte der
Beschuldigte zunächst gänzlich in Abrede gestellt, tätlich gegen die Geschädigte
geworden zu sein, ihr gedroht oder sie genötigt zu haben. Er machte im Wesentli-
chen geltend, die Geschädigte habe eine falsche Anzeige gegen ihn erstattet, um
dadurch zu Geld zu kommen. Sie lüge. Sie sei die Treppe heruntergefallen und
habe sich dabei an der Nase verletzt. Er habe sie an diesem Tag nicht in D._
abgeholt. Später habe er sie von E._ ins Spital gefahren (Urk. 2/1, S. 2 ff.).
3.3.2. Anlässlich seiner untersuchungsrichterlichen Hafteinvernahme vom
9. November 2011, mithin rund 11 Monate nach dem Vorfall, gab der Beschuldig-
te im Wesentlichen zu Protokoll (Urk. 2/2, S. 2 ff.), es stimme nicht, dass er der
Geschädigten am 12. Dezember 2010, ca. um 17:45 Uhr, im Rahmen einer ver-
balen Auseinandersetzung während einer Autofahrt einen Faustschlag ins Ge-
sicht verpasst und ihr dadurch die Nase gebrochen habe. Sie habe ihm erklärt, im
Club "F._" die Treppe runtergefallen zu sein. Er habe sie dann ins Spital und
danach nach Hause gebracht. Er meine, sie habe eine Nasenkorrektur gemacht
und Plastik in der Nase. Genau dort habe sie sich wieder verletzt. Es stimme auch
nicht, dass er sie nach dem Spitalbesuch weiter bedroht habe. Er wisse, dass er
sie auch noch von einem späteren Arztbesuch von H._ nach Hause gebracht
habe. Sie habe den Brief geschickt und sich auch mündlich bei ihm entschuldigt.
Sie wisse selber nicht, wieso sie ihn angezeigt habe. Es stimme, dass sie über ein
paar Monate bis zu diesem Vorfall eine intime Beziehung gehabt hätten. Vor dem
Erhalt des Entschuldigungsbriefes von der Geschädigten und des Briefes der Po-
lizei habe er nichts gewusst von der Anzeige. Nein, er habe die Geschädigte nie
darum gebeten, die Anzeige zurückzuziehen. Auf Vorhalt seines SMS vom
14. Dezember 2010, 15:32:07 Uhr, räumte der Beschuldigte dann allerdings erst-
mals ein, dass er der Geschädigten geschrieben habe, sie solle sagen, dass sie
gestürzt sei. Es sei aber nur darum gegangen, was die Versicherung decke und
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was nicht (Urk. 2/2, S. 9 f.). Er habe ihr gesagt, dass die Beziehung aufhören
müsse. Er könne sich nicht daran erinnern, dass die Geschädigte ihm gesagt ha-
be, es sei vorbei. Im Weiteren blieb der Beschuldigte bei seiner bisherigen Dar-
stellung und seinen Bestreitungen (Urk. 2/2, S. 14 ff.). Er könne sich wirklich nicht
mehr erinnern, wann er das erste Mal von der Anzeige erfahren habe. Auf dem
Brief sei die Geschädigte als Verfasserin aufgeführt. Wie es zu diesem Schreiben
gekommen sei, wisse er nicht. Er habe die Geschädigte zu 100 % nicht angewie-
sen, dieses Schreiben aufzusetzen. Es stimme nicht, dass er deswegen Druck
aufgesetzt und der Geschädigten gedroht und sie dazu gezwungen habe. Beim
Durchlesen des Briefes scheine ihm deutlich, dass sie lüge.
3.3.3. Am 10. November 2011 gab der Beschuldigte in der ersten Anhörung
der Zwangsmassnahmenrichterin zu Protokoll (Urk. 12/9, S. 1 ff.), er werde Fol-
gendes sagen: Alle Aussagen seien falsch, und er wolle gerne die Wahrheit erklä-
ren. Einen Tag vorher habe er im "F._" eine Party gehabt. Die Geschädigte
sei auch dort gewesen. Am nächsten Tag sei ein Reinigungstag gewesen. Die
Geschädigte habe sich freiwillig gemeldet, dass sie ihm helfe. Dann sei er um
Viertel vor sechs zu ihr und habe ihr gesagt, dass er sie von D._ abhole.
Dann sei er gekommen, und die Geschädigte sei später gekommen und ins Auto
gestiegen. Sie habe sofort mit ihm zu streiten begonnen und ihn beschimpft. Er
sei ruhig gewesen und habe sie gefragt, ob sie sich beruhigen könne. Er habe ihr
gesagt, dass sie freiwillig gekommen sei, und sie gebeten, dass sie aufhöre. Er
wisse nicht, welche Gründe sie gehabt habe. Sie störe seine Familie und sein Le-
ben. Sie habe weiter geredet und mit den Händen gefuchtelt. Sie sei so nahe ge-
kommen, dass sie beinahe das Lenkrad genommen und sie beinahe von der
Strasse abgekommen seien. Er habe sie während der Fahrt vom Lenkrad wegge-
drückt. Sie habe auf der Nase eine kleine Verletzung gehabt und geweint und ge-
jammert. Sie habe ihn geschüttelt und gefragt, weshalb er das gemacht habe.
Dass die Geschädigte ihm gesagt habe, sie sei die Treppe heruntergefallen, sei
alles falsch, auch seine Aussage. Er sei zu dieser Zeit in ärztlicher Behandlung
gewesen. Jetzt sage er die Wahrheit. Er entschuldige sich. Die Geschädigte habe
geblutet, aber nicht aufgrund eines Faustschlages. Auf den Vorhalt, die Staats-
anwaltschaft werfe ihm vor, die Geschädigte unter Druck gesetzt und ihr gedroht
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zu haben, gemeinsame Fotos ins Internet zu stellen, fuhr der Beschuldigte weiter
(Urk. 12/9, S. 3), er habe gesehen, dass sie eine kleine Verletzung gehabt habe.
Er habe sie gefragt, ob sie nach Hause oder mit ihm weiter mitfahren wolle. Er
habe ihr gesagt, falls sie ihn weiterhin während der Fahrt störe, werde sie be-
kommen, was sie verdiene. Sie sei freiwillig mit ihm mitgekommen. Sie seien wei-
ter nach E._ gefahren und hätten gestritten. In E._ sei er in die Garage
gefahren. Dann habe er sie gefragt, ob sie ins Spital möchte oder nach oben mit-
kommen wolle. Sie habe im Auto bleiben wollen und dass er sie ins Spital bringe.
Er habe heisses Wasser und einen Lappen für sie geholt und anschliessend seine
Arbeit gemacht. Nach seiner Arbeit habe er sie ins Spital gebracht. In der Zwi-
schenzeit habe sie im Auto diverse Schäden verursacht. Hätte sie Angst gehabt,
hätte sie keine CDs zerkratzt und Dinge zerbrochen. Das Auto sei offen gewesen,
damit sie nach draussen hätte gehen können. Als er sie geschubst habe, sei es
nicht seine Absicht gewesen, sie zu verletzen, sondern die Situation zu beruhi-
gen. Nach dem Spitalbesuch habe er sie nach Hause gebracht. Ein paar Tage
später habe er sie von einem weiteren Arztbesuch nach Hause gefahren.
3.3.4. Zu Beginn der staatsanwaltschaftlichen Befragung vom 15. November
2011 erklärte der Beschuldigte, er habe einen Brief geschrieben, da er umgehend
mit der Staatsanwältin sprechen und möglichst schnell einen Anwalt wolle. Er wol-
le möglichst schnell entlassen werden. Er entschuldige sich für seine Falschaus-
sage (Urk. 2/4, S. 1 f.). Weiter gab er zu Protokoll, die Geschädigte sei damals im
Zentrum von D._ schon depressiv, nervös bzw. hässig in sein Auto gestie-
gen, ohne "guten Tag" oder "guten Morgen" zu sagen, und habe angefangen, auf
das Handschuhfach zu schlagen. Er sei schon am Fahren gewesen. Sie sei mit
ihren Händen in der Nähe des Lenkrades gewesen, weswegen er sie aus Sicher-
heitsgründen mit der rechten Hand vom Lenkrad weggestossen habe. Durch den
Stoss habe er wahrscheinlich ihre Hände weggestossen. Sie habe vielleicht einen
Ring an den Händen getragen. Er habe nämlich gesehen, dass sie sich an der
Nase äusserlich etwas gekratzt habe. Wie gut ihre Nase vorher gewesen sei, wis-
se er nicht. Nach dem Stoss habe die Nase geblutet, aber normal ausgesehen.
Später habe die Geschädigte ihm dann erzählt, dass sie vorher eine Operation
gehabt habe. Er habe es aus Sicherheitsgründen getan und würde sagen, es sei
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nicht mit der Faust, sondern der offenen Hand gewesen. Vielleicht sei es aber
auch seine Hand gewesen, welche ihre Faust gegen ihr Gesicht geschlagen ha-
be. Er könne sich nicht genau erinnern. Auf Frage, ob er zugebe, dass er die Ge-
schädigte mit der rechten Hand ins Gesicht geschlagen habe, meinte er (Urk. 2/4,
S. 4), er könne sagen, dass er sie mehr gestossen als geschlagen habe. Seiner
Meinung nach sei es nicht möglich, dass er ihr die Nase gebrochen habe. Die
Röntgenbilder habe er nicht gesehen. Er habe selber den Ellbogen operiert und
deswegen immer Schmerzen. Die Geschichte mit dem Treppensturz sei die Idee
der Geschädigten gewesen. Sie habe dies im Spital E._ ohne sein Wissen
so erzählt. Ihm habe sie dies erst auf dem Rückweg vom Spital erzählt. Auf den
Vorhalt, dies hätte er bereits vor einer Woche erzählen können, entschuldigte sich
der Beschuldigte. Mit dem Stoss habe er die Geschädigte auch zum anständig
Reden anhalten wollen. Er wolle aus der Haft entlassen werden.
3.3.5. In seiner staatsanwaltschaftlichen Befragung vom 30. November 2011
gab der Beschuldigte zu den Aussagen der Geschädigten im Wesentlichen zu
Protokoll (Urk. 2/5, S. 1 ff.), es gebe schon Sachen, wo er Kommentare abgeben
könnte, aber er wolle dies nicht. Er wolle sich bei der Geschädigten für alles und
bei der Staatsanwältin für die falschen Aussagen entschuldigen. Der Fehler, der
gewesen sei, sei gewesen. Er wolle sein Leben weiter planen. Er habe einen
grossen Geschäftsschaden und Familienprobleme. Er habe eine neue Arbeitsstel-
le bekommen und müsse den Vertrag unterschreiben. Er bitte darum, freigelassen
zu werden. Auf Nachfrage, wofür genau er sich bei der Geschädigten entschuldi-
gen wolle, erklärte der Beschuldigte, er habe sie geschoben oder geschlagen im
Auto. Es sei beides falsch. Er wolle sich dafür entschuldigen, ohne Details. Auf
Frage, ob er anerkenne, der Geschädigten die Nase gebrochen zu haben, erklär-
te er, die Bilder nie gesehen zu haben. Er wisse nicht, ob er der Geschädigten die
Nase gebrochen habe. Er habe die Geschädigte geschoben. Er habe ein Problem
mit dem rechten Arm, er meine, sie müsste eine schwache Nase haben. Das, was
im Auto passiert sei, habe er falsch gemacht. Er wisse nicht, was er sonst noch
falsch gemacht habe. Vielleicht hätte er die Geschädigte etwas früher ins Spital
bringen können. Er müsse ehrlich sagen, die Geschädigte habe den Brief kreiert.
Sie habe ihm diesen dann geschickt, so wie sie es gesagt habe. Sie habe es so
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geschrieben, und sie hätten sich darauf geeinigt. Er sehe es nicht als Druck auf
die Geschädigte an. Er würde gerne nach Hause gehen und nie mehr Kontakt mit
der Geschädigten haben. Er entschuldige sich nochmals bei ihr.
3.3.6. Anlässlich der staatsanwaltschaftlichen Schlusseinvernahme vom
14. Dezember 2011 erklärte der Beschuldigte auf Vorhalt von Anklagesachverhalt
Ziff. 1. (Urk. 2/6, S. 2), das sei in seinem Auto geschehen. Das werde in seinem
Leben nie wieder geschehen. Ihn würde noch interessieren, ob da stehe, in wel-
cher Position die Geschädigte in diesem Moment gewesen sei. Ja, er anerkenne
diesen Sachverhalt vollumfänglich.
3.3.6.1. Es treffe auch zu, dass er die Geschädigte nicht umgehend ins Spi-
tal gebracht habe, sondern zuerst in den Club gefahren sei und sich dort eine
Weile aufgehalten habe. Es stimme nicht, dass er sie massiv unter Druck gesetzt
und von ihr verlangt habe, sie müsse ihn küssen und sich entschuldigen, ansons-
ten er sie nicht ins Spital fahre. Er habe ihr auch nicht erneut Schläge angedroht
oder zu solchen ausgeholt, falls sie irgendwo etwas Falsches erzählen würde. Sie
hätten normal geredet. Er habe gar nicht gedacht, dass die Nase gebrochen sein
könnte, andernfalls er sie wahrscheinlich sofort ins Krankenhaus gebracht hätte.
Es sei in ihrer Mentalität, dass sie mit den Armen und Händen sprächen. Dies ha-
be auch die Geschädigte getan. Es habe ihm leid getan, als er gesehen habe,
dass Blut geflossen sei. Sein Ziel sei gewesen, seine Arbeit zu Ende zu bringen.
Er habe gedacht, sie habe nur Nasenbluten (Urk. 2/6, S. 3 f.). Unterwegs habe sie
ihn danach gefragt, sie ins Spital zu bringen.
3.3.6.2. Dass die Geschädigte erzählt habe, sie sei die Treppe runterge-
stürzt, sei deren Entscheidung gewesen. Er habe sie nicht beeinflusst. Vielleicht
habe sie sich Gedanken darüber gemacht, was sie ihren Eltern sagen würde. Auf
Vorhalt von Anklagesachverhalt Ziff. 2. meinte der Beschuldigte, dies stimme alles
nicht. Vielleicht habe sie es nicht gehört, aber er habe sich mehrmals bei ihr ent-
schuldigt. Er sei in die Garage gefahren wegen seiner Arbeit und habe gar nicht
darüber nachgedacht, dass sie schwer verletzt sei. Sie hätten unterwegs die gan-
ze Zeit darüber gesprochen und auch dass es ihnen beiden leid getan habe, dass
so etwas geschehen sei. Er habe der Geschädigten angeboten, mit in den Club
zu kommen. Sie habe jedoch im Auto bleiben wollen. Die Geschädigte habe keine
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Angst gehabt, ansonsten sie nicht 12 CDs und mehrere Kugelschreiber zerbro-
chen hätte. Als er in die Garage zurückgekommen sei, habe er sie sofort ins Spi-
tal gebracht (Urk. 2/6, S. 5 ff.).
3.3.6.3. Auf Vorhalt des Anklagesachverhalts betreffend Nötigung (Ziff. 3.)
gab der Beschuldigte erstmals zu Protokoll (Urk. 2/6, S. 9 ff.), die Geschädigte
habe ihm zwei Briefe geschrieben. In einem handschriftlichen, den sie persönlich
beim Club eingeworfen habe, habe sie sich ihm gegenüber für alles entschuldigt.
Es könne sein, dass er diesen Brief noch habe, auf dem sie unterschrieben habe.
Später sei dann diese "Anzeigerückerstattung" gekommen. Dies sei die Wahrheit.
Er werde sich bemühen, diesen Brief zu finden. Er könne sich nicht mehr genau
daran erinnern, wann er von der Anzeigeerstattung durch die Geschädigte erfah-
ren habe. Ausser der Geschädigten und ihm wisse niemand Bescheid über ihre
"unschönen Angelegenheiten". Er habe mit niemandem darüber gesprochen
(Urk. 2/6, S. 11). Sein Sohn habe schon von der Beziehung von ihm und der Ge-
schädigten gewusst, auch früher. Der Anklagevorwurf stimme nicht (Urk. 2/6,
S. 13). Er habe keinen Druck auf die Geschädigte ausgeübt. Ja, solche Nacktbil-
der der Geschädigten seien noch auf seinem Telefon. Er habe dies gar nicht be-
achtet. Das bedeute ihm nicht viel. Er könne mit dem Computer nicht umgehen.
Sie hätten diese Bilder gemeinsam bei der Geschädigten zu Hause auf dem In-
ternet angeschaut. Es sei nicht sein Wunsch gewesen, diese Fotos ins Internet zu
stellen. Die Geschädigte habe mehrmals gesagt, dass sie eine Anzeige gegen ihn
machen würde. Aber das erste, was er gesehen habe, sei die "Anzeigerückerstat-
tung". Es sei so, dass sie über alles gesprochen hätten, aber er habe keinen
Druck auf die Geschädigte ausgeübt (Urk. 2/6, S. 17). Die Geschädigte habe frei-
willig getan, was sie getan habe.
3.3.7. Anlässlich der Anhörung bei der Zwangsmassnahmenrichterin vom
5. Dezember 2012 erklärte der Beschuldigte (Urk. 12/33, S. 2 ff.), er habe nichts
mehr zu sagen, er akzeptiere, was die Geschädigte gesagt habe. Auf Frage, was
genau er akzeptiere, meinte er, er wisse es nicht genau. Nach Rücksprache mit
seiner Rechtsvertreterin fügte er an, er akzeptiere das, was gewesen sei, wo er
geschlagen und die Geschädigte an der Nase geblutet habe. Ja, er gebe zu, die
Geschädigte mit der Faust ins Gesicht geschlagen zu haben. Ja, so wie die Rönt-
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genbilder zeigten, akzeptiere er, dass dieser Schlag der Geschädigten die Nase
gebrochen habe. Den Brief hätten sie zusammen abgemacht. Dies sei keine Er-
pressung gewesen. Es stimme, die Geschädigte sei nach dem Schlag ungefähr
eine Stunde im Auto gewesen, sicher nicht länger als zwei Stunden. Aber er ak-
zeptiere, wenn man die Zeitspanne vom Schlagen bis sie im Spital in E._
gewesen sei, betrachte. Er habe nicht gedroht; sie hätten zusammen normal dar-
über geredet, was passiert sei. Er habe bei der Geschädigten keine Angst gese-
hen. Auf die Frage, ob die Geschädigte eingeschüchtert gewesen sei, meinte er,
ja, sie habe geweint. Er sei auch traurig gewesen. Nein, er habe sie nicht unter
Druck gesetzt, als er gehört habe, dass sie zur Polizei gegangen sei. Auch mit
weiteren Schlägen habe er nicht gedroht. Auf Frage, ob er gedroht habe, intime
Fotos im Internet zu veröffentlichen, meinte er, die Geschädigte habe diese Fotos
selber auch gehabt. Er wisse nicht, ob sie aus Angst vor ihm mehrere Schreiben
an die Polizei, die Staatsanwaltschaft und seinen Arbeitsort verfasst habe. Von
ihm seien diese Schreiben nicht. Sie habe ihm einen Brief geschrieben. Sie habe
ihm gemeldet, dass sie Anzeige erstattet habe, und sich bei ihm entschuldigt. Sie
habe in diesem Brief gelogen. Wahrscheinlich habe sie die falsche Auskunft
schon im Spital gegeben, um es ihrer Familie erklären zu können. Er wisse nicht
mehr, ob sie ihm einen Brief zum Lesen per Mail oder per Telefon mitgeteilt habe,
aber sie habe dies geschrieben. Er habe zu Beginn der Untersuchung gelogen,
da sie im Spital eine falsche Aussage abgegeben habe. Sie sei die Treppe herun-
tergefallen. Dies sei ihre Idee gewesen, nicht seine. Auf dem Rückweg vom Spital
habe sie ihm dies gesagt. Daher habe er einen falschen Weg eingeschlagen. Er
wisse nicht mehr genau, ob er mit der Faust geschlagen habe. Er könne sich nicht
daran erinnern. Es sei einfach passiert.
3.3.8. Anlässlich der vorinstanzlichen Hauptverhandlung vom 6. März 2012
gab der Beschuldigte rund 15 Monate nach dem Vorfall im Wesentlichen zu Pro-
tokoll (Urk. 46, S. 2 ff.), seine Einstellung sei, dass er sich gewehrt habe. Die Ge-
schädigte habe ihn als erstes an der rechten Schulter berührt. Er habe Angst ge-
habt, dass sie das Lenkrad berühre. Als Reaktion darauf habe er sie wegge-
schubst. Es habe sich herausgestellt, dass er sie in diesem Moment geschlagen
habe. Er habe dies nicht gewollt. Es sei nicht bewusst, während der Autofahrt,
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gewesen. Er habe nicht geschaut, wohin seine Armbewegung gegangen sei. Es
habe nicht stark sein können, da er seine rechte Hand operiert hätte. Zuerst hät-
ten sie gestritten. Die Geschädigte habe dann gemerkt, dass er nicht auf sie rea-
giert und geradeaus geschaut habe. Sie habe sich ihm auf Augenhöhe genähert
und ihn dann geschubst. Sie sei nicht zufrieden gewesen, dass er ihr keine Auf-
merksamkeit geschenkt habe. Darum habe sie ihn an der rechten Schulter be-
rührt. Auf diese Bewegung habe er reagiert. Er habe es eilig gehabt, um zur Ar-
beit zu gelangen. Es sei eine Art "hau ab" oder "sitz ruhig" gewesen, damit er fah-
ren könnte. Es sei Blut aus ihrer Nase geflossen, und sie habe ein Taschentuch
gesucht, das sie sich dann an die Nase gehalten habe. Er habe sie geschlagen,
weil sie ihn beim Fahren gestört habe. Den Nasenbeinbruch habe er nicht in Kauf
genommen. Er habe nicht gedacht, dass er sie geschlagen habe. Er habe ge-
dacht, er habe sie weggeschoben. Auf dem Weg nach E._ habe die Ge-
schädigte gar nicht verlangt, ins Spital gefahren zu werden. Im Parkhaus habe sie
nicht aussteigen und nach oben kommen wollen, da sie nicht mit ihm zusammen
habe gesehen werden wollen, was er akzeptiert habe. Nachdem die Arbeit erle-
digt gewesen sei, habe er gesehen, dass sie CDs kaputtgemacht und Kugel-
schreiber zerbrochen habe. Als er aus der Tiefgarage gefahren sei, habe sie ihn
gebeten, sie ins Krankenhaus zu fahren. Da alles normal ausgesehen habe, habe
er gefragt, weshalb. Als sie nochmals den Wunsch geäussert habe, habe er sie
dorthin gebracht. Dort sei sie mit dem Arzt zur Untersuchung gegangen. Was sie
dem Arzt erzählt habe, habe er nicht mitbekommen. Dies habe sie ihm erst auf
dem Rückweg erzählt. Er habe von ihr wissen wollen, weshalb sie nicht die
Wahrheit gesagt habe, worauf sie gesagt habe, er solle sich an diese Version hal-
ten. Auf dem Rückweg habe sie ihm auch gesagt, dass sie schon eine Operation
an der Nase gehabt habe. Darum habe sie zur ärztlichen Kontrolle gehen wollen.
Er habe gedacht, es sei gar keine Verletzung gewesen und er habe sie nur an der
Nasenspitze erfasst. Diese Verletzung sei ihm heute noch unklar; auch weshalb
sie vier Stunden im Auto gewartet habe und nicht von sich aus ins Spital gegan-
gen sei. Das Krankenhaus sei 200 Meter vom Fahrzeug entfernt gewesen. Die
Geschädigte habe maximal 1 1⁄2 Stunden im Auto gesessen, bis seine Arbeit fertig
gewesen sei.
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Zuerst habe sie den handschriftlichen Brief durch die Gittertüre in den Club
geworfen. Danach habe sie ihn informiert, dass sie ihn bei der Polizei angezeigt
habe, und sie habe sich persönlich bei ihm entschuldigt. Sie habe ihn telefonisch
darüber unterrichtet. Er habe nicht darauf reagiert, und es habe ihn auch nicht in-
teressiert. Er habe sie gefragt: "Wie kannst Du mich anzeigen, wenn Du mich als
erstes an der Schulter geschubst hast und mich bei der Fahrt gestört hast? Was
sagst Du dazu?". Und so habe ihr Telefongespräch geendet. Sie habe dann die-
sen Brief geschrieben und ihm per E-Mail geschickt, und sie hätten dann das na-
türlich zusammen korrigiert. Und so habe sie das abgeschickt. Es habe da keinen
Druck gegeben. Es sei ihr Wunsch gewesen. Auf die Frage, weshalb die Geschä-
digte andere Aussagen gemacht habe, meinte der Beschuldigte (Urk. 46, S. 7), er
wisse, dass die Geschädigte eine finanzielle Krise gehabt habe. Vielleicht habe
sie zu Geld kommen wollen. Er wisse es wirklich nicht.
3.3.9. Die Geschädigte erklärte anlässlich ihrer ersten polizeilichen Befra-
gung am Tag ihrer Anzeige vom 15. Dezember 2010, mithin drei Tage nach dem
Vorfall, im Wesentlichen (Urk. 3/1, S. 1 ff.), es sei ca. um 17:30 Uhr auf der ...-
Strasse in I._. gewesen, als der Beschuldigte ihr im fahrenden Fahrzeug den
Schlag versetzt habe, nachdem er sie ca. um 17:15 Uhr bei ihr zuhause abgeholt
habe. Sie hätten gemeinsam nach E._ in seinen Club fahren wollen. Ins Spi-
tal sei sie schliesslich gegen 22:00 Uhr gekommen. Ca. um 23:30 bis 00:00 Uhr
habe er sie nach Hause gefahren. Der Beschuldigte habe sofort angefangen zu
fragen, weshalb es vorbei sein solle, nachdem sie ihm zuvor ein SMS gesandt
habe, in dem sie sich beschwert habe, nicht mehr in seinem Club arbeiten zu wol-
len, und dass es vorbei sei. Wenn er mit ihr sprechen wolle, solle er zu ihr kom-
men. Sie sei mit dem Wochenende nicht einverstanden gewesen. Sie habe ihm
gerade mitteilen wollen, was ihr daran nicht gefallen habe, als völlig unerwartet
die Faust gekommen sei. Der Beschuldigte habe ihr die Faust ins Gesicht ge-
schlagen, während er sein Fahrzeug in Richtung Autobahn gelenkt habe. Sie sei
völlig perplex gewesen, habe sich die Nase gehalten und ihn gefragt, ob er ver-
rückt sei, da ihre Nase zu bluten angefangen habe. Er habe ihr ein Taschentuch
verweigert und sie nicht ins Spital bringen wollen. Er würde ihr zeigen, wie man
sich benehme. Er habe zuerst sprechen und sie nirgendwohin bringen wollen. Sie
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solle ihm zuerst einmal danken und ihm einen Kuss geben dafür. Sie habe jedoch
heftig geweint und sei fast ausgerastet vor lauter Schmerz. Er habe verlangt, dass
sie mit Weinen aufhöre, ansonsten er sie in den Wald bringen würde. Irgendwo in
D._ habe er das Fahrzeug verlassen und ein nasses, rotes Badetuch ge-
bracht, mit dem sie sich, ihre Klamotten und das Fahrzeug putzen sollte. Erst
dann würde er sie ins Spital bringen. Dann seien sie weiter in Richtung E._
gefahren. Sie habe ihm gesagt, er sei ein Verrückter. Sie kenne ihn so gar nicht.
Sie würde ihn anzeigen, weil er sie grundlos geschlagen habe. Er habe nur ge-
lacht. Sie habe ihm entgegnet, dass sie ihn nicht mehr sprechen wolle, da ihre
Nase vermutlich gebrochen sei. Er habe gewusst, dass ihre Nase operiert gewe-
sen sei. Sie habe ihn wiederholt darauf aufmerksam gemacht, dass er sie ins
Krankenhaus fahren solle. Vor lauter Schmerz sei sie bewusstlos geworden. Als
sie wieder zu sich gekommen sei, hätten sie sich im Parkhaus in E._ befun-
den. Er habe ihr gesagt, dass sie geschlafen habe. Sie solle hier warten. Nachher
würde er sie ins Spital bringen. Dies habe er aber erst zwei bis drei Stunden spä-
ter gemacht. Er habe ihr noch einen Kübel Wasser gebracht und gesagt, sie solle
sich eine schöne Geschichte für das Krankenhaus ausdenken. Mit dem Wasser
habe er dann sein Fahrzeug geputzt. Ihr Gesicht sei bereits stark angeschwollen
gewesen. Anschliessend habe er ihren Sitz etwas nach hinten gestellt und ver-
langt, dass sie noch etwas schlafe. Sie habe immer wieder wiederholt, dass er ein
Psychopath sei und sie ins Krankenhaus wolle. Er habe nur gelacht und gesagt,
dass sie sich dies selber zugefügt habe, weil sie ihn dazu gebracht habe. Ca. um
22:00 Uhr habe er sie schliesslich ins Spital gefahren und sie während der Fahrt
gefragt, was sie sich ausgedacht habe. Sie habe ihm gesagt, dass sie erzählen
würde, von der Treppe gefallen zu sein. Anschliessend sei sie von einem Arzt un-
tersucht worden. Der Beschuldigte sei auch anwesend gewesen. Sie habe ihm
die Geschichte mit der Treppe aufgetischt. Der Arzt habe sie anschliessend noch
genauer untersucht und röntgen lassen. Dann habe er sie damit konfrontiert, dass
er ihr aufgrund des Verletzungsbildes nicht glaube. Anschliessend habe der Be-
schuldigte sie nach Hause gebracht. Dabei habe er ständig gesagt, sie tue nur so,
wie wenn sie die Nase gebrochen hätte. Er habe ihr Fr. 100.-- gegeben, damit sie
Medikamente kaufen könne. Er habe ihr auch gesagt, dass er sie lieben würde.
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Sie habe geantwortet, dass er für sie gestorben sei. Später habe sie ihn einmal
angerufen und gesagt, er solle dafür gerade stehen, dass er ihr die Nase gebro-
chen habe. Er wolle dies jedoch nicht, weshalb sie ihn anzeige.
Nach dem plötzlichen Schlag habe sie sich sofort ins Gesicht gegriffen, weil
dieses unheimlich geschmerzt und sie gespürt habe, wie Blut aus der Nase ge-
ronnen sei. Wo und für wie lange sie bewusstlos geworden sei, wisse sie nicht
mehr. Sie habe um sich herum alles hören können, aber sie wisse es nicht. Sie
sei erst wieder zu sich gekommen, als sie in E._ parkiert hätten. Sie sei im
Fahrzeug geblieben, bis er sie ins Krankenhaus gebracht habe. Sie habe vor lau-
ter Schmerzen gar nicht richtig gehen können. Ihr sei übel gewesen, und sie habe
schlafen wollen. Er habe sie zwei Stunden im Fahrzeug gelassen, ihr das Aus-
steigen aber nicht verweigert, sondern einfach erklärt, sie solle nirgendwo hinge-
hen, er würde kommen und sie ins Spital bringen. Sie hätte schon weggehen
können, habe aber kein Guthaben auf dem Handy und kein Geld dabeigehabt und
sei nicht wintertauglich gekleidet gewesen. Sie habe die ganze Zeit verlangt, dass
er sie ins Krankenhaus bringe. Er habe zuerst seine Arbeit erledigen wollen. Sie
sollte sich zuerst ausdenken, was sie im Spital erzählen wolle, und sich beruhi-
gen. Sie habe im Spital nicht die Wahrheit erzählt, weil der Beschuldigte ihr dies
so gesagt habe. Sie habe über das weitere Vorgehen nicht richtig Bescheid ge-
wusst und befürchtet, dass die Unfallversicherung die Kosten nicht übernehmen
würde. Der Beschuldigte habe sie diesbezüglich unter Druck gesetzt, indem er
gesagt habe, eine Anzeige bringe nichts. Er habe ja nicht geschlagen. Er würde
ihr helfen, wenn die Nase wirklich gebrochen sei. Er liebe sie. Er würde ihr nicht
verzeihen, wenn sie ihn anzeige. Er würde ihr Leben kaputt machen. Sie wisse
die genauen Worte nicht mehr, aber er habe ihr Angst gemacht. Dies habe sie
dazu bewogen, beim Arzt die Unwahrheit zu erzählen. Der Beschuldigte habe ihr
gestern geschrieben, was sie im Personalbüro bezüglich dieser Tat sagen solle.
Sie habe überhaupt keine Zeit dazu gehabt, sich zu wehren. Er habe sie völlig
unvorbereitet geschlagen. Sie wolle eine Entschuldigung von ihm mit einer Recht-
fertigung, keine Rache. Sie könne derzeit nicht zur Arbeit und habe deswegen
auch weniger Geld.
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3.3.10. Anlässlich ihrer polizeilichen Befragung vom 11. Januar 2011 gab die
Geschädigte im Wesentlichen zu Protokoll (Urk. 3/2, S. 2 ff.), wenn sie die Be-
stimmungen der Rechtspflegedelikte gekannt hätte, wäre es gar nie soweit ge-
kommen. Sie sage jetzt die Wahrheit, was sich wirklich zugetragen habe. Sie ha-
be mit dem Beschuldigten in einer Paarbeziehung gestanden. Sie wolle sich für
die Anzeigeerstattung entschuldigen. Diese habe nicht den Tatsachen entspro-
chen. Sie habe ein Schreiben an die Adresse der Polizei und der Staatsanwalt-
schaft verfasst, wonach sie diese Anzeige gegen den Beschuldigten zurückziehen
wolle. Sie sei die Verfasserin dieses Schreibens und habe es freiwillig verfasst.
Sie wolle die Anzeige zurückziehen und sich für ihr Verhalten entschuldigen. Sie
habe sich all ihre früheren Aussagen ausgedacht. Sie sei in jenen Tagen sauer
gewesen. Es stimme, dass sie an jenem Abend die Treppe runtergefallen sei. Sie
habe sich gedacht, dies ausnützen und vom Beschuldigten Geld verlangen zu
können. Sie sei am 12. Dezember 2010 mit dem Zug in den Club nach E._
gelangt und dort zwischen 20:00 und 20:30 Uhr angekommen. Sie sei alleine im
Treppenabgang gestürzt und habe sich dabei verletzt. An der linken Seite habe
sie sich überall verletzt und an der Nase geblutet. Die Nase habe sie schon ein-
mal operieren müssen. Wie sie sich die Verletzung zugezogen habe, daran könne
sie sich nicht mehr erinnern. Ab und zu sei sie ein Tolpatsch. Es passiere ab und
zu, dass sie sich verletze. Die gegen den Beschuldigten gemachten Äusserungen
seien daher falsch. Dazu sei es gekommen, weil sie eifersüchtig sei, da er noch
eine Ehefrau habe. Sie habe den Sturz ausnützen und sich an ihm rächen und zu
Geld kommen wollen. Ihre heutigen Aussagen würden definitiv der Wahrheit ent-
sprechen. Sie wolle sich beim Beschuldigten entschuldigen und hoffe, er verzeihe
ihr. Sie wolle den Kontakt aufrechterhalten.
3.3.11. Anlässlich ihrer polizeilichen Befragung vom 31. Mai 2011 als Be-
schuldigte wegen falscher Anschuldigung und Irreführung der Rechtspflege gab
B._ im Wesentlichen zu Protokoll (Urk. 3/3, S. 2 ff.), einen Freund, eine feste
Beziehung, habe sie nicht. Sie treffe sich einfach manchmal mit dem Beschuldig-
ten. Sie seien nicht öffentlich zusammen. Den Beschuldigten habe sie im März
2010 über ihren Bekanntenkreis kennengelernt, als sie einmal ins "F._" in
E._ gegangen sei. Sie seien öfters dorthin gegangen, und sie seien vom Be-
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schuldigten dort auch eingeladen worden. Er habe dann eine Aushilfskraft ge-
sucht, und sie habe zugesagt. Eigentlich sage ihr das Nachleben aber nicht zu.
So habe sie manchmal, ca. 5 Mal im Jahr, als Aushilfe dort gearbeitet. Mit der Zeit
seien sie sich nähergekommen, und es sei eine Beziehung zwischen ihnen ent-
standen. Sie sei noch nie mit einem verheirateten Mann zusammen gewesen,
weshalb auch ihre Mutter nichts davon wisse. Es sei keine richtige Beziehung.
Heute sei sie auf der Suche nach einem festen Freund. Eine Stimme in ihr frage
immer, was sie eigentlich von diesem Mann wolle. Er sei einfach sehr nett zu ihr.
Er sei aber verheiratet und habe nie richtig Zeit. Auf Frage, ob sie in einem Ab-
hängigkeitsverhältnis zu ihm stehe, meinte sie (Urk. 3/3, S. 5), der Beschuldigte
sehe in ihr einfach seine Muse. Deshalb hätten sie sich auch immer wieder ge-
stritten. Sicherlich habe er viel Geld. Sie habe nie Geld von ihm verlangt, aber
manchmal habe er ihr Fr. 200.– bis Fr. 300.– zur Bezahlung von Rechnungen ge-
geben. Dies sei zwei- bis dreimal gewesen. Sie schätze ihn eher als geizig ein. Er
habe ihr das Gefühl gegeben, dass er ihr Geld gegeben habe, da sie eine Bezie-
hung gehabt hätten. Total seien es sicher nicht Fr. 1'000.– gewesen. Sie sei in
keiner Art und Weise von ihm abhängig. Sie habe auch keine Schulden bei ihm.
Sie habe manchmal sogar gratis im "F._" ausgeholfen. Dies habe sie auch
gestört, denn er habe dies nicht berücksichtigt. Vor zwei Wochen habe sie letzt-
mals Kontakt mit dem Beschuldigten gehabt, als die Einladung der Polizei ge-
kommen sei. Sie habe ihn angerufen, da er habe wissen wollen, wenn sie eine
Einladung erhalte. Es sei ja nicht einfach ihre Sache. Sie habe ihn ja auch ange-
zeigt. Er habe ihr gesagt, sie habe sich dies selber eingebrockt. Nun müsse sie
auch selber wieder rausfinden. Ja, sie habe einen Computer zu Hause. Das
Schreiben "Anzeigerückerstattung" habe damit zu tun, dass sie den Beschuldig-
ten falsch beschuldigt habe. Es sei bei ihr zuhause auf ihrem PC von ihr selber
und alleine geschrieben worden. Sie habe es dem Beschuldigten jedoch mehr-
mals am Telefon vorgelesen.
3.3.11.1. Zuerst habe sie den Beschuldigten nicht anzeigen wollen. Doch
wer so stark auf ihre Nase schlage, solle nicht so einfach davonkommen. Da ihre
Familie nichts von der Beziehung zum verheirateten Beschuldigten wissen dürfe,
habe sie am Sturz auf der Treppe festhalten müssen. Hätte er sie in den Bauch
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geschlagen, so dass man es nicht gesehen hätte, hätte sie ihn wohl nicht ange-
zeigt, aber die gebrochene Nase sei einfach zu viel gewesen. Der Beschuldigte
habe von ihr gefordert, dass sie die Anzeige zurückziehe. Er habe ihr gedroht,
dass er die Fotos von ihnen ins Internet stellen würde und er sie vor der Familie
blamieren würde. Deshalb habe sie Angst gehabt, denn dadurch hätten alle von
ihrer Beziehung zum Beschuldigten gewusst, was schlimm für sie gewesen wäre.
Er sei für sie wie ein "Monster" gewesen. Sie könne auch sagen, dass sie seit
dem Schlag nicht mehr zusammen seien. Seit März 2011 habe sie einen Freund,
dem sie vor drei Tagen alles erzählt und gesagt habe, weshalb sie zur Polizei
müsse. Auch dieser habe ihr geraten, die Wahrheit zu sagen. Da sie ausser von
ihrem Vater oder ihrem Bruder beim Streiten noch nie geschlagen worden sei, sei
dieser Schlag des Beschuldigen einfach zu viel gewesen. Hätte er sie nicht so
stark geschlagen, wäre es nicht zu diesem Problem gekommen. Er sei nicht ihr
Mann und habe daher kein Recht, ihr etwas zu befehlen. Auch habe er sie mehre-
re Stunden allein gelassen und erst später ins Spital gebracht.
3.3.11.2. Die Aussagen, welche sie in ihrer ersten polizeilichen Befragung
gemacht habe, seien daher die wahren (Urk. 3/3, S. 8). Ab dem Schlag habe sie
dem Beschuldigten gesagt, dass sie eine Anzeige machen würde. Von da an ha-
be er Druck aufgesetzt, dass sie keine Anzeige mache. Er habe den Schlag bis
heute nicht bereut. Sie habe die Anzeige dann gemacht und ihm dies auch gleich
gesagt. Gleichzeitig habe sie unheimliche Angst vor ihm gehabt. Er habe gesagt,
dass er alles machen würde, um die Geschichte umzudrehen. Er würde ihre Fo-
tos ins Internet stellen und mit ihrer Mutter von Erwachsenen zu Erwachsenen re-
den. Er habe auch noch mit weiteren Schlägen gedroht. Dann habe er gesagt, da
sie so gut schreiben könne, solle sie dieses Anzeigerückerstattungsschreiben
ausfertigen. Er habe ihr vorgegeben, was sie genau schreiben solle. Sie solle es
auf sein Mail schicken. Er habe dieses angeblich auch seinem Anwalt gezeigt. Als
der Beschuldige das Okay gegeben habe, habe sie das Schreiben an die von ihm
vorgegebenen Adressen abgeschickt; an die Polizei in J._ per Post und per
Mail und an den Club "F._". Die Adresse auf dem Couvert, adressiert an die
Staatsanwaltschaft Limmattal/Abis, Zweigstelle J._, sei ihre Handschrift. Sie
habe mit dem Beschuldigten in diesem Zusammenhang auch viel Kontakt per
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SMS gehabt, auch telefoniert. Sie hätten einfach so miteinander gestritten. Sie
habe nur Aushilfe im Club "F._" gemacht. Sie sei nicht angestellt gewesen.
Er habe sie eher ausgenutzt. Zu jener Zeit sei das Verhältnis zum Beschuldigten
normal freundschaftlich gewesen. Tiefen habe es gegeben, wenn er sie mit Arbei-
ten beauftragt habe, sich zu seinen Gästen zu setzen und zu lächeln. Dies habe
ihr nicht gepasst, obwohl er ihr anschliessend Geld gegeben habe. Sie seien dar-
über in verbalen Streit geraten, wie am 12. Dezember 2010 auf der Autofahrt von
ihrem Wohnort nach E._.
3.3.11.3. Auf Frage, ob sie unter Druck gesetzt worden sei, erklärte die Ge-
schädigte (Urk. 3/3, S. 10), der Beschuldigte habe ihr Verhaltensregeln bekannt
gegeben, wie sie sich bei der Polizei zu verhalten hätte. Auch dass ihr die Polizei
mit Gefängnis drohen würde. Nachdem sie das erste Mal bei der Polizei gewesen
sei, habe er gesagt, dass sie dies durchstehen würden und er eine allfällige Bus-
se gegen sie bezahlen würde. Er habe ihr auch einen Besuch im Gefängnis in
Aussicht gestellt, falls sie verurteilt würde. Er habe jeden Schritt von ihr in dieser
Angelegenheit wissen wollen. Er habe verlangt, dass sie an der "Anzeigerücker-
stattung" festhalten solle. Auf Vorhalt der SMS zwischen ihnen vom 13.12.2010
bis zum 16.12.2010, meinte sie, sie könne sich praktisch an jede SMS erinnern.
Diese entsprächen der Wahrheit.
3.3.12. Anlässlich ihrer staatsanwaltschaftlichen Befragung als Privatkläge-
rin und Auskunftsperson vom 30. November 2011 gab die Geschädigte unter
Wahrung der Teilnahmerechte des Beschuldigten per Videoübertragung im We-
sentlichen zu Protokoll (Urk. 3/4, S. 4 ff.), sie habe bei der ersten und bei der drit-
ten polizeilichen Befragung die Wahrheit gesagt und wolle nichts dazu ergänzen
oder korrigieren. Die Anzeigerückerstattung habe sie machen müssen, da der Be-
schuldigte ihr dies gesagt habe. Sie habe ihn ungefähr im Februar oder März
2010 kennengelernt. Sie hätten keine enge, öffentliche Beziehung, aber eine inti-
me Freundschaftsbeziehung gepflegt, damit seine Frau dies nicht rausbekomme.
Sie hätten nie zusammen gewohnt. Er sei immer zu ihr gekommen. Seit er sie ge-
schlagen habe, stehe sie in keinem Verhältnis mehr zum Beschuldigten. Es habe
sich so entwickelt, dass er auch ihr Chef geworden sei. Sie habe immer Problem-
arbeiten gemacht. Sie sei dort aushelfen gegangen. Er habe dies ausgenutzt. Er
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habe sie jeweils bar in die Hand bezahlt, wenn sie etwas gearbeitet habe. Sie hät-
ten nichts Fixes vereinbart. Seit der letzten Einvernahme bei der Polizei sei sie
nicht mehr kontaktiert worden. Zuvor habe der Beschuldigte wissen wollen, was
sie bei der Polizei gesagt habe.
3.3.12.1. Der Beschuldigte habe sie am 12. Dezember 2010 um 18:00 Uhr
abgeholt. Sie hätten nach E._ in den Club fahren und ihre Meinungsver-
schiedenheiten besprechen wollen. Im Auto habe gleich ein Gespräch begonnen,
und sie hätten sich gesagt, was ihnen nicht gefalle. Als sie gesprochen habe, sei
unerwartet ein Schlag gekommen. Er habe umgedreht und sei zurückgefahren, da
sie zu weinen begonnen habe. Sie habe es nicht glauben können, dass er sie ge-
schlagen habe, und dann habe sie voll die Schmerzen gehabt und ihre Nase habe
geblutet. Früher habe er sie nur einmal gewatscht, geohrfeigt. Er habe gesagt, je
mehr er eine Frau schlage, desto mehr liebe ihn diese, und dann würde sie mehr
gehorchen. Aber sie hätte nie gedacht, dass er sie so schlagen würde, dass sie
die Nase brechen würde. Nach dem Schlag habe sie ihn gefragt, ob er verrückt
sei. Sie habe nicht gewusst, dass die Nase gebrochen gewesen sei, aber sie ha-
be unglaublich grosse Schmerzen gespürt. Er habe gesagt, sie solle zu weinen
aufhören, sich entschuldigen und ihn küssen. Sie habe ihm gesagt, er sei ver-
rückt, er sei ein Psychopath. Er solle sie ins Krankenhaus fahren. Er sei aber in
D._ umhergefahren und habe gewollt, dass sie sich dafür entschuldige, was
sie ihm gesagt habe. Sie habe in diesem Moment Angst vor seinem Benehmen
gehabt und es nicht fassen können. Er sei so böse gewesen: Sie habe es ver-
dient, dass er sie geschlagen habe. Sie sei schuld, dass er zu spät ins "F._"
komme. Er müsse dort zuerst Sachen erledigen und bringe sie erst dann ins Spi-
tal. Sie habe Angst gehabt, dass er sie nochmals schlage. Der Schmerz alleine
habe schon solche Angst ausgelöst. Sie habe sich nicht entschuldigt. Er habe
dann angehalten, ein Handtuch aus seinem Gepäck genommen und irgendwo,
wo es Wasser gehabt habe, nass gemacht. Sie sollte sich damit abwischen und
sich beruhigen. Er sei dann wieder in Richtung E._ losgefahren. Sie habe die
ganze Zeit geweint und gesagt, er sei ein Schwein, ein A..., ein Monster, da er sie
geschlagen habe. Er habe auch noch gesagt, sie solle ihre Klappe halten, sonst
fahre er in den Wald und mache sonst etwas mit ihr. Dann sei sie glaublich in
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Ohnmacht gefallen vor lauter Angst, Blut und Schmerz. Kurz bevor er im
"F._" parkiert habe, sei sie wieder zu sich gekommen. Sie habe ihm gesagt,
wenn er sich nicht entschuldige, würde sie ihn anzeigen. Er habe gemeint, das
würde er nicht tun. Er würde sie erst ins Spital fahren, wenn sie mit ihm zusam-
men ausgedacht hätte, was sie im Spital erzählen solle. Er habe parkiert, gesagt,
sie solle hier warten, und einen Eimer und einen Schwamm geholt, aber erst nach
ungefähr eineinhalb Stunden. Sie habe kein Geld und kein Guthaben auf dem
Handy gehabt und deshalb nicht gewusst, wo sie hin und was sie machen sollte.
Sie habe gedacht, er würde kommen, sich entschuldigen und sie ins Spital fahren.
Zweitens habe sie Angst gehabt. Die ganze Zeit vom Schlag an habe sie Todes-
angst gehabt (Urk. 3/4, S. 10).
3.3.12.2. Zuvor habe der Beschuldigte auch gesagt, sie solle die Klappe hal-
ten. Wenn sie noch etwas Falsches sagen würde, würde er sie nochmals schla-
gen. Er habe gesagt, sie solle erzählen, sie sei beim Putzen die Treppe runterge-
fallen. Dann habe sie gesagt, es sei okay, sie sollten ins Spital fahren. Die Details
seien erst später gekommen, als der Beschuldigte realisiert habe, dass sie ihn
anzeige bzw. angezeigt habe. Im Spital beim Arzt sei sie total verängstigt gewe-
sen. Der Beschuldigte sei auch ins Arztzimmer mitgekommen. Auf Frage des Arz-
tes habe sie gesagt, sie sei die Treppe runtergefallen. Dann habe er sie überall
untersucht und in einem anderen Zimmer den Kopf röntgen lassen. Der Arzt habe
dann zu ihr und dem Beschuldigten gesagt, sie sei ausser des Nasenbeinbruchs
nirgends verletzt. Zuvor im Zimmer habe der Arzt gesagt, sie könne ihm ruhig sa-
gen, wenn sie geschlagen worden sei. Es sei unmöglich, sich nirgendwo am Kör-
per zu verletzen, wenn man von einer steilen Treppe falle. Der Beschuldigte habe
sie nach Hause gefahren und gesagt, sie solle es niemandem erzählen. Er wün-
sche ihr gute Besserung, so als sei nichts passiert. Sie habe lieber nichts gesagt,
ausser: "Ich hasse dich, du Arschloch, du kannst mich vergessen ab heute!". Sie
habe sich dann unter Narkose die Nase zurückbiegen lassen müssen. In der Zeit
habe sie dem Beschuldigten ein SMS gesandt, wonach er sich entschuldigen sol-
le, ihre Nase sei gebrochen, es gehe so nicht, was das solle. Sie habe ihre ganze
Familie anlügen müssen, sie sei die Treppe runtergefallen. Auch ihrer Tante habe
sie sich nicht getraut, die Wahrheit zu sagen. Sie hätte einfach Angst gehabt, die-
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se würde den Beschuldigten dann auch anrufen. Auf jeden Fall habe er mit ihr
ausgemacht, dass er ihre Tante anrufen würde, um zu fragen, wie es ihr gehe. Ih-
re Tante sei misstrauisch gewesen und habe ein paar Mal gefragt, ob sie ge-
schlagen worden sei. Sie habe aber Angst gehabt, es dieser zu sagen. Auf jeden
Fall habe sie den Beschuldigten am 15. Dezember 2010 angezeigt, weil er sich
nicht habe entschuldigen und normal mit ihr darüber sprechen wollen. Sie habe
ihm mehrmals gesagt, sie zeige ihn an, das gehe so nicht. Der Beschuldigte habe
nur gedroht, sie solle es lieber nicht machen, andernfalls er sie nochmals bzw.
erst recht zusammenschlage. Sie könne sowieso nichts ausrichten. Er habe soviel
Geld und einen guten Anwalt. Sie hätten auf ... [Sprache des osteuropäischen
Staates K._] miteinander kommuniziert.
3.3.12.3. Im Spital sei sie gegen 22:00 oder 22:15 Uhr gewesen. Es stimme
nicht, dass sie auf das Handschuhfach geschlagen habe oder mit ihren Händen in
die Nähe des Lenkrades gekommen sei. Es stimme auch nicht, dass er sie vom
Lenkrad weggestossen habe. Ihre Hände habe sie im Schoss gehabt. Im Spital
habe sie ein Formular ausfüllen und Angaben machen müssen. Der Beschuldigte
sei dabei gewesen. Sie hätten das Formular gemeinsam ausgefüllt. Er habe nicht
gewollt, dass sie "F._" schreibe, sondern den Namen des Restaurants dar-
über. Sie habe es trotzdem hingeschrieben. Er habe ihr gesagt, was sie im Ein-
zelnen ausfüllen solle. Sie habe Angst gehabt, dem Arzt die Wahrheit zu sagen,
da der Beschuldigte ihr zuvor ja gedroht habe (Urk. 3/4, S. 17 f.). Sie wisse nicht,
was passiert wäre, wenn sie die Wahrheit gesagt hätte. Sie habe einfach Angst
gehabt. Sie wolle gar nicht darüber nachdenken. Der Beschuldigte sei beim Un-
tersuch dabei gewesen, da er derjenige gewesen sei, der ihr "geholfen" habe, der
sie ins Spital gebracht habe. Sie wisse nicht, ob der Beschuldigte von ihrer
Schönheitsoperation an der Nase gewusst habe. Seine Angabe im Schreiben aus
der U-Haft, wonach es ihre Idee gewesen sei, bereits im Spital falsche Angaben
zu machen, stimme nicht. Sie habe "F._" auf das Formular schreiben wollen,
er den Namen des Restaurants. Vom tatsächlichen Tatort habe sie nichts sagen
dürfen. Das Schreiben "Anzeigerückerstattung" habe sie geschrieben und unter-
zeichnet. Der Beschuldigte sei per Telefon dabei gewesen und habe ihr gesagt,
was sie schreiben und wohin sie den Brief schicken solle. Er habe sie immer wie-
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der angerufen, nachdem sie ihn angezeigt habe. Als er die Einladung der Polizei
erhalten habe, habe er feststellen können, dass sie ihn nun angezeigt habe. Sie
habe ihm das gesagt. Er habe dann erst recht damit angefangen, sie zu bedro-
hen. Kurz nach der Anzeige habe er sie angewiesen und gezwungen, den Brief
zu schreiben. Bevor sie ihn abgeschickt habe, habe der Beschuldigte diesen per
Mail sehen und auch noch die Uhrzeit geändert haben wollen. Alles, was im Brief
stehe, sei sozusagen vom Beschuldigten. Sie habe ihm jeden geschriebenen Satz
übersetzen müssen. Sie habe ihm diesen Brief auf Deutsch gemailt, während sie
beide am Telefon gewesen seien. Sie wisse auch nicht, weshalb sie den Brief der
Polizei nach J._ habe senden müssen, nachdem sie die Anzeige in G._
gemacht habe. Der Beschuldigte habe es ihr so gesagt. Sie habe nur das ge-
macht, was er gesagt habe, damit er sie in Ruhe lasse. Er habe gesagt, er würde
dafür sorgen, dass sie aus der Schweiz verschwinden müsse, er würde ihre Fami-
lie kaputt machen, intime Bilder von ihr ins Internet stellen, sie blossstellen und ihr
Leben in der Schweiz kaputt machen, falls sie die Briefe nicht verschicke. Sie sei
hilflos gewesen, da sie es niemandem habe sagen können. Er sei ziemlich
glaubwürdig gewesen. Er habe sie sehr oft nackt fotografiert mit dem Telefon und
einer Kamera, mit welcher er im Club immer auch Leute fotografiert habe. Sie ha-
be ihm einfach blind vertraut. Es wäre ein Albtraum gewesen, falls er diese Bilder
ins Internet gestellt hätte.
3.3.12.4. In der Einvernahme vom 31. Mai 2011 habe sie die Wahrheit ge-
sagt. Ja, es sei zutreffend, dass sie der Ehefrau des Beschuldigten SMS ge-
schickt habe. Sie glaube, dies sei gewesen, nachdem er sie geschlagen habe. Sie
habe mit dieser darüber sprechen wollen, sich aber nicht getraut. Sie habe dann
die Frau angerufen, aber sofort wieder aufgelegt, nachdem diese sich gemeldet
habe.
3.3.13. L._, damaliger Notfallarzt, erklärte anlässlich seiner polizeilichen
Befragung vom 5. Dezember 2011, rund ein Jahr nach der Untersuchung
(Urk. 4/1, S. 2 ff.), die Geschädigte habe eine offensichtliche Rissquetschwunde
am Nasenrücken und ansonsten keine sofort erkennbaren Verletzungen gehabt.
Beim Röntgenbild habe er einen Bruch des Nasenbeins festgestellt. Im Wundver-
sorgungsraum habe er die Geschädigte in Begleitung eines erwachsenen, kräfti-
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gen Mannes (des Beschuldigten) vorgefunden. Auf Frage habe sie ihm erklärt, die
Treppe hinuntergefallen zu sein. Er habe die Patientin untersucht und aufgrund
der Schmerzen am Nasenrücken und der Nasenwurzel ein Röntgenbild veran-
lasst. Der Röntgenassistentin habe er gesagt, er wolle die Geschädigte dann
noch alleine sprechen. Dort habe er ihr erklärt, dass ihre Schilderung unglaub-
würdig sei und ganz andere Verletzungen verursacht haben würde, da er die frag-
liche Treppe im Club "F._" sogar kenne. Sie habe auf dem geschilderten
Sachverhalt bestanden. Zurück im Wundversorgungsraum habe er das Röntgen-
bild mit der Geschädigten besprochen und erklärt, dass ein Bruch vorliege. Er
könne sich vorstellen, dass die Behandlung ca. 45 Minuten gedauert habe. Die
Geschädigte habe nicht eingeschüchtert gewirkt, sondern differenziert und intelli-
gent. Dies insbesondere nach dem Gespräch unter vier Augen ohne ihren Beglei-
ter im Röntgenraum. Der Beschuldigte sei in seiner Anwesenheit sehr ruhig ge-
wesen und der Geschädigten nicht ins Wort gefallen. Ihm sei nicht aufgefallen,
dass er sie unter Druck gesetzt hätte. Soweit er sich erinnere, hätten die beiden in
seiner Anwesenheit in keiner Sprache gesprochen, die er nicht verstanden habe.
Er sei aber nicht durchgehend anwesend gewesen. Schriftliche Angaben zum Un-
fallhergang habe die Geschädigte nicht machen müssen. Seines Erachtens sei
die Verletzung in den letzten Stunden vor der Behandlung, aber nicht einige Tage
vorher, entstanden.
3.4. Beim Abwägen von Aussagen ist im Besonderen zwischen der Glaub-
würdigkeit einer Person und der Glaubhaftigkeit ihrer Aussagen zu unterscheiden.
Während Erstere Grundlage dafür liefert, ob einer Person getraut werden kann, ist
Letztere für die im Prozess massgebende Entscheidung bedeutungsvoll, ob sich
der behauptete Sachverhalt zur Hauptsache so zugetragen hat oder nicht (HAU-
SER, Der Zeugenbeweis im Strafprozess, Zürich 1974, S. 312 ff.). Die Glaubwür-
digkeit einer Person ergibt sich nebst ihrer prozessualen Stellung vor allem aus
den persönlichen Beziehungen und Bindungen zu den übrigen Prozessbeteiligten.
Allerdings kommt der allgemeinen Glaubwürdigkeit einer Person eine eher
untergeordnete Rolle zu. Nach der Lehre und Rechtsprechung ist vielmehr auf die
Glaubhaftigkeit ihrer Aussage abzustellen. Um eine Aussage als zuverlässig ta-
xieren zu können, ist sie insbesondere auf das Vorhandensein einer hinreichen-
- 33 -
den Anzahl Realitätskriterien zu überprüfen (BENDER, Die häufigsten Fehler bei
der Beurteilung von Zeugenaussagen, in: SJZ 81, S. 53 ff.; vgl. auch ZR 72
Nr. 80, mit Verweisen). Als Kennzeichen wahrheitsgetreuer Aussagen sind zu
werten: Innere Geschlossenheit und Folgerichtigkeit in der Darstellung des Ge-
schehnisablaufs, konkrete und anschauliche Wiedergabe des Erlebnisses, Schil-
derung des Vorfalles in so charakteristischer Weise, wie sie nur von demjenigen
zu erwarten ist, der den Vorfall selber erlebt hat, Kenntlichmachung der psychi-
schen Situation von Täter und Zeuge, Selbstbelastung oder unvorteilhafte Dar-
stellung der eigenen Rolle, Entlastungsbemerkungen zugunsten des Beschuldig-
ten, Konstanz in der Aussage bei verschiedenen Befragungen, wobei sich aber
sowohl die Formulierung als auch die Angaben über die Nebenumstände verän-
dern können (HAUSER, a.a.O., S. 316).
3.4.1. Es sind daher die Aussagen des Beschuldigten sowie diejenigen der
Geschädigten und jene des Notarztes auf ihre Glaubhaftigkeit zu prüfen. Stehen
sich dabei widersprechende Aussagen gegenüber, so gilt es, diese im Rahmen
der freien richterlichen Beweiswürdigung unter dem Gesichtspunkt der Glaubwür-
digkeit der aussagenden Person und der Glaubhaftigkeit ihrer Aussage zu würdi-
gen. Im Rahmen einer Gesamtwürdigung ist schliesslich zu entscheiden, welche
Darstellung zu überzeugen vermag.
3.4.2. Im vorinstanzlichen Urteil wurden die allgemeinen Überlegungen zur
generellen Glaubwürdigkeit des Beschuldigten und der Geschädigten bereits dar-
gelegt und zutreffend erwogen, dass die Aussagen des Beschuldigten mit Vor-
sicht und jene der Geschädigten mit einer gewissen Zurückhaltung zu würdigen
seien (Urk. 70, S. 5 f.).
3.4.2.1. Zu ergänzen ist, dass sowohl der verheiratete Beschuldigte als auch
die Geschädigte zur Tatzeit und auch danach ein grosses Interesse daran zu ha-
ben schienen, dass ihre unbestritten intime, ehewidrige Beziehung in ihren Fami-
lien und ihrem privaten Umfeld nicht weiter bekannt würde. So sagte der Beschul-
digte beispielsweise einmal aus, ausser der Geschädigten und ihm wisse nie-
mand Bescheid über ihre "unschönen Angelegenheiten". Er habe mit niemandem
darüber gesprochen (Urk. 2/6, S. 11), während die Geschädigte beispielsweise zu
Protokoll gab, sie sei noch nie mit einem verheirateten Mann zusammen gewe-
- 34 -
sen, weshalb ihre Mutter nichts davon wisse (Urk. 3/3, S. 5). Da ihre Familie
nichts von der Beziehung zum verheirateten Beschuldigten wissen dürfe, habe sie
am Sturz auf der Treppe festhalten müssen. Er habe ihr gedroht, dass er die Fo-
tos von ihnen ins Internet stellen und sie vor der Familie blamieren würde. Des-
halb habe sie Angst gehabt, denn dadurch hätten alle von ihrer Beziehung zum
Beschuldigten gewusst, was schlimm für sie gewesen wäre (Urk. 3/3, S. 7; vgl.
auch Urk. 3/4, S. 4 und S. 13). Offenbar sandte die Geschädigte der Ehefrau des
Beschuldigten sogar SMS und wollte diese anrufen, um über das Erlebte zu spre-
chen, legte aber sofort wieder auf, da sie sich nicht getraute (Urk. 3/4, S. 26 f.).
3.4.2.2. Auch unter dem Aspekt, dass sowohl der Beschuldigte als auch die
Geschädigte ihre Beziehung geheim halten wollten, hatten beide ein Interesse da-
ran, nicht die wahren Gründe für die Verletzung der Geschädigten zu erzählen. Ih-
re generelle Glaubwürdigkeit erweist sich daher unter diesem Blickwinkel als glei-
chermassen beeinträchtigt.
3.4.2.3. Nachdem beide ihre Darstellung im Verlaufe der Ermittlungen in
Kernpunkten eingestandenermassen diametral geändert haben, kommt das auf-
fällige Aussageverhalten von beiden als weitere Beeinträchtigung ihrer generellen
Glaubwürdigkeit hinzu.
3.5. Hinsichtlich des Vorwurfs der Körperverletzung (Anklageziffer 1.) ergibt
sich aus den Aussagen des Beschuldigten, dass er seine diesbezügliche Darstel-
lung mehrmals geändert hat. Nach anfänglich kategorischem Bestreiten (Urk. 2/1,
S. 2 ff.; Urk. 2/2, S. 2 ff.) räumte er in seiner ersten Anhörung vor der Zwangs-
massnahmenrichterin erstmals halbherzig ein (Urk. 12/9, S. 1 ff.), die Geschädigte
am Tatabend in D._ abgeholt und während der Fahrt in seinen Club nach
E._ im Rahmen eines verbalen Disputes vom Lenkrad weggedrückt zu ha-
ben, worauf sie auf der Nase eine kleine Verletzung gehabt und geweint habe.
Die Aussage der Geschädigten, wonach sie die Treppe runtergestürzt sei, wie
auch seine Aussage, seien falsch. Den Faustschlag bestritt er nach wie vor und
beschönigte seine tätliche Intervention. Bei seiner relativierenden, beschönigen-
den und verharmlosenden Darstellung blieb der Beschuldigte auch in den folgen-
den zwei staatsanwaltschaftlichen Befragungen, und er versuchte, sich mit der
fadenscheinigen Beteuerung herauszureden, er habe die Geschädigte aus Si-
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cherheitsgründen mehr vom Lenkrad weggestossen, als mit der Hand geschla-
gen, auch um sie anzuhalten, anständig mit ihm zu reden. Er habe ein Problem
mit dem rechten Arm und meine, die Geschädigte müsse eine schwache Nase
haben (Urk. 2/4; Urk. 2/5). In der Schlusseinvernahme anerkannte er den diesbe-
züglichen Anklagesachverhalt vollumfänglich (Urk. 2/6, S. 2). Dabei blieb er auch
anlässlich seiner zweiten Anhörung bei der Zwangsmassnahmenrichterin. Er ge-
be zu, die Geschädigte mit der Faust ins Gesicht geschlagen zu haben, und so,
wie die Röntgenbilder zeigten, akzeptiere er, dass dieser Schlag ihr die Nase ge-
brochen habe (Urk. 12/33, S. 2 ff.). Vor der Vorinstanz machte er erneut beschö-
nigend – aber erstmals – geltend, er habe sich nur gewehrt, da sie ihn zuerst an
der Schulter berührt habe. Er habe sie weggeschubst. Es habe sich herausge-
stellt, dass er sie in diesem Moment unbewusst und ungewollt geschlagen habe
(Urk. 46, S. 2 ff.).
3.5.1. Aufgrund der weiteren Beweismittel erweisen sich die Bestreitungen
und Beteuerungen des Beschuldigten als unglaubhaft, unzutreffend und unbehelf-
lich, so dass nicht auf diese abgestellt werden kann. Seine vorbehaltlose Zugabe
in der staatsanwaltschaftlichen Schlusseinvernahme wie auch die ersten Aussa-
gen der Geschädigten bei der Polizei sowie ihre weiteren Aussagen als Beschul-
digte wegen falscher Anschuldigung und Irreführung der Rechtspflege und jene
anlässlich der staatsanwaltschaftlichen Befragung als Auskunftsperson (Urk. 3/1;
Urk. 3/3; Urk. 3/4, S. 4 ff.) sind dagegen zutreffend. Dass die Geschädigte in ihrer
zweiten polizeilichen Befragung vom 11. Januar 2011 absichtlich die Unwahrheit
gesagt hatte, ergibt sich unter anderem auch aus den entsprechenden Zugaben
des Beschuldigten, wonach nicht ein Treppensturz, sondern seine tätliche Inter-
vention im Auto die Ursache der Verletzung der Geschädigten gewesen sei.
3.5.2. Beide ärztlichen Berichte bestätigen, dass der Beschuldigte – auch
mit einem operierten Arm – jedenfalls so stark geschlagen haben muss, dass die
Geschädigte eine Nasenbeinfraktur erlitt, nachdem eine Drittursache für die Ver-
letzung ausgeschlossen werden kann. Zudem hat die Geschädigte mehrmals
glaubhaft betont, dass der Schlag völlig unerwartet gekommen und sehr stark
gewesen sei und dass sie grosse Schmerzen verspürt habe (z.B. Urk. 3/1, S. 3
und 5; Urk. 3/3, S. 7; Urk. 3/4, S. 6 ff.).
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3.5.2.1. Laut dem ärztlichen, unter Hinweis auf Art. 307 StGB erstatteten Be-
richt des damals behandelnden Notfallarztes, med. pract. L._, ... Spital
E._, vom 17. August 2011 fand die Untersuchung der Geschädigten am
12. Dezember 2010 um 22:08 Uhr statt. Es wurde ein nicht verschobener Bruch
des Nasenbeins diagnostiziert. Aus Sicht des behandelnden Arztes war eine loka-
le Gewalteinwirkung auf das Nasenbein für diese Verletzung verantwortlich. Die
Patientin habe einen Treppensturz geschildert, wobei sie sich die 2007 operierte
Nase angeschlagen habe. Aus ärztlicher Sicht sei genauso gut ein tätlicher Angriff
möglich, dies insbesondere, da keine bei einem Treppensturz häufige Verletzun-
gen festgestellt worden seien. Die Verletzung habe einen kleinen Bluterguss im
Bereich des Nasenrückens von ca. 1 cm Durchmesser sowie eine kleine Riss-
quetschwunde von ca. 0,5 cm zur Folge gehabt. Laut ärztlichem Bericht ist nichts
bekannt über krankhafte, vorbestehende Veränderungen, welche die Folgen der
Verletzung beeinflusst haben könnten (Urk. 5/3 f.).
3.5.2.2. Gemäss dem ärztlichen, unter Hinweis auf Art. 307 StGB erstatteten
Bericht von Dr. med M._ Facharzt FMH, Ästhetische-Rekonstruktive Chirur-
gie, Kiefer- und Gesichtschirurgie, Plastische Operationen, vom 3. November
2011 ist die Verletzung aufgrund eines Schlages ins Gesicht entstanden. Als Fol-
ge der Verletzung habe die Deformation der Nase am 14. Dezember 2010 erst-
malig gerichtet werden können. Es hätten Atembeschwerden als bleibende Funk-
tionsstörung bestanden. Eine bleibende Atembehinderung sei möglich. Die Ar-
beitsunfähigkeit habe vier Wochen ab dem 14. Dezember 2010 betragen. Es hät-
ten keine krankhaften vorbestehenden Veränderungen die Folgen der Verletzung
beeinflusst (Urk. 5/5 f.).
3.5.2.3. Aus den ärztlichen Berichten ergibt sich zudem, dass die Schön-
heitsoperation, welcher sich die Geschädigte im Jahre 2007 unterzogen hatte
(Urk. 3/4, S. 18 und 26), keine krankhaften, vorbestehenden Veränderungen ge-
zeitigt hat, welche die Folgen der Verletzung beeinflusst haben könnten.
3.5.3. Die Aussagen, welche Notfallarzt med. pract. L._ rund ein Jahr
nach der Untersuchung der Geschädigten bei der Polizei zu Protokoll gegeben
hatte, stützen diese Prognose und deren Ursache ebenfalls (Urk. 4/1).
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3.5.3.1. Im angefochtenen Urteil wurde unter Hinweis auf Art. 6 Ziff. 3 lit. d
EMRK erwogen, die polizeilichen Aussagen von med. pract. L._ könnten nur
zu Gunsten des Beschuldigten verwertet werden (Urk. 70, S. 5 oben).
3.5.3.2. Eine staatsanwaltschaftliche Befragung des Arztes als Zeuge, in
welcher die Teilnahmerechte des Beschuldigten nach Art. 147 Abs. 1 StPO hätten
gewährt werden können, wurde nicht durchgeführt, offenbar da dieser seinen Ar-
beitsort und seinen Lebensmittelpunkt inzwischen wieder nach ... verlegt hatte
(Urk. 1/7, S. 3). Beweise, die in Verletzung der Bestimmungen dieses Artikels er-
hoben wurden, dürfen nicht zulasten der Partei verwertet werden, die nicht anwe-
send war (Art. 147 Abs. 4 StPO; Urteil des Bundesgerichts 1B_264/2012 vom
10. Oktober 2012 E. 4.2). Dieses Verwertungsverbot und der Konfrontationsan-
spruch gemäss Art. 6 Ziff. 3 lit. d EMRK werden von der Praxis des EGMR und
des Bundesgerichts relativiert, indem das Verwertungsverbot auch von der Ent-
scheidungsrelevanz abhängig gemacht wird, bezüglich derer das Konfrontations-
recht eingeschränkt war. Der Anspruch, den Belastungszeugen Fragen zu stellen,
ist dann absolut, "wenn dem streitigen Zeugnis alleinige oder ausschlaggebende
Bedeutung zukommt, dieses also den einzigen oder einen wesentlichen Beweis
darstellt". Begründen die anderen Beweismittel einen schweren Tatverdacht, so
kann die Berücksichtigung der Aussage "als zusätzlicher Mosaikstein zum
Schuldspruch führen, ohne dass die Verteidigungsrechte dadurch verletzt wären"
(BGE 131 I 476 E. 2.2; BGE 133 I 33 E. 4.4.1; Basler Kommentar, Schweizeri-
sche Strafprozessordnung, Art. 147 N 28 ff.).
3.5.3.3. Nachdem den polizeilichen Aussagen von med. pract. L._ vom
5. Dezember 2011 (Urk. 4/1) keine alleinige oder ausschlaggebende Bedeutung
zukommt und diese nicht den einzigen oder einen wesentlichen Beweis darstell-
ten, können sie "als zusätzlicher Mosaikstein" auch zulasten des Beschuldigten
verwertet werden, zumal die ärztlichen Berichte, die Aussagen der Geschädigten
und die teilweisen Zugaben des Beschuldigten selber bereits einen schweren
Tatverdacht begründen.
3.5.4. Schliesslich ist auch der Inhalt des von der Geschädigten am 13. De-
zember 2010, mithin am Tag nach dem Vorfall, an den Beschuldigten geschrie-
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benen SMS ein weiteres Indiz für die Wahrheit ihrer Aussagen hinsichtlich der er-
littenen Nasenbeinfraktur (Urk. 6/4, S. 8).
3.5.5. Der Beschuldigte bestreitet, die Verletzung der Geschädigten in Kauf
genommen, diese bewusst und gewollt geschlagen zu haben.
3.5.5.1. Was der Beschuldigte wusste, wollte und in Kauf nahm, betrifft inne-
re Tatsachen und ist damit Tatfrage. Rechtsfrage ist demgegenüber, ob der
Schluss auf Eventualvorsatz berechtigt erscheint. Als innerer Vorgang lässt sich
dieser jedoch häufig nur anhand einer eingehenden Würdigung des äusseren
Verhaltens sowie allenfalls weiterer Umstände erschliessen, wobei in diesem Be-
reich Tat- und Rechtsfragen sehr eng miteinander verbunden sein können (Pra
1993, S. 881 f.; Urteil des Bundesgerichts 6B_572/2011 vom 20. Dezember 2011
E. 2.1.4; BGE 133 IV 9 E. 4.1 m.w.H.).
3.5.5.2. Angesichts der vom Beschuldigten verursachten Verletzung (vgl.
vorstehend Erw. II.3.5.2. ff.) muss er mit seinem Arm – trotz früherer Operation –
kräftig ausgeholt und geschlagen haben. Bereits mit SMS vom 13. Dezember
2010 unterstellte die Geschädigte dem Beschuldigten, sie aus Wut geschädigt zu
haben (Urk. 6/4, S. 8). Laut der Darstellung des Beschuldigten sei die Geschädig-
te damals bereits beim Einsteigen ins Auto depressiv, nervös bzw. "hässig" ge-
wesen (Urk. 2/4, S. 1 f.). In der Folge entwickelte sich aus Meinungsverschieden-
heiten eine verbale Auseinandersetzung zwischen den beiden, in deren Verlauf
die Geschädigte den Beschuldigten beleidigt und gedemütigt haben musste, so
dass dieser ihr zeigen wollte, wie sie sich zu benehmen habe, und eine Entschul-
digung von ihr verlangte (Urk. 3/1, S. 3; Urk. 3/3, S. 7 unten). Dass diese glaub-
hafte und wiederholt ohne Widersprüche geäusserte Darstellung der Geschädig-
ten zutrifft, ergibt sich auch aus dem Inhalt der vorhandenen SMS des Beschul-
digten an die Geschädigte vom 14. Dezember 2010, 02:00:58 Uhr, in der er
durchblicken liess, von der Geschädigten (in seinem Stolz) verletzt worden zu
sein, und eine Entschuldigung verlangte (Urk. 6/4, S. 3 f.). Die Beteuerung des
Beschuldigten, die Geschädigte lediglich aus Fahrtsicherheitsgründen gestossen
oder geschlagen zu haben, erweist sich daher als Schutzbehauptung, zumal er
zudem eingeräumt hatte, er habe die Geschädigte mit dem Stoss auch zum an-
ständig Reden anhalten wollen (Urk. 2/4, S. 4). Es war somit vielmehr so, dass
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die Geschädigte ihn beleidigt und gedemütigt hatte, worauf er die Beherrschung
verlor und ihm unvermittelt die rechte Hand "ausrutschte". Angesichts dieser Um-
stände und der Stärke des Schlages entfällt die Möglichkeit eines unbewussten,
ungewollten Vorganges.
3.5.6. Demzufolge erweist sich der dem Beschuldigten zur Last gelegte An-
klagesachverhalt zum Vorwurf der Körperverletzung (Anklageziffer 1.) als erstellt.
3.6. Bei den Vorwürfen der Drohung und Nötigung (Anklageziffer 2.) ergibt
sich aus den Aussagen des Beschuldigten und der Geschädigten, dass sie sich
gegenseitig damit belasten, die Idee für die dem Notarzt aufgetischte Geschichte
mit dem Treppensturz gehabt zu haben.
3.6.1. Die Geschädigte machte geltend, aus Angst davor, der Beschuldigte
könnte die Drohung wahr machen, sie erneut zu schlagen oder ihr Leben kaputt
zu machen, beim Arzt die falschen Angaben gemacht zu haben. Die ganze Zeit
nach dem Schlag habe sie Todesangst gehabt. Sie sei völlig verängstigt gewe-
sen. Der Beschuldigte habe ihr gesagt, was sie schreiben solle (Urk. 3/1, S. 9;
Urk. 3/4, S. 11 und 17 f.).
3.6.2. Die diesbezüglichen Aussagen der Geschädigten weisen indessen
Widersprüche auf und werden durch die Aussagen des Notarztes entkräftet. So
hatte med. pract. L._ bei der Polizei erklärt, die Geschädigte habe nicht ein-
geschüchtert gewirkt, sondern differenziert und intelligent, dies insbesondere
nach dem Gespräch unter vier Augen, ohne ihren Begleiter im Röntgenraum. Der
Beschuldigte sei in seiner Anwesenheit sehr ruhig gewesen und der Geschädig-
ten nicht ins Wort gefallen. Ihm sei nicht aufgefallen, dass er sie unter Druck ge-
setzt hätte (Urk. 4/1, S. 2 ff.). Diese (zugunsten des Beschuldigten lautenden) An-
gaben vermögen die Aussage der Geschädigten, wonach sie "Todesangst" ge-
habt habe, nicht zu bestätigen, sondern enttarnen sie in diesem Zusammenhang
vielmehr als Übertreibung und Lügensignal, zumal die Glaubwürdigkeit des Not-
arztes als unabhängiger Dritter in keiner Weise eingeschränkt ist und keine Ver-
anlassung besteht, an der Glaubhaftigkeit seiner Angaben zu zweifeln.
3.6.3. Ebenfalls gegen die von der Geschädigten geltend gemachte grosse
Angst und weiteren Drohungen seitens des Beschuldigten in jenem Zeitraum
spricht, dass sie gemäss ihren ersten Aussagen bei der Polizei (Urk. 3/1, S. 4),
- 40 -
dem Beschuldigten, als dieser sie um 22:00 Uhr schliesslich ins Spital gefahren
und während der Fahrt gefragt habe, was sie sich ausgedacht habe, gesagt habe,
dass sie erzählen würde, von der Treppe gefallen zu sein. Weiter räumte die Ge-
schädigte auch ein, beim Ausfüllen des Formulars im Spital zusammen mit dem
Beschuldigten darauf bestanden zu haben, als Unfallort "F._" hinzuschreiben
und nicht das Restaurant darüber (Urk. 3/4, S. 19).
3.6.4. Angesichts dieser Zweifel an der Glaubhaftigkeit der diesbezüglichen
Darstellung der Geschädigten und des weiteren Umstandes, dass nicht nur der
Beschuldigte, sondern auch sie ein erhebliches Interesse daran hatte, ihre Bezie-
hung weiterhin vor ihrem privaten Umfeld geheim zu halten (vgl. vorstehend
Erw. II.3.4.2.1. f.), und sie überdies unter anderem auch erklärte, sie habe am
Sturz auf der Treppe festhalten wollen, da ihre Familie nichts von der Beziehung
zum verheirateten Beschuldigten habe wissen dürfen (Urk. 3/3, S. 7), erweist sich
ihre in diesem Zusammenhang gemachte Darstellung, wonach der Beschuldigte
sie bis zur Ankunft im Spital weiter bedroht und zur Angabe der nur von ihm aus-
gedachten Geschichte genötigt habe, als nicht überzeugend und wenig glaubhaft.
3.6.5. Die Anklagebehörde hat aufgrund der Tatsache, dass die Geschädig-
te "erst" drei Tage nach der Tat Anzeige gegen den Beschuldigten erstattete, ge-
schlossen, dass sie dies aufgrund weiterer Drohungen nicht früher getan habe,
und dem Beschuldigten daraus den Vorwurf einer weiteren, versuchten Nötigung
gemacht (Anklageziffer 2.1). Nachdem die Geschädigte mehrmals zu Protokoll
gab, dass der Beschuldigte sich einfach nicht bei ihr habe entschuldigen wollen,
und sich auch aus ihren Gesprächsmitteilungen an ihn ergibt, dass sie sich des-
halb sowie angesichts der Stärke des Schlages und der Schwere ihrer Verletzung
zu einer Anzeige entschloss (Urk. 3/1, S. 4; Urk. 3/3, S. 8; Urk. 3/4, S. 10 unten;
Urk. 6/4, S. 8 ff.: z.B. SMS der Geschädigten vom 13.12.2010, 10:12:59, 15:24:48
und 17:16:20 Uhr, sowie vom 14.12.2010, 18:05:47 Uhr), lässt sich dieser Ankla-
gevorwurf bereits anhand der Aussagen der Geschädigten sowie mangels ande-
rer belastender Beweismittel, wie beispielsweise entsprechender Gesprächsmit-
teilungen des Beschuldigten, nicht erstellen, weshalb der Beschuldigte vom An-
klagevorwurf in Anklageziffer 2.1 freizusprechen ist.
- 41 -
3.6.6. Da bezüglich dieses Anklagesachverhalts (Anklageziffer 2. und 2.2)
keine weiteren, die Darstellung der Geschädigten bestätigenden und den Be-
schuldigten belastenden Beweismittel, wie beispielsweise SMS oder allfällige Kor-
respondenz, vorhanden sind, verbeiben nicht zu unterdrückende Zweifel, weshalb
der Beschuldigte in Anwendung des Grundsatzes "in dubio pro reo" auch vom
Anklagevorwurf der Drohung und Nötigung gemäss Anklageziffer 2. und 2.2 frei-
zusprechen ist.
3.7. Hinsichtlich des Vorwurfs der Nötigung und der Anstiftung zur Irrefüh-
rung der Rechtspflege (Anklageziffer 3.) ist der Beschuldigte wiederum mehrfach
überführt, unwahre Aussagen gemacht zu haben, wie dies bereits im angefochte-
nen Urteil zutreffend dargelegt wurde. Darauf kann verwiesen werden (Urk. 70,
S. 8; Art. 82 Abs. 4 StPO).
3.7.1. In der staatsanwaltschaftlichen Befragung vom 30. November 2011
bestätigte er indessen die diesbezügliche Darstellung der Geschädigten ("so wie
sie gesagt hat"), wonach diese ihm das Rückzugsschreiben geschickt habe und
sie sich darauf geeinigt hätten. Er bestritt jedoch, Druck auf die Geschädigte aus-
geübt zu haben (Urk. 2/5, S. 2). In der staatsanwaltschaftlichen Schlusseinver-
nahme vom 14. Dezember 2011 erklärte er dann halbwahr, dass sie sich erst im
Nachhinein über den Brief unterhalten hätten und er sich ansonsten nicht mit dem
Brief befasst habe, fügte dem aber später noch bei, dass sie zwar darüber ge-
sprochen hätten, die Geschädigte es aber freiwillig getan habe (Urk. 2/6, S. 11
und 17). An der Hauptverhandlung vom 6. März 2012 bestätigte er schliesslich
auch, dass ihm das Schreiben vorgängig per E-Mail zugesandt worden sei, sie es
zusammen korrigiert hätten und sie es abgeschickt habe, wobei er nach wie vor
betonte, dass es der Wunsch der Geschädigten gewesen sei (Urk. 46, S. 6 f.).
3.7.2. Dass der Beschuldigte nicht bloss aufgrund der ihm von der Geschä-
digten – gemäss übereinstimmender Darstellung (vgl. Urk. 2/6, S. 17; Urk. 3/3,
S. 8) – mehrfach angekündigten Anzeige (vgl. auch Urk. 6/4, S. 8 ff: SMS vom
14.12.2010, 18:05:47 Uhr) stets informiert gewesen sein musste, beweist unter
anderem auch der Umstand, dass das von der Geschädigten erstellte "Anzeige-
rückerstattungsschreiben" vom 24. Dezember 2010 ihm an diesem Tag von ihr
per Mail übermittelt worden war (Urk. 8/1). Wie sie glaubhaft mit der Ergänzung
- 42 -
ausgesagt hatte, hätten beide zeitgleich mit der Übermittlung des Mails am Tele-
fon gesprochen (Urk. 3/4, S. 20 ff.).
3.7.3. Mit seinen nach und nach gemachten Zugaben bestätigte der Be-
schuldigte mithin praktisch die ganze, überzeugende Darstellung der Gescheh-
nisse durch die Geschädigte, mit Ausnahme des Umstandes, dass er ihr gedroht
und sie unter anderem mit der Veröffentlichung intimer Bilder im Internet unter
Druck gesetzt habe. Wenn dem tatsächlich so gewesen wäre, dass die Geschä-
digte alles freiwillig gemacht hätte, wie der Beschuldigte glauben machen will, ist
nicht einzusehen, weshalb er zu Beginn der Ermittlungen diesen Vorwurf bestritt
und in der Folge bloss häppchenweise Zugabe um Zugabe machte. Die Beteue-
rungen des Beschuldigten, mit der Geschädigten einvernehmlich über alles ge-
sprochen zu haben, erweisen sich unter den gegebenen Umständen, angesichts
seines Aussageverhaltens sowie aufgrund der Tatsache, dass er ein grosses Inte-
resse daran hatte, dass es nicht zu einem Strafverfahren gegen ihn kommen wür-
de, als unglaubhaft.
3.7.4. Die diesbezüglichen Aussagen der Geschädigten haben sich demge-
genüber als glaubhaft erwiesen, wurden über weite Teile schliesslich sogar vom
Beschuldigten bestätigt und sind zudem bezüglich des von ihr verfassten "Anzei-
gerückerstattungsschreibens" überdies auch durch den entsprechenden Mail-
Abdruck (Urk. 8/1) untermauert. Das Drohmittel, die intimen Bilder der Geschädig-
ten, waren auf seinem Mobiltelefon vorhanden, weshalb er die Drohung hätte
wahrmachen können; allenfalls auch ohne persönliche Computerkenntnisse, in-
dem er sich diese gegebenenfalls angeeignet hätte. Ein Motiv, weshalb die Ge-
schädigte bezüglich dieses Anklagevorwurfs den Beschuldigten zu Unrecht hätte
belasten sollen, ist nicht ersichtlich, zumal das Weiterführen des Verfahrens ge-
gen den Beschuldigten auch die Gefahr in sich barg und wieder verstärkte, ihre
Beziehung könnte dadurch auch in ihrem privaten Umfeld bekannt werden. Der
einzige vom Beschuldigten genannte mögliche Grund, wonach die Geschädigte
damit finanzielle Probleme hätte lösen wollen, überzeugt ebenfalls nicht, da keine
Hinweise dafür bestehen, dass sie Geld von ihm verlangt haben könnte, und er
solches im Übrigen auch nie geltend machte.
- 43 -
3.7.5. Es bestehen daher keine rechtserheblichen, unüberbrückbaren Zwei-
fel daran, dass der Beschuldigte der Geschädigten unter anderem androhte, ihre
intimen Bilder zu veröffentlichen, und dass er sie auf diese Weise unter Druck
setzte, damit sie die gegen ihn erstattete Anzeige zurückziehe, ihre Aussagen als
unwahr bezeichne und dadurch gleichzeitig selber ein Strafverfahren gegen sich
in Gang bringe. In der Folge wurde auch tatsächlich ein Strafverfahren gegen die
Geschädigte eröffnet, welches mit Verfügung der Staatsanwaltschaft vom 15. Au-
gust 2011 sistiert wurde (Urk. 9/1).
Der dem Beschuldigten unter Anklageziffer 3. zur Last gelegte Anklagevor-
wurf ist demzufolge rechtsgenügend erstellt.
III.
Rechtliche Würdigung
1. Die Vorinstanz hat das fehlbare Verhalten des Beschuldigten als Kör-
perverletzung im Sinne von Art. 123 Ziff. 1 Abs. 1 StGB, mehrfache Nötigung im
Sinne von Art. 181 StGB, versuchte Nötigung im Sinne von Art. 181 StGB i.V.m.
Art. 22 Abs. 1 StGB sowie Anstiftung zur Irreführung der Rechtspflege im Sinne
von Art. 304 Ziff. 1 Abs. 2 StGB i.V.m. Art. 24 Abs. 1 StGB gewürdigt (Urk. 70,
S. 13).
2. Nachdem der Beschuldigte von den Vorwürfen gemäss der Anklagezif-
fer 2. freizusprechen ist (vgl. vorstehend Erw. II.3.6.4. ff.), entfällt beim Tatbestand
der Nötigung eine mehrfache wie auch eine versuchte Tatbegehung von vornhe-
rein.
3. Der Beschuldigte fügte der Geschädigten durch seinen unvermittelten
Schlag ins Gesicht eine Nasenbeinfraktur zu, was den objektiven Tatbestand der
einfachen Körperverletzung im Sinne von Art. 123 Ziff. 1 Abs. 1 StGB erfüllt. In
subjektiver Hinsicht bestreitet der Beschuldigte eine eventualvorsätzliche Bege-
hung und macht ein fahrlässiges Tatgeschehen geltend.
3.1. Gemäss Art. 12 Abs. 2 StGB begeht ein Verbrechen oder Vergehen
vorsätzlich, wer die Tat mit Wissen und Willen ausführt (Satz 1). Vorsätzlich han-
- 44 -
delt bereits, wer die Verwirklichung der Tat für möglich hält und in Kauf nimmt
(Satz 2). Beim Eventualvorsatz strebt der Täter den Erfolg nicht an, sondern
weiss lediglich, dass dieser möglicherweise mit der willentlich vollzogenen Hand-
lung verbunden ist. Der Eventualvorsatz ist zu bejahen, wenn der Täter den Erfolg
für den Fall seines Eintritts in Kauf nimmt und sich mit ihm abfindet, mag er ihm
auch unerwünscht sein (BGE 137 IV 1 E. 4.2.3; BGE 134 IV 26 E. 3.2.2; BGE 133
IV 1 E. 4.1). Die zu aArt. 18 StGB entwickelte Rechtsprechung ist auch auf das
neue Recht anwendbar (vgl. Urteil des Bundesgerichts 6B_488/2009 vom
24. September 2009 E. 1.4).
3.2. Angesichts der Umstände und der Stärke des Schlages entfällt die
Möglichkeit eines unbewussten und ungewollten Tatvorgehens (vgl. vorstehend
Erw. II.3.5.5.2.). Wer, wie der Beschuldigte, in der ihm vorgeworfenen und erstell-
ten Weise mit einem – operierten oder gesunden – Arm unvermittelt gegen das
Gesicht einer anderen Person schlägt, muss mit der naheliegenden Möglichkeit
rechnen, dass der Arm oder die – allenfalls zu einer Faust geballte – Hand so auf
die Nase auftrifft, dass eine Fraktur derselben eintreten kann, auch wenn dies,
wie beim Beschuldigten, nicht sein direktes Handlungsziel war. Indem der Be-
schuldigte seinen Arm auf diese Weise einsetzte, nahm er daher die erfolgte Tat-
bestandsverwirklichung in Kauf und handelte somit eventualvorsätzlich.
4. Wegen Nötigung im Sinne von Art. 181 StGB wird bestraft, wer jeman-
den durch Gewalt, Androhung ernstlicher Nachteile oder durch andere Beschrän-
kung seiner Handlungsfreiheit nötigt, etwas zu tun, zu unterlassen oder zu dulden.
4.1. Als geschütztes Rechtsgut von Art. 181 StGB gilt nach der Bundesge-
richtspraxis die Handlungsfreiheit bzw. die Freiheit der Willensbildung und Wil-
lensbetätigung des Einzelnen (BGE 134 IV 216 E. 4.4.3). Die Tatbestandsvariante
der "anderen Beschränkung der Handlungsfreiheit" ist aus rechtsstaatlichen
Gründen restriktiv auszulegen. Das Zwangsmittel der "anderen Beschränkung der
Handlungsfreiheit" muss, um tatbestandsmässig zu sein, das üblicherweise ge-
duldete Mass an Beeinflussung in ähnlicher Weise eindeutig überschreiten, wie
es für die im Gesetz ausdrücklich genannten Zwangsmittel der Gewalt und der
Androhung ernstlicher Nachteile gilt (BGE 134 IV 216 E. 4.1). Die weite Um-
schreibung des Nötigungstatbestands hat zur Folge, dass nicht jedes tatbe-
- 45 -
standsmässige Verhalten bei Fehlen von Rechtfertigungsgründen auch rechtswid-
rig ist. Vielmehr bedarf die Rechtswidrigkeit bei Art. 181 StGB einer zusätzlichen,
besonderen Begründung. Eine Nötigung ist unrechtmässig, wenn das Mittel oder
der Zweck unerlaubt ist oder wenn das Mittel zum angestrebten Zweck nicht im
richtigen Verhältnis steht oder wenn die Verknüpfung zwischen einem an sich zu-
lässigen Mittel und einem erlaubten Zweck rechtsmissbräuchlich oder sittenwidrig
ist (BGE 129 IV 6 E. 3.4; BGE 119 IV 301 E. 2b m.w.H.).
4.2. Der subjektive Tatbestand verlangt Vorsatz, das heisst das Bewusst-
sein und den Willen des Täters, das Opfer durch eines der genannten Nöti-
gungsmittel zu einem bestimmten Tun, Unterlassen oder Dulden zu veranlassen
(DONATSCH, Strafrecht III, 9. Auflage, Zürich 2008, S. 411).
4.3. Der Beschuldigte hat der Geschädigten angedroht, er würde dafür sor-
gen, dass sie aus der Schweiz verschwinde, dass er ihre Familie kaputt mache
und dass er ihre intimen Bilder unzulässigerweise im Internet veröffentlichen wer-
de. Damit hat er ihr grosses Übel und ernstliche Nachteile angedroht, auf welche
er je nachdem, wie die Geschädigte reagieren würde, Einfluss nehmen konnte;
auch hätte er seine Drohung allenfalls wahrmachen können. Damit wollte er die
Geschädigte dazu bringen und erreichen, dass sie die Anzeige gegen ihn unter
unzulässiger Abgabe falscher Angaben zurückziehe. Es gelang ihm, die Geschä-
digte damit so unter Druck zu setzen, dass sie in ihrer freien Willensbildung und
Willensbetätigung derart eingeschränkt wurde, dass sie nicht mehr frei über die
Aufrechterhaltung der Anzeige zu entscheiden in der Lage war und ihre Anzeige
mit dem Schreiben "Anzeigerückerstattung" und ihren unwahren Aussagen bei
der Polizei gegen ihren eigentlichen Willen wieder rückgängig zu machen ver-
suchte, insbesondere um die angedrohte Veröffentlichung ihrer intimen Bilder zu
verhindern. Damit hat der Beschuldigte den objektiven Tatbestand der Nötigung
im Sinne von Art. 181 StGB erfüllt.
4.4. Dem Beschuldigten musste klar und bewusst sein, dass insbesondere
eine Veröffentlichung intimer Bilder der Geschädigten nicht zulässig sein würde.
Dennoch drohte er ihr dieses Ungemach an, im Wissen darum, dass er dazu die
Möglichkeit gehabt hätte, sowie mit der Absicht, sie dadurch zum Rückzug der
- 46 -
Anzeige zu zwingen. Damit erweist sich auch der subjektive Tatbestand der Nöti-
gung als erfüllt.
5. Der Irreführung der Rechtspflege im Sinne von Art. 304 Ziff. 1 Abs. 2
StGB macht sich strafbar, wer sich bei einer Behörde einer strafbaren Handlung
beschuldigt, welche er nicht verübt hat. Die falsche Selbstbezichtigung führt die
Untersuchungsbehörde auf eine falsche Fährte, lenkt von anderen ab oder be-
schäftigt sie unnötigerweise (BASLER KOMMENTAR, Strafrecht II, 2. Auflage, Basel
2007, Art. 304 N 14).
5.1. Der subjektive Tatbestand setzt sicheres Wissen voraus, die betreffen-
de Handlung nicht verübt zu haben, sowie das Wissen, dass diese Handlung
mindestens möglicherweise strafbar ist, ferner den Willen, sich dennoch der straf-
baren Handlung zu beschuldigen. Die falsche Selbstbezichtigung muss somit
fälschlicherweise erfolgt sein (BASLER KOMMENTAR, a.a.O., Art. 304 N 17 f.).
5.2. Der Anstiftung im Sinne von Art. 24 StGB strafbar macht sich, wer je-
manden vorsätzlich zu dem von diesem verübten Verbrechen oder Vergehen be-
stimmt hat. Dabei nimmt der Täter unmittelbar auf die Willensbildung einer be-
stimmten Person dahingehend Einfluss, dass er diese zur Ausführung einer kon-
kreten vorsätzlichen Straftat anregt. Dadurch bewirkt der Täter den Tatentschluss
und als Folge die vorsätzliche Verübung der Haupttat durch jene Person. Der sub-
jektive Tatbestand verlangt Vorsatz. Der Anstifter muss sich bewusst sein, bei der
angegangenen Person mindestens möglicherweise den Entschluss zur Verübung
einer konkreten Tat hervorzurufen, und er muss um sämtliche objektiven und sub-
jektiven Merkmale der angeregten Haupttat wissen sowie wollen, dass diese Per-
son die angeregte Haupttat mit sämtlichen Merkmalen verwirklicht (DONATSCH/
TAG, Strafrecht I, 8. Auflage, Zürich 2006, S. 148 ff.).
5.3. Die Geschädigte hat sich bei der Polizei wahrheitswidrig und fälschli-
cherweise bezichtigt, eine unzutreffende Anzeige gegen den Beschuldigten er-
stattet zu haben bzw. falsche Aussagen gemacht und diesen falsch angeschuldigt
zu haben, obwohl sie wusste, dass der Beschuldigte sie an der Nase verletzt und
ihr gedroht hatte, mithin ihre Anzeige also nicht zu Unrecht erfolgt war. In der Fol-
ge wurde ein Strafverfahren gegen die Geschädigte eröffnet, welches mit Verfü-
- 47 -
gung der Staatsanwaltschaft vom 15. August 2011 einstweilen sistiert wurde
(Urk. 9/1).
5.4. Der Beschuldigte hat die Geschädigte mit seinen Drohungen willentlich
derart unter Druck gesetzt und sie in ihrer freien Willensbildung so eingeschränkt
und beeinflusst, dass sie ihre Anzeige mit dem Schreiben "Anzeigerückerstattung"
und ihren unwahren Aussagen bei der Polizei gegen ihren eigentlichen Willen,
aber entsprechend seiner Absicht wieder rückgängig zu machen versuchte (vgl.
vorstehend Erw. III.4.3.), obwohl er wusste, dass er die Geschädigte verletzt und
ihr gedroht hatte und dass in der Folge die Gefahr bestand, dass gegen die Ge-
schädigte ein Strafverfahren eröffnet werden könnte, was er mit seinem Tun zu-
mindest in Kauf nahm.
Damit hat der Beschuldigte auch den Tatbestand der Anstiftung zur Irrefüh-
rung der Rechtspflege im Sinne von Art. 304 Ziff. 1 Abs. 2 StGB i.V.m. Art. 24
Abs. 1 StGB in objektiver und subjektiver Hinsicht erfüllt.
6. Der Beschuldigte ist demzufolge der einfachen Körperverletzung im
Sinne von Art. 123 Ziff. 1 Abs. 1 StGB, der Nötigung im Sinne von Art. 181 StGB
sowie der Anstiftung zur Irreführung der Rechtspflege im Sinne von Art. 304 Ziff. 1
Abs. 2 StGB i.V.m. Art. 24 Abs. 1 StGB schuldig zu sprechen.
Vom Vorwurf der versuchten Nötigung gemäss Anklageziffer 2.1 und vom
Vorwurf der (weiteren) Nötigung gemäss Anklageziffer 2.2 ist er dagegen freizu-
sprechen (vgl. auch vorstehend Erw. III.2.).
IV.
Sanktion
1. Der Beschuldigte wurde im angefochtenen Urteil mit einer Geldstrafe
von 180 Tagessätzen zu Fr. 20.– (entsprechend Fr. 3'600.–) bestraft, wovon
44 Tagessätze als durch Haft geleistet angerechnet wurden. Er hat mit seiner Be-
rufung eine Bestrafung mit 80 Tagessätzen zu Fr. 20.– beantragt. Die Staatsan-
waltschaft hat ihre Anschlussberufung auf die Strafzumessung beschränkt und
- 48 -
beantragt eine Freiheitsstrafe von 12 Monaten, eventualiter eine Geldstrafe von
300 Tagessätzen zu Fr. 30.– (Prot. II, S. 6 und 8).
2. Alle drei dem Beschuldigten zur Last gelegten Delikte sehen einen ab-
strakten Strafrahmen von Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder Geldstrafe vor.
Mit dem Vorderrichter ist für die Festsetzung der Einsatzstrafe vom Deliktskom-
plex hinsichtlich Anklageziffer 3. auszugehen, da sich diese Handlungen über ei-
nen längeren Zeitraum erstreckten (Urk. 70, S. 13). Die Deliktsmehrheit wirkt sich
nur innerhalb des ordentlichen Strafrahmens straferhöhend aus, da keine beson-
deren Umstände vorliegen, die eine Erweiterung desselben rechtfertigen würden
(BGE 136 IV 55 E. 5.8). Weitere Strafschärfungs- oder Strafmilderungsgründe lie-
gen nicht vor.
2.1. Als Strafen sieht das Strafgesetzbuch Geldstrafe gemäss Art. 34 StGB,
gemeinnützige Arbeit gemäss Art. 37 StGB, Freiheitsstrafe gemäss Art. 40 StGB
sowie bei Übertretungen Busse gemäss Art. 106 StGB vor. Als Regelsanktion
sieht das neue Recht für den Bereich der leichteren Kriminalität die Geldstrafe
und die gemeinnützige Arbeit vor, für den Bereich der mittleren Kriminalität die
Geldstrafe und die Freiheitsstrafe (BGE 134 IV 97 E. 4.2.2 und 5.2.3). Da sich die
konkret zu beurteilenden Tathandlungen des Beschuldigten im Bereich der leich-
teren bis mittleren Kriminalität bewegen, erweist sich die Ausfällung einer Geld-
strafe als zweckmässig, zumal der Beschuldigte keine gemeinnützige Arbeit
wünscht.
2.2. Gemäss Art. 34 Abs. 1 StGB beträgt die Geldstrafe höchstens 360 Ta-
gessätze, sofern das Gesetz nichts anderes vorsieht. Die Zahl der Tagessätze ist
nach dem Verschulden des Täters zu bestimmen. Gemäss Abs. 2 derselben Be-
stimmung beträgt ein Tagessatz höchstens Fr. 3'000.–. Die Höhe des Tagessat-
zes ist nach den persönlichen und wirtschaftlichen Verhältnissen des Täters im
Zeitpunkt des Urteils, namentlich nach Einkommen und Vermögen, Lebensauf-
wand, allfälligen Familien- und Unterstützungspflichten sowie nach dem Exis-
tenzminimum zu bestimmen. Damit die Geldstrafe nicht bloss symbolischen Cha-
rakter aufweist, hat der Tagessatz auch bei einkommensschwachen Tätern min-
destens Fr. 10.– zu betragen (BGE 135 IV 180).
- 49 -
2.3. Im angefochtenen Urteil wurden die gesetzlichen Strafzumessungsre-
geln zutreffend dargelegt (Urk. 70, S. 14). Sie brauchen an dieser Stelle nicht
wiederholt zu werden.
2.3.1. Hinsichtlich der objektiven Tatschwere fällt ins Gewicht, dass der Be-
schuldigte die Geschädigte während eines längeren Zeitraums von rund zwei
Wochen ständigem Druck aussetzte, damit sie ihre Anzeige zurückziehe. Um sein
Ziel zu erreichen, drohte er ihr in gravierender Weise damit, ihre Familie kaputt zu
machen und sie aus ihrem gewohnten Umfeld, mithin aus der Schweiz, zu ver-
treiben, womit der Geschädigten auf einen Schlag ihre sozialen Kontakte und ihre
Existenzgrundlage entzogen worden wären. Erschwerend kommt die Drohung mit
der Veröffentlichung ihrer intimen Bilder im Internet hinzu, was gegebenenfalls zu
einem schwerwiegenden Eingriff in die Intimsphäre der Geschädigten geführt hät-
te. Der Beschuldigte versetzte sie dadurch in eine für sie als so ausweglos emp-
fundene Lage, so dass sie es vorzog, sich selbst einer strafbaren Handlung zu
bezichtigen und damit ein Strafverfahren gegen sich selbst in Kauf zu nehmen,
als zu riskieren, dass der Beschuldigte seine viel gravierenderen, ihre Existenz
betreffenden Drohungen wahr machen könnte. Dieser Umstand wiegt angesichts
der bis dahin bestandenen mehrmonatigen Liebesbeziehung zwischen dem Be-
schuldigten und der Geschädigten schwer.
2.3.2. Bei der subjektiven Tatschwere ist zu berücksichtigen, dass der Be-
schuldigte aus niederen Beweggründen handelte; es ging ihm einzig darum, ein
Strafverfahren gegen sich selbst hinsichtlich der begangenen Körperverletzung
abzuwenden, ungeachtet dessen, welches Ungemach die Geschädigte deswegen
zu erdulden gehabt hätte.
2.4. Für die in Anklageziffer 3. aufgeführten Tathandlungen des Beschuldig-
ten ist das Verschulden als keineswegs mehr leicht zu bezeichnen. Die im vor-
instanzlichen Urteil für diesen Deliktskomplex festgelegte Einsatzstrafe in der
Grössenordnung von 2 Monaten erscheint als etwas zu wohlwollend. Eine Geld-
strafe von 90 Tagessätzen erweist sich als angemessen.
2.5. Die für den schwersten Deliktskomplex festgesetzte hypothetische Ein-
satzstrafe von 90 Tagessätzen ist nunmehr unter Einbezug der einfachen Körper-
verletzung gemäss Anklageziffer 1. in Anwendung des Asperationsprinzips an-
- 50 -
gemessen zur hypothetischen Gesamtstrafe zu erhöhen und allenfalls wegen we-
sentlicher Täterkomponenten zu verändern (Art. 49 Abs. 1 StGB; BASLER KOM-
MENTAR, Strafrecht I, Basel 2007, Art. 49 N 49 ff.; BGE 136 IV 55).
2.5.1. Bei der Tatkomponente der einfachen Körperverletzung ist bei der ob-
jektiven Tatschwere zu berücksichtigen, dass der Beschuldigte die Geschädigte
anlässlich eines verbalen Disputes im Auto sozusagen aus heiterem Himmel un-
vermittelt ins Gesicht schlug, nur um sie zum Schweigen zu bringen und da sie
ihn beleidigt hatte. Durch den unkontrollierten, heftigen Schlag erlitt die Geschä-
digte eine Nasenbeinfraktur und musste erhebliche Schmerzen erdulden und sich
in ambulante ärztliche Behandlung begeben. Erschwerend kommt hinzu, dass der
Beschuldigte die Geschädigte trotz ihrer starken Schmerzen und dem mehrfach
geäusserten Wunsch, ins Spital gebracht zu werden, völlig unnötig und kaltherzig
mehr als zwei Stunden in seinem Fahrzeug warten liess, bis er sie endlich doch
ins Spital fuhr.
2.5.2. Was die subjektive Tatschwere bei der einfachen Körperverletzung
anbelangt, fällt verschuldensmindernd ins Gewicht, dass der Beschuldigte nicht
direkt vorsätzlich handelte, mit seinem unkontrollierten, heftigen Schlag gegen
das Gesicht der Geschädigten aber immerhin in Kauf nahm, sie dadurch erheblich
zu verletzten und ihr möglichweise das Nasenbein zu brechen.
2.5.3. Mit dem Vorderrichter ist das Verschulden für die einfache Körperver-
letzung als nicht mehr leicht einzustufen (Urk. 70, S. 15). Es rechtfertigt sich des-
halb eine Erhöhung der Einsatzstrafe um 80 Tagessätze auf insgesamt 170 Ta-
gessätze.
2.6. Was die Täterkomponente anbelangt, ist hinsichtlich des Werdegangs
und der persönlichen Verhältnisse des Beschuldigten bekannt (Urk. 2/6, S. 18 ff.;
Urk. 46, S. 7 ff.), dass er seit 1988 in der Schweiz lebt und seit dem Jahre 2003
Schweizer Bürger ist. Er hat eine Gastgewerbeschule abgeschlossen und den Be-
ruf des Gastronoms erlernt. Aus dem Handelsregister des Kantons Zug ist ersicht-
lich, dass er in den Jahren 1999 bis 2009 Inhaber der Firma N._ GmbH in
O._ war und dort eine Art Disco betrieb. Im August 2011 wurde die Liquidati-
on dieser Gesellschaft beendet und ihr Eintrag im Handelsregister gelöscht. In der
Folge betrieb der Beschuldigte mit dem Club "F._" in E._ ebenfalls ei-
- 51 -
nen solchen Restaurationsbetrieb. Laut den Angaben des Beschuldigten vor Vo-
rinstanz verfügte er zu jener Zeit über kein Einkommen, während seine Ehefrau
ein Erwerbseinkommen von Fr. 3'800.– bis Fr. 4'000.– pro Monat erziele. Die mo-
natlichen Mietkosten für die eheliche Wohnung samt Garagenplatz betragen ins-
gesamt Fr. 2'105.– (Urk. 77/5-6). Der Beschuldigte ist Vater von vier Kindern. Drei
Kinder sind gemeinsame Kinder mit seiner Ehefrau, eines davon wohnt noch in ih-
rem Haushalt. Für das nichteheliche Kind besteht eine monatliche Unterhaltsver-
pflichtung des Beschuldigten in der Höhe von Fr. 600.– (Urk. 77/1+11). Bei finan-
ziellen Engpässen werde er von seinen erwachsenen Kindern unterstützt. Er
machte Schulden von über Fr. 150'000.– geltend. Im Wertschriftenverzeichnis der
Steuererklärungen 2010 und 2011 sind Ersparnisse von rund Fr. 69'900.– bzw.
Fr. 61'000.– ausgewiesen (Urk. 77/2+3). Im Zeitpunkt der Tat lenkte der Beschul-
digte einen Personenwagen der Marke Mercedes. Er habe weder im In- noch im
Ausland weiteres Vermögen.
2.6.1. Zur Aktualisierung fügte der Beschuldigte anlässlich der Berufungs-
verhandlung an, er sei derzeit bei einer Klimatechnik-Firma angestellt, wegen ei-
ner Diskushernie jedoch krank geschrieben. Sein Monatseinkommen würde ca.
Fr. 3'200.– (mal 12) betragen; die Krankentaggelder beliefen sich auf 80 % davon.
Seine Schulden hätten sich als Folge höherer Forderungen der Gegenseite in ei-
nem hängigen Zivilprozess um den Club "F._" auf Fr. 300'000.– erhöht, wo-
bei er diese Forderungen nicht anerkenne. Zudem habe er Schulden aus einem
für das Geschäft in O._ aufgenommenen Darlehen von Fr. 105'000.–, wovon
er Fr. 30'000.– "dort deponiert" habe (Urk. 79, S. 2 f.).
2.6.2. Dem Vorderrichter ist beizupflichten, dass aus den persönlichen Ver-
hältnissen des Beschuldigten keine Umstände hervorgehen, aus denen sich zu-
sätzliche, strafmassrelevante Faktoren ableiten liessen (vgl. Urk. 70, S. 16).
2.7. Der Beschuldigte weist zwei länger zurückliegende, nicht einschlägige
Vorstrafen aus dem Strassenverkehr auf. Er wurde mit Strafmandat des Einzel-
richteramts des Kantons Zug vom 14. Mai 2004 wegen grober Verletzung der
Verkehrsregeln mit einer Busse von Fr. 700.– und mit Strafbefehl der Staatsan-
waltschaft Limmattal/Albis vom 5. Dezember 2007 ebenfalls wegen grober Verlet-
zung der Verkehrsregeln mit 200 Stunden gemeinnütziger Arbeit bestraft
- 52 -
(Urk. 19/3). Da diese Vergehen bereits länger zurückliegen und zudem nicht ein-
schlägiger Natur sind, sind sie lediglich marginal straferhöhend zu berücksichti-
gen.
2.8. Umfangreiche und prozessentscheidende Geständnisse können eine
Strafreduktion von bis zu einem Drittel bewirken (BGE 121 IV 202 E. 2d/cc). Das
Geständnis, das kooperative Verhalten bei der Aufklärung von Straftaten sowie
die Einsicht und Reue wirken strafmindernd. Der Grad der Strafminderung hängt
aber insbesondere davon ab, in welchem Stadium des Verfahrens das Geständ-
nis erfolgte (BASLER KOMMENTAR, a.a.O., Art. 47 N 130 f.).
2.8.1. Im Zusammenhang mit dem Nachtatverhalten des Beschuldigten ist
festzuhalten, dass er sich schliesslich hinsichtlich einer fahrlässig begangenen
Körperverletzung geständig zeigte, nachdem er in der staatsanwaltschaftlichen
Schlusseinvernahme den Vorwurf in Anklageziffer 1. kurzzeitig vollumfänglich an-
erkannt hatte (Urk. 2/6, S. 2). Da dieses sehr begrenzte, halbherzige Teilgeständ-
nis sehr spät erfolgte und angesichts der offenkundig vorliegenden Verletzung der
Geschädigten keine Auswirkung auf die bereits bestehende klare Beweislage hat-
te, kann es nicht strafmindernd berücksichtigt werden. Die diversen, vom Be-
schuldigten geäusserten oberflächlichen Entschuldigungen vermögen ebenfalls
nicht zu überzeugen, da er auf einzelnes Nachfragen jeweils nicht genau sagen
konnte, wofür genau er sich entschuldige (Urk. 12/9, S. 2; Urk. 2/4, S. 1 f. und 4 f.;
insbes. Urk. 2/5, S. 1 ff.).
2.8.2. Auch seine stets relativierenden, verharmlosenden und beschönigen-
den Beteuerungen und der Inhalt seiner SMS an die Geschädigte nach der Tat
(Urk. 6/4, S. 1 ff.) zeugen weder von Einsicht noch von Reue.
Das Nachtatverhalten des Beschuldigten rechtfertigt demzufolge keine Straf-
reduktion.
3. Nach dem Dargelegten erscheint unter Berücksichtigung des Asperati-
onsprinzips eine Geldstrafe von 180 Tagessätzen als angemessen.
4. Der Beschuldigte weist das vorstehend erwähnte Einkommen aus sei-
ner derzeitigen Erwerbstätigkeit bzw. aus den entsprechenden Krankentaggeldern
auf (vgl. vorstehend IV.2.6.1). Ferner ist im Rahmen der gesamtwirtschaftlichen
- 53 -
Situation zu berücksichtigen, dass auch seine Ehefrau ein Einkommen in der Hö-
he von Fr. 3'800.– bis Fr. 4'000.– erzielt. Das Ehepaar lebt in einer Wohnung mit
einem hohen Mietzins in der Höhe von insgesamt Fr. 2'105.–. Mit ihnen im selben
Haushalt lebt auch ein gemeinsames Kind. Für ein weiteres Kind mit einer ande-
ren Frau besteht eine Unterhaltsverpflichtung von Fr. 600.– pro Monat, wobei der
Beschuldigte bis anhin keine Unterhaltsbeiträge zahlte (Urk. 46, S. 8 f.). Er macht
Schulden im Bereich von Fr. 150'000.– bis neu Fr. 300'000.– geltend, wobei sich
über deren Bestand momentan keine genauen Aussagen machen lassen. Im
Wertschriftenverzeichnis der Steuererklärungen 2010 und 2011 sind Ersparnisse
von rund Fr. 69'900.– bzw. Fr. 61'000.– ausgewiesen (Urk. 77/2-3). Bei der ge-
genwärtigen gesamtwirtschaftlichen Situation des Beschuldigten rechtfertigt sich
somit ein Tagessatz von Fr. 30.–.
Der Beschuldigte ist deshalb mit einer Geldstrafe von 180 Tagessätzen zu
Fr. 30.– zu bestrafen. Der Anrechnung von 44 Tagen erstandener Haft steht
nichts entgegen (Art. 51 StGB).
V.
Vollzug
1. Gemäss Art. 42 Abs. 1 StGB ist eine Freiheitsstrafe von mindestens
sechs Monaten und höchstens zwei Jahren in der Regel aufzuschieben, wenn ei-
ne unbedingte Strafe nicht notwendig erscheint, um den Täter von der Begehung
weiterer Verbrechen oder Vergehen abzuhalten. Wurde der Täter innerhalb der
letzten fünf Jahre vor der Tat zu einer bedingten oder unbedingten Freiheitsstrafe
von mindestens sechs Monaten oder zu einer Geldstrafe von mindestens 180 Ta-
gessätzen verurteilt, so ist der Aufschub nur zulässig, wenn besonders günstige
Umstände vorliegen (Art. 42 Abs. 2 StGB). Das Gericht kann den Vollzug aber
auch nur teilweise aufschieben, wenn dies notwendig ist, um dem Verschulden
des Täters genügend Rechnung zu tragen, wobei der unbedingt vollziehbare Teil
hierbei die Hälfte der Strafe nicht überschreiten darf. Sowohl der aufgeschobene
wie auch der zu vollziehende Teil müssen mindestens sechs Monate betragen
(Art. 43 StGB).
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2. Bei einer Geldstrafe kommt neben dem unbedingten Vollzug sowohl
ein vollbedingter Vollzug gemäss Art. 42 StGB als auch ein teilbedingter Vollzug
nach Art. 43 StGB in Betracht. Sowohl die Gewährung des vollbedingten Vollzu-
ges als auch des teilbedingten Vollzuges setzen das Fehlen einer ungünstigen
Prognose voraus.
2.1. Vorliegend ist die günstige Prognose zu vermuten, mithin sind keine
besonders günstigen Umstände im Sinne von Art. 42 Abs. 2 StGB erforderlich, da
der Beschuldigte in den letzten fünf Jahren vor der Tat lediglich mit einer Busse
von Fr. 700.– und mit 200 Stunden gemeinnütziger Arbeit bestraft wurde
(Urk. 19/3).
2.2. Bei der Beurteilung des Fehlens einer ungünstigen Prognose sind die
Tatumstände, das Vorleben, der Leumund sowie alle weiteren Umstände, welche
Rückschlüsse auf den Charakter und die Bewährungsaussichten des Täters er-
lauben, zu berücksichtigen. Für die Einschätzung des Rückfallrisikos ist ein Ge-
samtbild der Täterpersönlichkeit vorzunehmen. Relevante Faktoren sind die straf-
rechtliche Vorbelastung, die Sozialisationsbiografie und das Arbeitsverhalten so-
wie das Bestehen sozialer Bindungen und Hinweise auf Suchtgefährdungen. Da-
bei sind die persönlichen Verhältnisse bis zum Zeitpunkt des Entscheides mit ein-
zubeziehen (DONATSCH ET AL., StGB-Kommentar, 18. Auflage, Zürich 2010,
Art. 42 N 6 ff.). Hinsichtlich der strafrechtlichen Vorbelastung ist mitentscheidend,
ob es sich um einschlägige Vorstrafen handelt (Urteil des Bundesgerichts
6S_101/2003 vom 8. Mai 2003 E. 3.1).
2.3. Die beiden Vorstrafen des Beschuldigten aus dem Strassenverkehr
sind negativ zu bewerten. Allerdings liegen diese Vorfälle länger zurück und sind
nicht einschlägig. Sein stabiles familiäres Umfeld wirkt sich dagegen positiv auf
seine Prognose aus. Überdies ist zu berücksichtigen, dass die vorliegend beurteil-
ten Delikte auf die inzwischen beendete Beziehung zwischen dem Beschuldigten
und der Geschädigten zurückzuführen sind. Vor diesem Hintergrund ist dem Be-
schuldigten eine günstige Prognose zu stellen, respektive deren Vermutung wird
nicht widerlegt, weshalb ihm der bedingte Strafvollzug zu gewähren ist.
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3. Schiebt das Gericht den Vollzug einer Strafe ganz oder teilweise auf,
so bestimmt es dem Verurteilten eine Probezeit von zwei bis fünf Jahren (Art. 44
Abs. 1 StGB).
Unter Berücksichtigung der dargelegten Umstände und um den aufgrund der
Vorstrafen verbleibenden Bedenken Rechnung zu tragen, ist die Probezeit auf
3 Jahre festzusetzen.
4. Der Vollzug der Geldstrafe ist somit aufzuschieben und die Probezeit
auf 3 Jahre festzusetzen.
VI.
Zivilansprüche
1. Bei den Zivilansprüchen wurde einzig vom Beschuldigten seine Ver-
pflichtung angefochten, der C._ Schadenersatz in der Höhe von Fr. 5'627.10
zu bezahlen und der Geschädigten dem Grundsatz nach zukünftige, aus der vor-
liegenden Straftat erwachsende Therapie- und Gesundheitskosten zu vergüten
sowie ihr eine Genugtuung in der Höhe von Fr. 1'500.– zu bezahlen.
2. Die allgemeinen Voraussetzungen der möglichen, adhäsionsweise gel-
tend zu machenden Zivilansprüche wurden im angefochtenen Entscheid zutref-
fend aufgeführt und brauchen an dieser Stelle nicht wiederholt zu werden
(Urk. 70, S. 20; Art. 82 Abs. 4 StPO).
2.1. Bezüglich der möglicherweise noch anfallenden künftigen Therapie-
und Heilungskosten der Geschädigten hat der Vorderrichter überzeugend erwo-
gen, dass es noch ungewiss sei, ob der Geschädigten ein Schaden in Form von
Franchisen und Selbstbehalten entstehen werde, weshalb ihr diesbezüglich der
Schadenersatz dem Grundsatze nach zuzusprechen sei. Zudem hat er das Vor-
liegen einer die Heilungskosten möglicherweise erhöhenden konstitutionellen
Prädisposition im Zusammenhang mit der im Jahre 2007 ausgeführten Schön-
heitsoperation unter Hinweis auf die ärztlichen Berichte mit zutreffender Begrün-
dung verneint (Urk. 70, S. 21 f.). Da die vollständige Beurteilung des Zivilan-
spruchs unverhältnismässig aufwendig wäre bzw. noch nicht möglich ist, ist die
- 56 -
Zivilklage gestützt auf Art. 126 Abs. 3 Satz 1 StPO nur dem Grundsatz nach zu
entscheiden und im Übrigen auf den Zivilweg zu verweisen.
Der Beschuldigte ist somit dem Grundsatz nach zu verpflichten, der Ge-
schädigten allfällige zukünftige, im Zusammenhang mit den vorliegend beurteilten
Straftaten erwachsende Therapie- und Gesundheitskosten zu vergüten.
2.2. Im vorinstanzlichen Urteil wurde der Beschuldigte verpflichtet, der Ge-
schädigten Fr. 1'500.– zuzüglich 5 % Zins ab dem 12. Dezember 2010 als Genug-
tuung zu bezahlen. Im Mehrbetrag wurde ihr Genugtuungsbegehren über
Fr. 10'000.– abgewiesen. Der Beschuldigte hatte durch seinen Verteidiger grund-
sätzlich Fr. 500.– als angemessen bezeichnen lassen (Prot. I, S. 8).
2.2.1. Die Voraussetzungen und Kriterien für die Bemessung des Genugtu-
ungsanspruchs wurden im angefochtenen Urteil zutreffend aufgeführt. Der Vor-
derrichter ist unter Würdigung des Umstands, dass ein einmaliger Vorfall zu beur-
teilen ist, der sich vom Tag des Übergriffs an über einige Tage erstreckte, unter
Gewichtung der durch die der Geschädigten angedrohte Veröffentlichung ihrer in-
timen Bilder im Internet verursachten Drucksituation und der dadurch drohenden
Verletzung ihrer Intimsphäre, der durch den Nasenbeinbruch verursachten, sich
über einen längeren Zeitraum hinziehenden starken Schmerzen sowie aufgrund
des weiteren Umstands, dass ihr dies alles von einer Vertrauensperson angetan
wurde, zum zutreffenden Schluss gelangt, dass die Geschädigte durch den Be-
schuldigten zweifellos erheblich in ihrer physischen, aber vor allem auch in ihrer
psychischen Integrität verletzt worden sei. Es kann darauf verwiesen werden
(Urk. 70, S. 23; Art. 82 Abs. 4 StPO).
2.2.2. Unter Würdigung der gesamten Tatumstände und der von der Ge-
schädigten erlittenen Folgen erscheint die vom Vorderrichter festgesetzte Genug-
tuung in der Höhe von Fr. 1'500.– als angemessen. Der nunmehr erfolgende Teil-
freispruch rechtfertigt keine Reduktion dieser Genugtuungssumme. Umgekehrt
stünde ihrer Erhöhung das Verschlechterungsverbot nach Art. 391 Abs. 2 StPO
entgegen.
Auf Genugtuungszahlungen ist ein Zins von 5 % seit dem die Unbill verursa-
chenden Delikt geschuldet (Art. 73 Abs.1 OR; BGE 129 IV 149 E. 4.2).
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Der Beschuldigte ist somit zu verpflichten, der Geschädigten eine Genugtu-
ung von Fr. 1'500.– zuzüglich 5 % Zins ab dem 12. Dezember 2010 zu bezahlen.
Im Mehrbetrag ist das Genugtuungsbegehren abzuweisen.
3. Mit Schreiben vom 29. Februar 2012 verlangte die C._, der Be-
schuldigte sei adhäsionsweise zu verpflichten, Schadenersatz von Fr. 5'627.10 zu
bezahlen, und machte geltend, dass es sich dabei um die für die Geschädigte
aufgewendeten Heilungskosten und Taggelder handle (Urk. 45).
3.1. Gemäss den eingereichten Belegen (Urk. 45) bezahlte die Versiche-
rung der Geschädigten die Heilungskosten sowie Taggelder, weshalb sie in der
Höhe dieser Forderung in die Stellung der Geschädigten als Zivilklägerin eintrat
(Art. 72 Abs. 1 VVG; Art. 121 Abs. 2 StPO). An der vorinstanzlichen Hauptver-
handlung liess der Beschuldigte durch seinen Verteidiger für den Falle des
Schuldspruchs die Taggeldleistungen, nicht aber die Heilungskosten anerkennen
(Prot. I, S. 9). Die Höhe der geltend gemachten Heilungskosten ist indessen durch
die eingereichten Unterlagen belegt (Urk. 45).
3.2. Der Beschuldigte ist daher – teilweise gestützt auf seine Anerkennung
– zu verpflichten, der C._ Schadenersatz im Betrage von Fr. 5'627.10 zu be-
zahlen.
VII.
Kostenfolgen
Die Kosten des Rechtsmittelverfahrens tragen die Parteien nach Massgabe
ihres Obsiegens oder Unterliegens (Art. 428 Abs. 1 StPO).
Der Beschuldigte dringt mit seiner Berufung nur teilweise durch und erreicht
lediglich einen Teilfreispruch hinsichtlich minder schwerer Delikte. Insgesamt
rechtfertigt es sich deshalb, dem Beschuldigten fünf Sechstel der Kosten des Be-
rufungsverfahrens aufzuerlegen. Im Übrigen sind die Kosten auf die Gerichtskas-
se zu nehmen.
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