# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 8cb95103-2c51-4e18-ae21-dcc27d8e3ecd
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2022
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1973, absolvie
rte bei der Z._
eine
Ausbildung zur Betriebssekretärin (
Urk.
15/4/4)
und war
d
anach für die Z._
tätig -
ab dem
1.
Januar 2002 als Teamleiterin Logistik
-
und im Rahmen dieser An
stellung bei der Pensionskasse Y._
vorsorgeversichert (
Urk.
8/3,
Urk.
15/18/1-2, Urk.
15/43/
1-4 S. 2
). Per 1. Juli 2002
wurde der
Beschäftigungsgrad
von 100
%
auf 80
%
reduziert
(
Urk.
8/2
,
Urk.
8/3
).
Am 26.
März 2003 trat eine
vorerst
vollständige Arbeitsunfähigkeit ein (
Urk.
2/
3,
Urk.
2/4) und per
31. August 2003
wurde das Ar
beitsverhältnis
seitens der Versi
cherten
aufgelöst (
Urk.
15/43/5
).
Im Anschluss absolvierte die Versicherte vom
1.
September 2003 bis 6.
Februar 2004 eine
n Tageshandelskurs
am A._
(
Urk.
2/6).
Danach
bezog die Versicherte Taggelder der Arbeitslosenversicherung (
Urk.
2/8,
Urk.
15/2/2).
Vom
1.
September 2004
bis 31. August 2011
arbeitete die Versicherte als kauf
männische Angestellte
für die
Firma
B._
,
vorerst in einem
60 %-
Pensum und
ab
1.
April 2007 in einem 80
%-Pensum (
Urk. 1 S. 4 f. Ziff. 7, Urk. 9 S. 2,
Urk.
10/B.2,
Urk.
15/4 S. 5,
Urk.
15/13/
1-7 S.
2
, Urk. 15/30
). Im Rah
men dieser Anstellung war sie bei der
Swisscanto
Sammelstiftung der Kantonal
banken
(
Swisscanto
)
vorsorgeversichert
(
Urk.
10/B.3)
. Ab dem 9
.
März 2010 bestand eine krankheitsbedingte
ganze oder teilweise
Arbeitsunfähigkeit (
Urk.
15/4 S.
5).
A
ufgrund dieser meldete sich die Versicherte a
m 29.
November 2010 bei der
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle,
für den Leistungsbezug an (
Urk.
15/4).
Nach durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
sprach die IV-Stelle der Versicherten m
it Verfügung vom 2
7.
Mai 2013 ab
1.
Juni 2011 eine Invalidenrente für einen Invaliditätsgrad von 40
%
zu
, wobei die
Swisscanto
in das Verfahren einbezogen wurde
(
Urk.
15/21,
Urk.
15/58,
Urk.
15/
72). Nach einer revisionsweisen Überprüfung
durch die IV-Stelle
blieb es beim Anspruch auf eine
Viertelsrente
(vgl. Mitteilung vom 1
9.
Februar 2018,
Urk.
15/87).
1.2
Am
1
3.
Februar 2013 hatte die
Swisscanto
der Versicherten mitgeteilt, eine Leis
tungspflicht für Erwerbsunfähigkeitsleistungen werde verneint. Die Verschlech
terung des gesundheitlichen Zustandes sei aufgrund der gleichen Ursache einge
treten, die bereits vor V
ersicherungsbeginn per 1.
September 2004 zu einer Behinderung und einer Einschränkung von mindestens 20
%
geführt habe. Die Versicherte habe sich an die zuständige Vorsorgeeinrichtung, die Pensionskasse
Y._
, zu wenden (
Urk.
2/13). In der Folge
hatte
auch die
Pensionskasse Y._
mit Schreiben vom 2
2.
Juli 2013 eine Leistungspflicht mit der Begründung
verneint
, die Unterlagen deuteten nicht darauf hin, dass die
im
Jahr 2003
aufgetretenen Probleme zur Teilinvalidität im Jahr 2011 geführt hätten (
Urk.
2/15).
Mit Schreiben vom 1
0.
August 2020
wies
die Versicherte
die
beiden Pensions
kassen
darauf
hin,
aufgrund ihrer gesundheitlichen und erwerblichen Situation habe sie zum damaligen Zeitpunkt die Angelegenheit nicht mehr weiterverfolgt. Aktuell strebe sie nun die Klärung der Zuständigkeitsfrage der Pensionskasse an (
Urk.
2/17,
Urk.
2/18).
Beide Pensionskassen erklärten in der Folge, an der Ablehnung der Leistungspflicht festzuhalten (
Urk.
2/19,
Urk.
2/20).
2.
Am 2
0.
November 2020 erhob
X._
Klage gegen die
Swisscanto
Sammelstiftung der Kantonalbanken
und gegen die Pensionskasse
Y._
mit dem Rechtsbegehren:
1.
Es seien der Klägerin zu Lasten der als leistungspflichtig erkannten Beklagten ab
1.
Juni 2011 die gesetzlich und reglementarisch geschuldeten Renten zuzu
sprechen inkl. Zins zu 5
%
ab Datum der Klageeinleitung.
2.
Die Beklagten seien zu verpflichten, ihre vollständigen Dossiers mit den Berechnungsgrundlagen für eine gesetzliche und reglementarische Rente zu edie
ren und die Berechnungsgrundlagen detailliert zu begründen.
3.
Es sei der Klägerin Gelegenheit zu geben, nach Edition der gesamten Akten, Berechnungen und Begründung zur Höhe der geschuldeten Renten Stellung zu nehmen resp. ein zweiter Schriftenwechsel durchzuführen.
4.
Evtl. sei die Stiftung Auffangeinrichtung BVG, Elias-Canetti-Strasse 2, Post
fach, 8050 Zürich beizuladen.
Unter Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten der Beklagten 1
resp. der
Beklagten 2 (inkl. 7.7
%
MwSt
).
In der Klageantwort vom 2
1.
Dezember 2020 (
Urk.
7) schloss
die
Pensionskasse Y._
auf Abweisung des gegen si
e gerichteten Leistungsbegehrens
.
Die
Swisscanto
beantragte, die gegen sie gerichtete Klage sei abzuweisen, eventualiter sei festzu
stellen, dass ihre Leistungspflicht ausschliesslich im Rahmen der gesetzlichen Mindestbestimmungen gegeben sei (
Klageantwort vom 2
2.
Januar 2021,
Urk.
9 S. 2). Mit Verfügung vom 1
6.
Februar 2021 zog das Sozialversicherungsgericht die Akten der Invalidenversicherung zum Verfahren bei (
Urk.
12;
Urk.
15/1-90).
In der
Replik vom
8.
Juni 2021 liess die Klägerin an ihren Begehren festhalten
und
ergänzend
beantragen, im Falle einer Leistungspflicht der Beklagten 1 sei ihr eine Rente von mindestens
Fr.
11'382.
--
pro Jahr spätestens ab
1.
Juli
(richtig: Juni)
2011 plus Zins von 5
%
zuzusprechen
, im Falle der Zuständigkeit der Beklagten 2 eine monatliche Invalidenrente von
mindestens Fr. 1'166.45 bezie
hungsweise im Falle des Beginns einer Arbeitsunfähigkeit von mindestens 20
%
per 2
6.
März 2003 eine monatliche Invalidenrente von mindestens
Fr.
938.60
(
Urk.
19
S. 2, S. 6 und S. 12
). Auch die Beklagten hielten in ihren
Dupliken
vom 2
2.
Juli
2021 (
Urk.
22) und vom 1.
Oktober 2021 (
Urk.
25) an ihren Anträgen auf Abweisung der gegen sie gerichteten Klagebegehren fest. Davon wurde die Klägerin mit Verfügung vom 6.
Oktober 2021 (
Urk.
27) in Kenntnis gesetzt.
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1
.1
Am 1. Januar 2022 sind die geänderten Bestimmungen
des
Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) sowie der Verordnung über die Invalidenver
sicherung (IVV)
sowie der entsprechenden Bestimmungen des
Bundesgesetzes über die berufliche Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenvorsorge (BVG)
in Kraft getreten.
In zeitlicher Hinsicht sind
vorbehältlich besonderer übergangsrechtlicher Rege
lungen
grundsätzlich diejenigen Rechtssätze massgebend, die bei Erfüllung des rechtlich zu ordnenden oder zu Rechtsfolgen führenden Tatbestandes Geltung haben (BGE 146 V 364 E. 7.1, 144 V 210 E. 4.3.1, je mit Hinweisen).
D
ie
vorlie
gend
mit Klage vom 2
0.
November 2020 ab
1.
Juni 2011 geltend gemachten
Renten
leistungen
sind
entsprechend
nach den bis 3
1.
Dezember 2021 in Kr
aft gestandenen
Bestimmungen
zu beurteilen, welche nachfolgend auch
in dieser Fassung zitiert werden.
1.2
Nach
Art.
24
Abs.
1 BVG hat der Versicherte Anspruch auf eine volle Invaliden
rente, wenn er im Sinne der Invalidenversicherung mindestens zu 70 %, auf eine
Dreiviertelsrente
, wenn er mindestens zu 60 %, auf eine halbe Rente, wenn er mindestens zur Hälfte und auf eine
Viertelsrente
, wenn er mindestens zu 40 % invalid ist. Gemäss
Abs.
1 von
Art.
26 BVG gelten für den Beginn des Anspruchs auf Invalidenleistungen sinngemäss die entsprechenden Bestimmungen des
IVG
(
Art.
29 IVG). Die Invalidenleistungen nach BVG werden von derjenigen Vorsor
geeinrichtung geschuldet, welcher die den Anspruch erhebende Person bei Eintritt des versicherten Ereignisses angeschlossen war. Im Bereich der obligatorischen beruflichen Vorsorge fällt dieser Zeitpunkt nicht mit dem Eintritt der Invalidität nach IVG, sondern mit dem Eintritt der Arbeitsunfähigkeit zusammen, deren Ursache zur Invalidität geführt hat (vgl.
Art.
23 BVG). Auf diese Weise wird dem
Umstand Rechnung getragen, dass die versicherte Person meistens erst nach einer längeren Zeit der Arbeitsunfähigkeit (nach einer Warteze
it von einem Jahr gemäss
Art.
29
in Verbindung mit
Art.
26 BVG) invalid wird. Damit nämlich der durch die zweite Säule bezweckte Schutz zum Tragen kommt, muss das Invalidi
tätsrisiko auch dann gedeckt sein, wenn es rechtlich gesehen erst nach einer langen Krankheit eintritt, während welcher die Person unter Umständen aus dem Arbeitsverhältnis ausgeschieden ist und daher nicht mehr dem
Obligatorium
unterstanden hat (BGE 123 V 262 E. 1b, 121 V 97 E. 2a, 120 V 112 E. 2b, je mit Hinweisen).
1.3
Für die Bestimmung der Leistungszuständigkeit ist eine erhebliche und dauerhafte Einbusse an funktionellem Leistungsvermögen im bisherigen Beruf oder Aufga
benbereich massgebend. Diese muss mindestens 20 Prozent betragen (Urteil des Bundesgerichts 9C_517/2020 vom 2
8.
Januar 2021 E. 2.1
mit Hinweis auf BGE 134 V 20 E. 3.2.2
).
Die mindestens 20-prozentige Arbeitsunfähigkeit ist in diesem Sinne wesentlich, wenn sie sich
auf das Arbeitsverhältnis sinnfällig auswirkt oder ausgewirkt hat. Es muss arbeitsrechtlich in Erscheinung treten, dass die versi
cherte Person im bisherigen Beruf (BGE 134 V 20 E. 5.3) an Leistungsvermögen eingebüsst hat, so etwa durch einen Abfall der Leistungen mit entsprechender Feststellung oder gar Ermahnung des Arbeitgebers oder durch gehäufte, gesund
heitlich bedingte Arbeitsausfälle. Der Zeitpunkt des Eintritts der berufsvorsorge
rechtlich relevanten Arbeitsunfähigkeit muss mit dem im Sozialversicherungs
recht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit (BGE 126 V 353 E. 5b mit Hinweisen) echtzeitlich nachgewiesen sein (
Urteil des Bundes
gerichts 9C_517/2020 vom 2
8.
Januar 2021 E. 3.2 mit Hinweisen
).
Eine Reduktion des Arbeitspensums aus gesundheitlichen Gründen ist ein gewichtiges Indiz für das Vorliegen einer berufsvorsorgerechtlich relevanten Arbeitsunfähigkeit, genügt allein in der Regel jedoch nicht für den Nachweis einer funktionellen Leistungseinbusse. Dies gilt insbesondere, wenn die Reduktion aus einem subjektiven Krankheitsgefühl heraus erfolgt
oder
wenn konkurrierende Gründe bestehen (z.B. der Wunsch nach mehr Zeit für bestimmte [Freizeit-]Akti
vitäten oder für eine berufsbegleitende Weiterbildung). Es braucht grundsätzlich eine echtzeitliche ärztliche Bestätigung, dass die
Pens
ums
reduktion
gesundheit
lich bedingt notwendig ist (Urteil 9C_394/2012 vom 1
8.
Juli 2013 E. 3.1.2 mit weiteren Verweisen), weil zum Beispiel die weitere Verrichtung der Berufsarbeit nur unter der Gefahr der Verschlimmerung des Gesundheitszustands möglich wäre (BGE 130 V 343 E. 3.1; Urteil 9C_452/2010 vom
6.
Oktober 2010 E. 4.1 f.). Von einer echtzeitlichen Bestätigung kann abgesehen werden, wenn andere Umstände (krankheitsbedingte Absenzen vor der Arbeitszeitreduktion etc.) den
Schluss nahelegen, dass die Reduktion des Arbeitspensums auch objektiv betrach
tet aus gesundheitlichen Gründen erfolgt und insoweit eine arbeitsrechtlich in Erscheinung getretene (sinnfällige) Leistungseinbusse zu bejahen ist (
Urteil des Bundesgerichts 9C_517/2020 vom
2
8.
Januar 2021 E. 3.2 mit Hinweisen
).
1
.4
1.4.1
Art.
23 BVG kommt auch die Funktion zu, die Haftung mehrerer Vorsorge
einrichtungen gegeneinander abzugrenzen, wenn eine in ihrer Arbeitsfähigkeit bereits beeinträchtigte versicherte Person ihre Arbeitsstelle (und damit auch die Vorsorgeeinrichtung) wechselt und ihr später eine Rente der Invalidenversiche
rung zugesprochen wird. Der Anspruch auf Invalidenleistungen nach
Art.
23 BVG entsteht in diesem Fall nicht gegenüber der neuen Vorsorgeeinrichtung, sondern gegenüber derjenigen, welcher die Person im Zeitpunkt des Eintritts der invalidi
sierenden Arbeitsunfähigkeit angehörte.
Damit eine Vorsorgeeinrichtung, der eine Arbeitnehmerin oder ein Arbeitnehmer beim Eintritt der Arbeitsunfähigkeit angeschlossen war, für das erst nach Been
digung des Vorsorgeverhältnisses eingetretene Invaliditätsrisiko aufzukommen hat, ist indes erforderlich, dass zwischen Arbeitsunfähigkeit und Invalidität ein enger sachlicher und zeitlicher Zusammenhang besteht (BGE 130 V 270 E. 4.1).
1.4.2
Der sachliche Konnex ist gegeben, wenn der Gesundheitsschaden, welcher zur Arbeitsunfähigkeit geführt hat, im Wesentlichen derselbe ist, wie er der Erwerbs
unfähigkeit zugrunde liegt (
Urteil des Bundesgerichts 9C_569/2
021 vom 2
2.
De
zember 2021 E. 3.1
mit Hinweis
auf
BGE 138 V 409 E. 6.2).
Die Annahme eines engen zeitlichen Zusammenhangs setzt voraus, dass die versicherte Person nach Eintritt der Arbeitsunfähigkeit, deren Ursache zur Inva
lidität geführt hat, nicht während längerer Zeit wieder arbeitsfähig war, was sich nach der
Arbeits
(
un
)
fähigkeit
in einer der gesundheitlichen Beeinträchtigung angepassten zumutbaren Tätigkeit beurteilt (BGE 134 V 20 E. 5.3). Bei der Prüfung dieser Frage sind die gesamten Umstände des konkreten Einzelfalles zu berücksichtigen, namentlich die Art des Gesundheitsschadens, dessen prognosti
sche medizinische Beurteilung sowie die Beweggründe, welche die versicherte Person zur Wiederaufnahme oder Nichtwiederaufnahme de
r Arbeit veranlasst haben (
Urteil des Bundesgerichts
9C_569/2021
vom 2
2.
Dezember 2021 E. 3.2
mit Hinweis).
Unter angepasste zumutbare Arbeiten fallen a
uch leistungsmässig und vom Anforderungsprofil her vergleichbare Ausbi
ldungen. Die
angepassten
Tätig
keiten müssen bezogen auf die angestammte Tätigkeit die Erzielung eines rentenausschliessenden Einkommens erlauben
(BGE 134 V
20 E.
5.3).
Eine Unterbrechung des zeitlichen Konnexes ist dann anzunehmen, wenn während mehr als dreier Monate eine Arbeitsfähigkeit - von über 80
%
gemäss BGE 144 V 58 E. 4.5 - gegeben ist, sofern sich eine dauerhafte Wiedererlangung der Arbeitsfähigkeit als objektiv wahrscheinlich darstellt. Der zeitliche Zusam
menhang kann daher auch bei einer länger als drei Monate dauernden Tätigkeit gewahrt sein, wenn eine dauerhafte berufliche Wiedereingliederung unwahr
scheinlich war,
etwa
weil die Tätigkeit (allenfalls auch erst im Rückblick) als Eingliederungsversuch zu werten ist oder massgeblich auf sozialen Erwägungen des Arbeitgebers beruhte (
Urteil des Bundesgerichts 9C_569/2
021 vom 2
2.
Dezember 2021 E. 3.3
mit Hinweis
;
BGE 134 V 20 E. 3.2.1
).
1.5
Aus der engen Verbindung zwischen dem Recht auf eine Rente der Invalidenver
sicherung und demjenigen auf eine Invalidenleistung nach BVG ergibt sich, dass der Invaliditätsbegriff im obligatorischen Bereich der beruflichen Vorsorge und in der Invalidenversicherung grundsätzlich der gleiche ist (BGE 123 V 269 E. 2a, 120 V 106 E. 3c, je mit Hinweisen).
Praxisgemäss sind daher die Vorsorgeeinrichtungen im Bereich der gesetzlichen Mindestvorsorge (
Art.
6 BVG) an die Feststellungen der IV-Organe (Eintritt der invalidisierenden Arbeitsunfähigkeit, Eröffnung der Wartezeit, Festsetzung des Invaliditätsgrades) gebunden, soweit die IV-rechtliche Betrachtung aufgrund einer gesamthaften Prüfung der Akten nicht als offensichtlich unhaltbar erscheint (BGE 126 V 309 E. 1 in
fine
). Diese Konzeption fusst auf der Überlegung, die Organe der (obligatorischen) beruflichen Vorsorge von eigenen aufwändigen Abklärungen freizustellen, und gilt nur bezüglich Feststellungen und Beurtei
lungen der IV-Organe, welche im invalidenversicherungsrechtlichen Verfahren für die Festlegung des Anspruchs auf eine Invalidenrente entscheidend waren (BGE 132 V 1 E. 3.2). So hat beispielsweise eine verspätete Anmeldung zum Leis
tungsbezug bei der Invalidenversicherung rechtsprechungsgemäss die freie Über
prüfbarkeit des leistungserheblichen Sachverhaltes durch die Vorsorgeeinrich
tung beziehungsweise das Berufsvorsorgegericht zur Folge (Urteil des Bundes
gerichts 9C_49/2010 vom 2
3.
Februar 2010 E. 2.1).
Diese Bindungswirkung setzt voraus, dass die Vorsorgeeinrichtung (spätestens) ins
Vorbescheidverfahren
(
Art.
73
ter
IVV) einbezogen und ihr die Rentenverfü
gung formgültig eröffnet wurde (Urteil des Bundesgerichts 9C_81/2010 vom 1
6.
Juni 2010 E. 3.1 mit Hinweisen). Dem BVG-Versicherer steht ein selbständiges Beschwerderecht im Verfahren nach IVG zu. Unterbleibt ein solches Einbeziehen der Vorsorgeeinrichtungen, ist die IV-rechtliche Festsetzung des Invaliditäts
grades (grundsätzlich,
masslich
und zeitlich) berufsvorsorgerechtlich nicht verbindlich (BGE 130 V 270 E. 3.1).
Stellt die Vorsorgeeinrichtung auf die invalidenversicherungsrechtliche Betrach
tungsweise ab, muss sich die versicherte Person diese entgegenhalten lassen, soweit diese für die Festlegung des Anspruchs auf eine Invalidenrente entschei
dend war, und zwar ungeachtet dessen, ob der Vorsorgeversicherer im Verfahren der Invalidenversicherung beteiligt war oder nicht. Vorbehalten sind jene Fälle, in denen eine gesamthafte Prüfung der Aktenlage ergibt, dass die Invaliditäts
bemessung der Invalidenversicherung offensichtlich unhaltbar war (BGE 130 V 270 E. 3.1).
2.
2.1
Die Klägerin
machte
in tatsächlicher Hinsicht
geltend,
aus
gesundheitlichen Gründen habe sie im
Juli 2002 das Pensum von 100
%
auf 80
%
in gegense
itigem Einvernehmen mit der Z._
reduziert. Per Ende März 2003 habe sie einen
psycho-physischen
Zusammenbruch erlitten und seither nie mehr eine volle Arbeits
fähigkeit
erreicht (
Urk.
1 S. 3
Ziff.
4). Nach dem psychophysischen Zusammen
bruch
mit Arbeitsunfähigkeit
hätten sich die
Konflikte mit dem d
i
rekten Vorge
setzten vermehrt. In Absprache mit den behandelnden Ärzten sei sie zum Schluss gekommen, eine berufliche Um
orientierun
g sei nötig; s
ie habe ihre Stelle bei der Z._
per 3
1.
August 2003 gekündigt
,
um einen Kurs an der Tageshandelsschule zu besuchen. Aus psychohygienischen Gründen und in der Hoffnung
,
dank Neu
orientierung die Gesundheitsstörung überwinden zu können, habe sie sich ab
1.
September 2003 100
%
arbeitsfähig schreiben lassen, zumal die Anforde
rungen der Schule nicht vergleichbar gewesen seien mit denen am Arbeitsplatz.
Nach Abschluss des Schulkurses und einer Phase der Arbeitslosigkeit habe sie a
m
1.
September 2004 die 60 %-
Stelle bei der Firma
B._
angetreten
, was ihrer gesundheitlich labilen Situation entsprochen habe
,
und im April 2007 habe sie das Arbeitspensum auf 80
%
erhöht. Im Verlauf sei es dann zunehmend zu einer Erschöpfung, Depression und Akzentuierung der bereits dauerhaft vorhan
denen Schmerzen und letztlich zur Kündigung der Arbeitsstelle per 3
1.
Oktober 2011
gekommen (
Urk.
1 S. 4 f.
Ziff.
6
f
f
.).
G
emäss rechtskräftiger Verfügung der IV falle der Anspruchsbeginn in den Zuständigkeitsbereich der Beklagten
1.
Diese mache letztlich geltend, dass sie, die Klägerin, bei ihr ja nicht 100
%
gearbeitet habe und dass sie schon bei ihre
m Arbeitsverhältnis bei der Z._
erwerbsunfähig geworden sei. Diese Frage sei durch die Invalidenversicherung nicht beurteilt worden, zumal sie seit 2004 bei der Beklagten
1 versichert gewesen sei
, die Anmeldung bei der IV aber erst 2010
erfolgt sei.
Dies spreche dafür, dass die Bindungswirkung entfalle und die Zuständigkeitsfrage frei zu prüfen sei
(
Urk.
1 S. 8
Ziff.
16 ff.).
Der sachliche Konnex spreche für die Zuständigkeit der Beklagten 2 (
Urk.
1 S. 9
Ziff.
19 f.).
Namentlich sei die
Pensumsreduktion
aus gesundheitlichen Gründen erfolgt (
Urk.
1 S. 10
Ziff.
21
,
Urk.
19 S. 7 ff.
).
Der zeitliche Konnex
sei mit dem Besuch der S
chule und während der Arbeitssuche nicht unterbrochen worden. Auch mit der Tätigkeit für die
B._
sei kein Unterbruch
erfolgt. Nach der Erhöhung des Arbeitspensum
s
auf 80
%
hätten sich wieder vermehrt Exazerbationen der bereits bekannten Probleme gezeigt (
Urk.
1 S. 13
Ziff.
28 f.
,
Urk.
19 S. 9 ff.
).
2.2
Die Beklagte 1 führte
aus, sie sei nicht an die Fests
tellungen der IV gebunden. Die Akten der Invalidenversicherung zeigten einen klaren Zusammenhang zwischen der im Jahr 2003 bei der Beklagten 2 eingetretenen Arbeitsunfähigkeit und der ab 2011 zugesprochenen Rente. Damit fehle es an einem sachl
ichen Zusammenhang bezüglich ihr selbst
, wie dies auch von der Kl
ägerin festgehalten worden sei.
Die Klägerin erachte zu Recht auch den zeitlichen Zusammenhang als für nicht gegeben (
Urk.
9 S. 3).
2.3
Die Beklagte 2 machte
demgegenüber
geltend, sie sei nicht
ins
Verfahren der
Invalidenversicherung
einbezogen worden, weshalb sie die vorliegend strittige Frage des Beginn
s
der Arbeitsunfähigkeit eigenständig prüfe (
Urk.
7 S. 6).
Die 2011 festgestellten gesundheitlichen Beschwerden hätten viel früher, aber nur ansatzweise bestanden. Namentlich finde sich in den Akten kein ärztliches Zeug
nis betreffend Arbeitsunfähigkeit vor dem Jahre 2010 (
Urk.
7 S. 7
Ziff.
32 ff.
,
Urk.
22 S. 3 f.
Ziff.
6 ff.
).
Gemäss dem I
V-Dossier seien im Gegensatz zu
2003 physische Probleme für die Invalidität stark mitursächlich. Hätte die
Klägerin
keine zusätzlichen neuen Krankheitsbeschwerden und arbeitsrechtlichen Prob
leme gehabt, welche 2003 nicht vorhanden gewesen seien, wäre sie nicht zwangs
läufig 2010 krank geworden. Ein sachlicher Zusammenhang könne deshalb nur teilweise bej
a
ht werden (
Urk.
22 S. 4
Ziff.
13
f
f.
).
Es sei nicht erwiesen, dass die Reduktion des Beschäftigungsgrades per
1.
Juli 2002 aus gesundheitlichen Grün
den erfolgt sei
,
und e
ine dauerhafte Arbeitsunfähigkeit von 20
%
ab Juli 2002 sei nicht mit überwiegender W
ahrscheinlic
hkeit
erstellt
(
Urk.
7 S. 8 f.
Ziff.
45 ff.,
Ziff.
58,
Urk.
22 S. 6
Ziff.
25,
Ziff.
34
)
. Die
Arbeitsunfähigkeit ab 26.
März 2003 sei mit der ärztlich bescheinigten
vollen
Arbeitsfähigkeit ab 1.
Oktober 2003 sowie mit der mit Erfolg abgeschlossenen Ausbildung im zeitlichen Konnex zur späteren Invalidität ab
1.
Juni
2011 unterbrochen worden (
Urk.
7
S. 11
Ziff.
58
).
2.4
Strittig und vorab zu prüfen ist die Leistungszuständigkeit der Beklagten
2.
Dabei ist insbesondere zu prüfen, ob seit spätestens
September
2003
(Nachdeckung)
von einer dauerhaften Arbeitsunfähigkeit von 20
%
für die Tätigkeit bei de
r Z._
auszugehen
war
und ob zur 2011 festgestellten Invalidität ein enger sachlicher und zeitlicher Zusammenhang besteht
.
Bei einer wie vorliegend
verspätete
n
Anmeldung
zum Leistungsbezug
bei der Invalidenversicherung
(vgl.
Urk.
15/69)
ist die
streitentscheidende Frage nach dem Zeitpunkt des Eintritts der relevanten Arbeitsunfähigkeit
und dem
sachlichen und zeitlichen
Zusammenhang
selbstständig
zu prüfen; es besteht keine Bin
dun
g an den Rentenentscheid der IV-
Stelle.
3.
3.1
Die Reduktion des Arbeitspens
ums bei der Z._
von 100
%
auf 80
%
erfolgte im gegenseitigen Einvernehmen und auf Wunsch der
Klägerin
per
1.
Juli 2002 (
Vereinbarung z
wischen der Z._
und der
Klägerin
vom 2
5.
Juni 2002,
Urk.
2/2).
Im Anschluss war die Klägerin bis zum 2
6.
März 2003 sechsmal krankgeschrieben bei Fehlzeiten von insgesamt 30 Tagen (
Urk.
8/
41
)
.
3.2
Gemäss den Angaben von
Dr.
med.
C._
, Facharzt für Psychiatrie und Psycho
therapie FMH, und von
Dr.
phil.
D._
, klinischer Psychologe und Supervisor, vom 3
0.
April 2003 bestand
en
eine mittelgradige depressive Episode
(ICD-10 F32.1), eine Panikstörung mit Agoraphobie (F40.01) und Schwierigkeiten am Arbeitsplatz (Z56.4). Die
Klägerin
habe angegeben, seit April 2002 unter Schwie
rigkeiten im Geschäft zu leiden. Arbe
itsunfähig sei sie seit dem 26.
März 200
3.
Es bestehe eine ausgeprägte Affektlabilität mit häufigem Weinen, Gedankenkreisen, Lust- und Interesselosigkeit, Antriebslosigkeit, Müdigkeit, Energielosigkeit, Konzentrationsstörungen, Schlafstörungen (v.a. Einschlafstörungen bzw. früh
morgendliches Erwachen, Störung des Schlafrhythmus, Mittagsschlaf). Darüber hinaus
bestünden
neu seit circa einer Woche Angstzustände in geschlossenen Räumen, mit Panikattacken, Angst vor Einkaufshäusern, Angst vor Zug und Bus, aber nur im Zusa
mmenhang mit dem
Eingeschlossen
sein
. Somatisch g
ingen
Panikattacken mit
Herzrasen, Zittern, Schwitzen, Atemnot
und der Angst zu stür
zen
einher. Bereits seit einem Jahr
tr
äten
rezidivierend Herzrasen und
-stechen mit Ausstrahlung in den linken Arm
mit anschliessender
Gefühllosigkeit sowie Kraftverlust im linken A
rm, bis zu zwei
Tage anhaltend,
auf
,
sowie Schwindel. Deshalb sei
eine
Reduktion der Arbeitstätigkeit auf 80
%
erfolgt
. Trotzdem habe sie
mehr als 100
%
weitergearbeitet mit
Schic
htarbeit (
Urk.
2/4 S. 1). In letzter
Zeit hätten Spannungen mit dem neuen Vorgesetzten (mangelnde Unterstützung) und mit chaotischen Mitarbeitern bestanden (
Urk.
2/4 S.
2).
3.3
Dr.
med. E._
, Ärztin für Allgemeinmedizin FMH, hielt im Bericht vom 2
3.
Juli 2003 fest, seit dem 2
6.
März 2003 bestünden Angstzustände mit Herzklopfen, unkontrollierbarem Zittern und Schlaflosigkeit bei der Diagnose einer mittel
gradigen depressiven Episode und einer Panikstörung mit Agoraphobie (
Urk.
2/3).
3.4
Das Krankenformular der Z._
(
Urk.
2/5) weist
für 2003 f
olgende ärztlich attes
tierte
Arbeitsunfähigkeiten aus: 100
%
vom 26.
3.
bis
9
.6.
, 70
%
vom
10.
6.
bis 6
.7.
,
100
%
vom 7.
7.
bis 20
.7.
, 70
%
vom 21
.
7.
bis
3.8.03, 50 % vom 4.
8.
bis 24.8., 30 % vom 25.
8.
bis 30.9
, 0 % ab 1.1
0.
Im Rahmen der weiteren ärztlichen Termine vom 2
2.
Oktober und vom
7.
November 2003 erfolgten keine Eintragun
gen betreffend Arbeitsunfähigkeit mehr.
Die Beendigung des Arbeitsverhältnisses war am 3
1.
August 2003 (vgl.
Urk.
2/7).
3.5
Ab dem
1.
September 2003 bis
6.
Februar 2004 besuchte die
Klägerin
einen Tageshandelskurs am
A._
. Die Unterrichtszeiten waren vormittags von 8.30 Uhr bis 12 Uhr (
Urk.
2/6).
Mit Antrag vom 1
0.
Februar 2004 meldete
sich
die
Klägerin
für den Bezug von Arbeitslosenentschädigung an
(
Urk.
2/8). Dabei stellte sie sich im Ausmass von höchstens 80
%
einer Vollzeitbeschäftigung
der
Arbeitsvermitt
lung zur Verfügung. Sie gab an, gesundheitliche Gründe hätten zu ihrer Kündi
gung des Arbeitsverhältnisses per 3
1.
August 2003 geführt (
Urk.
2/8). Per
1.
Sep
tember 2004 trat die
Klägerin
eine 60 %-Stelle bei
B._
an (
Urk.
15/4
/
5)
. Per
1.
April 2007
erhöhte sie ihr Pensum auf 80
%
(
Urk.
15/13/2)
.
3.6
Ab dem
9.
März 2010 war die
Klägerin
ganz oder teilweise arbeitsunfähig (
Urk.
15/4
S.
5)
.
Dem Austrittsberic
ht der Klinik F._
vom
2.
A
u
gust 2010
(
Urk.
15/11/3-5) über den Aufenthalt vom
1.
bis 2
8.
Juli 2010
sind folgende Diagnosen
(S. 1)
zu entnehmen:
-
Psychophysischer Erschöpfungszustand (Z73) mit/bei
-
beruflicher Belastungssituation
-
Status nach
BurnOut
2003
-
Anpassungsstörung mit Angst und depressiver Reaktion gemischt mit/bei
-
rez
. Hyperventilation
-
aktuell leichtgradige
r
Depression
-
HADS A/D bei Eintritt 12/8 von 21 Pkt.
-
V
erdacht
auf
dissoziative Störung (F44.9) mit/bei
-
Dysästhesien
und Schwäche der linken Körperhälfte
-
MRI HWS 16.3.2010:
Unkovertebralarthrose
,
breitbasige
Protrusion
mit diskreter
foraminaler
Einengung im Segment C5/
6
, diskrete
Protrusion
im S
egment
C4/5, C6/7 MRI Schädel 14.04.2010: unauffällig.
-
Leichte
Mitralinsuffizienz
(I34.0)
Die
Klägerin
befinde sich
seit längerem
in
psychotherapeutische
r
Behandlung bei
Dr.
med.
G._
,
Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie
, wo auch die medikamentöse Einstellung mit
Zoloft
und
T
rittico
erfolgt sei. Sodann sei eine ambulante Therapie bei einem
Chiropraktor
erfolgt
(S. 1)
.
In der Bildgebung habe abgesehen von einer
Diskusprotrusion
in den Segmenten C4/5 bis C6/7 ohne
foraminale
Einengung kein strukturelles Korrelat für die
Dysästhesien
und die Schwäche der linken Körperhälfte evaluiert werden können (S. 2).
Es handle sich um eine Patientin mit psychophysischem Erschöpfungszustand, Anpassungs
störung mit Angst und Depression gemischt sowie mit Verdacht auf eine dissozi
ative Störung. Die
Klägerin
habe sich im Verlauf psychophysisch
rekonditionie
ren
können, sie habe Vertrauen fassen und sich auf die Therapien einlassen, ihre Selbstsorge verbessern sowie insbesondere
Copingstrategien
im Umgang mit Schmerzen, Depression und Ängsten erlernen und teilweise im Alltag anwenden können. Hierzu empfählen sie die weitere ambulante Psychotherapie sowie
Phy
sio
-/Sporttherapie und Atemtherapie
(S. 2 f.).
3.7
Die
Anmeldung bei der Invalidenversicherung erfolgte am 2
9.
November 2010, wobei die
Klägerin
im Wesentlichen angab, unter Schmerzen an der Hals- und Lendenwirbelsäule (HWS, LWS) mit linksseitiger Lähmung, mit Muskelschwäche und Kraftverlust (Arm, Hand, Finger, Bein) zu leiden (
Urk.
15/4 S. 6).
3.8
Dr.
med.
H._
,
Facharzt für
Allgemeine Innere Medizin, führte im Bericht vom 2
6.
Januar 2011
(
Urk.
15/14/
1-8
)
folgende Diagnosen
mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
an
(S. 5)
:
-
Progrediente Erschöpfungsdepression mit Somatisierungsstörung
-
Anpassungsstörung mit Angst und depressiver R
eaktion ver
mischt, Panikattacken
-
Gefühlsstörung der linken Körperhälfte mit Schwäche ohne anatomisch gesichertes Korrelat und funktioneller Überlagerung, DD: Dissoziative St
örung
(Konversion)
-
Rezidivierendes
Cervikalsyndrom
links bei
Diskusprotrusion
C5/6
Die
Klägerin
stehe seit dem 1
5.
April 2010 in seiner Behandlung. Seit Jahren bestehe zudem eine psychiatrische Behandlung unter antidepressiver Therapie (
S. 6
). Die
Klägerin
habe eine seit Mitte Februar 2010 aufgetretene Schwäche und Gefühlsstörung der linken Körperseite, verbunden mit Erschöpfung, Kreislauf
problemen,
Kollapszuständen
,
Gefühlsstörungen und Schwäche im linken Arm geschildert. Aus diesen Gründen habe die
Klägerin
auch krankgeschrieben werden
müssen. Anlässlich der weiteren Konsultationen habe sich bei organisch nega
tiven Untersuchungsbefunden eine zunehmende psychische und körperliche Erschöpfung herausgestellt, welche auf eine mehrjährige Belastungssituation mit einer Verarbeitungs- und Anpassungs
störung zurückzuführen sei (S. 6
).
Folgende Arbeitsunfähigkeiten würden bestehen:
26.4.-30.6.: 50 %
,
1.7.-1.8.:
100
%,
2.8.-30.9.10
: 50 %, 1.10.-9.1.11: 40 %, 10.1.-12.1.11
:
100 %
, 17.1.-1.2.11:
40 %.
Die bisherige Tätigkeit sei aktuell
zu
50 %
«s
teigernd
» zumutbar
(
Urk.
15/14/1-8 S.
2).
Am 2
5.
Oktober 2011 erklärte er, diese Angaben
zur Arbeitsunfähigkeit
würden sich auf das 80 % Arbeitspensum beziehen (
Urk.
15/37).
3.9
Mit Schreiben vom 2
5.
August 2011 kündigte die
B._
das Arbeits
verhältnis mit der
Klägerin
per 3
1.
Oktober 2011 (
Urk.
15/3
0
).
3.10
Im Bericht vom 2
2.
Mai 2012
führte die behandelnde
Dr.
G._
an Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit folgende an
(
Urk.
15/52 S. 1)
:
-
Rezidivierende Depressionen, mittelgradige Episode,
chronifiziert
mit Erschöpfungssymptomatik (F33.1)
-
Angst- und Panikattacken (F41.0/1)
-
Traumatisierung in der Kindheit durch Gewalterfahrung und am Arbeits
platz durch sexuelle Belästigung mit Entwicklung einer dissoziativen Störung (Amnesie, Stupor, Bewegungsstörung; F44.0/2/4)
-
Selbstverletzendes Verhalten im Rahmen der stressassozi
i
erten Erkran
kungen
(Traumatisierung, Dissoziation und Angsterkrankung)
-
Zwangsrituale (F42.1)
Zudem bestünden somatische Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit mit chronischen Schmerzen mit somatischen und psychischen Faktoren (F45.41) bei Dysästhesie und Schwäche der linken Körperhälfte,
radikulärem
Reizsyndrom bei
diskaler
Degeneration HWK 5/6 und bei
Mitralinsuffizienz
,
bei einem Status nach mehrfachen
Schädelhirntraum
ata
1.
Grades (1997, 1998/2000) und nach schweren Rückenprellungen im Rahmen eines Skiunfalles 1993
(
Urk.
15/52 S. 1)
.
Die
Klägerin
sei ihr durch
Dr.
C._
per März 2009 zugewiesen worden, welcher
sie
im Nachgang zu den tagesklinischen bzw. r
ehabilitativen Behandlungen im Zentrum I._
von 2003
über mehrere Jahre behandelt habe. Die
Klägerin
habe sich von ihrer Erschöpfung nie mehr erholt und habe auch bei Therapiebeginn ein schweres depressives Zustandsbild mit
Erschöpfung gezeigt. Daneben habe eine schwere dissoziative Problematik mit mehrmaligem Wegtreten, Zitteranfällen und vegetativen Symptomen bestanden. Selbstverlet
zungen mit Schneiden seien initial häufig vorhanden gewesen. Der seit Jahren bestehende Sammelzwang habe mit Hilfe der Psychiatrie-Spitex reduziert werden können.
Nach der Kündigung durch die Firma
B._
arbeite sie nun seit Mai 2012 neu zu 50
%
in einer Immobilienfirma und sei auch dort am Limit ihrer psychischen und physischen Kräfte
(
Urk.
11/52 S. 2).
Im Rahmen der biogra
phischen Angaben führte
Dr.
G._
aus, im Juli 2002 sei auf ihren eigenen Wunsch der
Beschäftigungsgrad bei der Z._
von 100
%
auf 80 % reduziert worden aus gesundheitlichen Gründen. Ende März 2003 sei es zu einem
psycho-phy
s
ischen
Zusammenbruch gekommen, wovon sie sich nicht mehr erholt habe und wobei nie mehr eine volle Arbeitsfähigkeit erreicht worden sei (
Urk.
11/52 S. 2, S. 3 f.
; vgl. auch
Urk.
2/21 S. 2)
.
Die maximale Arbeitsfähigkeit, welche die
Klägerin
auch längerfristig einhalten könne, betrage 50
%
. Dies jedoch nur, sofern die
Klägerin
an der neuen Stelle nicht zu stressbelastet sei (
Urk.
15/52 S. 4).
3.11
Dr.
med.
J._
, Facharzt für Neurologie FMH
und
für Psychiatrie und Psycho
therapie FMH, vom regionalen ärztlichen Dienst der IV-Stelle
verwies
in der Stellungnahme vom
3
0.
Ju
li 2012
auf das
am 1
1.
Februar 2011 erstellte Belas
tungsprofil
(
Urk.
15/57
S. 3
)
. Das Belastungsprofil gestalte sich wie folgt: Zeitlich flexible Tätigkeiten ohne permanenten Zeit- und Termindruck, bei nur geringem Publikumsverkehr, ohne besondere Anforderungen an das Umstellungs- und
Anpassungsvermögen
(
Urk.
15/20 S. 4)
.
In einer angepassten Tätigkeit sei durch
gehend von einer 100%igen Arbeitsfähigkeit auf dem 1. Arbeitsmarkt auszu
gehen (
Urk.
15/57 S. 3).
3.12
Dr.
med.
K._
vom
MedicalService
der L._
AG
führte am 1
2.
Juli 2013 aus, mangels Dokumentation aus der fraglichen Zeit 2012
sei es
nicht 100
%
sicher möglich, die
gestellten
Fragen zu beantworten. Aufgrund von späteren Angaben sei nicht ausgeschlossen, dass (aus Sicht der
Klägerin
) die Motivation zur Reduk
tion
des Arbeitspensums bei der Z._
von 100
%
auf 80
%
gesundheitlich begrün
det gewesen sei. Es sei auch nicht ausgeschlossen, dass sie offenbar dauerhaft reduziert belastbar gewesen sei; medizinische Dokumente und Zeugnisse oder Berichte aus der fraglichen Zeit seien aber keine
v
orhanden. Damit könne auch nicht nachgewiesen werden, dass Probleme
vom
Jahre 2002 schlussendlich im Jahr 2011 zur Teilinvalidität geführt hätten, umso mehr als dass Angaben vorlä
gen, dass die Problematik hauptsächlich ab April 2010 vorgelegen habe (
Urk.
8/14).
4.
4.1
Es ist unbestritten, dass die Klägerin ab dem 2
6.
März 2003 bis über die Beendi
gung des Arbeitsverhältnis
ses bei der Z._
per 3
1.
August 2003 (E. 3.4) hinaus
–
zumindest noch bis zum 3
0.
September 2003 –
in relevantem Umfang
arbeitsunfähig war. Strittig und zu prüfen ist jedoch, ob die vorgängig
e
Reduktion des Pensums von 100
%
auf 80
%
per 1.
Juli 2002 gesundheitsbedingt erfolgt war.
Gemäss den gegenüber Psychiater
Dr.
C._
und Psychologe
Dr.
D._
erfolg
ten Angaben der Klägerin vom
9.
und 1
0.
April 2003 hatte sie seit April 2002 unter Schwierigkeiten im Geschäft gelitten und wegen aufgetretenen Beschwer
den wie unter anderem Herzrasen mit Ausstrahlung in den linken Arm ihre Arbeitstätigkeit auf 80
%
reduziert (E. 3.2). Diese echtzeitlichen Ang
aben
gelten nach der Rechtsprechung als zuverlässig (vgl. BGE 143 V 168 E. 5.2.2). Ihnen ist zu entnehmen, dass die Klägerin das Pensum reduziert hatte, weil sich in Folge beruflicher Konflikte
relevante
Krankheitssymptome eingestellt hatten. Die Reduktion des Arbeitspensums ist damit als Versuch
der Klägerin
zu werten,
mittels Entlastung
die gesundheitliche Situation wieder in den Griff zu bekommen und Schlimmeres (wie eine [vollständige] Arbeitsunfähigkeit) abzuwenden. Dafür spricht auch, dass die Klägerin – dies ist der entsprechenden Vereinbarung vom 2
5.
Juni 2002 (E. 3.1) zu entnehmen – an einer möglichst baldigen
Pensums
reduktion
interessiert gewesen war. Konkurrierende Gründe für die
Reduktion des Arbeitspensums
sind dagegen nicht ersichtlich. Die von der Klägerin angege
benen Symptome stehen sodann nicht losgelöst vom späteren Geschehen, sondern sind klarerweise als Vorboten der späteren Erkrankung ab 2
6.
März 2003 mit vollständiger Arbeitsunfähigkeit zu werten. Auch im Rahmen der Arbeitsun
fähigkeit ab dem
9.
März 2010 hatte die
Klägerin
wegen ähnlicher Erstbeschwer
den wie einer Schwäche und Gefühlsstörung der linken Körperseite krank
geschrieben werden müssen (E. 3.8). Trotz der Reduktion des Arbeitspensums traten
zudem
nach dem
1.
Juli 2002 im Vergleich zu früheren Jahren gehäufte
krankheitsbedingte
Arbeitsunfähigkeiten auf (E. 3.1,
Urk.
2/23,
Urk.
2/4 S. 1). Diese gipfelten in der länger andauernden Arbeitsunfähigkeit ab de
m 2
6.
März 200
3.
Aufgrund dieses
Verlaufs ist hinreichend erstellt, dass bereits die Reduktion des Arbeitspensums von 100
%
auf 80
%
per
1.
Juli 2002 auch objektiv betrachtet aus gesundheitlichen Gründen erfolgt war. Dabei kann offenbleiben, ob die Reduktion des Arbeitspensums auch faktisch vollzogen wurde, oder ob
die Klägerin trotz allem «mehr
als
zu
100
%
weiter
gearbeitet hatte»
(vgl.
Urk.
2/4 S.
1). Im einen wie im anderen Fall ist der weitere Verlauf
mit Verschlimmerung
der gesundheitlichen Beschwerden und der Arbeitsunfähigkeit
ein Beleg für die gesundheitlichen Gründe der Arbeitszeitreduktion.
Damit ist im Hinblick auf die Frage der fortdauernden Arbeitsunfähigkeit in bisheriger und angepasster Tätigkeit von einer
ursprünglich
100%igen Arbeits
tätigkeit der Klägerin auszugehen.
4.2
Der der Invalidität zu Grunde liegende Gesundheitsschaden, und derjenige, der zur Arbeitsunfähigkeit
bei der Z._
geführt hatte
, ist im Wesent
lichen derselbe. Dies zeigt sich
unter anderem
bei einem Vergleich der gestellten Diagnosen. Bereits 2003 wurde auf ein depressives Leiden
und auf ein
Angst
leiden erkannt
bei beruflicher Belastungssituation (E. 3.2)
. Dasselbe galt fü
r die Zeit nach 2010 (E. 3.8
). Zudem zeigten sich im Zusammenhang mit
den
aufgetre
tenen
(verstärkten) Arbeitsunfähigkeiten auch Gefühlsstörungen der linken Körperhälfte, wobei von einer funktionellen Überlagerung ausgegangen und eine dissoziative Erkrankung thematisiert wurde (
E. 3.2, E. 3.6, E. 3.8 und E.
3.10
).
Dass die behandelnde Psychiaterin
nun
Ursachen für die von ihr diagnostizierte dissoziative S
törung nannte
, wobei diese Ursachen zeitlich vor 2003 anzusiedeln sind (
Urk.
15/52 S. 1 f.
), kann nicht zur Annahme eines unterschiedlichen Gesundheitsschadens führen. Für die
Invalidität
w
esentliche neue
psychische
D
iagnosen, die
losgelöst vom bereits 2003
bestandenen Gesundheitsschaden einzuordnen wären, sind nicht ersichtlich.
Dies trifft
jedenfalls weder für das von
Dr.
G._
geschilderte selbstverletzende Verhalten noch für die Zwangsrituale zu, zumal diese in
einen
Z
usammenhang mit den stress
assoziierten Erkrankungen gestellt
wurden
(
Urk.
15/52 S. 1 und S. 3)
und eine Verbesserung beschrieben wurde (
Urk.
15/52 S. 2).
Unbestritten ist zudem
eine
bereits vor 2003 begonnene und im Anschluss ununterbrochene
psychotherapeutische und
auch eine
medi
kamentöse Behandlun
g der Versicherten (
E. 3.8
, E. 3.10
).
Die Beklagte
2 verneint
e
den sachlichen Zusammenhang unter
anderem unter
Hinweis darauf, vor Invaliditätseintritt seien es
anders als vorher
die somatischen Beeinträchtigungen gewesen, die zusammen mit den Schwierigkeiten am Arbeits
platz zur
psychischen Problematik mit erneuter
Arbeitsunfähigkeit geführt hätten
(
Urk.
22 S. 4
Ziff.
14
).
Wie dem Bericht von
Dr.
H._
vom 2
6.
Januar 2011 zu entnehmen ist,
hatte die
Klägerin
bereits
vor der Aufnahme
seiner
Behandlung am 1
5.
April 2010 mehrere Spezialärzte aufgesucht, wobei sich bei organisch negativen Untersuchungsbefunden eine zunehmende psychische und körperliche Erschöpfung herausgestellt habe (
E. 3.8;
vgl. auch die weiteren ärztlichen Berichte,
Urk.
15/14
/9
-21). Auch der Arbeitsunfähigkeit im Jahr 2003 waren vergleichbare «somatische» Symptome vorangegangen
(E. 3.2)
. Die somatischen Symptome
im Sinne von unklarer Muskelschwäche und einer Dysästhesie der
linken Körperhälfte
waren und sind bei der Versicherten somit im Wesentlichen Ausdruck
des
zugrundeliegenden psychischen Leidens
.
Damit kann entgegen d
en Ausführungen der Beklagten
2
nicht gesagt werden, neu
und ander
s als 2003
hätten
im Rahmen des Invaliditätseintritts
somatische Gesundheitsstörungen zu einer psychischen
Dekompensation
geführt.
Dem
rezidivierenden
Cervikalsyndrom
bei
Diskusprotrusion
(E. 3.8)
beziehungs
weise den
chronischen Schmerzen (E. 3.10)
k
am
für die Rentenzusprechung
ferner
k
eine
entscheidende
B
edeutung zu, zumal im massgeblichen Belastungsprofil einzig Anforderungen formuliert wurden, die aufgrund der verminderten psychi
schen Belastbarkeit bestehen (
Urk.
15/20 S. 4).
Der sachliche Zusammenhang zwischen der 2003 eingetretenen Arbeitsunfähigkeit und der Invalidität ist somit zu bejahen.
4.3
Den ärztlichen
Angaben
auf dem Krankenformular der Z._
(
Urk.
2/5) lässt sich entnehmen, dass die Arbeitsfähigkeit
ab
1.
Oktober 2003
wiederhergestellt
gewe
sen
war.
Mit
der
Attes
tierung einer 100%igen Arbeits
fähigkeit gegenüber der Krankentaggeldversicherung des ehemaligen Arbeitgebers kann angesi
chts des
effektiven
Teilzeitpensums von 80
%
jedoch
nicht direkt auf eine 80
% überstei
gende Leistungsfähigkeit
im angestammten Beruf
geschlossen werden.
Auch
der anschliessende
Besuch der Tageshandelsschule mit
morgendlichen drei Stunden Unterrichtszeit
vermag
keine 80
% übersteigende Leistungsfähigkeit
-
weder
in
angestammter noch in
a
ngepasster Tä
tigkeit
-
zu belegen. Dabei
ist
anzunehmen
, dass
neben den Unterrichtszeiten
in etwa
gleich viele
Stunden Eigenstudium anfielen
.
Der erfolgreiche Abschluss der lediglich halbjährigen Fortbildung lässt sodann ebenfalls nicht auf eine mehr oder weniger vollständige Wiederherstellung einer uneingeschränkten Funktionsfähigkeit bei der Berufs
ausübung schliessen.
In
(
höchst
ens)
einem
Umfang
von 80
%
stellte sich die
Klä
gerin
nach dem Abschluss ihrer Fortbildung
in der Folge
auch der A
rbeits
vermittlung zur Verfügung
. Die Tätigkeit bei der Firma
B._
erfolgte im 60 %- beziehungsweise 80 %-Pensum
(E.
3.5)
. Eine
ein Pensum von
80 % übersteigende
T
ätigkeit
wurde
damit nach dem Ausscheiden aus der
Z._
nicht mehr
ausgeübt
.
Aus den Ausführungen von
Dr.
G._
ist
weiterhin zu schliessen, dass das P
ensum
gesundheitsbedingt reduziert
ge
blieb
en war
(
Urk.
15/52 S. 2, S. 3 f.
).
Die Beklagte 2 machte
jedoch zu Recht
geltend,
dass echtzeitliche Attestierunge
n einer
fortdauernden
Arbeitsunfähigkeit fehl
t
en.
Nach der Rechtsprechung
sind
in diesem Zusammenhang auch
die Beweggründe, welche die versicherte Person zur Wiederaufnahme oder Nichtwiederaufnahme der Arbeit veranlasst haben,
zu würdigen (
vgl. BGE 134 V 20 E. 3.2.1
)
, das heisst
vorliegend somit die Beweggründe, die zur Ausübung einer Teilzeittätigkeit geführt haben
.
In diesem Zusammenhang fällt auf,
dass die Klägerin im gesamten Verlauf ein hohes Mass an Eigenverantwortung zeigte und dass sie alles dafür tat, auch langfristig finanziell auf eigenen Beinen stehen
und die Arbeitsfähigkeit
er
halten
zu können. Vor
2002 war sie über Jahre zu 100
% erwerbstätig gewesen
(vgl.
Urk.
2/4 S. 2,
Urk.
15/18/8,
Urk.
15/18/1-2).
2002 reduzierte sie, nachdem gesundheitliche Probleme aufge
treten waren, ihr Pensum auf 80
%
(E.
4.1
)
.
In der Folge
kündigte sie
trotz bestehender teilweiser Arbeitsunfähigkeit
ihre Arbeits
stelle und
bereitete
mit einer Fortbildung
ihren Wechsel in eine
Z._
-unabhängige Tätigkeit vor
(E. 3.2
-3.5
)
.
Die bestehende Krankentaggeldversicherung führte sie dabei
wohl
als Einzelversicherung un
d damit auf eigene Kosten fort (vgl.
Urk.
2/7,
Urk.
15/10).
Bei der Arbeitssuche beschränkte sie sich auf Stellen mit maximal 80 % und in diesem Umfang bezog sie auch Arbeitslosenentschädigung
(E. 3.5)
. Im Rahmen der erneuten
gesundheitlichen
Krise ab 2010 war es ihr unangenehm, die Hilfe der Invalidenversicherung in Anspruch nehmen zu müssen. So vermerkte sie auf
der Anmeldung zur Rente, die private Krankentaggeldversiche
rung «zwinge» sie, sich
anzumelden
(
Urk.
15/4 S. 7)
. Eine Intervention bei der Arbeitgeberin
, der
B._
,
schloss sie aus
(
Urk.
15/
23 S. 4)
.
Nach
der Kündigung
der
B._
gelang es ihr,
eine
Arbeitsstelle
mit einem 50 %-Pensum
und einem Einkommen
zu finden
, welches einen Anspruch auf eine höhere Invalidenrente ausschloss (vgl.
Urk.
15/72 S. 9,
Urk.
15/85)
.
Die Ansprü
che gegenüber den BVG-Versicherern wollte sie unter diesen Umständen – bei einer neuen Arbeitsstelle
–
nicht def
initiv verfolgen (
Urk.
1 S. 6).
Die
se
ge
samten Umstände
zeigen
den Willen der
Klägerin
,
ihre
Arbeitsfähigkeit auszuschöpfen und
so lange wie möglich
zu erhalten
.
Dies spricht für das
tatsächliche
Vorliegen von ge
sundheitliche
n
Einschränkungen als Grund
für die Ausübung einer T
eil
zeittätigkeit
.
Andere Gründe sind denn auch nicht ersichtlich.
In Anbetracht
dessen und
der zusätzlichen
Beurteilung
von
Dr.
G._
ist mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass
die
20%ige Arbeitsunfähigkeit über
den
1.
Oktober 2003 andauerte.
Der Hinweis der Beklagten
2, die Klägerin habe
im Anmeldeformular der Invali
denversicherung
selbst angegeben, die gesundheitlichen Beschwerden bestünden
erst
seit
dem 1
9.
Februar 2010
(
Urk.
7 S.
7
Ziff.
35;
vgl.
Urk.
15/
4 S. 6)
, ändert daran nichts. Denn die Anmeldung bei der Invalidenver
sicherung
nahm
die
Klägerin
aufgrund der
ab
9.
März 2010 aufgetretenen
Arbeitsunfähigkeit
vor
, sodass es nachvollziehbar ersc
heint, dass sie diesen Zeitraum Februar/März 2010
als Beginn ihrer
gesundheitlichen
Probleme vermerkte.
Dass bereits vor dem 19.
Februar 2010 erhebliche gesundheitliche Schwierigkeiten bestanden haben
müsse
n, belegen
allein schon
die durchgängige
psychiatrische Begleitung
sowie die Ausführungen
von
Dr.
G._
(E. 3.10
).
Damit lag
seit 2003 sowohl in der bisherigen als auch
in einer angepassten Tätigkeit
mit überwiegender Wahr
scheinlichkeit
n
ie mehr eine ausgewiesene Arbeitsfähigkeit von über 80
%
vor.
Der zeitliche
Zusammenhang
zur
Arbeitsunfähigkeit von 2003
blieb
damit erhal
ten
. Dies führt zur Le
istungspflicht der Beklagten
2.
Abschliessend festzuhalten bleibt i
m Hinblick auf
die Einschätzung einer 100%i
gen Arbeitsfähigkeit durch RAD-Arzt
Dr.
J._
, dass mit dem entsprechenden Belastungsprofil keine rentenausschliessenden Einkünfte erzielt werden können und
die Attestierung der entsprechenden
100%ige
n
Arbeitsfähigkeit für die Frage der Unterbrechung des
zeitlichen
Zusammenhangs
somit
von vornherein
unbe
deutend
ist
(vgl. BGE 134 V 20 E. 5.3)
.
4.4
Damit ist die Beklagte 2
zur Erbringung der gesetzlichen und
- mangels abwei
chender reglementarischer Regelung - der
reglementarischen
Invalidenrenten
verpflichtet. Die Klage gegen die Beklagte 1 ist demzufolge abzuweisen.
5.
5.1
Bezüglich des Rentenbeginns ist darauf hinzuwei
sen, dass der Anspruch auf Inva
lidenleistungen der (obligatorischen) beruflichen Vorsorge mit der Entste
hung des Anspruc
hs auf eine Rente der Invalidenver
sicherung nach Art.
29
Abs.
1 IVG (sechs Monate nach Anmeldung) und nicht mit Ablauf der Wartezeit nach
Art.
28
Abs.
1
lit
. b IVG beginnt (BGE 140 V 470). Unter Berück
sichtigung, dass sich die Klägerin am
29. November 2010
(
Eingang bei der IV-Stelle:
3.
Dezember 2010;
Urk.
15/4
) zum Leistungsbezug anmeldete, besteht ein Anspruch auf Leis
tungen der beruflichen Vorsorge ab dem
1.
Juni 2011
(
Art.
26
Abs.
1
BVG
in Verbindung mit
Art.
29
Abs.
2 IVG)
.
5.2
Der
von der Invalidenversicherung
errechnete
Invalidität
sgrad
von 40
%
wurde seitens der Parteien nicht in Frage gestellt
(
vgl.
Urk.
7 S. 6
Ziff.
24)
.
Die Beklagte
2 ermittelte
davon ausgehend
und bei einem Beginn der 20%igen Arbeitsunfähigkeit am
1.
Juli 2002
(Reduktion des Beschäftigungsgrades von 100 % auf 80 %)
einen
Teilr
entenanspruch von monatlich Fr.
1'166.45
(
Urk.
7 S. 11 f.)
.
Die Klägerin machte geltend, die Be
klagte
2 sei zu verpflichten, ihr
mindestens diesen monatlichen Betrag zu bezahlen.
Entsprechend ist festzu
stellen, dass der Betrag der monatlichen Invalidenrente
ab
1.
Juni 2011
mindes
tens
Fr.
1'166.45 beträgt.
Die
weitere
Fest
setzung der
gesetzli
chen und
reglementarischen
Rentenansprüche
in
masslicher
Hinsicht
bleibt
jedoch
praxisgemäss einstweilen der Beklagten
2
überlassen; in einem allfällig diesbezüglich sich ergebenden Streitfall stünde der Klägerin erneut der Klageweg offen (vgl. BGE 129 V 450).
5.3
Auf Invalidenleistungen sind Verzugszinsen gesch
uldet, wobei grundsätzlich Art.
105
Abs.
1 des Obligationenrechts anwendb
ar ist (BGE 119 V 131 E. 4). Da
nach ist der Verzugszins vom Tag der Anhebung
der Betreibung oder der gericht
lichen Klage an geschuldet. Der Zinssatz beträgt 5
%
, sofern das Reglement der Vorsorgeeinrichtung keine andere Regelung kennt (BGE 119 V 131 E. 4c).
Laut Beiblatt zum Basisplan I, gültig ab
1.
Januar 2019 (
Urk.
8/47), beträgt der Verzugszinssatz 2
%
. Dieser gelangt vorliegend zur Anwendung
, was
nicht substantiiert bestritten wurde
(
Urk.
19).
Die Beklagte 2
ist somit zu verpflichten, der Klägerin mit Wirkung ab dem
1.
J
uni 2011
eine
Inva
lidenrente
gemäss
E. 5.3
zuzüglich Verzugszinsen von
2
%
seit dem
2
0.
November 2020
für die bis dahin fällig gewordenen
Rentenbetreffnisse
sow
ie für die übrigen ab dem jewei
ligen Fälligkeitsdatum auszurichten.
Dies führt zur Gutheissung der Klage gegen die Beklagte
2.
6.
6.1
Muss die frühere Vorsorgeeinrichtung Hinterlassenen- oder Invalidenleistungen erbringen, nachdem sie die Austrittsleistung an die neue Vorsorgeeinrichtung überwiesen hat, so ist ihr diese Austrittsleistung soweit zurückzuerstatten, als dies zur Auszahlung der Hinterlassenen- oder Invalidenleistungen nötig ist (
Art.
3
Abs.
2 des Bundesgesetzes über die Freizügigkeit in der beruflichen Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenvorsorge [FZG]). Nach
Abs.
3 derselben Bestim
mung können die Hinterlassenen- und Invalidenleistungen der früheren Vorsor
geeinrichtung gekürzt werden, soweit eine Rückerstattung unterbleibt.
6
.2
Die
zu Gunsten de
r
Kläger
in
ausbezahlte
Freizügigkeitsleistung
(
Urk.
8/4)
ist
der Beklagten 2
nach den zitierten gesetzlichen Bestimmungen zurückzuerstatten.
7
.
Die
vertretene Kläger
in
hat Anspruch auf eine Prozessentschädigung, welche nach der Bedeutung der Streitsache, der Schwierigkei
t des Prozesses und
ihrem
voll
ständigen Obsiegen (vgl.
§
34
Abs.
1 und 3
des Gesetzes über das Sozialver
sicherungsgericht,
GSVG
er
) auf
Fr.
3’0
00
.-- (inkl. Bar
auslagen und
MWSt
) fest
zu
setzen
und
welche
ihr von de
r Beklagten
2 auszurichten
ist.