# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 386b277e-42e6-42c3-911e-9d49fb963a2d
**Court:** ZH_OG
**Chamber:** ZH_OG_002
**Year:** 2020
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

betreffend mehrfache Veruntreuung
Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichtes Uster, Einzelgericht, vom 21. März 2019 (GG180032)
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Anklage:
Die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft See/Oberland vom 27. September
2018 (Urk. 22A) ist diesem Urteil beigeheftet.
Urteil der Vorinstanz: (Urk. 53 S. 34 f.)
"Es wird erkannt:
1. Der Beschuldigte, A._, ist schuldig der mehrfachen Veruntreuung im Sinne von
Art. 138 Ziff. 1 Abs. 1 StGB.
2. Der Beschuldigte wird bestraft mit 6 Monaten Freiheitsstrafe.
3. Der Vollzug der Freiheitsstrafe wird nicht aufgeschoben.
4. Die Privatklägerin 1 (B._) wird mit ihrem Schadenersatzbegehren auf den Weg
des Zivilprozesses verwiesen.
5. Der Privatkläger 2 (C._) wird mit seinem Schadenersatzbegehren auf den Weg
des Zivilprozesses verwiesen.
6. Das Genugtuungsbegehren der Privatklägerin 1 wird abgewiesen.
7. Das Genugtuungsbegehren des Privatklägers 2 wird abgewiesen.
8. Die Entscheidgebühr wird festgesetzt auf
Fr. 2'100.– ; die weiteren Kosten betragen:
Fr. 375.– Dolmetscherkosten für das gerichtliche Verfahren
Fr. 2'100.– Gebühr für das Vorverfahren
Wird auf eine schriftliche Begründung des Urteils verzichtet, so reduziert sich die
Gerichtsgebühr um einen Drittel.
9. Die Entscheidgebühr und die Gebühr für das Vorverfahren werden dem
Beschuldigten auferlegt.
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10. Die Dolmetscherkosten für das gerichtliche Verfahren von Fr. 375.– werden auf die
Gerichtskasse genommen.
11. Rechtsanwalt lic. iur. X._ wird für seine Bemühungen als amtlicher Verteidiger
des Beschuldigten mit Fr. 9'702.– (inklusive Mehrwertsteuer) aus der Gerichtskasse
entschädigt.
Die Kosten der amtlichen Verteidigung werden auf die Gerichtskasse genommen;
vorbehalten bleibt eine Nachforderung beim Beschuldigten gemäss Art. 135 Abs. 4
StPO.
12. (Mitteilungen)
13. (Rechtsmittel)"
Berufungsanträge:
a) Der Verteidigung des Beschuldigten (Urk. 68 S. 2):
1. Schuldpunkt
1.1 Der Beschuldigte sei vom Vorwurf der Veruntreuung im Sinne des
Anklagedossiers 1 vollumfänglich frei zu sprechen;
1.2 der Beschuldigte sei vom Vorwurf der Veruntreuung im Sinne des
Anklagedossiers 2 vollumfänglich frei zu sprechen;
2. Strafzumessung
2.1 Der Beschuldigte sei mit keinerlei Strafe zu belegen;
2.2 eventualiter sei der Beschuldigte unter Ansetzung einer Probezeit
von zwei Jahren mit einer bedingten Geldstrafe von maximal 90 Tagessätzen zu maximal CHF 20.00 oder subsidiär mit einer bedingten Freiheitsstrafe von maximal 90 Tagen zu belegen.
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3. Kostenauflage
Die Verfahrenskosten inklusive der Untersuchungs- und Verteidigungs-
kosten seien infolge offensichtlicher Uneinbringbarkeit auf die Staatskasse zu nehmen.
b) Der Staatsanwaltschaft (Urk. 59):
Bestätigung des vorinstanzlichen Urteils.

## Considerations

Erwägungen:
I. Verfahrensgang und Umfang der Berufung
1. Anklagehintergrund bildet der Vorwurf, wonach der Beschuldigte anlässlich
seines jeweiligen Auszugs aus zwei möblierten Mietwohnungen verschiedene
dem entsprechenden Vermieter gehörende Elektrogeräte sowie weitere
Gegenstände mitgenommen habe. So habe er am 28. März 2017 an der
D._-Strasse ... in E._ einen Fernseher im Wert von Fr. 7'500.– und
danach zwischen dem 30. November 2017 und dem 2. Februar 2018 an der
F._-Strasse ... in G._ Elektroinstallationsmaterial, ein DVD-Gerät, eine
Tischlampe, eine Duschbrause, einen Lautsprecher sowie einen Kassenschrank
im Wert von insgesamt ca. Fr. 800.– entwendet. Zum Verfahrensgang bis zum
erstinstanzlichen Urteil kann auf die Ausführungen der Vorinstanz verwiesen
werden (Urk. 53 S. 3 f.).
2. Mit vorstehend wiedergegebenem Urteil vom 21. März 2019 wurde der
Beschuldigte anklagegemäss der mehrfachen Veruntreuung i.S.v. Art. 138 Ziff. 1
Abs. 1 StGB schuldig gesprochen und mit einer zu vollziehenden Freiheitsstrafe
von 6 Monaten bestraft. Weiter wurden die beiden Vermieter (Privatklägerin 1 und
Privatkläger 2) mit ihren Schadenersatzbegehren auf den Zivilweg verwiesen und
ihre jeweiligen Genugtuungsbegehren abgewiesen (Urk. 53 S. 34).
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3. Am 22. März 2019 liess der Beschuldigte durch seinen amtlichen Verteidiger
rechtzeitig Berufung anmelden (Urk. 48 S. 2) und mit Eingabe vom 22. Juli 2019
ebenfalls fristgerecht die Berufungserklärung einreichen (Urk. 54). Auf
entsprechende Fristansetzung hin verzichtete die Staatsanwaltschaft ausdrücklich
auf Anschlussberufung und beantragte die Bestätigung des vorinstanzlichen
Urteils (Urk. 57; Urk. 59). Beide Privatkläger liessen sich nicht vernehmen, wobei
der Privatkläger 2 die entsprechende Verfügung nicht abholte (Urk. 57; Urk. 58).
Dies entspricht einem Verzicht auf Anschlussberufung.
4. Gemäss seiner Berufungserklärung lässt der Beschuldigte das Urteil in allen
Punkten, insbesondere betreffend Schuldpunkt und Bestrafung anfechten (Urk. 54
S. 2), womit er sinngemäss einen Freispruch beantragt. Anlässlich der
Berufungsverhandlung präzisierte der amtliche Verteidiger, dass sich die
Berufung nicht auf die Entscheide betreffend die Zivilansprüche der Privatkläger
(Ziff. 4 - 7) erstrecke. Ebenso wenig würden die Kostenfestsetzung (Ziffer. 8), die
Übernahme der Dolmetscherkosten durch die Staatskasse (Ziff. 10) sowie die
Festsetzung der Entschädigung der amtlichen Verteidigung (Ziff. 11 Abs. 1)
angefochten (Prot. S. 4 f.). Das Urteil vom 21. März 2019 ist diesbezüglich in
Rechtskraft erwachsen, wovon Vormerk zu nehmen ist.
5. Im Übrigen ist an dieser Stelle darauf hinzuweisen, dass sich die urteilende
Instanz nicht mit allen Parteistandpunkten einlässlich auseinandersetzen und
jedes einzelne Vorbringen ausdrücklich widerlegen muss (BGE 141 IV 249
E. 1.3.1.; Urteil des Bundesgerichts 6B_766/2019 vom 10. Dezember 2019
E. 4.2.). Das Berufungsgericht kann sich somit auf die für seinen Entscheid
wesentlichen Gesichtspunkte beschränken.
II. Prozessuales
Hierzu kann vollumfänglich auf die Ausführungen der Vorinstanz verwiesen
werden (Urk. 53 S. 3 f.).
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III. Schuldpunkt/Sachverhalt
1. Die Vorinstanz hat die Anklagevorwürfe, insbesondere die Aussagen der
Privatkläger 1 und 2, und die Stellungnahme des Beschuldigten dazu korrekt
dargelegt, die relevanten Beweismittel aufgelistet sowie die Grundsätze der
Beweiswürdigung zutreffend erläutert (Urk. 53 S. 4 ff.). Auf diese Ausführungen
kann zur Vermeidung von Wiederholungen verwiesen werden (Art. 82 Abs. 4
StPO).
2. Die Vorinstanz kommt in nachvollziehbarer Würdigung der Beweise zum
Schluss, dass die Aussagen des Beschuldigten im Gegensatz zu jenen der
Privatklägerschaft unglaubhaft sind (Urk. 53 S. 11 ff.). Die nachfolgenden Aus-
führungen verstehen sich als Zusammenfassung und teilweise Ergänzung der
zutreffenden vorinstanzlichen Erwägungen.
3. Aussagen der Privatkläger
3.1 Als auffällig erweist sich vorneweg, dass die einander offenbar unbekannten
Privatkläger dem Beschuldigten innerhalb von kurzer Zeit und unabhängig
voneinander den fast identischen Vorwurf machen. Beide berichten davon, dass
sie dem Beschuldigten eine möblierte Wohnung über tutti.ch vermietet hätten,
beide beschreiben den Beschuldigten als eher fordernd oder gar aggressiv, beide
gaben zu Protokoll, dass der Beschuldigte von Anfang an die geschuldeten Miet-
zinse gar nicht oder nicht vollständig bezahlt habe und sie ihm die Wohnung
deshalb gekündigt hätten, und schliesslich schilderten beide, dass nach dem
Verlassen der Wohnung durch den Beschuldigten ein Gegenstand bzw. mehrere
Gegenstände gefehlt hätten, wobei in der Wohnung Unordnung geherrscht habe
und diverse Utensilien des Beschuldigten (Kleider etc.) zurückgeblieben seien
(Urk. 40/2 S. 2 ff.; Urk. 13 S. 3 ff.; Urk. 11 S. 3 ff.). Auch wenn aus diesem
Umstand allein nicht auf die Schuld des Beschuldigten geschlossen werden kann,
so ist doch augenfällig, wie sich diverse Details (Verhalten des Beschuldigten,
mangelnde Zahlungsmoral, zurückgelassene Unordnung) in beiden
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Schilderungen wiederfinden. Dies spricht für die Glaubhaftigkeit der Aussagen der
beiden Privatkläger.
3.2 Darüber hinaus sind – insbesondere auch was das Kerngeschehen betrifft –
wie von der Vorinstanz richtig ausgeführt (vgl. Urk. 53 S. 11, S. 13) keine
Anhaltspunkte ersichtlich, welche Zweifel an der Glaubhaftigkeit der Vorbringen
der Privatkläger wecken würden. Insbesondere ist ohne Weiteres davon
auszugehen, dass sich die gemäss Anklageschrift abhanden gekommenen
Gegenstände beim Einzug des Beschuldigten tatsächlich noch in den jeweiligen
Mietwohnungen befunden hatten – im Falle des Fernsehers ist dies unbestritten
(Urk. 14 S. 2), hinsichtlich der weiteren Gegenstände hat der Beschuldigte
geltend gemacht, einen Teil der fraglichen Utensilien in einen Container geworfen
zu haben (Urk. 14 S. 4), was zwangsläufigerweise deren vorheriges
Vorhandensein impliziert. Für die restlichen Gegenstände konnte der
Privatkläger 2 immerhin die entsprechenden Rechnungen edieren (Urk. 40/2/10).
Weiter bezifferten beide Privatkläger die abhandengekommenen Gegenstände
in nachvollziehbarer Weise, wobei der Deliktsbetrag, insbesondere was die
Veruntreuung zu Lasten des Privatklägers 2 betrifft, auch nicht sehr hoch ist. Die
Privatkläger belasten den Beschuldigten somit nicht übermässig.
3.3 Entgegen den Ausführungen der amtlichen Verteidigung (Urk. 68 S. 10 f.),
ist zudem durchaus nachvollziehbar, dass die Privatklägerin B._ nicht schon
Anzeige einreichte, als sie das Fehlen des Fernsehers beim Blick durch ein
Fenster von ausserhalb der Wohnung bemerkt hatte, sondern dies erst rund
sechs Monate später tat, als sie wieder Zutritt zu ihrer Wohnung hatte und sich
dort mit Sicherheit vergewissern konnte, dass der Fernseher tatsächlich
verschwunden – und nicht bloss in einem anderen Zimmer platziert oder sonst
wie weggerückt worden – war. Weiter mutet der Umstand, dass die Privatklägerin
B._ die ihr angeblich vom Beschuldigten geschuldeten Fr. 3'000.– nicht im
vorliegenden Verfahren geltend macht (vgl. Urk. 68 S. 16), keineswegs
merkwürdig an. Dabei handelt es sich nämlich nicht um einen aus dem Anklage-
sachverhalt resultierenden Schaden, sondern um ein Darlehen, welches die
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Privatklägerin dem Beschuldigten gewährt habe (vgl. Urk. 11 S. 4). Dieses ist
nicht im vorliegenden Verfahren zurückzufordern.
3.4 Schliesslich ist kein Grund ersichtlich, weshalb die Privatkläger den
Beschuldigten zu Unrecht bezichtigen sollten. Die Aussagen der Privatkläger er-
weisen sich damit grundsätzlich als glaubhaft.
4. Aussagen des Beschuldigten
4.1 Demgegenüber muten die Aussagen des Beschuldigten unglaubhaft,
teilweise gar lebensfremd an. Zunächst kommen beim von ihm geschilderten
Vorgehen rund um den – angeblich mit Hilfe eines Zügelunternehmens resp. einer
Drittperson bewerkstelligten – Auszug aus der Wohnung der Privatklägerin 1 an
der D._-Strasse diverse Zweifel auf, die der Beschuldigte nicht auszuräumen
vermag.
4.2 Zunächst wirkt ungewöhnlich, dass der Beschuldigte angeblich eine
Zügelfirma beauftragt und dieser die Schlüssel zu seiner alten wie auch zu seiner
neuen Wohnung ausgehändigt haben will, um in der Folge mit seiner Tochter
nach Spanien zu verreisen und die Zügelfirma vollkommen unbeaufsichtigt zu
lassen (Urk. 9 S. 3). Ein derartiges Mass an blindem Vertrauen erscheint den
Umständen nicht angemessen und wirkt lebensfremd. Vielmehr wäre zu erwarten
gewesen, dass der Beschuldigte der Zügelfirma – zumal es sich dabei soweit
ersichtlich nur um eine Person gehandelt habe (Urk. 67 S. 18) – assistiert hätte
und sie den Umzug gemeinsam bewerkstelligt hätten.
4.3 Der Beschuldigte macht des Weiteren geltend, dass er nach der Rückkehr
aus den Ferien festgestellt habe, dass weder seine Utensilien noch diejenigen
seiner Tochter gezügelt worden seien (Urk. 67 S. 16). Dabei erscheint komplett
lebensfremd, dass der Beschuldigte diesen Umstand offenbar ohne Weiteres
hinnahm und sich weder bei seiner ehemaligen Vermieterin, der Privatklägerin
B._, meldete, um sich danach zu erkundigen, ob sich seine Habe
womöglich noch in ihrer Wohnung befinde (vgl. Urk. 11 S. 4, wo die Privatklägerin
B._ bestätigte, dass sie den Beschuldigten anlässlich der staatsanwaltlichen
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Einvernahme erstmals seit dessen Auszug wieder gesehen habe und ihn vorher
nicht habe erreichen können) noch die Polizei informierte. Dies mutet umso
befremdlicher an, als sich bei den abhanden gekommenen Utensilien – wie in der
Berufungsverhandlung erstmals vorgebracht (Urk. 67 S. 15) – unter anderem
auch die Bettenmatratzen befunden hätten und sich demnach die Frage stellt, wo
der Beschuldigte und seine Tochter die ersten Nächte nach ihrer Rückkehr
verbrachten. Es wäre nicht nur zu erwarten gewesen, dass der Beschuldigte den
Umstand, dass seine Tochter und er ohne Matratzen auskommen mussten, im
Rahmen eine Einvernahme erwähnt hätte, vielmehr wäre auch davon auszu-
gehen gewesen, dass der Beschuldigte dem Verlust seiner sämtlichen
Habseligkeiten nachgegangen wäre oder diesen zumindest (gegenüber seiner
Vermieterin oder auch der Polizei) angezeigt hätte.
4.4 Weiter ist nicht nachvollziehbar, dass sich der Beschuldigte partout nicht an
den (auch nur ungefähren) Namen, die Adresse, die Telefonnummer oder
irgendein sonstiges Identifikationsmerkmal der angeblich beauftragten Zügelfirma
bzw. -person zu erinnern vermag und keinen Weg fand, zweckdienliche Angaben
erhältlich zu machen. Keinen Sinn ergeben die Ausführungen des Beschuldigten
anlässlich der Ersteinvernahme, wo er den Ermittlern in Aussicht stellte, dass
seine Tochter den Namen des Zügelunternehmens wisse und er sie danach
fragen werde (Urk. 9 S. 4). So schilderte er unmittelbar danach, dass nach der
Rückkehr aus Spanien das ganze Zügelgut verschwunden und die Zügelfirma
unauffindbar gewesen sei. Um zu diesem Schluss zu kommen, musste der
Beschuldigte jedoch nach besagter Firma gesucht und somit entweder dann
schon erfahren haben, dass die Tochter den Namen nicht mehr wusste, oder aber
den Namen von ihr erfahren haben, wobei diesfalls schwer zu glauben wäre, dass
er sich nunmehr überhaupt nicht daran erinnern kann. Der Beschuldigte scheint
denn auch keine grossen Anstrengungen unternommen zu haben, um die
angebliche Firma ausfindig zu machen, zumindest sind solche nicht dokumentiert.
Dass er in Coop und Migros am Anschlagsbrett nach der Nummer gesucht habe
(Urk. 14 S. 3; Urk. 42 S. 6 f.), ist zum einen nicht belegt und zum andern bleibt
fraglich, wie er die Nummer zu identifizieren gedachte, wenn er sich nicht einmal
ansatzweise an den Namen des betreffenden Unternehmens zu erinnern
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vermochte. Die Erklärung, wonach die Tochter des Beschuldigten mit dem
Zügelunternehmen telefoniert, jedoch ihren Anrufverlauf gelöscht habe (Urk. 68
S. 15), wurde anlässlich der Untersuchung nie vorgebracht und wirkt
nachgeschoben und nicht glaubhaft.
4.5 Des Weiteren erscheint ungewöhnlich, dass der Beschuldigte den Umzug
– zumindest teilweise – im Voraus bezahlt haben (Urk. 67 S. 19) und danach in
die Ferien gefahren sein will. Dabei ist nicht nur befremdlich, dass ein Teil der
Vergütung vor Erbringung der Dienstleistung erfolgt sein soll, es stellt sich auch
die Frage, woher der Beschuldigte das nötige Geld für das Zügelunternehmen
sowie den Flug nach Spanien für sich und seine Tochter (vgl. Urk. 67 S. 20)
gehabt haben will, war er doch eigenen Angaben zufolge derart knapp bei Kasse,
dass er seine Mietzinszahlungen nicht zu leisten vermochte (Urk. 9 S. 3; Urk. 67
S. 17). Daran ändert auch der Umstand nichts, dass es sich beim fraglichen
Zügelunternehmen um eine schwarz arbeitende Einzelperson und bei deren
Vergütung um wenige hundert Franken gehandelt habe (vgl. Urk. 67 S. 19).
4.6 Des Weiteren brachte der Beschuldigte vor, dass er ein Protokoll der zu
zügelnden Möbel ausgehändigt erhalten habe, worauf sich die Adresse der
Zügelfirma befunden habe. Er habe dieses aber in einem Zügelkarton verstaut,
der nunmehr verschwunden sei (Urk. 67 S. 20). Demnach musste das angeblich
beauftragte Zügelunternehmen davon ausgehen, dass der Beschuldigte (neben
der Telefonnummer) über dessen Adresse verfügt. Die Zügelfirma hätte also
damit rechnen müssen, dass der Beschuldigte sie aufsuchen und sich nach
seinen Habseligkeiten erkundigen würde. Es ist unrealistisch, dass sich eine
Zügelunternehmung diesem Risiko (sowie dem Risiko einer strafrechtlichen
Verfolgung) aussetzen, und derart plump sämtliches Zügelgut eines
Auftraggebers entwenden würde. Unbesehen davon stellt sich die Frage, was das
vermeintliche Zügelunternehmen mit der Habe des Beschuldigten hätte anstellen
wollen, umfasste diese doch offenbar – neben Matratzen, zwei Kommoden,
Nachttischen und Lampen – vornehmlich die Kleider und Schulsachen der
Tochter des Beschuldigten sowie Haushaltsartikel (Urk. 67 S. 15) und somit keine
offensichtlich wertvollen resp. für den Weiterverkauf geeigneten Gegenstände.
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4.7 Alles in allem erscheint die vom Beschuldigten ins Spiel gebrachte ominöse
Zügelfirma, welche den gesamten Umzug in Abwesenheit des Beschuldigten
durchgeführt haben soll und danach spurlos verschwunden sei, wie ein allzu
praktischer Sündenbock für das Verschwinden des Fernsehers. Die
entsprechenden Ausführungen sind aus obgenannten Gründen unglaubhaft und
als Schutzbehauptung zu werten. Es ist deshalb davon auszugehen, dass der
Beschuldigte den Fernseher bei seinem Auszug aus der Wohnung der
Privatklägerin 1 an der D._-Strasse mitgenommen hat. Wie von der
Vorinstanz zutreffend erwogen, erweist sich der Sachverhalt in dieser Hinsicht als
erstellt.
4.8 Auch was den Anklagevorwurf im Zusammenhang mit der Wohnung des
Privatklägers 2 an der F._-Strasse betrifft, kann auf die zutreffenden
Ausführungen der Vorinstanz verwiesen werden (vgl. Urk. 53 S. 13 ff.). Die
diesbezüglichen Ausführungen des Beschuldigten erweisen sich als teilweise
inkonsistent, teilweise unmöglich und damit als nicht glaubhaft. Diesbezüglich ist
insbesondere der schon von der Vorinstanz hervorgehobene Widerspruch zu
erwähnen, wonach der Beschuldigte zunächst erklärte, die Musikanlage des
Privatklägers 2 in den Container geworfen zu haben, weil dieser seine Tochter
angegriffen habe und zudem jede Nacht gekommen sei und die Musikanlage
eingeschaltet habe (Urk. 14 S. 4). Später gab er dann aber zu Protokoll, dass der
angebliche Angriff auf seine Tochter an einem anderen Tag passiert und er
wütend gewesen sei, weil ihm der Privatkläger 2 für die Wohnungsreinigung eine
Rechnung geschickt habe (Urk. 42 S. 9). Letzteres erweist sich überdies
nachweislich als falsch, muss der Beschuldigte – wie von der Vorinstanz richtig
erkannt (vgl. Urk. 40/2/14; Urk. 53 S. 13) – besagte Rechnung doch erst nach
seinem Auszug erhalten haben. Festzuhalten ist auch das aggravierende
Aussageverhalten des Beschuldigten, der besagte Rechnung anlässlich der
Ersteinvernahme noch mit Fr. 700.–, danach aber mit Fr. 2'000.– bezifferte (Urk. 9
S. 6; Urk. 42 S. 8).
4.9 Auch in Bezug auf den verschiedentlich thematisierten Konflikt zwischen
seiner Tochter und dem Privatkläger C._ dramatisierte der Beschuldigte das
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Geschehen zunehmend. Anlässlich der Ersteinvernahme erwähnte er lediglich,
dass er mit dem Privatkläger C._ "viele Probleme" gehabt habe (Urk. 9 S. 6).
In der folgenden Einvernahme bei der Staatsanwaltschaft machte er dann
geltend, dass der Privatkläger C._ seine Tochter angegriffen habe, indem er
sie angeschrien habe. Als er (der Beschuldigte) in die Wohnung getreten sei,
habe er seine Tochter am Boden kauern sehen (Urk. 14 S. 11). Vor Vorinstanz
brachte der Beschuldigte dann neu vor, dass er, als er am fraglichen Tag nach
Hause gekommen sei, seine Tochter auf dem Boden liegend und den
Privatkläger C._ gar "auf ihr" angetroffen habe (Urk. 42 S. 8). Anlässlich der
Einvernahme in der heutigen Berufungsverhandlung schilderte der Beschuldigte
schliesslich, wie seine Tochter in einer Zimmerecke auf dem Boden gelegen sei
und geweint habe. Sie sei eingeschüchtert gewesen und habe gemeint, dass der
Privatkläger C._ auf sie einschlagen werde. Er sei gebeugt über ihr gewesen
und habe mit ihr geschimpft (Urk. 67 S. 23). Damit schmückte der Beschuldigte
den vermeintlichen Konflikt mit immer neuen, krasseren Details derart aus, dass
die von ihm zunächst mit wenigen Worten geschilderte verbale
Auseinandersetzung zusehends aggressivere Züge aufwies, wobei sich die
Tochter schliesslich gar vor Schlägen gefürchtet haben solle. Ein derartiges
Aussageverhalten weckt zwangsläufig starke Zweifel an der Richtigkeit der
betreffenden Schilderungen.
4.10 Die Aussagen des Beschuldigten erweisen sich damit einmal mehr als
unglaubhaft und es ist davon auszugehen, dass es sich auch hierbei um Schutz-
behauptungen handelt und dass der Beschuldigte die fraglichen Gegenstände bei
seinem Auszug mitgenommen hat. Der Sachverhalt erweist sich auch in dieser
Hinsicht als im Sinne der Anklageschrift erstellt.
5. Befragung der Tochter des Beschuldigten
5.1 Der Beschuldigte liess im Laufe der Untersuchung die Einvernahme seiner
im Zeitpunkt der fraglichen Ereignisse 13 Jahre (und nunmehr 15 Jahre) alten
Tochter H._ beantragen. Die Vorinstanz wies das Begehren mit der
Begründung ab, dass eine Einvernahme der Tochter des Beschuldigten nichts am
Beweisergebnis ändern würde, selbst wenn diese im Sinne des Beschuldigten
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aussagen würde. Die Tochter stehe in einem Nähe- und Abhängigkeitsverhältnis
zum Beschuldigten, was ihre Glaubwürdigkeit erheblich beeinträchtige. Die
bereits vorliegenden Aussagen der beiden Privatkläger sowie des Beschuldigten
würden genügend Beweis über die erheblichen Tatsachen liefern, weshalb von
einer Befragung abzusehen sei (Urk. 53 S. 15). Anlässlich der
Berufungsverhandlung erneuerte die amtliche Verteidigung den Beweisantrag
zwar nicht, rügte im Rahmen ihres Plädoyers jedoch, dass die Abweisung des
Beweisantrags durch die Vorinstanz eine unzulässige antizipierte
Beweiswürdigung darstelle und die Befragung der Tochter des Beschuldigten vor
dem Hintergrund der Respektierung elementarer Verfahrensgrundsätze zwingend
hätte erfolgen müssen (Urk. 68 S. 20 ff.).
5.2 Gemäss Art. 139 Abs. 1 StPO setzen die Strafbehörden zur Wahrheits-
findung alle nach dem Stand von Wissenschaft und Erfahrung geeigneten
Beweismittel ein, die rechtlich zulässig sind. Gemäss Abs. 2 dieser Bestimmung
wird über Tatsachen, die unerheblich, offenkundig, der Strafbehörde bekannt oder
bereits rechtsgenügend erwiesen sind, nicht Beweis geführt. Art. 139 Abs. 2 StPO
erlaubt somit in engen Grenzen eine antizipierte Beweiswürdigung. Die Beweis-
antizipation ist dabei restriktiv zu handhaben, denn sie beschränkt die Ergebnis-
offenheit der Sachverhaltsermittlungen. Nach herrschender Meinung wird eine
antizipierte Beweiswürdigung dann mit rechtsstaatlichen Garantien vereinbar
angesehen, wenn ein Richter "ohne Willkür in vorweggenommener Beweiswür-
digung annehmen kann, dass seine Überzeugung durch weitere Beweiserhebung
nicht geändert würde" (BSK StPO I- GLESS, Art. 139 N. 49 f. u.a. mit Verweis auf
BGE 124 I 211).
5.3 Bei der angerufenen Auskunftsperson handelt es sich wie erwähnt um die
(auch im heutigen Zeitpunkt noch) minderjährige Tochter des Beschuldigten.
Naturgemäss steht diese in einem engen (Abhängigkeits-)Verhältnis zu ihrem
Vater, was bei der Würdigung ihrer Aussagen zweifelsohne zu berücksichtigen
wäre. Dieser Umstand allein muss ihre Glaubwürdigkeit jedoch nicht von
vorneherein erheblich beeinträchtigen. Für eine solche Einschätzung müssten
zusätzliche Anhaltspunkte vorliegen. Dass der Beschuldigte zwecks Bezeugung
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der Modalitäten eines Umzugs eine mit ihm in Hausgemeinschaft lebende – und
ihm damit zwangsläufig nahestehende – Person anruft, erscheint nahezu
unvermeidbar und darf ihm nicht per se verwehrt werden.
5.4 Vorliegend stellt sich jedoch ungeachtet der Diskussion um die
Glaubwürdigkeit der Tochter des Beschuldigten die Frage, welcher zusätzliche
Erkenntnisgewinn von ihrer Befragung zu erwarten wäre. Auch wenn sie die
Schilderungen des Beschuldigten bestätigen würde, so würden diese, entgegen
der Ansicht der Verteidigung (Urk. 68 S. 21), dadurch nicht glaubhafter – zu
abenteuerlich erscheinen die Ausführungen insbesondere rund um die
Beauftragung der Zügelfirma und den Verlust der Möbel (vgl. Erw. III Ziff. 4 ff.)
und zu glaubhaft wirken demgegenüber die Ausführungen der Privatkläger (vgl.
Erw. III Ziff. 3 ff.). An dieser Einschätzung könnten lediglich weitere (neue)
objektivierbare Beweismittel (wie z.B. der Name oder die Telefonnummer des
Zügelunternehmens, weitere Zeugen, welche beim Umzug assistiert haben o.ä.)
etwas ändern. Da nun aber die Tochter den Beschuldigten zweifelsohne auf solch
entlastende Umstände hingewiesen und er diese vorgebracht hätte, ist nicht
davon auszugehen, dass eine Einvernahme der Tochter an der gerichtlichen
Einschätzung zum Schuldpunkt noch etwas ändern würde. Dass die Tochter –
wie von der amtlichen Verteidigung vor Vorinstanz geltend gemacht (vgl. Urk. 43)
– eigene Wahrnehmungen schildern könnte (u.a. ihr Gespräch mit dem
Zügelunternehmen, dass das Unternehmen nach der Rückkehr aus Spanien nicht
mehr habe kontaktiert werden können, dass dem Beschuldigten selbst
Gegenstände abhanden gekommen seien, dass sie regelmässig durch den
Privatkläger 2 schikaniert worden seien und der Fernseher zu gross und zu
schwer gewesen sei, um ihn ohne fremde Hilfe abzutransportieren) ändert daran
nichts, wurden doch genau diese Argumente vom Beschuldigten mehrheitlich
auch schon (erfolglos) vorgebracht. Auf eine Einvernahme der Tochter des
Beschuldigten ist unter diesen Gesichtspunkten zu verzichten. Ausführungen zur
Frage, inwiefern die Einvernahme einer 15-jährigen Jugendlichen zu zwei Jahre
zurückliegenden Vorkommnissen überhaupt opportun ist, erübrigen sich somit.
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6. Wie von der Vorinstanz schliesslich zutreffend erwogen, kann dem in der
Anklageschrift erwähnten Satz "nebst diversem Elektro-Installationsmaterial" (vgl.
Urk. 22A S. 2 f.) keine eigenständige Bedeutung zukommen. Klarerweise muss
sich der Vorwurf der Veruntreuung zu Lasten des Privatklägers 2 auf die in der
Folge einzeln aufgezählten Gegenstände beschränken. Mit der Vorinstanz ist
festzuhalten, dass die Anklageschrift diesbezüglich den gesetzlichen Anforde-
rungen genügt.
IV. Rechtliche Würdigung
1. Die rechtliche Würdigung als Veruntreuung im Sinne von Art. 138 Ziff. 1
Abs. 1 StGB erweist sich als zutreffend und bedarf keiner weiteren Ausführungen.
2. Unbehelflich sind die vor erster Instanz vorgebrachten Ausführungen der
amtlichen Verteidigung, wonach hinsichtlich der Bereicherungsabsicht des
Beschuldigten keine Ermittlungen angestellt und dieser insbesondere nicht zur
Bereicherungsabsicht befragt worden sei (Urk. 44 S. 6, S. 10 und S. 12). Dass bei
einem Beschuldigten, welcher die Tatbestandsverwirklichung vollumfänglich
bestreitet, eine Befragung zum Vorliegen innerer Tatsachen ohne Rückgriff auf
hypothetische oder Suggestivfragen gar nicht erfolgen kann, liegt – wie von der
Vorinstanz richtig erkannt (vgl. Urk. 53 S. 19) – in der Natur der Sache. In diesem
Zusammenhang ist mit der Vorinstanz ohne Weiteres vom äusseren Tatablauf,
das heisst der Wegnahme von Gegenständen durch den Beschuldigten, auf das
Vorliegen der Bereicherungsabsicht als innerer Tatsache zu schliessen.
V. Strafzumessung und Vollzug
1.1 Die Vorinstanz hat die Prinzipien der Strafzumessung in zutreffender Weise
erläutert (Urk. 53 S. 19 ff.), worauf zur Vermeidung unnötiger Wiederholungen
verwiesen werden kann.
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1.2 Das Bezirksgericht hat weiter festgehalten, dass der Beschuldigte den
Tatbestand der Veruntreuung in zwei Fällen erfüllt hat, weshalb von
Deliktsmehrheit auszugehen ist (Urk. 53 S. 20). In der Folge nahm es jedoch die
Strafzumessung für beide Delikte gemeinsam vor und handelte insbesondere die
straferhöhenden und strafmindernden Auswirkungen der Täterkomponenten ab,
ohne je eine Einsatzstrafe festzulegen (vgl. Urk. 53 S. 25 f.). Dieses Vorgehen
entspricht nicht der gesetzlichen Regelung und bundesgerichtlichen
Rechtsprechung.
2.1 Hat der Täter durch eine oder mehrere Handlungen die Voraussetzungen für
mehrere gleichartige Strafen erfüllt, so verurteilt ihn das Gericht zu der Strafe der
schwersten Straftat und erhöht sie angemessen. Es darf jedoch das Höchstmass
der angedrohten Strafe nicht um mehr als die Hälfte erhöhen. Dabei ist es an das
gesetzliche Höchstmass der Strafart gebunden (Art. 49 Abs. 1 StGB). Gemäss
bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist dabei vom Strafrahmen auszugehen, der
für die schwerste Tat vorgesehen ist. Als schwerste Tat gilt grundsätzlich jene, die
mit dem schwersten Strafrahmen bedroht ist und nicht etwa jene, die nach den
konkreten Umständen verschuldensmässig am schwersten wiegt. Sind mehrere
Straftatbestände mit gleichem Strafrahmen zu beurteilen, ist an sich jedes Delikt
für die Einsatzstrafe geeignet. Gleichwohl erscheint es sinnvoll, von derjenigen
Strafart auszugehen, die im konkreten Fall die höchste Strafe nach sich zieht.
Denkbar ist zudem, die objektive Tatschwere heranzuziehen (BSK StGB I-
ACKERMANN, Art. 49 N 116 mit Hinweisen).
2.2 Auch wenn der Beschuldigte sich vorliegend der Veruntreuung i.S.v. Art. 138
Ziff. 1 Abs. 1 StGB in zwei sehr vergleichbaren Fällen schuldig gemacht hat,
womit der abstrakte Strafrahmen von 5 Jahren Freiheitsstrafe oder Geldstrafe für
beide Delikte identisch ist, ist von der einen Veruntreuung ausgehend eine
Einsatzstrafe zu bilden und diese angemessen zu erhöhen. Konkret liegt die Ver-
untreuung zu Lasten der Privatklägerin 1 als Ausgangspunkt der Strafzumessung
nahe. Der durch den Beschuldigten abtransportierte Fernseher war das teuerste/
wertvollste entwendete Gerät und jene Tat weist damit – angesichts der
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ansonsten mehr oder weniger vergleichbaren Tatkomponenten – die grössere
objektive Tatschwere auf.
3.1 Was die objektive und die subjektive Tatschwere betrifft, so kann – mutatis
mutandis – auf die zutreffenden Ausführungen der Vorinstanz verwiesen und von
insgesamt leichtem Verschulden ausgegangen werden (Urk. 53 S. 25 ff.). Eine
Einsatzstrafe im Umfang von 90 Tagen bzw. 3 Monaten erscheint für die Ver-
untreuung zulasten der Privatklägerin 1 als angemessen.
3.2 Auch bezüglich der Veruntreuung zu Lasten des Privatklägers 2 kann be-
treffend objektive und subjektive Tatschwere auf die Ausführungen der Vorinstanz
verwiesen werden (Urk. 53 S. 25 ff.). Auch hier ist insgesamt von leichtem
Verschulden auszugehen und es erscheint angemessen, die Einsatzstrafe dafür
asperationsweise um ca. 60 Tage resp. 2 Monate zu erhöhen.
3.3 Zu den persönlichen Verhältnissen des Beschuldigten kann zur Vermeidung
von Wiederholungen auf seine Aussagen in der Untersuchung (Urk. 9 S. 7) und
in der Befragung vor Vorinstanz (Urk. 42 S. 1 ff.) verwiesen werden. Ergänzend
dazu erklärte der Beschuldigte heute, dass er vor ca. 10 Jahren wegen der
Wirtschaftskrise aus Spanien in die Schweiz gekommen sei. Ein Jahr später sei
seine Tochter nachgekommen. Er habe zunächst während knapp eines Jahres
als Elektromonteur beim Umbau des I._-Kaufhauses mitgearbeitet. Danach
sei er bei verschiedenen Temporärbüros als Elektromonteur angestellt gewesen.
Eine Festanstellung habe er nie gehabt. Seine Depressionen hätten sich aktuell
so weit gebessert, dass er nun wieder einer Arbeit nachgehen könne und einen
Deutschkurs besuche. Er lebe mit seiner Tochter zusammen nach wie vor in einer
Notwohnung, rechne aber damit, dass sich ihnen im März oder April die
Möglichkeit für einen Umzug in eine normale Wohnung bieten werde. Er habe in
den nächsten Monaten ein Vorstellungsgespräch zu diesem Zweck. Er werde
zudem auf Ende Monat anfangen, zu arbeiten. Bis anhin habe er
Beschäftigungsprogramme gemacht, um sich auf dem Arbeitsmarkt zu
integrieren. Auf Ende Monat werde er eine Stelle als Elektromonteur bei einer
Temporärfirma antreten, wo er Fr. 35.– brutto pro Stunde verdienen werde. Die
entsprechende Vereinbarung bestehe zur Zeit erst mündlich, es sei jedoch schon
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ein konkreter Einsatz am Flughafen geplant. Wenn das gut klappe, könne er an
andere Baustellen weitervermittelt werden. Zur Zeit würden seine Tochter und er
weiter vom Sozialamt unterstützt. Er gehe nach wie vor ca. einmal pro Monat
zum Psychologen, wobei er diesen nun nicht mehr so häufig benötige. Seine
Tochter H._ mache aktuell eine KV-Lehre in der Heizungsbranche (Urk. 67
S. 2 ff.).
Die persönlichen Verhältnisse des Beschuldigten wirken sich, wie von der
Vorinstanz richtig erwogen (Urk. 53 S. 24 f.), strafzumessungsneutral aus.
Insbesondere kann dem Beschuldigten kein Geständnis zugute gehalten werden.
Die Vorinstanz hielt dem Beschuldigten sodann sechs teilweise einschlägige Vor-
strafen entgegen, und zwar deren vier aus den Jahren 2011 bis 2016 aus der
Schweiz (Urk. 63) sowie je eine Vorstrafe aus den Jahren 2001 und 2003 aus
Spanien (Urk. 19/3; vgl. Urk. 53 S. 22/23). Letztere beide Strafen dürfen jedoch
nicht mehr berücksichtigt werden, da sie, wenn sie denn in der Schweiz ergangen
wären, im Strafregister bereits gelöscht worden wären, weil Art. 369 StGB auch
auf ausländische Vorstrafen anzuwenden ist (BGer 1B_88/2015 vom 7. April
2015, E. 2.2.1). Die Geldstrafe von 180 Tagessätzen wegen Betrugs und
Urkundenfälschung vom 28. September 2001 durfte dem Beschuldigten nach 10
Jahren nicht mehr entgegen gehalten werden (Art. 369 Abs. 3 StGB), und bei der
Freiheitsstrafe von einem Jahr wegen Raubes vom 29. Januar 2003 war dies
nach 16 Jahren (Art. 369 Abs. 1 lit. b StGB) der Fall. Die vier teilweise
einschlägigen Vorstrafen aus der Schweiz fallen jedoch gleichwohl stark
straferhöhend ins Gewicht, zumal der Beschuldigte die Veruntreuung vom 28.
März 2017 nur gerade vier Monate nach dem letzten Strafbefehl vom 24.
November 2016 wegen Urkundenfälschung (Urk. 63 S. 2) begangen hat. Diese
Vorstrafen rechtfertigen ohne Weiteres eine Erhöhung der Einsatzstrafe um 30
Tage resp. 1 Monat, womit die durch die Vorinstanz verhängte Strafe von 6
Monaten sicher nicht zu hoch ausgefallen ist. Einer Erhöhung der Strafe steht das
Verschlechterungsverbot entgegen.
4. Was die Strafart sowie den Vollzug der Strafe betrifft, kann auf die
zutreffenden Ausführungen der Vorinstanz verwiesen werden (Urk. 53 S. 21;
- 19 -
S. 28 f.), mit der Korrektur, dass dem Beschuldigten auch in diesem
Zusammenhang nur noch die vier Vorstrafen aus der Schweiz entgegen gehalten
werden dürfen. Auch unter dieser Voraussetzung gilt aber die Feststellung der
Vorinstanz, dass der Beschuldigte ein Verhalten an den Tag legt, wonach ihm die
Einhaltung der hiesigen Rechtsordnung und Behördenanordnungen egal sind
(Urk. 53 S. 29). Aus den aktuellen Lebensumständen des Beschuldigten kann
zudem, entgegen der Ansicht der amtlichen Verteidigung (Urk. 68 S. 35 ff.), nicht
auf eine Verbesserung seiner Rückfallprognose geschlossen werden. So lebt der
Beschuldigte zusammen mit seiner Tochter – wenn gemäss der Verteidigung
zwar auch "zufrieden", so doch nach wie vor nur – in einer Notwohnung und
verfügt demnach noch immer über kein dauerhaft stabiles Wohnumfeld. Und auch
wenn der Beschuldigte geltend macht, dass ihm per Ende Monat eine
Arbeitstätigkeit als Elektromonteur in Aussicht gestellt worden sei, so geht er doch
aktuell nach wie vor keiner Erwerbstätigkeit nach (vgl. Urk. 67 S. 2 ff.). Zudem
arbeitete der Beschuldigte seit seiner Ankunft in der Schweiz stets resp. immer
wieder temporär als Elektromonteur, ohne dass ihn dieser Umstand von
mehrfacher Delinquenz abgehalten hätte. Damit haben sich die Lebensumstände
des Beschuldigten nicht massgeblich verändert und es ist ihm nach wie vor eine
ungünstige Legalprognose zu stellen.
Von einer besonderen Strafempfindlichkeit des Beschuldigten aufgrund des
Umstandes, dass er alleine für die Betreuung seiner Tochter zuständig sei (vgl.
Urk. 68 S. 39), ist vorliegend ebenfalls nicht auszugehen. Zum einen führen
strafrechtliche Verurteilungen, insbesondere Freiheitsentzüge, stets zu
Konsequenzen für die Angehörigen eines Verurteilten, zum andern delinquierte
der Beschuldigte jeweils im Wissen darum, dass er für die Betreuung seiner
Tochter zuständig ist, weshalb ihm dieser Umstand nun nicht ex post zugute
gehalten werden kann. Die heute auszusprechende Verurteilung des
Beschuldigten muss für dessen Tochter denn auch nicht zwingend folgenschwer
ausfallen, besteht doch beispielsweise die Möglichkeit der Verbüssung der
Freiheitsstrafe in Form von gemeinnütziger Arbeit oder im Rahmen eines
Electronic Monitoring. Die Freiheitsstrafe von 6 Monaten ist deshalb zu vollziehen.
- 20 -
VI. Kosten- und Entschädigungsfolgen
1. Bei diesem Ausgang des Verfahrens ist die erstinstanzliche Kostenauflage
gemäss Dispositivziffer 9 zu bestätigen (Art. 426 Abs. 1 StPO).
2. Die Gerichtsgebühr für das Berufungsverfahren ist auf Fr. 3'000.– festzu-
setzen. Die Kostenauflage erfolgt im Verhältnis von Obsiegen und Unterliegen
(Art. 428 Abs. 1 StPO). Der Beschuldigte unterliegt mit seinen Anträgen voll-
umfänglich. Damit sind die zweitinstanzlichen Kosten – mit Ausnahme der
Entschädigung der amtlichen Verteidigung – dem Beschuldigten aufzuerlegen.
Die Kosten der amtlichen Verteidigung sind angesichts der schlechten finanziellen
Verhältnisse des Beschuldigten einstweilen auf die Gerichtskasse zu nehmen. Sie
können vom Beschuldigten in einem späteren Zeitpunkt eingefordert werden, falls
sich seine wirtschaftliche Situation entsprechend verbessern sollte.
3.1 Betreffend die Kosten der amtlichen Verteidigung reichte Rechtsanwalt
X._ im Vorfeld der Berufungsverhandlung eine Honorarnote ins Recht, mit
welcher er eine Entschädigung von Fr. 13'446.35 geltend machte (Urk. 65). Diese
erweist sich im Hinblick auf den Umfang und die Schwierigkeit des Falls als un-
angemessen hoch.
3.2 Gemäss Praxis ist bei der Festsetzung des Honorars der amtlichen Vertei-
digung bei sogenannten einfachen Standardverfahren von den in der Verordnung
über die Anwaltsgebühren vom 8. September 2010 (Anwaltsgebührenverordnung;
LS 215.3) aufgeführten Ansätzen auszugehen. In Verfahren, die nicht zu solch
einfachen Standardfällen gezählt werden können, ist demgegenüber gestützt auf
eine sachgerechte Auslegung der Anwaltsgebührenverordnung von der
Honorarabrechnung des Verteidigers auszugehen (vgl. ZR 111 [2012] Nr. 16
E. 2.1.3 mit weiteren Hinweisen).
3.3 Vorliegend handelt es sich um keinen aufwändigen Fall. So stehen lediglich
zwei Vorwürfe im Raum, wobei sich keinerlei komplexe Rechtsfragen stellen. Der
Aktenumfang erweist sich zudem als überschaubar. In Anbetracht dieser
- 21 -
Umstände ist vorliegend klar von einem einfachen Standardverfahren im Sinne
der Rechtsprechung auszugehen.
3.4 Die Gebühr für die Führung eines Strafprozesses (einschliesslich
Vorbereitung des Parteivortrages und Teilnahme an der Hauptverhandlung)
beträgt im Bereich der einzelgerichtlichen Zuständigkeit – auch im Berufungs-
verfahren – in der Regel Fr. 600.– bis Fr. 8'000.–, wobei auch zu berücksichtigen
ist, ob das vorinstanzliche Urteil ganz oder nur teilweise angefochten wurde (§ 18
Abs. 1 i.V.m. § 17 Abs. 1 lit. a AnwGebV). Innerhalb dieses Rahmens wird die
Grundgebühr nach den besonderen Umständen, namentlich nach Art und Umfang
der Bemühungen und den Schwierigkeiten des Falles, bemessen (vgl. § 2
AnwGebV).
3.5 Angesichts der in rechtlicher Hinsicht geringen und in tatsächlicher Hinsicht
höchstens durchschnittlichen Schwierigkeit des Falls, des geringen Aktenumfangs
sowie im Hinblick auf die durch die Verteidigung zu tätigenden Bemühungen ist
vorliegend für das Berufungsverfahren, innerhalb des weiten Gebührenrahmens
von Fr. 600.– bis Fr. 8'000.–, die Entschädigung inklusive 7.7% Mehrwertsteuer,
auf pauschal Fr. 6'000.– festzusetzen. Rechtsanwalt lic. iur. X._ ist somit für
seine Aufwendungen im Berufungsverfahren mit Fr. 6'000.– zu entschädigen.
3.6 Die Kürzung des geltend gemachten Honorars zeigt sich auch im Hinblick
auf die eingereichte Honorarnote der Verteidigung als gerechtfertigt, zumal der
mit 42 Stunden veranschlagte Aufwand für das Verfassen des Plädoyers für einen
Fall wie den vorliegenden deutlich zu hoch ausfällt und substantiell – um
mindestens einen Drittel bis zur Hälfte – zu kürzen wäre. Die mit 5 Stunden
veranschlagte Position "Aktenstudium (Urteil)" wäre zudem nicht – oder
zumindest nicht voll – zu vergüten. Zum einen rechtfertigt die bescheidene
Aktenmenge – bei den Untersuchungsakten befinden sich lediglich vier
Einvernahmen – kein Aktenstudium in diesem Umfang und zum andern ist das
Studium des begründeten (inklusive Dispositiv nur 36 Seiten langen) Urteils der
Vorinstanz nicht im Berufungsverfahren zu vergüten. Dieses wurde viel mehr mit
der vom Bezirksgericht zugesprochenen Entschädigung von Fr. 9'702.–
abgegolten.
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3.7 Schliesslich ist darauf hinzuweisen, dass die amtliche Verteidigung ihren
Aufwand in Einheiten von jeweils mindestens 15 Minuten geltend macht und die
für die entsprechenden Posten aufgewendete Arbeitszeit nicht genauer ausweist.
Eine solche – fast schon pauschale – Geltendmachung von Arbeitsaufwand
genügt den Anforderungen an eine Honorarrechnung – gerade im Falle eines
derart hohen Rechnungsbetrags – nicht, verunmöglich sie doch eine präzise
Nachvollziehung des geltend gemachten Aufwandes. Ungeachtet dieses
Umstands erweisen sich die durch Rechtsanwalt X._ in Rechnung gestellten
Fr. 13'446.35 in jedem Fall als dem Umfang und der Schwierigkeit des Falls
unangemessen.