# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** dfd88108-14dc-4cc2-8b7e-0586ded92cef
**Court:** SG_VGN
**Chamber:** SG_VGN_001
**Year:** 2013
**Language:** de
**Jurisdiction:** SG / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

hat das Verwaltungsgericht festgestellt:
A./ X.Y., Schwarzenbach, ist Eigentümer der 62'504 m und 32'654 m grossen
Parzellen Nrn. 000 und 001, Grundbuch Jonschwil. Beide Grundstücke sind unbebaut
und der Landwirtschaftzone zugeteilt sowie teilweise bzw. ganz als Fruchtfolgefläche
(FFF) ausgeschieden. Die nebeneinanderliegenden Grundstücke werden einzig durch
die schmale Bachparzelle Nr. 002 getrennt, auf welcher der Schwarzenbach als offener
Entwässerungsgraben fliesst. Bei der nordwestlichen Ecke des Grundstücks Nr. 001
mündet der Bach in einen rechteckigen Durchlass unterhalb der Berghofstrasse,
Gemeindestrasse 3. Klasse, die das Grundstück Nr. 001 westlich begrenzt. Ab hier
bzw. auf der anderen Strassenseite verläuft der Bach eingedolt unmittelbar an einer
Transformatorenstation vorbei durch das Siedlungsgebiet. Die Trafostation versorgt
den östlichen Dorfteil von Schwarzenbach mit Elektrizität. Nach rund 160 m tritt der
Bach wieder zu Tage.
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B./ a) Am 15. April 2010 stellte die Politische Gemeinde Jonschwil ein Baugesuch für
die Öffnung und Umlegung des Schwarzenbachs. Demnach soll der Bach neu
unmittelbar vor der Eindolung in einer Linkskurve nach Süden über den äussersten Teil
der nordwestlichen Ecke des Grundstücks Nr. 001 geführt, von dort unter einer neuen
Strassenbrücke hindurch und anschliessend südlich an der Trafostation vorbei auf der
heutigen Landwirtschaftsparzelle Nr. 003 als leicht mäandrierendes Niedriggewässer
offen geführt werden. Die bestehende Eindolung soll saniert und fortan als öffentlicher
Regenwasserauffangkanal für das Siedlungsgebiet genutzt werden. Für die Umlenkung
des Baches werden 120 m des Grundstücks Nr. 001 benötigt.
b) Mit der Auflage des Wasserbauprojekts erliess der Gemeinderat gleichzeitig den
Baulinienplan Schwarzenbach, womit beidseits des Bachs Gewässerabstandslinien
festgelegt werden sollen. Gleichzeitig erliess der Gemeinderat den Teilzonenplan Breiti
II, mit dem das Gebiet westlich der Berghofstrasse von der Landwirtschaftszone in die
Bauzone bzw. im Bereich des neuen Bachlaufs in die Grünzone Freihaltung ein- bzw.
umgezont werden soll.
c) X.Y. liess am 25. Mai 2010 als Eigentümer der vom Bachprojekt betroffenen Parzelle
Nr. 001 gegen das Wasserbauprojekt und die beiden Planerlasse Einsprache erheben.
Dabei verlangte er, dass das Projekt derart angepasst werde, dass sein Grundstück
von der Bachverlegung unberührt bleibe. Dementsprechend seien auch die beiden
Planerlasse anzupassen. Der Gemeinderat wies die Einsprache am 20. Oktober 2010
ab.
d) Gegen den abschlägigen Beschluss der Gemeinde liess der Einsprecher am
8. November 2010 beim Baudepartement des Kantons St. Gallen Rekurs erheben. Er
verlangte, dass das Bachprojekt und die Planerlasse wie bereits mit seiner Einsprache
verlangt kostenpflichtig abgeändert würden. Gleichzeitig beantragte er die Feststellung,
dass die formelle Enteignung unzulässig sei. Die Rekursbehörde wies das Rechtmittel
mit Entscheid vom 29. Juni 2011 ab. Sie räumte dabei zwar ein, dass die Vorinstanz
das rechtliche Gehör des Einsprechers verletzt habe, weshalb sie dem Rekurrenten
eine reduzierte ausseramtliche Entschädigung zusprach. Darüber hinaus verneinte sie
aber, dass die Vorinstanz ihre Koordinationspflicht verletzt habe. Die Voraussetzungen
für eine Enteignung erachtete das Baudepartement als erfüllt und die Enteignung der
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benötigten 120 m für den Rekurrenten als zumutbar. Dementsprechend wies es den
Rekurs auch bezüglich der beiden angefochtenen Planerlasse ab.
C./ Dagegen liess der Rekurrent am 13. Juli 2011 beim Verwaltungsgericht des
Kantons St. Gallen mit dem Antrag Beschwerde erheben, der vorinstanzliche Entscheid
sei kostenpflichtig aufzuheben. Seine Beschwerdebegründung datiert vom
9. September 2011. Er wehrt sich vor allem dagegen, dass er wertvolles Ackerland
hergeben müsse, damit andernorts Bauland geschaffen werden könne, und zwar einzig
deshalb, weil die Gemeinde vor 20 Jahren die Trafostation am falschen Ort errichtet
habe.
D./ a) Die Vorinstanz beantragt mit Vernehmlassung vom 13. September 2011, die
Beschwerde abzuweisen. Dabei macht sie unter anderem geltend, dass sich die
verschiedenen Gewässerbauprojekte am Schwarzenbach nicht gegenseitig bedingen
würden, weshalb keine Koordinationspflicht bestehe. Falsch sei auch, dass bewusst im
Hochwasserprofil gebaut worden sei.
b) Der Gemeinderat beantragte am 30. September 2011 die Abweisung der
Beschwerde. Die Eindolung müsse saniert werden, weil sie mittelfristig
einsturzgefährdet und für ein hundertjähriges Hochwasser zu klein dimensioniert sei.
Da vorliegend genügend Platz für einen offenen Bachverlauf vorhanden sei, müsse der
Bach im Rahmen der Sanierung von Gesetzes wegen offengelegt werden. Mithin sei
die Einzonung westlich der Berghofstrasse nicht Ursache, sondern Auslöser des
Bachprojekts. Der Eigentümer der einzuzonenden Parzelle stelle den nötigen Raum
freiwillig und gratis zur Verfügung. Der Einbezug des Grundstücks des
Beschwerdeführers werde - wie der Beschwerdeführer zu Recht einwende - wegen der
bestehenden Trafostation nötig. Die vorgeschlagene Verlegung nördlich an der
Trafostation vorbei wäre hydraulisch aber nachteiliger und extrem kostenintensiv.
Zudem würden mindestens 300 m Bauland von Dritten benötigt, während bei der
vorliegenden Variante bloss 120 m beansprucht würden, die sich ausserhalb der
Bauzone befinden. Im Rahmen der Interessensabwägung müsse auch berücksichtigt
werden, dass der Beschwerdeführer die verbleibenden Landwirtschaftsflächen
weiterhin ohne weiteres bewirtschaften könne. Der Beschwerdeführer und seine Frau
seien im Übrigen im Pensionsalter, der Beschwerdeführer bereits über 70 Jahre alt.
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c) Der Beschwerdebeteiligte als Eigentümer der Parzelle Nr. 003 liess sich nicht
vernehmen.
d) Der Beschwerdeführer nahm zu den Vernehmlassungen am 4. November 2011
Stellung. Dabei anerkennt er, dass die Eindolung saniert werden müsse. Er stört sich
aber nach wie vor an der geplanten Linienführung über seine Liegenschaft. Sodann
bringt er Gründe vor, weshalb die Variante nördlich an der Trafostation auch sonst zu
bevorzugen sei. Zwar müsse dabei ein Teil der Eindolung erhalten bleiben. Dafür
gingen aber keine Fruchtfolgeflächen verloren. Allenfalls könne der Bach auch entlang
seines heutigen Verlaufs offengelegt werden, wofür die Trafostation abgebrochen und
weiter südlich wieder aufgebaut werden müsste. Des Weiteren hält er daran fest, dass
das Koordinationsgebot verletzt werde, wenn die beiden angrenzenden
Bachbauprojekte nicht zusammen beurteilt würden. Je nach Ausgang dieses
Verfahrens müsse die Gerinneausweitung auf der Bachparzelle Nr. 002, die er in einem
anderen Verfahren ebenfalls angefochten habe, anders platziert werden. Dies
wiederum könne je nach definitivem Standort der Bachausweitung dazu führen, dass
bei Hochwasser die Ufer entlang seiner Grundstücke "ausgefressen" würden. Sein
Alter sei im vorliegenden Zusammenhang ohne Belang. Seinen Betrieb bewirtschafte er
trotz seines Pensionsalters aktiv. Zudem werde er den Betrieb weitergeben.
E./ Das Verwaltungsgericht sistierte das Verfahren mit Verfügung vom 9. Mai 2012, bis
das Baudepartement die nötigen Genehmigungen für die angefochtenen Änderungen
erlassen hatte. Die Genehmigung des Teilzonenplans Breiti II und des Baulinienplans
Schwarzenbach (Bereich Berghofstrasse-Ringstrasse) datieren vom 14. November
2012. Diese gingen mit Schreiben vom 22. November 2012 beim Gericht ein. Die am
11. Dezember 2012 nachgeforderte Genehmigung des Gewässerbauprojekts vom
1. Oktober 2012 ging gleichentags beim Gericht ein. Diese Unterlagen wurden den
Verfahrensbeteiligten am 27. November 2012 bzw. 12. Dezember 2012 zugestellt. Der
Beschwerdeführer nahm dazu am 20. Dezember 2012 Stellung. Diese Stellungnahme
wurde den übrigen Verfahrensbeteiligten anderntags zur Kenntnisnahme zugeschickt.
F./ Auf die weiteren Vorbringen der Beteiligten wird, sofern nötig, in den nachfolgenden

## Considerations

Erwägungen eingegangen.
Darüber wird in Erwägung gezogen:
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1. (...).
2. Es ist unbestritten, dass die Baubehörde das rechtliche Gehör des
Beschwerdeführers gemäss Art. 29 Abs. 2 der Bundesverfassung (SR 101, abgekürzt
BV) verletzt hat, weil sie im Einspracheentscheid auf Unterlagen Bezug nahm, die sie
dem Einsprecher auf sein Verlangen hin nicht zugestellt hatte. Der Beschwerdeführer
wehrt sich nun dagegen, dass die Vorinstanz diesen Mangel im Rekursverfahren geheilt
hat. Für den Beschwerdeführer kommt einzig eine Rückweisung in Frage.
2.1. Der Anspruch auf rechtliches Gehör ist formeller Natur. Wird dessen Verletzung
festgestellt, muss der angefochtene Hoheitsakt ohne Rücksicht darauf, ob die
Anhörung für den Ausgang des Verfahrens relevant ist, mithin die Behörde zu einer
Änderung des Entscheids veranlassen wird oder nicht, aufgehoben werden (Häfelin/
Müller/Uhlmann, Allgemeines Verwaltungsrecht, 6. Auflage, Zürich/St. Gallen 2010, Rz.
1709). Nach der Rechtsprechung kann indessen eine nicht besonders schwerwiegende
Verletzung des rechtlichen Gehörs geheilt werden, wenn die betroffene Person
nachträglich die Möglichkeit erhält, sich vor einer Rechtsmittelinstanz zu äussern, die
sowohl den Sachverhalt als auch die Rechtslage frei überprüfen kann. Die Heilung soll
dabei die Ausnahme bleiben, weil dem Betroffenen damit eine Instanz verloren geht.
Doch selbst bei einer schwerwiegenden Verletzung des Gehörs kann von einer
Rückweisung der Sache an die Vorinstanz abgesehen werden, wenn und soweit die
Rückweisung zu einem formalistischen Leerlauf und damit zu unnötigen Verzögerungen
führen würde, die mit dem (der Anhörung gleichgestellten) Interesse der betroffenen
Partei an einer beförderlichen Beurteilung der Sache nicht zu vereinbaren wären (BGE
133 I 201 E. 2.2; 132 V 387 E. 5.1 mit Hinweis).
2.2. Die Beschwerdegegnerin hat dem Einsprecher den Zustandsbericht und die
Kostenberechnungen der Trafostation nicht zugestellt, sich bei der Begründung aber
gleichwohl darauf bezogen. Damit hatte der Beschwerdeführer zumindest Kenntnis von
den wesentlichen Beweggründen und war somit in der Lage, sich im Rahmen der
Rekursbegründung damit auseinanderzusetzen, wie die Vorinstanz zu Recht ausführt.
Nachdem die Rekursbehörde über die gleiche Kognition wie die Beschwerdegegnerin
verfügt, dem Rekurrenten zwischenzeitlich die gesamten Akten zur Einsicht zugestellt
hatte und sich dieser sodann zu sämtlichen Unterlagen, insbesondere auch zu den
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Unterlagen die Transformatorenstation betreffend äussern konnte, durfte die Vorinstanz
den formellen Mangel folglich ohne weiteres heilen (vgl. dazu BGE 137 I 195 E. 2.6).
Dazu kommt, dass die Heilung der Gehörsverletzung bei der Kostenverlegung korrekt
zu Lasten der Baubehörde berücksichtigt wurde.
3. Der Beschwerdeführer verlangt einen Augenschein bzw. einen Amtsbericht für seine
Tatsachenbehauptungen, dass der Schwarzenbach die natürliche Grenze zwischen
seinen beiden Landwirtschaftsparzellen Nrn. 000 und 001 bilde und dass die Gemeinde
das Grundstück Nr. 003 bereits im Jahr 2005 hätte einzonen wollen. Weiter verlangt er
eine Besichtigung des oberen Bachlaufs, für das ebenfalls ein Bachprojekt bestehe und
das er ebenso angefochten habe. Das Gericht soll sodann die Trafostation und den
heutigen Durchlass unter der Berghofstrasse an Ort und Stelle besichtigen. Einen
Augenschein verlangt er auch zu seinen Einwänden, dass die Trafostation verlegt
werden könne, dass der Schwarzenbach vor seiner Eindolung weiter nördlich verlaufen
sei, dass die Verlegung des Baches über seine Parzelle für ihn eine Erschwerung in der
Bewirtschaftung bedeute und dass der Bach statt südlich auch nördlich an der
Trafostation vorbeigeführt werden könnte.
3.1. Der Augenschein ist die unmittelbare sinnliche Wahrnehmung von Tatsachen
durch die entscheidende Instanz. Er dient dem besseren Verständnis des Sachverhalts.
Ein Amtsbericht ist die Auskunft einer Behörde oder Amtsstelle über bestimmte
Tatsachen oder Verhältnisse, über welche diese auf Grund ihrer Tätigkeit besondere
Sachkunde besitzt. Ein Sachverständigengutachten ist der Befund zu Tatsachen, erteilt
durch Personen, die darüber besonders sachkundig sind. Ob ein Augenschein
durchzuführen oder ein Amtsbericht bzw. eine Expertise einzuholen ist, entscheidet die
urteilende Instanz nach pflichtgemässem Ermessen. Unbestrittene Tatsachen brauchen
nicht durch einen Augenschein überprüft zu werden, sofern eine Nachprüfung nicht
durch öffentliche Interessen geboten ist. Das Gleiche gilt für die Einholung eines
Amtsberichts oder den Beizug eines Sachverständigen, wenn das Gericht über
genügend eigene Sachkunde verfügt und die Einholung bzw. der Beizug nicht
gesetzlich vorgeschrieben ist. Nötig kann der Beizug insbesondere bei Fragen der
Naturwissenschaften, der Technik oder der Medizin werden. In Schätzungssachen
beispielsweise verzichtet das Verwaltungsgericht regelmässig auf die Einholung eines
Gutachtens bzw. den Beizug eines Sachverständigen, da solche Entscheide nur wegen
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unrichtiger Tatsachenfeststelllung oder Rechtsanwendung angefochten werden
können, nicht aber wegen Unangemessenheit (Cavelti/Vögeli,
Verwaltungsgerichtsbarkeit im Kanton St. Gallen, St. Gallen 2003, Rz. 966 und 974 ff.).
3.2. Die entscheidenden tatsächlichen Verhältnisse ergeben sich vorliegend bereits aus
den Plänen, Fotografien, dem Augenscheinprotokoll der Vorinstanz vom 5. April 2011
samt Stellungnahmen dazu bzw. den übrigen Verfahrensakten sowie dem öffentlich
zugänglichen Geoportal (www.geoportal.ch). Dazu kommt, dass die geltend gemachten
Tatsachen, zu denen der Beschwerdeführer die genannten Beweismittel beantragt,
entweder unbestritten oder für die hier zu beantwortenden Fragen der Rechtmässigkeit
der Enteignung irrelevant sind. Bezüglich des Zustands der Trafostation und der
Möglichkeiten einer allfälligen Verlegung hat die Beschwerdeführerin unaufgefordert
einen Amtsbericht der für die Stromversorgung zuständigen öffentlich-rechtlichen
Korporation eingereicht, dem nichts beizufügen ist. Es erübrigt sich deshalb, zusätzlich
einen Vertreter der Dorfkorporation Schwarzenbach als Auskunftsperson zu befragen,
wie die Beschwerdegegnerin beantragt, bzw. eine gerichtliche Expertise darüber
erstellen zu lassen, ob die Kapazität der Trafostation am heutigen Standort in naher
Zukunft ausgeschöpft sei. Für entsprechende, ohne weitere Ausführungen in den Raum
gestellte Mutmassungen des Beschwerdeführers liegen keinerlei Hinweise vor. Der
Umstand allein, dass mit der Einzonung zusätzlicher Strombedarf generiert werde,
zieht jedenfalls keinen Ersatz der erst 20-jährigen und laufend auf dem neusten Stand
der Technik gehaltenen Transformatorenstation nach sich.
3.3. Aus dem Gesagten folgt, dass eine weitere Beweiserhebung unnötig ist. Auf die
Durchführung eines nochmaligen Augenscheins durch das Gericht bzw. die zusätzliche
Einholung eines Amtsberichts bzw. einer gerichtlichen Expertise kann somit verzichtet
werden.
4. Der Beschwerdeführer macht eine Verletzung der Koordinationspflicht geltend.
4.1. Baubewilligungen und projektbezogene Pläne, die wie Sondernutzungspläne
Verfügungscharakter haben, dürfen keine Widersprüche enthalten. Aus diesem Grund
sind sie nach Art. 25a Abs. 1 des Raumplanungsgesetzes (SR 700, abgekürzt RPG) zu
koordinieren, wenn die Errichtung oder Änderung einer Baute oder Anlage Verfügungen
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mehrerer Behörden erfordert (Art. 25a Abs. 3 RPG). Das Gleiche ist sinngemäss auch
auf das Nutzungsplanverfahren anwendbar (Art. 25a Abs. 3 RPG). In
verfahrensmässiger Hinsicht gilt das Koordinationsgebot in dem Sinn, dass ein
Bauvorhaben als Ganzes in einem einheitlichen Rechtsmittelverfahren angefochten
werden können muss (GVP 2000 Nr. 79 S. 202 mit Hinweisen). Ein einheitliches
Rechtsmittelverfahren fällt nur dahin, wenn die zur Bewilligung eines Vorhabens
massgeblichen Rechtsfragen teils durch Bundes- und teils durch kantonale Behörden
zu beurteilen sind bzw. das projektierte Bauvorhaben nach der gesetzlichen Regelung
aus einem dem kantonalen und einem dem eidgenössischen Recht unterliegenden Teil
besteht und eine Ausdehnung der einen oder anderen Kompetenz nicht möglich ist. In
diesen Fällen beschränkt sich die Koordination auf eine inhaltlich abgestimmte
Rechtsanwendung (BGer 1A.141/2006 vom 27. September 2006 E. 5.1).
4.2. Der Beschwerdeführer rügt in diesem Zusammenhang, dass der Gewässerraum
auf dem Grundstück Nr. 003 sowohl mittels Grünzone, als auch mit
Gewässerabstandslinien geschützt werden soll. Gemäss Kreisschreiben des
Baudepartements und des Volkswirtschaftsdepartements des Kantons St. Gallen an
die Gemeinden vom 16. Mai 2012 Seite 9 f. (www.sg.ch -> Bauen, Raum & Umwelt ->
Raumentwicklung/Geoinformation -> Ortsplanung) sind beide planerischen
Massnahmen geeignet, den Freihalteraum für ein Gewässer zu sichern. Daran ändert
sich auch nichts, wenn die beiden planerischen Erlasse wie vorliegend kombiniert bzw.
überlagert werden. Insbesondere steht aus Sicht des Gewässerschutzes nichts
entgegen, dass der Bereich innerhalb des Freihaltebereichs wie beim Strassenabstand
(vgl. dazu Art. 61 Abs. 3 BauG) an die Ausnützung angerechnet wird. Mit Blick auf das
oberste Ziel der Raumplanung gemäss Art. 1 Abs. 1 des Raumplanungsgesetzes (SR
700), Boden haushälterisch zu nutzen, erweisen sich Baulinien im Zusammenhang mit
der Sicherung des Gewässerraums somit im Gegenteil als empfehlenswert
(Wegleitung, a.a.O., S. 9) bzw. als zweckmässig. Eine Verletzung der
Koordinationspflicht liegt damit nicht vor.
4.3. Ansonsten anerkennt der Beschwerdeführer, dass die Verfahren korrekt
aufeinander abgestimmt wurden, soweit sie im Zusammenhang mit der
Bachverlegung/-öffnung im Abschnitt Berghofstrasse-Ringstrasse (Neuerstellung
Brücke für die Berghofstrasse, Auslenkung des Gewässers ab dem Grundstück Nr. 002
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über sein Grundstück mit einer neu trassierten offenen Führung des Gewässers über
das westliche Nachbargrundstück Nr. 003 jenseits der Berghofstrasse, Erlass
Teilzonen- und Baulinienplan sowie Enteignung) stehen. Er bemängelt jedoch, dass
dieses Projekt nicht gleichzeitig mit der Sanierung des östlich anschliessenden
Bereichs des Schwarzenbachs ausgearbeitet und beurteilt worden ist. Den zwingenden
Sachzusammenhang sieht er darin, dass das Gewässerbauprojekt des obliegenden
Abschnitts angepasst werden müsste, wenn das vorliegende Projekt abgeändert
werden würde.
4.4. Das hier zu beurteilende Gewässerbauprojekt ist korrekt im Planverfahren
behandelt worden (Art. 21 ff. des Wasserbaugesetzes, sGS 734.1, abgekürzt WBG).
Während der Schwarzenbach hier ausgedolt und verlegt werden soll, ist im
obliegenden Bachabschnitt auf der Bachparzelle Nr. 002 lediglich vorgesehen, den
Bachlauf zu sanieren bzw. dem durch Verkrautung und Ufererosion eingeengten Bach
im Rahmen einer geschwungenen, mit flachen, mit Sträuchern und Hochstauden
bewachsenen Uferböschungen wiederum den Charakter eines Wiesenbachs
zurückzugeben. Die entsprechende ökologische Aufwertung beschränkt sich dabei auf
die Bachparzelle. Die beidseitigen Grundstücke des Beschwerdeführers bleiben davon
unberührt. Auch spielt es verfahrensmässig keine Rolle, ob die vom Beschwerdeführer
gerügte Gerinneaufweitung bzw. der Schwemmmaterialsammler wegen des vorliegend
zu beurteilenden Projekts möglicherweise nicht direkt an die Berghofstrasse zu liegen
kommen kann, wie sich das der Beschwerdeführer offensichtlich wünscht. Nach Art. 57
WBG ist für Unterhalts- und Kontrollarbeiten an Bachufern die Zustimmung der
betroffenen Grundeigentümer - vorliegend des Beschwerdeführers - nicht nötig,
weshalb die Zugriffsstelle für Unterhaltsarbeiten an diesem Sammler nicht unmittelbar
an der Berghofstrasse liegen muss. Die Sanierung des Schwarzenbachs im oberen
Bereich bzw. dessen Ausdolung im unteren Abschnitt bedingen sich somit nicht
gegenseitig, sondern können unabhängig voneinander geplant und realisiert werden.
Die weiteren Befürchtungen des Beschwerdeführers, die Uferränder auf der
Bachparzelle Nr. 002 könnten bei Hochwasser erodieren und somit seine beiden
angrenzenden Liegenschaften in Mitleidenschaft ziehen, werden im Rahmen jenes
Projekts zu prüfen sein. Dabei wird allenfalls abzuklären sein, ob die Uferränder
verstärkt werden müssen oder nicht.
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4.5. Aus dem Gesagten folgt, dass die Verlegung und Ausdolung des Schwarzenbachs
im Bereich Berghofstrasse-Ringstrasse mit dem östlich angrenzenden
Wasserbauprojekt in keinem zwingenden Zusammenhang stehen, weshalb die beiden
Wasserbauprojekte unabhängig voneinander geplant, erlassen und ausgeführt werden
können.
5. Nach Ansicht des Beschwerdeführers verletzt die Enteignung durch die Gemeinde
die Bundesverfassung, weil diese im vorliegenden Fall gleichzeitig Partei sei. Erst das
Verwaltungsgericht erfülle die Voraussetzungen von Art. 29a und Art. 30 BV.
5.1. Art. 29a BV garantiert jeder Person, eine allfällige Rechtsstreitigkeit durch eine
richterliche Behörde beurteilen zu lassen. Art. 30 BV untersagt Ausnahmegerichte bzw.
garantiert den Zugang zu einem durch Gesetz geschaffenen, zuständigen,
unabhängigen und unparteiischen Gericht. Dies alles trifft auf das Verwaltungsgericht
zu, wie der Beschwerdeführer selber einräumt. Das Verwaltungsgericht hat bezüglich
der Feststellung des Sachverhalts und der Anwendung des Rechts volle Kognition (Art.
61 Abs. 1 und 2 VRP). Die angerufenen Verfassungsbestimmungen sind somit
offensichtlich nicht verletzt.
5.2. Der Beschwerdeführer rügt sinngemäss, der Gemeinderat sei nicht unbefangen,
wenn er als projektverantwortliches Organ auch über die dafür nötige Enteignung
Dritter befinde.
5.2.1. Nach Art. 29 Abs. 1 BV hat jede Person in Verfahren vor Gerichts- und
Verwaltungsinstanzen Anspruch auf gleiche und gerechte Behandlung. Verlangt wird,
dass die Entscheidbehörde in bestimmtem Mass unvoreingenommen ist. Das
kantonale Recht regelt den Ausstand von Behördenmitgliedern, Beamten und
öffentlichen Angestellten sowie amtlich bestellten Sachverständigen in Art. 7 VRP. Die
Ausstandsgründe stimmen im Wesentlichen mit denjenigen überein, die sich aus Art.
29 Abs. 1 BV ergeben. Demnach hat eine natürliche Person in den Ausstand zu treten,
wenn sie ein persönliches Interesse an einer bestimmten Angelegenheit hat oder der
objektive Anschein der Befangenheit besteht. Zu berücksichtigen ist indessen, dass
Verwaltungsbehörden nicht nur zur neutralen Rechtsanwendung berufen sind, sondern
auch öffentliche Aufgaben zu erfüllen haben. Aus diesem Grund ist die Behörde
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oftmals Partei und gleichzeitig in eine Verwaltungsorganisation eingebunden. Von
daher kann sie beim Erlass von Verfügungen nicht im eigentlichen Sinn als unparteiisch
bezeichnet werden (G. Steinmann, in: St. Galler Kommentar zu Art. 29 BV, 2. Aufl.,
Zürich/St. Gallen 2008, Rz. 18 zu Art. 29 mit Hinweis auf BGE 124 I 274 E. 3e).
5.2.2. Die aus Art. 29 Abs. 1 BV fliessenden Ausstandsregeln gelten nach bisheriger,
allerdings kritisierter Rechtsprechung des Bundesgerichts (vgl. dazu Kölz/Häner,
Verwaltungsverfahren und Verwaltungsrechtspflege des Bundes, 2. Aufl., Zürich 1998,
Rz. 253) nur für einzelne Mitglieder einer Behörde, nicht aber für eine Behörde als
solche (Cavelti/Vögeli, a.a.O., Rz. 180 mit Hinweis auf BGE 105 Ib 301). Während
Behördenmitglieder bei Sachgeschäften, an denen sie persönlich interessiert sind,
wegen objektiven Anscheins der Befangenheit in den Ausstand zu treten haben, hat
das Bundesgericht wiederholt entschieden, dass bei der Wahrung öffentlicher
Interessen grundsätzlich keine Ausstandspflicht bestehe (BGer 1P.96/2007 vom 26.
März 2008 E. 5.4, mit Hinweisen).
5.2.3. Die politischen Gemeinden sind von Gesetzes wegen nicht bloss für die
Behandlung von Baugesuchen zuständig (Art. 2 Abs. 1 des Baugesetzes, sGS 731.1,
abgekürzt BauG). Zu ihrem umfassenden Aufgabenbereich gehört unter anderem auch
die Projektierung wasserbaulicher Massnahmen an Gemeindegewässern und an den
übrigen Gewässern, so auch die Offenlegung und Renaturierung von Fliessgewässern
(Art. 13 Abs. 1 lit. b und c WBG in Verbindung mit Art. 17 Abs. 1 WBG). Für
wasserbauliche Massnahmen wird nach Art. 21 Abs.1 WBG das Planverfahren
durchgeführt, womit das entsprechende Bauprojekt nach Art. 24 WBG öffentlich
aufgelegt wird. Wer dafür private Rechte abtreten muss oder auf wessen Grundstück
eine Baulinie ausgeschieden wird oder wessen Grundstück in den Gewässerabstand
zu liegen kommt, erhält eine persönliche Anzeige. Diese Anzeige gilt als Einleitung des
Enteignungsverfahrens (Art. 25 WBG). Gegen das Projekt selbst und gegen die
Zulässigkeit der Enteignung kann bei Gemeinde- und den übrigen Gewässern bei der
zuständigen Gemeindebehörde Einsprache erhoben werden (Art. 22 lit. b WBG in
Verbindung mit Art. 31 WBG). Gegen Einspracheentscheide der politischen Gemeinde
steht alsdann beim Baudepartement die Rekursmöglichkeit offen (Art. 29 WBG in
Verbindung mit Art. 43bis Abs. 1 lit. a VRP in Verbindung mit Art. 25 des
Geschäftsreglements der Regierung und der Staatskanzlei, sGS 141.3). Gegen den
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Rekursentscheid kann gemäss Art. 59bis Abs. 1 VRP Beschwerde an das
Verwaltungsgericht erhoben werden. Das Gericht überprüft den Verwaltungsentscheid
dabei auf seine Rechtmässigkeit (Art. 61 Abs. 1 VRP). So schreitet es insbesondere ein,
wenn die Vorinstanz das ihr zustehende Ermessen überschreitet oder missbraucht hat
(Cavelti/Vögeli, a.a.O., Rz. 740). Der Beschwerdeführer kann zudem geltend machen,
der angefochtene Entscheid beruhe auf einem unrichtig oder unvollständig
festgestellten Sachverhalt (Art. 61 Abs. 2 VRP).
5.2.4. Für die Funktion der Gemeinde als Enteignungsbehörde sieht das Gesetz keine
Ausnahme vor, selbst wenn ein (eigenes) Bauprojekt auf einem Grundstück der
politischen Gemeinde zur Diskussion steht. Nehmen Personen in ihrer Funktion als
Behördenmitglieder in einer bestimmten Angelegenheit öffentliche Interessen wahr,
liegt folglich auch kein Ausstandsgrund vor (VerwGE B 2010/96 E. 3.1. mit Hinweisen,
in: www.gerichte.sg.ch).
5.3. Aus dem Gesagten folgt, dass gegen erstinstanzliche Einspracheentscheide der
Gemeinde gemäss Art. 31 WBG, in denen diese im Zusammenhang mit einem eigenen
Wasserbauprojekt auch über die Zulässigkeit der Enteignung betroffener Dritter
befindet, der verfassungsmässige Rechtsweg offensteht und dass mit der gesetzlichen
Zuständigkeitsregelung auch keine Ausstandsvorschriften verletzt werden.
6. Der Beschwerdeführer anerkennt, dass Fliessgewässer generell nicht (mehr)
überdeckt oder eingedolt werden dürfen und dass der vorliegend überdeckte Bach im
Bereich des neu zu schaffenden Baugebiets westlich der Berghofstrasse grundsätzlich
geöffnet werden muss, wenn die Eindolung saniert werden soll (Art. 38 des
Gewässerschutzgesetzes, SR 814.20, abgekürzt GSchG). Auch bestreitet er nicht, dass
die vorliegende Eindolung in absehbarer Zeit erneuert werden muss. Er wehrt sich aber
dagegen, dass für das entsprechende Bachbauprojekt 120 m seines Landes, das als
Fruchtfolgefläche ausgeschieden ist, verwendet werden soll, obgleich seiner Meinung
nach andere Möglichkeiten, insbesondere eine andere Linienführung innerhalb des
Baugebiets, möglich wären.
6.1. Der Schwarzenbach ist ein öffentliches Gemeindegewässer im Sinn von Art. 4
Abs. 1 lit. b WBG, das von der Gemeinde unterhalten und allenfalls ausgebaut werden
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http://www.gerichte.sg.ch
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muss (Art. 7 Abs. 2 lit. b WBG in Verbindung mit Art. 15 WBG). Dabei werden private
Rechte nach Art. 34 Abs. 1 WBG enteignet, wenn sie nicht anderweitig erworben
werden können. Die Voraussetzungen für den öffentlich-rechtlichen Eigentumseingriff
finden sich im Enteignungsgesetz (sGS 735.1, abgekürzt EntG; Art. 34 Abs. 2 WBG).
Eine behördliche Einziehung von Grundeigentum und anderen dinglichen Rechten an
Grundstücken, von Nachbarrechten und persönlichen Rechten an zu enteignenden
Grundstücken (Art. 8 Abs. 1 EntG) ist dabei etwa für den Bau, Betrieb und Unterhalt
sowie die künftige Erweiterung öffentlicher oder überwiegend im öffentlichen Interesse
liegender Werke zulässig sowie für die Erhaltung von Gegenständen, die dem
besonderen Schutz nach den Vorschriften über Natur- und Heimatschutz unterstehen,
oder für Massnahmen zur Walderhaltung oder für die Erstellung von Bauten und
Anlagen zum Schutz vor Naturereignissen (Art. 5 EntG). Die gesetzliche Grundlage für
den vorliegenden Eigentumseingriff ist damit vorhanden.
6.2. Das öffentliche Interesse am vorliegenden Bachbauprojekt liegt darin, dass das
einzuzonende Grundstück Nr. 003 sowie zwölf weitere, bereits überbaute Parzellen
heute bei einem hundertjährigen Hochwasserereignis gemäss Plan Hochwasserlinie
Schwarzenbach (Ist-Zustand HQ100 = 12 m /s) vom 7. Juni 2006 überflutet werden.
Die Ursache liegt dabei weniger beim knapp genügend grossen Einlass der Eindolung,
sondern am Kanal selbst, weil sich dieser im Innern verengt und somit einem alle
hundert Jahre auftretenden Hochwasser nicht gewachsen ist. Überschwemmt wird
auch die direkt an der Eindolung stehende Trafostation. Damit sind erhebliche
Sachwerte Privater und die Energieversorung eines ganzen Dorfteils gefährdet. Dazu
ergibt sich aus dem Umkehrschluss von Art. 38 GSchG, dass das sanierungsbedürftige
eingedolte Gewässer grundsätzlich geöffnet und renaturiert werden muss und dass
ohne Entschärfung der Hochwassergefährdung die ebenfalls im öffentlichen Interesse
liegende Einzonung der Parzelle Nr. 003 nicht realisiert werden kann.
6.3. Die Inanspruchnahme der Landwirtschaftsparzelle des Beschwerdeführers für das
Gewässerbauprojekt muss nach Art. 36 Abs. 3 BV verhältnismässig sein. Das ist der
Fall, wenn der Eigentumseingriff geeignet ist, um den im öffentlichen Interesse
verfolgten Zweck herbeizuführen. Weiter darf keine mildere Massnahme ausser Acht
gelassen werden und schliesslich muss zwischen dem verfolgten Zweck und der
Beeinträchtigung des Betroffenen ein vernünftiges Verhältnis bestehen (Häfelin/Haller/
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Keller, Schweizerisches Bundesstaatsrecht, 7. Auflage, Zürich/Basel/Genf 2008,
Rz. 320 ff.). Demnach ist eine Enteignung nur dann zulässig, wenn der Zweck,
vorliegend die Bachöffnung und -verlegung, auf keine andere Weise befriedigend oder
nur mit unverhältnismässigem Mehraufwand verwirklicht werden könnte. Auch darf sie
nicht zu einem Nachteil führen, der in einem Missverhältnis zum verfolgten Zweck steht
(Art. 6 EntG).
6.3.1. Der Beschwerdeführer verlangt, dass die am 1. Juli 1988 bewilligte und im Jahr
1990 erstellte Ortsnetzstation versetzt werde, damit er von der Bachverlegung
unbehelligt bleibe. Die Station wurde in massiver Bauweise erstellt und seither
regelmässig unterhalten und auf dem aktuellsten Stand der Technik gehalten, wie die
für die Stromversorgung zuständige öffentlich-rechtliche Körperschaft der politischen
Gemeinde gegenüber am 28. September 2011 bestätigt hat. Dafür, dass die demnach
erst 22-jährige Trafostation in absehbarer Zeit umfassend zu erneuern, auszubauen
oder durch eine Anlage an einem anderen Ort zu ersetzen sei, wie der
Beschwerdeführer unbegründet in den Raum stellt, liegen somit keinerlei
Anhaltspunkte vor. Im Zeitpunkt ihrer Bewilligung und ihrer Erstellung galt gegenüber
eingedolten Gewässern noch kein Gewässerabstand (vgl. Botschaft des III.
Nachtragsgesetzes zum Baugesetz [ABl 1994 S. 2268] bzw. Art. 59 Abs. 2 zweiter und
dritter Satz BauG), womit die Station in ihrem heutigen Bestand geschützt ist (Art. 41c
Abs. 2 der Gewässerschutzverordnung, SR 814.201). Die entsprechende
Bestandesgarantie umfasst dabei nicht bloss den Unterhalt der zwischenzeitlich
rechtswidrig gewordenen Baute, sondern auch deren zeitgemässe Erneuerung
(Baudepartement, Juristische Mitteilungen 2012/II Nr.1 S. 3, abrufbar unter:
www.jumi.sg.ch). Damit erweist sich auch der Einwand des Beschwerdeführers als
unbehelflich, die Transformatorenstation werde durch das Anlegen der Baulinie "in
weiterem Sinne noch baurechtswidriger", als sie es heute schon sei.
6.3.2. Ihre Verlegung würde gemäss einer Schätzung eines Ingenieurbüros aus Wil aus
dem Jahr 2008 - ohne Landerwerb und weitere Kosten - rund Fr. 426'000.-- kosten.
Diese Einschätzung ist in ihrer Grössenordnung plausibel und wird vom
Beschwerdeführer nicht substanziell angefochten. Ihre blosse Bestreitung rechtfertigt
es somit nicht, die Kostenschätzung des Fachbüros zusätzlich gerichtlich expertisieren
zu lassen. Es muss davon ausgegangen werden, dass die Versetzung der Trafostation
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rund 80 Prozent der Baukosten des heutigen Gesamtprojekts von Fr. 530'000.—-
ausmachen bzw. mehr als das Doppelte des Anteils der Gemeinde von Fr. 188'000.--.
Der Eigentümer der Parzelle Nr. 003, das im Rahmen dieses Wasserbauprojekts
eingezont werden soll, stellt nämlich nicht bloss das Land für die Bachverlegung zur
Verfügung, sondern übernimmt abzüglich des Beitrags des Bundes, der im Rahmen
des Renaturierungsprogramms im Umfang von Fr. 75'000.-- gewährt wird, auch die
restlichen Kosten von Fr. 267'000.--. Damit stehen die Kosten für eine allfällige
Versetzung der Transformatorenstation in einem Missverhältnis zu den Kosten des
vorliegenden Bachbauprojekts.
6.3.3. Gemäss dem für den Wasserbau zuständigen Tiefbauamt handelt es sich beim
vorliegenden Projekt um die einzig zweckmässige offene Linienführung, da der
Schwarzenbach damit - im Gegensatz zum heutigen kanalisierten Oberlauf und der
"gestreckten" Eindolung - dem natürlichen Verlauf des Geländes angepasst in einer
Muldenlage fliessen kann. Mit dem Baulinienplan und der Ausscheidung einer
Grünzone werden die planerischen Voraussetzungen dafür geschaffen. Anders als im
Zusammenhang mit der Festlegung des Niveaupunktes eines Gebäudes oder der
Bestimmung, ob ein Gebäudeteil als unterirdische Baute gelte (vgl. VerwGE 2011/77
und 2011/106, beide vom 20. März 2012, abrufbar unter: www.gerichte.sg.ch), spielt
die Unterscheidung von gewachsenem und gestaltetem Boden im vorliegenden
Zusammenhang keine Rolle. Es bleibt daher ohne Bedeutung, dass dem historischen
Kartenmaterial, insbesondere der Eschmann- und Siegfriedkarte, entnommen werden
muss, dass im Bereich der heutigen Berghof- und Ringstrasse das Gelände seit dem
vorletzten Jahrhundert stark verändert wurde und dass der damalige Mühlebach
vermutlich etwas weiter nördlich verlaufen ist. Ziel und Zweck des vorliegenden
Bachbauprojekts ist es nicht, den Bach wieder möglichst nahe an seinen
ursprünglichen Verlauf zu verlegen. Der heutige Schwarzenbach samt seinen Ufern soll
vielmehr ökologisch aufgewertet und im heute vorliegenden, baulich völlig veränderten
Siedlungsraum hochwassersicher platziert werden. Dafür ist der wiederum geöffnete
Bach sinnvollerweise in die nächstliegende freie Geländemulde zu verlegen, was dem
naturnahen Gewässerverlauf offensichtlich am Nächsten kommt. Die vom
Beschwerdeführer bevorzugte Variante nördlich an der Trafostation vorbei hätte zudem
den Nachteil, dass das nötige Freibord von 50 cm, das für ein alle 100 Jahre
auftretendes Hochwasserereignis nötig ist, nicht realisiert werden könnte. Weiter würde
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diese Linienführung eine verstärkte Kurvenführung bedingen, was vermehrte
Ausschwemmungen in den Kurvenbereichen zur Folge hätte bzw. zusätzliche
kostenaufwändige Sicherungen der Böschungen und zusätzlichen Unterhalt bedingen
würde. Und schliesslich müssten auch bei dieser Variante Dritte ihr Land hergeben.
Dieses liegt allerdings in der Bauzone und würde damit die betroffenen Grundbesitzer
mit ihren kleinflächigen Wohnparzellen unverhältnismässig stärker treffen als den
Beschwerdeführer mit seiner verhältnismässig grossflächigen Landwirtschaftsparzelle.
6.3.4. Das Wies- bzw. Ackerland, das der Beschwerdeführer im Umfang von 120 m für
das Bachbauprojekt abtreten soll, ist als Fruchtfolgefläche ausgeschieden. Als solche
wird das qualitativ bestgeeignete ackerfähige Kulturland bezeichnet.
6.3.4.1. Fruchtfolgeflächen sollen, wie der Beschwerdeführer an sich zu Recht
einwendet, vor Überbauung geschützt werden und der langfristigen
Versorgungssicherung erhalten bleiben (Art. 26 der Raumplanungsverordnung, SR
700.1, abgekürzt RPV). Aus diesem Grund verfolgt der Kanton die Veränderungen der
Fruchtfolgeflächen und teilt diese dem Bund mindestens alle vier Jahre mit (Art. 30
Abs. 4 RPV). Auch informiert er über die Änderung von Nutzungsplänen, wenn dadurch
Fruchtfolgeflächen im Ausmass von mehr als 3 ha vermindert werden (Art. 46 RPV). Bei
der Beanspruchung von Fruchtfolgeflächen wird unter anderem geprüft, ob die
beanspruchten Fruchtfolgeflächen rückführbar sind, ob für die beantragte
Beanspruchung ein besonderer Bedarf (wesentliche neue Bedürfnisse, gleichwertige
oder höher gestellte Interessen) ausgewiesen wird, ob für den besonderen Bedarf
bereits der Bauzone zugeschiedene Flächen in Frage kommen können, ob für den
besonderen Bedarf keine für die landwirtschaftliche Nutzung weniger gut geeignete
Flächen beansprucht werden können, ob die jährliche Beanspruchung von
Fruchtfolgeflächen 12 ha nicht übersteigt bzw. ob der im Sachplan des Bundes
festgesetzte Mindestumfang von 12'500 ha unterschritten wird (Richtplan des Kantons
St. Gallen, Koordinationsblatt V 11 Fruchtfolgeflächen, S. 3, abrufbar unter:
www.areg.sg.ch).
6.3.4.2. Die Ausscheidung als Fruchtfolgeflächen bedeutet demnach nicht, dass solche
Flächen grundsätzlich nicht überbaut bzw. nicht für eine Bachverlegung verwendet
werden dürfen. Wenn qualitativ bestgeeignetes ackerfähiges Kulturland nicht
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rückführbar verbaut oder wie vorliegend sonst für ein Projekt verwendet werden soll,
wird aber eine qualifizierte Interessenabwägung aller massgeblichen Einzelaspekte
verlangt (VerwGE B 2005/80 vom 25. Oktober 2005 E. 3. 3 dd, abrufbar unter:
www.gerichte.sg.ch).
6.3.4.3. Das vorliegend offenzulegende Fliessgewässer wird in eine Geländemulde
verlegt. Dies entspricht dem heutigen natürlichen Verlauf des Gewässers. Zudem kann
das oberflächlich anfallende Wasser so natürlich dem Gerinne zufliessen. Weiter erfüllt
das Projekt die Anforderungen des kantonalen Wasserbaus, dass mit einem
Wasserbauprojekt die Hochwassersituation entschärft und der ökologische Wert eines
Gewässers erheblich verbessert werde. Nebstdem, dass das vorliegende Projekt
optimal in die Topographie eingepasst ist, verursacht es auch am wenigsten Kosten.
Mit Blick auf die Gesamtfläche von 12 ha, die dem Kanton jährlich für die nicht
rückführbare Beanspruchung von Fruchtfolgeflächen zur Verfügung steht, ist die
vorliegend im Streit liegende Fläche von 120 m vergleichsweise klein bzw.
vernachlässigbar.
6.3.4.4. Aus dem Gesagten folgt, dass vorliegend jede andere Variante nachteiliger
wäre. Damit rechtfertigt es sich, 120 m Fruchtfolgeflächen zu Gunsten des
vorliegenden Gewässerbauprojekts einzusetzen.
6.3.5. Es bleibt somit zu prüfen, ob der Eingriff dem Beschwerdeführer zugemutet
werden kann. Dem Beschwerdeführer gehören allein in der Politischen Gemeinde
Jonschwil, ein allfälliger anderer Grundbesitz ist nicht bekannt, sieben Grundstücke,
unter anderem die beiden nebeneinanderliegenden Landwirtschaftsparzellen Nrn. 000
und 001 von insgesamt 95'158 m . Allein auf diese beiden Grundstücke bezogen
macht die zu enteignende Parzellenecke von 120 m lediglich 0,1 Prozent aus. Dem
stehen die zahlreichen aufgeführten ausgewiesenen öffentlichen Interessen, die für eine
Bachöffung und -verlegung nach der vorliegenden Variante sprechen, gegenüber. Der
Beschwerdeführer wird für den Verlust der Grundstücksecke entschädigt, sofern ihm
dafür kein Realersatz angeboten werden kann. Die Voraussetzungen für eine
Enteignung der 120 m erweisen sich damit auch hinsichtlich seines privaten Interesses
am ungeschmälerten Erhalt seiner Landwirtschaftsparzelle als zumutbar.
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7. Zusammengefasst ergibt sich damit, dass mit dem vorliegenden Wasserbauprojekt
nicht bloss den wasserbaulichen Grundsätzen gemäss Art. 14 WBG besser
entsprochen wird, als mit den Varianten, die der Beschwerdeführer bevorzugt. Das
zwischenzeitlich genehmigte Projekt erweist sich auch hinsichtlich der Sicherheit des
bereits überbauten und noch zu überbauenden Wohngebietes bei einem
hundertjährigen Hochwasserereignis als vorteilhafter und kostengünstiger. Die
Enteignung der 120 m Fruchtfolgefläche ist rechtmässig und insbesondere für den
Beschwerdeführer zumutbar. Die Grösse des vom Hochwasser bedrohten Baugebiets
und die mit der Gewässeröffnung zu erzielenden wasserbaulichen und ökologischen
Vorteile rechtfertigen die Enteignung der für die Umsetzung erforderlichen
Landwirtschaftsfläche von lediglich 120 m klar. Die mitangefochtenen Baulinien- und
Zonenpläne sind auf das rechtmässige Wasserbauprojekt abgestimmt und zu Recht
genehmigt. Die Beschwerde erweist sich folglich als unbegründet, weshalb sie
abzuweisen ist.
8. (...).