# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** c3ea060a-ef5d-4a44-86b5-4d5b1687895b
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2020
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
,
geboren
1969
,
verfügt über keinen erlernten Beruf und
ist seit dem 14. Januar 200
8
bei der
Y._
AG als Maurer A angestellt (
Urk.
6
/11 S. 2,
Urk.
6
/15).
Am
16. Oktober 2015
stürzte er
(Urk.
6
/
9/
28-29 Ziff. 1
).
Seinen vor
erst letzten Arbeitstag hatte er am 22. Oktober 2015 (Urk.
6
/15 S. 2).
Am
23. Oktober 2015
suchte
er
seinen Hausarzt auf, welche
r
ihm in der Folge
eine 100%
ige
Arbeitsunfähigkeit attestierte (Urk.
6
/5/1,
Urk.
6
/
9/28
-29 Ziff. 5
).
1.2
Unter
Beilage eines
MRI-Berichts der Klinik
Z._
vom 23. November 2015 (Urk.
6
/5/2), worin
«
bone
bruises
»
(
Knochenprellungen
)
in den Wirbelanteilen L4 und L5 mit Ausbildung eines Hämatoms, eine Spondylolisthesis L4/L5 und L5/S1, ein
relativ
enger
Spinalkanal L4/L5 sowie Spondylarthrosen L4-S1 festgestellt worden waren, sowie unter Beilage eines
undatierten
Unfallscheines UVG
(Urk. 6/5/1)
, worin ihm
der behandelnde Arzt
eine 100%ige Arbeits
un
fähigkeit sei
t
dem 23. Oktober 2015 attestiert
hatte
,
meldete sich der Versicherte am
11
.
Januar
2016
bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an (Urk.
6
/
6
).
Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV
Stelle, klärte die
medizi
nische und erwerbliche Situation ab
und
zog die Akten
des Unfallversi
cherers (Urk.
6
/9
, Urk.
6
/23
) sowie
des Krankentaggeldversicherers bei (Urk.
6
/
38
, Urk.
6
/
42
)
. Am
10
.
Oktober
2016
(Urk.
6
/
24
) teilte die IV
Stelle dem Versicherten mit, dass
die Arbeitsplatzerhaltung vorerst abgeschlossen
werde
, da er
zurzeit
nicht in
der Lage sei, an
Eingliederungsmassnahmen
teilzunehmen und nach Vor
liegen neu
er Berichte
gegen
Ende März 2017 eine
Wiedereingliederung zu prüfen sei
.
A
m 26. Oktober 2017 (Urk.
6
/50) sprach
sie ihm
eine Kostengutsprache für eine w
irtschaftsnahe Integration mit Support am Arbeitsplatz
(WISA)
vom 2. Oktober 2017 bis 28.
Januar 2018 bei der
Y._
AG zu. F
ür diese Zeit
sprach
ihm
die IV-Stelle
ein Taggeld
zu
(
Urk.
6
/95-97
; vgl. auch die Zielvereinbarung zur Kostengutsprache
für die WISA
[Urk.
6
/52]).
Am
15. Februar 2018 (Urk.
6
/75)
teilte die IV-Stelle dem Versicherten den erfolgreichen Abschluss der
Arbeits
platzerhaltung
mit und
dass er über den Rentenanspruch
später
eine separate Verfügung erhalte.
Mit Vorbescheid vom 6. April 2018 (Urk.
6
/83) stellte
sie ihm die Abweisung des Rentenbegehrens in Aussicht
.
Am 30. April 2018 (Urk.
6
/84) teilte der Versicherte der IV-Stelle mit, dass er am 6. März 2018 erneut einen Unfall erlitten habe
(Sturz in eine Grube bei Bauarbei
ten [vgl. Urk.
6
/112/36-38 S. 1 unten])
.
Deshalb
war am
25. April 2018
eine
Recessotomie
zur Dekompression L4/5
beidseits
an der Universitätsklinik
A._
durchgeführt
worden
(Urk.
6
/
118
/
38
-
39
).
Dem
Beschwerdeführer
wurde
vom
6.
bis
31.
März
2018 und vom
20. April
2018 bis
31. Januar 2019
durch die behandelnden Ärzte eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit attestiert (
Urk.
6/89/3-6, Urk. 6/100/7-8, Urk. 6/100/11,
Urk.
6/100/16, Urk. 6
/102/3, Urk.
6
/102/8
, Urk. 6
/112/41
, Urk. 6/112/41
-50
)
.
Die IV-Stelle
tätigte
weitere Abklärungen und
zog
erneut
Akte
n der Unfallversicherung (Urk. 6/89, Urk. 6
/
92
, Urk. 6
/118-120
)
sowie der Kr
ankentaggeldversicherung (Urk. 6
/112-113
)
bei
.
Mit Verfügung vom 23. Mai 2019 (Urk. 2) verneinte sie einen Rentenanspruch.
2.
Der Versicherte erhob am
24
.
Juni
2019
(Urk. 1)
Beschwerde gegen die Verfügung vom
23
.
Mai
2019
und beantragte, diese sei aufzuheben und es sei die
Sache an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen sowie diese
sei
zu verpflichten, weitere Abklärungen vorzunehmen und seine Arbeits- und Erwerbsfähigkeit neu zu beurteilen; eventualiter sei ein Gerichtsgutachten zu veranlassen, um seine Arbeitsfähigkeit zu beurteilen, und es sei hernach sein Anspruch auf Eingliede
rungsmassnahmen respektive ein Rentenanspruch zu beurteilen
(S. 2).
Die IV-Stelle beantragte mit Beschwerdeantwort vom
30
.
August
2019
(Urk.
5
) die Abweisung der Beschwerde. Dies wurde dem Beschwerdeführer
mit Verfügung vom
2.
September
201
9
zur Kenntnis gebracht (Urk.
7
).
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allge
meinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG]). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom
menden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG
).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss Art. 28 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG)
Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betä
ti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (Art. 8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (Art. 28
Abs. 2 IVG).
1.3
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung
(und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gege
benenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 256 E. 4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, wel
che Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden können (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E. 4b/cc).
1.
4
Sowohl das Verwaltungsverfahren wie auch der kantonale Sozialversi
cherungs
prozess sind vom
Untersuchungsgrundsatz
beherrscht. Danach haben Verwaltung und Sozialversicherungsgericht den rechtserheblichen Sachverhalt von Amtes wegen festzustellen. Diese Untersuchungspflicht dauert so lange, bis über die für die Beurteilung des streitigen Anspruchs erforderlichen Tatsachen hinreichende
Klarheit besteht. Führen die im Rahmen des
Untersuchungsgrundsatz
es von A
mtes wegen vorzunehmenden Abklärungen den Versicherungsträger oder das Ge
richt bei umfassender, sorgfältiger, objektiver und inhaltsbezogener Beweis
wür
digung (BGE 132 V 393 E. 4.1 S. 400) zur Überzeugung, ein bestimmter Sachverhalt sei als überwiegend wahrscheinlich zu betrachten, und es könnten weitere
Beweis
massnahmen
an diesem feststehenden Ergebnis nichts mehr ändern, so liegt im Ver
zicht auf die Abnahme weiterer Beweise keine
Verletzung
des Anspruchs auf
rechtliches Gehör (antizipierende Beweiswürdigung; BGE 136 I 229 E. 5.3 S. 236 f.
mit weiteren Hinweisen). Bleiben jedoch erhebliche Zweifel an Vollständigkeit und/oder Richtigkeit der bisher getroffenen Tatsachenfeststellung bestehen, ist weiter zu
ermitteln, soweit von zusätzlichen
Abklärungsmassnahmen
noch neue
wesentliche Erkenntnisse zu erwarten sind (Urteil des Bundesgerichts 9C_
662/2016 vom 15. März 2017 E. 2.2 mit Hinweis).
1.
5
Den Berichten und Gutachten versicherungsinterner Ärztinnen und Ärzte kommt nach der Rechtsprechung Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen (BGE 134 V 231 E. 5.1 mit Hinweis auf BGE 125 V 351 E. 3b/
ee
). Soll ein Versicherungsfall ohne Einholung eines exter
nen Gutachtens entschieden werden, so sind an die Beweiswürdigung strenge Anforderungen zu stellen. Bestehen auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässig
keit und Schlüssigkeit der versicherungsinternen ärztlichen Feststellungen, so sind ergänzende Abklärungen vorzunehmen (BGE 142 V 58 E. 5.1; 139 V 225 E. 5.2; 135 V 465 E. 4.4 und E. 4.7).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin führte in ihrer
rentenabweisenden
Verfügung vom
23
.
Mai
201
9
(Urk. 2) aus,
am 15. Februar 2018 seien die beruflichen Eingliede
rungsmassnahmen abgeschlossen worden. Der Beschwerdeführer habe die ange
stammte Tätigkeit im vollem Pensum aufnehmen können.
Aufgrund eines Unfalls am 16. Oktober 2015 habe in der bisherigen Tätigkeit als Maurer eine volle Arbeitsunfähigkeit bestanden. Die gesundheitlichen Einschränkungen hätten mindestens ein Jahr (15. Oktober 2016) angedauert. Aus medizinisch theoreti
scher Sicht sei er in einer angepassten Tätigkeit unter adäquater Therapie zu 100 % erwerbsfähig. In seiner Tätigkeit als Maurer bei der
Y._
AG hätte er ohne gesundheitliche Einschränkung im Jahr 2016 ein Einkommen von Fr. 80'933.-- erzielt.
In einer angepassten Hilfstätigkeit sei es ihm möglich ein Einkommen von Fr. 67'052.-- zu erzielen. Aus einer Erwerbseinbusse von Fr. 13'881.-- ergebe sich ein Invaliditätsgrad von 17 %. Ein Rentenanspruch sei nicht entstanden. Nach einem erneuten Unfall am 6. März 2018 seien weitere medizinische Unterlagen eingeholt worden. Aufgrund dieses Unfalls habe nur eine vorübergehende Arbeitsunfähigkeit bestanden. Bereits ab dem 26. Juli 2018 sei ihm eine ange
passte Tätigkeit zu 100 % zumutbar und in seiner bisherigen Tätigkeit sei er spä
testens ab Ende Mai 2019 wieder zu 100 % arbeitsfähig.
2.2
Der Beschwerdeführer stellte sich in seiner Beschwerde vom
24
.
Juni
201
9
(Urk. 1) hingegen auf den Standpunkt, die Beschwerdegegnerin
behaupte zu Unrecht, es bestehe ab dem 30. Mai 2019 wieder eine volle Arbeitsfähigkeit als Bauarbeiter. Zu Unrecht gehe sie sodann von einer vollen Arbeitsfähigkeit in angepasster Tätigkeit ab dem 26. Juli 2018 aus. Zu Unrecht habe sie keine ergän
zenden medizinischen
(orthopädischen) Abklärungen zur Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit vorgenommen
(S. 4
-6
).
2.3
Strittig und zu prüfen ist, ob der Sachverhalt genügend abgeklärt worden ist und damit ein
korrekter
Entscheid über den Rentenanspruch ergehen konnte.
3.
3.1
Dr. med.
B._
, Facharzt für medizinische Radiologie/Radiodiagnostik
FMH
, von der
Klinik
Z._
, hielt in seinem Bericht über ein MRI der Lendenwirbel
säule (LWS) vom 23. November 2015
(Urk.
6/5/2)
fest
,
es bestünden ausgedehnte
bone
bruise
s
(
Knochenprellungen
)
in den
dorsalen
Wirbelanteilen L4 und L5 mit Ausbildung eines
perivertebralen
Hämatoms
auf Hö
he L5 links dorsal,
eine Spon
dylolisthesis L4/L5 und L5/S1,
hinweisend auf eine transversa
le Mikroinstabilität, teils
diskogen
und teils
spondylogen
bedingt
ein relativ enger Spinalkanal L4
/L5 sowie Spondylarthrosen L4-S1
beidseits
.
3.
2
Hausarzt Dr. med.
C._
, bei welchem sich der Beschwerdeführer
ab 15. August 2003
in Behandlung befand,
führte
in seinem Bericht vom
10
.
Juni
2016
(Urk.
6
/
16
)
aus,
l
eichte Arbeiten seien
dem Beschwerdeführer
zumutbar (Ziff.
1.4).
Als Bauarbeiter sei er seit
dem 26. Januar 2015
zu
100 %
arbeitsunfähig
(Ziff.
1.
6
).
Tragefunktionen seien keine
möglich (Ziff. 1.7). Am 8. Dezember 2016
(Urk.
6
/38/28-29)
berichtete
Dr.
C._
, es bestehe seit dem 23. Oktober 2015 eine
100%
ige Arbeitsunfähigkeit als
Bauarbeiter
(Ziff. 6.1)
und
die Prognose als Bau
arbeiter
sei
ungünstig (Ziff. 6.3)
; dies bestätigte
er mit
Bericht vom 24. März 2017 (Urk.
6
/34 Ziff. 2.1-2.2 und Ziff. 3.3).
3.
3
In seinem für die Krankentaggeldversicherung erstellten Gutachten vom 30. März 2017 (Urk.
6
/38/30-37), für welches er den Beschwerdeführer am 27. März 2017 (S. 1) untersucht hatte, hielt Dr. med.
D._
, Facharzt für Innere Medizin,
speziell
Rheumatologie
,
sowie zertifizierter medizinischer Gutachter
SIM
, fest,
das Ereig
nis liege bald 1,5 Jahre zurück. Der schlechte Verlauf sei nicht durch ein unge
nügendes Mitwirken des Beschwerdeführers erklärt, sondern bedingt durch eine nicht genügend effiziente Therapie. F
ür eine angepasste Tätigkeit im Sitzen oder Stehen
beurteile er
dieselbe Arbeitsunfähigkeit wie für die angestammte Tätigkeit wie folgt: Nach Beginn der erwähnten therapeutischen Empfehlung (2-malige Infilt
ration epid
ural und intraartiku
lär des Facettengelenks der Lendenwirbelkör
per 4/5 beidseits sowie Aufnahme einer Physiotherapie [vgl. dazu S. 8 Ziff. 9]) sei der Endzustand zwei Monate später erreicht. Dann könne die Belastbarkeit beur
teilt werden. Zu diesem Zeitpunkt könne definitiv die Arbeitsfähigkeit beim
angestammten Arbeitgeber (mit weniger Belastung) respektive in einer Verweistä
tigkeit beurteilt werden. Der Beschwerdeführer habe Schmerzen auch im Sitzen und Stehen, zurzeit wegen anhaltender Dekompensation des lumbalen Ach
senskelettes, so dass auch in einer Verweistätigkeit vorläufig keine Arbeitsfähig
keit attestiert werden könne. In einer leichten Verweistätigkeit könne man ein
en
Monat nach der empfohlenen Therapie eine 50%ige, nach zwei Monaten 100%ige Arbeitsfähigkeit beurteilen. Er gehe davon aus, dass bei interner Umstellung auch beim angestammten Arbeitgeber nach zwei Monaten eine volle Arbeitsfähigkeit resultieren werde. Falls das nicht gelinge, müsse eine Verweistätigkeit konkr
et besprochen werden (S. 7 f.).
Am
15.
September 2017 (Urk.
6
/45) be
stätigte
Dr.
D._
zuhanden der Beschwerdegegnerin,
der
Beschwerdeführer
sei
per sofort für eine leichte Tätig
keit im Sinne eines stundenweisen
therapeutischen
Arbeitseins
atzes arbeitsfähig.
Eine Steigerung der Arbeitsfähigkeit obliege der Beurteilung de
s
Hausarzt
es
Dr.
C._
.
3.
4
3.
4
.1
In seinem Bericht vom 20. April
2018
(Urk.
6
/118/26-27) über eine MRI der LWS hielt Dr. med.
E._
von der Universitätsklinik
A._
fest, im Segment L4/5 best
ehe
eine schwere
osteodiscoligamentäre
Spinalkanalstenose sowie eine fortgeschrittene
Forameneinengung
rechts und mittelgradige links. Im Segment L3/4 sei eine geringe und im Segment L2/3 eine minimale Spinalkanaleinengung sowie insgesamt ein eng angelegter ossärer Spinalkanal feststellbar. Im Segment L5/S1 lägen eine kleine rechts paramediane Bandscheibenextrusion mit geringer rechtslateraler
Rezessuseinengung
sowie eine schwere Facettendegeneration
L5/S1
beidseits vor.
3.
4
.2
Am
21. April
2018
(Urk.
6
/118/36-37
)
führten Dr. med. univ.
F._
und Assistenzarzt Orthopädie Dr. med.
G._
vom
A._
aus, es seien zweimalig Infiltrationen durchgeführt worden, einmal epidural L4/5 sowie eine Facettenge
len
ksinfiltration L4/5, wobei die L
etztere gut geholfen habe.
Es sei eine konser
vative Operation (Infiltration) und ein operatives Vorgehen (Dekompression) besprochen worden. Als nächster therapeutischer Schritt werde eine
epidulare
Infiltration L4/5 durchgeführt. Der Beschwerdeführer erhalte ein Arbeitsunfähig
keitszeugnis für vier Wochen nach der Infiltration. Dann werde der weitere Ver
lauf evaluiert. Sie empfahlen eine Limite beim Heben von Gewichten von 5-10 kg und schlossen, dass auch nach einem operativen Vorgehen eine Rückkehr in die angestammte Tätigkeit auf der Baustelle nicht sicher möglich sei.
3.
4
.
3
Nach a
m 25. April 2018
(
vgl.
Urk.
6
/118/38-39)
erfolgte
r
midline
Dekompression L4/5,
Recessotomie
beidseits -
nachdem
d
er Beschwerdeführer
zu
vor
am 23. April 2018 (
vgl.
Urk. 6/118/32-33)
notfallmässig vorstellig geworden war
-
berichteten
Dr.
F._
und Dr.
G._
vom
A._
in ihrem Austrittsbericht vom 29. April 2018 (Urk. 98/7-8
9), die
vorbestehenden Beschwerden
hätten
sich post
operativ
gebessert. Es bestünden keine relevanten sensiblen oder motorischen Ausfälle. Eine Mobilisation solle nach Massgabe der Beschwerden mit Schonung für
vier bis sechs Wochen erfolgen.
3.
4
.4
In ihrem Sprechstundenbericht vom
18.
Mai 20
18 (Urk.
6
/118/34)
hielten Ober
arzt Wirbelsäulenchirurgie Dr. med.
H._
und Oberarzt i.V. Wirbelsäulenchirur
gie Dr. m
ed.
I._
vom
A._
fest,
der
Verlauf nach
Operation sei
gut. Auf
grund
der
harten körperlichen Arbeit
en
sei ein
Arbeitsbeginn vor drei bis vier
Monaten
postoperativ sicherlich nicht sinnvoll und eher unrealistisch
.
Sie sähen den Beschwerdeführer erneut drei Monate postoperativ zur Beurteilung der Arbeitsfähigkeit.
3.4.5
Dr.
F._
und Unterassistent Orthopädie cand. med.
J._
vom
A._
berichteten
am 2. August 2018 (Urk. 6/98/9-10),
n
eu sei
en
seit ca. zwei bis drei Wochen Schmerzen bilateral gluteal bis zur Kniekehle vorhanden. Es bestehe eine leichte
Druckdolenz
gluteal beidseits ohne Reproduktion der typischen Schmerz
problematik an
der Rückseite der Oberschenkel sowie
Muskelhartspann im Mus
culus iliopsoas rechts mehr als links (S. 1). Eine Arbeitsfähigkeit für die schwere Arbeit auf dem Bau sei weiterhin nicht gegeben, weshalb die Arbeitsunfähigkeit bis zum 31. August 2018 verlängert worden sei. Der Beschwerdeführer werde ab dem 1. September 2018 versuchsweise 5 Stunden pro Tag arbeiten.
3.4.
6
Mit Bericht vom 8. August 2018 (Urk. 6/98/11-12) diagnostizierten Supervisor Chiropraktische Medizin Dr.
K._
und Unterassistentin C
an
d.
C
hiro
. Med.
L._
vom
A._
neu ein subakut
es
lumbospondylogenes
Schmerzsyndrom L5/S1 rechts mit
myotendinotischen
Veränderungen im Musculus quadratus
lum
borum
und Musculus
glutaeus
maximus rechts. Dazu hielten sie fest, der Fokus liege auf der Behandlung der segmentalen und myofaszialen Befunde mittels chi
ropraktischer Manipulation und muskulär
detonisierender
Massnahmen. Falls die konservative Therapie zu keiner Linderung der Schmerzen führe, werde nach Absprache mit der Wirbelsäulen-Chirurgie eine Infiltration der Facettengelenke L5/S1 beidseits in Betracht gezogen.
3.
5
Gestützt auf das MRI vom 20. April 2018 (E. 3.
4
.1
)
führte Kreisärztin Dr. med.
M._
, Fachärztin für Chirurgie, in ihrer im Auftrag der
Suva
erstellten ärztlichen Kurzbeurteilung vom 31. August 2018 (Urk.
6
/118/20) aus, die bild
morphologischen Befunde entsprächen ausschliesslich Anlage-, degenerativ-/krankheitsbedingten Befunde
n
. Mit der Dekompression vom 25. April 2018 (vgl. E. 3.
4
.
3
) seien entsprechend keine Unfallfolgen, sondern krankheitsbedingte Ver
schleissveränderungen behoben – saniert worden. Die Rekonvaleszenzzeit bei komplikationslosem Verlauf nach der Operation dauere acht bis zwölf Wochen.
3.
6
3.
6
.
1
A
uf Rückfrage der Beschwerdege
g
nerin führte
Assistenzarzt Orthopädie
Dr. med.
N._
vom
A._
i
m Bericht vom 3. September 2018 (Urk. 7/98/4-6)
aus, der Gesundheitszustand habe sich verbessert (Ziff. 1.1). Aktuell bestehe eine Krank
meldung zu 100 % mit einem Versuch
,
fünf Stunden pro Tag ab dem 1. Septem
ber 2018 zu arbeiten (Ziff. 2.1). Grundsätzlich bestehe eine verminderte Leis
tungsfähigkeit aufgrund des noch postoperativen Heilungszustandes sowie der erhöhten Belastung der Wirbelsäule bei Arbeitstätigkeiten auf dem Bau und aktuell noch persistierenden
Dolenzen
(Ziff. 2.2). Insgesamt erscheine die Prog
nose erschwert zu beurteilen nach einer Verschlimmerung zeitweise durch die chiropraktische Behandlung. Eine genaue, adäquate Beurteilung könne nicht abgegeben werden (Ziff. 3.3).
Gegebenenfalls erscheine durch die Infiltration eine erneute Schmerzbesserung zu erwarten bei tieflumbalen Schmerzen mit Aus
strahlung bis in die Kniekehle, wobei die noch
abgewartet werden müsse (Ziff. 4.1). Ob für Massnahmen der Wiedereingliederung im Umfang von mindes
tens 2 Stunden pro Tag eine Belastbarkeit bestehe, sei nicht bekannt (Ziff. 4.2).
3.6.2
Stellvertretender Chefarzt PD Dr. med.
O._
und Assistenzärztin med.
pra
ct
.
P._
vom
A._
berichteten am 12. September 2018 (Urk. 6/100/10) über ein MRI der LWS vom gleichen Tag bei Status nach
midline
Dekompression der Len
denwirbelkörper (LWK) 4/5 und
Re
c
essotomie
sei eine deutlich
regrediente
Spi
nalkanalstenose, jedoch neu Flüssigkeitskollektion im Facettengelenk LWK 4/5 links mit Facettengelenkzyste am anterioren Aspekt und fraglicher
recessaler
Ein
e
ngung ipsilateral feststellbar.
3.
6
.
3
Am 8. November 2018
(Urk.
6
/10
5/2-3) berichteten Dr.
F._
und Dr. med.
Q._
vom
A._
, der Befund sei unverändert zur Voruntersu
chung. Nach ausführlicher Besprechung der schwierigen Situation, dem Nichtan
sprechen auf zweimalige Infiltration, manchmal Lumbalgien, manchmal Ischial
gien hätten sie sich gegen ein nochmaliges operatives Vorgehen entschieden. Eine epidurale Infiltration im Bereich der relativen Spinalkanalstenose lehne der Beschwerdeführer ab. Somit
bleibe schliesslich nur noch eine stationäre Schmerztherapie, weshalb sie die Kollegen der Rheumatologie um ein Aufgebot
für eine solche bäten
.
3.
7
Hausarzt Dr. med.
R._
, Facharzt für Allgemeine Medizin FMH, bei wel
chem sich der Beschwerdeführer
nach der Pensionierung von Dr.
C._
seit
1
6.
August 2018
in Behandlung befindet, attestierte dem Beschwerdeführer in seinem Bericht vom 25. April 2019 (Urk.
6
/117) eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit als Bauarbeiter, Maurer seit dem 16. Oktober 2015 (Ziff. 1.3).
Zur Prognose hielt er fest,
Arbeiten auf Bau
dem
seien
sicher
nicht mehr möglich (Ziff. 2.7
).
Der Beschwerdeführer
könne nicht lange Sitzen und Stehen sowie das
Bücken
sei massiv eingeschränkt (Ziff. 3.4).
L
eidensangepasst
e Tätigkeiten
seien ihm
noch
ein bis zwei
Stunden pro Tag
zumutbar
(Ziff. 4.2).
3.
8
Dr. med.
S._
, Facharzt für Chirurgie, vom regionalen ärztlichen Dienst (RAD)
führte
in seiner Stellungnahme vom 21. Mai 2019 (Urk.
6
/122 S. 4 f.) aus,
gemäss der
kreisärztliche
n
Beurteilung
von
Dr.
M._
(E. 3.
5
)
könne
der
folgende
medi
zinische
Sachverhalt festgestellt werden:
A
ls Diagnosen mit dauerhafter Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit bestünden:
-
Zustand nach schwerer
osteodiscoligamentärer
Spinalkanalstenose mit:
-
Fortgeschrittener
Forameneinengung
rechts
-
Mittelgradiger
Forameneinengung
links Segment L4/5
-
Minimale
r
Spinalkanaleinengung L2/3, L3/4 bei insgesamt eng ange
legtem ossärem Spinalkanal
-
Schwere
r
Facettengelenksarthrose L5/S1 beidseits sowie kleine
r
rechts paramediane
r
Bandscheibenextrusion mit geringer rechtlateraler
Rezessuseinengung
L5/S1
-
Midline
Dekompression L4/5 mit
Recessotomie
beidseits am 25. April 2018
Vom
6. März 2018 bis 29. Mai 2019
habe
in der bisherigen Tätigkeit als Maurer
eine
100%ige Arbeitsunfähigkeit bestanden. Seit dem 30. Mai 2019 bestehe dies
bezüglich bis auf Weiteres eine 0%ige Arbeitsunfähigkeit. In einer dem Belas
tungsprofil entsprechenden Tätigkeit habe vom 6. März 2018 bis 25. Juli 2018 eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit bestanden und seit dem 26. Juli 2018 bestehe diesbezüglich
bis auf Weiteres
eine 0%ige Arbeitsunfähigkeit. Als Belastungs
pro
fil gelte
: leichte (angepasste) Tätigkeiten in Wechselbelastung ohne Heben, Tra
gen und Transportieren von Lasten mit mehr als 5 kg, ohne Verharren in Zwangs
haltungen, ohne Armvorhalte und Überkopfarbeiten.
Hinsichtlich der versicherungsmedizinisc
hen Beurteilung führte Dr.
S._
aus, die vorliegenden Arztberichte seien schlüssig, die angeführten medizinischen Fak
t
en seien nachvollziehbar und es könne auf diese abgestellt werden. Da die beurteilende Kreisärztin Dr.
M._
von einer 100%igen Rekonvaleszenz posto
perativ bei einem komplikationslosen Verlauf nach acht bis zwölf Wochen gerechnet habe, werde aus versicherungsmedizinisch theoretischer Sicht empfoh
len, diesen Zeitpunkt für eine angepasste Tätigkeit anzusetzen, da in der bisheri
gen Tätigkeit erst später eine Arbeitsfähigkeit möglich geworden sei.
4.
4.1
Als Grundlage für ihre Verfügung vom
23
.
Mai 2019
(Urk. 2) dienten der Beschwerdegegnerin
für die Beurteilung
des Gesundheitszustand
des Beschwer
deführers
und damit seiner Arbeitsfähigkeit
– neben den Übrigen vorliegenden medizinischen Unterlagen (E. 3.1-3.2, E. 3.4-3.7) sowie dem Verlaufsprotokoll der Eingliederungsberatung (Urk. 6/25, Urk. 6/76) -
bis zum Zeitpunkt des Vorbe
scheides vom 6. April 2018 (Urk. 6/83)
gemäss
dem
versicherungsinternen Fest
stellungsbl
att
vom
gleichen Tag
(Urk.
6/82 S. 4 unten
)
insbesondere das Gutach
ten von Dr.
D._
vom 30. März 2017 (E. 3.3)
und
für die Zeit danach
(gesund
heitliche Einschränkungen im Zusammenhang mit dem Sturz vom 6. März 2018)
bis zum Verfügungszeitpunkt am
23.
Mai
201
9
gemäss Feststellungsblatt vom
gleichen Tag
(Urk
. 6/122 S. 5) die RAD-Ei
nschätzung von Dr.
S._
vom 21. Mai 2019 (E. 3.8)
.
Die Beschwerdegegnerin schloss aus
diesen
Unterlagen, dass der Beschwerdefüh
rer
nach Ablauf des Wartejahres am 15. Oktober 2016 unter adäquater Therapie zu 100 % in einer angepassten Tätigkeit arbeitsfähig gewesen sei
,
und
es
ihm somit möglich gewesen wäre
,
damals ein rentenausschliessendes Einkommen zu
erzielen
, sowie dass
aufgrund des Unfalls am 6. März 2018 nur eine vorüberge
hende Arbeitsunfähigkeit bestanden habe
und
ihm
deshalb
ab dem 26. Juli 2018 eine angepasst
e
Tätigkeit zu 100 % und ab Ende Mai 2019 ebenfalls die ange
stammte Tätigkeit zu 100 % zumutbar gewesen sei
(E. 2.1).
4.2
4.2.1
Gestützt
auf das Gutachten von Dr.
D._
vom 3
0.
März 2017 (E. 3.3)
, welche
s
ausschlaggebend war für die
Einschätzung
des
Gesundheitszustandes respektive
d
er Arbeitsfähigkeit
des Beschwerdeführers
ab
dem
Zeitpunkt seines Arbeitsaus
falles am 23. Oktober 2015 bis zur Wiedereingliederung Ende Januar 2018
, zog
die Beschwerdegegnerin den falschen Schluss
,
bei adäquater Therapie nach Ablauf des Wartejahres am 1
5
. Oktober 2016 wäre ihm eine angepasste Tätigkeit zu 100 %
zumutbar gewesen
und damit habe kein Rentenanspruch entstehen können.
Denn eine
Arbeitsfähigkeit im Zeitpunkt der Begutachtung
wurde
durch Dr.
D._
gerade nicht attestiert
.
Er wies vielmehr
unmissverständlich darauf
hin, dass dem Beschwerdeführer hinsichtlich seinem Mitwirken bei der Behand
lung seiner Beschwerden kein Vorwurf gemacht werden könne, sondern eine aus
bleibende Verbesserung seines Gesundheitszustandes an der falschen T
herapie durch die Behandler lag, weswegen zuerst die von ihm empfohlene Therapie durchzuführen sei. Die von ihm erwähnten – zukünftigen – Arbeitsfähigkeiten in angestammter Verweistätigkeit bezeichnete er denn auch lediglich als Annahmen (siehe E. 4.2.2 nachstehend).
4.2.2
Ausgewiesen scheint, dass der Beschwerdeführer seit dem 23. Oktober 2015 auf
grund seiner Rückenbeschwerden in der angestammten Tätigkeit bis zur Einglie
derung
Anfang 2018
nicht
arbeitsfähig gewesen war
(E. 3.1-3.3
; Urk. 7/76
)
. Ein erster Versuch der Wiederaufnahme der Arbeit bei der
Y._
AG Anfang Juli 2017 musste nach wenigen Tagen wieder abgebrochen werden (Urk. 7/
76 S. 3 unten
)
. Erst am
15. September 2017 (
E. 3.3
)
erachtete Dr.
D._
sodann
eine Arbeitsfä
higkeit für einen
«
stundenweisen therapeutischen Arbeitseinsatz
»
als gegeben an, sodass der Beschwerdeführer seine Tätigkeit bei der
Y._
AG langsam aufbauend ab dem 2. Oktober 2017 – unter der Durchführung der Eingliederungsmas
snahme
d
er WISA
–
wieder aufne
hm
en konnte
und im Februar
2018
wieder ein 100 %-Rendement
in seiner angestammten Tätigkeit
erreichte (vgl. Urk. 7/76 S. 4-8). Danach
erst
konnte die Eingliederung (Erhaltung des Arbeitsplatzes) am 15. Feb
ruar 2018 (Urk. 7/75) erfolgreich abgeschlossen
werden.
Mit
welchen Einschränkungen (Belastungsprofil)
,
in welchem Umfang und in welchen Zeiträumen
in der
rund
27
Monaten dauernden Periode
vom 23. Oktober 2015 bis zur erfolgten Wiedereingliederung Anfang 2018
der Beschwerdeführer
in einer angepassten Tätigkeit
arbeitsfähig gewesen war, lässt sich – entgegen der Ansicht der Beschwerdegegnerin (E. 2.1)
–
aufgrund der vorliegenden Akten nicht mit dem Mass überwiegender Wahrscheinlichkeit beurteilen.
Dr.
B._
(E. 3.1) äusserte sich überhaupt nicht zur Arbeitsfähigkeit. Dr.
C._
erachtete am
10. Juni 2016 leichte Tätigkeiten noch als zumutbar, ohne sich zum Umfang und allfälligen Einschränkungen im Detail zu äussern. In seinen späteren Berichten äusserte er sich nur noch zur Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit und erachtete diese als nicht
mehr gegeben
(E. 3.2). Wie bereits aufgezeigt (E. 4.2.1 vorstehend)
,
erachtete Dr.
D._
im Zeitpunkt seiner Begutachtung eine Arbeitsfähigkeit nicht nur in der angestammten, sondern auch einer Verweisstä
tigkeit als nicht
vorhanden
an. Er hielt zwar eine leichte Tätigkeit nach erfolgter Therapie (Physiotherapie und Infiltration) prognostisch
nach einem Monat zu 50 % und nach zwei
Monaten zu
100 % für zumutbar
, wobei er
aber darauf hin
wies, dass
die Belastbarkeit erst nach erfolgter Therapie beurteilt werden könne (E. 3.3).
Wann und welche Therapie
n
vom Beschwerdeführer im Nachgang zur Begutachtung von Dr.
D._
überhaupt durchgeführt worden waren und wie sich
diese
allenfalls ausgewirkt
haben
, lässt sich gestützt auf die
vorhandenen Unter
l
a
gen nicht eruieren (vgl. Urk. 6/1-130). Es findet sich einzig im Ver
laufsprotokoll zur Eingliederungsberatung vom 15. Februar 2018 (Urk. 6/76) unter dem Datum 18. August 2017 eine Notiz über eine Information des Beschwerdeführers, dass eine erste Infiltration am 16. August 2017 stattgefunden habe
, die Therapie am 2
8.
August 2017 beginne
und Mitte September 2017 ein therapeutischer Arbeitsversuch gestartet werden könne (S. 4 oben). Ebenso wenig finden sich in den medizinischen Unterlagen im Nachgang zum Unfall vom 6. März 2018 Aussagen zur Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit in der Zeit zwischen dem 23. Oktober 2015 und
diesem
Unfall
2018
(E. 3.4-3.7). Auch der RAD äusserte sich nicht zur Arbeitsfähigkeit in der besagten Zeit respektive wurde diesbezüglich
auch
nicht angefragt (E. 3.8).
4.2.3
Nach dem Gesagten ist
die Beschwerdegegnerin zu Unrecht davon ausgegangen, ein allfälliger Rentenanspruch in der Periode nach Ablauf des Wartejahres am 16. Oktober 2016 bis zur Wiedereingliederung Anfang 2018 liesse
sich
gestützt auf die vorliegenden medizinischen Akten beurteilen und verneinte daher den
einen Rentenanspruch
für diese
Zeit
voreilig
. Eine
korrekte
Berechnung des Invaliditätsgrades ist aufgrund der vorliegenden medizinischen Berichte nicht möglich (vgl. E. 1.3 vorstehend)
.
Ein allfälliges Gutachten (vgl. E. 4.3 nachste
hend) wird sich deshalb auch über den Umfang und den zeitlichen Verlauf der Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers in der Zeit ab dem 16. Oktober 2016 (inkl. Belastungsprofil) zu äussern haben.
4.
3
4.3.1
Für die Beurteilung des Gesundheitszustandes des Beschwerdeführers in der Zeit nach dem Unfall am 6. März 2018
stützte sich
die Beschwerdegegnerin auf die
Stellungnahme
von
RAD-Arzt
Dr.
S._
vom
21. Mai 2019
ab
(E.
3.8
)
, welche
wiederum
einzig
auf de
m
kreisärztlichen Bericht von Dr.
M._
vom 31. März 2018
(
E.
3.5
)
und dem zuvor erstellten
MRI vom
20. April 2018
(E. 3.
4.1
)
beruhte
.
Sowohl die
Beurteilung
von RAD-Arzt Dr.
S._
als auch die
von
Dr.
M._
basieren einzig auf den Akten. Beide haben den Beschwerdeführer nicht selber untersucht. Eine
Funktionsdiagnose, welcher bei somatisch begründeten Funkti
onseinschränkungen zentrale Bedeutung zukommt (Urteil des Bu
ndesgerichts 9C_335/2015 vom 1.
September 2015 E. 4.2.2)
, wurde dementsprechend von
bei
den
nicht vorgenommen.
Dr.
M._
orientierte sich
nur
am MRI vom 20. April 2018
(E. 3.4.1), einem MRI, welches noch aus der Zeit vor der am 25. April 2018 (E.
3.4.3
) durchgeführten Operation
nach der notfallmässigen Vorstellung des Beschwerdeführers
stammt. Zum Operationsresultat äusserte sie sich nicht respektive
es
lag ihr keine Bildge
bung aus der Zeit danach vor.
Es ging der
kreisärztlichen Beurteilung
denn auch
in erster Linie um die Frage, ob das Leiden auf den
Unfall vom 6. März 2018 zurückzu
führen
war
, was sie verneinte. Sie äusserte sich
zudem
rein prognostisch dazu, dass bei einem komplikationslosen Verlauf die Rekonvaleszenzzeit zwi
schen acht bis zwölf Wochen dauern sollte. Äusserung
en
über die Arbeitsfähig
keit finden sich bei ihr
keine
(E. 3.5).
Wie sich danach herausstellen sollte, war die Operation zwar
vorerst
ein Erfolg und die ursprünglichen Beschwerden
gingen zurück. W
eder sensible, noch moto
rische Ausfälle konnten danach festgestellt werden (E. 3.4.3). Die Fachärzt
e
des
A._
wollten jedoch
zunächst
den Heilungsverlauf abwarten und hielten eine Einschätzung der Arbeitsfähigkeit postoperativ
erst
drei Monate nach der durch
geführten Operation für
angebracht
(E. 3.4.4).
In der Folge entwickelten sich beim Beschwerdeführer neue Schmerzen b
il
ateral gluteal bis zur Kniekehle, weshalb die Fachärzte des
A._
am 2. August 2018 weiterhin von einer Arbeitsunfä
higkeit bis zum 31. August 2018 - und damit bereits zu diesem Zeitpunkt von einer über die von Dr.
M._
postulierte
Rekonvaleszenz
z
eit von acht bis zwölf Wochen - ausgingen (E. 3.4.5).
Die
Chiroprakti
k
fachpersonen
vom
A._
diag
nostizierten denn
auch
am 8. August 2018
neu
ein
lumbospondylogens
Schmerzsyndrom mit muskulären Veränderungen (E. 3.4.6)
.
Auf Rückfrage der Beschwerdegegnerin attestierten die Fachärzte des
A._
sodann noch am 1. September 2018 unter anderem eine aufgrund des postoperativen Heil
ungs
ver
laufs
sowie der persistierenden Schmerzen eine verminderte Leistungsfähigkeit, wollten sich prognostisch
aber
noch nicht festlegen und zogen eine erneute Infiltration in Betracht (E. 3.6.1). Es stellte sich im Nachgang gestützt auf ein MRI vom 12. September 2018 heraus, dass zwar die Dekompression vom 25. April 2018 insofern erfolgreich war, als sich eine deutlich
regrediente
Spinalkanalste
nose
in
der Bildgebung zeigt
e
, aber neu
eine
Flüssigkeitskollektion im Facetten
gelenk LWK 4/5 mit möglicher
recessaler
Einengung festgestellt werden konnte (E. 3.6.2).
Es lässt sich nicht ausschliessen, dass sich diese
potentiell auf die funk
tionelle Leistungsfähigk
eit auswirken
.
Wi
e
derholte Infiltrationen zeigten danach keine Wirkung, sodass sich die Fachärzte des
A._
veranlasst sahen,
(nur noch)
eine Schmerztherapie zu empfehlen und den Beschwerdefüh
rer an die Rheumatologie überwei
sen (E. 3.6.4
, vgl. auch
Urk.
1 S. 6 oben
)
.
Diese
Entwicklung im Nachgang zur Operation vom 25. April 2018
, welche
klar nicht
auf eine lediglich vorübergehende gesundheitliche Einschränkung der Leis
tungsfähigkeit des Beschwerdeführers – wie von der Beschwerdegegnerin behauptet (E. 2.1) – hindeutet,
blieb
von RAD-Arzt Dr.
S._
gänzlich
unbe
rücksichtigt
.
Das von den Fachärzten des
A._
festgestellte
lumbospondylo
gen
e
Schmerzsyndrom findet sich denn auch nicht bei
den Diagnosen von
Dr.
S._
wieder (E. 3.8). Die nach
operativen Geschehnisse flossen so dement
sprechend
(
fälschlicherweise
)
nicht in die mit Verfügung vom 23. Mai 2019 (Urk. 2) ergangene Beurteilung über den Rentenanspruch des Beschwerdeführers mit ein.
Neben der offen
sichtlich von RAD-Arzt Dr.
S._
unberücksichtigten nachope
rativen Entwicklung des Gesundheitszustandes erschein
en
auch seine Angaben über die
Zeiträume
der Arbeitsunfähigkeit in angepasster als auch angestammter Tätigk
eit nicht nachvollziehbar. Was seine
Angabe
der
1
00%igen Arbeitsunfä
higkeit vom 6. März 2018 bis 29. Mai 2019 und
d
er darauffolgenden 100%igen Arbeitsfähigkeit
in der angestammten Tätigkeit
angeht, ist nicht ersichtlich, auf welche medizinischen Akten
er sich in
seiner Aktenbeurteilung gestützt haben sollte. Weder die Fachärzte des
A._
(E. 3.4, E. 3.6), noch der aktuell behan
delnde
Hausarzt
Dr.
R._
(E. 3.7) äusserten sich in diese Richtung und die prognostische Einschätzung von Dr.
M._
über die Rekonvaleszenz
z
eit (E. 3.5) ist nach der tatsächlich eingetroffenen postoperativen Entwicklung – wie aufge
zeigt – nicht mehr haltbar. Letzteres gilt sodann auch für
die
von Dr.
S._
getroffene Einschätzung, eine
100%ige Arbeitsfähigkeit für angepasste Tätigkei
ten
habe
bereits
ab dem 26. Juli 2018 bestanden
. Ist doch aufgrund der Beschwer
den, welche nachoperativ
auftraten
nicht klar, inwiefern
überhaupt
eine Le
is
tungsfähigkeit,
und falls ja
,
in welchem Ausmass, bestand respektive aktuell besteht, ging doch Dr.
R._
am 25. April 2019 (E. 3.7) noch von einer maximalen leidensangepassten Tätigkeit im Umfang von zwei Stunden pro Tag aus
.
Nach dem Gesagten best
ehen
unausräumbare
Z
weifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der Einsch
ätzung von RAD-Arzt Dr.
S._
, weshalb nicht darauf abgestellt werden kann (vgl. E. 1.5).
4.3.2
Die
weiteren vorliegenden
Berichte
des
A._
(
E. 3.4, E. 3.6
) und von Dr.
R._
(E. 3.7)
lassen
aber
ebenfalls keine
rechtsgenügende
Beurteilung der Arbeitsfähigkeit
in der Zeit nach dem
(zweiten)
Unfall vom 6. März 2018
sowohl in angestammter als auch
in
einer angepassten Tätigkeit
zu
.
Die Berichte des
A._
, sofern sie sich überhaupt zur Arbeitsfähigkeit äussern, beziehen sich jeweils nur auf die Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit auf dem Bau
und verneinen eine solche. Sie
äussern sich jedoch nicht zur Arbeitsfähigkeit in einer angepassten
Tätigkeit
respektive beschreiben auch nicht ein allfälliges Belastungsprofil oder enthalten Angaben zum zeitlichen Umfang einer zumutba
ren leidensangepassten Tätigkeit
(E. 3.4, E. 3.6)
und
Dr.
R._
s Angaben sind dürftig,
er
begründet weder eingängig die 100%
ige
Arbeitsunfähigkeit in der angestammten Tätigkeit als Maurer noch äussert er sich ausführlich dazu, wes
halb er eine angepasste Tätigkeit nur im Umfang von ein bis zwei Stunden täglich als zumutbar erachtet
e
(E. 3.7).
4.
4
Zusammenfassend
bestehen erhebliche Zweifel an
der
Vollständigkeit und/oder Richtigkeit der bisher getroffenen Tatsachenfeststellung durch
die Beschwerde
gegnerin.
Eine Beurteilung der Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers ist jedoch aufgrund der vorliegenden medizinischen Unterlagen auch nicht mit dem Mass der überwiegenden Wahrscheinlichkeit möglich.
Demzufolge ist
die angefochtene Ver
fügung vom
23
. Mai
201
9
aufzuheben und die Sache an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen, damit diese nach erfolgter notwendiger Abklärung über den Rentenanspruch des Beschwerdeführers neu verfüge
(vgl. E. 1.4)
.
Dabei
scheint eine
orthopädische
Begutachtung
– wie vom Beschwerdeführer gefordert (E. 2.2)
–
allenfalls ergänzt durch eine rheumatologische
Beurteilung
,
angezeigt. Das Gutachten wird sich nicht nur zum aktuellen Gesundheitszustand zu äussern haben, sondern insbesondere auch
über
den Verlauf der Arbeitsfä
higkeit
(vgl. E. 4.
2-4.3
)
. Die Beschwerdegegnerin wird
aber
angesichts der
fort
laufenden Entwicklung
vorgängig
aktuell
e
medizinische
Bericht
e
allfälliger
Behandler
und – soweit der Beschwerdeführer wieder arbeitstätig ist
oder zumin
dest vorübergehend war
- einen aktuellen
Arbeitgeberfragebogen einzuholen
haben
.
Die Beschwerde ist
demnach
in diesem Sinne
gutzuheissen.
5.
Nach ständiger Rechtsprechung gilt die Rückweisung
der Sache an die Verwal
tung zur weiteren Abklärung und neuen Verfügung als vollständiges Obsiegen (BGE 137 V 57). Die Kosten gemäss Art. 69 Abs. 1
bis
IVG sind auf Fr.
1’0
00.-- fest
zusetzen und entsprechend dem Ausgang des Verfahrens der unterliegenden Beschwerdegegnerin aufzuerlegen.
Dem Beschwerdeführer steht eine Prozessentschädigung zu, welche vom Gericht ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses, dem Zeitaufwand und den Barauslagen festge
setzt wird (§ 34 Abs. 1 und 3 des
Gesetzes über das
Sozialversicherungsgericht,
GSVGer
). Entsprechend ist ihm ein
e Prozessentschädigung von Fr.
2'500.00
(inkl. Barauslagen und
MWSt
) auszurichten.