# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** ecb1a9da-f1fd-44b0-bf21-f0b6fdce5159
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2020
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1964, hat keine berufliche Ausbildung absolviert und war
seit Oktober 2011 als Pizza
bäckerin
bei der
Z._
GmbH
angestellt (Urk. 7/24, 7/31, 7/32/2
,
7/40
und 7/96
).
Unter Hinweis auf
eine
Sarkoidose
meldete sie sich am 9. Februar 2016 bei der Inva
lidenversicherung zum Leistungsbezug an (Urk. 7/24). Die Sozialversiche
rungs
anstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle,
holte nebst den Akten des Krankentag
geld
versicherers (Urk. 7/25) einen aktuellen Auszug aus dem individuellen Konto (IK-Auszug, Urk. 7/32), Beri
chte der behandelnden Ärzte
(Urk. 7/33/2 ff., 7/35 f.)
sowie einen Arbeitgeberbericht ein (Urk. 7/40).
Mit Schreiben vom 6. Juli 2016 teilte sie der Versicherten mit, dass derzeit keine beruflichen Eingliederungs
mass
nahmen möglich seien und der Rentenanspruch geprüft werde (Urk. 7/43).
Nach Kenntnisnahme weiterer Unterlagen des Krankentaggeldversicherers (Urk. 7/
49,
7/55 f. und 7/60) sowie
zusätzlicher Arztberichte
(Urk. 7/52, 7/63) gab die IV-Stelle
beim Zentrum A._
ein polydis
zi
plinäres Gutachten in Auftrag (
A._
-Gutachten vom 20.
November
2017, Urk.
7/72).
Mit Vorbescheid vom 5.
Januar 2018 stellte sie der Versicherten so
dann die Abweisung des Leistungsbegehrens in Aussicht (Urk. 7/75), w
ogegen
jene Einwand
erhob (Urk.
7/76, 7/83). Nachdem die
A._
-Gutachter am 4. Mai 2018 zu Rückfragen der IV-Stelle Stellung genommen hatte
n
(Urk. 7/85 f.), li
ess sich die Versicherte am 28.
Juni 2018 hierzu vernehmen, wobei sie a
n ihrem Ein
wand festhielt (Urk.
7/88). Am 27. August 2018 verfügte die IV-Stelle im ange
kündigten Sinne
. Betreffend die im
Vorbescheidverfahren
beantragten Eingliede
rungsmassnahmen
stellte sie einen separaten
Entscheid in Aussicht
(Urk. 7/91 = Urk. 2).
2.
Gegen die Verfügung der IV-Stelle vom 27. August 2018 (Urk. 2)
erhob
X._
am 27. September 2018 Beschwerde mit dem Rechtsbegehren, die ange
fochtene Verfügung sei aufzuheben und ihr sei auf der Grundlage der vom be
han
delnden
Pneumologen
für eine angepasste Tätigkeit attestierten Arbeits
fähig
keit eine Rente der Invalidenversicherung zuzusprechen (Urk. 1 S. 1).
Die Be
schwer
degegnerin schloss mit Beschwerdeantwort vom 24. Oktober 2018 auf Ab
weisung der Beschwerde (Urk. 6), worüber die Beschwerdeführerin mit Verfügung vom 29.
Oktober 2018 in Kenntnis gesetzt wurde (Urk. 8).
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allge
meinen Teil des
Sozialversicherungsrechts, ATSG
). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom
menden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der ge
sundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss Art. 28 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG)
Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betä
tigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen
wieder herstellen
, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (Art. 8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (Art. 28 Abs. 2 IVG).
1.3
Das Sozialversicherungsgericht hat den Sachverhalt von Amtes wegen festzu
stellen und alle Beweismittel objektiv zu prüfen, unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden, ob sie eine zuverlässige Beurteilung des strittigen Leistungsanspruches gestatten. Insbesondere darf es beim Vorliegen einander widersprechender medizinischer Berichte den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, wa
rum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt (ZAK 1986 S. 188 E. 2a). Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Gutachtens ist im Lichte dieser Grundsätze entscheidend, ob es für die Beantwortung der ge
stellten Fragen umfassend ist, auf den erforderlichen allseitigen Untersuchungen beruht, die geklagten Beschwerden berücksichtigt und sich mit diesen sowie dem
Verhalten der untersuchten Person auseinander setzt – was vor allem bei psy
chischen Fehlentwicklungen nötig ist –, in Kenntnis der und gegebenenfalls in Auseinandersetzung mit den
Vorakten
abgegeben worden ist, ob es in der Dar
legung der medizinischen Zustände und Zusammenhänge einleuchtet, ob die Schlussfolgerungen der medizinischen Experten in einer Weise begründet sind, dass die rechtsanwendende Person sie prüfend nachvollziehen kann, ob der Ex
perte oder die Expertin nicht auszuräumende Unsicherheiten und Unklarheiten, welche die Beantwortung der Fragen erschweren oder verunmöglichen, gegebe
nen
falls deutlich macht (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c; Ulrich Meyer, Die Rechtspflege in der Sozialversicherung, BJM 1989, S. 30 f.; derselbe in: Hermann
Fredenhagen
, Das ärztliche Gutachten, 4. Auflage 2003, S. 24 f.).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin erwog in der angefochtenen Verfügung vom 27. August 2018 (Urk. 2) im Wesentlichen, die medizinischen Abklärungen hätten ergeben, dass der Beschwerdeführerin die bisherige Tätigkeit als Pizzabäckerin seit Ablauf des Wartejahres im Dezember 2016 nur noch zu 30 % zumutbar sei. Hinsichtlich einer leidensadaptierten Tätigkeit bestehe
seither
jedoch eine 70%ige Arbeits
fähigkeit. Der Einkommensvergleich
ergebe
eine
n
nicht rentenbegründenden Inva
liditätsgrad von 34 %.
Im Rahmen des
Vorbescheidverfahrens
habe die Be
schwerdeführerin zwar zu Recht moniert, dass die gutachterliche Gesamtbeur
tei
lung vom
pneumologischen
Teilgutachten abweiche. Es habe sich jedoch heraus
gestellt, dass dem Gesamtgutachten eine falsche Version des
pneumologischen
Gut
achtens beigelegt worden sei. Auf die polydisziplinäre Beurteilung der Arbeits
fähigkeit durch die
A._
-Gutachter könne abgestellt werden; diese sei aus versicherungsmedizinischer Sicht von Anfang an nachvollziehbar gewesen. Die davon abweichende Einschätzung des behandelnden
Pneumologen
vermöge daran
ebenfalls
nichts zu ändern.
2.2
Demgegenüber machte die Beschwerdeführerin in ihrer Beschwerdeschrift vom 27. September 2018 zusammengefasst geltend, es sei nicht nachvollziehbar, dass aus einer polydisziplinären Konsensfindung ein gesamthaft tieferer Arbeitsun
fähigkeitsgrad resultiere, als vorgängig von einem einzelnen Fachgutachter atte
stiert worden sei. Auf die gutachterliche Einschätzung könne nicht abgestellt werden, da nicht plausibel begründet worden sei, weshalb nach der Konsensbe
ra
tung von der ursprünglichen
pneumologischen
Beurteilung abgewichen worde
n sei. Zur Festlegung der Arbeitsfähigkeit rechtfertige es sich vielmehr, auf die
Ausführungen des behandelnden
Pneumologen
abzustellen. Falls dieser Sicht
weise nicht gefolgt werden könne, sei die erste Version des
pneumologischen
Teil
gutachtens als Grundlage heranzuziehen.
Ausgehend von einer 50%igen Arbeitsfähigkeit in einer leidensangepassten Tätigkeit resultiere ein Invalidi
täts
grad von 53 %, was einen Anspruch auf eine halbe Invalidenrente z
ur Folge habe. Allenfalls sei ausser
dem ein leidensbedingter Abzug vom Invalideneinkommen
zu gewähren
(Urk. 1 S. 2 f.).
3.
3.1
Gemäss Bericht des Kantonsspitals
B._
vom 13. Januar 2016
begab
sich die Beschwerdeführerin aufgrund ausgeprägter und zunehmender Müdigkeit, unspezifischer
muskuloskelettaler
Schmerzen sowie zunehmender Anstrengungs
dyspnoe in ärztliche Behandlung.
Dem Bericht sind
folgende Diagnosen
zu ent
nehmen
(Urk. 7/36/5):
-
Histologisch gesicherte
Sarkoidose
mit
-
ausgeprägter mediastinaler und
hilärer
Lymphadenopathie
-
histologisch zervikaler Lymphknoten links, nicht verkäsende
Granulo
matose
(Diagnosestellung 18. Dezember 2015)
-
im Bereich der Appendektomie-Narbe ebenfalls nachgewiesene nicht-verkäsende
granulomatöse
Entzündung (18. Dezember 2015)
-
ausgeprägte Müdigkeit, Anstrengungsdyspnoe und unspezifisch gene
ra
li
sierte
muskuloskelettale
Schmerzen
-
Hämorrhoiden Grad II,
Marisken
und hypertrophe Analpapille
-
Zangenektomie eines kleinen
Polyps
im
colon
descendens
-
histopathologisch
hyperplastischer Polyp (Histologie 14.
Dezember 201
5)
-
Intraepitheliale
Lymphozytose im Duodenum
-
Differentialdiagnose Zöliakie.
Aufgrund der ausgeprägten Symptomatik werde eine systematische Steroid-Therapie begonnen
(Urk. 7/36/6).
3.2
Dr.
C._
, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin und Pneumo
logie, untersuchte die Beschwerdeführerin am 5. März 2016 im Auftrag des Kran
kentaggeldversicherers. In seinem Bericht vom 6. März 2016 diagnostizierte er eine generalisierte
Sarkoidose
sowie
muskuloskelettale
Schmerzen. Der Verlauf der
Cortisontherapie
sei relativ günstig und angemessen
, wobei die Beschwerde
führerin subjektiv noch keine Besserung empfinde. Die Medikamentendosis werde nun langsam reduziert. Aktuell sei von einer 80%igen Arbeitsunfähigkeit auszu
gehen
. Vielleicht ab Juni 2016 könne mit einer stufenweisen Steigerung der Leis
tungsfähigkeit gerechnet werden, bis zu einer 100%igen Arbeitsfähigkeit ab Februar 2017 (Urk. 7/33/3 f.).
3.3
Bei unveränderter Diagnostik hielten die behandelnden Ärzte des
B._
in ihrem Bericht vom 31. März 2016 fest, dass sich nach Etablierung der
systemische
n
Steroid-Therapie konventionell-radiologisch ein deutliches Ansprechen mit Rück
gang der ausgeprägt
en
Lymphadenopathie
gezeigt
habe
. Allerdings leide die Be
schwerdeführerin aktuell an nicht unerheblichen Nebenwirkungen
der Behand
lung
mit erheblicher Leistungsintoleranz. Aufgrund der derzeitigen Symptome mit Müdigkeit, Abgeschlagenheit und
Fatigue
bestehe seit dem 30. November 2015 eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit (Urk. 7/35/3 f.).
3.4
Mit Bericht vom 21. September 2016 äusserte sich Dr.
C._
dahingehend, dass im Mai 2016
radiologisch
eine Rückbildung der
hilären
und mediastinalen Lymph
knoten erkennbar gewesen sei. Eine Beteiligung des Lungengewebes sei erneut verneint worden. Subjektiv empfinde die Beschwerdeführerin jedoch nur eine geringe Besserung, sowohl in Bezug auf die Belastungsatemnot als auch die
Fatigue
-Symptomatik. Aktuell sei von einer 80%igen Arbeitsunfähigkeit auszu
gehen; die Beschwerdeführerin arbeite derzeit zwei Vormittage pro Woche, was ihr aber sehr schwer falle. Ab Anfang 2017 sei wieder eine
etwa
50%ige und ab dem Sommer 2017 eine 80%ige Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit zu erwarten (Urk. 7/49/5 f.).
3.5
Die behandelnden Ärzte des
B._
attestierten mit Verlaufsbericht vom 28. Okto
ber 2016 eine seit dem 1. Juni 2016 bestehende 80%ige Arbeitsunfähigkeit. Vom 21. bis
28. September 2016
habe infolge einer Hautbiopsie eine vollständige Arbeitsunfähigkeit vorgelegen (Urk. 7/52).
Eine solche wurde sodann mit Bericht vom 16. November 2016 aufgrund der Ergebnisse einer Spiroergometrie ab dem 27. Oktober 2016 bescheinigt, da ein kardialer Befall der
Sarkoidose
denkbar sei, was bekanntlich zu letalen Rhythmusstörungen führen könne. Weitere Abklä
rungen
am Herzen
seien geplant (Urk. 7/55/4).
Dr.
C._
schloss sich dieser Ein
schätzung mit Bericht vom 28. November 2016 an (Urk. 7/55/2
).
Auch im Bericht des
B._
vom 1. Juni 2017 wurde nach wie vor eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit attestiert. Dies sei durch die ausgeprägte
Fatigue
-Symptomatik bei
Sarkoidose
begründet.
Hinweise für eine Aktivität der
Sarkoidose
seien jedoch nicht vorhan
den (Urk. 7/63/1).
3.6
Dem polydisziplinären
A._
-Gutachten vom 20. November 2017 ist folgende Diagnose mit
Auswirkungen
auf die Arbeitsfähigkeit zu entnehmen (Urk. 7/72/7):
-
Histologisch gesicherte
Sarkoidose
im pulmonalen Stadium I; Erstdiag
nose 2015 mit
-
i
nitialem
Befall
hilärer
, mediastinaler und zervikaler Lymphknoten
-
aktuell
weder klinischen noch radiologischen Hinweisen auf
Sarkoi
dose
-
chronischer therapierefraktärer Müdigkeit im Sinne des CFS (
Chronic
Fatigue
Syndrom)
-
normaler Lungenfunktion und normalem Gasaustausch.
Demgegenüber wurde in Bezug auf folgende Diagnosen ein Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit verneint:
-
Nachweis von Hämorrhoiden Grad II 2016
-
Entfernung eines kleinen
Colonpolyps
Dezember 2015.
Dr.
D._
, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin und Kardiologie, hielt im internistischen Teilgutachten fest, dass bei der Beschwerde
führerin eine
Fatigue
sowie vielfältige Schmerzen im Vordergrund stünden. Erstere habe sich im Gefolge einer
Sarkoidose
entwickelt und persistiere trotz Rückbildung der
sarkoidosebedingten
Lymphknotenveränderungen mediastinal und
hilär
. Nachweisbare pulmonale Veränderungen oder ein extrapulmonaler Befall hätten nie bestanden. Im Jahr 2016 habe zudem eine Herzbeteiligung aus
geschlossen werden können. Auch im Rahmen der jetzigen Untersuchung habe sich die Beschwerdeführerin in kardial kompensiertem Zustand ohne verdächtige Kreislaufveränderung präsentiert. Die geklagte Ermüdbarkeit und Leistungs
schwäche, ebenso wie das nächtliche Herzklopfen seien nicht primär kardial bedingt. Insbesondere liege keine Herzschwäche vor. Der rasche Herzfre
quenz
anstieg unter Belastung sei de
m mittlerweile ausgeprägten
Det
raining
zuzu
schreiben.
Im Weiteren seien keine
Anhaltspunkte für
eine kutane Beteiligung der
Sarkoidose
vorhanden. Bei subjektivem Brennen im ungefähren Bereich der Nie
ren
logen sei ferner keine Nierenerkrankung feststellbar.
Gesamthaft seien keine Hinweise auf eine für die Arbeitsfähigkeit relevante extrapulmonale Beteiligung der
Sarkoidose
vorhanden.
Hinsichtlich der geklagten Schmerzen am Bewe
gungs
apparat sei anlässlich der Untersuchung eine aussergewöhnliche Berührungs
empfindlichkeit an diversen Körperstelle
n
aufgefallen.
Abgesehen davon gebe es weitere Anzeichen, die sich bei einer Fibromyalgie finden liessen, wie unter anderem chronische Schmerzen, eine Steifigkeit in Muskeln und Gelenken, eine Neigung zu Erschöpfung sowie Konzentrationsschwäche. Insgesamt ergebe sich für diese beklagten weiteren Symptome je
doch keine somatische Erklärung;
ins
besondere seien keine Hinweise für eine entzündliche rheumatologische Erkran
kung vorhanden.
Zusammenfassend lasse sich aus internistischer Sicht keine Erklärung für den persistierenden
Fatigue
- und Schmerzzustand nachweisen. Die ausgeübte und von der Familie der Beschwerdeführerin geförderte Schonhaltung habe offenkundig zu einem ausgeprägten
Detraining
geführt, welches die körper
liche Schwäche und Erschöpfbarkeit im Sinne eines
circulus
vitiosus
wieder fördere. Das
Detraining
sei als überwindbar einzustufen. Für eine noch vorhan
dene Belastbarkeit spreche auch das Durchhalten während der gutachterlichen Untersuchungen an verschiedenen Orten. Insg
esamt erscheine eine körperlich
leichte bis mittelschwere Tätigkeit zu vorerst 70 % zumutbar, mit Aussicht auf Steigerung. Die Einschränkung von 30 % sei dem
Fatigue
- und schmerzbedingt langsameren Arbeitsrhythmus und dem noch vermehrten Pausenbedarf geschul
det. Für die bisherige Tätigkeit als
Pizzaiolo
sei wegen der mit dieser Arbeit ver
bundenen, zumindest zeitweise vorhandenen körperlichen und zeitlichen Belas
tung von einer 70%igen Arbeitsunfähigkeit auszugehen (Urk. 7/72/28 f.).
Im Rahmen der Exploration durch Dr.
E._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, habe die Beschwerdeführerin berichtet, sich nicht
gut zu fühlen, oft müde zu sein sowie
unter Durchschlafproblemen
und Gefühls
schwankungen
zu leiden. Sie sei nach wenigen Minuten auch bei kleineren Tätigkeit
en
erschöpft und erlebe auch eine Art Schwellung des Bauches sowie starkes Schwitzen, so
dass sie Pausen einlegen müsse. Trotz ausserdem bestehen
der ständiger Schmerzen fühle sie sich aber psychisch gesund. Sie habe nie schlechte Gedanken oder Gefühle bezüglich ihrer Krankheit erlebt; ihre einzige Sorge gelte vielmehr ihren Kindern. Aus psychischen Gründen sehe sie sich nicht eingeschränkt im Alltag (Urk. 7/72/33 f.).
Aus psychiatrischer Sicht
könnten die beschriebenen Stimmungsschwankungen mit drei bis maximal sechs Tagen Stimmungstief auf eine depressive Entwicklung hinweisen. Die Beschwerde
führerin sei jedoch zum aktuellen Zeitpunkt noch kompensiert.
So könne sie noch am sozialen Leben teilnehmen, besuche ihre Schwester oder sogar auch ihren Bruder im Kosovo, könne leichtere Arbeiten im Haushalt erledigen und beschreibe sich selbst als psychisch stabil. Hinweise für eine beginnende depressive Ent
wick
lung seien der Interessenverlust, die in den schlechten Phasen vor
herr
schen
de Freudlosigkeit sowie die Durchschlafstörungen. Die erhöhte Erschöpfbarkeit sei schwierig von der Grunderkrankung der generalisierten
Sarkoidose
(
Fatigue
-Syn
drom) abzugrenzen. Aufgrund der Persönlichkeit der Beschwerdeführerin liege es ihr fern, für sich selbst psychologische Hilfe in Anspruch zu nehmen. Bereits als Kind habe sie schwere Verluste erlebt, mit welchen sie vorwiegend alleine habe klarkommen müssen. Nebst einer Sprache der Gefühle fehle es an innerpsy
chischen Werkzeugen zur Verarbeitung schwieriger Ereignisse; vielmehr schiebe
die Beschwerdeführerin diese zur Seite und kämpfe und funktioniere für ihre Kinder. Dies beinhalte das Risiko einer depressiven Entwicklung, weshalb grund
sätzlich sporadische Beurteilungen durch Fachleute beziehungsweise Hausärzte und
bei
Bedarf eine psychotherapeutische Begleitung Sinn machen würde
n
(Urk.
7/72/38). Aus psychiatrischer Sicht sei insgesamt weder aktuell noch
im
retrospektiv
en Verlauf
eine Arbeitsunfähigkeit zu attestieren (Urk. 7/72/39 f.).
Dr.
F._
, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin und Pneu
mo
lo
gie, äusserte sich in seiner Teilexpertise dahingehend, dass
bei der Beschwerde
füh
rerin im Jahr 2015 eine
Sarkoidose
im pulmonalen Stadium I festgestellt wor
den sei. Daneben hätten Granulome zervikal und in der Appendektomie
-N
arbe vorgelegen. Ein Befall anderer Organe sei nicht dokumentiert; auch eine kardiale
Sarkoidose
sei so gut wie ausgeschlossen. Aufgrund der normalen klini
schen Be
funde, der normalen Lungenfunktion, des normalen Thorax-CT von Juni 2017 sowie fehlender Hinweise auf eine kardiale Beteiligung dürfe die
Sarkoidose
am heutigen Tag als geheilt betrachtet werden.
Was die chronische Müdigkeit an
gehe,
so sei diese bei
Sarkoidose
hochprävalent, gemäss Literatur in bis zu 80
% der Fälle
. Relativierend dazu müsse er als Gutachter jedoch festhalten, dass er während jahrzehntelanger Berufstätigkeit viele
Sarkoidosepatienten
in allen Stadien ge
sehen und langzeitbetreut habe, bei denen Müdigkeit nicht im Vordergrund ge
standen habe. Weshalb viele dieser Patienten müde seien,
bleibe
wie beim genui
nen idiopathischen CFS ein Mysterium. Es gebe denn auch keine
E
videnz-basierte Therapie der
Sarkoidose
-assoziierten Müdigkeit.
Vor diesem Hintergrund sei es aus gutachterlicher Sicht nicht opportun, die chronische Müdigkeit vollum
fäng
lich der (geheilten)
Sarkoidose
anzulasten. Diese dürfte wie in den meisten ande
ren Fällen eine multifaktorielle Genese haben. So habe die Beschwerdeführerin traurig, ängstlich und passiv gewirkt. Zudem habe sie diffuse Ängste geäussert, was bei der belasteten familiären Vorgeschichte einfühlbar sei. Die Dyspnoe und die Müdigkeit der Muskeln seien zudem auf eine massive
Dekonditionierung
, also auf konstitutionelle Faktoren, zurückzuführen. Es sei namentlich unter Berück
sichtigung der Nebenwirkungen wenig zielführend, die abgeheilte
Sarkoidose
weiterhin
pneumologisch
zu
medikalisieren
.
Der therapeutische Hebel sei viel
mehr im rehabilitativen Bereich anzusetzen. Untätigkeit, welche durch Atte
stie
rung einer 100%igen Arbeitsunfähigkeit noch katalysiert werde, verstärke den Teufelskreis
von
Müdigkeit und Atemnot
, welche eine Untätigkeit zur Folge habe, die wiederum zu einer
gesteigerte
n
Müdigkeit und Atemnot
führe
.
Aus
pneumo
logischer
Sicht sei die Arbeitsfähigkeit für
die bisherige, wohl gelegentlich stressige und anstrengende Tätigkeit als
Pizzaiolo
seit Dezember 2015 aufge
ho
ben. Für eine körperlich leichte bis intermittierend mittelschwere Tätigkeit sei seit
diesem Zeitpunkt wegen der persistierenden Müdigkeit vorderhand ein 50 %-Pen
sum zumutbar (Urk. 7/72/45 ff.).
Im interdisziplinären Konsens gelangten die medizinischen Sachverständigen zur
Auffassung, dass körperlich leichte bis intermittierend mittelschwere und wechsel
belastende Tätigkeiten zumutbar seien. Unter Berücksichtigung der von der Be
schwerdeführerin
geklagten
Müdigkeit sei von Arbeiten abzuraten, welche eine uneingeschränkte Konzentration über längere Zeiträume erfordere. Gleiches gelte für Schichtarbeiten.
Entsprechend angepasste Tätigkeiten seien seit Dezember 2015 zu 70 % zumutbar. Für die angestammte Tätigkeit als
Pizzaiolo
sei seit diesem Zeitpunkt eine 30%ige Arbeitsfähigkeit zu attestieren (Urk. 7/72/10 f.).
3
.7
Mit Bericht vom 6. März 2018 schloss sich Dr.
G._
, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin und Pneumologie, vom
B._
im Wesentlichen — nament
lich in Bezug auf die Einschätzung der Arbeitsfähigkeit — der Beur
teilung von Dr.
F._
an
(Urk. 7/82/1 f.)
.
3.8
Mit Schreiben vom 20. April 2018 wies d
ie Beschwerdegegnerin
das Zentrum
A._
darauf hin, dass bezüglich der
für leidensangepasste Tätigkeit
en
attestierten Arbeitsfähigkeit ein Widerspruch zwischen der interdisziplinären
Schlussfolge
rung
sowie dem
pn
eumologischen
Gutachten bestehe (Urk. 7/85/1). Dazu äusser
ten sich die Gutachter
mit Stellungnahme vom 4. Mai 2018 dahingehend, dass dem Hauptgutachten irrtümlicherweise die Version der
pneumologischen
Teilex
pertise beigelegt worden sei, welche vor der Konsensfindung mit den anderen beteiligten Gutachtern erstellt worden sei. Im Hauptgutachten selbst seien die medizinischen Daten aus der Version des
pneumologischen
Teilgutachtens nach Konsensfindung übernommen worden. Im Konsens sei die Arbeitsfähigkeit für die angestammte Tätigkeit auf 30 % und für leidensadaptierte Tätigkeiten auf 70
% festgelegt worden. Diese
Beurteilung
sei ihm Rahmen einer intensiven Dis
kussion zwischen den einzelnen Sachverständigen sowie der Supervision zu
stande gekommen (Urk. 7/86/1).
4.
4.1
Strittig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegnerin das Rentenbegehren der Beschwerdeführerin mit Verfügung vom 27. August 2018 zu Recht abgewiesen hat. Dabei diente in erster Linie das
A._
-Gutachten vom 20. November 2017
als medizinische Grundlage, weshalb
vorab
auf dessen Beweiswert einzugehen ist.
Die Expertise basiert auf umfassenden internistischen, psychiatrischen sowie
pneu
mologischen
Untersuchungen und wurde in detaillierter Kenntnis der Vor
akten erstellt (Urk. 7/72/3 ff., 7/72/54 ff.). Die Beschwerdeführerin konnte gegen
über den einzelnen Sachverständigen ihre aktuellen Beschwerden schildern und
wurde von diesen jeweils — soweit fachspezifisch erforderlich — eingehend bef
ragt. Sie konnte sich insbesondere zu verschiedenen Themenbereichen wie der Krank
heitsentwicklung sowie dem gewöhnlichen Tagesablauf äussern (Urk. 7/72/23 ff., 7/72/33 ff.
,
7/72/
43 f. und 7/86/5
).
Die geklagten Leiden fanden sodann im Rah
men der Diagnostik Berücksichtigung, wobei sowohl diese als auch die aus medi
zi
nischer Sicht resultierenden Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit dargelegt und nachvollziehbar erläutert wurden (Urk. 7/72/7 ff., 7/72/28 ff., 7/72/37 ff., 7/72/45 ff. und 7/86/7 ff.). Die Gutachter nahmen ausserdem Stellung zu voran
gegangenen ärztlichen Beurteilungen (Urk. 7/72/30, 7/72/39, 7/72/47 und 7/86/9)
. Gesamthaft erfüllt das
A._
-Gutachten somit die vom Bundesgericht festge
legten formellen Kriterien für eine beweiswerte medizinische Expertise (vgl. E. 1.3 vorstehend).
4.2
4.2.1
Die
Beschwerdegegnerin anerkennt
, dass gestützt auf die gutachterlichen Erkenn
t
nisse nur mehr von einer 30%igen Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit als Pizzabäckerin auszugehen ist (vgl. Urk.
2 S. 1
;
Urk. 7/72/11, 7/86/1
).
Ob in dieser Hinsicht gar eine vollständige Arbeitsunfähig
keit vorliegt (vgl. Urk. 1 S. 2;
Urk. 7/72/47, 7/82/2), muss nicht abschliessend geklärt werden.
Entscheidrele
va
nt
ist
in Nachachtung der geltenden Schadenminderungspflicht
vielmehr, welche Arbeitsfähigkeit für leidensadaptierte Tätigkeiten besteht.
Während die Beschwer
de
gegnerin diese auf 70 % festlegt
e
(Urk. 2 S. 2), spricht sich die Beschwerde
führerin für eine 50%ige Arbeitsfähigkeit aus (Urk. 1 S. 3).
4.2.2
Zunächst ist
festzuhalten, dass
die überzeugenden und in sich schlüssigen
gut
achterlichen
Ausführungen
in Bezug auf den internistischen und psychi
schen
Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin
unbestritten geblieben sind
.
Einer
seits legte Dr.
D._
nachvollziehbar
dar, dass aus internistischer Sicht eine ätiologisch nicht sicher einzuordnende
Fatigue
-/Schmerzsymptomatik persi
stiere, welche derzeit keine körperlich mittelschweren oder schweren Arbeiten zulasse. Die Ausübung einer leichten bis mittelschweren leidensangepassten Tätig
keit
erachtete er
indessen
unter Berücksichtigung des Fehlens nachweisbarer somatischer Veränderungen als Erklärung für die Beschwerdesymptomatik und
mangels
anderer internistischer Leiden
zu mindestens 70 %
als
möglich
.
Die Ein
schränkung von 30 % sei Folge des
Fatigue
- respektive schmerzbedingt lang
sameren Arbeitsrhythmus und des vermehrten Pausenbedarfs (Urk. 7/
72/30).
Andererseits zeigte Dr.
E._
auf, weshalb aus psychiatrischer Sicht keine Diagnosen zu stellen und folglich auch keine Arbeitsunfähigkeit zu attestieren
sei
en
.
Dies vermag insbesondere mit Blick auf die grundsätzlich unauffälligen objektiven Befunde (vgl. Urk. 7/72/36 f.) sowie den Umstand, dass sich die Be
schwerdeführerin selbst aus psychischen Gründen nicht in ihrem Alltag einge
schränkt erachtet und keine
psychiatrisch-psychother
a
peutische
Unterstützung in Anspruch nimmt (vgl. Urk. 7/72/34 f.), zu überzeugen.
Da Dr.
E._
eine Arbeits
unfähigkeit in nachvollziehbarer Weise
verneinte, erübrigt sich die Durch
führung eines vom Bundesgericht grundsätzlich für sämtliche psychischen Leiden statuierten
indikatorengeleiteten
Beweisverfahrens (vgl. BGE 143 V 409 E. 4.5.3 und 143 V 418 E. 7.1).
4.2.3
In Bezug auf das
pneumologische
Teilgutachten von Dr.
F._
liegen zwei Ver
sionen
vom gleichen Datum
vor (Urk. 7/72/42 ff., 7/86/4 ff.).
Inhaltlich unter
scheiden sie sich — bis auf die attestierte Arbeitsunfähigkeit — nicht in relevanter Weise
. Insbesondere stufte Dr.
F._
die
Sarkoidose
aufgrund der objektiven und klinischen Befunde
jeweils
als geheilt ein und führte die anhaltende Müdigkeit
, welche sich auf die Leistungsfähigkeit auswirke,
auf eine multifaktorielle Genese zurück (Urk. 7/72/46
f.
, 7/86/8
f.
).
Die Beschwerdeführerin vertritt
jedoch
im Ge
gen
satz zur Beschwerdegegnerin
die Auffassung, dass auf die erste Version der
pneumologischen
Teilexpertise abzustellen sei, in welcher für leidensadaptierte Tätigkeiten von einer 50%igen Arbeitsunfähigkeit ausgegangen worden sei. Diese Einschätzung habe auch Vorrang
gegenüber der
davon abweichenden Konsens
beurteilung
, da
nicht nachvollziehbar sei, dass im Rahmen der Konsensfindung eine gesamthaft tiefere Arbeitsunfähigkeit resultiere, als vorgängig von einem einzelnen Guta
chter erhoben (Urk. 1 S. 3 f.).
Dieser Argumentation kann nicht gefolgt werden.
Zum einen ist es grundsätzlich zulässig, dass Gutachter auf entsprechende Rückfrage der IV-Stell
e oder der ver
sicherten Person
klarstellen, wie bestimmte Aussagen in der Expertise zu ver
stehen sind und nötigenfalls Berichtigungen vornehmen (vgl. Urteil des Bundes
gerichts 9C_789/2013 vom 21. März 2014 E. 3.3).
Hervorzuheben ist
zum anderen
der Zweck interdisziplinärer Gutachten, wonach alle relevanten gesundheitlichen Beeinträchtigungen zu erfassen und die sich daraus je einzeln ergebenden Ein
schränkungen der Arbeitsfähigkeit in ein Gesamtergebnis zu fassen sind. Der ab
schliessenden, gesamthaften Beurteilung von Gesundheitszustand und Arbeits
fähig
keit kommt insbesondere dann grosses Gewicht zu, wenn sie auf der Grundlage einer Konsensdiskussion der an der Begutachtung mitwirkenden Fach
ärzte erfolgt
(BGE 143 V 124 E. 2.2.4
mit Hinweisen).
Dies trifft auf das vorlie
gende
A._
-Gutachten zu. Gemäss Stellungnahme der medizinischen Sachver
ständigen vom 4. Mai 2018 sei es im Rahmen der fachlichen Entwicklung des Gut
achtens zu einer intensiven Diskussion zwischen den einzelnen Gutachtern und der Supervision gekommen, worauf die Arbeitsfähigkeit im Konsens auf
30
% für die angestammte Tätigkeit und auf 70 % für leidensangepasste Tätig
keit
en festgelegt worden sei (Urk.
7/86/1). Bereits im
Hauptgutachten fand sich die Be
merkung, dass eine «kritische Diskussion» stattgefunden habe (Urk. 7/72/8).
Ferner bestätigte
unter anderem
Dr.
F._
mittels Unterschrift, mit den Schluss
folgerungen der Konsensbeurteilung einverstanden zu sein und diese einges
ehen zu haben (Urk.
7/72/21).
In Nachachtung der bundesgerichtlichen Praxis ist
der fachbereich
s
übergreifenden Beurteilung der Arbeitsfähigkeit somit besonderes Gewicht beizumessen.
Dies muss umso mehr
in Anbetracht dessen gelten, dass sich die einzelnen fach
b
ereichsbezogenen Arbeitsunfähigkeiten
— entgegen der Sichtweise der Beschwer
de
führerin —
in der Regel nicht additiv verhalten, sondern sich teilweise oder sogar ganz decken (Urteil des Bundesgerichts 9C_425/2013 vom
16.
September 2013 E. 4.3.1 mit Hinweisen).
Es erstaunt daher nicht, dass sich die Gutachter der somatischen Disziplinen auf die 70%ige Arbeitsfähigkeit für leidensadaptierte Tätigkeiten einigten, zumal
die
Sarkoidose
aus
pneumologischer
Sicht namentlich aufgrund unauffälliger klinischer Befunde als geheilt eingestuft wurde und inter
disziplinär
insbesondere
eine
Beurteilung der
mit der
ätiologisch schwierig ab
grenzbaren persistierenden Müdigkeit
verbundenen Beeinträchtigungen
ange
zeigt
war (vgl. Urk. 7/72/8 ff.).
4.3
Nach dem Gesagten
ist der Beschwerdegegnerin beizupflichten, dass
gestützt auf die Konsensbeurteilung der Gutachter
mit überwiegender Wahrscheinlichkeit von einer 70%igen Arbeitsfähigkeit
in Bezug auf leidensadaptierte Tätigkeiten
aus
zugehen ist. Diese Einschätzung hat gemäss den
medizinischen Sachverständigen
seit Dezember 2015 Geltung (Urk. 7/72/11).
Nicht abgestellt werden kann somit auf die erste Version des
pneumologischen
Gutachtens, welche irrtümlicherweise dem Hauptgutachten beigelegt worden war.
Damit geht einher
, dass
auch nicht auf der Grundlage des
Berichtes von Dr.
G._
vom 6.
März 2018
(Urk. 7/82)
auf eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit für angepasste Tätig
keiten geschlossen werden kann, da sich
der behandelnde Arzt
im Wesentlichen mit d
ies
er ersten Version des
pneumologischen
Gutachtens einverstanden
erklärte.
Soweit er darauf hin
weist, ein bei der Erstpräsentation im Jahr 2015 histologisch gesicherter Haut
befall im Bereich der Appendektomie-Narbe sei unberücksichtigt geblieben, ist ihm
im Übrigen
zu widersprechen. Die Gutachter hatten nachweislich Kenntnis von diesem Umst
and (vgl. Urk. 7/72/28, 7/86/7), weshalb die Konsensbeurteilung auch aus diesem Grund nicht in Zweifel zu ziehen ist.
5.
5.1
Zu prüfen bleibt somit, ob die Beschwerdegegnerin den Invaliditätsgrad korrekt ermittelt hat.
Bei erwerbstätigen Versicherten ist
dieser
gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der Einkommens
ver
gleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegen
übergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditäts
grad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2, 128 V 29 E. 1).
5.2
Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist für die Ermittlung des
Validen
einkommens
entscheidend, was die versicherte Person im Zeitpunkt des frühest
möglichen Rentenbeginns nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrschein
lichkeit als Gesunde tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung an
ge
passten Verdienst angeknüpft, da es empirischer Erfahrung entspricht, dass die
bisherige Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden fortgesetzt worden wäre. Ausnah
men
müssen mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt sein (BGE 139 V 28 E.
3.3.2; 135 V 58 E. 3.1; 134 V 332 E. 4.1 mit Hinweis).
Die Beschwerdeführerin ist
im angestammten Tätigkeitsbereich als Pizzabäckerin
gemäss überzeugender gutachtlicher Beurteilung
seit
Dezember 2015
nur noch zu 30 % arbeitsfähig
, weshalb die gesetzlich vorgesehene Wartezeit im
Dezember 2016
abgelaufen war (vgl. Art. 28 Abs. 1
lit
. b IVG).
Dies bildet den Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbeginns, zumal sich die Beschwerdeführerin am
9.
Febru
ar 2016 zum Leistungsbezug
angemeldet ha
tte (Urk. 7/24) und die in Art.
29 Abs. 1 IVG genannte Frist im
Dezember 2016
ebenfalls abgelaufen war.
Mit überwiegender Wahrscheinlichkeit ist davon auszugehen, dass
die Beschwer
deführerin
im Gesundheitsfall weiterhin als Pizzabäckerin bei
der
Z._
GmbH
tätig
gewesen wäre, da das Arbeitsverhältnis krankhei
tsbedingt aufgelöst wurde (Urk.
7/97). Im Jahr 2016 hätte
sie
gemäss Angaben der Arbeitgeberin ein Brutto
einkommen von Fr. 56'000.-- erzielt (Urk. 7/40/3), weshalb von einem
Validen
ein
kommen
in dieser Höhe auszugehen ist.
5.3
5.3.1
Für die Festsetzung des trotz Gesundheitsschädigung
zumutbarerweise
noch reali
sierbaren Einkommens (Invalideneinkommen) ist nach der Rechtsprechung primär von der beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die ver
sicherte Person konkret steht. Übt sie nach Eintritt der Invalidität eine Erwerbs
tätigkeit aus, bei der – kumulativ – besonders stabile Arbeitsverhältnisse gegeben sind und anzunehmen ist, dass sie die ihr verbliebene Arbeitsfähigkeit in zumut
barer Weise voll ausschöpft, und erscheint zudem das Einkommen aus der Arbeits
leistung als angemessen und nicht als Soziallohn, gilt grundsätzlich der tatsäch
lich erzielte Verdienst als Invalidenlohn (BGE 139 V 592 E. 2.3; 135 V 297 E. 5.2; 129 V 472 E. 4.2.1; 126 V 75 E. 3b/
aa
).
Das Arbeitsverhältnis zwischen der Beschwerdeführerin und der
Z._
GmbH wurde zwar erst per 23. September 2017 aufgelöst
(Urk. 7/97)
. Erstere
war indes ab Oktober 2015 — abgesehen von
Arbeitsversuchen
in einem 20%-Pensum — nicht mehr als Pizzabäckerin tätig (vgl. Urk. 7/31/4, 7/40/2
und 7/49/5
).
Mangels voller Ausschöpfung der aus medizinischer Sicht verbliebenen Arbeitsfähigkeit ist
das Invalideneinkommen
daher
na
ch den LSE 2014 zu bestimmen
. Diese Auf
fassung teilen denn auch
— zumindest implizit
—
beide Parteien (vgl. Urk. 1 S.
3
und Urk.
7/73).
Aufgrund der fehlenden beruflichen Ausbildung der Beschwer
de
führerin sowie angesichts des medizinischen Belastungsprofils ist auf den monat
lichen Bruttolohn für einfache Tätigkeiten körperlicher oder handwerklicher Art
weiblicher Angestellter von Fr.
4'300.-- abzustellen (LSE 2014, TA1_tira
ge_skill
_le
vel, Monatlicher Bruttolohn [Zentralwert
] nach Wirtschaftszweigen, Kom
petenzniveau und Geschlecht, Privater Sektor, Total, Kompetenzniveau 1). Aufgerechnet auf die durchschnittliche betriebsübliche Arbeitszeit von 41.7 Stun
den pro Woche (vgl. Bundesamt für Statistik, Betriebsübliche Arbeitszeit nach Wirtschaftsabteilungen, A-S) und angepasst an die Entwicklung der Nominal
löhne für weibliche Arbeitskräfte von 2'673 Punkten im Jahr 2014 auf 2'
70
9 Punkte
im Jahr 2016 (vgl. www.bfs.admin.ch) ergibt dies ein Bruttoeinkommen von Fr. 54'417.50 jährlich (Fr. 4'300.-- / 40 * 41.7 * 12 / 2'673 * 2’709). Ausgehend von einem zumutbaren Arbeitspensum von 70 % resultiert damit ein Inva
liden
einkommen von Fr. 38'162.25.
5.3.2
Die Beschwerdeführer
in
bringt vor, dass
vom Invalideneinkommen ein leidens
be
dingter Abzug vorzunehmen sei (Urk. 1 S. 3).
In Anbetracht des Zumutbar
keits
profils ist von einem genügend breiten Spektrum an zumutbaren Ver
weis
tätig
kei
ten auszugehen, auch wenn die Beschwerdeführerin über keine Berufs
ausbildung verfügt und bisher
einer körperlich
zeitweise belastenden Erwerbs
tätig
keit nach
ging.
Folglich können unter dem Titel leidensbedingter Abzug prinzipiell nur
Um
stände berücksichtigt werden, die auch auf einem ausgeglichenen Arbeits
markt als ausserordentlich zu bezeichnen sind (Urteil des Bundesgerichts 8C_841/2017 vom 14. Mai 2018 E. 5.2.2.2 mit Hinweis).
Entgegen der Auffassung der Beschwerdeführerin sind solche nicht ersichtlich.
Insbesondere wirkt sich die geltend gemachte, knapp dreijährige Abwesenheit vom Arbeitsmarkt mit Blick auf die zumutbaren Hilfsarbeitertätigkeiten im untersten Kompetenzniveau nicht
relevant auf das Invalideneinkommen aus (Urteil des Bundesgerichts 8C_166/
2017 vom 3. Juli 2017 E. 6 mit Hinweisen). Ebenfalls nicht abzugsrelevant sind in An
be
tracht dieser Gegebenheit die fehlende Berufsausbildung sowie mangelnde Kenntnisse der deutschen Sprache (vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_266/2017 vom 29. Mai 2018 E. 3.4.4 mit Hinweisen). Des Weiteren umfasst der Tabellenlohn im zugrunde gelegten Kompetenzniveau 1 bereits eine Vielzahl von leichten und mittelschweren Tätigkeiten, weshalb
der Umstand, dass der Beschwerdeführerin nur noch leichte bis intermittierend mittelschwere Tätigkeiten zumutbar sind, kein Grund für einen Leidensabzug darstellt (Urteil des Bundesgerichts 9C_447/2019 vom 8. Oktober 2019 E. 4.3.2 mit Hinweisen).
Den leidensbedingten Einschränkungen der Beschwerdeführerin wie namentlich der
persistierenden
Fatigue
ist im Übrigen bereits durch das
Pensum von 70 % Rechnung getragen worden. Ein nochmaliger Einbezug beim Tabellenlohn hätte eine unzulässige doppelte Berücksichtigung zur Folge (vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_72/2017 vom 19. Juli 2017 E. 4.3 mit Hinweis). Insgesamt ist somit nicht zu beanstanden, dass d
ie Beschwerdegegnerin im Rahmen der Festlegung des Invalidenein
kom
mens keinen leidensbedingten Abzug gewährt
hat
.
5.4
Nach dem Gesagten ist für den Einkommensvergleich von einem
Validenein
kommen
von Fr. 56'000.-- und e
inem Invalideneinkommen von Fr.
38'162.25
auszugehen, womit sich ein nicht rentenbegründender Invaliditätsgrad von
31.85 respektive 32
% ergibt ([Fr. 56'000.
-- .
/. Fr.
38'162.25
] * 100 / Fr. 56'000.--; vgl. E. 1.2).
6.
Zusammenfassend hat die Beschwerdegegnerin den Rentenanspruch der Beschwer
de
führerin
in der angefochtenen Verfügung vom 27. August 2018 (Urk. 2) zu Recht verneint. Die dagegen erhobene Beschwerde erweist sich als unbegründet und ist dementsprechend abzuweisen.
7
.
Da die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen zu prüfen war, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Ver
fahrensaufwand sowie unabhängig vom Streitwert festzulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG) und auf Fr. 700.-- anzusetzen. Entsprechend dem Aus
gang des Verfahrens sind sie der
unterliegenden Beschwerdeführer
in
aufzuerlegen.