# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 05856453-2933-41e1-8613-69fa18105f9f
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2014
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1976, arbeitete
ab
1.
Januar 2009 als Pferdepfleger beim Hufschmied
Y._
,
Z._
, und war über den Arbeitgeber obligatorisch bei der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt (Suva) unfall
versichert.
Am 2
9.
Dezember
2011 kam es bei der Arbeit a
ufgrund einer brüs
ken Bewegung ein
es Pferdes zu einem plötzlichen Herunterreissen des linken
Armes
und der linken Schulter des Versicherten (
Urk.
13/1). In der Folge klagte
er
über p
ersistierende Schulterschmerzen
.
Ab 2
4.
Februar 2012 war er arbeits
unfähig geschrieben (
Urk.
13/9/2-3).
Die Suva, welche zunächst das Vorliegen eines Unfallereignisses verneinte (
Urk.
13/18/1), anerkannte ihre Leistungspflicht nach weiteren Abklärungen (vgl.
Urk.
13/25-33) mit Schreiben vom 1
0.
Juli 2012 (
Urk.
13/34)
und erbrachte die gesetzlichen Leistungen
. Gestützt auf eine kreisärztliche Untersuchung von Prof.
Dr.
med.
A._
, Facharzt für Orthopädie und Chirurgie FMH, vom
4.
September 2012 (
Urk.
13/65
)
teilte
sie
dem Versicherten den Fallabschluss per 2
0.
September 2012 mit, da er ab diesem Zeitpunkt respektive bereits seit 1
7.
September 2012 wieder zu 100
%
arbeitsfähig sei (
Urk.
13/77). Die Kranken
kasse
avanex
zog ihre Einsprache vom
4.
Oktober 2012
(
Urk.
13/78/1)
gegen diesen Entscheid am
1.
November 2012 zurück (
Urk.
13/93). Die Einsprache des Versicherten vom
8.
Oktober 2012 (
Urk.
1
3/84) wies die Suva
mit Entscheid vom 2
9.
November 201
2
ab (
Urk.
2). Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons
Zürich, IV-Stelle, lehnte einen
Rentenanspruch des Versicherten unter Bezug
nahme auf die kreisärztliche Beurteilung der Suva mit Verfügung
7.
Dezember 2012 ab (
Urk.
2 im Verfahren IV.2013.00010)
.
2.
Gegen den
Einspracheentscheid
der Suva vom 2
9.
November 2012 erhob
X._
am
6.
Dezember 2012 Beschwerde und beantragte sinngemäss die Auf
hebung des angefochtenen Entscheids (
Urk.
1). Die Beschwerde gegen die Ver
fügung der IV-Stelle
vom
7.
Dezember
2012 im Verfahren IV.2013.00010 datiert vom
3.
Januar 201
3.
In der
Beschwerdeantwort vom
4.
März 2013 schloss die Suva auf
Abweisung der Beschwerde (
Urk.
11)
. Mit Eingabe vom
5.
März 2013 (
Urk.
15/1) reichte der Beschwerdeführer das Arbeitszeugnis von
Y._
, welcher das Arbeitsverhältnis per 3
0.
September 2012 auf
gelöst hatte, ein (
Urk.
15/2). Im Rahmen des zweiten Schriftenwechsels gab der Beschwerdeführer einen weiteren Unfallschein zu den Akten, welcher der
Be
schwerdegegnerin
zur Kenntnis gebracht wurde (
Urk.
18). Nach Eingang weite
rer Arbeitsunfähigkeit
s
zeugnisse (
Urk.
20-21)
reichte
die Beschwerdegegnerin auf gerichtliche Nachfrage hin ärztliche Zeugnisse und Berichte der
B._
ein
(
Urk.
23/1-4), unter anderem den Operationsbericht zu einer am 2
6.
Februar 2013 durchgeführten Schulteroperation (Beilage zu
Urk.
23/4).
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, soweit für die
Entscheidfindung
erforderlich, nachfolgend eingegangen.
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss
des
Bundesgesetz
es
über die Unfallversicherung (UVG)
setzt zunächst voraus, dass zwischen dem
Unfall
ereignis
und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Invalidität, Tod) ein natür
licher Kausalzusammenhang besteht. Ursachen im Sin
ne des natürlichen Kau
salzusammenhangs sind alle Um
stände, ohne deren Vorhandensein der einge
tretene Erfolg nicht als einge
treten oder nicht als in der gleichen Weise bezie
hungsweise nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann. Entspre
chend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des natürli
chen Kau
salzusam
menhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die al
leinige oder unmittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schä
digende Ereig
nis zu
sammen mit anderen Bedingungen die kör
perliche oder geistige Integrität der versicherten Person beein
trächtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht wegge
dacht werden kann, ohne dass auch die ein
getretene gesund
heitliche Störung entfiele (BGE 129 V 177 E. 3.1, 406 E. 4.3.1, 123 V 45 E. 2b, 119 V 335 E. 1, 118 V 289 E. 1b, je mit Hinweisen).
Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesund
heitlichen Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang be
steht, ist eine Tatfrage, worüber die Verwaltung beziehungsweise im
Be
schwerdefall
das Gericht im Rahmen der ihm obliegenden
Be
weis
würdigung
nach dem im Sozialversicherungsrecht übli
chen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt für die Begründung eines
Leistungs
anspruches
nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinwei
sen).
1.2
Wird durch den Unfall ein krankhafter Vorzustand verschlimmert oder über
haupt erst manifest, fällt der natürliche Kausalzusammenhang dahin, wenn und sobald der Gesundheitsschaden nur noch und ausschliesslich auf unfallfremden Ursachen
beruht. Dies trifft dann zu, wenn entweder der Gesundheitszustand, wie er unmittelbar vor dem Unfall bestanden hat (Status quo ante) oder aber derjenige Zustand, wie er sich nach dem schicksalsmässigen Verlauf eines krankhaften Vorzustandes auch ohne Unfall früher oder später eingestellt hätte (Status quo sine), erreicht ist (RKUV 1992 Nr. U 142 S. 75 E. 4b mit Hinweisen; nicht publiziertes Urteil des Bundesgerichts U 172/94 vom 2
6.
April 1995). Das Dahinfallen jeder kausalen Bedeutung von unfallbedingten Ursachen eines
Ge
sundheitsschadens
muss mit dem im Sozialversicherungsrecht üblichen
Beweis
grad
der überwiegenden Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sein (RKUV 2000 Nr. U 363 S. 45; BGE 119 V 7 E. 3c/
aa
). Da es sich
hierbei
um eine
anspruchsaufhe
bende
Tatfrage handelt, liegt aber die entsprechende Beweislast - anders als bei der Frage, ob ein leistungsbegründender natürlicher Kausalzusammenhang ge
geben ist - nicht bei der versicherten Person, sondern beim Unfallversicherer (RKUV 1994 Nr. U 206 S. 328 f. E. 3b, 1992 Nr. U 142
S. 76).
1.3
Das Sozialversicherungsgericht hat den Sachverhalt von Amtes wegen fest
-
zustel
len und alle Beweismittel objektiv zu prüfen, unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden, ob sie eine zuverlässige Beur
teilung des strittigen Leistungsanspruches gestatten. Insbesondere darf es beim Vor
-
liegen einander widersprechender medizinischer Be
richte den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweisma
terial zu würdigen und die Gründe anzu
geben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These ab
stellt (ZAK 1986 S. 188 E. 2a). Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Gutachtens ist im Lichte dieser Grundsätze ent
scheidend, ob es für die Beant
wortung der gestellten Fragen umfassend ist, auf den erforderlichen allseitigen Untersuchun
gen beruht, die geklagten Beschwerden berücksichtigt und sich mit diesen sowie dem Verhalten der untersuchten Person auseinander setzt
was vor allem bei psychischen Fehlent
wicklungen nö
tig ist
, in Kenntnis der und gegebenenfalls in Auseinander
setzung mit den
Vorakten
abgegeben worden ist, ob es in der Darlegung der medizinischen Zustände und Zusammenhänge ein
leuchtet, ob die Schlussfolgerungen der medizinischen Exper
ten in einer Weise begründet sind, dass die rechtsanwendende Person sie prüfend nachvollziehen kann, ob der Experte oder die Expertin nicht auszu
räumende Unsicherheiten und Unklarheiten, welche die Be
antwortung der Fragen erschweren oder ver
unmöglichen, gegebe
nenfalls deutlich macht (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c; U. Meyer
Blaser, Die Rechtspflege in der Sozialversi
cherung, BJM 1989, S. 30 f.; derselbe in H.
Fredenhagen
, Das ärztliche Gutach
ten,
3.
Aufl. 1994, S. 24 f.).
2.
Streitig ist, ob der Beschwerdeführer im Zeitpunkt, zu welchem der
Unfallver
-
sicherer die Leistungen einstellte (2
0.
September 2012), noch an den Folgen des Unfalls vom 2
9.
Dezember 2011 litt, wobei die Beschwerdegegnerin
nunmehr in Abweichung zur Argumentation in der Verfügung vom
2.
Okto
ber 2012 die Leistungseinstellung nicht mehr damit begründete, dass der Beschwerdeführer
seit September 2012 wieder zu 100
%
arbeitsfähig
sei
, sondern im Wesentlichen gestützt auf eine im Beschwerdeverfahren eingeholte Aktenbeurteilung von
Dr.
me
d.
C._
, Facharzt für Chirurgie
der Ve
rsicherungsmedizin der Suva
,
vom 1
3.
Februar 2013 (
Urk.
12/1) die Kausalität der heute
geklagten Beschwerden verneinte
(
Urk.
11).
3.
3.1
Gemäss Bericht der Hausärztin med.
pract
.
D._
vom
2.
Mai 2012 suchte der Beschwerdeführer
sie
erstmals am
1
0.
Januar 2012 auf. Ihre Diagnose lautete auf ein Schultertrauma links. Sie schrieb den Beschwerdeführer zu 100
%
arbeitsunfähig (
Urk.
13/17/1).
Am 2
7.
Februar 2012 s
uchte der Beschwerdeführer die ambulante Sprechstunde der Orthopädie der
B._
auf, wo bei einem Verdacht auf Ruptur der
Rotatorenmanschette
die Durchführung eines
, sodann am 1
4.
März 2012 durch
geführten
Arthro
-MRI der linken Schulter em
pfohlen wurde (
Urk.
13/17/4-5)
. Die Beurteilung
der im MRI erhobenen Befunde
lautete auf ein
e
Tenopathie
der Supra-
sowie der
Infraspinatussehne
ohne Nachweis einer Ruptur, eine
leicht
gradige
Omarthrose
, mehrere freie Gelenkskörper vereinbar mit
Chondromen
und eine leichte AC-Gelenksarthrose (
Urk.
13/17/2).
Am 2
3.
März 2012 unterzog sich der Beschwerdeführer in der
B._
einer Infiltration
g
lenohumeral
links zur Schmerzreduktion (
Urk.
13/17/3). Im Bericht desselben Instituts vom 2
3.
April 2012 lautete die Beurteilung auf eine ansatznahe
Tendinopathie
der
Supraspinatussehne
links (
DD
: PASTA-Läsion
Supraspinatus
), die Diagnose dagegen
auf eine PASTA-Läsion Schulter links vom 2
9.
Dezember 2011 (
Urk.
13/15).
Anlässlich einer Besprechung auf der Suva-Agentur
E._
vom 2
3.
Mai 2012 erklärte der Beschwerdeführer, seit dem Unfall unter ständigen Schmerzen in der linken Schulter zu leiden (
Urk.
13/27). Am 1
9.
Juli 20
12 fand eine
Bespre
chung beim Arbeitgeber des Beschwerdeführers statt, welche ergab, dass der Beschwerdeführer seit
2.
April 2012 halbtags mit reduzierter Leistung arbeite
,
worauf die Arbeitsfähigkeit seitens der Unfallversicherung auf 25
%
festgelegt wurde (
Urk.
13/43).
Bei
der kreisärztlichen Untersuchung vom
4.
September 2012
klagte der Beschwer
deführer über von der linken Schulter bis zur Hand strahlende Schmerzen sowie eine schmerzhafte Bewegungseinschränkung der linken Schulter und des linken Armes. Der Kreisarzt Prof.
A._
notierte eine dezente Bewegungseinschränkung des linken Schultergelenks und eine dezent ausge
prägte Belastungsintoleranz desselben nach Distorsion des linken Schulterge
lenks am 2
9.
Dezember 201
1.
Er wies darauf hin, dass sich die Diagnose einer PASTA-Läsion weder durch die Ergebnisse des
Arthro
-MRI noch den klinischen Befund erklären lasse; auch sei diese Diagnose von
der
B._
ledig
lich differentialdiagnostisch geäussert worden.
Darüber hinaus
entspreche die bei der heutigen Untersuchung angegebene Schmerzsymptomatik keiner
Supraspinatussehnenproblematik
. Nach Kenntnis der medizinischen
Befundbe
richte
hätten sich die funktionellen Einschränkungen des linken Schultergelenks im Vergleich zur aktuellen Untersuchung nicht relevant verändert, so dass aus medizinischer Sicht der Endzustand erreicht sei. Weitergehende
Therapiemass
nahmen
seien nicht erforderlich, sei doch hiervon keine wesentliche Besserung zu erwarten. Prof.
A._
erachtete den Beschwerdeführer in seiner angestammten Tätigkeit als wieder zu 100
%
arbeitsfähig (
Urk.
13/65).
Pract
. med.
D._
erklärte dagegen am 1
8.
September 2012, dass der Beschwer
deführer ihrer Ansicht nach zu 75
%
arbeitsunfähig sei. Da die bisherige Thera
pie (Physiotherapie, Schmerzmittel) keinen Erfolgt gebracht h
abe
, werde sie den Beschwerdeführer zum Ausschluss einer
Plexusschädigung
neurologisch abklä
ren lassen (
Urk.
13/69).
Der Facharzt FMH für Neurologie,
Dr.
med.
F._
, fand
aufgrund seiner
elektro
physiologischen
und klinischen Untersuchung vom 2
5.
September 2012 keine Hinweise auf eine
Plexusschädigung
oder eine
Radikulopathie
(
Urk.
13/76).
Dr.
med.
G._
, Fachärztin FMH für Physikalische Medizin und Rehabilitation, untersuchte den Beschwerdeführer sodann am
5.
Oktober 201
2.
Ihre Diagnose lautete auf eine posttraumatische Periarthritis
Humeroscapularis
(PHS) links bei
S
tatus nach PASTA-Läsion
am
2
9.
Dezember 2011 mit
Tendinopathie
der
Supraspinatus
- und
Infraspinatussehne
sowie mehrere
n
freie
n
Gelenkkörper
n
. Sie erkannte einen Schultertiefstand links, welcher eventuell Zeichen für eine neuromuskuläre Läsion sei. Sie empfahl ein erneutes Konsilium in der
B._
mit der Frage nach einer
arthroskopischen
Fremdkörperentfernung (
Urk.
13/91).
Aufgrund der sodann erfolgten Untersuchung in der Schulter-/Ellbogen
-
sprechstunde
der
B._
vom 2
8.
Januar 2013 wurde das operative Vorgehen im Sinne einer Schulterarthroskopie mit intraartikulärem
Débridement
und Resektion der freien Gelenkskörper sowie einer AC-Resektion besprochen und auf den 2
6.
Februar 2013 terminiert. Die Diagnose im Bericht hierzu vom 2
9.
Januar 2013 lautete auf eine PASTA-Läsion links vom 2
9.
Dezember 2011 (
Urk.
12/2).
3.2
Dr.
C._
stellte seiner Aktenbeurteilung medizinisch-theoretische Bemerkung
en zur Anatomie der Schulter und
der verwendeten Terminologie voran. Das
in Be
zug auf die Pathologie an der
Rotatorenmanschette
des Versicherten verwendete
Apronym
PASTA stehe für „partial
articular
supraspinatus
tendon
avulsion
“. Risse irgendwelcher Sehnen der
Rotatorenmanschette
seien beim Beschwerde
führer jedoch bildgebend ausgeschlossen.
Die
Supraspinatussehne
sei in ihrer Kontinuität nicht unterbrochen, eine Ruptur nicht ausgewies
en.
Der magnetresonanztomographische Befund einer
Tenopathie
unterstreiche
viel
mehr
den krankhaften Charakter im Unterschied zu einer Unfallfolge. Der Schwerpunkt der Veränderungen liege – wie die oben erläuterte Bezeichnung PASTA-Läsion
zeige
– auf der
artikulären
, das heisst dem Gelenk zugewandten Seite. Der Beschwerdeführer leide überdies an weiteren krankhaften Verände
rungen seines linken Schultergelenks
: einer Arthrose des Schultergelenks, einer Arthrose des Schultereckgelenks und unter
freien Gelenkkörpern im Sinne einer
Chondromatose
.
Die Diagnose einer
Tendopathie
lasse sich problemlos mit den
subcorticalen
Zyten
im Oberarmknochen am Ansatzbereich der Sehne in Einklang bringen. Diese Veränderungen seien klar und unzweifelhaft als unfallfremd zu qualifi
zieren. Es liege auch kein knöcherner Ausriss der Sehne vor. Der vom Beschwerdeführer geschil
derte Unfallmechanismus sei
mit Sicherheit nicht ge
eignet, eine
Tendinopathie
in Supra- und
Infraspinatussehnen
zu verursachen.
Dr.
C._
erachtete eine vollständige Ausheilung einer
tendinopathisch
verän
derten Sehne als unwahrscheinlich, doch schloss er einen natürlichen Kausal
zusammenhang der bildgeben objektivierten
Tendinopathie
der
Rotatorenman
schette
wie auch der anderen pathologischen Veränderungen (Arthrose Schul
tergelenk und Schultereckgelenk, freie Gelenkkörper) zum Unfall aus (
Urk.
12/1).
3.3
Wie den sodann von den Parteien eingereichten medizinischen Berichte
n
der
B._
, insbesondere dem Operationsbericht vom
1.
März 2013 (Bei
lage zu
Urk.
23/4) zu entnehmen ist, unterzog sich der Beschwerdeführer am 2
6.
Februar 2013 einer Schulterarthroskopie mit Gelenkskörperentfernung, int
raartikulärem
Débridement
,
Biceps
tenodese
,
sub
acromi
n
alem
Débridement
und einer AC-Resektion links. Die Indikation zum Eingriff lautete auf eine linkssei
tige
Omarthrose
, aktiviert durch ein Schultertrauma vor etwas mehr als einem Jahr, m
ehrere freie Gelenkskörper, zus
ätzlich symptomatische AC-Arthrose und
Bizepstendinopathie
. Interoperativ zeigten sich enge Verhältnisse mit
Synovia
litis
. Die
Bicepssehne
sei aufgefasert gewesen,
Subscapularis
,
Supraspinatus
und die
Infraspinatussehne
wurden als intakt bezeichnet.
Posterior
sowie
anterior
sehr tief im
Recessus
hätten sich die freien Gelenkskörper gezeigt.
Die Austrittsdiagnosen im Bericht vom
1.
März 2013, welche mit den Diagnosen aus der Operation korrespondieren (vgl.
Urk.
23/4 mit Beilage, vgl. auch
Urk.
23/2)
,
lautete
n
auf eine
Omarthrose
mit freien Gelenkskörpern,
eine PASTA-Läsion und
eine
symptomatische AC-Arthrose links bei Status nach Schultertrauma links 12/2011.
4.
4.1
Im Rahmen der Würdigung der medizinischen Aktenlage ist vorweg darauf hinzu
weisen, dass für die richterliche Beurteilung eines Falles grundsätzlich die tatsächlichen Verhältnisse zur Zeit des Abschlusses des Verwaltungsverfahrens massgebend sind. Tatsachen, die sich erst später verwirklichen, sind jedoch in
soweit zu berück
sichtigen, als sie mit dem Streitgegenstand in engem Sach
zu
sammenhang stehen und geeignet sind, die Beurteilung im Zeitpunkt des
Ent
scheiderlasses
zu beeinflu
ssen (BGE 121 V 362 E. 1b; 99 V 98
).
Die medizinische Aktenlage präsentiert insofern ein klares Bild, als
gestützt auf die diesbezüglich übereinstimmenden Feststellungen von
Dr.
C._
(
Urk.
12/1) und insbesondere die Berichte der
B._
vom 2
9.
Januar 2013 und vom
1.
März 2013 (
Urk.
23/4 mit Beilage)
erstellt ist, dass das linke Schulterge
lenk des Beschwerdeführers zumindest bis zur Operation vom 2
6.
Februar 2013 unzweifelhaft diverse Schäden
in Form von Gelenksarthrosen
, einer
Sehnenten
dopathie
sowie freien Gelenkskörpern
aufwies
und
dass diese
letztlich zu einem o
perationswürdigen Befund führten.
Die in diesem Verfahren von beiden Parteien eingereichten Berichte und Zeug
nisse der
B._
vom 2
9.
Januar, 2
7.
Februar,
1.
März und 1
7.
April 2013
(
Urk.
10/3, 12/2, 21/2, 23/1-3) datieren allesamt nach Erlass des hier an
gefochtenen Entscheides vom 2
9.
November 2012, sind aber für die Beurteilung dieses Falles zu berücksichtigen, da sie – wie nachfolgende
Ausführungen zei
gen – nicht nur
, die Beurteilun
g der unmittelbaren Verletzungs
folgen zu beein
flussen
vermögen
, sondern auch die Frage nach dem Einfluss des versicherten Ereignisses auf krankhafte Vorzustände.
Bereits hier kann festgehalten werden, dass
die Beurteilung des Kreisarztes
Prof.
A._
vom
4.
September 2012
, wonach aus medizinischer Sicht ein Endzustand erreicht, von weitergehenden Therapiemassnahmen keine Besserung zu erwarten und der Beschwerdeführer zu 100
%
arbeitsfähig sei (
Urk.
13/65), durch
die Be
ri
chte der
B._
und dabei insbesondere
durch
die Notwendigkeit einer operativen Sanierung des linken Schultergelenks erheblich in Zweifel ge
zogen wird.
Die Beschwerdegegnerin beschränkte sich im angefochtenen Entscheid sowie in ihren Vorbringen in diesem Verfahren im Wesentlichen darauf, das Vorliegen unfallkausaler Schädigungen im Sinne unmittelbarer Unfallverletzungen zu bestreiten, ohne sich
– trotz
initial
unbestrittener kausaler Bedeutung des Un
falles -
in nachvollziehbarer Weise mit der Frage
der
Aktivierung eines
Vorzu
standes
durch das Unfallereignis auseinanderzusetzen. Dies aber wird dem hier zu beurteilenden Sachverhalt nicht gerecht.
4.2
Was
zunächst
die Frage nach einer unmittelbaren, durch den Unfall vom 2
9.
Dezember 2011 erlittenen Verletzung im Sinne einer
objektivierbaren di
rekten
Unfall
folge anbelangt, drängt sich aufgrund der Aktenlage insbesondere die
Klärung der Frage
nach der wiederholt erwähnten PASTA-Läsion auf.
Wie
von
Dr.
C._
in seiner Aktenbeurteilung vom 1
3.
Februar 2013
zutreffend dar
gelegt,
wird
die Bezeichnung PASTA
-Läsion als
Akronym für
„
partial
a
rticular
supraspinatus
tendon
a
vulsion
“
, mithin
für
einen
Partialriss der
Supraspinatus
sehne
, der nur die Unterseite betrifft
, verwendet (vgl.
–Tauber/Koller/Resch,
transosseuos
arthoscopic
repair
of
partial
articular-surface
supraspinatus
tendon
tears
, in: KSSTA, Band 16, Juni 2008, S. 608 ff.
)
.
Richtig ist auch, dass das MRI vom 1
4.
März 2012 der
B._
keine Sehnenruptur, insbesondere auch keine Ruptur der
Supraspinatussehne
erkennen liess (
Urk.
13/17). Da im Operationsbericht vom
1.
März 2013 der
Supraspinatus
ebenfalls ausdrücklich als intakt
bezeichnet wurde, kann die von der
B._
dennoch
wie
derholt gestellte Diagnose einer PASTA-Läsion (vgl.
Urk.
12/2,
13/15/1
,
23/2-4
)
aufgrund der momentanen Aktenlage tatsäch
lich nicht nachvollzogen respek
tive interpretiert werden.
Die Beschwerdegegnerin verz
ichtete trotz der widersprüchlichen Aktenlage auf eine entsprechende Rückfrage bei der
B._
.
Dies wird sie nachzu
holen haben
und dabei ausserdem ergänzende Abklärungen zur Frage, ob die
anlässlich des Eingriffs vom 2
6.
Februar 2013 festgestellte Ausfaserung der
Bizepssehne
, welche offensichtlich mit einer
Bizepstenodese
revidiert wurde (vgl. Operationsbericht vom
1.
März 2013 in Beilage zu
Urk.
23/4),
auf den
ver
sicherten Unf
all zurückzuführen ist
, in die Wege zu leiten haben.
4.2
Selbst wenn
aber
die ergänzenden Abklärungen zum Ausschluss einer unmittel
bar auf den Unfall zurückzuführenden Sehnenverletzung im Schultergelenk links führen
würden
, genügt dies
nicht, um die Haftung der
Beschwerdegegne
rin
ab dem Einstellungszeitpunkt
ohne
W
eiteres
zu
vernein
en.
Der Beschwer
deführer litt zumindest bis zum Zeitpunkt der operativen Revision
vom
1.
März 2013
gemäss diesbezüglich übereinstimmenden ärztlichen Berichten an einer
Omarthrose
links mit freien Gelenkskörpern und einer bildgebend obj
ektivierten
Tendinopathie
. Zwar liegen aufgrund der Aktenlage keine Anhaltspunkte für eine direkte Verurs
achung dieser Schäden vor; vielmehr
scheint wahrscheinlich, dass
ein erheblicher
Vorzustand
vorlag
und die Gesundheitsschädigung auch wesentlich demselben zuzuschreiben
war
. D
och scheint der Zustand der Schulter
gemäss
Aktenlage vor dem Unfall
asymptomatisch gewesen zu sein
(vgl.
Urk.
13/43 S. 2).
Auch wenn die
Argumentation "
post
hoc ergo
propter
hoc" zum Nachweis des fraglichen Kausalzusammenhangs praxisgemäss unzureichend ist (vgl.
BGE 119 V 335 E. 2b/
bb
; SVR
2008 UV Nr. 11 S. 34
),
mithin eine gesundheitliche Schä
digung nicht schon dann als durch den Unfall verursacht gilt, weil sie nach diesem aufgetreten ist, entbindet dies die Beschwerdegegnerin nicht vor der Ab
klärung, wie sich der Unfall auf einen allfälligen Vorzustand ausgewirkt hat und ob nunmehr jede kausale Bedeutung des Unfalls im Sinne obiger Erwägung 1.2 dahingefallen ist.
Die
B._
bezeichnete die
Omarthrose
links im Operatio
n
s
bericht vom
1.
März 2013
denn auch
au
s
drücklich als durch das versicherte Ereignis ak
tiviert (Beilage zu
Urk.
23/4). Hiervon ging offensichtlich auch d
ie
Beschwer
degegnerin
aus,
anerkannte
sie doch
ihre
initiale
Leistungspflicht, obwohl sie eine unmittelbare objektivierbare Verletz
ungsfolge verneinte. Sie mass
damit dem Unfallereignis
nicht nur die Bedeutung einer beliebig austauschbaren
Gele
genheits
- oder Zufallsursache, sondern diejenige einer eigentlichen Teilursache
bei (vgl. Urteil des Bundesgerichts U 413/05 vom
5.
April 2007 E. 4.2).
Ob diese Teilursächlichkeit im Zeitpunkt der Leistungseinstellung
noch vorlag, oder ob es sich rechtfertigt, dannzumal von einem sogenannten Status quo ante oder sine auszugehen (vgl. obige E. 1.2), lässt sich gestützt auf die momentane Aktenlage nicht abschliessend beurteilen.
Insbesondere lässt sich auch die Frage, ob die Operation vom 2
6.
Februar 2013 mit überwiegender Wahrscheinlichkeit ohnehin in absehbarer Zeit notwendig geworden wäre
oder ob sie zumindest teilursächlich durch das versicherte Er
eignis verursacht wurde
, nicht abschliessend beurteilen. Hierbei gilt es zu berücksichtigen, dass
e
in versicherter Unfall auch dann haftungsbegründender Kausalfaktor für eine bestimmte Gesundheitsschädigung sein
kann
, wenn er für deren Eintritt
bloss
zeitlich bestimmend war. Entscheidend ist, ob
eine zuvor latente Operationsindikation durch die unfallbedingte Aktivierung des
Vorzu
stands
zur akuten geworden ist, der Zeitpunkt des früher oder später vielleicht ohnehin notwendig gewordenen Eingriffs mit anderen Worten durch das versi
cherte Trauma bestimmt wurde, oder aber ob der Operationsbedarf lediglich bei Gelegenheit der unfallbedingten kurativen und diagnostischen Handlungen ent
deckt wurde, ohne dass der Zeitpunkt des Eingriffs einen inneren Zusa
mmen
hang mit dem Unfall aufwies
. Diese Frage ist gestützt auf medizinische Erfah
rungswerte zu klären (Urteil des Bundesgerichts U 136/06 vom
2.
Mai 2007
E. 3.2).
Die Beschwerdegegnerin wird auch hierzu die geeigneten Abklärungen in die Wege zu leiten haben
. Mithin wird sie neben der Frage, ob eine direkte
Unfall
folge
im Sinne einer Sehnenverletzung (PASTA-Läsion,
Bizepssehnenverlet
zung
) vorlag, abzuklären haben,
wie sich der versicherte Unfall auf den
krank
hafte
n
Vorzustand im linken Schultergelenk
ausgewirkt hat
und ab welchem Ze
itpunkt sich die Annahme eines S
tatus quo sine/ante allenfalls rechtfertigt
respektive, ob die operative Sanierung des Schultergelenks in ei
nem inneren Zusammenhang mit dem
Unfallereignis und dessen Auswirkungen stand. Hier
für wird sie sich sinnvollerweise zunächst an die
B._
wenden.
5.
Zusammenfassend ist die Beschwerde damit in dem Sinne gutzuheissen, als der angef
ochtene Entscheid aufzuheben
und die Sache zu ergänzenden medizini
schen Abklärungen im Sinne des oben Gesagten
und zu neuem Entscheid
an die Beschw
erdegegnerin zurückzuweisen ist.