# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** ad64314f-8d49-5fb9-8769-341d1b487d34
**Court:** FR_TC
**Chamber:** FR_TC_011
**Year:** 2015
**Language:** de
**Jurisdiction:** FR / Espace_Mittelland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt
A. A._, geboren 1987, ist ledig, gelernter Kaufmann und arbeitslos. Am 10. Februar 2015 beantragte er die Ausrichtung von wirtschaftlicher Hilfe im Sinn des Sozialhilfegesetzes vom 14. November 1991 (SHG; SGF 831.0.1). Mit Verfügung vom 9. März 2015 hiess die  B._ (nachfolgend: Sozialkommission) das Gesuch gut und sprach ihm finanzielle Unterstützung bis zum 31. Januar 2016 zu. Gleichzeitig verlangte sie, dass er dem Sozialdienst jeweils am letzten Tag des Monats mindestens 10 Arbeitsbewerbungen abgebe und dass er sich unverzüglich bei der Arbeitslosenkasse und beim Regionalen Arbeitsvermittlungszentrum (RAV) anmelde, um den Anspruch auf Taggelder zu prüfen. Sollten die Auflagen und Weisungen der Sozialkommission und des Sozialdienstes nicht eingehalten werden, könne die Integrationszulage gestrichen und der Unterhalt bis zu 15% gekürzt werden. Weiter wurde A._ darauf hingewiesen, dass, falls er sich unkooperativ gegenüber dem RAV und der Arbeitslosenkasse verhalte und somit freiwillig auf den Anspruch auf Taggelder verzichte, und/oder für den Fall, dass die Anspruchsberechtigung nicht überprüft werden könne, die Sozialhilfe aufgrund der Subsidiarität sofort eingestellt werde. Nebstdem wurde ihm ein Merkblatt mit verschiedenen Verhaltensregeln ausgehändigt.
Am 16. März 2015 stellte der Sozialdienst A._ einen als Mahnung bezeichneten Brief zu und teilte ihm mit, dass er (der Sozialdienst) noch keine Anmeldung von der Arbeitslosenkasse erhalten habe, obwohl er das Sozialhilfegeld für den Monat Februar 2015 ausbezahlt habe. Er  ihn auf, sich bis am 19. März 2015 bei der Arbeitslosenkasse und beim RAV zu melden  dem Sozialdienst eine entsprechende Bestätigung abzugeben.
B. Mit Verfügung vom 27. April 2015 stellte die Sozialkommission die wirtschaftliche Hilfe mit sofortiger Wirkung ein. Zur Begründung brachte sie an, dass A._ am 22. April 2015 dem Sozialdienst eine Anmeldung bei der Arbeitslosenkasse, datiert auf den 1. Juli 2015, abgegeben habe. Damit verzichte er freiwillig auf Taggeldleistungen der Arbeitslosenkasse bis Juli 2015. Gegen diesen Entscheid erhob A._ am 30. April 2015 Einsprache.
Am 30. April 2015 annullierte die Sozialkommission ihren Entscheid vom 27. April 2015, hiess den Anspruch auf Sozialhilfe mit Wirkung ab dem 22. April 2015 (Datum der Anmeldung bei der ) gut, verweigerte die Zahlung der minimalen Integrationszulage, weil A._ keine Bewerbungsbemühungen abgegeben habe und drohte ihm eine Kürzung von 15% des Unterhalts, falls weiterhin keine Bewerbungen vorgelegt würden. Des Weiteren forderte sie ihn auf, die Termine beim Berater des RAV einzuhalten, an der obligatorischen Informationsveranstaltung des RAV teilzunehmen, die verlangten Bewerbungen und Dokumente dem RAV fristgerecht abzugeben, an einem Arbeitsintegrationsprogramm des RAV teilzunehmen, sofern dies verlangt werde, sowie die verlangten Dokumente (Formulare, usw.) und Unterlagen bis am 15. Mai 2015 der Arbeitslosenkasse abzugeben, damit der Anspruch auf Taggelder überprüft werden könne. Schliesslich wurde A._ erneut darauf hingewiesen, dass, falls er die Auflagen und Weisungen der Sozialkommission, des Sozialdienstes, des RAV oder der Arbeitslosenkasse nicht einhalte, der Unterhalt um bis 15% gekürzt oder die Sozialhilfe per sofort eingestellt werden könne.
Gegen diesen Entscheid erhob A._ am 4. Mai 2015 Einsprache, welche am 13. Mai 2015 von der Sozialkommission abgewiesen wurde.
Kantonsgericht KG
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C. Am 9. Juni 2015 gelangte A._ ans Kantonsgericht. Er beantragte, dass der " (vom 13. Mai 2015) ... aufgrund von ungenügender Berücksichtigung der Sach- und Rechtslage zurückgewiesen" werden solle, dass der "Sozialdienst ... die Leistungen gemäss dem Sozialhilfegesetz des Kantons Freiburg, für soziale Unterstützung rückwirkend und fortlaufend aufrecht zu erhalten" habe und dass der Sozialdienst "seiner Verpflichtung ... nachzukommen und die Deckung der Grundbedürfnisse eines Menschen zu decken sowie die Würde und Ehre zu " habe. Das Amt (?) habe mit seiner Handlungskompetenz sicherzustellen, dass  Fachkräfte die Umsetzung unabhängig von Situationen sicherstelle. Auflagen sollten mit dem Bedürftigen vereinbart und nicht diktiert werden. Insbesondere müsse die Erfüllbarkeit  sichergestellt sein.
Der Instruktionsrichter setzte der Sozialkommission Frist bis zum 10. Juli 2015, um ihre  zur Beschwerde und die Akten einzureichen.
D. Mit Eingabe vom 16. Juni 2015 beantragte die Sozialkommission dem Kantonsgericht, der Beschwerde die aufschiebende Wirkung zu entziehen. A._ habe die Anmeldung bei der Arbeitslosenkasse seit Februar 2015 unnötig in die Länge gezogen und somit freiwillig auf Taggelder der Arbeitslosenkasse verzichtet. Diesem Begehren gab das Gericht mit Urteil vom 19. Juni 2015 (605 2015 133) statt.
E. Die Sozialkommission reichte ihre Bemerkungen und die Akten am 3. Juli 2015 ein. Sie  die Abweisung der Beschwerde und führt aus, dass sie A._ die Leistungen für die Monate März und April 2015 (bis am 22. April 2015) entzogen habe, weil er die Auflagen  nicht eingehalten habe. A._ sei diesbezüglich bereits mehrmals sowohl mündlich wie auch schriftlich verwarnt und die Konsequenzen seien ihm immer aufgezeigt worden. Ein erstes Gespräch habe am 16. Februar 2015 stattgefunden. Dabei habe A._ mitgeteilt, dass er seine letzte Arbeitsstelle freiwillig aufgegeben habe, da in absehbarer Zeit gegen ihn Pfändungen vorgenommen würden. Auch würde er keine Arbeitsstelle mehr suchen. In der Folge habe es heftige Diskussionen mit A._ gegeben, da dieser kein Bankkonto angeben wollte. Der Sozialdienst sei auf eine Kontoverbindung angewiesen, da die Zahlungen via e-Banking vorgenommen würden. Nach der Zahlung für den Monat Februar 2015 habe er sich weder bei der Arbeitslosenkasse noch beim RAV angemeldet. Erst am 22. April 2015 habe er dem Sozialdienst eine Arbeitslosenkassenanmeldung, datiert auf den 1. Juli 2015, abgegeben. Er habe angegeben, dass das Anmeldedatum keine Rolle spiele, da er sowieso keine Arbeit suchen werde. Der Sozialdienst habe beim RAV nachgefragt, ob es sich beim Anmeldedatum um ein Versehen handle. Die zuständige Sachbearbeiterin habe mitgeteilt, dass A._ die Anmeldung zuerst auf den 12. Dezember 2015 habe vornehmen wollen. Des Weiteren habe der Stellenleiter des RAV am 28. April 2015 mitgeteilt, dass sich das Anmeldedatum rückwirkend auf den 22. April 2015 korrigieren lasse. In der Folge sei A._ das Geld für April (8 Tage) und für Mai 2015 ausbezahlt worden. A._ halte sich – was den Anspruch auf Sozialhilfe anbelange – nicht an die Auflagen und verletze mit seinem Verhalten den Grundsatz der Subsidiarität.
Kantonsgericht KG
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## Considerations

Erwägungen