# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 7208c27f-1c62-5497-8a06-9134b07873ee
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2018
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1
.
1.1
X._
, geboren
19
69
,
arbeitete als Kassiererin für die Y._ in einem 90%igen Pensum (Urk. 7/12/2-3), als sie sich am 12.
Februar
2013 bei einem Sturz an der rechten Schulter verletzte (Urk. 7/20/12, Urk. 7/20/31). Wegen persistierenden Schulterbeschwerden rechts liess sich die Versicherte ab Mai 2013 von ihrer Hausärztin Dr. med. Z._, Fachärztin für Allgemeinmedizin, behandeln (Urk. 7/20/12-13, Urk. 7/20/27). Die am 19. September 2013 erstellte Arthro-Magnetresonanztomographie ergab eine kleine transmurale Ruptur der Supraspinatussehne ohne Atrophie und eine fort
geschrittene AC-Arthropathie mit Ganglion nach kranialer Bizepstendinopathie (Urk. 7/20/16). Am 22. November 2013 wurde die Versicherte an der rechten Schulter mittels Schulterarthroskopie operiert (Urk. 7/10/12-13).
Die
Unfall
versicherung Y._, SWICA Dienstleistungszentrum, aner
kannte ihre
Leistungs
pflicht als Unfallversicherer
.
Am 7. April 2014 meldete sich die Versicherte bei der Eidge
nössischen In
va
lidenver
sicherung zum Leistungsbezug an (Urk. 7/1). Die Sozial
versicherungs
anstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle (nach
folgend: IV-Stelle), klärte die erwerb
lich
en und medizinischen Verhä
ltnisse ab. Unter anderem holte sie die Akten des Unfallversicherers mit dem Gutachten von Dr. med. A._, Fach
ärztin für Orthopädische und Traumatologie des Bewegungsapparates, vom 4.
August
2015 (Urk. 7/37/2-25) ein. Mit Vorbescheid vom 5. Juli 2016
kündigte die IV-Stelle die Zusprache einer vom 1. November 2014 bis 31. Mai 2015 befristeten Viertels
rente an (Urk. 7/80). Dagegen erhob die Versicherte mit Schreiben vom 24. August 2016 (Urk. 7/91), ergänzt mit Schreiben vom 30. September 2016 (Urk. 7/96), Einwände. Mit Verfügung vom 9. Dezember 2016 gewährte die IV-Stelle wie angekündigt eine Viertelsrente mit Wirkung vom 1. Novem
ber 2014 bis zum 31. Mai 2015 bei einem Invaliditätsgrad von 44 % (Urk. 2 S. 5), wobei sie die Viertelsrente jedoch bis am 31. Mai 2016 zur Auszahlung verfügte (Urk. 2 S. 1).
2.
Mit Eingabe vom 10. Januar 2017
erhob
die Versicherte
Beschwerde und bean
tragte, die Ver
fügung vom 9. Dezember 2016 sei so abzuändern, dass ihr mit Wirkung ab dem 1. November 2014 eine Dreiviertelsrente und ab dem 1. Sep
tember 2015 eine unbefristete halbe Rente zugesprochen werde; eventualiter sei die Verfügung vom 9. Dezember 2016 aufzuheben und es sei die Sache an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen, damit diese weitere Abklärungen in medi
zinischer Hinsicht vornehme und hernach über ihren Anspruch neu verfüge (Urk. 1 S. 2). Die Beschwerdegegnerin schloss in der Beschwerdeantwort vom 16. Februar 2017 auf Abweisung der Beschwerde (Urk. 6). Mit Verfügung vom 23. Februar 2017 wurde die Pensionskasse Y._ zum Verfahren bei
geladen (Urk. 8 S. 2). Diese verzichtete mit Eingabe vom 3. März 2017 auf eine Stellungnahme (Urk. 9). Mit Eingaben vom 20. April 2017 (Urk. 11) und vom 8. August 2017 (Urk. 16) reichte die Beschwerdeführerin verschiedene Arztbe
richte ein, unter anderem den Bericht des B._ vom 27. Juni 2017 zur Operation der rechten Schulter gleichen Datums (Urk. 12/1-2, Urk. 17/1-2). Die Beschwerdegegnerin ver
zichtete mit Eingaben vom 17. Mai 2017 (Urk. 14) und vom 22.
August
2017 (Urk. 19) auf eine Stellungnahme.
Auf die Ausführungen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, so
weit erforderlich, in den Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundes
gesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG
).
Sie kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung, IVG
).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beein
trächtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursach
te und nach zumutbarer Be
handlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Er
werbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommen
den ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beur
teilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesund
heitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsun
fähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Nach Art. 28 Abs. 2 IVG besteht bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 Prozent Anspruch auf eine Viertelsrente, bei
einem Invaliditätsgrad von min
destens 50 Prozent Anspruch auf eine halbe Ren
te, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 Prozent Anspruch auf eine Drei
viertelsrente und bei einem Invali
ditätsgrad von mindestens 70 Prozent An
spruch
auf eine ganze Rente.
1.3
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invaliden
ein
kom
men), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (sog. Valideneinkommen). Der Einkom
mensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypo
thetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt (allgemeine Methode des Einkommens
ver
gleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
1.4
Die rückwirkend ergangene Verfügung über eine befristete oder im Sinne einer Reduktion abgestufte Invalidenrente umfasst einerseits die Zusprechung der Leistung und andererseits deren Aufhebung oder Herabsetzung. Letztere setzt voraus, dass Revisionsgründe (BGE 133 V 263 E. 6.1 mit Hinweisen) vorliegen, wobei der Zeitpunkt der Aufhebung oder Herabsetzung nach Massgabe des ana
log an
wendbaren (AHI 1998 S. 121 E. 1b mit Hinweisen) Art. 88a der Verord
nung über die Invalidenversicherung (IVV) fest
zusetzen ist (vgl. BGE 121 V 264 E. 6b/dd mit Hinweis). Ob eine für den Ren
tenanspruch erhebliche Änderung des Invaliditätsgrades eingetreten und damit der für die Befristung oder Ab
stufung erforderliche Revisionsgrund gegeben ist, beurteilt sich durch Vergleich des Sachverhalts im Zeitpunkt der Rentenzuspre
chung oder des Ren
tenbeginns mit demjenigen zur Zeit der Aufhebung bzw. Herabsetzung der Rente (BGE 125 V 413 E. 2d am Ende, 369 E. 2, 113 V 273 E. 1a, 109 V 262 E. 4a, je mit Hin
weisen; vgl. BGE 130 V 343 E. 3.5). Spricht die Verwaltung der versicherten Person eine befristete Rente zu und wird be
schwerdeweise einzig die Befristung der Leistungen angefochten, hat dies nicht eine Einschränkung des Gegen
standes des Rechtsmittelverfahrens in dem Sinne zur Folge, dass die unbe
stritten gebliebenen Bezugszeiten von der Beur
teilung ausgeklammert bleiben (BGE 125 V 413 f. E. 2d mit Hinweisen). Die gerichtliche Prüfung hat vielmehr den Rentenanspruch für den gesamten ver
fügungsweise geregelten Zeitraum und damit sowohl die Zusprechung als auch die Aufhebung der Rente zu erfas
sen (Urteil des Bundesgerichts I 526/06 vom 31. Oktober 2006 E. 2.3 mit Hin
weisen).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin stellte sich im angefochtenen Entscheid gestützt auf die Stellungnahme von Dr. med. C._, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie, des Regionalen Ärztlichen Dienstes (RAD) vom 27. Mai 2016 (Urk. 7/77/15-16) auf den Stand
punkt, seit dem 22. November 2013 sei die Arbeitsfähigkeit der Be
schwerdeführerin in der angestammten Tätigkeit als Kas
siererin teilweise eingeschränkt. Ab Sommer 2014 sei ihr eine 30%ige und ab Mai 2015 eine 40%ige Arbeitsfähigkeit zumutbar. In einer leidensange
passten, den rechten Arm schonenden Tätigkeit sei ab dem 1. Juli 2014 eine Arbeits
fähigkeit von 50 % und ab Mai 2015 eine solche von 80 % gegeben. Der Ein
kom
mensver
gleich ergebe einen Invaliditätsgrad ab Juli 2014 von 44 % und ab Mai 2014 von 11 % (Urk. 2 S. 5 f.).
2.2
Die Beschwerdeführerin bringt dagegen vor, die von der Beschwerdegegnerin ange
nommene Restarbeitsfähigkeit sei zu hoch und beruhe im Widerspruch zu der aktuellen medizinischen Situation auf einer nicht nachvollziehbaren RAD-Einschätzung. Sowohl Dr. Z._ als auch Dr. med. D._, Fachärztin für Rheumatologie, würden aufgrund der reduzierten Bewe
gungs
fähigkeit des rechten Armes und der belastungsabhängigen Schmerzen von einer 40%igen Arbeitsfähigkeit in der angestammten und in einer leidens
ange
passten Tätigkeit ausgehen. Die sehr reduzierte Einsatzfähigkeit des rechten Armes beziehungsweise der rechten Hand schränke sie als Rechts
händerin bei jeder Erwerbstätigkeit ein. Dies sei auch mit der Beurteilung der E._ vereinbar. Selbst auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt seien einhändige Arbeitnehmer für manuelle Tätigkeiten nicht nachgefragt. Das Gutachten von Dr. A._ sodann sei als Grundlage für den Entscheid unge
eignet, zumal sie sich mit den Symptomen des chronischen regionalen Schmerzsyndroms nicht auseinandergesetzt und zu einer Arbeitsfähig
keit in einer leidensangepassten Tätigkeit nicht geäussert habe (Urk. 1 S. 5 ff.). Gemäss dem Bericht von Dr. med. F._ (des G._) vom 8. Juli 2016 (Urk. 12/2) sei ferner eine proli
ferative Bursitis diagnostiziert wor
den. Am 27. Juni 2017 sei die rechte Schulter erneut operiert worden. Dabei sei eine ausgeprägte Bursitis und eine Partialruptur der Supraspinatussehne ge
funden worden. Diese Fest
stellungen würden bestätigen, dass die Schulter
probleme auf objekti
vierbaren, strukturellen Schäden des Schultergelenkes beruhen würden und nicht einfach nur subjektiv seien. Sie würden somit die Beurteilung von Dr. A._ und des RAD wider
legen (Urk. 11, Urk. 16). Da sie in der Zeit bis zum 4. Mai 2015 in einem 30%igen Pensum gearbeitet habe, resultiere bei einem korrekt durchgeführten Einkommensvergleich ein Invali
ditätsgrad von (gerundet) 66 % und damit ein Anspruch auf eine Drei
viertelsrente. Ab dem 5. Mai 2015 sei richtigerweise ein Invaliditätsgrad von (gerundet) 55 % gegeben. Die Veränderung sei nach drei Monaten zu berück
sichtigen, weshalb die Dreiviertelsrente per 1. September 2015 auf eine halbe Rente herabzusetzen sei. Die Rente sei unbefristet zuzusprechen, denn der Zustand am rechten Arm werde sich aller Voraussicht nach nicht mehr verän
dern (Urk. 1 S. 9 f.).
2.3
Strittig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegnerin den Rentenanspruch der Beschwerdeführerin zu Recht ab 1. November 2014 auf eine Viertelsrente fest
gelegt hat und ob sie die Rente zu Recht per 31. Mai 2015 aufgehoben hat.
Im Rahmen dieses Verfahrens ist der Rentenanspruch bis zum Erlass der ange
fochtenen Verfügung vom 9. Dezember 2016 zu beurteilen (Urk. 2), was recht
sprechungsgemäss die zeitliche Grenze der richterlichen Überprüfungsbe
fugnis
bildet (BGE 132 V 220 E. 3.1.1, BGE
122 V 77 E. 2b, Urteil des Bundes
gerichts 8C_76/2009 vom 19. Mai 2009 E. 2, je mit Hinweis).
Dabei
sind nach diesem Zeitpunkt erstellte ärztli
che Berichte
insofern zu be
rücksichtigen, als daraus Rückschlüsse auf den Sachverhalt
im massgeblichen Zeitraum bis zur
angefoch
tenen
Verfügung zu
lässig er
scheinen.
Die Anmeldung der Beschwerdeführerin zum Leistungsbezug erfolgte am 7. April 2014 (Eingang: 9. April 2014; Urk. 7/1). Aufgrund von Art. 29 Abs. 1 IVG entsteht ein allfälliger Rentenanspruch in jedem Fall frühestens nach Ablauf von sechs Monaten nach diesem Zeitpunkt, mithin ab Oktober 2014.
3.
3.1
3.1.1
Die Beschwerdegegnerin geht sinngemäss und unstrittig davon aus, dass die Arbeitsfähigkeit der Be
schwerdeführerin in der angestammten Tätigkeit als Kas
siererin ab dem 22. November 2013 über ein Jahr erheblich, das heisst mindes
tens zu 40 % eingeschränkt war und dass damit die Voraussetzung von Art. 28 Abs. 1 lit. a IVG erfüllt ist.
Dies ist nicht zu beanstanden und mit den Akten vereinbar, wie sich aus dem Folgenden ergibt. Die Beschwerde
führerin wurde am 22. November 2013 an der rechten Schulter aufgrund einer atrau
matischen Rotatorenmanschetten-Ruptur (Supraspinatus) und einer posttrau
matischen AC-Arthropathie operiert (Urk. 7/10/12-13). Im An
schluss daran litt sie gemäss dem Bericht der Ortho
pädie der H._ vom 6. Februar 2014 an einer postoperativ schmerzhaften Frozen Shoulder rechts (Urk. 7/10/10). Die Ärzte der H._ attestierten drei Monate (Urk. 7/10/10, Urk. 7/20/4) und fünf Monate (Urk. 7/10/8) postoperativ weiter
hin eine 100%ige Arbeits
un
fähigkeit als Kassie
rerin. Ab dem 4. Juni 2014 wurde eine 30%ige Arbeitsfähigkeit attestiert (Urk. 7/14/2, Urk. 7/20/1, Urk. 7/44/7). Die Be
schwerdeführerin nahm am 8. Juni 2014 denn auch ihre Tätigkeit bei Y._ als Kassiererin mit einem 30%igen Pensum wieder auf (Urk. 7/40/1). Ab
dem
4.
Mai 2015
arbeitete sie in einem 40%igen Pensum (Urk. 7/38/14).
Dr. med. I._, Leitender Oberarzt Orthopädie, von der E._ kam gemäss dem Bericht vom 9. Februar 2015 zum Schluss, die aktuelle Schulterfunktion erlaube bei einer Berufstätigkeit als Kassiererin im Y._ sicherlich nur eine sehr begrenzte Arbeitsfähigkeit. Heben und Tragen in Kör
perferne sowie Heben von Gegenständen von mehr als drei Kilogramm über Brusthöhe seien nicht zumutbar. Diese Einschränkungen würden wahrscheinlich auf lange Frist gelten (Urk. 7/59/3).
Gemäss dem Bericht der Orthopädie der H._ vom 4. November 2015 wurde die Behandlung dort am 26. November 2014 abge
schlossen. Die Beschwerdeführerin sei zur weiteren Behandlung an die Schmerz
ambulanz im J._ zugewiesen worden. Die letzte bekannte medizinisch begründete Arbeitsunfähigkeit von 70 % sei vom 31. Dezember 2014 bis 1. März 2015 ausgestellt worden (Urk. 7/44/6-8).
3.1.2
Bei dieser Aktenlage ist ohne Weiterungen von einer Arbeitsunfähigkeit in der angestammten Tätigkeit von durchschnittlich mindestens 40 % während eines Jahres (spätestens) vom 22. November 2013 bis 21. November 2014 im Sinne von Art. 28 Abs. 1 lit. b IVG auszugehen.
3.2
3.2.1
Zu prüfen bleibt die Arbeitsfähigkeit in einer leidensangepassten Tätigkeit ab dem 22. November 2014. Dazu sind den Akten die folgenden medizinischen Angaben zu entnehmen:
Die vom Unfallversicherer beauftragte Gutachterin Dr. A._, welche die Beschwerdeführerin am 18. Juni 2015 untersucht hatte, kam im Gutach
ten vom 4. August 2015 zum Schluss, aus orthopädischer Sicht sei ein volles Arbeits
vermögen für die zuletzt ausgeübte Tätigkeit mit einer zumutbaren Adaptierung an den Arbeitsplatz mittels Anpassung der Arbeitsabläufe durch Rotation aus dem Rumpf oder durch einen Drehstuhl an der Kasse gegeben. Es würden sich Einschränkungen für Tätigkeiten in Kopfhöhe und über Kopf sowie für Kraft
beanspruchungen des rechten Armes ergeben. In einer körperlich leichten und mittelschweren Tätigkeit, die bevorzugt aus wechselnder Ausgangslage ver
richtet werden könnten, sei die Beschwerdeführerin unter Vermeidung von Tätigkeiten über Kopf in vollem Umfang einsetzbar. Diese Arbeitsfähigkeit gelte für die Zeit nach Ende der Arbeitsun
fähigkeit, die durch eine demnächst geplante Magenoperation begründet sei (Urk. 7/38/14-16).
Am 22. Juni 2015 liess die Beschwerdeführerin zur Gewichtsreduktion im K._ eine Magenbypass-Operation durchführen (Urk. 7/55/1). Nach zwei Wochen war diesbezüglich wieder eine volle Arbeitsfähigkeit gegeben. In der Folge reduzierte sich ihr Gewicht innerhalb eines Jahres von 140 auf 65 Kilo
gramm (Urk. 7/58/1, Urk. 7/69/1).
Die Hausärztin der Beschwerdeführerin, Dr. Z._, führte in ihrem Be
richt vom 4. März 2016 aus, eine Tätigkeit mit dem rechten Arm sei maximal an vier Stunden pro Tag möglich. Bei einer Tätigkeit ohne Be
lastung und ohne Über
kopfarbeiten sei eine Steigerung der Arbeitsfähigkeit möglich. Es bestehe eine zirka 60%ige Verminderung der Leistungsfähigkeit. Als Rechtshänderin seien alle Bewegungen des rechten Armes vermindert. Die Motivation und übrige Leistungsfähigkeit sei gut. Derzeit arbeite die Be
schwerdeführerin als Kassiererin drei bis vier Stunden pro Tag (Urk. 7/62/1-3). Im Bericht vom 8. September 2016 erklärte Dr. Z._ ausserdem, bei chronifizierten Schmerzen sei eine 100%ige Arbeitsfähigkeit in einer leidensangepassten Tätigkeit nicht möglich. Auch sei der Endzustand nicht erreicht; es seien Abklärungen bei Dr. D._ und eine Infiltration aus
stehend (Urk. 7/94).
Die Rheumatologin Dr. D._, welche die Beschwerdeführerin gemäss dem Bericht vom 13. Mai 2016 wegen chronischen Schulter-/Armschmerzen rechts und zervikospondylogenen Schmerzen bei/mit muskulärer Dybalance im Schultergürtelbereich und leichten Osteochondrosen C3-C7 ab dem 14. April 2016 behandelte, attestierte - wie in der angestammten Tätigkeit als Kassiere-rin - eine 40%ige Arbeitsfähigkeit in leidensangepassten Tätigkeiten ohne Arbei
ten über der Horizontalen mit der Mög
lichkeit zu vermehrten Pausen
(Urk. 7/69/1-3). Im Bericht vom 14. September 2016 erklärte Dr. D._ dazu, es bestehe auf
grund der fehlenden Ausbildung auch in einer leidensangepassten Tätigkeit eine 40%ige Arbeits
fähigkeit. Rein medizinisch-theoretisch sei in einer optimal ange
passten Tätig
keit, das heisse in einer Tätig
keit ohne Arbeiten über der Horizon
talen und in der Kälte sowie ohne Verhar
ren in längerer sitzender Position eine Arbeits
fähigkeit von 50 bis 60 % mög
lich. Aufgrund der fehlen
den Sprach
kenntnisse und Schul
bildung sei dies jedoch nicht umsetzbar. Es stelle sich aus medi
zinischer Sicht zudem die Frage, ob nicht eine gewisse Rei
zung durch einen Faden in der Schulter bestehe. Dies sei weiter abzuklären und in diesem Zusammenhang sei gegebenenfalls eine Revisionsoperation durchzu
führen (Urk. 7/95/1-2).
3.2.2
Der RAD-Arzt Dr. C._, auf dessen Ein
schätzung die Beschwerdegegnerin ab
stellte (Urk. 2 S. 5), führte in seiner Stellungnahme vom 27. Mai 2016 aus, laut Dr. D._ (richtig: Dr. Z._; Urk. 7/62/1) sei in einer optimal leidensangepassten Tätigkeit ohne Belastung des dominanten rechten Arms und ohne Überkopfarbeit eine Steigerung der Arbeits
fähigkeit möglich. Dies
bezüglich und zum Verlauf gebe es indes keine kon
kreten Angaben. Daher sei retrospektiv medizinisch-theoretisch mit über
wiegender Wahrscheinlichkeit von einer 50%igen Arbeitsfähigkeit ab 1. Juli 2014 und von 80 % ab Mai 2015 aus
zugehen. Da der dominante rechte Arm von der einschränkenden Schmerz
symptomatik betroffen sei, sei dauerhaft von einer geringen Leistungs
ein
schränkung im Alltag auszugehen (Urk. 7/77/16).
Die Beschwerdeführerin wendet dagegen zu Recht ein, dass sich die Ein
schätzung des RAD-Arztes hinsichtlich der Arbeitsfähigkeit nicht auf eine Beur
teilung in den medizinischen Akten stütze. Dr. C._ wich sowohl von der gut
achterlichen Einschätzung von Dr. A._, als auch von der Beurteilung der behandelnden Ärzte ab, dies ohne eine eigene klinische Untersuchung und ohne seine Schlussfolgerungen nachvollziehbar in Auseinandersetzung mit den vor
liegenden sich widersprechenden Einschätzungen zu begründen. Auf die Stel
lungnahme des RAD-Arztes kann daher entgegen der Ansicht der Beschwerde
gegnerin nicht abgestellt werden.
3.2.3
Auch gestützt auf die übrige medizinische Aktenlage ist eine abschliessende Beurteilung der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit der Beschwerdeführerin ab
November 2014 nicht möglich. Denn weder dem Gutachten von Dr. A._, noch den Berichten der behandelnden Ärzte ist eine Aussage zur Arbeits
fähigkeit in einer leidens
angepassten Tätigkeit ab dem 22. November 2014 zu entnehmen. Bei Dr. Z._ handelt es sich zudem nicht um eine Fachärztin des Bewe
gungsapparates. Dr. D._ sodann behandelt die Beschwer
de
führerin erst ab April 2016 und erachtete weitere medizinische Abklärun
gen als ange
zeigt. Wie den von der Beschwerdeführerin in diesem Verfahren eingereichten ärztlichen Berichten zu entnehmen ist, ergaben eine bildgebende Abklärung beim G._, dass eine schwere prolife
rative Bursitis anterior des Subscapularis unter dem Coracoid laufend mit antero-supe
riorem Impingement sowie ein Kontakt eines Fadens mit der Bursitis vorlagen (Bericht vom 8. Juli 2016, Urk. 12/2). Am 27. Juni 2017 wurde gemäss dem Operationsbericht des B._ gleichen Datums sodann eine weitere Operation an der rechten Schulter durchgeführt und dabei unter ande
rem die ausgeprägte Bursitis subacromial reseziert (Urk. 17/1).
Diese Befunde wurden bei der Einschätzung der Arbeitsfähigkeit in einer lei
dens
angepassten Tätigkeit bezüglich des hier zu beurteilenden Zeitraumes bis zum Erlass der angefochtenen Verfügung vom 9. Dezember 2016 - soweit aktenkundig - noch nicht berücksichtigt. Es ist jedoch nicht auszuschliessen, dass sie Einfluss auf die medizinische Beurteilung haben.
3.3
Die Sache ist nach dem Gesagten im Sinne des Eventualantrages der Beschwer
deführerin an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen, damit diese die Arbeits
fähigkeit in einer leidensangepassten Tätigkeit unter Berücksichtigung des chronologischen Verlaufes und der aktuellen Befundlage ab dem 22. November 2014 fachärztlich-gutachterlich beurteilen lässt.
Die an
gefochtene Verfügung vom 9. Dezember 2016 (Urk. 2) ist somit aufzu
heben und die Sache ist an die Beschwerdegegnerin zur ergänzenden medizini
schen Abklärung im Sinne der Erwägungen und zum neuen Entscheid über den Renten
anspruch der Beschwerdeführerin ab November 2014 zurück
zuweisen.
4.
Nach ständiger Rechtsprechung gilt die Rückweisung der Sache an die Verwal
tung zu weiterer Abklärung und neuem Entscheid als vollständiges Obsiegen (vgl. ZAK 1987 S. 268 f. E. 5 mit Hinweisen). Da der Streitgegen
stand die Be
willigung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen betrifft, ist das Ver
fahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrensauf
wand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG), ermessens
weise
auf Fr. 800.-- anzusetzen und der Beschwerdegegnerin aufzu
erlegen.
Der Beschwerdeführerin
steht eine Prozessentschädigung zu, welche nach Art. 61 lit. g ATSG in Verbindung mit § 34 des Gesetzes über das Sozial
ver
sicherungs
gericht ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache, nach der Schwierigkeit des Prozesses, dem Zeitaufwand und den Barauslagen auf
Fr.
2‘500.-- (inklu
sive Barauslagen und Mehrwertsteuer) fest
zusetzen ist.