# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 7bd28ff5-78e4-45b2-b057-c6d477276e7d
**Court:** CH_BSTG
**Chamber:** CH_BSTG_001
**Year:** 2021
**Language:** de
**Jurisdiction:** CH / Federation
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Die Beschwerdekammer hält fest, dass:
- die Tschechische Republik gestützt auf einen Haftbefehl des Bezirksgerichts Cesky Krumlov vom 16. Juni 2021 mit Ausschreibung im Schengener Informationssystem (SIS) vom 18. Juni 2021 um Fahndung und Festnahme des tschechischen Staatsangehörigen A. zwecks Auslieferung ersuchte (act. 4.1);
- A. am 22. August 2021 von der Kantonspolizei Zürich im Zusammenhang
mit einem Ladendiebstahl festgenommen und gleichentags gestützt auf die Haftanordnung des Bundesamtes für Justiz (nachfolgend «BJ») in  Auslieferungshaft versetzt wurde (act. 4.2 und 4.3);
- A. sich anlässlich der Einvernahme vom 23. August 2021 mit der vereinfach-
ten Auslieferung an die Tschechische Republik nicht einverstanden erklärte (act. 4.4);
- das BJ am 24. August 2021 gegen A. einen Auslieferungshaftbefehl erliess,
welcher seiner Rechtsanwältin am 25. August 2021 zugestellt wurde (act. 4.5 und 4.6);
- die Tschechische Republik die Schweiz am 2. September 2021 formell um
Auslieferung von A. zwecks Verfolgung der ihm vorgeworfenen Straftaten (sexuelle Handlungen mit Kindern) ersuchte (4.7);
- A. mit persönlicher, in englischer Sprache abgefassten und vom 2. Septem-
ber 2021 datierten Eingabe gegen den Auslieferungshaftbefehl vom 24.  2021 bei der Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts Beschwerde erhob, welche am 8. September 2021 beim Gericht einging (Poststempel vom 7. September 2021; act. 1);
- die Beschwerdekammer das BJ am 8. September 2021 zur Einreichung der
Verfahrensakten aufforderte (act. 3); das BJ dieser Aufforderung mit  vom 9. September 2021 nachkam (act. 4);
- auf die Durchführung eines Schriftenwechsels verzichtet wird (Art. 57 Abs. 3
VwVG).
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## Considerations

Die Beschwerdekammer zieht in Erwägung, dass:
- für den Auslieferungsverkehr zwischen der Schweiz und der Tschechischen Republik primär das Europäische Auslieferungsübereinkommen vom 13.  1957 (EAUe; SR 0.353.1) sowie die drei hierzu ergangenen  vom 15. Oktober 1975 (ZPI EAUe; SR 0.353.11), vom 17. März 1978 (ZPII EAUe; SR 0.353.12) und vom 10. November 2010 (ZPIII EAUe; SR 0.353.13) massgebend sind;
- überdies das Übereinkommen vom 19. Juni 1990 zur Durchführung des
Übereinkommens von Schengen vom 14. Juni 1985 (Schengener  [SDÜ]; CELEX-Nr. 42000A0922(02); Abl. L 239 vom 22. September 2000, S. 19-62; Text nicht publiziert in der SR, jedoch  auf der Website der Schweizerischen Eidgenossenschaft unter « zu den bilateralen Abkommen», 8.1 Anhang A; https://www..ch/opc/de/european-union/international-agreements/008.html) i.V.m. dem Beschluss des Rates 2007/533/JI vom 12. Juni 2007 über die , den Betrieb und die Nutzung des Schengener Informationssystems der zweiten Generation (SIS II), namentlich Art. 26-31 (CELEX-Nr. 32007D0533; Abl. L 205 vom 7. August 2007, S. 63-84; abrufbar unter «Rechtssammlung zu den bilateralen Abkommen», 8.4 Weiterentwicklungen des Schengen- Besitzstands), sowie diejenigen Bestimmungen des Übereinkommens vom 27. September 1996 über die Auslieferung zwischen den Mitgliedstaaten der Europäischen Union (EU-Auslieferungsübereinkommen; CELEX-Nr. 41996A1023(02); Abl. C 313 vom 23. Oktober 1996, S. 12-23) anwendbar sind, welche gemäss dem Beschluss des Rates 2003/169/JI vom 27.  2003 (CELEXNr. 32003D0169; Abl. L 67 vom 12. März 2003, S. 25 f.; abrufbar unter «Rechtssammlung zu den bilateralen Abkommen», 8.2  B) eine Weiterentwicklung des Schengen-Besitzstands darstellen;
- die zwischen den Vertragsparteien geltenden weitergehenden Bestimmun-
gen aufgrund bilateraler oder multilateraler Abkommen unberührt bleiben (Art. 59 Abs. 2 SDÜ; Art. 1 Abs. 2 EU-Auslieferungsübereinkommen);
- soweit die staatsvertraglichen Bestimmungen gewisse Fragen nicht ab-
schliessend regeln, auf das Verfahren der Auslieferung ausschliesslich das Recht des ersuchten Staates Anwendung findet (Art. 22 EAUe), namentlich das Bundesgesetz vom 20. März 1981 über internationale Rechtshilfe in Strafsachen (Rechtshilfegesetz, IRSG; SR 351.1) und die dazugehörige  vom 24. Februar 1982 (Rechtshilfeverordnung, IRSV; SR 351.11); das innerstaatliche Recht nach dem Günstigkeitsprinzip auch dann zur  gelangt, wenn dieses geringere Anforderungen an die Rechtshilfe
https://www.admin.ch/opc/de/european-union/international-agreements/008.html https://www.admin.ch/opc/de/european-union/international-agreements/008.html
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stellt (BGE 142 IV 250 E. 3; 140 IV 123 E. 2; 137 IV 33 E. 2.2.2; 136 IV 82 E. 3.1); die Wahrung der Menschenrechte vorbehalten bleibt (BGE 135 IV 212 E. 2.3; 123 II 595 E. 7c; TPF 2016 65 E. 1.2; 2008 24 E. 1.1);
- die verfolgte Person gegen den Auslieferungshaftbefehl des BJ innert zehn
Tagen ab der schriftlichen Eröffnung Beschwerde bei der  des Bundesstrafgerichts führen kann, wobei für die  die Art. 379-397 StPO sinngemäss gelten (Art. 48 Abs. 2 i.V.m. Art. 47 IRSG); die Beschwerdefrist an dem auf die Mitteilung folgenden Tage zu  beginnt (Art. 20 Abs. 1 VwVG), wobei die Behörde alle für die Partei  Zustellungen an deren Vertreter vorzunehmen hat (Art. 11 Abs. 3 VwVG); schriftliche Eingaben spätestens am letzten Tag der Frist der  eingereicht oder zu deren Handen der schweizerischen Post oder  schweizerischen diplomatischen oder konsularischen Vertretung  werden müssen (Art. 21 Abs. 1 VwVG);
- die Beschwerdeschrift in einer der vier Amtssprachen (Deutsch, Franzö-
sisch, Italienisch, Rätoromanisch für rätoromanisch Sprechende) zu  ist (vgl. Art. 33a VwVG);
- vorliegend in Anbetracht des Verfahrensausgangs offen bleiben kann, ob die
Beschwerde fristgerecht erhoben worden ist; sich zudem die Ansetzung einer Nachfrist im Sinne von Art. 52 Abs. 2 VwVG zur Einreichung der  in einer Amtssprache erübrigt;
- die Verhaftung des Verfolgten während des ganzen Auslieferungsverfahren
die Regel bildet (BGE 136 IV 20 E. 2.2; 130 II 306 E. 2.2);
- eine Aufhebung des Auslieferungshaftbefehls sowie eine Haftentlassung
sich nur ausnahmsweise und unter strengen Voraussetzungen rechtfertigen, wenn der Verfolgte sich voraussichtlich der Auslieferung nicht entzieht und die Strafuntersuchung nicht gefährdet (Art. 47 Abs. 1 lit. a IRSG), wenn er den sogenannten Alibibeweis erbringen und ohne Verzug nachweisen kann, dass er zur Zeit der Tat nicht am Tatort war (Art. 47 Abs. 1 lit. b IRSG), wenn er nicht hafterstehungsfähig ist oder andere Gründe vorliegen, welche eine weniger einschneidende Massnahme rechtfertigen (Art. 47 Abs. 2 IRSG), oder wenn sich die Auslieferung als offensichtlich unzulässig erweist (Art. 51 Abs. 1 IRSG);
- ein Auslieferungsersuchen offensichtlich unzulässig sein kann, wenn ohne
jeden Zweifel und ohne weitere Abklärungen ein Ausschlussgrund vorliegt (vgl. BGE 111 IV 108 E. 3a);
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- im Übrigen die Vorbringen gegen die Auslieferung als solche oder gegen die Begründetheit des Auslieferungsbegehrens nicht im vorliegenden , sondern im eigentlichen Auslieferungsverfahren zu prüfen sind (vgl. MOREILLON /DUPUIS/MAZOU, La pratique judiciaire du Tribunal pénal fédéral, in Journal des Tribunaux 2009 IV 111 Nr. 190 und 2008 IV 66 Nr. 322 je m.w.H. auf die Rechtsprechung);
- die ausnahmsweise zu gewährende Haftentlassung an strengere Voraus-
setzungen gebunden ist als der Verzicht auf die gewöhnliche  in einem Strafverfahren oder die Entlassung aus einer solchen (vgl. BGE 130 II 306 E. 2.2 und 2.3; 111 IV 108 E. 2; Entscheid des  RH.2015.14 vom 9. Juli 2015, E. 4.1);
- soweit der Beschwerdeführer zur Hauptsache vorbringt, er habe die ihm vor-
geworfenen Straftaten nicht begangen, er damit verkennt, dass solche  im Verfahren betreffend Auslieferungshaft nicht zu hören sind; zudem Schuld- und Tatfrage im Rahmen eines Auslieferungsverfahrens grundsätzlich nicht geprüft werden (vgl. BGE 133 IV 76 E. 2.2; 118 Ib 121 E. 5c);
- vor diesem Hintergrund auch der Einwand des Beschwerdeführers, die
Schweizer Behörden seien mit dem von den tschechischen Behörden  Haftbefehl getäuscht worden, weil dieser auf falschen Tatsachen , nicht zu hören ist;
- im Falle einer Auslieferung an die Tschechische Republik dem Beschwerde-
führer eine Verurteilung zu einer Freiheitsstrafe von bis zu 12 Jahren droht; der Beschwerdeführer 43 Jahre alt – und soweit ersichtlich – bei guter  ist; er zudem in der Schweiz nicht wohnhaft ist, weshalb unter den genannten Umständen von einer hohen Fluchtgefahr auszugehen ist; daran auch die Aussage, er hätte sich in den nächsten Tagen den tschechischen Behörden stellen wollen, nichts ändert;
- schliesslich auch die generell erhobene Kritik an das Bezirksgericht Cesky
Krumlov als «kleines Gericht» und der pauschal erhobene Einwand, er könne den tschechischen Behörden nicht länger trauen, es nicht ohne jeden Zweifel und ohne weitere Abklärungen erlauben anzunehmen, die  erweise sich als offensichtlich unzulässig;
- andere Gründe, welche eine Auslieferung offensichtlich auszuschliessen
oder sonst zu einer Aufhebung der Auslieferungshaft zu führen vermöchten, weder geltend gemacht werden noch solche ersichtlich sind;
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- die Beschwerde sich damit als unbegründet erweist, weshalb sie  ist, soweit darauf einzutreten ist;
- bei diesem Ausgang des Verfahrens die Gerichtskosten dem Beschwerde-
führer aufzuerlegen sind (Art. 63 Abs. 1 VwVG); die Gerichtsgebühr auf Fr. 1'000.-- festzusetzen ist (Art. 63 Abs. 5 VwVG i.Vm. Art. 73 StBOG sowie Art. 5 und 8 Abs. 3 lit. a BStKR).
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