# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 47376a24-a5aa-4c26-9402-a66019fafe17
**Court:** GR_KG
**Chamber:** GR_KG_006
**Year:** 2016
**Language:** de
**Jurisdiction:** GR / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

hat sich ergeben:
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I. Sachverhalt
A. X._, geboren am _1983, und Y._, geboren am _1980, heirateten am 12. Juni 2009 vor dem Zivilstandsamt O.1_. Aus der Ehe der Parteien gingen die gemeinsamen Kinder A._, geboren am _2008, B._, geboren am _2010, und C._, geboren am _2011, hervor.
B. Die Ehefrau liess beim Bezirksgerichtspräsidenten Hinterrhein am 9. Februar 2015 ein Gesuch um Erlass eheschutzrichterlicher Massnahmen stellen, wobei sie insbesondere die alleinige elterliche Sorge und Obhut über die drei Söhne sowie einen rückwirkend ab dem 1. Oktober 2014 zu leistenden Unterhaltsbeitrag für sich und die Kinder von insgesamt CHF 6'000.-- beanspruchte.
C. In seiner Stellungnahme vom 26. März 2015 erklärte sich der Ehemann damit einverstanden, dass die Kinder unter die Obhut der Mutter gestellt würden, und beantragte im Übrigen, dass ihm ein Besuchsrecht für jedes zweite Wochenende sowie ein Ferienrecht von drei Wochen im Jahr einzuräumen sei. Was die Unterhaltspflicht betrifft, so sei diese entsprechend seiner finanziellen Möglichkeiten festzusetzen.
D. Auf Antrag der Ehefrau holte der Bezirksgerichtspräsident Hinterrhein alsdann bei den Psychiatrischen Diensten Graubünden (PDGR) eine schriftliche Auskunft zum Gesundheitszustand des Ehemannes ein. Gemäss dem Bericht der PDGR vom 22. April 2015 war Y._ seit dem Jahre 2007 insgesamt fünfmal, zuletzt im Februar/März 2015, in der Klinik D._ oder E._ hospitalisiert gewesen. Während der stationären Klinikaufenthalte seien bei Y._ depressive Episoden, Anpassungsstörungen, akzentuierte Persönlichkeitszüge und wiederholt Suizidgedanken bis hin zu konkreten Vorbereitungshandlungen festgestellt worden. Sofern sich Y._ behandeln lasse, würde sein Gesundheitszustand einem Besuchs- und Ferienrecht zwar grundsätzlich nicht entgegenstehen; das Besuchs- und Ferienrecht könne aufgrund einer Gesamtschau - insbesondere unter Berücksichtigung der mangelnden Krankheits- und Behandlungseinsicht sowie des intransparenten Verhaltens von Y._ - jedoch nicht bedenkenlos zugeteilt werden. Es würden zu Beginn wöchentliche begleitete Besuche von etwa fünf Stunden an einem neutralen Ort empfohlen, welche bei gutem Verlauf zunächst zu längeren und dann zu unbegleiteten Besuchen ausgebaut werden könnten. Darüber hinaus erscheine die Initiierung einer ambulanten psychiatrischen Behandlung angezeigt.
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E. Nach Durchführung der mündlichen Eheschutzverhandlung vom 23. April 2015 und provisorischer Regelung der Unterhaltspflicht erliess der Bezirksgerichtspräsident am 26. Juni 2015 den Eheschutzentscheid. Darin wurde die Obhut über die gemeinsamen Kinder der Mutter zugeteilt und das Sorgerecht beiden Elternteilen gemeinsam belassen. Dem Vater wurde ein begleitetes Besuchsrecht im vollständig geschützten Rahmen bei der Fachstelle KJBE (Kinder und Jugendliche betreuen, begleiten, bestärken) eingeräumt, wobei die Mutter die Kinder auf eigene Kosten zur KJBE zu bringen und wieder abzuholen habe. Entsprechend der Empfehlung der PDGR wurde Y._ aufgefordert, eine ambulante Behandlung zu absolvieren. Des Weiteren wurde für die drei Söhne eine Besuchsbeistandschaft im Sinne von Art. 308 Abs. 1 (recte Abs. 2) ZGB errichtet. Y._ wurde zudem verpflichtet, an den Unterhalt der Familie für den Monat März 2015 CHF 1'400.--, für die Monate April bis Juni 2015 CHF 3'536.-- und ab Juli 2015 monatlich insgesamt CHF 3'656.-- zuzüglich Kinderzulagen zu bezahlen.
F. In Nachachtung dieses Entscheids setzte die Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde (KESB) Mittelbünden/Moesa mit jeweiligem Entscheid der Kollegialbehörde vom 16. Juli 2015 F._, Berufsbeistandschaft Viamala, als Beiständin für A._, B._ und C._ ein.
G. Mit Eingabe vom 26. Februar 2016 ersuchte X._ den Bezirksgerichtspräsidenten Hinterrhein um eine vorläufige Sistierung des Besuchsrechts, mindestens so lange, bis der Vater sich einer ambulanten psychiatrischen Behandlung unterzogen habe. Da der nächste Besuchstermin bereits am 5. März 2016 anstehe, sei die Verfügung superprovisorisch zu erlassen.
H. Der Bezirksgerichtspräsident lehnte eine sofortige Sistierung des Besuchsrechts mit prozessleitender Verfügung vom 29. Februar 2016 ab und forderte Y._ sowie die eingesetzte Beiständin stattdessen zur Stellungnahme auf.
I. Wie vorstehend erwähnt war am 5. März 2016, nach einem längeren Unterbruch, den der Vater wegen seiner gesundheitlichen Verfassung gewünscht hatte, ein Besuchstag bei der Fachstelle KJBE geplant. Die Mutter sagte diesen Termin am 3. März 2016 mit der Begründung, dass sie beruflich verhindert sei und niemanden finden könne, welcher die Kinder zur KJBE bringe, ab. Daraufhin wies der Bezirksgerichtspräsident X._ mit Verfügung vom 7. März 2016 an, die
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Durchführung der durch die KJBE bzw. die Beiständin organisierten Besuche künftig zu gewährleisten. Diese Verpflichtung wurde unter Androhung der Straffolgen von Art. 292 StGB ausgesprochen.
J. Mit Eingabe vom 15. März 2016 liess X._ Berufung beim Kantonsgericht von Graubünden erheben und beantragte was folgt:
"1. Die angefochtene Verfügung des Präsidenten des Bezirksgerichtes Hinterrhein, wonach die Verpflichtung der Berufungsklägerin, dem Vater die organisierten Besuche zu gewährleisten, mit der Androhung der Folgen von Art. 292 StGB verknüpft wird, sei aufzuheben.
2. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge."
K. Hierzu ging keine Berufungsantwort von Y._ ein, da ihm die Berufung an seiner letzten bekannten Adresse in O.2_ nicht zugestellt werden konnte und er gemäss Auskunft der Einwohnerdienste derzeit unbekannten Aufenthalts ist.
L. Mit Stellungnahme vom 24. März 2016 hielt der Bezirksgerichtspräsident Hinterrhein fest, dass die angeordneten Treffen der Kinder mit dem Vater im betreuten und geschützten Rahmen der begleiteten Besuchstage bei der KJBE verantwortet werden könnten und nicht reduziert werden sollten. Den Bedenken der Mutter sei durch eine solche Ausgestaltung der Besuchstage und die Einsetzung einer Beiständin Rechnung getragen worden. Es dürfe nun nicht angehen, dass die Mutter das Besuchsrecht willkürlich vereitle.
M. Auf die weiteren Ausführungen in den Akten, in der angefochtenen Verfügung und der Rechtsschrift wird, soweit erforderlich, in den nachstehenden Erwägungen eingegangen.
II. Erwägungen
1.a) Das vorliegende Rechtsmittel richtet sich gegen die in Zusammenhang mit der Verpflichtung zur Gewährleistung des Besuchsrechts ausgesprochene Androhung der Straffolgen nach Art. 292 StPO. Bei dieser Vorkehrung handelt es sich um eine Vollstreckungsmassnahme (vgl. Art. 343 Abs. 1 lit. a ZPO; vgl. auch Andreas Güngerich, in: Hausheer/Walter [Hrsg.], Berner Kommentar, Schweizerische Zivilprozessordnung, Bd. II, Art. 150-352 ZPO, Art. 400-406 ZPO, Bern 2012, N 9 zu Art. 267 ZPO). Solche Massnahmen können sowohl vom Erkenntnisgericht im Rahmen der direkten Vollstreckung als auch vom
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Vollstreckungsgericht im Rahmen der indirekten Vollstreckung getroffen werden (vgl. Rainer Egli, in: Gehri/Jent-Sørensen/Sarbach [Hrsg.], ZPO Kommentar, 2. Aufl., Zürich 2015, N 3 zu Art. 346 ZPO; Franz Kellerhals, in: Hausheer/Walter [Hrsg.], Berner Kommentar, Schweizerische Zivilprozessordnung, Bd. II, Art.  ZPO, Art. 400-406 ZPO, Bern 2012, N 19 zu Art. 343 ZPO). Gegen Entscheide des Vollstreckungsgerichts kann keine Berufung geführt werden, sondern dagegen ist nur Beschwerde möglich (Art. 309 lit. a ZPO in Verbindung mit Art. 319 lit. a ZPO; vgl. auch Gian Reto Zinsli, in: Spühler/Tenchio/Infanger, Basler Kommentar Schweizerische Zivilprozessordnung, 2. Aufl., Basel 2013, N 1 zu Art. 346 ZPO). Das Rechtsmittel der Berufung steht indessen gegen Entscheide, die im Erkenntnis- und nicht im Vollstreckungsverfahren ergangen sind, zur Verfügung (Karl Spühler, in: Spühler/Tenchio/Infanger, Basler Kommentar Schweizerische Zivilprozessordnung, 2. Aufl., Basel 2013, N 1 zu Art. 309 ZPO; vgl. auch Benedikt Seiler, Die Berufung nach ZPO, Basel 2013, Rz. 306 und 376). Das heisst, wenn das urteilende Gericht konkrete Vollstreckungsmassnahmen zur direkten Vollstreckung des Entscheids anordnet, so ist gegen die Anordnung einer solchen Massnahme die Berufung zulässig (Beat Mathys, in: Baker & McKenzie [Hrsg.], Stämpflis Handkommentar zur Schweizerischen Zivilprozessordnung (ZPO), Bern 2010, N 3 f. zu Art. 309 ZPO).
b) Vorliegend verhält es sich so, dass die Vollstreckungsanordnung im Verlaufe eines hängigen Erkenntnisverfahrens (Abänderungsverfahren betreffend Eheschutz) ergangen ist, nachdem der Bezirksgerichtspräsident den Erlass einer superprovisorischen Massnahme (sofortige Sistierung des Besuchsrechts) abgelehnt hatte. Bis zum Entscheid über das Abänderungsbegehren galt daher weiterhin die mit dem Eheschutzentscheid vom 26. Juni 2015 getroffene Regelung. Soweit die angefochtene Anordnung der Durchsetzung dieser Regelung dienen sollte, wäre sie demnach als nachträgliche (indirekte) Vollstreckungsmassnahme zu qualifizieren. Allerdings hat der Bezirksgerichtspräsident nicht als Vollstreckungsrichter - nach Durchführung eines separaten Vollstreckungsverfahrens - gehandelt, sondern hat in seiner Funktion als Erkenntnisrichter die vorangegangene prozessleitende Verfügung (Ablehnung superprovisorischer Massnahmen) dahingehend ergänzt, dass er X._ zur Gewährleistung des begleiteten Besuchsrechts angehalten und ihr zugleich die Straffolgen von Art. 292 StGB angedroht hat. Unter diesem Aspekt erscheint die angefochtene Verfügung als eine Art vorsorgliche Massnahme, indem X._ für die Dauer des Abänderungsverfahrens eine Weisung im Sinne von Art. 273 Abs. 2 ZGB erteilt wurde, welche wiederum - im Sinne einer direkten
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## Considerations