# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 876386c5-2d00-5200-a6ce-8b9e25981fd1
**Court:** BE_VB
**Chamber:** BE_VB_001
**Year:** 2018
**Language:** de
**Jurisdiction:** BE / Espace_Mittelland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** Urban Planning and Environmental

## Facts

I. Sachverhalt
1. Der Beschwerdegegner reichte am 22. August 2017 bei der Stadt Bern ein
Baugesuch ein für den Neubau eines Wohnhauses mit Carport und Teilabbruch der
bestehenden Garage auf Parzelle Bern, Kreis 3, Grundbuchblatt Nr. H._. Die
Parzelle liegt in der Wohnzone, Bauklasse 3. Gegen das Bauvorhaben erhoben unter
anderem die Beschwerdeführenden Einsprache.
Mit Gesamtentscheid vom 18. April 2018 wies die Stadt Bern die Einsprachen ab und
erteilte dem Bauvorhaben die Baubewilligung.
2. Dagegen reichte der Beschwerdeführer 1 am 11. Mai 2018 und die
Beschwerdeführenden 2 – 4 am 18. Mai 2018 Beschwerde bei der Bau-, Verkehrs- und
Energiedirektion des Kantons Bern (BVE) ein. Sie beantragen die Aufhebung des
Gesamtentscheids vom 18. April 2018 und die Erteilung des Bauabschlags.
3. Das Rechtsamt, das die Beschwerdeverfahren für die BVE leitet1, vereinigte die
beiden Beschwerdeverfahren, holte die Vorakten ein und gab der Stadt sowie dem
Beschwerdegegner Gelegenheit, zu den Beschwerden Stellung zu nehmen. Sie
beantragen die Abweisung der Beschwerden und die Bestätigung des vorinstanzlichen
Entscheids.
4. Auf die Rechtsschriften wird, soweit für den Entscheid wesentlich, in den
nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
1 Art. 7 der Verordnung vom 18. Oktober 1995 über die Organisation und die Aufgaben der Bau-, Verkehrs- und Energiedirektion (Organisationsverordnung BVE, OrV BVE; BSG 152.221.191).
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## Considerations

II. Erwägungen
1. Sachurteilsvoraussetzungen
Angefochten ist ein Gesamtentscheid nach Art. 9 KoG2. Laut Art. 11 Abs. 1 KoG kann er –
unabhängig von den geltend gemachten Einwänden – nur mit dem Rechtsmittel
angefochten werden, das für das Leitverfahren massgeblich ist. Das Leitverfahren ist im
vorliegenden Fall das Baubewilligungsverfahren (Art. 5 Abs. 1 KoG). Bauentscheide
können nach Art. 40 Abs. 1 BauG3 innert 30 Tagen seit Eröffnung mit Baubeschwerde bei
der BVE angefochten werden. Die BVE ist somit zur Beurteilung der Beschwerde gegen
den Gesamtentscheid zuständig. Zur Beschwerde befugt sind die Baugesuchstellerinnen,
die Baugesuchsteller, die Einsprecherinnen, die Einsprecher und die zuständige
Gemeindebehörde (Art. 10 KoG i.V.m. Art. 40 Abs. 2 BauG). Die Beschwerdeführenden,
deren Einsprachen abgewiesen wurden, sind durch den vorinstanzlichen Gesamtentscheid
beschwert und daher zur Beschwerdeführung legitimiert. Auf die form- und fristgerecht
eingereichten Beschwerden ist einzutreten.
2. Erker und Länge der Längsseite
a) Das Bauvorhaben sieht auf der Südseite des Gebäudes im ersten Stock einen Erker
vor, der Richtung Strasse ins Vorland ragt. Gemäss Art. 40 Abs. 1 Bst. a BO4 darf an den
gegen eine öffentliche Verkehrsanlage gerichteten Gebäudefassaden ein Erker zwar das
Vorland überragen, die Breite des Erkers darf allerdings höchstens einen Drittel der
betreffenden Fassadenbreite betragen (vgl. Art. 40 Abs. 5 BO).
b) Die Beschwerdeführenden 2 - 4 machen in ihrer Beschwerde geltend, bei genauer
Betrachtung falle auf, dass die Längsseite des Hauses nicht wie angegeben 10.35 m
sondern nur 10.30 m messe. Der Erker dürfe maximal ein Drittel der Fassade breit sein,
um das Vorland überragen zu dürfen. Mit einer Abmessung von 3.45 m sei er zu breit. In
2 Koordinationsgesetz vom 21. März 1994 (KoG; BSG 724.1). 3 Baugesetz vom 9. Juni 1985 (BauG; BSG 721.0). 4 Bauordnung der Stadt Bern vom 24. September 2006, amtlich genehmigt vom Amt für Gemeinden und Raumordnung am 28. Dezember 2006.
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ihrer Eingabe vom 2. August 2018 präzisieren sie, der Erker nütze die erlaubten Masse
maximal aus, oder überschreite sie sogar. Allenfalls seien die unterschiedlichen
Abmessungen auf die Qualität der Kopien der Baupläne zurückzuführen. Es werde aber in
jedem Fall verlangt, dass die geforderten Masse eingehalten werden. Der
Beschwerdegegner erklärt, die Länge der Hauptfassade betrage 10.35 m. Wenn die
Beschwerdeführenden 2 - 4 von einem anderen Mass ausgingen, sei dies auf einen
Messfehler zurückzuführen.
c) Gemäss den Angaben in den Baugesuchsplänen misst die gegen Süden gerichtete
Fassade 10.35 m. Es ist nicht ersichtlich, inwiefern diese Angabe nicht den tatsächlichen
Verhältnissen entsprechen sollte. Es sind keine Anhaltspunkte vorhanden, die darauf
hindeuteten, dass die eingereichten Pläne nicht korrekt vermasst sind. Der Erker ist damit
nicht mehr als ein Drittel so breit wie die Fassade. Diese Rüge erweist sich, soweit die
Beschwerdeführenden 2 - 4 überhaupt daran festhalten, als unbegründet.
3. Gebäudegrundriss
a) Das Bauvorhaben weist eine Gebäudelänge von 10.35 sowie eine Gebäudebreite
von 9.315 m auf. Gemäss Art. 33 Abs. 1 BO bezeichnet der grosse Grenzabstand die
kürzeste, rechtwinklig und horizontal zur Fassade gemessene Entfernung der Längsseiten
der Gebäude oder Gebäudegruppe von der Grundstücksgrenze. Bei annähernd
quadratischen oder unregelmässigen Gebäudegrundrissen werden die Längsseiten unter
Berücksichtigung von Siedlungsstruktur und Besonnung von der Baubewilligungsbehörde
bestimmt (Art. 33 Abs. 4 BO). Als annähernd quadratisch gelten gemäss der Praxis der
Stadt Bern Bauten, wenn keine Seite mehr als 10 % länger ist als die andere.5 Die
Breitseite gilt als Basis für die Berechnung und damit als 100 %. Gestützt darauf ist die
Stadt Bern in ihrem Entscheid zum Schluss gekommen, die Längsseite sei mehr als 11 %
länger als die Breitseite. Das Bauvorhaben sei nicht annähernd quadratisch.
b) Der Beschwerdeführer 1 stützt sich ebenfalls auf die von der Stadt Bern
angewandten 10 % - Regel, macht aber geltend, gemäss dem allgemeinen Verständnis sei
die Längsseite mit 100 % gleichzusetzen. Daher messe die Breitseite genau 90 % der
5 Vgl. Baubewilligung 2017-0598 vom 18. April 2018, S. 6, sowie Stellungnahme vom 12. Juni 2018.
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Längsseite. Die Längsseite übertreffe die Breitseite nicht um mehr als 10 % und es handle
sich somit um ein annähernd quadratisches Gebäude. Bei diesem Gebäude müsse die
Westseite als besonnte Längsseite gelten. Demgegenüber sind die Beschwerdeführenden
2 - 4 der Auffassung, es sei zwar bei der Berechnung von der Breitseite auszugehen,
allerdings sei nicht starr auf die 10 % - Regel abzustellen. Diese sei zwar grundsätzlich
sinnvoll. Es sei aber trotzdem eine Einzelfallbeurteilung erforderlich, wobei auch die
Siedlungsstruktur und die Besonnung einzubeziehen seien. Unter Berücksichtigung dieser
Aspekte, müsse die Westseite als Längsseite gelten. Daher halte das Gebäude den
grossen Grenzabstand nicht ein.
c) Die Praxis der Stadt Bern, wonach ein Gebäude als annähernd quadratisch gilt, wenn
keine Seite mehr als 10 % länger ist als die andere, ist nicht zu beanstanden und entspricht
der Praxis und der Rechtsprechung im Kanton Bern.6 Gemäss dieser Regel ist im
vorliegenden Fall bei einer Gebäudebreite von 9.315 m und einer Gebäudelänge von 10.35
m die Längsseite des Gebäudes 11.1 % länger als die Breitseite. Das Gebäude gilt
dementsprechend nicht als annähernd quadratisch. Das schematische Abstellen der Stadt
Bern auf diese Berechnung ist nicht zu beanstanden. Mit Blick auf die Rechtssicherheit ist
die Regel zu begrüssen. Zudem lässt die 10 % - Regel eine Einzelfallberücksichtigung zu,
da nicht nur bei exakt quadratischen Gebäuden die besonnte Längsseite von der
Baubewilligungsbehörde zu bestimmen ist, sondern bei allen, bei denen der
Längenunterschied weniger als 10 % beträgt. Der Siedlungsstruktur und der Besonnung
des Gebäudes ist bei der Festlegung der als besonnte Längsseite geltende Gebäudeseite
durch die Baubewilligungsbehörde Rechnung zu tragen, aber eben nur, falls es sich um ein
annähernd quadratisches Gebäude handelt. Das Bauvorhaben, dessen Längsseite mehr
als 11 % länger ist als die Breitseite, gilt hingegen nicht als annähernd quadratisch.
Dementsprechend wäre der grosse Grenzabstand auf der Südseite des Gebäudes zu
messen. Da diese Seite der Strasse zugewandt ist und der Strassenabstand dem
allgemeinen Grenzabstand vorgeht,7 hat das Gebäude an der Südseite "nur" den
Strassenabstand einzuhalten. Auf der West- und Ostseite des Gebäudes, ist der kleine
Grenzabstand massgebend. Das Bauvorhaben hält daher die erforderlichen Grenz- und
Strassenabstände ein. Die in diesem Zusammenhang vorgebrachten Rügen erweisen sich
als unbegründet.
6 BVR 1977 S. 221, bestätigt durch VGE 16125 vom 23. März 1981, E. 3; Musterbaureglement des Amtes für Gemeinden und Raumordnung, Anhang A1, A123 Abs. 2. 7 BVR 2010 S. 507 E. 2.2.2.
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4. Zufahrt
a) Das Bauvorhaben sieht eine Zufahrt mit einer Breite von 5.71 m vor. Diese Zufahrt
erschliesst den vorgesehenen Carport, der Platz für zwei Autoabstellplätze bieten soll. Die
Vorinstanz erteilte eine Ausnahmebewilligung für eine Öffnung des Vorlands von mehr als
3 m Breite. Die Beschwerdeführenden 2 - 4 bringen vor, es liege keine Situation vor, die
eine Ausnahme rechtfertigte für eine Zufahrt mit einer Breite von mehr als 3 m. Der weitere
Verlust von Aussenraum sei einzig auf die Dimensionierung des Bauvorhabens
zurückzuführen. Weder die Bauparzelle noch das Bauprojekt wiesen Besonderheiten auf,
die eine Ausnahme i.S.v. Art. 26 BauG rechtfertigten.
Der Beschwerdegegner sowie die Stadt Bern entgegnen, die beiden gedeckten
Autoabstellplätze könnten nur anders erschlossen werden, wenn die Parkplätze weiter in
den Hofbereich verschoben würden, damit würde wertvoller Aussenraum verloren gehen.
Dies sei auf die vorbestehende Situation zurückzuführen und auch die bestehende Zufahrt
überschreite die Breite von 3 m deutlich.
b) Gemäss Art. 11 Abs. 1 BO ist der Raum zwischen strassenseitiger Fassadenflucht
und der Grenze der Verkehrsanlage als Garten zu gestalten. Sofern die Einheitlichkeit des
Vorlandes, der lokale Charakter des Strassenbildes oder andere schutzwürdige Interessen
nicht beeinträchtigt werden, darf in Ausnahmefällen, z.B. vor Ladenlokalen, ein Teil des
Vorlandes als Verkehrsanlage und Parkierfläche benützt und gestaltet werden (Art. 11
Abs. 3 BO). Art. 12 BO präzisiert, dass wo ein Autoabstellplatz erstellt werden darf, eine
Zufahrt von maximal 3 m Breite durch das Vorland zulässig ist.
Von einzelnen Bauvorschriften können Ausnahmen gewährt werden, wenn besondere
Verhältnisse es rechtfertigen und keine öffentlichen Interessen beeinträchtigt und keine
wesentlichen nachbarlichen Interessen verletzt werden (Art. 26 Abs. 1 und 2 BauG).
Eine Ausnahmebewilligung soll die gesetzliche Regelung, die im Interesse der
Rechtssicherheit sowie der Rechtsgleichheit die tatsächlichen Verhältnisse generalisierend
erfasst, einzelfallgerecht verfeinern. Ausnahmegründe beziehen sich deshalb auf den
Zweck, den Umfang oder die Gestaltung eines Bauvorhabens, wenn diese in den
geltenden Vorschriften nicht genügend berücksichtigt sind. Sie müssen mit den
Besonderheiten des Baugrundstücks oder des Bauvorhabens zusammenhängen. Unter
Umständen können aber auch Besonderheiten, die sich aus den subjektiven Verhältnissen
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der bauwilligen Personen ergeben, eine Ausnahme begründen. Rein finanzielle Interessen,
der Wunsch nach einer Ideallösung oder intensives Ausnützungsstreben rechtfertigen aber
keine Ausnahmebewilligung. Die Gewährung einer Ausnahme rechtfertigt sich
insbesondere auch dann nicht, wenn zumutbare Alternativen zur Verfügung stünden.8 Die
Erteilung einer Ausnahme soll vielmehr ausgesprochene Unbilligkeiten und
Unzweckmässigkeiten vermeiden, die die strikte Anwendung der Vorschrift für die
Bauwilligen zur Folge hätte. Schliesslich ist zu berücksichtigen, dass der Ausnahmegrund
keine absolute Grösse ist. Ob ein Sachverhalt als Ausnahmegrund genügen kann, hängt
von drei Komponenten ab: vom Interesse an der Ausnahme, von der Bedeutung der
Vorschrift, von der abgewichen werden soll, und von Art und Mass der verlangten
Abweichung.9
c) Bereits heute befindet sich auf dem Grundstück eine Zufahrt, die deutlich breiter als
3 m ist. Sie erschliesst einen dahinterliegenden Autounterstand. Der Neubau des
Zweiparteienhaus verursacht einen Parkplatzbedarf von mindestens einem Abstellplatz für
ein Motorfahrzeug (vgl. Art. 51 Abs. 1 Bst. b BauV10). Dieser Parkplatz soll neben dem
bestehenden realisiert werden. Konkret soll die bisherige Garage abgebrochen und ein
breiterer Autounterstand für zwei Fahrzeuge erstellt werden. Damit dieser zusätzliche
Parkplatz, der ca. 6 m hinter der Grundstückgrenze liegt, ohne aufwändige Manöver
erreicht werden kann, muss die Zufahrt dieselbe Breite wie der Autounterstand aufweisen,
daher soll sie auf 5.71 m verbreitert werden. Eine Zufahrt, die im Bereich des Vorlands nur
eine Breite von 3 m aufweisen würde, wäre für die Erschliessung eines zweiten
Parkplatzes nur dann möglich, wenn der Autounterstand weiter von der Strasse entfernt,
das heisst, weiter hinten im Garten realisiert würde und über einen Vorplatz erreicht
werden könnte. Dies bedeutete, dass mehr Grünfläche für die Erschliessung der
Parkplätze beansprucht würde und stellte somit eine deutlich schlechtere Alternative dar.
Der Grund für die Notwendigkeit der Ausnahme ist zudem nicht auf die Dimensionierung
des Bauvorhabens zurückzuführen; auch ein Einfamilienhaus benötigte einen zusätzlichen
Parkplatz. Vielmehr liegt es daran, dass das weiter im Norden der Parzelle liegende
bestehende Haus und der dazugehörende Parkplatz auch über den I._
erschlossen sind. Die Realisierung eines neuen Wohnhauses führt dementsprechend
8 BVR 2006 S. 145. 9 Aldo Zaugg/Peter Ludwig, Kommentar zum Baugesetz des Kantons Bern, 4. Aufl., Band I, Bern 2013, Art.  N. 4. 10 Bauverordnung vom 6. März 1985 (BauV; BSG 721.1).
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immer dazu, dass zwei Parkplätze über dieselbe Zufahrt erschlossen werden sollten.
Schliesslich beschränkt sich die Bauherrschaft auf das Minimum der notwendigen
Parkplätze und respektiert soweit wie möglich das Gebot, das Vorland als Garten zu
gestalten. Die Notwendigkeit für die Erteilung einer Ausnahme gründet dementsprechend
insbesondere in der bestehenden Situation und der Tatsache, dass zwei Gebäude auf der
gleichen Parzelle über die gleiche Zufahrt erschlossen werden sollen. Die mögliche
Alternative würde zu einem deutlich grösseren Verlust an Grünfläche führen. Schliesslich
scheint die Praxis der Stadt Bern in Bezug auf die Erteilung von Ausnahmen von diesen
Vorschriften grosszügig zu sein; an dieser Strasse gibt es verschiedene Zufahrten, die
breiter als 3 m sind oder Vorland, das nicht als Garten ausgestaltet ist. Die Breite der
Zufahrt beeinträchtigt zudem keine öffentlichen Interessen. Vielmehr dient die neue
Gestaltung der Zufahrt der Verkehrssicherheit. Die Einsprechenden machen zudem auch
keine Verletzung von nachbarlichen Interessen geltend. Der Gewährung einer Ausnahme
stehen somit keine gegenteiligen Interessen gegenüber. Es ist nicht zu beanstanden, dass
die Vorinstanz vom Überschreiten der zulässigen Breite der Zufahrt durch das Vorland eine
Ausnahme gewährte.
5. Parkierungssituation
a) Auf der Parzelle des Bauvorhabens sind zwei Abstellplätze für Motorfahrzeuge
vorgesehen. Damit bei der Ausfahrt die notwendigen Sichtbermen eingehalten sind, plant
die Stadt einen Parkplatz der blauen Zone aufzuheben. Die Beschwerdeführenden 2 - 4
machen geltend, das Bauvorhaben verstosse gegen Art. 16 BauG i.V.m Art. 50 ff. BauV.
Mit dem Bauvorhaben würden keine zusätzlichen Parkplätze geschaffen, vielmehr müsse
ein weiterer Parkplatz der blauen Zone weichen.
b) Die Beschwerdegegner entgegnen, für das bestehende Gebäude bestehe heute ein
Parkplatz in der geschlossenen Garage. Dieser werde abgerissen und durch einen Carport
mit zwei Parkierungsmöglichkeiten ersetzt. Für das neu zu erstellende Wohnhaus sei
demnach ein neuer Parkplatz im Carport vorgesehen. Parkplätze in der blauen Zone seien
bei der Berechnung von Parkplätzen nicht zu berücksichtigen und der aufzuhebende
Parkplatz müsste auf Grund der heutigen Verkehrssituation auch unabhängig von
Bauvorhaben aufgehoben werden.
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c) Wie bereits festgehalten (E. 4c), verursacht das Bauvorhaben einen Parkplatzbedarf
von mindestens einem Abstellplatz für Motorfahrzeuge (Art. 51 BauV). Das Bauvorhaben
sieht das Erstellen einer zusätzlichen Parkierungsmöglichkeit vor. Es entspricht damit
Art. 16 BauG i.V.m. Art. 51 BauV. Die Aufhebung eines öffentlichen Parkplatzes, der keiner
bestimmten Nutzung zugeschrieben ist, widerspricht keinen öffentlich-rechtlichen
Vorschriften.11 Die entsprechenden Rügen erweisen sich daher als unbegründet.
6. Spielplatz und Aufenthaltsbereich
a) Die Beschwerdeführenden 2 - 4 bemängeln, durch das Bauprojekt werde
Aussenraum vernichtet. Auf Grund des Neubaus seien für das bestehende
Mehrfamilienhaus nicht mehr genügend Aufenthaltsbereiche und Spielplätze vorhanden.
b) Beim Bau von Mehrfamilienhäusern sind im Freien Aufenthaltsbereiche für die
Bewohner und Kinderspielplätze zu schaffen (Art. 15 BauG). Unter Mehrfamilienhäusern
sind Wohnhäuser mit mehr als zwei Familienwohnungen zu verstehen. Als
Familienwohnungen gelten Wohnungen mit wenigstens drei Zimmern (Art. 43 Abs. 3
BauV). Die Fläche der Kinderspielplätze hat wenigstens 15 %, der Aufenthaltsbereich 5 %
der Hauptnutz- und Konstruktionsfläche zu entsprechen, resp. pro Mehrfamilienhaus sind
mindestens 20 m2 für Aufenthaltsbereiche vorzusehen (Art. 45 Abs. 1 und 2 BauV).
c) Das Bauvorhaben selber stellt kein Mehrfamilienhaus dar. Dementsprechend sind
für dieses Gebäude keine speziellen Aufenthalts- und Spielflächen vorzusehen. Allerdings
weist das bestehende Haus eine Fünf-, eine Vier- sowie eine Dreizimmerwohnung auf.
Dabei handelt es sich somit um ein Mehrfamilienhaus, das über entsprechende
Aufenthalts- und Spielflächen verfügen muss. Das Bauvorhaben darf nicht dazu führen,
dass die erforderlichen Aufenthalts- und Spielflächen des bestehenden
Mehrfamilienhauses nicht mehr vorhanden wären.
Gemäss den Angaben des Beschwerdeführers weist das Mehrfamilienhaus eine
Totalfläche von insgesamt 397.5 m2 auf. Zwar verfügt die Stadt Bern über keine Pläne, auf
welchen diese Angaben detailliert überprüft werden könnten, allerdings besteht kein Grund
11 BDE 110/1997/41 vom 5. August 1997, E. 2d.
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an diesen Angaben zu zweifeln: Das Gebäude weist eine Grundfläche von 161 m2 auf. Im
ersten Obergeschoss ist ein Teil dieser Fläche für die Terrasse genutzt, welche an die
massgebliche Fläche nicht anzurechnen ist und das Dachgeschosses kann auf Grund der
grossen Dachfläche und Dachschrägen nicht voll genutzt werden. Die Berücksichtigung
einer Totalfläche von 397.5 m2 für die Berechnung der notwendigen Spiel- und
Aufenthaltsflächen scheint daher mit Blick auf die vorhandenen Pläne grosszügig
bemessen zu sein und ist nicht zu beanstanden. Diese Angabe wird von den
Beschwerdeführenden 2 - 4 auch nicht kritisiert. Dementsprechend benötigt das
bestehende Gebäude eine Spielfläche von knapp 60 m2 sowie eine Aufenthaltsfläche von
20 m2. In dem am 20. Juli 2018 vom Beschwerdegegner eingereichten Plan ist ersichtlich,
dass auch nach der Realisierung des Bauvorhabens insgesamt eine Fläche von 123 m2 für
Aufenthalts- und Spielflächen vorhanden ist. Zwar sind die konkreten Angaben der
einzelnen Aufenthalts- und Spielflächen in den Plänen falsch, da der Beschwerdegegner
für die Berechnung der Spielfläche 5 % und für die Berechnung der Aufenthaltsfläche 15 %
der Hauptnutz- und Konstruktionsfläche verwendete. Diese Verwechslung ist allerdings
unerheblich, da aus diesen Plänen insgesamt ersichtlich ist, dass auch nach der
Realisierung des Bauvorhabens für das bestehende Mehrfamilienhaus genügend Spiel-
und Aufenthaltsfläche vorhanden ist. Ob diese insbesondere in Bezug auf die Gestaltung
den Anforderungen von Art. 44 BauV entsprechen, ist im vorliegenden Verfahren nicht zu
überprüfen. Das Bauvorhaben führt nicht dazu, dass das bestehende Mehrfamilienhaus
nicht mehr über genügend Aufenthalts- und Spielfläche verfügt. Die entsprechende Rüge
erweist sich dementsprechend ebenfalls als unbegründet.
7. Ästhetik- und Ortsbildschutz
a) Das Zweiparteienhaus ist als Gebäude mit Flachdach geplant. Das Erdgeschoss
weist grosszügige Fensterflächen auf und soll im Übrigen verputzt oder mit Sichtbeton
ausgestaltet werden. Im ersten und zweiten Obergeschoss soll es eine
Holzschindelfassade aufweisen. Die gegen Süden gerichtete Fassade ist auf der Höhe des
Erkers leicht abgewinkelt, das heisst, sie weist in diesem Bereich einen leichten "Knick"
auf. Der Beschwerdeführer zweifelt an der guten Einordnung des Bauvorhabens in die
Nachbarschaft, vielmehr komme es einer Zwängerei gleich. Die Beschwerdeführenden 2 -
4 bemängeln, die einzige Baute im Quartier, die in ihrem Erscheinungsbild Holz aufweise,
sei das Fachwerkhaus am I._. Lediglich das Riegwerk bestehe aus Holz. Es sei
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fraglich, wie die Stadtbildkommission zum Schluss habe kommen könne, dass die Häuser
im Quartier verschiedentlich Holz aufwiesen. Da im J._quartier nirgendwo ein
ähnlich gestaltetes Haus wie das Bauvorhaben vorkomme, stelle es einen klaren
Fremdkörper dar. Das gesamte Erscheinungsbild des Hauses, aber insbesondere der
Knick in der Fassade, seien einzigartig. Worauf dieser Knick zurückzuführen sei, sei für die
gestalterische Beurteilung unerheblich. Schliesslich sei in Bezug auf die Einpassung in das
Quartierbild auch unerheblich, dass Holz als Baumetrial eine hohe Wertschätzung
geniesse. Um den Anforderungen der Gestaltungsvorschriften zu genügen, müsste sich
das Bauvorhaben an den qualitativ hochstehenden Bauten in der Umgebung orientieren
und genau dies mache es mit dem Flachdach und der Holzschindelfassade nicht.
Insbesondere könne das Gebäude nicht als sekundäres Element betrachtet werden,
sondern es habe wie alle anderen Bauten die Voraussetzungen der
Gestaltungsvorschriften zu erfüllen und genau dies tue es nicht.
Die Stadt Bern betont, die Stadtbildkommission habe sich im Baubewilligungsverfahren
positiv zum Vorhaben geäussert. Es bestehe kein Anlass, diese Einschätzung
anzuzweifeln. Insbesondere der Hinweis, es komme im Quartier kein ähnliches Haus vor,
würde dazu führen, dass eine Modernisierung in den städtischen Quartieren
ausgeschlossen wäre. Auch die Denkmalpflege vertrete die Ansicht, dass neue Elemente
möglich seien, diese sollten aber als solche erkennbar sein. Kopien seien nach Möglichkeit
zu vermeiden. Der Beschwerdegegner führt denn auch aus, das Bauvorhaben nehme
vorbestehende Gestaltungselemente auf. Hingegen bestehe anspruchsvolle Architektur
nicht im blossen Nachbau solcher Gestaltungselemente.
b) Bauten, Anlagen, Reklamen, Anschriften und Bemalungen dürfen Landschaften,
Orts- und Strassenbilder nicht beeinträchtigen (Art. 9 Abs. 1 BauG). Diese Vorschrift stellt
die „ästhetische Generalklausel“ im Sinne eines allgemeinen Beeinträchtigungsverbots dar.
Eine Beeinträchtigung liegt vor, wenn ein Bauvorhaben einen Gegensatz zur bestehenden
Überbauung schafft, der erheblich stört. Die Gemeinden dürfen eigene Ästhetikvorschriften
erlassen, die über die kantonalen Vorschriften hinausgehen können. Derartige Vorschriften
müssen, um selbständige Bedeutung zu erlangen, konkreter gefasst sein als die
Anordnungen des kantonalen Rechts, sie dürfen Letztere nicht bloss allgemein anders
formulieren.12
12 Aldo Zaugg/Peter Ludwig, a.a.O., Art. 9/10 N. 4 und 13; BVR 2009 S. 328 E. 5.2 mit Hinweisen.
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Art. 6 Abs. 1 BO legt fest, dass Bauten, Gebäudeteile und Gestaltungen des öffentlichen
sowie privaten Aussenraums, die sich in ihrer Erscheinung nicht in das Stadt-, Quartier-
und Strassenbild sowie die Stadtsilhouette einfügen oder die Einheitlichkeit der
wesentlichen Merkmale der betreffenden Bebauung nicht wahren, unzulässig sind, auch
wenn sie den übrigen Bauvorschriften entsprechen. Für die Einordnung sind nach Abs. 2
von Art. 6 BO insbesondere die Gestaltung und Anordnung folgender Elemente
massgebend:
a. Standort, Stellung und Form (Baukubus und Dach) des Gebäudes;
b. Gliederung der Aussenflächen (Fassaden und Dach), insbesondere von
Sockelgeschoss, Dachrand, Balkone, Erker und Attika;
c. Material und Farbe;
d. Eingänge, Ein- und Ausfahrten;
e. Aussenraum, insbesondere die Begrenzung gegenüber dem Strassenraum, die
Lärmschutzmassnahmen, die Abstellplätze und die Bepflanzung.
Die Regelung der Stadt Bern enthält ein positives Einordnungs- bzw. Einfügungsgebot und
nicht nur ein Beeinträchtigungsverbot. Art. 6 BO geht damit über die Generalklausel von
Art. 9 Abs. 1 BauG hinaus, womit dieser Bestimmung selbständige Bedeutung zukommt.13
Allerdings ist diese Bestimmung auslegungsbedürftig. Dabei gilt es zu beachten, dass der
Stadt in ihrer Ortsplanung im Rahmen der Gesetzgebung und der übergeordneten Planung
ein relativ grosser Entscheidungsspielraum zusteht. Es ist vorab ihre Sache zu bestimmen,
wie sie die kommunale Vorschrift verstanden haben will. Im Beschwerdeverfahren ist daher
die Anwendung dieser kommunalen Vorschrift nur mit einer gewissen Zurückhaltung zu
prüfen. Allerdings muss die von der Gemeinde vertretene Auffassung rechtlich haltbar
sein.14
c) Die Stadtbildkommission hat die Umgebung und das Bauvorhaben folgendermassen
beurteilt:
Die Nachbarschaft des Bauvorhabens setze sich aus mehreren schützens- und
erhaltenswerten Objekten zusammen. Sie stammten mehrheitlich aus der Zeit um 1890 bis
1920 und gehorchten in Ausdruck, Volumetrie, Materialisierung und Farbigkeit den
13 BVR 2008 S. 117 E. 2a. 14 BVR 2006 S. 491 E. 6.3.1, mit Hinweisen.
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Standards ihrer Erstehungszeit. Es handle sich durchwegs um sorgfältig gestaltete und
solide gebaute typische Baumeisterhäuser. Die bestehenden Hauptbauten seien massiv
konstruiert. Holz komme mehrfach bei Riegwerken, Dachvorsprüngen, Lauben und
Nebenbauten zur Anwendung. Es seien verschiedene Grundrissproportionen, Dachformen
und Dachneigungen zu beobachten. Die Qualität des Quartiers beruhe nicht nur auf der
Einheitlichkeit, sondern auch auf einer gewissen Variation von Formen und Oberflächen,
welche die historischen Kontexte und die jeweiligen Möglichkeiten der Bauherrschaften
widerspiegeln. Das Gebäude I._ 16-20 habe eine neue Typologie und einen
neuen Massstab eingeführt, wie sie zuvor vorwiegend entlang der
Haupterschliessungsstrassen anzutreffen gewesen seien. Dieser Bau ergebe aber als
Referenzbau für das Projekt wenig Sinn, sondern er verweise höchstens darauf, dass die
Zeit auch in diesem Quartier nicht spurlos vorübergegangen sei.
Die Stadtbildkommission ist zum Schluss gelangt, das Bauvorhaben orientiere sich an den
erstgenannten städtebaulichen und typologischen Vorgaben. Das Bauvorhaben ordne sich
massstäblich und volumetrisch gut in diese Nachbarschaft ein. Der Knick in der Fassade
sei nicht als gestalterisches Motiv zu interpretieren, sondern wohl das Resultat der
Evaluation, mit der das Gebäude umsichtig in die Parzelle gesetzt worden sei. Das
Bauvorhaben ordne sich mit seinem Ausdruck auch ins Quartier- und Stadtbild ein.
Verputzte Oberflächen stünden heute oft für billige Machart und lieblose Details, während
Holz als natürlicher Baustoff eine hohe Wertschätzung geniesse und daher mit den
verputzten Bauten aus der Zeit vor einem Jahrhundert vergleichbar sei. Insbesondere auf
der Ausdrucks- und Bedeutungsebene ordne sich das Gebäude ins Stadtbild ein. Es
mache auch Sinn, dass sich der Bau als sekundäres Element an den vorhandenen
sekundären Elemente wie Lauben und Gartenhäusern orientiere, und die Materialisierung
füge sich mit ihrer organischen Oberfläche auch gut in den Grünraum, der für den Standort
konstituierend sei, ein.
Insgesamt habe sich die Architektur im Verlauf des vergangenen Jahrhunderts gewandelt,
neue Stile und Materialien erlebt und für die gleiche Bauaufgabe neue
Ausdrucksmöglichkeiten erschlossen. Das Projekt pflege einen umsichtigen und
verantwortungsvollen Umgang mit diesen architektonischen Themen.
d) Die Stadtbildkommission hat die bestehende Situation detailliert und bildlich
umschrieben. Sie hat die Qualitäten des Quartiers hervorgehoben und klar zum Ausdruck
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gebracht, dass sich das Bauvorhaben an den qualitativ hochstehenden Bauten zu
orientieren habe. Sie hat auch anschaulich dargelegt, dass die Zeit auch an diesem
Quartier nicht spurlos vorbeigegangen ist und dass eine neue Materialisierung
entsprechend der heutigen Zeit möglich sein muss, resp. einem Festhalten an den
ursprünglichen Materialien vorzuziehen ist. Ihre Einschätzung, wonach das Bauvorhaben
sich in die bestehende Umgebung gut einfüge, ist den auch gut nachvollziehbar und
überzeugt: Das Bauvorhaben ordnet sich mit seiner Volumetrie im Vergleich zu den
umliegenden Gebäuden eher unter. Mit seiner Ausrichtung und Stellung gliedert es sich in
die bestehende Bebauung gut ein. Zwar weist es mit dem Knick in der Fassade ein sonst
im Quartier fremdes Element auf, allerdings tritt dieses auf Grund der ansonsten ruhigen
Fassadengestaltung nicht stark in Erscheinung. Auf dem Situationsplan ist überdies
ersichtlich, dass der Knick die Fassadenführung des gegenüberliegenden Gebäudes
aufnimmt. Weiter leuchtet es ein, dass sich ein Gebäude mit einer qualitativ
hochstehenden und den heutigen Anforderungen entsprechender Materialisierung ohne
Weiteres in das bestehende Quartier einfügen kann und eine Weiterentwicklung der
Architektur und der Materialisierung einem Nachempfinden von vergangenen Stilen
vorzuziehen ist. Das Bauvorhaben bringt zudem keine neuen massstäblichen oder
gestalterischen Elemente ins Quartier, sondern orientiert sich an den bestehenden
Strukturen. Insbesondere bleibt auch der bestehende Grünraum im Bereich des Vorlands
grösstenteils erhalten. Schliesslich ist zu berücksichtigen, dass das Bauvorhaben zwar von
Baudenkmälern umgeben ist, aber das Gebiet keine Baugruppe darstellt, bei welcher das
gesamte Erscheinungsbild massgebend ist. Insgesamt ist die Beurteilung der Vorinstanz
nachvollziehbar und rechtlich haltbar. Das Bauvorhaben fügt sich ins Quartier und
Strassenbild ein und beeinträchtigt auch die Einheitlichkeit der wesentlichen Merkmale der
betreffenden Bebauung nicht. Damit erweist sich auch diese Rüge als unbegründet.
e) Der Beschwerdegegner reichte eine ausführliche Projektpräsentation ein. Die
Stadtbildkommission hat zudem sowohl das Bauvorhaben als auch die Umgebung
anschaulich umschrieben. Zudem ergeben sich wichtige Aspekte der Umgebung auch aus
dem Bauinventar der Stadt Bern. Die BVE konnte sich daher auf Grund der Akten ein
ausführliches Bild machen. Eine weitere Klärung des Sachverhaltes und damit die
Durchführung eines Augenscheins erwies sich als nicht notwendig. Der entsprechende
Antrag der Beschwerdeführenden 2 - 4 wird abgewiesen.
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8. Verfahrenskosten
a) Bei diesem Ausgang des Verfahrens unterliegen die Beschwerdeführenden. Sie
haben die Verfahrenskosten zu tragen (Art. 108 Abs. 1 VRPG). Für Entscheide in einer
Verwaltungsjustizsache wird eine Pauschalgebühr von Fr. 200.00 bis Fr. 4'000.00 je
Beschwerde erhoben (Art. 19 Abs. 1 i.V.m. Art. 4 Abs. 2 GebV15). Vorliegend wurden
gegen den Entscheid der Stadt Bern zwei Beschwerden eingereicht. Die Bearbeitung der
Beschwerde der Beschwerdeführenden 2 – 4 erwies sich als deutlich aufwändiger als die
Beschwerde des Beschwerdeführers 1. Daher wird die Pauschalgebühr für die
Beschwerde des Beschwerdeführers 1 auf Fr. 900.00 und diejenige der
Beschwerdeführenden 2 – 4 auf Fr. 2'100.00 festgesetzt (Art. 103 Abs. 2 VRPG i.V.m.
Art. 19 Abs. 1 GebV). Auf Grund der Vereinigung der Verfahren werden die
Verfahrenskosten um je 1/3 reduziert. Die Verfahrenskosten für die Beschwerde des
Beschwerdeführers 1 betragen somit Fr. 600.00, diejenigen für die Beschwerde der
Beschwerdeführenden 2 – 4 betragen Fr. 1'400.00.
Die Beschwerdeführenden haben zudem dem Beschwerdegegner die Parteikosten zu
ersetzen (Art. 108 Abs. 3 VRPG). Der Beschwerdegegner macht ein Honorar von
Fr. 5'600.00 zuzüglich Auslagen von Fr. 277.30 und Mehrwertsteuer geltend. Die
Parteikosten umfassen den durch die berufsmässige Parteivertretung anfallenden Aufwand
(Art. 104 Abs. 1 VRPG). Nach Art. 11 Abs. 1 PKV16 beträgt das Honorar in
verwaltungsrechtlichen Beschwerdeverfahren Fr. 400.– bis Fr. 11'800.– pro Instanz.
Innerhalb des Rahmentarifs bemisst sich der Parteikostenersatz nach dem in der Sache
gebotenen Zeitaufwand sowie der Bedeutung der Streitsache und der Schwierigkeit des
Prozesses (Art. 41 Abs. 3 KAG17). Im vorliegenden Fall ist der gebotene Zeitaufwand als
unterdurchschnittlich zu werten, da nur ein Schriftenwechsel stattfand und nur ein sehr
beschränktes Beweisverfahren durchgeführt wurde. Auf Grund der Vereinigung der
Verfahren hätte der Beschwerdegegner zudem nur in einer Rechtsschrift zu den
Beschwerden Stellung nehmen können. Angesichts der Baukosten gemäss Baugesuch
von rund Fr. 900'000.– und den umstrittenen Rechtsfragen sind die Bedeutung der
Streitsache und die Schwierigkeit des Prozesses insgesamt als knapp durchschnittlich
15 Verordnung vom 22. Februar 1995 über die Gebühren der Kantonsverwaltung (Gebührenverordnung, GebV; BSG 154.21). 16 Verordnung vom 17. Mai 2006 über die Bemessung des Parteikostenersatzes (Parteikostenverordnung; PKV; BSG 168.811). 17 Kantonales Anwaltsgesetz vom 28. März 2006 (KAG; BSG 168.11).
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einzustufen. Daher erscheint eine Ausschöpfung des Rahmentarifs von knapp 40 % resp.
ein Honorar von Fr. 4'800.– zuzüglich Auslagen und Mehrwertsteuer als angemessen.
Auch die Auslagen sind um einen Viertel auf Fr. 208.00 zu kürzen. Die
Parteientschädigung des Beschwerdegegners wird daher insgesamt auf Fr. 5'393.60
festgesetzt. Gemäss den Ausführungen des Anwalts des Beschwerdegegners fiel 1/3 des
Aufwands auf die Bearbeitung der Beschwerde des Beschwerdeführers 1 und 2/3 des
Aufwands auf die Bearbeitung der Beschwerde der Beschwerdeführenden 2 – 4. Der
Beschwerdeführer 1 hat somit dem Beschwerdegegner Parteikosten von Fr. 1'797.85 zu
ersetzen. Die Beschwerdeführenden 2 – 4 haben dem Beschwerdegegner Parteikosten
von Fr. 3'595.75 zu ersetzen.