# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** d739657d-42e6-536a-9a51-851b0d847952
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2015
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** 

## Facts

Sachverhalt:
1.
1.
1
X._
, geboren 1957, war Ehefrau und Mutter zweier 1987 und 1992 geborener Kinder, als sie am 23. Februar 1999 während ihrer Tätigkeit als Raumpflegerin für die
Y._
AG auf die rechte Hand, den rechten Arm und die rechte Schulter stürzte. Ab dem 26. April 1999 wurde ihr eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit attestiert, worauf ihr der Unfallver
sicherer des Betriebes, die Schweizerische Unfallversicherungsanstalt (Suva), Taggelder ausrichtete (Urk.
6
/8 und
6
/17).
Am 14. Mai 2001 meldete sich die Versicherte bei der
Sozialversicherungsan
stalt
des Kantons Zürich, IV-Stelle, zum Leistungsbezug an (Urk.
6
/5). Die
IV-Stelle zog darauf die Akten der Suva bei (
Urk.
6
/8,
6
/17 und
6
/37), in welchen sich auch ein polydisziplinäres Gutachten der
Z._
vom 4. Mai 2001 (
Urk.
6
/17/83 ff.) befand. Überdies holte die IV-Stelle weitere Unterlagen zu den erwerblichen (Urk.
6
/7 und
6
/10) und medizinischen (Urk.
6
/9,
6
/16 und
6
/36) Verhältnissen ein. Ferner klärte sie die beeinträchtigte Arbeitsfähigkeit in Beruf und Haushalt (
Urk.
6
/18)
sowie
die Hilflosigkeit (Urk. 6/19)
ab
. Mit Verfügung vom 18. Oktober 2002 sprach
die
I
V
-Stelle
der Versicherten ab dem 1. Mai 2000
eine ganze Invaliden
rente zu (Urk.
6
/49)
, welche mit Verfügung vom
11. Juni
2014
auf
gehoben wurde
(
Urk.
6/
124
). Diese Verfügung wurde von der Versicherten angefochten und ist im Rahmen des am hiesigen Gericht anhängigen
Beschwer
deverfahrens
IV.2014.00
758
zu beurteilen, in welchem heute ebenfalls ein Ent
scheid ergeht.
Mit einer weiteren Verfügung vom 18. Oktober 2002
hatte
die IV-Stelle der Versicherten
ab Mai 2000
eine Entschädigung für Hilflosigkeit leich
ten Grades zu
gesprochen
(
Urk.
6/50)
, da die Versicherte in zwei alltäglichen Lebensverrichtungen (Ankleiden/Auskleiden und Essen) regelmässig in erhebli
cher Weise auf die Hilfe D
ritter angewiesen
sei
(
Urk.
6/42/2)
.
1.2
Im Mai 2004 leitete die IV-Stelle von Amtes wegen eine
Überprüfung
des Anspruchs auf
Hilflosenentschädigung
ein, bei der die Versicherte eine Ver
schlechterung ihres Gesundheitszustandes geltend machte (Urk.
6
/60). Nach der Einholung von Auskünften des behandelnden Arztes
Dr.
med.
A._
, Facharzt FMH für Innere Medizin (
Urk.
6
/62), teilte die IV-Stelle der V
ersicherten mit Schreiben vom 24
. August 2004 mit, dass sie
weiterhin Anspruch auf die bisherige Entschädigung wegen leichter Hilflosigkeit bei Auf
enthalt zu Hause habe
(
Urk.
6
/6
5
). Anlässlich einer weiteren
Überprüfung des
Hilflosenentschädigungsanspruches
ab August 2009 erklärte die Versicherte wiederum, ihre gesundheitliche Situation habe sich verschlimmert (Urk.
6
/66)
,
und meldete einen Anspruch auf Leistungen
für
lebenspraktische Begleitung an
(
Urk.
6/68)
. Die IV-Stelle nahm darauf weitere Arztberichte zu den Akten
(vgl. Urk.
6
/69,
6
/71 und
6
/73)
.
Sie teilte der Versiche
rten
hernach
mit Schreiben vom 21
. Juli 2010 mit, dass sich keine
anspruchs
relevanten Änderungen erge
ben hätten und sie wei
terhin Anspruch auf
die bisherige Entschädigung wegen leichter Hilflosigkeit habe (Urk. 6/75
).
1.3
Aufgrund der
Schlussbestimmungen zur Änderung des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) vom 18. März 2011 leitete die IV-Stelle im Jahr 2013 eine Rentenüberprüfung ein (Urk.
6
/78). Sie holte nebst Auskünften der Versicherten (
Urk.
6
/80) und medizinischen Unterlagen (
Urk.
6
/79 und
6
/84) ein polydisziplinäres Gutachten des
B._
vom 20.
November 2013 ein (
Urk.
6
/99).
In der Folge klärte die IV-Stelle auch die Hilflosigkeit neu ab (
Urk.
6/107)
.
Mit Vorbescheid vom 19. Februar 2014 stellte sie darauf die Aufhebung der
Hilflosenentschä
digung
in Aussicht (
Urk.
6/110).
Dagegen
liess die Versicherte
mit Eingabe vom 21. März 2014 Einwand erh
e
ben
(
Urk.
3/2)
.
Am 6. Mai 2014 wurde auf Ersuchen der IV-Stelle eine ergänzende Stellungnahme zum Gutachten des
B._
eingereicht (
Urk.
6/117 und 6/119).
D
er Abklärungsdienst
der IV-Stelle
nahm am 22.
Mai 2014 zum Einwand Stellung (
Urk.
6/122).
Mit Verfügung vom
2
2.
Mai
2014 hob die IV-Stelle die
Hilflosenentschädigung
auf Ende des nach der Zustellung der Verfügung folgenden Monats auf (Urk. 2
=
6/121
). Einer Beschwerde gegen die Verfügung entzog sie die aufschiebende Wirkung (Urk.
2 S. 4
).
2.
Gegen die Verfügung vom
2
2.
Mai
2014 liess die Versicherte mit Eingabe vom
23
. Ju
n
i 2014 (
Urk.
1) Beschwerde erheben. Ihre Rechtsvertreterin beantragte im Wesentlichen, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben und es sei der Beschwerdeführerin weiterhin die
bisherige
Hilflosenentschädigung
wegen leichter Hilflosigkeit
auszurichten, unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (zuzüglich Mehrwertsteuer) z
u Lasten der Beschwerdegegnerin
(
Urk.
1 S. 2).
Ferner beantragte sie den
Beizug
von Berichten von
Dr.
med.
C._
, Fachärztin FMH für Orthopädie und Chirurgie, von
Dr.
D._
und
Dr.
E._
, welche die Versicherte psycho
therapeutisch und psychiatrisch
behandelten,
sowie
von
der Abteilung Hämatologie des
F._
(
Urk.
1 S. 2
, 5 und 6
).
Mit Verfügung vom 27. Juni 2014 (
Urk.
4) wurde Frist zur
Beschwer
deantwort
angesetzt und die Beschwerdeführerin darauf hingewiesen, dass es ihr im Rahmen ihrer Mitwirkungspflicht zumutbar sei, relevante medizinische Berichte bei den sie behandelnden Ärzten selbst anzufordern und dem Gericht innert nützlicher Frist einzureichen.
Am 25. August 2014 schloss die
Beschwer
degegnerin
auf Abweisung der Beschwerde (
Urk.
5
).
Davon hat die Gegenpartei mit
S
chreiben vom 29. August 2014 Kenntnis erhalten (
Urk.
7).
Auf die einzelnen Ausführungen in den Rechtsschriften und die
mit der Beschwerde
eingereichten Unterlagen (vgl.
Urk.
3) wird, soweit erforderlich, in den Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Gemäss Art. 42
Abs.
1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (
IVG
)
haben Versicherte mit Wohnsitz und gewöhnlichem Aufenthalt (Art. 13
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts;
ATSG) in der Schweiz, die hilflos (Art. 9 ATSG) sind, Anspruch auf eine
Hilflo
senentschädigung
. Vorbehalten bleibt Artikel 42
bis
IVG. Als hilflos gilt eine Person, die wegen einer Beeinträchtigung der Gesundheit für alltägliche Lebensverrichtungen dauernd der Hilfe Dritter oder der persönlichen Überwa
chung bedarf (Art. 9 ATSG). Im Bereich der Invalidenversicherung gilt auch eine Person als hilflos, welche zu Hause lebt und wegen der gesundheitlichen Beeinträchtigung dauernd auf lebenspraktische Begleitung angewiesen ist (Art. 42
Abs.
3 Satz 1 IVG; Art. 38
der Verordnung über die Invalidenversicherung;
IVV).
Praxisgemäss (BGE 121 V 88 E. 3a mit Hinweisen) sind die folgenden sechs alltäglichen Lebensverrichtungen massgebend (BGE 127 V 94 E. 3c, 125 V 297 E. 4a):
Ankleiden, Auskleiden;
Aufstehen, Absitzen, Abliegen;
Essen;
Körperpflege;
Verrichtung der Notdurft;
Fortbewegung (im oder ausser Haus), Kontaktaufnahme
.
1.2
Art. 37 IVV sieht drei Hilflosigkeitsgrade vor. Gemäss
Abs.
3 dieser Bestimmung gilt die Hilflosigkeit als leicht, wenn die versicherte Person trotz der Abgabe von Hilfsmitteln:
in mindestens zwei alltäglichen Lebensverrichtungen regelmässig in erhebli
cher Weise auf die Hilfe Dritter angewiesen ist;
einer dauernden persönlichen Überwachung bedarf;
einer durch das Gebrechen bedingten ständigen und besonders aufwendi
gen Pflege bedarf;
wegen einer schweren Sinnesschädigung oder eines schweren körperlichen Gebrechens nur dank regelmässiger und erheblicher Dienstleistungen Dritter gesellschaftliche Kontakte pflegen kann; oder
dauernd auf lebenspraktische Begleitung im Sinne von Artikel 38 angewie
sen ist.
1.3
Nach Art. 38
Abs.
1 IVV liegt ein Bedarf an lebenspraktischer Begleitung im Sinne von Art. 42
Abs.
3 IVG vor, wenn eine volljährige, versicherte Person ausserhalb eines Heimes lebt und infolge Beeinträchtigung der Gesundheit:
ohne Begleitung einer Drittperson nicht selbständig wohnen kann;
für Verrichtungen und Kontakte ausserhalb der Wohnung auf Begleitung einer Drittperson angewiesen ist; oder
ernsthaft gefährdet ist, sich dauernd von der Aussenwelt zu isolieren.
Ist lediglich die psychische Gesundheit beeinträchtigt, so muss für die Annahme einer Hilflosigkeit gleichzeitig ein Anspruch auf mindestens eine
Viertelsrente
bestehen (Art. 38
Abs.
2 IVV).
Als regelmässig im Sinne von Art. 38
Abs.
3 Satz 1 IVV gilt die
lebensprakti
sche
Begleitung, wenn sie über eine Periode von drei Monaten gerechnet im Durchschnitt mindestens 2 Stunden pro Woche benötigt wird (BGE 133 V 450 E. 6.2).
Die lebenspraktische Begleitung beinhaltet weder die (direkte oder indirekte) Dritthilfe bei den sechs alltäglichen Lebensverrichtungen noch die Pflege noch die Überwachung. Sie stellt vielmehr ein zusätzliches und eigenständiges Insti
tut der Hilfe dar (BGE 133 V 450 E. 9).
1.4
Bei der Erarbeitung der Grundlagen für die Bemessung der Hilflosigkeit ist eine enge, sich ergänzende Zusammenarbeit zwischen ärztlicher Fachperson und Verwaltung erforderlich. Erstere hat anzugeben, inwiefern die versicherte Per
son in ihren körperlichen beziehungsweise geistigen Funktionen durch das Leiden eingeschränkt ist. Der Versicherungsträger kann an Ort und Stelle weitere Abklärungen vornehmen. Bei Unklarheiten über physische oder psychi
sche Störungen und/oder deren Auswirkungen auf alltägliche
Lebensverrich
tungen
sind Rückfragen an die medizinischen Fachpersonen nicht nur zulässig, sondern notwendig (BGE 130 V 61 E. 6.1.1).
Ein Abklärungsbericht unter dem Aspekt der Hilflosigkeit (Art. 9 ATSG) oder des Pflegebedarfs hat folgenden Anforderungen zu genügen: Als Berichterstat
terin wirkt eine qualifizierte Person, welche Kenntnis der örtlichen und räumli
chen Verhältnisse sowie der aus den seitens der Mediziner gestellten Diagnosen sich ergebenden Beeinträchtigungen und
Hilfsbedürftigkeiten
hat. Bei Unklar
heiten über physische oder psychische Störungen und/oder deren Auswirkungen auf alltägliche Lebensverrichtungen sind Rückfragen an die medizinischen Fachpersonen nicht nur zulässig, sondern notwendig. Weiter sind die Angaben der Hilfe leistenden Personen zu berücksichtigen, wobei divergierende Meinun
gen der Beteiligten im Bericht aufzuzeigen sind. Der Berichtstext schliesslich muss plausibel, begründet und detailliert bezüglich der einzelnen alltäglichen Lebensverrichtungen sowie den tatbestandsmässigen Erfordernissen der dauern
den Pflege und der
persönlichen Überwachung (Art.
37 IVV) und der
lebens
praktischen
Begleitung (Art. 38 IVV) gemäss sein. Schliesslich hat er in Über
einstimmung mit den an Ort und Stelle erhobenen Angaben zu stehen. Das Gericht greift, sofern der Bericht eine zuverlässige Entscheidungsgrundlage im eben umschriebenen Sinne darstellt, in das Ermessen der die Abklärung tätigen
den Person nur ein, wenn klar feststellbare Fehleinschätzungen vorliegen. Das gebietet insbesondere der Umstand, dass die fachlich kompetente
Abklärungs
person
näher am konkreten Sachverhalt ist als das im Beschwerdefall zustän
dige Gericht (
BGE 140 V 543 E. 3.2, 133 V 450 E.
11.1
.1, 130 V 61 E. 6.2,
128 V 93).
1.5
Ändert sich der Grad der Hilflosigkeit in erheblicher Weise, so finden die
Art. 87-88
bis
IVV Anwendung. Fällt eine der übrigen Anspruchsvoraussetzungen dahin oder stirbt die anspruchsberechtigte Person, so erlischt der Anspruch am Ende des betreffenden Monats (Art. 17
Abs.
2 ATSG in Verbindung mit Art. 35
Abs.
2 IVV).
2.
Strittig und zu prüfen ist im vorliegenden Beschwerdeverfahren, ob
sich der Grad der Hilflosigkeit
der Beschwerdeführerin
ab
der schriftlichen Mitteilung vom
2
1.
Juli 2010
, mit welcher
ihr
Anspruch auf Entschädigung wegen Hilflo
sigkeit leichten Grades
letztmals bestätigt worden war,
bis zum Erlass der angefochtenen Verfügung vom
2
2.
Mai 2014
in einer erheblichen Weise ver
mindert hat
,
so dass
die Aufhebung der
Hilflosenentschädigung
als gerechtfer
tigt
erscheint (
Urk.
1 und 2)
.
3.
3.1
In medizinischer Hinsicht basierte die schriftliche Mitteilung vom 2
1.
Juli 2010 auf dem Bericht von
Dr.
med.
G._
, Facharzt FMH für Innere Medizin und Neuraltherapie, Ozon- und Sauerstofftherapien, vom 30. Juni 2010 (vgl. das Feststellungsblatt für den Beschluss vom 2
1.
Juli 2010;
Urk.
6
/74). Dieser enthält die folgenden Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (
Urk.
6
/73/1):
1.
Chronisches
cervicobrachiales
Syndrom, muskulär- und degenerativ bedingt, seit 1998
2.
Migräne mit visueller Aura seit 2001
3.
Chronische funktionelle sensomotorische Störungen im rechten Arm, nicht
dermatomspezifisch
, seit 1998
4.
Chronische ängstlich-depressiv Störung seit ca. 1998
5.
Somatoforme
Störung mit pathologischer Krankheits- und
Schmerzverar
beitung
seit 1998.
Ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit waren die ebenfalls diagnostizierte substituierte Hypothyreose bei Status nach
Teilstrumektomie
bei Struma
nodosa
(1981 und 2004), die arterielle Hypertonie und die chronischen
gastro-ösopha
gealen
Reflux-Beschwerden (
Urk.
6
/73/1).
Dr.
G._
hielt fest, dass
die Patientin
derzeit
ihren rechten Arm und ihre rechte Hand nicht gebrauchen könne. Das Auffassungsvermögen, die Kon
zentration und
die
Anpassungsfähigkeit seien zu etwa 50
%
eingeschränkt. Die Patie
ntin sei wenig belastbar (
Urk.
6
/73/5).
Er
empfahl eine psychiatrische Abklärung und Therapie, Ergotherapie und
Wasser
gymnastik
. Mit diesen Massnahmen
liessen
sich der psychische Zustand optimieren,
Copingstrategien
(Bewältigungsstrategien) entwickeln, die Funktion des rechten Armes und der rechten Hand verbessern und
Schonungs
-Strategien erlernen. Überdies wären eine Muskelentspannung und Verbesserung der Beweglichkeit der Halswirbe
lsäule zu erreichen (Urk. 6
/73
/
6).
3.
2
Vor diesem medizinischen Hintergrund ging die Beschwerdegegnerin davon aus, dass die im letzten Abklärungsbericht für die
Hilflosenentschädigung
vom 8.
Februar 2002 (
Urk.
6/19) festgehaltenen Angaben unverändert Geltung beanspruchen (vgl. das Feststellungsblatt für den Beschluss vom 2
1.
Juli 2010;
Urk.
6/74).
Demnach war die Beschwerdeführerin beim An- und Auskleiden insofern einge
schränkt, als sie wegen Schmerzen/Kraftlosigkeit im rechten Arm Hilfe beim Ankleiden des Pullovers
und
beim Öffnen
beziehungsweise
Schliessen des Büstenhalters benötigte. Überdies war sie beim Einführen des Reis
s
verschlusses ihrer Winterjacke auf Hilfe angewiesen, während sie dies bei ihrer Strickjacke selbst bewältigen konnte (
Urk.
6/19/2 und 6/19/3).
Wegen Kraftlosigkeit im rechten Arm und in der rechten Hand
musste
die Beschwerdeführerin
für das
Zerkleinern von h
arten Speisen Hilfe in Anspruch nehmen
. Es war ihr ihren Angaben zufolge n
icht möglich, ein Messer in
der rechten Hand zu halten (
Urk.
6/19/3).
4.
4.1
Die Beschwerdegegnerin
zog
in der angefochtenen Verfügung vom 2
2.
Mai 2014 (
Urk.
2)
in Betracht
, dass keine Hilflosigkeit mehr gegeben
und die Beschwerdeführerin auch nicht auf lebenspraktische Begleitung angewiesen sei.
Dabei stützte sie sich
auf den Bericht der Abklärungsperson vom
1
9.
Februar 2014 (
Urk.
6/107)
und ihre Stellungnahme dazu vom
2
2.
Mai 2014 (
Urk.
6/122)
sowie auf das
polydisziplinäre Gutachten des
B._
vom 20.
November 2013 (
Urk.
6
/99)
.
4.2
Dem Abklärungsbericht vom
1
9.
Februar 2014 (
Urk.
6/107)
ist
unter anderem
zu entnehmen
, dass die Beschwerdeführerin am
6.
Februar 2014 in Anwesenheit ihrer Tochter
bei sich zuhause
erklärte, es hätten sich seit Herbst 2013
, das heisst seit den Untersuchungen der Gutachter des
B._
,
keine gesundheitli
chen Änderungen ergeben.
Sie könne sich alleine an- und auskleiden. Sie habe ja Zeit und könne bei star
ken Schmerzen eine Pause machen. Ab und an müsse ihr der Ehemann am Morgen beim Ankleiden helfen. Es handle sich allerdings nicht um eine regel
mässige Hilfe (
Urk.
6/107/3).
Im Bereich Aufstehen, Absitzen und Abliegen sei sie funktionell selbständig (
Urk.
6/107/3).
Mit dem Besteck könne sie selbständig essen. Das Zerkleinern von weichen Spei
sen (Bratwurst,
Pouletbrüstchen
etc.) sei ihr selbständig möglich. Dritthilfe benötige sie beim Zerkleinern von harten Speisen. Sie esse jedoch sehr wenig Fleisch. Das Streichen eines Brötchens
stelle für sie
kein Problem
dar
(Urk.
6/107/2).
Im Bereich der Körperpflege und bei der Verrichtung der Notdurft sei sie selbstän
dig (
Urk.
6/107/2). Sowohl in der Wohnung als auch im Freien könne sie sich selbständig fortbewegen. Sie könne ihre Termine selbst vereinbaren, verwalten und mit den öffentlichen V
erkehrsmitteln wahrnehmen (Urk.
6/107/3).
Es bestehe weder eine psychische noch eine kognitive Ein
schränkung. Die Einschränkungen im Haushalt beruhten auf der körperlichen Behinderung. S
ie sei in der Lage zu organisieren und zu d
elegieren. Eine Anleitung oder ein Coaching, zum Beispiel wie Haushaltsarbeiten zu erledigen seien, sei nicht notwendig (
Urk.
6/107/3).
4.3
In ihrer ergänzenden Stellungnahme vom 2
2.
Mai 2014 (
Urk.
6/122) hielt die Abklärungsperson nochmals fest, dass die Beschwerdeführerin klar deklariert ha
b
e, dass sie sich selbst an- und auskleiden könne. Sie habe Zeit und könne bei Schmerzen eine Pause machen. Es sei gleichzeitig auch ein Training
,
um die Beweglichkeit zu erhalten. Ab und an müsse ihr Ehemann am Morgen beim Ankleiden helfen. Es handle sich allerdi
ngs
um keine regelmässige Hilfe (Urk. 6/122/1).
Funktionell sei sie beim Aufstehen, Absitzen und Abliegen selbständig und es sei keine regelmässige Hilfe durch eine Drittperson notwendig. Sie könne sich in der Wohnung und im Freien selbständig fortbewegen und ihre ausserhäuslichen Termin
e
mit den öffentlichen Verkehrsmitteln selbst wahrnehmen (
Urk.
6/11/1).
Bezüglich des Essens vertrat die Abklärungsperson die Auffassung, beim Zerklei
nern von harten Speisen sei die Erheblichkeit im Sinne des Gesetzes nicht ausgewiesen. Das Zubereiten von Mahlzeiten könne bei der
Hilflosenent
schädigung
nicht berücksichtigt werden (
Urk.
6/122/2).
Zur Frage bezüglich des Bedarfs nach lebenspraktischer Begleitung hielt die Abklärungsperson sodann fest, dass die Beschwerdeführerin ausgeführt habe, sie sehe die Arbeit und könne diese bei Notwendigkeit auch delegieren
. Persön
liche Termine könne sie selbst vereinbaren und mit den öffentlichen Verkehrs
mitteln selbst wahrnehmen. Einzahlungen würden stellvertretend für die Familie von ihrer Tochter übernommen. Postgänge könne sie allerdings selbst erledigen. Auch erledige sie oberflächliche Reinigungsarbeiten selbst, während die gründ
lichen Reinigungsarbeiten aus gesundheitlichen Gründen vom Ehemann und
von
der Tochter übernommen würden. Letzteres erachtete die Abklärungsperson im Rahmen der Schadensminderungspflicht als zumutbar. Auch habe die Beschwerdeführerin angegeben, dass ihr das Zubereiten von einfachen Mahl
zeiten in Etappen selbständig möglich sei. Aus gesundheitlichen Gründen wür
den das Kochen
und
die oberflächliche Küchenreinigung ein bis zwei Mal pro Woche von der Familie übernommen
. Das Auf- und
Abtischen
habe schon
immer
die Tochter
erledigt. Dies sei im Rahmen der Schadenminderungspflicht zumutbar. Bis auf eine minimale Mithilfe der Familienmitglieder erledige die Versicherte die Wäsche in Etappen selbst. Sie könne auch unter der Woche Kleinigkeiten selbst einkaufen, während der Ehemann den Grosseinkauf sams
tags mit dem Fahrrad oder dem Auto übernehme. Ihre Termine könne die Versi
cherte selbst vereinbaren und mit den öffentlichen Verkehrsmitteln wahrneh
men. Zwar habe sie sich nach dem Tod ihres Sohnes zurückgezogen. Eine Isola
tion im Sinne des Gesetzes sei jedoch nicht ausgewiesen. Die Versicherte gehe mehrmals pro Woche jeweils am Morgen spazieren, erledige bei Bedarf den Kleineinkauf und gehe alleine zur Post
(Urk. 6/122/2).
Aufgrund
der zum
u
tbaren Arbeitsteilung, der angepassten Arbeitsweise sowie der zumutbaren Hilfe der Familienangehörigen sei
das Erfordernis
eine
r
wöchentliche
n
Begleitung von zwei Stunden nicht
mehr
gegeben (
Urk.
6/122/3).
4.4
Das
von der Beschwerdeg
egnerin in Auftrag gegebene pol
ydisziplinäre Gutach
ten des
B._
vom 2
0.
November 2013 enthält die folgenden Diagnosen mit
Auswir
kungen auf die Arbeitsfähigkeit
(Urk.
6
/99/52):
1.
Chronisches
cervicobrachiales
und
lumboischialgieformes
Schmerzsyn
drom
rechts, zunehmende Beschwerde-Ausdehnung auch links
dege
nerative HWS-Veränderungen C2-C7
, insbesondere
Discopathien
C4/5 und C6/7
kein Nachweis einer
radiculären
und/oder spinalen Funktionsstö
rung
Tendomyosen
der paravertebralen Muskulatur
cervical
betont und
der
Schultergürtelmuskulatur
Migräne mit Aura
Dysästhesien
der oberen Extremitäten unklarer Genese
2.
Anhaltende
somatoforme
Schmerzstörung mit dissoziativen Elementen (ICD-10: F45.4).
Ohne Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit
waren
die folgenden Diagnosen (
Urk.
6
/99/52):
3.
Unklarer Tremor der oberen Extremitäten, aber intermittierend auch am ganzen Körper
4.
Klinisch beidseitige
Patellachondropathie
, rechts mehr als links
5.
akzentuierte Persönlichkeitszüge (ICD-10: Z73.1).
In psychischer Hinsicht müsse aufgrund der dissoziativen Elemente von einer 20%igen Einschränkung der Arbeitsfähigkeit ausgegangen werden. Bei nachge
wiesenen Inkonsistenzen und Diskrepanzen bleibe die Einschätzung arbiträr (
Urk.
6
/99/53).
Aufgrund der klinischen und radiologischen Befunderhebung seien seit August 1999 keine körperlich schweren Tätigkeiten zumutbar. Es könnten keine Lasten von mehr als fünf Kilogramm gehoben werden und Überkopfarbeiten seien nicht zumutbar (
Urk.
6
/99/54). Körperlich leichte bis mittelschwere Tätigkeiten, einschliesslich der angestammten Tätigkeit als Reinigungsangestellte, seien jedoch vollschichtig zumutbar. Aufgrund der Migräne mit drei- bis fünfmal monatlich auftretenden Attacken sei eine Leistungseinschränkung von 20 % einzuräumen. Darin eingeschlossen sei auch die schmerzbedingte
Leistungsein
schränkung
durch die
von der Wirbelsäule ausgehenden Beschwerden. Diese Beurteilung gelte für die Zeit ab der Begutachtung, da eine
retrospektive Ein
schätzung aufg
rund der Unterlagen nicht möglich sei (
Urk.
6
/99/55).
Gesamtmedizinisch ergebe sich, dass der Beschwerdeführerin schwere körperli
che Tätigkeiten wohl anhaltend nicht zumutbar seien (
Urk.
6
/99/55). Leichte bis intermittierend mittelschwere Tätigkeiten – einschliesslich der angestammten Tätigkeit als Reinigungsangestellte – seien vollschichtig möglich mit einer Ein
schränkung der Leistungsfähigkeit von 20
%
. Dies gelte ab der Begutachtung. Es bleibe festzuhalten, dass die aus somatischer und psychiatrischer Sicht gemachten Einschränkungen nicht additiv zu sehen seien (
Urk.
6
/99/56).
5
.
5
.1
In der Beschwerdeschrift wird geltend gemacht, es treffe nicht zu, dass sich die Beschwerdeführerin selbständig
a
nkleiden und
a
uskleiden könne, da sie nicht einmal ihren Büstenhalter selber zu schliessen vermöge. Sie könne ihren rechten Arm nicht biegen. Wenn ihr Ehemann und ihre Tochter nicht zuhause seien, müsse sie dieses Kleidungsstück weglassen. Ebenso wenig könne sie Reis
sver
schlüsse alleine schliessen (
Urk.
1 S. 3).
Hierzu ist zu bemerken, dass die Beschwerdeführerin bei ihrer Befragung
vom 6. Februar 2014
durch die Abklärungsperson keine
der erwähnten
oder ander
weitige Einschränkungen beim An- und Auskleiden beschrieben hat
(Urk.
6/107/3). Nach der Beweismaxime der Aussage der ersten Stunde ist auf ihre ersten Schilderungen abzustellen, welche in der Regel unbefangener und zuverlässiger sind als spätere Darstellungen, die bewusst oder unbewusst von nachträglichen Überlegungen versicherungsrechtlicher oder anderer Art beein
flusst sein können
(BGE 121 V 45 E. 2a). Dies muss umso mehr gelten, als eine im Bereich An- und Auskleiden eingetretene Verbesserung
, insbesondere eine
Adaption
an die
Verhältnisse
und ein gewisser Trainingseffekt,
aufgrund der medizinischen Akten als überwiegend wahrscheinlich erscheint. Aus dem
poly
disziplinären
Gutachten des
B._
vom 2
0.
November 2013 (Urk. 6/99) geht nämlich nicht nur hervor, dass die Beschwerdeführerin Ende Oktober 2013 insofern einen verbesserten Gesundheitszustand aufwies, als keine depressive Symptomatik mehr vorhanden war (
Urk.
6/99/20 f. und 6/99/32). Es ist damit auch dokumentiert, dass die Beschwerdeführer
in anlässlich der Begutachtung i
m Herbst 2013 eine – im Vergleich zum von Dr.
G._
dokumentierten Vorzustand – geringere Einschränkung in der Hand- und Armbeweglichkeit zeigte (vgl.
Urk.
6/99/38). Eine solche hatte
Dr.
G._
mit den von ihm empfohlenen therapeutischen Massnahmen bereits in Aussicht gestellt (Urk. 6/73/6).
Zwar wird von Seiten der Beschwerdeführerin eingewandt, es könne nicht auf das erwähnte
polydisziplinäre
Gu
tachten abgestellt werden (Urk.
1 S. 3 in Verbindung mit
Urk.
3/2 S. 2 in Verbindung mit
Urk.
6/113).
Dem ist entgegenzuhalten, dass dieses sämtliche der
von der Rechtsprechung statuierten Anforderungen an ein medizinisches Gutachten
erfüllt und insbe
sondere auch inhaltlich überzeugt
(vgl. BGE 134 V 231 E. 5a und 125 V 351
E. 3a).
Es ist folglich zu berücksichtigen.
Darin
wurde auch festgehalten,
dass die Beschwerdeführerin bei der neurologischen Untersuchung erklärte, sie führe Flickarbeiten
aus
(
Urk.
6/99/37)
. Solche
sind mit entsprechenden manuellen Fertigkeiten verbunden. Probleme beim Ankleiden
oder Auskleiden wurden weder von der Beschwerdeführerin geschildert noch konnten solche während des
Aus- und Anziehens
der Beschwerdeführerin
anlässlich der Untersuchungen
beobachtet werden (vgl.
Urk.
6/99/38 und 6/99/48).
Vor diesem Hintergrund hat die Beschwerdegegnerin richtig erkannt, das
s
bei den Lebensverrichtungen An- und Auskleiden keine regelmässige und erhebliche Hilfe mehr notwendig ist.
5.2
Des
W
eiteren wird von Seiten der Beschwerdeführerin bestritten, dass sie am 6. Februar 2014 der Abklärungsperson erklärt habe, sie sei beim Aufstehen, Absitzen und Abliegen selbständig und eine regelmässige Hilfe durch eine Drittperson sei nicht notwendig (
Urk.
1 S. 4).
Die
Abklärungsperson
hat in die
sem Zusammenhang
bereits darauf hingewiesen
, dass die Beschwerdeführerin damals auch
ausführte
, sie könne sich sowohl in der Wohnung als auch im Freien selbständig fortbewegen und die öffentlichen Ver
kehrsmittel benutzen (Urk.
6/107/3
und 6/122/1
).
Die betreffenden Aussagen
der Beschwerdeführerin
wurden bis heute nicht in Abrede gestellt (vgl.
Urk.
1
und 3/2
)
. Es erscheint daher zumindest widersprüchlich, dass die Beschwerdeführerin alleine und selbständig derartige Aktivitäten entfalten kann, während
es ihr nicht möglich
sein soll, ohne Hilfe a
uf
zu
stehen,
abzu
sitzen und
abzuliegen
.
Darüber hinaus ist auch nicht ersichtlich, weshalb die Abklärungsperson die Schilderungen der Beschwerdeführerin falsch wi
e
dergegeben haben soll
te
. Zwar wird in der Beschwerdeschrift der Standpunkt vertreten, die im neu eingereichten Bericht von
Dr.
med.
I._
, Facharzt FMH für Neurologie und für Psychiatrie und Psychothera
pie, vom 15.
Juni 2014 (Urk.
3/3) festgehaltenen Befunde stünden im Gegensatz zur Annahme einer Selbständigkeit be
treffend
Aufstehen, Absitzen und Abliegen (
Urk.
1 S. 4)
.
Aus dem
fraglichen
Bericht geht
jedoch
im Wesentlichen lediglich hervor, dass ein
e magnetresonanztomographische Untersuchung des Schädels, welche am 12. Mai 2014 in der Klinik
J._
durchgeführt worden war, im Marklager beider Grosshirnhemisphären mit Betonung
frontoparietal
zahlreiche fokale FLAIR-
signalhyperintense
Läsionen
ergab
. Diese entsprächen am ehesten
mikroangiopathischen
Veränderungen, es könne aber auch eine disseminiert-entzündliche Zentralnervensystem-Erkrankung vorliegen (
Urk.
3/3 S. 2). Die letztgenannte Möglichkeit wurde gemäss dem Bericht von
Dr.
I._
mit einer
Liquoruntersuchung
vom 4. Juni 2014
mit dem Resultat eines unauffälli
gen Befunds
ausgeschlossen. In der
isoelektrischen
Fokussierung wurden
aber
schwach sichtbare
monoklonale
Banden in Liquor und Serum festgestellt, welche den Verdacht auf eine
monoklonale
Grammopathie
beziehungsweise eine hämatologische Erkrankung, wie zum Beispiel ein
Plasmozytom
, begrün
deten (
Urk.
3/3
S. 2 und 3). Dr.
I._
überwies die Beschwerdeführerin des
halb am 1
8.
Juni 2014 zur hämatologischen Abklärung an die Klinik für Hämatologie des
F._
(
Urk.
3/5).
Den Berichten von
Dr.
I._
lässt sich nicht ansatzweise entnehmen, dass
die Beschwerdeführerin
im hier relevanten Zeitraum ab
2
2.
Februar
201
4
bis zum Erlass der angefochtenen Verfügung vom 2
2.
Mai 2014
beim Aufstehen, Absitzen oder Abliegen eingeschränkt war
.
Die Beschwerdeführerin vermag somit nichts zu ihren Gunsten daraus abzuleiten.
Es kommt auch nicht
darauf an, ob
die
Abteilung Hämatologie des
F._
bei der Beschwerdeführerin nach dem 2
2.
Mai 2014 eine
hämatologische Erkrankung
diagnostiziert
e
, zumal eine solche
keineswegs
regelmässig
die geltend gemach
ten Einschränkungen
in der Lebensverrichtung
nach sich zieht
.
Der
beantragte
Beizug
eines Berichtes ist daher nicht erforderlich (
Urk.
1 S. 5
und S. 6
).
Auch die
Beschwerdeführerin
hat
bis heute
keine medizinischen Unterlagen mehr
ein
gereicht, obwohl sie
mit Verfügung vom 2
7.
Juni 2014
auf ihre diesbezügliche Mitwirkungspflicht aufm
erksam gemacht worden war (Urk.
4).
Lediglich ergän
zend
bleibt
festzuhalten, dass die Ausführungen
in der Beschwerdeschrift
bezüglich der
diversen Schmerzen der Beschwerdeführerin
ebenfalls
nicht geeignet sind, um
sie als beim Aufstehen, Absitzen und Abliegen hilfsbedürftig erscheinen zu lassen (
Urk.
1 S. 4). Es ist daher der Beschwerdegegnerin beizu
pflichten, dass die Beschwerdeführerin in diesem Bereich unverändert selbstän
dig ist.
5.3
Im Bereich Essen ist insofern eine Besserung eingetreten, als die Beschwerdeführe
rin selbständig mit Besteck essen und weiche Speisen (inklu
sive Bratwurst und
Pouletbrüstchen
) selbständig zerkleinern kann. Sie benötigt aber nach wie vor Dritthilfe beim Zerkleinern von harten Speisen (Urk. 6/107/2
; vgl. auch
Urk.
1 S. 4
). Hierbei handelt es sich um eine Einschränkung in der Teilfunktion der Lebensverrichtung Essen, weswegen
die Beschwerdeführerin
regelmässig
in erheblicher Weise auf Dritthilfe angewiesen ist
, was zur An
nahme der Hilfsbedürftigkeit in diesem Bereich genügt (BGE 107 V 136 E. 1d; vgl. auch das Urteil des Bundesgerichts 9C_453/2010
vom 3.
September 2010
E. 2.2.1 mit Hinweis auf BGE 121 V 88 E. 3c
).
Demgegenüber hat die
Abklärungs
person
insoweit richtig erkannt, dass allfällige Schwierigkeiten bei der
Mahl
zeitenzubereitung
, wie sie unverändert geltend gemacht werden (
Urk.
1 S. 4
und 3/2 S. 4
), nicht zu berücksichtigen sind (
Urk.
6/122/2
;
vgl. das Kreisschreiben über Invalidität und Hilflosigkeit in der Inva
lidenversicherung; KSIH,
Rz
8010 und 8018 f.
).
Da die Essenszubereitung zum Aufgabenbereich gehört, wäre
n
Einschränkungen in diesem Bereich im Rahmen der Invaliditätsbemessung Rechnung zu tragen (vgl. KSIH
Rz
8012).
Als Zwischenergebnis ist folglich festzuhalten, dass die Beschwerdeführerin in der alltäglichen Lebensverrichtung Essen unverändert regelmässig in erheblicher Weise auf die Hilfe Dritter angewiesen ist.
5.4
Zu Recht wird nicht beanstandet, dass die Beschwerdegegnerin die Beschwerde
führerin in den weiteren Lebensverrichtung
en
Körperpflege, Verrichtung der Notdurft
sowie
Fortbewegung und Kontaktaufnahme als
unverändert
selbstän
dig qualifiziert hat (vgl.
Urk.
1 und 2).
5.5
Schliesslich wird geltend gemacht, die Beschwerdeführerin bedürfe lebens
-
prakti
scher Begleitung, weil man sie in ihren Haushaltverrichtungen kontrollieren müsse (
Urk.
1 S. 5). In diesem Zusammenhang wird
vorgebracht
, im Bericht vom 1
9.
Februar 2014 zu den Angaben über die Hilflosigkeit sei anerkannt worden, dass die Beschwerdeführerin auf Organisieren und Delegie
ren angewiesen sei (
Urk.
1 S. 5 mit Hinweis auf Urk. 3/4 = 6/107/3).
Daraus lässt sich jedoch nichts zu Gunsten des von der Beschwerdeführerin vertretenen Standpunktes ableiten. Insbesondere lässt sich daraus nicht ansatzweise folgern, dass die Beschwerdeführerin ohne Begleitung einer Drittperson nicht selbstän
dig wohnen kann
. Dies wäre erst der Fall, wenn die Beschwerdeführerin entwe
der der Hi
lfe bei der Tagesstrukturierung
oder der Unterstützung bei der Bewäl
tigung von Alltagssituationen oder der Anleitung zur Erledigung des Haushalts sowie der Überwachung/Kontrolle bedürfte (vgl. KSIH
Rz
8050).
Dass die Beschwerdeführerin selbst in der Lage ist, die erforderliche Organisation und Delegation an die Hand zu entnehmen, geht aus dem Abklärungsbericht aus
drücklich hervor. Ebenso der Umstand, dass sie keiner Anleitung und keines Coachings für die Erledigung der Haushaltsarbeiten bedarf (
Urk.
6/107/3). Au
s dem Abklärungsbericht vom 19.
Februar 2014 ergibt sich
zudem
auch nicht ansatzweise, dass die Beschwerdeführerin
für die Verrichtungen und Kontakte ausserhalb der Wohnung auf Begleitung einer Drittperson angewiesen ist oder ernsthaft
gefährdet
ist, sich dauernd von der Aussenwelt zu isolieren.
Mit Bezug auf Letzteres
wurde mit dem Einwand vom 2
1.
März 2014
erstmals
vorgetragen, die Beschwerdeführerin leide an einer Depression, welche dazu führe, dass sie sich immer mehr isoliere beziehungsweise den Umgang mit anderen Personen meide. Neu befinde sie sich in psychologischer/psychiatrischer Behandlung bei
Dres
.
E._
und
D._
, von welche
n
ein Bericht beizuziehen sei (
Urk.
3/2
S. 4; vgl. auch
Urk.
1 S 5).
Dem ist entgegenzuhalten, dass sich eine Isolation der Beschwerdeführerin bereits effektiv manifestiert haben müsste, damit von einer ernstlichen Gefährdung und damit
von einer
begründeten Notwendigkeit lebenspraktischer B
egleitung gesprochen werden könnte
(
Urteil des Bundesge
richts
9C_543/2007
vom 28.
April 2008 E. 5.2.2 mit Hinweisen
).
Dies wird abe
r gerade nicht geltend gemacht. Weder die Diagnose einer Depression noch der Umstand einer psychiatrisch-psychotherapeutischen Behandlung vermöchten für sich allein die Notwendigkeit einer lebenspraktischen Begleitung zu begrün
den, so dass nicht ersichtlich ist, inwiefern ein Bericht von
Dr.
E._
und
Dr.
D._
hier erforderlich sein könnte. Zu erwähnten bleibt wiederum, dass die Beschwerdeführerin trotz des mit der Verfügung vom 27. Juni 2014 (
Urk.
4) erfolgten Hinweises auf ihre Mitwirkungspflicht nicht selbst entsprechende Unterlagen beigebracht hat.
Lediglich der Vollständigkeit halber ist sodann zu bemerken, dass die Beschwerdeführerin im Verfahren IV.2014.00758 einen Bericht von
Dr.
D._
, Psychologe FSP, Psychotherapeut
GedaP
und Psychodramatiker PDH, vom 11. Juli 2014
einreichen liess
(
Urk.
3/6
im Verfah
ren IV.2014.00758
)
. Aus diesem geht
hervor, dass die Beschwerdeführerin ab dem
7.
März 2014 wegen eines chronischen depressiven Zustands psychothera
peutisch behandelt wurde. Der Auffassung von
Dr.
D._
zufolge ist die Wiederaufnahme einer
höhergradigen
Arbeitstätigkeit wegen des aktuellen psychophysischen Krankheitsbildes unwahrscheinlich.
Anhaltspunkte für die Annahme der Manifestation einer Isolation sind
im fraglichen Bericht nicht zu finden
. Es ist
daher
auch
nicht zu beanstanden, dass die Beschwerdegegnerin
die Voraussetzungen für das Erfordernis einer lebenspraktischen Begleitung als nicht erfüllt betrachtet hat.
5.6
Zusammenfassend
ergibt sich somit
, dass eine Hilflosigkeit einzig noch im Bereich Essen zu bejahen ist und kein Bedarf an lebenspraktischer Begleitung besteht. Die Voraussetzungen für eine
Hilflosenentschädigung
leichten Grades sind folglich nicht mehr erfüllt. Damit hat die Beschwerdegegnerin diese Leis
tung zu Recht aufgehoben. Dies führt zur Abweisung der Beschwerde.
6.
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem
Verfahrens
aufwand
und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis 1‘000.-- festzulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG) und auf Fr. 800.-- anzusetzen. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten der unterliegenden Beschwerde
führerin aufzuerlegen.