# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** c6999f26-00b1-5f86-8c12-9b49cc34e095
**Court:** SG_VG
**Chamber:** SG_VG_001
**Year:** 2005
**Language:** de
**Jurisdiction:** SG / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

hat das Verwaltungsgericht festgestellt:
A./ L. M.R. , geboren 1970, Staatsangehörige von Brasilien, heiratete am 15. Februar
2001 in Brasilien den in Kaltbrunn wohnhaften Schweizer Bürger M.O., geboren 1968.
Am 27. März 2001 reiste sie mit ihren beiden Kindern aus der ersten, am 28. November
2000 geschiedenen Ehe, Fr. M.T., geboren 1986, und F. M.R. , geboren 1991, in die
Schweiz ein. Das Ausländeramt erteilte der Ehefrau und den Kindern
Aufenthaltsbewilligungen im Rahmen des Familiennachzugs. Am 24. April 2002 wurde
die gemeinsame Tochter J.O. geboren.
Am 8. März 2003 intervenierte die Polizei wegen häuslicher Gewalt der Ehefrau gegen
den Ehemann. L.O. wurde mit Verfügung vom 28. Mai 2003 wegen Tätlichkeit mit Fr.
150.-- gebüsst.
In der Folge trennten sich die Eheleute. Die Ehefrau zog mit ihren Kindern aus erster
Ehe nach Wattwil. Im Oktober 2003 kehrte der Sohn Fr. M.T. nach Brasilien zurück.
Mit Entscheid des Kreisgerichtspräsidenten Gaster-See vom 27. Januar 2004 wurde
die Obhut für das gemeinsame Kind J. dem Vater zugeteilt. Der Einzelrichter des
Kantonsgerichts St. Gallen wies den von der Ehefrau dagegen erhobenen Rekurs mit
Entscheid vom 11. März 2004 ab.
Mit Verfügung vom 14. Juni 2004 wies das Ausländer-amt das Gesuch von L.O. und F.
M.R. um Verlängerung der Aufenthaltsbewilligungen ab mit der Begründung, die
Ehegatten lebten seit Februar 2003 getrennt, und die Gesuchstellerin halte an der nur
noch formell bestehenden Ehe lediglich fest, um ausländerrechtliche Ansprüche nicht
untergehen zu lassen. Da die Mutter keine enge affektive und wirtschaftliche Beziehung
zur Tochter J. habe, könne sie aus deren Anwesenheitsrecht keinen Anspruch auf eine
Aufenthaltsbewilligung ableiten.
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B./ Mit Eingabe ihres Rechtsvertreters vom 29. Juni 2004 erhoben L.O. und F. M.R.
Rekurs, der vom Justiz- und Polizeidepartement mit Entscheid vom 13. Mai 2005
abgewiesen wurde.
C./ Mit Eingabe ihres Rechtsvertreters vom 1. Juli 2005 erhoben L.O. und F. M.R.
Beschwerde beim Verwaltungsgericht mit dem Antrag, die Verfügung des
Ausländeramts vom 14. Juni 2004 sei aufzuheben, es seien die
Aufenthaltsbewilligungen der Beschwerdeführer zu verlängern und der Beschwerde sei
die aufschiebende Wirkung zu erteilen, unter Kosten- und Entschädigungsfolgen. Zur
Begründung wird im wesentlichen vorgebracht, die Beschwerdeführerinnen hätten
einen gesetzlichen Anspruch auf Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung. Die
Beschwerdeführerin halte nicht in rechtsmissbräuchlicher Weise an der Ehe fest. Ihre
Beziehung zur Tochter J. lasse sich wegen der grossen Distanz zwischen Brasilien und
der Schweiz praktisch nicht aufrechterhalten, falls ihr keine Aufenthaltsbewilligung
erteilt werde. Auf die einzelnen Vorbringen in der Beschwerde wird, soweit wesentlich,
in den nachstehenden Erwägungen eingegangen.
Die Vorinstanz schliesst in ihrer Vernehmlassung vom 7. Juni 2005 auf Abweisung der
Beschwerde.

## Considerations

Darüber wird in Erwägung gezogen:
1./ Die sachliche Zuständigkeit des Verwaltungsgerichts ist gegeben (Art. 59bis Abs. 1
des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege, sGS 951.1, abgekürzt VRP). L.O. (im
folgenden Beschwerdeführerin) und F. M.R. sind zur Ergreifung des Rechtsmittels
legitimiert (Art. 64 Abs. 1 in Verbindung mit Art. 45 Abs. 1 VRP). Die
Beschwerdeeingabe vom 1. Juni 2005 entspricht zeitlich, formal und inhaltlich den
gesetzlichen Anforderungen (Art. 64 Abs. 1 in Verbindung mit Art. 47 Abs. 1 und Art. 48
Abs. 1 VRP). Auf die Beschwerde ist grundsätzlich einzutreten.
Soweit beantragt wird, der Beschwerde sei die aufschiebende Wirkung zu erteilen,
kann auf dieses Begehren nicht eingetreten werden. Der Suspensiveffekt ist bei einer
ablehnenden Verfügung nicht möglich (vgl. Cavelti/Vögeli, Verwaltungsgerichtsbarkeit
im Kanton St. Gallen, St. Gallen 2003, Rz. 1105). Nach der Praxis werden während
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eines hängigen Beschwerdeverfahrens in der Regel aber keine Vollzugsmassnahmen
getroffen; die Beschwerdeführerinnen konnten denn auch das Verfahren in der Schweiz
abwarten.
2./ Nach Art. 7 des Bundesgesetzes über Aufenthalt und Niederlassung der Ausländer
(SR 142.20, abgekürzt ANAG) hat die ausländische Ehegattin eines Schweizer Bürgers
Anspruch auf Erteilung und Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung. Nach einem
ordnungsgemässen und ununterbrochenen Aufenthalt von fünf Jahren hat sie
Anspruch auf die Niederlassungsbewilligung. Der Anspruch erlischt, wenn ein
Ausweisungsgrund vorliegt. Kein Anspruch besteht nach Absatz 2 dieser Vorschrift,
wenn die Ehe eingegangen worden ist, um die Vorschriften über Aufenthalt und
Niederlassung von Ausländern und namentlich jene über die Begrenzung der Zahl der
Ausländer zu umgehen. Erfasst wird davon die sogenannte Scheinehe bzw.
Ausländerrechtsehe, bei der die Ehegatten von vornherein keine echte eheliche
Gemeinschaft beabsichtigten (BGE 128 II 151, 127 II 55 mit Hinweisen). Auch wenn die
Ehe nicht bloss zum Schein eingegangen worden ist, heisst dies jedoch nicht
zwingend, dass dem ausländischen Ehepartner der Aufenthalt ungeachtet der weiteren
Entwicklung gestattet werden muss. Zu prüfen ist insbesondere, ob sich die Berufung
auf die Ehe nicht anderweitig als rechtsmissbräuchlich erweist (BGE 128 II 151 mit
Hinweis).
a) Rechtsmissbrauch liegt vor, wenn ein Rechtsinstitut zweckwidrig zur Verwirklichung
von Interessen verwendet wird, die dieses Rechtsinstitut nicht schützen will (BGE 128 II
151, 127 II 56 je mit Hinweisen). Im Zusammenhang mit Art. 7 ANAG ist dies dann der
Fall, wenn der Ausländer sich in einem fremdenpolizeilichen Verfahren auf eine Ehe
beruft, welche nur noch formell und ohne Aussicht auf Aufnahme bzw.
Wiederaufnahme einer ehelichen Gemeinschaft besteht (BGE 128 II 151 mit Hinweis
auf BGE 127 II 56, 123 II 50 f.). Ein Rechtsmissbrauch darf nach der
bundesgerichtlichen Rechtsprechung nicht leichthin angenommen werden, namentlich
nicht schon deshalb, weil die Ehegatten nicht mehr zusammenleben oder ein
Eheschutz- oder Scheidungsverfahren eingeleitet worden ist (BGE 128 II 151).
Erforderlich sind konkrete Hinweise darauf, dass die Führung einer
Lebensgemeinschaft nicht mehr beabsichtigt und nicht mehr zu erwarten ist (BGE 128
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II 151, 127 II 57). Wie es sich damit verhält, entzieht sich in der Regel dem direkten
Beweis und ist oft nur durch Indizien zu ermitteln (BGE 128 II 152, 127 II 57).
b) Die Beschwerdeführerin bestreitet, dass sie rechtsmissbräuchlich an der Ehe
festhalte. Ihr Ehegatte könnte derzeit die Scheidung auch gegen ihren Willen verlangen;
dies sei indessen bis heute nicht geschehen, und er habe sie auch noch nie angefragt,
ob sie mit einer einverständlichen Ehescheidung einverstanden sei. Auch dies zeige,
dass die Ehe, auch aus der Sicht des Ehemannes, doch nicht ganz so inhaltsleer sei,
wie dies die Vorinstanz annehme.
Der Ehewille ist eine innere Tatsache, die nach ihrem Wesen einem strikten Beweis
nicht zugänglich ist. Daher ist aufgrund objektiver Anhaltspunkte zu prüfen, ob ein
Ehewille tatsächlich noch besteht und deswegen das Interesse am Bestand der Ehe
schützenswert ist.
Die Eheleute leben seit März 2003 und somit seit rund zweieinhalb Jahren getrennt. Die
Polizei hatte wegen häuslicher Gewalt intervenieren müssen. Die Ehefrau wurde wegen
Tätlichkeit gegen ihren Mann gebüsst, und der Ehemann wurde wegen einfacher
Körperverletzung mit einem Monat Gefängnis bestraft. Der Ehemann liess mit
Schreiben seines Rechtsvertreters vom 12. März 2004 mitteilen, dass sie sich wegen
schwerer und unüberbrückbarer Zerwürfnisse getrennt hätten und er keine Absicht
habe, die eheliche Gemeinschaft wieder aufzunehmen. Dies zeigt hinreichend, dass
von einem Ehewillen nicht mehr gesprochen werden kann. Auch aus dem Umstand,
dass der Ehemann bislang keine Scheidungsklage eingereicht hat, kann nichts
zugunsten des Ehewillens abgeleitet werden. Die zweijährige Trennungsfrist nach Art.
115 ZGB lief erst im Frühjahr 2005 ab. Hinzu kommt, dass die Beschwerdeführerin im
Oktober 2004 der Prostitution nachging, was ebenfalls gegen die Wiederaufnahme der
ehelichen Gemeinschaft durch den Ehemann spricht. Unter diesen Umständen hat die
Vorinstanz zu Recht angenommen, es könne bei objektiver Einschätzung der gesamten
Umstände kein Zweifel mehr am definitiven Scheitern der Ehe bestehen. Stellt sich die
Beschwerdeführerin dennoch auf den Standpunkt, sie halte weiterhin an der Ehe fest,
so ist davon auszugehen, dass sie sich ausschliesslich aus ausländerrechtlichen
Motiven und damit in rechtsmissbräuchlicher Weise auf die Ehe beruft. Somit steht der
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Beschwerdeführerin gestützt auf Art. 7 Abs. 1 ANAG kein Anspruch auf Verlängerung
der Aufenthaltsbewilligung zu (vgl. statt vieler BGE 128 II 154 und 127 II 59).
c) J. O., die am 24. April 2002 geborene Tochter der Beschwerdeführerin, verfügt über
das Schweizer Bürgerrecht. Die Beschwerdeführerin kann sich daher grundsätzlich auf
Art. 8 der Europäischen Menschenrechtskonvention (SR 0.101, abgekürzt EMRK)
berufen.
Der Anspruch auf Achtung des Familienlebens nach Art. 8 Ziff. 1 EMRK ist nicht
absolut. Nach Art. 8 Ziff. 2 EMRK ist ein Eingriff in das in Ziff. 1 geschützte Rechtsgut
unter gewissen Voraussetzungen statthaft. Ein Eingriff ist dann zulässig, wenn er
gesetzlich vorgesehen und in einer demokratischen Gesellschaft notwendig ist für die
nationale oder öffentliche Sicherheit, für das wirtschaftliche Wohl des Landes, zur
Aufrechterhaltung der Ordnung, zur Verhütung von Straftaten, zum Schutz der
Gesundheit oder der Moral oder zum Schutz der Rechte und Freiheiten anderer. Die
EMRK verlangt somit ein Abwägen der sich gegenüberstehenden privaten Interessen
an der Bewilligungserteilung und dem öffentlichen Interesse an deren Verweigerung,
wobei die öffentlichen Interessen an der Verweigerung in dem Sinn überwiegen
müssen, als sich der Eingriff als notwendig erweist (BGE 122 II 6 mit Hinweis). Bei der
Abwägung der sich gegenüberstehenden privaten und öffentlichen Interessen sind die
gesamten persönlichen Verhältnisse des Ausländers zu würdigen, namentlich die Dauer
des Aufenthalts, Integration in der Schweiz, verbleibende Beziehung zum Heimatstaat,
straf- oder fremdenpolizeilich verpöntes Verhalten (vgl. Haefliger/Schürmann, Die
Europäische Menschenrechtskonvention und die Schweiz, 2. Aufl., Bern 1999, S. 263;
VerwGE vom 16. März 2004 i.S. A.L. und vom 23. Januar 2004 i.S. A.G. mit Hinweis auf
VerwGE vom 22. Januar 2002 i.S. N.O.).
Abzuwägen ist auch das öffentliche Interesse, dass Ausländer, bei denen nach kurzem
Aufenthalt in der Schweiz die ursprünglichen familiären Voraussetzungen für die
Erteilung der Aufenthaltsbewilligung wegfallen, die Schweiz wieder verlassen (VerwGE
B 2004/163 vom 25. Januar 2005 i.S. D.H. und B 2003/154 vom 16. März 2004 i.S.
H.J., in: www.gerichte.sg.ch). Die Verordnung des Bundesrates über die Begrenzung
der Zahl der Ausländer (SR 823.21) bezweckt nach Art. 1 lit. a ein ausgewogenes
Verhältnis zwischen dem Bestand der schweizerischen und der ausländischen
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Wohnbevölkerung. Wie der Name der Verordnung zum Ausdruck bringt, verlangt dies
angesichts des ständigen Ansteigens des Anteils der ausländischen Wohnbevölkerung
eine restriktive Praxis bei der Erteilung von Aufenthaltsbewilligungen.
Im Verhältnis zwischen Eltern und leiblichen Kindern ist ein eigentliches
Zusammenleben nicht ohne weiteres unentbehrlich für das Bestehen eines
Familienlebens im Sinn von Art. 8 EMRK. Eine intakte und gelebte familiäre Beziehung
wird schon dann angenommen, wenn ein regelmässiger Kontakt besteht (BGE 120 Ib
3, 119 Ib 84). Der nicht sorgeberechtigte Ausländer kann die familiäre Beziehung zu
seinem Kind nur in einem beschränkten Rahmen, nämlich durch Ausübung des ihm
eingeräumten Besuchsrechts, leben. Hierzu ist indessen nicht unabdingbar, dass er
dauernd im gleichen Land wie die Kinder lebt und dort über eine
Anwesenheitsberechtigung verfügt. Ein Besuchsrecht gegenüber einem in der Schweiz
fest anwesenheitsberechtigten Kind verschafft dem ausländischen Elternteil daher im
allgemeinen noch keinen Anspruch auf dauernde Anwesenheit; den Anforderungen von
Art. 8 EMRK ist Genüge getan, wenn das Besuchsrecht im Rahmen von
Kurzaufenthalten vom Ausland her ausgeübt werden kann, wobei allerdings dessen
Modalitäten entsprechend aus- bzw. umzugestalten sind. In ausländerrechtlicher
Hinsicht hat das Bundesgericht daraus die Konsequenz gezogen, dass die
Aufenthaltsbewilligung nur dann erteilt oder erneuert werden muss, wenn einerseits
zwischen dem Ausländer und dessen in der Schweiz ansässigen Kindern in
wirtschaftlicher und affektiver Hinsicht eine besonders enge Beziehung besteht, die
sich wegen der Distanz zwischen der Schweiz und dem Land, in das der Ausländer bei
Verweigerung der Bewilligung auszureisen hätte, praktisch nicht aufrechterhalten
liesse, und wenn andererseits das Verhalten des Ausländers weitgehend tadellos ist
(Urteil 2A.119/2004 vom 5. März 2004, Urteil 2A.563/2002 vom 23. Mai 2003, BGE 120
Ib 4 ff. und 24 ff.).
J. O. wurde im Eheschutzverfahren der Obhut des Vaters zugeteilt. Der Einzelrichter
des Kantonsgerichts hielt fest, die Beziehung der Mutter zur Tochter scheine von wenig
Herzlichkeit und emotionaler Wärme geprägt zu sein. Sie verstehe es offenbar nur
ungenügend, J. Anregungen zu bieten und altersgemäss zu fördern, so dass das Kind
in ihrer Gegenwart eher teilnahmslos wirke. Die Rolle als alleinerziehende Mutter in
einer für sie noch immer fremden Umgebung scheine die Ehefrau zumindest zeitweise
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zu überfordern. Im vergangenen Jahr (2003) habe sie daher beabsichtigt, mit den
beiden älteren Kindern nach Brasilien zurückzukehren und J. in der Obhut des Vaters
zurückzulassen. Aus wenig nachvollziehbaren Gründen habe sie darauf verzichtet.
Heute lebe die Ehefrau sozial isoliert und zeige kein Interesse, Deutsch zu lernen oder
sich eine Teilzeitstelle zu suchen, was ihre Integration in der Schweiz unterstützen
würde. Eine konkrete Zukunftsperspektive in der Schweiz oder in Brasilien sei nicht
auszumachen. Die Ehefrau vermittle den Eindruck einer wenig gefestigten
stimmungsabhängigen Persönlichkeit.
Aufgrund dieser Beurteilung des Einzelrichters des Kantonsgerichtes, welche sich unter
anderem auf einen ausführlichen Sozialbericht stützte, durfte die Vorinstanz davon
ausgehen, dass keine besonders enge affektive Beziehung zwischen der Mutter und J.
besteht. Auch in wirtschaftlicher Hinsicht ist keine besonders enge Beziehung
gegeben. Die Beschwerdeführerin wird regelmässig vom Sozialamt unterstützt. Eine
Erwerbstätigkeit übt sie, soweit aus den Akten ersichtlich, lediglich insoweit aus, als sie
zeitweise der Prostitution nachgeht. Sie hat zwar im Beschwerdeverfahren einen
Arbeitsvertrag als Putzfrau in Zürich eingereicht. Inwiefern diesem Vertrag konkrete
Bemühungen um Aufnahme einer Erwerbstätigkeit zugrundeliegen, ist offen. Jedenfalls
erscheint es wenig sinnvoll, wenn die in W. wohnhafte Beschwerdeführerin für eine
Teilzeitarbeit als Putzfrau nach Zürich fährt. Fehl geht auch der Einwand, die
Beschwerdeführerin habe ohne ihren Ausweis praktisch keine Möglichkeit, eine Stelle
zu finden. Das Ausländeramt des Kantons St. Gallen erteilt ohne weiteres
Bewilligungen für eine Erwerbstätigkeit während eines hängigen
Rechtsmittelverfahrens. Völlig unbegründet ist schliesslich der Einwand, die
Erfolglosigkeit der Arbeitssuche sei auf die in der Ostschweiz praktizierte restriktive
Ausländerpolitik zurückzuführen. Finanzielle oder anderweitige Unterstützung leistet die
Beschwerdeführerin für ihre Tochter J. jedenfalls nicht.
Nicht stichhaltig ist ausserdem der Einwand, die Beziehung von Mutter und Tochter
lasse sich nicht aufrechterhalten, wenn die Beschwerdeführerin nach Brasilien
zurückkehrt. Nach den Feststellungen im Sozialbericht, der im Eheschutzverfahren
eingeholt wurde, lebte die Beschwerdeführerin vor ihrer Uebersiedlung in die Schweiz
in relativ gut situierten Verhältnissen. Sie besitzt zwei Grundstücke, wovon ein Haus in
Fortaleza mit zwei Mietwohnungen und einer Bäckerei. Vor der Heirat mit M.O. habe
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sie ein kleines Kleidergeschäft geführt. Zudem zog die Beschwerdeführerin während
ihres Aufenthalts in der Schweiz mehrmals Reisen nach Brasilien in Erwägung, was
darauf hindeutet, dass solchen Besuchen keine finanziellen Hindernisse
entgegenstehen. Hinzu kommt, dass Brasilien die bevorzugte Feriendestination von
M.O. ist und bei solchen Gelegenheiten Besuche von J. bei der Mutter in Betracht
gezogen werden können. Schliesslich konnte die Beschwerdeführerin den Kontakt zu
ihrem nach Brasilien zurückgekehrten Sohn ebenfalls nur sporadisch aufrechterhalten.
Jedenfalls geht die Vorinstanz zu Recht davon aus, dass das Besuchsrecht unter
Anpassung der Modalitäten auch nach der Nichtverlängerung der
Aufenthaltsbewilligung der Beschwerdeführerin gelebt werden kann, womit den
Anforderungen von Art. 8 EMRK Genüge getan ist.
Im übrigen kann auch nicht von einem tadellosen Verhalten gesprochen werden. Wie
erwähnt, wurde die Beschwerdeführerin wegen Tätlichkeit gegen ihren Ehemann
bestraft. Auch verstiess sie bei der Ausübung der Prostitution gegen gesetzliche
Vorschriften und wurde deswegen gebüsst. Hinzu kommt, dass sie regelmässig vom
Sozialamt unterstützt wurde. Dass das Fehlverhalten der Beschwerdeführerin weniger
gravierend ist als dasjenige des Tunesiers, dessen Beschwerde Verwaltungsgericht
und Bundesgericht zu beurteilen hatten (VerwGE B 2001/136 vom 22. Januar 2002 i.S.
N.O., BGE 2A.87/2002 vom 22. Februar 2002), vermag daran nichts zu ändern.
Weitere Abklärungen über die emotionalen Bindungen zwischen Mutter und Kind sind
nicht erforderlich. In der Beschwerde wird nicht dargelegt, weshalb nicht auf den im
Eheschutzverfahren erstellten Sozialbericht abgestellt werden darf. Als veraltet kann
dieser nicht bezeichnet werden. Er wurde Ende 2003 erstellt. Inwiefern sich die
massgebenden Verhältnisse seither in einer Art verändert haben, dass der Bericht nicht
mehr verwendet werden kann, ist nicht ersichtlich und wird in der Beschwerde nicht
konkret dargelegt. In den Verfahren um die Obhutszuteilung haben jedenfalls der
Kreisgerichtspräsident und der Einzelrichter des Kantonsgerichtes dem Aufenthalt der
Tochter beim Vater gegenüber jenem in der Obhut der Mutter den Vorzug gegeben.
Der Einzelrichter des Kantonsgerichts hielt sogar fest, es sei wenig nachvollziehbar,
dass die Beschwerdeführerin mit ihren beiden älteren Kindern nicht nach Brasilien
zurückgekehrt sei und J. in der Obhut des Vaters zurückgelassen habe. Dies zeigt,
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dass ein intensiver Kontakt mit der Beschwerdeführerin offenbar nicht im Interesse von
J. ist.
Unter diesen Umständen steht fest, dass zwischen der Beschwerdeführerin und ihrer
Tochter weder in wirtschaftlicher noch in affektiver Hinsicht eine besonders enge
Beziehung besteht, die sich wegen der Distanz zwischen der Schweiz und Brasilien
praktisch nicht aufrechterhalten liesse. Im weiteren ist das Verhalten der
Beschwerdeführerin nicht tadellos, weshalb die Berufung auf Art. 8 EMRK unbegründet
ist.
d) Im weiteren vermag auch die Berufung auf die UNO-Kinderrechtekonvention (SR
0.107) keinen Rechtsanspruch auf Aufenthalt in der Schweiz zu begründen (BGE 126 II
390 ff.).
e) Zu prüfen bleibt abschliessend, ob die Behörde das ihr in Art. 4 ANAG eingeräumte
Ermessen pflichtgemäss wahrgenommen hat.
Das Verwaltungsgericht übt lediglich eine Rechtskontrolle aus (Art. 61 Abs. 1 und 2
VRP). Im Streitfall kann somit nur geprüft werden, ob die Verwaltung ihr Ermessen
überschritten oder missbraucht hat und damit rechts-widrig handelte, als sie die
Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung verweigerte. Das Verwaltungsgericht hat den
Ermessensspielraum der Verwaltung zu respektieren, wenn diese bei ihrem Entscheid
von sachlichen und vernünftigen Ueberlegungen ausging, die im Einklang mit Sinn und
Zweck des Gesetzes stehen (GVP 1996 Nr. 9 und 1998 Nr. 71).
Die Beschwerdeführerin hält sich erst seit März 2001 in der Schweiz auf. Die eheliche
Gemeinschaft dauerte lediglich rund zwei Jahre. Zu Recht ging die Vorinstanz davon
aus, dass keine weitgehende Integration angenommen werden kann. Die
Beschwerdeführerin ist wenig integriert und spricht kaum deutsch. In wirtschaftlicher
und arbeitsmarktlicher Hinsicht bestehen keine Gründe, die eine Verlängerung der
Bewilligung rechtfertigen. Hinzu kommt, dass die Beschwerdeführerin wiederholt zu
Klagen Anlass gegeben hat. Fest steht weiter, dass sie in Brasilien in relativ gut
situierten Verhältnissen lebt. Jedenfalls ist nicht ersichtlich, inwiefern eine Rückkehr
nach Brasilien für die Beschwerdeführerinnen mit unüberwindlichen oder
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überdurchschnittlichen Schwierigkeiten verbunden wäre. Die Beschwerdeführerin hat
übrigens während des Beschwerdeverfahrens eine Anfrage wegen eines Gesuchs um
ein Rückreisevisum gestellt, was zeigt, dass sie nach wie vor Reisen nach Brasilien in
Betracht zieht.
Auch für die Tochter aus erster Ehe ist eine Rückkehr nach Brasilien nicht unzumutbar.
Dem Sozialbericht ist zu entnehmen, dass sie in der Schule enorme sprachliche
Probleme habe. Ausserdem äusserte sie sich selber nicht negativ zu einer allfälligen
Rückkehr nach Brasilien.
Zusammenfassend gelangt das Verwaltungsgericht zum Schluss, dass aufgrund des
kurzen Aufenthalts in der Schweiz, der kurzen Dauer der ehelichen Gemeinschaft und
der fehlenden arbeitsmarktlichen und wirtschaftlichen Gründe für die Erteilung einer
Bewilligung der Vorinstanz keine Ermessensüberschreitung bzw. kein
Ermessensmissbrauch vorgehalten werden kann, wenn sie die Verlängerung der
Aufenthaltsbewilligungen verweigert hat. Folglich ist die Beschwerde abzuweisen.
3./ Die Beschwerdeführerin beantragte die unentgeltliche Prozessführung. Diesem
Begehren kann stattgegeben werden, da die Beschwerde nicht als geradezu
aussichtslos zu qualifizieren war. Als Mutter eines Kindes mit Schweizer Bürgerrecht
waren die öffentlichen Interessen an der Verweigerung der Verlängerung der
Aufenthaltsbewilligung gegen die privaten Interessen an einem Aufenthalt in der
Schweiz abzuwägen. Daher ist die unentgeltliche Rechtspflege und
Rechtsverbeiständung zu bewilligen. Folglich sind die Kosten des
Beschwerdeverfahren zufolge unentgeltlicher Prozessführung dem Staat aufzuerlegen.
Eine Entscheidgebühr von Fr. 2'000.-- ist angemessen (Ziff. 382 Gerichtskostentarif,
sGS 941.12). Auf die Erhebung ist vorläufig zu verzichten (Art. 99 Abs. 2 VRP in
Verbindung mit Art. 288 des Zivilprozessgesetzes, sGS 961.2).
Der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerinnen hat keine Kostennote eingereicht. Die
Entschädigung ist deshalb nach Ermessen festzusetzen (Art. 6 der Honorarordnung für
Rechtsanwälte und Rechtsagenten, sGS 963.75, abgekürzt
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HonO). Ein Betrag von Fr. 1'600.-- (zuzüglich MWSt) ist angemessen (Art. 22 Abs. 1 lit.
c in Verbindung mit Art. 19 HonO und Art. 31 Abs. 3 des Anwaltsgesetzes, sGS
963.70).