# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 8a15bea4-c417-43e2-8fd5-494f0f057730
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2022
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren
1976,
Mutter von
zwei
Kindern (Jahrg
änge: 2000 und 2003
),
verfügt über keinen erlernten Beruf und
war vo
m
1. September 2017
bis
30. September 2019
bei
der
Y._
AG
als
Filialmitarbeiterin in einem 80 %-Pensum
angestellt
(Urk. 7/1 S. 1
,
S. 3 und S. 5 f. und Urk. 7/2/1).
Vo
m
13. August bis 20. September 2019
wurde die Versicherte in
der
Psychiatrie Z._
stationär behandelt (vgl. den definitiven Kurzaustrittsbericht de
r
Psychiatrie Z._
vom 11. Oktober 2019; Urk. 7/48/204-205).
Unter Hinweis auf eine Depression, Halluzinationen, Angstzustände, Suizidversuche und Schlaf
s
törungen
meldete sich die Versicherte am
10. Dezember 2019 (Urk. 7/1)
bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an. Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, klärte die medizinisc
he und erwerbliche Situation ab. Unter anderem
zog
sie
Akten der
Krankentaggeldversicherung bei (Urk. 7/2, Urk. 7/13, Urk. 7/17, Urk. 7/
43, Urk. 7/48
)
, welche ein von
dieser
in Auftrag gegebenes psychiatrisches Gutachten von
Dr. med.
A._
, Facharzt FMH für Psychiatrie und Psychotherapie sowie
für
Neurologie,
vom 13. Juli 2020
(Urk.
7/17
)
enthielt
en
.
Am 21. Januar 2021 (Urk. 7/21) erteilte die IV-Stelle Kostengutsprache für ein Belastbarkeitstraining vom 8. Februar bis 7. Mai 2021 bei der Stiftung
B._
,
in Bülach und sprach der Versicherten für diese Zeit ein Taggeld zu (Urk. 7/22).
Am 11. Mai 2021 (Urk. 7/36) teilte die IV-Stelle der Versicherten den Abschluss der Eingliederung
mit.
Nach
ergangenem
Vorbescheid
(Urk. 7/
51
) verneinte
die
IV-Stelle mit Verfügung vom
7. Dezember 2021 (Urk. 2)
einen
Rentenanspruch
der Versicherten
.
2.
Die Versicherte erhob am 24. Januar 2022 (Urk. 1) Beschwerde gegen die Ver
fügung vom 7. Dezember 202
1
und beantragte, diese sei aufzuheben und es sei die Beschwerdegegnerin zu verpflichten, ihr die gesetzlichen Leistungen auszu
richten; insbesondere sei die Beschwerdegegnerin zu verpflichten, ihr eine ganze Invalidenrente auszurichten; eventualiter sei die Angelegenheit an die Beschwerdegegnerin zu weiteren Abklärungen zurückzuweisen. Zudem be
antragte die Beschwerdeführerin in formeller Hinsicht die Anordnung eines zweiten Schriftenwechsels (S. 2).
Die IV-Stelle verzichtete mit Eingabe vom 1. April 2022 (Urk. 6) auf eine
Ver
nehmlassung
, was der Beschwerdeführerin mit Verfügung vom 4. April 2022 (Urk. 8) zur Kenntnis gebracht wurde. Mit selbiger Verfügung teilte das Gericht den Parteien mit, dass es die Anordnung eines weiteren Schriftenwechsels als nicht erforderlich erachte.
Mit Eingabe vom 12. April 2022 (Urk. 9) ersuchte die Beschwerdeführerin um Zustellung der
Einlegerakten
der Beschwerdegegnerin, woraufhin ihr diese zur Einsicht zugestellt wurden (vgl. Urk. 10).
Am 17. August 2022 (Urk. 12) reichte die Beschwerdeführerin einen Bericht der
Psychiatrie Z._
vom 12. August 2022 (Urk. 13) ein.
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Am 1. Januar 2022 sind die geänderten Bestimmungen des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG), der Verordnung über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSV), des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) sowie der Verordnung über die Invaliden
versicherung (IVV) in Kraft getreten.
In zeitlicher Hinsicht sind
vorbehältlich besonderer übergangsrechtlicher Regelungen
grundsätzlich diejenigen Rechtssätze massgebend, die bei Erfüllung des rechtlich zu ordnenden oder zu Rechtsfolgen führenden Tatbestandes Geltung haben (BGE 146 V 364 E. 7.1, 144 V 210 E. 4.3.1, je mit Hinweisen). Da ferner das Sozialversicherungsgericht bei der Beurteilung eines Falles in der Regel auf den bis zum Zeitpunkt des Erlasses der streitigen Verfügung beziehungsweise des streitigen
Einspracheentscheids
eingetretenen Sachverhalt abstellt (BGE 144 V 210 E. 4.3.1, 132 V 215 E. 3.1.1, je mit Hinweisen), sind vorliegend die bis 31. Dezember 2021 gültig gewesenen Rechtsvorschriften anwendbar, die nach
folgend auch in dieser Fassung zitiert werden.
1.2
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art.
7 Abs. 1 ATSG). Für die Beur
tei
lung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähig
keit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.3
Die Annahme eines psychischen Gesundheitsschadens im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG sowie Art. 3 Abs. 1 und Art. 6 ATSG setzt eine psychiatrische, lege artis auf
die Vorgaben eines anerkannten Klassifikationssystems abgestützte Diagnose voraus (vgl. BGE 145 V 215 E. 5.1, 143 V 409 E. 4.5.2, 141 V 281 E. 2.1,
130 V 396 E. 5.3 und E. 6). Eine fachärztlich einwandfrei
festgestellte psychische Krank
heit ist jedoch nicht ohne Weiteres gleichbedeutend mit dem Vorliegen einer Invalidität. In jedem Einzelfall muss eine Beeinträchtigung der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit unabhängig von der Diagnose und grundsätzlich unbesehen der Ätiologie ausgewiesen und in ihrem Ausmass bestimmt sein. Entscheidend ist die nach einem weitgehend objektivierten Massstab zu beurteilende Frage, ob es der versicherten Person zumutbar ist, eine Arbeitsleistung zu erbringen (BGE 145 V 215 E. 5.3.2, 143 V 409 E. 4.2.1, 141 V 281 E. 3.7, 139 V 547 E. 5.2, 127 V 294 E. 4c; vgl. Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.4
Anspruch auf eine Rente haben gemäss Art. 28 Abs. 1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betä
ti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen
wieder herstellen
, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (Art. 8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine Vier
telsrente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine Dreiviertelsrente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (Art. 28 Abs. 2 IVG).
1.5
Gemäss dem in Art. 27
bis
Abs. 2–4 IVV per 1. Januar 2018 eingeführten neuen Berechnungsmodell für die Festlegung des Invaliditätsgrads von teilerwerbs
tätigen Versicherten nach der gemischten Methode (Art. 28a Abs. 3 IVG) werden der Invaliditätsgrad in Bezug auf die Erwerbstätigkeit und der Invaliditätsgrad in Bezug auf die Betätigung im Aufgabenbereich – weiterhin – summiert (
Art.
27
bis
Abs. 2 IVV). Die Berechnung des Invaliditätsgrads in Bezug auf die Erwerbstätig
keit richtet sich nach
Art.
16 ATSG, wobei das Erwerbseinkommen, das die ver
sicherte Person durch die Teilerwerbstätigkeit erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre, auf eine Vollerwerbstätigkeit hochgerechnet wird (Art. 27
bis
Abs. 3 lit. a IVV) und die prozentuale Erwerbseinbusse anhand des Beschäftigungsgrads,
den
die versicherte Person hätte, wenn sie nicht invalid geworden wäre, gewichtet wird (Art. 27
bis
Abs. 3 lit. b IVV). Für die Berechnung des Invaliditätsgrads in Bezug auf die Betätigung im Aufgabenbereich wird der prozentuale Anteil der Einschränkungen bei der Betätigung im Aufgabenbereich
im Vergleich zur Situation, wenn die versicherte Person nicht invalid geworden wäre, ermittelt. Der Anteil wird anhand der Differenz zwischen dem Beschäftigungsgrad nach Absatz 3 lit. b und einer Vollerwerbstätigkeit gewichtet (
Art.
27
bis
Abs. 4 IVV).
1.
6
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 256 E. 4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden können (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E. 4b/cc).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete ihre leistungsabweisende Verfügung vom
7
.
Dezember
2021 (Urk. 2) damit,
vom 8. Februar bis 7. Mai 2021 habe die Beschwerdeführerin mit ihrer Unterstützung ein Belastbarkeitstraining absolviert. Am 11. Mai 2021
seien
die Eingliederungsmassnahmen abgeschlossen
worden
, da eine Steigerung der Stunden nicht mehr möglich gewesen sei. Im Rahmen der Rentenprüfung habe sie weitere medizinische Unterlagen eingeholt. Gemäss diesen Abklärungen sei der Beschwerdeführerin die Ausübung einer Erwerbs
tätigkeit zu 6-7 Stunden am Tag möglich. Da sie kurz nach Abschluss der Ein
gliederungsmassnahmen wieder arbeitsfähig
gewesen
sei, sei der Anspruch auf eine Invalidenrente abzuweisen
(S. 1 f.).
2.2
Die
Beschwerdeführer
in
stellt
e
sich dagegen
in ihrer Beschwerde vom 24. Januar 2022 (Urk. 1)
auf den Standpunkt,
sie sei von Dr.
A._
im Auftrag der Kranken
taggeldversicherung begutachtet worden
. Dieser habe - wie auch ihre behandelnde Psychiaterin
med.
pract
.
C._
, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie
(vgl. Urk. 7/
50
S.
6
),
eine schizoaffektive Störung diagnostiziert und
ihr
in angepasster Tätigkeit eine 20%ige Arbeitsfähigkeit attestiert. Dr.
A._
habe berufliche Wiedereingliederungsmassnahmen initial mit einem Belast
barkeitstraining empfohlen. Ein solches habe die Beschwerdegegnerin in der Folge eingeleitet. Aus gesundheitlichen Gründen habe dieses abge
b
rochen wer
den müssen. Diverse Fachleute hätten den Abschluss der Massnahme als korrekt beurteilt. In der Folge habe die Beschwerdegegnerin ihre Leistungen einzig ge
stützt auf einen Bericht von
med.
pract
.
C._
, welcher mit erheblichen Zweifel
belastet sei, verneint. Der Bericht stehe ziemlich quer in der Landschaft, nachdem
med.
pract
.
C._
selbst sowie andere Fachleute ihre Situation vor kurzem noch völlig anders beurteilt hätten. Die Beschwerdegegnerin habe den Bericht nicht einmal dem regionalen ärztlichen Dienst
(RAD)
zur Prüfung
vorgelegt
. Ein solches Vorgehen verletze den Untersuchungsgrundsatz. Ihre Arbeitsfähigkeit habe sich keineswegs verbessert. Sie habe Anspruch auf eine ganze Rente. Zumindest müsse die Beschwerdegegnerin weitere Abklärungen vornehmen
(S.
3
-
17
).
2.3
Strittig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegnerin mit Verfügung vom
7
.
Dezember
2021 zu Recht einen
Renten
anspruch
der
Beschwerdeführer
in
ver
neinte
.
3
.
3.
1
M
ed.
pract
.
C._
,
bei welcher sich die Beschw
erdeführerin seit 13. August 2019 in Behandlung befand - zuerst bis 24.
Januar 2020 in der
Psychiatrie Z._
und an
schliessend in
ihrer
Privatpraxis
(
vgl. Urk.
7/50 Ziff.
1.1)
- und Dr. med.
D._
vo
n der
Psychiatrie Z._
, wo die Beschwerdeführerin vom 13. August bis 20. September 2019 stationär behandelt
worden war
, nannten in ihrem definitiven Kurzaustritts
bericht vom 11. Oktober 2019 (Urk. 7/17/25-26
=
Urk.
7/48/204-205
) als Diagnosen eine schizoaffektive Störung, gegenwärtig depressiv (ICD-10 F25.1)
,
und eine absichtl
iche Selbstbeschädigung (S. 1).
Die psychiatrisch vorbekannte Be
schwerdeführerin sei aufgrund einer psychischen Dekompensation nach Mobbing am Arbeitsplatz
freiwillig in den notfallmässigen stationären Aufenthalt
eingetreten. Der begleitende Ehemann habe berichtet, es sei am Eintrittstag zu einer Selbstverletzung mit fraglich suizidaler Absicht gekommen. Sie fühle sich seit längerer Zeit zunehmend von ihrem Ex-Chef kontrolliert, habe das Gefühl, das Telefon werde abgehört und sie werde über den TV beobachtet. Rezidivierende depressive Krisen, welche mit Verfolgungs- und Beeinträchtigungserleben ein
hergingen, seien seit vielen Jahren bekannt und hätten zu mehrfachen Kündigungen von diversen Arbeitsplätzen geführt. Nach sechswöchigem Aufent
halt sei die Beschwerdeführerin in stabilisiertem Zustand in die vorbestehenden sozialen Verhältnisse ausgetreten (
Urk.
7/48/205).
Mit Bericht vom 1
8.
Oktober 2019 bestätigte die behandelnde Psychiaterin die deutliche Besserung des psychischen Zustandsbildes. Aktuell best
ünden
kein
Ver
folgungs
- und Beeinträchtigungserleben mehr, jedoch Schuldgefühle und Zukunftsängste sowie ein
e
leicht verminderte Aufmerksamkeit und Konzentration
. Bei angepasster Tätigkeit (wenig Stress, klare Aufgabenteilung,
nicht stehend) könnte eine langsame Steigerung überprüft werden (
Urk.
7/48/33-35).
3.
2
Dr.
A._
nannte in seinem von der Krankentaggeldversicherung in Auftrag gegebenen psychiatrischen Gutachten vom 13. Juli 2020 (Urk. 7/17) als Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine schizoaffektive Störung, gegen
wärtig depressiv (ICD-10 F25.1
;
S. 33).
Im psychopathologischen Befund sei
en
eine durchgehend gedrückte depressive Stimmung sowie eine nahezu nivellierte affektive Modulationsfähigkeit aufgefallen. Der Antrieb und die Psychomotorik seien vermindert gewesen. Darüber hinaus hätten keine psychopathologischen Befunde objektiviert werden können. Unter anderem konnte
Dr.
A._
keine krankheitswertigen inhaltlichen Denkstörungen und keine Hinweise für Wahn oder Sinnestäuschungen oder strukturelle Ich-Störungen feststellen (S. 38). Unter Berücksichtigung des Längsschnittverlaufs könne die Diagnose einer schizo
affektiven Störung bestätigt werden, wobei aktuell eine vorwiegend depressive Episode im Rahmen dieser Störung vorliege (S. 42). Zur Prognose erläuterte
Dr.
A._
, gemäss Literatur sei diese S
törung in etwa 60
%
der Fälle
polyphasi
s
ch
mit mehr als drei Episoden. Bei über 50
%
der Patienten
sei
auch
bei
längerem Verlauf von einer guten
sozialen Anpassung auszugehen
(S. 51).
Zur
Arbeitsfähigkeit
führte er
aus, in der Selbsteinschätzung erlebe sich die Beschwerdeführerin für alle Tätigkeiten auf dem ersten Arbeitsmarkt als zu 100 % arbeitsunfähig. Aufgrund der im Rahmen der psychiatrischen
Untersuchung
erhobenen medizinischen Befunde könne der Selbsteinschätzung vorübergehend gefolgt werden (S. 44 oben).
Es würden dringend IV-gestützte berufliche Wieder
eingliederungsmassnahmen initial mit einem Belastbarkeitstraining empfohlen. Eine sukzessive Steigerung des Arbeitspensums sei alle vier Wochen um 20 % möglich und auch zumutbar. Sollte nach Abschluss von beruflichen Wieder
eingliederungsmassnahmen kein zumindest 80%iges Arbeitspensum in einer optimal angepassten Tätigkeit erreicht werden, sei eine erneute psychiatrische Begutachtung mit neuropsychologischer Untersuchung durchzuführen (S. 45 oben). Im Falle der Beschwerdeführerin sei aufgrund der guten Compliance sowie der sozialen Unterstützung durch ihre Familie von einer mit dem Grad der über
wiegenden Wahrscheinlichkeit guten Prognose auszugehen (S. 51 unten).
3.
3
Med
.
pract
.
C._
nannte in ihrem Bericht vom 18. April 2021 (Urk. 7/30) als Diagnose
mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine schizoaffektive Störung, gegenwärtig depressiv (ICD-10 F25.1)
.
Sie
hielt
fest, die Prognose sei gut
in beschränktem Umfang von ca.
20-30 % (Ziff. 2.7).
Die bisherige Tätigkeit sei der Beschwerdeführerin 10-20 Stunden pro Woche auf 2-3 Tage verteilt zumutbar (Ziff. 4.1).
3.
4
Dr.
med.
E._
, Facharzt Psychiatrie, vom
RAD
führte
am 27. April 2021 (Urk. 7/37 S. 10 Mitte
) aus,
bei der Diagnose schizoaffektive Störung handle es sich um ein schweres psychiatrisches Krankheitsbild, das eine hohe Arbeits
unfähigkeit durch die komplexe Symptomatik begründen könne. Von daher sei die hohe Arbeitsunfähigkeit nachvollziehbar. Damit sei auch der Verlauf, der die zuständige Sachbearbeiterin der Beschwerdegegnerin zum Belastungstraining an
gegeben habe, vereinbar. Die Prognose sei reserviert. Eine Steigerungsmöglichkeit sehe er ohne eigene Untersuchung sowieso nicht. Er hoffe, mit seinen Angaben weitergeholfen zu haben, ansonsten könnte er den Fall noch telefonisch besprechen, dafür bräuchte er dann aber etwas Zeit, da das Dossier der Kranken
taggeldversicherung umfangreich sei.
3.
5
In seinem Abschlussbericht vom 7. Mai 2021 (Urk. 7/32) über das Belastbarkeits
training vom 8. Februar bis 7. Mai 2021 hielt
der zuständige
Case Man
ager von der Stiftung
B._
fest, aufgrund der
Belastungslimite
, der gesundheitlichen Ein
schränkungen und Empfehlungen habe die Präsenz von täglich 4 Stunden nicht stabil erreicht werden können. Er empfehle eine Tätigkeit als Ver
käuferin/Kassiererin/Mitarbeiterin im Detailhandel Food/Getränke mit einer Präsenz von täglich 3 Stunden oder einer Wochenarbeitszeit von 10 bis 16 Stunden (20-40 %). In diesem Rahmen sollte die Beschwerdeführerin eine volle Leistungsfähigkeit abrufen können (S. 2). In Absprache mit der
Behandlerin
, der Beschwerdeführerin und der IV-Eingliederungsberaterin empfehle er, die Integrationsmassnahmen abzuschliessen. Eine Fortführung in
Form eines
Auf
bautraining
s
sei aufgrund der
Belastungslimite
mit der aktuellen gesundheit
lichen Situation nicht indiziert. Deshalb empfehle er eine Rentenprüfung (S. 4 unten).
3.
6
Med
.
pract
.
C._
nannte
in ihrem Bericht
vom 4. September 2021 (Urk. 7/50)
-
bei letzter
vorangegangener
Kontrolle am 31.
August 2021 (Ziff. 1.1) -
a
ls Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit einen Status nach schwerem Suizidversuch bei akuter depressiver Episode mit psychotischen Symptomen im August 2019, die inzwischen komplett rückläufig seien (ICD-10 F32.3), mit der Differentialdiagnose einer schizoaffektiven Psychose, gegenwärtig depressiv im August 2019 (ICD-10 F25.1; Ziff. 2.5). Zudem führte sie aus,
sie habe der Beschwerdeführerin vom 25. Januar 2020 bis 9. Juli 2021 eine 100%ige Arbeits
unfähigkeit für alle Tätigkeiten attestiert (Ziff. 1.3). Im
Berichtszeitraum habe sich der Zustand der Beschwerdeführerin zusehend
s
stabilisiert. Es habe bis jetzt auch keine Rückfälle gegeben, sodass die Prognose der Arbeitsfähigkeit inzwischen als
gut bis
sehr gut einzustufen
sei
(Ziff. 2.7). Aktuell lägen keine objektiven Ein
schränkungen vor (Ziff. 3.4).
Der Beschwerdeführerin seien jegliche Tätigkeit
en
6-7 Stunden pro Tag zumutbar (Ziff. 4.1-2).
Bei den Aufgaben im Haushalt lägen keine Einschränkungen vor (Ziff. 4.5).
4.
4.1
Die Beschwerdegegnerin stützte
s
ich in ihrer
Verfügung (Urk. 2
)
für die Ver
neinung eines Rentenanspruches auf den Bericht von med.
pract
.
C._
vom 4. September 2021
(E. 3.6), in welchem diese der Beschwerdeführerin eine Arbeit als in
jegliche
r
Tätigkeit
für
6-7 Stunden pro Tag
zumutbar erachtete
und keine Einschränkungen im Haushalt vorliegen sah
.
4.2
Entgegen der Ansicht der Beschwerdeführerin (E. 2.2)
handelt
es sich beim Bericht von
med.
pract
.
C._
vom 4. September 2021 um eine verlässliche medizinische Grundlage für die Beurteilung ihrer Arbeitsfähigkeit.
Med.
pract
.
C._
behandelte die Beschwerdeführerin von Beginn ihrer gesundheitlichen Einschränkung im August 2019 an
ununterbrochen
, zuerst
in der
Psychiatrie Z._
und anschliessend als ihre behandelnde Psychiaterin (vgl. E. 3.1).
Sie
war damit über die gesamte gesund
heitliche Entwicklung der letzten Jahre der Beschwerdeführer
in
aus nächster Nähe bestens im Bilde.
Der Bericht
vom 4. September 2021
entspricht den bundesgerichtlichen Vorgaben an eine beweiskräftige Grundlage für eine psychiatrische Beurteilung, beruht er doch auf einer klinischen Untersuchung mit Anamneseerhebung, Symptomerfassung und Verhaltensbeobachtung (vgl. Urk. 7/50 Ziff.
2-3
;
BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a; Urteil des Bundes
gerichts 8C_225/2021 vom 1
0.
Juni 2021 E. 3.2, je mit Hinweisen)
.
Die
Schluss
folgerung
de
r
Behandlerin
, dass
keine objektiven
Funktionse
inschränkungen
mehr
vorliegen
würden
und der Beschwerdeführerin
zwischenzeitlich
somit jeg
liche Tätigkeit
en
6-7 Stunden zumutbar
seien
, ist angesichts des von ihr erhobenen
, von einer leicht besorgten Stimmung und einer Zukunftsangst ab
gesehen
unauffälligen
klinischen
Befundes
vom 3
1.
August 2021
(unauffällige Kognition [Konzentration, Auffassung, Aufmerksamkeit, Merkfähigkeit, Gedächt
nis], normaler Antrieb, schwingungsfähiger Affekt, formal und inhaltlich geordnetes Denken, keine Anhaltspunkte für Zwänge, Suizidalität, Eigen- oder Fremdgefährdung; vgl. Urk. 7/50 Ziff. 2.4)
schlüssig.
Entgegenstehende
echtzeit
liche
medizinische Berichte liegen keine vor.
4.
3
Mit Verweis auf die früheren Berichte von
med.
pract
.
C._
(vgl. E. 3.1, E. 3.3), das Gutachten von Dr.
A._
vom 13. Juli 2020
(E. 3.2) und die
Stellungnahme
von RAD-Arzt Dr.
E._
vom 27. April 2021 (E. 3.4) sowie den A
bschlussbericht der Stiftung
B._
über das Belastbarkeitstraining
(8.
Februar bis 7.
Mai 2021
) vom 7. Mai 2021
(
E. 3.5) bezeichnete die Beschwerdeführerin den Bericht
der bis
Ende 2021 behandelnden Psychiaterin
vom 4. September 2021 als nicht nach
vollziehbar
respektive «quer in der Landschaft» liegend (vgl. Urk. 1 S. 4-13)
.
Bei der Beurteilung von Dr.
A._
vom Juli 2020 handelt es sich um eine Moment
aufna
hme für den damaligen Zeitpunkt.
Mit
der Diagnose einer s
chizoaffektive
n Störung, gegenwärtig depressiv
,
folgte er der damaligen
Einschätzung
von
med.
pract
.
C._
(vgl. E. 3.1-3). Ebenso stimmte
n
ihre
damaligen Beurteilung
en
der Arbeitsunfähigkeit überein (vgl. E. 3.2 und E. 3.6).
Dr.
A._
wies bereits in seinem Gutachten darauf hin, dass er eine Steigerung des
Arbeitspensums
alle vier Wochen um 20
%
als
möglich und auch zumutbar
erachtete (E. 3.2).
Auch das auf Vorschlag von Dr.
A._
durchgeführte B
elastbarkeits
training fand in Ab
stimmung mit der behandelnden
Psychiaterin
statt und die Eingliederung wurde nach Rücksprache mit ihr
abgeschlossen (vgl. E. 3.5). Die Beurteilung von
med
.
p
ract
.
C._
gegen Ende des Belastbarkeitstrainings
im Bericht vom 18.
April 2021 (
E. 3.3
)
entspricht
sodann
der Einschätzung
des
Case Man
ager
s
von der Stiftung
B._
in
seinem
Abschlussbericht vom 7.
Mai 2021 (
E. 3.5).
RAD-Arzt
Dr.
E._
beschränkte sich in seiner Antwort
vom 27. April 2021 (E. 3.4)
zur Frage, ob die Angaben von med.
pract
.
C._
im Bericht vom 18. April 2021 be
züglich der maximalen Arbeitsfähigkeit von 20-30 % nachvollziehbar seien (vgl. Urk. 7/37 S. 10 oben), sodann
in Bestätigung der Beurteilung von med.
pract
.
C._
auf allgemeine Aussagen zum Krankheitswert der
schizoaffektive
n
Störung
und deren grundsätzliche Eignung, eine hohe A
rbeitsunfähigkeit zu begründen.
Eine eigene Untersuchung führte Dr.
E._
nicht durch
.
Die Einschätzungen von
med.
pract
.
C._
standen damit immer in Über
einstimmung mit den
jeweils
zeitnahen
fachärztlichen Beurteilungen und
den
Einschätzungen der involvierten Fachpersonen
, weshalb sich auch an der Beweis
kraft ihrer aktuellsten Beurteilung keine
ernsthaften
Zweifel aufdrängen
.
Sodann wies
schon
Dr.
A._
auf
die im Falle der Beschwerdeführerin gute Prognose hin (E. 3.2). Auch erschöpfte sich die Symptomatik bereits ab Oktober 2019 im Wesentlichen in der depressiven Befundlage (E. 3.1 und 3.2)
, welche anlässlich der Untersuchung
vom 3
1.
August 2021
jedoch
erstmals
nicht mehr erhebbar war (E. 3.6).
Auch der Umstand, dass
med.
pract
.
C._
ursprünglich
eine schizoaffektive Störung, gegenwärtig depressiv
,
diagnostiziert
hatte
, diese schliesslich im Bericht vom 4.
September 2021
(nur) in der
Differentialdiagnose aufführte und
nunmehr
von
d
er Hauptdiagnose eines S
tatus nach schwerem Suizidversuch bei akuter depressiver Episode (
E. 3.6
)
ausging
, vermag
– entgegen den Vorbringen der Beschwerdeführerin
–
keine
grundsätzlichen
Zweifel an
ihrer aktuellen
Beurteilung des Gesundheitszustandes und der Arbeitsfähigkeit der Beschwerde
führerin
zu wecken (vgl. Urk. 1 S. 13 Mitte). Einerseits
schloss sie eine
n
Status nach einer schizoaffektiven Störung zumindest differentialdiagnostisch weiterhin nicht aus;
anderseits ist zu bemerken, dass nicht die
Diagnose entscheidend
ist
, sondern
die
funktionelle
n
Auswirkungen (BGE 144 V 245 E. 5.5.2
), welche jedoch von
med.
pract
.
C._
aufgrund ihrer beweiskräftigen Beurteilung nachvoll
ziehbar ausgeschlossen werden konnten
(E. 4.2 vorstehend)
. Auch ist verständ
lich, dass
sie
bei besser
er
Kenntnis der Umstände, der persönlichen Verhältnisse der Beschwerdeführerin und einer über die
Zeit
genaueren
Kenntnis über deren psychischen Gesundheitszustand
auch die Frage nach den Ressourcen für
die
Ein
gliederung besser beurteilen konnte (vgl. Vorbringen der Beschwerdeführerin Urk. 1 S. 13 Mitte)
.
Die Beschwerdeführerin monierte zudem, dass der Bericht von
med.
pract
.
C._
vom 4. September 2021 nicht wenigstens dem RAD zur Beurteilung vorgelegt worden
sei
(vgl. Urk. 1 S. 15 unten). Dazu ist darauf hinzuweisen, dass
kein un
bedingter gesetzlicher Anspruch darauf
besteht
,
dass fachärztliche Berichte
, deren Relevanz nicht von vornherein verneint werden kann, dem RAD zur Stellung
nahme unterbreitet werden
(Urteil des Bundesgerichts 9C_417/2016
vom 13. September 2016
E. 2). Angesichts der dem Bericht zukommenden Beweiskraft (vgl. E. 4.2 vorstehend) und de
s
Umstand
es
, dass keine widersprüchlichen fach
ärztlichen Meinungen bestehen
,
sowie der Klarheit der Aussage im Bericht war die Beschwerdegegnerin nicht gehalten, diesen dem RAD vorzulegen.
4.4
Was den
von der
Beschwerdeführer
in
am 17. August 2022 (Urk. 12)
eingereichten
Psychiatrie Z._
-
Bericht
vom
12. August 2022
(Urk.
1
3) angeht, beruht dieser auf einer
Behandlungsphase ab dem 10. März 2022 nach Selbstzuweisung
bei zu diesem Zeitpunkt erlebte
r
Müdigkeit und Kraftlosigkeit (
«
Aktuell sei sie sehr müde und kraftlos. [...] am Morgen habe sie Mühe aufzustehen. Die Stimmung sei über
wiegend traurig und sie habe ständig Gedankenkreisen.
»
, S. 2 Mitte)
mit einem in dieser Zeit erhobenen
Befund (S. 1 unten). Hinweise auf
eine Verschlechterung des
Gesundheitszustand
s
in der Zeit
vor Erlass des hier angefochtenen Entscheids
sind dem aktuellsten Bericht der
Psychiatrie Z._
nicht
zu entnehmen
. Der
darin
beschriebene Gesundheitszustand liegt damit zeitlich deutlich nach dem 7. Dezember 2021 und
lässt
für den vorliegend zu beurteilenden Gesundheitszustand bis zum Ver
fügungszeitpunkt
keine Rückschlüsse zu
, da
er
nicht geeignet ist, die Beurteilung im Zeitpunkt des Erlasses der Verwaltungsverfügung zu beeinflussen (Urteil des Bundesgerichts 8C_95/2017 vom 1
5.
Mai 2017 E. 5.1).
Entgegen der Ansicht der Beschwerdeführerin (Urk. 12 S. 1) lässt sich
allein
aus dem Umstand, dass die
Psychiatrie Z._
-Ärzte in diesem
B
ericht ebenso eine s
chizoaffektive Störung, gegenwärtig depressiv
,
diagnostizierten wie Dr.
A._
im Juli 2020
und ab
10. März 2022 von einer
erheblich eingeschränkten Arbeitsfähigkeit
ausg
ing
en, nicht darauf
schliessen
, dass sich der Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin
bereits
vor dem 7. Dezember 2021
anspruchsrelevant
verschlechtert
hat
.
4.
5
Nachdem auf den Bericht von
med.
pract
.
C._
vom 4. September 2021 (E. 3.6) zur Beurteilung des Gesundheitszustandes der Beschwerdeführerin
abzustellen ist, bestehen keine
Zweifel an Vollständigkeit und/oder Richtigkeit der bisher ge
troffenen Tatsachenfeststellung
durch die Beschwerdegegnerin. V
on
eventualiter beantragten
zusätzlichen Abklärungsmassnahmen
sind somit auch keine
neue
n
wesentliche
n Erkenntnisse zu erwarten, weshalb darauf zu ver
zichten ist
(an
tizipierende Beweiswürdigung; BGE 136 I 229 E. 5.3
mit weiteren Hinweisen).
Damit ist
davon auszugehen, dass
die Beschwerdeführerin
zumindest ab
dem
31. August 2021 (Datum der letzten vorangehenden Kontrolle)
bis jedenfalls zum Zeitpunkt des Erlasses des angefochtenen Entscheids
i
n jeglicher Tätigkeit mindestens
zu
73
%
(6 Stunden/durchschnittliche Tagesarbeitssollzeit von 8,24 Stunden)
und i
n einem allfälligen
Aufgabenbereich zu 100 % arbeitsfähig war, womit insgesamt
unabhängig von der Qualifikation ein
rentenausschliessende
r
Invaliditätsgrad resultiert
(vgl. E. 1.4-5 vorstehend)
.
Demnach hat die Beschwerdegegnerin grundsätzlich zu Recht von der Zusprache einer
un
befristeten
Invalidenrente abgesehen.
4.6
Zu beachten gilt es jedoch auch, dass
sich die Beschwerdeführerin am
10.
Dezember 2019 (Urk.
7/1)
zum Leistungsbezug angemeldet hatte,
das Warte
jahr gemäss Art. 28
Abs.
1 lit. b IVG am 12. August 2020 erfüllt war, sie
zu diesem Zeitpunkt zu 100 % arbeitsunfähig
war
und gemäss Bericht von med.
pract
.
C._
vom
4.
September 2021 bis zur aktuell attestierten Verbesserung
des Gesundheitszustandes
auch
in jeglicher Tätigkeit
blieb (
Urk.
7/50/6)
und die Ein
gliederungsmassnahmen sowie die damit zusammenhängenden Taggeld
zahlungen
vom
8.
Februar bis
7.
Mai 2021
dauerten respektive ausbezahlt
wurden
(vgl. Sachverhalt Ziff. 1, E. 3.6 vorstehend). Eine
leistungsrelevante
Ver
besserung des Gesundheitszustandes der Beschwerdeführerin
ist
erst
mit dem Befund vom
31. August 2021 (E. 3.6)
mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt
.
N
ach der gesetzlichen Konzeption kann
aber
eine Rente vor der Durch
führung von Eingliederungsmassnahmen (allenfalls auch rückwirkend) nur zu
gesprochen werden, wenn die versicherte Person wegen ihres Gesundheits
zustandes nicht oder noch nicht eingliederungsfähig war (
BGE 121 V 190 E. 4a
;
Urteil
des Bundesgerichts
9C_108/2012 vom
5.
Juni 2012 E. 2.2.1;
Meyer/Reich
muth
, Rechtsprechung des Bundesgerichts zum IVG,
3.
Aufl. 2014,
N.
16 zu
Art.
28 IVG). Diese Grundsätze finden auch Anwendung auf Int
egrations
massnahmen,
wie sie der
Beschwerdeführer
in
zugesprochen worden waren
(Urteil des Bundesgerichts 9C_380/2021 vom 3
1.
Januar 2022 E. 5.1).
Nachdem
Dr.
A._
die Beschwerdeführerin im Juli 2020 als eingliederungsfähig beurteilt und ein Belastbarkeitstraining zur Steigerung der Arbeitsfähigkeit empfohlen hatte (
Urk.
7/17/14), absolvierte die Beschwerdeführerin vom
8.
Februar bis
7.
Mai 2021 das Belastbarkeitstraining in der Stiftung
B._
zwecks Steigerung der Belastbarkeit
(vgl. Zielvereinbarung vom
9.
Februar 2021
,
Urk.
7/25/1-4). Entsprechend ist vom Vorliegen einer Eingliederungsfähigkeit nach Ablauf des Wartejahres am 1
2.
August 2020 auszugehen, was der ausnahmsweisen Zu
sprache einer Invalidenrente vor Abschluss der Eingliederungsmassnahmen selbst beim Scheitern der Eingliederungsmassnahmen entgegensteht (Urteile des Bundesgerichts 9C_689/2019 vom 2
0.
Dezember 2019 E. 3.1, 9
C
_450/2019 vom 1
4.
November 2019 E. 3.3.1).
Damit steht der Beschwerdeführerin eine
vo
m
8. Mai 2021 bis 30. November 2021 befristete ganze Rente zu (A
rt.
88
a
Abs.
1
IVV
, vgl. zur Rentenauszahlung für den ganzen Monat Mai 2021 unter ent
sprechender Taggeldkürzung:
Art.
47
Abs.
2 IVG
).
Die Beschwerde ist folglich in diesem Sinne teilweise gutzuheissen.
Hinzuweisen bleibt die
Beschwerdeführerin, dass es ihr jederzeit offensteht, sich aufgrund einer Verschlechterung des Gesundheitszustandes bei der Beschwerde
gegnerin neuerlich zum Leistungsbezug anzumelden.
5.
5.1
Da es vorliegend um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungs
leistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrensaufwand unabhängig vom Streitwert auf Fr. 800.-- festzulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG) und entsprechend dem Verfahrensausgang
- angesichts der von der Beschwerdeführerin beantragten unbefristeten ganzen Invalidenrente und der
erfolgten Zusprache einer auf
sieben Monate befristeten Rente -
der Beschwerdeführerin zu
d
rei
V
iertel
n
und der Beschwerdegegnerin zu einem Viertel aufzuerlegen.
5.2
Anspruch auf Ersatz der Parteikosten hat grundsätzlich die obsiegende Beschwerde führende Person, die erhebliche Auslagen im Rahmen des Prozesses gehabt hat (Art. 61 lit. g ATSG). Nach
§
34
Abs.
3 des Gesetzes über das Sozial
versicherungsgericht bemisst sich die Höhe der gerichtlich festzusetzenden Ent
schädigung nach der Bedeutung der Streitsache, der Schwierigkeit des Prozesses und dem Mass des Obsiegens, jedoch ohne Rücksicht auf den Streitwert. Der
Rechtsvertreter hat keine Kostennote eingereicht. Die Entschädigung ist daher unter Berücksichtigung der genannten Kriterien auf
Fr.
500
.-- (inklusive Bar
auslagen und Mehrwertsteuer) festzusetzen.