# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** d36dc307-04b8-4945-bf27-85f7342d53c0
**Court:** ZH_OG
**Chamber:** ZH_OG_001
**Year:** 2017
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

betreffend Eheschutz
Berufung gegen ein Urteil des Einzelgerichts im summarischen Verfahren am Bezirksgericht Uster vom 29. November 2016 (EE160099-I)
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Rechtsbegehren Gesuchstellerin: (Urk. 10)
"1. Es sei der Gesuchstellerin das Getrenntleben zu bewilligen und davon Vormerk zu nehmen, dass die Parteien seit dem 1.7.2015 getrennt leben.
2. Es sei der Gesuchstellerin die eheliche Liegenschaft, C. ..., D._, samt Hausrat und Mobiliar für die Dauer des Getrenntlebens zur alleinigen Benutzung zuzuweisen.
3. Es sei die Obhut für die Kinder E._, geb. tt.mm.2003, und F._, geb. tt.mm.2006, der Gesuchstellerin zuzuweisen.
4. Es sei dem Gesuchsgegner ein angemessenes Besuchsrecht einzuräumen.
5. Es sei der Gesuchsgegner zu verpflichten, rückwirkend ab dem 1.1.2016 für die weitere Dauer des Getrenntlebens an den  der Gesuchstellerin und der Kinder angemessene monatliche Unterhaltsbeiträge von Fr. 3'944.- [recte: Fr. 3'956.–] (zuzüglich Kinderzulagen) zu leisten, d.h. je Fr. 1'200.- (zuzüglich ) für die Kinder und Fr. 1'556.- für die Gesuchstellerin .
6. Es sei mit Wirkung ab dem 25.8.2016 die Gütertrennung .
7. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (zuzüglich 8% MwSt.) zulasten des Gesuchsgegners."
Rechtsbegehren Gesuchsgegner: (Urk. 11)
"1. Es sei dem Gesuchsgegner das Getrenntleben zu bewilligen und davon Vormerk zu nehmen, dass die Parteien seit dem 1. Juli 2015 getrennt leben.
2. Die eheliche Wohnung, C._-Str. ..., D._, sei samt  und Mobiliar für die Dauer des Getrenntlebens der  zur alleinigen Benutzung zuzuweisen.
3. Die Betreuung der gemeinsamen Kinder, E._, geb. tt.mm.2003, und F._, geb. tt.mm.2006, sei wie folgt zu :
Der Gesuchsgegner betreut die Kinder an zwei Wochenenden pro Monat von Freitag Abend bis Sonntag Abend sowie an vier  Tagen/Nächten [recte] pro Monat, welche die Parteien  im Voraus absprechen.
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Der Gesuchsgegner betreut die Kinder sodann während drei  während der Schulferien. Weitergehende Betreuung durch den Gesuchsgegner im  der Beteiligten sei vorzubehalten.
4. Der Gesuchsgegner sei zu verpflichten, der Gesuchstellerin ab dem 1. Oktober 2016 für die Kinder je einen Unterhaltsbeitrag von Fr. 500.--, zuzüglich Kinderzulagen zu bezahlen, zahlbar im  auf den Ersten eines jeden Monats.
5. Der Anspruch auf Auflösung des Güterstandes per 25. August 2016 wird anerkannt.
6. Die Anträge der Gesuchstellerin, die nicht mit diesen Anträgen übereinstimmen, seien abzuweisen.
7. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (zzgl. MWSt.) zu Lasten der Gesuchstellerin."
Urteil des Einzelgerichts im summarischen Verfahren am Bezirksgericht Uster:
(Urk. 26 = Urk. 29)
1. Die Parteien werden zum Getrenntleben berechtigt erklärt und es wird davon
Vormerk genommen, dass sie bereits seit dem 1. Juli 2015 getrennt leben.
2. Die Obhut für die aus der Ehe der Parteien hervorgegangenen Kinder
E._, geboren am tt.mm.2003, F._, geboren am tt.mm.2006, wird
der Gesuchstellerin zugeteilt.
3. Die Betreuung der Kinder wird wie folgt geregelt:
Der Gesuchsgegner betreut E._ und F._:
− an den Wochenenden gerader Kalenderwochen von Freitag, 18.00 Uhr, bis Sonntag, 18.00 Uhr, sowie
− an jeweils einem Wochentag von 18.00 Uhr bis zum folgenden Morgen (Schulbeginn).
Ausserdem verbringen E._ und F._ während der Schulferien drei
Wochen pro Jahr zusammen mit dem Gesuchsgegner. Die Parteien spre-
chen sich über die Aufteilung der Ferien mindestens drei Monate im Voraus
ab. Können sie sich nicht einigen, so kommt dem Gesuchsgegner in Jahren
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mit gerader Jahreszahl das Entscheidungsrecht bezüglich der Aufteilung der
Ferien zu; in Jahren mit ungerader Jahreszahl der Gesuchstellerin.
In der übrigen Zeit werden E._ und F._ von der Gesuchstellerin
betreut.
Weitergehende oder abweichende Betreuungsregelungen auf einvernehmli-
cher Basis und unter Rücksichtnahme auf die Interessen und Bedürfnisse al-
ler Familienmitglieder bleiben vorbehalten.
4. Die eheliche Wohnung an der C._-Strasse ... in D._ wird samt
Hausrat und Mobiliar der Gesuchstellerin für die Dauer des Getrenntlebens
zur alleinigen Benützung zugewiesen.
5. Der Gesuchsgegner wird verpflichtet, der Gesuchstellerin für die Dauer des
Getrenntlebens monatliche Beiträge von insgesamt Fr. 3'956.– (zuzüglich
allfälliger gesetzlicher oder vertraglicher Familien-, Kinder- und Ausbildungs-
zulagen) zu bezahlen, nämlich Fr. 1'200.– (zuzüglich allfälliger gesetzlicher
oder vertraglicher Familien-, Kinder- und Ausbildungszulagen) für jedes Kind
und Fr. 1'556.– für die Gesuchstellerin persönlich. Die Unterhaltsbeiträge
sind im Voraus jeweils auf den Ersten eines jeden Monats zahlbar, rückwir-
kend ab dem 1. Januar 2016.
6. Es wird davon Vormerk genommen, dass der Gesuchsgegner der Gesuch-
stellerin für die Unterhaltspflicht in der Zeit vom 1. Januar 2016 bis zum
30. November 2016 bereits Kinder- und Ehegattenunterhaltsbeiträge in der
Höhe von insgesamt Fr. 32'550.– bezahlt hat. Die Unterhaltsschuld des Ge-
suchsgegners für diesen Zeitraum beträgt noch Fr. 10'966.–.
7. Die Gütertrennung wird mit Wirkung ab dem 25. August 2016 angeordnet.
8. Die Entscheidgebühr wird festgesetzt auf Fr. 3'600.–.
9. Die Kosten werden der Gesuchstellerin zu zwei Fünfteln und dem Gesuchs-
gegner zu drei Fünfteln auferlegt. Sie werden von der Gesuchstellerin unter
Verrechnung mit dem von ihr geleisteten Kostenvorschuss bezogen, sie sind
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ihr jedoch vom Gesuchsgegner im Umfang der über zwei Fünftel hinausge-
henden und aus dem Kostenvorschuss der Gesuchsgegnerin bezogenen
Kosten zu ersetzen.
10. Der Gesuchsgegner wird verpflichtet, der Gesuchstellerin eine reduzierte
Parteientschädigung von Fr. 1'356.05 (inkl. MwSt.) zu bezahlen.
11. (Schriftliche Mitteilung)
12. (Rechtsmittelbelehrung: Berufung, 10 Tage Frist)
Berufungsanträge:
des Gesuchsgegners und Berufungsklägers (Urk. 28 S. 2):
1. Das Urteil des Bezirksgerichts Uster vom 29. November 2016 sei in den Ziff. 5, 6, 9 und 10 aufzuheben und durch folgende  zu ersetzen:
Ziff. 5 Der Gesuchsgegner wird verpflichtet, der Gesuchstellerin für die Dauer des Getrenntlebens für jedes Kind monatliche  von Fr. 1'200.–, zuzüglich allfälliger gesetzlicher oder vertraglicher Familien-, Kinder- und Ausbildungszulagen, zu , zahlbar im Voraus jeweils auf den Ersten eines jeden , rückwirkend ab dem 1. Januar 2016.
Eventualiter sei der Gesuchsgegner ausserdem zu verpflichten, der Gesuchstellerin einen Unterhaltsbeitrag von Fr. 63.– pro  zu bezahlen, zahlbar im Voraus jeweils auf den Ersten eines jeden Monats, rückwirkend ab dem 1. Januar 2016.
Ziff. 6 An die Unterhaltspflicht gemäss Ziff. 5 sind Zahlungen von Fr. 32'550.– anzurechnen, die bis zum Erlass des Urteils des  Uster vom 29. November 2016 erfolgt sind.  sind die Zahlungen während des obergerichtlichen  anzurechnen.
Ziff. 9 Die Kosten werden den Parteien je zur Hälfte auferlegt. Sie  von der Gesuchstellerin unter Verrechnung mit dem von ihr geleisteten Kostenvorschuss bezogen, sie sind ihr jedoch vom Gesuchsgegner im Umfang der über die Hälfte hinausgehenden und aus dem Kostenvorschuss der Gesuchsgegnerin [recte: ] bezogenen Kosten zu ersetzen.
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Ziff. 10 Es werden keine Parteientschädigungen zugesprochen.
2. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (zzgl. MWSt.) zu Lasten der Gesuchstellerin.
der Gesuchstellerin und Berufungsbeklagten (Urk. 39 S. 2):
" 1. Es sei in Abänderung von Dispositiv Ziff. 5 des Urteils des  Uster vom 29.11.2016 der Berufungskläger zu , rückwirkend ab 1.1.2016 monatliche Unterhaltsbeiträge für die beiden Kinder und die Berufungsbeklagte wie folgt zu :
Barunterhalt E._: Fr. 1'200.– (zuzüglich Kinderzulagen) ab 1.1.2016 bis 31.12.2016 Fr. 1'600.– (zuzüglich Kinderzulagen) ab 1.1.2017 für die weitere
Dauer des Getrenntlebens
Barunterhalt F._:
Fr. 1'200.– (zuzüglich Kinderzulagen) ab 1.1.2016 bis 31.12.2016 Fr. 1'800.– (zuzüglich Kinderzulagen) ab 1.1.2017 für die weitere
Dauer des Getrenntlebens
Unterhalt Berufungsbeklagte persönlich: Fr. 1'556.– ab 1.1.2016 bis 31.12.2016 Fr. 556.– ab 1.1.2017 für die weitere Dauer des Verfahrens
Zahlbar monatlich im Voraus auf den Ersten eines jeden Monats. 2. Im Übrigen sei die Berufung abzuweisen.
3. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (zuzügl. 8% MwSt.)  des Berufungsklägers."

## Considerations

Erwägungen:
I. Sachverhalt und Prozessgeschichte
1. Die Parteien sind verheiratet und haben zwei gemeinsame Kinder: E._,
geboren am tt.mm.2003, und F._, geboren am tt.mm.2006. Mit Eingabe vom
25. August 2016 machte die Gesuchstellerin und Berufungsbeklagte (nachfolgend
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Gesuchstellerin) bei der Vorinstanz das vorliegende Eheschutzverfahren anhän-
gig (Urk. 1). Seit dem 1. Juli 2015 leben die Parteien getrennt (Urk. 29 S. 29, Dis-
positivziffer 1). Nachdem anlässlich der beiden vorinstanzlichen Verhandlungen
vom 19. Oktober 2016 und 29. November 2016 keine Einigung erzielt werden
konnte (Prot. I S. 5 ff.), regelte die Vorinstanz mit Urteil vom 29. November 2016
das Getrenntleben der Parteien und die damit verbundenen Nebenfolgen (Urk.
29). Der übrige Verlauf des erstinstanzlichen Verfahrens kann dem angefochte-
nen Entscheid entnommen werden (Urk. 29 E. 1).
2. Gegen das Urteil vom 29. November 2016 erhob der Gesuchsgegner mit
Eingabe vom 20. Januar 2017 innert Frist (vgl. Urk. 27) Berufung mit den vorste-
hend angeführten Berufungsanträgen. Zusätzlich stellte er das Gesuch, es sei
seiner Berufung die aufschiebende Wirkung zu erteilen (Urk. 1 S. 2). Die vorin-
stanzlichen Akten wurden beigezogen (Urk. 1 bis 27). Der vom Gesuchsgegner
einverlangte Kostenvorschuss wurde innert Frist geleistet (Urk. 31 und 36). Nach-
dem die Gesuchstellerin zum Gesuch um Erteilung der aufschiebenden Wirkung
Stellung genommen hatte (Urk. 32), wurde der Berufung mit Verfügung vom
6. März 2017 gegen die Dispositivziffern 5, 6, 9 und 10 die aufschiebende Wir-
kung erteilt, hinsichtlich der Dispositivziffern 5 und 6 jedoch lediglich bis zum 28.
Februar 2017. Im Übrigen, das heisst hinsichtlich der Unterhaltsbeiträge ab
1. März 2017, wurde das Gesuch um aufschiebende Wirkung abgewiesen
(Urk. 37, Dispositivziffer 1). Die Berufungsantwort, mit welcher die Gesuchstellerin
die eingangs wiedergegebenen Anträge stellte (Urk. 39 S. 2), datiert vom
24. März 2017, die Stellungnahme des Gesuchsgegners hierzu vom 20. April
2017 (Urk. 45).
3. Das Verfahren erweist sich als spruchreif.
II. Vorbemerkungen
1. Der Gesuchsgegner wendet sich mit seiner Berufung gegen den in der Dis-
positivziffer 5 des angefochtenen Entscheids festgelegten Ehegattenunterhalt, ge-
gen die in Dispositivziffer 6 vorgenommene Vormerknahme der von ihm bereits
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geleisteten Kinder- und Ehegattenunterhaltsbeiträge sowie gegen den in den Dis-
positivziffern 9 und 10 gefällten Entscheid betreffend die Kostenverteilung. Die
Dispositivziffern 1 bis 4 sowie 7 und 8 blieben unangefochten. In diesem Umfang
ist das vorinstanzliche Urteil in Teilrechtskraft erwachsen, was vorzumerken ist
(Art. 315 Abs. 1 ZPO).
2. Am 1. Januar 2017 trat die Änderung des Schweizerischen Zivilgesetzbu-
ches vom 20. März 2015 (Kindesunterhalt; AS 2015 4299 ff.) in Kraft (AS 2015
5017). Das neue Recht findet auf Verfahren, die bei Inkrafttreten vor einer kanto-
nalen Instanz rechtshängig sind, Anwendung (vgl. Art. 13cbis SchlT ZGB). Für das
vorliegende Verfahren gilt somit ab dem 1. Januar 2017 zur Bestimmung der
(Kinder)Unterhaltsbeiträge das neue Recht.
3.1 Korrespondierend zur Änderung des Kindesunterhaltsrechts wurde auch die
Zivilprozessordnung angepasst (vgl. AS 2015 4299, 4305 ff.). Für Verfahren, die
bei Inkrafttreten der Änderungen vom 20. März 2015 rechtshängig sind, gilt das
neue Recht (Art. 407b Abs. 1 ZPO). Damit ist auf das vorliegende Verfahren auch
das neue Prozessrecht anwendbar.
3.2 Von Bedeutung ist zunächst insbesondere Art. 407b Abs. 2 2. Teilsatz ZPO,
wonach nicht angefochtene Teile eines Entscheids verbindlich bleiben, sofern sie
sachlich nicht derart eng mit noch zu beurteilenden Rechtsbegehren zusammen-
hängen, dass sinnvollerweise eine Gesamtbeurteilung stattfinden muss. Ein solch
enger sachlicher Zusammenhang kann beispielsweise bestehen, wenn in einem
Scheidungs- oder Eheschutzverfahren der Unterhaltsbeitrag für Kinder und einen
Ehegatten festzulegen sind (BSK ZPO-Willisegger, Art. 407b N 16). Dies ist vor-
liegend der Fall, weshalb Dispositivziffer 5 des angefochtenen Entscheids auch
hinsichtlich der unangefochten gebliebenen Kinderunterhaltsbeiträge nicht in
Rechtskraft erwachsen ist (so auch bereits aufgrund Art. 282 Abs. 2 ZPO; zu des-
sen Anwendbarkeit in Eheschutzverfahren vgl. OGer ZH LE140061 vom
26.06.2015, E. II/2).
3.3 Gemäss Art. 407b Abs. 2 1. Teilsatz ZPO sind sodann Rechtsbegehren, die
durch den Wechsel des anwendbaren Rechts veranlasst werden, zulässig. Neue
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Rechtsbegehren können auch vor zweiter Instanz gestellt werden (OGer ZH
LY160039 vom 29.03.2017, E. II/1.2; Dolder, Betreuungsunterhalt: Verfahren und
Übergang, in: FamPra 2016 S. 917 ff., S. 924; Schwander, Grundsätze des inter-
temporalen Rechts und ihre Anwendung auf neuere Gesetzesrevisionen, in: AJP
2016 S. 1575 ff., S. 1585), und zwar unabhängig von den sonst geltenden pro-
zessualen Beschränkungen der Klageänderung gemäss Art. 317 Abs. 2 ZPO. Die
von der Gesuchstellerin mit ihrer Berufungsantwort vom 24. März 2017 vorge-
nommenen Änderungen der Anträge hinsichtlich der Unterhaltsbeiträge sind ent-
sprechend zuzulassen.
4.1 Mit der Berufung können die unrichtige Rechtsanwendung und unrichtige
Sachverhaltsfeststellung gerügt werden (Art. 310 ZPO). Es gilt dabei insofern eine
Rüge- bzw. Begründungsobliegenheit, als dass die Berufung führende Partei sich
mit den Erwägungen der Vorinstanz im Einzelnen auseinanderzusetzen und kon-
kret aufzuzeigen hat, was am angefochtenen Urteil oder am Verfahren der Vorin-
stanz falsch war (BGE 138 III 374 E. 4.3.1; OGer ZH LF140108 vom 24. März
2015, E. 2.1). Die Rechtsmittelinstanz muss nicht nach allen denkbaren möglich-
en Fehlern forschen (ZK ZPO-Reetz/Theiler, Art. 311 N 36; Hungerbühler, DI-KE-
Komm-ZPO, Art. 311 N 30 ff.; ZWR 2014 S. 270, S. 271 f.). Vielmehr muss der
Berufungskläger die vorinstanzlichen Erwägungen bezeichnen, die er anficht, sich
inhaltlich mit diesen auseinandersetzen und die Aktenstücke nennen, auf denen
seine Kritik beruht (BGE 138 III 374 E. 4.3.1; BGer 5A_751/2014 vom 28. Mai
2015, E. 2.1). Was nicht oder nicht in einer den gesetzlichen Begründungsanfor-
derungen genügenden Weise beanstandet wird, braucht die Rechtsmittelinstanz
nicht zu überprüfen. Das gilt zumindest solange, als ein Mangel nicht geradezu
ins Auge springt (BGer 4A_258/2015 vom 21. Oktober 2015, E. 2.4.3). Ist die Be-
rufung überhaupt nicht oder zumindest völlig unzureichend begründet, hat dies
ein Nichteintreten zur Folge (ZK ZPO-Reetz/Theiler, Art. 311 N 38 mit weiteren
Hinweisen).
4.2 Neue Tatsachen können gemäss Art. 317 Abs. 1 ZPO im Berufungsverfah-
ren nur noch berücksichtigt werden, wenn diese ohne Verzug vorgebracht wurden
und wenn sie trotz zumutbarer Sorgfalt nicht schon vor erster Instanz vorgebracht
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werden konnten. Der im Berufungsverfahren geltende Untersuchungsgrundsatz
(vgl. Art. 272 ZPO) ändert daran nichts (BGE 138 III 625 E. 2.2; BGE 138 III 788
E. 4.2).
4.3 Gemäss Art. 272 ZPO gilt in eherechtlichen Summarverfahren der Untersu-
chungsgrundsatz, was bedeutet, dass das Gericht den Sachverhalt von Amtes
wegen feststellt. In Kinderbelangen und somit auch hinsichtlich des Kindesunter-
haltes gelten die Offizial- und die strenge Untersuchungsmaxime (Art. 296 ZPO).
Die Berufungsinstanz ist im Anwendungsbereich der Offizialmaxime nicht an die
Rechtsmittelanträge gebunden bzw. darf von diesen abweichen. Das Verbot der
reformatio in peius gilt in diesen Fällen nicht (BGE 137 III 617 E. 4.5.3; OGer ZH
LE160028 vom 20.09.2016, E. II/3; OGer ZH LE140060 vom 29.01.2015, E. 4.5).
III. Materielles
1. Berechnungsmethoden für Unterhaltsbeiträge
1.1 Die Vorinstanz wandte für die Unterhaltsberechnung die zweistufige Metho-
de mit Freibetragsaufteilung an. Sie begründete dieses Vorgehen damit, dass die
Gesuchstellerin glaubhaft dargelegt habe, dass während des Zusammenlebens
der Parteien keine Sparquote habe gebildet werden können. Dies sei vom Ge-
suchsgegner nicht bestritten worden. Er gebe selber an, mit der zweistufigen Me-
thode zu rechnen, führe jedoch aus, dass in einem Falle, in welchem ein Unter-
haltsanspruch bestehe und die unterhaltsberechtigte Person ihr Einkommen deut-
lich steigere, dieses an den Unterhaltsanspruch anzurechnen sei. Der Gesuchs-
gegner verkenne dabei, dass der Gesuchstellerin zusammen mit den Kindern
auch ein Anteil am Überschuss zustehe. Während der Ehe seien die trennungs-
bedingten Mehrkosten noch nicht angefallen, weshalb davon auszugehen sei,
dass dannzumal ebenso ein Überschuss bestanden habe, auch wenn das Ein-
kommen der Gesuchstellerin damals tiefer gewesen sei. Dieser Überschuss sei
den Parteien während der Ehe zur Verfügung gestanden und für die Bestreitung
der Lebenshaltungskosten verwendet worden (Urk. 29 E. 7.4.2).
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1.2 Der Gesuchsgegner rügt im Berufungsverfahren zunächst, die Vorinstanz
hätte aufgrund der übereinstimmenden Parteibehauptungen feststellen müssen,
dass während des Zusammenlebens eine Sparquote von Fr. 1'128.– bestanden
habe (Urk. 28 Rz. 30). Sodann wirft er der Vorinstanz vor, zu missachten, dass
der Unterhalt maximal die Fortführung der ehelichen Lebenshaltung sicherstellen
solle und dass der unterhaltsberechtigte Ehegatte sich seine Eigenversorgungs-
kapazität anrechnen lassen müsse. Die Vorinstanz habe der Gesuchstellerin ei-
nen Unterhaltsbeitrag zugesprochen, den sie nicht brauche, um ihren ehelichen
Lebensstandard beibehalten zu können. Vielmehr reiche das Einkommen der Ge-
suchstellerin zur Deckung dieses Bedarfes aus. Gemäss bundesgerichtlicher
Rechtsprechung müsse ein Mehreinkommen aufgrund Einkommenssteigerung
noch während des Zusammenlebens erzielt worden sein, damit es als Teil des
ehelichen Lebensstandards berücksichtigt werden könne. Erziele der anspruchs-
berechtigte Ehegatte jedoch erst nach der Trennung ein höheres Einkommen,
werde der eheliche Lebensstandard aufgrund des zuletzt vorhandenen Einkom-
mens berechnet. Das (Mehr)Einkommen müsse der unterhaltsberechtigte Ehegat-
te zur Deckung seines Unterhaltsanspruchs verwenden (Urk. 28 Rz. 31 ff.). Vor-
liegend hätten sich die Parteien im Juli 2015 getrennt. Am 1. September 2015 –
und damit nach der Trennung – habe die Gesuchstellerin eine zusätzliche Er-
werbstätigkeit aufgenommen. Dieser Mehrverdienst gehöre nicht zum ehelichen
Lebensstandard, sondern diene dazu, den ehelichen Lebensstandard zu decken.
Deshalb hätte die Vorinstanz den Unterhaltsanspruch der Gesuchstellerin im
Zeitpunkt der Trennung berechnen und davon ihren aktuellen Verdienst abziehen
müssen (Urk. 28 Rz. 36 ff.). Er habe vor Vorinstanz den ehelichen Lebensstan-
dard der Gesuchstellerin mit den Kindern im Zeitpunkt der Trennung unter Be-
rücksichtigung der trennungsbedingten Mehrkosten auf Fr. 6'860.– beziffert. Die-
ser Betrag sei von der Gesuchstellerin nicht bestritten worden. Werde davon nun
der Bedarf der Kinder abgezogen, ergebe dies einen Bedarf der Gesuchstellerin
von Fr. 4'771.– eventualiter Fr. 3'960.– (vgl. die diesbezüglichen Berechnungen in
Urk. 28 Rz. 44 f.). Daraus sei ersichtlich, dass die Gesuchstellerin mit ihrem Ein-
kommen mehr verdiene, als sie brauche, um ihren ehelichen Lebensstandard zu
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decken. Ihr verbleibe sogar ein Überschuss, weshalb sie keinen Anspruch auf Un-
terhalt habe (Urk. 28 Rz. 46).
1.3 Diesen Ausführungen widerspricht die Gesuchstellerin in ihrer Berufungsant-
wort und hält fest, vor Vorinstanz lediglich eine Sparquote im Umfang von
Fr. 494.– anerkannt zu haben. Im darüberhinausgehenden Betrag habe sie eine
Sparquote bestritten und hierbei auf die Steuererklärungen 2014 und 2015 ver-
wiesen, woraus sich insgesamt ein Vermögensrückgang ergebe (Urk. 39 Ziff. 2.2).
Sodann habe sie den während der Ehe von den Parteien verbrauchten Freibetrag
detailliert dargelegt und darauf hingewiesen, dass die Sparquote von monatlich
Fr. 494.– durch Mehrkosten des Getrenntlebens von monatlich mehr als
Fr. 2'500.– bei Weitem aufgebraucht werde (Urk. 39 Ziff. 3.2). Ihr Mehreinkommen
vermöge die Mehrkosten des Getrenntlebens sowie die vom Gesuchsgegner gel-
tend gemachte Einbusse seines Einkommens nicht zu kompensieren. Daraus fol-
ge, dass der von der Vorinstanz in Anwendung der zweistufigen Berechnungsme-
thode für die Kinder und die Gesuchstellerin festgelegte Unterhaltsbeitrag die von
den Parteien während des Zusammenlebens innegehabte Lebenshaltung nicht
überschreite (Urk. 28 Rz. 3.4).
1.4 Wie bereits die Vorinstanz korrekt aufführte, schreibt das Gesetz zur Ermitt-
lung des gebührenden Unterhalts keine bestimmte Berechnungsmethode vor.
Dem Grundsatze nach stehen die einstufig konkrete oder die zweistufige Methode
zur Verfügung. Bei der einstufigen Berechnungsweise werden sämtliche Positio-
nen des bisherigen Lebensstandards konkret, das heisst anhand der tatsächlich
getätigten Ausgaben ermittelt. Relevant ist die vor der Trennung gelebte Lebens-
haltung (BGer 5A_610/2012 vom 20. März 2013, E. 3). Bei der zweistufigen Me-
thode werden von den gemeinsamen Einkünften der Parteien zunächst die beid-
seitigen familienrechtlichen Grundbedarfe abgezogen. Ein (allenfalls) verbleiben-
der Überschuss ist unter den Parteien aufzuteilen. Je nach den wirtschaftlichen
Verhältnissen kann es sich für die Zwecke der Unterhaltsberechnung bei der
zweistufigen Methode rechtfertigen, den Notbedarf der Parteien um gewisse Posi-
tionen, die (qualitativ oder quantitativ) über das Existenzminimum hinausgehen,
zu erweitern (BGer 5A_20/2016 vom 5. Oktober 2016, E. 4.3.3; BGer 5A_425/
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2015 vom 5. Oktober 2015, E. 3.3; vgl. zum diesbezüglichen "Numerus clausus"
aber nachfolgend E. III/2.1). Der Streit über die Wahl der Berechnungsmethode
sowie deren korrekte Anwendung betrifft eine Rechtsfrage (BGer 5A_425/2015
vom 5. Oktober 2015, E. 3.2).
Die zweistufige Methode eignet sich grundsätzlich für alle finanziellen Verhältnis-
se, in denen die Ehegatten nichts angespart haben (BGE 140 III 337 E. 4.2.2 mit
weiteren Hinweisen). Wurde somit das gesamte Einkommen effektiv für den Un-
terhalt der Familie verwendet, gelangt für die Bemessung der Unterhaltsbeiträge
auch bei hohen Einkommen die Methode der Grundbedarfsberechnung mit Über-
schussaufteilung zur Anwendung (BGE 140 III 485 E. 3.3). Der Umstand, dass die
Ehegatten während des Zusammenlebens ein überdurchschnittlich hohes Ein-
kommen erzielten, steht der Anwendung der zweistufigen Methode sodann nicht
entgegen, wenn feststeht, dass die Parteien während der Ehe keine Ersparnisse
gebildet haben (BGer 5A_24/2016 vom 23. August 2016, E. 3.4.2). In diesem Zu-
sammenhang trägt der Unterhaltsschuldner, der eine Sparquote behauptet, hier-
für die Behauptungs- und Beweislast. Dass der Eheschutzrichter den Sachverhalt
von Amtes wegen festzustellen hat (Art. 272 ZPO), enthebt den Unterhaltsschuld-
ner zwar von der subjektiven Beweislast bzw. Beweisführungslast, ändert aber
nichts an seiner Mitwirkungspflicht, aufgrund derer die Sparquote behauptet, be-
ziffert und soweit möglich belegt werden muss. Damit ist gleichzeitig gesagt, dass
es weder vom Ermessen des Sachrichters noch von Billigkeitsgesichtspunkten
abhängt, ob eine Sparquote zu berücksichtigen ist oder nicht (BGE 140 III 485 E.
3.3 mit weiteren Hinweisen). Zwingend ist die Wahl der einstufigen Berech-
nungsmethode indes auch bei einer belegten Sparquote nicht. Es ist stets auf den
Einzelfall abzustellen und die für die konkreten Umstände geeignetste Vorge-
hensweise zu wählen. Eine Vermischung der Berechnungsmethoden ist jedoch
unzulässig (vgl. BGer 5A_61/2015 vom 20. Mai 2015, E. 4.2.2; BGE 140 III 485 E.
3.5.2 f.; BGer 5A_267/2014 vom 15. September 2014, E. 5.2; Arndt/Langner,
Neuere Entwicklungen im Recht des nachehelichen Unterhalts in guten finanziel-
len Verhältnissen, in: Büchler/Schwenzer [Hrsg.], Achte Schweizer Familien-
recht§Tage, Bern 2016, S. 183).
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1.5 Zunächst ist darauf hinzuweisen, dass die Vorinstanz – entgegen der An-
sicht des Gesuchsgegners – das Mehreinkommen der Gesuchstellerin nicht zum
ehelichen Lebensstandard zählte, sondern davon ausging, dass dieses durch die
Mehrkosten des Getrenntlebens kompensiert werde (vgl. Urk. 29 E. 7.4.2).
Aus den Ausführungen des Gesuchsgegners ergibt sich nicht ohne Weiteres,
welcher Berechnungsmethode er folgt. Vor Vorinstanz berechnete er den Unter-
haltsbeitrag, der der Gesuchstellerin seiner Ansicht nach unmittelbar nach der
Trennung (das heisst vor der Erhöhung ihres Einkommens) zugestanden hätte.
Für dessen Berechnung zog er von seinem Einkommen seinen erweiterten Bedarf
ab und erhielt dadurch einen Unterhaltsbeitrag von Fr. 4'596.– für die Gesuchstel-
lerin und die Kinder. Dann hielt er fest, dass die Gesuchstellerin nach der Ein-
kommenssteigerung monatlich Fr. 4'258.– mehr verdiene und dieser Betrag höher
sei als der Unterhaltsbeitrag, welchen die Gesuchstellerin unmittelbar nach der
Trennung erhalten hätte (Urk. 11 Rz. 32 und 36). Hinsichtlich der Kinderunter-
haltsbeiträge verwies er alsdann auf den von ihm geltend gemachten ehelichen
Lebensstandard der Gesuchstellerin und der Kinder im Umfang von insgesamt Fr.
6'860.–, zog von diesem Betrag ihr Einkommen ab und errechnete so einen Kin-
derunterhaltsbeitrag von Fr. 500.– pro Kind zuzüglich der Kinderzulagen im Um-
fang von insgesamt Fr. 500.– (Urk. 11 Rz. 37). In der Folge betonte der Gesuchs-
gegner dann, nach der zweistufigen Methode vorzugehen (Prot. I S. 13). Trotz-
dem wirft er der Vorinstanz nun im Berufungsverfahren vor, sie habe zu Unrecht
die Sparquote von Fr. 1'128.– nicht festgestellt (Urk. 28 Rz. 30). Hierzu ist darauf
hinzuweisen, dass es der Gesuchsgegner – entgegen seiner Ansicht (vgl. Urk. 28
Rz. 28 ff.) – vor Vorinstanz unterliess, eine Sparquote substantiiert geltend zu
machen. Beiträge in die 3. Säule machte er lediglich im Zusammenhang mit dem
Bedarf der Parteien geltend (Urk. 11 Rz. 20 und 28). Dass die hierbei geltend
gemachten Beträge im Umfang von monatlich je Fr. 564.– bereits vor der Tren-
nung geleistet worden wären, behauptete er jedoch nicht. Auch erklärte er nicht,
wie hoch die während der Ehe getätigten Einzahlungen in die Lebensversiche-
rung der Gesuchstellerin gewesen sein sollen, sondern beschränkte sich im
Rahmen seiner Bedarfsberechnung darauf, auch für die Gesuchstellerin pauschal
einen Betrag von Fr. 564.– geltend zu machen (vgl. Urk. 11 Rz. 20). Entspre-
- 15 -
chende Einzahlungen wurden nicht belegt. Die Gesuchstellerin anerkannte in der
Folge aber eine monatliche Sparquote von Fr. 494.–. Sie erklärte zwar auch, dass
Leistungen in ihre Lebensversicherung getätigt worden seien (Urk. 10 S. 10 3.
Absatz). Wie oben dargelegt, hätte es aber dem Gesuchsgegner oblegen, eine
Sparquote zu behaupten, zu beziffern und falls bestritten zu belegen. Da er dem
nicht nachkam, kann höchstens von der durch die Gesuchstellerin anerkannten
Sparquote im Umfang von Fr. 494.– ausgegangen werden (die diesbezügliche
Einzahlung ergibt sich denn auch aus der Steuererklärung 2014 [vgl. Urk. 3/12,
Position 14.1]). Eine darüber hinausgehende Sparquote wurde vom Gesuchsgeg-
ner nicht substantiiert behauptet. Aus den Steuererklärungen 2014 und 2015 ist
ohnehin eine nicht unwesentliche Vermögensreduktion von rund Fr. 27'600.– (vgl.
Urk. 3/12-14; gemeinsames steuerbares Vermögen 2014: Fr. 186'052.–; steuer-
bares Vermögen 2015: Fr. 91'232.– [Gesuchstellerin, Urk. 3/13] + Fr. 67'236.–
[Gesuchsgegner, Urk. 3/13]) ersichtlich. Dem Gesuchsgegner ist im Weiteren im-
merhin insofern zuzustimmen, als bei der Bestimmung der Berechnungsmethode
auch zu berücksichtigen ist, dass sich die Einkommenssituation der Parteien ver-
ändert hat. So liegt seitens der Gesuchstellerin eine Einkommenserhöhung seit
der Trennung vor, seitens des Gesuchsgegners dagegen eine Reduktion. Im Sin-
ne der vorstehenden Erwägungen (vgl. E. III/1.4) gilt es zu prüfen, ob mit der Ein-
kommenserhöhung der Gesuchstellerin sowie der Sparquote von Fr. 494.– (geht
man von einer solchen trotz der ersichtlichen Vermögensreduktion aus) die Mehr-
kosten des Getrenntlebens sowie die Einkommensreduktion seitens des Ge-
suchsgegners kompensiert werden können. Dies ist nicht der Fall. Vor der Tren-
nung verfügte die Gesuchstellerin über ein Einkommen von Fr. 1'250.– (Durch-
schnittswert der Jahre 2014 und 2015, die Trennung erfolgte im Juli 2015;
Urk. 13/1 [Lohnausweis 2014; monatliches Nettoeinkommen von Fr. 1'114.–] und
Urk. 13/2 [Lohnausweis 2015; monatliches Nettoeinkommen von Fr. 1'522.–]; Be-
rechnung: [12 × Fr. 1'114.– + 6 × Fr. 1'522.–] : 18), seit dem 1. Januar 2016 über
ein solches von Fr. 4'817.– (vgl. nachstehend E. III/3.3). Ihr Einkommen hat sich
folglich um höchstens Fr. 3'567.– erhöht. Das Einkommen des Gesuchsgegners
hat sich dagegen von Fr. 11'600.– (Fr. 8'900.– [G._] + Fr. 450.– [Kinderzula-
gen] + Fr. 2'250.– [Schulpflege]; vgl. die diesbezüglichen Ausführungen des Ge-
- 16 -
suchsgegners in Urk. 11 Rz. 14; vgl. auch Urk. 13/3-4) auf rund Fr. 10'115.– (vgl.
nachfolgend E. III/4.3 i.V.m. III/4.1; Fr. 8'510.70 + Fr. 1'604.05), das heisst um
rund Fr. 1'485.–, reduziert. Die Mehrkosten des Getrenntlebens betragen dage-
gen mindestens Fr. 2'659.– (Fr. 1'050.– [Erhöhung des Grundbetrages von je Fr.
850.– auf Fr. 1'200.– {Gesuchsgegner} und Fr. 1'350.– {Gesuchstellerin} sowie
die Erhöhung des Grundbetrages von F._ um Fr. 200.–] + Fr. 1'450.–
[Wohnkosten des Gesuchsgegners, vgl. Urk. 29 E. 7.11] + Fr. 159.– [Tele-
fon/Radio/Billag]), wobei in diesem Betrag die Erhöhung der Steuern aufgrund
des erhöhten Einkommens der Gesuchstellerin und die von der Gesuchstellerin
geltend gemachten Anwaltskosten noch nicht enthalten sind. Das Mehreinkom-
men seitens der Gesuchstellerin und die Sparquote (Fr. 4'061.– = Fr. 3'567.– +
Fr. 494.–) werden folglich durch die Mehrkosten und die Einkommensreduktion
seitens des Gesuchsgegners (Fr. 4'144.– = Fr. 2'659.– + Fr. 1'485.–) kompensiert.
Demgemäss erweist sich die Berechnung der Vorinstanz nach der zweistufigen
Methode – selbst unter Berücksichtigung einer Sparquote – als den vorliegenden
Verhältnissen angemessen und gerechtfertigt.
2. Unterhaltsberechnung nach der zweistufiger Methode
2.1 Nach der zweistufigen Berechnungsmethode sind zunächst die massgeben-
den Einkommen beider Ehegatten zu bestimmen. In einem zweiten Schritt sind
ausgehend vom betreibungsrechtlichen Existenzminimum die individuellen fami-
lienrechtlichen Grundbedürfnisse der Parteien festzulegen. Das betreibungsrecht-
liche Existenzminimum setzt sich dabei zusammen aus einem Grundbetrag und
betreibungsrechtlichen Zuschlägen, wie etwa Wohnkosten, unumgänglichen Be-
rufsauslagen und Kosten der Krankenversicherung. Dieses betreibungsrechtliche
Existenzminimum wird anschliessend zum familienrechtlichen Grundbedarf erwei-
tert. Zu diesem erweiterten Bedarf zählen insbesondere Beiträge für weitere Ver-
sicherungen, Steuern und Schulden. In einem dritten Schritt ist der Gesamtbedarf
dem Gesamteinkommen gegenüberzustellen und ein allfälliger Überschuss aufzu-
teilen (Hausheer/Spycher, Handbuch des Unterhaltsrechts, 2. Auflage 2010,
Rz 02.27 ff.; BGE 140 III 337, E. 4.2.3). Bei der erwähnten Aufnahme von zusätz-
lichen Positionen in den familienrechtlichen Grundbedarf ist jedoch Vorsicht gebo-
- 17 -
ten. Es handelt sich hierbei um eine Art "Numerus clausus" an Bedarfspositionen,
bei welchem in der Regel nur Versicherungen, Steuern und Schulden zum betrei-
bungsrechtlichen Existenzminimum hinzuzurechnen sind. Alle übrigen Auslagen
wie z.B. für Kleider, Haushaltsangestellte, Kultur, Freizeit oder Ferien sind bei der
zweistufigen Methode aus dem Überschuss zu bezahlen. Bei Nichteinhaltung die-
ser Grundsätze würde eine unrechtmässige Vermischung der beiden Berech-
nungsmethoden stattfinden (Arndt/Langner, a.a.O., S. 181 FN 15; BGer 5A_1020/
2015 vom 15. November 2016, E. 5.1; BGer 5A_425/2015 vom 5. Oktober 2015,
E. 3.3; BGer 5A_267/2014 vom 15. September 2014, E. 5.2).
2.2 Wie vorstehend bereits dargelegt, verwendete die Vorinstanz zur Bemes-
sung der Unterhaltsbeiträge zu Recht die zweistufige Methode. Sie ermittelte da-
bei die um die Steuern erweiterten Bedarfe der Parteien und ging von drei Phasen
aus. Sie stellte die Bedarfe den jeweiligen Gesamteinkommen gegenüber. Den
verbleibenden Überschuss teilte sie für alle Phasen zu zwei Dritteln der Gesuch-
stellerin mit den beiden Kindern und zu einem Drittel dem Gesuchsgegner zu. Die
daraus resultierenden Gesamtunterhaltsbeiträge überstiegen den von der Ge-
suchstellerin geltend gemachten Gesamtunterhaltsbeitrag von Fr. 3'956.– (zuzüg-
lich Familienzulagen) um Fr. 56.55 (Phase I) bzw. Fr. 70.15 (Phase II) bzw.
Fr. 220.70 (Phase III), weshalb ihr die von ihr beantragten Unterhaltsbeiträge zu-
gesprochen wurden, namentlich Fr. 1'200.– für jedes Kind und Fr. 1'556.– für die
Gesuchstellerin persönlich (Urk. 29 E. 7.12).
2.3 Der Gesuchsgegner wendet sich mit seiner Berufung gegen das von der
Vorinstanz festgestellte Einkommen der Parteien sowie gegen einige Bedarfsposi-
tionen. Auf diese Punkte ist in der Folge näher einzugehen.
3. Einkommen der Gesuchstellerin
Die Gesuchstellerin arbeitet zu 60% bei der H._ AG (Spital I._) und zu-
sätzlich als Freelancerin bei der J._ AG auf Tageslohnbasis.
- 18 -
3.1 Einkommen bei der H._ AG
3.1.1 Die Vorinstanz eruierte den Lohn bei der H._ AG gestützt auf die
Lohnabrechnungen Januar bis September 2016 (Urk. 3/3 und Urk. 12/16). Sie be-
rechnete zunächst den durchschnittlichen Nettomonatslohn ohne Zulagen und
addierte die in diesen Monaten durchschnittlich ausbezahlten Zulagen sowie den
anteilsmässigen 13. Monatslohn. Es resultierte ein monatliches Nettoeinkommen
in der Höhe von Fr. 3'666.85 (vgl. Urk. 29 E. 7.6.1).
3.1.2 Der Gesuchsgegner möchte aufgrund der Schwankungen des Einkommens
der Gesuchstellerin dagegen bei der Berechnung auch das Jahr 2015 berücksich-
tigt wissen. Seiner Meinung nach würden ansonsten Entschädigungen weggelas-
sen, welche offenbar nur sporadisch ausbezahlt würden, wie den Saldo der Aner-
kennungstage 2015. Werde auf die tatsächlich ausbezahlten Löhne über die Peri-
ode von 13 Monaten (September 2015 bis und mit September 2016) abgestellt,
ergebe dies ein monatliches Nettoeinkommen der Gesuchstellerin von Fr. 3'854.–
(Urk. 28 Rz. 17).
3.1.3 Die Gesuchstellerin reichte mit ihrer Berufungsantwort den Lohnausweis
2016 ein und machte ein monatliches Nettoeinkommen bei der H._ AG von
Fr. 3'731.– (inkl. 13. Monatsgehalt, inkl. Zulagen) geltend (Urk. 39 Ziff. 2.1.1).
3.1.4 Der Lohnausweis 2016 (Urk. 41/3) stellt ein im Sinne von Art. 317 Abs. 1
ZPO zulässiges echtes Novum dar. Entgegen der Ansicht des Gesuchsgegners
ist für die rückwirkenden Unterhaltsbeiträge auf das seit dem 1. Januar 2016 ef-
fektiv erzielte Einkommen abzustellen und sind die Zahlen aus dem Jahre 2015
nicht zu berücksichtigen. Es ist von einem Nettoeinkommen von Fr. 3'732.–
(Urk. 41/3) auszugehen, da jenes effektiv verdient wurde. Hinsichtlich der Eruie-
rung des Einkommens der Gesuchstellerin für die zukünftigen Unterhaltsbeiträge
ist dem Gesuchsgegner zuzustimmen, dass grundsätzlich auf das Einkommen
mehrerer Jahre abzustellen ist. Vorliegend ergibt sich aus den Akten jedoch, dass
die Gesuchstellerin im Jahr 2016 deutlich weniger verdiente als noch im Jahr
2015. So erhielt sie gemäss Lohnausweis 2015 damals monatlich Fr. 4'176.–
(inkl. 13. Monatslohn; vgl. Urk. 3/2), im Jahr 2016 monatlich durchschnittlich je-
- 19 -
doch nur noch Fr. 3'732.– (Urk. 41/3). Sodann ist aus den Lohnabrechnungen Ja-
nuar bis September 2016 ersichtlich, dass die Gesuchstellerin ohne Zulagen ei-
nen monatlichen Nettolohn von Fr. 3'535.75 erzielte (Fr. 3'778.40 abzgl. 7.66%
Sozialbeiträge [Fr. 289.45] abzgl. 8.5% Pensionskasse auf Fr. 2'870.– [Fr. 243.95]
zuzgl. Anteil 13. Monatslohn [Fr. 290.75]: Fr. 3'778.40 abzgl. 7.66% Sozialbeiträ-
ge / 12). Um den monatlichen Durchschnittslohn des Jahres 2015 zu erreichen,
hätte sie damit netto monatliche Zulagen von rund Fr. 640.– erzielen müssen
(Fr. 4'176.– - Fr. 3'535.75). Aus den Lohnabrechnungen ergehen jedoch (mit Ein-
bezug der Position " Anerkennungstage Saldo 2015"; vgl. die diesbezügliche Rü-
ge des Gesuchsgegners [Urk. 28 Rz. 16]) in den Monaten Januar bis September
2016 lediglich solche von durchschnittlich rund Fr. 176.– netto. Damit ist belegt,
dass die Gesuchstellerin im Jahr 2016 weniger verdiente als im Jahr 2015, wes-
halb auf die Zahlen des Jahres 2016 abzustellen ist. Den Einkommensschwan-
kungen ist im Übrigen insofern Rechnung getragen, als ein Durchschnittswert
über 12 Monate berechnet wird. Würden die Zahlen aus dem Jahr 2015 berück-
sichtigt, käme dies einer Anrechnung eines hypothetischen Einkommens gleich,
da Lohn angerechnet würde, den die Gesuchstellerin nicht (mehr) verdient. Sollte
der Gesuchsgegner mit seinen Ausführungen in seiner Stellungnahme vom
20. April 2017 geltend machen wollen, dass der Gesuchstellerin ein höheres (hy-
pothetisches) Einkommen anzurechnen sei (vgl. hierzu die Ausführungen des
Gesuchsgegners in Urk. 45 Rz. 26), ist er mit diesem Einwand nicht mehr zu hö-
ren, da er dementsprechendes weder vor Vorinstanz noch in seiner Berufungs-
schrift behauptet hatte. Ein solches Vorbringen wäre verspätet (vgl. Art. 317 Abs.
1 ZPO). Es ist folglich sowohl für die Berechnung der rückwirkenden als auch für
jene der künftigen Unterhaltsbeiträge auf das ausgewiesene Einkommen aus dem
Jahr 2016 abzustellen, namentlich auf monatlich netto Fr. 3'732.–.
3.2 Einkommen bei der J._ AG
3.2.1 Die Vorinstanz stützte sich bei der Berechnung des monatlichen Nettolohns
der Gesuchstellerin bei der J._ AG wiederum auf die Lohnabrechnungen Ja-
nuar bis September 2016. Sie berücksichtigte die Tagespauschalen, Funktionszu-
lagen sowie die Provisionen für Catering, zog jedoch die ausbezahlte Ferien- so-
- 20 -
wie die Spesenentschädigung ab. Sodann erachtete die Vorinstanz die Erklärung
der Gesuchstellerin für glaubhaft, wonach die in zwei Tranchen ausbezahlte Grati-
fikation eine einmalige Leistung dargestellt habe und deshalb nicht zu berücksich-
tigen sei (Urk. 29 E. 7.6.2 f.).
3.2.2 Der Gesuchsgegner rügt wiederum, die Vorinstanz habe den Einkommens-
schwankungen zu wenig Rechnung getragen. Die Berechnung sei zudem nicht
nachvollziehbar. Es sei auf die im Jahr 2016 ausbezahlten Löhne abzustellen.
Dieses Vorgehen sei auch deshalb viel plausibler als jenes der Vorinstanz, da das
Resultat mit dem Lohnausweis 2015 übereinstimme. Im Jahr 2015 habe die Ge-
suchstellerin monatlich Fr. 1'522.– verdient, wobei in diesem Betrag die Spesen-
pauschalen noch nicht einmal eingerechnet seien. Da die Vorinstanz der Gesuch-
stellerin sodann Berufsauslagen im Bedarf anrechne, müsse die diesbezügliche
Spesenentschädigung dem Lohn angerechnet werden. Schliesslich wäre die Fe-
rienentschädigung nur dann abzuziehen, wenn die Gesuchstellerin wegen ihrer
Ferien von vier Wochen einen Monat weniger arbeiten würde und ihr Einkommen
deshalb tiefer wäre. Dies habe sie aber nicht geltend gemacht. Die Ferien seien
sodann schon durch die Berücksichtigung der Schwankungen im Monatslohn be-
rücksichtigt und könnten nicht noch einmal berücksichtigt werden (Urk. 28 Rz. 18
ff.).
3.2.3 Die Gesuchstellerin berücksichtigte die Ferienentschädigung – auch vor
Vorinstanz (Urk. 10 Ziff. 3.1) – in ihrem Einkommen. Bei ihrer Berechnung im
zweitinstanzlichen Verfahren stützt sie sich auf den im Berufungsverfahren neu
eingereichten Lohnausweis 2016 (Urk. 41/4) und hält fest, unter Ausklammerung
der Gratifikation von Fr. 500.– bzw. netto Fr. 460.60 über ein monatliches Netto-
einkommen bei der J._ AG von Fr. 1'080.– zu verfügen. Die Gratifikation sei
nicht anzurechnen, da diese einmalig erfolgt sei. Hinsichtlich der Spesen weist sie
darauf hin, dass der Gesuchsgegner die Nichtanrechnung vor Vorinstanz nicht kri-
tisiert habe. Die Rückerstattung von belegten Spesen würden sowieso keinen
Lohnbestandteil darstellen. Dies gelte auch für Pauschalspesen, wenn sie tat-
sächlichen Auslagen gegenüberstünden. Sie fahre unbestrittenermassen mit dem
Motorfahrzeug an den ... [Arbeitsort]. Die Pauschalspesen für Parkkosten und
- 21 -
auswärtige Verpflegung würden effektiv anfallen. Sodann seien die Motorfahr-
zeugauslagen für den Arbeitsweg zusätzlich angerechnet worden, weil sie durch
die Pauschalspesen nicht abgedeckt würden. Die Pauschalspesen hätten sich
nämlich lediglich auf durchschnittlich Fr. 83.– belaufen. Im Weiteren bezeichnete
die Gesuchstellerin die Berechnung des Gesuchsgegners als falsch, da er auch
Spesen miteingerechnet habe, welche anhand von Belegen zurückerstattet wor-
den seien. Schliesslich wies sie darauf hin, dass Einkommenszahlen aus dem
Jahr 2015 unbeachtlich seien, da die Gesuchstellerin bis zur Aufnahme ihrer Er-
werbstätigkeit im Spital I._ bei J._ noch vermehrt im Einsatz gewesen
sei, diese ungesicherten Einsätze dann ab September 2015 jedoch durch die
Festanstellung im Spital I._ teilweise ersetzt und deshalb per 1. Januar 2016
auch einen neuen Arbeitsvertrag erhalten habe (Urk. 39 Ziff. 2.1.2).
3.2.4 Der Gesuchsgegner weist darauf hin, dass die Gesuchstellerin gemäss dem
neu eingereichten Lohnausweis 2016 in den Monaten Oktober bis Dezember
2016 praktisch nicht mehr gearbeitet habe, d.h. ihr Pensum drastisch reduziert
habe. Diese Reduktion stelle eine neue Behauptung dar. Sie hätte die Reduktion
aber bereits vor Vorinstanz zum Thema machen können, weshalb die neue Be-
hauptung nicht zu berücksichtigen und mit dem Lohnausweis 2016 aus dem
Recht zu weisen sei. Ohnehin sei die Reduktion unzulässig. Die Gesuchstellerin
habe bei der J._ pro Monat im Schnitt Fr. 1'469.– verdient. Sie sei verpflich-
tet, dieses Einkommen weiter zu verdienen. Wenn sie darauf verzichte, sei ihr
dieses Einkommen hypothetisch anzurechnen. Die neue Behauptung, dass sie im
Jahr 2016 weniger bei der J._ gearbeitet habe, da sie zusätzlich eine Stelle
bei der H._ angenommen habe, sei neu und daher unbeachtlich. Die Be-
hauptung sei aber auch falsch. Während des Zusammenlebens habe die Ge-
suchstellerin bei der J._ nur Fr. 1'114.– verdient. Die Gesuchstellerin habe
somit nach der Trennung nicht nur eine zusätzliche Anstellung angenommen,
sondern auch ihr Pensum bei der J._ erhöht. Laut Arbeitsvertrag müsste die
Gesuchstellerin monatlich sechs Einsätze leisten. Gemäss der Lohnabrechnung
Juni 2016 verdiene die Gesuchstellerin in einem Monat, in welchem sie sechs Ta-
ge gearbeitet habe, Fr. 1'691.35. Berücksichtige man in diesem Betrag einen Mo-
nat Ferien, ergebe sich ein vertraglich vereinbartes Einkommen von Fr. 1'550.40.
- 22 -
Auch diese Überlegung zeige, dass die Gesuchstellerin bei der J._ einen
Lohn von Fr. 1'469.– pro Monat verdiene. Die Pensumsreduktion ab Oktober
2016 sei ausser Acht zu lassen (Urk. 45 Rz. 30 ff.).
3.2.5 Beim Lohnausweis 2016 handelt es sich, da das angefochtene Urteil vom
29. November 2016 datiert, um ein zulässiges Novum im Sinne von Art. 317
Abs. 1 ZPO.
Hinsichtlich der sich aus dem Lohnausweis 2016 ergebenden Einkommens- bzw.
Pensumsreduktion der Gesuchstellerin ist für die rückwirkenden Unterhaltsbeiträ-
ge wiederum auf die effektiven Verhältnisse abzustellen. Eine rückwirkende An-
rechnung eines hypothetischen Einkommens kommt, da ihr ein unredliches Ver-
halten weder vorgeworfen wird noch ein solches ersichtlich ist, nicht in Frage (vgl.
OGer ZH LE160045 vom 10.11.2016, E. III/A.7.7.2 mit weiteren Hinweisen). So-
dann ist auch für die zukünftigen Unterhaltsbeiträge auf das Jahr 2016 abzustel-
len. Dass das Einkommen der Gesuchstellerin sehr schwankt, ist belegt. Auch
kann dem Gesuchsgegner nicht gefolgt werden, wenn er gestützt auf den Arbeits-
vertrag davon ausgeht, dass die Gesuchstellerin ein Einkommen einem Pensum
von 6 Arbeitstagen pro Monat entsprechend verdienen müsste. So ergibt sich be-
reits aus den Lohnabrechnungen Januar bis September 2016, dass die Gesuch-
stellerin zwischen drei bis sechs Arbeitstage pro Monat arbeitet (vgl. Urk. 12/15
und Urk. 3/5). Deshalb und in Anbetracht dessen, dass die Gesuchstellerin von
sich aus in einem Pensum arbeitet, welches gestützt auf die bundesgerichtliche
Rechtsprechung von ihr aufgrund des Alters der beiden Kinder nicht verlangt wer-
den könnte (vgl. BGE 137 III 102 E. 4.2.2.2 S. 109; BGer 5A_336/2015 vom
03.03.2016, E. 5.3), und es zudem zu berücksichtigen gilt, dass sich auch der Fe-
rienanspruch auf das Pensum auswirkt, rechtfertigt es sich, für das vorliegende
summarische Eheschutzverfahren auf das im Jahr 2016 tatsächlich verdiente Ein-
kommen abzustellen.
Die Gesuchstellerin wehrte sich sodann weder im erst- noch im zweitinstanzlichen
Verfahren gegen die Anrechnung der Ferienentschädigung. Sie machte damit
nicht geltend, dass durch eine Anrechnung ihr Anrecht auf vier Wochen Ferien
- 23 -
verletzt würde. Ihr Anspruch auf Ferien ist mit der Berücksichtigung der Einkom-
mensschwankungen gewahrt.
Hinsichtlich der Spesen ist festzuhalten, dass sich der Gesuchsgegner hier nicht
ausreichend mit der Begründung der Vorinstanz auseinandersetzt. So geht er mit
keinem Wort auf die Erwägung der Vorinstanz ein, wonach die Pauschalspesen
Freelance sowie die Parkkarten als effektiv angefallene Spesen für auswärtige
Verpflegung und den Parkplatz zu qualifizieren und daher im Einkommen der Ge-
suchstellerin nicht zu berücksichtigen seien (Urk. 29 E. 7.6.2). Vielmehr begnügt
er sich mit der Feststellung, wenn ihr für die Erwerbstätigkeit bei der J._
Spesen von Fr. 109.– im Bedarf angerechnet würden, seien diese auch beim Ein-
kommen zu berücksichtigen. Er bestreitet damit auch im Berufungsverfahren
nicht, dass diese Kosten effektiv anfallen, weshalb sie beim Einkommen auszu-
klammern sind. Auf die entsprechenden Bedarfspositionen ist später (E. III/
6.2) näher einzugehen.
Wie bereits die Vorinstanz sodann überzeugend ausführte, legte die Gesuchstel-
lerin glaubhaft dar, dass die Ausrichtung der Gratifikation für das Jahr 2015
fälschlicherweise in zwei Tranchen erfolgte und dass sie in den vorhergehenden
sechs Jahren keine solche Zahlungen erhalten hatte. Dass der Gesuchstellerin in
den Vorjahren bereits Gratifikationen ausbezahlt worden seien, behauptete auch
der Gesuchsgegner nicht. Entsprechendes ist denn auch aus dem Lohnausweis
2014 nicht ersichtlich (Urk. 13/1). Entgegen der Ansicht des Gesuchsgegners ist
die Gratifikation für die zukünftigen Unterhaltsbeiträge deshalb nicht zu berück-
sichtigen.
Nach dem Gesagten ist gestützt auf den Lohnausweis 2016 von einem monatli-
chen Nettoeinkommen der Gesuchstellerin von Fr. 1'085.– (durchschnittliches
Nettoeinkommen von Fr. 1'123.– abzgl. Fr. 38.– [Gratifikation von Fr. 500.– abzgl.
Sozialabzüge von 7.88% {vgl. Urk. 3/5} : 12) auszugehen.
3.3 Zusammenfassend erzielt die Gesuchstellerin ein Einkommen von monatlich
netto Fr. 4'817.– (Fr. 3'732.– + Fr. 1'085.–). Die Gratifikation von netto Fr. 460.60
(Fr. 500.– abzüglich 7.88% Sozialabgaben [Fr. 39.40; vgl. Urk. 3/5]) ist bei der
- 24 -
Unterhaltsberechnung im Monat Januar 2016 zu berücksichtigen, da die Gesuch-
stellerin diese Zahlung im Januar 2016 tatsächlich erhalten hat und ihr dieser
Vermögenswert zur Verfügung stand.
4. Einkommen des Gesuchsgegners
4.1 Die Vorinstanz hat hinsichtlich des Einkommens des Gesuchsgegners drei
Phasen gebildet. In der ersten Phase (01.01.2016 bis 31.03.2016) rechnete sie
ihm für seine Anstellung bei der G._ Zürich ein Einkommen von netto
Fr. 8'774.50 an. Aufgrund einer Erhöhung des Grundlohns bezifferte sie das Ein-
kommen des Gesuchsgegners bei der G._ Zürich ab 1. April 2016 mit
Fr. 8'794.90 (zweite Phase; von 01.04.2016 bis 31.07.2016). Da der Gesuchs-
gegner auf den 1. August 2016 einen internen Wechsel vornahm, wurde ab jenem
Datum sodann von einem monatlichen Nettoeinkommen von Fr. 8'510.70 (dritte
Phase) ausgegangen. Zum Einkommen bei der G._ Zürich wurde ihm wäh-
rend aller Phasen ein Einkommen von monatlich Fr. 1'604.05 für seine Tätigkeit in
der Schulpflege der Gemeinde D._ angerechnet (Urk. 29 E. 7.8).
4.2 Der Gesuchsgegner wendet sich in seiner "Eventualbegründung II" gegen
die Anrechnung seines Einkommens als Schulpfleger. Er hält fest, dass es einem
Unterhaltspflichtigen gemäss Praxis nicht zugemutet werden könne, mehr als
100% zu arbeiten. Dies gelte vorliegend umso mehr, als er bei der G._ in ei-
nem sehr nervenaufreibenden Segment arbeite, was es noch unzumutbarer ma-
che, mehr als 100% zu arbeiten. Ihm dürfe deshalb das Einkommen als Schul-
pfleger nicht angerechnet werden, weshalb lediglich vom von der Vorinstanz be-
rechneten Einkommen von Fr. 8'510.– auszugehen sei (Urk. 28 Rz. 61 ff.).
4.3 Sollte der Gesuchsgegner mit seinem Hinweis auf das von der Vorinstanz
für die dritte Phase berechnete Einkommen von Fr. 8'510.– geltend machen wol-
len, dass für alle drei Phasen von jenem Einkommen bei der G._ auszuge-
hen sei, wäre darauf nicht einzugehen, da er sich mit keinem Wort mit den dies-
bezüglichen vorinstanzlichen Erwägungen und Berechnungen auseinandersetzt.
In Bezug auf sein Einkommen bei der Schulpflege ist mit der Gesuchstellerin (Urk.
39 Ziff. 4.3) darauf hinzuweisen, dass er die Anrechnung dieses Einkommens vor
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Vorinstanz noch explizit anerkannt hatte (vgl. Prot. I S. 6). Damit ist die Behaup-
tung, wonach ihm eine Mehrleistung nicht zumutbar sei, verspätet im Sinne von
Art. 317 Abs. 1 ZPO. Ohnehin behauptet der Gesuchsgegner nicht, dieses Ein-
kommen nicht (mehr) zu verdienen. Es ist von den tatsächlichen Verhältnissen
auszugehen. Da der Gesuchsgegner das Einkommen unbestrittenermassen ver-
dient, ist ihm dieses auch anzurechnen. Dass er dieses Einkommen sodann künf-
tig nicht mehr verdienen werde, hat er im Berufungsverfahren nicht mehr geltend
gemacht (vgl. noch die diesbezüglichen Ausführungen vor Vorinstanz [Urk. 10
Ziff. 38]; Prot. I S. 18), weshalb es dabei sein Bewenden hat. Folglich bleibt es
beim von der Vorinstanz berechneten Einkommen des Gesuchsgegners (vgl. vor-
stehend E. III/4.1 und Urk. 29 E. 7.9).
5. Bedarf des Gesuchsgegners
5.1 Der Gesuchsgegner kritisiert im Rahmen seiner "Eventualbegründung I" den
ihm von der Vorinstanz zugestanden Bedarf hinsichtlich diverser Positionen.
5.2.1 Zunächst erachtet der Gesuchsgegner das Vorgehen der Vorinstanz bei der
Berechnung des Bedarfes der Parteien als falsch. Er macht sinngemäss geltend,
indem die Vorinstanz die Parteien auf das um die Steuern erweiterte Existenzmi-
nimum setze und hernach den verbleibenden Überschuss im Verhältnis zwei Drit-
tel Gesuchstellerin und Kinder und ein Drittel Gesuchsgegner aufteile, werde die
Gesuchstellerin unberechtigterweise bevorzugt. Wenn schon alle finanziellen Mit-
tel wie der Mehrverdienst der Gesuchstellerin verteilt würden, sei in der entspre-
chenden Rechnung der von ihm geltend gemachte Bedarf zu berücksichtigen
(Urk. 28 Rz. 47 ff.). Damit wendet er sich dagegen, dass die Vorinstanz die von
ihm geltend gemachten Positionen "Hobbies/Freizeit", "Ferien" und "3. Säule"
nicht anrechnete, sondern beide Parteien hierfür auf den Überschuss verwies
(vgl. Urk. 29 E. 7.11.12 f.). Auch möchte er die von ihm geltend gemachten Auto-
und Gesundheitskosten im Bedarf berücksichtigt wissen.
Wie vorstehend bereits ausgeführt, wird bei der zweistufigen Methode das betrei-
bungsrechtliche Existenzminimum – auch bei guten finanziellen Verhältnissen –
grundsätzlich nur durch die Positionen Versicherungen, Steuern und Schulden
- 26 -
zum familienrechtlichen Grundbedarf erweitert. Alle übrigen Auslagen wie z.B. für
Kleider, Reinigungspersonal, Kultur, Freizeit oder Ferien sind aus dem Über-
schuss zu bezahlen. Durch diese klare Unterscheidung wird eine unrechtmässige
Vermischung der beiden Berechnungsmethoden verhindert (vgl. vorstehend E. III/
2.1). Dementsprechend hat die Vorinstanz die Positionen "Hobbies/Freizeit/Fe-
rien" und "3. Säule" zu Recht nicht im Bedarf berücksichtigt. Zur Begleichung die-
ser Positionen sind die Parteien auf den Überschuss zu verweisen. Dasselbe gilt
für die vom Gesuchsgegner über den 1. August 2016 hinaus geltend gemachten
Mobilitätskosten und die Kosten für die Miete des Parkplatzes, da es sich dabei –
unbestrittenermassen – nicht um notwendige Berufsauslagen handelt, sondern
diese Kosten gemäss Ausführungen des Gesuchsgegners dem gelebten Stan-
dard entsprechen (vgl. Urk. 28 Rz. 53). Gleiches gilt für die Gesundheitskosten.
Die Vorinstanz erachtete die vom Gesuchsgegner geltend gemachten Kosten für
die Franchise und den Selbstbehalt für nicht glaubhaft gemacht. Weiter habe sich
auch die medizinische Notwendigkeit dieser Behandlungen nicht erschlossen.
Aufgrund der unsubstantiierten Behauptungen sei lediglich der von der Gegensei-
te anerkannte Betrag von Fr. 200.– einzusetzen. Mit diesen Erwägungen setzt
sich der Gesuchsgegner nicht auseinander, sondern er beschränkt sich darauf,
festzuhalten, dass diese Kosten zu seinem Lebensstandard gehören würden
(vgl. Urk. 28 Rz. 54).
5.2.2 Betreffend die Wohnkosten erklärt der Gesuchsgegner, Anspruch darauf zu
haben, eine Wohnung bewohnen zu können, welche seinem Lebensstandard an-
gemessen sei. Die Parteien hätten ein Einfamilienhaus bewohnt, welches die Ge-
suchstellerin weiterhin benutzen könne. Damit er gleichgestellt werde und weiter-
hin seinem Lebensstandard entsprechend wohnen könne, sei ihm mindestens ei-
ne 3.5-Zimmerwohnung plus Garagenplatz und Gesamtkosten von Fr. 2'000.–
(Miete Fr. 1'850.– + Fr. 150.– Garagenplatz) zuzugestehen. Es sei zu berücksich-
tigen, dass er regelmässig die Kinder während mehrerer Tage bei sich habe
(Urk. 28 Rz. 57).
Die Vorinstanz hat dem Gesuchsgegner Wohnkosten von Fr. 1'450.– (inkl. Ne-
benkosten) angerechnet, bis zum 31. Juli 2016 zusätzlich die Kosten für den
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Parkplatz, da sie dem Auto des Gesuchsgegners bis zu jenem Zeitpunkt Kompe-
tenzcharakter zuerkannte. Sie erklärte weiter, dass die vom Gesuchsgegner gel-
tend gemachten Wohnkosten von Fr. 2'000.– für die Miete einer 3.5-
Zimmerwohnung keine Berücksichtigung fänden, sondern auf die effektiven Kos-
ten abzustellen sei. Die ausgewiesenen Wohnkosten im Umfang von Fr. 1'450.–
für die Miete einer 3.5-Zimmerwohnung erschienen als angemessen (Urk. 29 E.
7.11.3). Auch auf diese vorinstanzlichen Erwägungen geht der Gesuchsgegner
nicht ein, sondern wiederholt lediglich, er habe Anspruch darauf, seinem Lebens-
standard entsprechend zu wohnen, weshalb ihm die Kosten für mindestens eine
3.5-Zimmerwohnung plus Garagenplatz im Umfang von Fr. 2'000.– anzurechnen
seien. Dadurch verletzt er seine Begründungspflicht, weshalb sich Weiterungen
hierzu erübrigen. Lediglich der Vollständigkeit halber sei angefügt, dass das Vor-
gehen der Vorinstanz, auf die effektiv anfallenden Kosten abzustellen, in Anbe-
tracht dessen, dass es sich vorliegend um ein summarisches Eheschutzverfahren
handelt, nicht zu beanstanden ist.
5.2.3 Der Gesuchsgegner stützt sich auch im Berufungsverfahren auf die von ihm
im Rahmen seines Plädoyers vor Vorinstanz vorgetragene Bedarfsberechnung
und die diesbezügliche Tabelle (Urk. 28 Rz. 58 mit Verweis auf Urk. 11 Rz. 20).
Damit macht er hinsichtlich der Positionen "Krankenkasse", "Hausrat/Haftpflicht"
und "auswärtige Verpflegung" von der vorinstanzlichen Bedarfsberechnung ab-
weichende Beträge geltend, ohne sich jedoch mit den – überzeugenden (vgl.
Urk. 29 E. 7.11.4, E. 7.11.6 und E. 7.11.9) – vorinstanzlichen Erwägungen ausei-
nanderzusetzen. Da der Gesuchsgegner damit wiederum seiner Begründungs-
pflicht nicht nachkommt, bleibt es bei den von der Vorinstanz für die genannten
Positionen eingesetzten Beträgen.
5.2.4 Nach dem Gesagten kommt es auf Seiten des Gesuchsgegners zu keinen
Änderungen hinsichtlich seines Bedarfs und ist folglich weiterhin von einem sol-
chen von insgesamt Fr. 4'665.– bis 31. Juli 2016 bzw. Fr. 4'155.– ab 1. August
2016 auszugehen.
- 28 -
6. Bedarf der Gesuchstellerin
6.1 Der Gesuchsgegner möchte seitens der Gesuchstellerin vom ehelichen Le-
bensstandard ausgehen. Darauf ist in der Folge kurz einzugehen. Des Weiteren
ist zu prüfen, ob sich aufgrund des seit 1. Januar 2017 geltenden neuen Kinder-
unterhaltrechts Änderungen ergeben.
6.2 Bedarf der Gesuchstellerin bis 31. Dezember 2016
6.2.1 Auch betreffend den Bedarf der Gesuchstellerin stützt sich der Gesuchs-
gegner auf die von ihm im Rahmen seines Plädoyers vor Vorinstanz vorgetragene
Bedarfsberechnung und die diesbezügliche Tabelle (Urk. 28 Rz. 58 mit Verweis
auf Urk. 11 Rz. 20). Damit verlangt er abermals die Berücksichtigung der Positio-
nen "Hobbies/Freizeit/Ferien" und "3. Säule". Dass diese Positionen bei der zwei-
stufigen Methode nicht zu berücksichtigen sind, wurde eingehend dargelegt, es
kann auf die entsprechenden Erwägungen verwiesen werden (Urk. 29 E.
7.11.12 f.; vorstehend E. III/2.1 und III/5.2.1).
6.2.2 Hinsichtlich der Mobilitätskosten rügt der Gesuchsgegner, es gehe nicht an,
Spesen aus dem Einkommen auszuscheiden, die entsprechenden Beträge
gleichzeitig aber in den Bedarf einzurechnen (Urk. 28 Rz. 23; Urk. 45 Rz. 34 f.).
Die Vorinstanz anerkannte das Privatfahrzeug der Gesuchstellerin als Kompe-
tenzstück an und berücksichtigte in ihrem Bedarf Wegkosten betreffend ihre Tä-
tigkeit bei der H._ AG in der Höhe von Fr. 287.– zuzüglich den Parkplatzkos-
ten bei der H._ AG von Fr. 25.– sowie Wegkosten betreffend ihre Tätigkeit
bei der J._ AG im Umfang von Fr. 109.– und setzte insgesamt einen Betrag
von Fr. 421.– ein (Urk. 29 E. 7.11.8). Im Zusammenhang mit dem Einkommen der
Gesuchstellerin bei der J._ AG erwog die Vorinstanz, dass die Pauschalspe-
sen Freelance sowie die Parkkarten als effektiv angefallene Spesen für auswärti-
ge Verpflegung und den Parkplatz zu qualifizieren seien (Urk. 29 E. 7.6.2). Entge-
gen der Ansicht des Gesuchsgegners wurden die Wegkosten hinsichtlich der Ar-
beitstätigkeit bei der J._ entsprechend nicht doppelt berücksichtigt.
- 29 -
6.2.3 Im Rahmen seiner Berufungsschrift macht der Gesuchsgegner wiederum
hinsichtlich diverser Positionen ("Grundbetrag Kinder", "Krankenkasse Partei",
"Krankenkasse Kinder", "Hausrat/Haftpflicht" und "Kinderbetreuungskosten") von
der vorinstanzlichen Bedarfsberechnung abweichende Beträge geltend, auch hier
jedoch, ohne sich zu den – überzeugenden (vgl. Urk. 29 E. 7.11.2, E. 7.11.4, E.
7.11.6 und E. 7.11.10) – vorinstanzlichen Erwägungen zu äussern. Auch auf die-
se Positionen ist deshalb nicht näher einzugehen und bleibt es bei den von der
Vorinstanz festgestellten Beträgen.
6.2.4 Damit vermag der Gesuchsgegner auch hinsichtlich des Bedarfs der Ge-
suchstellerin mit seinen Beanstandungen nicht durchzudringen. Es ist mit der Vor-
instanz bis zum 31. Dezember 2016 von einem Bedarf der Gesuchstellerin mit
den Kindern von monatlich Fr. 5'395.– auszugehen.
6.3 Bedarf der Gesuchstellerin ab 1. Januar 2017
6.3.1 Der Gesuchsgegner nahm bereits im Rahmen seiner Berufungsschrift Stel-
lung zum neuen Recht und erklärte, dass die Gesuchstellerin bzw. die Kinder kei-
nen Anspruch auf Betreuungsunterhalt hätten, weshalb es gleichgültig sei, ob die
sich im vorliegenden Verfahren stellenden Rechtsfragen nach altem oder neuem
Recht behandelt würden (Urk. 28 Rz. 11 ff. ). Dem widersprach die Gesuchstelle-
rin in ihrer Berufungsantwort. Zwar ist auch sie der Ansicht, dass kein Betreu-
ungsunterhalt geschuldet ist, aufgrund des neuen Rechts seien aber die Bedarfs-
kosten der Kinder separat als Bestandteil des Barunterhalts der Kinder zu be-
rechnen, was sich auf die Höhe der Unterhaltsbeiträge auswirke (Urk. 39 Ziff. 1).
6.3.2 Wie bereits dargelegt (vgl. vorstehend E. II/2) gilt seit dem 1. Januar 2017
das neue Kindesunterhaltsrecht. Neu sind die Bedarfspositionen der Kinder nicht
mehr beim betreuenden Elternteil einzurechnen, sondern separat auszuweisen.
Dabei ist jedem Kind ein Wohnkostenanteil zuzuweisen (vgl. Leitfaden des Ober-
gerichts zum neuen Unterhaltsrecht, Version 2017, S. 5 Ziff. 3). Bei zwei Kindern
im gleichen Haushalt ist es gerechtfertigt von einem Mietanteil von einem Viertel
pro Kopf auszugehen (vgl. Gloor/Grütter, Nachehelicher Unterhalt und Kindesun-
terhalt bei günstigen Verhältnissen, in: FamPra.ch 2012, S. 63, 78; BK-Hegnauer,
- 30 -
Art. 285 N 37; Hausheer/Spycher, a.a.O., Rz. 08.73). Weshalb lediglich 20% pro
Kind zu berücksichtigen seien, erklärt der Gesuchsgegner nicht (vgl. Urk. 28 Rz.
8). Der Gesuchsgegner machte für die Kinder im Weiteren einen Betrag von
Fr. 200.– für Hobbies/Freizeit und Fr. 300.– für Ferien geltend (Urk. 45 Rz. 14).
Solche Positionen können im Barbedarf von Kindern zwar berücksichtigt werden,
es erscheint aber sachgerechter, die Kinder angemessen am Überschuss und
damit an der Lebenshaltung der Parteien partizipieren zu lassen, anstatt Pau-
schalbeträge für einzelne Positionen in den Bedarf aufzunehmen (vgl. Leitfaden
des Obergerichts zum neuen Unterhaltsrecht, a.a.O., S. 18 Ziff. 6). Dies gilt vor-
liegend umso mehr, als der Gesuchsgegner nicht erklärte, wie er die genannten
Beträge berechnete. Durch eine Partizipation am Überschuss werden auch weite-
re Kosten wie Transportkosten abgedeckt. Dieses Vorgehen rechtfertigt sich im
Weiteren deshalb, da die Kinder dadurch auch von den günstigen finanziellen
Verhältnissen profitieren (vgl. Leitfaden des Obergerichts zum neuen Unterhalts-
recht, a.a.O., S. 18 Ziff. 6). Es ist folglich vom nachstehenden Bedarf auszugehen
(in Schweizer Franken):
GSin E._ F._
Grundbetrag: 1'350.– 600.– 600.– Wohnkosten: 628.– 314.– 314.– Krankenkasse: 293.– 103.– 103.– Selbstbehalt/Franchise: 80.– 10.– 10.– Hausrat- und Haftpflichtversicherung: 41.– Kommunikation (inkl. Billag): 159.– Mobilitätskosten: 421.– auswärtige Verpflegung: 63.– Kinderbetreuung: 156.– Steuern: 600.– familienrechtlicher Bedarf: 3'635.– 1'027.– 1'183.–
7. Zwischenfazit
Es ist – aufgrund des neuen Kinderunterhaltrechts – von den folgenden vier Pha-
sen auszugehen. Zusätzlich ist eine separate Berechnung für den Monat Januar
2016 aufzustellen, da die Gesuchstellerin in jenem Monat zusätzlich zu ihrem
Einkommen eine Gratifikation erhielt:
- 31 -
Januar 2016:
Gesamteinkommen Parteien Fr. 15'656.15
./. Gesamtbedarf Parteien Fr. 10'060.00
Überschuss Januar 2016 Fr. 5'596.15
Phase I: 1. Februar bis 31. März 2016:
Gesamteinkommen Parteien Fr. 15'195.55
./. Gesamtbedarf Parteien Fr. 10'060.00
Überschuss 01.01. – 31.03.16 Fr. 5'135.55
Phase II: 1. April bis 31. Juli 2016:
Gesamteinkommen Parteien Fr. 15'215.95
./. Gesamtbedarf Parteien Fr. 10'060.00
Überschuss 01.04. – 31.07.16 Fr. 5'155.95
Phase III: 1. August bis 31. Dezember 2016:
Gesamteinkommen Parteien Fr. 14'931.75
./. Gesamtbedarf Parteien Fr. 9'550.00
Überschuss ab 01.08.16 Fr. 5'381.75
Phase IV: ab 1. Januar 2017
Gesamteinkommen Parteien Fr. 14'931.75
Kinderzulagen Fr. 450.00
./. Gesamtbedarf Parteien* Fr. 10'000.00
Überschuss ab 01.01.17 Fr. 5'381.75
* ohne Abzug Kinderzulagen beim Grundbetrag der Kinder
8. Berechnung der Unterhaltsbeiträge / Überschussverteilung
8.1 Unterhaltsberechnung bis 31. Dezember 2016
8.1.1 Hinsichtlich der vorzunehmenden Überschussverteilung hielt die Vorinstanz
fest, dass sich bei gemeinsamen unmündigen Kindern, die bei einem der Ehegat-
ten wohnen, die Zuweisung des verbleibenden Überschusses im Verhältnis 1/3 zu
2/3 zugunsten des obhutsberechtigten Ehegatten rechtfertige. Zwar mache der
- 32 -
Gesuchsgegner geltend, dass er die Kinder 1/3 der Zeit betreue und der Über-
schuss daher hälftig aufgeteilt werden sollte, allerdings rechtfertige auch ein aus-
gedehntes Besuchsrecht eine andere Aufteilung des Überschusses nicht, da sich
die finanziellen Änderungen auf die Auslagen für Verpflegung und Freizeitgestal-
tung in dieser Zeit beschränken würden. Einem allfälligen ausgesprochen ausge-
dehnten Besuchsrecht wäre gegebenenfalls bei der Festsetzung der Kinderunter-
haltsbeiträge und der Grundbeträge Rechnung zu tragen (mit Verweis auf Six,
Eheschutz, 2. Auflage, N 2.173). Dies sei vorliegend nicht der Fall (Urk. 29 E.
7.12.3).
8.1.2 Der Gesuchsgegner macht in seiner Berufungsschrift geltend, dass bei ei-
nem exorbitanten Überschuss von über Fr. 5'000.– von der unterhaltsberechtigten
Person hätte erwartet werden dürfen, dass sie einigermassen plausibel erkläre,
wie sie diesen Betrag während des Zusammenlebens verbraucht habe. Das habe
die Gesuchstellerin im vorinstanzlichen Verfahren aber nicht getan. Die Darlegun-
gen des Gesuchsgegners würden glaubhaft machen, wofür man das zur Verfü-
gung stehende Geld während des Zusammenlebens ausgegeben habe. Die Ge-
suchstellerin habe deshalb nicht glaubhaft gemacht, dass sie ihren Anteil am
Überschuss brauche, um ihren Lebensstandard fortzusetzen. Dies hätte erwartet
werden dürfen, da der Überschuss ja durch ihre Einkommenssteigerung und die
Sparquote entstanden sei. Diese Überlegungen würden ebenfalls für eine gross-
zügige Berechnung des Bedarfs des Gesuchsgegners sprechen. So würden bei-
spielsweise die von ihm beanspruchten und belegten Gesundheitskosten, welche
die Vorinstanz nicht in seinem Bedarf berücksichtigt habe, zu seinem Lebens-
standard gehören, selbst wenn man – wie die Vorinstanz – davon ausgehe, dass
es sich nur um Wellness handle und nicht um die Bewältigung des berufsbeding-
ten Stresses. Die durch die Vorinstanz vorgenommene Kürzung um Fr. 500.– falle
nach der vorinstanzlichen Methode in den Überschuss und werde im Verhältnis
2:1 aufgeteilt. Damit werde ihm zugemutet, seinen Lebensstandard einzuschrän-
ken, um der Gesuchstellerin eine Sparquote zuzuweisen. Dasselbe gelte für die
Autokosten und die Position Hobbies und Freizeit. Er habe vor Vorinstanz vorge-
tragen, dass er ein Segelboot auf dem ...see unterhalte, dass er regelmässig
schwimmen gehe, mit den Kindern Ausflüge in die Berge mache, mit ihnen angeln
- 33 -
gehe und ihnen die Angelausrüstung gekauft habe. Weiter habe er dargelegt,
dem älteren Sohn ein Notebook angeschafft zu haben. Abgesehen vom letzten
Punkt seien seine Ausführungen unbestritten geblieben. Hinsichtlich des Note-
books habe die Gesuchstellerin aber nicht glaubhaft machen können, dass sie die
von ihm geltend gemachten Kosten bezahlt habe. Darum sei auf seine Ausfüh-
rungen abzustellen und der von der Vorinstanz nicht festgestellte Sachverhalt zu
ergänzen. Die Gesuchstellerin habe selber keine Behauptung bezüglich Hobbies
und Freizeit für sich aufgestellt. Sie habe darum nur schon mangels Behauptung
nicht glaubhaft gemacht, dass sie überhaupt einen Betrag für Freizeit und Hob-
bies benötige. Insbesondere habe sie nicht glaubhaft gemacht, dass sie für die
Fortführung ihrer ehelichen Lebenshaltung mehr brauche als der Gesuchsgegner.
In etwa selbiges gelte für die Ferien. Er gehe genau gleich viel und auch gleich
viel mit den Kindern in die Ferien wie die Gesuchstellerin. Damit hätten beide Par-
teien gleich viele Mittel nötig, um die Ferien zu bestreiten. Er habe belegt, dass er
mit den Kindern nach Norwegen in die Ferien gegangen sei, wie dies auch schon
während des Zusammenlebens der Fall gewesen sei. Die Gesuchstellerin habe
aber nicht einmal behauptet, dass "sie selbst" oder mit den Kindern in die Ferien
gehe. Sodann habe er einen Anspruch darauf, eine Wohnung zu bewohnen, die
seinem Lebensstandard angemessen sei (Urk. 28 Rz. 54 ff. ).
8.1.3 Die Gesuchstellerin hält dem entgegen, mit dem Überschussanteil seien die
Bedarfspositionen abzudecken, welche nicht Bestandteil der erweiterten Notbe-
darfsrechnung bilden würden, wie Wellnesskosten, Kosten des Privatgebrauchs
des Fahrzeugs, Ausgaben für Freizeit und Hobby sowie Ferien. Selbst diese vom
Gesuchsgegner konkret geltend gemachten Beträge (mit Verweis auf Urk. 11
S. 7) vermöge er aus seinem Überschuss zu decken, weshalb seine Rüge ins
Leere gehe. Auch sie müsse mit ihrem Überschussanteil die ausserhalb der er-
weiterten Notbedarfsrechnung liegenden Bedarfspositionen von ihr und den Kin-
dern aus dem Überschuss decken. Die vom Gesuchsgegner ihr hierfür zugestan-
denen Beträge seinen deutlich zu tief und würden im Widerspruch zur geringfügi-
gen Sparquote von Fr. 494.– während des ehelichen Zusammenlebens stehen
(Urk. 39 Ziff. 4.1).
- 34 -
8.1.4 Bei der Aufteilung des Überschusses ist darauf zu achten, dass nur dasje-
nige Einkommen der Parteien berücksichtigt wird, welches in der Vergangenheit
tatsächlich zur Bestreitung des ehelichen Lebensunterhalts verwendet wurde.
Ergibt sich, dass ein Teil des Einkommens nicht in die Lebenshaltung der Ehegat-
ten geflossen ist (weil es nachweislich für andere Zwecke verwendet wurde), sind
diese Auslagen bei der Überschussverteilung angemessen zu berücksichtigen.
Wie vorstehend dargelegt, werden das Mehreinkommen der Gesuchstellerin so-
wie die Sparquote durch die Mehrkosten des Getrenntlebens und die Einkom-
mensreduktion seitens des Gesuchsgegners kompensiert, weshalb die zweistufi-
ge Berechnungsmethode vorliegend zum Zuge kommt. Bei dieser wird davon
ausgegangen, dass das gesamte Einkommen für den Lebensunterhalt verbraucht
wurde (abzüglich einer allfälligen Sparquote). Wie bereits die Vorinstanz korrekt
festhielt, entsprach es bis zur Revision des Kinderunterhaltrechts der Praxis, dem
obhutsinhabenden Elternteil zwei Drittel des Überschusses zuzusprechen. Dies
wurde damit begründet, dass auch die Kinder an der höheren Lebenshaltung der
Parteien teilhaben sollten (BGE 126 III E. 3c). Wird von keiner Partei behauptet,
dass während des Zusammenlebens ein Teil des Einkommens für andere Zwecke
verwendet wurde bzw. sie einen im Vergleich zu den anderen Familienmitgliedern
grösseren Anteil am Freibetrag verbraucht habe, wird folglich von der Aufteilung
zwei Drittel zu einem Drittel bzw. ein Drittel pro Ehegatte sowie ein Drittel für die
gemeinsamen Kinder auch während des Zusammenlebens ausgegangen. Damit
irrt der Gesuchsgegner aber, wenn er meint, die Gesuchstellerin hätte darlegen
müssen, dass sie den Überschuss tatsächlich brauche. Vielmehr wird von einer
Partizipation am Überschuss von einem Drittel pro Ehegatte ausgegangen. Will
ein Ehegatte aufzeigen, dass ihm während des Zusammenlebens ein grösserer
Anteil am Freibetrag zukam als der von der Praxis angenommene Drittel pro Ehe-
gatte, hat dieser Ehegatte dies folglich darzutun. Entsprechendes hat der Ge-
suchsgegner vor Vorinstanz aber nicht substantiiert vorgebracht. Sein Hinweis auf
seine Hobbies (Urk. 28 Rz. 55) reicht hierfür jedenfalls nicht aus. Dies insbeson-
dere auch deshalb nicht, da er der Gesuchstellerin für diese Position (wie auch für
die Positionen "Ferien" und "3. Säule") jeweils den gleichen Betrag eingesetzt hat
wie für sich selber (vgl. Urk. 11 Rz. 20). Dass die Betreuung der Kinder nach der
- 35 -
Trennung am Wochenende an der der Praxis entsprechenden Überschussauftei-
lung bei gemeinsamen Kindern nichts ändert, hat die Vorinstanz bereits zutreffend
erwogen (vgl. 29 E. 7.12.3). Zu berücksichtigen ist vorliegend sodann, dass im
Bedarf der Gesuchstellerin lediglich die Grundbedürfnisse der Kinder aufgenom-
men wurden, dagegen keine Beträge für Hobbies, Transport-, Ferienkosten etc.
Sodann übersieht der Gesuchsgegner, dass auch die Gesuchstellerin mit ihrem
Überschussanteil ihre über dem Existenzminimum liegenden Positionen zu de-
cken hat. Entgegen seiner Ansicht (vgl. Urk. 28 Rz. 43) hat sie solche vor Vor-
instanz denn auch (eventualiter) behauptet (Prot. I S. 12). Auch sie wird sich hin-
sichtlich dieser behaupteten Positionen einzuschränken haben. Zu beachten ist
schliesslich, dass die Gesuchstellerin nebst der Kinderbetreuung in einem Pen-
sum von 60% bei der H._ AG und zusätzlich auf Tageslohnbasis bei der
J._ AG an rund vier bis sechs Tagen pro Monat, das heisst zu rund 20% bis
30% (ausgehend von 21.75 Arbeitstagen pro Monaten [4 bzw. 6 d × 100 : 21.75
d]) arbeitstätig ist (vgl. Urk. 3/4). Die Gesuchstellerin arbeitet damit neben der Be-
treuung der elf- und vierzehnjährigen Kinder zu rund 80% bis 90%. Sie erbringt
damit – wie der Gesuchsgegner auch – eine Mehrleistung. Diese Mehrleistung
leistet sie seit der Trennung von sich aus und könnte gemäss der bundesgerichtli-
chen Rechtsprechung von ihr aufgrund der Kinderbetreuung nicht verlangt wer-
den. Damit spricht auch die Arbeitstätigkeit des Gesuchsgegners von über 100%
nicht gegen eine praxisgemässe Aufteilung des Überschusses. Im Übrigen profi-
tiert aufgrund der vorgenommenen Überschussteilung auch der Gesuchsgegner
vom Mehreinkommen der Gesuchstellerin. Nach dem Gesagten rechtfertigt es
sich vorliegend, in Übereinstimmung mit der Vorinstanz, den Freibetrag bis zum
31. Dezember 2016 im Umfang von zwei Dritteln der Gesuchstellerin und den
Kindern zuzuteilen.
- 36 -
8.1.5 Dies führt zu folgender Unterhaltsberechnung (in Schweizer Franken):
Januar 2016
01.02..03.2016
01.04.2016- 31.07.2016
01.08.2016- 31.12.2016
Bedarf GSin + Kinder 5'395.00 5'395.00 5'395.00 5'395.00 Anteil Freibetrag (2/3) 3'730.75 3'423.70 3'437.30 3'587.85 Einkommen GSin -5'277.60 4'817.00 4'817.00 4'817.00 Unterhaltsbeiträge (gerundet) 3'848.00 4'002.00 4'015.00 4'166.00
Folglich erfolgt nur für den Monat Januar 2016 eine Reduzierung von Fr. 3'956.–
auf Fr. 3'848.–. Um von der vorinstanzlichen Aufteilung des Unterhaltsbeitrages
für die Zeitspanne bis 31. Dezember 2016 abzuweichen, ist kein Grund ersicht-
lich. Entsprechendes wurde auch nicht beantragt. Dementsprechend ist der Ge-
suchsgegner zu verpflichten, der Gesuchstellerin im Januar 2016 pro Kind
Fr. 1'200.– zuzüglich Familienzulagen und Fr. 1'448.– für die Gesuchstellerin per-
sönlich zu bezahlen, von Februar bis und mit Dezember 2016 sodann von
Fr. 1'200.– pro Kind zuzüglich allfälliger Familienzulagen und Fr. 1'556.– für die
Gesuchstellerin persönlich.
8.2 Unterhaltsberechnung ab 1. Januar 2017
8.2.1 Die Gesuchstellerin erachtet die Auffassung des Gesuchsgegners, dass
sich das neue Recht nicht auf die Festsetzung der Unterhaltsbeiträge auswirke,
für falsch. Berechne man die Unterhaltsbeiträge nach dem neuen Recht, seien
neu die Barbedarfskosten der Kinder, unter Berücksichtigung eines angemesse-
nen Wohnkostenanteils sowie eines Überschussanteils von mindestens 17% pro
Kind, separat als Bestandteil des Barunterhalts der Kinder zu berechnen. Dies
wirke sich auf die Unterhaltsbeiträge für die Kinder aus (Urk. 39 Ziff. 1.2 und 5.1).
8.2.2 Diesen Ausführungen widerspricht der Gesuchsgegner. Die Unterhaltsbei-
träge würden für beide Kinder inklusive Kinderzulagen Fr. 2'900.– betragen, der
Bedarf der Kinder betrage gesamthaft Fr. 2'084.– (vgl. die diesbezügliche Be-
rechnung in Urk. 45 Rz. 8 f.). Es resultiere damit ein Überschuss von monatlich
Fr. 816.–. Die Gesuchstellerin habe weder vor Vorinstanz noch im Berufungsver-
- 37 -
fahren dargelegt, wofür sie diesen Überschuss brauche. Auch wenn man seiner
Unterhaltsberechnung folge, seien die Unterhaltsbeiträge für die Kinder mehr als
bedarfsdeckend (Urk. 45 Rz. 15). Selbst wenn schliesslich von dem von der Ge-
suchstellerin geltend gemachten Bedarf der Kinder ausgegangen würde, sei er-
sichtlich, dass die Kinderunterhaltsbeiträge höher lägen als der Bedarf der Kinder.
In jenem Falle hätte die Gesuchstellerin einen Anteil am Kinderbedarf zu tragen
(vgl. Urk. 45 Rz. 16 ff.).
8.2.3 Wie vorstehend dargelegt, beträgt der Bedarf von E._ monatlich
Fr. 1'027.–, derjenige von F._ Fr. 1'183.– (E. III/6.3.2).
Die Gesuchstellerin kann ihre Lebenshaltungskosten (erweitertes familienrechtli-
ches Existenzminimum, nicht der gelebte eheliche Standard, vgl. dazu den Leitfa-
den des Obergerichts zum neuen Unterhaltsrecht, a.a.O., S. 8) von Fr. 3'135.–
(Fr. 1'350.– [Grundbetrag], Fr. 628.– [1/2 Wohnkosten], Fr. 293.– [Krankenkasse],
Fr. 80.– [Selbstbehalt/Franchise], Fr. 41.– [Hausrat- und Haftpflichtversicherung],
Fr. 159.– [Kommunikation], Fr. 421.– [Mobilitätskosten], Fr. 63.– [auswärtige Ver-
pflegung], Fr. 100.– [Steuerpauschale auf die Lebenshaltungskosten, vgl. Leitfa-
den des Obergerichts zum neuen Unterhaltsrecht, S. 10]) mit ihrem Einkommen
von Fr. 4'817.– ohne Weiteres decken. Deshalb ist kein Betreuungsunterhalt ge-
mäss Art. 285 Abs. 2 ZGB geschuldet (davon gehen auch die Parteien aus [vgl.
Urk. 28 Rz. 12 und Urk. 39 Ziff. 1.1]).
Wie vorstehend dargetan, ergibt sich auch für den Zeitraum nach dem 1. Januar
2017 ein Überschuss (E. III/7). Dieser ist, wie die Gesuchstellerin zutreffend aus-
führt, in Prozenten auf die beiden Ehegatten und die Kinder aufzuteilen. Die Ver-
teilung liegt im Ermessen des Gerichts. Vorliegend erscheint es angemessen, den
Kindern je ein Prozentanteil von 15% zukommen zu lassen, den Eltern je ein sol-
cher von 35%, ähnlich wie in den Phasen vor dem 1. Januar 2017.
Gestützt auf diese Überlegungen ergeben sich die folgenden Unterhaltsbeiträge
(in Schweizer Franken):
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Barunterhalt E._ F._ Barbedarf 1'027.00 1'183.00 Anteil Freibetrag (15%) 807.00 807.00 Total 1'834.00 1'990.00 - Kinderzulagen 250.00 200.00 Unterhaltsbeiträge 1'584.00 1'790.00
Ehegattenunterhalt erweiterter Bedarf GSin 3'635.00
Anteil Freibetrag (34%) 1'883.00 Total 5'518.00 - Einkommen GSin 4'817.00 Unterhaltsbeiträge 701.00
Da die Gesuchstellerin für sich persönlich lediglich einen Unterhaltsbeitrag von
Fr. 556.– beantragt hat und hinsichtlich der Ehegattenunterhaltsbeiträge die Dis-
positionsmaxime gilt (vgl. BGE 129 III 417 E. 2.1.2), ist der Gesuchsgegner zu
verpflichten, ihr ab 1. Januar 2017 für E._ monatlich gerundet Fr. 1'600.– und
für F._ gerundet Fr. 1'800.– (je zuzüglich allfälliger Familienzulagen) sowie
für sich persönlich Fr. 556.– zu bezahlen.
Zum Einwand des Gesuchsgegners, dass die Gesuchstellerin sich auch an den
Kinderunterhaltsbeiträgen beteiligen müsse, ist festzuhalten, dass die Gesuchstel-
lerin die Obhut über die Kinder innehat und ihren Beitrag in natura erbringt. Von
ihr eine Beteiligung am Barunterhalt der Kinder zu verlangen, geht bei Berück-
sichtigung der vorliegenden finanziellen Verhältnisse nicht an. Der Gesuchsgeg-
ner übersieht sodann, dass ihm selber der gleiche Überschuss zusteht wie der
Gesuchstellerin. Die Kinderunterhaltsbeiträge sind für die Kinder bedacht. Damit
ist auch gesagt, dass Kosten für Hobbies etc., die den Kindern anfallen, mit die-
sem Geld bezahlt werden. Der Gesuchsgegner hat – neben den Kosten für allfäl-
lige Ferien, welche im vorliegenden Verfahren jedoch völlig unsubstantiiert und
unbelegt blieben (vgl. Urk. 45 Rz. 11 mit Verweis auf Urk. 11 Rz. 7 und 27) – kei-
ne diesbezüglichen Kosten zu tragen. Die Kosten für die Verpflegung am Wo-
chenende sind – wie bereits die Vorinstanz zutreffend aufzeigte (Urk. 29 E.
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7.12.3) – vernachlässigbar. So hat der Gesuchsgegner denn auch nicht geltend
gemacht, es sei für diese Kosten ein Betrag in seinem Bedarf zu berücksichtigen.
9. Anrechnung rückwirkend bezahlter Unterhaltsbeiträge
9.1 Bei einer rückwirkenden Verpflichtung zur Leistung von Unterhaltsbeiträgen
sind schon tatsächlich erbrachte Unterhaltsleistungen zu berücksichtigen bzw.
anzurechnen (ZK-Bräm/Hasenböhler, Art. 163 ZGB N 150; ZR 107 Nr. 60; BGE
135 III 315 E. 2; BGE 138 III 583 = Pra 2013 Nr. 25).
9.2 Die Vorinstanz hat im angefochtenen Entscheid davon Vormerk genommen,
dass der Gesuchsgegner in der Zeit vom 1. Januar 2016 bis 30. November 2016
bereits Kinder- und Ehegattenunterhaltsbeiträge in der Höhe von insgesamt
Fr. 32'550.– bezahlt habe und dass die Unterhaltsschuld des Gesuchsgegner für
diesen Zeitraum noch Fr. 10'966.– betrage (Urk. 29, Dispositivziffer 6 und E. 8.1).
9.3 Der Gesuchsgegner wendet sich nicht gegen diese Erwägungen, sondern
möchte den vorgemerkten Betrag vielmehr um die seit dem erstinstanzlichen Ent-
scheid geleisteten Zahlungen ergänzt wissen. Er hält fest, es sei ihm vor Erlass
des Urteils Gelegenheit zu geben, seine Zahlungen nachzuweisen, damit er nicht
jeden Monat seine Zahlungen nachweisen müsse. Da noch nicht klar sei, wie lan-
ge das obergerichtliche Verfahren daure und wie hoch der Betrag sein werde, sei
das Rechtsbegehren nicht beziffert, da es nicht beziffert werden könne. Für die
Monate Dezember 2016 und Januar 2017 habe er je Fr. 3'300.– bezahlt (Urk. 28
Rz. 68 ff.).
9.4 Es ist unbestritten, dass der Gesuchsgegner die von der Vorinstanz festge-
stellten Unterhaltszahlungen von Fr. 32'550.– geleistet hat (Urk. 39 Ziff. 6 S. 18).
Mit den Zahlungsbelegen für Dezember 2016 und Januar 2017 hat er sodann wei-
tere Zahlungen von insgesamt Fr. 6'600.– belegt (Urk. 30/2). Die Leistung dieser
Zahlungen wird von der Gesuchstellerin sodann auch nicht bestritten (Urk. 39 Ziff.
6 S. 18). Die Bezahlung weiterer Beträge hat der Gesuchsgegner dagegen weder
behauptet noch belegt, weshalb lediglich Unterhaltszahlungen von insgesamt
Fr. 39'150.– anzurechnen sind. Entgegen der Ansicht des Gesuchsgegners ist er
- 40 -
jedenfalls nicht aufzufordern, weitere Zahlungen zu behaupten bzw. zu belegen.
Ihm wäre es ohne Weiteres möglich gewesen, dies von sich aus zu tun. Der ent-
sprechende Aufwand wäre geringfügig gewesen und löst mitnichten eine richterli-
che Fragepflicht aus.
10. Kosten- und Entschädigungsfolgen des erstinstanzlichen Verfahrens
10.1 Die Vorinstanz auferlegte die Gerichtskosten für das erstinstanzliche Verfah-
ren zu drei Fünfteln dem Gesuchsgegner und zu zwei Fünfteln der Gesuchstelle-
rin. Als Begründung führte sie aus, die Parteien hätten hinsichtlich des Getrennt-
lebens, der Obhutszuteilung, der Zuteilung der ehelichen Wohnung und der An-
ordnung der Gütertrennung übereinstimmende Anträge gestellt. Sodann sei zu
berücksichtigen, dass nach ständiger Rechtsprechung des Obergerichts in Bezug
auf die Kinderbelange unabhängig vom Ausgang des Verfahrens von einer hälfti-
gen Kostentragung der Parteien auszugehen sei. Es bleibe zudem zu berücksich-
tigen, dass der Gesuchsgegner in Bezug auf den Unterhaltsanspruch weitgehend
unterliege und dass die zusätzliche Instruktionsverhandlung aufgrund seiner No-
veneingabe zustande gekommen sei. Ausgangsgemäss verpflichtete sie den Ge-
suchsgegner zur Leistung einer reduzierten Parteientschädigung von Fr. 1'356.05
(inkl. Mehrwertsteuern; Urk. 29 E. 10.3 ff.).
10.2 In seiner Berufungsschrift verweist der Gesuchsgegner auf Art. 107 Abs. 1
lit. c ZPO und erklärt, dass die Kosten- und Entschädigungsfolgen unabhängig
vom Ausgang hälftig aufzuteilen bzw. wettzuschlagen seien. Dies gelte noch
mehr, wenn die vorliegende Berufung gutgeheissen werde, da ein eindeutiges
Obsiegen bzw. Unterliegen nicht festgestellt werden könne (Urk. 28 Rz. 71).
10.3 Auch hier erweist sich die Berufungsschrift des Gesuchsgegners als unge-
nügend. Die Vorinstanz erklärte ausführlich, wie sie zur von ihr vorgenommenen
Kostenverteilung gelangte. Es kann vollumfänglich auf diese korrekten und der Si-
tuation angemessenen Erwägungen verwiesen werden. Da hinsichtlich der zuge-
sprochenen Unterhaltsbeiträge sodann lediglich für den Monat Januar 2016 eine
geringfügige Reduktion erfolgt und hinsichtlich der Unterhaltsbeiträge ab 1. Janu-
ar 2017 den Anträgen der Gesuchstellerin entsprochen wird, ist keine Anpassung
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der Kostenverteilung vorzunehmen. Damit sind die vorinstanzlichen Gerichtskos-
ten zu drei Fünfteln vom Gesuchsgegner zu tragen und zu zwei Fünfteln von der
Gesuchstellerin. Sodann ist der Gesuchsgegner zu verpflichten, der Gesuchstelle-
rin eine reduzierte Parteientschädigung von Fr. 1'356.05 (inkl. Mehrwertsteuern)
zu bezahlen.
IV. Kosten- und Entschädigungsfolgen
1. Abschliessend ist über die zweitinstanzlichen Kosten- und Entschädigungs-
folgen zu befinden. Der Gesuchsgegner obsiegt lediglich hinsichtlich des Monats
Januar 2016, in welchem seine Unterhaltspflicht von insgesamt Fr. 3'956.– auf
Fr. 3'848.– reduziert wird. Ansonsten unterliegt er. Vor diesem Hintergrund wird er
für das Berufungsverfahren kostenpflichtig (vgl. Art. 106 Abs. 1 ZPO). Die Ge-
richtsgebühr ist auf Fr. 4'000.– festzusetzen (§ 12 Abs. 1 und 2 i.V.m. § 2, § 5
Abs. 1 und § 6 Abs. 2 lit. b der Gebührenverordnung des Obergerichts vom 8.
September 2010 [GebV OG]. Die Kosten werden aus dem vom Gesuchsgegner
geleisteten Kostenvorschuss über Fr. 4'000.– (Urk. 36) bezogen.
2. Als Folge der Kostenverteilung hat der Gesuchsgegner die Gesuchstellerin
für ihre Aufwendungen im Berufungsverfahren zu entschädigen (Art. 106 Abs. 1
ZPO). In Anwendung der massgeblichen Bestimmungen (§ 2, § 5 Abs. 1, § 6 Abs.
1 und 3, § 11 und § 13 der Anwaltsgebührenverordnung vom 8. September 2010
[AnwGebV]) ist der Gesuchsgegner zu verpflichten, der Gesuchstellerin eine volle
Parteientschädigung von Fr. 2'800.– zu bezahlen. Zusätzlich zur Parteientschädi-
gung ist antragsgemäss ein Mehrwertsteuerzusatz von 8%, das heisst Fr. 224.–,
geschuldet.
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