# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 03140e87-3d5a-585f-8278-4ee1654f45aa
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2017
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
X._, geboren 1956, meldete sich erstmals am 1. September 2008 (Eingangsdatum) bei der Sozialversicherungsanstalt Basel-Landschaft, IV-Stelle, unter Hinweis auf einen Nervenzusammenbruch zum Leistungsbe
zug an (Urk. 14/1). Mit Verfügung vom 10. März 2010 sprach die IV-Stelle dem Versicherten eine vom 1. bis 30. März 2009 befristete Viertelsrente zu (Urk. 14/18).
Vom 1. Januar 2013 (Urk. 2/4; Urk. 9/2) bis zum 30. Juni 2013 war X._ bei der Y._ S.A. tätig und in dieser Eigenschaft bei der BVG-Sammelstiftung Swiss Life berufsvorsorgeversichert (Urk. 9/1-2). Am 23. September 2013 (Eingangsdatum) meldete er sich unter Hinweis auf diverse Suizidversuche bei der IV-Stelle erneut zum Leistungsbezug an (Urk. 14/21). Mit Verfügungen vom 13. Oktober und 19. November 2014 sprach ihm die IV-Stelle ab dem 1. März 2014 eine ganze Rente zu und hielt dabei fest, das Wartejahr sei am 6. April 2013 abgelaufen (Urk. 14/49 und Urk. 14/51-52).
2.
Am 16. Juni 2015 erhob X._ Klage gegen die BVG-Sammelstif
tung Swiss Life und beantragte, es sei die Beklagte zu verurteilen, ihm spätestens ab 1. Februar 2015 die gesetzlich und reglementarisch vor
gesehenen Leistungen auf einem Invaliditätsgrad von 100 % zu erbringen und ihm insbesondere eine Invalidenrente von mindestens Fr. 31‘200.-- pro Jahr nebst einem Verzugszins für die geschuldeten Rentenbetreffnisse seit 1. März 2015 auszurichten und das Alterskapital gemäss Art. 14 f. der Ver
ordnung über die berufliche Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenvorsorge (BVV 2) sowie den entsprechenden Bedingungen des Reglements weiterzu
äufnen (Urk. 1). Die Beklagte schloss mit Klageantwort vom 26. Oktober 2015 auf Abweisung der Klage (Urk. 8). Nach Beizug der Akten der IV-Stelle hiel
ten der Kläger mit Replik vom 25. Februar 2016 (Urk. 19) und die Beklagte mit Duplik vom 14. April 2016 (Urk. 22) an ihren Anträgen fest. Die Duplik wurde dem Kläger am 18. April 2016 zur Kenntnisnahme zugestellt (Urk. 23).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, soweit erforderlich, im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen eingegan
gen.

## Considerations

Das Gericht zieht in Erwägung:
1.
Der Kläger brachte im Wesentlichen vor, dass die IV-Stelle die genauen Umstände des Wartejahres nicht habe abklären müssen, da die Anmeldung bei ihr erst am 23. September 2013 eingegangen sei, weshalb ein Rentenan
spruch nicht vor April 2014 habe entstehen können. Die Verfügung der
IV-Stelle sei damit nicht bindend in Bezug auf den Beginn der Arbeits-unfähig
keit. Er sei nach Juli 2012 voll arbeitsfähig gewesen, was aus den Stunden
rapporten aus seiner selbständigen Tätigkeit hervorgehe und daraus, dass er ab Januar 2013 keine Anstellung bei der Y._ S.A. erhalten hätte, wenn der Verwaltungsratsdelegierte, der den Kläger und seine Lebensum-stände gut kenne, nicht überzeugt gewesen wäre, dass der Kläger voll leistungsfähig gewesen wäre. Des Weiteren lägen keine echtzeitlichen Arztzeugnisse vor, die das Gegenteil belegen würden. Die Arbeitsunfähigkeit sei daher am 14. Januar 2013 eingetreten (Urk. 1 und Urk. 19).
Die Beklagte führte demgegenüber im Wesentlichen aus, dass die relevante Arbeitsunfähigkeit nach dem Suizidversuch vom 5. April 2012 eingetreten und der Kläger seither nie mehr voll arbeitsfähig gewesen sei. Der behan
delnde Psychiater, Dr.
med.
Z._
, Facharzt für
Psychiatrie und Psy
chotherapie, führe in seinem Bericht schlüssig aus, dass der Kläger seit dem Suizidversuch am 5. April 2012 ununterbrochen unter den Folgen der rezidi
vierenden depressiven Störung gelitten habe und massiv eingeschränkt gewesen sei, wenn er sich auch geweigert habe, dies zur Kenntnis zu neh
men. Die für seine eigene Firma selbst verfassten Stundenrapporte würden daran nichts zu ändern vermögen, zumal er sich geweigert habe, seine mas
siven Einschränkungen zur Kenntnis zu nehmen. Die vom Kläger monierte Anstellung bei der Y._ S.A. sei ebenfalls zu relativieren, da ihm diese Stelle durch den Lebenspartner seiner Schwester vermittelt worden sei. So sei die IV-Stelle zu Recht davon ausgegangen, dass die invaliditätsrelevante Arbeitsunfähigkeit am 6. April 2012 eingetreten sei (Urk. 8 und Urk. 22).
2.
2.1
Nach Art. 24 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die berufliche Alters-, Hinterlasse
nen- und Invalidenvorsorge (BVG) hat der Versicherte Anspruch auf eine volle Invalidenrente, wenn er im Sinne der Invalidenversicherung mindestens zu 70 %, auf eine Dreiviertelsrente, wenn er mindestens zu 60 %, auf eine halbe Rente, wenn er mindestens zur Hälfte und auf eine Viertels
rente, wenn er mindestens zu 40 % invalid ist. Gemäss Abs. 1 von Art. 26 BVG gelten für den Beginn des Anspruchs auf Invalidenleistungen sinnge
mäss die entsprechenden Bestimmungen des Bundesgesetzes über die Invali
denversicherung (Art. 29 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung, IVG). Die Invalidenleistungen nach BVG werden von derjenigen Vorsorge
einrichtung geschuldet, welcher die den Anspruch erhebende Person bei Ein
tritt des versicherten Ereignisses angeschlossen war. Im Bereich der obligato
rischen beruflichen Vorsorge fällt dieser Zeitpunkt nicht mit dem Eintritt der Invalidität nach IVG, sondern mit dem Eintritt der Arbeitsunfähigkeit zusammen, deren Ursache zur Invalidität geführt hat (vgl. Art. 23 BVG). Auf diese Weise wird dem Umstand Rechnung getragen, dass die versicherte Person meistens erst nach einer längeren Zeit der Arbeitsunfähigkeit (nach einer Wartezeit von einem Jahr gemäss Art. 28 Abs. 1 lit. b IVG in Verbin
dung mit Art. 26 BVG) invalid wird. Damit nämlich der durch die zweite Säule bezweckte Schutz zum Tragen kommt, muss das Invaliditätsrisiko auch dann gedeckt sein, wenn es rechtlich gesehen erst nach einer langen Krank
heit eintritt, während welcher die Person unter Umständen aus dem Arbeits
verhältnis ausgeschieden ist und daher nicht mehr dem Obligatorium unter
standen hat (BGE 123 V 262 E. 1b, 121 V 97 E. 2a, 120 V 112 E. 2b, je mit Hinweisen).
2.2
Art. 23 BVG kommt auch die Funktion zu, die Haftung mehrerer Vorsorgeein
richtungen gegeneinander abzugrenzen, wenn eine in ihrer Arbeitsfähigkeit bereits beeinträchtigte versicherte Person ihre Arbeitsstelle (und damit auch die Vorsorgeeinrichtung) wechselt und ihr später eine Rente der Invalidenversicherung zugesprochen wird. Der Anspruch auf Invaliden
leistungen nach Art. 23 BVG entsteht in diesem Fall nicht gegenüber der neuen Vorsorgeeinrichtung, sondern gegenüber derjenigen, welcher die Per
son im Zeitpunkt des Eintritts der invalidisierenden Arbeitsunfähigkeit ange
hörte.
Damit eine Vorsorgeeinrichtung, der eine Arbeitnehmerin oder ein Arbeit
nehmer beim Eintritt der Arbeitsunfähigkeit angeschlossen war, für das erst nach Beendigung des Vorsorgeverhältnisses eingetretene Invaliditätsrisiko aufzukommen hat, ist indes erforderlich, dass zwischen Arbeitsunfähigkeit und Invalidität ein enger sachlicher und zeitlicher Zusammenhang besteht (BGE 130 V 270 E. 4.1). In sachlicher Hinsicht liegt ein solcher Zusammen
hang vor, wenn der der Invalidität zu Grunde liegende Gesundheitsschaden im Wesentlichen derselbe ist, der zur Arbeitsunfähigkeit geführt hat. Sodann setzt die Annahme eines engen zeitlichen Zusammenhangs voraus, dass die versicherte Person nach Eintritt der Arbeitsunfähigkeit nicht während länge
rer Zeit wieder arbeitsfähig wurde. Die frühere Vorsorgeeinrichtung hat nicht für Rückfälle oder Spätfolgen einer Krankheit einzustehen, die erst Jahre nach Wiedererlangung der vollen Arbeitsfähigkeit eintreten. Demnach darf nicht bereits eine Unterbrechung des zeitlichen Zusammenhangs angenom
men werden, wenn die Person bloss für kurze Zeit wieder an die Arbeit zurückgekehrt ist. Ebenso wenig darf die Frage des zeitlichen Zusammen
hangs zwischen Arbeitsunfähigkeit und Invalidität in schematischer (analo
ger) Anwendung der Regeln von Art. 88a Abs. 1 der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV) beurteilt werden, wonach eine anspruchsbeein
flussende Verbesserung der Erwerbsfähigkeit in jedem Fall zu berücksichti
gen ist, wenn sie ohne wesentliche Unterbrechung drei Monate gedauert hat und voraussichtlich andauern wird. Zu berücksichtigen sind vielmehr die gesamten Umstände des konkreten Einzelfalles, namentlich die Art des Gesundheitsschadens, dessen prognostische ärztliche Beurteilung und die Beweggründe, die die versicherte Person zur Wiederaufnahme der Arbeit ver
anlasst haben (BGE 123 V 262 E. lc, 120 V 112 E. 2c/aa und 2c/bb mit Hin
weisen).
2.3
Von einer relevanten Arbeitsunfähigkeit ist rechtsprechungsgemäss dann auszugehen, wenn diese mindestens 20 % beträgt und sich auf das Arbeits
verhältnis sinnfällig auswirkt oder ausgewirkt hat. Es muss arbeitsrechtlich in Erscheinung treten, dass die versicherte Person im bisherigen Beruf an Leis
tungsvermögen eingebüsst hat, so etwa durch einen Abfall der Leistungen mit entsprechender Feststellung oder gar Ermahnung des Arbeitgebers oder durch gehäufte, gesundheitlich bedingte Arbeitsausfälle. Eine erst nach Jah
ren rückwirkend festgelegte medizinisch-theoretische Arbeitsunfähigkeit genügt nicht. Vielmehr muss der Zeitpunkt des Eintritts der berufsvorsorge
rechtlich relevanten Arbeitsunfähigkeit mit dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit echtzeitlich nachgewiesen sein. Dieser Nachweis darf nicht durch nachträgliche Annah
men und spekulative Überlegungen ersetzt werden (vgl. hierzu etwa Urteile des Bundesgerichts 8C_380/2009 vom 17. September 2009 E. 2.1 und 9C_178/2008 vom 15. Juli 2008 E. 3.2, je mit Hinweisen).
2.4
Aus der engen Verbindung zwischen dem Recht auf eine Rente der Invaliden
versicherung und demjenigen auf eine Invalidenleistung nach BVG ergibt sich, dass der Invaliditätsbegriff im obligatorischen Bereich der beruf
lichen Vorsorge und in der Invalidenversicherung grundsätzlich der gleiche ist (BGE 123 V 269 E. 2a, 120 V 106 E. 3c, je mit Hinweisen).
Praxisgemäss sind daher die Vorsorgeeinrichtungen im Bereich der gesetzli
chen Mindestvorsorge (Art. 6 BVG) an die Feststellungen der IV-Organe (Eintritt der invalidisierenden Arbeitsunfähigkeit, Eröffnung der Wartezeit, Festsetzung des Invaliditätsgrades) gebunden, soweit die IV-rechtliche Betrachtung aufgrund einer gesamthaften Prüfung der Akten nicht als offensichtlich unhaltbar erscheint (BGE 126 V 309 E. 1 in fine). Diese Kon
zeption fusst auf der Überlegung, die Organe der (obligatorischen) berufli
chen Vorsorge von eigenen aufwändigen Abklärungen freizustellen, und gilt nur bezüglich Feststellungen und Beurteilungen der IV-Organe, welche im invalidenversicherungsrechtlichen Verfahren für die Festlegung des Anspruchs auf eine Invalidenrente entscheidend waren (BGE 132 V 1 E. 3.2). So hat beispielsweise eine verspätete Anmeldung zum Leistungsbezug bei der Invalidenversicherung rechtsprechungsgemäss die freie Überprüfbarkeit des leistungserheblichen Sachverhaltes durch die Vorsorgeeinrichtung bezie
hungsweise das Berufsvorsorgegericht zur Folge (Urteil des Bundesgerichts 9C_49/2010 vom 23. Februar 2010 E. 2.1).
Diese Bindungswirkung setzt voraus, dass die Vorsorgeeinrichtung (spätes
tens) ins Vorbescheidverfahren (aArt. 73
bis
IVV; seit 1. Juli 2006: Art. 73
ter
IVV) einbezogen und ihr die Rentenverfügung formgültig eröffnet wurde (Urteil des Bundesgerichts 9C_81/2010 vom 16. Juni 2010 E. 3.1, mit Hin
weisen). Dem BVG-Versicherer steht ein selbständiges Beschwerderecht im Verfahren nach IVG zu. Unterbleibt ein solches Einbeziehen der Vorsorge
einrichtungen, ist die IV-rechtliche Festsetzung des Invaliditätsgrades (grundsätzlich, masslich und zeitlich) berufsvorsorgerechtlich nicht verbind
lich (BGE 130 V 270 E. 3.1).
Stellt die Vorsorgeeinrichtung auf die invalidenversicherungsrechtliche Betrachtungsweise ab, muss sich die versicherte Person diese entgegenhalten lassen, soweit diese für die Festlegung des Anspruchs auf eine Invalidenrente entscheidend war, und zwar ungeachtet dessen, ob der Vorsorgeversicherer im Verfahren der Invalidenversicherung beteiligt war oder nicht. Vorbehalten sind jene Fälle, in denen eine gesamthafte Prüfung der Aktenlage ergibt, dass die Invaliditätsbemessung der Invalidenversicherung offensichtlich unhaltbar war (BGE 130 V 270 E. 3.1).
3.
Die medizinische Aktenlage stellt sich folgendermassen dar:
3.1
Der Kläger war vom 6. April bis zum 4. Juni 2012 in stationärer Behandlung in der Psychiatrie A._ (Austrittsbericht vom 6. Juni 2012, Urk. 14/38). Die behandelnden Ärzte notierten als Austrittsdiagnosen 1) eine schwere depressive Episode ohne psychotische Symptome (ICD-10 F32.2) und 2) Probleme in der Beziehung zum Ehepartner oder Partner (ICD-10 Z63.0).
In der Therapie hätten sich psychosoziale Probleme in der Paarbeziehung sowie im Arbeitsumfeld gezeigt. Die Ehefrau habe die Trennung gewünscht und der Kläger sei im gemeinsamen Haus nicht mehr erwünscht. Ursprüng
lich seien ein Austritt in eine Büro-/Wohnfläche sowie eine Aufgleisung einer ambulanten Therapie geplant gewesen. Die Probetermine bei zwei ver
schiedenen ambulanten Therapeuten seien bereits vereinbart gewesen, als sich der Kläger dazu entschieden habe, zur Schwester ins B._ auszu
treten. Er könne dort bei ihr wohnen und bei deren Lebensgefährten arbeiten. Sie hätten den Kläger am 4. Juni 2012 in einem deutlich besseren Allgemein
zustand bei fehlenden Hinweisen auf Eigen- oder Fremdgefährdung entlas
sen.
Sie übergäben den Kläger in die ambulante Nachbehandlung zu C._, einen Termin habe der Kläger nach dem Austritt selbst organisieren wollen. Der Empfehlung einer weiterführenden ambulanten Psychotherapie habe der Kläger nicht nachgehen wollen. Die antidepressive Therapie emp
fählen sie über eine längere Zeit einzunehmen; eine Reduktion sei aus ihrer Sicht erst dann sinnvoll, wenn sich auch das psychosoziale Umfeld des Klä
gers stabilisiert habe.
3.2
Vom 15. Januar bis zum 25. Februar 2013 befand sich der Kläger erneut in stationärer Behandlung in der Psychiatrie A._. Im Austrittsbericht vom 14. März 2013 (Urk. 14/38) wurden 1) eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig schwere Episode ohne psychotische Symptome (ICD-10 F33.2) und 2) eine essentielle (primäre) Hypertonie (ICD-10 I10) als Schlussdiagno
sen festgehalten.
Der Kläger habe nach dem Austritt aus der Klinik im Juni 2012 seine antide
pressive Medikation (Cipralex 20 mg und Remeron 30 mg) innerhalb von 2 Monaten ausgeschlichen und mit einer homöopathischen Behandlung bei C._ angefangen. Der Kläger habe sich vom Scheidungsprozess (Gerichtstermin 25. Januar 2013) und von der neuen Arbeitsstelle (Buchhalter in der D._) überfordert gefühlt. Wegen den daraus resultierenden Insuffizienz- und Versagensgefühlen habe er zunehmend Todeswünsche ent
wickelt. Um sich umzubringen habe er dann von Samstag, 12. Januar 2012 (richtig: 2013), bis zum Eintrittsdatum nichts mehr gegessen und getrunken. Da er für seine Ehefrau nicht mehr erreichbar gewesen sei, habe sie die Poli
zei involviert, welche ihn dann ins Spital gebracht habe.
Der Kläger plane direkt nach seinem Austritt in die Region E._ in die Nähe seiner Schwester zu ziehen und dort zu arbeiten. Er könne in gut gebessertem Zustand in die ambulante Weiterbetreuung entlassen werden.
3.3
Der Kläger befand sich vom 5. Juni bis zum 6. September 2013 erneut in der Psychiatrie A._ in stationärer Behandlung. Im Austrittsbericht vom 17. September 2013 wurden wiederum 1) eine rezidivierende depressive Stö
rung, gegenwärtig schwere Episode ohne psychotische Symptome (ICD-10 F33.2) und 2) eine essentielle (primäre) Hypertonie (ICD-10 I10) als Schluss
diagnosen festgehalten (Urk. 14/27). Vom Kläger sei zu erfahren gewesen, dass sich sein seelischer Zustand aufgrund der Umstellung von Valdoxan auf Remeron (drei Wochen vor Eintritt) verschlechtert habe. Seit der Medikati
onsänderung (durch seine Psychiaterin in der D._) habe er im Bereich der Schranke am Bahnhof in F._ unter den Zug springen wollen, jedoch habe ihn ein Gleisarbeiter von seinem Vorhaben abgebracht. In dieser Zeit sei er von seiner 50%igen Arbeitsstelle als Buchhalter in der D._ fernge
blieben. Des Weiteren sei ihm auf Ende Juni 2013 gekündigt worden. Ein weiteres Thema für den depressiven Rückfall sei die Ehescheidung von seiner Frau und die entsprechenden Gerichtsverfahren gewesen.
Es erfolge die Entlassung in gut gebessertem Zustand. Die Weiterbehandlung erfolge erfreulicherweise durch C._.
3.4
C._, kantonal geprüfter Naturarzt, behandelt den Kläger seit dem 11. Dezember 2001. In seinem von der IV-Stelle eingeholten Bericht vom 11. Juni 2014 (Eingangsdatum) notierte er folgende Diagnosen mit Auswir
kungen auf die Arbeitsfähigkeit (Urk. 14/34):
-
Anpassungsstörungen seit März 2008 (ICD-10 F43.2)
-
Rezidivierende depressive Störung seit 2012 (ICD-10 F33.2)
-
Kontaktanlässe mit Bezug auf das Berufsleben seit 2008 (ICD-10 Z56)
-
Kontaktanlässe mit Bezug auf den engeren Familienkreis seit 2001 (ICD-10 Z63)
Ohne Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit diagnostizierte er 1) eine essenti
elle (primäre) Hypertonie seit 2001 und 2) Migräne ohne Aura seit 2001.
Der Kläger sei bisher und bis auf weiteres vollumfänglich arbeitsunfähig. Frühestens ab Frühjahr 2015 könne mit einer 50%igen Wiederaufnahme der beruflichen Tätigkeit gerechnet werden. Er sei im Konzentrations- und Auf
fassungsvermögen, der Anpassungsfähigkeit und der Belastbarkeit aufgrund der rezidivierenden depressiven Störung eingeschränkt.
3.5
Dr. Z._ behandelt den Kläger seit dem 8. April 2014. Mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit diagnostizierte er in seinem von der IV-Stelle eingehol
ten Bericht vom 16. Juni 2014 (Urk. 14/37) eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode (ICD-10 F33.1).
Am 5. April
2012
habe der Kläger versucht, sich
mit einem spitzen Gegen
stand die Pulsadern
aufzuschneiden. Seine Frau habe
ihn so in der Dusche liegend vor
gefunden und habe ihn ins Spital gebracht. Es sei
damals der erste Suizidversuch a
ufgrund von ehelichen und beruf
lichen Problemen
gewesen
. Wegen
den beruflichen Problemen habe
er per Ende 2011 seine Anstellung selber gekündigt
und
den Plan
gefasst
, sich selbständig zu machen. Diesen
Plan habe
er ab Januar 2012 zu verwirklichen
versucht
,
habe
aber bereits nach einem Monat
gesehen
, dass er seine Probleme mit
genom
men habe
und er nicht fähig
sei
, eine Arbeitsleistu
ng umzusetzen. Rückbli
ckend sei
d
avon aus
zu
gehen, dass
der Kläger
schon d
amals beträchtlich depressiv gewesen
und er deswegen nicht imstande
gewesen sei
, einen seit längerem bestehenden Konflikt mit seinem neuen Chef auf sinnvolle Art zu
lösen. Seine Kündigung imponiere
wie ein Davonlau
fen. Die ehelichen Prob
leme seien
im Nachhinein schwer zu rek
onstruieren. Nachvollziehbar sei
, dass sich
der Kläger
auf der ganzen Linie anfangs April 2012 als Versager
ge
f
ühlt
und vollkommen den Boden unter den Füssen verlor
en habe
. Dieser Verlust des Bodens
habe
sich im Verlaufe der Hospitalisation insofern
inten
siviert
, als dass anfangs Juni 2012 seine Frau ihm beschied
en habe
, dass sie ein gemeinsames Zusammenleben nicht mehr anstrebe. E
r sei
daraufhin zu seiner Schwester
„geflohen“
, die in
G._ eine Wohnung habe und mit einem Partner in der Nähe wohne
und
ihn freundlich aufge
nommen habe. Im August 2012 habe
er in
F._
eine eigene Wohnung
gefunden
und
habe
einen zweiten Versuch
gemacht
, die geplante Selb
stän
digkeit aufzubauen. Er habe
die
X._ SA gegründet
, alte Kontakte
geknüpft und versucht
, Arbeit zu akquirieren
. Das weggefallene soziale Netz
werk, das nicht mehr vorhandene Zuhause
habe
er mit P
endeln zur Schwester etwas wettzu
schlagen
versucht. Dennoch habe
er sich einsam, verlassen und in Not
gefühlt. Dies habe
Ende 2012 zur Idee des Partners der Schwester
geführt
, ihn in der Buc
hhaltung seiner Firma einzustellen. Dieser Plan sei
am
1.
Januar 2013 umgesetzt
worden
.
Der Klä
ger habe
sich nun mit einem konkreten Aufgabenfeld konfrontiert
gesehen
und
sei
rasch überfordert
gewesen. Rückblickend mü
ss
e
man das so interpre
tieren, dass seine Arbeitsfähigkeit sc
hon seit längerem unter den Fol
gen der rezidivierenden depressiven Störung massiv eingesc
hränkt gewesen sei, er sich geweigert habe
, dies zur Kenntnis zu nehmen. Als eine objektive Ar
beitsanforderung zu erfüllen gewesen sei
,
sei
er gegen eine Wand
gelaufen
und
habe
in Analogie zu seiner Reaktion am
5.
April 2012
reagiert
: Er
habe
durch Verweigerung von Nahrung und Flüssigkeitsaufnahme zu verhungern
versucht
,
habe sich in seiner F._
Wohnung ein
geschlossen
. Da e
r nach vier Tagen vermisst worden sei
und die Schwester sich bei der Polizei
gemel
det habe
,
sei
er in seiner Wohnung vorgefunden und erneut in die psychiat
rische Klinik
A._
transferiert
worden
. Nach sechs Woc
hen stationärem Aufenthalt sei
der Versuch mit der Anstellung beim Freund der Schwester fortgesetzt
worden
,
was teilweise ermutigend verlaufen sei
. Die Aufgabe, den Chef
-Buchhalter zu vertreten, habe dann aber erneut zu massiven Ü
berfor
derungsgefüh
l
en und zum dritten Suizidversuch
geführt
. Er
habe geplant
, sich vor den Zug zu werfen,
sei
aber von einem Bahnmitarbeiter gesehen und davon abgehalten
worden. D
er dritte Psychiatrieaufenthalt
sei gefolgt und habe
bis im September 2013
gedauert
.
Die derzeitige Behandlung bestehe in einer Gesprächspsychotherapie und psychiatrischer Betreuung mit einer Frequenz von einer Stunde alle ein bis zwei Wochen.
Der Kläger sei vom 5. Juni 2013 bis auf weiteres vollumfänglich arbeitsunfä
hig. Es habe bereits eine Teilarbeitsunfähigkeit vom 12. Januar bis zum 4. Juni 2013 bestanden. Über die zuvor bestehende, nicht dokumentierte Arbeitsunfähigkeit könne keine exakte Aussage gemacht werden.
Das Konzentrationsvermögen sei eingeschränkt, er verliere den Faden, ver
hasple sich und werde aufgeregt. Die Wahrnehmung und der Gedankengang seien eingeengt, so dass er im Auffassungsvermögen eingeschränkt sei. Die Anpassungsfähigkeit sei durch überschiessende Reaktionen auf Überforde
rung und Selbstvertrauensverlust eingeschränkt und die Reaktion auf Über
forderung sei eindrücklich, womit die Belastbarkeit ebenfalls eingeschränkt sei. Die Angaben würden vermutlich seit 2008 gelten, als der Kläger bereits einen „Nervenzusammenbruch“ gehabt habe.
4.
Es gilt vorab zu prüfen, ob im vorliegenden berufsvorsorgerechtlichen Verfah
ren eine
Bindungswirkung
an die Verfügung
en
der IV-Stelle
vom 13. Oktober und 19. November 2014 (Urk. 14/49 und Urk. 14/51-52) besteht, mit welchen
de
m Kläger
mit Wirkung ab dem
1. März 2014
basierend auf einem In
validitätsgrad von 100 % eine ganze
Invalidenrente zugesprochen worden ist. Die
Verfügung wurde der Beklagten
eröffnet und sie ist auch ins Vorbescheidverfahren einbezogen
worden (Urk.
14/49 und Urk. 14/51-52
;
Urk.
14
/43
).
Nachdem sich der Kläger im September 2013
bei der Invalidenversicherung zum Leistungsb
ezug angemeldet hatte (Urk. 14/21
), ein Rentenanspruch somit frühestens per
März 2014
entstehen konnte (Art. 29 Abs. 1
des Bun
desgesetzes über die Invalidenversicherung,
IVG), war die IV-Stelle einzig verpflichtet zu prüfen, ob das Erfordernis einer durchschnittlich 40%igen Arbeitsunfähigkeit während eines Jahres (Art. 28 Abs. 1 lit. b IVG) im Zeit
punkt des frühest möglichen Rentenbeginns erfüllt war. Eine Notwendigkeit, eine frühere Eröffnung des Wartejahrs zu prüfen, bestand nicht. Eine Bin
dungswirkung des IV-Entscheide
s entfällt damit und d
er Eintritt der für die berufliche Vorsorge massgebenden Arbeitsunfähigkeit ist dementsprechend frei zu prüfen.
5.
5
.1
Gestützt auf die Ausführungen der Parteien und
die vorhandenen Akten (vgl. E. 3
) steht fest,
dass der Kläger im Januar 2013
während der Versicherungs
deckung bei der Beklagten seine Arbeit aufgrund einer depressiven Erkran
kung nicht mehr ausüben konnte und ihm in der Folge aufgrund dieser Erkrankung eine Rente der Invalidenversicherung zugesprochen wurde. Wei
ter steht fest, und wird von den Parteien nicht in Frage gestell
t, dass der Klä
ger bereits im Sommer 2012
depressiv erkrankt war. Strittig und zu prüfen ist, ob ein zeitlicher Zusammenhang zwischen einer bereits vor Beginn der Versicherungsdeckung bei der Beklagten bestandenen Arbeitsunfähigkeit und der eingetretenen Invalidität besteht oder ob der zeitliche Zusamm
enhang nur zu der im Januar 2013
aufgetretenen Arbeitsunfähigkeit besteht, da der zeitliche Zusammenhang zu früheren Arbeitsunfähigkeiten unterbrochen wurde.
5.2
5.2.1
Vorab ist darauf hinzuweisen, dass die
Rechtsprechung nicht zwingend eine echtzeitlich ärztlich attestierte Arbeitsunfähigkeit zum rechtsgenüglichen Nachweis einer berufsvorsorgerechtlich relevanten Einbusse an funktionellem Leistungsvermögen verlangt
(Entscheid des Bundesgerichts
9C_394/2012
vom 18. Juli 2012,
E. 3.1.1
). Aus den vorhandenen Unterlagen ergibt sich, dass der Beschwerdeführer sicherlich während des stationären Aufenthaltes in der Psychiatrie A._ vom 6. April bis zum 4. Juni 2012 vollumfäng
lich arbeitsunfähig war.
Nach dem Austritt aus der Psychiatrie A._ begann er - gemäss seinen Angaben und den entsprechenden Stundenrapporten - ab dem 23. Juli 2012 mit der Gründung der I._ sa (vgl. Urk. 2/8-12), wel
che am 18. Oktober 2012 ins Handelsregister des Kantons Basel-Landschaft eingetragen wurde (Urk. 2/7). Gemäss dem Auszug aus dem individuellen Konto vom 23. Juni 2014 wurde ihm von der I._ in den Monaten Oktober bis Dezember 2012 ein Einkommen in Höhe von total Fr. 10‘000.-- ausbezahlt (Urk. 14/40-41).
Ab Januar 2013 war der Kläger bei der Y._ S.A. tätig. Diese Tätigkeit wurde ihm durch den Partner seiner Schwester vermittelt (Urk. 14/37; vgl. Urk. 1 S. 5 und Urk. 19 S. 5).
5.2.2
Die Gründung der I._ und die Aufgabe dieser Tätigkeit nach gerade nur rund 2.5 Monaten nach Eintragung im Handelsre
gister zu Gunsten der Anstellung bei der Y._ S.A. lassen es - insbeson
dere auch unter Berücksichtigung der medizinischen Aktenlage - als wahr
scheinlich erscheinen, dass der Beschwerdeführer aus gesundheitlichen Gründen nicht in der Lage war, die notwendige Leistungsfähigkeit zum Auf
bau der I._ aufzubringen:
Der Kläger fing nach Entlassung aus dem stationären Aufenthalt in der Psychi
atrie A._
keine ambulante Psychotherapie an, schlich die antide
pressive Medikation innerhalb von 2 Monaten
aus und startete
mit einer homöopathischen Medikation
- dies e
ntgegen den Empfehlung
en der behan
delnden Ärzte bei einem noch nicht wesentlich stabilisierten Umfeld (E.
3.2)
.
Auch der den Kläger seit dem Jahr 2001 behandelnde kantonal geprüfte Naturarzt C._ attestierte dem Kläger in seinem Bericht vom 11. Juni 2014 (Eingangsdatum) infolge der seit 2012 bestehenden rezidivie
renden depressiven Störung Einschränkungen im Konzentrations- sowie Auffassungsvermögen und der Anpassungsfähigkeit und Belastbarkeit. Zur Prognose führte C._ aus, dass die rezidivierende depressive Stö
rung bis dato bestehend und bisher auch ohne anhaltende Besserung sei (Urk. 14/34). Dies lässt ebenfalls auf eine durchgehende Beeinträchtigung des Klägers schliessen.
Dr. Z._ führte des Weiteren aus, dass der Kläger im August 2012 versucht habe, eine Selbständigkeit aufzubauen, die AG gegründet habe, alte Kontakte geknüpft und versucht habe, Arbeit zu akquirieren. Das weggefallene soziale Netzwerk, das nicht mehr vorhandene Zuhause habe er mit Pendeln zur Schwester etwas wettzuschlagen versucht. Dennoch habe er sich einsam, verlassen und in Not gefühlt. Dies habe Ende 2012 zur Idee des Partners der Schwester geführt, ihn in der Buchhaltung seiner Firma einzustellen. Dieser Plan sei am 1. Januar 2013 umgesetzt worden. Er habe sich nun mit einem konkreten Aufgabenfeld konfrontiert gesehen und sei rasch überfordert gewesen. Rückblickend müsse man das so interpretieren, dass seine Arbeits
fähigkeit schon seit längerem unter den Folgen der rezidivierenden depressi
ven Störung massiv eingeschränkt gewesen sei, er sich geweigert habe, dies zur Kenntnis zu nehmen (vgl. E. 3.5).
Gestützt auf die vorliegenden Berichte der behandelnden Ärzte und Therapeu
ten ist entsprechend davon auszugehen, dass sich der Kläger nach dem stationären Aufenthalt nicht vollumfänglich stabilisiert hatte und in seiner Leistungsfähigkeit aufgrund der depressiven Erkrankung durchgehend eingeschränkt war. Entsprechend gab der Kläger auch in seiner IV-Anmel
dung vom 13. September 2013 selbst an, dass die gesundheitliche Beein
trächtigung seit dem 6. April 2012 bestand (Urk. 14/21).
5.2.3
Nebst diesen Arztberichten geht auch aus der weiteren Erwerbsbiographie nach Austritt aus der Psychiatrie A._ am 4. Juni 2012 hervor, dass der Kläger an Leistungsvermögen eingebüsst hatte (vgl. E. 2.3):
Die Stundenrapporte, welche der Kläger zu Handen des Gerichts einreichte, vermögen lediglich zu belegen, dass er aus zeitlicher Hinsicht während der Gründungsphase der I._ ein volles Pensum geleistet hat. Ob er während dieser Zeit vollumfänglich leistungs- bzw. arbeitsfähig war, ist - da er in seinem eigenen Unternehmen niemandem rechenschaftspflichtig für seine Arbeitsleistung war - damit nicht mit über
wiegender Wahrscheinlichkeit erstellt.
Vielmehr ist davon auszugehen, dass er mit der selbständigen Tätigkeit in der eigenen AG aus medizinisch-theoretischer Sicht latent überfordert war: Bereits rund 2.5 Monate nach Eintragung im Handelsregister gab der Kläger die Tätigkeit in der neu gegründeten AG zu Gunsten der durch den Lebens
partner seiner Schwester vermittelten Anstellung in einem 100%-Pensum wieder auf. In den Monaten Oktober bis Dezember 2012 erzielte er lediglich ein Einkommen von total Fr. 10‘000.-- (Urk. 14/40-41) - was selbst in der Gründungsphase unter Berücksichtigung des von ihm geleisteten zeitlichen Einsatzes als sehr gering erscheint (vgl. Stundenrapporte, Urk. 2/10-12).
Damit ist die Tätigkeit für die I._ lediglich als Arbeitsversuch zu qualifizieren und es ist davon auszugehen, dass in der Zeit während der Gründungsphase - wie auch von Dr. Z._ festgehalten - eine berufsvorsorgerechtlich relevante Einbusse des Leistungsvermögens bestand, die der Kläger allerdings nicht realisieren konnte oder wollte (vgl. E. 3.5).
5.2.4
Die Anstellung bei der Y._ S.A. wurde dem Kläger durch den Lebens
partner seiner Schwester vermittelt (vgl. Urk. 1; Urk. 2/7; Urk. 2/4). Sein effektiv erster Arbeitstag war der 7. Januar 2013 (Urk. 2/4). Am 15. Januar 2013 wurde er aufgrund suizidaler Einengung bei Suizidversuch in die stati
onäre Behandlung in die Psychiatrie A._ eingewiesen (Urk. 2/5). Die sehr kurz nach Stellenantritt erfolgte Einweisung in die stationäre Behand
lung macht deutlich, dass der Kläger in dieser unselbständigen Tätigkeit, in welcher er objektive Leistungsanforderungen zu erfüllen hatte, überfordert war, was auch im Austrittsbericht der Psychiatrie A._ entsprechend festgehalten wurde (vgl. E. 3.2). Demnach vermag auch diese während rund einer Arbeitswoche ausgeführte Tätigkeit den zeitlichen Zusammenhang zwischen der stationären Behandlung bzw. der vollumfänglichen Arbeitsun
fähigkeit im Sommer 2012 und der im Januar 2013 eingetretenen Arbeits
unfähigkeit nicht zu unterbrechen.
5.3
Aus dem Gesagten ergibt sich, dass die vom Kläger angestrebte selbständige Tätigkeit für die eigene AG lediglich als
Arbeitsversuch
zu qualifizieren ist, bei dem der Kläger aus medizinisch-theoretischer Sicht stets latent überfor
dert war.
Die Tätigkeit bei der Y._ S.A., welche der Kläger effektiv wäh
rend nur rund einer Woche vor dem erneuten Zusammenbruch und der ent
sprechenden folgenden stationären psychiatrischen Behandlung ausführte, vermag den zeitlichen Zusammenhang ebenfalls nicht zu unterbrechen.
Zusammenfassend wurde der zeitliche Zusammenhang zwischen der
vorbeste
henden depressiven Erkrankung im Sommer 2012 mit dadurch bedingter Arbeitsunfähigkeit und der erneuten Erkrankung im Januar 2013 nicht unterbrochen. Die Beklagte ist dementsprechend nicht leistungspflich
tig, weshalb die Klage vollumfänglich abzuweisen ist.
6
.
Der Beklagten steht in ihrer Funktion als Trägerin der beruflichen Vorsorge trotz ihres Obsiegens keine Prozessentschädigung zu (§ 34 Abs. 2 GSVGer; vgl. statt vieler: BGE 128 V 124 E. 5b).