# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** b976c1d0-4e4a-4eaa-9713-b5e148e0fac8
**Court:** GR_KG
**Chamber:** GR_KG_004
**Year:** 2012
**Language:** de
**Jurisdiction:** GR / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

hat sich ergeben:
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I. Sachverhalt
A. X. wurde am 25. Mai 1957 in F. geboren. Er arbeitet als diplomierter Treuhandexperte bei der Firma Treuhand A. X. + Partner AG in G.. Sein monatliches Nettoeinkommen beträgt gemäss seinen Aussagen anlässlich der Berufungsverhandlung rund Fr. 15'000.--.
X. ist mit B. verheiratet und hat zwei volljährige Kinder. Beide sind selbständig.
Im schweizerischen Strafregister ist X. nicht verzeichnet.
B. Mit Verfügung der Staatsanwaltschaft Graubünden vom 8. März 2011 wurde X. wegen grober Verletzung von Verkehrsregeln gemäss Art. 35 Abs. 2 und 4 SVG in Verbindung mit Art. 90 Ziff. 2 SVG in Anklagezustand versetzt. Dieser Anklage liegt gemäss Anklageschrift der Staatsanwaltschaft Graubünden vom 8. März 2011 folgender Sachverhalt zugrunde:
„Am 20. Januar 2010 fuhr der Angeklagte als Lenker des Personenwagens Audi RS4, Kontrollschilder GR Nr. _, um ca. 16.40 Uhr auf der Nationalstrasse A 28 als wohl drittes Fahrzeug mit einer Geschwindigkeit von 35 bis 40 km/h hinter einem Tiertransporter mit Anhänger von H. in Richtung I.. Nach Aufhebung des Überholverbotes bei der Örtlichkeit J. scherte er nach links aus, um in einem Zug zumindest zwei Personenwagen und den Anhängerzug zu überholen. Als X. rund 90 Meter vor der nachfolgenden Linkskurve auf Höhe des zweiten zu überholenden Personenwagens, dem VW T5, Kontrollschilder GR Nr. _, war, fuhr dessen Lenkerin, C., über die Mittellinie hinaus, wodurch das Gefährt des Angeklagten mit dem VW T5 kollidierte und gegen den linksseitigen Zaun fuhr. Bei diesem Unfall wurde niemand verletzt.
X. startete das Überholmanöver rund 200 Meter vor einer teilweise unübersichtlichen Linkskurve. Dadurch konnte er vom folgenden Strassenverlauf bei Überholbeginn 208 Meter vollständig und weitere rund 100 Meter teilweise einsehen, wobei die Sicht zusätzlich durch die vorausfahrenden Fahrzeuge eingeschränkt wurde. Nach den erwähnten gut 300 Metern folgte ein nicht einsehbarer Streckenabschnitt, auf welchem der Beschuldigte aus der Gegenrichtung allenfalls herannahende Fahrzeuge während mehrerer Sekunden nicht sehen konnte. Trotz dieser erkennbaren Gefahr entschied er sich unter grober Missachtung der Sorgfaltspflichten für den Überholvorgang.
Mit Strafmandat vom 25. August 2010 wurde X. vom Kreispräsidenten H. der groben Verletzung von Verkehrsregeln schuldig gesprochen und zu einer bedingten Geldstrafe von 15 Tagessätzen zu je CHF 370.00 sowie zu einer Busse von CHF 1’100.00 verurteilt. Gegen diesen Entscheid liess er fristgerecht Einsprache erheben.
Gegen C. wurde ein separates Strafverfahren geführt.“
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C. An der Hauptverhandlung vor dem Bezirksgericht Prättigau/Davos am 22. September 2011 nahmen X. und sein privater Verteidiger, Rechtsanwalt lic. iur. Stefan Metzger, teil.
Im Rahmen der Bereinigung des Beweisverfahrens stelle und begründete der Verteidiger die folgenden Anträge:
„1. Es seien die Schreiben der Mobiliar vom 28. April 2010 und 5. Januar 2011 sowie der AXA Winterthur vom 26. April 2010 ins Recht zu nehmen.
2. Es seien die folgenden Urkunden zufolge Beweisverwertungsverbot aus den Strafuntersuchungsakten zu entfernen:
- Staatsanwaltschaftliches Dossier 3: Act. 09 (Auszug aus den Akten Pr. Nr. _)
- Staatsanwaltschaftliches Dossier 1: Act. 05 (Schreiben Kreispräsident H. vom 12. März 2010 an STA GR).“
In der Ergänzung zur Anklageschrift stellte der Staatsanwalt folgende Anträge:
„1. X. sei der groben Verletzung von Verkehrsregeln gemäss Art. 35 Abs. 2 und 4 SVG in Verbindung mit Art. 90 Ziff. 2 SVG schuldig zu sprechen.
2. Dafür sei er zu verurteilen:
a) zu einer Geldstrafe von 15 Tagessätzen zu je CHF 370.00.
Der Vollzug der Geldstrafe sei aufzuschieben unter Ansetzung einer Probezeit von 2 Jahren.
b) Zur Bezahlung einer Busse von CHF 1'100.00, ersatzweise zu einer Freiheitsstrafe von 10 Tagen.
3. Kostenfolge sei die gesetzliche.“
Der Verteidiger stellte in seinem mündlichen Plädoyer den Antrag, X. vollumfänglich freizusprechen, unter Kosten- und Entschädigungsfolge.
D. Mit Urteil vom 22. September 2011, mitgeteilt am 17. Oktober 2011, erkannte das Bezirksgericht Prättigau/Davos wie folgt:
„1. X. ist schuldig der groben Verletzung von Verkehrsregeln gemäss Art. 35 Abs. 2 und 4 SVG in Verbindung mit Art. 90 Ziff. 2 SVG.
2. Dafür wird X. bestraft:
a) Zu einer Geldstrafe von 15 Tagessätzen zu je CHF 370.00. Der Vollzug der Geldstrafe wird unter Ansetzung einer Probezeit von 2 Jahren aufgeschoben.
b) Zu einer Busse von CHF 1'100.00, ersatzweise zu einer Freiheitsstrafe von 3 Tagen.
3. Die Kosten des Verfahrens, bestehend aus:
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- der Untersuchungsgebühr der  GR von CHF 1'935.00
- den Barauslagen der Staatsanwaltschaft GR von CHF 293.60
- den Kosten des Kreisamtes H. von CHF 250.00
- der Gerichtsgebühr / den Gerichtskosten von CHF 3'500.00
total somit von CHF 5'978.60
gehen zu Lasten des X.. Sie sind zusammen mit der Busse (CHF 1'100.00), total somit CHF 7'078.60, innert 30 Tagen seit eingetretener Rechtskraft des Urteils an die Bezirksgerichtskasse, PC 70-3922-1, zu überweisen.

## Considerations