# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 553592e8-a9e3-55c3-8fe8-69857906ff70
**Court:** BE_VB
**Chamber:** BE_VB_001
**Year:** 2008
**Language:** de
**Jurisdiction:** BE / Espace_Mittelland
**Law Area:** Public
**Law Sub-area:** $law_sub_area

## Facts

I. Sachverhalt
1. Der Oberingenieurkreis IV des Tiefbauamtes des Kantons Bern (TBA) liess für den
Strassenabschnitt Wiedlisbach bis Wanzwil der Kantonsstrasse Nr. 22 ein
Teilstrassensanierungsprogramm (TSSP) gemäss Art. 19 LSV1 erstellen. Diesem ist zu
entnehmen, dass der Abschnitt eine hohe Lärmbelastung aufweist. Ohne
Lärmschutzmassnahmen werden im Jahr 2018 voraussichtlich bei 20 Gebäuden die
Immissionsgrenzwerte (IGW) überschritten sein. Die Alarmwerte werden überall
1 Lärmschutz-Verordnung des Bundesrates vom 15. Dezember 1986 (LSV; SR 814.41)
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eingehalten. In seinem Mitbericht vom 7. Oktober 2002 teilte der Fachausschuss für
Lärmfragen mit, das Sanierungskonzept sei verhältnismässig. Er stimmte dem Antrag des
TBA zur Gewährung von Erleichterungen von der Sanierungspflicht zu. Mit Schreiben vom
3. Dezember 2002 stellte das Bundesamt für Umwelt, Wald und Landschaft (BUWAL) fest,
dass das TSSP den Vorschriften der LSV entspreche.
2. Die Liegenschaft C._strasse 13 (Parzelle Wiedlisbach Grundbuchblatt
Nr. D._) liegt im Geltungsbereich dieses TSSP. Mit Verfügung vom 31. August
2006 stellte das TBA fest, dass der Kanton aufgrund einer Erleichterung gemäss Art. 14
LSV nicht verpflichtet sei, zusätzliche Massnahmen gegen die Lärmerzeugung oder die
Lärmausbreitung zu ergreifen. Der Grundeigentümer sei nicht verpflichtet, die Fenster
lärmempfindlicher Räume jedes Gebäudes auf Kosten des Anlageeigentümers gegen
Schall zu dämmen. In den Erwägungen führte es aus, damit die IGW eingehalten werden
könnten, müsste eine Lärmschutzwand erstellt werden. Das sei jedoch nicht realisierbar,
weil einerseits die Sichtweiten nicht eingehalten werden könnten und weil andererseits die
Anliegen des Ortsbild- und Denkmalschutzes entgegenstünden.
3. Diese Verfügung hat der Vater der Beschwerdeführer als damaliger
Grundeigentümer und Verfügungsadressat mit Eingabe vom 18. September 2006 bei der
Bau-, Verkehrs- und Energiedirektion des Kantons Bern (BVE) angefochten. Er stellt
folgende Anträge:
„1. Die Ziffer 1 der Verfügung vom 31. August 2006 sei aufzuheben und der Strasseneigentümer sei
anzuweisen, im Bereich der Parzelle Nr. D._, C._strasse 13, eine
Lärmschutzwand zu erstellen.
2. Eventualiter: Der Strasseneigentümer sei anzuweisen, bei den lärmempfindlichen Räumen der
Liegenschaft C._strasse 13 Schallschutzfenster einzubauen.“
Zur Begründung führt er aus, die Lärmbelastung der Liegenschaft sei gemäss seinem
Empfinden bereits heute sehr hoch. Zudem sei bekannt geworden, dass die Eröffnung des
grossen neuen Holzverarbeitungszentrums Luterbach bevorstehe und dadurch innerhalb
weniger Jahre ein sehr grosser Mehrverkehr von schweren Lastwagen auf der
C._strasse (Kantonsstrasse) zu erwarten sei, was eine weitere Erhöhung der
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Lärmbelastung zur Folge habe. Damit die Immissionsgrenzwerte (IGW) eingehalten
werden könnten, müsste eine Lärmschutzwand entlang der Kantonsstrasse erstellt werden.
Eine solche sei sehr wohl möglich. Die Sichtweiten würden durch eine Lärmschutzwand
nicht weiter eingeschränkt als bisher. Wenn beim Einmünden in die Kantonsstrasse bis an
den Strassenrand gefahren werde, seien sie genügend. Die Liegenschaft
C._strasse 13 stehe weder unter Denkmalschutz noch liege sie in einem
Ortsbildschutzperimeter. Es sei daher nicht ersichtlich, warum überwiegende Interessen
des Ortsbild- bzw. Denkmalschutzes der Erstellung einer Lärmschutzwand entgegenstehen
würden.
4. In seiner Vernehmlassung vom 5. Oktober 2006 hielt das TBA daran fest, dass bei
der Liegenschaft C._strasse 13 keine Schallschutzwand erstellt werden könne.
Eine Finanzierung von Schallschutzfenstern sei ausgeschlossen. Wenn das
Holzverarbeitungszentrum realisiert werde, würden zwar die Beurteilungspegel erhöht, sie
würden aber den Fenstergrenzwert bei der Liegenschaft C._strasse 13 im Jahre
2018 nicht erreichen. Das TBA warf die Frage auf, ob nicht die kantonale Denkmalpflege
(KDP) beigezogen werden sollte.
5. Das Rechtsamt, das die Beschwerdeverfahren im Zuständigkeitsbereich der BVE
leitet2, führte den Schriftenwechsel durch. Es gab dem Vater der heutigen
Beschwerdeführer Gelegenheit, zur Beschwerdevernehmlassung des TBA Stellung zu
nehmen und mitzuteilen, ob er an seiner Beschwerde festhalte. In seiner Stellungnahme
vom 13. November 2006 hielt er an seiner Beschwerde fest. Er vertrat die Auffassung, die
hohe Belastung rechtfertige eine gründliche Abklärung, ob die angegebenen Gründe für
eine Erleichterung von der Sanierungspflicht wirklich genügten. Es stelle sich auch die
Frage, ob nachdem die so genannten Fenstergrenzwerte beinahe erreicht werden, eine
Nachmessung zur Verifikation in Betracht gezogen werden müsse. Er hielt daran fest, dass
die Sichtweiten nicht ungenügend seien.
2 Art. 7 Abs. 1 Bst. b der Verordnung über die Organisation und die Aufgaben der Bau-, Verkehrs- und Energiedirektion vom 18. Oktober 1995 (Organisationsverordnung BVE, OrV BVE; BSG 152.221.191)
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6. Am 18. Januar 2007 teilten die Beschwerdeführer mit, dass ihr Vater verstorben sei.
Sie seien die gesetzlichen Erben und würden die Rechtsnachfolge antreten.
7. Das Rechtsamt führte einen Augenschein durch. Dabei stellte sich heraus, dass die
Erstellung einer Lärmschutzwand aus Gründen des Ortsbildschutzes und der
Denkmalpflege nicht grundsätzlich ausgeschlossen ist. Auch die Verkehrssicherheit steht
dem Bau einer Lärmschutzwand nicht entgegen. Das Rechtsamt gab dem TBA daher
Gelegenheit, ein konkretes Projekt für eine Lärmschutzwand ausarbeiten zu lassen. Am
21. Juni 2007 reichte das TBA ein Gestaltungsprojekt für die Lärmschutzwand beim
Rechtsamt ein. Die Gemeinde Wiedlisbach stimmte dem Projekt zu, die Beschwerdeführer
lehnten es ab. Durch den Projektvorschlag würde ihre Liegenschaft in nicht zumutbarer
Weise beeinträchtigt. Das Rechtsamt holte eine Stellungnahme der KDP ein. Diese teilte
am 13. September 2007 mit, der Augenschein habe gezeigt, dass eine sehr diskrete
Lärmschutzwand erstellt werden könne, die hinter einer Hecke verschwinden solle und
deren Höhe durch die bestehende Gartenmauer gebrochen werden solle. Das Projekt, das
das Tiefbauamt eingereicht habe, füge sich gut ins empfindliche Ortsbild ein. Der
Vorschlag der Beschwerdeführer beinhalte all das, was es unbedingt zu vermeiden gelte.
Eine Glaswand direkt hinter der Gartenmauer füge sich grundsätzlich nicht gut ein. Auch
wenn es von der Akustik her ginge, sei es aus Sicht der KDP an dieser Stelle nicht
ortsbildgerecht, mit einer Glaswand zu arbeiten. In Ortsbildern dieser Währung sei das
Material Glas sehr fremd und könne sich traditionell nicht einpassen. Der Vorschlag der
Beschwerdeführer könne nicht die ortsbildmässig vertretbare Lösung sein. Das Rechtsamt
schloss das Beweisverfahren und gab den Beteiligten Gelegenheit, zum Ergebnis des
Beweisverfahrens Stellung zu nehmen. Von dieser Möglichkeit machten die
Beschwerdeführer mit Eingabe vom 16. Dezember 2007 Gebrauch.
8. Auf die Akten und Rechtsschriften wird, soweit sie für den Entscheid wesentlich sind,
in den Erwägungen zurückzukommen sein.
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## Considerations

II. Erwägungen
1. Prozessvoraussetzungen
Gemäss Art. 26 Abs. 1 LSV können Verfügungen kantonaler Behörden nach den
Vorschriften des VRPG3 angefochten werden. Nach Art. 60 Abs. 1 VRPG unterliegen
Verfügungen grundsätzlich der Verwaltungsbeschwerde. Die BVE ist zur Beurteilung der
Verfügung des Oberingenieurkreises IV des TBA zuständig (Art. 62 Abs. 1 Bst. a VRPG in
Verbindung mit Art. 2 Abs. 1 Bst. f OrV BVE). Die Beschwerdeführenden sind als
Rechtsnachfolger des Grundeigentümers und ursprünglichen Verfügungsadressaten durch
die angefochtene Verfügung beschwert, da die Sanierungspflicht verneint und damit eine
Übernahme der Kosten für allfällige Schallschutzmassnahmen durch den Kanton abgelehnt
worden ist. Sie haben deshalb ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung oder
Änderung (Art. 65 Bst. a VRPG). Auf die form- und fristgerecht eingereichte Beschwerde ist
einzutreten.
2. Sanierungspflicht
Gemäss Art. 16 Abs. 1 USG4 müssen Anlagen, die den Vorschriften des USG oder den
Umweltvorschriften anderer Bundesgesetze nicht genügen, saniert werden. Der Bundesrat
erlässt Vorschriften über die Anlagen, den Umfang der zu treffenden Massnahmen, die
Fristen und das Verfahren (Art. 16 Abs. 2 USG). Gestützt darauf wurden in der LSV
Bestimmungen über die Sanierungen bestehender ortsfester Anlagen erlassen (Art. 13 - 20
LSV). Zweck der Sanierungen ist der Schutz vor schädlichem und lästigem Lärm (Art. 1
Abs. 1 USG, Art. 1 Abs. 1 LSV). Nach Art. 13 Abs. 1 LSV sind bestehende ortsfeste
Anlagen, die wesentlich zur Überschreitung der Immissionsgrenzwerte beitragen, zu
sanieren. Sie müssen grundsätzlich so weit saniert werden, als dies technisch und
betrieblich möglich sowie wirtschaftlich tragbar ist und die Immissionsgrenzwerte nicht
überschritten werden (Art. 13 Abs. 2 LSV).
3 Gesetz über die Verwaltungsrechtspflege vom 23. Mai 1989 (VRPG; BSG 155.21) 4 Bundesgesetz über den Umweltschutz vom 7. Oktober 1983 (USG, SR 814.01)
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Die Liegenschaft der Beschwerdeführer liegt in der Zone mit Empfindlichkeitsstufe (ES) II.
In dieser Empfindlichkeitsstufe gelten gemäss Anhang 3 der LSV folgende
Belastungsgrenzwerte für den Strassenverkehrslärm:
- Immissionsgrenzwert von 60 dB(A) tags bzw. 50 dB(A) nachts
- Alarmwert von 70 dB(A) tags bzw. 65 dB(A) nachts
Bei der Liegenschaft C._strasse 13 wurde für das Jahr 2018 eine Lärmbelastung
von 66 dB(A) tags bzw. 55 dB(A) nachts ermittelt. Nach dieser Prognose werden die
Immissionsgrenzwerte sowohl am Tag als auch in der Nacht überschritten sein. Die
Sanierungspflicht ist deshalb grundsätzlich zu bejahen.
3. Lärmschutzwand
Die Beschwerdeführer halten die Begründung, warum in ihrem Fall keine Lärmschutzwand
erstellt werden kann, für nicht zutreffend und unberechtigt. Anlässlich des Augenscheins
hat sich herausgestellt, dass diese Rüge zu Recht erfolgt ist. Nach Auffassung der KDP ist
es grundsätzlich möglich, eine ortsbildverträgliche Lärmschutzwand aufzustellen. Bei
dieser Lösung können auch die Sichtweiten gemäss VSS-Norm SN 640 273 eingehalten
werden. Auch die Verkehrssicherheit steht daher der Erstellung einer Lärmschutzwand
nicht entgegen. Es besteht daher kein Grund, im vorliegenden Fall Erleichterungen zu
gewähren. Die Beschwerde ist daher gutzuheissen. Die Akten gehen zurück an das TBA
zur Fortsetzung des Sanierungsverfahrens.
4. Gestaltung der Lärmschutzwand
Nicht Gegenstand des vorliegenden Verfahrens und daher nicht zu entscheiden ist die
Frage, wie die Lärmschutzwand konkret ausgestaltet werden muss. Die geplante
Lärmschutzwand bedarf einer Baubewilligung (Art. 4 Abs. 1 Bst. b Ziff. 3 in Verbindung mit
Art. 5 Abs. 1 Bst. e BewD5). Es wird daher im Rahmen eines Baubewilligungsverfahrens zu
prüfen sein, wie die Lärmschutzwand ortsbildverträglich ausgestaltet werden kann.
5 Dekret vom 22. März 1994 über das Baubewilligungsverfahren (Baubewilligungsdekret, BewD; BSG 725.1)
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Dass die Liegenschaft der Beschwerdeführer weder im Bauinventar der Gemeinde
Wiedlisbach noch in einem Ortsbildschutzgebiet ist, sagt noch nicht aus, dass die
Lärmschutzwand so gestaltet werden kann, wie es sich die Beschwerdeführer wünschen.
Zum einen wird zu berücksichtigen sein, dass das Gebäude auf der anderen Strassenseite
als schützenswert eingestuft ist. Als Baudenkmal darf es durch Veränderungen in seiner
Umgebung nicht beeinträchtigt werden (Art. 10b Abs. 1 BauG6). Es wird daher zu klären
sein, ob die Lärmschutzwand aus denkmalpflegerischer Sicht in einer bestimmten Art und
Weise gestaltet werden muss. Zum anderen dürfen Bauten und Anlagen Landschaften,
Orts- und Strassenbilder nicht beeinträchtigen (Art. 9 Abs. 1 BauG). Die Gemeinden
können nähere Vorschriften erlassen (Art. 9 Abs. 3 BauG). Die Gemeinde Wiedlisbach hat
von dieser Möglichkeit Gebrauch gemacht. In den Art. 24 und 25 GBR7 regelt sie die
äussere Gestaltung von Bauten und die Umgebungsgestaltung. Nicht bewilligungsfähig ist
beispielsweise eine störende Baugestaltung (nachteilige Farb- oder Materialwahl,
ortsfremde Bauform). Stark in Erscheinung tretende Umzäunungen und Gartenmauern
sind zu vermeiden. Diesen Vorschriften wird die Lärmschutzwand genügen müssen.
Aufgrund der Stellungnahme der KDP steht zumindest fest dass es im vorliegenden Fall
anspruchsvoll ist, eine Lärmschutzwand zu gestalten, die das Ortsbild nicht beeinträchtigt.
In einem allfälligen Baubewilligungsverfahren müsste daher die zuständige Fachstelle
gemäss Art. 22 Abs. 1 Bst. a BewD8 bzw. eine leistungsfähige örtliche Fachstelle
konsultiert werden (Art. 22 Abs. 2 BewD).
5. Lärmschutzfenster
Die Beschwerdeführer stellen das Eventualbegehren, der Strasseneigentümer sei anzuwei-
sen, bei den lärmempfindlichen Räumen der Liegenschaft C._strasse 13
Schallschutzfenster einzubauen. Da das Hauptbegehren gutzuheissen ist, braucht über
das Eventualbegehren nicht mehr entschieden zu werden.
Bei der Sanierung von öffentlichen oder konzessionierten ortsfesten Anlagen entsteht der
Anspruch auf Schallschutzmassnahmen am betroffenen Gebäude erst bei Überschreitung
6 Baugesetz vom 9. Juni 1985 (BauG; BSG 721.0) 7 Bau- und Zonenreglement der Einwohnergemeinde Wiedlisbach vom 2. Juli 2001, vom AGR2. Juli 2001, vom AGR mit Änderungen genehmigt am 1. Mai 2001 (GBR) 8 Dekret vom 22. März 1994 über das Baubewilligungsverfahren (Baubewilligungsdekret, BewD; BSG 725.1)
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der Alarmwerte9. Bei dieser Regelung handelt es sich nicht um ein gesetzgeberisches
Versehen, sondern um eine bewusste Entscheidung des Gesetzgebers.10. Der Kanton
Bern hat die Grenze für den Einbau von Lärmschutzfenstern gestützt auf die BUWAL-
Mitteilung Nr. 2 und den Regierungsratsbeschluss Nr. 1207 vom 27. Mai 1998 tiefer
angesetzt (68 dB(A) am Tag bzw. 58 in der Nacht). Dieser Praxis liegt folgende
Überlegung zugrunde: Eine strikte Anwendung der LSV hätte zur Folge, dass der
Strasseneigentümer, der gestützt auf Art. 14 Abs. 1 Bst. b LSV Erleichterungen erhält,
nicht nur keine Kosten für Schallschutzmassnahmen tragen müsste, sondern zusätzlich die
Kosten sparen könnte, die er für finanziell durchaus zumutbare Sanierungen (bspw.
Lärmschutzwände) hätte aufwenden müssen. Eine solche doppelte Privilegierung
entspricht nicht dem Willen des Gesetzgebers.11
Laut Lärmprognose werden im Jahr 2018 bei der Liegenschaft der Beschwerdeführer
voraussichtlich weder die Alarmwerte noch die Fenstergrenzwerte erreicht sein. Selbst
wenn das Eventualbegehren beurteilt werden müsste, wäre es daher abzuweisen.
6. Kosten
Bei diesem Verfahrensausgang ist die Beschwerde gutzuheissen und die Akten sind
zurück an das TBA zu schicken zur Fortsetzung des Verfahrens. Verfahrenskosten werden
keine erhoben (Art. 108 Abs. 2 VRPG).
Parteikosten sind keine zu sprechen (Art. 104 Abs. 1 und 2 VRPG).
9 Schrade/Wiester, in Kommentar USG, 2001, Art. 16 N. 58 10 Zäch/Wolf, in Kommentar USG, 2000, Art. 20 N. 4 11 BUWAL, Mitteilungen zur Lärmschutz-Verordnung (LSV) Nr. 2 (1990), S. 3
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