# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** e621a86f-b209-4e5d-9745-76bb854629ff
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2019
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1967,
reiste
im April 2017
von Kroatien
wieder in die Schweiz ein (
Urk.
7/5
Ziff.
4.1). Unter Hinweis auf Beschwerden am rechten Bein und der linken Hüfte meldete er sich am 1
5.
Oktober 2017 bei der Invalidenver
s
icherung zum Leistungsbezug an (
Urk.
7/5
Ziff.
6.1).
Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, tätigte
erwerbliche und medizinische Abklärungen (
Urk.
7/10,
Urk.
7/13). Mit Vorbescheid vom
6.
März 2018 (
Urk.
7/17) stellte sie die Ablehnung
des Leistungsgesuchs des Ver
sicherten in Aussicht, der am 2
4.
Mai 2018
dagegen
Einwände (
Urk.
7/25) vor
brachte.
Mit Verfügung vom
8.
Juni 2018 (
Urk.
7/30 =
Urk.
2) verneinte die IV-Stelle ei
nen Anspruch auf Leistungen der Invalidenversicherung.
2.
Der Versicherte erhob am 1
0.
Juli 2018 Beschwerde gegen die Verfügung vom
8.
Juni 2018 (
Urk.
2) und beantragte
,
diese sei aufzuheben und es seien ihm Leis
tungen der Invalidenversicherung zuzusprechen, zunächst berufliche Eingliede
rungsmassnahmen und dann gegebenenfalls eine Rente. Zunächst se
ien der ak
tuelle Gesundheitszustand und die Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit umfassend zu prüfen mittels eines medizinischen Gutachtens beziehungsweise einer
Evaluation der funktionellen Leistungsfähigkeit
(
EFL;
Urk.
1 S. 2
Ziff.
1-3). Verfahrensrechtlich beantragte der Versicherte die Gewährung der unentgeltli
chen Prozessführung und der unentgeltlichen Rechtsvertretung in der Person sei
nes Rechtsvertreters (
Urk.
1 S. 2
Ziff.
4-5).
Die IV-Stelle beantragte mit Beschwerdeantwort vom
7.
September 2018 (
Urk.
6) die Abweisung der Beschwerde. Dies wurde dem Beschwerdeführer mit Verfügung vom 1
0.
September 2018 zur Kenntnis gebracht (
Urk.
8).
Der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers reichte dem Gericht am
5.
Dezember 2018 die Honorarnote (
Urk.
9) ein.
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allge
meinen Teil des Sozialversicherungsrechts,
ATSG). Erwerbsunfähigkeit ist der
durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom
menden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der ge
sundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Invalide oder von einer Invalidität (Art. 8 ATSG) bedrohte Versicherte haben ge
mäss Art. 8
Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (
IVG
)
An
spruch auf Eingliederungsmassnahmen, soweit:
a.
diese notwendig und geeignet sind, die Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen,
wieder herzustellen
, zu erhalten oder zu verbessern; und
b.
die Voraussetzungen
für den Anspruch auf die einzelnen Massnahmen erfüllt sind.
Der Anspruch auf Eingliederungsmassnahmen besteht unabhängig von der Aus
übung einer Erwerbstätigkeit vor Eintritt der Invalidität. Bei der Festlegung der Massnahmen ist die gesamte noch zu erwartende Dauer des Erwerbslebens zu berücksichtigen (Abs. 1
bis
). Nach Massgabe der Art. 13 und 21 IVG besteht der Anspruch auf Leistungen unabhängig von der Möglichkeit einer Eingliederung ins Erwerbsleben oder in den Aufgabenbereich (Abs. 2). Nach Massgabe von Art. 16 Abs. 2
lit
. c IVG besteht der Anspruch auf Leistungen unabhängig davon, ob die Eingliederungsmassnahmen notwendig sind oder nicht, um die Erwerbs
fähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, zu erhalten oder zu verbessern (Abs. 2
bis
).
Die Eingliederungsmassnahmen bestehen gemäss Abs. 3 in medizinischen Mass
nahmen (
lit
. a), Integrationsmassnahmen zur Vorbereitung auf die berufliche Ein
gliederung (
lit
.
a
bis
), Massnahmen beruflicher Art (Berufsberatung, erstmalige be
rufliche Ausbildung, Umschulung, Arbeitsvermittlung, Kapitalhilfe;
lit
. b) und in
der Abgabe von Hilfsmitteln (
lit
. d).
1.3
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen
wieder herstellen
, er
halten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.4
Die versicherte Person muss gemäss
Art.
7 IVG alles ihr Zumutbare unternehmen, um die Dauer und das Ausmass der Arbeitsunfähigkeit (
Art.
6 ATSG) zu verrin
gern und den Eintritt einer Invalidität (
Art.
8 ATSG) zu verhindern (
Abs.
1). Die versicherte Person muss
gemäss Art. 7 Abs. 2 IVG
an allen zumutbaren Massnah
men, die zur Erhaltung des bestehenden Arbeitsplatzes oder zu ihrer Eingliede
rung ins Erwerbsleben oder in einen dem Erwerbsleben gleichgestellten Aufga
benbereich (Aufgabenbereich) dienen, aktiv teilnehmen. Dies sind insbesondere:
a.
Massnahmen der Frühintervention (
Art.
7d);
b.
Integrationsmassnahmen zur Vorbereitung auf
die berufliche Eingliede
rung
(
Art.
14a);
c.
Massnahmen beruflicher Art (
Art.
15–18 und 18b);
d.
medizinische Behandlungen nach Artikel 25 KVG;
e.
Massnahmen zur Wiedereingliederung von Rentenbezügerinnen und Ren
tenbezügern nach Art. 8a Abs. 2.
1.5
Das sozialversicherungsrechtliche Verwaltungs- und Verwaltungsgerichtsbe
schwerdeverfahren ist vom Untersuchungsgrundsatz beherrscht, indem Verwal
tung und Sozialversicherungsgericht von sich aus für die richtige und vollstän
dige Abklärung des Sachverhaltes zu sorgen haben. Dieser Grundsatz gilt indes nicht uneingeschränkt, sondern wird in zweifacher Hinsicht ergänzt: durch die Mitwirkungspflicht der versicherten Person sowie durch die im Anspruch auf rechtliches Gehör enthaltenen Parteirechte auf Teilnahme am Verfahren und auf Einflussnahme auf den Prozess der
Entscheidfindung
. In diesem Sinne dient das rechtliche Gehör einerseits der Sachaufklärung, anderseits stellt es ein persön
lichkeitsbezogenes Mitwirkungsrecht beim Erlass eines Entscheides dar, der in die Rechtsstellung des Einzelnen eingreift. Dazu gehört auch das Recht, an der Erhe
bung wesentlicher Beweise mitzuwirken oder sich zumindest zum Beweisergebnis zu äussern, wenn dieses geeignet ist, den Entscheid zu beeinflussen. Im Verwal
tungsverfahren gilt dieses Mitwirkungs- oder Äusserungsrecht der betroffenen Person namentlich im Zusammenhang mit der Durchführung eines Augenscheins, der Befragung von Zeugen sowie bezüglich eines Expertengutachtens. Infolge
dessen darf auf diese Beweismittel bei der Entscheidung nicht abgestellt werden,
ohne der betroffenen Person Gelegenheit zu geben, an der Beweisabnahme mit
zuwirken oder wenigstens nachträglich zum Beweisergebnis Stellung zu nehmen (BGE 120 V 357 E. 1a mit zahlreichen Hinweisen = RKUV 1995 Nr. U 209 S. 27 f. E. 1a).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin stellte im angefochtenen Entscheid (
Urk.
2) fest, der Be
schwerdeführer
sei
von 2012 bis 2016
als Selbstversorger
auf einem Hof
in Kro
atien
tätig gewesen
. Vor der Abreise aus der Schweiz
habe
er im Baugewerbe als Chauffeur und Bauarbeiter
gearbeitet
. Eine Tätigkeit auf dem Bau
beziehungs
weise als Bauarbeiter
sei nicht mehr geeignet. Für eine angepasste Tätigkeit be
stehe jedoch eine Arbeitsfähigkeit von 100
%
. Demnach könne er mit einer leich
ten Hilfsarbeitertätigkeit ein rentenausschliessendes Einkommen erzielen
(S. 1 f.).
Es bestünden keine Informationen, dass der Beschwerdeführer in ärztlicher Be
handlung sei. Eine früher erwähnte psychiatrische Behandlung werde aktuell nicht mehr erwähnt. Eingliederungsmassnahmen könnten geprüft werden, wenn
er
sich mit einem Zusatzgesuch bei der Beschwerdegegnerin melde. Er habe beim Standortgespräch vom 2
6.
Februar 2018 und in einem Telefongespräch vom 1
2.
März 2018 klar geäussert, dass er
sich nicht arbeitsfähig fühle
(S. 3 Mitte).
2.2
Der
Beschwerdeführer brachte vor, der Regionale Ärztliche Dienst (RAD) der Be
schwerdegegnerin habe im Rahmen einer telefonischen und wohl wenig fundier
ten Stellungnahme vom
6.
März 2018 nicht einfach davon ausgehen dürfen, dass er in einer angepassten körperlich leichten Tätig
keit zu 100
%
arbeitsfähig sei
.
Gemäss dem Bericht
der behandelnden Ärzte, Universitätsspital
Y._
,
sei ihm auch eine rein sitzende Tätigkeit
nicht
möglich
(
Urk.
1 S. 4
Ziff.
8)
. Die Be
schwerdegegnerin hätte Art und Umfang
der ihm noch möglich
en
und zumutba
ren Tätigkeit umfassend abklären und gestützt darauf die Arbeitsfähigkeit festle
gen müssen. Indem sie dies nicht getan habe, habe
sie
die Untersuchungspflicht verletzt (
Urk.
1 S. 4 f.
Ziff.
8).
Weiter dürfe entgegen dem oberflächlich geführten Standortgespräch vom 2
8.
Februar 2018 nicht einfach davon ausgegangen wer
den, dass er keine Eingliederungsmassnahmen benötige beziehungsweise wün
sche (
Urk.
1 S. 5
Ziff.
10).
2.3
Strittig und zu prüfen ist zunächst, ob ein
Anspruch auf
Eingliederungsmassnah
men
und
auf
berufliche Massnahmen besteht.
Nachfolgend ist auf die medizinische Aktenlage einzugehen.
3.
3.1
Zi
rka vier Monate nach der operativen Versorgung
in Kroatien
von dort
erlittenen Verletzungen
stellte sich der Beschwerdeführer
am 1
1.
Oktober 2017
in der
Klinik für Traumatologie,
Y._
,
vor. Med.
pract
. Z._
, A
ssistenzarzt, und PD
Dr.
med.
A._
,
Facharzt für Chirurgie,
Oberarzt,
Y._
, stellten im Bericht vom 1
2.
Oktober 2017 (
Urk.
7/3) folgende Diagnosen (S. 1):
-
Acetabulumfraktur
links,
Juni 2016
-
Stat
us nach Osteosynthese in Kroatien
-
Tibiaplateaufraktur
rechts,
Juni 2016
-
ebenfalls mit Plattenosteosynthese-Versorgung am Unfallort in Kroa
tien
-
grösstenteils asymptomatische, beginnende posttraumatische Gonarth
rose
Weiter wurde ausgeführt,
der Beschwerdeführer habe beim Gehen ein Schonhin
ken des linken Beines gezeigt (S. 1 unten). Ei
n akuter chirurgischer Handlungs
bedarf bestehe nicht. In Anbetracht des Verletzungsmusters mit bereits radiolo
gisch sichtbaren Anzeichen einer Arthrose und passenden klinischen Beschwer
den sei nicht von der Wiederaufnahme der beruflichen Tätigkeit mit starker kör
perlicher Belastung auszugehen. Im Langzeitverlauf werde von einer stetigen Zu
nahme der Symptome bei bereits vorgeschädigten Gelenkflächen an der linken Hüfte und am rechten Knie ausgegangen. Die Notwe
ndigkeit einer
endoprotheti
schen
Versorgung sei wahrscheinlich (S. 2).
3.2
Med.
pract
.
Z._
und PD
Dr.
A._
,
Y._
, gaben im Bericht vom 2
9.
Januar 2018 (
Urk.
7/15) an, die ambulante Behandlung im
Y._
habe vom
8.
Juni bis 1
1.
Oktober 2017 gedauert
, wobei sich der Beschwerdeführer insgesamt dreimal in der Sprechstunde
des
Y._
vorgestellt habe
(S. 1
Ziff.
1.1
und 1.2
).
Vom
8.
Juni 2017 bis
zum Berichtszeitpunkt
sei eine Arbeitsunfähigkeit von 100
%
attestiert worden (S. 1
Ziff.
1.3).
Der Patient
sei
im Juni 2016 in Kroatien
verunfallt
und dort operativ behandelt worden. Nach
der dortigen Behandlung
hätten noch Schmerzen im Knie und im Unterschenkel rechts sowie im Bereich der linken Hüfte bestanden. Die Beschwer
den seien bei Belastung im Tagesverlauf progredient. Weiter habe sich seit der Operation eine Taubheit im Bereich
der
Dig
. I und II eingestellt. Im rechten Knie
gelenk bestünden abnehmende Knieschmerzen. Des Weiteren habe er starke Schmerzen im Bereich der linken Hüfte, insbesondere bei längerem Sitzen oder Gehen. Beim Gehen zeige sich sodann ein Schonhinken des linken Beins. Der Patient sei im gelernten Beruf als Bauarbeiter aktuell nicht arbeitsfähig (S. 2
Ziff.
2.1 und 2.2).
Aufgrund der Schwere der Verletzung sowie der beginnenden posttraumatischen Gonarthrose
könne
nicht von der Rückkehr in den gelernten Beruf als Bauarbeiter mit starker körperlicher Belastung ausgegangen
werden
. In der Zusammenschau der Befunde werde im Langzeitverlauf eine stetige Zunahme der Beschwerde
symptomatik erwartet mit der Notwendigkeit eines
endoprothetischen
Ersatzes der Gelenkflächen der linken Hüfte und des rechten Knies (S. 2 f.
Ziff.
2.7).
Bezüglich einer angepassten Tätigkeit lasse sich die Leistungsfähigkeit aus den ambulant erhobenen Befunden nicht konklus
iv beurteilen (S. 3
Ziff.
4.2; vgl. auch den Bericht der Ärzte des
Y._
vom 1
8.
Juni 2018,
Urk.
3/3).
3.3
Die Beschwerdegegnerin hielt am 2
6.
Februar 2018 (
Urk.
7/14) über ein Standort
gespräch
mit
dem Beschwerdeführer
fest,
dieser
könne
nicht
lange Zeit sitzen, gehen oder liegen (S. 3
Ziff.
5). Bisher seien keine Bemühungen für eine Wieder
eingliederung erfolgt und es seien auch keine solchen geplant (S. 3
Ziff.
6). Der Beschwerdeführer sei gefragt worden, ob er eine Umschulung machen wolle. Er habe angegeben, dass er nie eine Ausbildung gemacht habe. Er habe i
mmer
Jobs wie
beispielsweise
als Chauffeur oder auf dem Bau
ausgeübt
.
Er sei in keiner ärztlichen Behandlung. Die Ärzte des
Y._
könnten nichts mehr für ihn tun. Er nehme Schmerzmittel ein.
Der Beschwerdeführer habe keine Motivation für eine Eingliederung gezeigt. Er sei zu sehr mit Schmerzen geplagt. Sitzen könne er auch nicht länger. Eine Um
schulung für eine Tätigkeit im Büro sei deshalb nichts für ihn (S. 4
Ziff.
8).
3.4
Im Feststellungsblatt der Beschwerdegegnerin vom
6.
März 2018 ist eine telefo
nische Stellungnahme ihres Regionalen Ärztlichen Dienstes (RAD) von diesem Tag vermerkt. Der Arzt
, der die Stellungnahme abgab,
wird
darin
nicht
genannt. Es wurde ausgeführt, medizinisch-theoretisch sollte der Beschwerdeführer in ei
ner angepassten Tätigkeit voll zu 100
%
arbeitsfähig sei. Es handle sich um eine körperlich leichte, sitzende Tätigkeit, ohne langes Gehen oder Stehen
.
Ungeeignet sei
weiter Stehen auf unebenen Gelände und
das
Steigen auf Gerüste. Die zuletzt in der Schweiz ausgeübte Tätigkeit als Bauarbeiter sei nicht mehr geeignet (
Urk.
7/16 S. 3 unten).
4.
4.1
Den vorliegenden
Akten
ist zu entnehmen, dass
der Beschwerdeführer
insofern
gesundheitlich
eingeschränkt
ist
,
als
ihm
aufgrund einer beginnenden Gonarth
rose und Beschwerden am rechten Kniegelenk und der linken Hüfte
die zuletzt ausgeübte und angestammte Tätigkeit auf dem Bau nicht mehr zugemutet werden kann
.
N
ach den Angaben der Ärzte
des
Y._
ist im
weiteren
Verlauf
mit einer
Zunahme
der Symptomatik
und damit einer
weiteren
Verschlechterung des Ge
sundheitszustandes
zu
rechnen (vorstehend E. 3.1 und 3.2).
Diese Einschätzung
ist
unbestritten.
Fraglich ist,
ob und in welchem Umfang
dem Beschwerdeführer
eine angepasste Tätigkeit zugemutet werden kann.
4.2
Die Ärzte
des
Y._
äusserten sich nicht zur Arbeitsfähigkeit in einer behinde
rungsangepassten Tätigkeit. Die
eher kurze
Notiz
der Beschwerdegegnerin
über eine telefonische
Stellungnahme
ihres RAD vom
6.
März 2018
, wonach in einer angepassten Tätigkeit eine volle Arbeitsfähigkeit bestehen solle,
ist zurückhaltend
zu bewerten
und vermag nicht zu überzeugen
.
Zunächst fehlt
darin
die Angabe des Arztes, der die Stellungnahme abgegeben hat
. Med.
pract
.
Z._
und PD
Dr.
A._
,
Y._
,
stellten
im Bericht vom 2
9.
Januar 2018 zur aktuel
len Sympto
matik fest
, dass dem Beschwerdeführer
nach seinen Angaben
auch ein längeres Sitzen nicht möglich sei (vorstehend E. 3.2).
Gemäss
der Stellungnahme des RAD
wäre ihm eine sitzende Tätigkeit dagegen vollzeitlich möglich.
Damit bleibt un
klar
, wie der RAD zu seiner Einschätzung ge
langte.
Diese
findet zudem keine Grundlage in den Berichten der behandelnden Ärzte des
Y._
.
Die Beschwerde
gegnerin wäre
somit
nach der ihr obliegenden Abklärungspflicht
gehalten gewe
sen, den medizinischen Sa
chverhalt
im Hinblick auf die Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit
eingehend abzuklären. Der
Hinweis
der Beschwerdegegne
rin
in der angefochtenen Verfügung
,
dass
sich der Beschwerdeführer nicht in ärztlicher Behandlung befinde (
Urk.
2 S. 3 Mitte), ändert daran nichts. Gegebe
nenfalls hat die Beschwerdegegnerin
eine Abklärung in Form einer Evaluation der funktionellen Leistungsfähigkeit (EFL)
, wie vom Beschwerdeführer beantragt
(
Urk.
1 S. 2
Ziff.
3)
, oder ein medizinisches Gutachten zu veranlassen.
4.3
Der Beschwerdeführer beantragte in der Beschwerde zudem die Gewährun
g von Eingliederungsmassnahmen (
Urk.
1 S. 2
Ziff.
2).
Die Beschwerdegegnerin
gab an
,
dass sich der Beschwerdeführer
mit einem Zusatzgesuc
h bei ihr melden
könne
(
Urk.
2 S. 3).
Hierbei
würde es sich jedoch um einen formalistischen Leerlauf han
deln
. Nachdem der Beschwerdeführer in der Beschwerde Eingliederungsleistun
gen beantragte,
sind solche von der Beschwerdegegnerin zu prüfen
. Soweit es sich beurteilen lässt, ist grundsätzlich von einer ausreichenden Motivation des Beschwerdeführers
für solche Massnahmen
auszugehen.
Die wi
e
dergegebenen
knappen
Angaben des Beschwerdeführers anlässlich der Standortbesprechung vom 2
6.
Februar 2018
sprechen nicht gegen die Prüfung von Eingliederungsleis
tungen.
Der Beschwerdeführer gab dabei im Wesentlichen an
, dass eine Umschu
lung in eine
rein
sitzende Tätigkeit nicht möglich sei (vorstehend E. 3.3).
Dies gilt auch für die Aktennotiz über einen Anruf des Beschwerdeführers vom 1
2.
März 2018 (
Urk.
7/20).
Weiter
ist nicht auszuschliessen, dass
dadurch
eine Verbesse
rung der Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit erreicht werden kann
.
Im
Hinblick auf die Gewährung
allfälliger
weiterer Leistungen wie berufliche Mass
nahmen
und eine Rente
hat die Beschwerdegegnerin den Gesundheitszustand
und die Arbeitsfähigkeit
des Beschwerdeführers eingehend abzuklären. Die Stellung
nahme des RAD vom
6.
März 2018 genügt hierfür nicht.
Die Sache ist daher an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen, damit sie den Anspruch auf
Eingliederungsleistungen
prüfe
und den Gesundheitszustand und die Arbeitsfähigkeit
des Beschwerdeführers
in einer angepassten Tätigkeit ab
kläre. In diesem Sinne ist die Beschwerde gutzuheissen.
5.
5.1
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrens
aufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG). Vor
liegend sind die Kosten auf
Fr.
6
00.-- festzusetzen. Ausgangsgemäss sind sie der unterliegenden Beschwerdegegnerin aufzuerlegen.
5.2
Nach ständiger Rechtsprechung gilt die Rückweisung der Sache an die Verwal
tung zur weiteren Abklärung und neuen Verfügung als vollständiges Obsiegen (BGE 137 V 57 E. 2.2), weshalb
der
vertretene Beschwerdeführer Anspruch auf eine Prozessentschädigung hat.
Der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers reichte am
5.
Dezember 2018 die Ho
norarnote in Höhe von
Fr.
1'708.35 (
Urk.
9) ein. Der geltend gemachte Aufwand erweist sich als angemessen. Der Beschwerdeführer ist daher mit
Fr.
1'708.35 (in
klusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) zu entschädigen.
5.3
Bei diesem Ausgang des Verfahrens erweist sich das Gesuch vom 1
0.
Juli 2018 um Bewilligung der unentgeltlichen Prozessführung und der unentgeltlichen Rechtsvertretung (
Urk.
1 S. 2
Ziff.
4 und 5) als gegenstandslos.