# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 3154cab8-6db7-54e5-94b7-5d611834e4f1
**Court:** SG_VG
**Chamber:** SG_VG_001
**Year:** 2010
**Language:** de
**Jurisdiction:** SG / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

hat das Verwaltungsgericht festgestellt:
A./ A. und B. sind Eigentümer des Grundstücks Nr. 0000, Grundbuch X.. Das
Grundstück misst 4'373 m und liegt nördlich des Dorfes X. im Weiler F.. Nach dem
rechtskräftigen Zonenplan von 1994 ist es der Landwirtschaftszone zugeteilt. Die
Eigentümer bewohnen die südwestlich an das Grundstück Nr. 0000 angrenzende
Liegenschaft Nr. 999, die in der Wohnzone W1 liegt. C. ist Eigentümer des östlich an
das Grundstück Nr. 0000 angrenzenden Grundstücks Nr. XXXX. Dieses ist der
Landwirtschaftszone zugeteilt und mit einem nichtlandwirtschaftlichen Wohnhaus
überbaut. Er bewohnt mit seiner Ehefrau diese Liegenschaft.
Am 5. Oktober 1979 bewilligte der Gemeinderat X. auf dem Grundstück Nr. 0000,
welches damals im übrigen Gemeindegebiet lag, den Bau einer Feldscheune mit
Fohlenunterstand (Assek.-Nr. ..). Am 19. Mai 1982 bewilligte der Gemeinderat X.
ausserdem den Einbau einer Toilette und einer Handwaschanlage sowie den Anschluss
an die öffentliche Kanalisation. Für diese Bewilligungen holte der Gemeinderat X. die
Zustimmung der zuständigen kantonalen Stelle nicht ein.
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Aufgrund einer aufsichtsrechtlichen Anzeige von C. vom 26. Februar 1983 führte die
Gemeindeverwaltung X. beim Gebäude Assek.-Nr. .. eine Baukontrolle durch. Dabei
stellte sie bauliche Abweichungen von den Bewilligungen fest (Einbau einer Dusche),
kam aber zum Schluss, dass diese tolerierbar seien. In der Folge wurde darüber ein
Rechtsmittelverfahren geführt. Das Verwaltungsgericht entschied am 12. Dezember
1984, die beiden Fenster im westlichen Teil der Südfassade des Gebäudes seien auf
das der Baubewilligung vom 5. Oktober 1979 entsprechende Mass zu verkleinern, die
Türe in der Südfassade sei zu entfernen und die Türöffnung zuzumauern.
Am 17. März 1989 erteilte der Gemeinderat X. die Bewilligung für den Anbau eines
Futtermittelraums südöstlich der Feldscheune bzw. für deren Erweiterung um 17,65 m
bzw. 24,6 %.
B./ A. und B. erwarben am 21. Januar 2000 das Grundstück Nr. 0000. Sie nahmen am
Gebäude Vers.-Nr. .. verschiedene Arbeiten vor. Aufgrund eines Begehrens von C. und
D. erliess der Gemeinderat X. am 8. April 2005 eine Feststellungsverfügung hinsichtlich
der von den neuen Eigentümern vorgenommenen Arbeiten und entschied, diese seien
nicht bewilligungspflichtig. Dagegen erhoben C. und D. am 21. April 2005 Rekurs beim
Baudepartement. Dieses führte am 2. September 2005 einen Augenschein durch.
Dabei wurde festgestellt, dass der ehemalige Fohlenunterstand nicht nur erneuert,
sondern zu einer professionell eingerichteten Werkstatt mit Geräteunterstand
ausgebaut worden war und auf der Ost- und Westseite Anbauten zur Holzlagerung
erstellt wurden. Zudem wies der Futtermittelraum eine grössere Dimension auf, als in
der Baubewilligung festgehalten wurde. Ausserdem wurde er auf der Südseite mit
einem Vordach ergänzt. Am 30. September 2005 widerrief der Gemeinderat X. die
angefochtene Feststellungsverfügung und forderte die Grundeigentümer auf, ein
nachträgliches Baugesuch einzureichen. Das Baudepartement schrieb in der Folge den
Rekurs am 3. Oktober 2005 ab.
Am 2. Dezember 2005 reichten A. und B. ein nachträgliches Baugesuch ein. Aus den
Planunterlagen war ersichtlich, dass die ursprüngliche Baute nicht wie bewilligt um
17,65 m , sondern um insgesamt 72,28 m vergrössert worden war, was einer
Erweiterung von 101 % entsprach.
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Das Amt für Raumentwicklung und Geoinformation (abgekürzt AREG) verweigerte am
12. Juni 2006 eine Zustimmung zum Bauvorhaben wegen fehlender Zonenkonformität.
In der Folge wies der Gemeinderat X. das Baugesuch mit Verfügung vom 12. Juli 2006
ab und ordnete die Wiederherstellung des rechtmässigen Zustands bis 31. Dezember
2006 an. Gegen diese Verfügung erhoben A. und B. mit Eingaben vom 19. Juli und
2. September 2006 Rekurs beim Baudepartement. Darin machten sie unter anderem
geltend, die Baute sei standortgebunden.
Am 27. September 2006 stellten A. und B. ein Begehren um Einzonung des
Grundstücks Nr. 0000. Das AREG hielt in seinem Amtsbericht vom 6. März 2007 fest,
dass eine Einzonung nicht in Frage komme. Das Grundstück befinde sich abseits des
Dorfzentrums und in der Nähe zweier Grünzonen; zudem sei es mangelhaft
erschlossen.
Aufgrund des hängigen Einzonungsverfahrens beantragten der Gemeinderat X. sowie
A. und B. am 23. März bzw. 30. April 2007, das Rekursverfahren sei zu sistieren. Das
verfahrensleitende Baudepartement wies dieses Gesuch am 3. Mai 2007 ab.
Die Regierung wies an ihrer Sitzung vom 9. Oktober 2007 den Rekurs von A. und B.
ab. Ausserdem änderte sie Ziff. 4 Abs. 2 der Verfügung des Gemeinderates X. und
ordnete an, dass das Gebäude Vers.-Nr. .. innert dreier Monate ab Rechtskraft des
Entscheids gemäss dem Urteil des Verwaltungsgerichts vom 12. Dezember 1984 bzw.
der Bewilligung des Gemeinderates X. vom 6. Mai 1989 wiederherzustellen sei. Für den
Fall, dass das Gebäude umgenutzt oder abgebrochen werden sollte, sei innert gleicher
Frist zusätzlich ein Umnutzungs- bzw. Abbruchgesuch einzureichen. Dieser Entscheid
wurde am 15. Oktober 2007 den Beteiligten zugestellt. Er erwuchs unangefochten in
Rechtskraft.
C./ Am 18. April 2009 erkundigten sich C. und D. beim Gemeinderat X., inwiefern die
Wiederherstellung des rechtmässigen Zustands vollzogen worden sei. Der
Gemeinderat X. antwortete am 30. April 2009, dass die Wiederherstellung bzw. der
Abbruch bis zum Abschluss der Ortsplanungsrevision aufgeschoben werde.
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Mit Eingabe vom 15. Juni 2009 reichten C. und D. beim Baudepartement
Rechtsverweigerungsbeschwerde und aufsichtsrechtliche Anzeige gegen den
Gemeinderat X. ein und forderten das Departement auf, den Entscheid der Regierung
zu vollziehen.
Der Gemeinderat X. hielt in seiner Stellungnahme vom 8. Juli 2009 fest, er habe
bewusst mit der Umsetzung des Regierungsbeschlusses vom 9. Oktober 2007
zugewartet, weil derzeit die Ortsplanungsrevision im Gang sei und für die beiden
Grundstücke Nrn. 0000 und ... Einzonungsbegehren gestellt worden seien. Die
Chancen für eine Einzonung der beiden Grundstücke seien intakt. Es sei
unverhältnismässig und nicht zumutbar, bereits während des laufenden Verfahrens der
Ortsplanungsrevision einen Rückbau der Scheune zu veranlassen.
Das Baudepartement lud A. und B. zur Vernehmlassung ein. Diese liessen sich
allerdings nicht vernehmen.
Am 19. August 2009 zeigte das Baudepartement den Beteiligten den Abschluss des
Schriftenwechsels an.
Am 28. Oktober 2009 orientierte das Baudepartement die Grundeigentümer, es werde
in Betracht gezogen, einer Beschwerde die aufschiebende Wirkung zu entziehen.
Am 29. Oktober 2009 zogen C. und D. ihre Rechtsverweigerungsbeschwerde zurück;
an der Aufsichtsbeschwerde hielten sie hingegen fest.
In der Folge äusserten sich A. und B. mit Eingabe ihres Rechtsvertreters vom
2. November 2009. In der Folge wurden weitere Erhebungen im Zusammenhang mit
einer allfälligen Einzonung der Grundstücke durchgeführt.
Am 26. Januar 2010 entschied das Baudepartement wie folgt über die
aufsichtsrechtliche Anzeige:
"1. Der Anzeige von C. und D., X., wird Folge gegeben.
2.
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2.1. Der Gemeinderat X. wird angewiesen, Ziff. 4 Abs. 2 seiner Verfügung vom 12. Juli
2006, von der Regierung geändert am 9. Oktober 2007, ohne Verzug zu vollziehen.
2.2. Der Gemeinderat X. wird angewiesen, dem Baudepartement über den Vollzug der
Wiederherstellung Bericht zu erstatten.
3.
3.1. Als vorsorgliche Massnahme wird für die Dauer des Verfahrens folgendes
Nutzungsverbot erlassen:
Die Nutzung des Grundstücks Nr. 0000, Grundbuch X., für das Betreiben einer
Hobbywerkstatt und für die dauerhafte Lagerung von Holz und anderen
nichtlandwirtschaftlichen Objekten ausserhalb von Vers.-Nr. .. wird ab Februar 2010
verboten.
3.2. Ungehorsam gegen dieses Nutzungsverbot wird nach Art. 292 des
Schweizerischen Strafgesetzbuchs mit Busse bestraft.
4.
4.1. Auf die Erhebung amtlicher Kosten wird verzichtet.
4.2. Den Anzeigern wird der am 22. Juni 2009 bezahlte Kostenvorschuss von
Fr. 1'000.-- zurückerstattet."
D./ Mit Eingabe vom 10. Februar 2010 erhob der Gemeinderat X. Beschwerde beim
Verwaltungsgericht mit dem Antrag, der Entscheid des Baudepartements vom 26.
Januar 2010 sei aufzuheben bzw. zu korrigieren und es sei eine Frist für die detaillierte
Antragstellung, Sachverhaltsdarstellung und Begründung anzusetzen. In seiner
Beschwerdeergänzung vom 26. Februar 2010 beantragte der Gemeinderat, der Vollzug
der Wiederherstellungsverfügung sei aufgrund der laufenden Ortsplanungsrevision so
lange zu sistieren, bis diese abgeschlossen sei und der neue Zonenplan rechtskräftig
vorliege, es sei vor Ort ein Augenschein in Anwesenheit der beteiligten Parteien und
des Geologen durchzuführen, ausserdem seien aktuelle Beurteilungen der zuständigen
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Kreisplanerin, der Leiterin der Abteilung Ortsplanung und des Leiters des AREG
einzuholen und das Baudepartement sei anzuweisen, die Ergebnisse des noch
durchzuführenden Augenscheins bei der Beurteilung der Genehmigungsfähigkeit der
Einzonung zu berücksichtigen, ausserdem sei das vom Baudepartement angeordnete
Nutzungsverbot zu widerrufen und auf die Anordnung einer vorsorglichen Massnahme
sei zu verzichten.
Das Baudepartement beantragte in seiner Vernehmlassung vom 16. März 2010, die
Beschwerde sei abzuweisen, soweit darauf einzutreten sei.
A. und B. liessen sich mit Eingabe ihres Rechtsvertreters vom 1. Juni 2010 vernehmen.
Sie beantragten, der Entscheid sei aufzuheben und der aufsichtsrechtlichen Anzeige
sei nicht Folge zu geben, soweit überhaupt darauf eingetreten werden könne,
eventualiter sei das vorliegende Verfahren bis zum Abschluss des
Zonenplanrevisionsverfahrens zu sistieren, subeventualiter sei das als vorsorgliche
Massnahme angeordnete Nutzungsverbot aufzuheben, unter Kosten- und
Entschädigungsfolgen zu Lasten des Staates.
C. und D. liessen sich zur Beschwerde der Politischen Gemeinde X. nicht vernehmen.
Der Gemeinderat X. erhielt Gelegenheit, sich zu den Vernehmlassungen des
Baudepartements und von A. und B. zu äussern. Dies tat er mit Eingabe vom 15. Juli
2010. Darin hält er an seinen Anträgen und Darlegungen vollumfänglich fest und
schliesst sich der Stellungnahme von A. und B. an.
Die Erwägungen des angefochtenen Entscheids sowie die Vorbringen der
Verfahrensbeteiligten werden, soweit wesentlich, in den nachstehenden Erwägungen
dargelegt und gewürdigt.

## Considerations

Darüber wird in Erwägung gezogen:
1. Die sachliche Zuständigkeit des Verwaltungsgerichts ist gegeben (Art. 59bis Abs. 1
des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege, sGS 951.1, abgekürzt VRP).
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1.2. Nach Art. 59bis Abs. 2 lit. a Ziff. 1 VRP ist die Beschwerde in Angelegenheiten der
Staatsaufsicht unzulässig, wenn nicht Verletzung der Autonomie geltend gemacht wird.
Der Gemeinderat X. beruft sich ausdrücklich auf die Gemeindeautonomie. Daher ist die
Beschwerde grundsätzlich zulässig, obwohl es sich um eine Anordnung im Rahmen
der Staatsaufsicht handelt. Analog der bundesgerichtlichen Rechtsprechung sind
Gemeinden ohne weiteres zur Beschwerde legitimiert, wenn sie durch die
angefochtene Massnahme in ihrer Stellung als Hoheitsträger berührt sind. Ob ihnen die
beanspruchte Autonomie tatsächlich zukommt, ist alsdann eine Frage der materiellen
Beurteilung (vgl. BGE 135 I 43 E. 1.2 mit Hinweisen). Die Beschwerde wurde vom
Gemeinderat X. und damit von der im Sinn von Art. 45 Abs. 2 VRP zuständigen
Behörde erhoben. Die Eingaben vom 10. und 26. Februar 2010 wurden rechtzeitig
eingereicht und enthalten formal und inhaltlich die gesetzlichen Elemente (Art. 64 Abs.
1 in Verbindung mit Art. 47 Abs. 1 und Art. 48 Abs. 1 und 2 VRP). Auf die Beschwerde
ist grundsätzlich einzutreten.
1.2. Nicht einzutreten ist hingegen auf die Beschwerde, soweit sie sich gegen jene Teile
des Entscheids richtet, von denen die Gemeinde X. nicht betroffen ist. Es sind dies das
Nutzungsverbot in Ziff. 3, von dem ausschliesslich A. und B. betroffen sind, sowie der
Verzicht auf die Erhebung amtlicher Kosten und die Rückerstattung des
Kostenvorschusses (Ziff. 4).
1.3. Soweit in der Beschwerdeergänzung Anträge auf Sistierung des
Beschwerdeverfahrens und Durchführung eines Augenscheins gestellt werden, handelt
es sich um Verfahrensanträge bzw. Beweisanträge.
Eine Sistierung ist gerechtfertigt, wenn sie gesetzlich vorgeschrieben ist oder wenn ein
anderes Verfahren anhängig ist, dessen Ausgang von präjudizieller Bedeutung ist
(BGE 123 II 3). Sodann fällt eine Sistierung in Betracht, wenn sie aus wichtigen
öffentlichen Gründen geboten erscheint und ihr keine überwiegenden öffentlichen oder
privaten Interessen entgegenstehen (Cavelti/Vögeli, Verwaltungsgerichtsbarkeit im
Kanton St. Gallen, St. Gallen 2003, Rz. 1093).
Seitens der kantonalen Stellen wurde in Aussicht gestellt, die Genehmigung einer
Einzonung des Grundstücks Nr. 0000 zu verweigern. Es ist entgegen der Behauptung
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der Beschwerdeführerin nicht ersichtlich, inwiefern die kantonalen Stellen ihre
Auffassung diesbezüglich geändert haben könnten, weshalb auf die Einholung weiterer
Amtsberichte zu verzichten ist. Hinzu kommt, dass die unbewilligten Teile der
Feldscheune bereits seit vielen Jahren bestehen und der Vollzug rechtskräftiger
Entscheide erheblich verzögert wurde. Am Vollzug dieser rechtskräftigen Entscheide
besteht ein gewichtiges öffentliches Interesse, welches das Interesse der Betroffenen
an einem weiteren Hinausschieben der Vollstreckung überwiegt. Dem Antrag, das
vorliegende Verfahren sei zu sistieren, ist daher nicht stattzugeben.
Auch der Antrag auf Durchführung eines Augenscheins ist abzuweisen. Vorliegend geht
es nicht um bauliche Fragen, sondern um eine Anordnung im Rahmen der
Staatsaufsicht. Der massgebende Sachverhalt ergibt sich hinreichend aus den Akten.
2. Der politischen Gemeinde kommt im Kanton St. Gallen Autonomie zu (Art. 89 Abs. 1
der Kantonsverfassung, sGS 111.1). Der Umfang der Autonomie ist allerdings weder in
der Kantonsverfassung noch in der kantonalen Gesetzgebung konkret umschrieben.
Die Anerkennung eines geschützten kommunalen Autonomiebereichs setzt voraus,
dass zum einen der Vollzug der in Frage stehenden Vorschriften den Gemeinden
übertragen ist und zum anderen die Art der zu regelnden Materie überhaupt Raum für
ein Selbstbestimmungsrecht der Gemeinden lässt (BGE 135 I 43 E. 1.2). Die
Gemeindeautonomie wurde durch eine lange Praxis des Bundesgerichts in ihrer
rechtlichen Bedeutung gefestigt. Sie bezieht auf den ursprünglichen wie auch auf den
übertragenen Wirkungsbereich und erfasst Gesetzgebung wie Verwaltung.
Vorausgesetzt ist, dass das kantonale Recht der Gemeinde einen relativ erheblichen
Entscheidungsspielraum einräumt (R. Kägi-Diener, Kommentar zur Schweizerischen
Bundesverfassung, 2. Aufl., Zürich/St. Gallen 2008, N 8 ff. zu Art. 50). Als Autonomie
wird eine gewisse Entscheidungsfreiheit der Gemeinde bezeichnet, welche sich auf den
Bereich der Rechtsetzung wie auch auf den Bereich der Rechtsanwendung erstrecken
kann. Autonomie steht der Gemeinde in der Rechtsanwendung zu, wenn sie
Entscheidungsfreiheit in der Frage hat, ob sie kantonales oder eidgenössisches Recht
anwenden will. Autonomie steht der Gemeinde in der Rechtsanwendung auch zu, wenn
Art und Inhalt kommunaler individuell-konkreter Anordnungen durch das höherrangige
Recht nur in allgemeiner Weise vorbestimmt sind, so dass der Gemeinde noch
Entscheidungsfreiheit verbleibt (vgl. P. Glaus, Konzeption der Gemeindeautonomie, mit
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besonderer Darstellung der Autonomie der st. gallischen Gemeinden, Diss. Zürich
1984, S. 93). Gemeindeautonomie und Staatsaufsicht stehen in einem engen
Zusammenhang. Art. 155 Abs. 4 des Gemeindegesetzes (sGS 151.2) beschränkt die
Staatsaufsicht im Bereich der Gemeindeautonomie auf die Überprüfung der
Rechtmässigkeit. Ob Entscheidungsfreiheit und damit Autonomie besteht, ist jeweils in
bezug auf den konkreten Anwendungsfall zu klären (vgl. GVP 1986 Nr. 66; H.R. Arta,
Die Zuständigkeitsordnung nach dem st. gallischen Gemeindegesetz in der politischen
Gemeinde mit Bürgerversammlung, Diss. St. Gallen 1990, S. 10 f.). Im Bereich des
Planungs- und Baurechts bestimmt Art. 3 Abs. 2 des Baugesetzes (sGS 731.1,
abgekürzt BauG), dass in allen Belangen der Raumplanung und des öffentlichen
Baurechts dem Staat die Rechts- und die Ermessenskontrolle zusteht. Der Staat wahrt
aber den nötigen Ermessensspielraum der politischen Gemeinden bei der Orts- und
Regionalplanung. Durch diese Fassung von Art. 3 Abs. 2 BauG soll die Autonomie der
st. gallischen Gemeinde im Bereich der Ortsplanung unterstrichen werden (Glaus,
a.a.O., S. 168).
2.1. Bewilligungen für Bauten ausserhalb der Bauzonen sind dem Kompetenzbereich
der Gemeinde entzogen. Nach Art. 25 Abs. 2 des Raumplanungsgesetzes (SR 700,
abgekürzt RPG) entscheidet die zuständige kantonale Behörde bei allen Bauvorhaben
ausserhalb der Bauzonen, ob sie zonenkonform sind oder ob für sie eine
Ausnahmebewilligung erteilt werden kann. Damit ist die Gemeinde nicht befugt, über
Bewilligungen für Bauten ausserhalb der Bauzonen zu entscheiden.
Im vorliegenden Fall ist der Entscheid der Regierung vom 9. Oktober 2007
unangefochten in Rechtskraft erwachsen. In diesem Entscheid wurde der Rekurs von
A. und B. abgewiesen und die Verfügung des Gemeinderates über den Abbruch bzw.
den Rückbau des Gebäudes geändert. Über die Rechtmässigkeit des Rückbaus wurde
rechtskräftig entschieden. Diese Frage konnte nicht mehr Gegenstand des
aufsichtsrechtlichen Verfahrens sein. Gegenstand des aufsichtsrechtlichen Verfahrens
vor dem Baudepartement war einzig und allein der Vollzug der vom Gemeinderat X. am
12. Juli 2006 erlassenen und von der Regierung am 9. Oktober 2007 geänderten
Verfügung.
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2.2. Grundsätzlich sind Entscheide, d.h. Rechtsmittelentscheide, von der
erstinstanzlichen Behörde zu vollziehen (Art. 103 Abs. 1 VRP). Zwar können
Rechtsmittelinstanzen, die zugleich Aufsichtsbehörde sind, ihren Entscheid selbst
vollstrecken oder die Vollstreckung einem ihnen untergeordneten Verwaltungsorgan
übertragen (Art. 103 Abs. 2 VRP). Für die Vollstreckung stehen verschiedene
Instrumente zur Verfügung (Art. 105 und 106 VRP). Das Gesetz schreibt nicht explizit
vor, wie diese anzuwenden sind. Insbesondere enthält das Gesetz auch keine Fristen,
innert welcher Rechtsmittelentscheide von der ersten Instanz vollstreckt werden
müssen. Der Gesetzgeber ging davon aus, dass Gemeinden ihre Verfügungen sowie
Rechtsmittelentscheide zeitgerecht vollstrecken und dabei den Grundsatz der
Verhältnismässigkeit beachten. Vollstreckungsmassnahmen können in der Regel nicht
gerichtlich überprüft werden (Art. 44 Abs. 3 VRP). Da für die Art und Weise der
Vollstreckung von Bauentscheiden keine expliziten Vorschriften bestehen und der
Vollzug praktisch vollständig dem Ermessen der Gemeinde anheimgestellt ist, kommt
der Gemeinde in diesem Bereich Autonomie zu.
2.3. Zu prüfen bleibt, ob die Vorinstanz die Autonomie der Beschwerdeführerin verletzt
hat.
Dem Staat steht auch im Bereich der Vollstreckung die Aufsicht über die Gemeinden
zu. Im vorliegenden Fall hat die Regierung am 9. Oktober 2007 die baurechtliche
Streitfrage entschieden und angeordnet, der rechtmässige Zustand sei innert dreier
Monate seit Rechtskraft des Entscheids wieder herzustellen. Der Gemeinderat X.
unternahm nichts, als die Eigentümer den Rekursentscheid nicht befolgten. Vielmehr
berief er sich auf das hängige Einzonungsverfahren, um seine Untätigkeit zu
rechtfertigen. Da keine Aussicht auf eine Einzonung besteht bzw. bestand, war es
zulässig und geboten, dass das Baudepartement aufsichtsrechtliche Massnahmen traf.
Es ist ohnehin nicht ersichtlich, inwiefern eine Einzonung des Grundstücks Nr. 0000 mit
dem Bestand der Feldscheune zusammenhängen soll. Entweder dient die Einzonung
nur dazu, die illegal umgebaute und erweiterte Feldscheune weiter bestehen zu lassen.
In diesem Fall erscheint das Begehren geradezu missbräuchlich. Würde die gesamte
Liegenschaft eingezont, entstünde, wie die Gemeinde selber festhält, Bauland an
attraktiver Wohnlage, und in diesem Fall würde die Feldscheune kaum erhalten werden.
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Die Gemeinde hat zwar eine gewisse Entscheidungsfreiheit bei der Art und zeitlichen
Abfolge der Vollstreckung einer rechtskräftigen kantonalen Entscheidung. Ist aber eine
Gemeinde säumig und unterlässt sie es bewusst, einen kantonalen Entscheid zu
vollstrecken, so hat die Aufsichtsbehörde die geeigneten Massnahmen zu treffen. Die
Aufforderung zur umgehenden, ohne Verzug durchzuführenden Vollstreckung stellt
daher unter den gegebenen Umständen keine Verletzung der Autonomie dar.
2.4. Aus dem Gesagten ergibt sich, dass die Beschwerde abzuweisen ist, soweit
darauf eingetreten werden kann.
3. A. und B. haben in ihrer Stellungnahme vom 1. Juni 2010 verschiedene Anträge
gestellt und dabei auf ihre Begehren in der Eingabe vom 26. März 2010 verwiesen. Sie
wiederholten damit ihre Begehren, die sie in der eigenen Beschwerde gestellt haben.
Über diese wird in einem gesonderten Verfahren entschieden. Daher ist nicht zu prüfen,
ob in einer Vernehmlassung zur Beschwerde der Gemeinde weitergehende Anträge
gestellt werden können.
4. Dem Verfahrensausgang entsprechend gehen die amtlichen Kosten des
Beschwerdeverfahrens zu Lasten der Beschwerdeführerin (Art. 95 Abs. 1 VRP). Eine
Entscheidgebühr von Fr. 3'000.-- ist angemessen (Art. 13 Ziff. 622 Gerichtskostentarif,
sGS 941.12). Auf die Erhebung ist nicht zu verzichten (Art. 95 Abs. 3 VRP).
Ausseramtliche Kosten sind nicht zu entschädigen (Art. 98bis VRP).
Demnach hat das Verwaltungsgericht