# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** e3ed116f-0193-5ade-85ca-e93e7e71db1d
**Court:** FR_TC
**Chamber:** FR_TC_010
**Year:** 2017
**Language:** de
**Jurisdiction:** FR / Espace_Mittelland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt
A. Die Steuerpflichtige ist ledig und lebt in B._. Im Zeitraum von Januar 2015 bis Mai 2015 arbeitete sie bei C._ in D._, seit dem 1. Juni 2015 arbeitet sie bei E._ in F._.
In der Steuererklärung, welche sie am 28. März 2016 für die Steuerperiode 2015 einreichte, deklarierte die Steuerpflichtige ein Einkommen aus unselbstständiger Erwerbstätigkeit (Code 1.110) im Betrag von CHF 58‘185.-. Als Berufsauslagen machte sie unter anderem einen Abzug für die auswärtige Verpflegung (Code 2.120) im Betrag von CHF 3‘300.- (220 Mahlzeiten à CHF 15.-) geltend. Insgesamt ergab sich ein steuerbares Einkommen (Code 7.910) von CHF 44‘793.-.
Gemäss ordentlicher Veranlagungsanzeige vom 16. Juni 2016 setzte die Kantonale  (nachfolgend: Steuerverwaltung) den Abzug für die auswärtige Verpflegung (Code 2.120) auf CHF 1‘600.- fest. Unter Berücksichtigung der übrigen Steuerfaktoren ergab sich für die Steuerpflichtige ein steuerbares Einkommen von CHF 47‘773.- (Kanton; geschuldete Steuer: CHF 3‘836.65) bzw. CHF 50‘461.- (Bund; geschuldete Steuer: CHF 455.50). Die Abweichungen gegenüber der Steuererklärung begründete die Steuerverwaltung wie folgt: „2120: Betreffend Ihrer Erwerbstätigkeit bei E._ (F._): Die Kosten für auswärtige Verpflegung sind abziehbar, wenn es der steuerpflichtigen Person unmöglich ist, das Mittagessen zu Hause einzunehmen. Dies kann unter anderem der Fall sein, wenn die steuerpflichtige Person einen weiten Arbeitsweg zu bewältigen hat oder nur über eine kurze Mittagspause verfügt (weniger als eine Stunde = Bestätigung Arbeitgeber). Der Umstand aus Zweckmässigkeit auswärts zu essen, ist steuerlich nicht abziehbar.“.
Gegen diese Veranlagung reichte die Steuerpflichtige am 19. Juli 2016 Einsprache ein. Sie machte unter anderem geltend, dass es ihr nicht möglich sei, das Mittagessen zu Hause einzunehmen, da sie einen langen Arbeitsweg habe (25 Minuten pro Weg) und ihr als Inkasso Sachbearbeiterin an mehreren Tagen pro Monat eine Mittagspause von einer Stunde oder weniger zur Verfügung stehe. Zudem machte sie eine Verletzung von Verfahrensrechten geltend, da die Steuerverwaltung auf ihre Email vom 21. Juni 2016, in welcher sie sich danach erkundigt habe, welche Beweismittel sie ihrer Einsprache beilegen müsse, nicht geantwortet habe.
In der Folge forderte die Steuerverwaltung die Steuerpflichtige auf, weitere Beweise zu den Akten zu reichen. Dieser Aufforderung kam die Steuerpflichtige mit Eingaben vom 10. August 2016 und 19. September 2016 nach.
Mit Einspracheentscheid vom 22. September 2016 hiess die Steuerverwaltung die Einsprache teilweise gut und setzte den Abzug für die auswärtige Verpflegung auf CHF 1‘799.- fest. Zur Begründung führte sie aus, dass die Steuerpflichtige bei ihrer aktuellen Arbeitsstelle durchschnittlich nur einmal pro Woche die fixen Präsenzzeiten mit einer Mittagspause von einer Stunde oder weniger eingehalten habe, weshalb im Zeitraum von Juni 2015 bis Dezember 2015 nur für insgesamt 31 Mahlzeiten ein (voller) Abzug für die auswärtige Verpflegung gewährt werden könne. Die Steuerpflichtige wurde darauf aufmerksam gemacht, dass die Steuerverwaltung den Abzug für die auswärtige Verpflegung auch für künftige Steuerperioden auf dieser Basis gewähren werde. Falls sie höhere Kosten geltend machen wolle, müsse sie eine Bestätigung ihrer
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Arbeitgeberin erbringen, dass sie nicht nur einmal wöchentlich Telefondienst habe. Die Stempelblätter würden nicht mehr akzeptiert.
B. Mit Eingabe vom 19. Oktober 2016 reichte die Steuerpflichtige beim Kantonsgericht Freiburg eine Beschwerde ein. Sie stellt die folgenden Begehren:
„1. Der Abzug für die auswärtige Verpflegung (Code 2.120) sei zu erhöhen auf jeden Tag oder alternativ, wenn Unzumutbarkeit nicht gegeben ist, sei das Stempelblatt in Zusammenhang mit der Bestätigung [der Arbeitgeberin] vom 12. September 2016 als Beweismittel für nachfolgende Steuerperioden zu akzeptieren, sofern die vorgenannte Bestätigung nicht widerrufen wurde oder mein Arbeitsvertrag mit der E._ endet.
2. Eine schriftliche Stellungnahme, warum die kantonale Steuerbehörde weder per Email noch per Telefon zu erreichen war, sei durch die Beschwerdegegnerin zu erstellen und an mich zuzustellen. Eine entsprechende Stellungnahme wurde im Einspracheentscheid vom 22. September 2016 unterlassen.
3. Eine pauschale Entschädigung/Genugtuung von CHF 200.- sei zu entrichten (begründet durch Kosten für Papier, Kopien, Zeitaufwand, vergebliche Internetkosten, Porto für mehrere Einschreiben, Opportunitätskosten und Ärger).
4. Die Kosten des Beschwerdeverfahrens seien der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen.“
Zur Begründung wird im Wesentlichen vorgebracht, dass die Beschwerdeführerin, nachdem sie die ordentliche Veranlagungsanzeige vom 16. Juni 2016 erhalten habe, vergeblich versucht habe, per Email und Telefon mit der Steuerverwaltung in Kontakt zu treten. Obschon sie bereits in ihrer Einsprache eine Verletzung ihrer Verfahrensrechte beanstandet und eine entsprechende Stellungnahme der Steuerverwaltung verlangt habe, sei die Steuerverwaltung im Einspracheentscheid auf diesen Punkt überhaupt nicht eingegangen. Weiter wird argumentiert, dass die Beschwerdeführerin weder einen Führerschein noch ein Auto besitze, weshalb sie den Arbeitsweg mit dem ÖV zurücklege. Aufgrund der schlechten Verbindungen benötige sie pro Fahrt 25 Minuten. Bei einer Fahrzeit von insgesamt 50 Minuten für die Hin- und Rückfahrt könne ihr nicht zugemutet werden, das Mittagessen zu Hause einzunehmen. Nicht zugemutet werden könne ihr weiter, jedes Jahr eine neue Bestätigung ihrer Arbeitgeberin betreffend ihre fixen Präsenzzeiten mit einer Mittagspause von einer Stunde oder weniger einzureichen, zumal ihre Arbeitgeberin grundsätzlich keine solchen Bestätigungen ausstelle. Deshalb habe die Steuerverwaltung die ins Recht gelegte Bestätigung vom 12. September 2016 sowie die Stempelblätter auch für weitere Steuerperioden als Beweismittel zuzulassen.
Der mit Verfügung vom 24. Oktober 2016 festgesetzte Kostenvorschuss von CHF 400.- wurde fristgemäss bezahlt.
In ihren Bemerkungen vom 23. November 2016 schliesst die Vorinstanz auf Abweisung der Beschwerde. Sie weist darauf hin, dass die fixen Präsenzzeiten mit einer Mittagspause von einer Stunde oder weniger gemäss den eingereichten Stempelblättern nur teilweise eingehalten worden seien. An den Arbeitstagen, an welchen die Beschwerdeführerin keinen Telefondienst zu leisten habe, verfüge sie aufgrund der flexiblen Arbeitszeiten über eine Mittagspause von drei Stunden. An diesen Tagen sei es ihr deshalb möglich, das Mittagessen zu Hause einzunehmen.
Die Eidgenössische Steuerverwaltung verzichtete auf eine Vernehmlassung.
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Am 27. Dezember 2016 reichte die Beschwerdeführerin ihre Gegenbemerkungen ein. Darin hielt sie im Wesentlichen an ihren Standpunkten fest.

## Considerations

Erwägungen
I. Prozessuales