# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 253ee695-c383-463c-b9e9-0d054efbbd4d
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2022
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
1.1
Der 1974 geborene und 2012 in die Schweiz eingereiste
X._
meldete sich am 21. April 2015 unter Hinweis auf einen sich am 17. Februar 2014 in Kroatien zugetragenen Autounfall und darauf zurückzuführende gesundheitliche Beein
trächtigungen bei der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, zum Bezug von Leistungen an (Urk. 11/1).
Die IV-Stelle tätigte in der Folge medizinische und erwerbliche Abklärungen
,
im Rahmen derer sie insbesondere die Akten des
zuständigen
Unfallversicherers
, der Suva, beizog
(Urk.
11/5/1-282, 11/21/1-307, 11/44/1-644)
.
Am 2. November 2015 teilte sie
X._
mit, berufliche Eingliederungsmassnahmen seien derzeit nicht möglich, weshalb der Anspruch auf eine Rente geprüft werde (Urk. 11/19).
Anlässlich dieser Abklärun
gen wurde
X._
im August und Oktober 2016 polydisziplinär abgeklärt (Psychiatrie, Orthopädie, Innere Medizin, Neurologie,
Ophthalmologie
, Neuropsy
chologie), wobei das Gutachten von der Medizinische
n Abklärungsstelle Y._
(nachfolgend:
Medas
), am 22.
Nove
mber 2016 erstattet wurde (Urk.
11/62).
Mit Verfügung vom 19. Januar 2018
wie
s
die IV-Stelle
das
L
eis
tungsbegehren
von
X._
ab
, da er die zur Überprüfung der versicherungs
mässigen Voraussetzungen notwen
d
igen Dokumente nicht eingereicht habe und zudem ab Februar 2015 in der bisherigen Tätigkeit nicht mehr eingeschränkt sei (Urk. 11/78
; Vorbesch
eid vom 24. November 2017, Urk.
11/77).
Mit Verfügung vom 26. Januar 2017
stellte
die
S
uva
die
bis dahin an den Versi
cherten ausgerichteten L
eistungen per 1. Fe
bruar 2017 ein
(Urk. 11/68)
, woran sie
mangels adäquaten Kausalzusammenhangs der noch geklagten Beschwerden zum Unfallereignis vom 17. Februar 2014 mit
E
inspracheentscheid
vom 28.
Ja
nuar 2019 fest
hielt
(Ur
k.
11/85).
1.2
Mit Neuanmeldung vom 10. Juni 2020 (Ei
ngangsdatum) ersuchte
X._
unter Hinweis auf eine seit dem Unfallereignis vom 17. Februar 2014 unverändert andauernde vollständige Arbeitsunfähigkeit um Ausrichtung von Leistungen der Invalidenversicherung (Urk. 11/96).
Mit Vorbescheid vom 19. Juni 2020 zeigte die IV-Stelle das Nichteintreten auf das erneute Leistungsgesuch mit der Begr
ün
dung an,
X._
habe die
zur
Prüfung
der versicherungsmässigen Voraus
setzung notwendigen Dokumente noc
h immer nicht eingereicht (Urk.
11/99). Nachdem
die IV-Stelle
gestützt auf die
daraufhin vom Versicherten
aufgelegten
Unterlagen die Erfüllung der versicherungsmässigen Voraussetzungen
für gege
ben erachtet hatte
,
zeigte
sie
ihm
mit neuem Vorbescheid vom 15. April 2021
mangels nachweisbarer Verschlechterung der gesundheitlichen Situation seit der
Begutachtung im Jahr 2016
die Abweisung
des Leistungsbegehrens an (Urk.
11/123).
Hieran
hielt sie mit Verfügung vom 7.
Juni 2021 fest (Urk. 2).
2.
Dagegen erhob
X._
am 7. Juli 2021 Beschwerde und beantragte, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben und es sei ihm eine ganze Invalidenrente gestützt auf eine Erwerbsunfähigkeit von mindestens 70 % rückwirkend per 10. Dezember 2020 auszurichten.
Eventualiter sei
die Sache
zwecks
Neubeurtei
lung an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.
In prozessualer Hinsicht ersuchte der Beschwerdeführer um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege unter Bestellung von Rechtsanwalt Artan Sadiku zum unentgeltlichen Rechtsver
treter (Urk. 1 S. 2).
Mit Beschwerdeantwort vom 14.
September 2021 schloss die Beschwerdegegnerin auf Abweisung der Beschwerde (Urk. 10), was dem Be
schwerdeführer am 17. September 2021 angezeigt wurde (Urk. 12). Mit Eingabe vom 19. Januar 2022 (Urk. 13) liess der Beschwerdeführer neue Arztberichte auf
legen (Urk. 14/7-9), welche der Beschwerdegegnerin mit Verfügung vom 25. Ja
nuar 2022 zur Kenntnisnahme zugestellt wurden.
3.
Auf die Vorbringe
n
der Parteien sowie die eingereichten Unterlagen wird, soweit für die
Entscheidfindung
erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen einge
gangen.
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Am 1. Januar 2022 sind die geänderten Bestimmungen des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG), der Verordnung über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSV), des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) sowie der Verordnung über die Invaliden
versicherung (IVV) in Kraft getreten.
In zeitlicher Hinsicht sind
vorbehältlich besonderer übergangsrechtlicher Rege
lungen
grundsätzlich diejenigen Rechtssätze massgebend, die bei Erfüllung des rechtlich zu ordnenden oder zu Rechtsfolgen führenden Tatbestandes Geltung haben (BGE 146 V 364 E. 7.1, 144 V 210 E. 4.3.1, je mit Hinweisen). Da ferner das Sozialversicherungsgericht bei der Beurteilung eines Falles in der Regel auf den bis zum Zeitpunkt des Erlasses der streitigen Verfügung - hier am 7. Juni 2021 - eingetretenen Sachverhalt abstellt (BGE 144 V 210 E. 4.3.1, 132 V 215
E. 3.1.1, je mit Hinweisen), sind vorliegend die bis 31. Dezember 2021 gültig ge
wesenen Rechtsvorschriften anwendbar, die nachfolgend auch in dieser Fassung zitiert werden.
1.2
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens
70 % auf eine ganze Rente (Art.
28 Abs. 2 IVG).
1.3
Wurde eine Rente
wegen eines zu geringen Invaliditätsgrades
verweigert, so wird nach Art.
87 Abs.
3 IVV eine neue Anmeldung nur geprüft, wenn
die Vorausset
zungen gemäss Abs.
2 dieser Bestimmung erfüllt sind. Danach ist im Revisions
gesuch glaubhaft zu machen, dass sich der Grad der Invalidität der versicherten Person in einer für den Anspruch erheblichen Weise geändert hat.
Ergibt die Prüfung durch die Verwaltung, dass
die Vorbringen
der versicherten Person nicht glaubhaft sind, so erledigt sie das Gesuch ohne weitere Abklärungen durch Nichteintreten.
Tritt die Verwaltung auf die Neuanmeldung ein, so hat sie die Sache materiell abzuklären und sich zu vergewissern, ob die von der versi
cherten Person glaubhaft gemachte Veränderung des Invaliditätsgrades auch tat
sächlich eingetreten ist; sie hat demnach in analoger Weise wie be
i einem Revi
sionsfall nach Art. 17 Abs. 1 ATSG vorzugehen (BGE 117 V 198 E. 3a, vgl. auch BGE
133 V 108 E. 5.2). Stellt sie fest, dass der Invaliditätsgrad seit Erlass der früheren rechtskräftigen Verfügung keine Veränderung erfahren hat, so weist sie das neue Gesuch ab. Andernfalls hat sie zunächst noch zu prüfen, ob die festge
stellte Veränderung genügt, um nunmehr eine anspruchsbegründende Invalidität zu bejahen, und hernach zu beschliessen. Im Beschwerdefall obliegt die gleiche materielle Prüfungspflicht auc
h dem Gericht (
Urteil des Bundesgerichts 9C_351/2020 vom 21. September 2020 E. 3.1, insbesondere mit Hinweis auf
BGE 117 V 198 E. 3a, 109 V 108 E.
2b
).
1.4
Ändert sich der Invaliditätsgrad eines Rentenbezügers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herab
gesetzt oder aufgehoben (Art. 17 Abs. 1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen seit Zuspre
chung der Rente, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenan
spruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente bei einer wesentlichen Ände
rung des Gesundheitszustandes revidierbar. Hingegen ist die lediglich unter
schiedliche Beurteilung eines im Wesentlichen gleich gebliebenen Sachverhalts
im revisionsrechtlichen Kontext unbeachtlich (BGE 141 V 9 E. 2.3 mit Hinwei
sen). Weder eine im Vergleich zu früheren ärztlichen Einschätzungen ungleich attestierte Arbeitsunfähigkeit noch eine unterschiedliche diagnostische Einord
nung des geltend gemachten Leidens genügt somit per se, um auf einen verbes
serten oder verschlechterten Gesundheitszustand zu schliessen; notwendig ist in diesem Zusammenhang vielmehr eine veränderte Befundlage (Urteil des Bundes
gerichts 9C_135/2021 vom 27. April 2021 E. 2.1 mit Hinweisen).
Liegt in diesem Sinne ein Revisionsgrund vor, ist der Rentenanspruch in rechtli
cher und tatsächlicher Hinsicht umfassend («allseitig») zu prüfen, wobei keine Bindung an frühere Beurteilungen besteht (BGE 141 V 9 E. 2.3; Urteil des Bun
desgerichts 8C_144/2021 vom 27. Mai 2021 E. 2.3, je mit Hinweisen).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete die Abweisung des Leistungsbegehrens da
mit, dass die Anzahl nötiger Beitragsjahre zur Erfüllung der Versicherungspflicht zwar habe nachvollzogen werden können, demgegenüber weder aus psychiatri
scher noch aus orthopädischer Sicht eine Verschlechterung des Gesundheitszu
standes des Beschwerdeführers ausgewiesen sei. Mithin bestünden keine Ein
schränkungen, welche einen Anspruch auf eine Rente der Invalidenversicherung begründen könnten
(Urk. 2).
2.2
Demgegenüber machte der Beschwerdeführer geltend, aus der Aktenlage ergebe sich klar, dass er vollständig erwerbsunfähig sei. So sei dem
ersten
Bericht des
Zentrums
Z._
vom 17. März 2020 zu entnehmen, dass er seit dem 17. Februar 2014 zu 100 % arbeitsunfähig sei und
der
zweite
Bericht vom 20. April 2020 beschreibe eine Verschlechterung seines Gesundheitszustan
des seit Juni 2019. Er leide an mehr Schwindel, Schmerzen und deutlich mehr Vergesslichkeit, zudem habe er eine verschwommene Sicht, sei müde und könne sich schmerzbedingt kaum konzentrieren. Schliesslich könne auch nicht auf das
Medas
-Gutachten aus dem Jahr 2016 abgestellt werden, stütze sich dieses doch auf die ohne gesetzliche Grundlage erhobenen Observationsberichte und sei das Gutachten nicht nach dem Zufallsprinzip vergeben worden. Gestützt auf die Be
richte des Zentrums
Z._
sei eine vollständige Arbeitsunfähigkeit ausge
wiesen, was eine ganze Invalidenrente begründe (Urk. 1).
3.
3.1
Mit Verfügung vom 19. Januar 2018 hatte die IV-Stelle das Leistungsbegehren von
X._
mit der Begründung abgelehnt,
es habe sich mangels Mitwir
kung des Beschwerdeführers nicht feststellen lassen, ob die nötigen Beitragsjahre erfüllt
seien
. Ungeachtet dessen
bestehe kein Leistungsanspruch,
sei er ab dem 19. Feb
ru
ar 2015 in seiner Arbeitsfähigkeit
doch
nicht mehr eingeschränkt. Für diese Beurteilung stützte sich die Beschwerdegegnerin auf das
Medas
-Gutachten vom 22. November 2016
(Urk. 11/62), wonach ab dem 19.
Februar 2015 von einer dauerhaften Arbeitsfähigkeit von 100 % in der angestammten Tätigkeit als Bau
unternehmer
sowie in jeder angepassten Beschäftigung
auszugehen sei (Urk.
11/76/4-5).
Diese Verfügung
erwuchs
unangefochten in R
echtskraft.
Nachdem die Beschwerdegegnerin im Rahmen der Neuanmeldung vom 10. Juni 2020 die
Erfüllung der nötigen
Beitragsjahre
für nachvollziehbar erachtet hat (Urk. 11/122/2, Urk. 2), ist
daher
nachfolgend zu prüfen, ob
sich
seit der Verfü
gung vom 19. Januar 2018 der Gesundheitszustand des Beschwerdeführers in relevanter, rentenbegründender Weise verschlechtert hat.
3.2
3.2.1
Das interdisziplinäre Gutachten vom 22. November 2016 umfasste die Disziplinen Neurologie, Psychiatrie,
Orthopädie, Innere Medizin, Neuropsychologie
sowie
Ophthalmologie
(Urk. 11/62).
3.2.2
Gegenüber dem neurologischen Gutachter beschrieb der Beschwerdeführer seit dem Unfallereignis vom 17. Februar 2014 bestehende episodische Zustände mit
Schwankschwindel
, welcher zu einem unsicheren Gangbild führe und am Morgen nach dem Aufstehen gut 20 Minuten andauere. Sodann bestehe seit dem Unfall
ereignis eine Hörminderung links und leide er an einem
Pfeifftinnitus
links. Da
neben habe er Beschwerden am linken Auge, zeitweilig ein plötzlich auftretendes Hitze- und B
renngefühl,
er
leide an Schmerzen im
Hinterkopfbereich
,
die auf den gesamten Rücken bis in die Beine ausstrahlten, an Schmerzen in der unteren LWS sowie im unteren und mittleren HWS-Bereich. Schliesslich berichtete der Be
schwerdeführer über eine grosse Müdigkeit und kognitive Störungen im Sinne von Kurzzeitgedächtnisstörungen (Urk. 11/62/
9-
12). Der Gutachter hielt fest,
es ergebe sich zwar bei Status nach Schädelhirntrauma mit leichter struktureller Hirnbeteiligung ein HWS-D
istorsionstrau
ma QTF II, ein
e remittierte
Trochlearis
parese
sowie gemäss anamnestischer Angaben möglicherweise auch ein Cluster
kopfschmerz, ohne dass
letzterer
im Moment aber hinreichend gesichert werden könne. Allenfalls wäre diesbezüglich aber mit prophylaktische
r
Therapie eine Bes
serung sehr wohl möglich. Konkrete Hinweise für eine epileptische Störung be
stünden nicht.
Falls gewisse kognitive Störungen bestehen s
ollten - was aber an
gesichts der
vielfach auftretenden nichtauthentischen Verhaltensweisen er
schwert abgrenzbar sei - so wären diese allenfalls als sehr minimal zu beurteilen und wären
sehr
wahrscheinlich
als
nicht versicherungsmedizinisch relevant
zu werten
(Urk. 11/62/20). Insgesamt sei aus rein neurologischer Sicht davon aus
zugehen, dass keine objektiven Störungen abgrenzbar seien, welche eine Arbeits
unfä
higkeit begründen könnten (Urk.
11/62/21).
3.2.3
Der psychiatrische Gutachter
erklärte
, der Beschwerdeführer habe vorwiegend eine körperliche Symptomatik geklagt, in deren Vordergrund Kopfschmerzen ste
hen würden. Daneben habe
er
berichtet, an erhöhter Ermüdbarkeit, Kraftlosigkeit sowie
einer
Schlafstörung zu leiden. Weitere, psychische oder seelische Störungen seien nicht berichtet worden, der Beschwerdeführer befinde sich allerdings in psychiatrischer Behandlung. Vor dem Hintergrund eines völlig unauffälligen psy
chischen Befundes könne keine Diagnose, insbesondere keine Diagnose mit Aus
wirkung auf die Arbeitsfähigkeit gestellt werden. Hinsichtlich Befundkonsistenz erklärte der Gutachter, die Behandlungsaktivität sei derzeit auffallend niedrig und biete - sofern nötig - Möglichkeiten zur allfällige
n
Intensivierung. Betreffend die Konsistenz ergäben sich multiple Inkonsistenzen, zum Beispiel in der Darstellung des Tagesablaufes und der bestehenden Aktivitäten bis hin zum sehr bewusst
seinsnahen,
aggravatorischen
Verhalten
teils nicht authentischer Symptom
präsentation. So habe der Beschwerdeführer beim REY-Test - der Testperson wür
den nur scheinbar schwierige Aufgaben gestellt - ein Testergebnis geliefert, wel
ches zumindest auf eine
Verdeutlichungstendenz,
wenn nicht gar Aggravation und Simulation schliessen lasse. Selbst schwer Hirngeschädigte und auch schwer depressive Personen seien fähig, den Test zu leisten (Urk. 11/62/32-33).
3.2
.
4
Aus orthopädischer Sicht wurde
n
ein anamnesebasiert chronisches
lumbospon
dylogenes
Syndrom
sowie ein chronisches
cervikospondylogenes
Syndrom
dia
-
gnostiziert
, denen der Gutachter indessen keine Auswirkung auf die Arbeits
fähigkeit zumass. Die zervikalen Schmerzen
seien
im Rahmen der HWS-Distorsion
zwar erklärbar. Nachdem jedoch der Nachweis einer traumatischen Wirbelsäulenverletzung fehle und die
vorbestehenden, degenerativen Verände
rungen an LWS und HWS den Beschwerdeführer früher nie in seiner Arbeits
fähigkeit eingeschränkt
hätten, bestehe auch weiterhin keine Minderung der Ar
beitsfähigkeit
,
weder für den angestammten Beruf noch für angepasste Tätigkei
ten (Urk. 11/62/22, 39).
3.2.5
In internistischer Hinsicht liessen sich sodann weder anlässlich der Untersuchung noch gestützt auf die anamnestischen Angaben
des Beschwerdeführers
Störungen
oder Erkrankungen mit versicherungsmedizinischer Relevanz feststellen (Ur
k.
11/62/
22, 45
).
3.2.6
Die neuropsychologische Untersuchung des Beschwerdeführers wurde zufolge in
valider Ergebnisse vorzeitig abgebrochen (Urk. 11/62/51). Der Gutachter führte hierzu aus, der Beschwerdeführer habe in einem Validierungstest hochgradig auf
fällige Ergebnisse erzielt; teilweise hätten die Resultate unter dem Zufallsniveau gelegen, was als starkes Indiz dafür zu werten sei, dass der Proband die richtige Antwort kenne
,
aber bewusst falsch antworte. Nebst diesem Resultat hätten sich auch in der formalen Prüfung ausgeprägte Inkonsistenzen gezeigt. So habe der Beschwerdeführer neurologische und neuropsychologische Symptome angege
ben, welche sich anhand der bekannten Hirnverletzung nicht nachvollziehen las
sen würden. Im Rahmen der Abklärung hätten sich Resultate gezeigt,
die von schweren oder gar schwersten Beeinträchtigung
en
zeugten (wären sie valide), was in offensichtlichem Widerspruch zur klinischen Beobachtung und dem stattge
habten Ereignis stehe. Nach dem Entscheidungsalgorithmus werde auf eine wahr
scheinliche Aggravation, möglicherweise gar Simulation geschlossen, was mit den beiden neuropsychologischen Vorbefunden vereinbar sei
. Als Indiz dafür, dass der Beschwerdeführer wahrscheinlich nie eine ausgeprägte neuropsycholo
gische Einschränkung gehabt habe
,
werde die Tatsache gewertet, dass er erst Mo
nate nach dem Unfall überhaupt abgeklärt worden sei und schon dort keine validen Resultate hätten erhoben werden können
(Urk. 11/62/53).
3.2.7
Schliesslich ergaben sich auch aus ophthalmologischer Sicht keine Diagnosen mit Arbeitsrelevanz. Die Gutachterin erklärte, posttraumatisch sei der Beschwerde
führer durch Doppelbilder nach nachgewiesener linksseitiger
Trochlearisparese
gestört gewesen. Diese hätten sich aber rasch zurückgebildet und seien bereits im Juli 2014 nicht mehr objektivierbar gewesen. Die derzeit noch bestehende
Nahexophorie
sei nicht stark ausgeprägt und sehr gut kompensiert. Das Ver
schwimmen in der Nähe könne auch ein Zeichen der beginnenden
Presbyoptie
sein und könne mit einer Nahbrille behoben werden. Die vom Beschwerdeführer geklagte Gesichtsfeldeinschränkung sei nicht geklärt, zumal sich der Beschwer
deführer im Raum sehr sicher bewege. Aus ophthalmologischer Sicht sei der Beschwerdeführer sowohl in bisheriger als auch angepasster Tätigkeit als vollum
fänglich arbeitsfähig zu qualifizieren
(U
r
k. 11/
22, 57).
3.2.8
Zusammenfassend liess sich interdiszipl
inär weder als Folge des U
nfalls von Feb
ruar 2014
noch begründet durch eine anderweitige
krankheitswertige Ursache eine signifikante, insbesondere objektivierbare Arbeitsunfähigkeit attestieren, weshalb die Gutachter denn auch keine Diagnose mit Auswirkung auf die Ar
beitsfähigkeit nannten (Urk. 11/62/22-23).
Mithin sei dem Beschwerdeführer so
wohl die bisherige Tätigkeit als selbständiger Bauunternehmer - der Beschwerde
führer selber habe angegeben, überwiegend
supervidierend
administrativ tätig gewesen zu sein - uneingeschränkt zumutbar (Urk. 11/62/39).
4.
4.1
Vorab ist darauf hinzuweisen, dass die Verfügung vom 19. Januar 2018 unange
fochten in Rechtskraft erwachsen ist, was einer Überprüfung im vorliegenden Verfahren entgegensteht.
Im Übrigen gaben die
Medas
-Gutachter ihre Einschät
zung in Anbetracht d
er von ihnen erhobenen Befunde und getätigten Untersu
chungen ab (vgl. insbesondere Urk. 11/62/20, wonach alleine schon die gesamten Beobachtungen im Rahmen der Begutachtung die Annahme einer mindestens
schwergradigen
Aggravation und nichtauthentischen Symptompräsentation be
gründeten
). Der Umstand, wonach
die im Januar und Februar 2016 getätigten Observationsbefunde den Gutachtern zufolge bestätigten, dass eine Einschrän
kung
des Beschwerdeführers
zumindest in der Teilhabe am öffentlichen Leben nicht erkennbar werde und
er
selber Auto fahre,
spricht entgegen
dessen
Auffas
sung nicht gegen den Beweiswert des Gutac
htens, sondern bekräftigt dieses
viel
mehr.
Sein Vorbringen, es liege der Verdacht nahe, dass die G
utachter lediglich aufgrund des illegalen
Observations
materials
- und nicht gestützt auf ihre eige
nen Untersuchungen -
eine Aggravation unterstellt hätten, erweist sich insbeson
dere mit Blick auf die im Rahmen der neuropsychologischen Testung gewonne
nen Erkenntnisse als haltlos.
Auf die Rügen des Beschwerdeführers den Beweis
wert des
Medas
-Gutachtens betreffend ist
aus all diesen Gründen
nicht weiter einzugehen.
4.2
Entgegen
dem Dafürhalten
des Beschwerdeführers ist eine Verschlechterung sei
nes Gesundheitszustandes im massgeblichen Vergleichszeitraum nicht ausgewie
sen. Die von ihm geklagten Beschwerden (Schwindel, Schmerzen, Vergesslichkeit, verschwommene Sicht, Müdigkeit, eingeschränkte Konzentration) wurden von ihm bereits im Rahmen der
Medas
-Begutachtung
berichtet
(vgl. insbesondere E
.
3.2.2-3.2.3).
Gleichermassen waren die an HWS und LWS leichtgradigen dege
nerativen Veränder
ungen bereits aktenkundig (Urk.
11/62/37: MRI LWS, kleine paramedian rechts gelegene Diskushernie LWK5/SWK1 mit
recessaler
Tangierung S1 rechts mehr als links; Urk. 11/62/38: MRI HWS, geringe degenerative HWS-Veränderungen mit kleinen fokalen Diskushernien C5/C6 median sowie TH3/TH4 median)
und
ergaben sich gemäss MRI-
cranium
bei Status nach Schädelhirn
trauma zwar Hinweise für eine leichte
Hirnparenchymbeteiligung
im Sinne von
leichten Scherverletzungen und einer initial bestehen
den
Subarachnoidalblutung
links. A
n darüber
hinausgehenden schwerwiegenden Zeichen einer Hirn
gewebstraumatisierung
fehlte es indessen
(Urk. 11/62/18
; vgl. auch Urk.
11/44/200: multiple
Hämosi
d
erinablagerungen
durch DAIs; mehrere unspe
zifische
Gli
o
sefoci
, sowie Urk. 11/44/341
, 552
).
Die von den Behandlern des Zentrums
Z._
attestierte Verschlechterung gründet denn offenkundig in einer anderen Beurteilung des gleich gebliebenen Sachverhalts, attestierten sie doch unter dem Titel «objektive Befunde» eine Ar
beitsunfähigkeit von 100 % seit dem 17. Februar 2014 (Urk. 11/94/6
[= Urk. 3/3]
). Sodann begnügten sie sich, zur Umschreibung der Zustandsverschlechterung die - im Vergleich zur Beschwerdeumschreibung anlässlich der
Medas
-Begutachtung unveränderten - subjektiven Klagen
des Beschwerdeführers unkritisch
zu über
nehmen (Urk. 11/94/2
[= Urk. 3/4]
). Dass die von ihnen erwähnte neuropsycho
logische Abklärung mittels entsprechender Verfahren validiert worden wäre,
ergibt sic
h nicht aus ihrem Bericht (Urk.
11/94/7).
Gegenteils
ist mit Blick auf die - auch gegenüber den Behandlern des Zentrums
Z._
-
gezeigten Inkon
sistenzen
zu schliessen, dass auch die diesbezüglichen Klagen des Beschwerde
führers weitgehend ungeprüft Eingang in den fraglichen Bericht fanden
(vgl. Urk.
11/94/13, wonach die subjektiven und objektiven Beschwerden leicht inkon
gruent seien, leichte Diskrepanzen in der Beschwerdeschilderung bestünden
, ein Leidensdruck sei verbalisiert worden, im Gespräch aber nicht spürbar
; sodann gab der Beschwerdeführer an, die Medikamente würden nur ein «bisschen» helfen, um demgegenüber
auszuführen
, bei Schmerzen würden nur Medikamente helfen
, vgl.
auch
Urk. 11/121/4, wo
notiert
wird,
es bestehe
eine Schlafstörung mit bloss 4
Stunden Durchschlaf, während andernorts ausgeführt wird, er schlafe nur wäh
rend 1 Stunde am Stück: Urk. 11/94/12
)
.
Ferner
besteht
den Behandlern zufolge auch hinsichtlich psychosomatischer Befunde
beziehungsweise aus psychiatri
scher Sicht
eine
seit 2014 unverändert
e Situation
(vgl. Urk. 11/94/2, 12
,
Befund: 2014
; Urk. 11/121/8
)
.
Dieser Einschätzung entspricht
, dass der Beschwerdeführer bereits im Jahr 2016 sich
als depressiv bezeichnete (Urk.
11/62/35)
, kognitive Störungen sowie Schlafstörungen beklagte
und sich in psychiatrischer Behand
lung befand, der psychiatrische Gutachter indessen keinerlei Psychopathologie erheben konnte (E
.
3.2.3).
Auch hier drängt sich damit der Schluss auf, dass die Behandler einzig die subjektiven Klagen des Beschwerdeführers ohne weitere Prü
fung übernahmen. Schliesslich
zeigte sich die elektrophysio
lo
gische Untersu
chung weitgehend unauffällig (Urk. 11/94/8). Soweit den Behandlern zufolge eine Einschränkung durch
I
nsertionstendino
sen
postuliert
wird,
vermag auch dies eine wesentliche Verschlechterung
des Gesundheitszustandes
nicht zu
begründen
,
steht
eine solche Erkrankung
der bisherigen Beschäftigung des Beschwerde
führers
doch nicht entgegen
(vgl.
Jobprofil,
Urk. 11/62/
9
: Administration und Überwachung der Bautätigkeiten; kein Heben und Tragen von Gewichten; vgl. auch Urk.
11/94/12
[Bericht
des
Zentrums
Z._
vom 17.
März 2020]
, wonach die
Insertionstend
inosen
eine Arbeitsunfähigkeit für leichte Tätigkeiten nicht zu begründen vermögen
)
. Das Vorliegen
von
Insertions
tend
inosen
wurde
im Bericht des Zentrums
Z._
vom 22. März 2021 denn auch gar nicht mehr
erwähnt
, sondern nur noch ein Status nach Ellbogen
kontusion links berichtet
(Urk. 11/121/7-9).
Im Übrigen
sind
bereits im Zeitpunkt der
Medas
-
Begutachtung Beschwerden nach Ellbogenkontusion (links)
aktenkun
dig
(Urk. 11/62/22), weshalb diese Problematik ohnehin als vorbestehend zu qua
lifizieren ist.
Angesichts dieser Gegebenheiten ist eine gesundheitliche Verschlechterung seit der Begutachtung im Jahr 2016 auszuschliessen. Damit steht fest, dass es sich bei der Beurteilung der
Behandler
des
Zentrums
Z._
bloss um eine andere - und damit unbeachtliche - Beurteilung
des
selben
Sachverhalts handelt, wovon schliesslich auch der Beschwerdeführer anlässlich seiner Neuan
meldung auszugehen scheint (vgl. seine N
euanmeldung vom 10.
Juni 2020, wo
nach die von ihm geltend gemachte Gesundheitseinschränkung seit dem Auto
unfall vom 17. Februar 2014 besteht, Urk. 11/96/6).
4.3
Nachdem e
ine andere diagnostische Einordnung oder ungleich attestierte Arbeits
unfähigkeit im revisionsrechtlichen Kontext nicht zu genügen
vermag
, um auf eine Verschlechterung des Gesundheitszustandes zu schliessen (E. 1.3)
, hat die Beschwerdegegnerin zu
Recht gestützt
auf
die Beurteilung ihres RAD (Urk.
11/122/4-5) eine relevante Verschlechterung der gesundheitlichen Situa
tion, welche einen Rentenanspruch zu begründen vermöchte,
verneint.
Ange
sichts des Vorgenannten ist auch nicht zu beanstanden, dass die Beschwerdegeg
nerin auf weiterführende medizinische Abklärungen verzichtet hat, wären davon doch keine neuen Erkenntnisse zu erwarten, zumal der Beschwerdeführer - wie dargelegt - auch gegenüber den derzeitigen Behandlern
widersprüchliche Anga
ben machte, mithin an seinem inkonsistenten Verhalten festhielt.
Am
Ausgeführten
vermögen denn die im Beschwerdeverfahren aufgelegten Be
richte
(Urk. 14/7-9)
nichts zu ändern,
sind sie weder im massgeblichen Beurtei
lungszeitraum bis zur angefochtenen Verfügung ergangen, noch sind Aspekte benannt, welche auf einen dauerhaften Gesundheitsschaden schliessen liessen (vgl. etwa Urk. 14/8, wonach der Beschwerdeführer in gutem Allgemeinzustand nach Hause entlassen werden konnte).
4.4
Diese Erwägungen führen zur Abweisung der Beschwerde.
5.
5.1
Der Beschwerdeführer ersuchte in der Beschwerde vom 7. Juli 2021 um Gewäh
rung der unentgeltlichen Rechtspflege (Urk. 1 S. 2).
5.2
Nach Gesetz und Praxis sind in der Regel die Voraussetzungen für die Bewilli
gung der unentgeltlichen Prozessführung und Rechtsvertretung erfüllt, wenn der Prozess nicht aussichtslos, die Partei bedürftig und die anwaltliche Vertretung notwendig oder doch geboten ist (Art. 29 Abs. 3 BV; BGE 135 I 1 E. 7.1; Urteil des Bundesgerichts 9C_686/2020 vom 1
1.
Januar 2021 E. 1).
Als aussichtslos sind nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung Begehren anzusehen, bei denen die Gewinnaussichten beträchtlich geringer sind als die Verlustgefahren und die des
halb kaum als ernsthaft bezeichnet werden können. Dagegen gilt ein Begehren nicht als aussichtslos, wenn sich Gewinnaussichten und Verlustgefahren unge
fähr die Waage halten oder jene nur wenig geringer sind als diese. Massgebend ist, ob eine Partei, die über die nötigen finanziellen Mittel verfügt, sich bei ver
nünftiger Überlegung zu einem Prozess entschliessen würde; eine Partei soll einen Prozess, den sie auf eigene Rechnung und Gefahr nicht führen würde, nicht des
halb anstrengen können, weil er sie nichts kostet. Ob im Einzelfall genügende Erfolgsaussichten bestehen, beurteilt sich aufgrund einer vorläufigen und sum
marischen Prüfung der Prozessaussichten, wobei die Verhältnisse im Zeit
punkt der Einreichung des Gesuchs massgebend sind (BGE 142 III 138 E. 5.1 mit Hin
weisen).
5.3
Die Vorbringen
des Beschwerdeführers umfassen zum einen Rügen in Bezug auf das im Erstanmeldungsverfahren eingeholte
Medas
-Gutachten, ohne davon Notiz zu nehmen, dass die hierauf verfügte Leistungsablehnung längst in Rechtskraft erwachsen ist. Zum anderen
stützt er seine Beschwerde ausschliesslich au
f die Berichte des
Zentrums
Z._
, welche im Wesentlichen
seine
subjektiven Klagen
wiedergeben und im Übrigen
eine andere Beurteilung des im Wesentlichen gleich gebliebenen Sachverhalts enthalten
. Dass sich damit eine rentenrelevante Veränderung des Gesundheitszustandes nicht begründen lässt
, konnte dem anwaltlich vertretenen Beschwerdeführer nicht verborgen blei
ben.
Aufgrund dieser Akten- und Rechtslage müssen die Gewinnaussichten als beträchtlich geringer als die Verlustgefahren betrachtet
werden und ist das Be
gehren des Beschwerdeführers
deshalb kaum als ernsthaft zu bezeichnen. Ent
sprechend ist
seine
Beschwerde als offensichtlich aussichtslos anzusehen und das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege zufolge Aussichts
losig
keit abzuweisen.
5.
4
Die Verfahrenskosten sind auf Fr. 700.-- festzusetzen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG) und ausgangsgemäss dem Beschwerdeführer aufzuerlegen.