# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 64ca5291-8a66-480f-a702-466c99cf0e5d
**Court:** GR_KG
**Chamber:** GR_KG_006
**Year:** 2003
**Language:** de
**Jurisdiction:** GR / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

hat sich ergeben:
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A. A. ist Eigentümerin der Parzelle 1652 (vormals 4/107), Grundbuch der Gemeinde X.. Dieses Grundstück grenzt an die im Eigentum von B. stehende Parzelle 1650 (vormals 4/108) sowie an die Parzelle 1644 (vormals 4/105), deren Eigentümer C. ist. Im Grundbuch sind auf dem Hauptbuchblatt der Parzellen 1652, 1650 und 1644 neben anderen Grunddienstbarkeiten ein Fuss- und Fahrwegrecht sowie Garage- und Parkplatzbenützungsrechte zu Lasten der Parzelle 1652 und zu Gunsten der Parzellen 1644 und 1650 eingetragen.
B. Nachdem Y. sein Gesamtgrundstück im Gebiet Z. in X. in den 70-er Jahren in mehrere Parzellen aufgeteilt hatte, errichtete er mit öffentlicher Urkunde vom 16. Februar 1973 bezüglich der Parzellen 4/101, 4/105, 4/106, 4/107, 4/108 verschiedene Eigentümergrunddienstbarkeiten, darunter ein Fuss- und Fahrwegrecht sowie Parkplatz- und Garagenbenützungsrechte mit folgendem Inhalt:
„B) Fuss- und Fahrwegrecht
Den jeweiligen Eigentümern der Parzellen 4/105 - 4/108 wird zu Lasten der Parzelle 4/101 das unbeschränkte Fuss- und Fahrwegrecht über die im beiliegenden Situationsplan grün eingezeichnete Zufahrtsstrasse als Zufahrt zu den Garagen und Parkplätzen (auf Parz. 4/107 liegend) und als Zugang zu den Parzellen eingeräumt. Andererseits wird ebenfalls die Parzelle 4/107 zu Gunsten der Parzellen 4/105, 4/106, 4/108 mit dem gleichen Fuss- und Fahrwegrecht belastet, soweit die Zufahrt auf Parzelle 4/107 liegt (rot eingezeichnete Fläche).
Diese Zufahrtsstrasse ist von den jeweiligen Eigentümern der Parzellen 4/101, 4/105, 4/106, 4/107, 4/108 zu je 1/5 zu unterhalten, inbegriffen der Vorplatz der Garagen und Parkplätze.
Diese Dienstbarkeit ist wie folgt im Grundbuch einzutragen:
auf Parz. 4/101: Last: Fuss- und Fahrwegrecht z.G. 4/105, 4/106, 4/107, 4/108
auf Parz. 4/105 }
auf Parz. 4/106 }: Recht: Fuss- und Fahrwegrecht z. L. 4/101, 4/107
auf Parz. 4/108}
auf Parz. 4/107 R & L: Fuss- und Fahrwegrecht z.G. 4/105, 4/106, 4/108 und z. L. 4/101
C) Parkplatz- und Garagebenützungsrechte
Zu Lasten der Parzelle 4/107 werden die folgenden servitutarischen Benützungsrechte an den aus beiliegendem Situationsplan ersichtlichen Garagen und Parkplätzen errichtet:
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Parzelle Nr. 4/101 erhält Garage Nr. 3 u. Parkplatz Nr. 4
Nr. 4/105 Garage Nr. 2 Parkplatz Nr. 2
Nr. 4/106 Garage ------ Parkplatz Nr. 1
Nr. 4/107 Garagen Nr. 4,5 Parkplatz Nr. 5
Nr. 4/108 Garage Nr. 1 Parkplatz Nr. 3
Den Berechtigten steht der betreffende Parkplatz bzw. die Garage zur alleinigen und ausschliesslichen Benützung für dauernd zu.
Der Unterhalt der Garage geht zu Lasten der Berechtigten zu je 1/5, ebenso sind die Parkplätze von den daran Berechtigten zu je 1/5 zu unterhalten, wobei jedoch allfällige Neuasphaltierungen und dgl. gemeinschaftlich erfolgen.
Eine Entschädigung ist im übrigen seitens der Berechtigten für diese Benützungsrechte nicht geschuldet. Dasselbe gilt für die Rechte gemäss Lit. A und B hievor.
Diese Dienstbarkeit ist wie folgt im Grundbuch einzutragen:
Auf Parz. 4/107: Last: Garagen- und Parkplatzbenützungsrechte z. G. 4/105, 4/108, 4/101
Last: Parkplatzbenützungsrecht z. G. 4/106
Auf Parz 4/106 Recht: Parkplatzbenützungsrecht z. L. 4/107
auf Parz. 4/105}
4/108} Recht: Garagen- und Parkplatzbenützungsrecht
4/101} z. L. 4/107“
Die am 16. Februar 1973 errichteten Eigentümergrunddienstbarkeiten wurden gleichentags samt dazugehörigem Situationsplan im Grundbuch der Gemeinde X. eingetragen. In der Folge wurden die abparzellierten Grundstücke an verschiedene Käufer veräussert. Am 25. Mai 1973 verkauften Y. und dessen Ehefrau die Parzelle 1650 an B.. Mit Kaufvertrag vom 5. August 1987 erwarb A. die Parzelle 1652. Das Grundstück 1644 wurde am 20. Februar 1998 an C. verkauft.
C. A. liess ihre Parzelle 1652 im Jahre 1988 mit einem Zweifamilienhaus überbauen, wobei sie von der ursprünglichen Parkplatz- und Garagenordnung gemäss Eigentümerdienstbarkeitsvertrag abwich, indem sie ihre Garage und ihren Parkplatz nicht am dafür vorgesehen Ort, sondern auf Höhe des Hauseingangs anlegte. Entsprechend musste die Zufahrt zu den Abstellplätzen neu, ein Stück parallel zur Parzelle 1650 verlaufend, bis hinter das Haus geführt werden. Dies machte eine Terrainaufschüttung im Bereich des B. zugewiesenen Parkplatzes Nr. 3 unterhalb des Stallgebäudes nötig. Zudem mussten die Parkplätze Nr. 1 und Nr.
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2 wegen der neuen Zufahrt aufgehoben werden. Infolgedessen wurden dem damaligen Eigentümer von Parzelle 1651 gemäss Abschreibungsbeschluss des Kreispräsidenten vom 14. November 1989 anstelle des Parkplatzes Nr. 1 zwei andere Plätze zugewiesen. Ausserdem wurde der dem Eigentümer von Parzelle 1644, heute C., zugeteilte Parkplatz Nr. 2 auf den unteren Teil der Parzelle 1652 in die Nähe der heute ebenfalls im Eigentum von C. stehenden Parzelle 1639 verschoben. Nachdem die Gemeinde X. am 16. Mai 1988 die Baubewilligung für die neue Zufahrt erteilt hatte, erstellte A. in dem Bereich, wo gemäss Eigentümerdienstbarkeitsvertrag fünf Garagen vorgesehen gewesen wären, somit nur deren drei.
Im Februar 2000 reichten B. und seine Ehefrau bei der Gemeinde X. ein Gesuch für den Bau eines Einfamilienhauses einschliesslich Garage und Parkplätzen auf Parzelle 1650 ein. Die Zufahrt sollte über die Parzelle 1652 oberhalb des im Südosten der Bauparzelle stehenden Stalles erfolgen. Die Gemeinde bewilligte das Baugesuch. Ein von A. dagegen erhobener Rekurs wies das Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden ab, wobei es erwog, dass die Bauherrschaft sowohl die erforderlichen Pflichtparkplätze als auch eine ausreichende Zufahrt zum Baugrundstück nachgewiesen habe. Im Februar 2002 reichte die Bauherrschaft bei der Gemeinde ein Projektänderungsgesuch ein, welches am 27. März 2002 bewilligt wurde. Das Verwaltungsgericht wies den Rekurs von A. gegen diesen Bauentscheid unter anderem mit Hinweis auf seinen ersten Entscheid in dieser Sache ab, soweit es darauf eintrat. Eine dagegen von A. erhobene staatsrechtliche Beschwerde wies das Bundesgericht, soweit es darauf eintrat, am 16. April 2003 ab.
Am 10. April 2002 erteilte die Gemeinde C. die Bewilligung zum Bau einer Anlage auf Parzelle 1650 zur Erschliessung der ihm gehörenden Hausparzelle 1644. Dagegen erhob A. Rekurs an das Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden mit der Begründung, die Gemeinde hätte in Anbetracht der nicht gesicherten Zufahrtsrechte die Bewilligung gar nicht erteilen dürfen. Der Rekurs wurde mit Urteil vom 29. August 2002 abgewiesen. Auch gegen diesen Entscheid liess A. staatsrechtliche Beschwerde erheben. Soweit es darauf eintrat, wies das Bundesgericht diese am 16. April 2003 ab.
A. reichte im März 2002 ein Baugesuch bei der Gemeinde X. ein. Sie ersuchte um Bewilligung zum Anbau einer Tiefgarage auf Parzelle 1652. Dagegen erhoben sowohl C. als auch B. Einsprache. Die Verfahren sind hängig.
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D. Am 31. Januar 2002 machte A. beim Vermittleramt des Kreises X. eine Klage gegen B. anhängig. Nach erfolglos verlaufener Sühneverhandlung bezog A. den Leitschein. Mit Prozesseingabe vom 18. April 2002 unterbreitete sie die Streitsache dem Bezirksgericht Prättigau/Davos. Ihre Rechtsbegehren lauteten:
„1. Es sei dem Eigentümer von Parzelle 1650, heute B., zu untersagen, das Fahrwegrecht auf Parzelle 1652 anders zu nutzen, als als Zufahrt zur Garage Nr. 1 und zum Parkplatz Nr. 3 auf Parzelle Nr. 1652.
2. Es sei dem Eigentümer von Parzelle 1650, heute B., zu untersagen, mit jeder Art von Bautätigkeit auf Parzelle 1650 unter Inanspruchnahme der Parzelle 1652 als Zufahrt oder sonst wie, zu beginnen.
3.1. Eventualbegehren:
Das Grundbuch der Gemeinde X. sei bezüglich der nachfolgenden Grundbuchblätter wie folgt zu berichtigen:
a) 1650: statt Recht: Fuss- und Fahrwegrecht zu Lasten von Parzelle 1652
neu Recht: Fuss- und beschränktes Fahrwegrecht zu Lasten von Parzelle 1652
b) 1652 statt Last: Fuss- und Fahrwegrecht zu Gunsten von Parzelle 1650
neu Last: Fuss- und beschränktes Fahrwegrecht zu Gunsten von Parzelle 1650
3.2. Der Grundbuchverwalter von X. sei anzuweisen, die Berichtigung auf den genannten Grundbuchblättern vorzunehmen.
4. Unter amtlicher und ausseramtlicher Kosten- und Entschädigungsfolge zuzüglich gesetzlicher Mehrwertsteuer zu Lasten des Beklagten.“
Demgegenüber liess B. mit Prozessantwort vom 6. Mai 2002 was folgt beantragen:
„1. Abweisung der Klage.
2. Eventuelle Widerklage:
a) Zu Lasten der Parzelle 1652 und zu Gunsten Parzelle 1650 (beide Grundstücke gemäss Grundbuch X.) sei folgende Grunddienstbarkeit einzuräumen: Unbeschränktes Fuss- und Fahrwegrecht in der Breite von 3 m mit Einmündung zu Parzelle 1650 nordöstlich des bestehenden Stallgebäudes;
b) Für die Einräumung dieses Fuss- und Fahrwegrechtes habe der Beklagte der Klägerin eine Entschädigung von CHF 2'000.-- zu bezahlen, fällig bei Rechtskraft des Urteils;
c) Das Grundbuchamt X. sei unter Vorlage des rechtskräftigen Urteils anzuweisen, folgende Eintragungen vorzunehmen:
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- auf Parzelle 1650 Recht: unbeschränktes Fuss- und  zu Lasten 1652
- auf Parzelle 1652 Last: unbeschränktes Fuss- und  zu Gunsten Parzelle 1650.
3. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge.“
In ihrer Stellungnahme beziehungsweise Widerklageantwort vom 17. Juni 2002 liess A. beantragen:
„1. Haupt- und Eventualbegehren gemäss Prozesseingabe.
2. Abweisung der Widerklage.
3. Eventualiter Zusprechung der vollen Entschädigung nach richterlichem Ermessen für die Einräumung eines Notwegrechts, mindestens CHF 30'000.00.
4. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge gemäss Prozesseingabe.“
E. Am 21. Februar 2002 machte A. beim Vermittleramt des Kreises X. eine Klage gegen C. anhängig. Nach erfolglos verlaufener Sühneverhandlung bezog A. den Leitschein und reichte die Prozesseingabe am 25. April 2002 beim Bezirksgericht Prättigau/Davos ein mit folgenden Rechtsbegehren:
1. Es sei dem Eigentümer von Parzelle 1644, heute Herr C., zu untersagen, das Fahrwegrecht auf Parzelle 1652, X., anders zu nutzen, als als Zufahrt zur Garage Nr. 2 und zum Parkplatz Nr. 2 für die Parzelle Nr. 1644.
2. Eventualbegehren:
2.1. Das Grundbuch der Gemeinde X. sei bezüglich der nachfolgenden Grundbuchblätter wie folgt zu berichtigen:
a) 1644: statt Recht: Fuss- und Fahrwegrecht zu Lasten von Parzelle 1652
neu Recht: Fuss- und beschränktes Fahrwegrecht zu Lasten von Parzelle 1652
b) 1652 statt Last: Fuss- und Fahrwegrecht zu Gunsten von Parzelle 1644
neu Last: Fuss- und beschränktes Fahrwegrecht zu Gunsten von Parzelle 1644
2.2 Der Grundbuchverwalter von X. sei anzuweisen, die Berichtigung auf den genannten Grundbuchblättern vorzunehmen.
3. Unter amtlicher und ausseramtlicher Kosten- und Entschädigungsfolge zuzüglich gesetzlicher Mehrwertsteuer zu Lasten des Beklagten.“
Mit Prozessantwort vom 15. Mai 2002 liess C. beantragen:
„1. Abweisung der Klage.
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2. Eventuelle Widerklage:
a) Zu Lasten der Parzelle 1652 und zu Gunsten des jeweiligen Eigentümers der Parzelle 1644, beide Grundstücke gemäss Grundbuch X., sei folgende Grunddienstbarkeit einzuräumen: Unbeschränktes Fuss- und Fahrwegrecht in der Breite von 3 m mit Einmündung zu Parzelle 1650 nordöstlich des bestehenden Stallgebäudes;
b) Für die Einräumung dieses Fuss- und Fahrwegrechtes habe der Beklagte der Klägerin eine Entschädigung von Fr. 2'000.-- zu bezahlen, fällig bei Rechtskraft des Urteils;
c) Das Grundbuchamt X. sei unter Vorlage des rechtskräftigen Urteils anzuweisen, folgende Eintragungen vorzunehmen:
- auf Parzelle 1644 Recht: unbeschränktes Fuss- und  zu Lasten 1652
- auf Parzelle 1652 Last: unbeschränktes Fuss- und  zu Gunsten Parzelle 1644.
3. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge.“
A. beantragte mit Stellungnahme respektive Widerklageantwort vom 26. Juni 2002:
„1. Haupt- und Eventualbegehren gemäss Prozesseingabe.
2. Abweisung der Widerklage.
3. Eventualiter Zusprechung der vollen Entschädigung nach richterlichem Ermessen für die Einräumung eines Notwegrechts, mindestens CHF 30'000.00.
4. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge gemäss Prozesseingabe.“
F. Mit Urteil vom 5. Dezember 2002, mitgeteilt am 13. Januar 2003, erkannte das Bezirksgericht Prättigau/Davos:
„1. Die Klagen der A. gegen B. und gegen C. werden abgewiesen.
2. Die Kosten des Kreisamtes X. von Fr. 466.00 (2  Fr. 233.0) sowie des Bezirksgerichts Prättigau/Davos, bestehend aus:
- einer Gerichtsgebühr von Fr. 8‘000.00
- Schreibgebühren von Fr. 800.00
total somit von Fr. 8'800.00
gehen zulasten der A.. Sie werden mit dem geleisteten Kostenvorschuss verrechnet.
3. A. hat B. ausseramtlich mit Fr. 7'000.00 (inkl. Spesen und Mehrwertsteuer) zu entschädigen.
4. A. hat C. ausseramtlich mit Fr. 8'000.00 (inkl. Spesen und Mehrwertsteuer) zu entschädigen.
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## Considerations