# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 217aaaf1-daf2-5381-ab27-e8d90e94446c
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2019
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1964,
wurde von der Sozialhilfebehörde
unter Hinweis auf eine psychische Erkrankung am 18. September 2015 bei der
Sozialversiche
rungs
anstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, zum Leistungsbezug an
gemeldet
(Urk. 10/3)
. Die IV-Stelle
holte einen Auszug aus dem individuellen Konto der Versicherten ein und
tätigte medizinische Abklärungen (Urk. 10/10-20). Am 26. Oktober 2016
erhob
die
IV-Stelle
die
Einschränkungen im Aufgabengebiet
der Versicherten
(Haus
haltsabklärungsbericht vom
27. Oktober 2016, Urk. 10/22). Am 31. Mai
2017 beauftragte die IV-Stelle die
Medas
Y._
(
Medas
) mit der po
ly
disziplinären Begutacht
ung der Versicherten (Urk. 10/25
). Das Gutachten in den Disziplinen Allgemeine/
Innere Medizin, Psychiatrie,
Orthopädie
und Neurologie
wurde sodann am
20. November
2017 erstattet
(Urk. 10/40)
.
Mit Vorbescheid vom
9. Januar 2018 stellte die IV-Stelle der Versicherten die Abweisung ihres Leis
tungsbegehrens in Aussicht (Urk. 10/42).
Am 9. Februar 2018 erhob die Versi
cherte dagegen Einwand (Urk. 10/46) und begründete diesen mit Eingabe vom 8. Mai 2018 (Urk. 10/53, unter Beilage eines Berichts des
Z._
vom 2. Mai 2018 [Urk. 10/52]).
Mit Verfügung vom 22. Juni 2018 wies die IV-Stelle das Leistungsbegehren der Versicherten ab (Urk. 2 = Urk. 10/55).
2.
Dagegen erhob die Versicherte am 24. August 2018 Beschwerde und beantragte, die Verfügung vom 22. Juni 2018 sei aufzuheben und ihr ab März 2016 eine ganze Rente der Invalidenversicherung zuzusprechen. Eventuell sei die Angele
genheit zur Einholung eines neuen Gutachtens an die IV-Stelle zurückzuweisen. In prozessualer Hinsicht beantragte sie die
Bewilligung
der unentgeltlichen Pro
zessführung (Urk. 1 S. 2).
Mit Eingabe vom 27. August 2018 reichte die Beschwer
deführerin
einen Bericht
des
Z._
vom 23. August 2018 nach (Urk. 6-7).
Mit Beschwerdeantwort vom 25. September 2018 schloss die
Beschwerdeführerin
auf A
bweisung der Beschwerde (Urk. 9)
unter Beilage ihrer Akten
(
Urk. 10/1-59).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Unterlagen
wird
, soweit erforderlich, im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen
eingegangen
.
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Die
Beschwerdeführer
in
machte in der Beschwerde geltend,
die
Beschwerdegeg
nerin
sei weder im Feststellungsblatt noch in der angefochtenen Verfügung auf die von ihr im Einwand vorgetragene Argumentation eingegangen. Damit habe
die
Beschwerdegegnerin
ihre aus dem Anspruch auf rechtliches Gehör fliessende Begründungspflicht verletzt, was zur Aufhebung der angefochtenen Verfügung führen müsse (Urk. 1 S. 6).
Dieser formelle Einwand gegen das vorinstanzliche
Verfahren ist vorab zu prüfen.
1.2
Gemäss
bundesgerichtlicher Rechtsprechung soll die betroffene Person wissen, weshalb die Behörde ihr Gesuch abgelehnt hat. Sie muss sich über die Tragweite des Entscheides Rechenschaft geben und ihn in voller Kenntnis der Sache weiter
ziehen können. Die sachgerechte Überprüfung eines Entscheides setzt voraus, dass sich auch die Rechtsmittelinstanz über die Begründetheit des Entscheides ein Bild machen kann. In diesem Sinne müssen wenigstens kurz die Überlegungen genannt werden, von denen sich die Verwaltung leiten
liess
und auf welche sich ihr Entscheid stützt. Dabei kann sich die Begründung einer Verfügung auf die wesentlichen Gesichtspunkte beschränken (BGE 118 V 56 E. 5b).
Nach Art. 49 Abs. 3 Satz 2 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG) sind Verfügungen der Versicherungsträger zu begründen, wenn sie den Begehren der Parteien nicht voll entsprechen. Im Rah
men des
Vorbescheidverfahrens
darf sich die IV-Stelle nicht darauf beschränken, die Einwände des Versicherten
bloss
zur Kenntnis zu nehmen und zu prüfen, sondern sie hat in der ablehnenden Verfügung die Gründe anzugeben, weshalb sie diesen nicht folgt oder sie nicht berücksichtigen kann (vgl. Art. 74 Abs. 2 der Verordnung über die Invalidenversicherung [IVV], BGE 124 V 180 E. 2b). Das rechtliche Gehör wird unheilbar verletzt, wenn trotz Einwänden des Versicherten die Verfügung den identischen Wortlaut aufweist wie der Vorbescheid (Urteil des damaligen Eidgenössischen Versicherungsgerichts I 658/04 vom 27. Januar 2006 E. 4; Meyer/
Reichmuth
, Rechtsprechung des Bundesgerichts zum IVG, 3. Auflage, Zürich/Basel/Genf 2014, N 7 zu Art. 57a).
1.3
Dies ist vorliegend nicht der Fall, zumal die Beschwerdegegnerin in der ange
fochtenen Ve
rfügung nach Einwanderhebung der Beschwerdeführerin
begrün
dete,
weshalb auf das
Gutachten der Medas abzustellen und an einer 100%igen Arbe
its
fähigkeit
festzuhalten sei
(Urk. 2 S. 2, vgl. auch Urk. 10/41/4 und Urk. 10/
54/3
)
.
Zudem befasste sich die
Beschwerdegegnerin
auch mit dem im
Einwandverfahren
eingereichten Bericht des
Z._
vom
2. Mai 2018 und
begründete, weshalb sie nicht darauf abstellte
(Urk. 2 S. 2).
Eine Verletzung der Begründungspflicht ist unter diesen Umständen zu verneinen.
2
.
2
.1
2
.1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG).
Sie kann Folge von Geburts
gebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des
Bundesgesetz
es
über die Invalidenversicherung,
IVG
).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgegliche
nen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beein
träch
tigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
2
.1.2
Bei nichterwerbstätigen Versicherten, die im Aufgabenbereich tätig sind und denen
eine Erwerbstätigkeit nicht zugemutet werden kann, wird für die Bemes
sung der Invalidität in Abweichung von
Art.
16 ATSG darauf abgestellt, in welchem Masse sie unfähig sind, sich im Aufgabenbereich zu betätigen.
Art.
7
Abs.
2 ATSG ist sinngemäss anwendbar (Art. 28a
Abs.
2 IVG in Verbindung mit
Art.
8
Abs.
3 ATSG; spezifische Methode der Invaliditätsbemessung [Betätigungsvergleich]; vgl. statt vieler: BGE 142 V 290 E. 4). Als Aufgabenbereich nach Artikel 7 Absatz 2 IVG der im Haushalt tätigen Versicherten gilt die übliche Tätigkeit im Haushalt sowie die Pflege und Betreuung von Angehörigen (
Art.
27
Abs.
1 IVV in der seit
1.
Januar 2018 geltenden Fassung).
2
.2
2
.2.1
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie körperliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 8 ATSG bewirken. Rechtsprechungsgemäss ist bei psy
chi
schen
Beeinträchtigungen zu prüfen, ob ein psychischer Gesundheitsschaden mit Krankheitswert besteht, welcher die versicherte Person auch bei Aufbietung allen guten Willens daran hindert, ein rentenausschliessendes Erwerbsein
kommen zu erzielen (vgl.
BGE 139 V 547
E. 5,
131 V 49
E. 1.2,
130 V 352
E. 2.2.1; vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_125/2015 vom 1
8.
November 2015 E. 5.4).
Die Annahme eines psychischen Gesundheitsschadens im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG sowie Art. 3 Abs. 1 und Art. 6 ATSG setzt eine psychiatrische, lege
artis
auf
die Vorgaben eines anerkannten Klassifikationssystems abgestützte Diagnose vor
aus (vgl. BGE 143 V 409 E. 4.5.2, 141 V 281
E. 2.1, 130 V 396 E. 5.3 und E.
6). Eine fachärztlich einwandfrei festgestellte psychische Krankheit ist jedoch nicht ohne weiteres gleichbedeutend mit dem Vorliegen einer Invalidität. In jedem Ein
zelfall muss eine Beeinträchtigung der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit unabhängig von der Diagnose und grundsätzlich unbesehen der Ätiologie ausgewiesen und in ihrem Ausmass bestimmt sein. Entscheidend ist die nach einem weitgehend objektivierten Massstab zu beurteilende Frage, ob es der versicherten Person zumutbar ist, eine Arbeitsleistung zu erbringen (BGE 143 V 409 E. 4.2.1, 141 V 281 E. 3.7, 139 V 547 E. 5.2, 127 V 294 E. 4c, je mit Hinweisen; vgl.
Art.
7
Abs.
2 ATSG).
2
.2.2
Mit BGE 143 V 418 entschied das Bundesgericht, dass grundsätzlich sämtliche psychischen Erkrankungen für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit einem struk
turierten Beweisverfahren nach BGE 141 V 281 zu unterziehen sind (E. 6 und 7, Änderung der Rechtsprechung; vgl. BGE 143 V 409 E. 4.5.2 speziell mit Bezug auf leichte bis mittelschwere Depressionen).
Das für somatoforme Schmerzstörungen und vergleichbare psychosomatische Leiden entwickelte strukturierte Beweisverfahren definiert systematisierte Indika
toren, die es
–
unter Berücksichtigung leistungshindernder äusserer Belastungs
faktoren einerseits und von Kompensationspotentialen (Ressourcen) andererseits
–
erlauben, das tatsächlich erreichbare Leistungsvermögen einzuschätzen (BGE 141
V 281 E. 2, E. 3.4-3.6 und 4.1; vgl. statt vieler: Urteil des Bundesgerichts 9C_590/2017 vom 1
5.
Februar 2018 E. 5.1). Die Anerkennung eines rentenbe
grün
denden Invaliditätsgrades ist nur zulässig, wenn die funktionellen Auswir
kungen der medizinisch festgestellten gesundheitlichen Anspruchsgrundlage im Einzelfall anhand der Standardindikatoren schlüssig und widerspruchsfrei mit (zumindest) überwiegender Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sind. Fehlt es an diesem Nachweis, hat die materiell beweisbelastete versicherte Person die Folgen der Beweislosigkeit zu tragen (BGE 141 V 281 E. 6; vgl. BGE 144 V 50 E. 4.3).
Diese Rechtsprechung ist auf alle im Zeitpunkt der Praxisänderung noch nicht erledigten Fälle anzuwenden (Urteil des Bundesgerichts 9C_580/2017 vom 16. Jan
uar 2018 E. 3.1 mit Hinweisen).
Die Durchführung eines strukturiertes Beweisverfahren bleibt jedoch dort ent
behr
lich, wo im Rahmen beweiswertiger fachärztlicher Berichte eine Arbeits
un
fähig
keit in nachvollziehbar begründeter Weise verneint wird und allfälligen gegenteiligen Einschätzungen mangels fachärztlicher Qualifikation oder aus anderen Gründen kein Beweiswert beigemessen werden kann (BGE 143 V 418 E. 7.1).
2
.3
Das Sozialversicherungsgericht hat den Sachverhalt von Amtes wegen festzu
stellen und alle Beweismittel objektiv zu prüfen, unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden, ob sie eine zuverlässige Beurteilung des strittigen Leistungsanspruches gestatten. Insbesondere darf es beim Vorliegen einander widersprechender medizinischer Berichte den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, wa
rum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt (ZAK 1986 S. 188 E. 2a). Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Gutachtens ist im Lichte dieser Grundsätze entscheidend, ob es für die Beantwortung der ge
stellten Fragen umfassend ist, auf den erforderlichen allseitigen Untersuchungen beruht, die geklagten Beschwerden berücksichtigt und sich mit diesen sowie dem Verhalten der untersuchten Person auseinander setzt – was vor allem bei psy
chischen Fehlentwicklungen nötig ist –, in Kenntnis der und gegebenenfalls in Auseinandersetzung mit den Vorakten abgegeben worden ist, ob es in der Dar
legung der medizinischen Zustände und Zusammenhänge einleuchtet, ob die Schlussfolgerungen der medizinischen Experten in einer Weise begründet sind, dass die rechtsanwendende Person sie prüfend nachvollziehen kann, ob der Exper
te oder die Expertin nicht auszuräumende Unsicherheiten und Unklarheiten, welche die Beantwortung der Fragen erschweren oder verunmöglichen, gegebe
nen
falls deutlich macht (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c; Ulrich Meyer, Die Rechtspflege in der Sozialversicherung, BJM 1989, S. 30 f.; derselbe in: Hermann
Fredenhagen
, Das ärztliche Gutachten, 4. Auflage 2003, S. 24 f.).
Von Medas erstellte Administrativgutachten sind voll beweiswertig, sofern nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen. Solche Indi
zien können sich aus dem Gutachten selber ergeben (z.B. innere Widersprüche, mangelnde Nachvollziehbarkeit) oder auch aus Unvereinbarkeiten mit anderen ärztlichen Stellungnahmen (Urteil des Bundesgerichts 8C_872/2014 vom 3. März 2015 E. 4.2.1
).
3
.
3
.1
Die
Beschwerdegegnerin
stellte sich in ihrer ablehnenden Verfügung im Wesent
lichen auf den Standpunkt,
das Gutachten der Medas vom 20. November 2017 erfülle die von der Praxis gestellten Anforderungen an ein medizinisches Gutach
ten zur Bestimmung der Invalidität. D
ie Abklärungen hätten ergeben, dass die
vorliegenden Diagnosen keine Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit der Beschwer
deführerin
hätten.
Infolgedessen bestehe kein Anspruch auf berufliche Unter
stütz
ung sowie eine Invalidenrente (Urk. 2).
3
.2
Dahingegen führte die
Beschwerdeführerin
insbesondere
aus,
das
Gutachten der Medas vom 20. November 2017
sei
– aus verschiedenen
nachfolgend im einzel
nen abgehandelten
Gründen
(vgl. E. 5.3)
– nicht beweiskräftig
(Urk. 1 S. 8-14).
S
omit
sei
auf die Beurteilung der behandelnden Fachpersonen abzustellen und von einer Arbeitsunfähigkeit in jeglicher Tätigkeit von 100 % auszugehen, womit sie Anspruch auf eine ganze Rente habe. Sollte das Gericht diesen Ausführungen nicht folgen, sei aufgrund des mangelhaften Gutachtens eine erneute Begut
ach
tung anzuordnen (Urk. 1 S. 14).
4
.
4
.1
Im
polydisziplinäre
n
Gutachten
der
Medas
vom
20. November 2017
werden die bis zur Begutachtung der Beschwerdeführerin aktenkundigen medizinischen Be
richte
sowie der Haushaltsabklärungsbericht vom 27. Oktober 2016
zusammen
gefasst (Urk.
10/40/5-11
), weshalb sie an dieser Stelle nicht noch einmal wieder
gegeben werden. Soweit erforderlich, wird in den nachfolgenden Erwägungen aber darauf Bezug genommen.
4.2
Die Medas-Gutachter
stellten
keine Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeits
fähigkeit.
Es wurden folgende
Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähig
keit
fest
gehalten
(Urk. 10/40/31):
-
Histrionische
Persönlichkeit, akzentuiert (ICD-10 Z 73)
-
Benzodiazepinabusus
, mit Abhängigkeitssyndrom (ICD-10 F 13.2)
-
Wiederkehrende
Zervikodorsolumbalgien
bei
beg
. lumbaler Facettengelenkarthrose und
Spondylolisthesis
im
Seg
. L5/S1 Grad
Meyerding
1
-
Wiederkehrende
polytope
Arthralgien
-
Arterielle Hypertonie (anamnestisch)
-
Hypercholesterinämie,
untherapiert
-
Leichte
Polyzythämie
unklarer Genese, kontrollbedürftig
-
V.a. Lungenfunktionsstörung (anamnestisch)
-
Genu
varum
links
-
Varikosis
im Bereich beider Beine
-
Spreizfuss
bds
. und
Hallux
valgus
bds
.
Aus psychiatrischer Sicht lasse sich aktuell keine depressive Störung, auch nicht im Sinne einer Komorbidität, feststellen. Hierzu führten die Gutachter im ein
zel
nen sämtliche Funktionen und Affekte als unauffällig auf. Lediglich Schlaf
stö
rungen hätten sich in die Symptomatik einer Depression einordnen lassen, jedoch reiche eine Insomnie als alleiniges Merkmal einer Depression nicht aus. Es hätten sich mimisch und gestisch keine Merkmale bei der Versicherten erkennen lassen, die auf Schmerzen hingedeutet hätten. Schmerzschilderungen spielten keine nennenswerte Rolle, auch wenn anlässlich der orthopädischen Begutachtung Schmer
zen bis VAS 10/10 angegeben worden seien. Hier hätten deutlich die schwere Lebenssituation und massive Belastung durch die Ehe und die Versor
gung der vier Kinder im Vordergrund gestanden, was auch hauptsächlich krank
machend beschrieben worden sei. Hinweise auf eine Somatisierungsstörung liessen sich demnach aktuell nicht finden. Bezüglich der Diagnose einer post
traumatischen Belastungsstörung mit generalisierter Angststörung liessen sich in den Unterlagen keine Auslösesituation beziehungsw
eise Zeitangaben über die Länge
der Symptome und deren Ausprägungsgrade finden. Es hätten sich anläss
lich ihrer Exploration keine sichtbaren Stresssymptome gezeigt und es seien keine Angstsymptome oder Panikattacken erkennbar gewesen (Urk. 10/40/24). All die Symptome einer Posttraumatischen Belastungsstörung seien bei der Versicherten nicht abrufbar oder vorhanden gewesen. Der Bericht von Dr. med.
A._
vom 18. Mai 2016 (vgl. Urk. 10/19) liefere wenig Konkretes über den Vorgang der Traumatisierung und auch der Beschwerdeführerin sei dies nicht möglich, ohne Hinweise auf eine für die Amnesie ursächliche Dissoziation. Aus der Rückschau könne man vermuten, dass die Diagnose einer posttraumatischen Belastungs
stö
rung als Ergebnis der psychopathologischen Auffälligkeiten als am ehesten be
schreibend gewählt worden sei, um somit die affektive Störung, den Verdacht auf Somatisierungsstörung sowie auf generalisierte Angststörung, unter einer Haupt
diagnose zu vereinen. Hierbei sei bei der Diagnosefindung die
histrionische
Per
sönlichkeit mit allfälligen Konversionssymptomen (Lähmungserscheinungen) nicht
aufgeführt worden. Zur Gesamtbewertung müsse aber auch auf die interdis
zi
plinären Inkonsistenzen hingewiesen werden, insbesondere auf die auffallend geringe Behandlungsaktivität (Urk. 10/40/25).
Hinsichtlich der somatischen Beschwerden zeigten die erhobenen Befunde an der Wirbelsäule der Beschwerdeführerin, dass ihr lediglich regelmässige schwere kör
perliche Arbeiten nicht mehr zugemutet werden sollten. Für die von der Be
schwerdeführerin geklagten Schmerzen an Armen und Beinen hätten sich auch im neurologischen Fachgebiet keine Erklärungsmöglichkeiten geboten (Urk.
10/40/25). Auch hinsichtlich der Schwindelzustände seien in der neurolo
gi
schen Untersuchung keinerlei pathologische Befunde feststellbar gewesen, rück
blickend habe es sich allenfalls um funktionelle Schwindelphänomene gehandelt.
Internmedizinisch
bestehe eine arterielle Hypertonie und eine unbehandelte Hyper
cholesterinämie, ferner im Blutbild eine leichte
Polyzythämie
, welche durch den Hausarzt zu kontrollieren seien. Die Notwendigkeit für den Gebrauch eines Sauerstoffgerätes sei nicht nachvollziehbar (Urk. 10/40/26).
Der Schweregrad, wie er sich in den Diagnosen in der Vergangenheit abbilde, (sowohl seitens des Hausarztes als auch im psychiatrischen Bericht) sei in keiner Weise in der Therapieaktivität der Vergangenheit ersichtlich. Es könnte sich rückblickend allenfalls um flüchtige funktionelle Phänomene gehandelt haben, denkbar allenfalls auch als leichte Konversionssymptomatik im Zusammenhang mit den innerfamiliären Konflikten. Es seien aber solche subjektiv angegeben
en
hochgradig einschränkenden Schwindelzustände oder gar Ohnmachtszustände n
icht aktenkundig dokumentiert, es hätten keine medizinischen Abklärungen stattgefunden, solche Zustände seien nur auf der Basis der anamnestischen An
gaben der Versicherten erwähnt worden und es seien keine zur Schwere der in den Diagnosen gefassten psychischen Störungen angemessenen Therapien durch
geführt worden (Urk. 10/40/28).
Die
Beschwerdeführerin
sei zu 100 % arbeitsfähig (volle Leistungsfähigkeit, Zeit
pensum 8.5 Stunden). Lediglich regelmässiges schweres körperliches Arbeiten sei
ihr
nicht zumutbar. Ansonsten würden sich keine relevanten Einschränkungen des Fähigkeitsprofils sowohl somatisch wie auch hinsichtlich der psychischen Funktionen und Fähigkeiten in Anlehnung an den
mini
-ICF ergeben. Angesichts der im Rahmen der Konsistenzprüfung ausführlich erörterten Widersprüche seien auch rückblickend weder die aktenkundig gestellten psychiatrischen Diagnosen noch die dazugehörigen versicherungsmedizinischen Bewertungen überzeugend. Die nur geringe Inanspruchnahme medizinischer Massnahmen dürfte auch dem inneren Empfinden
und
der
Bewertung der
Beschwerdeführerin
entsprechen, dass eben auch keine arbeitsrelevanten wesentlichen Gesund
heitsstörungen bestehen würden
(Urk. 10/40/31
-32
).
4.3
Im ärztlichen Bericht des
Z._
vom
2. Mai 2018 wurden folgende Diagnosen ge
stellt (Urk. 10/52/4):
-
Rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode (ICD-10 F 33.1)
-
Panikstörung (ICD-10 F 41.0)
-
Asthma bronchiale (Angabe
Beschwerdeführerin
)
-
Beschwerden in linker Brust (
Angabe
Beschwerdeführerin
)
Die jahrzehntelangen Gewalterfahrungen mit der teilweisen Unmöglichkeit, für die Kinder zu sorgen, würden heute durch einen oberflächlichen Aktionismus verdeckt
, welcher nicht über die deutliche Depression sowie die Panikstörung hin
wegtäuschen könne. Diese beiden Störungen hätten neben den Schmerzen und der deutlichen Chronifizierung der Störung Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit der
Beschwerdeführerin
. Die
Beschwerdeführerin
sei kaum in der Lage, den Haus
halt zu machen, was eine Arbeitstätigkeit trotz guter Motivation heute verun
mögliche. Die
Beschwerdeführerin
sei auch für angepasste Tätigkeiten 100 % arbeitsunfähig, eine Verbesserung des Zustands der
Beschwerdeführerin
sei nicht im Ansatz ersichtlich (Urk. 10/52/4).
4.
4
Im ärztlichen Bericht des
Z._
vom
23. August 2018
wurden
die im Vorbericht gestellten Diagnosen wiederholt.
Auch im psychopathologischen Befund ergaben sich keine relevanten Änderungen
.
Nebst den chronischen Schmerzen leide die
Beschwerdeführerin
weiterhin unter erhöhter Ermüdbarkeit, Konzentrationsstörungen, Vergesslichkeit und Antriebs
minderung. Es sei ihr nicht mehr möglich, den Haushalt selber zu führen und sie sei in ihrer körperlichen Funktionsfähigkeit deutlich limitiert. Der Sohn der
Be
schwerdeführerin
mache den Haushalt. Sie benötige häufigere und längere Pau
sen, um sich zu erholen. Die Anpassungsfähigkeit und Stresstoleranz seien klar reduziert. Es sei der
Beschwerdeführerin
nicht möglich, längere Zeit eine Position zu halten
(Urk. 7 S. 2).
Die
Beschwerdeführerin
sei aufgrund der sich deutlich verschlechternden Depres
sion sowie der zunehmenden Schmerzen auch für angepasste Tätigkeiten 100 % arbeitsunfähig.
Eine Verschlechterung sei eingetreten seit 2015, die Depression sei bis
heute rezidivierend, klar
komorbid
und nicht mehr abhängig von den Schmerzen, die Panikstörung ebenfalls. Die Störung sei nicht überwindbar durch Willensanstrengung, die
Beschwerdeführerin
könne den Haushalt kaum mehr führen. Eine leichte Depression sei nicht mehr aufrecht zu erhalten
(Urk. 7 S. 4).
5.
5
.1
Das polydisziplinäre Gutachten
der Medas
vom
20. November 2017
(Urk. 10/
40
) beruht auf den erforderlichen sorgfältigen und allseitigen Untersuchungen
(Urk. 10/
40/
17-18, Urk. 10/40/38-39, Urk. 10/40/
44-46
, Urk. 10/40/52-53
, Urk. 10/40/58-60
), wurde in Kenntnis der und Auseinandersetzung mit den Vor
ak
ten erstattet (Urk. 10/
40/5-11, vgl. auch
Urk. 10/40/20-21,
Urk. 10/40/40,
Urk. 10/40/48
, Urk. 10/40
/57
), berücksichtigt die geklagten Beschwerden und setz
t sich mi
t diesen sowie dem Verhalten der
Beschwerdeführerin
auseinander (Urk. 10/
40/19-23, Urk. 10/40/39-40, Urk. 10/40/42-43, Urk. 10/40/46, Urk. 10/40/54-55
). Die Gutachter haben die medizinischen Zustände und Zusam
men
hänge einleuchtend dargelegt und ihre Schlussfolgerungen nachvollziehbar begründet. Das
Medas
-Gutachten erfüllt demnach grundsätzlich die
rechtspre
chungs
gemässen
Anforderungen an eine beweiskräftige ärztliche Entsch
eidungs
grundlage (vgl. E. 2
.
3
).
5
.2
5.2
.1
Die
Beschwerdeführerin
stützt sich auf die medizinischen Berichte der behan
delnden Ärzte und dabei insbesondere auf die Berichte des
Z._
vom 2. Mai und vom 23. August 2018 (vgl. E. 4.3-4.4).
In der Stellungnahme des
Z._
vom 2. Mai 2018 würden die behandelnden Ärzte detailliert auf die Fehler im Gutachten eingehen. Den behandelnden Fachpersonen folgend sei in psychiatrischer Hin
sicht von einer gegenwärtig mittelgradigen rezidivierenden depressiven Störung (ICD-10 F 33.1) und einer Panikstörung (ICD-10 F 41.0) auszugehen. In soma
ti
scher Hinsicht würden zudem starke Schmerzen der
Beschwerdeführerin
, immer wieder auftretende Lähmungserscheinungen und Schwindel, ein Asthma bron
chiale und Beschwerden an der linken Brust aufgeführt (Urk. 1 S. 12-13).
In Bezug auf den Bericht
des
Z._
vom 23. August 2018
(Urk. 7)
ist darauf hin
zuweisen, dass dieser grundsätzlich nach der – rechtsprechungsgemäss die zeit
liche Grenze der richterlichen Überprüfungsbefugnis bildenden
(BGE 130 V 445 E. 1.2 mit Hinweisen)
– Verfügung vom 22. Juni 2018 verfasst wurde
und sich deshalb die Frage stellt, ob dieser überhaupt noch berücksichtigt werden kann
.
Die
Beschwerdeführerin
macht
in ihrer Beschwerde eine Verschlechterung des Gesundheitszustandes seit dem
letzten Bericht vom 2. Mai 2018 geltend und
verweist
diesbezüglich auf
einen nachzureichenden
aktuellen
Bericht (vgl. Urk. 1 S. 14)
.
Zudem stand sie
bereits vor Erlass der Verfügung
beim
Z._
in Behand
lung
. Vor diesem Hintergrund könnte
der Bericht vom 23. August 2018
allenfalls Rückschlüsse auf die
im Zeitpunkt des Abschlusses des Verwaltungsverfahrens gegebene Situation
– insbesondere für die Zeit nach dem Bericht vom 2. Mai 2018 bis zur Verfügung vom 22. Juni 2018 –
erlauben
,
weshalb er
grundsätzlich
in die
Beurteilung
miteinzubeziehen ist
(Urteil des Bundesgerichts 9C_235/2016 vom 26. Januar 2017 E. 4.2 mit Hinweisen).
Die jeweils an die Rechtsvertreterin der
Beschwerdeführerin
adressierten Berichte des
Z._
vom 2. Mai und vom 23. August 2018 enthalten
verschiedene
Un
stim
migkeiten
: So erscheint es widersprüchlich, wenn
im objektiven Befund
fest
ge
halten wird, die
Beschwerdeführerin
sei kognitiv in Aufmerksamkeit, Konzen
tration, Merkfähigkeit und Gedächtnis verlangsamt
beziehungsweise
deutlich ein
geschränkt,
gleichzeitig
aber eine Denkverlangsamung verneint wird (vgl. Urk. 7 S. 3, Urk. 10/52/4). Die attestierte 100%ige Arbeitsunfähigkeit wird
im Bericht vom 23. August 2018
insbesondere mit der sich seit 2015 deutlich verschlech
ternden Depression begründet (Urk. 7 S. 4), obwohl zuvor festgehalten wird, die Depression sei aktuell mittelgradig, aber in der Vergangenheit
schwergradig
gewesen (Urk. 7 S. 2). Im Bericht vom 2. Mai 2018 wird darüber berichtet, dass die
Beschwerdeführerin
von 15 Uhr bis 19 Uhr – mit einem Unterbruch um 16 Uhr zum Gassi-Gehen – mit ihrer Verwandtschaft über Facebook kommu
ni
ziere (Urk. 10/52/3). Einleitend als Stellungnahme zum Gutachten führen die Ärzte aber an,
die
Beschwerdeführerin
benutze Facebook
lediglich
alle
2-3 Tage
für
5-10 Min
uten
(Urk. 10/52/2).
Neben diesen Unstimmigkeiten darf zudem
der Erfahrungstatsache Rechnung getragen werden, dass die behandelnden Ärzte mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patientinnen und Patienten aussagen (BGE 135 V 465 E. 4.5, 125 V 351 E. 3b/cc),
womit
sich die
Einschätzung
en der Ärzte des
Z._
insgesamt als nicht geeignet erweisen, das
Medas-
Gutachten in Zweifel zu ziehen.
Eben diese Erfahrungs
tat
sache ist auch im Zusammenhang mit der Würdigung der Berichte
von Dr. med.
B._
, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, vom 28. Dezember 2015
(Urk. 10/14) sowie von Dr. med. A._
, Facharzt FMH für Psychiatrie
und Psychotherapie, vom 18. Mai
2016
zu berücksichtigen
(Urk. 10/19). Dr.
B._
erachtete die Belastbarkeit der
Beschwerdeführerin
sowohl aus somatischer wie auch aus psychischer
Sicht
als massiv eingeschränkt, ersah
sich aber
ausserstande
, den Umfang der medizinisch begründeten
Arbeitsunfähigkeit konkret zu beziffern (vgl. Urk. 10/14/2). Dr.
A._
erachtete die
Beschwerde
füh
rerin in ihrer Tätigkeit als Hausfrau als zu 70 % eingeschränkt seit 2014
, zu
r Zu
mutbarkeit einer
Verweistätigkeit äusserte er sich nicht
(Urk. 10/19/3
-4
). Den Medas-Gutachtern lagen
beide
Berichte
vor (Urk. 10/40/6-8). Auf den Bericht von
Dr.
A._
wurde denn auch mehrfach explizit Bezug genommen und – ins
be
son
dere mit Verweis auf die umfangreichen Inkonsistenzen (vgl. Urk. 10/40/26-29) – schlüssig abgehandelt, weshalb nicht auf die betreffende Diagnostik und die Beurteilung der Leistungsfähigkeit abgestellt
werden kann
(Urk. 10/40/23-27, Urk. 10/40/55,
Urk. 10/40
/57
).
Nach dem Gesagten
vermögen auch die Vorbe
richte der behandelnden Ärzte die Beweiswertigkeit des Medas-Gutachtens nicht in Frage zu stellen.
5.
2
.
2
Die
Beschwerdeführerin
brachte
daneben
gegen
die Beweiswertigkeit des
Gutach
ten
s
vor, es habe – entgegen den Vorgaben der Rechtsprechung (BGE 143 V 418) – keine Prüfung der Indikatoren gemäss BGE 141 V 281 stattgefunden (Urk. 1 S. 8). Dem ist entgegenzuhalten, dass in der interdisziplinären Gesamtbeurteilung des Medas-Gutachtens ein auf die Standardindikatoren zugeschnitten
e
r Fragen
katalog beantwortet wurde (Urk. 10/40/32-35). Zudem hat sich die
begutachtende
Psychiaterin
umfassend mit den bei der
Beschwerdeführerin
konkret bestehenden
Belastungsfaktoren
und
Kompensationspotentialen (Ressourcen)
auseinanderge
setzt
und gestützt darauf ihre Einschätzung des tatsächlich
erreichbare
n
Leis
tungsvermögen
s
abgegeben
(Urk. 10/40/46). Somit erfüllt das Gutachten auch die mit BGE
143 V 418
begründeten Voraussetzungen
5.
2
.3
Im Weiteren wendet d
ie
Beschwerdeführerin
ein, es mute unprofessionell an, dass sich in den Ausführungen des neurologischen Gutachters immer wieder fach
fremde Hinweise zum psychiatrischen Teil finden würden
,
beziehungsweise das gesamte neurologische Teilgutachten eher einem psychiatrischen gleiche (Urk. 1 S. 10).
Dr. med. C._
, Facharzt FMH für Neurologie, untersuchte die
Beschwer
de
führerin
fachspezifisch, erhob einen
vollständigen
neurologischen Status und begründete nachvollziehbar, weshalb im Gebiet der Neurologie keine arb
eitsrele
vante Pathologie besteht
(Urk. 10/40/17-20).
Seine
psychiatrischen
Erkenntnisse
hielt er dabei
in separaten Abschnitten fest
(vgl. Urk. 10/40/19-21) und diese
fanden keinen Eingang in seine neurologische Beurteilung
(vgl. «Versiche
rungs
medizinische Beurteilung der Funktionen, Arbeitsfähigkeit und Ressourcen»,
Urk. 10/40/21)
.
So hat er seine Ausführungen
im Bereich der Psychiatrie
denn au
ch mit der Anmerkung versehen, dass er sich aufgrund seiner langjährigen Erfah
rung in der Behandlung psychiatrisch erkrankter Menschen einen Vermerk in diesem Fachbereich erlaube, aber ansonsten
auf das psychiatrische Gutachten und
den interdisziplinären Konsens verweise (Urk. 10/40/20). Dementsprechend stützte
sich denn auch die
interdisziplinäre
Gesamtbeurteilung
für den
Bereich der Psy
chiatr
ie auf das psychiatrische Teilg
utachten von med. prakt.
D._
, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie
, und nicht auf die Erkenntnisse von Dr.
C._
ab
(vgl. Urk. 10/40/24-25).
Der gegenseitige Austausch über die von den einzelnen Gutachtern festgestellten Wahrnehmungen und die ge
mein
same Diskussion über die diagnostischen und versicherungsmedizinischen Ergebnisse entspricht Sinn und Zweck einer polydisziplinären Begutachtung.
5.2
.4
Gemäss der
Beschwerdeführerin
mangelt es dem
Medas
-Gutachten an Objek
tivi
tät. Dass
ihr
offensichtlich unterstellt werde, dass die ganzen Beschwerden nur vorgetäuscht gewesen seien und es ihr gar nie schlecht gegangen sei, sei schlicht nicht haltbar und widerspreche den Berichten der vorbehandelnden Arztpersonen (Urk. 1 S. 10).
Im Medas-Gutachten findet sich eine
ausführliche
interdisziplinäre
Abhandlung
zur Befundkonsistenz (Urk. 10/40/26-29). Dabei
stellten die Gutachter den objek
tiven Befunden die Äusserungen und
das
Verhalten der
Beschwerdeführerin
gegenüber, woraus sich
zahlreiche Divergenzen ergaben, welche sie als
Inkonsi
stenzen
deuteten
. Gestützt
auf die ausführlichen Abhandlungen
gelangten
die Gutachter
zum nachvollziehbaren Schluss, dass sich dadurch erhebliche Zweifel sowohl an den psychiatrischen Diagnosen als auch an den versicherungs
medi
zinischen Bewertungen ergeben würden
(Urk. 10/40/28)
.
Ein Vortäuschen durch die Beschwerdeführerin wird nicht behauptet, wohl aber eingehend und nachvoll
ziehbar begründet ihre Zweifel an der Diagnostik der Ärzte angebracht.
Inwiefern
die
Beschwerdeführerin
daraus eine fehlende Objektivität des Gutachtens
herlei
ten will
,
erschliesst
sich nicht.
5.2
.5
Die
Beschwerdeführerin
wirft ein,
i
m Gutachten
würde
bagatellisiert,
dass
sie
– wie von den behandelnden Ärzten übereinstimmend dargelegt
– während Jahren kaum aus dem Haus habe gehen können. Aufgrund der massivsten Einschrän
kungen sei sie vom 15. März bis
am
2. Mai 2015 im Home Treatment Programm der
E._
behandelt worden. Seitdem sei sie im
Z._
in Behandlung (Urk. 1 S. 12).
Den Gutachtern war bekannt, dass vom 15. März bis am 2. Mai 2015 eine Akut
behandlung der
Beschwerdeführerin
im Rahmen des Home Treatment Programms der
E._
statt
gefu
nd
en hatte
(Urk. 10/40/16). Zudem befassten sie sich ausführ
lich mit dem Aktivitätsniveau der
Beschwerdeführerin
und h
ielten – überein
stimmend mit den
Berichten des
Z._
fest – dass sie mehrmals tägli
ch mit ihrem Hund spazieren gehe (Urk. 10/40/16, Urk. 10/40/43, Urk. 10/40/51, Urk. 7 S. 3, Urk. 10/52/3-4)
.
Die
Beschwerdeführerin
gab
g
egenüber dem neurologischen Gut
achter anlässlich der Exploration vom 11. August 2017 (vgl. Urk. 10/40/2) an, sie habe seit ca. einem Jahr einen Chihuahua, mit dem sie
spazieren gehe für jeweils ca. eine
Stunde (Urk. 10/40/12).
Ihre Angabe anlässlich der Abklärung vor Ort vom 26. Oktober 2016, wonach sie sich immer in der Wohnung aufhalte, erscheint vor diesem Hintergrund als inkonsistent (Urk. 10/22/2).
In der an
spruchsrelevanten Zeitspanne (Anmeldung vom 18. September 2015, frühest
möglicher Rentenbeginn: 1. März 2016; Art. 29 Abs. 1 und 3 IVG) ist somit nicht belegt, dass die
Beschwerdeführerin
aus medizinischen Gründen
während Jahren kaum aus dem Hause gehen konnte. Der Einwand der
Beschwerdeführerin
erweist sich damit als haltlos.
5.2
.6
Soweit die
Beschwerdeführerin
geltend macht, ihr Gesundheitszustand habe sich seit der Stellungnahme des
Z._
vom 2. Mai 2018 nicht verbessert, bezieh
ungs
weise sogar eher verschlechtert (Urk. 1 S. 14
, vgl. auch Urk. 6
), ist ihr ent
gegen
zuhalten
, dass
sich dafür in medizinischer Hinsicht keinerlei Anhaltspunkte finden, zumal auch in dem von ihr dazumal in Aussicht gestellten aktuellen Bericht des
Z._
(vgl. Urk. 1 S. 14) vom 23. August 2018 keine
seit dem
Vor
bericht eingetretene Verschlechterung festgehalten wird.
5.3
Im
Haushaltsabklärungsbericht vom 26. Oktober 2016 (Urk. 10/22)
werden
die attestierten Einschränkungen
mit
eine
r
psychiatrische
n
Pathologie
begründet
(vgl. Urk. 10/22).
Die
darin festgehaltenen Ergebnisse
stehen
im Widerspruch zu
r
fachmedizinischen
Beurteilung der Leistungsfähigkeit der
Beschwerdeführerin
im Medas-Gutachten.
Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist
es der Abklä
rungsperson regelmässig nur beschränkt möglich, das Ausmass des psychischen Leidens und der damit verbundenen Einschränkungen zu erkennen
,
weshalb
den fachärztlichen Berichten in der Regel
mehr Gewicht einzuräumen
ist
als dem Beri
cht über die Haushaltsabklärung
(Urteil des Bundesgerichts 8C_
817
/2013
vom 28. Mai 2014 E. 5.1).
Vorliegend bestehen keine Gründe, um von dieser Rege
l abzuweichen und dem Haushaltsabklärungsbericht ausnahmsweise erhöhtes Gewicht beizumessen. Somit stehen auch die abweichenden Ergebnisse
des Haus
haltsabklärungsberichtes
der Beurteilung im Medas-Gutachten nicht entgegen.
5.
4
Zusammengefasst vermögen weder die Einwände der
Beschwerdeführerin
noch die
in den ärztlichen Vorberichten sowie dem
Haushaltsabklärungsbericht
festge
haltenen abweichenden Beurteilungen
relevante Zweifel an der Beweiskraft des
polydisziplinären Medas-Gutachtens vom 20. November 2017 aufkommen zu lassen
. Auf das
betreffende
Gutachten
ist
somit ab
zu
stell
en
.
Im anspruchs
rele
vanten Zeitraum ist bei der
Beschwerdeführerin
somit von keiner relevanten Ein
schränkung der Arbeitsfähigkeit aus
zugehen
.
Die
Durchführung eines struktu
rierten Beweisverfahrens
erübrigt sich vor diesem Hintergrund
(vgl. E. 2.2.2).
6
.
G
estützt auf
das Medas-Gutachten vom 20. November 2017 sind funktionelle
Einschränkung
en auf die Leistungsfähigkeit der
Beschwerdeführerin
nicht über
wiegend
wahrscheinlich erstellt. Damit
kann offen
bleiben, ob die Beschwerde
füh
rerin einer Teilerwerbstätigkeit nachgehen oder in einem vollen Pensum arbeiten würde
(vgl. Urk. 1 S.
14-16)
–
der Sachverhalt erweist sich ohnehin als rechtsgenüglich abgeklärt.
Die angefochtene Verfügung erweist sich damit als rechtens und die Beschwerde ist vollumfänglich abzuweisen.
7
.
7.1
Dem Antrag der Beschwerdeführerin
auf Bewilligung der unentgeltlichen Pro
zess
führung (Urk. 1 S.
2
) ist zu entsprechen, da die Voraussetzungen dafür gege
ben sind (vgl. Urk. 3).
7.2
Die Verfahrenskosten
gemäss
Art. 69 Abs. 1
bis
IVG
sind ermessensweise auf
Fr. 600.-- festzusetzen,
ausgangsgemäss
der Beschwerdeführerin aufzuerlegen u
nd infolge bewilligter unentgeltlicher Prozessführung einstweilen auf die Gerichts
kasse zu nehmen
.
Die Beschwerdeführerin ist auf § 16 Abs. 4 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht (
GSVGer
) hinzuweisen, wonach eine Partei, der die unentgeltliche Rechtspflege gewährt wurde, zur Nachzahlung verpflichtet ist, sobald sie dazu in der Lage ist.