# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 8bf590d5-ca99-4f52-b112-332616884bee
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2017
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
X._, geboren 1956, arbeitete seit dem 24. September 2003 als dele
gierte Psychotherapeutin in der Praxis von Dr. med. Y._, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, als sie am 21. April 2014 beim Wandern in Z._ auf einem steilen Weg ausrutschte und sich einen dreifachen Bruch des Fussgelenkes zuzog (Urk. 7/K2 Ziff. 1, Ziff. 3-4 und Ziff. 9).
Mit Schreiben vom 6. Mai 2014 (Urk. 7/K5) erteilte die Helsana Unfall AG (nach
folgend: Helsana) vorläufig keine Kostengutsprache für das Ereignis vom April 2014 und teilte mit Schreiben vom 15. September 2014 (Urk. 7/K20) mit, dass kein Arbeitsverhältnis nachgewiesen sei, womit keine Versicherungs
deckung bestehe. Mit Verfügung vom 10. Juni 2015 (Urk. 7/K40) verneinte die Hels
ana ihre Leistungspflicht. Dagegen erhob die Krankenversicherung EGK-
Gesundheitskasse am 15. Juni 2015 Einsprache (Urk. 7/K43), welche sie nach Ein
sicht in die Akten mit Schreiben vom 8. Juli 2015 (Urk. 7/K45) wieder zu
rück
zog. Die von X._ am 15. Juli 2015 erhobene Einsprache (Urk. 7/K47)
wies die Helsana mit Einspracheentscheid vom 26. November
2015 ab (Urk. 7/K51
= Urk. 2).
2.
X._ erhob am 15. Januar 2016 Beschwerde gegen den Einspracheent
scheid vom 26. November 2015 (Urk. 2) und beantragte, dieser sei aufzuheben, und die Einsprache vom 15. Juli 2015 betreffend die Verfügung vom 10. Juni 2015 sei vollumfänglich gutzuheissen. Weiter sei die Helsana anzuweisen, die aus dem Unfall vom 21. April 2014 resultierenden Versicherungsleistungen, ins
besondere die Unfalltaggelder gemäss der UVG-Unfallversicherung, Police Helsan
a Business Accident Vertrag-Nr. 61‘013‘295, Vertragsbeginn 1. Januar 2004, vollumfänglich zugunsten des Versicherungsnehmers Y._ zuhanden der Verunfallten zu erbringen (Urk. 1 S. 2). Mit Beschwer
deantwort vom 9. Februar 2016 beantragte die Helsana die Abweisung der Be
schwerde, soweit darauf einzutreten sei (Urk. 6). Dies wurde der Beschwerde
führerin am 16. Februar 2016 zur Kenntnis gebracht (Urk. 9).
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Nach
Art.
1
a
Abs.
1 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG) sind nach diesem Gesetz die in der Schweiz beschäftigten Arbeitnehmer, einschliess
lich der Heimarbeiter, Lehrlinge, Praktikanten, Volontäre sowie der in Lehr- ode
r Invalidenwerkstätten tätigen Personen obligatorisch versichert. Gemäss
Art.
1
a
Abs.
2 UVG kann der Bundesrat die Versicherungspflicht auf Personen aus
dehnen, die in einem arbeitsvertragsähnlichen Verhältnis stehen. Er kann Aus
nahmen von der Versicherungspflicht vorsehen
.
Gemäss Art. 1 der Verordnung über die Unfallversicherung (UVV) gilt
als Arbeit
nehmer nach Artikel 1a
Abs.
1 des Gesetzes, wer eine unselbständige Erwerbstätigkeit im Sinne der Bundesgesetzgebung über die Alters- und Hinter
lassenenversicherung (AHV
G
)
ausübt.
Somit ist der Begriff der selbständigen beziehungsweise unselbständigen Erwerbstätigkeit im Bereich der Unfallversi
cherung und im Bereich der Alters- und Hinterlassenenversicherung deckungs
gleich.
1.2
Nach der Rechtsprechung beurteilt sich die Frage, ob im Einzelfall selbständige oder unselbständige Erwerbstätigkeit vorliegt
, nicht aufgrund der Rechtsnatur des Vertragsverhältnisses zwischen den Parteien. Entscheidend sind vielmehr die wirtschaftlichen Gegebenheiten
. Die zivilrechtlichen Verhältnisse vermögen dabei allenfalls gewisse Anhaltspunkte für die AHV-rechtliche Qualifikation zu bieten, ohne jedoch ausschlaggebend zu sein.
Als unselbständig erwerbstätig ist im Allgemeinen zu betrachten, wer von einem Arbeitgeber in betriebswirt
schaftlicher beziehungsweise arbeitsorganisatorischer Hinsicht abhängig ist und kein spezifisches Unternehmerrisiko trägt.
Aus diesen Grundsätzen allein lassen sich indessen noch keine einheitlichen, schematisch anwendbaren Lösungen ableiten. Die Vielfalt der im wirtschaftli
chen Leben anzutreffenden Sachverhalte zwingt dazu, die beitragsrechtliche Stellung einer erwerbstätigen Person
jeweils unter Würdigung der gesamten Umstände des Einzelfalles zu beurteilen.
Weil dabei vielfach Merkmale beider Erwerbsarten zutage treten, muss sich der Entscheid oft danach richten, welche dieser Merkmale im konkreten Fall überwiegen (BGE 123 V 161 E. 1, 122 V 169 E. 3a, 283 E. 2a, 119 V 161 E. 2 mit Hinweisen).
1.3
Gemäss der Wegleitung über den massgebenden Lohn in der AHV, IV und EO (WML; gültig ab 1. Januar 2015) ist
in unselbständiger Stellung erwerbstätig, wer kein spezifisches Unternehmerrisiko trägt und von einer Arbeitgeberin oder einem Arbeitgeber in wirtschaftlicher und arbeitsorganisatorischer Hinsicht ab
hängig ist (Rz 1013).
Merkmale für das Bestehen eines Unternehmerrisikos
sind namentlich
(Rz 1014):
das Tätigen
erhebliche
r
Investitionen
,
die
Verlusttragung
,
das Tragen des
Inkasso- und Delkredererisiko
s,
die
Unkostentragung
,
das
Handeln in eigenem Namen und auf eigene Rechnung
,
das Beschaffen von Aufträgen,
die
Beschäftigung von Personal
,
eigene Geschäftsräumlichkeiten
.
Auf der anderen Seite kommt d
as wirtschaftliche
respektive
ar
beitsorganisatori
sche Abhängig
keitsverhältnis Unselbständigerwerbender
bei folgenden Merk
ma
len zum Ausdruck (Rz 1015):
dem Weisungsrecht,
dem Unterordnungsverhältnis,
der
Pflicht zur persönlichen Aufgabenerfüllung
,
dem Konkurrenzverbot,
der
Präsenzpflicht
.
1.4
Die Verwaltung als verfügende Instanz und – im Beschwerdefall – das Gericht dürfen eine Tatsache nur dann als bewiesen annehmen, wenn sie von ihrem Bestehen überzeugt sind. Im Sozialversicherungsrecht hat das Gericht seinen Entscheid, sofern das Gesetz nicht etwas Abweichendes vorsieht, nach dem Be
weisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu fällen. Die blosse Möglich
keit eines bestimmten Sachverhalts genügt den Beweisanforderungen nicht. Das Gericht folgt vielmehr jener Sachverhaltsdarstellung, die es von allen möglichen Geschehensabläufen als die wahrscheinlichste würdigt (BGE 126 V 353 E. 5b mit Hinweisen; vgl. BGE 130 III 321 E. 3.2 und 3.3).
1.5
Die versicherungsmässige Voraussetzung der Arbeitnehmereigenschaft res
pek
tive
die
Ausübung einer unselbstständigen Erwerbstätigkeit
bildet
eine an
spruchs
begründende Tatsache, f
ür welche die Beweislast bei der
leistungsan
spre
chen
den Person
liegt (Urteil des Bundesgerichts 8C_106/2010 vom 2
2.
Juni 2010 E.
4.2).
Diese Beweisregel greift allerdings erst Platz, wenn es sich als un
mög
lich erweist, im Rahmen des Untersuchungsgrundsatzes aufgrund einer Beweis
wür
digung einen Sachverhalt zu ermitteln, der zumindest die Wahrscheinlich
keit für sich hat, der Wirklichkeit zu entsprechen (BGE 117 V 261 E. 3b).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete ihren Einspracheentscheid (Urk. 2) damit, es
sprächen
vorliegend
sämtliche Umstände für eine selbständige Tätigkeit der Beschwerdeführerin.
So erhalte sie von
Dr. Y._
keinen Lohn
und erziele ihren Umsatz selber in Form der Beträge, die sie den Patienten über die Ärzte
kasse in Rechnung stelle. Sie handle somit
in eigenem Namen
und auf eigene Rechnung. Sie bekomme von
Dr. Y._
weder einen Arbeitsplatz noch Büromaterial zur Verfügung gestellt.
Sie miete in der Praxis von
Dr. Y._
einen Praxisraum.
Von ihrem Umsatz bezahle sie auch die Praxisunkosten selber sowie einen Anteil an die Kosten für die Putzfrau. Die AHV-Beiträge, sowohl den Arbeitnehmer- als auch den Arbeitgeberanteil bezahle sie selber, ge
nauso verhalte es sich mit den BVG-Beiträgen (S. 7 Ziff. 9).
Zudem
trete sie auf diversen Internetportalen als selbständige Praxisinhaberin auf (S. 7
Ziff.
10).
Sowohl wirtschaftlich als auch organisatorisch sei
Dr. Y._
vollkommen unbeteiligt
(S. 7 f. Ziff. 11)
.
Es bestehe damit kein ausgewiesenes Arbeitsver
hältnis zwischen der Beschwerdeführerin und Dr. Y._ (S. 8 Ziff. 12).
2.2
Dagegen machte die Beschwerdeführerin in ihrer Beschwerde (Urk. 1) geltend, sie sei
seit 2003 als delegiert arbeitende Psychotherapeutin in der Praxis
von Dr. Y._
angestellt. Sie
verfüge seit je nur über die Voraussetzungen zur unselbständigen Berufsausübung als Psychotherapeutin
.
Dr. Y._
habe vom kantonsärztlichen Dienst eine Bewilligung für sie erhalten
(S. 4)
. Er habe sie als seine Arbeitnehmerin auch
sozialversicherungsrechtlich angemeldet und Sozialversicherungsbeiträge für sie abgerechnet.
Umgekehrt habe sie keine eigene AHV-Abrechnungs-Nummer und sich auch selber nie gegenüber irgend
ei
ner Stelle als Selbständige ausgewiesen. Auch gegenüber den Steuerbehörden habe sie sich stets als Angestellte deklariert und die Lohnausweise ihres Arbeit
gebers eingereicht
(S. 5 Ziff. 2-4)
.
Seit 2004 hätten sowohl sie als auch
die andere Mitarbeiterin
mehrmals kleine Unfälle erlitten. In all diesen Fällen habe die
Beschwerdegegnerin
jeweils als obligatorischer Unfallve
rsicherer ohne Vorbehalt die
Leistungen erbracht
(S. 5 Ziff. 6)
. Die im Jahr 2012 stattgefundene AHV-Kontrolle bei
Dr. Y._
habe ebenfalls keine Beanstandungen ergeben
(S. 6 Ziff. 7)
. Sie sei in die Orga
ni
sation der Praxis
von Dr. Y._ eingebunden gewesen, und die
einzelnen Fälle, die sie als Psychotherapeutin zu bearbeiten gehabt habe, seien ihr zuge
wiesen worden
(S. 6 Ziff. 10)
.
Sie habe keine eigene Betriebsstätte gehabt, keine Eigenmittel oder Investitionen aufbringen müssen, kein eigenes Material auf eigene Rechnung beschafft, alle Unkosten ersetzt erhalten, kein Personal oder Ersatz beschäftigen dürfen, die zugewiesene Arbeit
persönlich erfüllen müssen,
sei den Weisungen von
Dr. Y._
unterworfen un
d weder für sich selbst noch für jemand anderen
als Dr. Y._ tätig gewesen.
Dementsprechend sei sie als Angestellte v
on Dr. Y._ zu betrachten (S. 7 Ziff. 10). Sie habe faktisch mit einem Akkordlohn gearbeitet, der auf den Leistungen aufgebaut habe, welche sie erbracht habe (S. 7 f. Ziff. 11). Sie habe den in der Praxis von Dr. Y._ genutzten Praxisraum nicht gemietet, sondern habe einen Netto-Jahreslohn erhalten, der in Abhängigkeit des Umsatzes und der dem Profit
center zurechenbaren Unkosten ausbezahlt und in einem Lohnausweis festge
halten worden sei (S. 8 Ziff. 12).
2.3
Streitig und
zu prüfen ist vorliegend, ob die
Beschwerdeführer
in
im Zeitpunkt des
Unfalls vom 21. April
2014 nach dem Bew
eisgrad der überwiegenden Wahr
schein
lichkeit (vgl. vorstehend E. 1.5
) Arbeitnehmer
in von Dr. Y._
war und damit bei der Beschwerdegegnerin
für die Folgen des Unfalls
versichert ist.
3.
3.1
Für die Frage einer
möglichen Leistungspflicht
der Beschwerdegegnerin ist mass
gebend, ob
der Beschwerdeführerin
im Zeitpunkt des Unfallereignisses
im April 2014
Arbeitnehmer
eigenschaft zukam oder nicht.
Da zwischen Dr. Y._ und der Beschwerdeführerin kein Arbeitsvertrag vor
liegt
, ist
nachfolgend
unter Würdigung der wirtschaftlichen Umstände in ihrer Gesamtheit zu beurteilen, ob die
Arbeitnehmer
eigenschaft gegeben ist (vgl. vorstehend E. 1.2-3).
3.2
Die
Rechtsprechung
fasst im Hinblick auf ärztlich delegierte Psychotherapie das
Kriterium des Anstellungsverhältnisses weit, was insofern zum Ausdruck kommt
,
dass ein Arbeitsvertrag im Sinne von
Art.
319 ff.
des Schweizerischen Obliga
tionenrechts (
OR
)
nicht erforderlich ist.
Ebenso wenig wird
die AHV-rechtliche Qualifikation als selbstständig- oder als unselbstständig
erwerbend
als aus
schlag
gebend betrachtet
.
Aus der Begriffsumschreibung der (unselbstständigen) delegierten psychothera
peutischen Behandlung erhellt indessen - namentlich mit Blick auf deren Ab
grenzung zur freiberuflichen psychotherapeutischen Tätigkeit - dass ein we
sent
liches
rechtliches oder tatsächliches Subordinationsverhältnis vorliegen muss
, damit sie als Pflichtleistung
der Krankenversicherung
anerkannt werden kann. Dieses Merkmal definiert sich nicht nur durch eine
mehr oder weniger aus
geprägte organisatorische, sondern auch durch eine wirtschaftliche Abhän
gig
keit vom delegierenden Arzt
(vgl. Urteil des Bundesgerichts K 141/01 vom 1
8.
Juni 2003 E.
4.4)
. Vor diesem Hintergrund
ist
demnach im Folgenden
zu prüfen, wie es sich
mit
der Tätigkeit
der Beschwerdeführerin
verhält
.
3.3
Aus der Gesprächsnotiz der Beschwerdegegnerin vom 26. Mai 2014 (Urk. 7/K6) geht hervor, dass die Beschwerdeführerin ausführte, sie sei eine delegierte Psy
cho
therapeutin und
müsse einen bestimmten Umsatz erreichen
. Davon ginge dann die Miete für den Raum an Dr. Y._ ab. Dr. Y._ zahle für sie die AHV-Beiträge und die Pensionskasse.
Auch dem
Schadeninspektorenbericht vom
7.
Juli 2014 (
Urk.
7/K11)
lässt sich entnehmen, dass die Beschwerdeführerin einen Raum für etwa Fr. 690.-- pro Monat exklusive Nebenkosten von Dr. Y._ mieten müsse. Sie führte aus, sie teile diesen Raum mit einer anderen Psychotherapeutin und mache deshalb dort keine Administration. Sie schreibe dort keine Berichte für die Versicherun
gen und Krankenkassen und habe auch keinen Laptop dort. Die Terminverein
barungen mache sie teils von dort, teils von zu Hause.
Sie habe ein Büro zu Hause
. Von dort mache sie sämtliche Computerarbeiten, wie auch ihre Abrech
nungen gegenüber der Ärztekasse.
Die Ärztekasse stelle dann in ihrem Namen Rechnung. Sie habe eine eigene Konkordats-Nummer. Der Name von
Dr. Y._
stehe trotzdem immer auf der Rechnung (S. 4 unten).
Sie erhalte von Dr. Y._ keinen Lohn und müsse ihren Umsatz selber erar
beiten. Vom Umsatz gingen ihre Aufwendungen in Abzug, wie zum Beispiel für Praxisunkosten, Weiterbildung, GA-Anteil, Fachbücher, Spenden, Büroma
terial, Geschenke und Blumen. In den Fr. 20‘177.-- für Praxisunkosten sei auch ein Anteil an die Kosten für die Putzfrau enthalten.
Sie erhalte auch keine Ferienentschädigung, keinen 1
3.
Monatslohn und auch keine Entschädigung für Feiertage. Auch wenn sie krank sei, habe sie keine Entschädigung.
Sie hätten zusammen in der Praxis eine Krankentaggeldver
sicherung ab dem 30. Tag abgeschlossen. Um die Krankentaggeldversicherung kümmere sich ihre Kollegin, welche genau wie sie selbständige Psychotherapeutin sei (S. 5 oben).
Zu den
AHV-Beiträgen führte die Beschwerdeführerin aus, sie müsse sowohl den Arbeitgeber- als auch den Arbeitnehmerbeitrag
bezahlen, dieser Gesamtbe
trag gehe von ihren Einnahmen als Ausgabe weg (S. 5 Mitte).
Auf die Frage
welchen Lohn
sie von Januar bis April 2014 erhalten habe, führte die Beschwerdeführerin aus, sie
erhalte keinen Lohn
. Sie habe ein Einkommen in Form der Beträge, die sie den Patienten über die Ärztekasse in Rechnung stelle. Von der Ärztekasse erhalte sie jeweils eine Abrechnung, welche Rech
nungen mit welchen Beträgen vergütet worden seien.
Die Kosten für die Ärzte
kasse bezahle sie auch selber, das heisse
,
sie erhalte die Nettovergütung nach Abzug der Ärztekasse für ihre Dienstleistungen
(S. 5 unten).
3.4
Dass Dr.
Y._
die Patienten an die Beschwerdeführerin überweist (vgl. vor
stehend E. 2.2), ist gemäss Rechtsprechung noch nicht ausschlaggebend für die Annahme eines unselbständigen Anstellungsverhältnisses
.
Auf ein besteh
en
des Subordinationsverhältnis mit Weisungsrecht kann auch nicht aus dem Um
stand
geschlossen werden, dass zweimal monatlich Sitzungen von je
weils einer Stunde
stattfinden, im Rahmen derer die Besprechungsrapporte ange
schaut und die administrativen Angelegenheiten besprochen werden (vgl. Urk. 8/2/5 Ziff. 17). So deuten Besprechungen rechtsprechungsgemäss nicht zwingend auf ein
An
stel
lungsverhältnis hin
, zumal es im medizinischen Bereich nicht unüb
lich ist, dass selbständige Spezialisten in gemeinsamen Praxisräumen eng zu
sammen arbeiten und sich je nach Krankheitsfall die Patienten gegenseitig zu
weisen (vgl. Urteil des Bundesgerichts K 141/101 vom 18. Juni 2003 E. 4.5).
Hingegen deuten die Ausführungen der Beschwerdeführerin anlässlich der Besprechung mit dem Schadeninspektor vom Juli 2014 (vgl. vorstehend E. 3.3) auf eine weitgehende Selbständigkeit in der Ausführung ihrer Tätigkeit hin. So erledigt sie die gesamten administrativen Tätigkeiten von zu Hause aus und nutzt die bei Dr. Y._ gemieteten Räumlichkeiten ausschliesslich zur Behandlung der Patienten.
Was den Aspekt der
wirtschaftlichen Risikotragung
anbelangt, fällt - wie die Beschwerdegegnerin feststellte - ins Gewicht, dass die Beschwerdeführerin von Dr. Y._ keinen Lohn erhält, sondern
ihren Umsatz se
lber in Form der Beträge erzielt
, die sie den Patienten über die Ärztekasse in Rechnung stell
t
.
Zwar ist auf den Rechnungen als Leistungserbringer
Dr. Y._
aufgeführt (vgl.
Urk.
7/27), soweit aus den Akten aber ersichtlich ist, überweist die Ärzte
kasse der Beschwerdeführerin die von ihr erwirtschafteten Honorare direkt auf
ihr Konto (vgl. Urk. 7/K49-50
), was sie so auch anlässlich der Besprechung mit dem Schadensinspektor im Juli 2014 angab
. Die bei der Ärztekasse entstande
nen Kosten gehen ebenfalls zu Lasten der Beschwerdeführerin (vgl. vorstehend E. 3.3
).
Soweit die Beschwerdeführerin zunächst bemerkte, Dr. Y._ würde die AHV-Beiträge bezahlen, geht aus ihren weiteren Ausführungen im Rahmen des Gespräches mit dem Schadensinspektor vom Juli 2014 hervor, dass sie sowohl den Arbeitgeber- wie auch den Arbeitnehmerbeitrag selbst zahlen muss, respek
tive der auf Dr. Y._ anfallende Anteil ebenfalls von ihrem Umsatz abgezogen wird, genauso wie allfällige Kosten für Weiterbildung, Büromaterial, Fachliteratur etc. Diese Äusserungen stehen sodann im Gegensatz zu jenen in ihrer Beschwerdeschrift, wo ausgeführt wurde, sie hätte kein eigenes Material auf eigene Rechnung beschafft, und alle Unkosten seien ersetzt worden. Glei
ches gilt hinsichtlich der beschwerdeweisen Vorbringen, sie habe den Praxis
raum gar nicht gemietet (vgl. vorstehend E. 2.2). Ob allfällige Unkosten zu
nächst nicht auf eigene Rechnung genommen wurden, spielt in Anbetracht des gesamten Kontextes keine Rolle. Unter Berücksichtigung der ursprünglichen Aussagen der Beschwerdeführerin ist vielmehr davon auszuge
hen, dass die mit ihrer Tätigkeit in Zusammenhang stehenden Unkosten von ihrem Umsatz abge
zogen werden und sie damit schlussendlich selbst dafür auf
zukommen hat.
Auch ist zu beachten, dass
die Gerichte
praxisgemäss
im Bereich des Sozialver
si
cherungsrechts in der Regel auf die „Aussagen der ersten Stunde“ ab
stellen
, denen in beweismässiger Hinsicht grösseres Gewicht zukommt als späteren Dar
stellungen, die bewusst oder unbewusst von nachträglichen Überle
gungen ver
sicherungsrechtlicher oder anderer Art beeinflusst sein können (BGE 121 V 45 E. 2a, 115 V 133 E. 8c mit Hinweis).
In Anbetracht dieser Umstände ist davon auszugehen, dass die Beschwerde
füh
re
rin daher für sämtliche im Zusammenhang mit ihrer Tätigkeit stehenden Aus
lagen selbst aufkommen muss, und dass sie nur Anspruch auf die einbring
li
che
n Honorareinnahmen
hat
, unter Abzug der
Dr. Y._ er
wachsenen Auslagen.
Es ist als überwiegend wahrscheinlich zu betrachten, dass die Beschwerdefüh
rerin das wirtschaftliche Risiko ihrer Tätigkeit grundsätzlich alleine trägt und kei
nen eigentlichen Lohnanspruch gegenüber Dr. Y._ hat.
3.5
Aufgrund des Gesagten
ist festzuhalten, dass vorliegend zwar gewisse Hinweise auf die Ausübung einer
un
selbständiger Erwerbstätigkeit
hindeuten
, insge
samt aber die Merkmale überwiegen, die für eine selbständige Erwerbstätigkeit sprechen.
Damit ist die – im Zweifelsfall (vgl. E. 1.5 hiervor) - von der Be
schwerdeführerin zu beweisende Arbeitneh
mereigenschaft nicht mit über
wie
gen
der Wahrscheinlichkeit ausgewiesen und die Beschwerdegegnerin für das Unfallereignis vom 21. April 2014 nicht leis
tungspflichtig. Dies führt zur Abweisung der Beschwerde.