# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 2f8b0342-edc4-4aed-9fbe-a6b8390ecccc
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2020
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1958, war letztmals vom
5.
Januar bis 2
3.
Februar 2000 beim Restaurant
Y._
im vollzeitlichen Umfang
als Küchen- u
nd Hausangestellte erwerbstätig gewesen, als sie sich am 2
5.
September 2001 bei der Invalidenversicherung mit dem Hinweis auf
chronische Rücken-, Schulter-, sowie Knie
schmer
zen, hohen Blutdruck und Diabetes mellitus
bei der Invalidenversiche
run
g zum Leistungsbezug an
meldete
(Urk.
8/6
Ziff.
7.2
). Die Sozialversicherungsan
stalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, sprach
ihr mit Verfügung vom 25. Juni 2003
(Urk. 8/37 und Urk. 8/39
)
b
ei einem Invaliditäts
grad von 50 %
für die Zeit
ab
1.
Februar 2001
eine halbe
R
ente
zu
.
Die von der Versicherten am 15. September 2003
dagegen
erhobene Einsprache (Urk.
8
/52)
wies die IV-Stelle mit dem unangefochten in Rechtskraft erwachsenen Entscheid
vom 6. November 2003 (Urk.
8
/62) ab.
1.2
Nach Eingang des von der Versicherten 2
3.
Februar 2005 ausgefüllten Revisions
fragebogens (
Urk.
8/63) stellte die IV-Stelle m
it Mitteilung vom
14. März 2005
(
Urk.
8/68) einen unveränderten Anspruch auf eine halbe Rente bei einem unver
änderten Invaliditätsgrad von 50
%
fest.
1.3
Nach Eingang des von der Versicherten
am
2
5.
März 2008 ausgefüllten Revi
sionsfragebogens (
Urk.
8/70) liess die IV-Stelle die Versicherte
rheumatologisch
(Gutachten vom 2
5.
Juli 2008;
Urk.
8/75)
und psychiatrisch (Gutachten vom
6.
Mai 2009;
Urk.
8/94) begutachten und sprach
ihr
mit Mitteilung vom 3
0.
April 2010 (
Urk.
8/103) Massnahmen der Arbeitsvermittlung zu. Nach durchgeführtem Vorbescheidverfahren (
Urk.
8/81,
Urk.
8/89 und
Urk.
8/117)
stellte
die IV-Stell
e
mit Verfügung vom
7.
Dezember 2011 (
Urk.
8/119)
bei einem Invaliditätsgrad von 50
%
einen unveränderten
Anspruch auf eine halbe Rente fest
.
1.4
Nach Eingang des am 1. November 2013
ausgefüllten Revisio
nsfragebogens (Urk.
8
/121
)
liess die IV-Stelle die Versicherte erneut rheumatologisch und psy
chiatrisch begutachten (
bidisziplinäres
Gutachten vom 1
6.
September
2014;
Urk.
8/133/1-62,
Urk.
8/135)
und beendete die Massnahmen der Arbeitsver
mitt
lung m
it Mitteilung vom 1
3.
November 2014 (
Urk.
8/145). Nach
durchgefüh
rtem Vorbescheidverfahren (Urk.
8/139 und
Urk.
8/147/1-3)
verneinte
die IV-Stelle
mit Verfügung vom 1
1.
Dezember 2014 (
Urk.
8/151)
einen Rentenanspruch der Ver
sicherten
und
hob die ihr bisher ausgerichtete halbe Rente
per
3
1.
Januar 2015
revisionsweise
auf. Die von der Versicherten am 2
8.
Januar 2015
gegen die Ver
fügung vom 1
1.
Dezember 2014
erhobene Beschwerde (Urk.
8/153/3-6) wies das
hiesige Gericht mit dem in Rechtskraft erwachsenen Urteil vom 2
9.
Februar 2016 (Prozess Nr. IV.2015.00
116;
Urk.
8/171) ab.
1.5
Mit Mitteilung vom 1
9.
April 2016 (
Urk.
8/182) erteilte die IV-Stelle der Versi
cherten Kostengutsprache
für orthopädische Serienschuhe. Am
3.
Januar 2017
meldete sich die Versicherte
erneut für einen Leistungsbezug
an
(Ur
k
.
8/184). Nach durchgeführtem
Vorbesc
heidverfahren (
Urk.
8/186, Urk.
8/188,
Urk.
8/198,
Urk.
8/203,
Urk.
8/226 und
Urk.
87230) sprach ihr die IV-Stelle mit Verfügung vom 2
7.
Januar 2020 (
Urk.
8/254,
Urk.
8/260 =
Urk.
2)
bei einem Invaliditätsgrad von 100
%
befristet für die Zeit vom
1.
Juli 2017 bis 2
8.
Februar 2018 eine ganze Rente zu.
2.
Gegen die Verfügung vom
2
7.
Januar 2020
(
Urk.
2
) erhob
die
Ver
si
cherte
mit Ein
gabe vom
2
8.
Februar 2020
(Urk. 1) Beschwerde
und beantragte
, diese
sei auf
zuhe
ben
, insoweit ihr darin eine ganze Rente lediglich bis 2
8.
Februar 2018 zugesprochen worden sei,
und es sei
ihr
über den Februar 2018 hinaus eine ganze Rente,
mindestens
aber
eine
Teilrente, zuzusprechen; eventuell sei die Sache zu ergänzender Sachverhaltsabklärung an die IV-Stelle zurückzuweisen
(S. 2).
Mit Beschwerdeantwort
vom
1.
April 2020 (Urk. 7
) beantragte
die
IV-Stelle die Ab
weisung der Beschwerde. Mit
Verfügung vom
4.
Juni 2020 wurde der Beschwer
deführerin von der Beschwerdeantwort Kenntnis gegeben und es wurde ihr an
tragsgemäss (
Urk.
1 S. 2) die unentgeltliche Prozessführung und Rechtsvertretung gewährt.
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allge
meinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG). Sie kann Folge von Geburts
gebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung, IVG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgegliche
nen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer
Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beein
trächtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss Art. 28 Abs. 1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, si
ch im Aufgabenbereich zu betä
ti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen
wieder herstellen
, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (Art. 8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine Vier
telsrente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine Dreiviertelsrente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (Art. 28 Abs. 2 IVG).
1.3
Die rückwirkend ergangene Verfügung über eine befristete oder im Sinne einer Reduktion abgestufte Invalidenrente umfasst einerseits die Zusprechung der Leis
tung und andererseits deren Aufhebung oder Herabsetzung (BGE 125 V 413 E. 2d;
Urteil des Bundesgerichts 8C_780/2007 vom 27. August 2008 E. 2.3; vgl. Meyer/
Reichmuth, Bundesgesetz über die Invalidenversicherung, 3. Auflag
e 2014, Rn 11 zu Art. 30–31
). Rechtsprechungsgemäss bildet eine solche Verfügung insgesamt den Anfechtungs- und Streitgegenstand und unterliegt integral der gerichtlichen Prüfung, selbst wenn nur einzelne Punkte davon bestritten sind (vgl. BGE 131
V 164 E. 2.2, 125 V 413 E. 2d; vgl. Urteile des Bundesgerichts 8C_440/2017 vom 25. Juni 2018 E. 5.1 [in BGE 144 V 153 nicht publiziert] und 9C_50/2011 vom 25. Mai 2011 E. 2.1).
Spricht die Verwaltung der versicherten Person eine abgestufte oder befristete Rente zu und wird beschwerdeweise einzig die Abstufung oder die Befristung der Leistungen angefochten, hat dies nicht eine Einschränkung des Gegenstandes des Rechtsmittelverfahrens in dem Sinne zur Folge, dass die unbestritten gebliebenen Bezugszeiten von der Beurteilung ausgeklammert blieben. Die gerichtliche Prü
fung hat vielmehr den Rentenanspruch für den gesamten verfügungsweise gere
gelten Zeitraum und damit sowohl die Zusprechung als auch die Abstufung oder Aufhebung der Rente zu erfassen (BGE 131 V 164 E. 2.2, 125 V 413 E. 2d; Urteile des Bundesgerichts 8C_765/2007 vom 11. Juli 2008 E. 2 und I 526/06 vom 31. Oktober 2006 E. 2.3 mit Hinweisen). Dabei ist in anfechtungs- und streitge
genständlicher Hinsicht irrelevant, ob eine rückwirkende Zusprechung einer ab
gestuften oder befristeten Invalidenrente in einer oder in mehreren Verfügungen gleichen Datums eröffnet wird (BGE 131 V 164 Regeste; Urteil des Bundes
ge
richts 8C_489/2009 vom 23. Okt
ober 2009 E. 4.1 mit Hinweis).
1.4
Nach der Rechtsprechung sind bei rückwirkender Zusprechung einer abgestuften oder befristeten Invalidenrente die für die Rentenrevision geltenden Bestim
mung
en (Art. 17 ATSG in Verbindung mit Art. 88a IVV) analog anzuwenden (BGE
133 V 263 E. 6.1 mit Hinweisen; Urteil des Bundesgerichts 9C_399/2016 vom 18. Januar 2017 E. 4.8.1). Ob eine für den Rentenanspruch erhebliche Änderung der tatsächlichen Verhältnisse eingetreten und damit der für die Abstufung oder Befristung erforderliche Revisionsgrund gegeben ist, beurteilt sich durch Ver
gleich des Sachverhalts im Zeitpunkt des Rentenbeginns mit demjenigen im – nach Massgabe des analog anwendbaren Art. 88a Abs. 1 IVV festzusetzenden – Zeitpunkt der Anspruchsänderung (vgl. BGE 125 V 413 E. 2d mit Hinweisen; vgl. statt vieler: Urteile des Bundesgerichts 8C_375/2017 vom 25. August 2017 E. 2.2 und 8C_350/2013 vom 5. Juli 2013 E. 2.2 mit Hinweis
).
1.5
Ändert sich der Invaliditätsgrad eines Rentenbezügers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, her
abgesetzt oder aufgehoben (
Art.
17
Abs.
1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen seit Zusprechung der Rente, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente bei einer wesentlichen Änderung des Gesundheitszustandes revidierbar. Weiter sind, auch bei an sich gleich gebliebe
nem Gesundheitszustand, veränderte Auswirkungen auf den Erwerbs- oder Auf
gabenbereich von Bedeutung (BGE 141 V 9 E. 2.3, 134 V 131 E. 3). Ferner kann ein Revisionsgrund unter Umständen auch in einer wesentlichen Änderung hin
sichtlich des für die Methodenwahl massgeblichen (hypothetischen) Sachverhalts bestehen (BGE 144 I 28 E. 2.2, 130 V 343 E. 3.5, 117 V 198 E. 3b, je mit Hinwei
sen). Hingegen ist die lediglich unterschiedliche Beurteilung eines im Wesentli
chen gleich gebliebenen Sachverhalts im revisionsrechtlichen Kontext unbeacht
lich (BGE 141 V 9 E. 2.3 mit Hinweisen).
Liegt in diesem Sinne ein Revisionsgrund vor, ist der Rentenanspruch in rechtli
cher und tatsächlicher Hinsicht umfassend («allseitig») zu prüfen, wobei keine Bindung an frühere Beurteilungen besteht (BGE
141 V 9 E. 2.3 mit Hinweisen).
1.6
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie körperliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG
in Verbindung mit Art. 8 ATSG bewirken.
Rechtsprechungsgemäss ist bei psy
chi
schen Beeinträchtigungen zu prüfen, ob ein psychischer Gesundheitsschaden mit Krankheitswert besteht, welcher die versicherte Person auch bei Aufbietung allen guten Willens daran hindert, ein rentenausschliessendes Erwerbseinkommen zu erzielen (vgl.
BGE 139 V 547
E. 5,
131 V 49
E. 1.2,
130 V 352
E. 2.2.1; vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_125/2015 vom 18. November 2015 E. 5.4).
Die Annahme
eines psychischen Gesundheitsschadens im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG sowie Art. 3 Abs. 1 und Art. 6 ATSG setzt eine psychiatrische, lege artis auf
die Vorgaben eines anerkannten Klassifikationssystems abgestützte Diagnose vor
aus (vgl. BGE 143 V 409 E. 4.5.2, 141 V 281 E. 2.1, 130 V 396 E. 5.3 und E. 6). Eine fachärztlich einwandfrei festgestellte psychische Krankheit ist jedoch nicht ohne weiteres gleichbedeutend mit dem Vorliegen einer Invalidität. In jedem Ein
zelfall muss eine Beeinträchtigung der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit unabhängig von der Diagnose und grundsätzlich unbesehen der Ätiologie ausgewiesen und in ihrem Ausmass bestimmt sein. Entscheidend ist die nach einem weit
gehend objektivierten Massstab zu beurteilende Frage, ob es der versicherten Person zu
mutbar ist, eine Arbeitsleistung zu erbringen (BGE 143 V 409 E. 4.2.1, 141 V 281 E. 3.7, 139 V 547 E. 5.2, 127 V 294 E. 4c, je mit Hinweisen; vgl. Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.7
Mit BGE 143 V 418 entschied das Bundesgericht, dass grundsätzlich sämtliche psychischen Erkrankungen für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit einem struk
turierten Beweisverfahren nach BGE 141 V 281 zu unterziehen sind (E. 6 und 7, Änderung der Rechtsprechung; vgl. BGE 143 V 409 E. 4.5.2 speziell mit Bezug auf leichte bis mittelschwere Depressionen).
Das strukturierte Beweisverfahren definiert systematisierte Indikatoren, die es
–
unter Berücksichtigung leistungshindernder äusserer Belastungsfaktoren einer
seits und von Kompensationspotentialen (Ressourcen) andererseits
–
erlau
ben, das tatsächlich erreichbare Leistungsvermögen einzuschätzen (BGE 141 V 281 E. 2, E. 3.4-3.6 und 4.1; vgl. statt vieler: Urteil des Bundesgerichts 9C_590/2017 vom 15.
Februar 2018 E. 5.1). Die Anerkennung eines rentenbe
gründenden Inva
liditätsgrades ist nur zulässig, wenn die funktionellen Auswir
kungen der medizi
nisch festgestellten gesundheitlichen Anspruchsgrundlage im Einzelfall anhand der Standardindikatoren schlüssig und widerspruchsfrei mit (zumindest) überwie
gender Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sind. Fehlt es an diesem Nachweis, hat die materiell beweisbelastete versicherte Person die Folgen der Beweislosigkeit zu tragen (BGE 141 V 281 E. 6; vgl. BGE 144 V 50 E. 4.3).
Diese Rechtsprechung ist auf alle im Zeitpunkt der Praxisänderung noch nicht erledigten Fälle anzuwenden (Urteil des Bundesgerichts 9C_580/2017 vom 16. Januar 2018 E. 3.1 mit Hinweisen).
1.8
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vor
ak
ten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zu
sammen
hänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin ging in der angefochtenen Verfügung vom
2
7.
Januar 2020 (Urk. 2) davon aus, dass ab Februar 2016 eine vollständige Arbeitsun
fähigkeit für jegliche Tätigkeit bestanden habe, dass der Beschwerdeführer
in
ab 1
5.
November
2017 indes erneut die Ausübung einer angepassten, leichten, wechselbelastenden Tätigkeit in vollzeitliche
m
Umfang zuzumuten sei, weshalb
für die Zeit von Juli 2017 bis Februar 2018 ein Anspruch auf eine ganze Rente ausgewiesen sei. Für die Zeit ab 1
6.
November 2017 sei
jedoch
davon auszugehen,
dass die
Beschwerdeführer
in
ein rentenausschlies
sen
des Einkommen erzielen könnte
.
2
.2
Die Beschwerdeführerin b
ringt hiegegen vor, dass
der psychische Gesundheits
zu
stand nicht rechtsgenügend abgeklärt worden sei (
Urk.
1 S. 4),
und
dass in soma
tischer Hinsicht von einer vollständigen Arbeitsunfähigkeit auszugehen sei, weshalb auch über den Monat Februar 2018 hinaus ein Anspruch auf e
ine ganze Rente ausgewiesen sei
(
Urk.
1 S. 6).
2.3
Streitig und zu prüfen ist, ob
die Beschwerdegegnerin mit der angefochtenen Verfügung vom 2
7.
Januar 2020 (
Urk.
2) die mit Wirkung ab
1.
Juli 2017 rück
wirkend zugesprochene ganze
Rente
zu Recht bis
2
8.
Februar 2018
befristete und einen Rentenanspruch der Beschwerdeführerin für die Zeit
ab
1.
März 2028
ver
neinte
.
Obwohl
der Anspruch auf berufliche Massnahmen nicht Gegenstand der Verfügung vom
2
7.
Januar 2020 (
Urk.
2)
bildete,
gehört indes bei einer
Renten
aufhebung gemäss der Rechtsprechung auch die Frage der Zumutbarkeit der Selbsteingliederung
z
um Streitgegenstand
(Urteil des Bundesgerichts 8C_597/2019 vom 1
2.
Dezember 2019 E. 2; in BGE 145 V 209 nicht publizierte
E. 2.2 des Urteils
des Bundesgerichts
8C_494/2018 vom
6.
Juni 2019).
3.
3.1
Die Beschwerdegegnerin stützte sich in der angefochtenen Verfügung vom 2
7.
Januar 2020 (
Urk.
2) insbesondere auf die Stellungnahme von
Dr.
med.
Z._
, Facharzt für
Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates
, ihres regionalen ärztlichen Dienstes (RAD), vom 1
2.
und
2
1.
November 2018 (
Urk.
8/224/4-5) und den Bericht von
Dr.
med.
A._
, Facharzt für
Neurochirurgie
, Oberarzt Neurochirurgie am Kantonsspital
B._
, vom 1
2.
Oktober 2018 (
Urk.
8/218/3-7). Der massgebende medizini
sche Sachverhalt stellte sich folgendermassen dar:
3.2
Die Ärzte des Kantonsspitals
B._
, Departement Chirurgie, erwähnten im Austrittsbericht vom
2
9.
Februar 2016 (
Urk.
8/181/5-7), dass die Beschwerdefüh
rerin am
8.
Februar 2016
auf Grund eines
infizierten Ulkus an der rechten Gross
zehe hospitalisiert worden sei, und dass am 2
2.
Februar 2016 eine Amputation des
Digitus
I (Grosszehen) des rechten Fusses durchgeführt worden sei. Sie stellten die folgenden Diagnosen (S. 1):
-
infiziertes Druckulkus interdigital
Digitus
I Fuss rechts
-
Diabetes mellitus Typ
II
, unter Insulintherapie
-
arterielle Hypertonie
3.2
Dr.
med.
C._
, Arzt,
stellte in seinem Bericht 1
8.
Juli 2017 (
Urk.
8/195) die folgenden, die Arbeitsfähigkeit beeinflussenden Diagnosen (
Ziff.
1.1):
-
rezidivierende depressive Störung (seit 2004), gegenwärtig
schwergradige
Episode mit psychotischen Symptomen (seit Februar 2016)
-
Panikstörung, seit 2005
-
selbstunsichere Persönlichkeit, seit 2004
-
chronifiziertes
Schmerzsyndrom, teilweise somatisch, teilweise psychisch bedingt, seit 2015
-
Diabetes mellitus und Adipositas per magna
Der Arzt erwähnte, dass die Beschwerdeführerin seit Jahren
unter einem de
pressiven Zustand mit intensiven Ängsten sowie zahlreichen körperlichen Symp
to
men
leide,
und dass
die
Depression
phasenweise verlaufe
n sei
. Zudem hätten die
somatischen Beschwerden
den
psychischen Zustand
beeinflusst
beziehungs
weise
eine Depression ausgelöst. Ende
des Jahres
2015
sei
es zu einer Ver
schlech
terung
des psychischen Gesundheitszustandes
gekommen. Die psychischen
Be
schwerden
hätten
insbesondere nach der Amputation des rechten
Grosszehens
im
Februar 2016 zugenommen.
Zeitweise hätten die
Ängste ein psychotisches Aus
mass angenommen
. Es sei eine ungünstige
Prognose
zu stellen (
Ziff.
1.4).
In Bezug auf die bisherige
Tätigkeit
als Betriebsangestellt
e
bestehe eine Arbeits
unfähigkeit von
100
%
. Der Beschwerdeführer
in
sei jedoch die Ausübung einer angepassten, psychisch und physisch leichten Arbeit, ohne Zeit- oder Leistungs
druck, im Umfang eines Arbeitspe
nsums von 50
%
zuzumuten (Ziff.
1.7).
3.3
Die Ärzte des Kantonsspitals
B._
, Radiologie, erwähnten im MRI-Bericht vom 2
0.
September 2017 (
Urk.
8/205/5-6), dass eine am 1
9.
September 2017 durchgeführte MRI (Magnetresonanztomographie) der Brust- (BWS) und Lenden
wirbelsäule (LWS) der Beschwerdeführerin eine progressive Wirbelkörpersin
te
rung
von LWK2 bei einem Status nach Deck- und Bodenplattenimpressionsfraktur im Juni 2017 und bei einem
intraossären
Oedem
(S. 1)
,
eine neue Deck- und Boden
platten
impressionsfraktur von LWK1 mit geringer Wirbelkörperhöhenminderung, eine
Spondylolyse
L5 beidseits, mit
Spondylolisthesis
L5 gegenüber S1 und Kom
pression der Wurzel L5
foraminal
links
,
sowie eine sichtbare diskrete zentrale Hyperintensität
intramedullär
auf Niveau Th11 und Th12 ergeben
hätten
(S. 2).
3.4
Im Austrittsbericht vom
2.
Oktober 2017 (
Urk.
8/205/1-4) führten d
ie Ärzte des Kantonsspitals
B._
, Departement Chirurgie
,
aus,
dass die Beschwerde
füh
rerin vom 2
8.
September bis
2.
Oktober 2017 hospitalisiert gewesen sei, und dass am 2
9.
September 2017 eine
Kyphoplastik
LWK1 durchgeführt worden sei. Sie stellten die folgenden Diagnosen (S. 1):
-
osteoporotische
Deck- und Bodenplattenimpressionsfraktur LWK 1 bei progredienter, bekannter LWK 2-Fraktur
-
Diabetes mellitus
-
stammskelettbetonte absolute Osteoporose
Die Ärzte attestierten der Beschwerdeführerin für die Zeit vom
2
8.
September bis
1
5.
November
2017
eine Arbeitsunfähigkeit von 100
%
(S. 3).
3.5
Mit Bericht vom
1.
Februar 2018 (
Urk.
8/212/4-
5) stellten die Ärzte der
Klinik D._
, Wirbelsäulenchirurgie und Neurochirurgie, die folgenden Diagnosen (S. 1):
Hauptdiagnosen:
-
chronische Lumbalgie bei:
-
thorakolumbaler
Kyphosierung
zwischen L1 und L2 mit
osteoporo
tischen
Frakturen L1 und L2 mit
Vertebraplana
Ausbildung L2,
lytische
Spondylolisthese
L5/S1 mit erhaltener Bandscheibenhöhe
-
Status nach
Kyphoplastik
L1 am 2
9.
September 2017
-
progrediente Wirbelkörpersinterung L2 bei Status nach Berstungs
fraktur L2 im Juni 2017, neue Berstungsfraktur L1 mit geringer Höhen
minderung,
Spondylolyse
L5 beidseits mit
Spondylolisthese
L5/S1 mit
foraminaler
Enge der Nervenwurzel L5 links
Nebendiagnosen:
-
manifeste Osteoporose
-
insulinpflichtiger Diabetes
m
ellitus Typ II
-
Status nach Grosszehenamputation rechts bei Infekt am 2
2.
Februar 2016
-
Nikotinabusus
Die Ärzte erwähnten, dass auf Grund der manifesten Osteoporose
sowie
der Komorbiditäten, insbesondere des insulinpflichtigen Diabetes
m
ellitus Typ II,
eine Operation nicht indiziert sei
. Vielmehr sei
eine Fortsetzung der konservativen Therapie mittels Analgesie und
Remobilisation
angezeigt
(S. 2).
3.6
Dr.
med.
A._
, Facharzt für Neurochirurgie, Oberarzt Neuro
chirur
gie am Kantonsspital
B._
,
erwähnte in seinem Bericht
vom
1
2.
Oktober 2018 (
Urk.
8/218/3-7), dass die
Behandlung
der Beschwerdeführerin am Kantons
spital
B._
am 1
5.
November 20
17 abgeschlossen
worden sei (Ziff. 1.2)
,
und stellte
die folgenden Diagnosen (
Ziff.
2.5 f.):
Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit:
-
LWK2-Fraktur
Diagnosen ohne Auswirkung auf die A
r
beitsfähigkeit:
-
Osteoporose
-
Diabetes Typ II
Der Arzt erwähnte, dass die LWK2-Fraktur am 2
8.
September 2017 mittels
Kyp
hoplastie
behandelt worden sei (
Ziff.
2.2)
,
und
führte aus,
dass
die
Beschwer
deführerin anlässlich der Nachkontrolle vom 1
5.
November 2017
lediglich noch unter geringen Rückenschmerzen gelitten habe, dass es ihr
ansonsten
gut ge
gangen sei
(
Ziff.
2.2),
und
dass eine gute Prog
nose zu stellen sei (
Ziff.
2.7). Es sei
davon auszugehen, dass die Beschwerdeführerin in der bisherigen Tätigkeit unter keinen Einschränkungen
mehr
leide (
Ziff.
3.4)
, und
dass
ihr
die Ausübung ihrer bisherigen Tätigkeit sowie angepasster Tätigkeiten im Umfang eines Arbeitspen
sums von 100
%
zuzumuten sei (
Ziff.
4.1 f.).
3.7
RAD-Arzt
Dr.
med.
Z._
, Facharzt für
Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates
, stellte in seiner
auf Grund der medi
zinischen Akten
verfassten
Stellungnahme vom 1
2.
und 2
1.
November
2018 (
Urk.
8/224/4-5) die folgenden Diagnosen (S. 1):
Diagnosen mit dauerhafter Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit:
-
diabetisches Fusssyndrom rechts mit/bei:
-
Status nach Amputation des
Digitus
1 im Februar 2016
-
Osteoporose
mit/bei:
-
Grund- und Deckplattenimpressionsfraktur L2
im Juni
2017
-
Grund- und Deckplattenimpressionsfraktur L1
im September
2017
mit Status nach
Kyphoplastie
L1 am 2
9.
September
2017
-
t
horakolumbale
Kyphosierung
-
chronisches lumbospondylogenes Schmerzsyndrom
mit/bei:
-
S
pondylolisthesis
L5/S1 mit
osteodiskaler
Kompression der Wurzel L5
foraminal
links
-
rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig schwere depressive Episode mit
psychotischen Symptomen
Diagnosen ohne dauerhafte Auswirkung auf die
Arbeitsfähigkeit
:
-
Diabetes mellitus Typ
II mit/bei:
-
u
nter Insulintherapie
-
Status nach Amputation
D
igitus
1 rechts am 2
2.
Februar
2016
-
i
nfiziertes Ulcus Strahl IV
Fuss
links mit Metallfremdkörper
-
a
rterielle Hypertonie
-
Nikotinabusus
-
Struma
diffusa
-
Depression
-
Adipositas per magna
Dr.
Z._
führte aus, dass die Beschwerdeführerin bei der Ausübung ihrer bis
herigen Tätigkeit als Hilfsarbeiterin durch Belastungseinschränkungen der Wirbel
säule und durch eine leichte Gangunsicherheit beeinträchtigt werde (S. 1).
In Bezug auf die bisherige Tätigkeit als Hilfsarbeiterin
sowie hinsichtlich
ange
passte
r
Tätigkeiten habe vom Februar 2016 bis 1
5.
November 2017 eine voll
stän
dige Arbeitsunfähigkeit bestanden. Ab dem 1
6.
November 2017 sei der Be
schwer
de
führe
rin
sowohl die Ausübung der bisherigen Tätigkeit als auch die Aus
übung angepasster, körperlich leichter, wechselbelastender Tätigkeiten, ohne regel
mässige Hebe- und Tragebelastungen über fünf Kilogramm, ohne Arbeiten auf Leitern und Gerüsten, ohne häufiges Treppensteigen, ohne wirbelsäulenbe
lasten
de Zwangshaltungen, ohne Bücken, Hocken, Kauern, Knien, Überkopfarbeit, Arbeiten in weiter Armvorhalte,
ohne
häufige Rumpfrotationen,
ohne
häufiges Gehen auf unebenem Gelände, ohne Vibrationsbelastungen, ohne Nässe- und Kälteexposition und ohne Schichtdienst
, im vollzeitlichen Umfang zuzumuten.
Dr.
Z._
führte sodann aus, dass
auf die Beurteilungen durch
Dr.
C._
vom 1
9.
und 2
1.
Juli 2017, wonach seit dem Jahre 2004 eine Arbeitsunfähigkeit von 100
%
oder 50
%
aus psychischen Gründen
bestanden habe, nicht abgestellt werden könne,
da
auf ein
im J
ahre 2014 eingeholtes Gutachten
abzustellen sei
,
wonach
eine anhaltende Arbeitsunfähigkeit aus psychischen Gründen
nicht ausgewiesen sei
(S.
2).
4.
4.1
Den erwähnten medizinischen Akten ist zu entnehmen, dass die Beschwer
deführerin, welche unter eine
m Diabetes mellitus Typ II litt
, im Februar 2016 unter einem infizierten Ulkus im Bereich der rechten Grosszehe beziehungsweise unter einem diabetischen Fusssyndrom rechts litt, worauf am 2
2.
Februar 2016 eine Amputation der rechten Grosszehe durchgeführt
wurde
. Daneben
litt
die Beschwerdeführerin unter Osteoporose, wobei dieses Leiden im Juni 2017 zu einer Grund- und Deckplattenimpressionsfraktur im Bereich L2 und im September 2017 zu einer im Bereich L1 führte. Infolgedessen wurde die Grund- und Deck
plattenimpressionsfraktur L1 am 2
9.
September 2017 mittels einer
Kyphoplastie
behandelt. Des Weiteren
litt
die Beschwerdeführerin unter einer chronischen Lumbalgie bei einer progredienten Wirbelkörpersinterung L2,
Spondylolyse
L5 beidseits mit
Spondylolisthese
L5/S1 und
foraminaler
Enge der Nervenwurzel L5 links (vorstehend E.
3.5
) beziehungsweise unter einem chronischen
lumbo
spon
dylogenen
Schmerzsyndrom mit
Spondylolisthesis
L5/S1 mit
osteodiskaler
Kom
pression der Wurzel L5
foraminal
links (vorstehend E.
3.7
).
Dr.
A._
ging in seinem Bericht 1
2.
Oktober
2018 (vorstehend E.
3.6
) davon aus, dass die Be
schwerdeführerin anlässlich
einer
Nachkontrolle vom 1
5.
November 2017
im Anschluss an eine
am 2
8.
September 2017
durchgeführte operative Behandlung im Sinne einer
Kyphoplastie
lediglich noch unter geringen Rückenschmerzen gelitten habe, weshalb davon auszugehen sei, dass Einschränkungen in der Aus
übung der bisherigen Tätigkeit nicht mehr bestünden, und dass der Beschwer
deführerin die Ausübung der bisherigen Tätigkeit sowie die Ausübung weiterer angepasster Tätigkeiten im vollzeitlichen Umfang zuzumuten sei. Damit überein
stimmend ging auch
Dr.
Z._
in seiner Stellungnahme vom
1
2.
und 2
1.
Novem
ber 2018
(vorstehend E.
3.7
) davon aus, dass im Zeitraum vom Februar 2016 bis 1
5.
November 2017 sowohl in Bezug auf die bisherige Tätigkeit als auch hinsicht
lich angepasster Tätigkeiten eine vollständige Arbeitsunfähigkeit bestanden habe,
und
dass
in der
Zeit ab 1
6.
November 2017 von einer uneingeschränkten Arbeits
fähigkeit sowohl in Bezug auf die bisherige Tätigkeit als auch hinsichtlich ange
passter, körperlich leichter und wechselbelastender Tätigkeiten auszugehen sei.
Demgegenüber vertrat
Dr.
C._
in seinem Bericht vom 1
8.
Juli 2017 (vorstehend E.
3.2
) die Ansicht, dass hinsichtlich der bisherigen Tätigkeit eine vollständige Arbeitsunfähigkeit bestehe, und dass der Beschwerdeführerin die Ausübung einer angepassten, psychisch und physisch leichten Arbeit, ohne Zeit- oder Leistungs
druck, im Umfang eines Arbeitspensums von 50
%
zuzumuten sei.
4.2
Der Bericht von
Dr.
A._
vom 1
2.
Oktober 2018 (vorstehend E.
3.6
) erfüllt die praxisgemässen Anforderungen für eine beweiskräftige medizinische Ent
scheidungsgrundlage (vgl. vorstehend E.
1.8
). Denn als Facharzt für Neuro
chi
rurgie verfügte
Dr.
A._
über eine für die Beurteilung des im Vordergrund stehenden somatischen Gesundheitsschadens im Bereich der Wirbelsäule der Beschwerdeführerin angezeigte fachärztliche Aus- und Weiterbildungen. Er hatte zudem Kenntni
s der massgebenden medizinischen
Vorakten, setzte sich in ange
messener Weise mit den von der Beschwerdeführerin geäusserten Beschwerden
auseinander und begründete seine Schluss
folgerungen in nachvollziehbarer We
ise. Insbesondere vermag zu überzeugen, dass er gestützt auf die nach der
Kypho
plastie
der LWK2-Fraktur vom 2
8.
September 2017 anlässlich
einer
Nachkontrolle vom 1
5.
November 2017 durchgeführten Untersuchungen, wobei lediglich noch
geringe Rückenschmerzen festzustellen waren, davon ausging, dass die Beschwe
r
deführerin bei der Ausübung ihrer bisherigen Tätigkeit unter keinen gesund
heitlichen Einschränkungen mehr
gelitten habe
,
und dass ihr
die Ausübung dieser Tätigkeit sowie weiterer, angepasster Tätigkeiten ab 1
5.
November 2017 im
vollzeitlichen
Umfang zuzumuten sei.
4.3
4.3.1
Auch die Stellungnahme von
Dr.
Z._
vom 1
2.
und 2
1.
November 2018 (vor
stehend E.
3.7
) erfüllt insoweit die nach der Rechtsprechung für eine beweis
kräftige medizinische Entscheidungsgrundlage vorausgesetzten Kriterien (vgl. vorstehend E.
1.8). Denn
als Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Trauma
tologie des Bewegungsapparates
verfügte er
über eine für die Beurteilung des streitigen somatischen Gesundheitszustandes der Beschwerdeführerin angezeigte medizinische Weiterbildung. Auch in inhaltlicher Hinsicht vermag die Beurtei
lung durch
Dr.
Z._
, welche weitgehend mit derjenigen durch
Dr.
A._
übereinstimmt, zu überzeugen. Dabei schadet nicht, dass es sich um ein Akten
gutachten handelt, da auch nicht auf eigenen Untersuchungen beruhende Be
richte und Stellungnahmen regionaler ärztlicher Dienste beweiskräftig sein können,
sofern ein lückenloser Befund vorliegt und es im Wesentlichen nur um die Beurteilung eines an sich feststehenden medizinischen Sachverhalts geht, mithin die direkte fachärztliche Befassung mit der versicherten Person in den Hintergrund rückt (Urteile des Bundesgerichts 9C_558/2016 vom
4.
November
2016 E. 6.1 und 8C_641/2011 vom 2
2.
Dezember 2011 E. 3.2.2). Dies ist vorlie
gend der Fall. Einer Aktenbeurteilung stand daher nichts entgegen.
4.3.2
In Bezug auf die Beurteilung durch
Dr.
Z._
gilt es indes zu beachten, dass es nach der Rechtsprechung zwar zulässig ist, im Wesentlichen oder einzig auf ver
sicherungsinterne medizinische Unterlagen abzustellen, dass in solchen Fällen an die Beweiswürdigung jedoch strenge Anforderungen in dem Sinne zu stellen sind, dass bei auch nur geringen Zweifeln an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der ärztlichen Feststellungen ergänzende Abklärungen vorzunehmen sind (BGE 139 V 225 E. 5.2 und 122 V 157 E. 1d; Urteil des Bundesgerichts 8C_230/2019 vom
2.
Juli 2019 E. 3.2). Solche Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der Stellungnahme durch
Z._
sind vorliegend indes nicht ersichtlich. Vielmehr vermag die Beurteilung durch
Dr.
Z._
, welche weitgehend mit derjenigen durch
A._
übereinstimmt, zu überzeugen, sodass darauf abgestellt werden kann.
4.4
4.4.1
In Bezug auf die Beurteilung durch
Dr.
C._
vom 1
8.
Juli 2017 (vorstehend E.
3.2
), welcher eine seit dem Jahre 2004 bestehende rezidivierende depressive Störung
bei
gegenwärtig schwere
r
Episode mit psychotischen Symptomen fest
stellte, und der Beschwerdeführerin aus psychischen Gründen eine vollständige Arbeitsunfähigkeit in der bisherigen Tätigkeit und eine solche von 50
%
in angepassten
Tätigkeiten
attestierte, gilt es zu berücksichtigen, dass
Dr.
C._
gemäss dem
Medizinalberuferegister
(www.medregom.admin.ch) über eine Aus
bildung als Arzt, jedoch über keine anerkannte Weiterbildung als Facharzt und insbesondere keinen Facharzttitel für Psychiatrie und Psychotherapie
verfügt
.
4.4.2
Art.
33a
Abs.
1 lit. a des Bundesgesetzes über die universitären
Medizinalberufe
(
MedBG
), in der Fassung gemäss
der
Änderung vom 2
0.
März 2015,
welche
am
1.
Januar 2018 in Kraft
trat
, bestimmt, dass
Personen, welche einen universitären
Medizinalberuf
ausüben,
im
Medizinialberuferegister
gemäss
Art.
51
MedBG
eingetragen sein
müssen.
Art.
51
Abs.
1
MedBG
, in der ab
1.
Januar 2018 in Kraft stehenden Fassung,
bestimmt, dass
das Eidgenössische Departement des Innern (EDI) ein Register mit sämtlichen Personen führt, die einen universitären
Medi
zinalberuf
ausüben. Gemäss der Übergangsbestimmung zur Änderung
des
MedBG
vom 2
0.
März 2015
(
Art.
67a
Abs.
2
MedBG
)
müssen sich Personen, die ihre Tätigkeit vor Inkrafttreten dieser Änderung ausgeübt haben, ohne im Register eingetragen zu sein, innerhalb von zwei Jahren ab Inkrafttreten dieser Änderung in das Register eintragen lassen. Demzufolge müssen ab
1.
Januar 2020 sämtliche in der Schweiz tätigen universitären
Medizinalpersonen
im
Medizinalbe
rufere
gister
verzeichnet sein.
4.4.3
Demzufolge steht fest, dass
es
Dr.
C._
, welcher gemäss dem
Medizinal
be
ruferegister
über eine anerkannte Ausbildung als Arzt, nic
ht jedoch über eine anerkannte Weiterbildung als Facharzt
für Psychiatrie und Psychotherapie ver
fügt, an einer für die Beurteilung des psychischen Gesundheitszustandes der Beschwerdeführerin angezeigten fachärztlichen Weiterbildung im Bereich Psy
ch
ia
trie und Psychotherapie fehlt. Aus diesem Grunde kann
auf dessen Beur
teilung vom 1
8.
Juli 2017 (vorstehend E.
3.2
) vorliegend nicht abgestellt werden.
5.
5.1
Nach Gesagtem ist auf Grund der nachvollziehbaren Beurteilungen durch
Dr.
A._
vom
1
2.
Oktober 2018 (vorstehend E. 3.6)
und durch
Dr.
Z._
vom
1
2.
und 2
1.
November 2018 (vorstehend E. 3.7)
davon auszugehen, dass
der Beschwerdeführerin
in der Zeit
von Februar 2016 bis 1
5.
November 2017 sowohl die Ausübung
ihrer
bisherige
n
Tätigkeit
als
Hilfsarbeiterin beziehungsweise Küchen- und Hausangestellte als
auch die Ausübung einer
angepasste
n
Tätigkeit
aus somatischen Gründen nicht
mehr
zuzumuten war
, dass
ihr
indes für die Zeit ab 1
6.
November 2017 sowohl die Ausübung der bisherigen Tätigkeit als auch die Ausübung a
ngepasster, körperlich leichter
, wechselbelastender Tätigkeiten im vo
llzeitlichen Umfang
ohne Leistungseinschränkung
zuzumuten
war
.
5.2
Den medizinischen Akten sind zudem keine Anhaltspunkte zu entnehmen,
dass
sich der psychische Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin im Vergleich zum
Zeitpunkt bei
Erlass der Verfügung vom
1
1.
Dezember 2014 (
Urk.
8/151;
vgl. E. 6.4 des Urteils IV.2015.00116 des hiesigen Gerichts in Sachen der Parteien vom 2
9.
Februar 2016;
Urk.
8/171)
massgeblich veränderte hätte, und dass
die Be
schwerdeführer
in
zusätzlich aus psychischen Gründen in ihrer Arbeitsfähigkeit beeinträchtigt
gewesen
wäre
.
Den gegenteiligen Einschätzungen durch
Dr.
C._
kann, wie bereits erwähnt (vorstehend E.
4.4.3
), mangels
einer fachärztlichen
Qualifikation kein Beweiswert zugemessen werden.
5.3
Da ergänzende Beweismassnahmen an diesem Ergebnis nichts mehr änderten, besteht - entgegen den diesbezüglichen
Eventualv
orbringen der Beschwerde
füh
rerin (
Urk.
1 S. 2) - für weitere Abklärungen keine Notwendigkeit und es ist von einer Rückweisung der Sache an die Beschwerdegegnerin zur Durchführung solcher abzusehen (antizipierte Beweiswürdigung; BGE 124 V 90 E. 4b, 122 V 157 E. 1d mit Hinweisen).
5.4
Da nach der Rechtsprechung
von
ein
em strukturierten
Beweisverfahren bezie
hungswei
se von der
Prüfung der Standardindikatoren
(vgl. vorstehend E.
1.7
)
dann
abgesehen werden kann
, wenn im Rahmen beweiswertiger fachärztlicher
Berichte eine Arbeitsunfähigkeit (aus psychischen Gründen) in nachvollziehbarer Weise verneint wird, und allfällig gegenteiligen Einschätzungen mangels fach
ärztlicher Qualifikationen oder aus anderen Gründen kein Beweiswert beige
messen werden
k
a
nn (BGE 145 V 215 E. 7 und 143 V 409 E. 4.5.3),
kann vor
liegend von einem strukturierten Beweisverfahren abgesehen werden.
6.
6.1
Im Folgenden sind die erwerblichen Auswirkungen zu prüfen.
6.2
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie
nicht in
valid geworden wäre (sog. Valideneinkommen). Der Einkommens
ver
gleich
hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Er
werbs
einkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegen
über
gestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditäts
grad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
6.3
Für den Einkommensvergleich sind die Verhältnisse im Zeitpunkt des hypo
thetischen Rentenbeginns massgebend. Validen- und Invalideneinkommen sind auf zeitidentischer Grundlage zu erheben; allfällige rentenwirksame Änderungen der Vergleichseinkommen sind bis zum Verfügungszeitpunkt zu berücksichtigen (BGE 129 V 222 E. 4.1 und 4.2; Urteil des Bundesgerichts 9C_22/2014 vom 1
8.
Februar 2014 E. 4.3).
6.4
6.4.1
Laut
Art.
28
Abs.
1 lit. b IVG besteht ein Rentenanspruch frühestens ab dem Zeitpunkt, in dem die versicherte Person während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens zu 40
%
arbeitsunfähig gewesen war, wobei
unter Arbeitsunfähigkeit
hier
eine Einbusse an funktionellem Leistungs
vermögen im bisherigen Beruf oder Aufgabenbereich zu verstehen ist.
Die Warte
zeit von einem Jahr b
ei der Berechnung der durchschnittlichen Arbeitsun
fähig
keit
gilt in dem Zeitpunkt als eröffnet, in welchem eine erhebliche Beein
trächtigung der Arbeitsfähigkeit vorliegt. Die Praxis sieht eine Arbeitsunfähigkeit
von 20
%
als erheblich an (
Urteile des Bundesgerichts 9C 412/2017 vom
5.
Oktober 2017 E. 4.3
und I 725/05 vom 3
0.
Mai 2006 E. 2). Ein wesentlicher Unterbruch der Arbeitsunfähigkeit im Sinne von
Art.
28
Abs.
1 lit. b IVG liegt vor, wenn die versicherte Person an mindestens 30 aufeinanderfolgenden Tagen voll arbeitsfähig war (
Art.
29
ter
IVV; Urteil des Bundesgerichts 8C_633/2017 vom 1
6.
Februar 2018 E. 3.4).
6.4.2
Die Rentenhöhe ist sowohl vom Ausmass der nach Ablauf der Wartezeit weiterhin bestehenden Erwerbsunfähigkeit als auch von einem entsprechend hohen Grad der durchschnittlichen Arbeitsunfähigkeit während des vorangegangenen Jahres abhängig. Die durchschnittliche Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit während eines Jahres und die nach Ablauf der Wartezeit bestehende Erwerbsunfähigkeit müssen somit kumulativ und in der für die einzelnen Rentenabstufungen erforderlichen Mindesthöhe gegeben sein, damit eine Rente im entsprechenden Umfang zugesprochen werden kann (BGE 121 V 264 E. 6b/cc). Entsprechend der in
Art.
28
Abs.
2 IVG festgelegten Rentenabstufung kommt daher zum Beispiel eine Viertelsrente erst in Betracht, wenn die versicherte Person während eines Jahres durchschnittlich mindestens zu 40
%
arbeitsunfähig gewesen und weiter
hin wenigstens zu 40
%
invalid im Sinne von
Art.
28
Abs.
1 lit. c IVG ist (
Art.
8 ATSG; Urteil des Bundesgerichts 8C_174/2013, 8C_178/2013 vom 2
1.
Oktober 2013 E. 3.2).
6.4.3
Da, wie erwähnt (vorstehend E.
5.1), gestützt auf die
Beurteilung
en
durch
Dr.
A._
und durch
Dr.
Z._
während der Zeit
vom
1.
Februar 2016 bis 1
5.
November 2017
sowohl in Bezug auf die bisherige Tätigkeit als auch hin
sichtlich behinderungsangepasster Tätigkeiten
von einer vollständigen Arbeits
un
fähigkeit
(ohne Unterbruch)
auszugehen ist, hat das Wartejahr im Sinne von
Art.
2
8. Abs.
1 lit. b IVG am
1.
Februar 2016
zu laufen begonnen und endete am
3
1.
Januar
201
7.
Während des Wartejahres bestand eine durchschnittliche Arbeitsunfähigkeit von 100
%
.
6.
4.4
Gemäss
Art.
29
Abs.
1 IVG entsteht der Rentenanspruch frühestens nach Ablauf von sechs Monaten nach Geltendmachung des Leistungsanspruchs nach
Art.
29
Abs.
1 ATSG. Die Beschwerdeführerin hat ihren Leistungsanspruch am
3.
Januar 2017 (Ur. 8/184) Sinne von
Art.
29
Abs.
1 ATSG geltend gemacht. Ein Renten
anspruch konnte gemäss
Art.
29
Abs.
1 IVG daher frühestens im Juli 2017 ent
stehen.
6.5
S
ind Validen- und Invalideneinkommen ausgehend vom gleichen Tabellenlohn zu berechnen, erübrigt sich deren genaue Ermittlung.
Diesfalls
entspricht der Invaliditätsgrad dem Grad der Arbeitsunfähigkeit unter Berücksichtigung eines
allfälligen Abzugs vom Tabellenlohn. Dies stellt keinen «Prozentvergleich» dar, sondern eine rein rechnerische Vereinfachung (Urteil des Bundesgerichts 8C_148/2017 vom 1
9.
Juni 2017 E. 4 unter Hinweis auf Urteil 9C_675/2016 vom 1
8.
April 2017 E. 3.2.1
).
Da gemäss der Beurteilung durch
Dr.
A._
und durch
Dr.
Z._
am
1.
Juli 2017 für jegliche Tätigkeit eine vollständige Arbeitsunfähigkeit
bestand
, war
ab
1.
Juli
2017
bei einem Invaliditätsgrad von 100
%
ein
Anspruch auf eine ganze Rente
ausgewiesen
.
7.
7.1
Zu prüfen bleibt die Frage nach einer im revisionsrechtlichen Sinne erheblichen Veränderung der
erwerblichen Verhältnisse
am
1
5.
November 2017
.
7.2
Da der Beschwerdeführerin gemäss der Beurteilung durch
Dr.
A._
und
Dr.
Z._
für die Zeit ab 1
6.
November 2017 sowohl die Ausübung der bis
herigen Tätigkeit als auch die Ausübung angepasster, körperlich leichter, wechsel
belastender Tätigkeiten
in vollzeitlichem
Umfang zuzumuten
war, ist nicht zu
beanstanden, dass die Beschwerde
gegne
rin bei Erlass der angefochtenen Verfü
gung
vom 2
7.
Januar 2020
(Urk. 2) auf die Vor
nahme eines Ein
kommensver
gleichs verzichtet
e
(vgl. BGE 115 V 133 E.
2 und
Urteil des Bun
desgerichts 9C_155/2007 vom 10. Juli 2007 E.
3.4).
D
er In
validi
täts
grad beträgt jedenfalls 0 %.
Damit wird für die Zeit ab
1
6.
November 2017
ein für den Anspruch auf eine Invalidenrente vorausgesetzter Invaliditätsgrad von mindestens 40
%
nicht
mehr
erreicht
, weshalb
eine in
revisionsr
echtlicher Hinsicht erhebliche Verbesserung de
s Gesundheitszustandes erstellt ist.
7.3
Da
eine
Leistungsanpassung auf Grund
eine
r
Verbesserung der Erwerbsfähigkeit
, wie bereits erwähnt (vorstehend E.
1.4
), g
emäss Art. 88a Abs. 1 IVV
in der Regel erst nach
dem
Ablauf von drei Monaten seit dem Eintritt der Änderung vorzu
nehmen
ist,
kommt
eine
allfällige Einstellung der Rente frühestens per
1.
März 2018
in Betracht
.
8.
8.1
Das trotz der gesundheitlichen Beeinträchtigung zumutbarerweise erzielbare Ein
kommen ist bezogen auf einen ausgeglichenen Arbeitsmarkt zu ermitteln, wobei an die Konkretisierung von Arbeitsgelegenheiten und Verdienstaussichten keine übermässigen Anforderungen zu stellen sind (Urteil des Bundesgerichts 9C_830/2007 vom 2
9.
Juli 2008 E. 5.1, publiziert in SVR 2008 IV Nr. 62 S. 203).
Das fortgeschrittene Alter wird, obgleich an sich ein invaliditätsfremder Faktor, in der Rechtsprechung als Kriterium anerkannt, welches zusammen mit weiteren persönlichen und beruflichen Gegebenheiten dazu führen kann, dass die einer versicherten Person verbliebene Resterwerbsfähigkeit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt realistischerweise nicht mehr nachgefragt wird, und dass ihr deren Verwertung auch gestützt auf die Selbsteingliederungslast nicht mehr zumutbar
ist
. Fehlt es an einer wirtschaftlich verwertbaren Resterwerbsfähigkeit, liegt eine vollständige Erwerbsunfähigkeit vor, die einen Anspruch auf eine ganze Invali
denrente begründet (Urteile des Bundesgerichts 9C_954/2012 vom 1
0.
Mai 2013 E. 2 und I 831/05 vom 2
1.
August 2006 E. 4.1.1 mit Hinweisen).
8.2
Der Einfluss des Lebensalters auf die Möglichkeit, das verbliebene Leistungs
ver
mögen auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt zu verwerten, lässt sich nicht nach einer allgemeinen Regel bemessen, sondern hängt von den Umständen des Einzelfalls ab. Massgebend können die Art und Beschaffenheit des Gesund
heits
schadens und seiner Folgen, der absehbare Umstellungs- und Einarbeitungsauf
wand und in diesem Zusammenhang auch Persönlichkeitsstruktur, vorhandene Begabungen und Fertigkeiten, Ausbildung, beruflicher Werdegang oder Anwend
barkeit von Berufserfahrung aus dem angestammten Bereich sein (BGE 138 V 457 E. 3.1; Urteile des Bundesgerichts 9C_153/2011 vom 2
2.
März 2012 E. 3.1 und 9C_918/2008 vom 2
8.
Mai 2009 E. 4.2.2). Somit hängt die Verwertbarkeit nicht zuletzt davon ab, welcher Zeitraum der versicherten Person für eine berufliche Tätigkeit und vor allem auch für einen allfälligen Berufswechsel noch zur Ver
fügung steht (BGE 138 V 457 E. 3.2). Für den Zeitpunkt, in welchem die Frage nach der Verwertbarkeit der (Rest-) Arbeitsfähigkeit bei vorgerücktem Alter beantwortet wird, ist auf das Feststehen der medizinischen Zumutbarkeit einer (Teil-) Erwerbstätigkeit abzustellen (Urteil des Bundesgerichts 9C_118/2015 vom
9.
Juli 2015 E. 2.2; BGE 138 V 457 E. 3.3).
8.3
Die am
2
2.
September 1958 geborene Beschwerdeführerin hatte zum Zeitpunkt der Nachkontrolle durch
Dr.
A._
vom 1
5.
November 2017 das 5
9.
Alters
jahr bereits überschritten.
Es verblieben ihr somit immerhin noch rund 4,5 Jahre bis zur ordentlichen Pensionierung, wobei ihr sowohl die Ausübung der bis
he
rigen als auch einer leidensangepassten Tätigkeit im Umfang von 100
%
zuzu
muten war (vorstehend E.
5.1
).
Der Beschwerdeführerin stand daher
trotz
ihr
er
gesundheitlichen Einschränkungen ein vergleichsweise weites Spektrum zumut
barer Hilfstätigkeiten offen.
Unter diesen Umständen vermag das
fo
rtgeschrittene
Alter
der Beschwerdeführerin
die Verwertung
ihrer
Restarbeitsfähigkeit
auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt
nicht als unzumutbar erscheinen
und lässt nicht
den
Schluss zu, eine Anstellung der Beschwerdeführerin auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt sei nicht mehr realistisch gewesen
.
9.
9.1
Zu prüfen bleibt, ob der Beschwerdeführerin eine Selbsteingliederung zuzumuten war.
9.2
Die Beurteilung einer Erwerbsunfähigkeit nach
Art.
7 Abs. 2 ATSG richtet sich ausschliesslich nach den gesundheitlichen Beeinträchtigungen, was auch im Re
visionsfall (
Art.
17 Abs. 1 ATSG) gilt; nicht gesundheitlich bedingte Eingliede
rungshindernisse haben daher bei der Invaliditätsbemessung auch im Revisions
zusammenhang ausser Acht zu bleiben. Daher geht die ständige Rechtsprechung vom Regelfall aus, der darin besteht, dass eine medizinisch attestierte Verbes
se
rung der Arbeitsfähigkeit grundsätzlich auf dem Weg der Selbsteingliederung verwertbar ist. Dennoch hat die Rechtsprechung in ganz besonderen Ausnah
me
fällen nach langjährigem Rentenbezug trotz medizinisch (wieder) ausge
wie
sener Leistungsfähigkeit vorderhand weiterhin eine Rente zugesprochen, bis mit Hilfe medizinisch-rehabilitativer und/oder beruflich-erwerblicher Massnah
men das theoretische Leistungspotential ausgeschöpft werden kann (Urteil des Bun
desge
richts 9C_163/2009 vom 1
0.
September 2010 E. 4.2.2 mit Hinweisen).
9.3
Nach der Rechtsprechung (nicht in BGE 139 V 442
publ
. E. 5.2 des Urteils des Bundesgerichts 8C_324/2013
vom 29. August 2013
) sind
Ausnahmen vom Re
gelfall der Selbstein
gliederung
in Anlehnung an
lit.
a Abs. 4
der Schlussbestim
mungen zur Änderung des IVG vom 18. März 2011 (
SchlB
IVG
)
grund
sätzlich auf Sachverhalte zu beschränken, in denen die revisions- oder wieder
erwägungsweise Herabsetzung oder Aufhebung der IV-Rente eine versicherte Person trifft, die das 5
5.
Altersjahr zurückgelegt oder die Rente seit mehr als 15 Jahren bezogen hat.
Bei Personen, deren Rente revisionsweise herabgesetzt oder aufgehoben werden soll, sind
daher
nach mindestens fünfzehn Jahren Bezugsdauer oder wenn sie das 5
5.
Altersjahr zurückgelegt haben, praxisgemäss in der Regel vorgängig Mass
nahmen zur Eingliederung durchzuführen, bis sie in der Lage sind, das medizi
nisch-theoretisch (wieder) ausgewiesene Leistungspotenzial mittels Eigenanstren
gung auszuschöpfen und erwerblich zu verwerten (
BGE 145 V 209
E. 5.1 mit Hinweisen)
.
Die Übernahme dieser beiden Abgrenzungskriterien
von lit. a Abs. 4
SchlB
IVG
bedeutet indes nicht, dass die darunter fallenden versicherten Personen im
revi
sions
- (Art. 17 Abs. 1 ATSG) oder wiedererwägungsrechtlichen (Art. 53 Abs. 2 ATSG) Kontext einen Besitzstandsanspruch geltend machen könnten; es wird ihnen lediglich zugestanden, dass - von Ausnahmen abgesehen - aufgrund
des fortgeschrittenen Alters oder einer langen Rentendauer die Selbstein
gliede
rung nicht mehr zumutbar ist
(Urteile des Bundesgerichts 9C_367/2
011 vom 10. Au
gust 2011 E. 3.3
und 9C_228/2010 vom 2
6.
April 2011 E. 3
.5
).
9.4
Gemäss der Rechtsprechung (BGE 145 V 209 E. 5)
findet die Rechtsprechung, wonach es bei der wiedererwägungs- oder revisionsweisen Herabsetzung oder Aufhebung der Invalidenrente bei zurückgelegtem 5
5.
Altersjahr oder mehr als 15 Jahre dauerndem Rentenbezug grundsätzlich Eingliederungsmassnahmen durchzuführen gilt, auch dann Anwendung, wenn zeitgleich mit der
Renten
zusprache
über deren Befristung und/oder Abstufung befunden wird. Welches dabei der für die Ermittlung des Eckwerts des 5
5.
Altersjahres massgebliche Zeit
punkt sein soll - der Zeitpunkt der Verfügung selbst, derjenige der dari
n verfügten Rentenabstufung beziehungsweise
-aufhebung (vgl. BGE 141 V 5) oder jener des Feststehens der entsprechenden medizinischen
Zumutbarkeit (BGE 138 V 457) -, hat die Rechtsprechung bisher offengelassen (BGE 145 V 209 E. 5.4).
9.5
Ausnahmen vo
n der grundsätzlich vermutungsweise
anzunehmenden Unzumut
barkeit einer Selbsteingliederung liegen namentlich dann vor, wenn die lang
jährige Absenz vom Arbeitsmarkt auf invaliditätsfremde Gründe zurückzu
führen ist (Urteil
des Bundesgerichts
9C
_819/2014 vom 19. Juni 2015 E.
4 mit Hin
wei
sen), wenn die versicherte Person besonders agil, gewandt und im gesell
schaft
lichen Leben integriert ist (Urteil
des Bundesgerichts
9C_68/2011 vom 1
6.
Mai 2011 E. 3.3) oder wenn sie über besonders breite Ausbildungen und Be
rufser
fahrungen verfügt (Urteil
des Bundesgerichts
8C_39/2012 vom 2
4.
April 2012 E.
5.2). Verlangt sind immer konkrete Anhaltspunkte, die den Schluss zu
lassen, die versicherte Person könne sich trotz ihres fortgeschrittenen Alters und/oder der langen Rentenbezugsdauer mit entsprechender Absenz vom Ar
beitsmarkt ohne Hilfestellungen wieder in das Erwerbsleben integrieren (
Urteil des Bundes
gerichts
9C_183/2015
vom 19. August 2015
E. 5). Die IV-Stelle trägt die Beweis
last dafür, dass entgegen der Regel die versicherte Person in der Lage ist, das medizinisch-theoretisch (wieder) ausgewiesene Leistungspotenzial auf dem Weg der Selbsteingliederung erwerblich zu verwerten (
BGE 145 V 209
E. 5.1 mit Hin
weisen
)
.
10
.
10
.1
Die am
2
2.
September 1958
geborene Beschwerdeführer
in
, welche
zum Zeitpunkt der
Nachkontrolle durch
Dr.
A._
vom 1
5.
November 2017 das 5
9.
Alters
jahr
bereits überschritten
hatte,
hat unabhängig davon, welcher Zeitpunkt mass
gebend ist, die Schwelle des
5
5.
Altersjahres überschritten und
erfüllt daher die
erwähnten Voraussetzungen für die Annahme einer Ausnahme
vom Regelfall
der Zumutbarkeit
der Selbsteingliederung
(vorstehend E.
9.3
).
Anhaltspunkte dafür, dass sie sich trotz ihres fortgeschrittenen Alters ohne Hilfestellungen wi
e
der in das Erwerbsleben integrieren könnte, liegen nicht vor.
Vielmehr ist auf Grund
ihres
fortgeschrittenen Alters
von über 55 Jahren
und ihrer
langdauernden
Ab
senz vom Arbeitsmarkt zu vermuten, dass der Be
schwerdeführerin
bei einer Ren
ten
aufhebung
eine
Selbsteingliederung grund
sätzlich nicht mehr zuzumuten
war
.
10.2
10.2.1
Zu prüfen bleibt, ob von der Prüfung und Durchführung von Eingliede
rungs
mass
nahmen abzusehen ist, weil es der Beschwerdeführerin an subjektiver Ein
glie
derungsbereitschaft fehlte.
10.2.2
Nach der Rechtsprechung darf bei fehlender subjektiver Eingliederungsfähigkeit, das heisst wenn die Eingliederungsbereitschaft aus invaliditätsfremden Gründen nicht gegeben ist, die Rente ohne vorgängige Prüfung von Massnahmen der (Wieder-) Eingliederung und ohne Durchführung des Mahn- und
Bedenkzeit
ver
fahrens
nach
Art.
21
Abs.
4 ATSG herabgesetzt oder aufgehoben werden (Urteile des Bundesgerichts 9C_317/2017 vom 1
9.
Juni 2017 E. 3.1, 8C_19/ 2016 vom
4.
April 2016 E. 5.2.3, und 9C_231/2015 vom
7.
September 2015 E. 4.2).
10.
2.3
Die Beschwerdeführerin teilte der Beschwerdegegnerin am 1
2.
November 2014 mit, dass sie wegen ihres schlechten Gesundheitszustandes nicht in der Lage sei zu arbeiten,
und dass
sie keine Unterstützung bei der Stellensuche benötige (Urk. 8/144/2), worauf die Beschwerdegegnerin mit Mitteilung vom 1
3.
Novem
ber 2014 (
Urk.
8/145) die
Massnahmen der
Arbeitsvermittlung beendete. Damit hat die Beschwerdeführerin
eine Teilnahme an Eingliederungsmassnahmen
indes nicht grundsätzlich verweigert
.
Es kann daraus jedenfalls nicht
mit überwie
gen
der Wahrscheinlichkeit
für den massgebenden Zeitpunkt bei Erlass der ange
fochtenen Verfügung vom 2
7.
Januar 2020 (
Urk.
2) auf eine fehlende
Bereitschaft zu Eingliederungsmassnahmen
geschlossen werden.
10.3
Nach Gesagtem
erweist sich vorliegend eine Rentenaufhebung ohne vorherige Abklärungen beziehungsweise ohne eine den Verhältnissen angepasste Durch
füh
rung befähigender Massnahmen als unzulässig (Urteile des Bundesgerichts 8C_80/2020 vom 1
9.
Mai 2020 E. 2.3.2 und 9C_183/2015 vom 1
9.
August 2015 E. 5).
Vielmehr sind gemäss der erwähnten Rechtsprechung grundsätzlich vorerst Eingliederungsmassnahmen im Hinblick auf eine Integration in das Erwerbsleben durchzuführen.
Denn die Rechtsprechung betreffend Prüfung und Durchführung von Eingliederungsmassnahmen vor Aufhebung der Rente
kommt
, wie bereits erwähnt (vorstehend E.
9.4
),
auch dann zur Anwendung, wenn zeitgleich mit der
Rentenzusprache
rückwirkend über deren Befristung befunden wird, wobei die mit BGE 145 V 209 erfolgte Praxisänderung
grundsätzlich sofort und in allen hängigen Verfahren anzuwenden
ist (Urteil
des Bundesgerichts 8C_80/2020 vom 1
9.
Mai 2020 E.
3.2.2). Dies hat zur Folge, dass die Rente einstweilen weiter auszurichten ist (Urteil des Bundesgerichts 8C_80/2020 vom 1
9.
Mai 2020
E. 2.3.3 und
E.
3.1).
11.
Die
Beschwerdegegnerin
wird daher Eingliederungsmassnahmen mit dem Ziel einer Integration der Beschwerdeführerin ins Erwerbsleben beziehungsweise einer Befähigung zur Ausschöpfung der ihr allenfalls verbleibenden Leistungsfähigkeit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt prüfen und allenfalls durchführen und anschliessend
über den Rentenanspruch der Beschwerdeführerin beziehungsweise über die revisionsweise Aufhebung oder Herabsetzung
der ihr einstweilen weiter auszurichtenden ganzen Rente
erneut verfüge
n
.
Dies führt im Ergebnis zur Gutheissung der Beschwerde mit der Feststellung, dass
die
Beschwerdeführer
in
einstweilen weiterhin
Anspruch
auf eine ganze Rente hat.
12
.
Gemäss Art. 69 Abs. 1
bis
IVG ist das Beschwerdeverfahren vor dem kan
tonalen
Versicherungsgericht bei Streitigkeiten um die Bewilligung oder die Ver
weige
rung
von IV-Leistungen kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem Ver
fahrens
aufwand und unabhängig vom Streitwert unter Berücksichti
gung des gesetz
li
chen Rah
mens (Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.--) auf Fr.
7
00.-- fest
zusetzen und aus
gangsgemäss der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen.
13
.
13.1
Nach
§
34
Abs.
1
des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht (GSVGer)
hat die obsiegende Beschwerde führende Person Anspruch auf Ersatz der Parteikos
ten. Diese werden ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache, der Schwierigkeit des Prozesses und dem Mass des Obsiegens bemes
sen (
§
34
Abs.
3 GSVGer).
Für unnötigen oder geringfügigen Aufwand einer Partei wird keine Prozessent
schädigung zugesprochen (
§
8
Abs.
1 der Verordnung über die Gebühren, Kosten und Entschädigungen vor dem Sozialversicherungsgericht, GebV SVGer).
13.2
Ausgangsgemäss hat die Beschwerdeführerin Anspruch auf eine Prozessent
schä
digung, welche in Berücksichtigung der Bedeutung der Streitsache und der
Schwierigkeit des Prozesses
sowie eines gerichtsüblichen Stundenansatzes von
Fr.
220.-- (zuzüglich Mehrwertsteuer) auf
Fr.
2'800.--
(inklusive
Barauslagen und Mehrwertsteuer) festzusetzen ist.