# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 762f0a23-39a3-5113-8c35-cd10d1e53147
**Court:** AR_OG
**Chamber:** AR_OG_004
**Year:** 2015
**Language:** de
**Jurisdiction:** AR / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt
A. Die Flurgenossenschaft C_ ist Eigentümerin der (Strassen-)Parzelle Nr. 0001, welche
das Quartier C_ als Ring- und teils als Stichstrasse via den Bahnübergang mit der
Kantonsstrasse verbindet. Mit Baugesuch vom 30. November 2012 liess die Flurgenossen-
schaft bei der Baubewilligungskommission B_ für die Sanierung der Strasse wie folgt um
Baubewilligung nachsuchen: Erneuerung der Fundationsschicht, der Abschlüsse und
Beläge; Anpassung der Strassenentwässerung, inklusive Änderungen am Längs- und
Quergefälle der Fahrbahn; Ersatz und Erweiterung des Meteorwasserkanals. Das Bauge-
such und -projekt umfasst nicht nur die eigentliche Strassenparzelle, sondern auf den Par-
zellen verschiedener Anstösser sind auch Vorplatzsanierungen und - anpassungen
geplant. Auf den Parzellen weiterer Anstösser sind kleinere Anpassungen im Bereich der
auf diesen Parzellen bestehenden Strassenborde, Stellriemen und der Einlaufschächte in
den Meteorwasserkanal vorgesehen, welche vorab durch die geplanten Änderungen am
Längs- und Quergefälle der Fahrbahn bedingt sind. Die von eigentlichen Vorplatzsanierun-
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gen betroffenen Grundeigentümer haben dem Bauvorhaben durch ihre Unterschrift zuge-
stimmt. Hingegen ist nicht aktenkundig, dass die weiteren, insbesondere vom geänderten
Längs- und Querprofil der Fahrbahn betroffenen Anstösser dem Baugesuch individuell
durch ihre Unterschrift zugestimmt haben; insbesondere hat das Ehepaar A1_ und
A2_ als Eigentümer der Parzelle 0002 dem Vorhaben nicht zugestimmt (dagegen ist
unbestritten, dass eine Mehrheit der Mitglieder der Flurgenossenschaft C_ dem
Vorhaben an einer Mitgliederversammlung zugestimmt hat).
Mit einem weiteren Baugesuch vom 30. November 2012 ersuchte auch die D_ AG
(fortan D_), um Bewilligung für den Neubau eines Fernwärmeleitungsnetzes sowie für
den Ersatz und Neubau diverser Werkleitungen nach. Diese Vorhaben beanspruchen nebst
der erwähnten Strassenparzelle 0001 zahlreiche Parzellen von privaten Grundeigentümern
im Quartier C_. Dieses Baugesuch wurde von der D_ auch im Namen der
Wasserversorgung, der Swisscom und der Cablecom gestellt, welche alle dem Gesuch
durch die Unterschrift ihrer Organe zugestimmt haben. Dass die durch neue oder
veränderte Leitungen in Anspruch genommenen privaten Grundeigentümer dem Vorhaben
durch ihre Unterschrift zugestimmt haben, ist nicht aktenkundig.
Die beiden Baugesuche wurden vom 11. bis 31. Januar 2013 öffentlich aufgelegt. Gegen
beide Vorhaben liessen A1_ und A2_ als Eigentümer der Parzelle Nr. 0002
Einsprache erheben. Mit Entscheid vom 3. Mai 2013 erteilte die Baubewilligungs-
kommission B_ (fortan BBK) beiden Vorhaben die baurechtliche Bewilligung; die Ein-
sprache von A1_ und A2_ hiess die BBK insofern gut, als sie deren Einwänden mit
zusätzlichen Auflagen wie folgt Rechnung trug (Ziff. 3.3.-3.5):
"3.3. Koordination der Gesuche: Die Gesuche Nr. 120/12 und 124/12 werden koordiniert behandelt und beurteilt.
3.4 Kontrollschacht auf Parz. 0002: Auf den Kontrollschacht auf Parz.-Nr. 0002 ist zu verzichten.
3.5 Einlaufschacht auf Achse 4: Im Bereich von Grundstück Nr. 0002 ist zusätzlich ein Einlaufschacht
mit einem Schluckvermögen von 1'800 l/min. gemäss Plan vom 15. März einzubauen."
Im Übrigen wies die BBK B_ die Einsprache ab (in Ziff. 3.16 wies die BBK auf Art. 116
und 117 BauG hin und hielt u.a. folgendes fest: Bauten, Anlagen oder Bestandteile sowie
Terrainveränderungen haben den Regeln der Baukunde zu entsprechen und dürfen selbst
oder durch ihre Benützung keine Gefahr darstellen).
B. Gegen diesen Entscheid liessen A1_ und A2_ beim Departement Bau und Umwelt
(fortan DBU) Rekurs erheben im Wesentlichen mit dem Antrag, es sei der Ein-
spracheentscheid aufzuheben und die Sache an die BBK zurückzuweisen. Mit verfahrens-
leitender Verfügung vom 12. August 2013 hob das DBU für den von der D_ beantragten
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Bau der Verbindungsleitung im Teilabschnitt C_ die aufschiebende Wirkung des
Rekurses auf. Nach dem Einholen eines Amtsberichtes beim Amt für Umwelt (fortan AfU)
und beim kantonalen Tiefbauamt hiess das DBU mit Entscheid vom 28. April 2014 den
Rekurs in Bezug auf die Vorplatzerweiterung auf Parzelle Nr. 0003 gut und ordnete an,
dass für dieses Vorhaben ein separates Baugesuch einzureichen und dafür das verein-
fachte Verfahren im Sinne von Art. 44 der kantonalen Bauverordnung (BauV, bGS 721.11)
durchzuführen sei. Soweit die Rekurrenten eine Verschiebung namentlich der Hoch-
wassergefahr auf ihre Parzelle Nr. 0002 monierten, verwies das DBU die Rekurrenten auf
den Zivilrechtsweg. Im Übrigen wies das DBU den Rekurs ab, soweit es darauf eintrat.
C. Gegen diesen Entscheid liessen A1_ und A2_ mit Eingabe vom 28. April 2014
Beschwerde beim Obergericht (verwaltungsrechtliche Abteilung) erheben und die eingangs
erwähnten Begehren stellen. Zur Begründung liessen sie im Wesentlichen die zahlreichen
Anpassungen gemäss den beiden Baugesuchen auflisten und bemängeln, dass den
Baugesuchen keine Unterlagen zur Entwässerung beiliegen (insbesondere kein
hydraulischer Nachweis), und dass angesichts der bestehenden Überschwemmungsgefahr
auch keine Überlegungen zur Dimensionierung der neuen Leitungen vorhanden seien. In
formeller Hinsicht bemängeln sie, dass die Baugesuche von ungefähr 20
Grundeigentümern nicht unterzeichnet seien, obwohl auf deren Privateigentum bauliche
Veränderungen vorgesehen seien. Ferner wird das Fehlen einer Visierung der Vorhaben im
Gelände gerügt. Sodann wird gerügt, dass die BBK B_ den Beschwerdeführenden nur
den Baugesuchs- und Einspracheentscheid eröffnet habe (Nr. 120-12/124-12), wogegen
die beiden Bauentscheide der Strassenbaupolizei und der Bauentscheid Raumplanung nur
der Flurgenossenschaft C_ und der D_, nicht aber ihnen eröffnet worden sei. Auch
den erwähnten ungefähr 20 weiteren Grundeigentümern seien diese Entscheide nicht
eröffnet worden, obwohl damit in verschiedener Hinsicht Bedingungen und Auflagen ver-
bunden wurden. Obwohl man das DBU darauf hingewiesen habe, dass das Gebiet C_ in
den letzten Jahren wiederholt von Überschwemmungen betroffen wurde, sei dies nun aber
im angefochtenen Entscheid unberücksichtigt geblieben. In rechtlicher Hinsicht gehen die
Beschwerdeführer davon aus, dass es sich bei der Quartierstrasse "C_" um eine öffent-
liche Strasse im Sinne von Art. 1 StrG handle und dass deshalb anstelle des Baubewilli-
gungsverfahrens das Planauflageverfahren nach Art. 36 StrG hätte durchgeführt werden
müssen. Darauf könne ausnahmsweise verzichtet werden, wenn alle Grundeigentümer
zustimmen, aber diese Voraussetzung sei im streitigen Fall nicht gegeben. Zwar sei zuläs-
sig, die beiden Vorhaben gleichzeitig öffentlich aufzulegen, aber unzulässig sei, die zwei
Baugesuche in einem Bauentscheid zu beurteilen und dass im Baugesuch der D_
(Erweiterung Fernwärmenetz) Teile des Bauvorhabens der Flurgenossenschaft C_ ent-
halten seien. Obschon die Vorinstanzen ein Baubewilligungsverfahren durchgeführt haben,
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würden sich eine Vielzahl von Bedingungen und Auflagen auf das kantonale und kommu-
nale Strassenrecht beziehen. Durch die gemeinsame Behandlung der Baugesuche (Nr.
120-12 und 124-12) sei eine Vermischung der Verfahren erfolgt, welche nun auch eine
"ganzheitliche" Aufhebung des Bauentscheides zur Folge haben müsse. Soweit die stritti-
gen Bauvorhaben rund 20 Privatgrundstücke betreffen, deren Eigentümer die Baugesuche
nicht mit unterschrieben haben, sei Art. 46 (amtliches Formular) und Art. 47 Abs. 1 BauV
verletzt. Rechtswidrig sei auch, dass diesen Grundeigentümerinnen und Grundeigentümern
der Bau- und Einspracheentscheid bis heute nicht eröffnet worden sei. Mangels Visierung
der beiden Vorhaben seien Art. 103 (recte: 102 Abs. 1) BauG sowie Art. 48 Abs. 1 BauV
oder allenfalls Art. 37 StrG verletzt. Die Beschwerdeführer leiten sodann eine Verletzung
des rechtlichen Gehörs im Wesentlichen daraus ab, dass trotz der geplanten Änderung des
heutigen Querprofils der Strasse - (heute: je hälftige Entwässerung beidseits der Strasse;
im Bereich der Liegenschaft A_ neu ausschliesslich Entwässerung in nordöstlicher
Richtung bzw. talwärts auf ihre Liegenschaft hin) - das Baugesuch keine Auskunft über den
Anschluss an die Meteorwasser-Kanalisation und die Ableitung, Rückhaltung oder Versi-
ckerung des unverschmutzten Abwassers gebe. Damit sei einerseits Art. 15 des Abwasser-
reglements der Gemeinde B_ verletzt und anderseits auch das rechtliche Gehör, weil
ihnen bei den Vorinstanzen der Einblick in das in diesem Zusammenhang relevante GEP
verwehrt worden sei. Die Beschwerdeführer rügen ferner, dass die Vorinstanz in Erw. 5 die
von ihnen als Folge der Änderung des Querprofils geltend gemachte Gefährdungsver-
schiebung auf ihr Grundstück hin zu Unrecht verneint habe und dass sie diese Rüge
gleichzeitig und ohne Angabe von Gründen auf den Zivilrechtsweg verwiesen habe. Dies
sei widersprüchlich und unhaltbar, weil die Strasse sowohl als öffentliche und allenfalls
auch als Privatstrasse den Vorschriften über die baupolizeiliche Sicherheit zu genügen
habe. Deren Einhaltung zu prüfen, obliege nicht dem Zivilrichter, sondern der Baubehörde.
Weil das Strassenprojekt namentlich auf den Vorplätzen der privaten Eigentümer Deck-
bzw. Schwarzbeläge vorsehe, gehe die Vorinstanz in Erw. 5.b tatsachenwidrig von einer
durchlässigen Vorplatzgestaltung und davon aus, dass dem Versickerungsgebot vorliegend
Rechnung getragen werde. Damit werde gegen die in Art. 7 GschG verankerte Pflicht zur
Versickerung verstossen. Ferner ergebe sich aus dem Werkleitungsplan (act. 2.4), dass auf
der landwirtschaftlich genutzten Wiese oberhalb des C_ verschiedene Schächte bestün-
den, welche das Hangwasser in die tieferliegenden Meteorwasserleitungen im Bereich der
Quartierstrasse C_ ableiten und offenbar auch weiterhin so ableiten sollen. Die Projekt-
pläne seien insofern aber unvollständig. Die Beschwerdeführer halten dafür, dass das so
aus dem landwirtschaftlich genutzten Wiesenhang in die Meteorwasserleitung abgeführte
Wasser als verschmutztes Abwasser einzustufen sei, namentlich weil damit eine Gefähr-
dung durch das direkte Einleiten von übermässig ausgebrachter Jauche in ein Gewässer
(Vorfluter) verbunden sei. Die Entwässerung des landwirtschaftlich genutztem Wieslandes
sei im Kanalisationsplan der Gemeinde nicht verzeichnet, weshalb dafür auch keine Bau-
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bewilligung vorliegend dürfte; diese Zuleitung geniesse somit keinen Bestandesschutz. Die
Rechtswidrigkeit dieser Entwässerung werde durch das geplante Vergrössern der Kapazität
der Meteorwasserkanalisation noch verstärkt, namentlich wenn man den Eintrag von ver-
schmutztem Abwasser in den Vorfluter in Betracht ziehe. Die Entwässerung des landwirt-
schaftlich genutzten Wieslandes könne als Bestandteil des Bauvorhabens nur auf der
Grundlage eines revidierten GEP beurteilt werden. Die Beschwerdeführer halten das aus
dem Jahre 1998 stammende GEP B_ für veraltet. Auch das Amt für Umweltschutz habe
in seinem Amtsbericht durchblicken lassen, dass ihm die notwendigen Grundlagen fehlten
und dass für eine ersatzweise Erarbeitung der Grundlagen ihm die personellen bzw.
technischen Kapazitäten fehlten. Dieses Amt habe somit keine Kenntnis von den Einlauf-
schächten in der landwirtschaftlich genutzten Wiese. Diese Entwässerung sei jedenfalls
nicht mit Art. 7 Abs. 1 GschG zu vereinbaren. Die Beschwerdeführer verweisen ferner
darauf, dass das kantonale Tiefbauamt in seinem Amtsbericht die gerügte Verschiebung
der Gefährdung durch Hochwasser auf das Grundstück der Beschwerdeführer bestätigt
habe. Soweit die Vorinstanz das Vorhaben als bewilligungsfähig betrachte und zugleich
davon ausgehe, diese Gefährdung müsse in einem separaten Hochwasserprojekt bearbei-
tet werden, verletzte die Vorinstanz damit das Koordinationsgebot. Der für die Koordina-
tionspflicht vorausgesetzte enge Sachzusammenhang zwischen dem Strassenprojekt und
dem Kanalisationsprojekt einerseits und dem zu erarbeitenden Hochwasserschutzprojekt
anderseits sei gegeben, namentlich weil sich aus der Realisierung des Strassen- und
Kanalisationsprojektes eine Behinderung des noch zu erstellenden Hochwasserschutzpro-
jektes ergeben könnte, wenn sich in der Folge Teile des strittigen Projekts allenfalls als
falsch oder unnötig erweisen. Dies könne sich beispielsweise ergeben, wenn das Hoch-
wasserprojekt das Hangwasser in einem Graben abfange und separat ableite, und dadurch
die geplante Kapazitätserhöhung der Meteorwasserleitung allenfalls unnötig werde, aber
die Gefährdungsverschiebung dadurch immerhin kompensiert würde. Sollte alternativ dazu
das Hangwasser auf der C_strasse im Sinne eines Kanals abgeführt werden, müsste die
C_strasse mit dafür geeigneten (bergseitigen) Gefällsverhältnissen ausgeführt und mit
genügend hohen Stellriemen und Schwellen zu den Garagenabfahrten hin ausgestaltet
werden. Das strittige Strassenprojekt habe wegen des talwärts geplanten Quergefälles eine
Verlagerung und teilweisen Verstärkung der Hochwasserproblematik zur Folge, und zwar
von der Parzelle 0004 via Fahrbahn insbesondere auf die Liegenschaft der Be-
schwerdeführer (0002). Daran werde die geringfügige Kapazitätserweiterung der Meteor-
wasserleitung nichts ändern. Durch das Verweisen der Hochwasserproblematik auf den
Zivilrechtsweg bzw. auf das erst noch zu erarbeitende Hochwasserschutzprojekt habe die
Vorinstanz nebst dem Koordinationsgebot auch Art. 116 Abs. 1 BauG verletzt: Demnach
seien Bauten und Anlagen zu erstellen, zu betreiben und zu unterhalten, dass weder Per-
sonen noch Sachen gefährdet werden. Dieser Anforderung genügten die beiden Bauvor-
haben nicht, weshalb diese auch materiell-rechtlich unzulässig seien.
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D. Die Vorinstanz hielt der Beschwerde im Wesentlichen entgegen, dass sie in Erw. 3.b aus-
drücklich festgehalten haben, dass allfällige Massnahmen zum Hochwasserschutz in einem
separaten Projekt erarbeitet werden, weshalb sie auf die entsprechenden Vorbringen und
Beweisanträge nicht habe eintreten müssen. Weil nach den Statuten der Flurgenossen-
schaft nur deren Mitglieder ein Fahrrecht haben, handle es sich bei der C_strasse um
eine private Strasse und deshalb sei zu Recht das Baubewilligungsverfahren durchgeführt
worden. Bei der Unterschrift der Grundeigentümer handle es sich um eine Ordnungsvor-
schrift. Weil es sich bei der Flurgenossenschaft um eine juristische Person des öffentlichen
Rechts handle, habe der Bauentscheid nicht allen Mitgliedern eröffnet werden müssen.
Weil die Lage und Breite des Strassenköpers unverändert bleibe, und eine Visierung von
unterirdischen Anlagen ohnehin nicht möglich sei, habe darauf verzichtet werden können.
Mit Schreiben vom 12. Februar 2014 sei den Beschwerdeführern Akteneinsicht gewährt
worden, wobei auch der GEP hätte eingesehen werden können. Diese Gelegenheit hätten
indessen die Beschwerdeführer nicht wahrgenommen. Weder aus der Bauverordnung noch
aus dem Abwasserreglement ergebe sich, dass für den Ersatz und die Erweiterung eines
Meteorwasserkanals eine hydraulische Berechnung eingereicht werden müsse. Im Übrigen
habe man sehr wohl geprüft, ob das Vorhaben den Bau- und Umweltvorschriften entspre-
che und sei dann zum Schluss gekommen, dass die Vorinstanz das Vorhaben im Sinne
von Art. 52 BauV zu Recht bewilligt habe. Der Verweis auf den Zivilrechtsweg habe sich
deshalb nur auf allfällige nachbarrechtliche Ansprüche im Sinne von Art. 679 und 684 ZGB
bezogen. Im Übrigen sei Gegenstand des Rekurses der Bau- und Einspracheentscheid der
BBK und nicht der geltende GEP. Für das AfU habe deshalb kein Anlass bestanden, das
GEP im Hinblick auf das strittige Bauvorhaben zu überprüfen. Das AfU habe deshalb als
Sachverständige und nicht als Bewilligungsbehörde fungiert. Auf die weiteren Vorbringen
wird, soweit erforderlich, in den Erwägungen eingetreten.
Die BBK B_ verwies ergänzend im Wesentlichen auf den bei Parzelle Nr. 0002 zusätzlich
verfügten Einlaufschacht und dass die dort bestehende Stellplatte erhalten bleibe. Die
Flurgenossenschaft C_ hielt ergänzend im Wesentlichen dafür, dass mit den
handschriftlichen, bei den Akten liegenden hydraulischen Berechnungen des projektieren-
den Ingenieurs (ohne Angabe einer Aktenfundstelle) die Grundlagen vorliegen, um die vor-
gesehene Dimensionierung der neuen Meteorwasserleitung zu beurteilen. Die Antwort zu
den Fragen der Beschwerdeführer zu Art. 15 des Abwasserreglements hätten die Bewilli-
gungsinstanzen offensichtlich in den eingereichten Unterlagen gefunden. Andernfalls wäre
die Flurgenossenschaft bereit gewesen, auf entsprechende Nachfrage hin (vgl. Art. 47
Abs. 4 BauV) ergänzende Unterlagen oder Pläne nachzureichen. Die Flurgenossenschaft
lässt sodann festhalten (N26), die Beschwerdeführer würden zutreffend darauf hinweisen,
dass die Entwässerung der obenliegenden Wiese mittels Einlaufschächten und Ableitung
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des Wassers heute nicht gesetzeskonform sei. Wenn insofern Handlungsbedarf bestehe,
dann auf jenem, landwirtschaftlich genutzten Land und nicht innerhalb des Siedlungs-
gebiets C_. Ein tatsächlicher und rechtlicher Handlungsbedarf auf jenem Land dürfe
jedenfalls nicht dazu führen, dass der bezüglich der Strasse und ihrer Entwässerung aus-
gewiesene Erneuerungsbedarf verhindert oder massiv verzögert werde. Entsprechend sei
die Entwässerung des Wieslandes nicht als Bestandteil des vorliegenden Projekts zu ver-
stehen. Hinsichtlich der umstrittenen Änderung des Quergefälles der Strasse nach Nord-
osten hin sei den Bedenken der Beschwerdeführer mit dem von der BBK verlangten
zusätzlichen Einlaufschacht Rechnung getragen worden. Auf die weiteren Vorbringen wird,
soweit erforderlich, in den Erwägungen näher eingetreten.
E. Mit ihrer Replik verzichteten die Beschwerdeführer und in der Folge auch die übrigen Betei-
ligten auf eine mündliche Verhandlung. Auf diese Replik und die Duplik der Flurgenossen-
schaft wird, soweit erforderlich, in den Erwägungen eingetreten. Desgleichen gilt für die in
der Folge je unverlangt eingereichten Stellungnahmen der Beschwerdeführer (vom
15. Oktober und 2. Dezember 2014) sowie der Flurgenossenschaft (vom 20. November und
16. Dezember 2014).
F. Das nach neuem Strassengesetz von der Gemeinde B_ zu erlassende Strassen-
reglement wurde am 14. April 2015 - mit Ausnahme von Art. 28 - vom Regierungsrat
genehmigt (ABl 2015, 452). Das Strassenverzeichnis mit der Klassierung der Strassen
nach neuem Strassengesetz liegt derzeit noch nicht vor.
G. Am heute im Beisein der Parteien durchgeführten Augenschein hat sich im Wesentlichen
ergeben, dass die C_strasse ab dem Bahnübergang mit einem Fahrverbot mit dem
Zusatz "Zubringerdienst gestattet" belegt ist. Ferner hat sich gezeigt, dass namentlich im
Bereich entlang der Parzelle 0002 die Strassenparzelle (Nr. 0001) nur die reine Fahrbahn
der C_strasse umfasst, wogegen sich das linke und rechte Strassenbord - ab den
Wassersteinen bis zu den Stellriemen - und die bestehenden Einlaufschächte überwiegend
auf Boden der anstossenden Grundeigentümer befinden. Obschon die reine Fahrbahn
nach Lage und Breite nicht verändert werden soll, liess sich am Augenschein ohne weiteres
erkennen, dass durch die geplante Änderung des Quergefälles der Strasse durchwegs
nach Nordosten bzw. talwärts namentlich die Parzelle der Beschwerdeführer (0002) stärker
in den Einflussbereich des Meteorwassers der C_strasse gerät als bisher. Denn durch
die bisherige "Dachneigung" wurde überschüssiges Meteorwasser auch bergseitig kanali-
siert und entlang dem Strassenrand nach Nordwesten und Südosten abgeleitet. Wohl ist
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durch die talseitig unverändert entlang der Parzellengrenze vorgesehenen Stellriemen
sichergestellt, dass das Meteorwasser im Normalfall in die talseits vorhandenen und den
dort von der BBK zusätzlich verlangten Einlaufschacht ein- und abfliessen wird. Im Falle
eines Starkregens oder eines eigentlichen Hochwassers wird überschüssiges Meteor-
wasser auf dem nun durchwegs nach Nordosten geneigten Quergefälle der Strasse ver-
mehrt entlang dem talseitigen Stellriemen gestaut. Es muss damit gerechnet werden, dass
das auf der grossen Hangwiese im Verlauf eines Niederschlagsereignisses nicht mehr
absorbierte Wasser ebenfalls in die Bauzone abfliesst und dort nach dem Erreichen des
Schluckvermögens der Einlaufschächte über die nicht höher als heute geplanten talseitigen
Stellriemen insbesondere auf Parzelle 0002 abfliesst. Dort kann es der Falllinie folgend in
der Tat in die Kellerräumlichkeiten eindringen, wie dies (unbestritten) offenbar schon in der
Vergangenheit vorgekommen ist. Ferner hat sich bestätigt, dass in der landwirtschaftlich
genutzten Hangwiese einzelne Einlaufschächte bestehen, weshalb bei einem Starkregen
nebst nicht absorbiertem Hangwasser auch Meteorwasser direkt auch in den neuen
Meteorwasserkanal abfliessen wird. Dessen Kapazität wird gemäss Projekt erhöht, aber
dieser Kanal wird das aus einem grossen Einzugsgebiet stammende Hangwasser nicht
unbegrenzt schlucken können. In welcher Häufigkeit und Intensität damit gerechnet werden
muss, dass überschüssiges Hang- und Meteorwasser über die talseitigen Stellriemen auf
die Parzelle 0002 der Beschwerdeführer eindringt, liess sich naturgemäss am Augenschein
nicht feststellen.
H. Auf die Eröffnung des Urteilsdispositivs hin bestand die Flurgenossenschaft C_
ausdrücklich auf einer Begründung des Urteils.

## Considerations

Erwägungen
1. Die von Amtes wegen vorzunehmende Prüfung der prozessualen Voraussetzungen ergibt,
dass das Obergericht nach Art. 54 Abs. 1 des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege
(VRPG, bGS 143.1, in der Fassung gemäss Art. 100 Abs. 1 Justizgesetz, JG, bGS 145.31)
in Verbindung mit Art. 110 lit. b des Gesetzes über die Raumplanung und das Baurecht
(BauG, bGS 721.) sowie Art. 88 Strassengesetz (StrG, bGS 731.11) zur Behandlung der
Beschwerde gegen den Rekursentscheid des Departements Bau und Umwelt (DBU)
zuständig ist. Die Beschwerde wurde frist- und formgerecht eingereicht. Als Adressaten des
angefochtenen Rekursentscheides, mit dem ihre Einsprache gegen die ihre Parzelle Nr.
0002 vorab durch die Änderung des Quergefälles tangierende Strassensanierung abgewie-
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sen wurde, sind die Beschwerdeführer formell beschwert und in eigenen schutzwürdigen
Interessen betroffen. Auf die Beschwerde ist einzutreten.
2. Die Beschwerdeführer halten in verfahrensrechtlicher Hinsicht dafür, dass es sich bei der
C_strasse um eine öffentliche Strasse im Sinne von Art. 1 StrG handle, weshalb für die
geplante Strassensanierung das Planauflageverfahren nach Art. 36 StrG und nicht das
Baugesuchsverfahren hätte durchgeführt werden müssen. Dieser Auffassung kann nicht
gefolgt werden. Bei der C_strasse handelt es sich zwar um eine Strasse im Eigentum
einer öffentlich-rechtlichen Flurgenossenschaft, aber nach deren, vom Regierungsrat
genehmigten Statuten (act. 10.31) steht nur den Genossenschaftsmitgliedern ein Fahrrecht
für Motorfahrzeuge zu. Auch im Grundbuch ist einzig ein Fusswegrecht, nicht aber ein
Fahrrecht zugunsten der Öffentlichkeit angemerkt. Dem entspricht, dass für die gesamte
C_strasse ein Fahrverbot mit dem Zusatz "Zubringerdienst gestattet" signalisiert ist (vgl.
act. 22.23). Die C_strasse dient somit weder dem allgemeinen Verkehr im Sinne von
Art. 2 Abs. 3 StrG noch sind derzeit die Voraussetzungen einer Widmung zum Gemein-
gebrauch im Sinne von Art. 2 Abs. 2 StrG erfüllt. Deshalb handelt es sich bei dieser Flurge-
nossenschaftsstrasse um eine nicht öffentliche Strasse (Privatstrasse) im Sinne von Art. 1
Abs. 3 StrG. Nach Satz 2 dieser Bestimmung gelten die nicht öffentlichen Strassen als
Anlagen im Sinne des Baugesetzes. Auf solche nicht öffentlichen Strassen im privaten
Eigentum ist deshalb - auch gemäss Wortlaut der nachgenannten Bestimmung - das Plan-
verfahren nach Art. 36 Abs. 2 StrG nicht anwendbar. Die strittige Strassensanierung muss
deshalb zwingend und ungeachtet einer allfälligen Zustimmung der Grundeigentümer im
Baubewilligungsverfahren auf ihre Übereinstimmung mit den öffentlich-rechtlichen Vor-
schriften überprüft werden. Liegt die Bewilligungszuständigkeit bei den Baubewilligungsbe-
hörden, schadet nicht, dass ihre Auflagen und Bedingungen sich teilweise auch auf das
kantonale oder kommunale Strassenrecht stützten. Dies ist im Rahmen von Art. 1 Abs. 3
Satz 1 StrG ausdrücklich so beabsichtigt.
2.1 Dass die BBK und die Vorinstanz je im gleichen Bau- bzw. Rechtsmittelentscheid auch
über das zweite Baugesuch (betreffend Erweiterung des Fernwärmeleitungsnetzes) ent-
schieden haben, ist verfahrensrechtlich nicht zu beanstanden. Die Vereinigung der zwei
Baubewilligungsverfahren erscheint durch die Tatsache gerechtfertigt, dass beide Vorha-
ben gleichzeitig zur Beurteilung anstehen und dass beide die C_strasse insbesondere
für diverse Werkleitungen beanspruchen. Von einer unzulässigen Vermischung der Verfah-
rensführung kann unter diesen Umständen keine Rede sein, sind doch die BBK und das
DBU auch je für beide Baubewilligungsverfahren zuständig. Daher schadet gegebenenfalls
auch nicht, dass sich (in der Beschwerde nicht näher bezeichnete) Angaben zum einen
Projekt in den Baugesuchsplänen des anderen finden sollen, denn die zuständige Bewilli-
gungsbehörden hindert dies nicht daran, Ihren Entscheid über beide Baugesuche wider-
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spruchsfrei zu treffen. Weil die Beschwerdeführer an beiden Verfahren beteiligt sind,
erwächst ihnen auch bei deren Anfechtung kein Nachteil. Auch in diesem Punkt erweist
sich die Beschwerde als unbegründet.
2.2 In formeller Hinsicht wird sodann gerügt, dass das strittige Bauvorhaben rund 20 Privat-
grundstücke betreffe, deren Eigentümer die Baugesuche nicht mit unterschrieben haben.
Ferner sei diesen Grundeigentümern der Bau- und Einspracheentscheid bis heute nicht
eröffnet worden. Die Vorinstanz hält dem entgegen, dass es sich bei den als verletzt
gerügten Bestimmungen in Art. 46 und 47 BauV um blosse Ordnungsvorschriften handle.
Im Übrigen handle es sich bei der Flurgenossenschaft um eine juristische Person des
öffentlichen Rechts, weshalb der Bauentscheid nicht allen Mitgliedern habe eröffnet werden
müssen. In diesem Punkt kann der Vorinstanz nicht gefolgt werden. Mit ihrer Argumentation
scheint die Vorinstanz zu übersehen, dass die Sanierung der C_strasse weder bloss die
Strassenparzelle der Flurgenossenschaft (Nr. 0001) noch ausschliesslich Anpassungen im
Bereich bestimmter privater Vorplätze betrifft. Die Mitglieder der Flurgenossenschaft haben
unbestritten durch Mehrheitsbeschluss und die Eigentümer der privaten Vorplätze alle
durch ihre Unterschrift dem Vorhaben zugestimmt, soweit die Vorhaben ihre Privatparzellen
betreffen. Nicht durch Unterschrift zugestimmt haben indessen die Beschwerdeführer sowie
die anderen rund 20 Anstösser an die C_strasse, deren Parzellen lediglich, aber immer-
hin durch die geplante Änderung des Querprofils oder durch sonstige Anpassungen bei der
Strassenentwässerung von baulichen Massnahmen mit betroffen sind - sei es durch Stell-
riemen, Einlaufschächte oder Werkleitungen, welche nach den Bauplänen überwiegend auf
privatem Grund liegen oder in mehr oder weniger modifizierter Form zu liegen kommen.
Dass einzelne dieser Anstösser dem Bauvorhaben als Mitglieder der Flurgenossenschaft
zugestimmt haben, dürfte zutreffen, aber die Zustimmung als Mitglied der Flurgenossen-
schaft kann nur das Vorhaben auf deren Strassenparzelle betreffen. Die Zustimmung in der
Mitgliederversammlung kann nicht als Zustimmung auch zu den Massnahmen auf einer
Privatparzellen ausgelegt werden. Soweit private Grundstücke durch Anpassungen des
Querprofils, der Einlaufschächte und Stellriemen oder gar durch neue oder geänderte
Werkleitungen in Anspruch genommen werden, hätten deren Eigentümer den beiden Bau-
gesuchen auch durch ihre Unterschrift zustimmen müssen (Art. 47 Abs. 1 BauV). Dass es
sich beim Unterschriftserfordernis um eine blosse Ordnungsvorschrift handeln soll, wird
zwar bisweilen vertreten, aber nachdem Art. 641 ZGB im Ergebnis bestimmt, dass ein Bau-
vorhaben auf fremdem Boden nur mit Zustimmung des Grundeigentümers verwirklicht wer-
den kann, ist dieser Auffassung für die vorgenannten rund 20 Anstösser nicht zu folgen
(ebenso SG GVP 1982 Nr. 70; Baumann, Kommentar BauG AG, N16 zu §60). Aber selbst
wenn man das Fehlen ihrer Unterschrift auf den beiden Baugesuchen als verbesserlicher
Mangel betrachten wollte, so hätte diesen privaten Grundeigentümern zur Wahrung ihrer
Eigentums- und Gehörsrechte zumindest der Bau- und Einspracheentscheid der BBK
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eröffnet werden müssen, denn nur so wären sie in der Lage gewesen, sich bei Bedarf noch
rechtzeitig ins Rekursverfahren einzuschalten (so auch ZBl 1985, S. 122, E. 4 zu der bei
Stockwerkeigentümern ähnlichen Konstellation). Da den genannten Anstössern weder die
Baugesuche zur Unterschrift vorgelegt noch der auch sie betreffende Bau- und Ein-
spracheentscheid eröffnet wurde, steht fest, dass das Baugesuchsverfahren an einem for-
mellen Rechtsmangel leidet. Zur Behebung dieses Rechtsmangels kommt man in Anwen-
dung von Art. 47 Abs. 1 BauV nicht umhin, die Sache entweder zur Vervollständigung der
Baugesuche (hinsichtlich Unterschrift bzw. Zustimmung) oder allenfalls zur Eröffnung des
neu zu beschliessenden Bau- und Einspracheentscheids auch an die genannten Anstösser
an die BBK B_ zurückzuweisen (dass die BBK einen neuen Bau- und Einspracheent-
scheid wird eröffnen müssen, wird sich nachfolgend ergeben).
Soweit die BBK dem entgegen hält, die Beschwerdeführer seien nicht legitimiert, mit dieser
formellen Rüge die Interessen von Dritten geltend zu machen, zumal sie selber ja rechtzei-
tig Einsprache erhoben haben, wird übersehen, dass eine solche rügebezogene Beurtei-
lung der Legitimation heute nicht mehr zulässig ist: Die kantonalen und kommunalen
Behörden dürfen nach Art. 33 Abs. 3 lit. a RPG und Art. 111 Abs. 3 BGG die Rechtsmittel-
befugnis nicht (mehr) enger fassen, als dies für die Beschwerde an das Bundesgericht vor-
gesehen ist. Sind die Voraussetzungen zur Beschwerde grundsätzlich gegeben (vgl. oben
E. 1), sind die Beschwerdeführer mit sämtlichen der in Art. 95 ff. BGG aufgeführten Rügen
zum Verfahren zuzulassen, wenn ihnen durch die Gutheissung der Beschwerde ein prakti-
scher Nutzen entstehen würde (vgl. u.a. Urteil BGer 1C_236/2010, vom 16.7.2010, E. 1.2,
1.4 u. 1.5). Im vorliegenden Fall ist bei den Beschwerdeführern ein solcher Nutzen gege-
ben: Soweit durch die geplanten Änderungen des Quergefälles und die vorgesehenen
Werkleitungen das Eigentum der genannten Anstösser in Anspruch genommen werden
soll, wäre für beide Vorhaben die Baubewilligung zu verweigern, wenn diese den Vorhaben
nicht zustimmen sollten. Gegebenenfalls würden der Bau der Werkleitungen und die Ände-
rungen beim Quergefälle dann nämlich voraussetzen, dass die Baugesuchsteller beim
Gemeinderat zugleich um Einleitung der formellen Enteignung zum Erwerb der erforder-
lichen Rechte nachsuchen oder sie müssten sich selber zur Ausübung der Enteignung
ermächtigen lassen (Art. 73 Abs. 4 BauG). Der konkrete Nutzen der Beschwerdeführer
besteht also darin, dass die strittige Baubewilligung entweder mangels Zustimmung oder
eines Enteignungsbegehrens zu verweigern wäre und dass es damit sein Bewenden hätte.
Mit anderen Worten: es bliebe dann bei dem von den Beschwerdeführern bevorzugten bis-
herigen Querprofil, welches weniger Meteorwasser auf ihre Parzelle leitet, als das beim
strittigen Vorhaben der Fall wäre. Der nach dem oben Gesagten materiell begründeten
Rüge kann somit nicht auf diesem Weg (Nichteintreten) begegnet werden. Somit bleibt es
bei einer Gutheissung der Beschwerde und Rückweisung an die BBK schon aus den
erwähnten formellen Gründen. Bei diesem Ergebnis kann offen bleiben, ob weitere formelle
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Gründe, wie beispielsweise die offenbar unterbliebene Visierung die Rückweisung auch zu
rechtfertigen vermöchten.
3. Soweit die Beschwerdeführer rügen, die Vorinstanz habe sie hinsichtlich der Hochwasser-
gefährdung zu Unrecht auf den Privatrechtsweg verwiesen, halten die Vorinstanz und die
BBK dafür, sie hätten sich öffentlich-rechtlich ausführlich mit der von den Beschwerdefüh-
rern behaupteten Gefährdungsverschiebung auf deren Grundstück befasst, weshalb die
Verweisung nur den privat- bzw. nachbarrechtlichen Aspekt der Gefährdungsverschiebung
betreffe. Soweit die Beschwerdeführer nebst dem Koordinationsgebot auch Art. 116 Abs. 1
BauG als verletzt rügen (weil das geplante Quergefälle eine Gefährdungsverschiebung auf
ihr Grundstück zur Folge habe, verstärkt durch die Entwässerung der obenliegenden Wiese
auch via den geplanten Meteorwasserkanal) lässt die Flurgenossenschaft dem in ihrer
Stellungnahme (vom 17.7.2014, N 26) entgegnen, durch den bei Parzelle 0002 zusätzlich
verlangten Einlaufschacht sei dem Rechnung getragen worden. Die Flurgenossenschaft
gesteht aber zu, dass die Entwässerung der oben liegenden Wiese mittels Einlaufschäch-
ten und die Einleitung auch in den Meteorwasserkanal nicht gesetzeskonform sei. Wenn
insofern Handlungsbedarf bestehe, dann jedoch auf der landwirtschaftlich genutzten Wiese
und nicht innerhalb des Siedlungsgebietes C_. Die Entwässerung des Wieslandes sei
jedenfalls nicht Bestandteil des vorliegenden Projektes. Die Vorinstanz kommt im ange-
fochtenen Entscheid in Anwendung von Art. 7 Abs. 2 GschG im Wesentlichen zum Schluss,
dass die Meteorwasserleitung aufgrund der hydraulischen Berechnungen eines Fach-
mannes nicht zu beanstanden sei, zumal darin in der Regel auch das angrenzende, nicht
überbaute Beizugsgebiet mitberücksichtigt werde. Die Siedlungsentwässerung sei aber
nicht auf eigentliche Unwetter- und Hochwasserereignisse ausgelegt. Weil die Siedlungs-
entwässerung nicht dem Hochwasserschutz diene, erweise sich das Bauvorhaben als
bewilligungsfähig. Die Rekurrenten seien in Bezug auf die angebliche Gefährdungsver-
schiebung auf den Privatrechtsweg zu verweisen.
3.1 Der Vorinstanz kann insofern gefolgt werden, als die Siedlungsentwässerung bezüglich
Leitungsdimensionierung in den hydraulischen Berechnungen in der Regel auf 5-jährigen
Ereignissen basiert und die seltenen Hochwasserereignisse nicht berücksichtigt werden.
Die Vorinstanz kommt daher zu Recht zum Schluss, dass namentlich der neue Meteor-
wasserkanal den einschlägigen Normen der Siedlungsentwässerung entsprechend dimen-
sioniert worden sei. Nicht gefolgt werden kann der Vorinstanz indessen hinsichtlich der
Hochwassergefährdung, welche die Beschwerdeführer ausdrücklich unter Bezugnahme auf
Art. 116 BauG geltend machen: Nach Abs. 1 dieser Bestimmung sind Bauten und Anlagen
so zu erstellen, zu betreiben und zu unterhalten, dass weder Personen noch Sachen
gefährdet werden. Da beide Bauvorhaben als Anlagen im Sinne des Baugesetzes gelten
(vgl. Art. 1 Abs. 3 StrG, Art. 93 BauG, Art. 38 BauV) ist diese Bauvorschrift auch auf die
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strittige Strassensanierung anwendbar. Die Vorinstanz hat diese nicht auf die schon bei ihr
gerügte Gefährdungsverschiebung angewendet, sondern sich öffentlich-rechtlich damit
begnügt, die Vereinbarkeit der beiden Vorhaben mit dem Gewässerschutzgesetz und dem
kommunalen GEP (genereller Entwässerungsplan) zu bejahen. Da das GEP nicht dem
eigentlichen Hochwasserschutz dient, sondern die Entwässerung nur bezüglich der häufi-
geren (5-jährigen) Niederschlagsereignissen sicherstellt, steht fest, dass die Vorinstanz
ihrer öffentlich-rechtlichen Prüfungspflicht nicht vollständig, sondern in Bezug auf Art. 116
BauG nicht nachgekommen ist. Diese pflichtwidrige Unterlassung ist auch prozessual zu
beanstanden, waren doch bei der Vorinstanz Massnahmen wie ein modifiziertes Quer-
gefälle (hangwärts anstatt talwärts) und auch eine Erhöhung der Stellriemen im Bereich der
Parzelle der Beschwerdeführer schon ein Thema, zumindest in den aktenkundigen Ver-
gleichsverhandlungen. Dass im angefochtenen Entscheid sich dazu keine Erwägungen fin-
den, ist umso mehr zu beanstanden, als insbesondere eine Modifikation des Quergefälles
mit der angestrebte Erleichterung der Schneeräumung durchaus zu vereinbaren wäre. So
könnte beispielsweise das Quergefälle bei der Parzelle der Beschwerdeführer durchgehend
und nicht bloss für eine Fahrbahnseite hangwärts geplant werden. Dass die BBK in Ziff. 3.5
ihres Bau- und Einspracheentscheides bereits einen zusätzlichen Einlaufschacht mit einem
Schluckvermögen von 1800 l/min. vorgeschrieben hat, kann die Hochwasserproblematik
etwas entschärfen. Da der neue Meteorwasserkanal aber unbestritten nicht auf Hoch-
wasserereignisse ausgelegt wurde, muss in diesen Fällen weiterhin mit einem Rückstau
gerechnet werden, sobald das Schluckvermögen des zusätzlich vorgesehenen Einlauf-
schachtes ausgeschöpft ist. Dann muss auf der Parzelle der Beschwerdeführer weiterhin
mit einer Gefährdung durch Hochwasser gerechnet werden. Das zurückgestaute Meteor-
wasser wird dann jeweils dem talwärts projektierten Quergefälle folgend auf die Parzelle
der Beschwerdeführer abfliessen, sobald der Rückstau die Höhe des Stellriemens über-
schreitet. Dazu kommt, dass die Einlaufschächte in der obenliegenden Wiese auch künftig
in den neuen Meteorwasserkanal einmünden sollen, und diesbezüglich lässt zumindest die
Flurgenossenschaft zugestehen, dass diese Art der Hangentwässerung nicht gesetzes-
konform sei. Wie es sich damit verhält, lässt sich anhand des bei den Akten liegenden GEP
nicht abschliessend beurteilen. Gemäss Übersichtsplan Schmutzwasser/Meteorwasser
(1:5000, vom Dez. 1996, Nr. 1795-01) ist im Gebiet C_ ausserhalb der Bauzone nur die
als F17 bezeichnete Schmutzwasserleitung vorgesehen, wogegen eine Meteorwasser-
leitung nur für das Gebiet in der Bauzone vorgesehen wurde. Dass für die Einlaufschächte
im landwirtschaftlich genutzten Wiesland je eine GEP-konforme Baubewilligung erteilt wor-
den wäre, ist nicht aktenkundig; deren GEP-Konformität ist jedenfalls nicht erstellt. Da die
Einlaufschächte in der obenliegenden Wiese gemäss Bauprojekt auch in den neuen Mete-
orwasserkanal münden werden (vgl. Werkleitungsplan C_, 1:200, vom 8. bzw.
30.11.2012), muss öffentlich-rechtlich geklärt werden, ob dies einerseits mit dem GEP und
anderseits mit Art. 116 Abs. 1 BauG zu vereinbaren ist. Durch deren Einleitung in den
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Meteorwasserkanal wird die Gefahr einer Überflutung der Parzelle 0002 durch zurückge-
stautes Meteorwasser zumindest erhöht. Die Flurgenossenschaft geht unter diesen Um-
ständen fehl in der Annahme, die bestehende Entwässerung des Wieslandes sei nicht
Bestandteil des strittigen Bauprojektes. Daran ändert ihr Hinweis auf die Ausführungen des
AfU (vom 6. Nov. 2013) nichts, denn das AfU führt dort auf S. 3 aus, dass geprüft werden
"könnte" (bzw. richtigerweise müsste), ob mittels Dimensionierung von Abschnitten der neu
zu verlegenden Meteorwasser-Sammelleitung die Ableitungsfunktion noch einwandfrei
sichergestellt sei. Das nach Art. 63 lit. e des kantonalen Umwelt- und Gewässerschutz-
gesetzes (UGsG, bGS 814.0) für die Einleitung von Wasser oder Abwasser zuständige
Tiefbauamt (TBA) hält in seiner Stellungnahme (vom 9. Dez. 2013) denn auch unmissver-
ständlich fest, dass die bestehenden Einlaufschächte oberhalb der Siedlung das Oberflä-
chenwasser sammeln und die neu geplante Meteorwasserkanalisation wesentlich belasten.
Aus den Unterlagen sei (laut TBA) nicht ersichtlich, wo die Meteorwassermengen aus dem
Oberflächenabfluss eingerechnet worden seien. Bezüglich des (talwärts) vorgesehenen
Quergefälles der Strasse hält das TBA ausdrücklich fest, die(se) Anpassung des
(Quer-)Gefälles führe zu einer höheren Gefährdung der Liegenschaft Nr. 0002 (A_). Der
geplante Doppelbund vermöge die vorhandenen Wassermengen kaum aufzunehmen. In
Anbetracht dieser Ausführungen der für den Hochwasserschutz fachkundigen Amtsstelle ist
davon auszugehen, dass das Vorhaben mit dem talwärts geplanten Quergefälle und der
neue Meteorwasserkanal (mit der geplanten Einleitung auch der Hangentwässerung) den
Anforderungen, welche Art. 116 Abs. 1 BauG an die Sicherheit eines Bauwerkes für
Personen und Sachenwerte stellt, derzeit nicht genügt. Mit welchen Massnahmen der
Gefährdung von Personen und Sachen begegnet werden kann, bedarf der näheren
Abklärung und je nach Ergebnis einer Überarbeitung des Strassenprojektes oder/und des
Meteorwasserprojektes. Die Sache ist zu ergänzender Abklärung und Neubeurteilung an
die BBK B_ zurückzuweisen. Dabei sind nebst den kommunalen auch die für den Vollzug
des GEP und den Hochwasserschutz zuständigen kantonalen Behörden (AfU und TBA) ins
Baubewilligungsverfahren einzubeziehen. Es ist Sache der erstinstanzlich zuständigen
Behörden, bei den Gesuchstellern die zur Beurteilung und Abwehr auch der
Hochwassergefahr ergänzend erforderlichen Gesuchsunterlagen einzuverlangen (Art. 47
BauV).
3.2 Dieser Rückweisung steht nicht entgegen, dass die BBK in Ziff. 3.16 ihres Bau- und Ein-
spracheentscheides auf Art. 116 BauG hingewiesen hat. Dabei handelt es sich um eine
unechte Nebenbestimmung, wurden doch die Baugesuchsteller damit nur auf das geltende
Recht hingewiesen, aber nicht zur konkreten Gefahrenabwehr im Bereich des (zu Recht)
als nachteilig bzw. gefährlich gerügten Quergefälles verhalten (vgl. Wiederkehr/Richli, Pra-
xis des allgemeinen Verwaltungsrechts, Bd. I, N 2523). Da es nicht Sache des mit einge-
schränkter Kognition erkennenden Obergerichts sein kann, die bislang durchwegs unter-
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bliebene Anwendung von Art. 116 BauG quasi als erste Instanz nachzuholen, bleibt - auch
zur Behebung der festgestellten formellen Mängel - nichts anderes übrig, als die Sache an
die BBK B_ zurückzuweisen. Bei diesem Ergebnis kann offen bleiben, ob die geltend
gemachten weiteren Mängel die Rückweisung auch zu begründen vermöchten.
3.3 Zusammenfassend steht damit fest, dass die Beschwerde in Aufhebung des beide Bauge-
suche betreffenden Rekursentscheides gutzuheissen ist. Die Sache ist zur formellen Ver-
vollständigung der Baugesuche (hinsichtlich Unterschrift und Zustimmung aller beteiligten
bzw. betroffenen Grundeigentümer, Bauherrschaften und Projektierenden), zur Neupubli-
kation und -auflage sowie hinsichtlich Art. 116 BauG zu ergänzender Abklärung und Neu-
beurteilung an die BBK B_ zurückzuweisen, wobei die für den Vollzug des GEP und den
Hochwasserschutz zuständigen kommunalen und kantonalen Behörden in das Verfahren
einzubeziehen sind.
4. In Anwendung von Art. 22 Abs. 1 in Verbindung mit Art. 59 VRPG wird auf die Erhebung
einer Entscheidgebühr verzichtet.
5. Nach Art. 53 Abs. 3 VRPG hat die obsiegende Partei in der Regel Anspruch auf eine Ent-
schädigung für ihre notwendigen Kosten und Auslagen. Da die Flurgenossenschaft C_
mit ihrem Rechtsbegehren unterliegt, ist deren Entschädigungsbegehren ausgangsgemäss
abzuweisen.
5.1 Weil die Beschwerdeführer obsiegen, haben ihnen grundsätzlich die Beschwerdegegner 1
und 2 eine Parteientschädigung zu entrichten. Da sich die Beschwerdegegnerin 2 weder
mit einem Rechtsbegehren noch sonst am Verfahren beteiligt hat, gilt diese weder als
unterliegend noch entschädigungspflichtig, so dass ausgangsgemäss die Beschwerdegeg-
ner 1 die nachfolgend festgesetzte Entschädigung allein zu entrichten haben. Da der für die
Beschwerdeführer tätige RA AA_ keine Kostennote einreichte, ist die Parteientschädi-
gung in Anwendung von Art. 16 der Verordnung über den Anwaltstarif pauschal auf
Fr. 4'000.-- festzulegen (Barauslagen und Mehrwertsteuer inbegriffen).
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