# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 21d5f29a-dd07-5efd-9289-764efeea7415
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2018
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1970, absolvierte die Realschule. In der Folge war er vom 31. August 1987 bis
zum
1. November 2009 für die
Z._
AG tätig, wo er zuerst eine Lehre abschloss und nach inter
nen Weiterbildungen zuletzt im Bereich Briefpostsortierung arbeite
te (Urk. 7/1/5, 7
/8,
7/34/1 und 7
/40/3). Hernach bezog er Taggeldleistungen der A
rbeitslosen
versicherung (Urk. 7/1/4 und 7
/10-12).
1.2
Am 15. Januar 2011 meldete sich der Versicherte wegen Beschwer
den am lin
ken Knie und an beiden Händen
erstmals
bei der Sozialversiche
rungsanstalt des Kan
tons Zürich, IV-Stelle, an und ersuchte um Zusprechung von Massnahmen für die berufliche Eingliederung (Urk.
7
/1).
Die IV-Stelle
zog die Akten des Unfallversi
cherers bei (Urk. 7/13)
, der für die Folgen einer am 2
1.
Dezember 2004 erlittenen Verletzung des linken Knies (
Urk.
7/13/40) aufgekommen war,
und
klärte die
medizini
schen (Urk. 7/7 und 7
/14
-15) und erwerblichen (Urk. 7/6 und 7
/8) Ver
hält
nisse
weiter ab
. Danach liess sie den Versicherten durch ihren Regionalen Ärztlichen Dienst (RAD)
bi
diszipli
när
untersuchen (Urk. 7
/17-19).
Als
Diagnos
en
mit Auswirkung auf
die Arbeits
fähigkeit wurde
n
einzig Gonarthrose
n
im rechten und
im
linken Knie
festgehalten (
Urk.
7/18/4)
. In der angestammten Tät
igkeit als Briefsortierer sei der Versicherte
zu 100 % arbeitsunfähig, hin
gegen
sei ihm eine
leichte
, wechselbelastende
vor
wiegend im Sitzen auszuüben
de Tätigkeit
in
sau
berer Umgebung ohne Hitzeexposition
zu 100 %
zumutbar
(Urk.
7/18/5 und 7/18/4
).
Die IV-Stelle ermittelte einen I
nvaliditätsgrad von 23 % (Urk. 7
/21) und stellte dem Versicherten mit Vorbescheid vom 16. August 2011 die
Verneinung eines
Renten
anspruchs
in Aussicht.
Überdies
hielt sie fest, der Versicherte sei gemäss ihren Unterlagen zurzeit beim Regionalen Arbeitsvermittlungszentrum (RAV) gemel
det und zu 100 % vermittelbar. Falls er Unterstützung bei der Stellensuche benötige, so habe er ein kurzes schriftliches Gesuch zu stellen (Urk. 7/24). Mit Schreiben vom 17. August 2011 erhob der Versicherte sinngemäss Einwand und beantragte, es sei ihm eine Umschulung zu gewähren, namentlich sei ihm eine KV-Lehre zu ermöglichen (Urk. 7/26). Nach Prüfung der Voraussetzungen erteil
te die IV-Stelle
dem Versicherten
am 23. November 2011 Kostengutsprache für eine Umschulung an den
A._
vom 27. Februar 2012 bis 31. Januar 2014 zum Erwer
b des Handelsdiploms VSH (Urk. 7
/38). Überdies
sprach sie
dem Versicherten
für die Zeit
vom
10. November 2011
bis
2.
Februar 2014 Invaliden
taggeld
er
zu (vgl. Urk. 7
/42
-
43).
Am 14. Mai 2012 ersuchte der Versicherte die IV-Stelle um eine weitere Ausbil
dung zum Sachbearbeiter Finanz- und Rechnungswesen (Urk. 7/55) und am
13. Dezember 2012 beantragte er, es sei ihm eine Ausbildung zum technischen Kaufmann zu gewähren (Urk. 7/67). Mit Vorbescheid vom 15. August 2013 stellte die IV-Stelle die Abweisung des Begehrens um weitere berufliche Massnahmen in Aussicht (Urk. 7/90). Dagegen erhob der Versicherte Einwand (Urk. 7/93), worauf die IV-Stelle mit Verfügung vom 26. September 2013 einen Anspruch auf weitere berufli
che Massnahmen verneinte (Urk. 7
/95).
Dagegen erhob der Ver
sicherte Beschwerde ans Sozialversicherungsgericht (
Urk.
7/96/3).
In der Folge
schloss
der Versicherte
die
Diplomprüfung
erfolgreich ab und es wurde
ihm
am 13. Februar 2014 das Handelsdiplom VSH erteilt (vgl. Urk.
7/119 und
7/122).
Die IV-Stelle kündigte ihm mit Vorbescheid vom 8. April 2014 den erfolgreichen Abschluss der beruflichen Massnahmen an (Urk. 7/129), wogegen er Einwand erhob (Urk. 7/131). Mit Verfügung vom 25. Juni 2014 erklärte die
IV-Stelle die beruflichen Massnahmen als erfolgreich abgeschlossen und verneinte einen Anspruch auf weitere berufliche Massnah
men (Urk. 7/136). Dagegen erhob der Versicherte ebenfalls Beschwerde ans Sozialversicherungs
gericht (
Urk.
7/139).
Mit Verfügung vom 2
1.
Juli 2014
verneinte
die IV-Stelle
einen
Renten
anspruch
(Urk. 7/138). Diese Verfügung blieb unangefochten.
Das Sozialversicherungsgericht wies die Beschwerden
des Versicherten
mit Urteil IV.2013.00891 (damit vereinigt IV.2014.007
08) vom 1
9.
Dezember 2014 ab, da
er
mit der gewährten Umschulung ausreichen
d
eingegliedert sei (
Urk.
7/145). Die vom Versicherten dagegen erhobene Beschwerde (
Urk.
6/146/2-4) wies das Bun
desgericht mit Urteil 8C_51/2015 vom
7.
September 2015 ab (
Urk.
7/157).
1.3
Am 1
5.
September 2015 meldete sich der Versicherte bei der IV-Stelle erneut zum Leistungsbezug an (
Urk.
7/158).
Diese forderte ihn wiederholt dazu auf, eine Änderung der Verhältnisse glaubhaft z
u machen (
Urk.
7/161 und 7/166), worauf
e
r diverse Arztberichte ein
reichte
(
Urk.
7/170
und 7/173). Die IV-Stelle
zog
darauf
einen Bericht des behandelnden Hausarztes
Dr.
med.
B._
, Facharzt FMH für Allgemeine Medizin,
bei
(
Urk.
7/184)
.
Anschliessend holte sie eine Stellung
nahme ihres RAD ein (
Urk.
7/196/3-4).
Mit Vorbescheid vom 16. September 2016 stellte sie dem Versicherten die Abweisung seines Leistungsbegehrens in Aussicht (
Urk.
7/186). Dagegen erhob er Einwand (Urk. 7/187 und 7/190-191).
Die IV-Stelle verneinte mit Verfügung vom 20. Februar 2017 einen Leistungsanspruch (
Urk.
2 = 7/196).
2.
Gegen die Verfügung vom 20. Februar 2017 erhob der Versicherte, vertreten durch
lic
.
iur
.
Y._
von den Sozialen Diensten der Stadt Zürich, mit Eingabe
vom 22. März 2017 Be
schwerde
(Urk. 1)
. Er beantragte, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben und es sei ihm eine Invalidenrente zuzusprechen. Eventualiter sei sein Gesundheitszustand umfassend medizinisch abzuklären. Alles
unter Kostenfolgen zu Lasten der Be
schwe
r
degegnerin.
Überdies ersuchte er um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung (Urk. 1 S. 2) und reichte ein
en neuen Arztbericht
vom 1
7.
März 2017
ein (
Urk.
3/4
). Die IV-Stelle schloss am 25
.
April 2017
auf Abweisung der Beschwerde (Urk. 6). Davon wurde dem Beschwerdeführer mit Verfügung vom
2
.
Mai
2016 Kenntnis gegeben
, mit
wel
cher
ihm auch die unentgeltliche Prozessführung gewährt wurde
(Urk. 8).
Auf die einzelnen Ausführungen in den Rechtsschriften
und die im Beschwerde
verfahren neu eingereichte Unterlage
(
Urk.
3/4)
wird, soweit erforder
lich, in den Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.
1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (
Art.
8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allge
meinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG
). Die Invalidität kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (
Art.
4
Abs.
1
des Bun
desgesetzes über die Invalidenversicherung, IVG
).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beein
trächtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden aus
geglichenen Arbeitsmarkt (
Art.
7 Abs. 1 ATSG). Für die Beur
teilung des Vorlie
gens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheit
lichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfä
higkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (
Art.
7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
Wurde eine Rente wegen eines zu geringen Invaliditätsgrades verweigert, so wird nach
Art.
87
Abs.
3
der Verordnung über die Invalidenversicherung
(
IVV
)
eine neue Anmeldung nur geprüft, wenn die Voraussetzungen gemäss
Abs.
2 dieser Bestimmung erfüllt sind. Danach ist im Revisionsgesuch glaubhaft zu machen,
dass sich der Grad der Invalidität der versicherten Person in einer für den Anspruch erheblichen Weise geändert hat. Tritt die Verwaltung auf die Neuan
meldung ein, so hat sie die Sache materiell abzuklären und sich zu vergewissern, ob die von der versicherten Person glaubhaft gemachte Veränderung des Invali
ditätsgrades auch tatsächlich eingetreten ist; sie hat demnach in analoger Weise wie bei einem Revisionsfall nach
Art.
17
Abs.
1 ATSG vorzugehen (BGE 117 V 198 E. 3a, vgl. auch BGE 133 V 108 E. 5.2). Stellt sie fest, dass der Invaliditätsgrad seit Erlass der früheren rechtskräftigen Verfügung keine Veränderung erfahren hat, so weist sie das neue Gesuch ab. Andernfalls hat sie zunächst noch zu prüfen, ob die festgestellte Veränderung genügt, um nunmehr eine anspruchsbegrün
dende Invalidität zu bejahen, und hernach zu beschliessen. Im Beschwerdefall obliegt die gleiche materielle Prüfungspflicht auch dem Gericht (BGE 117 V 198 E. 3a, 109 V 108 E. 2b).
1.4
Versicherungsträger und Sozialversicherungsgerichte haben die Beweise frei, das heisst ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtge
mäss zu würdigen. Für das Beschwerdeverfahren bedeutet dies, dass das Sozial
versicherungsgericht alle Beweismittel, unabhängig davon, von wem sie stam
men, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruches gestat
ten. Insbesondere darf es bei einander widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizi
nische These abstellt. Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist also entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allsei
tigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Ausschlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Her
kunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a).
2.
Es ist strittig und zu prüfen, ob die Bes
chwerdegegnerin mit der angefochtenen Verfügung zu Recht einen Rentenanspruch verneinte, da
aus den
vorhandenen medizinischen Unterlagen keine invaliditätsrelevante Einschränkung der
Arbeits
fähigkeit im Bürobereich
hervorgehe
, oder ob sie
den medizinischen Sachverhalt weiter hätte abklären müssen
(
Urk.
1, 2 und
6
).
3.
3.1
Die IV-Stelle ist auf die Neuanmeldung des Beschwerdeführers vom
1
5.
September 2015 (
Urk.
7/158)
materiell eingetreten. Es
ist daher zu untersuchen
, ob sich der
Gesundheitszustand des Beschwerdeführers
im massgeblichen Zeitraum zwi
schen
der Verfügung vom
2
1.
Juli 2014
, mit welcher ein Anspruch auf eine Invaliden
rente verneint worden war, und der angefochte
nen Verfügung vom
20. Februar 2017
insoweit verschlechtert hat, dass nunmehr ein Anspruch auf eine Invaliden
rente besteht.
3.2
Die Verfügung vom 2
1.
Juli 2014 stützte
sich in medizinischer Hinsicht auf die Ergebnisse der regionalärztlichen Untersuchungen vom 1
0.
Mai 2010 (vgl. die Feststellungsblätter für den Beschluss vom 1
6.
August 2011 und für den Einwand vom 2
1.
Juli 2014; vgl.
Urk.
7/22 und 7/137).
Diese hätten einzig
Gonarthrosen im rechten und
im
linken Knie
ergeben
, denen eine Auswirkung auf die Arbeits
fähigkeit zukomme
(
Urk.
7/18/4).
Ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit seien eine
Epicondylitis
radialis
beidseits, eine
iliolumbale
Insertionstendinose
und ein Status nach Karpaltunneloperationen rechts und links (
Urk.
7/18/5).
Wegen einer
Adipositas (BMI 37) und ein
es
leichte
n
Diabetes mellitus Typ II
sei eine körperlich schwere Arbeit ausgeschlossen.
Aufgrund der
chronische
n
Hautulzeration über der Bauchwand
sei eine Tätigkeit in sauber
er
Umgebung und ohne Hitzeexposi
tion anzustreben.
In der angestammten Tätigkeit als Briefsortierer sei der Ver
sicherte zu 100 % arbeitsunfähig, hin
gegen sei ihm eine leichte, wechselbelas
tende vor
wiegend im Sitzen auszuüben
de
Tätigkeit
in sauberer Umgebung und ohne
Hitzeexposition
zu 100 % zumutbar (Urk. 7/18/5 und 7/18/4).
3.3
3.3
.1
Aus dem vom Beschwerdeführer eingereichten Bericht der Abteilung für Hand
chirurgie der Klinik
C._
vom
8.
Oktober 2015 geht hervor,
dass
am
5.
Oktober 2015 wegen beidseitiger volarer Handgelenksschmerzen
, die seit drei Jahren nach einer halben Stunde Arbeit am Computer aufträten,
eine Untersuchung stattge
funden
habe
.
Di
e
beschriebenen Beschwerden hätten im Rahmen der Handsprech
stunde
nicht ausgelöst werden können.
Am ehesten komme es aufgrund einer schlechten Ergonomie am Arbeitsplatz zu den beschriebenen Beschwerden, die
sich eventuell durch gewisse Hilfsmittel wie eine Gelunterlage verbessern liessen; eine
Diagnose mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit wurde im fraglichen Bericht nicht gestellt (
Urk.
7/170/1-2).
3.3.2
Am 2
7.
Oktober 2015 habe man den Versicherten in der Ab
teilung für Kniechi
rurgie des S
pitals
C._
wegen konstant vorhandener Knieschmerzen, links deutlich mehr als rechts,
untersucht.
Es sei möglich, dass die
Femoropatellararth
rose
links einen Teil der Beschwerden verursache. Die beschriebenen Beschwer
den seien jedoch recht diffus, nächtlich betont und nicht streng auf Belastungen zurückzuführen. Es bestehe auch eine unerklär
liche
er
hebliche Diskrepanz zwischen dem
vom Versicherten geklagten Leidensdruck und dem aktuellen kli
nischen Befund.
Eine umfassende Abklärung habe bereits vor sechs Jahren statt
gefunden, worauf die Indikation für ein operatives Vorgehen zurückhaltend beurteilt worden sei.
A
ktuell könnten die vom Versicherten geklagten Beschwer
den klinisch nicht eindeu
tig reproduziert werden, so dass
man ebenfalls keine sinnvolle operative Therapie anbieten könne. Für körperlich belastende Arbeiten scheine der Versicherte aufgrund der Kniebeschwerden nicht arbeitsfähig, dem
entsprechend sei bereits 2012 eine entsprechende Umschulung erfolgt. Ob auf
grund einer Übermüdung bei Knieschmerzen in der Nacht die Arbeitsfähigkeit in einem administrativen Bereich beeinträchtigt sei, sei gegebenenfalls mittels einer kreisärztlichen Untersuchung zu klären (
Urk.
7/170/3-5).
Ferner wurden die folgenden Diagnosen erwähnt (
Urk.
7/170/3):
-
Offene Druckstellen an der rechten
Gross
zehe sowie im Fersenbereich
-
Ulcus
Dig
I Fuss rechts aktuell Grad 1 nach Wagner ED 03/2015
-
Distal symmetrische, gemischte diabetische Polyneuropathie ED 07/2015
-
Diabetes mellitus ED 2010 (nicht insulinpflichtig)
-
Arterielle Hypotonie
-
A
d
i
positas per
magna (BMI 37,3).
3.3.3
Im Bericht des Augenzentrums
Dr.
D._
vom
2.
Dezember 2015 wurden
eine
Amblyopie
und eine
Anisometropie
diagnostiziert
(
Urk.
7/173).
3.3.4
Der behandelnde Hausarzt
Dr.
B._
führte in seinem Bericht vom 1
5.
August 2016 ein linksbetontes Knieschmerzsyndrom als Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit auf. Ohne Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit seien ein Diabetes mellitus Typ II, eine Adipositas per magna (BMI 38) und eine distal sym
metrische Polyneuropathie (
Urk.
7/184/6). Er habe kein Arbeitsunfähigkeits
zeug
nis ausgestellt, da der Versicherte zurzeit
vom Sozialamt unterstützt werde. Der Versicherte fühle sich intellektuell den geforderten Leistungen im Bürobereich
nicht gewachsen; er benötige für alles viel länger als gefordert und komme so nicht zurecht bei der Arbeit. Aus allgemeinmedizinischer Sicht
sei
eine erneute Untersuchung indiziert, um die vom Versicherten bezweifelte Arbeitsfähigkeit zu beurteilen und zu quantifizieren. Es bestehe bestimmt eine eingeschränkte Arbeitsfähigkeit aus somatischer Sicht wegen der Kniebeschwerden, die
den Ver
sicherten
nicht länger stehen und sich bewegen liessen. Inwiefern eine vermin
derte kognitive Kapazität mit für die erschwerte Reintegration des Versicherten verantwortlich sei, sei ebenfalls im Rahmen einer arbeitsmedizinischen Unter
suchung zu beurteilen (
Urk.
7/184/7).
Rein sitzende Tätigkeiten bezeichnete
Dr.
B._
als ganztags zumutbar; es bestünden
indessen
Einschränkungen im Konzentrations- und im Auffassungsvermögen,
in
der Anpassungsfähigkeit und
in
der Belastbarkeit (
Urk.
7/184/5).
3.3.5
Der RAD-Arzt
Dr.
m
ed.
E._
, Facharzt FMH für orthopädische Chirur
gie und Traumatologie, vertrat am
8.
September 2016 die Auffassung, es lägen keine Diagnosen mit dauerhafter Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit als Büro
angestellter vor (
Urk.
7/196/3-4).
3.3.6
Am 2
6.
Oktober 2016 reichte der Versicherte eine CD betreffend
eine
MRI-Untersuchung des linken Knies vom 2
4.
Oktober 2016 ein (
Urk.
7/191).
Dr.
E._
hielt dazu
am 3
0.
Januar 2017
fest, MRI-Bilder ohne ausführlichen schriftlichen Befundbericht könnten nicht
fachgerecht ausgewertet werden. Sie
könnten
auch
keinen Verlauf darstellen und sagten nichts über die Einschrän
kungen im Leben und bei der Erwerbstätigkeit aus. Der Versicherte sei in eine
den Knien angepasste Tätigkeit umgeschult worden
. Eine Ergänzung
der RAD-
Stellungnahme vom
8.
September 2016 sei daher nicht erforderlich (Urk. 7/197/3).
4.
4.1
Die Beschwerdegegnerin stützte sich beim Erlass der angefochtenen Verfügung
auf die Stellungnahme
n
des RAD
-Arztes
Dr.
E._
vom
8.
September 2016 und vom 3
0.
Januar 2017
(
vgl.
Urk. 7/197
).
4.2
Die regionalen ärztlichen Dienste stehen den IV-Stellen zur Beurteilung der me
dizinischen Voraussetzungen des Leistungsanspruchs zur Verfügung. Sie setzen die für die Invalidenversicherung nach Art. 6 ATSG massgebende funkti
onelle Leistungsfähigkeit der Versicherten fest, eine zumutbare Erwerbstätigkeit oder
Tätigkeit im Aufgabenbereich auszuüben. Sie sind in ihrem medizinischen Sach
entscheid im Einzelfall unabhängig (Art. 59 Abs. 2
bis
IVG). Nach Art. 49 IVV beurteilen die RAD die medizinischen Voraussetzungen des Leistungsan
spruchs.
Die geeigneten Prüfmethoden können sie im Rahmen ihrer medizini
schen Fach
kompetenz und der allgemeinen fachlichen Weisungen des Bundes
amtes frei wählen (Abs. 1). Die RAD können Versicherte bei Bedarf selber ärzt
lich unter
suchen. Sie halten die Untersuchungsergebnisse schriftlich fest (Abs. 2; Urteil des Bundesgerichts 9C_406/2014 vom 31. Oktober 2014 E. 3.5 mit Hinweis auf BGE 135 V 254 E. 3.5).
Die Funktion interner RAD-Berichte besteht darin, aus medizinischer Sicht – gewissermassen als Hilfestellung für die medizinischen Laien in Verwaltung und
Gerichten, welche in der Folge über den Leistungsanspruch zu entscheiden ha
ben
– den medizinischen Sachverhalt zusammenzufassen und zu würdigen, wozu namentlich auch gehört, bei widersprüchlichen medizinischen Akten eine Wer
tung vorzunehmen und zu beurteilen, ob auf die eine oder die andere An
sicht abzustellen oder aber eine zusätzliche Untersuchung vorzunehmen sei. Sie wür
digen die vorhandenen Befunde aus medizinischer Sicht (Urteil des Bundes
ge
richts 9C_406/2014 vom 31. Oktober 2014 E. 3.5 mit Hinweisen).
Praxisgemäss kommt einer reinen Aktenbeurteilung des RAD im Vergleich zu einer auf allseitigen Untersuchungen beruhenden Expertise, welche auch die ge
klagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) ab
ge
geben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und die Schlussfol
ge
run
gen widerspruchsfrei begründet, nicht der gleiche Beweiswert zu (Urteil des
Bun
desgerichts
8C_971/2012 vom 11. Juni 2013 E. 3.4).
Der Beweiswert von RAD-Berichten nach Art. 49 Abs. 2 IVV ist mit jenem exter
ner medizinischer Sachverständigengutachten vergleichbar, sofern sie den praxisgemässen Anforderungen an ein ärztliches Gutachten (
BGE 134 V 231
E. 5.1) genügen und die Arztperson über die notwendigen fachlichen Qualifika
tionen verfügt (
BGE 137 V 210
E. 1.2.1). Allerdings kann auf das Ergebnis ver
sicherungsinterner ärztlicher Abklärungen – zu denen die RAD-Berichte gehö
ren
– nicht abgestellt werden, wenn auch nur geringe Zweifel an ihrer Zuver
lässig
keit und Schlüssigkeit bestehen (Urteil des Bundesgerichts 8C_197/2014 vom 3. Oktober 2014 E. 4.2 mit Hinweisen auf
BGE 139 V 225
E. 5.2;
135 V 465
E. 4.4 und E. 4.7).
4.3
Bei den
hier zur Diskussion stehenden Stellungnahme
n
des RAD handelt es sich um reine Aktenbe
urteilung
en
, da Dr.
E._
den
Be
schwer
deführer ni
cht
unter
suchte.
Sie vermögen
daher
die praxis
ge
mässen Anforderungen an ein ärztliches Gut
achten (vgl. BGE 134 V 231 E. 5.1) nicht zu erfüllen.
Jedoch
sind sie umfas
send, stehen im Einklang mit den
Dr.
E._
vorgelegten medizinischen Unter
lagen und überzeugen,
insbesondere bezüg
lich der Arbeitsfähigkeit.
Bereits
bei seiner RAD-Untersuchung am 1
0.
Mai 2011
hatte der Beschwerdeführer
über ständige Schmerzen im linke
n Knie geklagt (vgl. Urk.
7/18/1). Eine massgebliche Sachverhaltsänderung
war
diesbezüglich folglich nicht auszumachen
. Es bestand deshalb auch kein Anlass, die Einschränkungen der Arbeitsfähigkeit infolge der Kniebeschwerden – wie von den Behandlern vorgeschlagen (
Urk.
7/170/4-5
und
7/184/7
; vgl.
Urk.
1 S. 7
) –
neu abzuklären. Vielmehr stellte
Dr.
E._
korrekt fest, der Versicherte sei
bereits in eine den Knie
beschwerden
angepasste Tätigkeit umgeschult worden
.
Dem im Beschwerdeverfahren neu eingereichten Bericht von
Dr.
med.
F._
, Facharzt FMH für Innere Medizin, physikalische Medizin und Rehabilitation, speziell Rheumaer
krankungen, vom 1
7.
März 2017 (
Urk.
3/4) lässt sich ebenfalls nichts entnehmen, was Zweifel an der Zuverlässigkeit und an der Schlüssigkeit der Aktenbeurteil
ungen
Dr.
E._
s zu wecken vermöchte
und weitere medizinische Abklärungen als geboten erscheinen liesse
. Zwar wurde de
m Beschwerdeführer
im fraglichen Bericht
eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit auch für leichte Arbeiten abwechs
lungs
weise sitzend und stehend attestiert. Hierbei handelt es sich jedoch lediglich um eine andere Beurteilung eines im Wesent
lichen unveränderten Sachverhalts, da
Dr.
F._
nicht eine Verschlechte
rung im hier interessierenden Zeitraum seit dem 2
1.
Juli 2014, sondern seit den 90-er Jahren beschrieb (vgl.
Urk.
3/4).
Zu Recht blieb unbeanstandet, d
ass
Dr.
E._
den neu gestellten
somatischen
Diagnosen keine (dauerhafte) Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit als Büroange
stellter zumass
(vgl.
Urk.
1)
. Dies muss umso mehr gelten, als auch den Berichte
n der diversen Behandler keine anderslautenden
Feststellungen zu entnehmen
sind
.
4.
4
Aus dem Gesagten folgt, dass die Beschwerdegegnerin zu Recht auf die Aktenbe
urteilungen
Dr.
E._
s abgestellt und
auf weitere
medizinische
Abklärungen verzichtet hat.
Es war deshalb auch korrekt, dass sie einen
Renten
anspruch
man
gels eines invalidenversicherungsrechtlich relevanten Gesundheitsschadens
ver
neinte.
Dies führt zur Abweisung der Beschwerde.
5.
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrens
aufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis 1‘000.--
festzulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG) und auf Fr. 500.-- festzusetzen. Entspre
chend
dem Verfahrensausgang
sind
sie dem Beschwerdeführer zu auferlegen,
aufgrund
der ihm gewährten unentgeltlichen Prozessführung
(
Urk.
8)
jedoch
einstweilen auf die Gerichtskasse zu nehmen.