# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 65d42e9b-e7c8-4fa4-8af0-f8126421e0d6
**Court:** SG_VGN
**Chamber:** SG_VGN_001
**Year:** 2018
**Language:** de
**Jurisdiction:** SG / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Das Verwaltungsgericht stellt fest:
A. A.Y. erhob gegen den Einspracheentscheid des kantonalen Steueramts vom
29. März 2017, mit welchem die Einsprache gegen die Nachsteuerverfügungen vom
1. Juli 2016 betreffend die Kantons- und Gemeindesteuern 2012 und die direkte
Bundessteuer 2012 abgewiesen wurde, am 29. April 2017 Rekurs und Beschwerde bei
der Verwaltungsrekurskommission. Mit Schreiben des Abteilungspräsidenten der
Verwaltungsrekurskommission vom 4. Mai 2017 wurden A.Y. und B.Y. aufgefordert,
das Einverständnis der Ehefrau zur Rechtsmittelerhebung nachzureichen oder mittels
Vollmacht nachzuweisen. Gleichzeitig wurde den Eheleuten A.Y. und B.Y. Frist zur
Leistung eines Kostenvorschusses von je CHF 800 in beiden Verfahren bis 22. Mai
2017 gesetzt mit der Androhung, die Verfahren bei nicht fristgerechter Zahlung
kostenpflichtig abzuschreiben. Mit Eingabe vom 22. Mai 2017 (Poststempel vom
26. Mai 2017) reichte A.Y. eine von seiner Ehefrau unterzeichnete Vollmacht ein und
stellte gleichzeitig ein Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege. Der Präsident der
Verwaltungsrekurskommission trat mit Verfügung vom 1. Juni 2017 auf das Gesuch um
unentgeltliche Rechtspflege wegen Verspätung nicht ein und schrieb den Rekurs und
die Beschwerde als erledigt ab. A.Y. und B.Y. verlangten mit Schreiben vom 16. Juni
2017 (Poststempel vom 17. Juni 2017) einen Entscheid des Gerichts. Mit Entscheid
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vom 20. Juni 2017 trat die Verwaltungsrekurskommission auf das Gesuch um
unentgeltliche Rechtspflege nicht ein. Der Rekurs und die Beschwerde wurden als
erledigt abgeschrieben; die amtlichen Kosten von CHF 500 wurde den Eheleuten A.Y.
und B.Y. auferlegt, auf die Erhebung jedoch verzichtet.
B. A.Y. und B.Y. (Beschwerdeführer) erhoben gegen den am 27. Juni 2017 versandten
Entscheid der Verwaltungsrekurskommission (Vorinstanz) mit Eingabe vom 17. Juli
2017 Beschwerde beim Verwaltungsgericht. Sie beantragten unter Gewährung der
unentgeltlichen Rechtspflege die Aufhebung des angefochtenen Entscheids. Der
Abteilungspräsident des Verwaltungsgerichts setzte den Beschwerdeführern mit
Schreiben vom 20. Juli 2017 Frist zur Einreichung des Formulars „Gesuch um
unentgeltliche Rechtspflege“ bis 7. September 2017. Nachdem die Beschwerdeführer
die eingeschriebene Sendung auf der Post nicht abgeholt hatten, wurde das Schreiben
per A-Post zugestellt mit dem Hinweis, dass die angesetzte Frist unverändert gelte. Mit
Eingabe vom 5. September 2017 (Poststempel vom 6. September 2017) reichten die
Beschwerdeführer das Formular samt Beilagen ein. Auf die Einholung einer
Vernehmlassung bei der Vorinstanz wurde verzichtet. Auf die Ausführungen der
Beschwerdeführer zur Begründung ihrer Begehren wird, soweit wesentlich, in den

## Considerations

Erwägungen eingegangen.
Darüber zieht das Verwaltungsgericht in Erwägung:
1. Da sich die Berechtigung zur Erhebung eines Kostenvorschusses durch die
Vorinstanz auch im Beschwerdeverfahren zur direkten Bundessteuer nach kantonalem
Recht richtet (vgl. Hunziker/Mayer-Knobel, in: Zweifel/Beusch [Hrsg.], Kommentar zum
Schweizerischen Steuerrecht, 3. Aufl. 2017, N 16 zu Art. 144 DBG), hat die Vorinstanz
den Rekurs zu den Kantons- und Gemeindesteuern einerseits und die Beschwerde zur
direkten Bundessteuer andererseits zu Recht im gleichen Dokument, aber mit
getrennten Dispositivziffern erledigt; unter diesen Umständen durften auch die
Beschwerdeführer die Beschwerden in einer gemeinsamen Rechtsschrift erheben (BGE
135 II 260 E. 1.3). Ebenso ist es zulässig, dass das Verwaltungsgericht über die
Beschwerden im gleichen Akt entscheidet (vgl. Urteil des Bundesgerichts [BGer]
2C_440 und 441/2014 vom 10. Oktober 2014 E. 1.2).
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2. Das Verwaltungsgericht ist zum Entscheid in der Sache zuständig (Art. 196 Abs. 1
des Steuergesetzes, sGS 811.1, StG; Art. 145 des Gesetzes über die direkte
Bundessteuer, SR 642.11, DBG, in Verbindung mit Art. 1 Abs. 3 und Art. 7 Abs. 2 der
Verordnung zum Bundesgesetz über die direkte Bundessteuer, sGS 815.1). Die
Beschwerdeführer sind als Steuerpflichtige und am vorinstanzlichen Verfahren
Beteiligte zur Erhebung der Beschwerde befugt. Die Beschwerde gegen den am
27. Juni 2017 versandten vorinstanzlichen Entscheid wurde mit Eingabe vom 17. Juli
2017 rechtzeitig erhoben (Art. 196 Abs. 1 StG; Art. 145 Abs. 2 in Verbindung mit
Art. 140 Abs. 1 DBG) und erfüllt in formeller und inhaltlicher Hinsicht die gesetzlichen
Anforderungen (Art. 161 StG in Verbindung mit Art. 64 und Art. 48 Abs. 1 des Gesetzes
über die Verwaltungsrechtspflege, sGS 951.1, VRP; Art. 142 DBG in Verbindung mit
den genannten Bestimmungen; vgl. Richner/Frei/Kaufmann/Meuter, Handkommentar
zum DBG, 3. Aufl. 2016, N 1 zu Art. 142 DBG). Auf die Beschwerde ist deshalb
einzutreten.
3. Zwischen den Verfahrensbeteiligten ist unbestritten, dass die Vorinstanz befugt ist,
im Rekurs- und Beschwerdeverfahren einen Kostenvorschuss zu erheben (Art. 161 StG
in Verbindung mit Art. 96 Abs. 1 VRP) und dass die Beschwerdeführer in den
vorinstanzlichen Rechtsmittelverfahren die erhobenen Vorschüsse nicht innert
angesetzter Frist bezahlt hat. Umstritten ist dagegen, ob das von den
Beschwerdeführern gestellte Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege rechtzeitig erfolgt
ist.
3.1. Die Beschwerdeführer machen geltend, mit Eingabe vom 22. Mai 2017 einen
Antrag auf unentgeltliche Rechtspflege und die von der Vorinstanz geforderte
Vertretungsvollmacht der Ehefrau eingereicht zu haben. Die Vorinstanz sei auf das
Gesuch nicht eingetreten. Damit sei auch die Vertretungsvollmacht verspätet und nicht
gültig, weshalb der Ehefrau das rechtliche Gehör nicht gewährt worden sei (vgl. act. 1).
3.2. Gemäss Art. 96 Abs. 1 VRP kann die Behörde einen Kostenvorschuss verlangen.
Entspricht der Betroffene trotz Hinweis auf die Säumnisfolgen der Aufforderung nicht,
so kann das Verfahren abgeschrieben werden (Art. 96 Abs. 2 erster Halbsatz VRP). Die
Ansetzung einer Nachfrist ist im Verwaltungsverfahren nicht vorgesehen, ausser es
stünden öffentliche Interessen entgegen (vgl. Art. 96 Abs. 2 VRP). Nur in (hier nicht
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vorliegenden) Ausnahmefällen gebietet das Verfassungsrecht die Ansetzung einer
Nachfrist zur Zahlung des Kostenvorschusses (vgl. BGer 1C_629/2014 vom 12. August
2015 E. 4.2). Versäumt der Aufgeforderte die Frist für die Vorschussleistung, so ist das
Verfahren abzuschreiben (Cavelti/Vögeli, Verwaltungsgerichtsbarkeit im Kanton
St. Gallen – dargestellt an den Verfahren vor dem Verwaltungsgericht, 2. Aufl. 2003,
Rz. 938). Auf Gesuch hin werden in den Klagefällen, vor Verwaltungsrekurskommission,
vor Versicherungsgericht und vor Verwaltungsgericht sowie wenn das Bundesrecht es
vorschreibt, die unentgeltliche Rechtspflege und die unentgeltliche
Rechtsverbeiständung gewährt (Art. 99 Abs. 1 VRP; Cavelti/Vögeli, a.a.O., Rz. 866).
Das Gesuch ist spätestens innert der vom Gericht angesetzten Kostenvorschussfrist zu
stellen (vgl. Art. 99 Abs. 2 VRP in Verbindung mit Art. 101 Abs. 3 und Art. 119 Abs. 1
der Schweizerischen Zivilprozessordnung, SR 272, ZPO, wobei wie erwähnt im
Verwaltungsverfahren keine Nachfrist angesetzt wird; vgl. auch F. Emmel, in: Sutter-
Somm/Hasenböhler/Leuenberger, Kommentar zur Schweizerischen
Zivilprozessordnung, 3. Aufl. 2016, N 2 zu Art. 119 ZPO).
Eingaben müssen spätestens am letzten Tag der Frist beim Gericht eingereicht oder zu
dessen Handen der Schweizerischen Post oder einer schweizerischen diplomatischen
oder konsularischen Vertretung übergeben werden. Die Frist für eine Zahlung an das
Gericht ist eingehalten, wenn der Betrag spätestens am letzten Tag der Frist zugunsten
des Gerichts der Schweizerischen Post übergeben oder einem Post- oder Bankkonto
in der Schweiz belastet worden ist (Art. 64 in Verbindung mit Art. 58 Abs. 1 und Art. 30
Abs. 1 VRP in Verbindung mit Art. 143 Abs. Abs. 1 und 3 ZPO). Bei der Einhaltung von
Fristen trägt grundsätzlich derjenige die Beweislast, der vom Vorhandensein dieser
Tatsache Rechte ableitet. Damit haben die Beschwerdeführer nachzuweisen, dass sie
das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege rechtzeitig der Schweizerischen Post
übergeben haben (vgl. Cavelti/Vögeli, a.a.O., Rz. 629). Insbesondere sind die Behörden
nicht gehalten, den Sachverhalt von Amtes wegen abzuklären oder Beweise zu
erheben (R. Hirt, Die Regelung der Kosten nach st. gallischem
Verwaltungsrechtspflegegesetz, Lachen/St. Gallen 2004, S. 128).
3.3. Mit Schreiben des Abteilungspräsidenten der Vorinstanz vom 4. Mai 2017 wurden
die Rekurrenten aufgefordert, bis 22. Mai 2017 für das Rekurs- und
Beschwerdeverfahren einen Kostenvorschuss von je CHF 800 zu leisten. Sie wurden
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gleichzeitig darauf aufmerksam gemacht, dass das Verfahren gemäss Art. 96 Abs. 2
VRP kostenpflichtig abgeschrieben werde, wenn der Vorschuss nicht fristgemäss
bezahlt werden sollte (act. 5/3). Unbestritten ist, dass die Beschwerdeführer den
Gesamtbetrag von CHF 1‘600 nie geleistet haben. Am 29. Mai 2017 ging bei der
Vorinstanz ein Schreiben der Beschwerdeführer datiert mit 22. Mai 2017 ein, in
welchem sie die Prozessführungsvollmacht der Ehefrau einreichten und gleichzeitig die
unentgeltliche Rechtspflege beantragten; der Briefumschlag war am 26. Mai 2017
abgestempelt worden (vgl. act. 5/4). Wie die Vorinstanz in ihrem Entscheid vom
20. Juni 2017 zu Recht festhält, stimmt das Datum des Poststempels vermutungsweise
mit der Aufgabe überein (vgl. J. Benn, in: Spühler/Tenchio/Infanger [Hrsg.], Basler
Kommentar, Schweizerische Zivilprozessordnung, 3. Aufl. 2017, N 13 zu Art. 143 ZPO).
Die Beschwerdeführer brachten weder im vorinstanzlichen noch im vorliegenden
Verfahren – trotz Hinweis im angefochtenen Entscheid, dass die Beschwerdeführer
gehalten gewesen wären, die rechtzeitige Übergabe des Schreibens an die Post mittels
Beweismittel zu belegen – Gründe vor, welche an der Richtigkeit des Poststempels
zweifeln liessen.
3.4. Nichts zu ihren Gunsten können die Beschwerdeführer schliesslich aus dem
Umstand ableiten, die Vertretungsvollmacht der Ehefrau sei ebenfalls verspätet,
weshalb die Vorinstanz das rechtliche Gehör der Ehefrau verletzt habe. Im Schreiben
vom 4. Mai 2017 wies die Vorinstanz zu Recht darauf hin, dass die Ehegatten die ihnen
nach Gesetz zukommenden Verfahrensrechte und -pflichten gemeinsam ausüben (vgl.
Art. 164 Abs. 1 StG und Art. 113 Abs. 1 DBG) und die Ehegatten deshalb nur
gemeinsam ein Rechtsmittel ergreifen können. Das Schreiben war sodann sowohl an
den Ehemann als auch an die Ehefrau adressiert (vgl. act. 5/3). Die Säumnis der
Beschwerdeführer, die Vertretungsvollmacht rechtzeitig einzureichen, haben sie daher
selbst zu vertreten.
3.5. Zusammenfassend ergibt sich, dass der Schluss der Vorinstanz, das Gesuch der
Beschwerdeführer um unentgeltliche Rechtspflege gelte als verspätet eingereicht, nicht
zu beanstanden ist. Da der Kostenvorschuss innert Frist bzw. gar nicht ebenfalls
geleistet wurde, waren die Rechtsmittel entsprechend als erledigt abzuschreiben. Im
Übrigen lagen auch keine Gründe für eine Wiederherstellung der Frist im Sinne von
Art. 30 Abs. 1 VRP und Art. 148 Abs. 1 ZPO vor, wie die Vorinstanz im ter
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angefochtenen Entscheid zutreffend ausführte. Solche wurden auch im
Beschwerdeverfahren keine genannt. Die Beschwerden sind dementsprechend
abzuweisen.
4. Bei diesem Verfahrensausgang sind die amtlichen Kosten des
Beschwerdeverfahrens den Beschwerdeführern aufzuerlegen (Art. 95 Abs. 1 VRP). Eine
Entscheidgebühr von CHF 1‘000 ist angemessen (Art. 7 Ziff. 222 der
Gerichtskostenverordnung, sGS 941.12). Gründe, um gestützt auf Art. 97 VRP auf die
Erhebung zu verzichten, sind nicht ersichtlich. Das Gesuch um Gewährung der
unentgeltlichen Rechtspflege im Beschwerdeverfahren ist angesichts der
offenkundigen Aussichtslosigkeit abzuweisen (Art. 99 Abs. 2 VRP in Verbindung mit
Art. 117 Ingress und lit. b ZPO). Deshalb kann offenbleiben, ob die Beschwerdeführer
als prozessual bedürftig anzuschauen wären angesichts ihres Netto-
Jahreseinkommens von rund CHF 75‘000.