# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** fb99cfd6-ce67-4611-a31e-4547014c7fe9
**Court:** SG_VGN
**Chamber:** SG_VGN_001
**Year:** 2010
**Language:** de
**Jurisdiction:** SG / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

hat das Verwaltungsgericht festgestellt:
A./ Die KEM Kooperation Evangelischer Kirchen und Missionen in der
deutschsprachigen Schweiz (im folgenden: KEM) ist ein Verein mit Sitz in Basel.
Zusammen mit der Stiftung Waldheim, Walzenhausen, dem Zweckverband Pflegeheim
Werdenberg-Grabs und der Schweizerischen Epilepsiestiftung, Zürich, sowie A. und H.
war sie Eigentümerin des Grundstücks Nr. 147, Tscheggenau, Grundbuch Sennwald,
wobei die vier erstgenannten zu je einem Fünftel und die beiden letztgenannten zu je
einem Zehntel Miteigentümer waren. Am 26. April 2006 veräusserte die
Eigentümerschaft das Grundstück mit öffentlich beurkundetem Kaufvertrag zum Preis
von Fr. 1'064'910.-- an die T. Immobilien AG.
Am 12. November 2007 deklarierten die KEM, die Stiftung Waldheim und die
Schweizerische Epilepsiestiftung in der Steuererklärung für Grundstückgewinne einen
anteiligen Veräusserungserlös von Fr. 638'946.--, einen anteiligen Erwerbspreis von Fr.
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90'000.-- und weitere Leistungen von Fr. 1'170.--, Nebenkosten von Fr. 55'841.--
sowie wertvermehrende Aufwendungen von Fr. 16'048.--. Gleichzeitig beantragten sie
die Befreiung von der Steuerpflicht.
Mit Verfügung vom 29. Oktober 2008 veranlagte das Kantonale Steueramt die KEM, die
Stiftung Waldheim und die Schweizerische Epilepsiestiftung mit einem steuerbaren
Grundstückgewinn von Fr. 538'224.-- und wies die Gesuche um Steuerbefreiung ab.
Die gegen diese Veranlagungsverfügung erhobene Einsprache vom 1. Dezember 2008
wurde vom Kantonalen Steueramt mit Entscheid vom 1. April 2009 ebenfalls
abgewiesen.
B./ Mit Eingaben vom 14. Mai und 10. Juni 2009 erhob die KEM Rekurs bei der
Verwaltungsrekurskommission und beantragte, der Einspracheentscheid des
Kantonalen Steueramts vom 1. April 2009 sei aufzuheben und die KEM von der
Steuerpflicht zu befreien. Eventualiter seien gemäss Art. 23 Abs. 4 Satz 2 des
Bundesgesetzes über die Harmonisierung der direkten Steuern der Kantone und
Gemeinden (SR 642.14, abgekürzt StHG) bei der Erhebung der
Grundstückgewinnsteuer die Bestimmungen über Ersatzbeschaffungen (Art. 8 Abs. 4
StHG), über Abschreibungen (Art. 10 Abs. 1 Bst. a StHG), über Rückstellungen (Art. 10
Abs. 1 Bst. b StHG) und über den Verlustabzug (Art. 10 Abs. 1 Bst. c StHG)
sinngemäss anzuwenden; unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten des
Staates. Im wesentlichen machte die KEM geltend, das Kantonale Steueramt habe
gegen das Verbot der Schlechterstellung verstossen, indem es den Verein KEM mit Sitz
im Kanton Basel-Stadt aus unsachlichen Gründen stärker belastet habe als das
Pflegeheim Werdenberg-Grabs, welches von der Erhebung der
Grundstückgewinnsteuer befreit worden sei. Des weiteren sei die KEM entgegen der
Ansicht des Kantonalen Steueramtes nicht nach Art. 80 Abs. 1 lit. g und h des
Steuergesetzes (sGS 811.1, abgekürzt StG) von der Steuerpflicht befreit, sondern die
Steuerbefreiung stütze sich vielmehr auf Art. 80 Abs. 1 lit. c und d StG, weshalb sie
auch von der Grundstückgewinnsteuer ausgenommen sei. Selbst wenn völlig zu
Unrecht an der Steuerpflicht festgehalten werde, hätte sich das Kantonale Steueramt
an Art. 23 Abs. 4 Satz 2 StHG halten müssen, wonach die Bestimmungen über
Ersatzbeschaffungen, Abschreibungen, Rückstellungen und den Verlustabzug (Art. 8
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Abs. 4 StHG sowie Art. 10 Abs. 1 lit. a bis c StHG) sinngemäss angewendet werden
müssen.
Mit Entscheid vom 30. März 2010 wies die Verwaltungsrekurskommission den Rekurs
ab. Zur Begründung wurde im wesentlichen ausgeführt, dass gemäss dem
Harmonisierungsrecht lediglich der Bund und seine Anstalten nach Massgabe des
Bundesrechts (Art. 23 Abs. 1 lit. a StHG), der Kanton und seine Anstalten nach
Massgabe des kantonalen Rechts (Art. 23 Abs. 1 lit. b StHG), die Gemeinden, die
Kirchgemeinden und die anderen Gebietskörperschaften des Kantons und ihre
Anstalten nach Massgabe des kantonalen Rechts (Art. 23 Abs. 1 lit. c StHG) und die
ausländischen Staaten für ihre ausschliesslich dem unmittelbaren Gebrauch der
diplomatischen und konsularischen Vertretungen bestimmten Liegenschaften, unter
Vorbehalt des Gegenrechts (Art. 23 Abs. 1 lit. h StHG), von der Besteuerung der
Grundstückgewinne ausgenommen werden. Bei allen anderen juristischen Personen
gelte die Befreiung von der Steuerpflicht kraft Bundesrecht nicht für die auf ihren
Grundstücken erzielten Kapitalgewinne (Art. 23 Abs. 4 StHG). Bei der KEM handle es
sich unbestrittenermassen um einen privatrechtlichen Verein, dessen Zweck zwar eine
Steuerbefreiung gestützt auf Art. 80 Abs. 1 lit. g oder h StG bzw. Art. 23 Abs. 1 lit. f
oder g StHG zu rechtfertigen vermöge, nicht aber eine Ausdehnung des Begriffs der
öffentlich-rechtlichen Körperschaft oder Anstalt über dessen Wortsinn hinaus. In bezug
auf die im Eventualantrag beanstandete Höhe der veranlagten Steuer und die
sachgemässe Anwendung von Art. 23 Abs. 4 Satz 2 StHG erachtete die
Verwaltungsrekurskommission den Rekurs ebenfalls als unbegründet.
C./ Die KEM erhob mit Eingaben ihres Rechtsvertreters vom 14. Mai und 18. Juni 2010
Beschwerde beim Verwaltungsgericht mit dem Antrag, der Entscheid der
Verwaltungsrekurskommission vom 30. März 2010 Dispositiv Ziff. 1 und 2 sei
aufzuheben, unter Kosten und Entschädigungsfolgen. Zur Begründung wurde im
wesentlichen vorgebracht, die Vorinstanzen hätten den Sachverhalt unter Verletzung
wesentlicher Verfahrens- und Grundrechte festgestellt. Die
Verwaltungsrekurskommission habe der als privatrechtlicher Verein organisierten KEM
zu Unrecht gestützt auf den Wortlaut des Gesetzes das Recht auf Steuerbefreiung
gemäss Art. 80 Abs. 1 lit. c und d StG abgesprochen. Die Zwecksetzung der KEM
entspreche dem Bekenntnis der evangelisch-reformierten Kirche sowie dem Auftrag
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der Verkündung der Botschaft der Kirche durch dienendes Handeln. Da die
evangelisch-refor-mierte Kirche grundsätzlich kantonalrechtlich organisiert sei,
erfordere die überkantonale Zusammenarbeit ein gemeinsames Organ in Form eines
Vereins zur Förderung der Verkündigung, Information und Erfüllung gemeinsamer
Aufgaben. Entgegen der "falschen völlig überholten antiquierten
formalistischen Argumentation aus der Mottenkiste der Be-griffsjurisprudenz" spiele die
Form, in welche das Organ der Kooperation gegossen werde, keine Rolle. Soweit die
steuerbefreiten Kantonalkirchen Mitglieder des Vereins seien und dieser der
Aufgabenerfüllung der Kantonalkirchen diene, müsse er ebenso wie diese von der
Grundstückgewinnsteuer befreit werden. Im vorliegenden Fall liege die Situation des
Pflegeheims Werdenberg-Grabs, welches vollständig von der Grundstückgewinnsteuer
befreit worden sei, fast gleich wie bei der KEM. Aus diesem Grund habe die
Verwaltungsrekurskommission mit ihrer völlig antiquierten formalistischen
Begriffsjuristerei auch das Gleichbehandlungsgebot nach Art. 8 der Schweizerischen
Bundesverfassung (SR 101, abgekürzt BV), das Willkürverbot und das
Vertrauensprinzip nach Art. 9 BV sowie auch das Schlechterstellungsverbot gegenüber
einem Verein mit Sitz in einem anderen Kanton und das Doppelbesteuerungsverbot
gemäss Art. 127 Abs. 3 BV verletzt. Im weiteren rügt die KEM aufgrund ungenügender
tatsächlicher und rechtlicher Begründung die Verletzung des rechtlichen Gehörs sowie
einen Verstoss gegen das Verbot des überspitzten Formalismus.
Mit Vernehmlassung vom 8. Juli 2010 beantragte die Verwaltungsrekurskommission

## Considerations

unter Verweis auf die Erwägungen des angefochtenen Entscheides die Abweisung der
Beschwerde. Das Kantonale Steueramt schliesst unter Verweis auf den
Einspracheentscheid vom 1. April 2009 sowie den Entscheid der
Verwaltungsrekurskommission vom 30. März 2010 ebenfalls auf kostenfällige
Abweisung der Beschwerde.
Auf die weiteren Vorbringen der Verfahrensbeteiligten wird, soweit wesentlich, in den
nachstehenden Erwägungen eingegangen.
Darüber wird in Erwägung gezogen:
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1. Die sachliche Zuständigkeit des Verwaltungsgerichts ist gegeben (Art. 196 Abs. 1
StG; Art. 59 Abs. 1 des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege, sGS 951.1,
abgekürzt VRP). Die Beschwerdeführerin ist zur Beschwerde legitimiert, und die
Beschwerdeeingabe vom 14. Mai 2010 sowie deren Ergänzung vom 18. Juni 2010
entsprechen zeitlich, formal und inhaltlich den gesetzlichen Anforderungen (Art. 196
Abs. 1 StG und Art. 161 StG in Verbindung mit Art. 64 Abs. 1 und Art. 48 Abs. 1 und 2
VRP). Auf die Beschwerde ist daher einzutreten.
2. Die Beschwerdeführerin rügt eine Verletzung des rechtlichen Gehörs wegen
ungenügender tatsächlicher und rechtlicher Begründung. Ferner macht sie geltend, die
Vorinstanz habe gegen das Verbot des überspitzten Formalismus verstossen.
2.1. Art. 29 Abs. 2 BV gewährt den Parteien Anspruch auf rechtliches Gehör. Das
Bundesgericht leitet aus dem Grundsatz des rechtlichen Gehörs in ständiger
Rechtsprechung die Pflicht der Behörden ab, ihre Verfügungen und Entscheide zu
begründen. Der von einem Entscheid oder einer Verfügung Betroffene soll wissen,
warum die Behörde entgegen seinem Antrag entschieden hat; die Begründung muss
deshalb so abgefasst sein, dass der Betroffene den Entscheid oder die Verfügung
gegebenenfalls sachgerecht anfechten kann, d.h. sie muss kurz die wesentlichen
Überlegungen nennen, von denen sich das Gericht hat leiten lassen und auf die sich
der Entscheid stützt. Nicht erforderlich ist jedoch, dass sich der Entscheid mit allen
Parteistandpunkten einlässlich auseinandersetzt und jedes einzelne Vorbringen
ausdrücklich widerlegt (vgl. statt vieler BGE 133 III 445 E. 3.3. mit weiteren Hinweisen;
Häfelin/Müller/Uhlmann, Allgemeines Verwaltungsrecht, 6. Aufl., Zürich/St. Gallen 2010,
Rz. 1706).
2.2. Diesen Anforderungen wird der vorinstanzliche Entscheid gerecht, indem er
darlegt, aus welchen Überlegungen die Vorinstanz die Steuerbefreiung für die
Beschwerdeführerin ablehnte. Namentlich setzt sich der Entscheid ausführlich damit
auseinander, weshalb der Zweck der Beschwerdeführerin zwar eine Steuerbefreiung
gemäss Art. 80 Abs. 1 lit. g oder h StG bzw. Art. 23 Abs. 1 lit. f oder g StHG
rechtfertige, nicht aber eine Ausdehnung des Begriffs der öffentlich-rechtlichen
Körperschaft oder Anstalt über dessen Wortsinn hinaus. Demgegenüber zeigt die
Beschwerdeführerin nicht auf, inwiefern der angefochtene Entscheid an einer
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ungenügenden Begründung leidet, sondern beschränkt sich auf das Erheben eines
pauschalen Vorwurfs. Eine Verletzung des Anspruchs auf rechtliches Gehör ist vor
diesem Hintergrund weder dargetan noch ersichtlich.
2.3. Überspitzter Formalismus ist eine besondere Form der Rechtsverweigerung. Sie
liegt vor, wenn eine Behörde formelle Vorschriften mit übertriebener Schärfe handhabt
oder an Rechtsschriften überspannte Anforderungen stellt und damit dem Bürger den
Rechtsweg in unzulässiger Weise versperrt, oder wenn sie Formvorschriften zum
blossen Selbstzweck anwendet und dadurch die Verwirklichung des materiellen Rechts
in unhaltbarer Weise erschwert oder verhindert (Cavelti/Vögeli,
Verwaltungsgerichtsbarkeit im Kanton St. Gallen, St. Gallen 2003, Rz. 72; Häfelin/
Müller/ Uhlmann, a.a.O., Rz. 1661).
2.4. Vorliegend ist nicht ersichtlich, inwiefern der vorinstanzliche Entscheid gegen das
Verbot des überspitzten Formalismus verstossen soll. Soweit sich die
Beschwerdeführerin auf die ihrer Ansicht nach "völlig antiquierte formalistische
Begriffsjuristerei" der Vorinstanz beziehen wollte, geht ihre Rüge auf jeden Fall ins
Leere. Die Beschwerdeführerin mag zwar der Ansicht sein, die Vorinstanz wende Art.
80 Abs. 1 StG bzw. Art. 23 Abs. 1 StHG formalistisch an, wenn sie sie der
Grundstückgewinnsteuer unterstelle; indes geht es dabei lediglich um die Auslegung
des materiellen Steuerrechts, genau genommen um den Anwendungsbereich der
Steuerbefreiungstatbestände gemäss Art. 80 Abs. 1 lit. c und d StG bzw. Art. 23 Abs. 1
lit. c StHG. Weder wird der Beschwerdeführerin damit der Rechtsweg in unzulässiger
Weise versperrt, noch handelt es sich um eine - übertrieben strenge - Handhabung
formeller Vorschriften. Von einem Verstoss gegen das Verbot des überspitzten
Formalismus kann daher in keiner Weise die Rede sein.
3. Streitig im Beschwerdeverfahren ist einzig die Frage, ob für die Beschwerdeführerin
die Steuerbefreiung nach Art. 80 Abs. 1 lit. c oder d StG bzw. Art. 23 Abs. 1 lit. c StHG
gilt und sie demgemäss auch für die Grundstückgewinnsteuer von der Steuererhebung
befreit ist, oder ob es sich bei der Beschwerdeführerin um eine gemäss Art. 80 Abs. 1
lit. g oder h StG bzw. Art. 23 Abs. 1 lit. f oder g StHG befreite juristische Person
handelt, für die in bezug auf die Grundstückgewinnsteuer keine Steuerbefreiung
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gewährt werden kann. Die Höhe der veranlagten Steuer ist hingegen nicht mehr
Streitgegenstand.
3.1. Gemäss Art. 70 Abs. 1 lit. b StG sind die Vereine, die Stiftungen, die Korporationen
des Privatrechts sowie die Körperschaften und die Anstalten des öffentlichen Rechts
als juristische Personen zu besteuern. Da es sich bei der Beschwerdeführerin
unbestrittenermassen um einen privatrechtlichen Verein gemäss Art. 60 ff. des
Schweizerischen Zivilgesetzbuches (SR 210) handelt, ist sie offensichtlich ein
Steuersubjekt im Sinne der genannten Bestimmung und damit grundsätzlich
steuerpflichtig. Die Verfahrensbeteiligten sind sich indes einig, dass es sich bei der
Beschwerdeführerin um eine gestützt auf den Ausnahmekatalog von Art. 80 Abs. 1 lit. a
bis j StG von der Gewinn- und Kapitalsteuer befreite juristische Person handelt.
3.2. Von der Steuerpflicht befreit sind gemäss Art. 80 Abs. 1 StG im einzelnen der
katholische und der evangelische Konfessionsteil sowie ihre Anstalten, die
Christkatholische Kirchgemeinde St. Gallen und die Israelitische Gemeinde St. Gallen
(lit. c) sowie die politischen Gemeinden, die Schul-, die katholischen und die
evangelischen Kirchgemeinden sowie ihre Anstalten (lit. d). Ebenfalls befreit sind die
juristischen Personen, die entweder öffentliche oder gemeinnützige Zwecke (lit. g) oder
die kantonal oder gesamtschweizerisch Kultuszwecke (lit. h) verfolgen, für den Gewinn
und das Kapital, die ausschliesslich und unwiderruflich diesen Zwecken gewidmet
sind. Mit dieser gesetzlichen Regelung bewegt sich das st. gallische Steuerrecht im
Rahmen der bundesrechtlichen Vorgaben: während gemäss Art. 23 Abs. 1 lit. c StHG
die Gemeinden, die Kirchgemeinden und die anderen Gebietskörperschaften des
Kantons und ihre Anstalten nach Massgabe des kantonalen Rechts von der Gewinn-
und Kapitalsteuer befreit sind, stimmt die st. gallische Regelung mit Art. 23 Abs. 1 lit. f
und g StHG gar wortwörtlich überein.
In bezug auf die Grundstückgewinnsteuer werden nach dem geltenden Steuergesetz
Gewinne aus Veräusserungen von Grundstücken juristischer Personen, die gemäss Art.
80 Abs. 1 lit. e bis h und j StG von der Steuerpflicht befreit sind, ausdrücklich der
Grundstückgewinnsteuer unterstellt (Art. 130 Abs. 2 lit. c StG sowie Art. 80 Abs. 3 StG).
Steuerbar sind dabei sowohl Gewinne aus dem Verkauf von
Kapitalanlageliegenschaften als auch – anders als noch unter dem Steuergesetz vom
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23. Juni 1970 – von Betriebsliegenschaften. Jedoch können die betreffenden
juristischen Personen bezüglich letzterer allenfalls Ersatzbeschaffung gemäss Art. 132
Abs. 1 lit. e StG geltend machen (vgl. Weidmann/Grossmann/Zigerlig, Wegweiser
durch das st. gallische Steuerrecht, 6. Aufl., Muri-Bern 1999, S. 222). Auch diese
Regelung ist im Einklang mit den bundesrechtlichen Vorgaben, wonach die in Art. 23
Abs. 1 lit. d bis g und i StHG genannten juristischen Personen in jedem Fall der
Grundstückgewinnsteuer unterliegen (Art. 23 Abs. 4 StHG).
3.3. Die Beschwerdeführerin rügt eine unvollständige und unrichtige Feststellung des
Sachverhalts durch die Vorinstanz. Sie macht geltend, dass sowohl im Verfahren vor
Verwaltungsbehörden als auch vor dem Verwaltungsgericht der
Untersuchungsgrundsatz gelte und dass es, obschon die beteiligten Privaten – soweit
zumutbar – zur Abklärung des Sachverhalts beizutragen hätten, demgemäss nicht
Sache des Bürgers sei, das Tatsachenmaterial zu beschaffen. Bei ihren Mitgliedern
handle es sich, entgegen der unzutreffenden Annahme der Vorinstanz, nur noch um die
evangelisch-reformierten Kirchen der deutschsprachigen Schweiz, welche als offizielle
Landeskirchen generell steuerbefreit seien, namentlich auch von der
Grundstückgewinnsteuer. Die Vorinstanz habe ihr deshalb zu Unrecht gestützt auf die
unzutreffende Meldung der Steuerbefreiung durch die Steuerverwaltung des Kantons
Basel-Stadt sowie gestützt auf den Wortlaut des Gesetzes das Recht auf
Steuerbefreiung gemäss Art. 80 Abs. 1 lit. c und d StG bzw. Art. 23 Abs. 1 lit. c StHG
abgesprochen. Da die evangelisch-reformierte Kirche grundsätzlich kantonalrechtlich
organisiert sei, erfordere die überkantonale Zusammenarbeit ein gemeinsames Organ
in Form eines Vereins. Entgegen der formaljuristischen Auffassung der Vorinstanz
könne die Form jedoch nicht entscheidend sein, sondern ein derartiger Verein sei,
soweit die steuerbefreiten Kantonalkirchen Mitglieder seien und er der
Aufgabenerfüllung der Kantonalkirchen diene, ebenso wie diese von der
Grundstückgewinnsteuer zu befreien.
Die Vorinstanz erwog demgegenüber, dass eine Befreiung der als privatrechtlicher
Verein organisierten Beschwerdeführerin für die Grundstückgewinnsteuer nicht in
Betracht falle. Bei der Beschwerdeführerin handle es sich weder um eine
Kirchgemeinde im Sinne von Art. 80 Abs. 1 lit. d StG noch um den katholischen oder
evangelischen Konfessionsteil oder eine von deren Anstalten, die Christkatholische
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Kirche St. Gallen oder die Israelitische Gemeinde St. Gallen (Art. 80 Abs. 1 lit. c StG).
Auch stelle sie, was sie denn auch selber nicht geltend mache, keine Anstalt einer
gestützt auf Art. 80 Abs. 1 lit. c und d StG steuerbefreiten juristischen Person dar.
Angesichts des klaren und eindeutigen Wortlauts der gesetzlichen Vorgaben stehe
somit eine ausdehnende Auslegung und Anwendung von Art. 80 Abs. 1 lit. c und d StG
bzw. Art. 23 Abs. 1 lit. c StHG nicht in Frage. Im weiteren führt die Vorinstanz aus, dass
es sich bei der Beschwerdeführerin nicht nur um einen Zusammenschluss
steuerbefreiter öffentlich-rechtlich anerkannter kirchlicher Körperschaften handle. Unter
diesen Umständen bestünden auch keine Anhaltspunkte, dass die Bescheinigung der
Steuerverwaltung des Kantons Basel-Stadt bezüglich der Steuerbefreiung der
Beschwerdeführerin unzutreffend sei. Im übrigen habe die Beschwerdeführerin trotz
ihrer Beweislast für die Tatsache der Steuerbefreiung keine Berichtigung der
Bescheinigung beigebracht.
3.4. Eine unrichtige Sachverhaltsfeststellung liegt vor, wenn aus den vorhandenen
Beweismaterialien unrichtige Schlüsse gezogen werden, insbesondere indem der
Sachverhalt falsch oder aktenwidrig festgestellt wird oder indem die Beweise unrichtig
gewürdigt werden. Ein unvollständig festgestellter Sachverhalt dagegen liegt vor, wenn
entscheidrelevante Umstände nicht oder nicht ausreichend abgeklärt wurden.
Umgekehrt bedeutet dies aber auch, dass eine unvollständige Sachverhaltsfeststellung
nicht schon dann gegeben ist, wenn nicht alles, was der Beschwerdeführer im
Verfahren vor der oder den Vorinstanzen vorgebracht hat oder was sich im Umfeld
einer Streitsache tatsächlich ereignet hat, abgeklärt worden ist (Cavelti/Vögeli, a.a.O.,
Rz. 587 f.).
3.5. Die Vorinstanz ging gestützt auf das Protokoll der Gründungsversammlung vom 5.
Dezember 1968 davon aus, Mitglieder der Beschwerdeführerin seien nicht nur
steuerbefreite öffentlich-rechtlich anerkannte kirchliche Körperschaften, sondern auch
verschiedene Missionsgesellschaften und die "Konferenz der Heimsekretäre". Die
Beschwerdeführerin erwähnte in ihren vorinstanzlichen Eingaben zwar jeweils nur die
evangelisch-reformierten Kirchen der deutschsprachigen kantonalen Landeskirchen
ausdrücklich als Mitglieder, liess aber gleichzeitig das erwähnte Protokoll der
Gründungsversammlung ins Recht legen. Es ist daher nachvollziehbar, wenn die
Vorinstanz gestützt auf den von der Beschwerdeführerin eingereichten Beleg davon
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ausging, die dort erwähnten Organisationen seien nach wie vor ebenfalls Mitglieder der
Beschwerdeführerin. Erstmals vor Verwaltungsgericht macht diese ausdrücklich
geltend, die fraglichen Missionsgesellschaften sowie die Konferenz der Heimsekretäre
seien aus dem Verein aus- und zur Mission 21 Evangelisches Missionswerk Basel
übergetreten und belegt diese Behauptung - zumindest bezüglich der verschiedenen
Missionsgesellschaften – mit einer schriftlichen Bestätigung des Leiters Finanzen der
Mission 21 Evangelisches Missionswerk Basel. Die Beschwerdeführerin macht indes
keine Gründe geltend - und solche sind auch nicht ersichtlich -, weshalb sie diesen
Beleg nicht bereits im vorinstanzlichen Verfahren hätte beibringen können, hätte sich
damit doch der Irrtum der Vorinstanz vermeiden lassen.
Es ist somit zutreffend, dass die Vorinstanz in bezug auf die Zusammensetzung der
Mitgliederstruktur der Beschwerdeführerin von einer falschen Vorstellung ausging.
Nachdem die irrige Sachverhaltsannahme jedoch, wie die nachfolgenden Erwägungen
zeigen werden, ohnehin nicht von Relevanz für die rechtliche Beurteilung der
Streitsache ist, ist dieser Fehler unbeachtlich, und es kann demgemäss auch offen
bleiben, inwieweit die Beschwerdeführerin durch ihr Verhalten diesen Irrtum -
wenigstens teilweise - mitverursacht hat. Immerhin ist sie an dieser Stelle darauf
hinzuweisen, dass trotz Geltung der Untersuchungsmaxime die Pflicht der
Veranlagungsbehörde zur Abklärung des massgeblichen Sachverhalts nicht
uneingeschränkt besteht und die Veranlagungsbehörde nicht von Amtes wegen
jegliche steuermindernden Tatsachen zu erforschen hat, zumal wenn die
Steuerpflichtige ohnehin besser imstande ist, die entsprechenden Beweismittel
beizubringen. In bezug auf die Beweislastregel gilt diesbezüglich der gefestigte
Grundsatz, dass die Steuerbehörde die Beweislast für die steuerbegründenden
Tatsachen trägt, während den Steuerpflichtigen die Beweislast für Tatsachen trifft,
welche die Steuerschuld aufheben oder mindern (Weidmann/Grossmann/Zigerlig,
a.a.O., S. 379 f., mit weiteren Hinweisen).
3.6. In bezug auf die angeblich falsche Meldung der Steuerbefreiung der
Steuerverwaltung des Kantons Basel-Stadt unterlässt es die Beschwerdeführerin
wiederum, eine Berichtigung der Bescheinigung beizubringen. Wie die Vorinstanz
diesbezüglich zu Recht festgestellt hat, ist nicht ersichtlich, inwiefern die Meldung
unzutreffend sein soll. Im übrigen ist ohnehin festzuhalten, dass für die Beurteilung der
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Steuerpflicht der Beschwerdeführerin für Gewinne aus der Veräusserung von im
Kanton St. Gallen gelegenen Grundstücken die Steuerbefreiungstatbestände nach dem
Steuergesetz des Kantons Basel-Stadt nicht massgeblich sind, sondern dies vielmehr
gestützt auf das st. gallische Steuerrecht zu beurteilen ist, zumal es dem kantonalen
Gesetzgeber unbenommen ist, weitere als die in Art. 23 Abs. 4 StHG erwähnten
steuerbefreiten juristischen Personen ebenfalls der Grundstückgewinnsteuer zu
unterstellen (vgl. Erwägung 3.7.1. hiernach).
3.7. Im folgenden ist zu prüfen, ob entsprechend der Auffassung der
Beschwerdeführerin die Befreiung eines privatrechtlichen Vereins von der
Grundstückgewinnsteuer gerechtfertigt ist, soweit es sich bei den Mitgliedern
ausschliesslich um steuerbefreite juristische Personen im Sinne von Art. 80 Abs. 1 lit. a
bis d und i StG handelt, welche als solche von der Grundstückgewinnsteuer befreit
sind, oder ob entsprechend der Meinung der Vorinstanzen Art. 80 Abs. 1 lit. c und d
StG bzw. Art. 23 Abs. 1 lit. c StHG eine solche über den klaren und eindeutigen
Wortlaut hinausgehende Auslegung nicht zulassen.
3.7.1. Art. 23 Abs. 1 lit. c StHG statuiert, dass die Gemeinden, die Kirchgemeinden und
die anderen Gebietskörperschaften des Kantons und ihre Anstalten nach Massgabe
des kantonalen Rechts von der Steuer befreit sind. Das st. gallische Recht bewegt sich
– wie ausgeführt - mit Art. 80 Abs. 1 lit. c und d StG im Rahmen dieser
bundesrechtlichen Vorgaben. Aus der Formulierung von Art. 23 Abs. 1 lit. c StHG ergibt
sich, dass nur öffentlich-rechtliche Körperschaften des Kantons gestützt auf lit. c von
der Steuer befreit sind, und zwar – wie aus der Formulierung "und die anderen
Gebietskörperschaften" ebenfalls ersichtlich ist – nur Gebietskörperschaften. Allerdings
legt das Bundesgericht den Begriff der Gebietskörperschaft weit aus und erachtete im
Rahmen der Auslegung der diesbezüglich gleichlautenden Bestimmung von Art. 56 lit.
c des Bundesgesetzes über die direkte Bundessteuer (SR 642.11, abgekürzt DBG) alle
öffentlich-rechtlichen Körperschaften mit territorialen Elementen als vom Wortlaut
erfasst. Von der Steuerbefreiung ausgeschlossen sind damit einzig jene
Körperschaften, denen aufgrund des kantonalen Rechts die Verbindung zu einem
bestimmten, auf der politischen Einteilung des Kantonsgebiets beruhenden Territorium
gänzlich fehlt (BGE 125 II 179, E. 3a, mit weiteren Hinweisen).
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Art. 23 Abs. 4 StHG hält im weiteren fest, dass die in Abs. 1 lit. d-g und i genannten
juristischen Personen in jedem Fall der Grundstückgewinnsteuer unterliegen. Durch die
Verwendung der Formulierung "in jedem Fall" wird deutlich, dass die betreffenden
juristischen Personen ausnahmslos von der Grundstückgewinnsteuerpflicht erfasst sein
sollen – unabhängig irgendwelcher im konkreten Fall vorliegender besonderer
Merkmale. Folglich kann gestützt auf den Wortlaut von Absatz 4 für die Frage nach der
Befreiung von der Grundstückgewinnsteuer nicht relevant sein, wie sich die
Eigentümerschaft oder Mitgliederstruktur einer gestützt auf Art. 23 Abs. 1 lit. f und g
StHG steuerbefreiten juristischen Person zusammensetzt. Hätte der Gesetzgeber
Raum für eine andere Auslegung lassen wollen, wäre keine derart absolute
Formulierung erfolgt. Das Schrifttum geht demgemäss denn auch davon aus, dass der
Vorbehalt von Art. 23 Abs. 4 StHG als Mindestvorschrift zu betrachten ist, wonach die
in lit. d bis g und i genannten Institutionen zwingend der Grundstückgewinnsteuer zu
unterwerfen seien. Die Kantone verfügen nur insofern über Spielraum, als es ihnen frei
steht, noch weitere steuerbefreite juristische Personen wie Gemeinden,
Kirchgemeinden usw. ebenfalls der Grundstückgewinnsteuer zu unterstellen (vgl. M.
Greter, in: Zweifel/ Athanas (Hrsg.), Kommentar zum Schweizerischen Steuerrecht, I/1,
2. Aufl., Basel-Genf-München 2002, Rz. 45 zu Art. 23 StHG, mit weiteren Hinweisen).
Soweit die Formulierung von Art. 80 Abs. 3 StG nur einen Vorbehalt zugunsten der
Grundstückgewinnsteuer macht, ist die kantonalrechtliche Bestimmung vom Wortlaut
her grundsätzlich weniger eindeutig als die Regelung in Art. 23 Abs. 4 StHG. Es kann
indes offen bleiben, ob die st. gallische Regelung eine andere Interpretation zulässt, da
die bundesgesetzlichen Vorgaben gemäss Art. 72 Abs. 2 StHG im Fall
widersprechenden kantonalen Rechts direkte Anwendung finden (vgl. dazu auch U.
Cavelti, Die Durchsetzung der Steuerharmonisierung: Grenzen und Möglichkeiten, in:
IFF Forum für Steuerrecht 2004, S. 106 ff.).
Der klare und eindeutige Wortlaut von Art. 23 StHG ebenso wie von Art. 80 StG spricht,
wie die Vorinstanz zu Recht festgestellt hat, demnach gegen eine Befreiung der
Beschwerdeführerin von der Grundstückgewinnsteuer.
3.7.2. Aus den Materialien lässt sich entnehmen, dass im Kanton St. Gallen nach
Einführung der Grundstückgewinnsteuer im Jahre 1955 noch sämtliche gemäss Art. 14
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des Steuergesetzes vom 17. April 1944 von der Steuerpflicht gänzlich oder vorwiegend
befreiten juristischen Personen von der Grundstückgewinnsteuer ausgenommen
waren. Dies umfasste sowohl die öffentlich-rechtlichen Körperschaften als auch die
übrigen steuerbefreiten juristischen Personen. Die Revision des Steuergesetzes im
Jahre 1970 brachte eine Einschränkung insofern, als dass Gewinne aus der
Veräusserung von Grundstücken im Eigentum von steuerbefreiten, nicht öffentlich-
rechtlichen juristischen Personen nur noch dann von der Grundstückgewinnsteuer
ausgenommen waren, wenn die Grundstücke unmittelbar öffentlichen oder
gemeinnützigen Zwecken gedient hatten. Dies wurde damit begründet, dass
Grundbesitz, der lediglich der Kapitalanlage diene, für die Steuerbefreiung ausscheiden
solle, da nicht einzusehen sei, weshalb z.B. eine ausserkantonale
Personalfürsorgestiftung, welche st. gallische Liegenschaften zu Kapitalanlagezwecken
erwerbe, bei einer späteren Veräusserung keine Grundstückgewinnsteuer bezahlen
solle (vgl. ABl 1969, S. 851; ProtGR, 1968/72, Nr. 6, S. 577-782, S. 702). Ausgehend
von den Vorgaben und Einschränkungen des übergeordneten Harmonisierungsrechts
wurde das st. gallische Steuerrecht im Jahre 1997 schliesslich erneut revidiert.
Während die allgemeinen Steuerbefreiungstatbestände materiell keine Änderungen
erfuhren, d.h. im wesentlichen lediglich eine Anpassung an den Wortlaut von Art. 23
StHG sowie Art. 56 DBG und eine Aufteilung des bisherigen Steuerbefreiungsgrundes
der Gemeinnützigkeit in neu zwei eigenständige Befreiungsgründe (lit. g und h) erfolgte
(vgl. ABl 1997, S. 1028), wurden die Ausnahmen von der Grundstückgewinnsteuer
weiter eingeschränkt, indem juristische Personen mit öffentlicher oder gemeinnütziger
bzw. religiöser Zwecksetzung, die von der Gewinn- und Kapitalsteuer befreit sind, für
Gewinne aus Grundstückveräusserungen auch dann keine Steuerbefreiung mehr
beanspruchen können, wenn diese unmittelbar dem privilegierten Zweck gedient
haben (ABl 1997, S. 988).
Insgesamt ergibt sich somit aus den Materialien zur st. gallischen Steuergesetzgebung,
dass die Befreiung von der Grundstückgewinnsteuer heute, anders als noch unter dem
alten Recht, nur noch sehr restriktiv gewährt werden kann.
Hinsichtlich der bundesrechtlichen Regelung fällt in Betracht, dass bereits der
bundesrätliche Entwurf vom 25. Mai 1983 zum StHG (Art. 26) in bezug auf die
vorliegend interessierenden Steuerbefreiungstatbestände weitgehend der heute
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geltenden Regelung entsprach (BBl 1983, S. 299). In der nationalrätlichen Beratung
gab die Bestimmung insofern Anlass zu Diskussionen, als eine Minderheit die
Ausgestaltung als Kann-Vorschrift beantragte. Dies wurde damit begründet, dass die
gewählte Formulierung gezwungenermassen zu einer Besteuerung der Kirchen – wobei
diesbezüglich die Veräusserung einer Immobilie durch eine kirchliche Stiftung als
Beispiel angeführt wurde - und der gemeinnützigen Institutionen, aber auch der
Sozialversicherungen wie AHV, Ausgleichskassen und Krankenversicherungen usw.
führen würde, was wenig sinnvoll sei. Es sollte deshalb den Kantonen überlassen
werden, ob sie solche Institutionen mit der Grundstückgewinnsteuer belegen wollen
oder nicht. Die Mehrheit hielt dem jedoch entgegen, dass im Sinne der Harmonisierung
keine Ausnahmen vorgesehen werden sollten und dass den betroffenen Institutionen ja
das Mittel der Ersatzbeschaffung zur Verfügung stehe. Insbesondere gehe es darum,
dem Missbrauch entgegen zu steuern und nach Möglichkeit zu verhindern, dass
einzelne solcher Institutionen aus dem Liegenschaftenhandel sozusagen ein
Finanzierungsinstrument machen würden (AmtlBull N 1989, Voten Stucky und
Reichling, S. 74).
Daraus ergibt sich, dass es ein wesentliches Ziel des Bundesgesetzgebers war, die
Befreiung in Bezug auf die Grundstückgewinnsteuer nur in einem sehr engen Rahmen
zu gewähren, um den betreffenden Institutionen möglichst jeden Anreiz zu nehmen,
sich über Kapitalgewinne aus Liegenschaftsverkäufen zu finanzieren. Nach
Harmonisierungsrecht zulässig soll deshalb denn auch nur die Befreiung jener
öffentlich-rechtlichen Körperschaften sein, bei denen spekulative
Liegenschaftsgeschäfte kaum vorstellbar sind. Indem alle übrigen juristischen
Personen mit gemeinnützigen oder öffentlichen sowie Kultuszwecken der
Grundstückgewinnsteuer unterworfen werden, wird folglich dem Entstehen falscher
Anreize, sich die benötigten finanziellen Mittel durch Liegenschaftskäufe und -verkäufe
zu beschaffen, entgegen gewirkt (vgl. VGE 100.2009.5 des Verwaltungsgerichts Bern
vom 28. August 2009, in: BVR 2010 S. 389-400, E. 3.4). Dabei war sich der historische
Gesetzgeber durchaus bewusst, dass die von ihm gewählte Regelung zur Besteuerung
namentlich der Kirchen führen könnte, soweit sich diese für die Verfolgung ihrer
Zwecke einer privatrechtlichen Organisationsform, wie zum Beispiel einer Stiftung oder
eines Vereins, bedienen würden. Aus harmonisierungsrechtlichen Überlegungen wurde
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dies indes hingenommen, da keine neuen Ausnahmen geschaffen werden sollten (vgl.
Votum Reichling, a.a.O., S. 74).
3.7.3. Nichts anderes ergibt sich schliesslich mit Blick auf die bundesgerichtliche
Rechtsprechung. In einem Entscheid aus dem Jahre 2001 stellte das Bundesgericht
ohne weitere Begründung fest, dass für eine Kantonalbank, die ihre Tätigkeit in der
Rechtsform einer öffentlich-rechtlichen Anstalt ausübt, vollumfänglich und vorbehaltlos
die Steuerbefreiung von Art. 56 lit. b DBG - welcher in bezug auf die vorliegend
interessierende Frage insoweit gleich lautet - zur Anwendung gelange, dieser
Befreiungstatbestand nach einer Umwandlung in eine privatrechtliche
Aktiengesellschaft jedoch ausser Betracht falle und nur noch jener von Art. 56 lit. g
DBG denkbar sei (BGE 2A.254/2000 vom 2. April 2001, E. 2a). Ebenso deutlich stellte
das Bundesgericht im Jahre 2004 fest, dass für das vormals gestützt auf Art. 56 lit. c
DBG und Art. 23 Abs. 1 lit. c StHG bzw. Art. 78 Abs. 1 lit. c des bündnerischen
Steuergesetzes von jeder Steuerpflicht befreite Elektrizitätswerk Davos nach der
Umwandlung in eine privatrechtliche Aktiengesellschaft trotz der Tatsache, dass das
Aktienkapital weiterhin zu 100% von der Gemeinde gehalten wurde, nur noch die für
juristische Personen geltenden Steuerbefreiungsgründe gemäss Art. 56 lit. g DBG, Art.
23 Abs. 1 lit. f StHG sowie Art. 78 Abs. 1 lit. f des bündnerischen Steuergesetzes in
Frage kommen können (BGE 131 II 3, E. 1).
3.8. Zusammenfassend lässt sich somit feststellen, dass eine ausdehnende Auslegung
von Art. 80 Abs. 1 lit. c und d StG bzw. Art. 23 Abs. 1 lit. c StHG sich weder gestützt
auf den klaren Wortlaut der Bestimmungen noch mit Blick auf den gesetzgeberischen
Willen rechtfertigen lässt. Gleichermassen steht eine Anwendung der fraglichen
Bestimmungen auf die als privatrechtlicher Verein organisierte Beschwerdeführerin im
Lichte der bundesgerichtlichen Rechtsprechung ausser Frage.
4. Sodann macht die Beschwerdeführerin geltend, die Vorinstanz verstosse bezüglich
der Pflicht zur Gleichbehandlung aller evangelisch-reformierten Kirchen gegen den
Grundsatz der Gleichbehandlung (Art. 8 BV), das Willkürverbot und den Grundsatz von
Treu und Glauben (Art. 9 BV) sowie das Schlechterstellungs- und das
Doppelbesteuerungsverbot (Art. 127 Abs. 3 BV), sofern sie nicht wie die übrigen
Kantonalkirchen von der Grundstückgewinnsteuerpflicht befreit werde. Desgleichen
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bringt die Beschwerdeführerin vor, die Situation beim Pflegeheim Werdenberg-Grabs
liege fast gleich wie bei ihr, weshalb die Vorinstanz, indem sie dieses Heim von der
Grundstückgewinnsteuer befreie, sie derselben jedoch unterstelle, ebenfalls das
Gleichbehandlungsgebot nach Art. 8 BV, das Willkürverbot und das Vertrauensprinzip
nach Art. 9 BV sowie das Schlechterstellungsverbot gegenüber einem Verein mit Sitz in
einem anderen Kanton und das Doppelbesteuerungsverbot gemäss Art. 127 Abs. 3 BV
verletzt habe.
4.1. Die Steuerpflicht der Beschwerdeführerin für Gewinne aus der Veräusserung von
Grundstücken ergibt sich, wie ausgeführt, aus Art. 80 Abs. 1 lit. g und h StG in
Verbindung mit Art. 80 Abs. 3 StG, lässt sich aber auch direkt aus dem
Harmonisierungsrecht ableiten (Art. 23 Abs. 1 lit. f und g StHG in Verbindung mit Art.
23 Abs. 4 StHG), welches im Falle widersprechenden kantonalen Rechts direkt
anwendbar (Art. 72 Abs. 2 StHG) und ungeachtet seiner Verfassungsmässigkeit
massgebend ist (Art. 190 BV). Selbst wenn also die gesetzliche Ungleichbehandlung
der Beschwerdeführerin und des Pflegeheims Werdenberg-Grabs sowie der
evangelisch-reformierten Kantonalkirchen vor dem Gleichbehandlungsgrundsatz
sachlich nicht gerechtfertigt sein sollte, würde dies somit nichts an der Steuerpflicht
der Beschwerdeführerin ändern. Anders verhielte es sich höchstens dann, wenn
sowohl das Pflegeheim Werdenberg-Grabs als auch die evangelisch-reformierten
Kantonalkirchen aufgrund ihrer körperschaftlichen Struktur ebenfalls nur gestützt auf
Art. 80 Abs. 1 lit. g oder h StG bzw. Art. 23 Abs. 1 lit. f oder g StHG von der Steuer
befreit werden könnten, jedoch von den kantonalen Behörden davon abweichend
trotzdem unter Art. 80 Abs. 1 lit. c und d StG bzw. Art. 23 Abs. 1 lit. c StHG subsumiert
würden. Selbst in diesem Fall könnte die Beschwerdeführerin einen Anspruch auf
Gleichbehandlung erst dann geltend machen, wenn diesbezüglich eine eigentliche
gesetzwidrige Praxis bestünde und die Veranlagungsbehörde es ablehnen würde,
diese aufzugeben (vgl. Häfelin/Müller/ Uhlmann, a.a.O., Rz. 518, mit weiteren
Hinweisen).
4.2. Dergleichen wird von der Beschwerdeführerin jedoch nicht geltend gemacht.
Vielmehr gesteht sie mit der Formulierung "fast gleich" bereits selber ein, dass die
Situation beim Pflegeheim Werdenberg-Grabs zwar ähnlich wie bei ihr, aber eben
keineswegs gleich liegt. Zutreffend ist, dass es sich bei beiden um juristische Personen
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handelt, deren Mitglieder gestützt auf Art. 80 Abs. 1 lit. c und d StG bzw. Art. 23 Abs. 1
lit. c StHG vorbehaltlos von der Steuer – einschliesslich der Grundstückgewinnsteuer –
befreit sind. Damit hat es aber auch schon sein Bewenden bezüglich der
Gemeinsamkeiten zwischen der Beschwerdeführerin und dem Pflegeheim. Erstere
untersteht als privatrechtlicher Verein keiner staatlichen Aufsicht und es ist ihr
unbenommen, ihren Zweck zu ändern, oder – wie dies bereits im Zeitpunkt ihrer
Gründung der Fall war – ihren Mitgliederkreis wieder auf weitere, nicht mehr gestützt
auf Art. 80 Abs. 1 lit. c oder d StG bzw. Art. 23 Abs. 1 lit. c StHG steuerbefreite
juristische Personen auszudehnen, mithin kann sie gar Privatpersonen als Mitglieder
aufnehmen. Demgegenüber handelt es sich beim Pflegeheim Werdenberg-Grabs um
einen Zweckverband mehrerer Gemeinden und damit um eine auf kantonalem Recht
beruhende öffentlich-rechtliche Körperschaft (vgl. Häfelin/Müller/Uhlmann, a.a.O., Rz.
1447), welche wie die übrigen Gemeinden einer staatlichen Aufsicht untersteht (vgl.
Art. 155 Abs. 2 des Gemeindegesetzes, sGS 151.2). Die Situation der
Beschwerdeführerin ist somit keineswegs mit dem Pflegeheim Werdenberg-Grabs
vergleichbar, welches als öffentlich-rechtliche Körperschaft zu Recht von der
Grundstückgewinnsteuer befreit wurde. Nicht anders verhält es sich in bezug auf die
evangelisch-reformierten Kantonalkirchen, bei welchen es sich ebenfalls um öffentlich-
rechtliche Körperschaften handelt, die als solche vollumfänglich von der Steuer befreit
sind.
4.3. Ebenfalls nicht ersichtlich ist, inwiefern die Besteuerung der Beschwerdeführerin
für Grundstückgewinne gegen das Schlechterstellungs- und das
Doppelbesteuerungsverbot verstossen soll. Nach der Rechtsprechung des
Bundesgerichts liegt eine gegen Art. 127 Abs. 3 BV verstossende Doppelbesteuerung
vor, wenn eine steuerpflichtige Person von zwei oder mehreren Kantonen für das
gleiche Steuerobjekt und für die gleiche Zeit zu Steuern herangezogen wird (aktuelle
Doppelbesteuerung) oder wenn ein Kanton in Verletzung der geltenden
Kollisionsnormen seine Steuerhoheit überschreitet und eine Steuer erhebt, zu deren
Erhebung ein anderer Kanton zuständig wäre (virtuelle Doppelbesteuerung).
Ausserdem hat das Bundesgericht aus dem verfassungsmässigen Verbot der
Doppelbesteuerung abgeleitet, ein Kanton dürfe einen Steuerpflichtigen nicht deshalb
stärker belasten, weil er nicht im vollen Umfang seiner Steuerhoheit unterstehe,
sondern zufolge seiner territorialen Beziehungen auch noch in einem anderen Kanton
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steuerpflichtig sei (BGE 131 I 253, E. 3.1, mit weiteren Hinweisen; BGE 131 I 286, E.
2.1).
Die Besteuerung der Beschwerdeführerin stützt sich, wie ausgeführt, nicht auf ihren
ausserkantonalen Sitz, sondern gründet in ihrer Rechtsform. Wie das Kantonale
Steueramt somit zu Recht festgestellt hat, ist die Beschwerdeführerin als gestützt auf
Art. 80 Abs. 1 lit. g oder h StG von der Gewinn- und Kapitalsteuer befreiter
privatrechtlicher Verein für Gewinne aus der Veräusserung von Grundstücken im
Kanton St. Gallen steuerpflichtig - und zwar unabhängig davon, wo sie ihren Sitz hat.
Unerfindlich ist des weiteren, inwiefern die Erhebung der Grundstückgewinnsteuer bei
der Beschwerdeführerin zu einem Verstoss gegen das Doppelbesteuerungsverbot
führen soll.
4.4. Nach dem Gesagten ist festzustellen, dass die von der Beschwerdeführerin
gerügten Verletzungen des Gleichbehandlungsgebots (Art. 8 BV), des Willkürverbots
(Art. 9 BV) sowie des Schlechterstellungs- und des Doppelbesteuerungsverbots (Art.
127 Abs. 3 BV) unbegründet bzw. weder dargetan noch ersichtlich sind.
5. Insgesamt ergibt sich, dass es sich bei der als privatrechtlicher Verein organisierten
Beschwerdeführerin zwar um eine gestützt auf Art. 80 Abs. 1 lit. g oder h StG bzw. Art.
23 Abs. 1 lit. f oder g StHG steuerbefreite juristische Person handelt. Jedoch ist die
Beschwerdeführerin gemäss den harmonisierungsrechtlichen Vorgaben zwingend der
Grundstückgewinnsteuer zu unterstellen. Für eine ausdehnende Auslegung der
kantonal- und der bundesrechtlichen Steuerbefreiungstatbestände besteht vorliegend
angesichts des eindeutigen Wortlauts und mit Blick auf den klaren Willen des
Gesetzgebers kein Raum. Auch die weiteren Rügen der Beschwerdeführerin sind
unbegründet. Die Beschwerde ist daher abzuweisen.
6. Dem Verfahrensausgang entsprechend sind die amtlichen Kosten des
Beschwerdeverfahrens der Beschwerdeführerin aufzuerlegen (Art. 95 Abs. 1 VRP). Eine
Entscheidgebühr von Fr. 4'000.-- ist angemessen (Art. 13 Ziff. 622 Gerichtskostenstarif,
sGS 941.12). Der geleistete Kostenvorschuss von Fr. 2'000.-- ist anzurechnen.
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Ausseramtliche Kosten sind nicht zu entschädigen (Art. 98bis VRP). Die
Beschwerdeführerin ist unterlegen (Art. 98bis VRP), und der Beschwerdegegner hat
keinen Anspruch auf Kostenersatz (vgl. R. Hirt, Die Regelung der Kosten nach st.
gallischem Verwaltungsrechtspflegegesetz, Diss. St. Gallen 2004, S. 176).
Demnach hat das Verwaltungsgericht