# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 9fa62536-9df5-4d05-8ef0-dc3fdec50bef
**Court:** GR_KG
**Chamber:** GR_KG_006
**Year:** 2017
**Language:** de
**Jurisdiction:** GR / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

hat sich ergeben:
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I. Sachverhalt
A. A._, geboren am _ 2010, ist Tochter der unverheirateten Eltern Y._ und X._. Der Vater anerkannte A._ am 9. Dezember 2010 vor dem Zivilstandsamt B._ als seine Tochter.
B. Die getrennt lebenden Kindseltern konnten sich nicht über das Besuchs- und Ferienrecht einigen, weshalb diesbezüglich am 12. September 2011 ein Beschluss der damaligen Vormundschaftsbehörde der Kreise C._ erging. Nachdem sowohl X._ als auch Y._ gegen diesen Beschluss Beschwerde beim Bezirksgericht Maloja (seit 1. Januar 2017 Regionalgericht Maloja) erhoben – wobei letztere ihre Beschwerde indes wieder zurückzog – , änderte das Bezirksgericht mit Entscheid vom 14. März 2012 das Besuchsrecht dahingehend ab, dass der Kindsvater A._ jeweils am ersten und dritten Samstag eines jeden Monats von 9.00 Uhr bis 17.00 Uhr sowie jeden Donnerstagnachmittag während mindestens drei Stunden besuchen sowie je eine Woche im Sommer, im Herbst und im Frühling zu sich in die Ferien nehmen darf. Die von der Vormundschaftsbehörde der Kreise C._ ab dem sechsten Altersjahr von A._ erlassene Regelung wurde bestätigt. Im Weiteren wies das Bezirksgericht Maloja die damalige Vormundschaftsbehörde an, zur Sicherstellung der korrekten Ausübung des Besuchsrechts eine Besuchsrechtsbeistandschaft nach Art. 308 ZGB zu errichten und hielt ferner fest, dass auf die Einholung eines Gutachtens verzichtet werde. Gegen diesen Entscheid führte Y._ am 7. Mai 2012 Berufung an das Kantonsgericht von Graubünden. Mit Urteil vom 9. Oktober 2012 wies das Kantonsgericht diese ab, da es die getroffene Besuchsrechtsregelung im konkreten Fall als angemessen erachtete und auch die Anordnung einer Besuchsrechtsbeistandschaft als indiziert ansah (vgl. Urteil der I. Zivilkammer ZK1 12 27 vom 9. Oktober 2012 E. 3 und 4). Dieses Urteil erwuchs in der Folge unangefochten in Rechtskraft.
C. Am 9. Dezember 2013 reichte Y._ bei der KESB Engadin/Südtäler (nachfolgend KESB) ein Präzisierungs-Gesuch betreffend die Abänderung der Regelung des persönlichen Verkehrs ein. Darin beantragte sie, ein kinderpsychiatrisches Gutachten in Auftrag zu geben, welches Auskunft über das zumutbare Besuchsrecht zwischen A._ und dem Kindsvater gebe. Diesen Antrag lehnte die KESB jedoch ab (Dispositiv-Ziff. 6) und erkannte im Weiteren, dass der persönliche Verkehr zwischen X._ und A._ mit einer neuen, ab Eintritt der Vollstreckbarkeit dieses Entscheids gültigen Besuchsrechtsvereinbarung geregelt werde (Dispositiv-Ziff. 1). Überdies wurde ab
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Eintritt der Vollstreckbarkeit dieses Entscheids eine minimale Besuchsrechtsregelung festgelegt, wonach der Vater das Recht erhielt, einerseits seine Tochter jedes erste und dritte Wochenende im Monat an einem Tag während 8 Stunden oder verteilt auf zwei Tage während 4 Stunden zu besuchen oder zu sich auf Besuch zu nehmen. Dem Kindsvater wurde sodann das Recht eingeräumt, seine Tochter während drei Wochen im Jahr (Ferien) täglich während mindestens 4 Stunden zu besuchen oder zu sich auf Besuch zu nehmen, wobei Übernachtungen von A._ explizit ausgeschlossen wurden. Die Eltern hätten gemeinsam mindestens vier Wochen im Voraus die konkreten Besuchszeiten zu vereinbaren, wobei sie in erster Linie das Wohl der Tochter und die gegenseitigen zeitlichen Ressourcen zu berücksichtigen hätten. Sodann sei die Beiständin über die festgelegten Besuchszeiten im Voraus zu informieren (alles Dispositiv-Ziff. 2). Mit Entscheid vom 18. November 2014 hiess das Kantonsgericht die Beschwerde von X._ teilweise gut, während die Beschwerde von Y._ mit gleichem Entscheid abgewiesen wurde (vgl. ZK1 14 82/84). Das Kantonsgericht sah keinen Anlass, die mit Urteil des Bezirksgerichts Maloja vom 14. März 2012 getroffene bzw. durch das Kantonsgericht am 9. Oktober 2012 bestätigte Besuchs- und Ferienrechtsregelung anzupassen. Es hielt fest, dass die Mutter sich wenig kooperativ verhalte und bei der Planung der Besuchskontakte Widerstand leiste. Vielmehr habe sie sich in der Vergangenheit dauerhaft über die gerichtlich festgelegte Besuchs- und Ferienrechtsregelung hinweggesetzt und versucht, die Kontakte zwischen dem Vater und seiner Tochter einzuschränken resp. auf ein Mindestmass zu reduzieren. Ferner würde sie ihrer Tochter verbieten, ihren Vater "Papa" zu nennen; stattdessen habe sie ihn stets mit dem Vornamen anzusprechen. Insofern verstosse sie mit ihrem Verhalten klar gegen die Aufgabe als Mutter und ihre gesetzliche Pflicht, alles zu unterlassen, was das Verhältnis des Kindes zum anderen Elternteil beeinträchtigen könnte. Vielmehr hätte sie die Beziehung zwischen A._ und ihrem Vater zu fördern, statt wegen ihrer persönlichen Differenzen zum Kindsvater den Aufbau einer engeren Vater-Tochter Beziehung im Wege zu stehen. Die Rechtsmittelinstanz gelangte zum Schluss, dass sich mangels einer massgeblichen Veränderung der Umstände sich keine neue Regelung – insbesondere keine Abschaffung des Donnerstagsbesuchsrechts sowie kein Ausschluss von Übernachtungen – aufdränge. Gegen diesen Entscheid wurde von den Parteien kein Rechtsmittel ergriffen, womit dieser rechtskräftig wurde (vgl. Urteil der I. Zivilkammer ZK1 14 82/84 vom 18. November 2014 E. 4).
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D/1. Zwischenzeitlich stellte X._ am 29. Juli 2014 bei der KESB den Antrag auf Erteilung der gemeinsamen elterlichen Sorge. Anlass hierfür bildete nach Angaben von X._ der Umstand, dass ihm die Einsicht in die Patientenakten seiner Tochter mit der Begründung, nicht Inhaber der elterlichen Sorge zu sein, mehrfach verwehrt worden sein soll. Mit Entscheid vom 17. Dezember 2014 stellte die KESB A._ unter die gemeinsame elterliche Sorge (vgl. ZK1 15 11). Die hiergegen erhobene Beschwerde von Y._ wies das Kantonsgericht von Graubünden mit Entscheid vom 2. November 2015 ab. Auch die in dieser Angelegenheit erhobene Beschwerde in Zivilsachen an das Bundesgericht wies die höchstrichterliche Instanz mit Entscheid vom 2. Mai 2016 ab, soweit darauf einzutreten sei. Begründend führte sie aus, dass die Prozessführung der Mutter und die Art und Weise, wie sie eine konsequente Ausweitung des Konflikts behaupte, die Befürchtung aufkommen lasse, dass es ihr tatsächlich mehr an Obstruktion denn am Kindeswohl gelegen sei. Der Vater habe zwar einigermassen regelmässig, jedoch aufgrund des mütterlichen Verhaltens auch unter schwierigen Umständen mit dem Kind Kontakt, wobei er jedoch mangels anderer Angaben stets über die Kindesbelange auf dem Laufenden sei. Die Eltern seien sodann verpflichtet, alle zumutbaren Anstrengungen bei der gegenseitigen Kommunikation zu unternehmen und das Kind aus dem elterlichen Konflikt herauszuhalten (vgl. Urteil des Bundesgerichts 5A_81/2016 vom 2. Mai 2016 E. 5).
D/2. Unter dem Titel "Festlegung des persönlichen Verkehrs" stellte die KESB den Kindeseltern bereits am 29. Januar 2015 ein Schreiben mit Anhang zu, in welchem sie sich auf das Urteil des Kantonsgerichts vom 18. November 2014 bezog (vgl. vorstehend C) und einen Zeitplan für die Besuchskontakte für die Dauer vom 1. Februar bis zum 31. August 2015 festlegte. Ab dem 1. September 2015 seien die Termine sodann von der Beistandsperson jeweils halbjährlich festzulegen. Die hiergegen von Y._ am 9. Februar 2015 erhobene Beschwerde ans Kantonsgericht von Graubünden (vgl. ZK1 15 19, Festlegung des persönlichen Verkehrs, vereinigt mit dem Verfahren ZK1 15 11 [vgl. vorstehend D/1]) hiess es im Entscheid vom 2. November 2015 gut und wies diesbezüglich die Sache im Sinne der Erwägungen zur Neuentscheidung der Angelegenheit an die KESB zurück. Begründend führte die Rechtsmittelinstanz diesbezüglich aus, dass aus der angefochtenen Verfügung nicht ersichtlich sei, ob die KESB die entsprechenden Vollstreckungsmassnahmen als Kollegialbehörde erlassen hätte (vgl. ZK1 15 11/19 vom 2. November 2015 E. 5 b/dd).
E/1. Noch während der Rechtshängigkeit des Verfahrens betreffend elterliche Sorge (vgl. vorstehend D/1) stellte Y._ am 11. März 2016 ein Gesuch um
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Einschränkung des Informations- und Auskunftsrechts von X._. Die Gesuchstellerin beantragte folgendes:
"1. Das Informations- und Auskunftsrecht des Gesuchsgegners im Sinne von Art. 275a Abs. 2 ZGB sei insoweit einzuschränken, als diesem verboten wird, sein Recht auf Auskunft und Information direkt bei A._ behandelnden ÄrztInnen und TherapeutInnen auszuüben und mit diesen direkte oder indirekte Kontakte über Telefon, Mail etc. betreffend bei A._ gestellten Diagnosen, durchgeführten medizinischen Behandlungen und Therapien etc. zu halten.
2. Es sei behördenseitig anzuordnen, dass der Gesuchsgegner sein Recht auf Auskunft und Information im Sinne von Art. 275a Abs. 2 ZGB in Zusammenhang mit medizinischen Behandlungen, Diagnosestellungen, Therapien etc. betreffend A._ nur noch über den eingesetzten Beistand bzw. allenfalls die KESB ausüben kann und darf.
3. Die vorstehenden Anordnungen seien unter Hinweis auf die Straffolgen von Art. 292 StGB, wonach mit Busse bestraft wird, wer der von einer zuständigen Behörde oder einem zuständigen Beamten unter Hinweis auf die Strafdrohung dieses Artikels an ihn erlassenen Verfügungen nicht Folge leistet, zu erlassen.
4. Unter gesetzlicher Kosten- und Entschädigungsfolge, zuzüglich 8% Mehrwertsteuer, zulasten des Gesuchsgegners."
Als Begründung wurde im Wesentlichen vorgebracht, dass X._ korrekt offenbarte ärztliche Diagnosestellungen und Beurteilungen grundsätzlich nicht akzeptiere, wenn sie seinen eigenen Interessen zuwiderlaufen würden. Seine Vorgehensweise gegenüber den behandelnden Ärzten (bis hin zur Drohung mit Strafanzeige wegen falscher Zeugnisausstellung) verdeutliche, dass es ihm letztlich nicht ums Kindeswohl gehe, sondern um die gleichermassen rücksichts- und bedingungslose Durchsetzung seines Anspruchs auf persönlichen Verkehr. Mangels fehlender Einsicht und Beharrlichkeit sei die Beschränkung des Auskunftsrechts zudem mit der Androhung der Straffolgen von Art. 292 StGB zu verbinden. Denn es liege auf der Hand, dass Mutter und Tochter zum behandelnden Arzt oder Therapeuten ein entsprechendes Vertrauensverhältnis aufbauen können müssten, welches nicht durch Interventionen des Kindsvaters immer wieder belastet resp. zerstört werden sollte.
E/2. Mit Entscheid vom 23. Mai 2016, mitgeteilt am 26. Mai 2016, erkannte die KESB folgendes:
"1. Das Gesuch von Y._ um Einschränkung des Informations- und Auskunftsrechts von X._ wird abgewiesen.
2. X._ wird ermahnt, sich künftig respektvoll und angemessen gegenüber Drittpersonen, welche in die Betreuung von A._ involviert sind, sowie Amtspersonen, zu verhalten.
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3. Betreffend Verfahrenskosten wird verfügt:
a. Die Kosten für dieses Verfahren werden auf Fr. 700.-- festgesetzt.
b. Diese Kosten werden den Eltern von A._ je zur Hälfte auferlegt.
c. Die Kosten bleiben beim Verfahren.

## Considerations