# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 39a16a16-7d03-4d6c-a0fa-b11250d4097f
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2015
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
1.1
Der 1949 geborene
X._
war
ab dem
4. Februar 1988 als Fugenspezia
list bei der
Y._
AG in
Z._
angestellt und
dadurch bei der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt (SUVA) obligatorisch gegen die Folgen von Unfällen und Berufskrankheiten versichert
.
Mit Schadenmeldung vom 7. März 2008 wurde der SUVA gemeldet, dass der Versicherte an
Haut
verän
derungen
an den Händen
leide
(Urk. 8/3 und Urk.
8/150
).
Die für die Ab
tei
lung Arbeitsmedizin tätige Dr. med.
A._
, Fachärztin FMH für Arbeits
medizin
und Umweltmedizin
,
bestätigte
-
nach ihrer fachärztlichen Untersuchung vom 27. August 2008
(Urk. 8/170)
sowie einem Besuch am Arbeitsplatz des Versicherten
(Besuchsrapport vom 3.
September 2008; Urk. 8/171) – in ihrem
Bericht vom 18. November 2008 (Urk. 8/174)
die bereits von Dr. med.
B._
, Facharzt FMH für Dermatologie und Allergologie, im Bericht vom
18. April 2008
(Urk. 8/3)
gestellten Diagnosen. Dr.
A._
führte in ihrem Bericht aus, es bestehe ein
hyperkeratotisch-rhagadiformes
Handekzem.
D
ie bisherigen
allergologischen
Aklärungen
hätten ausser einer klinisch ver
mutlich nicht rel
evanten Sensibilisierung auf Du
ftstoffmix vom
Spättyp
keine weiteren Sensibilisierungen ergeben.
Im Sinne ihres
Antrag
es
wurde der Versi
cherte mit Nichteignungsverfügung vom 1. Dezember 2008 der arbeitsmedizi
ni
schen Vorsorge unterstellt und per sofort
für Ausfugarbeiten
als nicht geeignet
erklärt
(Urk. 8/36)
.
Per 31. März 2009
wurde dem Versicherten die Arbeitsstelle gekündigt (Urk. 8/39).
Die SUVA kam für die durch die Berufskrankheit be
dingten Behandlungskosten auf und leistete für den entstandenen Arbeitsausfall
bis 31. März 2009
Taggelder
(vgl. Urk. 8/63)
.
1.2
Am 11. August 2008 meldete sich der Versicherte bei der
Sozialversicherungs
an
stalt
des Kantons Zürich, IV-Stelle,
unter Hinweis auf die Hauterkrankung an den Händen
zum Leistungsbezug an (Urk. 8/16
S. 3 ff.
).
Die IV-Stelle
wies den Anspruch auf eine Rente und berufliche
Massnahmen
mit Verfügung
vom 22. Juni 2009 ab (Urk. 8/59
).
Die Verfügung wurde vom
hiesigen Gericht mit Urteil vom 31. März 2010 bestätigt (Verfahrensnummer IV.2009.
00
757
). Da der Versicherte mittlerweile
an Lungenkrebs erkrankt war
(eine Einschränkung in der Arbeitsfähigkeit bestand ab dem 1. März 2010)
, wurde ihm
von der IV-Stelle
m
it
Verfügung vom 4. Mai 2011 ab 1. Februar 2011 aufgrund der neu gestellten Diagnose eine ganze Rente der Invalidenversicherung zugesprochen (Urk. 8/126).
1.3
Für die Zeit
vom 1
. Januar 2009 bis 30. April 2009
(Urk. 8/70, Urk. 8/82
) rich
tete die SUVA ein Übergangstaggeld aus, welches das Taggeld der
Arbeitslosen
kasse
bis zum mutmasslich entgangenen Verdienst ergänzen sollte
.
Ab 1. Mai 2009 richtete sie sodann eine Übergangsentschädigung gemäss Art. 86-88 der Verordnung über die Verhütung von Unfällen und Berufskrankheiten (VUV; SR 832.30) aus (Urk. 8/80 ff., Urk. 8/105).
Am
24. August 2010
verfügte die SUVA die Einstellung der Übergangsentschädigung, da der Versicherte ab dem 29. April 2010 aus Gründen, die nicht mit der Nichteignungsverfügung in Zu
sammenha
ng
stünden, arbeitsunfähig bzw. nicht vermittelbar sei. Dasselbe gelte
für
die Zeit vom 1. Mai bis 31. Dezember 2009. Sie behielt sich eine Rückfor
derung der zu viel bezahlten Übergangsentschädigung vor (Urk. 8/106
). Mit Schreiben vom 2. Mai 2013 informierte die SUVA die Rechtsvertreterin des Versicherten darüber, dass die Übergangsentschädigung 80 % der
verfügungs
bedingten
Lohneinbusse betrage und während höchstens vier Jahren entrichtet werde.
Sofern der Ver
sicherte wieder arbeitsfähig werde
, würden die Vorausset
zungen zur Ausrichtung der Übergangsentschädigung bis längstens am 30. April 2013 erneut geprüft. Der Versicherte sei jedoch während der ganzen Zeit bis zum definitiven Abschluss der Übergangsentschädigung am 30. April 2013 zu 100 % arbeitsunfähig gewesen. Als Folge davon sei ihm von der IV-Stelle eine ganze Rente zugesprochen worden (Urk. 8/153).
Mit ärztlichem Zeugnis vom 22. April 2013
(Urk. 8/154
S. 2
)
attestierte Dr. med.
C._
, Facharzt FMH für Allgemeine Medizin, dem Beschwerdeführer unter Be
rücksichtigung der Krebserkrankung wieder eine Arbeitsfähigkeit von 30 %
ab dem 1. Mai 2013
für eine leichte Tätigkeit (sitzende Arbeiten,
kein Tragen von schweren Lasten;
Rundgänge oder leicht
e handwerkliche Tätigkeiten seien
möglich).
Der Versicherte beantragte bei der SUVA daher mit Schreiben vom 10. Mai 2013 die Ausrichtung einer Invalidenrente (Urk. 8/154
S. 1
).
1.4
Mit Verfügung vom 29. Mai 2013 verneinte die SUVA einen Anspruch auf eine Invalidenrente. Gemäss den Unterlagen sei der Versicherte in der Ausübung
ein
er beruflichen Tätigkeit aufgrund der Folgen der Berufskrankheit nicht wesentlich behindert.
Bei einem
Einkommensvergleich resultiere ein
Invalidi
tätsgrad
von 5 % (bei einem Behindertenabzug von 5 %). Da weder eine
wesentliche Behinderung noch eine erhebliche unfallbedingte Erwerbseinbusse (Invaliditätsgrad unter 10 %) vorliege, seien die Vorau
ssetzungen für eine Inva
lidenrente
nicht erfüllt (Urk. 8/158).
Die d
agegen gerichtete Einsprache des
Ver
sicherten
vom 1. Juli 2013 (Urk. 8/162)
wies die SUVA
mit
Einsprache-
Ent
scheid vom 17. April 2014
ab
(Urk. 2 [= 8/195
]).
2.
Da
gegen erhob der Versicherte am 27. Mai 2014 Beschwerde und beantragte, der angefochtene Entscheid sei aufzuheben, und die Beschwerdegegnerin sei zu verpflichten, ihm eine Invalidenrente auszurichten (Urk. 1 S. 2). Mit
Beschwer
deantwort
vom
2. Juli 2014 schloss die Beschwerdegegnerin auf Abweisung der
Beschwerde (Urk. 7), was dem Beschwerdeführer am 14. Juli 2014 angezeigt wurde (Urk. 9).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien sowie die Akten ist, soweit für die
Entscheid
findung
erforderlich, in den Erwägungen einzugehen.
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Gemäss Art. 6
des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG)
werden – soweit das Gesetz nichts anderes bestimmt – die Versicherungsleistungen bei Berufsunfällen, Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten gewährt (Abs. 1). Der Bundesrat kann Körperschädigungen, die den Folgen eines Unfalles ähnlich sind, in die Versicherung einbeziehen (Abs. 2). Ausserdem erbringt die Versi
cherung ihre Leistungen bei Schädigungen, die den Verunfallten bei der Heilbe
handlung zugefügt werden (Abs. 3).
1.2
Als Berufskrankheiten gelten Krankheiten (Art. 3 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG), die bei der beruflichen Tätigkeit ausschliesslich oder vorwiegend durch schädigende Stoffe oder be
stimmte Arbeiten verursacht worden sind (Art. 9 Abs. 1 UVG).
1.3
Wird die versicherte Person infolge eines Unfalles zu mindestens 10 % invalid (Art. 8 ATSG), so hat sie Anspruch auf eine Invalidenrente (Art. 18 Abs. 1 UVG). Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades wird das Erwerbseinkommen, das die ver
sicherte Person nach Eintritt der unfallbedingten Invalidität und nach Durchführung allfälliger Ein
gliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt zum
Erwerbseinkom
men
, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Art. 16 ATSG).
1.
4
Gemäss Art. 18 Abs. 3 UVG kann der Bundesrat ergänzende Vorschriften über die Bestimmung des Invaliditätsgrades erlassen. Von dieser Befugnis hat er mit dem Erlass von Art. 28 der Verordnung über die Unfallversicherung (UVV) Gebrauch gemacht, welche Bestimmung verschiedene Sonderfälle der
Invalidi
tätsbemessung
regelt. Gemäss Art. 28 Abs. 4 UVV sind für die Bestimmung des Invaliditätsgrades die Erwerbseinkommen massgebend, die eine versicherte
Person im mittleren Alter bei einer entsprechenden Gesundheitsschädigung er
zielen könnte, wenn sie nach dem Unfall die Erwerbstätigkeit altershalber nicht mehr aufnimmt (Variante I) oder wenn sich das vorgerückte Alter erheblich als Ursache der Beeinträchtigung der Erwerbsfähigkeit auswirkt (Variante II). Nach der Rechtsprechung liegt das mittlere Alter im Sinne dieser Bestimmung bei etwa „42 Jahren" oder zwischen „40 und 45 Jahren" und das vorgerückte Alter im Bereich von „rund 60 Jahren", wobei für letztes der Zeitpunkt des
Rentenbe
ginns
massgebend ist (BGE 122 V 418 E. 1b, 122 V 426 mit Hinweisen).
Mit Art. 28 Abs. 4 UVV wird bei der Invaliditätsbemessung zum einen dem Um
stand Rechnung getragen, dass nebst der - grundsätzlich allein versicherten
–
un
fallbedingten
Invalidität (vgl. Art. 6 sowie auch Art. 18 Abs. 1 und Abs. 2 Satz 2 UVG) auch das vorgerückte Alter eine Ursache der Erwerbslosigkeit oder -unfähigkeit bildet. Denn sehr oft ist ein und derselbe Gesundheitsschaden im Alter aus verschiedenen Gründen wie etwa schlechtere Umschulungs-,
Wieder
eingliederungs
-, Anpassungs- und Angewöhnungsfähigkeit mit wesentlich erheb
licheren Auswirkungen auf die Erwerbsfähigkeit verbunden als bei einem jüngeren Versicherten. Anderseits muss in diesem Zusammenhang berücksich
tigt werden, dass die Invalidenrenten der Unfallversicherung bis zum Tod der Versicherten zur Ausrichtung gelangen (Art. 19 Abs. 2 UVG), wobei sie nach Vollendung des Alters für die AHV-Rente nicht mehr revidiert werden können (Art. 22 Abs. 1 Satz 2 UVG). Bei Zusprechung an einen Versicherten im vorge
rückten Alter hat damit die Invalidenrente der Unfallversicherung in wesentli
chen Teilen die Funktion einer Altersversorgung. Mit Art. 28 Abs. 4 UVV soll demnach, kurz gesagt, zweierlei verhindert werden, nämlich dass bei älteren Versicherten zu hohe Invaliditätsgrade angenommen werden und dass dort Dauerrenten zugesprochen werden, wo sie mit Blick auf die unfallbedingte In
validität eher die Funktion von Altersrenten aufweisen. Dementsprechend wirkt sich die Anwendung dieser Bestimmung im Vergleich mit der allgemeinen Methode gemäss Art. 18 Abs. 2 UVG in aller Regel rentenvermindernd aus (
BGE
122 V 418 E. 3.a
m.w.H
.).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin
wies
im angefochtenen
Einspracheentscheid
darauf hin, dass f
ür den von Dr.
C._
diagnostizierten Lungenkrebs keine
Leistungs
pflicht
der SUVA
bestehe. Zu beurteilen sei einzig eine auf die Berufskrankheit (Handekzem) zurückzuführende Einschränkung in der Erwerbsfähigkeit
(Urk. 2 S. 4). Ein Anspruch auf eine Invalidenrente werde rückwirkend per 1. Mai 2013
(Abschluss Übergangsentschädigung) geprüft (Urk. 2 S. 2).
Da der Beschwerde
führer
1949 geboren sei, rechtfertige sich die Anwendung von Art. 28 Abs. 4 UVV.
Für die Ermittlung des Invalideneinkommens sei auf die vom Bundesamt für Statistik periodisch herausgegebenen
Lohnstrukturerhebun
gen
(LSE) abzustellen. Gemäss LSE 2008 TA1, Anforderungsniveau 4, Männer, erg
ebe sich für das Jahr 2013 ein
Lohn von Fr. 63‘499.--. Unter Berücksichti
gung eines Abzuges von 5 % resultiere ein Invalideneinkommen von Fr. 60‘324.--. Ein Abzug von 25 %, wie vom Beschwerdeführer
einspracheweise
beantragt, sei nicht gerechtfertigt. Dass die IV-Stelle in der Verfügung vom 22. Juni 2009 einen Abzug von 15 % gewährt habe,
sei mit dem
fortgeschritte
nen Alter des Beschwerdeführers und der durch die langjährige Betriebszugehö
rigkeit erschwerte
n
Umstellungsfähigkeit
begründet worden. Der Berechnung im
vorliegenden Verfahren würden aufgrund von Art. 28 Abs. 4 UVV jedoch die Verhältnisse für ein mittleres Alter zugrunde gelegt.
Ausserdem
sei
mit Blick auf die neusten Berichte von Dr.
B._
vom 14. Januar 2014 und 27. März 2014 so
wie den Bericht von Dr.
A._
vom 30. Januar 2014 fraglich, ob überhaupt ein leidensbedingter Abzug gerechtfertigt sei.
Der
Validenlohn
betrage gestützt auf die Angaben der Arbeitgeberin des Beschwerdeführers Fr. 63‘700.-- für das Jahr 2013. Damit ergebe sich ein Invaliditätsgrad von 5.3 %. Selbst wenn von einem
Validenlohn
von mindestens Fr. 66‘000.--, wie vom Beschwerdeführer im
Ein
spracheverfahren
postuliert, ausgegangen würde, ergäbe sich lediglich ein
ren
tenausschliessender
Invaliditätsgrad von 8.6 % (Urk. 2 S. 7).
2.2
Demgegenüber machte der Beschwerdeführer geltend,
die von der
Beschwerde
gegnerin
angeführten Berichte von Dr.
B._
(vom 14. Januar 2014 und 27. März 2014) und Dr.
A._
(vom 30. Januar 2014) seien erst im
Einsprache
verfahren
eingeholt und ihm nicht zur Einsicht vorgelegt worden. Damit liege eine Verletzung des rechtlichen Gehörs vor (Urk. 1 S. 4 f.). Die
qualitative Ein
schränkung in der Arbeitsfähigkeit indiziere einen Behindertenabzug von min
destens 25 %.
Die IV-Stelle habe immerhin bei einem Behindertenabzug von 15 % einen Invaliditätsgrad von 17 % errechnet. Selbst wenn Art. 28 Abs. 4 UVV angewandt würde, erwiese sich ein Abzug von 5 % dennoch als unange
messen tief.
Schliesslich habe die Beschwerdegegnerin bei der Bemessung des
Valideneinkommens
unbesehen auf die Angaben der ehemaligen Arbeitgeberin abgestellt und verkannt, dass die von ihm ausgeübte Tätigkeit dem allgemein
verbindlich erklärten LMW für das Bauhauptgewerbe unterstellt sei.
Seit dem Jahr 2008 seien daher mehrere zwingend zu gewährende
Effektivlohnerhöhun
gen
zu beachten, die insgesamt per 2013 zu einem
Valideneinko
mmen
von mindestens Fr. 66‘000.
--
ge
führt
hätt
en (Urk. 1 S. 5
f.
).
3.
3
.1
Dr.
B._
diagnostizierte in
seinem B
ericht vom
18. April 2008 ein
hyperkerato
tisch-rhagadiformes
Handekzem
mit Sensibilisierung vom
Spätt
yp
auf
Duft
stoffmix
(Urk. 8/3
). Diese Diagnose wurde von Dr.
A._
in
ihrer ärztlichen Beurteilung vom 18. November 2008
(Urk. 8/170) übernommen
.
Dr.
A._
hielt
in ihrem Bericht zudem fest, d
ie Beschwerden zeigten eine starke
Arbeitsabhän
gigkeit
. Bei einem wesentlichen Anteil seiner Arbeitszeit habe der Beschwerde
führer beim Glätten der Fugen direkten Hautkontakt sowohl zum Fugenmaterial als auch zu einer der Befeuchtung der Finger dienenden Seifenlösung.
Es gebe keine ausreichenden Schutzmassnahmen, die den direkten Hautkontakt zu dem Fugenmaterial und der Seifenlösung bei den Fugenarbeiten unterbinden könn
ten (Urk. 8/174).
Nachdem die Nichteignungsverfügung
vom 1. Dezember 2008
gestützt auf die ärztliche Beurteilung
von Dr.
A._
erlassen worden war (Urk. 8/36)
, wurde der Beschwerdeführer wiederholt medizinisch untersucht.
In den
B
erichten von Dr.
B._
wurde ein wechselhafter Verlauf der
Hauterkran
kung
an den Händen beschrieben. Dies änderte jedoch nichts an seiner Ein
schätzung zur Arbeitsfähigkeit, welche auch von Dr
.
A._
geteilt wurde. Sie beurteilten übereinstimmend, der
Beschwerdeführer
sei
für die bisherige Tätig
keit
zu 100 % arbeitsunfähig. F
ür Tätigkeiten ohne starke mechanische Belas
tungen der Hände und ohne Exposition zu Wasser und zu flüssigen oder festen Reizstoffen
bestehe hingegen
eine 100%ige Arbeitsfähigkeit
(vgl. Urk. 8/44, Urk. 8/71
, Urk. 8/178, Urk. 8/84, Urk. 8/179, Urk. 8/113, Urk. 8/180, Urk. 8/136, Urk. 8/138, Urk. 8/145, Urk. 8/147, Urk. 8/189, Urk. 8/191 und Urk. 8/193).
3
.2
Zunächst ist festzuhalten, dass der Beschwerdeführer unbestrittenermassen an einer Berufskrankheit nach Art. 9 UVG leidet, welche ihm die Ausübung der bisherigen beruflichen Tätigkeit als Fugenspezialist nich
t mehr erlaubt (vgl. auch die Nichteignungsverfügung der SUVA vom 1. Dezember 2008; Urk. 8/36). Hingegen
besteht
, wie bereits erwähnt,
für Tätigkeiten ohne starke mechanische Belastungen der Hände und ohne Exposition zu Wasser und
zu flüssigen oder festen Reizstoffen
eine 100%ige Arbeitsfähigkeit.
Dies wurde bereits im Urteil
des hiesigen Gerichts
vom 31. März 2010 festgestellt und blieb
überdies
auch
im vorliegenden Verfahren
unbestritten.
In diesem Zusammenhang ist darauf hinzuweisen, dass der Beschwerdeführer nicht bloss die vor Verfügungserlass, sondern auch die im
Einspracheverfahren
eingeholten ärztlichen Berichte inhaltlich nicht in Frage stellte. Er substantiierte
– mit seiner Rüge der Verletzung des rechtlichen Gehörs -
denn auch nicht,
inwiefern ihm durch die Berichte von Dr.
B._
(vom 14. Januar 2014 und 27. März 2014) und Dr.
A._
(vom 30. Januar 2014) ein Nachteil
hätte erwach
sen sein sollen
, zumal die Beschwerdegegnerin aufgrund
dieser
Berichte keine
relevanten
neuen Erkenntnisse in ihren Einsprache-Ents
cheid einfliessen liess
.
Sie führte lediglich au
s, der in der Verfügung
vom 29. Mai 2013
gewährte
lei
densbedingte
Abzug
von 5 % erscheine vor dem Hintergrund der eingeholten Verlaufsberichte fraglich. Dabei liess sie es aber bewenden.
Im Übrigen wäre
eine Verletzung des Anspruchs auf rechtliches Gehör
bei dieser Ausgangslage ohnehin als geheilt zu betrachten.
A
ufgrund der Vorbringen in der Beschwerde
ist daher
einzig noch der
Einkom
mensvergleich
für die Invaliditätsbemessung zu überprüfen.
3.3
Auf
den von der Beschwerdegegnerin
für die Invaliditätsbemessung herange
zogenen Art. 28 Abs. 4 UVV
wurde bereits hingewi
esen (E. 1.4
). Die
formellen
Voraussetzungen für dessen Anwend
ung
(Variante II)
sind
gegeben
, da der Beschwerdeführer
(geboren
1949; Urk. 8/150)
im Zeitpunkt eines allfälligen Rentenbeginns (
1.
Mai 2013)
lediglich 15 Monate vor seiner (ordentlichen) Pensionierung stand
.
Nach der Rechtsprechung findet Art. 28 Abs. 4 (Variante II) UVV Anwendung, wenn das vorgerückte Alter einer versi
cherten Person das Zumutbarkeitsprofil - wie vorliegend - nicht zusätzlich beeinflusst, also keine zusätzlichen Einschränkungen des funktionellen Leis
tungsvermögens mit sich bringt, aber einer Verwertung der Restarbeitsfähigkeit (auch auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt) trotzdem entgegensteht, weil kein Arbeitgeber einen Angestellten im oder kurz vor dem AHV-Alter mit gesund
heitlichen Einschränkungen einstellen würde (
Urteil 8C_806/2012 vom 12. Februar 2013 E. 5.2.2
mit Hinweisen).
In diesem Sinne ist das geltend ge
machte vorgerückte Alter des Beschwerdeführers bei der Invaliditätsbemessung im Bereich der Unfallversicherung (im Gegensatz zur Invalidenversicherung) nicht zu berücksichtigen
.
3.4
3.4.1
Gemäss Art. 28 Abs. 4 UVV
sind bei der Invaliditätsbemessung
die
Erwerbsein
kommen
massgebend, die eine versicherte Person im mittleren Alter erzielen könnte.
3.4.2
Die SUVA ermittelte das
Valideneinkommen
aufgrund
der Angaben der ehemali
gen Arbeitgeberin
des Beschwerdeführers
(Urk.
8/157).
Diese gab an, ein Mitarbeiter im mittleren Alter (40-42 Jahre) würde in einem 100 %-Pensum in
der gleichen Funktion wie der Beschwerdeführer (Fugenspezialist) im Jahr 2013 einen Grundlohn von Fr. 4‘900.-- zuzüglich 13. Monatslohn von Fr. 4‘900.--verdienen. Demgemäss ist nicht zu beanstanden, dass die Beschwerdegegnerin
f
ür das Jahr 2013
von einem
Valideneinkommen
von Fr. 63‘700.-- (13 x Fr. 4‘900.--)
ausgegangen ist
(Urk. 2 S. 2 und S. 7).
Wenn der Beschwerdeführer vorbringt, seit 2008 hätten mehrere zwingend zu gewährende
Effektivlohnerhö
hungen
aufgrund der allgemeinverbindlich erklärten LM
V
für das
Bauhauptge
werbe
beachtet werden müssen, verkennt er, dass
das
Valideneinkommen
gerade nicht anhand der effektiven Einkommensverhältnisse des Beschwerde
führers zu ermitteln ist. Massgebend
sind die Verhältnisse eines Versicherten mittleren Alters. Hinzu kommt, dass keine Anhaltspunkte dafür bestehen, dass die ehemalige Arbeitgeberin Pflichten aus allgemeinverbindlich erklärten Ge
samtarbeitsv
erträgen
nicht
einhalten
würde. Diesbezüglich ist ausserdem darauf hinzuweisen, dass deren
Tätigkeit
wohl
nicht dem Bauhauptgewerbe, sondern
eher
dem Baunebengewerbe zuzuordnen ist
.
3
.4.3
Die SUVA zog für die Bemessung des Invalideneinkommens
die
Tabellenlöhne ge
mäss den vom Bundesamt für Statistik periodisch herausgegebenen
Lohn
struk
turer
hebungen
(LSE) heran (Urk. 2 S. 7).
Dies ist nicht zu beanstanden
.
Erzielt die versicherte Person
kein
Erwerbseinkommen mehr
, namentlich weil
sie
nach Eintritt des Gesundheitsschadens keine neue Erwerbstätigkeit
mehr
aufgenommen hat, so können nach der Rechtsprechung entweder Tabellenlöhne
gemäss
den vom Bundesamt für Statistik periodisch herausgegebenen
Lohn
strukturerhebungen
(LSE) oder die DAP-Zahlen herangezogen werden (BGE 139 V 592 E. 4.2.1 mit Hinweisen).
Zur Bemessung des Invalideneinkommens ist unter Berücksichtigung des Umstands, dass der Beschwerdeführer nur noch angepasste Tätigkeiten ausüben kann und über keine
hierzulande anerkannte
Ausbildung verfügt,
auf den Lohn für Hilfsarbeiten (Zentralwert),
Anforderungsniveau 4,
abzustellen
und somit von einem standardisierten monatlichen Einkommen von Fr. 4‘901.-- auszu
ge
hen (LSE 2010, S. 26
, Tabelle TA1
, TOTAL, Niveau 4
)
.
Unter Berücksichtigung der durch
schnittlichen Arbeitszeit im Jahr 2013 von 41,7 Stunden pro Woche
(Die Vol
kswirtschaft, 3/4-2015
,
S. 88,
Tabelle B 9.2
, A-S
)
sowie der
Nominal
lohnentwicklung
bis ins Jahr 2013
(Indexstand 2150 [2010] auf 2204 [2013], vgl. die Volkswirtschaft
3/4-2015,
S. 89, Tabelle B 10.3)
ergibt sich ein Jahres
einkommen von Fr.
62
‘
851.
-- (Fr. 4‘901.-- : 40 x 41,7 x 12 : 2150 x 2204).
Der von der SUVA vorgenommene
leidensbedingte Abzug
von 5 % ist
überdies nicht zu beanstanden, zumal
ein Betroffener mittleren Alters trotz
eines
ent
spreche
n
den
Gesundheitsschadens in einer angepassten Tätigkeit (insbesondere leichte Arbeiten an Maschinen, Kontroll- und Überwachungstätigkeiten)
voll
zeitlich
und praktisch ohne grössere Einschränkungen einsetzbar
ist
. Bei
leich
ten Arbeiten an Maschinen, Kontroll- und Überwachungstätigkeiten
können die erforderlichen Hautschutzmassnahmen in aller Regel
problemlos
eingehalten werden.
Nach Vornahme eines Abzuges von 5 % resultiert
somit
ein
massge
bendes
Invalideneinkommen von Fr.
59
‘708.--.
Wird das
Valideneinkommen
von Fr. 63‘700.-- dem Invalideneinkommen gemäss LSE von Fr.
59
‘708.-- gegenübergestellt, resultiert eine Erwerbseinbusse von Fr.
3
‘
992
.--, was einem Invaliditätsgrad von 6.27 %, gerundet 6 %, ent
spricht.
3.5
Da der für die Ausrichtung einer Invalidenrente der Unfallversicherung erforder
liche Invaliditätsgrad von 10 % nicht erreicht wird, erweist sich die Be
schwerde als unbegründet und ist abzuweisen.