# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** af2be7b7-7337-5755-b3c5-a9d57f37f4a4
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2020
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren
1967
,
meldete sich am
31
. März 20
09
unter Hinweis auf ein
e fehlverheilte Radiusfraktur vom 13. Oktober 2007 und eine Prel
lung des linken Knie
s
vom 14. März 2008
bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an (Urk.
7/3
Ziff.
6.1-3
). Die IV-Stelle
für Versicherte im Ausland
verneinte mit Verfügung vom
6
.
Juni 2012
einen Anspruch des Versicherten auf eine Invalidenrente (Urk.
7/89
)
.
1.2
Am
16
.
April
2013 meldete sich der Versicherte
unter Hinweis
auf eine am 5.
Oktober 2011
er
littene
Fraktur und einen Bänderriss am linken
Fuss
erneut bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an (Urk.
7/95
Ziff. 7.1-3
).
Die
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle,
nahm Abklärungen der beruflich-erwerblichen und d
er medizinischen Situation vor und holte die
Akten des Unfallversicherers ein (Urk. 7/97
-98
,
Urk. 7/113
, Urk. 7/124
, Urk. 7/136
,
7/138
, Urk. 7/142
-143, Urk. 7/145
, Urk. 7/155
, Urk. 7/165
, Urk. 7/170
, Urk. 7/172
)
.
Mit Vorbescheid vom 8. Juni 2018 (Urk. 7/176) stellte die IV-Stelle dem Ver
si
cher
ten in Aussicht, dass kein Anspruch auf eine Invalidenrente bestehe.
Der Ver
sicherte erhob dagegen am 6.
Juli und am 13.
September
2018 Einwände (Urk.
7/177
, Urk. 7/181)
und wies unter anderem darauf hin, dass er am 29. Mai 2018 erneut verunfallt sei, indem er auf einem Parkplatz umgeknickt sei und sich einen Bänderriss am rechten
Fuss
zugezogen habe
.
Die IV-Stelle zog weitere Akten des Unfallversicherers
hinzu
(Urk. 7/182-183, Urk. 7/186).
Sodann
rutschte der Beschwerdeführer
am 3. Januar 2019 zu Hause aus
und schlug sich den Kopf und das rechte Bein an (vgl. Urk. 7/1
87/5).
Die IV-Stelle holte
weitere Akten des Unfall
versicherers
ein (Urk. 7/187-193
) und
verneinte mit Verfügung vom 1. Juli 2019 einen Anspruch auf eine Invalidenrente (Urk.
7/201
= Urk. 2).
2.
Der Versicherte erhob am
2. September 2019
Beschwerde gegen die Verfügung vom
1. Juli 2019
(Urk. 2) und beantragte, diese sei aufzuheben und es
sei
ein poly
disziplinäres Gerichtsgutachten zur ordnungsgemässen Abklärung des medi
zinischen Sachverhaltes bei unabhängigen medizinischen Fachgutachtern einzu
holen. Eventuell sei die Sache zur Einholung eines polydisziplinären Gutachtens bei verwaltungsexternen, unabhängigen medizinischen Fachgutachtern zur Ab
klä
rung des medizinischen Sachverhaltes an die Beschwerdegegnerin zurück
zuweisen. Es seien ihm die gesetzlichen Leistungen gemäss
dem Bundesgesetz über die Invalidenversicherung (IVG),
namentlich eine Rente der Eidgenössischen Inv
a
lidenversicherung
,
zuzusprechen
(Urk. 1 S. 2).
Die IV-Stelle beantragte mit Beschwerdeantwort vom
11. Oktober 2019
(Urk.
6
) die Abweisung der Beschwerde. Dies wurde dem Beschwerdeführer am
8. Januar 2020
zur Kenntnis gebracht (Urk.
8
).
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allge
meinen Teil
des Sozialversicherungsrechts; ATSG
).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom
menden
ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der ge
sundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (Art. 28 Abs. 2
IVG
).
1.3
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie
nicht in
valid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der Einkommens
ver
gleich
hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Er
werbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegen
übergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditäts
grad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE
130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
1.4
War eine Rente wegen eines zu geringen Invaliditätsgrades verweigert worden und ist die Verwaltung auf eine Neuanmeldung eingetreten (Art. 87 Abs. 3
der Verordnung über
die Invalidenversicherung; IVV
), so ist im Beschwerdeverfahren zu prüfen, ob im Sinne von Art. 17 ATSG eine für den Rentenanspruch relevante Änderung des
Invaliditätsgrades eingetreten ist (BGE 117 V 198 E. 3a mit Hin
weis).
1.5
Ändert sich der Invaliditätsgrad eines Rentenbezügers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, her
abgesetzt oder aufgehoben (Art. 17 Abs. 1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen seit Zuspre
chung der Rente, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente bei einer wesentlichen Änderung des Gesundheitszustandes revidierbar. Weiter sind, auch bei an sich gleich gebliebe
nem Gesundheitszustand, veränderte Auswirkungen auf den Erwerbs- oder Auf
ga
benbereich von Bedeutung (BGE 141 V 9 E. 2.3, 134 V 131 E. 3). Ferner kann ein Revisionsgrund unter Umständen auch in einer wesentlichen Änderung hin
sichtlich des für die Methodenwahl massgeblichen (hypothetischen) Sachverhalts bestehen (BGE 144 I 28 E. 2.2, 130 V 343 E. 3.5, 117 V 198 E. 3b, je mit Hin
weisen). Hingegen ist die lediglich unterschiedliche Beurteilung eines im Wesent
lichen gleich gebliebenen Sachverhalts im revisionsrechtlichen Kontext unbe
acht
lich (BGE 141 V 9 E. 2.3 mit Hinweisen).
Liegt in diesem Sinne ein Revisionsgrund vor, ist der Rentenanspruch in recht
licher und tatsächlicher Hinsicht umfassend («allseitig») zu prüfen, wobei keine Bindung an frühere Beurteilungen besteht (BGE 141 V 9 E. 2.3 mit Hinweisen)
.
1.6
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schluss
folgerungen der Experten begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a mit Hinweis).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete ihre Verfügung (Urk. 2) damit, dass sich der Beschwerdeführer aufgrund eines Unfalles vom
5. Oktober 2011
im April 2013
bei der Invalidenversicherung angemeldet
habe
.
Da er in einer angepassten Tätig
keit
als
zu 100 % arbeitsfähig eingeschätzt worden sei, habe man ihn bei der Rückkehr in den Arbeitsmarkt unterstützen wollen. Er habe sich
jedoch aufgrund seines gesundheitlichen Zustandes h
ierzu nicht in der Lage gefühlt, weshalb der Anspruch auf eine Rente ab Oktober 2013 geprüft worden sei.
Im Oktober 2013 sei der Beschwerdeführer
aus medizinischer Sicht für angepasste Tätigkeiten zu 100 % arbeitsfähig gewesen. Ohne gesundheitliche Einschränkungen würde er zu 100 % als Trockenbauer/Dachdecker arbeiten. Da er vor dem Unfall kein regel
mässiges Einkommen erzielt habe, sei auf den Tabellenlohn abzustellen. Unter Berücksichtigung eines leidensbedingten Abzuges von 10 % resultiere ein IV-Grad von 18 %.
Am 10. Oktober 2016
habe der Beschwerdeführer
einen Myokardinfarkt erlitten.
Jedoch habe bereits ab dem 31. Oktober 2016 eine kardiale Beschwerdefreiheit be
standen, weshalb er nach wie vor keinen Rentenanspruch habe.
Am 30. Novem
ber 2017 sei eine
T
otalendoprothese
(TEP) der rechten Hüfte
erfolgt.
Spätestens seit Ende Februar 2018 sei dem Beschwerdeführer eine angepasste Tätigkeit wieder
zu 100 % zumutbar.
Bei nach wie vor zu gewährendem
leidensbedingten Abzug von
10 % resultiere ein Invaliditätsgrad von 18 %. Die im Einwand vom 13.
Septem
ber
2018 vom Beschwerdeführer geltend gemachten Knie- und Fuss
be
schwerden seien bekannt. Gemäss dem Bericht
der Universitätsklinik
Y._
vom Februar 2019 sei mit der Stockentwöhnung begonnen worden.
Da der
Be
schwerdeführer mittlerweile nicht
mehr auf Stöcke angewiesen sein sollte, sollte
eine
optimal angepasste Täti
gkeit wieder möglich sein
. Ein Unfall wie ein Bänder
riss am rechten Fuss habe
eine normale Heilbehandlung zur Folge und führe nicht zu einer Invalidität (S. 1 ff.).
2.2
Dagegen machte der Beschwerdeführer in seiner Beschwerde (Urk. 1) geltend,
dass die Beschwerdegegnerin sein Leistungsbegehren abgewiesen habe
,
ohne eine hin
reichend
e
polydisziplinäre Abklärung vorgenommen zu haben
(S. 22
Rz
3)
.
Bei ihm lägen diverse gesundheitliche Beeinträchtigungen vor. So habe er Beschwer
den am Handgelenk und auch eine Schulterverletzung erlitte
n
. Hinzu kämen eine beeinträchtigende Gicht sowie eine Psoriasis. Ferner habe er ein künstliches Hüftgelenk, welches nach wie vor Beschwerden
verursache
.
Auch
beide Knie
und
Sprunggelenke
verursachten
unfallbedingt Beschwerden
,
wodurch
seine Geh
fähig
keit stark beeinträchtigt
sei
. Es dürfte von einer weiteren langen Leidensge
schichte auszugehen sein. Zudem sei er aufgrund
des Herzinfarktes
neben der Adipositas immer noch leistungsmässig stark reduziert (S. 8 f.
Rz
21).
Gesamthaft liege keine volle Arbeitsfähigkeit in
einer angepassten Tätigkeit vor
,
und die
Wechselwirkung
aller
Beschwerden sei nicht berücksichtigt worden
(S. 9
Rz
22)
.
Die
Aktenb
eurteilung des Arztes
des Regionalen Ärztlichen Dienstes (RAD)
ge
nüge nicht
(S. 11 ff.
Rz
26-30
S. 14
Rz
34-35
). Hinz
u
komme, dass zum
Zeitpunkt des Verfügungserlasses bei gerade anstehender Operation des rechten
oberen Sprunggelenkes (
OSG
)
nicht von einem feststehenden medizinisc
hen Sachverhalt auszugehen sei
(S. 13
Rz
32). Weiter seien seine Probleme hinsichtlich der Gicht oder der Schulter zu wenig abgeklärt worden und die Auswirkungen unbe
rück
sichtigt geblieben (S. 14
Rz
37).
2.3
Strittig und zu prüfen ist, ob sich
seit Erlass der Verfügung vom
6
.
Juni
2
012
(Urk.
7
/
89
)
eine anspruchsrelevante Veränderung
ergeben hat (vgl. vorstehend
E.
1.
4-5
).
3.
3.1
Die Verfügung vom
6. Juni 2012
(Urk.
7/89
) respektive die Annahme, dass
der Beschwerdeführer in seinen
angestammten Tätigkeiten als Gipser/Trockenbauer und Dachdecker seit dem 29. Oktober 2009 wieder zu 100 % ar
beitsfähig sei, basierte auf den
folgenden medizinischen Beurteilung
en
(vgl. Urk.
7/84
):
3.2
Suva-
Kreisarzt
Dr. med.
Z._
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, führte nach am
29. Oktober 2009
durchgeführter Abschlussuntersuchung des Beschwerdeführers in seinem Bericht (Urk. 7/20/2-5) aus, dass der
Patient am 12. Oktober 2007 auf einer Treppe gestürzt
sei und eine distale Radiusfraktur
links
erlitten habe. Daneben
sei es zu einer
Orbitawandfraktur
gekommen
. Die Handgelenksfraktur sei vorerst konser
vativ behandelt worden, im Mai 2009 sei eine operative Korrektur der Stellung erfolgt. Dieser Eingriff habe klinisch ein sehr schönes Resultat gezeigt. Aktuell bestehe kein Behandlungsbedarf wegen der Hand. Diese Woche arbeite der Patient etwas reduziert wieder als Deckenmonteur, ab nächster Woche sei ein voller Einsatz vorgesehen. Das Röntgendossier müsse noch eingesehen werden.
Dr.
Z._
führte aus, dass der Beschwerdeführer
am 14. März 2008 ein
en
Sturz mit einer Prellung des linken Knies
erlitten habe
. Es sei
zu einer leichten
Infraktion des Tibiakopfes im ventralen Randbereich gekommen. Im Juli 2009
[richtig
wohl: 2008, vgl. Urk. 7/20/3]
habe eine Arthroskopie stattgefunden, wobei sich medial am
Femurkondylus
ein Knorpelschaden
gefunden habe. Lateral sei ein freier Gelenkskörper entfernt worden. Im Übrigen habe sich ein ordentlicher Zustand des Gelenkes gezeigt. Dr.
Z._
führte aus, dass sich das linke Kniegelenk
reizfrei
und gut beweglich gezeigt habe. Es bestünden weder ein Behandlungsbedarf noch eine eingeschränkte Belastbarkeit (S. 3 f. Ziff. 5).
3.3
Suva-Kreisarzt Dr.
Z._
führte in seiner Stellungnahme vom 4. Februar 2010 (Urk. 7/26/3) zu den
Röntgenbilder
n
beider Handgelenke vom 4. Dezember 2007
und zusätzlich des linken vom 5. November 2007 aus, dass links ein Status nach distaler Radiusfraktur
extraartikulär
mit Fehlstellung, Verkürzung und
Dor
sal
kippung
bestanden habe und
radiocarpal
kaum degenerative Veränderungen.
Rechts hätten ebenfalls arthrotische Veränderungen im Handgelenk vorgelegen.
Die
lunäre
Fazette
des Radius erscheine
unregelmässig
,
und zudem bestehe eine Verkalkung oder Knochenabsprengung im Bereich des
Prozessus
styloideus
ulnae
.
Klinisch habe sich bei der Untersuchung am 29. Oktober 2009 kein Korrelat für die radiologisch sichtbaren Veränderungen am Handgelenk rechts gefunden
. Lin
ks sei im Mai 2009 eine Korrekturosteotomie durchgeführt worden.
3.4
Dr. med.
A._
,
Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, nannte in seinem
Bericht v
om 14. September 2011 (Urk. 7/69
/6)
als Diagnose einen Status nach Radiusfraktur
links im Jahr 2007
mit
Reoperation
mit Platte im Jahr 2008 sowie
Osteosynthesematerialentfernung
(OSME) am 2. Februar 2011 (Ziff. 1.1). Dr.
A._
führte aus, dass sich der postoperative Verlauf nach der OSME komplikationslos gestaltet habe. Zum Teil bestünden noch Schwierigkeiten beim Arbeiten an der Decke, belastungsabhängig, sowie auch zum Teil Schmerzen beim Heben von schweren Lasten. Insgesamt sei der Patient auch in seinem hand
werk
lich strengen Beruf zu 100 % arbeitsfähig (
Ziff. 1.4). Die Behandlung sei a
bge
schlossen (Ziff. 1.5).
3.5
Dr. med.
B._
, RAD, führte in seiner Stellungnahme vom 7. Oktober 2011 (Urk. 7/78/1-2) aus, der Versicherte habe am 12. Juli 2007 eine Radiusfraktur links erlitten, die in Fehlstellung verheilt sei, weswegen eine Korrekturosteotomie im Mai 2009 durchgeführt worden sei. Die Metallentfernung vom 2. Februar 2011 sei
gemäss
Angaben des Hausarztes im Verlauf komplikationslos gewesen. Es bestünden zwar noch Restbeschwerden bei Tätigkeiten mit erhobenem Arm an
der Decke, jedoch sei der Versicherte in seinem erlernten Beruf wieder voll arbeit
s
fähig. Diese Ansicht habe schon der Suva-Kreisarzt in
seiner Stellungnahme vom 29. Oktober 2009 vertreten, weshalb ab diesem Datum wieder von einer vollen Arbeitsfähigkeit in der bisher ausgeübten beruflichen Tätigkeit auszugehen sei (S.
1).
4.
4.1
Im Rahmen der
Neuanmeldung
vom
16
.
April
2013 (Urk.
7/95
)
gingen die folgen
den wesentlichen medizinischen Berichte ein:
4.2
Dr.
A._
stellte in seinem Bericht vom 12. Juli 2013 (Urk. 7/110/5-6) folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (Ziff. 1):
-
komplexes Verletzungsmuster OSG links
-
Impressionstrauma
Talusrolle
/Defekt laterale
Taluskante
, Ruptur
Liga
mentumdiplantolare
anterius
-
laterale Badrekonstruktion links mit
Microfracturing
medialer
Taluseck
am 19. April 2012 sowie
Synovektomie
/
Steadman
Bohrung
med
ius
Taluseck
am 24. Januar 2013
Als Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit nannte Dr.
A._
ein
Schlafapnoe-Syndrom unter CPAP-
Behandlung (November 2012) sowie eine Hyperurikämie
mit Gichtanfällen (Ziff
. 1). Dr.
A._
führte aus, der Beschwer
deführer sei seit dem 16. November 2010 bei ihm in Behandlung, und die letzte Kontrolle sei am 27. Juni 2013 erfolgt (Ziff. 1.2).
Der Patient könne seiner Arbeit auf dem Bau nicht nachgehen (Ziff. 1.7). In
einer angepassten Tätigkeit ohne grössere stehende Belastung wäre
er
zu 100 % arbeitsfähig
(Ziff. 1.8).
4.3
Die Ärzte der Rehaklinik
C._
stellten in ihrem Austrittsbericht vom
18.
Oktober
2013 (Urk.
7/115) folgende
, gekürzt wiedergegebene
Diagnosen (S.
1
f.
):
-
Unfall vom 5. Oktober 2011: Sturz vom Gerüst
-
OSG-Distorsion links
(10. April 2012: OSG-Arthroskopie mit ausge
dehn
ter
Synovektomie
und
Steadman
Bohrungen links, lateraler Band
naht nach
Broström
/Gould links;
24. Januar 2013: OSG-Arthroskopie links mit
Synovektomie
und
Steadman
-Bohrungen sowie retrogrades Anbohren der
osteochondralen
Läsion am medialen
Taluseck
-
Daumenkontusion links
(5. Oktober 2011: Röntgen Damen links ohne Anhalt für frische ossäre Läsionen)
-
OSG-Arthrose rechts, medial-betont und minime Arthrose
des unteren Sprunggelenkes
(
USG; Röntg
en vom 19. September 2013)
-
Unfall vom Oktober 2007: Treppensturz
-
distale Radiusfraktur links, operativ versorgt
-
Schlafapnoesyndrom (mit Gerät versorgt)
-
Hyperurikämie
-
Adipositas II
Die Ärzte führten aus, der Beschwerdeführer sei vom 2. September bis 9. Oktober 2013 in der Rehaklinik
C._
gewesen (S. 1). Die Beurteilung der Zumutbarkeit
einer Tätigkeit
sei aus unfallkausaler Sicht erfolgt. Aufgrund von prognostischen Überlegungen sei die längerfristig zumutbare Belastbarkeit gegenüber den Tester
gebnissen etwas reduziert worden. Die angestammte Tätigkeit als Trockenbau
monteur sei nicht zumutbar. Die Anforderungen der ganztags gehenden/
stehen
den, schweren Arbeit seien zu hoch. Seit dem 10. Oktober 2013 bestehe eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit.
Leichte bis mittelschwere Arbeit sei dem Beschwer
de
führer ganztags zumutbar (S. 2 unten). Es sollte sich um eine wechselbelastende Tätigkeit mit einem sitzend
en Anteil von über 50 % handeln
ohne Gehen auf unebenem Boden und ohne Zwangshaltungen für das Sprunggelenk.
Die Ärzte führten aus, die Zumutbarkeit gelte, wenn in absehbarer Zeit kein operativer Eingriff
vorgenommen werde (S. 3 oben).
Der Beschwerdeführer sei zur Einholung einer Zweitmeinung bei PD Dr. med.
D._
, Chefarzt und Klinikleiter, Spitalnetz
E._
, angemeldet (S. 2 Mitte).
4.4
PD Dr.
med.
D._
und
pract
. med.
F._
, Oberarzt, Spitalnetz
E._
, stellten
in ihrem Bericht vom 29. November 2013 (Urk. 7/120) folgende Diagnosen (S. 1):
-
Restbeschwerden OSG li
nks zwei Jahre nach schwerer OSG
-Distorsion und Status nach OSG-Arthroskopie lin
ks mit
Synovektomie
Steadman
Bo
h
r
unge
n sowie retrogradem
Anbohren einer
osteochondralen
Läsion am medialen
Taluseck
am 24. Januar 2013
-
Sta
tus nach
Mikrofrakturierung
am lateralen Tal
us
mit Brandre
konstruk
tion nach
Broström
links am 19. April 2012 (Klinik
G._
)
-
Status nach CT-gesteuerter OSG-Infiltration links am 6. Juni 2013 (Uni
versitätsklinik
Y._
)
Die Ärzte führten aus, der Beschwerdeführer habe sich am 20. November 2013
für eine Zweitmeinung
in ihrer Sprechstunde vorgestellt (S. 1). Es habe sich ein seitengleiches
hinkfreies
Gangbild gezeigt, Zehenspitzen-
und Fersenstand seien
d
urchführbar gewesen (S. 2 oben).
Es bestünden multifaktorielle Restbeschwerden (Trauma, Operation, degenerativ, «neuropathisch»). In der durchgeführten MRI-Untersuchung zeige sich an 7 Stellen geringe Knochenaktivität sowohl im
OSG
als auch im
USG
sowie in der
Lisfranc
-Gelenksreihe. Klinisch korreliere dies nur an einer Stelle mit dem Hauptschmerz über der medialen
Malleolusspitze
. Auf
grund der an verschiedenen Stellen bestehenden leichten degenerativen Verän
derungen und Aktivitäten, sei dem Beschwerdeführer empfohlen worden, keine operativen Massnahmen am OSG durchzuführen zu lassen, da eine erhebliche und dauerhafte Verbesserung der Gesamtsituation nicht realistisch sei
, und den Zustand so zu ak
zeptieren (S. 2 Mitte)
.
4.5
Die Ärzte der
Orthopädie, Universitätsklinik
Y._
, stellten in ihrem Bericht vom
22. Juni 2015 (Urk. 7/142/20-21) in der Hauptsache folgende Diagnosen (S. 1):
-
symptomatischer
ossärer Ausriss des Tuberculum majus links
8 x 10 mm bei:
-
Sturz im Februar 2015
-
Status nach AMIC-Plastik links medialer und lateraler
Talusdom
am 4.
Juni 2014
Die Ärzte führten aus, der Beschwerdeführer sei am 15. Juni 2015 vier Monate nach der Tuberculum majus Fraktur zur Verlaufskontrolle gekommen. Die Be
schwerden seien rückläufig, und die Kraft sei ebenfalls wesentlich besser (S. 1). Die Ärzte führten aus, in dieser Situation werde von einer weiteren Verlaufs
kon
trolle abgesehen (S. 2).
4.6
PD Dr. med.
H._
, Assistenzarzt
Orthopädie, Universitätsklinik
Y._
, stellte in
seinem
Bericht vom 25. Februar 2016 (Urk. 7/144/4-6
) folgende Diag
nosen (S. 1):
-
Status nach
Arthroskopie OSG anterior und OS
ME links vom 18.
Novem
ber
2015 mit/bei ventralem
Impingement
OSG bei St
atus nach
AMIC-Plastik links medial
er und lateraler
Talusdom
am 4. Juni
2014
bei
-
postoperativ
Wundheilungsstörung über der distalen Fibula bei
-
p
osttraumatischer O
SG- und USG-Arthrose links bei
-
Status nach
OSG-Arthroskopie links mit
Synovektomie
und
Steadman
- Bohrungen sowie retrogradem Anbohren der
osteochondralen
Läsion am medialen
Taluseck
am 24.
Januar
2013 (
G._
)
-
Status nach
Microfracturing
am lateralen
Taluseck
und lateraler Bandrekonstruktion nach
Broström
links am 19.
April
2012 (
G._
)
-
Status nach OSG-
Supinationstrauma
am
5.
Oktober
2011
-
v
erheilte Tuberculum majus Fraktur links
-
Psoriasis Unterschenkel
-
Status nach
Verdacht auf
einen
epileptischen Anfall
, a
usgeschlossen durch neurologische Untersuchung
-
Gicht
PD Dr.
H._
führte
aus, der Gesundheitszustand des Beschwerdeführers sei statio
när (Ziff. 1.1). Die bisherige Tätigkeit als Trockenbaumonteur werde bei
den zu erwartenden chronischen Beschwerden im Bereich des OSG sowie der linken Schul
ter in Zukunft
wahrscheinlich
nicht mehr möglich
sein. Eine angepasste Tätigkeit sei eine sitzende Tätigkeit/Büroarbeit mit wenig Laufen und Tragen
(Ziff.
2.1). Mindestens bis am 20. Februar 2016 bestehe eine vollständige Leis
tung
s
unfähigkeit (Ziff. 2.2).
In einem sitzenden Beruf könnte der Patient zu 100 % integriert werden (Ziff. 4.
2).
4.7
PD Dr. med.
I._
, Che
farzt Kardiologie,
Rehazenterum
J._
, stellte
in seinem Bericht vom 31. Oktober 2016 (Urk. 7/166/7-8) f
olgende, gekürzt wieder
gegebene
Diagnosen (S. 1):
-
i
nfero
-lateraler STEMI bei koronarer Zweigefässerkrankung
, Koro
naran
gio
graphie vom 10. Oktober 2016
-
Status nach unklaren Episoden mit plötzlichem Bewusstseinsverlust 2007, 2008 und 2015
-
Differenzialdiagnose: epileptischer Anfall, Differenzialdiagnose: sympto
matische Hypoglykämien
-
unter
Depakine
-Therapie von 2008 bis 2015
-
obstruktives Schlafapnoe-Syndrom
-
unter CPAP-Th
erapie
-
multiple Fussoperationen
PD Dr.
I._
führte aus, dass am 31. Oktober 2016 eine ambulante Konsul
tation stattgefunden habe. Der Patient
habe über kardiale Beschwerdefreiheit seit dem Spitalaustritt berichtet. Allerdings sei es zu mehreren Panikattacken im Rahmen einer problematischen Krankheitsverarbeitung nach STEMI gekommen. Die aktuelle Medikation werde gut vertragen (S. 1). Der Beschwerdeführer sei in das ambulante kardiale Rehabilita
tionsprogramm integriert worden (S. 2).
4.8
Die Ärzte der Orthopädie,
Universitätsklinik
Y._
, stellten in ihrem Bericht vom
28. Februar 2018
(Urk. 7/163)
folgende Diagnosen (S. 1
f.
):
-
Status nach
Totalprothese (TP) der
Hüft
e
minimal invasiv (MIS),
Schraubenentfernung
Acetabulum
, Pfannenaufbau mit Autograft
am
30
.
November
2017
-
Status nach fortgeschrittener
Coxarthrose
rechts
-
Status nach Schraubenosteosynthese etwa 1992 in Deutschland bei
Verkehrsunfall
-
Verdacht auf
aktivierte Arthrose OSG rechts, Erstdiagnose
30.
November
2017
-
Differenzialdiagnose
osteochondrale
Läsion, Differenzialdiagnose
undis
lozierte
Fraktur
-
p
osttraumatische OSG Arthrose F
uss
links
bei Status nach Arthroskopie OSG anterior und OSME links vom 18. November 2015 mit/bei:
-
ventralem
Impingement
OSG bei Status nach AMIC-Plastik li
nks medi
aler und lateraler
Talus
dom
am 4. Juni 2014 bei
-
postoperativ Wundheilungsstörung über der distalen Fibula bei
-
posttraumatischer OSG- und USG-Arthrose links bei
-
Status nach OSG-Arthroskopie links mit
Synovektomie
und
Steadman
-Bohrungen sowie retrogradem Anbohren der
osteochondralen
Läsion am medialen
Taluseck
am 24. Januar 2013 (
G._
)
-
Status nach
Microfracturing
am laterales
Taluseck
und lateraler Band
rekonstruktion am 19. April 2012 (
G._
)
-
Status nach OSG-
Supinationstrauma
am 5. Oktober 2011
-
Psoriasis
-
Hyperurikämie
-
Status nach Myokardinfarkt mit Stent-Implantation, USZ, Oktober 2016
Die Ärzte führten aus, dass sich drei Monate nach Hüft-TP MIS rechts ein sehr guter Verlauf mit einem beschwerdefreien Patienten zeige. Es bestehe noch ein muskuläres Defizit. Entsprechend werde hier intensive
Physiotherapie erfolgen. Der Patient sei bei Belastung weiter durch die Schmerzen im rechten OSG gestört. Hier liege am ehesten eine aktivierte Arthrose vor (S. 2).
4.9
Suva-
Kreisarzt med.
pract
.
K._
, Facharzt für Chirurgie, stellte nach Untersuchung des Beschwerdeführers vom 22. März 2018 in seinem Bericht vom 23. März 2018 (Urk. 7/170) folgende Diagnosen (S. 10):
-
Status nach Sturz vom Gerüst am 5. Oktober 2011 mit
-
OSG-Distorsion links, Ruptur des Ligamentum
fibulotalare
anterius, Impression des Talus medial und lateral mit Knorpeldefekt mit zunächst konservativer Therapie
-
OSG-Arthroskopie mit
Synovektomie
und
Steadman
-Bohrungen links und lateraler Bandplastik am 19. April 2012
-
OSG-Arthroskopi
e mit
Synovektomie
und
Steadman
-Bohrungen mit retro
gradem Anbohren der
osteochondralen
Läsion am medialen
Talu
seck
am 24. Januar 2013
-
AMIC-Plastik links, medialer und lateraler
Talusdom
nach medialer und lateraler
Malleolarosteotomie
am 4. Juni 2014
-
OST-Arthroskopie und OSME links am 18. November 2015
Med.
pract
.
K._
nannte als unfallfremde Nebendiagnosen eine Adipositas Grad
I-II, einen Status nach Myokardinfarkt im Jahr 2016, einen persistierenden Nikotinabusus und eine posttraumatische Hüftgelenksarthrose rechts, versorgt im November 2017 mit einer TEP
(S. 10 Mitte).
Med.
pract
.
K._
führte aus, dass von weiteren ärztlichen Behandlungen mit überwiegender Wahrscheinlichkeit keine Verbesserung des
Gesundheitszustandes erwartet werden könne, weshalb der Endzustand erreicht sei (S. 11 Mitte).
Der Versicherte könne
seine angestammte Tätigkeit als Trockenbaumonteur nicht mehr ausüben.
Er
habe bereits im Jahr 2016 ein
kreisärztliches
Zumut
barkeits
profil erhalten. Dieses habe nach wie vor
unter Berücksichtigung der aufgeführten Präzisierungen
Geltung. Unter Beachtung der im präzisierten Zumutbarkeitsprofil genannten Einschränkungen ergäben sich keine zeitlichen Einschränkungen (S.
11 f. unten).
4
.10
Dr. med.
L._
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Trauma
to
logie des Bewegungsapparates, RAD, stellte in seiner Stellungnahme vom 29. März
2018 (Urk. 7/175/17-19) folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeits
fähigkeit:
-
Zustand nach minimal-invasiver
Hüft-TEP-Implantation rechts am
30. November 2017 bei for
t
geschrittener post
traumatischer
Coxarthrose
(Un
fall 1992)
-
Verdacht auf aktivierte OSG-Arthrose rechts, Erstdiagnose 30. November 2017
-
Differenzialdiagnose:
osteochondrale
Läsion
-
posttraumatische OSG-Arthrose links mit/bei
-
Zustand nach OSG-Arthroskopie und OSME am 18. November 2015 bei
-
Zustand nach AMIC-Plastik medialer und lateraler
Talusdom
mittels medialer und lateraler
Malleolar
-Osteotomie am 4. Juni 2014
-
Zustand nach OSG-Arthroskopie am 24. Januar 2013 mit
Synovek
to
mie
,
Steadman
-Bohrungen und retrograder
Anbohrung
einer
osteo
chon
dralen
Läsion am medialen
Taluseck
-
Zustand nach OSG-Arthroskopie am 19. April 2012 mit
Synovektomie
,
Steadman
-Bohrungen und lateraler Bandplastik
-
OSG-Distorsion links am 5. Oktober 2011 mit Ruptur des Ligamentum
talofibulare
anterius, Impression des Talus mit Knorpeldefekt lateral und medial bei Sturz vom Gerüst
-
Zustand nach Myokardinfarkt am 10. Oktober 2016 bei koronarer Zwei
gefäss-Erkrankung
-
Zustand nach
Stenting
einer Koronararterie
-
persistierender Nikotinabusus
-
obstruktives Schlafapnoe-Syndrom, unter CPAP-Therapie
-
Adipositas
Grad
I-II
Dr.
L._
führte aus,
dass
gemäs
s der Taggeldübersicht der Suva
für die ange
stammte beziehungsweise zuletzt
ausgeübten Tätigkeit (Trockenbaumonteur und Dachdecker) unter anderem vom 8. Februar 2012 bis 31. März 2018 eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit bestanden
habe
. Gemäss Kreisarztbericht seien diese Tätig
kei
ten dauerhaft nicht mehr möglich.
B
ei dem mittlerweile 50-jährigen Versicherten
seien
verschiedene somatische Gesundheitsschäden ausgewiesen
, welche
nun
mehr
alle stabil
seien
. Demnach bestehe seit dem Unfalltag beziehungsweise seit dem 8. Oktober 2011 in der zuletzt ausgeübten Tätigkeit e
ine 100%ige Arbeitsun
fähig
keit.
Zur Frage nach der Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit habe zum Zeitpunkt der letzten RAD-Stellungnahme am 18. März 2016 laut Dr.
A._
und der Rehaklinik
C._
eine Arbeitsfähigkeit von 100 % (Belastungsprofil: überwiegend sitzend, o
hne längeres Stehen oder Gehen)
medizintheoretisch im
Prin
zip seit dem Unfalltag bestanden, abgesehen von jeweils maximal acht Wo
chen Arbeitsunfähigkeit vo
n 100 % wegen der Rekonvaleszenz
nach den operativen Behandlungen.
Erst seit dem Myokardinfa
r
k
t am 10. Oktober 2016, aber natürlich vor allem wegen der «andauernden medizinischen Phase
»
angesichts der offenbar geplanten OSG-
Arthrodes
e
links, sei dies nun laut Rehaklinik
C._
wieder
«offen».
Somit sei nun also nur noch der Zeitabschnitt ab dem Tag des Myokar
d
infarkts vom 10. Oktober 2016 zu beurteilen. Diesbezüglich sei festzuhalten, dass zum Zeitpunkt des Beginns der ambulanten kardialen Rehabilitation in der Höhenklinik
M._
am 31. Oktober 2016 bereits eine kardiale Beschwerdefreiheit bestanden habe, sodass unter Berücksichtigung einer üblichen Rekonvaleszenz von etwa drei Monaten nach dem Myokardinfarkt vom 10. Oktober 2016 mit einer 100%igen Arbeitsunfähigkeit spätestens ab Anfang Januar 2017 wieder der Zustand respektive die Arbeitsfähigkeit erreicht gewesen sei, wie sie vor dem Infarkt bestanden habe, nämlich eine Arbeitsfähigkeit von 100 % bei Beachtung des angegebenen Belastungsprofils. Am 30. November 2017 sei dann die Implan
tat
ion der Hüft-TEP rechts erfolgt
mit einer erneuten 100%igen Arbeitsun
fähig
keit für drei Monate auch in einer angepassten Tätigkeit.
Auch unter Berück
sichtigung des Berichts der Universitätsklinik
Y._
vom 28. Februar 2018 sei ab diesem Tag medizintheoretisch wieder eine 100%ige Arbeitsfähigkeit erreicht. Zuletzt sei im Rahmen der Kreisarzt-Untersuchung vom 22
. März 2018 nochmal
s
eine ganztäg
ig zumutbare Arbeitsfähigkeit und das seit längerem bekannte Zu
mut
barkeitsprofil bestätigt und letzteres präzisiert worden.
4.11
Dr.
A._
führte in seinem Bericht vom 10. August 2018 (Urk. 7/182/60) zum
Verlauf ab Oktober 2017 aus, dass
bei einem Status nach komplexem Verletz
ung
s
muster am linken OSG letztlich am 20. November 2017 noch
bei hoch
gra
diger
Coxarthrose
eine Hüft-TP erfolgreich durchgeführt worden sei.
Die diesbe
zügliche Rehabilitation sei komplikationslos verlaufen, und es sei ein gutes Resul
tat erreicht worden. Im März 2018 habe eine Konsultation durch die Orthopäden stattgefunden, wobei anlässlich dieser Besprechung bereits schon ein Knorpel
defekt im Bereich des Talus rechts zusätzlich habe nachgewiesen werden können mit entsprechenden
Beschwerden, wobei durch ihn eine Steroidinfiltration bei akuter OSG-Arthritis rechts, wahrscheinlich im Rahmen eines Gichtanfalles, durchgeführt worden sei.
Am 30. Mai 2018
[richtig wohl 29. Mai 2018]
habe
sich der Beschwerdeführer am OSG rechts ein Distorsionstrauma mit Ruptur des Ligamentum
fibulotalare
anterius sowie fraglich des Ligamentum
fibulokalkaneare
zu
gezogen
. Gemäss MRI bestehe auch eine
Talusimpressionsfraktur
medial, wobei dieser Knorpel
defekt wahrscheinlich schon
vor dem Unfall
durch die Orthopädie der
Klinik N._
beschrieben worden sei
. Zurzeit werde diesbezüglich eine Physiotherapie durchgeführt, nachdem eine sechswöchige Immobilisation im
Vacuped
stattge
funden habe. Am 6. August 2018 habe keine
Druckdolenz
des OSG mehr bestan
den, das Abrollen sei eingeschränkt möglich gewesen und die seitliche Stabilität soweit stabil. Bezüglich des linken Sprunggelenkes erscheine ein Endzustand erreicht zu sein mit unvorhersehbar einschiessenden Schmerzen unter Belastung.
4.12
Die Ärzte der Orthopädie, Universitätsklinik
Y._
, stellten in ihrem Bericht vom 21. Februar 2019 (Urk. 7/191/11-12)
folgende, gekürzt
wiedergegebe
Diag
nosen (S. 1):
-
laterale
Tibiaplateau
-Fraktur rechts vom 3. Januar 2019 mit/bei
-
Sturz am 3. Januar 2019
-
oligosymptomatischer
medialer und
retropatellärer
Arthrose
-
aktivierte Arthrose mediale
Talusschulter
OSG rechts mi/bei
-
Status nac
h OSG Distorsion Anfang Februar
und Mai 2018 mit/bei
Peronealsehnen
brevis
Sp
lit
-
Status nach Arthroskopie OSG anterior und OSME links vom 18. Novem
ber 2015
-
Status nach Hüft-TP MIS rechts, Schraubenentfernung
Acetabulum
, Pfannenaufbau mit Autograft am 30. November 2017
-
Status nach fortgeschrittener
Coxarthrose
rechts
-
Adipositas
Die Ärzte führten aus, dass der Patient über einen guten posttraumatischen Ver
lauf mit abnehmenden Schmerzen berichtet habe. Die Stockentlastung habe er konsequent einhalten können (S. 2 oben). Konventionell-radiologisch zeige sich eine stationäre Abbildung im Vergleich zu den Vorbildern, weshalb nun die Stockentwöhnung begonnen werden könne. Ziel sei es, innerhalb der nächsten zwei Wochen von den Stöcken los zu kommen (S. 2 Mitte).
5.
5.1
Nach ergangener
anspruchsverneinenden Verfügung vom
6
.
Juni 2012
(Urk.
7
/89
)
infolge Wiedererlange
n
s der
vollen
Arbeitsfähigkeit in der angestammten T
ätig
keit (vgl. vorstehend E.
3.2
-5),
meldete sich d
er
Beschwerdeführer
erneut am 16
.
April 2013
zum Leistungsbezug an (vgl. Urk.
7/95
).
Die Beschwerde
gegnerin
stützte sich in der vorliegend angefochtenen Verfügung (Urk. 2)
zur Beurteilung
,
ob seither eine für den Rentenanspruch relevante Änderung des Invaliditätsgrades im Sinne von Art. 17 ATSG einge
t
reten ist (vgl. vorstehend E. 1.4-5)
,
auf die
Stellungnahme
des RAD-Arztes Dr.
L._
vom 29. März 2018
(vgl. vorstehend E.
4.10) und hinsichtlich der danach vorgefallenen Unfallereignisse vom 29. Mai 2018 und vom
3. Januar 2019
respektive
deren Folgen auf
die Einschätzung der zuständigen Kundenberaterin (
vgl. Urk. 7/199/4)
. Zusammenfassend wurde da
von ausgegangen, dass in einer behinderungsangepassten Tätigkeit
mit aus inva
lidenversicherungsrechtlicher Sicht unbedeutenden Unterbrüchen
eine 100%ige Arbeitsfähigkeit bestehe
(vgl. vorstehend E. 2.1).
5.
2
Die
erneute Anmeldung
des Beschwerdeführers
zum Leistungsbezug vom 16. April
2013
fand
unter Hinweis auf eine am 5. Oktober 2011
erlittene Fraktur und einen Bänderabriss am linken
Fuss
statt
(vgl. Urk. 7/95 Ziff. 7.1-3).
Nach verschiedenen operativen Eingriffen am
19. April 2012
, 24. Januar 2013, 4. Juni 2014 sowie zuletzt am 18. November 2015 (vgl. vorstehend E. 4.6
, E. 4.8
)
hielten die Ärzte der Universitätsklinik
Y._
z
usammenfassend im November 2016, ein Jahr
nach der letzten Operation
,
fest
, dass eine fortgeschrittene posttraumatische OSG Arthrose am linken Fuss bestehe (vgl. Urk. 7/152/1-2).
Eine Röntgenaufnahme vom 19. September 2013 ergab sodann
ebenfalls
eine OSG-Arthrose rechts
medial betont und eine minime USG-Arthrose (vgl. vor
stehend E. 4.3).
Weiter
verletzte sich der Beschwerdeführer bei einem Sturz vom Stuhl
im
Februar 2015
(vgl. Urk. 7/142/47)
an
der
linken Schulter
(vgl.
vorstehend E. 4.5
)
und erlitt i
m Oktober 2016
einen Myokardinfarkt
(vgl. vorstehend E. 4.7).
Bei fortgeschrittener
Coxarthrose
rechts fand sodann
am 30. November 2017 eine Hüft-TP
statt
(
vgl. vorstehend E. 4.8
, vgl. Urk. 7/161
).
Auch nach
erfolgter Aktenbeurteilung durch Dr.
L._
, RAD, vom 29. M
ärz
2018 (vgl. vorstehend E. 4.10)
kam es zu weiteren Unfällen. So
zog sich
der Beschwer
de
führer
bei einem Unfall vom 29. Mai 2018 ein Distorsionstrauma am rechten OSG mit Bänderriss zu
(vgl. vorstehend E. 4.11
)
. Weiter
rutschte
er
gemäss
seinen Angaben
zu Hause aus und
schlug sich den
Kopf und das rechte Knie an (vgl. Urk. 7/187/5).
Hierbei zog er sich
gemäss
dem Bericht der Ärzte
der Universitäts
klinik
Y._
vom 21. Februar 2019
eine laterale
T
ibiaplateau
-Fraktur rechts zu (v
gl. vorstehend E.
4.12
).
5.3
Das Gericht kann die Angelegenheit zu neuer Entscheidung an die Vorinstanz zurückweisen, besonders wenn mit dem angefochtenen Entscheid nicht auf die Sache eingetreten oder der Sachverhalt ungenügend festgestellt wurde (§ 26 Abs. 1 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht,
GSVGer
). Gemäss stän
diger Rechtsprechung ist in der Regel von der Rückweisung – da diese das Ver
fahren verlängert und verteuert – abzusehen, wenn die Rechtsmittelinstanz den Prozess ohne wesentliche Weiterungen erledigen kann. In erster Linie kommt eine Rückweisung in Frage, wenn der Versicherungsträger auf ein Begehren überhaupt nicht eingetreten ist oder es ohne materielle Prüfung abgelehnt hat, wenn
schwierige Ermessensentscheide zu treffen sind, oder wenn der
ent
scheidrele
va
nte
Sachverhalt ungenügend abgeklärt ist (vgl. Urteil des Bundesgerichts U 209/02 vom 10. September 2003 E. 5.2).
5.4
Vorliegend wurden
von der Beschwerdegegnerin
nicht nur
allfällige Auswir
kung
en der
neusten
Unfallereignisse vom 29. Mai 2018
mit Verletzung des rechten OSG (vgl. vorstehend E. 4.11
)
und vom 3. Januar 2019
mit
erlittener
mit
Tibia
plateau-Fraktur
rechts
(vgl. vorstehend E.
4.12)
unzureichend abgeklärt,
sondern auch
das Bestehen von allfälligen Spätfolgen und Auswirkungen von früheren Unfallereignisse
n auf die Arbeitsfähigkeit
.
So
erlitt der Beschwerdeführer im
Jahr 20
07 bei einem Sturz auf der Treppe
unter anderem eine
Radiusfraktur
links
,
und die
im Dezember 2007 angefertigten R
öntgenbilder beider Handgelenke
ergaben
bereits zu diesem Zeitpunkt
auf der rechten Seite arthrotische Veränderungen (vgl. vorstehend E. 3.
2-
3)
.
Gemäss
An
gaben des Beschwerdeführers hatte er zehn Jahre zuvor
ebenfalls eine
Radius
fraktur rechts erlitten (vgl. Urk. 7/20/2).
Bei einem weiteren Sturzereignis
am
14. März 2008 zog sich der Beschwer
de
führer Verletzungen am linken Knie zu. Anlässlich der im Juli 2008 durchge
führten Arthroskopie wurde ein Knorpelschaden am
Femurkondylus
festgestellt und ein freiliegender Gelenkskörper entfernt (vgl. vorstehend E. 3.2).
Unberücksichtigt geblieben ist auch, dass es bei einem Sturz im Februar 2015 zu einer Verletzung der Schulter gekommen ist, indem sich der Beschwerdeführer einen symptomatischen ossären Ausriss am Tuberculum majus links zuzog (vgl. vorstehend E. 4.5).
PD Dr.
H._
sprach sodann in seinem Bericht
vom 25. Februar 2016 (vgl. vorstehend E. 4.6) von zu erwartenden chronischen Beschwerden im Bereich des
OSG sowie der linken Schulter.
Der Beschwerd
e
führer leidet sodann
, wie
bereits
aus dem Bericht von Dr.
A._
vom 12. J
uli 2013 (vgl. vorstehend E. 4.2
) hervorgeht
,
an Gichtanfällen
und einer Psoriasis. Weiter
erlitt
er
im Oktober 2016
einen Herzinfarkt
,
und auch
un
klare Episoden mit plötzliche
n
Bewusstseinsverlusten
sind in den Akten doku
men
tiert
(vgl. vorstehend E. 4.7
)
.
Ohne das
s
hierauf in den
Vorakten
Hinweise auf Beschwerden bestanden hätten, wurde dann am 30. November 2017 eine Hüft-
TP vorgenommen
,
unter Hinweis auf eine fortgeschrittene
Coxarthrose
nach einem
im Jahr 1992 erlittenen Verkehrsunfall (vgl. vorstehend E. 4.8).
Die vom Suva-Kreisarzt med.
pract
.
K._
am 23. März 2018 vorgenommene Einschätzung bezog sich sodann
im Wesentlichen auf
die von der Unfallversicherung zu übernehmenden Folgen der OSG-Distorsion vom 5. Oktober 2011 (vgl. vorstehend E. 4.9).
In Anbetracht der Vielzahl der erlittenen Verletzung
en
und anderweitigen
Krank
heiten
wird
die
reine Aktenbeurteilung durch den
RAD
-Arzt Dr.
L._
vom 29.
März 2018 (vgl. vorstehend E. 4.10)
,
ergänzt durch
die Einschätzung der
zustän
digen
Kundenberaterin
, welche aus der
im Bericht der Universitätsklinik
Y._
vom 21. Februar 2019 (vgl. vorstehend E. 4.12) erwähnten
Stockentwöh
nung auf eine 100%ige Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers
in einer ange
passten Tätigkeit
schloss
(vgl. Urk. 7/199/4)
,
seiner
medizinischen Situation
nicht gerecht.
Auch die offensichtlich
übermässige
Anzahl an Unfällen, mehrheitlich durch Stürze verursacht, sowie die uneingeschränkt erscheinende Bereitschaft des Be
schwer
deführers,
obwohl teilweise auch ausdrücklich davon abgeraten wurde (vgl. vorstehend E. 4.4), sich einer Operation nach der anderen zu unterziehen,
erfordert sodann eine psychiatrische und
neurologische Abklärung.
Zur Beurtei
lung seiner invalidenversicherungsrechtlichen Ansprüche bedarf es daher
eines polydisziplinären Gutachtens, welches sich zu seiner noch bestehenden Arbeits
fähigkeit
äussert
.
Die angefochtene Verfügung (Urk. 2) ist folglich aufzuheben und die Sache zur Vornahme weiterer Abklärungen im Sinne der Erwägungen und zu erneutem Entscheid über den Anspruch des Beschwerdeführers auf Leistungen der Invali
den
versicherung an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.
6
.
6
.1
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrens
aufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG) und auf Fr. 9
00.-- anzusetzen. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind sie der unterliegenden Beschwerdegegnerin aufzuerlegen.
6
.2
Nach ständiger Rechtsprechung gilt die Rückweisung der Sache an die Verwal
tung zur weiteren Abklärung und neuen Verfügung als vollständiges Obsiegen (BGE 137 V 57 E. 2.2), weshalb der vertretene Beschwerdeführer Anspruch auf eine Prozessentschädigung hat. Diese ist unter Berücksichtigung der Bedeutung der Streitsache und der
Schwierigkeit des Prozesses und beim
massgebenden
Stundenansatz von Fr. 220.-- (zuz
üglich Mehrwertsteuer) auf Fr. 3
’700.-- (inklu
sive Barauslagen und Mehrwertsteuer) festzulegen.