# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 885f8acd-c1d6-418c-9f1d-70f37ad2aac9
**Court:** SG_VG
**Chamber:** SG_VG_001
**Year:** 2020
**Language:** de
**Jurisdiction:** SG / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Das Verwaltungsgericht stellt fest:
A.
X._ ist Eigentümer der Parzellen Nrn. 001, 002 und 003, Grundbuch G._, welche mit
dem Heim Y._ (Assek.-Nr. 00) mitsamt Gartenanlage und Nebengebäude (Assek.-
Nr. 01) überbaut sind. Nach dem Zonenplan der Politischen Gemeinde G._ vom
22. Dezember 1998 sind diese Grundstücke der Zone für öffentliche Bauten und
Anlagen zugewiesen. Am 10. Juli 2018 reichte X._ ein Gesuch um Erweiterung des
Heims (drei Geschosse über die ganze Gebäudegrundfläche, Neubau eines Pavillons,
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Abbruch Nebengebäude Assek.-Nr. 01) ein. Während der öffentlichen Auflage vom 14.
bis 28. August 2018 ging eine Einsprache von H._ und I._ ein. Am 23. Juli 2019
reichte X._ ein Korrekturgesuch – neu soll der Pavillon, soweit er innerhalb des
ordentlichen Grenzabstands von 4 m liegt, mit einer Aufschüttung überdeckt werden –
ein, welches der Gemeinderat G._ H._ und I._ im vereinfachten Verfahren
bekanntgab. Dagegen erhoben H._ und I._ am 30. August 2019 Einsprache. Mit
Gesamtentscheid vom 18./25. November 2019 hiess der Gemeinderat G._ die
Einsprache(n) teilweise gut und bewilligte das Bauvorhaben unter gleichzeitiger
Eröffnung aller kantonalen Teilverfügungen (act. 8/10/1-47, 60, www.geoportal.ch,
www._.ch). Dagegen rekurrierten H._ und I._ am 9. Dezember 2019 an das
Baudepartement (act. 8/1). Mit Entscheid vom 3. März 2020 hiess das Baudepartement
den Rekurs gut und hob den Gesamtentscheid des Gemeinderates G._ vom
18./25. November 2019 auf (act. 2).
B.
Gegen den Entscheid des Baudepartements (Vorinstanz) vom 3. März 2020 erhob die
Politische Gemeinde G._ (Beschwerdeführerin) durch ihre Rechtsvertreterin am
16. März 2020 Beschwerde beim Verwaltungsgericht mit dem Rechtsbegehren, es sei
der angefochtene Entscheid unter Kosten- und Entschädigungsfolge, zuzüglich
Mehrwertsteuer, aufzuheben (act. 1). Am 30. April 2020 ergänzte sie ihre Beschwerde
mit einer Begründung (act. 5). Mit Vernehmlassung vom 12. Mai 2020 beantragte die
Vorinstanz, es sei die Beschwerde abzuweisen, soweit darauf einzutreten sei (act. 7).
Mit Eingabe vom 18. Mai 2020 verzichtete X._ (Beschwerdebeteiligter) auf eine
Stellungnahme (act. 10), nachdem das Verwaltungsgericht dessen Beschwerde gegen
den Entscheid der Vorinstanz vom 3. März 2020 mit Entscheid B 2020/54 vom
29. April 2020 zufolge Rückzugs vom 24. April 2020 abgeschrieben hatte. Mit
Stellungnahme vom 3. Juli 2020 beantragten H._ und I._ (Beschwerdegegner 1 und
2) durch ihren Rechtsvertreter, es sei die Beschwerde unter Kosten- und
Entschädigungsfolge, zuzüglich Mehrwertsteuer, abzuweisen, soweit darauf
eingetreten werden könne (act. 15). Mit Replik vom 14. August 2020 bestätigte die
Beschwerdeführerin ihre Anträge und Ausführungen (act. 18). Am 25. September 2020
duplizierten die Beschwerdegegner unter Festhalten an ihren Anträgen (act. 24).
Auf die Erwägungen des angefochtenen Entscheids und die Ausführungen der
Verfahrensbeteiligten zur Begründung ihrer Anträge und die Akten wird, soweit
wesentlich, in den Erwägungen eingegangen.
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## Considerations

Darüber zieht das Verwaltungsgericht in Erwägung:
1.
Die sachliche Zuständigkeit des Verwaltungsgerichts ist gegeben (Art. 59 Abs. 1 des
Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege; sGS 951.1, VRP). Die Beschwerdeeingabe
vom 16. März 2020 (act. 1) erfolgte rechtzeitig und erfüllt zusammen mit der Ergänzung
vom 30. April 2020 (act. 5) die formellen und inhaltlichen Anforderungen (Art. 64 in
Verbindung mit Art. 47 Abs. 1 und Art. 48 Abs. 1 und 2 VRP). Entgegen der Auffassung
der Beschwerdegegner (act. 15, S. 3 f. Ziff. III, act. 24, S. 4 f. Ziff. III/B/5) ist die
Beschwerdeführerin in der vorliegenden Baupolizeisache nach konstanter
verwaltungsgerichtlicher Praxis gestützt auf Art. 64 in Verbindung mit Art. 45
Abs. 2 VRP zur Beschwerde befugt (vgl. dazu VerwGE B 2020/42 vom
5. September 2020, VerwGE B 2016/224 vom 5. Dezember 2018, VerwGE B 2015/125
vom 20. Dezember 2016, VerwGE B 2008/143; B 2008/149 vom 14. Mai 2009, VerwGE
B 2008/117 vom 22. Januar 2009, VerwGE B 2008/10 vom 17. Juni 2008, VerwGE
B 2006/215 vom 9. Mai 2007, VerwGE B 2005/116 vom 24. Januar 2006, VerwGE
B 2004/204 vom 22. März 2005, VerwGE B 2004/146 vom 2. Dezember 2004 je E. 1,
VerwGE B 2013/212; B 2013/213 vom 19. Februar 2015 E. 2, VerwGE B 2009/66 vom
18. März 2010 und VerwGE B 2006/181 vom 15. März 2007 je E. 1.1, VerwGE
B 2007/220 vom 17. Juni 2008 E. 1.2, VerwGE B 2005/10 vom 20. Juni 2005 E. 1c,
VerwGE B 2004/161; B 2004/162 vom 31. Mai 2005 und VerwGE B 2004/120 vom
25. Januar 2005 je E. 1b, teilweise mit Hinweisen sowie bereits GVP 1967 Nr. 19). Ob
sie auch gestützt auf Art. 64 in Verbindung mit Art. 45 Abs. 1 VRP, Art. 33 Abs. 3
lit. a des Bundesgesetzes über die Raumplanung (Raumplanungsgesetz; SR 700, RPG)
sowie Art. 111 Abs. 1 und Art. 89 Abs. 2 lit. c des Bundesgesetzes über das
Bundesgericht (Bundesgerichtsgesetz; SR 173.110, BGG, vgl. dazu etwa VerwGE
B 2010/45 vom 14. Oktober 2010 E. 1.2 mit Hinweis und M. Pflüger, Die Legitimation
des Gemeinwesens zur Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten,
Zürich/ St. Gallen 2013, N 885 ff.) oder Art. 57 des Bundesgesetzes über den
Umweltschutz (Umweltschutzgesetz; SR 814.01, USG, vgl. dazu etwa VerwGE
B 2009/93 vom 15. April 2010 E. 1.2 mit Hinweisen) zur Beschwerde befugt wäre, kann
deshalb dahingestellt bleiben. Im Weiteren kann nicht gesagt werden, das Interesse der
Beschwerdeführerin sei nicht mehr aktuell (vgl. dazu VerwGE B 2019/19 vom
11. August 2020 E. 1.1 mit Hinweisen). Auch die von den Beschwerdegegnern
eingereichte "Projektüberarbeitung" der A._ AG, Z._, vom 23. Juni 2020 (act. 25/11,
www.zefix.ch) legt keinen anderen Schluss nahe; ein Baugesuch des
Beschwerdebeteiligten für eine Projektänderung liegt ebenfalls nicht vor. Daran ändert
auch der Beschwerderückzug des Beschwerdebeteiligten vom 24. April 2020 im
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Verfahren B 2020/54 nichts. Das streitgegenständliche Baugesuch (mitsamt
Korrekturgesuch) hat der Beschwerdebeteiligte bis dato jedenfalls nicht
zurückgezogen. Auf die Beschwerde ist somit einzutreten.
2.
Die Parteien sind sich darin einig, dass auf das strittige Bauvorhaben – der
erstinstanzliche Entscheid der Beschwerdeführerin erging am 18./25. November 2019
(act. 8/10/1 f.) – das am 1. Oktober 2017 (nGS 2017-049) in Kraft getretene Planungs-
und Baugesetz (sGS 731.1, PBG) nicht direkt anwendbar ist und das bis
30. September 2017 gültig gewesene Gesetz über die Raumplanung und das
öffentliche Baurecht (Baugesetz; nGS 32-47, BauG, in der Fassung vom
1. Januar 2015) heranzuziehen ist (vgl. dazu Art. 173 PBG und E. 3.1 des
angefochtenen Entscheids, act. 2, S. 5). Wie es sich damit letztlich verhält (vgl. dazu
VerwGE B 2019/140 vom 22. April 2020 E. 2 mit Hinweisen und J. Frei, in: Bereuter/
derselbe/Ritter [Hrsg.], Kommentar zum Planungs- und Baugesetz des Kantons
St. Gallen, Basel 2020, N 11 ff. zu Art. 173 PBG sowie N 10 ff. zu Art. 175 PBG), kann
offenbleiben, weil die Beschwerde – wie nachstehend darzulegen ist – so oder anders
abzuweisen ist.
3.
Fest steht im vorliegenden Fall, dass der projektierte Pavillon an der Grenze zur
Parzelle Nr. 004 teilweise innerhalb des in der Zone für öffentliche Bauten und Anlagen
geltenden ordentlichen Grenzabstands von 4 m (vgl. dazu Art. 56 Abs. 1 BauG bzw.
Art. 92 Abs. 1 Satz 1 PBG in Verbindung mit Art. 13 Abs. 1 Satz 1 des Baureglements
der Beschwerdeführerin vom 14. April 2014; BauR) liegt (vgl. dazu Situations- sowie
Umgebungsplan und Plan Erdgeschoss je vom 8. Juli 2019, act. 8/10/27, 31, 35, und
act. 5, S. 3 Ziff. II/C/6); ebenso, dass keine Grenzabstandsvereinbarungen (vgl. dazu
Art. 56 Abs. 2 Satz 2 und 3 BauG sowie Art. 92 Abs. 2 PBG) abgeschlossen wurden,
und dass es sich dabei baurechtlich um einen Bau- oder Gebäudeteil und nicht um
eine Anlage handelt (vgl. dazu VerwGE B 2013/28 vom 12. Februar 2014 E. 5.2 mit
Hinweisen). Zu untersuchen ist, ob es sich beim Pavillon, soweit er innerhalb des
ordentlichen Grenzabstandsbereichs liegt, wie es die Beschwerdeführerin geltend
macht (act. 5, S. 4-9 Ziff. III/A, act. 18 Ziff. III und IV/B-H), um einen unterirdischen
Gebäudeteil handelt. Als solcher dürfte er laut Art. 56 Abs. 4 Satz 1 BauG bis zur
Grenze gestellt werden, wenn dadurch schutzwürdige Interessen der Nachbarn nicht
beeinträchtigt werden, bzw. bestünden für ihn nach Art. 95 Abs. 1 PBG keine
Abstandsvorschriften, soweit der Nutzungsplan nichts Anderes bestimmt.
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Das kantonale Recht verwendet den Begriff "unterirdische Baute" (Art. 56 Abs. 4 BauG)
bzw. "unterirdische Gebäude oder Gebäudeteile" (Art. 95 Abs. 1 PBG), ohne ihn näher
zu umschreiben. Soweit aus dem Begriff selbst nicht unverzichtbare Merkmale
abzuleiten sind – hier: "unter dem (gewachsenen oder gestalteten bzw. massgebenden,
d.h. natürlichen oder bewilligten) Terrain- resp. Geländeverlauf (der Umgebung)" (vgl.
dazu Art. 60 Abs. 2 BauG und Art. 78 PBG, VerwGE B 2011/77 vom 20. März 2012
E. 4.1 ff., in: GVP 2012 Nr. 22, VerwGE B 2011/106 vom 20. März 2012 E. 5.1 f.,
VerwGE B 2010/227; B 2010/228 vom 6. Juli 2011 E. 7.8, VerwGE B 2008/143;
B 2008/149 vom 14. Mai 2009 E. 3.1.2 f. teilweise mit Hinweis[en], GVP 1982 Nr. 69
sowie Juristische Mitteilungen des Baudepartements 2012/I/3, 2012/III/2, 2008/III/4,
2006/II/15, 2002/II/13 sowie 1999/I/7, C. Bernet, in: Bereuter/Frei/Ritter [Hrsg.], a.a.O.,
N 74 ff. zu Art. 73-89 PBG) –, ist die nähere Umschreibung des Begriffs den politischen
Gemeinden überlassen (vgl. etwa den von der Beschwerdeführerin zitierten Entscheid
VerwGE B 2013/122 vom 19. August 2014 E. 2.2 mit Hinweisen, bestätigt mit
BGer 1C_313/2014 vom 28. Oktober 2014). Nach Art. 31 BauR gelten auf dem
Hoheitsgebiet der Beschwerdeführerin Bauten dann als unterirdisch, soweit sie unter
dem in zulässiger Weise gestalteten Terrain gemäss Art. 39 und Art. 40 BauR zu liegen
kommen. Nach Art. 39 BauR, welcher aufgrund des Verweises in Art. 31 BauR in Bezug
auf die Qualifikation als unterirdische Baute auch ausserhalb der Wohn- und Wohn-
Gewerbe-Zonen zur Anwendung gelangt, haben Bauten und Anlagen den natürlichen
Terrainverlauf zu respektieren; dabei ist namentlich die Höhenlage des Erdgeschosses
auf das gewachsene Terrain auszurichten (Abs. 1). Terrainveränderungen im Sinne von
Art. 40 BauR wiederum sind zulässig, wenn sie bautechnisch zwingend notwendig sind
oder einer besseren Umgebungsgestaltung dienen. Indes haben auch sie sich dem
Geländeverlauf der Umgebung anzupassen (Abs. 2). Laut Art. 40 BauR sind
Auffüllungen unter Berücksichtigung von Art. 39 BauR ansprechend zu gestalten und
haben sich dem gewachsenen Terrainverlauf gut anzupassen. Mit Ausnahme
kleinräumiger Geländemulden darf dabei die Höhe von 1.20 m ab dem gewachsenen
Terrain nicht überschritten werden (Abs. 2). Böschungen dürfen bis 0.50 m an die
Grundstücksgrenze oder an Verkehrsflächen reichen, wobei die maximal zulässige
Neigung der Böschung 2:3 beträgt (Abs. 3). Die genannten Vorschriften werden in
Anhang 2 BauR grafisch erläutert.
Den kommunalen Behörden steht bei der Anwendung unbestimmter Rechtsbegriffe,
welche lokale Umstände betreffen, ein Beurteilungs- bzw. Ermessensspielraum zu. Das
Verwaltungsgericht hat sich bei der Überprüfung solch unbestimmter Rechtsbegriffe
eine richterliche Zurückhaltung aufzuerlegen. Die Zurückhaltung bei der Überprüfung
3.1.
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von Ermessensentscheiden zur Wahrung der Gemeindeautonomie (Art. 50 Abs. 1 BV,
Art. 89 Abs. 1 der Verfassung des Kantons St. Gallen; SR 131.225, sGS 111.1, KV) darf
jedoch nicht so weit gehen, dass sich Rechtsmittelbehörden auf eine Willkürprüfung
beschränken, weil eine solche Beschränkung mit der Rechtsweggarantie gemäss
Art. 29a BV und bei Anwendung von Vorschriften des Raumplanungsgesetzes (so
Art. 33 Abs. 3 lit. b RPG) nicht vereinbar wäre (vgl. dazu das von der
Beschwerdeführerin angerufene Urteil BGE 145 I 52 E. 3.6 und VerwGE B 2019/219
vom 29. August 2020 E. 8.2 je mit Hinweisen, VerwGE B 2013/70 vom 8. Juli 2014
E. 4.1 mit Hinweisen, insbesondere auf B. Heer, St. Gallisches Bau- und
Planungsrecht, Bern 2003, N 64 ff., VerwGE B 2018/219 vom 28. Februar 2019 E. 9.1
und VerwGE B 2013/116 vom 14. Mai 2014 E. 3.1 je mit Hinweisen sowie Linder/
von Rappard-Hirt, in: Bereuter/Frei/Ritter [Hrsg.], a.a.O., N 5 ff. zu Art. 1 PBG).
Vorweg ist unbestritten geblieben, dass der südliche Teil des projektierten Pavillons
innerhalb des Grenzabstandsbereichs von 4.0 m zur Parzelle Nr. 004 vorgesehen ist
und dort nicht unter dem gewachsenen resp. natürlichen Terrain zu liegen kommen
würde. Nach Art. 31 BauR ist daher zu prüfen, ob dieser Bau- bzw. Gebäudeteil unter
einem im Sinne von Art. 39 f. BauR in zulässiger Weise gestalteten Terrain zu liegen
kommen wird. Nur dann gilt er als unterirdisch.
Die Beschwerdeführerin stellt sich auf den Standpunkt (act. 5, S. 4-9 Ziff. III/A, act. 18,
Ziff. III/4-11, IV/B-H), gemäss ihrer jahrelangen Praxis zu Art. 31 BauR sei es
ausdrücklich zulässig, das Terrain künstlich zu gestalten, um eine unterirdische Baute
zu erreichen. Zahlreiche andere Gemeinden würden eine vergleichbare Regelung
kennen, so beispielsweise die Politische Gemeinde B._ in Art. 20 Abs. 2 ihres
Baureglements. Eine Aufschüttung zur Erreichung dieses zulässigen Zwecks sei eo
ipso immer bautechnisch zwingend. Die geplante Aufschüttung über dem südlichsten
Teil des Pavillons im Grenzabstandsbereich entspreche in geradezu idealtypischer
Weise dem Fall, welchen der kommunale Gesetzgeber zur Schaffung einer
unterirdischen Baute unter dem gestalteten Terrain habe zulassen wollen. In
Erwägung 7 f. des Einspracheentscheids vom 18./25. November 2019 habe sie sich
denn auch ausführlich mit den optisch-ästhetischen Auswirkungen des strittigen
Baugesuchs auseinandergesetzt. Danach komme lediglich die Überdeckung des
Pavillons mit einer Stärke von 0.7 m über dem gewachsenen Terrain zu liegen. Diese
Überdeckung solle gegenüber dem südlich angrenzenden Grundstück Nr. 004 bis auf
eine Distanz von 4.10 m auf der Ost- bzw. 4.07 m auf der Westseite mit einer
Aufschüttung überdeckt werden, welche gegenüber dem Grundstück Nr. 004 als
3.2.
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Böschung ausgestaltet werden solle. Das natürlich gewachsene Terrain steige in Nord-
Südrichtung leicht an. Die entlang der Ost- und Westfassade zur Angleichung des
Terrains vorgesehenen Aufschüttungen nähmen diesen ansteigenden Terrainverlauf auf
und führten ihn lediglich minim steiler weiter. Sie würden sowohl auf der Ost- wie der
Westseite die baureglementarisch zulässige maximale Höhe von 1.20 m ab dem
gewachsenen Terrain einhalten. Die gegenüber Grundstück Nr. 004 neu gestaltete
Böschung verlaufe auf einer einheitlichen Höhenlage und halte sowohl die
vorgeschriebene Neigung als auch den erforderlichen Abstand ein. Aufgrund dieser
differenzierten Würdigung sei sie sachlich begründet zum Ergebnis gelangt, dass die
vorgesehene Terrainaufschüttung die reglementarisch vorgeschriebenen
Anforderungen einhalte, sich in diesem Rahmen bestmöglich an den bereits
bestehenden Geländeverlauf anpasse und daher zulässig sei. Indem die Vorinstanz
lapidar das Gegenteil behaupte, habe sie ohne Not und nachvollziehbare Begründung
ihr eigenes Ermessen an Stelle des von ihr pflichtgemäss und mit nachvollziehbarer
Begründung ausgeübten Ermessens gesetzt. Im Übrigen sei die gewählte Höhenlage
des neuen Pavillons aus betrieblichen Gründen notwendig.
Nicht umstritten ist, dass die fragliche Aufschüttung die gemäss Art. 40 Abs. 2
Satz 2 BauR maximal zulässige Höhe von 1.20 m ab dem gewachsenen Terrain nicht
überschreitet; ebenso, dass die projektierte Böschung den Anforderungen von Art. 40
Abs. 3 BauR (Abstand, Neigung) entspricht. Allerdings beschränkt sich der Verweis in
Art. 31 BauR hinsichtlich des in zulässiger Weise gestalteten Terrains nicht allein auf
diese beiden Bestimmungen. Vielmehr hat eine Terraingestaltung auch die
Voraussetzungen von Art. 39 BauR und Art. 40 Abs. 2 Satz 1 BauR zu erfüllen, um als
"in zulässiger Weise gestaltet" gelten zu können. Wie bereits ausgeführt, setzt Art. 39
Abs. 2 Satz 1 BauR dafür alternativ voraus, dass die Terrainveränderung im Sinne von
Art. 40 BauR entweder bautechnisch zwingend notwendig ist oder einer besseren
Umgebungsgestaltung dient.
Zunächst kann der Beschwerdeführerin nicht gefolgt werden, soweit sie eine
Aufschüttung, welche die Anforderungen von Art. 40 Abs. 2 und 3 BauR erfüllt, als im
Sinne von Art. 39 Abs. 2 Satz 1 BauR bautechnisch zwingend erachtet, wenn sie die
Qualifikation einer Baute als unterirdisch gemäss Art. 31 BauR bezweckt. Eine solche
Auslegung steht diametral in Widerspruch zum Wortlaut von Art. 31 in Verbindung mit
Art. 39 Abs. 2 Satz 1 BauR. Danach setzt die Qualifikation einer Baute als unterirdisch
nämlich voraus, dass sie unter dem in zulässiger Weise gestalteten Terrain, d.h. in
diesem Zusammenhang unter einer bautechnisch zwingend erforderlichen
3.3.
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Terrainveränderung, liegt. Entgegen anderslautender Darstellung der
Beschwerdeführerin kann damit das Erfüllen des Erfordernisses "bautechnisch
zwingend notwendige Terrainverändung" nur Voraussetzung für die – und nicht Folge
der – Qualifikation einer Baute als unterirdisch sein. Damit der von der
Beschwerdeführerin ersonnenen Argumentationskonstrukt gefolgt hätte werden
können, hätte der Verweis in Art. 31 BauR das Erfordernis "bautechnisch zwingend
notwendig" gemäss Art. 39 Abs. 2 Satz 1 BauR nicht mitumfassen dürfen. Die
Qualifikation eines Bau- oder Gebäudeteils als unterirdisch im Sinne von Art. 31 BauR
setzt somit, soweit alternativ darauf abgestellt wird, voraus, dass dieser unter einer
Terrainveränderung zu liegen kommt, welche bautechnisch zwingend notwendig ist.
Aus den Begründungen der Beschwerdeführerin geht nicht einmal ansatzweise hervor,
inwiefern die vorliegend strittige Terrainveränderung bautechnisch zwingend notwendig
sein sollte. Die Berufung der Beschwerdeführerin auf eine jahrelang geübte Praxis
vermag daran nichts zu ändern. Die Beschwerdeführerin hat es unterlassen, diese
angebliche – und wohl gesetzwidrige – Praxis auch nur in Ansätzen zu belegen. Ebenso
wenig kann sie aus dem anderslautenden Art. 20 Abs. 2 des Baureglements der
Politischen Gemeinde B._ etwas zu ihren Gunsten ableiten. Unter diesen Umständen
ist der Schluss der Vorinstanz in Erwägung 3.5 des angefochtenen Entscheids (act. 2,
S. 7 f.) nicht zu beanstanden, wonach die streitbetroffene Terrainveränderung
bautechnisch nicht zwingend notwendig ist. Diesbezüglich kann der Vorinstanz nicht
vorgeworfen werden, sie habe in unzulässiger Weise in den der Beschwerdeführerin
zustehenden Ermessensspielraum eingegriffen.
Wie die Vorinstanz in Erwägung 3.5 des angefochtenen Entscheids (act. 2, S. 7 f.) im
Ergebnis sodann zutreffend erkannt hat, ist im Weiteren nicht ersichtlich und wird von
der Beschwerdeführerin auch nicht dargetan, inwiefern eine bessere
Umgebungsgestaltung im Sinne von Art. 39 Abs. 2 Satz 1 BauR erreicht werden sollte.
Zu keinem anderen Schluss führt, dass gemäss der Beschwerdeführerin nur die
Überdeckung des Pavillons mit einer Stärke von 0.7 m über dem gewachsenen Terrain
zu liegen komme, die fragliche Aufschüttung den in Nord-Südrichtung leicht
ansteigenden Verlauf des natürlich gewachsenen Terrains lediglich minim steiler
weiterführe sowie die gegenüber Grundstück Nr. 004 neu gestaltete, 70 m lange und
1.20 m hohe Böschung auf einer einheitlichen Höhenlage verlaufen und sich die
Terrainaufschüttung nach Ansicht der Beschwerdeführerin dadurch im Sinne von
Art. 39 Abs. 2 Satz 2 BauR oder Art. 40 Abs. 2 Satz 1 BauR bestmöglich an den bereits
bestehenden Geländeverlauf anpassen solle. Soweit sich die Beschwerdeführerin
diesbezüglich auf den Schnitt in Anhang 2 BauR beruft, kann daraus bereits daher
nichts zu ihren Gunsten ableiten, weil dieser eine Aufschüttung im ebenen Gelände –
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4.
Dem Ausgang des Verfahrens entsprechend sind die amtlichen Kosten des
Beschwerdeverfahrens der Beschwerdeführerin aufzuerlegen (Art. 95 Abs. 1 VRP). Eine
Entscheidgebühr von CHF 3'000 ist angemessen (Art. 7 Ziff. 222 der
Gerichtskostenverordnung; sGS 941.12, GKV); auf die Erhebung wird verzichtet (Art. 95
Abs. 3 VRP).
Der Verlegung der amtlichen Kosten entsprechend hat die Beschwerdeführerin die
nicht wie hier im sanft abfallenden Gelände – abbildet (zutreffend: act. 15, S. 9 Ziff. IV/
12).
Bereits aus den dargelegten Gründen kann vorliegend nicht davon ausgegangen
werden, dass der innerhalb des ordentlichen Grenzabstands zum Grundstück Nr. 004
gelegene Teil des Pavillons unter einem im Sinne von Art. 31 in Verbindung mit Art. 39
f. BauR "in zulässiger Weise" gestalteten Terrain zu liegen kommen wird. Damit kann er
aber nicht als grenzabstandsprivilegierte unterirdische Baute qualifiziert werden.
Entsprechend hält das strittige Bauvorhaben den vorgeschriebenen Grenzabstand von
4.0 m (Art. 13 Abs. 1 Satz 1 BauR) gegenüber der Parzelle Nr. 004 nicht ein. Da die
Beschwerdeführerin hinsichtlich der von ihr geltend gemachten betrieblichen
Notwendigkeit (act. 18 Ziff. III/18) nicht weiter nachgewiesen hat, ob (etwa auf
Grundlage eines Sondernutzungsplans) parzellenübergreifende Alternativprojekte
realisiert werden könnten, sind auch die Voraussetzungen für die Erteilung einer
Ausnahmebewilligung nach Art. 23 RPG in Verbindung mit Art. 108 PBG, insbesondere
das Vorliegen besonderer Verhältnisse (Abs. 1), nicht erfüllt (vgl. dazu M. E. Looser, in:
Bereuter/Frei/Ritter [Hrsg.], a.a.O., N 6-10 zu Art. 108 PBG, VerwGE B 2019/77;
B 2019/78 vom 11. Februar 2020 E. 13, VerwGE B 2019/124 vom 23. Januar 2020
E. 3.3.4 und VerwGE B 2018/99 vom 13. Januar 2019 E. 5.3.5 teilweise mit Hinweis[en],
siehe demgegenüber zum alten Art. 77 BauG VerwGE B 2018/41 vom
19. November 2018 E. 2.2, VerwGE B 2012/239 vom 16. April 2014 E. 6.1-6.3 und
VerwGE B 2010/105 vom 16. Dezember 2010 E. 4.4.3 je mit Hinweis[en]). Deswegen
erweist sich das vorliegend strittige Baugesuch so oder anders nicht als
bewilligungsfähig. Die Beschwerde ist somit abzuweisen. Bei diesem Ergebnis braucht
nicht abschliessend erörtert zu werden, ob der Pavillon die Vorgaben von Art. 39
Abs. 1 BauR erfüllt, er einen Mehrlängenzuschlag einhalten müsste (vgl. dazu
Art. 65 BauG und Art. 13 Abs. 2 BauR sowie E. 4 des angefochtenen Entscheids,
act. 2, S. 8 f.), oder ob die geplante Auffüllung im Sinne von Art. 40 Abs. 2 Satz 1 BauR
ansprechend gestaltet ist. Ebenso erübrigen sich bei diesem Ausgang die von den
Beschwerdegegnern beantragten Beweisvorkehren (act. 15, S. 6, 8 Ziff. IV/6b, 10).
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obsiegenden Beschwerdegegner, deren Rechtsvertreter keine Kostennote eingereicht
hat, für das Beschwerdeverfahren ermessensweise pauschal mit insgesamt CHF 3'000
zuzüglich CHF 120 Barauslagen (vier Prozent von CHF 3'000) und CHF 240.25
Mehrwertsteuer (7,7 Prozent von CHF 3'120) zu entschädigen (Art. 98 Abs. 1 und 2 in
Verbindung mit Art. 98 VRP; Art. 30 Ingress und lit. b Ziff. 1 sowie Art. 31 Abs. 1 und
2 des Anwaltsgesetzes; sGS 963.70, AnwG; Art. 6, Art. 22 Abs. 1 Ingress und lit. b,
Art. 28 sowie Art. 29 der Honorarordnung, sGS 963.5, HonO).