# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 594fe99a-e07c-41be-a59a-12eac8d15d5a
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2016
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1967,
zuletzt während längerer Zeit arbeitslos (vgl.
Urk.
10/8 S. 2), wurde am 2
8.
April 2015 von der
Sozialberatung
Y._
bei der Invalidenversicherung
zur Früherfassung an
gemeldet
(
Urk.
10/5).
Am 1
8.
Juni 2015 meldete sich der Versicherte
sodann
unter Hinweis auf einen Bandschei
benvorfall, eine
Meralgi
a
paraesthetica
, eine Arthrose
, eine
Os
teoporose sowie eine
Dupuytren
-
Krankheit und Probleme mit dem Cholesterin zum
Leistungsbe
zug
an (
Urk.
10/11). Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV
Stelle, klärte daraufhin die erwerbliche und medizinische Situation (
Urk.
10/19-20,
Urk.
10/22,
Urk.
10/24-26
) ab.
Nach durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(
Urk.
10/29,
Urk.
10/31) verneinte die IV-Stelle mit Verfügung vom
3.
Februar 2016 (
Urk.
10/41 =
Urk.
2) einen
Leistungs
anspruch des Versicherten.
2.
Der Versicherte erhob am
4.
März 2016 Beschwerde gegen die Verfügung vom
3.
Februar 2016
(
Urk.
2)
und beantragte, diese sei aufzuheben und es sei ihm ab dem
1.
Januar 2016 eine ganze Invalidenrente zuzusprechen (
Urk.
1 S. 2).
Am 1
4.
März 2016 reichte er einen weiteren Arztbericht ein (
Urk.
6-7).
Die IV-Stelle beantragte mit Beschwerdeantwort vom 1
1.
April 2016 (
Urk.
9) die Abweisung der Beschwerde. Mit Verfügung vom 2
0.
April 2016 (
Urk.
11) wurde
ein zweiter Schriftenwechsel angeordnet sowie
antragsgemäss (
Urk.
1 S. 2) die unentgeltli
che Prozessführung und Rechtsvertretung bewilligt. Am 2
3.
August 2016 reichte der Beschwerdeführer
unter Beilage eines weiteren Arztberichtes
die Replik ein (
Urk.
15
-16
). Die Beschwerdegegnerin verzichtete mit Schreiben vom 1
3.
Sep
tember 2016 (
Urk.
18) auf die Duplik, was dem Beschwerdeführer am 1
5.
Sep
tember 2016 zur Kenntnis gebracht wurde (
Urk.
19).
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG
).
Sie kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung, IVG
).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beein
trächtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verur
sachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommen
den ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesund
heitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unt
erbruch durchschnittlich min
des
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteh
t Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertels
rente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gege
benenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeits
unfähig ist (BGE 125 V 256 E.
4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person no
ch zugemutet werden kön
nen (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E.
4b/cc).
1.4
Das Gericht kann die Angelegenheit zu neuer Entscheidung an die Vorinstanz zurückweisen, besonders wenn mit dem angefochtenen Entscheid nicht auf die Sache eingetreten oder der Sachverhalt ungenügend festgestellt wurde (§ 26 Abs. 1 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht,
GSVGer
). Gemäss ständiger Rechtsprechung ist in der Regel von der Rückweisung – da diese das Verfahren verlängert und verteuert – abzusehen, wenn die Rechtsmittelinstanz den Prozess ohne wesentliche Weiterungen erledigen kann. In erster Linie kommt eine Rückweisung in Frage, wenn der Versicherungsträger auf ein Begehren überhaupt nicht eingetreten ist oder es ohne materielle Prüfung abgelehnt hat, wenn schwierige Ermessensentscheide zu treffen sind, oder wenn
der
entscheidrelevante
Sachverhalt ungenügend abgeklärt ist (vgl. Urteil des Bundesgerichts U 209/02 vom 10. September 2003 E. 5.2).
Be
i
ungenügenden Abklärungen
durch den Versicherungsträger holt
die Beschwerdeinstanz im Regelfall ein Gerichtsgutachten ein
, wenn sie einen (im Verwaltungsverfahren anderweitig erhobenen) medizinischen Sachverhalt über
haupt für gutachtlich abklärungsbedürftig hält oder wenn eine
Administrativ
expertise
in einem rechtserheblichen Punkt nicht beweiskräftig ist. Die betreffende Beweiserhebung erfolgt alsdann vor der
–
anschliessend
reformato
risch entscheidenden
–
Beschwerdeinstanz selber statt über eine Rückweisung an die Verwaltung. E
ine Rückweisung an den Versicherungsträger
bleibt hinge
gen möglich, wenn sie allein in der notwendigen Erhebung einer bisher voll
ständig ungeklärten
Frage begründet
ist.
Ausserdem
bleibt es dem kantonalen Gericht (unter dem Aspekt der Verfahrensgarantien) unbenommen, eine Sache zurückzuweisen, wenn lediglich eine Klarstellung, Präzisierung oder Ergänzung von gutachtlichen Ausführungen erforderlich ist (B
GE
137 V 210
E.
4.4.1.
4 mit Hinweisen; Urteil des Bundesgerichts
8C_815/2012 vom 21.
Oktober 2013 E.
3.4
,
publi
ziert in SVR 1/2014 UV Nr. 2 S.
3)
.
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin ging in der angefochtenen Verfügung (
Urk.
2) gestützt auf die medizinischen Abklärungen davon aus, dass kein invalidisierender Gesundheitsschaden vorliege. Es bestehe daher kein Anspruch auf Leistungen der Invalidenversicherung (S. 1 f.).
2.2
Demgegenüber vertrat der B
eschwerdeführer den Standpunkt
,
die medizinische Situation sei ungenügend abgeklärt und die Anordnung eines Gutachtens sei indiziert. Die gestellten Diagnosen seien invalidisierend, weshalb ein Renten
anspruch ab Oktober 2015 ausgewiesen sei (
Urk.
1 S. 4 f.;
Urk.
6 S. 2;
Urk.
15 S.
2).
2.3
Strittig und zu prüfen ist der Rentenanspruch des Beschwerdeführers und dabei insbesondere
die Frage
, ob ein invalidisierender Gesundheitsschaden vorliegt.
3.
3.1
Die Ärzte des Spitals
Z._
informierten mit Bericht vom 1
1.
November 2014 (
Urk.
10/4/11-13) über die am 2
7.
Oktober 2014 erfolgte Behandlung des Beschwerdeführers, wobei Schmerzen und
Parästhesien
am lateralen linken Oberschenkel
vorgelegen hätten
. Als Differentialdiagnose
n
(DD) k
ämen
ein
lumboradikuläres
Sc
hmerzsyndrom L3, eine
Meralgia
parae
sthetica
sowie eine muskuläre
Dysbalance
in Betracht. Eine entzündliche Genese der Beschwerden sei unwahrscheinlich, da
anamnestisch
keine B-Symptome bestünden (S. 1 f.).
3.2
Am 1
2.
November 2014 erfolgte beim
A._
eine Magnetresonanztomographie (MRI) der Lendenwirbelsäule (LWS) sowie des
Iliosakralgelenkes
(ISG)
nativ
. Im gleichentags erstellten Bericht (
Urk.
10/9/19) hielt Prof.
Dr.
med.
B._
, Facharzt für Nuklearmedizin und für Radiologie, Folgendes fest:
Chondrose
L4/5 mit zentraler bis linksbetonter
rezessaler
Diskusprotru
sion
mit vor allem Kontakt zur absteigenden Nervenwurzel L5 links; hier gegebenenfalls
epidurale
Infiltration zu therapeutischen/diagnostischen Zwecken
angedeutete
Schmorl
-
Knoten der unteren LWS/
thorakolumbaler
Über
gang
geringgradig
angedeutete/aktivierte ISG-Arthrose rechts
3.3
Dr.
med.
C._
, Fachärztin für Radiologie, informierte mit Schreiben vom 1
5.
Dezember 2014 (
Urk.
10/9/24) über die am
5.
Dezember 2014 mittels Ultra
schall erfolgte Untersuch
ung der linken Handinnenfläche
infolge eines Tumors über dem Os Metacarpale IV. Die deutlich tastbare Verhärtung habe sich
sono
graphisch
eher unspektakulär dargestellt. Es bestehe
de
r Verdacht auf
einen
Morbus
Dupuytren
.
3.4
Mit Schreiben vom 1
6.
Dezember 2014 (
Urk.
10/9/20-21
=
Urk.
10/20
=
Urk.
10/38/3-4
)
äusserte
Dr.
med.
D._
, Facharzt für Neurologie, den dringenden Verdacht auf eine
Meralgia
paraesthetica
bei Reizung/Kompression des
Nervus
cutaneus
femoris
lateralis
am linken Leistenband. In der klinischen Untersuchung finde sich kein sicherer Anhaltspunkt für eine
lumboradikuläre
Symptomatik (S. 1 f.).
3.5
Dr.
med.
E._
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates,
konnte
mit
Schreiben vom
8.
Juli 2015 (
Urk.
10/19) ke
ine Aussage über den aktuellen Gesundheitsz
ustand
des Beschwerdeführers
machen. Er habe
ihn
letztmals im Dezember 2014 gesehen. Der Beschwerdeführer leide unter brennenden
Dysästhesien
am Oberschenkel distal
anterolateral
. Weiterhin bestehe eine Hypästhesie am Oberschenkel lateral, welche ihn jedoch nicht beeinträchtige. Die ferner angegebenen Rückenschmerzen stünden nicht im
Vordergrund. In der Untersuchung fänden sich bis auf eine Hyperästhesie oberhalb des linken Knies
anterolateral
regelrechte neu
rologische Verhältnisse. Das Kniegelenk sei frei beweglich und nicht empfindlich.
Der
MRI-Befund lasse
eine Neurokompressi
on L5 links als möglich erachten
. Diese sei jedoch nicht sehr eindrücklich. Die Wurzel L4 sei vollkommen unauffällig (S. 1).
3.6
Dem Bericht vom 2
4.
Juli 2015 (
Urk.
10/22/1-6) von
Dr.
med.
F._
, Fachärztin für Allgemeine Innere Medizin, sind als Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit ein dringender Verdacht auf eine
Meralgia
paraesthetica
links (gestützt auf die neurologische Beurteilung durch
Dr.
D._
) sowie eine
Chondrose
L4/5 mit
Diskusprotrusion
mit Kontrakt zur Nervenwurzel L5 links zu entnehmen.
Als Diagnose ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit nannte sie einen Vitamin D-Mangel (S. 2
Ziff.
1.1).
Sie behandle den Beschwerdeführer seit dem 3
0.
Juni 2015 (S. 2
Ziff.
1.2). A
ufgrund der starken und täglich auftre
tenden Schmerzen
sei dieser
seit Oktober 2014 zu 100
%
arbeitsunfähig geschrieben (S. 3
Ziff.
1.6). Die Prognose könne sie nicht beurteilen (S. 3
Ziff.
1.4).
Die bisherige Tätigkeit sei
dem Beschwerdeführer
aus medizinischer Sicht nicht mehr zumutbar.
Er
könne
weder
längere Zeit stehen, gehen oder sitzen (S. 4
Ziff.
1.7).
3.7
Mit Stellungnahme vom 3
0.
Juli 2015 erachtete
Dr.
med.
G._
, Facharzt für Chirurgie, Regionaler Ärztlicher Dienst (RAD), die Schmerzsymptomatik bei
Vorliegen des dringenden
Verdacht
s
auf eine
Meralgia
para
e
sthetica
links als im Vordergrund stehend. Diese Erkrankung sei medizinisch gut therapierbar, wobei bisher weder eine endgültige Diagnose vorliege noch eine Therapie durchgeführt worden sei.
Es liege kein
die Arbeitsfähigkeit dauerhaft ein
schränkender
Gesundheitsschaden vor
(vgl.
Urk.
10/28 S. 3).
3.8
Dr.
D._
informierte m
it Schreiben vom 2
6.
November 2015 (
Urk.
10/38/1-2
=
Urk.
3/3
) über die bisher
von ihm
durchgeführt
en Behandlungen bei Vorliegen des dringenden Verdachts auf eine
Meralgia
paraesthetica
links
und beim diagnostizierten chronischen
lumbospondylogenen
Schmerzsyndrom. Danach habe er mehrmals Steroidinfiltrationen am Austrittspunkt des
Nervus
cutaneus
femoris
lateralis
am linken Leistenband vorgenommen, wobei es lediglich zu einer jeweils vorübergehenden Beschwerdereduktion gekommen sei. Auch die Medikation mit
Neurontin
habe zu keiner wesentlichen Verbesserung der Beschwerden geführt. Mittels eines medikamentösen Therapieversuchs mit
Lyrica
sei es zwar zu einer vorübergehenden
leichtgradigen
Verbesserung gekommen, allerdings habe dieses
Medikament
starke Nebenwirkungen verur
sacht.
Er könne derzeit keine weiteren Therapien anbieten und empfehle die Zuweisung zu einem Schmerzspezialisten. Bei
Vorliegen
einer
Meralgia
para
esthetica
bestehe
grun
dsätzlich eine gute Prognose
, wobei es selten zu einem chronischen Verlauf
kommen könne
(S. 1 f.).
3.9
Die Tatsache, dass nach den erfolgten Injektionen keine anhaltende Linderung habe dokumentiert werden können und auch das
Lyrica
wirkungslos sei, liess
Dr.
E._
an der Verdachtsdiagnose einer
Meralgia
paraesthetica
zweifeln. Ob die Krankheit therapierbar sei, könne erst bei Vorliegen einer klaren Diagnose beurteilt werden (vgl. Schreiben vom 2
5.
Februar 2016,
Urk.
10/43 =
Urk.
3/4 S. 1 f.).
3.10
Mit Schreiben vom
7.
März 2016 (
Urk.
7) erwähnte
Dr.
med.
H._
, Facharzt für Neurochirurgie,
I._
,
als Diagnosen
einen Verdacht auf ein Wurzelreizsyndrom L4 links bei
Foramenstenose
sowie ein
en
Verdacht auf eine
Meralgia
paraesthetica
linksseitig (S.
1). Das MRI
vom 1
5.
Januar 2016
zeige eine deutliche Bandscheibendegeneration L4/5 mit vorwiegend medialer
Diskusprotrusion
. Daneben finde sich linksseitig eine Einengung des
Neuroforamens
der Wurzel L4 aufgrund einer
Fazetten
- und
Flavumverdickung
(S. 2).
Für die klinischen Beschwerden des Patienten, die ja recht eindrücklich seien, finde sich kein sicheres morphologisches Korrelat im MRI. In den neuen Aufnahmen falle als einziges die
foraminale
Einengung L4 links auf. Hier sei schon im Liegen eine Einengung und mögliche Kompression der Wurzel zu erkennen. Dieser Befund könne zumindest die linksseitigen Schmerzen im
ventrolateralen
Oberschenkel bis Kniehöhe gut erklären. Aktuell lasse sich über dem Leistenband kein Schmerz auslösen. Aufgrund der schon lange bestehenden therapieresistenten Beschwerden, die einen glaubhaft hohen Leidensdruck erzeugten, und dem Ergebnis der bisherigen diagnostischen Infiltrationen habe er dem Patienten die mikrochirurgische Dekompression der Wurzel L4 im
Neuroforamen
vorgeschlagen (S. 2).
4.
4.1
Den vorliegenden Arztberichten ist in diagnostischer Hinsicht insbesondere ein dringende
r
Verdacht auf eine
Meralgia
paraesthetica
,
eine
Chondrose
L4/5 mit
Diskusprotrusion
mit Kontakt zur Nervenwurzel L5 links, ein chronisches
lum
bospondylogenes
Schmerzsyndrom
sowie ein Verdacht auf ein
Wurzelreizsyn
drom
L4 links bei
Foramenstenose
und ein Verdacht auf
einen
Morbus
Dupuytren
zu entnehmen (vgl.
Urk.
7 S. 1 f.;
Urk.
10/4/11-13 S. 1 f.;
Urk.
10/9/19;
Urk.
10/9/24;
Urk.
10/9/20-21 =
Urk.
10/20 =
Urk.
10/38/3-4 S. 1 f.;
Urk.
10/19 S. 1;
Urk.
10/22/1-6 S. 2;
Urk.
10/38/1-2 =
Urk.
3/3 S. 1
).
Obwohl hinsichtlich der Schmerzsymptomatik
von Seiten der behandelnden Ärzte
bisher noch keine endgültige Diagnose gestellt werden konnte, verneinte der RAD-Arzt
Dr.
G._
in seiner Aktenbeurteilung
einen dauerhaft die Arbeitsfähigkeit einschränkenden Gesundheitsschaden, da eine
Meralgia
para
e
sthetica
medizinisch gut therapierbar sei (vgl.
Urk.
10/28 S. 3).
Diesbezüg
lich gilt es indessen auf die zutreffende
Anmerkung
von
Dr.
E._
hinzuweisen, wonach die Therapierbarkeit erst abschliessend beurteilt werden k
önne
, wenn auch die Diagnose einer
Meralgia
paraesthetica
bestätigt würde
(vgl.
Urk.
10/43 =
Urk.
3/4 S. 2)
. Dies ist vorliegend
allerdings gerade
noch nicht der Fall. Vielmehr er
achtete
Dr.
E._
nach den
erfolgten Injektionen ohne anhaltende Linderung und der Wirkungslosigkeit des
Lyrica
die Verdachtsdiagnose einer
Meralgia
paraesthetica
wiederum
als zweifelhaft (vgl.
Urk.
10/43 =
Urk.
3/4 S. 1 f.
).
Überdies trifft es entgegen der Beurteilung durch
den
RAD-Arzt
Dr.
G._
(vgl.
Urk.
10/28 S. 3)
nicht zu, dass bisher keine Therapie durchgeführt worden sei
.
So lassen sich den Akten mehrfach erfolgte Steroidinfiltrationen sowie medikamentöse Therapieversuche mittels
Neurontin
und
Lyrica
entnehmen (vgl.
Urk.
10/38 S. 1). Im Juni 2016 - und somit nach Verfügungserlass
, aber während des laufenden Beschwerdeverfahrens
- erfolgte schliesslich
auch
eine mikrochirurgische Dekompression L4/5 links
foraminal
(vgl. provisorischer Austrittsbericht des
I._
vom 2
4.
Juni 2016,
Urk.
16).
Darüber war der RAD nach Lage der Akten nicht informiert, hat die Beschwerdegegnerin doch den im Beschwerdeverfahren eingereichten Bericht von
Dr.
H._
vom
7.
März 2106 (vgl. vorstehend E. 3.10) dem RAD nicht vorgelegt.
4.2
Sodann gilt
es
zu beachten, dass aus invalidenversicherungsrechtlicher Sicht nicht die Diagnosen und deren Anzahl entscheidend sind, sondern die Auswir
kungen der gesundheitlichen Beeinträchtigungen auf die Arbeitsfähigkeit (BGE
136 V 279 E. 3.2.1 mit Hinweis auf BGE 127 V 294
, Urteil des Bundesgerichts 9C_526/2014 vom
3.
Dezember 2014 E. 5.1
).
Den Akten sind dies
bezüglich zwar Arbeitsunfähigkeitszeugnisse seit Oktober 2014 zu ent
nehmen (vgl.
Urk.
3/5
,
Urk.
10/4/1-6,
Urk.
10/36
). Ferner gab
Dr.
F._
in ihrem Bericht zuhanden der Beschwerdegegnerin an, dass die bisherige Tätigkeit dem Beschwerdeführer nich
t mehr zumutbar sei (vgl.
Urk.
10/22/1-6 S.
4
Ziff.
1.7
). Eine einhergehende und begründete ärztliche Einschätzung der verbliebenen Arbeitsfähigkeit in der bisherigen
sowie
einer behinderungsangepassten Tätigkeit unterblieb bisher allerdings gänzlich.
Von einer detaillierten medizinischen Abklärung - wie dies die Beschwerdegegnerin angab (vgl.
Urk.
2 S. 1 f.) - kann demnach keine Rede sein.
4.3
Schliesslich kann e
ntgegen der Ansicht der Beschwerdegegnerin z
um jetzigen Zeitpunkt ein
allenfalls befristet anspruchsrelevanter
invalidisierender
Gesund
heitsschaden
nicht
mit überwiegender Wahrscheinlichkeit ausgeschlossen wer
den. So belegt insbesondere das Schreiben von
Dr.
H._
(
Urk.
7) Ein
schränkungen, bei denen eine invalidisierende Wirkung nicht
ohne weitergehende Abklärungen
ausgeschlossen werden kann. Dabei ist insbeson
dere auf das am 1
5.
Januar 2016
– und somit vor Verfügungserlass (vgl. hierzu BGE
121 V 366 E. 1b) -
erfolgte MRI hinzuweisen, welches eine deutliche Bandscheibendegeneration L4/5 mit vorwiegend medialer
Diskusprotrusion
sowie eine links
seitige Einengung des
Neuroforamens
der Wurzel L4 aufgrund einer
Fazetten
- und
Flavumverdickung
zeigte (vgl.
Urk.
7 S. 2).
Überdies ist auch der Beschluss der Sozialbehörde
Y._
vom
7.
Juli 2015 (
Urk.
3/7) zu beachten. Darin wird erwähnt, dass
Dr.
med.
J._
den Fragebogen um Arbeits
belastbarkeit und Zumutbarkeitsprofil dahingehend beantwortet habe, da
s
s körperliche Funktionen mehrheitlich stark eingeschränkt, psychische Funk
tionen als nicht eingeschränkt bewertet worden seien. Die zumutbare Arbeitszeit in
einer behinderungsangepassten
Tätigkeit werde
mit
zwei Stunden pro Tag beurteilt. Dem Beschluss ist ferner zu entnehmen, dass der Beschwerdeführer am 2
9.
Mai 2015 einen ersten Termin im
K._
vereinbart habe und Termine in wöchentlichen Abständen geplant seien (vgl.
Urk.
3/7 S. 1).
Mindestens hin
sichtlich der somatischen Beschwerden ist somit abzuklären, ob seit Oktober 2014 und allenfalls bis zum Abschluss der Rehabilitationsphase nach dem mikrochirurgischen Eingriff vom Juni 2016 eine anspruchsrelevante Arbeitsun
fähigkeit zu bejahen ist.
4.4
Zusammenfassend erweist sich die vorliegende Aktenlage für die abschliessende Beurteilung des Leistungsanspruchs in Bezug auf den medizinischen Sachver
halt als unzulänglich, weshalb die angefochtene Verfügung aufzuheben und die Sache an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen ist, damit diese nach ergän
zender Abklärung eine neue Beurteilung vornehme und über den
Leistungsan
spruch
neu verfüge. In diesem Sinne ist die Beschwerde gutzuheissen.
5.
5.1
Da es im vorliegenden Verfahren um die Bewilligung oder Verweigerung von IV-Leistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG) und auf
Fr.
5
00.--
anzusetzen. Entsprechend dem Aus
gang des Verfahrens sind sie der unterliegenden Beschwerdegegnerin aufzuerle
gen.
5.2
Nach ständiger Rechtsprechung gilt die Rückweisung der Sache an die Verwal
tung zur weiteren Abklärung und neuen Verfügung als vollständiges Obsiegen
(BGE 137 V 57 E. 2.2), weshalb
der
vertretene Beschwerdeführer Anspruch auf eine Prozessentschädigung hat.
Die Prozessentschädigung ist gemäss
Art.
62
lit
.
g ATSG in Verbindung mit
§
34
GSVGer
– ohne Rücksicht auf den Streit
wert – nach der Bedeutung der Streitsache, nach der Schwierigkeit des Pro
zesses und dem Mass des Obsiegens zu bemessen.
Unter Berücksichtigung der vorgenannten Bemessungskriterien und beim ab
1.
Januar 2015 für Rechtsanwälte gerichtsüblichen Stundenansatz von
Fr.
220.-
- ist die Prozessen
tschädigung vorliegend auf
Fr.
2‘000.--
(inkl. Barauslagen und
MWSt
) festzusetzen.