# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** e60279f5-9421-40fb-88e9-3991c0e491ae
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2022
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren am
8.
Dezember 2007, wurde von seinen Eltern am 1
5.
Juli 2016 bei der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, zum Leistungsbezug angemeldet (
Urk.
8/1). In der F
olge erteilte die IV-Stelle dem Versicherten im Zusammenhang mit dem Geburtsgebrechen Ziffer 404 Kosten
gutspr
a
che für medizinische Massnahmen
vom
1
4.
Juni 2016 bis 3
1.
Mai 2021 (
Urk.
8/8)
,
für ambulante Psychotherapie
vom
1
4.
Juni 2016 bis 3
1.
Mai 2018 (
Urk.
8/9)
sowie Kostenübernahme für
eine
stationäre Behandlung
nach ärztlicher Verordnung
vom
1
7.
August 2016 bis 2
8.
Februar 2017
(
Urk.
8/21). Die Kosten
gutsprache für ambulante Psychotherapie wurde
sodann
bis 3
1.
Mai 2021 verlängert (
Urk.
8/33) sowie eine
weitere Kostengutsprache für einen
stationären Aufenthalt vom 1
6.
Mai bis 1
3.
Juni 2018 gewährt (
Urk.
8/34).
1.2
Am 2
0.
November 2020 stellte der Rechtsvertreter des Versicherten ein Gesuch um Ausrichtung einer
Hilflosenentschädigung
und
eines
Intensivpflegezuschlag
s
(Urk. 8/37). Daraufhin erfolgte am 2
3.
Dezember 2020 eine Abklärung vor Ort hinsichtlich Hilflosigkeit und Betreuungsaufwand (
Urk.
8/43). Mit Vorbescheid vom 1
1.
Januar 2021
sah die IV-Stelle
einen Anspruch auf
eine Entschädigung wegen mittlerer Hilfslosigkeit
vom
1.
November 2019 bis 3
1.
Dezember 2025 (vorbehältlich Revision)
vor (
Urk.
8/44). Der Versicherte erhob Einwand gegen den Vorbescheid und beantragte
spätestens ab dem
1.
Dezember 2016
die Aus
richtung einer angemessenen
Hilflosenentschädigung
(
Urk.
8/45) sowie die
Zusprache
eines a
ngemessenen Intensivpflegezuschlag
s
(
Urk.
8/50).
1.3
Mit Verfügung vom 2
5.
Februar 2021
sprach
die IV-Stelle
dem Versicherten
eine Entschädigung wegen leichter Hilflosigkeit oh
ne Intensivpflegezuschlag
vom
1.
August 2017 bis 3
0.
November 2017
und
vom
1.
Dezember 2017 bis 31.
Dezember 2025 (vorbehältlich Revision) eine Entschädigung wegen mittlerer Hilflosigkeit ohne Intensivpflegezuschlag
zu
(
Urk.
2
).
2.
Dagegen erhob der Versicherte am
6.
April 2021 Beschwerde mit folgende
m
Rechtsbegehren (
Urk.
1 S. 2):
1.
Es sei die Verfügung der Beschwerdegegnerin vom 2
5.
Februar 2021
aufzuheben.
2.
Es sei dem Beschwerdeführer spätestens ab dem
1.
Dezember 2016 der
Anspruch auf eine
Hilflosenentschädigung
leichten Grades und ab dem
1. Dezember 2017 der Anspruch auf eine
Hilflosenentschädigung
mittleren Grades
zuzusprechen.
3.
Es sei dem Beschwerdeführer spätestens ab dem
1.
Dezember 2016 der
Anspruch auf einen angemessenen Intensivpflegezusatz zuzusprechen.
4.
Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolge zzgl. MwSt. zulasten der
Beschwerdegegnerin.
Die Beschwerdegegnerin beantragte mit Beschwerdeantwort vom 2
6.
Mai 2021 die Abweisung der Beschwerde (
Urk.
7), was dem Beschwerdeführer am
9.
Juni 2021 angezeigt wurde (
Urk.
9).
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Gemäss
Art.
42
Abs.
1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG)
haben Versicherte mit Wohnsitz und gewöhnlichem Aufenthalt (
Art.
13
des Bun
desgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts;
ATSG) in der Schweiz, die hilflos (
Art.
9 ATSG) sind, Anspruch auf eine
Hilflosenent
schädigung
. Vorbehalten bleibt Artikel 42
bis
IVG. Als hilflos gilt eine Person, die wegen einer Beeinträchtigung der Gesundheit für alltägliche Lebensverrich
tun
gen dauernd der Hilfe Dritter oder der persönlichen Überwachung bedarf (
Art.
9 ATSG). Im Bereich der Invalidenversicherung gilt auch eine Person als hilflos, welche zu Hause lebt und wegen der gesundheitlichen Beeinträchtigung dauernd auf lebenspraktische Begleitung angewiesen ist (
Art.
42
Abs.
3 Satz 1 IVG;
Art.
38
der Verordnung über die Invalidenversicherung,
IVV). Praxisgemäss (BGE 121 V 88 E. 3a mit Hinweisen) sind die folgenden sechs alltäglichen Lebens
verrichtungen massgebend (BGE 127 V 94 E. 3c, 125 V 297 E. 4a):
-
Ankleiden, Auskleiden;
-
Aufstehen, Absitzen, Abliegen;
-
Essen;
-
Körperpflege;
-
Verrichtung der Notdurft;
-
Fortbewegung (im oder ausser Haus), Kontaktaufnahme.
1.2
Art. 37 IVV sieht drei Hilflosigkeitsgrade vor. Gemäss Abs. 2 dieser Bestimmung gilt die Hilflosigkeit als mittelschwer, wenn die versicherte Person trotz der Abgabe von Hilfsmitteln:
a.
in den meisten alltäglichen Lebensverrichtungen regelmässig in erheblicher Weise auf die Hilfe Dritter angewiesen ist;
b.
in mindestens zwei alltäglichen Lebensverrichtungen regelmässig in erheb
licher Weise auf die Hilfe Dritter angewiesen ist und überdies einer dauernden persönlichen Überwachung bedarf; oder
c.
in mindestens zwei alltäglichen Lebensverrichtungen regelmässig in erheb
licher Weise auf die Hilfe Dritter und überdies dauernd auf lebenspraktische Begleitung im Sinne von Art. 38 IVV angewiesen ist.
Nach der Rechtsprechung setzt Hilflosigkeit mittelschweren Grades nach Art. 37 Abs. 2
lit
. a IVV eine Hilfsbedürftigkeit in mindestens vier alltäglichen Lebens
verrichtungen voraus (B
GE 121 V 88 E. 3b, 107 V 145 E.
2).
1.3
Die
Hilflosenentschädigung
für Minderjährige, die zusätzlich eine intensive Betreuung brauchen, wird um einen Intensivpflegezuschlag erhöht; dieser Zuschlag wird nicht gewährt bei einem Aufenthalt in einem Heim. Der monatli
che Intensivpflegezuschlag beträgt bei einem invaliditätsbedingten Betreuungs
aufwand von mindestens 8 Stunden pro Tag 100 Prozent, bei einem solchen von mindestens 6 Stunden pro Tag 70 Prozent
und bei einem solchen von mindestens 4 Stunden pro Tag 40 Prozent des Höchstbetrages der Altersrente nach Artikel 34 Absätze 3 und 5 des Bundesgesetzes über die Alters- und
Hinterlassenenver
sicherung
(AHVG). Der Zuschlag berechnet sich pro Tag. Der Bundesrat regelt im Übrigen die Einzelheiten (
Art.
42
ter
Abs.
3 IVG).
Nach Art. 39 IVV liegt eine intensive Betreuung im Sinne von Artikel 42
ter
Abs. 3 IVG bei Minderjährigen vor, wenn diese im Tagesdurchschnitt infolge Beein
trächtigung der Gesundheit zusätzliche Betreuung von mindestens 4 Stunden benötigen (Abs. 1). Anrechenbar als Betreuung ist der Mehrbedarf an
Behand
lungs
- und Grundpflege im Vergleich zu nichtbehinderten Minder
jährigen glei
chen Alters. Nicht anrechenbar ist der Zeitaufwand für ärztlich verordnete medi
zinische Massnahmen, welche durch medizinische Hilfspersonen vorgenommen werden, sowie für pädagogisch-therapeutische Massnahmen (Abs. 2). Bedarf eine minderjährige Person infolge Beeinträchtigung der Gesundheit zusätzlich einer dauernden Überwachung, so kann diese als Betreuung von zwei Stunden ange
rechnet werden. Eine besonders intensive behinderungsbedingte Überwachung ist als Betreuung von vier Stunden anrechenbar (Abs. 3).
1.4
1.4.1
Gemäss
Randziffer 8070 ff. des
Kreisschreibens über die Invalidität und Hilflo
sigkeit in der Invalidenversicherung (KSIH) ist im Rahmen der anrechenbaren
Betreuung bei der Behandlungs- und Grundpflege der zeitliche Mehraufwand für die Betreuung gegenüber gleichaltrigen nichtbehinderten Minderjährigen zu berücksichtigen, der durch Massnahmen der Behandlungspflege (d.h. medizini
sche Massnahmen, sofern nicht durch medizinische Hilfspersonen erbracht), und beziehungsweise oder der Grundpflege verursacht wird. Zur Sicherstellung der Rechtsgleichheit bei der Anspruchsbemessung wurden zum anrechenbaren Mehr
aufwand zeitliche Höchstgrenzen festgelegt, von welchen in begründeten Aus
nahmefällen abgewichen werden kann. Anhang IV zum KSIH nennt diese Höchstgrenzen sowie die für die Betreuung nicht behinderter Minderjähriger not
wendige Zeit (vgl.
Rz
. 8074 KSIH).
Bei den im KSIH enthaltenen
Richtlinien zur Bemessung der massgebenden Hilflosigkeit bei Minderjährigen (Anhänge III und IV) handelt es sich bei den Altersangaben um Orientierungswerte, die nicht in jedem Fall absolut anzuwen
den sind. In den meisten Fällen kann es «normale» respektive nicht pathologisch (krankheits-)bedingte Abweichungen von den Zeitangaben sowohl nach oben als auch nach unten geben. Sie sind bei der Bemessung der Hilfsbedürftigkeit nicht zu berücksichtigen. In diesem Sinne sind die Richtlinien flexibel zu handhaben (KSIH, S. 214). Die Zeit für die altersentsprechende Hilfe basiert auf Erfahrungs
werten von verschiedenen IV-Stellen. Es handelt sich um durchschnittliche Werte. Im Weiteren werden Zusatzaufwände berücksichtigt. Die Werte stützen sich auf Erhebungen in Heimen, Krippen und bei Eltern (KSIH, S. 223).
1.4.2
Verwaltungsweisungen, wie etwa Wegleitungen oder Kreisschreiben, richten sich an die Durchführungsstellen und sind für das Sozialversicherungsgericht nicht verbindlich. Dieses soll sie bei seiner Entscheidung aber berücksichtigen, sofern sie eine dem Einzelfall angepasste und gerecht werdende Auslegung der anwend
baren gesetzlichen Bestimmungen zulassen. Das Gericht weicht also nicht ohne triftigen Grund von Verwaltungsweisungen ab, wenn diese eine überzeugende Konkretisierung der rechtlichen Vorgaben darstellen. Insofern wird dem Bestre
ben der Verwaltung, durch interne Weisungen eine rechtsgleiche Gesetzesan
wen
dung zu gewährleisten, Rechnung getragen (BGE 146 V 224 E. 4.4.2, 141 V 365 E. 2.4 mit Hinweisen).
1.5
Gemäss Art. 69 Abs. 2 IVV kann die IV-Stelle zur Prüfung eines Leistungs
anspruchs unter anderem Abklärungen an Ort und Stelle vornehmen
(vgl. auch
Rz
.
8131 ff. KSIH, gültig ab 1. Januar 2015).
Nach der Rechtsprechung hat ein Abklärungsbericht unter dem Aspekt der Hilflosigkeit (Art. 9 ATSG) oder des Pfle
gebedarfs folgenden Anforderungen zu genügen: Als Berichterstatterin oder Berichterstatter wirkt eine qualifizierte Person, welche Kenntnis der örtlichen und
räumlichen Verhältnisse sowie der aus den seitens der Mediziner gestellten Diag
nosen sich ergebenden Beeinträchtigungen und
Hilfsbedürftigkeiten
hat. Bei Unklarheiten über physische oder psychische Störungen und/oder deren Auswir
kungen auf alltägliche Lebensverrichtungen sind Rückfragen an die medizini
schen Fachpersonen nicht nur zulässig, sondern notwendig. Weiter sind die Angaben der Hilfe leistenden Personen zu berücksichtigen, wobei divergierende Meinungen der Beteiligten im Bericht aufzuzeigen sind. Der Berichtstext schliess
lich muss plausibel, begründet und detailliert bezüglich der einzelnen alltäglichen Lebensverrichtungen sowie der tatbestandsmässigen Erfordernisse der dauernden Pflege und der persönlichen Überwachung und der lebenspraktischen Begleitung sein. Schliesslich hat er in Übereinstimmung mit den an Ort und Stelle erhobenen Angaben zu stehen. Das Gericht greift, sofern der Bericht eine zuverlässige Ent
scheidungsgrundlage im eben umschriebenen Sinne darstellt, in das Ermessen der die Abklärung tätigenden Person nur ein, wenn klar feststellbare Fehleinschät
zungen vorliegen. Das gebietet insbesondere der Umstand, dass die fachlich kom
petente Abklärungsperson näher am konkreten Sachverhalt ist als das im Beschwerdefall zuständige Gericht (
BGE
133 V 450 E. 11.1.1, 130 V 61 E. 6.1 f.
). Diese Grundsätze gelten entsprechend auch für die Abklärung der Hilflosigkeit unter dem Gesichtspunkt der lebenspraktischen Begleitung (BGE 133 V 450 E. 11.1.1; vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_464/2015 vom 14. September 2015 E. 4) sowie unter dem Aspekt des Intensivpflegezuschlags (vgl. Urteil des Bun
desgerichts 8C_
573/2018 vom 8. Januar 2019 E. 3.2
).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin
begründet
e
die angefochtene Verfügung damit, dass
die Hilfsbedürftigkeit beim Beschwerdeführer mit Eröffnung der Wartefrist per Dezember 2015 in zwei Bereichen der Lebensverrichtung, Aufste
hen/Absitzen/Abliegen und Fortbewegung
,
bejaht werden könne. Somit
bestehe
nach Ablauf des gesetzlichen Wartejahres per Dezember 2016 Anspruch auf eine
Hilflosenentschädigung
leicht. Per Dezember 2017 könn
t
en zwei weitere Bereiche (An-/Auskleiden und Körperpflege) bejaht werden, womit ab Dezember 2017 Anspruch auf eine
Hilflosenents
chädigung
mittleren Grades bestehe
.
Nach Berücksichtigung der verspäteten Anmeldung könne per August 2017 eine
Hilf
losenentschädigung
leicht und ab Dezember 2017 eine
Hilflosenentschädigung
mitt
el ausgewiesen werden. Es bestehe
kein Anspruch auf Intensivpflegezuschlag, da der zeitliche Mehraufwand deutlich unter vier Stunden liege (
Urk.
2).
2.2
D
er Beschwerdeführer macht
e
demgegenüber gelten
d
, dass bereits
der
Arztbericht von
Dr.
Y._
vom 1
7.
August 2016
(vgl. E. 3.2)
bestätig
e, dass bei
ihm
ein behinderungsbedingter Mehraufwand an Hilfeleistung oder persönlicher Überwa
chung im Vergleich zu einem Nichtbehinderten gleichen Alters
vorliege
, womit der Anspruch auf Hilflosigkeit bereits per
1.
Dezember 2016
bestehe
(Urk.
1 S. 14). Überdies macht
e
der Beschwerdeführer ein
en täglichen invaliditätsbedingten
Betreuungsmehraufwand von mehr als vier Stunden gelten
d
, insbesondere da
er
in der Nacht eine 1:1 Betreuung in Form einer Nachtwache
im Schulheim
benö
tige. Sodann müsse
er
ständig angeleitet und überwacht werden,
weil es
ansons
ten sowohl für ihn als auch für an
dere Personen gefährlich werden
könne
. Demnach habe
er
Anspruch auf einen angemessenen Intensivpfle
gezuschlag spätes
tens ab dem 1.
Dezember 2016
(
Urk.
1 S. 15 f.)
.
2.3
In der Ergänzung zum Einwand vom 1
1.
Februar 2021 (
Urk.
8/50)
hatte
der Beschwerdeführer überdies
aus
geführt
, dass er in der Nacht permanent eine 1:1 Betreuung benötige. Die Mutter müsse bis tief in die Nacht warten. Bis er einschlafe, vergingen Stunden (
Urk.
8/50 S. 7). Er müsse die Körperpflege unter ständiger Anleitung und Ermahnungen der Mutter erledigen. Der berücksichtigte Mehraufwand von 20 Min
uten
sei viel zu wenig. Die Eltern müssten den Beschwerdeführer häufig
ins Schulheim
nach Z._
fahren oder dort abholen, was ein
en
massive
n
Mehraufwand mit sich bringe (
Urk.
8/50 S. 8). Zudem müsse er zu Arzt- und Therapiebesuchen hin- und wieder zurückgefahren werden. Er werde ständig angeleitet und überwacht, er benötige eine 1:1 Betreuung. Der von der Beschwerdegegnerin berechnete Mehraufwand von bloss einer Stunde pro Tag falle demnach zu tief aus (
Urk.
8/50 S. 9).
3.
3.1
Der Verfügung vom 2
5.
Februar 2021, mit welcher die Beschwerdegegnerin den
Anspruch auf eine Entschädigung wegen leichter Hilflosigkeit
vom
1.
August 2017 bis 3
0.
November 2017 ohne Intensivpflegezuschlag sowie
vom
1.
Dezem
ber 2017 bis 3
1.
Dezember 2025 (vorbehältlich Revision) eine Entschädigung wegen mittlerer Hilflosigkeit ohne Intensivpflegezuschlag
zusprach
(
Urk.
8/2), lagen im Wesentlichen folgende Beurteilungen zugrunde:
3.
2
Dr.
med.
Y._
, Kinderarzt FMH,
und
l
ic
.
p
hil. A._
, Psychologin
,
von
der
B._
AG,
stellten i
n den Berichten
vom
1
4.
Juni und
1
7.
August 2016 folgende Diag
nosen:
-
ADHS im Sinne eines
GgV
404 der IV F90.0 (
Urk.
8/5
/
6)
-
POS vor d
e
m
9.
Geburtstag (
Urk.
8/5/
11
)
Dr.
Y._
kreuzte
an, dass ein behinderungsbedingter Mehraufwand an Hilfe
leis
tung oder persönlicher Überwachung im Vergleich zu einem Nichtbehinderten gleichen Alters
bestehe
(
Urk.
8/5/7)
. Die Diagnosestellung erfolgte erstmals am 1
4.
Juni 2016
.
3.
3
Dr.
med.
C._
, Oberärztin,
und
MSc
D._, Psychologin, von der p
sychiatrischen
Klinik E._
stellten im Arztbericht vom 13.
Dezem
ber 2016
(
Urk.
8/15)
folgende Diagnosen (
S. 1)
:
-
F90.1 Hyperkinetische Störung des Sozialverhaltens
-
F
93.0 Emotionale Störung mit Trennungsangst des Kindesalters (Ver
dachtsdiagnose)
Es wurde
angegeben
, dass ein behinderungsbedingter Mehraufwand an Hilfe
leis
tung oder persönlicher Überwachung im Vergleich zu einem Nichtbehinderten gleichen Alters
bestehe
(S. 2)
.
3.
4
Dr.
C._
und
Assistenzarzt F._
von
der
psychiatrischen Klinik E._
gaben im Arztbericht vom 1
7.
Juli 2018
(
Urk.
8/32)
an, dass die Diagnose hyperkinetische Störung des Sozialverhaltens F90.1 V bereits während des letzten Aufenthalts des Beschwerdeführers vom 1
7.
August bis 2
2.
Februar 2017 gestellt worden sei
(S. 2)
. Der jetzige stationäre Aufenthalt
habe
vo
n
1
6.
Mai bis 1
3.
Juni 2018
gedauert
(S. 3). Als benötigte Behandlungen / The
rapien des Beschwerdeführers wurde
n
weiterführende Psychotherapie, Familien
therapie, Unterstützung in der Erziehung, u
nter
U
mständen
mit begleite
nd
en Massnahmen
,
angegeben (S. 2).
3.
5
Die Abklärungsperson der Beschwerdegegnerin führte
im Abklärungsbericht vom
2
3.
Dezember 2020
(
Urk.
8/43)
aus
, dass der Beschwerdeführer in den folgenden Bereichen auf Dritthilfe angewiesen sei und ein invaliditätsbedingter Mehrauf
wand bestehe (
S.
3-7
)
:
-
Ankleiden/A
uskleiden
seit
Dezember 2017
10 Min.
-
Aufstehen/Absitzen/Abliegen
seit Dezember 2015
30 Min.
-
Körperpflege
seit Dezember 2017
20 Min.
-
Fortbewegung
seit Dezember 2012
0 Min.
-
Begleitung zu Arzt- und Therapiebesuche
n
3 Min.
Total Mehraufwand
63 Min.
3.
6
Dr.
med.
G._
, Facharzt FMH
, von
der
k
inder- und jugendpsychiatrische
n
Praxis in H._
reichte der Beschwerdegegnerin
am 1
1.
Februar 2021 einen Antrag auf Kostenübernahme von Medikamenten (Melatonin)
ein
.
Beim Beschwerdeführer
bestünden starke Einschlafstörungen
, die zusätzlich zu Verhal
tensauffälligkeiten
am Abend führ
t
en. Die bisherigen Massnahmen hätten keine Verkürzung der
Eins
chlaflatenz von bis zu 2.5 Stunden erbracht (
Urk.
8/51).
3.
7
In einem weiteren Arztbericht vom 2
9.
März 2021
(
Urk.
8/62/6-8)
stellt
e
Dr.
G._
unter anderem folgende Diagnosen:
-
Klinisch-psychiatrisches Syndrom:
-
Hyperkinetische Störung des Sozialverhaltens (ICD-10; F90.1)
-
Chron. Schlafstörungen mit erschwertem Einschlafen sowie Albträu
men
-
seit Jahren bestehende Angstsymptomatik
Dr.
G._
führt
e
aus, dass der Behandlungsbeginn
bei ihm
der 2
0.
Aug
u
st 2018 gewesen sei (Ei
n
tritt in das Schulheim
Z._
am 1
9.
August 2018).
Die seit langem vorhandenen Auffälligkeiten beim Beschwerdeführer bestünden seit Eintritt im
Schulheim
Z._
in Form einer hyperkinetischen Störung des Sozial
verhaltens (oppositionell-verweigernd und provokativ) sowie von Ängsten, verbunden mit Schlafstörungen. Die Schlafstörungen seien unabhängig von der Medikation aufgetreten. Die Auffälligkeiten des Beschwerdeführers seien seit Ein
tritt verstärkt aufgetreten
, so dass er abends unbe
sprochen nach Hause
gehe
und am Folgetag wieder ins Schulheim geschickt werden müsse und zu Hause sowie im Schulheim kaum zu führen sei
. Symptomatisch bestünden in allen Lebens
bereichen durchgehend Auffälligkeiten der Aufmerksamkeits- und Konzentrati
onssteuerung, der Überaktivität und der Impulsivität, des Sozialverhaltens mit oppositionell-verweigerndem und provokativ-aggressivem Verhalten sowie viele verschiedene Ängste und Schlafstörungen.
Eine
P
sychotherapie
sei
schulheim
intern
erfolgt bis zum Aus
t
ritt aus dem Schulheim Ende März 2021.
4.
4.1
Fest steht
, dass beim Beschwerdeführer im Juni 2016 ein
e
h
yperkinetische Störung des Sozialverhaltens diagnostiziert wurde. Unbestritten ist, dass der Beschwerdeführer in den vier alltäglichen Lebensverrichtungen
An-/Auskleiden
,
Aufstehen/Absitzen/Abliegen, Fortbewegung und Körperpflege auf die Hilfe Drit
ter angewiesen ist
. Umstritten ist der Umfang der erforderlichen Betreuung und ob der Beschwerdeführer
ebenfalls
Anspruch auf einen Intensivpflege
zuschlag hat. Streiti
g und zu prüfen ist sodann auch
der Beginn des Leistungs
anspruchs
.
4.
2
Hinsichtlich des Bereichs Ankleiden/Auskleiden legte die Abklärungsperson der
IV-Stelle im Bericht vom 2
3.
Dezember
2020 dar, dass
der Beschwerdeführer funktionell in der Lage sei, sich an- und auszuziehen. Er benötige dabei aber ein ständiges Anleiten und Ermahnen
.
Am Morgen benötige man bis zu 60 Minuten,
bis er angekleidet sei.
Der anrechenbare Mehrwert wurde mit 10 Minuten berück
sichtigt (
Urk.
8/43 S. 3).
Bei den berücksichtigten 10 Minuten handelt es sich um den Maximalwert für das Oppositionsverhalten für das An-
und Auskleiden gemäss KSIH, S. 22
4.
Dies
wurde vom Beschwerdeführer nicht bestritten und ergibt kein
en
Anlass zu Wei
terungen.
4.
3
Betreffend den Bereich Aufstehen/Absitzen/Abliegen
hielt
die
Abkl
ärungsperson der IV-Stelle fest
, dass der Beschwerdeführer mit der Mutter im gleichen Bett schlafe, denn er habe Angst in der Dunkelheit
. Die Mutter müsse gleichzeitig mit dem Beschwerdeführer schlafen gehen. Der Beschwerdeführer wehre sich
,
ins Bett zu gehen, so dass es oft ca. 01:00 Uhr nachts werde. Er könne nicht ohne die Mutter einschlafen. Im Wohnheim habe er eine Nachtwache, dort sei die Nacht
betreuung nur mit einer 1:1 Betreuung möglich. Die Beschwerdegegnerin
rech
nete
einen Mehraufwand von 30 Minuten an (
Urk.
8/43 S. 3 f.).
Die Beschwerde
gegnerin präzisiert
e
, dass der Mehraufwand aufgrund des Verhaltens des Beschwerdeführers berücksichtigt
worden sei
und es sich bei den 30 Minuten um die Maximalpauschale handle (
Urk.
2
S. 2).
Der Beschwerdeführer
brach
te
dage
gen vor, dass er im Wohnheim aufgrund seines Schlafverhaltens auf eine Nacht
wache angewiesen
sei
und die Mutter zu Hause diese Funk
tion der 1:1 Betreuung übernehme
(
Urk.
1 S. 8
).
Die Mutter müsse bis tief in die Nacht warten. Bis der Besch
werdeführer einschlafe, vergingen
Stunden (
Urk.
8/50 S. 7).
Gemäss
KSIH
Rz
. 8015 liegt eine Hilflosigkeit in der alltäglichen Lebensver
rich
tung Aufstehen, Absitzen, Abliegen vor, wenn die versicherte Person ohne Hilfe Dritter nicht aufstehen, absitzen oder abliegen kann. Kann aber die versi
cherte Person die Transfers selbständig machen, liegt keine Hilfslosigkeit vor (vgl. auch Urteil des Bundesgerichts 8C_680/2020 vom 15. Dezember 2020 E. 4.2). Verbale Aufforderungen, sich hinzusetzen oder aufzustehen, sich ins Bett zu legen oder vom Bett aufzustehen, sind nicht erheblich. Die Handlung muss aktiv begleitet werden (ständige Präsenz und Kontrolle; KSIH
Rz
. 8016.1). Schlafrituale begrün
den keine Hilflosigkeit und können nicht im Bereich Aufstehen, Absitzen, Ablie
gen anerkannt werden, es sei denn, dass das
Ausmass
deutlich über die übliche Norm an altersentsprechender Betreuung (Zuwendung) hinausgeht. Dies müsste jedoch in bestehenden ärztlichen Berichten klar dokumentiert sein (medi
zinische
Behandlungsmassnahmen
wie z. B. Medikamentenabgabe wurden in Betracht gezogen; KSIH
Rz
. 8016.2). Unruhiges Schlafverhalten und
regelmäs
siges
Aufwachen in der Nacht können nur berücksichtigt werden, wenn die ver
sicherte Person dann wieder beruhigt werden muss, jemand bei ihr sein muss, bis sie wieder eingeschlafen ist und dies auch in zeitlicher Hinsicht aufwändig wird. Dies
müsste jedoch in bestehenden ärztlichen Berichten ebenfalls klar dokumen
tiert sein. Diese Hilfe geht über eine
blosse
Anwesenheit hinaus (KSIH
Rz
. 8016.3). Das Erfordernis der
blossen
Anwesenheit einer Drittperson beim Aufstehen in der Nacht ist nur unter dem Gesichtspunkt der persönlichen Überwachung (
Rz
.
8035 ff.) von Bedeutung, nicht aber im Rahmen der Teilfunktion
«
Aufstehen
»
(KSIH
Rz
. 8017).
Aus den Ausführungen der Parteien und den Akten ergibt sich, dass der Beschwerdeführer
motorisch beim Aufstehen, Absitzen und Abliegen keine Hilfe benötigt (
Urk.
8/
43/
3). Jedoch gestaltet sich das Einschlaf- und Schlafverhalten schwierig.
Hinsichtlich
Einschlafritual
ist zu berücksichtigen, dass die ständige Aufforderung der Mutter und dass die Mutter gleic
hzeitig mit ihm schlafen
gehen
muss,
das übliche Mass an altersentsprechender Betreuung
übersteigt
. Das wurde entsprechend ebenfalls in den medizinischen Akten geschildert
(vgl.
Urk.
8/62
/6-8
S.
1
,
wonach beim Beschwerdeführer c
hronische
Schlafstörungen mit erschwer
tem Einschlafen sowie Albträumen
bestehen
)
. Von der Abklärungsperson der IV-Stelle wurde das Einschlafritual
im Bericht
mit
30 Minuten pauschal
anerkannt
(
Urk.
8/43 S. 4)
.
Nun wurde
in der Verfügung ausgeführt, dass im Bereich Auf
stehen/Absitzen/Abliegen die Maximalpauschale
einzig
aufgrund des Opposi
ti
onsverhaltens des Beschwerdeführers berücksichtigt
worden sei
(
Urk.
2 S. 2). Das steht im Widerspruch zu
r Aussage im Abklärungsbericht
, wonach eine Ein
schrän
kung beim Schlafritual besteht
.
Gemäss Anhang IV KSIH kann beim Bereich Aufstehen, Absitzen und Abliegen ab 10 Jahren ein Maximalwert von 30 Minuten berücksichtigt werden. Zudem besteht ein Zusatz für Oppositionsverhalten ab 10 Jahren von ebenfalls 30 Minu
ten sowie ein weiterer Zusatz für Einschlafrituale nach effektivem Aufwand, maximal 60 Minuten
,
und schliesslich ein
weiterer
Zusatzaufwand in der Nacht (medizinisch bedingt) fürs
A
ufstehen,
B
eruhigen von maximal 30 Minuten
.
Insgesamt können in diesem Lebensbereich somit maximal zwei Stunden
und 30 Minuten
als Mehraufwand
angerechnet werden (KSIH S. 225).
Bezüglich Einschlafritual wurde im Abklärungsbericht nachvollziehbar dargelegt, dass d
er Beschwerdeführer zu Hause
im gleichen Bett mit
seiner Mutter
schlafe
. Ohne sie
könne
er nicht einschlafen.
Der behandelnde Arzt
Dr.
G._
hielt
fest
, dass das Einschlafen teilweise bis zu 2.5 Stunden
dauere (
Urk.
8/51).
Der Beschwerdeführer macht übereinstimmend geltend, dass Stunden vergehen, bis er einschlafe (
Urk.
1
S. 8).
Die B
eschwerdegegnerin
berücksichtigte
lediglich das Oppositionsverhalten mit
30 Minuten, was
den vorliegenden Verhältnissen
nicht
gerecht wird
.
Insgesamt
dürfte der Aufwand
allein
für das Einschlafritual gestützt auf die Aussage
n
des behandelnden Arztes, der Abklärungsperson und des
Beschwerdeführers wohl deutlich über einer Stunde liegen, weshalb
für das Ein
schlafritual
(samt Aufwand für das Zu-Bett-Gehen)
der Maximalwert von 60 Minuten
anzurechnen ist
.
Neben dem Einschlafritual
ist ebenfalls das Opposi
t
i
onsverhalten des Beschwerdeführers zu berücksichtigen
. Der Beschwerdeführer wehre sich
,
ins Bett zu gehen, so dass es oft 01.00 Uhr werde, bis er ins Bett gehe.
Dieses
Verhalten
ist unter dem A
s
p
ekt des Oppositionsverhalten
s
zu würdigen. Die
von der Beschwerdegegnerin berücksichtigte
Maximalpauschale von
(zusätz
lich)
30 Minuten erschein
t
angesichts der Schilderunge
n im Abklärung
sbericht als angemessen.
Hinsichtlich der vom Beschwerdeführer geltend gemachten 1:1 Betreuung durch die Mutter in der Nacht gilt es zu beachten, dass diese Zeit
üblicherweise
unter dem Gesichtspunkt der persönlichen Überwachung von Bedeutung ist und nicht im Rahmen der Teilfunktion «Aufstehen» (Urteil des B
un
des
gerichts 9C_627/2007 vom 1
7.
April 2008 E. 4.4.2 mit Hinweisen)
. Vorliegend genügt die Anwesenheit der Mutter in der Nacht zur Beruhigung der Situation bei Aufwachen des Beschwerdeführers, weshalb sich keine weitere Anrechnung rechtfertigt (zu den Voraussetzungen einer Anrechnung vgl. etwa Urteil des Bun
desgerichts 8C_533/2019 vom 1
1.
Dezember 2019 E. 4.6)
. Demnach ist für das Aufstehen/Absitzen/Abliegen ein Mehraufwand von insgesamt
90 Minuten (60 Minuten + 30 Minuten; vgl. KSIH S. 225) anzurechnen.
4.
4
Hinsichtlich des Bereichs Körperpflege legt
e
die Abklärungsperson der IV-Stelle im Bericht vom 2
3.
Dezember 2020
dar, dass sich der Beschwerdeführer im Wohnheim selber pflege, jedoch mit Anleitung und Ermahnungen. Zu Hause unterstütz
e ihn die Mutter, denn er trock
n
e
sich nur ungenügend ab, kämme sich die Haare nicht und auch das Zähneputzen sei nur unzureichend. Es werde jedoch nicht mehr nachgeputzt. Er könne sich funktionell kämmen und auch pflegen. Man habe jedoch viele Diskussionen zu Hause. Die ständigen Ermahnungen und das Oppositionsverhalten überstiegen die übliche Kontrolle. Hie
r
für wurde ein Mehraufwand von 20 Minuten angerechnet (
Urk.
8/43 S. 4).
Diese Einschätzung ist plausibel. De
r Beschwerdeführer ist funktione
l
l
in der Lage, sich zu pflegen,
so
muss er das im Schulheim auch selbständig
und ohne direkte Hilfe erledig
en
. Bei den angerechneten 20 Minuten handelt es sich um den Maximalwert für das Oppositionsverhalten (KSIH S. 227). Die Einwendung des Beschwerdeführers, bereits das Zähneputzen dauere 3 x 3 Minuten pro Tag
,
ist nicht massgebend, da die Mutter die Zähne nicht mehr nachputzt und folglich auch kein Mehraufwand resultiert.
4.
5
Was den Bereich Fortbewegung betrifft, hielt die
Abklärungsperson fest, dass der Beschwerdeführer selbständi
g mit einem Direktzug von I._
nach
Z._
reisen kö
nne. Müsse er aber in H._
umsteigen, so verweigere er das alleinige Reisen
und müsse bis nach H._
gebracht werden. Bei Dunkelheit müsse er in
Z._
abgeholt werden.
Zudem bereite die soziale Interaktion dem Beschwerde
führer Schwierigkeiten.
Die Einschränkung in diesem
Lebensbereich
wurde von der Beschwerdegegnerin bejaht
, jedoch wurde kein Mehraufwand angerechnet
(
Urk.
8/43 S. 5)
.
Diese Beurteilung ist
nachvollziehbar. Es ist dem Beschwerdeführer zumutbar, im Rahmen der Schadenminderungspflicht
die direk
te Zugverbindung zwischen I._
und
Z._
zu wählen.
Auch
die Betreuer des Schulheims gehen davon aus, dass der Beschwerdeführer selbständig die öffentlichen Verkehrsmittel nutzen kann. So wurde er
ca.
einmal
pro Monat
ohne Begleitung nach Hause geschickt (
Urk.
8/43 S. 2).
Beim
Umstand, dass der Beschwerdeführer bei Dunkelheit
das alleinige Reisen verweiger
t
,
ist zu berücksichtigen, dass bei Minderjährigen nur der Mehraufwand an Betreuung
im Vergl
eich zu nichtbehinderten Minder
jähri
gen gleichen Alters
angerechnet werden kann (Art.
39
Abs.
2 IVV). Im Alter von 13 Jahren ist es auch als gesundes Kind plausibel, dass man in der Dunkelheit nicht alleine die öffentlichen Verkehrsmittel benutzen möchte. Insofern besteht beim Abholen des Beschwerdeführers im Wohnheim bei Dunkelheit kein Mehr
aufwand
gegenüber
gesunden Minderjährigen gleichen Alters. Mit Anerkennung der Beeinträchtigungen des Beschwerdeführers im Bereich Fortbeweg
ung ohne Mehraufwand wurde dieser Lebensbereich
somit angemessen gewürdigt.
4.
6
Betreffend Grund- und Behandlungspflege erklärte die Abklärungsperson der IV-Stelle, dass die Medikamentenverabreichung durch die Mutter nach Bedarf erfolge, es wurde kein Mehraufwand angerechnet (
Urk.
8/43 S. 6). Der Beschwer
deführer liess dagegen vorbringen, dass die Medikamente von der
Mutter zurecht
gelegt und verabreicht werden müssen, womit ein Mehraufwand bestehe (
Urk.
1
S.
9).
Da d
ie Medikamenteneinnahme erst im Alter von 15 Jahren
als
selbständig mög
lich
angenommen wird
(KSIH S. 219),
ist kein Mehraufwand zu berücksich
tigen
.
Hinsichtlich Begleitung zu Arzt- und Therapiebesuchen finden gemäss Abklä
rungsperson der IV vier Standortgespräche pro Jahr beim Psychiater statt (90 Minuten
Wegzeit
, 120 Minuten
Gespräch
,
Urk.
8/43 S. 6).
Es wurden
dement
spre
chend
3 Minuten Mehraufwand pro Tag berücksichtigt.
Diese Berechnung ist nachvollziehbar. Daran änder
n
die
Angaben
des Beschwer
deführers, wonach er in ständiger ambulanter Behandlung sei und die Eltern ihn hin- und wieder zurückfahren müssen, nichts. Die
ambula
n
te
Behandlung (Psy
chotherapie) fand schulheimintern statt (vgl.
Urk.
8/62 S. 6), womit sich kein zeit
licher Mehraufwand für die Eltern ergibt.
Dasselbe gilt für die vom Beschwerde
führer vorgebrachte
n
stationäre
n
Behandlung
en
, so entfällt dort per se eine Begleitung.
Der Austritt aus dem Schulheim erfolgte am 1
3.
März 2021 (
Urk.
1 S. 11) und damit nach Erlass der angefochtenen Verfügung, welche die zeitliche Grenze der gerichtlichen Überpr
ü
f
u
ngsbefugnis bildet.
4.
7
Betreffend persönliche Überwachung verneinte die Beschwerdegegnerin
die Notw
e
ndigkeit einer solchen
. Sie führte aus, dass
der Beschwerdeführer
sich im Wohnheim frei bewegen dürfe. Er entferne sich nicht vo
m
Wohnheim und auch zu Hause verlasse er die Wohnung nicht alleine. Das Schulheim gerate bei
der Betreuung oft an sein Limit. Den Schulweg könne der Beschwerdeführer selbstän
dig meistern
. Sein Verhalten erfordere zwar viel Aufmerksamkeit und Geduld, es handle sich aber nicht um eine Überwachung im Sinne der IV
(
Urk.
8/43 S. 7).
Der Beschwerdeführer
wendet dagegen ein, dass er
in der Nacht eine 1:1 Betreu
ung
benötige
, die im Schulheim durch eine Nachtwache erledigt
worden sei
(
Urk.
1 S. 10)
.
Er
habe am 1
3.
März 2021 das Schulheim definitiv verlassen müssen (
Urk.
1 S. 11,
Urk.
3/4)
.
Zu Hause übernehme die Mutter
seither die
Rolle als Nachtwache (
Urk.
1 S. 11).
Die dauernde persönliche Überwachung (vgl. Art. 37 Abs. 1, Abs. 2
lit
. b und Abs. 3
lit
. b IVV), welche auch beim Intensivpflegezuschlag relevant ist (Art. 39 Abs. 3 IVV), ist ein eigenständiges Bemessungskriterium, das sich nicht auf die alltäglichen Lebensverrichtungen bezieht. Sie umfasst vielmehr Hilfeleistungen, die nicht bereits als direkte oder indirekte Hilfe in einer Lebensverrichtung berücksichtigt werden (Urteil des Bundesgerichts 8C_393/2021 vom 13. Oktober 2021 E. 3.2.2.1 mit Hinweisen).
Eine dauernde persönliche Überwachungsbedürftigkeit darf angenommen werden, wenn die versicherte Person infolge ihres physischen und/oder psychi
schen Gesundheitszustands ohne Überwachung mit überwiegender Wahrschein
lichkeit sich selbst oder andere Personen gefährden würde. Die Überwachung ist beispielsweise erforderlich, wenn eine versicherte Person wegen geistiger Absen
zen nicht während des ganzen Tages allein gelassen werden kann oder wenn eine Drittperson mit kleineren Unterbrüchen bei der versicherten Person anwesend sein muss, da sie nicht allein gelassen werden kann. Um als anspruchsrelevant zu gelten, muss die persönliche Überwachung ein gewisses Mass an Intensität auf
weisen.
«
Dauernd
»
heisst nicht rund um die Uhr, sondern ist als Gegensatz zu "vorübergehend" zu verstehen. Dies kann nach der Rechtsprechung erfüllt sein, wenn bei einer versicherten Person beispielsweise Anfälle zuweilen nur alle zwei bis drei Tage auftreten, diese aber unvermittelt und oft auch täglich oder täglich mehrmals erfolgen, sodass tägliche Überwachung vonnöten ist. Das Erfordernis
der Dauer bedingt auch nicht, dass die betreuende Person ausschliesslich an die überwachte Person gebunden ist. Ob Hilfe und persönliche Überwachung not
wendig sind, ist objektiv nach dem Zustand der versicherten Person zu beurteilen (Urteil des Bundesgerichts 8C_393/2021 vom 13. Oktober 2021 E. 3.2.2.2 mit Hin
weisen).
Bei behinderten Minderjährigen ist nur der Mehrbedarf an Hilfeleistung und persönlicher Überwachung im Vergleich zu nicht behinderten Minderjährigen gleichen Alters zu berücksichtigen (
Art. 37 Abs. 4 IVV
). Diese Sonderregelung trägt dem Umstand Rechnung, dass bei Kleinkindern eine gewisse Hilfs- und Überwachungsbedürf
tigkeit auch bei voller Gesundheit besteht. Für die Bestimmung der Hilflosigkeit Minderjähriger dienen die im Anhang III des KSIH enthaltenen Richtlinien zur Bemessung der massgebenden Hilflosigkeit bei Minderjährigen. Danach ist die persönliche Überwachung vor dem 6. Altersjahr in der Regel nicht in Betracht zu ziehen; die Überwachung kann jedoch bei Kindern mit frühkindlichem Autismus sowie Kindern mit medikamentös nicht einstellbarer Epilepsie je nach Schwere
grad und Situation schon ab vier Jahren anerkannt werden und bei Erstickungs
gefahr nach häufigem Erbrechen ist die Überwachung ab Beginn zu berücksich
tigen. Bei Atemproblemen ist die Überwachung nicht zwingend, sondern abhängig vom Schweregrad und Anwendbarkeit nicht personeller Massnahmen (Monitoring etc.) zu beurteilen (Urteil des Bundesgerichts 8C_393/2021 vom 13. Okto
ber 2021 E. 3.2.2.3 mit Hinweisen).
Die
Auffas
s
ung der Beschwerdegegnerin
ist nicht zu beanstanden
. Der Umstand, dass sich der Beschwerdeführer im Wohnheim frei bewegen darf und er bei
unangemessene
m
Verhalten ohne Begleitung nach Hause geschickt wird, macht deutlich, dass der Beschwerdeführer in der Lage ist
,
sich in der Mobilität zurecht
zufinden
,
und diesbezüglich auf keine Überwachung angewiesen ist
. Zu Hause muss er ebenfalls nicht
ständig überwacht werden
, so verlässt er beispielsweise das Haus nicht von sich aus
. Der behandelnden Arzt
Dr.
G._
hat sodann – entgegen der Aussage des Beschwerdeführers –
festgehalten, dass
beim Beschwer
deführer
keine Selbst- oder Fremdgefährdung besteht (
Urk.
8/62 S. 8).
Der vom Beschwerdeführer vorgebrachte Umstand der Nachtwache
im Schulheim
bzw. der «1:1 Betreuung» der Mutter während der Nacht kann ebenfalls nicht als persön
liche Überwachung gewertet werden.
Was
die Vorbringen
des Beschwerdeführers betreffe
nd Nachtwache im Schulheim betre
ff
en
, so ist zu berücksichtigen, dass bei der Bemessung des Mehraufwandes für den Intensivpflegezuschlag Minder
jähriger in erster Linie die Verhältnisse zu Hause massgebend sind (Urteil des Bundesgerichts 8C_562/2008 vom
1.
Dezember 2008 E. 9).
Das Schlafverhalten
des Beschwerdeführers und die damit
v
erbunden
e
direkte und indirekte Hilfe der Mutter (Anweisungen
Zubett
zu gehen, Anwesenheit während dem Einschlafen etc.) wurde
n
bereits unter dem Lebensbereich Aufstehen/Absitzen/Abliegen als
Teil der
Einschlafrituale und
des
Oppositionsverhalten
s
berücksichtigt (
vgl. oben
Rz
. 4.1.2
) und
können somit bei der Beurteilung der Überwachungsbedürftigkeit nicht nochmals ins Gewicht fallen
(
vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_627/2007 vom 1
7.
April 2008 E. 4.4.2; KSIH
Rz
. 8035)
. Der
durchaus
belastende Umstand, dass der Beschwerdeführer im gleichen Bett mit der Mutter s
chlä
f
t
, kann ebenfalls nicht als dauernde persönliche Überwachung qualifiziert werden. Damit eine per
sönliche Überwachung angenommen werden kann, muss diese ein gewisses Mass an Intensität aufweisen (
Rz
. 8035 KSIH). Beim
Schlafen
im gleichen Bett mit der Mutter handelt sich jedoch lediglich um eine passive Anwesenheit der Mutter, nicht aber um eine eigentliche Überwachung
stätigkeit
, da die Mutter ebenfalls schläft. D
ass d
e
r
B
eschwerdeführer
aufgrund seiner Angst auf die Nähe der Mutter angewiesen
ist, ist verständlich. D
iese Nähe
erreicht
aber nicht das erforderliche Mass an Intensität
, um als
eigentliche
Überwachung durch die Mutter
gelten zu können
.
Zusammengefasst benötigt der Beschwerdeführer somit keine dauernde persönliche Überwachung.
4.
8
Insgesamt bedarf der Beschwerdeführer somit eines täglichen invaliditätsbe
ding
ten Betreuungsaufwandes von zwei Stunden und drei Minuten. Er hat folg
lich keinen Anspruch auf einen Intensivpflegezuschlag, da der Betreuungs
aufwand unter vier Stunden liegt (vgl. E. 1.3).
5.
5.1
Es bleibt zu prüfen, welcher
der
massgebende Zeitpunkt für den Anspruchsbeginn
der
Hilflosenentschädigung
ist bzw. ab wann die Anmeldung als erfolgt betrach
tet werden kann
.
5.2
D
ie Beschwerdegegnerin hat den Anspruch auf eine
Hilflosenentschädigung
leicht ab August 2017 und
auf eine Hilfslosenentschädigung mittel
ab Dezember 2017 festgelegt
(
Urk.
2 S. 4)
.
Die erstmalige Anmeldung erfolgte
am
1
5.
Juli 2016 (
Urk.
8/1), das explizite Gesuch um
Hilflosenentschädigung
am 2
0.
November 2020 (Urk. 8/37).
Der Beschwerdeführer machte sinngemäss geltend,
Dr.
Y._
habe bereits in sei
nem Arztbericht vom 1
7.
August 2016 angegeben, dass beim Beschwerdeführer ein behinderungsbedingter Mehraufwand an Hilfeleistung oder persönlicher Überwachung bestehe im Vergleich zu einem Nichtbehinderten gleichen Alters. Im Arztbericht vom 1
3.
Dezember 2016 bestätige dies
Dr.
C._
ebenfalls (
Urk.
2
Rz
. 6.6), weshalb der Beginn des Leistungsanspruchs spätestens
der
1.
Dezember 2016 sei. Die Beschwerdegegnerin
führte dazu aus, dass im Arztbericht von D
r.
Y._
vom
August 2016 keine Rückschlüsse auf einen erhöhten B
edarf in den allgemeinen Lebensverrichtungen abgeleitet werden könn
t
e
n
. Aus diesem Grund
habe
aufgrund der damaligen Angaben kein Anlass
bestanden,
den Anspruch auf eine
Hilflosenentschädigung
von Amtes wegen zu prüfen. Im Arztbericht vom August 2018
seien
weiterführende Massnahmen erwähnt
w
orden
, unter anderem
die
Unterstützung in der Erziehung mit begleitenden Massnahmen. Dies hätte eine Abklärung von Amtes wegen zur Folge haben sollen und werde somit von der Invalidenversicherung als Anmeldedatum herangezogen
(
Urk.
2 S. 2)
.
5.3
5.3.1
Der Anspruch auf eine
Hilflosenentschädigung
entsteht am ersten Tag des Monats, in dem sämtliche Anspruchsvoraussetzungen erfüllt sind (Art. 35 Abs. 1 IVV). Macht eine versicherte Person ihren Anspruch auf
Hilflosenentschädigung
mehr als zwölf Monate nach dessen Entstehung geltend, so wird die Leistung in Abweichung von
Art.
24
Abs.
1 ATSG nur für die zwölf Monate nachgezahlt, die der Geltendmachung vorangehen (
Art.
48
Abs.
1 IVG).
5.3.2
Rechtsprechungsgemäss
wahrt die versicherte Person mit ihrer Anmeldung nicht nur jene Ansprüche, die sie ausdrücklich auf dem Anmeldeformular aufzählt. Vielmehr umfasst eine Anmeldung alle Ansprüche, die nach Treu und Glauben mit dem angemeldeten Risikoeintritt in Zusammenhang stehen. Die im Anschluss an ein Leistungsgesuch durchzuführenden Abklärungen der Verwaltung erstre
cken sich jedoch nur auf die vernünftigerweise mit dem vorgetragenen Sachver
halt und allfälligen bisherigen oder neuen Akten i
m
Zusammenhang stehenden Leistungen. Wird später geltend gemacht, es bestehe noch Anspruch auf eine andere Versicherungsleistung, so ist nach den gesamten Umständen des Einzel
falls im Licht von Treu und Glauben zu prüfen, ob jene frühere ungenaue Anmeldung auch den zweiten, allenfalls später substantiierten Anspruch umfasst. Dabei ist ein solcher Zusammenhang relativ grosszügig anzunehmen (BGE 132 V 286 E. 4.3).
5.3.3
Gemäss
Art.
27
Abs.
1
ATSG
sind d
ie Versicherungsträger und Durchführungs
organe der einzelnen Sozialversicherungen verpflichtet, im Rahmen ihres Zustän
digkeitsbereiches die interessierten Personen über ihre Rechte und Pflichten auf
zuklären.
Die Beratung wird grundsätzlich auf entsprechendes Begehren der betreffenden Per
s
on hin erfolgen. Daneben ist sie aber auch ohne Antrag vorzu
nehmen, wenn der Versicherungsträger einen entsprechenden Bedarf feststellt (
Kieser
,
ATSG-Kommentar,
4.
Auflage, 2020, N
41 zu
Art.
27 ATSG)
.
Gemäss
BGE
131 V 472
E. 4.3 bezweckt die Beratungspflicht gemäss
Art.
27
Abs.
2 ATSG, betroffene Personen darauf aufmerksam zu machen, dass ein gewisses Verhalten eine der Voraussetzungen des Leistungsanspruches gefährden kann. Zu verstehen sind darunter Handlungen wie die rechtzeitige Anmeldung oder die Wahrneh
mun
g der Schadenminderungspflicht
. Die Beratungspflicht besteht indessen nicht uneingeschränkt. Es kann von einem Versicherungsträger nicht gefordert werden, dass er über eine in der allgemeineren Weise und Voraussicht hinausgehende Form bezüglich aller Ev
entualitäten zu informieren hat.
Es genügt ein durch
schnittliches Mass an Aufmerksamkeit. Zu Nachforschungen hinsichtlich allfälli
ger Umstände, welche die Anspruchsberechtigung in Frage hätten stellen können, ist die Verwaltung nicht verpflichtet (
BGE 133 V 249
E. 7.2
; Urteil des Bundes
gerichts 8C_220/2021 vom 1
2.
Ma
i 2021 E. 5.1).
Solange der Versicherungsträger bei einem durchschnittlichen Mass an Aufmerk
samkeit nicht erkennen kann, dass die Situation einer versicherten Person den Leistungsanspruch zu gefährden vermag, trifft ihn auch noch keine Aufklärungs- und Beratungspflicht (BGE 133 V 249 E
.
7.2).
5.4
Aus d
en Akten geht hervor, dass
die erstmalige Anmeldung zum Bezug von Leis
tungen der Invalidenversicherung am 1
5.
Juli 2016
im Zusammenhang mit dem Geburtsgebrechen Ziffer 404
erfolgte (
Urk.
8/1). Ausführungen betreffend Hilflo
sigkeit des Beschwerdeführers finden sich in der Anmeldung nicht. Allein aus dem Vorhandensein des Geburtsgebrechen
s
Ziffer
404 ergeben sich noch keine Hinweise auf eine
Hilflosigkeit
des
Beschwerdeführers
. Somit scheidet die Anmel
dung vom 1
5.
Juli 2016 von vornherein aus, um als relevantes Anmeldedatum für die
Hilflos
ene
ntschädigung
herangezogen zu werden.
Dr.
Y._
kreuzte
auf dem Formular Arztbericht vom 17. August 2016 die Frage 1.8 «Besteht ein behinderungsbedingter Mehraufwand an Hilfeleistung oder per
sönlicher Überwachung im Vergleich zu einem Nichtbehinderten gleichen
Alters?»
mit
«
Ja
»
an und
gab «
seit Geburt
»
an
(
Urk.
8/5 S. 7)
.
Im beigelegten Fragebogen zum
i
nfantilen POS vom 1
4.
Juni 2016
(
Urk.
8/5/8-12)
finden sich keine Hinweise auf eine
m
ögliche Hilflosigkeit des Beschwerdeführers.
Insbe
son
dere lag die Intelligenz im Durchschnitt (
Urk.
8/13), womit nicht auf einen Ent
wicklungsrückstand und
eine
damit verbundene Hilflosigkeit des Beschwer
de
führer
s
hätte geschlossen werden können
.
Bei dieser Sachlage
unterlag
die
Beschwerdegegnerin
demnach
keine
r
Aufklärungs- oder Beratungspflicht
, da zu wenig Anhaltspunkte für eine mögliche Hilflosigkeit vorhanden waren
.
Aus denselben Gründen kann das
Eingangsdatum
des Arztberichts auch nicht als
Anmeldedatum
für eine
Hilflosenentschädigung
gedeutet werden.
Auch
dem
Arztbericht
von Dr.
C._
vom 1
3.
Dezember 2016 (
Urk.
8/15)
lassen sich keine Hinweise entnehmen, dass beim Beschwerdeführer eine Hilflosigkeit vorliegen könnte
.
Zwar wurde erwähnt, dass sich der Gesund
heitszustand
des Beschwerdeführers
auf den Schulbesuch auswirk
e
, indem er viel Struktur und Unterstützung im A
lltag benötigt
e
. Das ist
im
Hinblick auf seinen Gesundheitszustand nachvollziehbar. Dieser Umstand bedeute
t
aber nicht, dass der Beschwerdeführer deswegen in den alltäglichen Lebensverrichtungen dauernd auf Hilfe Dritter angewiesen
ist
.
Erst
im
Arztbericht vom 1
7.
Juli 2018 (
Urk.
8/32;
Eingangsdatum 1
0.
August 2018)
fanden
sich erstmals
Anzeichen
f
ür
ein
e mög
liche Hilflosigkeit. So wurde
von Dr.
C._
festgehalten, dass es wiederholt zu eskalierenden Situationen gekommen ist, die oft eine 1:1 Betreuung erforderlich gemacht haben.
Der Beschwerdeführer
war nicht mehr
beschulbar
gewesen
(S. 3).
Zudem
wurde
im Ve
rgleich zum Arztbericht vom 13.
Dezember 2016
neu erwähnt
,
dass
nun
Unterstützung in der Erziehung
mit begleitenden Massnahmen
notwendig
war
en
(
S. 2
).
Die
Prognose
war
nun nur noch «vorsichtig positiv» (S. 4)
. Insofern
h
at erst
zu diesem Zeitpunkt eine Aufklärungs- und Beratungspflicht
der Beschwerdegegnerin
bestanden, womit der
Anspruch
auf
Hilflosenentschädigung
von Amtes wegen hätte geprüft werden müssen (
Art.
43 ATSG). Es ist folglich
nicht zu beanstanden, dass die Beschwerdegegnerin
den Erhalt des Arztberichtes vom 1
7.
Juli 2018 (Eingangsdatum 1
0.
August 2018) als Antragsdatum
herangezogen hat.
Zutreffend und vom Beschwerdeführer nicht
bestritten ist, dass der Beginn des Wartejahres
der
1.
Dezember 2015
ist
(
Urk.
8/43 S. 7)
.
Folglich handelt es sich um eine verspätete Anmeldung, womit
die
Hilf
losenentschädigung
nur
für die
vorangegangenen
zwölf Monate
(
ab
1.
August 2017)
nachzuzahlen ist
(
Art.
48
Abs.
1 IVG).
6
.
Zusammengefasst
ist somit der von der Beschwerdegegnerin verfügte
Anspruch auf
Entschädigung wegen
leicht
er Hilflosigkeit
ab
1.
August 2017
ohne Intensiv
pflegezuschlag
und
wegen mittlerer Hilflosigkeit
ab
1. Dezember 2017
ohne Intensivpflegezuschlag
nicht zu beanstanden.
Die Beschwerde ist daher abzu
weisen.
7
.
7
.1
Die Gerichtskosten, die nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert zu bemessen sind (
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG), sind auf
Fr.
6
00.
--
anzu
setzen. Sie sind dem Beschwerdeführer als unterlegene Partei aufzuerlegen.
7
.2
Der Beschwerdeführer
hat
als unterlegene
Partei keinen Anspruch auf
eine
Parteientschädigung.