# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** f41f019b-a60d-49ed-9e47-c61eecfd219e
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2014
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** 

## Facts

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren
1968, ist gelernte Krankenpflegerin (Urk. 10/2/16). Im September 1997 meldete sie sich erstmals wegen eines Burnouts bei der Sozial
versicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, an und beantragte Berufs
beratung und eine Umschulung (Urk. 10/4). Die IV-Stelle gewährte berufliche Massnahmen (Urk. 10/19) und die Versicherte konnte eine
Ausbildung
zur Postassistentin absolvieren (Urk. 10/18
, Urk. 10/23
, Urk. 10/25/10
).
1.2
Am 26. Februar 2008 meldete sich die Versicherte erneut bei der IV-Stelle
zum Leistungsbezug (berufliche Massnahmen und Rente)
an (Urk. 10/26)
. Die IV-Stelle holte einen Arbeitgeberbericht (Urk. 10/30), einen Auszug aus dem indi
viduellen Konto (IK-Auszug; Urk. 10/31)
und Arztberichte (Urk. 10/37
, Urk. 10/39, Urk. 10/41
, Urk. 10/47, Urk. 10/58
) ein.
Die IV-Stelle gewährte der Versicherten Frühinterventionen in Form einer Laufbahnberatung (Mitteilung vom 13. Januar 2009, Urk. 10/49) sowie Arbeitsvermittlung (Mitteilung vom 19. Januar 2009, Urk. 10/48). Per 15. Februar 2010 begann die Versicherte bei der
Y._
Z._
eine Tätigkeit als Sachbearbeiterin in eine
m 50%-Pensum (Urk. 10/78), weshalb
die beruflichen Massnahmen abgeschlossen
und die Rentenprüfung fortgesetzt wurden (Mitteilung vom 16. Juni 2010, Urk. 10/90).
Am 31. Mai 2010 erstatteten
Dr.
med.
A._
, Spezialarzt Orthopä
die FMH, und
Dr.
med.
B._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie,
C._
, zuhanden der IV-Stelle ein
bidisziplinäres
Gutachten (Urk. 10/93
/1-26
).
Mit Vorbescheid vom 17. Dezember 2010 stellte die IV-Stelle der Versicherten eine für die Zeit vom 1. Juni bis 30. September 2007 befristete
Viertelsrente
in Aussicht (Urk. 10/101).
Dagegen erhob
en
die Pensionskasse der Versicherten am 30. Dezember 2010 (Urk. 10/116) sowie die Versicherte
selbst
am 3. März 2011 (Urk. 10/123) jeweils Einwand.
Aufgrund der eingegangenen Einwände ersetzte die IV-Stelle den bisherigen Vorbescheid mit neuem
Vorbescheid vom 9. Februar 2012 und
stellte der Versicherten die Verneinung eines Rentenan
spruchs in Aussicht (Urk. 10/157).
Den dagegen erhobenen Einwand der Versi
cherten (Urk. 10/163) wies die IV-Stelle mit Verfügung vom 1. Juni 2012 ab und entschied im Sinne ihres Vorbescheides (Urk. 10/170 = Urk. 2).
2.
Gegen die Verfügung vom 1. Juni 2012 (Urk. 2) erhob die Versicherte am 5. Juli 2012 Beschwerde und beantragte, diese sei aufzuheben und es sei die Sache zur weiteren Abklärung an die IV-Stelle zurückzuweisen (Urk. 1 S. 2).
Am 3. August
2012 (Urk. 6) legte die Versicherte ein ärztliches Attest (Urk. 7) ins Recht. Die IV-Stelle schloss in ihrer Beschwerdeantwort vom 5. September 2012 auf Ab
weisung der Beschwerde (Urk. 9), was der Beschwerdeführerin am 27. Sep
-
tember
2012 zur Kenntnis gebracht wurde (Urk. 11).
Am 12. September 2013 legte der ursprüngliche Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin sein Man
dat mit sofortiger Wirkung nieder und beantragte, ihn als Rechtsvertreter aus dem Rubrum zu streichen (Urk. 16). Die Beschwerdeführerin liess sich in der Folge neu von der Fortuna Rechtsschutz-Versicherungs-Gesellschaft AG vertre
ten (Urk. 17/1).
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8
Abs.
1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG). Die Invalidität kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4
Abs.
1 des Bun
desgesetzes über die Invalidenversicherung, IVG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7
Abs.
1 ATSG). Für die Beur
teilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfä
higkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7
Abs.
2 ATSG).
1.2
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a
Abs.
1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog.
Invalideneinkom
men
), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der
Einkom
mensvergleich
hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypo
thetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und ei
nander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der
Invaliditätsgrad bestimmen lässt (allgemeine Methode des
Einkommensver
gleichs
; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
1.3
Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist für die Ermittlung des
Vali
-
denein
kommens
entscheidend, was die versicherte Person im Zeitpunkt des
frühest
möglichen Rentenbeginns nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit als Gesunde tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, nötigenfalls der Teuerung und der realen
Einkom
mensentwicklung
angepassten Verdienst angeknüpft, da es empirischer Erfah
rung entspricht, dass die bisherige Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden fortge
setzt worden wäre. Ausnahmen müssen mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt sein (BGE 129 V 222 E. 4.3.1 mit Hinweisen).
1.4
Für die Bestimmung des Invalideneinkommens ist primär von der beruflich-er
werblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte Person konkret steht. Ist kein solches tatsächlich erzieltes Erwerbseinkommen gegeben, na
mentlich weil die versicherte Person nach Eintritt des Gesundheitsschadens keine oder jedenfalls keine ihr an sich zumutbare neue Erwerbstätigkeit aufge
nommen hat, so können nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für Statistik periodisch herausgegebenen
Lohnstrukturerhebun
gen
(LSE) herangezogen werden (BGE 126 V 75 f. E. 3b/
aa
und
bb
, vgl. auch BGE 129 V 472 E. 4.2.1). Für die Invaliditätsbemessung wird praxisgemäss auf die standardisierten Bruttolöhne (Tabellengruppe A) abgestellt (BGE 129 V 472 E. 4.2.1 mit Hinweis), wobei jeweils vom so genannten Zentralwert (Median) auszugehen ist. Bei der Anwendung der Tabellengruppe A gilt es ausserdem zu berücksichtigen, dass ihr generell eine Arbeitszeit von 40 Wochenstunden zu
grunde liegt, weshalb der massgebliche Tabellenlohn auf die entsprechende
be
triebsübliche
Wochenarbeitszeit aufzurechnen ist (BGE 129 V 472 E. 4.3.2, 126 V 75 f. E. 3b/
bb
, 124 V 321 E. 3b/
aa
; AHI 2000 S. 81 E. 2a).
1.5
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im
Be
schwerdefall
das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebe
nenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 256 E. 4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden kön
nen (BGE 125 V 261 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E. 4b/cc).
1.6
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen
beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorak
ten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zu
sammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin ging in der ange
fochtenen Verfügung davon aus
, es sei auf das
C._
-Gutachten vom 31. Mai 2010 abzustellen. Die eingereichten Arztberichte würden auf keine Verschlechterung hinweisen, weshalb weitere Abklärungen nicht notwendig seien. Der Beschwerdeführerin sei eine ange
passte Tätigkeit zu 100 % zumutbar.
Aufgrund des Einkommensvergleichs er
gebe sich kein rentenbegründender Invaliditätsgrad (Urk. 2 S. 2 f.).
2.2
Demgegenüber stellte sich die Beschwerdeführerin
im Wesentlichen
auf den Standpunkt
(Urk. 1)
,
ihre
gesundheitliche Situation habe sich verschlechtert. Die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit aufgrund des für die Beschwerdegegnerin massgeblichen
C._
-Gutachtens sei überholt
. Die Sache sei daher zur weiteren Abklärung an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen
(S. 2 ff.)
. Zudem bean
standete die Beschwerdeführerin die
Werte
des h
erangezogenen Validen- und Invalideneinkommens (S. 6 ff.).
2.3
Streitig und zu prüfen ist,
ob die Beschwerdegegnerin den Rentenanspruch zu Recht
vernein
te.
3.
3.1
Im am
31. Mai 2010
erstatteten Gutachten (Urk. 10/93/1-26) stellten
Dr.
A._
und
Dr.
B._
folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Ar
beitsfähigkeit
(S. 23
Ziff. 8.1
):
Status nach
transpediculärer
und
interkorporeller
perkutaner 6-Kant-Spon
dylodese L4 bis S1 und mikrochirurgischer Redekompression L4/5 links 07/2009 mit leichter Einengung des
Foramens
intervertebrale L4/5 und L5/S1 rechts ohne neurale Kompression und Status nach
Mikro
discectomie
L4/5 rechts mit partieller
Foraminotomie
und
Recessostomie
sowie
Flavectomie
06/2006 und
Remikrodiscectomie
L4/5 rechts mit De
kompression links,
Foraminotomie
sowie
Hemifacettectomie
und Im
plantation einer interspinösen DIAM 07/2006
Neurasthenie (ICD-10: F48.0)
, bestehend seit etwa 01/2010
Zustand nach Anpassungsstörung mit Angst und depressiver Reaktion ge
mischt bestehend von 06/2006 bis 06/2007 (ICD-10: F43.22)
In der interdisziplinären Zusammenfassung und Beurteilung hielten die Gutach
ter fest, die Beschwerdeführerin sei am 10. Juni 2006 in ihrer Wohnung über
fallen worden und der Einbrecher sei ihr auf den Rücken gesprungen. Aufgrund der seither bestehenden Schmerzen sei die Beschwerdeführerin mehrfach (Juni und Juli 2006, Mai 2009) am Rücken operiert worden. Seit der letzten Operation im Mai 2009 hätten die lumbalen Schmerzen in der Intensität zwar nachgelas
sen, würden jedoch weiterhin persistieren, seien therapieresistent und würden die Beschwerdeführerin in ihrer körperlichen Leistungsfähigkeit einschränken. Die lumbalen Schmerzen seien mit den objektivierbaren Befunden letztlich nicht vollumfänglich erklärbar, jedoch sei bekannt, dass speziell nach mehrfachen Wirbelsäuleneingriffen nicht selten Schmerzen unklarer Genese persistieren würden.
Die Anpassungsstörung habe sich etwa ein Jahr nach dem Überfall gebessert. Es bestünden aber seither Hinweise für eine andauernde Persönlichkeitsänderung nach Extrembelastung mit Misstrauen, Meidung von Menschenansammlungen und öffentlichen Verkehrsmitteln, sozialen Rückzugstendenzen
, einem Gefühl von ständigem
Bedrohtsein
mit kurzen Erinnerungen an das Trauma verbunden mit Angst und Panikattacken. Sodann habe sie Anfang 2010 ein neurastheni
sches Beschwerdebild mit Erschöpfungsgefühlen entwickelt. Eine schwere de
pressive Störung oder andere psychische Störungen liessen sich nicht erheben. Aufgrund der andauernden Persönlichkeitsänderung nach Extrembelastung sei keine krankheitswerte Beeinträchtigung der psychischen Belastbarkeit anzu
nehmen. Zudem handle es sich bei einem neurasthenischen Beschwerdebild um eine leichte psychische Störung, weshalb keine Beeinträchtigung der
Schmerz
verarbeitung
und -bewältigung bestehe. Somit verfüge die Beschwerdeführerin aus psychiatrischer Sicht ausreichend über die notwendigen Ressourcen für den Umgang mit den Schmerzen und diese seien mit einer zumutbaren
Willensan
strengung
überwindbar (S. 22).
Aus gesamtgutachterlicher Sicht sei die Beschwerdeführerin in ihrer bisherigen Tätigkeit als Büroangestellte seit Januar 2010
bei voller Stundenpräsenz
ledig
lich zu 80 % arbeitsfähig. Retrospekti
v sei aus psychiatrischer Sicht
von Januar bis Juni 2007 aufgrund der Angststörung von einer 75%igen
Arbeitsfähigkeit bei voller Stundenpräsenz
und danach von Juli 2007 bis Dezember 2009 von einer 100%igen Arbeitsfähigkeit auszugehen. Rückwirkend könne aufgrund der ungenügenden Dokumentation der somatischen Befunde aus orthopädischer Sicht zur Arbeitsfähigkeit nicht im Detail Stellung genommen werden
, es sei aber ab März 2010 von einer 80%igen Arbeitsfähigkeit auszugehen
(S. 23 Ziff. 9.1
, vgl. auch S. 6 f. Ziff. 5.5
).
In eine
r körperlich leichten Tätigkeit
, die abwechslungsweise sitzend und ste
hend
in temperierten Räumen
ausgeübt werden könne, ohne dass häufig inkli
nierte und
reklinierte
sowie rotierte Körperhaltungen eingenommen und Ge
genstände über 5 kg regelmässig gehoben oder getragen werden müss
t
en, sei der Beschwerdeführerin aus orthopädischer Sicht seit März 2010 eine 100%ige Arbeitsfähigkeit zumutbar (S. 7 Ziff. 5.6).
Au
s psychiatrischer Sicht habe für die Zeit von Januar bis Juni 2007 für Tätigkeiten ohne erhöhte emotionale Belas
tung, ohne Stressbelastung, ohne überdurchschnittliche Konzentrationsfähigkeit und ohne überdurchschnittliche Dauerbelastung sowie ohne Tätigkeiten bei Menschenansammlungen eine Arbeitsfähigkeit von 90 % bei voller
Stunden
präsenz
bestanden. Seit Juli 2007 bestehe für adaptierte Tätigkeiten wie be
schrieben eine 100%ige Arbeitsfähigkeit (S. 24 Ziff. 9.2).
3.2
Med.
pract
.
D._
, Fachärztin FMH für Psychiatrie und Psychotherapie, hielt mit Bericht vom 14. Juni 2009 (Urk. 10/58) als Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit Rückenschmerzen
seit Juni 2006
, eine
Anpassungsstö
rung
(ICD-10 F43.22
; seit 2006
) sowie einen Verdacht auf eine
Persönlichkeits
störung
(ICD-10 F61.0)
fest (Ziff. 1.1)
.
Unmittelbar nach dem Überfall im 2006 in ihrer Wohnung habe sie an Ängsten, Schlafstörungen und Flashbacks gelit
ten, jetzt lägen vorwiegend Rückenschmerzen, Zukunftsängste, Migräne, eine belastete Beziehung am Arbeitsplatz sowie eine eingeschränkte Mobilität vor (Ziff. 1.4). Zurzeit sei die Behandlung bei ihr unterbrochen (Ziff. 1.5). Für die Arbeitsfähigkeitseinschätzung verwies med.
pract
.
D._
auf die Zeugnisse von
Dr.
med.
E._
, Fachärztin FMH für Neurochirurgie,
und
Dr.
med.
F._
, Facharzt FMH für Allgemeine Innere Medizin
(Ziff. 1.6).
3.3
Die behandelnde
Dr.
med.
E._
, Fachärztin für Neurochirur
gie,
attestierte der Beschwerdeführerin aufgrund ihrer Rückenprobleme folgende Arbeitsunfähigkeiten (Attest vom 1. Februar 2010, Urk. 10/82/2, sowie Bericht vom
25. Oktober 2010, Urk. 10/122/19;
vgl. auch Bericht vom 10. Juli 2008, Urk. 10/37/1-4; Bericht vom 12. Dezember 2008, Urk. 10/47; Bericht vom 15. Juli 2009, Urk. 10/60/2; Bericht vom 17. August 2009, Urk. 10/60/1
; Bericht vom 2. April 2010, Urk. 10/122/16-18
)
:
ab 15. Januar 2007 50 % arbeitsunfähig
ab 27. Februar 2007 25 % arbeitsunfähig
ab 21. März 2007 40 % arbeitsunfähig
ab 30. April 2007 30 % arbeitsunfähig
ab 8. Januar 2009 100 % arbeitsunfähig
ab 10. August 2009 70 % arbeitsunfähig
ab 1. Dezember 2009 60 % arbeitsunfähig
ab 15. Februar 2010 50 % arbeitsunfähig
Im Bericht vom 25. Oktober 2010 führte sie aus, sie habe die Beschwerdeführe
rin seit April 2010 nicht mehr gesehen (Urk. 10/122/19).
3.4
Der Hausarzt
Dr.
F._
verwies für die Diagnosen, die Krankheitsanamnese und den erhobenen Befund auf die Berichte von
Dr.
E._
und attes
tierte der Beschwerdeführerin seit dem Überfall am 10. Juni 2006 eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit für ihre bisherige Tätigkeit im Aussendienst und ab 5. Februar 2008 eine Arbeitsfähigkeit von 70 % für eine angepasste Tätigkeit (und auch tatsächlich ausgeübte Tätigkeit) im Innendienst (Bericht vom 5. Februar 2008, Urk. 10/25/2; Bericht vom 13. August 2008, Urk. 10/39/1-6 Ziff. 1.1 ff. und Ziff. 5.2).
Ab dem 8. Juli 2010 attestierte
Dr.
F._
der Beschwerdeführerin eine 50%ige Arbeitsfähigkeit in einer angepassten
Tätigkeit (ärztliche Zeugnisse vom 8. Juli,
24. September und 9. Dezember 2010, Urk. 10/122/21-23; Bericht vom 8. Dezember 2010, Urk. 10/122/20; Bericht vom 25. Juli 2012, Urk. 7).
4.
4.1
Gesamthaft ents
pricht das
C._
-Gutachten (Ur
k.
10/93/1-26) den erfor
derli
chen Kriterien (vgl. E.
1.6): Die Beschwerdeführerin wurde ihren geltend ge
machten Beschwerden entsprechend umfassend abgeklärt, das Gutachten beruht auf allseitigen Untersuchungen
(S. 5 f
.
Ziff. 4; S. 11 Ziff. 3
), berücksichtig
t die geklagten Beschwerden (S. 4 Ziff. 3.4
, S.
14 Ziff. 3.2.2
) und wurde in Kenntnis der
Vor
akten
(Anamnese) abgegeben (
S. 2 ff. und
S. 9 ff.
jeweils
Ziff.
2
). Sodann sind die Darlegungen der medizinischen Zusammenhänge und die Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtend und die Schlussfolgerungen in d
er Expertise sind begründet (S.
2
2
ff.).
4.2
Inwiefern
, wie von der Beschwerdeführerin geltend gemacht,
di
e Beurteilung der
C._
-Gutachter
überholt sein sollte, ist aufgrund der vorliegenden medizi
nischen Akten nicht ersichtlich. Nach Lage der Akten war die Beschwerdeführe
rin seit April 2010 und damit auch seit der Begutachtung am
C._
nicht mehr
bei
Dr.
E._
in Behandlung. Soweit die Beurteilung von
Dr.
E._
(vgl. E. 3.3)
von
der retrospektiven Einschätzung der Ar
beitsfähigkeit durch die Gutachter abweicht, vermag dies das Gutachten eben
falls nicht in Frage zu stellen: In den Berichten von
Dr.
E._
fehlt eine
objektive
Befunderhebung und
sie begründete ihre
Arbeitsfähigkeitsbeur
teilung
nicht weiter.
Ihre
Berichte sind daher nicht nachvollziehbar, weshalb darauf nicht abzustellen ist.
Ebenso verhält es sich mit den Berichten des Hausarztes
Dr.
F._
: Es fehlt an einer objektiven Befunderhebung
sowie
einer nachvollziehbaren Darlegung der Arbeitsfähigkeitsbeurteilung.
Keinem seiner Berichte ist eine Anamnese, ein objektiv erhobener Befund oder eine Diagnose
zu entnehmen, vielmehr be
schränkte er sich teilweise darauf, diesbezüglich au
f verschied
enste Berichte von
Dr.
E._
zu verweisen (vgl. Urk. 10/39/1-6). Zudem wurde
hinsicht
lich der zumutbaren Arbeitsfähigkeit
zu weiten Teilen auf die subjektive Beur
teilung de
r
Beschwerdeführer
in
abgestellt (vgl. Urk. 10/122/20 und Urk. 7), wie
derum o
hne diese mit medizinisch objektiven Gesichtspunkten zu untermauern
.
Ohnehin ist bei den Einschätzungen von
Dr.
F._
und
Dr.
E._
der Erfahrungstatsache Rechnung zu tragen, dass diese als Hausarzt bezie
hungsweise behandelnde Ärztin
mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung im Zweifelsfall eher zu Gunsten ihrer Patienten aussagen (BGE 125 V 351 E. 3a/cc S. 353 mit weiteren Hinweisen). Zwar kann die einen längeren Zeitraum abdeckende und umfassende Betreuung durch behandelnde Ärzte oft wertvolle Erkenntnisse hervorbringen. Jedoch lässt es die unterschied
liche Natur von Behandlungsauftrag des therapeutisch tätigen (Fach-)Arztes ei
nerseits und Begutachtungsauftrag des bestellten fachmedizinischen Experten andererseits nicht zu, eine medizinische Administrativ- oder Gerichtsexpertise stets in Frage zu stellen und zum Anlass weiterer Abklärungen zu nehmen, wenn die behandelnden Ärzte zu anderslautenden Einschätzungen gelangen. Vorbehalten bleiben Fälle, in denen sich eine abweichende Beurteilung auf
drängt, da die behandelnden Ärzte wichtige - und nicht rein subjektiver ärztli
cher Interpretation entspringende - Aspekte benennen, welche im Rahmen der Begutachtung unerkannt oder ungewürdigt geblieben sind (Urteil des B
undes
gerichts
8C_278/2011 vom 2
6.
Juli 2011 E. 5.3; SVR 2008 IV Nr. 15 S. 43, I 514/06 E. 2.2.1). Dies ist vorliegend nicht der Fall.
4.3
Abschliessend ist darauf hinzuweisen, dass aus psychiatrischer Sicht auch med.
pract
.
D._
keine Aspekte namhaft machte, welche den
C._
-Gutachtern ent
gangen w
ä
ren oder mit denen sich diese nicht befasst h
ä
tten. Insbesondere di
agnostizierte med.
pract
.
D._
eine seit dem Jahr 2006 bestehende
Anpas
sungsstörung
, obwohl die Beschwerdeführerin während fast zwei Jahren
(13.
März 2007 bis 4. Januar 2009) nicht bei ihr in Behandlung war und auch im Zeitpunkt der Berichterstattung
schon
nicht mehr war (vgl. E. 3.2).
Zur Ar
beitsfähigkeit nahm sie keine Stellung.
4.4
Nach dem Gesagten ist der medizinische Sachverhalt dahingehend erstellt, dass der Beschwerdeführerin
leidensangepasste
körperlich leichte Tätigkeiten, die abwechslungsweise sitzend und stehend in temperierten Räumen ausgeübt wer
den könne
n
, ohne dass häufig inklinierte und
reklinierte
sowie rotierte Körper
haltungen ein
genommen und Gegenstände über 5
kg regelmässig gehoben oder getragen werden müssen, ohne erhöhte emotionale Belastung, ohne
Stressbe
lastung
, ohne überdurchschnittliche Konzentrationsfähigkeit und ohne über
durchschnittliche Dauerbela
stung sowie ohne Tätigkeiten mit
Menschenan
sammlungen
zwischen Januar und Juni 2007 zu 90 % und ab Juli 2007
zu 100 % zumutbar sind.
Soweit die
Beschwerdeführer
in
verlangt, es seien weitere Abklärungen durchzu
führen, kann darauf in antizipierter Beweiswürdigung verzichtet werden (BGE 127 V 491 E. 1b S. 494 mit Hinweisen). Der Gesundheitszustand und die medi
zinisch-theoretische Arbeitsfähigkeit sind aufgrund der medizinischen Akten hinreichend abgeklärt. Von weiteren Unte
rsuchungen wären keine neuen Er
kenntnisse zu erwarten.
5.
5.1
Es bleiben die erwerblichen Auswirkungen der gesundheitlichen Einschränkun
gen zu prüfen.
5.2
Zur Bestimmung des
Valideneinkommens
zogen
die
Parteien die letzte Tätigkeit als Aussendienstmitarbeiterin bei der
G._
hera
n, wo die Beschwer
deführerin ab
März 2005 tätig war
(vgl. Urk. 10/30/2 Ziff. 2.1)
. Die Beschwer
-
de
gegnerin
stellte auf den vor Eintritt des Gesundheitsschadens erzielten Verdienst im
Jahr 2006 von Fr. 75‘400.-- ab
(Urk. 2 S. 2 f.)
;
demgegenüber machte die Beschwerdeführerin geltend, es sei von einem Jahresverdienst von Fr. 100‘750.-- plus B
onus auszugehen (Urk. 1 S. 6 f.
).
Dem IK-Auszug ist zu entnehmen, dass die Beschwerdeführerin bei der
G._
im Jahr 2005 während den Monaten März bis Dezember einen Lohn von Fr. 61‘155.--, im Jahr 2006 einen solchen von Fr. 71‘563.-- und im Jahr 2007 einen Jahresverdienst von Fr. 76‘159.-- erzielte (Urk. 10/31/1).
Der im Jahr 2007 (und damit nach Eintritt de
s Gesundheitsschadens) erzielte
Verdienst beinhaltete im Übrigen einen Soziallohnanteil (vgl. Urk. 10/30/3 Ziff. 2.10).
Das vom Arbeitgeber der Pensionskasse gemeldete Jahreseinkommen betrug
für
das
Jahr 200
5 Fr. 74‘100.-- und für
das
Jahr 2006 Fr. 75‘400.-- (13 x Fr. 5‘800.--; Urk. 10/116/1
; vgl. auch Urk. 10/162/18-29
).
Weshalb das Jahressalär der Beschwerdeführerin im Gesundheitsfall im Jahr 2008 plötzlich Fr. 100‘750.-- plus Bonus betragen sollte, wie vom Arbeitgeber
und der Beschwerdeführerin
behauptet, ist weder von der Beschwerdeführerin oder deren Arbeitgeber begründet, noch aufgrund der bisher erzielten Saläre
nachvollziehbar,
würde
es sich dabei doch im Vergleich zu den Jahren 2005 und 2006 um
einen Lohnanstieg von über 30 % handeln.
Daher ist das von der Beschwerdegegnerin herangezogenen
Valideneinkommen
von Fr. 75‘400.--, welches weitgehend dem
im Jahr 2006
tatsächlich erzielten Verdienst entsprach, nicht zu beanstanden. Unter Berücksichtigung der
Nomi
nallohnentwicklung
von 1.5 %
(Nominallohnindex 2006-2010, Tabelle T1.2.05, Frauen,
lit
. G-O Sektor 3)
ergibt sich für das Jahr
2007 ein Einkommen von Fr.
76‘531.--
(Fr. 75‘400.-- x 1.
015
).
5.3
5.3.1
Zur Berechnung des Invalideneinkommens zog die Beschwerdegegnerin den Tabellenlohn für „andere kaufmännisch-administrative Tätigkeiten“ Niveau 3 heran (vgl. Urk. 10/98).
Die Beschwerdeführerin
machte geltend, es sei der tat
sächlich erzielte Verdienst von Fr. 39‘000.-- bei einem zirka 50%-Pensum her
anzuziehen (Urk. 1 S. 7 f. Ziff. 3) und bezog sich dabei wohl auf die seit August 2011 ausgeübte Tätigkeit als kaufmännische Angestellte bei der
H._
(Urk. 10/134).
Es ist unbestritten und mit dem ärztlichen Belastungsprofil einer optimal ange
passten Tätigkeit
(vgl. E. 4.4)
vereinbar, für das Invalideneinkommen den Ver
dienst einer kaufmännisch-administrativen Tätigkeit heranzuziehen, zumal die Beschwerdeführerin v
on November 2001 bis März 2003 eine
n
Handelsdiplom
kurs
am
I._
absolvierte
(Urk. 10/68/11)
und seit einigen Jahren
auch
tatsächlich in diesem Bereich tätig ist
.
Da der von der Beschwerdegegnerin herangezogene Tabellenlohn von Fr. 5‘633.--
im Übrigen weitgehend dem auf ein 100%-Pensum hochgerechneten Monatslohn der
H._
entspricht (Fr. 5‘660.--; vgl. Urk. 10/134/1), gehen beide Parteien weitgehend vom selben Verdienst aus. Entgegen der Beschwerdeführe
rin kann der tatsächlich erzi
elte Verdienst
bei der
H._
jedoch schon deswegen nicht herangezogen werden, da Ausgangspunkt für die Berech
nung des Invaliditätsgrades das Jahr 2007 ist
, die Beschwerdeführerin aber erst seit August 2011
bei der
H._
tätig ist
. Im Jahr 2007 war die Beschwerdeführerin bei der
G._
tätig, übte dort jedoch einerseits nicht das ihr
zumutbare
Pensum von 90 % zwischen Januar und Juni 2007 und ab Juli 2007
von
100 % aus. Andererseits wurde ihr seitens dieses Arbeitgebers ein Soziallohn ausgerichtet, weshalb dieses Einkommen zur
Berechnung des
In
validitäts
grades
nicht geeignet ist (vgl. Art. 25 Abs. 1
lit
. b IVV). Demzufolge sind, entsprechend der Vorgehensweise der Beschwerdegegnerin, die statisti
schen Tabellenlöhne heranzuziehen.
5.3.2
Gemäss Tabelle TA
7
der LSE 2006 erzielten
Frauen
mit
Berufs- und Fachkennt
nissen in kaufmännisch-administrativen Tätigkeiten
ein mon
atliches Einkom
men von
Fr.
5‘411
.-- (
LSE 2006, Tabelle TA7, Ziff. 23, Frauen
Niveau 3). Unter Berücksichtigung der durchschnittlichen branchenüblichen wöchentlichen Ar
beitszeit im Jahre 2006 von 41.
7 Stunden (Die Volkswirtschaft 12
/2013 S. 9
0 Tab. B9.2
lit
. G-S Sektor 3
) sowie der Nettolohnerhöhung fürs Jahr 2007
von 1.5
%
(Nominallohnindex 2006
-20
10
, Tabelle T1.
2
.
05
,
Frauen
,
lit
. G-O Sektor 3
) resultiert für das Jahr 2007
bei einem 100 %-Pensum
ein Invalideneinkommen
von rund
Fr.
68‘707.-- (
Fr.
5‘411
.-- x 12 ÷ 40 x 41.7
x 1.015
)
und bei einem 90 %-Pensum ein solches von Fr. 61‘836.-- (Fr.
68‘707.-- x 0.9)
.
5.4
Im Vergleich zum
Valideneinkommen
von
Fr. 76‘531.--
resultiert für die Zeit von Januar bis Juni 2007
eine Erwerbseinbusse von Fr. 14
‘
695
.-- und
damit ein Invaliditätsgrad von 19 % (ab
gerundet von
19.20
%). Ab Juli 2007 resultiert eine Erwerbseinbusse von Fr.
7‘824.--
und
demzufolge
ein Invaliditätsgrad von
10
%
(abgerundet von 10.22 %)
.
6.
6.1
Zusammenfassend verneinte die Beschwerdegegnerin den Rentenanspruch zu Recht. Die Beschwerde ist
daher
abzuweisen.
6.2
Da es im vorliegenden Verfahren um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichts
kosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert fest
zulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG) und auf Fr.
7
00.-- anzusetzen. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind sie
der Beschwerdeführerin
aufzuerlegen.