# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 3f5304d7-1687-4f02-a4fa-2aba80532ab8
**Court:** GR_VG
**Chamber:** GR_VG_001
**Year:** 2018
**Language:** de
**Jurisdiction:** GR / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Abklärung des relevanten Sachverhaltes mit Verfügung vom 22. Juni 2016
ab wegen fehlender finanzieller Mittel.
4. Die Ehefrau von A._ ersuchte mit Antrag vom 28. Juni 2016 die
Schweizerische Botschaft in X._ um ein Visum D für sich und die
gemeinsame Tochter zwecks Familienzusammenführung. Unter Hinweis
auf das abgelehnte Familiennachzugsgesuch des AFM mit Verfügung vom
22. Juni 2016 lehnte das Eidgenössische Departement für auswärtige
Angelegenheiten (EDA) das Gesuch ab.
5. Am 29. Juli 2016 liess A._ gegen die Verfügung des AFM
Verwaltungsbeschwerde einreichen, welche das Departement für Justiz,
Sicherheit und Gesundheit (DJSG) nach weiteren
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Sachverhaltserhebungen mit Entscheid vom 22. Juni 2017 abwies. Es kam
dabei zum Schluss, dass das AFM korrekterweise davon ausgegangen sei,
dass der zukünftige Bedarf der Familie mit eigenen Mitteln nicht abgedeckt
werden könne.
6. Gegen diesen Entscheid erhob A._ (Beschwerdeführer) am 24. Juli
2017 Beschwerde beim Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden. Er
beantragte kostenfällig die Aufhebung der angefochtenen Verfügung, die
Anweisung an die Vorinstanz, der Ehefrau des Beschwerdeführers sowie
dem gemeinsamen Kind die Einreise in die Schweiz zu bewilligen und
ihnen eine Aufenthaltsbewilligung zum Verbleib beim Ehemann in der
Schweiz zu erteilen; eventualiter sei die Sache an die Vorinstanz zur
Neubeurteilung zurückzuweisen. Er begründet seine Anträge damit, dass
die Vorinstanz bei der Bedarfsrechnung zu Unrecht die Ausgaben zu hoch
veranschlagt habe; ausserdem habe sich das Einkommen des
Beschwerdeführers seither etwas erhöht und für die Ehefrau liege eine
Stellenzusicherung vor, welche die Vorinstanz zu Unrecht nicht
berücksichtigt habe. Ebenfalls nicht berücksichtigt habe die Vorinstanz die
Kinderzulagen, welche dem Beschwerdeführer beim Nachzug von Ehefrau
und Kind zustehen würden. Eine Gefahr der Sozialhilfeabhängigkeit würde
bei korrekter Berechnung nicht bestehen. Im Weiteren habe die Vorinstanz
eine Gehörsverletzung begangen, indem sie sich trotz entsprechender
Vorbringen gar nicht mit dem Anspruch des Beschwerdeführers auf Schutz
des Familienlebens auseinandergesetzt habe; dieser Anspruch sei jedoch
ausgewiesen und eine Verweigerung des Familiennachzuges
unverhältnismässig.
7. Die Vorinstanz beantragte in ihrer Vernehmlassung vom 28. August 2017
die Abweisung der Beschwerde unter Kostenfolge zu Lasten des
Beschwerdeführers. Sie verteidigt ihre Bedarfsberechnung und anerkennt
den zusätzlichen Verdienst des Beschwerdeführers, was aber am Ergebnis
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nichts ändere. Was die Stellenzusicherung an die Ehefrau betrifft, so sei
von einem nicht realisierbaren Einkommen auszugehen. Aufgrund seines
Status als weggewiesener Flüchtling mit Härtefallbewilligung (Bewilligung
B) würden für ihn die ordentlichen Bestimmungen bezüglich des
Familiennachzuges gelten.
8. In seiner Replik vom 31. August 2017 erneuert der Beschwerdeführer seine
Kritik an den Grundlagen, auf welche die Vorinstanzen ihre
Bedarfsberechnung stützen. Zudem gibt er bekannt, dass sich sein
Nettoeinkommen seit Juli 2017 nochmals um rund Fr. 220.-- erhöht habe,
weil in diesem Umfang bislang erhobene Quellensteuern entfielen. In
Bezug auf die Erwerbsmöglichkeit der Ehefrau in der Schweiz verhalte sich
die Vorinstanz widersprüchlich, indem sie einerseits die berufliche
Integration verlange, entsprechende Kompetenzen und Bemühungen
hierfür aber vorab und pauschal übergehe. Was schliesslich den
Aufenthaltsstatus des Beschwerdeführers betreffe, so habe dieser nach
wie vor die Flüchtlingseigenschaft und somit einen gefestigten Aufenthalt.
Dieser besonderen Situation sei beim Entscheid über die Gewährung des
Familiennachzuges Rechnung zu tragen.
9. Die Vorinstanz verzichtet mit Schreiben vom 5. September 2017 auf die
Einreichung einer Duplik.
10. Der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers reicht am 11. September 2017
seine Honorarnote ein.
11. Am 27. April 2018 erkundigt sich der Rechtsvertreter des
Beschwerdeführers über den Stand des Verfahrens. Er legt die
Lohnabrechnungen vom Januar bis März 2018 bei und weist auf den
Umstand hin, dass das Kind mittlerweile 9 Jahre alt sei und es nun dringend
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in der Schweiz eingeschult werden müsse, um die Integration zu
erleichtern.
12. Zu den neu eingelegten Aktenstücken hat sich die Vorinstanz nicht mehr
vernehmen lassen.

## Considerations

Das Gericht zieht in Erwägung:
1.1. Anfechtungsobjekt ist vorliegend der Entscheid des Beschwerdegegners
(DJSG) vom 22. Juni 2017, worin dieser die Verfügung des AFM vom 22.
Juni 2016 betreffend Ablehnung des Familiennachzuges für die Ehefrau
und die Tochter des Beschwerdeführers bestätigte und somit die dagegen
verwaltungsintern erhobene Beschwerde vom 29. Juli 2016 abwies.
Beschwerdethema bildet dabei die Frage, ob der jeweils angeführte
Ablehnungsgrund der Gefahr einer Sozialhilfeabhängigkeit durch den
Familiennachzug infolge zu geringer eigener finanzieller Mittel zur
Bestreitung des familiären Familienunterhalts anhand der bekannten
Fakten zutreffend ist.
1.2. Nach Art. 50 des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege (VRG; BR
370.100) ist zur Beschwerde ans Verwaltungsgericht Graubünden
legitimiert, wer durch den angefochtenen Entscheid berührt ist und ein
schutz-würdiges Interesse an seiner Aufhebung oder Änderung hat. Als
Adressat des angefochtenen Entscheids vom 22. Juni 2017 ist der
Beschwerdeführer direkt nachteilig vom nichtbewilligten Familiennachzug
für seine fremdländische Ehefrau samt gemeinsamer Tochter betroffen, da
er auch künftig nicht mit der im Jahre 2007 in X._ geheirateten Ehefrau
und der danach 2009 geborenen Tochter zusammenleben sowie
gemeinsam als Eheleute/Familie in der Schweiz wird wohnen können. Die
Beschwerde vom 24. Juli 2017 gegen den strittigen Entscheid ist überdies
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innert der 30-tägigen Anfechtungsfrist gemäss Art. 52 Abs. 1 VRG erfolgt
und hat auch die Formvorschriften für eine gültige Rechtsschrift gemäss
Art. 38 Abs. 1 VRG erfüllt. Auf die frist- und formgerecht eingereichte
Beschwerde ist daher einzutreten.
2.1. Der Beschwerdeführer stellt vorweg die Rechtmässigkeit der Verordnung
über den Finanzbedarf bei Familiennachzügen von Personen aus
Drittstaaten (VO; BR 618.120) in Frage bzw. wirft dem Beschwerdegegner
vor, diese unzulässigerweise schematisch, d.h. ohne Berücksichtigung von
Besonderheiten im Einzelfall anzuwenden. Der Beschwerdegegner sieht
sich demgegenüber an die im Erlass festgesetzten Tarife gebunden und
verteidigt so sein Vorgehen. Zunächst ist daher die Verbindlichkeit dieser
Verordnung aufgrund seiner demokratischen Legitimation zu beurteilen.
2.2. Diese Verordnung ist als Ausführungsbestimmung zu den Richtlinien der
Vereinigung der Fremdenpolizeichefs Ostschweiz und Fürstentum
Liechtenstein (VOF) zu verstehen. Die darin enthaltenen Bestimmungen
sind als kantonale ausländerrechtliche Abweichungen von den geltenden
Sozialhilfebestimmungen zu interpretieren. Nach Auffassung des
streitberufenen Verwaltungsgerichts hat die besagte Verordnung durchaus
ihre Berechtigung vor dem Hintergrund, dass die SKOS-Richtlinien im Jahr
2005 überarbeitet worden sind im Sinne von tieferen Pauschalen und
stärkerer Berücksichtigung des Einzelfalls; wegen der tieferen Pauschalen
bestand nämlich nachvollziehbar die berechtigte Befürchtung, dass es
nach dem erfolgten Familiennachzug vermehrt zur Sozialhilfeabhängigkeit
der betreffenden Ausländerfamilien kommen würde; noch überzeugender
erscheint die Überlegung, dass es für eine erfolgreiche Integration von
Ausländern etwas mehr braucht als das SKOS-Minimum, da bei zu
knappen finanziellen Mitteln die Ausländer von der Teilnahme am
Gesellschaftsleben ausgeschlossen werden, was wiederum ihre
Integrationschancen einschränkt. Weiter wird seitens des
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Beschwerdegegners plausibel dargelegt, dass ein gewisser Schematismus
notwendig sei, einerseits, um die Berechnung zu erleichtern, anderseits
aber auch, um eine Gleichbehandlung zu erreichen und zu verhindern,
dass Gesuchstellende nicht den Wohnsitz wechselten, um von für sie
günstigeren Konditionen für den Familiennachzug zu profitieren. Diese
Überlegungen sind allesamt nicht zu beanstanden; dennoch darf nicht
ausser Acht gelassen werden, dass diese Richtlinien bzw.
Ausführungsbestimmungen bezüglich demokratischer Legitimation Fragen
aufwerfen und jedenfalls in ihrer Anwendung nicht höherrangigem Recht
widersprechen dürfen. In erster Linie richtet sich der Blick auf Art. 44 des
Bundesgesetzes über die Ausländerinnen und Ausländer (AuG; SR
142.20). Dieser Gesetzesartikel (samt Marginale) lautet im Einzelnen wie
folgt:
Art. 44 - Ehegatten und Kinder von Personen mit Aufenthaltsbewilligung
Ausländischen Ehegatten und ledigen Kindern unter 18 Jahren von Personen mit Aufenthaltsbewilligung kann eine Aufenthaltsbewilligung erteilt werden, wenn: a. sie mit diesen zusammenwohnen; b. eine bedarfsgerechte Wohnung vorhanden ist, und c. sie nicht auf Sozialhilfe angewiesen sind.
2.3. Soweit für das streitberufene Gericht ersichtlich, hat sich das
Bundesgericht selber noch nicht direkt zur Anwendbarkeit oder
Nichtanwendbarkeit der VOF bzw. der kantonalen
Ausführungsbestimmungen geäussert. Das Bundesrecht stellt allerdings
klarerweise auf die Sozialhilfe – so wie in Art. 44 lit. c AuG formuliert – ab
und nicht auf Sozialhilfe plus Integrationszuschläge, auch wenn es
Abweichungen davon nicht grundsätzlich auszuschliessen scheint. So warf
das Bundesgericht mit Urteil 2C_685/2010 vom 30. Mai 2011 E.2.3.3 dem
Verwaltungsgericht des Kantons Thurgau vor, nicht begründet zu haben,
weshalb es in seiner Berechnung des Lebensunterhaltes nebst dem
Grundbedarf für 2 Personen von Fr. 1'550.-- auch noch eine
Ergänzungspauschale in der Höhe von Fr. 452.-- gewährt habe (vgl. zu den
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identischen Zahlen: Art. 3 Abs. 1 lit. b und Art. 4 Abs. 1 lit. b VO [BR
618.120]). Daraus lässt sich nach Auffassung des streitberufenen
Verwaltungsgerichts unschwer ableiten, dass das Bundesgericht
Integrationszuschläge unter dem Titel Sozialhilfe zwar nicht von vornherein
ablehnt, für diese jedoch bezogen auf den konkreten Einzelfall stets eine
plausible und nachvollziehbare Begründung verlangt. Laut den zwei
zitierten Bestimmungen der besagten Verordnung wird der Grundbedarf für
einen 3-Personenhaushalt auf Fr. 1'884.-- und der Ergänzungsbedarf für 3
Personen auf Fr. 609.-- beziffert. Aufgrund der ungenügenden bzw.
zumindest demokratisch fraglichen Legitimation des Zustandekommens
der VO (samt VOF) und damit eben auch ihrer materiellen Verbindlichkeit
gilt es aus Sicht des Gerichts aber noch festzuhalten, dass eine rein
schematische Aufrechnung der Pauschalen einer gerichtlichen
Überprüfung nicht standhalten würde. Vielmehr müssen die jeweils
eingesetzten Pauschalen allesamt im Einzelfall auch begründet werden
können. Ausserdem muss aufgezeigt und überzeugend dargetan werden,
weshalb im Einzelfall nicht davon abgewichen wird, sofern der betroffene
Ausländer entsprechende Argumente hierfür vorbringt. Vorliegend ist dies
zwar weder bezüglich des pauschalisierten Grundbedarfs (Fr. 1'884.--)
noch des Ergänzungsbedarfs (Fr. 609.--) für 3 Personen
(Beschwerdeführer mit Ehefrau und Kind) der Fall, jedoch bezüglich der
vom Beschwerdegegner pauschal eingesetzten Lohngestehungskosten
von Fr. 250.-- zu Lasten des Beschwerdeführers. Jedenfalls ist für das
Gericht nicht erkennbar/erklärbar, wieso und inwiefern dem
Beschwerdeführer – dem ausser seinen Stiefeln sämtliche Kleider und
Arbeitsgeräte in der C._ von der Arbeitgeberin zur Verfügung gestellt
werden und der am Arbeitsort in O.1._ gleichzeitig auch noch wohnt –
Lohngestehungskosten von Fr. 250.-- pro Monat bzw. Fr. 3'000.-- pro Jahr
entstehen sollten. Bei einem schematisch gesamthaft resultierenden Defizit
müsste unter dieser pauschal eingesetzten Ausgabenposition deshalb
noch eine angemessene Reduktion erfolgen, um die effektiven
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Verhältnisse beim notwendigen/anrechenbaren Berufsaufwand möglichst
wahr und klar, d.h. individuell korrekt abzubilden.
2.4. Laut Auffassung des streitberufenen Verwaltungsgerichts entscheidet sich
der vorliegende Fall aber gar nicht an der Frage, ob und wie die kantonalen
Ausführungsbestimmungen der VO BR 618.120 anzuwenden sind.
Vielmehr fällt die Bedarfsrechnung selbst in völlig schematischer
Aufrechnung der strittigen Pauschalen zu Gunsten des Beschwerdeführers
aus, wie nachfolgende Gegenüberstellung (Auslagen/Einnahmen) belegt:
Der Bedarf nach Art. 3 ff. VO BR 618.120 (vgl. auch Beschuss der Bündner
Regierung vom 29. Mai 2007, Protokoll Nr. 665, Ziff. 4.2 S. 5 ff., mit
Bemerkungen zu den einzelnen Bestimmungen) berechnet sich nämlich
schematisch – unter Berücksichtigung offensichtlicher Fehlpositionen wie
der tatsächlich viel tieferen Lohngestehungskosten – folgendermassen:
A) Ausgabenseite
Grundbedarf 3 Personen (Art. 3 VO) Fr. 1'884.--
Ergänzungsbedarf 3 Personen (Art. 4 VO) Fr. 609.--
Mietzins (laut Mietvertrag 30.08.2016) Fr. 790.--
Plus Miet-Nebenkosten – vom Gericht 'festgelegt' Fr. 200.--
Kranken- u. Unfallversicherung (inkl. Prämienverbilligung) Fr. 510.--
Lohngestehungskosten – vom Gericht 'festgelegt' Fr. 50.--
Total Fr. 4'043.--
B) Einnahmenseite
Monatliches Nettoeinkommen Fr. 3'750.95
(laut Lohnabrechnungen 7/2017, 1-3/2018 zzgl. 13 Mt.)
Kinderzulagen nach Familiennachzug Fr. 220.--
Hauswartlohn (laut Arbeitsvertrag 01.07.2017) Fr. 188.--
Total Fr. 4'158.95
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Es resultiert folglich in einer Gesamtschau ein Überschuss von Fr. 115.95
zu Gunsten des Beschwerdeführers, womit die Gefahr einer
Sozialhilfeabhängigkeit laut Art. 44 lit. c AuG verneint werden kann und die
Voraussetzungen für den Familiennachzug als erfüllt angesehen werden
dürfen.
2.5. Zur Richtigkeit dieser Gesamtbeurteilung ist ergänzend noch festzuhalten,
auf der Ausgabenseite,
- dass der eingesetzte Grundbedarf und Ergänzungsbedarf unverändert
den jeweiligen Pauschalen für 3 Personen nach Art. 3 f. VO entspricht,
- dass der angerechnete Mietzins auf dem Mietvertrag für Wohnräume
vom 30. August 2016 (s. beschwerdegegnerische Akten [Bg-act.] II/5)
und nicht auf dem Mietvertrag EFH vom 18. Mai 2016 mit dem höheren
monatlichen Netto-Mietzins von Fr. 1'200.-- (Bg-act. I/10) beruht,
- dass das Gericht die Mietnebenkosten mit Fr. 200.-- veranschlagt, da
die Warmwasser-/Heizkosten und Antennen-/Kabelfernsehgebühren
zur 'Mietersache' erklärt wurden und das Mietobjekt (3-Zi-Wohnung im
EG möbliert für max. 6 Personen mit eigener Waschmaschine) eine
ältere Liegenschaft (MFH) direkt an der Strasse betrifft (Bg-act. II/5),
- dass die eingesetzten Kosten für die Kranken- und Unfallversicherung
(inkl. Prämienverbilligung) nach Art. 6 Abs. 2 VO übernommen werden
(anerkannt durch Beschwerdegegner im angefochtenen Entscheid auf
Seite 12; somit Grundprämien für 3 Personen Fr. 510.-- inkl. PV),
- dass von der Pauschale betreffend Lohngestehungskosten (Fr. 250.--
laut Art. 8 VO) konkret abzuweichen ist und die Selbstanschaffung von
Gummistiefeln (Kaufpreis Fr. 50.--) berücksichtigt wird, sowie
auf der Einkommensseite,
- dass das monatliche Nettoeinkommen anhand der letzten 4 bekannten
Gehaltszahlungen (Juli 2017 Fr. 3'454.05 – vgl. beschwerdeführerische
Akten [Bf-act.] 1; Januar 2018 Fr. 3'457.55 [Bf-act. 9]; Februar 2018 Fr.
3'485.60 [Bf-act. 10], März 2018 Fr. 3'452.40 [Bf-act. 11]) im Schnitt
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einen Monatsverdienst von Fr. 3'462.40 ergibt, unter Einbezug des 13.
Mtl. (Fr. 3'462.40 x 13 : 12) derselbe auf Fr. 3'750.95 steigt,
- dass der erwerbstätige Beschwerdeführer für die minderjährige Tochter
nach dem Familiennachzug Anspruch auf Kinderzulagen nach Art. 4
Abs. 2 des Gesetzes über Kinderzulagen (KFZG; BR 548.100) hat,
- dass der Hauswartlohn ab 1. Juli 2017 (Bf-act. 5) miteinzubeziehen ist.
2.6. Erwähnenswert erscheint dem Gericht auf der Einkommensseite zudem,
dass der Beschwerdeführer in den Jahren 2012-2017 aufgrund der guten
Geschäftsergebnisse der Arbeitgeberin zusätzlich jeweils 'Sonderprämien'
von Fr. 500.--, Fr. 800.--, Fr. 1'000.--, Fr. 750.-- [davon Gutschein im Wert
von Fr. 100.--] und Fr. 900.-- [inkl. Gutschein Fr. 100.--] ausbezahlt erhielt
(so Bf-act. 3). Da es sich bei diesen Prämien aber um keine gesetzlichen
Lohnbestandteile mit Leistungsanspruch handelt, sondern vielmehr um
eine Art "freiwilliger Gratifikationsbonus" der Arbeitgeberin, dürfen diese
Geldeinnahmen – obschon für die Bestreitung des Lebensunterhalts sehr
willkommen - vorliegend nicht zu Gunsten des Beschwerdeführers
angerechnet werden. Hinzu kommt, dass die Ehefrau des
Beschwerdeführers nach ihrem Familiennachzug selbstverständlich
ebenfalls noch ein kleineres Einkommen (in der Grössenordnung zwischen
Fr. 100.-- bis Fr. 300.--pro Monat) zu erzielen im Stande sein sollte.
Namentlich als Reinigungskraft bzw. Putzfrau (Bg-act. I/22) in der
fraglichen Tourismusgemeinde mit einem Zweitwohnungsanteil von über
20 % (vgl. Anhang1 zur Verordnung über Zweitwohnungen [SR 702]:
Gemeindenummer 3911) besteht nach Auffassung des Gerichts durchaus
eine realistische Erfolgschance, noch zusätzliches Einkommen für die
ganze Familie generieren zu können. Laut Statistik gibt es in der
betreffenden Gemeinde 10 erfasste Hotelbetriebe, 542 vorhandene Betten
und die Anzahl Logiernächte belief sich im Kalenderjahr 2016 auf total
35'441 Übernachtungen (vgl. Durchblick 2017 [der GKB] - Graubünden in
Zahlen, Tabelle 2, Seite 45). Ferner weist diese Gemeinde 126
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Dienstleistungsbetriebe und 32 Gewerbetriebe auf (Seite 44). Potentielle
Arbeits- und Erwerbsmöglichkeiten sind für die Ehefrau des
Beschwerdeführers demnach vorhanden, zumal die heute bereits 9-jährige
Tochter möglichst rasch eingeschult werden sollte, was einerseits eine
engmaschige Betreuung durch das geschulte Fachlehrpersonal zum
Wohle des Kindes zur Folge haben wird, andererseits der dadurch
entlasteten Ehefrau des Beschwerdeführers umgekehrt aber auch die
Möglichkeit bieten wird, die entsprechend frei gewordenen Zeitfenster
selber zur Stellensuche zwecks (Neben-) Erwerbstätigkeit zu nutzen. In
dieser Hinsicht sei hier einzig noch hervorgehoben, dass sich die Ehefrau
des Beschwerdeführers nachweislich selbst schon aktiv um eine möglichst
gute und schnelle Integration im Gastland Schweiz bemüht hat, indem sie
doch schon in ihrem Herkunftsland X._ versuchte, deutsch zu lernen,
und zu diesem Zwecke auch entsprechende Kurse besuchte (s. Bg-act.
I/42). Diese Begebenheit zeigt deutlich auf, dass es dem Beschwerdeführer
und seiner Ehefrau ernst ist, sich möglichst rasch und gut in den für sie
fremden Kulturkreis einzugliedern. Das Gericht geht deshalb davon aus,
dass der Beschwerdeführer – nicht zuletzt aufgrund seines bisherigen
beruflichen Werdegangs im Gastland Schweiz – wie auch seine Ehefrau
künftig alles daransetzen werden, ihrer neuen Heimat keine finanziellen
Probleme zu bereiten bzw. auf keinen Fall Sozialhilfeempfänger zu werden.
Sollte sich diese positive Prognose – entgegen aller Vorzeichen und
Annahmen – wider Erwarten nicht bewahrheiten, ist es dem
Beschwerdegegner natürlich unbenommen, die entsprechende
Aufenthaltsbewilligung in Sachen Familiennachzug zu gegebener Zeit
nochmals zu prüfen und notfalls sogar zu widerrufen. Beim gegenwärtigen
Erkenntnisstand besteht jedoch kein hinreichender Grund, um am festen
Willen und den Fähigkeiten des Beschwerdeführers und seiner Gattin zu
zweifeln, dass sie ihren Lebensunterhalt künftig nicht aus eigener Kraft
bestreiten können und somit eben kein Risiko für eine finanzielle Belastung
der öffentlichen Hand darstellen. Eine Sozialhilfeabhängigkeit nach Art. 44
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lit. c AuG ist daher – nebst den Berechnungen in E. 2.4 und E. 2.5 hiervor
– auch unter diesen weiteren Gesichtspunkten für eine
'erfolgversprechende Integration' zu verneinen. Infolgedessen steht dem
Familiennachzug auch materiell nichts im Wege.
2.7. Der angefochtene Entscheid vom 22. Juni 2017 ist damit nicht rechtens,
was zu seiner Aufhebung und zur Gutheissung der Beschwerde vom 24.
Juli 2017 und Rückweisung der Sache an den Beschwerdegegner zur
Erteilung der beantragten Bewilligung für den Familiennachzug führt.
3.1. Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Gerichtskosten gestützt auf
Art. 73 Abs. 1 VRG dem Beschwerdegegner aufzuerlegen. Aufgrund
vergleichbarer Fälle (so etwa VGU U 16 56 vom 25. Januar 2017) erhebt
das Gericht praxisgemäss auch vorliegend eine Staatsgebühr von Fr.
1'500.--.
3.2. Aussergerichtlich hat der Beschwerdegegner den anwaltlich vertretenen
und obsiegenden Beschwerdeführer für die 'notwendig verursachten
Kosten' nach Art. 78 Abs. 1 VRG überdies zu entschädigen. Die
Honorarnote des Anwalts des Beschwerdeführers vom 11. September
2017 (im Sachverhalt Ziff. 10, hiervor) enthielt ein Rechnungstotal von Fr.
3'207.50 (bestehend aus: Arbeits-/Zeitaufwand von 11.8 Std. à Fr. 250.--
/Std. [ergibt Fr. 2'950.--] plus Kleinspesen [Fr. 19.90] sowie MWST 8 % [Fr.
237.60]). Diese Honorarrechnung für die Auslagen vor Verwaltungsgericht
muss indessen noch etwas gekürzt werden, da keine separate
Honorarvereinbarung im Recht liegt (vgl. Vollmacht vom 25. Juli 2016),
woraus sich ein Stundenansatz von Fr. 250.-- ergäbe. Laut Art. 3 Abs. 1
der Verordnung über die Bemessung des Honorars der Rechtsanwältinnen
und Rechtsanwälte (Honorarvereinbarung [HV]; BR 310.250) gilt in
Graubünden ein Stundenansatz von Fr. 240.-- als üblich. Vorliegend
besteht kein Grund, von dieser Regel abzuweichen. Das Gericht erachtet
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vorliegend deshalb eine Parteientschädigung von total Fr. 3'080.05
(bestehend aus: 11.8 Std. à Fr. 240.--/Std. [Fr. 2'832.--] zzgl. Spesen [Fr.
19.90] und MWST 8 % [Fr. 228.15]) für angemessen und gerechtfertigt.
3.3. Es bleibt noch die Kosten- und Entschädigungsfrage im Vorverfahren zu
klären. Der Beschwerdegegner hat nämlich beantragt, dass die
Verfahrenskosten selbst bei Gutheissung der Beschwerde vom
Beschwerdeführer zu tragen seien, falls die seitherige Entwicklung des
Sachverhalts der Grund für die Gutheissung und somit für die Aufhebung
des angefochtenen Entscheids sei. Richtig ist, dass der Beschwerdeführer
erst nach dem angefochtenen Entscheid vom 22. Juni 2017 ein
zusätzliches Einkommen aus dem Hauswartungsvertrag (Fr. 188.--) seit
dem 1. Juli 2017 (Bf-act. 5) und eine Ausgabenreduktion in Form der
Senkung der Quellensteuern (ehemals Fr. 270.25 [Bg-act. I/9]; neu Fr.
54.50 [Bf-act. 1, 9, 10, 11]) geltend gemacht hat. Diese neuen
Sachverhaltselemente waren zweifellos Gründe dafür, weshalb letztlich ein
kleiner Überschuss in der Gesamtabrechnung zugunsten des
Beschwerdeführers und somit rechnerisch nicht eine Minusdifferenz/ein
Manko von ursprünglich Fr. 903.05 (Bg-act. I/23) resultierte. Diese
Differenz wurde im angefochtenen Entscheid immerhin insofern verringert,
als der Beschwerdegegner im Gegensatz zum Amt für Migration und
Zivilrecht nicht mehr von Mietkosten EFH von Fr. 1'200.--, sondern korrekt
von tieferen Mietzinskosten von Fr. 790.-- (ohne Nebenkosten) ausging.
Umgekehrt hätte der Beschwerdegegner in Anlehnung an das
Bundesgericht aber durchaus die eine oder andere
Aufrechnungspauschale - namentlich die pauschal mit Fr. 250.-- viel zu
hoch angesetzten Lohngestehungskosten – von sich aus bereits
reduzieren können. Zudem hätte es für ihn bereits zum Zeitpunkt seines
Entscheids gute Gründe gegeben, wenigsten ein Teileinkommen der
Ehefrau des Beschwerdeführers in die Gesamtabrechnung einfliessen zu
lassen. Selbst ohne diese Korrekturen hätte der Beschwerdegegner jedoch
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aufgrund des nur geringen Defizits von höchstens Fr. 200.-- eine
Interessensabwägung nach Art. 13 BV bzw. Art. 8 EMRK (Schutz des
verfassungs- und vertragskonform garantierten Privat-/Familienlebens;
Recht auf Einheit der Familie) vornehmen müssen, welche tendenziell eher
zu Gunsten des Familiennachzugs ausgegangen wäre. Alle diese
Argumente und Gegenargumente lassen eine Berücksichtigung bei der
vorinstanzlich neu festzulegenden Kosten- und Entschädigungsfolge zu.
Trotz Gutheissung der Beschwerde und Aufhebung des strittigen
Entscheids erachtet das Gericht eine hälftige Kostenaufteilung zwischen
den Parteien im Vorverfahren folgerichtig als angezeigt. Dasselbe gilt für
die aussergerichtliche Entschädigung im Vorverfahren, da erst der
nachträglich angepasste Sachverhalt betreffend 'Zusatzverdienst und
Steuerreduktion' zur Gutheissung der Beschwerde geführt hat.
Ausgangspunkt für eine Halbierung der vorinstanzlichen Verfahrenskosten
ist Ziff. 3 des Dispositivs im angefochtenen Entscheid vom 22. Juni 2017,
worin dem Beschwerdeführer Verfahrenskosten von insgesamt Fr. 1'258.-
- auferlegt wurden. Für die Ermittlung der ausseramtlichen Entschädigung
ist auf die Honorarnote vom 2. Mai 2017 in der Höhe von Fr. 2'217.80 (mit
Std.-Ansatz Fr. 220.--) abzustellen, Eine Halbierung dieser geltend
gemachten Entschädigung ist somit ebenfalls gerechtfertigt.