# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 038e224a-b4f7-4ab0-b101-501c12d970c1
**Court:** SG_VGN
**Chamber:** SG_VGN_001
**Year:** 2015
**Language:** de
**Jurisdiction:** SG / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Das Verwaltungsgericht stellt fest:
A. Die St. Gallisch-Appenzellische Kraftwerke AG schrieb am 23. Februar 2015
die Lieferung von NH-Sicherungs-Lastschaltleisten für eine Vertragsdauer von drei
Jahren mit der Option einer Verlängerung bis maximal fünf Jahre im offenen Verfahren
aus (ABl 2015 S. 475 f.; Ziffer 3.2 der Ausschreibungsunterlagen, act. 2/8). Die zu
offerierenden Preise für alle Bestellungen bis 31. Dezember 2016 sollten sich als
Festpreise verstehen; für die restliche Vertragsdauer war eine „verbindliche
Preisgleitklausel anzugeben“ und „zu erläutern“ (Ziffer 3.2 der
Ausschreibungsunterlagen, act. 2/8). Innert der bis 30. März 2015, 10.00 Uhr, offenen
Eingabefrist gingen vier Angebote von vier Anbietern ein, unter anderem jene der
PFISTERER SEFAG AG und der Hager AG. Während die Hager AG für eine fixe
jährliche, in der Höhe von der Vertragsdauer unabhängige Summe offerierte (act. 7/4
Seite 4), ging die PFISTERER SEFAG AG bei der Festsetzung der jährlichen
Anschaffungskosten von einem Rabatt von 25 Prozent bei einer fünfjährigen
Vertragsdauer sowie einem an der Unterschreitung des €-Kurses von CHF 1.20
ausgerichteten „€-Rabatt“ aus (bis 31. Dezember 2016 von einem €-Kurs von CHF 1.07
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ausgehend 11 Prozent, anschliessend aktuell angepasst; act. 7/2 Seite 1). Die St.
Gallisch-Appenzellische Kraftwerke AG vergab den Auftrag mit Verfügung vom 13. April
2015 zum Preis von CHF 111‘005 pro Jahr ohne Mehrwertsteuer an die Hager AG (act.
2/2), deren Angebot bei allen Zuschlagskriterien mit der Bestnote bewertet worden war
(100 Prozentpunkte, act. 2/10).
B. Die PFISTERER SEFAG AG (Beschwerdeführerin), deren Angebot zum Preis
von CHF 483‘558.75 für fünf Jahre, entsprechend CHF 96‘711 pro Jahr ohne
Mehrwertsteuer mit 92,2 Prozentpunkten bewertet worden war und den zweiten Rang
erreicht hatte (act. 2/10), erhob gegen die am 28. April 2015 mit B-Post versandte
Zuschlagsverfügung der St. Gallisch-Appenzellischen Kraftwerke AG (Vorinstanz) mit
Eingabe ihres Rechtsvertreters vom 11. Mai 2015 Beschwerde beim
Verwaltungsgericht mit den Anträgen, unter Kosten- und Entschädigungsfolge sei die
angefochtene Verfügung aufzuheben und der Zuschlag ihr zu erteilen, eventualiter die
Angelegenheit zur Neubeurteilung der Angebote und zum Zuschlag an sie an die
Vorinstanz zurückzuweisen. Das von der Beschwerdeführerin gleichzeitig gestellte
Gesuch, der Beschwerde sei die aufschiebende Wirkung zu erteilen, hiess der
Vizepräsident des Verwaltungsgerichts am 21. Mai 2015 gut.
Bereits im Verfahren betreffend die aufschiebende Wirkung beantragte die Vorinstanz
mit Vernehmlassung vom 15. Mai 2015 die Abweisung der Beschwerde. Die Hager AG
liess sich am 29. Juni 2015 zur Beschwerde vernehmen ausdrücklich ohne eigene
Anträge zu stellen. Die Beschwerdeführerin nahm am 31. August 2015 Stellung zu den
Vernehmlassungen der Vorinstanz und der Beschwerdegegnerin. Die Vorinstanz
äusserte sich dazu am 11. September 2015.
Auf die Ausführungen der Verfahrensbeteiligten und die Akten wird, soweit wesentlich,

## Considerations

in den Erwägungen eingegangen.
Darüber zieht das Verwaltungsgericht in Erwägung:
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1. Die St. Gallisch-Appenzellische Kraftwerke AG bezweckt die Versorgung der
Kantone St. Gallen, Appenzell-Ausserrhoden und Appenzell-Innerrhoden mit
elektrischer Energie (Internet-Auszug aus dem Handelsregister des Kantons St. Gallen).
Ihr Aktienkapital steht vollumfänglich im Eigentum dieser drei Kantone (vgl. IV.
Nachtrag zum Energiegesetz, Botschaft und Entwurf der Regierung vom 28. Juni 2011,
in: ABl 2011 S. 1856 ff., S. 1867). Der Kanton St. Gallen hat in Art. 21 Ingress und lit. a
seiner Verfassung (sGS 111.1, KV) die Sicherung der Versorgung mit Energie als
Staatsziel festgesetzt und damit zur öffentlichen Aufgabe erklärt (vgl. dazu
Schaffhauser/Uhlmann, in: Ehrenzeller/ Schindler/Schweizer/Vallender [Hrsg.], Die
schweizerische Bundesverfassung, St. Galler Kommentar, 3. Aufl. 2014, N 8 zu Art. 89
der Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft; SR 101, BV). Deshalb
untersteht die Vorinstanz als Trägerin einer kantonalen Aufgabe mit Sitz in St. Gallen
gemäss Art. 2 Abs. 1 Ingress und lit. c des Einführungsgesetzes zur Gesetzgebung
über das öffentliche Beschaffungswesen (sGS 841.1, EGöB) in Verbindung mit Art. 8
Abs. 2 Ingress und Ziffer 1 der Interkantonalen Vereinbarung über das öffentliche
Beschaffungswesen (sGS 841.32, IVöB) den interkantonalen und den st. gallischen
Regeln des öffentlichen Beschaffungsrechts (vgl. dazu Galli/Moser/Lang/Steiner, Praxis
des öffentlichen Beschaffungsrechts, 3. Aufl. 2013, Rz. 143). Die ausgeschriebene
Leistung betrifft die Lieferung elektrotechnischer Netzkomponenten. Sie dient der
Sicherung der Energieversorgung und steht nicht im Zusammenhang mit einer
kommerziellen oder industriellen Tätigkeit der Vorinstanz im Sinn von Art. 8 Abs. 2
Ingress und Ziffer 1 IVöB. Das Verwaltungsgericht ist dementsprechend zum Entscheid
in der Sache zuständig (Art. 5 Abs. 2 EGöB). Die Beschwerdeführerin, deren nicht
berücksichtigtes Angebot nach jenem der Zuschlagsempfängerin den zweiten Rang
erreichte, hat grundsätzlich eine reelle Chance auf den Zuschlag und ist deshalb zur
Erhebung der Beschwerde befugt (Art. 64 in Verbindung mit Art. 45 Abs. 1 des
Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege; sGS 951.1, VRP). Die Beschwerde wurde
mit Eingabe vom 11. Mai 2015 rechtzeitig erhoben und erfüllt die inhaltlichen und
formellen Anforderungen (Art. 15 Abs. 3 IVöB). Auf die Beschwerde ist einzutreten.
2. Die Beschwerdeführerin beanstandet unter anderem die Bewertung ihres
Angebotes nach dem Preiskriterium. Sie hat entsprechend den Vorgaben in Ziffer 3.2
der Ausschreibungsunterlagen bis 31. Dezember 2016 einen Festpreis unter
Berücksichtigung eines Rabatts von 25 Prozent bei einer fünfjährigen beziehungsweise
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von 15 Prozent bei einer dreijährigen Vertragsdauer und einem „€-Rabatt“ von elf
Prozent (Differenz des €-Kurses von CHF 1.07 zum Kurs von CHF 1.20) offeriert. Für
die folgenden Jahre sollte sich der „€-Rabatt“ jeweils nach der aktuellen Abweichung
zum €-Kurs von CHF 1.20 richten. Die Beschwerdeführerin ist insoweit der
Umschreibung des Preiskriteriums in den Ausschreibungsunterlagen nachgekommen,
für die Vertragsdauer ab 2017 eine verbindliche Preisgleitklausel anzugeben und zu
erläutern. Demgegenüber hingen die von der Beschwerdegegnerin und den beiden
weiteren Anbietern offerierten jährlichen Anschaffungskosten nicht von der
Vertragsdauer ab und enthielten auch keine andere „verbindliche Preisgleitklausel“.
Diese Anbieter haben sich nach der Umschreibung der Vertragsbedingungen in Ziffer
3.1 der Ausschreibungsunterlagen gerichtet, wonach die im Angebot des
Unternehmers beschriebenen Leistungen in ihrer Gesamtheit ein funktionsfähiges und
betriebssicheres System „zu einem pauschalen Festpreis“ bilden.
Die Ausschreibung gilt gemäss Art. 15 Abs. 2 Ingress und lit. a IVöB als anfechtbare
Verfügung. Konnte sie selbständig angefochten werden, so darf auf sie im Anschluss
an den Zuschlag nicht mehr zurückgekommen werden. Es verstiesse gegen Treu und
Glauben, wenn ein Anbieter, der sich auf ein Submissionsverfahren eingelassen hat,
obwohl er die von ihm als ungenügend erachtete Umschreibung der Zuschlagskriterien
in der Ausschreibung hätte anfechten können, noch in diesem Zeitpunkt dagegen
Beschwerde führen könnte (BGer 2P.222/1999 vom 2. März 2000 E. 3a mit Hinweis auf
BGE 125 I 203; VerwGE B 2011/22 vom 12. April 2011 E. 2.1, www.gerichte.sg.ch;
GVP 2001 Nr. 20 nach vorbehaltloser Einlassung auf eine unangekündigte
Abgebotsrunde). Wer vorbehaltlos die Ausschreibungs- und Einladungsunterlagen
akzeptiert und diese zur Grundlage seines Angebots macht, dem ist es verwehrt, nach
einem für ihn negativen Ausgang des Verfahrens Mängel der Einladung zu rügen (vgl.
VerwGE B 2003/230 vom 23. April 2004 E. 4b/bb mit Hinweisen auf weitere
Rechtsprechung, www.gerichte.sg.ch).
Zwar haben weder die Beschwerdeführerin noch die anderen Anbieter die
Ausschreibung und die Ausschreibungsunterlagen beanstandet. Eine Ausschreibung
kann aber Anordnungen enthalten, deren volle Bedeutung und Tragweite auch bei
objektiver Betrachtungsweise noch wenig klar ist und sich für die Interessenten erst im
Verlauf des weiteren Verfahrens mit genügender Eindeutigkeit ergeben, wobei die
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Anfechtungsmöglichkeit in einem späteren Verfahrensabschnitt, gegebenenfalls sogar
erst im Rahmen der Zuschlagsverfügung erhalten bleibt (vgl. VerwGE B 2010/156 vom
14. Oktober 2010 E. 2.4 mit Hinweis, www.gerichte.sg.ch). Dementsprechend muss es
auch im Beschwerdeverfahren gegen die Zuschlagsverfügung möglich sein, auf die
Ausschreibung zurückzukommen. Dies muss insbesondere dann gelten, wenn sich
erweist, dass eine den vergaberechtlichen Grundsätzen entsprechende Bewertung der
konkret vorliegenden Angebote nach den festgelegten Zuschlagskriterien nicht möglich
ist.
3. Gemäss Art. 1 Abs. 3 Ingress und lit. b IVöB bezwecken die Regeln zum
öffentlichen Beschaffungswesen die Gewährleistung der Gleichbehandlung aller
Anbieterinnen und Anbieter sowie einer unparteiischen Vergabe. Der Auftraggeber prüft
die Angebote dementsprechend gemäss Art. 31 Abs. 1 VöB nach einheitlichen
Kriterien.
3.1. Mit Blick auf die konkret eingegangenen Angebote erweist sich die
Ausschreibung der Vorinstanz hinsichtlich der Umschreibung des zu offerierenden
Preises als nicht praktikabel. Mit Ausnahme der Beschwerdeführerin haben sämtliche
Anbieter einzig jährliche in der Höhe von der Vertragsdauer unabhängige
Anschaffungskosten offeriert. Sie haben sich damit an den in Ziffer 3.1 der
Ausschreibungsunterlagen festgehaltenen Grundsatz gehalten, dass die Leistungen ein
System „zu einem pauschalen Festpreis“ bilden sollen. Hätte sich die
Beschwerdeführerin in ihrem Angebot ebenfalls nach dieser Bestimmung gerichtet,
wäre eine den Grundsatz der Gleichbehandlung gewährleistende Bewertung der
Angebote ohne weiteres möglich gewesen.
Das Angebot der Beschwerdeführerin verletzt allerdings die Bedingungen in den
Ausschreibungsunterlagen ebenfalls nicht. Ziffer 3.2 der Vertragsbedingungen lässt die
Einreichung von Angeboten mit einer „verbindlichen Preisgleitklausel“, die „zu
erläutern“ ist, zu. Der Begriff der Preisgleitklausel wird ebenso wenig umschrieben wie
der Begriff „verbindlich“. Nach dem allgemeinen Sprachgebrauch dienen
Preisgleitklauseln unter anderem dazu, den in Rechnung gestellten Preis in einem
späteren Lieferzeitpunkt an veränderte Lohn- und Rohstoffkosten anzupassen (vgl.
beispielsweise http://wirtschaftslexikon. gabler.de). Der von der Beschwerdeführerin
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offerierte „€-Rabatt“ dient einer solchen Anpassung, indem er bei Bestellungen ab 1.
Januar 2017 die Differenz zwischen einem €-Kurs von CHF 1.20, auf welchem offenbar
die Preiskalkulation der Beschwerdeführerin beruht, zu einem tatsächlichen tieferen €-
Kurs an die Bestellerin weitergegeben und „als Rechnungsrabatt“ ausgewiesen werden
soll. Die Preisgleitklausel der Beschwerdeführerin ist damit verbindlich und ausreichend
erläutert. Damit hat die Beschwerdeführerin, indem sie einen variablen „€-Rabatt“
offeriert hat, jedenfalls die Ausschreibungsbedingungen nicht verletzt. Da aber der
Preis in der absoluten Höhe für die Zukunft nicht bestimmbar ist, ist ein Vergleich mit
den übrigen Angeboten nicht möglich. Insbesondere ist nicht auszuschliessen, dass –
anders als die Vorinstanz angenommen hat – der €-Kurs während der Vertragsdauer
auch unter CHF 1.07 fällt. Deshalb kann auch nicht davon ausgegangen werden, die
Vorinstanz habe das Angebot der Beschwerdeführerin so günstig wie möglich beurteilt.
3.2. Da gemäss Art. 34 Abs. 1 VöB das wirtschaftlich günstigste Angebot den
Zuschlag erhält und die Kriterien zu dessen Ermittlung in Art. 34 Abs. 2 VöB nicht
abschliessend aufgezählt sind, darf es nicht ausgeschlossen sein, dass in einer
Ausschreibung, mit welcher ein Liefervertrag für die Dauer mehrerer Jahre vergeben
werden soll, Änderungen von Produktionskosten und Einstandspreisen Rechnung
getragen wird. Da allerdings solche Kostenänderungen anbieterbezogen variieren und
nicht vorhergesehen werden können, kann eine Preisgleitklausel regelmässig nicht im
Rahmen des Preiskriteriums, bei dem es sich in der Regel um das einzige ziffernmässig
genau feststellbare beziehungsweise messbare Kriterium handelt (vgl.
www.beschaffungswesen.sg.ch Vergabeverfahren/Zuschlag/Zuschlag Ziffer 6),
bewertet werden. Die Bewertung von Preisgleitklauseln muss deshalb unabhängig vom
Preiskriterium erfolgen. Beispielsweise kann in einem separaten und sachgerecht
gewichteten Unterkriterium danach gefragt werden, ob und in welchem Umfang
Reduktionen des Wechselkurses an die Vergabestelle weiter gegeben werden. Bei der
Bewertung kann danach abgestuft werden, ob überhaupt und wenn ja, in welchem
Umfang eine Abschwächung des CHF gegenüber einer ausländischen Währung bei der
Preisberechnung berücksichtigt wird.
3.3. Zusammenfassend ergibt sich, dass die Umschreibung des
Zuschlagskriteriums des Preises in der Ausschreibung der Vorinstanz mit Blick auf die
konkret eingegangenen Angebote nicht ohne Verletzung des vergaberechtlichen
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Grundsatzes der Gleichbehandlung der Anbieter gehandhabt werden kann.
Dementsprechend ist die angefochtene Zuschlagsverfügung der Vorinstanz vom 13.
April 2015 aufzuheben. Die Angelegenheit ist im Sinn der Erwägungen zur neuen
Ausschreibung an die Vorinstanz zurückzuweisen. Da die Beschwerdeführerin im
Rechtsmittelverfahren nicht nur die Aufhebung der angefochtenen Verfügungen,
sondern auch den Zuschlag an sie selbst anstrebte, entspricht dieses Ergebnis einer
teilweisen Gutheissung ihrer Beschwerde.
4. Aus verfahrensökonomischen Gründen ist es angezeigt, auf einzelne Rügen der
Beschwerdeführerin, soweit sie nicht die Angebotsbewertung betreffen, einzugehen.
4.1. Die Beschwerdeführerin macht geltend, mit der Berücksichtigung von
Umstellungs-/Einführungskosten habe die Vorinstanz ein neues (dazu nachfolgend
Erwägung 4.1.1) und unzulässiges (Teil-)Kriterium (dazu nachfolgend Erwägung 4.1.2)
geschaffen.
4.1.1. Gemäss Art. 1 Abs. 3 Ingress und lit. c IVöB bezweckt die Vereinbarung die
Sicherstellung der Transparenz der Vergabeverfahren. Das Transparenzgebot verlangt
keine vorgängige Bekanntgabe von Teilaspekten oder Kategorien, welche bloss der
Konkretisierung der publizierten Zuschlagskriterien dienen (vgl. BGer 2C_549/2011
vom 27. März 2012 E. 2.4 mit Hinweisen). Nach der bundesgerichtlichen
Rechtsprechung war deshalb beispielsweise mit Blick auf das Transparenzgebot nicht
zu beanstanden, dass bei der Bewertung der Angebote das Zuschlagskriterium
"Qualität" in die Teilaspekte "Referenzen", "Qualitätsmanagement", "Eigenleistung
beziehungsweise Subunternehmer", "Erfahrung des Schlüsselpersonals" und "Qualität
des Angebots" und das Zuschlagskriterium "Wiederverwendung des Belagfräsguts" in
die Teilaspekte "Aufzeigen neuer Verwendungsmöglichkeiten",
"Abnahmebestätigungen von Aufbereitungsanlagen" sowie "Materialbewirtschaftung
und ökologische Wiederverwendung" gegliedert wurden (vgl. BGer 2P.111/2003 vom
21. Januar 2004 E. 2.1.1 und 2.2).
In den Ausschreibungsunterlagen wurde das Preiskriterium mit „Anschaffungskosten/
Gesamtkosten“ umschrieben. Damit wird klar, dass es sich bei den
Anschaffungskosten und den Gesamtkosten nicht um dieselbe Grösse handelt,
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sondern dass noch weitere Kosten, bei denen es sich nicht um den Kaufpreis für die
ausgeschriebenen Gegenstände handelt, berücksichtigt würden. Wenn die Vorinstanz
in der Bewertungstabelle diesen zusätzlichen Aufwand als „Umstellungs-/
Einführungskosten“ bezeichnet hat, hat sie damit nicht ein neues (Teil-)Kriterium
geschaffen, sondern das bereits in den Ausschreibungsunterlagen differenziert
umschriebene Preiskriterium konkretisiert. Inwieweit Art. 34 Abs. 3 VöB, wonach
allfällige Unterkriterien im Rahmen der Ausschreibung bekannt zu geben sind,
strengere Voraussetzungen schafft (vgl. dazu VerwGE B 2011/191 vom 14. Februar
2012 E. 2.3, www.gerichte.sg.ch), kann offen bleiben.
4.1.2. Gemäss Art. 34 Abs. 1 VöB erhält das wirtschaftlich günstigste Angebot den
Zuschlag. Die Kriterien zu dessen Ermittlung sind in Art. 34 Abs. 2 VöB sehr weit
gefasst und nicht abschliessend aufgezählt. Gemäss Art. 34 Abs. 2 Ingress und lit. a
VöB ist insbesondere der Preis ein Kriterium für die Ermittlung des kostengünstigsten
Angebots. Grundsätzlich sollten alle Kostenkomponenten in dieselbe Preisbewertung
einfliessen, doch kann es sich rechtfertigen, Unterkriterien zu bilden, wenn aufgrund
der Natur des Auftrags für verschiedene Leistungen unterschiedliche Preisarten
beziehungsweise Verrechnungsmodelle zur Anwendung kommen sollen. Die
Gewichtung dieser Unterkriterien untereinander hat sodann den realen Verhältnissen
möglichst gut Rechnung zu tragen (vgl. M. Beyeler, Vergaberechtliche Urteile
2012-2013, in: Stöckli/Beyeler [Hrsg.], Das Vergaberecht der Schweiz, 9. Aufl. 2014, S.
467 ff., S. 558). Gemäss Art. 34 Abs. 2 Ingress und lit. f und m VöB können als
Zuschlagskriterium schliesslich die Betriebskosten und die Vereinbarkeit mit
technischen Systemen berücksichtigt werden. Ein Verstoss gegen die Erfordernisse
eines wirksamen Wettbewerbs, der Gleichbehandlung aller Anbieter oder einer
unparteiischen Vergabe (vgl. Art. 1 Abs. 2 und Art. 12 Abs. 1 lit. b IVöB) liegt erst dort
vor, wo ein nicht bestehender Kenntnisvorsprung behauptet oder ein an sich realer
Vorsprung zu stark gewichtet wird (vgl. BGer 2P.46 und 47/2005 vom 16. September
2005 E. 5.1).
Die Vorinstanz hat in den Ausschreibungsunterlagen das Preiskriterium mit
„Anschaffungspreis/Gesamtkosten“ umschrieben. Daraus wurde für die Anbieter
ersichtlich, dass die Vorinstanz neben dem zu offerierenden „Anschaffungspreis“
entsprechend der gebotenen wirtschaftlichen Betrachtungsweise auch weitere, über
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den Offertpreis hinausgehende Kosten berücksichtigen würde. Soweit sich die
Beschwerdeführerin keine Vorstellung machen konnte, wofür diese zusätzlichen Kosten
anfallen könnten, hätte sie sich bei der Vorinstanz vor Einreichung des Angebots
danach erkundigen können. Mit Blick auf den Umstand, dass einzig die Lieferung von
Komponenten ausgeschrieben wurde, einerseits und das Ziel, das wirtschaftlich
günstigste Angebot zu ermitteln, anderseits liegt es nahe, dass aus einem Wechsel des
eingesetzten Produktes resultierende Folgekosten berücksichtigt werden sollten. Die
Vorinstanz hat damit mit der Umschreibung „Umstellungs-/Einführungskosten“ nicht
auf ein unzulässiges Kriterium abgestellt.
Eine absolute Quantifizierung der Umstellungs- und Einführungskosten ergibt sich
weder aus den Angeboten – da die Kosten bei der Vorinstanz anfallen werden, konnte
danach auch nicht gefragt werden – noch aus der Bewertungstabelle oder den
weiteren Bewertungsunterlagen der Vorinstanz. Gemäss Bewertungstabelle wurden der
Anschaffungspreis mit 95 Prozent und die zusätzlichen Kosten – unter der
Bezeichnung „Umstellungs-/Einführungskosten“ mit fünf Prozent gewichtet. Wird der
Anschaffungspreis von jährlich rund CHF 120‘000 während dreier Jahre mit 95 Prozent
gewichtet, ergeben sich Gesamtkosten von jährlich CHF 126‘315.80, mithin
theoretische Umstellungs- und Einführungskosten von rund CHF 19‘000. Ob diese
Grössenordnung angesichts der mit einem Wechsel der Produkte verbundenen, von
der Vorinstanz beschriebenen Umstellungen den realen Verhältnissen angemessen
Rechnung trägt, wird die Vorinstanz bei einer neuen Ausschreibung und Bewertung der
Angebote prüfen müssen. Erweist sich die Gewichtung des Kriteriums der
Umstellungskosten als angemessen, verletzt die Bewertung der Angebote der neuen
Anbieter mit der Minimal- und des Angebots der bisherigen Lieferanten mit der
Maximalnote das Gebot der rechtsgleichen Behandlung der Bewerber gemäss Art. 1
Abs. 3 Ingress und lit. b IVöB nicht.
4.2. Die Beschwerdeführerin macht geltend, der Offertpreis sei mit 47,5 Prozent
ungenügend gewichtet worden.
4.2.1. Die Gewichtung der einzelnen Zuschlagskriterien ist einer Rechtskontrolle nur
beschränkt zugänglich. Wie beispielsweise die Erfahrung einer Unternehmung
gewichtet und in Relation zu einer bestimmten Preisdifferenz gesetzt wird, ist
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weitgehend eine Ermessensfrage, in die das Verwaltungsgericht nicht eingreift (vgl.
VerwGE B 2010/57 vom 11. Mai 2010 E. 3.1; GVP 2006 Nr. 58). Nach der
bundesgerichtlichen Rechtsprechung kommt dem Offertpreis im Verhältnis zu den
übrigen Zuschlagskriterien für die Bestimmung des wirtschaftlich günstigsten Angebots
bei komplexeren Werken oder Dienstleistungen weniger Gewicht zu als bei
standardisierten Werken oder Dienstleistungen. Je aufwendiger die ausgeschriebene
Arbeit ist, desto mehr rücken neben dem Preis auch andere Kriterien wie Qualität,
Termine oder Umweltaspekte in den Vordergrund. Allerdings wird der Grundsatz, dass
das wirtschaftlich günstigste Angebot den Zuschlag erhalte, bei einer Gewichtung des
Preises im Umfang von weniger als 20 Prozent seines Gehalts entleert (vgl. BGer 2P.
230/2006 vom 5. März 2007 E. 3.2 mit Hinweis auf BGE 129 I 313 E. 9.2; Galli/ Moser/
Lang/Steiner, a.a.O., Rz. 880).
4.2.2. Gegenstand der Ausschreibung ist die Lieferung einer elektrotechnischen
Netzkomponente. Jedenfalls ist auf den ersten Blick nicht ersichtlich, inwieweit sich die
Produkte der verschiedenen Anbieter hinsichtlich ihrer Qualität unterscheiden, zumal
sie alle ein und dieselbe Funktion erfüllen. Dieser Eindruck wird durch den Umstand
bestätigt, dass sämtliche Angebote beim Zuschlagskriterium „Funktionalität/Qualität/
Sicherheit“ für die „produktespezifischen Eigenschaften“ und die „Normeinhaltung“ –
mit Ausnahme der Beschwerdeführerin, welche die entsprechenden Nachweise erst im
Beschwerdeverfahren einreichte (act. 2/13) – sowie beim Zuschlagskriterium
„Firmenkompetenz/Referenzen“ für die Produkte/Referenzen je die Maximalnote
erzielten (act. 7/3). Unter diesen Umständen erscheint der Offertpreis mit 47,5 Prozent
mit Blick auf die Art der ausgeschriebenen Leistung eher tief gewichtet.
5. Dem Ausgang des Verfahrens entsprechend sind die amtlichen Kosten des
Beschwerdeverfahrens je zur Hälfte der Beschwerdeführerin und der Vorinstanz
aufzuerlegen (Art. 95 Abs. 1 VRP). Eine Entscheidgebühr – darin eingeschlossen die
Kosten der Zwischenverfügung vom 21. Mai 2015, mit welcher dem Gesuch um
aufschiebende Wirkung mangels gegenteiligen Antrags der Vorinstanz ohne Prüfung
der Erfolgsaussichten stattgegeben wurde – von CHF 3‘400 erscheint angemessen
(Art. 7 Ziff. 211 und 222 der Gerichtskostenverordnung, sGS 941.12). Der Anteil der
Beschwerdeführerin von CHF 1‘700 ist mit dem von ihr in der Höhe von CHF 3‘400
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geleisteten Kostenvorschuss zu verrechnen. CHF 1‘700 sind ihr zurückzuerstatten.
Ausseramtliche Kosten sind nicht zu entschädigen (Art. 98 Abs. 1 und 98bis VRP).