# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 7b9abbee-ca2b-4f5e-8a87-adfe4255cb3b
**Court:** ZH_OG
**Chamber:** ZH_OG_002
**Year:** 2017
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

betreffend qualifizierte Widerhandlung gegen das BetmG etc.
Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichtes Bülach, I. Abteilung, vom 11. Mai 2016 (DG160011)
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Anklage:
Die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland vom 27. Januar
2016 (Urk. 53) ist diesem Urteil beigeheftet.
Urteil der Vorinstanz:
1. Der Beschuldigte ist schuldig
− der mehrfachen Gehilfenschaft zu einer qualifizierten Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz im Sinne von Art. 19 Abs. 1 lit. g und b BetmG in Verbindung mit Art. 19 Abs. 2 lit. a BetmG sowie mit Art. 25 StGB,
− der qualifizierten Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz im Sinne von Art. 19 Abs. 1 lit. g BetmG in Verbindung mit Art. 19 Abs. 1 lit. b BetmG und mit Art. 19 Abs. 2 lit. a BetmG,
− der mehrfachen versuchten Geldwäscherei im Sinne von Art. 305bis Ziff. 1 StGB in Verbindung mit Art. 22 Abs. 1 StGB.
2. Der Beschuldigte wird bestraft mit 27 Monaten Freiheitsstrafe, wovon
60 Tage durch Haft erstanden sind.
3. Der Vollzug der Freiheitsstrafe wird im Umfang von 20 Monaten aufgescho-
ben und die Probezeit auf 2 Jahre festgesetzt. Im Übrigen (7 Monate, abzüg-
lich 60 Tage, die durch Haft erstanden sind) wird die Freiheitsstrafe vollzo-
gen.
4. Das mit Verfügung der Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland vom
23. Februar 2015 beschlagnahmte Mobiltelefon "iPhone 4S" wird dem Be-
schuldigten nach Eintritt der Rechtskraft des Urteiles herausgegeben.
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5. Die Entscheidgebühr wird festgesetzt auf:
Fr. 4'000.– ; die weiteren Auslagen betragen:
Fr. 3'000.– Gebühr für das Vorverfahren
Fr. 410.– Auslagen Untersuchung
Fr. 450.– Auslagen Kantonspolizei Zürich
Fr. amtl. Verteidigungskosten (ausstehend)
Allfällige weitere Auslagen bleiben vorbehalten.
6. Die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens werden dem
Beschuldigten auferlegt; davon ausgenommen sind die Kosten der
amtlichen Verteidigung, welche einstweilen und unter dem Vorbehalt von
Art. 135 Abs. 4 StPO von der Gerichtskasse übernommen werden.
Berufungsanträge:
a) Des amtlichen Verteidigers des Beschuldigten:
(Urk. 88)
1. Der Beschuldigte sei vom Vorwurf der mehrfachen Gehilfenschaft zu
einer qualifizierten Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz
im Sinne von Art. 19 Abs. 1 lit. g und b BetmG in Verbindung mit
Art. 19 Abs. 2 lit. a BetmG sowie mit Art. 25 StGB frei zu sprechen,
eventualiter sei er der einmaligen Gehilfenschaft zu einer qualifizierten
Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz im Sinne von
Art. 19. Abs. 1 lit. b BetmG in Verbindung mit Art. 19 Abs. 2 lit. a
BetmG sowie mit Art. 25 StGB schuldig zu sprechen.
2. Der Beschuldigte sei der (einmaligen) qualifizierten Widerhandlung ge-
gen das Betäubungsmittelgesetz im Sinne von Art. 19 Abs. 1 lit. g
BetmG in Verbindung mit Art. 19 Abs. 1 lit. b BetmG und mit Art. 19
Abs. 2 lit. a BetmG schuldig zu sprechen (Bestätigung des erstinstanz-
lichen Urteils).
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3. Im Übrigen sei der Beschuldigte freizusprechen.
4. Der Beschuldigte sei maximal mit einer Freiheitsstrafe von 18 Monaten
zu bestrafen, wobei die erstandene Haft anzurechnen ist.
5. Der Vollzug der Strafe sei vollumfänglich aufzuschieben.
6. Die Kosten des Berufungsverfahrens, inkl. diejenigen der amtlichen
Verteidigung, seien vollumfänglich auf die Staatskasse zu nehmen.
b) Der Vertretung der Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland:
(Urk. 84)
Bestätigung des vorinstanzlichen Urteils.
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## Considerations

Erwägungen:
I. Prozessuales
1. Berufungsanmeldung und -erklärung
Mit Eingabe vom 13. Mai 2016 (Poststempel) liess der Beschuldigte über seinen
Verteidiger rechtzeitig Berufung gegen das eingangs zitierte erstinstanzliche Urteil
vom 11. Mai 2016 einlegen (Urk. 69, Art. 399 Abs. 1 StPO, Art. 90 Abs. 2 StPO).
Am 15. August 2016 nahm die Verteidigung den begründeten Entscheid entgegen
(Urk. 76). Die Berufungserklärung gab sie am 2. September 2016 - und damit
wiederum fristgerecht - zur Post (Urk. 80, Art. 399 Abs. 3 StPO).
Kein Rechtsmittel ergriff die Staatsanwaltschaft (Urk. 84).
Die Berufungsverhandlung fand am 11. August 2017 statt (Prot. II S. 3 ff.).
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2. Teilrechtskraft
Der Beschuldigte ficht das erstinstanzliche Urteil an, soweit er
- der mehrfachen Gehilfenschaft zur Widerhandlung gegen Art. 19 Abs. 1 lit. g
und b BetmG in Verbindung mit Art. 19 Abs. 2 lit. a BetmG und Art. 25 StGB
sowie
- der mehrfachen versuchten Geldwäscherei im Sinne von Art. 305bis Ziff. 1 StGB
in Verbindung mit Art. 22 Abs. 1 StGB
schuldig gesprochen wurde (Urk. 80, Urk. 88 S. 1 f.).
Beanstandet wird das bezirksgerichtliche Urteil auch hinsichtlich Strafhöhe und
Vollzug.
Mittels Beschluss ist damit festzustellen, dass der erstinstanzliche Entscheid be-
züglich dessen Ziffern 1 al. 2 (Schuldspruch wegen Widerhandlung gegen Art. 19
Abs. 1 lit. g in Verbindung mit lit. b und Art. 19 Abs. 2 lit. a BetmG) und 4 (Her-
ausgabe iPhone) rechtskräftig ist.
3. Dispensation
Das Gesuch der Vertreterin der Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland um Dis-
pensation von der Berufungsverhandlung wurde - nachdem von Seiten des Be-
schuldigten nicht dagegen remonstriert wurde - bewilligt (Urk. 84 f.).
4. Beweisergänzungsanträge
Beweisergänzungsanträge wurden im Verfahren vor Obergericht nicht gestellt.
II. Schuldpunkt
1. Gehilfenschaft zum Anstaltentreffen zur mehrfachen Einfuhr einer grossen
Menge Kokain (Anklageziffern 1 bis 3 und 10)
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1.1. Anklagevorwurf
Dem Beschuldigten wird unter den Ziffern 1 bis 3 sowie 10 der Anklageschrift
(Urk. 53 S. 2 bis 5) zusammengefasst vorgeworfen, zwischen Anfang Januar und
Mitte Dezember 2014 im Auftrag bzw. auf Bitten der guten Bekannten und Mitbe-
schuldigten B._ (in der Anklage noch: C._) 19 Flugbuchungen und -
umbuchungen betreffend 8 Personen getätigt zu haben, wobei die Reisen mehre-
ren Kokaintransporten von Brasilien in die Schweiz bzw. in die Niederlande hätten
dienen sollen und die von ihm vorgeschossenen Ticketkosten (teilweise über die
Mitbeschuldigte) vom Drogenempfänger und Mitorganisator „D._“ (tatsächli-
cher Name unbekannt) erstattet worden seien.
Dabei habe der Beschuldigte von Anfang an angenommen, dass es sich bei den
Personen um Drogenkuriere und bei den gebuchten Flügen um Drogenreisen
handeln würde, und er habe zumindest in Kauf genommen, dass dabei Mengen
von Kokain transportiert und eingeführt würden, welche die Gesundheit vieler
Menschen gefährden würden. Er habe gewusst, dass die Mitbeschuldigte ihrer-
seits die Buchungsanweisungen jeweils von ihrem damaligen Freund und heuti-
gen Ehemann E._ erhalten habe, von welchem er auch gewusst habe, dass
er bereits wegen Drogengeschäften im Gefängnis gewesen sei. Bekannt gewesen
sei ihm auch, dass „D._“, von dem er letztlich die per Kreditkarte vorgeleiste-
ten Zahlungen für die Tickets zurückerhalten habe, eng mit E._ zusammen-
gearbeitet habe und Empfänger der Drogen gewesen sei; zumindest aber habe er
dies vermutet.
Der Beschuldigte habe mit seinem Tun bewusst, jedoch in untergeordneter Wei-
se, aktiv zum Gelingen der Drogentransporte beigetragen, und er habe dies auch
gewollt oder zumindest in Kauf genommen. Er sei wegen mehrfacher Gehilfen-
schaft zu qualifizierten Vorbereitungshandlungen zur Beförderung bzw. Einfuhr
einer grossen Menge Kokain im Sinne von Art. 19 Abs. 1 lit. g in Verbindung mit
lit. b und Art. 19 Abs. 2 lit. a BetmG sowie Art. 25 StGB schuldig zu sprechen.
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1.2. Sachverhalt
1.2.1. Der äussere Sachverhalt ist mit einer Ausnahme unbestritten. Diese betrifft
zwar primär die Geldwäscherei, ist aber auch hier für die Würdigung des inneren
Sachverhalts von Belang: In Abweichung von der Anklageschrift ist davon auszu-
gehen, dass der Beschuldigte die Zahlung von Fr. 5'000.- zur hälftigen Tilgung
des der Mitbeschuldigten gewährten Darlehens nicht von der Mitbeschuldigten,
sondern von „D._“ erhielt; zur Begründung kann auf die zutreffenden Erwä-
gungen der Vorinstanz verwiesen werden (Urk. 77 S. 5 f., mit Aktenverweisen).
1.2.2. Zur Frage, ob und inwiefern ihm bewusst gewesen sei, dass seine Hand-
lungen der Beförderung und Einfuhr einer grossen Menge harter Drogen dienen
würden, äusserte sich der Beschuldigte im Verlaufe des Verfahrens unterschied-
lich.
In der Einvernahme vom 20. Januar 2015 räumte er, im Beisein der Verteidigung,
auf Frage hin ein, ca. ein bis zwei Monate nach der Begegnung mit F._, also
Anfang 2014, gewusst zu haben, dass es um Kokainschmuggel gehe (Urk. 7/6 S.
4). In der Konfrontationseinvernahme mit der Mitbeschuldigten erklärte er, ab
Februar/März 2014 davon ausgegangen zu sein, dass es um Drogen gehe (Urk.
35 S. 4 unten). Vor Vorinstanz gab er an, zwar nicht direkt gewusst zu haben,
dass die Tickets für Drogenkuriere bestimmt gewesen seien, die in der Anklage
aufgeführten Buchungen aber mit dem Verdacht bzw. der Vermutung, dass es
sich um Drogenkuriere handeln könnte, gemacht zu haben (Prot. I S. 46). Sodann
führte der Beschuldigte anlässlich der Berufungsverhandlung auf die Frage, ob
der Umstand, dass er bereits im Februar 2014 zur teilweisen Tilgung des Darle-
hens an die Beschuldigte Fr. 5'000.- erhalten habe, allenfalls Indiz dafür gewesen
sein könnte, dass es betreffend die Flugbuchungen nicht um Ferienreisen gegan-
gen sei, aus, dass ihm dies "auf jeden Fall zu denken" gegeben habe (Prot. II
S. 28 f.).
Auf diese Zugaben ist der Beschuldigte zu behaften, auch wenn er andernorts -
teils sogar in der gleichen Einvernahme - seine Zugaben zum inneren Sachverhalt
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relativierte, indem er etwa vorbrachte, die Zusammenhänge vor der Untersuchung
nicht erkannt zu haben bzw. dass erst jetzt, „aus heutiger Sicht“, anzunehmen sei,
dass es um Drogentransporte gegangen sei, während ihm dies vorher „grundsätz-
lich“ nie konkret bewusst gewesen sei“ und er solche auch nie habe unterstützen
wollen bzw. dass er nie etwas "im absoluten Sinn" gewusst habe, mithin sei er nie
dahingehend eingebunden worden, "dass man sagt, wir machen jetzt einen Dro-
gentransport" (Urk. 7/3 S. 14, Urk. 35 S. 5, Urk. 43 S. 10 f., Prot. II S. 29 f.). Denn
ganz abgesehen davon, dass nicht ersichtlich ist, weshalb er sich in den eingangs
zitierten Befragungen zu Unrecht hätte selbst belasten sollen, sind seine aner-
kennenden Aussagen auch glaubhaft, weil eine ganze Reihe von Signalen dafür
bestand, dass die Flugbuchungen der Beförderung und Einfuhr von Drogen die-
nen würden.
So wusste der Beschuldigte schon vor der ersten eingeklagten Buchung, dass der
Lebenspartner der Beschuldigten E._ früher einmal mit Drogen bzw. Dro-
gengeschäften zu tun gehabt hatte und deswegen mit einer unbedingten Frei-
heitsstrafe von rund zwei Jahren bestraft worden war (Urk. 7/3 S. 12 f.; Urk. 35 S.
4, Urk. 43 S. 11, Prot. II S. 24).
Weiter war ihm von Anfang an bekannt, dass die Mitbeschuldigte, die den Be-
schuldigten um die Buchungen bat, ihre Instruktionen von ihrem damaligen
Freund E._ erhielt.
Die Mitbeschuldigte machte sodann im Februar oder März 2014 gegenüber dem
Beschuldigten Andeutungen, dass er sich ja denken könne, worum es gehe und
erwähnte zudem, dass ihr Freund wieder im Kokaingeschäft sei (Urk. 7/2 S. 4,
Urk. 7/4 S. 2, Urk. 35 S. 4, Prot. I S. 45, Prot. II S. 24).
Bekannt war dem Beschuldigten überdies, dass „D._“ ein langjähriger
Freund von E._ war, der aus dem gleichen Dorf in Nigeria stammte, und es
sprach für den Beschuldigten zugegebenermassen Einiges dafür, dass die beiden
zwecks Drogenhandels miteinander in Verbindung standen (Urk. 43 S. 2 f., Prot. I
S. 47). „D._“ war es denn auch, von dem der Beschuldigte jeweils direkt -
teils aber auch über die Mitbeschuldigte - die Auslagen für die Ticketbuchungen in
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bar (und teilweise in drogenhandelsüblicher Stückelung) - zurückbezahlt erhielt,
darüber hinaus aber auch weitere Bargeldbeträge zur Überweisung ins Ausland.
Diesbezüglich räumte der Beschuldigte ein, angenommen zu haben, dass es sich
um Geld aus Drogengeschäften handle.
Dasselbe erklärte der Beschuldigte bezüglich der Fr. 5'000.-, die er von „D._“
bereits im Februar 2014 (also zu Beginn der Deliktsperiode) erhalten hatte. Die-
ses Geld war zur hälftigen Tilgung des Darlehens bestimmt, dass der Beschuldig-
te der Mitbeschuldigten gegeben hatte. Dass nun „D._“ - der ja nicht der Dar-
lehensgeber war - allein für (kommende) harmlose Gefälligkeitsbuchungen einen
solchen Betrag gezahlt hätte, ist nicht nachvollziehbar. Vielmehr war diese Rück-
zahlung ohne Rechtsgrund ein überdeutlicher Hinweis, dass die Tätigkeit des Be-
schuldigten der Förderung eines Verbrechens diente.
Die zahlreichen Buchungen, die der Beschuldigte über einen langen Zeitraum
vornahm, betrafen sodann durchwegs Flüge
- zwischen Brasilien (Sao Paulo) und der Schweiz (Zürich/Basel) oder den Nieder-
landen (Amsterdam), mithin bekannten Drogenhandelsrouten, sowie
- zwischen den beiden letztgenannten Destinationen und Portugal, wo die Kuriere
herkamen.
Ein Indiz dafür, womit der Beschuldigte bei den Flugbuchungen rechnete, findet
sich auch in seiner Aussage, wonach er die Mitbeschuldigte, als er sie einmal am
Flughafen abgeholt habe, gefragt habe, ob sie Drogen dabeihabe (Prot. I S. 45).
Bemerkenswert ist schliesslich, dass der Beschuldigte bereits Ende 2013, also
vor der ersten zur Anklage gebrachten Tat, mit der Mitbeschuldigten und deren
aus Brasilien angereisten angeblichen Cousin F._ nach Basel gefahren war
und dort miterlebt hatte, wie F._ Reisekoffer unter merkwürdigen Umständen
von einem Dritten übernommen wurde (Urk. 7/3 S. 5 f., 7/6 S. 2). Für ihn waren
bereits damals Merkmale eines Drogenhandels gegeben. Gleichwohl buchte der
Beschuldigte am 15. März 2014 für F._ einen Flug von Sao Paulo nach Zü-
rich um, und eine Woche später bestellte er ein Ticket von Basel - wo „D._“
wohnte - nach Lissabon.
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Zur Frage der Art und Menge der Drogen festzuhalten, dass dem gebildeten Be-
schuldigten - wie wohl praktisch allen Zeitgenossen - zweifelsohne schon aus den
Medien bekannt war, dass aus Südamerika nach Europa in aller Regel Kokain
importiert wird, dass es sich dabei um eine schon in relativ kleinen Mengen ge-
sundheitsgefährdende Droge handelt (dies hat er auch zugegeben, Urk. 7/2 S.
10), ferner dass auf Drogentransporten nicht bloss wenige Gramm mitgeführt
werden, sondern Mengen im Kilobereich mit hohem Reinheitsgrad. Dass es sich
nicht um Kleinmengen handeln konnte, ergab sich auch aus dem für ihn erkenn-
baren organisatorischen, personellen und finanziellen Aufwand, der vorliegend
betrieben wurde (man denke nur schon an die Reisekosten).
Betrachtet man das Gesagte im Kontext, verbleibt kein vernünftiger Zweifel, dass
neben dem äusseren auch der innere eingeklagte Sachverhalt erstellt ist. Für den
Beschuldigten lag auf der Hand, dass seine Flugbuchungen Bestandteil der Or-
ganisation von grösseren Kokaintransporten in die Schweiz und nach den Nieder-
landen bilden sollten.
1.3. Rechtliche Würdigung
1.3.1. Die Vorinstanz hat den Beschuldigten der (mehrfachen) Gehilfenschaft zu
einer qualifizierten Widerhandlung im Sinne von Art. 19 Abs. 1 lit. g und b BetmG
in Verbindung mit Abs. 2 it. a BetmG sowie Art. 25 StGB schuldig gesprochen.
Der Grundsatz der reformatio in peius verbietet es, einen allein appellierenden
Beschuldigten im Berufungsverfahren schlechter zu stellen. Das betrifft nicht nur
die Strafzumessung, sondern auch den Schuldpunkt. Es ist daher müssig, im
Rahmen der vorliegenden rechtlichen Würdigung zu prüfen, ob sein Verhalten
nicht sogar als Mittäterschaft - statt Gehilfenschaft - zu qualifizierten Vorberei-
tungshandlungen zur Beförderung und zur Einfuhr von Kokain einzustufen wäre.
1.3.2. Nach Auffassung der Verteidigung kann der Beschuldigte indes nicht ein-
mal wegen Gehilfenschaft ins Recht gefasst werden. Es habe nämlich nicht nach-
gewiesen werden können, dass sich (die hier noch nicht zu beurteilenden Kurier-
dienste von G._ ausgenommen) jemals eine Person, für die der Beschuldigte
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einen Flug gebucht habe, mit Rauschgift auf die Reise gemacht habe. Sei nun
aber davon auszugehen, dass kein solcher Transport zustande gekommen sei,
könnte höchstens versuchte Gehilfenschaft vorliegen, und eine solche sei nicht
strafbar (Urk. 60 S. 6 f., Urk. 88 S. 8 f.).
Die Verteidigung verkennt, dass Art. 19 Abs. 1 lit. g BetmG unter dem Begriff „An-
staltentreffen“ zum einen qualifizierte Vorbereitungshandlungen und zum anderen
den Versuch zu Widerhandlungen gegen lit. a-f der Bestimmung zu selbständigen
- und damit zu den vollendeten verpönten Handlungen grundsätzlich gleichwerti-
gen - Straftaten aufwertet (so auch BGE 121 IV 198). Mit anderen Worten erfüllt
den Tatbestand von Art. 19 Abs. 1 lit. b BetmG sowohl, wer Drogen tatsächlich
transportiert, als auch, wer dies lediglich versucht und wer dazu qualifizierte Vor-
bereitungshandlungen vornimmt. Folglich ist der Täter, der einen untergeordne-
ten, aber fördernden Beitrag zu qualifizierten Vorbereitungshandlungen (oder zum
Versuch) liefert, bereits Gehilfe einer vollendeten Straftat im Sinne von Art. 19
Abs. 1 BetmG. Eine straflose versuchte Gehilfenschaft liegt mithin bei dieser
Konstellation nicht vor.
1.3.3. Der Beschuldigte ging, wie bei der Sachverhaltswürdigung erstellt, davon
aus, dass es sich bei den Personen, für die er auf Bitten der Mitbeschuldigten
B._ Ticketbuchungen tätigte, um Drogenkuriere handle, und er nahm zumin-
dest in Kauf, dass nicht bloss weiche Drogen oder harte in kleinen Mengen von
wenigen Gramm mitgeführt würden, sondern Kokain im Kilobereich. Mit seinem
Verhalten leistete er einen untergeordneten Beitrag zu den auf Seiten von
E._ und B._ im Gang befindlichen, ihm im Grundsatz bekannten qualifi-
zierten (und nach Art. 19 Abs. 1 lit. g selbständig strafbaren) Vorbereitungshand-
lungen für die Überführung und Einfuhr von Kokain nach Europa (Art. 19 Abs. 1
lit. b BetmG).
Die 19 Buchungen und Umbuchungen für 8 Personen waren für ihn - entgegen
der Auffassung der Verteidigung - im Übrigen keine „Alltagshandlungen“ (Urk. 60
S. 8 f., Urk. 88 S. 10). Der Vergleich mit einem Taxifahrer, der einen Fahrgast
chauffiert, welcher Drogen mit sich führt, ist verfehlt. Der Beschuldigte war nicht
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Inhaber oder Angestellter eines Reisebüros oder einer Transportgesellschaft,
sondern Pfarrer.
Davon, dass der Beschuldigte die Zeitpunkte der Reisen und die Routen nicht
plante und erst kurzfristig von der Mitbeschuldigten darüber informiert wurde, was
zu buchen war, ist zwar auszugehen, doch ändert dies für die rechtliche Würdi-
gung so wenig, wie dass er nicht über die Preise und die Menge der Drogen, die
mitgeführt werden sollten, informiert wurde und das Kokain weder selbst beschaff-
te, noch verkaufte, noch je in den Händen hatte.
Der von Seiten des Beschuldigten stark betonte Beweggrund der übermässigen
Hilfsbereitschaft (Stichwort „Helfersyndrom“) ist ebenfalls ohne Einfluss auf den
Schuldspruch. Der Beschuldigte ging weder seiner Einsichts-, noch seiner Steue-
rungsfähigkeit vollständig verlustig (vgl. dazu auch unten Ziff. III.3.1.1.2). Es stand
auch kein Rechtsgut in unmittelbarer Gefahr, das die von ihm begangenen Taten
als gerechtfertigt oder entschuldbar erscheinen liesse. Der Beschuldigte hat die
Buchungen wissentlich und willentlich über- und vorgenommen, und er nahm da-
bei in Kauf, dass auf den Reisen Kokain im Kilobereich nach Europa transportiert
würde. Da sich nicht nachweisen liess, dass die Transporte tatsächlich stattfan-
den, liegen einzig qualifizierte Vorbereitungshandlungen zum Transport und zur
Einfuhr einer grossen Menge Kokain vor.
1.3.4. Der Beschuldigte ist somit wegen mehrfacher Gehilfenschaft zur qualifizier-
ten Widerhandlung gegen Art. 19 Abs. 1 lit. g in Verbindung mit lit. b und Art. 19
Abs. 2 lit. a BetmG sowie Art. 25 StGB zu verurteilen.
2. Widerhandlung gegen das BetmG (Anklageziffern 4 bis 9 und 11)
Die Vorinstanz hat den Beschuldigten, der am 15. Dezember 2014 G._, des-
sen Koffer mit beinahe 3 kg Kokaingemisch (Reinheitsgrad 76 %) bestückt war,
vom Flughafen Zürich abholen und nach Basel bringen wollen, wozu es jedoch
nicht kam, weil die Polizei vorher einschritt, des Anstaltentreffens zur Beförderung
von Betäubungsmitteln im Sinne von Art. 19 Abs. 1 lit. g in Verbindung mit lit. b
und Abs. 2 lit. a BetmG schuldig gesprochen.
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Dieser Schuldspruch ist unangefochten geblieben und damit rechtskräftig, wes-
halb darauf nicht mehr einzugehen ist.
3. Geldwäscherei (Anklageziffern 12 ff.)
3.1. Anklagevorwurf
Dem Beschuldigten wird zur Last gelegt, zwischen dem 3. Februar und dem
19. Juni 2014 insgesamt Fr. 7'521.68, welche er von der Mitbeschuldigten erhal-
ten gehabt habe, an verschiedene Personen nach Brasilien und Portugal über-
wiesen zu haben, wobei er in Kauf genommen habe, dass es sich dabei um Gel-
der aus Drogengeschäften gehandelt habe (Urk. 53 S. 5 f., Anklageziffer 12).
Weiter habe der Beschuldigte im Februar 2014 Fr. 5'000.- von der Mitbeschuldig-
ten als Teilrückzahlung für das ihr gewährte Darlehen von Fr. 10'000.- erhalten.
Auch hier habe der Beschuldigte, wenn nicht gewusst, so doch angenommen,
dass das Geld, das er in der Folge für die Rückzahlung von Privatkrediten und
weitere private Ausgaben verwendet habe, aus Drogengeschäften gestammt ha-
be (Anklageziffer 13).
Schliesslich habe der Beschuldigte zwischen dem 3. Februar 2014 und dem
6. Dezember 2014 zahlreiche Flugtickets bezahlt, welche Auslagen er im Totalbe-
trag von Fr. 16'826.12 von der Mitbeschuldigten, welche das Geld von „D._“
erhalten habe, oder auf Aufforderung oder Bitte der Beschuldigten hin direkt von
„D._“ zurückerhalten habe (Urk. 53 S. 6 f. 36 S. 8 bis 10, Anklageziffer 13a
und 14). Der Beschuldigte habe das Geld, von dem er mindestens angenommen
habe, dass es aus Drogenhandel stamme, teils für private Ausgaben, teils für die
Finanzierung weiterer Flugtickets verwendet.
Durch die Transfers im hohen Gesamtbetrag von total Fr. 29'347.80 müsse dem
Beschuldigten auch bewusst gewesen sein, dass es nicht um Handel mit Kleinst-
mengen gegangen sei.
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Die Ermittlung der Herkunft, das Auffinden oder die Einziehung der Gelder seien
so vom Beschuldigten bewusst vereitelt worden, oder er habe dies zumindest in
Kauf genommen habe.
3.2. Sachverhalt
Der äussere Sachverhalt ist unbestritten (vgl. etwa Urk. 60 S. 5), abgesehen da-
von, wer dem Beschuldigten die Fr. 5'000.- als Teilrückzahlung für das Darlehen,
welches der Beschuldigte der Mitbeschuldigten gewährt hatte, übergeben hat.
Hinsichtlich dieser Bargeldzahlung ist wie bereits erwähnt davon auszugehen,
dass sie nicht wie eingeklagt durch die Mitbeschuldigte, sondern durch „D._“
erfolgte.
Der Beschuldigte hat mehrmals zugegeben, er habe vermutet bzw. den Verdacht
gehabt bzw. sich vorstellen können, dass die obgenannten Gelder aus Drogenge-
schäften hergerührt hätten, wenn er darüber auch keine Gewissheit gehabt habe
(Urk. 7/7 S. 3 f., Urk. 35 S. 6 und 23, Urk. 43 S. 2, Prot. I S. 48 f.). Einmal führte er
auch aus, er habe deshalb (lieber) keine Fragen stellen wollen (Urk. 7/7 S. 3 f.).
Anlässlich der Berufungsverhandlung gab der Beschuldigte ferner zu Protokoll, er
habe betreffend die Herkunft der obgenannten Gelder einfach den Kopf in den
Sand gesteckt (Prot. II S. 25).
Soweit er den inneren Sachverhalt andernorts zu verniedlichen suchte, indem er
etwa behauptete, nicht hinterfragt zu haben, woher das Geld komme (Urk. 43
S. 12), und erklärte, im Nachhinein müsse man nun natürlich (schon) annehmen,
dass das Geld aus Drogengeschäften gestammt habe, sind das offensichtlich
Ausflüchte zum eigenen Schutz.
Der Beschuldigte vermutete, dass zwischen „D._“ und E._ eine Verbin-
dung betreffend Drogenhandel bestand (Prot. I S. 47). Weiter waren die Empfän-
ger der Überweisungen ins Ausland zumindest teilweise Personen, die dem Be-
schuldigten im Zusammenhang mit mutmasslichen Drogentransporten nachweis-
lich bekannt waren: E._ (der mutmassliche Kopf der Organisation, der der
Mitbeschuldigten Instruktionen erteilte) und F._ (den der Beschuldigte auf-
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grund der auffälligen Kofferübergabe als Kurier vermutete und dem er am 15.
März 2014 einen Flug Sao Paulo-Zürich umbuchte). Alle Beträge gingen nach
Brasilien oder Portugal.
Der Beschuldigte ging wie bereits ausgeführt sodann davon aus, dass im Rahmen
der Transporte nicht Kleinmengen Kokain, wie sie noch unter Art. 19 Ziff. 1
BetmG zu subsumieren wären, mitgeführt würden. Die Überlegung, dass
„D._“, von dem das zu überweisende Geld stammte, in verbrecherischer
Weise mit Kokain handelte, lag auch unter diesem Aspekt nahe. Auch die Über-
gabe der Einzelbeträge in bar, teils sogar in offensichtlich drogenhandelsüblicher
Stückelung, wies auf eine verbrecherische Herkunft der Gelder hin.
Weiter überzeugt die von der Verteidigung aufgestellte Rechnung, wonach durch-
schnittlich weniger als Fr. 2'300.- pro Monat überwiesen worden seien, was gegen
eine Herkunft der Gelder aus Verbrechen spreche (Urk. 60 S. 11), nicht. Allein
zwischen dem 22. April 2014 und dem 16. Juni 2016 überwies der Beschuldigte
beinahe Fr. 5'800.-, mithin rund Fr. 3'000. - pro Monat. Dieser Betrag war sodann
nicht derart niedrig, dass der Beschuldigte trotz aller übrigen Indizien darauf ge-
schlossen haben könnte, beim hier interessierenden Bargeld handle es sich
höchstens um Erlös aus dem Handel mit weichen Drogen oder Kleinstmengen
von Kokain oder Heroin.
Gesamthaft betrachtet ist davon auszugehen, dass der Beschuldigte aus der
Summe der ihm bekannten Umstände schloss, dass die insgesamt gut
Fr. 28'000.- (Fr. 1'000.-, die er für Flugbuchungen aufgewendet hatte, blieben un-
bestrittenermassen offen), welche er innert rund 10 Monaten in bar entgegen-
nahm und anschliessend ins Ausland überwies oder für private Zwecke ver-
brauchte, aus Verbrechen stammten.
3.3. Rechtliche Qualifikation
3.3.1. Allgemeines
Den Tatbestand der Geldwäscherei erfüllt, wer eine Handlung vornimmt, die ge-
eignet ist, die Ermittlung der Herkunft, die Auffindung oder die Einziehung von
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Vermögenswerten zu vereiteln, die, wie er weiss oder annehmen muss, aus ei-
nem Verbrechen herrühren (Art. 305bis Ziff. 1 StGB). Es handelt sich um ein abs-
traktes Gefährdungsdelikt; der Nachweis einer konkreten Vereitelungsgefahr oder
einer gelungenen Vereitelung ist nicht erforderlich (BGE 127 IV 20 E. 3a, mit Hin-
weisen).
Ein untauglicher Versuch der Geldwäscherei ist möglich, wenn es an der objekti-
ven Vortat fehlt; diese Konstellation liegt beispielsweise vor, wenn der Täter irr-
tümlich annimmt, die Vermögenswerte stammten aus einem Verbrechen (Trech-
sel/Affolter-Eijsten, in Trechsel/Pieth, Praxiskommentar StGB, 2. Aufl., Zürich
2013, N 30 zu Art. 305bis; BSK StGB II-Pieth, N 62 zu Art. 305bis; Egger Tanner,
Die strafrechtliche Erfassung der Geldwäscherei, Schulthess Verlag, Diss. 1999,
S. 247; Urteil des Obergerichts des Kantons Zürich vom 5. September 2014,
SB140188, E. 5.2.2. und 5.2.5). Nicht dem Willen des Gesetzgebens entspricht
dagegen die in einem Teil der Lehre und auch von der Verteidigung (Urk. 60
S. 12, Urk. 88 S. 11 f.) vertretene Auffassung, der Nachweis der Herkunft der
Werte aus einem Verbrechen bilde eine objektive Strafbarkeitsbedingung.
3.3.2. Qualifikation der Handlungen des Beschuldigten
Der Beschuldigte tätigte die in der Anklageschrift aufgeführten Überweisungen
nach Brasilien und Portugal in der Höhe von insgesamt Fr. 7'521.68 mit von der
Mitbeschuldigten in bar erhaltenem Geld. Derartige Geldtransfers ins Ausland er-
füllen nach konstanter Rechtsprechung stets den Tatbestand der Geldwäscherei.
Es liegt denn auch auf der Hand, dass das Auffinden und die Einziehung von
Vermögenswerten, welche sich jenseits der Landesgrenze (also auf fremdem Ho-
heitsgebiet) befinden und für welche ein Rechtshilfegesuch gestellt werden muss,
besonders problematisch ist, selbst wenn ein „paper trail“ besteht und somit be-
kannt ist, wohin das Geld floss (vgl. dazu im Detail Egger Tanner, Die strafrechtli-
che Erfassung der Geldwäscherei, Schulthess Verlag, Diss. 1999, S. 127 f.).
Zudem erhielt der Beschuldigte Fr. 15'826.12 (Fr. 1'000.- blieben wie erwähnt of-
fen) als Entgelt für die mittels Kreditkarte getätigten Flugbuchungen von der Be-
schuldigten und „D._“ (teils in kleiner Stückelung) zurück, und es wurden ihm
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von „D._“ Fr. 5'000.- zwecks teilweiser Tilgung des der Mitbeschuldigten ge-
währten Darlehens erstattet. Diese Summen verbrauchte er für private Zwecke
oder neue Ticketbuchungen. Beides war geeignet, den Zugriff der Strafverfol-
gungsorgane auf die Vermögenswerte verbrecherischer Herkunft zu vereiteln (vgl.
zum Verbrauch solchen Geldes auch BGE 6B_209/2010 vom 2. Dezember 2010,
E. 6.4).
Bei all diesen bewussten und gewollten Geldtransfers nahm der Beschuldigte in
Kauf, dass die ihm übergebenen Beträge aus verbrecherischem Drogenhandel
stammten und die Ermittlung der Herkunft, das Auffinden oder die Einziehung
vereitelt werde.
Da indes nicht nachgewiesen werden konnte, dass die Gelder tatsächlich aus
dem Rauschgifthandel stammten, liegt lediglich mehrfache eventualvorsätzlich
(und untauglich) versuchte Geldwäscherei im Sinne von Art. 305bis Ziff. 1 in Ver-
bindung mit Art. 22 Abs. 1 StGB vor.
4. Fazit
Der Beschuldigte ist somit weiter (d.h. in den angefochtenen Punkten) schuldig zu
sprechen
- der mehrfachen Gehilfenschaft zur qualifizierten Widerhandlung gegen Art. 19
Abs. 1 lit. g in Verbindung mit lit. b und Art. 19 Abs. 2 lit. a BetmG sowie Art. 25
StGB sowie
- der mehrfachen versuchten Geldwäscherei im Sinne von Art. 305bis Ziff. 1 in
Verbindung mit Art. 22 Abs. 1 StGB.
III. Strafzumessung
1. Allgemeines
Was die allgemeinen Grundsätze der Strafzumessung betrifft, so hat die Vor-
instanz diese bereits dargelegt. Darauf kann verwiesen werden (Urk. 77 S. 16 ff.).
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2. Strafrahmen
Der Strafrahmen für das schwerste Delikt, das Anstaltentreffen zur Widerhand-
lung gegen Art. 19 Abs. 1 lit. b in Verbindung mit Abs. 2 lit. a BetmG, reicht von
einem bis zu zwanzig Jahren Freiheitsstrafe, und es kann damit eine Geldstrafe
verbunden werden. Strafschärfungsgründe können nicht zu einer Anhebung der
oberen Strafgrenze führen, weil das Höchstmass der Strafart erreicht ist. Wie
noch zu zeigen sein wird, liegt sodann zwar ein Strafmilderungsgrund vor, doch
wiegt dieser nicht so schwer, dass er Anlass bilden würde, die angedrohte Min-
deststrafe von einem Jahr zu unterschreiten.
3. Strafzumessung
3.1. Tatkomponente
3.1.1. Betäubungsmitteldelikte
3.1.1.1. Objektive Tatschwere
3.1.1.1.1. Anstaltentreffen zur Beförderung von Drogen
Schwerste Tat ist der Versuch des Beschuldigten, am 15. Dezember 2014 den
aus Brasilien angereisten Drogentransporteur G._ samt dem von diesem
mitgeführten Kokain, vom Flughafen Zürich nach Basel zu bringen.
G._ hatte beinahe 3 Kilogramm Kokaingemisch (welches zu drei Vierteln aus
reinem Kokain bestand) im Gepäck. Geht man von einem durchschnittlichen
Streckverhältnis von 50 % für Kleinmengen aus (vgl. Internetseite „suchtmonito-
ring.ch“), hätte diese Quantität gereicht, um ein Dutzend Konsumenten ein gan-
zes Jahr lang täglich mit einem Gramm Kokaingemisch zu versorgen. Dabei hätte
(selbst bei vorsichtiger Einschätzung des Gramm-Gassenpreises mit Fr. 50.-) ein
Erlös in sechsstelliger Höhe erzielt werden können. Immerhin kamen die Drogen
nicht in den Handel, ja nicht einmal zum Empfänger, doch war das nicht dem Ver-
halten des Beschuldigten zu verdanken, sondern der Verhaftung von G._
(und des Beschuldigten) schon am Flughafen Zürich.
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Was das konkrete Tatvorgehen betrifft, so war der Beschuldigte - der schon den
Flug G._s gebucht hatte, damals aber noch nicht wusste, dass er ihn auch
abholen und in die Nordwestschweiz chauffieren würde, weshalb diese Buchung
unter die als Gehilfe begangenen Delikte fällt - etwa eine Woche vor Ankunft des
Kuriers von der Mitbeschuldigten gebeten worden, den Drogenkurier abzuholen
und nach Basel zu bringen. Kurz vor der Abreise wurden die beiden sodann mit-
tels eines von der Mitbeschuldigten hergestellten Skype-Kontakts miteinander be-
kannt gemacht, um zu verhindern, dass sie sich am Flughafen verpassen würden.
Erst auf der Fahrt nach oder in Basel hätte der Beschuldigte letzte Instruktionen
erhalten, wohin er den Passagier hätte führen sollen.
Der Tatbeitrag des Beschuldigten war nicht sehr weitreichend. Er war weder Ini-
tiator der Tat, noch war er an der Planung beteiligt, noch hatte er Einfluss auf das
Geschehen vor der Begegnung am Flughafen oder nach dem Aussteigen
G._s in Basel. Seine Funktion war mit der Begleitung bzw. dem Chauffieren
auf besagtem kleinen Teilstück der Drogenreise G._s erschöpft.
Gleichwohl war die Mitwirkung des Beschuldigten nicht unwichtig, sondern aus
Auftraggebersicht unbedingt erforderlich. Zwar war G._ schon einmal in der
Schweiz und in Basel (damals von der Mitbeschuldigten abgeholt). Er könnte also
grundsätzlich in der Lage gewesen sein, mit einem Mietwagen oder den öffentli-
chen Verkehrsmitteln den Weg nach Basel selbständig zu finden. Das wollte man
aber offensichtlich nicht, sei es wegen möglicher Sprachschwierigkeiten (der ge-
naue Treffpunkt in Basel war bei der Ankunft G._s in Zürich laut dem Be-
schuldigten noch nicht bekannt), aufgrund der Befürchtung, dass G._ den
Weg an den Ablieferort auch in Kenntnis der Adresse nicht finden würde oder sei
es aus dem Bedürfnis heraus, den Kurier in der Schweiz nicht mit dem wertvollen
Kokain allein zu lassen. Auch dem Beschuldigten war klar, dass sein Tatbeitrag
nicht geradezu nebensächlich sein würde, erklärte er doch selbst, damals „ein
Glied in der Kette“ gewesen zu sein (Prot. I S. 53).
Unter Berücksichtigung der erheblichen (wenn auch für Drogenimporte aus dem
Ausland nicht unüblichen) Menge der gefährlichen Droge Kokain, welche hier in
der Schweiz befördert werden sollte, aber auch des Umstands, dass es dazu
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nicht kam (die Tat vielmehr im gemäss Art. 19 Abs. 3 lit. a BetmG strafreduzie-
rend zu berücksichtigenden Versuchsstadium stecken blieb und das Rauschgift
sichergestellt werden konnte, bevor es zu einer tatsächlichen Gefährdung Dritter
kam), sowie der weiteren Tatsache, dass der Beschuldigte eine kurzzeitige, un-
selbständige und relativ bescheidene, wenn auch wie erwähnt keineswegs ver-
nachlässigbare Rolle spielte, ist die objektive Tatschwere mit Bezug auf diesen
Anklagesachverhalt noch als eher leicht zu werten.
3.1.1.1.2. Gehilfenschaft zum Anstaltentreffen zum Drogenimport
Der Beschuldigte hat im Verlaufe des Jahres 2014 19 Buchungen und Umbu-
chungen für Flugtickets von 8 Personen vorgenommen, davon sechs von Sao
Paulo nach Amsterdam und zwei von Sao Paulo nach Zürich. Dies tat er nicht aus
eigener Initiative, sondern nach den Vorgaben der Mitbeschuldigten, die ihn um
Hilfe gebeten hatte und ihre Instruktionen jeweils von ihrem Lebenspartner
E._ erhielt.
Nicht erstellt ist, dass die betreffenden Passagiere, soweit sie die Reisen tatsäch-
lich antraten, auch wirklich Drogen mitführten. Möglicherweise erklärte sich letzt-
lich keine dieser Personen - aus welchen Gründen auch immer, beispielsweise
wegen dilettantischer Kaschierung der Drogen im Gepäck oder zu tiefer oder zu
wenig gesicherter Entschädigung - bereit, als Kurier zu fungieren.
Der Beschuldigte betätigte sich somit als Gehilfe zu qualifizierten Vorbereitungs-
handlungen (der Mitbeschuldigten und von deren Partner) für den Transport und
die Einfuhr von Kokain, wobei davon auszugehen ist, dass dabei Ware im Kilobe-
reich verschoben worden wäre.
Die objektive Tatschwere wiegt trotz der Vielzahl der Einzelhandlungen über ei-
nen relativ langen Zeitraum angesichts der strafmindernd zu berücksichtigenden
Gehilfenschaft (Art. 25 StGB) zu einem blossen Anstaltentreffen mit entsprechend
geringer tatsächlicher Gefährdung unter Berücksichtigung von Art. 19 Abs. 3 lit. a
BetmG leicht.
3.1.1.1.3. Zusammenfassung
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Insgesamt wiegt die objektive Tatschwere bei den Widerhandlungen gegen
Art. 19 Abs. 1 und 2 des Betäubungsmittelgesetzes, teilweise in Verbindung mit
Art. 25 StGB, leicht.
Auszugehen ist unter Berücksichtigung des Asperationsprinzips für die mehrfache
Tatbegehung aufgrund der objektiven Tatschwere von einer Strafe von 38 Mona-
ten. Die von der Vorinstanz ausgefällte hypothetische Einsatzstrafe von 44 Mona-
ten für sämtliche Widerhandlungen gegen das Betäubungsmittelgesetz gewichtet
die Drogenmenge zu stark gegenüber den übrigen Faktoren.
3.1.1.2. Subjektive Tatschwere
Der Beschuldigte hat - wie er bei der ersten staatsanwaltschaftlichen Einvernah-
me unverblümt zugab (Urk. 7/2 S. 3) - bei der Abholung G._s gewusst, dass
dieser Drogen mit sich führen würde. Dass es sich dabei um Kokain handeln und
eine Menge Gemisch im Kilobereich im Gepäck liegen würde, war so nahelie-
gend, dass der Eventualvorsatz bereits an direkten Vorsatz grenzt. Trotzdem woll-
te er den Drogenkurier mit dem Rauschgift nach Basel befördern.
Bei den Ticketbuchungen lag für den Beschuldigten aus den bereits genannten
Gründen ebenfalls auf der Hand, dass diese zum Zwecke hatten, harte Drogen in
grösseren Mengen über den Atlantik zu bringen und in europäische Länder einzu-
führen. Der hohe Aufwand über einen längeren Zeitraum und die gesamten der
Beschuldigten bekannten Tatumstände liessen es als evident erscheinen, dass
über kurz oder lang tatsächlich ein Drogentransport erfolgen würde (wie dies ja
dann bei der zweiten Reise G._s aus Brasilien der Fall war). Der Eventual-
vorsatz liegt näher beim direkten Vorsatz als bei der bewussten Fahrlässigkeit.
Von Seiten des Beschuldigten wird betont, dass er die Taten wegen seiner gros-
sen Hilfsbereitschaft begangen habe (Prot. I S. 52 ff. und 60 ff., Urk. 60 S. 15 ff.;
vgl. auch Urk. 7/3 S. 9).
Diesbezüglich muss etwas ausgeholt werden: Aufgrund zahlreicher sich aus den
Aussagen von B._ und den übrigen Akten ergebender Anhaltspunkte ist da-
von auszugehen, dass die Mitbeschuldigte im Deliktszeitraum ihrem heutigen
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Ehemann hörig war. Dieser nutzte die Situation aus, indem er ihr drohte, sie um-
gehend zu verlassen, wenn sie seine mit dem Drogenhandel zusammenhängen-
den Anweisungen nicht in die Tat umsetze. Wenn dies auch nicht das alleinige
Motiv der Mitbeschuldigten war, so war der Beweggrund der faktischen psychi-
schen Abhängigkeit doch der wichtigste. Die Mitbeschuldigte konnte die Online-
Ticketbuchungen nicht ohne Weiteres vornehmen, weil sie Sozialhilfeempfängerin
war und nicht über die erforderliche Kreditkarte verfügte. Bei der Ankunft von
G._ in Zürich Mitte Dezember 2014 war sie sodann in Brasilien.
Der Beschuldigte macht nun sinngemäss geltend, er habe aus Mitleid, Hilfsbereit-
schaft und einem damit verbundenen Unvermögen, „nein“ sagen zu können, den
Ersuchen der verzweifelten Mitbeschuldigten, mit der seit Langem eine innige
(platonische) Freundschaft bestanden habe und für die er zuvor schon zahlreiche
(legale) Handreichungen getätigt habe, entsprochen.
Tatsächlich scheint der als Pfarrer tätige Beschuldigte ein übertriebenes, beinahe
suchtartiges, seine Steuerungsfähigkeit beeinträchtigendes Bedürfnis, anderen zu
helfen, gehabt zu haben, ungeachtet der sich daraus für ihn ergebenden Folgen.
Die ... Mitarbeiterin im Jugendbereich H._ legte darüber beredtes und ein-
drückliches Zeugnis ab und sprach von einem „Helfersyndrom“ (Urk. 50 S. 3 ff.).
Der Beschuldigte wandte offenbar nicht nur viel Zeit auf, um andere in allen mög-
lichen Belangen zu unterstützen, sondern stürzte sich sogar trotz bereits prekärer
eigener finanzieller Verhältnisse in Unkosten, etwa indem er Dritten ohne realisti-
sche Prüfung Rechnungen bezahlte. Für weitere Beispiele seiner aussergewöhn-
lichen Hilfsbereitschaft sei auf die Eingabe der Verteidigung vom 21. Dezember
2015 und die Beilagen dazu verwiesen (Urk. 44 f.). Nach alledem ist glaubhaft,
dass hauptsächlich eine fast krankhafte Hilfsbereitschaft den Beschuldigten dazu
bewegte, den illegalen Ansinnen der Mitbeschuldigten Folge zu leisten.
Gleichzeitig ist an dieser Stelle zu wiederholen, dass der Beschuldigte keines-
wegs geradezu ausserstande war, das Unrecht seines Tuns einzusehen und
demgemäss zu handeln. Er hätte bei den Ticketbuchungen zumindest mit der Zeit
zur Besinnung kommen können und hatte auch vor der Abholung G._s hin-
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reichend Zeit, um sich umzuentscheiden. Die Fähigkeit, vom illegalen Tun abzu-
sehen, war aber in leichtem bis erhöhtem, jedoch noch nicht mittleren Grad her-
abgesetzt, was sich in einer entsprechenden Strafmilderung niederschlägt.
Die übermässige Hilfsbereitschaft war sodann nicht das einzige Motiv für die
Straftaten des Beschuldigten. Der Beschuldigte lebte im Deliktszeitraum wie er-
wähnt in schlechten finanziellen Verhältnissen, war verschuldet und stand unter
einer Lohnpfändung (Prot. I S. 38). Ein vor längerer Zeit der Mitbeschuldigten ge-
währtes Darlehen über Fr. 10'000.- war von ihr noch nicht zurückgezahlt (die
ebenfalls finanziell minderbemittelte Mitbeschuldigte war dazu gar nicht fähig).
Der Beschuldigte räumte nun mehrmals ein, auch deshalb in die strafbaren Hand-
lungen eingewilligt zu haben, um dieses Geld möglichst schnell zurück zu erhal-
ten (Urk. 7/1 S. 3 und 4, 7/2 S. 5, 7/3 S. 8, 7/4 S. 3, Prot. I S. 51). Tatsächlich wa-
ren ihm bereits Anfang Jahr durch „D._“ Fr. 5'000.- zwecks teilweiser Tilgung
des Darlehens bezahlt worden. Auch die Begleichung der Restsumme oder min-
destens eines guten Teils davon wurde ihm (unter anderem im Zusammenhang
mit der Abholung G._s, Urk. 7/1 S. 3) immer wieder in Aussicht gestellt, doch
wurde er letztlich immer wieder hingehalten. Die Teilrückzahlung durch einen Drit-
ten stellte im Übrigen - weil die Darlehensnehmerin nicht (rück)zahlungsfähig war
- entgegen der Auffassung der Verteidigung und der Vorinstanz (Urk. 77 S. 23)
durchaus eine finanzielle Besserstellung des Beschuldigten dar.
Gesamthaft betrachtet rechtfertigt die subjektive Tatschwere, die leichter wiegt als
die objektive, eine Reduktion der Strafe von 38 auf 30 Monate. Mit einer Strafre-
duktion von bloss 6 Monaten (für alle Straftaten, also einschliesslich der Geldwä-
scherei Urk. 77 S. 23) trägt die Vorinstanz vor allem dem Einfluss des „Helfersyn-
droms“ auf die Deliktsbegehung zu wenig Rechnung.
3.1.2. Geldwäscherei
3.1.2.1. Objektive Tatschwere
Der Beschuldigte wusch verteilt über das Jahr 2014 immer wieder Bargeld, das
ihm von der Mitbeschuldigten - welche es wiederum von „D._“ erhalten hatte
- 24 -
- oder direkt von diesem übergeben wurde. Die Beträge erhielt er zur Überwei-
sung nach Brasilien oder Portugal oder zur Deckung vorgeleisteter Kreditkarten-
zahlungen oder zur hälftigen Tilgung des der Beschuldigten gewährten Darle-
hens. Soweit er das Geld nicht instruktionsgemäss ins Ausland transferierte, ver-
wendete er es für private Zwecke oder neue Ticketbuchungen.
Der Gesamtdeliktsbetrag (d.h. das vermeintlich aus verbrecherischer Quelle
stammende gewaschene Geld) beläuft sich - unter Berücksichtigung der Umstän-
de, dass A._ Fr. 1'000.- des Vorschusses für Ticketbuchungen nicht zurück-
erhielt - auf gut 28'000 Franken und war damit bezogen auf den Deliktszeitraum
nicht sonderlich hoch, aber auch nicht ausgesprochen gering.
Stark strafreduzierend wirkt sich auf die objektive Tatschwere aus, dass von ei-
nem untauglichen Versuch im Sinne von Art. 22 Abs. 1 StGB auszugehen ist,
konnte doch nicht nachgewiesen werden, dass das überwiesene und verbrauchte
Bargeld von „D._“ tatsächlich aus einem Verbrechen herrührt.
Die objektive Tatschwere wiegt leicht.
3.1.2.2. Subjektive Tatschwere
Wenn die Vereitelung von Herkunft, Auffinden oder Beschlagnahmung der vom
Beschuldigten für verbrecherisch generiert gehaltenen Gelder nicht im Vorder-
grund stand, so nahm er dies doch in Kauf.
Strafreduzierend zu berücksichtigen ist sodann selbstredend auch hier das Han-
deln aus beinahe pathologischer Hilfsbereitschaft.
3.1.2.3. Asperation
Zusammenfassend und unter Anwendung des Asperationsprinzips
- einerseits mit Bezug auf die Erfüllung mehrerer verschiedener Straftatbestände
(Art. 19 Abs. 1 und 2 BetmG und Art. 305bis StGB, wobei die Taten recht eng mit-
einander verknüpft sind, weshalb sich für die Geldwäscherei die Ausfällung einer
separaten Geldstrafe als nicht angezeigt erweist; vgl. dazu BGE 6B_1011/2014
vom 16.3.2015 E. 4.4),
- 25 -
- andererseits hinsichtlich der mehrfachen Tatbegehung bei der Geldwäscherei
(bei den BetmG-Delikte wurde die Asperation bereits vorgenommen, oben Ziff.
3.1.1.1.3.), ist die Strafe von 30 um 2 auf 32 Monate anzuheben.
3.2. Täterkomponente
3.2.1. Was das Vorleben und die persönlichen Verhältnisse des Beschuldigten
angeht, so kann zunächst auf die einschlägigen Einvernahmen in den Akten ver-
wiesen werden (Urk. 19/4, Prot. I S. 35 ff., Prot. II S. 14 ff.).
Der mittlerweile 46-jährige Beschuldigte wuchs in Deutschland bei den Eltern auf
und studierte Theologie in ... und ..... Ab 2003 bekleidete er in ... eine Pfarrstelle,
die er nach 11 Jahren samt Wohnung aufgeben musste, weil ihm aufgrund der
vorliegenden Ereignisse gekündigt wurde.
Eine erste Ehe schloss er 1998. Die bereits vorehelich heroinabhängige Partnerin
verfiel erneut der Sucht. Nach einer Trennung 2009 erfolgte 2012 die Scheidung.
2013 heiratete der Beschuldigte I._.
Seit der Kündigung der Stelle als Pfarrer bewarb er sich, von - durch eine Lohn-
pfändung gekürzten - Arbeitslosengeldern mit seiner sich in Ausbildung befindli-
chen Ehefrau bescheiden lebend, bisher erfolglos wieder um eine solche Anstel-
lung. Parallel dazu absolvierte er ein kaufmännisches Praktikum und bewarb sich
um Büroanstellungen.
Anlässlich der Berufungsverhandlung brachte der Beschuldigte vor, dass er seit
Oktober 2016 zu einem Pensum von 70 % in einem Callcenter angestellt sei, wo-
bei er Spenden für verschiedene Hilfsorganisationen sammle. Die Lohnpfändung
bestehe noch immer, allerdings habe er seine Schulden mittlerweile zufolge
Rückzahlungen auf circa Fr. 50'000.– reduziert. Seine Frau arbeite derzeit mit ei-
nem Pensum von 50 % im Barservice (Prot. II S. 18 f.).
Das Vorleben und die persönlichen Verhältnisse des Beschuldigten bilden keinen
Strafreduktionsgrund. Dass seine Stelle gekündigt wurde und er nun Schwierig-
keiten hat, etwas Gleichwertiges zu finden, ist eine Folge seines strafbaren Ver-
- 26 -
haltens und trifft in ähnlicher Form auch andere Delinquenten (vgl. immerhin die
noch folgenden Erwägungen zur Vorverurteilung durch die Medien).
3.2.2. Auch eine besondere Strafempfindlichkeit ist nicht ersichtlich.
3.2.3. Der Beschuldigte ist nicht vorbestraft. Grund zur Strafminderung bildet dies
indes nicht. Ein Lebenswandel ohne Verbrechen oder Vergehen kann von jeder-
mann erwartet werden und ist denn auch die Regel.
3.2.4. Bereits kurz nach der Verhaftung legte der Beschuldigte ein praktisch voll-
umfängliches Geständnis ab, wobei er auch die Ticketbuchungen sofort offenleg-
te, wenn er damals auch nur von 3-4 Buchungen für die Mitbeschuldigte sprach.
Im Verlaufe des Verfahrens oszillierten seine Aussagen insofern, als er zuweilen
seine Annahmen bezüglich der Drogentransporte und von Art und Menge vernied-
lichte, um dann allerdings - teils in der gleichen Einvernahme - frühere Zugaben
wieder zu bestätigen.
Das grundsätzliche Geständnis und die Kooperation mit den Strafbehörden sind,
wenn auch nicht im maximal möglichen Umfang, so doch mit einer Strafminde-
rung von einem Fünftel in Anschlag zu bringen. Als überhöht erscheint eine Re-
duktion um einen Drittel, wie sie die Vorinstanz vorgenommen hat. Insbesondere
ist nicht einzusehen, weshalb die Delikte dem Beschuldigten „mit grosser Wahr-
scheinlichkeit“ in subjektiver Hinsicht ohne Geständnis nicht hätten nachgewiesen
werden können. Dass er sodann seine ihn belastenden Unterlagen nicht vernich-
tete, bildet ebenfalls keinen Anlass zur Herabsetzung der Strafe.
3.2.5. Eine zusätzliche deutliche Herabsetzung der Strafe ergibt sich aus der Ein-
sicht und Reue, welche der Beschuldigte glaubhaft zum Ausdruck brachte.
3.2.6. Der Beschuldigte ist als Pfarrer durch die Medienberichterstattung über-
durchschnittlich betroffen (Urk. 77 S. 25 f.). Von einem kirchlichen Würdenträger
mit seelsorgerischen Aufgaben erwartet ein grosser Teil der Öffentlichkeit umfas-
sende Seriosität und strafrechtliche Integrität. Wohl hat es der Beschuldigte, wie
bereits ausgeführt, weitgehend selbst zu verantworten, dass er straffällig wurde,
doch sind die Folgen der Prangerwirkung der - wie eine Internet-Recherche zeigt -
- 27 -
teils mit einer gewissen Zweideutigkeit und Häme durchsetzten Medienberichter-
stattung („Blick“ vom tt.mm.2015: „...-Pfarrer“, „Über ... Jahre lang habe der ver-
heiratete Pfarrer der ... Schönheit immer wieder geholfen“) für seine berufliche
Zukunft kurzfristig besonders gravierend und langfristig unabsehbar. Er fand denn
auch bislang keine Anstellung mehr als Pfarrer. Dass er sich „nervös, fast zittrig“
(wie die Zeitung in derselben Ausgabe schrieb) den Medien stellte, ist ihm entge-
gen der Auffassung der Vorinstanz nicht anzulasten. Eine leichte Strafminderung
erweist sich, anders als von den Vorderrichtern erwogen (welche dagegen der
weniger betroffenen und nicht im Zentrum stehenden Mitbeschuldigten eine sol-
che gewährten), nach dem Gesagten als angezeigt.
3.2.7. Das weitgehende Geständnis des Beschuldigten, die glaubhaft bekundete
Einsicht und Reue und die im Vergleich zur Mitbeschuldigten wesentlich gravie-
renderen Wirkungen der Medienberichterstattung rechtfertigen eine Senkung der
Strafe auf 32 auf 24 Monate bzw. 2 Jahre Freiheitsstrafe.
Der Anrechnung von insgesamt 60 Tagen erstandener Untersuchungshaft steht
nichts entgegen (Art. 51 StGB).
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IV. Vollzug
Das Gericht schiebt den Vollzug einer Geldstrafe von mindestens sechs Monaten
und höchstens zwei Jahren in der Regel auf, wenn der Täter nicht vorbestraft ist
und eine unbedingte Strafe nicht notwendig erscheint, um den Täter von der Be-
gehung weiterer Verbrechen oder Vergehen abzuhalten (Art. 42 Abs. 1 und 2
StGB).
Der Beschuldigte ist nicht vorbestraft. Durch die zweimonatige Inhaftierung, die
Medienberichterstattungen und den Verlust von Stelle und Wohnung dürfte er hin-
reichend beeindruckt sein, um inskünftig seiner Hilfsbereitschaft nur noch zu frö-
nen, wo dies einen legalen Hintergrund hat.
Dem Beschuldigten ist der bedingte Strafvollzug zu gewähren, unter Ansetzung
der minimalen Probezeit von zwei Jahren.
IV. Kosten
1. Bei diesem Ausgang des Verfahrens ist das erstinstanzliche Kostendispositiv
(dort Dispositiv Ziff. 5 und 6) zu bestätigen.
2. Im Berufungsverfahren dringt der Beschuldigte mit seinem Antrag auf Redukti-
on der Strafe (wenn auch nicht im beantragten Umfang) und auf Gewährung des
bedingten Strafvollzugs durch, unterliegt aber mit den übrigen Anträgen. Die Kos-
ten des zweitinstanzlichen Verfahrens, ohne diejenigen der amtlichen Verteidi-
gung, sind dem Beschuldigten damit zu drei Vierteln aufzuerlegen und zu einem
Viertel auf die Gerichtskasse zu nehmen.
Die Kosten der amtlichen Verteidigung sind auf die Gerichtskasse zu nehmen. Die
Rückzahlungspflicht des Beschuldigten für drei Viertel dieser Kosten bleibt vorbe-
halten (Art. 135 Abs. 4 StPO).
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