# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 7777facf-e0a5-5586-a761-94d7b6ec4ac6
**Court:** SG_VG
**Chamber:** SG_VG_001
**Year:** 2006
**Language:** de
**Jurisdiction:** SG / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

hat das Verwaltungsgericht festgestellt:
A./ Dr. med. X. ist Facharzt FMH für . . .. Er betreibt in der Stadt St. Gallen eine
Arztpraxis und ist daneben als Redaktor einer Fachzeitschrift tätig. Seine Ehefrau
arbeitet im Angestelltenverhältnis in der Praxis ihres Ehemannes und übt daneben eine
Teilzeittätigkeit bei der Stadt St. Gallen aus. Die Eheleute X. wohnen in einem
Einfamilienhaus in T./Appenzell Ausserrhoden.
Für 2001 deklarierten die Eheleute X. im Kanton Appenzell-Ausserrhoden ein
steuerbares Einkommen von Fr. . . . . und ein steuerbares Vermögen von Fr. . . . . . In
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der Buchhaltung wurde ein Aufwand von Fr. 18'000.-- für die Benutzung von
Büroräumlichkeiten im Eigenheim ausgewiesen. Die Veranlagungsbehörde des Kantons
St. Gallen rechnete für die Ermittlung der Einkünfte aus selbständiger
Haupterwerbstätigkeit einen Anteil von Fr. 12'000.-- an diesem Mietaufwand dem
steuerbaren Einkommen zu. Ausserdem nahm sie verschiedene Korrekturen bei den
Abzügen vor. Die Vermögensdeklaration wurde unverändert übernommen. X. wurde im
Kanton St. Gallen für 2001 mit einem steuerbaren Einkommen von Fr. . . . . zum Satz
von Fr. . . . . und einem steuerbaren Vermögen von Fr. . . . zum Satz von Fr. . . . .
veranlagt. Eine von X. am 14. Oktober 2003 erhobene Einsprache wurde vom
Kantonalen Steueramt mit Entscheid vom 8. Juni 2005 abgewiesen.
B./ Mit Eingabe seiner Vertreter vom 8. Juli 2005 erhob X. Rekurs mit dem Antrag, die
Veranlagung 2001 für die Staats- und Gemeindesteuern sei dahingehend zu
korrigieren, dass eine interkantonale Betriebsstättenausscheidung zwischen St. Gallen
und Appenzell-Ausserrhoden vorzunehmen und der Mietaufwand für das Büro am
Wohnort gemäss Deklaration auf Fr. 18'000.-- festzusetzen sei.
Die Verwaltungsrekurskommission hiess den Rekurs mit Entscheid vom 4. Mai 2006
teilweise gut und hob den Einspracheentscheid des Kantonalen Steueramtes vom 8.
Juni 2005 auf. Sie veranlagte X. für 2001 mit einem steuerbaren Einkommen von Fr. . . .
zum Satz von Fr. . . . . und einem steuerbaren Vermögen von Fr. . . . . zum Satz von
Fr. . . . . Sie erwog, es seien zwei Zimmer des Einfamilienhauses der beruflichen
Tätigkeit zuzuordnen, woraus sich ein berufsmässig begründeter Mietaufwand von Fr.
12'300.-- ergebe. Sodann sei hinsichtlich der administrativen Tätigkeit der Ehefrau und
der wissenschaftlichen und redaktionellen Tätigkeit des Steuerpflichtigen ein
Nebensteuerdomizil (zufolge Betriebsstätte bzw. Geschäftsbetriebes) anzunehmen.
Dagegen würde der Umstand, dass ein Arzt Patienten auch von seinem Wohnort aus
telefonisch betreue und berate und auch zu Hause berufliche Tätigkeiten ausübe, zu
einer unerträglichen Zersplitterung der Steuerpflicht führen, weshalb es gerechtfertigt
sei, die unmittelbar im Zusammenhang mit der Betreuung von Patienten stehende
Tätigkeit, die der Rekurrent an seinem Wohnort ausübe, bei der Steuerausscheidung
zwischen Praxisort und Wohnort nicht zu berücksichtigen.
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C./ Mit Eingaben vom 19. Mai und 19. Juni 2006 erhob das Kantonale Steueramt
Beschwerde beim Verwaltungsgericht mit dem Antrag, der Rekursentscheid vom 4.
Mai 2006 sei aufzuheben und der Einspracheentscheid vom 8. Juni 2005 sei zu
bestätigen, unter Kostenfolge. Zur Begründung wird im wesentlichen vorgebracht, für
die teilweise Ausübung der selbständigen Erwerbstätigkeit des Beschwerdegegners sei
ein einzelnes Büro im Eigenheim in T. ausreichend, weshalb der im
Einspracheentscheid zugelassene Mietaufwand von Fr. 6'000.-- bzw. die
entsprechende Aufrechnung von Fr. 12'000.-- beim Einkommen aus selbständigem
Erwerb gerechtfertigt sei. Ausserdem sei nicht nachvollziehbar, weshalb die
Backoffice-Tätigkeit der angestellten Ehefrau, sofern sie überhaupt am Wohnort
ausgeführt werde, was aufgrund der geltend gemachten Fahrkosten bestritten werde,
für sich alleine eine Betriebsstätte am Wohnort begründen solle. Daher sei auf die
Ausscheidung einer Betriebsstätte zu verzichten und lediglich der Lohn der
unselbständig tätigen Ehefrau am Hauptsteuerdomizil in T. zu besteuern.
Die Vorinstanz schliesst in ihrer Vernehmlassung vom 4. Juli 2006 unter Hinweis auf die
Erwägungen des angefochtenen Entscheids auf Abweisung der Beschwerde.
Der Beschwerdegegner liess sich mit Eingabe seiner Vertreter vom 28. August 2006
vernehmen, ohne einen förmlichen Antrag zu stellen. Er hält fest, er sei weiterhin der
Auffassung, dass die Veranlagung gemäss dem Antrag der Rekursschrift angemessen
sei.
Auf die weiteren Ausführungen der Verfahrensbeteiligten wird, soweit wesentlich, in
den nachstehenden Erwägungen näher eingegangen.

## Considerations

Darüber wird in Erwägung gezogen:
1./ Die sachliche Zuständigkeit des Verwaltungsgerichts ist gegeben (Art. 196 Abs. 1
des Steuergesetzes, sGS 811.1, abgekürzt StG; Art. 59 Abs. 1 des Gesetzes über die
Verwaltungsrechtspflege, sGS 951.1, abgekürzt VRP). Das kantonale Steueramt ist zur
Beschwerdeführung legitimiert, und seine Eingaben entsprechen zeitlich, formal und
inhaltlich den gesetzlichen Anforderungen (Art. 196 Abs. 1 in Verbindung mit Art. 161
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StG sowie Art. 64 Abs. 1 in Verbindung mit Art. 48 Abs. 1 und 2 VRP). Auf die
Beschwerde ist einzutreten.
Der Beschwerdegegner hat in seiner Beschwerdevernehmlassung keinen förmlichen
Antrag gestellt. Er führt lediglich aus, er halte daran fest, dass der gesamte
Mietaufwand Fr. 18'000.-- betrage und verweise auf die Ausführungen in der
Rekursschrift. Ausserdem werde daran festgehalten, dass von einer Betriebsstätte am
Wohnort ausgegangen werden müsse. Abschliessend vermerkt er, er sei weiterhin der
Auffassung, dass die Veranlagung gemäss Rekursschrift angemessen sei.
Die Verwaltungsrekurskommission hat den Rekurs nur teilweise gutgeheissen. Dem
Begehren des Beschwerdegegners, es seien Fr. 18'000.-- als geschäftsmässig
begründeter Mietaufwand aufgrund der Nutzung von Räumen im eigenen Haus
anzuerkennen, wurde nur teilweise entsprochen. Ausserdem wurde das Bestehen einer
Betriebsstätte am Wohnort bejaht, allerdings nur aufgrund der dort von der Ehefrau
ausgeübten Tätigkeit sowie der Tätigkeit des Beschwerdegegners als
wissenschaftlicher Redaktor. Die vom Beschwerdegegner vom Wohnort aus getätigten
Patientenkontakte wurden nicht als Wesensmerkmal der Betriebsstätte anerkannt.
Der Beschwerdegegner hat den Rekursentscheid nicht angefochten. In der
Beschwerdevernehmlassung verweist er auf seine Ausführungen in der Rekursschrift
und hält fest, dass eine Veranlagung gemäss der Rekursschrift angemessen sei. Soweit
in diesen Ausführungen ein Antrag zu verstehen ist, geht dieser weiter als ein Begehren
um Abweisung der Beschwerde. Im Beschwerdeverfahren betr. Steuern ist allerdings
das Verwaltungsgericht an die Anträge der Beteiligten nicht gebunden (Art. 196 Abs. 2
StG). Aus dieser Bestimmung wird nach der Praxis das Recht des Kantonalen
Steueramtes abgeleitet, in einer Beschwerdevernehmlassung Anträge auf Vornahme
einer reformatio in peius zu stellen, soweit sich diese im Rahmen des
Streitgegenstands bewegen (vgl. GVP 1982 Nr. 23; VerwGE vom 17. September 2002
i.S. C. und R.B.). Dementsprechend ist auch dem Beschwerdegegner das Recht
zuzuerkennen, in der Vernehmlassung zu einer Beschwerde des kantonalen
Steueramtes einen Antrag zu stellen, der eine Aenderung des angefochtenen
Entscheides zu seinen Gunsten verlangt, soweit sich das Begehren im Rahmen des
Streitgegenstands bewegt. Diese Voraussetzung ist im vorliegenden Fall gegeben; die
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Höhe der Aufwendungen für die Arbeitsräume im eigenen Haus wurde vom kantonalen
Steueramt angefochten. Bei der Frage der Betriebsstätte beziehen sich die
Ausführungen des Beschwerdegegners im wesentlichen auf die Begründung des
angefochtenen Entscheids. Hinzu kommt, dass der Beschwerdegegner hinsichtlich der
Aufwendungen für die Arbeitsräume auf einen genau bezeichneten Abschnitt in der
Rekursschrift verweist, was im Beschwerdeverfahren als ausreichend qualifiziert wird,
um ein Begehren zu begründen (vgl. Cavelti/Vögeli, Verwaltungsgerichtsbarkeit im
Kanton St. Gallen, St. Gallen 2003, Rz. 921).
2./ a) Streitig ist der Geschäftsaufwand, welcher in der Buchhaltung mit Fr. 18'000.--
für die Benützung von Raum im Eigenheim des Beschwerdegegners ausgewiesen
wurde. Beschwerdegegner und Vorinstanz gingen davon aus, dass im Eigenheim zwei
von sieben Zimmern vorwiegend geschäftlich genutzt werden. Davon ausgehend setzte
die Vorinstanz den geschäftlich begründeten Mietaufwand auf Fr. 12'300.-- fest
(Mietwert Fr. 55'272.-- : 9 [Zimmerzahl +2] x 2). Damit sei auch die teilweise
geschäftsbedingte Nutzung eines Garagenplatzes abgegolten, wobei umgekehrt davon
auszugehen sei, dass die beiden Büroräume nicht ausschliesslich geschäftlich genutzt
würden.
Dagegen wendet das kantonale Steueramt ein, die Ehefrau des Pflichtigen sei für ihre
Tätigkeit nicht auf ein Arbeitszimmer zu Hause angewiesen. Ihr stehe in der Praxis in
St. Gallen ein Arbeitsplatz zur Verfügung, an welchem sie die administrativen Arbeiten
erledigen könne.
b) Nach Art. 40 Abs. 1 StG können bei selbständiger Erwerbstätigkeit die geschäfts-
oder berufsmässig begründeten Kosten abgezogen werden. Der Mietaufwand, der in
der Buchhaltung eines Selbständigerwerbenden für die Benützung von Räumen in der
Privatliegenschaft ausgewiesen wird, gilt als geschäftsmässig begründeter Aufwand im
Sinne von Art. 40 Abs. 1 StG. Für diesen trägt der Steuerpflichtige die Beweislast
(Weidmann/Grossmann/Zigerlig, Wegweiser durch das st. gallische Steuergesetz, 6.
Aufl., Muri-Bern 1999, S. 379 f. mit Hinweisen). Die Vorinstanz hielt zutreffend fest,
dass es bei der Beurteilung des geschäftsmässig begründeten Unternehmensaufwands
nicht darauf ankommt, ob eine Ausgabe grundsätzlich oder der Höhe nach objektiv
vermeidbar oder unvermeidbar, sinnvoll oder unzweckmässig ist (Weidmann/
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Grossmann/Zigerlig, a.a.O., S. 71). Bei der geschäftlichen Benützung von Räumen des
eigenen Hauses besteht indes keine Geschäftsbeziehung mit einem aussenstehenden
Dritten. Zudem werden keine Zahlungen getätigt; der Mietaufwand wird lediglich als
fiktive Aufwendung ausgewiesen, welche letztlich den steuerbaren Eigenmietwert der
Liegenschaft des Pflichtigen mindert. Daher kann nicht ohne weiteres auf die
Deklaration des Mietaufwands in der Buchhaltung abgestellt werden. Die Verbuchung
von entsprechendem Aufwand vermag nicht in jedem Fall eine geschäftsmässig
begründete Aufwendung zu belegen.
Vorliegend geht aus der amtlichen Mitteilung über die Liegenschaftsschätzung nicht
hervor, inwiefern ein Zimmer oder mehrere Zimmer des Hauses geschäftlich genutzt
werden. Büroräume werden im Beschrieb des Hauses nicht aufgeführt. Auch aus der
Aktennotiz über die Besprechung des Beschwerdegegners und dessen Ehefrau mit
dem Steuerkommissär vom 12. Mai 2005 ergeben sich keine Anhaltspunkte, dass zwei
Zimmer geschäftlich genutzt werden. Die Ehefrau wird mit der Erklärung zitiert, "das
Büro zu Hause sei mit der Praxis in St. Gallen verknüpft". Es wurde bei der
Besprechung nicht auf eine Mehrzahl von geschäftlich genutzten Räumen hingewiesen.
Sodann wurde sowohl in der Einsprache als auch im Rekurs beantragt, der
Mietaufwand für "das Büro am Wohnort" sei auf Fr. 18'000.-- festzusetzen. All dies
weist darauf hin, dass es sich um einen einzelnen Raum handelt. Auch den
eingereichten Rechnungen über die Ausstattung und die baulichen Massnahmen lässt
sich nicht entnehmen, dass zwei Räume überwiegend oder gar ausschliesslich als
Büros eingerichtet wurden. Dagegen wurde sowohl in der Rekursschrift als auch in der
Beschwerdevernehmlassung ausgeführt, es stünden den Eheleuten zwei Zimmer für
praxisrelevante Arbeiten zur Verfügung.
Der Anteil des geschäftsmässig begründeten Aufwands kann nicht ziffernmässig genau
bestimmt werden; er ist ermessensweise festzusetzen. Unbestritten blieb die
Feststellung der Vorinstanz, dass die beruflich genutzten Räumlichkeiten teilweise auch
für private Zwecke genutzt werden. Dies entspricht im übrigen auch der allgemeinen
Lebenserfahrung. Im weiteren wurden in der Steuererklärung 115 jährliche Fahrten der
Ehefrau nach St. Gallen als Berufsauslagen zum Abzug gebracht, was auf einen
zumindest hälfigen Arbeitsanteil der Ehefrau in der Praxis hinweist. Unter diesen
Umständen ist der Nachweis nicht erbracht, dass Aufwendungen für mehr als einen
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Büroraum im Eigenheim geschäftsmässig begründet sind. Da die Methode zur
Ermittlung bzw. Schätzung des auf einen Büroraum entfallenden Abzugs im
Beschwerdeverfahren unangefochten blieb und sich der vom kantonalen Steueramt
festgesetzte Abzug von Fr. 6'000.-- im Rahmen des Ermessens bewegt, ist die
Beschwerde in diesem Punkt gutzuheissen und der Einsprache-Entscheid zu
bestätigen.
3./ Zu prüfen ist im weiteren, ob die Vorinstanz zu Recht eine Betriebsstätte in Teufen
angenommen hat bzw. die Besteuerung des Einkommens am Geschäftsort
eingeschränkt hat.
a) Nach Art. 14 Abs. 1 StG sind natürliche Personen ohne steuerrechtlichen Aufenthalt
im Kanton aufgrund wirtschaftlicher Zugehörigkeit steuerpflichtig, wenn sie im Kanton
Geschäftsbetriebe oder Betriebsstätten unterhalten.
a) Der Beschwerdegegner wohnt in T./Appenzell Ausserrhoden und ist Inhaber einer
Arztpraxis in St. Gallen. Somit besteht in St. Gallen ein Nebensteuerdomizil des
Geschäftsbetriebs (vgl. das Beispiel in Weidmann/Grossmann/Zigerlig, a.a.O., S. 23).
Dies bedeutet, dass der Beschwerdegegner (auch) im Kanton St. Gallen steuerpflichtig
ist. Diese Steuerpflicht besteht kraft wirtschaftlicher Zugehörigkeit (Randtitel zu Art. 14
StG). Beim Nebensteuerdomizil St. Gallen handelt es sich um ein Spezialsteuerdomizil
des Geschäftsortes (vgl. Höhn/Mäusli, Interkantonales Steuerrecht, 4. Aufl., Bern/
Stuttgart/Wien 2000, § 9 Rz. 8). Bei wirtschaftlicher Zugehörigkeit ist nach Art. 15 Abs.
2 StG die Steuerpflicht auf die Teile des Einkommens und Vermögens beschränkt, für
die nach Art. 14 StG eine Steuerpflicht im Kanton besteht.
b) Die Vorinstanz prüfte, ob eine Betriebsstätte (der Arztpraxis) in T. besteht. Als
Betriebsstätte gilt nach Art. 13 Abs. 3 StG eine feste Geschäftseinrichtung, in der die
Geschäftstätigkeit eines Unternehmens oder ein freier Beruf ganz oder teilweise
ausgeübt wird. Nach Art. 7 der Steuerverordnung (sGS 811.11) sind Betriebsstätten
insbesondere Zweigniederlassungen, Fabrikationsstätten, Werkstätten, Verkaufsstellen,
ständige Vertretungen, Bergwerke und andere Stätten der Ausbeutung von
Bodenschätzen sowie Bau- und Montagestellen von mindestens 12 Monaten Dauer.
Nach Lehre und Rechtsprechung ist eine Betriebsstätte eine ständige körperliche
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Anlage oder Einrichtung, mittels derer sich daselbst ein qualitativ oder quantitativ
wesentlicher Teil des technischen oder kommerziellen Betriebs vollzieht (vgl. Höhn/
Mäusli, a.a.O., § 10 Rz. 1).
c) Die Arztpraxis des Beschwerdegegners wird als Einzelfirma betrieben. Einzelfirmen
sind nicht selbständig steuerpflichtig. Sie haben daher als solche kein
Hauptsteuerdomizil. Steuerpflichtig ist der Inhaber. Dieser hat am Sitz bzw. am Ort der
Leitung des Geschäfts ein Spezialsteuerdomizil des Geschäftsortes und nicht eine
Betriebsstätte (Höhn/Mäusli, a.a.O., § 10 Rz. 15). Aufgrund der Praxis in St. Gallen ist
ein solches Spezialsteuerdomizil gegeben. Falls der Beschwerdegegner einen
wesentlichen Teil seiner Praxistätigkeit in einem Drittkanton betreiben würde, bestünde
dort ein sekundäres Steuerdomizil einer Betriebsstätte (Höhn/Mäusli, a.a.O., § 9 Rz. 8).
Da im vorliegenden Fall streitig ist, ob ein wesentlicher Teil der Praxistätigkeit am
Wohnort und damit am Hauptsteuerdomizil ausgeübt wird, stellt sich die Frage einer
Betriebsstätte in T. nicht bzw. nur indirekt. Es fragt sich vielmehr, ob das Einkommen
und Vermögen im Zusammenhang mit der Praxis gesamthaft am Spezialsteuerdomizil
St. Gallen zu besteuern oder ob ein Teil davon dem Hauptsteuerdomizil Appenzell-
Ausserrhoden zuzuordnen ist. Aufgrund dieser Fragestellung ist es nicht entscheidend,
inwiefern die vom Beschwerdegegner und seiner Ehefrau in Teufen ausgeübten
Tätigkeiten die Merkmale einer Betriebsstätte begründen. An seinem
Hauptsteuerdomizil kann der Beschwerdegegner nämlich gar kein Nebensteuerdomizil
haben. Die Tätigkeiten sind danach zu beurteilen, ob sie üblicherweise am
Hauptsteuerdomizil ausgeübt werden, ohne dass deswegen die ausschliessliche
Besteuerung des Geschäftseinkommens am Spezialsteuerdomizil des Geschäftsortes
in Frage gestellt wird. Unter diesem Aspekt ist es nicht entscheidend, dass die Ehefrau
einen wesentlichen Teil der Praxisadministration in Teufen ausübt. Die Ehefrau ist beim
Beschwerdegegner angestellt und bezieht für ihre Tätigkeit ein Salär, das am Wohnort
besteuert wird. Es handelt sich in diesem Fall nicht um einen Sachverhalt, der mit der
überwiegenden kaufmännischen Leitung einer Unternehmung ausserhalb des
Geschäftsortes gleichgesetzt werden kann. Vielmehr liegt ein Fall vor, bei dem eine
Angestellte einen Teil ihrer Tätigkeit am Geschäftsort in einem Büro der
Einzelunternehmung ausübt und daneben einen Teil ihrer Arbeit bei sich zu Hause
erledigt. In quantitativer Hinsicht verhält es sich zudem so, dass aufgrund des geltend
gemachten Abzugs für 115 berufsbedingte Fahrten der Ehefrau zum Praxisort St.
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Gallen nicht von einer überwiegenden Tätigkeit in T. ausgegangen werden kann. Wenn
eine Angestellte eines freiberuflich Tätigen einen erheblichen Teil ihrer Tätigkeit bei sich
zu Hause ausübt, vermag dies an ihrem Wohnort keine Praxistätigkeit zu begründen,
welche einen einer Betriebsstätte gleichkommenden qualitativ wesentlichen Anteil
darstellt. Grundsätzlich steht der Ehefrau bzw. der Angestellten für ihre Tätigkeit in der
Praxis ein Büro in St. Gallen zur Verfügung. Wenn es ihr unter diesen Umständen
gestattet wird, einen Teil ihrer Tätigkeit bei sich zu Hause auszuüben, vermag dies
keine anteilmässige Besteuerung des Geschäftseinkommens am Hauptsteuerdomizil
zu begründen. Von einem wesentlichen Teil der Geschäftstätigkeit des
Beschwerdegegners am Hauptsteuerdomizil, welcher einer Betriebsstätte der
Arztpraxis am Wohnort gleichkommt, kann unter diesen Umständen nicht gesprochen
werden.
d) Die ärztliche Tätigkeit des Beschwerdegegners wurde von der Vorinstanz nicht als
Merkmal einer Betriebsstätte qualifiziert und dementsprechend auch nicht als Grund
für die Zuweisung eines Teils des Praxiseinkommens an den Wohnort anerkannt. Dies
ist aufgrund der vorliegenden Umstände gerechtfertigt. Erfahrungsgemäss pflegen
zahlreiche Aerzte auch von der Privatwohnung aus Kontakte zu Patienten. Der
Beschwerdegegner gibt T. klar als Privatdomizil und nicht als Praxisstandort zu
erkennen. Der Umfang der Kontakte mit Patienten vom Wohnort aus ist nicht genau
bestimmbar. Aus den vom Beschwerdegegner eingereichten Unterlagen geht jedenfalls
nicht hervor, dass in T. eine eigentliche Praxistätigkeit ausgeübt wird. Es gehört zum
üblichen Umfang der beruflichen Tätigkeit, dass ein Arzt auch zu Hause telefonische
Auskünfte erteilt, Fachliteratur studiert, administrative Arbeiten im Zusammenhang mit
der Praxis erledigt oder wissenschaftliche Arbeiten ausführt. Dieser Anteil mag
aufgrund besonderer Umstände bei einzelnen Aerzten höher sein als bei anderen. Wie
die Vorinstanz zutreffend festhält, würde es aber zu einer unerträglichen Zersplitterung
der Steuerpflicht führen, wenn solche Tätigkeiten, wie sie auch bei anderen freiberuflich
Tätigen zu Hause ausgeübt werden, ein gesondertes Steuerdomizil begründen bzw.
eine Steuerausscheidung für das Einkommen und Vermögen aus dem Geschäftsort
erforderlich machen würden. Zu den praxisrelevanten Tätigkeiten gehört im übrigen
auch das Verfassen von wissenschaftlichen Artikeln oder fachlichen Abhandlungen in
einschlägigen Medien. Dem vom Beschwerdegegner erzielten Honorar von Fr. . . . .
kommt zudem quantitativ bzw. im Verhältnis zu den übrigen Einkünften eine derart
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geringfügige Bedeutung zu, dass sich eine Ausscheidung auch unter diesem Aspekt
nicht rechtfertigt. Im vorliegenden Fall ist somit weder aufgrund der Tätigkeit der
angestellten Ehefrau noch aufgrund der Tätigkeit des Beschwerdegegners am Wohnort
ein Teil des Geschäftseinkommens und -vermögens am Wohnort zu besteuern.
4./ Zusammenfassend ergibt sich aus den vorstehenden Erwägungen, dass die
Beschwerde gutzuheissen und der Rekursentscheid vom 4. Mai 2006 aufzuheben ist.
Der Einspracheentscheid vom 8. Juni 2005 ist zu bestätigen.
5./ Dem Verfahrensausgang entsprechend gehen die amtlichen Kosten des
Beschwerdeverfahrens zulasten des Beschwerdegegners (Art. 95 Abs. 1 VRP). Eine
Entscheidgebühr von Fr. 3'000.-- ist angemessen (Ziff. 382 Gerichtskostentarif, sGS
941.12).
Ausseramtliche Kosten sind nicht zu entschädigen. Der Beschwerdegegner ist
unterlegen (Art. 98bis VRP), und der Beschwerdeführer hat als verfügende Behörde
keinen Anspruch auf ausseramtliche Entschädigung (vgl. R. Hirt, Die Regelung der
Kosten nach st. gallischem Verwaltungsrechtspflegegesetz, Diss. St. Gallen 2004, S.
176).
Aufgrund des Ausgangs des Beschwerdeverfahrens sind die amtlichen Kosten des
Rekursverfahrens von Fr. 1'600.-- dem Beschwerdegegner aufzuerlegen (Art. 95 Abs. 1
VRP).
Ausseramtliche Kosten sind für das Rekursverfahren nicht zu entschädigen (Art. 98bis
VRP; Hirt, a.a.O., S. 176).