# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 543464db-7745-4ae3-ae1a-ce1f0242c5be
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2013
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
Der
im Jah
re 1959
geborene
X._
war seit dem
1. Juni 1999 bei der
Y._
als Detailhandelsangestellter
angestellt und in dieser Ei
gen
schaft bei der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt (Suva) obligato
risch
gegen die Folgen von Unfällen und Berufskrankheiten versichert. Am
13.
Mai
2009 verletzte er sich bei der Arb
eit am linken Ellbogen (
Urk.
9/6
) und musste sich am 21
. August 2009 einem operativen Eingriff unterziehen (
Revi
sion distale
Bicepssehne
, Rekonstruktion mit
Semitendinosus-Allograft
;
Urk.
9/10
). Infolge per
sistierender Beschwerden wurde
am 19. und 20. August 2010 an der
C._
eine Evaluation der funktionellen Leistungsfä
higkeit durchgeführt
(
Urk.
9/70). In der Zeit vom 14. Dezember 2010 bis 14. Ja
nuar 2011
besuchte der
Versicherte
an
der Rehaklinik
Z._
ein ambulantes
Ergonomie-Trainings
pro
gramm
(
Urk.
9/84
).
Aufgrund eines
Colorektalkarzi
noms
musste sich der Versi
cher
te einem operativen Eingriff un
t
erziehen (
Hos
pitalisation
vom
5. bis 15. April
2011,
Urk.
9/102). Am 13. September 2011 er
litt der Versicherte überdies eine Kon
tusion des unteren Rippenbogens links la
teral (
Urk.
9/103 S. 6).
M
it Ver
fü
gung vom
25. November 2011
verneinte
die Suva
den Anspruch
des
Versi
cher
ten
auf eine Rente und auf
Integritätsentschä
digung
(Urk. 9/105) und hielt an dieser Einschätzung mit
Einspracheentscheid
vom 11. Januar 2012 fest (Urk. 9/11
0 = Urk. 2).
2.
Dagegen erhob der Vertreter des Versicherten am
9. Februar 2012 Beschwerde
und beantragte, es sei dem Beschwerdeführer eine angemessene Invalidenrente und
eine angemessene Integritätsentschädigung zuzusprechen, unter
Entschädi
g
ungsfolgen
zu Lasten der Beschwerdegegnerin. Weiter sei seinem Mandanten für
das vorliegende Verfahren die unentgeltliche
Rechtsverbeiständung
zu ge
wäh
ren
(
Urk.
1 S. 2).
Mit Beschwerdeantwort vom 19. März 2012 beantragte die Beschwerdegegnerin
die Abweisung der Beschwerde (
Urk.
8). Mit Schreiben vom 30. April 2012 zog der
Vertreter des Beschwerdeführers das Gesuch um Gewährung der unentgeltli
chen Rechtsvertretung unter Hinweis auf die neue Arbeitsstelle seines Mandan
ten zurück (
Urk.
10).
Am
14. August 2013 reichte die Beschwerdegegnerin das
A._
-Gutachten vom 9.
Juli 2013 ein (
Urk.
13-14
), welches dem Beschwerdeführer
mit Verfügung vom
21. August 2013
zur freigestellten Stellungnahme unterbreitet wurde (
Urk.
15). Der
Vertreter des Beschwerdeführers nahm in der Folge mit Schreiben vom
30.
August 2013 zum eingereichten Gutachten Stellung (
Urk.
17), wovon der
Be
schwerdegegnerin
am 9. September 2013 Kenntnis gegeben wurde (Urk.
8).
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Gemäss Art. 6
des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (
UVG
)
werden -
soweit das Gesetz nichts anderes bestimmt - die Versicherungsleistungen bei Be
rufsunfällen, Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten gewährt (
Abs.
1). Der
Bun
desrat kann Körperschädigungen, die den Folgen eines Unfalles ähnlich sind,
in die Versicherung einbeziehen (
Abs.
2). Ausserdem erbringt die Versi
cherung ihre Leistungen bei Schädigungen, die den Verunfallten bei der Heilbe
handlung zugefügt werden (
Abs.
3).
1.2
Nach Art. 10 Abs. 1 UVG hat die versicherte Person Anspruch auf die zweck
mässi
ge Behandlung ihrer Unfallfolgen. Ist sie infolge des Unfalles voll oder teil
weise arbeitsunfähig, so steht ihr gemäss Art. 16 Abs. 1 UVG ein Taggeld zu. Wird
sie infolge des Unfalles invalid, so hat sie Anspruch auf eine Invaliden
rente (Art. 18 Abs. 1 UVG in der bis 30. Juni 2001 gültig gewesenen Fassung). Der Rentenanspruch entsteht, wenn von der Fortsetzung der ärztlichen Be
hand
lung keine namhafte Besserung des Gesundheitszustandes erwartet werden kann
und allfällige Eingliederungsmassnahmen der Invalidenversicherung ab
geschloss
en
sind. Mit dem Rentenbeginn fallen die Heilbehandlung und die
Taggeld
leis
tungen
dahin (Art. 19 Abs. 1 UVG).
Ist die versicherte Person infolge des Unfalles zu mindestens 10 Prozent invalid
(Art. 8 des Bundesgesetzes über den A
llgemeinen Teil des
Sozialversi
cherungs
rechts
;
ATSG), so hat sie gemäss Art. 18 Abs. 1 UVG Anspruch auf eine Invali
denrente. Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (
Art. 8
ATSG). Für die Bestim
mung des Invaliditätsgrades wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumut
bare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Bezie
hung gesetzt zum
Er
werbseinkommen
, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Art. 16 ATSG; vgl. BGE 130 V 121).
1.3
Nach Art. 24 Abs. 1 UVG hat die versicherte Person Anspruch auf eine ange
messene Integritätsentschädigung, wenn sie durch den Unfall eine dauernde er
hebliche Schädigung der körperlichen oder geistigen Integrität erleidet. Die
In
tegritätsentschädigung
wird in Form einer Kapitalleistung gewährt. Sie darf den am Unfalltag geltenden Höchstbetrag des versicherten Jahresverdienstes nicht
übersteigen und wird entsprechend der Schwere des Integritätsschadens abge
stuft
(Art. 25 Abs. 1 UVG).
Gemäss Art. 25 Abs. 2 UVG regelt der Bundesrat die Bemessung der Entschä
di
gung. Von dieser Befugnis hat er in Art. 36 der Verordnung über die Unfall
ver
sicherung (UVV) Gebrauch gemacht. Abs. 1 dieser Vorschrift bestimmt, dass ein
Integritätsschaden als dauernd gilt, wenn er voraussichtlich während des ganzen
Lebens minde
stens in gleichem Umfang besteht. Er ist erheblich, wenn die kör
perliche oder geistige Integrität, unabhängig von der Erwerbsfähigkeit, augen
fällig oder stark beeinträchtigt wird. Gemäss Abs. 2 gelten
für die Be
messung der
Integri
tätsentschädigung die Richtlinien des Anhanges 3. Fallen mehrere kör
perliche oder geistige Integritätsschäden aus einem oder mehreren Unfällen zu
samm
en, so wird die Integritätsentschädigung nach der gesamten Beein
träch
ti
gung fest
gesetzt (Abs. 3).
Die Bemessung der Integritätsentschädigung richtet sich laut Art. 25 Abs. 1 U
VG
nach der Schwere des Integri
tätsschadens. Diese beurteilt sich nach dem medizi
nischen Befund. Bei gleichem mediz
inischen Befund ist der
Integritäts
schaden
für alle Versicherten gleich; er wird abstrakt und egalitär bemessen. Die
Inte
gri
tätsentschädigung
der Unfallversicherung unterscheidet sich daher von der privat
rechtlichen Genugtuung, mit welcher der immaterielle Nach
teil indivi
duell unter Würdigung der besonderen Umstände bemessen wird. Es lassen sich im Ge
gensatz zur Bemessung der Genugtuungssumme im Zivilrecht (vgl. BGE 112
II 131 E. 2) ähnliche Unfallfolgen miteinander vergleichen und auf medizi
nisch
er
Grundlage allgemein gültige Regeln zu
r Bemessung des
Integritätsscha
dens
auf
stellen; spezielle Behinderungen der Be
troffenen durch den
Integritäts
schaden
bleiben dabei unberücksich
tigt. Die Bemessung des Integri
tätsschadens hängt so
mit nicht von den besonderen Umständen des Einzelfalles ab; auch geht es bei ihr nicht um die Schätzung erlittener Unbill, sondern um die medi
zi
nisch-theo
retische Ermittlung der Beeinträchtigung der körper
lichen oder geis
tigen Inte
gri
tät, wobei subjektive Faktoren ausser Acht zu lassen sind (BGE 115 V 147 E. 1,
113 V 218 E. 4b mit Hinweisen; RKUV 2001 Nr. U 445 S. 555 ff.).
Im Anhang 3 zur UVV hat der Bundesrat Richtlin
ien für die Bemessung der
In
teg
ritätsschäden
aufgestellt und in einer als gesetzmässig erkannten, nicht ab
schliessenden Skala (BGE 124 V 29 E. 1b mit Hinweisen) wichtige und typi
sche Schäden prozentual gewichtet (RKUV 2004 Nr. U 514 S. 416). Für die darin ge
nannten Integritätsschäden entspricht die Entschädigung im Regelfall dem an
gegebenen Prozentsatz des Höchstbetrages des versicherten Verdienstes (Ziff. 1
Abs. 1). Die Entschädigung für spezielle
oder nicht aufgeführte
Integri
tätsschä
den
wird nach dem Grad der Schwere vom Skalenwert abgeleitet (Ziff. 1 Abs. 2).
In
te
gritätsschäden
, die gemäss der Skala 5 Prozent nicht erreichen, ge
ben keinen Anspruch auf Entschädigung (Ziff. 1
Abs. 3). Die völlige
Gebrauchs
unfähigkeit
eines Organs wird dem Verlust gleichgestellt; bei teil
weisem Verlust und teil
wei
ser Gebrauchsunfähigkeit wird der Integritätsschaden entsprechend geringer, wo
bei die Entschädigung jedoch ganz entfällt, wenn der
Integritäts
schaden
weniger
als 5 Prozent des Höchstbetrages des versicherten Verdienstes ergäbe (Ziff. 2).
Die Medizinische Abteilung der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt (SUVA)
hat in Weiterentwicklung der
bund
esrätlichen
Skala weitere
Bemes
sungs
grundlagen
in tabellarischer Form (sog. Feinraster) erarbeitet. Diese von der
Verwaltung herausgegebenen Tabellen stellen zwar keine Rechtssätze dar und sind für die Parteien nicht verbindlich, umso mehr als Ziff. 1 von Anhang 3 zur UVV bestimmt, dass der in der Skala ang
egebene Prozentsatz des
Integri
täts
schadens
für den «Regelfall» gilt, welcher im Einzelfall Abweichungen nach
unten wie nach oben ermöglicht. Soweit sie jedoch lediglich Richtwerte enthal
ten, mit denen die Gleichbehandlung aller Versicherten gewährleistet werden soll,
sind sie mit dem Anhang 3 zur UVV vereinbar (BGE 124 V 29 E. 1c, 116 V 156 E. 3a).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete den angefochtenen
Einspracheentscheid
da
mit, dass
in einer mittelschweren Tätigkeit von einer uneingeschränkten Ar
beits
fähigkeit auszugehen sei. Der Beschwerdeführer könne dabei bei einem un
be
strittenen
Valideneinkommen
von
Fr.
63‘287.-- ein rentenausschliessendes
Inva
li
deneinkommen
erzielen. Hinsichtlich des Integritätsschadens sei festzu
halten,
dass die objektivierbare organische Schädigung die
Erheblichkeitsgrenze
nicht er
reicht habe, so dass keine Integritätsentschädigung geschuldet sei (
Urk.
2
,
Urk.
8
,
Urk. 13
).
2.2
Demgegenüber machte der Vertreter des Beschwerdeführers im Wesentlichen
geltend, dass gestützt auf die Beurteilung von
Dr.
med.
B._
, Facharzt FMH
für orthopädische Chirurgie und Traumatologie, nur noch in einer körper
lich leichten Tätigkeit von einer vollständigen Arbeitsfähigkeit auszugehen sei. Bei
einem leidensbedingten Abzug von 15
%
führe dies zu einem
Invaliditäts
grad
von 18
%
. Darüber hinaus sei der Integritätsschaden gutachterlich zu klä
ren (
Urk.
1)
.
Weiter
machte der Vertreter des Beschwerdeführers weiter geltend, dass bei der Bemessung des Invalideneinkommens auf das tat
sächlich erzielte Einkommen abzustellen sei (
Urk.
10
, Urk. 17
).
3.
3.1
Die für den Bericht der
C._
vom 2
3.
August 2010 verantwortli
chen
Fachpersonen führten aus, dass sie die Leistungsbereitschaft des Be
schwer
de
führers als zuverlässig beurteilen würden. Die
Armkraft
links sei deut
lich schwä
cher
als rechts, weiter sei die Rumpfmuskulatur unter der Norm. Die an
ge
stammte Tätigkeit sei dem Beschwerdeführer vollumfänglich zuzumuten. Aller
dings sei aufgrund des Alters (über 40)
in diesem Beruf mit einer Überlas
tung zu
rechnen. Weiter sei für jede mittelschwere Tätigkeit von einer vollstän
digen Ar
beitsfähigkeit auszugehen. Neben der Rückgewinnung des Vertrauens in die Be
lastbarkeit des linken Armes stehe die Kräftigung der Rumpfmuskulatur im Vor
der
grund (
Urk.
9/70).
3.2
In der Zeit vom 1
4.
Dezember 2010 bis 1
4.
Januar 2011 absolvierte der Be
schwer
deführer an der Rehaklinik
Z._
ein ambulantes
Ergonomie-Trai
nings
programm
. Die für den Austrittsbericht vom 2
0.
Januar 2011 verantwortli
chen Fachpersonen gingen dabei von den folgenden Diagnosen aus: Unfall vom 1
3.
Mai 2009
: Beim Ziehen eines Rollis plötzlich Schmerzen im linken Ellbogen mit subtotaler Partialruptur der distalen, langen
Bizepssehne
; 2
1.
August 2009: Re
konstruktion der distalen
Bezipssehne
links mit
Semitendinosus-Allograft
bei subtotaler distaler
Bizepssehnenpartialruptur
mit
peritendinöser
Synovialzyste
(
Dr.
B._
); Funktionsstörung des linken proximalen
Vorder
arms
/Ell
bogen
gelenks;
leichtgradiges
, ängstlich-depressives Zustandsbild im Rahmen
einer Anpassungsstörung (ICD-10
F43.22) bei hintergründiger
Opfer
rollenproblematik
nach unfallbedingtem Arbeitsplatzverlust.
Festzuhalten sei, dass der Beschwerdeführer im Rahmen der Abklärung vom August 2010 noch deutlich höhere Belastungswerte erreicht habe. Je mehr mit ihm über seine berufliche Zukunft gesprochen worden sei, desto mehr seien die Beschwerden und Einschränkungen in den Vordergrund gerückt. Unter diesem Aspekt sei bei den Austrittstests eine weitere Verschlechterung der Resultate in den Hebe- und Tragetests festzustellen gewesen, welche aus
medizinischer Sicht nicht habe erklärt werden können. Weiter
sei eine erhebliche
Symptomauswei
tung
beobachtet worden, welche teilweise auf eine psychische Störung zurück
zuführen sei
. Die Beurteilung der Zumutbarkeit stütze sich demnach auch auf me
dizinisch-theoretische Überlegungen. Die festgestellte psychische Störung begründe dabei keine arbeitsrelevante Leistungsminderung. Die angestammte Tätigkeit bei der
Y._
sei dem Beschwerdeführer nicht mehr zuzumuten, da dabei ein wiederholter Krafteinsatz beider Arme beim Manövrieren der
vollbela
denen
Palettenrollis
nötig sei. Eine mittelschwere Tätigkeit sei dem Beschwer
de
führer ganztags zuzumuten, allerdings ohne Arbeiten mit wiederholtem
Kraft
ein
satz
und/oder häufigen Umwende
-
bewegungen des linken Arms (
Urk.
9/84).
3.3
Dr.
B._
diagnostizierte in seinem Bericht vom 2
2.
Dezember 2011 ein
re
si
duelles
Kraftdefizit der
Bizepsmuskulatur
am linken Oberarm mit
Schnapp
phänomen
der E
xtensor
digitorum
C
ommuni
s
s
ehne
links über dem
Epikondylus
humeri
radialis
extensionsnah bei Status nach subtotaler
Partial
ruptur
der dis
ta
len
Bizepssehn
e
links nach Zugtrauma E
llbogen links vom Mai 2009 sowie ein
en
Status nach offener Re
vision der distalen
Bizepssehne
links mit Rekonstruktion und Augmentation der distalen
Bizepssehne
mittels
Semi
t
endinosus-Allograft
sowie
transo
ssärer
Re
insertion
vom 2
1.
August 2009 (
Dr.
B._
).
Posttraumatisch persistiere ein leichter Kraftverlust im Bereich des linken Ober-
und Vorderarmes. In Höhe der Rekonstruktion der distalen
Bizepssehne
zeige sich
ein korrekter Sehnenverlauf. Das Schnappphänomen rühre von ein
em Teil der
Ex
tensor
digitorum
c
ommuni
s
S
ehne her, welche bei extensionsnaher Be
weg
ung
über den
Epikondylus
humeri
radialis
springe. Derartige Phänomene seien nicht häufig
, könnten aber immer wieder auftreten im Rahmen einer phy
siologisch leicht erhöhten Ellbogenbeweglichkeit.
In dieser Situation seien dem Beschwer
de
führer keine körperlichen Arbeiten mit Zug- und Stossbewegungen mehr mög
lich. Aus seiner Sicht sei auch kein Heben von Lasten über 10 kg mehr zu
zu
muten, was zu einer Arbeitsfähigkeit für leichte Tätigkeiten führe. Mittelschwere Arbeiten seien aus seiner Sicht ausführbar (
aus dem Kontext
wohl
richtig: nicht ausführbar;
Urk.
9/106).
3.4
Zu prüfen
ist
vorab, inwieweit der Beschwerdeführer aufgrund seiner
Ellbo
gen
beschwerden
noch der angestammten oder auch einer leidensangepassten Tätig
keit nachgehen kann. Der Austrittsbericht der Rehaklinik
Z._
legt den me
di
zinischen Sachverhalt dabei in einer nachvollziehbaren und schlüssigen Weise dar. Die
Einschätzung
beruht auf
einer mehrwöchigen Abklärung, so dass keine Gründe ersichtlich sind, weshalb auf die genannte Abklärung nicht abgestellt
werden kann.
Insbesondere anerkennen die Fachpersonen der Rehaklinik
Z._
,
dass aufgrund der funktionellen Einschränkung des linken Armes nicht
mehr alle mittelschweren Tätigkeiten zuzumuten sind. Die angestammte Tätig
keit wird zudem als schwer bezeichnet, was aufgrund des
Tätigkeitsbe
schriebs
als stimmig erscheint
(
Urk.
9/25 S. 2,
Urk.
9/84 S. 5). Vor dem Hinter
grund der umfangeichen Abklärung an der Rehaklinik
Z._
erscheint es demgegenüber
nicht
als
überwiegend wahrscheinlich, dass der Beschwerdefüh
rer entsprechend den Ausführung
en
der
C._
in jeder mittel
schweren
Tätigkeit eine
volle Leistung
erbringen kann.
Nicht gefolgt werden kann dabei den Aus
füh
rungen von
Dr.
med.
D
._
, Facharzt FMH für ortho
pädische Chirurgie und Traumatologie,
dass die Unterschiede zwischen der Einschätzung der
C._
und jener der Rehaklinik
Z._
allein durch die
Symptomaus
wei
tung
zu erklären sei
en
(kreisärztliche Untersuchung vom 1
5.
November 2011,
Urk.
9/103 S.
7). Die Fachpersonen der Rehaklinik
Z._
wiesen in diesem Zu
sammenhang ausdrücklich darauf hin, dass teils von einer höheren (als der beobachteten) Belastbarkeit auszugehen sei (vgl. etwa
Urk.
9/84 S. 4); zudem seien bei der Ermittlung der Zumutbarkeit auch medizinisch-theoretische As
pek
te berücksichtigt worden (
Urk.
9/84 S. 3).
Zum Bericht von
Dr.
B._
vom
2
2.
Dezember 2011 ist anzumerken, dass er die Situation nur geringfügig anders beurteilt als die Fachpersonen der Rehaklinik
Z._
. Einzig hinsichtlich des Hebens von Lasten über 10 kg sieht
Dr.
B._
eine weitere Einschränkung und hält in der Folge fest, dass eine Arbeitsfähigkeit lediglich noch in einer leich
ten Tätigkeit gegeben sei. Diesbe
züglich ist
festzuhalten
, dass die
Fachper
sonen
der Rehaklinik
Z._
gerade hinsichtlich der Hebe- und Tragetests von
einer Selbstlimitierung
ausgingen
und eine höhere Bel
astungsgrenze ange
nomm
en haben (
Urk.
9/84 S. 4). Auf diese Einschätzung darf
daher
vorliegend
–
auf
grund der umfassenden Abklä
rung sowie der ausgewiesenen Erfahrung der
Fach
personen
der Rehaklinik
Z._
gerade in diesem Bereich - abgestellt werden.
Aufgrund des Austrittsberichts der Rehaklinik
Z._
ist demnach in einer mittelschweren Tätigkeit ohne Arbeiten mit wiederholtem Krafteinsatz und/oder häufigen
Umwendebewegungen
des linken Arms von einer vollständigen Ar
beitsfähigkeit auszugehen.
Dem Umstand
, dass wohl eine erhebliche Anzahl der mittelschweren Tätigkeiten auch den Einsatz der nichtdominanten oberen Ext
re
mität erfordern, ist dabei im Rahmen der Ermittlung des
Invalideneinkom
mens
Rechnung zu tragen.
Diese Einschätzung der verbleibenden Arbeitsfähigkeit wird im Übrigen auch durch die Ergebnisse des
A._
-Gutachtens vom
9.
Juli 2013 bestätigt. Die dafür verantwortlichen Fachärzte hielten insbesondere fest, dass dem Beschwerde
führer körperlich schwere Tätigkeiten, wozu auch die angestammte Tätigkeit zu zählen sei, nicht mehr zuzumuten seien. Demgegenüber bestehe in einer körper
lich leichten bis mittelschweren angepassten Tätigkeit eine volle Arbeitsfähig
keit (
Urk.
14 S. 23
-24
).
4.
Hinsichtlich des
Valideneinkommens
ging die Beschwerdegegnerin per 2011 von
einem Jahreseinkommen von
Fr.
63‘287.-- aus, was den Akten entspricht und vorliegend unbestritten geblieben ist (
Urk.
9/89 S. 1
,
Urk.
1 S. 8 unten
).
Das Invalideneinkommen wurde im angefochtenen
Einspracheentscheid
unter Hin
weis auf die Verfügung vom 2
5.
November 2011 nicht ziffernmässig be
stimmt. Der genannten Verfügung ist dabei zu entnehmen, dass sowohl in der
an
gestammten wie auch
in
jeder anderen Tätigkeit von einer vollständigen Ar
beitsfähigkeit auszugehen ist (
Urk.
9/105).
Diese Einschätzung ist
unter
Berück
sichtigung der Ergebnisse der Abklärung an der Rehaklinik
Z._
nicht halt
bar. Zum einen ist die angestammte Tätigkeit als schwer zu bezeichnen und dem
Beschwerdeführer somit per se nicht mehr zuzumuten. Zum anderen be
steht auch im Rahmen einer mittelschweren Tätigkeit, bedingt durch die Be
schwerden am linken Arm, eine verminderte Leistungsfähigkeit, was im Rahmen eines leidensbedingten
Abzugs zu berücksichtigen ist.
Praxisgemäss ist das Invalideneinkommen anhand der statistischen Durch
schnitts
werte der Schweizerischen Lohnstrukturerhebung (herausgegeben vom Bun
desamt für Statistik, Neuchâtel 2012; LSE) zu ermitteln. Der monatliche Brutto
lohn (Zentralwert) männlicher Arbeitskräfte im privaten Sektor betrug im Jahre 2010
für einfache und repetitive Tätigkeiten
im Gesamtdurchschnitt
Fr.
4'901.-- (LSE 2010, S. 26, Tabelle TA1). Nach Berücksichtigung der durch
schnittlichen Arbeitszeit von 41,7 Stunden pro Woche ergibt sich ein Einkom
men von
Fr.
5'109.30
(Die Volkswirtschaft, 7/8-2013, S. 94)
, nach Berück
sichtigung der Nominallohnentwicklung (
Schwe
izerischer Lohnindex insgesamt [1939 = 100]
, Männer,
Stand 2010: 2151, Stand 2011: 2171; www.bfs.admin.ch, Arbeit und Erwerb, Löhne/Erwerbseinkommen, detaillierte Daten,
Lohnent
wick
lung
) per 2011 ein solches von rund
Fr.
5'156.80
, was einem jährlich
en Ein
kommen von Fr. 61'881.6
0 entspricht.
D
avon
ist aufgrund der Tatsa
che, dass der Beschwerdeführer auch in einer mittelschweren Tätigkeit
gewisse
Belas
tung
en des linken Armes vermeiden sollte, ein leidensbedingter Abzug von 10
%
vor
zunehmen. Ein weitergehender Abzug erscheint insbesondere aufgrund der lang
jährigen Tätigkeit des Beschwerdeführers für die
Y._
nicht ange
zeigt. Auch
aufgrund des Alters
sollte es dem Beschwerdeführer noch möglich sein, einer leidensangepassten Tätigkeit ohne Einschränkungen nachzukommen. Insgesamt führt dies zu einem zumutbaren
Invalideneinkommen von
Fr.
55‘693.45
, was z
u einem
Invalidität
sgrad
von
12
%
führt ([
Fr.
63‘287.--
-
Fr.
55‘693.45
] x 100 /
Fr.
63‘287.--
=
11
,
99
).
Nicht gefolgt werden kann dem Antrag des
Vertreters des
Beschwerdeführers, es sei auf den tatsächlich erzielten Stundenlohn
abzustellen (Pensum von 50
%
,
Fr.
21.25;
Urk.
10).
Für die Festsetzung des trotz Gesundheitsschädigung
zumut
barerweise
noch realisierbaren Einkommens (Invalideneinkommen) ist nach der Rechtsprechung primär von der beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte Person konkret steht. Übt sie nach Eintritt der Invalidität
eine Erwerbstätigkeit aus, bei der - kumulativ - besonders stabile Arbeitsver
hält
nisse gegeben sind und anzunehmen ist, dass sie die ihr verbliebene Ar
beits
fähigkeit in zumutbarer Weise voll ausschöpft, und erscheint zudem das Ein
kommen aus der Arbeitsleistung als angemessen und nicht als Soziallohn, gilt grund
sätzlich der tatsächlich erzielte Verdienst als Invalidenlohn (BGE 129 V 472
E. 4.2.1, 126 V 75 E. 3b/
aa
mit Hinweisen; Urteil des Bundesgerichts I 850/05 vom 21.
August 2006 E. 4.2).
Dem Beschwerdeführer ist vorliegend in ei
ner
lei
densangepassten
mittelschweren Tätigkeit ein volles Pensum zuzumu
ten, so das
s nicht gesagt werden kann, dass er die ihm verbliebene Arbeitsfä
higkeit im Rah
men seiner aktuellen Arbeitstätigkeit in zumutbarer Weise voll ausschöpft.
Zu beachten gilt es dabei, dass im fraglichen Segment des Arbeits
marktes körper
lich schwerere Arbeiten erfahrungsgemäss besser bezahlt werden.
Aufgrund der
relativ
kurzen Dauer des Arbeitsverhältnisses erscheint zudem das Krite
rium des
besonders stabilen Arbeitsverhältnisses fraglich, so dass die Bezug
nahme auf den
allgemeinen Arbeitsmarkt vorliegend nicht in Frage zu stellen ist.
5.
Bezüglich des Integritätsschadens stützt sich die Beschwerdegegnerin im We
sent
lichen auf die Einschätzung von
Dr.
D._
in seiner kreisärztlichen Un
ter
suchung vom 1
5.
November 2011 (objektivierbare organische Schädigung er
reicht die
Erheblichkeitsgrenze
für eine Integritätsentschädigung nicht,
Urk.
9/103
S. 7
, vgl. auch
Urk.
9/71
).
Aufgrund der vorliegenden medizinischen Akten ist entsprechend den Aus
füh
run
g
en
von
Dr.
D._
festzuhalten, dass die
körperliche
Integrität des Be
schwer
deführers weder augenfällig noch
stark beeinträchtigt
ist. Der Be
schwerde
führer leidet unfallbedingt an einem leichten Kraftverlust im Bereich des linken Armes sowie an einem Schnappphänomen im linken Ellbogen. Beide Einschrän
kungen sind keineswegs augenfällig und die funktionelle Einschrän
kung er
scheint als gering. Dieses Ergebnis überzeugt auch bei einem Blick in den von der
Suva entwickelten Feinraster (Integritätsentschädigung gemäss UVG,
Tabelle 1
In
tegritätsschaden
bei Funktionsstörungen an den oberen Ext
remitäten). Im Bereich Ellbogen und Vorderarm
sind dabei allein erhebliche Funktions
stö
rung
en genannt, welche die Einschränkungen des Beschwerdefüh
rers bei weitem übersteigen. Auch wenn dem Feinraster der Suva kein ab
schliessender Charakter zukommt, kann dennoch festgehalten werden, dass vor
liegend die
Erheblich
keits
grenze
für eine Integritätsentschädigung nicht erreicht wird, was in diesem Punkt zur Abweisung der Beschwerde führt.
Von den be
antragten weiteren Ab
klärungen (
Urk.
1 S. 8) sind keine neuen Erkenntnisse zu erwarten, weshalb da
von abgesehen werden kann.
6.
Zusammenfassend
ist damit in teilweiser Gutheissung der Beschwerde festzuhal
ten, dass der Beschwerdeführer Anspruch auf eine Rente bei einem
Invaliditäts
grad
von 12
%
hat
.
Hinsichtlich des Rentenbeginns ergibt sich aus den Akten kein klares Bild. Mit Schreiben vom
8.
Oktober 2010 stellte die
Beschwerdegeg
nerin
die Taggeldleistungen per
1.
Oktober 2010
ein (
Urk.
9/73). Gegen diesen Entscheid wehrte sich der Beschwerdeführer mit Schreiben vom
5.
Januar 2011, insbesondere unter Hinweis darauf, dass er seit dem 1
4.
Dezember 2010 an der Rehaklinik
Z._
ein Ergonomie-Trainingsprogramm besuche (
Urk.
9/81).
Die Beschwerdegegnerin führte zwar im angefochtenen
Einspracheentscheid
aus, dass sie bis am 1
4.
Januar 2011, das heisst bis zum Abschluss des in
Z._
durchgeführten Trainingsprogramms (vgl.
Urk.
9/84), Taggelder erbracht habe (Urk. 2 S. 2
lit
. A). Dieser Darstellung steht indes entgegen, dass der Beschwer
de
führer noch am
5.
Januar 2011 ausstehende Taggelder für Oktober 2010 rügte (
Urk.
9/81), so dass nicht abschliessend beurteilt werden kann, ob die
Beschwer
degegnerin
die Taggeldzahlungen
wieder aufgenommen hat. Der Fallabschluss erfolgte dabei mit Verfügung vom 2
5.
November 2011 (
Urk.
9/105,
Urk.
9/103). Vor diesem Hintergrund erscheint es angezeigt, die Sache zur Festsetzung des Rentenbeginns an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.
Hinsichtlich der Integritätsentschädigung ist der angefochtene
Einspracheent
scheid
in Abweisung der Beschwerde zu bestätigen.
7.
Ausgangsgemäss ist die Beschwerdegegnerin zu verpflichten, dem Beschwerde
führer eine angemessene Prozessentschädigung zu bezahlen, welche in Anwen
dung von Art. 61
lit
. g ATSG, namentlich unter Berücksichtigung der Bedeu
tun
g der Streitsache und der Schwierigkeit des Prozesses festzusetzen ist. Da der die Integritätsentschädigung betreffende prozessuale Aufwand gering war und die finanzielle Bedeutung derselben verglichen mit der Rentenleistung nicht ins Ge
wicht fällt, drängt sich vorliegend eine Kürzung der Entschädigung nicht auf. Unter Würdigung dieser Umstände ist die Prozessentschädigung auf
Fr.
1'900.-- (inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) festzusetzen.