# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 9e916fa8-eba8-4a62-a396-0631ff7ea787
**Court:** SG_VG
**Chamber:** SG_VG_001
**Year:** 2022
**Language:** de
**Jurisdiction:** SG / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Das Verwaltungsgericht stellt fest:
A.
Am 15. August 2017 erliess der Gemeinderat X._ den Teilstrassenplan Neuklassierung
Y._-strasse, C._, welcher die Umklassierung die D._-strasse (Parzellen Nrn. 0000_
und 0001_, Grundbuch X._) zwischen E._-gasse und Y._ (entlang der Parzellen
Nrn. 0002_, 0003_ und 0004_) von einer Gemeindestrasse zweiter Klasse in eine
Gemeindestrasse dritter Klasse vorsah. Während der öffentlichen Auflage vom
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11. September 2017 bis 10. Oktober 2017 gingen keine Einsprachen ein. Mit Verfügung
vom 5. Dezember 2017 genehmigte das Baudepartement (seit 1. Oktober 2021: Bau-
und Umweltdepartement, nachfolgend: BUD) diesen Teilstrassenplan. Nachdem die
Kantonspolizei am 16. Januar 2018 die entsprechende Weisung erteilt hatte, verfügte
der Gemeinderat X._ am 8. Juni 2018, soweit hier von Interesse, folgende
Verkehrsanordnung, deren Erlass er bereits im Beschluss betreffend Teilstrassenplan
Neuklassierung Y._-strasse, C._, vom 15. August 2017 angekündigt hatte:
"- Y._-strasse, Abschnitt E._-gasse bis Zufahrt Y._-strasse 0_-0b_
- [...]
Fahrverbot für Motorwagen und Motorräder (Signal 2.13)".
Nach Ablauf der Rechtsmittelfrist wurden diese Fahrverbote auf dem fraglichen
Abschnitt der D._-strasse angebracht (act. 7/9a/12-20, www.geoportal.ch).
B.
Am 27. August 2019 reichte A._ (auch: ...) (Eigentümer der Parzelle Nr. 0005_) –
neben der von ihm am 12. Juli 2019 dagegen erhobene Einsprache – auch im Namen
der Bewohner des Quartiers Y._ und Y._-strasse eine Petition gegen die vom
Bereichsleiter Bau der Politischen Gemeinde X._ am 8. Juli 2019 ankündigte,
strassenbauliche Sperrung der Y._-strasse ein. Überdies beantragte er, es sei mit
einer Zusatztafel die Ausnahme "Zubringerdienst gestattet" vom signalisierten
Fahrverbot für Motorwagen und Motorräder auf der D._-strasse zu vermerken. Mit
Beschluss vom 26. November 2019 nahm der Gemeinderat X._ von der Petition sowie
von den am 22. und 29. Oktober 2019 auf der Y._-strasse in seinem Auftrag
durchgeführten Verkehrsmessungen Kenntnis, verzichtete auf die Sperrung der D._-
strasse mittels Pollern oder Barrieren sowie auf die verlangte Ausnahme vom
signalisierten Fahrverbot für die Anstösser im Quartier D._ (act. 7/9a/3, 5, 7-11,
act. 7/11a, www.geoportal.ch).
C.
Am 20. Januar 2020 ersuchte A._ den Gemeinderat X._ im eigenen Namen sowie im
Namen von 26 Mitbeteiligten (B1._ [Mitglied des Verwaltungsrates der Q._ AG,
Eigentümerin der Parzellen Nrn. 0006_-0011_, Stammgrundstück Nr. 0012_], B2._
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[Eigentümer der Parzelle Nr. 0013_, Stammgrundstück Nr. 0014_], B3._, B4._,
B5._, B6._ [Miteigentümer der Parzelle Nr. 0015_], B7._, B8._ und B9._
[(Mit-)Eigentümer der Parzellen Nrn. 0016_ bzw. 0017 f._ und 0018_,
Stammgrundstück Nr. 0019_], B10._, B11._, B12._, B13._, B14._ und B15._
[Miteigentümer der Parzelle Nr. 0020_, Stammgrundstück Nr. 0021_], B16._
[Miteigentümer der Parzellen Nrn. 0022_ und 0023_, Stammgrundstück Nr. 0021_],
B17._ [Eigentümerin der Parzelle Nr. 0024_, Stammgrundstück Nr. 0025_], B18._,
B19._ [Miteigentümer der Parzellen Nrn. 0026_ und 0027_, Stammgrundstücke
Nrn. 0025_ f.], B20._ [Eigentümer der Parzelle Nr. 0028_, Stammgrundstück
Nr. 0029_], B21._ [Eigentümer der Parzellen Nrn. 0030_, Stammgrundstück
Nrn. 0029_], B22._ [Miteigentümerin der Parzelle Nr. 0034_, Stammgrundstück
Nr. 0029_], B23._, B24._ [auch: ...] [Eigentümerin der Parzellen Nrn. 0031_, 0032_
und 0033_, Stammgrundstück Nr. 0021_], B25._ und B26._), mittels anfechtbarer
Verfügung über den Antrag in der Petition vom 27. August 2019 betreffend Zusatztafel
"Zubringerdienst gestattet", allenfalls mit Bezeichnung der berechtigten Hausnummern,
zu befinden. Mit Beschluss vom 24. März 2020 (zugestellt am 27. April 2020) nahm der
Gemeinderat X._ diese Eingabe als Wiedererwägungsgesuch entgegen und trat darauf
nicht ein (act. 7/1a/2, act. 7/9a/1-3, 5, 7-11, act. 7/11a, www.geoportal.ch,
www. ... .ch, www.zefix.ch). Dagegen rekurrierte A._ für sich und die 26 Mitbeteiligten
am 12. Mai 2020 an das BUD. Am 20. Mai 2020 überwies das BUD den Rekurs
zuständigkeitshalber an das Sicherheits- und Justizdepartement (nachfolgend: SJD,
act. 7/1-2). Mit Entscheid vom 3. Januar 2022 wies das SJD den Rekurs ab, soweit es
darauf eintrat (act. 2).
D.
Gegen den Entscheid des SJD (Vorinstanz) vom 3. Januar 2022 erhob A._ für sich und
die 26 Mitbeteiligten (Beschwerdeführer 1-27) durch seinen Rechtsvertreter
Beschwerde beim Verwaltungsgericht mit dem Rechtsbegehren, es sei der
angefochtene Entscheid unter Kosten- und Entschädigungsfolge nebst Mehrwertsteuer
aufzuheben und die Sache zur Durchführung eines rechtmässigen
Signalisationsverfahrens an die Politische Gemeinde X._ (Beschwerdegegnerin)
zurückzuweisen. Es sei festzustellen, dass ihnen die Beschwerdegegnerin das Recht
verweigert habe. Am 14. Februar 2022 schloss die Vorinstanz auf Abweisung der
Beschwerde (act. 6). Am 4. März 2022 beantragte die Beschwerdegegnerin dem Sinn
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nach ebenfalls Abweisung der Beschwerde (act. 9). Mit Eingabe vom 24. März 2022
behielten die Beschwerdeführer das letzte Wort (act. 11).
Auf die Erwägungen des angefochtenen Entscheids, die Ausführungen der
Verfahrensbeteiligten zur Begründung ihrer Anträge und die Akten wird, soweit
wesentlich, in den Erwägungen eingegangen.

## Considerations

Darüber zieht das Verwaltungsgericht in Erwägung:
1.
Die sachliche Zuständigkeit des Verwaltungsgerichts ist gegeben (Art. 59 Abs. 1 des
Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege; sGS 951.1, VRP). Die Beschwerdeeingabe
vom 18. Januar 2022 erfolgte rechtzeitig und erfüllt formell und inhaltlich die
gesetzlichen Anforderungen (Art. 64 in Verbindung mit Art. 47 Abs. 1 und Art. 48
Abs. 1 VRP). Ungeachtet ihrer Legitimation in der Sache sind die Beschwerdeführer
befugt, den angefochtenen Entscheid, mittels welchem das erstinstanzliche
Nichteintreten bestätigt und zudem auf den dagegen erhobenen Rekurs teilweise nicht
eingetreten worden ist, anzufechten (vgl. dazu Art. 64 in Verbindung mit Art. 45
Abs. 1 VRP und VerwGE B 2020/211 vom 21. Mai 2021 E. 1 mit Hinweisen). Auf die
Beschwerde ist somit grundsätzlich einzutreten.
Nicht einzutreten ist auf das Feststellungsbegehren der Beschwerdeführer, welches
inhaltlich dem Hauptbegehren entspricht und damit im Rahmen dieses
rechtsgestaltenden Entscheids zu prüfen ist (vgl. dazu VerwGE B 2019/151 vom
22. Oktober 2019 E. 1 und VerwGE B 2016/129 vom 21. November 2017 je mit
Hinweisen). Ebenso ist auf die Beschwerde nicht einzutreten, soweit die
Beschwerdeführer vorbringen (act. 1, S. 4 Ziff. III/3), die Beschwerdegegnerin habe ihre
Petition im Beschluss vom 26. November 2019 (act. 7/9a/3) nicht rechtmässig
beantwortet. Die Antwort des Rates der Beschwerdegegnerin auf eine Petition, d.h. auf
eine formlose Eingabe unterhalb der politischen Rechte, ist keine Verfügung, welche
mit einem Rechtsmittel angefochten werden kann (vgl. dazu Art. 33 der
Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft; SR 101, BV, Art. 2 Ingress
und lit. w sowie Art. 3 Ingress und lit. d der Verfassung des Kantons St. Gallen;
sGS 111.1, KV, sowie BGer 1C_242/2010 vom 19. Juli 2010 E. 3 mit Hinweisen;
VerwGE B 2010/173 vom 16. September 2010 E. 1.3, bestätigt mit BGer 1C_473/2010
bis
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vom 31. Januar 2011, und Präsidialentscheid VerwGE B 2021/139 vom 1. Juli 2021
E. 2.2).
2.
Die Beschwerdeführer stellen die Beweisanträge (act. 1, S. 7, 15 Ziff. III/11, 16), sie
seien als Partei zu befragen, sowie, es sei ein Augenschein durchzuführen. Auf diese
Beweisvorkehren (vgl. dazu Art. 12 Abs. 1 VRP) kann in antizipierter Beweiswürdigung
verzichtet werden. Die mit Blick auf die nachstehend zu schildernden Gegebenheiten
entscheidrelevanten tatsächlichen Verhältnisse ergeben sich aus den Verfahrensakten
und dem Geoportal (www.geoportal.ch, vgl. zu den nicht beweisbedürftigen
notorischen Tatsachen etwa BGer 1C_582/2018 vom 23. Dezember 2019 E. 2.3 mit
Hinweisen, insbesondere auf BGE 143 IV 380 E. 1.2, in: Pra 2018 Nr. 61). Bezüglich der
sich hier vorab stellenden Fragen rechtlicher Natur ist nicht ersichtlich, was die
beantragte Parteibefragung an zusätzlichem Erkenntnisgewinn für das Gericht bringen
könnte (vgl. dazu BGer 1C_90/2020 vom 15. September 2021 E. 3.4.1 mit Hinweisen).
3.
Die Beschwerdeführer erheben verschiedene Gehörsrügen.
Die Beschwerdeführer behaupten vorab (act. 1, S. 4 Ziff. III/4), ihnen sei die Einsicht in
die Verkehrsmessungen vom 22. und 29. Oktober 2019 (act. 7/9a/5) verwehrt worden.
Aus der verfahrensleitenden Anordnung der Vorinstanz vom 30. Juli 2020 (act. 7/12)
geht indes hervor, dass ihnen Kopien sämtlicher Beilagen zur Vernehmlassung der
Beschwerdegegnerin vom 8. Juli 2020 (act. 7/9 und 7/9a/1-20) zugestellt worden sind.
Eine Verletzung des Akteneinsichtsrechts der Beschwerdeführer liegt in diesem
Zusammenhang nicht vor (vgl. dazu Art. 29 Abs. 2 BV, Art. 4 Ingress und lit. c KV;
BGE 144 II 427 E. 3.1.1 mit Hinweisen).
3.1.
Soweit die Beschwerdeführer der Vorinstanz und der Beschwerdegegnerin vorwerfen
(act. 1, S. 15, 19 f. Ziff. III/16, 19, 21), sie hätten sich mit ihren Vorbringen teilweise
überhaupt nicht auseinandergesetzt, ist festzuhalten, dass die Begründungen des
angefochtenen Entscheids sowie der erstinstanzlichen Verfügung vom 24. März 2020
(act. 7/9a/1) so abgefasst sind, dass sich die Beschwerdeführer über die Tragweite des
Entscheids bzw. der Verfügung hinreichend Rechenschaft geben und ihn resp. sie
denn auch, wie ihre ausführlich begründeten Rekurs- und Beschwerdeeingaben zeigen,
in voller Kenntnis der Sache an die Vorinstanz resp. das Verwaltungsgericht
weiterziehen konnten. Damit genügen diese Begründungen den von Lehre und
3.2.
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Rechtsprechung verlangten Anforderungen, weshalb die Rüge der Verletzung des
Anspruchs auf rechtliches Gehör der Beschwerdeführer auch in dieser Hinsicht
unbegründet ist (vgl. dazu BGE 148 III 30 E. 3.1 mit Hinweisen).
Die Beschwerdeführer rügen weiter (act. 1, S. 5, 7 Ziff. III/7, 11), indem die Vorinstanz
auf den Rekurs nicht eingetreten sei, soweit darin um Rückweisung zwecks
Durchführung eines Signalisationsverfahrens ersucht worden sei, habe sie ihren
Anspruch auf rechtliches Gehör verletzt und ihnen den Rechtsweg sowie ein
rechtmässiges Verfahren verweigert.
Im Rekurs vom 12. Mai 2020 (act. 7/1a) haben die Beschwerdeführer in erster Linie
geltend gemacht, die Beschwerdegegnerin habe ihr Gesuch vom 20. Januar 2020
(act. 7/9a/2) zu Unrecht als Wiedererwägungsgesuch entgegengenommen. Sie
argumentierten (S. 5-13 Ziff. III/2-12), sie hätten aufgrund ihrer örtlichen Nähe einen
Rechts- bzw. Verfahrensanspruch auf (erstmalige) Durchführung eines
Signalisationsverfahrens betreffend Durchfahrtsrecht für Zubringer. Zusätzlich forderten
sie, dass ihnen als Spezialadressaten in einem solchen Verfahren sämtliche
Parteirechte eingeräumt werden müssten. Damit richtete sich der Rekurs hauptsächlich
gegen die Feststellung in Dispositiv-Ziffer 1 des Beschlusses der Beschwerdegegnerin
vom 24. März 2020 (act. 7/9a/1), die Eingabe der Beschwerdeführer vom
20. Januar 2020 sei als Wiedererwägungsgesuch (Art. 27 VRP) entgegenzunehmen
resp. zu qualifizieren. Vor diesem Hintergrund greift die vorinstanzliche Erwägung 1b im
angefochtenen Entscheid (act. 2, S. 8), wonach lediglich das Nichteintreten der
Beschwerdegegnerin vom 24. März 2020 auf das Wiedererwägungsgesuch der
Beschwerdeführer vom 20. Januar 2020 (Dispositiv-Ziff. 2 des Beschlusses vom
24. März 2020) Anfechtungsgegenstand im Rekursverfahren bildete, in der Tat zu kurz.
In teilweiser Gutheissung der Beschwerde ist Dispositiv-Ziff. 1b des angefochtenen
Entscheids deshalb insoweit aufzuheben, als darin deswegen formell auf den Rekurs
teilweise nicht eingetreten worden ist.
In Widerspruch zum Nichteintreten in Dispositiv-Ziff. 1b des angefochtenen Entscheids
ging die Vorinstanz allerdings auf die Rüge der Beschwerdeführer, die
Beschwerdegegnerin habe ihr Gesuch vom 20. Januar 2020 zu Unrecht als
Wiedererwägungsgesuch entgegengenommen, in Erwägung 3 des angefochtenen
Entscheids (act. 2, S. 9-14) kurz inhaltlich ein. Dabei kam sie, wenn auch nur beiläufig,
zum Schluss, der Einwand der Beschwerdeführer, es liege keine Verfügung vor, welche
in Wiedererwägung gezogen werden könne, stosse ins Leere. Bei dieser Ausgangslage
3.3.
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4.
Die Beschwerdeführer machen unter Berufung auf die Urteile BGE 146 V 38 (E. 4.1 f.)
und BGer 2C_651/2019; 2C_700/2019 vom 21. Januar 2020 (E. 5.1) geltend (act. 1,
S. 4-21 Ziff. III/2, 4-6, 8-18, 20-24, act. 11, S. 2-4), die Beschwerdegegnerin habe ihre
Eingabe vom 20. Januar 2020 (act. 7/9a/2) zu Unrecht als Wiedererwägungsgesuch
qualifiziert. Durch ihre direkte örtliche Nähe zum fahrverbotsbetroffenen Weg liege ein
besonderes persönliches Berührtsein vor, das ihnen einen Rechtsanspruch auf
Durchführung eines Allgemeinverfügungsverfahrens vermittle. Über eine
Zubringersignalisation sei bis zu ihrem Begehren vom 20. Januar 2020 nie entschieden
worden. Im vorangegangenen Signalisationsverfahren sei eine solche Regelung nicht
erwogen worden. Es sei darüber gerade keine materielle Verfügung ergangen, die
Gegenstand einer Wiedererwägung hätte sein können. Sie hätten die erstmalige
Durchführung eines Signalisationsverfahrens für die Zubringersignalisation beantragt.
Diesbezüglich ständen ihnen als Spezialadressaten auch sämtliche Verfahrensrechte
zu. Im Übrigen sei dem Beschwerdeführer 1 vom Gemeindepräsidenten vor Erlass des
Fahrverbots im Jahr 2018 persönlich zugesichert worden, mit den Quartierbewohnern
der Y._ eine Konsultationsbesprechung durchzuführen. Diese Konsultation sei
treuwidrig vor Erlass des Verbots am 8. Juni 2018 unterlassen worden.
kann nicht gesagt werden, die Vorinstanz habe den Beschwerdeführern den
Rechtsweg verweigert (vgl. dazu Hinweise unter E. 4.1 hiernach). Zudem ist von einer
Rückweisung an die Vorinstanz zur korrekten Verfahrensabwicklung abzusehen (vgl.
zur Heilung einer Verletzung des Anspruchs auf rechtlichen Gehörs im Sinne von
Art. 29 Abs. 2 BV: BGer 1C_586/2019 vom 3. August 2020 in BGE 147 I 161 nicht
publizierte E. 2.2 f.; BGer 1C_35/2020 vom 30. Dezember 2020 E. 2.2 je mit
Hinweisen). Ob die Argumentation der Vorinstanz auch inhaltlich zutrifft, bleibt im
Folgenden zu prüfen.
Gemäss Art. 29 Abs. 1 BV hat jede Person in den Verfahren vor den Gerichtsinstanzen
Anspruch auf eine gleiche und gerechte Behandlung sowie auf eine Beurteilung innert
angemessener Frist. Als Teilgehalt fliesst aus der genannten Bestimmung das Verbot
der formellen Rechtsverweigerung. Eine formelle Rechtsverweigerung liegt im Lichte
der Rechtsweggarantie nach Art. 29a BV dann vor, wenn eine Behörde auf eine ihr
frist- und formgerecht unterbreitete Sache nicht eintritt, obschon sie – trotz Vorliegens
der Sachurteilsvoraussetzungen – darüber befinden müsste (vgl. dazu das von den
Beschwerdeführern angerufene Urteil BGer 2C_651/2019; 2C_700/2019 vom
21. Januar 2020 E. 5.1.1 f. mit Hinweisen sowie Art. 88 Abs. 2 Ingress und lit. a erster
4.1.
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Satzteil VRP; VerwGE B 2022/44 und 45 vom 9. Mai 2022 E. 2.2 und VerwGE
B 2017/176 vom 24. September 2018 E. 2 je mit Hinweisen). Wer Anspruch auf eine
Verfügung hat, hat Anspruch auf Durchführung eines Verwaltungsverfahrens. Sofern
eine Verfügung in Aussicht steht, dürfen die Verwaltungsbehörden nicht informell und
in Unkenntnis der Betroffenen Vorkehren treffen (wie insbesondere
Sachverhaltsermittlungen vornehmen), sondern haben ein Verwaltungsverfahren
einzuleiten, in welchem die Betroffenen ihre Mitwirkungsrechte wahrnehmen können.
Der Anspruch auf eine Verfügung und mithin auf ein Verwaltungsverfahren besteht
zusammenfassend unter folgenden Voraussetzungen: Das von der gesuchstellenden
Person beantragte bzw. von der Verwaltung beabsichtigte Verwaltungshandeln muss
auf den Erlass einer Verfügung gerichtet sein und Gegenstand einer Verfügung bilden
können, die betreffende Verwaltungsbehörde hat zuständig für ein entsprechendes
Handeln zu sein, und wer am Verwaltungsverfahren teilnehmen will, bedarf der
Parteistellung (vgl. dazu das von den Beschwerdeführern zitierte Urteil BGE 146 V 38
[BGer 9C_474/2019 vom 6. November 2019] E. 4.1 f. mit Hinweisen, allerdings in
Bezug auf Art. 1 Abs. 1 des Bundesgesetzes über das Verwaltungsverfahren,
Verwaltungsverfahrensgesetz; SR 172.021, VwVG, sowie zum Verfügungsbegriff nach
dem st. gallischen VRP: VerwGE B 2020/213 vom 24. Juni 2021 E. 2.2; VerwGE
B 2020/45 vom 13. Mai 2020 E. 1.1; VerwGE B 2019/111 vom 13. Mai 2020 E. 1.1,
bestätigt mit BGer 1C_353/2020 vom 4. Januar 2021; GVP 2007 Nr. 6 E. 1.1 je mit
Hinweisen, H.-R. Arta, in: Rizvi/Schindler/Cavelti [Hrsg.], Gesetz über die
Verwaltungsrechtspflege, Praxiskommentar, Zürich/St. Gallen 2020, überblick N 60,
sowie Art. 5 und Art. 25a VwVG).
Von der Frage, ob ein Anspruch auf Erlass einer Verfügung und auf Durchführung eines
Verwaltungsverfahrens besteht, zu unterscheiden ist die Frage, ob neben der
erstmaligen Festsetzung von Rechten und Pflichten in einem Verwaltungsverfahren
auch die Änderung von formell rechtskräftigen Verfügungen und mithin die
Wiederholung des Verwaltungsverfahrens verlangt werden kann. Bei Letzterem geht es
um den Zugang zur Verwaltungsrechtspflege (vgl. dazu G. Bachmann, Anspruch auf
Verfahren und Entscheid, Bern 2019, S. 64 ff.). Laut Art. 27 Abs. 1 VRP sind
Wiedererwägungsgesuche zulässig, begründen aber keinen Anspruch auf eine
Stellungnahme der Behörde in der Sache und hemmen den Fristenlauf nicht. Die
Wiedererwägung darf nicht dazu dienen, rechtskräftige Verwaltungsverfügungen immer
wieder in Frage zu stellen oder Gründe vorzubringen, die der Gesuchsteller von Anfang
an kannte und ohne berechtigten Grund verschwieg. Ein Wiedererwägungsgesuch
erlaubt es nicht, im ersten Verfahren versäumte oder unterlassene Mitwirkungspflichten
gleichsam zu heilen und Tatsachen vorzubringen, die die Partei seinerzeit ins Verfahren
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hätte einbringen können. Das Bundesgericht leitet, namentlich bei Dauerverfügungen,
direkt aus Art. 29 Abs. 1 BV im Sinne einer verfahrensrechtlichen Minimalgarantie einen
Anspruch auf Wiedererwägung ab, wenn sich die rechtlichen oder tatsächlichen
Umstände seit der ersten Verfügung erheblich geändert haben (auch: "Anpassung")
oder wenn der Gesuchsteller erhebliche Tatsachen oder Beweismittel namhaft macht,
die im früheren Verfahren nicht bekannt waren oder die schon damals geltend zu
machen für ihn unmöglich waren oder keine Veranlassung bestand (sog.
"revisionsähnliche Gründe", auch: "Rücknahme"). Ein Wiedererwägungsgesuch in
diesem Sinne stellt ein eigentliches ausserordentliches Rechtsmittel dar. Für die
Zulässigkeit des Gesuches genügt es, dass die Umstände, die einen
verfassungsmässigen Anspruch auf Wiedererwägung begründen würden, substantiiert
behauptet werden. Ob neue, rechtserhebliche Tatsachen vorliegen, ist dabei im
Rahmen der Eintretensvoraussetzungen zu behandeln. Sind dem Gesuch nicht
genügend substantiierte Wiedererwägungsgründe zu entnehmen, so ist die
Verwaltungsbehörde nicht gehalten, auf das Gesuch einzutreten. Diesfalls reduziert
sich die Wiedererwägung auf einen blossen Rechtsbehelf. In Bezug auf den
Rechtsanspruch auf Wiedererwägung gehen Art. 4 Ingress und lit. c KV und Art. 27
Abs. 1 VRP nicht über den bundesverfassungsmässigen Anspruch auf Eintreten auf ein
Wiedererwägungsgesuch hinaus. Die Fehlerhaftigkeit muss von einer gewissen
Bedeutung, wesentlich oder erheblich sein. Das Zurückkommen auf eine Verfügung
kommt nur aus wichtigen Gründen in Frage. Erheblich oder wesentlich ist die
ursprüngliche oder nachträgliche Fehlerhaftigkeit im Allgemeinen dann, wenn
angenommen werden kann, dass unter Berücksichtigung der richtigen Rechts- oder
Sachlage ein anderer Entscheid zu erwarten wäre oder ernstlich in Betracht fällt (vgl.
dazu VerwGE B 2021/190 vom 21. Dezember 2021 E. 2.1; VerwGE B 2020/211 vom
21. Mai 2021 E. 3.1; VerwGE B 2019/126 vom 1. Dezember 2019 E. 2.1; VerwGE
B 2018/228 vom 10. Mai 2019 E. 2.1 je mit Hinweisen und Tschannen/Zimmerli/Müller,
Allgemeines Verwaltungsrecht, 4. Aufl. 2014, S. 306 f. § 31 Rz. 30-34).
Der Rat der Beschwerdegegnerin verfügte am 8. Juni 2018 gestützt auf Art. 3
Abs. 4 des Strassenverkehrsgesetzes (SR 741.01, SVG), Art. 19 Abs. 1 Ingress und
lit. a und b sowie Abs. 2 und Anhang 2 Ziff. 2.13 der Signalisationsverordnung
(SR 741.21, SSV), Art. 107 Abs. 1 Ingress und lit. a SSV in Verbindung mit Art. 21 der
Einführungsverordnung zum eidgenössischen Strassenverkehrsgesetz (sGS 711.1, EV
SVG) und Art. 26 Abs. 2 VRP auf dem fraglichen Abschnitt der Y._-strasse, einer
Gemeindestrasse dritter Klasse im Sinne von Art. 8 Abs. 3 des Strassengesetzes
(sGS 732.1, StrG, vgl. zum Begriff öffentliche Strasse im Sinne von Art. 1 Abs. 1 SVG
4.2.
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Waldmann/Kraemer, in: Niggli/Probst/Waldmann [Hrsg.], Basler Kommentar,
Strassenverkehrsgesetz, Basel 2014, N 18 f. zu Art. 1 SVG), als Hauptsignal ein
(Teil-)Fahrverbot für Motorwagen und -räder. Eine Zusatztafel im Sinne von Art. 1
Abs. 5 in Verbindung mit Art. 63-65 SSV, insbesondere eine Ausnahme von
signalisierten Vorschriften mit dem Vermerk "Zubringerdienst gestattet" gemäss Art. 17
Abs. 1 und 3 SSV, ordnete er nicht an. Implizit verzichtete er damit auf eine solche
Ausnahme. Weder die Vorinstanz noch die Beschwerdegegnerin haben in Abrede
gestellt, dass die Beschwerdeführer damals zur Erhebung eines Rekurses gegen diese
Allgemeinverfügung, wie sie eine solche Verkehrsanordnung darstellt, befugt gewesen
wären (vgl. dazu Art. 45 Abs. 1 VRP; BGE 136 II 539 E. 1.1 mit Hinweisen,
insbesondere auf BGer 1A.73/2004 vom 6. Juli 2004 E. 2.2 f.; VerwGE B 2019/58 und
VerwGE B 2019/88 je vom 29. Juni 2019 je E. 2.1 je mit Hinweisen und E. M. Belser, in:
Niggli/Probst/Waldmann [Hrsg.], a.a.O., N 90 zu Art. 3 SVG). Den Beschwerdeführern
wäre es deshalb damals ohne Weiteres offen gestanden, ihr Anliegen betreffend
Zusatztafel "Zubringerdienst gestattet", allenfalls mit Bezeichnung der berechtigten
Hausnummern, bereits im Rahmen eines gegen die Verfügung vom 8. Juni 2018
erhobenen Rekurses vorzubringen. Da sie dies unterlassen haben und bereits eine
formell rechtskräftige Verfügung betreffend (Teil-) Fahrverbot für Motorwagen und -
räder im fraglichen Abschnitt der D._-strasse – wenn auch ohne Zusatztafel
"Zubringerdienst gestattet" – vorliegt, hat die Beschwerdegegnerin ihr Gesuch vom
20. Januar 2020 zu Recht als Wiedererwägungsgesuch und – entgegen der Auffassung
der Beschwerdeführer – nicht als Gesuch um Erlass einer erstmaligen Verfügung
betreffend Zusatztafel "Zubringerdienst gestattet" und Durchführung eines
entsprechenden Verwaltungsverfahrens behandelt. Dies umso mehr, als die beantragte
Ausnahmeregelung "Zubringerdienst gestattet" zwingend auf einem (Teil-)Fahrverbot
beruht (vgl. dazu auch Stellungnahme der Beschwerdegegnerin vom 4. März 2022,
act. 9, lit. b). Im Übrigen stand den Beschwerdeführern im erstmaligen Verfahren im
Jahr 2018 kein Anspruch auf Anhörung vor Erlass der Verkehrsanordnung zu. Sie
wurden durch die ergangene Anordnung nicht wie sogenannte Spezialadressaten
wesentlich schwerwiegender betroffen als die übrige Vielzahl der Normaladressaten,
zumal unbestritten ist, dass ihre Grundstücke – nur das Grundstück Nr. 0021_ (Y._-
strasse 0_) grenzt an den fraglichen Abschnitt der D._-strasse (www.geoportal.ch) –
trotz des Fahrverbots im Sinne von Art. 19 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die
Raumplanung (Raumplanungsgesetz; SR 700, RPG) und Art. 67 des Planungs- und
Baugesetzes (sGS 731.1, PBG) vollständig erschlossen blieben, und von ihnen auch
nicht geltend gemacht wird, dass sie im Sinne von Art. 73 Abs. 1 StrG die Kosten für
Bau und Unterhalt des fraglichen Strassenabschnittes zu tragen hätten (vgl. dazu
VerwGE B 2004/157 vom 2. Dezember 2004 E. 2b f. mit Hinweisen, in: GVP 2004
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Nr. 22). Ihre diesbezüglichen Vorbringen stossen deshalb ins Leere. Bei diesem
Ergebnis bleibt zu untersuchen, ob die Beschwerdegegnerin zu Recht auf das
Wiedererwägungsgesuch der Beschwerdeführer vom 20. Januar 2020 nicht eingetreten
ist.
Die Beschwerdeführer haben nicht weiter substantiiert und es ist aufgrund der
Aktenlage auch nicht ersichtlich, inwiefern sich die Sach- und Rechtslage seit dem
Erlass des Fahrverbots auf der D._-strasse am 8. Juni 2018 verändert hätten oder
erhebliche Tatsachen oder Beweismittel, die im früheren Verfahren nicht bekannt
gewesen waren, vorliegen würden. Bereits aus diesem Grund besteht offensichtlich
kein Rechtsanspruch auf Wiedererwägung der Verfügung vom 8. Juni 2018. Insofern
erscheint sogar fraglich, ob die Beschwerdegegnerin verpflichtet gewesen wäre, eine
Nichteintretensverfügung zu erlassen, oder ob sie sich mangels offenkundigem
Vorliegen von anerkannten Rückkommensgründen gar auf eine Mitteilung in einfacher
Briefform hätte beschränken können (vgl. dazu Wiederkehr/Plüss, Praxis des
öffentlichen Verfahrensrechts, Bern 2020, N 3849). Selbst wenn es zutreffen würde,
dass die öffentlichen Dienste der Beschwerdegegnerin gemäss den Angaben der
Beschwerdeführer (act. 1, S. 18 f. Ziff. III/19) das Fahrverbot auf der D._-strasse seit
dessen Erlass ausnahmslos missachtet haben sollten, würde dies im Übrigen keinen
Rechtsanspruch auf Wiedererwägung begründen. Ein Wiedererwägungsgesuch soll
überdies, wie gesagt, nicht dazu dienen, im ersten Verfahren versäumte oder
unterlassene Mitwirkungspflichten gleichsam zu heilen und Tatsachen vorzubringen,
die eine Partei seinerzeit ins Verfahren hätte einbringen können. Die
Beschwerdegegnerin durfte demzufolge auf das Wiedererwägungsgesuch der
Beschwerdeführer vom 20. Januar 2020 nicht eintreten, ohne Recht zu verletzen.
4.3.
Darüber hinaus vermögen die Beschwerdeführer nicht aufzuzeigen, inwiefern die
Berufung auf Treu und Glauben (Art. 9 und Art. 5 Abs. 3 BV) zu einem anderen
Ergebnis führen sollte. Selbst wenn die Beschwerdeführer aufgrund einer (mündlichen)
Zusicherung des Gemeindepräsidenten der Beschwerdegegnerin gegenüber dem
Beschwerdeführer 1 im Jahr 2018, vor Erlass eines Fahrverbots auf der D._-strasse
eine "Konsultationsbesprechung" mit den Quartierbewohnern der Y._ durchzuführen,
damals auf die Durchführung eines solchen Mitwirkungsverfahrens hätten vertrauen
dürfen, hätte sie dies bei zumutbarer Sorgfalt nicht von ihrer Pflicht entbunden (vgl.
dazu E. 4.2 hiervor), die – ohne vorgängige Anhörung erlassene – Allgemeinverfügung
der Beschwerdegegnerin vom 8. Juni 2018 mit Rekurs anzufechten (vgl. zum
4.4.
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5.
Im Sinne der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde teilweise gutzuheissen,
soweit darauf einzutreten ist. Dem Ausgang des Verfahrens entsprechend haben die
Beschwerdeführer die amtlichen Kosten des Beschwerdeverfahrens zu bezahlen
(Art. 95 Abs. 1 VRP), zumal ein nur geringfügiges Obsiegen bzw. Unterliegen bei der
Kostenverlegung nicht zu berücksichtigen ist (vgl. dazu VerwGE B 2016/237 vom
25. Oktober 2018 E. 7 mit Hinweis). Eine Entscheidgebühr von CHF 1'500 ist
angemessen (Art. 7 Ziff. 222 der Gerichtskostenverordnung; sGS 941.12, GKV). Sie ist
mit dem im Beschwerdeverfahren geleisteten Kostenvorschuss in gleicher Höhe zu
verrechnen.
Der Verlegung der amtlichen Kosten entsprechend haben die Beschwerdeführer keinen
Anspruch auf ausseramtliche Entschädigung (vgl. dazu Art. 98 Abs. 1 in Verbindung mit
Art. 98 VRP).