# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** a89f0b0b-3630-5c8d-b977-a6f1b249072f
**Court:** FR_TC
**Chamber:** FR_TC_001
**Year:** 2021
**Language:** de
**Jurisdiction:** FR / Espace_Mittelland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt
A. A._, geb. 1990, und B._, geb. 1985, heirateten 2013. Der Ehe entspross der Sohn C._, geb. 2015. A._ hat zudem eine Tochter, D._, geb. 2010, aus einer früheren Beziehung.
Am 12. Juli 2018 ersuchte B._ beim Präsidenten des Zivilgerichts des Sensebezirks um Eheschutzmassnahmen. An der Sitzung vom 18. Oktober 2018 schlossen die Parteien eine Eheschutzvereinbarung. Darin beantragten sie namentlich, dass das Eheschutzverfahren in ein Scheidungsverfahren umgewandelt und dass für C._ eine Erziehungsbeistandschaft errichtet werde, mit dem Auftrag, gemeinsam mit beiden Eltern einen Besuchsplan auszuarbeiten und die Durchführung des Besuchsrechts zu überwachen. Ausserdem verpflichtete sich A._, B._ für C._ einen monatlichen Unterhaltsbeitrag von CHF 650.- zu bezahlen (act. 1, 11 ff.).
Am 3. April 2019 reichte B._ ihre begründeten Scheidungsanträge beim Zivilgericht des Sensebezirks (hiernach: das Zivilgericht) ein (act. 31). Am 20. Mai 2019 legte A._ seine Klageantwort ins Recht (act. 37).
Anlässlich der Sitzung vom 24. September 2019 trafen die Parteien eine Vereinbarung über die Scheidungsfolgen. Darin beantragten sie namentlich, dass der von A._ für C._ geschuldete Unterhaltsbeitrag durch das Gericht festzulegen sei (act. 41 ff.).
In der Folge reichten die Parteien zahlreiche weitere Unterlagen, insbesondere betreffend die berufliche Vorsorge, ein.
B. Mit Scheidungsurteil vom 8. Juni 2020 stellte das Zivilgericht C._ unter die Obhut der Mutter und räumte dem Vater ein Besuchsrecht an jedem zweiten Wochenende sowie während drei Wochen Ferien pro Jahr ein. Im Weiteren entschied das Zivilgericht namentlich das Folgende:
3.1 A._ wird verpflichtet, zu Handen von B._ an den Unterhalt des Sohnes C._ die folgenden Unterhaltsbeiträge (Barunterhalt) zu bezahlen:
Ab Rechtskraft des Urteils bis zum 31. Januar 2027: CHF 825.-
Ab dem 1. Februar 2027 bis 31. Januar 2031: CHF 990.-
Ab dem 1. Februar 2031 bis zur Volljährigkeit resp.
bis zum Abschluss der ersten ordentlichen Ausbildung
gemäss Art. 277 Abs. 2 ZGB: CHF 980.-
Allfällige Kinder- und Familienzulagen sind zusätzlich geschuldet.
Die Eltern haben je zur Hälfte für die Kosten für nicht vorgesehene ausserordentliche Bedürfnisse ihrer Kinder aufzukommen (Art. 286 Abs. 3 ZGB).
3.2.1 Mit dem oben festgesetzten Unterhaltsbeitrag ist der gebührende Unterhalt von C._ nicht gedeckt. Zur Deckung des gebührenden Unterhalts fehlen folgende Beiträge:
- CHF 105.- bis zum 31. Januar 2027
Kantonsgericht KG Seite 3 von 25
- CHF 265.- bis zum 31. Januar 2031
- CHF 255.- ab dem 1. Februar 2031.
3.2.2 Endet die Unterhaltspflicht von A._ für D._, geboren 2010, erhöht sich der Unterhaltsbeitrag für C._ um die in Ziff. 3.2.1 festgestellten Fehlbeträgen.
3.3 Es wird festgestellt, dass kein Betreuungsunterhalt geschuldet ist.
3.4 [...]
3.5 Diesem Entscheid liegen folgende monatliche Nettoeinkommen zugrunde:
- B._: CHF 3'262.05, ohne Kinderzulagen, bei einem Pensum von ca. 80%,
- A._: CHF 4'442.30, inkl. 13. Monatslohn, ohne Kinderzulagen, bei einem Pensum von 100%.
C. Gegen diesen Entscheid erhob A._ am 11. September 2020 Berufung. Er beantragt, dass die Ziffern 3.1, 3.2.1, 3.2.2 und 3.3 des angefochtenen Entscheids betreffend den Kindesunterhalt unter Kosten- und Entschädigungsfolge abzuändern seien. Namentlich sei der von ihm zu leistende Unterhaltsbeitrag auf CHF 250.- pro Monat festzusetzen. Ausserdem sei ihm für das Berufungsverfahren die vollständige unentgeltliche Rechtspflege zu gewähren.
Am 14. Oktober 2020 reichte A._ das Lohnblatt für den Monat September 2020 ein.
Mit Berufungsantwort und Anschlussberufung vom 23. Oktober 2020 schloss B._ unter Kosten- und Entschädigungsfolge auf Abweisung der Berufung und beantragte, dass die Unterhaltspflicht des Vaters im Scheidungsurteil wie folgt festzulegen sei:
3.1 A._ bezahle in die Hände der Mutter für C._ einen monatlichen  von:
- CHF 1'065.- (CHF 930.- Kindesunterhalt und CHF 135.- Betreuungsunterhalt) bis zum Übertritt in die OS;
- CHF 1065.- ab Übertritt in die OS.
Die Unterhaltspflicht dauere über die Mündigkeit hinaus bis zum Abschluss der ordentlichen Ausbildung von C._ (Art. 277 Abs. 2 ZGB).
Allfällige Kinder-, Ausbildungs- und Arbeitgeberzulagen sind zusätzlich zu entrichten, soweit sie nicht bereits durch die Mutter bezogen werden.
3.2.1 Es sei unter Berücksichtigung von Art. 286a ZGB festzustellen, dass der Barbedarf von C._ nicht gedeckt wird. Der Barbedarf berechnet sich nach den Zahlen der Zürcher Kinderkostentabelle 2020. Die Kinderzulagen von CHF 265.- im Monat werden angerechnet.
Der Barbedarf von C._ beträgt:
- CHF 930.- bis zu seinem 13. Lebensjahr;
- CHF 1'255.- ab dem 14. Lebensjahr.
Der monatliche Fehlbetrag beläuft sich auf CHF 190.- ab dem 14. Altersjahr.
Bis und mit seinem 13. Lebensjahr besteht ein Fehlbetrag im Betreuungsunterhalt von CHF 670.-
Kantonsgericht KG Seite 4 von 25
3.2.2 Endet die Unterhaltspflicht von A._ für D._, geb. 2010, wird er verpflichtet, zusätzlich zum festgelegten Unterhalt den monatlichen Fehlbetrag gemäss Ziffer 3.2.1 zu entrichten.
3.3 Bereits in Ziffer 3.1 geregelt.
3.5 Diesem Entscheid liegen folgende monatliche Nettoeinkommen zugrunde:
- B._ CHF 1'470.-, bei einem Pensum von ca. 30%;
- A._ CHF 4'479.85, inkl. 13. Monatslohn, ohne Kinderzulagen, bei einem Pensum von 100%.
Gleichentags stellte B._ ein Gesuch um Erteilung der vollständigen unentgeltlichen Rechtspflege für das Berufungsverfahren.
Am 3. November 2020 reichte sie noch die Veranlagungsanzeige 2019 ein.
A._ nahm am 7. Dezember 2020 Stellung zur Anschlussberufung und änderte seine Rechtsbegehren. Neu seien die Ziffern 3.1, 3.2.1, 3.2.2, 3.3. des angefochtenen Entscheids unter Kosten- und Entschädigungsfolgen wie folgt zu ändern:
3.1 A._ muss für den Unterhalt des Sohnes C._ keinen Unterhalt bezahlen.
Allfällige Kinder- und Familienzulagen sind zusätzlich geschuldet.
Die Eltern haben je zur Hälfte für die Kosten für nicht vorgesehene ausserordentliche Bedürfnisse ihrer Kinder aufzukommen (Art. 286 Abs. 3 ZGB).
3.2.1 Der gebührende Unterhalt von C._ (CHF 757.30 von 5 bis 12; CHF 1'082.30 von 13 bis 18) ist von der Mutter vollumfänglich gedeckt.
3.2.2 Endet die Unterhaltspflicht von A._ für D._, geboren 2010, wird er verpflichtet, zuhanden von B._ für den Unterhalt des Sohnes C._ CHF 140.- bis zur Volljährigkeit resp. bis zum Abschluss der ersten ordentlichen Ausbildung gemäss Art. 277 Abs. 2 ZGB zu bezahlen.
3.3. Es ist kein Betreuungsunterhalt geschuldet.
B._ reichte am 16. Dezember 2020 eine spontane Stellungnahme dazu ein.
A._ tätigte am 12. Januar 2021 eine weitere Eingabe.
Rechtsanwalt Patrik Gruber reichte am 8. März 2021 seine Kostenliste ein und nahm Stellung zur Eingabe vom 12. Januar 2021 von A._.
Rechtsanwältin Frédérique Riesen reichte ihre Kostenliste am 12. März 2021 ein.
D. Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege für das Berufungsverfahren vom 11. September 2020 von A._ sowie dasjenige vom 23. Oktober 2020 von B._ wurden mit Urteil vom 22. September 2020 bzw. vom 29. Oktober 2020 der Instruktionsrichterin des I. Zivilappellationshofs gutgeheissen (101 2020 364 / 101 2020 412).
Kantonsgericht KG Seite 5 von 25

## Considerations

Erwägungen
1.
1.1. Mit Berufung anfechtbar sind namentlich erstinstanzliche Endentscheide, sofern der  in vermögensrechtlichen Angelegenheiten mindestens CHF 10'000.- beträgt (Art. 308 Abs. 1 Bst. a und Abs. 2 ZPO). Der Streitwert wird durch die Rechtsbegehren bestimmt.
Vorliegend beantragte die Berufungsbeklagte im erstinstanzlichen Verfahren Kindesunterhalt von monatlich CHF 1'650.- bis zum Eintritt von C._ in die Primarschule (H3), CHF 1'150.- bis zum Übertritt in die OS und ab diesem Zeitpunkt CHF 650.-, während der Berufungskläger einen solchen von monatlich CHF 500.- anbot (act. 31/2, 37/2). Die Streitwertgrenze von CHF 10'000.- für die Berufung ist damit erreicht. Angesichts der im Berufungsverfahren strittigen  ist auch die Streitwertgrenze von CHF 30'000.- für eine Beschwerde in Zivilsachen beim Bundesgericht (Art. 51 und 74 BGG) offensichtlich erreicht.
1.2. Die Berufungsfrist beträgt 30 Tage seit Zustellung des begründeten Entscheides (Art. 311 Abs. 1 ZPO). Die Frist steht vom 15. Juli bis und mit dem 15. August still (Art. 145 Abs. 1 Bst. b ZPO). Der begründete Entscheid wurde dem Berufungskläger am 11. August 2020 zugestellt (act. 82b). Die am 11. September 2020 eingereichte Berufung erfolgte unter Berücksichtigung des Fristenstillstandes fristgerecht.