# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** df37869b-ab31-4a2c-a95c-cc02864be5db
**Court:** GR_VG
**Chamber:** GR_VG_005
**Year:** 2022
**Language:** de
**Jurisdiction:** GR / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

I. Sachverhalt:
1. Mit Baugesuch vom 15. Februar 2019 ersuchte die C._ AG die Stadt
B._ um die Erteilung einer Baubewilligung zur Änderung einer
bestehenden Mobilfunkanlage auf dem sich auf der Parzelle D._
(Grundbuch B._) befindlichen Hauptgebäude des Seniorenheims
G._. Geplant sind eine Mastaufstockung und das Anbringen von
neuen Antennen (Betrieb von nun insgesamt neun Antennen). Das
Baugesuch wurde im Zeitraum vom 22. Februar bis zum 14. März 2019
öffentlich aufgelegt. Dagegen erhob die A._ AG, Grundeigentümerin
der Parzelle E._ (Grundbuch B._), am 13. März 2019
Einsprache und beantragte, das Baugesuch sei nicht zu bewilligen.
2. Mit Baubescheid Nr. F._ vom 17. September, mitgeteilt am
24. September 2019 bewilligte die Stadt B._ das Bauvorhaben unter
Bedingungen sowie Auflagen und wies die Einsprache der A._ AG
vom 13. März 2019 ab, soweit darauf einzutreten sei.
3. Am 25. Oktober 2019 erhob die A._ AG (nachfolgend
Beschwerdeführerin) dagegen Beschwerde an das Verwaltungsgericht
des Kantons Graubünden (Verfahren R 19 87). Sie beantragte, unter
Neuansetzung der Beschwerdefrist, die Rückweisung des Baubescheides
zur vollständigen Eröffnung des Beschlusses inkl. des als integrierenden
Bestandteil des Baubescheids benannten Fachberichtes Nr. 2813-L vom
5. März 2019 des Amtes für Natur und Umwelt Graubünden (ANU).
Eventuell sei die Angelegenheit zur Überarbeitung bzw. der Ausarbeitung
von messbaren Auflagen bzw. der Einarbeitung der längst angekündigten
aber immer noch nicht erlassenen Weisung über die Behandlung und
Messung nichtionisierender Strahlung an den Stadtrat zurückzuweisen.
Untereventuell sei der Baubescheid Nr. F._ aufzuheben und die
Baubewilligung für den Umbau der Mobilfunkanlage auf der Parzelle
D._ zu verweigern. Die Stadt B._ (nachfolgend
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Beschwerdegegnerin 1) beantragte am 9. Dezember 2019 in ihrer
Vernehmlassung die kosten- und entschädigungspflichtige Abweisung der
Beschwerde, soweit darauf eingetreten werden könne. Die C._ AG
(nachfolgend Beschwerdegegnerin 2) beantragte in ihrer Vernehmlassung
vom 13. November 2019 ebenfalls die kostenpflichtige Abweisung der
Beschwerde, soweit darauf einzutreten sei.
4. Die nunmehr anwaltlich vertretene Beschwerdeführerin replizierte am
24. Januar 2020 (Poststempel), wobei sie an ihren Anträgen vom
25. Oktober 2019 festhielt. Ergänzt wurden die Rechtsbegehren
replicando um den Antrag, die gesetzliche Kosten- und
Entschädigungsfolge zu Lasten der Bauherrschaft und der Vorinstanz
vorzunehmen. In prozessualer Hinsicht beantragte sie die Sistierung für
mindestens so lange, bis die neue Vollzugshilfe des Bundesamtes für
Umwelt (BAFU) und ein auditiertes Qualitätssicherungssystem vorliege
sowie die Unbedenklichkeit der 5G-Technologie für Gesundheit und
Umwelt wissenschaftlich festgestellt und belegt sei. Danach sei ihr eine
angemessene Frist zur Ergänzung der Verwaltungsgerichtsbeschwerde
zu setzen. Die Beschwerdegegnerin 1 beantragte am 6. Februar 2020
wiederum die Abweisung aller beschwerdeführerischen Anträge inkl.
Sistierungsantrag, soweit darauf überhaupt eingetreten werde könne.
Dazu verwies sie auf die Begründung der Beschwerdegegnerin 2 und
verzichtete selber auf die Einreichung einer Duplik. Die
Beschwerdegegnerin 2 duplizierte am 5. Februar 2020. Darin beantragte
sie die kosten- und entschädigungspflichtige Abweisung der Beschwerde,
soweit darauf einzutreten sei. Der Antrag auf Verfahrenssistierung sei
ebenfalls abzuweisen. Die Beschwerdeführerin bekräftigte am 21. Februar
2020 einen replicando gestellten Antrag auf Durchführung einer
Verhandlung unter Einbezug des ANU, wobei die
Beschwerdegegnerinnen ihre Behauptungen etwa betreffend der
Vergleichbarkeit von konventionellen und adaptiven Antennen, dem
Vorhandensein eines ausreichenden Qualitätssicherungssystems (QS-
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System) für adaptive Antennen, dem Nachweis über die Sicherstellung der
Emissionsbegrenzung gemäss Art. 12 Abs. 2 der Verordnung über den
Schutz vor nichtionisierender Strahlung (NISV) trotz noch ausstehender
Messempfehlung des Eidgenössischen Instituts für Metrologie (METAS)
und neuer Vollzugshilfe des BAFU oder der Durchführbarkeit von
Abnahmemessungen zu belegen hätten und sich kritischen Fragen
seitens der Beschwerdeführerin sowie des Gerichts stellen müssten. Die
Beschwerdegegnerin 2 liess sich dazu am 11. März 2020 vernehmen und
äusserte sich dabei auch zu den weiteren, von der Beschwerdeführerin ins
Recht gelegten Beilagen. Die Beschwerdegegnerin 1 nahm am 16. März
2020 ebenfalls noch Stellung zur beschwerdeführerischen Eingabe vom
21. Februar 2020.
5. Am 17. März 2020 ersuchte der Instruktionsrichter das ANU um
Einreichung eines Amtsberichtes aus umweltrechtlicher Sicht. Das ANU
erstattet seinen Amtsbericht am 22. April 2020. Die
Beschwerdegegnerin 2 liess sich dazu am 11. Mai 2020 vernehmen und
sah durch das ANU ihr Argumentation sowie diejenige der Vorinstanz
gestützt. Die Beschwerdegegnerin 1 verzichtete am 13. Mai 2020 auf eine
Stellungnahme zum Amtsbericht des ANU vom 22. April 2020. Die
Beschwerdeführerin nahm am 2. Juni 2020 zum Amtsbericht des ANU
vom 22. April 2020 Stellung und hielt an allen ihren Anträgen fest. Dabei
vertiefte sie ihre Argumentation.
6. Während dem hängigem Beschwerdeverfahren erliess der Stadtrat von
B._ mit Beschluss vom 28. April 2020 (Prot. Nr. Z.1._) eine
Planungszone für das gesamte Stadtgebiet mit dem Ziel, die Realisierung
von Mobilfunkanlagen der fünften Generation in der Stadt B._
geordnet an die Hand nehmen zu können. Die Publikation dieser
Planungszone erfolgte am 8. Mai 2020. Den Erlass dieser Planungszone
nahm die A._ AG zum Anlass, im Beschwerdeverfahren R 19 87 am
12. Mai 2020 (wiederum) ein Gesuch um Sistierung jenes Verfahrens zu
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stellen. Der zuständige Instruktionsrichter im vorliegenden Verfahren R 19
87 lehnte nach Einholung der Vernehmlassungen der C._ AG und der
Stadt B._ indes eine Sistierung mit prozessleitender Verfügung vom
23. Juni 2020 ab. Nachdem die Beschwerdeführerin am 29. Juni 2020
dagegen Prozessbeschwerde erhoben hatte, wies das Verwaltungsgericht
des Kantons Graubünden diese nach Durchführung des
Schriftenwechsels mit Urteil vom 1. Dezember 2020, mitgeteilt Mitte März
2021, ab, soweit sie sich nicht als gegenstandslos erweise und darauf
überhaupt einzutreten sei (Verfahren R 20 73).
7. Bereits am 26. Januar 2021 hatte die Beschwerdeführerin unaufgefordert
eine weitere Eingabe eingereicht und rügte darin (erneut) namentlich die
Unmöglichkeit von Abnahmemessungen, falsche Leistungsangaben in
den Standortdatenblättern bzw. die technische Unmöglichkeit des
Betriebes der Antennen mit den in den Baugesuchsunterlagen
deklarierten Sendeleistungen, einen unnötigen Stromverbrauch von
adaptiven Antennen und proklamierte die Schädlichkeit von
Mobilfunkstrahlung auch unterhalb der geltenden Grenzwerte. Ausserdem
wurde geltend gemacht, dass die Beschwerdegegnerin 1 in der
Baubewilligung nicht explizit eine Abnahmemessung verfügt habe,
sondern nur auf den Fachbericht des ANU vom 5. März 2019 verwiesen
habe. Dieser Fachbericht entspreche aber keiner kantonalen
Teilbewilligung. Dementsprechend fehle es an einer hoheitlich verfügten
Abnahmemessung. Diese Eingabe wurde den Beschwerdegegnerinnen
am 27. Januar 2021 zur Kenntnisnahme zugestellt und eine
Fristansetzung für eine allfällige Stellungnahme nach (rechtskräftigem)
Abschluss des Prozessbeschwerdeverfahrens R 20 73 in Aussicht
gestellt. Nach Mitteilung des verwaltungsgerichtlichen Urteils R 20 73 und
der Publikation der Vollzugshilfe des BAFU für den Umgang mit adaptiven
Antennen (Nachtrag vom 23. Februar 2021 zur Vollzugsempfehlung zur
Verordnung über den Schutz vor nichtionisierender Strahlung [NISV] für
Mobilfunk und WLL-Basisstationen, Bundesamt für Umwelt, Wald und
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Landschaft [BUWAL] 2002 [nachfolgend Vollzugshilfenachtrag 2021]) im
Februar/März 2021, beschloss der Stadtrat am 13. April 2021 (Prot.
Nr. Z.2._) die Planungszone betreffend Mobilfunkanlagen der fünften
Generation aufzuheben.
8. Mit Schreiben vom 25. Juni 2021 ersuchte der Instruktionsrichter das ANU
um eine Stellungnahme, ob das Erscheinen des vorstehend erwähnten
Vollzugshilfenachtrages 2021 sowie die Erläuterungen des BAFU vom
23. Februar 2021 zu adaptiven Antennen und deren Beurteilung gemäss
der Verordnung über den Schutz vor nichtionisierender Strahlung (NISV)
etwas an der im Fachbericht Nr. 2813-L vom 5. März 2019 sowie dem
Amtsbericht vom 22. April 2020 vorgenommenen Beurteilung zu ändern
vermöge. Das ANU liess sich dazu am 26. Juli 2021 vernehmen. Dabei
wurde namentlich festgehalten, dass gemäss dem der Beurteilung zu
Grunde liegenden NIS-Standortdatenblatt drei Antennen mit umhüllenden
Antennendiagrammen nach dem "Worst-Case"-Szenario beurteilt worden
seien. Solange die Beschwerdegegnerin die gemäss der Vollzugshilfe zu
den adaptiven Antennen möglichen Korrekturfaktoren (bei automatischer
Leistungsbegrenzung) nicht auf die vorliegend strittige Mobilfunkanlage
anwenden wolle, habe der Vollzugshilfenachtrag 2021 keinen Einfluss auf
deren Bewilligungsfähigkeit. Das ANU hielt vollumfänglich an seinem
Amtsbericht vom 22. April 2020 fest.
9. Mit Schreiben vom 28. Juli 2021 wurde der Beschwerdeführerin
Gelegenheit geboten, zur Ergänzung des ANU vom 26. Juli 2021 zum
Amtsbericht vom 22. April 2020 sowie zum Fachbericht Nr. 2813-L vom
5. März 2019 Stellung zu nehmen. Die Beschwerdeführerin thematisierte
in ihrer Eingabe vom 2. September 2021 wiederum die Unmöglichkeit von
Abnahmemessungen und das Fehlen einer hoheitlichen Verfügung einer
solchen Messung. Weiterhin wurde in Abrede gestellt, dass es sich um
eine "Worst-Case"-Beurteilung der adaptiven Antennen handle, das
bestehende QS-System als ungenügend für den Schutz der Bevölkerung
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vor hochfrequenten, elektromagnetischen Feldern beurteilt, die technische
Unmöglichkeit des Antennenbetriebs behauptet bzw. falsche
Leistungsangaben der deklarierten Sendeleistungen und gestützt auf
verschiedene Berichte eine ungenügende Würdigung von
nichtthermischen Auswirkungen der Mobilfunkstrahlung gerügt.
Ausserdem rügte sie eine Überschreitung des Anlagengrenzwertes
(AGW) an einem im Standortdatenblatt nicht ausgewiesenen Ort mit
empfindlicher Nutzung (nachfolgend OMEN Nr. 7). Sie stellte sich auch
noch auf den Standpunkt, dass die spätere Anwendung von
Korrekturfaktoren im Sinne der Vollzugshilfe für adaptive Antennen eine
wesentliche Änderung der Anlage darstelle, was ein ordentliches
Baubewilligungsverfahren bedinge. Eventualiter sei ihr vor Urteilsfällung
mitzuteilen, für welche Antennen künftig welcher Korrekturfaktor aufgrund
welcher Anzahl Sub-Arrays beansprucht werden könne und ihr
Gelegenheit zur Stellungnahme zu geben. Schliesslich teilte sie die
Beurteilung des ANU, wonach die Vollzugshilfe für adaptive Antennen auf
das vorliegende Vorhaben keinen Einfluss habe, nicht. Namentlich seien
Anpassungen an den Kontrollsystemen nötig, damit die Einhaltung der
Grenzwerte gewährleistet werden könnten. Dies sei unabhängig von der
Anwendung eines Korrekturfaktors.
10. Die Beschwerdegegnerin 1 hielt am 8. September 2021 an sämtlichen
bisherigen Anträgen und Ausführungen fest und verzichtete auf eine
weitere Stellungnahme.
11. Die Beschwerdegegnerin 2 entgegnete am 12. Oktober 2021 den
beschwerdeführerischen Vorbringen hingegen noch einmal ausführlich.
12. Am 18. Januar 2022 ersuchte der zuständige Instruktionsrichter die
Beschwerdegegnerin 1 gestützt auf Art. 11 ff. VRG, dem Gericht
verschiedene Informationen über das Bauvorhaben auf der
Parzelle H._ (I._; "J._"), wo sich gemäss der Eingabe der
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Beschwerdeführerin vom 2. September 2021 der OMEN Nr. 7 befindet,
bekannt zu geben.
13. Dem kam die Beschwerdegegnerin 1 mit Eingabe vom 16. Februar 2022
nach und reichte betreffend die Parzelle H._ auszugsweise das
damalige Baugesuchsformular, den Baubescheid vom 8./18. Mai 2018
sowie Planunterlagen vom 6./7. Dezember 2017 mit Höhenangaben
dieses Gebäudes ein.
14. Zusammen mit weiteren Akten wurde das ANU am 4. März 2022 vom
zuständigen Instruktionsrichter wiederum ersucht, die seitens der
Beschwerdeführerin mit Eingabe vom 2. September 2021 eingereichte
Berechnung der Feldstärken am OMEN Nr. 7 zu beurteilen.
15. Nachdem das ANU am 9. März 2022 von der Beschwerdegegnerin 1 auf
Nachfrage hin noch die Grundrisse des fraglichen Gebäudes erhalten
hatte, wies die vom ANU durchgeführte Feldstärkeberechnung für den
OMEN Nr. 7 einen Wert von 4.98 V/m aus. Das ANU schlussfolgerte in
seiner Beurteilung vom 23. März 2022, dass der massgebende AGW von
5 V/m in dieser rechnerischen Prognose eingehalten sei. Weil die
Feldstärke beim OMEN Nr. 7 über 80 % des (zulässigen) AGW von 5 V/m
betrage, sei nach der Inbetriebnahme der Sendeanlage zur Überprüfung
der Einhaltung der AGW aber eine Abnahmemessung durch ein
akkreditiertes Messinstitut durchzuführen.
16. Die Beurteilung des ANU vom 23. März 2022 wurde der
Beschwerdeführerin sodann zusammen mit den von der
Beschwerdegegnerin 1 am 16. Februar 2022 erhaltenen Angaben und
Akten zur Stellungnahme unterbreitet, welche sie sodann am 10. Mai 2022
unter anderem mit einer neuen Feldstärkeberechnung einreichte. Die
Feldstärkeberechnung der Beschwerdeführerin zeigte wiederum eine
Überschreitung des massgeblichen AGW von 5 V/m am OMEN Nr. 7 und
die Feldstärkeberechnung des ANU wurde in verschiedener Hinsicht
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kritisiert. Ausserdem wurde erneut die Unmöglichkeit von
Abnahmemessungen geltend gemacht und die Änderung der NISV vom
17. Dezember 2021 als gesetzes- und verfassungswidrig kritisiert.
17. Das ANU hielt mit Eingabe vom 23. Mai 2022 unter anderem in allen
Punkten an seiner Beurteilung vom 23. März 2022 betreffend die
Feldstärke bei OMEN Nr. 7 fest.
Auf die weiteren Ausführungen der Parteien in ihren Rechtsschriften, den
angefochtenen Baubescheid vom 17. September 2019 sowie die weiteren
Akten, wird, sofern erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen
eingegangen.

## Considerations

II. Das Gericht zieht in Erwägung:
1. Anfechtungsgegenstand im vorliegenden Verfahren ist der Beschluss der
zuständigen Baubehörde (vgl. dazu Art. 2 Abs. 1 des massgebenden
kommunalen Baugesetzes [BG]) vom 17., mitgeteilt am 24. September
2019 (Baubescheid Nr. F._; Prot. Nr. Z.3._). Darin wurde der
Beschwerdegegnerin 2 die Baubewilligung für das von ihr beabsichtigte
Bauvorhaben unter Bedingungen und Auflagen erteilt. Gleichzeitig wurde
die Einsprache der Beschwerdeführerin abgewiesen, soweit darauf
eingetreten werden könne. Gemäss Art. 96 Abs. 1 BG können Beschlüsse
und Verfügungen der Baubehörde gemäss den kantonalen
Gesetzesbestimmungen angefochten werden. Gemäss Art. 49 Abs. 1 lit. a
des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege (VRG; BR 370.100)
unterliegen insbesondere Entscheide von Gemeinden der
verwaltungsgerichtlichen Beschwerde, sofern sie nicht bei einer anderen
Instanz angefochten werden können oder nach kantonalem oder
eidgenössischem Recht endgültig sind. Der angefochtene Beschluss des
Stadtrates vom 17. September 2019 ist weder endgültig noch bei einer
anderen Instanz anfechtbar. Das Verwaltungsgericht des Kantons
Graubünden ist somit örtlich und sachlich zuständig. Gemäss Art. 50 VRG
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ist zur verwaltungsgerichtlichen Beschwerde legitimiert, wer durch den
angefochtenen Entscheid berührt ist und ein schutzwürdiges Interesse an
seiner Aufhebung oder Änderung hat oder durch besondere Vorschrift
dazu ermächtigt ist. Die Beschwerdeführerin ist Grundeigentümerin der
benachbarten (Wohn-)Liegenschaften auf der Parzelle E._. Diese
befinden sich innerhalb des im Standortdatenblattes für Mobilfunk- und
WLL-Basisstationen (gemäss Art. 11 der Verordnung über den Schutz vor
nichtionisierender Strahlung [NISV; SR 814.710]) vom 18. Dezember
2018, Rev. 1.56 (siehe Akten der Beschwerdegegnerin 1 [Bg1-act.] 1d
S. 5) angegebenen Abstandes eines Ortes mit empfindlicher Nutzung
(OMEN), welcher zu einer Einsprache berechtigt (siehe auch
angefochtener Beschluss vom 17. September 2019 [Bg1-act. 4f S. 2 f.]
und Urteil des Bundesgerichts 1C_115/2021 vom 4. März 2022 E.1.2
m.H.a. BGE 128 II 168 E.2; Vollzugsempfehlung 2002 S. 27 f.). Somit
kann aufgrund der räumlichen Nähe von einer besonderen
Beziehungsnähe und grundsätzlich von einem schutzwürdigen Interesse
an der Aufhebung oder Abänderung des angefochtenen Entscheides der
Beschwerdeführerin ausgegangen werden, die im vorinstanzlichen
Verfahren mit ihren Anträgen nicht durchgedrungen ist. Auf die im Übrigen
form- und fristgerecht erhobene Beschwerde (vgl. Art. 52 Abs. 1 und
Art. 38 VRG) ist somit einzutreten.
2. Ausgangspunkt des vorliegenden Verfahrens ist die Bewilligung des
Baugesuches der Beschwerdegegnerin 2 betreffend den Umbau bzw.
Änderung einer Mobilfunkanlage auf der Parzelle D._. Vorliegend ist
unbestritten, dass es sich bei der geplanten Änderung um ein
baubewilligungspflichtiges Vorhaben handelt. Dementsprechend reichte
die Beschwerdegegnerin 2 am 15. Februar 2019 ein Baugesuch bei der
Beschwerdegegnerin 1 ein und diese führte das ordentliche
Baubewilligungsverfahren in Nachachtung von Art. 92 Abs. 3 Satz 1 des
Raumplanungsgesetzes für den Kanton Graubünden (KRG; BR 801.100)
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i.V.m. Art. 41 ff. der Raumplanungsverordnung für den Kanton
Graubünden (KRVO; BR 801.110) mit öffentlicher Auflage vom
22. Februar bis zum 14. März 2019 und der Behandlung der
eingegangenen Einsprache durch, wobei das Bauvorhaben schliesslich
unter verschiedenen Bedingungen und Auflagen bewilligt wurde und die
dagegen erhoben Einsprache – soweit darauf einzutreten war –
abgewiesen wurde (siehe Akten der Beschwerdegegnerin 1 [Bg1-act.] 1a,
4a und 4f).
2.1. Voraussetzung für die Erteilung der nachgesuchten Baubewilligung ist
gemäss Art. 22 Abs. 3 des Bundesgesetzes über die Raumplanung
(Raumplanungsgesetz, RPG; SR 700) – neben der Übereinstimmung der
Baute oder Anlage mit dem Zweck der Nutzungszone sowie einer
hinreichenden Erschliessung (siehe Art. 22 Abs. 2 RPG) – auch die
Einhaltung der übrigen Voraussetzungen des Bundesrechts sowie des
kantonalen Rechts. Art. 89 Abs. 1 KRG umschreibt die
Bewilligungsvoraussetzung für eine Baubewilligung im Sinne von Art. 86
KRG folgendermassen: Bauvorhaben und Zweckänderungen werden
bewilligt, wenn alle Vorschriften des kommunalen, kantonalen und
eidgenössischen Rechts eingehalten sind. Unter das in Art. 22 Abs. 3
RPG vorbehaltene bzw. in Art. 89 Abs. 1 KRG genannte und
einzuhaltende eidgenössische Recht fällt namentlich auch das
Bundesgesetz über den Umweltschutz (Umweltschutzgesetz, USG;
SR 814.01) und die namentlich darauf gestützt erlassene Verordnung über
den Schutz vor nichtionisierender Strahlung (NISV; SR 814.710).
Dementsprechend sieht Art. 27 Abs. 1 des kantonalen
Einführungsgesetzes zum Bundesgesetz über den Umweltschutz
(Kantonales Umweltschutzgesetz, KUSG; BR 820.100) denn auch vor,
dass namentlich Baubewilligungen für neue oder geänderte Anlagen nur
erteilt werden dürfen, wenn gewährleistet ist, dass die
Emissionsbegrenzung zum Schutz vor nichtionisierender Strahlung
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eingehalten ist. Das ANU als Fachstelle gemäss Art. 1 Abs. 2 der
kantonalen Umweltschutzverordnung (KUSV; BR 820.110) ist dabei
vorgängig anzuhören. Widerspricht ein beabsichtigtes (Bau-)Vorhaben
also den einschlägigen Bestimmungen des (im vorliegenden Fall
abschliessenden) Bundesrechts über den Immissionsschutz vor
nichtionisierender Strahlung und ist auch keine Ausnahmebewilligung
möglich, erwiese es sich in der beantragten Form bzw. Ausgestaltung als
nicht bewilligungsfähig und die Baubewilligung im Sinne von Art. 22 RPG
und Art. 86 Abs. 1 KRG wäre grundsätzlich zu verweigern (vgl. zum
Ganzen HÄNNI, Planungs-, Bau- und besonderes Umweltschutzrecht,
7. Aufl., Bern 2022, S. 407 ff. § 20 I.3, § 20 II.1 und § 20 II.4, RUCH, in
Aemisegger/Moor/Ruch/Tschannen [Hrsg.], Praxiskommentar RPG:
Baubewilligung, Rechtsschutz und Verfahren, Zürich/Basel/Genf 2020,
Art. 22 Rz. 94 und 115, ZAUGG/LUDWIG, Kommentar zum Baugesetz des
Kantons Bern, Band I, 5. Aufl., Bern 2020, Art. 2 Rz. 2 ff.,
STALDER/TSCHIRKY, in: Griffel/Liniger/Rausch/Thurnherr (Hrsg.),
Fachhandbuch Öffentliches Baurecht, Zürich/Basel/Genf 2016, S. 55 f.
Rz. 2.21; vgl. auch Urteile des Bundesgerichts 1C_97/2018 vom
3. September 2019 E.3 ff., 1C_681/2017 vom 1. Februar 2019 E.4,
1C_254/2017 vom 5. Januar 2018 E.4 ff. und 1A.120/2005 vom 31. Mai
2006 E.7; vgl. auch Urteile des Verwaltungsgerichts [VGU] R 20 96 vom
11. Januar 2022 E.2.6.1, R 20 3 vom 9. Februar 2021 E.5.7 und R 02 143
vom 28. August 2003 E.2d).
2.2. Unbestrittenermassen fällt die vorliegend strittige Änderung der
vorbestehenden Mobilfunkanlage in den Anwendungsbereich der NISV
(vgl. Art. 2, 6, 9 und Anhang 1 Ziffer 62 Abs. 5 NISV). Gemäss Art. 11
Abs. 1 USG werden Strahlen durch Massnahmen an der Quelle begrenzt,
insbesondere durch den Erlass von Emissionsgrenzwerten oder Verkehrs-
oder Betriebsvorschriften in Verordnungen (siehe Art. 12 Abs. 1 lit. a und
lit. c sowie Abs. 2 USG). Für die Beurteilung schädlicher oder lästiger
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Einwirkungen legt der Bundesrat durch Verordnung
Immissionsgrenzwerte fest (siehe Art. 13 Abs. 1 USG). Die
Immissionsgrenzwerte sind gemäss Art. 14 lit. a USG so festzulegen, dass
Immissionen unterhalb dieser Werte nach dem Stand der Wissenschaft
oder der Erfahrung Menschen, Tiere und Pflanzen, ihre
Lebensgemeinschaften und Lebensräume nicht gefährden, wobei diese
sich eigentlich auf Luftverunreinigungen beziehende Bestimmung
namentlich auch auf Immissionen durch nichtionisierende Strahlung im
Sinne einer allgemeinen Regel Anwendung findet (siehe Urteile des
Bundesgerichts 1C_375/2020 vom 5. Mai 2021 E.3.2.1 f., 1C_643/2015
vom 3. August 2016 E.2.1, 1C_169/2013 vom 29. Juli 2013 E.5.4 und
1C_468/2011 vom 18. Juni 2012 E.4.3). Zum Schutz vor den
wissenschaftlich erhärteten, thermischen Wirkungen der Strahlung von
Mobilfunkanlagen sieht die NISV Immissionsgrenzwerte vor, die überall
eingehalten sein müssen, wo sich Menschen aufhalten können (siehe
Art. 13 Abs. 1 NISV; BGE 126 II 399 E.3b; Urteil des Bundesgerichts
1C_375/2020 vom 5. Mai 2021 E.3.2.2). Zur Konkretisierung des
Vorsorgeprinzips gemäss Art. 11 Abs. 2 USG hat der Bundesrat
Anlagegrenzwerte festgesetzt (Art. 3 Abs. 6 und Art. 4 Abs. 1 sowie
Anhang 1 Ziff. 64 NISV). Die Anlagegrenzwerte weisen keinen direkten
Bezug zu nachgewiesenen Gesundheitsgefährdungen auf, sondern
wurden nach Massgabe der technischen und betrieblichen Möglichkeit
sowie der wirtschaftlichen Tragbarkeit festgelegt, um das Risiko
schädlicher Auswirkungen, die zum Teil erst vermutet werden und noch
nicht absehbar sind, möglichst gering zu halten und wobei im Hinblick auf
nachgewiesene Gesundheitsgefährdungen eine Sicherheitsmarge
geschaffen wurde (siehe Urteil des Bundesgerichts 1C_375/2020 vom
5. Mai 2021 E.3.2.2 m.H.a. BGE 128 II 378 E.6.2.2 und 126 II 399 E.3b).
Gemäss Art. 4 Abs. 1 NISV müssen also Anlagen so erstellt und betrieben
werden, dass die im Anhang 1 zur NISV festgelegten vorsorglichen
Emissionsbegrenzungen eingehalten werden. Gemäss Art. 11 NISV ist
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der Inhaber einer Anlage, für den der Anhang 1 der NISV – ausgenommen
Hausinstallationen nach Anhang 1 Ziffer 4 der NISV –
Emissionsbegrenzungen festlegt, verpflichtet, der für die Bewilligung der
Anlage zuständigen Behörde ein Standortdatenblatt einzureichen, bevor
eine neue Anlage erstellt wird, sie an einen anderen Standort verlegt, am
bestehenden Standort ersetzt oder im Sinne von Anhang 1 der NISV
geändert wird. Das Standortdatenblatt muss gemäss Art. 11 Abs. 2 NISV
folgendes enthalten: Die aktuellen und geplanten technischen und
betrieblichen Daten der Anlage, soweit sie für die Erzeugung von
Strahlung massgebend sind (lit. a), den massgebenden Betriebszustand
nach Anhang 1 NISV (lit. b) sowie Angaben über die von der Anlage
erzeugte Strahlung an dem für Menschen zugänglichen Ort, wo diese
Strahlung am stärksten ist (lit. c Ziffer 1; Ort für kurzfristigen Aufenthalt
[OKA]), an den drei Orten mit empfindlicher Nutzung (OMEN; siehe dazu
Art. 3 Abs. 3 NISV), an denen die Strahlung am stärksten ist (lit. c Ziffer 2)
und an allen Orten mit empfindlicher Nutzung, an denen der
Anlagengrenzwert (AGW) nach Anhang 1 überschritten ist (lit. c Ziffer 3)
sowie ein Situationsplan, der die Angaben nach lit. c darstellt (lit. d).
Gemäss Art. 12 Abs. 1 NISV überwacht die Behörde die Einhaltung der
Emissionsbegrenzungen. Zur Kontrolle der Einhaltung des AGW nach
Anhang 1 der NISV kann die Behörde Messungen oder Berechnungen
durchführen, dies durchführen lassen oder sich auf die Ermittlungen Dritter
stützen. Das Bundesamt für Umwelt (BAFU) empfiehlt geeignete Mess-
und Berechnungsmethoden (siehe Art. 12 Abs. 2 NISV). Entsprechendes
gilt gemäss Art. 14 Abs. 2 NISV auch für Immissionsgrenzwerte (IGW),
welche durch die Behörde zu ermitteln sind, wenn Grund für die Annahme
für die Überschreitung eines solchen Wertes gemäss Anhang 2 der NISV
besteht (Abs. 1). Der Vollzug der NISV obliegt gemäss Art. 17 NISV –
unter dem Vorbehalt von Art. 18 NISV – den Kantonen (vgl. zum Ganzen
auch HÄNNI, a.a.O., S. 431 ff. § 20 II.4., WAGNER PFEIFFER, Umweltrecht,
Allgemeine Grundlagen, Zürich/St. Gallen 2017, S. 218 ff. Rz. 563 ff.,
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JÄGER, in: Griffel/Liniger/Rausch/Thurnherr (Hrsg.),
Fachhandbuch Öffentliches Baurecht, Zürich/Basel/Genf 2016, S. 411 ff.
Rz. 4.299 ff. und WITTWER, Bewilligung von Mobilfunkanlagen, 2. Auf.,
Zürich/Basel/Genf 2008, S. 52 ff.).
2.3. Im vorliegenden Fall prüfte bzw. berücksichtigte die
Beschwerdegegnerin 1 die Einhaltung der Vorgaben des USG und der
NISV insoweit, als dass sie beim Amt für Natur und Umwelt Graubünden
(ANU) den Fachbericht Nr. 2813-L über den Vollzug der Vorschriften zum
Schutz vor nichtionisierender elektromagnetischer Strahlung vom 5. März
2019 (siehe Bg1-act. 4d) einholte und diesen – zusammen mit dem dafür
als Basis dienenden Standortdatenblatt für Mobilfunk- und WLL-
Basisstationen vom 18. Dezember 2018 (siehe Bg1-act. 1d) – als
integrierenden Bestandteil des Bauentscheides erklärte (siehe Bg1-act. 4f
Dispositivziffer 4). Diese Vorgehensweise steht grundsätzlich im Einklang
mit den Vorgaben vom Art. 27 f. KUSG i.V.m. Art. 1 Abs. 2 und Art. 31
KUSV, wobei das ANU im Rahmen des Baubewilligungsverfahren für ein
Vorhaben innerhalb der Bauzone anzuhören ist, namentlich die Einhaltung
der Vorschriften über den Schutz vor nichtionisierender Strahlung
überprüft und allenfalls Auflagen und Bedingungen bei der Gemeinde
beantragt (siehe bereits die vorstehende Erwägung 2.1; vgl. aber für die
Rechtslage unter der grossrätlichen Umweltschutzverordnung vom
22. November 1984: PVG 2001 Nr. 29).
2.4.1. Die Beschwerdegegnerin 2 reichte zusammen mit ihrem Baugesuch inkl.
den entsprechenden Planunterlagen auch das Standortdatenblatt für
Mobilfunk- und WLL-Basisstationen vom 18. Dezember 2018 bei der
Beschwerdegegnerin 1 ein. Daraus ergibt sich, dass die geplante
Mobilfunkanlage über Antennen verfügt, welche in den Frequenzbändern
700-900 Mhz, 1400-2600 MHz und 3400-3800 Mhz senden werden (siehe
Zusatzblatt 2 in: Bg1-act. 1d S. A2). Nach Anhang 1 Ziffer 64 lit. c NISV
beträgt der AGW für den Effektivwert der elektrischen Feldstärke für
- 16 -
Anlagen, welche nicht ausschliesslich im Frequenzbereich um 900 MHz
oder niedriger bzw. nicht ausschliesslich im Frequenzbereich um
1800 MHz oder höher senden 5 V/m. Dies entspricht auch der Angabe im
Standortdatenblatt von 18. Dezember 2018 (siehe Bg1-act. 1d S. A2).
2.4.2. Aus dem Standortdatenblatt vom 18. Dezember 2018 und dem
entsprechenden Situationsplan 1:1000 im Sinne von Art. 11 Abs. 2 lit. d
NISV vom selben Datum ergibt sich weiter, dass die
Beschwerdegegnerin 2 die elektrischen Feldstärken an sechs OMEN mit
einer Wohnnutzung im Hinblick auf die Einhaltung des massgebenden
AGW von 5 V/m ermittelte. Der höchste Wert beträgt dabei beim OMEN
Nr. 6 4.94 V/m. Die Werte bei den OMEN Nr. 2 bis 5 betragen 4.91 V/m
bis 4.93 V/m und beim OMEN Nr. 2 2.62 V/m. OMEN Nr. 6 liegt dabei in
einer Distanz von ca. 68 m in südwestlicher Richtung der geplanten
Mobilfunkanlage auf der beschwerdeführerischen Parzelle E._. Die
OMEN Nr. 3 bis 5 liegen in einer Distanz von ca. 27 bis ca. 53 m in
nordwestlicher bis nordöstlicher Richtung der Mobilfunkanlage, während
OMEN Nr. 2 sich auf dem Standortgebäude der Mobilfunkanlage selbst in
südöstlicher Richtung derselben befindet. Die Hauptstrahlrichtung von
jeweils drei der insgesamt im Standortdatenblatt aufgeführten neun
Antennen ist gegen Osten (Azimut 80°) bzw. Süden (Azimut 180°) bzw.
Nordwesten (Azimut 320°) gerichtet, wobei die höchstbelastete
Senderichtung bei Azimut 320° mit einer kumulierten Sendeleistung von
3'310 W (ERP) liegt (siehe Bg1-act. 1d S. A2).
2.4.3. Mit Fachbericht Nr. 2813-L vom 5. März 2019 nahm das ANU namentlich
gestützt auf Art. 11 und Art. 12 Abs. 2 USG und Art. 3-5, 10-15, 17 sowie
Anhang 1 Ziffer 6 und Anhang 2 Ziffer 11 und 222 der NISV zum Vorhaben
der Beschwerdegegnerin 2 Stellung. Es führte aus, dass als
nächstgelegene OMEN die OMEN Nr. 2 bis 6 zu betrachten seien und
führte diese mit den Werten für die (berechneten) elektrischen Feldstärken
gemäss Standortdatenblatt und der horizontalen Distanz zum
- 17 -
Antennenmast unter Ziffer 1.3 auf. Die geplante Anlage wurde betreffend
die Einhaltung des Anlagengrenzwertes von 5 V/m dahingehend beurteilt,
dass die maximale elektrische Feldstärke für die Sendeanlage für
Mobilfunk am nächstgelegenen OMEN 4.94 V/m betrage. Weil zudem
beim Aufenthalt unter der Antennenanlage (lediglich) 48 % des
Immissionsgrenzwertes erreicht würden, wurde dem Vorhaben der
Beschwerdegegnerin 2 unter Ziffer 1.5 die Einhaltung der Bestimmungen
über den Schutz vor nichtionisierender Strahlung bestätigt. Unter Ziffer 1.6
wurde verlangt, dass innert sechs Monaten nach der Inbetriebnahme der
Anlagen Abnahmemessungen durch ein neutrales Messinstitut
durchzuführen seien und es wurde festgestellt, dass periodische
Kontrollen und Messungen bei begründeten Reklamationen vorbehalten
blieben. Die Kosten dafür gingen zulasten des Betreibers (siehe Bg1-
act. 4d S. 2). Als spezielle Auflagen wurde unter Ziffer 2 unter anderem
auch verlangt, dass die Bauherrschaft die bewilligte Mobilfunkanlage in ihr
Qualitätssicherungssystem einzubinden habe und die Inbetriebnahme
dem ANU schriftlich zu melden sei (siehe Bg1-act. 4d S. 3).
2.5. Die Beschwerdeführerin reichte im Rahmen ihrer Eingabe vom
2. September 2021 unter anderem eine eigene Berechnung der
elektrischen Feldstärke an einem neuen OMEN (nachfolgend OMEN
Nr. 7) ein (siehe Akten der Beschwerdeführerin [Bf-act.] 45). Dies
nachdem der Beschwerdeführerin am 28. Juli 2021 – neben der
Ergänzung vom 26. Juli 2021 des vom ANU erstellten Amtsberichtes vom
22. April 2020 – der Fachbericht vom 5. März 2019 zur Stellungnahme
zugestellt worden war. In der Beschwerde vom 25. Oktober 2019 war in
diesem Zusammenhang unter anderem gerügt worden, dass ihnen der
Fachbericht vom 5. März 2019 zu Unrecht nicht zusammen mit dem
Baubescheid vom 17. September 2019 eröffnet worden sei (siehe auch
Replik vom 23. Januar 2020 S. 18). Die Beschwerdeführerin kritisiert in
ihrer Eingabe vom 2. September 2021 neben vielen anderen Aspekten,
- 18 -
dass der Fachbericht vom 5. März 2019 eine unvollständige Liste der
massgebenden OMEN enthalte. Denn bereits zu diesem Zeitpunkt hätten
sich die beiden (neuen) turmartigen Gebäude auf der nordwestlich der
Mobilfunkanlage gelegenen Parzelle H._ im Bau befunden und die
Baubewilligungsbehörde hätte deren gesamtes Volumen erkennen
müssen. Das näher an der fraglichen Mobilfunkanlage gelegene Gebäude
(I._; "J._") enthalte OMEN, die bei der Beurteilung der
Einhaltung der Vorschriften der NISV berücksichtigt werden müssten bzw.
die AGW müssten dort eingehalten werden. Mit der bisherigen, von der
Beschwerdeführerin für adaptive Antennen allerdings bestrittenen,
Berechnungsmethode ergebe sich eine elektrische Feldstärke von
5.34 V/m. Damit sei der AGW von 5 V/m in den Wohnräumen
überschritten und die Änderung der Mobilfunkanlage nicht
bewilligungsfähig. Die Baubewilligung sei antragsgemäss aufzuheben.
2.6. Während die Beschwerdegegnerin 1 am 8. September 2021 auf eine
erneute Stellungnahme zu den beschwerdeführerischen Vorbringen
verzichtete, liess sich die Beschwerdegegnerin 2 am 12. Oktober 2021
dazu vernehmen. Dabei entgegnete sie der beschwerdeführerischen
Kritik. Zur neu vorgebrachten Rüge der Unvollständigkeit der Liste der
OMEN im Fachbericht vom 5. März 2019 bzw. im Standortdatenblatt vom
18. Dezember 2018 stellte sich die Beschwerdegegnerin 2 auf den
Standpunkt, ihr sei bei der Gesuchseinreichung selbstverständlich
bekannt gewesen, dass im näheren Umfeld der bestehenden
Mobilfunkanlage neue OMEN entstünden. Dementsprechend sei die
(gemäss der amtlichen Vermessung erst projektierte) Liegenschaft
I._ im (Plan des) Standortdatenblattes vom 18. Dezember 2018 auch
ausgewiesen. Dazu verwies sie auf den im genannten Situationsplan
1:1000 vom 18. Dezember 2018 rot gestrichelten Grundriss auf der
Parzelle H._ (siehe Bg1-act. 1d). Weiter führte die
Beschwerdegegnerin 2 aus, dass der sich in Entstehung befindliche Bau
- 19 -
nicht in einer Hauptstrahlrichtung liege und deutlich weiter entfernt liege
als die rechnerisch ausgewiesenen OMEN Nr. 2 bis 5 und somit nicht zu
den drei am stärksten belasteten OMEN habe gezählt werden müssen.
Deshalb sei dieser OMEN im Standortdatenblatt nicht ausgewiesen
worden. Selbstverständlich müsse nach der Inbetriebnahme auf sämtliche
OMEN Rücksicht genommen werden, auch auf solche, welche während
einem jahrelangen Bewilligungsverfahren entstanden seien. Bei solchen
OMEN verhalte es sich gleich wie mit solchen, die erst nach der
Inbetriebnahme entstünden. Auch in diesen Fällen müsse die NIS-
Belastung an den OMEN berechnet werden; sollte eine
Grenzwertüberschreitung vorliegen, müsste die Anlage soweit angepasst
werden, dass die Grenzwerte konsequent eingehalten würden. Dies könne
entweder durch abschirmende Massnahmen oder eine Leistungsreduktion
erfolgen.
2.7. Im Nachgang dazu edierte das Gericht am 18. Januar 2022 bei der
Beschwerdegegnerin 1 verschiedene Unterlagen betreffend die
Baubewilligung für das Wohngebäude I._, wo die
Beschwerdeführerin den neuen OMEN Nr. 7 verortete und eine
Überschreitung des zulässigen AGW monierte. Gestützt auf die am
16. Februar 2022 eingegangen Unterlagen wurde das ANU am 4. März
2022 um eine Beurteilung der von der Beschwerdeführerin am
2. September 2021 eingereichten elektrischen Feldstärkeberechnung am
OMEN Nr. 7 ersucht. Nachdem das ANU von der Beschwerdegegnerin 1
noch einen Grundrissplan 1:100 des Gebäudes I._ erhalten hatte,
reichte das ANU am 23. März 2022 seine Beurteilung ein. Dabei kam es
unter anderem zum Schluss, dass an diesem OMEN Nr. 7 die elektrische
Feldstärke 4.98 V/m betrage, womit der AGW von 5 V/m eingehalten sei.
Die Diskrepanz zum errechneten Wert der Beschwerdeführerin führte es
im Wesentlichen darauf zurück, dass die Beschwerdeführerin von einer
anderen horizontalen Distanz zwischen dem Sendemast und OMEN Nr. 7
- 20 -
ausgegangen sei (Beschwerdeführerin: 63.17 m/ANU: 67.70 m). Die
Beschwerdeführerin habe nicht berücksichtigt, dass der OMEN Nr. 7 im
sechsten Obergeschoss des "J._" (I._) gegenüber den unteren
Geschossen zurückversetzt sei. Das ANU konnte dies aufgrund der bei
der Beschwerdegegnerin 1 zusätzlich eingeholten Grundrisspläne
feststellen. Das ANU wies ausserdem darauf hin, dass es sich bei dieser
NIS-Berechnung um eine rechnerische Prognose handle. Weil die
Feldstärke bei OMEN Nr. 7 über 80 % des AGW von 5 V/m liege, werde
nach der Inbetriebnahme der geänderten Sendeanlage zur Überprüfung
der Einhaltung des AGW eine NIS-Abnahmemessung durch ein
akkreditiertes Messinstitut durchgeführt. Zudem legte das ANU dar, dass
gemäss der Vollzugshilfe Mobilfunk- und WLL-Basisstationen,
Vollzugsempfehlung zur NISV des BAFU (vormals Bundesamt für Umwelt,
Wald und Landschaft [BUWAL]) aus dem Jahre 2002 (nachfolgend
Vollzugsempfehlung 2002) empfohlen werde, die zum Zeitpunkt der NIS-
Beurteilung vorliegende Nutzung von Gebäuden und Grundstücken
zugrunde zu legen. Geplante Nutzungserweiterungen wie zum Beispiel
Neubauten sollten dann berücksichtigt werden, wenn entsprechende
Projekte im Baubewilligungsverfahren bereits öffentlich aufgelegt seien.
Im vorliegenden Fall sei die Baubewilligung für das "J._" (I._) im
Mai 2018 erteilt worden. Somit hätte diese Liegenschaft im
Standortdatenblatt vom 18. Dezember 2018 berücksichtigt werden
müssen, was jedoch unterlassen worden sei.
2.8. Nachdem der Beschwerdeführerin namentlich die Beurteilung des ANU
vom 23. März 2022 zur Stellungnahme zugestellt worden war, reichte
diese am 10. Mai 2022 – gestützt auf die ihr nun vorliegenden
Baubewilligungsunterlagen des "J._" (I._) eine neue
Berechnung der elektrischen Feldstärke am OMEN Nr. 7 ein. Dabei
kritisierte sie die Berechnung des ANU zum OMEN Nr. 7 in verschiedener
Hinsicht und erachtete diese als nicht mit der nötigen Sorgfalt erstellt bzw.
- 21 -
bezweifelte überhaupt die Unabhängigkeit des ANU von den
Mobilfunkanbietern. In der Sache rügte die Beschwerdeführerin
insbesondere die vom ANU gewählten vertikalen
Richtungsabschwächungswerte bei den Antennen 3SC1426 und
3SC3436 als unzutreffend. Sie vermutete, dass das ANU die
Richtungsabschwächungswerte aus den gedruckten und nicht
massstäblichen Antennendiagramme im Anhang des
Standortdatenblattes herausgemessen habe und grosszügig zu Gunsten
der Mobilfunkbetreiberin gerundet habe. Das Auslesen von
Richtungsabschwächungswerten aus Antennendiagrammen in
Papierform habe erfahrungsgemäss aber grosse Ungenauigkeiten zur
Folge. Aus diesem Grund reichte die Beschwerdeführerin auch noch von
ihr selbst erstellte Ausdrucke von Antennendiagrammen ein, die – nach
ihren Angaben – aus vektoriellen Portable Document Format-Dateien
(PDF) konvertiert und dann in ein CAD-System importiert worden seien
(siehe Bf-act. 48 - 50). Damit liessen sich die präzisen
Richtungsabschwächungen digital herausmessen bzw. vermassen. Mit
den so ermittelten Richtungsabschwächungen und unter Berücksichtigung
der genauen Grundrisse und Höhenangaben betrage am OMEN Nr. 7 die
elektrische Feldstärke 5.25 V/m, womit der (Anlagen-)Grenzwert massiv
überschritten sei und die Baubewilligung antragsgemäss aufzuheben sei.
2.9. Während die Beschwerdegegnerin 2 sich zu dieser ihr mit Schreiben vom
12. Mai 2022 zur Kenntnis gebrachten Eingabe der Beschwerdeführerin
nicht vernehmen liess, erachtete das ANU in seiner Eingabe vom 23. Mai
2022 die (vorliegende) Diskussion über die Genauigkeit einzelner
Parameter einer rechnerischen Prognose als nicht zweckmässig und hielt
an seiner Beurteilung der Feldstärke bei OMEN Nr. 7 vom 23. März 2022
in allen Punkten fest. Das ANU wies namentlich darauf hin, dass es sich
dabei lediglich um eine rechnerische Prognose handle. Da die Feldstärke
bei OMEN Nr. 7 über 80 % des AGW von 5 V/m liege, werde nach
- 22 -
Inbetriebnahme der geänderten Sendeanlage zur Überprüfung der
Einhaltung der AGW eine NIS-Abnahmemessung durch ein akkreditiertes
Messinstitut durchgeführt. Werde bei der Abnahmemessung eine
Überschreitung des AGW festgestellt, müsse die Mobilfunkbetreiberin die
Leistung reduzieren. Zu diesem Schreiben des ANU liessen sich die
Parteien nicht mehr vernehmen.
3. Gemäss der Vollzugsempfehlung 2002 der für den Umweltschutz
zuständigen Bundesbehörde lässt Art. 3 Abs. 3 NISV offen, wie
Nutzungsreserven in bestehenden Bauten oder auf bereits überbauten
Grundstücken zu behandeln sind. Diesbezüglich wird empfohlen, die zum
Zeitpunkt der Beurteilung (der Mobilfunkanlage) vorliegende Nutzung von
Gebäuden und Grundstücken zugrunde zu legen. Geplante
Nutzungserweiterungen sollen dann berücksichtigt werden, wenn
entsprechende Projekte bereits öffentlich aufgelegt worden sind. Bei erst
nach der Bewilligung der Mobilfunkanlage neu entstandenen OMEN
müssen die AGW ebenfalls eingehalten werden, womit bei einer
entsprechenden Überschreitung der AGW die Mobilfunkanlage
(zumindest) anzupassen ist (siehe Vollzugsempfehlung 2002 S. 15 und
Urteile des Bundesgerichts 1C_680/2013 vom 26. November 2014 E.6.3.1
m.H.a. BGE 128 II 340 E.3 f. und 1C_143/2013 vom 11. November 2013
E.6.2.1 m.H.a. BGE 128 II 340 E.3.7). Das Bundesgericht stützte
betreffend hinreichend konkretisierter Nutzungserweiterungen bzw.
Erweiterungsvorhaben auf bereits teilweise überbauten Grundstücken die
Empfehlung der Vollzugsempfehlung 2002, wenn es in solchen Fällen es
als angebracht erachtete, diese analog zu Art. 3 Abs. 3 lit. c NISV bereits
bei der Erteilung einer Baubewilligung zu berücksichtigen (siehe BGE 128
II 340 E.4.1; Urteile des Bundesgerichts 1C_143/2013 vom 11. November
2013 E.6.2.1, 1C_384/2012 vom 10. Juli 2013 E.3 und 1C_400/2008 vom
19. Oktober 2009 E.3.1). Dieser Rechtsprechung pflichtet vorliegend auch
das ANU zu, wenn es in seiner Beurteilung vom 23. März 2022 auf den
- 23 -
vorstehend wiedergegebenen Inhalt der Vollzugsempfehlung 2002
hinwies und dabei festhielt, dass die Beschwerdegegnerin 2 die
Berücksichtigung des "J._" (I._) im Standortdatenblatt vom
18. Dezember 2018 unterlassen habe, obwohl die Baubewilligung für
dieses Gebäude bereits im Mai 2018 erteilt worden sei. Damit ist
vorliegend erstellt, dass OMEN im "J._" (I._), welches vom
15. Dezember 2017 bis zum 4. Januar 2018 öffentlich aufgelegen ist und
am 8. Mai 2018 mit Baubescheid Nr. 2017-0290 bewilligt worden war
(siehe dazu die am 16. Februar 2022 von der Beschwerdegegnerin
edierten Akten [Ed-act.]), im Rahmen der Erteilung der Bewilligung für die
vorliegenden Mobilfunkanlage am 17. September 2019 zu berücksichtigen
gewesen wären.
4. Dies ist allerdings für das vorliegende Verfahren nur insofern relevant,
sofern sich im "J._" an der I._ OMEN befänden, welche zu den
am drei am stärksten belasteten OMEN (siehe dazu Art. 11 Abs. 2 lit. c
Ziffer 2 NISV) gehörten. Lägen die ermittelten elektrischen Feldstärken an
weiteren OMEN im genannten Gebäude hingegen unterhalb der im
Standortdatenblatt ausgewiesenen elektrischen Feldstärken bei den
OMEN Nr. 2 bis 6 (siehe Bg1-act. 1d S. 4), entspräche das
Standortdatenblatt vom 18. Dezember 2018 den Vorgaben von Art. 11
Abs. 2 NISV.
4.1. Dementsprechend bringt die Beschwerdegegnerin 2 in ihrer Eingabe vom
12. Oktober 2021 auch vor, dass ihr die (geplante) Liegenschaft an der
I._ selbstverständlich bekannt gewesen sei. Dies ergebe sich aus der
Planbeilage vom 18. Dezember 2018 (siehe den rot gestrichelten
Grundriss auf der Parzelle H._ im Situationsplan 1:1000 vom
18. Dezember 2018 [Bg1-act. 1d]). Dabei stellt sich die
Beschwerdegegnerin 2 auch auf den Standpunkt, dass sich der in
Entstehung befindliche Bau (an der I._) nicht in einer
Hauptstrahlrichtung befinde und deutlich weiter entfernt liege, als die
- 24 -
rechnerisch ausgewiesenen OMEN Nr. 2 bis 6 und somit nicht zu den drei
am stärksten belasteten OMEN gezählt werden musste, womit es im
Standortdatenblatt vom 18. Dezember 2018 auch nicht zu berücksichtigen
war. Einen rechnerischen Wert der elektrischen Feldstärke am OMEN
Nr. 7 ermittelte die Beschwerdegegnerin 2 hingegen nicht und nahm auch
nicht konkreter Stellung dazu, inwiefern die beschwerdeführerische
Berechnung der elektrischen Feldstärke am OMEN Nr. 7 gemäss Eingabe
vom 2. September 2021 (Bf-act. 45) – welche mit einem Wert von
5.34 V/m eine deutliche Überschreitung des vorliegend zulässigen AGW
von 5 V/m ausweist – hinsichtlich der verwendeten Parameter nicht
plausibel sein soll. Die Argumentation der Beschwerdegegnerin 2, wonach
die fragliche (Wohn-)Baute an der I._ – im Vergleich zu den im
Standortdatenblatt geprüften OMEN Nr. 2 bis 6 – nicht bzw. weniger stark
in der Hauptstrahlrichtung und deutlich weiter entfernt liege, überzeugt für
sich alleine betrachtet jedenfalls nicht. Zwar trifft es zu, dass sich der
OMEN Nr. 7 mit 67.7 m bzw. 67.6 m (siehe Beurteilung des ANU vom
23. März 2022 inkl. NIS-Immissionsberechnung Mobilfunk vom selben
Datum [act. G11] sowie Bf-act. 46 f.) ca. 20 m bzw. 40 m weiter entfernt
von der strittigen Mobilfunkanlage entfernt befindet als die OMEN Nr. 3
und 4 (siehe Bg1-act. 1d A7 ff. und Bg1-act. 4d S. 2). Die horizontale
Abweichung von der (horizontalen) Hauptstrahlrichtung der Antennen
3SC0709, 3SC1426 und 3SC3436 (Azimut von 320° [in Grad von Norden];
siehe act. G11, Bf-act. 45 ff. sowie Bg1-act. 1c und 1d A1 f.) beträgt aber
bei OMEN Nr. 3 (Azimut: 347° [Bg1-act. 1d A7 f.]) (+)27°, bei OMEN Nr. 4
(Azimut: 344° [Bg1-act. 1d A9 f.]) (+)24° und bei OMEN Nr. 7 (Azimut: 294°
[act. G10 f. und Bf-act. 46 f.]) (-)26°. Insofern unterscheiden sie sich nicht
in erheblichem Masse untereinander. Entscheidend für die fehlende
Nachvollziehbarkeit der Argumentation der Beschwerdegegnerin 2 in ihrer
Eingabe vom 12. Oktober 2021 ist aber der Umstand, dass der
höchstgelegene OMEN Nr. 7 mit 8.76 m (siehe act. G11 und Bf-act. 46) in
Bezug auf die Höhenkote 0 des Standortdatenblattes vom 18. Dezember
- 25 -
2018 (entspricht dem gewachsenen Boden unterhalb der Sendeanlage
bzw. "Schwelle Eingang" bei 614.99 m.ü.M. [siehe Bg1-act. 1d A2 und
Bg1-act. 1c]) wiederum höher liegt als die OMEN Nr. 3 mit 7.04 m (siehe
Bg1-act. 1d A7 f.) und OMEN Nr. 4 mit 2.3 m (siehe Bg1-act. 1d A9 f.).
Daraus resultierten bei den OMEN Nr. 3 und 4 im Vergleich zu OMEN
Nr. 7 grössere vertikale Winkel der OMEN zur kritischen (vertikalen)
Senderichtung bzw. Elevationen des OMEN gegenüber der Antenne (in
Grad von der Horizontalen), die unter Berücksichtigung der
massgebenden Antennendiagramme des Standortdatenblattes für die
Antennen 3SC0709, 3SC1426 und 3SC3436 gesamthaft betrachtet einen
massgeblichen Einfluss auf die vertikalen Richtungsabschwächungswerte
haben. Bei OMEN Nr. 3 betragen diese vertikalen Winkel des OMEN zur
kritischen Senderichtung -6°, -8° und -12°, bei OMEN Nr. 4 sogar -23°,
-25° und -29°. Demgegenüber betragen sie bei OMEN Nr. 7 nur 0°, -2°
(bzw. [+]2° gemäss ANU) und -7° (bzw. 7° gemäss ANU). Dem vertikalen
Antennendiagramm der Antenne 3SC1426, welche zudem mit 2210 W
(ERP) die leistungsstärkste Antenne dieser Mobilfunkanlage ist, lässt sich
etwa entnehmen, dass bei diesem mit zunehmender vertikaler
Abweichung von der Hauptstrahlrichtung bei 0° bzw. der Horizontalen des
Diagrammes die Richtungsabschwächung sehr stark zunimmt (siehe Bg1-
act. 1d A2 und Anhang "Antenna Diagrams [mobile]" S. 7). Insofern macht
es im Hinblick auf die in der Berechnung anzuwendende vertikale
Richtungsabschwächung relativ viel aus, ob man einen vertikalen Winkel
zur kritischen Senderichtung von nur -2° bzw. (+)2° bei OMEN Nr. 7 oder
von -8° beim OMEN Nr. 3 bzw. sogar -25° beim OMEN Nr. 4
berücksichtigen darf. Während bei OMEN Nr. 4 eine vertikale
Richtungsabschwächung von 9.7 dB und bei OMEN Nr. 3 immer noch
eine solche von 8.3 dB resultiert, beträgt diese bei OMEN Nr. 7 nach
Auffassung der Beschwerdeführerin gemäss Berechnung vom 10. Mai
2022 nur noch 0.5 dB bzw. 1 dB gemäss der Berechnung des ANU vom
23. März 2022 (siehe Bg1-act. 1d A7 ff., act. G11 und Bf-act. 46). Bei
- 26 -
Anlagen, welche den Anlagengrenzwert an den drei höchstbelasteten
OMEN gemäss Standortdatenblatt vom 18. Dezember 2018 mit Werten
von 4.91 V/m bis 4.94 V/m ohnehin schon (rechnerisch) stark
ausschöpfen, können selbst geringfügige Unterschiede bei den in der
rechnerischen Prognose angewandten Parametern zu einer potenziellen
Überschreitung des massgebenden AGW für einen OMEN führen resp.
dazu führen, dass ein anderer als die im Standortdatenblatt aufgeführten
OMEN zu den drei höchstbelasteten OMEN gemäss Art. 11 Abs. 2 lit. c
Ziffer 2 NISV zu zählen wäre. Das ANU errechnete gestützt auf die ihm
vorliegenden Baubewilligungsunterlagen der I._ eine elektrische
Feldstärke beim dortigen höchst- und nächstgelegenen OMEN Nr. 7 von
4.98 V/m, womit dieser Wert höher ist, als der höchste im
Standortdatenblatt vom 18. Dezember 2018 (sowie auch im Fachbericht
vom 5. März 2019) ausgewiesene Wert von 4.94 V/m bei OMEN Nr. 6.
Obwohl die Beschwerdegegnerin 2 infolge der Vorgabe von Art. 11 NISV
offensichtlich in der Lage sein muss, elektrische Feldstärken auch am
OMEN Nr. 7 berechnen zu können, reichte sie keine eigene Berechnung
ein, welche klar aufzeigen würde, dass am OMEN Nr. 7 ein Wert für die
elektrische Feldstärke von maximal 4.94 V/m oder weniger resultiert. Dies
wäre aber angesichts des sich ab September 2021 entwickelnden
Streitpunktes um diesen neuen OMEN Nr. 7, wobei sie jeweils über die
jeweiligen Eingaben der Beschwerdeführerin und des ANU in Kenntnis
gesetzt wurde, zu erwarten gewesen. Damit muss als erstellt gelten, dass
das Standortdatenblatt vom 18. Dezember 2018 eigentlich nicht den
Vorgaben von Art. 11 Abs. 2 lit. c Ziffer 2 NISV entspricht. Ob dies für sich
alleine bereits zur Aufhebung des angefochtenen Baubescheides vom
17. September 2019 führen würde, kann mit Blick auf die nachfolgenden
Erwägungen 4.2 ff. offen bleiben (vgl. auch Urteil des Bundesgerichts
1C_97/2018 vom 3. September 2019 E.3.2 f.).
- 27 -
4.2. Das ANU verteidigt in seinem Schreiben vom 23. Mai 2022 die in gewissen
Punkten – aufgrund der seitens der Beschwerdeführerin am 10. Mai 2022
neu beigebrachten Berechnung sowie der entsprechenden Unterlagen –
durchaus nachvollziehbare Kritik an der Berechnung der elektrischen
Feldstärke durch das ANU vom 23. März 2022 namentlich mit dem
Einwand, dass ihm die Diskussion der Genauigkeit einzelner Parameter
einer rechnerischen Prognose nicht zweckmässig erscheine. Dazu ist zu
bemerken, dass gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung die
Abnahmemessung, wie sie auch vorliegend praxisgemäss ab einer
Ausschöpfung der AGW von mindestens 80 % seitens des ANU gefordert
wird (siehe dazu Fachbericht vom 5. März 2019, Ziffer 1.6 [Bg1-act. 4d
S. 2] und Beurteilung des ANU vom 23. März 2022 [act. G11]; vgl. auch
Vollzugsempfehlung 2002 S. 20 und Urteil des Bundesgerichts
1C_399/2021 vom 30. Juni 2022 E.4.1), (nur) eine nachträgliche
Kontrollfunktion zukommt (siehe Urteil des Bundesgerichts 1C_226/2018
vom 3. September 2019 E.2.7). Für die Bewilligung einer neuen bzw. noch
nicht errichteten und in Betrieb genommenen Anlage ist gemäss dem
Bundesgericht und dem BAFU (bzw. vormals BUWAL) aber (in erster
Linie) die rechnerische Strahlungsprognose massgebend (siehe Urteile
des Bundesgerichts 1C_399/2021 vom 30. Juni 2022 E.3.2, 1C_226/2018
vom 3. September 2019 E.2.7, 1C_132/2007 vom 30. Januar 2008 E.4.3
und 1A.118/2005 vom 12. Dezember 2005 E.5; Vollzugsempfehlung 2002
S. 20, wonach eine Anlage nur bewilligt werden soll, wenn sie rechnerisch
den AGW einhält; siehe auch Urteil des Verwaltungsgericht des Kantons
Schwyz III 2021 51 vom 26. August 2021 E.2.6.2 und Urteil des
Baurekursgerichts des Kantons Zürich [BRGE] IV Nr. 0016/2021 vom
4. Februar 2021 E.5.4). Insofern kann die von der Beschwerdeführerin
stammende Berechnung der elektrischen Feldstärke für den OMEN Nr. 7
gemäss Eingabe vom 10. Mai 2022, die auf Basis der konkreten
Baubewilligungsunterlagen für die I._ bzw. der vom ANU
angenommenen örtlichen Angaben für den OMEN Nr. 7 bestimmt wurde,
- 28 -
nicht ohne weiteres und einzig mit einem solchen Hinweis auf eine ohnehin
erforderliche Abnahmemessung entkräftet werden. Das Bundesgericht
entschied sodann, dass die Anordnung einer Abnahmemessung für sich
allein nicht genügt, um eine Baubewilligung aufrechtzuerhalten, wenn die
rechnerische Prognose eine Überschreitung des massgeblichen
Anlagegrenzwertes an einem oder mehreren OMEN ergibt (siehe Urteil
des Bundesgerichts 1A.118/2005 vom 12. Dezember 2005 E.5). Auch das
ANU führt in der "Information zu Strahlung von Sendeanlagen und zur
Einführung der 5G-Technologie (New Radio) im Kanton Graubünden" vom
Oktober 2020 auf Seite 7 (abrufbar
unter:https://www.gr.ch/DE/institutionen/verwaltung/ekud/anu/ANU_Doku
mente/ANU-412-11d_Information_Strahlung_Sendeanlagen.pdf, zuletzt
besucht am: 2. November 2022) aus, dass als allgemeine
Bewilligungsvoraussetzung die Gesuchsteller betreffend den Bau oder die
Änderung einer Mobilfunkanlage (mittels eines vom ANU neutral zu
überprüfenden Standortdatenblattes) den Nachweis zu erbringen hätten,
ob die AGW an den exponiertesten bzw. nächstgelegenen OMEN in der
Nachbarschaft eingehalten würden. Sodann wird auch in der
Kurzinformation zum "Verfahren bei neuen Änderungen bei bestehenden
Sendeanlagen" des ANU, ebenfalls vom Oktober 2020 auf Seite 5
(abrufbar unter:
https://www.gr.ch/DE/institutionen/verwaltung/ekud/anu/ANU_Dokument
e/ANU-412-10d_Kurzinformation_Verfahren_Sendeanlagen.pdf, zuletzt
besucht am: 2. November 2022) im Zusammenhang mit dem Ablauf des
Baubewilligungsverfahrens darauf hingewiesen, dass im Rahmen der
Beurteilung (des Standortdatenblattes) durch das ANU an den OMEN die
AGW in jedem Fall eingehalten werden müssten (siehe auch JÄGER, in:
Griffel/Liniger/Rausch/Thurnherr (Hrsg.), a.a.O., S. 413 Rz. 4.309).
4.3. Vorliegend stellt sich also noch die Frage, ob mit der Berechnung der
elektrischen Feldstärken durch das ANU vom 23. März 2022 beim OMEN
- 29 -
Nr. 7 eine rechnerische Prognose (siehe für die Grundsätze dazu die
Vollzugsempfehlung 2002 S. 24 f. und WITTWER, a.a.O., S. 61 ff.) vorliegt,
welche nachvollziehbar die Einhaltung des AGW von 5 V/m an diesem
OMEN belegt und die davon abweichende Berechnung der dortigen
elektrischen Feldstärke vom 10. Mai 2022 seitens der Beschwerdeführerin
die Beurteilung des ANU nicht nachvollziehbar zu entkräften vermag. Das
ANU ist gemäss Art. 1 Abs. 2 KUSV die zuständige Fachstelle für den
Umweltschutz und somit gemäss Art. 27 f. und Art. 31 Abs. 2 KUSV
betreffend die Beurteilung der Einhaltung der Vorschriften über den Schutz
vor nichtionisierender Strahlung im Rahmen von Bewilligungsverfahren
anzuhören bzw. dafür zuständig. Dementsprechend ist grundsätzlich
davon auszugehen, dass sie aufgrund der ihr gesetzlich obliegenden
Aufgabe – welche das ANU bereits mittels Fachbericht vom 5. März 2019
betreffend das Standortdatenblatt vom 18. Dezember 2018
wahrgenommen hatte – fachlich kompetent ist eine solche rechnerische
Prognose der elektrischen Feldstärke an einem OMEN vorzunehmen bzw.
zu überprüfen.
4.3.1. Für den vorliegend zur Diskussion stehenden OMEN Nr. 7 sind die
Feldstärkebeträge der Antennen 3SC0709, 3SC1426 und 3SC3436 bzw.
die den rechnerischen Prognosen zugrundeliegenden
Richtungsabschwächungswerte entscheidend, da bei den übrigen
Antennen die totale Richtungsabschwächung ohnehin das Maximum von
15 dB (siehe dazu die Vollzugsempfehlung 2002 S. 24) bzw. 31.62 als
Abschwächungsfaktor Ɣn zur Anwendung gelangte (siehe act. G11 und Bf-
act. 45 f.; siehe auch für die Berechnung des Abschwächungsfaktors Ɣ: Vollzugsempfehlung 2002 S. 25). Die relevantesten Differenzen zwischen
den Auffassungen des ANU und der Beschwerdeführerin bestehen dabei
bei den vertikalen Richtungsabschwächungen der Antennen 3SC1426
und 3SC3436 sowie der horizontalen Richtungsabschwächung der
Antenne 3SC3436.
- 30 -
4.3.2. Wirft man zuerst einen Blick auf die vertikale Richtungsabschwächung bei
der (adaptiven) Antenne 3SC3436, ist festzustellen, dass die Berechnung
des ANU von einem Vertikalwinkel (zur kritischen Senderichtung) von +7°
ausgeht, während die Beschwerdeführerin von -7° ausgeht. Das ANU legt
seiner Berechnung eine Richtungsabschwächung vertikal von 1 dB
zugrunde (siehe act. G11), während die Beschwerdeführerin diesen Wert
aufgrund der ihrerseits erstellten und (vektoriell) vermassten
Antennendiagramme nur mit 0.1 dB veranschlagt (siehe Bf-act. 46 und
50). Die Unterkannte der Antenne 3SC3436 beträgt bei beiden
Berechnungen 17 m ab der Höhenkote 0 (entspricht 614.99 m.ü.M.) und
somit 631.99 m.ü.M. Die absolute Höhe des OMEN Nr. 7 beträgt bei
beiden Berechnungen 623.75 m.ü.M (614.99 m.ü.M. + 8.76 m [siehe
act. G11] und Bf-act. 46). Somit liegt der OMEN Nr. 7 absolut gesehen
tiefer als die (Unterkannte der) Mobilfunkantenne. Insofern erscheint die in
der Berechnung des ANU vom 23. März 2022 angegebene Vertikaldistanz
von 8.24 m von der (Unterkante der) Antenne 3SC3436 zum OMEN bzw.
eine Vertikalwinkel von (+)7° im Hinblick auf die Ermittlung des vertikalen
Richtungsabschwächungswertes infolge der (absolut gesehen) höheren
Lage der Antenne gegenüber dem OMEN Nr. 7 wenig nachvollziehbar.
Auch der vom ANU mit 1 dB veranschlagte vertikale
Richtungsabschwächungswert, ist auf Basis der Antennendiagramme für
die Antenne 3SC3436 gemäss Standortdatenblatt vom 18. Dezember
2018 schwer nachvollziehbar, berührt doch die Linie mit den
Abschwächungswerten für die Vertikale unterhalb von 0° bzw. der
Horizontalen bei -7° fast die 0 dB Skala. Demgegenüber ist im Bereich bei
(+)7 oberhalb der 0°-Linie bzw. Horizontalen immerhin ein gewisser
Abstand von der 0 dB-Skalierung erkennbar (siehe Bg1-act. 1d Anhang
"Antenna Diagrams [mobile]" S. 10). Diese Unterschiede im
Antennendiagramm lassen auf ein asymmetrisches Antennendiagramm
schliessen, wo ein Vertikalwinkel von (+)7° nicht zu denselben vertikalen
Dämpfungswerten wie -7° führen. Gemäss Standortdatenblatt vom
- 31 -
18. Dezember 2018 weist die Antenne 3SC3436 einen mechanischen und
elektrischen Neigungswinkel von 0° auf, womit auch der gesamte
Neigungswinkel ebenfalls bei 0° liegt (siehe Bg1-act. 1d A2). Die von der
Beschwerdeführerin verwendeten Parameter von -8.24 m
Höhenunterschied der Antenne zum OMEN und dementsprechend eine
Elevation des OMEN gegenüber der Antenne von -7° sind im Hinblick auf
die Ermittlung des vertikalen Richtungsabschwächungswertes infolge der
tieferen Lage des OMEN Nr. 7 im Vergleich zur Antenne 3SC3436
durchaus plausibel. Aufgrund des aus dem einschlägigen vertikalen
Antennendiagramm erkennbaren asymmetrischen Dämpfungsverlauf um
0° bzw. der Horizontalen, erscheint eine vertikale
Richtungsabschwächung von 1 dB jedenfalls weniger gut nachvollziehbar
als eine solche von 0.5 dB oder sogar noch weniger. Dass für die
Ermittlung der Richtungsabschwächungswerte auf ganze dB-Werte zu
runden wäre, ergibt sich so auch nicht aus den Berechnungen der
Beschwerdegegnerin 2 für die OMEN Nr. 2 bis 6 im Standortdatenblattes
vom 18. Dezember 2018. Dort sind diese Parameter jeweils bis auf die
erste Nachkommastelle genau angegeben (siehe Bg1-act. 1d A5 ff.).
Setzte man bei ansonsten unveränderten Parametern in der Berechnung
des ANU vom 23. März 2022 diesen vertikalen
Richtungsabschwächungswert lediglich auf 0.5 dB herab, resultierte ein
(kumulierter) Wert für die elektrische Feldstärke der (gesamten) Anlage
EAnlage von 5.01 V/m, was aber bereits über den massgebenden AGW von
5 V/m läge.
4.3.3. Aufgrund der vorliegenden Akten ist zudem auch bei dem vom ANU
angewendeten Wert der vertikalen Richtungsabschwächung bei der
Antenne 3SC1426 ein Fragezeichen zu setzen. Während das ANU bei
einem Vertikalwinkel von (+)2° einen Wert von 1 dB in die rechnerische
Prognose eingesetzt hat (siehe act. G11), erachtet die
Beschwerdeführerin aufgrund ihrer vektoriellen Auswertung einen Wert
- 32 -
von 0.5 dB bei einem vertikalen Winkel des OMEN zur kritischen
Senderichtung von -2° als korrekt (siehe Bf-act. 46 und 49). Betrachtet
man das vertikale Antennendiagramm 3SC1426 im Standortdatenblatt
vom 18. Dezember 2018 (siehe Bg1-act. 1d Anhang "Antenna Diagrams
[mobile]" S. 7), dann erscheint eine vertikale Richtungsabschwächung von
1 dB ohne Rundung auf eine ganze Zahl (siehe dazu auch bereits die
vorstehende Erwägung 4.3.2) schwer nachvollziehbar. Zieht man bei (+)2°
bzw. -2° beim vertikalen Antennendiagramm eine Linie, schneidet sich
diese mit der Antennendiagrammkurve ca. bei einer Distanz von der 0 dB-
Skala von ca. 0.9 mm. Die Distanz der Skala von 0 dB bis -3 dB beträgt
ca. 3.8 mm bzw. ca. 38 mm für den Bereich von 0 dB bis -30 dB. Damit
ergibt sich ein vertikaler Richtungsabschwächungswert, welcher näher bei
dem von der Beschwerdeführerin angenommenen Wert von 0.5 dB liegt
als demjenigen des ANU von 1 dB (3 dB / ca. 3.8 mm x ca. 0.9 mm = ca.
0.7 dB). Insofern erscheint auch der vom ANU seiner Berechnung
zugrunde gelegte vertikale Richtungsabschwächungswert von 1 dB bei
der Antenne 3SC1426 als nicht hinreichend nachvollziehbare Grundlage
für die rechnerische Prognose der elektrischen Feldstärke beim OMEN
Nr. 7. Setzte man bei ansonsten unveränderten Parametern in der
Berechnung des ANU vom 23. März 2022 diesen vertikalen
Richtungsabschwächungswert auch nur auf 0.7 dB herab, resultierte ein
(kumulierter) Wert für die elektrische Feldstärke der (gesamten) Anlage
EAnlage von 5.09 V/m, was ebenfalls über den massgebenden AGW von
5 V/m läge.
4.3.4. Reduzierte man im Rahmen der rechnerischen Prognose für den OMEN
NR. 7 den Wert der vertikalen Richtungsabschwächung bei der Antenne
3SC1426 auch nur auf 0.7 dB und bei der Antenne 3SC3436 auf 0.5 dB,
resultierte am OMEN Nr. 7 ein (kumulierter) Wert für die elektrische
Feldstärke der (gesamten) Anlage EAnlage von 5.11 V/m. Bei einer
fehlenden, nachvollziehbaren rechnerischen Prognose über die
- 33 -
Einhaltung der anwendbaren AGW auch am höchstbelasteten OMEN,
kann gemäss der in der vorstehenden Erwägung 4.2 dargelegten
Rechtsprechung aber nicht gesagt werden, dass die Vorschriften über den
Schutz vor nichtionisierender Strahlung nachgewiesenermassen
eingehalten wären. Im Ergebnis ist festzustellen, dass es dem strittigen
Baugesuch mit den aktuellen Kenndaten – mangels nachvollziehbarer
rechnerische Prognose (vgl. dazu auch Urteil des Verwaltungsgericht des
Kantons Schwyz III 2021 51 vom 26. August 2021 E.2.5.1 ff. und BRGE
IV Nr. 0016/2021 vom 4. Februar 2021 E.5.4) über die Einhaltung des
AGW beim (auch gemäss Berechnung des ANU) höchstbelasteten OMEN
– an einem rechtskonformen Nachweis über die Einhaltung der
bundesrechtlichen Vorschriften über den Schutz vor nichtionisierender
Strahlung mangelt und dieses somit infolge der Vorgaben von Art. 22
Abs. 3 RPG und Art. 89 Abs. 1 KRG i.V.m. Art. 11 ff. USG und der NISV
nicht hätte bewilligt werden dürfen. Daran ändert nichts, dass das BAFU
am 23. Februar 2021 einen Nachtrag betreffend adaptive Antennen zur
Vollzugsempfehlung 2002 (Vollzugshilfenachtrag 2021) herausgegeben
hat und dort für adaptive Antennen nun unter gewissen Voraussetzungen
die Anwendung von Korrekturfaktoren auf die Sendeleistung solcher
Antennentypen zulässt. Dabei ändert sich an der Berechnung der
elektrischen Feldstärke an OMEN im Standortdatenblatt aber nichts
grundsätzliches, sondern erfolgt im Wesentlichen weiterhin aufgrund der
Vollzugsempfehlung (2002) samt den zwischenzeitlich ergangenen
Nachträgen (siehe Vollzugshilfenachtrag 2021, S. 7 ff.; siehe betreffend
die Korrekturfaktoren auch die Erläuterung des BAFU zu adaptiven
Antennen und deren Beurteilung gemäss der Verordnung über den Schutz
vor nichtionisierender Strahlung [NISV] vom 23. Februar 2021, S. 21 ff.).
Gemäss Amtsberichtsergänzung des ANU vom 26. Juli 2021 setzte die
Berufung auf die Anwendung dieser Korrekturfaktoren zudem in jedem
Fall ein neues Standortblatt mit den notwendigen Angaben voraus (siehe
act. G6 S. 2). Solange ein solches nicht vorliegt und namentlich die
- 34 -
Voraussetzungen für die Anwendbarkeit der Korrekturfaktoren für adaptive
Antennen nicht nachgewiesen sind, kann sich die Beschwerdegegnerin 2
auf allfällige Vorteile bzw. Erleichterungen infolge der nunmehr bei
adaptiven Antennen in Frage kommenden Korrekturfaktoren ohnehin nicht
berufen. Mangels Vorliegen eines Standortdatenblattes, welches den
Vorgaben der NISV und der Vollzugsempfehlung 2002 samt aller
zwischenzeitlich ergangenen Nachträgen entspricht, sowie – unter
Berücksichtigung der bundesgerichtlichen Rechtsprechung – eine
vollständige und bundesrechtskonforme Beurteilung der Einhaltung der
Vorschriften über den Schutz vor nichtionisierender Strahlung erlauben
würde, ändert am vorstehend erwähnten Ergebnis auch nichts, dass seit
dem 1. Januar 2022 Anhang 1 Ziffer 62 Abs. 5bis NISV bestimmt, dass die
Anwendung von Korrekturfaktoren gemäss Anhang 1 Ziffer 63 Abs. 2
NISV bei bestehenden adaptiven Antennen nicht als Änderung einer
Anlage (im Sinne von Anhang 1 Ziffer 62 Abs. 5 NISV) gilt. Denn
vorliegend steht keine Anlage mit (bewilligten) bestehenden adaptiven
Sendeantennen zur Diskussion, sondern die adaptiven und
beamformingtauglichen Antennen 1SC3436 bis 3SC3436 (siehe dazu
Stellungnahme vom 21. Mai 2019 der Beschwerdegegnerin 2 zur
Einsprache [Bg1-act. 3 S. 6] und Vernehmlassung der
Beschwerdegegnerin 2 vom 13. November 2019 S. 5 f.) bilden gerade
Gegenstand des strittigen Bewilligungsverfahrens.
4.4. Der Baubescheid Nr. F._ vom 17. September 2019 ist somit – dem
(materiellen) Antrag der Beschwerdeführerin entsprechend – insoweit
aufzuheben, als dass er das vorliegend zu beurteilende Bauvorhaben
bewilligte und die dagegen erhobene Einsprache der Beschwerdeführerin
abwies (siehe Bg1-act. 4f Dispositivziffer 1.1 und 2 ff.). Der
Beschwerdegegnerin 2 steht es aber natürlich frei, ein neues bzw.
geändertes Baugesuch mit rechtsgenüglichem (rechnerischen) Nachweis
über die Einhaltung der Vorschriften über den Schutz vor
- 35 -
nichtionisierender Strahlung einzureichen und von den zuständigen
Behörden im massgebenden Verfahren beurteilen zu lassen (vgl.
ZAUGG/LUDWIG, a.a.O., Art. 34/34a Rz. 8, FRITSCHE/BÖSCH/WIPF/KUNZ,
Zürcher Planungs‐ und Baurecht, Band 1, 6. Aufl., Wädenswil 2019,
Rz. 6.5.1.3 und MÄDER, Das Baubewilligungsverfahren, Zürich 1991,
S. 126 Rz. 271; vgl. auch BGE 108 Ia 216 E.4c und Urteile des
Bundesgerichts 1C_178/2021 vom 3. März 2022 E.4.6, 1A.289/2004 vom
7. Juni 2005 E.4.2.2 und 1A.110/2001 vom 4. Dezember 2001 E.7.3).
4.5. Infolge der von der Beschwerdeführerin in materieller Hinsicht beantragten
Aufhebung des Baubescheides resp. Abweisung des Baugesuches (mit
den vorliegend zu beurteilenden Kenndaten), erübrigt es sich bei diesem
Verfahrensausgang auf die weiteren Rügen (vgl. Urteil des
Bundesgerichts 1C_383/2020 vom 16. März 2021 E.7) und die auch
replicando beantragte, aber ohnehin auf eine Beweisabnahme gerichtete
Verhandlung (mit oder ohne Augenschein) der Beschwerdeführerin
einzugehen (vgl. BGE 136 I 279 E.4, 128 I 59 E.2a/bb f. und 122 V 47 E.3a
ff. sowie Urteile des Bundesgerichts 8C_521/2021 vom 22. März 2022 E.6,
9C_73/2021 vom 20. September 2021 E.3.1 f., 9C_71/2021 vom
20. September 2021 E.2.1 f. und 1C_421/2007 vom 12. November 2008
E.2.1 ff.). Es ist aber immerhin noch zu bemerken, dass es sich im
Rahmen eines neuen Baugesuches wiederum um eine Bundesaufgabe
handelt, auch wenn die Änderung der Mobilfunkanlage innerhalb der
Bauzone erfolgt (siehe dazu Urteile des Bundesgerichts 1C_348/2017
vom 21. Februar 2018 E.5.1 und 1C_173/2016 vom 23. Mai 2017 E.3.2, je
m.H.a. BGE 131 II 545 E.2.2). Hinzu kommt, dass sich der Baustandort
gemäss der Aufnahme zum Bundesinventar der schützenswerten
Ortsbilder der Schweiz von nationaler Bedeutung (ISOS) der Stadt
B._ aus dem Jahre 2020 im Ortsbildteil (mit Beziehungswert)
"K._" mit (immerhin) dem Erhaltungsziel "Sensibler Bereich" befindet,
wobei es sich dabei um ein (Bundes-)Inventar nach Art. 5 des
- 36 -
Bundesgesetzes über den Natur- und Landschaftsschutz (NHG; SR 451)
handelt. Insofern ist noch auf die Publikationsmodalitäten gemäss Art. 12b
Abs. 2 NHG hinzuweisen, wobei allerdings die aktuellsten Publikationen
zu Bauvorhaben betreffend Mobilfunkanlagen im Kantonsamtsblatt
Graubünden durch die Stadt B._ bereits auf eine Praxis hinzuweisen
scheint, die mit den Vorgaben von Art. 12b Abs. 2 NHG vereinbar ist.
5. Bei diesem Ausgang des Verfahrens gehen die Gerichtskosten,
bestehend aus einer Staatsgebühr und den Kanzleiauslagen (Art. 75
Abs. 1 lit. a und b VRG), gestützt auf Art. 73 Abs. 1 VRG zu Lasten der
Beschwerdegegnerin 2, welche als Anlageninhaberin zur Einreichung
eines den Anforderungen von Art. 11 Abs. 2 NISV entsprechenden
Standortdatenblattes verpflichtet ist (siehe Art. 11 Abs. 1 NISV). Die
Staatsgebühr ist in Anwendung von Art. 75 Abs. 2 VRG auf CHF 3'000.--
festzusetzen.
6. Die unterliegende Beschwerdegegnerin 2 hat der obsiegenden
Beschwerdeführerin zudem die durch den Rechtsstreit verursachten
notwendigen Kosten zu ersetzen (siehe Art. 78 Abs. 1 VRG). Die
Rechtsvertretung der Beschwerdeführerin reichte am 21. Februar 2020
eine Honorarnote vom 13. Februar 2020 im Betrag von CHF 3'120.--
(10 Stunden à CHF 300.-- zzgl. 4 % Spesenpauschale) ein. MWST wurde
keine geltend gemacht, wobei gemäss UID-Registereintrag die
Beschwerdeführerin MWST-pflichtig ist und dies gemäss PVG 2015 Nr. 19
einem Ersatzanspruch auf den MWST-Betrag auch entgegenstehen
würde (siehe anstatt vieler: VGU R 19 73, R 19 74, R 19 75, R 19 76 vom
28. September 2021 E.13 und U 21 23 vom 4. Juni 2021 E.3.3). Gemäss
Art. 2 Abs. 1 und 2 der Verordnung über die Bemessung des Honorars der
Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälte (Honorarverordnung, HV;
BR 310.250) setzt die urteilende Instanz die Parteientschädigung der
obsiegenden Partei nach Ermessen fest, wobei sie grundsätzlich von dem
der entschädigungsberechtigen Partei für die anwaltliche Vertretung in
- 37 -
Rechnung gestellten Betrag ausgeht. Der vereinbarte Stundenansatz
zuzüglich allfälligem Interessenwertzuschlag muss aber üblich sein, darf
keine Erfolgszuschläge enthalten und die geforderte Entschädigung darf
nicht zu einer von der Sache bzw. von legitimen Rechtschutzbedürfnissen
her nicht gerechtfertigten Belastung der unterliegenden Partei führen
(Art. 2 Abs. 2 Ziffer 1 und 3 HV). Üblich ist ein Stundenansatz zwischen
CHF 210.-- und 270.-- (siehe Art. 3 Abs. 1 HV). Gemäss Art. 2 Abs. 2
Ziffer 2 HV und Art. 16a Abs. 2 des Anwaltsgesetzes (BR 310.100) muss
der geltend gemachte Aufwand zudem angemessen und für die
Prozessführung erforderlich sein. Gemäss Art. 4 Abs. 1 HV haben die
Parteien grundsätzlich zu Beginn des Verfahrens eine vollständige,
unterschriebene Honorarvereinbarung einzureichen. Wenn dies
unterlassen wird, kann die urteilende Instanz davon absehen, für die
Festsetzung der Parteientschädigung die Anwaltsrechnung bzw.
Honorarnote beizuziehen. Das Dokument "Auftrag und Vollmacht" vom
19. Dezember 2019 weist keinen exakt bestimmten Honoraransatz aus,
welcher als Honorarvereinbarung im Sinne von Art. 4 Abs. 1 HV
verstanden werden könnte. Insofern ist der geltend gemachte
Stundenansatz von CHF 300.-- nicht im Sinne von Art. 2 Abs. 2 Ziffer 1
i.V.m. Art. 4 Abs. 1 HV nachgewiesen. Damit wäre praxisgemäss von
einem zu entschädigenden Stundenansatz von CHF 240.-- auszugehen
(siehe anstatt vieler: VGU R 20 9 vom 1. Februar 2022 E.7.2.3 m.H.a. R 20
43 vom 1. September 2020 E.1.2.2). Ausserdem werden 4 %
Pauschalspesen geltend gemacht. Praxisgemäss wird aber lediglich eine
Spesenpauschale von 3 % auf dem Honorar anerkannt (siehe etwa VGU
R 20 96 vom 11. Januar 2022 E.4.2.2, R 18 60 vom 2. Dezember 2019
E.7.3, A 18 23 vom 10. September 2019 E.7, R 16 67 vom 22. Juni 2017
E.13b und S 16 22 vom 13. Juni 2017 E.8b). Die Honorarnote vom
13. Februar 2020 umfasst Aufwendungen vom 18. Dezember 2019 bis
zum 13. Februar 2020. Im Nachgang dazu äusserte sich die
Beschwerdeführerin allerdings noch mehrmals im vorliegenden Verfahren,
- 38 -
wobei aber vielfach auch bereits Ausgeführtes wiederholt wurde. Eine
aktualisierte Honorarnote wurde seitens der Beschwerdeführerin aber
nicht eingereicht. Damit ist der als angemessen und für die
Prozessführung als erforderlich zu betrachtende Aufwand und somit zu
entschädigende Vertretungsaufwand ermessensweise durch das Gericht
festzulegen. Vorliegend rechtfertigt sich, die Parteientschädigung zu
Gunsten der Beschwerdeführerin auf pauschal CHF 6'000.-- (inkl.
Spesen) festzusetzen. In diesem Umfang hat die unterliegende
Beschwerdegegnerin 2 die Beschwerdeführerin aussergerichtlich zu
entschädigen.