# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** e4be78ea-451f-5dbb-921e-ef231cc5ac3c
**Court:** BE_VB
**Chamber:** BE_VB_001
**Year:** 2016
**Language:** de
**Jurisdiction:** BE / Espace_Mittelland
**Law Area:** Public
**Law Sub-area:** $law_sub_area

## Facts

I. Sachverhalt
1. Der Beschwerdeführer ist Eigentümer der Parzelle Gündlischwand Grundbuchblatt
Nr. C._. Diese liegt in der Landwirtschaftszone und im Landschaftsschutzgebiet.
Mit Wiederherstellungsverfügung vom 28. Dezember 2015 forderte die Gemeinde
Gündlischwand den Beschwerdeführer auf, die auf der Parzelle Nr. C._
ausgeführten Arbeiten bis zum 31. Januar 2016 rückgängig zu machen. Namentlich seien
der Cheminéeofen und die Kochnische auszubauen und das Bett zu entfernen. Zudem sei
das vor dem Gebäude abgestellte Boot zu beseitigen. Das Gebäude (Schopf) dürfe nicht
zu Wohnzwecken genutzt werden. Gleichzeitig wies die Gemeinde auf die Möglichkeit
eines nachträglichen Baugesuchs hin und drohte die Ersatzvornahme und eine Busse bei
Nichtbefolgung an.
RA Nr. 120/2016/6 2
2. Gegen diese Verfügung reichte der Beschwerdeführer am 26. Januar 2016
Beschwerde bei der Bau-, Verkehrs- und Energiedirektion des Kantons Bern (BVE) ein. Er
beantragt die Aufhebung der angefochtenen Verfügung, gegebenenfalls unter
Rückweisung der Sache an die Gemeinde zur Neubeurteilung.
3. Das Rechtsamt, welches die Beschwerdeverfahren für die BVE leitet1, holte die
Vorakten ein und führte den Schriftenwechsel durch. Die Gemeinde hielt mit Eingabe vom
15. Februar 2016 an der angefochtenen Verfügung fest. Sie teilte zudem mit, dass der
Beschwerdeführer kein nachträgliches Baugesuch eingereicht habe. Da die betroffene
Parzelle ausserhalb der Bauzone liegt, holte das Rechtsamt zudem eine Stellungnahme
des Amtes für Gemeinden und Raumordnung (AGR) ein. Das AGR beantragt mit Eingabe
vom 11. Februar 2016 die Abweisung der Beschwerde.

## Considerations

II. Erwägungen
1. Sachurteilsvoraussetzungen
Gemäss Art. 49 Abs. 1 BauG2 können baupolizeiliche Verfügungen nach Art. 45 bis 48
BauG innert 30 Tagen seit Eröffnung mit Beschwerde bei der BVE angefochten werden.
Der Beschwerdeführer ist als Adressat durch die angefochtene Verfügung beschwert und
daher zur Beschwerde legitimiert. Auf seine form- und fristgerecht eingereichte
Beschwerde ist einzutreten.
2. Rechtliches Gehör
a) Der Beschwerdeführer rügt eine Verletzung seines Anspruchs auf rechtliches Gehör.
Obwohl er vorgängig sowohl das Vorliegen einer Zweckänderung als auch die
Bewilligungspflicht bestritten habe, begründe die Gemeinde ihre Ansicht, wonach eine
1 Art. 7 der Verordnung vom 18. Oktober 1995 über die Organisation und die Aufgaben der Bau-, Verkehrs- und Energiedirektion (OrV BVE; BSG 152.221.191) 2 Baugesetz vom 9. Juni 1985 (BauG; BSG 721)
RA Nr. 120/2016/6 3
baubewilligungspflichtige Zweckänderung vorgenommen worden sei, in der angefochtenen
Verfügung nicht.
b) Der Anspruch auf rechtliches Gehör nach Art. 21 ff. VRPG3 gibt den Parteien das
Recht, sich zur Sache zu äussern, erhebliche Beweise beizubringen, Einsicht in die Akten
zu nehmen, mit erheblichen Beweisanträgen gehört zu werden und an der Erhebung
wesentlicher Beweise entweder mitzuwirken oder sich zumindest zum Beweisergebnis zu
äussern.
Nach Art. 52 Abs. 1 Bst. b VRPG muss eine Verfügung eine Begründung enthalten. Eine
Begründung muss so abgefasst sein, dass die Betroffenen die Verfügung sachgerecht
anfechten können. Es müssen wenigstens kurz die Überlegungen genannt werden, von
denen sich die Behörde hat leiten lassen und auf die sich ihr Entscheid stützt. Die Behörde
muss jedoch nicht auf jedes Argument der Parteien eingehen; es genügt, wenn sie sich mit
den wesentlichen Gesichtspunkten auseinandergesetzt hat.4
c) Der angefochtene Entscheid ist eher knapp gefasst. Die Gemeinde listet jedoch darin
die einzelnen Arbeiten auf, aus denen sie das Vorliegen einer Umnutzung zu
Wohnzwecken ableitet. Aus dem Entscheid geht weiter hervor, dass die Gemeinde diese
Umnutzung als baubewilligungspflichtige Zweckänderung betrachtet und deshalb – da
keine Baubewilligung beantragt wurde – die Wiederherstellung anordnet. Dem
Beschwerdeführer waren damit die wesentlichen Entscheidgründe bekannt. Allgemein wird
vorausgesetzt, dass die Bewilligungspflicht für Bauvorhaben bekannt ist.5 Die
Begründungspflicht wird daher nicht verletzt, wenn in der Wiederherstellungsverfügung die
gesetzlichen Bestimmungen, aus denen sich die Baubewilligungspflicht ergibt, unerwähnt
bleiben. Im Wiederherstellungsverfahren war zudem die Gemeinde nicht gehalten, die
Bewilligungsfähigkeit ausführlich zu prüfen. Der Verzicht auf entsprechende Ausführungen
verletzt daher die Begründungspflicht nicht.
3 Gesetz vom 23. Mai 1989 über die Verwaltungsrechtspflege (VRPG; BSG 155.21) 4 BVR 2013 S. 443 E. 3.1.1; Merkli/Aeschlimann/Herzog, Kommentar zum bernischen VRPG, 1997, Art. 52 N. 5 5 BVR 2006 S. 451 f. Ziff. 5.4
RA Nr. 120/2016/6 4
3. Bewilligungspflicht betreffend Innenausbau
a) Der Beschwerdeführer bestreitet, dass eine Zweckänderung vorliegt. Der Kanton
Bern als vormaliger Eigentümer habe das Gebäude als forstwirtschaftliche Werkstatt,
Magazin und Büro genutzt. Der Beschwerdeführer habe Boden, Wände und Decken im
Büro saniert. Zudem habe er im Büro einen Schwedenofen eingebaut, den er an den
bestehenden Kamin angeschlossen habe. Er habe eine Kochnische mit zwei heizbaren
Herdplatten erstellt und ein Bett in den Raum platziert. Er nutze das Gebäude als Werkstatt
und Büro. Die Möglichkeit, eine warme Mahlzeit zuzubereiten und zu übernachten, stehe
im Zusammenhang mit dieser Nutzung. Im Übrigen sei das Gebäude vor dem Erwerb
durch den Kanton Bern im Jahr 1949 zu Wohnzwecken benutzt worden.
b) Es ist unbestritten, dass das Gebäude vom Kanton Bern als vormaligen Eigentümer
nicht zu Wohnzwecken genutzt wurde, sondern als Schopf bzw. für forstwirtschaftliche
Zwecke. Sofern der Beschwerdeführer das Gebäude anders nutzt als der Kanton Bern, von
dem er das Eigentum erworben hat, liegt eine Zweckänderung vor. Ob das Gebäude zu
früheren Zeiten für Wohnzwecke genutzt wurde, ist irrelevant.
c) In Frage steht demnach, ob die vom Beschwerdeführer vorgenommenen
Änderungen am Innenausbau als Zweckänderung im Sinne von Art. 1a Abs. 2 BauG zu
qualifizieren sind. Den in den Vorakten enthaltenen Fotografien6 lässt sich entnehmen,
dass neu ein Parkettboden eingefügt wurde und die vormals in Rohbeton gehaltenen
Wände nunmehr weiss sind. Gemäss den eigenen Angaben des Beschwerdeführers hat er
zudem die Decke saniert. Unbestrittenermassen hat er ausserdem eine Kochnische, einen
Schwedenofen und ein Bett angebracht. Diese Massnahmen stehen in keinem
erkennbaren Zusammenhang mit einer land- oder forstwirtschaftlichen Nutzung. Mit den
Arbeiten an Boden, Wänden und Decke wurden nicht nur Schäden behoben, sondern der
Innenraum wurde insgesamt deutlich ansprechender gestaltet. Auch der Einbau des
Schwedenofens diente offensichtlich dazu, die Räumlichkeiten wohnlicher zu gestalten,
zumal der Raum auch mit der vorbestehenden Elektroheizung beheizt werden kann. Zwar
besteht keine Anlage zur Aufbereitung von Warmwasser. Der vorhandene
Wasseranschluss mit den sanitären Anlagen (WC, Spülbecken) erlaubt jedoch eine
Nutzung zu Wohnzwecken, zumal auch die Möglichkeit besteht, Wasser auf dem Herd zu
6 Vorakten, pag. 3, Beilagen
RA Nr. 120/2016/6 5
erwärmen. Mit dem Einfügen einer Kochnische und eines Betts liegt nunmehr eine
Inneneinrichtung vor, die ohne weiteres für das Wohnen geeignet ist. Damit wurde das
Gebäude einer neuen Nutzungsart zugeführt, es liegt also eine Zweckänderung vor.
d) Zweckänderungen sind nach Art. 1a Abs. 1 und 2 BauG baubewilligungspflichtig,
wenn sie geeignet sind, die Nutzungsordnung zu beeinflussen, indem sie zum Beispiel den
Raum äusserlich erheblich verändern, die Erschliessung belasten oder die Umwelt
beeinträchtigen. Das Grundstück befindet sich in der Landwirtschaftszone. Durch die nicht
zonenkonforme Nutzung des Schopfs zu Wohnzwecken werden bau- und umweltrechtlich
relevante Tatbestände betroffen. Die Nutzungsänderung ist daher bewilligungspflichtig (Art.
6 Abs. 1 Bst. c BewD e contrario). Eine Umnutzung untersteht zudem der
Bewilligungspflicht, wenn damit bauliche Veränderungen im Gebäudeinneren verbunden
sind, welche die Brandsicherheit betreffen (Art. 6 Abs. 1 Bst. d BewD). Dies trifft hier zu, da
ein Schwedenofen eingebaut wurde. Die Gemeinde ging demnach zu Recht davon aus,
dass die Umnutzung bewilligungspflichtig ist.
4. Bewilligungspflicht betreffend Boot
a) Der Beschwerdeführer bestreitet auch, dass das Abstellen eines Bootes vor dem
Gebäude bewilligungspflichtig sei. Das Boot befindet sich gemäss den Ausführungen des
Beschwerdeführers zurzeit in der Werft. Er beabsichtigt aber, das Boot oder andere
Fahrzeuge wieder vor dem Gebäude abzustellen. Das Rechtsschutzinteresse an der
Beurteilung der Bewilligungspflicht besteht daher fort.
b) Das Aufstellen von Fahrzeugen während der Nichtbetriebszeit ist
baubewilligungspflichtig, wenn dies geeignet ist, im Sinne von Art. 1a Abs. 1 BauG die
Nutzungsordnung zu beeinflussen. Nach Art. 6 Abs. 1 Bst. n i.V.m. Art. 7 Abs. 1 BewD ist
das Aufstellen während der Nichtbetriebszeit von einzelnen Booten auf bestehenden
Abstellflächen bewilligungsfrei, wenn sich der Abstellplatz in der Bauzone befindet. Dies
trifft vorliegend aber nicht zu. Die Parzelle des Beschwerdeführers befindet sich in der
Landwirtschaftszone und zudem im Landschaftsschutzgebiet. Mit dem Abstellen eines
Bootes wird der Raum äusserlich verändert und die Umwelt kann beeinträchtigt werden.
Die Bewilligungspflicht ist daher vorliegend zu bejahen.
RA Nr. 120/2016/6 6
Die vom Beschwerdeführer angeführten privatrechtlichen Vereinbarungen im
Grundstückskaufvertrag haben keine Auswirkung auf die Frage der Bewilligungspflicht und
brauchen daher nicht geprüft zu werden.
5. Wiederherstellung
a) Wird ein Bauvorhaben ohne Baubewilligung oder in Überschreitung einer
Baubewilligung ausgeführt oder werden bei der Ausführung eines bewilligten Vorhabens
Vorschriften missachtet (sog. formelle Rechtswidrigkeit), so setzt die Baupolizeibehörde
eine angemessene Frist zur Wiederherstellung des rechtmässigen Zustands unter
Androhung der Ersatzvornahme (Art. 46 Abs. 1 und 2 BauG). Mit der
Wiederherstellungsverfügung ist dem Betroffenen Gelegenheit zur Einreichung eines
nachträglichen Baugesuchs zu geben.7 Aber auch beim Fehlen eines nachträglichen
Baugesuchs haben die Rechtsmittelinstanzen wenigstens summarisch zu prüfen, ob das
Vorhaben gegen einschlägige Vorschriften verstösst (sog. materielle Rechtswidrigkeit).
Nach der Praxis des Verwaltungsgerichts gilt es als unverhältnismässig, eine an sich
bewilligungsfähige Baute oder Anlage bloss wegen Fehlens der Baubewilligung beseitigen
zu lassen.8
b) Die Liegenschaft des Beschwerdeführers befindet sich in der Landwirtschaftszone.
Es ist daher zu prüfen, ob das Bauvorhaben bzw. die Zweckänderung zonenkonform ist
oder ob eine Ausnahmebewilligung nach Art. 24 ff. RPG9 gewährt werden kann. Die
bisherige Nutzung (forstwirtschaftliche Werkstatt mit Magazin und Büro) war
zonenkonform. Nach dem Gesagten liegt nun eine Umnutzung zu Wohnzwecken vor. Wie
eine Nutzung zu Bürozwecken ohne Bezug zur Land- oder Forstwirtschaft zu beurteilen
wäre, ist nicht Gegenstand des Verfahrens. Eine Umnutzung zu Wohnzwecken ist
jedenfalls klar zonenwidrig. Die Besitzstandsgarantie greift nicht, wenn eine bisher
rechtmässig genutzte Baute infolge einer Zweckänderung rechtswidrig wird. Ein
Ausnahmegrund ist nicht ersichtlich. Der bisher im Zusammenhang mit der Forstwirtschaft
genutzte Schopf wurde neu für die Bewohnung eingerichtet. Diese Zweckänderung zeitigt
gegenüber der bisherigen zonenkonformen Nutzung neue Auswirkungen auf Raum,
7 Art. 46 Abs. 2 Bst. b BauG 8 BVR 2000 S. 416 E. 3a; vgl. ferner die weiteren Hinweise bei Aldo Zaugg/Peter Ludwig, Kommentar zum Baugesetz des Kantons Bern, 4. Aufl., Band I, Bern 2013, Art. 46 N. 15a 9 Bundesgesetz vom 22. Juni 1979 über die Raumplanung (Raumplanungsgesetz, RPG; SR 700)
RA Nr. 120/2016/6 7
Erschliessung und Umwelt, so dass eine Ausnahmebewilligung nach Art. 24a Abs. 1 RPG
nicht in Frage kommt. Eine Ausnahmebewilligung nach Art. 24c RPG kann ebenfalls nicht
erteilt werden, da diese Vorschrift nur zur Anwendung gelangt, wenn die Zonenwidrigkeit
durch Rechtsänderung eingetreten ist.10 Vorliegend trat jedoch die Zonenwidrigkeit durch
die Umnutzung ein. Die weiteren Ausnahmetatbestände brauchen nicht näher geprüft zu
werden, da sie Sachverhalte betreffen, die hier nicht in Frage stehen (Art. 24 RPG:
Standortgebundenheit; Art. 24b RPG: nichtlandwirtschaftliche Nebenbetriebe; Art. 24d
RPG: landwirtschaftliche Wohnbauten, schützenswerte Bauten und Anlagen; Art. 24e
RPG: hobbymässige Tierhaltung; Art. 37a RPG: gewerbliche Bauten und Anlagen). Nach
summarischer Prüfung ist demnach die Umnutzung zu Wohnzwecken nicht
bewilligungsfähig.
Auch das Abstellen eines Bootes kann gemäss summarischer Prüfung nicht bewilligt
werden. Art. 42 Abs. 1 GBR11 verweist für das Bauen in der Landwirtschaftszone auf die
Vorschriften des Raumplanungsgesetzes sowie Art. 80 ff. BauG. Zonenkonform sind
demnach nur Bauten und Anlagen, die dem Zweck der Landwirtschaftszone entsprechen,12
d.h. solche, die zur landwirtschaftlichen Bewirtschaftung oder für den produzierenden
Gartenbau nötig sind.13 Dies trifft auf ein abgestelltes Boot nicht zu. Das AGR weist zudem
in seiner Stellungnahme vom 11. Februar 2016 darauf hin, dass das Boot auf einer für
seine Grösse ungeeigneten, nicht als Abstellplatz bewilligten Fläche gestanden hatte. Ein
Ausnahmegrund ist nicht ersichtlich.
Nach summarischer Prüfung ist demnach das Vorhaben nicht bewilligungsfähig und
folglich auch materiell rechtswidrig.
c) Die Wiederherstellungsverfügung muss im öffentlichen Interesse liegen,
verhältnismässig sein und darf den Vertrauensgrundsatz nicht verletzen. Eine
Wiederherstellungsmassnahme ist verhältnismässig, wenn sie geeignet ist, das
angestrebte Ziel zu erreichen, nicht weiter geht, als zur Herstellung des rechtmässigen
10 Aldo Zaugg/Peter Ludwig, Kommentar zum Baugesetz des Kantons Bern, 3. Aufl., Band II, Bern 2010, Art. 81-83 N. 21 11 Einwohnergemeinde Gündlischwand, Baureglement vom Oktober 2002 12 Art. 22 Abs. 2 Bst. a RPG 13 Art. 16a Abs. 1 RPG
RA Nr. 120/2016/6 8
Zustands nötig ist und die Belastung für die pflichtige Person in einem vernünftigen
Verhältnis zum verfolgten Ziel steht.14
Diese Voraussetzungen sind hier gegeben. Es besteht ein öffentliches Interesse an der
Wiederherstellung des ordnungsgemässen Zustands. Dem öffentlichen Interesse am
konsequenten Vollzug des Bau-, Planungs- und Umweltrechts ausserhalb des Baugebiets
kommt besonderes Gewicht zu.15 Es spricht selbst bei allfälligem gutem Glauben des
Bauherrn für eine Wiederherstellung.16 Gerade bei Bauvorhaben ausserhalb der Bauzone
kann zudem vom Bauherrn erwartet werden, dass er sich um die Zulässigkeit seines Tuns
kümmert und sich gegebenenfalls bei der Behörde nach der Bewilligungspflicht erkundigt.
Verzichtet er darauf, kann er nicht als gutgläubig gelten.17 Die Gemeinde hat den Ausbau
bzw. die Beseitigung des Cheminéeofens, der Kochnische und des Betts sowie die
Entfernung des Bootes angeordnet. Diese Massnahmen sind dazu geeignet, die
rechtswidrige Umnutzung zu beseitigen und den rechtmässigen Zustand wieder
herzustellen. Eine mildere, ebenso gut geeignete Massnahme ist nicht ersichtlich.
Insbesondere reicht es nicht aus, ein Verbot der Wohnnutzung zu verfügen, da dieses nur
mit unverhältnismässigem Verwaltungsaufwand kontrollierbar und durchsetzbar wäre.18
6. Ergebnis und Kosten
a) Nach dem Gesagten erweist sich die Beschwerde als unbegründet. Sie ist daher
abzuweisen und die angefochtene Verfügung ist zu bestätigen. Da die
Wiederherstellungsfrist gemäss Dispositivziffer 1 der angefochtenen Verfügung während
der Dauer des Beschwerdeverfahrens abgelaufen ist, muss sie von Amtes wegen neu
angesetzt werden. Da die angeordneten Massnahmen nicht sehr umfangreich sind,
erscheint eine Frist bis 31. Mai 2016 als angemessen.
14 Aldo Zaugg/Peter Ludwig, Kommentar zum Baugesetz des Kantons Bern, 4. Aufl., Band I, Bern 2013, Art. 46 N. 9; BVR 2013 S. 85 E. 5.1 15 Urteil des Bundesgerichts 1C_397/2007 vom 27. Mai 2008 E. 3.4; Zaugg/Ludwig, a.a.O., Art. 46 N. 9a 16 Zaugg/Ludwig, a.a.O., Art. 46 N. 9b Bst. d und dortige Hinweise auf die Praxis des Bundesgerichts 17 Vgl. Zaugg/Ludwig, a.a.O., Art. 46 N. 9b Bst. a 18 Zaugg/Ludwig, a.a.O., Art. 46 N. 10
RA Nr. 120/2016/6 9
b) Bei diesem Ausgang des Verfahrens unterliegt der Beschwerdeführer. Er hat die
Verfahrenskosten zu tragen (Art. 108 Abs. 1 VRPG). Diese werden bestimmt auf eine
Pauschalgebühr von Fr. 800.– (Art. 103 Abs. 2 VRPG in Verbindung mit Art. 19 Abs. 1
GebV19). Parteikosten werden keine gesprochen (Art. 104 Abs. 1, 3 und 4 VRPG).