# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 6247fbfc-7b03-4d4e-9e17-80aac5aba969
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2022
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 19
51
, war
- nach verschiedenen Tätigkeiten auf dem Bau und im Aussendienst (vgl.
Urk.
12 S. 2 oben) -
Aktionär und Geschäftsführer der
Y._
AG. Diese war für die berufliche Vorsorge der
AXA Stiftung Berufliche Vorsorge
angeschlossen (Vertrag
C._
). Ab dem
1.
April 2000 erhielt
X._
aus diesem Vorsorgeverhältnis
eine 50%ige Invali
denrente wegen seines Hüftleidens (
Coxarthrose
, vorbestehende Hüftdysplasie; vgl.
Urk.
6 S. 2
Mitte
).
1.2
Am
1.
Januar 2007 verkaufte der Versicherte
die
Y._
AG
, wobei er weiterhin mit einem Pensum von 50 % für die
se
tätig war
. Der Anschlussvertrag mit der
AXA Stiftung Berufliche Vorsorge
wurde auf den 3
1.
Dezember 2007 gekündigt
(vgl.
Urk.
7/1)
und mit der
Profond
Vorsorge
einrichtung
ein neues Anschlussverhältnis eingegangen. Somit war der Versi
cherte ab dem
1.
Januar 2008 im Rahmen seiner 50%-Anstellung bei der
Profond
Vorsorgeeinrichtung
berufsvorsorgeversichert.
Ab Mai
2008 wurde
der Versicherte aufgrund eines Burnouts
(vgl. Replik,
Urk.
12 S. 9)
arbeitsunfähig
und erhielt Krankentaggeld-Leistungen (vgl.
Urk.
6 S. 2
unten).
In der Folge richtete ihm d
ie
Profond
Vorsorgeeinrichtung
-
auf der Basis seiner Anstellung von 50 %
-
von August 2008 bis April 2010 eine ganze Inva
lidenrente sowie ab
1.
Mai 2010 eine halbe Rente a
us (vgl. Urk.
7/2).
Per
Ende Februar 2009
endete das Arbeitsverhältnis des Versicherten mit der
Y._
AG
(vgl.
Urk.
6 S. 3 Mitte
)
.
1.3
Ab April 2011 arbeitete der
Versicherte
in einem Pensum von 50 %
für die
Z._
AG, welche mit Vertrag
B._
bei der
AXA Stiftung Berufliche Vorsorge
versichert war
(vgl. Beilage
3
zu
Urk.
2/2)
.
Per
Ende März 2012
wurde das Arbeitsverhältnis
aufgelöst
(vgl. Austrittsmeldung,
Urk.
7/7).
Die
AXA Stif
tung Berufliche Vorsorge
nahm den Austritt des Versicherten per 2
0.
September 2012 vor und überwies die Austrittsleistung aus diesem Vorsorgeverhältnis an die
Rendita
Freizügigkeitsstiftung (vgl. Austrittsabrechnung,
Urk.
7/8).
Aufgrund einer Verschlechterung des Hüftleidens erhöhte d
ie Invalidenversiche
rung die bisherige Dreiviertelsrente per April 2014 auf eine ganze Rente (Verfü
gung vom
2.
November 2017,
Urk.
7/4). Entsprechend erhöhte die
AXA Stiftung Berufliche Vorsorge
ihre Invalidenrente aus Vertrag
C._
per April 2014
eben
falls (
auf 75 %;
vgl.
Leistungsabrechnung vom 2
6.
April 2018,
Urk.
7/5).
Im September 2016 erreichte der Versicherte das
ordentliche Renten
alter.
2.
Mit Eingabe vom 1
3.
April 2021 (Urk. 1) erhob der Versicherte Klage gegen die
AXA Stiftung Berufliche Vorsorge
und beantragte, diese sei zu verpflichten gemäss Verfügung der Invalidenversicherung vom
2.
November 2017 Leistungen ab April 2014 aus dem Vertrag Nr.
A._
zu erbringen.
Die
AXA Stiftung Berufliche Vorsorge
schloss in ihrer Klageantwort
vom 1
7.
Juni 2021
(
Urk.
6
) auf Abweisung der Klage.
Mit Replik vom 2
6.
Juli 2021 (
Urk.
12) hielt der Kläger an seinem Antrag fest. Auch die Beklagte hielt mit Duplik vom 1
0.
September 2021 (
Urk.
15) an ihrem Antrag fest.
M
it Eingabe vom
2
9.
September 2021
nahm der Kläger
erneut
Stel
lung
(
Urk.
17)
.
.
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Nach
Art.
10 des
Bundesgesetz
es
über die berufliche Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenvorsorge (BVG)
beginnt die obligatorische Versicherung mit dem Antritt des Arbeitsverhältnisses, für Bezüger von Taggeldern der Arbeitslosenversiche
rung mit dem Tag, für den erstmals eine Arbeitslosenentschädigung ausgerichtet wird (
Abs.
1). Die Versicherungspflicht endet, wenn das ordentliche Rentenalter erreicht, das Arbeitsverhältnis aufgelöst oder der Mindestlohn unterschritten wird oder der Anspruch auf Taggelder der Arbeitslosenversicherung wegen des Ablaufs der Rahmenfrist endet: vorbehalten bleibt
Art.
8
Abs.
3 BVG (
Abs.
2). Für die Risiken Tod und Invalidität bleibt der Arbeitnehmer während eines Monats nach Auflösung des Vorsorgeverhältnisses bei der bisherigen Vorsorgeeinrichtung ver
sichert; wird vorher ein neues Vorsorgeverhältnis begründet, so ist die neue Vorsorgeeinrichtung zuständig (
Abs.
3).
1.2
Nach
Art.
24
Abs.
1
BVG
hat der Versicherte Anspruch auf eine volle Invaliden
rente, wenn er im Sinne der Invalidenversicherung mindestens zu 70 %, auf eine Dreiviertelsrente, wenn er mindestens zu 60 %, auf eine halbe Rente, wenn er mindestens zur Hälfte und auf eine Viertelsrente, wenn er mindestens zu 40 % invalid ist. Gemäss
Abs.
1 von
Art.
26 BVG gelten für den Beginn des Anspruchs auf Invalidenleistungen sinngemäss die entsprechenden Bestimmungen des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (
Art.
29
des
Bundesgesetz
es
über die Invalidenversicherung, IVG
). Die Invalidenleistungen nach BVG werden von derjenigen Vorsorgeeinrichtung geschuldet, welcher die den Anspruch erhebende Person bei Eintritt des versicherten Ereignisses angeschlossen war. Im Bereich der obligatorischen beruflichen Vorsorge fällt dieser Zeitpunkt nicht mit dem Eintritt der Invalidität nach IVG, sondern mit dem Eintritt der Arbeitsunfähigkeit zusam
men, deren Ursache zur Invalidität geführt hat (vgl.
Art.
23 BVG). Auf diese Weise wird dem Umstand Rechnung getragen, dass die versicherte Person meistens erst nach einer längeren Zeit der Arbeitsunfähigkeit (nach einer Wartezeit von einem Jahr gemäss
Art.
28
Abs.
1
lit
. b IVG in Verbindung mit
Art.
26 BVG) invalid wird. Damit nämlich der durch die zweite Säule bezweckte Schutz zum Tragen kommt, muss das Invaliditätsrisiko auch dann gedeckt sein, wenn es rechtlich gesehen erst nach einer langen Krankheit eintritt, während welcher die Person unter Umständen aus dem Arbeitsverhältnis ausgeschieden ist und daher nicht mehr dem
Obligatorium
unterstanden hat (BGE 123 V 262 E. 1b, 121 V 97 E. 2a, 120 V 112 E. 2b, je mit Hinweisen).
1.
3
Anspruch auf Invalidenleistungen haben gemäss
Art.
23 BVG Personen, die im Sinne der Invalidenversicherung zu mindestens 40
%
invalid sind und bei Eintritt der Arbeitsunfähigkeit, deren Ursache zur Invalidität geführt hat, versichert waren. Nach
Art.
23 BVG versichertes Ereignis ist einzig der Eintritt der relevan
ten Arbeitsunfähigkeit, unabhängig davon, in welchem Zeitpunkt und in welchem Masse daraus ein Anspruch auf Invalidenleistungen entsteht. Die Versicherteneigenschaft muss nur bei Eintritt der Arbeitsunfähigkeit gegeben sein, dagegen nicht notwendigerweise auch im Zeitpunkt des Eintritts oder der Verschlimmerung der Invalidität. Diese wörtliche Auslegung steht in Einklang mit Sinn und Zweck der Bestimmung, nämlich denjenigen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern Versicherungsschutz angedeihen zu lassen, welche nach einer längeren Krankheit aus dem Arbeitsverhältnis ausscheiden und erst später invalid werden. Für eine einmal aus
während der Versicherungsdauer aufgetre
tene
Arbeitsunfähigkeit geschuldete Invalidenleistung bleibt die Vorsorgeein
richtung somit leistungspflichtig, selbst wenn sich nach Beendigung des Vorsor
geverhältnisses der Invaliditätsgrad ändert. Entsprechend bildet denn auch der Wegfall der Versicherteneigenschaft kein Erlöschungsgrund (
Art.
26
Abs.
3 BVG e
contrario
; BGE 123 V 262 E. 1a, 118 V 35 E. 5).
1.
4
Art.
23 BVG kommt auch die Funktion zu, die Haftung mehrerer Vorsorgeein
richtungen gegeneinander abzugrenzen, wenn eine in ihrer Arbeitsfähigkeit bereits beeinträchtigte versicherte Person ihre Arbeitsstelle (und damit auch die Vorsorgeeinrichtung) wechselt und ihr später eine Rente der Invalidenversiche
rung zugesprochen wird. Der Anspruch auf Invalidenleistungen nach
Art.
23 BVG entsteht in diesem Fall nicht gegenüber der neuen Vorsorgeeinrichtung, sondern gegenüber derjenigen, welcher die Person im Zeitpunkt des Eintritts der invalidi
sierenden Arbeitsunfähigkeit angehörte.
Damit eine Vorsorgeeinrichtung, der eine Arbeitnehmerin oder ein Arbeitnehmer beim Eintritt der Arbeitsunfähigkeit angeschlossen war, für das erst nach Been
digung des Vorsorgeverhältnisses eingetretene Invaliditätsrisiko aufzukommen hat, ist indes erforderlich, dass zwischen Arbeitsunfähigkeit und Invalidität ein enger sachlicher und zeitlicher Zusammenhang besteht (BGE 130 V 270 E. 4.1). In sachlicher Hinsicht liegt ein solcher Zusammenhang vor, wenn der der Invali
dität zu Grunde liegende Gesundheitsschaden im Wesentlichen derselbe ist, der zur Arbeitsunfähigkeit geführt hat. Sodann setzt die Annahme eines engen zeit
lichen Zusammenhangs voraus, dass die versicherte Person nach Eintritt der Arbeitsunfähigkeit nicht während längerer Zeit wieder arbeitsfähig wurde. Die frühere Vorsorgeeinrichtung hat nicht für Rückfälle oder Spätfolgen einer Krank
heit einzustehen, die erst Jahre nach Wiedererlangung der vollen Arbeitsfähigkeit eintreten. Demnach darf nicht bereits eine Unterbrechung des zeitlichen Zusam
menhangs angenommen werden, wenn die Person bloss für kurze Zeit wieder an die Arbeit zurückgekehrt ist. Ebenso wenig darf die Frage des zeitlichen Zusam
menhangs zwischen Arbeitsunfähigkeit und Invalidität in schematischer (analo
ger) Anwendung der Regeln von
Art.
88a
Abs.
1 der Verordnung über die Inva
lidenversicherung (IVV) beurteilt werden, wonach eine anspruchsbeeinflussende Verbesserung der Erwerbsfähigkeit in jedem Fall zu berücksichtigen ist, wenn sie ohne wesentliche Unterbrechung drei Monate gedauert hat und voraussichtlich andauern wird. Zu berücksichtigen sind vielmehr die gesamten Umstände des konkreten Einzelfalles, namentlich die Art des Gesundheitsschadens, dessen prog
nostische ärztliche Beurteilung und die Beweggründe, die die versicherte Person zur Wiederaufnahme der Arbeit veranlasst haben (BGE 123 V 262 E.
lc
, 120 V 112 E. 2c/
aa
und 2c/
bb
mit Hinweisen).
1.
5
Das Erfordernis des sachlichen und zeitlichen Konnexes als Kriterium für die Leis
tungspflicht einer Vorsorgeeinrichtung spielt nicht nur dann eine Rolle, wenn ein Versicherter aus einer Vorsorgeeinrichtung aus- und in eine neue eintritt, sondern gilt in jedem Fall, also auch dann, wenn ein Versicherter wäh
rend der Dauer der Versicherteneigenschaft arbeitsunfähig und später invalid wird (beziehungsweise sich der Invaliditätsgrad erhöht), ohne zuvor nochmals in eine neue Vorsorgeein
richtung eingetreten zu sein. Der sachliche Konnex ist dann gegeben, wenn der
Gesundheitsschaden, der zur Arbeitsunfähigkeit ge
führt hat, auch Ursache für den
Eintritt der Invalidität oder der Erhöhung des Invaliditätsgrades ist. Dieses Erfor
dernis geht aus Art. 23 BVG hervor. Der zeit
liche Konnex ist zu bejahen, wenn die Arbeitsunfähigkeit des Versicherten nicht durch eine Wiedererlangung der Arbeitsfähigkeit unterbrochen wird (Urteil des Eidgenössischen Versiche
rungs
ge
richts B 64/99 vom 6. Juni 2001, E. 5a).
1.
6
Die Vorsorgeeinrichtungen sind im Bereich der gesetzlichen Mindestvorsorge (
Art.
6 BVG) an die Feststellungen der Organe der Invalidenversicherung gebun
den, soweit die invalidenversicherungsrechtliche Betrachtungsweise aufgrund einer gesamthaften Prüfung der Akten nicht als offensichtlich unhaltbar erscheint. Die Bindungswirkung entfällt, wenn die Vorsorgeeinrichtung nicht (spätestens) ins
Vorbescheidverfahren
(
Art.
73ter IVV) einbezogen und ihr die Rentenverfügung formgültig eröffnet wurde (Urteil des Bundesgerichts 9C_81/2010 vom 1
6.
Juni 2010 E. 3.1, mit Hinweisen).
2.
2.1
Der Kläger beantragte in seiner Klage (
Urk.
1),
die Beklagte sei zu verpflichten,
ihm ab April 2014 Leistungen aus dem Vertrag Nr.
A._
gemäss Verfügung der Invalidenversicherung vom
2.
November 2017 zu erbringen.
Im Rahmen der Replik (
Urk.
12) machte der Kläger
insbesondere
geltend,
dass die volle Invalidität am 1
6.
Januar 2012 eingetreten und der nach dem fraglichen E
reignis erfolgt
e
Austritt mit
Transfer
der Leistungen
an die
R
endita
ungültig sei (S. 2 oben)
.
Es handle sich um einen Transfer mit Zweckentfremdung, welcher ungültig sei, so dass die Freizügigkeitsleistung an die Beklagte zurück transferiert werden müsse (S. 5 oben).
I
m Zeitpunkt des Vorsorgeverhältnisses bei der Beklagten mit Vertrag
A._
sei
eine volle Invalidität durc
h das Hüftleiden aufgetreten
. Der Zusammenhang zum ersten Vorsorgevertrag mit der Beklagten sei gegeben, es handle sich um dieselbe Hüfte. Das Hüftleiden habe sich mit dem Autofahren im zweiten BVG-Verhältnis mit der Beklagten verschlechtert (S. 9).
Er habe eine sehr gute Anstellung im Aussendienst gehabt. Beim täglichen Auto
fahren seien die Schmerzen indessen immer stärker geworden, bis er zu 100 % arbeitsunfähig geworden sei (S. 3 Mitte).
Der Kläger hielt zudem fest, dass d
ie Leistungen der
Profond
auf der Burnout Erkrankung (ab August 2008)
beruhten
und mit der Verfügung der Invalidenversicherung vom
2.
November 2017 und mit der neuen Leistungspflicht per April 2014 nichts zu tun
hätten
(S. 2 Mitte).
Mit zusätzlicher Stellungnahme
vom 2
9.
September 2021
(
Urk.
17)
hielt der Klä
ger fest, dass die Freizügigkeitsleistung der
Profond
an die Beklagte für die zukünftige Rente gedacht gewesen sei. So schreibe die
Profond
im Brief vom 2
6.
August 2016, dass er von der Beklagten ebenfalls noch eine Altersrente erhalten sollte (S. 2 oben). Die Verschlechterung habe während de
s
Arbeits
verhältni
sse
s mit der
Z._
AG stattgefunden (S. 3 Mitte)
.
2.2
Demgegenüber hielt die Beklagte in der Klageantwort (
Urk.
6
) fest,
dass der Kläger per 3
0.
September 2012 aus dem Vorsorgeverhältnis im Anschlussvertrag
B._
der
Z._
AG ausgetreten sei
. Mangels eines neuen Arbeitsverhältnisses sei seine Freizügigkeitsleistung an die
Rendita
Vorsorge
einrichtung
überwiesen worden
. Deshalb könne aus d
em Vorsorgeverhältnis
B._
keine Altersleistung geltend gemacht werden
(S. 4 unten).
Vielmehr habe der Kläger gegenüber der
Rendita
einen Anspruch auf Auszahlung des Guthabens (S. 6 oben).
2.3
Strittig und zu
prüfen ist
demnach
, ob
der
Kläger
gegenüber der Beklagten Anspruch auf
Leistungen der beruflichen Vorsorge
aus dem Anschlussvertrag
B._
hat.
3.
3.1
In Bezug auf den
Sachverhalt ergibt sich z
usammenfassend
, dass im
Zeitraum
2000 bis 201
2
über die
beid
en Arbeitgeber
Y._
AG und
Z._
AG
drei verschiedene
Vorsorge
verhältnisse bestanden
, zwei davon mit der Beklagten, jedoch aus verschiedenen Anschlussverträgen
.
Die
Y._
AG war bis Ende 2007 der
Beklagten
mit Vertrag
C._
angeschlossen. Ab Januar 2008 war die
Y._
AG bei der
Profond
Vorsorgeeinrichtung
berufsvorsorgeversichert.
Per Ende Februar 2009 endete das Arbeitsverhältnis
des Klägers
mit d
er
Y._
AG und a
b April 2011
(bis
Ende März 2012
)
arbeitete der Kläg
er für die
Z._
AG.
Letztere war
mit Vertrag
B._
bei der Beklagten versichert
.
Betreffend gesundheitliche Beeinträchtigungen
sind
beim
Kläger
insbesondere ein Hüftleiden sowie psychische Probleme bekannt.
3.2
Ab April 2000 richtete die Beklagte dem Kläger aus Vertrag
C._
eine
50%ige Invalidenrente
aufgrund eines Hüftleidens (
Coxarthrose
)
aus
.
Ab Mai 2008 führte ein Burnout respektive eine Erschöpfungsdepression
zu einer Arbeitsunfähigkeit
des Klägers
.
D
ie
Profond
Vorsorgeeinrichtung
richtete dem Kläger auf der Basis seiner Anstellung von 50 %
von August 2008 bis April 2010
eine
ganze Invalidenrente
sowie
ab
1.
Mai 20
1
0 eine
halbe
Rente aus
.
Nach einer Verschlechterung des Hüftleidens erhöhte die Beklagte die Invalidi
tätsleistungen
aus Vertrag
C._
per April 2014 auf 75 %.
3.3
Nach dem Gesagten ergibt sich, dass dem Kläger
ab
April 2014 Invaliditäts
leistungen aus beruflicher Vorsorge von
insgesamt
100 % ausgerichtet wurde
n
(75 % seitens der Beklagten
aus Vertrag
C._
aufgrund des Hüftleidens
sowie
25 %
[
50 % von 50 %
]
seitens der
Profond
aufgrund von psychischen Beschwer
den
).
Aus dem Vertrag
B._
richtet die Beklagte dem Kläger keine Leistungen aus.
3.4
Der
Sachverhalt
erschein
t aufgrund der vorliegenden Akten klar. Der
seitens der Beklagten beantragte Beizug der Akten der Invalidenversicherung wie auch der
Profond
Vorsorgeeinrichtung (vgl.
Urk.
6 S. 6)
is
t
somit
nicht erforderlich.
4.
4.1
Der Kläger
machte in der Replik geltend, dass im Zeitpunkt des Vorsorgeverhält
nisses bei der Beklagten mit Vertrag
A._
eine volle Invalidität durch das Hüftleiden aufgetreten
sei
. Der Zusammenhang zum ersten Vorsorgevertrag mit der Beklagten sei gegeben, es handle sich um dieselbe Hüfte. Das Hüftleiden habe sich mit dem Autofahren im zweiten BVG-Verhältnis mit der Beklagten verschlechtert (
vgl. vorstehend E. 2.1).
4.2
Dazu ist festzuhalten, dass
die Vorsorgeeinrichtung
für
eine einmal aus
während der Versicherungsdauer aufgetretene
Arbeitsunfähigkei
t geschuldete Invaliden
leistung
leistungspflichtig
bleibt
, selbst wenn sich nach Beendigung des Vorsor
geverhältnisses der Invaliditätsgrad ändert
(vgl. vorstehend E. 1.3).
Während des ersten Vorsorgeverhältnisses mit der Beklagten (
Vertrag
C._
) trat beim Kläger ein Hüftleiden (
Coxarthrose
) auf. In der Folge richtete die Beklagte dem Kläger
aus
diesem Vorsorgeverhältnis ab April 2000
eine 50%ige Invalidenrente
aus.
Beim
Burnout
, welches
ab
Mai 2008 zu einer Arbeitsunfähigkeit des Klägers
führte,
handelte
es
sich
um eine neue Krankheitsursache. Die psychischen Beein
trächtigungen traten
im Zeitpunkt der Versicherung bei der
Profond
Vorsorge
einrichtung
auf. Da der sachliche Zusammenhang zum ersten Invaliditätsfall fehlte, war die
Profond
für daraus folgende Invaliditätsleistungen zuständig.
Ab 2011 verschlechterte sich das Hüftleiden des Klägers.
Sowohl d
er sachliche
als auch der zeitliche
Konnex
zum ersten Invaliditätsfall
sind gegeben.
D
er
Gesundheitsschaden
, der zur Arbeitsunfähigkeit
und anschliessend zur Invalidität
ge
führt hat
te
(Hüftleiden)
,
ist
auch Ursache für
die
Erh
öhung des Invaliditäts
grades
.
Zudem wurde
die Arbeitsunfähigkeit des Klägers
nicht durch eine Wiedererlangung der Ar
beitsfähigkeit unterbrochen
(vgl. vorstehend E. 1.
4
und E. 1.5
). Wie der Kläger selbst geltend machte, handelt
e
es sich um eine Verschlechterung desselben Hüftleidens
. Somit blieb die
Beklagte für das Hüft
leiden nach wie vor aus dem ersten Anschlussvertrag
C._
zuständig
, obwohl die Verschlechterung erst nach Beendigung d
ies
es Vorsorgeverhältnisses eintrat
.
Der Kläger hielt wiederholt fest, dass die gesundheitliche Verschlechterung am 1
6.
Januar 2012 eingetreten
sei
(vgl.
Urk.
12 S. 2 oben,
Urk.
17 S. 3 Mitte). In der Verfügung der Invalidenversicherung vom
2.
November 2017 (
Urk.
7/4) wurde dazu festgehalten, dass aufgrund der medizinischen Akten eine kontinuierliche Verschlechterung seit 2011 ausgewiesen sei. Fraglich sei der Zeitpunkt, ab wann die Einschränkungen massgebliche Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit gehabt hätten (S. 4 Mitte).
Die IV-Stelle Luzern ging schliesslich von einer Verschlechte
rung ab Eingang des Revisio
nsgesuchs, mithin ab April 2014
aus (S. 4 unten).
Dazu ist festzuhalten, dass die Vorsorgeeinrichtungen grundsätzlich an die Fest
stellungen der Invalidenversicherung gebunden sind (vgl. vorstehend E. 1.6).
Ent
sprechend erhöhte die
Beklagte
die Invalidenrente
ebenfalls
per April 2014 (auf 75 %; vgl. Leistungsabrechnung vom 2
6.
April 2018,
Urk.
7/5).
Zu bemerken ist, dass die Beklagte
auch
bei Eintritt der Verschlechterung am 1
6.
Januar 2012,
folglich
während de
s
Arbeitsverhältnisses mit
der
Z._
AG, aus dem früheren Vorsorgeverhältnis leistungspflichtig wäre.
Die vom Kläger geforderten Leistungen ab April 2014 gemäss Verfügung der Invali
denversicherung vom
2.
November 2017 (vgl.
Urk.
1) wurden von der Beklagten bereits erbracht, indessen nicht aus Vertrag
B._
, sondern richtigerweise aus dem früheren Vertrag
C._
.
4.3
Auf der
Übersicht
des Klägers zur beruflichen V
orsorge
in drei Phasen (
Urk.
2/1
; auch in
Urk.
12/9,
hier
mit ergänzenden Bemerkungen
) werden monatliche Ren
tenleistungen der Beklagten aus Vertrag
C._
in der Höhe von
Fr.
870.40 auf
geführt. Dabei handelt es sich um
Altersleistungen, welche
nach der Pensionie
rung des Klägers
die Invaliditätsleistungen aufgrund des Hüftl
eidens
ablöste
n
(vgl.
Urk.
7/9).
Seitens der
Profond
Vorsorgeeinrichtung führte der Kläger eine monatliche Altersrente von
Fr.
200.
--
auf.
Nicht a
uf
der Ü
bersicht
aufgeführt sind
die
Invaliditätsleistungen
der
Profond
Vorsorgeeinrichtung, welche
dem Kläger
ab August 2008
aufgrund einer Erschöpfungsdepression
ausgerichtet
wurden
(ab Mai 2010
halbe Rente von
Fr.
750.
--
pro Monat, vgl. Urk. 7/2).
Für den obligatorischen Bereich der beruflichen Vo
rsorge legt
Art.
26
Abs.
3 Satz
1 BVG fest, dass der Anspruch auf Invalidenleistungen mit dem Tode des Anspruchsberechtigten oder, unter Vorbehalt von
Art.
26a, mit dem Wegfall der Invalidität erlischt. Im Unterschied zur Rente der Invalidenversicherung ist dem
nach die BVG-Invalidenrente eine Leistung auf Lebenszeit; sie wird nicht durch die BVG-Altersrente abgelöst, wenn der Bezüger das gesetzliche Rücktrittsalter erreicht
(Urteil des Bundesgerichts 9C_555/2019 vom 1
4.
Februar 2020 E. 2.1 mit Verweis auf BGE 141 V 355). I
m weitergehenden Bereich der beruflichen Vorsorge
steh
t es den Vorsorgeeinrichtungen nach BGE 130 V 369
frei zu bestimmen, dass der Anspruch auf eine Invalidenrente nur bis zum Erreichen des Rentenalters besteht, bzw. Altersleistungen zu erbringen, die geringer als die vor Erreichen des Pensionierungsalters ausgerichtete Invalidenrente sind.
D
ie
Invaliditätsleistungen
der
Profond
Vorsorgeeinrichtung
wurden offensicht
lich
nicht
«wegen Abflachung des Burnout-Syndroms» eingestellt, wie dies der Kläger antönte (vgl.
Urk.
17 S. 3 oben)
. Sie wurden vielmehr abgelöst durch
Altersleistungen
.
Der Kläger hielt auf seiner Übersicht zur beruflichen Vorsorge (
Urk.
2/1) schliess
lich fest, dass ihm aus dem zweiten Vertrag mit der Beklagten (
B._
) keine Leistungen ausgerichtet werden (vgl.
Urk.
2/1).
4.
4
Die frühere Vor
sorgeeinrichtung
hat
die Austrittsleistung an die neue zu über
weisen
, wenn
Versicherte in eine neue Vorsorgeeinricht
ung eintreten (
Art.
3
Abs.
1
des
Bundesgesetz
es
über die Freizügigkeit in der beruflichen Alters-, Hin
terlasse
nen- und Invalidenvorsorge,
FZG)
.
Gemäss Schreiben der
Profond
Vorsorgeeinrichtung
vom 1
7.
August 20
11
(Urk.
7/2) bestand ein Anspruch des Klägers auf eine Austrittsleistung für seine Resterwerbsfähigkeit (50 % der bei der
Profond
versicherten Erwerbstätigkeit). Entsprechend überwies die
Profond
der Beklagten per
9.
September 2011 eine Freizügigkeitsleistung (aktiver Teil) von
Fr.
12'176.95 (
Urk.
7/3). Die Beklagte wiederum hat nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses die Austrittsleistung von
Fr.
18'848.30 an die
Rendita
Freizügigkeitsstiftung überwiesen (vgl. Urk. 7/8).
Der Kläger machte geltend, dass die
Profond
im Brief vom 2
6.
August 2016 schreibe, dass er von der Beklagten ebenfalls noch eine Altersrente erhalten sollte, und die Freizügigkeitsleistung der
Profond
an die Beklagte für die zukünftige Rente gedacht gewesen sei
(vgl. vorstehend E. 2.1)
. Dazu ist zu bemerken, dass die Beklagte
dann
eine
R
ente
aus Vertrag
B._
ausrichten müsste, wenn der Kläger bis zur Pensionierung bei der
Z._
AG tätig gewesen wäre
oder
wenn während diese
s
Vorsorgeverhältnis
ses
eine Arbeitsunfähigkeit auf
grund eines neuen Gesundheitsschadens aufgetreten wäre, die zur Invalidität geführt hätte.
4.
5
Gemäss
Art.
10
Abs.
2 BVG endet die Versicherungspflicht, wenn das ordentliche Rentenalter erreicht oder das Arbeitsverhältnis auf
gelöst wird (vgl. vorstehend E.
1.1).
Versicherte, welche die Vorsorgeeinrichtung verlassen, bevor ein Vorsor
gefall eintritt (Freizügigkeitsfall),
haben gemäss
Art.
2
Abs.
1
FZG
Anspruch auf eine Austrittsleistung.
Vorliegend trat
während des Vorsorgeverhältnisses bei der Beklagten mit Vertrag
B._
(
Z._
AG)
eine Verschlechterung des Hüftleidens ein, welche später erneut zu einer
Arbeitsunfähigkeit
führte
. E
s handelte sich
jedoch
nicht um einen
neue
n Gesundheitsschaden
, weshalb die Beklagte weiterhin aus Vertrag
C._
zuständig blieb (vgl. vorstehend E. 4.2)
.
Demnach
ist im Rahmen d
es Vorsorgeverhältnisses
B._
(
Z._
AG)
kein Vorsorgef
all Invalidität eingetreten
und es liegt ein Freizügigkeitsfall vor
.
Gemäss
Ziff.
41.5 des
Vorsorgereglementes
für die BVG-Basisvorsorge der Beklagten (
Urk.
7/10) wird die Freizügigkeitsleistung gemäss Mitteilung der versicherten Person durch die Ausstellung einer Freizügigkeitspolice oder die Überweisung auf ein Freizügigkeitskonto sichergestellt, wenn diese weder auf eine andere Vorsorgeeinrichtung übertragen noch bar ausbezahlt werden kann (vgl. dazu auch
Art.
4
Abs.
1 FZG).
Entsprechend ist nicht zu beanstanden, dass die Beklagte die Austrittsleistung nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses an die
Rendita
Freizügigkeitsstiftung
überwiesen hat
(vgl.
Urk.
7/8
)
.
4.
6
Soweit der Kläger das Verhalten der Beklagten und deren Mitarbeiter wie auch anderer Versicherungen anprangerte (vgl. zu den geltend gemachten Racheakten und Manipulationen
Urk.
2/3 «Beweise der Willkür und Rechtsverzögerung» S. 3 ff.),
ist
darauf im vorliegenden berufsvorsorgerechtlichen Verfahren nicht
einzu
gehen ausser mit dem Hinweis, dass die Verhaltensweisen
missverständlicher
weise
als negativ empfunden wurden; angesichts der etwas komplizierten Ver
hältnisse konnten sie durchaus so verstanden werden, sie waren
materiell
aber zu keinem Zeitpunkt zu beanstanden.
4.
7
Zusammenfassend ist festzuhalten, dass der Kläger keine Ansprüche gegenüber der Beklagten
aus dem Anschlussvertrag
B._
geltend machen kann. Da er
die Vorsorgeeinrichtung
vor
dem Erreichen des ordentlichen Rentenalters
verlas
sen
hat
,
und kein
Vorsorgefall ein
getreten ist
(vgl. vorstehend E.
4.5
)
, hat er lediglich Anspruch auf die Freizügigkeitsleistung. D
iesen Anspruch muss er gegenüber der
Rendita
Freizügigkeitsstiftung geltend machen.
Den entsprechen
den Antrag zum Bezug des Freizügigkeitskapitals hat der Kläger bereits erhalten (vgl.
Urk.
9/3)
.