# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** aa58bc53-9fb5-4a45-a454-33615d4c19a2
**Court:** SG_VGN
**Chamber:** SG_VGN_001
**Year:** 2009
**Language:** de
**Jurisdiction:** SG / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

hat das Verwaltungsgericht festgestellt:
A./ X.Y.-Z., wohnhaft in Z., ist seit dem Tod ihres Ehemannes Eigentümerin des
Grundstücks L- in der Gemeinde Z.; es ist unter der Nr. 000 im Grundbuch Z.
eingetragen und erstreckte sich ursprünglich über eine Fläche von 77'268 m .
Am 16. Mai 1995 schlossen X.Y.-Z. und ihr Ehemann mit der H. AG, Z., einen Vertrag,
in welchem sie dieser das Recht einräumten, das Gebiet des L-s nach erfolgter
Einzonung einer Überbauung zuzuführen.
Am 17. Oktober 2002 schlossen die Politische Gemeinde Z. und X.Y.-Z. sowie die H.
AG als "unwiderruflich beauftragte Unternehmerin" einen Erschliessungsvertrag für
das im damaligen Zeitpunkt vollumfänglich dem Übrigen Gemeindegebiet zugeteilte
Grundstück Nr. 000. Im Erschliessungsvertrag verpflichtete sich die Politische
Gemeinde Z., das Grundstück unter Ausklammerung des Waldanteils und des
Waldabstands in Etappen in die Bauzone zu überführen und durch einen
behördenverbindlichen Richtplan das gesamte Grundstück L- zu künftigem Bauland zu
erklären. Die Parteien hielten in Ziff. C des Vertrags fest, X.Y.-Z. werde im Sinne von
Art. 50 Abs. 2 des Baugesetzes (sGS 731.1, abgekürzt BauG) ermächtigt, die
Erschliessung des L-s auf eigene Rechnung nach den genehmigten Plänen der
Gemeinde zu erstellen (Ziff. 1); die Erschliessung – im engeren Sinne – erfasse Strassen
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"incl. Strassenbeleuchtung" (gemäss den genehmigten Strassenplänen), Abwasser,
Trinkwasser, Strom, Gas, TV, Telefon, wobei die H. AG mit den einzelnen Werken
separate Verträge abzuschliessen habe (Ziff. 2). Die "endgültige Kostenverteilung" im
Sinne von Art. 50 Abs. 2 BauG entfalle insofern, als nur ein einziges grosses
Grundstück erschlossen werde und die (interne) Kostenverteilung auf die einzelnen
Bauparzellen separater Vereinbarung zwischen der H. AG und X.Y.-Z. einerseits und
den Käufern der einzelnen Baulandparzellen andererseits überlassen bleiben könne
(Ziff. 5).
Ebenfalls am 17. Oktober 2002 schlossen die Parteien des Erschliessungsvertrags eine
gesonderte Vereinbarung für die Stromversorgung des Baugebiets L-; die Vereinbarung
basierte – wie ausdrücklich festgehalten wurde – auf dem damals gültigen Reglement
der Gemeinde Z. über die Abgabe elektrischer Energie vom 3. Februar 1975 und dem
Reglement der Gemeinde Z. vom 6. September 1994 über die Beiträge und Gebühren
für die Versorgung mit Elektrizität (im folgenden Elektrizitätsreglement). In Bezug auf
den Erschliessungsbeitrag wurde in der Vereinbarung festgehalten, es seien nach Art.
1a des Elektrizitätsreglements für sämtliche Grundstücke in der Bauzone
Erschliessungsbeiträge von Fr. 7.50 pro m , zuzüglich dem jeweils gültigen
Mehrwertsteuersatz, zu bezahlen; die Fälligkeit der Abgabe entstehe im Zeitpunkt der
Erschliessung des Grundstücks, und diese Erschliessungskosten gingen für das
gesamte Überbauungsgebiet zu Lasten der Grundeigentümerin, Frau X.Y..
Mit Teilzonen- und Überbauungsplänen vom 11. April 2003 bzw. 12. April 2005 wurde
der östliche Teil des Grundstücks Nr. 000 in zwei Etappen eingezont.
Am 9. März 2007 stellte die Politische Gemeinde Z. X.Y.-Z. für die öffentliche
Beleuchtung in der ersten Erschliessungsetappe Kosten in der Höhe von Fr. 38'817.--
(Fr. 36'075.30 zuzügl. Fr. 2'741.70 MWSt) in Rechnung; dabei stützte sie sich auf eine
vom Elektrizitätswerk Z. erstellte Bauabrechnung vom 21. Februar 2007. X.Y.-Z. bestritt
in der Folge ihre Kostentragungspflicht.
B./ Nachdem mehrere zwischen den Beteiligten geführte Gespräche ergebnislos
geblieben waren, erhob die Politische Gemeinde Z., vertreten durch den Gemeinderat,
mit Eingabe vom 7. Januar 2008 bei der Regierung öffentlich-rechtliche Klage gegen
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X.Y.-Z.; sie stellte den Antrag, die Beklagte sei zu verpflichten, der Klägerin Fr.
38'817.-- zuzüglich 5 % Zins zu bezahlen, unter Kosten- und Entschädigungsfolge
zulasten der Beklagten. Zur Begründung ihrer Klage verwies die Klägerin auf den
Erschliessungsvertrag vom 17. Oktober 2002, der nach Art. 77 Abs. 3 des
Strassengesetzes (sGS 732.1) an die Stelle eines Kostenverlegungsverfahrens trete
und gemäss welchem die Kosten des Strassenbaus einschliesslich der Kosten der
öffentlichen Beleuchtung von der Beklagten zu tragen seien. Mit Klageantwort ihres
Rechtsvertreters vom 3. März 2008 beantragte X.Y.-Z., die Klage sei vollumfänglich
abzuweisen, soweit darauf einzutreten sei, unter Kosten- und Entschädigungsfolge
zulasten der Klägerin. Sie brachte vor, die geltend gemachte Forderung lasse sich nicht
aus dem Erschliessungsvertrag vom 17. Oktober 2002 ableiten, weshalb die Klage
abzuweisen sei. Soweit sich die Klägerin darüber hinaus auf das Kostenreglement der
Politischen Gemeinde Z. stütze, könne auf die Klage mangels sachlicher Zuständigkeit
nicht eingetreten werden.
Mit Entscheid vom 24. Februar 2009 hiess die Regierung die Klage der Politischen
Gemeinde Z. gut und verpflichtete X.Y.-Z., der Politischen Gemeinde Z. Fr. 38'817.--
nebst Zins zu 5 % seit 11. April 2007 zu bezahlen. Sie erwog im wesentlichen, die
Auslegung des Erschliessungsvertrags führe zum Ergebnis, dass die Kosten der
öffentlichen Beleuchtung im Erschliessungsbeitrag nicht mitenthalten, sondern von der
Beklagten als Strassenbaukosten zusätzlich zu bezahlen seien. Das
Auslegungsergebnis stimme auch mit Sinn und Inhalt der dem Erschliessungsvertrag
für die Stromversorgung zugrundeliegenden Reglemente überein. Auch der von der
Beklagten eingereichte und sich vom offiziellen Protokoll unterscheidende Auszug
belege keineswegs, dass in bezug auf den umstrittenen Kostenpunkt im Zeitpunkt des
Vertragsschlusses ein der Darstellung der Beklagten entsprechender
übereinstimmender Vertragswille gegeben war. Da die Höhe der geltend gemachten
Kosten unbestritten geblieben sei, sei die Klage der Politischen Gemeinde im Umfang
von Fr. 38'817.-- gutzuheissen; ausserdem habe die Beklagte ab dem 11. April 2007
einen Verzugszins zu 5 % zu bezahlen.
C./ Gegen den Entscheid der Regierung vom 24. Februar 2009 erhob X.Y.-Z. mit
Eingabe ihres Rechtsvertreters vom 18. März 2009 Beschwerde beim
Verwaltungsgericht; sie beantragte, der Entscheid der Regierung des Kantons St.
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Gallen vom 24. Februar 2009 sei aufzuheben, und die Klage der Beschwerdegegnerin
sei vollumfänglich abzuweisen, soweit darauf überhaupt eingetreten werden könne,
alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der Klägerin und
Beschwerdegegnerin für das Verfahren vor beiden Instanzen. Im wesentlichen wird
geltend gemacht, der Basis-Erschliessungsvertrag vom 17. Oktober 2002 bilde für sich
allein von vorneherein keine Anspruchsgrundlage für die eingeklagte Forderung. Der
Vertrag bilde die direkte Anspruchsgrundlage beispielsweise für das Recht der
Beklagten, das Gebiet L- auf eigene Rechnung zu erschliessen, oder für das Recht der
Klägerin auf Abgeltung des Sondervorteils aus der Einzonung; für die Erschliessung
aber bilde er einen blossen Rahmenvertrag. Für die einzelnen Bestandteile der im
Rahmenvertrag nur grundsätzlich definierten Erschliessung seien gemäss dem
unmissverständlichen Wortlaut der Vereinbarung mit den einzelnen Werken je separate
Verträge abzuschliessen gewesen. Über die notwendigen Essentialia –
Bemessungsgrundlage, Preisansatz etc. – gebe es noch keinen Konsens; dieser sei
auch nicht notwendig gewesen, da die Klägerin klar verlangt hätte, für jede der im
Rahmenvertrag einzeln aufgezählten Erschliessungsarten sei dann noch ein separater
Vertrag abzuschliessen. Einen Vertrag über die Strassenbeleuchtung gebe es nicht, da
diese Kosten Bestandteil der allgemeinen Erschliessungskosten für die
Stromversorgung seien, weshalb die Klage abzuweisen gewesen wäre. Ausserdem
habe sie die eingeklagte Forderung nicht nur im Grundsatz, sondern ausdrücklich auch
im Quantitativen bestritten. Der Erschliessungsvertrag brauche – als für die einzelnen
Erschliessungskomponenten reiner Rahmenvertrag – nicht ausgelegt zu werden, da auf
ihn allein die eingeklagte Forderung nicht abgestützt werden könne. Falls dies trotzdem
notwendig sei, sei – anders als dies die Regierung im angefochtenen Entscheid getan
habe - zuerst gestützt auf Art. 18 des Obligationenrechts (SR 220, abgekürzt OR) zu
fragen, ob sich die Parteien losgelöst vom Wortlaut ihrer Willenserklärungen allenfalls
tatsächlich richtig verstanden haben. Falsch sei zudem, dass sich die von der Klägerin
hergestellten zwei unterschiedlich formulierten Protokollfassungen über die
Kostenregelung der Strassenbeleuchtung gegenseitig ausschliessen sollen. Die
Weglassung des Zusatzes "inkl. Strassenbeleuchtung" im offiziellen Protokoll ändere
materiell nichts, da die Kosten für die Strassenbeleuchtung gemäss ständiger Praxis
und den einschlägigen Reglementen in Z. jeweils Bestandteil des allgemeinen
Erschliessungsbeitrags gewesen seien; von einem qualifizierten Schweigen könne
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daher nicht ausgegangen werden. Falls ein nach dem Vertrauensprinzip hergestellter
normativer Konsens zu ihren Lasten bestätigt werde, berufe sie sich – neben
Täuschung – auch noch auf Erklärungs- und Grundlagenirrtum; es sei erstellt, dass sie
einen anderen Vertrag abschliessen wollte, als er ihr heute vorgehalten werden wolle,
da es für sie notwendige Geschäftsgrundlage war und nach Treu und Glauben auch
sein durfte, dass die Kosten für die Strassenbeleuchtung der Praxis in Z. und den
Zusicherungen der zuständigen Gemeindeorgane entsprechend im allgemeinen
Erschliessungsbeitrag für die Stromversorgung mit enthalten waren. Das
Auslegungsergebnis der Vorinstanz stimme auch mit den Reglementen
Stromversorgung nicht überein.
Die Vorinstanz beantragt in der Vernehmlassung vom 1. Mai 2009 die Abweisung der
Beschwerde.
Mit Schreiben vom 4. Mai 2009 reichte die Beschwerdeführerin durch ihren
Rechtsvertreter unaufgefordert eine "Nachträgliche Prozesseingabe" ein.
Die Beschwerdegegnerin beantragt in ihrer Vernehmlassung vom 8. Mai 2009, die
Beschwerde sei abzuweisen.
Mit Eingabe vom 15. Mai 2009 nahm die Vorinstanz zur nachträglichen Prozesseingabe
der Beschwerdeführerin Stellung und hielt am Antrag, die Beschwerde sei abzuweisen,
fest.
Die Beschwerdeführerin erhielt Gelegenheit, zu den Vernehmlassungen der Vorinstanz
und der Beschwerdegegnerin Stellung zu nehmen; sie äusserte sich mit einer
Beschwerdereplik ihres Rechtsvertreters vom 2. Juni 2009.
Die weiteren von den Verfahrensbeteiligten zur Begründung ihrer Anträge gemachten

## Considerations

Ausführungen werden, soweit wesentlich, in den nachstehenden Erwägungen
dargelegt und gewürdigt.
Darüber wird in Erwägung gezogen:
1.
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1.1. Die sachliche Zuständigkeit des Verwaltungsgerichts ist gegeben (Art. 78 des
Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege, sGS 951.1, abgekürzt VRP). Die
Beschwerdeführerin ist zur Ergreifung des Rechtsmittels legitimiert (Art. 64 Abs. 1 in
Verbindung mit Art. 45 Abs. 1 VRP). Die Beschwerdeeingabe vom 18. März 2009
entspricht zeitlich, formal und inhaltlich den gesetzlichen Anforderungen (Art. 64 Abs. 1
in Verbindung mit Art. 78 und Art. 48 Abs. 1 VRP). Auf die Beschwerde ist einzutreten.
1.2. Die Beschwerdeführerin hat mit Schreiben ihres Rechtsvertreters vom 4. Mai 2009
unaufgefordert eine "Nachträgliche Prozesseingabe" eingereicht; ihre Eingabe
begründet sie damit, dass sie sich – um allen Eventualitäten im Falle einer analogen
Anwendung zivilprozessualer Vorschriften vorzubeugen – an Art. 164 Abs. 1 lit. a des
Zivilprozessgesetzes (sGS 961.2, abgekürzt ZPG) halte. Gemäss Art. 164 Abs. 1 lit. a
ZPG ist eine nachträgliche Eingabe zulässig, wenn sie erhebliche
Tatsachenbehauptungen oder Beweisanträge enthält, die trotz zumutbarer Sorgfalt
nicht früher vorgebracht werden konnten.
Mit der Beschwerde an das Verwaltungsgericht sind gemäss Art. 61 Abs. 3 VRP neue
Begehren grundsätzlich unzulässig; das Novenverbot gemäss Art. 61 Abs. 3 VRP gilt
auch für Beschwerden in Klageverfahren (Cavelti/Vögeli, Verwaltungsgerichtsbarkeit im
Kanton St. Gallen, St. Gallen 2003, Rz. 1151). Während Noven bei Beschwerden in
Klageverfahren ausgeschlossen sind, gilt dies nicht für Beweismittel; diese sind
während des Verfahrens – und bis zum Abschluss des Schriftenwechsels - zuzulassen,
wenn sie ohne Verzug vorgebracht werden.
Mit ihrer Eingabe vom 4. Mai 2009, die sie als nachträgliche Prozesseingabe
bezeichnet, hat die Beschwerdeführerin keine neuen Begehren gestellt; vielmehr
ersuchte sie nochmals um Gutheissung der Beschwerde. Zusammen mit der
nachträglichen Prozesseingabe legte sie indes zwei Dokumente ins Recht: eine
Bauabrechnung vom 21. April 2009 für die "Erschliessung Lenter 2. Etappe / öffentliche
Beleuchtung", wonach sie der Beschwerdegegnerin Fr. 111'330.55 schulden soll,
sowie ein Schreiben ihres Rechtsvertreters vom 1. Mai 2009, das auf diese Rechnung
Bezug nimmt. Die Beschwerdeführerin hat die beiden Dokumente, welche den
Sachverhalt ergänzen, mit Eingabe vom 4. Mai 2009 – wenige Tage nach deren
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Ausstellung und somit ohne Verzug – vorgebracht; sie sind daher im vorliegenden
Beschwerdeverfahren als Beweismittel zuzulassen.
1.3. Der Beschwerdeführerin wurden die Vernehmlassungen der Vorinstanz und der
Beschwerdegegnerin zugestellt, und es wurde ihr Gelegenheit gegeben, dazu Stellung
zu nehmen, soweit darin neue tatsächliche oder rechtliche Argumente vorgebracht
würden, welche bisher nicht erörtert worden seien. Es wurde darauf hingewiesen, dass
das Gericht über die Zulassung der Stellungnahme entscheiden werde. Die
Beschwerdeführerin nahm mit Schreiben ihres Rechtsvertreters vom 2. Juni 2009 zu
den beiden Vernehmlassungen Stellung.
Eine Beschwerdeergänzung auf dem Wege der Replik ist nur insoweit statthaft, als die
Ausführungen in den Vernehmlassungen dazu Anlass geben. Mit Anträgen und Rügen,
welche die Beschwerdeführerin bereits in der Beschwerde hätte erheben können, ist
sie nach Ablauf der Beschwerdefrist ausgeschlossen (BGE 132 I 42 E. 3.3.4 mit
Hinweis auf BGE 131 I 291 ff.).
Weder die Vorinstanz noch die Beschwerdegegnerin haben in ihren Stellungnahmen
Anträge gestellt, die über die im Rekursverfahren gestellten Begehren hinausgingen.
Die Vorinstanz bringt indes in ihrer Stellungnahme vom 8. Mai 2009 vor, die
Beschwerdeführerin sei mit der nur pauschalen Bestreitung des Forderungsumfangs
ihrer Substantiierungspflicht nicht nachgekommen. Dieses verfahrensrechtliche
Vorbringen lässt sich als neu qualifizieren. Dasselbe gilt für das rechtliche Vorbringen
der Vorinstanz, die erstmalige Berufung auf Willensmängel wäre gemäss Art. 31 Abs. 2
OR verspätet. Auch die Beschwerdegegnerin hat in ihrer Stellungnahme vom 8. Mai
2009 vorgebracht, es könne von einem Willensmangel nicht die Rede sein, und dieser
wäre ohnehin verspätet; diese Vorbringen lassen sich ebenfalls als neu qualifizieren. In
diesem Sinne hat die Beschwerdeführerin Anspruch auf eine Replik; auf ihre
Stellungnahme vom 2. Juni 2009 ist somit einzutreten.
2. Strittig ist im vorliegenden Verfahren, ob die Vorinstanz mit ihrem Entscheid vom 24.
Februar 2009 der Beschwerdegegnerin zu Unrecht eine Anspruchsgrundlage für den
von ihr eingeforderten Betrag von Fr. 38'817.-- gegenüber der Beschwerdeführerin
zuerkannt hat.
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2.1. Die Vorinstanz erwog, eine Anspruchsgrundlage für die von der
Beschwerdegegnerin eingeforderten Fr. 38'817.-- bestehe im Erschliessungsvertrag
vom 17. Oktober 2002, weshalb die Klage in vollem Umfang zu schützen sei.
Demgegenüber stellt sich die Beschwerdeführerin auf den Standpunkt, die
Beschwerdegegnerin verfüge für den von ihr geltend gemachten Betrag von Fr.
38'817.-- über keine Anspruchsgrundlage. Der Vertrag vom 17. Oktober 2002, den die
Vorinstanz als Anspruchsgrundlage für den Betrag von Fr. 38'817.-- anerkannt habe,
sei ein Basis-Erschliessungsvertrag; er bilde die direkte Anspruchsgrundlage
beispielsweise für das Recht der Beklagten, das Gebiet L- auf eigene Rechnung zu
erschliessen, oder für das Recht der Klägerin auf Abgeltung des Sondervorteils aus der
Einzonung. Für die Erschliessung aber bilde er einen blossen Rahmenvertrag. Über die
notwendigen Essentialia für die einzelnen Werke – Bemessungsgrundlage, Preisansatz
etc. – gebe es noch keinen Konsens.
2.1.1. Die Verfahrensparteien sind sich darin einig, dass es sich bei der strittigen
Anspruchsgrundlage um einen verwaltungsrechtlichen Vertrag handelt. Ein
verwaltungsrechtlicher Vertrag ist die auf übereinstimmenden Willenserklärungen von
zwei oder mehreren Rechtssubjekten beruhende Vereinbarung, welche die Erfüllung
einer öffentlichen Aufgabe zum Gegenstand hat oder einen im öffentlichen Recht
geregelten Gegenstand – zum Beispiel Erschliessung, Enteignung oder Subvention –
betrifft (vgl. Häfelin/Müller/ Uhlmann, Allgemeines Verwaltungsrecht, 5. Aufl., Zürich/
Basel/Genf 2006, Rz. 1052; Tschannen/Zimmerli, Allgemeines Verwaltungsrecht, 2.
Aufl., Bern 2005, § 33 N 3 ff.; P. Moor, Droit administratif, Bd. 2, 2. Aufl., Bern 2002,
S. 356 und 363 ff.). Verträge über die Erschliessung von Baugrundstücken als
verwaltungsrechtliche Vereinbarungen sind zulässig (vgl. Häfelin/Müller/Uhlmann,
a.a.O., Rz. 1082; Tschannen/Zimmerli, a.a.O., § 33 N 25). Im Kanton St. Gallen gewährt
Art. 50 Abs. 2 und 3 BauG Raum für vertragliche Vereinbarungen über die
Erschliessung von Baugrundstücken. Im übrigen können verwaltungsrechtliche
Verträge auch stillschweigend zugelassen sein, sofern sie vom Gesetz nicht
ausdrücklich ausgeschlossen werden (vgl. BGE 105 Ia 209 E. 2a; BGE 103 Ia 512 E.
3a).
Für die Entstehung eines verwaltungsrechtlichen Vertrags sind die Bestimmungen des
OR sinngemäss anwendbar (Häfelin/Müller/Uhlmann, a.a.O., Rz. 1102; Moor, a.a.O.,
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S. 388). Inwiefern zwischen der Beschwerdeführerin und der Beschwerdegegnerin ein
verwaltungsrechtlicher Vertrag zustandegekommen ist, der Anspruchsgrundlage bilden
soll für die von der Beschwerdegegnerin geforderten und ihr von der Vorinstanz
zugesprochenen Fr. 38'817.--, beurteilt sich folglich nach Art. 1 ff. OR.
2.1.2. Gemäss Art. 1 Abs. 1 OR ist zum Abschluss eines Vertrages – und damit auch
eines verwaltungsrechtlichen Vertrags – die übereinstimmende gegenseitige
Willensäusserung der Parteien erforderlich. Diese Willensäusserung kann gemäss Art. 1
Abs. 2 OR eine ausdrückliche oder eine stillschweigende sein. Haben die Parteien
übereinstimmende Willenserklärungen zum Abschluss des Vertrags und in Bezug auf
alle wesentlichen Vertragspunkte ausgetauscht, liegt ein Konsens vor (vgl. Gauch/
Schluep/Schmid, Schweizerisches Obligationenrecht, Allgemeiner Teil, Band I, 9. Aufl.,
Zürich 2008, Rz. 309 und 321). Auszugehen ist vom Normalfall, dass jede Partei die
andere tatsächlich richtig verstanden – deren Willen also erkannt – hat (Gauch/
Schluep/Schmid, a.a.O., Rz. 310). Möglich ist aber auch der Fall, in dem mindestens
eine der Parteien die andere nicht tatsächlich richtig verstanden – deren Willen also
nicht erkannt – hat; in diesem Fall kommt das Vertrauensprinzip zum Zug, wonach die
Erklärung der anderen Partei so auszulegen ist, wie der Empfänger sie nach Treu und
Glauben verstehen durfte und musste (Gauch/Schluep/Schmid, a.a.O., Rz. 316). Ein
Konsens – wie auch ein Dissens – bezieht sich nur auf die Willensäusserung, nicht aber
auf den inneren Willen; wenn die Erklärungen übereinstimmen, aber eine dem Willen
ihres Urhebers nicht entspricht oder beide dies nicht tun, ist der Vertrag dennoch
geschlossen, aber für den Irrenden nach Art. 23 ff. OR unverbindlich (vgl. Von Tuhr/
Peter, Allgemeiner Teil des Schweizerischen Obligationenrechts, Band I, Zürich 1979, §
24 V.).
2.1.3. Die Beschwerdeführerin und die Beschwerdegegnerin begannen – wie aus den
vorliegenden Akten hervorgeht – im Verlaufe des Jahres 2002 Verhandlungen über den
Abschluss eines Erschliessungsvertrags für das Grundstück Nr. 000, Grundbuch Z.. Zu
welchen Ergebnissen die ersten Gespräche führten und inwiefern sich daraus ein
vertraglicher Konsens ergab, ist den vorliegenden Akten nicht zu entnehmen. Fest
steht, dass am 16. Oktober 2002 die Beschwerdegegnerin der Beschwerdeführerin
einen Protokollauszug der Gemeinderatssitzung vom 9. Oktober 2002 zustellte. Daraus
geht hervor, dass nach Art. 1a des Reglementes über die Beiträge und Gebühren für
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sämtliche Grundstücke in der Bauzone Erschliessungsbeiträge inkl.
Strassenbeleuchtung von Fr. 7.50 pro m , zuzüglich dem jeweils gültigen
Mehrwertsteuersatz, zu bezahlen seien. Soweit es sich aus den vorliegenden Akten
und dem Wortlaut des Protokollentwurfs ergibt, sollte dieser Protokollauszug keinen
Antrag im Sinne von Art. 5 OR darstellen, sondern die Beschwerdeführerin über das
Ergebnis der Beratungen in der Sitzung des Gemeinderates Z. vom 9. Oktober 2002
informieren. Ausdrücklich festgehalten wurde im Protokoll, dass "für die Erschliessung
des Stromes" ein separater Vertrag abgeschlossen werde. Ein Konsens darüber, es
seien in der Bauzone Erschliessungsbeiträge inkl. Strassenbeleuchtung von Fr. 7.50
pro m , zuzüglich dem jeweils gültigen Mehrwertsteuersatz, zu bezahlen, bestand zu
diesem Zeitpunkt nicht; ein Vertrag mit diesem Inhalt war noch nicht zustande
gekommen.
Wie aus den vorliegenden Akten hervorgeht, unterzeichneten sowohl die
Beschwerdeführerin als auch die Beschwerdegegnerin am 17. Oktober 2002 eine
Vereinbarung für die Stromversorgung des Baugebiets Lenter; darin war festgehalten,
dass nach Art. 1a des Reglementes über die Beiträge und Gebühren für sämtliche
Grundstücke in der Bauzone Erschliessungsbeiträge von Fr. 7.50 pro m , zuzüglich
dem jeweils gültigen Mehrwertsteuersatz, zu bezahlen seien. Der Zusatz – wie ihn der
am 16. Oktober 2002 der Beschwerdeführerin versandte Protokollauszug vom 9.
Oktober 2002 enthält –, wonach die Erschliessungsbeiträge von Fr. 7.50 pro m auch
die Strassenbeleuchtung umfassten, fehlte im Text der Vereinbarung vom 17. Oktober
2002. Soweit es sich aus den Akten ergibt, unterzeichnete die Beschwerdeführerin die
Vereinbarung in dieser Form, ohne gegen deren – vom Protokollauszug abweichende –
Formulierung etwas einzuwenden. Gleichentags unterzeichneten die
Beschwerdeführerin und die Beschwerdegegnerin einen Erschliessungsvertrag
betreffend die Erschliessung des zur Einzonung bestimmten Grundstückes L-; lit. C/1.
des Vertrags hielt fest, die Gemeinde Z. ermächtige die Grundeigentümerin X.Y.-Z. im
Sinne von Art. 50 Abs. 2 BauG, die Erschliessung des L-es auf eigene Rechnung nach
den genehmigten Plänen der Gemeinde zu erstellen. Lit. C/2. bestimmte, die
Erschliessung (im engeren Sinn) erfasse im Einzelnen folgende Bestandteile: Strassen
incl. Strassenbeleuchtung (gemäss den genehmigten Strassenplänen), Abwasser,
Trinkwasser, Strom, Gas, TV, Telefon, wobei die H. AG mit den einzelnen Werken
separate Verträge abzuschliessen habe. Aus diesem Wortlaut geht hervor, dass die
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Beschwerdeführerin ermächtigt wurde, die Strassenbeleuchtung auf eigene Rechnung
zu erstellen. Soweit es sich aus den Akten ergibt, unterzeichnete die
Beschwerdeführerin auch diesen Vertrag in dieser Form, ohne gegen dessen – vom
Protokollauszug vom 16. Oktober 2002 abweichende – Formulierung etwas
einzuwenden. Somit ergibt sich, dass bei beiden Verträgen ein Konsens bestand; die
Parteien haben – zumindest vordergründig – übereinstimmende Willenserklärungen
abgegeben, weshalb beide verwaltungsrechtlichen Verträge gültig zustande
gekommen sind. Der Konsens in beiden Verträgen bezieht sich allerdings nur auf die
Willensäusserungen, nicht aber – wie noch zu zeigen sein wird – auf den inneren Willen
der Vertragsparteien. Solange jedoch die Erklärungen der Beschwerdeführerin und der
Beschwerdegegnerin übereinstimmen, aber eine dem Willen ihrer Urheberin nicht
entspricht, ist der Vertrag dennoch geschlossen.
Auch in bezug auf ihre Form sind die beiden Verträge gültig zustande gekommen: Im
Bereich der verwaltungsrechtlichen Verträge schreibt zwar keine gesetzliche
Bestimmung eine besondere Form vor, doch überwiegt in der Rechtsprechung und im
Schrifttum die Ansicht, es sei die Schriftform im Sinne von Art. 12 ff. OR aus Gründen
der Rechtssicherheit notwendig (vgl. VPB 1955, Nr. 94, S. 184 und 188; die Frage
wurde vom Bundesgericht in BGE 99 Ib 120 f. E. 3a offen gelassen; Tschannen/
Zimmerli, a.a.O., § 35 N 6; Moor, a.a.O., S. 389; A. Grisel, Traité de droit administratif,
Band I, Neuenburg 1984, S. 453).
2.2. Die Beschwerdeführerin bestreitet, an den – wie sich gezeigt hat – gültig zustande
gekommenen Erschliessungsvertrag vom 17. Oktober 2002 gebunden zu sein: Sie
beruft sich auf die Einwendung der Täuschung einerseits und die Einwendung des
Erklärungs- und Grundlagenirrtums andererseits. Es sei erstellt, dass sie einen anderen
Vertrag abschliessen wollte, als er ihr heute vorgehalten werden wolle; es sei für sie
notwendige Geschäftsgrundlage gewesen – und habe es für sie nach Treu und
Glauben auch sein dürfen –, dass die Kosten für die Strassenbeleuchtung der Praxis in
Z. und den Zusicherungen der zuständigen Gemeindeorgane entsprechend im
allgemeinen Erschliessungsbeitrag für die Stromversorgung mit enthalten waren,
weshalb der Erschliessungsvertrag für sie zumindest in bezug auf die
Erschliessungskomponente Strassenbeleuchtung einseitig unverbindlich wäre.
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Die Beschwerdeführerin bringt mit ihren Einwendungen vor, ihr Wille, den
Erschliessungsvertrag vom 17. Oktober 2002 zu schliessen, leide in mehrfacher
Hinsicht unter einem Mangel. Dabei beruft sie sich sinngemäss auf die Bestimmungen
von Art. 23 ff. OR, welche die verschiedenen Mängel des Vertragsabschlusses im
Privatrecht regeln.
Die Bestimmungen von Art. 23 ff. OR sind als subsidiäres öffentliches Recht ebenfalls
auf verwaltungsrechtliche Verträge anwendbar (vgl. BGE 132 II 164 E. 3.1; BGE 105 Ia
207 E. 2c; Häfelin/Müller/Uhlmann, a.a.O., Rz. 1118; Tschannen/Zimmerli, a.a.O., § 35
N 10; vgl. zum Ganzen auch A. Abegg, Der Verwaltungsvertrag zwischen
Staatsverwaltung und Privaten, Zürich/Basel/Genf 2009, S. 187 ff. und S. 196). Die von
der Beschwerdeführerin vorgebrachten Einwendungen sind im Beschwerdeverfahren,
das sich auf eine Forderung bezieht, sinngemäss nach Art. 227 Abs. 2 ZPG zugelassen
und somit nach Art. 23 ff. OR zu prüfen.
2.2.1. Die Beschwerdeführerin beruft sich auf den Erklärungsirrtum, den
Grundlagenirrtum sowie die Täuschung.
Wer sich im Erklärungsirrtum befindet, gibt dem Empfänger unbewusst etwas kund,
das nicht seinem wirklichen Willen entspricht; aus Versehen gibt er eine Erklärung ab,
die seinem Willen nicht entspricht, weshalb eine Diskrepanz zwischen seinem Willen
und dem objektiven Sinn seines Erklärungsverhaltens besteht (vgl. Gauch/Schluep/
Schmid, a.a.O., Rz. 810). Art. 24 Abs. 1 Ziff. 1-3 OR beschreiben Fälle eines
Erklärungsirrtums: Der Irrende wollte einen anderen Vertrag eingehen als denjenigen,
für den er seine Zustimmung erklärt hat (Ziff. 1), der Wille des Irrenden war auf eine
andere Sache oder – wo der Vertrag mit Rücksicht auf eine bestimmte Person
abgeschlossen wurde – auf eine andere Person gerichtet, als er erklärt hat (Ziff. 2), oder
der Irrende hat eine Leistung von erheblich grösserem Umfang versprochen oder hat
sich eine Gegenleistung von erheblich geringerem Umfang versprechen lassen, als es
sein Wille war (Ziff. 3).
Ein Grundlagenirrtum ist ein qualifizierter Motivirrtum (vgl. Gauch/Schluep/Schmid,
a.a.O., Rz. 775); er ist in Art. 24 Abs. 1 Ziff. 4 OR geregelt, obgleich ihn diese
Bestimmung nicht explizit so bezeichnet (vgl. Gauch/
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Schluep/Schmid, a.a.O., Rz. 775). Ein Grundlagenirrtum liegt gemäss Art. 24 Abs. 1
Ziff. 4 OR vor, wenn der Irrtum einen bestimmten Sachverhalt betraf, der vom Irrenden
nach Treu und Glauben im Geschäftsverkehr als eine notwendige Grundlage des
Vertrags betrachtet wurde. Der Irrende muss einerseits – als subjektive Voraussetzung
– den betreffenden Sachverhalt als unerlässliche Voraussetzung des Vertrages
angesehen haben, und ausserdem hat er ihn – als objektive Voraussetzung – nach Treu
und Glauben im Verkehr als Grundlage des Vertrags ansehen dürfen (vgl. Gauch/
Schluep/
Schmid, a.a.O., Rz. 779 ff; Guhl/Koller/Schnyder/Druey, Das Schweizerische
Obligationenrecht, 9. Aufl., Zürich 2000, § 16 N 10).
Sowohl der Erklärungs- als auch der Grundlagenirrtum sind gemäss Art. 24 Abs. 1 OR
wesentliche Irrtümer. Nach Art. 23 OR ist der Vertrag für denjenigen unverbindlich, der
sich beim Abschluss in einem wesentlichen Irrtum befunden hat.
Die Einwendung der Täuschung – wie sie die Beschwerdeführerin geltend macht – ist in
Art. 28 OR geregelt. Ist ein Vertragschliessender durch absichtliche Täuschung seitens
des andern zum Vertragsabschluss verleitet worden, so ist gemäss Art. 28 Abs. 1 OR
der Vertrag für ihn auch dann nicht verbindlich, wenn der erregte Irrtum kein
wesentlicher war. Die betroffene Partei unterliegt einem Motivirrtum, der auf
absichtlicher Täuschung beruht, und schliesst gestützt auf diesen Motivirrtum den
Vertrag. Wäre sie diesem Motivirrtum nicht unterlegen, hätte sie den Vertrag überhaupt
nicht oder nicht so – sondern zu günstigeren Bedingungen – abgeschlossen (vgl.
Gauch/Schluep/Schmid, a.a.O., Rz. 856). Wie Art. 28 Abs. 1 OR – ebenso wie dessen
Marginale – ausdrücklich besagt, muss die Täuschung absichtlich sein. Die Täuschung
ist absichtlich, wenn der Vertragsgegner durch positives Verhalten oder durch
Schweigen täuscht (vgl. Gauch/Schluep/Schmid, a.a.O., Rz. 858 ff.) und die
Unrichtigkeit des Sachverhalts kennt (I. Schwenzer, in: Honsell/Vogt/Wiegand,
Obligationenrecht I, Art. 1-529 OR, 4. Aufl, Basel 2007, N 11 zu Art. 28 OR).
Art. 31 Abs. 1 OR bestimmt, dass der Vertrag als genehmigt gilt, wenn der durch
Irrtum, Täuschung oder Furcht beeinflusste Teil binnen Jahresfrist weder dem anderen
eröffnet, dass er den Vertrag nicht halte, noch eine schon erfolgte Leistung
zurückfordert. Die Unverbindlichkeit des Vertrags macht eine Vertragspartei mittels
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Erklärung geltend (Schwenzer, a.a.O., N 3 zu Art. 31 OR). Diese Erklärung kann sowohl
ausdrücklich als auch konkludent sein (vgl. B. Schmidlin, N 67 zu Art. 31 OR, in: Berner
Kommentar, Band VI, 1. Abt., 2. Teilb., Unterteilb. 1b, Mängel des
Vertragsabschlusses, Art. 23-31 OR, Bern 1995); ausdrücklich kann sie sein, wenn eine
Partei erklärt, den Vertrag nicht halten zu wollen, während eine konkludente
Anfechtungserklärung beispielsweise im Verlangen der Rückgewähr bereits erbrachter
Leistungen oder der Rücksendung bereits empfangener oder der
Annahmeverweigerung angebotener Leistungen gesehen werden kann (Schwenzer,
a.a.O., N 3 zu Art. 31 OR). Die Anfechtungserklärung kann ebenfalls aus konkludentem
Verhalten entnommen werden, wenn der Anfechtende die Leistung verweigert oder
zurückhält (Schmidlin, a.a.O., N 70 zu Art. 31 OR). Die Anfechtungserklärung ist
formfrei, selbst wenn ein formbedürftiges Rechtsgeschäft angefochten wird
(Schwenzer, a.a.O., N 4 zu Art. 31 OR). Falls die Gegenpartei behauptet, die sich
irrende Partei habe das Vertragsverhältnis genehmigt, trägt erstere dafür die Beweislast
(BGE 108 II 106 E. 2a; Schwenzer, a.a.O., N 24 zu Art. 31 OR).
Die einjährige Frist des Art. 31 Abs. 1 OR beginnt gemäss Art. 31 Abs. 2 OR in den
Fällen des Irrtums und der Täuschung mit der Entdeckung. Falls der Gegner des
Irrenden geltend macht, die Jahresfrist sei unbenutzt abgelaufen, muss er dafür den
Beweis erbringen (BGE 59 II 240 E. 2; BGE 26 II 401 E. 4; Guhl/Koller/Schnyder/Druey,
a.a.O., § 16 N 25).
2.2.2. Die Beschwerdeführerin macht in bezug auf ihre drei Einwendungen geltend, es
sei erstellt – und im Entscheid der Vorinstanz auch so festgehalten – dass sie einen
anderen Vertrag abschliessen wollte, als er ihr heute vorgehalten werden wolle. Es sei
für sie notwendige Geschäftsgrundlage gewesen – und habe dies nach Treu und
Glauben auch sein dürfen –, dass die Kosten für die Strassenbeleuchtung der Praxis in
Z. und den Zusicherungen der zuständigen Gemeindeorgane entsprechend im
allgemeinen Erschliessungsbeitrag von Fr. 7.50 pro m für die Stromversorgung mit
enthalten waren.
Aus den vorliegenden Akten lässt sich nachvollziehen, dass die Beschwerdeführerin
eine Erklärung abgab, als sie am 17. Oktober 2002 gleichzeitig den
Erschliessungsvertrag und die Vereinbarung über die Stromversorgung des
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Baugebietes Lenter unterzeichnete, die ihrem Willen nicht entsprach. Mit den beiden
Verträgen, die sie eigenhändig unterzeichnete, hat die Beschwerdeführerin im Sinne
von Art. 24 Abs. 1 Ziff. 3 OR eine Leistung von erheblich grösserem Umfang
versprochen, als es ihr Wille war. Dies zeigen auch die beiden Rechnungen vom 9.
März 2007 bzw. 21. April 2009, welche die Beschwerdegegnerin der
Beschwerdeführerin zustellte. Die Beschwerdeführerin unterzeichnete die beiden
Verträge am 17. Oktober 2002 in der Annahme, die Kosten für die Strassenbeleuchtung
seien mit dem Betrag, den sie als Erschliessungsbeitrag von Fr. 7.50 pro m gemäss
der Vereinbarung für die Stromversorgung zu bezahlen sich verpflichtete, abgegolten.
Diese Zusicherung machte ihr – was die Beschwerdegegnerin im übrigen auch nicht
bestreitet – im Rahmen der Verhandlungen zu den Verträgen auch mündlich der
damalige Gemeindepräsident. Am Tag vor der Vertragsunterzeichnung wurde der
Beschwerdeführerin zudem ein Auszug des Protokolls der Gemeinderatssitzung vom 9.
Oktober 2002 versandt, der ebendiesen Sachverhalt festlegte. Ob – wie die
Beschwerdegegnerin vorbringt – ein "offizielles Protokoll" zu ebendiesem oder zu
einem späteren Zeitpunkt bestand, das einen anderen Sachverhalt wiedergab, ist
irrelevant: Die Beschwerdeführerin durfte davon ausgehen, dass die schriftlich
unterzeichneten Verträge den von der Beschwerdegegnerin ausgedrückten Willen
wiedergeben, ohne noch einmal im Detail zu prüfen, ob auch die beiden Verträge
wörtlich mit dem ihr zugesicherten Sachverhalt übereinstimmten. Auch bei einer
solchen Prüfung hätte die Beschwerdeführerin nicht davon ausgehen müssen, dass die
Verträge nicht mit dem ihr zugesicherten Sachverhalt übereinstimmten. Die
Beschwerdeführerin befand sich somit in einem Erklärungsirrtum, als sie die beiden
Verträge am 17. Oktober 2002 unterzeichnete; sie hat eine Leistung von erheblich
grösserem Umfang versprochen, als es ihr Wille war. Gemäss den beiden
unterzeichneten Verträgen wurde sie verpflichtet, die Kosten für die
Strassenbeleuchtung separat zu tragen, während sie die beiden Dokumente in der
Annahme unterschrieb, die Kosten für die Strassenbeleuchtung seien im
Erschliessungsbeitrag von Fr. 7.50 pro m eingeschlossen. Die Kosten für die
Strassenbeleuchtung betragen gemäss vorliegenden Rechnungen für die 1. und 2.
Etappe insgesamt Fr. 150'147.55, wobei die Rechnung für die 2. Etappe – da die
Strassenbeleuchtung für die 2. und 3. Etappe gleichzeitig erstellt wurde – gemäss
Auskunft der Beschwerdegegnerin auch die Kosten für die Strassenbeleuchtung der 3.
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– und letzten – Etappe umfasst. Der Betrag von Fr. 150'147.55 (inkl. Rechnung 2.
Etappe bzw. 2. und 3. Etappe vom 21. April 2009 über Fr. 111'330.55) lässt sich denn
auch – wie dies Art. 24 Abs. 1 Ziff. 3 OR voraussetzt – als Leistung von erheblich
grösserem Umfang bezeichnen, als es der Wille der Beschwerdeführerin war.
Der Vertragsabschluss in bezug auf den Erschliessungsvertrag vom 17. Oktober 2002 –
wie auch die Vereinbarung für die Stromversorgung des Baugebiets Lenter vom
17. Oktober 2002, was die Beschwerdeführerin allerdings nicht geltend macht – leidet
unter einem Mangel; zudem ist der Erklärungsirrtum der Beschwerdeführerin ein
wesentlicher. Es bleibt einzig zu prüfen, ob die Beschwerdeführerin – die sich im
Zeitpunkt der Vertragsunterzeichnung in einem Erklärungsirrtum befand – diesen
wesentlichen Irrtum rechtzeitig gegenüber der Beschwerdegegnerin zum Ausdruck
gebracht hat.
Wie aus den vorliegenden Akten hervorgeht, stellte die Beschwerdegegnerin mit
Schreiben vom 8. März 2007 bzw. – offenbar in der korrigierten Version vom 9. März
2007 gestützt auf den Erschliessungsvertrag vom 17. Oktober 2002 – für die Kosten
der öffentlichen Beleuchtung "Erschliessung Lenter 1. Etappe" der Beschwerdeführerin
eine Rechnung über Fr. 38'817.--. Diese Rechnung – aus unerfindlichen Gründen mit