# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** d4ef1bcd-8091-54a4-a27c-46b4ece2b346
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2021
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
Der 1981
geborene
X._
, unterdessen Vater zweier Kinder (geboren 2010 und 2018),
übte
ohne Berufsausbildung
verschiedene Hilfstätigkeiten
aus
. Zuletzt arbeitete
er seit Oktober 2005 bei der
Y._
AG
als Hilfsarbeiter auf dem Bau
(
Urk.
7/
2
und
Urk.
7/209/12
)
.
Am
2
8.
Januar 2006 erlitt er als Beifahrer einen Autounfall, bei welchem der Personenwagen
mit
einer
Betonwand
kollidiert
e
.
Die Suva als zuständige Unfallversicherung erbrachte in der Folge die gesetzlichen Leistungen
(
Urk.
7/
6/2
ff.
)
. Am
5.
April 2007
(Eingangsdatum) meldete sich
der Versicherte
mit Hinweis auf
Kopf-, Bein- und Rückenschmerzen
erstmals
bei der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, zum Leistungsbezug an (
Urk.
7/2
).
Zur Abklärung der medizinischen und erwerblichen Verhältnisse
zog
die IV-Stelle einen
Auszug aus dem individuellen Konto (Urk.
7/4) sowie die Akten
der Unfallversicherungen
bei (Urk.
7/6
-8, Urk.
7/12, Urk. 7/19, Urk. 7/23 und
Urk. 7/
31-33) und holte einen
Arbeitgeberbericht (Urk.
7/
9) sowie Berichte der behandelnden Ärzte ein (Urk. 7/25-26).
In der Folge liess sie den Versicherten durch
Dr.
med.
Z._
, Facharzt Psychiatrie und Psychotherapie,
b
egutachten (
Gutachten vom 2
5.
Dezember 2008,
Urk.
7/34-36).
Mit Verfügung vom 2
2.
Oktober 2009
sprach die IV-Stelle
dem Versicherten
wie vorbeschieden
vom
1.
Januar bis am 3
1.
Dezember 2007
eine ganze Invali
denrente zu
(
Urk.
7/64). Am
1
1.
Januar 2010 (Eingangsdatum)
stellte der Versicherte durch seinen behandelnden
Psychiater
bei der IV-Stelle ein Zusatz
gesuch auf Umschulung/Wiedereingliederung (Urk.
7/66).
Mit Mitteilung vom 1
6.
Juni 2010 wurde dem Versicherten
schliesslich
Kostengutsprache für
be
ruf
liche Massnahmen in Form einer
Arbeitsvermittlung
erteilt (
Urk.
7/75
ff.
).
Am
1
1.
Februar 2011
teilte
der Beschwerdeführer
der IV-Stelle
erneut
mit, dass er
eine Umschulung
absolvieren
möchte
(
Urk.
7/88).
Ab
April 2011
arbeitete
er wieder
in einem 100%-Pensum
auf dem Bau
als Bohrmitarbeiter
(
Urk.
7/102-103). In der Folge lehnte die IV-Stelle mit Mitteilung vom 2
6.
September 2011 Kostengutsprache für eine Umschulung ab (
Urk.
7/106 ff.). Kurzzeitig arbeitete er im Jahr 2012 als Gärtner, da diese Tätigkeit für sein Bein schonender war. Da das Arbeitsumfeld für ihn nicht stimmte, wechselte er
trotz
der starken Belastung
für sein Bein
wieder in seine Tätigkeit als Bohrmitarbeiter zurück
(
Urk.
7/114 und Urk. 7/116
)
.
Am
1.
März 2017
schlug sich
der Versicherte
beim
Ankuppeln eines
Anhänger
s
das Knie an
(
Urk.
7/
128/3).
Wiederum erbrachte die Suva als zuständige Unfall
versicherung die gesetzlichen Leistungen (
Urk.
7/128/7).
Am
3.
August 2017
(Eingangsdatum) erhielt
IV-Stelle
unter Hinweis auf
eine Knieverletzung und psychische Störungen
abermals ein Leistungsbegehren de
s
Versicherten
(Urk.
7/121
).
Zunächst
zog die IV-Stelle einen Auszug aus dem individuellen Konto (
Urk.
7/125) sowie die
Unfallakten
bei (Urk.
7/126
, Urk. 7/128 und Urk. 7/135-140
).
Mit Mitteilung vom 1
2.
Dezember 2017 teilte die IV-Stelle dem Versicherten mit, dass aufgrund seines Gesundheitszustandes zurzeit keine
Eingliederungs
massnahmen
möglich
seien (
Urk.
7/131)
. Sodann holte
sie Berichte der behandelnden Ärzte ein (Urk.
7/148
und Urk. 7/
150)
, die
b
erufliche Standort
bestimmung vom 2
2.
Juni 2018
der Rehaklinik
A._
(Urk.
7/152)
,
weitere
Akten der Suva
(
Urk.
7/155
-157
) sowie eine
n
Arbeitgeberbericht ein (Urk.
7/158). Mit Mitteilung
vom 2
7.
August 2018 gewährte die IV-Stelle dem Versicherten
schliesslich
Kostengutsprache
für
ein
Belastbarkeitstraining
(Urk.
7/161 ff.).
Nachdem der Versicherte am
2
2.
November
2018 einen Auffahrunfall mit seinem Personenwagen verursacht hatte
(
Urk.
7/195/121
)
, erbrachte die Suva abermals die gesetzlichen Leistungen
(
Urk.
7/
198/4
)
und
die IV-Stelle beendigte
mit
Mitteilung vom 1
1.
Dezember
2018
vorzeitig
das Belast
barkeit
straining
(
Urk.
7/184).
Im Anschluss wurden
die Akten der Suva (Urk.
7/
186-
187
,
Urk.
7/
194
-196) sowie
aktuelle
Arztberichte eingeholt (Urk.
7/197-199)
und die IV-Stelle
liess
den Versicherten durch die Gutachtenstelle
B._
polydis
zip
linär (allgemein-internistisch, neurologisch,
neuropsychologisch, psychiat
risch
, orthopädisch chirurgisch und
traumatologisch
) begutachten (Expertise vom
17.
Januar 2020
,
Urk.
7/
209-210
).
Mit Vorbescheid vom
1
4.
Februar 2020
stellte die IV-Stelle dem Versicherten
die Abweisung des Rentenbegehrens in Aussicht
(
Urk.
7/
218
), wogegen er am
1
3.
März 2020 Einwand erhob
(
Urk.
7/22
0).
Mit Verfügung vom 2
7.
März 2020 wies die IV-Stelle das Leistungsbegehren des Versicherten ab (Urk. 2).
2.
Dagegen erhob der Versicherte am
1
8.
Mai 2020
Bes
chwerde und beantragte, es sei
ihm in Aufhebung der angefochtenen Verfügung
eine ganze Rente zuzu
sprechen, eventualiter sei die Sache an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen, damit
diese weitere Abklärungen
vornehme und hernach nochmals über die gesetzlichen Leistungen entscheide
(
Urk.
1). Mit Beschwerdeantwort vom
2
3.
Juni 2020
schloss die IV-Stelle auf Abweisung der Beschwerde (
Urk.
6), was dem Beschwerdeführer mit Verfügung
7.
Juli 2020
angezeigt wurde (
Urk.
8).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Akten wird, soweit erfor
derlich, im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts
,
ATSG
). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesund
heit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbs
unfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG)
Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen
wieder herstellen
, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
Die Annahme eines psychischen Gesundheitsschadens im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG sowie Art. 3 Abs. 1 und Art. 6 ATSG setzt eine psychiatrische, lege
artis
auf die Vorgaben eines anerkannten Klassifikationssystems abgestützte Diagnose voraus (vgl. BGE 145 V 215 E. 5.1, 143 V 409 E. 4.5.2, 141 V 281 E. 2.1, 130 V 396 E. 5.3 und E. 6). Eine fachärztlich einwandfrei festgestellte psychische Krank
heit ist jedoch nicht ohne weiteres gleichbedeutend mit dem Vorliegen einer Invalidität. In jedem Einzelfall muss eine Beeinträchtigung der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit unabhängig von der Diagnose und grundsätzlich unbesehen der Ätiologie ausgewiesen und in ihrem Ausmass bestimmt sein. Entscheidend ist die nach einem weitgehend objektivierten Massstab zu beurteilende Frage, ob es der versicherten Person zumutbar ist, eine Arbeitsleistung zu erbringen (BGE 145 V
215 E. 5.3.2, 143 V 409 E. 4.2.1, 141 V 281 E. 3.7, 139 V 547 E. 5.2, 127 V 294 E. 4c; vgl. Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.4
War eine Rente wegen eines zu geringen Invaliditätsgrades verweigert worden und ist die Verwaltung auf eine Neuanmeldung eingetreten (Art. 87 Abs. 3
der Verordnung über
die Invalidenversicherung, IVV
, so ist im Beschwerdeverfahren zu prüfen, ob im Sinne von Art. 17 ATSG eine für den Rentenanspruch relevante Änderung des Invaliditätsgrades eingetreten ist (BGE 117 V 198 E. 3a mit Hinweis).
1.5
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 256 E. 4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden können (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E. 4b/cc).
1.6
Versicherungsträger und das Sozialversicherungsgericht haben den Sachverhalt von Amtes wegen festzustellen und die Beweise frei, das heisst ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Sie haben alle Beweismittel, unabhängig davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuver
lässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruches gestatten. Insbesondere dürfen sie bei einander widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum sie auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellen (BGE 125 V 351 E. 3a).
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist also entscheidend, ob er für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten begründet sind. Ausschlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a).
1.7
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der Einkommensver
gleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander
ge
gen
übergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invalidi
täts
grad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2, 128 V 29 E. 1).
2.
2.1
Im angefochtenen Entscheid wurde erwogen, ausweislich de
s
Gutachten
s
der
B._
se
i
der Beschwerdeführer seit dem
1.
März 2017 in seiner bishe
rigen Tätigkeit als Bo
h
rgehilfe eingeschränkt. Seit April 2017 bestehe jedoch wieder eine 80%-
ige
Arbeitsfähigkeit in der bisherigen oder in einer körperlich angepassten Tätigkeit.
Eine durchschnittliche Arbeitsunfähigkeit von 40
%
während eines Jahres sei somit nicht gegeben, weshalb kein Anspruch auf eine Invalidenrente bestehe
(Urk. 2)
.
2.2
Der Beschwerdeführer stellte sich demgegenüber auf den Standpunkt, dem Gutachten fehle eine Verlaufsbeurteilung und die Wechselwirkung zwischen den einzelnen Leiden
sei nicht berücksichtigt worden
. Ebenfalls fehle dem Gutachten eine Schweregradgewichtung, was aber für die folgende Leistungsbeurteilung essentiell sei
. Auffallend sei, dass eine interdisziplinäre Diskussion nicht trans
parent sei. Ein formalisierter Satz, wonach die Beurteilung
konsensual
zustande gekommen sei, ersetze keine echte interdisziplinäre Diskussion. Bei
dem
Leiter der Gutachterstelle
B._
handle es sich um den langjährigen ehemaligen Direktor
einer
Sozialversich
erungsanstalt
(SVA). Dieser habe seine Stelle im Jahr 2010 gekündigt, da gegen ihn ein Disziplinarverfahren eröff
net
worden sei. Inzwischen sei er
Geschäftsführer und Delegierter des Verwal
tungsrates der
B._
. Daher werde angezweifelt, dass die
B._
wirklich neutral sei. Sodann gebe es in Tat und Wahrheit keine leichte körperliche Hilfsarbeitstätigkeit. Aus diesem Grund sei die Sache
eventualiter
an die B
eschwerdegegnerin
zurückzuweisen, damit sie weiter Abklärungen tätige und hernach nochmals über die Ansprüche entscheide.
Darüber hinaus sei
die Aussage der Beschwerdegegnerin, eine
Arbeitsunfähigkeit
von mehr als 40
%
während eines Jahres sei nicht gegeben
,
nachweislich falsch. Die im
Feststellung
bericht erfasste Arbeitsunfähigkeit stimme nicht mit den
eingereichten
Arztberichten und Arztzeugnissen bzw. den Suva-Akten überein.
Er
sei nachweislich vom 2
8.
Februar
2017
bis am 2
3.
Mai 2018 zu 100
%
arbeits
unfähig gewesen. Ferner habe
er das
Belastungstraining aus
gesundheitlichen
Gründen wieder
abbrechen müssen
.
In der Verfügung fehle jede Auseinander
setzung mit diesem Umstand.
Am 2
8.
November 2018 habe er erneut einen Autounfall erlitten und sei deshalb
seit dem
7.
Januar 2019
voll
arbeitsunfähig
(
Urk.
1)
.
3.
3.1
Vergleichsbasis im vorliegenden Neuanmeldeverfahren (vgl. E. 1.4) bildet der Entscheid vom
2
2.
Oktober 2009
(
Urk.
7/64
), welchem in medizinischer Hinsicht im Wesentlichen
das psychiatrische Gutachten von
Dr.
Z._
vom
2
5.
Dezember 2008
(
Urk.
7/
34
)
und
die
Stellungnahme des RAD vom 20. Februar 2009
(
Urk.
7/41
/7
)
zugrunde liegen.
3.2
Dr.
Z._
erhob in seinem Gutachten vom 2
5.
Dezember 2008 die Diagnose einer
Dysthymia
, ICD-10: F34.
1.
Die als Verdeutlichungstendenz zu wertende
n
Befunde zur Psychomotorik, zur emotionalen Selbstbewertung und zu körper
lichen Missempfindungen würden eine objektive Beurteilung erschweren. Zudem zeige sich eine
aussergewöhnlich
grosse
Diskrepanz zwischen subjektiver und
objektiver
Einschätzung
der psychischen Befindlichkeit.
Sodann
müssten im Fall des Beschwerdeführers
verschieden
e
psychosoziale Faktoren wie Herkunft und
fehlende
Ausbildung, ganze Rente des Vaters,
finanzielle
Sorgen, Ehekonflikte, Verärgerung über Ärzte der Suva etc.
mitberücksichtigt
und von krankheits
bedingten, objektivierbaren Befunden abgegrenzt werden
(Urk.
7/34/13
-14
)
.
Eine Minderung der Arbeitsfähigkeit lasse sich aus rein psychiatrisch-psychotherapeu
tischer Sicht nur durch eine
Dysthymia
begründen. Dies werde in der aktuellen Rechtsanwendung jedoch abgelehnt (
Urk.
7/34/18).
3.3
Dr.
med.
C._
,
Fachärztin
Innere
Medizin
,
führte in ihrer Stellungnahme vom 20. Februar 2009 für den RAD aus, auf das Gutachten von
Dr.
Z._
könne abgestellt werden, da es umfassend sei, die gesamte Aktenlage und sämtliche Beschwerden des Beschwerdeführers berücksichtige. Es sei nachvollziehbar und in
seiner
Feststellung plausibel. Demnach sei beim Beschwerdeführer aus
psychiatrisch
-
psychotherapeutischer
Sicht keine Arbeitsunfähigkeit begründet. Gesamthaft sei der Beschwerdeführer aus versicherungsme
dizinischer Sicht
seit
Januar 2006 in seiner bisherigen Tätigkeit als Bauarbeiter zu 100
%
arbeitsun
fähig und seit September 2007 zu 100
%
in einer angepassten Tätigkeit
arbeits
fähig
. Das Tätigkeitsprofil umfasse eine körperlich leichte bis mittelschwere Tätigkeit in Wechselbelastung ohne
Heben
und Tragen und
Transportieren
von Lasten > 15 kg.
Längere
Tätigkeiten in Hockstellung oder
kniende
Tätigkeiten
sowie
Überkopfar
b
eiten seien nicht mehr möglich
(
Urk.
7/41
/7).
4.
4.1
Die Beschwerdegegnerin stellte in der angefochtenen Verfügung
vom 2
7.
März 2020
(
Urk.
2)
im Wesentlichen auf
das
polydisziplinäre Gutachten
der
B._
vom 17.
Januar 20
20
7
ab (
Urk.
7/
209-2011
). Darin werden die bis zur Begut
achtung des Beschwerdeführers aktenkundigen medizinischen Berichte zusammengefasst (
Urk.
7/
209/36,
Urk.
7/209/42-
7
0 und
Urk.
7/210/1-2
), weshalb sie an dieser Stelle nicht noch einmal wiedergegeben werden. Soweit erforderlich, wird in den nachfolgenden Erwägungen aber darauf Bezug genommen.
4.2
Dr.
med. univ.
D._
, Facharzt Psychiatrie und Psychotherapie,
Dr.
med.
E._
, Fachärztin Neurologie, med.
pract
.
F._
, Assistenzarzt Neurologie, Dipl.-Psych.
G._
, Fachpsychologin Neuro
psychologie,
Dr.
med.
H._
, Facharzt Orthopädische Chirurgie,
Dr.
med.
I._
, Facharzt Innere Medizin
, erhoben im Gutachten vom
17.
Januar 2020 mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
die Diagnosen einer chronischen Schmerzstörung mit psychischen und somatischen Faktoren
, ICD-10
:
F45.4.1
,
und eine re
zidivierende depressive Störung
, gegenwä
rtig
leichtgra
dig
,
ICD-10
:
F33.0 (
Urk.
7/209/5).
A
ls Diagnosen ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit verbl
ie
ben
(
Urk.
7/
209/6)
:
-
Panikstörung (episodisch paroxysmale Angst), ICD-10
:
F41.0
-
Häufig auftretender episodischer Kopfschmerz vom Spannungstyp
, ICD-10: G44.2
-
Episodischer kurzandauernde Schwindelattacken
mit
orthostatischer
und ph
o
bischer Komponente
,
ICD-10: R
42
-
Cervikales
Schmerzsyndrom ohne
Radikulopathie
, ICD-10: M54.2
-
Umschriebene Hypäst
h
esie des rechten
lateralen
Unterschenkels, DD
:
Läsion eines sen
siblen Hautnerven
s
, ICD-10: R20.1
-
Knorpelfissuren
femoro-patellär
trochleär
Knie rechts
-
Minimale Sp
o
n
d
ylose und
Unkoverteb
ra
larthrose
HWK 3-7 bei St. n. mehreren Distorsionstraumata der HWS, dokumentiert sind Schleuder
trauma 2005 und 2018
-
Bewegungseinschränkung OSG links
,
leicht prominente Narbe über
M
alle
olus
medialis
-
S
t
. n.
Tibiafraktur
re
c
hts, nach Marknagelosteosynthese, nach Metallent
fernung, beschwerdefrei
-
St. n. Entfernung Fadengranulom proximale Unterschenkel medial rechts, beschwerdefrei
-
St. n. sub
kapitaler
Metatarsale
V-Fraktur links, beschwerdefrei
-
Adipositas WHO Stadium I mit BMI von 32.5 kg/m2
-
Episodische Tachykardie-Anfälle bei mehrmals negat
iven kardiologischen Abklärungse
rgebnissen
-
Knie links:
C
h
ondropathie
femoro-patellär
, Extensionsdefizit, Muskelatro
phie Oberschenkel bei St. n.
Tibiakopffraktur
, nach
Osteo
synt
h
e
se
, nach Metallentfernung (ICD-10:
M17.3, M99.96 M62.55)
Interdisziplinär hielten die Gutachter fest, aus psychiatrischer Sicht zeig
t
e
n
sich die Kriterien für das Vorhandensein einer chronischen Schmerzstörung mit psychischen und somatischen Faktoren sowie das Vorhandensein einer derzeit l
e
icht ausgeprägten rezidivierend
en
depressiven Störung mit
Auswirkung
auf die Arbeitsfähigkeit erfüllt. Es seien wiederkehrende Angstattacken mit
Herzklopfen
, Ersti
ckungsgefühlen und Brustsch
m
er
zen exploriert worden, welche unter der Diagnose Panikstörung ohne Auswirkung auf die
Arbeitsfähigkeit
eingeordnet werden könnten. Die Diagnos
e
kriter
i
en für das Vorhandensein einer
posttrauma
tischen Belastungsstörung
(PTBS)
seien nicht erfüllt. In der Aktenanamnese seien ein maladaptives Überzeugungs- und Bewältigungsmuste
r
mit Schonhaltung und Selbstlimitierung i
n
vielen Aktivitäten dokumentiert, sowie zeige sich die Symptomvalidierung der
Neuropsychologie
auffällig, sodass die subjektiv erleb
ten kognitiven Defizite nicht objektiviert werden könnten. Aus
psychiatrischer
klinischer Sich
t
werde gerade vor dem Hintergrund des maladaptiven
Ü
berzeu
gungs
- und Bewältigungs
mu
s
ters bei bestehender, schwerer psychosozialer
Belastungssituation
die gezeigte
Symptomatik
nicht als nicht
authentische
Beschwerdeschilderung, sondern als Symptomverdeutlichung eingeordnet. Die Antidepressiva würden
regelmässig
eingenommen
. Aus
orthopädisch
-
trauma
tologischer
Sicht bestehe keine objektivierbare Einschränkung der körperlichen Leistungsfähigkeit, welche zu einer Einschränkung der Arbeitsfähigkeit sowohl in angestammter als auch in angepasster Tätigkeit führe. Aus neurologischer und internistischer Sicht ergäben sich ebenfalls keine Erkrankungen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (Urk.
7/209/5).
Im Hinblick auf die Arbeitsfähigkeit im angestammten Beruf stünden aus orthopädischer Sicht keine Therapiemass
nahmen zur Verbesserung der Leistungsfähigkeit zur Verfügung. Bei Optimierung der Therapie aus psychiatrischer Sicht könnten gerade im Rahmen der
Schmerzwahrnehmung sowie des sekundären Krankheitsgewinns Verbesserungen der Arbeitsfähigkeit erreicht werden (
Urk.
7/209/7).
Zur Arbeitsfähigkeit hielten die Gutachter fest, aus polydisziplinärer Sicht seien die
psychiatrischen
Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit führend. Es bestehe sowohl in
angepasster
als auch in angestammter
Tätigkeit
aufgrund
einer
erhöhten
Schmerzwahrnehmung bei
bestehender leichter, rezidivierend
er
depr
e
s
s
iver Störung e
b
enfalls eine leichte
Einschränkung
der
Arbeitsfähigkeit
. Da die Einschränkung von
psychiatrischer
und
somatischer
Seite im
Hinblick
auf eine leidensadaptierte Tätigkeit nur gering ausgeprä
g
t
sei
, sei keine negative Wechselwirkung der fächerübergreifenden Diagnosen zu
erwarten
und aus diesem Grund könne es auch zu keiner Summation der fachspezifisc
h
e
n
Arbeits
unfähigkeiten kommen (
Urk.
7/209/5).
In der Zusammenschau der Befunde besteh
e
in der angestammten Tätigkeit seit Februar 2017 und bis auf weiteres eine Arbeitsfähigkeit von 80
%
. In angepasster Tätigkeit bestehe aus interdis
ziplinärer Sicht seit Februar 2017 eine Arbeitsfähigkeit von 80
%
. Die leichte Minderung der Leistungsfähigkeit in einer angepassten sowie angestammter Tätigkeit sei
sowohl
auf
einen
erhöhten
Pausenbedarf als auch auf eine
vermin
derte
Konzentration
und Aufmerksamkeit bei Da
uerbelastungen bzw. vermehrter S
chmerzwahrnehmung zurückzuführen (
Urk.
7/209/7).
4
.3
Die neuropsychologische Teilgutachterin führte im Einzelnen an, in der Gesamt
beurteilung unter Einbezug der Ergebnisse der durchgeführten
Beschwerdenvali
dierungsverfahren
, des Testprofils und der Verhaltensbeobachtung se
i die Mitwirkung des Beschwerdeführers
in der Untersuchung als unzureichend einzu
schätzen. Aufgrund der vermi
nderten Leitungsbereitschaft (
Eff
ort
) in der Testung habe kein valides Testprofil erhalten werden können. Mit den in den Akten angegebenen Diagnosen seien die aktuell erhobenen z.T. schweren Minderleis
tungen nicht zu vereinbaren (
Urk.
7/209/15).
Die
neurologische Teilgutachter
in
hielt ergänzend fest, im Vordergrund stünden Kopfschmerzen, Schwindel und Nackenschmerzen.
Die auf der Anamnese basierende rechnerische
Erstmanifestation des
Ko
pfsc
h
merzes zwischen 2016 und 2017 schliesse eine posttraumatische Ursache aus
, da in jenem Zeitraum kein Kopftrauma dokumentiert sei
en
. Die Nackenschmerzen seien muskulär bedingt
, wofür die
Myogelosen
der Nackenmuskulatur sprächen
. Hinwiese für eine
Radikulopathi
e
cervikobrachial
bestünden keine. Der Schwindel
dürfe
aufgrund der anamnestischen Beschreibung eine
orthost
at
ische
Komponente haben und bei
auffallender
Ablenkbarkeit eine phobische Komponente
. Klinische Hinweise für eine zentrale oder peripher-vestibuläre Komponente bestünden nicht. Die umschriebene Hypästhesie des lateralen Unterschenkels rechts dürfe
a.e
.
auf eine
Hautastläsion eines sensiblen Hautnervens in jene
r Region zurückzuführen sein
, allenfalls entstanden im Rahmen der Operation bei
Tibiaschaftfraktur
rechts
(U
r
k.
7/
209/26)
.
Der orthopädische
/
traumatologische
Teilgutachter führte
im Detail
an,
die
Tibia
frakturen
von 2006 zeigten gute radiologische Ergebnisse. I
m Februar
2017
(richtig: März)
habe der
Beschwerdeführer
eine Distorsion bzw. Kontusion am Knie links erlitten. Seither gehe er keiner Tätigkeit mehr nach. Zwei
Wochen
nach dieser Kniekontusion sei ein MRI vom Knie links gemacht
worden
,
das
eine
Chondropathie
fem
oropatella
r
, Grad
lll
patellaseits
, Grad l
trochleaseits
zeige. Das MRI ein Jahr später zeige keine Veränderung der Befunde, es sei zu keiner Zunahme der
Chondropathie
femoropatell
a
r
gekommen. Dies
spreche dafür, dass die Knorpe
lschäden vorbestehend gewesen seien und nicht beim Unfall im Februar
2017
(richtig: März)
aufgetreten sei
en
. Für den vorbestehenden Knorpel
schaden sp
reche auch der Eintrag in der Krankheitsgeschichte
vom Unispital
J._
ein Jahr nach dem Unfall (03/2007), wo als Diagnose «
Anterior
knee
pain
»
stehe.
Es bestehe eine leichte Streckhemmung und eine leichte Muskelatrophie am Oberschenkel. Nach längerer Belastung würden die Beschwerden zunehmen. Grobpathologische klinische und radiologische Befunde seien an der HWS nicht feststellbar.
Bis auf die
Einschränkungen
am
Knie und
am
OSG links bestünden keine weiteren somatischen Probleme. Damit könne der Beschwerdeführer alle Tätigkeiten ausüben, die
das Knie und OSG links schonen
(
Urk.
7/209/33)
.
Der allgemein-internistische Teilgutachter führte
in seinem Gutachten zudem aus, d
ie seit Mai 2015 wiederkehrenden Tachykardie-Anfälle seien umfangreich abgeklärt worden und hätten keine kardiologische Ursache. Sie würden auf die Panikstörung zurückgeführt (
Urk.
7/209/40).
5.
5.1
Das polydisziplinäre Gutachten der
B._
vom 17.
Januar 2020
(Urk. 7/209
-210
) beruht auf umfassenden fachärztlichen psychiatrischen, neuropsychologischen, neurologischen, orthopädischen und allgemeininternis
tischen Untersuchungen und wurde in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) verfasst (Urk. 7/209/36, Urk. 7/209/47-70 und Urk. 7/210/1-2). Die vorhandenen Arztberichte wurden sorgfältig gewürdigt (Urk. 7/16-19,
Urk.
7/26,
Urk.
7/29,
Urk.
7/32-33 und
Urk.
7/40). Die Gutachter haben detaillierte Befunde und hieraus begründete Diagnosen erhoben, die geklagten Beschwerden berücksich
tigt und sich mit diesen sowie dem Verhalten des Beschwerdeführers ausführlich
auseinandergesetzt. Zudem haben sie die medizinischen Zustände und Zusam
menhänge einleuchtend dargelegt und ihre Schlussfolgerungen nachvollziehbar begründet. Das Gutachten erfüllt daher die
rechtsprechungsgemässen
Anforde
rungen an beweiskräftige ärztliche Entscheidungsgrundlagen (vgl. E. 1.
6
).
5.2
Aus somatischer Sicht k
ritisierte der Beschwerdeführer
das Gutachten
insbeson
dere
dahingehend
,
dass
die begutachtende
Neurologin
einer Schmerzstörung oder Nervenbahnschädigung nicht
nachgegangen
sei
, die Schmerzen im Nacken nach
wie vor nicht abgeklärt
seien und das
s
zur Beurteilung des Schwindels
ein
ORL-Arzt
hätte beigezogen werden müssen
(
Urk.
1
Ziff.
24-2
6
)
.
Im Rahmen der
umfangreichen
Untersuchung
en
konnte
die begutachtende Neurologin
keine Beeinträchtigung der Motorik
oder des
muskuloskelettalen
Status
feststellen
und
lediglich eine
leichte Sensibilitätsstörung
für alle Qualitäten am lateralen
Unter
schenkel rechts ohne klaren
Dermatombezug
bei jedoch erhaltener Sitz-Stumpf-Diskrimination.
Die Nackenschmerzen konnte
sie aufgrund der
Myogelosen
als lokal und muskuläre
n
Ursprungs taxieren. Daher ist nicht zu beanstanden, dass sie es dem orthopädischen Gutachter
überliess
zu eruieren, ob sich
die Nacken
schmerzen
auf die
Arbeitsfähigkeit
auswirken
könn
t
en, zumal
sie keine Hinwiese
auf
eine
Ra
d
ik
ulopathie
z
ervikobrachial
erkennen konnte
. Sodann
konnte sie anlässlich ihrer Exploration am 25.
November 2019 keine Schwindelsensation auslösen und hielt in ihrer Beurteilung fest, dass
keine klinischen Hinw
e
i
se für eine zentrale oder peripher-v
e
stibuläre Komponente
bestünden
(
Urk.
7/209/25-26)
.
Was den geklagten Schwindel betrifft, so ist darauf hinzuweisen,
dass dieser a
uch für den Beschwerdeführer nicht
eine arbeits
beeinträchtigende Relevanz zu haben scheint.
Gemäss
den Akten e
rwähnte
er
diesen
bis anhin in keiner ärzt
lichen Untersuchung
-
auch nicht nach dem Auff
ahrun
fall am
22. November
2018
,
seit
welchem
er
über
neu hinzugetretene
Nackenschmerzen klagte
.
Selbst
in der
Exploration
vom
25. November 2019
bejahte er
den Schwindel
erst auf
Nachfrage der Neurologin und erwähnte,
dieser
trete jeweils auf, wenn er den Kopf schnell bewege oder zu schnell aufstehe. Dann käme es 1-2 Sekunden zu einem
Schwankschwindel
, der dann schnell wieder
s
istiere (
Urk.
7/209/22). Demnach kann dem Schwindel mit überwiegender Wahrscheinlichkeit keine Relevanz für die
Arbeitsfähigkeit
zukommen
.
Somit
kam die begutachtende Neurologin zum überzeugenden Schluss, dass nie relevante einschränk
ende Diagnosen bestanden hätten. An dieser Stelle
ist anzumerken, dass
sämtliche von
ihr
in Deutschland erworbenen
Titel
am 2
4.
Januar 2018 durch die
Schweiz anerkannt wurden
(https://www.medregom.admin.ch)
.
Wie die neurologische Beurteilung basiert auch die orthopädische auf umfangreichen Untersuchungen
.
Dabei
setzte sich der
begutachtende Orthopäde
insbesondere
mit den radiologisch erhobenen Befunden auseinander
.
In der Exploration vom 26.
November 2019
konnte bei der Untersuchung der Halswirbelsäule lediglich ein leichtes Ziehen im Nacken
erhoben werden
, weshalb den geklagten Nackenschmerzen aufgrund der Stärke keine Relevanz in der Diagnosee
rhebung zu
ge
ordnet wurde
, zumal diese nach
der
Schilderung des Beschwerdeführer
s
nicht dauernd bestünden (Urk.
7/209
/28
) und
darüber hinaus
von der begutachtenden Neurologin als
muskulär bedingt
eingeordnet werden konnten
.
5.3
Aus psychiatrischer Sicht machte der Beschwerdeführer unter
anderem geltend, in Bezug auf
d
en
Schweregrad der depressiven Symptomatik
müsse auf die Einschätzungen von
Dr.
K._
im Bericht vom
1
3
.
Mai 2020
(vgl
.
Urk.
3/4
)
a
bgestellt werden.
Gemäss
Dr.
K._
liege beim Beschwerdeführer eine depres
sive Störung einer mittel- bis zeitweise
schwergradigen
Symptomatik vor
(
Urk.
1 Ziff.
14)
.
Dem ist entgegenzuhalten, dass
der begutachtende Psychiater
sämtliche von
Dr.
K._
erhobenen Befunde
berücksichtigte
und in die Beurteilung
einfliessen liess
. Der Umstand allein, dass behandelnde Fachärzte eine vom eingeholten Gutachten abweichende Meinung
äussern
, gibt nicht Anlass zu weiteren Abklärungen und vermag das Gutachten nicht in Frage zu stellen; anders würde es sich dann verhalten, wenn die behandelnden Ärzte konkrete objektiv fassbare Aspekte namhaft machen, die den ärztlichen Experten entgan
gen sind oder mit denen sie sich nicht befasst haben (vgl. Urteil U 58/06 des Bundesgerichts vom
2.
August 2006 E. 2.2) – was vorliegend allerding
s
nicht der Fall ist
. Im psychiatrischen Teilgutachten wurde schlüssig dargelegt,
dass aufgrund des erhobenen psychopathologischen Befunds die Kriterien für das Vorh
andensein einer rezidivierend
en
d
e
pre
ssiven Störung, leichtgradig, erfüllt seien
. Sodann könn
e
gerade in Hinblick auf die festgestellten Inkonsistenzen bezüglich der neuropsychologischen Ergebnisse der Einschätzung der behandeln
den
Psychiatrien
bezüglich dem Schweregrad nicht gefolgt werden (
Urk.
7/209/
17-18)
.
Die
beim Gutac
hten mitwirkende Neuropsychologin
begrün
dete einlässlich, weshalb
in der Testung kein valides Testprofil erhalten werden konnte. Daraufhin
hätten
zwei unabhängig
angewandte
Beschwerdevalidierungs
verfahren
, welche insbesondere
auch
für Personen mit niedriger Bildung oder Intelligenzminderung
-
und nicht nur für Patienten mit einem schweren Schädel
hirntrauma
-
ohne Probleme zu bewältigen
seien
, hingedeutet
. Nach diesen
habe der Beschwerdeführer
in sämtlichen erhobenen Parametern der Symptomvalidie
rung Ergebnisse auf Zufallsniveau
erzielt
. Somit sei
in
der Gesamtbeurteilung die Mitwirkung des Beschwerdeführers in der Untersuchung als unzureichend einzu
schätzen
gewesen
. Hinzu komme,
dass die in den Akten angegebenen Diagnosen
nicht mit den zum Teil erhobenen schweren M
inderleistungen zu vereinbaren seien
(
Urk.
7/210/5-6).
Diese Ausführungen sind
nachvollziehbar und konklu
dent
.
Daran ände
rt auch der durch den Beschwerdeführer behauptete Umstand nichts, die Mitwirkung an den Tests sei aufgrund einer Kombination der Panik- und Konzentrationsstörung mit einer Überforderung unzureichend gewesen
(
Urk.
1
Ziff.
29)
. Denn darauf angesprochen, entgegnete der Beschwerdeführer
anlässlich der Begutachtung
, die Flut von Informationen auf dem Computer habe ihn überwältigt, weshalb in ihm der Drang
aufgekommen sei,
irgendetwas zu drücken, sodass es zur Verfälschung der Ergebnis
se gekom
men sei (Urk.
7/209/19).
Da
mit
steht fest
, dass
die Testergebnisse
auf Zufalls
niveau
basieren
, da der Beschwerdeführer nicht korrekt mitwirkte
.
Sodann wurde
die Überforderung bei der Testdiagnostik
aufgrund der psychiatrischen Einschränkungen bei der Beurteilung der Arbeitsfähigkeit berücksichtigt, indem sie
unter and
e
rem zu einer
mässigen
Einschränkung der
Fähigkeit
sich an
„
Regeln und Routinen
anzupassen
“
führte
,
mithin in
die
um 20
%
reduzierte
Arbeits
fähigkeit
einfloss
(
Urk.
7/209/20)
.
Demnach
konnte sich
der
begutachtende
Psychiater
den von
einer spezialisierten Fachperson
erhobenen
neuropsycholo
gischen Ergebnissen vollumfänglich
anschliessen
, wobei er diese entgegen der Ansicht des Beschwerdeführers
(
Urk.
1
Rz
.
1.
20
und
Ziff.
22
)
nicht ohne eigene Würdigung übernahm
.
Denn
die
neuropsychologischen
Ergebnisse
auf Zufalls
niveau
bei
der Beschwerdevalidierung
wurden
unter Berücksichtigung der psychiatrischen Einschätzung (U
r
k.
7/209/19)
im interdisziplinären Kontext
– anders als
im
neuropsychologischen
Gutachten
festgehalten
–
nicht
als Hinweis auf eine
bewusste
Aggravation oder Simulation kognitiver Bee
inträchtigungen - gewertet
,
sondern als Symptomverdeutlichung
(U
r
k.
7/
209/5
). Letzteres
erscheint umso überzeugender
,
als der Beschwerdeführer
bereits in der kurzen
psychiat
rischen Testdiagnostik 2008 durch
Dr.
Z._
Anzeichen für Verdeutlichungsten
denzen
gezeigt
hat
te
(E. 3.2)
und
der begutachtende Psychiater
a
ktenanamnes
tisch ein maladaptives Überzeugungs- und Bewältigungs
muster mit Schonhaltung und Selbstlimitierung
erheben konnte (
Urk.
7/209/19). Nicht
einzusehen ist, weshalb
die bisherigen medizinischen
Akten nich
t berücksichtigt werden
sollen
, da eine valide
medizinische
Beurteilung
gerade
nur unter deren B
erücksichtigung entstehen kann und
es
insbesondere im Neuanmeldeverfahren auch darum geht, die
Verhältnisse
bei
der ersten Ablehnungsverfügung mit den aktuellen zu vergleichen
.
Ferner zielt auch das
vom Beschwerdeführer erhobene Argument, die Diagnose der leichten Depression sei nicht nach wissenschaftlichen Standards
bzw. mit einem Test
(Urk.
1
Ziff.
18
)
erhoben worden,
ins Leere, da
solchen
Te
stverfahren
im Rahmen einer psychiatrischen Begutachtung
ohnehin
höchstens eine ergänzende Funktion
zukommen
dar
f
. Entscheidend
ist
die klinische Untersuchung mit Anamnese
erhebung, Symptomerfassung und Verhal
tensbeobachtung (Urteile 8C_772/2016 vom 2
3.
Januar 2017 E. 6.1 und 8C_578/2014 vom 1
7.
Oktober 2014 E. 4.2.7)
.
Weiter
hielt der
begutachtende Psychiater
ausführlich und nachvollziehbar
fest,
weshalb die Kriterien für
das Vorhandensein einer Panikstörung erfüllt
waren
, jedoch diejenigen
für die
Stellung der Diagnose
einer generalisierten Angststörung nicht
.
Im Übrigen wurde ausgeführt
, dass
die Angstattacken
dem Beschwerdeführer zufolge
immer wieder einmal pro Woche in Form ein
e
r
Panik
auf
träten und
der Beschwerdefüh
rer
bei der
Erzählung
d
er
Schilderung wenig angsterfüllt
gewirkt habe,
weshalb
die Panikstörung nachvollziehbar als ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eingeordnet
wurde (
Urk.
7/209/18)
.
Schliesslich
machte der Beschwerdeführer geltend, es müsse insgesamt auf die im Beschwerdeverfahren einger
eichte Stellungnahme von
Dr.
K._
vom 1
3.
Mai 2020 abgestellt werden (Urk.3/4), da sich diese als schlüssig erweise, derweil das Gutachten der
L._
(richtig:
B._
) als unvollständig zu qualifizieren sei (
Urk.
1
Ziff.
48
). Die
nach Verfügungserlass zuhanden des Beschwerdeführers erstellte
Stellungnahme von
Dr.
K._
vom 1
3.
Mai 2020
befasst sich
zwar
mit der seit dem
August 2017
stattfindenden psychiatrischen Behandlung des Beschwerdeführers
,
enthält
aber
keine neuen medizinischen Erkenntnisse, sondern hat weitgehend die vorhergehenden Diagnosen
und Anamnesen
über
nommen
, welche im Gutachten bereits berücksichtigt wurden
.
Im Übrigen lässt diese
die Verschiedenheit von Behandlungs- und Begutachtungsauftrag (BGE 137 V 210 E. 1.2.4, 124 k 170 E. 4) zu Tage treten sowie die Erfahrungstatsache, dass behandelnde Ärzte und Ärztinnen mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrecht
liche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patientinnen und Patienten aussagen (BGE 135 V 465 E. 4.5, 125 V 351 E. 3b/cc).
5.4
Zusammenfassend ist das polydisziplinäre Gutachten vo
m 1
7.
Januar 2020 (Urk. 7/209-2
10) somit voll beweiskräftig. Von weiteren Abklärungen, wie vom Beschwerdeführer gefordert, sind keine zusätzlichen Erkenntnisse zu erwarten, weshalb darauf in antizipierter Beweiswürdigung (vgl. BGE 122 V 157 E. 1d mit Hinwiesen und BGE 136 I 229 E. 5.3) zu verzichten ist. Soweit der Beschwerde
führer gestützt auf seine Behauptungen über den Leiter der Gutachterstelle
B._
auf
die
Befangenheit
der übrigen Gutachter
schliessen
lassen will (
Urk.
1
Ziff.
7 41-42), ist darauf hinzuweisen, dass
die vorgebrachten Behauptungen
alleine
schon
aufgrund seiner fehlenden fachlichen Beteiligung am Gutachten nicht zu hören sind.
6.
6.1
Mit BGE 143 V 418 entschied das Bundesgericht, dass grundsätzlich sämtliche psychischen Erkrankungen für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit einem strukturierten Beweisverfahren nach BGE 141 V 281 zu unterziehen sind (E. 6 und 7, Änderung der Rechtsprechung; vgl. BGE 143 V 409 E. 4.5.2 speziell mit Bezug auf leichte bis mittelschwere Depressionen).
Das strukturierte Beweisverfahren definiert systematisierte Indikatoren, die es
–
unter Berücksichtigung leistungshindernder äusserer Belastungsfaktoren einer
seits und von Kompensationspotentialen (Ressourcen) andererseits
–
erlauben, das tatsächlich erreichbare Leistungsvermögen einzuschätzen (BGE 141 V 281 E. 2, E. 3.4-3.6 und 4.1; vgl. statt vieler: Urteil des Bundesgerichts 9C_590/2017 vom 15.
Februar 2018 E. 5.1). Die Anerkennung eines rentenbegründenden Invaliditätsgrades ist nur zulässig, wenn die funktionellen Auswirkungen der medizinisch festgestellten gesundheitlichen Anspruchsgrundlage im Einzelfall anhand der Standardindikatoren schlüssig und widerspruchsfrei mit (zumindest) überwiegender Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sind. Fehlt es an diesem Nach
weis, hat die materiell beweisbelastete versicherte Person die Folgen der Beweis
losigkeit zu tragen (BGE 141 V 281 E. 6; vgl. BGE 144 V 50 E. 4.3).
6.2
Die für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit bei psychischen Erkrankungen im Regelfall beachtlichen Standardindikatoren (BGE 143 V 418, 143 V 409, 141 V 281) hat das Bundesgericht wie folgt systematisiert (BGE 141 V 281 E. 4.3.1):
-
Kategorie «funktioneller Schweregrad» (E. 4.3)
-
Komplex «Gesundheitsschädigung» (E. 4.3.1)
-
Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde (E. 4.3.1.1)
-
Behandlungs- und Eingliederungserfolg oder -resistenz (E. 4.3.1.2)
-
Komorbiditäten (E. 4.3.1.3)
-
Komplex «Persönlichkeit» (Persönlichkeitsdiagnostik, persönliche Res
sourcen, E. 4.3.2)
-
Komplex «Sozialer Kontext» (E. 4.3.3)
-
Kategorie «Konsistenz» (Gesichtspunkte des Verhaltens, E. 4.4)
-
gleichmässige Einschränkung des
Aktivitätenniveaus
in allen vergleich
baren Lebensbereichen (E. 4.4.1)
-
behandlungs- und eingliederungsanamnestisch ausgewiesener Leidens
druck (E. 4.4.2)
Beweisrechtlich entscheidend ist der verhaltensbezogene Aspekt der Konsistenz (BGE 141 V 281 E. 4.4; vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_604/2017 vom 1
5.
März 2018 E. 7.4).
6.3
Zum Komplex «Gesundheitsschädigung» in der Kategorie «funktioneller Schweregrad» ist festzuhalten, dass die diagnoserelevanten Befunde und Symp
tome nicht ausgeprägt erscheinen. So
sind
die Kriterien zur Erhebung der Diagnose einer rezidivierenden depressiven Störung einer gegenwärtigen leichtgradigen Episode
,
die Kriterien für das
Vorhandensein
einer chronischen Schmerzstörung mit psychiatrischen und somatischen Faktoren
sowie
diejenigen
für das
Vorhandensein einer P
a
n
ikstörung ohne Auswirkung auf die Arbeits
fähigkeit
erfüllt
.
Ferner
haben
zahlreiche psychosoziale Belastungsfaktoren (Krebserkrankung der Ehefrau, Geburt Kind, Finanzen) einen überdurchschnitt
lich hohen Einfluss auf das Zustandsbild
des Beschwerdeführers. Insgesamt
misst
der Beschwerdeführer den eigenen Beschwerden einen hohen Stellenwert bei, so dass die mangelnde Mitarbeit in der Testpsychologie im Rahmen der Schwere der aktuell bestehenden psychosozialen Situation als Symptomverdeutlichung eingeordnet
wurde
.
Weitere psychiatrische Erkrankungen wie eine Erkrankung des schizophrenen Formenkreises, eine bipolare affektive Störung, eine phobische Störung oder eine andere eigenständige Angststörung, eine Zwangsstörung, eine PTBS, eine Persönlichkeitsstörung oder eine hirnorganische oder dementielle Entwicklung
konnten
anhand der beschriebenen Untersuchungsbefunde ausgeschlossen werden
.
Zu berücksichtigen ist jedoch, dass der Beschwerdeführer
einmal pro Woche bei
Dr.
K._
in Behandlung ist (
Urk.
3/4
)
und auch
die verschriebenen
Psychopharmaka
ordnungsgemäss
einnimmt (Urk. 7/
209/
17-19
). Sodann bestehen
keine weitergehenden
Komorbiditäten
, welche sich ressourcen
mindern auswirken würden
,
als diejenigen zwischen der rezidivierenden depressiven Störung sowie
der
chronischen Schmerzstörung (Urk.
7/209/6,
Urk.
7/209/
18 und
Urk.
7/209/
20).
6.
4
Was den Komplex «Persönlichkeit» anbelangt, gilt es gemäss dem Gutachten zu beachten,
dass
keine relevanten Persönlichkeitsaspekte festgestellt worden
sind
, welche eine Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit zeigten (
Urk.
7/209/6). D
ie Fähigkeiten bei der Anpassung an Regeln und Routinen, die
Flexibilitäts-
und Umstellungsfähi
g
keit
, die
Produktivität und Sp
o
ntanak
tivität
, Widerstands- und Durch
h
altefä
hig
keit
,
Konversations- und
Kontaktfähigkeit
zu
Dritten
wurden als
mässig beeinträchtig
t taxiert. Sodann liegt
eine leichte Beeinträchtigung der Kompetenz
-
und Wissens
anwendung
, des
Planens
und Strukturierens von Aufgaben
, der Selbstbehauptungsfähi
g
keit, der
Gruppenfähigkeit
, der
Fähigkeit zu engen
dyadischen
Beziehungen
,
der Selbstpflege, Selbstversorgung und
Mobilitäts- und Verkehrsfähigkeit vor.
Nicht eingeschränkt
sind
die Urteils- und Entscheidungsfähigkeiten (
Urk.
7/209/6 und
7/209/20).
Der Tagesablauf weist auf ein reduziertes Aktivitätsniveau hin.
Der Beschwerdeführer geht jedoch täglich zwischen einer
bis eineinhalb Stunden
spazieren (
Urk.
7/209/13
,
Urk.
7/209/23,
Urk.
7/209/30
und
Urk.
7/20
9
/38
)
und kann kurze
Strecken
mit dem Auto zurücklegen und an manchen Tagen
sogar
länger mit dem Auto fahren (Urk.
7/209/10
und
Urk.
7/209/13
)
.
6.
5
Hinsichtlich des Komplex «Sozialer Kontext» ist zu berücksichtigen, dass der Beschwerdeführer
zusammen mit beiden Kinder
n
, der Ehefrau und den Eltern in
einer 4.5-Zimmerwohnung lebt, wobei
ihm der Vater finanziell etwas
aushilft
. Der Beschwerdeführer hat einen geregelten Tagesablauf sowie
einen bestehenden Freundeskreis
und verbringt die Ferien zusammen mit seiner Familie in seiner Heimat (
Urk.
7/209/13
, Urk. 7/209/23,
Urk.
7/209/30 und
Urk.
7/208/38
). Demnach verfügt er insgesamt über ein sehr intaktes soziales Umfeld mit vielen mobilisierenden Ressourcen
.
6.
6
Zum - beweisrechtlich entscheidenden - Aspekt der Konsistenz ist zunächst fest
zuhalten, dass sich anlässlich der psychiatrischen Exploration keine Anhalts
punkte für eine Aggravation ergaben.
Aus psychiatrischer Sicht zeigte sich aber bereits in der Vergangenheit ein maladaptives Überzeugungs- und Bewältigungs
muster mit Schonhaltung und Selbstlimitierung in vielen Aktivitäten.
Aufgrund der psychosozialen
Belastungssituation
komme es zu einer verstärkten Schmerzwahrnehmung
, welche als
Sympt
o
mver
deutlichung
gewertet wurde
(
Urk.
7/209/6
).
Zudem bestehen genügend Ressourcen, welche eine Arbeitsfähig
keit begründen.
Der Beschwerdeführer
ist in ein funktionierendes Familiensystem aus Ehefrau und Mutter eingebettet, verfügt über
soziale Kontakte sowie einen geregelten Tagesablauf.
Sodann
unternimmt er tägliche
Spaziergänge, legt kurze Strecken mit dem Auto zurück und kann
mit seiner Familie verreisen
(E. 6.4-6.5).
6.5
Eine Gesamtschau über alle Indikatoren ergibt, dass die vom psychiatrischen Teilgutachter postulierte Einschränkung der Arbeitsfähigkeit
unter Ausklamme
rung der psychosozialen Belastungsfaktoren
von 20
%
in den bisherigen und angepassten Tätigkeiten
aufgrund eines erhöhten Pausenbedarfs
mit dem Beweis
mass der überwiegenden Wahrscheinlichkeit als plausibel erscheint.
An dieser Stelle ist darauf hinzuweisen, dass
nach der Rechtsprechung die Frage nach den noch zumutbaren Tätigkeiten und Arbeitsleistungen nach
Massgabe
der objektiv feststellbaren Gesundheitsschädigung in erster Linie durch die Ärzte und nicht durch die Eingliederungsfachleute auf Grundlage der von ihnen erhobenen, subjektiven Arbeitsleistungen zu beantworten
ist
(Urteil des Bundesgerichts
8C_334/2018 vom 8. Januar 2019
E. 4.2.1
;
9C_396/2014 vom 15. April 2015
E. 5.4, je mit Hinweisen).
7.
Zu prüfen bleiben die Auswirkungen auf die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit.
7.1
Hinsichtlich der Arbeitsfähigkeit erachteten die Gutachter
aus somatischer Sicht
keine Einschränkung der Leistungsfähigkeit
in der bisherigen Tätigkeit
für gegeben (
E. 4.2).
Dies vermag nicht zu überzeugen.
I
m orthopädischen Gutachten wurde
festgehalten, der Beschwerdeführer könne sämtliche Tätigkeiten ausüben, die Knie und OSG links schonen würden. Dabei wurde unterlassen, ein genaues Belastungsprofil zu definieren (
E. 4.2
).
U
nter Punkt 4.5 des
Hauptgutachtens lässt sich ein
Ansatz eines Belastungsprofils entnehmen, indem ausgeführt wurde, aus orthopädischer Sicht
lägen die Ressourcen in der Ausübung einer leichten, wechselbelastenden Tätigkeit (
Urk.
7/209/6).
I
n der Stellungnahme
für den
RAD vom 1
8.
April 2018 führte
Dr.
med.
M._
, Facharzt für Chirurgie, Ortho
pädische Chirurgie und Traumatologie
unter Berücksichtigung der bisherigen medizinischen Akten aus
, der Beschwerdeführer sei in seiner bisherigen Tätigkeit als Bohrgehilfe
aufgrund der reduzierten Belastbarkeit beider Kniegelenke und der Bewegungseinschränkung am Knie links
seit dem
1.
März 2017 voll arbeits
unfähig. Tätigkeiten mit Heben, Tragen und Transportieren von schweren Lasten, mit Ersteigen von Treppen, Leitern und Gerüsten, längerem Abwärtsgehen oder Herunterspringen, in kniender oder kniebeugender Körperhaltung sowie
überwie
gende
Geh- und Stehbelastung sollten
vermieden
werden. Hingegen seien
dem Beschwerdeführer
wechs
e
l
belastende
,
überwiegend
sitzende, gelegentlich ebenerdig gehend oder
stehend
ausgeführte
Tätigkeiten
zumutbar (
Urk.
7/216/
6
). Auch
Dr.
med.
N._
, Fachärzt
i
n Anästhesiologie erachtete den Beschwerdeführer
anlässlich der kreisärztlichen Untersuchung
für die Suva
vom 1
7.
Juli 2018
auf
grund der gezeigten mässig eingeschränkten Belastungstoleranz des linken Kniegelenkes sowie einer leichten Belastungsintoleranz des rechten Kniegelenkes auf
dem allgemeinen Arbeitsmarkt
in
überwiegend sitzende
r
Tätig
keit ohne kauernde und kniende Tätigkeit
en
ganztags
arbeitsfähig
(Urk.
7/155/8
)
.
Dass sich hieran während der nachfolgenden Zeit der
gutachterlichen
Abklärun
gen etwas geändert hätte, wird weder geltend gemacht noch
liegen hierfür - auch angesichts de
r
vom begutachtenden Orthopäden geschilderten
Einschätzung
,
das MRI ein Jahr nach dem Unfall im Februar 2017 (richtig: März) zeige keine Veränderung der Befunde
(
Urk.
7/209/33
) –
keine
Anhaltspunkte vor.
So
umschrieb
auch
Dr.
M._
unter Berücksichtigung
sämtlicher medizinischer Akten
sowie de
s
polydisziplinären Gutachten
s
vom 1
7.
Januar 2020 in seiner Stellungnahme vom 2
4.
Januar 2020 für den RAD
folgendes Belastungsprofil: Schwere körperliche
Tätigkeiten mit häufigem Treppensteigen oder Gehen auf unebenem Gelände seien nicht geeignet. Leichte und mittelschwere wechsel
belastende Tätigkeiten seien zumutbar. Es bestehe ein erhöhter Pausenbedarf (
Urk.
7/216/17-18).
7.2
Demzufolge ist davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer
seit dem Unfall am
1.
März 2017
als
Bohrarbeiter
nicht mehr, in jeder anderen, dem
vom RAD zuletzt
umschriebenen
Belastungsprofil
entsprechenden Tätigkeit
(E. 7.1),
jedoch zu
80
%
arbeitsfähig ist und damit
ist entgegen der Ansicht der
Beschwerdegegnerin
eine 100 % Arbeits
un
fähigkeit
(in der bisherigen Tätigkeit)
über ein Jahr gegeben, was auch die Suva-Akten belegen (
Urk.
7/135 ff.,
Urk.
7/140 ff., Urk. 7/148/8, Urk.
7/150/2,
Urk.
7/186 ff.,
Urk.
7/195 ff. und
Urk.
7/198 ff.
). Somit ist die Voraussetzung des Wartejahres erfüllt
.
8.
Der
Beschwerdeführer
war
immer in einem 100%-Pensum tätig (
Urk. 7/9 und
Urk.
7/158
)
, weshalb der Invaliditätsgrad
mittels eines reinen Einkommens
vergleichs im Sinne von
Art.
28a
Abs.
1 IVG bemessen
wird (1.7)
.
8.1
Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist für die Ermittlung des
Validen
einkommens
entscheidend, was die versicherte Person im Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbeginns nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit als Gesunde tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkom
mensentwicklung angepassten Verdienst angeknüpft, da es empirischer Erfahrung entspricht, dass die bisherige Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden fort
gesetzt worden wäre. Ausnahmen müssen mit überwiegender Wahr
scheinlichkeit erstellt sein (BGE 139 V 28 E. 3.3.2; 135 V 58 E. 3.1; 134 V 322 E. 4.1 mit Hinweis).
Ist
mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass die versicherte Person die bisherige Tätigkeit unabhängig vom Eintritt der Invalidität nicht mehr ausgeübt hätte, kann das
Valideneinkommen
auf Grundlage der vom Bundesamt für Statistik herausgegebenen Schweizerischen Lohnstrukturerhebung (LSE) berechnet werden, wobei die für die
Entlöhnung
im Einzelfall gegebenenfalls relevanten persönlichen und beruflichen Faktoren zu berücksichtigen sind (BGE 139 V 28 E. 3.3.2; 128 V 29 E. 4e; Urteil des Bundesgerichts 9C_887/2015 vom 12. April 2016 E. 4.2).
8.2
Der Beschwerdeführer würde
ohne gesundheitliche Einschränkungen
unbestritte
nermassen immer noch als Hilfsarbeiter auf dem Bau tätig sein. Deshalb ist das
Valideneinkommen
anhand des zuletzt in dieser Tätigkeit erzielten Einkommens zu bestimmen.
Gemäss dem IK-Auszug erzielte der Beschwerdeführer
im Jahr
2016 ein
Jahreseinkommen von
Fr.
73’166
.--.
Dieses
ist der branchenspezifischen Nominallohnentwicklung bei
Männern bis ins Jahre 2018
– den frühestmöglichen Rentenbeginn - anzupassen (
Fr.
73‘166
.
-
-
:
102.9
x
103.8
; vgl. die Tabelle T1.
1
.10 [Nominallohnindex,
Männer
2011-2018] Branche
Baugewerbe/Bau 41
-43
von
102.9
[2016] auf
103.8
[201
8
])
.
Das
Va
lideneinkommen
für das Jahr 2018
beträgt demnach rund
Fr.
73‘806
.--.
8.3
Für die Bestimmung des Invalideneinkommens können nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für Statistik periodisch herausgege
benen Lohnstrukturerhebungen (LSE) herangezogen werden (BGE 139 V 592 E. 2.3, 135 V 297 E. 5.2, 129 V 472 E. 4.2.1, 126 V 75 E. 3b). Dabei sind grund
sätzlich die im Verfügungszeitpunkt aktuellsten veröffentlichten Tabellen der LSE zu verwenden (BGE 143 V 295 E. 4.1.3; zur Verwendung der aktuellsten statis
tischen Daten bei Rentenrevisionen vgl. BGE 143 V 295 E. 4.2.2, 142 V 178 E. 2.5.8.1, 133 V 545 E. 7.1). Der Griff zur Lohnstatistik ist subsidiär, das heisst deren
Beizug
erfolgt nur, wenn eine Ermittlung des Invalideneinkommens aufgrund und nach Massgabe der konkreten Gegebenheiten des Einzelfalles nicht möglich ist (vgl. BGE 142 V 178 E. 2.5.7, 139 V 592 E. 2.3, 135 V 297 E. 5.2; vgl. auch Meyer/
Reichmuth
, Bundesgesetz über die Invalidenversicherung,
3.
Auflage 2014,
Rn
55 und 89 zu Art. 28a, mit weiteren Hinweisen auf die Rechtsprechung).
Da
der Beschwerdeführer seine
Arbeitsfähigkeit nicht verwertet, ist für die Berechnung des Invalideneinkommens ein statistischer Tabellenlohn heran
zu
ziehen. An dieser Stelle ist a
nzumerken, dass bei der Berechnung
des
Invalidi
tätsgrad
es
von einem ausgeglichenen Arbeitsmarkt auszugehen ist. Dabei ist nicht zu prüfen, ob
der Beschwerdeführer
tatsächlich eine entsprechende Arbeits
stelle erhält oder erhalten kann. Es reicht aus, dass solche auf dem Arbeitsmarkt vorhanden und nicht bloss theoretischer Natur sind (Urteil des Bundesgericht 9C_837/2016 vom 1
3.
Juni
2017 E. 4.1). Mit Blick darauf, dass
der Beschwerdeführer
über keine Berufsausbildung verfügt
, und Arbeitsplätze, an denen Tätigkeiten zu verrichten sind, die dem erstellten Belastungsprofil entsprechen, in allen Branchen bestehen, ist das Invalideneinkommen 201
8
ausgehend vom Tabellenlohn gemäss der LSE 2016, Tabelle TA1, alle Wirtschafts
zweige («Total»), Kompetenzniveau 1 zu ermitteln. Dies führt unter Berücksichti
gung der durchschnittlichen Arbeitszeit im Jahr 201
8
von 41.7 Stunden (Betriebs
übliche Arbeitszeit nach Wirtschaftsabteilungen in Stunden pro Woche, Tabelle T 03.02) und angepasst an die Entwicklung der Nominallöhne für
männliche
Angestellte
(Entwicklung der Nominallöhne, der Konsumentenpreise und der Reallöhne, T 39)
von
2239
Punkten im Jahr 2016 auf
2’260
Punkte im Jahr 201
8
bei einem Vollzeitpensum zu einem
E
inkommen von rund
Fr.
67’430
.--
(
Fr.
5’340
.-- x 12 : 40 x 41.7 : 2'
239
x 2’
260
).
Da der Beschwerdeführer in einer angepassten Tätigkeit zu
8
0
%
arbeits
fähig ist,
beträgt das
Invalideneinkommen
rund
Fr.
53
'
944
.--
.
8.4
Wird das
Valideneinkommen
von
rund
Fr.
73
'
806
.--
dem Invalideneinkommen von
rund
Fr.
53'944.--
gegenübergestellt, resultiert ein Invaliditätsgrad von gerundet
2
7
%
.
Ein Rentenanspruch ist daher zu verneinen.
Selbst wenn beim Beschwerdeführer aufgrund seiner Teilzei
tarbeit, wobei gemäss
dem
Bundes
gericht bei Teilzeitarbeit
in einem 80%-Pensum
bei Männern noch kein Abzug gerechtfertigt
ist
(Urteil des Bundesgerichts
9C_158/2016 vom
5.
April
2016
E. 4.2.2
)
,
ein Abzug von
15
%
vorgenommen würde
, würde ein
rentenausschlies
sender
Invaliditätsgrad von gerundet 3
8
%
resultieren
.
9.
Nach dem Gesagten würde aus dem Einkommensvergleich
selbst dann
kein rentenbegründender Invaliditätsgrad resultieren, wenn ein Abzug auf dem Invalideneinkommen von 15 % berücksichtigt würde.
Bei diesem Ausgang des Verfahrens
erübrigt sich eine Prüfung
,
ob
seit der letzten abweisenden Verfügung
eine für den Rentenanspruch relevante Änderung eingetreten ist.
Die angefoch
tene Verfügung erweist sich damit im Ergebnis als rechtens. Dementsprechend ist die Beschwerde abzuweisen.
10.
Gestützt auf
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG ist das Beschwerdeverfahren vor dem kanto
nalen Versicherungsgericht bei Streitigkeiten um die Bewilligung oder die Verweigerung von IV-Leistungen kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert unter Berücksichtigung des gesetzlichen Rahmens (
Fr.
200.-- bis
Fr.
1'000.--) auf
Fr.
1‘0
00.-- festzusetzen und dem unterliegenden Beschwerdeführer aufzuerlegen.