# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 060937c1-bd9f-41b7-8e39-598c1b67f971
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2016
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
Der 1979 geborene
X._
ist seit
1.
Oktober 2011 als Chauffeur C bei der
Y._
AG in
Z._
angestellt und im Rahmen dieses Arbeits
verhältnisses bei der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt (SUVA) obli
ga
torisc
h unfallversichert. Mit
Schadenmeldung vom
6.
September 2013
(
Urk.
8/
1)
wurde der SUVA mitgeteilt
, dass
sich
der Versicherte am 20.
August 2013
beim
Verschieben von Tischen
die rechte Hand verdreht habe.
Nach vor
gängiger Ankündigung (
Urk.
8/16) lehnte die SUVA
ihre Leistungspflicht
mit Verfügung vom
7.
Januar 2014
(
Urk.
8/20
)
ab mit der Begründung, es liege weder ein Unfall noch eine unfallähnliche Körperschädigung vor. Daran hielt sie
a
uf Einsprache des Versicherten (
Urk.
8/21
)
hin mit Entscheid vom
2.
September 2014 (
Urk.
2
) fest.
2.
Hiergegen er
hob
X._
am
6.
Oktober 2014 (
Urk.
1
) Beschwerde
und beantragte
,
der
Einsprachee
ntscheid
sei aufzuheben und die Leistungspflicht der SUVA sei vollumfänglich zu bestätigen.
Die SUVA schloss in ihrer
Beschwerde
antwort
vom
4.
November 2014 (
Urk.
7) unter Auflage eines Berichts ihres berate
nden Arztes vom selben Tag
(
Urk.
9) auf Abweisung der Beschwerde.
Mit Replik
vom
9.
Februar 2015 (
Urk.
15)
hielt der Beschwerdeführer an den gestellten Anträgen fest. Die
Beschwerdegegnerin
liess sich nicht mehr verneh
men, was dem Beschwerdeführer am 2
4.
März 2015 (
Urk.
19) zur Kenntnis gebracht wurde.
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Gemäss
Art.
6
des
Bundesgesetz
es
über die Unfallversicherung (UVG) werden
– soweit das Gesetz nichts anderes bestimmt – die Versicherungsleistungen bei Berufsunfällen, Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten gewährt (
Abs.
1). Der Bundesrat kann Körperschädigungen, die den Folgen eines Unfalles ähnlich sind, in die Versicherung einbeziehen (
Abs.
2).
1.2
1.2.1
Ein Unfall ist gemäss
Art.
4
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts
(ATSG)
die plötzliche, nicht beabsichtigte schädigen
de Einwirkung eines ungewöhnlichen äusseren Faktors auf den menschlichen
Körper, die eine Beeinträchtigung der körperlichen oder geistigen Gesundheit oder den Tod zur Folge hat.
1.2.2
Nach der Rechtsprechung bezieht sich das Begriffsmerkmal der Ungewöhnlich
keit nicht auf die Wirkung des äusseren Faktors, sondern nur auf diesen selber. Ohne Belang für die Prüfung der Ungewöhnlichkeit ist somit, dass der äussere Faktor allenfalls schwer wiegende, unerwartete Folgen nach sich zog. Der äussere Faktor ist ungewöhnlich, wenn er den Rahmen des im jeweiligen Lebens
bereich Alltäg
lichen oder Üblichen überschreitet. Ausschlaggebend ist also, dass sich der äussere Faktor vom Normalmass an Umwelteinwirkungen auf den menschlichen Körper abhebt. Ungewöhnliche Auswirkungen allein begrün
den keine Ungewöhnlichkeit (BGE 134 V 72 E. 4.3.1 mit Hinweis).
1.2.3
Selbst bei fehlender Störung des Bewegungsablaufs durch einen äusseren Faktor kann die Aussergewöhnlichkeit auch dann gegeben sein, wenn beim Heben oder Schieben einer Last zufolge ausserordentlichen Kraftaufwandes, d.h. einer sinnfälligen Überanstrengung, eine Schädigung eintritt. Es muss allerdings jeweils geprüft werden, ob die Anstrengung im Hinblick auf Konstitution und berufliche und ausserberufliche Gewöhnung der betreffenden Person ausseror
dentlicher Art war (BGE 116 V 136 E. 3b mit Hinweisen; RKUV 1994 Nr. U 180 S. 38). Kein Unfall liegt vor, wenn die Anstrengung nur wegen bestehender krankhafter Veränderungen zu Schädigungen führen kann, weil sich dann eine innere Ursache auswirkt, während der äussere, oft harmlose Anlass bloss den pathologischen Faktor manifest werden lässt (BGE 116 V 136 E. 3b mit Hin
weisen).
1.3
1.3.1
Gemäss Art. 6 Abs. 2 UVG kann der Bundesrat Körperschädigungen, die den Folgen eines Unfalles ähnlich sind, in die Versicherung einbeziehen. Von dieser Kompetenz hat der Bundesrat in Art. 9 Abs. 2
der
Verordnung über die Unfall
ver
sicherung (UVV)
Gebrauch gemacht und folgende Körperschädigungen, sofern sie nicht eindeutig auf eine Erkrankung oder eine Degeneration zurück
zuführen sind, auch ohne ungewöhnliche äussere Einwirkung den Unfällen gleichgestellt:
a.
Knochenbrüche;
b.
Verrenkungen von Gelenken;
c.
Meniskusrisse;
d.
Muskelrisse;
e.
Muskelzerrungen;
f.
Sehnenrisse;
g.
Bandläsionen;
h.
Trommelfellverletzungen.
Diese Aufzählung der den Unfällen gleichgestellten Körperschädigungen ist abschliessend (BGE 116 V 136 E. 4a, 147 E. 2b, je mit Hinweisen; Maurer, Schweizerisches Unfall
versicherungsrecht, 2. Aufl., 1989, S. 202).
1.
3.2
B
ei den unfallähnlichen Körpe
rschädigungen im Sinne von Art.
9
Abs.
2 UVV entfällt im Vergleich zu den eigentlichen Unfällen nach
Art.
4 ATSG einzig das Tatbestandselement der Ungewöhnlichkeit des auf den Körper einwirkenden äusse
ren Faktors. Alle übrigen Begriffsmerkmale eines Unfalles müssen hinge
gen auch bei den unfallähnlichen Körperschädigungen erfüllt sein. Dies gilt namentlich für das Erfordernis des einwirkenden äusseren Faktors an sich, worun
ter ein ausserhalb des Körpers liegender, objektiv feststellbarer, sinnfälli
ger
–
eben unfallähnlicher
–
Einfluss auf den Körper zu verstehen ist. Dabei kann die schädigende Einwirkung auch in einer körpereigenen Bewegung bestehen (Urteil des Bundesgerichts 8C_40/2014 vom
8.
Mai 2014 E. 2.2.2 mit Hinweisen auf BGE 139 V 327 E. 3.1, 3.3.1; 129 V 466 E. 2.2, 4.1
;
123 V 43 E.
2b).
Erforderlich für die Bejahung eines äusseren Faktors ist ein gesteigertes
Schädi
gungspotenzial
, sei es zufolge einer allgemein gesteigerten Gefahrenlage, sei es durch Hinzutreten eines zur Unkontrollierbarkeit der Vornahme der alltäglichen Lebensverrichtung führenden Faktors. Die physiologische Beanspruchung des Skeletts, der Gelenke, Muskeln, Sehnen und Bänder stellt keinen äusseren Fak
tor dar (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_696/2013 vom 1
4.
November 2013 E. 5.3 mit Hinweis auf BGE 139 V 327 E. 3.3.1, 129 V 466 E. 4.2.2, 4.3). Ein äusserer Faktor mit erheblichem Schädigungspotenzial liegt nach der Rechtspre
chung vor, wenn die zur Diskussion stehende Betätigung mit einer mehr als physiologisch normalen und psychologisch beherrschten Beanspruchung des Körpers, insbesondere seiner Gliedmassen, verbunden ist (Urteil des Bundes
gerichts 8C_40/2014 vom
8.
Mai 2014 E. 2.2.3 mit Hinweis auf BGE 139 V 327 E. 3.3.1). Erfüllt ist das Erfordernis des äusseren schädigenden Faktors bei Änderungen der Körperlage, die nach unfallmedizinischer Erfahrung häufig zu körpereigenen Traumen führen können, so etwa beim plötzlichen Aufstehen aus der Hocke, bei heftigen belastenden Bewegungen oder bei einer wegen äusserer Einflüsse unkontrollierbar gewordenen Positionsände
rung (vgl. BGE 129 V 466 E.
4.2.3, Urteil des Bundesgerichts 8C_40/2014 vom
8.
Mai 2014 E. 2.2.3).
Der Zweck des Instituts der unfallähnlichen Körperschädigung besteht nicht darin, krankhafte oder degenerative Körperschäden von der obligatorischen Unfallversi
cherung auszuschliessen, sondern darin, die oft schwierige Abgren
zung zwischen Unfall und Krankheit zugunsten der Versicherten zu vermeiden. Die sozialen Unfallversicherer haben somit ein Risiko zu übernehmen, das nach der geltenden begrifflichen Abgrenzung von Unfällen und Krankheiten den letzteren zuzuordnen wäre. Hinzu kommt, dass es für die Bejahung des natürli
chen Kausalzusammen
hangs praxisgemäss genügt, wenn das schädigende Geschehen eine Teilursache bildet. Ein degenerativer oder pathologischer
Vor
zustand
schliesst daher eine unfallähnliche Körperschädigung nicht aus, sofern ein unfallähnliches Ereignis den vorbestehenden Gesundheitsschaden ver
schlimmert oder manifest werden lässt. Bei den in
Art.
9
Abs.
2
lit
. a bis h UVV abschliessend erwähnten Verletzungen muss aber eine schädigende, äussere Ein
wirkung wenigstens im Sinne eines Auslösungsfaktors zu den (vor- oder überwiegend) krankhaften oder degenerativen Ursachen hinzutreten, damit eine unfallähnliche Körperschädigung vorliegt (vgl. BGE 123 V 43 S. 45 E. 2b mit Hinweisen, insbes. auf BGE 116 V 155 E. 6c, 117 V 360 E. 4a, 114 V 301 E. 3c; RKUV 1988 Nr. U 57 S. 373 E. 4b).
Schmerzen als Symptome einer Schädigung nach
Art.
9
Abs.
2 UVV fallen als massgebender äusserer Faktor nicht in Betracht, wenn sie bei einer alltäglichen Lebensverrichtung auftreten, ohne dass ein davon unterscheidbares äusseres Moment mitspielen würde. Wer also etwa beim blossen Aufstehen, Absitzen, Abliegen, bei Bewegungen im Raum, Handreichungen und so weiter einen ein
schiessenden Schmerz verspürt, kann allein deswegen noch keine unfallähnliche Körperschädigung geltend machen. Ein äusserer Faktor ist nicht gegeben, wenn die versicherte Person einzig das erstmalige Auftreten von Schmerzen angibt, aber keine gleichzeitig mitwirkende äussere Komponente zu benennen vermag. Auch ist das Erfordernis eines äusseren schädigenden Faktors nicht erfüllt, wenn das Auftreten von Schmerzen bloss mit einem von der versicherten Per
son beschriebenen gewöhnlichen Bewegungsablauf einhergeht. Verlangt wird vielmehr ein Geschehen, welchem ein gesteigertes Gefährdungspotenzial inne
wohnt, was zutrifft, wenn die als Schmerzauslöser angegebene Betätigung im Rahmen einer allgemein gesteigerten Gefahrenlage vorgenommen wird, wie dies bei vielen sportlichen Aktivitäten der Fall ist (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_40/2014 vom
8.
Mai 2014 E. 2.2.3 mit Hinweis auf
BGE 129 V 466 E. 4.2.1, 4.2.2).
2.
2.1
Streitig und zu prüfen ist der Anspruch des Besch
werdeführers auf Leistungen
der obligatorischen Unfallversicherung im Zusammenhang mit dem Ereignis vom 2
0.
August 2013.
2.2
Die Beschwerdegeg
nerin
hielt dafür,
die Handbeschwerden
seien
beim
Verschie
ben/
Umdrehen eines 50 bis 60 kg schweren Tisches
aufgetreten
.
Bei diesem Geschehensablauf könne es sich nicht um einen ungewohnten Vorgang han
deln. Für
einen Chauffeur im Umzugsgewerbe stelle
es nichts Ungew
öhnliches dar, einen 50 bis 60 k
g schweren Tisch zu verschieben respektive umzudrehen.
Ein Unfall im Rechtssinne betreffend das Ereignis vom 2
0.
August 2013 sei deshalb nicht anzunehmen.
Überdies
ergebe sich auch keine
Leistungspflicht aus einer u
nfallähnlichen Körperschädigung
, da keine Diagnose gemäss
Art.
9
Abs.
2 UVV vorliege
(
Urk.
2 S. 4 f.
,
Urk.
7 S. 3)
.
2.3
Dagegen brachte der Beschwerdeführer vor
, der Ablauf des Geschehens erfülle den Unfallbegriff gemäss
Art.
4 ATSG
. Beim Herunternehmen des Tisches sei dieser während der Drehbewegung nach unten gekippt. Während der Drehbe
wegung nach unten habe sich ein starkes Drehmoment entwickelt, weshalb der rechte Arm durch die Last nach unten gerissen worden sei. Um Schaden am Tisch, Ladebrücke, weiterem
Zügelgut
oder an sich zu verhindern, habe der Beschwerdeführer instinktiv mit einem kräftigen Eingreifen reagiert, um die Drehbewegung bzw. das Herunterfallen zu stoppen
. Dabei sei es wegen der unvorhersehbaren grossen Belastung zur Handverletzung gekommen.
Die Schä
digung
könne
auch
nicht auf
eine vorbestehende
Erkrankung oder Degeneration zurückgeführt werden.
Vor dem Ereignis sei der Beschwerdeführer in Bezug auf die rechte Hand absolut beschwerdefrei gewesen. Ein
rechtsgenüglicher
K
ausal
zusammenhang zwischen einer
früheren Verletzung am Handgelenk
,
ungefähr
im Jahr 1986
,
könne nicht erstellt werden (
Urk.
1 S.
4,
Urk.
15 S
.
3
f
f
.
).
3
.
3
.1
In der Schadenmeldung vom
6.
September 2013 wurde der Hergang des Ereig
nis
ses vom 2
0.
August 2013 folgendermassen b
eschrieben (
Urk.
8/1 Ziff.
6): „Bei einer Verschiebung von Tischen, wollte Herr
X._
einen Tisch umdrehen. Er hat das Gewicht vom Tisch unter
schätzt und verdrehte sich bei diesem
Ver
such die rechte Hand.
“
Als
betroffener Körperteil wurde das rechte Handgelenk bezeichnet und in Bezug auf die Art der Schädigung
auf sich in Gang
befin
dende Abklärungen hingewiesen (
Ziff.
9).
3
.2
Der
erstbehandelnde Arzt,
Dr.
med.
A._
, Facharzt für Allgemein
e
Innere Medizin
FMH
,
erklärte im Arztzeugnis an die Beschwerdegegnerin
vom
19.
September 2013 (
Urk.
8/11
S. 1
)
,
eigenen
Angaben
des Beschwerdeführers zufolge sei
beim Drehen eines schweren Tisches ein akuter Schmerz im rechten Handgelenk aufgetreten.
Als objektive Be
funde wurden
Druck
d
olenzen
ulnar
, seitliches Handgelenk am
Ulnaköpfchen
und eine schmerzhafte Flex
ion/
Exten
sion aufgeführt. I
m
Röntgenbefund
wurde
auf
eine
Pseud
arthrose
des
Proces
s
us
styloideus
ulnae
und
auf
einen Vorzu
stand hingewiesen
. Die Diagnose lautete auf eine Handgelenksdis
torsion
,
wobei Schmerzmittel verordnet und die Über
weisung an
die
Handchirurgin
,
Dr.
med.
B._
, Fachärztin für Chirurgie
FMH
,
vermerkt wurde
n
(
Ziff.
7).
3.3
Dr.
B._
diagnostizierte in ihrem
Bericht
vom 1
3.
September 2013
(
Urk.
8/11
S. 2-3
)
einen Status nach Handgelenksdistorsion rechts (dominant) am 2
0.
August 2013
mit
oberflächliche
r
Läsion des deformierten TFCC und einen Status nach Vordera
r
mfraktur r
echts als 7 bis 8-jähriger mit
defor
miertem
Caput
uln
ae
,
Pseud
arthrose
des
Processus
sty
loideu
s
ulnae
und mit
Subluxation im distalen
Radioulnargelenk
mit beginnender Arthrose.
Im Befund wurde ein Röntgen des rechten Handgelenks vom 2
0.
August 2013 und ein
Arthro
MRI des Handgelenks
rechts
vom
9.
September 2013
geschildert
.
In der Anamnese wurde aufgeführt, der Beschwerdeführer habe am 2
0.
August
2013 bei der Arbeit von zwei mit der Tischfläche aufeinanderliegenden Tischen den oberen hinunter heben wollen und ihn zunächst langsam gekippt
. Der
Tisch sei viel schwerer
gewesen, als er erwartet
habe. Er habe die rechte Hand unten gehabt. Es sei zu einem hörbaren Reissen gekommen, und der Beschwerdeführer habe sofort Schmerzen
ulnar
am Handgelenk gehabt.
3.4
Im Fragebogen vom 2
3.
September 2013 (
Urk.
8/12) schilderte der Beschwerde
führer den Unfallhergang
und führte aus, bei
seiner Arbeit beim Umzug
habe er einen Tisch umdrehen woll
e
n
. Der Tisch sei schwer gewesen. Danach habe er starke Schmerzen gehabt
(
Ziff.
1)
.
Besondere Vorkommnisse (Ausgleiten, Sturz usw.) wurden verneint (
Ziff.
4)
.
3.5
Nach eröffneter
Leistungsverweigerung (
Urk.
8/20
) brachte
der nunmehr
recht
lich vertretene Beschwerdeführer am
4.
Februar 2014 (Einsprache;
Urk.
8 /21
/1-2
) vor,
er sei zum Unfallzeitpunkt auf der Lastwagenbrücke damit beschäftigt gewe
sen, für die Zügelmänner das Gut für den Abtransport bereit zu stellen. Zu diesem Zweck habe er einen von zwei mit der Abstellfläche aufeinanderliegen
den Tischen von dem darunterliegenden Tisch herunter gewuchtet. Dabei habe er zu spät bemerk
t
, dass er das Gewic
ht des 50 bis 6
0 kg schweren Tisches unterschätzt habe und habe kurzzeitig den Druck des vollen Gew
ichts auf sein rechtes Handgelenk erhalten, wobei er ein hörbares Reissen und
Schmerzen am Handgelenk wahrgenommen habe
.
3.6
Gemäss Bericht der Beschwerdegegnerin vom
8.
August 2014 (
Urk.
8/35
/2-3
) wurde am
7.
August 2014 eine Besprechung mit dem Beschwerdeführer und seinem Rechtsvertreter
bei der
Y._
AG in
Z._
durchgeführt. Der Beschwerdeführer gab nochmals Auskunft zum Ereignis wobei dieses nachge
stellt
und fotografisch dokumentiert
wurde (
Urk.
8/28
ff.).
4.
4.1
Strittig und zu prüfen ist die Frage, ob es sich beim Ereignis vom 2
0.
August 2013 um einen Unfall im Recht
s
sinne (E.
1.
2.
hiervor) handelt. In diesem Zusammenhang ist zu prüfen, ob
ein ungewöhnlicher äusserer
Faktor
gegeben ist.
4.2
4.2.1
In Bezug auf den Sachve
rhalt steht
fest, dass der Beschwerdeführer
auf der
Last
wagenladebrücke
unter anderem zwei
Tische
geladen hatte,
die mit den
Tischflächen aufeinander lagen
. Bei den beiden Tischen handelte es sich um runde
,
ca. 50 bis 60 kg schwere
Tische mit einem Durchmesser von ca. 120 cm. Zum Abladen des Tisches zog der Beschwerdeführer den oberen Tisch nach vorne und kippte diesen ab. Überrascht durch das Gewicht des Tisches
und um das Herunterfallen und e
ine Beschädigung zu vermeiden, g
riff er mit der rech
ten Hand nach
,
wobei er in diesem Moment ein Rei
s
sen und einen Schmerz im rechten Handgelenk verspürte.
4.2.2
Vorliegend stellt das
Verschieben/
Umdrehen eines 50 bis 60 kg schweren
Tisches
keinen ungewohnten
Vorgang dar
. S
olche Tätigkeiten
entsprechen regel
mässig
dem Aufgabenbereich eines im Umzugsgewerbe tätigen Chauffeurs.
Auch
ist di
e vom Beschw
erdeführer ausgeführte Bewegung
als solche nicht ungewöhnlich
.
In ähnlich
gelagerten Fällen verneinte
das Bundesgericht das Vorliegen eines ungewöhnlichen äusseren Faktors. So etwa
beim reflexartigen Auffangen eines weggek
ippten Einkauf
s
wagens (Urteil
U 222/05
vom 2
1.
März 2006 E
. 3.2
)
, beim Nachfassen einer abrutschenden Vakuumstufe
von ca. 25 bis 30 kg (Urteil
U 360/02
vom
9.
Oktober 2003
E.
3.3.3 und 3.4
)
und eines
weg
gleitenden
Radiators von 100 kg (Urteil
U 110/99
vom 1
2.
April 2000 E
. 3), beim Wiederherstellen des Gleichgewichts durch eine heftige Handbewegung anlässlich des Transports einer 100 bis 150 kg schweren Türe (
Rechtspre
chungsbeilage
zum SUVA-Jahresbericht 1988 Nr. 8 S. 15), beim Heben eines ca. 60 kg wiegenden Papierstapels und reflexartigen Nachfassen, als dieser in sich zusammenzufallen drohte (Rechtsprechungsbeilage zum SUVA-Jahresbericht 1981 Nr. 4 S. 7)
, und beim ruckartigen An-sich-N
ehmen eines von einem fahr
baren Wagenheber herunterzufallen drohenden Motors mit einem Gewicht von ca. 80 kg (SUVA-Ja
hresbericht 1962 Nr. 3a S. 17; Urteil des Bundesgerichts U 144/06 vom 2
3.
Mai 2006 E. 2.2).
4.2.3
D
em vom Beschwerdeführer geschilderten Ereignis
und den hiervor aufgeführ
ten Sachverhalten
ist sodann gemeinsam, dass der natürliche Ablauf der
Kör
perbewegung
jeweils nicht durch etwas Programmwi
driges wie Ausgleiten, Stolpern
oder
reflexartiges Abwehren eines Sturzes beeinträchtigt wurde
.
Etwas Ungewöhnliches lässt sich auch nicht im Kraftau
fwand er
blicken
, welcher
erforderlich war
,
um ein Herabstürzen des Tisches zu vermeiden. Daraus, dass bei oder nach einer Körperbewegung Schmerzen auftreten, kann alleine nicht auf eine ungewöhnliche Ursache im Sinne eines programmwidrig gestörten Ablauf
s
geschlossen werden (Urteil des Bundesgerichts U 258/04 vom 2
3.
November 2006 E. 3.2 mit Hinweisen). Ungewöhnlich am Ereignis vom 2
0.
August 2013 ist lediglich der eingetretene Schaden. Daraus vermag der Beschwerdeführer allerdings nichts zu seinen Gunsten abzuleiten, da unge
wöhnliche Auswirkungen auf den menschlichen Körper keine Ungewöhnlichkeit des äusseren Faktors begründen (E.
1.2.2 hiervor)
. Demzufolge kann vorliegend nicht von einem Unfall im Rechtssinne gesprochen werden.
5.
5.1
Zu prüfen bleibt eine Leistungspflicht d
er Beschwerdegegnerin
unter dem Titel einer unfallähnlichen Körperschädigung (E.
1.3 hiervor).
Zu
beurteilen
ist
, ob die festgestellte
Verletzung
einer der
abschliessend aufgeführten
Körperschädi
gungen
gemäss
Art.
9
Abs.
2 UVV
zuzuordnen ist
; namentlich ob
die
kernspin
tomografisch
festgellte obe
rflächliche Veränderung des
Disc
us
triangularis
(TFCC)
als
K
n
o
chenbruch
lit
. a, Sehn
enriss
lit
. f oder Bandläsion
lit
. g
qualifi
ziert werden kann
.
5.2
Im
Bericht
von
Dr.
med.
C._
,
Facharzt für orthopädische Chirurgie,
vom
4.
November 2014 (
Urk.
9)
wurde zur Frage
der
Klassifizierung der
Schädigung
am TFCC unter die Listendiagnosen der unfallähnlichen Körperschädigungen Stellung genommen. Wie
Dr.
C._
ausführli
ch und
nachvollziehbar darlegte, handelt
es
sich beim TFCC oder Triangulären
Fibro-K
a
r
tila
g
inären
K
omplex um eine aus Faserknorpel gebildete Zwischengelenkscheibe im Handgelenk, die Elle und Speiche miteinander verbindet und eine anatomische Einheit mit
den Handwurzelknochen darstellt
. In seiner Funktion könne der TFCC mit dem Meniskus im Kniegelenk verglichen werden
(S. 4)
.
Der TFCC setzt
sich aus
dem
Disc
us
articulari
s
, den
d
orsal-
und
palmarseitigen
Bändern des Handgelenkes, eine
r m
eniskusähnlichen Struktur, dem
ulnaren
Seitenband des Handgelenkes
sowie der Sehnenscheide des ellenseitigen Handstrec
kers (
Musculus
extensor
carpi
u
lnaris
)
zusammen
(S. 5)
.
Die i
m bildgebenden Dokument des
Kernspin
tomogramms
vom
9.
September 2013
erkennbare Signalerhöhung, die
vom Radiologen
als fragliche oberflächliche Rissbildung des TFCC beschrieben
wer
de,
sei am ehesten als zen
traler Diskus
defekt zu beurteilen. Assozi
i
erte
liga
men
täre
oder gar knöche
rn
e Begleitverletzungen würden sich
in
den
kernspin
to
mo
graphischen
Bilder
n
vom
9.
September 2013 nicht abbilden
(
vgl.
Urk.
9, S.
7)
.
5.3
Die
se
Einschätzung
steht im Einklang mit
dem
B
ericht
von
Dr.
med.
D._
, Facharzt für Radiologie
,
E._
, vom 1
0.
September 2013
(
Urk.
8/14)
, welcher das MRI vom 9.
September 2013 des rechten Handgelenks des Beschwerdeführers auswertete
und ein altes Trauma mit persistierender Pseudoarthrose des
Processus
styloideus
ulnae
(ohne aktivierten Prozess), eine nac
h dorsal subluxieret verkürzte
U
lna
mit Zeichen von Knorpelläsionen an der Gelenkfläche des distalen
Radioulnarglenkes
sowie einen Verdacht auf Rissbil
dung in de
r
Oberfläche des Diskus
trinagularis
schilderte.
Eine solche Verlet
zung lässt sich nicht der Diagnoseliste von
Art.
9
Abs.
2 UVV zuordnen.
Andere Anhaltspunkte für das Vorliegen einer unfall
ähnlichen Körperschädigung gemäss
der Liste in
Art.
9
Abs.
2 UVV ergeben sich
auch aus den übrigen Akten
nicht. Somit entfällt
eine Leistungspflicht der Beschwerde
gegnerin
auf
grund dieser Bestimmung
.
5.4
Damit ergibt sich, dass keine weitergehende Verletzung als die diagnostizierte Distorsion vorliegt (E. 3.2-3.3). N
ach der Rechtsprechung
werden indes
nur eigentliche Gelenksverrenkungen (Luxationen), nicht aber unvollständige Ver
renkungen (Subluxationen) oder Torsionen (Verdrehungen) und Distorsionen (Verstauchungen)
als unfallähnliche Körperschädigungen
erfasst (
Urteil des Bundesgerichts 8C_1000/2008 vom 2
7.
Februar 2009 E.
2
.
3
).
6.
Das Ereignis vom 2
0.
August 2013 stellt nach dem Ausgeführten weder einen Unfall im Recht
s
sinne dar noch hatte
es
eine unfallähnliche Körperschädigung zur Folge. Der leistungsabweisende
Einspracheentscheid
vom
2.
September 2014 (
Urk.
2) erging damit zu Recht. Die Beschwerde ist folglich abzuweisen.