# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 012170f6-aa3f-47be-8b00-a25860984459
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2015
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1951, war von 2007 bis zur einvernehmlichen Auflö
sung des Arbeitsverhältnisses per 15. Oktober 2011 als Chauffeur und
La
germitarbeiter
bei der
Y._
AG,
Z._
, tätig
, wobei der letzte Arbeitstag am 14. Oktober 2011 war
(
Urk.
13/15
Ziff.
2.1-3,
Ziff.
2.7).
A
m
2.
April 2012
(Eingang am 4. Januar 2013
, vgl.
Urk.
13/10
)
meldete sich der Versicherte
bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an (
Urk.
13/7
).
Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, klärte die medizi
nische und erwerbli
che Situation ab und zog Akten des
Krankentaggeldversi
cherers
(
Urk.
13/8)
bei
. Am 4. April 2013 teilte sie dem Versicherten mit, dass keine beruflichen Eingliederungsmassnahmen möglich seien (
Urk.
13/20). Mit Vorbescheid vom 4. März 2014 (
Urk.
13/29) stellte
die IV-Stelle
einen abschlä
gigen Rentenentscheid in Aussicht
.
Dagegen erhob der Versicherte am 1. April 2014
Einwand (
Urk.
1
3/32), worauf
die IV-Stelle
ihn
durch einen
Arzt
ihres Re
gionalen Ärztlichen Dienstes (RAD)
untersuchen liess (
Urk.
13/43). Mit Verfü
gung vom 1. Juli 2014 (
Urk.
13/45 =
Urk.
2) verneinte
die IV-Stelle einen Ren
tenanspruch
.
2.
Der
Versicherte erhob am 1. September 2014
Beschwerde gegen die Verfügung vom
1. Juli 2014
(
Urk.
2) und beantragte, diese sei aufzuheben
,
und es sei ihm
eine ganze Invalidenrente
zuzusprechen
(
Urk.
1 S. 2 oben)
und es sei ein psy
chiatrisches Gutachten einzuholen (S. 4 unten).
Die IV-Stelle beantragte mit Beschwerdeantwort vom
6. November 2014
(
Urk.
12
) die Abweisung der Be
schwerde. Dies wurde dem Beschwerdeführer am
19. November 2014 zur Kenntnis gebracht (
Urk.
14
).
Am 20. Juli 2015 (
Urk.
17) reichte der Beschwerdeführer einen aktuellen
Arztbe
richt
(
Urk.
18) ein. Die Beschwerdegegnerin verzichtete am 20. August 2015 auf eine Stellungnahme dazu
(
Urk.
20)
, was dem Beschwerdeführer am
21. August 2015
mitgeteil
t wurde (
Urk.
21).
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts,
ATSG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Ge
sundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung ver
bleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Er
werbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Zur Annahme der Invalidität nach Art. 8 ATSG ist – auch bei psychischen Erkran
kungen – in jedem Fall ein medizinisches Substrat unabdingbar, das (fach-)ärztlicherseits schlüssig festgestellt wird und nachgewiesenermassen die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit wesentlich beeinträchtigt. Je stärker psychosozi
ale und soziokulturelle Faktoren wie beispielsweise Sorge um die Familie oder Zukunftsängste (etwa ein drohender finanzieller Notstand) im Einzelfall in den Vordergrund treten und das Beschwerdebild mitbestimmen, desto ausgeprägter muss eine fachärztlich festgestellte psychische Störung von Krankheitswert vor
handen sein. Das bedeutet, dass das klinische Beschwerdebild nicht einzig in Beeinträchtigungen, welche von den belastenden soziokulturellen Faktoren herrühren, bestehen darf, sondern davon psychiatrisch zu unterscheidende Be
funde zu umfassen hat, zum Beispiel eine von depressiven
Verstimmungszu
ständen
klar unterscheidbare andauernde Depression im fachmedizinischen Sinne oder einen damit vergleichbaren psychischen Leidenszustand. Solche von der soziokulturellen Belastungssituation zu unterscheidende und in diesem Sinne verselbständigte psychische Störungen mit Auswirkungen auf die
Ar
beits
- und Erwerbsfähigkeit sind unabdingbar, damit überhaupt von Invalidität gesprochen werden kann. Wo die begutachtende Person dagegen im Wesentli
chen nur Befunde erhebt, welche in den psychosozialen und soziokulturellen Umständen ihre hinreichende Erklärung finden, gleichsam in ihnen aufgehen, ist kein invalidisierender psychischer Gesundheitsschaden gegeben (BGE 127 V 294 E. 5a; Urteil des Bundesgerichts 8C_730/2008 vom 23. März 2009 E. 2).
1.3
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im
Be
schwerdefall
das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebe
nenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 256 E. 4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden kön
nen (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E. 4b/cc).
1.4
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorak
ten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zu
sammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
1.5
Die
RAD
stehen den IV-Stellen zur Beurteilung der medizinischen Voraus
-
setzun
gen
des Leistungsanspruchs zur Verfügung. Sie setzen die für die Invalidenversicherung nach Art. 6 ATSG massgebende funktionelle Leistungsfä
higkeit der Versicherten fest, eine zumutbare Erwerbstätigkeit oder Tätigkeit im Aufgabenbereich auszuüben. Sie sind in ihrem medizinischen Sachentscheid im Einzelfall unabhängig (Art. 59 Abs. 2
bis
des Bundesgesetzes über die Invaliden
versicherung,
IVG). Nach Art. 49
der Verordnung über die Invalidenversiche
rung (
IVV
)
beurteilen die RAD die medizinischen Voraussetzungen des
Leis
tungsanspruchs
. Die geeigneten Prüfmethoden können sie im Rahmen ihrer me
dizinischen Fachkompetenz und der allgemeinen fachlichen Weisungen des Bundesamtes frei wählen (Abs. 1). Die RAD können Versicherte bei Bedarf sel
ber ärztlich untersuchen. Sie halten die Untersuchungsergebnisse schriftlich fest (Abs. 2; Urteil des Bundesgerichts 9C_406/2014 vom 31. Oktober 2014 E. 3.5 mit Hinweis auf BGE 135 V 254 E. 3.5).
Der Beweiswert von RAD-Berichten nach Art. 49 Abs. 2 IVV ist mit jenem exter
ner medizinischer Sachverständigengutachten vergleichbar, sofern sie den praxisgemässen Anforderungen an ein ärztliches Gutachten (
BGE 134 V 231
E. 5.1) genügen und die Arztperson über die notwendigen fachlichen Qualifika
tionen verfügt (
BGE 137 V 210
E. 1.2.1). Allerdings kann auf das Ergebnis ver
sicherungsinterner ärztlicher Abklärungen – zu denen die RAD-Berichte gehö
ren – nicht abgestellt werden, wenn auch nur geringe Zweifel an ihrer Zuver
lässigkeit und Schlüssigkeit bestehen (Urteil des Bundesgerichts 8C_197/2014 vom 3. Oktober 2014 E. 4.2 mit Hinweisen auf
BGE 139 V 225
E. 5.2;
135 V 465
E. 4.4 und E. 4.7).
2.
2.1
Strittig und zu prüfen ist
der Rentenanspruch des
Beschwerdeführer
s
.
2.2
Die
Beschwerdegegnerin verneinte einen solchen
m
it der Begründung,
dass ge
mäss Beurteilung ihres RAD-Arztes beim Beschwerdeführer keine Diagnosen mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit zu stellen seien. Die diagnostizierte nar
zisstis
che Persönlichkeitsstruktur sei
auch nicht IV-relevant und die
rezidivie
rende
leichtgradig
e
depressive Störung grundsätzlich therapeutisch
angehbar
.
Überdies
spielten psychosoziale Belastungsfaktoren keine unerhebliche Rolle, was ebenfalls gegen die Leistungspflicht der Invalidenversicherung spreche. Ein IV-relevanter Gesundheitsschaden sei nicht ausgewiesen (
Urk.
2 S. 2,
Urk.
12).
2.3
Der Beschwerdeführer machte
in seiner Beschwerde (
Urk.
1)
demgegenüber gel
tend,
seit 2011 körperlich und
psychisch stark beeinträchtigt und nicht mehr arbeitsfähig zu sein (S. 2 unten, S. 4 unten)
. Sein Therapeut habe wiederholt eine mittelgradige Depression diagnostiziert und eine 50%ige Einschränkung
in
der Arbeitsfähigkeit attestiert.
Dass der RAD in einer leicht tendenziösen Un
tersuchung eine volle Arbeitsfähigkeit festgestellt habe, sei unverständlich.
Die RAD-Begutachtung sei zu dürftig ausgefallen und der RAD zudem
befange
n.
Von Therapeutenseite werde heftig dementiert, dass immer nur eine
leichtgra
dige
Depression diagnostiziert worden sei.
Sodann fehl
t
e
n testpsychologische Untersuchungen zur Beurteilung der Frage, ob in diagnostischer Hinsicht von einer Persönlichkeitsstörung auszugehen sei und ob diese
gegebenenfalls
seine Arbeitsfähigkeit beeinträchtige
(S. 4)
. Es sei ein Gutachten
durch einen
- na
mentlich erwähnten -
neutralen Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie zu erstellen
und
diesem
sei der mit der Beschwerde eingereichte Fragenkatalog (
Urk.
5) zu unterbreiten (S. 5
).
3.
3.1
Vom 17. Oktober 2011 bis 11. Februar 2012 weilte der Beschwerdeführer statio
när in der Klinik
A._
,
B._
. Gemäss Austrittsbericht vom 24. Februar 2012 (
Urk.
13/39) war die Zuweisung durch das Spital
C._
erfolgt, nach
dem der Beschwerdeführer einen Suizidversuch mit
Tabletten
unternommen hatte (S. 2 unten).
Als Hauptdiagnose nannten die Ärzte Anpassungsstörungen (ICD-10 F43.2) und als Nebendiagnose kombinierte und andere Persönlichkeits
störungen (ICD-10 F61.0; S. 3 Mitte).
Sie
berichteten, e
s habe sich bereits um den dritten Suizidversuch
gehandelt
, welcher durch Probleme mit der Ehefrau und am Arbe
itspla
tz ausgelöst word
en
sei (S. 1 unten)
.
Vor zwei Wochen habe die Ehefrau dem Beschwerdeführer eröffnet, dass sie aus dem gemeinsamen Haus ausziehen wolle.
Am Freitag
vor dem Klinikeintritt
habe der Beschwerde
führer seine Arbei
tsstelle gekündigt (S. 2 oben).
Am 11. Februar 2012 sei er in psychisch stabilem Zustand aus der Klinik ausgetreten. Es habe kein Anhalt für Selbst- oder Fremdgefährdung bestanden (S. 3 unten).
3.2
Am 24. April 2012 (
Urk.
13/8/7 f.) berichteten die Ärzte der
D._
, Klinik
A._
, der Beschwerdeführer besuche aktuell monatlich die Sprechstunde beim
Referenten
,
Dr.
med.
E._
, Assistenz
arzt (S. 2 oben). Trotz erheblicher Verbesserung des psychischen Zustands seit Eintritt in ihre Klinik sei nach wie vor
von
einem sehr labilen psychischen Gleichgewicht auszugehen. Der 60-jährige Beschwerdeführer sehe sich einer vollständigen Neuorientierung seines Lebens ausgesetzt. Gegenwärtig sei des
halb noch von einer Arbeitsunfähigkeit von 100
%
auszugehen. Sollte sich die positive Entwicklung der letzten Monate fortsetzen, könne ab etwa Juli 2012 mit einer 50%igen Arbeitsfähigkeit gerechnet werden
, die je nach Verlauf
auf
zweiwöchentlich
er
bis monatlich
er
Basis gesteigert werden könne
(S. 2
Ziff.
5 -7
).
3
.
3
Mit Bericht vom
2.
Februar 2013 (
Urk.
13/14/4) attestierte
Dr.
med.
F._
, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin,
dem B
eschwerdeführer
wegen ei
ner Depression eine vollständige Arbeitsunfähigkeit seit Herbst 2012
(
Urk.
13/14/4)
.
Als Diagnose ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit nannte er eine seit Dezember 2012 bestehende Gicht (
Ziff.
1.1).
3.4
Am 13. März 2013
erstatteten
Dr.
med.
G._
, Oberarzt, und
Dr.
E._
(vorste
hend E. 3.2),
H._
, einen Bericht (
Urk.
13/17)
. Als
Diag
nose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
nannten sie
eine mittelgradige depressive Episode (ICD-10 F32.1), bestehend mindestens seit Herbst 2011 (
Ziff.
1.1
). Sie führten aus
, im Sommer 2012
habe der Beschwerdeführer seinen Lebensmittelpunkt in den Raum Zürich verlagert. Zu diesem Zeitpunkt
habe eine noch leichte depressive Symptomatik bestanden und es sei dem Beschwer
deführer möglich gewesen, für einige Wochen in einem Pensum von etwa 50
%
seiner angestammten Tätigkeit als Lastwagenchauffeur nachzugehen. Gegen Ende 2012 habe sich eine erneute Zustandsverschlechterung eingestellt, das Er
leben des Beschwerdeführer
s
sei wieder zunehmend depressiv gefärbt gewesen und es hätten sich körperliche Probleme in Form von starken Rückenschmerzen und Gichtschüben eingestellt. Die Behandlung sei entsprechend angepasst wor
den und nach dem Jahreswechsel habe sich der Gesundheitszustand wieder ver
bessert. Vorerst bleibe abzuwarten, ob sich der Zustand stabilisiere. Eine Remis
sion der depressiven Symptomatik sei sehr wahrscheinlich (
Ziff.
1.4). In der Tä
tigkeit als Chauffeur sei der Beschwerdeführer bis voraussichtlich im Frühling 2013 zu 100
%
arbeitsunfähig (
Ziff.
1.6)
. Hernach könne mit einem
Wiederein
stieg
in einem Pensum von 50
%
gerechnet werden (
Ziff.
1.9).
3.5
Am 24. Juni 2013
(
Urk.
13/23) berichteten
Dr.
G._
und
Dr.
E._
,
H._
,
von einem wechselhaften Verlauf. Neben Phasen mit ordentlicher Befindlichkeit hätten sich auch Zustände von ausgeprägter Adynamie und
Mo
tivationslosigkeit
gezeigt. In diesen Phasen habe sich
der Beschwerdeführer
auch sehr einsam gefühlt und sei von den Erinnerungen an seine über 30-jäh
rige Ehe heimgesucht worden.
In solchen Zeiten habe
er
auch von einem Ste
chen in der Brust, Konzentrationsstörungen und
Dünnhäutigkeit
berichtet.
Im Juni 2013 habe sich sein Zustand wieder gebessert. Die depressive und somati
sche Symptomatik
sei
insgesamt zurückgegangen. In Anbetracht des nach wie vor schwankenden Verlaufs sei die Prognose bezüglich Arbeitsfähigkeit vor
sichtig zu formulieren. Zum jetzigen Zeitpunkt könne von einer 50%igen Ar
beitsfähigkeit ab Herbst 2013 ausgega
n
gen werden.
3.6
Am 19. Dezember 2013 (
Urk.
13/26) berichteten
Dr.
G._
und
Dr.
E._
,
H._
, die Stabilisierung des Gesundheitszustands habe sich weiter fortgesetzt. Zwischendurch hätten den Beschwerdeführer kleinere
Stim
mungseinbrüche
ereilt, die jedoch nicht von Dauer gewesen seien. Der Be
schwerdeführer habe es geschafft, den Kontakt zu seinen beiden Kindern wieder aufzunehmen und anhaltend zu etablieren. Grundsätzlich sei von einer Ar
beitsfähigkeit von 50
%
auszugehen. Der Einsatz im angestammten Beruf als Chauffeur werde jedoch als problematisch beurteilt, da der Beschwerdeführer nach wie vor über eine erhöhte Verunsicherung im Strassenverkehr berichte, sodass er es sich nicht mehr zutraue, berufsmässig auf der Strasse unterwegs zu sein.
3.7
RAD-Arzt
Dr.
med.
I._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie,
nahm am
10. Januar 2014
Stellung zu den medizinischen Akten (
Urk.
13/28
S. 4 f.)
und gelangte
zum Schluss, dass
der Beschwerdeführer
i
n einer angepassten Tätigkeit ab dem 19. Dezember 2013 medizinisch-theoretisch zunächst
zu
50
%
arbeitsfähig wäre und b
ei we
iterhin positivem Krankheitsver
lauf und zuneh
mender Adaptierung am Arbeitsplatz
medizinisch-theoretisch
ein Vollpensum erreich
en könne
.
3.8
In ihrem nach Ergehen des Vorbescheids ersta
tteten Bericht vom 31. März 2014
(
Urk.
13/31) diagnostizierten
Dr.
G._
und
Dr.
E._
,
H._
,
eine mittelgradige depressive Episode (ICD-10 F32.1) sowie eine Panikstörung (ICD-10 F41.0). Sie führten aus, der Einschätzung der Beschwerdegegnerin, wo
nach die depressive Störung des Beschwerdeführers leicht sei, sei zu widerspre
che
n. In ihren Vorberichten hätten sie denn auch nie von einer leichten, son
dern einer mittelgradigen Störung gesprochen.
Hinzu komme, dass der Be
schwerdeführer im Herbst 2013 anlässlich des Besuchs eines Eishockeyspiels erstmals eine Panikattacke erlitten habe, was sich bis dato mehrmals
wiederholt habe. Dies
deute leider darauf hin, dass sein psychischer Zustand noch erheblich instabil sei. Auch unter optimierten Bedin
g
ungen erachteten sie den Beschwer
deführer derzeit höchstens als zu 50
%
arbeitsfähig.
3.9
Am 26. Juni 2014
(
Urk.
13/43)
berichtete RAD-Arzt
Dr.
I._
(vorstehend
E. 3.7)
über
seine
am 5. Juni 2014
durchgeführte
Untersuchung des Beschwerde
führers.
Er
verneinte das Vorliegen von Diagnosen mit Auswirkung auf die Ar
beitsfähigkeit. Als Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit nannte er eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig
leichtgradig
(ICD-10 F33.00)
, sowie eine
narzisstische Persönlichkeitsstruktur, Differentialdiagnose -störung (S. 12
Ziff.
9).
Dr.
I._
führte aus, in der Untersuchung seien die Kriterien für die Diagnose einer narzisstischen Persönlichkeitsstö
r
ung nicht erfüllt gew
e
sen; allerdings seien die Schilderungen zu den beruflichen und ehelichen Schwi
e
rigkeiten so
wie die impulsiven Handlungen des Beschwerdeführers nach Konflikten am Ar
beitsplatz mit Suizidalität ein Indiz, dass d
as Beschwerdebild
im Grenzbereich von Persönlichkeitsakzentuierung versus Persönlichkeitsstörung anzusiedeln sei. Zum Untersuchungszeitpunkt habe keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit bestanden
(S. 13 Mitte)
.
Als Chauffeur sei der Beschwerdeführer vom 10. Okto
ber 201
1
bis Juni 2012 zu 100
%
und
von Juli bis September 2012 zu 50
%
ar
beitsunfähig gewesen. Der Verlauf ab Arbeitsaufgabe im September 2012 (vgl. dazu vorstehend E.
3.
4
) sei unklar. Aufgrund der Akte
nlage und der
Angaben des Beschwerdeführers könne überwiegend wahrscheinlich von einer Arbeits
unfähigkeit von 50
%
ausgegangen werden. Ab dem Zeitpunkt der Untersu
chung vom 5. Juni 2014 bestehe eine volle Arbeitsfähigkeit in der bisherigen und in einer angepassten Tätigkeit (S. 14
Ziff.
11).
3.10
Im Rahmen des vorliegenden Beschwerdeverfahrens reichte der Beschwerdefüh
rer einen Bericht von
Dr.
med.
J._
, Facharzt für Psychiatrie und Psy
chotherapie, und
lic
. phil.
K._
, Fachpsychologin für Psychotherapie FSP, delegierte Psychotherapie, vom
2.
Juli 2015 (
Urk.
18) ein. Diese berichte
ten, den Beschwerdeführer erstmals am 27. November 2014 gesehen zu haben. Seit 5. Januar 2015 stehe er in regelmässiger delegierter Psychotherapie mit wö
chentlichen Sitzungen à 60 Minuten (S. 1 Mitte).
Der Psychiater und die Psycho
therapeutin
nannten folgende Diagnosen mit Auswirkungen auf die Ar
beitsfähigkeit (S. 6
Ziff.
1):
paranoide Persönlichkeitsstörung (ICD-10 F60.0)
chronifizierte
mittelgradige bis schwere depressive Episode mit somati
schem Syndrom (ICD-10 F32.11)
Sie führten aus,
im
Verlauf der Therapie habe eine ausgeprägte Dissimulation aufgedeckt werde
n
können. Der Beschwerdeführer spiele seine Symptome ab
sichtlich heru
nter beziehungsweise verberge s
i
e
. Erst durch intensive
Bezie
hungsarbeit
über mehrere Monate hinweg habe
er
sich etwas öffnen und über
seine tatsächlichen Beschwerden sprechen können. Dabei habe sich herausge
stellt, dass er deutlich schwerere depressive Symptome habe als bislang ange
nommen und auch
das Ausmass der Selbstmordgedan
ken nicht zu unterschät
zen sei (S. 7 Mitte).
Das
S
törungsbild
,
bestehend aus einer chronischen, mittelgradigen Depression und einer paranoiden Persönlichkeitsstörung, welche in einer komplexen Wechselwirkung stünden und sich ge
genseitig verstärkten, bewirk
e
eine an
haltende 100%ige Arbeitsunfähigkeit (S. 7 unten). Die depressive Symptomatik sei aufgrund der dahinterliegenden Persönlichkeitsstörung kaum
angehbar
und mi
ttlerweile
chronifiziert
.
Es sei eine längerfristig angelegte Therapie der
Per
sönlichkeitsstörung
indiziert. Nur dadurch würden die
depressiven Symptome abnehmen
(S. 7 unten, S. 8 oben). Hinsichtlich der Arbeitsfähigkeit
müsse
eine negative Prognose gestellt werden. Es bestehe eine langandauernde und mass
gebliche Arbeitsunfähigkeit in sämtlichen Tätigkeitsbereichen. Vor seiner Pensi
onierung werde der Beschwerdeführer ganz klar nicht arbeiten können (S. 8 Mitte).
4.
4.1
Den medizinischen Akten ist zu entnehmen, dass
der Beschwerdeführer
im Herbst 2011 psychisch
dekompensierte
, nachdem seine Ehefrau sich von ihm getrennt und er seine damalige
Arbeitsstelle
gekündigt hatte
(vgl. dazu
Urk.
13/43 S. 7)
.
Es folgte ein rund viermonatiger stationären Aufenthalt in der Klinik
A._
, wo
im Wesentlichen
eine Anpassungsstörung diagnostiziert wurde (vgl. vorstehend E. 3.
1
).
Eine solche gilt rechtsprechungsgemäss als vo
rübergehendes und damit
grundsätzlich
nicht invalidisierendes psychisches Lei
den (Urteil des Bundesgerichts 8C_322/2010 vom 9. August 2010 E. 5.2 mit Hinweisen)
.
4.2
Im Anschluss an den Klinikaufenthalt wurde der Beschwerdeführer in ambulan
tem Setting psychiatrisch weiterbetreut. Im
Bericht vom
März 2013
(vorstehend E. 3.4)
diagnostizierten die behandelnden Ärzte des
H._
eine mindestens seit Herbst 2011 bestehende mittelgradige depressive Episode, was insofern widersprüchlich ist, als sie gleichzeitig festhielten, dass die depressive Symptomatik im Sommer 2012 nur noch
leichtgradig
ausgeprägt gewesen sei. Aus dem genannten Bericht geht des Weiter
e
n hervor, dass eine Ende 2012 ein
getretene Verschlechterung mittels Anpassung der Behandlung aufgefangen werden konnte und nach dem Jahreswechsel wieder eine Verbesserung
zu ver
zeichnen war
. Im Juni 2013 berichteten die behandelnden Ärzte, dass
der zwi
schenzeitliche Verlauf zwar wechselhaft gewesen,
die depressive und somatische
Symptomatik
aber
insgesamt zurückgegangen sei (vorstehend E. 3.5). Im De
zember 2013 hielten sie
als
d
ann
fest, dass sich die Stabilisierung des Gesund
heitszustands weiter fortgesetzt habe
(vorstehend E. 3.6)
.
4.3
Der von den behandelnden Ärzten geschilderte Behandlungsverlauf
(vorstehend E. 4.2)
bestätigt die bundesgerichtliche Rechtsprechung, wonach
leichte bis höchstens mittelschwere psychische Störungen aus dem depressiven
Formen
kreis
grundsätzlich als therapeutisch
angehbar
gelten
(Urteil des Bundesgerichts 8C_759/2013 vom 4. März 2014 E. 3.6.1 mit Hinweisen). Bei mittelschweren depressiven Episoden (ICD-10 F32.1) verneint das Bundesgericht
dementspre
chend
regelmässig deren invalidisierende Wirkung (Urteil des Bundesgerichts 8C_774/2013 vom 3. April 2014 E.
4.2 mit Hinweisen)
. Davon ist
angesichts des dokumentierten Behandlungsverlaufs
auch im Falle des Beschwerdeführer
s a
us
zugehen.
Abgesehen davon ist festzuhalten,
dass
der
von den behandelnden Ärzten
im Bericht vom März 2013
(vorstehend E. 3.4)
beschriebene psychopathologische Befund
, welchem etwa zu entnehmen is
t, dass die Konzentration und das Ge
dächtnis
des Beschwerdeführers
leichtgradig
eingeschränkt
gewesen
seien,
der Beschwerdeführer leicht bedrückt und verunsichert
gewirkt
und über leichtgra
digen Antriebs-
und Motivationsmangel berichtet habe
(
Urk.
13/17
Ziff.
1.4 am Ende)
,
sowie auch die im nämlichen Bericht
gewählte Formulierung, wonach das Erleben des Beschwerdeführers
anlässlich der per Ende 2012 beschriebenen Zustandsverschlechterung wieder zunehmend
„depressiv gefärbt“ gewesen sei (vgl. vorstehend E. 3.4), nicht auf eine massgebliche Depressivität schliessen lassen
. D
en
Folgeberichte
n
der behandelnden Ärzte
sind
sodann
keine (neuen oder anderen) Befunde zu entnehmen, insbesondere auch nicht d
em
Bericht vom März 2014 (vorstehend E. 3.8), in welchem eine (andauernde) mittelgradig ausgeprägte depr
essive Störung postuliert wurde
, was
abgesehen davon
im Wi
derspruch steht zu der i
m Juni und Dezember 2013
beschriebenen Zustandsver
besserung (vorstehend E. 3.5-6). Vor
diesem Hintergrund
kann
die seitens der behandelnden Ärzte attestierte 50%ige Einschränkung in der Arbeitsfähigkeit nicht nachvoll
zogen werden
. In diesem
Zusammenhang
ist nicht zuletzt
auch die Erfahrungstatsache zu berücksichtigen, dass behandelnde Arztpersonen mit
unter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfäl
len eher zu Gunsten ihrer Patientinnen und Patienten aussagen (BGE 135 V 465 E. 4.5, 125 V 351 E. 3b/cc).
4.4
Die Untersuchung durch
RAD-Arzt
Dr.
I._
im Juni 2014
(vorstehend E. 3.9)
ergab keine sich auf die Arbeitsfähigkeit auswirkenden Diagnosen.
Dr.
I._
erstattete
seine Beurteilung (
Urk.
13/43)
in Kenntnis
der und in Ause
inanderset
zung mit den
Vorakten
(S. 1
Ziff.
1, S. 12 f.
Ziff.
10). Die Beurteilung
basiert auf einer eigenen fachpsychiatrischen Untersuchung, im Rahmen welcher eine sorgfältige Anamnese- und Befunderhebung erfolgte. Der
Beschwerdeführer
wurde dabei insbesondere ausführlich zur Krankheitsgeschichte und
zu seinen Beschwerden befragt (S. 1 ff.
Ziff.
2-8).
Dr.
I._
erhob einen lediglich dezenten psychopathol
ogischen Befund (
Urk.
13/43 S. 7 ff.
Ziff.
8) und gelangte zum nachvollziehbaren Schluss, dass im Untersuchungszeitpunkt eine lediglich leichte depressive Episode vorlag.
Die
Einschätzung
von
Dr.
I._
, wonach die
im Untersuchungszeitpunkt erhobene
de
pressive Störung keine Auswirkung
auf die Arb
e
i
tsfähigkeit zeitige, steht im Einklang mit der bundesgericht
lichen Rechtsprech
ung,
wonach eine
leichte de
pressive Episode grundsätzlich nicht geeignet
ist
, eine leistungsspezifische In
validität zu begründen (Urteil des Bundesgerichts 9C_506/2014 vom 10. No
vember 2014 E. 4.2).
Daran ändert nichts, dass
Dr.
I._
die depressive Episode
vor dem Hintergrund einer rezidivierenden depressiven Störung
(ICD-10 F33)
diagnostiziert
e
. Dabei handelt es sich wohl um einen Befund, der seinerseits durch wiederholte depressive Episoden charakterisiert ist. Die Besserung zwi
schen den Episoden ist jedoch im Allgemeinen vollständig
(Urteil des
Bundes
gerichts 9C_176/2011 vom 29. Juni 2011 E.
4.3). Abgesehen davon hat die
Be
schwerdegegnerin
zutreffend darauf hingewiesen, dass das Beschwerdebild des Beschwerdeführer in nicht unerheblicher Weise durch invaliditätsfremde
psy
chosoziale Belastungsfaktoren
(gescheiterte Ehe,
vor Erreichen des AHV-Alters eingetretene
Arbeitslosigkeit
und damit e
inhergehende
Zukunftsängste
)
mitbe
stimmt wird, was sich deutlich aus d
en Schilderungen des Beschwerdeführers
anlässlich der RAD-Untersuchung
ergibt
(
Urk.
13/43 S. 2 ff.
Ziff.
3-5).
Als weitere Diagnose ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit nannte
Dr.
I._
eine narzisstische Persönlichkeitsstruktur, wobei er
festhielt
, dass auch eine differentialdiagnostisch zu erwägende narzisstische
Persönlichkeits
störung
sich nicht auf die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers auswirke.
Auch diese Beurteilung ist nachvollziehbar.
G
e
mäss
den diagnostischen Leitli
nien der ICD-10 beginnen Persönlichkeitsstörungen (ICD-10 F. 60) immer in der Kindheit oder Jugend und manifestieren sich auf Dauer im Erwachsenenalter.
Mit Blick darauf, dass der Beschwerdeführer zwischen 1969 und 2011 eine praktisch lückenlose Erwerbsbiographie aufweist mit nu
r kurzzeitiger Arbeitslo
sigkeit in den Jahren
1997, 1998 und 2001,
er
bei mehreren
Arbeitgebern auch über längere Zeit tätig war
(vgl.
Urk.
13/13,
Urk.
13/15
Ziff.
2.1,
Urk.
13/43 S. 9 oben)
und er RAD-Arzt
I._
gegenüber angab, bei früheren Arbeitstätigkeiten nie Probleme gehabt zu haben (
Urk.
13/43 S. 6
Ziff.
7)
,
ist nicht plausibel
, dass sich eine allfällige Persönlichkeitsstörung - wie vom Beschwerdeführer geltend
gemacht - kurz vor Erreichen des AHV-Alters plötzlich massgeblich auf seine Arbeitsfähigkeit auswirken soll.
Insofern kann letztlich offen bleiben, wie die persönlichkeits
s
pezifischen Auffälligkeiten des Beschwerdeführers diagnostisch einzuordnen sind und ist im Umstand, dass der RAD-Arzt beziehungsweise die Beschwerdegegnerin keine testpsychologischen Abklärungen veranlasste, kein Mangel zu erblicken.
Zusammenfassend ist festzuhalten, dass der
RAD-Bericht
vom Juni 2014
den
beweismässigen
Anforderungen an eine medizinische Expertise
(
vgl.
vorstehend E. 1.4)
genügt,
weshalb
grundsätzlich darauf abgestellt werden kann (vgl. vor
stehend E. 1.5).
4.5
Der
Bericht von
Dr.
J._
und
lic
. phil.
K._
vom Juli 2015
(vorste
hend E. 3.10)
ist nicht geeignet,
die schlüssige Beurteilung durch
RAD-
Arzt
Dr.
I._
in
Frage zu stellen
.
Der besagte
Bericht
wurde
nach Er
lass
der ange
fochtenen Verfügung vom
1.
Juli 2014
,
welche zeitliche Grenze der richterli
chen Überprüfungsbefugnis bildet (vgl. BGE 131 V 9 E. 1),
erstattet
und der Beschwerdeführer
hat sich
auch erst
nach Verfügungserlass zu
Dr.
J._
und
lic
. phil.
K._
in Behandlung
begeben
.
Im
Zeitpunkt des Erlasses der angefochtenen Verfügung
war nach dem
vorstehend Ausgeführten (E. 4.1-4)
ein invalidisierender
psychischer
Gesundheitsschaden
durch die medizinischen Ak
ten nicht
ausgewiesen
.
Sollte
die depressive Symptomatik zwischenzeitlich
massgeblich
zugenommen haben und nunmehr eine von der psychosozialen Belastungssituation zu unterscheidende verselbständigte psychische Störung im Sinne einer andauernden Depression im fachmedizinischen Sinn vorliegen, so hätte eine Neuanmeldung
bei der Beschwerdegegnerin
zu erfolgen.
4.6
Zusammenfassend
ist gestützt
auf
den Bericht des RAD-Arztes
Dr.
I._
d
avon auszugehen
, dass
beim Beschwerdeführer
im Zeitpunkt des Erlasses der ange
fochtenen Verfügung vom 1. Juli 2014 (
Urk.
2) kein
invalidisierender psychi
scher Gesundheitsschaden vorlag.
Ein
die Arbeitsfähig
keit
massgeblich
einschränkende
s
somatische
s
Leiden
ist durch die medizinischen Akten nicht belegt.
Insbesondere
nannte auch
d
er Hausarzt
Dr.
F._
keine somatischen Diagnosen mit Auswirkung
en
auf die Arbeitsfähigkeit
; d
ie
Gicht
führte er
als Diagnose ohne Auswirkung auf die Ar
beitsfähigkeit an (
vorstehend E. 3.3).
4.7
Die aufliegenden medizinischen Akten stellen eine hinreichende Entscheid
-
grund
lage
dar. Von weiteren medizinischen Abklärungen sind mit über
-
wiegender Wahrscheinlichkeit keine
massgeblichen
neuen
Erkenntnisse be
treffend den Gesundheitszustand des Be
schwerdeführers
im Z
eitpunkt des
Er
lasses der angefochtenen
Verfügung zu erwarten,
weshalb davon abzusehen ist
(antizipierte Beweiswürdigung
,
BGE
122 V 157).
Nicht angezeigt ist
auch
die beschwerdeweise beantragte
Haushaltabklärung (
vgl. 1 S. 5
Ziff.
4
)
, da
k
ein
in
validisierender Gesundheitsschaden
ausgewiesen
ist. Abgesehen davon bestehen
k
eine Anhaltspunkte dafür
, dass der Beschwerdeführer
bei der
Invaliditätsbe
messung
als Nicht- oder Teilerwer
bstätiger
zu qualifizieren
wäre (vgl. Art. 28a
Abs.
2-3 IVG)
.
Nach dem Gesagten hat d
ie
Beschwerdegegnerin einen
Rentenanspruch
des Be
schwerdeführers zu Recht verneint.
Die angefochtene Verfügung erweist sich
somit
als rechtens, weshalb die dage
gen erhobene Beschwerde abzuweisen ist.
5.
5.1
I
n prozessualer Hinsicht ersuchte
d
er
Beschwerdeführer
um Gewährung der unent
geltlichen Prozessführung und Rechtsvertretung (
Urk.
1 S. 2 oben)
mit der Begründung,
da
ss
er keinen Verdienst
habe
und von seinem
Vermögen
lebe
(
Urk.
1 S. 5
Ziff.
5).
5.2
Nach Gesetz und Praxis sind in der Regel die Voraus
setzungen für die Bewilli
gung der unentgeltlichen
Prozess
führung
und
Verbeiständung
erfüllt, wenn der Prozess nicht aussichtslos, die Partei bedürftig und die anwaltliche
Verbeistän
dung
notwendig oder doch geboten ist (BGE 103 V 46, 100 V 61, 98 V 115).
5.3
Bedürftig im Sinne von Art. 64 des Bundesgesetzes über das Bundesgericht (BGG) ist eine Per
son, wenn sie ohne Beeinträchtigung des für sie und ihre Fa
milie nötigen Lebensunterhaltes nicht in der Lage ist, die Prozesskosten zu be
streiten (BGE 128 I 225 E. 2.5.1). Massgebend sind die wirtschaftlichen Verhält
nisse im Zeitpunkt, in dem das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege (§ 28
lit
. a des Gesetzes über das Sozialversicherungsgerichts,
GSVGer
,
i.V.m
. Art. 119 der Schweizerischen Zivilprozessordnung, ZPO) eingereicht wird (BGE 120
Ia
179 E. 3a), oder – bei seither eingetretenen Veränderungen – auch in demjeni
gen der
Entscheidfindung
(BGE 108 V 265 E. 4).
5.
4
Die Bedürftigkeit ist nicht allein aufgrund der Bedarfsrechnung (Gegenüberstel
lung der Einnahmen und Ausgaben), sondern unter Einbezug der
Vermögens
situation
zu beurteilen.
Aus
der
vom Beschwerdeführer eingereichten
Vermö
gensübersicht
der
L._
(
Urk.
10/5) geht hervor, dass der
Beschwerdeführer im
Zeitpunkt der Einreichung des Gesuchs um unentgelt
liche Rechtspflege (
September 2014
) über
ein Mitglieder
-
Privatkonto mit einem Saldo von Fr. 14‘036.10, ein Mitglieder
-
Sparkonto mit einem Saldo von
Fr. 20‘066.80 und ein Wertschriftendepot mit einem Saldo von Fr. 1‘059.63 und damit über liquides Vermögen
in der Höhe
von insgesamt 35‘162.53 verfügte.
Der Saldo des ebenfalls bei der
L._
angelegten Freizü
gigkeitskontos belief sich
im September 2014
auf Fr. 247‘984.15
(
Urk.
10/5)
.
Im Zeitpunkt der
Gesuchseinreichung
stand der am 2
1.
September 1951 geborene Beschwerdeführer kurz vor der Erreichung des 6
3.
Altersjahres
. Der Beschwerdeführer machte keine Angaben dazu, ob er bereits vor Erreichen des
ordentlichen Ren
tenalters der AHV
das
Recht hatte, über das
Freizügigkeits
kapital
zu verfügen.
Die Tatsache, dass er im Juni 2014 RAD-Arzt
Dr.
I._
gegenüber angegeben hatte, dass er im Falle eines abschlägigen Renten
-
ent
scheids
von seinem ersparten Pensionskassengeld in der Höhe von
Fr.
250‘000.-- zu leben gedenke
(
Urk.
13/43 S. 10 Mitte)
, legt den Schluss nahe, dass damit das Vermögen auf dem Freizügigkeit
skonto gemeint war und er somit die Mög
lichkeit hatte, sich dieses
vor Erreichen des AHV-Alters
auszahlen zu lassen. In
Art.
7
des (mutmasslich) anwendbaren Reglements der
L._
Freizügig
keitsstif
t
ung
ist denn auch die Möglichkeit
einer
Auszahlung frühestens
fünf
Jahre vor dem Erreichen des AHV-Alters
vorgesehen.
Vor diesem Hintergrund ist
davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer
so
wohl im Zeitpunkt der Einreichung des Gesuchs
als auch im Zeitpunkt des vor
liegenden Entscheids über
ein Vermögen verfügt
e beziehungsweise verfügt
, das den gerichtsüblichen Vermögensfreibetrag von
Fr.
10‘000.-- bei weitem über
steigt,
so dass
ihm
zugemutet werden kann, daraus die anfallenden Gerichts
kosten wie auch die Kosten
seiner Rechts
vertretung zu bestreiten.
Sollte dies nicht zutreffen,
muss sich der Beschwerdeführer entgegenhalten lassen, nicht dargelegt zu haben
, über welche der ausgewiesenen Vermögenswerte er verfü
gen kann
beziehungsweise von welchem
Vermögen er lebt
, womit er seine Be
dürftigkeit letztlich nicht hinreichend substantiiert hat.
5.5
Die Bedürftigkeit des Beschwerdeführers
ist
nach dem Gesagten zu verneinen
, weshalb
sein
Gesuch um unentgeltliche Prozessführung und Rechtsvertretung abzuweisen ist.
6.
Die Gerichtskosten
gemäss
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG sind ermessensweise auf
Fr.
8
00.-- fes
tzusetzen und
ausgangsgemäss
dem Beschwerdeführer
aufzuerle
gen.