# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 76e64a32-1dbf-4af0-b39f-1d6d8436329d
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2019
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1964, war bei der Bäckerei-Konditorei
Y._
,
Z._
, als Verkäuferin tätig und über diese bei der
SWICA Versicherungen AG
(
Swica
) gemäss dem Bundesgesetz über die Unfall
versicherung (UVG) gegen Unfälle, unfallähnliche Körperschä
digun
gen und Berufs
krankheiten ver
sichert, als sie am 9. Dezember 2011 an ihrem Arbeitsplatz auf nassem Boden ausglitt (Urk. 9/4) und sich das linke Knie verdrehte (Urk.
9/16 S. 1
).
Anschliessend litt sie unter den Folgen einer (aktivierten) Gonarthrose sowie Retropatellararthrose im Berei
c
h ihres linken Kniegelenks (
Urk.
9/1).
A
m 18. Mai 2012
wurde die Ver
sicherte
an ihrem linken Kniegelenk arthroskopisch
operiert
(
Knorpeldébridement
und
Pridiebohrungen
;
Urk.
9/19
).
In der Folge
wurde am
7. August 2012 am linken Kniegelenk
der Versicherten
eine unikondyläre Kniegelenksprothese (Knie
teilprothese; Urk.
9/35
) eingesetzt, welche am 7. August 2013 durch eine
Knie
total
endo
prothese
ersetzt wurde (Urk.
9/143
).
Nachdem am
6.
Februar 2017 die
Knietotalendoprothese
nach einer septischen Lockerung ausgebaut und durch einen
Spacer
(Interimsprothese) ersetzt
worden war
(Urk. 9/298), wurde am 1
1.
Mai 2017 der
Spacer
ausgebaut und erneut durch eine
Knietotalendoprothese
ersetzt (
Urk.
9/306
/22
).
1.2
Mit
Verfügung vom 1. Dezember 2014 (Urk.
9/253
)
stellte die
Swica
die Versicherungs
leistungen für die Folgen des Unfalls vom 9. Dezember 2011 infolge Erreichens des Status quo sine per 9. März 2012 ein. Die von der Ver
sicherten am 23. Januar 2015 dagegen erhobene Einsprache (Urk.
9/256
) wies die
Swica
mit Entscheid vom 20. August 2015 (Urk.
9/258
) ab.
In Gutheissung der von der Versicherten am 2
3.
September 2015 dagegen erhobenen
Beschwerde (
Urk.
8/259)
hob das hiesige Gericht den
Einspracheentscheid
vom 2
0.
August 2015 mit
dem in Rechtskraft erwachsenen
Urteil vom 3
0.
September 2016 (Pro
zess Nr. UV.2015.00191;
Urk.
9/269) auf
und
wies
die Sache
zu ergänzender Sachverhaltsabklärung und erneuter Verfügung
über den Leistungsanspruch der
Versicherten an die
Swica
zurück.
1.3
In Nach
achtung des Urteils des hiesigen Gerichts vom 3
0.
September 2016 betei
ligte sich die
Swica
mit Ergänzungsfragen
(vgl.
Urk.
9/302)
an einer von der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle,
im invaliden
versiche
rungs
rechtlichen Verfahren
veranlassten
bidisziplinären
(orthopädischen und psychiatrischen)
Begutachtung der Versicherten (G
utachten vom
1
4.
Juli 2017;
Urk.
9/
314-316)
, wobei die
Versicherte am
8.
Mai 2017
vorgängig über die
Ergänzungsfragen in Kenntnis
gesetzt wurde
(
Urk.
9/302).
Gestützt auf das
Gut
achten vom 1
4.
Juli 2017
stellte die
Swica
der
Versicherten mit Schreiben vom 1
8.
September 2017 (
Urk.
9/317) die Einstellung der
Versicherungs
leistungen für die Folgen des Unfalls vom 9. Dezember 2011 infolge Erreichens des Status quo sine per
2
. März 2012
in Aussicht, wozu die Versicherte am 2
5.
Oktober 2017 (
Urk.
9/323)
Stellung nahm. Mit Verfügung vom 1
3.
November 2017 (Urk. 9/328) stellte die
Swica
die Versicherungs
leistungen für die Folgen des Unfalls vom 9. Dezember 2011 infolge Erreichens des Status quo sine per
2. März 2012 ein und verneinte eine Leistungspflicht für die Folgen der psychischen Beschwerden mangels eines adäquaten Kausalzusammenhangs zum versicherten Unfallereignis.
Die von der Versicherten am
1
2.
Dezember 2017
dagegen erho
bene Einsprache (Urk. 9/
333
) wies die
Swica
mit Entscheid vom
2
6.
Februar 2019
(Urk. 9/
350 =
Urk.
2
) ab.
2.
Gegen den
Einspracheentscheid
vom
2
6.
Februar 2019
(Urk. 2) erhob die Ver
si
cherte am
2
7.
März 2019
Be
schwerde und beantragte, dieser sei aufzuhe
ben, und es seien ihr
auch nach dem
2.
März
2012 die
versicherten
Leistungen im Sinne von Taggeld und
Heilbehandlung
sowie nach Erreichen des
medizinischen End
zustand
es
eine Rente und eine Integritäts
entschädi
gung
(
von mindestens 20 %) zu gewähren (Urk. 1 S. 2).
Mit Beschwerdeantwort vom
3.
Mai 2019 (
Urk.
7)
beantragte die
Swica
die Abwei
sung der Beschwerde (S. 2). Mit
Eingabe
vom
5.
Juni 2019 (
Urk.
11)
hielt die Beschwerdeführerin an ihrem beschwerdeweise gestellten Rechtsbegehren fest (S.
2)
, worüber die Beschwerdegegnerin am 1
1.
Juni 2019 (Urk
.
12) in Kenntnis gesetzt wurde
.
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Am 1. Januar 2017 sind die am 25. September 2015 beziehungsweise am 9. November 2016 verabschiedeten geänderten Bestimmungen des Bundesge
setzes über die Unfallversicherung (UVG) und der Verordnung über die Unfall
versicherung (UVV) in Kraft getreten.
Gemäss den allgemeinen übergangsrechtlichen Regeln sind der Beurteilung jene Rechtsnormen zu Grunde zu legen, die in Geltung standen, als sich der zu den materiellen Rechtsfolgen führende und somit rechtserhebliche Sachverhalt
ver
wirklicht hat (vgl. BGE 127 V 466 E. 1, 126 V 134 E. 4b, je mit Hinweisen). Dem
entsprechend sehen die Übergangsbestimmungen zur Änderung vom 25. Septem
ber
2015 des UVG vor, dass Versicherungsleistungen für Unfälle, die sich vor dem 1. Januar 2017 ereignet haben, und für Berufskrankheiten, die vor diesem Zeit
punkt ausgebrochen sind, nach bisherigem Recht gewährt werden (Absatz 1 der genannten Übergangsbestimmungen).
Der hier zu beurteilende Unfall hat sich am
9. Dezember 2011
ereignet, weshalb die bis 31. Dezember 2016 gültig gewesenen Normen auf den vorliegenden Fall Anwendung finden und in dieser Fassung zitiert werden.
1.2
Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss UVG setzt voraus, dass zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Invali
dität, Tod) ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht. Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne deren Vorhanden
sein der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der gleichen Weise beziehungsweise nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann. Entsprechend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des natürlichen Kausal
zusammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleinige oder un
mittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schädi
gende Ereignis zusammen mit anderen Bedingungen die körperliche oder geis
tige Integrität der versicherten Person beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht weg
gedacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene ge
sundheitliche Störung entfiele (BGE 129 V 177 E. 3.1, 402 E. 4.3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, worüber die Ver
waltung beziehungsweise im Beschwerdefall das Gericht im Rahmen der ihm obliegenden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt für die Begründung eines Leistungs
anspruches nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
1.3
Wird durch den Unfall ein krankhafter Vorzustand verschlimmert oder überhaupt erst manifest, fällt der natürliche Kausalzusammenhang dahin, wenn und sobald der Gesundheitsschaden nur noch und ausschliesslich auf unfallfremden Ursachen beruht. Dies trifft dann zu, wenn entweder der Gesundheitszustand, wie er unmittelbar vor dem Unfall bestanden hat (Status quo ante) oder aber derjenige Zustand, wie er sich nach dem schicksalsmässigen Verlauf eines krankhaften Vor
zustandes auch ohne Unfall früher oder später eingestellt hätte (Status quo sine), erreicht ist (RKUV 1992 Nr.
U 142 S.
75
E.
4b mit Hinweisen; nicht publiziertes Urteil des Bundesgerichts U
172/94 vom 26.
April 1995). Das Dahinfallen jeder kausalen Bedeutung von unfallbedingten Ursachen eines Gesundheitsschadens muss mit dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegen
den Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sein (RKUV 2000 Nr.
U 363 S.
45; BGE
119 V 7 E. 3c/
aa
). Die blosse Möglichkeit nunmehr gänzlich fehlender ursächlicher Auswirkungen des Unfalles genügt nicht. Da es sich hierbei um eine anspruchs
aufhebende Tatfrage handelt, liegt aber die entsprechende Beweislast – anders als bei der Frage, ob ein leistungsbegründender natürlicher Kausalzusammenhang gegeben ist – nicht bei der versicherten Person, sondern beim Unfallversicherer (RKUV 1994 Nr.
U 206 S.
328
f. E.
3b, 1992 Nr.
U 142 S. 76). Diese Beweisgrund
sätze gelten sowohl im Grundfall als auch bei Rückfällen und Spätfolgen und sind für sämtliche Leistungsarten massgebend (Urteil des Bundesgerichts 8C_637/2013 vom 11.
März 2014 E. 2.3.1 mit Hinweisen).
Mit dem Erreichen des Status quo sine
vel
ante entfällt eine Teilursächlichkeit für die noch bestehenden Beschwerden. Solange jedoch der Status quo sine
vel
ante noch nicht wieder
erreicht
ist, hat der Unfallversicherer gestützt auf Art. 36 Abs. 1 UVG in aller Regel neben den Taggeldern auch Pflegeleistungen und Kostenvergütungen zu übernehmen, worunter auch die Heilbehandlungskosten nach Art. 10 UVG fallen (Urteil des Bundesgerichts 8C_637/2013 vom 11. März 2014 E. 2.3.2).
1.
4
Nach der Rechtsprechung gehören zu den im Sinne von Art. 6 Abs. 1 UVG
mas
s
gebenden Ursachen auch Umstände, ohne deren Vorhandensein die gesund
heitli
che Beeinträchtigung nicht zur gleichen Zeit eingetreten wäre. Eine
scha
densaus
lösende traumatische Einwirkung wirkt also selbst dann leistungs
begrün
dend, wenn der betreffende Schaden auch ohne das versicherte Ereignis früher oder spä
ter wohl eingetreten wäre, der Unfall somit nur hinsichtlich
des Zeit
punkts des Schadenseintritts Conditio sine qua non war. Anders verhält es sich, wenn der Unfall nur Gelegenheits- oder Zufallsursache ist, welche ein
ge
gen
wärtiges Ri
siko, mit dessen Realisierung jederzeit zu rechnen gewesen wäre, manifest werden lässt, ohne im Rahmen des Verhältnisses von Ursache und Wirkung eigenständige Bedeutung anzunehmen (Urteile des Bundesgerichts 8C_380/2011
vom 20. Okto
ber
2011 E. 4.2.1, 8C_301/2007 vom 15. Januar
2008 E. 5.1.1 und U 413/05 vom 5. April
2007 E. 4.2 mit Hinweisen).
Einem Ereignis kommt der Charakter einer anspruchsbegründenden Teilursache zu, wenn das aus der potentiellen pathogenen Gesamtursache resultierende Risiko zuvor nicht dermassen gegenwärtig war, dass der auslösende Faktor gleichsam beliebig und austauschbar erschiene. Dagegen entspricht die
unfall
bedingte Einwirkung - bei erstelltem Auslösezusammenhang - einer (anspruchs
hindernden) Gelegenheits- oder Zufallsursache, wenn sie auf einen der
art labilen, prekären Vorzustand trifft, dass jederzeit mit einem Eintritt der (orga
nischen) Schädigung zu rechnen gewesen wäre, sei es aus eigener Dyna
mik der pathogenen Schadensanlage oder wegen Ansprechens auf einen beliebigen anderen Zufallsanlass.
Wenn ein alltäglicher alternativer Belastungs
faktor zu annähernd gleicher Zeit dieselbe Gesund
heitsschädigung hätte bewirken können, erscheint der Unfall nicht als kau
sal signifikantes Ereignis, sondern
als austauschbarer Anlass; es entsteht daher keine Leistungs
pflicht des obligato
ri
schen Unfallversicherers (Urteile des Bundes
gerichts 8C_380/2011 vom 20. Okto
ber 2011 E. 4.2.2, U 413/05 vom 5. April 2007 E. 4.2.3).
1.5
Treten im Anschluss an einen Unfall Beschwerden auf (die zuvor nicht bestan
den) und ist aber davon auszugehen, dass durch den Unfall lediglich ein (zuvor stum
mer) Vorzustand aktiviert, nicht aber verursacht worden ist, so hat der (aktuelle) Unfallversicherer nur Leistungen für das unmittelbar im Zusammen
hang mit dem Unfall stehende Schmerzsyndrom gemäss Art. 36 Abs. 1 UVG zu er
bringen und es entfällt bei Erreichen des Status quo sine
vel
ante eine Teilur
sächlichkeit für die noch bestehenden Beschwerden (Urteile des Bundesgerichts 8C_816/2009 vom 21. Mai 2010 E. 4.3, 8C_181/2009 vom 30. September 2009 E. 5.4 f., 8C_326/2008 vom 24. Juni 2008 E. 3.2 und 4 sowie U 266/99 vom 14. März 2000 E. 1).
1.6
Nach Gesetz und Rechtsprechung ist der Fall unter Einstellung der vorübergehen
den Leistungen und Prüfung des Anspruchs auf eine Invalidenrente und eine In
tegritätsentschädigung abzuschliessen, wenn von der Fortsetzung der ärztlichen Behandlung keine namhafte Besserung des Gesundheitszustandes der versicher
ten Person mehr erwartet werden kann und allfällige Eingliederungsmassnahmen der Invalidenversicherung abgeschlossen sind (vgl. Art. 19 Abs. 1, Art. 24 Abs. 2 UVG; Urteil des Bundesgerichts 8C_888/2013 vom 2. Mai 2014 E. 4.1, vgl. auch Urteil 8C_639/2014 vom 2. Dezember 2014 E. 3). In diesem Zeitpunkt ist der Un
fallversicherer auch befugt, die Adäquanzfrage zu prüfen (Urteil des Bundesge
richts 8C_377/2013 vom 2. Oktober 2013 E. 7.2 mit Hinweis auf
BGE
134 V 109, vgl. auch Urteil 8C
_
454/2014 vom 2. September 2014 E. 6.3).
Ob eine namhafte Besserung noch möglich ist, bestimmt sich insbesondere nach Massgabe der zu erwartenden Steigerung oder Wiederherstellung der Arbeits
fähigkeit, soweit diese unfallbedingt beeinträchtigt ist. Die Verwendung des Begrif
fes «namhaft» in Art. 19 Abs. 1 UVG verdeutlicht demnach, dass die durch weitere (zweckmässige) Heilbehandlung im Sinne von Art. 10 Abs. 1 UVG erhoffte Bes
serung ins Gewicht fallen
muss. Weder eine weit entfernte Möglichkeit eines po
sitiven Resultats einer Fortsetzung der ärztlichen Behandlung noch ein von wei
teren Massnahmen – wie etwa einer Badekur – zu erwartender geringfügiger the
rapeutischer Fortschritt verleihen Anspruch auf deren Durchführung. In diesem Zusammenhang muss der Gesundheitszustand der versicherten Person prognos
tisch und nicht aufgrund retrospektiver Fest
stellungen beurteilt werden (Urteil des Bundesgerichts 8C_888/2013 vom 2. Mai 2014 E. 4.1 mit Hinweisen, insbe
sondere auf BGE 134 V 109 E. 4.3; vgl. auch Urteil 8C_639/2014 vom 2. Dezem
ber 2014 E. 3).
1.7
Die Leistungspflicht des Unfallversicherers setzt im Weiteren voraus, dass zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden ein adäquater Kausalzusammenhang besteht. Nach der Rechtsprechung hat ein Ereignis dann als adäquate Ursache eines Erfolges zu gelten, wenn es nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge und nach der allgemeinen Lebenserfahrung an sich geeignet ist, einen Erfolg von der Art des eingetretenen herbeizuführen, der Eintritt dieses Erfolges also durch das Ereignis allgemein als begünstigt erscheint (BGE 129 V 177 E. 3.2, 402 E. 2.2, 125 V 456 E. 5a).
1.
8
Bei objektiv ausgewiesenen organischen Unfallfolgen deckt sich die adäquate, das heisst rechtserhebliche Kausalität weitgehend mit der natürlichen Kausalität; die Adäquanz hat hier gegenüber dem natürlichen Kausalzusammenhang prak
tisch keine selbständige Bedeutung (BGE 134 V 109 E. 2.1).
1.9
Für die Beurteilung der Frage, ob ein Unfall nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge und der allgemeinen Lebenserfahrung geeignet ist, eine psychische Gesundheitsschädigung herbeizuführen, ist nach der in BGE 115 V 133 ergange
nen Rechtsprechung auf eine weite Bandbreite von Versicherten abzustellen. Dazu gehören auch jene Versicherten, die aufgrund ihrer Veranlagung für psychische Störungen anfälliger sind und einen Unfall seelisch weniger gut verkraften als Gesunde, somit im Hinblick auf die erlebnismässige Verarbeitung des Unfalles zu einer Gruppe mit erhöhtem Risiko gehören, weil sie aus versiche
rungsmässiger Sicht auf einen Unfall nicht optimal reagieren (BGE 115 V 133
E. 4b).
Für die Bejahung des adäquaten Kausalzusammenhanges zwischen dem Unfall und psychischen Gesundheitsschädigungen ist im Einzelfall zu verlangen, dass dem Unfall für die Entstehung der Arbeits- beziehungsweise Erwerbsunfähigkeit eine massgebende Bedeutung zukommt. Dies trifft dann zu, wenn er objektiv eine gewisse Schwere aufweist oder mit anderen Worten ernsthaft ins Gewicht fällt (vgl. RKUV 1996 Nr. U 264 S. 288 E. 3b; BGE 115 V 133 E. 7 mit Hinweisen).
Für die Beurteilung dieser Frage ist an das Unfallereignis anzuknüpfen, wobei – ausgehend vom augenfälligen Geschehensablauf – folgende Einteilung vorge
nommen wurde: banale beziehungsweise leichte Unfälle einerseits, schwere Unfälle anderseits und schliesslich der dazwischen liegende mittlere Bereich (BGE 115 V 133 E. 6; vgl. auch BGE 134 V 109 E. 6.1, 120 V 352 E. 5b/
aa
; SVR 1999 UV Nr. 10 E. 2).
1.10
Bei der Einteilung der Unfälle mit psychischen Folgeschäden in leichte, mittel
schwere und schwere Unfälle ist nicht das Unfallerlebnis des Betroffenen mass
gebend, sondern das objektiv erfassbare Unfallereignis (vgl. BGE 120 V 352
E. 5b/
aa
, 115 V 133 E. 6; SVR 1999 UV Nr. 10 E. 2; RKUV 2005 Nr. U 549 S. 237, 1995 Nr. U 215 S. 91).
1.11
Bei banalen Unfällen wie zum Beispiel bei geringfügigem Anschlagen des Kopfes oder Übertreten des Fusses und bei leichten Unfällen wie zum Beispiel einem gewöhnlichen Sturz oder Ausrutschen kann der adäquate Kausalzusammenhang zwischen Unfall und psychischen Gesundheitsstörungen in der Regel ohne weiteres verneint werden, weil aufgrund der allgemeinen Lebenserfahrung aber auch unter Einbezug unfallmedizinischer Erkenntnisse davon ausgegangen werden darf, dass ein solcher Unfall nicht geeignet ist, einen erheblichen Gesund
heitsschaden zu verursachen (BGE 120 V 352 E. 5b/
aa
, 115 V 133 E. 6a).
1.12
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schluss
folgerungen der Experten begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a mit Hinweis).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin ging im angefochtenen
Einspracheentscheid
vom
2
6.
Februar 2019 (
Urk.
2) gestützt auf das
Gutachten
der Ärzte der
A._
,
vom 1
4.
Juli 2017
(
Urk.
9/314-316),
davon aus,
dass es sich bei den von der
Beschwerdefüh
rer
in
nach dem
2.
beziehungsweise
9.
März 2012
geklagten Beschwerden
im Bereich ihres linken Kniegelenks
nicht
mehr um natürlich kausale Folgen des versicherten Unfalls vom
9.
Dezember 2011 handle beziehungsweise, dass zu diesem Zeitpunkt der Status quo sine
vel
ante erreicht worden sei
, und dass die ab
diesem Zeitpunkt
weiterbestehenden psychischen Beschwerden nicht in einem adäquaten Kausalzusammenhang
zum
versicherten Unfallereignis
stünden
, wes
halb die Versicherungsleistungen auf den
2.
März 2012
einzustellen seien
(S. 7)
.
In der Beschwerde
antwort vom
3.
Mai 2019 (
Urk.
7) hielt die
Beschwerdegegnerin
fest, dass sie der Beschwerdeführerin die vorübergehenden Leistungen (Heilbe
handlung und Taggeld) bis Ende Oktober 2014 und somit über den
2.
beziehungs
weise
9.
März 2012 hinaus
bereits
ausgerichtet habe (S. 4).
2.2
Die Beschwerdeführerin
br
ach
t
e
hiegegen
vor, dass
auf
das Gutachten der Ärzte der
A._
nicht abschliessend abgestellt werden könne,
weshalb die Beschwerde
gegnerin für die Folgen der Knieverletzung
weiterhin Versicherungsleistungen zu erbringen habe
. Da
sie
durch den Gebrauch von Gehhilfen, auf welche sie infolge der unfallbedingten Knieverletzung angewiesen gewesen sei
, zusätzlich unter
g
esundheitlichen
Beeinträchtigungen im Bereic
h der Hand- und Schultergelenke
leide, habe die Beschwerdegegnerin zudem auch
hiefür
Versicherungsleistungen zu erbringen
(
Urk.
1 S. 17)
.
2.3
Das hiesige Gericht
erwog in dem in Rechtskraft erwachsenen
Urteil vom 3
0.
Sep
tember 2016 in Sachen der Parteien (Prozess Nr. UV.2015.00191;
Urk.
9/269)
einerseits
, dass weder die Stellungnahme von
PD Dr. med.
B._
vom 7. Juni 2012
, noch das Gutachten von
Dr. med.
C._
vo
m
12.
Dezember 2012, das Gutachten von
Dr. med.
D._
vom 8. August 2013
und
dasjenige der
Ärzte der
E._
vom 12. Oktober 2014
zu überzeugen
vermöchten
, weshalb darauf nicht abgestellt werden könne
(E. 3.5).
Im Folgenden ist daher anhand
der Ergebnisse der
seit
Erlass des
Urteil
s des hiesigen Gerichts
vom 3
0.
September 2016 in S
achen der Parteien (Prozess Nr.
UV.2015.00191;
Urk.
9/269)
durchgeführten ergänzenden Sachverhalts
ab
klärung
en
zu prüfen
, ob die Beschwerdegegnerin
die Versicherungsleistungen für die Folgen des Unfalls vom
9.
Dezember 2011
zu Recht
per
2.
März 2012
ein
stellte.
3.
3.1
Die Ärzte des
F._
, Radiologie, stellten im MRI-Bericht vom 19. Dezember 2011 (Urk. 9/1) fest, dass eine gleichentags durchgeführte
Mag
netresonanztomographie (MRI)
des linken Kniegelenks der Beschwerde
führerin i
ntakte Band
strukturen
, eine a
ktivierte mediale Gonarthrose sowie
eine
Retropa
tellar
arthrose
ohne
Anhaltspunkte für eine Meniskusläs
i
on
ergeben habe und erhoben den folgenden Befund:
-
e
rhaltene Artikulation im
linken
Kniegelenk
-
k
eine Luxation
, ke
ine Subluxation
, keine pathologische Konturu
nter
bre
chung im Sinne einer Fraktur
-
v
ermehrter Kniegelenkserguss
-
i
ntakte
vordere und hintere Kreuzbänder
-
altersentsprechende
Menisk
i
ohne Rissbildung
-
d
iskretes Knochenmarksödem im Bereich der gelenkbildenden Fläche
femoral
medialseitig
bei Knorpelunregelmässigkeiten
-
d
eutliche Knorpelunregelmässigkeiten
retropatellär
-
i
ntakte Darstellung des Ligamentum
collaterale
laterale und
des
Ligamen
tum
collaterate
mediale
-
u
nauffällige Darstellung der
Quadrizepssehne
und der Patellarsehne
-
d
iskrete
Imbib
i
erung
der Weichteile ventral des Ligamentum patellae
-
k
leinste Baker-Zyste
3.2
Dr. med.
G._
, Facharzt für
Orthopädische Chirurgie und
Trauma
to
lo
gie des Bewegungsapparates, diagnostizierte mit Bericht vom 25. April
2012 (Urk. 9/16) einen
Verdacht auf
eine
(posttraumatische) Gon
arthrose links
und erwähnte, dass die Beschwerdeführerin gemäss ihren Anga
ben im
jugendlichen Alter
an ihren beiden Kniegelenken, wahrscheinlich
wegen einer
C
hondropathia
patellae
,
operiert worden sei. Anschliessend sei sie indes
in Bezug auf ihre Knie
gelenke schmerzfrei gewesen. Am 9. Dezember 2011
sei sie
bei
der Arbeit als Serviertochter auf nassem Boden ausgeglitten und
habe
sich das linke Knie
ver
dreht
, welches
anfänglich stark geschwollen
und schmerzhaft gewesen sei
. Im Verlauf
hätten die
Schmerzen auf der Innenseite und auch im Kniescheiben
bereich
persistiert, vor allem
beim
Treppensteigen
.
Anlässlich de
s
am 19. Dezem
ber 2011 durchgeführten MRI des linken Knie
gelenks hätten sich
nur diskrete Knorpelschäden medial und
femoropatellär
sowie ein gewisser
Gelenk
s
erguss
ohne
Meniskus- oder Kreuz
bandläsionen
gezeigt.
Die Gelenkbeweglichkeit
sei
vollständig frei
gewesen; positive
Meniskus
zeichen
seien nicht nachzuweisen gewesen (S. 1).
Röntgenologisch seien keine
eindeutigen degenerativen oder posttraumatischen Veränderungen
zu erkennen gewesen;
in der
MRI
hätten sich
lediglich diskrete degenerative Knorpelveränderungen
gezeigt
.
Am
1
8. Mai 2012 seien
eine
(diag
nostische)
Arthroskopie und
eine
allfällige Gelenktoilette
vorgesehen
. Ob die geschilderten Beschwerden tatsächlich posttraumatischen Ursprunges
seien
,
sei
schwierig zu beurteilen
(S. 2)
.
3.3
Dr.
G._
erwähnte im Operationsbericht vom 18. Mai 2012 (
Urk.
9/19), dass bei der Beschwerdeführerin gleichentags eine Arthroskopie mit
retropatellärem
und medialem
Knorpeldébridement
sowie
Pridiebohrungen
am medialen
Kon
dylus
links durchgeführt
worden sei
,
und diagnostizierte einen medialen und
femoropatellären
Knorpelschaden im Bereich des linken Kniegelenks.
Retropa
tellär
sei eine erhebliche Knorpelschädigung im Sinne einer
Chondromalazie
Grad II bis III und
femoralseitig
ein hochgradig ausgedünnter Knorpel in der ganzen Belastungszone festzustellen gewesen (S. 1), weshalb ein ausgedehntes
Knorpel
débridement
mit Entfernung der instabilen und vulnerablen Knorpelan
teile und multiple
Pridiebohrungen
in der Defektzone durchgeführt worden seien. Das vordere und hintere Kreuzband und die
Meniski
seien intakt und
rissfrei
gewesen (S. 2).
3.4
Die Ärzte des
H._
stellten im MRI-Bericht vom 16. Juli 2012 (Urk. 9/27) fest, dass eine gleichentags durchgeführte MRI des linken Knie
gelenks der Beschwerdeführerin die folgenden Befunde ergeben habe:
-
Zeichen
einer
Var
usgonarthrose
mit
Chondropathie
-
Bone
bruise
und bereits
zystoide
resorptive Veränderungen am medialen
Femurkondylus
-
l
eichte
Trochleadysplasie
mit verkürzter medialer
Auflage
fl
äche
-
Ret
ropatellarthrose
-
Zustand nach Zerrung und Einriss des medialen
Ret
inakulum
patellae
-
Zustand nach Zerrung und Einriss der
posterioren
Gelenkkapsel
-
Ergussanteile im
post
erioren
K
ompartiment
,
interkondylär
und retro-supra
patellar
-
mukoide
Menisk
usveränderungen ohne Riss
-
minime
initiale
Bakerzyste
Sie erwähnten sodann, dass mittels MRI eine deutliche mediale Gelenks
spalt
ver
schmälerung mit Höhenminderung des Knorpels
femoral
, partiell bis zur Knor
pelglatze
, sowie ein
knochenödemäquivalentes
Signal im Bereich des medialen
Femurk
ondylus
bei intaktem
Kollateralband
und
mediale
r
Gelenk
kapsel
sowie
mukoide
degenerative
Veränderungen
, ohne Rissbildung im Bereich der
Aussen
- und
Innenmeniski
festgestellt worden seien.
3.5
Dr.
med.
I._
, Facharzt für Chirurgie
und für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates,
J._
, erwähnte im Austrittsbericht vom 1
2.
September 2016 (
Urk.
9/290 S. 2), dass die Beschwerdeführerin vom
8.
bis
9.
September 2016 hospitalisiert gewesen sei, und diagnostiziert
e
eine unklare
femo
ro
patellare
Schmerzproblematik bei Status nach diversen Voroperati
onen
am linken
Knie und
bei
Status nach
Knietotalpro
thesen-
lmplantati
on
. Er stellte fest, dass ein
low
grade Infekt anlässlich des Eingriffs im Bereich des linken Kniegelenks mit
Adhäsiolyse
peri
patellär
und mit diversen Gewebsbiopsien habe ausgeschlossen werden können.
3.6
Die Ärzte der
K._
stellten in ihrem Bericht vom 2
0.
Januar 2017 (
Urk.
9/296) die folgenden Diagnosen:
-
s
eptische Lockerung einer
Knietotalendoprothese
links mit Nachweis von Staphylokokkus
Epide
rm
idis
mit/bei
:
-
Status nach
diagnostischer K
niegelenksarthroskopie mit Entna
hme von Gew
ebe
biopsien vom
8.
September
2016,
-
Status nach
Fistelverschluss im Bereich des
Arthroskopieportales
am
2.
November
2016
-
Status nach
Konversion auf eine
Knietotalendoprothese
im Bereich des linken
Kniegelenk
s
im August 2013 mit/bei
Status nach
Implantation einer medialen unikondylären Knieteilprothese links im August 2012
und Status nach
Kniegelenksarthroskopie links im Mai 2012 nach Distorsion
des linken
Kniegelenk
s
im Dezember 201
1
Die Ärzte erwähnten, dass die Beschwerdeführerin nach den erwähnten
Eingriffen nie beschwerdefrei
gewesen sei
,
weshalb sie auf Grund einer
unklaren
f
emoropa
tellären
Schmerzsymptomatik am
8.
September
2016
arthroskopiert
worden sei
. Im weiteren Verlauf
habe
ein Infekt durch eine
P
unktion bestätigt werden
kön
nen
.
Eine
Untersuchung
mittels
Spect
-CT
(
Single Photon Emission
Computed
Tomography
/
Computed
Tomography
)
habe
eine Lockerung der
tibialen
Kompo
nente
ergeben
(S. 1)
. Auf
Grund
der
Infektsituation
bestehe
die Indikation zum zweitzeitigen Knieprothesenwechsel
, wobei
vorgesehen sei,
die
Knietotal
endoprothese
in der ersten Operation
zu entfernen
und
einen
Spacer
einzusetzen
.
Die
Prothese
sei
anschliessend
nach einer Zeit von
ungefähr
sechs bis acht Wochen
erneut
einzusetzen
(S. 2).
3.7
Im Austrittsbericht vom
8.
Februar 2017 (
Urk.
9/299) erwähnten die Ärzte der
K._
, dass die Beschwerdeführerin vom
5.
bis 2
0.
Februar 2017 hospitalisiert gewesen sei, und dass anlässlich des operativen Eingriffs im Bereich des linken Knies vom
6.
Februar 2017 die
Knietotalendoprothese
ausgeba
u
t und ein
Spacer
implantiert worden sei. Sie stellten die folgenden Diagnosen
(S. 1)
:
-
s
eptische Lockerung einer
Knietotalendoprothese
links mit/bei
:
-
Nachweis von Staphylokokkus
epidermidis
-
Status nach
diagnostischer K
niegelenksarthroskopie mit Entna
hme von Gewebebiopsien vom
8.
September 201
6
-
Status nach
Fistelverschluss im Bereich das
Arthroskopieportales
am
2.
November
2016
-
Status nach
Konversion auf eine
Knietotalendoprothese
im Bereich des linken
Kniegelenk
s
im August 2013 mit/bei
Status nach
Implantation einer medialen unikondylären Knieteilprothese links im August 2012
und Status nach
Kniegelenksarthroskopie links im Mai 2012 nach Distorsion
des linken
Kniegelenk
s
im Dezember 2011
Im Weiteren stellten sie die folgenden
Nebendiagnosen
(S. 2)
:
-
Status nach Karpaltunnelsyndrom beidseits, Erstdiagnose
2014
-
z
ervikoradikuläres
Schmerzsyndrom
im Bereich
C5/C6 rechts mit/bei:
-
Sensibilitätsverminderung im Verlauf von C5/C6 sowie C7/C8 rechts bei Nachweis einer
Diskusprotrusion
mit
neuroforaminaler
Einengung C6 rechts
-
Periarthropathia
humeroscapul
aris
rechts
-
c
hronische
Rhinosinusitis
mit/bei:
-
Status nach
Infundibulotomie
beidseits,
Septumplastik
2008
-
Status nach
Revisionsethmoidektomie
und Medialisierung der mittleren Nasenmuschel beidseits
im Jahre
2008
-
Status nach
Sphenoidotomie
links
im Jahre
2010
-
l
umbospondylogenes
Schmerzsyndrom links mit/bei:
-
LWS Hyperlordose
-
Diskusprotrusion
L3/L4
Die Ärzte erwähnten, dass am
6.
Februar
2
017 die
Knietotalendoprothese
ausge
baut
und
ein
Spacer
im linken Kniegelenk
implantiert
worden sei
(S. 2). Die
Schmerzsituation
habe
mittels adäquater Analgesie gut kompensiert werden
kön
nen
.
Anschliessend sei eine
Re
i
mplantation einer
Knietotalendoprothese
vorge
sehen (S. 3).
3.
8
Die Ärzte der
L._
,
M._
, erwähnten im Austrittsbericht vom
1
5.
Mai 2017 (
Urk.
9/306
S. 1-3), dass die Beschwerdeführerin vom
6.
bis
8.
Mai
2017
hospita
lisiert gewesen sei
,
und stellten die folgenden Diagnosen (S. 1):
p
sych
i
atrische Diagnosen und Belastungsfaktoren nach ICD-10
:
-
r
ezidiv
i
erende depressive St
örung, gegenwärtig mittelgradige
Episode
s
omatische Diagnosen nach ICD-10
:
-
s
eptische Lockerung einer
Knietotalendoprothese
links
-
zerv
ik
oradikuläres
Schmer
zsyndrom C5/C6 rechts
-
lumbospondylogenes
Schmerz
syndrom links
-
Refluxoesophagiti
s
Grad l nach Sava
r
y-Miller
-
Varizen der unteren Extremitäten
-
chronische
Rhinosinusiti
s
Die Ärzte erwähnten, dass die Beschwerdeführerin auf Grund einer akuten Krisensituation mit suizi
dalen Gedanken
und bei verschiedenen
psychosozi
alen
Belastungsfaktoren
hospitalisiert worden sei, und dass sie sich durch den statio
nären Aufenthalt psychisch
rasch
habe
stabilisieren
können
.
Bei Klinikaustritt hätten keine suizi
dalen Gedanken mehr
bestanden. Es sei eine Weiterführung
der
medikamentösen antidepressiven Therapi
e
und eine
regelmässige
ambulante psychiatrisch-psychotherapeutische Therapi
e
angezeigt (S. 3).
3.9
Die Ärzte der
K._
führten im Austrittsbericht vom 1
6.
Mai 2017 (
Urk.
9/306 S. 28-30) aus, dass die Beschwerdeführerin vom 1
0.
bis 2
0.
Mai 2017 zum Ausbau des
Spacers
und
zur
Implantation einer
Knietotalendoprothese
hospitalisiert worden sei. Dieser operative Eingriff sei am 1
1.
Mai 2017 erfolgt (S. 1).
Der
peri
-
und
postoperative Verlauf
habe sich kompli
kationslos
gestaltet
. Die Mobilisation
sei unter physiotherapeutische
r Anleitung
erfolgt und die
intra
operativ entnommenen Gewebeproben
hätten
kein
en
Keimnachweis
ergeben
.
Die Beschwerdeführerin sei
am
2
0.
Mai
2017
mit
reizlosen Wundverhältnissen und in gutem Allgemeinzustand in
die weitere ambulante Betr
euung entlassen
worden (S. 2)
.
3.10
Die Ärzte der
A._
,
Dr.
med.
N._
, Facharzt für
Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates
, und
Dr.
med.
O._
, Facharzt für Neurologie und für
Psychiatrie und Psycho
therapie, stellten in ihrem
bidisziplinären
Gutachten
vom 1
4.
Juli 2017
(
Urk.
9/314-316) die folgenden Diagnosen
mit Auswirkungen auf die Arbeits
fähigkeit
(
Urk.
9/314 S. 2):
-
c
hronische Schmerzsymptomatik mit Bewegung
s
- und Belastungs
ein
schränkung im Bereich des prothetisch ve
rsorgten linken Kniegelenks mit:
-
Beugedefizit von 30°
-
Streckdefizi
t von 10°
-
lymphödematöser Umfangsverm
ehrung von 7
Zentimeter
-
Status nach medialer
Arthrotomie
mit
Tuberos
i
tasosteotomi
e
,
Spacer
ausbau
und neuerl
iche Implantation einer
Kni
etotalendoprothese
sowie
Patellarückflächenersatz
am
1
1.
Mai
2017
-
Status nach septi
schem Ausbau der linken Knieprot
hese mit zeitglei
cher Implantation eines
Spacers
bei antibi
otische
r Therapi
e am
6.
Feb
ruar
2017
-
Status nac
h P
unktion des linken Kniegelenks mit positivem Nachweis von
Staphylococcus
epidermidis
am
2
5.
Januar
2017
-
Status nach Fistelverschluss i
m Bereich des linken Kniegelenkes am
2.
November
2016
-
Status nach Arthro
skopie des linken Kniegelenks mit
peripatellärer
Adhäsi
o
lyse
und Gewebebiopsi
en am
8.
September
2016
-
Status nach Wechsel auf eine
Kni
etotalendoprothese
am
7.
August
2013
-
Status nach Implantation einer un
ikondylären Schlittenprothese am
7.
August
2012
-
Status nach Arthroskopie des linken Kniegelenkes mit
retropatellä
rem
und medi
alem
Knorpeldebridement
sowie
Pridiebohrungen
am media
len
Kondylus
am
1
8.
Mai i
2012
-
Status nach
Pattelazentrierung
m
it Abtragung von Auflagerungen i
m Jahre 1980
-
chronisches
zervikozephales
Schmerzsyndrom ohne
Radi
kulopathie
mit:
-
endgradig eingeschränkter
Reklinati
on
-
beidseitiger Rotationsei
nschränkung um 20°
-
Osteochondrose
C5/C6 mit Endplattenveränderungen
-
d
orsale
Spondylophyten
C4-C7 und flache Protrusion (C4/C5) sowie
Bulging
(C3/C4 u
nd C5/C6)
-
leichten bis mä
ssigen
Foraminalstenosen
C4-C6 beidsei
ts bei
Unkarth
rosen
-
Bewegungseinschränkung i
m Bereich der Schultergelenke bei:
-
knöchernem
Outletimpingement
-
Burs
i
t
i
s
subacromiali
s
-
AC-Gelenksarthrose rechts mit
Randosteophyten
und
subtotal
aufge
brauchtem Gelenkspalt entsprechend einer
Chondropathie
Grad
Kellgren
II
-
b
eidse
iti
ges Karpalkanalsyndrom mit linkse
iti
ger Betonung
-
r
ezidivierende depress
i
ve Störung seit
März
2015
, seit ungefähr März
2017
bis gegenwärtig
sch
wergradiger
Ausprägung
, im Verlauf mittelgra
di
g, zuvor mittelgradi
ge depressive Episode
-
Agoraphobi
e mit Panikstörung
Als
Diagnosen ohn
e Auswirkungen auf die Arbeitsfä
higkeit
nannten die Gutachter folgende (S. 4)
:
-
Senk-Spreizfuss beidseits
-
l
umbospon
dylogenes
Schmer
zsyndrom ohn
e
Radikulopathie
bei
Diskus
protru
s
i
on
im Segment L3/4
, gegenwärtig
ohne Funktions
ein
schränkung
-
Status nach
im Jahre 1982 erfolgter
Patellamedialisierung
rechts
,
gegen
wärtig
ohne Funktionseinschränkung sowie ohne Beschwerde
vortrag
Sie erwähnten, dass nach dem Sturzereignis vom
9.
Dezember 2011
am 1
9.
Dezember
2011 ein MRI des rechten
(richtig: linken)
Kniegelenks durch
-
ge
füh
rt worden sei, und dass dabei keine Begleitv
erletzungen schützender Struktu
ren
hätten
objektiviert werden
können
. Es
hätten
weder eine
ligamentäre
noch eine
meniskiale
Strukturveränderung vor
gelegen
. Es
hätten
si
ch jedoch
eine aktivierte medial
e G
onarthrose sowie eine Retropatel
lararthrose
gezeigt
(Urk
.
9/316 S. 79
).
Auf Grund des Umstandes, dass sowohl anlässlich de
s
10 Tage nach dem Unfall
ereignis durchgeführten
MRI
als auch anlässlich der am
1
8.
Mai
2012
durchge
führten
Spiegelung des linken Kniegelenks
strukturell
e Verletzungsfolgen der schützenden
ligamentären
und
mesikialen
Strukturen ausgesch
l
oss
en
worden seien
, sei davon auszugehen, dass das Unfallereignis vom
9.
Dezember 2011 keine strukturelle Verletzung im Bereich des linken Kniegelenks verursacht habe
.
Dem
gegenüber hätten anlässlich der MRI vom
1
9.
Dezember
2011
sowie anlässlich
d
er Spiegelung des linken Kniegel
enks am 1
8.
Mai
2012
deutliche arthrotische Veränderungen mit
deutlichen
Knorpel
unregelmässigkeiten
femoral
medi
al und retropatellar
bildtechnisch objekti
viert werden
können
(
Urk.
9/316 S. 80).
Da das
MRI am 1
9.
Dezember
2011 und damit nur 10 Tage nach dem Unfalle
reignis durchgeführt worden sei, sei
es
mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit
auszuschliessen, dass sich die festgestellten arthrotischen Veränderungen in diesem Zeitraum hätten
ausbilden
können
.
Die arthrotischen Veränderungen
seien
vielmehr
als vorbestehend
anzusehen.
Des Weiteren sei
auf Grund
des
mittels
MRI
bildtechnisch objektivierten Knochenmarködems
davon auszugehen, dass es anlässlich des
Unfallereignis
ses
vom
9.
Dezember
201
1 nicht nur zu einer Distorsi
on
,
sondern auch zu einer Kontusion
des linken Kniegelenks
gekommen sei.
Bei einem
Bone
b
ruise
bezie
hungsweise einem vorübergehenden
Knochenmarködem (transitorisc
hes Knochenmarködem) bestehe
eine vermehrte Wasseransammlung im Knochen,
welche
auf eine
r Ö
dem- oder Blu
tergussbildung im Knochen beruhe
. Nach Aus
schluss eines Knochenbruchs
sei
bei einem mechanisch bedingten Knoche
nmark
ödem die frühzeitige Mobili
sie
rung
unter Entlastung der betroffenen Gelenke empfohlen
(
Urk.
9/316 S. 81).
Eine Belastungssteigerung
sei
meist nach 6 Wochen möglich.
Knochenmarködeme stellten
eindeutige Folge
n eines Unfall
geschehens
dar. Es handle
sich dabei um Mikrofrakturen des spongiösen Knochens mit Ein
blutungen,
Ö
demen und ablaufenden Reparationsprozessen.
Gemäss der medizi
nischen Literatur führe ein
Bone
b
ruise
zu keinen
Spätschäden. Es
sei
davon aus
zugeben, dass insbesondere isolierte Verletzungen ohne Residuen ausheil
ten. Obwohl es sich beim Knochenmarködem
im Bereich des linken Kniegelenks um die Folge einer durch das Unfallereignis vom
9.
Dezember 2011 verursachten Kontusion handeln dürfte, sei es dadurch zu keiner
mass
gebli
che
n
strukturelle
n
Verletzung
im Bereich linken Kniegel
enk
gekommen (
Urk.
9/316 S. 82).
Gestützt auf eine
v
erbreitete
Lehrmeinung in der orthopädischen Chirurgie
sei davon auszugeh
en
,
dass das Unfallereignis vom
9.
Dezember
2011 geeignet
gewesen
sei,
eine vorbestehende Gonarthrose zu aktivieren
. Damit sei es
zu einer temporären Verschlechterung ein
e
s vorbestehenden Leidens im
Bereich
des lin
ken Kniegelenks gekommen
, wobei davon auszugehen sei, dass der
Status quo ante nach einem Zeitraum von längstens 12 Wochen
(seit dem Unfallereignis) erreicht worden sei
(Urk
.
9/316 S. 83)
.
Psychopathologisch
leide die Beschwerdeführerin
gegenwärtig
unter
eine
r
schwergradige
n
depressive
n
Störung
sowie unter einer Agoraphobie mit Panik
störung
(
Urk.
9/315 S. 55). Bei der Beschwerdeführerin bestehe eine reduzierte psychische Resilienz infolge der psychischen Traumatisierungen im Rahmen der Ehescheidung, welche durch die (somatische) gesundheitliche Problematik zusätzlich belastet werde (
Urk.
9/315 S. 53). Die Beschwerde
führerin sei nicht in der Lage, die Schmerzen und die Folgen der Depression und der Agoraphobie zu überwinden (
Urk.
9/315 S. 54). Die psychischen Erkrankungen stünden indes in keinem Zusammenhang mit dem Unfallereignis vom
9.
Dezember 2011, da ein Knietrauma nicht geeignet sei, das psychiatrische Störungsbild einer Gemüts
erkrankung und einer spezifischen Angststörung zu verursachen (
Urk.
9/315
S. 61).
Der Unfall und dessen Folgen
hätten j
edoch die psychische Störung verstärkt (
Urk.
9/315 S. 62).
3.11
Dr.
med.
C._
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, nahm
mit
seiner Stellungnahme vom
9.
Oktober 2017 (
Urk.
9/323
/9-10
) zum Gutachten der
Ärzte der
A._
vom 1
4.
Juli 2017 (
vorste
hend E.
3.10
) Stellung
und erwähnte, dass
das
MRI
vom 1
9.
Dezember 2011 ein
B
one
bruise
im Bereich der linken
Patella
ergeben habe
.
Bei eine
m
Bone
bruise
handle
es sich um Mikrofrakturen, welche aufgrund
direkter Gewalteinwirkung entstünden, wobei
d
er
Bone
bruise
insbesondere im Bereich des Knies
eine häufige Läsion
sei
.
Neb
en dem
Bone
bruise
habe die Beschwerdeführerin unter
einem
massiven Erguss im Sinne eines schmerzhaften Hämatoms
im Bereich des linken Kniegelenks gelitten.
Eine
Knochenprellung an der Kniescheibe mit eine
m
B
one
bruise
sei üblicherweise
mit einem langwierigen Heilungsprozess verbun
den. Belastungsschmerzen und Schmerzen könn
t
en auch nach einem Jahr oder darüber hinaus
weiterbestehen. Die Dauer des Heil
ungsprozesses
sei
kaum vorhersehbar und individuell sehr unterschiedlich. Magnetresonanztechnisch
sei
ein
B
one
bruise
in der Regel
noch nach
sechs bis neun
Monate
n
nachzu
weisen (S. 1). Es könne vorliegend daher nicht von einem Erreichen des
Status quo ante nach
drei
Monaten
ausgegangen werden. Vielmehr seien strukturell
e Verände
rungen anlä
sslich des Unfalles aufgetreten, sodass
von einer richtungsgebenden Verschlechterung
auszugehen sei (S. 2)
.
3.
12
Am
3.
Oktober 2018 (
Urk.
9/340) nahm
Dr.
N._
zur Stellungnahme von
Dr.
C._
vom
9.
Oktober 2017
Stellung und hielt an
seiner Beurteilung
vom 1
4.
Juli 2017 (
vorstehend E.
3.10
)
, wonach es anlässlich des Unfallereignisses vom
9.
Dezember 2011 zu keiner strukturellen Verletzung des linken Kniegelenks der Beschwerdeführerin gekommen sei (S. 1)
, fest
.
Er erwähnte, dass d
as
MRI vom
1
9.
Dezember
2011
zwar einen vermehrten
Kniegelenkserguss
sowie ein
diskretes
Knochenmarködem (
Bone
bruise
) im Bereich der gel
enkbildenden Fläche
ergeben habe, dass daraus - entgegen der diesbezüglichen Beurteilung durch
Dr.
C._
-
indes
nicht geschlossen werden könne, dass es sich beim festgestellten Kniege
lenkserguss um einen
massiven Erguss im Sinne eines schmerzhaften Hämatoms
gehandelt habe.
Denn das
MRI
könne
lediglich darstellen
,
ob
sich Fl
üssigkeit im Kniegelenk befinde (Erguss).
Über die Art
der Flüssigkeit
könne
das MRI
jedoch
keine Aussage treffen
, weshalb es bei einem mittels MRI festgestellten Erguss nicht feststehe, ob es sich um einen Reizerguss (Wasser),
wie er bei degenerativ geschädigte
m
Kniegelenk regelmässig anzutreffen
sei,
oder um einen unfallbe
ding
ten Bluterguss (Hämatom) handle (S. 2). Da im
MRI
vom 1
9.
Dezember 2011
jedoch
weder ein
Einriss
durchbluteter Weichteile
noch
ein Knochenbruch fest
gestellt worden sei
en
, sei
eine Einblutung in das Kniegelenk auszuschliessen und es ist davon auszugeh
en
, dass es sich bei
m festgestellten
Erguss um
serösen
Erguss
(seröse Flüssigkeit) und nicht um einen Bluterguss gehandelt habe
(S. 3)
.
Sodann handle es sich beim
Bone
bruise
(transitorisches Knochenmarködem)
gemäss der
evidenzbasierten
medizinischen Literatur
um
eine vermehrte Wasser
ansammlung im Knochen
, welche auf
eine
r
Ödem- oder Blutergussbildung im Knochen
beruhe
. Nach Ausschluss eines Knochenbruchs
sei
bei einem mecha
nisch bedingten
(unfallbedingten)
Knochenmarködem die frühzeitige Mobilisie
rung unter Entlastung der betroffenen Gelenke
indiziert und es könne auf
eine externe Ruhigstellung in der Regel verzichtet werden. Eine Belastungssteigerung
sei
meist nach
sechs
Wochen möglich
(S. 3)
. Es
gebe in der medizinischen Fach
literatur
keine Anhaltspunkte für
durch
Bone
bruises
verursachte
Spätschäden.
V
ielmehr sei
davon auszugeben, dass insbesondere isolierte Verletzungen ohne Residuen ausheil
t
en
. Auf Grund des mittels MRI vom 1
9.
Dezember 2011 fes
t
ge
stellten Knochenmarködems
sei davon auszugehen, das
s es anlässlich des
versicherten Unfall
s
zu einer Kontusion
im Bereich des linken Kniegelenks gekommen
sei.
Eine massgebliche strukturelle Verletzung
könne
jedoch sowohl
auf Grund der
Ergebnisse
des
10 Tage nach
dem
Unfallereignis durchgeführten MRI als auch
auf Grund der Ergebnisse
der im Mai 2012 erfolgten Spiegelung des linken Kniegelenk
s
ausgeschlossen werden
(S. 4)
.
Durch das Unfallereignis vom
9.
Dezember 2011 sei es zu
einer temporären Verschlechterung eines vorbe
stehenden Leidens im Bereich des linken Kniegelenks gekommen
. Der
Status quo ante
sei
nach einem Zeitraum von längstens 12 Wochen
erreicht worden
.
Es sei sodann
davon auszugeben, dass die bestehenden Gesundheitsstörungen des linken Kniegelenkes auch ohne das angeschuldigte Sturzereignis vom
9.
Dezem
ber
2011 eingetreten wären
, weshalb
von einem Status quo sine ungefähr Ende September
beziehungsweise Ende
Oktober 2012 auszugeben
sei (S. 5)
.
3.13
In seiner Stellungnahme vom
1
6.
Februar 2019
(
Urk.
9/347 S. 2 bis S. 4) führte
Dr.
C._
aus, dass es sich bei einem
Bone
bruise
um eine Knochenmarkver
letzung handle, bei welcher Blut in den Zwischenraum zwischen den Knochen und der Knochenhaut eindringe. Zusätzlich könnte
n
auch
im Kniegelenk
Häma
tome (Blutergüsse) entstehen.
Dabei handle es sich
zweifelsfrei um eine massge
bliche strukturelle Verletzung. Es
sei
richtig, dass man in einem MRI keine Unterscheidung zwischen serösem Erguss und
Hämarthros
machen
könne.
Dies
bezüglich spiele die
Anamnese eine wichtige Rolle
(S. 2)
.
Bei einem
Trauma
, ins
besondere bei einem traumatisch bedingten
Bone
bruise
,
sei
die Wahr
scheinlich
keit gross, dass der Erguss ein Hämatom
sei (S. 3)
.
4.
4.1
Den erwähnten medizinischen Akten ist zu entnehmen, dass
ein 10 Tage nach dem versicherten Unfall vom
9.
Dezember 2011 durchgeführte
s
MRI des l
inken Kniegelenks der Beschwerdeführerin eine a
ktivierte mediale Gonarthrose,
eine Retropatellar
arthrose ohne Anhaltspunkte für eine Meniskusläsion
, ein
en
vermehrte
n
Kniegelenkserguss sowie ein diskretes Knochenmarksödem im Bereich der gelenkbildenden Fläche bei Knorpelunregelmässigkeiten ergab (vor
stehend E.
3.1
).
Damit übereinstimmend stellte
Dr.
G._
im
Operationsbericht vom 18. Mai 2012 (
vorstehend E.
3.3
) eine erhebliche Knorpelschädigung im Sinne einer
Chondromalazie
Grad II bis III
im
retropatellären
Bereich
und
femoralseitig
ein
en
hochg
radig ausgedünnten
Knorpel in der ganzen Belastungs
zone
im Bereich des linken Kniegelenks fest.
4.2
Dr.
N._
ging
im orthopädischen Teilgutachten zum Gutachten der
Ärzte der
A._
vom 1
4.
Juli 2017 (
vorstehend E.
3.10
)
gestützt auf den MRI-Befund vom 1
9.
November 2011
und auf den anlässlich der Operation vom 1
8.
Mai 2012 erhobenen arthroskopischen Befund davon aus, dass die Beschwerdeführerin zum Unfallzeitpunkt vom
9.
Dezember 2011 im Bereich ihres linken Kniegelenks unter einem arthrotischen Vorzustand im Sinne
deutliche
r
arthrotische
r
Veränderungen mit deutlichen Knorpelunregel
mässigkeiten
gelitten habe.
Anlässlich des ver
sicherten Unfallereignisses habe sich die Beschwerdeführerin im Bereich ihre
s
linken Knieg
e
lenks ein Knochenmarködem beziehungsweise ein
en
Bone
bruise
zugezogen, welche
indes nicht geeignet sei
en
,
Spätschäden
zu verursachen
.
Durch das
Unfallereignis
vom
9.
Dezember 2011
sei es vielmehr zu
keine
n
strukturellen Verletzung
en
im Bereich des linken Kniegelenks
gekommen, weshalb davon auszugehen
sei,
dass der Status quo ante nach einem Zeitraum von längstens 12 Wochen seit dem Unfallereignis erreicht worden sei
.
In
seiner
Stellungnahme vom
3.
Oktober 2018
(vorstehend E.
3.12
)
führte
Dr.
N._
ergänzend aus, dass auf Grund de
s
MRI
vom 1
9.
Dezember 2011
nicht feststehe, ob es sich beim festge
stellten Erguss um einen
Reizerguss
oder um einen
Bluterguss
ge
hand
elt habe
, dass ein Bluterguss
jedoch
auszuschliessen sei, da i
m
MRI weder
Einriss
e
durch
bluteter Weichteile
noch
Knochenbr
ü
ch
e
festgestellt worden sei
en
. S
odann seien gemäss einer medizinischen Erfahrungstatsache Spätschäden eines
Bone
bruise
auszuschliessen, weshalb
davon auszugehen sei, dass es durch
das Unfallereignis vom
9.
Dezember 2011
lediglich
zu einer temporären Verschlechterung eines vorbestehenden
arthrotischen
Leidens im Bereich des linken Kniegelenks gekom
men
sei. Der
Status quo ante
sei
nach einem Zeitraum von längstens 12 Wochen
und der
Status quo sine Ende September beziehungsweise Ende Oktober 2012
erreic
ht worden.
4.3
Demgegenüber vertrat
Dr.
C._
in seinen Stellungnahmen vom
9.
Oktober 2017 (
vorstehend E.
3.11
)
und vom
1
6.
Februar
2019
(vorstehend E.
3.13
) die Ansicht, dass die Beschwerdeführe
rin
neben einem
Bone
bruise
unter einem
massiven Erguss im Sinne eines schmerzhaften Hämatoms im Bereich des linken Kniegelenks gelitten
habe, und dass ein
Bone
bruise
im Bereich des Kniegelenks
üblicherweise mit einem langwierigen Heilungsprozess verbunden
sei und bis zu
einem Jahr oder darüber hinaus
Schmerzen verursachen könne
.
Da es sich beim
Bone
bruise
zudem
um
eine
strukturelle Veränderungen
handle, sei
von einer richtungsgebenden Verschlechterung auszugehen. In seiner Stellungnahme vom 1
6.
Februar
2019 (
vorstehend E.
3.13
)
ergänzte
Dr.
C._
, dass es sich bei einem
Bone
bruise
und einem Bluterguss im Kniegelenk
um
strukturelle Verletzung
en handle, und dass
bei einem traumatisch bedingten
Bone
bruise
und einem mittels MRI festgestellten Kniegelenkserguss die Wahrscheinlichkeit für ein Hämatom
gross sei, obwohl alleine gestützt auf die Ergebnisse
des
MRI
nicht feststehe, ob es sich beim festgestellten Erguss um ein
en
serösen
Erguss
oder
um
ein
en
Blut
erguss handle.
4.4
Dem von der Invalidenversicherung im
Verfahr
en nach
Art.
44 ATSG eingehol
ten, von der Beschwerdegegnerin unbestritten rechtmässig beigezogenen
bidis
ziplinären
Gutachten
der
Ärzte der
A._
vom 1
4.
Juli 2017
(vorstehend E.
3.10
) kommt der Beweiswert eines versicherungsexternen,
im Verfahren nach
Art.
44 ATSG vom Versicherungsträger in Auftrag gegebenen Gutachten
s
zu
(
vgl.
BGE 135 V 465 E. 4.4
und Urteil
des Bundesgerichts 8C_71/2016 vom
1.
Juli 2016 E. 5.3
)
.
Die
Beurteilung
en
durch Dr.
N._
vom 1
4.
Juli 2017
(vorstehend E.
3.10
) und vom
3.
Oktober 2018
(vorstehend E.
3.12
) erfüllen
die nach der Rechtspre
chung für eine beweiskräf
tige medizi
nische Ent
scheidungs
grundlage vor
aus
ge
setzten
Kri
terien (vgl. vor
steh
end E.
1.14
). Denn einerseits verfügte er
als
Facharzt für
Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates
über eine für die Beurteilung
des somatischen Gesundheitsschadens
der Beschwerde
führerin
notwendige
medi
zinische Weiter
bildung. Andererseits setzte er sich
ein
gehend mit den
me
dizi
nischen
Vorakten
und den Ergebnissen der
bildge
benden Untersu
chungen auseinander und begrün
dete
in nach
vollzieh
barer Weise
seine Schluss
fol
gerungen, wonach
ein
massgeblicher
Vorzustand
im
Sinne
deutlicher
arthrotischer Veränderungen
und
Knorpelunregel
mässigkeiten
im Bereich des linken Kniegelenks
vorbestanden habe, und wonach die vorbe
stehenden
Gesund
heits
beeinträchti
gungen
im Bereich
des linken Kniegelenks durch das versicherte Unfallereignis
lediglich vorübergehend aktiviert, nicht hingegen richtunggebend beziehungsweise dauerhaft verschlimmert
worden sei
en
. Er legte alsdann
unter Hinweis auf die medizinische Fachliteratur sowie auf die medizinische Erfah
rungstatsache,
wonach
mechanisch bedingte Knochenmarködeme
in der Regel ohne Spätschaden ausheilten,
in nachvoll
ziehbarer Weise
dar, dass
das
Knochen
mark
ödem,
welches sich die Beschwerde
führerin anlässlich des Unfallereignisses vom
9.
Dezember 2011 zu
zog
, nicht
geeignet
gewesen
sei, Spätschäden zu verursachen
, und dass es sich beim mittels MRI im Bereich ihres linken Kniege
lenks festgestellten Erguss mangels eines Einrisses
durchbluteter Weichteile
und mangels eines
Knochen
bruch
es mit überwiegender Wahrscheinlichkeit nicht um einen Bluterguss
,
sondern um einen serösen Erguss gehandelt habe, weshalb davon auszugehen sei, dass es durch das versicherte Unfallereignis
lediglich zu einer temporären Verschlechterung
des
vorbestehenden Leidens im Bereich des l
inken Kniegelenks gekommen sei.
4.5
D
ie Beurteilung
en
durch Dr.
N._
vermögen
grundsätzlich die für eine
beweis
kräf
tige medizi
nische Ent
scheidungs
grundlage vor
aus
ge
setzten Kriterien
zu erfüllen.
Insoweit
Dr.
N._
in seinem Teilgutachten zum Gutachten der Ärzte der
A._
vom
1
4.
Juli 2017
und in seiner Stellungnahme vom
3.
Oktober
2018
indes
die Ansicht vertrat, dass
der Status quo ante nach einem Zeitraum von längstens 12 Wochen
nach
dem Unfallereignis erreicht worden sei
,
vermag
dessen
Beurteilung in inhaltlicher Hinsicht nicht zu überzeugen.
D
enn d
iesbezüglich
gilt es zu beachten, dass gemäss der erwähnten Rechtsprechung (vorstehend
E.
1.3 -
1.5
)
der natürliche Kausalzusammenhang dahin
fällt
, wenn und sobald der Gesundheitsschaden nur noch und ausschliesslich auf unfallfremden Ursachen beruht.
Dies ist einerseits dann gegeben, wenn
der Gesundheitszustand, wie er unmittelbar vor dem Unfall bestanden hat (Status quo ante)
, wieder erreicht wird, oder andererseits, wenn
derjenige Zustand, wie er sich nach dem schicksals
mäs
sigen Verlauf eines krankhaften Vorzustandes auch ohne Unfall früher oder später eingestellt hätte (Status quo sine), erreicht
wird.
Dem
Gutachten der Ärzte der
A._
vom
1
4.
Juli 2017
und
der
Stellungnahme
von
Dr.
N._
vom
3.
Oktober 2018
ist
jedoch
zweifellos zu entnehmen, dass
die Ärzte der
A._
und
Dr.
N._
von einem progredienten Verlauf des arthrotischen Leidens im Bereich des linken Kniegelenks ausging
en. Aus diesem Grunde stellt sich
vorliegend
die Frage nach dem Erreichen des Status quo sine.
Insoweit
Dr.
N._
in seinen Beurteilungen
die Ansicht vertrat, dass der Status quo ante nach einem Zeitraum von längstens 12 Wochen nach dem Unfallereignis erreicht worden sei,
kann darauf vorliegend
daher
nicht abgestellt werden.
D
emgegenüber
erscheint
die Beurteilung durch
Dr.
N._
vom
3.
Oktober 2018
,
worin er die Ansicht vertrat, dass
die Gesund
heitsbeeinträchtigungen im Bereich des linken Kniegelenk
s
der Beschwerdefüh
rerin auch ohne das angeschuldigte Sturzereignis vom
9.
Dezember 2011
einge
treten wären,
und davon ausging, dass der
Status quo sine ungefähr Ende Sep
tember beziehungsweise Ende Oktober 2012
erreicht worden sei
,
als nachvoll
ziehbar und schlüssig, weshalb vorliegend grundsätzlich darauf abgestellt werden kann
.
4.6
Nicht zu überzeugen vermögen indes die Beurteilungen durch
Dr.
C._
. Denn obwohl er in seiner Ste
llungnahme vom 1
6.
Februar
201
9
(vorstehend E.
3.13
) ausdrücklich feststellte,
dass
mittels
MRI
lediglich festgestellt werden könne, ob ein Erguss vorliege, nicht jedoch, ob es sich dabei um einen
s
erösen
Erguss
oder um einen Bluterguss handle, postulierte er einen Bluterguss und begründete dies damit, dass
bei einem traumatisch bedingten
Bone
bruise
die
Wahrscheinlichkeit
für einen solchen gross sei. Im Vergleich zur Beurteilung durch
Dr.
N._
, welcher in nachvollziehbarer
Weise darlegte, dass
es
sich mangels eines Knochenbruchs und
mangels eines Einrisses durchbluteter Weichteile
bei dem mittels MRI festgestellten Erguss im Bereich des linken Kniegelenks der Beschwer
deführerin mit überwiegender Wahrscheinlichkeit nicht um einen Bluterguss
,
sondern um einen serösen Erguss gehandelt habe, vermag die davon abweichende Beurteilung
durch
Dr.
C._
nicht zu überzeugen. Des Gleichen vermag
mangels einer nachvollziehbaren Begründung
die Beurteilung durch
Dr.
C._
nicht zu überzeugen
, insoweit er
die Ansicht vertrat, dass
es sich beim
mittels MRI festge
stellte
n
Knochenmarködem beziehungsweise
Bone
bruise
u
m eine strukturelle Veränderungen
ge
hand
elt habe
,
welche zu
einer richtungsgebenden Verschlech
terung
des Gesundheitszustandes
der Beschwerdeführerin
geführt habe.
Diesbe
züglich
erscheint
vielmehr die Beurteilung durch
Dr.
N._
, welcher in nachvoll
ziehbarer Weise gestützt
auf die
entsprechende
medizinische Fachliteratur
darlegte, dass
mechanisch bedingte Knochenmarködeme
gemäss einer medizi
nischen Erfahrungstats
a
che
in der Regel ohne Spätschaden ausheilten,
weshalb das mittels MRI festgestellte
Knochenmarködem
beziehungsweise
Bone
bruise
im Bereich des linken Kniegelenks der Beschwerdeführerin
nicht geeignet sei, Spät
schäden zu verursachen
,
als schlüssig.
Auf die Beurteilungen durch
Dr.
C._
kann vorliegend daher nicht abgestellt werden.
5.
5.1
Nach Gesagtem steht gestützt auf die nachvollziehbaren Beurteilungen durch
Dr.
N._
vom
1
4.
Juli 2017
(vorstehend E
. 3.10
) und vom
3.
Oktober 2018
(vor
stehend E.
3.12
) fest, dass sich die Beschwerdeführerin anlässlich des versicherten Unfallereignisses vom
9.
Dezember 2011
eine Distorsion
sowie
eine Kontusion ihres linken Kniegelenks
zugezogen hat, dass das versicherte Unfallereignis indes keine
strukturelle
n
tra
umatischen
Läsionen
verursacht
hat,
dass der
vorbe
stehende arthrotische Gesundheitsschaden im Bereich des linken Kniegelenks
dadurch
lediglich vorübergehend aktiviert,
nicht
jedoch richtunggebend verschlechtert wurde,
und dass in Bezug auf das versicherte Unfallereignis
der Status quo sine
vel
ante
mit überwiegender Wahrscheinlichkeit
spätestens Ende Oktober 2012 erreicht wurde.
Damit
entfällt
zu diesem Zeitpunkt
auch
eine Teilur
sächlichkeit
(vgl. Ur
teil
des Bundesgerichts 8C_8
16/2009 vom 21. Mai 2010 E. 4.3)
für die noch bestehenden Beschwerden
im Bereich des linken Kniegelenks der Beschwerdeführerin.
5.2
Da nicht davon auszugehen ist, dass ergänzende Beweismassnahmen an diesem Ergebnis etwas ändern würden,
besteht
für weitere Abklärungen kein Anlass und es ist von einer
erneuten
Rückweisung der Sache an die Beschwer
de
gegnerin zur Durchführung solcher abzusehen (antizipierte Beweiswürdigung; BGE 124 V 90 E. 4b, 122 V 157 E. 1d mit Hinweisen).
6.
6.1
Die Frage, ob die psychischen Beschwerden in einem adäquaten Kausal
zu
sam
men
hang zum versicherten Unfallereignis stehen, ist nach der in BGE 115 V 133 dargelegten Methode (vorstehend E.
1.11
) zu prüfen. Die Beur
tei
lung hat dabei unter Ausklammerung der psychischen Beschwerdekompo
nenten zu erfolgen. Vorerst ist im Hinblick auf die Adäquanzfrage die objektive Schwere des Unfallereignisses vom
9.
Dezember
2011 zu prüfen.
6
.2
Das Bundesgericht hat in BGE 115 V 133 E. 6a einen gewöhnlichen Sturz und ein Ausrutschen als Beispiele für ein leichtes Unfallereignis aufgeführt. Leichte Unfälle wurden auch angenommen beim Ausrutschen auf einer nassen Wurzel und anschliessendem Sturz auf die linke Seite anlässlich eines Spaziergangs im Wald (Urteil des Bundesgerichts 8C_526/2008 vom 14. Mai 2009 E. 5.1), bei einem Treppensturz auf das Gesäss mit einem initialen Verdacht auf Handge
lenksbruch und später festgestelltem Steissbeinbruch (Urteil des Bundesgerichts U 91/01 vom 19. Dezember 2001), bei einem Aus
gleiten beim Tragen einer Motorsäge auf abschüssigem Gelände im Wald (Urteil des Bundesgerichts U 221/04 vom 7. April 2005), bei einem Sturz auf einer Eisfläche mit Kopfanprall (Urteil des Bundesgerichts U 78/02 vom 25. Februar 2003), bei einem Sturz bei Eisregen mit Schenkelhalsbruch (Urteil des Bundesgerichts U 145/02 vom 2. Dezember 2002), bei einem Sturz beim Hinuntersteigen von einer Bauma
schine (Urteil des Bundesgerichts U 18/00 vom 17. Oktober 2000) sowie bei einem Schlag eines 600 Kilogramm schwe
ren Betonblocks an den rechten Ober
arm wäh
rend Betonfräsarbeiten (Urteil des Bundesgerichts U 5/01 + U 7/01 vom 15. Oktober 2001).
6
.3
Mittelschwere Unfälle im Grenzbereich zu den leichten Unfällen wurden an
ge
nommen
bei einem schweren Sturz auf den Rücken (BGE 123 V 137 E. 3d),
bei einem Ausgleiten beim Hinuntersteigen von einer Böschung mit an
schliessen
dem heftigem Aufschlagen mit dem Rücken auf einem Betonstück am Boden (BGE 115 V 133 E. 11a-b), bei einem Sturz von einem 1,2 Meter hohen Gerüst mit einer
Calcaneusfraktur
(RKUV 1998 Nr. U 307 S. 449), bei einem Sturz in einen Licht
schacht mit Kontusion der rechten Hüfte und Distorsion des rechten Knies und beim Sturz auf einer schneeglatten Unter
lage mit Läsion der Supra
spinatussehne an der linken Schulter (Urteil des Bundesgerichts U
232/02 vom 5. August 2003) sowie beim Sturz an einem steinigen Flussufer hangabwärts auf den Rücken ohne schwere Verletzungen (Urteil des Bundesgerichts U 173/03 vom 15. November 2004).
6
.4
Beim Unfallereignis
vom
9.
Dezember 2011
handelt es sich um ein Ausgleiten auf nassem
, rutschigem
Boden
, wobei die Beschwerdeführerin einen Sturz durch eine entsprechende ausgleichende Bewegung noch auffangen beziehungsweise verhindern konnte
(
Urk.
9/3-4
)
.
Auf Grund des augenfälligen Geschehensablaufs und
der dabei erlittenen Verletzungen, insbesondere einer Distorsion
und Kontu
sion des linken Kniegelenks
(
vorstehend E.
5.1
),
ist das erwähnte
Unfallg
eschehen den leichten Unfällen zuzuordnen. Bei solchen Unfällen kann die Adäquanz des Kausalzusammen
hangs in der Regel ohne weiteres verneint werden, da solche Ereignisse nicht geeignet erscheinen, zu einer psychischen Fehlentwicklung zu führen (BGE 115 V 133 E. 6a). Aus
nahmsweise (beispielsweise bei einem verzö
gerten Heilungs
verlauf, bei einer langdauernden Arbeitsunfähigkeit oder bei Komplikationen durch eine be
son
dere Art der erlittenen Verletzung; vgl. RKUV 1998 Nr. U 297 S. 243 ff.) ist die Adäquanzfrage zwar auch bei leichten Unfällen zu prüfen, wobei die Kriterien, die für Unfälle im mittleren Bereich gelten, heranzuziehen sind (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_68/2009 vom 7. Mai 2009 E. 5.2 mit Hin
weisen). Im vorliegenden Fall lassen indes keine Anhaltspunkte auf
solche Ausnahmefälle
schliessen.
6
.5
Mangels besonde
rer Umstände, bei deren Vorliege
n auch bei leichten Un
fällen eine Adäquanzbeurteilung vorzunehmen wäre,
wäre
der adäquate Kausal
zu
sam
menhang
zwischen den psychischen Beschwerden
im Sinne
einer
gegenwärtig
schwergradigen
depressiven Störung und einer Agoraphobie mit Panikstörung
(vorstehend E. 3.
10
)
beziehungsweise einer
rezidivierende
n
depressive
n
Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode
(vorstehend E. 3.8), und
dem
versicherten
Unfall vom
9.
Dezember 2011
selbst dann zu verneinen, wenn der natürliche Kausalzusammenhang zu bejahen wäre. Demzufolge ist
die Leistungspflicht der Beschwerdegegne
rin für die psychische
Gesundheitsbeeinträchtigung
zu vernei
nen.
7.
7.1
Nach Gesagtem ist daher nicht zu beanstanden, dass die Beschwerdegegnerin mit
der Verfügung
vom 1
3.
November 2017 (Urk. 9/328)
beziehungsweise mit dem diese bestätigenden
Einspracheentscheid
vom 2
6.
Februar 2019 (
Urk.
2
)
einen
adäquaten Kausalzusammen
hang zwischen dem versicherten Unfallereignis
vom
9.
Dezember 2011
und den psyc
hischen Be
schwer
den verneinte
und einen Anspruch der Beschwerdeführerin auf
Dauerleistungen (Inva
lidenrente und Integritäts
entschädigung) für die Folgen
des
versicherten Unfallereignisse
s
verneinte
.
Gestützt auf die Beurteilung durch
Dr.
N._
vom
1
4.
Juli 2017
(vor
stehend E.
3.10
) und vom
3.
Oktober 2018
(vorstehend E.
3.12
)
ist indes - wie bereits erwähnt (vorstehend E. 5.1) - in Bezug auf das linke Kniegelenk der Beschwerdeführerin von einem Erreichen des Status quo sine
vel
ante
per 3
1.
Oktober 2012 und nicht, wie die Beschwerdegegnerin im angefochtenen
Ein
spracheentscheid
(vgl.
Urk.
2 und Urk. 9/328) annahm, bereits per
2.
März 2012 auszugehen.
Demzufolge ist ein Anspruch der Beschwerdeführerin auf vorüber
gehende
Leistungen (Taggeld und Hei
lungskosten)
grundsätzlich
bis 3
1.
Oktober 2012 ausgewiesen.
7.2
Obwohl
die
Beschwerdegegnerin
gemäss ihren Angaben
in der Beschwerdeant
wort vom
3.
Mai 2019 (
Urk.
7 S. 4) der Beschwerdeführerin die vorübergehenden Leistungen (Heilbehandlung und Taggeld) bis Ende Oktober 2014 ausgerichtet habe,
hat sie in der
Verfügung vom 1
3.
November 2017 (Urk.
9/328)
und in dem diese bestätigenden
Einspracheentscheid
vom 2
6.
Februar 2019 (
Urk.
2)
die Ver
sicherungsleistungen für die Folgen des Unfalls vom
9.
Dezember 2011 per
2.
März 2012 ein
gestellt.
Da die Beschwerdegegnerin gegenüber der Beschwerde
führerin auf
eine allfällige
Rückerstattung
(vgl.
Art.
25
Abs.
1 ATSG und
BGE 130 V 318 E.
5.2)
f
ür die Zeit vom
2.
März bis 3
1.
Oktober 2012
ausgerichteter
vorübergehender Leistungen
indes
jedenfalls
nicht rechtsverbindlich verzichtet
e,
ist vorliegend von einem Obsiegen der Beschwerdeführerin
in diesem Umfang auszugehen.
Insoweit ist die Beschwerde daher teilweise gutzuheissen.
8.
8.1
Nach
§
34
Abs.
1
GSVGer
hat die obsiegende Beschwerde führende Person Anspruch auf Ersatz der Parteikosten. Diese werden ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache, der Schwierigkeit des Prozesses und dem Mass des Obsiegens bemessen (
§
34
Abs.
3
GSVGer
).
8.2
8.2
.1
Die Beschwerdeführerin beantragt
e
sodann
, die Beschwerdegegnerin sei zu ver
pflichten, die Kosten für die bei
Dr.
C._
eingeholten ärztlichen Stellungnah
men vom
9.
Oktober
2017
(vorstehend E. 3.11
)
und vom
1
6.
Februar 2019 (vorstehend E. 3.13)
im Betrag
von insgesamt
Fr.
500.--
zu ersetzen
(Urk. 1 S. 18)
.
8.2
.2
Die Kosten privat eingeholter Gutachten sind
im Rahmen der Parteientschädigung
dann
zu vergüten, wenn die Parteiexpertise für die
Entscheidfindung
unerlässlich war (BGE 115 V 62 E. 5c). Dies gilt unter Umständen auch dann, wenn die ver
sicherte Person in der Sache unterliegt (Urteil 8C_1005/2012 vom
4.
Februar 2013 E. 5 mit Hinweisen). Die von der Beschwerdeführerin im Verwaltungsverfahren eingereichte
n
Stellungnahme
n
des
Dr.
C._
vom
9.
Oktober 2017 (vorstehend E.
3.11
) und vom
1
6.
Februar
2019 (
vorstehend E.
3.13
)
war
en
weder notwendig noch für die
Entscheidfindung
unerlässlich, weshalb die Voraussetzungen einer Kostenübernahme durch die
Unfall
versicherung nicht erfüllt sind.
Die Beschwerde
ist daher in diesem Punkt
abzuweisen
.
8.3
Ausgangsgemäss hat die nur in
einem verhältnismässig geringen Masse
teilweise
obsiegende Beschwerdeführer
in
für das vorliegende Verfahren
Anspruch auf eine
um 7
0
%
reduzierte
Prozess
entschädigung, welche in Berücksichtigung der Bedeutung der Streitsa
che und der Schwierigkeit des Prozesse
s mit
Fr.
9
60.--
(inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) zu bemessen ist.