# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 83c35ae4-d735-5abe-8731-02fafddd1ce4
**Court:** SG_VG
**Chamber:** SG_VG_001
**Year:** 2021
**Language:** de
**Jurisdiction:** SG / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Das Verwaltungsgericht stellt fest:
A.
B._, geb. 1993, ist unverheiratet und registerrechtlich in R._ im Kanton T._
niedergelassen, wo er aufwuchs und in mehreren Vereinen mitwirkt. Im elterlichen Haus
steht ihm dort dauerhaft ein Zimmer zur Verfügung. Per 1. Februar 2020 mietete er ein
Zimmer in einer Wohngemeinschaft an der S._strasse in X._ (act. 8/8.2). Am 1. März
2020 trat er eine Stelle als Projektleiter / Sachbearbeiter Engineering
Wasserversorgung bei der E._ AG in J._ an; der Beschäftigungsgrad beträgt 90
Prozent (act. 8/8.1). Anfang Februar 2020 wollte B._ sich bei den
Bevölkerungsdiensten der Stadt X._ als Wochenaufenthalter mit Wohnsitz R._
anmelden. Auf Ersuchen der Behörde reichte er eine schriftliche Begründung für den
Wochenaufenthalt nach. Mit Verfügung vom 29. April 2020 verpflichteten die
Bevölkerungsdienste B._, sich innerhalb von 14 Tagen rückwirkend per 1. März 2020
in der Stadt X._ mit Hauptwohnsitz anzumelden und den Heimatschein zu hinterlegen.
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Bei unbenütztem Ablauf der Anmeldefrist wurde die ersatzvornahmeweise Anforderung
des Heimatscheins bei der Heimatgemeinde M._ angedroht. Die Gebühr für diese
Verfügung wurde auf CHF 250 festgesetzt. In den Erwägungen der Verfügung führte
die Behörde aus, die Absicht des dauernden Verbleibens sei gemäss Rechtsprechung
bei einer Mindestverweildauer von einem Jahr oder kürzer angesetzt (act. 8/8.8).
B.
B._ erhob gegen die Verfügung der Bevölkerungsdienste der Stadt X._ Rekurs beim
Sicherheits- und Justizdepartement des Kantons St. Gallen. Er machte geltend, sein
Lebensmittelpunkt befinde sich bei seiner Familie in R._, wohin er jedes Wochenende
zurückkehre. Er habe nicht die Absicht, länger in X._ zu bleiben. Mit Entscheid vom
13. Januar 2021 wies das Sicherheits- und Justizdepartement den Rekurs ab und
auferlegte B._ eine Entscheidgebühr von CHF 1'000 (act. 2). Zur Begründung wurde
ausgeführt, dass B._ aufgrund der täglichen Arbeit und des Verweilens während der
Woche eine stärkere Bindung zu X._ als zu R._ habe.
C.
Mit Eingabe seines Rechtsvertreters vom 27. Januar 2021 erhob B._
(Beschwerdeführer) beim Verwaltungsgericht Beschwerde gegen den Entscheid des
Sicherheits- und Justizdepartements (Vorinstanz) mit dem Antrag, dieser sei
aufzuheben, unter Kosten- und Entschädigungsfolge. Sowohl die Vorinstanz als auch
die Beschwerdegegnerin verzichteten auf eine Vernehmlassung. Auf die vom
Beschwerdeführer gemachten Ausführungen sowie die Akten wird, soweit erforderlich,
in den Erwägungen eingegangen.

## Considerations

Darüber zieht das Verwaltungsgericht in Erwägung:
1.
Die sachliche Zuständigkeit des Verwaltungsgerichts ist gegeben (Art. 59 Abs. 1 des
Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege, sGS 951.1, VRP). Der Beschwerdeführer
ist als Adressat des angefochtenen Entscheids zur Ergreifung des Rechtsmittels
berechtigt (Art. 64 in Verbindung mit Art. 45 Abs. 1 VRP). Die Beschwerdeeingabe vom
27. Januar 2021 erfolgte rechtzeitig und erfüllt formal und inhaltlich die gesetzlichen
Anforderungen (Art. 64 in Verbindung mit Art. 47 Abs. 1 und Art. 48 Abs. 1 VRP). Auf
die Beschwerde ist somit einzutreten.
2.
bis
Am 1. November 2006 bzw. 1. Januar 2008 trat das Bundesgesetz über die
2.1.
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Harmonisierung der Einwohnerregister und anderer amtlicher Personenregister (SR
431.02, RHG) gestaffelt in Kraft. Es dient, seinem Zweckartikel entsprechend, der
Vereinfachung der Datenerhebung für die Statistik durch die Harmonisierung amtlicher
Personenregister (Art. 1 Abs. 1 lit. a RHG) und des gesetzlich vorgesehenen
Austauschs von Personendaten zwischen den Registern (Art. 1 Abs. 1 lit. b RHG). Mit
Blick auf eine aussagekräftige Bundesstatistik zielt das RHG letztlich darauf ab,
einheitliche und vergleichbare Daten zugänglich zu machen (Botschaft des
Bundesrates vom 23. November 2005 zur Harmonisierung amtlicher Personenregister,
BBl 2006, S. 433 und 455). Hierzu umschreibt das RHG erstmals auf bundesrechtlicher
Ebene im registerrechtlichen, schriftenpolizeilichen Sinne zentrale Begriffe wie
"Niederlassungsgemeinde" und "Aufenthaltsgemeinde" (Art. 3 lit. b und c RHG). Unter
der Niederlassungsgemeinde ist die Gemeinde zu verstehen, in der sich eine Person in
der Absicht dauernden Verbleibens aufhält, um dort den Mittelpunkt ihres Lebens zu
begründen, welcher für Dritte erkennbar sein muss; eine Person wird in derjenigen
Gemeinde als niedergelassen betrachtet, in der sie das erforderliche Dokument
hinterlegt hat, und kann nur eine Niederlassungsgemeinde haben (Art. 3 lit. b RHG).
Demgegenüber bedeutet Aufenthaltsgemeinde die Gemeinde, in der sich eine Person
zu einem bestimmten Zweck ohne Absicht dauernden Verbleibens mindestens
während dreier aufeinander folgender Monate oder dreier Monate innerhalb eines
Jahres aufhält; der Aufenthalt zum Zweck des Besuchs einer Lehranstalt oder Schule
und die Unterbringung einer Person in einer Erziehungs-, Versorgungs-, Heil- oder
Strafanstalt begründen eine Aufenthaltsgemeinde (Art. 3 lit. c RHG). Der Kanton
St. Gallen regelt die Registerfragen im Gesetz über Niederlassung und Aufenthalt (sGS
453.1), das gestützt auf die bundesrechtlichen Vorgaben des RHG am 1. Januar 2013
in Kraft trat. Nach Art. 13 dieses Erlasses ist das Einwohneramt für die Führung des
Einwohnerregisters zuständig. Zuziehende Personen, die in der politischen Gemeinde
Niederlassung oder Aufenthalt begründen, melden sich beim Einwohneramt an (Art. 3
Abs. 1).
Die Frage der Niederlassung betrifft das polizeiliche Domizil. Davon zu unterscheiden
sind der zivilrechtliche Wohnsitz und Spezialwohnsitze wie das Steuerdomizil, der
politische Wohnsitz, Sozialleistungswohnsitz und andere Spezialwohnsitze mit
eigenständigen Anknüpfungspunkten (K. Spühler, Die Rechtsprechung zur polizeilichen
Meldepflicht bei Niederlassung und Aufenthalt, ZBl 93/1992, S. 337 ff.). Der Entscheid
über das polizeiliche Domizil bedeutet nur, dass der Niederlassung kein administratives
Hindernis entgegensteht; die Bejahung der Niederlassung präjudiziert die Frage nach
der Bestimmung der (Spezial-)Wohnsitze nicht (Spühler, a.a.O., S. 341). Wenn sich eine
2.2.
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Person regelmässig an mehreren Orten aufhält, so bestimmt sich der Ort ihrer
registerrechtlichen Niederlassung jedoch in der Regel nach denselben Merkmalen wie
der zivilrechtliche Wohnsitz. Diese sind in Art. 23 des Schweizerischen
Zivilgesetzbuchs (SR 210, ZGB) umschrieben, wonach sich der Wohnsitz einer Person
an dem Ort befindet, wo sie sich mit der Absicht dauernden Verbleibens aufhält. Für
die Begründung des zivilrechtlichen Wohnsitzes müssen somit zwei Merkmale erfüllt
sein: ein objektives äusseres, der Aufenthalt, sowie ein subjektives inneres, die Absicht
dauernden Verbleibens. Nach der Rechtsprechung kommt es dabei nicht auf den
inneren Willen, sondern darauf an, welche Absicht objektiv erkennbar ist (BGE 136 II
405 E. 4.3; 133 V 309 E. 3.1, je mit Hinweisen). Massgebend ist daher der Ort, wo sich
der Mittelpunkt der Lebensbeziehungen befindet, was normalerweise am Wohnort,
dem Ort, wo man schläft, der Fall ist. Die nach aussen erkennbare Absicht muss
sodann auf einen dauernden Aufenthalt gerichtet sein. Auch ein von vornherein bloss
vorübergehender Aufenthalt kann einen Wohnsitz begründen, wenn er auf eine
bestimmte Dauer angelegt ist und der Lebensmittelpunkt dorthin verlegt wird. Als
Mindestdauer wird üblicherweise ein Jahr postuliert. Die Absicht, einen Ort später
(aufgrund veränderter nicht mit Bestimmtheit vorauszusehender Umstände) wieder zu
verlassen, schliesst eine Wohnsitzbegründung nicht aus (BGE 143 II 233 E. 2.5.2). Die
Absicht dauernden Verweilens muss nur im Moment der Begründung eines Wohnsitzes
bestanden haben (D. Stähelin, in: Basler Kommentar, Zivilgesetzbuch I, 6. Aufl. 2018,
N 5 ff. zu Art. 23 ZGB; vgl. auch Richner/Frei/ Kaufmann/Meuter, Handkommentar zum
DBG, 3. Aufl. 2016, N 17 f. zu Art. 3 DBG).
Massgebendes Kriterium ist grundsätzlich in beiden Fällen (Registerwohnsitz und
zivilrechtlicher Wohnsitz) die Absicht des dauernden Verbleibens bzw. der Mittelpunkt
der Lebensbeziehungen. Die Anmeldung zwecks Niederlassung hat somit am Ort zu
erfolgen, zu dem die engsten Beziehungen bestehen, wofür objektive Merkmale und
nicht die subjektive Verbundenheit mit einem Ort ausschlaggebend sind. Sowohl die
Absicht des dauernden Verbleibens an einem Ort wie auch der Lebensmittelpunkt einer
Person müssen sich durch feststellbare Sachverhalte erhärten lassen (Entscheid des
Verwaltungsgerichts Zürich VB.2011.00362 vom 22. September 2011 E. 2.2 mit
Hinweisen). Dabei lässt sich gemeinhin kein strikter Beweis erbringen, sodass eine
Abwägung aufgrund von Indizien erforderlich ist. Dies bedingt eine sorgfältige
Berücksichtigung und Gewichtung sämtlicher Berufs-, Familien- und Lebensumstände
(BGer 2C_397/2010 vom 6. Dezember 2010 E. 2.4.2; 2C_646/2007 vom 7. Mai 2008 E.
4.3.3). Auf die bloss geäusserten Wünsche der betreffenden Person oder die
gefühlsmässige Bevorzugung eines Ortes kommt es nicht an, ist der Wohnsitz doch
insofern nicht frei wählbar. Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung darf die
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2.3.
Nach ständiger bundesgerichtlichen Rechtsprechung zu Art. 127 Abs. 3 der
Bundesverfassung (SR 101, BV) sowie Art. 3 Abs. 2 des Bundesgesetzes über die
Harmonisierung der direkten Steuern der Kantone und Gemeinden (SR 642.14, StHG)
bzw. Art. 3 Abs. 2 des Bundesgesetzes über die direkte Bundessteuer (SR 642.11,
DBG) gilt derjenige Ort als steuerrechtlicher Wohnsitz, an dem sich faktisch der
Mittelpunkt der Lebensinteressen befindet (BGE 132 I 29 E. 4.1). Dem Ort, wo die
Schriften hinterlegt sind oder die politischen Rechte ausgeübt werden, kommt keine
entscheidende Bedeutung zu, denn dabei handelt es sich nur um äussere Merkmale,
die ein Indiz für den steuerrechtlichen Wohnsitz bilden können, falls auch das übrige
Verhalten der Person dafür spricht (BGer 2C_533/2018 vom 30. Oktober 2019 E. 2.2.2
mit Hinweisen). Wenn sich eine Person abwechslungsweise an zwei oder mehreren
Orten aufhält, ist darauf abzustellen, zu welchem Ort sie die stärkeren Beziehungen
unterhält (BGE 132 I 29 E. 4.2).
Die bundesgerichtliche Praxis hat für die steuerpflichtigen Personen der
Wochenaufenthalterinnen und Wochenaufenthalter typische Fallkonstellationen
entwickelt. Bei einer verheirateten, im Erwerbsleben stehenden Person mit
Beziehungen zu mehreren Orten werden die persönlichen und familiären Kontakte zum
Familienort regelmässig höher gewichtet als jene zum Arbeitsort. Dies trifft jedenfalls
steuerrechtliche Sichtweise zur Auslegung der registerrechtlichen Begriffe fraglos
beigezogen, aber nicht unkritisch übernommen werden. Auch wenn sich die Begriffe
gemäss Art. 3 lit. b und c RHG grammatikalisch an Art. 23 ZGB und die Praxis hierzu
anlehnen (Botschaft RHG, S. 457), darf nicht aus den Augen verloren werden, dass
ZGB und RHG unterschiedlichen Zwecken dienen (BGer 2C_599/ 2011 vom
13. Dezember 2011 E. 2.4; 2C_478/2008 vom 23. September 2008 E. 3.5). Auch im
Verhältnis zwischen Register- und Steuerrecht ist grundsätzlich zu differenzieren,
wobei die Nähe zwischen diesen Rechtsgebieten wohl grösser ist als jene des
Registerrechts gegenüber dem ZGB. Im Rechtsalltag hängen Register- und
Steuerrecht nicht unbedeutend zusammen, indem die registerrechtliche Behandlung
für steuerliche Zwecke immerhin den Charakter eines Indizes, wenn auch nicht eines
entscheidenden, hat. Es ist damit jedenfalls nicht willkürlich, die Registerfrage im
konkreten Fall anhand der steuerrechtlichen Kriterien zu beantworten, zumal die
steuerrechtlichen Kriterien präziser gefasst sind als die Legaldefinitionen des RHG
(BGer 2C_919/2011 vom 9. Februar 2012 E. 3.2).
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zu, soweit die betreffende Person unselbständig erwerbstätig ist und keine leitende
Stellung einnimmt (BGE 132 I 29 E. 4.2). Als Arbeitsort gilt jener Ort, von dem aus die
Person täglich zur Arbeit geht. Diese Kriterien gelten grundsätzlich auch, wenn es sich
um eine unverheiratete Person handelt, die sowohl zum Arbeits- wie zum Familienort
Beziehungen unterhält. Als Familie gelten diesfalls die Eltern und Geschwister (BGE
113 Ia 465 E. 4b). Da die Bindung zur elterlichen Familie gemeinhin aber lockerer
ausfällt als jene unter Ehegatten, stellt die Praxis erhöhte Anforderungen (BGer
2C_296/2018 vom 6. Juni 2018 E. 2.2.2; 2C_580/2017 vom 16. März 2018 E. 4.2;
Richner/Frei/Kaufmann/Meuter, a.a.O., N 26 zu Art. 3 DBG). Selbst wenn ledige
Steuerpflichtige allwöchentlich zu den Eltern oder Geschwistern zurückkehren, können
die Beziehungen zum Arbeitsort überwiegen, dies namentlich dann, wenn sie sich am
Arbeitsort eine Wohnung eingerichtet haben oder über einen besonderen Freundes-
und Bekanntenkreis verfügen. Zu berücksichtigen sind in diesem Zusammenhang auch
die Dauer des Arbeitsverhältnisses und das Alter des Steuerpflichtigen. Die
Beziehungen unverheirateter Personen zum Arbeitsort treten praxisgemäss in den
Vordergrund, wenn die Person das dreissigste Altersjahr überschritten hat und/oder
sich seit mehr als fünf Jahren ununterbrochen am selben auswärtigen Ort aufhält. Liegt
zumindest eines der beiden Kriterien vor, begründet dies die natürliche Vermutung, der
Lebensmittelpunkt befinde sich am Ort der Erwerbstätigkeit bzw. des
Wochenaufenthalts. Die Vermutung kann dadurch entkräftet werden, dass die
unverheiratete Person regelmässig, mindestens einmal pro Woche, an den Ort der
Familie heimkehrt, mit welcher sie besonders eng verbunden ist, und wo sie andere
persönliche und gesellschaftliche Beziehungen pflegt. Gelingt ihr der Nachweis solcher
familiärer, privater und gesellschaftlicher Beziehungen zum Familienort, hat der Kanton
des Arbeits- oder Wochenaufenthaltsortes nachzuweisen, dass die Person die
gewichtigeren wirtschaftlichen sowie gegebenenfalls persönlichen und
gesellschaftlichen Beziehungen zu diesem Ort unterhält (BGer 2C_296/2018 vom 6.
Juni 2018 E. 2.2.3; 2C_270/2012 vom 1. Dezember 2012 E. 2.5; 2C_26/2012 vom 8.
Mai 2012 E. 3.3.1; 2C_397/2010 vom 6. Dezember 2010 E. 2.3).
3.
3.1.
Die Vorinstanz legte die rechtlichen Grundlagen, die zum steuerrechtlichen Wohnsitz
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entwickelte bundesgerichtliche Rechtsprechung wie auch den zugrundeliegenden
Sachverhalt im Wesentlichen korrekt dar. Sie zog daraus den Schluss, diese Sachlage
spreche für einen Lebensmittelpunkt am Ort der Erwerbstätigkeit bzw. des
Wochenaufenthalts in X._. Es sei dem Beschwerdeführer nicht gelungen, eine stärkere
Verbindung zu R._ als zu X._ nachzuweisen. Es möge ein gutes Verhältnis zu den
Eltern bestehen, eine besonders enge Beziehung sei aber weder dargetan noch
ersichtlich. Die hobbymässigen und gesellschaftlichen Beziehungen zu R._ schienen
nicht unbedeutend zu sein. Sie reichten aber nicht aus, um die Bindung aufzuwiegen,
die aufgrund der täglichen Arbeit und des Verweilens während der Woche zu X._
bestehe. Nach den objektiven äusseren Umständen, namentlich aufgrund der
unbefristeten Einmietung in eine Wohngemeinschaft mit dem Kontakt zu
Mitbewohnern, des unbefristeten Arbeitsvertrags, der Arbeitskollegen und des
Aufenthalts während des Grossteils der Woche in X._, unterhalte der
Beschwerdeführer eine stärkere Beziehung zu X._, weshalb er sich hier als
Niedergelassener anzumelden habe.
3.2.
Bis anhin hatte der Beschwerdeführer seinen Wohnsitz zivil-, register- und
steuerrechtlich in der Gemeinde R._ im Kanton T._, wo er aufgewachsen ist. Er
wohnt dort im Haus seiner Eltern. Am 1. März 2020 trat er eine unbefristete 90 Prozent-
Stelle bei der E._ AG in J._ an (act. 8/8.1). Bereits zuvor mietete er per 1. Februar
2020 ein unmöbliertes Zimmer in einer Wohngemeinschaft in X._, von wo aus er unter
der Woche zu seinem Arbeitsort nach J._ gelangt (act. 8/8.2). Die Wochenenden
verbringt er jeweils bei seinen Eltern in R._, was die Vorinstanz trotz entsprechendem
Beweisangebot weder näher überprüfte noch bestreitet. Damit hält sich der
Beschwerdeführer regelmässig an zwei verschiedenen Orten (Arbeits- und Familienort)
auf. Für die Bestimmung der Niederlassungsgemeinde nach Art. 3 lit. b RHG ist folglich
zu klären, zu welchem dieser Orte er die engeren Beziehungen aufweist. Dabei ist, wie
eingangs dargelegt, auf die vom Bundesgericht entwickelten Kriterien zum
steuerrechtlichen Wohnsitz abzustellen.
Im fraglichen Zeitpunkt der Anmeldung als Wochenaufenthalter in der Stadt X._
Anfang Februar 2020 war der Beschwerdeführer knapp 27 Jahre alt; mittlerweile ist er
28 Jahre alt. Er hat bis heute weder das 30. Altersjahr überschritten noch hält er sich
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seit mehr als fünf Jahren ununterbrochen in X._ auf. Es besteht damit gemäss
ständiger bundesgerichtlicher Rechtsprechung noch keine natürliche Vermutung für
einen Lebensmittelpunkt in X._, welche der Beschwerdeführer entkräften müsste.
Hinzu kommt, dass der Beschwerdeführer in X._ über keine eigene unmöblierte
Wohnung, sondern lediglich über ein kleines unmöbliertes Zimmer (12m ) in einer
Wohngemeinschaft verfügt. Hinsichtlich der Intensität der Beziehung zum Arbeitsort ist
die Untermiete eines Zimmers in einer bereits bestehenden Wohngemeinschaft nicht
gleichbedeutend mit der Miete einer eigenen Wohnung, die komplett neu eingerichtet
werden muss. Dafür, dass der Beschwerdeführer zu seinen Mitbewohnern oder
anderen Personen in X._ engere Beziehungen pflegt, gibt es keine konkreten
Anhaltspunkte. Die Behauptung der Vorinstanz, er verbringe seine Freizeit mit
Mitbewohnern oder Arbeitskollegen, stellt eine reine Mutmassung bzw. eine mögliche
künftige Entwicklung dar, die jedoch momentan keineswegs feststeht. Die Tatsache,
dass der Beschwerdeführer sich erst seit Februar 2020 in X._ aufhält, lässt eher das
Gegenteil vermuten. Seinerseits macht dieser glaubhaft geltend, dass er nebst dem
familiären Bezug zu den Eltern gesellschaftliche Beziehungen in R._ pflegt. Er ist
Vorstandsmitglied der Jungmannschaft R._ und aktives Mitglied der örtlichen
Musikgesellschaft (Musikverein R._), die wöchentliche Proben abhält. Dass der
Probebetrieb coronabedingt seit einiger Zeit eingeschränkt ist, vermag daran nichts zu
ändern. Eine enge Verbundenheit zu den Eltern erscheint ohne Weiteres vorzuliegen,
nachdem der Beschwerdeführer sich bei diesen nach wie vor wöchentlich aufhält und
bisher noch keinen eigenständigen Haushalt begründet hat, so auch während des
Studiums in Zürich nicht. Die Bevölkerungsdienste der Stadt X._ hielten denn auch
selber fest, es bestehe kein Zweifel, dass sich das soziale Netz des Beschwerdeführers
vorwiegend in der Region R._ befinde, und die Vorinstanz erachtete die
hobbymässigen und gesellschaftlichen Beziehungen zu R._ als nicht unbedeutend.
Vor diesem Hintergrund lässt sich allein aus dem Umstand, dass sowohl die
Arbeitsstelle, namentlich die erste ordentliche Stelle nach Abschluss des
Masterstudiums, als auch das Mietverhältnis unbefristet sind, nicht ableiten, der
Beschwerdeführer halte sich in X._ mit der Absicht dauernden Verbleibens auf. Beide
Vertragsverhältnisse sind innert weniger Monate kündbar. Hinzu kommt, dass der
Arbeitsweg von R._ nach J._ und zurück mit dem Auto rund drei (Routenplaner unter
maps.google.ch) und mit dem öffentlichen Verkehr (Fahrplan unter sbb.ch) rund fünf
2
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Stunden dauern würde (, womit eine tägliche Rückkehr aus zeitlichen Gründen nicht
zumutbar ist und ein auswärtiger Wochenaufenthalt im Sinn von Art. 20 der
Steuerverordnung (sGS 811.11, StV) vorliegt (vgl. St. Galler Steuerbuch StB 39 Nr. 5).
Eine anderweitige stärkere persönliche Beziehung zu X._ rückt damit noch weiter in
den Hintergrund. Schliesslich ist darauf hinzuweisen, dass die Steuerbehörde den
steuerrechtlichen Wohnsitz unabhängig von einem allfälligen Registerwohnsitz prüft.
Letzterer stellt lediglich eines von vielen Indizien dar. Inwiefern bei der Frage des
Wohnsitzes bzw. der Niederlassung pekuniäre Interessen für den Beschwerdeführer
eine Rolle spielen, kann daher an dieser Stelle offengelassen werden.
3.3.
Zusammenfassend ist davon auszugehen, dass sich der Mittelpunkt der
Lebensinteressen und damit der Ort der Niederlassung des Beschwerdeführers am
Familienort in R._ und nicht am Arbeitsort in X._ befindet. Der Beschwerdeführer hält
sich derzeit in X._ zum Zweck der Arbeit ohne Absicht dauernden Verbleibens auf. Da
der Beschwerdeführer seinen Lebensmittelpunkt bisher nicht nach X._ verlegt hat,
vermag die Dauer des Aufenthalts von mittlerweile mehr als einem Jahr nichts an
diesem Ergebnis zu ändern. Die Beschwerde ist somit gutzuheissen und der
vorinstanzliche Entscheid vom 13. Januar 2021 aufzuheben. Damit fällt auch die
Verfügung vom 29. April 2020 samt Gebühr dahin. Die Beschwerdegegnerin ist
anzuweisen, den Beschwerdeführer entsprechend seiner Anmeldung vom Februar
2020 nach Art. 3 lit. c RHG mit (Wochen)Aufenthalt in X._ zu registrieren.
4.
4.1.
Aufgrund des Obsiegens des Beschwerdeführers sind die amtlichen Kosten des
Rekurs- und des Beschwerdeverfahrens von der Beschwerdegegnerin zu tragen (vgl.
Art. 95 Abs. 1 VRP). Die von der Vorinstanz festgesetzte Entscheidgebühr von
CHF 1'000 ist unbestritten und nicht zu beanstanden. Für den Beschwerdeentscheid
erscheint eine Gebühr von CHF 1'500 angemessen (Art. 7 Ziff. 222 der
Gerichtskostenverordnung, sGS 941.12). Auf die Erhebung ist zu verzichten, da mit der
amtlichen Registrierung nicht primär finanzielle Interessen verfolgt werden (Art. 95 Abs.
3 VRP). Dem Beschwerdeführer sind die von ihm geleisteten Kostenvorschüsse von
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CHF 1'000 für das Rekursverfahren und von CHF 1'500 für das Beschwerdeverfahren
zurückzuerstatten.
4.2.
Bei diesem Verfahrensausgang hat der Beschwerdeführer Anspruch auf Entschädigung
für das Beschwerdeverfahren, in welchem er anwaltlich vertreten war (Art. 98 Abs. 1
VRP in Verbindung mit Art. 98 VRP). Eine Kostennote wurde nicht eingereicht. Das
Verwaltungsgericht spricht praxisgemäss Pauschalentschädigungen nach Ermessen
gemäss Art. 6 und Art. 22 Abs. 1 lit. b der Honorarordnung zu (sGS 963.75, HonO). Der
Rahmen dafür beträgt CHF 1'500 bis CHF 15'000. Innerhalb dieses Rahmens wird das
Grundhonorar nach den besonderen Umständen, namentlich nach Art und Umfang der
Bemühungen, der Schwierigkeit des Falles und den wirtschaftlichen Verhältnissen der
Beteiligten bemessen (Art. 19 HonO). Mit Blick auf vergleichbare Verfahren und unter
Berücksichtigung der konkreten Verhältnisse, zumal die Angelegenheit weder in
tatsächlicher noch in rechtlicher Hinsicht besondere Schwierigkeiten bot, erscheint
vorliegend eine Entschädigung des Beschwerdeführers für das Beschwerdeverfahren
mit CHF 2'000 zuzüglich 4% Barauslagen (CHF 80) angemessen. Ein Antrag auf
Mehrwertsteuerzuschlag wurde nicht gestellt (vgl. Art. 29 HonO).
Entschädigungspflichtig ist die Beschwerdegegnerin.