# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** a40f6907-688a-4a47-979c-b8fbe354a921
**Court:** BE_VB
**Chamber:** BE_VB_005
**Year:** 2016
**Language:** de
**Jurisdiction:** BE / Espace_Mittelland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** Other Fiscal

## Facts

Sachverhalt
A.
A. ist Alleineigentümer von neun Grundstücken in der Gemeinde B., auf welchen insgesamt elf
Namen-Papier-Schuldbriefe als Gesampfandrechte zu Gunsten von zwei verschiedenen
Gläubigern lasten.
Am 10. März 2015 reichte Notar C. namens von A. dem Grundbuchamt einen öffentlich
beurkundeten Grundpfandvertrag mit Anmeldung ein. Gegenstand dieses öffentlich
beurkundeten Grundpfandvertrages war die Löschung einer Anmerkung und die Neuordnung
sämtlicher Grundpfandrechte. Verlangt wurde insbesondere folgende Neuordnung der
Pfandrechtseinträge:
 Die Zusammenlegung der Namen-Papier-Schuldbriefe im 3., 4., 5., 7., 9. und 11. Rang,
Umwandlung des neuen Namen-Papier-Schuldbriefes in einen Register-Schuldbrief und
Neuausstellung eines Register-Schuldbriefes über Fr. 225‘000.-- zugunsten der
Raiffeisenbank, lastend als Gesamtpfand in der ersten Pfandstelle auf den Grundstücken
Gemeinde B.-Grundbuchblatt Nrn. 1000, 2000, 3000, 4000, 5000, 6000, 7000, 8000 und
9000.
 Die Zusammenlegung der Namen-Papier-Schuldbriefe im 1., 2., 6. und 8. Rang, Erhöhung
des neuen Namen-Papier-Schuldbriefes von Fr. 107‘500.-- um Fr. 77‘500.-- auf Fr. 185‘000.-
-, dessen Umwandlung in einen Register-Schuldbrief und Neuausstellung eines Register-
Schuldbriefes über Fr. 185‘000.-- zugunsten der Bernischen Stiftung für Agrarkredite (BAK),
Bern, lastend als Gesamtpfand in der zweiten Pfandstelle auf den Grundstücken Gemeinde
B.-Grundbuchblatt Nrn. 1000, 2000, 3000, 4000, 5000, 6000, 7000, 8000 und 9000.
 Die Versetzung des Namen-Papier-Schuldbriefes im 10. Rang in die dritte Pfandstelle,
Erhöhung der Schuldbriefsumme von Fr. 80‘000.-- um Fr. 94‘000.-- auf Fr. 174‘000.--,
Umwandlung in einen Register-Schuldbrief und Neuausstellung eines Register-
Schuldbriefes über Fr. 174‘000.-- zugunsten der BAK, Bern, lastend als Gesamtpfand in der
dritten Pfandstelle auf den Grundstücken Gemeinde B.-Grundbuchblatt Nrn. 1000, 2000,
3000, 4000, 5000, 6000, 7000, 8000 und 9000.
 Der Rangrücktritt sämtlicher Register-Schuldbriefe gegenüber allen auf den Pfandobjekten
lastenden Dienstbarkeiten, mit Ausnahme des Wohnrechts, welches im Nachgang zu
sämtlichen Register-Schuldbriefen steht.
Mit Rechnung vom 14. Juli 2015 setzte das Grundbuchamt für die grundbuchlichen
Einschreibungen eine Gebühr von Fr. 930.-- fest.
B.
Mit Eingabe vom 10. August 2015 führt Notar C. in eigenem Namen bei der Justiz-, Gemeinde-
und Kirchendirektion Beschwerde gegen die Rechnung des Grundbuchamts vom 14. Juli 2015.
Er beantragt, die Rechnung sei auf maximal Fr. 430.-- zu reduzieren.
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Mit Verfügung vom 14. August 2015 hat das instruierende Rechtsamt der Justiz-, Gemeinde-
und Kirchendirektion Notar C. gebeten, die Frage zu beantworten, ob er in eigenem Namen
oder als Vetreter Beschwerde führen wolle. Für letzteren Fall sei eine Vollmacht der
vertretenen Partei einzureichen.
Notar C. hat mit Schreiben vom 25. August 2015 erklärt, dass er die Beschwerde im Namen
und im Auftrag von A. führe und als Vertreter auftrete. Eine Vollmacht der vertretenen Partei
lag dem Schreiben bei.
Das Grundbuchamt beantragt in seiner Vernehmlassung vom 21. September 2015 die teilweise
Gutheissung der Beschwerde und die Festsetzung der Gebühr auf insgesamt Fr. 630.--, unter
Kostenfolge.
Der Beschwerdeführer hält in seinen Schlussbemerkungen vom 26. Oktober 2015 am
gestellten Antrag fest.

## Considerations

Die Justiz-, Gemeinde- und Kirchendirektion zieht in Erwägung:
1.
1.1 Gegen Verfügungen des Grundbuchamts kann Beschwerde bei der Justiz-, Gemeinde-
und Kirchendirektion geführt werden (Art. 956a Abs. 1 des Schweizerischen Zivilgesetzbuches
[ZGB; SR 210] i.V.m. Art. 124 Abs. 1 des Gesetzes vom 28. Mai 1911 betreffend die
Einführung des schweizerischen Zivilgesetzbuches [EG ZGB; BSG 211.1]). Als derartige
Verfügung gilt auch die Festsetzung von Grundbuchgebühren durch den Grundbuchverwalter
(HENRI DESCHENAUX, in Schweizerisches Privatrecht, Bd. V/3.1, 1988, S. 182). Die Justiz-,
Gemeinde- und Kirchendirektion ist daher zur Beurteilung der vorliegenden Beschwerde
zuständig. Für das Verfahren gelten die Bestimmungen des Gesetzes vom 23. Mai 1989 über
die Verwaltungsrechtspflege (VRPG; BSG 155.21). Zur Beschwerde ist befugt, wer durch die
angefochtene Verfügung besonders berührt ist und ein schutzwürdiges Interesse an deren
Aufhebung oder Änderung hat (Art. 956a Abs. 2 Ziff. 1 ZGB; ebenso Art. 65 Abs. 1 VRPG).
1.2 Gemäss Gebührentarif der Grundbuchämter (Anhang 4B der Verordnung vom 22.
Februar 1995 über die Gebühren der Kantonsverwaltung [Gebührenverordnung, GebV; BSG
154.21]) haften neben den Verfügungsberechtigten die übrigen Vertragsparteien, die eine
Handlung verlangen, für die Bezahlung der entsprechenden Gebühren (Ziff. 1.2 des Anhangs
4B der GebV; vgl. auch Art. 66 des Gesetzes vom 26. März 2002 über die Steuerung von
Finanzen und Leistungen [FLG; BSG 620.0]). Mit dem «Verfügungsberechtigten» ist der
Eigentümer gemeint, der gemäss Art. 963 Abs. 1 ZGB berechtigt ist, mittels einer schriftlichen
Erklärung Eintragungen bezüglich seines Grundstückes ins Grundbuch anzumelden. Bei
Löschungen oder Abänderungen eines Eintrages ist die aus dem Eintrag berechtigte Person
verfügungsberechtigt (Art. 964 Abs. 1 ZGB). Die verfügungsberechtigte Person kann sich dabei
vertreten lassen (Art. 965 Abs. 2 ZGB und Art. 49 Abs. 1 der Grundbuchverordnung vom 23.
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September 2011 [GBV; SR 211.432.1]); bei öffentlich beurkundeten Geschäften gestützt auf
Art. 963 Abs. 3 ZGB i.V.m. Art. 128 EG ZGB sowie Art. 21 Abs. 4 des Notariatsgesetzes vom
22. November 2005 [NG; BSG 169.11], vgl. dazu BETTINA DEILLON-SCHEGG,
Grundbuchanmeldung und Prüfungspflicht des Grundbuchverwalters im Eintragungsverfahren,
Diss. Zürich 1997, S. 82 ff.).
1.3 A. ist vorliegend der Eigentümer der für die Schuldbriefe haftenden Grundstücke
Gemeinde B.-Grundbuchblatt Nrn. 1000, 2000, 3000, 4000, 5000, 6000, 7000, 8000 und 9000.
Er ist damit primär Schuldner der Grundbuchkosten und als solcher durch die angefochtene
Verfügung besonders berührt. Seine Beschwerdebefugnis ist demnach gegeben.
1.4 Gemäss Art. 15 Abs. 4 VRPG sind vor den Verwaltungsjustizbehörden vorbehältlich
anders lautender Gesetzgebung und mit Ausnahme des Sozialversicherungsrechts nur
Anwältinnen und Anwälte zur Prozessvertretung zugelassen. Die Gebührenverordnung selbst
enthält keine Spezialbestimmungen zur Rechtspflege. Nach dem oben (E. 1.2) bereits zitierten
Art. 21 Abs. 4 NG ist die Notarin oder der Notar befugt, die von ihr oder ihm errichteten,
eintragungsbedürftigen öffentlichen Urkunden bei den zuständigen Registerämtern zur
Eintragung in öffentliche Register anzumelden; sie oder er ist in damit zusammenhängenden
Verfahren zur Prozessvertretung vor kantonalen Instanzen ermächtigt. Es fragt sich, ob damit
eine umfassende Vertretungsbefugnis verbunden ist, die nicht nur Verfahren betrifft, in welchen
um eine verweigerte Eintragung einer angemeldeten öffentlichen Urkunde gestritten wird,
sondern auch Verfahren wie das vorliegende, wo es ausschliesslich um die Gebühr geht.
1.5 Nach Art. 16 Abs. 3 des früheren Notariatsgesetzes vom 28. August 1980 (aNG; in Kraft
bis 30. Juni 2006) war die Notarin oder der Notar zur Vertretung der Beteiligten im
Beschwerdeverfahren nur befugt, wenn die Eintragung einer von ihm errichteten öffentlichen
Urkunde verweigert worden war. In der Annahme, die GebV enthalte diesbezüglich eine echte
Lücke, hat die Justiz-, Gemeinde- und Kirchendirektion in ihrer Rechtsprechung indessen
bejaht, dass sich die Gebührenpflichtigen im Beschwerdeverfahren durch die mit dem Geschäft
befasste Notarin oder den mit dem Geschäft befassten Notar vertreten lassen können (BVR
2003 S. 525 E. 3b). Unter diesen Umständen kann die Frage offen gelassen werden, ob Art. 21
Abs. 4 des heute geltenden Notariatsgesetzes vom 22. November 2005 eine gesetzliche
Grundlage für die Vertretungsbefugnis der Notarin oder des Notars in Gebührenstreitigkeiten
geschaffen hat. Im Vortrag des Regierungsrates an den Grossen Rat betreffend das
Notariatsgesetz (Tagblatt des Grossen Rates 2005, Beil. 30, S. 9) wird zu Art. 21 NG erläutert,
der neue Abs. 4 sei gegenüber dem bisherigen Art. 16 Abs. 3 aNG erweitert worden, indem
Notarinnen und Notare im Auftrag der Parteien umfassend Rechtsmittel einlegen könnten. Dies
könnte immerhin ein Hinweis darauf sein, dass sich die Vertretungsbefugnis der Notarin oder
des Notars nicht mehr nur auf die Frage der Eintragung bezieht, sondern auch auf die damit
verbundenen Gebühren des Grundbuchamts.
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Zusammenfassend ist festzuhalten, dass der Beschwerdeführer legitimiert ist und Notar C. zur
Prozessvertretung zugelassen ist. Auf die im Übrigen form- und fristgerecht eingereichte
Beschwerde ist daher einzutreten.
2.
2.1 Die Kantone sind befugt, als Gegenleistung für Eintragungen in das Grundbuch
Gebühren zu erheben (Art. 954 Abs. 1 ZGB). Als Kanzleigebühren gelten Abgaben in
bescheidener Höhe für einfache, routinemässige Tätigkeiten der Verwaltung, die ohne
besonderen Prüfungs- und Kontrollaufwand erbracht werden können. Die Kanzleigebühr darf
die Schreibgebühren und die Auslagen sowie ein mässiges Entgelt für die Überprüfung des
Eintragungsbegehrens und seiner Eintragbarkeit in sich schliessen (JÜRG SCHMID, in Basler
Kommentar, 5. Aufl. 2015, Art. 954 ZGB N. 4). Sie sind unter dem Gesichtspunkt des
Kostendeckungs- und des Äquivalenzprinzips jederzeit leicht überprüfbar und bedürfen deshalb
keiner formellen gesetzlichen Grundlage. Verwaltungsgebühren im eigentlichen Sinn sind
Abgaben für Verwaltungstätigkeiten, die eine gründliche Prüfung in technischer, rechtlicher
oder anderer Hinsicht erfordern, folglich mehr Zeit beanspruchen und von geschultem Personal
erbracht werden müssen. Im Gegensatz zur Kanzleigebühr ist die Verwaltungsgebühr nicht
darauf beschränkt, die für jede Amtshandlung im Einzelfall entstehenden Kosten zu decken.
Bei der Bemessung ist von den Gesamtkosten eines Verwaltungszweiges auszugehen, welche
durch die Inanspruchnahme der Verwaltung entstehen (JÜRG SCHMID, a.a.O., Art. 954 ZGB N.
5). Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts sind als gebührenrechtliche Ausgestaltung
des allgemeinen Verhältnismässigkeitsgrundsatzes das Kostendeckungs- und das
Äquivalenzprinzip zu beachten.
2.2 Nach dem verfassungsmässigen Kostendeckungsprinzip soll der Ertrag der Gebühren
die gesamten Kosten des betreffenden Verwaltungszweigs nicht oder nur geringfügig
übersteigen, was eine gewisse Schematisierung oder Pauschalisierung der Abgabe nicht
ausschliesst (BGE 126 I 180 E. 3a/aa, 124 I 11 E. 6c; BVR 2005 S. 433 E. 5.1). Für
Verwaltungsgebühren (inklusive Kanzleigebühren) gilt das Kostendeckungsprinzip
uneingeschränkt (HÄFELIN/MÜLLER/UHLMANN, Allgemeines Verwaltungsrecht, 6. Aufl. 2010, N.
2638). Für kostenabhängige Kausalabgaben gilt es insbesondere, wo keine (genügend
bestimmte) formellgesetzliche Grundlage besteht oder wo der Gesetzgeber ausdrücklich oder
sinngemäss zum Ausdruck gebracht hat, dass die von ihm festgelegte Abgabe kostenabhängig
sein soll. Zum Gesamtaufwand sind nicht nur die laufenden Ausgaben des betreffenden
Verwaltungszweigs, sondern auch angemessene Rückstellungen, Abschreibungen und
Reserven hinzuzurechnen (BGE 126 I 180 E. 3a/aa; BVR 2013 S. 120 E. 4.1, 4.3, 4.6; 2005 S.
433 E. 5.1).
2.3 Das Äquivalenzprinzip konkretisiert das Verhältnismässigkeitsprinzip und das
Willkürverbot (Art. 5 Abs. 2 sowie Art. 8 und 9 der Bundesverfassung [BV; SR 101]) für den
Bereich der Kausalabgaben (BGE 140 I 176 E. 5.2, 130 III 225 E. 2.3, 128 I 46 E. 4a). Es
bestimmt, dass eine Gebühr nicht in einem offensichtlichen Missverhältnis zum objektiven Wert
6
der Leistung stehen darf und sich in vernünftigen Grenzen halten muss. Der Wert der Leistung
bemisst sich nach dem wirtschaftlichen Nutzen, den sie dem Pflichtigen bringt, oder nach dem
Kostenaufwand der konkreten Inanspruchnahme im Verhältnis zum gesamten Aufwand des
betreffenden Verwaltungszweigs, wobei schematische, auf Wahrscheinlichkeit und
Durchschnittserfahrungen beruhende Massstäbe angelegt werden dürfen. Es ist nicht
notwendig, dass die Gebühren in jedem Fall genau dem Verwaltungsaufwand entsprechen; sie
sollen indessen nach sachlich vertretbaren Kriterien bemessen sein und nicht
Unterscheidungen treffen, für die keine vernünftigen Gründe ersichtlich sind (BGE 128 I 46 E.
4a, 126 I 180 E. 3a/bb; BVR 2005 S. 433 E. 6.1).
3.
3.1 Im kantonalen Recht ist der Grundsatz der Gebührenpflicht für die Inanspruchnahme
staatlicher Leistungen in Art. 66 FLG verankert. Bezüglich der Bemessung der Tarife bestimmt
Art. 69 Abs. 1 FLG weiter, dass - vorbehältlich der besonderen Gesetzgebung - die Gebühren
alle Kosten decken sollen, die dem Kanton durch die betreffende Leistung entstehen. Wenn
eine Kosten deckende Gebühr in einem offensichtlichen Missverhältnis zum objektiven Wert
der Leistung steht, wird die Gebühr im Tarif höchstens mit dem objektiven Wert der Leistung
festgesetzt (Art. 69 Abs. 2 FLG). Im Rahmen der geltenden Tarife bemessen sich die
Gebühren nach dem gesamten Aufwand, der Bedeutung des Geschäfts für die
Leistungsempfängerinnen und Leistungsempfänger und deren Interesse an der Leistung sowie
der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit der Leistungsempfängerinnen und Leistungsempfänger
(Art. 71 FLG).
3.2 Nach der GebV werden grundsätzlich Pauschalgebühren erhoben, welche den gesamten
für eine Dienstleistung normalerweise anfallenden Verwaltungsaufwand (wie Personal-, Raum-,
Material-, Geräte- und Maschinenkosten sowie Post- und Telefongebühren) umfassen (Art. 10
GebV). Enthält der Tarif für eine Verrichtung keine bestimmte Gebühr, so gelangt der Tarif
nach Zeitaufwand (Art. 8 GebV) zur Anwendung (Art. 14 GebV). Je nach der Stellenkategorie
der mit der Behandlung des Geschäfts betrauten Person sind 70, 90, 120 oder 170 Taxpunkte
pro Stunde in Rechnung zu stellen (Art. 8 Abs. 1 GebV), wobei der Wert eines Taxpunktes
gegenwärtig einen Franken beträgt (Art. 4 Abs. 2 GebV). Die Stundenansätze entsprechen
einer durchschnittlichen vollen Kostendeckung (Vortrag der Finanzdirektion zur GebV, S. 3,
Ziff. 2.3; vgl. BVR 2003 S. 525 E. 4b). Die grundbuchliche Behandlung eines umfangreicheren
Geschäfts erfolgt in der Regel durch verschiedene Personen in verschiedenen Lohnklassen, so
durch den Tagebuchführer oder die Tagebuchführerin bei der Entgegennahme der Akten, den
Grundbuchverwalter oder die Grundbuchverwalterin bei der Vorprüfung, durch einen
Sachbearbeiter oder eine Sachbearbeiterin bei der eigentlichen Behandlung, wiederum durch
den Grundbuchverwalter oder die Grundbuchverwalterin bei der Verifikation und schliesslich
durch den Rechnungsführer oder die Rechnungsführerin bei der Rechnungsstellung und der
Aktenausgabe. Praxisgemäss werden für die Arbeit von Sachbearbeiterinnen und
Sachbearbeitern 90 Taxpunkte, für jene von geschäftsleitenden Grundbuchverwalterinnen und
Grundbuchverwaltern 170 Taxpunkte pro Stunde verrechnet (BVR 2003 S. 525 E. 4b).
7
4.
4.1 Der Beschwerdeführer macht geltend, die vom Grundbuchamt in Rechnung gestellte
Gebühr für die Zusammenlegung der sechs Pfandrechte verletze das Äquivalenzprinzip. Es sei
einzig und allein das Endergebnis des Eintragungsverfahrens mit einer Gebühr zu belasten und
die während dem ganzen Eintragungsprozess vorgenommen Hilfseintragungen seien
gebührenfrei zu belassen.
4.2 In seiner Beschwerdevernehmlassung vom 21. September 2015 erläuterte das
Grundbuchamt detailliert, wie es die angefochtene Gebühr berechnet hatte:
Tätigkeit Position des Gebührentarifs
Taxpunkte (= Fr.)
Eintragung des Register-Schuldbriefes zugunsten der Raiffeisenbank: - neue Kopfdaten - Belastung von insgesamt 9 Grundstücken: 9 x 20 TP
Ziff. 3.3.1 a
Ziff. 3.3.1 b
100
180
Bearbeitung der bisherigen 6 Grundpfandrechte, die zum oben erwähnten Register-Schuldbrief zusammengelegt wurden:
 - je Schuldbrief eine Abänderung der grundstückbezogenen Daten von 20 TP: 6 x 20 TP
- je Schuldbrief ein Blattzuschlag von 80 TP für die Arbeiten auf 8 Hauptbuchblättern (total 9 Hauptbuchblätter minus eines, welches bereits durch Ziff. 3.3.3 a abgedeckt ist): 6 x 80 TP
Ziff. 3.3.3 a
Ziff. 3.3.3 b
120
480
Nachgang des Wohnrechtes auf einem Grundstück Ziff. 3.3.4 a 30
Daraus ergibt sich ein Total an Gebühren von Fr. 910 .–. Dazu kommt die nicht angefochtene
Gebühr von Fr. 20.– für die Eintragungsbescheinigung (Ziff. 5.1 Gebührentarif), was den in
Rechnung gestellten Gesamtbetrag von Fr. 930.– ergibt. Gemäss Grundbuchamt sind für alle
Arbeiten, die Pfandrechte zugunsten der BAK betreffen, keine Gebühren erhoben worden, da
die Gesetzgebung andernorts eine entsprechende Gebührenfreiheit vorsehe.
Laut Beschwerdevernehmlassung des Grundbuchamts ist eine generelle Vernachlässigung der
Gebühr für die Bearbeitung der bestehenden Pfandrechte - wie vom Beschwerdeführer
gefordert - strikte abzulehnen, da dies einen Hauptteil der zu verrichtenden Arbeiten darstelle.
Für den Fall, dass viele Grundstücke betroffen seien, führe dies aufgrund der im Gebührentarif
der Grundbuchämter vorgesehenen Blattzuschläge zu teils hohen Gebührenrechnungen.
Dadurch könne der Eindruck entstehen, dass das Äquivalenzprinzip verletzt sei. Der
Gebührentarif der Grundbuchämter könne auch wie folgt ausgelegt werden: Die sechs
zusammenzulegenden Pfandrechte würden dahin gehend bearbeitet, dass die bisherigen
Pfandrechte in Capitastra gestrichen werden, um sie durch einziges neues Pfandrecht zu
ersetzen. Dadurch könne anstelle der Bearbeitung der grundstückbezogenen Daten eine
Bearbeitung der Kopfdaten der entsprechenden Grundpfandrechte erfolgen. Somit erscheine
eine Tarifierung der vorzunehmenden Arbeiten nach Ziff. 3.3.2 des Anhangs 4B der GebV als
denkbar, welcher im Gegensatz zur Tarifposition von Ziff. 3.3.3 des Anhangs 4B der GebV
8
auch keine Blattzuschläge vorsehe, was den Vorteil habe, dass bei einer Zusammenlegung
von Grundpfandrechten das Äquivalenzprinzip nicht verletzt werde. Es sei somit je Pfandrecht
eine Gebühr von 50 Taxpunkten zu erheben, was vorliegend bei der Streichung von sechs
Grundpfandrechten zu einer Gebühr von 300 Taxpunkten bzw. Fr. 300.-- führe. Dies im
Unterschied zu der Rechnung vom 14. Juli 2015, wo das Grundbuchamt noch eine Gebühr von
600 Taxpunkten bzw. Fr. 600.-- verlangt und als Begründung die Tarifposition von Ziff. 3.3.2
des Anhangs 4B der GebV angeführt habe.
5.
5.1 Unter dem Titel «Grundpfandrechte» sieht der Gebührentarif der Grundbuchämter für die
Bearbeitung von Eintragungen oder Änderungen von Grundpfandrechten verschiedene
Tarifpositionen vor. Die Tarifstruktur wurde nach der objektorientierten Bearbeitungsweise im
elektronischen Grundbuch sowie nach dem Aufwand und der Bedeutung der notwendigen
Eingriffe konzipiert. Dies im Gegensatz zum früheren Tarifmodell, welches von den
grundstückorientierten Arbeitsabläufen des Papiergrundbuches geprägt war (Erläuterungen der
Justiz-, Gemeinde- und Kirchendirektion zum Gebührentarif der Grundbuchämter, 2007
[nachfolgend: Erläuterungen], S. 18, Ziff. 2.22). Aus dem Wortlaut des Gebührentarifs der
Grundbuchämter geht indessen nicht klar hervor, unter welche Ziffer bzw. Ziffern die
Zusammenlegung von Schuldbriefen fällt. Dies scheint auch in der Praxis nicht vollständig klar
zu sein. Das Grundbuchamt listet in seinem Lieferschein bzw. seiner Aktensendung vom 14.
Juli 2015 die Position «Abänderung Pfandrechte» auf und verlangt hierfür, begründet mit der
Tarifposition von Ziff. 3.3.2 des Anhangs 4B der GebV, den Betrag von Fr. 630.00. In seiner
Vernehmlassung vom 21. September 2015 hingegen begründet es die Erhebung der Gebühr
über 600 Taxpunkte bzw. Fr. 600.-- mit der Tarifposition von Ziff. 3.3.3 des Anhangs 4B der
GebV. Die Differenz von 30 Taxpunkten bzw. Fr. 30.-- resultiert aus dem Umstand, dass das
Grundbuchamt in der Vernehmlassung die Gebühr für den Nachgang des Wohnrechtes auf
einem Grundstück (Tarifposition von Ziff. 3.3.4 des Anhangs 4B der GebV) gesondert ausweist.
Das Grundbuchamt gelangt jedoch zum Schluss, nachdem es sich mit dem Argument des
Beschwerdeführers betreffend der Verletzung des Äquivalenzprinzips auseinandergesetzt hat,
dass eine Tarifierung der vorzunehmenden Arbeiten auch nach der Tarifposition von Ziff. 3.3.2
des Anhangs 4B der GebV ohne weiteres möglich und eine gesamthafte Gebührenreduktion
von 300 Taxpunkten bzw. Fr. 300.-- angemessen sei.
5.2 Ziff. 3.3.1 des Anhangs 4B der GebV legt fest, dass die Gebühr für die Eintragung eines
Pfandrechts, einer leeren Pfandstelle oder von vorbehaltenen Vorgängen für die Eröffnung der
Grundpfandrechtsbeziehung im Grundbuch bei der Neubegründung von Pfandrechten sowie
bei der Zusammenlegung oder Teilung von Grundpfandrechten 100 Taxpunkte beträgt. Für
jedes belastete Grundstück im Perimeter des Rechts beträgt die Gebühr 20 Taxpunkte. Im
vorliegenden Fall muss für den aus der Zusammenlegung hervorgegangenen neuen Register-
Schuldbrief eine neue Grundpfandrechtsbeziehung (Kopfdaten) eröffnet werden, wofür eine
Gebühr von 100 Taxpunkten vorgesehen ist. Da neun Grundstücke Pfandgegenstand für ein
und denselben Schuldbrief bilden, wird zusätzlich eine Gebühr von 20 Taxpunkten pro
9
Grundstück erhoben, was bei neun Grundstücken einen Betrag von 180 Taxpunkten bzw.
Fr. 180.-- ergibt. Es ist somit eine Gebühr von insgesamt Fr. 280.-- geschuldet. Diese Gebühr
wurde denn auch vom Grundbuchamt (nebst dem Betrag von Fr. 630.--) in Rechnung gestellt.
5.3 Die Gebühr für die Änderung eines Pfandrechts (Erhöhung des Pfandbetrags oder
Maximalzinsfusses, Änderung der Zins- und Abzahlungsbestimmungen, Umwandlung in eine
andere Pfandrechtsart usw.) beträgt 50 Taxpunkte. Werden gestützt auf denselben Akt
gleichzeitig mehrere Änderungen des Pfandrechts verlangt, ist die Gebühr nur einmal zu
beziehen (Ziff. 3.3.2 des Anhangs 4B der GebV). In der Klammer sind, nicht abschliessend,
Beispiele von Änderungen aufgeführt. Damit wird verdeutlicht, was als Änderung eines
Pfandrechts zu verstehen ist. Es stellt sich somit vorliegend die Frage, ob, wie vom
Grundbuchamt in der angefochtenen Rechnung vom 14. Juli 2015 praktiziert, zusätzlich zur
Gebühr der Tarifposition von Ziff. 3.3.1 des Anhangs 4B der GebV (Eintragung eines
Pfandrechts) eine Gebühr für die Bearbeitung (Änderung) der bestehenden Pfandrechte
verlangt werden kann. Werden Änderungen an bestehenden Kopfdaten vorgenommen, ist eine
Gebühr nach Ziff. 3.3.2 des Anhangs 4B der GebV zu beziehen (Erläuterungen, S. 18, Ziff.
2.22). Vorliegend werden jedoch keine Änderungen an den bestehenden Kopfdaten
vorgenommen, sondern die bestehenden Kopfdaten werden gestrichen und durch einen neuen
Kopfdatensatz ersetzt. Die Tarifposition von Ziff. 3.3.2 des Anhangs 4B der GebV gelangt nur
zur Anwendung, wenn eine Mutation am Pfandrecht durchgeführt wird und nicht, wie dies
vorliegend der Fall ist, durch ein aus der Zusammenlegung neu hervorgegangenes Pfandrecht
ersetzt wird. Eine Anwendung der Tarifposition von Ziff. 3.3.2 des Anhangs 4B der GebV
kommt, entgegen der Vorgehensweise des Grundbuchamts in der angefochtenen Rechnung
vom 14. Juli 2015 und in Bst. D seiner Beschwerdevernehmlassung vom 21. September 2015,
im vorliegenden Fall somit nicht in Betracht und kann nicht zusätzlich zu der Tarifposition von
Ziff. 3.3.1 des Anhangs 4B der GebV verlangt werden.
5.4 Die Gebühr für Änderungen der Belastungen eines Grundpfandrechts
(Pfandhaftverteilung, Pfandeinsetzung, Pfandentlassung, Änderung in der Pfandstelle usw.)
beträgt bei einem Grundstück 20 Taxpunkte und bei jedem weiteren Grundstück zusätzlich 10
Taxpunkte. Werden gestützt auf denselben Akt gleichzeitig mehrere Änderungen der Belastung
eines Pfandrechts verlangt, ist die Gebühr nur einmal zu beziehen (Ziff. 3.3.3 des Anhangs 4B
der GebV). Gemäss den Erläuterungen (S. 20, Ziff. 2.25) sind Zusammenlegungen von
Schuldbriefen nicht als Änderung der Belastung gemäss Ziff. 3.3.3 des Anhangs 4B der GebV
zu bearbeiten. In solchen Fällen sind die alten Kopfdatensätze zu löschen und ein neuer
Kopfdatensatz bzw. mehrere neue Kopfdatensätze zu begründen. Nur auf diese Weise
verschwindet die Geschichte bzw. verschwinden die Daten der alten Pfandrechte. In diesem
Zusammenhang verweisen die Erläuterungen explizit auf die Tarifposition von Ziff. 3.3.1 des
Anhangs 4B der GebV, die bei Zusammenlegungen von Grundpfandrechten Anwendung findet.
Eine zusätzliche Anwendung der Tarifposition von Ziff. 3.3.3 des Anhangs 4B der GebV, wie
das Grundbuchamt in Bst. B seiner Beschwerdevernehmlassung vom 21. September 2015
vorbringt, kommt vorliegend somit ebenfalls nicht in Betracht.
10
5.5 Die Gebühr für Änderungen im Rangverhältnis usw. beträgt für jedes Grundpfandrecht 20
Taxpunkte und zusätzlich für jedes Grundstück im Perimeter 10 Taxpunkte (Ziff. 3.3.4 des
Anhangs 4B der GebV). Diesbezüglich ist den Erläuterungen zu entnehmen, dass diese
Tarifposition auf diejenigen Fälle Anwendung findet, bei denen die Belastung eines Pfandrechts
grundstücksbezogen gegenüber anderen Belastungen auf dem betreffenden Grundstück zu
regeln sind. Als häufige Anwendungsfälle in der Praxis werden die Rangregelungen von
Grundpfandrechten gegenüber den Grundlasten, selbständigen und dauernden Rechten,
Nutzniessungen und Wohnrechten erwähnt (Erläuterungen, S. 21, Ziff. 2.26). Bei der
Zusammenlegung von Grundpfandrechten ist das Rangverhältnis gegenüber den
Dienstbarkeiten, Grundlasten und Vormerkungen zu regeln, die zwischen den einzelnen
Pfandrechts-Errichtungen bzw. -Erhöhungen im Grundbuch eingeschrieben worden sind (vgl.
Handbuch der Justizdirektion des Kantons Bern für die praktizierenden Notare sowie die
Grundbuchverwalter des Kantons Bern betreffend den Verkehr mit dem Grundbuchamt und die
Grundbuchführung, 1982, S. 36/37). Hierfür wurde vom Grundbuchamt, ohne in der
angefochtenen Rechnung vom 14. Juli 2015 die entsprechende Tarifposition von Ziff. 3.3.4 des
Anhangs 4B der GebV anzugeben, eine Gebühr von 30 Taxpunkten bzw. Fr. 30.— erhoben
(vgl. oben Tabelle in E. 4.2), welche vom Beschwerdeführer auch nicht bestritten wird. Nicht
von Ziff. 3.3.4 erfasst werden aber Rangänderungen innerhalb der Pfandrechte.
6.
Gestützt auf diese Überlegungen sind die Gebühren wie folgt zu berechnen:
Tätigkeit Position des Gebührentarifs
Taxpunkte (= Fr.)
Zusammenlegung von sechs Namen-
 - Eröffnung der Grundpfandrechtsbeziehung im Grundbuch (Kopfdaten)
- 9 belastete Grundstücke im Perimeter = 9 x 20 TP
Ziff. 3.3.1 a Ziff. 3.3.1 b
100 180
Total 280
Gemäss der Aufstellung des Grundbuchamts in Bst. B seiner Beschwerdevernehmlassung vom
21. September 2015 bzw. der Rechnung vom 14. Juli 2015 kommen hinzu:
Tätigkeit Position des Gebührentarifs
Taxpunkte (= Fr.)
Nachgang des Wohnrechtes auf einem Grundstück Ziff. 3.3.4 a 30
Bescheinigung Ziff. 5.1 20
Total 50
Die gesamte Gebühr beträgt somit Fr. 330.--. Dividiert man die Gebühr von Fr. 330.-- durch
den Stundenansatz einer Sachbearbeiterin bzw. eines Sachbearbeiters von Fr. 90.-- gemäss
Art. 8 Abs. 1 GebV (welcher einer vollen Kostendeckung entsprechen sollte), ergibt sich ein
Arbeitsaufwand von rund 3.5 Stunden. In Anbetracht des Schwierigkeitsgrades des Geschäftes
hält die Justiz-, Gemeinde- und Kirchendirektion einen solchen Zeitaufwand für angemessen
und den Betrag von Fr. 330.-- für die Bearbeitung der Ziff. 7 des Grundpfandvertrages vom 24.
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Februar 2015 (Urschrift Nr. 100 von Notar C.) somit für gerechtfertigt. Die Gebühr steht auch im
Einklang mit dem Äquivalenz- und Kostendeckungsprinzip. Die Rechnung vom 14. Juli 2015
des Grundbuchamts ist somit im genannten Sinne zu korrigieren und die Gebühr ist neu auf Fr.
330.-- festzusetzen.
Mit diesem Ergebnis wird dem Beschwerdeführer mehr zugesprochen, als er verlangt hat. Der
vorliegende Entscheid führt somit zu einer reformatio in melius. Eine reformatio in melius ist im
Verwaltungsbeschwerdeverfahren zulässig, obwohl sie im VRPG nicht ausdrücklich erwähnt
ist: Im verwaltungsinternen Beschwerdeverfahren besteht keine Bindung an die
Parteibegehren, weil hier der richtigen Rechtsanwendung der Vorrang eingeräumt wird. Eine
reformatio in melius ist einzig Dritten, die dadurch schlechter gestellt würden, vorgängig
mitzuteilen. Im vorliegenden Fall sind keine Dritten vorhanden, die durch eine reformatio in
melius schlechter gestellt würden, weshalb ohne Weiteres über den Antrag hinausgegangen
werden darf (vgl. MERKLI/AESCHLIMANN/HERZOG, Kommentar zum bernischen VRPG, 1997, Art.
73 N. 2 ff.).
7.
7.1 Der Beschwerdeführer ist mit seinem Begehren durchgedrungen. Bei diesem Ausgang
des Verfahrens trägt der Kanton die Verfahrenskosten (Art. 108 Abs. 1 und 2 VRPG). Als
obsiegende Partei hat der Beschwerdeführer Anspruch auf einen Parteikostenersatz (Art. 108
Abs. 3 VRPG). Die Vertretungsbefugnis, die vorliegend Notar C. zukommt, stellt einen Einbruch
ins kantonale Anwaltsmonopol dar, da ohne entsprechende Ausnahmeregel grundsätzlich nur
Anwältinnen und Anwälte zur Beschwerdeführung vor Verwaltungsjustizbehörden berechtigt
sind (vgl. oben E. 1.4/1.5). Gemäss Art. 104 Abs. 1 VRPG umfassen die Parteikosten den
durch die berufsmässige Parteivertretung anfallenden Aufwand. Damit ist in erster Linie die
Vertretung durch Anwältinnen und Anwälte gemeint, doch kommen in gewissen
spezialgesetzlich geregelten Fällen wie dem vorliegenden auch Notarinnen und Notare in
Frage (vgl. MERKLI/AESCHLIMANN/HERZOG, a.a.O., Art. 104 N. 2). Lässt sich eine Partei in
einem Beschwerdeverfahren durch eine Notarin oder einen Notar vertreten, hat sie bei
Obsiegen Anspruch auf einen Parteikostenersatz im Sinne von Art. 104 Abs. 1 VRPG und nicht
bloss auf eine Parteientschädigung nach Art. 104 Abs. 2 VRPG (vgl. BN 2000 S. 277 E. 8). Es
rechtfertigt sich daher, die Verordnung vom 17. Mai 2006 über die Bemessung des
Parteikostenersatzes (Parteikostenverordnung, PKV; BSG 168.811) heranzuziehen, obwohl sie
sich auf das Kantonale Anwaltsgesetz vom 28. März 2006 (KAG; BSG 168.11) abstützt und
primär die Höhe des Parteikostenersatzes der Anwältinnen und Anwälte regelt.
7.2 Die Kostennote von Notar C. vom 9. März 2016 gibt zu keinen Bemerkungen Anlass. Der
Parteikostenersatz wird auf Fr. 300.-- festgesetzt. In diesem Betrag sind die Auslagen und die
Mehrwertsteuer enthalten.
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Demnach entscheidet die Justiz-, Gemeinde- und Kirchendirektion:
1.
Die Beschwerde wird gutgeheissen. Die Rechnung des Grundbuchamts vom 14. Juli 2015 wird
aufgehoben und die Grundbuchgebühr auf Fr. 330.-- festgesetzt.
2.
Es werden keine Verfahrenskosten erhoben.
3.
Der Kanton Bern richtet dem Beschwerdeführer für das Beschwerdeverfahren vor der Justiz-,
Gemeinde- und Kirchendirektion einen Parteikostenersatz von insgesamt Fr. 300.-- aus. Dieser
ist beim Grundbuchamt einzufordern.