# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 12c8d143-17f2-48ad-84b6-1981ece78612
**Court:** GR_KG
**Chamber:** GR_KG_004
**Year:** 2018
**Language:** de
**Jurisdiction:** GR / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

hat sich ergeben:
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I. Sachverhalt
A. X._ wurde am _ 1971 in O.1_ als Sohn des A._ und der B._ geboren. Er besitzt die schwedische Staatsangehörigkeit und eine Niederlassungsbewilligung für die Schweiz (C). X._ ist von Beruf Finanzberater und Vater eines im Jahre 2011 geborenen Kindes. Für die Steuerperiode 2014 versteuerte er ein steuerbares Einkommen von CHF 212'700.00 und eine steuerbares Vermögen von CHF 197'000.00. Betreffend das Jahr 2016 gab X._ an, CHF 5'500.00 monatlich zu verdienen und Eigentümer zweier mit Hypotheken belasteten Wohnungen zu sein sowie über ein Barvermögen von CHF 300'000.00 zu verfügen. Anlässlich der vorinstanzlichen Hauptverhandlung führte X._ aus, aktuell CHF 15'000.00 netto pro Monat zu verdienen (inkl. 13. Monatslohn) und an die Tochter Unterhaltsbeiträge in Höhe von insgesamt CHF 2'100.00 monatlich zu leisten.
B. X._ ist im schweizerischen Zentralstrafregister verzeichnet. Er wurde mit Strafmandat der Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat vom 10. Oktober 2011 wegen grober Verletzung von Verkehrsregeln mit einer Geldstrafe von 25 Tagessätzen zu CHF 230.00, bedingt aufgeschoben bei einer Probezeit von 2 Jahren, und einer Busse von CHF 1'400.00 bestraft. Gemäss  wurde X._ der Führerschein für die Dauer vom 29. Februar 2012 bis 28. Juni 2012 wegen Geschwindigkeitsüberschreitung entzogen.
C. Mit Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Graubünden (nachfolgend ) vom 12. August 2016, gleichen Tages mitgeteilt, wurde X._ schuldig erklärt der Vereitelung von Massnahmen zur Feststellung der Fahrunfähigkeit gemäss Art. 91a Abs. 1 SVG, der Verletzung der Verkehrsregeln gemäss Art. 32 Abs. 1 SVG und Art. 4 Abs. 2 VRV in Verbindung mit Art. 90 Abs. 1 SVG und des pflichtwidrigen Verhaltens bei Unfall gemäss Art. 51 Abs. 3 SVG in Verbindung mit Art. 92 Abs. 1 SVG. Dafür wurde er bestraft mit einer Geldstrafe von 30 Tagessätzen zu je CHF 390.00, bedingt aufgeschoben bei einer Probezeit von 3 Jahren, sowie einer Busse von CHF 2'900.00, bei schuldhafter Nichtbezahlung ersatzweise zu einer Freiheitsstrafe von sieben Tagen, alles unter Kostenfolge zu Lasten des X._.
D. Gegen diesen Strafbefehl liess X._ durch seinen Rechtsvertreter, Dr. iur. Thomas Castelberg, am 17. August 2016 Einsprache erheben (Akten der StA act. 16). Die Staatsanwaltschaft ergänzte in der Folge die Strafuntersuchung.
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E. Mit Parteimitteilung (Art. 318 Abs. 1 StPO) vom 22. November 2016 teilte die Staatsanwaltschaft X._ mit, dass die Strafuntersuchung abgeschlossen sei. Gleichzeitig stellte sie aufgrund der tatsächlichen und rechtlichen Verhältnisse Anklageerhebung beim Gericht gemäss Art. 324 ff. StPO wegen Vereitelung von Massnahmen zur Feststellung der Fahrunfähigkeit gemäss Art. 91a Abs. 1 SVG, Verletzung der Verkehrsregeln gemäss Art. 32 Abs. 1 SVG und Art. 4 Abs. 2 VRV in Verbindung mit Art. 90 Abs. 1 SVG und pflichtwidrigen Verhaltens bei Unfall gemäss Art. 51 Abs. 3 SVG in Verbindung mit Art. 92 Abs. 1 SVG in Aussicht. Zudem wurde X._ eine Frist von zehn Tagen angesetzt, um allfällige Beweisanträge zu stellen (Akten der StA act. 28).
F. Die Staatsanwaltschaft erhob am 23. Februar 2017 Anklage beim Regionalgericht Prättigau/Davos (Akten der StA act. 36). Der Anklageschrift liegt der folgende Sachverhalt zugrunde:
Am _ 2016, um ca. 23.20 Uhr, lenkte der Beschuldigte den Personenwagen Mercedes-Benz D G 500 Cabrio, Kontrollschild ZH _ (CH), auf der _strasse von O.2_ Richtung O.3_. Die Fahrbahn war mit frischem Neuschnee bedeckt und aufgrund der feuchten Schneeverhältnisse herrschte starke Schneeglätte. In O.2_, Gemeindegebiet O.2_, rutschte der Beschuldigte mit seinem Fahrzeug in einer Linkskurve infolge nicht den Strassenverhältnissen angepasster Geschwindigkeit über den rechtsseitigen Fahrbahnrand hinaus. Der Beschuldigte führte sodann eine Lenkkorrektur durch, um einem Leitpfosten und einer Schneelatte auszuweichen. Dies gelang ihm aber nicht, weshalb er mit diesen kollidierte und daran einen Sachschaden in Höhe von CHF 100.00 verursachte. Schliesslich kippte sein Fahrzeug auf die linke Seite und blieb auf zwei Rädern stehend im Schnee neben der Strasse stecken. Der Beschuldigte verliess die Unfallstelle ohne seine Kontaktdaten zu hinterlassen, obwohl er den Schaden an Leitpfosten und Schneelatte bemerkt hatte und obwohl er wusste, dass eine Drittperson die Polizei verständigt hatte. Aufgrund des Selbstunfalles und der späten Unfallzeit hätte der Beschuldigte mit der Anordnung einer Atemalkoholprobe durch die Polizei rechnen müssen, was er mit dem Verlassen der Unfallstelle jedoch vermeiden wollte.
Die Staatsanwaltschaft teilte im Weiteren mit, dass die Anträge zu den Sanktionen anlässlich der Hauptverhandlung gestellt werden würden. Dabei werde eine Geldstrafe beantragt werden (vgl. RG act. 4).
G. An der Hauptverhandlung vom 24. August 2017 vor dem Regionalgericht Prättigau/Davos, zu der mit prozessleitender Verfügung vom 3. Mai 2017 vorgeladen wurde, stellten die Parteien ihre Schlussanträge (Art. 81 Abs. 2 lit. d StPO). Anwesend waren die Staatsanwaltschaft, X._ sowie sein Rechtsvertreter Dr. iur. Thomas Castelberg. Die Staatsanwaltschaft beantragte, X._ sei mit einer Geldstrafe von 30 Tagessätzen zu einer Tagessatzhöhe
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nach Berechnung des Gerichts, bedingt aufgeschoben bei einer Probezeit von 3 Jahren, sowie mit einer Busse in Höhe von 1/5 der Geldstrafe nach Berechnung des Gerichts, bei schuldhafter Nichtbezahlung mit einer Ersatzfreiheitsstrafe nach Berechnung des Gerichts, zu bestrafen. Der Rechtsvertreter von X._ forderte, dieser sei von der Anklage der Vereitelung von Massnahmen zur Feststellung der Fahrunfähigkeit gemäss Art. 91a Abs. 1 SVG freizusprechen. Er sei der Verletzung der Verkehrsregeln gemäss Art. 32 Abs. 1 SVG und Art. 4 Abs. 2 VRV in Verbindung mit Art. 90 Abs. 1 SVG sowie des pflichtwidrigen Verhaltens bei Unfall gemäss Art. 51 Abs. 3 SVG in Verbindung mit Art. 92 Abs. 1 SVG schuldig zu sprechen. Dafür sei er angemessen zu bestrafen.
H. Am 24. August 2017 erging das Urteil des Regionalgerichts Prättigau/Davos, welches gleichentags mündlich eröffnet und am 25. August 2017 ohne schriftliche Begründung mitgeteilt wurde. Am 5. September 2017 verlangte X._ die schriftliche Begründung des Urteils und meldete Berufung an (vgl. act. A.1).
I. Am 29. September 2017 teilte das Regionalgericht Prättigau/Davos den Parteien das begründete Urteil mit, welches wie folgt lautet (vgl. act. B.1):
1. X._ ist schuldig der Vereitelung von Massnahmen zur Feststellung der Fahrunfähigkeit gemäss Art. 91a Abs. 1 SVG, der Verletzung der Verkehrsregeln gemäss Art. 32 Abs. 1 SVG und Art. 4 Abs. 2 VRV in Verbindung mit Art. 90 Abs. 1 SVG sowie des pflichtwidrigen Verhaltens bei Unfall gemäss Art. 51 Abs. 3 SVG in Verbindung mit Art. 92 Abs. 1 SVG.
2. Dafür wird X._ bestraft mit
a) einer Geldstrafe von 30 Tagessätzen zu je CHF 320.00. Der Vollzug der Geldstrafe wird unter Ansetzung einer Probezeit von 3 Jahren aufgeschoben.
b) einer Busse von CHF 2'520.00. Die Ersatzfreiheitsstrafe für die Busse beträgt 7 Tage. Sie tritt an die Steller der Busse, soweit dieselbe schuldhaft nicht bezahlt wird.
3. Die Kosten des Verfahrens von CHF 5'795.00 (Untersuchungsgebühren und Auslagen der Staatsanwaltschaft Graubünden CHF 1'795.00, Gerichtsgebühren CHF 4'000.00) gehen zu Lasten von X._.
4. X._ schuldet dem Regionalgericht Prättigau/Davos folglich:
Busse CHF 2'520.00
Verfahrenskosten CHF 5'795.00
Total CHF 8'315.00

## Considerations