# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 508a1725-7544-496d-b2c2-b3b11297b57b
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2019
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
Der 1954 geborene
X._
bezieht
seit
1.
August 2003 eine ganze Rente der
Invalidenversicherung (
Urk.
13/2/3). Seine 1959 geborene Ehefrau
Y._
liess sich per 2
8.
Februar 2017 im Alter von 58 Jahren
vorzeitig p
ensionieren
.
Sie
bezog
die Hälfte des Alterssparkapitals als Kapital und
lässt sich den
Rest als Rente
auszahlen
, wobei sie
bis zum Erreichen des ordentlichen Rentenalters
zu
sätzlich eine Überbrückungsrente
erhält
(
Urk.
13/2/2
; vgl.
Urk.
13/
5/3
)
.
Bereits a
m 2
3.
Februar 2017
hatten
sich die Eheleute zum Bezug von Zusat
zleistungen zur AHV/IV-Rente angemeldet
(
Urk.
13/1).
Die Gemeinde
Z._
, Sozialver
siche
rungsamt (nachfolgend: Durchführungsstelle), klärte
in der Folge
die
Einkommens-
und Vermögensverhältnisse ab (
Urk.
4 S. 1) und forderte
Y._
auf, sich beim Regionalen Arbeitsvermittlungszentrum (RAV) anzumelden, damit sie Arbeits
losentaggelder erhalte (
Urk.
4 S. 2). Mit Verfügung vom 3
0.
Juni 2017 sprach die Durchführungsstelle den Eheleuten
mit Wirkung ab
1.
März
2017
Zu
satzleistungen zur IV-Rente des Ehemanns (vgl.
Urk.
4 S. 2) in Höhe von monat
lich
Fr.
436.
--
zu (Ergänzungsleistungen von
Fr.
949.-- sowie
kantonale
Beihilfen
von
Fr.
303.
--
,
abzüglich
der durchschnittlichen kantonalen Krankenkassen
präm
ie in Höhe von
Fr.
816.--).
Bei der Bedarfsberechnung berücksichtigte sie unter anderem ein Verzichtseinkommen von
Y._
in Höhe von
Fr.
23'995.
-- im Jahr
(
Urk.
13/5 S. 1).
Die Eheleute erhoben dagegen Einsprache mit der Begründung,
Y._
sei wegen Rückenbeschwerden zu 100
%
arbeitsunfähig und habe sich bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug angemeldet; sie könne das angerech
nete Erwerbseinkommen gar nicht erzielen (
Urk.
13/
7
; vgl. auch
Urk.
13/14, U
rk.
13/16
). Die Durchführungsstelle
holte daraufhin weitere
Unterlagen ein,
insbesondere die Verfügung der
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle,
vom
7. Dezember
2015, womit ein Anspruch von
Y._
auf eine Invalidenrente
mangels gesundheitlicher Beeinträchtigung
verneint
worden war
(
Urk.
13/9), und den Vorbescheid der IV-Stelle vom 2
8.
August 2017, worin
Y._
das Nichteintreten auf ihr neues Leistungsbegehren vom 1
6.
Mai 2017 in Aussicht gestellt w
o
rde
n war
(
Urk.
13/12
; vgl. auch
Urk.
13/17
).
Mit
Ein
spracheentscheid
vom
1
8.
Oktober 2017
– dem eine Verfügung vom 17
.
Oktober
2017 mit den Grundlagen für die Anspruchsermittlung als
integrier
t
er Bestandteil beigefügt war
(
Urk.
13/13
/1
) – hiess die Durchführungsstelle die Einsprache teil
weise gut und sprach den Eheleuten neu monatliche
Zusatz
leistungen in Höhe von
Fr.
1'179.
--
(Ergänzungsleistungen von
Fr.
1'692.-- sowie kantonale Beihil
fen
von
Fr.
303.--, abzüglich der
durchschnittlichen kantonalen Kranken
kassen
prämie in
Höhe von
Fr.
816.--)
mit Wirkung ab
1.
März 2017 zu
. Grund für die Anpassung war die Berücksichtigung eines tieferen Verzichtseinkommens der
Ehefrau von
jährlich
Fr.
15'079.-- bei der Bedarfsberechnung, weil die Durch
füh
rungsstelle den Bezug einer vollen Pensionskassenrente der Ehefrau ohne hälfti
gen Kapitalbezug unterstellte (
Urk.
2).
2.
Dagegen erhoben
X._
und
Y._
mit Eingabe vom 3
0.
November 2017 Beschwerde mit dem sinngemässen Antrag, es
sei bei der Berechnung der
Zusatz
leistungen
kein
Verzichtse
inkommen von
Y._
anzurechnen, und es seien
ihnen
entsprechend höhere
Zusatz
leistungen zuzusprechen
(
Urk.
1
; vgl. auch
Urk.
4-5,
Urk.
7
).
In der Beschwerdeantwort vom 1
6.
März 2018 schloss die Durchführungsstelle auf Abweisung der Beschwerde (
Urk.
12). In der Replik vom
2.
April 2018 erneuerten die Beschwerdeführenden ihre Anträge
(
Urk.
15) und reichten ein ärztliches Zeugnis vom
8.
August 2017 zu den Akten (
Urk.
16/1). Mit Duplik vom
9.
Mai 2018 hielt die Durchführungsstelle an ihrem Antrag auf Be
schwerdeabweisung fest (
Urk.
19). Am 2
5.
Mai 2018 reichten die Beschwerdefüh
renden einen zusätzlichen Arztbericht vom 2
2.
Januar 2018
ein
(
Urk.
21-22). Die Durchführungsstelle lies
s
die ihr angesetzte Frist zur Einreichung einer Stellung
nahme ungenutzt ablaufen (
Urk.
23-24).
Auf die einzelnen Ausführungen in den Rechtsschriften und die eingereichten Unterlagen wird, soweit erforderlich, in den Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Gemäss Art. 9 Abs. 1 des Bundesgesetzes über Ergänzungsleistungen zur
Alters-
,
Hinterlassenen- und Invalidenversicherung (ELG)
entspricht die jährliche Ergänzungsleistung
im Sinne von Art. 3 Abs. 1
lit
. a ELG
dem Betrag, um den die anerkannten Ausgaben (Art. 10
ELG)
die anrechenbaren Einnahmen (Art. 11 ELG) übersteigen
. Die anerkannten Ausgaben sowie die anrechenbaren Einnahmen von Ehegatten werden zusammengerechnet (Art. 9 Abs. 2 ELG).
Als Einnahmen angerechnet werden zwei Drittel der Erwerbseinkünfte in Geld oder Naturalien, soweit sie bei Ehepaaren
Fr.
1'500.- übe
rsteigen (Art. 11 Abs. 1
lit
. a ELG). A
ngerechnet werden ferner Einkünfte und Vermögenswerte, auf die verzichtet worden ist (
Art.
11
Abs.
1
lit
. g ELG). Sie werden in gleicher Weise in die EL-Berechnung einbezogen wie Einkünfte und Vermögenswerte, auf die nicht verzichtet worden ist (
BGE 142 V 12 E. 3.1; vgl. auch
Rz
3482.04
der
Wegleitung
des Bundesamtes für Sozialversicherungen über die Ergänzungsleistungen zur AHV und IV
[WEL]
,
Stand
1. Januar 2017
).
1.2
Unter dem Titel des Verzichtseinkommens (
Art.
11
Abs.
1
lit
. a und g ELG) ist auch ein hypothetisches Einkommen des Ehegatten eines EL-Ansprechers anzu
rechnen, sofern auf eine zumutbare Erwerbstätigkeit oder deren zumutbare Aus
dehnung verzichtet wird. Bei der Ermittlung einer allfälligen zumutbaren Er
werbs
tätigkeit der Ehefrau oder des Ehemannes ist der konkrete Einzelfall unter Anwendung familienrechtlicher Grundsätze (vgl.
Art.
163
des Zivilgesetzbuches
) zu berücksichtigen. Dementsprechend ist auf das Alter, den Gesundheitszustand,
die Sprachkenntnisse, die Ausbildung, die bisherige Tätigkeit, die konkrete Arbeits
marktlage sowie gegebenenfalls auf die Dauer der Abwesenheit vom Berufsleben abzustellen (
BGE 142 V 12 E. 3.2. mit weiteren Hinweisen
).
1.3
Mit Bezug auf die invaliditätsbedingte Beeinträchtigung der Erwerbsfähigkeit haben sich EL-Organe und Sozialversicherungsgerichte grundsätzlich an die Inva
liditätsbemessung durch die Invalidenversicherung zu halten. Diese Recht
sprechung bezieht sich auf Fälle, in denen sich die Invalidenversicherung mit der versicherten Person bereits befasst und diese rechtskräftig als teilinvalid quali
fiziert hat. Davon ausgenommen ist eine nach dem rechtskräftigen IV-Entscheid eingetretene
gesundheit
liche Veränderung.
Diesfalls
haben die EL-Organe den
Gesundheit
szustand der versicherten Person im Rahmen des Beweisgrades der überwiegenden Wahrscheinlichkeit selbständig zu prüfen
. Das Gleiche gilt, wenn das Rentengesuch des Ehegatten eines EL-Ansprechers wegen eines zu niedrigen Invaliditätsgrades abgewiesen wird. Denn aus der blossen Ablehnung des Renten
gesuches kann nicht ohne Weiteres abgeleitet werden, dass der Ehegatte gesund
heitlich in der Lage ist, 42 Stunden pro Woche zu arbeiten
(Urteil
e
des Bundes
gerichts
8C_172/2007 vom 6. Februar 2008, E. 7.1-2
, sowie P 18/02 vom
9.
Juli 2002, E. 2b und 3b
).
1.4
Der
nicht invalide
Ehegatte
kann die Vermutung, dass
er
seine
zumutbare Arbeits
fähigkeit verwerten kann, durch den Beweis des Gegenteils umstossen, indem
er
etwa nachweist, dass
er
trotz ausreichender Arbeitsbemühungen keine Arbeits
stelle findet (
Carigiet
/Koch, Ergänzungsleistungen zur AHV/IV,
2.
Auflage, Zürich 2009, S. 159). Gemäss Randziffer 3482.03 der
der WEL, Stand
1.
Januar 2017
ist dafür erforderlich, dass die versicherte Person beim Regionalen Arbeitsver
mitt
lungszentrum (RAV) zur Arbeitsvermittlung angemeldet ist sowie qualitativ und quantitativ ausreichende Stellenbemühungen nachweist
(so auch das Urteil des Bundesgerichts
9C_759/2017
vom 2
9.
No
vember 2017, E. 2.2
mit Hinweis
).
Be
müht sich
der
Eheg
atte
trotz
zumutbarerweise
verwertbarer Arbeitsfähigkeit nicht
um eine Stelle, verletzt
er dadurch die ihm
obliegende Schadenmind
erungspflicht (Urteil des Bundesgerichts
9C_539/2009 vom 9. Februar 2010 E. 4.1).
1.5
In einem ersten Schritt ist festzulegen, welcher Beschäftigungsumfang (in Prozen
ten)
dem
Ehe
gatten
zumutbar ist. Als Zweites wird in der Regel anhand der Durchschnittslöhne gemäss der vom Bundesamt für Statistik herausgegebenen schweizerischen Lohnstrukturerhebung (LSE) die Höhe des zumutbaren Erwerbs
einkommens festgelegt (
Carigiet
/Koch,
a.a.O.
, S. 159 mit Hinweis; vgl. auch
Rz
3482.04 der WEL, Stand
1.
Januar 2017).
Von diesem Bruttoeinkommen sind die einkommensabhängigen obligatorischen Sozialversicherungsbeiträge abzuziehen (
Art.
11a ELV;
Müller, Rechtsprechung des Bundesgerichts zum ELG,
3. Auflage, Zürich 2015, Art. 11
ELG
Rz
522;
Rz
3482.04 der WEL, Stand
1.
Januar 2017).
1.6
Verzichtet der nicht invalide Ehegatte freiwillig auf die Weiterführung seiner Erwerbstätigkeit, indem er sich vorzeitig pensionieren lässt, ist bei der Bemessung der Ergänzungsleistungen des anderen Ehegatten ein entsprechendes hypothe
tisches Erwerbseinkommen zu berücksichtigen. Ist das bisher berücksichtigte Erwerbseinkommen – nach Abzug des Freibetrages und der Anrechnung von zwei Dritteln – höher als die Leistung, die dieses ersetzen sollte (etwa die Rente), wird nur die Differenz als Einkommensverzicht angerechnet (vgl.
Rz
3482.05 der WEL, Stand
1.
Januar 2017, mit Hinweis auf ZAK 1983 S. 168).
1.7
Für die Berechnung der kantonalen Beihilfen ist gemäss § 15 ff. des kantonalen Zusatzleistungsgesetzes (ZLG) auf die Bedarfsrechnung für die jährliche Ergän
zungsleistung abzustellen.
2.
2.1
Mit
dem
Einspracheentscheid
vom 1
8.
Oktober 2017
(
Urk.
2) und der beigelegten
Verfügung vom 17
.
Oktober
2017
(
Urk.
13/13
/1 S. 1
) hiess die Durchführungs
stelle die Einsprache
der Beschwerdeführenden in dem Sinne
teilweise gut
, dass sie ihnen ab
1.
März 2017 neu
höhere
monatliche Zusatzleistungen von
Fr.
1'179.--
zusprach
. Grund für die Anpassung war die Berücksichtigung eines tieferen Verzichtseinkommens der Ehefrau von
Fr.
15'0
79.-- bei der Bedarfs
berechnung
(
Urk.
13/13/1 S. 1)
.
Die Durchführungsst
elle nahm weiterhin an, Y._
könne eine ihren gesundheitlichen Einschränkungen angepasste Tätigkeit ausüben und dabei, ausgehend von der Lohnabrechnung 2016, ein Jahres
einkommen von
Fr.
50'867.-- verdienen. Z
ur
betraglichen
Festsetzung
des
Einkommensverzichts
ging sie
folgendermassen vor: Von 2/3 des Nettolohns gemäss Lohnausweis 2016
(
Fr.
50'867;
Urk.
13/
5/3)
abzüglich Freibetrag von
Fr.
1'500.
--
gemäss Art. 11 Abs. 1
lit
. a ELG
(entsprechend
Fr.
32'911.--) zog sie
das aus der Frühpensionierung resultieren
d
e
Renten
einkommen von
Fr.
17'832.-- ab, wobei sie bei ihren Berechnungen
neu
davon ausging, dass die Ehefrau die volle
Pensionskassenrente
ohne
hälftigen Kapitalbezug
be
z
iehe
(
Urk.
2
S.
3 f.
,
Urk.
13/
13/2; vgl. auch
Urk.
13/
5/4
).
Die Berücksichtigung der vollen Pensions
kassenrente
bei diesen Berechnungen
ist unbestritten und
grundsätzlich
nicht zu beanstanden
(vgl. auch
WEL, Stand
1.
Januar 2017, S. 233
und vorstehend E.
1.6
)
.
2.2
Die Durchführungsstelle
begründet
die Anrechnung des
Verzichtseinkommen
s
der Ehefrau
sodann damit,
g
emäss Verfügung
der IV-Stelle
vom
7.
Dezember 2015 habe
Y._
damals
keinen Anspruch auf eine Rente der Inva
lidenversicherung
gehabt
. Auf das neue Rentengesuch
vom 1
6.
Mai 2017
sei die IV-Stelle
mit
einer weiteren
Verfügung vom
9.
Oktober 2017 nicht eingetreten
und habe dies damit begründet
,
eine nach Erlass der Verfügung vom
7.
Dezember 2015
eingetretene gesundheitliche Verschlechterung sei
nicht
erstellt
.
Hiergegen
sei
keine Beschwerde erhoben
worden
.
Die Verfügungen
der IV-Stelle seien
für die Durchführungsstelle
bindend
. Der behandelnde Arzt
Dr.
med.
A._
habe
Y._
für die Zeit vor der vorzeitigen Pensionierung eine Arbeitsun
fähigkeit von 20
%
bescheinigt, ab
1.
März 2017 aber
mit nachträglichem
Arzt
zeugnis vom
8.
August 2017
eine solche von 100
%
.
Dies sei auffällig
;
auf
das entsprechende Arztzeugnis werde deshalb nicht abgestellt
(
Urk.
2 S. 2 f.,
Urk.
12). Zudem wäre es Sache der Beschwerdeführenden gewesen, eine gesundheitliche Ver
schlechterung
von
Y._
zu belegen, was sie nicht getan hätten. Allen
falls habe das Sozialversicherungsgericht von Amtes wegen einen Arztbe
richt einzufordern (
Urk.
19).
Sodann
habe sich
Y._
beim
RAV
von der
Arbeitsvermittlung
selbst wieder abgemeldet. E
ine fehlende
Vermittelbarkeit sei
dadurch
nicht ausgewiesen (
Urk.
2 S. 3).
2.3
Die Beschwerdeführenden stellen sich dagegen auf den Standpunkt, bei der Be
rechnung der Zusatzleistungen
dürfe
kein Verzichtseinkommen
von
Y._
angerechnet werden
.
Y._
sei zuletzt wegen ihrer gesund
heit
lichen Beschwerden zu 100
%
arbeitsunfähig gewesen
, was durch
das Arztzeugnis
von
Dr.
A._
vom
8.
August 2017
belegt werde
.
Zudem habe eine radiologische Untersuchung im Januar 2018 ergeben, dass sie an Arthrose leide, was anlässlich der Beurteilungen der Invalidenversicherung noch nicht bekannt gewesen sei. Deshalb sei sie beim RAV nicht vermittelbar.
Sie habe eigentlich bis Ende 2018 bei ihrem
bisherigen
Arbeitgeber
, der
B._ AG
,
arbeiten wollen, die Firma habe ihr aber keine ihrem Leiden angepasste Stelle anbieten können. Nach
dem
ihr Anspruch auf
Krankentaggelder
ausgeschöpft gewesen sei, sei ihr die Kündigung oder die Frühpensionierung angeboten worden
, wobei sie sich für Letzteres entschieden habe
(
Urk.
1
,
Urk.
15,
Urk.
21
)
.
3.
3.1
Der
einen Rentenanspruch verneinende
n
erste
n
Verfügung der IV-Stelle vom
7
.
Dezem
ber 2015 ist zu entnehmen, dass
Y._
seit dem 2
5.
Februar 2015 in ihrer Arbeitsfähigk
eit eingeschränkt war, per Juli
2015
infolge
einer Verbesserung des Gesundheitszustandes aber wieder arbeiten konnte
.
Die IV-Stelle gelangte zum Schluss, dass
keine gesundheitliche Beeinträchtigung mehr ausgewiesen
sei
, weshalb kein Anspruch auf Leistungen der Invalidenver
siche
rung bestehe (
Urk.
13/9).
Der Krankentaggeldversicherer von
Y._
gab Anfang 2016 bei
Dr.
med.
C._
, Facharzt für Neurologie, ein Gutachten in Auftrag (
Urk.
13/3/5 S.
1
f.).
Y._
klagte
damals
über
Schmerzen im linken Bein
im Sinne einer I
schialgie sowie
über
Schmerzen im Steissbeinbereich
. Sie
war von den behan
delnden Ärzten zu 50
%
arbeitsunfähig geschrieben
und versah beim ange
stammten Arbeitgeber in einem angepassten Tätigkeitsbereich in der Verpackung
eine körperlich sehr leichte wechselbelastende Tätigkeit mit der Möglichkeit, je nach Wunsch zu sitzen, zu stehen und leichte Wechselbewegungen auszuführen
(
Urk.
13/3/5 S 2).
Dr.
C._
diagnostizierte
in seinem Gutachten vom 3
1.
Januar 2016
zunächst
ein
en chronischen
Beinschmerz links bei
grössenregre
dienter
Rezidiv-Diskushernie L5/S1 links
, nach
Hemilaminektomie
L5/S1 im April 2015 sowie
ohne Wurzelkompression,
ohne senso
motorisches segmentales Defizit
und ohne EMG
-Pathologie. Weiter erwähnte er bei den Diagnosen
eine P
artial
ruptur am Ursprung der
Hamstring
-Sehnen links am
Tuber
ischiadicum
, eine
Coccygodynie
und eine leichte Wirbelsäulenfehlstatik bei einer Beinlängen
diffe
renz von 2 cm. Er gelangte zur Beurteilung, dass
Y._
unter Berück
sichtigung ihrer Beeinträchtigungen
eine
körperlich sehr leichte, wechselbe
las
tend stehende, sitzende und gehende Tätigkeit ohne häufiges und langes vorge
neigtes und vorgebeugtes Arbeiten und gleichzeitige
s
Heben von Gewichten sowie ohne häufiges in
-
die
-
Hocke
-G
ehen ab 2
5.
Januar 2016 zu 80
%
zumutbar sei. Ob
der Arbeitgeber ihr eine Stelle in einem solchen Pensum am aktuellen angepassten Arbeitsplatz anbieten könne, sei laut den Schilderungen von
Y._
aus organisatorischen Gründen unklar
(
Urk.
13/
3/5 S. 11 f.
)
.
Y._
arbeitete danach wieder zu 80
%
(
Urk.
13/3/4
,
Urk.
13/10/7
).
Ihr Hausarzt
Dr.
med.
A._
, Facharzt für
Allgemeine Innere Medizin,
bescheinigte ihr
von April 2016 bis Ende Februar 2017 -
mit Ausnahme einer kurzzeitigen vollständigen Arbeitsunfähigkeit
-
eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit von 20
%
(
Urk.
13/11 S. 1)
.
Wegen vermehrter Beschwerden erfolgte im Oktober 2016 ein wirbelsäulen
chi
rurgisches Konsilium, in dessen Rahmen festgestellt wurde, dass nun Beschwer
den aufgrund einer
Rezessussten
ose
im Segment L4/5 im Vordergru
nd stünden (
Urk.
13/3/4).
Am 2
3.
Mai 2017 berichtete
Dr.
A._
der IV-Stelle,
Y._
leide trotz multimodaler Therapie unter dauernden Schmerzen im linken Bein und im Bereich des linken Gesässes und sei dadurch im Alltag deutlich eingeschränkt. Zur Einholung einer Second Opinion habe er sie in der Klinik
D._
angemeldet. Zuletzt habe sie nur teilzeitlich und mit ausgeprägten Schmerzen arbeiten können. Längerfristig sei von einer maximal 50%igen Arbeits
fähigkeit auszugehen (
Urk.
13/10/8).
Die Wirbelsäulenchirurgen der Klinik
D._
hielten in ihrem Bericht vom 2
6.
Juni 2017 fest,
Y._
habe angegeben, ihre über das Gesäss in das linke Bein ausstrahlenden Schmerzen seien nach der Wiederaufnahme der Arbeit im Anschluss an die Operation im Jahr 2015 wieder aufgetreten und bestünden seither trotz der Therapie unver
ändert
. Die Symptomatik sei am ehesten auf die bildgebend mittels MRI am 2
0.
Juni 2017 zur Darstellung gelangte
rezessale
Stenose im Segment L4/5 links mit möglicher Irritation der L5
-
Wurzel zurückzuführen.
Y._
habe sich gegen die empfohlene operative Dekompression entschieden, da
die Beschwerden etwas gebessert
hätten
. Zur Einschätzung der Arbeitsfähigkeit werde eine Beur
teilung der funktionellen Leistungsfähigkeit in der Rehaklinik
E._
empfohlen (
Urk.
13/8).
Mit Vorbescheid
vom 2
8.
August 2017 und unangefochten in Rechts
kraft erwachsener Verfügung der IV-Stelle vom
9.
Oktober 2017 trat die IV-Stelle auf das erneute Rentengesuch von
Y._
vom 1
6.
Mai 2017 nicht ein. Dies begründete sie damit, dass den von
Y._
eingereichten medizini
schen Unterlagen keine Hinweise auf eine Veränderung ihrer gesundheit
lichen Situation entnommen werden könnten. Sie habe sich denn auch gegen eine
Dekompression der Stenose entscheiden, weil es ihr etwas
besser gehe
(
Urk.
13/17).
Mit ärztlichen
Zeugnis
sen
vom
8.
August
und
1.
Dezember
2017
sowie 2
8.
Febru
ar 2018
bescheinigte
Dr.
A._
Y._
ab
1.
März 2017 wegen «mehrerer gesundheitlicher Probleme» eine volle Arbeitsunfähigkeit
(
Urk.
3/1,
Urk.
8/4
,
Urk.
16/1
). Am 2
2.
Januar 2018
wurde aufgrund der von
Y._
angege
benen unklaren Schmerzen in den Handgelenken, Füssen und im oberen Sprung
gelenk, welche seit Jahren bestünden, eine Skelettszintigraphie durchgeführt.
Dabei zeigten sich im Wesentlichen entzündlich-degenerative Veränderungen der
Carpalia
beidseits, in erster Linie im Sinne einer aktivierten
Arthrose sowie
eine degenerative Veränderung des Fussskeletts mit Zeichen einer moderaten ent
zünd
lichen Aktivierung der oberen Sprunggelenke rechtsbetont
, welche d
ifferential
diag
nostisch ebenfalls
als
sekundär entzündlich
eingestuft wurden
(
Urk.
22).
3.2
Da die IV-S
telle
Y._
nicht als t
eilinvalid eingestuft hat, ist ihr
Ge
sundheit
szustand beziehungsweise ihre Arbeitsfähigkeit im zusatzleistungs
recht
lichen Verfahren selbständig zu prüfen (vorstehend E. 1.3).
Aufgrund des
Gutachtens von
Dr.
C._
vom 3
1.
Januar 2016
(
Urk.
13/3/5 S.
11 f.)
und der entsprechenden Atteste von
Dr.
A._
von April 2016 bis Ende Februar 2017
(
Urk.
13/11 S. 1)
steht fest, dass
sie
in diesem Zeitraum in einer sehr leichten wechselbelastenden Tätigkeit mit den von
Dr.
C._
genannten Einschränkungen zu 80
%
arbeitsfähig war.
Für die Zeit
ab
1.
März 2017
spricht zunächst der Umstand, dass die IV-Stelle bei Erlass der
Nichteintretensverfügung
vom
9.
Oktober 2017
nicht von einer wesent
lichen Änderung des Gesundheitszustandes seit ihrer ersten Rentenprüfung im
Dezem
ber 2015
ausging, gegen eine höhere Arbeitsunfähigkeit
, zumal die IV-Stelle den Sachverhalt vor Erlass einer Verfügung in der Regel durch ihren medizinischen Dienst
b
eurteilen lässt
.
Die
Einschätzung
der IV-Stelle
wird durch die Erwäh
n
ung unverändert seit Jahren bestehender subjektiver Beeinträchti
gungen in den Arztberichten von
Dr.
A._
vom 2
3.
Mai 2017 (
Urk.
13/10/8) sowie der Klinik
D._
vom 2
6.
Juni 2017 (
Urk.
13/8)
gestützt.
Die von
Y._
im Oktober 2016 geäusserten vermehrten Beschwerden (
Urk.
13/3/4) gingen in der Folge offenbar wieder zurück, da sie den Wirbelsäulenchirurgen der Klinik
D._
im Juni 2017 angab, es ginge nun wieder etwas besser (
Urk.
13/8).
Die Zeugnisse von
Dr.
A._
vom
8.
August und
1.
Dezember 2017 sowie
vom
2
8.
Februar 2018
,
in welchen er
Y._
ab
1.
März
2017
neu
eine volle Arbeitsunfähigkeit
bescheinigte
(
Urk.
3/1,
Urk.
8/
4
,
Urk.
16/1
), sind
aus mehreren Gründen problematisch:
Dr.
A._
stellte das erste Attest vom
8.
August 2017 rückwirkend aus. Sodann widersprach es seinem Bericht vom 2
3.
Mai 2017, wo er noch von einer maximal 50%igen Arbeitsfähigkeit ausgegangen war. Des Weiteren fällt auf, dass
Dr.
A._
die Arbeitsunfähigkeit just auf den Zeitpunkt der Frühpensionierung von
Y._
, also den
1.
März 2017, von 20
%
auf 100
%
erhöhte. Schliesslich hat er die attestierte Verschlechterung der Arbeits
fähigkeit nicht nachvollziehbar
mit medizinischen Befunden
begründet.
Deshalb sind diese Atteste nicht beweiskräftig.
Was die Ergebnisse der Skelettszintigraphie vom 2
2.
Januar 2018
anbelangt
, so ist von
Bedeutung
, dass im Befundbericht vom 2
2.
Januar 2018 zwar angegeben
wird,
Y._
leide seit Jahren unter Schmerzen in den Handgelenken, Füssen und im oberen Sprunggelenk
(
Urk.
22)
. In den medizinischen
Vorakten
sind allerdings keine Beschwerden in
diesen Bereichen
dokumentiert. Es ist deshalb davon auszugehen, dass die mit den bildgebend sichtbar gewordenen entzündlich-degenerativen Veränderungen in den Händen und Füssen zusam
men
hängenden
Beschwerden jedenfalls bei Erlass des angefochtenen
Einsprache
ent
scheids
nicht dermassen erheblich waren, dass sie sich auf die
zumutbare
Arbeitsfähigkeit auswirkten.
Da sich aus den Akten nach dem Gesagten keine genügenden Anhaltspunkte für eine wesentliche Verschlechterung des Gesundheitszustandes ab März 2017 erge
ben, ist mit überwiegend
er Wahrscheinlichkeit davon aus
zugehen, dass
Y._
auch bei Erlass des angefochtenen
Einspracheentscheids
vom 1
8.
Oktober 2017
in einer sehr leichten leidensangepassten Tätigkeit mit den von
Dr.
C._
genannten Einschränkungen zu 80
%
arbeitsfähig war.
4
4.1
Zu prüfen
bleibt, welches Einkommen
Y._
unter Berücksichtigung der
konkrete
n
Arbeitsmarktlage
bei Ausübung einer ihrem Gesundheitszustand ange
passten Erwerbstätigkeit
mit einem 80%igen Beschäftigungsp
ensum erzielen könnte.
Y._
hat sich
beim RAV von der Arbeitsvermittlung selbst wieder abgemeldet
, indem sie dieses bat
, ihre fehlende Vermittlungsfähigkeit zu bestä
tigen (
Urk.
13/10/2,
Urk.
13/10/4-5
)
. Entgegen
der Ansicht der Beschwerdefüh
renden
überprüfte
das RAV ihre Vermittlungsfähigkeit gar nicht
, sondern wertete ihr Verhalten als
Verzicht auf Arbeitslosenentschädigung und freiwillige
Abmel
dung
(
Urk.
13/10/
6
). Es
fehlen sodann Anhaltspunkte in den Akten, dass sich
Y._
nach ihrer Frühpensionierung um eine Arbeit bemüht hätte.
A
nlässlich der Frühpensionierung
Anfang 2017
war sie
58 J
ahre alt. Damals
verblieben ihr
genügend Erwerbsjahre bis zur ordentlichen Pensionierung,
damit
angenommen werden kann, dass sie
auf dem
Arbeitsm
arkt für körperlich leichte
Hilfsarbeiten
intakte Jobchancen hatte.
Andere die Vermittlungsfähigkeit ein
schrän
kende Faktoren sind nicht ersichtlich und werden auch nicht geltend ge
macht.
Deshalb
darf
von der Vermutung ausgegangen werden,
dass
sie
ihre
zu
mut
bare Arbeitsfähigkeit
auf dem Arbeitsmarkt
hätte
verwerten
können
(vorsteh
end E. 1.4).
4.2
Strittig ist
, ob
sich
Y
._
freiwillig frühpensionieren liess.
Ihre Behaup
tung, die Firma habe ihr keine ihrem Leiden angepasste Stelle anbieten können (
Urk.
1,
Urk.
7 S. 1
,
Urk.
10/3
), ist
nicht belegt. Trotz mehrmaliger Aufforderung seitens der Durchführungsstelle
haben die Beschwerdeführenden kein
Kündi
gungs
- oder Pensionierungsschreiben des Arbeitgebers eingereicht
(
Urk.
13/4 S.
2
Urk.
13/5/5,
Urk.
13/7 S. 3). Aus dem G
utachten von
Dr.
C._
vom 3
1.
Janu
ar 2016
und aus dem Bericht von
Dr.
A._
vom 2
3.
Mai 2017 geht hervor, dass
Y
._
damals
bei
ihrem Arbeitgeber in einem angepassten Tätigkeits
bereich in der Verpackung
teilzeitlich arbeiten konnte
, wobei sie
eine körperlich sehr leichte wechselbelastende Tätigkeit mit der Möglichkeit, je nach Wunsch zu
sitzen, zu stehen und leichte Wechselbewegungen auszuführen,
versah
(
Urk.
13/3/
5 S 2.,
Urk.
13/10/8). Ob diese Arbeit dem von
Dr.
C._
definierten Profil an zumutbaren
Tätigkeiten
entsprach und ob der Arbeitgeber ihr ab
1.
März 2017 eine
diesem
Zumutbarkeitsprofil entsprechende
Arbeit
mit einem Beschäftigungs
grad von 80
%
hätte anbieten können, lässt sich gestützt auf die Akten nicht beantworten
. Mithin ist unklar, ob die Frühpensionierung von
Y
._
freiwillig
erfolgte
oder nicht. Davon hängt aber entscheidend ab, wie das Ver
zichtseinkommen zu bestimmen ist: Auf
der
Basis des vom Arbeitgeber
anzu
gebenden
Lohns, den
Y
._
ab
1.
März 2017 dort in einer angepassten Tätigkeit mi
t einem Pensum
von 80
%
hätte verdienen könn
e
n
, oder gestützt auf die Tabellenlöhne
gemäss der vom Bundesamt für Statistik herausgegebenen schweizeris
chen Lohnstrukturerhebung (LSE
), falls der Arbeitgeber ihr ab
1.
März 2017 effektiv keine ihren Leiden angepasste Stelle
im Umfang von 80 %
anbieten konnte
(vgl. vorstehend E. 1.5-6)
.
Jedenfalls steht fest, dass die Durchführungs
stelle das Verzichtseinkommen nicht
allein
auf
der
Basis der Lohnangaben im Lohnausweis 2016 f
estsetzen durfte.
Daraus geht nämlich nicht hervor, mit welchem durchschnittlichen Beschäftigungspensum
Y
._
im Jahr 2016 erwerbstätig war, und im ausgewiesenen Nettolohn von
Fr.
50'867.-- sind auch Krankentaggelder in Höhe von
Fr.
12'714.95 enthalten (
Urk.
13/5/3).
4.3
Nach dem Gesagten hat die Durchführungsstelle
den Sachverhalt ungenügend abgeklärt. Die Sache ist deshalb an sie zurückzuweisen, damit sie unter Mit
wirkung der Beschwerdeführenden und des ehemaligen Arbeitgebers von
Y
._
die
in Erwägung 4.2 genannten
offenen Fragen abkläre, hernach das Ver
z
ichtseinkommen von
Y
._
im Sinne der Erwägungen korrekt bestim
me und erneut über den Anspruch auf Zusatzleistungen ab
1.
März 2017 verfüge
. Falls nötig wird die Durchführungsstelle die Beschwerdeführenden auf ihre Mit
wirkungspflicht bei der Sachverhaltsabklärung aufmerksam zu machen haben und gegebenenfalls das
Mahn- und
Bedenkzeitverfahren
im Sinne von
Art.
43
Abs.
3 des
Bundesgesetz
es
über den Allgemeinen Teil
des Sozialversiche
rungs
rechts (ATSG)
durchzuführen haben (vgl. auch
Carigiet
/Koch, a.a.O., S. 57 f.)
. In diesem Sinne ist die Beschwerde gutzuheissen.