# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 9a5b87cf-d1df-4fe8-b3fe-0af91dfeb765
**Court:** GR_KG
**Chamber:** GR_KG_004
**Year:** 2012
**Language:** de
**Jurisdiction:** GR / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

hat sich ergeben:
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I. Sachverhalt
A. X. wuchs als Einzelkind bei seinen Eltern in Ort 1 auf. Seine Mutter verstarb, als er 15 Jahre alt war. In der Folge blieb er unter der Obhut seines Vaters. X. besuchte in Ort 1 während acht Jahren die Grundschule und anschliessend während eines Jahres eine Schule für Bauingenieure. Diese Ausbildung brach er vorzeitig ab, weil er von der Schule weggewiesen wurde. Hierauf führte er verschiedene Gelegenheitsarbeiten aus. Im Jahre 2000 kam X. erstmals in die Schweiz, jedoch musste er nach einigen Monaten nach Land 1 zurückreisen, weil er in der Schweiz keine fremdenpolizeiliche Arbeits- und Aufenthaltsbewilligung bekam. Danach baute er zusammen mit seinem Vater und mit Freunden in Ort 1 ein Haus. Ungefähr Ende Juli 2009 reiste X. erneut in die Schweiz ein, nachdem er zuvor etwa drei Monate lang in einem Imbisslokal in Ort 1 gearbeitet und dabei monatlich rund € 250.-- netto verdient hatte. In der Folge hielt er sich bis zu seiner am 23. April 2010 erfolgten Festnahme durch die Polizei die meiste Zeit in der Schweiz auf und bestritt seinen Lebensunterhalt durch die Verübung von Einbrüchen. X. besitzt kein Vermögen und hat Schulden im Betrag von ca. € 7‘000.-- bis € 8‘000.--. X. verheiratete sich am 8. Dezember 2009 mit H., deren Nachnamen er annahm. Die Ehe ist bis anhin kinderlos geblieben.
Aus den Vorakten geht hervor, dass X. am 11. Dezember 1999 in Ort 1 wegen qualifizierten Raubes, qualifizierten Diebstals und weiteren Delikten zu einer bedingten Freiheitsstrafe von dreieinhalb Jahren, abzüglich der erstandenen Untersuchungshaft von acht Monaten, verurteilt worden ist. Im Schweizerischen Strafregister ist X. mit zwei Vorstrafen verzeichnet. Mit Strafbefehl der Bezirksanwaltschaft Zürich vom 20. Dezember 2001 wurde er wegen rechtswidriger Einreise gestützt auf Art. 23 Abs. 1 ANAG mit 60 Tagen Gefängnis, bedingt auf drei Jahre, bestraft. Sodann verurteilte ihn das Bezirksgericht Zürich am 5. April 2004 wegen gewerbs- und bandenmässigem Diebstahl etc. zu fünf Jahren Zuchthaus. Zugleich widerrief das Gericht den bedingten Strafvollzug bezüglich der Vorstrafe. X. wurde am 15. Dezember 2006 unter Ansetzung einer Probezeit von drei Jahren vorzeitig aus dem Strafvollzug entlassen. Die Reststrafe beträgt 625 Tage.
Der Vollzugsbericht der Justizanstalt Sennhof vom 16. Februar 2012 lautet teils positiv und teils negativ. Aufgrund der mehreren und teils massiven Vorstrafen ist der Leumund von X. als erheblich getrübt zu betrachten. X. befand sich vom 23. April 2010 bis zum 30. November 2010 an verschiedenen Orten in der Schweiz in
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Untersuchungshaft. Seit dem 1. Dezember 2010 befindet er sich im vorzeitigen Strafvollzug.
B. Nachdem gleichzeitig in verschiedenen Kantonen Strafverfahren gegen X., Y. und Z. geführt worden waren, erklärte das Schweizerische Bundesstrafgericht mit Entscheid vom 20. September 2010 die Strafverfolgungsbehörden des Kantons Graubünden für die Verfolgung und Beurteilung der den Genannten zur Last gelegten Straftaten für zuständig.
C. Rechtsanwalt lic. iur. HSG Christian Koch wurde als amtlicher Verteidiger von X. eingesetzt.
D. In der Zeit zwischen dem 28. März 2011 und dem 23. Juli 2011 reichten mehrere Geschädigte bei der Staatsanwaltschaft Graubünden Zivilklage und/oder Strafklage gegen X., Y. und Z. ein.
E. Mit Parteimitteilung vom 17. Juni 2011 teilte die Staatsanwaltschaft  den Abschluss der Strafuntersuchung mit und stellte die Anklageerhebung beim Gericht in Aussicht. Am 14. Juli 2011 erhob sie Anklage gegen Y., X. und Z.. Der Anklageschrift vom 14. Juli 2011 liegt folgender Sachverhalt zu Grunde:
„1. Sachverhalt
A. Y. und Z.: gewerbs- und bandenmässiger Diebstahl gemäss Art. 139 Ziff. 2 & 3 Abs. 1 & 2 StGB, Sachbeschädigung gemäss Art. 144 Abs. 3 StGB, mehrfache Sachbeschädigung gemäss Art. 144 Abs. 1 StGB sowie mehrfacher Hausfriedensbruch gemäss Art. 186 StGB
X.: gewerbs- und bandenmässiger Diebstahl gemäss Art. 139 Ziff. 2 & 3 Abs. 1 & 2 StGB, mehrfache Sachbeschädigung gemäss Art. 144 Abs. 1 StGB sowie mehrfacher Hausfriedensbruch gemäss Art. 186 StGB
In der Zeit vom 1. Mai 2009 bis zum 28. August 2009 beging Y. teils zusammen mit einem gewissen B. (Personalien unbekannt) sowie teils mit A. in Ort 2, Ort 3 und Ort 4 drei Einbruchdiebstähle in Bekleidungs- und Sportgeschäfte. Im Zeitraum vom 4. August 2009 bis zum 23. April 2010 verübten sodann Y., X. sowie Z. in teilweise unterschiedlicher Zusammensetzung und vereinzelt auch mit anderen Drittpersonen in den Kantonen Bern, Graubünden, Solothurn und Thurgau mehrere Einbruchsdiebstähle vorwiegend in Sport- und Bekleidungsgeschäfte. Sie drangen jeweils gewaltsam in die Einbruchsobjekte ein, wobei je nach gegenseitiger Absprache eine Person in der Nähe des Tatortes Schmiere stand. Das bei den Einbrüchen erbeutete Deliktsgut wurde in der Regel entweder gesamthaft oder durch die einzelnen Täter nach Land 1 gebracht, wo sie es veräusserten. Das Deliktsgut oder der aus dem Verkauf von Deliktsgut erzielte Erlös wurde unter alle Beteiligten gleichmässig aufgeteilt. Die Beschuldigten verwendeten den Deliktserlös zur Bestreitung des Lebensunterhaltes für sich und ihre
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Familien. Bei allen Einbrüchen stellten die Geschädigten einen Strafantrag wegen Sachbeschädigung und Hausfriedensbruchs.
Die drei Beschuldigten begingen auf diese Weise folgende Delikte:
X.:
9 Einbruchdiebstähle im Gesamtdeliktsbetrag von ca. CHF 797‘011.60, 9 Sachbeschädigungen im Gesamtbetrag von ca. CHF 17‘471.20 sowie 9 Hausfriedensbrüche.
Y.:
13 Einbruchdiebstähle im Deliktsbetrag von total ca. CHF 2‘088‘369.40 sowie ein Diebstahlsversuch, 14 Sachbeschädigungen im Betrag von insgesamt CHF 30‘334.20 sowie 13 Hausfriedensbrüche.
Z.:
10 Einbruchdiebstähle mit einem Deliktsbetrag von total ca. CHF 1‘283‘506.40 sowie ein Diebstahlsversuch, 10 Sachbeschädigungen im Betrag von CHF 28‘334.20 und 10 Hausfriedensbrüche.
Gegen weitere Beteiligte werden separate Verfahren geführt.
Im Einzelnen werden X., Y. sowie Z. folgende Delikte zur Last gelegt:
1. [Betrifft nur Y. und A.]
2. [Betrifft nur Y. und A.]
3. [Betrifft nur Y. und B.]
4. Ort: _ Zeit: 2. – 4.8.2009 Täter Y., X., Z., B. Geschädigte: Geschädigte 1 Deliktsgut: Brillen Deliktsbetrag: CHF 48‘361.20 Sachschaden: ca. CHF 5‘500.00 Strafantrag: Gestellt am 4.8.2009 wegen Sachbeschädigung und
Hausfriedensbruchs Zivilklage: Nein Akten: 5/30.5, 6.37/, 8/58.14 (S. 2), 8/59.14 (S. 2f.). 8/60.14
(S. 2f.)
5. Ort: _ Zeit: 4./5.8.2009 Täter X., Y., Z. Geschädigte: Geschädigte 2 Deliktsgut: Brillen, Feldstecher Deliktsbetrag: CHF 157‘037.70 Sachschaden: ca. Fr. 1‘000.00 (Türe aufgewuchtet) Strafantrag: Gestellt am 11.8.2009 wegen Sachbeschädigung und
Hausfriedensbruchs Zivilklage: Nein Akten: 1/1.38, 6/38, 8/58.14 (S. 2), 8/59.14 (S. 3), 8.60.14 (S.
3)
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6. Ort: _ Zeit: 23.9.2009 Täter X. Geschädigte: Geschädigte 3 Deliktsgut: 40 Snowboards, Skijacken, 1 Mountainbike Deliktsbetrag: CHF 36‘515.00 Sachschaden: Ca. CHF 2‘500.00 (Schaufenster mit Stein
eingeschlagen) Strafantrag: Gestellt am 23.9.2009 wegen Sachbeschädigung und
Hausfriedensbruchs Zivilklage: Ja (Schadenersatz im Betrag von CHF 5‘000.00) Bemerkungen: Zur Verübung dieses Einbruches entwendete X. einen
Personenwagen VW Passat Kombi, mittels welchem er das Deliktsgut abtransportierte. Nach dessen Angaben erbeutete er bei diesem Einbruch 33 Snowboards und 10 Skijacken, jedoch kein Fahrrad. Er anerkennt einen Deliktsbetraf von ca. CHF 23‘000.- - bis CHF 24’000.--. Das Deliktsgut brachte er nach Land 1, wo er es für Euro 2‘500.00 verkaufte.
Akten: 1/1.35, 6/40, 8/58.14 (S. 3)
7. Ort: _ Zeit: 16.10.2009 Täter X. Geschädigte: Geschädigte 4 Deliktsgut: Autoradio Deliktsbetrag: CHF 400.00 Strafantrag: Nein Zivilklage: Nein Bemerkungen: Diebstahl eines Autoradios aus einem
Personenwagen. Akten: 6/41, 8/59.14 (S. 5 f.)
8. Ort: _ Zeit: 26./27.10.2009 Täter X., C., D. Geschädigte: Geschädigte 5 Deliktsgut: Jacken, Mäntel, 117 Armbanduhren, Fotokamera,
Bargeld und anders Deliktsbetrag: CHF 185‘331.80 Sachschaden: CHF 1‘137.00 (Türe, Schubladen beschädigt) Strafantrag: Gestellt wegen Sachbeschädigung und
Hausfriedensbruchs Zivilklage: Nein Bemerkungen: X. entwendete zur Verübung des Einbruchs einen
Personenwagen VW Passat Kombi, mit welchem er das Deliktsgut abtransportierte. Während des Einbruchs stand er Schmiere. Als Anteil erhielt er 22 bis 25 Jacken, welche er in Land 1 für ca. Euro 3‘500.00 verkaufte.
Akten: 6/42, 8/58.14 (S. 3)
9. [Betrifft nur Y. und Z.]
10. Ort: _ Zeit: 14./16.11.2009 Täter X., Z.
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Geschädigte: Geschädigte 5 Deliktsgut: Sportbekleidung und Freizeitartikel Deliktsbetrag: CHF 73‘102.00 Sachschaden: Ca. CHF 2‘000.00 (Rollladen, Bewegungsmelder,
Warengestelle beschädigt) Strafantrag: Gestellt am 16.11.2009 wegen Sachbeschädigung
und Hausfriedensbruchs Zivilklage: Nein Bemerkungen: X. entwendete zum Abtransport des Deliktsgutes einen
PW Audi 80 Kombi. Das Deliktsgut wurde nach Land 1 gebracht und dort veräussert. Die Beschuldigten anerkennen lediglich einen Deliktsbetrag im Umfang von ca. CHF 25‘000.00 bis CHF 30‘000.00.
Akten: 6/46, 8/58.14 (S. 3 f.), 8/60.14 (S. 4)
11. Ort: _ Zeit: 19./20.11.2009 Täter X., Y., Z. Geschädigte: Geschädigte 6 Deliktsgut: Sportbekleidung Deliktsbetrag: CHF 75‘147.20 Sachschaden: ca. CHF 500.00 (Lüftungsgitter und Fenster
beschädigt) Strafantrag: Gestellt am 3.12.2009 wegen Sachbeschädigung und
Hausfriedensbruchs Zivilklage: Nein Akten: 6/47, 8/58.14 (S. 4), 8/59.14 (S. 3f.), 8/60.14 (S. 4f.)
12. Ort: _ Zeit: 23.11.2009 Täter X., Y., Z. Geschädigte: Geschädigte 7 Deliktsgut: Bekleidung Deliktsbetrag: ca. CHF 56‘800.00 Sachschaden: ca. CHF 500.00 Strafantrag: Gestellt am 23.11.2009 wegen Sachbeschädigung
und Hausfriedensbruchs Zivilklage: Nein Akten: 6/48, 8/58.14 (S. 4), 8/59.14 (S. 4), 8/60.14 (S. 5)
13. [Betrifft nur Y., Z. und J.]
14. [Betrifft nur Y., Z. und J.]
15. [Betrifft nur Y. ]
16. [Betrifft nur Y., Z., E. und F.]
17. [Betrifft nur Y., Z., E. und F.]
18. Ort: _ Zeit: 23.4.2010 Täter X., Y., Z., G. Geschädigte: Geschädigte 8 Deliktsgut: Herrenbekleidung
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Deliktsbetrag: CHF 164‘316.70 Sachschaden: CHF 4‘334.20 (Öffnung bei Lüftungsschacht und
Isolation der Lüftung beschädigt) Strafantrag: Gestellt am 24.4.2010 wegen Sachbeschädigung und
Hausfriedensbruchs Zivilklage: Ja (Schadenersatz im Betrag von CHF 4‘334.20) Akten: 1/1.30, 7/57, 8/58.14 (S. 4f.), 8/59.14 (S. 6), 8/60.14
(S. 7), 8/61.7
B.1 X.: Sachbeschädigung gemäss Art. 144 Abs. 1 StGB sowie mehrfache Entwendung eines Motorfahrzeuges zum Gebrauch gemäss Art. 94 Ziff. 1 Abs. 1 SVG
In der Zeit vom 22. September 2009 bis zum 15. November 2009 entwendete X. im Kanton Bern insgesamt vier Personenwagen, um diese für den Abtransport von Deliktsgut bei Einbrüchen zu verwenden. Die Fahrzeuge öffnete er mittels eines sogenannten ‚Polenschlüssels‘, den er zuvor in Land 1 gekauft hatte. In einem Fall wurde durch den Einsatz des Polenschlüssels ein Sachschaden im Betrag von CHF 700.00 verursacht, wobei der Geschädigte einen Strafantrag wegen Sachbeschädigung stellte. Die entwendeten Fahrzeuge wurden nach dem Gebrauch, d.h. nach dem Abtransport von Deliktsgut, jeweils stehen gelassen und konnten in der Folge den Geschädigten erstattet werden.
Im Einzelnen beging X. auf diese Weise folgende Delikte:
1. Ort: _ Zeit: 22./23.9.2009 Geschädigte: Geschädigte 9 Fahrzeug: VW Passat Zivilklage: Nein Bemerkungen: Das Fahrzeug konnte am 25.9.2009 in Bellmund/BE
aufgefunden werden. Akten: 6/39, 8/58.14 (S. 5)
2. Ort: _ Zeit: 16.10.2009 Geschädigte: Geschädigte 4 Fahrzeug: VW Passat Zivilklage: Nein Bemerkungen: Das Fahrzeug wurde am 26.10.2009 in Bern
aufgefunden. Akten: 6/41, 8/58.14 (S. 5 f.)
3. Ort: _ Zeit: 7. – 10.11.2009 Geschädigter: Geschädigte 10 Fahrzeug: VW T4 Multivan Zivilklage: Nein Bemerkungen: Das Fahrzeug wurde am 26.11.2009 auf einem
Autobahnrastplatz bei Gunzgen aufgefunden. Akten: 6/43, 8/58.14 (S. 6)
4. Ort: _ Zeit: 14./15.11.2009
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Geschädigter: Geschädigte 11 Fahrzeug: PW Audi 80 Avant Quattro Sachschaden: CHF 700.00 (Zündschloss und Wegfahrsperre durch
das Betätigen des Polenschlüssels beschädigt) Strafantrag: Gestellt am 16.11.2009 wegen Sachbeschädigung Zivilklage: Ja (CHF 2‘010.00) Bemerkungen: Das Fahrzeug wurde am 16.11.2009 vom
Geschädigten am selben Ort gefunden. X. war mit dem entwendeten Fahrzeug nach Ort 10 und nach Ort 11 gefahren.
Akten: 1/1.28, 6/45, 8/58.14 (S. 6)
B.2 X.: Vergehen gegen Art. 115 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über Ausländerinnen und Ausländer (AuG)
Mit Verfügung vom 24. August 2006 erliess das Bundesamt für Migration gegenüber X. mit Wirkung ab 12. Dezember 2006 eine Einreisesperre auf unbestimmte Zeit für das Gebiet der Schweiz. Trotz dieser ihm bekannten Einreisesperre reiste X. ca. im Juli 2009 in die Schweiz ein und hielt sich in der Folge bis zu seiner Festnahme vom 23. April 2010 zumindest teilweise in der Schweiz auf.
C. [Betrifft nur Y. und Z.]
2. Weitere Angaben
2.1. Angeordnete Zwangsmassnahmen (Art. 326 Abs. 1 lit. b StPO)
Die drei Beschuldigten wurden am 23. April 2010 in Ort 5/LU festgenommen und danach an verschiedenen Orten in Untersuchungshaft gesetzt. Y. wurde am 5. November 2010, Z. am 11. November 2010 und X. am 1. Dezember 2010 von der Untersuchungshaft in den vorzeitigen Strafvollzug versetzt.
2.2 Persönliche Verhältnisse der Beschuldigten
X.: siehe act. 2/8.25
Y.: siehe act. 2/9.15
Z.: siehe act. 2/10.15
2.3 Beschlagnahmte Gegenstände und Vermögenswerte (Art. 326 Abs. 1 lit. c StPO)
Mit Verfügung vom 16. Juni 2011 beschlagnahmte der Staatsanwalt folgende Gegenstände:
a) Bei Z.:
- 1 Herrenjacke Paul & Shark - 1 Herrenpullover Paul & Shark - 1 Herrenshirt Strellson - 1 Kindershirt Milou - 1 Paar Turnschuhe Lacoste
b) Bei X.:
- 1 Herrenhemd Paul & Shark - 1 Herrensporthose Bogner - 1 Herrensporthose Champian
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c) Bei Y.:
- 1 Herrenjacke Versace - 1 Shirt Quicksilver - 1 Herrenpullover Hugo Boss - 1 Herrenpullover La Martina - 1 Herrenpullover Brunello Cucinelli - 1 Herrenshirt Russel Athletic - 1 Herrenshirt Calvin Klein - 1 Poloshirt Icepeak - 1 kleine Tasche mit Ersatzknöpfen Monclear
d) Bei allen drei Beschuldigten (ohne spezielle Zuordnung):
- 1 Blechschere - 2 Rollgabelschlüssel - 1 Paar Handschuhe - 1 Sonnenbrille Prada Milano - 1 Sonnenbrille Prada - 2 Navigationsgeräte GPS der Marken Mio und Waytee - 1 Flasche Parfum Boss - 1 T-Shirt Calvin Klein - 1 T-Shirt Exterra - 1 Pullover Two Ancel - 1 Pullover John Smedlej - 1 Gilet Kokast - 30 Taschen (2 aus Stoff und 28 aus Plastik) für den Abtransport von Deliktsgut
Die Übermittlung der beschlagnahmten Gegenstände und Vermögenswerte an das Gericht gestützt auf Art. 327 Abs. 2 StPO erfolgt nur auf Ersuchen des Gerichts.
2.4 Entstandene Untersuchungskosten (Art. 326 Abs. 1 lit. d StPO)
Siehe separates Verzeichnis.
2.5 Zivilforderungen
Fünf Geschädigte reichten Zivilforderungen im Gesamtbetrag von CHF 297‘809.20 ein.
Geschädigte Datum Betrag CHF Beschuldigte
Geschädigte 12, Ort 2
04.04.2011 280‘000.00 Y.
Geschädigte 11, Ort 9
05.04.2011 2‘010.00 X.
Geschädigte 8, Ort 8
30.03.2011 4‘334.20 X., Y., Z.
Geschädigte 13, Ort 6
06.04.2011 6’465.00 Y.
Geschädigte 3, Ort 7
22.07.2010 5‘000.00 X.
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F. An der Hauptverhandlung vor dem Bezirksgericht Plessur am 24. Oktober 2011 nahmen X. und sein amtlicher Verteidiger, Rechtsanwalt lic. iur. HSG Christian Koch, teil. Die Staatsanwaltschaft Graubünden war durch Staatsanwalt lic. iur. B. Fitzi vertreten. Ebenso anwesend waren als weitere Mitangeklagte Y. mit seinem amtlichen Verteidiger, Rechtsanwalt lic. iur. Adrian Scarpatetti, und Z. mit seinem amtlichen Verteidiger, Rechtsanwalt Dr. iur. Claudio Weingart.
Der Staatsanwalt stellte im Rahmen seines Plädoyers den folgenden Antrag:
„1. a) X. sei schuldig zu sprechen
- des gewerbs- und bandenmässigen Diebstahls gemäss Art. 139 Ziff. 2 und 3 Abs. 1 und 2 StGB
- der mehrfachen Sachbeschädigung gemäss Art. 144 Abs. 1 StGB - des mehrfachen Hausfriedensbruchs gemäss Art. 186 StGB sowie - der mehrfachen Entwendung eines Motorfahrzeugs zum Gebrauch
gemäss Art. 94 Ziff. 1 Abs. 1 SVG sowie - des Vergehens gegen Art. 115 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes
über Ausländerinnen und Ausländer (AuG).
b) Dafür sei er mit einer Freiheitsstrafe von 5 1⁄2 Jahren zu bestrafen.
Unter Berücksichtigung der durch den Widerruf der bedingten Entlassung (unter Ziff. 4.d) vollziehbar werdenden Reststrafe sei X. zu einer Gesamtstrafe von 7 Jahren Freiheitsstrafe zu verurteilen.
c) Die erstandene Polizei- und Untersuchungshaft von 222 Tagen sei auf die Freiheitsstrafe anzurechnen
d) Die mit Verfügung des Justizvollzuges des Kantons Zürich vom 16. August 2006 angeordnete bedingte Entlassung von X. aus dem Strafvollzug per 15. Dezember 2006 sei zu widerrufen und seine Rückversetzung zum Vollzug der Reststrafe anzuordnen. Es sei eine Gesamtstrafe auszufällen.
2. [Antrag bezüglich Y..]
3. [Antrag bezüglich Z..]
4. Die bei den drei Angeklagten sichergestellten Gegenstände und Vermögenswerte seien gestützt auf Art. 69 Abs. 1 und 70 Abs. 1 StGB gerichtlich einzuziehen.
5. Kostenfolge sei die gesetzliche.“
Der amtliche Verteidiger beantragte in seinem Plädoyer was folgt:
„1. Der Angeklagte sei des bandenmässigen Diebstahls, der mehrfachen Sachbeschädigung, des mehrfachen Hausfriedensbruchs, der mehrfachen Entwendung eines Motorfahrzugs zum Gebrauch sowie des Vergehens gegen das Ausländergesetz schuldig zu sprechen.
2. Der Angeklagte sei als Gesamtstrafe unter Berücksichtigung des Widerrufs der bedingten Entlassung aus dem Strafvollzug mit einer unbedingten Freiheitsstrafe von 42 Monaten zu bestrafen, unter Anrechnung der erstandenen Untersuchungshaft.
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3. Der Angeklagte anerkennt folgende gestellten Zivilforderungen: Geschädigte 11, Ort 9 Fr. 2‘010.00 Geschädigte 8, Ort 8 Fr. 4‘334.20 Geschädigte 3, Ort 7 Fr. 5‘000.00
4. Die gemäss Beschlagnahmebefehl vom 17. Juni 2011 sichergestellten Gegenstände seien zur gutscheinenden Verwertung einzuziehen.
5. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge.
6. Der Sprechende sei als amtlicher Verteidiger aus der Gerichtskasse angemessen zu entschädigen.“
G. Mit Urteil vom 24. Oktober 2011, gleichentags mündlich eröffnet, im Dispositiv mitgeteilt am 25. Oktober 2011, schriftlich begründet mitgeteilt am 12. Dezember 2011, erkannte das Bezirksgericht Plessur, Erstinstanzliches Strafgericht, wie folgt:
„1. a) X. ist schuldig:
- des gewerbs- und bandenmässigen Diebstahls gemäss Art. 139 Ziff. 2 und 3 Abs. 1 und 2 StGB,
- der mehrfachen Sachbeschädigung gemäss Art. 144 Abs. 1 StGB,
- des mehrfachen Hausfriedensbruchs gemäss Art. 186 StGB, - der mehrfachen Entwendung eines Motorfahrzeuges zum
Gebrauch gemäss Art. 94 Ziff. 1 Abs. 1 SVG sowie - des Vergehens gegen Art. 115 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes
über Ausländerinnen und Ausländer (AuG).
b) Dafür wird X. – unter Berücksichtigung des Widerrufs der bedingten Entlassung aus dem Strafvollzug und der Reststrafe von 625 Tagen – mit einer Gesamtfreiheitsstrafe von 5 Jahren bestraft. Daran ist die erstandene Polizei- und Untersuchungshaft von 222 Tagen anzurechnen.
c) Die mit Verfügung des Justizvollzuges des Kantons Zürich vom 16. August 2006 angeordnete bedingte Entlassung von X. aus dem Strafvollzug per 15. Dezember 2006 wird hiermit widerrufen. Es wird die Rückversetzung zum Vollzug der Reststrafe angeordnet, wobei obige Gesamtstrafe ausgefällt wird.
2. [Schuld- und Strafspruch bezüglich Y..]
3. [Schuld- und Strafspruch bezüglich Z..]
4. Die gemäss Beschlagnahmebefehl vom 16. Juni 2011 sichergestellten Gegenstände und Vermögenswerte werden gestützt auf Art. 69 und 70 StGB gerichtlich eingezogen. Die nach Art. 69 StGB eingezogenen Gegenstände sind zu vernichten, soweit sie nicht verwertet werden können.
5. a) [Zivilklage der Geschädigten 12 gegen Y.]
b) Die Zivilklage von Geschädigte 11 gegen X., wird im Umfang von CHF 2‘010.00 gutgeheissen. X. wird verpflichtet, Geschädigte 11 CHF 2‘010.00 zu bezahlen.
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c) Die Zivilklage der Geschädigte 8 gegen X., Y. und Z., wird im Umfang von CHF 4‘334.20 gutgeheissen. X., Y. und Z. werden solidarisch verpflichtet, der Geschädigten 8 CHF 4‘334.20 zu bezahlen.
d) [Zivilklage von Geschädigte 13, Ort 6, gegen Y..]
e) Die Zivilklage der Geschädigten 3 gegen X., wird im Umfang von CHF 5‘000.00 gutgeheissen. X. wird verpflichtet, der Geschädigten 3 CHF 5‘000.00 zu bezahlen.
6. a) Die Gerichtsgebühren von total CHF 15‘000.00, gehen je zu einem Drittel zu Lasten von X., Y. und Z..
b) [Auslagen der Übersetzung.]
c) Die Höhe der Entschädigungen der amtlichen Verteidigungen wird am Ende des Verfahrens in einem separaten Entscheid festgelegt. Sie gehen – unter dem Vorbehalt der Rückerstattungspflicht der beschuldigten Person gemäss Art. 135 Abs. 4 StPO – zu Lasten des Kantons Graubünden und werden aus der Gerichtskasse bezahlt.
d) X.
Die hinsichtlich X. entstandenen Untersuchungsgebühren und Auslagen der Staatsanwaltschaft Graubünden von CHF 8‘460.00 sowie die Kosten gemäss Art. 47 StPO von CHF 13‘424.70 gehen zu seinen Lasten.
Die Kosten der angerechneten Untersuchungshaft von CHF 3‘987.00 sowie jene des Strafvollzugs gehen zu Lasten des Kantons Graubünden. X. hat sich daran nach Massgabe von Art. 380 Abs. 2 StGB zu beteiligen.
X. schuldet dem Bezirksgericht Plessur folglich:
Gerichtsgebühren CHF 5‘000.00 Untersuchungskosten CHF 8‘460.00 Kosten gemäss Art. 47 StPO CHF 13‘424.70 Total CHF 26‘884.70
In Rechtskraft erwachsene Kosten sind innert 30 Tagen nach der Zustellung des Entscheids mit beiliegendem Einzahlungsschein zu bezahlen.
e) [Untersuchungs- und Gerichtsgebühren bezüglich Y..]
f) [Untersuchungs- und Gerichtsgebühren bezüglich Z..]

## Considerations