# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 13285a60-8c52-54bd-9143-db14efe291d5
**Court:** SG_VG
**Chamber:** SG_VG_001
**Year:** 2020
**Language:** de
**Jurisdiction:** SG / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Das Verwaltungsgericht stellt fest:
A.
A._, geb. 1975, besitzt den Führerausweis der Kategorie B seit 1993. Am 14. August
2018 wurde er wegen einer Geschwindigkeitsüberschreitung verwarnt. – Im Zuge eines
Ermittlungsverfahrens wegen Betäubungsmitteldelikten wurde A._ am 5. Juni 2019 als
Auskunftsperson polizeilich befragt. Er gab an, "früher mal" Betäubungsmittel
konsumiert zu haben. Seit zwei Jahren rauche er ein bis zwei Joints wöchentlich und
schnupfe zwischen einem und zehn, durchschnittlich drei bis vier Gramm Kokain
monatlich. Er probiere, sich zurückzuhalten, weil die Suchtgefahr bei ihm "extrem
gross" sei. Zur Frage, ob er abhängig sei, gab er an, das sei man immer, wenn man es
einmal gewesen sei. Er sei vor rund zwölf Jahren in B._ und einmal auch in C._ in
Behandlung gewesen. Vor 16 Jahren sei er wegen Kokainhandels im Gefängnis
gewesen.
B.
Das Strassenverkehrs- und Schifffahrtsamt eröffnete am 8. Juli 2019 gegenüber A._
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ein Verfahren zur Abklärung seiner Fahreignung und stellte die Anordnung einer
verkehrsmedizinischen Untersuchung in Aussicht. In der Stellungnahme vom 25. Juli
2018 machte A._ geltend, er habe nicht jeden Monat Kokain konsumiert und wenn,
dann nur einmal. Von einer hohen Suchtgefahr habe er gesprochen, weil Kokain ein
hohes Suchtpotential habe. Bei seinem Konsum würden andere sagen, sie seien nicht
süchtig. Eine Haarprobe könnte durch Fremdkonsum – von Cannabis – verfälscht
werden, weil es schon öfters vorgekommen sei, dass Kunden zuhause geraucht hätten.
Er sei Glatzenträger. Wenn er diese Verfügung einhalten und eine Haarprobe abgeben
müsste, würde dies ein total falsches Bild von ihm für andere wiedergeben. Am 26. Juli
2019 ordnete das Strassenverkehrs- und Schifffahrtsamt eine verkehrsmedizinische
Untersuchung durch das Institut für Rechtsmedizin am Kantonsspital St. Gallen an.
Gegen diese Verfügung erhob A._ Rekurs bei der Verwaltungsrekurskommission. Er
brachte vor, er sei nie unter dem Einfluss von Drogen gefahren und nehme sowieso seit
Ende 2018 nichts mehr. Es sei bei ihm auch nie etwas gefunden worden. Die Angaben
seien schon sehr lange her. Er sei nicht süchtig gewesen, sodass er einen Drang
verspürt hätte, mehr zu holen und damit andere gefährdet hätte. Er habe sich selber
zur Urinkontrolle angemeldet, sei aber leider noch nicht aufgeboten worden. Die Haare
wachsen lassen zu müssen, sei ein sehr grosser Einschnitt in sein Leben. Jeden
Morgen müsste er sich beim Blick in den Spiegel daran erinnern, vor langer Zeit einmal
konsumiert zu haben. Er befürchte, er würde seine Anstellung verlieren. Die
Verwaltungsrekurskommission wies den Rekurs am 28. November 2019 ab im
Wesentlichen mit der Begründung, aus den Angaben von A._ ergäben sich Zweifel an
seiner Fahreignung, welche die Anordnung einer verkehrsmedizinischen Untersuchung
rechtfertigten. Weshalb es ihm nicht zumutbar sein sollte, für die Haaranalyse die
Haare während einer absehbaren Zeitdauer wachsen zu lassen, sei nicht
nachvollziehbar.
C.
A._ (Beschwerdeführer) erhob gegen den am 29. November 2019 versandten
Entscheid der Verwaltungsrekurskommission (Vorinstanz) mit Eingabe vom
13. Dezember 2019 Beschwerde beim Verwaltungsgericht und beantragte eine
Neubeurteilung der Anordnung der verkehrsmedizinischen Untersuchung.
Die Vorinstanz verwies mit Vernehmlassung vom 27. Januar 2020 auf die Erwägungen
im angefochtenen Entscheid und beantragte die Abweisung der Beschwerde. Das
Strassenverkehrs- und Schifffahrtsamt (Beschwerdegegner) verzichtete am 3. Februar
2020 auf eine Vernehmlassung.
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Auf die – weiteren – Erwägungen im angefochtenen Entscheid und die Ausführungen
des Beschwerdeführers zur Begründung seiner Anträge sowie die Akten wird, soweit
wesentlich, in den Erwägungen eingegangen.

## Considerations

Darüber zieht das Verwaltungsgericht in Erwägung:
1.
Das Verwaltungsgericht ist zum Entscheid in der Sache zuständig (Art. 59 Abs. 1 Satz 1
des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege; sGS 951.1, VRP). Der
Beschwerdeführer ist mit seinem Begehren, es sei von der Anordnung einer
verkehrsmedizinischen Untersuchung abzusehen, im Rekursverfahren unterlegen und
deshalb zur Erhebung der Beschwerde befugt (Art. 64 in Verbindung mit Art. 45 Abs. 1
VRP). Die Beschwerde gegen den am 29. November 2019 versandten Rekursentscheid
wurde mit Eingabe vom 13. Dezember 2019 rechtzeitig erhoben und erfüllt in formeller
und inhaltlicher Hinsicht die gesetzlichen Anforderungen (Art. 64 in Verbindung mit
Art. 47 Abs. 1 und Art. 48 Abs. 1 VRP). Auf die Beschwerde ist dementsprechend
einzutreten.
2.
Führerausweise werden entzogen, wenn die gesetzlichen Voraussetzungen zur
Erteilung nicht oder nicht mehr bestehen (Art. 16 Abs. 1 des Strassenverkehrsgesetzes;
SR 741.01, SVG). Dies ist unter anderem der Fall, wenn eine Person an einer Sucht
leidet, welche die Fahreignung ausschliesst (Art. 16d Abs. 1 Ingress und lit. b SVG).
Drogensucht wird nach der Rechtsprechung bejaht, wenn die Abhängigkeit von der
Droge derart ist, dass der Betroffene mehr als jede andere Person der Gefahr
ausgesetzt ist, sich ans Steuer eines Fahrzeugs in einem – dauernden oder zeitweiligen
– Zustand zu setzen, der das sichere Führen nicht mehr gewährleistet. Im Interesse der
Verkehrssicherheit setzt die Rechtsprechung den regelmässigen Konsum von Drogen
der Drogenabhängigkeit gleich, sofern dieser seiner Häufigkeit und Menge nach
geeignet ist, die Fahreignung zu beeinträchtigen. Auf fehlende Fahreignung darf
geschlossen werden, wenn der Betroffene nicht mehr in der Lage ist, Drogenkonsum
und Strassenverkehr ausreichend zu trennen, oder wenn die naheliegende Gefahr
besteht, dass er im akuten Rauschzustand am motorisierten Strassenverkehr teilnimmt.
Jedoch erlaubt an sich nicht jeder regelmässige Konsum von Drogen schon den
Schluss auf eine fehlende Fahreignung. Regelmässiger Drogenkonsum erweckt dann
berechtigte Zweifel an der Fahreignung, wenn zusätzliche Anzeichen bestehen, der
Betroffene könnte nicht in der Lage sein, zuverlässig zwischen Drogenkonsum und
Strassenverkehr zu trennen. Entsprechende Anhaltspunkte ergeben sich etwa aus dem
Konsumverhalten der Betroffenen, ihrer Vorgeschichte – namentlich hinsichtlich
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einschlägigen Drogenmissbrauchs im Strassenverkehr – sowie ihrer Persönlichkeit
(BGer 1C_285/2018 vom 12. Oktober 2018 E. 3.1 mit Hinweisen auf BGE 124 II 559
E. 2b, 128 II 335 E. 4b und BGer 1C_384/2017 vom 17. März 2018 E. 2.1).
Ernsthafte Zweifel an der Fahreignung einer Person bestehen namentlich bei Vorliegen
der in der nicht abschliessenden Aufzählung von Beispielen in Art. 15d Abs. 1 Ingress
und lit. a-e SVG genannten Gegebenheiten. Diesfalls ist grundsätzlich zwingend und
ohne weitere Einzelfallprüfung eine Fahreignungsuntersuchung anzuordnen, selbst
wenn die Zweifel im konkreten Fall noch nicht erhärtet oder nur abstrakter Natur sind.
Diese Tatbestände begründen mithin einen Anfangsverdacht fehlender Fahreignung,
welcher zur Anordnung einer Fahreignungsuntersuchung führt (BGer 1C_285/2018 vom
12. Oktober 2018 E. 3.2 mit Hinweisen unter anderem auf die Botschaft vom 20.
Oktober 2010 zu Via sicura, in: BBI 2010 S. 8447 ff., S. 8470). Grund zur Abklärung
besteht nach Art. 15d Abs. 1 Ingress und lit. b SVG, wenn eine Person Drogen mitführt,
die die Fahrfähigkeit stark beeinträchtigen oder ein hohes Abhängigkeitspotenzial
aufweisen. Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichtes setzt die Anordnung einer
verkehrsmedizinischen Untersuchung (wegen einer möglichen Drogensucht im Sinne
von Art. 16d Abs. 1 lit. b SVG) aber nicht zwangsläufig voraus, dass der Lenker
tatsächlich unter dem Einfluss von Betäubungsmitteln gefahren ist oder bei der
Anlasstat Drogen im Fahrzeug mitgeführt hat (vgl. BGer 1C_384/2017 vom 7. März
2018 E. 2.2; 1C_285/2018 vom 12. Oktober 2018 E. 3.4; im Zusammenhang mit
Alkohol vgl. BGer 1C_569/2018 vom 19. März 2019 E. 3.1 und 4.4, 1C_232/2018 vom
13. August 2018 E. 3.3). Schliesslich ist für die Anordnung der verkehrsmedizinischen
Untersuchung auch der Nachweis nicht erforderlich, der Betroffene sei tatsächlich nicht
in der Lage, Drogenkonsum und Strassenverkehr ausreichend auseinanderzuhalten,
zumal die umstrittene Anordnung der verkehrsmedizinischen Untersuchung gerade
auch der Klärung dieser Frage dient (vgl. BGer 1C_569/2018 vom 19. März 2019 E. 4.4
im Zusammenhang mit dem Konsum von Alkohol).
Das Bundesgericht hat denn auch die Anordnung einer verkehrsmedizinischen
Begutachtung eines Lenkers, der den Führerausweis seit 22 Jahren besass und im
Strassenverkehr nicht auffällig geworden war, jedoch in einer polizeilichen Befragung in
einer Betäubungsmittelangelegenheit angegeben hatte, seit drei Jahren gelegentlich
Kokain zu konsumieren und in den vergangenen sechs Monaten dreissig Gramm
Kokain erworben zu haben, als gerechtfertigt erachtet (vgl. BGer 1C_282/2007 vom
13. Februar 2008). Diese Rechtsprechung findet auch Rückhalt im Schrifttum. Danach
führt die Einnahme aufputschender Substanzen wie Kokain, Amphetamin, Ecstasy
(MDMA), Thai-Pillen (Metamphetamin) usw. – je nach Dosierung und Gewöhnung – zur
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Selbstüberschätzung der eigenen Fähigkeiten, zu erhöhter Risikobereitschaft und,
durch die veränderte Wahrnehmung, zu besonders gefährlichem Verhalten im
Strassenverkehr. Nicht zuletzt deshalb, weil immer wieder verschiedene
Substanzmischungen konsumiert würden, sei die Wirkung sehr individuell und nicht
voraussehbar. Personen, die solche Substanzen konsumierten, müssten
verkehrsmedizinisch abgeklärt werden. Zum einen könnten diese Substanzen zu einer
Sucht führen (mit unterschiedlichem Suchtpotenzial), zum andern sei bekannt, dass
diese Substanzen auch häufig in Kombination mit Alkohol und unkontrolliert konsumiert
würden (M. Haag-Dawoud, Fahreignungsbegutachtung, Indikation und Fragestellung
aus verkehrsmedizinischer Sicht, in: R. Schaffhauser [Hrsg.], Jahrbuch zum
Strassenverkehrsrecht 2009, St. Gallen 2009, S. 23 ff., S. 32). Die Praxis der
Administrativbehörden geht davon aus, dass jede Meldung über einen Konsum von
Heroin oder Kokain auch ohne Ereignis im Strassenverkehr eine Abklärung der
Fahreignung rechtfertigt (vgl. Leitfaden der Expertengruppe Verkehrssicherheit vom
26. April 2000 zu Verdachtsgründen fehlender Fahreignung, Massnahmen und
Wiederherstellung der Fahreignung vom 26. April 2000, S. 4, www.astra.admin.ch
Fachleute und Verwaltung/Dokumente betreffend Strassenverkehr/Richtlinien).
3.
Der Beschwerdeführer erwarb den Führerausweis im Jahr 1993. Als
Motorfahrzeuglenker fiel er in den vergangenen 27 Jahren einzig wegen einer leichten
Widerhandlung gegen die Strassenverkehrsvorschriften auf. Anlass für die polizeiliche
Befragung im Juni 2019, in welcher er Angaben zu seinem Drogenkonsum machte, bot
nicht sein Verhalten im Strassenverkehr. Seine Angaben erweckten aber zumindest den
Eindruck, dass er auch noch in jenem Zeitpunkt regelmässig Haschisch – wöchentlich
ein bis zwei Joints – und – monatlich im Durchschnitt vier bis fünf Gramm – Kokain
konsumierte. Auch wenn Häufigkeit und Menge schwankten, war doch davon
auszugehen, dass es sich auch beim Kokain nicht lediglich um einen
Gelegenheitskonsum handelte. Hinzu kam, dass er sich – wenn auch vor über zehn
Jahren – zumindest zwei Entzugsbehandlungen unterzogen hatte und auch im Juni
2019 davon ausging, wer einmal süchtig gewesen sei, bleibe dies für immer. Seine
Suchtgefährdung schätzte er selbst als sehr gross ein. Seine Relativierungen in der
Stellungnahme im Verfahren vor dem Beschwerdegegner und im Rekursverfahren
erwecken den Eindruck nachträglicher Beschönigungen. Sie ändern nichts daran, dass
seine Aussagen gegenüber der Polizei, die er vor dem Hintergrund der strafrechtlichen
Unverwertbarkeit des Zufallsfundes machte, auf ein möglicherweise süchtiges oder die
Fahreignung beeinträchtigendes Konsumverhalten hinweisen. Die Anordnung der
verkehrsmedizinischen Untersuchung durch den Beschwerdegegner und die
Abweisung des vom Beschwerdeführer dagegen erhobenen Rekurses durch die
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Vorinstanz sind deshalb nicht zu beanstanden.
Der Beschwerdeführer macht im vorliegenden Verfahren geltend, seit längerer Zeit
würden auf freiwilliger Basis und unter ärztlicher Aufsicht regelmässige Urinproben
vorgenommen. Daraus werde ersichtlich, dass keine Konsumation jeglicher
Substanzen stattfinde. Der Verdacht auf Substanzmissbrauch sei lediglich aufgrund
einer eigens getätigten Aussage während einer Einvernahme zu früherem
Konsumverhalten, welches jedoch mit Betonung in der Vergangenheit stattgefunden
habe, entstanden. Er belegt seine Ausführungen mit Untersuchungsberichten über
immunchemische Tests von fünf Urinproben, die er zwischen Mitte August 2019 und
Mitte Dezember 2019 abgegeben hat und die hinsichtlich Cannabis und Kokain negativ
verlaufen sind. Die ersten vier Proben datieren vom 14. August 2019, vom
10. September 2019, vom 21. Oktober 2019 und vom 15. November 2019. Sie
beziehen sich auf die Zeit vor dem am 28. November 2019 ergangenen
Rekursentscheid und sind deshalb als unechte Noven bei der Beurteilung der
Beschwerde durch das Verwaltungsgericht zu berücksichtigen (vgl. Art. 61 Abs. 3 VRP,
Looser/Looser-Herzog, in: Rizvi/Schindler/Cavelti [Hrsg.], Gesetz über die
Verwaltungsrechtspflege, Praxiskommentar, Zürich/St. Gallen 2020, N 14 zu Art. 61
VRP). – Auch die neuen Vorbringen und Beweismittel sind allerdings nicht geeignet, die
Zweifel an der Fahreignung des Beschwerdeführers auszuräumen. Aus den
Untersuchungsberichten geht nicht hervor, ob die Urinproben auf den Gehalt von
Kokain oder aber von dessen Abbauprodukt Benzoylecgonin hin untersucht wurden.
Während Kokain nur einige Stunden im Urin verbleibt, ist Benzoylecgonin bis zu vier
Tage oder bei stärkerem Konsum sogar drei Wochen lang im Urin nachweisbar (vgl.
www.bussgeldkatalog.org/kokain; vgl. auch Musshoff/Madea, Drogen, in: Madea/
Musshoff/Berghaus [Hrsg.], Verkehrsmedizin, 2. Aufl. 2012, S. 486 ff., S. 509). Ob die
monatlich ermittelten Analyseergebnisse geeignet sind, eine vollständige
Kokainabstinenz nachzuweisen, ist fraglich. Die Bedeutung dieser Nachweise für die
Beurteilung der – allenfalls bei Einhaltung von Auflagen gegebenen – Fahreignung wird
vielmehr Gegenstand der verkehrsmedizinischen Untersuchung sein. Selbst wenn der
Beschwerdeführer seit August 2019 eine rund halbjährige totale Kokainabstinenz
einhalten würde, wäre aber bei der Würdigung der Zweifel zu berücksichtigen, dass die
Überwindung einer Abhängigkeit in der Regel den Nachweis einer mindestens
einjährigen kontrollierten Abstinenz erfordert (vgl. BGE 127 II 122 E. 3b, 129 II 82 E. 2.2,
130 II 25 E. 3.2; BGer 1C_147/2018 vom 5. Oktober 2018 E. 6.1).
4.
Ebenso wenig vermag der Umstand etwas zu ändern, dass der Beschwerdegegner
eine verkehrsmedizinische Untersuchung des Beschwerdeführers angeordnet hat,
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ohne ihm gleichzeitig den Führerausweis vorsorglich zu entziehen.
Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung sind die Anforderungen an die
Anordnung einer Fahreignungsuntersuchung nicht dieselben wie für den vorsorglichen
Führerausweisentzug, obschon diese beiden Massnahmen häufig zusammen ergehen:
Während für Erstere hinreichende Anhaltspunkte ausreichen, welche die Fahreignung in
Frage stellen, setzt der vorsorgliche Führerausweisentzug voraus, dass ernsthafte
Zweifel an der Fahreignung einer Person bestehen, wie dies namentlich bei konkreten
Hinweisen auf eine Alkoholabhängigkeit der Fall ist. Die Anordnung einer
verkehrsmedizinischen Untersuchung setzt nicht zwingend voraus, dass der
Fahrzeugführer tatsächlich unter dem Einfluss von Alkohol oder Betäubungsmitteln
gefahren ist (BGer 1C_13/2017 vom 19. Mai 2017 E. 3.2 mit Hinweisen auf 1C_531/
2016 vom 22. Februar 2017 E. 2.4.2, 1C_111/2015 vom 31. Mai 2015 E. 4.6,
1C_328/2013 vom 18. September 2013 E. 3.2, 1C_445/2012 vom 26. April 2013 E. 3.2).
Der Beschwerdeführer, der den Führerausweis seit rund 27 Jahren besitzt, verhielt sich
im Strassenverkehr mit Ausnahme einer leichten Widerhandlung – Überschreitung der
zulässigen Höchstgeschwindigkeit von 80 km/h ausserorts um 22 km/h – unauffällig.
Insbesondere ist nicht bekannt, dass der Beschwerdeführer, der sich seinen eigenen
Angaben zufolge mindestens zweimal Entzugsbehandlungen unterzog, in der
Vergangenheit Schwierigkeiten hatte, den Konsum von Betäubungsmitteln und die
Teilnahme am motorisierten Strassenverkehr zuverlässig zu trennen. Jedenfalls liegen
keine einschlägigen Vorstrafen vor. Hinzu kommt, dass der Beschwerdeführer seit
Mitte August 2019 freiwillig monatlich Urinproben abgibt und sie immunchemisch auf
Cannabis und Kokain testen lässt und die Analysen bis anhin negativ verliefen.
Angesichts dieser besonderen Ausgangslage erscheint es ausnahmsweise
verantwortbar, dem Beschwerdeführer trotz der eine verkehrsmedizinische
Untersuchung rechtfertigenden Zweifel an seiner Fahreignung den Führerausweis
vorläufig zu belassen (vgl. dazu beispielsweise BGer 1C_232/2018 vom 13. August
2018 E. 4.1).
5.
Die Beschwerde ist dementsprechend abzuweisen. – Bei diesem Ausgang des
Verfahrens sind die amtlichen Kosten des Beschwerdeverfahrens vom
Beschwerdeführer zu tragen (Art. 95 Abs. 1 VRP). Eine Entscheidgebühr von
CHF 1'500 erscheint angemessen (Art. 7 Ziff. 222 der Gerichtskostenverordnung; sGS
941.12). Sie ist mit dem vom Beschwerdeführer in derselben Höhe geleisteten
Kostenvorschuss zu verrechnen. Ausseramtliche Kosten sind für das
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Beschwerdeverfahren nicht zu entschädigen (Art. 98 Abs. 1 und Art. 98 VRP);
Entschädigungen wurden im Übrigen auch nicht beantragt.