# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** e4788baa-ef43-585d-b49d-b6991d6a8c33
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2018
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
1.1
Mit Urteil des hiesigen Gerichts vom 27. Mai 2013 im Verfahren Nr. IV.2012.00406 wurde die Verfügung der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, vom 7. März 2012 (Urk. 7/38) bestätigt, mit welcher X._, geboren 1966, eine vom 1. Juni bis 30. September 2010 befristete halbe Invalidenrente zugesprochen wurde.
1.2
Am 23. August 2015 meldete sich die Versicherte erneut bei der Invaliden
versicherung an und ersuchte um berufliche Wiedereingliederungsmassnahmen (Urk. 7/45). Im Rahmen der Frühintervention bot die IV-Stelle der Versicherten im Zusammenhang mit ihrer geplanten selbständigen Erwerbstätigkeit an, sie mit einer teilweisen Kostenübernahme bei der Erstellung einer Homepage zu unter
stützen (vgl. Urk. 7/51, Urk. 7/53 S. 8). Nachdem die Versicherte auf das Ange
bot nicht innert der angesetzten Frist reagierte, wurden die Eingliede
rungsmass
nahmen mit Mitteilung vom 8. Juni 2016 abgeschlossen (Urk. 7/52).
Die IV-Stelle klärte in der Folge die beruflich-erwerbliche und die medizinische Situation weiter ab und verneinte nach durchgeführtem Vorbescheidverfahren (Urk. 7/66; Urk. 7/72; Urk. 7/77-78; Urk. 7/79) mit Verfügung vom 14. Septem
ber 2017 einen Anspruch der Versicherten auf berufliche Massnahmen (Urk. 7/85
= Urk. 2).
2.
Die Versicherte erhob am 16. Oktober 2017 Beschwerde gegen die Verfügung vom 14. September 2017 (Urk. 2) und beantragte, diese sei aufzuheben und es seien ihr eine Geldleistung als berufliche Massnahme in der Höhe von Fr. 4‘000.--, mindestens aber Fr. 3‘000.--, sowie ein Jobcoaching zuzusprechen (Urk. 1 S. 2). Mit Beschwerdeantwort vom 23. November 2017 (Urk. 6) bean
tragte die IV-Stelle die Abweisung der Beschwerde, was der Beschwerdeführerin am 24. November 2017 zur Kenntnis gebracht wurde (Urk. 8).
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts; ATSG
).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Ge
sund
heit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung ver
bleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt
(Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die
Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerb
s
unfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwind
-
bar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie körperliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG)
in Verbindung mit Art. 8 ATSG bewirken.
Rechtsprechungsgemäss ist bei psychischen Beeinträchtigungen zu prüfen, ob ein seelische
s Leiden
mit Krankheitswert besteht, welche
s
die ver
sicherte Person auch bei Aufbietung allen guten Willens daran hindert, ein rentenausschliessendes Erwerbseinkommen zu erzielen (Art. 7 Abs. 2 Satz 2 ATSG;
BGE 139 V 547
E. 5;
131 V 49
E. 1.2;
130 V 352
E. 2.2.1; vgl. Urteile des Bundesgerichtes 8C_614/2015 vom 15. Dezember 2015 E. 5
und 9C_125/2015 vom 18. November 2015 E.
5.4.
).
Die Annahme eines psychischen Gesundheitsschadens im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG sowie Art. 3 Abs. 1 und Art. 6 ATSG setzt grundsätzlich eine lege artis auf die Vorgaben eines anerkannten Klassifikationssystems abgestützte psychiatrische Diagnose voraus (vgl. BGE 130 V 396; Urteile des Bundesgerichts 8C_616/2014 vom 25. Februar
201
5
E. 5.3.3.3 und 9C_739/2014 vom 30. Novem
ber 2015 E. 3.2). Eine fachärztlich festgestellte psychische Krankheit ist jedoch nicht ohne weiteres gleichbedeutend mit dem Vorliegen einer Inva
lidi
tät. In jedem Einzelfall muss eine Beeinträchtigung der Arbeits- und Erwerbs
fähigkeit unabhängig von der Diagnose und grundsätzlich unbesehen der Ätiologie ausgewiesen und in ihrem Ausmass bestimmt sein. Es ist nach einem weitgehend objektivierten Massstab zu beurteilen, ob und inwiefern der versicherten Person trotz ihres Leidens die Verwertung ihrer Restarbeitsfähigkeit auf dem ihr nach ihren Fähigkeiten offen stehenden ausgeglichenen Arbeits
markt noch sozial-praktisch zumutbar und für die Gesellschaft tragbar sei (BGE 141 V 281 E. 3.7.3; 136 V 279 E. 3.2.1; BGE 127 V 294 E. 4c; vgl. Urteile des Bundesgerichtes 8C_614/2015 vom 15. Dezember 20
15 E. 5 und 8C_731/2015 vom 18.
April 2016 E. 4.1).
1.3
Gemäss
Art.
7d IVG soll mit Hilfe der Massnahmen der Frühintervention der bisherige Arbeitsplatz von arbeitsunfähigen (
Art.
6 ATSG) Versicherten erhalten bleiben oder sollen die Versicherten an einem neuen Arbeitsplatz innerhalb oder ausserhalb des bisherigen Betriebes eingegliedert werden (
Abs.
1). Die IV-Stellen können folgende Massnahmen anordnen:
a.
Anpassungen des Arbeitsplatzes;
b.
Ausbildungskurse;
c.
Arbeitsvermittlung;
d.
Berufsberatung;
e.
sozialberufliche Rehabilitation;
f.
Beschäftigungsmassnahmen (
Abs.
2).
Auf Massnahmen der Frühintervention besteht kein Rechtsanspruch (
Abs.
3). Der Bundesrat kann den Massnahmenkatalog erweitern. Er regelt die Dauer der Frühinterventionsphase und bestimmt die Höchstgrenze des Betrages, der pro versicherte Person für Frühinterventionsmassnahmen eingesetzt werden darf (Abs. 4).
1.4
Invalide oder von einer Invalidität (Art. 8 ATSG) bedrohte Versicherte haben gemäss Art. 8 IVG Anspruch auf Eingliederungsmassnahmen, soweit (
Abs. 1)
:
a.
diese notwendig und geeignet sind, die Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, wieder herzustellen, zu erhalten oder zu verbessern; und
b.
die Voraussetzungen für den Anspruch auf die einzelne
n Massnahmen erfüllt sind
.
Der Anspruch auf Eingliederungsmassnahmen besteht unabhängig von der Ausübung einer Erwerbstätigkeit vor Eintritt der Invalidität. Bei der Festlegung der Massnahmen ist die gesamte noch zu erwartende Dauer des Erwerbs
lebens zu berücksichtigen (Abs.
1
bis
). Nach Massgabe der Art.
13 und 21
IVG
besteht der Anspruch auf Leistungen unabhängig von der Möglichkeit einer Ein
gliederung ins Erwerbsleben oder in den Aufg
abenbereich (Abs.
2). Nach Mass
gabe von Art
.
16 Abs
.
2
lit.
c
IVG
besteht der Anspruch auf Leistungen unab
hängig davon, ob die Eingliederungsmassnahmen notwendig sind oder nicht, um die Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betä
ti
-
gen, zu er
halten oder zu verbessern (Abs.
2
bis
).
Die Eingliederungsmassnahmen bestehen
gemäss Abs. 3 in
me
dizinischen Mass
nahmen (lit. a),
Integrationsmassnahmen zur Vorbereitung auf die
berufliche Eingliederung (lit.
a
bis
),
Massnahmen beruflicher Art (Berufsberatung, erstmalige berufliche Ausbildung, Umschulung, Arbeitsvermittlung
, Kapitalhilfe; lit. b) und in
der Abgabe von Hilfsmitteln
(lit.
d).
1.5
Drohende Invalidität liegt gemäss
Art.
1
novies
der Verordnung über die Invali
den
versicherung (IVV) vor, wenn der Eintritt einer Erwerbsunfähigkeit über
wiegend wahrscheinlich ist
. Der Zeitpunkt des Eintritts der Erwerbsunfähigkeit ist unerheblich.
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete ihre Verfügung (Urk. 2) damit, die Ein
gliederungsberatung habe der Beschwerdeführerin angeboten, Fr.
3‘000.-- zur Erstellung einer Homepage zu übernehmen.
Sie sei damit nicht einverstanden gewesen und habe auf ein letztes Angebot seitens der Eingliederungsberatung nicht reagiert, weshalb die Eingliederungsmassnahmen abgeschlossen worden seien.
Die gesundheitliche Beeinträchtigung der Beschwerdeführerin sei zwar nicht IV-relevant, dennoch bestehe eine vollständig Arbeitsunfähigkeit, weshalb
berufliche Massnahmen im aktuellen Zeitpunkt nicht erfolgsversprechend und somit wenig zielführend seien (S. 1 f.). Beschwerdeantwortweise führte die Beschwerdegegnerin dann präzisierend aus, es sei vorliegend kein invalidisie
ren
der Gesundheitsschaden ausgewiesen, und es liege auch keine drohende Inva
lidität vor, weshalb eine Erwerbsunfähigkeit nicht ausgewiesen sei und kein Anspruch auf berufliche Massnahmen bestehe (Urk. 6 S. 1 f.).
2.2
Dagegen machte die Beschwerdeführerin in ihrer Beschwerde (Urk. 1) geltend, sie habe eine selbständige Tätigkeit (Catering) aufgenommen, welche es ihr ermögliche, ihre verbleibende Leistungs
fähigkeit in optimaler Weise zu nutzen. Für diese selbständige Tätigkeit sei eine professionelle Homepage unabdingbar. Es sei nicht nachvollziehbar, weshalb ihr die Beschwerdegegnerin lediglich mit E-Mail vom 13. Mai 2016 ein Unter
stützungsangebot von Fr. 3‘000.-- gemacht und nicht die gesamten Kosten von Fr. 4‘000.-- übernommen habe. Dass die Beschwerdegegnerin nun auch den vorgesehenen Betrag von Fr. 3‘000.-- nicht bezahlen wolle, sei nicht rechtens. Sie habe mit Schreiben vom 8. März 2017 nochmals die Zusprache von
Fr. 4‘000.-- für die Erstellung der Homepage beantragt, womit widerlegt sei, dass
sie sich nicht gemeldet haben soll (S. 3 Ziff. 2.2). Es sei mangels vollständiger Ausschöpfung der therapeutischen Massnahmen davon auszugehen, dass ihr Leiden noch nicht invalidisierend sei. Jedoch sei die Invalidität drohend, sollte die Aufdosierung der Medikation nicht den erhofften Erfolg bringen. Es sei über
wiegend wahrscheinlich, dass sie eine 50%ige Leistungsfähigkeit erreiche (S. 3 f. Ziff. 2.3).
2.3
Strittig und zu prüfen ist der Anspruch der Beschwerdeführerin auf berufliche Massnahmen.
3.
Wie der zuständige Eingliederungsberater in seiner E-Mail vom 13. Mai 2016 (Urk. 7/51 und Urk. 7/53 S. 8 Mitte) zu Recht festhielt, besteht auf Massnahmen der Frühintervention nach Art. 7d IVG kein Rechtsanspruch (vgl. vorstehend E. 1.3). Unbestrittenermassen hat sich auch die Beschwerdeführerin innert der vom Eingliederungsberater in seiner E-Mail vom 13. Mai 2016 (vgl. Urk. 7/51 und Urk. 7/53 S. 8) angesetzten zweiwöchigen Frist bis 27. Mai 2016 nicht dazu geäussert, ob sie den Unterstützungsbeitrag von Fr. 3‘000.-- für das Erstellen ihrer Homepage annehmen wolle. Aus ihrem Vorbringen, dass sie sich am 8. März 2017, rund 10 Monate später, erneut gemeldet haben soll (vgl. vor
steh
end E. 2.2), kann sie nichts zu ihren Gunsten ableiten. Der Abschluss der Ein
gliederungsmassnahmen mit Mitteilung vom 8. Juni 2016 (Urk. 7/52) ist daher nicht zu beanstanden.
4.
4.1
Zu prüfen bleibt der Anspruch der Beschwerdeführerin auf Eingliede
rungs
mass
nahmen, namentlich für die beantragte Kapitalhilfe respektive das beantragte „Jobcoaching“. Voraussetzung für die Gewährung von Eingliederungsmass
nah
men gemäss Art. 8 IVG bildet das Vorliegen einer Invalidität oder die Bedroh
ung mit einer Invalidität
(vgl. vorstehend E. 1.4-5).
4.2
Mit Urteil vom 27. Mai 2013 (Urk. 7/43) bestätigte das hiesige Gericht die Ver
fü
gung vom 7. März 2012 (Urk. 7/38
)
, mit welcher der Beschwerdeführerin eine vom 1. Juni bis 30. September 2010 befristete halbe Rente zugesprochen wurde. Gestützt auf die Einschätzung von Dr. med. Y._, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, vom Juli 2011 (Urk. 7/19
),
wurde bei von ihm diagnostizierter
Neurasthenie (ICD-F48.0) und bei remittierter depressiver Epi
sode (Juni 2009 bis Juni 2010) davon ausgegangen, dass lediglich von Juni 2009
bis Juni 2010 für jegliche Tätigkeiten eine Einschränkung in der Arbeitsfähigkeit bestanden habe und eine über diesen Zeitpunkt hinausgehende relevante Ein
schränkung der Arbeitsfähigkeit nicht ausgewiesen sei (vgl. Urk. 7/43 E. 4.2, E. 4.5).
4.3
Im Rahmen der Neuanmeldung der Beschwerdeführerin vom August 2015 (Urk. 7/45) gingen die folgenden Berichte ein:
Dr. med.
Z._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, und Dr. phil.
klin. psych. A._, Klinischer Psychologe und Supervisor, B._, führten in ihrem Schreiben vom 29. September 2015 (Urk. 7/48) aus, für berufliche Massnahmen spreche, dass Dr. Y._ im Gutachten vom 17. Juli 2011 eine 100%ige Arbeitsfähigkeit im Rahmen der Diagnose Neurasthenie (ICD-10 F48.0) festgestellt habe. Zudem habe die Be
schwerdeführerin in der Zwischenzeit verschiedene Arbeitsversuche unternom
men, welche konsequent gescheitert seien, wenn sie regelmässiger und unter Stress habe arbeiten müssen. Das bedeute, dass Kleinaufträge in der Zeit nach der Begutachtung von Dr. Y._ möglich gewesen seien.
Das Potenzial für eine Teilarbeitstätigkeit sei entsprechend vorhanden. Eine berufliche Massnahme sei daher sinnvoll, damit eine regelmässige Teilarbeits
fähigkeit für die 49-jährige Patientin möglich sei. Ihr Sohn sei aktuell zehn Jahre alt und habe Mittagstisch und Schule, daher sei eine Arbeitstätigkeit für die Patientin auch möglich. Eine langsame Steigerung der Tätigkeit erscheine aktuell bis etwa 50 % möglich.
4.4
Dr. Z._, Dr. A._ und lic. phil. C._, Psychologin FSP, B._, stellten in ihrem Bericht vom 26. Oktober 2016 (Urk. 7/60/7-10) folgende seit 2009 bestehende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (Ziff. 1.1):
-
mittelgradige depressive Episode (ICD-10 F32.1)
-
Panikattacke (ICD-10 F41.0)
-
obstruktives Schlafapnoe-Syndrom (Diagnose vom
D._, Zentrum für Schlafmedizin)
Als Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit nannten die Fach
personen des B._ eine Adipositas, eine Laktose-Intoleranz und eine Protein-Allergie (Ziff. 1.1).
Die Fachpersonen führten aus, die Beschwerdeführerin befinde sich seit dem 8. Juni 2009 bei ihnen in Behandlung (Ziff. 1.2). In der zuletzt von 1994 bis 2007 von der Beschwerdeführerin ausgeübten Tätigkeit als Projekt Managerin Raumplanung Inneneinrichtung und Organisation einer Schweizer Bank sei sie seit August 2015 zu 90 % arbeitsunfähig (Ziff. 1.6). Seit August 2015 habe die Patientin angefangen, selbständig Catering an Kunden anzubieten. Sie könne sich dabei selbständig ihre Zeit einteilen, in ihrem Arbeitstempo arbeiten und sei nicht auf äussere Rahmenbedingungen angewiesen. Das Catering sei eine Teilzeitbeschäftigung, die nicht regelmässig stattfinde. In diesem Rahmen sei die Patientin fähig, die Tätigkeit auszuüben. Die Patientin könne nicht mehr unter Zeitdruck arbeiten, auch bereitet es ihr Mühe, sich auf ein Ziel zu fokussieren. Auch physisch sei sie wegen des Übergewichts und der Schlafapnoe wenig belastbar (Ziff. 1.7). Es finde weiterhin eine regelmässige Einzelpsychotherapie und eine Medikation statt (Ziff. 1.8). Mit der Wiederaufnahme der beruflichen Tätigkeit beziehungsweise Erhöhung der Einsatzfähigkeit könne nicht gerechnet werden (Ziff. 1.9). Zur Art und Umfang der gegenwärtigen Behandlung führten die Fachpersonen des B._ aus, es fänden ein einzeltherapeutisches Setting mit der Frequenz von zwei Sitzungen pro Monat und zusätzlich eine medika
men
tös-psychiatrische Behandlung statt. Wegen der Nebenwirkungen, der Wahr
neh
mungsstörungen und der Angstzustände seien keine Antidepressiva mehr verschrieben worden (Ziff. 1.5).
4.5
Dr. Z._ und Dr. A._, B._, stellten in ihrem Bericht vom 8. März 2017 (Urk. 7/74) folgende aktuellen Diagnosen (S. 1):
-
mittelgradige depressive Episode (ICD-10 F32.1)
-
Panikattacke (ICD-10 F41.0)
-
Adipositas per magna (BMI = 39)
-
obstruktives Schlafapnoe-Syndrom (D._, Zentrum für Schlafmedizin)
-
Laktose-Intoleranz
Die Fachpersonen führten aus, im Vorbescheid der Sozialversicherungsanstalt seien psychosoziale Gründe für die Depression und die Panikattacken vorge-bracht worden. Dies sei falsch (S. 1). Seit 2007 habe eine Panikstörung be-gonnen, und die Panikattacken persistierten bis heute (Autobahn, Zug, im Wasser und im Flugzeug). Daher sei die Panikattacke längst eine komorbide Störung geworden und daher kein psychosozialer Umstand mehr (S. 2 Ziff. 3). Die Depression habe im Jahr 2007 begonnen und sei damals auch vom Arbeit
geber festgestellt worden. Diese sei im Zusammenhang mit der Trennung und den Drohungen bis heute persistierend und therapieresistent, weshalb auch diese Störung (teilweise schwere, aktuell mittelgradige Depression) komorbid und will
entlich nicht mehr überwindbar sei (S. 2 Ziff. 4). Die ungeplante Schwanger
schaft 2004 habe zu Konflikten in der Partnerschaft geführt, weil der damalige Partner eine Interruptio gewollt, die Patientin dies aber abgelehnt habe. In der Folge sei es zur Zunahme der Konflikte auch nach der Geburt des Sohnes ge
kommen (S. 2 Ziff. 5). Es zeige sich ein unverändertes Zustandsbild bis heute, und es werde aktuell wieder ein Versuch einer Aufdosierung eines Antide
pressivums (Escitalopram) unternommen (S. 2 Ziff. 6).
4.6
Dr. med. E._, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, stellte in seinem Bericht vom 11. März 2017 (Urk. 7/75) folgende Diagnosen mit Aus
wirkung auf die Arbeitsfähigkeit (Ziff. 1.1):
-
mittelgradige depressive Episode mit Angst
-
Adipositas Grad II
-
obstruktives Schlafapnoesyndrom
-
zervikospondylogenes Schmerzsyndrom
Als Diagnose ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit nannte Dr. E._ eine Laktose-Intoleranz (Ziff. 1.1).
Dr. E._ führte aus, die Beschwerdeführerin sei seit dem 20. Februar 2002 bei ihm in Behandlung, und die letzte Kontrolle sei am 13. Dezember 2016 erfolgt (Ziff. 1.2). Die Belastbarkeit der Patientin sei vor allem von psychia
trischer Seite her massiv eingeschränkt, und es bestehe eine beinahe volle Arbeitsunfähigkeit für Tätigkeiten in der freien Wirtschaft (Ziff. 1.7).
Die Patientin habe seit 2005 schleichend eine depressive Störung entwickelt. Ab 2009 sei es zu einer diffusen Zunahme der Beschwerden gekommen, wobei eine psychiatrische Begleitung und der Einsatz von s
elektive
n
Serotonin-Wiederauf
nahme-Hemmer
n
(SSRI) unumgänglich gewesen seien. Trotz psychiatrischer Behandlung durch das B._ sei es bisher zu keiner wesentlichen Linderung der Beschwerden gekommen, und die Beschwerdeführerin könne seit Jahren keiner Tätigkeit mehr nachgehen. Die Prognose sei weiterhin ungünstig. Im aktuellen Zustand sei sie in der freien Wirtschaft weder arbeits- noch eingliederungsfähig. Es werde um das Einholen der diesbezüglichen Meinungen der behandelnden Psychiater gebeten (Ziff. 1.4).
5.
5.1
Im die Verfügung vom 7. März 2012 (Urk. 7/38) bestätigenden Urteil des hie
sigen
Gerichts vom 27. Mai 2017 (Urk. 7/43) wurde gestützt auf das psychia
trische Gutachten von Dr. Y._ davon ausgegangen, dass die Beschwerde
führerin lediglich vorübergehend von Juni 2009 bis Juni 2010 in ihrer Arbeitsfähigkeit eingeschränkt gewesen sei und hernach von einer wiedererlangten vollstän
digen Arbeitsfähigkeit ausgegangen werden könne (vgl. vorstehend E. 4.2)
Bereits zum Zeitpunkt der Verfü
gung vom 7. März 2012 (Urk. 7/38
) befand sich die Beschwerdeführerin bei den Fachpersonen des
B._
- namentlich bei Dr. Z._ - in Behandlung. I
m Urteil vom
27. Mai 2013
wurde hinsichtlich seiner zahlreichen Berichte festgehalten
, dass
diese
eine klare Abgrenzung von psy
cho
sozialen Belastungsfaktoren und Krankheitsgeschehen hätten vermissen lassen
und
er
sich unhinterfragend auf die subjektiven Angaben
der Beschwer-deführerin gestützt habe.
B
ei diagnostizierter mittelgradiger und dann schwerer depressiver Episode seit Mai 2009
ging Dr. Z._
von keiner Arbeitsfähigkeit in
jeglicher Tätigkeit mehr aus, welche Einschätzung im klaren Widerspruch zur vorgenommenen Behandlung der Beschwerdeführerin mit
lediglich einem in Europa nicht
mehr zugelassenen Diätpräparat und der niedrigen Therapie
fre
quenz stand. Ebenso wurde die vom Hausarzt Dr. E._
attestierte 100%ig
e Arbeitsunfähigkeit
für nicht nachvollziehbar befunden (
vgl. Urk.
7/43 E. 4.4).
5.2
Auch die
nach erfolgter Neuanmeldung
im August 2015
(Urk. 7/45)
einge
gan
gen
Schreiben und
Bericht
e
der Fachpersonen des
B._
vom September 2015,
vom Okto
ber 2016 sowie vom März 2017 (vgl. vorstehend E. 4.3-5
)
und der Bericht des Hausarztes Dr. E._ vom März 2017, welcher auf die Ein
schätzung der Fachpersonen des B._ verwies (vgl. vorstehend E. 4.6), erschei
nen weder schlüssig noch nachvollziehbar. Zudem lassen sich den Schreiben und Berichten der Fachpersonen des B._ im Vergleich zu ihren Berichten im Zusammenhang mit der letztmaligen Rentenanspruchsprüfung auch keine wes
entlichen Veränderungen des Gesundheitszustandes der Beschwerdeführerin ent
nehmen. In ihrem Bericht vom Oktober 2016 (vgl. vorstehend E. 4.4) wurden die Diagnosen als seit 2009 bestehend angegeben
und abgesehen vom Alter ent
spricht der psychopathologische Befund
(vgl. Urk. 7/60/7-10 S. 2 unten)
trotz nun neu genannter Panikattacke (ICD-10 F41.0) noch wortwörtlich jenem vom 1
3.
Juli 2009 (vgl. 7/6/6-8
S. 2 Mitte
)
. Gemäss den Ausführungen im Bericht vom März 2017 träten
die Panikattacken lediglich im Zusammenhang mit dem Autofahren
, Zugfahren, im Wasser und im Flugzeug
auf (vgl. vorstehend E. 4.5)
.
Eine der attestierten Arbeitsunfähigkeit angepasste medikamentöse oder ge
-
sprächs
therapeutische Behandlung fand nach wie vor nicht statt
, auch wenn nun, nach Jahren der Behandlung, im März 2017 die Einnahme eines Antide-pressivums in Aussicht gestellt wurde (vgl. vorstehend E. 4.5). Selbst die Beschwerdeführerin verneinte in ihrer Beschwerde mangels Ausschöpfung der therapeutischen Massnahmen das Vorliegen eines invalidisierenden Leidens (vgl. vorstehend E. 2.2).
Zu beachten ist weiter, dass d
ie versicherte Person die invalidisierenden Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit nachzuweisen
hat
. Gelingt dieser Nachweis nicht, verfügt sie über keinen Leistungsanspruch. Mit anderen Worten wird bei Beweislosigkeit vermutet, dass sich der geklagte Gesundheitsschaden nicht invalidisierend aus
wirkt: Vermutet wird Validität, nicht Invalidität (BGE 139 V 547 E. 8.1).
Ein rein subjektives Krankheitsempfinden vermag keine Invalidität zu begründen.
Da sich vorliegend weder den Berichten der Fachpersonen des B._ noch dem
jenigen des Hausarztes Dr. E._ mit überwiegender Wahrscheinlichkeit ein invalidisierender Gesundheitsschaden entnehmen lässt, ist unverändert davon auszugehen, dass keine aus invalidenversicherungsrechtlicher Sicht relevante Einschränkung der Arbeitsfähigkeit besteht.
5.3
Die Beschwerdeführerin ist somit weder im engeren Sinn invalid noch von Inva
lidität bedroht (
vorstehend E. 1.4-5
), weshalb die Beschwerdegegnerin nicht gehalten ist, Eingliederungsmassnahmen zu gewähren.
Der angefochtene Entscheid erweist sich als rechtens, was zur Abweisung der Beschwerde führt.
6.
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht,
ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind unabhängig vom Streit
wert festzulegen (
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG) und auf Fr. 6
00.-- anzusetzen. Entspre
chend dem Aus
gang des Verfahrens sind sie der
unterliegenden Beschwer
de
-
führer
in aufzuerlegen.