# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** eacb2319-1026-4aa0-a76d-571171a01586
**Court:** SG_VGN
**Chamber:** SG_VGN_001
**Year:** 2009
**Language:** de
**Jurisdiction:** SG / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

hat das Verwaltungsgericht festgestellt:
A./ B.I., geboren am 3. April 1964, ist Staatsangehöriger von Kosovo. Er reiste am
27. September 1990 mit seiner damaligen Freundin und heutigen Ehefrau R.A.,
geboren am 4. Juli 1974, illegal in die Schweiz ein, wo die beiden einen Asylantrag
stellten. B.I. wurde dem Kanton Thurgau, seine Freundin dem Kanton Graubünden
zugewiesen. R.A. kehrte darauf wieder in ihre Heimat zurück. Der Asylantrag von B.I.
wurde am 6. Januar 1994 rechtskräftig abgewiesen und seine Ausreisefrist auf den
15. April 1994 angesetzt.
Am 11. April 1994 heiratete B.I. in A. die Schweizerin R.F., geborene H., ursprünglich
von S.M., Bosnien-Herzegowina. In der Folge erhielt er im Rahmen des
Familiennachzugs zum Verbleib bei der Ehefrau in R. eine Aufenthaltsbewilligung, die
jährlich, letztmals bis Dezember 2008, verlängert wurde. Die Ehe wurde am
16. Dezember 1999 geschieden.
Am 30. Juni 2008 ersuchte B.I. um Erteilung der Niederlassungsbewilligung. In diesem
Zusammenhang erfuhr das Ausländeramt des Kantons St. Gallen, dass er am
10. Januar 2001 R.A. in der gemeinsamen Heimat geheiratet und mit ihr
zwischenzeitlich vier Kinder, V. (geboren am 17. April 1992), L. (geboren am
23. September 1996), V. (geboren am 18. Juli 1998) und E. (geboren am 22. Juli 2000)
gezeugt hatte. Gestützt auf diese Erkenntnisse verfügte das Ausländeramt am
19. November 2008 die Nichtverlängerung der Aufenthaltsbewilligung, wies das
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Gesuch um Erteilung der Niederlassungsbewilligung ab und setzte B.I. eine
Ausreisefrist an.
B./ Gegen diese Verfügung erhob B.I. mit Eingabe seines damaligen Rechtsvertreters
vom 3. Dezember 2008 Rekurs beim Sicherheits- und Justizdepartement des Kantons
St. Gallen mit dem Antrag, die Verfügung des Ausländeramtes sei aufzuheben und sein
Gesuch um Erteilung der Niederlassungsbewilligung sei gutzuheissen. Dieses wies den
Rekurs am 10. Juli 2009 ab und lud das Ausländeramt ein, eine neue Frist zur Ausreise
anzusetzen. Zur Begründung erwog es im wesentlichen, dass der Rekurrent seine
Aufenthaltsbewilligung bzw. deren Verlängerungen durch Täuschung der Behörden
erschlichen habe. Die Verfügung des Ausländeramtes sei daher recht- und
verhältnismässig.
C./ Mit Eingaben seiner Rechtsvertreterin vom 28. August und 24. September 2009
erhob B.I. beim Verwaltungsgericht des Kantons St. Gallen mit folgendem Antrag
Beschwerde:
"1. Der Entscheid des Sicherheits- und Justizdepartementes vom 10. Juli 2009 sei
aufzuheben.
2. Es sei dem Beschwerdeführer die Niederlassungsbewilligung zu erteilen.
3. Eventualiter sei dem Beschwerdeführer die Aufenthaltsbewilligung zu verlängern.
4. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge."
Zur Begründung führt er im wesentlichen an, die Angaben zu seiner Person seien nur
deshalb falsch ausgefallen, weil er und seine jeweiligen Vertreter im Umgang mit
Formularen unkundig gewesen seien. Er habe die Daten berichtigen lassen, sobald er
festgestellt habe, dass sie falsch erfasst seien. Seine Kinder habe er nicht erwähnt, weil
er sie nie in die Schweiz habe holen wollen. So habe er auch nie Kinderzulagen
beansprucht. Seine jetzige Frau habe er einzig auf Wunsch seines Vaters geheiratet
und weil es im Kosovo für den sozialen Status einer Mutter absolut wichtig sei,
verheiratet zu sein. Er habe jedoch nie die Absicht gehabt, mit seiner Ehefrau im
Kosovo oder in der Schweiz zusammenzuwohnen, weil er nicht bloss mit einer einzigen
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Frau zusammenleben könne. So habe er nebst seinen vier Kindern im Kosovo noch
zwei weitere gezeugt. Das eine (S.D., geboren im Jahr 1997) lebe irgendwo im Kanton
Bern, das andere (N.P., geboren im Jahr 2006) in D., Bosnien. Mittlerweile halte er sich
seit 20 Jahren in der Schweiz auf, sei hier berufstätig und voll integriert. Demgegenüber
seien seine Beziehungen zu seinem Heimatland nicht mehr sehr eng. Weder seine
Mutter noch seine Geschwister würden noch im Kosovo leben. Der Beweis dafür, dass
er mit seiner geschiedenen Ehefrau lediglich eine Scheinehe geführt habe, habe nie
erbracht werden können. Seine Straftaten, die schon viele Jahre zurückliegen würden,
bereue er. Unerwähnt sei bis heute geblieben, dass er der Kantonspolizei St. Gallen
während vieler Jahre als Informant zur Verfügung gestanden habe, womit er bei der
Aufdeckung zahlreicher Verbrechen in der Region Ostschweiz habe behilflich sein
können. Die Polizei habe dies unerwähnt gelassen, um ihn zu schützen.
Die Vorinstanz beantragte in ihrer Vernehmlassung vom 7. September 2009 unter

## Considerations

Hinweis auf die Erwägungen im angefochtenen Entscheid die kostenpflichtige
Abweisung der Beschwerde.
Darüber wird in Erwägung gezogen:
1. Die sachliche Zuständigkeit des Verwaltungsgerichtes ist gegeben (Art. 59bis Abs. 1
des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege, sGS 951.1, abgekürzt VRP). Der
Beschwerdeführer ist zur Ergreifung des Rechtsmittels legitimiert (Art. 64 Abs. 1 in
Verbindung mit Art. 45 Abs. 1 VRP). Die Beschwerdeeingaben vom 28. August und 24.
September 2009 entsprechen zeitlich, formal und inhaltlich den gesetzlichen
Anforderungen (Art. 64 Abs. 1 in Verbindung mit Art. 47 Abs. 1 und Art. 48 Abs. 1 und 2
VRP). Auf die Beschwerde ist einzutreten.
2. Streitgegenstand ist die Nichtverlängerung der Aufenthaltsbewilligung bzw. die
Verweigerung der Niederlassungsbewilligung.
2.1 Die Aufenthaltsbewilligung wird befristet erteilt und kann verlängert werden, wenn
keine Widerrufsgründe nach Art. 62 des Bundesgesetzes über die Ausländerinnen und
Ausländer (SR 142.20, abgekürzt AuG) vorliegen (Art. 33 Abs. 3 AuG). Grundsätzlich
kann nach insgesamt zehn Jahren Aufenthalt eine unbefristete und bedingungslose
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Niederlassungsbewilligung erteilt werden (Art. 34 Abs. 2 lit. a AuG). Auch diese
Bewilligung hängt davon ab, dass keine Widerrufsgründe nach Art. 62 AuG vorliegen
(Art. 34 Abs. 2 lit. b AuG). Der Ausländer mit Niederlassungsbewilligung erhält unter
anderem die Möglichkeit, seinen ausländischen Ehegatten und seine ledigen Kinder
unter 18 Jahren nachzuziehen, wenn sie mit ihm zusammenwohnen (Art. 43 Abs. 1
AuG).
2.2. Auf Bewilligungen des nationalen Ausländerrechts besteht grundsätzlich kein
Anspruch (P. Uebersax, in: Uebersax/Rudin/Hugi Yar/Geiser, Ausländerrecht, Basel
2009, Rz. 7.227). Ausnahmen bestehen in besonderen Kontexten, namentlich im
Rahmen des Familiennachzugs (Art. 42 ff. AuG, Uebersax, a.a.O., Rz. 7.247). So haben
insbesondere ausländische Ehegatten von Schweizer Bürgern einen Anspruch auf
Erteilung und Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung, wenn sie mit diesem
zusammenwohnen. Nach einem ordnungsgemässen und ununterbrochenen Aufenthalt
von fünf Jahren haben sie zudem Anspruch auf Erteilung der
Niederlassungsbewilligung (Art. 42 Abs. 1 und 3 AuG). Diese Ansprüche erlöschen
allerdings, wenn sie rechtsmissbräuchlich geltend gemacht werden, namentlich um
Vorschriften dieses Gesetzes und seiner Ausführungsbestimmungen über die
Zulassung und den Aufenthalt zu umgehen (Art. 51 Abs. 1 lit. a AuG). Davon erfasst
werden zunächst einmal die so genannten Schein- bzw. Ausländerrechtsehen (Zünd/
Arquint Hill, in: Uebersax/Rudin/Hugi Yar/Geiser, a.a.O., Rz. 8.50). Weiter erlöschen sie,
wenn Widerrufsgründe nach Art. 63 AuG vorliegen (Art. 51 Abs. 1 lit. b AuG).
2.3. Gesuchstellende Ausländer und am Verfahren beteiligte Dritte sind verpflichtet, an
der Feststellung des massgebenden Sachverhalts mitzuwirken und insbesondere
zutreffende und vollständige Angaben über die für die Regelung des Aufenthalts
wesentlichen Tatsachen zu machen (Art. 90 lit. a AuG). Werden falsche Angaben
gemacht oder wesentliche Tatsachen verschwiegen, können Aufenthalts- und
Niederlassungsbewilligung widerrufen werden (Art. 62 lit. a AuG, Art. 63 Abs. 1 lit. a
AuG). Dies gilt namentlich für den Fall, dass sich nachträglich Indizien ergeben, welche
die mittlerweile aufgelöste Ehe, auf die sich der Ausländer für den Erhalt der
Aufenthalts- bzw. Niederlassungsbewilligung berufen hat, als Scheinehe oder als bloss
aus fremdenpolizeilichen Gründen aufrechterhaltene Ehe erscheinen lassen. Der
Widerruf setzt voraus, dass der Betroffene wissentlich falsche Angaben gemacht oder
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Tatsachen verschwiegen hat, in der Absicht, gestützt darauf den Aufenthalt oder die
Niederlassung bewilligt zu erhalten (BGE 2C_243/2008 vom 18. Juni 2008 E. 2.3).
Wesentlich sind nicht nur Umstände, nach denen die Behörde ausdrücklich fragt,
sondern auch solche, von denen selbst ein gänzlich Rechtsunkundiger wissen musste,
dass sie für den Bewilligungsentscheid relevant sind, auch wenn das Ausländeramt die
fraglichen Tatsachen bei gebotener Sorgfalt selbst hätte ermitteln können. Dazu
gehören insbesondere die Umstände, dass der Gesuchsteller in einer eheähnlichen
Beziehung Kinder gezeugt hat, für die bei Erteilung einer Niederlassungsbewilligung im
Grundsatz ein Nachzugsrecht entsteht (BGE 2C_60/2008 vom 9. Juni 2008 E. 2.2.1,
BGE 2C.235/2008 vom 16. Oktober 2008 E. 2.3, BGE 2C_503/2008 vom 23. Februar
2009 E. 3.1, BGE 2C_72/2009 vom 5. März 2009 E. 3.2).
2.3.1. Der Nachweis, dass eine Ehe einzig zur Umgehung der Vorschriften über
Aufenthalt und Niederlassung der Ausländer geschlossen wurde, kann regelmässig nur
durch Indizien erbracht werden. Während einzelne Indizien für sich allein den Nachweis
einer Tatsache nicht zu erbringen vermögen, können sie sich je nach Art und Anzahl
zum rechtsgenüglichen Beweis verdichten. Dabei ist nicht von wesentlicher Bedeutung,
ob diese Indizien auch bei einer normalen Ehe vorliegen könnten. Entscheidend ist
vielmehr eine Gesamtbetrachtung aller Tatumstände (VerwGE B 2008/230 vom
19. August 2009 E. 3.2, mit Hinweisen, publiziert in www.gerichte.sg.ch).
2.3.2. Nach bundesgerichtlicher Rechtsprechung entspricht es einem bekannten
Verhaltensmuster, dass ein abgewiesener Asylant eine Schweizerin heiratet, damit eine
Aufenthaltsbewilligung erwirkt, sich nach der erforderlichen Zeit wieder scheiden lässt,
anschliessend eine Landsfrau, seine eigentliche Lebenspartnerin und Mutter der
gemeinsamen Kinder, heiratet und unter wissentlichem Verheimlichen der konkreten
Verhältnisse ein Familiennachzugsgesuch für sie und die gemeinsamen aus dem
Heimatland stammenden Kinder stellt, die während der Ehe mit der Schweizer Bürgerin
geboren sind (BGE 2A.275/2005 vom 17. Oktober 2005 E.4.2., BGE 2C_60/2008 vom
9. Juni 2008 E. 3.3.).
Auch der vorliegende Fall liegt ähnlich. Der Beschwerdeführer ist ursprünglich
zusammen mit seiner heutigen Ehefrau in die Schweiz eingereist, wo sie gemeinsam
um Asyl nachgesucht haben. Nachdem sein Asylantrag abgewiesen worden war,
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heiratete er nur vier Tage vor dem angesetzten Ausreisedatum eine Schweizerin,
worauf ihm eine Aufenthaltsbewilligung erteilt wurde. Nach fünf Jahren wurde die Ehe
wieder geschieden, worauf der Beschwerdeführer in seiner Heimat nur rund ein Jahr
später seine langjährige Lebenspartnerin heiraten konnte, mit der er zwischenzeitlich
mehrere Kinder gezeugt hatte.
2.3.3. Auf eine Scheinehe lässt aber auch das Verhalten seiner geschiedenen Ehefrau
schliessen, auch wenn deren Verhalten dem Beschwerdeführer nicht unmittelbar
angerechnet werden kann. Die gebürtige Bosnierin hat das Schweizer Bürgerrecht im
Verlauf einer knapp dreijährigen Ehe mit einem Schweizer erhalten. Nachdem ihre
zweite Ehe mit dem Beschwerdeführer nach kurzer Zeit wieder beendet war, heiratete
sie einen Mazedonier. Von diesem trennte sie sich nach nur drei Jahren und liess sich
nach sechs Jahren erneut scheiden. Gleich wie der Beschwerdeführer heiratete auch
dieser nach der Scheidung von R.F. eine Landsmännin, mit der er im Heimatland
bereits fünf gemeinsame Kinder hatte. Das Ausländeramt widerrief in der Folge dessen
Niederlassungsbewilligung. Das angerufene Sicherheits- und Justizdepartement
schützte den Widerruf (Vorakten I., act. 320 ff.) und auch das Verwaltungsgericht des
Kantons St. Gallen bestätigte, dass es sich bei der geschiedenen Ehe um eine
Scheinehe gehandelt habe, weshalb die Bewilligung zu Recht widerrufen worden sei
(VerwGE B 2008/230 vom 19. August 2009, publiziert in www.gerichte.sg.ch). Dieser
Rechtsstreit ist noch beim Bundesgericht hängig. R.F. ist mittlerweile zum vierten Mal
verheiratet, nunmehr mit einem Staatsangehörigen von Bosnien-Herzegowina.
2.3.4. Indizien einer Scheinehe lagen überdies schon bei der Heirat des
Beschwerdeführers mit R.F. vor. Allein aus der Tatsache, dass damals die
Ausländerrechtsehe nicht rechtsgenüglich nachgewiesen werden konnte (Vorakten I.,
act. 78 ff.), kann nichts zu Gunsten des Beschwerdeführers abgeleitet werden. In einem
solchen Fall muss die Aufenthaltsbewilligung selbst auf das Risiko hin erteilt werden,
dass sich die Ehe auf Grund späteren Verhaltens der Beteiligten in Verbindung mit den
bereits bekannten, in diese Richtung weisenden Indizien als Scheinehe herausstellen
sollte und die Aufenthalts- bzw. Niederlassungsbewilligung gestützt auf die
dannzumaligen Erkenntnisse widerrufen werden muss bzw. nicht verlängert werden
kann (ZBl 11/2009 S. 629).
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2.3.5. Die Vorinstanz hat aufgezeigt, dass der Beschwerdeführer dem Ausländeramt
gegenüber seine Kinder wiederholt verleugnet und seinen Zivilstand immer wieder
falsch angegeben und damit seine Parallelfamilie im Kosovo verheimlicht hat, obwohl
ihm klar sein musste, dass es sich dabei um für die Aufenthaltsbewilligung
massgebliche Fakten handelte. Der Beschwerdeführer hat vor, während und nach
seiner Ehe mit R.F. mit seiner heutigen Ehefrau Kinder gezeugt und die Kindsmutter
nach der Scheidung geheiratet. Am Umstand, dass er während der Ehe mit R.F. im
Kosovo eine langjährige, stabile Parallelbeziehung geführt hat, ändert auch die
Behauptung nichts, dass er offenbar mit zwei weiteren Frauen je ein Kind gezeugt hat.
Allein die Tatsache, dass vor oder kurz nach der Eingehung einer Ehe ein
aussereheliches Kind gezeugt wird, schliesst nämlich keineswegs aus, dass die Ehe
(bzw. die Parallelbeziehung) tatsächlich und ernsthaft gelebt wird (Spescha/Thür/Zünd/
Bolzli, Kommentar Migrationsrecht, Zürich 2008, Rz. 3 zu Art. 62 AuG).
2.3.6. Der Beschwerdeführer lässt vorbringen, er habe seine Familie nicht erst im
Zusammenhang mit dem Gesuch um Niederlassungsbewilligung vom 30. Juni 2008
erwähnt. Die bisherigen Falschangaben habe er bereits am 29. Februar 2008
gegenüber dem Einwohneramt Rorschach richtig gestellt. Fakt ist, dass er gegenüber
dem zuständigen Ausländeramt bei sämtlichen Gesuchen um Erteilung bzw.
Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung falsche Angaben gemacht hat. Bereits am
23. März 2007 hat er um eine C-Bewilligung nachgesucht (Vorakten I. act. 295). Das
Gesuch konnte jedoch nicht behandelt werden, weil es unvollständig war (Vorakten I.
act. 296). Am 1. Oktober 2007 zeigte das Einwohneramt dem Beschwerdeführer mit
Verfallsanzeige an, dass seine Aufenthaltsbewilligung demnächst ablaufen werde. Das
Ausländeramt wurde sodann erst wieder am 3. Juli 2008 mit einem Gesuch
konfrontiert. Die erwähnten Angaben vom 27. August 2007 betreffend seine vier Kinder
hat er nicht gegenüber dem zuständigen Ausländeramt, sondern im Rahmen eines
strafrechtlichen Ermittlungsverfahrens betreffend Körperverletzung der Kantonspolizei
gegenüber gemacht. Damit steht fest, dass der Beschwerdeführer seiner gesetzlichen
Informationspflicht betreffend seine persönlichen Verhältnisse in keiner Weise
nachgekommen ist. Zudem erscheint seine Behauptung als völlig unglaubwürdig, dass
er auf die ihm zustehenden Kinderzulagen deshalb verzichtet habe, weil er die Kinder
gar nie in die Schweiz habe nachholen wollen. Die (vollen) Zulagen hätten ihm auch für
die Kinder im Kosovo zugestanden (www.svasg.ch/de/produkte/fam/leistungen/
http://www.svasg.ch/de/produk%1fte/fam/leistungen/internationale_bestimmungen.php
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internationale_bestimmungen.php neues Fenster). Vielmehr verhält es sich so, dass bei
Offenlegung der tatsächlichen Verhältnisse seine Aufenthaltsbewilligung ernsthaft in
Frage gestellt gewesen wäre. Ebenfalls als Schutzbehauptung muss gewertet werden,
dass er gar nie mit seiner Ehefrau habe zusammenleben wollen. Diesem Einwand steht
die Tatsache entgegen, dass er und seine heutige Ehefrau ursprünglich gemeinsam
einen Asylantrag gestellt hatten. Auch musste er im Jahr 1993 wegen Widerhandlung
gegen das Bundesgesetz über Aufenthalt und Niederlassung der Ausländer bestraft
werden, weil er seine heutige Ehefrau illegal bei sich wohnen liess. Dabei versicherte er
gegenüber dem Untersuchungsrichter glaubhaft, dass er sich bemüht habe, sein Kind
und seine Lebenspartnerin auf legalem Weg in die Schweiz nachkommen zu lassen,
was aber rechtlich unmöglich gewesen sei. Es sei nach wie vor sein sehnlichster
Wunsch, mit seiner Familie zusammenleben zu können (Vorakten I. act. 27 ff.).
2.4. Aus dem Gesagten folgt, dass die in der Schweiz eingegangene Ehe I.F. nur dazu
diente, dass der Beschwerdeführer die Aufenthaltsbewilligung erhalte und nicht
verliere. Daran vermag nichts zu ändern, dass er und R.F. noch heute im Kontakt
stehen. Es kann deshalb darauf verzichtet werden, seine geschiedene Ehefrau darüber
als Auskunftsperson zu befragen. Wären die tatsächlichen Verhältnisse dem
Ausländeramt rechtzeitig bekannt gewesen, wäre seine Aufenthaltsbewilligung längst
entzogen bzw. nicht mehr verlängert worden. Das beschriebene Vorgehen ist
rechtsmissbräuchlich und entspricht – wie bereits gesagt - einem bekannten
Verhaltensmuster, um die Bestimmungen des Ausländerrechts zu umgehen. B.I. hat
seine Aufenthaltsbewilligung bzw. deren Verlängerungen durch Täuschung der
Behörden erschlichen. Damit ist der Widerrufsgrund von Art. 62 lit. a AuG gegeben.
3. Sind die Voraussetzungen des Widerrufs erfüllt, hat die zuständige Behörde
darüberhinaus den besonderen Gegebenheiten des Falls Rechnung zu tragen (Zünd/
Arquint Hill, a.a.O., Rz. 8.22). Die Behörden berücksichtigen bei der
Ermessensausübung die öffentlichen Interessen und die persönlichen Verhältnisse
sowie den Grad der Integration des Ausländers (Art. 96 Abs. 1 AuG).
3.1. Der Begriff der persönlichen Verhältnisse erstreckt sich namentlich auf die
persönlichen und verwandtschaftlichen Bindungen des Ausländers zur Schweiz und die
Lebenssituation im Herkunftsland und umfasst neben der Anwesenheitsdauer der
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betroffenen Personen auch die grundrechtlich geschützten Interessen von Kindern und
deren Verwurzelung in der Schweiz (Spescha/Thür/Zünd/Bolzli, a.a.O., Rz. 4 zu Art. 96
AuG). Integration ist gleichzeitig wechselseitiger Prozess und Zustand. Sie bemisst sich
an Negativindikationen wie Straffälligkeit, Schulden, Verstoss gegen grundlegende
gesellschaftliche Werte und an Positivindikatoren wie Sprachkenntnisse, Kenntnissen
der hiesigen Verhältnisse, schulischem und beruflichem Erfolg, einem geordneten
Familienleben und sozialer Teilhabe sowie gesellschaftlicher Akzeptanz (Uebersax,
a.a.O., Rz.7.120).
3.2. Der Beschwerdeführer ist erst mit 26 Jahren in die Schweiz eingereist, womit er
seine prägenden und meisten Lebensjahre in seinem Heimatland verbracht hat. Sein
langjähriger Aufenthalt in der Schweiz ist insofern zu relativieren, als er die ersten Jahre
als Asylbewerber verbracht und den Aufenthalt während der letzten 15 Jahre mit
falschen Angaben erschlichen hat. Dieses Verhalten ist nach Art. 118 Abs. 1 AuG
strafbar. Zudem wurde er am 19. Dezember 1995 wegen mehrfachen Widerhandlungen
gegen das Betäubungsmittelgesetz zu einer bedingten Gefängnisstrafe von
12 Monaten und einer Busse verurteilt, wobei eine früher bedingt ausgesprochene
Freiheitsstrafe von zwei Wochen für vollziehbar erklärt wurde (Vorakten I. act. 99 ff.).
Das Ausländeramt verwarnte ihn deshalb und verlängerte die Aufenthaltsbewilligung –
mangels Kenntnis der tatsächlichen Verhältnisse – ausdrücklich einzig in
Rücksichtnahme auf seine Schweizer Ehefrau (Vorakten I. act. 177). Vier Jahre später
verurteilte ihn das Bezirksamt Rorschach abermals zu einer Busse von Fr. 700.--
wegen Stellenantritts ohne Bewilligung und fahrlässiger Zulassung zum Stellenantritt
ohne Bewilligung (Vorakten I. act. 217). Der Beschwerdeführer hatte zudem immer
wieder Schulden. So waren am 28. November 2008 17 Verlustscheine von
Fr. 33'206.20 offen (Vorakten I. act. 313, 225, 198).
3.3. Auch wenn sich der Beschwerdeführer während der langen Aufenthaltsdauer in der
Schweiz beruflich und persönlich weitgehend integriert haben dürfte, ist er doch mit
der Sprache, den kulturellen und gesellschaftlichen Gepflogenheiten seines
Heimatlandes nach wie vor bestens vertraut. Ins Gewicht fällt insbesondere, dass er
sich während seines ganzen Aufenthalts in der Schweiz häufig im Kosovo aufgehalten
und dort in einer eheähnlichen Beziehung eine Familie gegründet hat. Mit den dort
lebenden vier Kindern und der Kindsmutter, mit der er heute auch verheiratet ist, steht
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er im engen Kontakt, während mit seiner ausserehelichen Tochter, die offenbar
irgendwo im Kanton Bern lebt, keine Verbindung besteht. Eine weitere Tochter soll
überdies in Bosnien leben. In der Schweiz führte der ungelernte Bauarbeiter
verschiedene, nicht besonders qualifizierte Tätigkeiten aus, die aus wirtschaftlicher
oder arbeitsmarktlicher Sicht einen Aufenthalt nicht rechtfertigen.
Im Kosovo hat sich die Lage nach dem Kosovo-Krieg im Jahr 1999 im Übrigen
normalisiert. Die Schweiz hat das Land Anfang des Jahres 2008 als selbständigen
Staat anerkannt und mit ihm diplomatische Beziehungen aufgenommen. Ab dem 1.
April 2009 gilt Kosovo zudem als "Safe Country". Massgebliche Kriterien für die
Bezeichnung eines Staates als "Safe Country" sind insbesondere die Einhaltung der
Menschenrechte sowie die Anwendung internationaler Konventionen im
Menschenrechts- und Flüchtlingsbereich.
3.4. Der Beschwerdeführer macht schliesslich geltend, er habe der Kantonspolizei
während vieler Jahre als Informant gedient und damit geholfen, Verbrechen
aufzudecken. Der Beschwerdeführer gibt dafür keinerlei Beweismittel an. Es ist daher
unklar, was seine Rolle bei diesen Geschehnissen und Ermittlungen war. Den Akten
lässt sich einzig entnehmen, dass die Staatsanwaltschaft des Kantons Thurgau am
8. März 2005 unter anderem gegen den Beschwerdeführer ein Strafverfahren wegen
Körperverletzung und Raufhandels nicht eröffnet bzw. eingestellt hat (Vorakten I.
act. 328 ff.). Zudem wurde er in einem weiteren Strafverfahren betreffend einfache
Körperverletzung und Drohung als Zeuge bzw. als Tatverdächtiger (Vorakten I.
act. 310) befragt, das von der Staatsanwaltschaft des Kantons St. Gallen mit Verfügung
vom 30. Januar 2008 ebenfalls aufgehoben wurde (Vorakten I. act. 334 ff.). Diese
Kontakte mit der Polizei jedenfalls stehen der Nichtverlängerung der
Aufenthaltsbewilligung bzw. Verweigerung der Niederlassungsbewilligung in keiner
Weise entgegen.
3.5. Aus dem Gesagten folgt, dass dem Beschwerdeführer ohne weiteres zuzumuten
ist, zu seiner Ehefrau und seinen Kindern in sein Heimatland zurückzukehren, auch
wenn dies für ihn mit beruflichen und wirtschaftlichen Nachteilen verbunden ist.
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4. Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die Vorinstanz auf Grund der sich
nachträglich ergebenen Indizien zu Recht eine Scheinehe angenommen und die
Aufenthalts- und Niederlassungsbewilligung nicht verlängert bzw. verweigert hat. Die
Rückkehr des Beschwerdeführers liegt unter den gegebenen Umständen im
öffentlichen Interesse und ist verhältnismässig und zumutbar, so dass die Beschwerde
abzuweisen ist.
5. Dem Verfahrensausgang entsprechend sind die amtlichen Kosten vom
Beschwerdeführer zu bezahlen (Art. 95 Abs. 1 VRP). Eine Entscheidgebühr von
Fr. 2'000.-- ist angemessen (Art. 16 Ziff. 622 Gerichtskostentarif, sGS 941.12). Sie ist
mit dem geleisteten Kostenvorschuss in gleicher Höhe zu verrechnen.
Ausseramtliche Kosten sind nicht zu entschädigen (Art. 98bis VRP).
Demnach hat das Verwaltungsgericht