# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 1bd7e4e3-3f3a-4bed-b7f1-be28a533c47e
**Court:** GR_KG
**Chamber:** GR_KG_004
**Year:** 2013
**Language:** de
**Jurisdiction:** GR / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

hat sich ergeben:
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I. Sachverhalt
A. X._ wurde am 8. Oktober 1956 in A._ geboren, ist verheiratet und wohnt in B._. Er ist von Beruf Landwirt bzw. Bergführer. Sein steuerbares Einkommen beträgt Fr. 40‘000.-- pro Jahr, an Vermögenswerten hat er Liegenschaften im Wert von ca. Fr. 1‘500‘000.-- und Schulden in der Höhe von ca. Fr. 500‘000.--. X._ ist nicht vorbestraft.
B. Mit Strafbefehl des Departements für Volkswirtschaft und Soziales Graubünden (nachfolgende: DVS) vom 5. März 2012 wurde X._ wegen fahrlässiger Widerhandlung gegen Art. 77 TSchV in Verbindung mit Art. 28 Abs. 3 TSchG mit einer Busse von Fr. 200.-- bestraft. Dem Strafbefehl lag folgender Sachverhalt zugrunde:
„X._ war am 19. Oktober 2010 um ca. 17:15 Uhr mit einer 200 Schafe umfassenden Herde, den zwei ihm gehörenden Herdenschutzhunden C._ und D._ sowie drei weiteren Helfern (E._, F._, G._) auf dem Wanderweg entlang des linken Bachufers des H._ unterwegs, um die Schafe von I._ nach J._, K._, zu treiben. Gleichzeitig war L._ mit ihrer 14-jährigen Belgischen Schäferhündin M._ in der Gegenrichtung unterwegs. An einer unübersichtlichen und engen Stelle des Wanderweges (Kurve) weigerten sich die Schafe, weiterzugehen. Daher begab sich X._ an das Ende der Herde, um dort beim Treiben zu helfen. Die Spitze übernahm E._. Er packte ein Leitschaf am Glockenriemen und ging auf dem Wanderweg weiter. Zu diesem Zeitpunkt kam aus der Gegenrichtung L._ mit der freilaufenden Hündin M._ um die Kurve. Die Hündin lief dabei ca. ein bis zwei Meter vor L._. Als der Herdenschutzhund D._ die Hündin M._ sah, griff er sie sofort an. Beide Hunde stürzten in der Folge die dortige steile Böschung ca. vier Meter hinunter. Der Herdenschutzhund kehrte anschliessend zur Herde zurück, während die Hündin von L._ in den Sträuchern am Fuss der Böschung liegen blieb. Die Hündin erlitt am hinteren Oberschenkel eine Bissverletzung, welche durch den Tierarzt behandelt wurde.“
C. Gegen diesen Strafbefehl erhob X._ am 19. März 2012 fristgemäss Einsprache. Die Hauptverhandlung, zu der mit prozessleitender Verfügung vom 16. Oktober 2012 vorgeladen wurde, fand am 15. November 2012 statt. Anwesend waren X._ als Beschuldigter in Begleitung seines privaten Verteidigers, Rechtsanwalt Dr. iur. Michael Bütler. Das DVS war nicht vertreten. Die Parteien stellten die folgenden Schlussanträge:
Anträge des Departements für Volkswirtschaft und Soziales Graubünden
1. X._ sei der fahrlässigen Widerhandlung gegen Art. 77 TSchV in Verbindung mit Art. 28 Abs. 3 TSchG schuldig zu sprechen.
2. Dafür sei er mit einer Busse von Fr. 200.-- zu bestrafen.
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3. Unter gesetzlicher Kostenfolge.
Anträge von X._
1. Es sei in Gutheissung der Einsprache vom 19. März 2012 der Strafbefehl N._ des Departements für Volkswirtschaft und Soziales Graubünden vom 5. März 2012 und die damit verbundene Busse samt Verfahrenskosten aufzuheben.
2. Es sei der Angeklagte freizusprechen.
3. Es seien die Verfahrenskosten auf die Staatskasse zu nehmen.
4. Der Angeklagte sei für seine Aufwendungen für die anwaltliche Verteidigung angemessen zu entschädigen.
D. Gegen das am 15. November 2012 gefällte, gleichentags mündlich eröffnete und ohne schriftliche Begründung am 21. November 2012 mitgeteilte Urteil des Bezirksgerichts Inn verlangte X._ mit Schreiben vom 28. November 2012 die Begründung des Urteils. Das DVS meldete mit Schreiben vom 28. November 2012 die Berufung an.
E. Daraufhin teilte das Bezirksgericht Inn den Parteien am 24. Dezember 2012 das begründete Urteil mit. Darin erkannte es wie folgt:
„1. X._ wird vom Vorwurf der fahrlässigen Widerhandlung gegen Art. 77 TSchV in Verbindung mit Art. 28 Abs. 3 TSchG freigesprochen.
2. Die Untersuchungsgebühren und Auslagen des Departements für Volkswirtschaft und Soziales Graubünden in der Höhe von CHF 1‘261.60 gehen zu Lasten des Kantons Graubündens, die Gerichtsgebühren in der Höhe von CHF 2‘000.00 zu Lasten des Bezirks Inn.
3. X._ wird von der Bezirkskasse Inn eine ausseramtliche Entschädigung in der Höhe von Total CHF 7’236.00 (inkl. Spesen und MwSt.) ausgerichtet.

## Considerations