# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 6fa84562-f8d5-4678-b3e9-94ecfa7e4dad
**Court:** SG_VG
**Chamber:** SG_VG_001
**Year:** 2010
**Language:** de
**Jurisdiction:** SG / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

hat das Verwaltungsgericht festgestellt:
A./ Mit Beschluss vom 2. September 2008 genehmigte das Baudepartement das
Ausführungsprojekt "Kantonsstrasse Nr. .. .. .. Trottoirlücke Dorf" mit einem
Kostenvoranschlag von Fr. 271'000.-- (Stand Juli 2008).
.. ..
Am 15. Dezember 2008 wurden Personen, die für das Projekt private Rechte
abzutreten haben, mit persönlicher Anzeige von der Durchführung des Planverfahrens
und vom Enteignungsbegehren in Kenntnis gesetzt. Eine persönliche Anzeige ging
auch an die S. AG. Das Projekt lag vom 7. Januar bis 5. Februar 2009 in der Politischen
Gemeinde öffentlich auf.
B./ Innert der Auflagefrist erhob die S. AG als Eigentümerin des Grundstücks Nr. 611
am 3. Februar 2009 Einsprache gegen die Bodenabtretung und damit gegen die
Zulässigkeit der Enteignung. Vom Grundstück der Einsprecherin werden für das Projekt
rund 56 m Bodenfläche dauernd beansprucht. Die S. AG beantragte, auf die
Bodenabtretung für den bestehenden und der Öffentlichkeit grundsätzlich zur
Verfügung stehenden Gehweg im Bereich ihrer Liegenschaft sei zu verzichten, weil ein
Landerwerb nicht erforderlich und die Nutzung der Liegenschaft als Geschäftshaus auf
zwei Parkplätze vor dem Gebäude angewiesen sei.
Am 29. April 2009 führte das Tiefbauamt mit der Einsprecherin und einem Vertreter der
Politischen Gemeinde an Ort und Stelle eine Einspracheverhandlung durch.
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Nachdem andere Einsprachen zurückgezogen worden waren und weitere Einsprecher
einer Projekttrennung durch Teilrückzug ihrer Einsprachen zugestimmt hatten,
genehmigte der Vorsteher des Baudepartements am 4. Juni 2009 die Trennung des
Projekts in einen südlichen und einen nördlichen Abschnitt sowie die aufgrund der
Einspracheverhandlungen erforderlichen Änderungen im nördlichen Abschnitt. Damit
wurde der nördliche Abschnitt rechtskräftig.
Am 15./16. Juni 2009 wurden der S. AG die Ergebnisse der Einspracheverhandlung
und der anschliessenden Abklärungen bestätigt. Der Einsprecherin wurden die von
Gesetzes wegen möglichen Nutzungen des Gehweges für den Güterumschlag und das
Ein- und Aussteigenlassen von Personen erläutert und festgehalten, auch in Zukunft
werde nach einer Bodenabtretung der Gehwegfläche ein Güterumschlag in
beschränktem Umfang möglich sein, während das Parkieren auf dem Gehweg
ausgeschlossen sei. Dies gelte sowohl bei einer Bodenabtretung als auch im Fall einer
dienstbarkeitsrechtlichen Regelung. Die verbleibende Restfläche des Vorplatzes hinter
dem Gehweg erlaube aufgrund der Breite von gut 2 m und der Länge von 11 m die
Bereitstellung von zwei Längsparkplätzen. Die Einsprecherin hielt jedoch mit Schreiben
vom 8. Juli 2009 an ihrer Einsprache fest.
Die Regierung wies die Einsprache der S. AG an ihrer Sitzung vom 26. Mai 2010 ab.
C./ Mit Eingabe vom 18. Juni 2010 erhob die S. AG gegen den Entscheid der
Regierung Beschwerde beim Verwaltungsgericht.
Mit verfahrensleitender Verfügung vom 21. Juni 2010 forderte das Verwaltungsgericht
die Beschwerdeführerin auf, bis 5. Juli 2010 einen Kostenvorschuss von Fr. 3'000.-- zu
bezahlen. Ausserdem teilte es der Beschwerdeführerin mit, dass der Entscheid der
Regierung am 1. Juni 2010 versandt worden sei. Somit sei davon auszugehen, dass
der Entscheid der Beschwerdeführerin am 2. Juni 2010 ausgehändigt worden sei und
die vierzehntägige Beschwerdefrist am 3. Juni 2010 zu laufen begonnen habe. Die
Beschwerdefrist wäre daher am 16. Juni 2010 abgelaufen, während die Beschwerde
vom 18. Juni 2010 datiere. Der Beschwerdeführerin wurde Gelegenheit gegeben, zu
einer allfälligen Verspätung der Beschwerde Stellung zu nehmen.
Die Beschwerdeführerin bezahlte den Kostenvorschuss fristgerecht.
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Mit Eingabe vom 5. Juli 2010 teilte die Beschwerdeführerin bzw. deren
einzelzeichnungsberechtigter Verwaltungsratspräsident mit, er habe den Termin falsch
in die Agenda eingetragen und sei daher der Meinung gewesen, noch mehr Zeit zur
Verfügung zu haben. Somit habe er das Schreiben erst am 18. Juni 2010 abschicken
können.
Die Vorinstanz beantragte in ihrer Vernehmlassung vom 26. August 2010 die
kostenfällige Abweisung der Beschwerde.
Mit verfahrensleitender Verfügung vom 27. August 2010 wurde der Beschwerdeführerin
Gelegenheit gegeben, sich zur Vernehmlassung der Regierung zu äussern. Ausserdem
wurde sie darauf hingewiesen, dass die Regierung zu einer allfälligen Verspätung nicht
Stellung genommen habe, eine solche aber von Amtes wegen geprüft werde.
Die Beschwerdeführerin liess sich mit Schreiben vom 8. September 2010 vernehmen.
Die Vorbringen der Beschwerdeführerin werden, soweit notwendig, in den
nachstehenden Erwägungen dargelegt und gewürdigt.

## Considerations

Darüber wird in Erwägung gezogen:
1. Die Zuständigkeit des Verwaltungsgerichts zum Entscheid über die Beschwerde ist
gegeben (Art. 59bis Abs. 1 des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege, sGS 951.1,
abgekürzt VRP). Die S. AG ist als eine von der Enteignung betroffene
Grundeigentümerin zur Beschwerde legitimiert (Art. 64 Abs. 1 in Verbindung mit Art. 45
Abs. 1 VRP). Insoweit sind die Voraussetzungen für einen Entscheid erfüllt.
1.1. Zu prüfen ist, ob die Beschwerde rechtzeitig eingereicht wurde. Der angefochtene
Entscheid der Regierung wurde am 1. Juni 2010 versandt. Der Versand erfolgte
uneingeschrieben. Die Beschwerde datiert vom 18. Juni 2010. Die Beschwerdefrist
beträgt vierzehn Tage (Art. 64 Abs. 1 in Verbindung mit Art. 47 Abs. 1 VRP). Daher lud
das Verwaltungsgericht die Beschwerdeführerin ein, zu einer allfälligen Verspätung der
Beschwerde Stellung zu nehmen. Merkmal für eine Verspätung bildete der Umstand,
dass der Entscheid der Regierung wie erwähnt am 1. Juni 2010 versandt wurde und
die vierzehntägige Beschwerdefrist am 3. Juni 2010 zu laufen begann, falls der
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Entscheid am 2. Juni 2010 der Beschwerdeführerin ausgehändigt wurde. Die
Beschwerdefrist von vierzehn Tagen begann am Tag nach der Aushändigung des
Entscheids zu laufen (Art. 82 Abs. 1 des Gerichtsgesetzes, sGS 941.1, abgekürzt
GerG). Eine allfällige Verspätung ist von Amtes zu berücksichtigen, da die
Beschwerdefrist eine gesetzliche Frist ist, deren Versäumnis grundsätzlich zu einer
Verwirkung des Beschwerderechts führt (Art. 77 GerG).
1.2. Die Frist für die Stellungnahme zu einer allfälligen Verspätung Beschwerde wurde
auf zehn Tage festgesetzt. Sie entsprach damit der Frist, innerhalb welcher nach
Art. 87 Abs. 1 GerG ein Gesuch um Wiederherstellung einer versäumten Frist gestellt
werden kann. Die Beschwerdeführerin bzw. ihr Vertreter reichte am 5. Juli 2010 eine
Stellungnahme ein und hielt fest, er habe den Termin falsch in die Agenda eingetragen
und sei daher der Meinung gewesen, noch mehr Zeit zur Verfügung zu haben.
In ihrer Stellungnahme vom 5. Juli 2010 anerkannte somit die Beschwerdeführerin die
Verspätung der Beschwerde. Die Anerkennung der Verspätung ist von Amtes wegen zu
berücksichtigen, obwohl die Vorinstanz kein Begehren stellte, es sei auf die
Beschwerde nicht einzutreten. Es wäre nach der Praxis des Bundesgerichts als
willkürlich zu betrachten, wenn das Gericht diese von der Beschwerdeführerin
anerkannte, von Amtes wegen zu berücksichtigende Tatsache nicht beachten würde.
Wenn ein Entscheid uneingeschrieben versandt wurde, ist auf die Angaben des
Betroffenen abzustellen (vgl. Urteil des Bundesgerichts BGE 2C_637/2007 vom 4. April
2008, E. 2.1. bis 2.5). Aufgrund der Verspätung kann das Verwaltungsgericht somit auf
die Beschwerde nicht eintreten.
2. Dem Verfahrensausgang entsprechend sind die amtlichen Kosten des
Beschwerdeverfahrens der Beschwerdeführerin aufzuerlegen (Art. 95 Abs. 1 VRP). Eine
Entscheidgebühr von Fr. 1'000.-- ist angemessen (Art. 13 Ziff. 622 Gerichtskostentarif,
sGS 941.12). Der geleistete Kostenvorschuss von Fr. 3'000.-- ist zu verrechnen und der
Rest von Fr. 2'000.-- der Beschwerdeführerin zurückzuerstatten.
Ausseramtliche Kosten sind nicht zu entschädigen (Art. 98bis VRP).
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Demnach hat das Verwaltungsgericht