# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 52978e9d-0a7f-46b9-a8ce-5067ef216239
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2021
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1971 und zuletzt tätig als
Packerin
für
Y._
sowie daneben als Reinigungskraft (vgl.
Urk.
7/13)
, meldete sich am 2
8.
Juli 2017 (Eingangsdatum) unter Hinweis auf
starke willkürliche und belastungsabhängige Schmerzen
an
der linken Hand bei der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, zum Leistungsbezug an (
Urk.
7/2).
Mit Schreiben
vom 1
6.
Jan
u
a
r 2018 teilte die IV-Stelle mit, dass aufgrund des aktuellen Gesundheitszustandes keine Eingliederungsmassnahmen möglich seien (
Urk.
7/28). Die Versicherte er
suchte
diesbezüglich
um eine beschwerdefähig
e Verfügung
(
Urk.
7/29), worauf sie am
9.
Februar 2018 telefonisch verzichtete (
Urk.
7/32). Die IV-Stelle tätigte weitere medizinische
und erwerbliche Abklärungen und liess die Versicherte durch den Regionalen Ärztlichen Dienst
(RAD)
orthopädisch/handchirurgisch und psychiatrisch untersuchen (
Urk.
7/68-69). Im Anschluss holte sie den Haushalt
abklärungsbericht vom 2
6.
September 2019 ein (
Urk.
7/73).
Mit Vorbescheid vom 1
8.
Dezember 2019 stellte die IV-Stelle eine
befristete ganze Rente vom
1.
Mä
rz 2018 bis zum 3
0.
April 2019 in Aussicht (
Urk.
7/78). Nachdem die Versicherte am 1
4.
Januar 2020 Einwand erhoben hatte (
Urk.
7/79; ergänzende
Einwandbe
grün
dung
vom
2.
März 2020,
Urk.
7/83) holte die IV-Stelle weitere Arztberichte ein (vgl.
Urk.
7/89/9 ff.;
Urk.
7/90-91), woraufhin die Versicherte am 2
3.
September 2020 erneut Stellung nahm (
Urk.
7/95). Mit Verfügung vom 2
2.
Februar 2021 sprach die IV-Stelle
wie vorbeschieden eine vom
1.
Mä
rz 2018 bis 3
0.
April 2019 befristete ganze Rente zu (
Urk.
2).
2.
Hiergegen erhob die Versicherte am 2
5.
März 2021 Beschwerde und beantragte, es sei die angefochtene Verfügung aufzuheben und es sei ihr eine Rente der Invalidenversicherung und gegebenenfalls berufliche Massnahmen zuzusprechen.
Eventualiter sei die Sache zu weiteren Abklärungen an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen (
Urk.
1). Mit Beschwerdeantwort vom 1
0.
Mai 2021 schloss die Beschwerdegegnerin auf Abweisung der Beschwerde (
Urk.
6 unter Beilage ihrer Akten,
Urk.
7/1-106), worüber die Beschwerdeführerin am 1
7.
Mai 2021 in Kenntnis gesetzt wurde (
Urk.
8).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, soweit erforderlich, im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
Die Beschwerdegegnerin hielt in der angefochtenen Verfügung dafür (
Urk.
2), d
ass gestützt auf die Haushaltsabklärung von einer 70%igen Tätigkeit im Erwerbs
bereich und einer 30%ige
n Tätigkeit im Haushaltsbereich auszugehen sei. Die bisherigen Tätigkeiten als Packerin im
Y._
sowie als Reinigungsfachkraft in Privathaushalten seien nach Ablauf des Wart
ejahres nicht
mehr
zumutbar. Per 10.
Januar 2019 sei von einer Verbesserung des Gesundheitszustandes auszu
gehen, so dass ihr ab diesem Zeitpunkt
eine angepasste Tätigkeit bei einer um 30 % reduzierten
Leistung
zumutbar
sei
. Im Haushaltbereich habe eine durch
gehende Einschränkung von 17 % bestanden. Ausgehend von den Einträgen im IK-Auszug für das Jahr 2016 (Jahr vor Eintritt der Arbeitsunfähigkeit) als Be
messungsgrundlage für das
Valideneinkommen
resultiere nach Ablauf des Warte
jahres am 1. März 2017 bei einer Einschränkung im Erwerbsbereich von 100 % und einer solchen im Haushaltbereich von 17 % ein Gesamtinvaliditätsgrad von 75 %. Nach der Verbesserung im Januar 2019 ergebe sich eine Einschränkung im Erwerbsbereich von 33 % bzw. gewichtet 23 %. Zusammen mit der Einschrän
kung im Haushaltbereich von 17 % bzw. gewichtet 5 % resultiere ein Gesamt
invaliditätsgrad von 28 %, so dass unter Berücksichtigung von drei Monaten
ab
1.
Mai 2019 kein Anspruch auf eine Rente mehr bestehe.
Die Beschwerdeführerin brachte demgegenüber im Wesentlichen vor, dass im Januar 2019 keine Verbesserung eingetreten sei.
Die Ausführungen des RAD-Arztes
Dr.
med.
Z._
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Trau
matologie und Handchirurgie (D)
, würden lediglich die Verlangsamung der mö
g
lichen Bewegungen und des Einsatzes der linken Hand berücksichtigen. Die
schmerzbedingten Einschränkungen, wie z.B. erhöhte Pausenbedürftigkeit, schnel
lere Erschöpfbarkeit etc. seien nicht berücksichtigt worden. RAD-Ärztin
Dr.
med. A._
, Fachärztin für Psychiatri
e und Psychotherapie, attestier
e zwar Ein- und Durchschlafstörungen, allerdings verneine sie eine psychiatrische Dia
gnose, woraus sie folgere, dass eine volle Arbeitsfähigkeit bestehe. Allerdings
müssten auch ohne eigenständige psychiatrische Diagnosen die stärksten Schmer
zen
bei der Arbeits- und Leistungsfähigkeit Berücksichtigung finden. Die Begut
achtung von chronischen Schmerzen
müss
e ohnehin
integrativ erfolgen. Die Aus
führungen der RAD-Ärzte seien nicht überzeugend, so dass keine vollständige Abklärung des Sachverhalts vorliege. Darüber hinaus wäre ein leidensbedingter Abzug gerechtfertigt, da sie als funktionell praktisch Einarmige zu qualifizieren sei und die Schmerzen und die Erschöpfung infolge
der
schmerzbedingten Schlaf
störungen ebenfalls Einfluss auf das erzielbare Einkommen hätten. Sofern eine
Teilarbeitsfähigkeit im ersten Arbeitsmarkt überhaupt bejaht werde, wäre zumin
dest ein Leidensabzug von 25
%
vorzunehmen.
Die
Haushaltsabklärung
sei
zu einer geringen Einschätzung gekommen, diese sei mit mindestens 52.15
%
zu
bemessen.
Des Weiteren
seien
ihr Eingliederungsmassnahmen
zuzusprechen (
Urk.
1).
2.
2.1
2.1.1
Im verwaltungsgerichtlichen Beschwerdeverfahren sind grundsätzlich nur Rechts
verhältnisse zu überprüfen beziehungsweise zu beurteilen, zu denen die zu
ständige Verwaltungsbehörde vorgängig verbindlich – in Form einer Verfügung beziehungsweise eines
Einspracheentscheids
– Stellung genommen hat. Insoweit bestimmt die Verfügung beziehungsweise der
Einspracheentscheid
den beschwer
de
weise weiterziehbaren Anfechtungsgegenstand. Umgekehrt fehlt es an einem Anfechtungsgegenstand und somit an einer Sachurteilsvoraussetzung, wenn und insoweit keine Verfügung beziehungsweise kein
Einspracheentscheid
ergangen ist (BGE 131 V 164 E. 2.1; 125 V 413 E. 1a).
2.1.2
Die Parteien haben Anspruch auf rechtliches Gehör. Sie müssen nicht angehört werden vor Verfügungen, die durch Einsprache anfechtbar sind (Art. 42
des Bun
desgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG
). Nach Art. 69 Abs. 1 Bst. a des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) sind in Abweichung von den Artikeln 52 und 58 ATSG Verfügungen der kantonalen IV-Stellen direkt vor dem Versicherungsgericht am Ort der IV-Stelle anfechtbar. Aus Art. 42 ATSG und Art. 69 Abs. 1 Bst. a IVG folgt, dass vor Erlass von Verfügungen die IV-Stellen das rechtliche Gehör gewähren müssen, was regelmässig in Form eines Vorbescheids geschieht.
Das Recht, angehört zu werden, ist formeller Natur. Die Verletzung des recht
lichen Gehörs führt ungeachtet der Erfolgsaussichten der Beschwerde in der Sache selbst zur Aufhebung der angefochtenen Verfügung. Es kommt mit anderen Worten nicht darauf an, ob die Anhörung im konkreten Fall für den Ausgang der materi
el
len Streitentscheidung von Bedeutung ist, das heisst die Behörde zu einer Änderung ihres Entscheides veranlasst wird oder nicht (BGE 132 V 387 E. 5.1; 127 V 431 E. 3d/
aa
).
2.1.3
Die Beschwerdeführerin beantragt unter anderem die
Zusprache
von beruflichen Massnahmen.
Nachdem sie von der Beschwerdegegnerin davon abgebracht wurde, betreffend die Mitteilung vom 16. Januar 2018, wonach aufgrund des aktuellen Gesund
heitszustandes keine Eingliederungsmassnahmen möglich seien, auf den Erlass einer anfechtbaren Verfügung zu bestehen (Urk. 7/32), wurde sie im Vorbescheid
vom 18. Dezember 2019 betreffend Rente darüber informiert, die medizinische, per
sönliche und erwerbliche Situation werde laufend überprüft. Nach der
Ren
tenzusprache
könnten jederzeit Massnahmen der Wiedereingliederung mit dem Ziel der Verbesserung der Erwerbsfähigkeit durchgeführt werden, soweit diese angezeigt seien (Urk. 7/78).
In der nunmehr angefochtenen Verfügung steht unter dem Titel «Wir
verfügen:»
lediglich: «Vom 1. März 2018 bis 30. April 2019 hat Frau
X._
Anspruch auf eine ganze Rente.» Erst gegen Ende der Verfügung findet sich unter dem Titel «Abklärungsergebnis» unversehens die Bemerkung, da die Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit als hoch eingestuft werde (70 %), könnten keine Ein
gliederungsmassnahmen gewährt werden. Es sei von einer Verwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit auszugehen. Auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt sollten genügend Nischenarbeitsplätze analog des Belastungsprofils vorhanden sein.
2.1.4
Bei dieser Sachlage ist davon auszugehen, dass die Beschwerdegegnerin über den Anspruch auf berufliche Massnahmen gar nicht verfügt hat. Entsprechend ist auf den Antrag um Zusprechung von beruflichen Massnahmen nicht einzutreten (E.
2.1.1).
Lediglich ergänzend sei darauf hingewiesen, dass betreffend berufliche Massnah
men das rechtliche Gehör verletzt wäre, würde man die entsprechende Bemerkung unter dem Titel «Abklärungsergebnis» als Bestandteil des Anfechtungsbe
stand
teils betrachten wollen. Im Vorbescheid wurde nämlich diesbezüglich keinerlei Entscheid in Aussicht gestellt. Entsprechend wäre dieser Teil der Verfügung ohne weiteres aufgrund einer Verletzung des rechtlichen Gehörs aufzuheben (E. 2.1.2).
2.2
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs.
1 ATSG)
. Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom
menden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der ge
sundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt
zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
2.3
2.3.1
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1
IVG
Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betä
tigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen
wieder herstellen
, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
2.3
.2
Nach der Rechtsprechung sind bei rückwirkender Zusprechung einer abgestuften oder befristeten Invalidenrente die für die Rentenrevision geltenden Bestim
mun
gen (Art. 17 ATSG in Verbindung mit Art. 88a
der
Verordnung
über die Inva
li
denversicherung, IVV
) analog anzuwenden (BGE 133 V 263 E. 6.1 mit Hinwei
sen;
Urteil des Bundesgerichts 9C_399/2016 vom 18. Januar 2017 E. 4.8.1). Ob eine für den Rentenanspruch erhebliche Änderung der tatsächlichen Verhältnisse ein
ge
treten und damit der für die Abstufung oder Befristung erforderliche Revi
sions
grund gegeben ist, beurteilt sich durch Vergleich des Sachverhalts im Zeit
punkt des Rentenbeginns mit demjenigen im – nach Massgabe des analog an
wend
baren
Art. 88a Abs. 1 IVV festzusetzenden – Zeitpunkt der Anspruchsän
derung (vgl.
BGE
125 V 413 E. 2d mit Hinweisen; vgl. statt vieler: Urteile des Bundesgerichts 8C_375/2017 vom 25. August 2017 E. 2.2 und 8C_350/2013 vom 5. Juli 2013 E. 2.2 mit Hinweis).
2.4
2.4.1
Gemäss dem in Art. 27
bis
Abs. 2–4 IVV per 1. Januar 2018 eingeführten neuen Berechnungsmodell für die Festlegung des Invaliditätsgrads von teilerwerbs
täti
gen Versicherten nach der gemischten Methode (Art. 28a Abs. 3 IVG) werden der Invaliditätsgrad in Bezug auf die Erwerbstätigkeit und der Invaliditätsgrad in Bezug auf die Betätigung im Aufgabenbereich – weiterhin – summiert (
Art.
27
bis
Abs. 2 IVV). Die Berechnung des Invaliditätsgrads in Bezug auf die Erwerbs
tätigkeit richtet sich nach
Art.
16 ATSG, wobei das Erwerbseinkommen, das die
versicherte Person durch die Teilerwerbstätigkeit erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre, auf eine Vollerwerbstätigkeit hochgerechnet wird (Art. 27
bis
Abs. 3
lit
. a IVV) und die prozentuale Erwerbseinbusse anhand des Be
schäftigungsgrads,
den
die versicherte Person hätte, wenn sie nicht invalid ge
wor
den wäre, gewichtet wird (Art. 27
bis
Abs. 3
lit
. b IVV). Für die Berechnung des Invaliditätsgrads in Bezug auf die Betätigung im Aufgabenbereich wird der pro
zentuale Anteil der Einschränkungen bei der Betätigung im Aufgabenbereich im
Vergleich zur Situation, wenn die versicherte Person nicht invalid geworden wä
re, ermittelt. Der Anteil wird anhand der Differenz zwischen dem Beschäfti
gungsgrad nach Absatz 3
lit
. b und einer Vollerwerbstätigkeit gewichtet (
Art.
27
bis
Abs. 4 IVV).
2.4.2
Wird das Invalideneinkommen auf der Grundlage von statistischen Durch
schnittswerten ermittelt, ist der entsprechende Ausgangswert (Tabellenlohn) allen
falls zu kürzen. Damit soll der Tatsache Rechnung getragen werden, dass per
sön
liche und berufliche Merkmale, wie Art und Ausmass der Behinderung, Lebens
alter, Dienstjahre, Nationalität oder Aufenthaltskategorie und Beschäftigungsgrad Aus
wirkungen auf die Lohnhöhe haben können (BGE 124 V 321 E. 3b/
aa
). Auf
grund dieser Faktoren kann die versicherte Person die verbliebene Arbeits
fähig
keit auch
auf einem ausgeglichenen Arbeitsmarkt möglicherweise nur mit unter
durch
schnitt
lichem erwerblichem Erfolg verwerten. Der Abzug soll aber nicht auto
ma
tisch erfolgen. Er ist unter Würdigung der Umstände im Einzelfall nach pflichtge
mässem Ermessen gesamthaft zu schätzen und darf 25
%
nicht übersteigen (vgl. BGE 135 V 297 E. 5.2, 134 V 322 E. 5.2 und 126 V 75 E. 5b/
aa
-cc). Die Recht
sprechung gewährt insbesondere dann einen Abzug auf dem Invalideneinkom
men,
wenn eine versicherte Person selbst im Rahmen körperlich leichter Hilfs
arbei
tertätigkeit in ihrer Leistungsfähigkeit eingeschränkt ist (BGE 126 V 75 E. 5a/
bb
). Zu beachten ist jedoch, dass allfällige bereits in der Beurteilung der medizinischen Arbeitsfähigkeit enthaltene gesundheitliche Einschränkungen nicht zusätzlich in die Bemessung des leidensbedingten Abzugs einfliessen und so zu einer doppelten Anrechnung desselben Gesichtspunkts führen dürfen (BGE 146 V 16 E. 4.1 mit Hinweisen).
Nach ständiger Rechtsprechung darf das (kantonale) Sozialversicherungsgericht sein Ermessen, wenn es um die Beurteilung des Tabellenlohnabzuges gemäss BGE 126 V 75 geht, nicht ohne triftigen Grund an die Stelle desjenigen der Ver
waltung setzen; es muss
sich
auf Gegebenheiten abstützen können, welche seine abweichende Ermessensausübung als naheliegender erscheinen lassen (BGE 137
V
71 E. 5.2 und 126 V 75 E. 6). Wurde bei der Festsetzung der Höhe des Abzugs vom Tabellenlohn ein Merkmal oder ein bestimmter Aspekt eines Merkmals zu
Unrecht nicht berücksichtigt oder zu Unrecht berücksichtigt, hat die Beschwerde
instanz den Abzug gesamthaft neu zu schätzen (vgl. Urteile des Bundesgerichts 9C_808/2015 vom 29. Februar 2016 E. 3.4.3 und
8C_113/2015 vom 26. Mai 2015 E. 3.2
).
2.5
2.5.1
Versicherungsträger und das Sozialversicherungsgericht haben den Sachverhalt von Amtes wegen festzustellen und die Beweise frei, das heisst ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Sie haben alle Beweismittel, unabhängig davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuver
lässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruches gestatten. Insbesondere dürfen
sie bei einander widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzu
geben, warum sie auf die eine und nicht auf die andere medizinische These ab
stellen (BGE 125 V 351 E. 3a).
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist also entscheidend, ob er für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten begründet sind. Ausschlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Her
kunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a).
Der Beweiswert von RAD-Berichten nach Art. 49 Abs. 2 IVV ist mit jenem exter
ner medizinischer Sachverständigengutachten vergleichbar, sofern sie den praxis
gemässen Anforderungen an ein ärztliches Gutachten (
BGE 134 V 231
E. 5.1) genügen und die Arztperson über die notwendigen fachlichen Qualifikationen verfügt (
BGE 137 V 210
E. 1.2.1).
Soll ein Versicherungsfall ohne Einholung eines
externen Gutachtens entschieden werden, so sind an die Beweiswürdigung strenge
Anforderungen zu stellen. Bestehen auch nur geringe Zweifel an der Zuver
lässigkeit und Schlüssigkeit der versicherungsinternen ärztlichen Feststellungen, sind ergänzende Abklärungen vorzunehmen (BGE 145 V 97 E. 8.5, 142 V 58 E. 5.1 mit Hinweisen).
2.5.2
Die von einer qualifizierten Person durchgeführte Abklärung vor Ort (nach Mass
gabe des Art. 69 Abs. 2 IVV; vgl. auch
Rz
. 3081 ff. des Kreisschreibens über Invalidität und Hilflosigkeit in der Invalidenversicherung, KSIH, gültig ab
1. Januar 2015) stellt für gewöhnlich die geeignete und genügende Vorkehr zur Bestimmung der gesundheitlichen Einschränkung im Haushalt dar.
Hinsichtlich des Beweiswerts der entsprechenden Berichterstattung ist wesentlich, dass sie durch eine qualifizierte Person erfolgt, die Kenntnis der örtlichen und räumlichen Verhältnisse sowie der aus den medizinischen Diagnosen sich erge
benden Beeinträchtigungen und Behinderungen hat. Weiter sind die Angaben der versicherten Person zu berücksichtigen, wobei divergierende Meinungen der Be
teiligten im Bericht aufzuzeigen sind. Der Berichtstext schliesslich muss plausibel, begründet und angemessen detailliert bezüglich der einzelnen Einschränkungen sein sowie in Übereinstimmung mit den an Ort und Stelle erhobenen Angaben stehen.
Diese Beweiswürdigungskriterien sind nicht nur für die im Abklärungsbericht enthaltenen Angaben zu Art und Umfang der Behinderung im Haushalt mass
gebend, sondern gelten analog für jenen Teil eines Abklärungsberichts, der den mutmasslichen Umfang der erwerblichen Tätigkeit von teilerwerbstätigen Versi
cherten mit häuslichem Aufgabenbereich im Gesundheitsfall betrifft (Urteil des Bundesgerichts
I 236/06 vom 19. Juni 2006 E. 3.2
).
Einer ärztlichen Fachperson, die sich zu den einzelnen Positionen der Haus
haltführung unter dem Gesichtswinkel der Zumutbarkeit zu äussern hat, bedarf es nur in Ausnahmefällen, namentlich bei unglaubwürdigen Angaben der versi
cherten Person, die im Widerspruch zu den ärztlichen Befunden stehen. Zwar ist der Abklärungsbericht seiner Natur nach in erster Linie auf die Ermittlung des Ausmasses physisch bedingter Beeinträchtigungen zugeschnitten, weshalb seine
grundsätzliche Massgeblichkeit unter Umständen Einschränkungen erfahren kann,
wenn die versicherte Person an psychischen Beschwerden leidet. Prinzipiell je
doch stellt er auch dann eine beweistaugliche Grundlage dar, wenn es um die Bemessung einer psychisch bedingten Invalidität geht,
das heisst
wenn die Beur
teilung psychischer Erkrankungen im Vordergrund steht. Widersprechen sich die Ergebnisse der Abklärung vor Ort und die fachmedizinischen Feststellungen zur Fähigkeit der versicherten Person, ihre gewohnten Aufgaben zu erfüllen, ist aber in der Regel den ärztlichen Stellungnahmen mehr Gewicht einzuräumen als dem Bericht über die Haushaltsabklärung, weil es der Abklärungsperson regelmässig nur beschränkt möglich ist, das Ausmass des psychischen Leidens und der damit verbundenen Einschränkungen zu erkennen (zum Ganzen: Urteil des Bundesge
richts 8C_817/2013 vom 28. Mai 2014 E. 5.1).
2.6
Das Gericht kann die Angelegenheit zu neuer Entscheidung an die Vorinstanz zurückweisen,
besonders
wenn mit dem angefochtenen Entscheid nicht auf die Sache eingetreten oder der Sachverhalt ungenügend festgestellt wurde (§ 26 Abs. 1 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht,
GSVGer
). Gemäss stän
diger Rechtsprechung ist in der Regel von der Rückweisung – da diese das Ver
fahren verlängert und verteuert – abzusehen, wenn die Rechtsmittelinstanz den Prozess ohne wesentliche Weiterungen erledigen kann. In erster Linie kommt eine Rückweisung in Frage, wenn der Versicherungsträger auf ein Begehren überhaupt nicht eingetreten ist oder es ohne materielle Prüfung abgelehnt hat, wenn
schwierige Ermessensentscheide zu treffen sind, oder wenn der
ent
scheidrele
vante
Sachverhalt ungenügend abgeklärt ist (vgl. Urteil des Bundesgerichts U 209/02 vom 10. September 2003 E. 5.2).
3
.
Die medizinische Aktenlage präsentiert sich im Wesentlichen folgendermassen:
3.1
Dr.
med. B._
, Facharzt für Innere Medizin spezialisiert Rheumatologie, untersuchte die Beschwerdeführerin im Auftrag de
r Krankentaggeldversicherung. Er
konstatierte, dass sie vom 2
1.
Januar
bis
zum 2
3.
Januar 2017 und wieder ab dem
8.
März 2017 vollumfänglich krankgeschrieben sei. Es bestehe ein CRPS I an der linken Hand bei Status nach Karpaltunnelsyndrom-Operation am
8.
März 201
7.
Die CRPS-Komplikation habe sich im Verlauf entwickelt mit livider Verfärbung der Hand, Schwellung, vermehrte
r
Schweissekretion
palmar
, Hyperal
gesie im Bereich der Operationsnarbe und einem Faustschlussdefizit mit Sperr
distanz
von
0.5
cm. Die linke Hand sei dominant (
«Low Level Assessment» vom 29. Juni 2017,
Urk.
7/6/6 ff.).
3.2
Dr.
m
ed. C._
,
Facharzt für Plastische,
Rekonstruktive
und Ästhetische Chirurgie
und
Facharzt für Handchirurgie
,
betreute die Beschwerdeführerin
im Verlauf
(vgl. Berichte des Jahres 2017,
Urk.
7/33/4 ff.).
Dr.
C._
diagnostizierte am 1
3.
Oktober 2017 persistierende Beschwerden mit elektrophysiologisch nach
gewiesener, leichtgradiger,
demyelinisierender
Medianusschädigung
bei Zustand
nach Karpaldachspaltung am
8.
Mä
rz 2017 sowie ein
platoniertes
CRPS. Am 1
2.
Oktober 2017 fand eine stationäre Karpaldachspaltung statt (
Urk.
7/33/14).
In der Verlaufskontrolle vom 2
3.
Dezember 2017 ko
nstatierte
Dr.
C._
, dass - ve
r
g
l
ichen mit der Erstkonsultation am 2
6.
Juni 2017
-
eine erhebliche Verbesserung des Zustandes der linken Hand und des Gesamtzustandes habe erreicht werden können.
Die Narbe lasse sich nahezu schmerzfrei palpieren und
beklopfen. Ebenso sei sowohl das
Kolorit der Hand
als auch die Schwellung der H
and vollkommen
normalisiert. Die Beschwerdeführerin
berichte
über intermittierende Schmerzein
strah
lungen, was im Sinne der
Reinnervation
auch erklärbar sei. Er habe mit der Beschwerdeführerin Desensibilis
ierungsmassnahmen der Narbe bes
p
r
ochen und erklärt, dass es noch ein paar Wochen bis zum Endzustand brauche. Bezüglich der Verbesserung des Nervs bitte er um erneute elektroneurographische Untersu
chung (
Urk.
7/33/20).
3.3
Dr.
med. D._
, Facharzt für Neurologie, notierte in seinem von der Be
schwerdegegnerin eingeholten Bericht vom 2
3.
Februar 2018 folgende Diagnosen mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit (
Urk.
7/35/3):
-
Progrediente Schädigung des
Nervus
medianus
links nach offener Carpal
dachspaltung mit
Neurolyse
des
N.
medianus
,
N.
ulnaris
,
Synovektomie
und Heben eines
fascio-lipösen
Läppchens zur Deckung des
N.
medianus
-
Status nach halboffener Carpaldachspaltung links am
8.
März 2017
Ohne Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit notierte er einen Status nach CRPS linke Hand. Die Langzeitprognose zur Arbeitsfähigkeit bleibe offen.
Die linke Hand sei deutlich vermindert belastbar, sie könne weder als Packerin noch als Putzfrau arb
eiten. Es träten unter manueller Belastung
Reizerscheinungen des
N.
medianus
auf in Form brennender und stechender Missempfindungen in den Fingern II bis IV links. Gegenwärtig sei keine Tätigkeit zumutbar. Voraussetzung für ein
en
Wiedereinstieg sei eine Besserung der Funktion des
N.
medianus
links, entweder durch konservative Massnahmen oder operativ.
3.4
Dr.
C._
berichtete im Verlauf über persistierende und zunehmende immo
bili
sierende Schmerzen (vgl. Bericht vom
7.
März 2018,
Urk.
7/37
), woraufhin erneut ein MRI erstellt (vgl. Bericht vom 2
6.
April 2018,
Urk.
7/39; vgl. auch
Urk.
7/40) und eine ultraschallgesteuerte Kortison-Infiltration im Bereich des
Nervus
media
nus
durchgeführt wurde
(vgl. Bericht vom 1
8.
Juni 2018,
Urk.
7/43).
Am
5.
Juli 2018 führte
Dr.
C._
eine operative Revision des Karpaltunnels links mit ausgedehnter
Neurolyse
des
Nervus
medianus
und Polsterung desselben mit
einem
adipofasziokutanem
, retrograd
gestieltem
Arteria
radialis
Perforator-Lappen
durch (
Urk.
7/51/12 f.) In der Folge trat eine Wundheilungsstörung auf (vgl.
Verlaufsblätter
vom 2
7.
Juli und 2
1.
September 2018,
Urk.
7/51/19 ff.), welche am
7.
September 2018 operativ versorgt wurde (
Urk.
7/51/23).
Dr.
C._
hielt a
nlässlich der Sprechstunde vom
2
2.
Oktober 2018 fest, dass die Beschwerdeführerin eine deutliche Besserung der einschiessenden stechenden Schmerzen angebe, sie sei dennoch psychisch sehr angeschlagen, dass sich das
Beschwerdebild noch nicht ganz verbessert habe. Sie äussere eine Hypersen
sibi
lität über dem Narbenbereich in der
Hohlhand
links und gebe eine Art Muskel
schmerz an. Sie nehme zurzeit noch NSAR bei Bedarf (
Urk.
7/51/35).
3.5
Dr.
D._
untersuchte die Beschwerdeführerin erneut am 1
2.
Dezember 201
8.
Er hielt fest, dass sich klinisch und auch elektroneurographisch keine Hinweise auf ein Funktionsdefizit des
N.
medianus
oder des
N.
ulnaris
an der linken oberen Extremität finde. Die minim verzögerte distale motorische
Medianuslatenz
sei als
residuell
zu betrachten, im Vergleich zur letzten elektrophysiologischen Unter
suchung vom 2
6.
Januar 2018 zeige sich die
Medianusfunktion
stark gebessert. Die von der Beschwerdeführerin beschriebenen nächtlichen Taubheitserschei
nun
gen der rechten Hand seien wohl auf eine leichte mechanisc
he Irritation des
Medianusnervs
im Carpalbereich zurückzuführen. Erfreulicherweise zeige die Elektroneurographie eine intakte sensomotorische
Medianusfunktion
rechts. An der rechten Hand sei aus neurologischer Sicht ein operatives Vorgehen gegen
wärtig nicht angezeigt (
Urk.
7/54).
3.6
Am 1
0.
Januar 2019 fand die Abschlusskontrolle bei
Dr.
C._
statt (
Urk.
7/52). Er konstatierte, dass die ehemaligen Schmerzen nach der Revision des linken Carpaltunnels am
5.
Juli 2018 deutlich
regredient
gewesen seien. Die am 1
2.
Dezember 2018 durchgeführte Elektroneurographie habe im Vergleich zur Neurographie am 2
6.
Januar 2018 eine Normalisierung der sensiblen
Medianus
neurogra
p
hie
links und eine deutliche Besserung der motorischen
Medianusneu
rographie
gezeigt. Dennoch sei die Beschwerdeführerin mittlerweile erheblich geplagt und man müsse feststellen, dass sie bei Weitem nicht mehr die gleiche Person darstelle, wie noch vor knapp zwei Jahren. Sie sei seit kurzem in psy
chiatrischer Behandlung und gebe an, die bisher erlebte Schmerztherapie als nicht optimal empfunden zu haben.
Er gehe von einer
chronifizierten
Schmerzproblematik aus. Von Seiten der chirur
gischen Betrachtungsweise könne er keine Verbesserung mehr erzielen. Er habe die Empfehlung abgegeben, dass die Beschwerdeführerin durch die Hausärztin oder die Psychiater
in
weiterbetreut werden sollte. Er habe auch mitgeteilt, dass es wichtig sei, medikamentöse Hilfe in Anspruch zu nehmen, da sie sonst nicht an den zusätzlichen Komorbiditäte
n ansetzen könnten. Er schliess
e den Fall aus handchirurgischer Sicht ab.
3.7
Dr.
med. E._
, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie, hielt in ihrem von der Beschwerdegegnerin eingeholten Bericht vom 2
7.
März 2019 fest, dass die Beschwerdeführerin vom
6.
Dezember 2018 bis zu
m 2
1.
Januar 2019 bei ihr in Be
h
a
ndlung
gewesen sei
.
Die Beschwerdeführ
erin habe sich von Anf
ang an
skeptisch gegenüber einer psychiatrisch-psychotherapeutischen Behandlung gezeigt. Es sei schwierig für sie, ihr jetziges Zustandsbild von ihren somatischen Beschwerden zu trennen. Eine Behandlung mit
Escitalopram
und
Sequase
sei empfohlen worden, wobei keine Beurteilung möglich sei, ob sie die Medikation genommen habe oder wie es ihr aktuell gehe. Bei der Beschwerdeführerin bestehe klinisch und phänomenologisch eine anhaltende somatoforme Schmerzverarbei
tungsstörung (ICD-10 F45.4), die sich als ein chronisches Schmerzsyndrom mit
depressivem Zustandsbild manifestiere. Die Beschwerdeführerin habe die Opera
tio
nen in traumatisierender Weise erlebt. Vor allem die langwierigen Beschwer
den und Schmerzen und die damit verbundene Einschränkung bei der Bewältigung der Alltagsaktivitäten hätten bei ihr,
die sich seit je durch ihre Le
i
s
tungen und Verantwortung definiert habe, zu diesem Störungsbild geführt. Sie könne keine Aussage über ihre aktue
lle
Arbeitsunfähigkeit machen (
Urk.
7/61).
3.8
Am 2
4.
Mai 20
19 fand ein
MRI des linken Unterarms und des linken Handgelenks statt.
Dr.
med. F._
,
Facharzt für Radiologie, führte aus, dass eine streifige Narbe über dem Karpaltunnel
ulnarseitig
vorliege. Hier bestehe ein aty
pischer Lauf des
Nervus
ulnaris
tief in der Loge de
Guyon
mit Interposition zwischen der
Arteria
und
Vena
ulnaris
und dem Os
pisiforme
, bi
ldmorphologisch sei hier eine Kompression des
Nervus
ulnaris
denkbar. Der
Nervus
medianus
sei unauffällig (
Urk.
7/64).
3.9
3.9
.1
RAD-Arzt
Dr.
Z._
hielt in seinem Bericht vom
5. Juli 2019 gestützt auf
seine orthopädisch-handchirurgische Untersuchung vom
1
1.
Juni
2019
(
Urk
.
7/68/10) folgende Diagnose
mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit fest:
-
Erhebliche Funktionseinschränkung der
linken Hand entsprechend CRPS I
linke
Hand bei Status nach CTS-Operation links am 08.03.2017, Status nach
offener Karpaldachspaltung mit
Neurolyse
des
N.
medianus
und des
N.
ulnaris
am 1
2.
Oktober 2017, Status nach
Revision des Karpaltunnels links,
Neurolyse
des
N.
medianus
und
g
estieltem
Perforator- Lappen
am
5.
Juli 2018, Status nach Wundrevision am
7.
September 2018.
Die im Dossier vorli
egenden Unterlagen gä
ben keine Arbeitsfähigkeit in ange
passter Tätigkeit
an. Das Belastungsprofil we
rd
e
ebenfalls nicht definiert. Die in
folge des Gesundheitsschadens diagnostizierten Einschränkungen zeig
t
en nach
voll
ziehbar
eine volle
Arbeitsunfähigkeit in angestammter Tätigkeit als Packerin. Be
i der RAD-Untersuchung vom 1
1.
Juni 2019 fä
nden sich Einschränkungen für mittelschwere und schwere körperliche Tätigkeiten, insbesondere solche mit über
wiegender Belastung des linken Handgelenkes und mit erhöhten Anforderungen
an die Kraft der linken Hand sowie mit Kälte-/Näs
se-Exposition. Die linke Hand we
rd
e
allenfalls als
Beihand
eingesetzt.
Bei der
47-jährigen Packerin im
Y._
(Paletten im Lager ab
holen und im Laden aufstellen) mit
Nebenbeschäftigung in Privathaushalten
in der Reinigung bestehe eine volle Arbeitsunfähigkeit in den angestammten Tätigkeiten seit dem
8.
März 2017.
In einer angepassten
leichte
n
bis mittelschwere
n Tätigkeit
mit Wechselbelastung ohne den Einsatz der linken Hand, ohne erhöhte Anforderungen an die Kraft und Haltefunktion der linken Hand, daher auch ohne Besteigen von Leitern und Gerüsten, ohne Heben und Tragen von Lasten und ohne Arbeiten mit ungünstigen Hebel
wirkungen am linken Handgelenk (
Stielwerkzeuge, Ar
beiten mit ausge
streckten Armen)
, ohne repetitive Beanspruchung der Hände und ohne erhöhte
Anforderungen an das feinmotorische Geschick der linken Hand, ohne andau
ernde
V
ibrationsbelastungen und Nässe-Kälteexposition sei die Beschwerdefüh
rerin zu 70
%
arbeitsfähig seit dem 1
0.
Januar 201
9.
An diesem Tag
sei
bei
m
behandeln
den Handchirurg
Dr.
C._
die Abschussuntersuchung
erfolgt
. D
er dabei erhobene Befund entspreche
dem Befund bei
der RAD-Untersuchung vom 1
1.
Juni
2019, sodass ab diesem Zeitpunkt die bei de
r RAD-Untersuchung vom 1
1.
Juni
2019 festgestellte Arbeitsfähigkeit in ang
epasster Tätigkeit anzunehmen sei. Die linke Hand kö
nn
e
nur als
Beihand
eingesetzt
werden. Dadurch sei
die jetzt bestehende Arbeitsfähigkeit in angepasster Tätigkeit um 30
%
reduziert. D
ie Reduzierung ergebe
sich aus der
Verlangsamung der möglichen Bewegungen und des Einsatzes der linken Hand.
3.9
.2
RAD-Ärztin
Dr.
A._
untersuchte die Beschwerdeführerin ebenfalls am 1
1.
Juni 201
9.
In ihrem psychiatris
chen Untersuchungsbericht führte
sie
aus, dass keine psychiatrischen Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit vorlä
gen, die Beschwerdeführerin könne aus psychiatrischer Sicht alle Tätigkeiten aus
führen, die ihr aus orthopädischer Sicht erlaubt seien (
Urk.
7/69).
3.10
Die Ärzte der Handchirurgie der
Klinik G._
diagnostizierten in ihrem Sprechstundenbericht vom 1
2.
Juni 2019 eine chronische Schmerzproblematik Vorderarm und Hand links mit invalidisierendem Charakter bei
-
Zustand nach
Neurolyse
des
Nervus
medianus
mit
Tenosynovektomie
links am
8.
März 2017
-
Zustand nach offener Carpaldachspaltung mit
Neurolyse
des
Nervus
medi
anus
sowie
Nervus
ulnaris
links mit
Synovektomie
und Deckung des
Nervus
medianus
mit einem
Faszio
-
Lipösen
-Läppchen am 1
2.
Oktober 2017
-
Zustand nach Revision des linken Carpaltunnels mit ausgedehnter
Neuro
lyse
des
Nervus
medianus
und Polsterung desselben mit einem
Adico-fasciocutanen
, retrograd
gestielten
A.
radialis
-Perforator-Lappen vom
5.
Juli 2018
-
Zustand nach Sekundärverschluss am
7.
September 2018
-
Status nach CRPS im Rahmen der Primäroperation
Es zeige sich sowohl elektrophysiologisch wie auch MR-tomographisch e
i
n weitgehend unauffälliger Befu
nd, sodass sie aus handchirurgi
scher Sicht
keine
Ver
besserungsmöglichkeiten sähen. Die Situation sei noch einmal mit dem stell
ver
tretenden Chefarzt der Handchirurgie besprochen worden. Sie empfählen unbe
dingt eine langfristige Betreuung durch einen Schmerztherapeuten, eine solche Behandlung werde bei ihnen nicht angeboten. Nach wie vor bestünden leichte
Dystrophiezeichen
. Hier habe die Beschwerdeführerin die Therapie mit DMSO-Salbe nochmals aufgenommen. Weitere Kontrollen seien nicht vereinbart (
Urk.
7/89/9 f.).
3.11
Dr.
med. H._
, Facharzt für Neurologie und Psychiatrie und Psy
chotherapie, hielt in seinem von der Beschwerdegegnerin eingeholten Bericht vom 2
7.
August 2020 fest, dass er die Beschwerdeführerin nur vom
5.
Februar bis zum
9.
April 2019 behandelt habe und darum über die aktuelle medizinische Situation keine Auskunft geben könne. Er konstatierte, dass sich anlässlich der Untersuchungen für die geschilderten Schmerzen kein sicheres neurologisches K
orrelat
habe
finden lassen (
Urk.
7/90).
3.12
Im Rahmen des Beschwerdeverfahrens reichte die Beschwerdeführe
rin weitere Arztberichte ein.
3.12
.1
Dr.
med. I._
, Facharzt für Chirurgie und Handchirurgie, über
wies die Beschwerdeführerin mit Schreiben vom 1
3.
Januar 2021 an
Dr.
med. J._
, Facharzt für Anästhesie.
Dr.
I._
konstatierte, dass die Beschwerdeführerin jetzt über persistierende Schmerzen bis in den Schulter
bereich klage, nachts könne sie schlecht schlafen. Klinisch finde sich eine volle Beweglichkeit, die
Sensiblität
sei seitengleich, die Muskulatur weich. Medikamen
tös sei sie
zur Zeit
unter
Inflamac
und Prednison. Chirurgisch sehe er
zur Zeit
keine Möglichkeit (
Urk.
3/4).
3.12
.2
Am 1
3.
Januar 2021 wurde aufgrund von klinischen Schmerzen an der rechten Hüfte und am rechten Oberschenkel, teilweise bis Unterschenkel, ein MR der Lend
enwirbelsäule durchgeführt.
Dr.
med. K._
, Facharzt für Radiologie, notiert
e in seinem Bericht eine
Osteochrondrose
mit Wirbelkörperödem Lenden
wirbel
körper (LWK) 5/Sakralwirbelkörper (SWK)1, Typ
Modic
1.
Es bestehe eine
rezessale
Enge mit Tangierung der Nervenwurzel L5 beidseits und S1 beidseits,
links mehr als rechts. Gegebenenfalls wäre eine
epidurale
Infiltration bei LWK4/5 zu erwägen (
Urk.
3/5).
3.12
.3
Am 1
2.
Februar 2021 führte
Dr.
K._
ein MR des Hüftgelenkes nativ und mit
i.v.
Kontrastmittel rechts durch. Er hielt eine
anterosuperiore
Labrumläsion fest. Es bestehe eine Zyste des
anterosuperioren
Femurkopfes
/Hals-Ü
berganges wie bei einer
Herniation
pit
. Es stelle sich die Frage eines
Impingements
. Es sei eine Tendinitis der
Gluteus
minimus
Sehne und der M.
piriformis
Sehne am Ansatz Trochanter
major
erkennbar sowie eine mässige Bursitis
trochanterica
(
Urk.
3/6).
3.12
.4
In den Bericht
en der Klinik L._
vom 1
6.
Februar 2021 hielten die Behandler nebst den Schmerzen an der Hand auch weitere Schmerzen im Rücken sowie in den Beinen fest (
Urk.
3/7-8). Die Beschwerdeführerin kons
u
ltierte bezüg
lich der Hüft- und Rückenschmerzen auch
M._
, Facharzt für Ortho
pä
dische Chirurgie und Traumatologie, welcher eine
anterosuperiore
Labrum
läsion bei Verdacht auf FAI rechts diagnostizierte und Vorschläge für ein weiteres Pro
zedere unterbreitete (
Urk.
3/9).
4.
4.1
Die Untersuchungsberichte der RAD-Ärzte Dr.
Z._
und
Dr.
A._
(
Urk.
7/68-69) erfüllen sämtliche
sämtliche
rechtsprechungsgemäss erforderli
chen
Kriterien für beweiskräftige ärztliche Entscheidungsgrundlagen (vgl
. E.
2.5
).
Sie beruhen auf fachärztlichen Untersuchungen durch die RAD-Ärzte und wurden in Kenntnis der
Vorakten
(Urk. 7/
68/1
) abgegeben. Sie würdigen die vorha
ndenen Arztberichte sorgfältig
(Urk.
7/68/10) und berücksichtigen die von der
Beschwer
deführer
in
geklag
ten Beschwerden und setzen
sich mit diesen hinreichend aus
einander. Die Darlegung der medizinischen Zusammenhänge ist einleuchtend und schlüssig.
4.2
4.2.1
Die Beschwerdeführerin brachte hiergegen vor, dass entgegen den Ausführungen von
Dr.
Z._
keine Verbesserung ab Januar 2019, bzw. dem Abschluss
bericht von
Dr.
C._
vorliege. Die behandelnden Ärzte attestierten auch darüber hinaus eine volle A
rbeitsunfähigkeit (
Urk.
1).
Dem ist entgegenzuhalten, dass
Dr.
C._
in seinem Abschlussbericht vom 1
0.
Januar 2019 festhielt, dass sich im Vergleich zur Neurographie vom 2
6.
Januar 2018 eine Normalisierung der sensiblen
Medianusneurographie
links sowie eine deutliche Besserung der motorischen Neurographie gezeigt habe.
Die Hand sei von der Beweglichkeit her uneingeschränkt (vgl. E. 3.6;
Urk.
7/52). Damit liegt klar eine Verbesserung der objektiven Befunde vor.
Dr.
Z._
hielt damit übereinstimmend fest, dass ab dem 1
0.
Januar 2019 von einer 70%igen Arbeitsfähigkeit
in angepasster Tätigkeit
auszugehen sei, da die an diesem Tag erhobenen Befunde dem Befund bei der RAD-Untersuchung vom 1
1.
Juni 2019 entsprochen hätten (
Urk.
7/68/11).
Dass die behandelnden Ärzte.
wie von der Beschwerdeführerin vorgebracht
,
wei
terhin von einer vollen Arbeitsunfähigkeit ausgingen
(vgl. hierzu
Urk.
7/82/2 ff.)
,
stellt dazu keinen Widerspruch dar, ist doch die vollständige Arbeitsunfähigkeit in bisheriger Tätigkeit unbestritten
.
4.2.2
Die Beschwerdeführerin bemängelte darüber hinaus, dass
Dr.
Z._
bei der Beurteilung der Arbeitsfähigkeit vor allem auf die funktionelle Einbusse abstelle und die Reduktion der Arbeitsfähigkeit um 30
%
ausschliesslich mit der Verlan
gsamung der möglichen Bewegungen und des Einsat
zes der linken Hand erklärte - die
chronischen Schmerzen seien allerdings nicht in die Beurteilung einge
flossen (
Urk.
1 S. 5 f.).
Dem ist entgegenzuhalten, dass
Dr.
Z._
festhielt, dass die Beschwerde
füh
rerin die Beschwerden sehr authentisch darlege und kein Hinweis auf Aggrava
tion, Simulation oder Symptomausweitung bestehe (
Urk.
7/68/4).
D
ie reduzierte Arbeitsfähigkeit
attestierte er
infolge der Verlangsamung der möglichen Bewe
gungen und des Einsatzes der linken Hand (
Urk.
7/68/11).
Entsprechend kon
sta
tierte er auch, dass die angepasste Tätigkeit ohne Vibrationsbelastungen und ohne Nässe-/Kälteexposition sein müsse.
Folglich
hat
Dr.
Z._
die Schmerzen bei der Beurteilung der Arbeitsfähigkeit berücksichtigt und die Vorbringen der Be
schwerdeführerin schlagen fehl.
4.2.3
Die Beschwerdeführerin brachte darüber hinaus vor, dass die Begutachtung von chronischen Schmerzen eine
interdiszplinäre
A
ufgabe sei und nebs
t einer
trau
matologischen
und gegebenenfalls
neurologischen Beurteilung
die Beteiligung eines in der Begutachtung von Schmerzen erfahrenen psychiatrischen Facharztes sinnvo
l
l, respektive unentbehrlich
sei. Auch habe die
Beurteilung integrativ
zu
erfolgen (
Urk.
1 S. 7).
Dr.
Z._
ist Facharzt für Orthopädische Chirurgie und
Tramatologie
sowie Handchirurgie (D) und
Dr.
A._
ihrerseits ist Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie. Bei der Untersuchung durch
Dr.
A._
war
Dr.
Z._
auch anwesend (
Urk
7/69/1),
weshalb
davon ausgegangen werden kann, dass die untersuchenden RAD-Ärzte die Beurteilung integrativ vornahmen. Darüber hin
aus lagen den RAD-Ärzten die
gesamten
Akten vor, worin auch die detaillierten neurologischen Befunde dokumentiert waren
und auf welche
Dr.
C._
im Bericht
vom 1
0.
Januar 2019
Bezug nahm (vgl. E. 3.6; Urk.7/52), welcher wiederum von
Dr.
Z._
herangezogen wurde
(
Urk.
7/68/11).
4.3
Zusammenfassend erweist sich der Sachverhalt gestützt auf die RAD-Untersu
chungsberichte von Dr.
Z._
und
Dr.
A._
als genügend abgeklärt. Dem
nach ist mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon auszugehen,
dass
die Beschwerdeführerin seit dem
8.
März 2017 in ihrer angestammten Tätigkeit als Packerin und Reinigungskraft vollumfänglich arbeitsunfähig ist. Ab dem 1
0.
Januar 2019 ist von einer 70%igen Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit
, vollschichtig leistbar, bei einem um 30 % reduzierten R
endem
ent,
auszugehen.
5.
Zu prüfen bleibt, w
ie sich die 70
%ige Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit in erwerblicher Hinsicht auswirkt
. Unbestritten ist dabei, dass die Be
schwerdeführerin ohne gesundheitliche Einschränkung weiterhin zu 70
%
einer Tätigkeit im Erwerbsbereich nachgehen würde und zu 30
%
im Haushalt tätig wäre (vgl.
Urk.
1 und
Urk.
2).
5.1
Der Invaliditätsgrad ist demnach in Anwendung der gemischten Methode im Sinne von Art. 28a Abs. 3 IVG zu bemessen.
Die Beschwerdeführerin meldete sich am 2
8.
Juli 2017 an und ist - gestützt auf die Ausführungen von
Dr.
Z._
- seit dem
8.
März 2017 voll arbeitsunfähig in den angestammten Tätigkeiten. Der
frühest
mögliche Rentenbeginn ist entsprechend der
1.
März 2018, was auch seitens der Beschwerdeführerin unbestritten blieb (vgl.
Art.
28
Abs.
1
lit
. b IVG
i.V.m
.
Art.
29
Abs.
1 IVG).
5.2
5.2.1
Für das
Valideneinkommen
zog die Beschwerdegegnerin das Einkommen im 70%-Pensum
des Jahres
2016 heran und rechnete dies hoch auf ein 100%-Pen
sum (
Urk.
2, IK-Auszug vom 1
1.
Dezember 2017,
Urk.
7/22; Einkommensver
gleich,
Urk.
7
/98
) und erhöhte dieses um die Nominall
ohnentwicklung bis ins Jahr 2019
, woraus ein
Valideninkommen
von
Fr.
40
'
268
.
53
in einem 70%-Pen
sum und von
Fr.
5
7'
526
.
47
in einem 100%-Pensum resultierte. Dies ist aufgrund der Aktenlage schlüssig, nachvollziehbar und blieb auch seitens der Beschwer
deführerin unbestritten.
5.2.2
Das Invalideneinkommen setzte die Beschwerdegegnerin anhand des Lohnes für Hilfsarbeiterinnen gemäss der
vom Bundesamt für Statistik herausgegebenen Schweizerischen Lohnstrukturerhebung (LSE)
2018
in Höhe von
Fr.
4'371
.-- fest.
Bereinigt um die Nominall
ohnentwicklung bis ins Jahr 2019
sowie die wöch
entliche betriebsübliche Arbeitszeit (vgl. Einkommensvergleich,
Urk.
7/75) resul
tierte daraus ein
Invalideneinkommen in Höhe von
Fr.
54
'
954.6
2 in einem 100%-Pensum. Dies ist aufgrund der Akten nachvollziehbar und wurde auch seitens der Beschwerdeführerin nicht beanstandet.
Bei einer auf
70
%
reduzierten Leistungs
fähigkeit
resultiert daraus ein anrechenbares Invalideneinkommen in Höhe von
Fr.
38'
468
.
23
.
Die Beschwerdeführerin brachte dagegen vor, dass aufgrund des eingeschränkten Tätigkeitsprofils sowie der gravierenden Schmerzen ein leidensbedingter Abzug von 25
%
vorzunehmen sei, sofern eine Teilarbeitsfähigkeit im ersten Arbeits
markt überhaupt bejaht werde (
Urk.
1 S. 8).
Dr.
Z._
attestierte eine 70%ige Arbeitsfähigkeit in einer
angepassten leichten bis mittelschweren Tätigkeit mit Wechselbelastung ohne den Einsatz der linken Hand, ohne erhöhte Anforderungen an die Kraft und Haltefunktion der linken Hand, daher auch ohne Besteigen von Leitern und Gerüsten, ohne Heben und Tragen von Lasten und ohne Arbeiten mit ungünstigen Hebelwirkungen am linken Handgelenk (Stielwerkzeuge, Arbeiten mit ausgestreckten Armen), ohne repetitive Beanspruchung der Hände und ohne erhöhte Anforderungen an das feinmotorische Geschick der linken Hand, ohne andauernde Vibrationsbelas
t
un
gen und Nässe-Kälteexposition (vgl. E.
3.9.1
).
Die Reduzierung ergebe sich aus der Verlangsamung der möglichen Bewegungen und des Einsatzes der linken Hand.
Daraus kann nur geschlossen werden, dass Dr.
Z._
eine vollschichtige Tätigkeit als zumutbar erachtete, bei einer um 30 % reduzierten Leistungs
fähig
keit. Damit wurden
sämtliche gesundheitlichen Einschränkungen
bereits in der Beurteilung der medizinischen Arbeitsfähigkeit
miteinbezogen, womit sie nicht
zusätzlich in die Bemessung des leidensbedingten Abzugs einfliessen
dürfen, ansonsten sie zu
einer doppelten Anrechnung dessel
ben Gesichtspunkts führen
würden
(BGE 146 V 16 E. 4.1 mit Hinweisen).
5.2.3
Zusammenfassend
wurden die von der Beschwerdegegnerin herangezogenen Ver
gleichseinkommen von der
Beschwerdeführer
in mit Ausnahme des Leidensab
zuges nicht beanstandet
. Für eine nähere Prüfung von Amtes wegen besteht kein Anlass
(BGE 125 V 413 E. 1b und 2c).
I
m Erwerbsbereich
resultieren entsprechend
im Zeitraum vom
1.
März 2018 bis zum 3
0.
April 2019 ein
(
ungewichteter
) Teilinvaliditätsgrad von 10
0
%
und im Zeitraum ab
1.
Mai 2019
ein
(
ungewichteter
)
Teilinvaliditätsgrad von 33
%
(vgl.
Urk.
2,
Urk.
7/98
).
5.3
Zu prüfen bleibt eine allfällige Einschränkung im Haushaltsbereich.
5.3.1
Der Abklärungsbericht ist von einer qualifizierten Person in Kenntnis der örtli
chen und räumlichen Verhältnisse verfasst worden und ist plausibel, begründet und angemessen detailliert bezüglich der einzelnen Einschränkungen, womit er den an ihn gestellten Anforderungen entspricht (vgl. E
. 2.5.2).
5.3.2
Die Beschwerdeführerin brachte hiergegen insbesondere vor, dass - wenn sie tatsächlich in der Lage wäre, das attestierte Arbeit
spensum von 70
%
auszuüben -
ihr die notwendige Zeit fehlen würde, die überhaupt noch möglichen Haus
halts
arbeiten langsam und in Etappen zu verrichten. Darüber hinaus erachte die Ab
klärungsperson die Mithilfe der Familienmitglieder in einem Umfang zumutbar, der weit über eine anzurechnende Mitwirkungspflicht hinausgehe. Der Ehemann sei voll erwerbstätig und die Söhne voll ausgelastet, ihre Hilfe könne also nicht 75
%
der von ihr verrichteten A
rbeiten abdecken (
Urk.
1)
Die Arbeitsunfähigkeit im Sinne von
Art.
28
Abs.
1
lit
. b IVG entspricht der Einbusse an funktionellem Leistungsvermögen im bisherigen Beruf oder Aufga
benbereich (Art. 6 ATSG; BGE 130 V 97 E. 3.2). Bei der Bemessung der Invalidität von im Haushalt tätigen Versicherten ist die Schadenminderungspflicht von erheblicher Relevanz. Nach der Rechtsprechung ist dabei vom Grundsatz auszu
gehen, dass einem Leistungsansprecher im Rahmen der Schadenminde
rungs
pflicht Massnahmen zuzumuten sind, die ein vernünftiger Mensch in der gleichen Lage ergreifen würde, wenn er keinerlei Entschädigung zu erwarten hätte. Für die im Haushalt tätigen Versicherten bedeutet dies, dass sie Verhaltensweisen zu ent
wickeln haben, welche die Auswirkungen der Behinderung im hauswirtschaft
lichen Bereich reduzieren und ihnen eine möglichst vollständige und unabhän
gige Erledigung der Haushaltarbeiten ermöglichen. Kann die versicherte Person wegen ihrer Behinderung gewisse Haushaltarbeiten nur noch mühsam und mit viel höherem Zeitaufwand erledigen, so muss sie in erster Linie ihre Arbeit ein
teilen und in üblichem Umfang die Mithilfe von Familienangehörigen in An
sp
ruch nehmen. Ein invaliditätsbedingter Ausfall darf bei im Haushalt tätigen Per
sonen nur insoweit angenommen werden, als die Aufgaben, welche nicht mehr erfüllt werden können, durch Drittpersonen gegen
Entlöhnung
oder durch Angehörige verrichtet werden, denen dadurch nachgewiesenermassen eine Erwerbseinbusse oder doch eine unverhältnismässige Belastung entsteht. Die im Rahmen der Inva
liditätsbemessung bei einer Hausfrau zu berücksichtigende Mithilfe von Familien
angehörigen geht daher weiter als die ohne Gesundheitsschädigung üblicherweise zu erwartende Unterstützung. Geht es um die Mitarbeit von Familienangehörigen, ist danach zu fragen, wie sich eine vernünftige Familiengemeinschaft einrichten würde, wenn keine Versicherungsleistungen zu erwarten wären. Dabei darf nach
der Rechtsprechung unter dem Titel der Schadenminderungspflicht nicht etwa die Bewältigung der Haushalttätigkeit in einzelnen Funktionen oder insgesamt auf die übrigen Familienmitglieder überwälzt werden mit der Folge, dass gleichsam bei jeder festgestellten Einschränkung danach gefragt werden müsste, ob sich ein Familienmitglied finden lässt, das allenfalls für eine ersatzweise Ausführung der entsprechenden Teilfunktion in Frage kommt. Schliesslich vermag die Tatsache, dass sich die der Rechtsprechung
zugrunde liegenden
, in
Art.
159
Abs.
2 und 3 ZGB zwischen den Ehegatten und in
Art.
272 ZGB zwischen Eltern und Kindern statuierten Beistandspflichten nicht unmittelbar durchsetzen lassen (d.h. weder klagbar noch vollstreckbar sind), sondern nur freiwillig erfüllt werden können, an der Schadenminderungspflicht der im Haushalt beschäftigten Versicherten nichts zu ändern. Denn wie auch im Erwerbsbereich darauf abzustellen ist, ob die verbleibende Erwerbsfähigkeit auf einem ausgeglichenen Arbeitsmarkt grund
sätz
lich verwertbar ist, unabhängig davon, ob eine solche Anstellung rechtlich durchsetzbar ist, ist auch in Bezug auf den Haushaltbereich davon auszugehen, was in der sozialen Realität üblich und zumutbar ist, unabhängig davon, ob eine Mithilfe rechtlich durchsetzbar ist (BGE 133 V 504 E. 4.2 mit Hinweisen).
Diesbezüglich ist festzuhalten, dass die Kinder der Beschwerdeführerin 1992 und 1999 geboren wurden und damit längst erwachsen sind. Die von der Haushalts
abklärungsperson berücksichtigte Mithilfe der Angehörigen, sprich der erwachse
nen Söhne und des Ehemannes,
bewegt sich keineswegs in einem sozial unübli
chen oder unzumutbaren Rahmen (vgl. hierzu
Urk.
7/73/7
ff.): Die Beschwer
deführerin kann
einfache Gerichte kochen, lediglich Gemüse schälen
ist
nicht möglich. Die oberflächliche Reinigung der Küche übern
immt
ebenfalls sie, die gründliche Reinigung
ist
nicht möglich
.
Dies
wurde entsprechend als Einschrän
kung berücksichtigt. Es ist dem Ehemann zuzumuten, einmal wöchentlich zu sau
gen und den Boden aufzunehmen sowie gründliche Badreinigungen zu über
neh
men
.
Das Aufräumen der eigenen Zimmer ist ebenfalls zuzumuten ebenso wie das Betten
machen
. Die Unterstützung durch den Ehemann beim Grosseinkauf ist sozial üblich
und zumutbar
. Die Wäsche erledigt die Beschwerdeführerin selbst, lediglich den Transport muss ein Familienmitglied übernehmen. Es ist dem
erwachsenen Sohn darüber hinaus zuzumuten, dass er seine Hemden selbst bügelt
.
Damit ist im Haushaltsbereich insgesamt von einer 17%igen Einschränkung aus
zugehen, woraus ein gewichteter Teilinvaliditätsgrad von 5
%
resultiert.
5.4
Im Zeitraum vom
1.
März 2018 bis zum 3
0.
April 2019 resultiert entsprechend ein Invaliditätsgrad von 75
%
(
Teilinvaliditätsgrad Erwerbsbereich 70
%
, Teilin
va
liditätsgrad Haushaltsbereich 5
%
), womit Anspruch auf eine ganze Rente be
steht.
Ab dem
1.
Mai 2019 liegt ein
gewichteter
Teilinval
i
ditätsgrad von
23
%
im Erwerbsbereich vor. Zusammen mit dem Teilinvaliditätsgrad von 5
%
im Haus
halts
bereich resultiert ein rentenausschliessender Invaliditätsgrad von
28
%
.
Die Verfügung erweist sich
zusammenfassend
soweit als rechtens, als dass a
b dem
1.
März 2018 bis zum 3
0.
A
pril 2019 eine befristete Rente zugesprochen wurde.
6.
A
us dem
Haushaltsabklärung
sbericht
vom 2
6
.
September 2019 als auch aus den im
Vorbescheidverfahren
eingereichten Arztberichte
n
der
Klinik G._
vom 1
0.
Mai und 1
3.
Juni
2019 (
Urk.
7/87/9
ff.) als auch aus dem Bericht von
Dr.
H._
vom 2
7.
August
2020 gehen nebst den Beschwerden an der linken Hand/am linken Arm keine weiteren Leiden hervor
,
wobei
Dr.
H._
sie auch nur bis April 2019
betreute
(vgl. E. 3.11;
Urk.
7/90)
.
Die Beschwerdeführerin selbst machte in ihren Stellungnahmen im Rahmen des
Einwandverfahrens
- nebst den gesundheitlichen Problemen mit der Hand/Arm - keine weitergehenden Beschwerden geltend (
Urk.
7/79;
Urk.
7/83;
Urk.
7/95), womit bis zur Stellungnahme vom 2
3.
September 2020 von einem stationären Ge
sundheitszustand auszugehen ist (
Urk.
7/93).
Im Rahmen des Beschwerdeverfahrens reichte die Beschwerdeführerin allerdings verschiedene B
erichte von Januar und Februar 2021 - mitunter also für den
entscheidrelevanten
Zeitraum vor Erlass der angefochtenen Verfügung vom 2
2.
Februar 2021 (
Urk.
2) - ein, aus welchen hervorgeht, dass sie neu auch unter Rückenschmerzen und Hüftproblemen
leidet (vgl. E. 3.12). O
b
und allenfalls ab wann genau
diese neu hinzugetretenen Beschwerden weitere funktionelle Ein
schränkungen mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit nach sich ziehen, bleibt auf
grund der vorliegenden medizinischen Berichte unklar und bedarf weitergehender A
bklärungen (vgl. E. 2.6).
Damit erweist sich die medizinische Aktenlage für eine abschliessende Beurtei
lung des Leistungsanspruchs
ab September 2020
als unzulänglich. Die ange
fochtene Verfügung ist demnach insoweit aufzuheben, als sie den Anspruch
auf eine Invalidenrente ab September 2020
verneint und es wird die Sache an die Beschwerdegegnerin zurückgewiesen, damit sie den Gesundheitszustand und die Arbeitsfähigkeit im Zeitraum ab
September 2020
in geeigneter Weise genauer
abkläre und anschliessend über den Leistungsanspruch neu verfüge. Entspre
chend
ist die Beschwerde in diesem Sinne gutzuheissen.
7.
7.1
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrens
aufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG) und auf Fr. 8
00.-- anzusetzen. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind sie
zu 3/4 der
Beschwerdeführer
in und zu 1/4
der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen.
7.2
Die
Beschwerdeführer
in
obsiegt
nur teilweise
. Gestützt auf Art. 61
lit
. g ATSG in Verbindung mit § 34 Abs. 1 und 3 des Gesetzes über das Sozialversi
cherungs
gericht (
GSVGer
)
hat sie
Anspruch auf eine entsprechend reduzierte Prozessent
schädigung. Diese ist unter Berücksichtigung der Bedeutung der Streitsache und der Schwierigkeit des Prozesses auf Fr.
4
50.-- (inklusive Mehr
wertsteuer und Bar
auslagen) festzusetzen.