# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 3f8b492b-194b-4562-b82c-2f040c48fc3d
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2018
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1955, war seit 2002 bei der
Y._
als
Gussputzer
mit Führungsverantwortung angestellt und damit bei der Suva versi
chert, als er sich am 1
9.
September 2014 beim Ausladen einer Japankarre die Arme überlastete, worauf Schmerzen in der rechten Schulter auftraten (
Urk.
10/1,
Urk.
10/7,
Urk.
10/22). Im MRI der rechten Schulter vom
3.
Oktober 2014 (
Urk.
10/9 =
Urk.
10/71) wurde eine Ruptur der
Supraspinatussehne
festgestellt, und anlässlich der Operation vom 2
2.
Mai 2015 erfolgte eine Rekonstruktion der
Rotatorenmanschette
(
Urk.
10/18). Rund fünf Monate postoperativ zeigte sich ein protrahierter Genesungsverlauf mit ausgeprägter Schmerzsymptomatik und Zei
chen einer beginnenden
Frozen
Shoulder
(
Urk.
10/48).
Nach getätigten Abklärungen stellte die Suva die bis dahin erbrachten Leistungen mit Verfügung vom
8.
Februar 2016 per 2
0.
Mai 2015 ein und verneinte einen Anspruch auf weitere Leistungen über diesen Zeitpunkt hinaus (
Urk.
10/58). Die vom Versicherten am 1
0.
März 2016 erhobene Einsprache (
Urk.
10/62) wies die Suva am
8.
März 2017 ab (
Urk.
10/85 =
Urk.
2). Sie begründete dies damit, dass ein natürlicher Kausalzusammenhang zwischen dem Ereignis vom 1
9.
September 2014 und der Ruptur der
Rotatorenmanschette
sowie der nachfolgenden Opera
tion vom 2
2.
Mai 2015 nicht überwiegend wahrscheinlich sei.
2.
Der Versicherte erhob am
7.
April 2017 Beschwerde gegen den
Einspracheent
scheid
vom
8.
März 2017 (
Urk.
2) und beantragte, dieser sei aufzuheben und es seien ihm im Zusammenhang mit dem Unfallereignis vom 1
9.
September 2014 weiterhin Versicherungsleistungen auszurichten (
Urk.
1 S. 2). Zur Begründung führte er aus, dass zwischen dem Unfallereignis und der
Rotatorenmanschetten
ruptur
sowie der Operation vom 2
2.
Mai 2015 ein natürlicher Kausalzusammen
hang bestehe.
Mit Beschwerdeantwort vom 2
8.
Juli 2017 (
Urk.
9) beantragte die Suva die An
drohung einer
reformatio
in
peius
in dem Sinne, dass die Versicherungsleistungen bereits per
9.
Oktober 2014 einzustellen seien. Sie begründete dies damit, dass der
status
quo sine bereits drei Wochen nach dem Unfallereignis eingetreten sei. Im Eventualantrag hielt die Suva an der Abweisung der Beschwerde fest.
Mit Beschluss vom
7.
November 2017 wies das Gericht den Beschwerdeführer auf die nicht auszuschliessende Schlechterstellung und die Möglichkeit zum Be
schwerderückzug hin (
Urk.
12). Dieser erklärte am 3
0.
November 2017, dass er an der Beschwerde festhalte (
Urk.
14).
Mit Replik vom 1
3.
März 2018 (
Urk.
18) hielt der Beschwerdeführer an seinen Anträgen fest. Mit Duplik vom
7.
Juni 2018 (
Urk.
24) hielt die Beschwerdegegne
rin an ihren Anträgen fest, wozu der Beschwerdeführer am 2
9.
August 2018 noch einmal Stellung nahm (
Urk.
27), was der Beschwerdegegnerin am 3
0.
August 2018 zur Kenntnis gebracht wurde (
Urk.
29).
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Am 1. Januar 2017 sind die am 25. September 2015 beziehungsweise am 9. No
vember 2016 verabschiedeten geänderten Bestimmungen des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG) und der Verordnung über die Unfallversiche
rung (UVV) in Kraft getreten.
Gemäss den allgemeinen übergangsrechtlichen Regeln sind der Beurteilung jene Rechtsnormen zu Grunde zu legen,
die in Geltung standen, als sich der zu den materiellen Rechtsfolgen führende und somit rechtserhebliche Sachverhalt ver
wirklicht hat
(vgl. BGE 127 V 466 E. 1, 126 V 134 E. 4b, je mit Hinweisen). Dem
entsprechend sehen die Übergangsbestimmungen zur Änderung vom 25. Septem
ber 2015 des UVG vor, dass Versicherungsleistungen für Unfälle, die sich vor dem 1. Januar 2017 ereignet haben, und für Berufskrankheiten, die vor diesem Zeit
punkt ausgebrochen sind, nach bisherigem Recht gewährt werden (Absatz 1 der genannten Übergangsbestimmungen).
Der hier zu beurteilende Unfall hat sich am
1
9.
September 2014
ereignet, weshalb die bis 31. Dezember 2016 gültig gewesenen Normen auf den vorliegenden Fall Anwendung finden und in dieser Fassung zitiert werden
1.2
Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss UVG setzt voraus, dass zwi
schen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Invalidität, Tod) ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht. Ursachen im Sinne des na
türlichen Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne deren Vorhandensein der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der gleichen Weise beziehungsweise nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann. Ent
sprechend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des natürlichen Kausalzu
sammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleinige oder unmittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schädigende Ereignis zusammen mit anderen Bedingungen die körperliche oder geistige Integrität der versicherten Person beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht weg
gedacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene gesundheitliche Störung
entfiele (BGE 129 V 177 E. 3.1, 402 E. 4.3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, worüber die Ver
waltung beziehungsweise im Beschwerdefall das Gericht im Rahmen der ihm ob
liegenden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Be
weisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse Mög
lichkeit eines Zusammenhangs genügt für die Begründung eines Leistungsan
spruches nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
1.3
Wird durch den Unfall ein krankhafter Vorzustand verschlimmert oder überhaupt erst manifest, fällt der natürliche Kausalzusammenhang dahin, wenn und sobald der Gesundheitsschaden nur noch und ausschliesslich auf unfallfremden Ursa
chen beruht. Dies trifft dann zu, wenn entweder der Gesundheitszustand, wie er unmittelbar vor dem Unfall bestanden hat (Status quo ante) oder aber derjenige Zustand, wie er sich nach dem schicksalsmässigen Verlauf eines krankhaften Vor
zustandes auch ohne Unfall früher oder später eingestellt hätte (Status quo sine), erreicht ist (RKUV 1992 Nr.
U 142 S.
75 E.
4b mit Hinweisen; nicht publiziertes Urteil des Bundesgerichts U
172/94 vom 26.
April 1995). Das Dahinfallen jeder kausalen Bedeutung von unfallbedingten Ursachen eines Gesundheitsschadens muss mit dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegen
den Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sein (RKUV 2000 Nr.
U 363 S.
45; BGE
119 V 7 E. 3c/
aa
).
Die
blosse
Möglichkeit nunmehr gänzlich fehlender ursächlicher Auswirkungen des Unfall
e
s genügt nicht.
Da es sich hie
r
bei um eine anspruchs
aufhebende Tatfrage handelt, liegt aber die entsprechende Beweislast
–
anders als bei der Frage, ob ein leistungsbegründender natürlicher Kausalzusammenhang gegeben ist
–
nicht bei der versicherten Person, sondern beim Unfallversicherer (RKUV 1994 Nr.
U 206 S.
328
f. E.
3b, 1992 Nr.
U 142 S. 76).
Diese Beweisgrund
sätze gelten sowohl im Grundfall als auch bei Rückfällen und Spätfolgen und sind für sämtliche Leistungsarten
massgebend
(
Urteil des Bundesgerichts 8C_637/2013 vom 11.
März 2014 E.
2.3.1 mit Hinweisen).
Mit dem Erreichen des
S
tatus quo sine
vel
ante entfällt eine Teilursächlichkeit für die noch bestehenden Beschwerden. Solange jedoch der
S
tatus quo sine
vel
ante noch nicht wieder erreicht ist, hat der Unfa
llversicherer gestützt auf Art. 36 Abs.
1 UVG in aller Regel neben den Taggeldern auch Pflegeleistungen und Kos
tenvergütungen zu übernehmen, worunter auch die
Heilbehandlungskosten nach Art.
10 UVG fallen
(Urteil des Bundesgerichts 8C_637/20
13 vom 11. März 2014 E. 2.3.2).
1.4
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schluss
folgerungen der Experten begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a mit Hinweis).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin stellte sich in der Beschwerdeantwort (
Urk.
9) auf den Standpunkt, aus näher dargelegten Gründen habe ihre Leistungspflicht infolge Erreichens des Status quo sine (S. 5
Ziff.
5.7) am
9.
Oktober 2014 geendet (S. 7
Ziff.
5.17).
2.2
Der Beschwerdeführer stellte sich demgegenüber auf den Standpunkt (
Urk.
1), die der Beschwerdegegnerin als Grundlage dienende kreisärztliche Beurteilung leide an näher genannten Mängel
n
, weshalb nicht auf sie abgestellt werden könne, und der von ihm beigezogene Orthopäde begründe nachvollziehbar, weshalb eine un
fallbedingte Genese der erlittenen
Supraspinatusruptur
überwiegend wahrschein
lich sei (S. 6 f.
Ziff.
21
;
Urk.
18
).
2.3
Strittig und zu prüfen ist mithin der zeitliche Umfang der Leistungspflicht der Beschwerdegegnerin.
2.4
Zur beschwerdeweise geltend gemachten Gehörsverletzung (
Urk.
1 S.
3 f.
) er
übrigen sich Weiterungen.
Sie wäre jedenfalls als
dadurch geheilt
zu erachten
, dass
sich der Beschwerdeführer im vorliegenden Verfahren
vor einer Instanz äus
sern kann, welche sowohl die Tat- als auch die Rechtsfragen uneingeschränkt überprüft (BGE
132 V 397 E. 5.1,
115 V 305 E. 2h
).
3.
3.1
Gemäss den Angaben in der Unfallmeldung war der Beschwerdeführer am 1
9.
September 2014 dabei, eine mit Sand gefüllte Metallkiste umzukippen, als der beteiligte Staplerfahrer die Gabeln herunterliess, worauf er die Kiste mit den Hän
den festhielt und sich Schmerzen in der Schulter zuzog (
Urk.
10/1
Ziff.
4 und 6).
Im Fragebogen vom 2
7.
November 20
14 (
Urk.
10/7)
führte der Beschwerdeführer aus, er habe
eine
Japankarre in die Schaufel
des
Stapler
s
ausleeren
wollen
. Gleichzeitig ha
be
der Staplerfahrer die Schaufel nach oben gefahren und
er
habe die Hände überlastet.
Als b
esonderes Ereignis
nannte er «
Arme überlastet
»
.
Im Rahmen einer Besprechung am 2
9.
Juni 2015 schilderte der Beschwerdeführer den Hergang wie folgt (
Urk.
10/22 S. 1 Mitte):
Ich wollte am 1
9.
September 2014 einen schweren Behälter (Gewicht mehr als 100 Kilo) voll mit Material leeren. Dazu musste ich diesen kippen gegen den Stapler. Der Stapler hat mit der Gabel aber plötzlich dagegen gehoben und das ganze Gewicht lag auf meinen Armen, vor allem auf meinem rechten Arm. Ich wollte dagegenhalten, bekam aber Schmerzen wie ein Schlag in der rechten Schulter und musste den Behälter loslassen. Ich bin nicht gestürzt und habe auch nirgends angeschlagen. Meine Arme waren zu diesem Zeitpunkt nicht aus
gestreckt, sondern leicht angewinkelt.
3.2
Die Erstbehandlung erfolgte gemäss Zeugnis vom 1
9.
November 2014 (
Urk.
10/6) am 2
7.
September 2014 durch
Dr.
med.
Z._
, Facharzt für Rheu
matologie, der angab, dem Beschwerdeführer sei eine schwere Last in die Arme gefallen (
Ziff.
2) und eine volle Arbeitsunfähigkeit ab
8.
Oktober 2014 attestierte (
Ziff
8).
3.3
Ein
Arthro-MRI
der rechten Schulter vom
3.
Oktober 2014 zeigte eine
transmurale
12 mm breite Ruptur der
Supraspinatussehne
ansatznahe im
posterioren
Sehnen
anteil und keine Begleitverletzungen (
Urk.
10/9/2 =
Urk.
10/71/1).
3.
4
Am
8.
Oktober 2014 erlitt der Beschwerdeführer einen weiteren Unfall, bei wel
chem er
in der Putzerei des ihn beschäftigenden Betriebs
sich den rechten Fuss verdrehte
,
mit einer Arbeitsunfähigkeit
ab
9.
Oktober 201
4
(
Urk.
11/1
Ziff.
4
,
6
und 10
). Im Rahmen
d
er Erstbehandlung am Folgetag wurden ihm
unter anderem
Unterarmgehstöcke verordnet (
Urk.
11/9 S. 1 unten). Anlässlich einer Nachkon
trolle vom 1
6.
Oktober 2014 wurde ihm eine Ruhigstellung für insgesamt 8 Wo
chen im Gips empfohlen (
Urk.
11/8/1).
3.5
Kreisarzt
Dr.
med.
A._
,
Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Trau
matologie des Bewegungsapparates
,
bejahte am
6.
Januar 20
15
die Frage, ob eine unfallähnliche Körperschädigung im Sinne von
Art.
9
Abs.
2 UVV vorliege
, näm
lich ein Sehnenriss (
lit
. f.). Bei konservativer/operativer Behandlung bestehe eine Arbeitsunfähigkeit von 100
%
für zwei Monate bei körperlich belastender Tätig
keit
(
Urk.
10/10)
.
3.6
Gemäss Austrittsbericht vom 2
6.
Mai 2015 (
Urk.
10/18/1-2) und Operationsbe
richt vom 2
2.
Mai 2015 (
Urk.
10/18/3-4)
der Ärzte der
B._
erfolgte am 2
2.
Mai 2015 eine operative Rekonstruktion der
Supraspinatussehne
.
Am 1
5.
Juli 2015 wurde sechs Wochen postoperativ ein regelrechter Verlauf be
richtet
(
Urk.
10/29
S. 1 unten
)
. Am 2
6.
Oktober 2015 wurde 4 1⁄2 Monate
post
operativ ein protrahierter Genesungsverlauf mit ausgeprägter Schmerzsympto
matik und Zeichen einer beginnenden
Frozen
Shoulder
berichtet (
Urk.
10/48
S. 2 oben
)
.
3.7
Kreisarzt
Dr.
A._
führte in einer Beurteilung vom 1
3.
Oktober 2015
(
Urk.
10/43)
aus, gemäss den Angaben über den Ereignishergang (vgl. vorstehend E. 3.1) habe am 1
9.
September 2014 plötzlich eine grosse Last von mehr als 100 kg auf den angewinkelten Armen des Versicherten gelegen. Die diagnostizierte Verletzung der
Supraspinatus
sehne
sei
nicht passend zum Unfallmechanismus
,
dieser hätte allenfalls zu einer Ruptur der langen
Bizepssehne
führen können
. E
in geeigneter Unfallmechanismus wäre ein Sturzereignis mit nach hinten ausgestrecktem Arm gewesen, ein Luxationsereignis der Schulter oder allenfalls ein Sturzereignis mit plötzlichem Festhalten des Armes
(S. 2 Mitte). Im MRI sei tatsächlich eine
Supra
spinatussehnenverletzung
dokumentiert, sie sei aber nicht unfallkausal. Es müsse auf das fortgeschrittene Alter des Versicherten hingewiesen werden, mit überwie
gender Wahrscheinlichkeit liege eine degenerativ bedingte Ruptur der
Supraspi
natussehne
vor. Das Ereignis vom 1
9.
September 2014 sei nicht geeignet, eine Ruptur der
Supraspinatussehne
zu ver
ursachen (S. 2 unten).
Die geltend gemachten Beschwerden der rechten Schulter und die Operation vom 2
1.
Mai 2015 seien nicht auf das Ereignis vom 1
9.
September 2014 zurückzufüh
ren. Im Operationsbericht würde
n
übrigens keinerlei
Einblutungen
im Bereich des rechten Schultergelenkes beschrieben. Dieser
intraoperative Befund
spreche (ebenfalls) gegen eine unfallkausale Ruptur der
Supraspinatussehne
(S. 3 oben).
3.8
In einer weiteren Beurteilung vom
3.
Februar 2016 (
Urk.
10/56)
führte
Dr.
A._
unter anderem aus, das Ereignis vom 1
9.
September 2014 habe zu einer axialen Druckbelastung im Bereich beider angewinkelter Arme geführt. Diese
axiale Druckbelastung
sei nicht
geeignet
, eine
Verletzung
der
Rotatorenmanschette
im Bereich der rechten Schulter - wie mit MRI vom
3.
Oktober 2014 diagnostiziert - zu verursachen
(S. 3 oben)
.
Ein geeigneter Unfallmechanismus zur Verletzung der
Rotatorenmanschette
wäre ein Sturz auf den nach hinten ausgestreckten Arm. In diesem Zusammenhang käme es zu einem entsprechenden
Hebelmechanismus. Die Sehne würde dann gegen den Knochen gedrückt werden. Dies würde zu
einer Ruptur der
Rotatoren
manschette
führen. Ein anderer Unfallmechanismus wäre gegebenenfalls
ein plötzlicher Sturz mit Versuch, den Sturz mit dem Arm abzufangen. Dieses Ereig
nis könnte eventuell
auch eine Ruptur der
Rotatorenmanschette
verursachen
(S.
3 Mitte)
.
Im
Arthro-MRI
der rechten Schulter vom
3.
0ktober 2014 werde eine AC-Gelenksarthrose beschrieben. Aufgrund des Jahrganges des Versicherten (1955)
seien degenerative Veränderungen im Bereich der
Rotatorenmanschette
und des AC-Gelenkes überwiegend wahrscheinlich.
Im echtzeitlichen Untersuchungsbericht von
Dr.
Z._
vom 1
9.
November 2014 (vgl. vorstehend E. 3.1) werde kein aktiver Bewegungsverlust im Bereich der rechten Schulter dokumentiert. Ein aktiver Bewegungsverlust unmittelbar nach einem Unfallereignis im Bereich der rechten Schulter würde für eine traumatische Genese der
Rotatorenmanschettenverletzung
sprechen, ein solcher werde nicht dokumentiert (S. 3 unten).
Während der Arthroskopie und Rekonstruktion der
Supraspinatussehne
seien keine Blutansammlungen festzustellen gewesen, was definitiv gegen eine trau
matische Veränderung spreche (S. 3 f.). Sodann sei während der Operation am 2
2.
Mai 2015 eine degenerative Veränderung des
anterioren
Labrums diagnosti
ziert worden, die
Supraspinatussehne
werde
im Operationsbericht als nur kleiner
transmuraler
Riss dokumentiert. Somit liege eindeutig eine Partialruptur der
Sup
raspinatussehne
im Bereich der rechten Schulter vor. Eine Partialruptur der
Sup
raspinatussehne
sei überwiegend wahrscheinlich degenerativ bedingt. Der Opera
tionsberichtsbefund überwieg
e
gegenüber dem MRI-Befund vom
3.
Oktober 2014 (S. 4 oben).
3.9
Am
1.
März 2016 erstattet
e
Dr.
med.
C._
,
Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, eine Beurteilung im Auf
trag des Beschwerdeführers (
Urk.
10/62/7-13)
. Er führte unter anderem aus,
es sei anzuerkennen, dass Rupturen der
Rotatorenmanschette
selten ohne
vorbeste
hende krankhafte strukturelle Schäden entst
ünd
en, die der natürlichen
Alterung des Gewebes geschuldet s
eien, und dass sie
auch bei
asymptomatischen Indivi
duen ohne äussere Gewalteinwirkung vork
ä
men
. D
iese asymptomatischen Ruptu
ren n
ä
hmen mit dem Alter zu. Die Inzidenz
werde
je nach Autor mit weniger als 11
%
bis zu 28
%
bei unter
60-
Jährigen angegeben
(S. 4 Mitte)
.
Der Beschwerdeführer sei
vor dem Unfallereignis asymptomatisch und zum Zeit
punkt des Unfallereignisses 59-jährig gewesen. Daraus könne gefolgert werden, dass bei ihm in maximal 28
%
mit einer vorbestehenden
Rotatorenmanschetten
ruptur
gerechnet werden müsse, eine vorbestehende Sehnenruptur zum Zeitpunkt des Ereignisses
sei
also rein statistisch lediglich möglich gewesen sei (S. 4 unten).
Gegen eine eindeutig krankhafte Schädigung spreche ferner, dass die massgeben
den Autoren aufgrund der meist multifaktoriellen Problematik die Kausalität dif
ferenziert beurteilten und die Vorgeschichte (Anamnese von Schulterbeschwer
den), die Korrelation zum Unfallereignis (unmittelbares oder zumindest schnelles Auftreten von Beschwerden mit insbesondere Arbeitsunfähigkeit), die klinischen Befunde (Bewegungseinschränkung) und die bildgebenden Befunde im Röntgen
oder
MRI
(
Dezentrierung
des Gelenkes, knöcherne Appositionen an den
Tubercula
oder
Acromeon
, Zystenbildung, Veränderungen der Muskulatur, degenerative Sehnenveränderungen) wesentlich höher werteten als den Unfallmechanismus (S.
4 f.).
Im Falle des Beschwerdeführers sei die Vorgeschichte unauffällig, die Beschwer
den seien
sofort aufgetreten, er sei unmittelbar danach vollständig arbeitsunfähig gewesen. 3 1⁄2 Monate danach werde eine Abduktion von 85° beschrieben,
was
ein für die
Supraspinatussehne
typisch
er
Ausfall
sei
. Wann sich dieser Ausfall eingestellt habe (unmittelbar nach dem Ereignis oder erst in der Folge), könne den Akten nicht entnommen werden. Es könne allerdings spekuliert werden, dass er unmittelbar nach dem Ereignis aufgetreten sei und damit zumindest teilweise die eingetretene Arbeitsunfähigkeit begründet habe. Bildgebend ergäben sich abgesehen von der
Acromionform
keinerlei Hinweise auf eine offensichtliche krankhafte Vorschädigung. Die vorliegende Form des
Acromions
gelte als ungünstiger Faktor und könne die Sehnenschädigung begünstigen, allerdings
werde
in letzter Zeit diesbezüglich auch der kritische Schulterwinkel CSA (Relation zwischen Lage des
Glenoides
und der lateralen
Acromionbegrenzung
) hinzugezogen, bei welchem Seh
n
e
n
schädigungen ab einem Winkel von 33° häufiger vorkämen. Beim Beschwerdeführer betrage dieser Winkel 30°. Die Betrachtung dieser knöchernen Gegebenheiten erscheine deswegen wenig hilfreich in der Kausalitätsbeurteilung (S. 5 Mitte).
Der Unfallmechanismus werde als Auffangen eines 100 kg schweren Gegenstandes mit leicht angewinkelten Armen beschrieben. Es sei davon auszugeben, dass dies zu einer abrupten nach unten wirkenden Krafteinwirkung geführt habe, was einem Traktionsmechanismus entspricht. Die massgebenden Autoren erachteten diesen Mechanismus als ungeeignet, wobei einer der Autoren zu bedenken gebe, dass diese Überlegungen theoretischer Art seien und wissenschaftliche Daten dazu fehlten (S. 5 unten).
Diesen theoretischen Überlegungen könne ebenso theoretisch entgegengehalten
werden, dass die
Rotatorenmanschette
, welche für die Zentrierung des
Gelenkes verantwortlich sei, bei einer Traktionsverletzung wie im vorliegenden Fall, erheblicher Gewalt ausgesetzt sei (S. 5 f.).
Die intraoperative Morphologie des Sehnenrisses sei nicht sicher geeignet, die Kausalität des Risses zu begründen. Es sei wohl zu anerkennen, dass
Einblutungen
in den Sehnenrändern als Zeichen der traumatischen Genese gälten. Das Fehlen derselben schliesse diese aber nicht aus, was insbesondere dann gelte, wenn zwischen Verletzung und Operation 8 Monate lägen. In dieser Zeit sei es
wahrscheinlich, dass sich eine unfallbedingte Einblutung vollständig resorbiert habe (S. 6 oben).
Dr.
C._
kam zum Schluss, dass eine eindeutige krankhafte Vorschädigung, insbesondere ein Riss an der
Rotatorenmanschette
, nicht erkannt werden könne. Aufgrund der fehlenden Zeichen der Vorschädigung und der statistischen Wahrscheinlichkeit sei es lediglich möglich, dass der Beschwerdeführer zum Zeitpunkt des Ereignisses an einer vorbestehenden Ruptur der
Supraspinatussehne
gelitten habe. Die Begründung, dass durch den vorliegenden Unfallmechanismus eine Ruptur der
Supraspinatussehne
nicht möglich sei, beruh
e
lediglich auf den theoretischen Überlegungen von Autoren, die dem Un
fallmechanismus in der Beurteilung nur eine untergeordnete Bedeutung beimäs
sen. Beim Ereignis habe eine beträchtliche Gewalt auf die Schulter eingewirkt, welche durchaus in der Lage gewesen sei, eine
Rotatorenmanschettenruptur
zu bewirken. Dass zum Zeitpunkt der Operation keine Einblutung sichtbar gewesen sei, schliesse acht Monate nach dem Ereignis die Unfallkausalität nicht aus. Zu
sammenfassend sei es überwiegend wahrscheinlich, dass eine eindeutig krank
hafte Vorsc
hädigung nur möglicherweise vorgelegen habe
und es überwiegend wahrscheinlich sei, dass das Ereignis vom 1
9.
September 2014 die Ruptur der
Supraspinatussehne
bewirkt habe (S. 6).
3.10
Kreisarzt
Dr.
A._
führte
in einer weiteren Beurteilung vom
7.
April 2016 (
Urk.
10/68)
aus, die Quote einer asymptomatischen krankheitsbedingt vorbeste
henden Verletzung der
Rotatorenmanschette
von nahezu einem Drittel
stelle eine relativ hohe Wahrscheinlichkeit dar (S. 4 oben). Sodann wies er
ergänzend auf eine 2008 erschienene Publikation hin, in welcher zur Differenzierung zwischen unfallbedingter Verletzung und krankheitsbedingten Veränderungen der
Rotato
renmanschette
explizit auf den Unfallmechanismus eingegangen werde (S. 4 Mitte).
Weiter führte er aus, gegen eine traumatische Schädigung der
Rotatorenman
schette
der rechten Schulter des Versicherten spreche der am
8.
Januar 2015 in
der
B._
erhobene Befund, wo eine aktive globale Elevation der rechten Schulter bis 160° und lediglich eine passive Beweglichkeit nur bezogen auf das
glenohumerale
Gelenk rechts bis 85° beschrieben worden sei. Laut MRI-Befund vom
3.
Oktober 2014 liege eine Verletzung des
Supraspinatus
vor. Im Rahmen einer traumatischen Schädigung der
Supraspinatussehne
am 1
9.
September 2014 würde keine aktive Beweglichkeit der rechten Schulter bis 160° möglich sein. Diese Bewegungssituation spreche gegen eine traumatische Schädigung der
Sup
raspinatussehne
. Zusätzlich werde im gleichen Bericht dokumentiert, dass der
Jobe
-Test eine gute Kraftentwicklung zeige. Der
Jobe
-Test teste die
Supraspi
natussehne
. Der Versicherte habe diesbezüglich eine gute Kraftentwicklung und einen unauffälligen Test gezeigt
,
was ebenfalls gegen eine traumatische Verlet
zung der
Supraspinatussehne
spreche (S. 4).
Gemäss der schon erwähnten Publikation sei es eine wesentliche Voraussetzung für die traumatische Schädigung der
Rotatorenmanschette
, dass eine musku
l
är fixierte Schulter eine passive Distorsion von
aussen erh
alte. L
aut Unfallbeschrei
bung des Versicherten
sei es aber zu
einer axialen Druckbelastung
gekommen
, d
ie Distorsionskomponente für die rechte Schulter fehl
e
hier völlig
(S
.
4 unten).
Aus diesen und weiteren Gründen hielt
Dr.
A._
an
seiner Beurteilung
fest (S. 5 Mitte)
, ebenso am 2
5.
M
ai
2016 nach Vorlage der MRI-Bilder
(
Urk.
10/73)
,
und am 2
1.
Juni 2016
(
Urk.
10/77)
.
3.11
Laut Austrittsbericht vom 2
2.
März 2017 (
Urk.
10/89) wurde der Beschwerdefüh
rer am 1
7.
März 2017 erneut operiert (
Arthrodese
naviculocuneiforme
mediale und intermedium rechts), wobei als Diagnosen eine
Arthrose
naviculocuneiforme
mediale und
intercuneiforme
mediale-intermedium rechts
und eine
F
rozen
shoul
der
rechts
genannt wurden (S. 1).
3.12
Dr.
C._
führte in einer Stellungnahme vom 1
5.
März 2017 (
Urk.
3)
unter ande
rem aus, mögliche Vorveränderungen implizierten keinesfalls eine Ruptur, diese sei im Alter des Beschwerdeführers wie erwähnt in 11 bis 28
%
der Fälle zu er
warten. Dies könne seines Erachtens nicht
als
hohe Wahrscheinlichkeit ausgege
ben werden. Eine vorbestehende krankhafte Ruptur sei nach der üblichen Termi
nologie lediglich möglich. Im Falle einer krankhaften Vorschädigung ohne Ruptur könne vorliegend das Unfallereignis als äusserer Faktor in der Entstehung der Ruptur nicht
weggedacht werden (S. 1 f.).
Der von
Dr.
A._
zitierte Autor begründe seine Überlegungen zu möglichen un
fallbedingten Schädigungen damit, dass die
Rotatorenmanschette
nur eine nach
gelagerte muskuläre Funktion an der Schulter ausübe. Dies müsse bestritten wer
den. Ohne Funktion der
Rotatorenmanschette
sei eine ungestörte Schulterfunk
tion unwahrscheinlich. Man k
önne
deshalb kaum von einer nachgelagerten Funktion sprechen (S. 2 Mitte).
Dr.
A._
stütze seine Ansicht, dass der Unfallmechanismus wesentlich für die Unterscheidung sei, einzig auf den genannten Autor und nehme keine Stellung zu von anderen Autoren angeführten Kriterien der Kausalitätsbeurteilung (S. 2 unten), so etwa die Vorgeschichte, die beim
Beschwerdeführer
bland
sei, und die sofortige Arbeitsunfähigkeit (S. 2 f.). Die von
Dr.
A._
angeführten Untersu
chungsbefunde seien drei Monate nach dem Ereignis erhoben worden, als sich die Schulterfunktion natürlicherweise habe erholen können (S. 3 oben).
3.13
Med.
pract
.
D._
, Facharzt für Chirurgie,
Kompetenzzentrum Versi
cherungsmedizin der Beschwerdegegnerin,
erstattete am 1
4.
Juli 2017 eine Beur
teilung (
Urk.
10/100)
.
Er führte unter anderem aus, das Ereignis vom 1
9.
September 2014 sei am
6.
No
vember 2014, somit erst nach annähernd 7 Wochen gemeldet worden. In der Schadenmeldung sei angegeben
worden
, die Arbeit sei zufolge des Unfalls nicht ausgesetzt worden. Den erstbehandelnden
Dr.
Z._
habe der Versicherte erstmals am 2
7.
September 2014 und somit erst 8 Tage nach dem Ereignis aufge
sucht.
Dr.
Z._
beschreibe als einzigen pathologischen Befund in Bezug auf die recht
e Schulter einen positiven
Jobe
-
Test und gebe an, ab dem
8.
Oktober 2014 habe eine Arbeitsunfähigkeit bestanden. Seine Angaben auf dem am 1
9.
Mai 2015 vorgelegten Unfallschein differierten dazu. Die Daten auf diesem Schein seien nicht chronologisch, das Datum
vom
1
8.
September 2014 könne nicht zugeordnet werden und die Angaben zur Arbeitsfähigkeit vor dem
9.
Okto
ber 2014 blieben unklar. Am
9.
(richtig: 8.)
Oktober 2014 habe sich der Versi
cherte bei der Arbeit am Fuss verletzt. Die Angabe einer Arbeitsunfähigkeit ab dem
9.
Oktober 2014 auf dem Unfallschein lasse vermuten, dass die Arbeitsunfä
higkeit zufolge des Ereignisses vom
9.
(richtig: 8.)
Oktober 2014 und nicht des Ereignisses vom 1
9.
September 2014 resultierte. Entsprechend lauteten (auch) die Angaben der die Fussverletzung behandelnden Ärzte des
E._
. Es könne als erwiesen gelten, d
ass zufolge des Ereignisses vom
1
9.
Septem
ber 2014 zeitnah zum Ereignis keine Arbeitsunfähigkeit resultiert habe (S.
4).
Aufgrund der
Angaben
im am 2
7.
November 2014 vom Versicherten handschrift
lich ausgefüllten und unterzeichneten Fragebogen (vgl. vorstehend E. 3.1)
erkläre sich
, wie es dem Versicherten möglich gewesen sei, den nach seinen Angaben mehr als 100 Kilogramm schweren Behälter zu kippen. Es sei davon auszugeben, dass er die Japaner-Karre an den dafür vorgesehenen Haltegriffen geführt habe. Werde das Gerät nun von - wie im Hergang beschrieben - vorne angehoben, so resultiere eine Zugbewegung auf die Arme. Ob dadurch tatsächlich eine Last von über 100 Kilogramm auf den Armen des Versicherten gelastet habe, könne im Nachhinein nicht mehr sicher ermittelt werden. Theoretisch könne eine unerwar
tet auftretende Zugbewegung am Arm eine Schädigung der
Rotatorenmanschette
bewirken. Eine der wichtigsten Aufgaben der
Rotatorenmanschette
sei es, den im Verhältnis zur Schulterpfanne sehr grossen Oberarmkopf in der Schulterpfanne in jeder Stellung des Armes zu zentrieren. Eine Läsion der
Supraspinatussehne
durch den Hergang des Unfallereignisses sei somit möglich (S. 5
oben
).
Eine akute traumatische Zerreissung der
Supraspinatussehne
(oder anderer Teile der
Rotatorenmanschette
)
führ
e
zu akut einsetzenden, starken Schmerzen und zu
einer erheblichen Funktionsbeeinträchtigung
,
bis hin zu einer so
genannten Pseu
doparalyse
.
Der Versicherte ha
be
seine körperlich strenge Arbeit zufolge
des Un
falls zeitnah nicht unterbrochen
;
zudem
sei
fraglich, ob die Arbeitsunfähigkeit
ab dem
9.
Oktober
2014 mit dem Ereignis vom
1
9.
September
2014
im Zusammen
hang stehe
.
Diesbezüglich geh
e
Dr.
C._
von falschen Voraussetzungen
aus. Er gründe seine Argumentation auf der Annahme, dass der Versicherte seine Arbeit sofort
niedergeleg
t habe (S. 5 Mitte)
.
Mit der
MR-Arthrographie
vom
3.
Oktober
2014 w
e
rd
e
gemäss dem fachradiolo
gischen Befund 14 Tage
nach dem Ereignis eine
transmurale
Zusammen
hangstrennung der
Supraspinatussehne
auf einer
Breite von 12 mm dargestellt. Wäre diese ausgedehnte Zusammenhangstrennung unfallkausal entstanden,
so wäre mit erheblichen Schmerzen und einer erheblichen Funktionsbeeinträchti
gung zu
rechnen.
Es erg
ä
ben sich berechtigte Zweifel daran, ob der Versicherte seine Arbeit mit diesen Beschwerden
und Einschränkungen weiterhin hätte ver
richten können. Auch würde sich nicht erklären, warum er
erst 8 Tage nach dem Ereignis seinen Hausarzt aufsucht
e
und dieser keine entsprechenden Beschwerden
mit seinem Arztzeugnis dokumentiert
e
, er habe lediglich einen positiven
Jobe
-
Test
auf der rechten Seite
genannt
.
Der
Jobe
-
Test prüf
e
zwar die Integrität der
(gemäss radiologischem Befundbericht von der Zusammenhangstrennung be
troffenen)
posterioren
Ante
ile der
Supraspinatussehne
, differenzier
e
aber
nicht bezüglich der Kausalität der Veränderung
u
nd ermöglich
e
keine
eindeutige zeit
liche Zuordnung
(
S. 5 unten).
Drei Wochen nach
dem Ereignis vom 1
9.
September 2014 habe sich am
9.
(rich
tig: 8.)
Oktober 2014 ein weiterer Unfall ereignet. Im Bericht der Ärzte
des
E._
werde angegeben
, dass der Versicherte an Gehstöcken
das
Bein entlasten solle
.
Es wäre zu erwarten, dass der Versicherte, wenn er 3 Wochen nach einer akuten traumatischen
Zerreissung der
Supraspinatussehne
aufgefor
dert würde, an Unterarmgehstützen zu gehen, auf
seine Schulterschmerzen hin
weisen würde. Das hätte überwiegend wahrscheinlich zu einer
Überp
rüfung der Indikation für die Gehstöcke und einem Wechsel des Verfahrens geführt. Dieses wiederum
wäre mit den medizinischen Berichten erwähnt worden.
Entsprechende Vermerke fehl
t
en jedoch in den medizinischen Berichten
der Ärzte
des
E._
.
Erst im Rahmen der Konsultation vom 1
1.
Dezember
2014 w
e
rd
e
vermerkt, der Versicherte solle die Gehstöcke
nun schrittweise nicht mehr
verwenden
.
Es sei ni
cht überwiegend wahrscheinlich, dass der Versicherte klaglos mehrere Wochen lang -
kurze Zeit nach einer akuten traumatischen Zerreissung der
Supraspinatussehne
- an Gehstöcken
gegangen wäre. Schulterbeschwerden würden mit keinem der Berichte der Ärzte des
E._
genannt (S. 6 oben).
Aus diesen Gründen sei das Ereignis vom 1
9.
September
nicht überwiegend kau
sal für die
Veränderungen der
Rotatorenmanschette
und im Speziellen der
Sup
raspinatussehne
der rechten
Schulter des Versicherten
(S. 6 Mitte)
.
Damit stell
e
sich die Frage, ob die mit der
MR-Arthrographie
vom
3.
Oktober
2014 nachgewiesenen Veränderungen
mit überwiegender Wahrscheinlichkeit ei
nen Vorschaden darstell
t
en
.
Wenn sie nicht mit überwiegender Wahrscheinlich
keit Folge des Ereignisses vom 1
9.
September
2014 wären
und
auch
keinen Vor
schaden darstellen würden, so müssten sie inne
rhalb des kurzen Zeitraums von zwei
Wochen zwischen dem Ereignis und der
MR-Arthrographie
entstanden sein.
Dieses Szenario
sei
nicht überwiegend wahrscheinlich, denn ein
neuer
liches Un
fallereignis
sei
bezüglich
der rechten Schulter in diesem Zeitraum nicht doku
mentiert. Eine Zusammenhangstrennung
als Folge einer
Tendinopathie
der
Sup
raspinatussehne
benötig
e
mehr als
drei
Wochen zur Entstehung
.
Es
sei
wissen
schaftlich anerkannt, dass Zusammenhangstrennungen
der
Supraspinatussehne
mit weit überwiegender Mehrheit
Folge eines Verschleissleidens und/oder eines natürlichen Alterungs
p
rozesses
seien
.
Als Ursache w
ü
rden
- näher umschriebene -
intrinsische
und extrinsische Faktoren
genannt
(S. 6 unten)
.
Endpunkt der negativ auf die Sehne einwirkenden Faktoren, die eine
Tendinopa
thie
zur Folge h
ätt
en,
sei
eine partielle oder auch komplette Zusammenhangstren
nung der
Supraspinatussehne
. Die
Zusammenhangstrennung
werde
als Produkt eines „
failed
hea
l
ing
", fehllaufender Heilungsversuche
des Körpers in Bezug auf die Sehnenschäd
igung
,
angesehen
. Diese Zusammenhangstrennungen,
die auch die Sehnen anderer anatomischer Regionen betreffen könn
t
en (
beispielsweise
die Achillessehne
und die
Peronealsehnen
) entst
ünd
en ohne jegliche Gewalteinwir
kung. P
artielle Zusammenhangstrennungen
der
Supraspinatussehne
könn
t
en lange Zeit symptomlos bleiben und s
eien
ein
häufiger Befund in der Bevölkerung mittle
ren und höheren Lebensalters
. Sie w
ü
rden mit der
Zeit - auch unabhängig von der Einwirkung äusser
er Faktoren - symptomatisch
. Die anamnestische
An
gabe einer Beschwerdefreiheit vor einem Ereignis
sei
damit nicht beweisend für eine
Unfallkausalität (S. 6 f.).
Wie die
Arthrose des AC-Gelenks entwickle
sich auch eine Zusammenhangstren
nung der
Supraspinatussehne
als Ausdruck eines Verschleissleidens über einen langen Zeitraum von Monaten bis Jahren.
So
sei
auch im
vorliegenden Fall davon auszugeh
en, dass diese Veränderungen sich über einen
langen Zeitraum entwi
ckelt h
ätt
en und überwiegend wahrscheinlich bereits zum Zeitpunkt des Ereig
nisses
vom 1
9.
September
2014 vorhanden
gewesen seie
n.
Mit dem Operations
bericht vom 2
2.
Mai
2015 w
ü
rden degenerative Lab
ru
mveränderungen und Knor
pelveränderungen
im Sinne einer
Chondromalazie
des
Glenoids
genannt. Auch
diese Veränderungen
s
eien
Ausdruck eines Verschleissleidens und Ausdruck eines langzeitigen Verschleiss-Prozesses
(S. 7 oben)
.
Mit dem fachradiologischen Bericht vom
3.
Oktober
2014 w
e
rd
e
ein verschmä
lerter
Subacromialraum
beschrieben.
Bei eigener Einsichtnahme in die Bildge
bung
sei
bereits mit dieser Untersuchung 3 Wochen
nach dem Ereignis ein Hoch
stand des
Humeruskopfes
dokumentiert. Ein Hochstand des
Humeruskopfes
gelte als Hinweis auf einen
seit
längere
r
Zeit
bestehend
en Schaden der
Rotatorenman
schet
te
.
Folgen einer stattgehabten Traumatisierung der rechten Schulter
seien
mit dieser Untersuchung
nicht objektiviert
(S. 7 Mitte)
.
Merkmal der im Rahmen eines Verschleissleidens entstandenen Zusammen
hangstrennungen der
Supraspinatussehne
seien
die mit der Zeit zunehmenden Beschwerden
,
während nach einer
akuten traumatischen Zerreissung die Be
schwerden ein Decrescendo zeig
t
en.
Im vorliegenden Fall w
erde
kein Decrescendo der Beschwerden mit den medizinischen Berichten genannt
,
sondern ein gleich
bleibender Fortbestand der Beschwerden seit dem Unfall
.
Auch im
April 2015 habe
der Versicherte
gleichbleibende Beschwerden (keine Besserung)
angegeben
.
Zusammenfassend
sei
es überwiegend wahrscheinlich, dass die mit der
MR-Arthrographie
vom
3.
Oktober
2014 dokumentierten Veränderungen der
Supra
spinatussehne
und des AC-Gelenks nicht
kausal auf das Ereignis vom 1
9.
Sep
tember
2014 zurückzuführen
seien
und mit überwiegender Wahrscheinlichkeit
bereits zum Zeitpunkt des Ereignisses bestanden h
ätte
n. Das Ereignis vom
1
9.
September 2014 habe daher
mit überwiegender Wahrscheinlichkeit eine vor
geschädigte Schulter
getroffen
.
Das Ereignis vom 1
9.
September 2014 habe nicht überwiegend wahrscheinlich zu einer strukturellen Schädigung des rechten Schultergelenks des Versicherten geführt
(S. 7 unten).
Möglicherweise ha
be
das Ereignis vom 1
9.
September
2014 zu einer Ze
rr
ung der rechten Schulter geführt.
Eine Zerrung der Schulter ohne den Nachweis struktu
reller Schäden
sei
nach allgemeiner
traumatologischer
Erfahrung spätestens nach 4-6 Wochen abgeheilt
(S. 7 f.)
.
Im vorliegenden Fall k
önne
davon ausgegangen werden, dass
beim
Versicherte
n
bereits am
9.
(richtig: 8.)
Oktober
2014, dem Zeitpunkt der Prellung des rechten Fusses, keine unfallkausalen Schulterbeschwerden
mehr vorgelegen hätte
n.
Es
wäre ansonsten zu erwarten, dass
er
Schulterschmerzen durch den Gebrauch der Gehstöcke angegeben hätte
(S. 8 oben)
.
Als
Schlussfolgerung
hielt med.
pract
.
D._
fest, d
as Ereignis vom 1
9.
Septem
ber 2014 habe
mit überwiegender Wahrscheinlichkeit nicht zu einer strukturellen
Schädigung der rechten Schulter des Versicherten geführt.
Das Ereignis ha
be
mit
überwiegender Wahrscheinlichkeit eine durch ein Verschleissleiden bereits vor
geschädigte
Schulter getroffen.
Mit überwiegender Wahrscheinlichkeit
sei
der Status quo sine am
9.
Oktober
2014 wieder erreicht
gewesen (S. 8)
.
In
Beantwortung der
ihm unterbreiteten
Fragen
führte er aus, die
Zusammen
hangstrennung der
Supraspinatussehne
der recht
en Schulter des Versicherten sei
nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit kausal auf das Ereignis vom 1
9.
Sep
tember
2014
zurückzuführen
(S. 8
Ziff.
1)
.
Das Ereignis vom 1
9.
September
2014 ha
be
mit überwiegender Wahrscheinlich
keit eine bereits durch ein Verschleissleiden
geschädigte Schulter getroffen. Als Voraussetzung für eine richtunggebende Verschlimmerung
dieses Vorschadens g
elte
, dass eine strukturelle traum
atisch bedingte Schädigung der
Strukturen des rechten Schultergelenks bildgebend objektiviert
sei
. Eine solche strukture
l
le Schä
digung
sei
mit der zeitnah zum Ereignis durchgeführten
MR-Arthrographie
nicht objektiviert. Eine
richtunggebende Verschlimmerung des Vorschadens
sei
mit überwiegender Wahrscheinlichkeit nicht
eingetreten
(S. 8
Ziff.
2)
.
Möglicherweise ha
be
das Ereignis vom 1
9.
September
2014 zu einer Zerrung der rechten Schulter geführt.
Bildgebend
seien
keine Zeichen einer erheblichen Zer
rung objektiviert
(S
.
8
Ziff.
3).
Der Status quo sine sei mit überwiegender Wahrscheinlichkeit am
9.
Oktober 2014, drei Wochen nach dem Ereignis, eingetreten (S
. 9
Ziff.
4
).
3.14
Am 2
7.
November 2017 nahm
Dr.
C._
ein weiteres Mal Stellung (
Urk.
19). Er führte unter anderem aus, die Daten der Arbeitsunfähigkeit blieben zu klären. Auf jeden Fall sei anzuerkennen, dass seine Ausführungen dazu zu revidieren seien, es habe keine unmittelbare Arbeitsunfähigkeit bestanden (S. 3).
Die sofortige Arbeitsunfähigkeit gelte bei der Kausalitätsbeurteilung als Hinweis für die unfallbedingte Schädigung. Sie schliesse sie aber aufgrund der individu
ellen Arbeitsbelastung und Ressourcen nicht aus. Eine körperlich strenge Arbeit bedeute nicht automatisch eine Arbeitsbelastung, die mit einer
Rotatorenman
schettenruptur
nicht mehr ausgeführt werden könne (S. 3 unten).
Es könne kaum bestritten werden, dass sich nach dem Unfallereignis zumindest schnell aufgetretene Beschwerden eingestellt hätten. Andernfalls wäre es kaum nachvollziehbar, dass innerhalb von acht Tagen eine Arztkonsultation erfolgt und innerhalb von drei Wochen eine Magnetresonanztomografie durchgeführt
wor
den sei
(S. 4 oben).
Wie med.
pract
.
D._
richtig feststelle, habe sich der Beschwerdeführer an einem Freitag um 1
6.
00 Uhr verletzt, also unmittelbar vor einem normalen Unterbruch der Arbeit. Es könne also gut gefolgert werden, dass sich danach nicht wie von
med.
pract
.
D._
angeführt ein Crescendo, sondern eben doch ein Decrescendo der Beschwerden eingestellt habe, so dass der Beschwerdeführer in der Lage ge
wesen sei, die Arbeit am Montag nach einer Pause von 60 Stunden wieder auf
zunehmen. Abgesehen von der sich einstellenden Arbeitsunfähigkeit
sei
es nicht aktenkundig,
dass sich die Beschwerden verstärkt hätten
(S. 4 Mitte)
.
Med.
pract
.
D._
führe aus, dass es kaum wahrscheinlich wäre, dass die Schul
terbeschwerden im Rahmen der Fussbehandlung am
E._
nicht zur Sprache gekommen wären. Dem sei entgegen zu halten, dass dies für die offensichtlichen Verständigungsschwierigkeiten des Beschwerdeführers sowie die Tatsache spreche, dass bei angelegtem Arm, wie dies beim Gebrauch von Geh
stöcken der Fall sei, die
Supraspinatussehne
ohne Funktion sei (S. 4 unten).
Aus einem degenerativen Vorschaden, welcher bei den asymptomatischen 40- bis 70-Jährigen im Sinne der
Tendinose
in 65
%
festzustellen sei, könne nicht
ge
schlossen werden, dass auch eine Zusammenhangstrennung der
Rotatorenman
schette
vorliegen müsse beziehungsweise alleinig auf die Degeneration zurück
geführt werden könne (S. 5 Mitte).
In einer zertifizierten, aber bislang nicht publizierten Arbeit werde festgehalten, dass es im Allgemeinen keine
transmuralen
Läsionen der
Rotatorenmanschette
bei Patienten gebe, welche immer asymptomatisch gewesen seien, weil die Prä
valenz von vor einem Unfallereignis asymptomatischen Patienten vor dem 70sten Altersjahr bei maximal 15
%
liege. Dies mache es noch unwahrscheinlicher, dass der Beschwerdeführer zum Zeitpunkt des Unfallereignisses bereits an der festge
stellten perforierenden Ruptur der
Rotatorenmanschette
gelitten habe (S. 5 un
ten).
Med.
pract
.
D._
unterlasse es, die Zahlen zur Prävalenz zu kommentieren und äussere sich lediglich allgemein, dass es wissenschaftlich anerkannt sei, dass
Zu
sammenhangstrennungen Folge eines Verschleissschadens seien. Anzumerken sei, dass auch in der von ihm aufgeführten Publikation das Durchschnittalter für die traumatische
Rotatorenmanschettenruptur
, welche in 84
%
der Fälle die
Sup
raspinatussehne
betr
effe
, mit 54 angegeben w
e
rd
e
,
was dem Alter des Beschwer
deführers
zum Zeitpunkt des
Unfallereignis
ses
entspr
eche (S. 5 f.)
.
Selbst wenn man davon ausgin
ge, dass beim Beschwerdeführer
zum Zeitpunkt des Unfallereignisses bereits ein Riss der
Supraspinatussehne
bestanden habe, bliebe die Frage offen, ob das Unfallereignis diese nicht richtunggebend ver
schlimmert habe. Es müsse nämlich davon ausgegangen werden, dass, wenn eine zuvor asymptomatische
Rotatorenmanschettenruptur
symptomatisch würde, dies mit einer Grössenzunahme des Sehnenrisses einherginge (S. 6 oben).
Die Ausführungen von med.
pract
.
D._
, wonach die Zusammenhangstrennung der Sehnen wie die AC-Arthrose über einen längeren Zeitraum entstünde
n
, lies
sen annehmen, dass er zwischen beiden einen Zusammenhang vermute. Eine AC-Arthrose sei eine häufige Erkrankung, die bereits bei über 30-Jährigen in über 90
%
zu beobachten sei und bei 40-Jährigen als Normalbefund gewertet werde. Schäden an der
Rotatorenmanschette
stünden damit in keinem Zusammenhang, ebenso könne kein Zusammenhang mit den aufgeführten Schäden am Labrum und am Gelenksknorpel erkannt werden (S. 6 unten).
Abgesehen von der Entwicklung der Arbeitsunfähigkeit ergäben sich durch die Stellungnahme von med.
pract
.
D._
aus Sicht von
Dr.
C._
keine neuen Ge
sichtspunkte, die
dafür sprächen
, dass das Unfallereignis nicht zur festgestellten Ruptur de
r
Supraspinatussehne
geführt habe. Es werde weiter anerkannt, dass im Falle des Beschwerdeführers davon ausgegangen werden müsse, dass zum Zeit
punkt des Unfallereignisses eine asymptomatische Degeneration der
Rotatoren
manschette
wohl vorbestand
en
habe. Daraus aber herzuleiten, dass zu diesem Zeitpunkt bereits eine Ruptur bestanden haben müsse, sei nicht nachvollziehbar. Es sei müssig, das Unfallereignis als alleinige Ursache oder als richtunggebende Verschlimmerung zu betrachten, es könne auf jeden Fall als Ursache für die per
forierende Ruptur der
Supraspinatussehne
nicht weggedacht werden (S. 7).
3.15
Am 2
5.
Mai 2018 erstattete med.
pract
.
D._
eine weitere Beurteilung (
Urk.
25). Betreffend Arbeitsunfähigkeit führte er ergänzend aus, der Versicherte habe ein
deutig nach dem 1
9.
September 2014 gearbeitet, sonst hätte er sich nicht bei ei
nem Berufsunfall am
8.
Oktober 2014 den Fuss verletzen können (S. 4 Mitte).
Dr.
C._
führe aus, eine körperlich strenge Arbeit bedeute nicht automatisch eine Arbeitsbelastung, die mit einer
Rotatorenmanschettenruptur
nicht mehr aus
geführt werden könne. Dem stünden nicht nur die Ergebnisse der wissenschaftli
chen Forschung entgegen, sondern auch, dass
Dr.
C._
selbst am 1
5.
März 2017 ausgeführt habe, ohne Funktion der
Rotatorenmanschette
sei eine ungestörte Schulterfunktion unwahrscheinlich. Traumatische Zerreissungen der
Rotatoren
manschette
gälten als Ursache langanhaltender und schwerer Störungen der Schulterfunktion. Betrachte man die weit häufigeren nicht traumatischen Zusam
menhangstrennungen der
Rotatorenmanschette
, so stelle sich die Situation an
ders dar: Eine nicht traumatisch entstandene Zusammenhangstrennung der
Ro
tatorenmanschette
ermögliche es den davon betroffenen - häufig asymptomati
schen - Menschen vielfach, ihrer beruflichen Tätigkeit ohne erhebliche funktio
nelle Defizite nachzugehen (S. 4
Ziff.
2).
Dr.
C._
stelle die Frage, wie es sein könne, dass zum einen bei bestimmten Tätigkeiten
oder Mechanismen die
Rotatorenmanschette
nicht verletzt werden
könne, weil
keine entsprechenden Kräfte wirken würden, diese Tätigkeiten dann aber nicht mehr ausgeführt
werden könnten.
Als eine der häufigsten Ursachen für eine traumatische Zerreissung der Sehnen der
Rotatorenmanschette
gelte
die traumat
ische Schulterluxation
. Die für eine traumatische
Schulterluxation erfor
derlichen Kräfte überst
ie
gen das physiologische Leistungsvermögen
der Schulter. Ausser bei einem Unfall wirk
t
en diese Kräfte nicht auf die Schulter ein. Weder
die Arbeitswelt noch der Sport setze die Schultern einer solchen Belastung aus.
Umgekehrt könn
t
en Patienten, die eine frische traumatische Zerreissung der Seh
nen der
Rotatorenmanschette
erlitten h
ätt
en, aktiv den Arm nicht heben, obwohl nicht die Armhebung
die Zerreissung der Sehnen herbeigeführt ha
be
, sondern zum Beispiel das Abfangen eines
Sturze
s durch Festhalten am Geländer. D
ie Dis
kussion der von
Dr.
C._
gestellten Frage
vermöge
keinen Beitrag zu der Ent
scheidungsfindung für oder gegen eine Unfallkausalität im konkreten
vorliegen
den Fall zu liefern
(S. 4 f.
Ziff.
3)
.
Unmittelbar nach einer traumatischen Zerreissung der
Rotatorenmanschette
stelle sich eine erhebliche Funktionsein
schränkung der Schulter ein
(Pseudoparalyse oder
drop
-arm genannt) ein. Diese sehr eindrucksvolle, einer Lähmung gleichende Funktionsbeeinträchtigung lasse erwarten, dass der davon Betroffene frühzeitig, mithin nicht erst nach acht Tagen, ärztliche Hilfe in Anspruch nehme (S. 5
Ziff.
4).
Dr.
C._
postuliere, dass die Pause von 60 Stunden nach einer traumatischen Zerreissung der
Rotatorenmanschette
dem Versicherten genügt habe, um danach seine körperlich strenge Arbeit als
Gussputzer
wieder in vollem Umfang aufneh
men zu können, in dieser Zeit sei ein Decrescendo der Beschwerden anzunehmen. Folge man der allgemeinen
traumatologischen
Erfahrung und den Angaben der wissenschaftlichen Literatur, so sei es nicht überwiegend wahrscheinlich, dass nach einer traumatischen Zerreissung der
Supraspinatussehne
eine körperlich strenge Arbeit am
3.
Tag nach der Verletzung
wieder aufgenommen
werden könne. Daher wäre dann auch zu erwarten, dass der Versicherte einen Arzt auf
suchen würde, um seine Arbeitsunfähigkeit durch diesen bestätigen zu lassen (S.
5 f.
Ziff.
5).
Zu den von
Dr.
C._
angeführten möglichen Verständigungsschwierigkeiten wies med.
pract
.
D._
darauf hin, dass der Versicherte bei 15 Unfällen seit dem Jahr 2008 seine Beschwerden so habe kundtun können, dass eine erfolgreiche ärztliche Behandlung resultiert habe.
Das Postulat von
Dr.
C._
, dass die
Sup
raspinatussehne
beim Gebrauch von Gehstöcken ohne Funktion sei, finde keine Entsprechung in der
traumatologischen
Praxis. Patienten mit Schulterverletzun
gen wiesen nach allgemeiner
traumatologischer
Erfahrung sehr rasch darauf hin,
dass das Gehen mit Stöcken für sie nicht machbar sei. Die Sehnen der
Rotatoren
manschette
sind beim Abstützen auf Gehstützen einer vermehrten Beanspru
chung ausgesetzt, denn der grosse
Humeruskopf
werde durch die Wirkung der Muskulatur, deren Kraft die Sehnen der
Rotatorenmanschette
übertrage, in der Schulterpfanne zentriert. Dies sei eine aktive Leistung der Muskeln und Sehnen der
Rotatorenmanschette
. So belegten Studien, dass nach Rückenmarkverletzun
gen, die zur Paraplegie führten, die Sehnen der
Rotatorenmanschette
einem er
höhten Verschleiss durch die Belastungen der oberen Extremitäten für die Trans
fers und das Antreiben eines Rollstuhls ausgesetzt seien. Starke Schmerzen und eine daraus resultierende Destabilisierung der Schulter wären aber auch unab
hängig von einer traumatischen Zerreissung der
Rotatorenmanschette
, beispiels
weise nach einer schweren Kontusion, ein guter Grund, das Gehen mit Gehstö
cken nicht durchführen zu können (S. 6
Ziff.
6).
Dr.
C._
kritisier
e
das Arztzeugnis von
Dr.
Z._
, es sei spärlich und bein
halte keine ausführliche Beschreibung der Schulterfunktion. Es sei durchaus nicht unüblich, in einem ärztlichen Bericht nur die pathologischen Befunde auszufüh
ren. Es könne daher davon ausgegangen werden, dass der Facharzt für Rheuma
tologie eben keine anderen pathologischen Befunde erhoben habe als den patho
logischen
Jobe
-Test (der unspezifisch sei und nicht bezüglich der Ursache der Probleme des
Supraspinatus
oder seiner Sehne unterscheiden könne). Es sei davon auszugehen, dass der Facharzt für Rheumatologie andere pathologische Untersu
chungsbefunde
- so er sie denn erhoben hätte - auch dokumentiert hätte.
Dass in der
B._
ein ausführlicherer Untersuchungsbefund doku
mentiert werde, entspr
eche
den Erwartungen an eine Universitätsklinik und
trage
auch der Tatsache Rechnung, dass der Versicherte dorthin zur Zweitmeinung vom Facharzt für Rheumatologie überwiesen worden sei (S. 6 f.
Ziff.
7).
Die Feststellung von
Dr.
C._
, aus dem Vorliegen einer
Tendinose
als Vorscha
den
könne nicht geschlossen werden, dass eine Zusammenhangstrennung der
Ro
tatorenmanschette
vorliegen müsse
beziehungsweise
alleinig auf die Degenera
tion zurückzuführen sei
, treffe zu
.
Allerdings habe er (med.
pract
.
D._
) in seiner Beurteilung vom 1
4.
Juli 2014 den
von
Dr.
C._
unterstellte
n
Schluss (weil eine
Tendinose
vorhanden sei,
müsse die Zusammenhangstrennung alleinig auf eine Degeneration zurückzuführen sein) nicht gezogen
(S. 7
Ziff.
9).
Weiter nahm med.
pract
.
D._
Stellung zu den die Prävalenz betreffenden Aus
führungen von
Dr.
C._
(S. 7 f.
Ziff.
10) und wies darauf hin, dass sich die Prä
valenz einer Krankheit aus dem Verhältnis der Anzahl der Personen mit der Er
krankung zu einer bestimmten Zeit (oder einem Zeitraum) zu der Anzahl der Per
sonen in der Risikopopulation zu einer bestimmten Zeit bestimme. Unter Berück
sichtigung dieser Definition ergäben sich Probleme bei der Anwendung von Prä
valenzangaben auf konkrete Einzelfälle. So könne beispielsweise nicht geschlos
sen werden, dass eine bestimmte Person eine Zuckerkrankheit habe, weil die Prä
valenz in ihrer Risikopopulation hoch sei, oder gar, dass die Person keine Zucker
krankheit habe, weil die Prävalenz in ihrer Risikopopulation niedrig sei. Sei die Risikopopulation nicht eindeutig definiert und fehlten Angaben zu der «bestimm
ten» Zeit, so seien die Angaben zur Prävalenz nur eingeschränkt zu verallgemei
nern. Da die Prävalenz von zahlreichen Faktoren beeinflusst sein könne, die nicht mit der Erkrankung in Zusammenhang stünden, gäben Prävalenzstudien ge
wöhnlich keinen Aufschluss über die Krankheitsursachen (S. 8). Werde die Risi
kopopulation klar bestimmt und ein grosser Anteil dieser Population untersucht, so ergäben sich andere - näher ausgeführte - Daten als die von
Dr.
C._
ge
nannten (S. 8 Mitte). Diese stützten die Behauptung von
Dr.
C._
statistisch nicht (S. 8 unten). Die von ihm angeführten Prävalenzdaten erwiesen sich nicht als geeignet, im konkreten Einzelfall bei der Beurteilung der Unfallkausalität be
hilflich zu sein (S. 9 oben).
Dr.
C._
schliesse aus den Angaben in ein
er bestimmten Studie, dass das
S
ymp
tomatisch
w
erden
einer zuvor asymptomatischen «Ruptur» der
Rotatorenman
schette
mit einer Grössenzunahme einherginge, dass ein bereits vorhandener «Riss» richtunggebend verschlimmert werde. Es sei aber gerade nicht Gegenstand der genannten Studie, den Einfluss von Traumen auf bereits vorhandene Defekte der
Rotatorenmanschette
zu untersuchen. Es gebe einen studienmässig belegten Zusammenhang der Schmerzen mit der Grössenzunahme der Defekte der
Rotato
renmanschette
,
jedoch unabhängig von einer allfälligen Traumatisierung.
Das Auftreten von Schmerzen
sei
eben gerade nicht zwingend an eine Traumatisie
rung geknüpft.
Die Schlussfolgerung von
Dr.
C._
erweis
e
sich nicht als wissen
schaftlich bestätigt
(S. 9
Ziff.
11)
.
Dr.
C._
erachte die Beurteilung des Radiologen, im Befund der
MR-Arthrographie
zeige sich eine Einengung des
subacromialen
Raums
,
als nicht statthaft. Selbst wenn der Schluss des Radiologen, dass ein eingeengter
Subacro
mialraum
dokumentiert sei, umstritten sein sollte, so wäre dies kein ausreichendes Argument gegen das Vorliegen eines Verschleissleidens der
Supraspinatussehne
, denn erst nach langer Dauer und bei fortgeschrittener Schädigung der gesamten
Rotatorenmanschette
sei die
Cuff-Arthropathie
(
Defektarthropathie
) bildgebend eindeutig zu dokumentieren. Eine Zusammenhangstrennung der
Supraspinatus
sehne
sei dadurch nicht ausgeschlossen (S. 9
Ziff.
12).
Dr.
C._
schliesse aus bestimmten Ausführungen in der Beurteilung vom 1
4.
Juli 2017, med.
pract
.
D._
haben einen (kausalen) Zusammenhang zwischen einer Arthrose des AC-Gelenks wie auch einer
Tendinose
(
beispielsweise
der
Supraspi
natussehne
) und einer Zusammenhangstrennung der
Supraspinatussehne
herge
stellt. Dieser Schluss sei unlogisch und entspreche nicht den Tatsachen. Mit der Beurteilung vom 1
4.
Juli 2017 werde explizit - bezogen auf den konkreten Fall - kein kausaler Zusammenhang zwischen einer Arthrose des AC-Gelenks und den Veränderungen der
Rotatorenmanschette
festgestellt (S. 9 f.
Ziff.
13).
D
as Unfallereignis
könne
als kausal für die mit der
MR-Arthrographie
vom
3.
Ok
tober 2014 dokumentierte Läsion der
Supraspinatussehne
gut weggedacht wer
den, ohne dass logische Brüche im dokumentierten Verlauf der Beschwerden des Versicherten aufträten. Es ergebe sich folgendes Bild
(S. 10 f.
Ziff.
14)
:
-
Am 1
4.
September 2014 tritt bei dem Ereignis eine Zugbelastung beider Arme auf.
-
Der Versicherte arbeitet in seiner körperlich strengen Tätigkeit weiter.
-
Am 2
7.
September 2014 sucht der Versicherte wegen Schulterbeschwerden rechts (nicht beidseits)
Dr.
Z._
auf. Dieser findet als unspezifischen Be
fund einen positiven
Jobe
-Test.
-
Am
3.
Oktober 2014
wird eine
MR-Arthrographie
durchgeführt. Diese zeigt ei
nen 12 mm breiten
ansatznahen Defekt der
Supraspinatussehne
, jedoch - wie der Radiologe ausführt - keine
«
Begleitverletzungen
»
und somit keine radiolo
gischen Zeichen, die auf ein Trauma hindeuten
würden.
-
Am
8.
Oktober 2014
hat der Versicherte bei der Arbeit einen Un
fall und verletzt sich den
Fuss
.
-
Er sucht am
9.
Oktober 2014 das
E._
auf. Von den dort behandelnden Ärzten wird bescheinigt,
dass Arbeitsunfähigkeit bestehe. Schul
terschmerzen gibt der Versicherte nicht an.
-
Am
6.
November 2014
wird das Ereignis vo
m 1
9.
September
2014 mit Scha
denmeldung UVG gemeldet.
-
Am 2
2.
Mai 2015
wird der Versicherte operiert. Neben dem Defekt in der
Sup
raspinatussehne
beschreibt
der Operateur
entzündliche Veränderungen der
Bicepssehne
, der
Subscapularissehne
und der
Supraspinatussehne
, degenerative Labrumveränderungen und
eine
Chondromalazie
Grad I-II des
Glenoids
. Er führt eine
subacromiale
Dekompression und
eine
Acromioplastik
durch (diese Mass
nahmen sind an ein
Impingement
adressiert), rekonstruiert
die
Supraspinatus
sehne
und durchtrennt die
Bicepssehne
.
Problemlos
sei
damit nachvollziehbar, dass ein Verschleissleiden der rechten Schulter des
Versicherten besteh
e
und Beschwerden verursach
e
. Eine akute trau
matische Zerreissung der
Supraspinatussehne
am
1
9.
September
2014
müsse
nicht hinzugedacht werden, um die Beschwerden
des Versicherten zu erklären
(S
.
11 Mitte).
3.16
Am 1
3.
August 2018 nahm
Dr.
C._
ein weiteres Mal Stellung (
Urk.
28). Er führte unter anderem aus, aus den verfügbaren Akten gehe nicht hervor, weshalb der Beschwerdeführer am
8.
Oktober 2014 gearbeitet habe solle (S. 1). Med.
pract
.
D._
gehe davon aus, dass eine unfallbedingte Durchtrennung der
Rotatoren
manschette
zu einer sofortigen schwerwiegenden Störung der Schulterfunktion hätte führen müssen. Es
sei (aber) darauf
hin
zuweise
n, dass auch die von
med.
pract
.
D._
angeführten Autoren nicht davon ausg
inge
n, dass es sich hierbei um ein zwingendes Symptom hand
l
e
(S. 2 oben)
.
Ob sich der Beschwerdeführer im Rahmen der Behandlung seiner Fussverletzung betreffend Schulterbeschwerden hätte äussern müssen,
bliebe dahingestellt
, dies
bezüglich
sei
die Argumentation von med.
pract
.
D._
ähnlich spekulativ wie seine eigene. Weiterhin sei aber daran festzuhalten, dass beim Gebrauch von Geh
stöcken die
Supraspinatussehne
keiner Belastung ausgesetzt sei, weil der Ge
brauch beim im
W
esentlichen angelegten Arm erfolge (S. 2
Ziff.
6).
Es sei durchaus nicht unüblich, dass in einem Bericht nur die pathologischen Befunde erhoben würden. Dennoch blieben Zweifel am von
Dr.
Z._
am 1
3.
November 2014 ausgefertigten Zeugnis. Zum einen sei dabei nicht dokumen
tiert, ob d
er Befund dem Erstbefund entspre
ch
e
, zum anderen sei der Erstbefund offenbar doch so gravierend gewesen, dass sich
Dr.
Z._
möglicherweise nicht nur aufgrund eines unspezifischen
Jobe
-T
ests entschlossen habe, eine Mag
netresonanztomografie anfertigen zu lassen. Wenn med.
pract
.
D._
dem Zeug
nis im Bereiche des Befundes derart hohe Zuverlässigkeit zuspreche, sei zu fragen, weshalb er dies nicht tue, wenn es um den Eintritt der Arbeitsfähigkeit und die Kausalität gehe (S. 2
Ziff.
2).
Es sei unbestritten, dass eine krankhafte Vorschädigung der
Rotatorenmanschette
(
Tendinopathie
) im Falle des Beschwerdeführers wahrscheinlich sei. Vorliegend gehe es aber darum, ob die Ruptur zum Zeitpunkt des Unfallereignisses vorbeste
hend gewesen oder eben durch dieses bewirkt worden sei (S. 2 f.
Ziff.
8).
Selbstverständlich könne die Prävalenz im Einzelfall nicht alleinig über eine Kau
salität entscheiden. Die Prävalenz könne aber dazu dienen festzustellen, wie gross die Wahrscheinlichkeit gewesen sei, dass der Beschwerdeführer zum Zeitpunkt des Unfallereignisses bereits, wie von med.
pract
.
D._
postuliert, an einer
Ro
tatorenmanschettenruptur
gelitten habe. Wenn alle anderen Entscheidungskrite
rien fehlten oder wie vorliegend strittig seien, so werde man der Prävalenz hohe Bedeutung zumessen müssen (S. 3
Ziff.
9-13).
4.
4.1
Der zeitliche Umfang der Leistungspflicht der Beschwerdegegnerin hängt davon ab, ob mit überwiegender Wahrscheinlichkeit feststeht, dass sich der Beschwer
deführer am 1
9.
September 2014 einen Riss der
Supraspinatussehne
zugezogen hat oder lediglich eine Schulterzerrung, bezüglich derer mit einer vollen Arbeits
fähigkeit am
8.
Oktober 2014 der Status quo sine erreicht wurde.
4.2
Es kann als feststehend gelten, dass die
Rotatorenmanschette
und insbesondere die
Supraspinatussehne
im Ereigniszeitpunkt krankhaft vorgeschädigt war. Dies räumte im Verlauf der sich ablösenden Stellungnahmen letztlich auch
Dr.
C._
ein, indem er eine krankhafte Vorschädigung (
Tendinopathie
) als wahrscheinlich erachtete (vorstehend E. 3.16).
4.3
Die Beschwerdegegnerin verneinte eine unfalldingte Entstehung der am
3.
Okto
ber 2014 diagnostizierten
Supraspinatussehnenruptur
(unter anderem) mit dem Hinweis auf den Unfallmechanismus (vorstehend E. 3.7), weil die beim Unfall vom 1
9.
September 2014 aufgetretene axiale Druckbelastung nicht geeignet
sei, eine Verletzung wie die bildgebend dokumentierte zu verursachen (vorstehend E.
3.8). Erforderlich wäre eine Distorsionskomponente, die vollständig fehle (vorste
hend E.
3.10).
Dr.
C._
räumte zwar ein, es habe sich ein Traktionsmechanismus ereignet, und ein solcher werde von den massgebenden Autoren als
zur Verursachung unge
eignet erachtet, relativierte dies aber gleichzeitig mit dem Argument, dies seien Überlegungen theoretischer Natur. Für die Kausalitätsbeurteilung wichtiger als der Unfallmechanismus seien andere Faktoren. So sei beim Beschwerdeführer die Vorgeschichte unauffällig gewesen, die Beschwerden seien sofort aufgetreten und er sei unmittelbar nach dem Ereignis vollständig arbeitsunfähig gewesen (vorste
hend E. 3.9). In ähnlichem Sinn äusserte er sich in seiner zweiten Stellungnahme (vorstehend E. 3.12).
4.4
Gemäss den Angaben in der Unfallmeldung bestand nach dem Ereignis
vom 1
9.
September 2014
keine Arbeitsunfähigkeit (
Urk.
10/1
Ziff.
10). Der am 2
7.
September 2014 erstbehandelnde
Dr.
Z._
attestierte in seinem Zeugnis vom 1
9.
November 2014 eine volle Arbeitsunfähigkeit ab
8.
Oktober 2014 (vor
stehend E. 3.2). Am
8.
Oktober 2014 erlitt der Beschwerdeführer an seinem Ar
beitsplatz einen weiteren Unfall
, mit - gemäss Unfallmeldung - einer Arbeitsun
fähigkeit ab
9.
Oktober 2014 (vorstehend E. 3.4).
Die - für seine Argumentation zentrale - Annahme von
Dr.
C._
, es seien sofort nach dem Ereignis vom 1
9.
September 2014 Beschwerden aufgetreten und der Beschwerdeführer sei unmittelbar danach vollständig arbeitsunfähig gewesen, er
weist sich somit ausweislich der übereinstimmenden und zeitnah zum Ereignis
entstandenen Unterlagen als unzutreffend. Dies räumte
Dr.
C._
in einer späte
ren Stellungnahme denn auch ein, nunmehr verbunden mit der Bemerkung, die sofortige Arbeitsunfähigkeit gelte (zwar) bei der Kausalitätsbeurteilung als Hin
weis für eine unfallbedingte Schädigung, sei aber - sinngemäss - nicht zwingend. Zudem könne nicht bestritten werden, dass sich zumindest schnell aufgetretene Beschwerden eingestellt hätten, habe der Beschwerdeführer doch bereits acht Tage später einen Arzt aufgesucht (vorstehend 3.14). In seiner letzten Stellung
nahme machte er
dann wiederum
geltend, aus den verfügbaren Akten gehe nicht hervor, weshalb
d
er
Beschwerdeführer am
8.
Oktober 2014 gearbeitet haben solle (vorstehend E. 3.16), was sich angesichts der eben erwähnten Akten dem Ver
ständnis entzieht.
4.5
Schliesslich stellte sich
Dr.
C._
auf den Standpunkt, im Falle einer krankhaften Vorschädigung ohne Ruptur könne das Unfallereignis als äusserer Faktor in der Entstehung der Ruptur nicht weggedacht werden (vorstehend E. 3.12). Das Un
fallereignis könne, ob als alleinige Ursache oder im Sinne einer richtunggebenden Verschlimmerung, als Ursache für die Ruptur der
Supraspinatussehne
nicht weg
gedacht werden (vorstehend E. 3.14).
Diese These ist von med.
pract
.
D._
in seiner Beurteilung vom 2
5.
Mai 2018 mit einleuchtender Begründung widerlegt worden (vorstehend E. 3.15 am Ende). Das Ereignis - eine am 1
9.
September 2014 erfolgte Sehnenruptur - kann aus den dort dargelegten
Gründen
sehr wohl weggedacht werden, ohne dass die am
3.
Ok
tober 2014 bildgebend dokumentiert
e
Ruptur wegfiele.
Dr.
C._
hat in seiner letzten Stellungnahme zu 13
der
14 von med.
pract
.
D._
thematisierten Aspekte Stellung genommen. Auf die Widerlegung der genannten These (
Ziff.
14) hat er keinen Bezug genommen.
4.6
Die - mit wechselnder Akzentuierung vorgebrachten -
Überlegungen von
Dr.
C._
fallen nicht überzeugend aus. Namentlich sind sie nicht geeignet, die anderslautenden Überlegungen von
Dr.
A._
und med.
pract
.
D._
zu entkräf
ten. Vorab fällt ins Gewicht, dass der dokumentierte Unfallmechanismus gar nicht geeignet war, die fragliche Ruptur zu bewirken. Sodann erfolgte die erste Arzt
konsultation acht Tage später, mithin ist es im Anschluss an das Ereignis weder zu rasch einsetzenden Beschwerden noch zu einer Arbeitsunfähigkeit gekommen, wie dies als hinweisgebend für eine Ruptur zu erwarten gewesen wäre. In den Berichten über die am
9.
Oktober 2014 einsetzende Behandlung der am
8.
Okto
ber 2014 erlittenen Fussverletzung finden sich keinerlei Hinweise auf eine in die
sem Zeitpunkt aktuelle Schulterproblematik
. Eine solche stand offensichtlich auch der Verordnung von Gehstöcken nicht entgegen.
Dass es am 1
9.
September 2014 zu einer Ruptur der
Supraspinatussehne
gekom
men ist, ist nach dem Dargelegten nicht überwiegend wahrscheinlich. Da am
3.
Oktober 2014 eine solche bildgebend dokumentiert wurde, ist anzunehmen, dass die Ruptur schon vor dem 1
9.
September 2014 bestanden hat, jedoch asymp
tomatisch geblieben ist, was gemäss dem medizinischen Kenntnisstand
ein häu
figer Befund in der Bevölkerung mittleren und höheren Alters ist (vorstehend E.
3.13 S. 15)
. Für die strittige Frage ist diese letztere Feststellung - entgegen der offenbaren Annahme von
Dr.
C._
(vorstehend E. 3.9)
-
allerdings gar nicht ausschlaggebend;
diese
ist bereits damit beantwortet, dass eine Verursachung durch den Unfall vom 1
9.
September nicht überwiegend wahrscheinlich ist.
4.7
Dies führt zur abschliessenden Feststellung, dass der Beschwerdeführer am 1
9.
September 2014 nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit eine
Supra
s
pi
natussehnenruptur
erlitten hat, sondern lediglich eine Schulterzerrung. Spätes
tens im Zeitpunkt, als ihm infolge der am
8.
Oktober 2014 erlittenen Fussverlet
zung eine Arbeitsunfähigkeit ab
9.
Oktober 2014 attestiert wurde, beeinträchtigte diese Zerrung seine Arbeitsfähigkeit nicht mehr. Mithin war bezogen auf den Unfall vom 1
9.
September 2014 der Status quo sine erreicht, womit die Leistungs
pflicht der Beschwerdegegnerin endete.
4.8
Damit ist die Beschwerde abzuweisen, die
s
androhungsgemäss (vgl.
Urk.
12) mit der Feststellung, dass die Leistungspflicht der Beschwerdegegnerin am
8.
Oktober 2014 endete.