# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** e04a5001-953a-5461-b8a5-afbe48e27604
**Court:** AR_OG
**Chamber:** AR_OG_004
**Year:** 2019
**Language:** de
**Jurisdiction:** AR / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt
A. A._ ist Grundeigentümer der Parzelle Nr. 0001, Gemeinde B._, mit dem
zonenwidrigen Wohnhaus Assek. Nr. 0002. Die Parzelle Nr. 0001 liegt gemäss
kommunalem Zonenplan in der Landwirtschaftszone sowie mehrheitlich in einer Zone für
Wintersport und wird zudem von einer kantonalen Landschaftsschutzzone überlagert.
B. Mit Entscheid vom 28. Juli 2014 und 15. August 2014 (act. 7.I/6.1/20-21) bewilligten das
kantonale Planungsamt (heute: Amt für Raum und Wald, Abteilung Raumentwicklung,
nachfolgend: ARE) sowie die Kommission Planung und Baubewilligung B._
(nachfolgend: Vorvorinstanz) beim Wohnhaus Assek. Nr. 0002 eine Neugestaltung der
Umgebung. Gegenstand dieser Bewilligung war u.a. die Entfernung der bestehenden
Betonmauer und des verglasten Windschutzes auf der Südseite, die Erweiterung des
Sitzplatzes auf 20 m2 und dessen Einfassung mit einer Steinmauer.
C. Einige Zeit nach der Bauabnahme wurde festgestellt, dass beim Sitzplatz auf der Südseite
des Wohnhauses Assek. Nr. 0002 eine neue Windschutzverglasung besteht, welche nicht
Bestandteil des erwähnten Baugesuchs war. A._ reichte am 12. Juni 2017 ein
entsprechendes nachträgliches Baugesuch ein (act. 7.I/6.1/3). Gemäss den Baugesuchs-
unterlagen ist die Windschutzwand L-förmig angelegt. Sie weist eine Gesamtlänge von 4.5
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m und eine Höhe von 1.8 m auf (act. 7.I/6.1/6-7). Das Baugesuch wurde von der ARE mit
Entscheid vom 8. August 2017 (act. 7.I/6.1/2) und von der Vorvorinstanz mit Entscheid vom
31. August 2017 (act. 7.I/6.1/1) verweigert. Die Vorvorinstanz ordnete zudem an, die Wind-
schutzwand innerhalb von sechs Monaten ab Rechtskraft des Entscheids zurückzubauen.
D. Gegen diese Entscheide liess A._, vertreten durch RA AA._, mit Eingabe vom 18.
September 2017 (act. 7.I/1) beim Departement Bau und Volkswirtschaft Rekurs erheben
u.a. mit den Anträgen, diese aufzuheben und die Baubewilligung zu erteilen. Mit Entscheid
vom 5. Februar 2019 (act. 2.6) wies das Departement Bau und Volkwirtschaft den Rekurs
ab.
E. Dagegen liess A._ (im Folgenden: Beschwerdeführer), vertreten durch RA AA._,
mit Eingabe vom 7. März 2019 (act. 1) mit den eingangs erwähnten Anträgen Beschwerde
beim Obergericht von Appenzell Ausserrhoden erheben.
F. Mit Schreiben vom 2. April 2019 (act. 6) und 8. April 2019 (act. 8) beantragten das Departe-
ment Bau und Volkswirtschaft (im Folgenden: Vorinstanz) und die Vorvorinstanz, die Be-
schwerde abzuweisen.
G. Am 3. Juli 2019 fand der vom Beschwerdeführer beantragte Augenschein statt. Hinsichtlich
der Ergebnisse kann auf das Augenscheinprotokoll (act. 13) verwiesen werden. Dazu liess
sich der Beschwerdeführer mit Schreiben vom 16. Juli 2019 (act. 16) abschliessend ver-
nehmen.
H. Nach Abschluss des Schriftenwechsels wurde die Streitsache traktandiert und an der Sit-
zung der vierten Abteilung des Obergerichts vom 31. Oktober 2019 beraten. Das Urteil
wurde den Parteien im Dispositiv eröffnet. Dem Antrag der Vorinstanz gemäss Schreiben
vom 18. November 2019 (act. 20) entsprechend, wird das Urteil hiermit schriftlich begrün-
det.
I. Auf die Begründung der gestellten Anträge wird - soweit erforderlich - in den Erwägungen
näher eingegangen.

## Considerations

Erwägungen
1.
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1.1 Die von Amtes wegen vorzunehmende Prüfung der prozessualen Voraussetzungen ergibt,
dass das Obergericht nach Art. 54 Abs. 1 des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege
(VRPG, bGS 143.1) generell zur Behandlung von Beschwerden gegen verwaltungsinterne
letztinstanzliche Verfügungen zuständig ist. Die Beschwerde wurde frist- und formgerecht
eingereicht. Der Beschwerdeführer ist als Adressat des angefochtenen Rekursentscheids
formell beschwert. Als Eigentümer der Parzelle Nr. 0001 ist er durch die Verweigerung der
Baubewilligung für die Windschutzwand und deren angeordnete Entfernung in schutzwür-
digen eigenen tatsächlichen und rechtlichen Interessen besonders berührt und daher zur
Beschwerde legitimiert (Art. 59 i. V. m. Art. 32 Abs. 1 VRPG). Auf die Beschwerde ist ein-
zutreten.
1.2 Beim Obergericht können mit Beschwerde in Verwaltungssachen grundsätzlich nur Rechts-
verletzungen (inbegriffen Ermessensmissbrauch, Ermessensüberschreitung und -unter-
schreitung) sowie die unrichtige oder unvollständige Feststellung des Sachverhalts gerügt
werden (Art. 56 VRPG). Das Obergericht hat darüber hinaus volle Überprüfungsbefugnis,
soweit dies im Gesetz vorgesehen ist oder wenn sein Entscheid an eine Bundesinstanz mit
unbeschränkter Überprüfungsbefugnis weitergezogen werden kann. Ein Weiterzug an eine
Bundesinstanz mit voller Kognition, welche auch die Ermessenskontrolle umfasst, ist vor-
liegend nicht gegeben. Da eine volle Überprüfung auch nicht anderweitig gesetzlich vorge-
sehen ist, bleibt die Kognition des Obergerichts vorliegend auf die Rechts- und Sachver-
haltskontrolle beschränkt.
2. Nach Art. 22 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Raumplanung (RPG, SR 700) dürfen
Bauten und Anlagen nur mit behördlicher Bewilligung errichtet oder geändert werden.
Bauten und Anlagen im Sinne dieser Bestimmung sind künstlich geschaffene und auf
Dauer angelegte Einrichtungen, die in fester Beziehung zum Erdboden stehen und geeig-
net sind, die Vorstellung über die Nutzungsordnung zu beeinflussen, sei es, dass sie den
Raum äusserlich erheblich verändern, die Erschliessung belasten oder die Umwelt beein-
trächtigen (BGE 139 II 134 E. 5.2). Auf kantonaler Ebene schreibt Art. 93 Abs. 1 des Ge-
setzes über die Raumplanung und das Baurecht (Baugesetz, BauG, bGS 721.1) die Bewil-
ligungspflicht von Bauten und Anlagen vor. Massstab dafür, ob eine bauliche Massnahme
erheblich genug ist, um sie dem Baubewilligungsverfahren zu unterwerfen, ist die Frage, ob
mit der Realisierung der Baute oder Anlage im Allgemeinen, nach dem gewöhnlichen Lauf
der Dinge, so wichtige räumliche Folgen verbunden sind, dass ein Interesse der Öffentlich-
keit oder der Nachbarn an einer vorgängigen Kontrolle besteht. Die Baubewilligungspflicht
soll es mithin der Behörde ermöglichen, das Bauprojekt in Bezug auf seine räumlichen Fol-
gen vor seiner Ausführung auf die Übereinstimmung mit der raumplanerischen Nutzungs-
ordnung und der übrigen einschlägigen Gesetzgebung zu überprüfen (BGE 139 II 134
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a.a.O.). Nicht bewilligungspflichtig sind nach Art. 22 Abs. 1 RPG Kleinvorhaben, die nur ein
geringes Ausmass haben und weder öffentliche noch nachbarliche Interessen berühren.
Wesentlich für die Frage, ob eine Kleinbaute der Bewilligungspflicht untersteht oder nicht,
sind die Art und die Empfindlichkeit der Umgebung, in welcher das Vorhaben realisiert wer-
den soll (ANDREAS BAUMANN, Das Baubewilligungsverfahren nach aargauischem Recht,
2007, S. 50). Im Kanton Appenzell Ausserrhoden bewilligungsfrei sind u.a. ortsübliche of-
fene Einfriedungen wie Häge, Zäune und dergleichen sowie Mauern und geschlossene
Einfriedungen, welche eine Höhe von 1.20 m nicht überschreiten, ausserhalb der Bauzone
nur Natursteinmauern aus kleinformatigen Steinen bis 1.20 m Höhe (Art. 39 Abs. 2 lit. d und
e der Bauverordnung, BauV, bGS 721.11).
2.1 Die Vorinstanz kommt im angefochtenen Entscheid zum Schluss, dass die Windschutz-
wand ein nicht unerhebliches Ausmass aufweise. Schliesslich sei die L-förmige angelegte
Windschutzwand 1.8 m hoch und rund 4.5 m lang. Zudem sei das Grundstück Nr. 0001 der
Landwirtschaftszone zugewiesen und von einer Landschaftsschutzzone überlagert. Dort sei
das öffentliche Interesse an der zurückhaltenden Errichtung von Bauten und Anlagen ge-
wichtig, weshalb die Bewilligungspflicht der strittigen Windschutzwand zu bejahen sei.
2.2 Der Beschwerdeführer macht dagegen geltend, der Umstand, dass die ursprüngliche Wind-
schutzwand bereits vor über 20 Jahren durch den Voreigentümer des Beschwerdeführers
erstellt worden sei und weder damals, noch während diesen 20 Jahren eine Baubewilligung
für die Windschutzwand vorausgesetzt worden sei, zeige, dass die Erstellung einer Wind-
schutzwand in der vorliegend massgebenden Grösse und Ausgestaltung keine wichtigen
räumlichen Folgen habe, dass ein Interesse der Öffentlichkeit oder der Nachbarn an einer
vorgängigen Kontrolle bestehe. Damit sei eine Bewilligungspflicht gemäss Art. 22 RPG zu
verneinen. Da zum Zeitpunkt der inzwischen abgebrochenen Windschutzwand keine Bewil-
ligungspflicht für Windschutzwände bestanden habe, habe die ursprüngliche Windschutz-
wand als rechtmässig erstellt zu gelten. Folglich finde die Besitzstandsgarantie Anwendung
und es sei die Baubewilligung eventualiter zu erteilen.
2.3 Auch wenn die strittige Windschutzwand von weitem nur beschränkt einsehbar ist, konnte
das Obergericht beim Augenschein vom 3. Juli 2019 feststellen, dass sich diese durch die
1.8 m hohe Verglasung und die Metallpfosten optisch auffällig vom angrenzenden Wohn-
haus abhebt, was sich deutlich auf das Landschaftsbild auswirkt (vgl. dazu Bilder 8-10 des
Augenscheinprotokolls; act. 13). Zu beachten gilt daneben, dass der Sitzplatz durch den
Windschutz zeitlich ausgedehnter benutzt werden kann. Die Windschutzwand hat damit
durchaus solche räumliche Auswirkungen, dass sie in der landschaftlich empfindlichen
Landschaftsschutzzone im Sinne von Art. 22 Abs. 1 RPG als bewilligungspflichtig einzu-
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stufen ist. Deren Bewilligungspflicht ergibt sich im Weiteren auch aus Art. 39 Abs. 2 lit. d
und e BauV e contrario, da die Windschutzwand nicht ortsüblich und über 1.20 m hoch ist,
womit sie nicht unter den Ausnahmekatalog nach kantonalem Recht fällt.
Soweit der Beschwerdeführer sich auf die Besitzstandgarantie für die ehemalige Wind-
schutzwand beruft, welche vor über 20 Jahren erstellt worden und für welche keine Bewilli-
gung erforderlich gewesen sei, gilt es festzuhalten, dass die vorstehend in Ziff. 2 genannten
Grundsätze und kantonalen Bestimmungen bereits vor über 30 Jahren galten (vgl. dazu
etwa BGE 114 Ib 312 E. 2a aus dem Jahr 1988 und Art. 4 lit. d und e der aufgehobenen
Bauverordnung vom 25. Februar 1986). Insofern geht der Beschwerdeführer fehl in der An-
nahme, dass für die ehemalige Windschutzwand zum Zeitpunkt der Erstellung keine Bewil-
ligung erforderlich war. Damit stösst auch der Verweis auf die Besitzstandgarantie ins
Leere, da diese nicht für rechtswidrig errichtete oder geänderte Bauten und Anlagen gilt,
sondern nur für solche, die seinerzeit in Übereinstimmung mit dem materiellen Recht er-
stellt und aufgrund einer späteren Rechtsänderung zonenwidrig geworden sind (Urteil des
Bundesgerichts 1C_514/2011 vom 6. Juni 2012 E. 5.4).
Infolgedessen haben die Vorinstanzen die Bewilligungspflicht der strittigen Windschutz-
wand zu Recht bejaht.
3. Gemäss Art. 24c RPG werden bestimmungsgemäss nutzbare Bauten und Anlagen aus-
serhalb der Bauzonen, die nicht mehr zonenkonform sind, in ihrem Bestand grundsätzlich
geschützt (Abs. 1). Solche Bauten und Anlagen können mit Bewilligung der zuständigen
Behörde erneuert, teilweise geändert, massvoll erweitert oder wiederaufgebaut werden,
sofern sie rechtmässig erstellt oder geändert worden sind (Abs. 2). Dies gilt auch für land-
wirtschaftliche Wohnbauten sowie angebaute Ökonomiebauten, die rechtmässig erstellt
oder geändert worden sind, bevor das betreffende Grundstück Bestandteil des Nichtbauge-
bietes im Sinne des Bundesrechts wurde. Der Bundesrat erlässt Vorschriften, um negative
Auswirkungen auf die Landwirtschaft zu vermeiden (Abs. 3). Veränderungen am äusseren
Erscheinungsbild müssen für eine zeitgemässe Wohnnutzung oder eine energetische Sa-
nierung nötig oder darauf ausgerichtet sein, die Einpassung in die Landschaft zu verbes-
sern (Abs. 4). In jedem Fall bleibt die Vereinbarkeit mit den wichtigen Anliegen der Raum-
planung vorbehalten (Abs. 5).
3.1 Durch die strittige Windschutzwand wird das äussere Erscheinungsbild des Wohnhauses
verändert, was zu Folge hat, dass dafür die Voraussetzungen von Art. 24c Abs. 4 RPG ein-
gehalten sein müssen. Da die anderen beiden Tatbestände (energetische Sanierung, Ein-
passung in die Landschaft) nicht zu Debatte stehen, stellt sich einzig die Frage, ob die
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Windschutzwand für eine zeitgemässe Wohnnutzung notwendig ist. Den Materialien zur
Revision von Art. 24c RPG lässt sich diesbezüglich entnehmen, dass künftig für Erweite-
rungen ausserhalb des Gebäudevolumens höhere Anforderungen gelten sollen. So sollen
Änderungen am äusseren Erscheinungsbild nur zulässig sein, wenn sie nötig sind, um die
ursprüngliche Wohnnutzung auf einen zeitgemässen Stand zu bringen. Dazu sollen bei-
spielsweise die Raumhöhen, die Befensterung und Ähnliches den modernen Bedürfnissen
angepasst werden können (Bundesblatt 2011, S. 7090), woraus sich der Schluss ziehen
lässt, dass bauliche Veränderungen im Sinne von Art. 24c Abs. 4 RPG in erster Linie der
Verbesserung der Wohnhygiene dienen sollen. Denkbar wäre in diesem Sinne auch eine
Erweiterung ausserhalb des bestehenden Gebäudes, wenn eine Wohnung z.B. kein Bad,
keine bedürfnisgerechte Küche, keine genügende interne Erschliessung oder objektiv zu
wenig Räume für die Aufbewahrung, Waschküche und Heizung aufweist und innerhalb des
Volumens kein Platz für diesen Raumbedarf vorhanden ist. Damit sind Veränderungen am
äusseren Erscheinungsbild seit der RPG-Revision vom 1. November 2012 von Bundes-
rechts wegen enge Grenzen gesetzt und Ausnahmen nach Art. 24c Abs. 4 RPG diesbe-
züglich streng zu handhaben.
3.2 Die Vorinstanz vertritt in Ziff. 5 des angefochtenen Entscheids die Auffassung, dass die
strittige Windschutzwand für eine zeitgemässe Wohnnutzung nötig sei, da der Beschwer-
deführer am Augenschein erklärt habe, dass es häufig winde. Dazu gilt es festzuhalten,
dass am gerichtlichen Augenschein vom 3. Juli 2019 keine aussergewöhnlichen Windver-
hältnisse festgestellt werden konnten und in den Akten nirgends dokumentiert ist, dass die
Windverhältnisse die Benutzung des bestehenden Sitzplatzes massiv einschränken. Sofern
damit eine allfällige Seebise gemeint ist, erscheint diese angesichts der privilegierten Aus-
sichtslage ausserhalb der Bauzone C._ für die Bewohner nicht als unzumutbar
und ist von diesen vielmehr in Kauf zu nehmen. Zudem könnte auf die Seebise durch
mobile Gartenmöbel reagiert werden, welche sich bei entsprechender Windlage jeweils auf
eine andere Hausseite verschieben liessen, zumal das Terrain auf drei Hausseiten relativ
flach ist und auch auf der Ostseite des Wohnhauses eine befestigte Fläche besteht (vgl.
dazu Bild 1 und 2 des Augenscheinprotokolls). Hinzu kommt, dass die Windschutzwand
nicht explizit dem Wohnen, sondern dem Aufenthalt im Freien dient, auch wenn sie indirekt
das Wohnen erleichtern oder unterstützen kann. Eine solche mittelbare Anknüpfung lässt
sich jedoch bei fast jeder baulichen Veränderung am äusseren Erscheinungsbild eines
Wohnhauses herstellen, weshalb die gesetzliche Zulässigkeitsvoraussetzung von Art. 24c
Abs. 4 RPG jegliche Kontur verlöre, wenn man im vorliegenden Fall die Notwendigkeit für
eine zeitgemässe Wohnnutzung bejahen würde. Anders als die Vorinstanz kommt das
Obergericht daher zum Schluss, dass die bestehende Windschutzwand für eine zeitge-
mässe Wohnnutzung nicht als nötig erachtet werden kann. Diese dient vielmehr der Befrie-
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digung von über den üblichen Standard hinausgehenden Komfortansprüchen und sprengt
damit den Rahmen von Art. 24c Abs. 4 RPG. Infolgedessen erweist sich die Windschutz-
wand bereits von Bundesrechts wegen nicht als bewilligungsfähig. Nachfolgend ist dennoch
zu prüfen, ob der Bauabschlag auch wegen Verstosses gegen die kantonalen Gestaltungs-
vorschriften gerechtfertigt ist.
4. Für alle Bauten und Anlagen gilt nach kantonalem Recht generell, dass diese sich so in ihre
bauliche und landschaftliche Umgebung einzufügen haben, dass eine gute Gesamtwirkung
entsteht und dass diese das Orts-, Quartier- und Landschaftsbild nicht wesentlich beein-
trächtigen (Art. 112 Abs. 1 BauG). Die Verpflichtung zu einer „guten Gesamtwirkung“ stellt
eine sogenannte positive Ästhetikklausel bzw. ein Einordnungsgebot dar. Ausserhalb der
Bauzonen haben sich Neubauten sowie Umbauten und Renovationen an traditionellen Ge-
bäuden überdies der herkömmlichen Bauart zumindest in Bezug auf Gebäude- und Dach-
form sowie Material- und Farbwahl anzupassen und die Umgebung ist möglichst unverän-
dert zu belassen. Untergeordnete Bauteile wie Sitzplätze und dergleichen sind zulässig,
soweit damit das traditionelle Erscheinungsbild der Baute erhalten bleibt (Art. 112 Abs. 2
BauG). Da die Parzelle Nr. 0001 in einer Landschaftsschutzzone liegt, hat die Windschutz-
wand zusätzlich in Bezug auf Gestaltung, Farbgebung und Einpassung ins Landschaftsbild
den erhöhten Anforderungen von Art. 82 Abs. 2 und 3 BauG zu genügen: Nach Art. 82
Abs. 3 BauG haben Neubauten, Umbauten und Renovationen sich der herkömmlichen
Bauart insbesondere in Bezug auf die Gliederung und Verkleidung der Fassaden, die
Fenstereinteilung und die Umgebungsgestaltung anzupassen. Bei den Begriffen der „guten
Gesamtwirkung“ und „Anpassung“ handelt es sich um unbestimmte Rechtsbegriffe, womit
deren Auslegung durch die Verwaltungsbehörden vom Obergericht überprüft werden kann
(HÄFELIN/MÜLLER/UHLMANN, Allgemeines Verwaltungsrecht, 7. Aufl. 2016, S. 98; vgl. dazu
aber unten Ziff. 4.3).
Verlangt das Gesetz ausdrücklich eine positiv gute Gestaltung zur Sicherstellung einer be-
friedigenden Gesamtwirkung, so dürfen strenge Massstäbe angelegt werden. Nach der
Rechtsprechung des ehemaligen Verwaltungsgerichts (heute: Obergericht) haben Neu-
bauten, Umbauten und Renovationen sich zwingend am herkömmlichen Baustil zu orientie-
ren und die Anpassung daran kann nicht von einer Interessenabwägung abhängig gemacht
werden. An traditionellen Bauten und selbst an Neubauten, welche in der kantonalen Land-
schaftsschutzzone realisiert werden, können daher stilgerechte Bauteile verlangt und stil-
fremde Materialien untersagt werden (Urteil des Bundesgerichts 1C_231/2008 vom 11. De-
zember 2008 E. 3.3; AR GVP 20/2008 Nr. 2278; AR GVP 9/1997, Nr. 2160). Diese Recht-
sprechung ist jedoch insofern zu präzisieren, als dass Art. 82 Abs. 3 BauG ausdrücklich
von „anpassen“ und nicht von „übernehmen“ spricht, weshalb sich aus Art. 82 Abs. 3 BauG
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kein generelles Verbot von nicht herkömmlichen Materialen in der Landschaftsschutzzone
ergibt. Dies geht auch aus Art. 112 Abs. 2 Satz 2 BauG hervor, welcher kumulativ anwend-
bar ist und nach welchem untergeordnete (nicht zwingend herkömmliche) Bauteile wie
Sitzplätze und dergleichen zulässig sind, wenn das traditionelle Erscheinungsbild der Baute
erhalten bleibt. Da die Baubehörden bei der Anwendung der Ästhetikvorschriften über ei-
nen grossen Ermessenspielraum verfügen, sind entsprechende Bauverweigerungen sorg-
fältig zu begründen. Es genügt daher nicht, die ästhetische Beurteilung eines Bauvorha-
bens in generell abstrakter Weise vorwegzunehmen und gleichartige Bauvorhaben ohne
einzelfallweise Betrachtung der massgeblichen Sachumstände als nicht zulässig zu ver-
weigern. Weist eine Behörde allein auf eine von ihr geübte Praxis hin und spricht deshalb
eine Bauverweigerung aus, verzichtet sie zu Unrecht auf die Ausübung des ihr zustehen-
den Ermessens bei der konkreten Prüfung des Baugesuchs. Dies stellt eine rechtsverlet-
zende Ermessensunterschreitung dar (FRITZSCHE/BÖSCH/WIPF/KUNZ, Zürcher Planungs-
und Baurecht, 6. Aufl. 2019, S. 836). Bei einem Bauabschlag wegen Verstosses gegen Art.
112 und Art. 82 BauG ist somit im Einzelnen darzutun, warum mit einer bestimmten bauli-
chen Gestaltung weder für die Baute selbst noch für die konkrete Umgebung eine gute Ge-
samtwirkung erreicht wird (BGE 114 Ia 343 E. 4b; Urteil des Bundesgerichts 1P.280/2002
vom 28. Oktober 2002 E. 3.3).
4.1 Die ARE hat das Baugesuch mit Entscheid vom 8. August 2017 verweigert, weil
Windschutzwände aus Metallpfosten und Glaseinsätzen weder der traditionellen Bauart
noch einem zeitgemässen bewilligungsfähigen Element entsprächen. Auch wenn die Mate-
rialisierung aus Glas nicht gleich wuchtig wie eine Wand aus einem anderen Material er-
scheine, so handle es sich um eine grosse Glasfläche, welche als Fremdkörper in der
Landschaft stehe. Das Objekt beeinträchtige die Identität des traditionellen Wohnhauses zu
stark und könne nicht bewilligt werden. Die Vorinstanz kommt im angefochtenen Entscheid
zum Schluss, dass es sich bei der strittigen Windschutzwand um einen untergeordneten
Bauteil handle. Sie sei durchsichtig und erst aus geringerer Distanz deutlich erkennbar. Zu-
dem würden die Stützen diese nicht überragen und die Sicht auf die benachbarten Gebiete
sei nicht wesentlich beeinträchtigt. Die strittige Windschutzwand habe zu keiner bedeutsa-
men Veränderung der Umgebung geführt und das traditionelle Erscheinungsbild bleibe er-
halten. Sie genüge damit den Anforderungen von Art. 112 BauG. Das Glas und die metalli-
schen Stützen der Windschutzwand seien jedoch keine Bauelemente, welche der her-
kömmlichen Bauweise entsprächen. Sie würden sich nicht an die Holzschindelfassade des
Wohnhauses anpassen. Zudem verändere die Holzschindelfassade im Verlauf der Zeit ihre
Farbe, wohingegen die Windsschutzwand keine Veränderungen erfahre. Dadurch werde
die Natürlichkeit der Landschaft nicht mehr gewahrt. In der grünen Landschaft mit dem
Wohnhaus Assek. Nr. 0002 trete die strittige Windschutzwand als störender Akzent in Er-
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scheinung und verändere insbesondere den Charakter der Landschaft. Daran ändere der
Umstand nichts, dass es sich um untergeordnete Bauteile handle. Dem Erhalt der Land-
schaftsschutzzone sei höheres Gewicht beizumessen, als dass von der herkömmlichen
Bauart abgewichen werden könnte. Dementsprechend vermöge die strittige Windschutz-
wand den Anforderungen von Art. 82 Abs. 2 BauG nicht zu genügen.
4.2 Der Beschwerdeführer wendet dagegen ein, dass an traditionellen Bauten nicht zwingend
alle Bauteile stilgerecht sein müssten. Dass die Windschutzwand aus Glas und metalli-
schen Stützen bestehe, widerspreche damit Art. 82 Abs. 2 BauG nicht per se zwingend. Die
Windschutzwand trete gemäss Vorinstanz weder markant noch als ein künstlich geschaffe-
nes Element in Erscheinung. Die Haltesäulen vermögen zudem am äusseren Erschei-
nungsbild des Wohnhauses Assek. Nr. 0002 keine wesentliche Änderung zu begründen.
Die Windschutzwand sei unter Berücksichtigung der Gesamtumstände für die zeitgemässe
Wohnnutzung nötig. Die Natürlichkeit der Landschaft werde gemäss eigenen Feststellun-
gen der Vorinstanz nicht beeinträchtigt, insbesondere deshalb, weil sie nicht als künstlich
geschaffenes Element erscheine. Es sei widersprüchlich, wenn die Vorinstanz dann plötz-
lich ausführe, die Natürlichkeit der Landschaft werde durch die Windschutzwand nicht mehr
gewahrt. Diese vertrage sich ideal mit der Landschaft. Glas entspreche zudem der her-
kömmlichen Bauweise, verfüge doch auch das Wohnhaus über Glasfenster, genauso wie
die umliegenden Gebäude. Zudem würden in der Landschaftsschutzzone im Kanton auch
Dachfenster aus Glas bewilligt. Unzutreffend sei, dass sich die metallischen Stützen der
Holzschindelfassade nicht anpassen würden. Die Windschutzwand befinde sich in unmit-
telbarer Nähe zum Skilift, dessen Stützen auch aus Metall seien. Schliesslich füge sich die
neu erstellte Windschutzwand wesentlich besser ins Landschaftsbild ein, als die ursprüngli-
che Windschutzwand.
4.3. Vorab gilt es festzuhalten, dass die Argumentation der ARE als zuständiger
Bewilligungsbehörde eher knapp ausgefallen ist. Diese verweist primär auf die kantonale
Praxis und lässt eine einzelfallweise sorgfältige Betrachtung der baulichen und landschaftli-
chen Umgebung vermissen, wie sie gemäss Rechtsprechung und herrschender Lehre er-
forderlich wäre. Es ist zudem nicht von der Hand zu weisen, dass die Begründung der
Vorinstanz einen gewissen Widerspruch beinhaltet, wenn sie in den Ziff. 5 und 6 des an-
gefochtenen Entscheids einerseits ausführt, dass die strittige Windschutzwand nicht als
markant und als ein künstlich geschaffenes Element in Erscheinung trete, diese zu keiner
bedeutsamen Veränderung der Umgebung geführt habe und das traditionelle Erschei-
nungsbild erhalten bleibe, um dann jedoch in Ziff. 7 schlussendlich trotzdem zum Schluss
zu kommen, dass die Windschutzwand als störender Akzent in Erscheinung trete und ins-
besondere den Charakter der Landschaft verändere. Rückschlüsse in Bezug auf die örtli-
Seite 11
chen Verhältnisse lassen sich diesbezüglich auch nicht aus dem vorinstanzlichen Augen-
scheinprotokoll vom 8. Februar 2018 (act. 7.I/10) ziehen, zumal darin keine Fotodokumen-
tation vorhanden ist. Da den Verwaltungsbehörden bei der Überprüfung von unbestimmten
Rechtsbegriffen im Zusammenhang mit örtlichen Verhältnissen ein vom Gericht nicht voll
überprüfbarer Beurteilungsspielraum zukommt (HÄFELIN/MÜLLER/UHLMANN, a.a.O., S. 98),
könnten solche unvollständigen Sachverhaltsfeststellungen und Widersprüche in künftigen
ähnlich gelagerten Fällen, in denen anders als wie im vorliegenden Fall das Bauvorhaben
nicht schon von Bundesrechts wegen zu verweigern ist, zu einer Rückweisung zur Ergän-
zung des Sachverhalts und Neubeurteilung führen (Art. 41 Abs. 2 VRPG).
4.4 Das Obergericht konnte anlässlich des Augenscheins vom 3. Juli 2019 feststellen, dass das
Gebäude Assek. Nr. 0002, bei welchem die Hauptwohnseite nach Süden orientiert ist,
einen seitlich angebauten Ökonomieteil und besprosste Fenster aufweist, womit es als
traditionelles Appenzellerhaus einzustufen ist (vgl. dazu die Broschüre Baugestaltung
ausserhalb Bauzone des Departements Bau und Volkswirtschaft 2008, S. 13 f.). Am
traditionellen Charakter des Gebäudes vermag auch der Umstand nichts zu ändern, dass
die Fassaden mit einem Eternitschirm versehen sind. Die strittige Windschutzwand mit ihrer
grossflächigen Verglasung und den Metallpfosten entspricht dagegen nicht der
traditionellen Bauweise und lässt sich wie bereits oben in Ziff. 2.3 erwähnt nicht als
ortsüblich qualifizieren. Der Augenschein hat zwar gezeigt, dass die Windschutzwand erst
aus der Nähe ins Auge sticht, doch gilt es zu beachten, dass diese direkt an das
traditionelle Wohnhaus anschliesst, womit sie sich diesem zwingend gestalterisch
unterzuordnen hat (Art. 112 Abs. 2 Satz 2 BauG). Mit den erwähnten Beton- und
grossflächigen Glaselementen wird die Materialisierung des Wohnhauses nicht
aufgenommen, was die Windschutzwand im Vergleich zu den Wohnhausfassaden mit den
durch Sprossen unterteilten Fenstern nicht als natürlich erscheinen lässt. Der Vorinstanz ist
im Weiteren darin zuzustimmen, dass sich die Fassaden des Wohnhauses im Gegensatz
zur Glaswand verwitterungsbedingt farblich verändern werden. In diesem Kontext erweist
sich die Windschutzwand als künstlich geschaffenes, modernes, stilfremdes Element,
welches keinen Bezug zur Umgebung nimmt und sich damit dem traditionellen Gebäude
nicht hinreichend unterordnet bzw. anpasst (vgl. dazu Bilder 6, 8, 9 und 10 des Au-
genscheinprotokolls). Ausserdem lässt sich eine gewisse Spiegelungswirkung nicht ab-
streiten (vgl. Bild 8 und 9 des Augenscheinprotokolls), womit der Windschutzwand je nach
Sonneneinstrahlung auch etwas Störendes anhaftet. Dies führt dazu, dass die moderne
Windschutzwand beim traditionellen Wohnhaus den gehobenen Ansprüchen an die Ge-
staltung in der Landschaftsschutzzone nicht zu genügen vermag, woran der Umstand
nichts ändert, dass auch die Umgebungsgestaltung des teilweise ebenfalls in der Land-
schaftsschutzzone befindlichen benachbarten Landwirtschaftsbetriebs nicht als gelungen
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bezeichnet werden kann (vgl. Bild 4 und 7 des Augenscheinprotokolls). Soweit der Be-
schwerdeführer auf den bestehenden Skilift verweist, gilt es festzuhalten, dass ein solcher
unter den Voraussetzungen von Art. 82 Abs. 4 BauG in der Landschaftsschutzzone zuläs-
sig ist, was jedoch keinesfalls bedeutet, dass sich Bauvorhaben in dessen Umgebung ge-
stalterisch am Skilift zu orientieren haben.
4.5 Die ästhetische Würdigung der Vorinstanz und der ARE ist damit im Ergebnis nicht zu
beanstanden, womit sich die Windschutzwand auch als gestalterischen Gründen nicht als
bewilligungsfähig erweist. Nur am Rande ist jedoch darauf hinzuweisen, dass die Abgren-
zung und der Verlauf der kantonalen Landschaftsschutzzone im vorliegenden Fall nicht
überall nachvollziehbar erscheinen, weshalb allenfalls deren Überprüfung angezeigt wäre.
5. Weiter bleibt zu prüfen, ob die Vorinstanz den von der Vorvorinstanz verfügten Rückbau
der Windschutzwand zu Recht geschützt hat. Der Anordnung der Wiederherstellung des
rechtmässigen Zustands kommt massgebendes Gewicht für den ordnungsgemässen Voll-
zug des Raumplanungsrechts zu. Werden illegal errichtete, dem RPG widersprechende
Bauten nicht beseitigt, sondern auf unabsehbare Zeit geduldet, so wird der Grundsatz der
Trennung von Bau- und Nichtbaugebiet in Frage gestellt und rechtswidriges Verhalten be-
lohnt. Formell rechtswidrige Bauten, die auch nachträglich nicht legalisiert werden können,
müssen daher grundsätzlich beseitigt werden (vgl. dazu BGE 136 II 359 E. 6 S. 364 und
Art. 108 Abs. 2bis BauG). Die Befugnis der Behörden, im Fall einer rechtswidrig errichteten
bzw. genutzten Baute die Wiederherstellung des rechtmässigen Zustands anzuordnen, ist
im Interesse der Rechtssicherheit grundsätzlich auf 30 Jahre beschränkt (vgl. BGE 132 II
21 E. 6.3 S. 35). Auch vorher ist die Anordnung der Wiederherstellung des rechtmässigen
Zustands im Einzelfall unzulässig, wenn sie allgemeinen Prinzipien des Verfassungs- und
Verwaltungsrechts entgegensteht. Dazu gehören namentlich die in Art. 5 Abs. 2 und 3 so-
wie Art. 9 der Bundesverfassung (BV, SR 101) festgehaltenen Grundsätze der Verhältnis-
mässigkeit und des Schutzes des guten Glaubens (vgl. BGE 136 II 359 E. 6 S. 364 f. und
Art. 108 Abs. 3 BauG). So kann die Wiederherstellung des rechtmässigen Zustands unter-
bleiben, wenn die Abweichung vom Erlaubten nur unbedeutend ist oder die Wiederherstel-
lung nicht im öffentlichen Interesse liegt (vgl. BGE 132 II 21 E. 6 S. 35). Der Grundsatz der
Verhältnismässigkeit erfordert, dass die Verwaltungsmassnahme zur Verwirklichung des im
öffentlichen Interesse liegenden Ziels geeignet und notwendig ist. Ausserdem muss der
angestrebte Zweck in einem vernünftigen Verhältnis zu den Belastungen stehen, die den
Privaten auferlegt werden (BGE 141 I 20 E. 6.2). Auf die Verhältnismässigkeit berufen kann
sich auch ein Bauherr, der nicht gutgläubig gehandelt hat. Er muss aber in Kauf nehmen,
dass die Behörden aus grundsätzlichen Erwägungen, namentlich zum Schutz der Rechts-
gleichheit und der baulichen Ordnung, dem Interesse an der Wiederherstellung des ge-
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setzmässigen Zustands erhöhtes Gewicht beimessen und die dem Bauherrn allenfalls er-
wachsenden Nachteile nicht oder nur in verringertem Masse berücksichtigen (vgl. BGE 132
II 21 E. 6.4 S. 39 f.).
5.1 Die Vorinstanz führt im angefochtenen Entscheid aus, dass sich aus der Bestandesgarantie
lediglich der Anspruch auf Herstellung des rechtmässigen Zustands ableiten lasse. Der Be-
schwerdeführer könne nicht belegen, dass die zurückgebaute Windschutzwand jemals
rechtmässig erstellt worden sei. Damit habe er die Folgen der Beweislosigkeit zu tragen.
Der Rückbau der strittigen Windschutzwand sei geeignet, um den rechtmässigen Zustand
wiederherzustellen. Die Ausführung der Pfosten in Holz bzw. das Streichen der Metall-
pfosten in Holzoptik würde nicht zur Anpassung der strittigen Windschutzwand an die Mate-
rialisierung und Farbgebung der herkömmlichen Bauweise führen. Schliesslich wäre damit
die störende Verglasung nicht beseitigt. Ein anderes milderes Mittel sei nicht ersichtlich.
Rein finanzielle Interessen würden zudem bei der Frage der Verhältnismässigkeit kaum ins
Gewicht fallen. Während die finanziellen Interessen des Beschwerdeführers und sein An-
spruch auf Nutzungskomfort untergeordnet seien, wiege das öffentliche Interesse an der
Einhaltung der gesetzlichen Vorschriften im vorliegenden Fall umso schwerer. Die ange-
ordnete Massnahme erweise sich damit auch als zumutbar.
5.2 Der Beschwerdeführer macht geltend, dass er die Liegenschaft inklusive Sitzplatz und
Windschutzwand von seinem Rechtsvorgänger erworben habe und damit darauf habe ver-
trauen dürfen, die Windschutzwand sei rechtmässig erstellt. Der Beschwerdeführer sei mit
anderen Worten gutgläubig. Zudem habe die Baupolizeibehörde die ursprünglich erstellte
Windschutzwand über 20 Jahre geduldet, obwohl sie - sollte die Windschutzwand tatsäch-
lich rechtswidrig erstellt worden sein - mindestens bei Anwendung der gebotenen Sorgfalt
die angebliche Rechtswidrigkeit hätte erkennen müssen. Damit sei der Anspruch der Be-
hörden auf Wiederherstellung des rechtmässigen Zustands klar verwirkt. Vorliegend sei zu
keinem Zeitpunkt ein böser Glaube festgestellt worden, weder seitens des Rechtsvorgän-
gers, noch seitens des Beschwerdeführers. Damit würde kein grosses öffentliches Inte-
resse an der Wiederherstellung des rechtmässigen Zustands bestehen, denn die Abwei-
chung vom Erlaubten sei unter diesen Umständen klar als unbedeutend anzusehen. Die
bestehende Verglasung könne nicht als störend bezeichnet werden. Des Weiteren werde in
der Landschaftsschutzzone sehr viel Holz verwendet, sowohl für Holzhäuser als auch für
Ställe. Holz sei damit eindeutig ein in der Landschaftsschutzzone typisches Baumaterial.
Würden die Metallpfosten in Holzoptik gestrichen oder durch Holzpfosten ersetzt, entsprä-
chen sie damit fraglos diesem Baumaterial. Da das Streichen der Pfosten in Holzoptik bzw.
die Ausführung der Pfosten in Holz ein milderes Mittel darstelle und es vorliegend am
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überwiegenden öffentliche Interesse am Rückbau fehle, sei der angeordnete Rückbau be-
reits aus diesen Gründen nicht verhältnismässig.
5.3 Soweit sich der Beschwerdeführer auf die ehemalige Windschutzwand beruft, gilt es zu
wiederholen, dass die Besitzstandgarantie im vorliegenden Fall mangels Bewilligung nicht
anwendbar ist (vgl. Ziff. 2.3). Die blosse Untätigkeit einer Behörde allein berechtigt zudem
nicht zur Annahme, dass eine Baute oder Nutzung rechtmässig ist (BGE 132 II 21 E. 8.1;
Urteil des Bundesgerichts 1C_396/2015 vom 13. November 2015 E. 2.4). Insofern durfte
die Untätigkeit der Behörden hinsichtlich der ursprünglichen Windschutzwand keinesfalls
als Vertrauenstatbestand für die nachträgliche Legalisierung der neu erstellten Wind-
schutzwand verstanden werden, zumal sich diese betreffend Materialisierung wesentlich
von der alten Windschutzwand unterscheidet. Ein Vertrauenstatbestand lässt sich insbe-
sondere auch nicht aus dem Bauentscheid der ARE vom 28. Juli 2014 (act. 7/6.1/20) ab-
leiten. Da darin verschiedene bauliche Massnahmen der Umgebungsgestaltung nicht be-
willigt worden waren, musste dem Beschwerdeführer vielmehr bewusst sein, dass bauliche
Vorkehren in der Landschaftsschutzzone an strenge Voraussetzungen gebunden sind. Er
wäre unter diesen Umständen gehalten gewesen, sich vor der Errichtung der neuen Wind-
schutzwand bei den Baubehörden zu erkundigen. In Anbetracht dieser Umstände erscheint
der Beschwerdeführer hinsichtlich der neu erstellten Windschutzwand nicht als gutgläubig.
Im Übrigen könnte selbst die ehemalige Windschutzwand noch dem Bewilligungsverfahren
unterstellt bzw. deren Abbruch verfügt werden, zumal der Beschwerdeführer selbst nicht
vorbringt, dass diese die 30-jährige Verwirkungsfrist überschritten hat.
5.4 In Bezug auf die Frage der Verhältnismässigkeit kam die Vorinstanz zu Recht zum Schluss,
dass eine Ausführung der Pfosten in Holz kein genügendes Mittel zur Wiederherstellung
darstellt. Wie oben ausgeführt (vgl. Ziff. 3 und 4) ist die Windschutzwand nicht mit Art. 24c
Abs. 4 RPG und den kantonalen Ästhetikvorschriften vereinbar. Würden nur die Pfosten an-
ders ausgeführt, wäre einerseits die sich nur ungenügend einordnende grossflächige Ver-
glasung weiterhin vorhanden und andererseits die Windschutzwand trotz fehlender Not-
wendigkeit für die zeitgemässe Wohnnutzung weiterhin nutzbar. Hinzu kommt, dass an der
Beseitigung der Windschutzwand auch zur Vermeidung einer negativen präjudiziellen Wir-
kung ein wesentliches öffentliches Interesse besteht. Wie die Vorinstanz zutreffend aus-
führt, ist dieses im vorliegenden Fall höher zu gewichten als die Komfortansprüche und die
Vermögenseinbusse des Beschwerdeführers, welche diesem durch den Abbruch entsteht.
Damit erweist sich die angeordnete Beseitigung der Windschutzwand auch als verhältnis-
mässig.
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6. Zusammenfassend ist damit festzuhalten, dass die Vorinstanzen zu Recht die
Bewilligungsfähigkeit der bestehenden Windschutzwand verneint haben und auch der ver-
fügte Rückbau nicht zu beanstanden ist. Die Beschwerde ist damit vollumfänglich abzuwei-
sen.
7. Das Obergericht erhebt für seine Urteile in Verwaltungssachen Gebühren bis Fr. 5‘000.--
(Art. 4a Abs. 1 des Gesetzes über die Gebühren in Verwaltungssachen, bGS 233.2). Inner-
halb dieses Gebührenrahmens sind die Gebühren nach dem Zeit- und Arbeitsaufwand, der
Bedeutung des Geschäfts sowie nach dem Interesse und der wirtschaftlichen Leistungsfä-
higkeit des Gebührenpflichtigen zu bemessen (Art. 53 Abs. 1 i.V.m. Art. 20 VRPG). Unter
Berücksichtigung dieser Kriterien erscheint vorliegend eine Gerichtsgebühr von Fr. 3‘000.--
als angemessen. Die Gerichtsgebühr ist dem unterliegenden Beschwerdeführer, unter Ver-
rechnung mit dem von ihm geleisteten Kostenvorschuss von Fr. 2‘000.-- aufzuerlegen. Auf
die Zusprechung einer Parteientschädigung besteht bei diesem Verfahrensausgang kein
Anspruch (Art. 24 Abs. 1 VRPG).