# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 1c946227-9e6e-464d-9e7b-9602a3bc5301
**Court:** BL_SG
**Chamber:** BL_SG_001
**Year:** 2019
**Language:** de
**Jurisdiction:** BL / Northwestern_Switzerland
**Law Area:** Public
**Law Sub-area:** $law_sub_area

## Facts

Sachverhalt:
A.
Der alleinige Aktionär der Rekurrentin, B._, ist Eigentümer zahlreicher Gesellschaften mit
Sitz im In- und Ausland. Die Rekurrentin verlegte per 26. Juni 2015 ihren Sitz von C._ nach
D._, wobei sie rückwirkend per 1. Januar 2015 mit zwei Schwester- und einer Tochterge-
sellschaft fusionierte. Mit Verfügung der Staatssteuer 2015 vom 31. Mai 2018 wurden der steu-
erbare Ertrag in Höhe von Fr. -1‘828‘308.-- und das im Kanton Basel-Landschaft steuerbare
Kapital mit Fr. 174‘518.-- festgesetzt. Aufgrund der Ergebnisse im Revisionsbericht Nr. 2018-
140 vom 30. April 2018 wurden beim steuerbaren Ertrag Korrekturen im Umfang von
Fr. -1‘796‘273.-- sowie beim steuerbaren Kapital solche im Umfang von Fr. -291‘863.-- gegen-
über der Selbstdeklaration vorgenommen. Dabei wurden Forderungen gegenüber Nahestehen-
den wertberichtigt, verdecktes Eigenkapital und daraus resultierender Zinsertrag aufgerechnet.
Der von der Schwestergesellschaft E._AG erbrachte Dienstleistungsertrag wurde als ver-
deckte Kapitaleinlage qualifiziert und der Aufwand für Dienstleistungen wurde beim Reingewinn
als geldwerte Leistung aufgerechnet.
B.
Mit Eingabe vom 4. Juli 2018 erhob der Vertreter der Pflichtigen Einsprache mit dem Antrag, es
sei auf die gemäss Revisionsbericht erfolgten Wertberichtigungen im Umfang von
Fr. 1‘435‘185.-- sowie Aufwertungen zu verzichten. Aktivdarlehen und Forderungen sowie der
von der E._AG stammende Dienstleistungsertrag und der Aufwand für Dienstleistungen
seien - mit Ausnahme der Forderung gegenüber der F._GmbH - werthaltig respektive ge-
schäftsmässig begründet. Da keine Wertberichtigungen auf den Aktivdarlehen vorzunehmen
seien, bedürfe es keiner Korrektur der Höhe des verdeckten Eigenkapitals. Die Veranlagung sei
gemäss den deklarierten Steuerfaktoren vorzunehmen.
Die Steuerverwaltung wies die Einsprache mit Einspracheentscheid vom 10. September 2018
ab. Zur Begründung führte sie im Wesentlichen aus, dass die Forderungen gegenüber der
E._AG, der G._AG, der H._GmbH, der I._ GmbH sowie gegenüber der
F._GmbH nicht werthaltig seien. Bezüglich der Wertberichtigung der Liegenschaft Teich
X._ läge kein Grundbuchauszug vor, der belege, welche Parzellen sich noch im Eigentum
der Rekurrentin befänden. Des Weiteren existierten keine Hinweise auf die von der Pflichtigen
für die E._AG ausgeübte Tätigkeit, sodass nicht überprüft werden könne, ob die als Dienst-
leistungsertrag verbuchte Summe den tatsächlich erbrachten Leistungen entspräche. Der in
Rechnung gestellte Dienstleistungsaufwand der J._AG sei nicht der Pflichtigen selbst er-
bracht worden, sondern vielmehr deren Anteilseigner B._ bzw. der Schwestergesellschaft
K._AG.
C.
Die Vertreter der Pflichtigen erheben mit Schreiben vom 11. Oktober 2018 Rekurs gegen den
Einspracheentscheid vom 10. September 2018 mit den Anträgen es sei (1) der Einspracheent-
scheid vom 10. September 2018 aufzuheben, (2) auf die Wertberichtigungen und Aufrechnun-
gen betreffend die Forderungen gegenüber Nahestehenden zu verzichten, (3) in Bezug auf den
Teich X._ sei auf die Wertberichtigung und Aufrechnung als geldwerte Leistung zu verzich-
Seite 3
ten, (4) auf die Korrektur des Reingewinns in Bezug auf den Dienstleistungsertrag in der Höhe
von Fr. 350‘000.-- der E._AG sei zu verzichten, (5) es sei der Aufwand für Dienstleistungen
im Umfang von Fr. 62‘985.-- als geschäftsmässig begründet zu qualifizieren und auf die Auf-
rechnung zu verzichten, (6) es sei keine Korrektur der Höhe des verdeckten Eigenkapitals vor-
zunehmen und dies habe alles (7) unter Kosten- und Entschädigungsfolge zulasten der Be-
schwerdegegnerin zu erfolgen. Zur Begründung wird vorgebracht, über die E._AG sei am
20. Juli 2018 der Konkurs eröffnet worden. Der bezüglich der Forderung gegenüber der
L._AG, erfolgten Wertberichtigung in Höhe von Fr. 713'014.13 könne zugestimmt werden,
da mit der Rückzahlung der Aktivdarlehen nicht mehr zu rechnen sei. Die entsprechende Kor-
rektur könne jedoch erst in der Buchhaltung 2016 und damit in der Steuererklärung 2016 erfol-
gen. Die Forderung in Höhe von Fr. 14‘910.-- gegenüber der G._AG sei werthaltig, sodass
auf die Aufrechnung einer geldwerten Leistung in der Höhe von Fr. 8‘016.-- zu verzichten sei.
Für die H._GmbH liege kein detaillierter Jahresabschluss vor. Eine allfällige Wertberichti-
gung werde basierend auf dem Jahresabschluss in der Handelsbilanz 2017 bzw. 2018 vorge-
nommen werden, weshalb von der Wertberichtigung in der Höhe von Fr. 235‘000.-- abzusehen
sei. Ebenfalls sei von der steuerlichen Wertberichtigung in der Höhe von Fr. 7‘000.-- der Forde-
rung gegenüber der I._GmbH abzusehen. Aus dem Umstand, dass sich die Gesellschaft
seit November 2015 in Liquidation befinde, könne im Geschäftsjahr 2015 keine Aussage über
die Werthaltigkeit der Forderung gemacht werden, weshalb eine entsprechende Korrektur erst
in der Jahresrechnung 2016 vorzunehmen sei. Im Rahmen einer laufenden Finanzprüfung
durch das Finanzamt M._ hätte die F._GmbH vorsorglich Steuerzahlungen leisten müs-
sen, um folgenschwere strafrechtliche Konsequenzen zu vermeiden. Die Rekurrentin habe vor
dem Hintergrund, dass es sich dabei um einen willkürlich festgelegten Betrag handle, die For-
derung beglichen und mit einer teilweisen Rückerstattung gerechnet. Mangels fehlender Wert-
haltigkeit sei auf die Wertberichtigung in der Höhe von Fr. 495‘000.-- als auch die Aufrechnung
beim Reingewinn in der Höhe von Fr. 525‘053.-- zu verzichten. Die entsprechenden Korrekturen
würden in der Jahresrechnung 2017 bzw. 2018 vorgenommen werden. Da die Pflichtige nach
wie vor Eigentümerin sämtlicher aufgelisteten Parzellen des Teichs X._ sei, könne auf die
Wertberichtigung als auch die Aufrechnung als geldwerte Leistung in der Höhe von
Fr. 247‘720.-- verzichtet werden. Über die E._AG sei inzwischen der Konkurs eröffnet wor-
den. Im Bestreben, die Übereinstimmung der Handels- und Steuerbilanz zu wahren, soll keine
Korrektur des Reingewinns in Höhe des von der E._AG stammende Dienstleistungsertrags
in der Jahresrechnung 2015, sondern erst in der Bilanz 2016 erfolgen. Die A._AG habe sich
als Arbeitgeberin für den Schutz und das wirtschaftliche Fortkommen ihres Arbeitnehmers
B._ eingesetzt und sei deshalb für gewisse Rechtsberatungskosten aufgekommen. Der
Aufwand für Dienstleistungen sei deshalb im Umfang von Fr. 62‘985.-- als geschäftsmässig
begründet zu qualifizieren und auf eine entsprechende Aufrechnung zu verzichten. Schliesslich
bedürfe es keiner Korrektur der Höhe des verdeckten Eigenkapitals.
Mit Vernehmlassung vom 4. Dezember 2018 stellt die Steuerverwaltung den Antrag auf Abwei-
sung des Rekurses und verweist grundsätzlich auf die Ausführungen im Einspracheentscheid
vom 10. September 2018 und auf den Revisionsbericht vom 29. September 2017. Insbesonde-
re seien die vorgenommenen Aufrechnungen vor dem Hintergrund zu sehen, dass B._ an
all diesen Gesellschaften entweder massgeblich beteiligt oder sogar Alleininhaber dieser Ge-
sellschaften sei.
Seite 4
Anlässlich der heutigen Verhandlung halten die Parteien an ihren Begehren fest.

## Considerations

Erwägungen:
1.
Das Steuergericht ist gemäss § 124 des Gesetzes vom 7. Februar 1974 über die Staats- und
Gemeindesteuern (Steuergesetz, StG; SGS 331) zur Beurteilung des vorliegenden Rekurses
zuständig. Gemäss § 129 Abs. 3 StG werden Rekurse, deren umstrittener Steuerbetrag wie im
vorliegenden Fall Fr. 10'000.-- pro Steuerjahr übersteigt, vom Präsidenten und vier Richterinnen
und Richtern des Steuergerichts beurteilt.
2.
Vorab stellt sich die Frage, ob auf den Rekurs einzutreten ist.
2.1. Gemäss § 130 StG i.V.m. § 47 Abs. 1 lit. a des Gesetzes vom 16. Dezember 1993 über die
Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung (Verwaltungsprozessordnung, VPO; SGS 271)
ist zur Beschwerde befugt, wer durch die angefochtene Verfügung oder den angefochtenen
Entscheid berührt ist und ein schutzwürdiges Interesse an der Änderung oder Aufhebung hat.
2.2. Das Beschwerderecht setzt insbesondere voraus, dass die beschwerdeführende Person
sich über ein schutzwürdiges Interesse rechtlicher oder tatsächlicher Natur ausweisen kann.
Von einem hinreichenden Rechtsschutzinteresse darf ausgegangen werden, falls durch die
Gutheissung des Rechtsmittels ein praktischer materieller oder ideeller Nachteil abgewendet
werden kann, den die beschwerdeführende Person ansonsten aufgrund des angefochtenen
Entscheids erleiden würde. Zu verlangen ist folglich, dass die Situation der beschwerdeführen-
den Person durch den Ausgang des Verfahrens überhaupt in rechtserheblicher Weise verbes-
sert werden kann. Wenn selbst die Gutheissung des Rechtsmittels zu keinem anderen Ergebnis
führen würde, kann kein rechtserhebliches Rechtsschutzinteresse vorliegen. Gleiches gilt, falls
Rechtsfragen aufgeworfen werden, die im betreffenden Fall von keinerlei Bedeutung sind (vgl.
Entscheid des Bundesgerichts [BGer] 2C_514/2017 vom 13. Dezember 2017, E. 2.2.2, m.w.H.).
2.3. Praxisgemäss kann lediglich die Entscheidformel (das Dispositiv) einer Verfügung in for-
melle und materielle Rechtskraft erwachsen, nicht die Sachverhaltsfeststellungen oder die Er-
wägungen zur Rechtslage (die Motive). Aus diesem Grund kann auch nur das Dispositiv Bin-
dungswirkung entfalten. Im Abgaberecht bedeutet dies, dass einzig die Steuerfaktoren an der
Rechtskraft teilhaben können (vgl. BGer 2C_514/2017, E. 2.3.1, m.w.H., insb. auf den Ent-
scheid des Bundesgerichts [BGE] 140 I 114).
2.4. Gemäss ständiger allgemeiner Praxis zur materiellen Beschwer muss das Rechtsschutzin-
teresse unmittelbar und konkret sein. Dies bedeutet, dass bereits mit dem Obsiegen der prakti-
sche Nutzen eintreten muss bzw. der drohende Schaden abgewendet werden kann. Kein aus-
Seite 5
reichendes Rechtschutzinteresse besteht, wenn die Interessen in einem anderen Verfahren
gewahrt werden können (vgl. dazu KÖLZ/HÄNER/BERTSCHI, Verwaltungsverfahren und Verwal-
tungsrechtspflege des Bundes, 3. Aufl. Zürich/Basel/Genf 2013, S. 331). So liegt ein schutz-
würdiges Interesse auf der Hand, wenn eine tiefere Besteuerung angestrebt wird. Die Korrektur
durch ein Rechtsmittel muss demzufolge eine andere Besteuerung in der angefochtenen Perio-
de zur Folge haben. Das Interesse an einer Höherveranlagung wiederum kann beispielweise
dann bestehen, wenn diese in der folgenden Steuerperiode zu einer tieferen Steuerbelastung
führt oder wenn der Steuerpflichtige dadurch ein Nachsteuer- und Hinterziehungsverfahren
vermeiden kann.
2.5. Ergibt sich aufgrund der Verlustverrechnung eine Nullveranlagung, fehlt es nach ständiger
Praxis an einem Feststellungs- oder andersartigen Rechtschutzinteresse, das zur Anfechtung
des Entscheides berechtigt (ZWEIFEL/CASANOVA, Schweizerisches Steuerverfahrensrecht,
2. Aufl. Zürich/Basel/Genf 2018, § 24 N 23 unter Hinweis auf die Bundesgerichtspraxis, insbe-
sondere BGE 140 I 144). Mit der Veranlagung ist nur entschieden, dass die Pflichtige keinen
steuerbaren Gewinn erzielt und dementsprechend für das betreffende Jahr keine Steuern zu
bezahlen hat. Jedoch wird die Höhe des der Veranlagungsverfügung zugrundeliegenden Ver-
lusts nicht rechtskräftig festgesetzt (BGE 140 I 144, E. 2.4.4). Anders könnte es sich verhalten,
wenn die Nullveranlagung - trotz Fehlens einer zurzeit zu bezahlenden Steuer - unmittelbare
Rechtswirkungen entfaltet, deren Klärung keinen Aufschub erduldet (vgl. BGer 2C_514/2017,
a.a.O. E. 2.3.2, m.w.H.). Richtet sich der Rekurs dagegen ausschliesslich gegen die Begrün-
dung, wird darauf nicht eingetreten (ZWEIFEL/CASANOVA, a.a.O., § 24 N 15), auch wenn in der
Praxis aus verfahrensökonomischen Gründen häufig auf eine Einsprache der Kapitalgesell-
schaft eingetreten wird (vgl. dazu MARGRAF, Das Rechtsschutzinteresse in der Steuerverfah-
renspraxis, in: SteuerRevue [StR] 1/2017 S. 7). Dem Beteiligungsinhaber wiederum kann die
Rechtskraft der Steuerveranlagung der Kapitalgesellschaft in einem ihn selbst betreffenden
späteren Verfahren nicht entgegengehalten und eine implizite Anerkennung der steuerlichen
Korrekturen unterstellt werden.
2.6. Vorliegend ist ferner nicht erkennbar, welches Feststellungs- oder andersartige Rechts-
schutzinteresse die Rekurrentin selbst an der Aufhebung der Nullveranlagung haben könnte. In
der Parteiverhandlung wurde die Befürchtung geäussert, allfällige steuerliche Auswirkungen
könnten aufgrund der von der Steuerverwaltung vorgenommenen Korrekturen gegenüber der
Selbstdeklaration beim Anteilseigner B._ eintreten. Diese Annahme ist nicht von der Hand
zu weisen, begründet jedoch kein aktuelles Rechtschutzinteresse, zumal diese Interessen in
einem anderen Verfahren gewahrt werden können und müssen (vgl. dazu E. 2.4.). Ebenso we-
nig begründet die Höhe des Verlustvortrages ein ausreichendes derartiges Interesse (vgl. dazu
E. 2.5.). Folglich ist auf den Rekurs nicht einzutreten.
Ausgangsgemäss hat die Rekurrentin gemäss § 130 StG i.V.m. § 20 Abs. 1 und 3 VPO Verfah-
renskosten von Fr. 2‘000.-- zu bezahlen und es ist ihr gestützt auf § 130 StG i.V.m. § 21 Abs. 3
VPO keine Parteientschädigung auszurichten.
Seite 6