# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 2f74c417-eae6-47eb-a4c5-1a8cbd3d885c
**Court:** GR_VG
**Chamber:** GR_VG_003
**Year:** 2010
**Language:** de
**Jurisdiction:** GR / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt zum Zeitpunkt der ursprünglichen Rentenverfügung vom 23. Juni
1995 mit jenem zur Zeit der streitigen Verfügung vom 9. Juli 2009 zu
vergleichen. Während dem Beschwerdeführer ursprünglich gestützt auf die
Diagnose einer Glossopharyngeusneuralgie sowie wegen schweren
depressiven Veränderungen und einer damit verbundenen Arbeitsunfähigkeit
von 100% eine Rente zugesprochen worden sei, hätte sich zwischenzeitlich
eine wesentliche Veränderung des Gesundheitszustandes ergeben. So
werde von Dr. med. ..., vom RAD Ostschweiz, und vom Servizio
Accertemento Medico übereinstimmend die Auffassung vertreten, dass keine
depressive Störung (mehr) vorliege. Die schweren depressiven
Veränderungen (und damit eines der beiden rentenrelevanten Leiden) hätten
sich kontinuierlich verbessert und würden spätestens seit Ende November
2007 nicht mehr vorliegen. Ausgehend von diesem Revisionsgrund sei die IV-
Stelle verpflichtet, den Rentenanspruch in tatsächlicher und rechtlicher
Hinsicht umfassend (inkl. Durchführung eines Einkommensvergleichs) zu
prüfen. Gestützt auf das pluridisziplinäre Gutachten, auf das abgestellt
werden könne, sei der Beschwerdeführer spätestens seit Anfang Januar 2008
sowohl in der angestammten Tätigkeit als auch in anderen Tätigkeiten zu 80%
arbeitsfähig. Der in der angefochtenen Verfügung ermittelte IV-Grad von 29%
sei nicht zu beanstanden und die IV-Rente auf Ende August 2009
aufzuheben.
11. In der Replik vom 19. Oktober 2009 bestätigte der Beschwerdeführer, dass
der Sachverhalt vom 23. Juni 1995 mit jenem im Zeitpunkt der streitigen
Verfügung zu vergleichen sei. Des Weiteren führte er insbesondere aus, dass
die erwähnten depressiven Verstimmungen nicht Grund für die Ausrichtung
der Rente gewesen seien. Einerseits sei ein ORL-Arzt fachlich nicht in der
Lage, eine solche Diagnose zu stellen. Anderseits sei eine psychiatrische
Begutachtung unterblieben. Eine depressive Verstimmung sei einzig ein
Momentanzustand, der in der Folge abklinge. Die Zusprechung der IV-Rente
aufgrund der körperlichen Leiden sei gestützt auf ärztliche Berichte zweimal
bestätigt worden. Eine angebliche psychische Überlagerung sei in diesem
Zusammenhang nicht abgeklärt worden. Der Sachverhalt habe sich
demzufolge nicht verändert.
12. In der Duplik vom 30. Oktober 2009 hielt die IV-Stelle erneut fest, dass zum
Zeitpunkt der ursprünglichen Rentenverfügung eine psychische Symptomatik
mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit vorgelegen habe. Dass der
Versicherte nicht aufgefordert worden sei, dieses Leiden zu behandeln und er
sich subjektiv nicht psychisch krank gefühlt habe, lasse nicht den Schluss zu,
dass kein solches vorgelegen habe.
13. Mit Schreiben vom 9. bzw. 17. November 2009 liess der Beschwerdeführer
dem Gericht ein am 9. November 2009 ausgefertigtes Schreiben von Dr. med.
... zukommen. In ihrer Stellungnahme dazu vom 16. November 2009 hielt die
IV-Stelle an ihren Anträgen fest.

## Considerations

Das Gericht zieht in Erwägung:
1. Anfechtungsobjekt ist die Verfügung der IV-Stelle vom 9. Juli 2009.
Streitgegenstand bildet primär die Frage, ob die Beschwerdegegnerin zu
Recht verfügt hat, dass die zugunsten des Beschwerdeführers seit dem 1.
April 1994 ausgerichtete ganze IV-Rente ab Ende August 2009 einzustellen
sei. Eventualiter ist zu untersuchen, ob die Beschwerdegegnerin zu Recht auf
weitere medizinische Abklärungen verzichtet hat.
2. Sowohl nach aArt. 41 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung
(IVG; SR 831.20) als auch nach Art. 17 des Bundesgesetzes über den
Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) wird eine
Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft erhöht,
herabgesetzt oder aufgehoben, wenn sich der Invaliditätsgrad eines
Rentenbezügers erheblich ändert. Die Frage, ob sich das Revisionsverfahren
nach den alt- oder neurechtlichen Bestimmungen richtet, kann offen gelassen
werden, da die invalidenversicherungsrechtliche Rentenrevision durch das
ATSG keine substanzielle Veränderung erfahren hat (vgl. Urteil des
Bundesgerichts vom 10.06.2009, 8C_292/2009 E. 2.2.1 und 2.2.2).
a) Voraussetzung einer Anpassung im Revisionsverfahren ist eine bestimmte
nachträgliche Änderung der anspruchsbegründenden Tatsachen, die zu einer
erheblichen Änderung des Invaliditätsgrades führt und damit den
Rentenanspruch beeinflussen kann. Um diese Frage beantworten zu können,
ist der Sachverhalt im Zeitpunkt, in welchem die Rente rechtskräftig gewährt
bzw. materiell bestätigt worden ist, mit dem Sachverhalt im Zeitpunkt der
Neubeurteilung zu vergleichen (BGE 130 V 343 E. 3.5.2 m.w.H.; BGE 133 V
108 E. 5.4; Ueli Kieser, ATSG-Kommentar, 2. Aufl., Zürich 2009, Art. 17 N 22
m.w.H.). Vorliegend wurde dem Beschwerdeführer mit in Rechtskraft
erwachsener Rentenverfügung vom 23. Juni 1995 eine volle IV-Rente
zugesprochen. Bis zur vorliegend angefochtenen Verfügung vom 9. Juli 2009
hat die Beschwerdegegnerin zweimal von Amtes wegen ein
Revisionsverfahren eingeleitet. Wie sich den entsprechenden Mitteilungen
der Beschwerdegegnerin vom 9. März 1998 und 3. Oktober 2005 entnehmen
lässt, erfolgte zum Abschluss derselben jeweils lediglich eine Bestätigung der
bisherigen Rentenverfügung, ohne dass eine materielle Prüfung des
Rentenanspruchs mit rechtskonformer Sachverhaltsabklärung,
Beweiswürdigung und korrekt durchgeführtem Einkommensvergleich
vorgenommen wurde. Übereinstimmend mit der Ansicht der Parteien ist als
zeitliche Vergleichsbasis daher der Sachverhalt heranzuziehen, welcher der
ursprünglichen Rentenverfügung vom 23. Juni 1995 zugrunde lag.
b) Die Beschwerdegegnerin hat die Aufhebung der seit April 1994 zugunsten des
Beschwerdeführers ausgerichteten IV-Rente ab Ende August 2009 mit der
Begründung verfügt, dass sich dessen Gesundheitszustand erheblich
verbessert habe und kein rentenrelevanter Invaliditätsgrad mehr vorliege.
Änderungen des Gesundheitszustandes bilden den Regelfall der
Rentenanpassung. Eine Revision ist nur möglich, wenn neue Elemente
tatsächlicher Natur vorliegen, welche nach der ursprünglichen
Rentenverfügung eingetreten und zu dem damals gegebenen Sachverhalt
hinzugekommen sind oder diesen verändert haben. Nicht zu den relevanten
Änderungen gehört eine bloss unterschiedliche Beurteilung des
Gesundheitsschadens (Kieser, a.a.O., Art. 17 N 4, 15 ff. m.w.H. und 23 ff.;
BGE 112 V 371 E. 2b; BGE 130 V 343 E. 3.5 m.H.). Für die Beurteilung gilt
der im Sozialversicherungsrecht übliche Beweisgrad der überwiegenden
Wahrscheinlichkeit (BGE 126 V 360 E. 5b; BGE 125 V 195 E. 2; Kieser,
a.a.O., Art. 43 N 30 je m.H.).
c) In einem ersten Schritt ist festzustellen, welche gesundheitlichen
Beeinträchtigungen heute beim Beschwerdeführer vorhanden sind. Im Zuge
der letzten Rentenrevision hat die IV-Stelle unter anderem ein psychiatrisches
Gutachten bei Dr. med. ... eingeholt (Gutachten vom 18. Februar 2008). Als
Folge eines ärztlichen Berichts von Dr. med. ... vom 14. Mai 2008 sah sich
die IV-Stelle veranlasst, ein pluridisziplinäres Gutachten beim Servizio
Accertamento Medico (SAM), ..., in Auftrag zu geben. Im Rahmen dieser
Begutachtung wurde der Beschwerdeführer am 5., 6. und 19. August 2008
von Fachärzten der Neurologie, Psychiatrie, Rheumatologie und einem ORL-
Spezialisten untersucht. Die einzelnen Teilgutachten wurden in das
Gesamtgutachten vom 24. Dezember 2008 integriert. Das Gutachten ist für
die streitigen Belange umfassend, es beruht auf allseitigen Untersuchungen,
die vom Beschwerdeführer geklagten Beschwerden wurden berücksichtigt, es
wurde in Kenntnis sämtlicher Vorakten abgegeben, leuchtet in der Darlegung
der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen
Situation ein und beinhaltet fundiert begründete Schlussfolgerungen.
Schliesslich setzt es sich auch mit den bereits bestehenden ärztlichen
Gutachten auseinander und es wird begründet dargelegt, weshalb und in
welchen Punkten diesen nicht gefolgt werden kann. Ihm kann in diesem Sinne
voller Beweiswert zuerkannt werden (BGE 125 V 351 E. 3a; AHI 2001 S. 113
f. E. 3a; RKUV 2003 U 478 S. 345 E. 5.1). Bezüglich des aktuellen
Gesundheitszustands des Beschwerdeführers wird darin festgehalten, dass
der ORL-Spezialist keine körperlichen Einschränkungen habe feststellen
können, welche die Arbeitsfähigkeit vermindern würden. Der Neurologe sei
zum Schluss gekommen, dass die geklagten Schmerzen nicht typisch seien
für eine Glossopharyngeusneuralgie und sich keine neurologische Erklärung
für die Schmerzen finden lasse. Selbst wenn von einer
Glossopharyngeusneuralgie auszugehen wäre, könnte die Arbeitsfähigkeit
des Versicherten dadurch nicht als eingeschränkt gelten. Der Rheumatologe
habe keine rheumatologische Ursache für die Schmerzen finden können. Aus
rheumatologischer Sicht sei der Beschwerdeführer in jeglicher Arbeitstätigkeit
voll arbeitsfähig. Einzig von psychiatrischer Seite könne eine Diagnose mit
Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit gestellt werden, nämlich jene einer
Somatisierungsstörung (ICD-10: F45.0). Symptome einer Depression hätten
demgegenüber nicht gefunden werden können. Zusammenfassend wurde
festgestellt: „Predominante appare la patologia psichiatrica in quanto dal
punto di vista organico non abbiamo potuto evidenziare alcuna patologia, che
possa giustificare sicure limitazioni della capacità lavorativa. Dal punto di vista
psichiatrico è presente una sindrome da somatizzazione che giustifica una
riduzione della capacità lavorativa nella misura del 20% a causa della
sensazione di perdita di forza, secchezza della bocca, dolore all’emicorpo sin.,
alimentato pure da un comportamento pseudoregressivo che presenta da
anni e che è pure legittimato da una rendita d’invalidità della quale è
beneficiario“. Damit ist der im Zeitpunkt der angefochtenen Rentenverfügung
vorliegende Gesundheitszustand des Beschwerdeführers erstellt.
d) Der Beschwerdeführer beantragt – wenn auch nur eventualiter – weitere
medizinische Abklärungen. Im Sozialversicherungsrecht gilt das
Untersuchungsprinzip. Weder aus Art. 29 Abs. 2 der Bundesverfassung (BV;
SR 101) noch aus Art. 6 der Konvention zum Schutze der Menschenrechte
und Grundfreiheiten (EMRK; SR 0.101) ergibt sich ein unbeschränktes Recht
auf Zulassung zum Beweis. Führen die von Amtes wegen vorzunehmenden
Abklärungen bei pflichtgemässer Beweiswürdigung zur Überzeugung, ein
bestimmter Sachverhalt sei als überwiegend wahrscheinlich zu betrachten
und weitere Beweismassnahmen könnten an diesem feststehenden Ergebnis
nichts mehr ändern, so ist auf die Abnahme weiterer Beweise zu verzichten
(antizipierte Beweiswürdigung; Kieser, a.a.O., Art. 43 N 38; BGE 122 V 160).
Der Beschwerdeführer begründet seinen Antrag auf weitere medizinische
Abklärungen damit, dass er bis anhin insbesondere psychiatrisch begutachtet
worden sei, dass spezialärztliche Untersuchungen hinsichtlich der
körperlichen Schmerzen demgegenüber – wenn überhaupt – nur marginal in
Auftrag gegeben worden seien. Wie die vorstehenden Ausführungen zur
pluridisziplinären Begutachtung des Beschwerdeführers zeigen, wurde der
Beschwerdeführer nicht nur in psychiatrischer Hinsicht, sondern in
Nachachtung der von ihm geklagten Schmerzen auch durch Fachärzte der
Rheumatologie, Neurologie und Oto-Rhino-Laryngologie eingehend
exploriert. Wie bereits ausgeführt wurde, kommt diesem Gutachten voller
Beweiswert zu. Durch die Ausführungen im Gutachten sind der
Gesundheitszustand des Beschwerdeführers im Zeitpunkt der angefochtenen
Rentenverfügung sowie dessen Auswirkungen auf seine Arbeitsfähigkeit
erstellt. Es kann davon ausgegangen werden, dass weitere medizinische
Abklärungen an dieser Einschätzung nichts zu ändern vermögen, weshalb
sich solche erübrigen.
e) In einem zweiten Schritt ist festzustellen, welche gesundheitlichen
Beeinträchtigungen im Jahre 1995 zur Festlegung eines Invaliditätsgrades
von 96% und zur Ausrichtung einer ganzen IV-Rente geführt haben. Die
Beschwerdegegnerin stützte sich für den Entscheid primär auf den Bericht
von Dr. med. ... vom 3. Oktober 1994. Darin gab dieser die Diagnose
„persistierende linksseitige Halsschmerzen seit anfangs 1993,
Glossopharyngeusneuralgie, chronisches Schmerzsyndrom, depressive
Verstimmung, anamnestisch Synkopen unklarer Ätiologie“ wieder. Als
Schlussfolgerung führte er aus, da der Patient wegen schweren depressiven
Veränderungen sowie andauernden heftigen Schmerzen infolge
Glossopharyngeusneuralgie arbeitsunfähig sei, werde eine ganze
Invaliditätsrente beantragt. Vordergründig könnte davon ausgegangen
werden, dass „depressive Veränderungen“ sowie die
Glossopharyngeusneuralgie zur Berentung geführt haben. Werden weitere
zum Zeitpunkt der ursprünglichen Rentenverfügung vorhandene Arztberichte
herangezogen, zeigt sich indessen, dass sich der damalige tatsächliche
Gesundheitszustand des Beschwerdeführers nicht so einfach feststellen
lässt.
aa) Dr. med. ... stützte sich für seinen zuhanden der IV-Stelle formulierten Bericht
gemäss ausdrücklichem Verweis auf einen Arztbericht der Neurologischen
Poliklinik Zürich vom 5. September 1994. Darin wurde zwar unter anderem
die Diagnose einer depressiven Verstimmung aufgeführt. Bezüglich der
Glossopharyngeusneuralgie wurde jedoch einzig der „Verdacht“ geäussert.
Ausführend wurde festgehalten, der Patient wirke depressiv verstimmt,
bedrückt, leidend und verspannt. Die geschilderten Symptome seien mit einer
möglichen Glossopharyngeusneuralgie zu vereinbaren. Zusätzlich bestehe
jedoch eine ausgeprägte Schmerzsymptomatik im Bereich der linken
Körperseite, die weit über die im Rahmen einer Glossopharyngeusneuralgie
zu erwartende Schmerzausstrahlung hinaus gehe. Diese sei mit einer
depressiven, wahrscheinlich reaktiven Verstimmung verbunden. Es fällt auf,
dass Dr. med. ... in seinem Arztbericht vom 3. Oktober 1994 nicht begründet
hat, weshalb er nicht nur von einem Verdacht einer
Glossopharyngeusneuralgie ausging, sondern das Krankheitsbild als
gegeben erachtete. Dr. med. ... übernahm die Diagnose der
Glossopharyngeusneuralgie in seinen Arztberichten vom 7. März 1997, 19.
Mai 2003 und 26. Januar 2007 ebenfalls ohne sich damit
auseinanderzusetzen, weshalb er das Krankheitsbild als gegeben erachtete.
Wenn nun im SAM-Gutachten bezüglich der Glossopharyngeusneuralgie
ausgeführt wird, dass die geklagten Schmerzen schwierig zu qualifizieren und
nicht typisch für eine Glossopharyngeusneuralgie seien, kann daraus nicht
geschlossen werden, dass sich der Gesundheitszustand des
Beschwerdeführers hinsichtlich der Schmerzen verbessert hat, die von Dr.
med. ... und Dr. med. ... als im Zusammenhang mit einer
Glossopharyngeusneuralgie stehend diagnostiziert worden waren.
bb) Ebenso unklar ist, ob und inwiefern der psychische Gesundheitszustand des
Beschwerdeführers sich verbessert haben soll. Wie bereits ausgeführt,
erwähnte der Arztbericht der Neurologischen Poliklinik Zürich vom 5.
September 1994 erstmals eine „depressive Verstimmung“. Diese Diagnose
übernahm Dr. med. ... im Arztbericht vom 3. Oktober 1994 und hielt auch in
einem folgenden Bericht vom 12. März 1997 daran fest. Dr. med. ... berichtete
am 7. März 1997 ebenfalls von einer depressiven Entwicklung und hielt in den
Arztberichten vom 19. Mai 2003 und 26. Januar 2007 an dieser Diagnose fest
(„depressiv verstimmt, bedrückt leidender Ausdruck“). Dr. med. ... ist Facharzt
FMH für Hals-, Nasen- und Ohrenkrankheiten. Dr. med. ... ist Facharzt FMH
für Innere Medizin spez. Rheumatologie. Beide verfügen damit über keine
spezifische psychiatrische Facharztausbildung. Auch in der Neurologischen
Poliklinik Zürich war der Beschwerdeführer nicht spezifisch in psychiatrischer
Hinsicht exploriert worden. Dies geschah erst im Rahmen der ersten
Rentenrevision durch Dr. med. ..., Spezialarzt FMH für Psychiatrie und
Psychotherapie. In seinem Bericht bemerkte dieser, dass zwar bereits im
Jahre 1993 von einer Depression die Rede gewesen sei, dass aus den Akten
indes nicht ersichtlich sei, ob diese psychiatrische Diagnose von den Ärzten
der Psychiatrischen Klinik Waldhaus stamme oder von den Ärzten der ORL-
Abteilung in eigener Kompetenz verwendet worden sei. Bezüglich der
Untersuchung des Beschwerdeführers durch den Ambulanten
Psychiatrischen Dienst Graubünden vom 26. August 1993 liegt kein Bericht
bei den Akten. Gemäss einer Zusammenfassung von Dr. med. ... in seinem
Bericht vom 12. März 1997 ergab diese Untersuchung den Verdacht auf
Epilepsie und eine nicht näher bezeichnete Anpassungsstörung, nicht jedoch
die Diagnose einer depressiven Verstimmung oder Depression. Dr. med. ...
hatte im Februar 1998 in seinem psychiatrischen Gutachten mit Begründung
ausgeführt, dass seines Erachtens keine reaktive Depression vorliege.
Andererseits führte dieser aber auch aus, dass je nach sozio-kulturellem
Hintergrund eine depressive Störung verschiedene Ausdrucksformen haben
könne, gelegentlich auch Schmerzen subjektiv im Vordergrund stehen
könnten. Man spreche dann von somatisierter oder larvierter Depressivität.
Nicht selten werde die Diagnosestellung vor allem bei Patienten, welche aus
dem südlichen oder östlichen Ausland stammten wegen der behinderten
sprachlichen Kommunikation erschwert. Diagnostisch diskutierte Dr. ... – mit
Hinweis auf Dr. ... am 6.9.1993 – insbesondere eine Entwicklung körperlicher
Symptome aus psychischen Gründen (Rentenneurose; ICD-10 F 68.0) und
zog zudem differenzialdiagnostisch eine Somatisierungsstörung (F 45.0) in
Betracht. Aufgrund der vorgeschlagenen psychiatrischen Diagnosen
(Rentenneurose und Somatisierungsstörung) könne keine
behinderungsgeeignete Tätigkeit gefunden werden und er erachte den
Versicherten wegen des komplexen Beschwerdebildes ohne
organmedizinische Erklärung als bleibend arbeitsunfähig. Auch Dr. med. ...
stellte in seinem Gutachten vom Februar 2008 fest, dass die in den
verschiedenen Arztberichten gefundenen Hinweise auf die „depressive
Verstimmung“ wenig aussagekräftig seien. Die Diagnose einer anhaltenden
somatoformen Schmerzstörung lehnte dieser eher ab, da die Beschwerden
einen gewissen somatischen Kern hätten und vor allem nicht in erster Linie
die Folge eines emotionalen Konfliktes oder psychosozialer Probleme seien.
Die Diagnose einer Entwicklung körperlicher Symptome aus psychischen
Gründen eigne sich am besten um die Beschwerden und das Verhalten zu
codieren. Eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit stellte er nicht fest. Wenn
nun im SAM-Gutachten festgestellt wird, dass Symptome einer Depression
nicht hätten festgestellt werden können, kann daraus nicht mit überwiegender
Wahrscheinlichkeit geschlossen werden, dass sich der Gesundheitszustand
des Beschwerdeführers diesbezüglich verbessert hat. Die eben erwähnten
verschiedenen ärztlichen Aussagen über all die Jahre zeigen auf, dass das
Beschwerdebild offenbar von Anfang an psychosomatischer Art war und
daher eine Trennung zwischen körperlichen und psychischen Beschwerden
und Ursachen sehr fraglich ist und medizinisch auch nie klar war. Auch die
zuletzt im SAM gestellte Diagnose zeigt dies auf. Es ist somit nicht
ausgeschlossen, dass sich das anfangs als „Depression“ oder „depressive
Verstimmung/Veränderung“ in Verbindung mit den körperlichen Symptomen
beschriebene Beschwerdebild schon zum Zeitpunkt der ersten
Rentenzusprache ähnlich wie später in den fachärztlichen Beurteilungen der
Dres. ... und ... bzw. des SAM präsentierte, wo praktisch übereinstimmend
körperliche Symptome aus psychischen Gründen bzw. eine
Somatisierungsstörung diagnostiziert worden sind. Schon Dr. med. ... hatte –
wie erwähnt - in einem an die Schweizerische Lebensversicherungs- und
Rentenanstalt gerichteten ärztlichen Zeugnis vom 6. September 1993
festgehalten, dass vor allem auch von einem Rentenbegehren auszugehen
sei. Auch Dr. med. ... vom Universitätsspital Zürich wies in einem Arztbericht
vom 24. November 1993 darauf hin, dass eine nicht unerhebliche funktionelle
Beschwerdenüberlagerung nicht ausgeschlossen sei. In einem Bericht vom
12. März 1997 wies Dr. med. ... darauf hin, dass sich beim Beschwerdeführer
im Rahmen einer schweren depressiven Verstimmung ein Rentenbegehren
eingestellt habe. Im Verlauf führte Dr. med. ... in seinem Gutachten aus, eine
rentenneurotische Fehlentwicklung sei wahrscheinlich,
differentialdiagnostisch komme eine Somatisierungsstörung in Betracht.
Soweit im SAM-Gutachten als Diagnose mit Auswirkungen auf die
Arbeitsfähigkeit ebenfalls eine Somatisierungsstörung (ICD-10: F45.0)
festgestellt worden ist, kann somit auch in diesem Zusammenhang nicht
davon ausgegangen werden, dass sich der gesundheitliche Zustand des
Beschwerdeführers seit Erstzusprechung der IV-Rente verändert hat.
f) Zusammenfassend kann festgehalten werden, dass ein Vergleich des
aufgrund der Akten feststellbaren Gesundheitszustandes des
Beschwerdeführers im Juni 1995 mit dem Zustand im Zeitpunkt der
angefochtenen Rentenverfügung keine neuen Elemente tatsächlicher Natur
erkennen lässt. Übereinstimmend mit den Ausführungen von Dr. med. ... in
seinem Schreiben vom 9. November 2009 ist davon auszugehen, das bei
einer Betrachtung des Gesundheitsschadens im Langzeitverlauf davon
auszugehen ist, dass die gesundheitliche Problematik des
Beschwerdeführers sich seit den Jahren 1993/1994 nicht wesentlich
verändert hat. Zwar wurden dem Schmerzsyndrom teilweise verschiedene
Namen gegeben. Schliesslich kann jedoch davon ausgegangen werden, dass
es sich dabei um eine abweichende Beurteilung des gleichen medizinischen
Sachverhalts handelte, wie er bereits seit 1993/1994 bestand und der zur
Berentung führte. Das Gericht kommt zum Schluss, dass eine Änderung des
Gesundheitszustandes des Beschwerdeführers vorliegend nicht ausgewiesen
ist. Nach neuer bundesgerichtlicher Rechtsprechung stellt die
unterschiedliche Beurteilung der Auswirkungen eines im Wesentlichen
unverändert gebliebenen Gesundheitszustandes auf die Arbeitsfähigkeit
keinen Revisionsgrund dar (Urteile des Bundesgerichts vom 17.01.2008,
9C_552/2007, E. 3.1.2. m.H.; sowie vom 12.01.2010, 9C_798/2009 E. 3.1.).
3. a) Zu prüfen ist, ob die angefochtene Revisionsverfügung mit einer anderen
Begründung geschützt werden kann. Nach Art. 53 Abs. 2 ATSG kann der
Versicherungsträger als erlassende Behörde eine rechtskräftige Verfügung
unter Umständen in Wiedererwägung ziehen (BGE 117 V 8 E. 2a). Der Richter
kann eine zu Unrecht ergangene Revisionsverfügung gegebenenfalls mit der
substituierten Begründung schützen, dass die ursprüngliche (und in der Folge
angepasste) Rentenverfügung bereits anfänglich zweifellos unrichtig war und
die Berichtigung von erheblicher Bedeutung ist. Diese Möglichkeit steht dem
Gericht offen, wenn die zweifellose Unrichtigkeit und die erhebliche
Bedeutung der Berichtigung der ursprünglichen Verfügung erst durch das
Gericht festgestellt werden. Auszugehen ist vom Rechtszustand, wie er im
Zeitpunkt des ursprünglichen Verfügungserlasses bestanden hat (BGE 125 V
368; BGE 112 V 371 E. 2c; BGE 117 V 8 E. 2c; Kieser, a.a.O., Art. 17 N 5 und
38; Urteil des Bundesgerichts vom 29.04.2008, 9C_11/2008 E. 2). Mit diesem
Vorgehen soll mit Wirkung ex nunc et pro futuro ein rechtskonformer Zustand
hergestellt werden. Um die Frage nach dem zukünftigen Rentenanspruch
prüfen zu können, muss die zweifellose Unrichtigkeit der ursprünglichen
Rentenverfügung festgestellt sein. Ist dies der Fall und die Berichtigung von
erheblicher Bedeutung, sind die Anspruchsberechtigung und allenfalls der
Umfang des Anspruchs pro futuro zu prüfen (Urteil des Bundesgerichts vom
29.04.2008, 9C_11/2008 E. 4.2.1 m.w.H.).
b) Der Beschwerdeführer hat in seiner Beschwerdeschrift ausgeführt, im
Rahmen des Revisionsverfahrens könne es nicht darum gehen, die Sach- und
Rechtslage völlig neu zu überprüfen. Dies sei nur möglich, wenn die
seinerzeitige Rentenzusprechung im Ergebnis als zweifellos unrichtig zu
qualifizieren wäre, was vorliegend absolut nicht der Fall sei. Die
Beschwerdegegnerin wies ihrerseits in der Duplik ausdrücklich darauf hin,
dass das Gericht die angefochtene Verfügung auch mit der substituierten
Begründung schützen könne, dass die ursprüngliche Rentenverfügung
zweifellos unrichtig gewesen und die Berichtigung von erheblicher Bedeutung
sei. In diesem Sinne steht der Heranziehung der substituierten Begründung
in verfahrensrechtlicher Hinsicht – insbesondere was den Anspruch auf
rechtliches Gehör betrifft – nichts im Wege, haben sich die beteiligten Parteien
doch bereits dazu vernehmen lassen (BGE 125 V 368 E. 4; Urteil des
Bundesgerichts 16.09.2009, 9C_272/2009 E. 4.1; Kieser, a.a.O., Art. 17 N 5).
c) Zu prüfen ist, ob die ursprüngliche Rentenverfügung vom 23. Juni 1995 als
zweifellos unrichtig zu qualifizieren ist. Das Erfordernis der Unrichtigkeit ist in
der Regel erfüllt, wenn die gesetzeswidrige Leistungszusprechung aufgrund
falscher oder unzutreffender Rechtsregeln erlassen wurde oder wenn
massgebliche Bestimmungen nicht oder unrichtig angewandt wurden.
Zweifellos ist die Unrichtigkeit, wenn kein vernünftiger Zweifel daran möglich
ist, dass die Verfügung unrichtig war (BGE 103 V 128; Urteil des
Bundesgerichts vom 18.10.2007, 9C_575/2007 E. 2.2 m.w.H.).
aa) Im Zeitpunkt der ursprünglichen Rentenverfügung vom 23. Juni 1995 hatte
eine versicherte Person Anspruch auf eine ganze Rente, wenn sie mindestens
zu 66 2/3%, auf eine halbe Rente, wenn sie mindestens zu 50% oder auf eine
Viertelsrente, wenn sie mindestens zu 40% invalid war (aArt. 28 Abs. 1 IVG).
Als Invalidität galt auch im damaligen Zeitpunkt die durch einen körperlichen
oder geistigen Gesundheitsschaden als Folge von Geburtsgebrechen,
Krankheit oder Unfall verursachte, voraussichtlich bleibende oder längere Zeit
dauernde Erwerbsunfähigkeit (aArt. 4 Abs. 1 IVG, heute Art. 8 ATSG). Schon
im damaligen Zeitpunkt war der Invaliditätsgrad bei erwerbstätigen
versicherten Personen aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen.
Diesem zufolge wird das Erwerbseinkommen, das der Versicherte nach
Eintritt der Invalidität und nach Durchführung allfälliger
Eingliederungsmassnahmen durch eine ihm zumutbare Tätigkeit bei
ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt zum
Erwerbseinkommen, das er erzielen könnte, wenn er nicht invalid geworden
wäre (aArt. 28 Abs. 2 IVG; vgl. BGE 115 V 208 E. 2b m.w.H.).
bb) Wie der Invaliditätsgrad vorliegend berechnet wurde, geht aus einem Beiblatt
zum Präsidialentscheid vom 16. November/30. Dezember 1994 hervor (act.
11 der Originalakten). Darauf sind handschriftlich die von April 1993 bis April
1994 seitens von Dr. med. ... bestätigten Arbeitsunfähigkeiten des
Beschwerdeführers aufgeführt worden. Ausgehend von denselben wurde ein
Durchschnitt der Arbeitsunfähigkeit über ein Jahr von 96.16% berechnet.
Dieser Durchschnitt der Arbeitsunfähigkeiten wurde zum Invaliditätsgrad
erhoben. Entgegen den damals geltenden gesetzlichen Bestimmungen hat
die Beschwerdegegnerin auf die (nicht in ihrem Ermessen stehende)
Durchführung eines Einkommensvergleichs verzichtet. Schon dieses
Vorgehen erweist sich als gesetzeswidrig und zweifellos unrichtig. Zusätzlich
ist darauf hinzuweisen, dass der rechtserhebliche Sachverhalt nicht
genügend festgestellt wurde, lässt sich der damalige Gesundheitszustand des
Beschwerdeführers doch – wie ausführlich dargelegt wurde – nicht mit
genügender Wahrscheinlichkeit ermitteln. Ausserdem ist festzuhalten, dass
die ursprüngliche Rentenzusprechung auf keiner rechtsgenüglichen
fachärztlichen Einschätzung der Arbeitsfähigkeit beruhte. Vielmehr führte Dr.
med. ... in seinem Bericht vom 12. März 1997 aus, die im psychischen
Zustandsbild des Patienten ungünstige Entwicklung habe dazu veranlasst,
den vom Patienten angestrebten Arbeitsunterbruch zu gewähren. Das
Vorgehen führte insgesamt zu einer nicht gesetzeskonformen und im
Ergebnis nicht vertretbaren Invaliditätsbemessung, welche überdies auch
anlässlich der durchgeführten Rentenrevisionen nie in Frage gestellt und
korrigiert wurde. Eine pluridisziplinäre Begutachtung im Zeitpunkt der
ursprünglichen Rentenverfügung hätte eine umfassende fachärztliche
Einschätzung der Arbeitsunfähigkeit ermöglicht. In diesem Sinne ist die
zweifellose Unrichtigkeit der ursprünglichen Rentenverfügung festgestellt. Da
die Berichtigung einer solchen Gesetzeswidrigkeit bei einer periodischen
Dauerleistung – wie der vorliegenden IV-Rente – ohne weiteres von
erheblicher Bedeutung ist (BGE 119 V 475 E. 1c; Urteil des Bundesgerichts
vom 16.09.2009, 9C_272/2009 E. 6.1), ist zu prüfen, welcher Anspruch dem
Beschwerdeführer für die Zukunft zukommt.
d) Nach Art. 28 Abs. 2 IVG hat ein Versicherter bei einem Invaliditätsgrad von
mindestens 40% Anspruch auf eine Viertelsrente, bei mindestens 50% auf
eine halbe Rente, bei mindestens 60% auf eine Dreiviertelsrente und ab 70%
auf eine ganze Rente. Im SAM-Gutachten, auf welches vorliegend abgestellt
werden kann, wurde festgehalten, dass die Arbeitsfähigkeit des
Beschwerdeführers zwar aufgrund der physischen Schmerzen als Folge einer
Somatisierungsstörung reduziert sei, dass er jedoch seit Anfang 2008 in der
bisher ausgeübten und in jeder anderen Tätigkeit zu 80% arbeitsfähig sei. Um
den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist ein Einkommensvergleich
durchzuführen. In dieser Hinsicht kann auf die von der Vorinstanz in der
angefochtenen Verfügung angestellte Berechnung verwiesen und von einer
Erwerbseinbusse von Fr. 18‘102.70 und einem Invaliditätsgrad von 29.45%
ausgegangen werden. Da der Invaliditätsgrad unter 40% liegt, besteht kein
Rentenanspruch mehr und die Verfügung der Beschwerdegegnerin vom 9.
Juli 2009, in welcher sie den Rentenanspruch des Beschwerdeführers ab
Ende August 2009 eingestellt hat, ist nicht zu beanstanden und kann unter
Heranziehung der substituierten Begründung geschützt werden. Die
Beschwerde wird daher im Sinne der Erwägungen vollumfänglich
abgewiesen.
4. a) Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren - in Abweichung
von Art. 61 lit. a ATSG - bei Streitigkeiten um die Bewilligung von IV-
Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht kostenpflichtig. Die
Kosten werden unabhängig vom Streitwert nach dem Verfahrensaufwand im
Rahmen von Fr. 200.00 bis Fr. 1'000.00 festgelegt. Vorliegend setzt das
Gericht die vom unterliegenden Beschwerdeführer zu tragenden Kosten auf
Fr. 700.00 fest. Der Beschwerdeführer beantragt die Gewährung der
unentgeltlichen Rechtspflege und -verbeiständung. Er sei aufgrund seiner
finanziellen Situation nicht in der Lage, für die Prozesskosten aufzukommen.
Einer Partei, die nicht über die erforderlichen Mittel verfügt, kann auf Antrag
die unentgeltliche Prozessführung bewilligt werden, sofern ihr Rechtsstreit
nicht offensichtlich mutwillig oder von vornherein aussichtslos ist (Art. 29
Abs. 3 BV, Art. 76 Abs. 1 VRG; BGE 125 V 202 E. 4a m.H.). Die finanzielle
Situation des Beschwerdeführers wurde mit Akteneinlage vom 23. September
2009 nachgewiesen. Einem Einkommen vom Fr. 2‘971.00 pro Monat steht ein
massgebendes Existenzminimum von CHF 3‘792.00 (Grundbedarf Ehepaar:
Fr. 1‘700.00, Unterhalt Sohn in Ausbildung: Fr. 600.00, Hypothekarzins: Fr.
680.00, Krankenkassenprämien nach Abzug der Individuellen
Prämienverbilligung: rund Fr. 100.00, Versicherungen: Fr. 50.00, Steuern: Fr.
30.00, zuzüglich 20%: Fr. 632.00) gegenüber. Für die geltend gemachten
Schulkosten von Fr. 790.00 wurde kein Beleg eingereicht. Angesichts dieser
finanziellen Umstände ist dem Beschwerdeführer nicht zuzumuten, die
Hypothek auf seiner schon hoch belehnten Liegenschaft zu erhöhen. Da für
die Bezahlung der Gerichts- und Anwaltskosten innert angemessener Frist
Mittel zu beanspruchen wären, die zur Deckung des Grundbedarfs für ihn und
seine Familie notwendig sind (BGE 128 I 225 E. 2.5.1. m.H.), ist die
Bedürftigkeit erstellt. Da das Beschwerdeverfahren gestützt auf die
vorstehenden Ausführungen nicht als aussichtslos gelten kann (vgl. Kieser,
a.a.O., 61 N 102 ff.; BGE 122 I 267 E. 2b m.w.H.), sind die Voraussetzungen
der unentgeltlichen Prozessführung gegeben.
b) Wo es die Verhältnisse rechtfertigen, wird der beschwerdeführenden,
bedürftigen Person ein unentgeltlicher Rechtsbeistand bestellt (Art. 29 Abs. 3
BV, Art. 76 Abs. 3 VRG, Art. 61 lit. f ATSG). Aufgrund der sich vorliegend
stellenden Sach- und Rechtsfragen und der existentiellen Bedeutung, welche
die IV-Rente für den Beschwerdeführer und seine Familie hat, scheint der
Beizug eines Rechtsvertreters geboten. Dem Beschwerdeführer wird in der
Person von Rechtsanwalt ... ein Rechtsvertreter auf Kosten des Staates
bestellt. Der von diesem mit Honorarnote vom 6. November 2009 geltend
gemachte Aufwand in Höhe von insgesamt Fr. 3‘115.00 scheint dem Gericht
angemessen. Dieser sowie die Gerichtskosten sind unter Vorbehalt einer
Rückerstattung (Art. 77 VRG) auf die Gerichtskasse zu nehmen.