# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 6e8d8da4-00a9-4df1-9870-17ecd692b3d4
**Court:** SG_VG
**Chamber:** SG_VG_001
**Year:** 2013
**Language:** de
**Jurisdiction:** SG / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

hat das Verwaltungsgericht festgestellt:
A./ X.Y. ist Eigentümer des Grundstücks Nr. 0000, Grundbuch Flums. Seinem Gesuch
vom 24. August 2012, auf dem Grundstück im Rahmen des Überbauungsplans "M."
den Bau von zwei Mehrfamilienhäusern mit 24 Wohnungen und einer Tiefgarage zu
bewilligen, entsprach der Gemeinderat Flums am 14. Dezember 2012. Gleichzeitig wies
der Gemeinderat die gegen das Vorhaben erhobenen Einsprachen ab. Gegen diesen
Beschluss wurden verschiedene Rekurse beim Baudepartement erhoben, in denen
insbesondere eine Verletzung der Vorschriften zur Begrenzung des
Zweitwohnungsbaus geltend gemacht wurde. Die Politische Gemeinde Flums
beantragte am 18. Februar 2013, X.Y. am 4. April 2013 die Abweisung der Rekurse.
B./ Am 23. April 2013 teilte der Leiter des Rekursverfahrens, Dr. A.Z., dem
Rechtsvertreter von X.Y. eine erste Beurteilung der Rechtsabteilung des
Baudepartements zur Frage der Anwendbarkeit der Vorschriften zur Beschränkung des
Baus von Zweitwohnungen mit. Darin wird die Auffassung vertreten, für
Baubewilligungen, die am 1. Januar 2013 noch nicht rechtskräftig gewesen seien, gelte
die Verordnung über Zweitwohnungen mit der Folge, dass in Flums nur noch der Bau
von Erstwohnungen bewilligt werden könne. Daran ändere der Überbauungsplan "M."
nichts, da er nicht bereits die wesentlichen Elemente der Baubewilligung regle und
nicht den geforderten Detaillierungsgrad aufweise.
Der Rechtsvertreter von X.Y. beantragte am 14. Mai 2013, "der Verfahrensleiter und
jeder andere Funktionär des Baudepartements" seien in den Ausstand zu versetzen
und die Rekursverfahren einem nicht vorbefassten Departement zu übertragen. Er
machte im Wesentlichen geltend, die Rechtsabteilung spreche dem Bauvorhaben
"mitten im laufenden Rekursverfahren" die Bewilligungsfähigkeit ab, obwohl noch viele
Fragen rund um die Auslegung und Umsetzung der mit der Zweitwohnungsinitiative
angenommenen Verfassungsbestimmungen offen seien. "In den Händen des
Baudepartements" erscheine das Verfahren "nicht mehr als ergebnisoffen".
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 4/12
Publikationsplattform
St.Galler Gerichte
Mit Entscheid vom 29. Mai 2013 wies der Vorsteher des Baudepartements das
Ausstandsbegehren gegen Dr. A.Z. sowie weitere Mitarbeitende der Rechtsabteilung
des Baudepartements ab. Er setzte X.Y. eine Frist von 14 Tagen nach Rechtskraft zur
Mitteilung der vorgesehenen Nutzung der beiden geplanten Mehrfamilienhäuser an und
auferlegte ihm die Entscheidgebühr von 1'000 Franken. Der Entscheid wurde am 30.
Mai 2013 mit eingeschriebenem Brief (zur Abholung gemeldet am 31. Mai 2013)
versandt.
C./ X.Y. (nachfolgend Beschwerdeführer) erhob durch seinen Rechtsvertreter mit
Eingabe vom 20. Juni 2013 gegen den am 7. Juni 2013 zugestellten Entscheid des
Baudepartements (nachfolgend Vorinstanz) Beschwerde beim Verwaltungsgericht. Er
stellte "vorläufige" Anträge und verwies zur Begründung "sicherheitshalber" im Sinn
einer "vorläufigen Notbegründung" auf die "rekursgegnerische Eingabe vom 14. Mai
2013". Zudem gab er an, gegen welche Rechtsnormen der angefochtene Entscheid
seiner Auffassung nach verstösst. Im Übrigen ersuchte er um Zustellung der
Verfahrensakten und Ansetzung einer angemessenen Frist zur weiteren Begründung
der Beschwerde.
Am 24. Juni 2013 wies das Verwaltungsgericht die Vorinstanz an, dem Rechtsvertreter
des Beschwerdeführers die Akten zur Einsichtnahme zuzustellen und setzte ihm – unter
Androhung des Nichteintretens auf die Beschwerde im Säumnisfall – zur Ergänzung der
Beschwerde hinsichtlich der Darstellung des Sachverhaltes und der Begründung eine
Frist bis 12. Juli 2013 an. Am 8. Juli 2013 ersuchte der Rechtsvertreter um Erstreckung
dieser Frist um 30 Tage und fragte, ob er annehmen dürfe, dass während der
Gerichtsferien der Fristenstillstand gelte. Die Frist wurde mit Schreiben vom 9. Juli
2013 letztmalig bis 28. August 2013 erstreckt. Für die Säumnisfolgen wurde auf das
Schreiben vom 24. Juni 2013 verwiesen. Der Rechtsvertreter ergänzte die Beschwerde
mit Eingabe vom 30. August 2013. Er erhielt Gelegenheit, sich bis 12. September 2013
zur Verspätung und zum Nichteintretensentscheid, mit dem zu rechnen sei, zu äussern.
Am 12. September 2013 vertrat der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers die
Auffassung, die "Notbegründung" in der Eingabe vom 20. Juni 2013 übertreffe die
Anforderungen an eine minimale Beschwerdebegründung. Die Frist zur Ergänzung
habe keine unmittelbare Verwirkungsfolge. Im Säumnisfall bestehe ein Anspruch auf
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 5/12
Publikationsplattform
St.Galler Gerichte
eine kurze Nachfrist. Auf die weiteren Ausführungen wird, soweit erforderlich, in den
Erwägungen eingegangen.

## Considerations

Darüber wird in Erwägung gezogen:
1. Das Verwaltungsgericht ist zur Beurteilung von Beschwerden gegen Verfügungen
und Entscheide der Departemente zuständig (Art. 59bis Abs. 1 des Gesetzes über die
Verwaltungsrechtspflege, sGS 951.1, abgekürzt VRP). Der Entscheid einer
Rekursinstanz, mit welchem ein Ausstandsbegehren abgewiesen worden ist, ist
selbständig mit Beschwerde beim Verwaltungsgericht anfechtbar (vgl. VerwGE B
2012/179 vom 11. Dezember 2012 E. 1.2, abrufbar unter www.gerichte.sg.ch). Das
Rekursverfahren betrifft ein Bauvorhaben des Beschwerdeführers, an den sich der
angefochtene Entscheid richtet. Die Frage des Ausstands steht im Zusammenhang mit
dem Anspruch des Beschwerdeführers auf eine gerechte Behandlung vor einer
Verwaltungsbehörde. Der Beschwerdeführer ist dementsprechend zur Erhebung des
Rechtsmittels befugt (Art. 64 in Verbindung mit Art. 45 Abs. 1 VRP). Die Beschwerde
wurde mit Eingabe vom 20. Juni 2013 rechtzeitig erhoben (Art. 64 in Verbindung mit
Art. 47 Abs. 1 VRP; zum Eintritt der Zustellfiktion nach Ablauf der sogenannten
"Sieben-Tage-Regel" vgl. BGer 5A_2/2010 vom 17. März 2010 E. 3.2 und 3.3 mit
Hinweis auf BGE 134 V 49 E. 5 und 127 I 31 ff.).
2. Ob die Beschwerde die gesetzlichen Anforderungen in inhaltlicher Hinsicht erfüllt,
hängt davon ab, ob die Ergänzung vom 30. August 2013 zu berücksichtigen ist (vgl.
dazu nachfolgend E. 2.1.) oder ob die Beschwerdeeingabe vom 20. Juni 2013 für sich
allein genügt (vgl. dazu nachfolgend E. 2.2.).
2.1. Der Beschwerdeführer erhielt seinem Gesuch entsprechend unter Hinweis auf die
Säumnisfolgen Gelegenheit, die Beschwerde bis 28. August 2013 mit einer Darstellung
des Sachverhalts und einer Begründung zu ergänzen. Sein Rechtsvertreter anerkennt,
die Beschwerde mit der Eingabe vom 30. August 2013 nach Ablauf dieser Frist ergänzt
zu haben. Er ist aber der Auffassung, bei der Frist zur Ergänzung handle es sich nicht
um eine Verwirkungsfrist. Eine Nichtbeachtung der Eingabe ohne Ansetzung einer
kurzen Nachfrist verletze den Gehörsanspruch des Beschwerdeführers.
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 6/12
Publikationsplattform
St.Galler Gerichte
Fehlen Antrag, Darstellung des Sachverhalts, Begründung oder Unterschrift, fordert die
Beschwerdeinstanz den Beschwerdeführer gemäss Art. 64 in Verbindung mit Art. 48
Abs. 2 VRP unter Ansetzung einer Frist auf, die Beschwerde zu ergänzen, und droht an,
nach unbenützter Frist auf die Beschwerde nicht einzutreten. Hinsichtlich der
Zeitbestimmungen verweist Art. 30 Abs. 1 VRP auf die Bestimmungen der
Schweizerischen Zivilprozessordnung (SR 272, abgekürzt ZPO), soweit das Gesetz
über die Verwaltungsrechtspflege selbst nichts anderes bestimmt. Während
gesetzliche Fristen gemäss Art. 30bis VRP – vorbehältlich einer anderen Regelung im
Gesetz – bei Nichtbeachtung Verwirkungsfolge haben, wird die Säumnisfolge für
richterliche Fristen nicht ausdrücklich geregelt. Aus Art. 48 Abs. 3 VRP ist indessen zu
schliessen, dass die richterliche Frist zur Ergänzung eines Rechtsmittels ebenfalls die
Folge der Verwirkung nach sich zieht, wenn auf die Möglichkeit, im Säumnisfall auf das
Rechtsmittel nicht einzutreten, hingewiesen worden ist. Dies ergibt sich insbesondere
auch aus der Rechtsprechung zur Frage, wie bei einem Gesuch um eine Erstreckung
der richterlichen Frist zu verfahren ist. Käme dem unbenützten Ablauf nicht
Verwirkungsfolge zu, so wäre auch die Rechtsprechung, nach welcher ein
Erstreckungsgesuch zumindest am letzten Tag der Frist gestellt werden muss, nicht
gerechtfertigt (vgl. BGer 1C_171/2012 vom 13. Juni 2012 E. 2; VerwGE B 2011/225
vom 14. Februar 2012 E. 4.1., 4.2. und 4.4., abrufbar unter www.gerichte.sg.ch).
Ebensowenig ist – soweit die Säumnisfolge angedroht worden ist - nach unbenütztem
Ablauf der Frist im Sinn einer Notfrist eine kurze Nachfrist anzusetzen. Vielmehr greift in
diesem Fall ohne Weiteres die angedrohte Säumnisfolge (vgl. VerwGE B 2012/21 vom
15. Oktober 2012 E. 3.1, abrufbar unter www.gerichte.sg.ch). Da der Rechtsvertreter
die Verspätung einräumt und auch nicht um die Wiederherstellung der Frist ersucht, ist
die Beschwerdeergänzung vom 30. August 2013 unbeachtlich.
2.2. Der Rechtsvertreter macht geltend, die Beschwerdeeingabe vom 20. Juni 2013
erfülle auch für sich allein betrachtet die gesetzlichen Anforderungen in inhaltlicher
Hinsicht.
2.2.1. Allein aus der Verspätung einer Ergänzung und der Androhung, im Säumnisfall
gestützt auf Art. 48 Abs. 3 VRP auf das Rechtsmittel nicht einzutreten, kann noch nicht
auf die Rechtmässigkeit eines Nichteintretensentscheides geschlossen werden. Wird
eine Nachfrist zur Ergänzung angesetzt, weil unklar ist, ob eine genügende Begründung
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 7/12
Publikationsplattform
St.Galler Gerichte
vorliegt, ist nach deren unbenütztem Ablauf trotz entsprechender Androhung nicht
ohne Weiteres auf Nichteintreten zu erkennen. Vielmehr hat die Rechtsmittelinstanz zu
beurteilen, ob die ursprüngliche Eingabe den Anforderungen von Art. 48 Abs. 1 VRP
genügt (vgl. GVP 1985 Nr. 50, VerwGE B 2012/258 vom 12. März 2013 E. 3, abrufbar
unter www.gerichte.sg.ch). Ob dabei – wie der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers
geltend macht - der Verweis in der Beschwerdeeingabe vom 20. Juni 2013 auf die
Begründung des Ausstandsbegehrens vom 14. Mai 2013 zu berücksichtigen ist, kann
offen bleiben, wenn sie inhaltlich ohnehin nicht geeignet wäre, an der Beurteilung
etwas zu ändern.
2.2.2. Die Begründung der Beschwerde ist Gültigkeitserfordernis. Auch wenn an ihre
Qualität und Ausgestaltung keine grossen Anforderungen gestellt werden, wird doch
ein gewisses Mass an Sorgfalt verlangt. Um den formellen Anforderungen zu genügen,
braucht eine Begründung weder richtig noch vollständig zu sein. Sie ist ausreichend,
wenn Argumente vorgebracht werden, nach denen ein Entscheid oder eine Verfügung
auf einer fehlerhaften Sachverhaltsfeststellung oder Rechtsanwendung beruht. Wenn
sich die Vorbringen aber nicht auf den angefochtenen Entscheid bzw. dessen Motive
beziehen, genügt die Begründung den Anforderungen nicht (vgl. Cavelti/Vögeli,
Verwaltungsgerichtsbarkeit im Kanton St. Gallen, 2. Aufl. 2003, Rz. 922). Noch geringer
als bei der Begründungspflicht sind die Anforderungen an die Darstellung des
Sachverhalts (vgl. Cavelti/Vögeli, a.a.O., Rz. 927).
Auslegung und Anwendung des st. gallischen Verfahrensrechts haben die
verfassungsrechtlichen Verfahrensgarantien zu beachten, wie sie sich insbesondere
aus Art. 29 Abs. 1 der Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft (SR
101) ergeben. Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung ist nicht jede
prozessuale Formstrenge überspitzt formalistisch, sondern nur jene, die durch kein
schutzwürdiges Interesse mehr gerechtfertigt ist und zum blossen Selbstzweck wird.
Prozessuale Formen sind unerlässlich, um die ordnungsgemässe Abwicklung des
Verfahrens sowie die Durchsetzung des materiellen Rechts zu gewährleisten. Eingaben
an Behörden, vor allem Rechtsmittelschriften, haben daher im Allgemeinen bestimmten
formellen Anforderungen zu genügen. Es soll aus ihnen hervorgehen, dass und
weshalb der Rechtsuchende einen Entscheid anficht und inwieweit dieser geändert
oder aufgehoben werden soll. Wird daher die Gültigkeit eines Rechtsmittels kraft
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 8/12
Publikationsplattform
St.Galler Gerichte
ausdrücklicher gesetzlicher Bestimmung davon abhängig gemacht, dass es eine
minimale Begründung enthält, so liegt darin weder eine Verweigerung des Anspruchs
auf rechtliches Gehör noch kann darin ein überspitzter Formalismus gesehen werden
(BGE 134 II 244 E. 2.4.2 mit Hinweisen auf weitere Rechtsprechung).
2.2.3. Im Folgenden ist im Detail zu prüfen, ob sich die Beschwerdeeingabe vom 20.
Juni 2013 - gegebenenfalls unter Berücksichtigung der Begründung des
Ausstandsbegehrens vom 14. Mai 2013 - mit der Begründung des angefochtenen
Entscheides der Vorinstanz vom 29. Mai 2013 auseinandersetzt. Der Rechtsvertreter
des Beschwerdeführers bringt vor, die Eingabe vom 20. Juni 2013 enthalte eine leicht
übersehbare Begründung. Um nicht wegen eines dummen Flüchtigkeitsfehlers über
eine tückische Verwirkungsfrist zu stolpern, habe er bereits diese Eingabe
"sicherheitshalber" mit einer "Notbegründung" versehen. Diese habe präzise und
konkret auf das Schreiben des Beschwerdeführers vom 14. Mai 2013 verwiesen. Darin
habe er kurz dargetan, weshalb die Verfahrensleitung "und jeder andere Funktionär des
Baudepartements" den Anschein der Befangenheit erweckt habe. Ergänzend sei knapp
angefügt worden, welche Rechtsnormen der angefochtene Teilentscheid des (sachlich
unzuständigen) Baudepartements mitunter verletze. Sie übertreffe die Anforderungen
an eine minimale Beschwerdebegründung.
Die vom Rechtsvertreter in der Stellungnahme vom 12. September 2013 vorgebrachte
Rüge, die Vorinstanz sei zum Entscheid über das Ausstandsbegehren nicht zuständig
gewesen, wird in der Beschwerdeeingabe vom 20. Juni 2013 nicht erhoben. Auch die
Begründung des Ausstandsbegehrens vom 14. Mai 2013 setzt sich mit der Frage der
Zuständigkeit zur Beurteilung des Begehrens nicht auseinander.
Die Vorinstanz hat das gegen "sämtliche Funktionäre des Baudepartements" gerichtete
Ausstandsbegehren als gegen den Verfahrensleiter und sämtliche Mitarbeiterinnen und
Mitarbeiter der departementalen Rechtsabteilung entgegengenommen und behandelt.
Damit hat sie – was die übrigen Mitarbeitenden des Departements betraf - einen
Nichteintretensentscheid und – soweit das Ausstandsbegehren gegen den
Departementsvorsteher gerichtet gewesen sein sollte – eine Überweisung an die
Regierung vermieden. Mit der Beschränkung des Gesuchs auf die departementale
Rechtsabteilung befasst sich die Beschwerdeeingabe vom 20. Juni 2013 nicht.
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 9/12
Publikationsplattform
St.Galler Gerichte
Im angefochtenen Entscheid wird der in der Eingabe vom 14. Mai 2013 vertretenen
Auffassung, das Verfahren sei nach der vorläufigen Beurteilung nicht mehr
ergebnisoffen gewesen, entgegen gehalten, in jenem Zeitpunkt seien die
Rekursbegründungen, die Vernehmlassungen der Vorinstanz samt Vorakten sowie
auch die umfangreiche Rekursvernehmlassung des Rekursgegners vorgelegen. Der
Rekurs sei grundsätzlich entscheidreif gewesen. Dies gelte umso mehr, als es sich bei
der Frage der Anwendbarkeit der umstrittenen Vorschriften um reine Rechtsfragen
gehandelt habe, wozu kein Augenschein notwendig gewesen sei. Mit diesen
Überlegungen setzt sich die "Notbegründung" in keiner Weise auseinander. Auch die
Begründung des Ausstandsbegehrens vom 14. Mai 2013 enthält keine Ausführungen
zum Umstand, dass sich im Rekursverfahren bereits sämtliche Verfahrensbeteiligten
geäussert hatten. Die letzte Stellungnahme war jene des Beschwerdeführers vom 4.
April 2013 zu den Vorbringen der Rekurrenten und der Politischen Gemeinde. Zumal
bis 23. April 2013 keine weiteren Äusserungen der Verfahrensbeteiligten bei der
Vorinstanz eingegangen waren, durfte der Schriftenwechsel deshalb als abgeschlossen
betrachtet werden.
Die Vorinstanz führt im angefochtenen Entscheid aus, es sei dem Verfahrensleiter nicht
verwehrt, sich aufgrund der Akten und der Beweisergebnisse eine Meinung zu bilden.
Vorläufige Beurteilungen dienten der Verfahrensökonomie. Dieses Vorgehen
entspreche der gefestigten Praxis der Rechtsabteilung des Baudepartements, welche
das Rekursverfahren instruiere. Die Mitteilung der Erfolgsaussichten bezwecke,
Aufwand und Kosten im Rekursverfahren zu sparen und liege damit auch im Interesse
der Verfahrensbeteiligten. Unter Hinweis auf die verwaltungsgerichtliche
Rechtsprechung (VerwGE B 2007/81 vom 15. Oktober/5. November 2007, E. 2.2.) wird
ausgeführt, der Vorwurf der Befangenheit sei grundsätzlich unbegründet, wenn im
Verfahren seitens der Behörde die Erfolgsaussichten erörtert würden. Vielmehr könne
es im Interesse der Parteien liegen, wenn diejenige Person, die ein Verfahren leitet, im
Hinblick auf einen möglichen Vergleich oder einen Rekursrückzug ihre einstweilige
Auffassung zum Streit kundtue. Im Übrigen seien unterschiedliche Rechtsauffassungen
über die Anwendbarkeit der Bestimmungen zur Beschränkung des
Zweitwohnungsbaus nicht geeignet, Misstrauen in die Unparteilichkeit des
Verfahrensleiters oder der Mitarbeitenden der Rechtsabteilung des Baudepartements
zu begründen. Auch zu dieser Überlegung enthalten weder die Beschwerdeeingabe
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 10/12
Publikationsplattform
St.Galler Gerichte
vom 20. Juni 2013 noch das Ausstandsbegehren vom 14. Mai 2013 einen
Gegenstandpunkt.
Schliesslich wird im angefochtenen Entscheid ausgeführt, eine "erste Beurteilung" der
Rechtsabteilung des Baudepartements sei nicht geeignet, den Entscheid des
Departementsvorstehers, dem der Entscheid einzig und allein obliege, vorweg zu
nehmen. Auch zu diesem Argument lässt sich der Beschwerdeeingabe vom 20. Juni
2013 und dem Ausstandsbegehren vom 14. Mai 2013 nichts entnehmen.
2.2.4. Selbst wenn der Verweis auf den Inhalt des Ausstandsbegehrens vom 14. Mai
2013 in der Beschwerdeeingabe vom 20. Juni 2013 zu berücksichtigen wäre, lag damit
bei Ablauf der Frist zur Ergänzung am 28. August 2013 keine ausreichende
Begründung der Beschwerde gegen den abschlägigen Ausstandsentscheid der
Vorinstanz vom 29. Mai 2013 vor. Dem Rechtsvertreter des Beschwerdeführers wäre
es ohne Weiteres möglich gewesen, im Rahmen einer "Notbegründung" kurz auf die im
angefochtenen Entscheid vorgebrachte Begründung einzugehen und seine von diesen
Überlegungen abweichende Auffassung kurz zu begründen. Auf die Beschwerde ist
dementsprechend androhungsgemäss nicht einzutreten.
Im Übrigen wäre dem Ausstandsbegehren in materieller Hinsicht mit Blick auf die
Begründung des angefochtenen Entscheides und die Rechtsprechung kaum Aussicht
auf Erfolg beschieden. Dass der Departementsvorsteher das Ausstandsbegehren,
soweit es die Mitarbeitenden des departementalen Rechtsdienstes betraf, behandelte,
ist mit Blick auf die Zuständigkeitsregelung in Art. 7bis Abs. 1 Ingress und lit. e VRP
nicht zu beanstanden. Sodann erscheint nachvollziehbar, dass der
Departementsvorsteher das gegen "sämtliche Funktionäre" des Baudepartements
gerichtete Ausstandsbegehren nicht auf sich selbst bezog, zumal ein solches Gesuch
bei der Regierung einzureichen gewesen wäre (vgl. VerwGE B 2012/179 vom 11.
Dezember 2012 E. 4.3., abrufbar unter www.gerichte.sg.ch), die Eingabe sich aber an
das Baudepartement richtete. Nach der verwaltungsgerichtlichen Rechtsprechung ist
der Vorwurf der Befangenheit schliesslich grundsätzlich unbegründet, wenn im
Rekursverfahren seitens der Behörde die Erfolgsaussichten des Rechtsmittels erörtert
werden. Dies gilt insbesondere, wenn der Rekurssachbearbeiter den
Verfahrensbeteiligten - nach Abschluss des Schriftenwechsels - mitteilt, dass er den
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 11/12
Publikationsplattform
St.Galler Gerichte
Rekurs auf Grund einer vorläufigen Beurteilung als aussichtslos beurteile (vgl. VerwGE
B 2011/213 vom 31. Mai 2012 E. 2.2. und B 2007/81 vom 15. Oktober/5. November
2007 E. 2.2, abrufbar unter www.gerichte.sg.ch; B. Schindler, Die Befangenheit der
Verwaltung, Zürich 2002, S. 131). Diese Sach- und Rechtslage weicht in wesentlichen
Punkten von der bundesgerichtlichen Rechtsprechung zum Anschein der Befangenheit
des Vorsitzenden eines Strafgerichts, der im Berufungsverfahren eine
Rückzugsempfehlung abgibt (vgl. BGE 137 I 227 und 134 I 238), ab. Zum einen betrifft
diese Rechtsprechung die Anwendung von Art. 30 Abs. 1 der Bundesverfassung der
Schweizerischen Eidgenossenschaft (SR 101, abgekürzt BV) und nicht von Art. 29 Abs.
1 BV. Zum andern gab der Richter seine Einschätzung bekannt, bevor die
Berufungsverhandlung durchgeführt worden und die Angelegenheit spruchreif war.
3. (...).
Demnach hat das Verwaltungsgericht