# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 40217d9a-4597-44a2-9f18-a7f5f8bfedc0
**Court:** BL_SG
**Chamber:** BL_SG_001
**Year:** 2019
**Language:** de
**Jurisdiction:** BL / Northwestern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** Tax

## Facts

Sachverhalt:
A.
Das Grundstück an der X._strasse 17 in B._ (Parzelle [...], GB B._) wurde durch
C._, D._ und E._ als einfache Gesellschaft unter dem Namen «Baukonsortium
F._» am 30. November 2012 erworben und zu Stockwerkeigentum umparzelliert. Die ab-
parzellierten Landanteile wurden in der Folge einzelnen Wohnungskäufern weiterverkauft. Die
Käufer schlossen mit der Pflichtigen separate Werkverträge zwecks Überbauung der Landpar-
zelle.
Mit Verfügung der direkten Bundessteuer 2015 vom 31. Mai 2018 wurde bei der Pflichtigen eine
Aufrechnung in Höhe von Fr. 100'000.-- als geldwerte Leistung im Sinne eines Ertragsverzichts
vorgenommen. Hintergrund bildete dabei der Konsortialvertrag mit dem «Baukonsortium
F._», welcher C._ - Mehrheitsaktionär, Verwaltungsrat und Geschäftsführer der Pflichti-
gen - eingegangen sei resp. wofür ihm als Privatperson ein Gewinnanteil von Fr. 100'000.-- zu-
stehen solle.
B.
Mit Eingabe vom 24. Juli 2017 erhob die Vertreterin der Pflichtigen Einsprache mit dem Antrag,
es sei die von der Steuerverwaltung als verdeckte Gewinnausschüttung qualifizierte Provisions-
zahlung in Höhe von Fr. 100‘000.-- an C._ [Korrektur gemäss Revisionsbericht (Steuerjahre
2014, 2015) vom 14. März 2018] als geschäftsmässig begründeter Aufwand anzuerkennen.
Gemäss Konsortialvertrag hätten die drei Gesellschafter ausdrücklich vereinbart, dass ein aus
dem Projekt X._strasse 17 resultierender Gewinn entsprechend dem Beteiligungsverhältnis
auf die Gesellschafter zu verteilen sei. Der entstandene Gewinn in Höhe von rund Fr. 300‘000.--
sei somit dem Konsortium zuzurechnen und als Aufwand zu verbuchen. So habe C._ einer-
seits keine Treuepflicht gegenüber der Pflichtigen. Andererseits seien seine Leistungen durch
die Pflichtige mit einem angemessenen Architektenhonorar abgegolten worden.
Die Steuerverwaltung wies die Einsprache mit Einspracheentscheid vom 9. Januar 2019 ab.
C._ träte nach aussen nicht als selbständig Erwerbstätiger in Erscheinung und habe kein
entsprechendes Einkommen in der Steuererklärung 2015 deklariert, weshalb der ihm zuzurech-
nende Gewinnanteil nicht als Einkommen aus selbständiger Erwerbstätigkeit qualifiziert werden
könne. Eine andere Qualifikationsmöglichkeit bestehe nicht, sollte dieser Gewinnanteil C._
als Privatperson zuzurechnen sein. Dies habe zur Folge, dass C._ Leistungen aus Architek-
turarbeiten und aus der Vermittlung von Liegenschaften grundsätzlich der Pflichtigen zuzurech-
nen seien. Als Verwaltungsrat und Arbeitnehmer der Pflichtigen empfange er entsprechende
Lohnzahlungen. Damit seien die von C._ erbrachten Leistungen der Pflichtigen zuzurech-
nen und würden keine separate Tätigkeit darstellen. Zudem sei die Gewinnausschüttung nicht
direkt an ihn als Aktionär der Pflichtigen geflossen, sondern die Auszahlung sei zwecks Ver-
schleierung an die ihm nahestehende G._ AG erfolgt.
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C.
Die Vertreterin der Pflichtigen erhebt mit Eingabe vom 11. Februar 2019 Beschwerde mit dem
Antrag, es sei auf die Aufrechnung einer verdeckten Gewinnausschüttung von Fr. 100‘000.-- zu
verzichten. So setze die Annahme einer geldwerten Leistung voraus, dass (1) die Gesellschaft
keine oder keine gleichwertige Gegenleistung erhält, (2) der Aktionär direkt oder indirekt einen
Vorteil erhält, der einem Dritten unter gleichen Bedingungen nicht zugebilligt worden wäre, die
Leistung also insofern ungewöhnlich ist (3) und der Charakter dieser Leistung für die Gesell-
schaftsorgane erkennbar war. Bei der an die G._ AG erfolgten Zahlung im Gesamtumfang
von Fr. 200‘000.-- fehle es an der geldwerten Leistung per se, da diese dem Konsortium zuzu-
rechnen sei und nicht der Beschwerdeführerin. Die erbrachte Leistung weise ferner keinen
Rechtsgrund im Beteiligungsverhältnis aus. Zudem habe sie keinen ungewöhnlichen Charakter,
da im Revisionsbericht (Steuerjahre 2014, 2015) vom 14. März 2018 die an die beiden anderen
Gesellschafter geflossenen Gewinnanteile aufgrund deren Ansprüche aus dem Konsortialver-
trag als geschäftsmässig begründet bezeichnet wurden. Die erbrachten Leistungen - egal ob als
Aufwandentschädigung oder als Gewinnanteil qualifiziert - würden stets das Konsortium belas-
ten und nicht die Bemessungsgrundlage der Beschwerdeführerin.
Mit Vernehmlassung vom 26. April 2019 beantragt die Steuerverwaltung die Abweisung der
Beschwerde. Zur Begründung führt sie aus, dass C._ aufgrund seiner Stellung als Mehr-
heitsaktionär ein Verbot der konkurrenzierenden Tätigkeit gegenüber der Beschwerdeführerin
habe. Tätige er dennoch Geschäfte, die ihrer Natur nach der Gesellschaft zukommen, müsste
sie die Gewinne daraus herausverlangen. Verzichte sie auf diese Einnahmen, erbringe sie eine
geldwerte Leistung, wenn der Grund dafür im Beteiligungsverhältnis liege. Zudem sei keine
Konsortialbuchhaltung geführt worden. Die gesamte Verbuchung der Überbauung
„X._strasse 17“ sei im Aufwand und Ertrag der Pflichtigen erfolgt. Die Auszahlungen der
Gewinnanteile aus dem Konsortium seien nicht transparent und offen als solche ausgewiesen
worden, sondern vielmehr als Honorare für Dienstleistungen «getarnt» und - im Falle von
C._ und D._ - an die nahestehende G._ AG ausbezahlt worden. Entsprechend er-
scheine das Argument, dass C._ nichts zugeflossen sei, als reine Schutzbehauptung.
An der heutigen Parteiverhandlung halten die Parteien an ihren Anträgen und Vorbringen fest.

## Considerations

Erwägungen:
1.
Das Steuergericht ist gemäss Art. 140 des Bundesgesetzes vom 14. Dezember 1990 über die
direkte Bundessteuer (DBG; SR 642.11) zur Anhandnahme der vorliegenden Streitsache zu-
ständig, wobei gemäss § 4 der Vollzugsverordnung DBG vom 13. Dezember 1994 i.V.m. § 129
Abs. 1 des Gesetzes über die Staats- und Gemeindesteuern (Steuergesetz, StG) vom 7. Feb-
ruar 1974 Beschwerden, deren umstrittener Steuerbetrag wie im vorliegenden Fall Fr. 10’000.--
nicht übersteigt, vom Präsidenten und zwei Richterinnen und Richtern des Steuergerichts beur-
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teilt werden. Da die in formeller Hinsicht an eine Beschwerde zu stellenden Anforderungen er-
füllt sind, ist ohne weiteres darauf einzutreten.
2.
2.1. Streitig ist, ob die bei der Pflichtigen getätigte Aufrechnung in Höhe von Fr. 100'000.-- als
geldwerte Leistung im Sinne eines Ertragsverzichts zu Recht erfolgt ist.
2.2. Der steuerbare Reinertrag der juristischen Personen setzt sich gemäss Art. 58 Abs. 1 DBG
zusammen aus dem Saldo der Erfolgsrechnung unter Berücksichtigung des Saldovortrages des
Vorjahres (lit. a), allen vor Berechnung des Saldos der Erfolgsrechnung ausgeschiedenen Tei-
len des Geschäftsergebnisses, die nicht zur Deckung von geschäftsmässig begründetem Auf-
wand verwendet werden, namentlich offene und verdeckte Gewinnausschüttungen und ge-
schäftsmässig nicht begründete Zuwendungen an Dritte (lit. b), den der Erfolgsrechnung nicht
gutgeschriebenen Erträgen mit Einschluss der Kapital-, Aufwertungs- und Liquidationsgewinne,
vorbehältlich Artikel 64 (lit. c).
2.3. Die Annahme einer verdeckten Gewinnausschüttung gemäss Art. 58 Abs. 1 lit. b DBG ist
nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung immer dann anzunehmen, wenn (a) die Gesell-
schaft keine oder keine gleichwertige Gegenleistung erhält, (b) der Aktionär direkt oder indirekt
(z.B. über eine ihm nahe stehende Person oder Unternehmung) einen Vorteil erhält, der einem
Dritten unter gleichen Bedingungen nicht zugebilligt worden wäre, die Leistung also insofern
ungewöhnlich ist, und (c) der Charakter dieser Leistung für die Gesellschaftsorgane erkennbar
war (BGE 131 II 593 E. 5.1; Urteil 2C_265/2009 vom 1. September 2009 E. 2.1, in: StR 64/2009
S. 915; je mit Hinweisen).
2.4. Als geldwerte Leistungen gelten insbesondere Ertragsverzichte zugunsten des Aktionärs
oder einer ihm nahestehenden Person, die bei der Gesellschaft zu einer entsprechenden Kür-
zung des in der Erfolgsrechnung ausgewiesenen Gewinnes führen. Diese Form der geldwerten
Leistung wird als «Gewinnvorwegnahme» bezeichnet, obwohl handelsrechtlich gar keine Ge-
winne «vorweggenommen» werden können. Solche Ertragsverzichte liegen vor, wenn die Ge-
sellschaft auf ihr zustehende Einnahmen ganz oder teilweise verzichtet und die entsprechenden
Erträge direkt dem Aktionär oder diesem nahestehenden Personen zufliessen bzw. wenn diese
nicht jene Gegenleistung erbringen, welche die Gesellschaft von einem unbeteiligten Dritten
fordern würde (BGE 138 II 57 E. 2.2; Urteil des Bundesgerichts 2C_862/2011 vom 13. Juni
2012 E. 2.1; Urteil des Bundesgerichts 2C_265/2009 vom 1. September 2009 E. 2.2, in: StR
64/2009 S. 915 mit Hinweisen).
2.5. Die Beschwerdegegnerin führt in ihrer Vernehmlassung aus, die Beschwerdeführerin sei im
Rahmen der Überbauung «X._strasse 17» unbestrittenermassen als Total- bzw. Generalun-
ternehmerin aufgetreten, indem sie für die Erstellung der Eigentumswohnungen verantwortlich
gewesen sei und hierzu direkt mit den Käufern der einzelnen Stockwerkeigentumseinheiten die
einzelnen Werkverträge abgeschlossen habe. Zudem sei notorisch bekannt, dass der General-
https://www.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&type=show_document&page=1&from_date=&to_date=&sort=relevance&insertion_date=&top_subcollection_aza=all&query_words=&rank=0&azaclir=aza&highlight_docid=atf%3A%2F%2F131-II-593%3Ade&number_of_ranks=0#page593
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unternehmer bei solchen Projekten das Gewinn- und Verlustrisiko trage. Eine Gewinnbeteili-
gung der Gesellschafter des Konsortiums am Generalunternehmerauftrag ergebe sich somit nur
kraft Konsortialvertrag und sei nur aufgrund der engen personellen Verknüpfung der Beteiligten
möglich gewesen. Da keine Konsortialbuchhaltung geführt worden sei, hätte die gesamte Über-
bauung in den Jahren 2012 bis 2016 in der Erfolgsrechnung der Beschwerdeführerin verbucht
werden müssen, mit der Folge, dass eine allfälliger aus dem Verkauf der Überbauung resultie-
render Gewinn nicht dem Anteilseigner C._ privat zustehe, sondern zwingend der von ihm
kontrollierten Beschwerdeführerin. Eine Trennung der von C._ ausgeübten Funktionen als
Konsortialpartner einerseits und als Mehrheitsaktionär, Verwaltungsrat sowie Geschäftsführer
der Beschwerdeführerin andererseits sei nicht möglich, da es sich bei der Überbauung
«X._strasse 17» um ein und dasselbe Projekt handle. Dies bedeute, dass C._ in seiner
Funktion als Konsortialpartner die Beschwerdeführerin in unzulässiger Weise und in Verletzung
der ihr gegenüber besehenden Treupflichten konkurrenziert habe, was die vollumfängliche Auf-
rechnung des zulasten der Beschwerdeführerin erfolgten Ertragsverzichts in Höhe von
Fr. 100'000.-- als Folge zeitigen müsse.
2.6. Das «Baukonsortium F._» wurde am 30. November 2012 durch C._, D._ und
E._ als einfache Gesellschaft gegründet, mit dem Zweck, die Parzelle (...), GB B._, an
der X._strasse 17 zu erwerben, in einzelne Stockwerkeigentumseinheiten zu parzellieren,
anschliessend mit Eigentumswohnungen zu überbauen und in der Folge die einzelnen Landan-
teile zum bestmöglichen Veräusserungspreis einzelnen Wohnungskäufern weiterzuverkaufen.
Im Grundbuch B._ sind ausschliesslich die drei Konsortialpartner C._, D._ und
E._ als Eigentümer eingetragen worden, die Beschwerdeführerin dagegen nicht. Die Über-
bauung der Parzelle sollte dagegen von der Beschwerdeführerin als Generalunternehmerin
ausgeführt werden. Für die Gebäudeerstellung wurden separate Werkverträge zwischen der
Beschwerdeführerin und den Käufern der Stockwerkeigentumsparzellen abgeschlossen. Die
Beschwerdeführerin hat das Gebäude aufgrund der Werkverträge erstellt und dafür ein Honorar
von Fr. 243'608.-- bezogen.
Damit ist der Beschwerdegegnerin entgegenzuhalten, dass bei der Beschwerdeführerin nicht
etwa ein Ertragsverzicht zugunsten des Hauptaktionärs oder einer ihm nahestehenden Person
stattgefunden hat, der bei der Gesellschaft zu einer entsprechenden Kürzung des in der Er-
folgsrechnung ausgewiesenen Gewinnes führt. Die Beschwerdeführerin ist nämlich durch das
Bauprojekt nicht entreichert worden. Vielmehr hat sie einen neuen Auftrag erhalten, das Ge-
bäude auf der fraglichen Parzelle aufgrund der abgeschlossenen Werkverträge zu erstellen und
hat dafür im Gegenzug ein Honorar bezogen.
3.
3.1. Damit bleibt noch zu prüfen, ob die von der Beschwerdeführerin erbrachten Leistung in der
hier vorliegenden Konstellation einem Drittvergleich standhält oder ob ein offensichtliches Miss-
verhältnis zwischen der Leistung der Beschwerdeführerin und der empfangenen Gegenleistung
vorliegt.
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3.2. Rechtsgeschäfte zwischen einer Kapitalgesellschaft oder Genossenschaft einerseits und
den Anteilsinhabern anderseits haben in jedem Fall dem Drittvergleich («dealing at arm's
length»; Art. 58 Abs. 1 lit. b DBG) zu genügen. Fehlt es daran, liegt - aus der Optik des begüns-
tigten Anteilsinhabers - eine geldwerte Leistung der Kapitalgesellschaft oder Genossenschaft
vor (vgl. BGer 2C_886/2018 vom 24. Oktober 2018, E. 2.2.1.). Wenn solchermassen wirtschaft-
lich verbundene Unternehmen miteinander Rechtsgeschäfte tätigen, die zu Konditionen abge-
schlossen wurden, wie sie unter unabhängigen Dritten nicht vereinbart worden wären, so ste-
hen Leistung und Gegenleistung zueinander in einem Missverhältnis. Ein Teil der Leistung ist
nicht im entsprechenden Rechtsgeschäft, sondern im Beteiligungsverhältnis begründet. Der im
Beteiligungsverhältnis begründete Teil der Leistung wird indessen nicht offen ausgewiesen (vgl.
ZUCKSCHWERDT/MEUTER, Gegenberichtigung im interkantonalen und interkommunalen Verhält-
nis Teil 1, Zürcher Steuerpraxis 2015, Heft Nr. 1, S. 4). Beim Drittvergleich sind in jedem Einzel-
fall alle konkreten Umstände des zwischen der Gesellschaft und dem Anteilseigner abgeschlos-
senen Geschäfts zu berücksichtigen, und es muss davon ausgehend bestimmt werden, ob das
Geschäft in gleicher Weise mit einem mit der Gesellschaft nicht Verbundenen auch abge-
schlossen worden wäre (vgl. RICHNER/FREI/KAUFMANN/MEUTER, Kommentar zum Zürcher Steu-
ergesetz, 3. A. Zürich 2013, § 20 N 140).
3.3. Was die Beweislast anbetrifft, gilt die Grundregel, dass die Steuerbehörden die objektive
Beweislast für steuerbegründende und -erhöhende Tatsachen und die steuerpflichtige Person
diejenige für steueraufhebende und mindernde Tatsachen trägt. Aufgrund der steuermindern-
den Eigenschaft von Aufwänden obliegt die objektive Beweislast dafür, dass ihrer Leistung
überhaupt eine Gegenleistung gegenübersteht (und die Leistung ihren Ursprung nicht bloss in
den engen persönlichen und wirtschaftlichen Beziehungen zwischen Gesellschaft und Leis-
tungsempfänger hat), der steuerpflichtigen Gesellschaft, wobei dieser Nachweis durch die er-
folgswirksame Verbuchung eines Aufwandpostens in einer formell ordnungsgemäss geführten
Buchhaltung als erbracht anzusehen ist (Massgeblichkeit der Handelsbilanz). Ist von der grund-
sätzlichen Massgeblichkeit der Handelsbilanz auszugehen, trägt die Steuerverwaltung die Be-
weislast dafür, dass die Gegenleistung nicht angemessen ist (d.h. einem Drittvergleich nicht
standhält; Urteil 2C_30/2010 vom 19. Mai 2010 E. 2.3; zu einem Drittvergleich anhand von Er-
fahrungszahlen insbesondere ZWEIFEL/HUNZIKER, Steuerverfahrensrecht, S. 678 ff.). Hat die
Steuerverwaltung ein solches Missverhältnis zwischen Leistung und Gegenleistung dargetan,
so ist es Sache der steuerpflichtigen Gesellschaft, die damit begründete Vermutung zu entkräf-
ten und den objektiven Zusammenhang des Aufwandpostens mit der Unternehmenstätigkeit zu
beweisen; misslingt dieser Beweis, trägt die steuerpflichtige Gesellschaft die Folgen der Be-
weislosigkeit (vgl. Urteil des Bundesgerichts 2C_51/2016 vom 10. August 2016, E. 2.1., mit
zahlreichen weiteren Hinweisen).
3.4. Die Beschwerdeführerin hat die aufgrund der Werkverträge vereinbarten Gebäude erstellt
und dafür ein Honorar von Fr. 243'608.-- bezogen (vgl. Ziff. 2.6.). Dieses basiert auf der SIA-
Norm 102 und beträgt rund 13 % der Positionen 2 und 4 im Baukostenplan (berechtigte Positio-
nen für die Bemessung des Architektenhonorars), weshalb es als angemessen zu bezeichnen
ist. Entgegen den Ausführungen der Beschwerdegegnerin ist festzustellen, dass die von der
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Beschwerdeführerin als Generalunternehmerin ausgeführten Arbeiten im vorliegenden Fall kein
übermässig grosses Geschäftsrisiko darstellen (vgl. dazu Ziff. 2.5.). Die einzelnen Stockwer-
keinheiten wurden vom «Baukonsortium F._» begründet und verkauft, wobei die Käufer mit
dem Erwerb der Landquote durch den Grundbucheintrag gleichzeitig den Architekturvertrag mit
der Beschwerdeführerin abschlossen. Da davon auszugehen ist, dass jedes andere unabhän-
gige Architekturbüro einen gleichartigen Vertrag ebenfalls abgeschlossen hätte, hält das Vorge-
hen einem Drittvergleich stand.
3.5. Es ist anzumerken, dass sich die steuerlichen Fragen vor allem bezüglich des «Konsorti-
ums F._» stellen. In Ziffer 9 des Konsortialvertrags vom 7. Dezember 2012 haben die drei
Gesellschafter ausdrücklich vereinbart, einen aus dem Projekt X._strasse 17 resultierenden
Gewinn oder Verlust entsprechend dem Beteiligungsverhältnis von einem Drittel auf die Gesell-
schafter zu verteilen. Die Beschwerdeführerin wurde für ihre Leistungen adäquat entschädigt,
hingegen stellt sich die Frage der angemessenen Entschädigung bezüglich der Projektierung
und des Verkaufs auf der Stufe Konsortium und der damit zusammenhängenden Möglichkeit
eines Gewinnverzichts. Da diese Frage jedoch nicht Gegenstand des vorliegenden Verfahrens
bildet, ist nicht weiter darauf einzugehen.
3.6. Nach dem Gesagten ist erstellt, dass die Auszahlung des gemäss Konsortialvertrag resul-
tierenden Gewinnanteils in Höhe von Fr. 100'000.-- an den Hauptaktionär C._ nicht um eine
geldwerte Leistung der Beschwerdeführerin im Sinne eines Ertragsverzichts handelt.
4.
4.1. Gemäss dem Obenstehenden erweist sich die Beschwerde als begründet. In Gutheissung
derselben ist die Steuerverwaltung anzuweisen, auf die Aufrechnung der geldwerten Leistung
im Umfang von Fr. 100'000.-- zu verzichten.
4.2 Ausgangsgemäss sind der Beschwerdeführerin gemäss Art. 144 Abs. 1 DBG keine Verfah-
renskosten aufzuerlegen. In der Regel werden die Verfahrenskosten gemäss § 4 der Voll-
zugsverordnung DBG i.V.m. § 130 StG i.V.m. § 20 Abs. 1 und 3 des Gesetzes vom
16. Dezember 1993 über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung (Verwaltungspro-
zessordnung, VPO; SGS 271) der unterliegenden Partei in angemessenem Ausmass auferlegt.
Zufolge des vollständigen Obsiegens der Beschwerdeführerin sind die Gerichtskosten in Höhe
von Fr. 1'500.-- daher der Steuerverwaltung aufzuerlegen. Der bereits bezahlte Kostenvor-
schuss in Höhe von Fr 1'500.-- wird der Beschwerdeführerin zurückerstattet.
4.3 Der ganz oder teilweise obsiegenden Partei kann gemäss Art. 144 Abs. 4 DBG i.V.m.
Art. 64 Abs. 1 bis 3 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 1968 über das Verwaltungsverfah-
ren (Verwaltungsverfahrensgesetz, VwVG; SR 172.021) für den Beizug eines Vertreters eine
angemessene Parteientschädigung zulasten der Gegenpartei zugesprochen werden. Mit Ein-
gabe vom 28. August 2019 machte der Vertreter der Beschwerdeführerin für die beiden Paral-
lelverfahren Staats- und direkte Bundessteuer 2015 eine Parteientschädigung in Höhe von
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Fr. 13'395.75 geltend, welche sich aus dem Honorar von Fr. 12'438.-- (45.30 Stunden mit ver-
schiedenen Stundensätzen) plus Mehrwertsteuer (MWST) von Fr. 957.75 zusammensetzte.
Diese Berechnung kann nicht unbesehen übernommen werden: So beträgt der gerichtlich aner-
kannte Stundensatz für Anwälte Fr. 250.-- (vgl. Urteil des Kantonsgerichts Basel-Landschaft
vom 17. Juni 2009, publ. in: Basellandschaftliche und Baselstädtische Steuerpraxis [BStPra],
Bd. XIX, S. 559 ff.). Dagegen erweist sich der zeitliche Umfang der Bemühungen des Vertreters
mit 45.30 Stunden der Komplexität und Umfang des Falls als angemessen. Entsprechend ist
der Beschwerdeführerin ein Honorar von Fr. 11'325.-- (45.30 Stunden à Fr. 250.--) bzw. eine
Parteientschädigung von Fr. 12’197.-- (inkl. MWST von Fr. 872.--) bzw. für das vorliegende Ver-
fahren die Hälfte davon, d.h. Fr. 6'098.50 (= Fr. 12'197.-- / 2) zuzusprechen. Über die andere
Hälfte der genannten Parteientschädigung wurde im Verfahren betreffend die Staatssteuer be-
funden.
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