# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 6c62671c-5755-4761-96e0-454ad9b7a0d4
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2017
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
Am 24. Februar 2010 (Eingangsdatum) reichte der bei der
Sozialversiche
-
rungs
anstalt
des Kantons Zürich, Ausgleichskasse, als beitrags
pflichtiger Arbeitgeber angeschlossene
X._
die Jahresabrechnung für das
Jahr 2009 ein und gab darin eine beitragspflichtige Lohnsumme von Fr. 207‘117.-- an (Urk. 7/3). Anlässlich einer am 14. November 2014 durch
geführten Arbeitgeberkontrolle über die Jahre 2009 bis 2013 (Bericht vom 6. Januar 2015; Urk. 7/53) stellte die Revi
sionsstelle der Ausgleichskasse
fest, dass unter anderem für das Jahr 2009 nicht sämtliche ausbezahlten
Löhne
gemeldet worden w
aren
(Urk. 7/53/2). Mit Nachzahlungsverfügung vom 13. Januar 2015
stellte
die
Ausgleichskasse für das Jahr 2009 gestützt auf eine
Lohn
differenz
von Fr. 28‘917.-- Beiträge (
AHV/IV/EO/FAK/ALV
inkl. Verwaltungskosten) von Fr. 3‘933.55 in Rechnung (Urk. 7/56; zu den Ver
zugszinsen vgl. Urk. 7/54/1 und Urk. 7/55). Gegen diese
Nachzahlungsverfü
gung
erhob der
X._
, vertreten durch
Z._
, am 6. Februar 2015 Einsprache und wies darauf hin, dass im Jahr 2009
Lohn
leistungen
für zwei
Selbständigerwerbende
,
darunter
Y._
,
erbracht worden seien (Urk. 7/61). In der Folge tätigte die Ausgleichskasse weitere Abklärungen (Urk. 7/73, Urk. 7/78 und Urk. 7/80-81). Mit Entscheid vom 3. Dezember 2015 hiess die Ausgleichskasse die Einsprache teilweise gut
und reduzierte die beitragspflichte Lohnsumme von Fr. 28‘917.-- um Fr. 6‘000.
-- auf Fr. 22‘917.--, welcher Betrag ausschliesslich
die an
Y._
ausgerichtete Lohnsumme
betraf
; diesbezüglich wurde die Ein
sprache also abgewiesen
(Urk. 2 [= Urk. 7/84]).
2.
Dagegen erhob der
X._
, wiederum vertreten durch
Z._
, am 15. Februar 2016 Beschwerde und beantragte, der angefochtene Entscheid sei ersatzlos aufzuheben (Urk. 1). Mit Beschwerdeantwort vom 3. Februar 2016 schloss die Beschwerdegegnerin auf Abweisung der Beschwerde (Urk. 6), was dem Beschwerdeführer am 8. Februar 2016 ange
zeigt wurde (Urk. 8). Mit Verfügung vom 6. Oktober 2016 wurde
Y._
zum Prozess beigeladen (Urk. 9).
Da dieser der Ausgleichskasse MOBIL als
Selbständigerwerbender
angeschlossen ist, wurde letztere m
i
t Verfügung vom 6. Oktober 2016
sodann ersucht, die Akten in Sachen
des Beigeladenen
für das Beitragsjahr 2009, einschliesslich allfäl
lig vorhandener Steuerakten, sowie
eine Stellungnahme zum Beitragsstatut einzureichen (Urk. 10). Die Ausgleichskasse MOBIL reichte am 13. Oktober 2016 eine Stellungnahme (Urk. 12) sowie die
angeforderten
Akten (Urk. 13/1-2) ein. Der Beigeladene
nahm am 25. Oktober 2016 Stellung (Urk. 14), reichte
aber
innert erstreckter Frist
nicht, wie angekündigt,
weitere Unterlagen
ein (Urk. 14-16).
Die Eingaben der Ausgleichskass
e MOBIL (Urk. 12 und Urk. 13/1
) sowie des Beigeladenen (Urk. 14) wurden den Parteien mit Verfü
gung vom 16. Februar 2017 zugestellt
. Dem Beschwerdeführer wurde sodann Frist angesetzt, um den in der Auftragsvereinbarung vom 6. April 2009 erwähnten Aufgabenbeschrieb nachzureichen sowie um schriftlich darzule
gen, welche konkreten Arbeiten der Beigeladene im Jahr 2009 für den
Beschwerdeführer ausgeführt habe
(Urk. 17).
Der Beschwerdeführer nahm mit Eingabe vom 2. März 2017 (Urk. 20) Stellung und reichte
sein
Betriebsregle
ment
(Urk. 21/2) sowie eine Bestätigung des Steueramts des Kantons Solo
thurn vom 28. November 2016 (Urk. 21/1) ein. Diese Unterlagen wurden
der Beschwerdegegnerin und dem
Beigeladene
n
zugestellt
(Urk. 22).
Die Einzelrichterin

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Da der Streitwert Fr. 20’000.-- nicht übersteigt, fällt die Beurteilung der
Beschwerde
in die einzelrichterliche Zuständigkeit (§ 11 Abs. 1 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht).
2.
2.1
Strittig ist einzig noch, ob
der Beschwerdeführer
auf
einer Lohnsumme von Fr. 22‘917.--
Beiträge
als Arbeitgeber zu entrichten hat
.
2.2
Die Beschwerdegegnerin erwog im angefoch
tenen
Einspracheentscheid
vom 3. Dezember 2015
, gemäss ihren Abklärungen mit der zuständigen
Aus
gleichskasse
des schweizerischen Auto-, Motorrad- und Fahrradgewerbes
(heute Ausgleichskasse MOBIL)
habe
der Beigeladene
im Jahr
2009
ein Erwerbseinkommen aus selbständiger Erwerbstätigkeit abgerechnet. Gemäss Abklärungen beim kantonalen Steueramt Solothurn seien aber bei dem der Ausgleichskasse gemeldeten Erwerbseinkommen die Einkünfte aus der Tätig
keit beim
Beschwerdeführer
nicht berücksichtigt wo
rden. Demgemäss sei
daran festzuhalten, dass es sich beim
Einkommen
des Beigeladenen um sol
ches aus
unselbständiger Erwerbstätigkeit
handle
. Es resultiere für das Jahr
2009 eine Lohn
summe von Fr. 22‘917.--, auf welcher
die zusätzlichen Bei
träge zu
bezahlen
seien (Urk. 2).
2.3
Demgegenüber wandte der Beschwerdeführer sinngemäss ein,
der Beigela
dene habe
als
Selbständigerwerbender
die Lohnleistungen bereits abgerech
net und
deshalb seien von ihm (dem
Beschwerdeführer
)
kei
ne Nachzahlungen zu leisten
(Urk. 1).
3
.
Vom Einkommen aus unselbst
ständiger Erwerbstätigkeit respektive vom
mass
gebenden Lohn werden paritätische Arbeitnehmer- und
Ar
beitgeberbei
träge
erhoben (Art. 5 Abs. 1 und Art.
13
des
Bundesgesetz
es
über die Alters- und
Hinterlassenenversicherung
[
AHVG
]
). Als massgebender Lohn gilt jedes Entgelt
für in unselbstständiger Stellung auf bestimmte oder unbestimmte Zeit geleistete Arbeit, mit Einschluss von Teuerungs- und anderen
Lohnzula
gen
, Provisionen, Gratifikationen, Naturalleistungen, Ferien- und
Feiertags
entschädigungen
und ähnlichen Bezügen, sowie Trinkgeldern, soweit diese einen wesentlichen Bestandteil des Ar
beitsentgeltes darstellen (Art. 5 Abs.
2 AHVG). Vom Einkommen aus selbstständiger Erwerbstätigkeit wird demge
genüber ein Beitrag des
Selbsts
tändigerwerbenden
erhoben (Art.
8 AHVG). Einkommen aus selbstständiger Erwerbstätigkeit ist jedes
Erwerbseinkom
men
, das nicht Entgelt für in unselbstständiger Stellung ge
leistete Arbeit darstellt (Art. 9 Abs.
1 AHVG).
Die sozialversicherungsrechtliche Beitragspflicht Erwerbstätiger richtet sich unter anderem danach, ob das in einem bestimmten Zeitraum erzielte Erwerbseinkommen als solches aus selbständiger oder aus unselbständiger Erwerbstätig
keit zu qualifizieren ist (Art. 5 und 9 AHVG sowie Art. 6
ff.
der
Verordnung über die Alters- und
Hinterlassenenversicherung
[
AHVV
]
). Ob im Einzelfall selbständige oder unselbständige Erwerbstätigkeit vorliegt, beur
teilt sich aufgrund der wirtschaftlichen Gegebenheiten. Die zivilrechtlichen Verhältnisse, insbesondere die Rechtsnatur vertraglicher Abmachungen, allein sind nicht ausschlaggebend, vermögen aber allenfalls Anhaltspunkte für die AHV-rechtliche Qualifikation zu bieten. Als unselbständig erwerbstä
tig ist im Allgemeinen zu betrachten, wer von einem Arbeitgeber in betriebswirtschaftlicher bzw. arbeitsorganisatorischer Hinsicht abhängig ist und kein spezifisches Unternehmerrisiko trägt. Aus diesen Grundsätzen allein lassen sich indessen noch keine einheitlichen, schematisch anwendbaren Lösungen ableiten. Die Vielfalt der im wirtschaftlichen Leben anzutreffenden Sachverhalte zwingt dazu, die beitragsrechtliche Stellung einer erwerbstäti
gen Person jeweils unter Würdigung der gesamten Umstände des Einzelfalles zu beurteilen. Weil dabei vielfach Merkmale beider Erwerbsarten zu Tage treten, muss sich der Entscheid oft danach richten, welche dieser Merkmale im konkreten Fa
ll überwiegen (BGE 123 V 161 E. 1
;
122 V 169 E. 3a, 281 E.
2a S. 283; Urteil 9C_
219/2009 vom 2
1.
August 2009 E.
2).
4.
Aus dem Bericht über die Arbeitgeberkontrolle vom 6. Januar 2015 (Urk. 7/53) ist ersichtlich, dass in der Lohndeklaration 2009 eine an den
Bei
geladenen ausgerichtete S
umme von Fr. 23‘640.-- nicht
als beitragspflichti
ger Lohn
angegeben worden war (Urk.
7/3 und Urk. 7/53). Da der Beigela
dene
zu diesem Zeitpunkt
der Ausgleichskasse des schweizerischen Auto-, Motorrad- und Fahrradgewerbes (heute Ausgleichskasse MOBIL)
bereits als
Selbständigerwerbender
angeschlossen war, wurde in der Folge abgeklärt, ob
er
als
Selbständigerwerbender
auf d
ies
er
S
umme von Fr. 23‘640.-- Beiträge entrichtet hatte.
Der Ausgleichskasse MOBIL wurde
am 11. November 2
015 von der Aus
kunftsperson des Steueramts des Kantons Solothurn, Veranlagung
sbehörde,
telefonisch
mit
geteilt
, dass eine vom
Beschwerdeführer
ausgerichtete
Lohn
summe
von Fr. 25‘000.--
nicht
(
aus den Büchern des Beigeladenen
)
ersicht
lich sei. Diese Auskunft wurde der Beschwerdegegnerin weitergeleitet (Urk. 7/78 und Urk. 13/1).
Der Beigeladene führte
in seiner Stellungnahme vom 25.
Oktober 2016
dem
gegenüber
aus (Urk. 14), er habe mit der kantonalen Steuerverwaltung Solo
thurn Rücksprache genommen. Dieser sei bei der Meldung an die
Ausgleichs
kasse
MOBIL ein Fehler unterlaufen. Die Steuerverwaltung werde die
Buch
haltungsunterlagen
aus dem Jahr 2009 kontrollieren und dann eine entspre
chende Mitteilung machen. Mit Mitteilung vom 28. November 2016 bestä
tigte das Steueramt des Kantons Solothurn
schliesslich
, dass in den
Jahres
rechnungen
2008/2009 und 2009/
2010 jeweils ein Umsatz von Fr.
10‘760.--, generiert durch
Zahlungen des
Beschwerdeführers
im Jahr 2009
,
verbucht worden
und
in der Meldung an die Ausgleichska
sse enthalten gewesen sei (Urk.
21/1).
5.
5.1
Nach dem Ge
sagten hat der Beigeladene
auf
den
Einkünfte
n
für Tätigkeiten beim
Beschwerdeführer
von total Fr. 21‘520.-- (acht Zahlungen à je
Fr. 2‘690.-- im Jahr 2009
[
Urk. 21/1
]; vgl. auch die Rechnung Nr. 6831 vom 2. März 2009 [Urk. 3/5 = Urk. 7/81]
)
als
Selbständigerwerbender
bei der
Aus
gleichskasse
MOBIL
Sozialversicherungs
beiträge entrichtet.
5.2
Diese
Zahlungen
stehen
im Zusammenhang mit dem als
Auftragsvereinba
rung
betitelten Vertrag
zwischen dem
Beschwerdeführer
und dem Beigelade
nen vom 6. April 2009
(Urk. 3/2)
.
Gemäss Auskunft des
Beschwerdeführers
in der Eingabe vom 2. März 2017 erledigte der Beigeladene
für ihn
im Jahr 2009 folgende Aufgaben (Urk. 20):
Wartung der Zug- und Anhängerfahrzeuge
Beratung bei Kauf oder Miete von Fahrzeugen oder Anhänger
n
Weitere kleine Aufträge im technischen Bereich (Schweisser-/Unterhaltsarbeiten für Bühnenbild, Infrastruktur und Fuhrpark).
D
ie Auftragserfüllung erfolgte gemäss
Vereinbarung im Zeitraum vom 1.
Februar 2009 bis 31.
Dezember 2009
, was mit den
einzelnen
Zahlungen des
Beschwerdeführers
an den Beigeladenen
(erste Zahlung am 20. März 2009, letzte Zahlung am 9. November 2009 [Urk. 21/1])
korrespondiert
.
5.3
Da der
Beigeladene
auf den Einkünften des
Beschwerdeführers
von total Fr. 21‘520.-- bereits als
Selbständigerwerbender
bei der Ausgleichskasse MOBIL Sozialversicherungs
beiträge entrichtet
hat (vgl. deren Verfügung vom 17. September 2010 [Urk. 13/1])
,
würde der rückwirkende
Beitragsstatut
wechsel
einen
Rückkommenstitel
nach Art. 53 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG) voraussetzen (BGE 121 V 4). Ein
Beitragsstatutwechsel
wäre daher nur möglich, wenn sich die Qualifikation dieser Einkünfte als selbständiges Erwerbseinkommen als zweifellos unrichtig erweisen würde und ihre Berichtigung von erheblicher Bedeutung wäre (Wiedererwägung), oder der Versicherungsträger erhebliche neue Tatsachen entdeckt hätte oder Beweismittel aufgefunden hat, deren Bei
bringung zuvor nicht möglich gewesen ist (Revision). Hierbei zu beachten ist auch, dass ein allfälliger Rückforderungsanspruch des Beigeladenen gegen
über der Ausgleichskasse MOBIL mittlerweile wohl verwirkt wäre (Art. 16 Abs. 3 AHVG; vgl. Verfügung vom 19. September 2010 betreffend
Beitrags
periode
2009, Urk. 13/1). Die für eine Wiedererwägung notwendige erhebli
che Bedeutung kann angesichts dessen, dass auf der relativ geringfügigen Summe bereits persönliche Beiträge entrichtet wurden, verneint werden. Kommt hinzu, dass es nicht abwegig erscheint,
im Zusammenhang mit dem Vertragsverhältnis zwischen dem
Beschwerdeführer
und dem Beigeladenen von einer selbständigen Erwerbstätigke
it des Beigeladenen auszugehen.
Ein
Revisionstatbestand wird nicht geltend gemacht. Demzufolge ist von einem rückwirkenden Wechsel des Beitragsstatuts abzusehen.
6.
Nach dem Gesagten ist i
n Gutheissung der Beschwerde festzustellen, dass der Beschwerdeführer für das Jahr 2009 keine Lohnbeiträge nachzuzahlen hat für Zahlungen an den Beigeladenen. Dies führt zur Aufhebung des ange
fochtenen
Einspracheentscheids
der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, Ausgleichskasse, vom
3.
Dezember 2015, soweit
damit der Beschwer
deführer
zu einer Nachzahlung auf Lohnbeiträgen für das Jahr 2009 ver
pflichtet wird.