# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 53a68fc6-90d7-45c7-9df4-0c6979913427
**Court:** ZH_VG
**Chamber:** ZH_VG_001
**Year:** 2016
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

hat sich ergeben:
I.
A.
Die Baubehörde der Gemeinde Lindau beschloss am 24. April 2014, dass B und C unter anderem für ein auf dem Grundstück Kat.-Nr. 01 in der Gemeinde Lindau erstelltes "Podest mit Lagerraum" bis am 17. Juni 2014 ein Baugesuch einzureichen oder das Podest zu entfernen hätten. Mit Entscheid vom 19. Oktober 2014 hiess das Baurekursgericht einen dagegen erhobenen Rekurs gut, hob den Beschluss vom 17. Juni 2014 auf und wies die Angelegenheit an die Baubehörde Lindau zurück.
B.
Am 26. Februar 2015 beschloss die Baubehörde Lindau sinngemäss, das ohne Bewilligung erstellte Podest müsse nicht entfernt werden.
II.
A rekurrierte dagegen am 31. März 2015. Das Baurekursgericht wies den Rekurs mit Entscheid vom 3. Juni 2015 ab.
III.
A führte am 3. Juli 2015 Beschwerde beim Verwaltungsgericht und beantragte, unter Entschädigungsfolge sei der Rekursentscheid aufzuheben und die Angelegenheit zur Wiederherstellung des rechtmässigen Zustands an die Baubehörde Lindau zurückzuweisen. Das Baurekursgericht schloss mit Vernehmlassung vom 5. August 2015 auf Abweisung der Beschwerde; die Baubehörde Lindau verzichtete am 20. August 2015 auf eine Stellungnahme. B und C liessen mit Beschwerdeantwort vom 10. September 2015 die Abweisung der Beschwerde unter Entschädigungsfolge beantragen, soweit darauf eingetreten werden könne. A nahm hierzu am 28. September 2015 Stellung.
Die Kammer

## Considerations

erwägt:
1.
Die Beschwerdegegnerschaft 1 macht geltend, auf die Beschwerde sei nicht einzutreten, weil der Beschwerdeführer im Jahr 2008 versäumt habe, beim Beschwerdegegner 2 einen anfechtbaren Entscheid zu erwirken.
Sie verkennt mit dieser Rüge, dass die Frage, ob der Beschwerdeführer den von ihm als baurechtswidrig gerügten Zustand zu lange geduldet hat bzw. ob er einen früheren Entscheid hätte anfechten müssen, im vorliegenden Verfahren materiell zu beurteilen ist. Das Verwaltungsgericht hat auf die Beschwerde mit anderen Worten auch dann einzutreten, wenn es bei einer unteren Instanz an einer Prozessvoraussetzung gefehlt hätte. In diesem Fall wäre die Beschwerde im Sinn der Erwägungen abzuweisen (vgl. Martin Bertschi in: Alain Griffel [Hrsg.], Kommentar zum Verwaltungsrechtspflegegesetz des Kantons Zürich, 3. A., Zürich etc. 2014 [Kommentar VRG], Vorbemerkungen zu §§ 19–28a N. 57 f.).
2.
Aus den Akten ergibt sich folgender Sachverhalt:
Die Beschwerdegegnerschaft 1 erstellte ihm Mai und Juni 2008 im nordwestlichen Bereich des Grundstücks Kataster-Nr. 01 einen erhöhten Holzboden, der auf einem Betonbalkenfundament ruht; für diese Baute war zuvor nicht um eine Baubewilligung nachgesucht worden. Der Beschwerdeführer wandte sich offenbar mit Schreiben vom 26. Mai sowie 4. Juni 2008 an die Beschwerdegegnerin 2 und zeigte dieser an, dass auf dem Nachbargrundstück Bauten erstellt würden, für die keine Bewilligung vorliege. Mit Schreiben vom 20. Juni 2008 nahm die Beschwerdegegnerin 2 hierzu sowie zu einem ebenfalls ohne Bewilligung erstellten Gartenhaus Stellung, teilte dem Beschwerdeführer mit, den momentanen Bauzustand nicht für bewilligungspflichtig zu erachten, was sich hingegen ändern würde, wenn bestimmte Erweiterungen vorgenommen würden, und schrieb schliesslich: "Über die weiteren Schritte werden wir Sie auf dem Laufenden halten, die entsprechenden Rechtsmittel dazu werden wir Ihnen jeweils sofort zukommen lassen". In welchem Rahmen die Beschwerdegegnerin 2 in der Folge weitere Untersuchungen unternahm, lässt sich den vorliegenden Akten nicht entnehmen.
Am 18. Dezember 2013 fand eine Aussprache zwischen dem Beschwerdeführer und dem Gemeindepräsidenten der Gemeinde Lindau statt. Dabei wurde vereinbart, dass der Beschwerdeführer die Bewilligungspflicht auf Kosten der Gemeinde bei einem Baujuristen abklären lassen dürfe. Der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers wandte sich am 25. März 2014 an die Beschwerdegegnerin 2, wies auf die unbewilligten Bauten auf dem Grundstück Kat.-Nr. 01 hin und verlangte eine erneute Abklärung durch die Baubehörde. Diese beschloss am 24. April 2014, dass die Beschwerdegegnerschaft 1 bis spätestens 17. Juni 2014 ein Baugesuch einzureichen oder das streitgegenständliche Podest zu entfernen habe. Diesen Beschluss hob die Vorinstanz offenbar mit Entscheid vom 3. Juni 2015 wegen Verletzung des rechtlichen Gehörs auf und wies die Angelegenheit an die Beschwerdegegnerin 2 zurück. Diese verzichtete in der Folge sowohl auf die Durchführung eines nachträglichen Baubewilligungsverfahrens als auch auf anderweitige Sachverhaltsermittlungen und stellte ohne Anhörung der Parteien fest, dass die Beschwerdegegnerschaft 1 die ohne Bewilligung erstellte Baute "[n]ach dem Grundsatz des Vertrauensschutzes [...] ohne Bewilligung fortbestehen" lassen dürfe.
3.
Die Beschwerdegegnerschaft 1 macht geltend, der Beschwerdeführer hätte bereits gegen die Mitteilung der Beschwerdegegnerin 2 vom 20. Juni 2008 rekurrieren müssen.