# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 0388dc55-9c57-4d6e-ac9f-657c4e33cca2
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2018
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, ge
boren 1971, zog sich am 7.
Januar 1990 bei einem Ver
kehrs
unfall ein Polytrauma
contusio
cerebri mit
Ventrikelblutung
und Hirnödem, multiple Frakturen, eine Thrombose der
Arteria
brachialis
rechts, eine armbetonte Hemiparese rechts sowie eine
Plexusbrachialis
-Läsion rechts zu (Urk.
7/6/4 Ziff. 3). Am 8.
April 1990 meldete sie sich bei der Invalidenver
sicherung zum Leistungsbezug
(berufliche Massnahmen
)
an
(
Urk.
7/2)
. In der Folge konnte die Versicherte erfolgreich in die Arbeits
welt eingegliedert werden (Urk. 7/20, Urk. 7
/2
1
).
Mit Verfügung vom 31.
Juli 1996 sprach ihr der Unfallversicherer zunächst eine Invalidenrente
in der Höhe von 20
%
zu
, welch
e dann ab September 1999 auf 40 % und ab 1. Januar 2001 auf 50 % erhöht wurde (
vgl. Urk. 7/28/1-3
).
Am 26.
April 2001 meldete sich die Versicherte bei der Invalidenversicherung
erneut
zum L
eistungsbezug (Rente) an (Urk. 7/31-32
).
Die
Sozialversicherungs
anstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle,
sprach
ihr
mit Ver
fügung vom 5.
September 2001
mit Wirkung ab 1.
September 2000 bei einem Inv
aliditäts
grad von 40 % eine
Viertelsrente
und ab 1.
April 2001 bei einem Invaliditätsgrad von 50
% eine halbe Rente zu (Urk. 7/39, Urk. 7/40
).
1.2
Im Rahmen der am 1.
Juni 2004 eing
eleiteten Rentenrevision (Urk. 7/47
)
t
eilte
die IV-Stelle
der Versicherten
nach getätigten Abklärungen
am 18.
Juni 2004 mit, es bestehe weiterhin Anspruch auf die
bisherige Invalidenrente (Urk. 7/51
).
Nach der Geburt einer Tochter am 19.
Apr
il 2006 und eines Sohnes am 22.
Mai 2007 wurde der Vers
icherten mit Verfügungen vom 8. Mai 2006 (Urk. 7
/5
2) und 25. Juni 2007 (Urk. 7/54
) je eine Kinderrente zugesprochen.
1.3
Nach durchgeführtem Rentenrevisionsverfahren hob die IV-Stelle mit Verfügung vom 22. Juli 2010 die bisherige Rente auf (Urk. 7/75). Eine dagegen erhobene Beschwerde wies das hiesige Gericht mit Urteil vom 26. September 2011 ab (Prozess Nr. IV.2010.00815; Urk. 7/83). Das Bundesgericht bestätigte diesen Ent
scheid mit Urteil vom 10. Februar 2012 (Urk. 7/87).
1.4
Am 13. Mai 2013 meldete sich die Versicherte erneut zum Leistungsbezug an (Urk. 7/92). Die IV-Stelle tätigte umfassende Abklärungen und verneinte mit Ver
fügung vom 24. September 2014 einen Rentenanspruch der Versicherten (Urk. 7/124).
1.5
Nach Eingang
einer am 15. Januar 2016
aufgrund eines Statuswechsels
bean
tragten Neuanmeldung durch den Hausarzt der Versicherten (Urk. 7/125)
führte
die IV-Stelle
unter anderem eine Abklärung der
beeinträchtigten
Arbeitsfähigkeit in Beruf und Haushalt (Haushaltabklärung, Urk. 7/137) durch.
Nach
durchge
führtem
Vorbescheidverfahren
(Urk. 7/143, Urk. 7/148, Urk. 7/154, Urk. 7/155
)
verneinte
die IV-Stelle
der
Versicherten mit Verfügung vom
8. Juni 2017 wiederum e
inen Anspruch auf eine Invalidenrente
(Urk.
7/157
= Urk. 2).
2.
Die Versicherte erhob am
11. Juli 2017
Beschwerde gegen die Verfügung vom
8. Juni 2017
(Urk.
2) und beantragte, diese sei aufzuheben und es sei
ihr eine halbe Invalidenrente zuzusprechen (Urk. 1 S.
2).
Die IV-Stelle beantragte mit Beschwerdeantwort vom
9. September 2017 (Urk. 6
) die Abweisung der Beschwerde. Dies wurde der Beschwerdeführerin am
19. Sep
tember 2017
zur Kenntnis geb
racht (Urk. 8
).
Mit Eingabe vom 18. Mai 2018 (Urk. 9/1) wies die Beschwerdeführerin auf die Änderung der Verordnung
über die Invalidenversicherung (IV
V
)
hin, woraus sich (gleichermassen) ihr Rentenanspruch ergebe
. Ferner reichte sie
ihre Kostennote ein (Urk. 9/2).
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allge
meinen Teil
des Sozialversicherungsrechts,
ATSG)
.
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beur
tei
lung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbs
unfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG)
.
1.2
Ändert sich der Invaliditätsgrad eines Rentenbezügers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, her
abgesetzt oder aufgehoben (
Art.
17
Abs.
1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen seit Zusprechung der Rente, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch
zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente bei einer wesentlichen Änderung des Gesundheitszustandes revidierbar. Weiter sind, auch bei an sich gleich gebliebe
nem Gesundheitszustand, veränderte Auswirkungen auf den Erwerbs- oder Auf
gabenbereich von Bedeutung (BGE 141 V 9 E. 2.3, 134 V 131 E. 3). Ferner kann ein Revisionsgrund unter Umständen auch in einer wesentlichen Änderung hin
sichtlich des für die Methodenwahl
massgeblichen
(hypothetischen) Sachverhalts bestehen (BGE 144 I 28 E. 2.2, 130 V 343 E. 3.5, 117 V 198 E. 3b, je mit Hinwei
sen). Hingegen ist die lediglich unterschiedliche Beurteilung eines im Wesentli
chen gleich gebliebenen Sachverhalts im revisionsrechtlichen Kontext unbeacht
lich (BGE 141 V 9 E. 2.3 mit Hinweisen).
Liegt in diesem Sinne ein Revisionsgrund vor, ist der Rentenanspruch in rechtli
cher und tatsächlicher Hinsicht umfassend (
„
allseitig") zu prüfen, wobei keine Bindung an frühere Beurteilungen besteht (BGE 141 V 9 E. 2.3 mit Hinweisen).
1.3
Wurde eine Rente
verweigert, so wird nach
Art.
87
Abs.
3 IVV
eine
neue Anmel
dung nur geprüft, wenn die Voraussetzungen gemäss
Abs.
2 dieser Bestimmung erfüllt sind. Danach ist im Revisionsgesuch glaubhaft zu machen, dass sich der Grad der Invalidität der versicherten Person in einer für den Anspruch erhebli
chen Weise geändert hat. Tritt die Verwaltung auf die Neuan
meldung ein, so hat sie die Sache materiell abzuklären und sich zu vergewissern, ob die von der versicherten Person glaubhaft gemachte Veränderung des Invali
di
täts
grades auch tatsächlich eingetreten ist; sie hat demnach in analoger Weise wie bei einem Revisionsfall nach
Art.
17
Abs.
1 ATSG vorzugehen (BGE
117 V 198 E. 3a, vgl.
auch BGE 133 V 108 E. 5.2). Stellt sie fest, dass der Invaliditätsgrad seit Erlass der früheren rechtskräftigen Verfügung keine Veränderung erfahren hat, so weist sie das neue Gesuch ab. Andernfalls hat sie zunächst noch zu prüfen, ob die festgestellte Veränderung genügt, um nunmehr eine anspruchsbegründende Invalidität zu bejahen, und hernach zu beschliessen. Im Beschwerdefall obliegt die gleiche materielle Prüfungspflicht auch dem Gericht (BGE 117 V 198 E. 3a, 109 V 108 E. 2b).
1.4
Ein Revisionsgrund im Sinne von
Art.
17
Abs.
1 ATSG ist unter Umständen auch dann gegeben, wenn eine andere Art der Bemessung der Invalidität (vgl. Art. 28a
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung, IVG
) zur Anwendung gelangt (
BGE 144 I 21 E. 2.2
). Die in einem bestimmten Zeitpunkt massgebende Methode der Invaliditätsbemessung präjudiziert die künftige Rechtsstellung der versicher
ten Person somit grundsätzlich nicht (vgl. BGE 117 V 198 E. 3b, 113 V 273 E. 1a, 104 V 148; vgl. Meyer/
Reichmuth
, Bundesgesetz über die Invalidenversicherung [IVG], 3. Auflage 2014,
R
z
27 und 28 zu Art. 30–31 IVG).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin stellte sich in der angefochtenen Verfügung vom 8. Juni 2017 (Urk. 2) im Wesentlichen auf den Standpunkt, die Versicherte sei
als
zu 80 % im Erwerbs- und zu 20 %
als im Haushaltbereich T
ätig
e
zu qualifizieren. Die Einschrä
nkung im Haushalt betrage 29.80
%.
Beim
Valideneinkommen
sei auf den letzten Lohn der Beschwerdeführerin abzustellen.
In
Anwendung der gemischten Methode ergebe dies einen rentenausschliessenden Invaliditätsgrad von 36 % (S. 1 f.).
2.2
Demgegenüber stellte sich die Beschwerdeführerin mit Verweis auf die Di
Trizio
-Praxis und BGE 143 V 77 auf den Stan
d
punkt (Urk. 1), die nunmehrige hypothe
tische Erhöhung der Erwerbstätigkeit gründe auf der EMRK-widrigen Berücksich
tigung der aus familiären Gründen erfolgten Veränderung des Aufgabenbereichs. Ihr sei nach der Geburt ihrer Kinder der Status als Vollerwerbstätige abgesprochen worden, was seinerzeit zum Verlust ihrer halben Rente geführt habe. Die korrekte Rechtsanwendung verlange daher bei familiär bedingten Veränderungen des Auf
gabenbereichs, welche nicht zum Verlust der Rente, aber immer noch zu einem Status mit familiär reduzierte
r Erwerbstätigkeit führen würde
n
, die Nichtberück
sichtigung des reduzierten Beschäftigungsgrades. Daher sei ihr rückwirkend oder jedenfalls ab dem Revisionszeitpunkt der Status als Vollerwerbstätige zuzubilli
gen (S. 5 f.). Ferner sei beim
Valideneinkommen
zu berücksichtigen, dass der Unfall im zweiten Lehrjahr erfolgt sei und sie in der Folge in ihren kognitiven Fähigkeiten sowie Leistungs- und Konzentrations
fähigkeiten seit dem Unfall deutlich beeinträchtigt
gewesen
sei. Das bisherige erzielte Einkommen stelle daher bereits das Invalideneinkommen dar. Ohne Gesundheits
schaden würde sie heute ein Einkommen der Kaderstufe 3 in der Höhe von jährlich Fr. 90'333.
--
erzielen, was sich auch mit der
Salärempfehlung
des KV Schweiz
decke
. Gestützt auf diese Empfehlung sei im Jahr 2016 von
einem Einkommen von Fr. 89'989.--
bei einem 100 %-Pensum auszugehen. Das Invalideneinkommen betrage Fr. 37'050.-- (S. 7 ff.).
2.3
Strittig und zu prüfen ist der Anspruch auf eine Invalidenrente
.
Da die Änderung der Qualifikation (Statusfrage, Veränderung der Tätigkeits
an
teile)
von zuletzt 40 % Erwerbstätige und zu 60 % im Haushalt Tätige zu 80 %
E
rwerbstätig
e
und zu 20 % im Aufgabenbereich Tätige
einen Revisionsgrund dar
stellt (Urteil des Bundesgerichts 9C_915/2012 E. 2), hat – grundsätzlich unabhän
gig davon, ob es zusätzlich auch zu einer Veränderung des Gesund
heitszustandes gekommen ist – eine umfassende Neuüberprüfung des Rentenan
spruchs der Beschwerdeführe
rin zu erfolgen (BGE 141 V 9 E.
2.3
; vgl. vorstehend E. 1.2
).
3
.
3
.1
Streitig und zu prüfen ist zunächst die Frage der anwendbaren Methode der Invaliditätsbemessung.
3
.2
Für die Bemessung der Invalidität von erwerbstätigen Versicherten ist
Art.
16 ATSG anwendbar (
Art. 28a Abs.
1 IVG). Danach wird für die Bestimmung des Invaliditätsgrades das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Ein
tritt der Invalidität und Durchführung der medizinischen Behandlung und all
fälliger
Eingliederungsmassnahmen
durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (
Art. 1
6 ATSG). Dies ist die allgemeine Methode des Einkommensvergleichs mit den Untervarianten des Schätzungs- oder Prozentvergleichs (
BGE 114 V 310
E.
3a) und der
ausserordentlichen
Methode (
BGE 128 V 29
)
.
3
.3
Bei Versicherten, die nur zum Teil erwerbstätig sind oder die unentgeltlich im Betrieb des Ehegatten oder der Ehegattin mitarbeiten, wird für diesen Teil die Invalidität nach
Art.
16 ATSG festgelegt. Waren sie daneben auch im Aufgaben
bereich tätig, so wird die Invalidität für diese Tätigkeit nach
Art.
28a
Abs.
2 IVG festgelegt. In diesem Fall sind der Anteil der Erwerbstätigkeit oder der unentgelt
lichen Mitarbeit im Betrieb des Ehegatten oder der Ehegattin und der Anteil der Tätigkeit im Aufgabenbereich festzulegen und der Invaliditätsgrad entsprechend der Behinderung in bei
den Bereichen zu bemessen (Art. 28a Abs.
3 IVG); dies ist die gemischte Methode der Invaliditätsbemessung (vgl. BGE 141 V 15 E. 3.2 mit Hinweisen).
Nach der bis 3
1.
Dezember 2017 gültigen Gerichts- und Verwaltungspraxis zur Invaliditätsbemessung nach der gemischten Methode (grundlegend BGE 125 V 146; vgl.
Art.
27 und 27
bis
IVV in der seit dem
1.
Januar 2018 geltenden Fassung und Übergangsbestimmung zur Änderung der IVV vom
1.
Dezember 2017, in Kraft seit
1.
Januar 2018) wird zunächst der Anteil der Erwerbstätigkeit und der
jenige der Tätigkeit im Aufgabenbereich (vgl. Art. 27 IVV) ermittelt. Die Invali
dität bestimmt sich in der Folge dadurch, dass im Erwerbsbereich ein Einkom
mens- und im Aufgabenbereich ein Betätigungsvergleich vorgenommen wird, wobei im Erwerbsbereich praxisgemäss berücksichtigt wird, was die versicherte Person im Gesundheitsfall aus ihrer Teilerwerbstätigkeit erzielen würde. Die Gesamtinvalidität ergibt sich aus der Addierung der in beiden Bereichen ermittelten und gewichteten
Tei
linvaliditäten
(BGE 131 V 51 E.
5.5.1,
130 V 393 E. 3.3, 125 V 146 E.
2b und 5c).
3
.4
Die Beschwerdeführerin anerkennt und es ist auch nach Lage der Akten unbe
stritten, dass sie im Gesundheitsfall nunmehr zu 80 % erwerbst
ätig wäre und die restlichen 20
% in den Aufgabenbereich/Kinderbetreuung fallen. Dies ergibt sich
auch aus dem Haushaltsabklärungsbericht vom
22. April 2016 (Urk. 7/137), in welchem festgehalten wurde, dass gegenüber der letzten Abklärung am 27. No
vemb
er 2008, in welcher
die Beschwerdeführerin
als zu 40 % im Erwerbs- und
als
zu 6
0 % im Haushaltsbereich tätig qualifiziert wurde (S. 1), eine Ver
änderung stattgefunden habe und diese Neuqualifikation von der Abklärungs
person als glaubhaft und nachvollziehbar taxiert wurde (S. 3 Ziff. 2.5 f.).
3
.5
Die Beschwerdeführerin macht aber geltend, dass eine mit dem Urteil des Euro
päischen Gerichtshofs für Menschenrechte (EGMR) in Sachen Di
Trizio
gegen die Schweiz (7186/09)
vom 2. Fe
bruar 2016, rechtskräftig geworden am 4.
Juli 2016 (BGE 144 I
21
E. 4)
,
vergleichbare Ausgangslage vorliege (Urk. 1).
3
.6
Dem Urteil des Europäischen Gerichtshofes f
ür Menschenrechte (EGMR) vom 2.
Februar 2016 in Sachen Di
Trizio
gegen die Schweiz (7186/09) lag der Fall einer Versicherten zugrunde, welche unter dem Status einer Vollerwerbstätigen eine Invalidenrente beanspruchen konnte, und diesen Anspruch allein aufgrund des Umstandes verlor, dass sie wegen der Geburt ihrer Kinder und der damit ein
hergehenden Reduktion des Erwerbspensums für die Invaliditätsbemessung neu als Teilerwerbstätige mit einem Aufgabenbereich qualifiziert wurde. Der EGMR betrachtete es als Verletzung von
Art.
14 (Diskriminierungsverbot) in Verbindung mit
Art.
8 EMRK
(Recht auf Achtung des Familienlebens), dass die sich aus dem Statuswechsel ergebende Änderung in den Grundlagen der Invalidi
täts
bemessung
–
anstelle des auf Vollerwerbstätige anwendbaren Ein
kommens
vergleichs (
Art.
28a
Abs.
1 IVG in Verbindung mit Art. 16 ATSG) gelangte nun die gemischte Methode (
Art.
28 a
Abs.
3 IVG) zur Anwendung
–
zur Aufhebung der Invalidenrente führte und sich damit zu Ungunsten der Versicherten aus
wirkte (vgl. BGE 143 V 77 E. 3.2.1).
In BGE 143 I 50 (ergangen zur Umsetzung des EGMR-Urteils vom
2.
Februar 2016) sowie BGE 143 I 60 entschied das Bundesgericht, dass zwecks Herstellung eines konventionskonformen Zustandes in derartigen Konstellationen, in welchen allein familiäre Gründe (die Geburt von Kindern und die damit einhergehende Reduktion des Erwerbspensums) für einen Statuswechsel von
„
vollerwerbstätig" zu
„
teilerwerbstätig mit Aufgabenbereich" sprechen, fortan auf die (allein darauf beruhende) revisionsweise Herabsetzung oder Aufhebung der Invalidenrente (bzw. auf die Befristung der rückwirkend zugesprochenen Rente) im Sinne von Art. 17 Abs. 1 ATSG zu verzichten sei (vgl. BGE 143 V 77 E. 3.2.2 mit Hinweis). Gleiches gilt laut der bundesgerichtlichen Rechtsprechung, wenn allein familiäre Gründe für einen Statuswechsel von
„
nichterwerbstätig" zu
„
teilerwerbstätig mit Aufgabenbereich" sprechen (
BGE 144 I 21 E. 4.6
).
In Fällen
ausserhalb
der beschriebenen Konstellation (allein familiär bedingter Statuswechsel zu Teilerwerbstätigkeit [mit Aufgabenbereich], der zur revisions
weisen Herabsetzung oder Aufhebung der Invalidenrente oder zur Befristung der rückwirkend zugesprochenen Rente führt) ist die Invalidität weiterhin nach dem bisherigen Berechnungsmodell der gemischten Methode zu bemessen (BGE 144 I 28 E. 4.4 und 4.5; Urteil des Bundesgerichts 8C_157/2017 vom 6. November 2017 E. 3.4 mit Hinweisen; IV-Rundschreiben Nr. 355 des Bundesamtes für Sozialver
sicherungen [BSV] vom 31. Oktober 2016, aktualisiert per 2
6.
Mai 2017, aufge
hoben per
1.
Januar 2018 [vgl. IV-Rundschreiben Nr. 372 des BSV vom 9. Januar 2018]).
Dies gilt insbesondere bei einer erstmaligen Zusprechung oder Verweigerung einer Rente an eine während des
massgebenden
Beurteilungszeitraums als teiler
werbstätig zu qualifizierende Person (statt vieler: Urteil des Bundesgerichts 8C_157/2017 vom
6.
November 2017 E. 3.5 mit Hinweisen), bei einer Rentenre
vision wegen erheblicher gesundheitlicher Verbesserung (Urteil des Bundesge
richts 8C_462/2017 vom 30. Januar 2018 E. 6) oder wenn die versicherte Person nicht aus familiär bedingten Gründen lediglich teilzeitlich arbeitet (Urteil des Bundesgerichts 8C_633/2015 vom 1
2.
Februar 2016 E. 4.3) beziehungsweise schon vor dem Eintritt der Gesundheitsschädigung und der Geburt eines Kindes lediglich teilzeitlich gearbeitet hat (Urteil des Bundesgerichts 9C_525/2016 vom 1
5.
März 2017 E. 4.2.2; vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_462/2017 vom 3
0.
Januar 2018 E. 5.2 mit weiteren Hinweisen).
3
.7
Beim hier zu beurteilenden Sachverhalt handelt es sich nicht um eine «Di
Trizio
»
ähnliche Ausgangslage respektive
diese
ist nur beschränkt vergleich
bar.
Zwar ergab sich die von der Beschwerdegegnerin a
ngeordnete Rentenauf
hebung allein daraus, dass die
Beschwerdegegnerin
für die Invaliditätsbemessung seit der Geburt der beiden Kinder
die
Beschwerdeführerin
nicht mehr als vollerwerbstätig, sondern als teilerwerbstätig mit Aufgabenbereich Haushalt betrachtet hat.
Dieser als Revisionsgrund geltende Statuswechsel hat
te
grund
sätzlich zur Folge, dass ihre Invalidität nicht mehr anhand eines (auf Voll
erwerbstätige anwendbaren und von der IV-Stelle demzufolge vor der Geburt des ersten Kindes der Beschwerde
führerin angewendeten) Einkommensvergleichs (wie er in den Verfügungen vom 5. September 2001 und vom 27. April 2004 zugrunde lag), sondern nach der gemischten Methode (vgl. vorstehend E.
5.3
) ermittelt wurde (vgl. Urk. 7/75).
Der Statuswechsel und die Anwendbarkeit der gemischten Methode wurde im vor
liegenden Fall
indes
durch das Bundesgericht geschützt
(Urk. 7/87)
.
Danach erfolgte eine erneute Anmeldung zum Leistungs
bezug im Mai 2013,
worauf
eben
falls nach umfassender Abklärung seitens der Beschwerdegegnerin
ein Renten
anspruch
verneint wurde (Urk. 7/124).
Mit der
Neuanmeldung vom Januar 2016 verhält es sich so wie
mit den
Anmeldungen
in den Jahren 2010 und 2013
,
nur,
dass jetzt nach erneuter Anmeldung
gemäss
der angefochtenen Verfügung vom 8. Juni 2017 (Urk. 2)
abermals
keine Rente resul
tiert.
Das
besagte
Urteil des Europäischen Gerichts
hofes für Menschenrechte in Sachen
Di
Trizio
gegen
di
e Schweiz vom 2. Februar 2016 (Nr. 7186/09)
ist nicht einschlägig
, da kein Status
wechsel von „nicht
erwerbstätig“ zu „teil
erwerbstätig“ (mit Aufgaben
bereich) oder von „vollerwerbs
tätig“ zu „teil
erwerbstätig“ (mit Aufgabenbereich) vorliegt (vgl.
BGE 143 I 50, 143 I 60
,
BGE 144 I 21
E.
4.4 ff. und
BGE 144 I
2
8
E. 4.5
; vgl.
vorstehend E. 3.6
).
Dement
sprechend ist die Beschwerdeführerin nicht al
s Voll
er
werbstätige einzustufen und es gelangt weiterhin die gemischte Methode zur Anwendung, ausgehend von einem Erwerb
s
pensum von 80 % und einem von 2
0 % im Haushalt
(Aufgaben
bereich)
.
4
.
4
.1
In medizinischer Hinsicht ging die Beschwerdegegnerin davon aus, dass im Ver
gleich zur letztmaligen umfassend durchgeführten Rentenrevision in den Jahren 2013/2014 keine gesundheitliche Veränderung eingetreten sei. Gestützt auf das da
mals
eingeholte interdisziplinäre MEDAS-Gutachten vom 4. April 2014 (Urk. 7/111)
leide
die Beschwerdeführerin an einem chronischen belastungs
ab
hängigen
lumbovertebralen
Schmerzsyndrom mit reaktiven
Tendo
myosen
(S. 46 Ziff. 7) und
es bestehe
eine 50%ige Arbeitsfähigkeit (S. 49 Ziff. 10). Auch in
der Neuanmeldung wies Dr. med.
Y._
, Facharzt für Allgemeine Medi
zin, in seinem Schreiben vom 29. März 2016 (Urk. 7/135) darauf hin, dass nach wie vor Symptome wie Kopfschmerz, Müdigkeit und Konzentrationsstörungen sowie seit 2010 lumbale Schmerzen bestünden und dass unter einem erhöhten Arbeitspensum von 100 % im Rahmen einer Ferienvertretung vermehrt Beschwerden aufträten. Auch der Regionale Ärztliche Dienst (RAD) der Beschwer
degegnerin erachtete die vorgebrachte medizinische Sichtweise als nachvoll
ziehbar und die Ergebnisse würden gut mit der Einschätzung der MEDAS-Gutachter korrelieren, womit aus medizinischer Sicht keine Veränderung einge
treten sei (Urk. 7/142/3).
Somit ist erstellt und blieb auch unbestritten
, dass sich der Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin
nicht
verändert hat, weshalb davon auszugehen ist, dass die Beschwerdeführerin
weiterhin
zu 50
% arbeitsfä
hig ist.
4
.2
Die Beschwerdeführerin macht
– näher ausgeführt (Urk. 1 S. 9 ff.)
–
geltend, hin
sichtlich der Einschränkung im Haushalt könne nicht auf den Haushalt
abklä
rungsbericht vom 22. April 2016 (Urk. 7/137) abgestellt werden.
Die von einer qualifizierten Person durchgeführte Abklärung vor Ort (nach Mass
gabe de
s Art. 69 Abs. 2 IVV; vgl. auch
Rz
.
3084 ff. des Kreisschreibens des BSV über Invalidität und Hilflosigkeit in der Invalidenversicherung [KSIH]) stellt für gewöhnlich die geeignete und genügende Vorkehr zur Bestimmung der gesund
heitlichen Einschränkung im Haushalt dar (Urteil des Bundesgerichts 9C_20
1/2011 vom 5. September 2011 E. 2, in: SVR 2012 IV Nr. 19 S.
86). Einer ärztlichen Fachperson, die sich zu den einzelnen Positionen der Haushaltführung unter dem Gesichtswinkel der Zumutbarkeit zu äussern hat, bedarf es nur in Aus
nahmefällen, namentlich bei unglaubwürdigen Angaben der versicherten Person, die im Widerspruch zu den ärztlichen Befunden stehen (Urteil des Bundesgerichts
8C_817/2013 vom 2
8.
Mai 2014 E. 5.1 mit weiteren Hinweisen
).
Für den Beweiswert eines Berichtes über die Abklärung im Haushalt einer versi
cherten Person sind – analog zur Rechtsprechung betreffend die Beweiskraft von Arztberichten (BGE 125 V 351 E. 3a mit Hinweis) – verschiedene Faktoren zu berücksichtigen: Es ist wesentlich, dass der Bericht von einer qualifizierten Person verfasst wird, die Kenntnis von den örtlichen und räumlichen Verhältnissen sowie den aus den medizinischen Diagnosen sich ergebenden Beeinträchtigungen und Behinderungen hat. Weiter sind die Angaben der versicherten Person zu berück
sichtigen, wobei divergierende Meinungen der Beteiligten im Bericht aufzuzeigen sind. Der Berichtstext schliesslich muss plausibel, begründet und angemessen detailliert bezüglich der einzelnen Einschränkungen sein und in Überein
stimmung mit den an Ort und Stelle erhobenen Angaben stehen. Trifft all dies zu, ist der Abklärungsbericht voll beweiskräftig (AHI 2003 S. 218 E. 2.3.2 [in BGE 129 V 67 nicht veröffentlichte Erwägung]; Urteil des Bundesgerichts I 733/03 vom
6.
April 2004 E. 5.1.2; vgl. auch BGE 130 V 61 E. 6.2 und 128 V 93 E. 4 betreffend Abklärungsberichte im Zusammenhang mit der Hauspflege und Hil
f
losigkeit). Diese Beweiswürdigungs
kriterien sind nicht nur für die im Abklä
rungsbericht enthaltenen Angaben zu Art und Umfang der Behinderung im Haus
halt massgebend, sondern gelten analog für jenen Teil eines Abklärungsberichts, der den mutmasslichen Umfang der erwerblichen Tätigkeit von teilerwerbstätigen Versicherten mit häuslichem Aufgabenbereich im Gesundheitsfall betrifft (Urteil des Bundesgerichts
8C_817/2013 vom 28. Mai 2014 E. 5.1 mit weiteren Hinwei
sen
).
Der Abklärungsbericht ist seiner Natur nach in erster Linie auf die Ermittlung des Ausmasses physisch bedingter Beeinträchtigungen zugeschnitten, weshalb seine grundsätzliche Massgeblichkeit unter Umständen Einschränkungen erfahren kann, wenn die versicherte Person an psychischen Beschwerden leidet. Grund
sätzlich jedoch stellt er auch dann eine beweistaugliche Grundlage dar, wenn es um die Bemessung einer psychisch bedingten Invalidität geht, das heisst wenn
die Beurteilung psychischer Erkrankungen im Vordergrund steht (AHI 2004 S.
137 E. 5.3). Widersprechen sich die Ergebnisse der Abklärung vor Ort und die fachmedizinischen Feststellungen zur Fähigkeit der versicherten Person, ihre gewohnten Aufgaben zu erfüllen, ist aber in der Regel den ärztlichen Stellung
nahmen mehr Gewicht einzuräumen als dem Bericht über die Haushaltsabklä
rung, weil es der Abklärungsperson regelmässig nur beschränkt möglich ist, das Ausmass des psychischen Leidens und der damit verbundenen Einschränkungen zu erkennen (Urteile des Bundesgerichts
8C_817/2013 vom 28. Mai 2014 E. 5.1,
9C_986/2009 vom 11. November 2010 E. 7.2 und 9C_631/2009 vom 2. Dezember 2009 E. 5.1.2, je mit Hinweisen).
4
.3
Zur Beurteilung der Beeinträchtigungen im Hauhaltbereich wurde die Beschwer
de
führerin am
23. März 2016
zu Hause besucht. Der
Abklärungsbericht
vom
22. April 2016 (Urk. 7/137
) enthält eine eingehende Abklärung der Wohnverhält
nisse sowie der im Haushalt der Beschwerdeführerin anfallenden Tätigkeiten. In Übereinstimmung mit
der Verwaltungspraxis (KSIH,
Rz
.
3084 ff, Stand 1. März 2016) wurden darin die Haushaltstätigkeiten in sieben Aufgaben eingeteilt und
anschliessend
nach deren prozentualen Gewichtung im Vergleich zu sämtlichen anfallenden Tätigkeiten bewertet. In der Folge machte sich die Abklärungsperson ein Bild über die örtlichen und räumlichen Wohnverhältnisse der Beschwerde
führerin und klärte für jeden der sieben Tätigkeitsbereiche die konkrete Behinde
rung ab. Die Berichtstexte sind nachvollziehbar begründet sowie angemessen detailliert und die Aussagen der Beschwerdeführerin wurden dabei erwähnt und berücksichtigt.
Ausserdem
resultiert
im Vergleich zur früheren Einschätzung vom Dezember 2008, anlässlich welcher eine Einschränkung im Haushalt von 22.4 % festgestellt
worden war
(Urk. 7/62)
, gar
eine leichte
Zunahme der Einschränkung
auf 28.4
%
, womit die Abklärungsperson den veränderten Verhältnissen und den geklagten zusätzlichen gesundheitlichen Beschwerden ausreichend Rechnung
getragen hat
.
Die
Anforderungen an den Beweiswert eines Haushaltabklärungs
berichts
sind
erfüllt und
es
kommt ihm volle
r
Beweiswert zu, so dass darauf abgestellt werden kann.
Selbst wenn auf die beschwerdeweise detailliert vorgebrachten
(
vermehrten
)
Ein
schränkungen der Beschwerdeführerin im Umfang von 37.2 % (Urk. 1 S. 10 ff.) abgestellt
werden
würde, ergäbe dies
vorliegend
keine Änderung im E
rgebnis (vgl. nachstehend E. 5.4)
, weshalb nicht näher darauf eingegangen zu werden braucht.
4
.4
Nach dem Gesagten ist daher vollumfänglich auf den beweiskräftigen Haushalts
abklärungsbericht abzustellen. Die Einschränkung im Haushaltsbereich beträgt
28.40
% (
Urk. 7/137 S. 8
).
5.
5
.1
Es bleibt damit die Prüfung der erwerblichen Auswirkungen vorzunehmen. Da die Beschwerdeführerin – wie zuvor ausgeführt (
vgl. vorstehend E. 3
.4) – als zu 80 % Erwerbstätige und zu 20
% im Haushalt Tätige zu qualifizieren ist, gelangt die gemischte Methode nach Art. 28a Abs. 3 IVG zur Anwendung
(vgl.
vorste
hend E. 3.3
)
.
Am 1. Januar 2018 sind die geänderten Bestimmungen der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV) vom 1. Dezember 2017 in Kraft getreten. Mit dieser Änderung wurde für die Festlegung des Invaliditätsgrades von teilerwerbstätigen Versicherten nach der gemischten Methode (Art. 28a Abs. 3 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung [IVG]) in Art. 27
bis
Absatz 2–4 IVV ein neues Berechnungsmodell eingeführt.
Gemäss den allgemeinen übergangsrechtlichen Regeln sind der Beurteilung jene Rechtsnormen zu Grunde zu legen,
die galten, als sich der zu den materiellen Rechtsfolgen führende und somit rechtserhebliche Sachverhalt verwirklicht hat
(vgl. BGE 130 V 445 E. 1.2.1, 127 V 466 E. 1, 126 V 134 E. 4b, je mit Hinweisen).
Die angefochtene Verfügung ist am
8. Juni 2017
und somit vor dem Inkrafttreten der Verordnungsänderung am 1. Januar 2018 ergangen, weshalb die revidierten Bestimmungen noch nicht zur Anwendung gelangen (vgl. Urteil des Bundesge
richts 8C_462/2017 vom 30. Januar 2017 E. 5.3 mit Hinweisen). Nachfolgend wird daher auf das bisherige Recht und die dazu ergangene Rechtsprechung Bezug genommen.
5
.2
Da der Beschwerdeführerin die seit 30. Juli 2001 ausgeübte angestammte Tätig
keit als Sachbearbeiterin Auftragsabwicklung bei der
Z._
AG im Umfang von 50 % zumutbar ist (vgl.
vorstehend E. 4.1;
Urk. 7/139)
, stützte sich die Beschwer
degegnerin bei der Ermittlung des hypothetischen Validen- und Invaliden
ein
kommens auf die Angaben des Arbeitgebers vom 27. Juni 2016 (Urk. 7/139), wonach die Beschwerdeführerin seit Mai 2012 einen Jahreslohn von Fr. 37'050.
-
verdiente
.
Sie errechnete unter Berücksichtigung der Nominallohn
ent
wicklung
für das Jahr 2016
einen Betrag von rund Fr.
38‘440.--
für ein 50%
Pensum beziehungsweise von Fr. 61‘504.-- für ein
80%-
Erwerbspensum (vgl. Urk. 7/141
).
Richtig ist, dass der Arbeitgeber den Jahreslohn von Fr. 37‘050.
seit Mai 2012 ausbezahlt, womit es keiner Nominallohnanpassung bedurft hätte. Da aber
Vali
den- und Invalideneinkommen auf zeitidentischer Grundlage
erhoben wurden
(BGE 129 V 222)
,
bleibt
dieser Fehler unerheblich.
5.3
Das Vorgehen der Beschwerdegegnerin zur Ermittlung des
Valideneinkommens
wurde von der Beschwerdeführerin in dem Sinne gerügt, dass
sie ohne ihre unfallbedingten Einschränkungen die Lehre
abschliessen
und sich beruflich hätte weiterentwickeln können, womit sie im Jahr 2016 ein Einkommen in der Kader
stufe 3 in der Höhe von jährlich Fr. 90‘333.-- beziehungsweise im Betrag von Fr. 72‘266.40 für ein 80%-Pensum erzielen würde (Urk. 1 S. 8).
Sie macht folglich eine berufliche Weiterentwicklung geltend. Da die Invalidität der voraussichtlich bleibenden oder längeren Zeit dauernden Erwerbsunfähigkeit zu entsprechen hat (vgl. Art. 8 Abs. 1 ATSG), ist auch die berufliche Weiterent
wicklung zu berück
sichtigen, die eine versicherte Person normalerweise voll
zogen hätte. Allerdings müssen konkrete Anhaltspunkte dafür bestehen, dass ohne gesundheitliche Beeinträchtigung ein beruflicher Aufstieg und ein ent
sprechend höheres Einkom
men tatsächlich realisiert worden wären.
Blosse
Absichtserklärungen der versi
cherten Person genügen nicht. Es müssen bereits bei Eintritt des Gesundheits
schadens entsprechende konkrete Schritte wie Kurs
besuche, Aufnahme eines Studiums, Ablegung von Prüfungen usw. kundgetan worden sein (Urteile des Bundesgerichts 8C_741/2016 vom 3. März 2017 E. 5, 9C_757/2010 vom 24. No
vember 2010 E. 4.2; Urteil des Bundesgericht
s
I 287/95 vom 28. August 1997 E. 5a, in: AHI 1998 S. 166).
Nach Lage der Akten begann die Beschwerdeführerin nach Absolvierung der ob
ligatorischen
Schulzeit
inklusive 10. Schuljahr
in der Mädchenfort
bildungs
schule ab April 1988 eine zweijährige Bürolehre bei der
A._
AG, welche sie
jedoch
aufgrund ihrer
am Anfang des Jahres
1990 erlittenen
gesundheitlichen
Beeinträchtigungen
nicht beenden konnte (Urk. 7/2 Ziff. 5, Urk. 7/5)
.
Trotzdem konnte sie
die
Lehre
als Büroangestellte
in einer geschützten Werkstatt
zu Ende
führen
(vgl. Urk. 7/20).
Daraus lässt sich folgern, dass die Beschwerdeführerin wohl
weiterhin in einem Büro arbeiten würde. Anhaltspunkte für einen berufli
chen Aufstieg
zu einer Kaderstelle
beziehungsweise die Absicht, eine andere Tätigkeit auszuüben, liegen nicht vor respektive sind solche Annahmen aufgrund des erlittenen frühen Unfalls zu ungewiss. D
arüber hinaus gilt es zu beachten, dass die Beschwerdeführerin lediglich eine zweijährige Bürole
hre begonnen und in der geschützten Werkstatt
abgeschlossen
hat, nicht aber die Lehre zur Kauffrau (KV)
absolviert hat
, womit – entgeg
en ihrer Ansicht (Urk. 1 S. 8)
–
nicht auf einen Lohn
gemäss
Salärempfehlung
des KV Schweiz
abgestellt werden kann.
Auch im Vergleich zur Ermittlung des
Valideneinkommens
anhand der statisti
schen Durchschnittswerte der Schweizerischen Lohnstrukturerhebung (LSE 2014)
ergibt
sich
ein ähnliches Bild. Dabei erscheint ein Abstellen auf die Tabelle T17, Berufshauptgruppe 4, Bürokräfte und verwandte Berufe,
wie dies die Beschwer
degegnerin in ihrer Vernehmlassung vom 9. September 2017 ausgeführt hat
(Urk. 6)
,
nicht unangemessen. D
er monatliche Bruttolohn weiblicher Arbeitskräfte
im Lebensalter 30-49 Jahre
betrug
in der Untergruppe 41 Allgemeine Büro- und Sekretariatskräfte
Fr. 5‘
985
.--, was nach Berücksichtigung der betriebsüblichen durchschnittlichen Arbeitszeit per 2016 von 41.7 Stunden und angepasst an die Nominallohnentwicklung (vgl. Nominallohnindex 2011-2016, Tabelle T.1.2.10 Dienstleistungen) zu einem Jahreseinkommen von rund Fr.
75‘698.--
führt (Fr. 5‘
985
.
--
x
12 :
40 x
41.7 x
1.003 x 1.008).
Bei einem Pensum von 80 % ergibt sich ein Jahreseinkommen von rund Fr. 60‘558.--, was sogar noch leicht tiefer ist als das von der Beschwerdegegnerin ermit
telte
Einkommen von Fr. 61‘504.--.
Demzufolge ist das von der Beschwerdegegnerin ermittelte
Valideneinkommen
von Fr. 61‘504.-- nicht zu beanstanden.
5
.4
Bei einem
Valideneinkommen
von Fr. 61'504.
--
im Jahr 2016 sowie einem Inva
lideneinkommen von Fr. 38
'440.
-- (Fr. 37'050.-- nominallohnangepasst, vgl. Urk. 7/141)
ergibt sich somit eine Einkommenseinbusse von Fr. 23'064.--, was einer Einschränkung im Erwerbsbereich von 37.50 % entspricht. Bei einem Anteil des erwerblichen Bereichs von 80 % ergibt dies anteilig einen Invaliditätsgrad von 30 % (37.50 % x 0.8).
5
.5
Der Gesamtinvaliditätsgrad berechnet sich mittels Addition der Teilinvali
ditäts
grade.
Demnach resultiert bei einem Teilinvaliditätsgrad im Erwerbsbereich von
30 % (vgl. vorstehend E. 5
.3) und einem solchen von
28.40
% im Haush
altsbereich (vgl.
vorstehend E. 4.4
) im Jahr 201
6
ein Ge
samtinvaliditätsgrad von rund 36
%, was
keinen Anspruch auf eine
Invalidenrente begründet.
Selbst bei Annahme der von der Beschwerdeführerin geltend gemachten Einsch
ränku
ng im Haushalt von 37.2 % und somit einen gewichteten Invaliditätsgrad von 7.44 % (vgl. Urk. 1 S.
12)
würde kein rentenbegründender Invaliditätsgrad resultieren (30 % + 7.44 % = 37.44 %).
Die angefochtene Verfügung vom
7. Juni
2017 erweist sich damit als rechtens, was zur Abweisung der Beschwerde führt.
5.
6
Es bleibt der Beschwerdeführerin unbenommen, sich bei der Beschwerdegegnerin neu anzumelden. Auf den
1.
Januar 2018 wurde
Art.
27
bis
IVV um die Absätze 2-4 ergänzt, womit die gemischte Methode anders als bisher gehandhabt wird. Gemäss Absatz 2 der dazugehörenden Übergangsbestimmungen wird eine neue Anmeldung geprüft, wenn eine Rente vor dem Inkrafttreten der Änderung wegen eines zu geringen Invaliditätsgrades einer teilerwerbstätigen versicherten Person, die sich zusätzlich im Aufgabenbereich betätigte, verweigert wurde, wenn die
Berechnung des Invaliditätsgrades nach den neuen
Art.
27
bis
Abs.
2-4 IVV voraussichtlich zu einem Rentenanspruch führt.
6
.
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind unabhängig vom Streit
wert festzulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG) und auf Fr. 800.-- anzusetzen. Entspre
chend dem Ausgang des Verfahrens sind sie der unterliegenden Beschwerde
führerin aufzuerlegen.