# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 0a141dba-c943-454c-9ad1-be40354adc0c
**Court:** GR_VG
**Chamber:** GR_VG_002
**Year:** 2021
**Language:** de
**Jurisdiction:** GR / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

I. Sachverhalt:
1. A._ ist 1965 geboren, verheiratet und war zuletzt als Gipser tätig. Am
2. Dezember 2019 meldete er einen Anspruch auf
Arbeitslosenversicherungstaggeld im Umfang von 100 % ab selbigem
Datum an.
2. Die Firma B._ GmbH in C._ kontaktierte A._ am 11. Februar
2020 betreffend eine offene Stelle als Gipser, wobei ein Arbeitsverhältnis
nicht zustande kam.
3. Mit Schreiben vom 20. Februar 2020 forderte das Amt für Industrie,
Gewerbe und Arbeit Graubünden (nachfolgend: KIGA) A._ zur
Stellungnahme zum vorbeschriebenen Sachverhalt auf.
4. In seiner Stellungnahme vom 24. Februar 2020 hielt A._ fest, dass er
sich am 10. Februar 2020 aufgrund des schlechten Gesundheitszustandes
seiner Ehefrau ins Ausland abgemeldet habe. Voraussichtlich werde er ab
dem 10. März 2020 bei der D._ AG arbeiten. Den Vertrag werde das
KIGA umgehend nach dessen Unterzeichnung erhalten.
5. Mit Verfügung vom 16. März 2020 lehnte das KIGA die
Anspruchsberechtigung von A._ ab Anmeldung zum Bezug von
Arbeitslosenversicherungstaggeld per 2. Dezember 2019 bis zur Rückkehr
aus seinem Auslandsaufenthalt ab. Begründend wurde ausgeführt, dass
A._ dem Arbeitsmarkt vor seiner Abreise ins Ausland nur gerade vom
2. Dezember 2019 bis zum 10. Februar 2020 zur Verfügung gestanden sei.
A._ habe die Stelle bei der Firma B._ GmbH in C._ aufgrund
seiner Auslandreise nicht angetreten. Damit sei klar, dass A._ nicht
gewillt gewesen sei, eine Stelle vor seiner Abreise ins Ausland anzutreten,
weshalb die Vermittlungsfähigkeit von A._ zu verneinen sei.
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6. Dagegen erhob A._ am 27. April 2020 Einsprache beim KIGA. Zur
Begründung brachte er sinngemäss vor, dass er seine Pflichten erfüllt
habe, indem er persönlich beim Arbeitgeber sowie beim RAV erschienen
sei. Er habe telefonisch mit der Verantwortlichen der Firma B._ GmbH
gesprochen. Einige Tage zuvor sei ihm ein Job bei der Firma E._
GmbH in F._ ab dem 24. Februar 2020 versprochen worden. In dieser
Zeit sei seine Ehefrau erkrankt, weshalb er zurück ins Land habe reisen
müssen und das Arbeitslosengeld aufgegeben habe. Er habe sich am 11.
Februar 2020 bei der Gemeinde abgemeldet. Bis zum 10. Februar 2020 sei
er voll bereit gewesen, eine Arbeit anzunehmen.
7. Mit Einspracheentscheid vom 8. Mai 2020 wies das KIGA die Einsprache
von A._ ab. Zur Begründung wurde vorgebracht, es sei unbestritten
und erstellt, dass A._ ab dem 2. Dezember 2019 einen Anspruch auf
Arbeitslosenversicherungstaggeld geltend gemacht und sich per 10.
Februar 2020 wegen eines längerdauernden Auslandaufenthaltes vom
Bezug von Arbeitslosenversicherungstaggeld und von der
Arbeitsvermittlung abgemeldet habe. Damit sei er der Arbeitsvermittlung
während rund zwei Monaten zur Verfügung gestanden, weshalb zu prüfen
gewesen sei, ob eine gewisse Wahrscheinlichkeit bestanden habe, dass
A._ während dieser Zeit von einem Arbeitgeber angestellt worden
wäre. A._ habe als gesuchte Tätigkeit gegenüber der öffentlichen
Arbeitsvermittlung die Berufe Maler und Gipser angegeben. Betrachte man
die eingereichten Arbeitsbemühungen, gehe hervor, dass er sich im
Wesentlichen in diesem Bereich um Arbeit bemüht habe. A._ sei der
Arbeitsvermittlung im Wesentlichen in den Monaten Dezember 2019 und
Januar 2020 zur Verfügung gestanden. Saisonbedingt würden in diesem
Zeitraum im Bauhaupt- und Baunebengewerbe ausnehmend wenige
Stellen vergeben. Wenn sie vergeben würden, dann nicht befristet auf
diesen kurzen Zeitraum, sondern eher für die nachfolgende Bausaison.
Aufgrund der Gesamtsituation, d.h. der konkreten Arbeitsmarktsituation im
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relevanten Zeitraum, des Suchbereiches von A._ und der
beschränkten Dauer, sei es unwahrscheinlich gewesen, dass A._ in
diesem Zeitraum von einem Arbeitgeber angestellt worden wäre. Damit
erweise sich die angefochtene Verfügung vom 16. März 2020 als rechtens.
Folglich wurde die dagegen erhobene Einsprache abgewiesen.
8. Dagegen erhob A._ (nachfolgend: Beschwerdeführer) am 8. Juni 2020
Beschwerde beim Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden mit dem
Rechtsbegehren, den Einspracheentscheid des KIGA vom 8. Mai 2020
aufzuheben und den Sachverhalt zur Neubeurteilung an die Vorinstanz
zurückzuweisen, alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (zzgl.
MWST) zu Lasten der Staatskasse. Begründend brachte er im
Wesentlichen vor, dass er seine Arbeit während der Zeit seiner
Arbeitslosigkeit stets angeboten habe und er sich, wie vom RAV verlangt,
um eine neue Stelle bemüht habe. Zu Beginn der Arbeitslosigkeit habe er
keine Dispositionen (Anm. des Gerichts: gemeint wohl hinsichtlich eines
Auslandaufenthalts) getätigt und der Auslandaufenthalt sei nicht geplant
gewesen. Vielmehr solle er für sein unbestritten korrektes Verhalten
nachträglich abgestraft werden. Er sei somit vermittlungsfähig gewesen,
weshalb sich die Beschwerde als begründet erweise und gutzuheissen sei.
9. Mit Stellungnahme vom 17. Juni 2020 beantragte das KIGA (nachfolgend:
Beschwerdegegner) die Abweisung der Beschwerde; unter gesetzlicher
Kostenfolge. Zusammenfassend hielt der Beschwerdegegner fest, dass
sich der Beschwerdeführer zum einen nur rund zwei Monate der
Arbeitsvermittlung zu Verfügung gestellt und sich zum anderen in einem
beruflichen Bereich bemüht habe, in welchem im relevanten Zeitraum
ohnehin kaum Stellen vergeben würden.
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10. Mit Replik vom 29. Juni 2020 ergänzte der Beschwerdeführer
aufforderungsgemäss die Beschwerde mit seiner Unterschrift und reichte
Bescheinigungen über den Gesundheitszustand seiner Ehefrau ein.
11. Am 7. Juli 2020 verzichtete der Beschwerdegegner auf die Einreichung
einer Duplik in dieser Streitsache.
Auf die weiteren Ausführungen der Parteien in den Rechtsschriften sowie
auf den angefochtenen Einspracheentscheid wird, soweit erforderlich, in
den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.

## Considerations

II. Das Gericht zieht in Erwägung:
1.1. Anfechtungsobjekt ist der Einspracheentscheid des Beschwerdegegners
vom 8. Mai 2020, womit dieser die Einsprache des Beschwerdeführers
gegen die Verfügung des KIGA vom 16. März 2020, worin die
Vermittlungsfähigkeit und somit auch die Anspruchsberechtigung des
Beschwerdeführers verneint worden war, abwies.
1.2. Nach Art. 1 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die obligatorische
Arbeitslosenversicherung und die Insolvenzentschädigung (AVIG; SR
837.0) i.V.m. Art. 2 sowie Art. 56 Abs. 1 und Art. 57 des Bundesgesetzes
über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR
830.1) kann gegen Einspracheentscheide aus dem Bereich der
Arbeitslosenversicherung Beschwerde beim kantonalen
Versicherungsgericht erhoben werden. Gemäss Art. 100 Abs. 3 AVIG
i.V.m. Art. 128 Abs. 2 der Verordnung über die obligatorische
Arbeitslosenversicherung und Insolvenzentschädigung (AVIV; SR 837.02)
ist für die Beurteilung von Beschwerden gegen Verfügungen
(Einspracheentscheide) einer kantonalen Amtsstelle das
Verwaltungsgericht desselben Kantons örtlich zuständig. Der
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angefochtene Einspracheentscheid wurde vom KIGA als kantonale
Amtsstelle im Sinne von Art. 85 AVIG erlassen, sodass die örtliche
Zuständigkeit des angerufenen Gerichts gegeben ist. Die sachliche
Zuständigkeit des Verwaltungsgerichts des Kantons Graubünden ergibt
sich aus Art. 57 ATSG i.V.m. Art. 49 Abs. 2 lit. a des kantonalen Gesetzes
über die Verwaltungsrechtspflege (VRG; BR 370.100). Als Adressat des
angefochtenen Entscheids ist der Beschwerdeführer berührt und weist ein
schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung oder Änderung auf (Art.
59 ATSG). Seine Beschwerdelegitimation ist damit zu bejahen und auf die
im Übrigen frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde (Art. 60 und Art.
61 lit. a ATSG) ist einzutreten.
2.1. In materieller Hinsicht ist strittig und damit zu prüfen, ob der
Beschwerdegegner gegenüber dem Beschwerdeführer zu Recht den
Anspruch auf Arbeitslosenentschädigung ab Anmeldung zum Bezug von
Arbeitslosenversicherungstaggeld per 2. Dezember 2019 bis zur Rückkehr
aus seinem Auslandaufenthalt mangels Vermittlungsfähigkeit verneint hat.
2.2. Die Voraussetzungen für Arbeitslosenentschädigung ergeben sich aus
Art. 8 AVIG. Demnach hat der Versicherte Anspruch auf
Arbeitslosenentschädigung, wenn er unter anderem vermittlungsfähig ist
(vgl. Art. 8 Abs. 1 lit. f AVIG). Vermittlungsfähig ist, wer bereit, in der Lage
sowie berechtigt ist, eine zumutbare Arbeit anzunehmen und an
Eingliederungsmassnahmen teilzunehmen (Art. 15 Abs. 1 AVIG). Zur
Vermittlungsfähigkeit gehört folglich die Arbeitsfähigkeit im objektiven Sinn
sowie die Bereitschaft, die Arbeitskraft – entsprechend den persönlichen
Verhältnissen – während der üblichen Arbeitszeit einzusetzen (vgl. BGE
120 V 385 E.3a m.H.; Urteil des Bundesgerichts 8C_337/2019 vom 13.
September 2019 E.3.1).
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2.3. Eine versicherte Person, die auf einen bestimmten Termin anderweitig
disponiert hat und deshalb für eine neue Beschäftigung nur noch während
relativ kurzer Zeit zur Verfügung steht, gilt in der Regel nicht als
vermittlungsfähig. Entscheidend für die Beurteilung ist der Einzelfall. Zu
prüfen sind daher jeweils die konkreten Aussichten auf eine Anstellung auf
dem in Betracht fallenden allgemeinen Arbeitsmarkt unter
Berücksichtigung der herrschenden konjunkturellen Verhältnisse sowie
aller anderen Umstände. Sind die Anstellungschancen unter den
gegebenen Umständen als gering zu bezeichnen, muss die
Vermittlungsfähigkeit verneint werden (AVIG-Praxis ALE B226; BGE 146 V
210 E.3.1 m.H; 126 V 520 E.3a; Urteil des Bundesgerichts C 162/2005 vom
27. Dezember 2005 E.1.1). Entscheidend für die Beurteilung des Einzelfalls
ist nicht in erster Linie der Arbeitswille und die Arbeitsbemühungen der
versicherten Person oder gar die Frage, ob sie in dieser Zeit effektiv eine
Beschäftigung gefunden hat, sondern massgebend ist vielmehr, ob mit
einer gewissen Wahrscheinlichkeit angenommen werden kann, dass ein
Arbeitgeber die versicherte Person für die konkret zur Verfügung stehende
Zeit noch einstellen würde (BGE 146 V 210 E.3.1). Zu Beginn der
Arbeitslosigkeit gilt eine versicherte Person in der Regel als nicht
vermittlungsfähig, wenn sie auf einen bestimmten Zeitpunkt anderweitig
disponiert hat und deshalb für eine neue Beschäftigung nur noch während
verhältnismässig kurzer Zeit dem Arbeitsmarkt zur Verfügung steht und nur
noch geringe Aussichten hat, von einem Arbeitgeber angestellt zu werden.
Zeitliche Einschränkungen auf einen bestimmten Zeitpunkt ergeben sich
z.B. bei Auslandreise, Rückkehr von Ausländern in ihren Heimatstaat,
Militärdienst, Ausbildung etc. (AVIG-Praxis ALE B227). Steht die
versicherte Person dem Arbeitsmarkt für mindestens 3 Monate zur
Verfügung, gilt sie als vermittlungsfähig. Liegt die Verfügbarkeit unter 3
Monaten, kann die Vermittlungsfähigkeit bejaht werden, sofern aufgrund
der Arbeitsmarktsituation und der Flexibilität der versicherten Person eine
gewisse Wahrscheinlichkeit besteht, von einem Arbeitgeber angestellt zu
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werden (AVIG-Praxis ALE B227). Zieht sich eine versicherte Person
hingegen während dem Bezug von Arbeitslosenversicherungstaggeld vom
Arbeitsmarkt zurück, weil sie auf einen bestimmten Zeitpunkt disponiert hat,
muss ihre Vermittlungsfähigkeit geprüft werden, wie wenn die Umstände
bereits bei ihrer Anmeldung bekannt gewesen wären. Es ist in diesen
Fällen die gesamte Dauer der Arbeitslosigkeit zu berücksichtigen und nicht
nur die bis zur Abmeldung vom Taggeldbezug verbleibende Zeit (AVIG-
Praxis ALE B228).
2.4. Das Bundesgericht hat wiederholt die Vermittlungsfähigkeit bei
Versicherten verneint, welche nur wenige Wochen – bis mindestens 10
Wochen – dem Arbeitsmarkt zur Verfügung standen (BGE 126 V 520 E.3b;
Urteil des Bundesgerichts C 169/06 vom 9. März 2007 E.3.2; vgl. auch
Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Graubünden [VGU] S 13 86
vom 26. November 2013 E.2 [2 Monate]).
2.5. Vorliegend machte der Beschwerdeführer am 2. Dezember 2019 einen
Anspruch auf Arbeitslosenversicherungstaggeld geltend. Bereits per 10.
Februar 2020 meldete er sich wegen eines längerdauernden
Auslandaufenthaltes vom Bezug von Arbeitslosenversicherungstaggeld
und von der Arbeitsvermittlung wieder ab. Damit stand der
Beschwerdeführer der Arbeitsvermittlung in der hier massgebenden
Zeitspanne vom 2. Dezember 2019 bis 10. Februar 2020 während rund 2
Monaten zur Verfügung. Der Beschwerdeführer macht in seiner
Beschwerde geltend, dass ihm bei der Anmeldung seines Anspruchs auf
Arbeitslosenentschädigung am 2. Dezember 2019 nicht bekannt gewesen
sei, dass seine Ehefrau im Februar 2020 leider schwer erkranken würde.
Er habe daher zu Beginn seiner Arbeitslosigkeit keine entsprechenden
Dispositionen (Anm. des Gerichts: gemeint wohl hinsichtlich eines
Auslandaufenthalts) getätigt. Im Februar 2020 habe er sich gezwungen
gesehen, sich vorübergehend in der Schweiz abzumelden, um seiner
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Ehefrau persönlich im Ausland beizustehen. Der Beschwerdeführer führt
aus, seine Arbeit während der Zeit seiner Arbeitslosigkeit stets angeboten
und sich um eine neue Stelle bemüht zu haben. Der Auslandaufenthalt sei
nicht geplant gewesen. Zur Verdeutlichung reichte der Beschwerdeführer
dazu am 29. Juni 2020 zwei beglaubigte Übersetzungen aus dem
Polnischen jeweils vom 12. Juni 2020 von zwei Bescheinigungen über den
Gesundheitszustand der Patientin G._ vom 15. Februar 2020 und vom
9. Juni 2020 ein (Beschwerdeführerische Akten [Bf-act.] 2). Demnach
befindet sich G._ seit 20. Mai 2019 in ambulanter psychiatrischer
Behandlung und war vom 7. bis 15. Februar 2020 insbesondere wegen
gastrischen Symptomen hospitalisiert und wurde beschwerdefrei
entlassen. Abgesehen davon, dass sich aus den Akten nicht ergibt, dass
es sich bei G._ um die Ehefrau des Beschwerdeführers handelt,
können die Ausführungen des Beschwerdeführers – wie nachfolgend
dargelegt wird - nichts an seiner fehlenden Vermittlungsfähigkeit ändern.
Selbst wenn mit dem Beschwerdeführer davon auszugehen ist, dass er
seinen Auslandaufenthalt nicht plante, sondern er aufgrund der Erkrankung
von G._ abreiste, so ist unter Hinweis auf die obgenannte AVIG-Praxis
ALE und die herrschende bundesgerichtliche Rechtsprechung dem
Beschwerdeführer die Vermittlungsfähigkeit abzusprechen, da er auf einen
bestimmten Termin (konkret Abmeldung am 10. Februar 2020) anderweitig
disponiert hat und deshalb für eine neue Beschäftigung vorderhand nicht
mehr zur Verfügung stand. Zieht sich ein Versicherter während dem Bezug
von ALE vom Arbeitsmarkt zurück, weil er auf einen bestimmten Zeitpunkt
disponiert hat, muss eine Vermittlungsfähigkeit geprüft werden, wie wenn
diese Umstände bereits bei seiner Anmeldung bekannt gewesen wären. Es
ist in diesen Fällen die gesamte Dauer der Arbeitslosigkeit zu
berücksichtigen und nicht nur die bis zur Abmeldung vom Taggeldbezug
verbleibende Zeit (AVIG-Praxis ALE B228). Entscheidend für die
Beurteilung ist der Einzelfall, d.h. massgebend sind die konkreten
Aussichten auf eine Anstellung auf dem in Betracht fallenden allgemeinen
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Arbeitsmarkt unter Berücksichtigung der herrschenden konjunkturellen
Verhältnisse sowie aller anderen Umstände. Sind die Anstellungschancen
unter den gegebenen Umständen als gering zu bezeichnen, muss die
Vermittlungsfähigkeit verneint werden (AVIG-Praxis ALE B226). Der
Beschwerdeführer gab gegenüber der öffentlichen Arbeitsvermittlung die
Berufe Maler und Gipser an. Gemäss Bericht des Beschwerdegegners hat
der Beschwerdeführer sich im Wesentlichen in diesen Bereichen um Arbeit
bemüht. Gemäss Ausführungen des Beschwerdegegners, welche vom
Beschwerdeführer nicht bestritten werden, werden in besagtem Zeitraum
im Bauhaupt- und Baunebengewerbe wenige Stellen vergeben. Und
werden sie vergeben, dann überwiegend wahrscheinlich nicht für eine
derart kurze Zeitspanne von rund zwei Monaten – zumal vorliegendenfalls
die Feiertage (Weihnachten und Neujahr) dazwischen liegen -, sondern
eher für die nachfolgende Bausaison. Der Beschwerdeführer bemühte sich
somit in einem Bereich, in welchem im relevanten Zeitraum kaum
Nachfrage nach Personal bestand. Die Aussichten des
Beschwerdeführers, im gesuchten Bereich eine Anstellung zu finden,
waren daher im Zeitraum Anfangs Dezember 2019 bis Februar 2020, sehr
gering. Die Vermittlungsfähigkeit wurde deshalb auch unter
Berücksichtigung der herrschenden konjunkturellen Verhältnisse vom
Beschwerdegegner zu Recht verneint.
2.6. Es lässt sich nach dem Gesagten nicht beanstanden, dass der
Beschwerdegegner die Vermittlungsfähigkeit des Beschwerdeführers ab
dem 2. Dezember 2019 bis zur Rückkehr aus seinem Auslandaufenthalt
verneinte und damit einhergehend den Anspruch auf
Arbeitslosenversicherungstaggeld ablehnte. Der angefochtene
Einspracheentscheid des Beschwerdegegners vom 8. Mai 2020 erweist
sich somit als rechtens, was zur Abweisung der dagegen erhobenen
Beschwerde führt.
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3.1. Gemäss aArt. 61 lit. a ATSG i.V.m. Art. 83 ATSG ist das kantonale
Beschwerdeverfahren in Sozialversicherungssachen – ausser bei
leichtsinniger oder mutwilliger Prozessführung – kostenlos, weshalb
vorliegend keine Kosten zu erheben sind.
3.2. Dem obsiegenden Beschwerdegegner steht kein Anspruch auf Ersatz der
Parteikosten zu (vgl. Art. 61 lit. g ATSG).