# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 62609ce6-983e-466a-8013-46654898231d
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2015
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1972,
gelernte Malerin,
meldete sich am 2
5.
September 1998
unter Hinweis auf
Sprunggelenksbe
schwerden
, ein Schleudertrauma, ei
ne Drogensucht sowie psychische
Beschwerden bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an (Urk. 8/4). Die
Sozialversiche
rungsanstalt
des Kantons Zürich, IV-Stelle, sprach ihr mit Verfügung vom
3
0.
Juni 1999 berufliche Massnahmen im Sinne einer Umschulung in den kaufmännischen Bereich zu (Urk. 8/13)
, welche aufgrund zu vieler Absenzen nicht abgeschlossen werden konnte (vgl. Urk. 8/16/1).
1.2
Am 2
0.
Juni 2006 meldete sich die Versicherte
,
nunmehr
seit 2000 als Hausfrau und
dannzumal
Mutter dreier Kinder
(geboren 2000, 2003 und 2006)
tätig,
erneut bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an (Urk. 8/31)
. Mit Verfügung vom
4.
Juni 2007 (Urk. 8/44)
verneinte die IV-Stelle einen
Leis
tungsanspruch
(
Kostenübernahme für Leistungen der
Spitex)
der Versicherten.
1.3
Am 1
2.
September 2013 meldete sich die Versicherte
erneut, diesmal unter Hin
weis auf
ein ADHS und
ein Burnout
,
bei der
Invalidenversicherung zum
Leis
tungsbezug
an (Urk. 8/46). Nach durchge
führtem
Vorbescheidverfahren
(Urk. 8/53-58) verneinte die IV-Stelle mit Verfügung vom 17. April 2014 (Urk. 8/59 = Urk. 2) einen
Leistungsan
spruch
der Versicherten.
2.
Die Versi
cherte erhob am 2
1.
Mai 2014
Beschwerde (Urk. 1)
gegen die Verfü
gung vom
1
7.
April 2014
(Urk. 2) und beantragte
sinngemäss, diese sei aufzu
heben und es sei ihr eine Rente zuzusprechen
.
Die IV-Stelle beantra
gte mit Beschwerdeantwort vom 2
7.
Juni 2014 (Urk. 7
) die Abwei
sung der Beschwerde.
Mit Replik vom 2
1.
Juli 2014
konkretisierte die Beschwerdeführerin
ihre Anträge, indem sie nunmehr eine ganze Rente mit Wirkung ab dem
2.
September
2013
, eventuell die Rückweisung der Sache an die Vorinstanz für weitere Abklärungen, insbesondere zwecks Einholung eines polydisziplinären Gutachtens beantragte (Urk. 12 S. 2 Ziff. 1
bis 3
).
Mit Duplik vom
1.
September 2014 (Urk. 15) hielt die Beschwerdegegnerin an ihrem Antrag auf Abweisung der Beschwerde fest und verwies auf die Stellungnahme ihres Regionalen Ärztlichen Dienstes (vgl. Urk. 16).
Dies wurde der Beschwerdeführe
rin am
1
9.
September 2014 zur Kenntnis gebracht (Urk. 17
).
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Versicherte mit vollendetem 2
0.
Altersjahr, die vor der Beeinträchtigung ihrer körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit nicht erwerbstätig waren und denen eine Erwerbstätigkeit nicht zugemutet werden kann, gelten nach Art. 5 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG)
in Ver
bindung mit Art. 8 Abs. 3
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG)
als invalid, wenn eine Unmöglichkeit vorliegt, sich im bisherigen Aufgabenbereich zu betätigen.
Art.
7
Abs.
2 ATSG ist sinn
gemäss anwendbar. Demnach sind für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträch
tigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist.
1.2
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie körperliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von Art. 4 Abs. 1
IVG
in Verbindung mit Art. 8
ATSG bewirken. Nicht als Folgen eines psychischen Gesundheitsschadens und da
mit invalidenversicherungsrechtlich nicht als rele
vant gelten Einschränkun
gen der Erwerbsfähigkeit, welche die versicherte Per
son bei Aufbietung allen guten Willens, die verbleibende Leistungsfähigkeit zu verwerten, abwenden könnte; das Mass des
Forderbaren
wird dabei weitgehend objektiv bestimmt. Festzu
stellen ist, ob und in welchem Umfang die Ausübung einer Erwerbstätig
keit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt mit der psychi
schen Beeinträchti
gung verein
bar ist. Ein psychischer Gesundheitsschaden führt also nur soweit zu einer Er
werbsunfähigkeit (Art. 7 ATSG), als angenommen werden kann, die Verwertung der Arbeitsfähigkeit (Art. 6 ATSG) sei der versi
cherten Person so
zial-praktisch nicht mehr zumutbar (BGE 131 V 49 E. 1.2 mit Hinweisen).
1.
3
Anspruch auf eine Re
nte haben gemäss Art. 28 Abs. 1
IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu be
tä
tigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder her
stellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich min
destens 40 Prozent arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 Prozent invalid (Art. 8 ATSG)
sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 Prozent besteht Anspruch auf eine
Viertelsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 Prozent auf
eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 Prozent auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 Prozent auf eine ganze Rente (Art. 28 Abs. 2 IVG).
1.4
Wurde eine Rente wegen eines zu geringen Invaliditätsgrades verweigert, so wird
nach Art. 87 Abs. 3 der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV) eine neue Anmeldung nur geprüft, wenn die Voraussetzungen gemäss Abs. 2 die
ser Be
stimmung erfüllt sind. Danach ist im Revisionsgesuch glaubhaft zu machen, dass sich der Grad der Invalidität der versicherten Person in einer für den An
spruch erheblichen Weise geändert hat. Tritt die Verwaltung auf die
Neuan
mel
dung
ein, so hat sie die Sache materiell abzuklären und sich zu ver
gewissern, ob die von der versicherten Person glaubhaft gemachte Veränderung des
Invalidi
tätsgrades
auch tatsächlich eingetreten ist; sie hat demnach in ana
loger Weise
wie bei einem Revisionsfall nach Art. 17 Abs. 1 ATSG vorzugehen (vgl. dazu BGE
130 V 71; AHI 1999 S. 84 E. 1b mit Hinweisen; vgl. auch AHI 2000 S. 309 E. 1b mit Hinweisen). Stellt sie fest, dass der Invaliditätsgrad seit Erlass der früheren
rechtskräftigen Verfügung keine Veränderung erfahren hat, so weist sie das neue
Gesuch ab. Andernfalls hat sie zunächst noch zu prüfen, ob die festge
stellte Ver
änderung genügt, um nunmehr eine
anspruchsbegrün
dende
Invalidität zu be
ja
hen,
und hernach zu beschliessen. Im Beschwerdefall obliegt die gleiche ma
te
ri
elle Prüfungspflicht auch dem Gericht (BGE 130 V 71 E. 3.2.2 und 3.2.3, 117 V 198 E. 3a, 109 V 108 E. 2b).
1.
5
Hinsichtlich des
Be
weiswertes
eines ärzt
lichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen
beruht, auch die geklagten Be
schwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorak
te
n
(Anam
nese) abgegeben wor
den ist, in der Darlegung der medizinischen Zu
sam
men
hänge und in der Beur
teilung der medizinischen Situation einleuchtet und
ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 125 V 351 E. 3a,
122 V 157 E. 1c).
2.
2.1
In formeller Hinsicht machte die Beschwerdeführerin geltend, die
Beschwerdegeg
nerin
habe das rechtliche Gehör verletzt, indem sie es unterlas
sen habe, ihr den eingeholten Bericht von Dr.
Y._
vor Erlass der angefochte
nen Verfügung zuzustellen oder anderweitig anzuzeigen (Urk. 12 S. 8).
2.2
Ein Bestandteil des Anspruchs auf
rechtliches
Gehör, wie er neben der explizi
ten gesetzlichen Regelung in
Art.
42 ATSG auch in
Art.
29
Abs.
2 der Bundes
verfassung (BV) garant
iert wird (vgl. BGE 124 V 181 E
. 1a), ist das Recht der
betroffenen Person, sich vor Erlass eines in ihre Rechtsstellung eingreifenden Entscheids zur Sache zu
äussern
, erhebliche Beweise beizubringen, Einsicht in die Akten zu nehmen, mit erheblichen Beweisanträgen gehört zu werden und an der Erhebung wesentlicher Beweise entweder mitzuwirken oder sich zumindest zum Beweisergebnis zu
äussern
, wenn dieses geeignet ist, den Entscheid zu be
einflussen (vgl. BGE 124 V 181 E. 1a mit Hinweisen;
Kieser
, ATSG-Kommentar,
Art.
42 N 10 ff.).
2.3
Der Anspruch auf rechtliches Gehör ist formeller Natur. Dessen Verletzung führt daher grundsätzlich ungeachtet der Erfolgsaussichten der Beschwerde in der Sache selbst zur Aufhebung des angefochtenen Entscheids. Vorbehalten sind
rechtsprechungsgemäss
diejenigen Fälle, in denen diese Verletzung nicht besonders schwer wiegt und dadurch geheilt wird, dass die betroffene Person die Möglichkeit erhält, sich vor einer Beschwerdeinstanz zu
äussern
, die sowohl den Sachverhalt als auch die Rechtslage frei
überprüfen kann (vgl. BGE 124 V
183 E. 4a mit Hinweisen;
Kieser
, ATSG-Kommentar,
Art.
42
Rz
9).
2.4
Z
um Verfahrensablauf
ergibt sich aus den Akten
, dass die Beschwerdegegnerin die Verfügung vom 1
7.
April 2014 (Urk. 2) zwar tatsächlich
erliess
, ohne der
Beschwerdeführerin zuvor
Gelegenheit einzuräumen, zu dem
nach Erlass des Vo
rbescheids eingeholten Bericht
von Dr.
Y._
vom 1
3. Januar 2014 (Urk.
8/57/1)
Stellung zu nehmen.
Ob dieses Vorgehen der Beschwerdegegnerin eine Verletzung des Anspruchs auf rechtliches Gehör darstellt, kann vorliegend offen gelassen werden. Die Voraussetzungen für eine Heilung sind erfüllt. Die Beschwerdeführerin konnte im gerichtlichen Verfahren ihre Einwände nochmals vollumfänglich vorbringen und eingehend zu den eingeholten Berichten Stellung nehmen. Da das Gericht
ausserdem
über volle Kognition verfügt, ist eine allfällige Gehörsverletzung im vorliegenden Verfahren heilbar (vgl. 132 V 387 E. 5.1 mit weiteren Hinweisen).
Die angefochtene Verfügung ist
damit hinsichtlich des Rentenanspruchs materi
ell zu überprüfen.
3
.
3
.1
D
ie
Beschwerdegegnerin ging
in der angefochtenen Verfügung
davon
aus, dass bei
der
Beschwerdeführer
in keine gesundheitliche Beeinträchtigung bestehe, wel
che eine länger dauernde oder bleibende Einschränkung im Aufgabenbereich Haushalt begründe. Das bei der Beschwerdeführerin ausgewiesene Leiden sei behandelbar und begründe aus versicherungsmedizinischer Sicht keine dauer
hafte Arbeitsunfähigkeit. Es lägen keine Anhaltpunkte für eine psychiatrische
Komorbidität und/oder sonstige schwere Funktionseinschränkungen vor. Das Lei
den sei aus objektiver Sicht klar überwindbar und begründe keinen Anspruch auf eine Rente (
Urk. 2
S. 1
; Urk. 7
).
3
.2
Die Beschwe
rdeführerin hielt dem entgegen
,
dass d
ie Ei
nschränkung
im Tätigkeits
bereich derzeit mindestens 70
%
erreiche
und s
ie ohne das invalidi
sierende Leiden auf absehbare Zeit keine Erwerbstätigkeit aufgenommen
hätte
(Urk. 12 S. 4 oben).
Das Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom sei bei ihr erst im Erwachsenenalter festgestellt worden. Eine späte Diagnose provoziere typi
scherweise
Komorbiditäten
(S. 5 unten). Ergänzend sei auf die heute kurierte Heroinsucht hi
nzuweisen, deren somatische
Spätfolgen bis heute nicht abgeklärt worden seien (S. 6).
Sie habe sich erstmals zum Rentenbezug angemeldet
. Eine umfassende Begutachtung habe nicht stattgefunden, obschon die im Recht lie
genden medizinischen Stellungnahmen somatische, psychosomatische, allenfalls neurologische und psychische Beschwerden indizieren würden
(S. 9)
.
3.3
Strittig und zu prüfen ist vorliegend der Rentenanspruch, mithin die Arbeitsfähig
keit und der Invaliditätsgrad der Beschwerdeführerin.
4.
4.1
Dr. med.
Z._
, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, berichtete am
5.
März 2007 (Urk. 8/40) und nannte folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (S. 1
lit
. A):
psychosoziale Überlastungssituation mit Depression und Migräneanfälle
Status nach Halswirbelsäulen (HWS)-Distorsion am
2.
November 1991 mit chronischem
zervikovertebralem
Syndrom
Status nach
Polytoxikomanie
, Status nach Methadonsubstitution (seit 1999 drogenfrei)
Er führte aus,
die Beschwerdeführerin sei
in ihrem angestammten Beruf als Male
rin
seit dem 2
2.
Dezember 2003
b
is auf weiteres zu 100
%
arbeitsunfähig
(S. 1
lit
.
B).
Aufgrund der starken Belastung (psychisch und physisch) benötige die Beschwerdeführerin einen
Entlastungsdienst im Haushalt und in der
Kinderbe
treuung
für zwei- bis dreimal pro Woche (S. 2).
4.2
Gestützt auf diesen Bericht verneinte die
Beschwerdegegnerin
einen
Leistungsan
spruch
der
Beschwerdeführerin
(Urk. 8/44).
4.
3
Die Ärzte des Sanatoriums
A._
berichteten am
2.
September 2013 (
Urk.
8/50/2-5)
über die stationär-psychiatrische Behandlung der Beschwerde
führerin vom 2
0.
April bis 1
8.
Juni 2013
und
nannten folgende Hauptdiagnose (S. 1):
Anpassungsstörungen (ICD-10 F43.2)
Sie nannten als Nebendiagnose eine einfache Aktivitäts- und
Aufmerksamkeits
störung
(ICD-10 F90.0) und führten aus,
die Beschwerdeführerin habe sich sehr erschöpft und
überfordert mit der Erziehung ihrer Kinder gefühlt
. Es sei die Spitex für die Haushaltsunterstützung zur Entlastung organisiert worden und die Beschwerdeführerin habe mit Hilfe des Sozialdienstes eine
Familienbeglei
tung
bei der Gemeinde beantragt. Während des stationären Aufenthaltes hätten insgesamt zwölf Sitzungen mit der Stationspsychologin stattgefunden, wobei in erster Linie die aktuellen Anliegen der Beschwerdeführerin besprochen worden seien (S. 3 Mitte).
Die Beschwerdeführerin sei in stabilem Zustand nach Hause ausgetreten. Es finde eine ambulante Nachbetreuung durch Dr.
B._
statt (S. 4 oben).
4.4
Dr. med.
B._
, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie, berich
tete am 2
4.
Oktober 2013 (
Urk.
8/50/1) und nannte folgende Diagnose:
einfache Aktivitäts- und Aufmerksamkeitsstörung (ICD-10 F90.0)
Sie führte aus,
die Beschwerdeführerin befinde sich
seit dem
6.
Juni 2012 in ihrer Sprechstunde zur Diagnostik und Therapie. Nachdem im letzten Jahr obige Diagnose gestellt worden sei, sei eine medikamentöse Behandlung etabliert worden. Im Behandlungsverlauf habe eine Abmilderung der zuvor schwer aus
geprägten Beschwerdesymptomatik erzielt werden können. Dennoch sei Anfang dieses Jahres eine stationäre psychiatrische Behandlung erforderlich geworden, da sich die Beschwerdeführerin in einer massiven Erschöpfungssituation befunden habe.
Trotz dieser Erholungsphase führe nun die neuerliche Belast
ungs
situ
ation zu einer allmählichen Dekompensation. Im Rahmen der
Aufmerksam
keitsstörung
mit Hyperaktivität liege unter anderem
eine Ein
schränkung im Bereich der Ex
ekutivfunktionen vor, wobei
insbesondere planerische Aufgaben, die bei der Kinderbetreuung und
in der
Haushaltsführun
g häufig anfallen wür
den,
einen wesentlich höheren Energi
eaufwand al
s üblich erfordern
würden
.
Die Beschwerdeführerin benötige auch weiterhin dringend Unterstützung bei der Betreuung ihrer vier Kinder und der Bewältigung der Haushaltsaufgaben, die nur punktuell zur Verfügung stehe. Unter diesen Bedingungen sei derzeit von einer Arbeitsunfähigkeit von 100
%
auszugehen.
4.5
Dr. med.
Y._
, Fachärztin für Allgemeine Innere Medizin, berichtete am 1
3.
Januar 2014 (
Urk.
8/57) und
nannte folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (S. 1
Ziff.
1.1):
ADHS
Schwindel
Schlafstörung
Migräne
Anämie bei Zustand nach Eisenmangel bei übermässiger Menstruation
Autounfall, seitdem verstärkte Ängste (1993)
HWS-Schleudertrauma mit Zustand nach Bewusstlosigkeit
Armfraktur links (2009)
Blaseninkontinenzoperation (2009)
Sie führte aus, dass sie die Beschwerdeführerin
seit August 2010 behandle (S. 1 Ziff.
1.2).
Die Beschwerdeführerin leide seit ihrer Kindheit an
einem
ADHS, wel
ches jedoch erst seit 2012 behandelt werde (S. 2
Ziff.
1.4). Für ihre zuletzt aus
geübte Tätigkeit bestehe seit 2000 eine 100%ige Arbeitsunfähigkei
t (S. 2 Ziff.
1.6).
4.6
Dr. phil
.
C._
,
D._
AG, Brain
Diagnostics
,
führte im neuro
physiologischen
Biomarker-Report vom 2
0.
Januar
201
4
(
Urk.
13
) aus, dass
die Werte
der Beschwerdeführerin
hinsichtlich der Aufmerksamkeit und der Impulsivität innerhalb der Norm lägen, jedoch hinsichtlich der Reaktionszeit und der Arbeitskonstanz massiv auffällig seien.
Hier zeige sich ein ausgespro
chen langsames Reagieren
(S. 2 Mitte)
.
Die Spektraldaten
der Beschwerdeführe
rin
würden erhöhte
schnell
rythm
ige
Aktivität
im zentralen
Kortex
zeigen
. Ausgeprägte Aktivität im
Betaband
im zentralen
Kortex
wie bei der Besch
werde
führerin könnte als Kompensationsmechanismus entstanden sein, wobei dieses Phänomen noch nicht geklärt sei (S. 2 unten)
.
In Bezug auf d
ie
Exekutivfunkti
onen
sei
eine sehr schnelle Aktivierung zu beobachten
(S.
3 oben
).
Dr.
phil.
C._
diagnostiz
ierte eine
ADHD
Subtyp
Beta mit
Emotions
regu
lations
begleiterkrankung
und empfahl für den Alltag
das Entwi
ckeln von Strategien für eine gute Auseinandersetzung mit Spannung und Entspannung
(S. 3)
.
4.
7
Dr. med.
E._
, Fachärztin für Allgemeine Innere Medizin
und für Arbeitsmedizin
, Regionaler Ärztlicher Dienst (RAD) der Beschwerdegegnerin, nahm am
8.
April 2014 Stellung (
Urk.
8/58/2) und führte aus,
dass die vorlie
genden Diagnosen aus den diversen Arztberichten kein neues Bild einer chro
nischen schweren Erkrankung ergäben, welche die bisherige Tätigkeit als Male
rin in erheblicher Art und Weise einzuschränken vermöge. Betreffend ADHS handle es sich um ein therapiefähiges psychisches Leiden, und die Beschwerde
führerin sei im Rahmen ihrer Schadenminderungspflicht verpflichtet, sich einer adäquaten fachpsychiatrischen Therapie zu unterziehen.
5.
5.1
Die Beschwerdegegnerin begründete ihre
erneute
anspruchsverneinende Verfü
gung da
mit, dass bei der Beschwerdeführerin kein invalidisierender
Gesund
heitsschaden
vor
liege (vorstehend E.
3
.1). Dagegen machte d
ie Beschwerdeführe
rin geltend,
ein solcher
sei
gemäss
berichtenden
Ärzten
jedoch
ausgewiesen
(vgl.
Urk.
12 S. 4 f.)
.
5
.2
Sowohl d
ie Ärzte des Sanatoriums
A._
(vgl. vorstehend E. 4.3
)
wie auch Dr.
B._
(vgl. vorstehend E. 4.4
) und
Dr.
Y._
(vgl. vorstehend E. 4.5
)
nannte
n
aus invalide
nversicherungsrechtlicher Sicht
unbeachtliche Diagnosen. So
handelt es sich bei der von ihnen
diagnosti
zier
ten
Anpassungsstörung
um
ein nach
konstanter bundesgerichtlicher Rechtsprechung grundsätzlich vo
rüber
gehendes und deshalb an sich nicht invalidisierendes Leiden (
vgl.
Urteile des
Bundesgerichts 9C_4/2013 vom 19. Dezember 2013, 8C_1055/2010 vom 17. Febr
uar
2011, 9C_408/2010 vom 22. November 2010 sowie 8C_322/2010 vom 9. August
2010).
Auch b
etreffend die Diagnose
einer
einfachen
Aktivitäts- und Aufmerksamkeitsstörung ist den Akten nicht zu entnehmen, dass sich die Beschwerdeführerin aktuell einer adäquaten medikamentösen
o
der
psychothera
peutischen Behandlung unterzieht.
Ebenso wenig
gen
ügen
die weiteren
Aus
führungen der Beschwerdeführerin
zu möglichen Spätfolgen der
heute kurierten Heroinsucht (vgl.
Urk.
12 S. 6), welche sich lediglich
auf
ihre
anamnestischen Angaben
stützen,
um einen relevanten
Ge
sund
heits
schaden
mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit auszuweisen.
Nebst der generell schwierigen familiären Situation
erwähnen
die
berichtenden Ärzte wiederholt,
dass die Beschwerde
führe
rin
mit der
Erziehung
der Kinder
und
allgemein
der Doppelbelastung von
Haushaltsführung
und Kinderbetreuung
überfordert sei.
5.3
Zur Annahme der Invalidität nach
Art.
8 ATSG ist - auch bei psychischen Erkran
kungen - in jedem Fall ein medizinisches Substrat unabdingbar, das (fach-)ärztlicherseits schlüssig festgestellt wird und nachgewiesenermassen die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit wesentlich beeinträchtigt. Je stärker psychosozi
ale und soziokulturelle Faktoren wie beispielsweise Sorge um die Familie oder Zukunftsängste (etwa ein drohender finanzieller Notstand) im Einzelfall in den Vordergrund treten und das Beschwerdebild mitbestimmen, desto ausgeprägter muss eine fachärztlich festgestellte psychische Störung von Krankheitswert vor
handen sein. Das bedeutet, dass das klinische Beschwerdebild nicht einzig in Beeinträchtigungen, welche von den belastenden soziokulturellen Faktoren herrühren, bestehen darf, sondern davon psychiatrisch zu unterscheidende Befunde zu umfassen hat, zum Beispiel eine von depressiven
Verstimmungszu
ständen
klar unterscheidbare andauernde Depression im fachmedizinischen Sinne oder einen damit vergleichbaren psychischen Leidenszustand. Solche von der soziokulturellen Belastungssituation zu unterscheidende und in diesem
Sinne verselbständigte psychische Störungen mit Auswirkungen auf die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit sind unabdingbar, damit überhaupt von Invali
dität gesprochen werden kann. Wo die begutachtende Person dagegen im Wesentlichen nur Befunde erhebt, welche in den psychosozialen und soziokultu
rellen Umständen ihre hinreichende Erklärung finden, gleichsam in ihnen auf
gehen, ist kein invalidisierender psychischer Gesundheitsschaden gegeben (BGE 127 V 294 E. 5a; Urteil des Bundesgerichts 8C_730/2008 vom 23. März 2009 E. 2).
Wenn und soweit psychosoziale und soziokulturelle Faktoren zu einer eigentli
chen Beeinträchtigung der psychischen Integrität füh
ren, indem sie einen ver
selbst
ändigten Gesundheitsschaden aufrechterhalten oder den Wirkungsgrad seiner - unabhängig von den invaliditätsfremden Elementen bestehenden - Fol
gen verschlimmern, können sie sich mittelbar invaliditätsbegründend auswirken (Urteil
des Bundesgerichts
9C_
537/2011
vom
2
8.
Juni 20
12
E. 3.2
mit Hinwei
sen
).
5.4
Dass vorliegend kein aus invalidenversicherungsrechtlicher Sicht relevantes eigenständiges psychiatrisches Leiden, sondern primär eine invaliditätsfremde Problematik vorliegt, geht deutlich aus den Ausführungen
sowohl der Ärzte des Sanatorium
s
A._
als auch
von Dr.
B._
und
Dr.
Y._
hervor. So
wird
erwähnt, dass die Beschwerdeführerin
eine Entlastung im Haushalt und in der Kinderbetreuung benötige, da sie sich
sehr erschöpft und überfordert mit der Erziehung ihrer Kinder fühle. Während des stationären Aufenthaltes der Beschwerdeführerin im Sanatorium
A._
seien sodann in erster Linie die aktuellen Anliegen der Beschwerdeführerin besprochen worden
(vgl. vorstehend E. 4.3
)
.
Gleiches äusserte auch
Dr.
B._
, wonach die Beschwerdeführerin weiterhin
Unterstützung bei der Betreuung ihrer vier Kinder und der Bewälti
gung der Haushaltsaufgaben
benötige (vgl. vorstehend E. 4.4
).
Schliesslich lässt auch die Einschätzung der Arbeitsfähigkeit durch
Dr.
Y._
keine anderen Schlüsse zu
. So nannte auch sie
–
aus rechtlicher Sicht –
nicht invalidisierende
Diagnosen und führte
nicht weiter
aus,
aus welchen Gründen eine vollständige Arbeitsunfähigkeit beste
hen soll (vgl. vorstehend E. 4.5
).
5.5
Zusammenfassend ist weder dem Bericht de
r Ärzte des Sanatoriums
A._
noch den Berichten de
r
behandelnden Psychiater
in
Dr.
B._
und der
Allge
meinmedizinerin
Dr.
Y._
ein
invalidenversiche
rungsrechtlich
relevanter
Gesund
heitsschaden
zu entnehmen. Weder die Über
forderung mit der
Kinderer
ziehung
, noch die Überforderung mit dem
Haushalt
stellen einen aus invaliden
versicherungsrechtlicher
Sicht relevanten Tatbestand dar, sondern es handelt
sic
h um psychosoziale und soziokulturelle Umstände ohne Krankhe
itswert (v
gl.
v
orstehend
E
.
5.3)
Vor diesem Hintergrund
erscheinen weitere Abklärungen
nicht erforderlich. Viel
mehr ist davon auszugehen, dass sowohl aus psy
chia
trischer wie auch aus somatischer
Sicht keine Einschränkung
en
im Aufgabenbereich bestehen
.
Daran vermag auch der von der Beschwerdeführerin eingereichte „Biomarker-Report“
(
Urk.
13) nichts zu ändern.
Obwohl
diese Verfahren zwar als orientierende kli
nische Untersuchung
bei ADHS
anerkannt werden
, besteht allerdings ein Kon
sens, dass sich die Anerkennungskriterien
für die Diagnosestellung
allein mit diesen Verfahren nicht mit ausreichender Sicherheit belegen lassen
(
Ziff.
2.3 des Anhangs 7 zum
Kreisschreiben über die medizinischen Eingliederungsmass
nahmen der Invalidenversicherung;
KSME)
.
Es handelt sich beim sogenannten „Biomarker-Report“ denn auch nicht um einen Arztbericht, welcher sich zur Arbeitsfähigkeit der getesteten Person ausspricht.
5.6
Demnach erweist sich die Verfügung vom
17
.
April
2014 (Urk. 2) als rech
tens, was zur Abweisung der Beschwerde
vom 21
.
Mai
2014 (
Urk.
1) führt.
6.
Die
Gerichtskosten gemäss Art. 69
A
bs. 1
bis
IVG sind auf Fr
. 600.-- anzusetzen und ausgangsgemäss der unterliegenden Beschwerdeführerin aufzuerlegen.