# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** cbd5c800-84b8-53dc-83ab-801bf538e368
**Court:** FR_TC
**Chamber:** FR_TC_010
**Year:** 2021
**Language:** de
**Jurisdiction:** FR / Espace_Mittelland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt
A. A._, geboren im Jahr 1982, ledig, Mutter einer minderjährigen Tochter (Jahrgang 2013), arbeitet im Teilzeitpensum (70 Prozent) als Pharma-Assistentin bei der B._ SA.
Gemäss ordentlicher Veranlagungsanzeige der Kantonalen Steuerverwaltung Freiburg (nachfolgend: Steuerverwaltung) vom 20. August 2020 betreffend die Steuerperiode 2019 ergab sich für die Steuerpflichtige ein steuerbares Einkommen von CHF 39’363.- (Kanton; geschuldete Steuer: CHF 1’774.65) bzw. CHF 44’103.- (Bund; geschuldete Steuer nach Steuerabzug: CHF 0.-). Diese Steuerveranlagung ist rechtskräftig.
Die Kantonssteuer und direkte Bundessteuer betreffend die Steuerperiode 2020 wurden noch nicht veranlagt.
Die ausstehenden Steuern beliefen sich per 31. Dezember 2020 auf CHF 1’799.80 (Kantonssteuer 2019; Abrechnung) und CHF 1’295.10 (Kantonssteuer 2020; Akontozahlung). Auf Gemeindeebene war zudem ein Betrag von CHF 1’708.85 ausstehend (Gemeinde- und Kirchensteuer 2019; Abrechnung).
B. Mit Eingabe vom 17. September 2020 stellte die Steuerpflichtige ein Gesuch um Erlass der Steuern 2019 und 2020. Dies mit der Begründung, sie sei alleinerziehende Mutter einer 6-jährigen Tochter. Sie arbeite zwar mittlerweile zu 70 Prozent, die Ausgaben für die Schule, Bekleidung, Hygieneartikel und Nahrungsmittel würden aber stetig steigen. Es sei ihr daher nicht möglich, mit ihrem bescheidenen Einkommen (monatlich CHF 3’446.55) sowie den Unterhaltszahlungen für ihre Tochter (bis Oktober 2019 monatlich CHF 1’100.-; seither CHF 900.-) die Steuern zu begleichen.
Am 28. September 2020 verzichtete die Gemeinde darauf, einen konkreten Antrag zu stellen. Die Steuerverwaltung wiederum beantragte am 26. November 2020 die Abweisung des Gesuchs.
Mit Entscheid vom 30. November 2020 wies die Finanzdirektion des Kantons Freiburg das Erlassgesuch betreffend die Kantonssteuer 2019 ab. Sie erwog, dass die geschuldete Steuer auf den tatsächlich erzielten Einkünften beruhe. Als alleinstehende Person mit Kind habe die Steuerpflichtige den dafür vorgesehenen Sozialabzug erhalten. Auch sei der massgebende Steuersatz ermässigt worden (Splitting). Schliesslich sei ihr auch ein Abzug für Steuerpflichtige mit bescheidenem Einkommen gewährt worden. Damit sei der finanziellen Situation der Steuerpflichtigen bereits Rechnung getragen worden. Einfache Einkommensschwankungen (im konkreten Fall die Einkommensverminderung infolge der Anpassung der Unterhaltszahlungen des Kindsvaters) würden keinen Erlassgrund darstellen, sondern anlässlich der Veranlagung des Steuerjahres 2020 berücksichtigt. Die minimalen Voraussetzungen für die Gewährung eines Steuererlasses seien vorliegend nicht erfüllt.
C. Gegen diesen Entscheid erhob die Steuerpflichtige am 10. Dezember 2020 (Datum der Postaufgabe) Beschwerde an das Kantonsgericht Freiburg. Sie stellt sinngemäss das Begehren, es sei der angefochtene Entscheid aufzuheben und ihrem Gesuch um Steuererlass zu entsprechen. Zur Begründung wird ausgeführt, dass die Berechnung des betreibungsrechtlichen Existenzminimums ein Manko ergebe, dies auch ohne Berücksichtigung der Steuern. Die Bedingungen für einen Steuererlass seien also eindeutig gegeben.
Kantonsgericht KG Seite 3 von 8
In ihren Bemerkungen vom 12. Januar 2021 schliesst die Vorinstanz auf Abweisung der Beschwerde.
Die Eidgenössische Steuerverwaltung verzichtete auf eine Vernehmlassung.

## Considerations

Erwägungen
Prozessuales
1.