# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 95e6f349-3e68-48f6-a39c-c25d70a063cf
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2014
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** 

## Facts

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 19
67
,
lebt im Konkubinat
und hat
ein volljähri
ges Kind
.
Sie
verfügt über eine
Ausbildung im Service
sowie als LKW-Fahrerin
(Urk. 6/1/4)
.
Nach
verschiedenen Anstellungen (vgl. den Auszug aus dem indi
viduellen Konto der Versicherten; IK-Auszug, Urk. 6/5)
arbeitete sie ab dem
1. April
2004
bei der
Y._
AG
im Aussendienst, wobei der Arbeit
geber das Arbeitsverhältnis am
1. Juli 2004
aus invaliditätsfremden Gründen
fristlos auflöste (Urk. 6/
4
)
. Am 1
5
.
Februa
r 2005 meldete sich d
ie
Versicherte
unter Hinweis auf seit
einem
Unfall vom 21. Juni 2004 bestehende
Kniebe
schwerden
erstmals bei der Eidgenössischen Invalidenversicherung
für eine
Umschulung
an (
Urk.
6
/1). Gestützt auf die durchgeführten Abklärungen, ins
besondere die ein
geholten Arztberichte (
Urk.
6
/
7-9
,
Urk.
6
/1
2
-13
,
Urk.
6
/19-20
, Urk. 6/23, Urk. 6/26, Urk. 6/28
) sowie die vom Unfallversicherer beigezogenen Akten (Urk. 6/11
, Urk. 6/24
)
,
gelangte
die
Sozialversicherungsan
stalt
des Kantons Zürich, IV-Stelle, zum Schluss, die
Versicherte sei in ihrer an
gestammten Tätig
keit als Werbeberaterin uneingeschränkt arbeitsfähig
(
Urk.
6/29/5
)
,
und ver
neinte mit Verfügung vom
2
2.
März 2007
den Anspruch auf
Leistungen der Invalidenversicherung (Urk. 6/35
).
1.2
Am 24. Juli 2008
erlitt d
ie
Versicherte
erneut
einen Unfall
(Urk. 6/37
-38
)
, worauf
hin sie Taggelder von der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt (Suva) erhielt (Urk. 6/44/5
, Urk. 6/100
)
.
In der Folge meldete sie sich am 9. März 2010
wiederum
bei der Eidgenössischen Invalidenversicherung zum
Leistungs
bezug
an
(Urk. 6/44)
.
Daraufhin
holte
die IV-Stelle
einen aktuellen IK-Auszug (Urk. 6/46)
, einen Arbeitgeberfragebogen des letzten Arbeitgebers (Urk. 6/53-54)
,
aktuelle ärztliche Berichte (
Urk.
6/50-51
,
Urk.
6/57-59
,
Urk.
6/61-62
, Urk. 6/81
)
sowie
die Akten des Unfallversicherers (Urk. 6/49)
ein
und
liess die Beschwerdeführerin durch die MEDAS
Z._
in
A._
interdisziplinär begutachten (
Gutachten vom 18. August 2011,
Urk. 6/84, Urk. 6/82).
Hernach zog sie erneut die neusten Akten der Suva bei (Urk. 6/88
, Urk. 6/91, Urk. 6/101-102
, Urk. 6/104
)
,
und weitere Arztberichte wurden eingereicht (Urk. 6/93, Urk. 6/96).
Zudem
schloss die IV-Stelle
m
it Mit
teilung vom 12.
Oktober 2011 die Arbeitsvermittlung ab (Urk. 6/89).
Insbeson
dere g
estützt auf das MEDAS-Gutachten,
die Beurteilung des Suva-Kreisarztes
sowie die Stellungnahme des
Regionalen Ärztlichen Dienstes (RAD;
vgl.
das
Feststellungsblatt, Urk. 6/106/8-10) stellte die IV-Stelle der Versicherten mit Vorbescheid vom 1. Juni 2012 die
Verneinung des Anspruchs auf eine Rente
in Aussicht (Urk. 6/107)
.
Hiergegen erhob die Versicherte am 1
2.
Juni 2012 unter Beilage eines Berichts ihres
Hausarztes Einwand (Urk. 6/109-110). Hernach wurden weitere Akten der Suva (Urk. 6/112-113, Urk. 6/115) sowie ein weiterer Arztbericht (Urk. 6/114) zu den Akten genommen. Am 27. August 2012 ver
fügte die IV-Stelle im angekündigten Sinne (Urk. 6/117 =
Urk.
2).
2.
Gegen die Verfügung vom
27
. August 201
2
erhob d
ie
Versicherte am
25.
September 201
2
Beschwerde
und beantragte
, der angefochtene Entscheid sei
dahingehend abzuändern, dass ihr eine Invalidenrente zustehe. Eventualiter sei die Sache in Aufhebung der angefochtenen Verfügung zu ergänzenden Abklä
rungen an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen oder
das Gericht habe
sel
ber ergänzende Abklärungen vorzunehmen.
Subeventualiter
sei die ange
foch
tene Verfügung dahingehend abzuändern, dass der Beschwerdeführerin Einglie
derungs
massnahme
n zustünd
en, insbesondere eine Umschulung (Urk. 1
S. 2
).
Die Beschwerdegegnerin beantragte in der Beschwerdeantwort vom
29
.
Oktober 201
2
die Abweisung der Beschwerde (
Urk.
5
).
Die Beschwerdeantwort wurde der Beschwerd
eführerin mit Schreiben vom 30.
Oktober 2012 zur Kenntnis gebracht (Urk. 7)
.
Auf die Ausführungen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, so
weit erforderlich, in den
nachfolgenden
Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
War eine Rente wegen eines zu geringen Invaliditätsgrades verweigert worden und ist die Verwaltung auf eine Neuanmeldung eingetreten (Art. 87 Abs. 3 der Verordnung über die Invalidenversicherung; IVV), so ist im
Beschwerdeverfah
ren
zu prüfen, ob im Sinne von Art. 17
des
Bundesgesetzes über den Allgemei
nen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG)
eine für den Rentenanspruch relevante Änderung des Invaliditätsgrades eingetreten ist (BGE 117 V 198 E. 3a mit Hinweis).
Anlass zur Rentenrevision
im Sinne von Art. 17 ATSG
gibt jede wesentliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den
Invaliditäts
grad
und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente nicht nur bei einer wesentlichen Änderung des Gesundheitszustandes, sondern auch dann revidierbar, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen des an sich gleich gebliebenen Gesundheitszustandes erheblich verändert haben (BGE 130 V
343 E. 3.5 mit Hinweisen). Eine Veränderung der gesundheitlichen Verhältnisse liegt auch bei gleich gebliebener Diagnose vor, wenn sich ein Leiden in seiner Intensität und in seinen Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit verändert hat (Urteile des Bundesgerichts 9C_261/2009 vom 11. Mai 2009 E. 1.2 und I 212/03 vom 28. August 2003 E. 2.2.3). Dagegen stellt die bloss unterschiedliche Beur
teilung der Auswirkungen eines im Wesentlichen unverändert gebliebenen Gesundheitszustandes auf die Arbeitsfähigkeit für sich allein genommen keinen Revisionsgrund im Sinne von Art. 17
Abs.
1 ATSG dar.
1.2
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8
Abs.
1 ATSG). Die Invalidität kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4
Abs.
1
des Bun
desgesetzes über die Invalidenversicherung; IVG)
. Erwerbs
unfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7
Abs.
1 ATSG). Für die Beur
teilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfä
higkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7
Abs.
2 ATSG).
1.3
Anspruch auf eine Rente haben gemäss Art. 28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betä
tigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich min
destens 40 Prozent arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 Prozent invalid (Art. 8 ATSG) sind.
1.
4
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gege
benenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 256 E. 4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden können (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E. 4b/cc).
1.
5
Versicherungsträger und Sozialversicherungsgerichte haben die Beweise frei, das heisst ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Für das Beschwerdeverfahren bedeutet dies, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel, unabhängig davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden hat, ob die verfüg
baren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruches gestatten. Insbesondere darf es bei einander widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich des Beweiswertes eines
Arztbe
richtes
ist also entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfas
send ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwer
den berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schluss
folgerungen begründet sind. Ausschlaggebend für den Beweiswert ist grund
sätzlich somit weder die Herkunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gut
achten (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin führte in der angefochtenen Verfügung aus, die frühere Tätigkeit als LKW-Fahrerin könne die Beschwerdeführerin nicht mehr ausüben. Hingegen sei ihr eine angepasste, überwiegend sitzende Tätigkeit zu 100
%
zumutbar, womit sie ein rentenausschliessendes Einkommen erzielen könne (Urk. 2).
2.2
Die Beschwerdeführerin
macht geltend,
seit der letzten abweisenden Verfügung sei eine für den Rentenanspruch relevante Änderung des Invaliditätsgrades ein
getreten (Urk. 1 S. 7).
Auf das MEDAS-Gutachten könne unter keinen Umstän
den abgestellt we
rden, denn dass s
ie in einer angepassten Tätigkeit
zu 100
%
arbeitsfähig sein soll
e, se
i nicht nachvollziehbar, zumal s
ie bereits in Ruhe unter starken Schmerzen leide und es infolge der Instabilität
der Kniegelenke
fast jeden Tag zu einem Einknicken mit konsekutivem Sturz komme. Des Weiteren bemängelte sie, dass sie im
B._
begutachtet wurde, dass die Gutachter nicht über ausreichende Deutschkenntnisse verfügt hätten,
sie nicht genügend inten
siv untersucht hätten und organisatorische Probleme aufgetreten seien (Urk. 1 S. 8).
Stattdessen sei auf den schlüssigen Bericht des H
ausarztes abzustellen, welcher sie
für vollumfänglich erwerbsunfähig halte (Urk. 1 S. 8 f.). Im Übrigen sei es am 13. September 2012 zu einem weiteren Unfall gekommen (Urk. 1 S. 9).
Falls nichtsdestotrotz von einer Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit ausgegangen werde, sei beim Einkommensvergleich zumindest ein
Leidensab
zug
von 20
%
vorzunehmen (Urk. 1 S. 10 f.).
Selbst bei einem Inval
iditätsgrad von nur 27
%
habe s
ie einen Anspruch auf Umschulung, da sie in ihrer ange
stammten Tätigkeit nicht mehr arbeitsfähig sei (Urk. 1 S. 11 f.).
3.
3.1
Die
letzte das Begehren auf Leistungen der Invalidenversicherung abweisende
Verfügung vom
2
2.
März 2007
(
Urk.
6/35
) stützte sich
im Wesentlichen
auf
das Gutachten der
Klinik
C._
vom 5. Januar 2007 (Urk. 6/29/5).
Gemäss diesem Gutachten war die Beschwerdeführerin in einer körperlich nicht schwe
ren und nicht kniebelastenden Tätigkeit vollumfänglich arbeitsfähig (Urk. 6/28/30-32)
.
Der RAD-Arzt
Dr.
med.
D._
teilte diese
versi
cherungsmedizinische
Beurteilung (
Stellungnahme vom 25. Januar 2007, Urk. 6/29/5).
3.2
Am 24. Juli 2008 verdrehte sich die Beschwerdeführerin beim Aussteigen aus der LKW-Wischmaschine das rechte Knie (Urk.
6/37/54, Urk. 6/37/210). Am 22.
Juli 2009 kam es zu einem Treppensturz mit einer Distorsion des linken Knies (Urk. 6/38/5).
Am 1
2.
Februar 2010 meldete die
Beschwerdeführerin
einen weiteren Sturz (Urk. 6/49/28).
Diese Unfälle führten jedoch
nach ärztlicher Ein
schätzung
nicht zu richtungsweisenden Verschlechterungen des jeweiligen
Vor
zustands
der Kniegelenke (Urk. 6/102/143-145
, Urk. 6/112/1
).
3.3
Im
Neuanmeldungs
verfahren berichtete
der damalige Hausarzt
Dr.
med.
E._
, Facharzt für Chirurgie, am 24. Juni 2010, es bestünden unklare, teils immobilisierende Kniebeschwerden beidseits
,
rechts mehr als links (Urk. 6/51/6). Eine Belastung der Knie sei nicht möglich, bereits in Ruhe bestünden Schmer
zen sowie ein rasches Anschwellen. Neb
st
den Schmerzen sei vor allem das Instabilitätsgefühl beider Knie vordergründig, wobei es immer wieder zu Stür
zen komme. Als
Chauffeuse
sei die Beschwerdeführerin seit Mitte 2008 zu 100
%
arbeitsunfähig (Urk. 6/51/7). Eine Umschulung sei dringendst indiziert. Eventuell könne die Beschwerdeführerin leichtere Arbeiten in sitzender Tätigkeit zumindest teilzeitlich ausüben (Urk. 6/51/8).
3.4
Die Ärzte der
F._
diagnostizierten im Bericht vom
18. November
2010
eine komplexe Kniegelenksproblematik links mehr als rechts (Urk. 6/59/1
).
Eine Rückkehr zur angestammten Tätigkeit sei nicht wahrscheinlich. Entspre
chend sei eine Umschulung angezeigt (Urk. 6/59/2).
Im Bericht vom 13. Dezember
2010 wurde ergänzend ausgeführt, bezüglich der Instabilität sei eine rein sitzende Tätigkeit möglich, dies scheine aber angesichts der starken Schmerzen der Beschwerdeführerin nicht möglich. Eine Beurteilung der Arbeitsfähigkeit auch in sitzender Position sei demnach erst nach Optimierung der
Analgesiebehandlung
möglich (Urk. 6/61/1).
Dem Bericht der
F._
vom 16. Juli 2012 ist zu entnehmen, dass sich die Situation im Ver
gleich zum November 2010 kaum verändert habe (Urk. 6/114/2).
3.5
Die Ärzte
der
C._
diagnostiziert
en in ihrem
orthopädisch-traumato
logischen
Gutachten vom 3.
(richtig:
30.
)
Juni 2011
eine schmerzhafte Bewegungseinschränkung sowie Instabilität des linken Kniegelenkes bei post
traumatischer
Valgusgonarthrose
links, eine schmerzhafte
Bewegungs
ein
schränkung
sowie Instabilität des rechten Kniegelenks, einen Zustand nach
Neurolyse
und Verlagerung des
Nervus
ulnaris
, Lappenplastik und Oberarmgips vom 11. Februar 2009, einen Status nach Ellbogenkontusion rechts am 10. Februar 2010 sowie eine beginnende
Coxarthrose
beidseits
,
und äusserten den Verdacht auf eine
Rotatorenmanschettenruptur
rechts (Urk. 6/102/136-137).
In einer dem Leiden optimal angepassten Tätigkeit bestehe eine 100%ige Arbeitsfähigkeit. Optimal sei eine leichte bis mittelschwere, wechselbelastende Tätigkeit ohne Zwangshaltungen für die Kniegelenke, ohne kauernde oder kniende Tätigkeit,
ohne Gehen auf unebenem Gelände
, ohne Arbeiten auf Lei
tern oder Gerüsten (Urk. 6/102/148).
3.6
Dem Bericht
von Prof.
Dr.
med.
G._
, Facharzt für Anästhesiologie,
H._
,
vom
April 2011
sind folgende Diagnosen
zu entnehmen
:
chronische Knieschmerzen beidseits bei Status nach mehreren Unfällen und operativen Eingriffen und Instabilität beidseits linksbetont, ein leichtes
Cervicovertebralsyndrom
bei Status nach Sturz im Januar 2011 sowie
Handge
lenksschmerzen
rechts bei Status nach mehreren Distorsionen durch Stürze im Jahr 2011 (Urk. 6/81/1). Wegen der Schmerzen und der eingeschränkten Beweglichkeit in beiden Knien wie auch im HWS-Bereich und im rechten Hand
gelenk se
i
die Beschwerdeführerin als Lastwagen-
Chauffeuse
zu 100
%
arbeits
unfähig
. Eine Umschulung sei zu prüfen. Zurzeit erfolge eine medikamentöse Schmerztherapie. Zu empfehlen sei zudem eine psychologische Betreuung (Urk. 6/81/2).
3.7
Die
Z._
-Gutachter diagnostizierten in ihrem interdisziplinären Gutachten vom 18. August 2011
mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit
eine diffuse
Gonalgie
rechts sowie eine mediale
Gon
algie
links bei
anteriorer
und lateraler Instabilität (Urk. 6/84/21, Urk. 6/82/6-7).
Die Einschränkungen der Arbeitsfähigkeit seien rein rheumatologischer Natur. Weder aus neurologischer noch aus psychiatri
scher Sicht bestehe eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit. Eine schwere kör
perliche Arbeit wie diejenige als Lastwagen-
Chauffeuse
sei infolge des
chronifi
zierten
Schmerzsyndroms an den Knien, das nicht auf Infiltrationen oder Medi
kation anspreche, seit dem Jahr 2008 nicht mehr zumutbar. In einer
knieadap
tierten
Tätigkeit auf ebenem Terrain und ohne häufiges Treppensteigen könne die Beschwerdeführerin hingegen zu 100
%
und ohne Einschränkung der Leis
tungsfähigkeit eingesetzt werden (Urk. 6/84/26-27, Urk. 6/82/9-10).
3.8
Dr.
med.
I._
, Pra
ktischer Arzt und
seit 7. September 2011 Hausarzt der Beschwerdeführerin (
Urk. 6/88/3,
Urk. 6/96/1
)
,
attestierte in seinem Bericht vom 28. November 2011 eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit in der angestammten Tätigkeit (Urk. 6/96/2). Am 12. Juni 2012 präzisierte er für die Einsprache gegen den Vorbescheid vom 1. Juni 2012, dass in Anbe
t
racht des unklaren Befundes und des komplexen Beschwerdebildes auch eine angepasste, überwiegend sit
zende Tätigkeit keinesfalls mehr zumutbar sei, sondern aus hausärztlicher Sicht eine Invalidität von 100
%
bestehe (Urk. 6/109).
4.
4.1
Seit der letzten leistungsabweisenden Verfügung vom 2
2.
März 2007 haben sich der Gesundheitszustand
der Beschwerdeführerin
und dessen Auswirkung
en
auf die Arbeitsfähigkeit insofern verändert, als die Beschwerdeführerin
bis
zum Unfall vom 24. Juli
2008
zunächst
noch in der Lage war, als
Strassenwischma
schinen-Fahrerin
zu arbeiten (vgl. Urk. 6/
53
), welche Tätigkeit ihr nun unbe
strittener
massen nicht mehr zugemutet werden kann.
I
n der Zwischenzeit
kam es
zu weiteren Unfällen und Operationen.
Zudem führt die
letzte Arbeitstätigkeit zu einer Veränderung des
Valideneinkommens
,
worin ebenfalls eine erhebliche Änderung im Sinne von
Art.
17 ATSG erblickt werden kann (
Urteil des Bundes
gerichts 9C_325/2013 vom 2
2.
Oktober 2013,
E. 3.3 mit Hinweisen).
Es bleibt zu prüfen, ob diese Ver
änderungen
rentenrelevant
sind
, wobei einer umfassenden Prüfung des Renten
anspruchs nichts entgegensteht (Urteil des Bundesgerichts 9C_325/2013 vom 2
2.
Oktober 2013, E. 3.5 mit Hinweisen).
4.2
4.2.1
Bezüglich de
s
zum Zeitpunkt des Erlasses der angefochtenen Verfügung vorliegen
den Sachverhalt
s
stützte sich die Beschwerdegegnerin
in erster Linie
auf das
Z._
-Gutachten vom 18. August 2011.
Die Expertise
des
Z._
vom 18. August 2011 basiert auf allseitigen Unter
-
suchun
gen
(
internistisch, psychiatrisch, rheumatologisch und neurolo
gisch) und wurde in Kenntnis der und in Auseinandersetzung mit den
Vorakten
verfasst. Die Gutachte
r
berücksichtigten
zudem die geklagten Beschwerden.
4.2.2
Aus rheumatologischer Sicht wurden eine diffuse
Gonalgie
rechts, eine mediale
Gonalgie
links mit Instabilität, eine
Periarthropathia
coxae
rechts, leichte stati
sche Veränderungen der Wirbelsäule sowie eine Tendenz zur
Hyperlaxizität
der Bänder diagnostiziert (Urk. 6/84/25, Urk. 6/82/6-7).
Diesen Diagnosen lagen die Anamnese, die klinische Untersuchung durch den rheumatologischen Gutachter sowie radiologisches Bildmaterial zugrunde (Urk. 6/82/2-6).
Einzig die Knieproblematik erachtete der Rheumatologe als genügend ausgeprägt, um sich auf die Arbeitsfähigkeit auszuwirken.
Dass die
Periarthropathie
des Hüftgelenks
und die Veränderungen der Wirbelsäule
kein
invalidisierend
es Ausmass auf
weisen
, ist in Anbetracht der normalen MRI-Befunde (Urk. 6/82/6) plausibel.
Dass die
Z._
-Gutachter die Beschwerdeführerin in ihrer angestammten Tätig
keit als LKW-
Chauffeuse
sowie für andere schwere Arbeiten, Arbeiten mit Gehen auf unebenem Terrain oder in Hanglage sowie Arbeiten mit häufigem Treppensteigen
seit 2008 als arbeitsunfähig erachteten (Urk. 6/84/25-2
7
, Urk. 6/
82/9
)
,
ist bei
der vorhandenen Knieproblematik
nachvollziehbar.
Die Arbeitsunfähigkeit resultiert gemäss
der
gutachterlichen Einschätzung aus der chronischen Schmerzsituation in beiden Knien nach zahlreichen Operationen, die zu einer Instabilität und rezidivierendem Einknicke
n
geführt haben (Urk. 6/84/25).
Dass
die Beschwerdeführerin
in einer knieentlastenden Tätigkeit hingegen vollumfänglich arbeitsfähig ist, überzeugt angesichts dessen, dass die Befunde objektiv nicht schwerwiegend sind (Urk. 6/84/27
, Urk. 6/82/9
) und die Schme
rzen bei Belastung ausgeprägter,
bei Entlastung
hingegen
weniger stark
vorhanden
sind (Urk. 6/102/138
, Urk. 6/82/3
).
Mit der Einschränkung des ange
passten Tätigkeitsprofils auf nicht kniebelastende Arbeiten trugen die begutachtenden Ärzte den geklagten Kniebeschwerden Rechnung.
4.2.3
Die Untersuchung durch den neurologischen Teilgutachter
Dr.
med.
J._
, Facharzt für Neurologie, ergab keinerlei Pathologie im Bereich der Hirnnerven. Auch im Bereich der oberen Extremitäten fand er Normalbefunde vor, insbesondere war die Sensibilität im Bereich des
Nervus
ulnaris
rechtsseitig erhalten. Die Rumpfuntersuchung war unauffällig, die Achillessehnenreflexe
waren
beidseits mittellebhaft, mittelschwach, aber symmetrisch. In der Umge
bung einer grossen Narbe am linken Knie
lateralseits
fand er eine Hypästhesie vor, jedoch ohne Defizite im Versorgungsgebiet des
Nervus
suralis
und
des
Nervus
saphenus
linksseitig. Die Beschwerdeführerin konnte sich nicht hinkau
ern und Fersen- und Zehenspitzengang konnten wegen Schmerzen nicht beur
teilt werden. Bei fehlenden Defiziten
sowie ohne Schädigungen von Nerven seien aus neurologischer Sicht keine signifikanten Befunde vorhanden. Dem
entsprechend
wurde die Beschwerdeführerin aus neurologischer Sicht als voll
umfänglich arbeitsfähig beurteilt (Urk. 6/84/26
, Urk. 6/82/12)
, was einleuchtet
.
4.2.4
Die psychiatrische Untersuchung führte
Dr.
med.
K._
, Facharzt für
Psychiatrie und Psychotherapie
mit Schwerpunkt
Konsiliar
- und
Liaisonpsychi
atrie
, durch.
Er beschrieb eine stark problembehaftete und inkonstante
Vergan
genheit der Beschwerdeführerin
. Einzig dank ihrer persönlichen Kapazitäten sei es ihr gelungen, sich noch vor Erreichen der Volljährigkeit von diesem Chaos zuhause zu befreien und mit dem Beginn einer Lehre selbständig zu werden.
Um nicht im psychologischen Sinne zu sterben, habe sie sich keine depressive Epi
sode erlaubt, welche ein erhöhtes Risiko der Selbstzerstörung mit sich gebracht hätte. Stattdessen habe sie
eine
gemischte
Persönlichkeitsstörung
entwickelt. Die Beschwerdeführerin selber halte sich für psychisch gesund und zeige eine Gleichgültigkeit, eine Art „belle
indifférence
“ in Bezug auf ihre Vergangenheit. Sie zeige defensive Mechanismen, welche beispielsweise darin zu erblicken seien, dass sie gegenüber Psychotherapeuten unzugänglich bleibe, indem sie ihnen gegenüber eine disqualifizierende Haltung zeige, oder darin, dass sie ihre Autobiographie ungenau erzähle
(Urk. 6/82/19). Vom psychiatrischen Profil her sei sie noch
im Besitz all ihrer Ressourcen (Urk. 6/82/20). Insofern ist es nach
vollziehbar, dass die Persönlichkeitsstörung als ohne Einfluss auf die Arbeitsfä
higkeit erachtet wurde. Die Beschwerdeführerin lebt denn nun auch in einer stabilen, guten Beziehung und konnte sich von ihrem Sohn distanzieren (Urk. 6/82/16). Zudem pflegt sie Kontakte zu Freundinnen, welche ihr bei den Einkäufen sowie den Haushaltsarbeiten helfen (Urk. 6/82/18, Urk. 6/102/116). Es ist denn auch nicht ersichtlich,
in
wie
fern
sich die Persönlichkeitsstörung einschränkend
auf die Arbeitsfähigkeit
auswirken könnte. Die Beschwerdefüh
rerin war nur einmal in stationärer psychiatrischer Behandlung, was mit den Problemen und dem Verhalten ihres Sohnes, mithin mit den damaligen
Lebens
u
mständen, zusammenhing (Urk. 6/82/17).
Des Weiteren stellte
Dr.
K._
die Diagnose einer
somatoformen
Schmerzstörung (Urk. 6/82/20, Urk. 6/84/23). Bezüglich dieser Diagnose erwähnte
Dr.
K._
,
psychische Leiden
äusserten sich bei der Beschwerdeführerin auf
einer somati
schen Basis mit
somatoformen
Aspekten (Urk. 6/82/19).
Darüber hinaus
ist dem Hauptgutachten zu entnehmen, dass die
somatoforme
Schmerzstörung gering ausg
eprägt sei und deshalb keinen
Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit habe (Urk. 6/84/28
, Frage 1
). Diese Angabe stimmt damit überein, dass die im Vor
dergrund stehenden Knieschmerzen sowie die Hüftschmerzen
im
Hauptgutach
ten
als nachvollziehbar beurteilt w
u
rden
:
Nach zahlreichen Knieeingriffen sei ein persistierender Schmerz in den
Knien
möglich und nicht unter den Begriff einer Symptomausweitung zu fassen
. Die Schmerzen würden jedoch nur eine schwere Tätigkeit verunmöglichen
(Urk. 6/84/28
, Frage 2
).
Auch in der rheu
matologischen Beurteilung wurden
somatoforme
Aspekte lediglich für möglich gehalten (Urk. 6/82/8), was gegen eine starke Ausprägung spricht.
Insgesamt ist daher der Schluss, die Beschwerdeführerin sei aus psychiatrischer Sicht nicht in ihrer Arbeitsfähigkeit eingeschränkt, nachvollziehbar.
4.3
4.3.1
Die Beschwerdeführerin wandte gegen das Gutachten ein,
dass sie in einer ange
passten Tätigkeit zu 100
%
arbeitsfähig sein sollte, sei nicht nachvollzieh
bar, zumal
sie
bereits in Ruhe unter starken Schmerzen leide und es infolge der Instabilität fast jeden Tag zu einem Einknicken mit konsekutivem Sturz komme
(Urk. 1 S. 8)
.
Gegen die Zumutbarkeit einer dem Leiden angepassten Tätigkeit, welche die Schmerzen nicht zusätzlich verstärkt
und das Sturzrisiko nicht erhöht
, spricht dies allerdings nicht.
4.3.2
Des Weiteren bemängelte sie, dass sie im
B._
begutachtet wurde
(Urk. 1 S. 8).
Dieser Einwand erfolgte erst
, nachdem die nicht den Vorstellungen der Beschwerdeführerin entsprechenden Ergebnisse de
r Begutachtung vorlagen. Im Voraus
hatte sie sich gemäss einer Tele
fonnotiz der Beschwerdegegnerin
aus
drücklich mit einer Begutachtung im
B._
einverstanden erklärt (Urk. 6/65).
Im Übrigen besteht kein Anspruch
a
uf einen Gutachter in möglichst unmittel
barer Nähe zum Wohnort.
Die gemäss den Angaben der Beschwerdeführerin
im Zusammenhang mit der Begutachtung
aufgetretenen organisatorischen Prob
leme (Hotelzimmer, Warten auf ärztliche Untersuchung; Urk. 1 S. 8) sind für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit nicht von Belang.
Sodann wurde die Begut
achtung in deutscher Sprache durchgeführt (Urk. 6/84/9)
.
4.3.3
Hierzu
brachte
die Beschwerdeführerin
vor
, die Gutachter
hätten
nicht über ausrei
chende Deutschkenntnisse verfügt
(Urk. 1 S. 8)
. Dabei handelt es
sich jedoch um einen pauschal gehaltenen
Einwand. Die Beschwerdeführerin führt nichts Konkretes an, was die Gutachter nicht oder falsch verstanden hätten.
Im Übrigen ist aus dem Haupt- und den Teilgutachten ersichtlich, dass die Anam
nese ausführlich erhoben werden konnte (Urk. 6/84/
9-17, Urk. 6/82/2-4, Urk. 6/82/11-12, Urk. 6/82/16-17)
und die Gutachter verstanden hatten, über welche Beschwerden die Beschwerdeführerin geklagt hatte (Urk. 6/
84/17-18, Urk. 6/82/17-18
). Die Gutachter setzten sich denn auch mit den deutschsprachi
gen
Vorakten
auseinander, wobei keine sprachlichen Defizite auszumachen sind (Urk. 6/84/
2-9
, Urk. 6/
82/8).
Sodann ist die sprachliche Verständigung bei der psychiatrischen Begutachtung am zentralsten. Das psychiatrische Teilgutachten fiel detailliert aus und
ist
ohne irgendwelche Anhaltspunkte für
Verständi
gungsprobleme
(Urk. 6/82/15-21).
Demzufolge entbehrt d
er Einwand
insgesamt
einer objektiven Grundlage.
4.3.4
Darüber hinaus bemängelte die Beschwerdeführerin, die Gutachter hätten sie
nicht genügend intensiv
und nur kurz
untersucht
(Urk. 1 S. 8).
Da es für den
Aus
sagegehalt
eines medizinischen Gutachtens praxisgemäss nicht auf die Dauer der Untersuchung ankommt (vgl. etwa Urteil des Bundesgerichts 8C_639/2011 vom 5. Januar 2012, E. 4.3.1), ist das Vorbringen de
r
Beschwer
deführer
in
,
die Untersuchungen hätten zu kurz gedauert
, vor dem Hintergrund der vollständigen und schlüssigen gutachterlichen Beurteilung, die hier gegeben ist,
unbehelflich
.
Die Teilgutachten erscheinen den jeweiligen Leiden angemes
sen.
Weshalb Gespräche, Tests,
das Anschauen der Gelenke
und Röntgen nebst den umfangreichen
Vorakten
keine genügende Grundlage bilden sollten, führt die Beschwerdeführerin nicht näher aus (Urk. 1 S.
8) und ist nicht ersichtlich.
4.4
Im Übrigen wurde von der Unfallversicherung ebenfalls e
in Gutachten in Auf
trag gegeben
.
Das
orthopädisch-
traumatologische
Gutachten der
C._
vom 30. Juni 2011
beruht auf einer klinischen und
einer
radiologischen Untersuchung sowie auf den
Vorakten
(Urk. 6/102/92-113
, Urk. 6/102/122-
135
).
Ebenso wurden die Anamnese ausführlich erhoben (Urk. 6/102/115-119) und die geklagten Beschwerden berücksichtigt (Urk. 6/102/120-121).
Zusam
menfassend gelangten die am Gutachten mitwirkenden Ärzte zum Schluss, es l
ägen
eine komplexe Problematik vor allem im Bereich beider Knie mit schmerzhafter Bewegungseinschränkung und Instabilität beidseits sowie im Bereich des linken Kniegelenkes eine beginnende posttraumatische Arthrose vor (Urk. 6/102/141).
Gestützt darauf wurde eine
100%ige Arbeitsfähigkeit in einer dem Leiden optimal
angepassten
Tätigkeit angegeben. Für ungeeignet erachte
ten die Ärzte
zusammengefasst schwere, kniebelastende, sowie in
Zwangshal
tungen
für die Kniegelenke durchzuführende Arbeiten (Urk. 6/102/148).
Damit
stimmen die im Gutachten der
C._
festgehaltenen Ergebnisse
im Wesentlichen
mit den
Schlussfolgerungen
im
Z._
-Gutachten überein
.
4.5
Der Hausarzt
Dr.
I._
attestierte
der Beschwerdeführerin
in seinem Bericht vom 28. November 2011
eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit in der angestammten Tätigkeit (Urk. 6/96/2). Am 12. Juni 2012 präzisierte er für die Einsprache gegen den Vorbescheid vom 1. Juni 2012, dass in Anbetracht des unklaren Befundes und des komplexen Beschwerdebildes auch eine angepasste, überwiegend sit
zende Tätigkeit keinesfalls mehr zumutbar sei, sondern aus hausärztlicher Sicht eine Invalidität von 100
%
bestehe (Urk. 6/109).
In Bezug auf Berichte von Hausärztinnen und Hausärzten darf und soll das Gericht der Erfahrungstatsache Rechnung tragen, dass diese mitunter im Hin
blick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patientinnen und Patienten aussagen (BGE 125 V 351 E. 3b/cc
,
BGE 135 V 465 E. 4.5
).
Hinzu kommt, dass
Dr.
I._
seine Angaben zur Beurtei
lung der Arbeitsfähigkeit in angestammter respektive in angepasster Tätigkeit nicht näher begründete, so dass sich nicht nachvollziehen lässt, wie er zu dieser Beurteilung gelangte.
Ebenso verhält es sich
mit dem Bericht des
früheren
Hausarztes
(vgl.
Urk.
6/47/8
und
Urk.
6/48
)
Dr.
E._
(
Urk.
6/51).
Dass der Beschwerde
-
führerin eine rein sitzende Tätigkeit nur eventuell und nur halbtags zuzumuten sei, über
zeugt
ohne eine weitere Erklärung
nicht
(Urk. 6/
51/5).
Auch der Bericht der
F._
vom 13. Dezember 2010, gemäss wel
chem eine Beurteilung der Arbeitsfähigkeit in angepasster Tätigkeit erst nach Optimierung der
Analgesiebehandlung
beurteilt werden könne
(Urk. 6/
61/1), erweckt keine Zweifel am
Z._
-Gutachten.
Der Bericht enthält keine abschlies
sende Beurteilung der Arbeitsfähigkeit.
4.6
Dass sich durch d
ie
Unf
älle vom 6. und
vom 24. September 2011
(vgl. Urk.
6/91/7), welche
sich nach den Begutachtungen
zutrug
en
, nichts
w
esentlich
ver
änderte, ergibt sich aus der kreisärztlichen Stellungnahme vom
9. November 2011. Der Kreisarzt hatte die Beschwerdeführerin an jenem Tag selber unter
sucht und die dabei erhobenen Befunde wiesen im Vergleich zu den im Gut
achten der
C._
vom 30. Juni 2011 beschriebenen keine relevanten Unterschiede auf (Urk. 6/102/20-32).
4.7
Der weitere
Unfall
vom 13. September 2012
(
vgl.
Urk. 1 S.
9
)
ereignete sich nach dem Erlass der angefochtenen Verfügung vom 27. August 2012 (Urk. 2), welche
rechtsprechungsgemäss die zeitliche Grenze der richterlichen
Überprü
fungsbefugnis
bildet
(BGE 132 V 215 E. 3.1.1 mit Hinweisen)
.
Der Vorfall zeigt indessen, dass eine gewisse Sturzgefährdung besteht, auf die bei der Wahl der angepassten Tätigkeit Rücksicht zu nehmen ist.
Diesbezüglich hatte die RAD-Ärztin
ausgeführt, es müsse eine Tätigkeit ohne vermehrte
Knieverletzungsge
fahr
angestrebt werden (Urk. 6/106/10).
Beim im
Z._
-Gutachten formulierten angepassten Tätigkeitsprofil
bestehen
jedoch weder eine erhöhte
Knieverlet
zungs
- noch eine erhöhte Sturzgefahr, sodass dieser erneute Sturz
am Ergebnis der Begutachtung
nichts ändert.
4.
8
Zusammenfassend steht daher mit überwiegender Wahrscheinlichkeit fest,
dass die Beschwerdeführerin in ihrem angestammten Beruf als
Lastwagenchauffeuse
seit
dem 24. Juli
2008 zu 100
%
arbeitsunfähig, in einer leidensangepassten Tä
tigkeit jedoch vollumfänglich arbeitsfähig ist. Eine solche angepasste Tätigkeit
muss
leicht sein, zu einem grossen Teil sitzend au
sgeführt werden können und knie
entlastend sein, insbesondere
darf sie
kein häufiges Treppensteigen oder Gehen auf unebenem Terrain beinhalten
(Urk. 6/84/26-27
, Urk. 6/82/10
).
Ergän
zende Abklärungen erübrigen sich damit.
5.
5.1
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss
Art.
16 ATSG in Verbindung mit
Art.
28a
Abs.
1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog.
Invalideneinkom
men
), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der
Einkom
mensvergleich
hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypo
thetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und ei
nander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt (allgemeine Methode des
Einkommensver
gleichs
; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
5.2
Zuletzt war die Beschwerdeführerin bei
L._
im Bereich der maschinellen Strassenreinigung angestellt.
Dieses Arbeitsverhältnis löste die Beschwerdefüh
rerin auf, nachdem ihr infolge des Unfalls vom 24. Juli 2008 vom Hausarzt eine
100%ige Arbeitsunfähigkeit attestiert worden war (Urk. 6/37/199, Urk. 6/37/204, Urk. 6/37/207, Urk. 6/54/1).
Bevor sie verunfallte, erzielte die Beschwerdeführerin
ein jährliches Einkommen von Fr. 69‘600.--
(Urk. 6/54).
Dieses Einkommen ist an die Nominallohnentwicklung bis
zum potentiellen Rentenbeginn im Jahr 2010
anzupassen. Beim Stand des Nominallohnindexes für
Frauen
(Nominal- und Reallohnindex, 1939 = 100) von 2‘
499
im Jahr 2008 und von 2‘
579
im Jahr 201
0
(vgl. Die Volkswirtschaft,
3
-
201
4
, S. 89
Tab. B 10.3) beträgt das massgebende
Jahreseinkommen Fr.
71‘828.--
im Jahr 2010
.
5.3
Für die Bestimmung des Invalideneinkommens
ist vom
standardisierten
Durch
schnittslohn
der Frauen
für einfache und repetitive Tätigkeiten in sämtlichen Wirtschaft
szweigen des privaten Sektors auszugehen
, welcher
Fr.
4‘225
.-- be
trägt (Lohnstrukturerhebungen 20
10, BFS 2012,
S. 26, Tabellengruppe TA1, Rubri
k „Total“, Anforderungsniveau 4
). Angepasst an die im Jahr 201
0
betriebsübliche Arbeitszeit von 41,
6
Stunden pro Woc
he (vgl. Die Volkswirt
schaft, 3
-
201
4
, S. 88
Tab. B 9.2) ergibt
sich
ein monatliches Einkommen von
Fr.
4‘394.--
beziehungsweise
ein Jahreseinkommen von
Fr.
5
2‘
728.--.
5.4
Wird das Invalideneinkommen auf der Grundlage von statistischen
Durch
-
schnitts
werten
ermittelt, ist der entsprechende Ausgangswert allenfalls zu kürzen. Mit dem sogenannten Leidensabzug wurde ursprünglich berücksichtigt, dass versicherte Personen, welche in ihrer letzten Tätigkeit körperliche Schwer
arbeit verrichteten und nach Eintritt des Gesundheitsschadens auch für leichtere Arbeiten
nurmehr
beschränkt einsatzfähig sind, in der Regel das entsprechende durchschnittliche Lohnniveau gesunder Hilfsarbeiter nicht erreichen. Der ur
sprünglich nur bei Schwerarbeitern zugelassene Abzug entwickelte sich in der Folge zu einem allgemeinen behinderungsbedingten Abzug, wobei die Recht
sprechung dem Umstand Rechnung trug, dass auch weitere persönliche und berufliche Merkmale der versicherten Person wie Alter, Dauer der Betriebszuge
hörigkeit, Nationalität oder Aufenthaltskategorie sowie Beschäftigungsgrad Auswirkungen auf die Höhe des Lohnes haben können. Ein Abzug soll aber nicht automatisch, sondern nur dann erfolgen, wenn im Einzelfall Anhalts
punkte dafür bestehen, dass die versicherte Person wegen eines oder mehrerer dieser Merkmale ihre gesundheitlich bedingte (Rest-)Arbeitsfähigkeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt nur mit unterdurchschnittlichem Einkommen ver
werten kann. Bei der Bestimmung der Höhe des Abzuges ist der Einfluss aller in Betracht fallenden Merkmale auf das Invalideneinkommen unter Würdigung der Umstände im Einzelfall gesamthaft zu schätzen
und insgesamt auf höchstens 25
% des Tabellenlohnes zu begrenzen (vgl. zum Ganzen BGE 126 V 75).
Die Beschwerdegegnerin nahm keinen Leidensabzug vor (Urk. 2 S. 2). Dies begründete sie damit, dass der Beschwerdeführerin ein genügend breites Spekt
rum an Verweistätigkeiten offen stehe. In Bezug auf Alter, Pensum und Dienst
jahre rechtfertigte sich auch kein Abzug. Des Weiteren sei die Beschwerdefüh
rerin bereits einmal in einer Verweistätigkeit tätig gewesen, weshalb sie über die
dafür
notwendigen Ressourcen verfüge (Urk. 5 S. 2). Die Beschwerdeführerin
führte aus, es sei ein Leidensabzug von mindestens 20
%
vorzunehmen,
da von Seiten eines potentiellen Arbeitgebers eine gewisse Rücksichtnahme vonnöten sei und da die Tabellenlöhne auf den Durchschnittslöhnen gesunder Arbeitneh
mer basierten (Urk. 1 S. 10 f.).
Dass die Beschwerdeführerin gesundheitlich beeinträchtigt ist, vermag für sich allein noch keinen Abzug vom Invalideneinkommen zu rechtfertigen. Voraus
setzung ist, dass konkrete Anhaltspunkte dafür bestehen, dass sie selbst in einer angepassten Tätigkeit voraussichtlich nicht in den Genuss der standardisierten Durchschnittslöhne kommt. Gegen diese Annahme und somit gegen einen Ab
zug spricht, dass die Beschwerdeführerin in einer angepassten Tätigkeit grund
sätzlich voll arbeitsfähig ist. Inwiefern die Beschwerdeführerin die
Restarbeits
fähigkeit
nur bei einem besonders rücksichtsvollen Arbeitgeber verwerten kann, begründete sie nicht näher. Konkret spricht nichts für diese Sichtweise. Die er
höhte Verletzungsanfälligkeit aufgrund der Knieinstabilität wurde bereits im Anforderungsprofil betreffend angepasste Tätigkeiten berücksichtigt. Andere Gründe, die einen Abzug rechtfertigen, sind nicht ersichtlich. Es bleibt somit festzuhalten, dass der Beschwerdeführerin noch ein genügend breites Spektrum an Verweistätigkeiten offen steht, in welchen sie nicht eingeschränkt ist und entsprechend auch keine Lohnminderung zu erwarten hat. D
as
Sozialversiche
rungsgericht
darf sein Ermessen nicht ohne triftigen Grund an die Stelle desje
nigen der Verwaltung setzen
(BGE 126 V 75, Regeste).
5.5
Aus der
Gegenüberstellung von
Valideneinkommen
(
Fr.
71‘828.--) und
Invaliden
einkommen
(
Fr.
52‘728.--) resultiert eine Einbusse von
Fr.
19‘100.--
, weshalb der Invaliditätsgrad bei
auf
gerundet
27
%
liegt
. Damit ist kein An
spruch auf eine Invalidenrente gegeben.
6.
Die Beschwerdeführerin bringt vor, die Beschwerdegegnerin hätte ihren An
spruch auf Eingliederungsmassnahmen wegen des Grundsatzes „Eingliederung vor Rente“
von sich aus zu prüfen gehabt (Urk. 1 S. 11 f.).
Der Grundsatz
„Eingliederung vor Rente“
dient der korrekten Umsetzung von Art. 28
Abs.
1
lit
. a IVG, wonach nur Versicherte, die ihre Erwerbsfähigkeit nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können, einen Rentenanspruch haben. Wenn hingegen der Rentenanspruch
durch allenfalls noch vorzunehmende berufliche Eingliede
rungsmassnahmen nicht mehr beeinflusst werden kann, beispielsweise weil bereits
zum Zeitpunkt des Erlasses der Verfügung über den Rentenanspruch
kein rentenbegründender Invaliditätsgrad gegeben ist
, kann
d
ie Verwaltung
auch ohne vorgängige Prüfung von Eingliederungsmassnahmen
über den Ren
tenanspruch befinden
(Urteil des Bundesgerichts I 428/04 vom 7. Juni 2006,
E. 5.2.2).
Vorliegend besteht kein rentenbeg
r
ündender Invaliditätsgrad (
vgl. vor
stehende E. 5.5
). Es ist daher nicht zu beanstanden, dass die IV-Stelle über den Rentenanspruch entschieden hat, ohne zuvor oder gleichzeitig über den
Um
schulungsanspruch
zu befinden.
Im Übrigen hatte die Beschwerdeführerin am 1
2.
Juni 2012 in ihrem Einwand auf den Vorbescheid nicht beanstandet, dass der Vorbescheid ausschliesslich den Rentenanspruch umfasste (Urk. 6/110/1). Sodann war die
Arbeits
vermitt
lung
auf Initiative der Beschwerdeführerin hin
eingestellt
worden
, nachdem die
se
telefonisch mitgeteilt hatte, sie sei zurzeit nicht in der Lage, zu arbeiten (Urk. 6/
89, Urk. 6/90/1, Urk. 6/90/3
). Bei dieser Sachlage ist nicht zu beanstan
den, dass die Beschwerdegegnerin
in der angefochtenen Verfügung
nicht über den
Anspruch auf
Eingliederungsmassnahmen entschieden hat
.
Fühlt sich die Beschwerdeführerin subjektiv in der Lage, die Restarbeitsfähigkeit zu verwerten, steht es ihr offen, erneut die Anordnung beruflicher Massnahmen zu beantra
gen.
Zusammenfassend ergibt sich, dass die Beschwerdegegnerin ohne vorgängige Prüfung von Eingliederungsmassnahmen den Anspruch auf eine Rente im
Neu
anmeldeverfahren
zu Recht verneint hat. Die gegen diesen Entscheid erhobene Beschwerde ist demnach abzuweisen.
7.
Der Streitgegenstand des Verfahrens betrifft die Bewilligung oder Verweigerung von
L
eistungen
der Invalidenversicherung
. Das Verfahren ist daher kosten
pflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhän
gig vom Streitwert festzulegen (
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG) und ermessensweise auf
Fr.
8
00.
--
anzusetzen. Ausgangsgemäss sind die Gerichtskosten
der Beschwer
deführerin
aufzuerlegen.