# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** f07bada2-7f6f-40d8-a5b1-40f958219be4
**Court:** GR_VG
**Chamber:** GR_VG_003
**Year:** 2019
**Language:** de
**Jurisdiction:** GR / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Begründend wurde ausgeführt, dass der medizinische Sachverhalt
ungenügend ermittelt worden sei. Im Arztbericht vom 27. September 2016
weise Dr. med. G._ auf ein CRPS bei St. nach Dekompression des N.
medianus rechts und auf ein Schulter-Arm-Syndrom rechts bei V.a.
Diskushernie C7 rechts hin. Seit Anfang 2017 leide die Beschwerdeführerin
zudem an Symptomen eines Karpaltunnelsyndroms rechts und links. Die
IV-Stelle stütze sich praktisch ausschliesslich auf den RAD-Bericht von Dr.
med. H._ vom 7. März 2017, wonach eine funktionelle Einarmigkeit
vorliege, der linke Arm voll einsatzfähig sei und der rechtsdominante Arm
trotz erheblicher funktioneller Einschränkung allenfalls aktuell als
Zudienhand eingesetzt werden könne. Mit Arztbericht vom 11. September
2017 habe der Neurologe Dr. med. L._ bei der Beschwerdeführerin
ein Karpaltunnelsyndrom links diagnostiziert. Wenn die
Beschwerdeführerin nun also auch linksseitig an einem
Karpaltunnelsyndrom leide, sei sie beidhändig bzw. beidarmig
eingeschränkt und könne damit mit Sicherheit nicht eine adaptierte
Arbeitstätigkeit zu 80 % ausführen, geschweige denn selbst unter der
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geforderten Mithilfe des Ehemannes den Haushalt praktisch
uneingeschränkt führen und ein Kleinkind betreuen. Zudem würden die
bestehenden beidseitigen Schmerzen die Leistungsfähigkeit zusätzlich
einschränken. Folglich sei die unzureichend abgeklärte medizinische
Situation im Rahmen eines neurologisch-rheumatologischen Gutachtens
abzuklären und anschliessend sei erneut zu entscheiden.
18. In der Vernehmlassung vom 3. Juli 2018 beantragte die IV-Stelle
(nachfolgend: Beschwerdegegnerin) die Abweisung der Beschwerde unter
Verweis auf die angefochtene Verfügung vom 17. Mai 2018. Ergänzend
wurde ausgeführt, dass die Beschwerdeführerin schon seit Jahren
ebenfalls an einem Karpaltunnelsyndrom links leide, was auch in der RAD-
Abschlussbeurteilung vom 29. Mai 2017 festgehalten worden sei. Dem
Arztbericht von Dr. med. L._ vom 11. September 2017 könnten daher
keine neuen Erkenntnisse entnommen werden. Entgegen der Auffassung
der Beschwerdeführerin sei der Sachverhalt vorliegend medizinisch
vollständig abgeklärt.
19. Am 4. Juli 2018 wurde der Schriftenwechsel geschlossen.
20. Mit Schreiben vom 5. Juli 2018 reichte der Rechtsvertreter der
Beschwerdeführerin seine Honorarnote ein.
21. Auf die weiteren Ausführungen der Parteien in ihren Rechtsschriften sowie
auf die angefochtene Verfügung vom 17. Mai 2018 wird, soweit erforderlich,
in den nachstehenden Erwägungen eingegangen.

## Considerations

Das Gericht zieht in Erwägung:
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1. Die vorliegende Beschwerde richtet sich gegen die Verfügung der IV-Stelle
des Kantons Graubünden vom 17. Mai 2018. Eine solche Anordnung, die
laut Bundesrecht der Beschwerde an das Versicherungsgericht am Ort der
verfügenden IV-Stelle unterliegt, kann beim Verwaltungsgericht des
Kantons Graubünden als örtlich und sachlich zuständigem
Versicherungsgericht angefochten werden (Art. 49 Abs. 2 lit. a des
Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege [VRG; BR 370.100] i.V.m. Art.
69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung [IVG;
SR 831.20] sowie Art. 57 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil
des Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR 830.1]). Als formelle und
materielle Verfügungsadressatin ist die Beschwerdeführerin von der
angefochtenen Verfügung überdies unmittelbar betroffen und hat ein
schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung oder Änderung. Sie ist
daher zur Beschwerdeerhebung legitimiert (Art. 1 Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 59
ATSG). Die Beschwerde wurde zudem frist- und formgerecht eingereicht
(Art. 1 Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 60 Abs. 1 und 2 ATSG, Art. 39 Abs. 1 ATSG
sowie Art. 61 lit. b ATSG). Auf die Beschwerde ist somit einzutreten.
2. Streitgegenstand bildet vorliegend die Frage, ob die Rentenverfügung der
Beschwerdegegnerin vom 17. Mai 2018 auf genügenden medizinischen
Abklärungen beruht oder nicht.
3.1. Anspruch auf eine Rente haben nach Art. 28 Abs. 1 IVG Versicherte, die
ihre Erwerbsfähigkeit oder ihre Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu
betätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen
wiederherstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a), während eines
Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens 40 %
arbeitsunfähig gewesen sind (lit. b) und nach Ablauf dieses Jahres zu
mindestens 40 % invalid sind (lit. c).
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3.2. Nach Art. 6 ATSG ist die Arbeitsunfähigkeit die durch eine Beeinträchtigung
der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit bedingte, volle
oder teilweise Unfähigkeit, im bisherigen Beruf oder Aufgabenbereich
zumutbare Arbeit zu leisten (Satz 1). Bei langer Dauer wird auch die
zumutbare Tätigkeit in einem anderen Beruf oder Aufgabenbereich
berücksichtigt (Satz 2). Als Invalidität gilt nach Art. 8 Abs. 1 ATSG die
voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise
Erwerbsunfähigkeit. Sie kann im IV-Bereich Folge von Geburtsgebrechen,
Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 IVG). Unter Erwerbsunfähigkeit ist
der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen
Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und
Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der
Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden allgemeinen
Arbeitsmarkt zu verstehen (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des
Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind nach Art. 7 Abs. 2 ATSG
ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu
berücksichtigen (Satz 1). Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor,
wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Satz 2).
4.1. Nach Art. 28 Abs. 2 IVG wird die Rente nach dem Grad der Invalidität wie
folgt abgestuft: Die versicherte Person hat Anspruch auf eine ganze Rente,
wenn sie zu mindestens 70 %, auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie zu
mindestens 60 %, auf eine halbe Rente, wenn sie zu mindestens 50 % und
auf eine Viertelsrente, wenn sie zu mindestens 40 % invalid ist.
4.2. Für die Bemessung der Invalidität von erwerbstätigen Versicherten ist Art.
16 ATSG anwendbar (Art. 28a Abs. 1 IVG). Danach wird für die
Bestimmung des Invaliditätsgrades das Erwerbseinkommen, das die
versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der
medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen
durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitslage erzielen
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könnte (Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum
Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid
geworden wäre (Valideneinkommen). Der Einkommensvergleich hat in der
Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen
Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander
gegenübergestellt werden. Aus der Einkommensdifferenz lässt sich der
Invaliditätsgrad bestimmen (allgemeine Methode des
Einkommensvergleichs; BGE 128 V 29 E.1).
4.3. Bei nichterwerbstätigen Versicherten, welche im Aufgabenbereich (z.B.
Haushalt) tätig sind und denen die Aufnahme einer Erwerbstätigkeit nicht
zugemutet werden kann, wird für die Bemessung der Invalidität in
Abweichung von Art. 16 ATSG darauf abgestellt, in welchem Masse sie
unfähig sind, sich im Aufgabenbereich zu betätigen (Betätigungsvergleich;
Art. 28a Abs. 2 IVG).
4.4. Bei Versicherten, die nur zum Teil erwerbstätig sind oder die unentgeltlich
im Betrieb des Ehegatten oder der Ehegattin mitarbeiten, wird für diesen
Teil die Invalidität nach Art. 16 ATSG festgelegt. Waren sie daneben auch
im Aufgabenbereich tätig, so wird die Invalidität für diese Tätigkeit nach Art.
28a Abs. 2 IVG festgelegt. In diesem Fall sind der Anteil der
Erwerbstätigkeit oder der unentgeltlichen Mitarbeit im Betrieb des
Ehegatten oder der Ehegattin und der Anteil der Tätigkeit im
Aufgabenbereich festzulegen und der Invaliditätsgrad in beiden Bereichen
zu bemessen (gemischte Methode der Invaliditätsbemessung; Art. 28a
Abs. 3 IVG). Ist bei diesen Versicherten anzunehmen, dass sie im Zeitpunkt
der Prüfung des Rentenanspruchs ohne Gesundheitsschaden ganztägig
erwerbstätig wären, so ist die Invaliditätsbemessung ausschliesslich nach
den Grundsätzen für Erwerbstätige zu bemessen (Art. 27bis Abs. 1 der
Verordnung über die Invalidenversicherung [IVV; SR 831.201]).
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4.5. Ob eine versicherte Person als ganztägig oder teilzeitig erwerbstätig oder
als nichterwerbstätig einzustufen ist, ergibt sich aus der Prüfung, was sie
bei im Übrigen unveränderten Umständen täte, wenn keine gesundheitliche
Beeinträchtigung bestünde. Entscheidend ist somit nicht, welches
Ausmass der Erwerbstätigkeit der versicherten Person im Gesundheitsfall
zugemutet werden könnte, sondern im welchem Pensum sie hypothetisch
erwerbstätig wäre (BGE 133 V 504 E.3.3 mit Hinweisen; Urteil des
Bundesgerichts 9C_335/2012 vom 17. Juli 2012 E.3.1). Bei im Haushalt
tätigen Versicherten im Besonderen sind die persönlichen, familiären,
sozialen und erwerblichen Verhältnisse ebenso wie allfällige Erziehungs-
und Betreuungsaufgaben gegenüber Kindern, das Alter, die beruflichen
Fähigkeiten und die Ausbildung sowie die persönlichen Neigungen und
Begabungen zu berücksichtigen. Für die hypothetische Annahme einer im
Gesundheitsfall ausgeübten (Teil-)Erwerbstätigkeit ist der im
Sozialversicherungsrecht übliche Beweisgrad der überwiegenden
Wahrscheinlichkeit erforderlich (BGE 137 V 334 E.3.2, 125 V 146 E.2c, je
mit Hinweisen).
5.1. Bei der Feststellung des Gesundheitszustandes und bei der Beurteilung
der Arbeitsfähigkeit der versicherten Person ist die Verwaltung (und im
Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und
gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben.
Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu
beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und
bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist. Im
Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die
Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person
noch zugemutet werden können (BGE 132 V 93 E.4 mit Hinweisen).
5.2. Das Gericht hat die medizinischen Unterlagen nach dem für den
Sozialversicherungsprozess gültigen Grundsatz der freien
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Beweiswürdigung (vgl. Art. 61 lit. c ATSG) – wie alle anderen Beweismittel
– frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und
pflichtgemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass das
Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel, unabhängig davon, von wem
sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden hat, ob die
verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen
Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf es bei einander
widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen,
ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe
anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische
These abstellt. Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist
demnach entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange
umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten
Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese)
abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen
Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation
einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der Expertin oder des Experten
begründet sind (BGE 134 V 231 E.5.1, 125 V 351 E.3a, 122 V 157 E.1c).
5.3. Dennoch erachtet es die bundesgerichtliche Rechtsprechung mit dem
Grundsatz der freien Beweiswürdigung als vereinbar, in Bezug auf
bestimmte Formen medizinischer Berichte und Gutachten Richtlinien für
die Beweiswürdigung aufzustellen (vgl. die ausführlichen
Zusammenstellungen dieser Richtlinien in BGE 125 V 351 E.3b mit
zahlreichen Hinweisen; vgl. dazu auch BGE 135 V 465 E.4.4 f.) So ist den
im Rahmen des Verwaltungsverfahrens eingeholten Gutachten externer
Spezialärztinnen und -ärzten, welche aufgrund eingehender
Beobachtungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten
Bericht erstatten und bei der Erörterung der Befunde zu schlüssigen
Ergebnissen gelangen, bei der Beweiswürdigung volle Beweiskraft
zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit
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der Expertise sprechen (BGE 125 V 351 E.3b/bb mit Hinweisen). In Bezug
auf Berichte von Hausärzten darf und soll das Gericht auch der
Erfahrungstatsache Rechnung tragen, dass Hausärzte mitunter im Hinblick
auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu
Gunsten ihrer Patienten aussagen (BGE 135 V 465 E.4.5, 125 V 351 E.3a
und 3b). Sodann kommt auch den Berichten und Gutachten
versicherungsinterner Ärzte Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig
erscheinen, nachvollziehbar begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind
und keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen (BGE 125 V 351
E.3b/ee, 122 V 157 E.1c, 135 V 465 E.4.4; Urteil des Bundesgerichts
8C_245/2011 vom 25. August 2011 E.5.3).
6.1. Im konkreten Fall sind im Wesentlichen folgende medizinische Akten für
die Streitentscheidung über den Gesundheitszustand bzw. die
Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin von Bedeutung:
6.1.1. Dr. med. D._, Facharzt FMH für Neurologie, diagnostizierte im
Arztbericht vom 29. April 2014 zuhanden der Hausärztin Dr. med. G._
bei der Beschwerdeführerin ein deutliches Karpaltunnelsyndrom rechts, ein
leichtes bis mässiges Karpaltunnelsyndrom links sowie eine leichte laterale
Epicondylalgie rechts. Er hielt u.a. fest, dass die Beschwerdeführerin seit
etwa vier Wochen über beidseits – deutlich rechtsbetont – einschlafende
Hände klage (vgl. beschwerdegegnerische Akten [Bg-act.] 17 S. 6 f.).
6.1.2. Im ärztlichen Zeugnis vom 30. Dezember 2014 stellte Dr. med. E._,
Chefarzt Handchirurgie, Facharzt für Chirurgie, Handchirurgie, Allgemein-
und Unfallchirurgie folgende Diagnosen: Karpaltunnelsyndrom rechts, V.a.
Rhizarthrose/STT-Arthrose rechts und V.a. CRPS, Dekompression N.
medianus rechts 04.09.2014 (recte: 05.09.2014) fecit Dr. F._,
Infiltration Daumensattelgelenk/STT-Gelenk rechts und CRPS-
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Behandlung. Beschwerden an der linken Hand wurden im besagten
Arztzeugnis nicht erwähnt (vgl. Bg-act. 13).
6.1.3. Die Hausärztin Dr. med. G._ stellte im Arztbericht vom 18. Februar
2015 zuhanden der Beschwerdegegnerin als Diagnose mit Auswirkung auf
die Arbeitsfähigkeit einen V.a. CRPS bei St. n. Dekompression des N.
medianus rechts, eine leichte Rhizarthrose rechts, eine Epicondylitis
humeri radialis rechts sowie ein leichtes bis mässiges
Karpaltunnelsyndrom links fest. Sie erachtete bezüglich einer
behinderungsangepassten Tätigkeit sämtliche auf dem Fragebogen der
Beschwerdegegnerin aufgeführten Arbeiten als zumutbar, ausser Über-
Kopf-Arbeiten, das Heben/Tragen sowie das Besteigen von
Leitern/Gerüsten (vgl. Bg-act. 17 S. 2 ff.).
6.1.4. Gemäss Arztbericht von Dr. med. E._ vom 3. März 2015 zuhanden
der Beschwerdegegnerin bestehe ein eindeutiges Karpaltunnelsyndrom
rechts mit entsprechenden Gefühlsstörungen und Schmerzen. Am 5.
September 2014 sei eine Dekompression des N. medianus rechts erfolgt.
Der postoperative Verlauf sei kompliziert mit persistierenden Schmerzen
im Bereich der Narbe und des Daumensattelgelenks sowie des ersten
Strecksehnenfaches rechts. Postoperativ bestehe der Verdacht auf ein
CRPS. Eine behinderungsangepasste Tätigkeit sei theoretisch zu 100 %
möglich, wobei aber Arbeiten wie Heben/Tragen und das Besteigen von
Leitern/Gerüsten nicht mehr zumutbar seien. Dr. med. E._ machte im
besagten Arztbericht keinerlei Ausführungen zu Beschwerden im Bereich
der linken Hand bzw. des linken Armes (vgl. Bg-act. 20).
6.1.5. Im Verlaufsbericht sowie im entsprechenden Beiblatt vom 6. Januar 2016
zuhanden der Beschwerdegegnerin erwähnte die Hausärztin Dr. med.
G._ keinerlei Beschwerden an der linken Hand bzw. am linken Arm.
Vielmehr führte sie aus, dass die Beschwerdeführerin die Arbeit als
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Raumpflegerin wegen den Arm-Handschmerzen rechts sowie der
Kraftlosigkeit der rechten Hand nicht ausüben könne (vgl. Bg-act. 44 S. 1
f.).
6.1.6. Die Hausärztin Dr. med. G._ führte im Arztzeugnis vom 15. März 2016
zuhanden der M._ Versicherungen AG folgende Diagnosen an: V.a.
CRPS bei St. n. Dekompression des N. medianus rechts, leichte
Rhizarthrose rechts, Epicondylitis radialis rechts, leichtes bis mässiges
CTS links, V.a. Diskushernie C6 rechts, aktuelle Schwangerschaft (vgl. Bg-
act. 62 S. 5).
6.1.7. Gemäss Arztzeugnis der Hausärztin Dr. med. G._ vom 27. September
2016 zuhanden der M._ Versicherungen AG bestünden seit Anfang
2014 Symptome eines CTS rechts und links. Am 5. September 2014 sei
die Operation CTS links (recte: rechts) durchgeführt worden. Die
Beschwerdeführerin habe im Februar 2014 über das Einschlafen der
Hände geklagt, rechts mehr als links. Sämtliche Medikamente seien ab
Oktober 2015 aufgrund der festgestellten Schwangerschaft sistiert worden
(vgl. Bg-act. 62 S. 8 f.).
6.1.8. Im Arztbericht vom 8. November 2016 zuhanden der Hausärztin Dr. med.
G._ über die gleichentags durchgeführte Konsultation berichtete Dr.
med. L._, Facharzt für Neurologie FMH, lediglich über chronifizierten
Schmerzen und Sensibilitätsstörungen im rechten Arm. Schmerzen im
Bereich der linken Hand bzw. des linken Armes wurden nicht erwähnt (vgl.
Bg-act. 71).
6.1.9. Im ärztlichen Bericht über die chirurgischen RAD-Abklärung vom 31.
Januar 2017 hielt der RAD-Arzt Dr. med. H._, Facharzt für Chirurgie,
am 7. März 2017 fest, dass gemäss der Schilderung der
Beschwerdeführerin im Rahmen der Anamnese neurologisch auch ein
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Karpaltunnelsyndrom an der linken Hand bekannt sei, die linke Hand aber
vollkommen beschwerdefrei sei und keine Beschwerdesymptomatik
vorliege. Betreffend Untersuchungsbefunde führte Dr. med. H._ u.a.
aus, dass die Beweglichkeit der linken Schulter, des linken Armes, des
linken Ellenbogens, des linken Handgelenks sowie der linken Finger
unauffällig sei. Links lägen keine sensomotorischen Defizite vor. Im
Rahmen seiner Beurteilung meinte er zudem, dass die
Funktionseinschränkung der rechten Hand aufgrund des postoperativ sich
entwickelnden CRPS erheblich sei. Die rechtsdominante Hand könne
aktuell nur sehr kraftlos, allenfalls als Zudienhand eingesetzt werden.
Durch Schonhaltung der rechten Hand hätten sich auch
Verspannungsbeschwerden chronischer Art im rechten Oberarm und in der
rechten Schulter entwickelt. Abgesehen von der Funktionseinschränkung
der rechten Hand und des rechten Armes lägen unauffällige körperliche
Belastungsverhältnisse vor. Es liege eine funktionelle Einarmigkeit vor, was
beutete, dass der linke Arm voll einsatzfähig sei, auch wenn dieser nicht
der dominante Arm sei. Für leichte bis zeitweise mittelschwere körperliche
Arbeiten im Wechselrythmus ohne vollen Gebrauch der rechten Hand in
grob- und feinmotorischem Einsatz bestehe volle Leistungsfähigkeit. Durch
die erhebliche Funktionseinbusse der rechten Hand und des rechten
Armes könnten die bislang überwiegend bimanuell ausgeführten
Reinigungstätigkeiten nicht mehr ausgeübt werden. Seit Mitte Mai 2016
hätten sich die gesundheitlichen Verhältnisse am rechten Handgelenk
stabilisiert mit auch von der Beschwerdeführerin bekundeter Tendenz zur
Besserung der Symptomatik, wenn auch die Symptomatik weiterhin
wechselhaft und schmerzhaft ausgeprägt sei. Schliesslich bescheinigte der
erwähnte RAD-Arzt der Beschwerdeführerin ab 29. August 2014 eine
vollständige Arbeitsunfähigkeit in der angestammten Tätigkeit als
Reinigungsmitarbeiterin. Für eine leidensadaptierte Tätigkeit attestierte er
der Beschwerdeführerin hingegen eine 80%ige Arbeitsfähigkeit ab 21. Juni
2016 (vgl. Bg-act. 74)
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6.1.10. In der neurologischen Stellungnahme vom 19. April 2017 führte die RAD-
Ärztin Dr. med. I._ aus, dass sich auch aus ihrer Sicht ein CRPS nach
CTS-release rechts im September 2014 entwickelt habe. Zudem ergäben
sich aus den vorhandenen Berichten keine Hinweise auf neue, von den
Schmerzen unabhängige, eigenständige Leiden. Die diagnostischen
Möglichkeiten seien somit erschöpft. Dr. med. H._ habe im Rahmen
der RAD-Abklärung einen ausführlichen symptomorientierten Befund
erhoben und eine umfassende Beurteilung der zumutbaren Arbeitstätigkeit
in angestammter sowie in adaptierter Tätigkeit abgegeben. Es bestehe
daher keine Notwendigkeit einer zusätzlichen neurologischen
Untersuchung. Sie schliesse sich der Beurteilung der zumutbaren
Arbeitsfähigkeit an (vgl. Bg-act. 97 S. 10 f.).
6.1.11. In der RAD-Abschlussbeurteilung vom 29. Mai 2017 hielt Dr. med. K._
fest, dass für leichte bis zeitweise mittelschwere körperliche Arbeiten im
Wechselrhythmus ohne vollen Gebrauch der rechten Hand in grob- und
feinmotorischem Einsatz volle Leistungsfähigkeit bestehe. In der
bisherigen Tätigkeit sei die Beschwerdeführerin seit 29. August 2014 zu
100 % arbeitsunfähig. Die Arbeitsfähigkeit in einer adaptierten Tätigkeit
betrage 80 % seit 21. Juni 2016 (vgl. Bg-act. 97 S. 25).
6.1.12. Mit Arztbericht vom 25. Juli 2017 teilte die Hausärztin Dr. med. G._
dem Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin mit, dass aufgrund ihres
medizinischen Verständnisses der rechte Arm und die rechte Hand nicht
isoliert zu betrachten seien. Durch die Schmerzausstrahlung auf den
ganzen Schulter-Nackenbereich sei auch die linke Seite betroffen. Gewisse
Tätigkeiten könnten sicher mit der linken Hand erlernt werden. Aber die
Feinmotorik werde nie so sein wie mit der rechten Hand. Gemäss
Haushaltsabklärungsbericht könne die Beschwerdeführerin nur leichte
Arbeiten im Haushalt verrichten. Für alle schwereren Arbeiten müsse sie
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vom Ehemann unterstützt werden. Folglich müsste die Arbeitsunfähigkeit
im Haushalt mindestens 50 % betragen (vgl. beschwerdeführerische Akten
[Bf-act.] 5).
6.1.13. Im Arztbericht vom 11. September 2017 zuhanden der Hausärztin Dr. med.
G._ über die gleichentags stattgefundene Untersuchung
diagnostizierte Dr. med. L._ ein Karpaltunnelsyndrom links. Er hielt im
Rahmen der Anamnese fest, die Beschwerdeführerin berichte, dass sie seit
ca. 2-3 Monaten praktisch permanent an einem Taubheitsgefühl und an
Missempfindungen der Digiti I-III der linken Hand leide. Auch liege eine
zunehmende Kraftminderung vor und es bestünden Schmerzen über dem
Thenar (ein an der daumenseitigen Handfläche gelegener Muskelwulst der
Mittelhand). Im Rahmen der Beurteilung führte Dr. med. L._ aus, dass
die Anamnese typisch für ein linksseitiges Karpaltunnelsyndrom sei. Auch
habe die klinische Untersuchung weitere Anhaltspunkte
(Sensibilitätsstörung) dafür ergeben. Elektrophysiologisch lägen leichte,
aber signifikante demyelinisierende Veränderungen des N. medianus am
Handgelenk links vor, so dass die Diagnose eines Karpaltunnelsyndroms
gesamthaft bestätigt werden könne. Aufgrund der schlechten Erfahrung mit
der rechten Hand sei ein operatives Vorgehen linksseitig sicherlich etwas
zurückhaltend zu wählen (Bf-act. 11).
6.2. Weiter sind für die Beurteilung des vorliegenden Falles folgende
Unterlagen zu berücksichtigen:
6.2.1. Die Leistungsanmeldung der Beschwerdeführerin vom 2. Februar 2015
zuhanden der Beschwerdegegnerin enthielt keinerlei Angaben hinsichtlich
Beschwerden im Bereich der linken Hand bzw. des linken Armes (vgl. Bg-
act. 2).
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6.2.2. Im Rahmen des am 17. Februar 2015 durchgeführten
Evaluationsgesprächs Eingliederung führte die Beschwerdeführerin
bezüglich ihrer aktuellen Befindlichkeit u.a. aus, dass sich die ganze linke
obere Körperhälfte seit einigen Tagen wie taub anfühle, nämlich die linke
Gesichtshälfte, die linke Schulter sowie der linke Arm (vgl. Bg-act. 16 S. 1).
6.2.3. Gemäss Abklärungsbericht Haushalt vom 22./27. Juni 2016 könne die
Beschwerdeführerin mit der linken Hand die Kombination, den Kühlschrank
oder Schränke aufgeteilt reinigen. Die Beschwerdeführerin meine, dass
sich beim Reinigen mit dem linken Arm auch die linke Schulterpartie
verspanne. Im Rahmen der Schadenminderungspflicht sei die Mithilfe des
Ehemannes und der elfjährigen Tochter im Haushalt zumutbar. Während
der Schwangerschaft seien die medikamentösen Therapien bis auf die
Einnahme von Dafalgan (2x täglich) abgesetzt worden (vgl. Bg-act. 48 S.
1, S. 7 f. und S. 10).
7.1. Die Beschwerdegegnerin stützt sich in der angefochtenen Verfügung vom
17. Mai 2018 bei der Beurteilung des medizinischen Sachverhalts insb. auf
die RAD-Abschlussbeurteilung vom 29. Mai 2017 bzw. auf den Arztbericht
des RAD-Arztes Dr. med. H._ vom 7. März 2017 über die chirurgische
RAD-Abklärung vom 31. Januar 2017. Dementsprechend geht sie davon
aus, dass die Beschwerdeführerin in ihrer angestammten Tätigkeit als
Reinigungsmitarbeiterin seit 29. August 2014 zu 100 % arbeitsunfähig und
ihr mit dem linken Arm und der linken Hand eine adaptierte, leichte bis
zeitweise mittelschwere körperliche Arbeit im Wechselrythmus ohne vollen
Gebrauch der rechten Hand in grob- und feinmotorischem Einsatz seit
21. Juni 2016 im Umfang von 80 % zumutbar sei (vgl. Bg-act. 82).
7.2. Die Beschwerdeführerin macht in ihrer Beschwerde geltend, dass der
medizinische Sachverhalt unvollständig ermittelt worden sei. Gemäss den
im Case-Report zusammengefassten medizinischen Berichten leide die
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Beschwerdeführerin an einem CRPS, das vorübergehend sogar Ausmasse
eines Morbus Sudeck gehabt haben dürfte, sowie an einer Arthrose im
Daumensattelgelenk rechts, die zusätzlich Schmerzen im gleichen Bereich
verursache. Ausserdem lägen zwei Bandscheibenvorwölbungen im
Bereich der Halswirbelsäule vor, von denen eine auf die Nervenwurzel C5
rechts drücke, was ebenfalls in ähnlicher, teilweise gleicher Region wie die
vorbestehenden Beschwerden wirke. Sodann weise Dr. med. G._ im
Arztbericht vom 27. September 2016 auf ein CRPS bei Status nach
Dekompression des Nervus medianus rechts und auf ein Schulter-Arm-
Syndrom rechts bei V.a. Diskushernie C7 rechts hin. Seit Anfang 2017 leide
die Beschwerdeführerin zudem an Symptomen eines
Karpaltunnelsyndroms rechts und links. Das Karpaltunnelsyndrom rechts
sei am 5. September 2014 operiert worden. Laut Bericht von Dr. med.
E._ habe sich der postoperative Verlauf kompliziert gestaltet. Die
Beschwerdegegnerin stütze sich fast ausschliesslich auf den RAD-Bericht
von Dr. med. H._ vom 7. März 2017, wonach leidensadaptiert eine
funktionelle Einarmigkeit vorliege, der linke Arm voll einsatzfähig und der
rechtsdominante Arm zwar funktionell erheblich eingeschränkt sei, aber
allenfalls aktuell als Zudienhand eingesetzt werden könne. Der Neurologe
Dr. med. L._ habe bei der Beschwerdeführerin anlässlich einer
Untersuchung vom 11. September 2017 ein Karpaltunnelsyndrom links
diagnostiziert. Wenn die Beschwerdeführerin nun auch linksseitig an einem
Karpaltunnelsyndrom leide, sei sie beidhändig bzw. beidarmig
eingeschränkt und könne damit mit Sicherheit nicht eine adaptierte
Arbeitstätigkeit zu 80 % ausführen, geschweige denn selbst unter der
geforderten Mithilfe des Ehemannes den Haushalt praktisch
uneingeschränkt führen sowie ein Kleinkind betreuen. Dies umso weniger,
als sie nicht nur an funktionellen Einschränkungen leide, sondern auch
unter beidseitigen Schmerzen, was ihre Leistungsfähigkeit zusätzlich
einschränke. Folglich sei die unzureichend abgeklärte medizinische
- 22 -
Situation im Rahmen eines neurologisch-rheumatologischen Gutachtens
abzuklären und anschliessend sei erneut zu entscheiden.
7.3. Im konkreten Fall leidet die Beschwerdeführerin offenbar eindeutig an
einem Karpaltunnelsyndrom links, zumal der Neurologe Dr. med. L._
ein solches im Rahmen der klinisch-neurologischen Untersuchung der
Beschwerdeführerin vom 11. September 2017 diagnostizierte. Im
entsprechenden, gleichentags verfassten Arztbericht hielt er u.a. fest, die
Beschwerdeführerin berichte, dass sie seit etwa 2-3 Monaten praktisch
permanent an einem Taubheitsgefühl und an Missempfindungen der Digiti
I-III der linken Hand leide, hier eine zunehmende Kraftminderung verspüre
sowie Schmerzen über dem Thenar habe. Eine Zervikobrachialgie liege
nicht vor. Diese Anamnese sei typisch für ein linksseitiges
Karpaltunnelsyndrom. Ausserdem hätten sich dafür im Rahmen der
klinischen Untersuchung weitere Anhaltspunkte (vordergründige
Sensibilitätsstörung) ergeben. Elektrophysiologisch lägen leichte, aber
signifikante demyelinisierende Veränderungen des N. medianus am
Handgelenk links vor, weshalb die Diagnose eines Karpaltunnelsyndroms
gesamthaft bestätigt werden könne (vgl. Bf-act. 11). Zudem ist
aktenkundig, dass die Problematik eines Karpaltunnelsyndroms links
bereits im Jahr 2014 bestand. So stellte nämlich schon der Neurologe Dr.
med. D._ im Arztbericht vom 29. April 2014 über die erfolgte
Konsultation der Beschwerdeführerin vom 28. April 2014 ein leichtes bis
mässiges Karpaltunnelsyndrom links fest. Er führte u.a. aus, dass die
Beschwerdeführerin seit etwa vier Wochen über beidseits – deutlich
rechtsbetont – einschlafende Hände klage. Die Anamnese, die klinisch-
neurologischen Untersuchungsbefunde sowie die Elektroneurographie
würden darauf hinweisen, dass bei der Beschwerdeführerin rechts ein
deutliches und links ein leichtes bis mässiges Karpaltunnelsyndrom
vorliege (vgl. Bg-act. 17 S. 6 f.). Im weiteren Verlauf bestätigte dann
lediglich noch die Hausärztin Dr. med. G._ die Diagnose eines
- 23 -
(leichten bis mässigen) Karpaltunnelsyndroms links (vgl. Bg-act. 17 S. 2
und 62 S. 5). Vor dem Hintergrund des Gesagten stellt sich die Frage, ob
in der Zwischenzeit (Mai 2014 bis August 2017) an der linken Hand der
Beschwerdeführerin keine Beschwerden mehr vorlagen oder ob allfällig
vorhandene Beschwerden im Bereich der linken Hand im Rahmen der
ärztlichen Beurteilungen lediglich nicht mehr erwähnt wurden. Die
Hausärztin Dr. med. G._ führte zwar sowohl im Arztbericht vom 18.
Februar 2015 als auch im Arztzeugnis vom 15. März 2016 als Diagnose ein
leichtes bis mässiges Karpaltunnelsyndrom links an (vgl. Bg-act. 17 S. 2
und 62 S. 5). Es scheint jedoch, dass sie diese Diagnose in den erwähnten
Akten lediglich wiederholte, zumal sie darin jeweils keinerlei Ausführungen
zur Diagnosestellung machte (vgl. Bg-act. 17 S. 2 ff. und 62 S. 5 f.). Daraus
erhellt, dass die Problematik der rechten Hand offenbar im Vordergrund
stand, so dass den Beschwerden im Bereich der linken Hand wenig bzw.
kaum Beachtung geschenkt wurde. Immerhin äusserte sich die Hausärztin
Dr. med. G._ im Arztbericht vom 25. Juli 2017 zuhanden des
Rechtsvertreters der Beschwerdeführerin dahingehend, dass gewisse
Tätigkeiten mit der linken Hand sicher erlernt werden könnten, die
Feinmotorik aber nie so sein werde wie mit der rechten Hand (vgl. Bf-act. 5
S. 2). Sie ging also davon aus, dass die Beschwerdeführerin die linke Hand
benutzen kann. Entsprechend wurden im angeführten Arztbericht denn
auch weder die Diagnose eines Karpaltunnelsyndroms links bestätigt noch
Schmerzen aufgrund eines solchen erwähnt (vgl. Bf-act. 5). Ausserdem
erweist sich der im erwähnten Arztbericht angeführte Einwand von Dr. med.
G._, durch die Schmerzausstrahlung auf den ganzen Schulter-
Nackenbereich sei auch die linke Seite betroffen (vgl. Bf-act. 5 S. 2), als zu
wenig differenziert und sagt nichts über die Arbeitsfähigkeit bzw.
Arbeitsunfähigkeit der Beschwerdeführerin aus. Hingegen nahm die
besagte Hausärztin im Arztbericht vom 18. Februar 2015 zur
Arbeitsfähigkeit bzw. Arbeitsunfähigkeit der Beschwerdeführerin Stellung,
wobei sie hinsichtlich einer behinderungsangepassten Tätigkeit sämtliche
- 24 -
auf dem Fragebogen der Beschwerdegegnerin aufgeführten Arbeiten als
zumutbar erachtete, ausser Über-Kopf-Arbeiten, das Heben/Tragen sowie
das Besteigen von Leitern/Gerüsten (vgl. Bg-act. 17 S. 2 ff.). Ferner stellte
der RAD-Arzt Dr. med. H._ bei der Beschwerdeführerin anlässlich der
chirurgischen RAD-Abklärung vom 31. Januar 2017 kein
Karpaltunnelsyndrom links fest (vgl. Bg-act. 74 S. 8). Er führte im
dazugehörigen Arztbericht vom 7. März 2017 im Rahmen der Anamnese
aus, dass gemäss der Schilderung der Beschwerdeführerin die linke Hand
vollkommen beschwerdefrei sei und diesbezüglich keine
Beschwerdesymptomatik vorliege (vgl. Bg-act. 74 S. 3). Betreffend
objektive Untersuchungsbefunde hielt Dr. med. H._ fest, dass die
Beweglichkeit der linken Schulter, des linken Armes, des linken
Ellenbogens, des linken Handgelenks sowie der linken Finger unauffällig
sei; es bestünden links keine sensomotorischen Defizite (vgl. Bg-act. 74 S.
6). Zudem äusserte er sich in seiner Beurteilung dahingehend, dass der
linke Arm voll einsatzfähig sei (vgl. Bg-act. 74 S. 7). Schliesslich erwähnte
der besagte RAD-Arzt chronische Verspannungsbeschwerden lediglich im
Zusammenhang mit dem rechten Oberarm und der rechten Schulter (vgl.
Bg-act. 74 S. 7), nicht jedoch hinsichtlich der linken Seite, obwohl die
Problematik links (mit einem ursprünglichen Karpaltunnelsyndrom links
sowie möglichen Schulter-Nackenbeschwerden links) – da diagnostisch ja
bekannt (vgl. Bg-act. 74 S. 3) – in die Beurteilung eingeflossen sein
müsste/dürfte. Des Weiteren ist darauf hinzuweisen, dass die Hausärztin
Dr. med. G._ im Arztbericht vom 25. Juli 2017 das
Karpaltunnelsyndrom links nicht im Zusammenhang mit der
Arbeitsunfähigkeit erwähnte (vgl. Bf-act. 5), sondern – wie bereits dargelegt
– lediglich festhielt, dass die Schmerzen auch auf die linke Seite (ganzer
Schulter-Nackenbereich) ausstrahlen würden (vgl. Bf-act. 5 S. 2). Nur
gerade eineinhalb Monate später, nämlich am 11. September 2017, soll die
Beschwerdeführerin dann beim Neurologen Dr. med. L._, welcher
diese auf Zuweisung durch die Hausärztin Dr. med. G._ untersuchte,
- 25 -
über Beschwerden an der linken Hand – also nicht über solche im Schulter-
Nackenbereich (keine Zervikobrachialgie) – geklagt haben, die bereits 2-3
Monate andauern würden (vgl. Bf-act. 11). Vor diesem Hintergrund stellt
sich die Frage, weshalb die Hausärztin Dr. med. G._ diese beklagten
Handbeschwerden im Arztbericht vom 25. Juli 2017 nicht erwähnte und
wieso die Beschwerdeführerin bei der chirurgischen RAD-Abklärung vom
31. Januar 2017 angab, dass ihre linke Hand vollkommen beschwerdefrei
sei. Heisst dies, dass die Beschwerden links trotz der gestellten Diagnose
im April 2014 über längere Zeit hinweg keine Probleme bereiteten und erst
kurz vor der Diagnosestellung von Dr. med. L._ im September 2017
wieder auftauchten. Jedenfalls spricht der besagte Neurologe im
Arztbericht vom 11. September 2017 lediglich von seit 2-3 Monaten
andauernden Beschwerden an der linken Hand (vgl. Bf-act. 11); in seinem
Arztbericht vom 8. November 2016 war noch keine Rede von linksseitigen
Beschwerden (vgl. Bg-act. 71). Nach dem Gesagten erweisen sich die
Arztberichte der Hausärztin Dr. med. G._ vom 25. Juli 2017 und des
Neurologen Dr. med. L._ vom 11. September 2017 als widersprüchlich
und daher – auch aufgrund des auftragsrechtlichen
Vertrauensverhältnisses zwischen der Beschwerdeführerin und Dr. med.
G._ sowie des Umstands, dass Dr. med. L._ die
Beschwerdeführerin im Auftrag der besagten Hausärztin untersuchte – als
nicht besonders glaubhaft, weshalb ihnen nur ein geringer Beweiswert
zukommt. Im Übrigen ist die Einschätzung der Hausärztin Dr. med.
G._, wonach die Arbeitsunfähigkeit der Beschwerdeführerin im
Haushaltsbereich mindestens 50 % betragen müsse (vgl. Bf-act. 5 S. 2),
nicht haltbar, zumal es sich bei der Haushaltsabklärung nicht um eine
medizinisch-theoretische Einschätzung handelt, sondern um eine Prüfung
verschiedener Aufgabenbereiche im Haushalt (vgl. Bg-act. 48). Ausserdem
berücksichtigte die besagte Hausärztin im Rahmen ihrer Einschätzung –
wie die Beschwerdegegnerin in der angefochtenen Verfügung vom 17. Mai
2018 zu Recht festhält – die Schadenminderungspflicht (Mithilfe des
- 26 -
Ehemannes und der Tochter der Beschwerdeführerin im Haushalt) nicht
und ihre Angaben sind ohnehin – wie bereits erwähnt – mit Vorsicht zu
behandeln. Die Abklärungsperson gelangte im Abklärungsbericht Haushalt
vom 22./27. Juni 2016 zum Schluss, dass die Beschwerdeführerin im
Haushaltsbereich um 16.4 % eingeschränkt sei. Dabei wurde im Rahmen
der Schadenminderungspflicht die zumutbare Mithilfe des Ehemannes und
der Tochter der Beschwerdeführerin berücksichtigt. Der erwähnte Bericht
wurde zudem von einer qualifizierten Person in Kenntnis der örtlichen und
räumlichen Verhältnisse verfasst. Der Berichtstext ist insgesamt schlüssig
und nachvollziehbar und es wird angemessen detailliert bergründet, wieso
in den einzelnen Bereichen keine oder eine entsprechende Einschränkung
angerechnet werden kann (vgl. Bg-act. 48). Insgesamt stellt der
Abklärungsbericht vom 22./27. Juni 2016 demnach eine zuverlässige
Entscheidungsgrundlage dar. Fehleinschätzungen oder Anhaltspunkte für
die Unrichtigkeit der Abklärungsresultate sind keine ersichtlich. Die von der
Beschwerdegegnerin festgestellte Einschränkung im Haushaltsbereich von
16.4 % ist daher nicht zu beanstanden. Nach dem Gesagten gelangt das
angerufene Gericht in Würdigung sämtlicher medizinischer Akten zur
Überzeugung, dass die Beurteilungen und Schlussfolgerungen im
Arztbericht von Dr. med. H._ vom 7. März 2017 über die chirurgische
RAD-Abklärung vom 31. Januar 2017 umfassend, in sich widerspruchsfrei
und einleuchtend ausgefallen sind (vgl. Bg-act. 74), weshalb ihm volle
Beweiskraft zukommt. Die Beschwerdeführerin bringt nichts vor, was diese
fachärztlichen Schlussfolgerungen in Zweifel ziehen würden. Demnach ist
davon auszugehen, dass die Beschwerdeführerin in ihrer angestammten
Tätigkeit als Reinigungsmitarbeiterin seit 29. August 2014 zu 100 %
arbeitsunfähig und in einer leidensadaptierten, leichten bis zweitweise
mittelschweren körperlichen Tätigkeit im Wechselrythmus ohne vollen
Gebrauch der rechten Hand in grob- und feinmotorischem Einsatz seit
21. Juni 2016 zu 80 % arbeitsfähig ist (vollschichtig verwertbar mit
zusätzlichem Pausenbedarf). Die im Arztbericht vom 7. März 2017
- 27 -
ausführlich gemachten Angaben wurden denn auch von den RAD-Ärzten
Dr. med. I._ sowie Dr. med. K._ geprüft und bestätigt (vgl. Bg-
act. 97 S. 9 ff. und S. 21 ff.). Ebenfalls zeigte die vorgenommene
Haushaltsabklärung vom 21. Juni 2016, dass die Beschwerdeführerin
gewisse Arbeiten ausführen kann (vgl. Bg-act. 48). Dass es sich dabei
teilweise nur um leichte Arbeiten handelt, wurde mit dem Abstellen auf das
Kompetenzniveau 1 (einfache Tätigkeiten körperlicher oder handwerklicher
Art) der Tabellenlöhne der Schweizerischen Lohnstrukturerhebung (LSE)
berücksichtigt (vgl. E.10.4). Folglich stellte die Beschwerdegegnerin in ihrer
Beurteilung zu Recht auf die RAD-Abschlussbeurteilung vom 29. Mai 2017
bzw. auf den ärztlichen Bericht vom 7. März 2017 über die chirurgische
RAD-Abklärung vom 31. Januar 2017 ab. Weitere medizinische
Abklärungen betreffend Karpaltunnelsyndrom links ab November 2017 sind
nach Ansicht des streitberufenen Gerichts nicht angezeigt, zumal der
Neurologe Dr. med. L._ im Arztbericht vom 11. September 2017 nichts
über die Arbeitsunfähigkeit der Beschwerdeführerin ausführte bzw. nicht
festhielt, dass eine adaptierte Tätigkeit nicht möglich wäre. Auch kann dem
erwähnten Arztbericht nicht entnommen werden, ob es sich beim
diagnostizierten Leiden um ein leichtes, mittleres oder schweres
Karpaltunnelsyndrom links handelt. Zudem ging Dr. med. L._ von
einer noch möglichen Behandlung des Karpaltunnelsyndroms links aus, da
er eine Lokalinfiltration in den Karpaltunnel in Betracht zog (vgl. Bf-act. 11).
Von einem stabilen Zustand kann somit nicht die Rede sein. Sodann
erwähnte er die erfolglose Therapie mit einer Handgelenksschiene (vgl. Bf-
act. 11), obwohl ein solcher Versuch einige Jahre zurückliegt (2014) (vgl.
Bg-act. 17 S. 7 und S. 9). Hinzu kommt, dass die Beschwerdeführerin in
ihrer Beschwerde Schmerzen bzw. schmerzbedingte Einschränkungen
beidseits behauptet, der Neurologe Dr. med. L._ allerdings im
Arztbericht vom 11. September 2017 lediglich ein Taubheitsgefühl und
Missempfindungen der Finger sowie eine Kraftminderung und Schmerzen
über dem Thenar erwähnte; eine Zervikobrachialgie (von der
- 28 -
Halswirbelsäule ausgehende und in den Arm ausstrahlende Schmerzen)
wurde explizit verneint (vgl. Bf-act. 11). Vor dem Hintergrund des Gesagten
ist dem beschwerdeführerischen Antrag auf Einholung eines medizinischen
Gutachtens in antizipierter Beweiswürdigung (vgl. BGE 134 I 140 E.5.3,
127 V 491 E.1b, 124 V 90 E.4b, 122 V 157 E.1d) nicht stattzugeben.
8.1. Die von der Beschwerdeführerin in der Einwandergänzung vom 2. August
2017 beantragte Evaluation der funktionellen Leistungsfähigkeit (EFL)
besteht u.a. aus einem ergonomischen Assessment, in dessen Rahmen
durch Arbeitssimulationstests (wie Heben und Tragen, Arbeit über
Kopfhöhe oder Leitersteigen) das arbeitsbezogene Leistungsvermögen
generell und mit Blick auf die angestammte berufliche Tätigkeit konkret
beurteilt wird. Die EFL misst somit die Fähigkeit, manuelle Tätigkeiten zu
verrichten, und schätzt den Zeitraum, während dessen die Probanden
diese im Verlaufe eines ganzen Tages auszuüben im Stande sind. Das
umfassende Testverfahren ermöglicht zudem relevante Aussagen zum
Leistungsverhalten und zur Konsistenz der versicherten Person, wobei
gerade eine allfällig beobachtete Symptomausweitung und
Selbstlimitierung im Rahmen eines chronifizierten Zustandes für die
Bewertung der Zumutbarkeit bedeutsam sein kann (Urteil des
Bundesgerichts 9C_512/2009 vom 25. November 2009 E.5.2). Bei
zuverlässiger ärztlicher Einschätzung der Arbeitsfähigkeit besteht in der
Regel keine Notwendigkeit, die Rechtsfrage der Erwerbsunfähigkeit durch
eine EFL zu überprüfen. Ausnahmsweise kann eine solche erforderlich
sein, wenn mehrere involvierte Ärzte eine solche angesichts eines
multiplen und schwierig einzuschätzenden Krankheitsbildes ausdrücklich
befürworten (Urteile des Bundesgerichts 9C_433/2018 vom 5. Oktober
2018 E.4.2, 8C_312/2018 vom 21. September 2018 E.5.1, 8C_711/2016
vom 15. Dezember 2016 E.3.5).
- 29 -
8.2. Vorliegend ist unbestritten, dass die Beschwerdeführerin in ihrer
angestammten Tätigkeit als Reinigungsmitarbeiterin vollständig
arbeitsunfähig ist. In Bezug auf eine adaptierte Tätigkeit nahmen die
involvierten RAD-Ärzte – wie gesehen (vgl. E.7.3) – eine zuverlässige
Einschätzung des leistungsmässig Machbaren vor. Es ist somit nicht davon
auszugehen, dass eine EFL zusätzliche neue Erkenntnisse bringen würde,
zumal die Beschwerdegegnerin ja auch bereits eine Haushaltsabklärung
durchführte, anhand derer aufgezeigt wurde, welche Arbeiten die
Beschwerdeführerin auszuüben im Stande ist und welche nicht (vgl. Bg-
act. 48). Zudem befürworteten die hier involvierten Ärzte die Vornahme
einer EFL nicht ausdrücklich. Sodann leidet die Beschwerdeführerin an
keinem komplexen, schwer zu beurteilenden Beschwerdebild und die
ärztlichen Beurteilungen sind – abgesehen von den Arztberichten von Dr.
med. G._ und Dr. med. L._ vom 25. Juli 2017 bzw. 11. September
2017 (vgl. Bf-act. 5 und 11) – nicht uneinheitlich. So stimmen
beispielsweise die Einschätzungen zu den noch zumutbaren
behinderungsangepassten Tätigkeiten von Dr. med. G._ vom 18.
Februar 2015 (vgl. Bg-act. 17 S. 4 f.) sowie von Dr. med. E._ vom 3.
März 2015 (vgl. Bg-act. 20 S. 4) grösstenteils überein. Ferner ist die
Einschätzung von Dr. med. G._ betreffend Haushaltsbereich
(Arbeitsunfähigkeit von mindestens 50 %, vgl. Bf-act. 5) – wie bereits
dargelegt – nicht haltbar, so dass von einer relevanten Diskrepanz
zwischen der RAD-Beurteilung und derjenigen von Dr. med. G._ keine
Rede sein kann. Schliesslich ist festzuhalten, dass die Beschwerdeführerin
die Durchführung einer EFL in ihrer Beschwerde nicht mehr beantragte.
Eine Erforderlichkeit zur Vornahme einer EFL ist nach dem Gesagten nicht
ersichtlich.
9.1. In einem nächsten Schritt ist zu prüfen, ob die festgestellte
Restarbeitsfähigkeit von 80 % in einer leidensadaptierten Tätigkeit auf dem
ausgeglichenen Arbeitsmarkt verwertbar ist.
- 30 -
9.2. Referenzpunkt für die Verwertung der Restarbeitsfähigkeit ist der
hypothetisch ausgeglichene Arbeitsmarkt (Art. 16 ATSG). Nach der
Rechtsprechung des Bundesgerichts handelt es sich dabei um einen
theoretischen abstrakten Begriff, der dazu dient, den Leistungsbereich der
Invalidenversicherung von demjenigen der Arbeitslosenversicherung
abzugrenzen. Der Begriff umschliesst einerseits ein bestimmtes
Gleichgewicht zwischen dem Angebot von und der Nachfrage nach Stellen;
anderseits bezeichnet er einen Arbeitsmarkt, der von seiner Struktur her
einen Fächer verschiedenartiger Stellen offen hält und zwar sowohl
bezüglich der dafür verlangten beruflichen und intellektuellen
Voraussetzungen wie auch hinsichtlich des körperlichen Einsatzes. Nach
diesen Gesichtspunkten bestimmt sich im Einzelfall, ob die invalide Person
die Möglichkeit hat, ihre restliche Erwerbsfähigkeit zu verwerten (BGE 110
V 273 E.4b; ZAK 1991 S. 320 f. E.3b). Daraus folgt, dass für die
Invaliditätsbemessung nicht darauf abzustellen ist, ob eine invalide Person
unter den konkreten Arbeitsmarktverhältnissen vermittelt werden kann,
sondern einzig darauf, ob sie die ihr verbliebene Arbeitskraft noch
wirtschaftlich nutzen könnte, wenn die verfügbaren Arbeitsplätze dem
Angebot an Arbeitskräften entsprechen würden (vgl. AHI-Praxis 6/1998 S.
291). Der ausgeglichene Arbeitsmarkt umfasst auch sogenannte
Nischenarbeitsplätze, also Arbeitsangebote, bei welchen Behinderte mit
einem sozialen Entgegenkommen von Seiten des Arbeitgebers rechnen
können. Von einer Arbeitsgelegenheit kann dann nicht mehr gesprochen
werden, wenn die zumutbare Tätigkeit nur in so eingeschränkter Form
möglich ist, dass sie der ausgeglichene Arbeitsmarkt praktisch nicht kennt,
oder sie nur unter nicht realistischem Entgegenkommen eines
durchschnittlichen Arbeitgebers möglich wäre und das Finden einer
entsprechenden Stelle daher von vornherein ausgeschlossen erscheint
(Urteil des Bundesgerichts 8C_869/2011 vom 24. April 2012 E.4.3.5 mit
Hinweis).
- 31 -
9.3. Rechtsprechungsgemäss bestehen auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt
genügend realistische Betätigungsmöglichkeiten für Personen, die
funktionell als Einarmige zu betrachten sind und überdies nur noch leichte
Arbeiten verrichten können (Urteile des Bundesgerichts 8C_227/2018 vom
14. Juni 2018 E.4.2.1, 8C_37/2016 vom 8. Juli 2016 E.5.1.2 mit Hinweis).
Es entspricht der Praxis, selbst bei faktischer Einhändigkeit zwar eine
erheblich erschwerte Verwertbarkeit der Arbeitsfähigkeit anzunehmen,
gleichwohl aber sogar bei Versicherten, die ihre dominante Hand – was hier
zutrifft – gesundheitlich bedingt nur sehr eingeschränkt (z.B. als
unbelastete Zudienhand) einsetzen können, einen hinreichend grossen
Arbeitsmarkt mit realistischen Betätigungsmöglichkeiten zu unterstellen
(Urteil des Bundesgerichts 8C_811/2018 vom 10. April 2019 E.4.4.2 mit
Hinweis). Längst nicht alle im Arbeitsprozess im weitesten Sinne
notwendigen Aufgaben und Funktionen im Rahmen der Überwachung und
Prüfung werden durch Computer und automatisierte Maschinen
ausgeführt. Abgesehen davon müssen solche Geräte auch bedient und ihr
Einsatz ebenfalls überwacht und kontrolliert werden. Zu denken ist etwa an
einfache Überwachungs-, Prüf- und Kontrolltätigkeiten sowie an die
Bedienung und Überwachung von (halb-)automatischen Maschinen oder
Produktionseinheiten, die keinen Einsatz von rechtem Arm und rechter
Hand voraussetzen (Urteil des Bundesgerichts 8C_37/2016 vom 8. Juli
2016 E.5.1.2 mit Hinweisen). Unter Berücksichtigung des von den RAD-
Ärzten definierten Zumutbarkeitsprofils und mit Blick auf die
Rechtsprechung ging die Beschwerdegegnerin in der angefochtenen
Verfügung vom 17. Mai 2018 zu Recht von der vollständigen Verwertbarkeit
der Restarbeitsfähigkeit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 16
ATSG) aus.
10.1. Zu prüfen bleibt schliesslich die Bemessung des Invaliditätsgrades. In der
angefochtenen Verfügung vom 17. Mai 2018 ermittelte die
- 32 -
Beschwerdegegnerin den Invaliditätsgrad der Beschwerdeführerin anhand
der gemischten Methode der Invaliditätsbemessung nach Art. 28a Abs. 3
IVG. Dabei ging sie davon aus, dass die Beschwerdeführerin als Gesunde
zu 60 % einer ausserhäuslichen Erwerbstätigkeit nachgehen würde und zu
40 % im Haushalt und mit der Erziehung der Kinder beschäftigt wäre (vgl.
Bg-act. 82). Der Aktenlage ist zu entnehmen, dass die Beschwerdeführerin
am 21. Juni 2016 schriftlich erklärte, dass sie ohne gesundheitliche
Einschränkungen nach dem Mutterschaftsurlaub weiterhin ihrer bisherigen
Tätigkeit als Reinigungsmitarbeiterin (11 Stunden pro Woche bei der Firma
C._ und 15 Stunden pro Woche beim B._) nachgehen würde (vgl.
Bg-act. 47). Zudem kann gestützt auf die Haushaltsabklärung vom 21. Juni
2016 davon ausgegangen werden, dass die Beschwerdeführerin die
restliche Zeit für die Betreuung ihrer Kinder und die Führung des Haushalts
aufwenden würde (vgl. Bg-act. 48). Somit ist als Zwischenergebnis
festzuhalten, dass die angefochtene Verfügung vom 17. Mai 2018 sowohl
bezüglich der Beurteilung der Statusfrage und der damit
zusammenhängenden Methodenwahl als auch hinsichtlich der Festlegung
der Anteile der Erwerbstätigkeit (60 %) und der Haushalttätigkeit (40 %)
nicht zu beanstanden ist und von der Beschwerdeführerin denn auch nicht
in Frage gestellt wird.
10.2. Im Rahmen der am 1. Dezember 2017 beschlossenen IVV-Änderung (in
Kraft seit 1. Januar 2018) wurde für Teilerwerbstätige, die sich zusätzlich
im Aufgabenbereich Haushalt betätigen, in Art. 27bis Abs. 2-4 IVV ein neues
Berechnungsmodell statuiert (vgl. AS 2017 7581 f.):
2 Bei Teilerwerbstätigen, die sich zusätzlich im Aufgabenbereich nach Artikel 7 Absatz 2
IVG betätigen, werden für die Bestimmung des Invaliditätsgrads folgende Invaliditätsgrade
summiert:
a. der Invaliditätsgrad in Bezug auf die Erwerbstätigkeit;
b. der Invaliditätsgrad in Bezug auf die Betätigung im Aufgabenbereich.
- 33 -
3 Die Berechnung des Invaliditätsgrads in Bezug auf die Erwerbstätigkeit richtet sich nach
Artikel 16 ATSG, wobei:
a. das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person durch die Teilerwerbs-
tätigkeit erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre, auf eine
Vollerwerbstätigkeit hochgerechnet wird;
b. die prozentuale Erwerbseinbusse anhand des Beschäftigungsgrads, den
die Person hätte, wenn sie nicht invalid geworden wäre, gewichtet wird. 4 Für die Berechnung des Invaliditätsgrads in Bezug auf die Betätigung im
Aufgabenbereich wird der prozentuale Anteil der Einschränkungen bei der Betätigung im
Aufgabenbereich im Vergleich zur Situation, wenn die versicherte Person nicht invalid
geworden wäre, ermittelt. Der Anteil wird anhand der Differenz zwischen dem
Beschäftigungsgrad nach Absatz 3 Buchstabe b und einer Vollerwerbstätigkeit gewichtet.
Auch bei der neuen Regelung wird der Invaliditätsgrad in Bezug auf die
Erwerbstätigkeit weiterhin nach Art. 16 ATSG berechnet. Hingegen wird
seit 1. Januar 2018 das Valideneinkommen auf eine hypothetische
Vollerwerbstätigkeit hochgerechnet. Die Festlegung des
Invalideneinkommens erfolgt wie bis anhin. Die letztlich berechnete
prozentuale Erwerbseinbusse wird anhand des Beschäftigungsgrads, den
die Person hätte, wenn sie nicht invalid geworden wäre, gewichtet. Der
Invaliditätsgrad in Bezug auf die Betätigung im Aufgabenbereich wird
weiterhin durch einen Betätigungsvergleich nach Art. 28a Abs. 2 IVG
bestimmt. Wie bei versicherten Personen, die vollständig im
Aufgabenbereich tätig sind, wird für die Bemessung der Invalidität ermittelt,
in welchem Masse sie unfähig sind, sich im Aufgabenbereich zu betätigen.
Die so erhaltene Einschränkung wird gemäss dem neben der
Erwerbstätigkeit verbleibenden Anteil gewichtet. Die Gesamtinvalidität
ergibt sich weiterhin aus der Addition der beiden gewichteten
Teilinvaliditäten (vgl. LEUENBERGER/MAURO, Änderungen bei der
gemischten Methode, in: CHSS Nr. 1 [2018], S. 40, S. 45; vgl. auch
Kreisschreiben über Invalidität und Hilflosigkeit in der
Invalidenversicherung [KSIH], gültig ab 1. Januar 2015, Stand: 1. Januar
2018, S. 80 ff.).
- 34 -
10.3.1 Bei der Ermittlung des Valideneinkommens ist entscheidend, was die
versicherte Person im Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbeginns nach
dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit als gesunde
Person tatsächlich verdienen würde. Dabei wird in der Regel am zuletzt
erzielten, nötigenfalls der Teuerung und der realen
Einkommensentwicklung angepassten Verdienst angeknüpft, da
erfahrungsgemäss die bisherige Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden
fortgesetzt worden wäre (BGE 134 V 322 E.4.1). Ist es nicht möglich, zur
Bestimmung des Valideneinkommens vom zuletzt vor Invaliditätseintritt
erzielten Lohn auszugehen, so ist es angezeigt, das Valideneinkommen
anhand von Durchschnittswerten – wie etwa gestützt auf die LSE-
Tabellenlöhne des Bundesamtes für Statistik – zu ermitteln. Eine solche
Konstellation liegt etwa vor, wenn ein konkreter Lohn nicht eruierbar ist,
weil keine aussagekräftigen, verwertbaren Lohnangaben zu früheren
Tätigkeiten vorliegen, wenn die versicherte Person seit längerem keine
Erwerbstätigkeit mehr ausgeübt hat, wenn sie zurzeit des
Invaliditätseintritts arbeitslos gewesen ist oder wenn sie die bisherige Stelle
bis zum Rentenbeginn – beispielsweise aus wirtschaftlichen Gründen –
ohnehin, d.h. auch dann verloren hätte, wenn sie gesund geblieben wäre
(vgl. Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung
Sozialversicherungsrecht, vom 27. Juli 2017 [720 17 102 / 189] E.5.2).
10.3.2. Für die Festsetzung des Invalideneinkommens ist nach der
Rechtsprechung primär von der beruflich-erwerblichen Situation
auszugehen, in welcher die versicherte Person konkret steht. Übt sie nach
Eintritt der Invalidität eine Erwerbstätigkeit aus, bei der – kumulativ –
besonders stabile Arbeitsverhältnisse gegeben sind und anzunehmen ist,
dass sie die ihr verbleibende Arbeitsfähigkeit in zumutbarer Weise voll
ausschöpft, und erscheint zudem das Einkommen aus der Arbeitsleistung
als angemessen und nicht als Soziallohn, gilt grundsätzlich der tatsächlich
- 35 -
erzielte Verdienst als Invalidenlohn. Ist kein solches tatsächlich erzieltes
Erwerbseinkommen gegeben, namentlich weil die versicherte Person nach
Eintritt des Gesundheitsschadens keine oder jedenfalls keine ihr an sich
zumutbare neue Erwerbstätigkeit aufgenommen hat, so sind für die
Bemessung des Invalideneinkommen die LSE-Tabellenlöhne
heranzuziehen (Urteil des Bundesgerichts 8C_228/2017 vom 14. Juni 2017
E.2.2). Die Rechtsprechung wendet für die Bestimmung des
Invalideneinkommens anhand von Tabellenlöhnen in der Regel die
Monatslöhne gemäss LSE-Tabelle TA1 (Monatlicher Bruttolohn
[Zentralwert] nach Wirtschaftsabteilungen, Anforderungsniveau des
Arbeitsplatzes und Geschlecht - Privater Sektor), Zeile "Total", an.
Bisweilen wird aber auch auf Löhne einzelner Sektoren (Sektor 2
"Produktion" oder 3 "Dienstleistungen") oder gar einzelner Branchen
abgestellt, wenn dies als sachgerecht erscheint, um der im Einzelfall
zumutbaren erwerblichen Verwertung der verbleibenden Arbeitsfähigkeit
Rechnung zu tragen. Dies geschieht namentlich bei Personen, die vor der
Gesundheitsschädigung lange Zeit in diesem Bereich tätig gewesen sind
und bei denen eine Arbeit in anderen Bereichen kaum in Frage kommt
(Urteil des Bundesgerichts 8C_910/2013 vom 15. Mai 2014 E.3.1.2.1 mit
Hinweisen).
10.4. Vorliegend wurde das Valideneinkommen in der angefochtenen Verfügung
vom 17. Mai 2018 gestützt auf die LSE-Tabellenlöhne berechnet (vgl. Bg-
act. 82). Dieses Vorgehen ist nicht zu beanstanden, da die
Beschwerdeführerin seit längerem nicht mehr berufstätig ist. Demnach
belief sich der monatliche Bruttolohn (Zentralwert) bei einer wöchentlichen
Arbeitszeit von 40 Stunden für einfache Tätigkeiten körperlicher oder
handwerklicher Art (Kompetenzniveau 1) gemäss der Tabelle TA1 der LSE
2014 im privaten Sektor im Wirtschaftszweig 96 "Sonst. persönliche
Dienstleistungen" bei Frauen im Jahr 2014 auf Fr. 3'760.-- (vgl. Bg-act. 98
S. 2). Auf der Basis einer üblichen durchschnittlichen Arbeitszeit von 41.7
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Wochenstunden und unter Berücksichtigung der Lohnentwicklung in den
Jahren 2015 von 0.3674 % und 2016/2017 von je 1 % (vgl. Bg-act. 98 S. 1)
ergibt sich somit bei einem Vollpensum (vgl. 27bis Abs. 3 lit. a IVV) ein
Valideneinkommen per 2017 von rund Fr. 48'159.35 (bestehend aus:
Fr. 3'760.-- x 12 : 40 x 41.7 x 1.003674 x 1.01 x 1.01). In ihrer
angestammten Tätigkeit als Reinigungsmitarbeiterin ist die
Beschwerdeführerin unbestrittenermassen vollständig arbeitsunfähig.
Hingegen besteht in einer adaptierten, leichten bis zeitweisen
mittelschweren körperlichen Tätigkeit im Wechselrhythmus ohne vollen
Gebrauch der rechten Hand in grob- und feinmotorischem Einsatz seit
21. Juni 2016 eine 80%ige Arbeitsfähigkeit. Da die Beschwerdeführerin –
wie gerade erwähnt – nach Eintritt des Gesundheitsschadens keine
Erwerbstätigkeit aufgenommen hat, ist für die Berechnung des
Invalideneinkommens auf die LSE 2014, Zentralwert aller
Wirtschaftszweige, Kompetenzniveau 1 (einfache Tätigkeiten körperlicher
oder handwerklicher Art), Frauen, und damit auf ein monatliches
Bruttoeinkommen von Fr. 4'300.-- abzustellen (vgl. Bg-act. 98 S. 1), was
auf der Basis einer üblichen durchschnittlichen Arbeitszeit von 41.7
Wochenstunden und unter Berücksichtigung der Nominallohnentwicklung
und eines Leidensabzugs von 10 % bei einer Leistungsfähigkeit von 80 %
zu einem Invalideneinkommen per 2017 von Fr. 39'654.61 (bestehend aus:
Fr. 4'300.-- x 12 : 40 x 41.7 x 0.8 – Fr. 4'303.44 x 1.003674 x 1.01 x 1.01)
führt. Der von der Beschwerdegegnerin gewährte 10%ige Leidensabzug
(vgl. Bg-act. 82) wird von der Beschwerdeführerin in ihrer Beschwerde nicht
beanstandet. Schliesslich beträgt die Einschränkung im Haushaltsbereich
16.4 %. In Anwendung der gemischten Bemessungsmethode resultieren
somit folgende Invaliditätsgrade:
Einkommensvergleich ab 29.08.2015:
Einkommen ohne gesundheitliche Einschränkung: Fr. 48'159.35
Einkommen mit gesundheitlicher Einschränkung: Fr. 0.--
Erwerbseinbusse: Fr. 48'159.35
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Invaliditätsgrad 100 %
Tätigkeit Anteil Einschränkung Teilinvaliditätsgrad
Erwerb 60 % 100 % 60 %
Haushalt 40 % 16.4 % 6.56 %
Invaliditätsgrad 66.56 %
Einkommensvergleich ab 21.06.2016:
Einkommen ohne gesundheitliche Einschränkung: Fr. 48'159.35
Einkommen mit gesundheitlicher Einschränkung: Fr. 39'654.61
Erwerbseinbusse: Fr. 8'504.74
Invaliditätsgrad 17.66 %
Tätigkeit Anteil Einschränkung Teilinvaliditätsgrad
Erwerb 60 % 17.66 % 10.6 %
Haushalt 40 % 16.4 % 6.56 %
Invaliditätsgrad 17.16 %
Gestützt auf diese Darstellung ergibt sich im konkreten Fall ein
Gesamtinvaliditätsgrad von gerundet 66.6 % ab 29. August 2015 bzw. 17.2
% ab 21. Juni 2016. Diese Invaliditätsgrade stimmen denn auch mit den
Angaben der Beschwerdegegnerin auf S. 2 der angefochtenen Verfügung
vom 17. Mai 2018 überein, obwohl die dortige Invaliditätsbemessung nicht
nach der neuen gemischten Methode (vgl. E.10.2) vorgenommen wurde
(vgl. Bg-act. 82 S. 1 f.). Die Beschwerdegegnerin berechnete jedoch auf
S. 5 der besagten Verfügung den Invaliditätsgrad auch anhand der am
1. Januar 2018 in Kraft getretenen Bemessungsweise und kam letztlich
zum selben Ergebnis wie das streitberufene Gericht (vgl. Bg-act. 82 S. 5).
Demnach hat die Beschwerdeführerin für die Zeit vom 1. August 2015 bis
30. September 2016 (drei Monate nach Besserung des
Gesundheitszustandes) gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG Anspruch auf eine
Dreiviertelsrente und ab 1. Oktober 2016 mangels eines rentenrelevanten
Invaliditätsgrades keinen Rentenanspruch.
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10.5. Schliesslich ist der Vollständigkeit halber darauf hinzuweisen, dass selbst
der nach der Rechtsprechung maximal mögliche Leidensabzug von 25 %
keinen Rentenanspruch ab 1. Oktober 2016 zur Folge hätte. Denn aus dem
Vergleich des – entsprechend reduzierten – Invalideneinkommens von Fr.
33'045.51 (bestehend aus: Fr. 4'300.-- x 12 : 40 x 41.7 x 0.8 – Fr. 10'758.60
x 1.003674 x 1.01 x 1.01) mit dem Valideneinkommen von Fr. 48'159.35
resultiert eine Erwerbseinbusse von Fr. 15'113.84, was einen
Invaliditätsgrad im Erwerbsteil von 31.38 % und eine Gesamtinvalidität von
25.39 % (31.38 % x 0.6 + 16.4 % x 0.4) ergibt.
11. Zusammenfassend erweist sich die angefochtene Verfügung vom 17. Mai
2018 als rechtens, was zur Bestätigung derselben und zur Abweisung der
dagegen erhobenen Beschwerde führt.
12. Es bleibt über die Kosten zu befinden. Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das
Beschwerdeverfahren – in Abweichung von Art. 61 lit. a ATSG – bei
Streitigkeiten um die Bewilligung oder Verweigerung von Leistungen der
Invalidenversicherung vor dem kantonalen Versicherungsgericht
kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensaufwand und
unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.--
festgelegt. Aufgrund des Ausgangs des Verfahrens rechtfertigt es sich
vorliegend, der unterliegenden Beschwerdeführerin die Gerichtskosten in
der Höhe von Fr. 700.-- zu überbinden (vgl. Art. 73 Abs. 1 VRG). Der
obsiegenden Beschwerdegegnerin steht keine Parteientschädigung zu
(Art. 61 lit. g ATSG).