# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 0dfb6eb6-469a-53e8-bf22-c75f3fec71af
**Court:** SG_VG
**Chamber:** SG_VG_001
**Year:** 2011
**Language:** de
**Jurisdiction:** SG / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

hat das Verwaltungsgericht festgestellt:
A./ Am 12. Mai 2010 überschritt der Personenwagen mit dem amtlichen Kennzeichen
SG xxx in St. Gallen auf der Geissbergstrasse die zulässige Höchstgeschwindigkeit von
50 km/h um 38 km/h. Als Halter des entsprechenden Fahrzeugs ist T. S. registriert.
Am 29. Juni 2010 parkierte T. S. seinen Personenwagen an der Teufenerstrasse in St.
Gallen. Weil er das Fahrzeug nur ungenügend gegen das Wegrollen sicherte, rollte das
Fahrzeug abwärts und prallte gegen eine Hausfassade.
Am 21. Juni 2010 wurde T. S. von der Kantonspolizei St. Gallen zur
Geschwindigkeitsübertretung vom 12. Mai 2010 befragt. Dabei konnte er sich zum
Foto äussern, welches vom Verkehrsüberwachungsgerät erstellt worden ist. Er führte
aus, er gehe davon aus, dass er den Personenwagen gelenkt habe; es könne jedoch
auch sein, dass sein Vater zu diesem Zeitpunkt gefahren sei. Er nahm deshalb nach
entsprechender Aufforderung durch den befragenden Polizisten telefonisch Kontakt mit
seinem Vater auf. Nach erfolgtem Telefonat teilte T. S. mit, der Vater sei an diesem Tag
in der Schweiz gewesen. Es könne also sein, dass er das Fahrzeug gelenkt habe.
B./ Mit Bussenverfügung vom 26. Juli 2010 verurteilte ihn das Untersuchungsamt
St. Gallen wegen Überschreitens der zulässigen Höchstgeschwindigkeit von 50 km/h
um 38 km/h sowie wegen ungenügenden Sicherns des Fahrzeugs gegen das
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Wegrollen zu einer bedingten Geldstrafe von 16 Tagessätzen zu je Fr. 120.-- unter
Ansetzung einer Probezeit von zwei Jahren sowie einer Busse von Fr. 950.--.
Mit eingeschriebener Sendung vom 5. August 2010 teilte das Strassenverkehrs- und
Schifffahrtsamt T. S. mit, aufgrund der begangenen Verkehrsregelverletzungen sei ein
Führerausweisentzug beabsichtigt; nach einer schweren Widerhandlung werde der
Führerausweis für mindestens drei Monate entzogen. Es wurde T. S. Gelegenheit
gegeben, innerhalb einer Frist von zehn Tagen Stellung zu nehmen und die Akten
einzusehen. Das entsprechende Schreiben nahm T. S. nicht entgegen. Es wurde ihm
deshalb am 17. August 2010 nochmals orientierungshalber per A-Post zugestellt. Mit
Eingabe vom 30. August 2010 liess sich T. S. zum in Aussicht gestellten
Führerausweisentzug vernehmen. Dabei führte er unter anderem aus, wie bereits
gegenüber der Polizei gesagt, werde es sein Vater gewesen sein, da dieser zum
Zeitpunkt der Widerhandlung auch in der Schweiz gewesen sei. Mit Schreiben vom 1.
September 2010 teilte das Strassenverkehrs- und Schifffahrtsamt mit, das Verfahren
werde sistiert, bis das Strafverfahren abgeschlossen sei.
Mit Eingabe vom 29. September 2010 reichte T. S. Einsprache gegen die
Bussenverfügung vom 26. Juli 2010 ein. Zur Begründung führte er aus, er habe am
12. Mai 2010 das Fahrzeug nicht geführt. Bisher sei der Beweis nicht erbracht worden,
dass er und nicht sein Vater das Fahrzeug geführt habe. Am 18. Oktober 2010 trat das
Untersuchungsamt St. Gallen auf die verspätete Einsprache nicht ein.
Das Administrativverfahren wurde deshalb am 19. November 2010 wieder
aufgenommen. T. S. erhielt Gelegenheit, innert zehn Tagen eine abschliessende
Stellungnahme einzureichen. Diese Frist liess er ungenutzt verstreichen. In der Folge
entzog das Strassenverkehrs- und Schifffahrtsamt mit Verfügung vom 17. Dezember
2010 T. S. den Führerausweis für die Dauer von fünf Monaten.
C./ Gegen die Verfügung vom 17. Dezember 2010 erhob T. S. mit Eingabe vom
4. Januar 2011 Rekurs bei der Verwaltungsrekurskommission. Er stellte dabei den
sinngemässen Antrag, der Führerausweis sei nicht zu entziehen. Zur Begründung
führte er aus, er habe am besagten Tag das Fahrzeug nicht gesteuert. Dies sei sein
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Vater gewesen. Er ersuche deshalb darum, H. S. zu kontaktieren und zu befragen. Die
Rekursinstanz wies den Rekurs mit Entscheid vom 28. April 2011 ab.
D./ Dagegen erhob T. S. mit Eingabe vom 23. Mai 2011 Beschwerde beim
Verwaltungsgericht mit dem (sinngemässen) Antrag, es sei der angefochtene Entscheid
aufzuheben.
Die Verwaltungsrekurskommission liess sich am 21. Juni 2011 zur Beschwerde
vernehmen. Sie stellte Antrag auf Abweisung der Beschwerde unter Hinweis auf die
Erwägungen im angefochtenen Entscheid. Das Strassenverkehrs- und Schifffahrtsamt
erklärte am 21. Juni 2011 Verzicht auf eine Vernehmlassung.
Mit Eingabe vom 28. Juni 2011 reichte der Beschwerdeführer unaufgefordert eine
weitere Stellungnahme ein.
Auf die Begründung des Beschwerdeführers und die Ausführungen im angefochtenen
Entscheid wird, soweit erforderlich, in den folgenden Erwägungen eingegangen.

## Considerations

Darüber wird in Erwägung gezogen:
1. (...).
2. Der Beschwerdeführer rügt im Wesentlichen, die Vorinstanz habe das mittlerweile
vorliegende schriftliche Geständnis nicht berücksichtigt, wonach sein Vater am 12. Mai
2010 das besagte Fahrzeug gelenkt habe. Es sei somit bewiesen, dass er nicht
gefahren sei.
2.1 Der Warnungsentzug ist eine der Strafe zwar ähnliche, davon aber unabhängige
Verwaltungsmassnahme mit präventivem Charakter. Trotz dieser besonderen Natur
handelt es sich gemäss der Rechtsprechung um einen Entscheid über die
Stichhaltigkeit einer strafrechtlichen Anklage im Sinn von Art. 6 Ziff. 1 der Europäischen
Menschenrechtskonvention (SR 0.101, abgekürzt EMRK). Daraus folgt, dass auf das
Administrativverfahren die in Art. 6 Ziff. 2 EMRK verankerte Unschuldsvermutung
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ebenfalls anwendbar ist (BGE 1C_413/2009 vom 22. Januar 2009, E. 3.2.1 mit
Hinweisen).
Zu beachten bleibt aber auch, dass die Unschuldsvermutung nur bis zur Rechtskraft
der Verurteilung gilt. Dies ist nun bedeutsam, wenn das Strafverfahren dem
Administrativverfahren vorgelagert ist. Gemäss bundesgerichtlicher Praxis sind nämlich
die tatsächlichen Feststellungen im Strafurteil für die Verwaltungsbehörde beim
Entscheid über einen Führerausweisentzug grundsätzlich verbindlich. Davon darf nur
abgewichen werden, wenn im Administrativverfahren Tatsachen festgestellt und dem
Entscheid zugrunde gelegt werden, die dem Strafrichter unbekannt waren oder die er
nicht beachtet hat. Die Verwaltungsbehörde hat vor allem dann auf die Tatsachen im
Strafurteil abzustellen, wenn dieses im ordentlichen Verfahren ergangen ist. Sie ist aber
unter bestimmten Voraussetzungen auch an einen Strafentscheid gebunden, der im
Strafbefehlsverfahren gefällt wurde, selbst wenn er ausschliesslich auf einem
Polizeirapport beruht. Dies gilt insbesondere dann, wenn der Angeschuldigte wusste
oder angesichts der Schwere der ihm vorgeworfenen Delikte voraussehen musste,
dass gegen ihn ein Führerausweisentzugsverfahren eröffnet würde, und er es trotzdem
unterlässt oder darauf verzichtet, im Rahmen des summarischen Strafverfahrens die
ihm garantierten Verteidigungsrechte geltend zu machen. Unter diesen Umständen darf
der Betroffene nicht das Verwaltungsverfahren abwarten, um allfällige Rügen
vorzubringen und Beweisanträge zu stellen, sondern ist nach Treu und Glauben
verpflichtet, dies bereits im Rahmen des summarischen Strafverfahrens zu tun, sowie
allenfalls die nötigen Rechtsmittel zu ergreifen (vgl. zum Ganzen BGE 123 II 97 ff. [103
f.], E. 3c/aa).
2.2 Vorliegend brachte der Beschwerdeführer bereits anlässlich der polizeilichen
Befragung vom 21. Juni 2010 vor, es könne sein, dass sein Vater am besagten Tag das
Fahrzeug gelenkt habe. Der befragende Polizist erklärte demgegenüber, aufgrund des
Fotos sei davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer mit dem Auto gefahren sei.
Der Polizist rapportierte dies denn auch so. Gestützt darauf erging die
Bussenverfügung vom 26. Juli 2010. Diese wurde dem Beschwerdeführer am 2. August
2010 zugestellt.
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Dagegen erhob der Beschwerdeführer am 29. September 2010 Einsprache. Das
Rechtsmittel wurde jedoch verspätet eingelegt. Es erging deshalb ein
Nichteintretensentscheid, welcher unangefochten blieb. Ein Grund für ein Abweichen
von den tatsächlichen Feststellungen im rechtskräftigen Strafentscheid durch die
Verwaltungsbehörden ist nicht ersichtlich. Es erscheint keineswegs willkürlich, dass die
Strafverfolgungsbehörde davon ausging, der Beschwerdeführer habe die
Widerhandlung begangen. Der Beschwerdeführer bestritt dies im Strafverfahren nicht
ausdrücklich, sondern er machte lediglich geltend, er gehe davon aus, selbst gefahren
zu sein, doch könne auch sein, dass sein Vater am 12. Mai 2010 mit seinem Fahrzeug
gefahren sei. Zudem hatte er spätestens am 18. August 2010 Kenntnis vom
beabsichtigten Führerausweisentzug. Dannzumal lief die Einsprachefrist gegen die
Bussenverfügung aufgrund der Gerichtsferien noch. Trotzdem nahm er am 30. August
2010 nur zum in Aussicht gestellten Führerausweisentzug Stellung. Eine gleichzeitige
Anfechtung der Bussenverfügung vom 26. Juli 2010 unterliess er hingegen. Insoweit
verhielt er sich widersprüchlich. Er hätte die Schuld schon im Strafverfahren von sich
weisen müssen. Wenn der Beschwerdeführer in diesem Zusammenhang behauptet, er
habe mit seinem Vater besprochen, dass er die Busse vorschiesse, um das Verfahren
dadurch zu einem schnellen Abschluss zu bringen, so erscheint dies unglaubwürdig.
Wer behauptet, eine Widerhandlung nicht begangen zu haben, und weiss, dass sie
sowohl straf- als auch verwaltungsrechtliche Sanktionen auslöst, bestreitet nach
allgemeiner Lebenserfahrung die Schuld (bereits oder auch) im Strafverfahren – umso
mehr, wenn die Verurteilung einen Strafregistereintrag nach sich zieht. Alles in allem ist
daher nicht zu beanstanden, dass Beschwerdegegner und Vorinstanz auf den
Sachverhalt gemäss Bussenverfügung abgestellt haben. Nicht angehen kann
demgegenüber, dass sich das fragliche Foto nicht in den
(Administrativmassnahme-)Akten befindet. Solches Beweismaterial gehört in die Akten.
3. Bei der Zumessung ist zufolge der begangenen schweren Widerhandlung von der
Mindestentzugsdauer von drei Monaten gemäss Art. 16c Abs. 2 lit. a
Strassenverkehrsgesetz (SR 741.01) auszugehen. Erhöhend wurden die massive
Überschreitung der zulässigen Höchstgeschwindigkeit und die am 29. Juni 2010
begangene (leichte) Verkehrsregelverletzung berücksichtigt. Es kann in diesem
Zusammenhang auf die zutreffenden Ausführungen im angefochtenen Entscheid
verwiesen werden (E. 3). Eine Reduktion drängt sich nicht auf. Die behauptete
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berufliche Angewiesenheit auf den Führerausweis ab dem 1. August 2011
(Stellenantritt) ist jedenfalls nicht nachgewiesen.
4. (...).
Demnach hat das Verwaltungsgericht