# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** cea43b9d-9b63-4b8e-8b0f-ff99596141e6
**Court:** SG_VGN
**Chamber:** SG_VGN_001
**Year:** 2009
**Language:** de
**Jurisdiction:** SG / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

hat das Verwaltungsgericht festgestellt:
A./ Das Anwesen "Landegg" besteht aus dem Grundstück Nr. 700 sowie den
Grundstücken Nrn. 5 und 1272. Die beiden letzteren werden vom Grundstück Nr. 700
durch die von Grub über Wienacht nach Rorschacherberg führende Strasse
voneinander getrennt. Dazwischen verläuft die Grenze zwischen den Kantonen
St. Gallen und Appenzell Ausserrhoden. Das Grundstück Nr. 700 liegt auf dem
Gemeindegebiet von Lutzenberg AR. Es ist mit dem Gebäude Vers.-Nr. 30 überbaut
und liegt gemäss Zonenplan der Politischen Gemeinde Lutzenberg vom 26. Mai 1998
in der Kurzone. Das Grundstück Nr. 5 liegt in nordöstlicher Richtung des Grundstücks
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 3/15
Publikationsplattform
St.Galler Gerichte
Nr. 700 auf dem Gemeindegebiet von Eggersriet SG. Es ist mit dem Gebäude Vers.-
Nr. 471 überbaut und gemäss dem Zonenplan der Politischen Gemeinde Eggersriet
vom 23. Juni 1993 ebenfalls der Kurzone zugeschieden. Das Grundstück Nr. 1272
umschliesst das Grundstück Nr. 5 und ist mit der Scheune Vers.-Nr. 796 bebaut. Der
südwestliche, etwa drei Viertel der Fläche umfassende Teil des Grundstücks liegt in der
Kurzone, der Rest in der Grünzone.
Die Landegg war im Jahr 1988 von der Internationalen Baha'i Stiftung gekauft worden.
In der Folge unterhielt diese in den Gebäuden einen Beherbergungsbetrieb mit
Unterkunfts-, Tagungs- und Schulungsräumen. Im Oktober 2004 fiel sie in Konkurs.
Darauf standen die Gebäude leer und wurden nicht mehr genutzt. Seit Februar 2009
steht die Landegg im Eigentum der R. Immobilien AG, Altstätten, welche die
Grundstücke aus der Konkursmasse erworben und an den Kanton St. Gallen vermietet
hat.
H. ist Eigentümer des auf dem Gemeindegebiet von Lutzenberg gelegenen und der
Wohn-Gewerbe-Zone (abgekürzt WGZ) zugewiesenen Grundstücks Nr. 000, das
südöstlich der Landegg liegt. Die kürzeste Distanz zwischen diesem und dem zur
Landegg gehörenden Grundstück Nr. 700 beträgt rund 160 Meter, während das
Grundstück Nr. 5 rund 200 Meter von der Parzelle Nr. 710 entfernt liegt.
Der Bund verpflichtet den Kanton St. Gallen zur Aufnahme von Asylbewerbern. Da die
vorhandenen Plätze in den zur Verfügung stehenden Durchgangszentren infolge des
angestiegenen Zustroms von Asylbewerbern nicht mehr ausreichen, beabsichtigt der
Kanton St. Gallen deren Unterbringung in den leerstehenden Gebäuden der Landegg.
Nach Darstellung des zuständigen Sicherheits- und Justizdepartements eignet sich die
Landegg als Unterkunft für rund 150 Personen.
H. wandte sich mit Schreiben seines Rechtsvertreters vom 5. März 2009 an die
Gemeinderäte Eggersriet und Lutzenberg. Er führte an, am 27. Februar 2009 sei aus
den Medien bekannt geworden, dass in der Landegg die Errichtung eines Asylzentrums
geplant sei. Die Umwandlung eines Schulungszentrums in ein Asylzentrum stelle eine
bewilligungspflichtige Zweckänderung dar. Als Eigentümer des davon betroffenen
Grundstücks Nr. 710 ersuche er um Durchführung eines Baubewilligungsverfahrens.
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 4/15
Publikationsplattform
St.Galler Gerichte
Mit Schreiben vom 9. März 2009 ergänzte er sein Begehren, indem er für den Fall, dass
der Gemeinderat zur Einleitung eines förmlichen Baubewilligungsverfahrens nicht bereit
sei, um Erlass einer entsprechenden ablehnenden Verfügung mit

## Considerations