# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 91ca274d-84f4-531a-afc5-de750b71c5ce
**Court:** SG_VG
**Chamber:** SG_VG_001
**Year:** 2020
**Language:** de
**Jurisdiction:** SG / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Das Verwaltungsgericht stellt fest:
A.
X._, Jahrgang 1990, ledig, war seit September 2011 Studentin an der Universität St.
Gallen. Sie wohnte zunächst bei ihrem Vater in S._ und zog per 13. März 2017 nach
Y._ in eine Wohngemeinschaft mit zwei Mitbewohnern an die T._strasse 38. X._ trat
am 14. März 2017 stationär in die psychiatrische Klinik B._ ein. Am 4. April 2017 stellte
sie bei der politischen Gemeinde Y._ einen Antrag auf Sozialhilfeleistungen (Eingang
Soziale Dienste 7. April 2017). Sie gab unter anderem an, Stipendiengelder in der Höhe
von CHF 5'000 für das Frühjahrssemester (1. Februar bis 31. Juli 2017) erhalten zu
haben (act. Sozialamt 5).
A.a.
Mit Verfügung vom 26. Juni 2017 stellten die Sozialen Dienste Y._ fest, dass X._
aufgrund des Subsidiaritätsprinzips (Stipendium) keinen Anspruch auf finanzielle
Unterstützung durch die Sozialhilfe habe. Jedoch würden ab 1. April bis 31. Dezember
2017 die Krankenkassenprämien der Grundversicherung und die Kostenbeteiligungen
übernommen (act. Sozialamt 10). Dagegen erhob X._ beim Departement des Innern
Rekurs. Infolge Widerrufs der angefochtenen Verfügung durch die Sozialen Dienste
Y._ wurde der Rekurs am 28. August 2017 als gegenstandslos abgeschrieben.
A.b.
Nach ihrem Klinikaustritt am 13. Juli 2017 fand am 23. August 2017 ein Gespräch
zwischen X._ und den Sozialen Diensten Y._ statt. Nach Einreichung diverser
A.c.
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B.
Unterlagen und weiteren Schriftenwechseln zwischen X._ bzw. ihrem bevollmächtigen
Vater und den Sozialen Diensten Y._ lehnten die Sozialen Dienste Y._ mit Verfügung
vom 28. November 2017 den Antrag auf Sozialhilfeunterstützung von X._ für den
Zeitraum vom 13. März bis 30. Juni 2017 mangels Bedürftigkeit ab. Im Juli 2017 habe
sie Anspruch auf Sozialhilfeunterstützung in der Höhe von CHF 87.65 und im August
2017 auf CHF 1'023.20. Vom 1. April bis 31. Dezember 2017 würden die Sozialen
Dienste Y._ die Kostenbeteiligungen der obligatorischen Krankenpflegeversicherung
leisten. Sie begründeten diese Verfügung im Wesentlichen damit, dass der Antrag auf
Sozialhilfeunterstützung am 7. April 2017 eingegangen und die Bedürftigkeit daher ab
diesem Zeitpunkt geprüft worden sei. Für das Frühjahrssemester (1. Februar bis 31. Juli
2017) habe X._ Stipendien in der Höhe von CHF 5'000 erhalten. Gemäss der
Berechnung habe in dieser Zeit unter Berücksichtigung dieser Stipendiengelder keine
Bedürftigkeit bestanden. Ab dem Klinikaustritt am 13. Juli 2017 bis Ende August 2017
habe X._ in einem Dreipersonenhaushalt in einer Wohngemeinschaft gelebt und daher
sei ihr der Grundbedarf nur anteilsmässig mit CHF 606 anzurechnen (act. Sozialamt
33).
Den dagegen erhobenen Rekurs hiess das Departement des Inneren mit Entscheid
vom 21. Januar 2019 teilweise gut. Es gelangte zum Ergebnis, dass im Juli 2017 ein
Betrag von CHF 260.75 und für den August ein Betrag von CHF 1'296.50 ausbezahlt
werden müsse. Bei der Wohnsituation von X._ handle es sich entgegen der Ansicht
der Sozialen Dienste Y._ um eine Zweck-Wohngemeinschaft und daher sei der von
den Sozialen Dienste Y._ eingesetzte Betrag zu tief. Die Einwände bezüglich des
Anspruchsbeginns und der Anrechnung der Stipendiengelder als Einnahmen wurden
abgewiesen.
A.d.
Am 6. Februar 2019 erhob X._ (Beschwerdeführerin) Beschwerde gegen den
Entscheid des Departements des Innern (Vorinstanz) vom 21. Januar 2019 beim
Verwaltungsgericht. Sie stellte sinngemäss den Antrag auf Aufhebung des Entscheids
der Vorinstanz. Ihr seien ab ihrer Wohnsitznahme in Y._ am 13. März 2017
Sozialhilfeunterstützungsleistungen zuzusprechen. Dabei sei ihr ein Mietzins von CHF
417.20 und ein Grundbedarf von CHF 879.30 anzurechnen. Es sei festzustellen, dass
ihr zu Unrecht ein hypothetisches Einkommen angerechnet worden sei. Für die Zeit des
Klinikauftrittes sei ihr ein Taschengeld in der Höhe von CHF 300 zu bezahlen. Zudem
B.a.
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## Considerations

Darüber zieht das Verwaltungsgericht in Erwägung:
1. (...)
2.
Mit dem am 1. Januar 2018 in Kraft getretenen IV. Nachtrag zum Sozialhilfegesetz vom
25. April 2017 (sGS 381.1, SHG; IV. Nachtrag in: nGS 2017-064; Botschaft vom 6.
September 2016 in: ABl 2016 2707 ff. oder unter www.ratsinfo.sg.ch:
Geschäftsnummer 22.16.02) und den am 29. Januar bzw. 1. April 2019 in Kraft
getretenen V. Nachtrag (nGS 2019-024, Botschaft vom 1. Mai 2018 und Festlegung
des Vollzugsbeginns: Protokoll der Regierung des Kantons St. Gallen vom 5. Februar
2019, Nr. 047, www.ratsinfo.sg.ch: Geschäftsnummer 22.18.11) wurden die
gesetzlichen Grundlagen betreffend die Gewährung finanzieller Sozialhilfe teilweise
revidiert. Nach den allgemein gültigen intertemporalrechtlichen Grundsätzen ist die
Rechtmässigkeit von Verwaltungsakten mangels einer anderslautenden
beantragte sie die Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege, im Sinne eines
Verzichts auf Gerichtskostenvorschüsse.
Mit Schreiben vom 8. Februar 2019 teilte der Abteilungspräsident des
Verwaltungsgerichts X._ mit, dass auf die Erhebung des Kostenvorschusses verzichtet
werde. Damit sei das beantragte Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege
gegenstandslos geworden.
B.b.
Die Vorinstanz schloss in ihrer Vernehmlassung vom 20. Februar 2019 auf Abweisung
der Beschwerde und verwies auf die Ausführungen im angefochtenen Entscheid. Mit
Eingabe vom 14. März 2019 ersuchte die politische Gemeinde Y._
(Beschwerdegegnerin) ebenfalls um Abweisung der Beschwerde, unter Kosten- und
Entschädigungsfolge. Sie legte die Exmatrikulationsbestätigung vom 14. August 2018,
gemäss welcher die Beschwerdeführerin seit dem Frühjahrssemester 2018 nicht mehr
am Studieren sei, bei. Die Beschwerdeführerin, vertreten durch ihren Vater, liess sich
mit Schreiben vom 8. April 2019 nochmals vernehmen und wies ausdrücklich darauf
hin, dass ihr von März bis Juli 2017 kein hypothetisches Einkommen von CHF 833
zugeflossen sei.
Auf die Vorbringen der Verfahrensbeteiligten zur Begründung ihrer Anträge sowie die
Akten wird, soweit für den Entscheid relevant, in den nachstehenden Erwägungen
eingegangen.
B.c.
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übergangsrechtlichen Regelung nach der Rechtslage im Zeitpunkt ihres Ergehens zu
beurteilen (vgl. z.B. BGE 139 II 263 E. 6; 135 II 384 E. 2.3; 125 II 591 E. 5e/aa; je mit
Hinweisen). In anderen Urteilen des Bundesgerichts (vor allem zum
Sozialversicherungsrecht) findet sich die Formulierung, es seien jene Rechtssätze
massgebend, die im Zeitpunkt der Verwirklichung des Sachverhalts bzw. der Erfüllung
des zu Rechtsfolgen führenden Tatbestandes Geltung haben (BGE 129 V 1 E. 1.2 S. 4
mit Hinweisen). Eine dem SHG eigene übergangsrechtliche Regelung besteht im
vorliegenden Fall nicht. Der zu beurteilende Sachverhalt liegt im Jahr 2017 und die
massgebende Verfügung der Beschwerdegegnerin erging am 28. November 2017.
Dementsprechend finden in jedem Fall die oben dargestellten Grundsätze Anwendung,
und die Streitsache ist nach der bis zum 31. Dezember 2017 geltenden Fassung des
SHG (im Folgenden mit "aSHG" bezeichnet) und der dazu ergangenen Rechtsprechung
zu beurteilen (vgl. VerwGE B 2016/212 vom 14. Juli 2018 E. 2, www.gerichte.sg.ch).
3.
Im vorliegenden Fall ist gemäss den Anträgen eins bis drei der Beschwerde einerseits
der Anspruchsbeginn auf Sozialhilfeleistungen und andererseits die Höhe der
auszurichtenden Leistungen im Zeitraum vom 13. März bis 31. August 2017 strittig.
Nach Art. 9 Abs. 1 aSHG hat Anspruch auf finanzielle Sozialhilfe, wer für seinen
Lebensunterhalt nicht hinreichend oder nicht rechtzeitig aus eigenen Mitteln
aufkommen kann. Finanzielle Sozialhilfe umfasst Geld- und Naturalleistungen sowie
Kostengutsprachen. Sie wird rechtzeitig gewährt (Art. 10 Abs. 1 und 2 aSHG). Weder
im Gesetz noch in den SKOS-Richtlinien oder der KOS-Praxishilfe findet sich eine
Regelung bezüglich des Anspruchsbeginns von finanziellen Unterstützungsleistungen
in der Sozialhilfe. Der Zweck von Sozialhilfeleistungen besteht darin, eine konkrete und
gegenwärtige (aktuelle) Notlage zu mildern. Grundsätzlich erstreckt sich die Sozialhilfe
nicht auf bereits überwundene Notlagen, weshalb ein Hilfeempfänger nicht verlangen
kann, dass ihm Sozialhilfeleistungen rückwirkend ausgerichtet werden, auch wenn die
Voraussetzungen hierfür bestanden hätten (F. Wolffers, Grundriss des Sozialhilferechts,
2. Aufl., 1999, S. 74, C. Rüegg, Das Recht auf Hilfe in Notlagen, in: C. Häfeli [Hrsg.],
Das Schweizerische Sozialhilferecht, Luzern 2008, S. 48). Der Unterstützungsbeginn
setzt mit der tatsächlichen Kenntnis der Sozialhilfebehörden von den
Leistungsvoraussetzungen ein (Kenntnisprinzip). Ein blosses "Kennen-Müssen" reicht
nicht aus (G. Wizent, Die sozialhilferechtliche Bedürftigkeit, Zürich 2014, S. 485, Fn.
1771). Allerdings kann die zuständige Behörde auch von Amtes wegen aktiv werden,
sobald sie von der Notlage einer Person Kenntnis erhält (Wolffers, a.a.O., S. 162).
3.1.
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Die Vorinstanz hält dazu fest, dass der von der Beschwerdeführerin ausgefüllte Antrag
auf Sozialhilfeleistungen am 7. April 2017 bei der Beschwerdegegnerin eingegangen
sei. Es liege weder eine ärztliche Bestätigung noch ein anderer Beleg dafür vor, dass
die Gesundheit bzw. Handlungsfähigkeit der Beschwerdeführerin in einem Ausmass
eingeschränkt gewesen sei, die eine frühere Antragsstellung um Sozialhilfeleistungen
verhindert hätte.
Dagegen vertritt die Beschwerdeführerin im Wesentlichen die Ansicht, dass der
Beschwerdegegnerin nach der Aktenedition der Unterlagen der Sozialen Dienste S._
habe bekannt sein müssen, dass sie bis am 12. März 2017 von den Sozialen Diensten
S._ unterstützt worden sei. Es sei ein Akt der Willkür, wenn sie nun vom 13. März bis
6. April 2017 nicht habe bedürftig sein sollen. Um dem Untersuchungsgrundsatz
nachzukommen, hätte die Beschwerdegegnerin ihre Situation abklären müssen. Die
Beschwerdegegnerin sei zu Unrecht davon ausgegangen, dass sie aufgrund der
Stipendien keinen Anspruch auf Sozialhilfe habe, weshalb sie den Beginn der
Bedürftigkeit von vornherein nicht weiter abgeklärt habe.
3.2.
Es ist unbestritten, dass die Beschwerdeführerin am 13. März 2017 in die politische
Gemeinde Y._ zog, am 14. März 2017 in die psychiatrische Klinik B._ eintrat und der
Antrag auf Sozialhilfeleistungen am 7. April 2017 bei der Beschwerdegegnerin einging.
Die Beschwerdegegnerin hatte erst ab dem Zeitpunkt des Antrags Kenntnis von der
allfälligen Bedürftigkeit der Beschwerdeführerin. In der Folge hatte sie im Rahmen des
Untersuchungsgrundsatzes die notwendigen Abklärungen vorzunehmen. Der
Untersuchungsgrundsatz besagt, dass die Verwaltungsbehörden den
rechtserheblichen Sachverhalt von Amtes wegen richtig und vollständig zu ermitteln
und Beweise zu erheben haben (Cavelti/Vögeli, Verwaltungsgerichtsbarkeit im Kanton
St.Gallen, 2. Aufl. 2003, Rz. 589). Dieser Grundsatz findet auch in Art. 4 aSHG
Niederschlag. Eine Beschränkung erfährt der Untersuchungsgrundsatz allerdings dort,
wo die Verwaltungsbehörden auf die Mitwirkung der Verfahrensbeteiligten angewiesen
sind. Eine solche Mitwirkung ist vor allem dann gerechtfertigt, wenn – wie vorliegend –
davon ausgegangen werden muss, dass die Beteiligte den Sachverhalt nicht nur
besser kennt, sondern auch ein eigenes Interesse daran hat, ihre
Sachverhaltsdarstellung beweismässig zu untermauern (vgl. Cavelti/Vögeli, a.a.O.,
Rz. 592). Im aSHG wird die Mitwirkungspflicht ausdrücklich in Art. 16 Abs. 1 erwähnt,
gemäss welchem die hilfesuchende Person wahrheitsgetreue und vollständige
Auskünfte zu erteilen hat. In diesem Sinne oblag es der Beschwerdeführerin, bei der
3.3.
bis
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4.
Verwaltungsbehörde Antrag zu stellen und damit auf ihre Bedürftigkeit aufmerksam zu
machen. Bevor der Antrag bei der Beschwerdegegnerin einging, konnte diese nicht um
die Bedürftigkeit der Beschwerdeführerin wissen bzw. dass diese bis zum 12. März
2017 durch die Sozialen Dienste S._ Unterstützungsleistungen erhalten hatte. Die
Vorinstanz erkannte auch zu Recht, dass weder eine ärztliche Bestätigung – die
Arbeitsunfähigkeit, welche allerdings nicht zwingend mit der Handlungsunfähigkeit
gleichzusetzen ist oder im Sinne einer Wiederherstellung der Frist einem leichten
Verschulden zugeordnet werden könnte, wird erst ab dem 1. August 2017 durch Dr.
Z._ bestätigt (act. Sozialamt 17) – noch ein sonstiger Beleg von der
Beschwerdeführerin eingereicht wurde, welcher nachweisen könnte, dass sie aus
gesundheitlichen oder anderen Gründen an einer früheren Antragsstellung bei der
Beschwerdegegnerin verhindert gewesen wäre. Solche Gründe macht die
Beschwerdeführerin auch in diesem Verfahren nicht geltend. Sofern die
Beschwerdeführerin somit einen Vorteil aus ihrer Behauptung eines früheren
Anspruchsbeginns ableiten will, trägt sie die Beweislast dafür. Denn soweit eine
Verfügung begünstigenden Charakter für die Beschwerdeführerin haben soll, trägt die
Begünstigte und damit die Beschwerdeführerin die Beweislast für die Voraussetzungen
der Begünstigung. Demnach kann sich die Begünstigte nicht über eine Verletzung des
Untersuchungsgrundsatzes oder einen unrichtig und unvollständig erhobenen
Sachverhalt beschweren, wenn der Behörde keine vollständige Auskunft erteilt wird
(vgl. Cavelti/Vögeli, a.a.O., Rz. 627 ff.). Die Vorinstanz setzte damit den
Unterstützungsbeginn zu Recht auf den 7. April 2017 fest. Dies entspricht auch dem
Zweck der Sozialhilfe, welcher darin besteht, einer hilfesuchenden Person Hilfe in einer
aktuellen Notlage und nicht in einer bereits überwundenen Notlage zu gewähren.
Die Sozialhilfe kennt unter anderem das Subsidiaritäts- und das
Bedarfsdeckungsprinzip (Wolffers, a.a.O., S. 69). Sozialhilfeleistungen unterliegen dem
Grundsatz der Subsidiarität und werden nur gewährt, wenn die bedürftige Person sich
nicht selbst helfen kann oder Hilfe von dritter Seite nicht oder nicht rechtzeitig erhält
(Häfeli, a.a.O., S. 73, Wolffers, a.a.O., S. 71). Insbesondere ist die Sozialhilfe gegenüber
Leistungsverpflichten Dritter, wozu auch Stipendien gehören, subsidiär (vgl. Art. 2 Abs.
2 aSHG, SKOS-Richtlinien, gültig seit 1. Januar 2017, A.4 – 2, Häfeli, a.a.O., S. 74,
Wolffers, a.a.O., S. 72). Mit anderen Worten wird verlangt, dass zunächst alle anderen
Möglichkeiten der Hilfe auszuschöpfen sind, bevor staatliche Sozialhilfeleistungen
erbracht werden.
4.1.
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Die Sozialhilfe ist für Personen in Ausbildung in der Regel nicht zuständig. Eine
Erstausbildung fällt grundsätzlich in die Unterhaltspflicht der Eltern. Diese
Unterhaltspflicht besteht auch dann, wenn eine volljährige Person ohne angemessene
Ausbildung ist (Art. 277 Abs. 2 des Schweizerischen Zivilgesetzbuches, SR 210, ZGB).
Zudem dienen zur sozialstaatlichen Existenzsicherung während der Ausbildung in
erster Linie die Ausbildungsbeiträge (Stipendien und Darlehen). Die unterstützten
Personen sind mit Blick auf die zumutbare Selbsthilfe daher grundsätzlich gehalten,
einen Ausbildungsweg anzustreben, welcher den Zugang zu vorrangigen
Leistungssystemen gegenüber der Sozialhilfe eröffnet (vgl. dazu Wizent, a.a.O, S. 353
ff., BGer 8C_930/2015 vom 15. April 2016 E. 4.4). Sofern den Eltern nicht zugemutet
werden kann, für den Unterhalt und die Ausbildung ihres volljährigen Kindes
aufzukommen, und reichen die Einnahmen (Lohn, Stipendien, Beiträge aus Fonds und
Stiftungen usw.) nicht aus, um den Unterhalt und die ausbildungsspezifischen
Auslagen zu decken, so kann die Sozialbehörde eine ergänzende Unterstützung für
volljährige Personen ohne angemessene Ausbildung beschliessen (Wizent, a.a.O, S.
356, SKOS-Richtlinien, H. 6).
Im angefochtenen Entscheid kam die Vorinstanz zum Schluss, dass die
Beschwerdeführerin für das Frühlingssemester 2017 (1. Februar bis 31. Juli 2017)
Stipendien in der Höhe von CHF 5'000 erhalten habe. Somit sei ihr in diesem Zeitraum
durchschnittlich ein Betrag von CHF 833.35 pro Monat als Ausbildungsunterstützung
zur Verfügung gestanden und zu Recht als Einnahme berücksichtigt worden.
Die Beschwerdeführerin hält dagegen, dass die Argumentation der Vorinstanz im
Grundsatz an der Sache vorbeigehe, da es bei ihr nicht um eine Unterstützung
während der Ausbildung gehe, sondern um eine solche nach Abbruch der Ausbildung.
Denn sie habe ihr Studium anfangs 2017 krankheitshalber abbrechen müssen. Des
Weiteren sei die Anrechnung eines hypothetischen Einkommens in der Sozialhilfe nicht
zulässig. Es könnten nur tatsächliche Einkünfte berücksichtigt werden. Der Betrag von
CHF 5'000 sei bei ihr am 7. März 2017 eingegangen, und danach seien ihr keine
Beträge von CHF 833.35 in den massgebenden Monaten mehr zugeflossen. Der Betrag
von CHF 5'000 könne ihr nicht als Vermögen und als Einnahme angerechnet werden.
Beim Vermögen sei zudem ein Vermögensfreibetrag von CHF 4'000 zu
berücksichtigen. Per 13. März 2017 seien noch CHF 4'609.85 auf dem Bankkonto
übriggeblieben. Davon habe sie den Miet-Kautionsanteil von CHF 1'200 bezahlt, und
4.2.
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damit sei ihr noch ein tatsächliches Vermögen von CHF 3'409.85 zur Verfügung
gestanden. Dieser Betrag liege unter dem Vermögensfreibetrag.
Für das Frühjahrssemester vom 1. Februar bis 31. Juli 2017 erhielt die
Beschwerdeführerin am 7. März 2017 vom Kanton C._ Stipendiengelder in der Höhe
von CHF 5'000 (act. Sozialamt 7). Laut Angaben der Beschwerdeführerin musste sie
das Studium anfangs 2017 krankheitsbedingt abbrechen. Gemäss der
Exmatrikulationsbestätigung vom 14. August 2018 brach die Beschwerdeführerin erst
im Frühjahrssemester 2018 ihr Studium ab (act. 10/3). Zudem bestätigt sie in ihrer
Beschwerdeschrift, dass die Stipendiengelder nicht zurückgefordert wurden, sondern
ihr in dieser Höhe zur Verfügung standen. Die Beschwerdeführerin vergleicht den
erhaltenen Betrag des Stipendiums mit einem Geschenk des Patenonkels oder einem
Lottogewinn und ist der Ansicht, dass ihr ein solcher Betrag zwar im Rahmen ihres
Vermögens zusteht, aber nicht aufgeteilt als monatliche Einnahme angerechnet werden
kann. Dabei übersieht die Beschwerdeführerin, dass einerseits im Gegensatz zu einem
einmaligen Vermögenszugang in Form eines Geschenks oder Gewinns der
Stipendienbetrag für das ganze Semester, d. h. vom 1. Februar bis 31. Juli 2017,
gewährt wurde. Andererseits wurden mit den Stipendiengeldern nicht nur die für die
Ausbildung notwendigen Kosten übernommen, sondern auch die
Lebenshaltungskosten. Der Berechnung für die Ausbildungsbeträge des Kantons C._
vom 2. September 2016 sind die einzelnen Positionen zu entnehmen. So wurden bei
den Ausbildungskosten das Schulgeld, das Lehr-/Schulmaterial und die Reisekosten
und bei den Lebenshaltungskosten Kleider, Wäsche, Schuhe, Körperpflege,
Versicherungen, Kultur und weitere Ausgaben, Verpflegung sowie die Unterkunft,
wobei davon ausgegangen wurde, dass die Beschwerdeführerin weiterhin beim Vater
wohne, berücksichtigt (act. Sozialamt 18). Die Stipendiengelder standen der
Beschwerdeführerin demnach für die Bestreitung der Ausbildungs- und Lebenskosten
in der Zeitspanne von Februar bis Juli 2013 zur Verfügung. Hervorzuheben ist, dass die
Beschwerdeführerin ihr Studium bereits anfangs 2017 krankheitshalber unterbrechen
musste. Grundsätzlich haben immatrikulierte Studierende im Urlaub, worunter die
Beschwerdeführerin gemäss Art. 4 Abs. 1 lit. b und Abs. 2 der Gebührenordnung der
Universität St. Gallen (sGS 217.43, GebR) fallen müsste, Anspruch auf eine reduzierte
Semestergebühr (Art. 9 Abs. 2 GebR, vgl. Rechnung vom 24. August 2017 für das
Herbstsemester 2017 in der Höhe von CHF 69.50 [act. Sozialamt 25] anstatt den
üblichen CHF 1'426). Auch die Ausgaben für das Lehr- und Schulmaterial hätten nicht
mehr anfallen sollen, sodass die in der Berechnung für die Stipendiengelder
veranschlagten Kosten höchstwahrscheinlich zu hoch waren. Dementsprechend
4.3.
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5.
standen ihr diese Gelder für die anfallenden Kosten für den Lebensunterhalt zur
Verfügung. Wie die Beschwerdeführerin die einmalig überwiesenen Stipendiengelder
von CHF 5'000 auf den gesamten Zeitraum vom 1. Februar bis 31. Juli 2017 verteilte,
ist dabei unbeachtlich. Es ist daher rechtmässig, wenn die Vorinstanz die
Stipendiengelder anteilsmässig auf die sechs Monate mit jeweils CHF 833.35 pro
Monat veranschlagte. Entgegen der von der Beschwerdeführerin vertretenen Ansicht
gelten diese Einnahmen nicht als hypothetisch, sondern standen ihr tatsächlich zur
Verfügung.
Nebst dem Subsidiaritätsprinzip bildet das Bedarfsdeckungsprinzip eine weitere
Voraussetzung für den Anspruch auf Sozialhilfe (vgl. Wolffers, a.a.O., S. 126). Die
Bedürftigkeit berechnet sich aus der Differenz zwischen den sozialhilferechtlich
anerkannten Ausgaben und den anrechenbaren Einnahmen. Können die anerkannten
Einnahmen und das anrechenbare Vermögen den sozialhilferechtlichen
Schwellenbedarf nicht decken, so liegt Bedürftigkeit vor und es erfolgt eine
wirtschaftliche Unterstützung (Wizent, a.a.O., S. 476 f.). Dem Subsidiaritätsprinzip
entsprechend ist die Verwertung von Geld, Bank- und Postcheckguthaben, Aktien,
Obligationen, Forderungen, Wertgegenständen, Liegenschaften und anderen
Vermögenswerten Voraussetzung für die Gewährung von materieller Hilfe (Wolffers,
a.a.O., S. 155). In der Anspruchsberechnung darf nur leicht liquidierbares Vermögens
eingesetzt werden (Wizent, a.a.O., S. 440). Grundsätzlich besteht kein Anspruch
darauf, Grundeigentum zu erhalten. Denn die Grundeigentümer sollen nicht
bessergestellt sein, als Personen, die Vermögenswerte in Form von Sparkonten oder
Wertschriften angelegt haben (Wizent, a.a.O., S. 447). Die Sozialhilfeorgane können
unter anderem von der Verwertung absehen, wenn jemand voraussichtlich nur kurz-
oder mittelfristig unterstützt wird, wenn jemand in relativ geringem Umfang unterstützt
wird oder wenn wegen ungenügender Nachfrage nur ein zu tiefer Erlös erzielt werden
könnte (SKOS-Richtlinien Ziff. E.2.2). Ausreichende grundrechtliche Selbstbestimmung
setzt ein Minimum an Geldeigentum, einen "Notgroschen", voraus, weshalb den
hilfesuchenden Personen ein bescheidenes Barvermögend oder Bankguthaben
zugestanden wird (Wizent, a.a.O., S. 442). Gemäss SKOS-Richtlinien kann einer
Einzelperson ein Vermögensfreibetrag von CHF 4'000 zugestanden werden (Ziff. E.2.1).
Im Kanton St. Gallen wird für Einzelpersonen ein Vermögensfreibetrag von CHF 2'000
empfohlen (KOS-Praxishilfe Ziff. E.2.1).
5.1.
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6.
Dem Verfahrensausgang entsprechend sind die amtlichen Kosten der
Beschwerdeführerin aufzuerlegen (Art. 95 Abs. 1 VRP). Eine Entscheidgebühr von CHF
Die Vorinstanz – und bereits die Beschwerdegegnerin – nahm eine ausführliche
Berechnung vor, auf welche zu verweisen ist (act. Vorinstanz 27, E. 5.1 bis E. 5.4.2 und
E. 7). Sie unterteilte die Berechnung in verschiedene Zeiträume. Ab Anspruchsbeginn
im April 2017 (E. 3.3) bis zum 31. Juli 2017 erhielt die Beschwerdeführerin
Stipendiengelder, welche ihr mit CHF 833.35 monatlich als Einnahmen anzurechnen
sind (vgl. E. 4.3). Vom Anspruchsbeginn bis zum 13. Juli 2017 befand sich die
Beschwerdeführerin in stationärer Behandlung in der Klinik. In dieser Zeit können der
Beschwerdeführerin die Wohnkosten von CHF 417.20 und das Taschengeld während
des Klinikaufenthalts von CHF 300 (KOS-Praxishilfe Ziff. B.2.5) als Ausgaben
angerechnet werden. Die Höhe dieser Ausgaben entspricht dem Antrag Ziff. 3 der
Beschwerdeführerin. Diese anerkannten Ausgaben (CHF 717.20) übersteigen jedoch
die anrechenbaren Einnahmen in Form der Stipendiengelder (CHF 833.35) nicht. Die
Beschwerdeführerin verkennt dabei, dass sie nicht aufgrund der Höhe des liquiden
Vermögens als nicht bedürftig gilt, sondern einzig aufgrund der Tatsache, dass die
Einnahmen die Ausgaben in diesem Zeitraum deckten. Denn wie den Ausführungen der
Vorinstanz zu entnehmen ist, erachtete sie sowohl den Miteigentumsanteil an der
Liegenschaft im Kanton Tessin als auch das Mietzinsdepot als nicht liquides Vermögen
(E. 8). Daher ist dabei unbeachtlich, ob der Vermögensfreibetrag – wie von der
Beschwerdeführerin beantragt und von der Beschwerdegegnerin nicht bestritten – CHF
4'000 oder – wie von der Vorinstanz gestützt auf die KOS-Praxishilfe vermerkt (E. 6.1) –
CHF 2'000 beträgt. Die konkrete Berechnung wird von der Beschwerdeführerin nicht
substantiiert bestritten, sodass davon ausgegangen werden kann, dass die
Stipendiengelder für die Bestreitung des Lebensunterhalts ausgereicht haben. Auch die
Berechnung der Vorinstanz nach Austritt des Klinikaustritts wird von der
Beschwerdeführerin nicht konkret gerügt und erscheint nachvollziehbar. Die Höhe der
Ausgaben (Mietzins von CHF 417.20 und Grundbedarf von CHF 879.30) deckt sich mit
dem Antrag Ziff. 1 der Beschwerdeführerin. Sofern die Beschwerdeführerin sich mit
dieser Berechnung nicht einverstanden zeigen würde, hätte sie nach dem Rügeprinzip
darzutun, in welchen Punkten die Sachverhaltsdarstellung der Vorinstanz unrichtig sein
soll und hätte dies mit Beweismitteln zu untermauern (vgl. Cavelti/Vögeli, a.a.O.,
Rz. 633). Der Beschwerdeschrift sind keine Anhaltspunkte zu entnehmen, inwiefern die
Berechnung nicht korrekt sein sollen.
Die Beschwerde erweist sich damit als unbegründet und ist abzuweisen.
5.2.
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2'000 ist angemessen (Art. 7 Ziff. 222 der Gerichtskostenverordnung, sGS 941.12,
GKV). Auf die Erhebung der Kosten ist aufgrund der finanziellen Verhältnisse
ausnahmsweise zu verzichten (Art. 97 VRP).
Es sind keine ausseramtlichen Kosten zuzusprechen (Art. 98 Abs. 1 und Art. 98 VRP).
Der Beschwerdegegnerin steht kein Kostenersatz zu (vgl. VerwGE B 2019/117 vom
19. Dezember 2019 E. 5.3, VerwGE B 2017/59 vom 23. März 2018 E. 7, R. Hirt, Die
Regelung der Kosten nach st. gallischem Verwaltungsrechtspflegegesetz, St. Gallen
2004, S. 176 ff., A. Linder, in: Rizvi/Schindler/Cavelti [Hrsg.], Gesetz über die
Verwaltungsrechtspflege, Praxiskommentar, Zürich/St. Gallen 2020, N 20 zu Art. 98
VRP) und die Beschwerdeführerin ist unterlegen, und hat auch keinen entsprechenden
Antrag gestellt.