# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** a95e4510-40d0-4222-b695-f6e3ca873fb7
**Court:** GR_KG
**Chamber:** GR_KG_005
**Year:** 2018
**Language:** de
**Jurisdiction:** GR / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** Criminal Procedure

## Facts

hat sich ergeben:
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I. Sachverhalt
A. X._ reichte am 23. Juli 2009 Strafanzeige wegen Amtsmissbrauchs, Nötigung, Sachentziehung und Widerhandlung gegen das Tierschutzgesetz gegen Dr. med. vet. Y._ ein. Dabei wirft X._ Dr. med. vet. Y._ vor, dieser solle seine Amtsgewalt missbraucht haben, indem er am 14./15. Juli 2009 auf der Alp A._ in O.1_ zwei Alphirten sowie einer Freundin eines Alphirten unter Androhung rechtlicher Konsequenzen die Mobiltelefone abgenommen und die drei Erwähnten unrechtmässig dazu veranlasst habe, 120 Schafe von X._ einzufangen und zu separieren. Anschliessend soll er die 120 Schafe unrechtmässig gegen die Blauzungenkrankheit geimpft und an einen geheimen Ort verbracht haben.
B. Mit Verfügung vom 1. September 2009 eröffnete die Staatsanwaltschaft Graubünden nach Prüfung der Akten und in Anwendung von Art. 309 StPO gegen Dr. med. vet. Y._ eine Strafuntersuchung wegen Sachentziehung gemäss Art. 141 StGB.
C. Am 14. Juni 2010 wurde Dr. med. vet. Y._ als Beschuldigter untersuchungsrichterlich einvernommen. Am 18. August 2010 wurden Dr. med. vet. FVH B._ (Amtstierarzt) und C._ (Landwirt und Alpchef) als Zeugen untersuchungsrichterlich einvernommen.
D. Neben der Strafanzeige reichte X._ gegen die Verfügungen des Amtes für Lebensmittelsicherheit und Tiergesundheit (ALT) vom 2. Juni 2009 betreffend einfache Sperre 1. Grades (Impfobligatorium gegen die Blauzungenkrankheit) und vom 15. Juli 2009 betreffend Ersatzmassnahme (Separierung der Herde) und Impfung gegen die Blauzungenkrankheit Beschwerde beim Departement für Volkswirtschaft und Soziales Graubünden (DVSG) ein. Mit den Departementsverfügungen vom 11. August 2010 wurden die Beschwerden abgewiesen, soweit darauf eingetreten wurde. Dagegen reichte X._ am 13. September 2010 Beschwerden beim Verwaltungsgericht Graubünden ein. Mit Urteil U 10 108 vom 22. Februar 2011 wies das Verwaltungsgericht die Beschwerde gegen die Verfügung betreffend einfache Sperre 1. Grades (Impfobligatorium gegen die Blauzungenkrankheit) ab, soweit es darauf eintrat. Mit Urteil U 10 109 vom 22. Februar 2011 hiess das Verwaltungsgericht die Beschwerde gegen die Verfügung betreffend Ersatzmassnahme (Separierung der Herde) und Impfung gegen die Blauzungenkrankheit teilweise gut und hob die
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angefochtene Verfügung bezüglich der Kosten für die Zwangsimpfung zu Lasten von X._ auf, wobei die Beschwerde im Übrigen abgewiesen wurde.
E. Am 1. November 2011 verfügte die Staatsanwaltschaft, dass die zwischenzeitlich gemäss Art. 314 Abs. 1 lit. b StPO sistierte Strafuntersuchung nach Art. 315 StPO wieder an die Hand genommen werde.
F. Mit Parteimitteilung vom 23. November 2011 wurden die Parteien über den Abschluss der Strafuntersuchung orientiert. Aufgrund der tatsächlichen und rechtlichen Verhältnisse stellte die Staatsanwaltschaft Graubünden den Erlass einer Einstellungsverfügung gemäss Art. 319 ff. StPO in Aussicht. Gleichzeitig wurde den Parteien Gelegenheit gegeben, innert 10 Tagen Beweisanträge zu stellen.
G. Am 5. Dezember 2011 beantragte X._, es sei von einer Einstellung des Strafverfahrens abzusehen und die Strafuntersuchung bezüglich der Straftatbestände des Amtsmissbrauchs, der Nötigung, der Tierquälerei und der Widerhandlungen gegen das Tierschutzgesetz sei fortzuführen und Dr. med. vet. Y._ hierfür schuldig zu sprechen und angemessen zu bestrafen. Dabei stellte er im Vergleich zu seiner Strafanzeige keine neuen Beweisanträge. Mit den Schreiben vom 23. Januar 2011 und 24. Februar 2011 wirft X._ Dr. med. vet. Y._ zudem vor, die Überführungs- bzw. Rückführungsliste im Zusammenhang mit der Separierung seiner Schafe gefälscht zu haben, weshalb dieser der Urkundenfälschung schuldig zu sprechen sei. Ausserdem seien die separierten Schafe nicht tiergerecht gehalten worden, weshalb Dr. med. vet. Y._ auch deshalb der Tierquälerei und Widerhandlungen gegen das Tierschutzgesetz schuldig zu sprechen und angemessen zu bestrafen sei. Zur Unterlegung seiner Ausführungen reichte er weitere Beweismittel ein und beantragte die Befragung von weiteren Zeugen. Zu diesen Schreiben nahm Dr. med. vet. Y._ unter Beilage verschiedener Beweismittel am 30. September 2012 Stellung, worauf sich X._ dazu mit Schreiben vom 31. Dezember 2012 und 21. Januar 2013 (inkl. diversen Beilagen) erneut äusserte und Dr. med. vet. Y._ zu diesen Schreiben am 25. April 2013 seine Stellungnahme einreichte.
H. In der Folge erliess die Staatsanwaltschaft Graubünden am 28. Juni 2013, mitgeteilt am 1. Juli 2013, eine Einstellungsverfügung und verfügte was folgt:
1. Das Strafverfahren gegen die beschuldigte Person wegen Sachentziehung etc. wird eingestellt.
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2. Die Zivilklage wird auf den Zivilweg verwiesen.
3. Die Verfahrenskosten trägt der Kanton. Eine Entschädigung wird nicht zugesprochen.
I. Gegen diese Einstellungsverfügung erhob X._ am 12. Juli 2013 Beschwerde beim Kantonsgericht von Graubünden und begehrte was folgt:
1. Die Einstellungsverfügung der Beschwerdegegnerin vom 28. Juni 2013 sei aufzuheben und die Beschwerdegegnerin sei anzuweisen, gegen den Beschuldigten die Anklage beim zuständigen Gericht wegen Amtsmissbrauch, Urkundenfälschung und Tierquälerei zu erheben oder eventuell den Beschuldigten mit einem Strafbefehl des Amtsmissbrauchs, der Urkundenfälschung und der Tierquälerei schuldig zu sprechen und angemessen zu bestrafen.
2. Die Beschwerdegegnerin sei zu verpflichten, sämtliche Strafuntersuchungsakten zu edieren.
3. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen.
J. Mit Verfügung vom 15. Juli 2013 wurde der Staatsanwaltschaft die Möglichkeit gegeben, eine Stellungnahme einzureichen. Mit Eingabe vom 23. Juli 2013 verzichtete diese darauf.
K. Mit Stellungnahme vom 15. August 2013 beantragte Dr. med. vet. Y._, die Beschwerde sei abzuweisen, soweit darauf einzutreten sei. Dies unter vollumfänglicher Kosten- und Entschädigungsfolge zuzüglich Mehrwertsteuer von 8% zu Lasten des Beschwerdeführers.
L. Mit Urteil vom 27. November 2013, mitgeteilt am 2. Dezember 2013 (SK 2 13 36), entschied das Kantonsgericht von Graubünden was folgt:
1. Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf einzutreten ist.
2. Die Kosten des Beschwerdeverfahrens von Fr. 1'500.-- gehen zu Lasten des Beschwerdeführers und werden mit der Sicherheitsleistung verrechnet.
3. Der Beschwerdeführer entschädigt den Beschwerdegegner ausseramtlich mit Fr. 3'000.-- (inkl. MwSt.).
4. (Rechtmittelbelehrung).
5. (Mitteilung).
M. Gegen dieses Urteil erhob der Beschwerdeführer mit Eingabe vom 20. Januar 2014 Beschwerde in Strafsachen beim Schweizerischen Bundesgericht und stellte folgende Rechtsbegehren:
1. Das Urteil des Kantonsgerichts Graubünden vom 2. Dezember 2013 sowie die Einstellungsverfügung der Beschwerdegegnerin vom 28. Juni 2013 seien aufzuheben und die Beschwerdegegnerin sei
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anzuweisen, gegen den Beschuldigten Anklage beim zuständigen Gericht wegen Amtsmissbrauch, Urkundenfälschung und Tierquälerei zu erheben oder eventuell den Beschuldigten mit einem Strafbefehl des Amtsmissbrauchs, der Urkundenfälschung und der Tierquälerei schuldig zu sprechen und angemessen zu bestrafen.
2. Eventualiter sei die Sache zur Neubeurteilung an die Vorinstanz zurückzuweisen und diese ebenfalls anzuweisen, die beantragten Beweise abzunehmen.
3. Die Beschwerdegegnerin und die Vorinstanz seien zu verpflichten, sämtliche Strafuntersuchungsakten und Vorakten zu edieren.
4. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen.
N. Mit Eingabe vom 15. Juli 2014 beantragte der Vorsitzende der II. Strafkammer des Kantonsgerichts von Graubünden, die Beschwerde sei abzuweisen, soweit auf sie einzutreten sei.
O. Mit Urteil vom 27. November 2014 (6B_72/2014) entschied das Schweizerische Bundesgericht was folgt:
1. Die Beschwerde wird gutgeheissen. Das Urteil des Kantonsgerichts von Graubünden vom 27. November 2013 wird aufgehoben und die Sache zu neuer Entscheidung an die Vorinstanz zurückgewiesen.
2. Die Gerichtskosten werden im Umfang von Fr. 1'000.-- dem Beschwerdegegner 2 auferlegt.
3. Der Beschwerdegegner 2 und der Kanton Graubünden haben dem Beschwerdeführer eine Entschädigung von je Fr. 1'500.-- auszurichten.
4. (Mitteilung).
Zur Begründung führte das Bundesgericht einleitend aus, dem Beschwerdeführer fehle die Beschwerdelegitimation in der Sache selbst. Dennoch könne der Beschwerdeführer im Verfahren vor Bundesgericht die Verletzung von ihm zustehenden Verfahrensrechten (nämlich die Verletzung seines rechtlichen Gehörs) geltend machen, deren Missachtung eine formelle Rechtsverweigerung darstelle bzw. darauf hinauslaufe. Hinsichtlich des Tatbestandes des Amtsmissbrauchs kam das Bundesgericht zum Schluss, das Kantonsgericht von Graubünden habe sich nicht genügend mit den Parteistandpunkten des Beschwerdeführers auseinandergesetzt. Es habe die Ausführungen des Beschwerdeführers zu den Fragen, ob der Beschwerdegegner im Tatzeitpunkt von der Korrektheit seines Handelns überzeugt gewesen sei oder ob er im Gegenteil gewusst oder in Kauf genommen habe, dass er seine Kompetenzen überschritten habe, und ob allenfalls eine Schädigungsabsicht vorgelegen habe, ohne weitergehende Prüfung als unzutreffend verworfen und die Vorbringen des
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Beschwerdeführers in seiner Entscheidfindung in keiner Weise einbezogen. In Bezug auf den Tatbestand der Tierquälerei führte das Bundesgericht aus, das Kantonsgericht von Graubünden verkenne, dass es Rechtsmittelbehörde mit umfassender Kognition sei. Indem das Kantonsgericht von Graubünden mit der Begründung, rein appellatorische Kritik an der angefochtenen Verfügung sei für die rechtsgenügliche Substantiierung der Beschwerde nicht ausreichend, auf die entsprechenden Vorbringen des Beschwerdeführers nicht eingetreten sei, habe dieses in unzulässiger Weise seine Kognition beschränkt und somit dem Beschwerdeführer das rechtliche Gehör verweigert. Ferner habe sich das Kantonsgericht von Graubünden mit der Behauptung des Beschwerdeführers, die Impfung sei nicht lege artis durchgeführt worden, auseinanderzusetzen und die diesbezüglichen, entscheidrelevanten Ausführungen zu berücksichtigen. Zum Tatbestand der Urkundenfälschung bemerkte das Bundesgericht, auch hier habe das Kantonsgericht von Graubünden seine Kognition in unzulässiger Weise beschränkt und das rechtliche Gehör des Beschwerdeführers verletzt, als es mit Hinweis auf die ungenügende Substantiierungsanforderungen der Beschwerde auf die Rügen des Beschwerdeführers nicht eingetreten sei. Das Kantonsgericht habe sich demgegenüber auch in diesem Zusammenhang mit den Parteistandpunkten des Beschwerdeführers auseinanderzusetzen und insbesondere auf die Argumentation des Beschwerdeführers, weshalb es sich bei der Überführungs- und Rückführungsliste seiner Ansicht nach um eine Urkunde im rechtlichen Sinne handle und weshalb der Beschwerdegegner vorsätzlich gehandelt haben könnte, einzugehen. Zusammenfassend hielt das Bundesgericht fest, das Kantonsgericht habe sich nicht oder nur unzulänglich mit den Vorbringen des Beschwerdeführers befasst und damit dessen Anspruch auf rechtliches Gehör verletzt. Die Beschwerde sei somit gutzuheissen, das angefochtene Urteil aufzuheben und die Sache zu neuer Entscheidung an das Kantonsgericht zurückzuweisen. Dieses habe sich mit den Argumenten des Beschwerdeführers auseinanderzusetzen und unter Berücksichtigung seiner Ausführungen neu zu entscheiden. Dabei habe das Kantonsgericht zu prüfen, ob sich die Einwände des Beschwerdeführers anhand der aktuellen Beweislage beurteilen liessen oder ob allenfalls weitere Beweise zu erheben seien. Auf die weiteren Vorbringen des Beschwerdeführers sei indessen infolge fehlender Legitimation in der Sache nicht einzugehen.
P. Mit Schreiben vom 6. Januar 2015 teilte der Vorsitzende der II. Strafkammer des Kantonsgerichts von Graubünden den Parteien mit, dass das Kantonsgericht über die Beschwerde gegen die Einstellungsverfügung der Staatsanwaltschaft Graubünden vom 28. Juni 2013 noch einmal neu zu befinden
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habe und gab den Parteien Gelegenheit, zum bundesgerichtlichen Urteil (6B_72/2014) Stellung zu nehmen.
Q. Am 26. Januar 2015 reichte der Beschwerdegegner seine Stellungnahme zum bundesgerichtlichen Urteil ein. Dabei hielt er an seinem Rechtsbegehren – Abweisung der Beschwerde, soweit darauf einzutreten sei – und an seinen Ausführungen in seiner Stellungnahme vom 15. August 2013 vollumfänglich fest, wobei er letztere teilweise ergänzte.
R. Mit Eingabe vom 27. Januar 2015 nahm der Beschwerdeführer zum bundesgerichtlichen Urteil Stellung und verwies für die Darstellung des Sachverhalts und die Begründung auf seine Eingaben bei der Staatsanwaltschaft und seine Beschwerdebegründung vom 12. Juli 2013. Der Beschwerdeführer machte geltend, das Kantonsgericht habe sich mit all seinen Parteistandpunkten auseinanderzusetzen und sämtliche gestellten Beweisanträge abzunehmen oder die Beweisabnahme an die Staatsanwaltschaft zu delegieren. Hinsichtlich der Kostenverteilung führte er aus, die Staatsanwaltschaft habe ebenso wie das Kantonsgericht sein rechtliches Gehör verletzt, weshalb die Einstellungsverfügung vom 28. Juni 2013 bereits aus diesem Grund aufzuheben sei. Dementsprechend sei ihm eine Parteientschädigung für das Beschwerdeverfahren vor dem Kantonsgericht zuzusprechen.
S. Mit Beschluss vom 4. Juni 2015, mitgeteilt am 2. Juli 2015 (SK2 14 61), entschied das Kantonsgericht von Graubünden was folgt:
1. Die Beschwerde wird teilweise gutgeheissen, die angefochtene Einstellungsverfügung der Staatsanwaltschaft Graubünden vom 28. Juni 2013 wird aufgehoben und die Sache im Sinne der Erwägungen zur Fortsetzung des Verfahrens an die Staatsanwaltschaft Graubünden zurückgewiesen.
2. Die Kosten des Beschwerdeverfahrens von CHF 3'000.00 gehen zu Lasten des Kantons Graubünden. Die vom Beschwerdeführer entrichtete Sicherheitsleistung in Höhe von CHF 1'500.00 wird diesem durch das Kantonsgericht erstattet.
3. Der Kanton Graubünden hat den Beschwerdeführer für das Beschwerdeverfahren mit CHF 3'000.00 (inkl. Spesen und MWSt.) ausseramtlich zu entschädigen.

## Considerations