# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 82bb1514-ea0f-46df-8edf-c934fd366b19
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2020
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1982, war als Polizistin bei der
Y._
tätig und damit bei der
Unfallversicherung Stadt Zürich
(nachstehend UVZ) ver
sichert, als sie sich am 1
5.
Januar 2017 ein
e Knieverletzung zuzog (
Urk.
8/G1
).
Die
UVZ sprach ihr mit Verfügung vom 2
9.
Mai 2018 eine Integritätsentschädi
gung entsprechend einer Integritätseinbusse von 10
%
zu und stellte die weiteren Leistungen per 2
2.
Mai 2018 ein (
Urk.
8/G19). Die dagegen am
5.
Juni 2018 er
hobene Einsprache
(
Urk.
8/J1)
wies sie mit
Einspracheentscheid
vom 2
1.
Novem
ber 2018 ab (
Urk.
8/J31 =
Urk.
2).
2.
Gegen den
Einspracheentscheid
vom 2
1.
November 2018 (
Urk.
2) erhob die Ver
sicherte am 1
9.
Dezember
2018
Beschwerde (
Urk.
1) mit den Anträgen (S. 2), dieser sei aufzuheben (
Ziff.
1) und es seien ihr die gesetzlichen Leistungen, ins
besondere Heilungskosten, auch nach dem 2
2.
Mai 2018 bis zur Erlangung des medizinischen Endzustandes weiterhin auszurichten (
Ziff.
2).
Die UVZ beantragte mit Beschwerdeantwort vom
8.
Januar 2019 (
Urk.
7) die Ab
weisung der Beschwerde.
Am 1
4.
Februar 2019
(
Urk.
13;
Urk.
14/1-2)
beantwortete die Beschwerdeführerin ihr vom Gericht unterbreitete Fragen (
Urk.
11), wozu die Beschwerdegegnerin am 2
0.
Februar 2019 Stellung nahm (
Urk.
17).
Dazu äusserte sich die Beschwerde
führerin am 1
1.
März 2019 (
Urk.
19).
Am
7.
Oktober 2019 teilte die Beschwerde
führerin mit, es sei eine Knieoperation in Aussicht genommen (
Urk.
21), und am 1
8.
März 2020 teilte sie mit, dass von der Knieoperation abgesehen werde (
Urk.
25
und
Urk.
26
), was der Beschwerdegegnerin zur Kenntnis gebracht wurde (
Urk.
23,
Urk.
27).
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Nach Art. 10 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG)
hat die versicherte Person Anspruch auf die zweckmässige Behandlung der Unfall
folgen, nämlich auf die ambulante Behandlung durch den Arzt, den Zahnarzt oder auf deren Anordnung durch eine medizinische Hilfsperson sowie durch den
Chiropraktor
und
die ambulante Behandlung in einem Spital (
lit
. a), die vom Arzt oder Zahnarzt verordneten Arzneimittel und Analysen (
lit
. b), die Behandlung, Verpflegung und Unterkunft in der allgemeinen Abteilung eines Spitals (
lit
. c), die ärztlich verordneten Nach- und Badekuren (
lit
. d) und die der Heilung dienli
chen Mittel und Gegenstände (
lit
. e).
1.2
UV170320
Taggeld, Gesetzestext
08.2018
Ist die versicherte Person infolge des Unfalles voll oder teilweise arbeitsunfähig, so hat sie gemäss Art. 16 Abs. 1 UVG Anspruch auf ein Taggeld. Der Anspruch auf Taggeld erlischt mit der Wiedererlangung der vollen Arbeitsfähigkeit, mithin im Zeitpunkt der vollen Wiedererlangung der Fähigkeit, im bisherigen oder in einem anderen Beruf zumutbare Arbeit zu leisten (BGE 137 V 199 E. 2.1, Urteil des Bundesgerichts 8C_639/2014 vom 2. Dezember
2014 E. 3), mit dem Beginn einer Rente oder mit dem Tod der versicherten Person (Art. 16 Abs. 2 UVG).
1.3
Nach Gesetz und Rechtsprechung ist der Fall unter Einstellung der vorübergehen
den Leistungen und Prüfung des Anspruchs auf eine Invalidenrente und eine In
tegritätsentschädigung abzuschliessen, wenn von der Fortsetzung der ärztlichen Behandlung keine namhafte Besserung des Gesundheitszustandes der versicher
ten Person mehr erwartet werden kann und allfällige Eingliederungsmassnahmen der Invalidenversicherung abgeschlossen sind (vgl. Art. 19 Abs. 1, Art. 24 Abs. 2 UVG; Urteil des Bundesgerichts 8C_888/2013 vom 2. Mai 2014 E. 4.1, vgl. auch Urteil 8C_639/2014 vom 2. Dezember 2014 E. 3).
Ob eine namhafte Besse
rung noch möglich ist, bestimmt sich insbesondere nach Massgabe der zu erwar
tenden Steigerung oder Wiederherstellung der Arbeits
fähigkeit, soweit diese un
fallbedingt beeinträchtigt ist. Die Verwendung des Begriffes «namhaft» in Art. 19 Abs. 1 UVG verdeutlicht demnach, dass die durch weitere (zweckmässige) Heil
behandlung im Sinne von Art. 10 Abs. 1 UVG erhoffte Besserung ins Gewicht fallen muss. Weder eine weit entfernte Mög
lichkeit eines positiven Resultats einer Fortsetzung der ärztlichen Behandlung noch ein von weiteren Massnahmen zu erwartender geringfügiger therapeutischer Fortschritt verleihen Anspruch auf de
ren Durchführung. In diesem Zusammen
hang muss der Gesundheitszustand der versicherten Person prognostisch und nicht aufgrund retrospektiver Feststellun
gen beurteilt werden (Urteil des Bundes
gerichts 8C_888/2013 vom 2. Mai 2014 E. 4.1 mit Hinweisen, insbesondere auf BGE 134 V 109 E. 4.3; vgl. auch Urteil 8C_639/2014 vom 2. Dezember 2014 E. 3).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin ging im angefochtenen Entscheid (
Urk.
2) davon aus, der sie beratende Arzt habe am 2
2.
Mai 2018 nebst einem erreichten medizini
schen Endzustand eine volle Arbei
tsfähigkeit festgestellt. Am 1.
November 2018 habe er zwar seine Meinung betreffend Therapierbarkeit korrigiert, jedoch wiede
rum eine volle Arbeitsfähigkeit bestätigt (S.
lit
. e). Allfällige weitere Behandlun
gen vermöchten die Arbeitsfähigkeit nicht
zu
steigern, weshalb diesbezüglich keine weitere Leistungspflicht bestehe (S. 3 f.
lit
. g).
2.2
Die Beschwerdeführerin stellte sich demgegenüber auf den Standpunkt (
Urk.
1),
der medizinische Endzustand sei noch nicht erreicht (S. 10
Ziff.
6.4), und sie könne bis heute nicht im Aussendienst und insbesondere nicht im Streifendienst eingesetzt werden (S. 10
Ziff.
6.5).
2.3
Strittig ist, ob nach dem 2
2.
Mai 2018 ein Anspruch auf Übernahme von
Leistun
gen, insbesondere
Heilbehandlungskosten
,
besteht.
3.
3.1
Gemäss U
nfallmeldung vom
3.
Januar 2017 (
Urk.
8/G1) rutschte die Beschwerde
führerin am 1
5.
Januar 2017 beim Schneeschaufeln aus, konnte mit Mühe einen Sturz verhindern und landete dabei so unglücklich, dass sie einen Schlag ins
rechte
Knie erhielt.
3.2
Dr.
med. Z._
, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin,
nannte
im Arzt
zeugnis vom 2
3.
März 2017 (
Urk.
8/M2)
als Unfalldatum
den
1
5.
Januar 2017 (
Ziff.
4) und führte als Angaben der Patientin
aus, die
se
habe
sich
Ende Januar
bei
m
Skifahren ein Kniedistorsionstrauma
rechts
zugezogen (Ziff. 6). Eine Ar
beitsunfähigkeit habe er nicht attestiert (
Ziff.
12).
3.
3
Dr.
med. A._
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates
,
B._
,
nannte in seinem Bericht vom
3.
April 2017 als Diagnose eine Kniegelenkskontusion mit Absprengung eines Knorpels am medialen
Kondylus
rechts (
Urk.
8/M3).
Im Bericht vom 1
2.
April 2017 über eine am 1
0.
April 2017 erfolgte Operation (
Urk.
8/M5) nannte
Dr.
A._
als Diagnose eine traumatische Knorpelfraktur am medialen
Kondylus
Knie rechts (S. 1) und verordnete eine Teilentlastung mit Stö
cken für 6 Wochen (S. 2).
3.4
Im Zwischenbericht vom
5.
Februar 2018 (
Urk.
8/M7) nannte
Dr.
A._
als Diagnosen eine posttraumatische Gonarthrose rechts und eine Fraktur MT-II linker Fuss (
Ziff.
2). Die Rehabilitation des rechten Kniegelenks sei gut verlaufen, die Patientin habe aber leichte Restbeschwerden. Der linke Fuss sei wieder be
schwer
defrei (
Ziff.
3a). Bezüglich des linken (richtig wohl: rechten) Kniegelenkes sei mit einer dauernden leichten Einschränkung bei stärkeren Belastungen zu rechnen (
Ziff.
3b). Er attestierte eine Arbeitsunfähigkeit von 100
% vom 1
0.
bis 1
7.
April 2017, eine solche von 50
%
vom 1
8.
April bis 12.
Juli 2017 und eine solche von 0
%
ab 1
3.
Juli 2017 (
Ziff.
5a). Die Patientin sollte keine schweren Lasten tragen müssen; eine teils sitzende, teils stehende Tätigkeit wäre sinnvoll (
Ziff.
5b).
3.5
Gemäss telefonischer Auskunft vom
3.
Mai 2018 fand die letzte Behandlung in der
B._
Anfang 2018 statt und es waren keine weiteren Konsultationen geplant (
Urk.
8/M8).
3.6
Im Rahmen einer Fallbesprechung am 2
2.
Mai 2018 (
Urk.
8/M9) erklärte
Dr.
med. C._
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Be
wegungsapparates, mit heutigem Datum könne der Endzustand festgelegt werden, eine weitere Behandlung finde nicht statt. Eine Knieprothese werde in Zukunft zu erwarten sein (
Ziff.
3.1.2). Den Integritätsschaden bezifferte er mit 10 % (
Ziff.
3.2).
3.7
Am
2
4.
Mai
2018 fand b
ei
Dr.
Z._
(vorstehend E. 3.2) laut Bericht vom 2
3.
August 2018 (
Urk.
8/M14) eine einzige
, notfallmässige
Konsultation
wegen unver
änderten Schmerzen - mit der imperativen Forderung nach einem Zweitgutachten -
statt, gefolgt von einer Überweisung an
Dr.
D._
(nach
stehend E. 3.8).
3.8
Dr.
med.
D._
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Trau
matologie des Bewegungsapparates, nannte im Bericht über die am 2
5.
Juni 2018 erfolgte Konsultation (
Urk.
8/M12) als Diagnose einen persistenten Knorpelscha
den am medialen
Femurkondylus
(S. 1 Mitte).
Am
5.
Juli
2018 (
Urk.
8/M11) und
am 3
0.
Juli
2018 (
Urk.
8/M13)
berichtete Dr.
D._
über Infiltrationsbehandlungen.
3.9
Dr.
C._
(vorstehend E. 3.6) berichtete am
1.
November 2018 über seine erneute Untersuchung der Beschwerdeführerin am 3
0.
Oktober 2018 (
Urk.
8/M15 = Urk. 10).
Er führte aus, am 1
5.
Januar 2017 sei die Patientin auf einer schrägen Garagen
einfahrt beim Schneeschaufeln ausgerutscht und habe nur mit Mühe einen Sturz verhindern können. Praktisch sicher sei es zu einem
Valgisations
-Distorsions
trauma des rechten
Kniegelenkes gekommen. Die anfängliche Behandlung sei durch
Dr.
A._
erfolgt. Die Abklärungen mittels MRI hätten einen Knorpel
einriss des medialen
Femurkondylus
ergeben. Zusätzlich habe sich
eine mä
ssige
femoro-patelläre
Arthrose gezeigt, die abe
r von vornerein als unfallfremd/
vor
bestehend definiert worden sei, zurückzuführen auf einen Absturz beim Fall
schirmspringen. Aufgrund des letzten Schreibens von
Dr.
A._
vom
5.
Februar 2018 habe er anlässlich einer Fallbesprechung Ende Mai 2018 den Endzustand festgelegt, da durch den Operateur von einer guten Rehabilitation und keiner weiteren Therapie gesprochen worden sei. Dann sei es zur Überschneidung der Ereignisse gekommen (S. 1).
Die Patientin sei weiterhin mit dem rechten Kniegelenk unzufrieden gewesen und sei von
Dr.
Z._
an den Orthopäden
Dr.
D._
überwiesen worden. In einem nochmals anfertigten MRI habe sich der Zustand nach
Microfracturing
des medi
alen
Femurkondylus
gezeigt sowie ein
Osteophyt
, welcher die Weichteilstrukturen reizte. Zusätzlich habe sich am proximalen
Ansatz des medialen Seitenbandes ein
bone
bruise
im medialen
Femurkondylus
gezeigt,
der doch als Zeichen der statt
gehabten
Valgisation
gedeutet werden müsse. Hauptproblem der Patientin seien die Schmerzen im Bereich des Ansatzes des proximalen Seitenbandes gewesen. Diese seien nun mit Kortison infiltriert worden und der Patientin gehe es deutlich besser. Die anschliessend durchgeführte Physiotherapie und heute die Selbstthe
rapie brächten der Patientin deutliche Fortschritte (S. 2 oben).
Die bestehenden Beschwerden seien überwiegend wahrscheinlich auf das Ereignis vom 1
5.
Januar
2017 zurückzuführen. Ob der Status quo sine beziehungsweise der Status quo ante erreicht sei, könne noch nicht beurteilt werden (S. 2 Mitte).
Die Physiotherapie sei vor kurzem unterbrochen worden. Es könnte durchaus sein, dass noch einmal eine Serie Physiotherapie verordnet werde. Ansonsten führe die Patientin Selbsttherapie durch. Eine Abschlusskontrolle sei Ende Januar 2019 bei
Dr.
D._
vorgesehen. Dannzumal werde vermutlich der Endzustand festgelegt werden können (S. 2 unten).
Auf die Frage, welche einzelnen Belastungen der Beschwerdeführerin in einer beruflichen Tätigkeit unter Berücksichtigung der auf das Ereignis vom 1
5.
Janu
ar
2017 zurückzuführenden Beschwerden noch zumutbar seien, antwortete
Dr.
C._
, e
s best
ünd
en keine Einschränkungen
(S. 3 oben).
3.10
Dr.
D._
(vorstehend E. 3.8) führte im Bericht vom
2
6.
September
2019 (Urk.
22)
aus, eine Infiltration am 3
0.
Juli 2018 habe eine komplette Beschwer
defreiheit erbracht, so
dass er von einer Insuffizienz des innenseitig stabilisieren
den Bandes ausgegangen sei und eine intensive Physiotherapiebehandlung ver
anlasst habe. Im Verlaufs-MRI zeige sich der behandelte Knorpelschaden von noch nachweislich 8 x 8.5 mm am innenseitigen Oberschenkelknochen sowie weiterhin eine proximale Partialläsion des Innenbandes sowie eine kleine Innen
meniskusläsion (S. 1).
Seines Erachtens seien die konservativen Massnahmen nun ausgeschöpft
und es gebe zwei Möglichkeiten, nämlich entweder mit der aktuellen Situation zu leben oder eine operative Stabilisierung des Innenbandes durchzuführen (S. 1 unten).
4.
4.1
In Beantwortung der ihr vom Gericht unterbreiteten Fragen (
Urk.
11)
führte d
ie
Beschwerdeführerin
in ihrer Stellungnahme vom
1
3.
Februar
2019 (
Urk.
14/1) aus, sie sei
seit dem
1.
Mai 2015 als Juristin bei der
Y._
tätig
(S.
1
lit
. a).
Streifendienst habe sie vom
1.
Oktober 2004 bis zum 3
0.
April 2015 geleistet.
G
emäss Stellenbeschrieb
seien
10
%
ihr
er
Arbeitstätigkeit für den situativen Ein
satz im operativen Polizeidienst eingeplant
(S. 1
lit
. b)
.
Auf die Frage, ob vorgesehen sei, dass sie wieder Streifendienst leiste, antwortete sie, es «wäre die Meinung», dass sie regelmässig Streifendienst und unfriedlichen Ordnungsdienst leiste, solange sie die Position als Juristin bei der
Y._
innehabe (S. 1
lit
. c).
Es sei nach dem 1
7.
Juni 2017 keine ärztliche Arbeitsfähigkeit
(richtig: Arbeitsunfähigkeit)
attestiert worden. Sie habe jedoch seither weder Streifen
dienst noch unfriedlichen Ordnungsdienst leisten können (S. 1
lit
. d).
Da sie sich sowohl in den Streifendienst wie auch in den Ordnungsdienst selber
einteilen
könne
und
ihr
direkter Vorgesetzter kein ärztliches Zeugnis für den
Um
stand verlangt
habe
, dass
sie
diese Aufgaben bis zur Genesung
ihre
s Knies nicht
wahrnehmen
könne
, existier
t
en keine schriftlichen Dokumente
,
welche eine
Be
einträchtigung
ihr
er Arbeitsleistung bestätig
t
en
(S. 2
lit
. e)
.
Sie habe sowohl den operierenden Arzt wie auch die damalige Physiotherapeutin seit August 2017 immer wieder darauf hingewiesen, dass sie Schmerzen im Knie habe und weder rund noch schmerzfrei Treppensteigen noch laufen könne. Seit dem Arzt- und Physio
therapie
wechsel im Frühling 2018 hätten die Schmerzen deutlich verringert
werden können und seit Ende 2018 könne sie wieder mehr oder weniger normal laufen und Treppen steigen (S. 2
lit
. f).
4.2
Laut
Stellenbeschreibung (
Urk.
14/2)
in der ab
1.
Januar 2018 gültigen Fassung lautet die Funktionsbezeichnung «Juristische Sachbearbeiterin Strassenverkehrs
recht» (
Ziff.
1.1) und das Ziel der Stelle ist die Führungsunterstützung in Rechts- und Umsetzungsfragen zu
Handen
des Chefs
Y._
(
Ziff.
1.4). Dies wird in den mit 70
%
bezifferten Hauptaufgaben näher ausgeführt (
Ziff.
2.1.). Auf Stel
lenvertretungsaufgaben ent
fallen weitere 5 % (
Ziff.
2.4). In Ziffer 2.3 sind mit einem Anteil von 25
%
folgende spezielle Aufgaben aufgeführt:
-
Lehrauftrag (...)
-
Qualitätssicherung (...)
-
situative Aufgaben im Rahmen operativer polizeilicher Tätigkeit (maximal 10
%
des Anstellungspensums)
-
Einsatz- oder Ausbildungsnebenämter möglich (maximal 10
%
des An
stellungspensums)
4.3
Am 1
6.
März 2020 teilte die Beschwerdeführerin mit, sie habe am
1.
Juni 2019 eine neue Stelle in einem anderen
Kant
on angetreten, wo sie als Chefin
E._
keinen eigentlichen Frontdienst und ebenfalls keinen Ordnungsdienst mehr zu leisten habe
. Sie habe sich deshalb gemeinsam mit
Dr.
D._
entschie
den, vorläufig auf eine Operation (vgl. vorstehend E. 3.10) zu verzichten. Bei den alltäglichen Belastungen seien keine Schmerzen, Blockaden oder Instabilitäten mehr vorhanden, beim Laufen seien bei spezieller Belastung noch leichte Insta
bilitäten vorhanden, im Bereich der Arbeit seien keinerlei Einschränkungen mehr vorhanden (
Urk.
26/1).
5.
5.1
Der behandelnde Orthopäde
Dr.
A._
attestierte im Februar
2018 eine volle Arbeitsfähigkeit seit dem 1
3.
Juli 2017 (vorstehend E. 3.4).
Der beratende Orthopäde
Dr.
C._
erachtete am 2
2.
Mai 2018 den medizini
schen Endzustand als erreicht (vorstehend E. 3.6).
Nach am 3
0.
Oktober 2018 erfolgter erneuter Untersuchung führte
Dr.
C._
aus, bezüglich der beruflichen Tätigkeit b
estünden keine Einschränkungen. Ob der Status quo sine
vel
ante erreicht sei, könne noch nicht beurteilt werden. Mög
licherweise
würde noch einmal eine Serie Physiotherapie verordnet werden. Ver
mutlich werde der Endzustand Ende Januar 2019 festgelegt (vorstehend E. 3.9).
5.2
Aktenmässig ist somit ausgewiesen, dass gemäss ärztlicher Beurteilung ab 13.
Juli 2017
keine Arbeitsunfähigkeit mehr attestiert wurde, was auch die Beschwerde
führerin bestätigte (vorstehend E. 4.1
lit
. d), mithin
eine volle
Arbeitsfähigkeit bestanden hat
.
Bekannt ist auch, dass die Beschwerdeführerin auch nach Mai 2018 noch Rest
beschwerden beklagte (vorstehend E. 3.9) und sich
deretwegen
ab 2
5.
Juni 2018 bei
Dr.
D._
in Behandlung begab (vorstehend E. 3.8), der nach erfolgreichen Infiltrationsbehandlungen auf eine Bandinsuffizienz schloss und eine intensive Physiotherapiebehandlung
veranlasste (vorstehend E. 3.10).
5.3
Ob die Beschwerdegegnerin zulässigerweise per 2
2.
Mai 2018 den Fallabschluss vorgenommen und ihre Leistungen eingestellt hat, hängt davon ab, ob zu diesem Zeitpunkt die volle Arbeitsfähigkeit
wieder erlang
t
war (vorstehend E. 1.2) bezie
hungsweise davon, ob von der Fortsetzung der ärztlichen Behandlung noch eine namhafte Besserung des Gesundheitszustandes zu erwarten war (vorstehend E.
1.3).
5.4
Der Grad der Arbeitsunfähigkeit bemisst sich nach dem konkreten Erwerbsausfall, welcher dem gesundheitlich bedingten Funktionsausfall in der bisherigen Tätig
keit entspricht (Andreas Traub, in: Basler Kommentar Allgemeiner Teil
des Sozi
alversicherungsrechts, Basel 2020,
N 13 zu
Art.
6 ATSG
; mit Hinweis auf BGE 130 V 97 E. 3.2)
.
Arbeitsfähigkeit im Sinne von
Art.
6
Abs.
1 ATSG bezieht sich auf den «bisherigen Beruf», was bedeutet, dass in einer individuellen Betrach
tungsweise zu entscheiden ist, wie sich eine Beeinträchtigung «in der konkreten Tätigkeit auswirkt» (
Kieser
, Kommentar ATSG,
4.
Auflage, Zürich 2020, N 55 zu
Art.
6 ATSG).
5.5
Die Beschwerdeführerin ist beziehungsweise war im fraglichen Zeitpunkt als ju
ristische Sachbearbeiterin tätig und das Ziel ihrer Stelle bestand in der Führungs
unterstützung in Rechts- und Umsetzungsfragen (vorstehend E. 4.2). Für diese Tätigkeit bestand fraglos und sogar seit dem 1
3.
Juli
2017 wieder eine volle Arbeitsfähigkeit. Daran ändert nichts, dass in der Stellenbeschreibung unter spe
zi
ellen Aufgaben unter anderem auch situative Aufgaben im Rahmen operativer polizeilicher Tätigkeit genannt wurden
. Die Einschränkung auf «maximal 10
%
» lässt erkennen, dass die Arbeitgeberin sich mit diesem Passus die Möglichkeit vorbehalten wollte, die Beschwerdeführerin losgelöst von ihrer eigentlichen Funk
tion bei Bedarf auch operativ einzusetzen. Ein solcher Bedarf bestand aber offensichtlich nicht: So machte
die Beschwerdeführerin insbesondere nicht gel
tend, sie sei seit der Übernahme der juristischen Sachbearbeitungsfunktion (
1.
April 2015) bis zum Unfallereignis (1
5.
Januar 2017) je einmal im Schicht- oder Ordnungsdienst eingesetzt gewesen. Zu ihrer vor dem Unfall ausgeübten «konkreten Tätigkeit» (vorstehend E. 5.4) gehörte dieser mithin nicht. Wären ope
rative Einsätze ein regulärer Bestandteil ihrer effektiven Tätigkeit - und nicht nur eine von der Arbeitgeberin vorbehaltene Option - gewesen, hätte ihr Pensum be
ziehungsweise ihre Präsenz im entsprechenden Umfang reduziert werden müssen, solange sie sich diesbezüglich nicht als einsatzfähig erachtete. Davon ist nichts bekannt.
Somit
bleibt
die ärztliche Feststellung
der nicht mehr bestehenden Arbeitsunfä
higkeit (vorstehend E. 5.1) ausschlaggebend
,
und
es besteht
keine Veranlassung, von ihr abzuweichen.
5.6
Zum gleichen Ergebnis führt schliesslich ein Anknüpfen am Kriterium der nam
haften Verbesserung des Gesundheitszustands.
Ob eine namhafte Besserung noch möglich ist, ergibt sich aus der zu erreichenden Steigerung oder Wiederherstel
lung der unfallbedingt beeinträchtigten Arbeitsfähigkeit (vorstehend E. 1.3). Diese Verbesserungsmöglichkeit
ist
schon deshalb
zu verneinen, weil die Arbeitsfähig
keit
bereits 100
%
be
t
rug
(vorstehend E. 5.5).
Die nach dem 2
2.
Mai 2018 ge
troffenen therapeutischen Vorkehren sodann - zwei Infiltrationsbehandlungen (vorstehend E. 3.8) und anschliessend Physiotherapie (vorstehend E. 3.10) - wur
den unternommen, um den von der Beschwerdeführerin geschilderten Restbe
schwerden
zu
begegnen. Wenn dies gelingt,
sind die entsprechenden Vorkehren im Sinne ärztlicher Fürsorge am Platz und
die
Ziel
s
etzung achtenswert. Der er
zielte therapeutische Fortschritt bleibt dennoch geringfügig.
5.7
Aufgrund des Dargelegten erweist sich die Feststellung der Beschwerdegegnerin, dass per 2
2.
Mai 2018 ein Endzustand im Sinne von
Art.
19
Abs.
1 und
Art.
16
Abs.
1 UVG) erreicht war, womit eine darüber hinaus reichende Leistungspflicht entfiel, als zutreffend.
Dementsprechend ist der angefochtene Entscheid zu bestätigen, was zur Abwei
sung der dagegen erhobenen Beschwerde führt.