# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** d47c3ab9-3175-49f2-8f59-aaffc44502b1
**Court:** SG_VGN
**Chamber:** SG_VGN_001
**Year:** 2015
**Language:** de
**Jurisdiction:** SG / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Das Verwaltungsgericht stellt fest:
A. X.Y. (1965) wird seit 1. Juli 2012 von den Sozialen Diensten (früher Sozialamt)
der Politischen Gemeinde St. Gallen finanziell unterstützt. Seine Versuche, mit diversen
Projekten auf selbständiger Basis ein regelmässiges Erwerbseinkommen zu
erwirtschaften, sowie seine Bemühungen, eine Festanstellung zu finden, waren bislang
nicht erfolgreich (act. 3/2, 5 und 11). Da er sich weigerte, an einem lohnwirksamen
Beschäftigungsprogramm im DOCK St. Gallen zur (Wieder-)Integration in den ersten
Arbeitsmarkt teilzunehmen, stellten die Sozialen Dienste die finanzielle Sozialhilfe mit
Verfügung vom 24. März 2014 ab April 2014 unter Berufung auf das
Subsidiaritätsprinzip in der Höhe des erzielbaren (Mindest-)Einkommens von monatlich
CHF 500 ein. Einem allfälligen Rekurs wurde die aufschiebende Wirkung entzogen (act.
3/14).
B. Gegen die teilweise Einstellung der finanziellen Sozialhilfe erhob X.Y. Rekurs
beim Departement des Innern mit dem sinngemässen Antrag, die angefochtene
Verfügung sei aufzuheben und ihm Genugtuung und Rückerstattung einer
gesetzeswidrigen sechsmonatigen Kürzung des persönlichen Bedarfs von monatlich
CHF 150 im Jahr 2013 zu leisten (act. 8/1). Seinem Gesuch, die aufschiebende Wirkung
des Rekurses sei wieder herzustellen, entsprach das Departement am 1. Mai 2014 (act.
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8/8); die von den Sozialen Diensten dagegen erhobene Beschwerde wies der Präsident
des Verwaltungsgerichts am 23. Oktober 2014 rechtskräftig ab (B 2014/81; act. 3/21).
Das Departement des Innern trat am 11. Dezember 2014 (act. 2) auf das Begehren von
X.Y. um Genugtuung und Rückerstattung nicht ein (Ziffer 1a des Dispositivs); im
Übrigen hiess es seinen Rekurs teilweise gut, hob die verfügte Einstellung der
finanziellen Sozialhilfe auf und wies die Angelegenheit zur genauen Abklärung der
Arbeits- beziehungsweise Anwesenheitsregelung sowie des erzielbaren Lohns bei einer
Teilnahme am Beschäftigungsprogramm an die Sozialen Dienste zurück (Ziffer 1b des
Dispositivs).
C. Die Politische Gemeinde St. Gallen (Beschwerdeführerin) erhob gegen den
Entscheid des Departements des Innern (Vorinstanz) vom 11. Dezember 2014 mit
Eingabe ihrer Sozialen Dienste vom 12. Januar 2015 Beschwerde beim
Verwaltungsgericht mit dem Antrag, Ziffer 1b des Dispositivs sei unter Kostenfolge
zulasten des Beschwerdegegners aufzuheben und ihre Verfügung vom 24. März 2014
in allen Punkten zu bestätigen.
Die Vorinstanz beantragte mit Vernehmlassung vom 5. Februar 2015 sinngemäss, X.Y.
(Beschwerdegegner) am 24. Februar 2015 ausdrücklich die Abweisung der
Beschwerde. Die Beschwerdeführerin verzichtete am 10. März 2015 auf eine
abschliessende Stellungnahme. Auf die Ausführungen der Verfahrensbeteiligten zur

## Considerations

Begründung ihrer Anträge und die Akten wird, soweit wesentlich, in den Erwägungen
eingegangen.
Darüber zieht das Verwaltungsgericht in Erwägung:
1. Das Verwaltungsgericht ist zum Entscheid in der Sache zuständig (Art. 59bis
Abs. 1 des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege; sGS 951.1, VRP). Die
Beschwerdeführerin, die zum Vollzug der Sozialhilfegesetzgebung zuständig und
Adressatin des angefochtenen Entscheides ist, mit welchem die Vorinstanz die
teilweise Einstellung der Sozialhilfe für den Beschwerdegegner aufhob, ist zur
Erhebung der Beschwerde durch ihre Sozialen Dienste befugt (Art. 64 in Verbindung
mit Art. 45 Abs. 1 VRP; Art. 3 und Art. 5 Abs. 1 des Sozialhilfegesetzes, sGS 385.1,
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SHG; Beschluss des Stadtrates vom 3. Oktober 2000; vgl. VerwGE B 2010/191 vom
30. November 2010 E. 1, www.gerichte.sg.ch). Da die kantonalen Behörden die
Rechtsmittelbefugnis nicht enger fassen dürfen, als dies für die Beschwerde an das
Bundesgericht vorgesehen ist (vgl. Art. 111 des Bundesgesetzes über das
Bundesgericht, Bundesgerichtsgesetz, SR 173.110, BGG; BGE 137 II 30 E. 2.2.1), und
gemäss Art. 93 Abs. 1 Ingress und lit. a BGG die Beschwerde an das Bundesgericht
gegen selbständig eröffnete Zwischenentscheide zulässig ist, wenn die Gutheissung
der Beschwerde sofort einen Endentscheid herbeiführen und damit einen bedeutenden
Aufwand an Zeit oder Kosten für ein weitläufiges Beweisverfahren ersparen würde,
ändert der Umstand, dass mit dem Rekursentscheid die Angelegenheit im umstrittenen
Punkt zu weiteren Abklärungen und zu neuer Entscheidung an die verfügende Behörde
zurückgewiesen wurde, nichts an der Beschwerdebefugnis der Beschwerdeführerin.
Die Beschwerde wurde mit Eingabe vom 12. Januar 2015 unter Berücksichtigung des
Fristenstillstandes vom 18. Dezember bis und mit 2. Januar und des Fristenlaufs am
Wochenende rechtzeitig erhoben (Art. 64 in Verbindung mit Art. 47 Abs. 1 und Art. 30
Abs. 1 VRP sowie Art. 145 Abs. 1 Ingress und lit. c und Art. 142 Abs. 3 der
Schweizerischen Zivilprozessordnung; SR 272, ZPO) und entspricht inhaltlich und
formell den gesetzlichen Anforderungen (Art. 64 in Verbindung mit Art. 48 Abs. 1 VRP).
Auf die Beschwerde ist daher einzutreten.
2. Die Beschwerdeführerin hat die sozialhilferechtliche Unterstützung gegenüber
dem Beschwerdegegner, die monatlich einen Grundbetrag von CHF 977 und die
Wohnkosten von CHF 650 umfasste (act. 8-6/2), aufgrund des Subsidiaritätsprinzips ab
April 2014 in der Höhe des bei einem Beschäftigungsgrad von 50 Prozent mindestens
erzielbaren DOCK-Einkommens, das heisst um monatlich CHF 500, eingestellt.
2.1. Nach Art. 12 der Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft
(SR 101, BV) hat Anspruch auf Hilfe und Betreuung und auf die Mittel, die für ein
menschenwürdiges Dasein unerlässlich sind, wer in Not gerät und nicht in der Lage ist,
für sich zu sorgen. Bereits die Formulierung stellt klar, dass der Grundsatz der
Subsidiarität gilt (vgl. BGE 130 I 71 E. 4.1). Auch Art. 12 der Kantonsverfassung (sGS
111.1, KV), der einen Anspruch auf soziale Sicherung "in Ergänzung zu persönlicher
Verantwortung" vorsieht, betont die Subsidiarität staatlicher Sozialsicherung (vgl.
Botschaft und Verfassungsentwurf der Verfassungskommission vom 17. Dezember
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1999, in: ABl 2000 S. 165 ff., S. 221). Nach Art. 9 SHG hat Anspruch auf finanzielle
Sozialhilfe, wer für seinen Lebensunterhalt nicht hinreichend oder nicht rechtzeitig aus
eigenen Mitteln aufkommen kann. Art. 12 SHG verpflichtet dementsprechend eine
arbeitsfähige Person, eine ihren Fähigkeiten entsprechende Arbeit anzunehmen. Aus
Art. 15 SHG ergibt sich, dass die zuständige Behörde einer sozialhilfebedürftigen
Person Arbeit zuweisen kann. Wer arbeitsfähig ist, soll durch Ausübung einer
zumutbaren Erwerbstätigkeit für den Lebensunterhalt selbst aufkommen. Die
Bestimmung schränkt in diesem Punkt die freie Wahl des Arbeitsortes ein (vgl. GVP
2000 Nr. 2). Mit Blick auf die individuellen Verhältnisse kann auch eine
Teilzeitbeschäftigung in Frage kommen (ABl 1997 S. 1794).
Bundes- und Kantonsverfassung sowie Gesetz knüpfen somit bereits den
grundsätzlichen Anspruch auf Hilfe in Notlagen an bestimmte Voraussetzungen, indem
sie klarstellen, dass der in Not Geratene nur Anspruch auf entsprechende Leistungen
des Staates hat, wenn er nicht in der Lage ist – das heisst wenn es ihm rechtlich
verwehrt oder faktisch unmöglich ist –, selber für sich zu sorgen. Keinen Anspruch hat
somit, wer solche Leistungen beansprucht, obwohl er objektiv in der Lage wäre, sich –
insbesondere durch die Annahme einer zumutbaren Arbeit – aus eigener Kraft die für
das Überleben erforderlichen Mittel selber zu verschaffen; denn solche Personen
stehen nicht in jener Notsituation, auf die das Grundrecht auf Hilfe in Notlagen
zugeschnitten ist. Bei ihnen fehlt es bereits an den Anspruchsvoraussetzungen,
weshalb sich in solchen Fällen die Prüfung erübrigt, ob die Voraussetzungen für einen
Eingriff in das Grundrecht erfüllt sind, denn dies setzt einen rechtmässigen Anspruch
voraus (vgl. BGE 130 I 71 E. 4 für die vergleichbare Rechtslage im Kanton Solothurn;
BGE 139 I 218 E. 3.3 für die vergleichbare Rechtslage im Kanton Bern).
Verlangt das grundsätzlich zur Leistung von Sozialhilfe verpflichtete Gemeinwesen vom
Sozialhilfeempfänger, soweit zumutbar eine Erwerbstätigkeit auszuüben, handelt es
sich mit Blick auf den Grundsatz der Subsidiarität nicht um eine hoheitliche
Arbeitsverpflichtung, sondern um eine Anspruchsvoraussetzung für die vom Staat
erbrachte Leistung (vgl. BGer 8C_787/2011 vom 28. Februar 2012 E. 3.2.1 mit
Hinweisen). Wer zumutbare Arbeit verweigert, hat daher nicht nur mit Kürzungen,
sondern auch mit der Einstellung von Sozialhilfe zu rechnen (Art. 17 Ingress und lit. d
SHG; vgl. BGE 139 I 218 E. 3.5 mit Hinweis auf BGE 133 V 353 E. 4.2 und C. Hänzi, Die
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Richtlinien der schweizerischen Konferenz für Sozialhilfe, Basel 2011, S. 85 ff.). Als
zumutbare Arbeit ist grundsätzlich auch die Teilnahme an Beschäftigungs- und
Integrationsmassnahmen anzusehen, selbst wenn das dadurch erzielte Einkommen
den Betrag der Unterstützungsleistung nicht erreicht. Bei grundsätzlicher Weigerung,
an solchen Massnahmen teilzunehmen, können die (finanziellen)
Unterstützungsleistungen vollständig eingestellt werden (vgl. BGE 130 I 71 E. 5 und 6).
Entgegen der Auffassung des Beschwerdegegners (act. 10) handelt es sich bei der in
Frage stehenden Reduktion der finanziellen Sozialhilfe deshalb – und auch gemäss der
strittigen Verfügung der Beschwerdeführerin vom 24. März 2014 (act. 3/14) – um eine
Einstellung und nicht um eine Kürzung.
2.2. Streitig ist, ob dem Beschwerdegegner die Teilnahme am
Beschäftigungsprogamm im DOCK St. Gallen zumutbar ist. Zu klären ist, ob die
Bedingungen des Beschäftigungsprogrammes unabhängig von der Person des
Beschwerdegegners zumutbar sind (dazu nachfolgend Erwägung 2.2.1) und ob die
Verpflichtung zur Teilnahme konkret auch dem Beschwerdegegner zuzumuten ist (dazu
nachfolgend Erwägung 2.2.2).
2.2.1. Die Beschwerdeführerin hat keine Ausführungsbestimmungen zum kantonalen
Sozialhilfegesetz erlassen. Ihre Praxis orientiert sich – unwidersprochen (vgl. Erwägung
2.3 des angefochtenen Entscheides) – an den Richtlinien der Schweizerischen
Konferenz für Sozialhilfe (SKOS-Richtlinien) und der konkretisierenden Praxishilfe der
St. Gallischen Konferenz der Sozialhilfe (KOS-Praxishilfe). Danach ist die Teilnahme an
einem von den Sozialhilfeorganen anerkannten lohnwirksamen
Beschäftigungsprogramm des zweiten Arbeitsmarkts, mit dem der eigene Unterhalt
zumindest teilweise gedeckt werden kann, der zumutbaren Erwerbstätigkeit
gleichgesetzt (Ziffer A 5.2 der SKOS-Richtlinien). Diese Gleichsetzung steht auch im
Einklang mit der bundesgerichtlichen Rechtsprechung, nach der – entsprechend der
arbeitslosenversicherungsrechtlichen Umschreibung des Begriffs der unzumutbaren
Arbeit in Art. 16 Abs. 2 des Bundesgesetzes über die obligatorische
Arbeitslosenversicherung und die Insolvenzentschädigung
(Arbeitslosenversicherungsgesetz; SR 837.0, AVIG) – ein Arbeitsangebot das
Fähigkeits- und Fertigkeitsniveau der betroffenen Person auch unterschreiten darf;
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diese darf bloss nicht überfordert werden (vgl. BGE 130 I 71 E. 5.4 mit Hinweis auf
kritische Sozialforschung).
Mit Massnahmen wie der in Frage stehenden soll erreicht werden, dass der
Hilfsbedürftige in die Lage versetzt wird, für seinen Unterhalt jedenfalls teilweise selbst
aufzukommen; zumindest sollen die Aussichten auf eine Wiedereingliederung in das
Erwerbsleben verbessert werden. Sie stellen grundsätzlich zumutbare Massnahmen
dar, die geeignet sind, die Lage des Sozialhilfeempfängers zu verbessern (vgl. BGE 130
I 71 E. 5.4). Dies gilt beispielsweise für ein Taglohnprogramm auf dem ergänzenden
Arbeitsmarkt (sogenannter Marktplatz für alle öffentlichen, gemeinnützigen und privaten
Angebote für bezahlte und unbezahlte Tätigkeiten), dessen Projekte einerseits der
beruflichen Integration der Arbeitslosen, unter anderem durch das stufenweise
Angewöhnen an einen geregelten Arbeitsalltag, anderseits dem öffentlichen Interesse
an der Vermeidung längerdauernder Sozialhilfeabhängigkeit (BGE 130 I 71 E. 5.4).
Nach Auffassung des Beschwerdegegners spricht die tiefe Entlöhnung gegen die
Zumutbarkeit der Massnahme. Die Vorinstanz ist der Auffassung, aus den Akten und
den Informationen im Internet gehe der Lohn des Beschwerdegegners bei einer
Beschäftigung im DOCK St. Gallen nicht hervor. In der Verfügung vom 24. März 2014
hat die Beschwerdeführerin den Betrag von CHF 500, um welchen die finanzielle
Sozialhilfe monatlich gekürzt werden soll, als "garantiertes monatliches
Mindesterwerbseinkommen" bei einer 50-Prozent-Anstellung bezeichnet. Aus den im
Internet verfügbaren Angaben (www.dock-gruppe.ch) ergibt sich hinreichend klar, dass
Angestellten in der tiefsten Integrationsstufe ein Stundenlohn von brutto CHF 12
zusteht und dass der Stundenlohn mit Erreichen einer höheren Integrationsstufe
ansteigt. Bei einer Beschäftigung während 80 Stunden ergäbe sich damit – worauf die
Beschwerdeführerin hinweist – ein monatlicher Lohn in der Grössenordnung von CHF
1'000. Dieser Lohn erscheint in der Tat tief. Indessen ist zu berücksichtigen, dass es
sich um eine Beschäftigung im sogenannten sekundären oder ergänzenden
Arbeitsmarkt handelt, welche der Wiedereingliederung im primären Arbeitsmarkt dient.
Die Anforderungen an die zu erbringende Leistung sind dementsprechend tief.
Abhängig von den Einsatzmöglichkeiten und seiner konkreten Leistung, kann der
Betroffene auch einen höheren Lohn erzielen. Unter diesen Umständen kann die Pflicht
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zur Teilnahme an dieser Integrationsmassnahme nicht mit dem Hinweis auf den tiefen
Minimallohn als unzumutbar bezeichnet werden.
Der Beschwerdegegner beanstandet sodann, dass die Anstellungsbedingungen nicht
vor dem Abschluss des Arbeitsvertrags geklärt werden. Dieser Umstand erklärt sich
damit, dass es sich bei der Massnahme – wie bereits ausgeführt – um eine
Beschäftigung in einem niederschwelligen Bereich des sekundären Arbeitsmarkts
handelt, in welchem im Rahmen der Beschäftigungsmöglichkeiten auf die Fähigkeiten
und Bedürfnisse der Betroffenen eingegangen werden soll. Zudem sind – soweit auch
im Einzelfall zumutbar – sozialhilfeabhängige Personen verpflichtet, gegebenenfalls an
einem solchen Beschäftigungsprogramm teilzunehmen. Auf diese Verpflichtung und
die Folgen der fehlenden Mitwirkung wurde der Beschwerdegegner frühzeitig und in
angemessener Weise, namentlich auf dem Antragsformular, das er am 29. Juni 2012
ausfüllte (act. 3/1), und in Gesprächen vom 9. Dezember 2013 und vom 10. Februar
2014 (vom Beschwerdegegner unterzeichnete Aktennotizen, act. 3/5 und 11)
hingewiesen. Zu seinen Fragen hinsichtlich Lohn, Dauer und Inhalt des
Arbeitseinsatzes wurde er am 23. Februar 2014 auf die im Internet unter www.dock-
gruppe.ch verfügbaren Informationen verwiesen. Zusammen mit dem Schreiben vom
24. Februar 2014 stellte die Beschwerdeführerin ihm das Anmeldeformular samt
Merkblatt zu (act. 3/9). Am 24. März 2014 besprachen Beschwerdeführerin und
Beschwerdegegner offene Fragen bezüglich der Teilnahme am
Beschäftigungsprogramm. Nebst der Verfügung, mit welcher die sozialhilferechtliche
Unterstützung um monatlich CHF 500 eingestellt wurde (act. 3/14), wurde dem
Beschwerdegegner ein Anmeldeformular samt Merkblatt übergeben (act. 3/12). Damit
bestand ausreichend Gelegenheit, Unklarheiten auszuräumen.
Der Beschwerdegegner befürchtet, es fehle ihm während einer Anstellung im DOCK St.
Gallen die Zeit, sich um Arbeit zu bemühen und eigene Projekte zu realisieren. Die
Vorinstanz begründete die Rückweisung der Angelegenheit an die Beschwerdeführerin
damit, es sei zu klären, ob der Beschwerdegegner – sollte er weniger als die
vereinbarten 80 Arbeitsstunden arbeiten können – rechtzeitig darüber ins Bild gesetzt
würde beziehungsweise sich während jener Zeit des 50-Prozent-Pensums, in der er
nicht beschäftigt werden könne, am Arbeitsplatz aufhalten müsste. Die Befürchtungen
erscheinen unbegründet. Die zwingenden arbeitsrechtlichen Vorschriften sehen vor,
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dass der Arbeitgeber den Arbeitnehmer möglichst frühzeitig über die Arbeitszeiten bzw.
den Stundenplan informieren muss (Art. 47 des Bundesgesetzes über die Arbeit in
Industrie, Gewerbe und Handel; Arbeitsgesetz, SR 822.11; Art. 69 der Verordnung 1
zum Arbeitsgesetz, SR 822.111, ArGV 1). Entsprechend trifft das DOCK als Arbeitgeber
auch die Pflicht, den Beschwerdegegner frühzeitig darüber in Kenntnis zu setzen, sollte
es nicht möglich sein, ihm genügend Arbeit für ein 50-Prozent-Pensum zuzuweisen.
Überdies wäre der Beschwerdegegner in einem solchen Fall auch nicht verpflichtet,
sich während der frei gewordenen Zeit am Arbeitsplatz aufzuhalten, ansonsten
sogenannter Pikettdienst innerhalb des Betriebs vorläge, welcher als normale
Arbeitszeit zu entlöhnen wäre (vgl. Art. 15 Abs. 1 ArGV 1). Im Übrigen stellte auch die
Beschwerdeführerin klar, dass die Zeit, soweit eine Beschäftigung im Umfang von 50
Prozent nicht möglich sei, selbstverständlich nicht im DOCK "abgesessen" werden
müsse. Finde ein Teilnehmer eine feste Stelle, könne er zudem ohne Einhaltung einer
Frist kündigen.
Auch mit Blick auf die Einwendungen des Beschwerdeführers erscheint das
Beschäftigungsprogramm des DOCK St. Gallen Sozialhilfeempfängern objektiv als
zumutbar. Verzichtet ein Sozialhilfeempfänger darauf, diese Einkommensquelle
auszuschöpfen, darf deshalb die finanzielle Sozialhilfe mit dem Hinweis auf das
Subsidiaritätsprinzip während der vorgesehenen Beschäftigungsdauer in der Höhe des
dort bei einem 50-Prozent-Pensum garantierten Mindesteinkommens von CHF 500
grundsätzlich eingestellt werden.
2.2.2. Der Beschwerdegegner macht geltend, die Massnahme sei in seinem
konkreten Fall nicht zumutbar. Die Beschäftigungsmassnahme diene der Verbesserung
ausserfachlicher Fähigkeiten wie Einfügen im Team, Zuverlässigkeit und Pünktlichkeit.
Es sei daher zunächst festzustellen, ob ihm diese Fähigkeiten fehlten. Um die
Zumutbarkeit mit Blick auf seine Fähigkeiten prüfen zu können, bedürfe es einer
"Stellenbeschreibung". Eine solche sei ihm nie ausgehändigt worden, weshalb auch
eine allfällige Überforderung nicht festgestellt werden könnte. Das
Vorstellungsgespräch finde erst nach einer verbindlichen Anmeldung für den
Arbeitseinsatz statt. Die gleichzeitige Feststellung, die Arbeit entspreche seinen
Fähigkeiten und die offenen Fragen würden nach der Anmeldung geklärt, sei
widersprüchlich. Der Lohn, der bezahlt werde, sei weder "üblich" noch "verabredet" im
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Sinn von Art. 322 des Schweizerischen Obligationenrechts (SR 220, OR). Es könne ihm
nicht vorgehalten werden, er bringe keine Gründe dafür vor, dass die Arbeit im DOCK
nicht Rücksicht auf seine Fähigkeiten und bisherigen Tätigkeiten nehme oder seinen
persönlichen Verhältnissen und seinem Gesundheitszustand nicht angemessen sei, da
ja erst nach dem Vorstellungsgespräch alle Informationen vorlägen. Eine
Lohnabtretung setze die Zustimmung des Lohnempfängers voraus, eine Lohnpfändung
sei nur mit einem Gerichtsurteil und für den das Existenzminimum überschreitenden
Teil möglich.
Mit diesen Vorbringen stellt der Beschwerdegegner in erster Linie die grundsätzliche
Zumutbarkeit der Verpflichtung arbeitsfähiger Sozialhilfeempfänger, an
Integrationsmassnahmen des zweiten Arbeitsmarktes teilzunehmen, in Frage. Insoweit
ist er auf die dargelegte Rechtsprechung zu verweisen, nach welcher solche
Massnahmen grundsätzlich zumutbar sind (vgl. oben Erwägung 2.2.1). Die Massnahme
ist aber auch konkret dem Beschwerdegegner zumutbar. Im Bereich des
Sozialhilferechts gilt eine Arbeit als zumutbar, wenn sie dem Alter, dem
Gesundheitszustand und den persönlichen Verhältnissen der bedürftigen Person
angemessen ist. Bei der Arbeitssuche kann verlangt werden, dass nicht nur im
angestammten Beruf, sondern in weiteren Erwerbsfeldern nach Arbeit gesucht wird
(SKOS-Richtlinien A.5.2). Der unbestrittenermassen arbeitsfähige Beschwerdegegner
(act. 3/1) macht nicht geltend, der Arbeitspflicht stünden familiäre Pflichten oder
gesundheitliche Gründe entgegen (KOS-Praxishilfe zu Ziffer A 5.2 der SKOS-
Richtlinien). Solche Hinderungsgründe werden auch aus den Akten nicht ersichtlich.
Bei der Beurteilung der individuellen Zumutbarkeit einer von den spezifischen
Fähigkeiten einer betroffenen Person abweichenden Arbeit ist es nach der
bundesgerichtlichen Rechtsprechung beispielsweise einem Juristen mit
Universitätsabschluss zumutbar, die Lücke zwischen zwei Anwaltspraktika mit einer
Tätigkeit als Telefonagent in einem Call-Center zu überbrücken (vgl. BGer
8C_878/2011 vom 28. Februar 2012 E. 5.2). Die Teilnahme an einem Angebot des
ergänzenden Arbeitsmarktes in der Citypflege Bern erachtete das Bundesgericht –
worauf die Beschwerdeführerin zu Recht hinweist – sowohl für einen ausgebildeten
Innendekorateur/Grafiker (BGer 2P.147/2002) als auch für einen gelernten
Möbelschreiner, Informatiker (Autodidakt) und Absolvent eines einjährigen
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Grundstudiums in Mediation (ohne Abschluss), der ehrenamtlich und mit grossem
Engagement einen Verein für wohltätige Projekte leitet und J+S-Einsätze leistet, ohne
jedoch ein regelmässiges Einkommen zu erzielen (BGE 139 I 218), als zumutbar. Der
Beschwerdegegner verfügt – wie sich insbesondere aus der Formulierung seiner
Beschwerdeeingabe ergibt – zweifellos über die intellektuellen Fähigkeiten, welche ihm
eine Integration im ersten Arbeitsmarkt ermöglichen sollten. Allerdings waren seine
Bemühungen in den vergangenen drei bis vier Jahren abgesehen von punktuellen
Engagements trotzdem erfolglos. Zu den Gründen, die einem länger anhaltenden Erfolg
entgegenstanden, ist den Akten nichts zu entnehmen. Soweit es dem
Beschwerdegegner schwer fällt, sich über längere Zeit in einem Projekt oder einem
Unternehmen einzubringen, bietet das ihm von der Beschwerdeführerin angebotene
Integrationsprogramm die Möglichkeit, entsprechende Fähigkeiten zu verbessern. Auch
wenn das DOCK St. Gallen in erster Linie Beschäftigung in den Bereichen Industrie,
Gewerbe und Recycling sowie im Betrieb von Brockenhäusern bietet (vgl. www.dock-
gruppe.ch), ist aufgrund des Umstandes, dass es sich bei der DOCK-Gruppe um ein
Unternehmen mit zahlreichen Standorten und Mitarbeitenden handelt, nicht
ausgeschlossen, dass sich dem Beschwerdegegner die Chance bietet, sich seinen von
ihm angepriesenen Kenntnissen und Ausbildungen entsprechend (vgl. act.8-6/6 und 7)
im administrativen Bereich einzubringen. Vorinstanz und Beschwerdeführerin weisen
zudem zu Recht darauf hin, dass dem Beschwerdegegner bei einem
Beschäftigungsgrad von 50 Prozent genügend Zeit für die Stellensuche und allenfalls
stundenweise selbständige Arbeit bleibt.
3. Zusammenfassend erweist sich die Verpflichtung des Beschwerdegegners
zur Teilnahme am Beschäftigungsprogramm im DOCK St. Gallen bereits unter
Würdigung der vorliegenden Akten als zumutbar, sodass kein Anlass besteht, die
vorinstanzliche Rückweisung der Angelegenheit an die Beschwerdeführerin zu
bestätigen. Dementsprechend ist die Beschwerde gutzuheissen. Ziffer 1b des
Dispositivs des Rekursentscheides vom 11. Dezember 2014 ist aufzuheben, und es
bleibt bei Ziffer 1 der Verfügung der Sozialen Dienste St. Gallen vom 24. März 2014.
Abschliessend ist darauf hinzuweisen, dass die auf Grundlage des
Subsidiaritätsprinzips verfügte (teilweise) Einstellung der finanziellen Sozialhilfe nur so
lange zulässig ist, als dem Beschwerdegegner die Teilnahme am
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Beschäftigungsprogramm im Dock auch tatsächlich offensteht (vgl. BGE 139 I 218 E.
5.3; Hänzi, a.a.O., S. 91).
4. (...).