# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** b385f370-486b-4e92-9746-34182c2faf55
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2015
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** 

## Facts

Sachverhalt:
1.
Die 1975 geborene
X._
arbeitete seit dem 23. August 2010 bei der
Bera
tungsstelle
Y._
als kaufmännische Angestellte bei einem 60%-Pensum, bis ihr
Ende 2011
wegen Umstrukturierung gekündigt wurde (Urk. 15/18).
Mit Schreiben des Taggeldversicherers
Visana
Services AG vom 6. Juni 2012 wurde die IV-Anmeldung
der Versicherten
sowie
die
bei diesem vorhandenen Unterlagen an die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, gesandt
(Eingangsdatum
: 8. Juni 2012, Urk. 15/7-10
).
Am
4. De
zember 2012 wurde
X._
durch die
Z._
psy
chiatri
sch
untersucht
(Psychiatrische Second Opinion vom
19. Dezember 2012, Urk. 15/3
6
). Nach durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
verneinte
die IV-Stelle
mit Verfügung vom 7. März 2014 einen Rentenanspruch von
X._
(Urk. 2).
2.
Da
gegen
führte
X._
am 3.
April 2014 Beschwerde
(Urk. 1) und liess diese von Rechtsanwältin Ursula
Sintzel
mit
Eingabe vom 10. April 2010 ergä
n
zen (Urk. 5). Die Beschwerdeführerin beantragte
,
die
Verfügung vom 7. März 2014
sei aufzuheben und es sei ihr
eine Invalidenrente
nach Massgabe ihrer Erwerbsunfähigkeit
zuzusprechen
(Urk. 5 S. 2)
.
In prozessualer Hinsicht
ersuchte sie um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung und um Bestellung eine
r
unentgeltlichen Rechts
vertreterin
in der Person von
Rechtsanwältin Ursula
Sintzel
sowie um Durchführung eines zweiten Schriftenwechsels (Urk. 5
S. 2
). Mit Beschwerdeantwort vom 26. Mai 2014 schloss die Beschwerdegegnerin auf Abweisung der Beschwerde (Urk. 14, unter Beilage ihrer Akten, Urk. 15/1-86). Mit Verfügung vom 3. Juni 2014 wurde auf die Anordnung eines
förmlichen
zweiten Schriftenwechsels
verzichtet und der Beschwerdeführerin die unent
geltliche Prozessführung gewährt sowie Rechtsanwältin Ursula
Sintzel
mit Wir
kung ab dem 10. April 2014 als unentgeltliche Rechtsvertreterin für das
Beschwerdev
erfahren bestellt (Urk. 16).
Mit Eingabe vom 3. Juli 2014 erstatte
te
die Beschwerdeführerin eine unaufgeforderte Replik (Urk. 18)
, welche der Beschwerdegegnerin am
8.
Juli 2014 zur Kenntnisnahme zugestellt wurde
.
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird
- soweit erforderlich - im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts,
ATSG).
Sie kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung,
IVG).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beein
trächtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verur
sachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommen
den ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesund
heitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie kör
perliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 8 ATSG bewirken. Nicht als Folgen eines psychischen
Ge
sundheitsschadens
und damit invalidenversicherungsrechtlich nicht als rele
vant gelten Einschränkungen der Erwerbsfähigkeit, welche die versicherte Per
son bei Aufbietung allen guten Willens, die verbleibende Leistungsfähigkeit zu verwerten, abwenden könnte; das Mass des
Forderbaren
wird dabei weitgehend objektiv be
stimmt. Festzustellen ist, ob und in welchem Umfang die Ausübung einer Er
werbstätigkeit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt mit der psychi
schen Beein
trächtigung vereinbar ist. Ein psychischer Gesundheitsschaden führt also nur so
weit zu einer Erwerbsunfähigkeit (Art. 7 ATSG), als angenommen werden kann, die Verwertung der Arbeitsfähigkeit (Art. 6 ATSG) sei der versi
cherten Person sozial-praktisch nicht mehr zumutbar (BGE 131 V 49 E. 1.2 mit Hinweisen).
Zur Annahme der Invalidität nach
Art.
8 ATSG ist – auch bei psychischen Erkran
kungen – in jedem Fall ein medizinisches Substrat unabdingbar, das (fach-)ärztlicherseits schlüssig festgestellt wird und nachgewiesenermassen die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit wesentlich beeinträchtigt. Je stärker psychosozi
ale und soziokulturelle Faktoren wie beispielsweise Sorge um die Familie oder Zukunftsängste (etwa ein drohender finanzieller Notstand) im Einzelfall in den Vordergrund treten und das Beschwerdebild mitbestimmen, desto ausgeprägter muss eine fachärztlich festgestellte psychische Störung von Krankheitswert vor
handen sein. Das bedeutet, dass das klinische Beschwerdebild nicht einzig in Beeinträchtigungen, welche von den belastenden soziokulturellen Faktoren her
rühren, bestehen darf, sondern davon psychiatrisch zu unterscheidende Befunde zu umfassen hat, zum Beispiel eine von depressiven
Verstimmungszu
ständen
klar unterscheidbare andauernde Depression im fachmedizinischen Sinne oder einen damit vergleichbaren psychischen Leidenszustand. Solche von der sozio
kul
tu
rellen Belastungssituation zu unterscheidende und in diesem Sinne ver
selb
ständigte psychische Störungen mit Auswirkungen auf die Arbeits- und Erwerbs
fähigkeit sind unabdingbar, damit überhaupt von Invali
dität gesprochen werden kann. Wo die begutachtende Person dagegen im We
sentlichen nur Befunde erhebt, welche in den psychosozialen und soziokultu
rellen Umständen ihre hinreichende Erklärung finden, gleichsam in ihnen auf
gehen, ist kein invalidisierender psychischer Gesundheitsschaden gegeben (BGE 127 V 294 E.
5a; Urteil des Bundesgerichts 8C_730/2008 vom 23. März 2009 E. 2).
Wenn und soweit psychosoziale und soziokulturelle Faktoren zu einer eigentli
chen Beeinträchtigung der psychischen Integrität führen, indem sie einen ver
selbständigten Gesundheitsschaden aufrechterhalten oder den Wirkungsgrad seiner – unabhängig von den invaliditätsfremden Elementen bestehenden – Folgen verschlimmern, können sie sich mittelbar invaliditätsbegründend aus
wirken (Urteil des Bundesgerichts 9C_537/2011 vom 2
8.
Juni 2012 E. 3.2 mit Hinweisen).
1.3
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertels
rente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
Bei Versicherten, die nur zum Teil erwerbstätig sind oder die unentgeltlich im Betrieb des Ehegatten oder der Ehegattin mitarbeiten, wird für diesen Teil die Invalidität nach
Art.
16 ATSG festgelegt. Waren sie daneben auch im Aufga
benbereich tätig, so wird die Invalidität für diese Tätigkeit nach
Art.
28a
Abs.
2 IVG festgelegt. In diesem Fall sind der Anteil der Erwerbstätigkeit oder der unent
geltlichen Mitarbeit im Betrieb des Ehegatten oder der Ehegattin und der Anteil der Tätigkeit im Aufgabenbereich festzulegen und der Invaliditätsgrad
entsprechend der Behinderung in beiden Bereichen zu bemessen (
Art.
28a
Abs.
3 IVG; gemischte Methode der Invaliditätsbemessung).
Nach der Gerichts- und Verwaltungspraxis wird zunächst der Anteil der Erwerbs
tätigkeit und derjenige der Tätigkeit im Aufgabenbereich (so unter anderem im Haushalt) ermittelt; die Frage, in welchem Ausmass die versicherte Person ohne gesundheitliche Beeinträchtigung erwerbstätig wäre, beurteilt sich mit Rücksicht auf die gesamten Umstände, so die persönlichen, familiären, sozialen und erwerblichen Verhältnisse. Im Rahmen der gemischten Methode bestimmt sich die Invalidität dadurch, dass im Erwerbsbereich ein Einkommens- und im Aufgabenbereich ein Betätigungsvergleich vorgenommen wird, wobei sich die Gesamtinvalidität aus der Addierung der in beiden Bereichen ermittel
ten und gewichteten
Teilinvaliditäten
ergibt (BGE 130 V 393 E. 3.3 mit Hin
weisen; vgl. BGE 134 V 9).
1.4
Das Sozialversicherungsgericht hat den Sachverhalt von Amtes wegen festzustel
len und alle Beweismittel objektiv zu prüfen, unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden, ob sie eine zuverlässige Beur
teilung des strittigen Leistungsanspruches gestatten. Insbesondere darf es beim Vorliegen einander widersprechender medizinischer Be
richte den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweisma
terial zu würdigen und die Gründe anzu
geben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt (ZAK 1986 S. 188 E. 2a). Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Gutachtens ist im Lichte dieser Grundsätze ent
scheidend, ob es für die Beant
wortung der gestellten Fragen umfassend ist, auf den erforderlichen allseitigen Untersuchun
gen beruht, die geklagten Beschwerden berücksichtigt und sich mit diesen sowie dem Verhalten der untersuchten Person auseinander setzt - was vor allem bei psychischen Fehlent
wicklungen nö
tig ist -, in Kenntnis der und gegebenenfalls in Auseinander
setzung mit den
Vorakten
abgegeben worden ist, ob es in der Darlegung der medizinischen Zustände und Zusammenhänge ein
leuchtet, ob die Schlussfolgerungen der medizinischen Exper
ten in einer Weise begründet sind, dass die rechtsanwendende Person sie prüfend nachvollziehen kann, ob der Experte oder die Expertin nicht auszu
räumende Unsicherheiten und Unklarheiten, welche die Be
antwortung der Fragen erschweren oder ver
unmöglichen, gegebe
nenfalls deutlich macht (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c; U. Meyer-Blaser, Die Rechtspflege in der Sozialversi
cherung, BJM 1989, S. 30 f.; derselbe in H.
Fredenhagen
, Das ärztliche Gutach
ten,
3.
Aufl. 1994, S. 24 f.).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin ging in der angefochtenen Verfügung (
Urk.
2) gestützt auf
ihre
Abklärungen davon aus, dass kein IV-relevanter Gesundheitsschaden ausgewiesen sei und verneinte einen Anspruch auf eine Invalidenrente (S. 1 f.).
2.2
Die Beschwerdeführerin bestritt beschwerdeweise (
Urk.
1) die von der
Beschwer
de
gegnerin
angenommene volle Arbeitsfähi
gkeit und machte geltend, dass sie an einer mittelschweren Depression leide, welche sie in ihrer
Leistung
fähigkeit
stark einschränke. Deshalb sei sie zu 100 % arbeitsunfähig. Weiter leide sie an bisher noch nicht beurteilten internistischen Beschwerden und
ihr
Allgemein
zustand
sei sehr schlecht (Urk. 5).
3.
3.1
Im Bericht der Klinik für Ohren-, Nasen-, Hals- und Gesichtschirurgie des
A._
vom 14. August 2012 (Urk. 15/69/10) wurde bei vorgängig diagnostizierter Struma
multinodosa
linksbetont ein Status nach totaler
Thyreoidektomie
am 31. Juli 2012, histologisch mehrere kolloidreiche, teilweise regressiv veränderte
Strumaknoten
mit einem maximalen Durchmesser von 4 Zentimeter im linken
Lappen
, ohne Malignität festge
halten
. Die Beschwer
de
führerin sei beschwerdefrei und beginne mit der
Schilddrüsensub
stitution
mit
Euthyrox
100 mg.
3.
2
Dr.
med.
B._
, Facharzt für Allgemeinmedizin FMH, stellte als Haus
arzt in seinem Bericht vom 16. August 2012 (Urk. 15/17/1-4) folgende Diagno
sen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit:
-
Mittelgradige depressive Episode mit
-
Status nach Suizidversuch
-
Status nach totaler
Th
y
reoidektomie
am 31.
Juli 2012
-
Uterus
myomatosus
mit Beschwerden
Seit mehreren Jahren bestehe d
ie Depressivität
mit nicht ausgeführtem
Suizid
ver
such
im Herbst 201
1.
Die Beschwerdeführerin zeige eine ausgeprägte Müdig
keit, Kraftlosigkeit, Morgentiefe und habe Konflikte mit
i
hrer Tochter. Sie wirke aktuell depressiv, weise aber keine Suizidalität auf. Die Prognose sei offen. Hinsichtlich der medizinisch begründeten Arbeitsunfähigkeit für die bis
herige Tätigkeit als kaufmännische Angestellte seien keine sicheren Angaben möglich. Die Belastbarkeit der Beschwerdeführerin sei vor allem von psychi
scher Seite deutlich eingeschränkt.
Eingliederungsmassnahmen seien nach erfolgter erfolgreicher psychiatrischer Rehabilitation möglich.
3.3
Im Bericht des
C._
vom
1. November
2012 (Urk. 15
/30
) wurden folgende Diagnosen
mit Auswirkung auf die Arbeitsfähig
keit genannt:
1.
Mittelgradige depressive Episode (ICD-10: F 32.1)
2.
Status nach nicht ausgeführtem Suizidversuch (ICD-10: X 81)
3.
Thyreose
-Operation links vorgesehen (Patientenangabe)
Ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit verbleibe die Störung durch Tabak (ICD
10: F 17.2).
Die 36-jährige Beschwerdeführerin könne sich nach intensiver ambu
lanter psychotherapeutischer und medizinischer Behandlung nur langsam wieder in das Alltagsleben eingliedern. Sie
sei
seit 5. Januar 2012 bis aktuell 100 % arbeitsunfähig, jedoch beschäftigungsfähig im Sinne von
Wiederein
gliede
rungsmassnahmen
.
3.4
Die
Z._
führte in der
Psychiatrische
n
Second
Opinion v
om 1
9.
Dezember 2012 (
Urk.
15/36
), welche sie im Auftrag der
Krankentag
geldversicherung
Visana
Services AG erstellte, als Diagnose eine
leichtgradige
depressive Episode (ICD-10: F 32.0) an
(
Urk.
15/36/11)
.
Die Beschwerdeführerin habe zuletzt als Angestellte in einer Einrichtung der Frauennothilfe gearbeitet und sei seit 5. Januar 2012 arbeitsunfähig geschrieben, per 30. April 2012 sei ihr gekündigt worden. Die
Beschwerde
führerin habe im Herb
st 2011 eine depressive Sym
p
tomatik mit Tagesmüdigkeit, Erschöpfungsgefühlen, depressiven Verstimmungen, einer Verminderung von Antrieb und Lebensenergie sowie Schlafstörungen
entwickelt. Die Beschwerden stü
nden in zeitlichem Zusammenhang mit Auseinandersetzungen an der Arbeitsstelle, die von der Beschwerdeführerin als Mobbing empfunden worden seien, sowie ei
n
er über Jahre hinweg belastenden familiären S
ituation als alleinerziehende M
utter
, dem Tod des Vaters im Jahre 2010 und der
Demenzer
krankung
der Mutter. Als zusätzlich belastende Faktoren seien in den vergange
nen zwei Jahren eine Schilddrüsenfunktionsstörung (Operation Sommer 2012) und ein Uterusmyom hinzu
gekommen
. Die Beschwerdeführerin befinde sich seit Monaten in ambulanter psychiatrischer und aktuell auch psychotherapeutischer Behandlung unter Einschluss einer antidepressiv wirkenden Medikation
(
Urk.
15/36/11 f.
)
.
Im derzeitigen psychopathologischen Befund stelle sich zusammenfassend das klinische Bild einer leichten depressiven Episode dar. Die Stimmung sei
situati
onsadäquat
regelrecht, streckenweise inadäquat heiter in Bezug zu den als schwer geschilderten psychischen Beschwerden. Die Schwingungsfähigkeit sei nicht beeinträchtigt, und die kognitiven Funktionen sowie die Konzentrations- und Auffassungsgabe in der Untersuchung ungestört.
Unter Berücksichtigung der ICD-10-Kriterien könne somit aktuell die Diagnose einer allenfalls leicht
gradigen depressiven Episode gestellt werden. Eine mittelschwere Depression
wie dies noch in den psychiatrischen Vorbefunden beschrieben worden sei - bestehe inzwischen nicht mehr. Diese Verbesserung sei vermutlich der kontinu
ierlichen ambulanten psychiatrischen und psychotherapeutischen Therapie zu verdanken. Hinweise für eine eigenständige Angst- oder Zwangserkrankung, eine hirnorganische Wesensänderung oder eine Erkrankung aus dem psychoti
schen Formenkreis fänden sich nicht. Die Entwicklung der Symptomatik stehe im engen Zusammenhang mit den zuvor beschriebenen belastenden Lebensum
ständen und Problemen am Arbeitsplatz.
Die Störungen seien in ihrer Intensität nicht mehr derart ausgeprägt, dass dadurch die Gestaltungsfähigkeit des Alltags wesentlich beeinträchtigt wäre. Es gelinge der Beschwerdeführerin durchaus
,
ihren Alltag - wenn auch mit einer gewissen Willensanstrengung - nach ihren Bedürfnissen zu gestalten. Das in der aktuellen Gestaltungsfähigkeit des Alltags und im heutigen psychopathologischen Befund erkennbare Leistungsvermögen sei für eine zügige Wiederaufnahme einer Arbeitstätigkeit ausreichend.
Die Beschwerdeführerin sei also vom Untersuchungstag (4. Dezember 2012) an aus psychiatrischer Sicht wieder in der Lage, zumindest Arbeiten mit den bisherigen Ansprüchen an die geistige und psychische Belastbarkeit, an die Umstellungs- und Anpassungsfähigkeit, also an eine mit der letzten Tätigkeit vergleichbare Arbeit mit einer 100%igen Arbeitsfähigkeit (auch bezogen auf ein 100%
Pen
sum) zu bewältigen. Die Wiederaufnah
me einer Arbeitstätigkeit sei auch aus thera
peutischer Sicht als unterstützend für den weiteren Heilungspro
zess anzu
sehen
(
Urk.
15/36/12 f.
)
.
Die dargelegten beruflichen und pri
vaten Probleme spielten als Ausl
öser und auch im
w
eiteren Heilungsverlauf eine Rolle, das depressive Krankheitsbild folge jedoch auch einer („endogenen“) Eigengesetzlichkeit. Es bestehe grund
sätzlich eine gute Prognose (bereits erfolgtes Ansprechen auf die Medikation, keine früheren depressiven Episoden, grundsätzlich gute Behandelbarkeit de
pressi
ver Störungen
,
Urk.
15/36/14 f.
).
3.5
Dr.
B._
berichtete am
13.
April
201
3
(Urk. 15/45)
von
eine
r
diffuse
n
Ver
schlechterung des Allgemeinzustandes der Beschwerdeführerin bei Exazerbation ihrer Depression,
einer
diffuse
n
Eisenmangelanämie mit persistierender Hypoto
nie und
präsynk
opalen
Ereignissen
. Die Be
schwerdeführerin sei deswegen vom 19. Februar bis 30. April 2013 zu 100 % arbeitsunfähig.
3.6
Der Bericht des
C._
vom 10. Dezember 2013 (Urk. 15/62
)
hält fest, dass sich der psychische Zustand seit 2012 verschlechtert habe und die Depression inzwischen schwerwiegender, mit erheblichen Konse
quenzen auf die Arbeitsfähigkeit sei
. Wegen der fortgeschrittenen
Ch
ronifi
zierung
und dem
ungenügenden Erfolg der bisherigen Therapien sei die Prog
nose als negativ zu beurteilen. Die Beschwerdeführerin sei wegen des schlechten Befindens seit Januar 2012 bis auf
Weiteres
zu 100 % arbeitsunfähig für sämtli
che Tätigkeiten in der freien Marktwirtschaft als auch für angepasste Tätigkei
ten.
3.
7
Dr.
B._
berichtete
am 11. Januar 2014 (Urk. 15/69), die
Beschwerdeführe
rin sei in leicht reduziertem Allgemeinzustand. Sie sei allseits orientiert, die Stimmung sei deutlich depressiv und gehemmt. Sie klage über diffuse Sinnlo
sigkeit, Schlafstörungen, Morgentiefe, Konzentrationsschwäche beziehungsweise Vergesslichkeit. Das Denken sei eingeengt auf ihr schweres Leben und auf ihre Krankheiten. Sie habe immer wieder Suizidideen, jedoch keine konkreten Pläne. Im Labor habe
sich
eine ausgeprägte Eisenmangelanämie und Mangel an Vita
min B12 und Vitamin D3
gezeigt.
Die Prognose sei ungünstig. Im aktuellen Zustand sei die Beschwerdeführerin weder arbeits- noch eingliederungsfähig.
4.
4.1
Das psychiatrische Gutachten der
Z._
vom 19. Dezember 2012 basiert auf einer umfassenden psychiatrischen Untersuchung und wurde in Kenntnis und in Auseinandersetzung mit den
Vorakten
(Anamnese) abgegeben. Die Gutachter haben detaillierte und nachvollziehbare Befunde und Diagnosen erhoben und sich mit den von der Beschwerdeführerin geklagten Beschwerden
sorgfältig
auseinandergesetzt. Zudem wurden die medizinischen Zusammen
hänge und die medizinische Situation einleuchtend dargelegt und die Schluss
folgerung nachvollziehbar begründet. Dem psychiatrischen Gutachten kommt demnach grundsätzlich volle Beweiskraft zu (vgl. E. 1.4).
Die Gutachter stellten eine Besserung des psychiatrischen Gesundheitszustandes fest, sodass im Begutachtungszeitpunkt (4. Dezember 2012) bloss noch eine
leichtgradige
depressive Episode vorlag (ICD-10: F. 32.0).
Dass
die
Z._
in der psychiatrischen Second Opinion vom 19. Dezember 2012
(vgl. E. 3.2) eine
entsprechende Besserung feststellte,
überzeugt
angesichts
des
üblichen
Krankheitsverlaufes
. Denn praxisgemäss gelten leichte bis höchstens mittelschwere psychische Störungen aus dem depressiven Formenkreis grund
sätzlich als therapeutisch
angehbar
(Urteil des Bundesgerichts 8C_759/2013 vom 4. März 2014 E. 3.6.1 mit Hinweisen), was sich im vorliegenden Fall auch in einer entsprechenden Besserung und Stabilisierung
mithilfe adäquater psy
chiatrischer und psychotherapeutischer Therapie mit antidepressiver Medikation
zeigte.
Entsprechend ist ab 4. Dezember 2012 von einer wiedererlangten 100%
igen
Arbeits
fähigkeit der Beschwerdeführerin
in ihrer angestammten Tätigkeit
aus
zugehen.
4.2
Die Kritik
des
C._
vom
6.
März 2013 (Urk.
15/38) am psychiatrischen Gutachten der
Z._
vom 1
9.
Dezember 2012 geht fehl: So gibt es keine Anhaltspunkte, dass die Aussa
gen der Beschwerdeführerin nicht korrekt wiedergegeben worden wären oder die Befundaufnahme nicht sorgfältig erfolgt wäre.
Im Weiteren vermag eine blosse Wiederholung der bereits früher attestierten Einschätzungen durch die behandelnden Ärzte (vgl. Urk. 15/
8/12 f.,
Urk.
15/17/9-11,
Urk.
15/30
) den Beweiswert eines medizinischen Gutachtens nicht in Frage zu stellen. Eine akute Suizidalität wird auch vom
C._
verneint. Überdies ist festzuhalten, dass die Schussverletzung in keinem der
Berichte, welche den Gutachtern
vorlagen
, darunter auch
nicht in den
jenigen des
C._
,
erwähnt
war
, weshalb davon auszugehen ist, dass
diesbezüglich keine
invalidenversicherungsrechtlich relevanten
Folgen bestehen.
4.3
Seit
der gutachterlich festgestellten Besserung des Gesundheitszustandes im Dezember 2012 (vgl. E. 4.1) ist keine Verschlechterung ausgewiesen.
So vermag das
C._
eine Verschlechterung nicht
darzutun
,
da dessen Ärzte seit Januar 2012
durchgehend eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit der Beschwerdeführerin attestierte
n
.
Auch deren Bericht vom 31. März 2014 (Urk. 6/5) ändert nichts daran, da keine Befunde genannt werden, welche auf eine Verschlechterung des Gesundheitszustandes hinweisen würden.
Schliesslich
ist festzuhalten, dass die Schilddrüsen-Operation am 31. Juli 2012 erfolgreich war (vgl. E. 3.1) und sich die Gebärmutter-Myome
gemäss den be
handelnden gynäkologischen Fachärzten
besserten (Urk. 15/69/8). Ein Eisen- und Vitaminmangel stellen von vornherein keine
invalidenversicherungsrecht
lich
relevanten Gesundheitsschäden dar.
4.4
Aufgrund der dargelegten medizinischen Sachlage liegt kein invalidisierender Gesundheitsschaden vor.
4.5
Da
die Beschwerdeführerin u
nbestrittenermassen seit dem 5. Janua
r 2012 zu
100 % arbeitsunfähig
war
(vgl. Urk. 15/8/12-13, Urk. 15/17/9-11 un
d
Urk. 15/36
) und sie
bereits ab dem 4. Dezember 2012 ihre volle Arbeitsfähigkeit wiederer
langt
hat (vgl. E. 4.1
)
,
erfüllt
sie
damit
im Weiteren auch
die Voraus
setzung von Art. 28 Abs. 1
lit
. b IVG
-
der einjährigen Wartezeit
-
nicht.
4.6
Die Beschwerdegegnerin hat demnach zu Recht einen Anspruch auf Leistungen der Invalidenversicherung verneint, weshalb die Beschwerde abzuweisen ist.
5
.
5
.1
Da es im vorliegenden Verfahren um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichts
kosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG) und auf
Fr.
8
00.-- anzusetzen und der unter
liegenden
Beschwerdeführerin aufzuerlegen, zufolge Gewährung der unentgelt
lichen Prozessführung (vgl. Urk. 16) jedoch einstweilen auf die Gerichtskasse zu nehmen.
5
.2
Rechtsanwältin
Sintzel
ist in Anbetracht der zu berücksichtigenden Akten und der zu behandelnden Rechtsfragen bei einem gerichtsüblichen Stundenansatz von Fr. 200.-- (bis 31. Dezember 2014) als unentgeltliche Rechtsvertreterin
(vgl.
Urk. 16) mit einer angemessenen Prozessentschädigung von Fr. 1‘200.-- (inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) aus der Gerichtskasse zu entschädi
gen.
5
.3
Die Beschwerdeführerin ist darauf hinzuweisen, dass sie zur Nachzahlung de
r Kosten für die unentgeltliche
Rechtspflege verpflichtet ist, sobald sie dazu in der Lage ist (§ 16 Abs. 4 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht,
GSVGer
).