# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 1808340a-2708-47cc-ab73-43fdf88cbf03
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2021
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1960
,
war
seit dem
1.
April 199
7
als Disponentin
Bus Service
bei
der
Y._
AG in einem
Pensum von 100
%
und
ab April 2019 in einem Pensum von 50
%
tätig (
Urk.
5/14
Ziff.
2.1,
Ziff.
2.7,
Ziff.
2.9-10, vgl.
Urk.
5/14/9 und
Urk.
5/11 S. 1 unten
)
.
Am 1
0.
Dezember 2019 meldete sie sich unter Hinweis auf eine
im
Juli 201
9
erlittene
Blutung im Kopf bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an (
Urk.
5/4
Ziff.
6.1).
Die Sozial
versicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, klärte die medizinische und er
werbliche Situation ab,
holte die Akten der Krankentaggeldversicherung (
Urk.
5/6) ein
und verneinte nach ergangenem Vorbescheid
(
Urk.
5/31
) mit Ver
fügung vom 2
9.
März 2021 einen Anspruch auf eine Invalidenrente (
Urk.
2
).
2.
Die Versicherte erhob am 1
1.
Mai 2021 Beschwerde gegen die Verfügung vom 2
9.
März 2021 (
Urk.
2
) und beantragte, diese sei aufzuheben und es sei ihr eine Rente zuzusprechen
. In formeller Hinsicht beantragte sie die
Anordnung
eines zweiten Schriftenwechsels
(
Urk.
1 S.
1
). Mit Beschwerdeantwort vom 2
4.
Juni 2021 beantragte die IV-Stelle die Abweisung der Beschwerde (
Urk.
4
)
. Mit Gerichtsverfügung vom 2
6.
Juni 2021 wurde
ein zweiter Schriftenwechsel an
geordnet (
Urk.
6), wobei die Beschwerdeführerin innert
angesetzter
Frist
keine Replik einreichte (
Urk.
8)
.
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den All
gemeinen Teil
des Sozialversicherungsrechts; ATSG
). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Fol
gen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbs
unfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG)
Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder her
stellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
Sowohl bei der erstmaligen Prüfung des Rentenanspruchs als auch bei der Rentenrevision und im Neuanmeldungsverfahren ist die Methode der Invaliditätsbemessung (Art. 28a IVG) zu bestimmen (BGE 144 I 28 E. 2.2, 117 V 198 E. 3b).
Die für die Methodenwahl (Einkommensvergleich, gemischte Methode, Betätigungsvergleich) entscheidende Statusfrage, nämlich ob eine versicherte Person als ganztägig oder zeitweilig erwerbstätig oder als nichterwerbstätig ein
zustufen ist, beurteilt sich danach, was die Person bei im Übrigen unveränderten Umständen täte, wenn keine gesundheitliche Beeinträchtigung bestünde. Ent
scheidend ist somit nicht, welches Ausmass der Erwerbstätigkeit der versicherten Person im Gesundheitsfall zugemutet werden könnte, sondern in welchem Pen
sum sie hypothetisch erwerbstätig wäre. Bei im Haushalt tätigen Versicherten im Besonderen (vgl. Art. 27
der Verordnung über die Invalidenversicherung;
IVV) sind die persönlichen, familiären, sozialen und erwerblichen Verhältnisse ebenso wie allfällige Erziehungs- und Betreuungsaufgaben gegenüber Kindern, das Alter, die beruflichen Fähigkeiten und die Ausbildung sowie die persönlichen Neigungen und Begabungen zu berücksichtigen. Massgebend sind die Verhält
nisse, wie sie sich bis zum Erlass der Verwaltungsverfügung entwickelt haben, wobei für die hypothetische Annahme einer im Gesundheitsfall ausgeübten (Teil-
)Erwerbstätigkeit der im Sozialversicherungsrecht übliche Beweisgrad der über
wiegenden Wahrscheinlichkeit erforderlich ist (BGE 144 I 28 E. 2.3, 141 V 15 E. 3.1, 137 V 334 E. 3.2, 125 V 146 E. 2c, 117 V 194 E. 3b).
Die Beantwortung der Statusfrage erfordert zwangsläufig eine hypothetische Beurteilung, die auch die hypothetischen Willensentscheidungen der versicherten Person zu berücksichtigen hat. Diese Entscheidungen sind als innere Tatsachen wesensmässig einer direkten Beweisführung nicht zugänglich und müssen in der Regel aus äusseren Indizien erschlossen werden (vgl. BGE 144 I 28 E. 2.4; Urteil des Bundesgerichts 8C_178/2021 vom 11.
Mai
2021 E. 3.2 mit Hinweisen).
1.
4
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schluss
folgerungen der Experten begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a mit Hinweis).
Berichten des Regionalen Ärztlichen Dienstes (RAD) nach Art. 49 Abs. 2 IVV kommt ebenfalls Beweiswert zu, sofern sie den von der Rechtsprechung um
schriebenen Anforderungen an ein ärztliches Gutachten genügen (BGE 137 V 210 E. 1.2.1). Selbst eine Aktenbeurteilung ohne eigene Untersuchung kann beweis
kräftig sein, sofern ein lückenloser Befund vorliegt und es im Wesentlichen nur um die fachärztliche Beurteilung eines an sich feststehenden medizinischen Sach
verhalts geht, mithin die direkte ärztliche Befassung mit der versicherten Person in den Hintergrund rückt. Dies gilt grundsätzlich auch in Bezug auf Berichte und Stellungnahmen der RAD (Urteile des Bundesgerichts 9C_335/2015 vom 1. September 2015 E. 3.1 und 9C_196/2014 vom 18. Juni 2014 E. 5.1.1 mit Hin
weisen). Nach der Rechtsprechung ist es dem Sozialversicherungsgericht nicht verwehrt, einzig oder im Wesentlichen gestützt auf die (versicherungsinterne) Beurteilung des RAD zu entscheiden. In solchen Fällen sind an die Beweis
würdigung jedoch strenge Anforderungen in dem Sinne zu stellen, dass bei auch nur geringen Zweifeln an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der ärztlichen Feststellungen ergänzende
Abklärungen vorzunehmen sind (BGE 142 V 58 E. 5.1
,
139 V 225 E. 5.2
,
135 V 465 E. 4.4 und E. 4.7).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete ihre Verfügung (
Urk.
2) damit, die Ab
klärungen hätten ergeben, dass die Beschwerdeführerin seit Mai 2020
,
wie bereits vor Eintritt der gesundheitlichen Beeinträchtigung geplant
gewesen sei,
in Früh
pension sei. Einen Aufgabenbereich wie Betreuung und Pflege von Angehörigen habe sie nicht. Die gesundheitliche Beeinträchtigung bestehe seit dem 2
8.
Juli 201
9.
Für eine der Gesundheit angepasste Tätigkeit sei sie seit Juli 2020 voll arbeitsfähig.
B
eim dur
chgeführten Einkommensvergleich resultiere
ein
Invaliditätsgrad von 30
%
, bei welchem kein Anspruch auf eine Invalidenrente bestehe (S. 1 f.).
Das
Lebensalter
habe vorliegend
keinen für den Rentenanspruch massgeblichen Einfluss auf das verbliebene Leistungsvermögen auf dem aus
geglichenen Arbeitsmarkt (
Urk.
4 S. 1 f.).
2.2
Dagegen machte die Beschwerdeführerin in ihrer Beschwerde (
Urk.
1) geltend, dass sie am 2
8.
Juli 2019 eine Hirnblutung erlitten habe. Sie sei aufgrund ihrer gesundheitlichen Beschwerden nicht in der Lage zu arbeiten, weder in der angestammten noch in einer angepassten Tätigkeit. Sie sei 61 Jahre alt und habe 29 Jahre bei der gleichen Arbeitgeberin als Disponentin und
Buschauffeuse
gearbeitet. Es sei ihr nicht möglich, in einer anderen Tätigkeit
Fr.
64'661.-- zu verdienen
und
100
%
zu arbeiten. In ihrem Alter und mit ihrer Ausbildung habe sie keine Chance auf eine neue Anstellung. Zudem sei ein leidensbedingter Abzug zu berücksichtigen (S. 1 f.
Ziff.
1-2).
2.3
Strittig und zu prüfen ist der Anspruch der Beschwerdeführerin auf eine Invalidenrente.
3.
3.
1
Dr.
med.
Z._
, Facharzt für Neurologie, stellte in seinem Bericht vom
6.
Juli 2020 (
Urk.
5/20/4-
6)
in der Hauptsache
folgende Diagnosen (S. 1 f.):
-
subpiale
Blutung entlang des
Sulcus
intraparietalis
links (Erstdiagnose [ED] 3
1.
Juli 2019, Erstmanifestation [EM] 2
8.
Juli 2019)
-
dringender Verdacht auf erstmaligen, wahrscheinlich akut-sympto
matischen, generalisierten epileptischen Frühanfall am
4.
August 2019
Dr.
Z._
führte aus, dass
er die Beschwerdeführerin neurologisch konsiliarisch am 2
9.
Juni 2020 untersucht habe (S. 1 Mitte). Sie habe
sich insgesamt
in
befriedigender Weise
von den initialen neurologischen Defiziten erholt
.
Residuelle
fokal-neurologische Ausfälle seien nicht objektivierbar
.
T
rotz einer basierend auf den erhobenen objektiven Parametern vollständigen Erholung ohne erwähnenswerte und sich funktionell offensichtlich defizitär auswirkende soma
tische oder neurokognitive
Einbussen
mache
die Beschwerdeführerin ein
residuelles
Beschwerdebild mit noch spürbarer Müdigkeit/A
dynamie,
erhöhter neurokognitiver, psychoaffektiver und somatischer Ermüdbarkeit und verminderte
r
Belastungsfähigkeit geltend, welche
s
zumindest zum Teil auf über
lagerte
n
funktionell-somatoforme
n
/psychologische
n
Faktoren (reaktive ängst
lich-depressive Phase nach einem schwerwiegenden, einschneidenden Lebens
ereignis
)
beruhen dürfte
(S. 2 unten f.)
. Hinweis
e
für epileptische Abläufe fokaler oder generalisierter Art ohne antikonvulsive Medikation hätten klinisch und apparativ nicht erkannt werden können (S. 3 oben).
Dr.
Z._
hielt fest
, dass sich die Beschwerdeführerin
hypothetisch
im Stande sehe,
den
ursprünglichen Beruf als
Busfahrerin und Disponentin bei der Y._ AG
im bestens angepassten Rhythmus und mit eingeschalteten Pausen höc
hs
tens währen
d
2 bis 2.5 Stunden
auszuführen. Die angegebene maximale Leistungsfähigkeit im Haushalt liege bei 50
%
. In einer theoretischen, best
möglich der bekannten Diagnose und dem aktuell geltend gemachten Leistungs- und Belastungsprofil angepassten beruflichen Tätigkeit könnte wahrscheinlich ein Leistungsgrad von um die 50
%
oder mehr erreicht werden. Sollte die effektive Leistung
s- und Belastungsfähigkeit unter 50
%
sein oder bleiben, müsste eine überlagerte, funktionell wirksame psycho-affektive Komponente angenommen werden. Diese müsste psychiatrisch beurteilt werden (S. 3 Mitte).
3.
2
Dr.
med.
A._
führte in seinem Bericht vom 2
4.
Juli 2020 (
Urk.
5/21/1-2
) aus, dass er die Ausführungen von
Dr.
Z._
zur Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin nur unterstützten könne. Er habe
sie
am 2
1.
Juli 2020 das letzte Mal gesehen. Sie habe in ihrem Beruf
bei der Y._ AG
neben der Funktion als Busfahrerin noch als Disponentin gearbeitet. Dabei habe sie mit
sieben
Bildschirmen gleichzeitig gearbeite
t
und den gesamten F
unk abgehört
.
Diese vielschichtige Forderung sei aktuell nicht möglich. Wie bereits
Dr.
Z._
erwähnt habe, sei eine 50%ige Leistungsreduktion weiterhin vorhanden. Die Wahrscheinlichkeit sei gross, dass die Beschwerdeführerin ihr 50
%-Pensum auch mit reduzierte
r
Leistungsfähigkeit nicht mehr
bewältige.
Daher sei aus haus
ärztlicher Sicht eine 50%ige Arbeitsfähigkeit mit 50%iger Leistungseinbusse
wahrscheinlich (S. 1).
3.
3
Dr.
med.
B._
, Facharzt für A
llgemeine Innere Medizin, RAD, nannte
in seiner Stellungnahme vom 2
0.
Oktober 2020 (
Urk.
5/30/3-4
)
als Diagnosen mit Aus
wirkung auf die Arbeitsfähigkeit ein
en
Status nach
subarachnoidaler
Blutung im
Sulcus
interparietalis
links und ein
en
Status nach einmaligem akut-sympto
matischem epileptischem Anfall
am
4.
August 201
9. Dr.
B._
führte aus, dass
bei der Beschwerdeführerin
als Busfahrerin in gut angepasstem Rhythmus (
kein vermehrter Stress
und kein grosses Multitasking) eine 50%ige Arbeitsfähigkeit gegeben sei. In der Disposition habe sie angeblich mehrere Bildschirme parallel beachten müssen, was nicht mehr gehe. Daher sei insgesamt
ab dem
6.
Juli 2020
die 50%ige Arbeitsfähigkeit in angestammter Tätigkeit gegeben. Für eine an
gepasste Tätigkeit (zu
m Beispiel nur Busfahren allein
in geregeltem Rhythmus, ohne Zeit-Stres
s
) und für jede administrative leichte Bürotätigkeit sei eine volle Arbeitsfähigkeit gegeben. Damit habe vom 2
8.
Juli 2019 bis
6.
Juli 2020 eine 100%ige Arbeits
un
fähigkeit in der angestammten Tätigkeit und ab dann eine 50%ige Arbeitsfähigkeit bestanden. In einer angepassten Tätigkeit
habe ebenfalls seit dem 2
8.
Juli 2020 [richtig: 2019] bis
6.
Juli 2020 eine 100%ige Arbeits
unfähigkeit bestanden und danach eine 100%ige Arbeitsfähigkeit.
Dr.
B._
hielt fest
, dass
sich die Beschwerdeführerin gut von der am 2
8.
Juli 2019 erlittenen Blutung im
Sulcus
interparietalis
links erholt habe. Bei der neuropsychologischen Testung vom 2
1.
April 2020 hätten kaum mehr Einschränkungen vorgelegen, so dass sie als fahrtauglich eingeschätzt worden sei.
Auch bei der neurologischen Kontrolle bei
Dr.
Z._
vom
6.
Juli 2020 sei eine 50%ige Arbeitsfähigkeit als möglich eingeschätzt worden. Die Einschätzung von
Dr.
A._
, wonach nur eine 50%ige Arbeitsfähigkeit mit dabei 50%iger Leistung gegeben sei, könne nicht nachvollzogen werden.
4.
4.1
Die Beschwerdegegnerin ging gestützt auf die Stellungnahme von RAD-Arzt
Dr.
B._
vom 2
0.
Oktober 2020
(vorstehend E. 3.3)
davon aus, dass die Beschwerdeführerin seit Juli 2020 in der angestammten Tätigkeit als Dispo
nentin Bus Service noch zu 50
%
und
in einer behinderungsangepassten Tätigkeit zu 100
%
arbeitsfähig sei (vorstehend E. 2.1).
4.2
Vorab festzuhalten ist, dass die Beschwerdegegnerin weder den med
izinischen Sachverhalt noch die
Statusfrage (vorstehend E. 1.
3
) hinreichend abgeklärt hat.
In medizinischer Hinsicht
gilt es
bezüglich der Beweiswertigkeit
(vorstehend E. 1.4)
der Stellungnahme von RAD-Arzt
Dr.
B._
zu
bemängeln, dass eine hin
reichende Auseinandersetzung mit der
fachärztlichen Einschätzung von
Dr.
Z._
vom
6.
Juli 2020 (vorstehend E. 3.1)
fehlt.
Dr.
Z._
befand
die Leistungsfähigkeit der
Beschwerdeführerin
selbst
in einer angepassten Tätigkeit bei
ungefähr
50
%
. Er schloss
in Anbetracht der von ihr geschilderten Ein
schränkungen
eine psychische Überlagerung mit Einfluss auf
ihre
Leistungs
fähigkeit nicht aus,
und verwies auf eine allenfalls erforderliche psychiatrische Abklärung.
Die ohne weitere Abklärungen getroffene Einschätzung des All
gemeinmediziners
Dr.
B._
, wonach die Beschwerdeführerin in einer angepassten Tätigkeit zu 100
%
arbeitsfähig sei,
lässt sich anhand der Akten nicht nachvollziehen, weshalb Zweifel an seiner Beurteilung bestehen. Hinsichtlich de
r
Ausführungen von
Dr.
Z._
gilt es jedoch zu beachten,
dass er sich bei seiner Einschätzung der Arbeitsfähigkeit
,
zumindest was die angestammte Tätigkeit und die Einschränkungen der Beschwerdeführerin im Haushalt anbelangt,
auf
ihre
subjektiven Angaben stützte, weshalb sein Bericht keine objektive Grundlage zur Beurteilung des effektiven Leistungsvermögens
bilden kann
. Der behandelnde Hausarzt
Dr.
A._
pflichtete
in seinem Bericht vom
2
4.
Juli 2020 (vor
stehend E. 3.
2
)
den Ausführungen von
Dr.
Z._
bei
, wobei
Dr.
A._
selber
bei einem 50
%-Pensum noch eine 50%ige Leistungseinbusse für wahrscheinlich erachtete. Letzteres ist jedoch vor dem Hintergrund seiner
auf
tragsrechtliche
n
Vertrauensstellung
mit einer gewissen Zurückhaltung zu würdigen (vgl. BGE 125 V 351 E. 3b/cc).
Damit lässt sich
der Gesundheitszustand de
r Beschwerdeführerin
und dessen Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit
weder gestützt auf die Stellungnahme des RAD-Arztes noch gestützt auf
die Berichte der behandelnden Ärzte zuverlässig beurteilen.
4.3
Was die Statusfrage anbelangt, ist die Beschwerdegegnerin darauf hinzuweisen, dass die
Beschwerdeführerin
aufgrund der vorliegenden Akten
im Gesundheitsfall nicht als zu 100
%
Erw
erbstätige zu qualifizieren ist, zumal sie bei Eintritt des Gesundheitsschaden
s
am 2
8.
Juli 2019 lediglich in einem Pensum von 50
%
bei der
Y._
AG angestellt war (vgl.
Urk.
5/6/7
Ziff.
3
).
Dies bestätigt
e
sich auch anlässlich des Standortgespräches vom 1
4.
April 2020, wo die Beschwerdeführerin ausführte, dass sie aufgrund
der Betreuung ihrer dementen Mutter
für die Zeit von April 2019 bis April 2020 einen befristeten Arbeitsvertrag im Pensum von 50
%
erhalten habe und per
1.
Mai 2020 die Frühpensionierung geplant sei
(
Urk.
5/11 S. 1 unten
).
Damit wäre ein Aufgabenbereich der Beschwerdeführerin grundsätzlich gegeben. Im Feststellungsblatt vom 1
6.
Februar 2021 wird sodann auf einen «AD-Bericht vom 1
1.
Februar 2021» ver
wiesen, der sich jedoch nicht in den Akten befindet. Demnach sei die Beschwerdeführerin als zu 100
%
Erwerbstätige zu qualifizieren, da ein Auf
gabenbereich nicht bestehe
,
da
die Betreuung der dementen Mutter von externer Seite bewerkstelligt werde. Die Beschwerdeführerin sei auch im Haushalt
nicht
eingeschränkt (
Urk.
5/30/5). Dieser Verweis steht jedoch im Widerspruch dazu, dass die Beschwerdeführerin
,
um ihre demente Mutter betreuen zu können
,
das Pensum per April 2019 auf 50
%
reduziert hat.
Möglicherweise steht auch die Frühpensionierung im Zusammenhang mit dieser Betreuungsaufgabe
(vgl. dazu
Urk. 5/11/
1
und
Urk. 5/30/3)
.
Dass die Mutter infolge der dann im Juli 2019 bei
der Beschwerdeführerin
aufgetretenen Hirnblutung fremdbetreut wurde,
ist wohl darauf zurückzuführen
, dass sie aufgrund ihrer Krankheit nicht in der Lage war, die Mutter selbst zu betreuen,
wobei diese Frage abschliessend
gestützt auf eine zureichende Abklärung zu beantworten sein wird.
Zudem äusserte die Beschwerdeführerin gegenüber
Dr.
Z._
, dass sie im Haushalt maximal zu 50
%
leistungsfähig sei (vorstehend E. 3.1).
4.
4
Das Gericht kann die Angelegenheit zu neuer Entscheidung an die Vorinstanz zurückweisen,
besonders
wenn mit dem angefochtenen Entscheid nicht auf die Sache eingetreten oder der Sachverhalt ungenügend festgestellt wurde (§ 26 Abs. 1 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht,
GSVGer
). Gemäss stän
diger Rechtsprechung ist in der Regel von der Rückweisung – da diese das Ver
fahren verlängert und verteuert – abzusehen, wenn die Rechtsmittelinstanz den Prozess ohne wesentliche Weiterungen erledigen kann. In erster Linie kommt eine Rückweisung in Frage, wenn der Versicherungsträger auf ein Begehren überhaupt nicht eingetreten ist oder es ohne materielle Prüfung abgelehnt hat, wenn schwierige Ermessensentscheide zu treffen sind, oder wenn der
ent
scheid
relevante
Sachverhalt ungenügend abgeklärt ist (vgl. Urteil des Bundesgerichts U 209/02 vom 10. September 2003 E. 5.2).
4.5
Aufgrund des Gesagten erweist sich der medizinische Sachverhalt als ungenügend abgeklärt. Es fehlt vorliegend an verlässlichen medizinischen Grundlagen zur Beurt
eilung der Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin. Zur Beurteilung
ihr
er
invalidenversicherungsrechtlichen Ansprüche bedarf es daher
umfassender
medizinischer Grundla
gen, welche sich zu den offenen
Fragen äussern und den rechtsprechungsgemässen Anforderungen genügen.
Auch hinsichtlich ihrer Qualifikation gilt es abzuklären, in welchem Umfang sie im Gesundheitsfall einer Erwerbstä
tigkeit nachgehen würde, wobei allenfalls der
Betreuungsaufwand für die
demente Mutter und damit ein Aufgabenbereich
zu berücksichtigen ist.
Die angefochtene Verfügung (Urk. 2) ist folglich aufzuheben und die Sache zur Vornahme weiterer Abklärungen im Sinne der Erwägungen und zu erneutem Ent
scheid über den Anspruch der Beschwerdeführerin auf Leistungen der Invaliden
versicherung an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.
5.
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrens
aufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG) und auf Fr.
6
00.-- anzusetzen. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind sie der unterliegenden Beschwerdegegnerin aufzuerlegen.