# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 4f009ef4-9910-4fc0-a45d-cfb6a3f11ef4
**Court:** CH_BSTG
**Chamber:** CH_BSTG_001
**Year:** 2013
**Language:** de
**Jurisdiction:** CH / Federation
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** 

## Facts

Die Beschwerdekammer hält fest, dass:
- mit Strafbefehl der Bundesanwaltschaft (nachfolgend "BA") vom 3. Ap-
ril 2012 A. der mehrfachen qualifizierten ungetreuen Geschäftsbesorgung
im Sinne von Art. 158 Ziff. 1 Abs. 1 und 3 StGB schuldig erklärt wurde;
- A., vertreten durch Rechtsanwältin B. (nachfolgend "RA B."), dagegen Ein-
sprache erhob;
- die Strafkammer des Bundesstrafgerichts (nachfolgend „Strafkammer“) mit
Verfügung vom 27. Februar 2013 auf die Einsprache nicht eintrat;
- die Beschwerdekammer die dagegen erhobene Beschwerde von A. gut-
hiess, die Verfügung vom 27. Februar 2013 aufhob und die Angelegenheit
zwecks Durchführung des Hauptverfahrens an die Strafkammer zurückwies
(Verfahrensakten, 75 100 001);
- A. ein Gesuch um Anordnung einer notwendigen und amtlichen Verteidi-
gung stellte; die Strafkammer ihn in diesem Zusammenhang am
27. August 2013 aufforderte, allfällige Änderungen der finanziellen und fa-
miliären Verhältnisse mitzuteilen und diesbezügliche Belege einzureichen
(Verfahrensakten, 75 300 001);
- RA B. im Verfahren vor der Strafkammer ein Zustelldomizil in der Schweiz
bezeichnet hat (act. 1);
- RA B. mit Schreiben vom 24. September 2013 innerhalb verlängerter Frist
mitteilte, dass sich an den finanziellen und familiären Verhältnisse nichts
geändert habe und diesbezügliche Belege einreichte; RA B. zudem mitteil-
te, dass sie vom 30. September 2013 bis 30. November 2013 ferienabwe-
send sei, und die Strafkammer ersuchte, in diesem Zeitraum keine Zustel-
lungen vorzunehmen und keine fristauslösenden Verfügungen zu erlassen
(Verfahrensakten, 75 201 004);
- die Strafkammer mit Schreiben vom 27. September 2013 RA B. mitteilte,
dass ihrem obgenannten Ersuchen nicht entsprochen werde; die Zustellung
des Schreibens vom 27. September 2013 (vorab per Telefax) an das von
RA B. bezeichnete Zustelldomizil erfolgte; die Strafkammer vergeblich ver-
suchte, RA B. das Schreiben vom 27. September 2013 direkt per Telefax
zukommen zu lassen (Verfahrensakten, 75 300 005 ff.);
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- die Strafkammer mit Verfügung vom 16. Oktober 2013 das Gesuch von A.
um (per 28. Oktober 2004 rückwirkende) Anordnung einer notwendigen
und einer amtlichen Verteidigung abwies (act. 3.1);
- A. dagegen mit Eingabe vom 27. November 2013 Beschwerde erhebt, und
Wiederherstellung der Frist beantragt (act. 1).

## Considerations

Die Beschwerdekammer zieht in Erwägung, dass:
- gegen Verfügungen, Beschlüsse und Verfahrenshandlungen der Straf-
kammer des Bundesstrafgerichts als erstinstanzliches Gericht des Bundes
bei der Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts Beschwerde nach
den Vorschriften von Art. 393 ff. StPO erhoben werden kann (Art. 393
Abs. 1 lit. b StPO i.V.m. Art. 35 Abs. 1 und Art. 37 Abs. 1 StBOG);
- die Beschwerde gegen schriftlich oder mündlich eröffnete Entscheide innert
zehn Tagen schriftlich und begründet einzureichen ist (Art. 396 Abs. 1
StPO);
- die Verfügung vom 16. Oktober 2013 RA B. am 18. Oktober 2013 an das
von ihr bezeichnete Zustelldomizil zugestellt wurde (Verfahrensakten,
75 950 013); RA B. nicht bestreitet, dass die Eingabe vom 27. Novem-
ber 2013 nicht innerhalb der 10-tägigen Beschwerdefrist erfolgte (act. 1);
- gemäss Art. 94 Abs. 1 StPO eine Partei, welche eine Frist versäumt hat
und der daraus ein erheblicher und unersetzlicher Rechtsverlust erwachsen
würde, die Wiederherstellung der Frist verlangen kann; die Partei dabei
glaubhaft zu machen hat, dass sie an der Säumnis kein Verschulden treffe;
das Gesuch bei der Behörde zu stellen ist, bei welcher die versäumte Ver-
fahrenshandlung hätte vorgenommen werden sollen (Art. 94 Abs. 2 StPO);
- RA B. geltend macht, sie habe aufgrund ihrer Ferienabwesenheit die Be-
schwerdefrist versäumt;
- eine Rechtsanwältin sich so zu organisieren hat, dass die Fristen im Falle
ihrer Verhinderung trotzdem gewahrt bleiben (BGE 119 II 86 E. 2 mit Ver-
weis auf BGE 99 II 352 E. 4);
- RA B. vorbringt, sie habe die Strafkammer mit Schreiben vom
24. September 2013 (Poststempel: 25. September 2013) auf ihre Abwe-
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senheit aufmerksam gemacht und sie sei vom 27. September 2013 bis
29. Oktober 2013 im Urlaub gewesen;
- dieses Verhalten - ein Schreiben zwei Tage vor einer einmonatigen Ur-
laubsabwesenheit per Post abzusenden und zu hoffen, dass ein Strafge-
richt die einmonatige Urlaubsabwesenheit der Rechtsanwältin berücksichti-
gen werde - als grob fahrlässig einzustufen ist;
- das Verschulden des Vertreters der Partei angerechnet wird (SCHMID, Pra-
xiskommentar, 2. Aufl., Art. 94 N 4);
- der Beschwerdeführer somit nicht glaubhaft machen kann, dass ihn kein
Verschulden im Sinne von Art. 94 Abs. 1 StPO treffe;
- nach dem Gesagten das Gesuch um Wiederherstellung abzuweisen und
auf die Beschwerde nicht einzutreten ist;
- bei diesem Ausgang des Verfahrens die Gerichtskosten dem Beschwerde-
führer aufzuerlegen sind (Art. 428 Abs. 1 StPO);
- die Gerichtsgebühr auf Fr. 1'000.-- festzusetzen ist (Art. 73 StBOG sowie
Art. 5 und Art. 8 Abs. 1 des Reglements des Bundesstrafgerichts vom
31. August 2010 über die Kosten, Gebühren und Entschädigungen in Bun-
desstrafverfahren, BStKR; SR 173.713.162).
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