# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** e07db978-79d2-5405-ae74-f471573e9122
**Court:** SO_VG
**Chamber:** SO_VG_001
**Year:** 2020
**Language:** de
**Jurisdiction:** SO / Espace_Mittelland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

In Sachen
A._,
(Aufenthalt unbekannt)
Beschwerdeführerin
gegen
KESB Region Solothurn
Beschwerdegegnerin
betreffend
Beistandschaft für B._
zieht das Verwaltungsgericht in
Erwägung
:
I.
1. Auf Antrag von B._ errichtete die Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde (KESB) Region Solothurn mit Entscheid vom 17. Dezember 2019 für sie per 17. Februar 2020 eine Vertretungsbeistandschaft mit Vermögensverwaltung und ordnete die Vertretung in administrativen und finanziellen Angelegenheiten an und erteilte der Beiständin die Aufgaben, stets für eine geeignete Wohnsituation bzw. Unterkunft besorgt zu sein und B._ bei allen in diesem Zusammenhang erforderlichen Handlungen zu vertreten wie auch für die Interessenwahrung von B._ betreffend die Liegenschaft Grundbuch [...] BE Nr. [...] besorgt zu sein. Als Beistandsperson wurde C._, Soziale Dienste Oberer Leberberg, Grenchen eingesetzt.
2. Auf eine dagegen erhobene Beschwerde von A._, welche angeblich namens von B._ erhoben worden war (ohne Vollmacht), trat das Verwaltungsgericht mit Urteil vom 24. Februar 2020 nicht ein, nachdem A._ keine Wohnadresse angegeben hatte und damit keine Korrespondenz mit ihr möglich war.
3. Auf Schreiben der Beiständin vom 5. März 2020, wonach die Konten von B._ leer seien und die Rechnungen nicht bezahlt werden könnten, hob die KESB am 9. März 2020 im Einverständnis mit B._ den Entscheid vom 17. Dezember 2019 auf, errichtete für B._ eine Vertretungsbeistandschaft mit Vermögensverwaltung und mit erweiterten Aufgaben und sperrte mit sofortiger Wirkung den Zugriff auf das Konto von B._ bei der [...] Bank. Einer allfälligen Beschwerde wurde die aufschiebende Wirkung entzogen.
Dieser Entscheid wurde eingeschrieben an B._ verschickt. Die Beiständin teilte der KESB mit E-Mail vom 28. April 2020 mit, dass sie an diesem Tag den Entscheid persönlich an die blinde B._ eröffnen könne.
4. Am 27. April 2020 ging bei der KESB eine Beschwerde von A._ ein, welche angab, diese im Namen von B._, deren Schwester und deren Neffen zu erheben. Diese wurde lediglich durch den Neffen mitunterzeichnet und es wurde angegeben, B._ und ihre Schwester würden ihre Einwilligungen nachreichen. Es wurde gefordert, die Beistandschaft aufzuheben und B._ einen Rechtsbeistand zur Seite zu stellen. Zudem müsse für den Verkauf der Eigentumswohnung nahe des Thunersees die Handlungsfähigkeit von B._ unverzüglich bestätigt werden. Die Beschwerde enthält keine Angaben zum Aufenthalt von A._ oder des mitunterzeichneten Neffen.
5. Die KESB überwies die Angelegenheit mit Schreiben vom 29. April 2020 an das Verwaltungsgericht und legte eine E-Mail-Nachricht der Beiständin vom selben Tag bei, wonach diese den Entscheid am Vortag an B._ eröffnet und ihr auch Kenntnis von der Beschwerde von A._ gegeben habe. B._ habe angegeben, sie wolle nicht, dass die Beistandschaft aufgehoben werde. Frau A._ bezahle ihre Rechnungen nicht und kümmere sich nicht um ihre Belange.
Die Beiständin gab weiter an, bei der Entscheideröffnung sei eine Nachbarin von B._ dazugekommen, die ein Schreiben vorgezeigt habe, in welchem sie von A._ aufgefordert werde, B._ eine Einsprache zur Unterschrift vorzulegen. Sie weigere sich jedoch, dies zu tun.
II.
1. Gemäss Art. 450 Abs. 1 des Schweizerischen Zivilgesetzbuchs (ZGB, SR 210) i.V.m. § 130 Abs. 1 des Einführungsgesetzes zu ZGB (EG ZGB, BGS 211.1) kann gegen Entscheide der KESB beim Verwaltungsgericht Beschwerde erhoben werden. Zur Beschwerde sind nach Art. 450 Abs. 2 ZGB befugt, die am Verfahren beteiligten Personen, die der betroffenen Person nahestehenden Personen sowie Personen, die ein rechtlich geschütztes Interesse an der Aufhebung oder Änderung des angefochtenen Entscheids haben. Die Beschwerdefrist beträgt dreissig Tage seit Mitteilung des Entscheids. Diese Frist gilt auch für beschwerdeberechtigte Personen, denen der Entscheid nicht mitgeteilt werden muss (Art. 450b Abs. 1 ZGB).
1.1 Vorliegend ist unklar, wann und wie A._ vom Entscheid Kenntnis erhalten hat, da ihr dieser nicht eröffnet werden musste. Ob die Beschwerdefrist gewahrt wäre, kann jedoch offengelassen werden.
1.2 Klar ist, dass die betroffene Person, B._, keine Beschwerde gegen den Entscheid erheben will. In welchem Verhältnis A._ zu ihr steht, ist unklar. Als Dritte muss sie ein rechtlich geschütztes Interesse an der Aufhebung oder Änderung des angefochtenen Entscheids haben, um zur Beschwerdeerhebung legitimiert zu sein.
Nachdem B._ insbesondere aufgrund ihrer Sehschwäche ihre Angelegenheiten nicht mehr selbst erledigen kann, sie entsprechend eine Beistandschaft wünscht, hohe Ausstände gegenüber dem Altersheim und den unterstützenden Diensten (Spitex, Entlastungsdienst Haushalt) bestehen, und die Konten von B._ trotz monatlichen Renteneingängen leer sind, sodass seitens der KESB eine Zweckentfremdung durch Drittpersonen vermutet wird, ist nicht ersichtlich, welches rechtlich geschützte Interesse A._ an der Beschwerdeerhebung haben könnte. Auf die Beschwerde ist daher nicht einzutreten.
1.3 Da A._ keine Korrespondenzadresse angegeben hat, ist entsprechend der Vorschrift von Art. 141 der Schweizerischen Zivilprozessordnung (ZPO, SR 272) die Zustellung durch Publikation im kantonalen Amtsblatt vorzunehmen.
2. Für das Verfahren vor Verwaltungsgericht sind ausnahmsweise keine Kosten zu erheben.
Demnach wird
beschlossen
:
1.
Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten.
2.
Für das Verfahren vor Verwaltungsgericht werden keine Kosten erhoben.

## Considerations