# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 890166fd-7335-4e27-a593-94914b369f51
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2016
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
1.1
Der 1959 geborene
X._
ist Ingenieur und arbeitet
selbständiger
werbend
als Projektleiter unter der Einzelfirma
Y._
. Am 11. Juni 2013 (Eingangsdatum) meldete sich der Versicherte bei der
Sozialversicherungs
anstalt
des Kantons Zürich, IV-Stelle, zum Leistungsbezug an (Urk. 7/3). In der Folge tätigte die IV-Stelle erwerbliche und medizinische Abklärungen.
M
it Verfügung vom 9. Dezember 2013
verneinte die IV-Stelle
einen Rentenanspruch von
X._
(Urk. 7/2
3
).
Die dagegen am 27. Januar 2014 erhobene Beschwerde (Urk. 7/27/3-9) wurde mit Urteil IV.2014.00104 vom 26. Juni 2014 in dem Sinne gutgeheissen, dass die angefochtene Verfügung vom 9. Dezember 2013 aufgehoben und die Sache an die IV-Stelle zurückgewiesen wurde, damit diese - nach erfolgter Abklärung im Sinne der Erwägungen (Einholung eines psychiatrischen Gutachtens) - über den Rentenanspruch von
X._
neu verfüge (Urk. 7/32).
1.2
Im Nachgang zu die
sem Urteil aktualisierte die IV-S
telle die erwerbliche und medizinische Aktenlage und liess
X._
durch
Dr.
med.
Z._
, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie
FMH
, psychiatrisch begutachten (Gutachten vom 17.
Februar 2015, Urk. 7/44). Nach durch
geführtem
Vorbe
scheidverfahren
(
Urk. 7/48 und Urk. 7/54) verneinte die IV-Stelle mit Verfügung vom 10. Juni 2015
einen
Leistungs
anspruch
erneut (Urk. 2).
2.
Hiergegen erhob
X._
am 17.
August 2015 Beschwerde und bean
tragte, es sei ihm unter Aufhebung der Verfügung vom 10. Juni 2015 rückwir
kend für die Dauer vom 1. November 2013 bis 31. Januar 2015 eine befristete
Viertelsrente
zuzusprechen; unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der Beschwerdegegnerin (Urk. 1). Die Beschwerdegegnerin schloss mit Beschwerdeantwort vom 24. September 201
4 auf Abweisung der Beschwerde (
Urk. 6, unter Beilage ihrer Akten, Urk. 7/1-63), was dem Beschwerdeführer am 30. September 2015 mitgeteilt wurde (Urk. 8).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird - soweit erforderlich - im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allgemein Teil des Sozialversicherungsrechts,
ATSG).
Sie kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung,
IVG).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beein
trächtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verur
sachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommen
den ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesund
heitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
1.2.1
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie kör
perliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 8 ATSG bewirken. Nicht als Folgen eines psychischen
Ge
sundheitsschadens
und damit invalidenversicherungsrechtlich nicht als rele
vant gelten Einschränkungen der Erwerbsfähigkeit, welche die versicherte Per
son bei Aufbietung allen guten Willens, die verbleibende Leistungsfähigkeit zu verwerten, abwenden könnte; das Mass des
Forderbaren
wird dabei weitgehend objektiv be
stimmt. Festzustellen ist, ob und in welchem Umfang die Ausübung einer Er
werbstätigkeit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt mit der psychi
schen Beein
trächtigung vereinbar ist. Ein psychischer Gesundheitsschaden führt also nur so
weit zu einer Erwerbsunfähigkeit (Art. 7 ATSG), als angenommen werden kann, die Verwertung der Arbeitsfähigkeit (Art. 6 ATSG) sei der versi
cherten Person sozial-praktisch nicht mehr zumutbar (BGE 131 V 49 E. 1.2 mit Hinweisen).
1.2.2
Zur Annahme der Invalidität nach
Art.
8 ATSG ist – auch bei psychischen Erkran
kungen – in jedem Fall ein medizinisches Substrat unabdingbar, das (fach-)ärztlicherseits schlüssig festgestellt wird und nachgewiesenermassen die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit wesentlich beeinträchtigt. Je stärker psychosozi
ale und soziokulturelle Faktoren wie beispielsweise Sorge um die Familie oder Zukunftsängste (etwa ein drohender finanzieller Notstand) im Einzelfall in den Vordergrund treten und das Beschwerdebild mitbestimmen, desto ausgeprägter muss eine fachärztlich festgestellte psychische Störung von Krankheitswert vor
handen sein. Das bedeutet, dass das klinische Beschwerdebild nicht einzig in
Beeinträchtigungen, welche von den belastenden soziokulturellen Faktoren herrühren, bestehen darf, sondern davon psychiatrisch zu unterscheidende Befunde zu umfassen hat, zum Beispiel eine von depressiven
Verstimmungszu
ständen
klar unterscheidbare andauernde Depression im fachmedizinischen Sinne oder einen damit vergleichbaren psychischen Leidenszustand. Solche von der soziokulturellen Belastungssituation zu unterscheidende und in diesem Sinne verselbständigte psychische Störungen mit Auswirkungen auf die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit sind unabdingbar, damit überhaupt von Invali
dität gesprochen werden kann. Wo die begutachtende Person dagegen im Wesentlichen nur Befunde erhebt, welche in den psychosozialen und soziokul
turellen Umständen ihre hinreichende Erklärung finden, gleichsam in ihnen aufgehen, ist kein invalidisierender psychischer Gesundheitsschaden gegeben (BGE 127 V 294 E.
5a; Urteil des Bundesgerichts 8C_730/2008 vom 23. März 2009 E. 2).
Wenn und soweit psychosoziale und soziokulturelle Faktoren zu einer eigentli
chen Beeinträchtigung der psychischen Integrität führen, indem sie einen ver
selbständigten Gesundheitsschaden aufrechterhalten oder den Wirkungsgrad seiner – unabhängig von den invaliditätsfremden Elementen bestehenden – Folgen verschlimmern, können sie sich mittelbar invaliditätsbegründend aus
wirken (Urteil des Bundesgerichts 9C_537/2011 vom 2
8.
Juni 2012 E. 3.2 mit Hinweisen).
1.3
Mit
BGE 141 V 281
hat das Bundesgericht seine bisherige Rechtsprechung zur Invaliditätsbemessung bei Schmerzstörungen ohne erkennbare organische Ursa
che und vergleichbaren psychosomatischen Leiden (BGE 130 V 352 u
nd anschliessende Urteile) ange
passt und festgehalten, dass die
Invaliditäts
bemessung
stärker als bisher den Aspekt der funktionellen Auswirkungen zu berücksichtigen hat, was sich schon in den diagnostischen Anforderungen niederschlagen muss. Auf der Ebene der Arbeitsunfähigkeit bezweckte die durch BGE
130 V 352 begründete Rechtspre
chung die Sicherstellung eines gesetz
mässigen Versicherungsvollzuges mittels der Regel/Ausnahme-Vorgabe beziehungsweise (seit E. 7.3 von BGE 130 V 396 und BGE 131 V 49) der
Über
windbarkeitsvermutung
. Deren Rechtsnatur kann offen bleiben. Denn an dieser Rechtsprechung ist nicht festzuh
alten. Das bishe
rige Regel/Ausnahme-Modell wird durch ein st
rukturiertes Beweisverfahren er
setzt. An der Rechtsprechung zu Art. 7 Abs. 2 ATSG – ausschliessliche Berücksichtigung der Folgen der gesund
heitlichen Beeinträchtigung und objektivierte Zumutbarkeitsprüfung bei materi
eller Beweisl
ast der rentenansprechenden Per
son (Art. 7 Abs. 2 ATSG) – ändert sich dadurch
nichts. An die Stelle des bishe
rigen Kriterienkatalogs (bei anhal
tender somatoformer Schmerzstörung und vergleichbaren psychosomatischen
Leiden) trete
n im Regelfall beachtliche Stan
dardindikatoren. Diese lassen sich in die Ka
tegorien Schweregrad und Konsis
tenz der funktionellen Auswirkungen einteilen. Auf den Begriff des primären Krankheitsgewinnes und die
Präpon
deranz
der psychiatrischen Komorbidität ist zu verzichten. Der Prüfungsraster ist rechtlich
er Natur. Recht und Medizin wir
ken sowohl bei der Formulierung der Standardindikatoren wie auch bei deren – rechtlich gebotener – Anwendung im Einzel
fall zusammen. Im Grunde konkre
tisieren die in E. 4 und 5 formulier
ten Beweisthemen und Vorgehensweisen für die Invaliditätsbemessung bei psy
chosomatischen Leiden die gesetzgeberischen Anordnungen nach Art. 7 Abs. 2 ATSG. Die
Anerkennung eines rentenbegrün
denden Invaliditätsgrades ist nur zulässig, w
enn die funktionellen Auswirkun
gen der medizinisch festgestellten gesundheitlichen Anspruchsgrundlage im Einzelfall anhand der
Standardindi
katoren
schlüssig und widerspruchsfrei mit (zumindest) überwiegender Wahr
scheinlichkeit nachgewiesen sind. Fehlt e
s da
ran, hat die Folgen der
Beweislo
sigkeit
nach wi
e vor die materiell beweisbelas
tete versicherte Person zu tragen (E. 6).
Nach Aufgabe des Konzepts der Überwindbarkeitsvermutung, welche durch eine ergebnisoffene Beurteilung des funktionellen Leistungsvermögens als zentralem Beweisgegenstand abgelöst wird, scheint der Begriff des Kriteriums nicht mehr geeignet. Das Bundesgericht spricht fortan von Indikatoren, einem Begriff, der massgebliche Beweisthemen bezeichnet, anhand welcher ein bestimmter Sach
verhalt ermittelt wird (vgl. dazu auch Peter Henningsen, Probleme und offene Fragen in der Beurteilung der Erwerbsfähigkeit bei Probanden mit funktionellen Körperbeschwerdesyndromen, in: SZS 2014 S. 533 und 541 [Gutachten des Prof.
Dr.
Peter Henningsen, Klinik und Poliklinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie, Technische Universität München, vom Mai 2014 zu Fragen der Schweizer Praxis zur Invaliditätsfeststellung bei somatoformen und ver
wandten Störungen];
BGE 141 V 281
E. 4.1.1 und E. 4.1.2).
Die im Regelfall beachtlichen Standardindikatoren, welche nach gemeinsamen Eigenschaften systematisiert werden können, umschreibt das Bundesgericht i
n
BGE 141 V 281
wie folgt:
Kategorie „funktioneller Schweregrad" (E. 4.3)
Komplex „Gesundheitsschädigung" (E. 4.3.1)
Auspräg
ung der diagnoserelevanten Befunde (E. 4.3.1.1)
Behandlungs- und Eingliederungserfolg oder –
resistenz
(E. 4.3.1.2)
Komorbiditäten (E. 4.3.1.3)
Komplex „Persönlichkeit" (Persönlichkeitsdiagnostik, persönliche Res
sourcen; E. 4.3.2)
Komplex „Sozialer Kontext" (E. 4.3.3)
Kategorie „Konsistenz" (Gesichtspunkte des Verhaltens; E. 4.4)
gleichmässige Einschränkung des
Aktivitätenniveaus
in allen ver
gleich
baren Lebensbereichen (E. 4.4.1)
behandlungs- und eingliederungsanamnestisch ausgewiesener
Lei
dens
druck
(E. 4.4.2)
Die Antworten, welche die medizinischen Sachverständigen anhand der (im Ein
zelfall relevanten) Indikatoren geben, verschaffen den Rechtsanwendern In
dizien, wie sie erforderlich sind, um den Beweisnotstand im Zusammenhang mit der Beurteilung der Arbeitsunfähigkeit bei psychosomatischen Störungen zu überbrücken (E. 4.1.3).
1.4
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertels
rente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.5
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog.
Invalideneinkom
men
), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der
Einkom
mensvergleich
hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die b
eiden hypo
thetischen Erwerbsein
kommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des
Einkom
mensvergleichs
; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
1.6
Das Sozialversicherungsgericht hat den Sachverhalt von Amtes wegen festzustel
len und alle Beweismittel objektiv zu prüfen, unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden, ob sie eine zuverlässige Beur
teilung des strittigen Leistungsanspruches gestatten. Insbesondere darf es beim
Vorliegen einander widersprechender medizinischer Be
richte den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweisma
terial zu würdigen und die Gründe anzu
geben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt (ZAK 1986 S. 188 E. 2a). Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Gutachtens ist im Lichte dieser Grundsätze ent
scheidend, ob es für die Beant
wortung der gestellten Fragen umfassend ist, auf den erforderlichen allseitigen Untersuchun
gen beruht, die geklagten Beschwerden berücksichtigt und sich mit diesen sowie dem Verhalten der untersuchten Person auseinander setzt - was vor allem bei psychischen Fehlent
wicklungen nö
tig ist -, in Kenntnis der und gegebenenfalls in Auseinander
setzung mit den
Vorakten
abgegeben worden ist, ob es in der Darlegung der medizinischen Zustände und Zusammenhänge ein
leuchtet, ob die Schlussfolgerungen der medizinischen Exper
ten in einer Weise begründet sind, dass die rechtsanwendende Person sie prüfend nachvollziehen kann, ob der Experte oder die Expertin nicht auszu
räumende Unsicherheiten und Unklarheiten, welche die Be
antwortung der Fragen erschweren oder ver
unmöglichen, gegebe
nenfalls deutlich macht (BGE
134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c; U. Meyer-Blaser, Die Rechtspflege in der Sozialversi
cherung, BJM 1989, S. 30 f.; derselbe in H.
Fredenhagen
, Das ärztliche Gutach
ten,
3.
Aufl. 1994, S. 24 f.).
2.
2.1
Mit
Urteil IV.2014.00104 vom 26.
Juni 2014 (Urk. 7/32
) wurde
die Sache zur Vorn
ahme weiterer Abklärungen an die
Beschwerdegegnerin zurückgewiesen wurde,
da
der Gesundheitszustand des
Beschwerdeführer
s
sowie dessen Auswir
kungen auf die Arbeitsfähigkeit gestützt auf die damals vorhandene medizini
sche Aktenlage nicht rechtsgenügend ermittelt werden
konnten
.
2.2
Dr.
med.
A._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie FMH, welcher den Beschwerdeführer seit dem 17.
Juni 2013 regelmässig ambulant behandelt, nannte in seinem Bericht vom 31. Oktober 2014 (Urk. 7/39)
als Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine
Dysthymie
(ICD-10: F 34.1) mit phasenweise
r
Ausprägung einer „double
depression
“
und eine somatoforme autonome Funktionsstörung (ICD-10: F 45.3) mit vorwiegend gastrointestinalen Symptomen. Ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit ver
blieben folgende Diagnosen:
-
rezidiviere
nde depressive Störung, aktuell unter 20 mg/d
Cipralex
in
Remission (ICD-10: F 33.4)
-
Status nach
Helicobacter
-Gastritis (ICD-10: K 29), ED vor circa 2 Jahren,
mit Antibiose
-
Status nach Borreliose-Infektion (ICD-10: A 69), ED vor circa 12 Jahren,
ohne Antibiose
-
Status nach Ulcus
ventriculi
vor circa 18 Jahren
-
akzentuierte Pers
önlichkeit mit Typ-A-Verhalten (
ICD-10: Z 73.2)
-
Migräne (ICD-10: G 43)
-
Tinnitus (ICD-10: H 93.1)
Die Prognose der depressiven Episode sei günstig
, was auch durch den gegen
wär
tigen Behandlungsverlauf bestätigt werde. Die Prognose der
Dysth
y
mie
hingegen sei ungünstig, da Behandlungsoptionen, w
elche bei depressiven Epi
soden e
mpfohlen würden und wirksam seien, hierbei oft eine ungenügende Wirkung zeigten. Die
dysthyme
Symptomatik bestehe seit Jahren in leicht fluktuierender Ausprägung und lasse sich der in der SKID II-Testung vorgesehe
nen „depressiven“ Persönlichkeit zuordnen. Die Prognose der somatoformen autonomen Funktionsstörung sei der Prognose der
Dysthymie
in etwa gleich
zustellen. Psychotherapeutische Interventionen könnten hier das
Funktions
niveau
zwar verbessern, eine vollkommene Symptomfreiheit sei mit Rückblick auf den bisherigen Verlauf jedoch kaum zu erwarten.
Trotz der
dysthymen
und somatoformen Residualsymptomatik
habe der Beschwerdeführer seine
Arbeits
leistung bei 40-50 % halten können. Ob die nun anstehende Projektarbeit mit temporär deutlich höherem Pensum (60-
80
%)
erfolgreich
sein werde, sei Gegenstand der aktuellen Verlaufsbeurteilung. Insgesamt lasse sich festhalten, dass die Prognose für den Erhalt einer Teilzeit-Arbeitsfähigkeit auf dem ersten Arbeitsmarkt im Rahmen eines Pensums von 40-50 % weiterhin günstig sei.
2.3
Dr.
Z._
stellte in ihrem psychiatrischen Gutachten
vom 17. Februar 2015 (Urk. 7/44
) folgende Diagnosen
ohne Ausw
irkung auf die Arbeitsfähigkeit
:
-
Status nach depressiver Episode, gegenwärtig remittiert (ICD-10: F 32.4)
-
Psychosoziale Belastungssituation:
-
Probleme mit Bezug auf Berufstätigkeit (ICD-10: Z 56)
-
Probleme mit Bezug auf den engeren Familienkreis, einschliesslich
familiärer Umstände
-
Probleme in der Beziehung zum Ehepartner (ICD-10:
Z 63.0)
-
Andere belastende Umstände, die die Familie oder die
Haushaltführung in Mitleidenschaft ziehen: kranker oder
psychisch gestörter Familienangehöriger (ICD-10: Z 73.7)
-
Anhaltende
neurasthen
ische Restbeschwerden (ICD-10: F 48.0)
-
Somatoforme autonome Funktionsstörung, unterer
Gastrointestinaltrakt
(ICD-10: F 45.32)
Beim
Beschwerdeführer handle
es sich um einen verheirateten, schweizerischen Maschineningenieur ETH und Vater von vier (erwachsenen) Kindern, der in äusserlich geordneten,
unbelasteten Familienverhältnissen aufgewachsen sei
.
Er weise
eine absolut normvariante Entwicklungs-, Berufs- und
Beziehungsbiogra
phie
auf, ohne Anhaltspunkte für überdauernde Verhaltens-, Affekt- oder
Per
sönlichkeitsstörungen
.
Auch in sozialer Hinsicht weise
der
Beschwerdeführer
keinerlei Auffälligkeiten auf. Seine Beziehungsfähig
keit und Verbindlichkeit beweise
er in seiner bald dreissigjährigen Ehe und der Fürsorge für seine vier Kinder, wobei ihm insbesondere sein jüngster Sohn (Gymnasiast) aufgrund von schulischen Schwierigkeiten mit Leistun
gsknick, Depressivität, Internet-/G
amesucht und jugendpsychiatrischer Behandlungsbedürftigkeit 2013 grosse Sorgen bereitet habe. Etwaige wiederkehrende neurotische Konfliktmuster
seien
explizit, weder in der Beziehungsanamnese noch in der Berufsbiographie
,
fest
zustellen. Nach einigen Jahren Projekttätigkeit im Angestelltenverhältnis
habe sich der Beschwerdeführer
1995 mit einer eigenen Einzelfirma als
Projektent
wickler
im Maschinenbaubereich selbständig
gemacht, und führe
diese Firma bis heute mit beträchtlichem Erfolg weiter. Auch das Familien- und Eheleben
habe
er bis 2012 als harmonisch und beglückend
erlebt
.
In seiner Freizeit beschäftige er sich
, neben der Familie (und Ferien „en
famille
") gerne mit eige
nen Projekten wie Hausbau und -Renovation, Autoreparatur und -Pflege sowie in der Natur und mit Denksportarten. Mitte der 90er Jahren habe er an einer „Magenübersäuerung" gelitten, dies in Zusammenhang mit Stress und Unzu
friedenheit an seinem Arbeitsplatz, wobei ihm damals sein Hausarzt bei der Entscheidungsfindung (zu kündigen, was den Weg in die Selbständigkeit gebahnt habe) geholfen habe, indem er eine zweiwöchige Aus-Zeit mit Krank
schreibung verordnet habe. In diesem Zusammenhang
sei
retrospektiv aus psy
chiatrischer Sicht nicht auf ein etwaiges krankheitswertes psychisches Leiden zu schliessen. 2004
habe
der
Beschwerdeführer
eine (Zitat) „Zäsur"
erlebt
als er an einer (spät erkannten) Borreliose mit Gelenk- und Kopfschmerzen (
beziehungs
weise vorübergehender Re-
Exa
cerbation
von bekanntem Migräne-L
eiden), Müdigkeit u
nd Verdauungsstörungen erkrankt sei
-
aber im Alltag funktionsfä
hig
ge
blieb
en sei
. 2012
habe
sich
im Kontext einer multifaktoriell belas
tenden psychosozialen Situation
eine depressive Entwicklung an
gebahnt
:
der Beschwerdeführer beschreibe
einen Konflikt auf der Arbeitsebene
beziehungs
weise
ungerechte Kritik seitens eines Endkunden am Ende eines von ihm mit grossem Engagement und Einsatz ge
führten Projekts, weiter die zuvor genann
ten
Probleme mit seinem jüngsten Sohn, der für zwei Monate stationär
habe
behandelt
werden
müssen
,
auf eine jugendpsychiatrische Station
gekommen sei
und für den es dann Lösungen, mit
schliesslich
em
Schulwechsel, auszuhandeln
gegeben habe
, sowie nicht zuletzt auch Probleme in der Beziehung zur Ehefrau, die den habituellen Stil des Einzelgängertums und
die
Zurückgezogenheit des Versicherten offenbar recht unerwa
rtet erstmals heftig kritisiert habe
. 2014 habe man zwar eine Paartherapie in Anspruch genommen, was aber zu nichts geführt habe
beziehungsweise
einseitig auf Wunsch der Ehefrau abgebrochen w
orden sei. Gegenwärtig schliesse
der
Beschwerdeführer
eine mögliche Trennung nicht aus. In sein Eigenheim habe er vor kurzem auch seine älteste Tochter, nach Trennung von ihrem Partner, wieder aufgenommen, gegenwärtig würden noch drei der vier erwachsenen Kinder zu Hause wohnen.
Der Versicherte beschreibe
eine offenbar schleichende Entwicklung mit Schlaf-
und morgendlichen Antriebsstörungen, und bald psychosomatischen Aspekten mit Colon
irritabile
(mit Ausschluss eines somatischen Korrelats durch Koloskopie 2013) sowie Asthenie. Dass er an einer Depression leide, sei in der ersten Jahreshälfte 2012 anlässlich einer Studie am Institut für Psychologie der
B._
, woran er als freiwilliger Proband teilgenommen habe, erstmals diagnostiziert worden. Vom Versicherten
würden
heute anlässlich der Begutachtung keinerlei vorgehende, etwaige wiederkehrende depressive Verstimmungszustände geschil
dert. Für eine habituelle
Dysthymia
im Sinne einer charakterneurotischen Depression
lägen
heute keinerlei Anhaltspunkte vor
respektive
seien die ICD
10-
Kriterien nicht erfüllt.
Auch sein langjähriger Hausarzt
- mit
Fähigkeits
aus
weis
für psychosomatisc
he und psychosoziale Medizin - habe
noch in
seinem IV-Arztbericht vom 19. Juli
2013 keine etwaige
Dysthymie
, hingegen eine ein
malige depressive Episode ICD-10: F32.1
diagnostiziert
. Die depressive Episode
sei
nach Abschluss der halbjährigen Studienteilnahme im August 2012 (der Versicherte habe bis dann von den wöchentlichen Gesprächen mit der
Studien
psyc
hologin
profitiert) zunächst von
August 2012 bis Juni 2013 vom Hausarzt behandelt
worden
, mit Einsatz eines SSRI (bis heute fortgeführt), und mit At
tes
tierung vorübergehender 100%
iger Arbeitsunfähigkeit ab 15.
No
vember
2012 bis 10.
März
20
13, danach ab Juni 2013 Teilarbeitsfähigkeit, wobei die 40%ige Arbeitsunfä
higkeit
auch vom im Juni 2013 (auf Geheiss der
Tag
geld
versiche
rung
) die Behandlung übernehmenden Psychiater bestätigt
worden sei
. Der
Beschwerdeführer
habe die Zeit der 100%
igen Arbeits
unfähigkeit für die Um
setzung der von der Studienpsychologin empfohle
nen Aus-Zeit im Sinne der
von ihm
geliebten Tätigkeit als „
Hausrenovator
" in der Alpenhütte seiner Schwiegermutter
genommen und er berichte
von einem guten psychischen Befinden in dieser Zeit. Danach
habe er sich wieder seiner
Projektentwicklun
gs
arbeit
gewidmet
,
wobei
er,
nach zunächst 40-60%
igem Engagement, ab Oktober 2014 wied
er ein grosses Projekt (mit 80%
igem
Zeit
pensum
)
angenommen habe
. Im Oktober 2014
sei
vom behandelnden Psychiater zuha
nden der IV-Stelle die
Remission der depressiven Episode festgehalten
worden. Heute präsentiere
sich zur Begutachtung ein
euthymer
, absolut schwingungsfähiger Versicherte
r
, der im Alltag von Einschränkungen durch rasche psychophysische Erschöpfung
beziehungsweise
neurasthenische Be
schwer
den sowie durch die als mühsam empfundene tägliche Darmentleerung morgens
berichte
.
Es sei auch psycho
metrisch
das Vorliegen einer aktuellen depressiven Symptomatik zu verneinen. Diagnostisch
seien
nun einzig Störung
en aus dem somatoformen Bereich
beziehungsweise
Neurasthenie und Colon
irritabile
, wie schon früher vom behandelnden Psychiater beschrieben, festzustellen. Zu den diagnostischen ICD-10-Kriterien F
48.0 der Neurasthenie gehör
t
en ein anhaltendes und quälendes Erschöpfungsgefühl nach geringer geistiger Anstrengung, auch beim
Bewälti
gungsversuch
alltäglicher Aufgaben
,
die keine ungewöhnlichen geistigen Anstrengungen erfordern, sowie wechsel
nde Beschwerden im Sinne von unan
genehmen körperlichen Empfindungen, wie Schwindelgefühl, Spannungskopf
schmerz und allgemeiner Unsicherheit, Sorge über abnehmendes geistiges und körperliches Wohlbefinden, einer Störung des Schlafes etc. Diese Kriterien
seien beim Beschwerdeführer
erfüllt. Die somatoforme autonome
Funktionsstörungs
störung
des unteren
Gast
ro
intestinal
trakts
(ICD-10: F45.32) erscheine
gegen
wärtig nur noch recht milde vorhanden, nach einer autoanamnestischen Vor
geschichte von heftigen Beschwerden mit Bauchkrämpfen, Flatulenz und explosionsartiger Diarrhö, ohne somatisches Korrelat. Bei fehlender
psychischer Komorbidität, guten und
gesunden Persönlichkeitsressourcen, sozialen Kompe
tenzen und hinreichender Be
handlungsunterstützung erscheine
dem
Beschwer
deführer
die
Willensan
strengung
z
ur Überwindung der Darmprobleme
u
nd der neurasthenischen (Rest)-Beschwerden
zwecks
Erreichen
des
ursprünglichen Vollzeitpensums
absolut zumutbar. Es
seien
keine relevante
n psychischen Störungen feststell
bar, die die Ausübung der angestammten Tätigkeit als Pro
jektentwickler verunmöglichen könnten. Retrospektiv
sei
zwar die depressive Episode 2012-2014 in Zusammenhang mit psychosozialen Belastungsfaktoren
beziehungs
weise
reaktiv aufgetreten. Aufgrund der Länge und des - von den behandelnden Ärzten referierten - mittleren
Schweregrads verbiete
sich hier aber die Anwendung der diagnostischen Kategorie der depressiven
Anpas
sungsstörung
F
43.2
, sondern es sei
die diagnostische Kategorie F
32 zu benutzen. Im heute erhobenen Psychostatus
sei
keinerlei re
levante Psychopa
thologie objekt
ivierbar. Es
ständen die schli
esslich auf die subjektiven Angaben stützenden Beschwerden der neurasthenischen Erschöpfbarkeit, die Probleme mit der Darmentleerung und der subjekti
ve Eindruck der kognitiven Einbu
sse
n
(
Kon
zentrations
störung
, die in der Exploration aber nicht reproduzierbar
sei)
im Vordergrund. Auch eine relevante Affektpathologie
sei
nicht (mehr) zu eruieren.
Es
könne
damit heute anlässlich der gutachterlichen Exploration keinerlei aktu
elle relevante
beziehungsweise krankheitswerte Symptomatik
objektiviert wer
den, die eine anhaltend verminderte Arbeitsfähigkeit des Versicherten in der freien Wirtschaft begründen könnte.
Der Versicherte
sei
in seiner Fähigkeit zur Anpassung an Regeln und Routinen sowie zur Planung und Strukturierung von Aufgaben nicht eingeschränkt. Belastungsfähigkeit und Durchhaltevermögen
seien
durch keinerlei Psychopatholog
ie eingeschränkt, und auch i
m Erwerb fachlicher Kompetenzen
sei
der
Beschwerdeführer
nicht eingeschränkt.
Urteils- und Entscheidungsfä
higkeit
seien
intak
t. In seiner Selbstbehauptungsfä
higkeit
sei
er nicht eingeschränkt. In seiner Kontaktfähigkeit und Kontaktqualität zu Dritten
sei
er nicht beeinträch
tigt, seine Gruppen- beziehungsweise
Teamfä
hig
keit
sei
intakt: der
Beschwerdeführer
sei
hinreichend sozial kompetent. Die Fähigkeit zur Selbstpflege
sei
uneingeschränkt. Auch die Wegefähigkeit
sei
nicht beeinträchtigt.
Auch die beim Beschwerdeführer
vorliegenden somatoformen Störungen
beziehungsweise sogenannten „PÄ
USBONOG" (Neurasthenie ICD-10: F
48.0, und
somatoforme autonome Funktionsstörung des unteren
Gastrointestinal
trakts
ICD-10: F
45.32)
seien
hinsichtlich ihrer
arbeitsmedizinischen Rele
vanz/Ü
berwindbarkeit
anhand der
zu prüfenden
Förster'schen
Kriterien
nicht erfüllt. Weder liege
mit der (einmaligen) mittelgradigen depressiven Episode,
die nun seit Oktober 2014 stabil
remittiert
sei
, eine erh
ebliche psychische Komorbi
dität
noch lieg
e
eine chronische körperliche Begleiterkrankung (mit somati
schem Korrelat) vor. Ein sozialer Rückzug in allen Lebenslagen
sei
keineswegs ausgewiesen, der
Beschwerdeführer
sei
in
seinem habituellen Rahmen innerhalb seiner Famil
ie sowie im Umgang mit gemeinsamen Bekan
nten mit seiner Ehe
frau und Famil
ie, aktiv, auch mit seinen
üblichen Freunden am Stammtisch
einmal monatlich. Ein etwaiger Verlust der sozialen Integration
sei
nicht fest
stellbar. Auch
sei
angesichts der nicht tiefgehenden therapeutischen Bemühun
gen
betreffend
die Neurasthenie und das Colon
irritabile
(keinerlei
Psychoedu
kation
, keinerlei psychosomatische
Behandlungsstrategien oder
Entspannungs
richtlinien
, Körpertherapieansätze, nur zweimal monatliche psychiatrische Befindlichkeitsgespräche), nicht von einem „therapeutisch nicht mehr beein
flussbaren Verlauf einer an sich missglückten, psychisch aber entlastenden Konfliktbewältigung (primärer Krankheitsgewinn)
“ zu sprechen. Damit erscheine
dem
Beschwerdeführer
aus psychiatrischer Sicht die Überwindung des subjekti
ven Erschöpfungserlebens und der Darmbesc
hwerden hinsichtlich eines 100%
igen Wiedereinstiegs in den Arbeitsprozess absolut zumutbar, dies
gelte
auch schon
seit
Oktober 2014, zum Zeitpunkt der Remission der depressiven Episode.
Die Prognose sei aufgrund der guten Intelligenz, der guten
Reflektionsfähigkeit
, der Persönlichkeitsdifferenzierung, der Verbindlichkeit und des sozialen (Selbst-)Verantwortungsgefühls des Beschwerdeführers gut. Prognostisch negativ gelte die Tatsache, dass der Beschwerdeführer dazu tendiere, sich aufgrund seines psychosomatischen Erlebens als vermindert arbeitsfähig und vermindert belast
bar einzuschätzen. Der Beschwerdeführer sei seit dem 1. November 2014 zu 100 % in jeglicher Tätigkeit arbeitsfähig.
Die dep
ressive Episode 2012-2014 sei primär durch eine multiple psychosoziale Belastung
ssituation (als IV
fremder Asp
ekt) beziehungsweise aufgrund von Problemen i
m Priva
tleben mit der Ehe
frau (bis heute anhaltende Konflikthaftigkeit) sowie mit dem Sohn (schulisch, jugendpsychiatrisch, Klinikeinweisung) und bei der Arbeit (ungerechte Kritik eines Kunden an mit grossem Engagement durchgeführtem Projekt) ausgelöst
worden
. Die IV-Relevanz der durchgemachten depressiven Episode sei daher nicht ausgewiesen.
2.4
Dr.
A._
hielt in seiner im Rahmen des
Einwandverfahrens
eingereichten Stellungnahme vom 1
2.
Mai 2015 (Urk. 7/56) weiterhin an seinen im Bericht vom 31. Oktober 2014 zuhanden der Beschwerdegegnerin (vgl. E. 2.2) gestellten Diagnosen und deren Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit fest.
Die depressi
ven Symptome der rezidivierenden depress
iven Störung seien unter anhalte
nder
Pharmak
o
- und Psychotherapie zwar
regredient
, was ein erfreulicher
Therapie
erfolg
sei. Dies dürfe allerdings nicht darüber hinweg täuschen, dass bereits nach zweimaliger depressiver Episode die Rückfallwahrscheinlichkeit bei gänzli
chem Sistieren der Behandlung bei 70 % liege. In diesem Sinne sei der Beschwerdeführer nicht „geheilt“ im engeren Sinne, sondern unter Behandlung sei er symptomfrei.
Das
Gutachten
sei
fachlich in Teilen k
orrekt, in Teilen inkorrekt und in der Schlussbeurteilung tendenziös. Insbesondere aufgrund der fehlenden Fremdauskünfte (unter anderem bei ihm als Behandler) sei es lücken
haft un
d könne dadurch nicht
verwertet werden. Aktuell sei der Beschwerde
führer zu 50 % arbeitsfähig, wobei in seiner Tätigkeit auch zeitlich limitierte, höhere Einsätze mit bis zu 80 % erwartet werden könnten.
3.
3.1
Das psychiatrische Gutachten von
Dr.
Z._
vom 17. Februar 2015 (Urk. 7/44) basiert auf einer umfassenden psychiatrischen Untersuchung und wurde in Kenntnis und in Auseinandersetzung mit den
Vorakten
(Anamnese) abgegeben. Die Gutachterin hat detaillierte und nachvollziehbare Diagnosen erhoben und sich mit de
n
vom Beschwerdeführer geklagten Beschwerden ausei
nandergesetzt. Zudem hat sie die medizinischen Zusammenhänge und die medi
zinische
Situation einleuchtend dargelegt und ihre Schlussfolgerung nachvoll
ziehbar begründet. Dem psychiatrischen
Gutachten
kommt daher grundsätzlich volle Beweiskraft zu (vgl. E. 1.6).
3.2
Der Beschwerdeführer rügt, dass dieses
psychiatrische
Gutachten nicht verwert
bar sei, da
seine Partizipationsrechte - trotz Vorliegen
einer
anwaltlichen
Ver
tretung bei bekannter
Vollmacht - bei der Bestimmung der Gutachterin nicht gewahrt worden seien (Urk. 1 S. 3-4). Auch wenn die Beachtung der
Ver
fahrens
garantien
bei mono- und
bidisziplinären
Expertisen (im Gegensatz zur
zu
fallsbasierten
Zuweisung an eine Gutachterstelle) wichtig ist (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_557/2014 vom 18. November 2014) und der Einbezug des Rechtsvertreters durch die Beschwerdegegnerin angezeigt gewesen wäre, wurde der Mangel vorliegend geheilt. Denn der Beschwerdeführer hat sich - trotz anwaltlicher Vertretung - mit der psychiatrischen Begutachtung durch Wahr
nehmung des Termins einverstanden erklärt und auch Rechtsanwalt
lic
.
iur
. Silvan Meier Rhein hatte sowohl im Rahmen des Einwand- als auch im vor
liegenden Beschwer
d
everfahren genügend Gelegenheit, sich zum Gutachten zu äussern. Somit wurde das rechtliche Gehör gewahrt.
3.3
3.3
.1
Die psychiatrische Gutachterin stellte nachvollziehbar - und in
grundsätzlicher
Übereinstimmung mit dem behandelnden Psychiater
Dr.
A._
(vgl. E. 2.2)
-
fest, dass beim Beschwerdeführer seit 2012 eine depressive Störung vorlag, wel
che nun aber seit Oktober 2014 remittiert ist, weshalb seither eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit besteht.
Entgegen der Auffassung von
Dr.
A._
gibt es aber keine Anhaltspunkte dafür, eine remittierte depressive Störung in eine habituelle
Dysthmie
nach ICD-10: F 34.1 umzudeuten.
Wenn
Dr.
Z._
der depressiven Störung während des Zeitraumes 2012-2014 - mittelgradige Episode - dennoch die invalidisierende Wirkung absprach,
tat sie dies richtigerweise unter Hinweis auf die
verschiedenen psychosozialen Belastungsfaktoren, welche nach invalidenversicherungsrechtlichen Kriterien nicht in die Einschätzung der Arbeitsfähigkeit einbezogen werden dürfen (vgl. E. 1.2.2).
Die Gutachterin hält diesbezüglich ausdrücklich fest, dass die depressive Episode primär durch die multiple psychosoziale Belastungssituation
beziehungsweise aufgrund von Problemen im Privatleben mit der Ehefrau (bis heute anhaltende Konflikthaftigkeit) sowie mit dem Sohn (schulisch,
jugendpsy
chiatrisch
, Klinikeinweisung) und bei der Arbeit (ungerechte Kritik eines Kun
den an mit grossem Engagement durchgeführtem Projekt) ausgelöst
wurde. Diese IV-fremden Faktoren spielten demnach bei der Entstehung und Aufrecht
erhaltung des depressiven Beschwerdebildes eine massgebliche Rolle
.
Entspre
chend bejaht
Dr.
Z._
- entgegen dem vom Beschwerdeführer vorgebrach
ten Einwand (Urk. 1 S.
5-6
) - rechtsgenügend eine
Auslösung
der
remittierend
psychischen Erkrankung durch psychosoziale Belastungsfaktoren, weshalb es sich um keinen selbständige
n
invalidisierenden Gesundheitsschaden handelt.
3.3
.2
Die Gutachterin kam im Weiteren zum Schluss, dass
sowohl die beim Beschwer
deführer diagnostizierte neurasthenischen Restbeschwerden (ICD-10: F 48.0) als auch die somatoforme
autonome Funktionsstörung des unteren
Gastroin
testinaltrakt
es
(ICD-10: F 48.0) ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit verblei
b
en
. Diese Schlussfolgerung hält auch einer Prüfung anhand der mit BGE 141 V 281 neu eingeführten bundesgerichtlichen Rechtsprechung zur Invaliditätsbemessung bei Schmerzstörungen ohne erkennbare organische Ursa
che mittels St
andardindikatoren (vgl. E. 1.3
) stand.
Unter dem Aspekt „funktioneller Schweregrad“ ist in Betracht zu ziehen, dass die diagnose
relevanten Befunde und Symptome der neurasthenischen
Restbe
schwerden
sowie des Reizdarmes
nicht
(mehr)
besonders ausgeprägt erscheinen. Von einer Ausschöpfung de
r Behandlungsmöglichkeiten respektive
einer Behandlungsresistenz ist aufgrund der gutachterlichen Feststellungen nicht aus
zugehen.
So seien die therapeutischen Bemühungen nicht tiefgehend erfolgt (keinerlei Psychoedukation, keinerlei psychosomatische Behandlungsstrategien oder Entspannungsrichtlinien oder
Körpertherapie
ansätze
, nur zweimal monatli
che psychiatrische Befindlichkeitsgespräche). Was den Indikator „Komorbiditä
ten“ betrifft, wies d
ie
psychiatrische Gutachter
in
darauf hin, dass aufgrund der (einmaligen) mittelgradigen depressiven Episode (seit Oktober 2014 sogar remittiert) und ohne
Vorliegen einer
chronische
n körperlichen
Begleiter
krankung
mit somatischem Korrelat
keine erhebliche Komorbidität vorliege.
Es
ist
sodann
vielmehr so, dass das depressive Beschwerdebild durch
invaliditäts
fremde
Faktoren
aufgrund von Problemen im Privatleben mit der Ehefrau (bis heute anhaltende Konflikthaftigkeit) sowie mit dem Sohn (schulisch,
jugendpsy
chiatrisch
, Klinikeinweisung) und bei der Arbeit (ungerechte Kritik eines Kun
den an mit grossem Engagement durchgeführtem Projekt)
ausgelöst wurde.
Hinsichtlich des Komplexes „Sozialer Kontext“ ist einerse
its auf die laut psychi
atrischer
Gutachter
in
das Beschwerdebild
überwiegend wahrscheinlich
verursa
chenden
(invaliditätsfremden)
Kontext
faktoren
hinzuweisen (
Urk.
7/
44 S. 30
). Anderseits lässt der Lebenskontext de
s Beschwerdeführers
auf durchaus vor
handene Ressourcen (
stabile
Ehe
[wenn auch einige bestehende Konflikte]
, offenbar auch ein
gutes Verhältnis zu den Kindern
, soziale
und integrier
ende
Kontakten [beruflich und privat]
) schliessen. Zum
weiteren
Aspekt der Kon
sistenz ist
wiederum
zu erwähnen, dass die
„nicht tiefgehenden“
(vgl. Urk. 7/44
S. 27
)
aktenkundigen
Behandlungsbemühungen
nicht auf einen ausgeprägten Leidensdruck schliessen lassen.
Demnach sind auch unter Berücksichtigung der nunmehr im Regelfall beachtli
chen S
tandardindikatoren (vgl. E. 1.
3) erhebliche funktionelle Aus
wirkungen der
Neurasthenie und der autonomen Funktionsstörung
auf die Arbeitsfähigkeit nicht schlüssig und widerspruchsfrei mit überwiegender Wahrscheinlichkeit nachgewiesen. Aus rechtlicher Sicht
sind
daher
weder die
Neurasthenie
(subjek
tives Erschöpfungserleben)
noch
die
auton
ome
Funktions
störung
(
Darmbe
schwerden
)
als invalidisierend zu betrachten
, was im
übrigen
auch unbestritten geblieben ist.
3.4
Die Beschwerdegegnerin ist demnach zu Recht davon ausgegangen, dass ein invalidenversicherungsrechtlich relevanter Gesundheitsschaden nicht ausge
wiesen ist
. Dies führt zur Abweisung der Beschwerde.
4.
D
ie Gerichtskosten, die nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert zu bemessen sind (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG), sind auf Fr. 600.-- anzu
setzen. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind sie dem unterliegenden Beschwerdeführer aufzuerlegen.