# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 28d4cca4-4fd4-4abe-a862-a6824e62b67d
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2019
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1994, leidet an
cystische
r
Fibrose
(vgl. Arztbericht vom
8.
Juli 1994,
Urk.
9/4) und wurde durch seine Eltern unter Hinweis auf dieses Leiden am
3.
Mai 1994 (Eingangsdatum) bei der Sozial
versicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, zum Leistungsbezug (medi
zinische Massnahmen) angemeldet (
Urk.
9/1).
Die IV-Stelle qualifizierte das Lei
den als Geburtsge
bre
chen Ziffer 459 des Anhangs zur Verordnung über die Ge
burts
gebrechen (
GgV
) und gewährte dem Versicherten
Kostengutsprache für die notwendigen medizinischen Massnahmen zur Behandlung dieses Geburts
ge
brechens (vgl. Mitteilung vom
5.
August 1994,
Urk.
9/5)
.
Die IV-Stelle
gewährte
ausserdem
einen Pfle
ge
beitrag vom 8. April 1997 bis 3
1.
März 2004 für die Hilflosigkeit leichten Gra
des (
Urk.
9/20)
, welchen sie mit Verfügung vom
5.
April 2004
(als Anspruch auf
Hilf
losenentschädigung
für Minderjährige)
bis am 3
0.
März 2009 verlängerte (
Urk.
9/28).
Mit Verfügung vom
3.
Fe
bruar 2004 verlängerte die IV-Stelle ferner die Kostengutsprache für medizinische Mass
nahmen vom
1.
April 2004 bis 3
1.
März 2014 (
Urk.
9/25).
1.2
Vom 2
2.
August 2011 bis 2
1.
August 2014 absolvierte der Versicherte eine Lehr
aus
bildung zum Detailhandelsfachmann bei der
Z._
(
Urk.
9/80).
Am
6.
Mai 2015 (Eingangsdatum) meldete sich der Versicherte unter Hinweis auf die
cystische
Fibrose
bei der IV-Stelle zum Leistungsbezug
(berufliche Mass
nah
men)
an (
Urk.
9/81). Zur Klärung beruflicher Eingliederungsmassnahmen fand am 1
7.
Juni 2015 bei der IV-Stelle ein persönliches Gespräch statt (
Urk.
9/86).
Man
gels
einer ausgewiesenen
Arbeitsunfähigkeit
verneinte die I
V-Stelle mit Mit
tei
lung vom 17.
Ju
ni 2015 ein
en
Anspruch auf Arbeitsvermittlung
(
Urk.
9/85)
.
1.3
Infolge einer Verschlechterung des Gesundheitszustandes seit 2014 meldete sich der Versicherte am
1
8.
Mai 2016 (Eingangsdatum) erneut zum Bezug von Leis
tung
en der Invalidenversicherung an (
Urk.
9/91). Da der Versicherte trotz Hin
weis seitens der IV-Stelle, zur Glaubhaftmachung einer gesundheitlichen Veränderung
seien
entsprechende aktuelle Beweismittel bei
zu
bringen (Urk. 9/95), keine neuen Arztberichte zu den Akten legte, trat die IV-Stelle am
2
9.
September
2016 nicht auf das neue Leistungsbegehren ein (
Urk.
9/9
9
).
1.4
Am 3
0.
September 2016 (Eingangsdatum) meldete sich der Versicherte
abermals
unter Hinweis auf sein Geburtsgebrechen zum Leistungsbezug an (
Urk.
9/100). Von der IV-Stelle auf die Einreichung aktueller Beweismittel hingewiesen, liess der Versicherte
den Arztbericht des Universitätsspitals
A._
, Klinik für Pneumologie, vom 2
4.
Oktober 2016
(
Urk.
9/
107) sowie den Arztbericht der K
linik
B._
vom
8.
Dezember 2016 (
Urk.
9/110)
zu den Akten rei
chen.
Die IV-Stelle nahm Abklärungen in erwerblicher und medizinischer Hin
sicht vor, holte die Berichte der behandelnden Ärzte ein (
Urk.
9/120,
Urk.
9/122,
Urk.
9/147) und gewährte
dem Versicherten vom
2.
Februar bis
1.
Juli 2017 Beratung und Unterstützung bei der Stellensuche durch die Fachstelle
C._
(vgl. Mitteilung vom
7.
Februar 2017,
Urk.
9/115) sowie anschliessend für die Zeit vom
1
4.
August 2017 bis 13. Fe
bruar 2018 Kostengutsprache für ein Arbeitstraining bei der
D._
zu einem 50%-Pensum
(vgl. Mitteilung vom 2
0.
Juli 2017,
Urk.
9/123)
, inklusive Ausrichtung eines Taggeldes (vgl.
Verfügung vom 1
8.
August 2017 [
Urk.
9/128
], Verfügung vom 2
6.
Januar 2018 [
Urk.
9/130]
)
.
Fer
ner übernahm sie
bei der gleichen Einsatzstelle
die Kos
ten für einen Arbeitsver
such vom
2
3.
Mai
bis 2
2
.
Au
gust
2018
in einem 50%-Pensum
(vgl. Mitteilung vom
3
1.
Mai
2018 [Urk.
9/138
], Zielvereinbarung vom 3
1.
Mai 2018 [
Urk.
9/140]
)
und zahlte
während
dessen
ein
Taggeld
aus
(vgl. Ve
rfügung vom
8.
Juni 2018, Urk.
9/141)
.
Nach Eingang des
Schluss
bericht
s
zu
r Arbeitsmarktfähigkeit vom 29.
Au
gust 2018 (
Urk.
9/144) schloss die IV-Stelle die Arbeitsverm
ittlung ab,
beendete die Eingliederungs
beratung
(vgl. Mitteilung vom 1
1.
September 2018, Urk.
9/145)
und stellte die Taggelder per 2
2.
August 2018 ein (vgl. Verfügung vom
2.
November 2018,
Urk.
9/166)
.
Gestützt auf die abschlies
sende Stellung
nahme von
Dr.
E._
, Fach
arzt für Innere Medizin und Arzt des Regio
nalen Ärztlichen Dienstes (RAD)
,
vom
9.
Oktober 2018 (vgl. Festste
llungsblatt,
Urk.
9/150 S. 3f.)
sprach die IV-Stelle mit Verfügung vom 2
5.
Oktober 2018 - entspre
chend ihrem Vorbescheid vom 15.
Ok
tober 2018 (
Urk.
9/152) - d
em Ver
sicherten
rückwirkend
ab
August 2018 eine ganze Rente der In
validen
versicherun
g zu (Urk.
9/160 =
Urk.
2).
2.
Hiergegen erhob der Versicherte mit Eingabe vom 2
6.
November 2018
(
Urk.
1)
Be
schwer
de und beantragte, die angefochtene Verfügung vom 2
5.
Oktober 2018 sei teil
weise aufzuheben und die Beschwerdegegnerin sei zu verpflichten, ihm zur gan
zen unbefristeten Invalidenrente ab
1.
August 2018 zusätzlich vom
1.
Februar 2017 bis 3
1.
Juli 2018 eine halbe Invalidenrente zuzusprechen. In prozessualer Hinsicht
beantragte er, es sei ein zweiter Schriftenwechsel durchzuführen und ihm sei die unentgeltliche Prozessführung zu gewähren.
Die Beschwerdegegnerin schloss mit Beschwerdeantwort vom
2
1.
Januar 2019 (
Urk.
8) auf Abweisung der Beschwerde. Mit Verfügung vom
7.
Februar 2019 wurde dem
Beschwerdeführer die Beschwerdeantwort zur Kenntnisnahme zu
ge
stellt und gleichzeitig mitgeteilt, dass das Gesuch um unentgeltliche Prozess
füh
rung mangels hinreichender Substantiierung der Bedürftigkeit abgewiesen wer
de und ein zweiter Schriftenwechsel als nicht erforderlich erachtet w
erde
(Urk. 10). Mit Schreiben vom 1
4.
Februar 2019 (
Urk.
12) reichte der Beschwerdeführer einen weiteren Arztbericht des
A._
vom
5.
Dezember 2018 zu den Akten (
Urk.
13/1),
was der Beschwerdegegnerin mit Mitteilung vom 2
2.
Februar 2019 zur Kenntnis gebracht wurde (
Urk.
14).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Akten wird, soweit erfor
derlich, im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allge
meinen Teil des
Sozialversicherungsrechts [ATSG]
). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom
menden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG)
Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen
wieder herstellen
, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
Nach
Art.
29 IVG entsteht der Rentenanspruch frühestens nach Ablauf von sechs Monaten nach Geltendmachung des Leistungsanspruchs nach
Art.
29
Abs.
1 ATSG, jedoch frühestens im Monat, der auf die Vollendung des 1
8.
Altersjahres folgt (
Abs.
1). Der Anspruch entsteht nicht, solange die versicherte Person ein Taggeld nach
Art.
22 IVG beanspruchen kann (
Abs.
2). Die Rente wird vom Beginn des Monats an ausbezahlt, in dem der Rentenanspruch entsteht (
Abs.
3).
1.4
Die Koordination von Leistungen innerhalb einer Sozialversicherung richtet sich nach dem jeweiligen Einzelgesetz (
Art.
63
Abs.
3 ATSG). Vorliegend in Frage steht die Koordination von (bereits bezogenen) Taggeldern der Invalidenversiche
rung (
Art.
22 IVG) mit dem Anspruch auf die ganze Invalidenrente (
Art.
28 IVG). Wie bereits ausgeführt, entsteht ein Rentenanspruch nicht, solange die versicherte Person ein Taggeld nach
Art.
22 IVG bezieht. Bei erworbenem Rentenanspruch sieht
Art.
47 IVG folgende Koordinationsregeln vor:
In Abweichung von Artikel 19 Absatz 3 ATSG können Renten während der Durchführung von Abklärungs- und Eingliederungsmassnahmen sowie von Mass
nahmen zur Wiedereingliederung nach Artikel 8a weiter gewährt werden (
Art.
47
Abs.
1 IVG).
Nach
Art.
47
Abs.
1bis IVG werden die Renten gewährt:
a.
bei Massnahmen zur Wiedereingliederung nach Artikel 8a bis zum Entscheid der IV-Stelle nach Artikel 17 ATSG;
b.
bei den übrigen Eingliederungsmassnahmen längstens bis zum Ende des drit
ten vollen Kalendermonats, der dem Beginn der Massnahmen folgt.
Zusätzlich zur Rente wird das Taggeld ausgerichtet. Dieses wird jedoch während der Dauer des Doppelanspruchs bei der Durchführung von Abklärungs- oder Ein
gliederungsmassnahmen um einen Dreissigstel des Rentenbetrags gekürzt (
Art.
47
Abs.
1
ter
IVG).
Löst eine Rente das Taggeld ab, so wird in Abweichung von Artikel 19 Absatz 3 ATSG die Rente auch für den Monat, in dem der Taggeldanspruch endet, unge
kürzt
ausgerichtet. Hingegen wird das Taggeld in diesem Monat um einen Dreis
sigstel des Rentenbetrags gekürzt (
Art.
47
Abs.
2 IVG).
Hat die versicherte Person Anspruch auf ein Taggeld (einschliesslich Kindergeld nach den Artikeln 23 und 23
bis
IVG), das niedriger wäre als die bisher bezogene Rente, so wird anstelle des Taggeldes die Rente weitergewährt (
Art.
20
ter
Abs.
1 der Verordnung über die Invalidenversicherung [IVV]).
1.
5
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gege
benenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 256 E. 4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, wel
che Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden können (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E. 4b/cc).
2.
2.1
In der angefochtenen Verfügung vom 2
5.
Oktober 2018 (
Urk.
2) hielt die Be
schwer
degegnerin fest,
medizinische Abklärungen hätten ergeben, dass dem Be
schwerdeführer nach Abschluss der beruflichen Eingliederungsmassnahmen jeg
li
che Tätigkeit zu 30
%
zumutbar sei. Die Resteinschränkung von 70
%
ent
spre
che dem Invaliditätsgrad.
Dem Feststellungsblatt für den Beschluss ist zu entneh
men, dass die Beschwerdegegnerin gestützt auf die Beurteilung ihres RAD-Arztes den Beginn der Wartezeit auf den 1
5.
November 2016 und die durchschnittliche Arbeitsunfähigkeit bis 1
5.
November 2017 mit 59
%
bemass, infolge laufenden Taggeldbezugs
den Rentenbeginn jedoch auf den
1.
August 2018 legte (
Urk.
9/150/4, vgl. auch
Urk.
9/154).
2.2
Demgegenüber machte der Beschwerdeführer in seiner Beschwerde vom 2
6.
No
vember 2018 (
Urk.
1) zusammengefasst geltend,
den Arztberichten sei zu ent
neh
men, dass sich sein Gesundheitszustand seit September 2014 kontinu
ierlich ver
schlechtert habe. Aufgrund der zahlreichen
Hospitalisationen
vor
der Neu
an
mel
dung im September 2016
sei davon auszugehen, dass eine relevante Arbeits
un
fähigkeit mit grosser Wahrscheinlichkeit bereits sechs Monate vor der Renten
an
meldung eingetreten sei,
somit bereits sechs Monate nach Anmeldung, per 1. März 2017, ein Rentenanspruch entstanden sei.
3.
3.1
Seit Mai 2013 ist der Beschwerdeführer im
A._
in ambulanter Behandlung.
Die Ärzte konstatierten in ihrem Arztbericht vom 2
4.
Oktober 2016
(
Urk.
9/107)
, der Beschwer
de
führer leide an einer seit Geburt bestehenden
cystischen
Fibrose
(Erb
krankheit) mit einer mittelschweren CF-
Pneumopathie
, obstruktiver Venti
la
tions
störung und rezidivierenden pulmonalen Infekten. An extra
pulmonalen Ma
ni
fes
tationen be
stehe eine
exo
- und endokrine Pankreasinsuffizienz und eine dif
fuse Leberer
krankung.
In den letzten zwei Jahren sei es zu einer relevanten Zu
nahme der Infekte und damit auch zu einer progredienten Verschlechterung der Lungen
funktion gekommen
. In diesem Jahr
(2016)
hätten bereits vier intravenöse anti
biotische Therapien (im stationären Setting) durchgeführt werden müssen, wobei unklar bleibe, weshalb es zu dieser deutlichen Zunahme der
Infektexa
zer
ba
tionen
gekommen sei.
Eine zusätzliche allergische Komponente sei nicht auszu
schlies
sen. Ferner liege ein Zusatzaspekt auch in einer gewissen Krank
heits
verleugnung seitens des Beschwerdeführers. Insgesamt scheine es sich aber vor allem um eine Progression der Grundkrankheit zu handeln. Die aktuelle Lungen
funktion liege bei einer
Einsekundenkapazität
um 50
%
des Sollwerts. Damit be
stehe formal eine Arbeitsunfähigkeit von 50
%
, wobei diese unabhängig von der ausgeübten Tätig
keit sei. Auch im Langzeitverlauf sei aufgrund der chronisch-progredienten Natur der Erkrankung nicht von einer Verbesserung dieser Situa
tion auszugehen.
3.2
Vom 2
5.
November bis
9.
Dezember 2016 war der Beschwerdeführer
im Rahmen einer intravenösen Antibiotika-Therapie
in der
K
linik
B._
hospita
li
siert
(vgl. provisorischer
Entlassbericht
vom
8.
Dezember 2016,
Urk.
9/110).
3.3
Dr.
F._
, Oberärztin am
A._
,
verzeichnete im Mai 2017 eine Verschlechte
rung der Lungenfunktion. Die
Einsekundenkapazität
liege um 44
%
des Sollwerts, womit - unabhängig von der ausgeübten Tätigkeit - eine formale Arbeitsun
fähig
keit von 50 bis 60
%
bestehe. Mittelschwere und schwere körper
liche
Tätigkeiten
könne der Beschwerdeführer nicht mehr
aus
führen. Er müsse ein aufwendiges Therapiekonzept
(mehrfach täglich durchgeführte
Inhala
tions
therapie
)
mit einem Zeitaufwand von circa 2 Stunden pro Tag betreiben.
Die bis
herige Tätigkeit sei aus medizinischer Sicht noch zu 40
%
zumutbar, idealer
weise maximal 4 Stunden pro Tag, wobei eine
Erhöhung der Einsatzfähigkeit nicht realistisch sei (vgl. Arzt
bericht vom 31. Mai 2017,
Urk.
9/122).
Im Rahmen des ab 1
5.
Juli 2017 in Aussicht genommenen Arbeitstrainings (effektive Aufnahme am 1
4.
August 2017) bei der
D._
wurde ärztlicherseits ein Pensum von 50
%
als möglich erachtet (
Urk.
9/146/11).
In ihrem Arzt
bericht vom 2
4.
September 2018
(
Urk.
9/147) stellte
Dr.
F._
eine erneute Verschlechterung der Lungen
funk
tion fest (33
%
des Sollwerts). Ausser
dem be
stehe im Rahmen
der
Infekt
exazer
bation
jeweils eine
Oxy
gena
tions
s
tö
rung
mit der
Notwendigkeit
einer Sau
er
stofft
herapie. Es bestehe eine medizi
nisch-theo
re
tische Ateminvalidität von 66 % und damit formal eine Ar
beits
un
fähigkeit von 70
%. Eine leichte angepasste Tätigkeit sei bis zu maximal 4 Stun
den pro Tag an drei Tagen pro Woche möglich.
Neu sei der Beschwerdeführer auch in psycho
therapeutischer Behandlung.
3.4
In ihrem Bericht vom
5.
Dezember 2018 (
Urk.
13/1) konstatierte
Dr.
F._
, der Beschwerdeführer sei vom 3
0.
April bis 1
0.
Mai 2016, vom 2
9.
Mai bis
3.
Juni 2016, vom 1
1.
bis 2
3.
September 2016, vom 2
9.
Oktober bis
8.
November 2016, vom 2
2.
März bis
4.
April 2017, vom 1
1.
bis 2
5.
April 2017, vom 1
4.
Juni bis 3. Juli 2017, vom 2
9.
September bis
6.
Oktober 2017, vom
2.
bis 1
2.
Februar 2018, vom
3.
bis 1
2.
Juni 2018, vom 1
6.
bis 2
5.
August 2018, vom 1
0.
bis 1
9.
September 2018 und vom 3
1.
Oktober bis 1
9.
November 2018 in der Klinik für Pneumologie des
A._
hospitalisiert gewesen. Hinzu komme die
Hospitalisa
tion
in der K
linik
B._
vom 2
5.
November bis
9.
Dezember 201
6.
Während dieser Zeit sei er jeweils vollständig arbeitsunfähig gewesen. Im Jahr 2016 habe die Lungenfunktion zwischen 50 bis 60
%
betragen, womit
eine medizinisch-theo
re
tische Ateminvalidität von mindestens 50
%
bestanden habe
.
Angesichts der
häufigen
Hospitalisationen
sei
jedoch
ein 40 bis 50%-Pensum während dieser Zeit nicht realistisch. Der Beschwerdeführer habe sich nur schlep
pend von den jeweiligen Lungenentzündungen erholt. Es sei von einer Erholungs
zeit von mindestens sechs bis acht Wochen nach einer
Hospitalisation
auszuge
hen. Zu diesem Zeitpunkt sei der Beschwerdeführer meistens erneut hospitalisiert gewesen.
3.
5
RAD-Arzt
Dr.
E._
hielt in seiner Stellungnahme vom
9.
Oktober 2018 (Urk. 9/150)
die
cystische
Fibrose
, den CF-assoziierten Diabetes mellitus sowie die CF-assoziierte Hepatopathie als
Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeits
fä
hig
keit fest.
Ohne Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit seien die Depression, die Sinustachykardie ohne strukturelle Störungen
und
ohne Hinweise
auf eine pul
monale
Hypertonie, eine
h
eterozygote Alpha-
Thalassämie
sowie die
atopische
Diathese.
Die Arbeitsfähigkeit in
bisheriger wie angepasster Tätigkeit betrage seit dem «IFB» am 16. November 2016 (vgl. hierzu das Protokoll der interdisziplinären Besprechung, Urk. 9/146/4) maximal 50 %, seit dem 31. Mai 2017 (unter Hinweis auf den Bericht des
A._
vom 24. September 2018) 30 % (Urk. 9/150/4).
4.
4.1
Unbestritten und
nach Aktenlage ausgewiesen
ist, dass de
r
Beschwerdeführer mit Wirkung ab August 2018
bei
einem ermittelten Invaliditätsgrad von 70
%
Anspruch auf
eine ganze In
validenrente
hat
. Streitig und zu prüfen ist dagegen der Anspruch auf eine
halbe
Invalidenrente ab März 201
7.
4.2
Gemäss Angaben von Dr.
F._
war dem Beschwerdeführer im Jahr 2016 aufgrund der häufigen
Hospitalisationen
sowie der schleppenden Rekonvaleszenz maximal eine Tätigkeit in einem 50%-Pensum zumutbar (vgl. E. 3.4 hiervor). Entgegen den Vorbringen in der Beschwerde (vgl. jedoch Urk. 12) ist aufgrund der vorliegenden Berichte des
A._
keine durchgehende Arbeitsunfähigkeit von durchschnittlich 50 % bereits ab Januar 2016 belegt. Laut Auskunft von Dr.
F._
konnten im Jahre 2016 aufgrund der rezidivierenden Lungeninfek
ten die Lungenkapazität nur viermal gemessen werden, wobei die erste stationäre Behandlung im Jahre 2016 erstmals am 30. April 2016 dokumentiert ist und die erste Lungenfunktionsprüfung am 1. April 2016 erfolgte (vgl. Urk. 13/2). Damit ist jedoch zumindest eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit seit April 2016 akten
kundig. Für die Annahme, dass das Wartejahr erst im November 2016 begonnen hätte, wovon die Beschwerdegegnerin ausgegangen ist, liegen keine Angaben in den Akten vor. Gegenteils attestierten die Ärzte des
A._
bereits im Bericht vom 24. Oktober 2016 eine eingeschränkte Lungenfunktion im Ausmass einer 50%igen Arbeitsunfähigkeit (Urk. 9/107).
Die Anmeldung zum Leistungsbezug erfolgte am 30. September 2016 (Urk. 9/100), mithin ent
stand der Anspruch auf eine halbe Rente der Invaliden
versicherung frühestens mit Ablauf des Wartejahres im April 2017. Zu diesem Zeitpunkt hatte der Beschwerdeführer noch keinen Anspruch auf Taggelder der Invalidenversicherung, weshalb Art. 29 Abs. 2 IVG nicht zum Tragen kommt (vgl. E. 1.3).
Dass
Dr.
F._
Ende Mai 2017 eine Verschlechterung des Gesundheitszustan
des des Beschwerdeführers verzeichnete und die
Arbeitsunfähigkeit auf 50 bis 60
%
festsetzte
(E. 3.3)
, ändert nichts am Renten
anspruch des Beschwerdeführers
.
Gibt ein Arzt
bericht die Arbeits
un
fähigkeit in Form einer Bandbreite an, ist nach der Recht
sprechung in
der Regel auf den Mittelwert abzustellen. Dadurch werden Rechts
ungleich
heiten vermieden, welche aus der Art der Bezifferung resultieren (Urteil des Bun
des
gerichts 9C_193/2009 vom 2
0.
August 2009 E. 1.3.1 mit Hin
weis auf I 822/04
vom 21.
April 2005 E. 4.4).
Vorliegend ist rechtsprechungsge
mäss auf das arith
metische Mittel der Einschätzung - also eine Arbeitsunfähigkeit von 55
%
- abzu
stellen, was keinen höheren Rentenanspruch
zu begründen ver
mag (vgl. E. 1.2)
.
4.3
Zu berücksichtigen ist
jedoch
, dass der Beschwerdeführer vom 1
4.
August 2017 bis am 1
3.
Februar 2018 (
Urk.
9/128,
Urk.
9/130) und vom 2
3.
Mai bis
am 22.
Au
gust 2018 (
Urk.
9/141) im Rahmen von Eingliederungsmassnahmen Taggelder der Invalidenversicherung bezog.
Das Taggeld wird grundsätzlich zusätzlich zur Rente ausgerichtet, dieses wird jedoch während der Dauer des Doppelanspruchs bei der Durchführung von Abklärungs- oder Eingliederungsmassnahmen um einen Dreissigstel des Renten
betrags gekürzt (
Art.
47
Abs.
1
ter
IVG). Während einer Eingliederungs
massnahme, die zu einer länger als drei Monate dauernden Taggeldberechtigung führt, wird die Rentenzahlung unterbrochen. Nach Wegfall des Taggeldanspruchs lebt die Rente wieder auf. Eine Prüfung des Rentenanspruchs für die Zukunft hat unter dem Gesichtspunkt der Revision zu erfolgen (AHI 1998 179 E. 2–3). Diese Recht
sprechung hat auch im Rahmen der revidierten
Art.
47
Abs.
1–1
ter
IVG Best
and (
vgl.
Meyer/
Reichmuth
,
Bundesgesetz über die Invalidenversicherung, IVG,
3.
Auflage 2014
,
Rz
2 zu
Art.
43).
4.4
Die erste Phase des Taggeldbezugs erstreckte sich vom 1
4.
August 2017 bis am 1
3.
Februar 2018 und somit über eine längere Zeit als drei Monate, was eine Sistierung des Rentenanspruchs zur Folge hat. Der Rentenanspruch des Beschwer
deführers ruhte vom
1.
Dezember 2017 (Ende des dritten vollen Kalendermonats, der dem Beginn der Massnahme folgte;
Art.
47
Abs.
1
bis
lit
. b IVG) und lebte am
1.
Februar
201
8
(Monat, in dem der Taggeldanspruch endete; vgl.
Art.
47
Abs.
2 IVG) wieder auf.
Die zweite Phase des Taggeldbezugs dauerte vom 2
3.
Mai 2018 bis am 2
2.
August 2018 und damit nicht länger als drei Monate. Diese Phase des Taggeldbezugs führt somit nicht zur Unterbrechung des Rentenanspruchs (vgl.
E.
4.3
hiervor
).
4.5
Nach dem Gesagten
erwarb der Beschwerdeführer am 1. April 2017 Anspruch auf eine halbe Rente der Invalidenversicherung, welche per 1. August 2018 auf eine ganze Rente zu erhöhen ist, wobei der Rentenanspruch infolge gleichzeitigen Taggeldbezugs vom 1. Dezember 2017 bis 31. Januar 2018 ruht. Es wird Sache der Beschwerdegegnerin sein, die bereits bezogenen Taggelder entsprechend den
gesetzlichen Bestimmungen (vgl. E. 1.4) zu kürzen. Dies führt zur teilweisen Gut
heissung der Beschwerde.
5.
5.1
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrens
aufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG) und auf
Fr.
5
00.-- anzusetzen. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sin
d sie der
Beschwerdegegnerin
aufzuerlegen.
5.2
Ausgangsgemäss steht dem obsiegenden Beschwerdeführer eine Prozessentschä
digung zu, die gemäss
Art.
61
lit
. g ATSG in Verbindung mit
§
34 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht (
GSVGer
) – ohne Rücksicht auf den Streit
wert – nach der Bedeutung der Streitsache, nach der Schwierigkeit des Prozesses und dem Mass des Obsiegens zu bemessen ist.
Unter Berücksichtigung der vorgenannten Bemessungskriterien und beim praxis
gemässen Stundenansatz von
Fr.
185.-- ist die Prozessentschädigung vor
liegend auf
Fr.
1’200.-- (inkl. Barlauslagen und
MWSt
) festzusetzen und der Beschwer
degegnerin aufzuerlegen.