# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** fcd7f464-f6b7-45df-8a58-d5824ecde6f3
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2016
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
Der 1975 geborene
X._
meldete sich am 2
0.
Juli 2005 unter Hinweis auf eine seit Geburt bestehende Behinderung bei der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, zum Leistungsbezug an (
Urk.
6/3). Zur Abklärung der erwerblichen und medizinischen Verhältnisse zog die IV-Stelle einen Auszug aus dem individuellen Konto (
Urk.
6/7), einen Arbeitgeberbericht (Urk. 6/8)
sowie einen Bericht des behandelnden Arztes bei (
Urk.
6/19). Am 19. Dezember
2005 gab
sie
die Erstellung eines psychiatrischen Gutachtens bei
Dr.
med.
Y._
, Facharzt FMH Psychiatrie und Psychotherapie, in Auftrag, welches am 2
8.
Mai 2006 erstattet wurde (Urk. 6/32).
Mit Verfügung vom 2
0.
Juni 2006 wurde dem Versicherten mit Wirkung ab
1.
Februar 2006 eine ganze Rente der Invalidenversicherung zugesprochen (
Urk.
6/36).
Nach Überprüfung
des Invaliditätsgrades im Jahr 2008 stellte die IV-Stelle mit Verfügung vom 2
5.
Februar 2009 einen unveränderten Rentenanspruch fest (Urk. 6/50). Im Jahr 2010 prüfte sie einen Anspruch auf berufliche Massnah
men, den sie mit Verfügung vom 29. September 2010 mit der Begründung, der Gesundheitszustand des Versicherten würde berufliche Massnahmen verunmög
lichen, verneinte (Urk. 6/58).
Im Februar 2014 wurde
wiederum
ein amtliches Rentenrevisionsverfahren eröff
net. Der Versicherte teilte der IV-Stelle mit dem ausgefüllten
Revisionsfragebo
gen
am 4. März 2014 mit, es sei ihm aufgrund seines Gesundheitsschadens weiterhin nicht möglich, eine Arbeitstätigkeit aufzunehmen (
Urk.
6/66 S. 2). In der F
olge ordnete die IV-Stelle eine medizinische Abklärung durch Prof. Dr. med.
Z._
, Facharzt FMH Psychiatrie und Psychotherapie
, an, der sein Gutachten am 23.
Juni 2015 bzw. 3
1.
Juli 2015 erstattete (
Urk.
6/78). Nach durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
stellte die IV
Stelle die dem Versicherten bisher ausgerichtete ganze Invalidenrente mit Verfügung vom
4.
März 2016 auf das Ende des der Zustellung der Verfügung folgenden Monats ein; einer allfälligen dagegen gerichteten Beschwerde wurde die aufschiebende Wirkung entzogen (
Urk.
2 [= 6/104]).
2.
Dagegen führt der Versicherte mit Eingabe vom 2
1.
April 2016 Beschwerde und beantragt, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben
und dem Beschwerde
führer seien die bisherigen Invalidenleistungen weiterhin auszurichten, eventu
aliter sei die Angelegenheit zu weiteren Abklärungen an die
Beschwerdegegne
rin
zurückzuweisen. Zudem beantragt er die unentgeltliche Prozessführung und
Rechtsvertretung, alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (zzgl.
MwSt
) zulasten der Beschwerdegegnerin (
Urk.
1 S. 2).
Mit Beschwerdeantwort vom 1
1.
Mai 2016
schloss
die
Beschwerdegegnerin auf
Abweisung
der Beschwerde
(
Urk.
5)
,
was
dem Beschwerdeführer mit Verfügung vom 2
0.
Mai 2016
angezeigt wurde
(
Urk.
11).
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines
Renten
bezügers
erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (
Art.
17
Abs.
1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts;
ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tat
sächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente nicht nur bei einer wesentlichen Änderung des Gesundheitszustandes, sondern auch dann
revidier
bar
, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen des an sich gleich gebliebenen Gesundheitszustandes erheblich verändert haben (BGE 130 V 343 E. 3.5 mit Hinweisen). Eine Veränderung der gesundheitlichen Verhältnisse liegt auch bei gleich gebliebener Diagnose vor, wenn sich ein Leiden in seiner Intensität und in seinen Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit verändert hat (Urteile des Bundesgerichts 9C_261/2009 vom 1
1.
Mai 2009 E. 1.2 und I 212/03 vom 28. August 2003 E. 2.2.3). Dagegen stellt die bloss unterschiedliche Beurteilung der Auswirkungen eines im Wesentlichen unverändert gebliebenen Gesund
heitszustandes auf die Arbeitsfähigkeit für sich allein genommen keinen
Revisi
onsgrund
im Sinne von
Art.
17
Abs.
1 ATSG dar. Zeitliche Vergleichsbasis für die Beurteilung einer anspruchserheblichen Änderung des Invaliditätsgrades bilden die letzte rechtskräftige Verfügung oder der letzte rechtskräftige
Ein
spracheentscheid
, welche oder welcher auf einer materiellen Prüfung des Ren
ten
anspruchs mit rechtskonformer Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und Invaliditätsbemessung beruht (BGE 133 V 108; vgl. auch BGE 130 V 71 E.
3.2.3; Urteil des Bundesgerichts 9
C_438/2009 vom 26. März 2010 E. 2.
1 mit Hinweisen).
1.2
Lässt sich eine massgebliche Sachverhaltsänderung als Voraussetzung für eine revisionsweise Rentenherabsetzung oder
-
aufhebung nicht nachweisen, so kann die Verwaltung eine rechtskräftig zugesprochene Rente nur herabsetzen oder
aufheben, wenn die Voraussetzungen für eine Wiedererwägung erfüllt sind. Dies ist dann der Fall, wenn sich eine formell rechtskräftige Rentenverfügung, die nicht Gegenstand einer materiellen richterlichen Beurteilung gewesen ist, als zweifellos unrichtig erweist und ihre Berichtigung von erheblicher Bedeutung ist (vgl.
Art.
53 Abs. 2 ATSG).
Nach höchstrichterlicher Rechtsprechung ist die zweifellose Unrichtigkeit als Voraussetzung für eine Wiedererwägung nur unter restriktiven Bedingungen zu bejahen, da die Wiedererwägung andernfalls zum Instrument für eine jederzei
tige voraussetzungslose Neubeurteilung von rechtskräftig zugesprochenen Dau
erleistungen würde (vgl. Urteil des Bundesgerichts I 551/03 vom 3
0.
Dezember 2003 E. 2.2.1). Nicht jede Unrichtigkeit, sondern nur eine qualifizierte, offen
sichtliche Unrichtigkeit berechtigt somit zur wiedererwägungsweisen Herabset
zung oder Aufhebung einer rechtskräftig zugesprochenen Dauerleistung.
Die Wiedererwägung dient der Korrektur einer anfänglich unrichtigen Rechtsan
wendung einschliesslich unrichtiger Feststellung im Sinne der Würdigung des Sachverhalts (Urteil des Bundesgerichts 8C_33/2011 vom 16. Mai 2011 E. 2.2). Das Erfordernis der zweifellosen Unrichtigkeit ist in der Regel erfüllt, wenn eine
Leistungszusprache
aufgrund falsch oder unzutreffend verstandener
Rechtsre
geln
erfolgt ist oder wenn massgebliche Bestimmungen nicht oder unrichtig an
ge
wandt wurden. Anders verhält es sich, wenn der Wiedererwägungsgrund im Bereich materieller Anspruchsvoraussetzungen liegt, deren Beurteilung notwen
digerweise Ermessenszüge aufweist. Erscheint die Beurteilung einzelner Schritte bei der Feststellung solcher Anspruchsvoraussetzungen (Invaliditätsbemessung, Arbeitsunfähigkeitsschätzung, Beweiswürdigung, Zumutbarkeitsfragen) vor dem Hintergrund der Sach- und Rechtslage, wie sie sich im Zeitpunkt der rechtskräf
tigen Leistungszusprechung darboten, als vertretbar, scheidet die Annahme zweifelloser Unrichtigkeit aus. Zweifellos ist die Unrichtigkeit, wenn kein ver
nünftiger Zweifel daran möglich ist, dass die Verfügung unrichtig war. Es ist nur ein einziger Schluss - derjenige auf die Unrichtigkeit der Verfügung - denk
bar. Insbesondere ist eine auf keiner nachvollziehbaren ärztlichen Einschätzung der massgeblichen Arbeitsfähigkeit beruhende Invaliditätsbemessung nicht rechtskonform und die entsprechende Verfügung zweifellos unrichtig im
wie
dererwägungsrechtlichen
Sinne (Urteil des Bundesgerichts 8C_33/2011 vom 16. Mai 2011 E. 2.2 mit Hinweisen).
1.3
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG).
Sie kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung;
IVG).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beein
trächtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verur
sachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommen
den ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesund
heitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.4
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gege
benenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeits
unfähig ist (BGE 125 V 256 E.
4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person no
ch zugemutet werden kön
nen (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E.
4b/cc).
1.5
Das Sozialversicherungsgericht hat den Sachverhalt von Amtes wegen festzu
stellen und alle Beweismittel objektiv zu prüfen, unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden, ob sie eine zuverlässige Beurteilung des strittigen Leistungsanspruches gestatten. Insbesondere darf es beim Vorlie
gen einander widersprechender medizinischer Berichte den Prozess nicht erledi
gen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt (ZAK 1986 S. 188 E. 2a). Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Gut
achtens ist im Lichte dieser Grundsätze entscheidend, ob es für die Beantwor
tung der gestellten Fragen umfassend ist, auf den erforderlichen allseitigen Untersuchungen beruht, die geklagten Beschwerden berücksichtigt und sich mit diesen sowie dem Verhalten der untersuchten Person auseinander setzt – was vor allem bei psychischen Fehlentwicklungen nötig ist –, in Kenntnis der und gegebenenfalls in Auseinandersetzung mit den
Vorakten
abgegeben worden ist, ob es in der Darlegung der medizinischen Zustände und Zusammenhänge ein
leuchtet, ob die Schlussfolgerungen der medizinischen Experten in einer Weise begründet sind, dass die rechtsanwendende Person sie prüfend nachvollziehen kann, ob der Experte oder die Expertin nicht auszuräumende Unsicherheiten und Unklarheiten, welche die Beantwortung der Fragen erschweren oder ver
unmöglichen, gegebenenfalls deutlich macht (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c; Ulrich Meyer, Die Rechtspflege in der Sozialversiche
rung, BJM 1989, S. 30 f.; derselbe in: Hermann
Fredenhagen
, Das ärztliche Gut
achten, 4. Auflage 2003, S. 24 f.).
2.
2.1
Im angefochtenen Entscheid wurde erwogen, die medizinische Abklärung habe ergeben, dass beim Beschwerdeführer keine Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
vorliegen würden
. Der Gesundheitszustand des Beschwerde
führers habe sich verbessert. Es sei keine leichte depressive Episode mehr aus
gewiesen.
Daher sei es
ihm zumutbar, einer einfachen Tätigkeit ohne hohe Anforderung an Handlungsplanung und Intellekt in vollem Umfang nachzuge
hen.
Zum vorgebrachten Einwand wurde erwogen,
aus dem Gutachten gehe hervor, dass aus objektiver Sicht seit der
Rentenzusprache
eine Verbesserung des Gesundheitszustandes eingetreten sei. Medizinische Berichte, die etwas anderes belegen würden, seien nicht eingereicht worden. Dementsprechend werde an der Rentenaufhebung festgehalten (
Urk.
2).
2.2
Demgegenüber macht der Beschwerdeführer geltend, es fehle vorliegend an einem Revisionsgrund.
Die Rentenaufhebung sei damit begründet worden, dass die leichte depressive Episode remittiert sei. Indessen sei diese für die Zuspre
chung der Rente nicht relevant gewesen. Dem Beschwerdeführer sei eine Rente zugesprochen worden, weil er unter e
iner Krankheit aus dem Autismus-S
pekt
rum leide.
Dass die leichte depressive Episode remittiert sei, könne daher nicht als wesentliche Änderung mit erheblichem Einfluss auf den Invaliditätsgrad gewertet werden. Beim Gutachten von Prof.
Dr.
Z._
handle es sich um eine andere Beurteilung einer medizinisch unveränderten Sachlage, wobei nicht nachvollziehbar sei, weshalb er davon ausgehe, dass keines der Krite
rien für eine Autismus-Spektrum-
Störung erfüllt sei. Er habe sich mit massgebenden Akten nicht in rechtsgenügender Weise auseinandergesetzt (
Urk.
1 S. 5-6).
3.
3.1
Im Gutachten vom 2
8.
Mai 2006 wurden folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit aufgeführt:
frühkindlicher Autismus (ICD-10 F 84.0)
rezidivierende depressive Störung, gegenw
ärtig leichte Episode (ICD-10 F
33.0)
Dr.
Y._
führte aus, aus der Anamnese des Exploranden gehe hervor, dass
seine Mutter
keinen Zugang zu ihm gefunden und er auf äussere Reize nicht reagiert habe. Bis i
ns
Alter von drei Jahren habe er seinen kleinen Bruder nicht beachtet und grosse Mühe bekundet, mit anderen Kindern zu spielen. Er habe sehr viele Ticks aufgewiesen und beim Erledigen von Dingen sehr viel Anlei
tung benötigt. Bis er sieben Jahre alt gewesen sei, habe er kein Wort gesprochen (
Urk.
6/32 S. 20).
Die qualitative Beeinträchtigung der sozialen Interaktion des Exploranden, die sich als extreme Kontaktstörung schon in den ersten Lebensmonaten durch fehlende Kontaktaufnahme zu den Eltern, insbesondere zur Mutter, bemerkbar gemacht habe, die starke Objektbezogenheit, die Verzögerung der Sprachent
wicklung, die repetitiven und stereotypen Verhaltensmuster, die Schwierigkeiten im sozialen Interaktionsverhalten und die ebenfalls vorliegenden neuropsycho
logischen Beeinträchtigungen würden auf das Vorliegen einer Krankheit aus dem Autismus
-S
pektrum, am ehesten auf einen frühkindlichen Autismus (ICD-10 F. 84.0), hindeuten (
Urk.
6/32 S. 20).
Weiter würden
beim Exploranden depressive Beschwerden vorliegen, die sich in einer leicht deprimierten Stimmung, Selbstvorwürfen, Hoffnungslosigkeit gegenüber der Zukunft, einer leichten inneren Unruhe und zeitweise in
Gedan
ken
k
reisen
zeigen würden. Der Explorand sei im Jahr 1999 wegen einer Depression in psychiatrischer Behandlung gewesen. Es liege eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig in einer leichten Episode, vor (
Urk.
6/32 S. 20).
Zur Arbeitsfähigkeit führte
Dr.
Y._
aus, die Störungen des Exploranden wür
den bewirken, dass er lediglich in einem geschützten Bereich arbeitsfähig sei. Dem Exploranden seien grundsätzlich sämtliche handwerklichen Arbeiten zumutbar, jedoch nur im geschützten Bereich (
Urk.
6/32 S. 22-23).
3.2
Der
Regionale Ärztliche Dienst der Invalidenversicherung
(
RAD
)
nahm am
8.
Juni 2006 zum Gutachten Stellung und bemerkte, hauptdiagnostisch würde gemäss Ansicht des
Dr.
Y._
ein frühkindlicher Autismus vorliegen. Dieser Gesundheitsschaden sei nicht anzuzweifeln.
Indessen gehe aus dem Gutachten nicht hervor
, inwiefern sich der bekannte und seit Jahren stabile
Gesundheits
schaden
real auf die Arbeitsfähigkeit
ausgewirkt habe, da der Versicherte in der Vergangenheit ein vergleichsweise hohes Einkommen habe erzielen können (
Urk.
6/35 S. 6).
3.3
Nach Abklärungen zur Frage, ob es sich bei der früheren Arbeitsstelle des Beschwerdeführers um einen geschützten Arbeitsplatz gehandelt hatte, sprach die Beschwerdegegnerin mit Verfügung vom 3
0.
August 2006 eine ganze Inva
lidenrente (
Urk.
6/37).
4.
4.1
Im
anlässlich der
aktuellen
Rentenrevision erstellten
Gutachten vom 2
3.
Juni 2015 bzw. 3
1.
Juli 2015 wurden folgende Diagnosen auf
geführt
(
Urk.
6/78 S. 48):
rezidivierende depressive Episode, gegenwärtig remittiert (ICD-10 F 33.4)
Persönlichkeitsakzentuierung mit ängstlich-unsicheren und unreifen Anteilen (ICD-10 Z 73.1)
Prof.
Dr.
Z._
wies darauf hin, dass diese Diagnosen
keine
Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit des Exploranden
hätten
(
Urk.
6/78 S. 48).
Gegenüber
Prof.
Dr.
Z._
schilderte der Explorand, es gehe ihm zurzeit sehr gut. Er könne aus dem Grund seiner tiefsten Seele heraus sagen, dass er im Moment zufrieden und glücklich sei. Er wolle, dass alles so bleibe. Er habe seine kleine Arbeit, eine Freundin und keine Schulden mehr. Er sei erstmals glücklich und zufrieden. Kontaktschwierigkeiten habe er keine. Die Leute würden ihn mögen und freundschaftlich mit ihm umgehen (
Urk.
6/78 S. 36-37).
Der Gutachter
Prof.
Dr.
Z._
führte aus
, der Explorand habe keine besonderen Verhaltensauffälligkeiten in der sozialen Interaktion gezeigt. In
kompetenzen mit Schwierigkeiten
,
den Blickkontakt aufrechtzuerhalten, emotionaler Kühle und fehlender
Empathieentwicklung
sowie ein zwanghaftes Befolgen von Routinen seien in der Verhaltensbeobachtung nicht
erkennbar
gewesen. In der Per
sönlichkeit se
i
en jedoch ängstlich-unsichere und unreife Anteile aufgefallen. Im Affektiven hätten sich aktuell keine depressiven Merkmale objektivieren lassen (
Urk.
6/78 S. 46).
D
ie Diagnose einer seit Kindheit bestehenden Autismus-Spektrum-Störung (ICD-10 F 84.0) könne
nach
Einschätzung
von
Prof.
Dr.
Z._
nicht bestätigt werden. So würden nicht nur anamnestische Angaben wie Freundschaften, das Karaoke-Singen, die Verliebtheit des Exploranden vor Jahren, seine seit vier Jahren stabile Beziehung sowie der Umstand, dass er Trinkgelder von Fahrgäs
ten erhalte, weil er ein liebenswerter Mensch sei und die Fahrgewohnheiten der Kunden berücksichtige, gegen diese Diagnose sprechen. Auch die Kriterien nach ICD-10 seien allesamt nicht erfüllt. Weder bestehe beim Exploranden ein Unvermögen, einen angemessenen Blickkontakt herzustellen und aufrechtzuer
halten, noch ein Unvermögen, Beziehungen zu Gleichaltrigen zu entwickeln. Er zeige
ke
inen
Mangel an sozio-emotionaler Gegenseitigkeit
und es
fehle bei ihm der Wunsch
nicht
, mit anderen Menschen Vergnügen, Interessen und Errun
genschaften zu teilen. Auch stereotype und repetitive Manierismen wie das
Schnippen/Schlagen oder Drehen mit Händen oder
F
ingern oder komplexen Bewegungen mit dem ganzen Körper würden beim Exploranden nicht vorliegen (
Urk.
6/78 S. 46-47).
Im
neuropsychologischen Zusatz
gutachten
führte
A._
, Fachpsychologin für Neuropsychologie FSP, aus
, beim Exploranden habe ein sehr heterogenes Leistungsbild mit breit gestreuten Ergebnissen vom Normbereich bis schwer beeinträchtigten Bereich bestanden. Unauffällige Leistungen
hätten
bei Aufmerksamkeitsleistungen und im Reaktionsvermögen, in der Orientierung, im Wortschatz, Abrufen von Wortpaaren, Abrufen zuvor gezeigter Bilder, im visu
ell-konstruktiven Bereich sowie in der Rechtschreibung vorgelegen. Die Ergeb
nisse der
Beschwerdenvalidierung
seien überwiegend auffällig und in sich nicht konsistent gewesen. Auch das Leistungsprofil über die verschiedenen Untertests sei nicht plausibel gewesen. So
hätten
die Ergebnisse in den einfacheren
Unter
testes
im schwer beeinträchtigten Bereich, im schwierigsten Untertest dagegen im Normbereich
gelegen
, wobei bei einer authentischen Gedächtnisstörung genau das umgekehrte Profil zu erwarten wäre. In der Gesamtbeurteilung hätten deutliche Hinweise auf eine schwankende und nicht durchgängig ausreichende Leistungsmotivation in der Testsituation bestanden. Eine valide Erfassung kog
nitiver Defizite sei daher nicht möglich gewesen (
Urk.
6/78 S. 41).
Im Verhaltensbereich sei eine hohe Anspannung, Weitschweifigkeit und Redun
danz in den Schilderungen auffallend gewesen, wobei keine Störung in der Kontaktaufnahme bestanden habe. Der Explorand habe mehrfach geschildert,
früher Probleme gehabt zu haben, Kontakte zu Frauen herzustellen, obwohl er sich dies sehr gewünscht habe. Er sei sehr froh, nun eine Beziehung zu einer Frau zu haben. Aufgrund dieser Angaben und der Verhaltensbeobachtung erscheine eine Störung aus dem autistischen Formenkreis als nicht plausibel (
Urk.
6/78 S. 42).
Ungeachtet der ungültigen Testergebnisse sei aufgrund der Bildungsbiographie mit Beschulung in der Sonderschule und
Anlehre
ohne Berufsschule mit redu
zierten Anforderungen von Einschränkungen der kognitiven Leistungsfähigkeit, der intellektuellen Begabung und der schulischen Fähigkeiten auszugehen (
Urk.
6/78 S. 43).
Zur Arbeitsfähigkeit
wurde ausgeführt
, beim Exploranden bestünden
aus psychiatrischer Sicht
keine Gesundheitsstörungen, die Fähigkeitsstörungen mit
handicapierender
Wirkung im beruflichen Kontext hervorrufen würden. Im Ver
gleich zum Vorgutachten
könne
eine psychopathologische
Verbesserung mit Remission der de
pressiven Störung festgestellt werden.
Die Diagnose der Autis
mus-Spektrum-Störung im Vorgutachten sei nicht nachvollziehbar, wobei
schon der RAD auf Un
stimmigkeiten hingewiesen habe.
Aufgrund
bildungsbio
grafischer
Hinweise des Exploranden sei davon auszugehen, dass er über eine grenzwertige Intelligenz verfüge und lediglich einfache Tätigkeiten ohne hohe Anforderungen an die Handlungsplanung und den Intellekt leisten könne. Es könne jedoch keine Fähigkeitsstörung objektiviert werden, die eine Einschrän
kung der mittel- und langfristigen Arbeitsfähigkeit von mehr als 20 % rechtfer
tigen würde (
Urk.
6/78 S. 49).
4.2
Wie bereits dargelegt (
vgl.
E. 1.1) gibt Anlass zur Rentenrevision
jede wesent
liche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den
Invali
ditätsgrad
und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen.
Voraussetzung für eine Rentenrevision ist demnach nicht nur eine Veränderung in den tatsächli
chen Verhältnissen, sondern auch
deren Einfluss auf den Invaliditätsgrad.
Vor
liegend geht aus den Akten hervor, dass dem Beschwerdeführer
aufgrund seines allgemeinen Entwicklungsrückstands, seiner Sprachstörung und autistischen Zügen
eine ganz Rente der Invalidenversicherung zugesprochen wurde (
Urk.
6/35 S. 2). Auch bei der Rentenüberprüfung im Jahr 2008
wurden
als Hauptdiagnose für die Rente ein allgemeiner Entwicklungsrückstand, eine Sprachstörung und autistische Züge genannt (
Urk.
6/49 S. 1)
. Die rezidivierende depressive Störung fand zwar im Gutachten von
Dr.
Y._
Eingang, war aber offensichtlich weder für die Rentenzusprechung noch für die
Rentenüberprü
fung
von Bedeutung. Es ist daher unklar, inwiefern die Beschwerdegegnerin
nun aufgrund der Remission der depressiven Episode von einer Veränderung des Invaliditätsgrades ausgeht. Es erscheint widersprüchlich, aufgrund der Remission der depressiven Erkrankung auf eine Verbesserung des
Invaliditäts
grades
zu schliessen, wenn diese bei der Rentenzusprechung nicht relevant war. Aus diesem Grund ist zwar von einer Verbesserung des gesundheitlichen Zustandes des Beschwerdeführers auszugehen, indessen fehlt es vorliegend am erforderlichen Einfluss auf den Invaliditätsgrad
, weshalb eine Rentenrevision aufgrund der Remission der leichten depressiven Episode nicht gerechtfertigt erscheint
.
4.3
Die Beschwerdegegnerin begründete die Rentenaufhebung ferner damit, dass keine Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit vorliegen würden (
Urk.
6/104 S. 2).
Dabei stützt
e
sie sich
auf das Gutachten von Prof. Dr.
Z._
, der darlegte, weshalb beim Beschwerdeführer seiner Ansicht nach entgegen der Beurteilung von
Dr.
Y._
keine Störung aus dem Autismus-Spektrum vorliege. Bei dieser Diagnosestellung handelt es sich indessen um eine ande
re
Würdigung eines unveränderten Sachverhalts und nicht um eine Veränderung der tatsächlichen Verhältnisse, womit es an dieser Revisionsvoraussetzung fehlt.
5.
5.1
Damit bleibt zu prüfen, ob die angefochtene Verfügung mittels substituierter Begründung geschützt werden kann, was bedingt, dass sich die ursprüngliche Rentenverfügung als zweifellos unrichtig erweist (vgl. E. 1.2
hievor
).
Die Beschwerdegegnerin stützte sich bei der
Rentenzusprache
auf das Gutachten von Dr.
Y._
, der von einer vollständig
en Arbeitsunfähigkeit auf dem ers
ten
Arbeitsmarkt ausging (
Urk.
6/32 S. 22). Davon ausgehend ermittelte sie ein
Valideneinkommen
von Fr. 71‘500.-
-
sowie ein Invalideneinkommen an einem geschützten Arbeitsplatz von
jährlich
Fr. 4‘800.-
-
, womit
ein
Invaliditätsgrad von 93 % resultierte
(
Urk.
6/35 S. 4).
Es bestehen keine Anhaltspunkte für eine Verletzung von Rechtsregeln anläss
lich der
Rentenzusprache
. Fraglich bleibt, ob die materiellen Anspruchsvoraus
setzungen zweifellos unrichtig festgelegt worden sind.
5.2
Im Gutachten von Dr.
Y._
diagnostizierte dieser beim Beschwerdeführer einen frühkindlichen Autismus (ICD-10 F 84.0), wobei er sich insbesondere auf die extreme Kontaktstörung in den ersten Lebensmonaten, die Verzögerung der Sprachentwicklung, die repetitiven und stereotypen Verhaltensmuster, die Schwierigkeiten im sozialen Interaktionsverhalten und die neuropsychologi
schen Beeinträchtigungen stützte (
Urk.
6/32 S. 20). Prof. Dr.
Z._
führte aus, weshalb er zu einer abwei
chenden Beurteilung gelangt sei. Er setzte sich ausführlich mit den Darlegungen von Dr.
Y._
auseinander und zeigte auf, dass die Einschränkungen beim Beschwerdeführer atypisch für eine Autismus-Spektrum-Störung und die ICD-10 Kriterien nicht erfüllt seien
(Urk. 6/78 S. 45). Auch
die
von Prof.
Dr.
Z._
hinzugezogene Neuropsychologin kam zum Schluss, eine Störung aus dem autistischen Formenkreis erscheine aufgrund der anamnestischen Angaben und der Verhaltensbeobachtung als nicht plausibel (
Urk.
6/78 S. 59). Der RAD beurteilte das Gutachten von Prof.
Dr.
Z._
in seiner Stellungnahme als umfassend und nachvollziehbar und führte aus, die früher diagnostizierte
Autismusstörung
habe überwiegend wahrscheinlich nie bestanden (
Urk.
6/79 S. 4).
5.3
Auch wenn die Ausführungen von Prof.
Dr.
Z._
nachvollziehbar und über
zeugend sind und Zweifel an der Richtigkeit der von
Dr.
Y._
gestellten Diagnose aufkommen lassen, erweist sich
dessen
Einschätzung doch als vertret
bar. Dies vor dem Hintergrund, dass beim Beschwerdeführer in seinen ersten Lebensjahren durchaus Symptome auftraten, die für eine
Autismusstörung
typisch sind. So scheint er
Schwierigkeiten
bei der Kontaktaufnahme zu ande
ren Menschen bekundet zu haben
und seine Sprachentwicklung
war
massiv verlangsamt.
Auch der RAD bemerkte in seiner damaligen Stellungnahme zum Gutachten von
Dr.
Y._
, der Gesundheitsschaden sei nicht anzuzweifeln (
Urk.
6/35 S. 6).
Hinzu kommt, dass der langjährige
K
inder- und Jugendarzt
des Beschwerdeführers unabhängig von Dr.
Y._
angab, der Beschwerdeführer zeige autistische Züge (
Urk.
6/19). Vor diesem Hintergrund erscheint die Ein
schätzung von
Dr.
Y._
zumindest vertretbar, was eine zweifellos
e
Unrichtig
keit der damaligen Diagnose ausschliesst.
Die Voraussetzungen zur Bestätigung der Renteneinstellung mittels substituierter Begründung si
nd
damit
nicht erfüllt.
5.4
Zusammenfassend bleibt festzuhalten, dass weder ein Revisions- noch ein Wiedererwägungsgrund
vorliegt
. Damit entbehrt die Rentenaufhebung einer rechtlichen Grundlage. Dies führt in Gutheissung der Beschwerde zur Aufhe
bung des angefochtenen Entscheids mit der Feststellung, dass der Beschwerde
führer auch ab Mai 2016 Anspruch auf eine ganze Rente der Invalidenver
sicherung hat.
6.
6.1
Bei diesem Ausgang des Verfahrens hat der Beschwerdeführer Anspruch auf eine Parteientschädigung. Diese ist in Anwendung von § 34 Abs. 3 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht (
GSVGer
) ermessensweise auf Fr. 2‘
1
00.--(inkl. Barauslagen und
MWSt
) festzulegen und der unterliegenden
Beschwerde
gegnerin
aufzuerlegen.
6.2
Die Kosten des Verfahrens sind auf
Fr.
600.- festzulegen und ausgangsgemäss von der Beschwerdegegnerin zu tragen (
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG).
Mithin erweist sich das Gesuch des Beschwerdeführers um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege (Urk. 1 S. 2) als gegenstandslos.