# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 12d924d4-1df8-4055-8d8b-637d0dd853ad
**Court:** SG_VGN
**Chamber:** SG_VGN_001
**Year:** 2020
**Language:** de
**Jurisdiction:** SG / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Das Verwaltungsgericht stellt fest:
A.
A._ ist Eigentümerin der Parzelle Nr. xxx1, Grundbuchkreis B._. Nach dem
Zonenplan der Stadt C._ ist das Grundstück der Wohnzone W2 zugewiesen. Es ist mit
einem Reiheneinfamilienhaus überbaut, welches Teil der zwischen 1966 und 1968
errichteten Siedlung D._ bildet. Die Siedlung besteht aus insgesamt
32 zweigeschossigen Reiheneinfamilienhäusern; für die Gesamtüberbauung gelten
derzeit keine Sonderbauvorschriften. Am 19. Juli 2017 erhob A._ Einsprache bei der
Stadt C._ gegen ein geplantes Bauvorhaben auf dem benachbarten Grundstück
Nr. xxx2 (Gegenstand: Fassaden- und Dachsanierung, Photovoltaikanlage;
act. 8/6/2.15/1, 2). Das entsprechende Baubewilligungsverfahren ist nach wie vor
hängig. Am 12. September 2017 beantragte A._ bei der (...) Stadt C._, für das Gebiet
der Gesamtüberbauung D._ sei eine Planungszone zu erlassen (act. 8/6/2.15/3). Mit
Entscheid vom 8. Mai 2018 wies der Stadtrat diesen Antrag ab (act. 8/6/2.15/4). Die
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dagegen erhobenen kantonalen Rechtsmittel blieben ohne Erfolg (Entscheid des
Baudepartements vom 25. Februar 2019, Entscheid des Verwaltungsgerichts vom
19. September 2019; vgl. zum Ganzen auch VerwGE B 2019/60 vom 19. September
2019). Eine gegen den Entscheid des Verwaltungsgerichts vom 19. September 2019
erhobene Beschwerde ist beim Bundesgericht noch hängig (Verfahren BGer
1C_577/2019).
B.
In der Steuererklärung 2017 machte A._ unter anderem die Anwaltskosten für das
(noch hängige) Baueinspracheverfahren in der Höhe von CHF 1'296 als
Liegenschaftsunterhaltskosten geltend (act. 8/6/1.11 Formular 7). Die
Veranlagungsbehörde liess den Unterhaltskostenabzug nicht zu mit der Begründung,
es handle sich nicht um Liegenschaftsunterhaltskosten. A._ wurde daher für die
Kantons- und Gemeindesteuern 2017 mit einem steuerbaren Einkommen von
CHF 46'600 und einem steuerbaren Vermögen von CHF 867'000 sowie für die direkte
Bundessteuer 2017 mit einem steuerbaren Einkommen von CHF 48'000 veranlagt
(act. 8/6/1.12, 1.18). Das kantonale Steueramt wies die von der Steuerpflichtigen gegen
diese Veranlagung erhobene Einsprache mit Entscheide vom 27. November 2019 ab
(act. 8/6/2.16, 2.17). Dagegen erhob A._ Rekurs und Beschwerde bei der
Verwaltungsrekurskommission, welche mit Entscheid vom 20. April 2020 die
Rechtsmittel ebenfalls abwies (act. 2).
C.
A._ (Beschwerdeführerin) erhob gegen den am 22. April 2020 versandten Entscheid
der Verwaltungsrekurskommission (Vorinstanz) mit Eingabe ihres Rechtsvertreters vom
25. Mai 2020 Beschwerde beim Verwaltungsgericht. Sie beantragte, unter Kosten- und
Entschädigungsfolge seien sowohl der angefochtene Entscheid als auch der
Einspracheentscheid vom 27. November 2019 aufzuheben, die Einsprache vom
27. Februar 2019 sei gutzuheissen und die geltend gemachten Anwaltskosten seien als
Unterhaltskosten steuerlich zum Abzug zuzulassen. Die Steuerveranlagung sei
entsprechend zu ändern und es sei eine neue Veranlagungsverfügung und
Schlussrechnung sowohl für die Kantons- und Gemeindesteuern 2017 als auch die
direkte Bundessteuer 2017 zu erstellen (act. 1). Mit Vernehmlassung vom 17. Juni 2020

## Considerations

verwies die Vorinstanz auf die Erwägungen im angefochtenen Entscheid und
beantragte die Abweisung der Beschwerde (act. 7). Das kantonale Steueramt
(Beschwerdegegner) verzichtete am 8. Juli 2020 ausdrücklich und die Eidgenössische
Steuerverwaltung (Beschwerdebeteiligte) stillschweigend auf eine Vernehmlassung. Die
Beschwerdeführerin erhielt Gelegenheit, sich zu den Vernehmlassungen der
Verfahrensbeteiligten zu äussern; gleichzeitig wurde sie ersucht, die umstrittene
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Abrechnung des Anwaltshonorars einzureichen (act. 9). Mit Eingabe vom 19. August
2020 hielt die Beschwerdeführerin an ihren Ausführungen in der Beschwerde fest
(act. 14) und reichte die geforderte Abrechnung ein (act. 15/17).
Auf die Erwägungen im angefochtenen Entscheid und die Ausführungen der
Beschwerdeführerin zur Begründung ihrer Begehren sowie die Akten wird, soweit
wesentlich, in den Erwägungen eingegangen.
Darüber zieht das Verwaltungsgericht in Erwägung:
1.
(Vereinigung)
2.
(Eintretensvoraussetzungen)
Da der angefochtene Entscheid an die Stelle der ihm zugrundeliegenden
Einspracheentscheide vom 27. November 2019 getreten ist ("Devolutiveffekt", BGE 134
II142 E. 1.4; BGer 1C_166/2013 vom 27. Juni 2013 E. 1.1; 2C_204/2015 vom 21. Juli
2015 E. 1.2), kann auf die Beschwerde, soweit damit die Aufhebung der
entsprechenden Einspracheentscheide des Beschwerdegegners beantragt wird, nicht
eingetreten werden.
3.
Die Beschwerdeführerin stellt verschiedene Beweisanträge (act. 2
Beweismittelverzeichnis): Edition der Vorakten der Steuerveranlagung, des
Einspracheverfahrens sowie des Rekurs- und Beschwerdeverfahrens, die Edition des
strittigen Baugesuchs, der Akten im Zusammenhang mit dem Antrag der Planungszone
und des Beschwerdeverfahrens B 2019/60, die Einholung einer Amtsauskunft (über die
Behandlung der baurechtlichen Einsprache vom 19. Juli 2017) sowie die Durchführung
eines Augenscheins. Auf die beantragten prozessualen Vorkehren kann – mit
Ausnahme des Beizugs der Vorakten des vorliegenden Verfahrens – verzichtet werden,
zumal sich die entscheidrelevanten tatsächlichen Verhältnisse aus den Verfahrensakten
ergeben und von den beantragten Beweisvorkehren keine entscheidrelevanten neuen
Erkenntnisse zu erwarten sind (vgl. dazu BGer 1C_85/2019 vom 23. Juli 2019 E. 2.1
und BGer 1C_13/2018 vom 13. März 2019 E. 3 je mit Hinweis[en]).
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4.
Umstritten ist einzig, ob die von der Beschwerdeführerin deklarierten Anwaltskosten in
der Höhe von CHF 1'296 in der Steuerperiode 2017 als Liegenschaftsunterhaltskosten
zum Abzug zuzulassen sind.
Die rechtlichen Ausführungen der Vorinstanz zur Abzugsfähigkeit von
Liegenschaftsunterhaltskosten gemäss Art. 44 Abs. 2 StG bzw. Art. 32 Abs. 2 DBG
sind korrekt (vgl. E. 2a des angefochtenen Entscheids), weshalb – anstelle von
Wiederholungen – darauf verwiesen werden kann.
Demnach können auch Anwalts- und Gerichtskosten Vermögensverwaltungskosten
darstellen. Nach der Rechtsprechung ist hierfür erforderlich, dass die Aufwendungen
der Bewahrung der Vermögenswerte dienen respektive für die Sicherung oder
Einforderung von Vermögenserträgen oder des ertragbringenden beweglichen
Vermögens selber aufgewendet werden (BGer 2C_534/2018 vom 27. September 2019
E. 3.1). Die Frage der Abzugsfähigkeit hängt dabei nicht davon ab, ob die
Steuerpflichtigen mit allen Rechtsbegehren durchzudringen vermögen. Es wird indes
vorausgesetzt, dass das entsprechende Verfahren nicht offensichtlich aussichtslos
erscheint (BGer 2C_690/2016 vom 2. Februar 2017 E. 2.2 mit weiteren Hinweisen). Des
Weiteren bedarf es einer spezifischen Betroffenheit, indem das fragliche Grundstück
von einer Massnahme direkt betroffen ist. Die Beeinträchtigung wirkt sich unmittelbar
auf einkommensrelevante (Eigenmietwert, erzielbare Fremdmieten) oder
vermögensrelevante (Verringerung des Marktwerts) Eigenschaften einer Liegenschaft
aus bzw. solche Auswirkungen sind zumindest ohne Einsatz der geltend gemachten
Kosten im Zusammenhang mit der Abwehr einer Massnahme mit rechtlichen Mitteln
mit hoher Wahrscheinlichkeit zu erwarten (vgl. Entscheid des Verwaltungsgericht
Aargau WBE.2015.270 vom 13. Juni 2016 E. 3.3.3 mit zahlreichen Beispielen, in:
AGVE 2016 119 ff.; vgl. auch VerwGE B 2018/162, 163 vom 6. November 2018 E. 3.2).
Von einer gewissen praktischen Bedeutung ist ausserdem die Frage der zeitlichen
Konnexität. Bei der Veranlagung natürlicher Personen geht es im Rahmen des
Privatvermögensertrages in aller Regel nach dem Realisationsprinzip im "Zeitpunkt des
Zuflusses". Dieses aus dem allgemeinen Einkommensprinzip des
Reinvermögenszugangs stammende Ist-Prinzip bedeutet bei den Aufwendungen nichts
anderes, als dass der Zeitpunkt des effektiven Abflusses beim Steuerpflichtigen
massgebend sein muss. Damit ist es grundsätzlich zwar möglich, Akontorechnungen
(bspw. für Anwaltshonorare) im Zeitpunkt ihrer Fälligkeit steuerlich zum Abzug geltend
4.1.
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5.
zu machen. Voraussetzung für die Anrechenbarkeit der geltend gemachten
Aufwendungen ist deren Fälligkeit, wobei in der Regel auf den Zeitpunkt der
Rechnungsstellung abgestellt wird, soweit ernsthaft mit der Bezahlung gerechnet
werden kann. Andernfalls ist der spätere Zeitpunkt der Zahlung massgebend. Reine
Vorauszahlungen und nicht in Rechnung gestellte Akontozahlungen sind dabei noch
nicht, gestellte Akontorechnungen hingegen schon abzugsfähig (VerwGE B 2012/37
vom 13. November 2012 E. 2.1; Zwahlen/Lissi, in: Zweifel/Beusch [Hrsg.], Kommentar
zum Schweizerischen Steuerrecht, Bundesgesetz über die direkte Bundessteuer [DBG],
3. Aufl. 2017, N 9 zu Art. 32 DBG; Richner/Frei/Kaufmann/Meuter, Handkommentar
zum DBG, 3. Aufl. 2016, N 109 zu Art. 41 DBG; Zigerlig/Oertli/Hofmann, Das
st. gallische Steuerrecht, 7. Aufl. 2014, S. 150).
Mit Schreiben vom 19. Juli 2017 ersuchte der Rechtsvertreter die Beschwerdeführerin,
für die in Sachen Bauvorhaben "D._" getätigten Aufwände und Auslagen eine
Akontozahlung von CHF 1'200 zuzüglich 8 Prozent Mehrwertsteuer, mithin insgesamt
CHF 1'296, zu leisten. Der Vorschuss wurde am 17. August 2017 bezahlt (vgl.
act. 15/17). Die entsprechende Zahlung ist damit in der Steuerperiode 2017
abzugsfähig, sofern das auf Stufe Stadt C._ hängige Baueinspracheverfahren nicht als
offensichtlich aussichtslos erscheint, was vorfrageweise nachfolgend zu prüfen ist.
4.2.
Die Vorinstanz führt im angefochtenen Entscheid im Wesentlichen aus, das fragliche
Baugesuch der Nachbarliegenschaft sei nach den geltenden Bauvorschriften
regelkonform, nachdem im Quartier D._ derzeit die Regelbauvorschriften gelten und
keine besonderen Vorschriften für die äussere Gestaltung der Bauten bestehen
würden. Ausserdem seien bisher keine Sonderbauvorschriften erlassen worden.
Inwiefern ein regelkonformes Bauvorhaben mit Fassadenisolation, Photovoltaikanlage
und Vordach ein Verstoss gegen das Verunstaltungsverbot zur Folge haben solle, sei
nicht nachvollziehbar. Schliesslich sei auch das Gesuch der Steuerpflichtigen um
Erlass einer Planungszone vom Stadtrat abgewiesen und die dagegen erhobenen
kantonalen Rechtsmittel allesamt erfolglos geblieben. Selbst wenn noch
Sonderbauvorschriften erlassen würden, hätten diese nicht zwingend eine
Werterhaltung der betroffenen Liegenschaften zur Folge. Die Einschränkungen könnten
unter Umständen auch eine Wertverminderung verursachen, namentlich, wenn damit
zweckmässige bauliche Vorkehrungen zur Energieeinsparung oder -gewinnung
verhindert würden. Vorliegend habe die Pflichtige gegen das Baugesuch daher eine
5.1.
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offensichtlich unbegründete Einsprache erhoben (vgl. E. 3c des angefochtenen
Entscheids).
Die Beschwerdeführerin macht zusammenfassend geltend, der Beurteilung der
Vorinstanz könne nicht gefolgt werden. Letztere habe übersehen, dass im Verlaufe des
Rechtsmittelverfahrens hinsichtlich des streitigen Baugesuchs weitere Begehren,
Rügen und Einwände vorgebracht werden können. Zudem habe die Vorinstanz
insbesondere die entsprechenden Amtsberichte der kantonalen Fachstellen nicht
berücksichtigt, die die inhaltliche Auffassung der Beschwerdeführerin bestätigen
würden. Selbst wenn tatsächlich keine Planungszone erlassen werden sollte, würden
die Beurteilungen der kantonalen Fachstellen im Rahmen des noch hängigen Bau- und
Einspracheverfahrens akzessorisch berücksichtigt werden müssen.
Es trifft zwar zu, dass die Beschwerdeführerin im Baubewilligungsverfahren neue
Tatsachen und Beweismittel vorbringen könnte. Sie verkennt mit ihrem Einwand
jedoch, dass im vorliegenden steuerrechtlichen Verfahren die Erfolgschancen der
Baueinsprache vorfrageweise zu klären sind. Sie wäre deshalb gehalten gewesen, im
Beschwerdeverfahren substantiiert darzulegen, weshalb die Schlussfolgerung der
Vorinstanz, wonach die Baueinsprache offensichtlich unbegründet sei, falsch sein
sollte. Allein aus dem Umstand, dass die Baueinsprache seit dem 19. Juli 2017 bei der
Baubewilligungskommission der Stadt C._ hängig ist, kann die Beschwerdeführerin
jedenfalls nichts zu ihren Gunsten ableiten. Die Sistierung des kommunalen
Baueinspracheverfahrens ist vielmehr darauf zurückzuführen, dass die
Beschwerdeführerin den Erlass einer Planungszone beantragt und dass sie – nachdem
die kantonalen Rechtmittel gegen den abschlägigen Entscheid erfolglos blieben –
dagegen Beschwerde beim Bundesgericht erhob, welches bis dato noch keinen
Entscheid fällte.
5.2.
Die Bauordnung der Beschwerdegegnerin (...) sieht besondere Gestaltungsvorschriften
für (...) vor. Das Grundstück der Beschwerdeführerin liegt unbestrittenermassen in
keinem der beschriebenen Gebiete und wird auch nicht von einem
Sondernutzungsplan erfasst, so dass einzig das Verunstaltungsverbot gemäss Art. 99
des Planungs- und Baugesetzes (sGS 731.1, PBG) bzw. des bis 30. September 2017
gültigen Art. 93 Abs. 1 des Baugesetzes (aBauG) gilt. Von einer Verunstaltung kann
nach ständiger Praxis und Rechtsprechung nur gesprochen werden, wenn etwas
offensichtlich und qualifiziert Unschönes geschaffen wird. Es genügt nicht, wenn eine
5.3.
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Baute oder Anlage bloss als nicht sehr schön eingestuft wird. Das Vorhaben ist dabei
nicht bloss für sich allein zu beurteilen; es muss vielmehr in Bezug zu seiner Umgebung
gesetzt und in Bezug auf die Gesamtwirkung beurteilt werden. Massgebend ist der
Gesamteindruck und die beurteilende Behörde muss sich auf objektive und
grundsätzliche Kriterien stützen (BDE 2020 Nr. 26 E. 5.2). Eine Verunstaltung darf nicht
leichthin angenommen werden. Verunstaltung bedeutet eine schwerwiegende
Verletzung ästhetischer Werte. Gleichbedeutend ist die Bezeichnung schwere, grobe
oder erhebliche Beeinträchtigung. Diese Voraussetzungen sind dann nicht erfüllt, wenn
eine Baute oder Anlage von einem ästhetisch ansprechbaren Durchschnittsbürger zwar
nicht als schön empfunden wird, diese aber keine positiv unschöne und ärgerliche
Wirkung ausübt. Ein Bau oder eine Anlage muss sich – um als verunstaltend zu gelten –
als qualifiziert unschön bezeichnen lassen (BDE 2020 Nr. 21 E. 7.1). Die
Beschwerdeführerin bringt nicht vor, inwiefern das geplante Bauvorhaben auf dem
Nachbargrundstück eine Verunstaltung darstellen sollte. Zunächst ist nicht ersichtlich,
weshalb die Isolierung der Fassade eine schwerwiegende Verletzung ästhetischer
Werte darstellen soll. Es mag zutreffen, dass das Erstellen einer Photovoltaikanlage
keinen ästhetischen Gewinn für die Umgebung darstellt; entscheidend ist aber, dass
sie auch keine Verunstaltung im Sinn von etwas "qualifiziert Unschönem" bewirkt. Des
Weiteren stellt das Nachbarhaus kein Kulturdenkmal im Sinn von Art. 32b der
Raumplanungsverordnung (SR 700.1, RPV) dar, weshalb genügend angepasste
Solaranlagen keiner Baubewilligung bedürfen (vgl. Art. 18a Abs. 1 des
Raumplanungsgesetzes [SR 700, RPG] i.V.m. Art. 32a RPV).
Auch der nachträgliche Erlass einer Planungszone vermöchte am geschilderten
Ergebnis nichts zu ändern. Die Bestimmung von Art. 42 PBG entspricht der bereits in
Art. 27 RPG vorgesehenen Planungszone und bezweckt die Sicherung der
Entscheidungsfreiheit der Planungsbehörden, indem sie Bauvorhaben einstweilen
untersagt, wenn sie neue planerische Festlegungen negativ beeinflussen sollten.
Künftigen Planfestsetzungen wird auf diese Weise eine sog. negative Vorwirkung
zuerkannt, indem Bauten nur noch bewilligt werden, wenn sie – abgesehen von der
aktuell geltenden – auch die vorgesehene planerische Neuordnung nicht
beeinträchtigen. Diese Regelung dient der Verwirklichung des verfassungsrechtlichen
Auftrags der Raumplanung (Art. 75 der Bundesverfassung der Schweizerischen
Eidgenossenschaft, SR 101, BV) und kann sich bereits daher auf ein bedeutendes
öffentliches Interesse stützen. Die Plansicherungsmassnahmen bewirken jedoch
zugleich Eigentumsbeschränkungen, die nur bei Wahrung der Verhältnismässigkeit
zulässig sind. Im Blick darauf wird die zeitliche Dauer der negativen Vorwirkung
5.4.
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regelmässig in zeitlicher Hinsicht beschränkt (so etwa in Art. 42 Abs. 3 PBG auf drei
Jahre). Bei der Beurteilung der intertemporalrechtlichen Anwendung von Art. 42 PBG
muss die erwähnte Bedeutung der zeitlichen und sachlichen Beschränkung der
negativen Vorwirkung beachtet werden. Auch wenn der Grundeigentümer keinen
Anspruch darauf hat, dass seine bisherigen baulichen Nutzungsmöglichkeiten dauernd
bestehen bleiben, muss er doch bei der Ausarbeitung eines Bauprojekts auf geltende
und auf voraussehbare künftige planungsrechtliche Vorschriften abstellen können (BGE
118 Ia 510 E. 4d). Unter diesen Umständen erscheint es weder im Lichte der
Rechtssicherheit (Art. 5 Abs. 1 BV) noch gestützt auf den Verfassungsgrundsatz von
Treu und Glauben (Art. 5 Abs. 3 BV) als zulässig, das öffentliche Interesse an der
Vorwirkung einer allfälligen neuen Bauordnung für das Bauvorhaben als höherrangig
einzustufen als dessen privates Interesse an der Weitergeltung des alten Rechts. Die
Eigentumsbeschränkung lässt sich mit andern Worten übergangsrechtlich nicht auf die
Planungszone abstützen. Aus grundrechtlicher Sicht (Eigentumsgarantie) fehlt eine
hinreichende gesetzliche Grundlage (BGer 1P.539/2003 vom 22. April 2004 E. 2.7). Die
Gefahr, dass früher bewilligte Bauten nicht im Einklang mit einer neuen Zonenordnung
stehen, besteht immer. Allenfalls ist das vorliegende Bauvorhaben das letzte derartige.
Dies erschwert oder verhindert eine allfällige neue Ortsplanung nicht wesentlich (BGer
1C_91/2011 vom 26. Oktober 2011 E. 2.6.2). Im Übrigen dürfen Bauvorhaben, die den
Planungszweck nicht berühren (d.h. den ins Auge gefassten künftigen Vorschriften
entsprechen), wenn sie zugleich den noch geltenden Vorschriften entsprechen,
bewilligt und ausgeführt werden (Zaugg/Ludwig, in: Baugesetz des Kantons Bern vom
9. Juni 1985 – Kommentar Band II, 4. Aufl. 2017, N 13 zu Art. 62-63). Die im
Zusammenhang mit der Planungszone erstellten Amtsberichte der verschiedenen
kantonalen Stellen äussern sich lediglich dazu, ob der Erlass einer solchen angezeigt
sei. Das kantonale Hochbauamt stellt sich dabei auf den Standpunkt, eine Sanierung
sollte innerhalb des vorhandenen Kanons umgesetzt werden (act. 8/2/10); die
kantonale Denkmalpflege wiederum erachtet die Wahrung der Siedlung und ihrer
Einheitlichkeit als wünschenswert (act. 8/2/11) und das Amt für Raumentwicklung und
Geoinformation führt aus, aus kantonaler Sicht scheine der Erlass einer Planungszone
zweckmässig, wobei der Entscheid darüber beim Stadtrat liege (act. 8/2/12).
Ausführungen zum konkreten Bauvorhaben, aufgrund derer dieses nicht realisiert
werden dürfe, sind den Berichten der kantonalen Stellen dagegen nicht zu entnehmen.
Die Beschwerdeführerin legt schliesslich nicht dar, inwiefern der Miet- oder
Vermögenswert der von ihr bewohnten Liegenschaft durch das Bauvorhaben auf dem
Nachbargrundstück beeinträchtigt werden sollte. Vielmehr ist der Vorinstanz
5.5.
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6.
Zusammenfassend ergibt sich, dass nicht zu beanstanden ist, wenn der
Beschwerdegegner den Abzug der Anwaltskosten in der Höhe von CHF 1'296 als
Liegenschaftsunterhaltskosten verweigert hat. Die Vorinstanz hat den Rekurs und die
Beschwerde folglich zu Recht abgewiesen. Die beiden angehobenen Beschwerden
erweisen sich als unbegründet und sind daher sowohl hinsichtlich der Kantons- und
Gemeindesteuern 2017 als auch der direkten Bundessteuer 2017 abzuweisen, soweit
darauf einzutreten ist.
7.
(Kosten- und Entschädigungsfolgen)