# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** afc414bc-6c0f-4dfc-9531-1ff4793c7c82
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2021
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren
1971,
war
seit
1.
Juli 2015 einziger Gesellscha
fter und Geschäftsführer der
Y._
(vgl.
Publikation im Schweizerischen Handels
amtsblatt, SHAB, vom
6.
Juli 2015 Nr. 127)
und über sein Anstellungsverhältnis bei derselben
bei der Axa Versicherungen AG (nachfolgend: AXA)
unter anderem
kollektiv krankentaggeldversichert
(Police Nr.
«...»
,
Urk.
10
/42). Aufgrund einer koronaren 3-Gefässerkrankung war
er
ab 1
9.
Oktober 2015 arbeitsunfähig, was sein Hausarzt
Dr.
med.
Z._
, Facharzt FMH für Allgemeinmedizin, der AXA mit Formular vom 2
2.
Januar 2016 mitteilte (
Urk.
10/1). Die Axa erbrachte nach Ablauf der vertraglich vereinbarten Wartefrist von 30 Tagen (
Urk.
10/42 S. 2) vom 1
8.
November 2015 bis
1.
Mai
2016 Taggelder aufgrund einer 100%igen und vom
2.
Mai bis 1
3.
Juni
2016 aufgrund einer 80%igen Arbeitsunfähigkeit (
Urk.
10/43).
Das Arbeitsverhältnis mit der
Y._
, über welche am 2
8.
Juni 2016 der Konkurs eröffnet wurde (vgl. Publikation
SHAB, vom
4.
Juli
2016, Nr.
127
), wurde am
1.
Mai 2016 per 1
3.
Juli 2016 aufgelöst (
Urk.
10/7).
Per 1
4.
Juli 2016
trat der Versicherte in die Einzelkrankentaggeldversicherung der AXA über (Police Nr.
«...»
vom
3.
Oktober 2016,
Urk.
2/3 =
Urk.
10/39). Anlässlich eines Gesprächs mit der zuständigen Aussendienstmitarbeiterin der AXA am 2
6.
August 2016 erklärte der Versicherte, dass es ihm seit April 2016
auch
p
sychisch schlecht gehe und händigte ein ärztliches Zeugnis von
Dr.
med.
A._
, welcher den Versicherten ab 1
8.
April 2016
durchgehend
zu 100
%
krank
geschrieben hatte, aus (
Urk.
10/10 S. 3 f.; vgl. Taggeldkarte,
Urk.
2/12). Nach Einholung einer Stellungnahme von
Dr.
med.
B._
, Leiter Medizinischer Dienst
der AXA
,
vom 2
8.
November 2016 (
Urk.
10/14) und Kenntnisnahme der Verfügung der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich,
IV-Stelle, vom 2
9.
November 2016
, in welcher
ein Rentenanspruch
ausgehend von einer unein
geschränkten Arbeitsfähigkeit aus kardiologischer Sicht ab Mai 2016 verneint worden war (
Urk.
10/15), teilte die AXA dem Versicherten mit Schreiben vom 2
2.
Dezember 2016 mit, dass ihm aus somatischer Sicht seit Mai 2016 eine leichte Tätigkeit voll zumutbar sei; eine psychische Erkrankung sei medizinisch nicht belegt, zumal auch keine entsprechende Behandlung stattfinde. Da das Taggeld bis 1
3.
Juni 2016 ausgerichtet worden sei, seien keine weiteren Leistungen mehr ge
schuldet (
Urk.
10/16). Am 1
9.
Januar 2017 sprach sich
Dr.
med.
C._
, Fach
arzt FMH für P
sychiatrie und Psychotherapie, als b
eratender Arzt der AXA gegen das Vorliegen
einer psychischen Störung mit Krankheitswert und eine
anhaltende Arbeitsunfähigkeit aus psychiatrischer Sicht aus (
Urk.
10/18). Auf Überweisung von
Dr.
A._
(
Urk.
10/19)
absolvierte der Versicherte vom 1
3.
bis 2
3.
Februar 2017 einen stationären Aufenthalt in der
D._
(
Urk.
10/21). Nach Eingang eines
weiter
e
n Berichts von
Dr.
A._
vom 2
0.
März 2017 mit der Bitte um neuerliche Beurteilung der Arbeits
fähigkeit und Auszahlung von Taggeldern (
Urk.
10/22) nahm
Dr.
C._
am 1
9.
April 2017 neuerlich Stellung
(
Urk.
10/23). Am 2
2.
Mai 2017 teilte die AXA dem Versicherten sodann mit, dass ihm im Zusammenhang mit der gemeldeten
Arbeitsunfähigkeit ab 1
4.
Juli 2016 mangels Anmeldung beim Regionalen Arbeit
s
vermittlungszentrum kein Schaden entstanden sei, weshalb ein Taggeldanspruch entfalle (
Urk.
10/26). Weitere Schriftwechsel zwischen dem Versicherten und der AXA führten zu
keiner Einigung (
Urk.
10/28-33).
2.
Mit Eingabe vom 2
5.
September 2019 erhob
X._
Klage gegen die AXA und beantragte, die Beklagte sei zu verpflichten, dem Kläger für den Zeitraum
vom 1
4.
Juni 2016 bis 3
1.
Mai 2017 Krankentaggelder
von
Fr.
82'586.--
nebst Zins
von 5
%
seit 2
2.
Dezember 2016 zu bezahlen (
Urk.
1 S. 2). Die Beklagte schloss in der innert erstreckter Frist eingereichten Klageantwort vom 1
7.
Januar 2020 auf Abweisung der Klage (
Urk.
9). Nachdem der Kläger in der Replik vom 2
4.
Februar 2020 (
Urk.
13)
an seinem Antrag hatte festhalten lassen, wurde der Beklagten mit Verfügung vom
3.
März 2020 Frist zur Einreichung einer Duplik angesetzt (
Urk.
15), welche am 1
3.
Mai 2020
,
datierend vom 1
2.
Mai 2020
,
im Gericht einging (
Urk.
17; Briefumschlag zu
Urk.
17). Mit Eingabe vom 1
2.
Juni 2020 liess der Kläger
beantragen
, die verspätet eingereichte Eingabe
der Beklag
ten
vom 1
2.
Mai 2020 sei aus dem Recht zu weisen (
Urk.
19, 20), wovon der Beklagten am 1
9.
Juni 2020 Kenntnis gegeben wurde (
Urk.
21).
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Streitigkeiten aus einer Zusatzversicherung zur sozialen Krankenversicherung unterstehen gemäss Art. 2 Abs. 2 Satz 2 des Bundesgesetzes vom 26. September 2014 betreffend die Aufsicht über die soziale Krankenversicherung (Krankenver
sicherungsaufsichtsgesetz, KVAG) dem Bundesgesetz über den Versicherungsver
trag (Versicherungsvertragsgesetz, VVG). Sie sind privatrechtlicher Natur (BGE
138 III 2 E. 1.1). Kollektive Kranken
taggeld
versicherungen werden vom Bundes
gericht wie alle weiteren
Taggeld
versicherungen in ständiger Praxis unter den Begriff der Zusatzversicherung zur sozialen Krankenversicherung subsumiert (BGE 142 V 448 E. 4.1).
1.2
Das Sozialversicherungsgericht ist als einzige kantonale Gerichtsinstanz für Klagen
über Streitigkeiten aus Zusatzversicherungen zur sozialen Krankenver
sicherung nach dem Bundesgesetz über die Krankenversicherung (KVG) zuständig (Art. 7 der Schweizerischen Zivilprozessordnung, ZPO, in Verbindung mit § 2 Abs. 2
lit
. b des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht;
GSVGer
; BGE 138 III 2 E.
1.2.2), ohne dass vorgängig ein Schlichtungsverfahren durchzuführen ist (BGE 138 III 558 E. 4).
Das Verfahren richtet sich nach der ZPO, wobei das ver
einfachte Verfahren zur Anwendung gelangt (Art. 243 Abs. 2
lit
. f ZPO).
Die sachliche und örtliche Zuständigkeit des hiesigen Gerichts zur Beurteilung der eingereichten Klage ist unstrittig gegeben.
1.3
Gemäss Art. 243 Abs. 2
lit
. f ZPO werden Ansprüche aus einer Zusatzversiche
rung zur sozialen Krankenversicherung nach dem KVG ohne Rücksicht auf den Streitwert im vereinfachten Verfahren nach Art. 243 ff. ZPO beurteilt. Gemäss Art. 247 Abs. 2
lit
. a in Verbindung mit Art. 243 Abs. 2
lit
. f ZPO stellt das Gericht im Verfahren betreffend Streitigkeiten aus Zusatzversicherungen zur sozialen Krankenversicherung nach dem KVG den Sachverhalt von Amtes wegen fest.
Der Untersuchungsgrundsatz befreit die Parteien indessen nicht davon, bei der Feststellung des
entscheidwesentlichen
Sachverhalts aktiv mitzuwirken. Das Gericht ist im Rahmen der sozialen Untersuchungsmaxime gemäss Art. 247 Abs. 2
lit
. a ZPO lediglich einer erhöhten Fragepflicht unterworfen. Wie unter der Verhandlungsmaxime müssen die Parteien selbst den Stoff beschaffen. Das Ge
richt kommt ihnen nur mit spezifischen Fragen zur Hilfe, damit die erforderli
chen Behauptungen und die entsprechenden Beweismittel genau aufgezählt werden. Es ermittelt aber nicht aus eigenem Antrieb (BGE 141 III 569 E. 2.3; Urteil des Bundesgerichts 4A_702/2016 vom 23. März 2017 E. 3.1).
1.4
Gemäss Art. 8 des Schweizerischen Zivilgesetzbuchs (ZGB) hat, wo es das Gesetz nicht anders bestimmt, derjenige das Vorhandensein einer behaupteten Tatsache zu beweisen, der aus ihr Rechte ableitet. Demgemäss hat die Partei, die einen Anspruch geltend macht, die rechtsbegründenden Tatsachen zu beweisen, wäh
rend die Beweislast für die rechtsaufhebenden bzw. rechtsvernichtenden oder rechtshindernden Tatsachen bei der Partei liegt, die den Untergang des Anspruchs behauptet oder dessen Entstehung oder Durchsetzbarkeit bestreitet. Diese Grund
regel kann durch abweichende gesetzliche Beweislastvorschriften ver
drängt werde
n und ist im Einzelfall zu konkretisieren (BGE 128 III 271 E. 2a/
aa
). Es obliegt der versicherten Person zu beweisen, dass sie (weiterhin) arbeitsunfähig ist und daher Anspruch auf
Taggeld
er hat, wenn die Versicherung zunächst
Tag
geld
er ausbezahlt hat und sodann geltend macht, die Umstände hätten sich geändert oder die Leistungen seien von vornherein zu Unrecht erbracht worden
und die versicherte Person sei (wieder) arbeitsfähig (BGE 141 III 241 E. 3.1). Den Versicherer trifft demgegenüber die Beweislast für Tatsachen, die ihn zu einer Kürzung oder Verweigerung der vertraglich vorgesehenen Leistung berechtigen oder die den Versicherungsvertrag gegenüber dem Anspruchs
berechtigten unver
bindlich machen (BGE 130 III 321 E. 3.1).
1.5
Da der Nachweis rechtsbegründender Tatsachen im Bereich des Versicherungs
vertrags regelmässig mit Schwierigkeiten verbunden ist, geniesst der beweis
pflichtige Anspruchsberechtigte insofern eine Beweiserleichterung, als er in der Regel nur eine überwiegende Wahrscheinlichkeit für das Bestehen des geltend gemachten Versicherungsanspruchs darzutun hat. Allerdings kann der Versiche
rer im Rahmen des Gegenbeweises Indizien geltend machen, welche die Glaub
würdigkeit des Ansprechers erschüttern oder erhebliche Zweifel an seinen Schil
derungen erwecken. Gelingt der Gegenbeweis, dürfen die vom Anspruchs
berech
tigten behaupteten Tatsachen nicht als überwiegend wahr
scheinlich und damit nicht als bewiesen anerkannt werden. Der Hauptbeweis ist vielmehr gescheitert (BGE 130 III 321 E. 3.4).
1.6
Nach Art. 168 Abs. 1 ZPO sind als Beweismittel zulässig: Zeugnis (
lit
. a), Urkunde (
lit
. b), Augenschein (
lit
. c), Gutachten (
lit
. d), schriftliche Auskunft (
lit
. e) sowie Parteibefragung und Beweisaussage (
lit
. f). Diese Aufzählung ist abschliessend; im Zivilprozessrecht besteht insofern ein
numerus
clausus der Beweismittel, vor
behalten bleiben nach Art. 168 Abs. 2 ZPO lediglich die Bestimmungen über Kinderbelange in familienrechtlichen Angelegenheiten (BGE 141 III 433 E. 2.5.1). Art. 168 Abs. 1
lit
. d ZPO lässt einzig vom Gericht eingeholte Gutachten als Beweismittel zu. Privatgutachten sind zwar zulässig, aber nicht als Beweismittel, sondern nur als Parteibehauptungen (BGE 141 III 433 E. 2.5.2).
1.7
1.7.1
Gemäss
Art.
143 ZPO müssen Eingaben der Parteien spätestens am letzten
Tag
der Frist beim Gericht eingereicht oder zu dessen
Handen
der Schweizerischen Post oder einer schweizerischen diplomatischen oder konsularischen Vertretung
übergeben werden. Nimmt eine Partei eine Prozesshandlung nicht fristgerecht vo
r, so ist sie säumig und das Verfahren wird ohne die versäumte Handlung weiter
geführt, sofern das Gesetz nichts
a
nderes
vorsieht (
Art.
147
Abs.
1
und 2 ZPO).
1.7.2
Die Beklagte hat die mit Verfügung vom
3.
März 2020 angesetzte 30-tägige Frist zur Einreichung einer Duplik (
Urk.
15) mit ihrer Eingabe vom 1
2.
Mai
2020 (
Urk.
17) unbestrittenermassen (vgl.
Urk.
17 S. 2: Vorbemerkungen) verpasst, dauerte diese nach Zustellung der Verfügung
vom
3.
März 2020
am
6.
März 2020 (
Urk.
16) unter Berücksichtigung des Fristenstillstandes gemäss
Art.
145
Abs.
1
lit
. a ZPO doch
lediglich
bis 2
0.
April 202
0.
Nachdem die Beklagte auf die Säumnisfolgen gemäss
Art.
147
Abs.
2 ZPO unter Dispositiv Ziffer 1 Absatz 2 ordnungsgemäss hingewiesen worden war (
Urk.
15 S. 2) und sie auf ein Gesuch um
Erstreckung der angesetzten Frist respektive um Wiederherstellung der ver
säumten Frist
verzichtet hat
, ist vom Verzicht auf Duplik auszugehen und
die entsprechenden Vorbringen
der Beklagten in
Urk.
17
sind ebenso unbeachtlich wie diejenigen des Klägers hierzu in seiner Eingabe vom 1
2.
Juni 2020 (
Urk.
19).
2
.
2.
1
Gegenstand der Klage ist
der
vom Kläger geltend gemachte Anspruch auf
352
Taggelder für die Zeit vom 1
4.
Juni 2016 bis 31
.
M
ai
2017 im Gesamtbetrag von
Fr.
82'586.--. Der Kläger macht in der Klage sinngemäss geltend, er sei in der fraglichen Zeit
aufgrund einer
psychischen Krankheit
vom
1
4.
Juni 2016 bis 1
6.
März 2017
zu 100
%
und vom 1
7.
März bis 3
1.
Mai 2017 zu 50
%
arbeitsun
fähig gewesen
, was mit Berichten und Arbeitsunfähigkeitszeugnissen von
Dr.
A._
,
Dr.
Z._
, dem Austrittsbericht der
D._
und einem Bericht des psychia
trischen Facharztes
Dr.
med.
E._
vom 1
4.
November 2017 belegt sei (
Urk.
1).
2.2
Die Beklagte bestreitet ihre Leistungspflicht in der Klageantwort vom 1
7.
Januar 2020 auf mehreren Begründungsebenen. Zunächst sei der Kläger gemäss der medi
zinischen Aktenlage aus kardiologischer Sicht spätestens im Zeitpunkt der Leistungseinstellung per 1
3.
Juni 2016 trotz seiner Herzprobleme wieder vollum
fänglich arbeitsfähig gewesen in seiner Tätigkeit als Autohändler. Soweit der Kläger eine psychisch bedingte Ar
beitsunfähigkeit geltend mache, fehle es an einer fachärztlichen psychiatrischen Diagnosestellung und einem fachpsychia
trischen Arbeitsunfähigkeitsattest. Auch fehle es an einer adäquaten Behandlung, welche bei der von
Dr.
A._
gestellten Diagnose einer schweren Depression zu erwarten
gewesen
wäre, wie
Dr.
C._
nachvollziehbar dargelegt habe. Die
se
Tatsachen wie auch der Umstand, dass der Kläger nach bloss zehntägigem Auf
enthalt in der
D._
weiterhin keine angemessene psychiatrische Behandlung in Anspruch genommen habe, sp
rächen
gegen das Vorliegen eines besonderen
Leidensdrucks und einer leistungsmindernden psychischen Erkrankung im streiti
gen Zeitraum. Jedenfalls gelinge dem Kläger der ihm obliegende Beweis einer über den 1
3.
Juni 2016
hinaus
fortdauernden Arbeitsunfähigkeit nicht.
Selbst wenn sich aber
aufgrund des
Aufenthalt
s
in der
D._
, wo erstmalig eine psychiatrische Diagnose gemäss ICD-10 gestellt worden sei, eine psychische Erkrankung mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit ableiten liesse, hätte diese frühestens im Zeitpunkt des Klinikeintritts am 1
3.
Februar 2017 bestanden. Der Kläger habe nach der Auflösung des Arbeitsverhältnisses mit der
Y._
per 1
3.
Juli 2016 nicht mehr zum Kreis der versicherten Personen aus der Kollektiv-Krankentaggeldversicherung gehört.
Da nach
Erlöschen des Versiche
rungsschutzes gemäss den Allgemeinen Versicherungsbedingungen
(AVB)
Tag
geld nur für jene Krankheiten bezahlt werde, die während der Vertragsdauer eingetreten seien, wäre eine Arbeitsunfähigkeit, die auf der von der
D._
erstmals gestellten Diagnose beruhe
,
nicht
mehr unter der Police Nr.
«...»
versichert. Auch aus der Einzel-Kranke
ntaggeldversicherung des Klägers
resultierte
diesfalls
aber
keine Leistungspflicht, würde eine allfällig
e
Arbeitsunfähigkeit doch jeden
falls nur die Dauer des stationären Aufenthalts betreffen, welcher
kürzer gewesen sei als
die
vertraglich vereinbarte Wartefrist
von wiederum 30 Tagen.
Abgesehen davon treffe d
ie
Beklagte
nur eine Leistungspflicht, wenn die krank
heitsbedingte Arbeitsunfähigkeit eine Erwerbseinbusse zur Folge habe; da sich der Kläger frühestens im März 2017 beim RAV angemeldet habe, könnte erst ab diesem Zeitpunkt ein im Rahmen der Einzeltaggeldversicherung zu berücksich
tigender wirtschaftlicher Schaden entstanden sein.
Wenn entgegen ihrer
Ansicht eine Arbeitsunfähigkeit des Klägers in dem von ihm
geltend gemachten
Zeitraum vom 1
4.
Juni 2016 bis 3
1.
Mai 2017 ausgewiesen sein sollte, wäre eine damit zusammenhängende Taggeldforderung
ausserdem
zumindest teilweise verjährt
(
Urk.
9 S. 10 ff.).
2.3
Der Kläger lässt in der Replik hierzu ausführen, dass es angesichts des bloss vorübergehende
n Charakters der Taggeldleistung
en anders als im Bereich der Invalidenversicherung durchaus üblich sei, dass eine Abklärung durch einen Spezialisten erst nach einer gewissen Zeit erfolge, weshalb die Anwendung von BGE 141 V 281, wie von der Beklagten gefordert, zu abstrusen Ergebnissen führen
würde
und die Kr
ankenkassen ad absurdum belastet
würde
n
. Auch gehe aus den AVB nicht hervor, dass die Diagnose durch einen Facharzt erfolgen müsse. So
dann hätten die Fachpersonen der
D._
im Gegensatz zu
Dr.
C._
dieselbe Diagnose wie
Dr.
A._
gestellt
und eine angeblich fehlende Behandlungsqualität dürfe nicht zu einer Leistungsverweigerung führen. Dass der Verjährungsverzicht
erst ab dem 1
4.
Juli 2016 verlangt worden sei
, sei auf die unseriöse Aktenführung der Beklagten in ihrem Schreiben vom 2
2.
Mai 2017 zurückzuführen (
Urk.
14 S.
2
ff.).
3.
3.1
Gemäss der Police Nr.
«...»
w
ar
im Rahmen der zwischen der Beklagten und der
Y._
abgeschlossenen
Personenversicherung
gemäss
VVG unter anderem
das gesamte Personal für
ein Krankentaggeld von 80 % des versicherten Lohnes bei einer Leistungsdauer von 730 Tagen abzüglich einer Wartefrist von 30 Tagen versichert.
Gemäss
Art.
E1
Ziff.
1 der hier anwendbaren Allgem
einen Vertragsbedingungen (AVB)
/Personenversicherung Professional, Ausgabe 07/2010 (Urk. 10/36), erbringt die Beklagte die in der Police aufgeführten Leistungen für die wirt
schaft
lichen Folgen einer krankheitsbedingten Arbeitsunfähigkeit. Ist der Versicherte nach ärztlicher Feststellung arbeitsunfähig, bezahl
t die Beklagte gemäss
Art.
E7
Ziff.
1 AVB
das Taggeld
nach Ablauf der vereinbarten Wartefrist längstens wäh
rend der vereinbarten Leistungsdauer, wobei eine Arbeitsunfähigkeit von mindes
tens
25
%
vorliegen muss (
Art.
E7
Ziff.
2 AVB,
Urk.
10/36).
Gemäss Art.
E3
Ziff
. 2
AVB
erlischt der Versicherungsschutz für den einzelnen Versicherten unter anderem mit seinem Ausscheiden aus dem Kreis der ver
si
cherten Personen. Gemäss Art.
E6
Ziff
.
8
der AVB bezahlt die Beklagte Tag
gelder nach Erlöschen des Versiche
rungsschutzes
für Rückfälle und laufende
Krank
heiten, die während der Versicherungsdauer eingetreten sind, bis zum Ablauf der vereinbarten Leistungsdauer, längstens jedoch bis zum Beginn einer Rente ge
mäss BVG oder entsprechender ausländischer Versiche
rungseinrichtungen.
3.2
Die Beklagte erbrachte
gestützt auf die Police Nr.
«...»
, mithin die mit der
Y._
abgeschlossene kollektive Taggeldversicherung,
unbestritten
vom
1
8.
November
2015 bis 1
3.
Juni 2016 Taggelder im Betrag von
Fr.
52'707.30 (vgl.
Urk.
1 S. 4, 10/43
).
Streitig und zu prüfen ist, ob der Kläger ab 1
4.
Juni 2016 bis 3
1.
Mai 2017 weiterhin Anspruch auf Taggeldleistungen hat
, wobei sich der Kläger diesbezüglich einzig auf eine psychisch bedingte Arbeitsunfähigkeit beruft und geltend macht, diese sei bereits unter dem Versicherungsschutz der Kollek
tivtaggeldversicherung
, mithin spätestens bei der Leistungseinstellung per 1
3.
Juni
2016 eingetreten
(
Urk.
1 S. 4 ff.; 14 S. 6 zu 2.1-2.3 und S. 10 zu 2.14 und 2.15 der Klageantwort).
Angesichts der Aktenlage und dabei insbesondere des Berichts von
Dr.
med.
F._
, Facharzt Kardiologie FMH, vom
7.
September 2016, in welchem aus kardialer Sicht seit 1
1.
April 2016 eine 100%ige Arbeitsfähigkeit als selbständiger Autohändler attestiert wurde (
Urk.
10/12), drängen sich im Lichte
der ric
hterlichen Fragepflicht (
Art.
52
ZPO
; E. 1.3
) keine Weiterungen des Ver
fahrens zu
einer allfällig über den 1
3.
Jun
i 2016
hinaus
bestehenden Arbeitsun
fähigkeit aus somatischen Gründe
n auf, weshalb sich die folgende Prüfung auf die Frage nach dem Vorliegen/dem Beginn einer psychisch bedingten Arbeitsun
fähigkeit beschränkt.
Sollten die folgenden Erwägungen zum
Schluss
führen, dass
bis zum Erlöschen des Versicherungsschutzes aus der Police Nr.
«...»
(1
3.
Juli 2016)
eine
Arbeitsunfähigkeit aus psychischen Gründen
eingetreten ist, welche über den 1
3.
Juni 2016
(Leistungseinstellung)
hinausdauerte
, hätte dies
– vorbehältlich anderer
einer Leistungspflicht entgegenstehender Gründe
-
eine Nachde
ckungs
pflicht der Beklagten
gestützt auf die Police
Nr.
«...»
zur Folge (E. 3.1
).
Andernfalls bliebe eine allfällige Leistungspflicht gestützt auf die ab 1
4.
Jul
i 2016 gültige Einzeltaggeldversicherung zu prüfen.
4.
4.1
Was d
ie Beweislage hinsichtlich der geltend gemachten psychisch bedingten Arbeitsunfähigkei
t anbelangt,
offerierte
der Kläger die Berichte
und Arbeits
unfähigkeitszeugnisse
seiner b
ehandelnden Ärzte
Dr.
A._
und
Dr.
Z._
sowie den Austrittsbericht der
D._
vom 2
3.
Februar 2017 und einen als Arztzeugnis betitelten Bericht von
Dr.
med.
E._
, Facharzt FMH für Psychiatrie und Psy
chotherapie
, vom 2
4.
November 2017
zum Beweis
(
Urk.
1 S. 5 ff., 2/6-
16
; vgl. auch
Urk.
7/2, als Beweis offeriert, in Urk.: 1 S. 5, irrtümlich nicht eingereicht
).
4.2
4.2.1
Dr.
A._
, welcher sich selber als Arzt für Neurologie betitelt, gemäss aktue
llem
Eintrag in der öffentlich
zugänglichen, via Internet abrufbaren Datenbank
MedReg
des Bundesamtes
für
Gesundheit
, BAG
(vgl.
https://www.bag.admin.ch/bag/
de/home/berufe-im-ge
sundheitswesen/medizinalberufe/
medizinalberuferegis
ter-me
dreg
[6.1.2021])
,
aber weder übe
r einen Facharzttitel noch
über eine
aktuelle
Berufsausübungsbewilligung verfügt, betreute den Kläger gemäss sei
nem Bericht vom 2
9.
August 2016
erstmals ab 2
4.
September 2013 und nunmehr nach einer Unterb
rechung wieder seit 1
9.
Mai 2016
(
Urk.
2/8 S. 1). Der Kläger habe ein
deutige p
sychische Beschwerden: S
tark beeinträchtigen
de Angstzustände, Panik
attacken und
Zeichen einer Depression (Antriebsverlust, Fre
ude-/Lustverlust, deutlich reduz
ierte Belastbarkeit, reduzierte Vitalkraft,
eine
deutliche Schlaf
stö
rung, Pessimismus, Unsicherheit, kognitive Funktionsstörungen, reduziertes Selbst
wertgefühl, reduziertes Selbstve
rtrauen, Angst vor Sterben usw
.
).
Diese erne
ute
(zweite) depressive Episode
mit Angst und Panikattack
en sei gemischt mit meh
reren erhe
blichen finanziellen, familiären, politischen Belastungen und Betrügen. Er erachte den Kläger eindeutig als zu 100 % arbeitsunfähig. Aus seiner Sicht habe die Arbeitsunfähigkeit vor Beginn seiner zweiten Betreuung (1
9.
Mai 2016) begonnen. Als belastende Umstände fü
hrte
Dr.
A._
unter anderem an
, der Kläger sei in den letzten Monaten aufgrund seiner Gutmütigkeit, Hilfsbereitschaft und ein wenig Naivität
um Fr. 2'000'000.-- betrogen wo
rden
durch
Urkunden
fäl
schung und Bedrohung, sei polizeilich und staatsanwaltlich verfolgt und einige Wochen in Untersuchungshaft gesessen, was er alles nicht verdient habe, sei er doch ein gutmütiger, anständiger und freundlicher Mensch
. Zusätzlich bestünden Belastungen im Zusammenhang mit einem Putschversuch in seiner türkischen Heimat, er sei
Sympathisant
der
Gülenbewegung
, weshalb seine Schwester ver
haftet worden sei. Aus Angst vor Verhaftung könn
t
e
n
er und seine ganze Fam
ilie aktuell nicht in die Türkei
einreisen. Durch all dies habe sich sein psychischer Gesundheitszustand noch einmal deutlich verschlechtert. Der Kläger müsse aus therapeutischen Zwecken von jeglichen Belastungen befreit werden, sei aktuell für jegliche Tätigkeit in der freien Wirtschaft zu 100
%
arbeitsunfähig. Die Prog
nose erachtete
Dr.
A._
dagegen als günstig, sei der Kläger doch ein aktiver, risikofreudiger, unternehmensbegabter und handelstüchtiger Mensch; krank zu bleiben liege nicht in seinem Interesse. Er
,
Dr.
A._
,
führe intensive stützende Gespräche mit ihm; auch werde der Kläger medikamentös
behandelt
(
Cipralex
20 mg,
Lexotanil
und
Stilnox
bei Bedarf
,
Urk.
2/8). In einer vom Kläger einge
reichten Taggeldkarte schrieb
Dr.
A._
den Kläger ab 1
8.
April 2016 zu 100 % arbeitsunfähig; als erste Konsultation wird darin der 1
8.
April 2016 aufgeführt (
Urk.
2/12).
4.2.2
Der Hausarzt
Dr.
Z._
erstellte am 3
0.
Mai 2016 einen Bericht zuhanden der Beklagten. Der Kläger sei seit seinem zweiten Herzinfarkt (2015) zu 100
%
arbeitsunfähig, was auch bis ans Lebensende so bleiben werde. Eine Prognose im Zusammenhang mit dem schweren Herzleiden sei schwer zu stellen. Weitere gesundheitliche Störungen
erwähnte
Dr.
Z._
weder in diesem Bericht (
Urk.
2/9) noch im folgenden Bericht vom 1
9.
September 2016, in w
elchem er von einem erfreulich
guten Verlauf des Krankheitsbildes beri
chtete
(
Urk.
2/10). Erst in
seiner auf Bitte des Klägers erstellten Stellungnahme an die Beklagte vom 2
5.
September 2018 erklärte
Dr.
Z._
, dass sich der Kläger bekanntlich eine schwere Herzkrank
heit zugezogen habe und danach
«
in einen
psychischen Zustand
»
geraten sei
, weshalb eine Wiederaufnahme der Arbeit nicht möglich gewesen sei. Fakt sei, dass die Arbeitsunfähigkeit bestätigt worden sei und zwar unabhängig von der Ursache (
Urk.
2/11).
4.2.3
Der Psychostatus im Austrittsbericht der
D._
vom 2
3.
Februar 2017 lautete auf einen wachen, bewusstseinsklaren, allseits orientierten 45-jährigen Patienten, äusserlich gepflegt, Rapport gut herstellbar. Der Kläger habe über Konzentrations-
und Aufmerksamkeitsstörungen berichtet, das Gedächtnis
sei
aber, soweit beur
tei
l
bar, unauffällig. Im Befund a
ufgeführt wurden Ängs
te im Sinne von Angst
zu
ständen;
Zwänge und Hinweise auf Wahn-, Sinnestäuschungen und Ich-Stö
run
gen wurden verneint. Im Affekt sei der Kläger niedergestimmt, deprimiert. Es liege eine Störung der Vitalgefühle vor, er sei innerlich unruhig, wenig schwin
gungs
fähig. Bejaht wurden ein reduzierter Antrieb, Ein- und Durchschlafstö
rungen. Der Kläger distanziere sich glaubhaft von Suizidalität; es bestehe kein Anhalt für Fremdgefährdung. Die zuständigen Psychologen
lic
. phil.
G._
, therapeutischer Leiter,
und MSC
H._
schlossen auf das Vorliegen einer mittelgradigen de
pressiven Episode (ICD-10 F32.1;
Urk.
2/6).
Der Kläger habe sich rasch im stationären Setting zurechtgefunden und sich mühelos integriert, sei im Kontakt freundlich und zugänglich gewesen. Er habe von einer zunehmenden depressiven Symptomatik sowie anhaltenden Suizid
gedanken bei aktuell glaubhafter Distanzierung berichtet. Aufgrund wiederkeh
render Angstzustände habe er seit zirka neun Monaten täglich verschiedene Benzodiazepine eingenommen, worunter seine Konzentration
s
- und Gedächtnis
leistungen nachgelassen hätten. Im Rahmen des stationären Aufenthaltes habe einerseits eine
psychoedukative
Aufklärung bezüglich Benzodiaze
pinen stattge
funden, die Einnahme habe deutlich reduziert werden können und die Reserve
medikation mit
Lexotanil
sei gänzlich gestoppt worden. Zudem sei die Medikation mit
Cipralex
auf den Morgen umgestellt worden. Der Kläger habe im Verlaufe des zehntägigen Aufenthalts über eine verbesserte Konzentrationsfähigkeit, einen verbesserten Antrieb und einen Rückgang der Schlafstörungen berichtet.
Er
sei bei fehlender Selbst- und Fremdgefähr
d
ung in die vorbestehenden Verhältni
sse entlassen worden,
wobei
er geplant hab
e, die ambulante psychiatrisch-psycho
therapeutische Behandlung bei
Dr.
A._
weiterzuführen (
Urk.
2/6).
Für die Zeit des Aufenthalts attestierten
lic
. phil.
G._
und die Psychologin
H._
eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit (
Urk.
2/13).
4.2.4
Dr.
A._
sprach sich in seinem Bericht an die Beklagte vom 2
7.
März 2017 für das Vorliegen einer ausgeprägten schweren depressiven Episode (ICD-10 F32.2) bei diversen belastenden Ereignissen aus. Er führe stützende, au
fklärende,
fragenbeantwortende und
entlastende Wege aufzeichnende Gespräche in türkischer
Sprache durch; die medikamentöse Therapie bestehe in
Cipralex
20 mg morgens,
Seroquel
25(50) mg
abends
und häufig
Lexotanil
2-3 x 3 mg/täglich (
Urk.
7/2).
4.2.5
Mit Zeugnis vom 2
4.
November 2017 erklärte der Psychiater
Dr.
E._
, der Kläger stehe in seiner ambulant-psychotherapeutischen Behandlung. Es bestehe ein massives depressives Zustandsbild. Auf dem Boden der somatischen Be
schwerden mit zwei Herzinfarkten, neun Stents und folgendem Geschäftsverlust
hätten
sich eine Selbstverunsicherun
g und die Depression entwickelt
, welche sich unter der medikamentösen antidepressiven Medikat
ion aktuell leicht gebessert hätt
e
n
. Es bestünden weiterhin depressive
Symptome und eine 50%ige Arbeitsun
fähigkeit (
Urk.
2/16).
4.2.6
Mit ärztlichem Zeugnis vom
5.
Dezember 2017 erklärte
Dr.
A._
, der Kläger stehe weiter in seiner Behandlung, die Symptomatik habe s
ich
unter
unter
stützenden Gesprächen und medikamentöser Therapie etwas verringert. Aktuell liege eine mittelgradige Depressio
n vor. Seit 1
6.
März 2017 sei der Kläger
bis auf Weiteres zu 50
%
arbeitsunfähig (
Urk.
2/15).
5.
5.1
Wie unter E.
1.
4 dargelegt, trägt der Kläger die Beweislast für die anspruchsbe
gründenden Tatsachen (hier eine Arbeitsunfähigkeit von 100
%
vom
1
4.
Juni 2016 bis 1
6.
März 2017 und eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit vom 1
7.
März
bis 3
1.
Mai 2017); er hat mithin mit dem Beweismass der überwiegenden Wahr
schein
lichkeit den Nachweis zu erbringen, dass die behauptete Arbeitsunfähigkeit aus psychischen Gründen im strittigen Zeitraum vorgelegen
hat
(vgl. dazu auch: Urteil des Bundesgericht
s
4A_445/2016 vom 1
6.
Februar 2017 E. 4.1 unter Bezugnahme auf
Art.
A4
Ziff.
2 und
Art.
E
7
Ziff.
1 und 4 AVB
). Soweit er hierfür die Berichte von
Dr.
A._
und
Dr.
Z._
zum Beweis offeriert, ist ihm zwar darin zuzusti
mmen, dass im Lichte des Charakters des Krankentaggeldes als vorüber
gehende Leistung
die Leistungspflicht des Taggeldversicherers
nicht grundsätz
lich und
in
jedem Fall
bedingt
, dass
für
die Anerkennung einer Arbeitsunfähigkeit aus psychischen Gründen
von Anfang an
eine fachps
ychiatrische Beurteilung vorliegt
. Wird aber
– wie hier - eine über
Monate dauernde
psychisch bedingte Arbeitsunfähigkeit geltend gemacht, ohne dass sich die versicherte Person in eine fachpsychiatrische Behandlung begibt,
drängen sich zumindest erste Zweifel am Vorliegen eines entsprechenden Leidensdruckes auf, was im Rahmen der freien gerichtlichen Beweiswürd
igung (
Art.
157 ZPO
)
als mögliches Indiz gegen die
attestierte Arbeitsunfähigkeit gewertet werden kann.
Auch
gilt es
im Zusam
men
hang mit den vom Kläger zum Beweis offe
rierten Berichte
im Auge zu behalten,
dass es sich bei den
selben
beweisrechtlich um blosse Parteivorbringen handelt (E.
1.6
).
5.2
Zu Recht
und substantiiert
machte die Beklagte
gestützt auf die Stellungnahmen von
Dr.
C._
vom 1
9.
Januar 2017 (
Urk.
10/18) und 1
9.
April 2017 (
Urk.
10/23)
sodann
geltend, dass die lediglich ungefähr monatliche Frequenz der Konsul
ta
tionen bei
Dr.
A._
(vgl.
Urk.
7/2 S. 1 unten) ebenso gegen das Vorliegen einer schweren
psychischen Störung
mit länger dauernden Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit
spricht wie der Umstand, dass
der Kläger nach lediglich zehn Tagen am 2
3.
Februar 2017 aus der
D._
ausgetreten ist und
Dr.
A._
– trotz
angeblich
seit Monaten
vorliegender schwerer Depression
(vgl. Bericht von
Dr.
A._
vom 2
0.
März 2017,
Urk.
10/22 S. 1)
–
erst wieder am 1
5.
März 2017,
mithin über drei
Wochen
nach dem Klinikaustritt
aufgesucht hat (
Urk.
9 S. 12 ff.).
5.3
Auch aus den
ebenfalls
zum Hauptbeweis offerierten Berichten
von
Dr.
Z._
vermag der Kläger nichts zu seinen Gunsten abzuleiten, erwähnte
der Hausarzt
doch
noch in
seinen Berichten vom 3
0.
Mai und 1
9.
September
2016
(E. 4.2.2) eine psychische Prob
lematik mit keinem Wort. Dass
Dr.
Z._
sodann am 2
5.
September 2018 auf Bitte des Klägers eine Stellungnahme an die Beklagte einreichte und darin festhielt, der Kläger habe sich eine schwere Herzkrankheit zugezogen und sei danach in einen – wenn auch nicht näher definierten
und
auch nicht
zeitlich zugeordneten
–
«
psychischen Zustand
»
geraten
, weshalb die Wiederaufnahme der Arbeit nicht möglich gewesen sei
(E. 4.2.2),
ist im Lichte der auch im zivilprozessualen Bereich massgeblichen Erfahrungstatsache, wonach Hausärzte mitunter im
Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patienten aussagen (BGE
125
V 351; Urteil
des Bundesgerichts 4A_571/2016 vom 2
3.
März 2017 E. 4.2), zu würdigen. Die
se
m
Erfahrungs
satz
ist denn auch bei der Würdigung der Berichte von
Dr.
A._
Rechnung zu tragen,
welche insbesondere eine kritische Auseinandersetzung mit den vom Kläger anamnestisch geschilderten psychosozialen Belastungsfaktoren vermissen lassen. Auch ist
Dr.
A._
offenkundig bereit, seine Einschätzungen der Arbeitsfähigkeit dem jeweiligen Adressaten ents
prechend anzupassen, attestier
t
e
er doch
-
angeblich gegen seine ärztliche-medizinische Überzeugung
-
ab 1
6.
März
2017 eine 50%ige Arbeitsfähigkeit, um dem Kläger die Anmeldung bei der Arbeitslosenversicherung
respektive den Bezug von Arbeitslosentaggeldern
zu ermöglichen (
vgl.
Urk.
10/22 S.
2).
Zweifel an der Zuverlässigkeit der Angaben von
Dr.
A._
und der Objektivität seiner Beurteilung lässt auch der Umstand auf
kommen, dass er im Bericht vom 2
9.
August 2016 ausdrücklich erklärte, der Kläger habe die neuerliche Behandlung bei ihm am 1
9.
Mai 2016 wiederauf
ge
nommen (E. 4.2.1), in der Taggeldkarte an die Beklagte dagegen eine Arbeitsun
fähigkeit von 100
%
ab
1
8.
April 2016 aufgrund einer angeblichen Konsultation vom 1
8.
April 2016 attestierte (
Urk.
2/12).
5.4
Was den vom Kläger
zum Beweis
offerierten Bericht der
D._
vom 2
3.
Februar 2017 (E. 4.2.3) anbelangt, mit welchem er sowohl die von
Dr.
A._
gestellte Diagnose als auch
den von ihm erhobenen
Befund als
bestätigt er
achtet (
Urk.
1 S. 6), liegt auch demselben keine fachpsychiatrische, sondern (lediglich) eine fachpsychologische Beurteilung zugrunde. Mithin fehlt es für den ganzen geltend gemachten
relevanten
Zeitraum vom behaupteten Beginn der psychisch beding
ten Arbeitsunfähigkeit
vom 1
8.
April 2016 bis zum 3
1.
Mai 2017 an einer
zeit
echten,
fachärztlichen psychiatrischen Einschätzung
und einer, abgesehen vom Aufenthalt in der
D._
, auch an einer fachlich adäquaten
Behandlung
, d
ies,
obwohl die versicherte Person gemäss
Art.
H2
Ziff.
1 AVB gehalten ist, so bald als möglich für fachgemässe ärztliche Pflege zu sorgen, wenn ein Versiche
rungs
fall voraussichtlich zu Leistungen führt
(
Urk.
10/36 S. 17)
.
Sodann erachteten die unterzeichnenden psychologischen Fachpersonen
der
D._
in Abweichung zu
Dr.
A._
nicht eine
schwergradige
, sondern nur eine mittel
gradige depressive Episode als gegeben, welche sich
zudem bereits
im Laufe des lediglich zehntägigen Aufen
thaltes massgeblich verbesserte.
Zwar
wurden
im Befund
(Psychostatus)
mehrere
depressive Symptome
aufgeführt
(im Affekt niedergestimmt, deprimiert, Störung der Vitalgefühle, innerlich unruhig, wenig schwingungsfähig
, reduzierter Antrieb, Ein- und Durchsch
lafstörungen), doch ist
unklar
, ob es sich bei denselben um Ein- oder Austrittsbefunde handelt
e
, scheinen doch die im Verlauf dokumentierten Verbesserungen (verbesserte Konzentra
tions
fähigkeit, verbesserter Antrieb und Rückgang der Schlafstörungen) darin keinen Eingang gefunden zu haben.
Weiter
fällt auf, dass
lic
. phil.
G._
und MSC
H._
beim skizzierten Austrittsprozedere zwar offensichtlich irrtümlich davon ausgingen, bei
Dr.
A._
handle es sich um einen psychiatrischen Facharzt (
Urk.
2/6 S. 1), d
och verzich
teten sie bezeichnenderweise
auf eine Empfehlung zu einer
nach dem stationären Aufenthalt aufzunehmenden
engmaschigen psychiatrisch-psychotherapeutischen Therapie oder einer allfälligen psychiatrisch begleiteten amb
ulanten Tagesstruk
tur, wie in Fä
llen schwerer
er
depre
ssiver Fälle
durchaus
üblich
.
Sodann beschei
nigten sie eine Arbeitsunfähigkeit lediglich und ausdrücklich für die Zeit des zehntägigen Aufenthaltes (
Urk.
2/13). Auch wenn es durchaus üblich sein mag, dass Kliniken Arbeitsunfähigkeiten
regelmässig
nur für die Zeit des Aufenthaltes attestieren (vgl.
Urk.
14 S. 10), so findet sich doch – was gerichtsnotorisch ist – in den entsprechenden Attesten im Regelfall zumindest der Hinweis darauf, dass
für die Beurteilung der an den stationären Aufenthalt anschliessenden Arbeits
un
fähigkeit der behandelnde Arzt zuständig sei. Auch
ein solcher Hinweis fehlt
. Insgesamt
spricht der Bericht der
D._
damit zumindest nicht für
das Vorliegen einer psychischen Störung von erheblichem Krankheitswert m
it längerdauernden
Auswi
rkungen auf die Arbeitsfähigkeit.
Auf die vom Kläger beantragte Befragung von
lic
. phil.
G._
als Zeuge zur Arbeitsfähigkeit nach dem Austritt
aus der
D._
(
Urk.
1
4.
S. 10) ist in antizipierter Beweiswürdigung zu verzichten
, handelt es sich bei demselben doch – wie erwähnt – ebenfalls um k
einen psychiatrischen Facharzt, weshalb seiner Zeugenaussage jedenfalls keine
massgebliche
Beweis
kraft
für die rückwirkende Feststellung einer psychisch bedingte
n
Arbeitsfähig
keit
beizumessen wäre.
5.5
Damit aber
lässt auch der Bericht
der
D._
das Beweisvakuum hinsichtlich des vom Kläger zu führenden Hauptbeweises betreffend die behauptete Arbeitsun
fähigkeit
infolge einer psychischen gesundheitlichen Störung
, welche vor dem
Erlöschen des Versicherungsschutzes durch die Kollektivkrankentaggeldver
siche
rung
am 1
3.
Juli 2016
eingetreten ist,
nicht entfallen.
Dieses
wird
denn auch
durc
h den Bericht von
Dr.
E._
vom 2
4.
November 2017 (E.
4.2.5) nicht behoben. So sind
diesem
Bericht keine Angaben zum Beginn der behaupteten psychiatrischen Behandlung zu
entnehmen
, weshalb er keine Rückschlüsse auf den Gesundheits
zustand im hi
er stritt
igen Zeitraum zulässt. Bemerkenswert ist ausserdem
, dass
Dr.
A._
in seinem Bericht vom
5.
Dezember 2017 (E. 4.2.6) notierte, der Kläger
stehe
weiterhin in seiner
Behandlung
, ohne auf eine anderweitige therape
utische
Begleitung hinzuweisen, was
die Zweifel
am Beweiswert der
vom Kläger zum Beweise offerierten
Berichte
seiner
behandelnden Ärzte
unterhält
.
5.6
Damit erweist
sich
der vom Kläge
r zu führende Beweis einer Arbeitsunfähigkeit aus psychischen Gründen ab 1
4.
Juni 2016 und über
den 1
3.
Juli 2016
hi
nausdauernd
(Erlöschen Versicherungsschut
z aus der Police Nr.
«...»
)
als g
escheitert. Nachdem der Kläger
auf einen Antrag auf Einholung eines Gerichts
gutachtens verzichtet hat, erübrigen sich weitere Ausführungen hierzu, zumal selbst bei gestelltem Antrag im Rahmen der antizipierten Beweiswürdigung auf die Einholung eines solchen zu verzichten wäre, erscheint es doch unwahrschein
lich, dass die vorhandene medizinische Aktenlage, welcher keine echtzeitlichen
fach
psychiatrischen Dokumente zum psychischen Gesundheitszustand des Be
schwerdeführers im streitigen Zeitraum zugrunde liegen, eine taugliche Grund
lage bilden würde, auf der ein Gutachter eine Arbeitsfähigkeit rückwirkend ein
schätzen könnte (Urteil des Bundesgerichts 4A_66/2018 vom 1
5.
Mai
2019 E.
2.6.2.1). Wenn der Kläger geltend macht, die Beklagte
wäre verpflichtet ge
wesen, ihn
bei Nichtabstellen
auf die Beurteilungen der behandelnden Ärzte
ver
trauensärztlich untersu
chen zu lassen (
Urk.
1 S. 6 f.),
ist
darauf hinzuweisen, dass die versicherte Person zwar gemäss
Art.
D1
Ziff.
1 AV
B verpflichtet werden kann, s
ich einer Untersuchung oder Begutachtung durch einen von der Beklagten beauftragten Arzt zu unterziehen (
Urk.
10/39 S. 8), dass die Parteien im Ver
sicherungsvertrag aber kein grundsätzliches, dem Zivilprozess vorgelagertes Abklär
ungsverfahren vereinbart haben.
Nach dem Gesagten gelingt dem Kläger der Beweis einer bereits vor Erlöschen des Versicherungsschutzes aus der Police Nr.
«...»
, mithin
ab 1
4.
Juni 2016
bis zum 1
3.
Juli 20
16
eingetretenen und längerdauernden Arbeitsunfähigkeit aus psychischen Gründen nicht. Damit besteht keine Leistungspflicht der Beklagten aufgrund einer Nachdeckungspflicht gestützt
Art.
E6
Ziff.
8 AVB (vgl. E. 3.1).
5.7
Eine Leistungspflicht gestützt auf die per 1
4.
Juli 2016 abgeschlossene Einzeltag
geldversicherung, Police Nr.
«...»
, aufgrund einer neuen Krankheit be
dingt
e
, wie von der Beklagte
n
zutreffend
geltend gemacht
(
Urk.
9 S.
15), dass die vertraglich vereinbarte Wartefrist von 30 Tagen (
Urk.
10/39 S.2) neuerlich be
standen w
orden wäre
. Nachdem die vom Kläger offerierten Beweise im Rahmen der freien Würdigung
nach dem oben Gesagten höchstens
den Schluss auf eine Arbeitsunfähigkeit während des Klinikaufenthaltes vom 1
3.
bis 2
3.
Februar 2017 zuliessen
und ein
darüberhinausgehender Hauptbeweis bezüglich der Arbeitsun
fähigkeit gescheitert ist
, sind auch aus der Einzeltaggeldversicherung keine weiteren Taggeld
er
geschuldet.
Nach dem Gesagten ist die Klage abzuweisen.
Auf weitere Ausführungen zu den zwischen den Parteien diskutierten Fragen
nach
einer Erwerbseinbusse und einer teilweisen Verjährung der Taggeldansprüche (E. 2.2-2.3) kann bei diesem Aus
gang des Verfahrens verzichtet werden.
6.
6.1
Das Verfahren ist kostenlos, da es eine Streitigkeit aus einer Kranken
tag
geldver
sicherung betrifft, welche unter den Begriff der Zusatzversicherung zur sozialen Krankenversicherung nach dem KVG zu subsumieren ist (vgl. Art. 114
lit
. e ZPO
i.V.m
. § 33 Abs. 1
GSVGer
und das Urteil des Bundesgerichts 4A_680/2014 vom 29. April 2015 E. 2.1 mit Hinweisen; vgl. auch BGE 142 V 448 E. 4.1).
6.2
Die Beklagte ist nicht
durch einen externen Anwalt vertreten. Gemäss der Praxis des Bundesgerichts steht dem nicht durch einen externen Rechtsanwalt vertrete
nen, obsiegenden Versicherungsträger mangels eines besonderen Aufwandes
grundsätzlich keine Parteientschädigung zu (BGE 133 III 439 E. 4, vgl. auch Urteil des Bundesgerichts 4A_109/2013 vom 27. August 2013 E. 5).
Das Gericht
erkennt:
1.
Die
Klage
wird abgewiesen.
2.
Das Verfahren ist kostenlos.
3.
Der Beklagten wird keine Prozessentschädigung zugesprochen
4.
Zustellung gegen Empfangsschein an:
-
Rechtsanwältin Stéphanie Baur
-
AXA Versicherungen AG
-
Eidgenössische Finanzmarktaufsicht FINMA
5.