# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** fcfc123a-6a4b-49b6-8cae-1702528cdf7c
**Court:** ZH_OG
**Chamber:** ZH_OG_002
**Year:** 2012
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

betreffend
qualifizierte Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz
Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichtes Zürich, 7. Abteilung, vom 8. Dezember 2011 (DG110061)
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Anklage:
Die Anklageschriften der Staatsanwaltschaft II vom 7. März 2011 betreffend den
Beschuldigten 1, B._ (Urk. 10), bzw. vom 9. März 2011 betreffend den Be-
schuldigten 2, A._ (Urk. 62/11), sind diesem Urteil beigeheftet.
Urteil der Vorinstanz: (Urk. 117 und 129)
"Es wird erkannt:
1. Der Beschuldigte 1 B._ ist schuldig des Verbrechens gegen das  im Sinne von Art. 19 Ziff. 1 Abs. 5 i.V.m. Ziff. 2 lit. a aBetmG.
2. Der Beschuldigte 2 A._ ist schuldig des mehrfachen Verbrechens gegen das Betäubungsmittelgesetz im Sinne von Art. 19 Ziff. 1 Abs. 3, 4 und 5 in Verbindung mit Ziff. 2
lit. a aBetmG.
3. Auf einen Widerruf der mit Strafbefehl des Einzelrichteramts des Kantons Zug vom
21. August 2007 gegen den Beschuldigten 2 A._ ausgefällten, bedingten Geldstrafe von 60 Tagessätzen à Fr. 40.– wird verzichtet.
4. Der Beschuldigte 1 B._ wird bestraft mit 5 Jahren Freiheitsstrafe, wovon 324 Tage durch Haft erstanden sind.
5. Der Beschuldigte 2 A._ wird bestraft mit 10 Jahren Freiheitsstrafe, wovon 637 Tage durch Haft sowie vorzeitigen Strafvollzug bis und mit heute bereits erstanden sind.
6. Die mit Verfügung der Staatsanwaltschaft II des Kantons Zürich vom 11. November 2010
beschlagnahmten Fr. 1'800.– (Barkaution ...) werden eingezogen und zur Deckung der Ver-
fahrenskosten des Beschuldigten 1 B._ verwendet.
7. Die mit Verfügung der Staatsanwaltschaft II des Kantons Zürich vom 30. März 2010
beschlagnahmten Fr. 2'570.–, USD 720.– und EUR 560.– (Sachkaution ...) werden zur De-
ckung der Verfahrenskosten des Beschuldigten 2 A._ verwendet.
8. Die folgenden mit Verfügung der Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich vom 16. Mai 2011
beschlagnahmten Armbanduhren (Sachkaution ...) werden durch die Kasse des Bezirksge-
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richts Zürich verwertet und der Erlös zur Deckung der Verfahrenskosten des Beschuldigten
2 A._ verwendet:
− Armbanduhr Marke Maurice Lacroix, Nr. ...;
− Armbanduhr Marke Ingersoll, Nr. ...;
− Armbanduhr Marke Emporio Armani, Nr. ...;
− Armbanduhr Marke Emporio Armani, Nr. ...;
− Armbanduhr Marke Justex, Nr. ...;
− Armbanduhr Marke Iumara;
− Armbanduhr Marke Boss, Nr. ....
9. Die sichergestellten Betäubungs- und Streckmittel (Lagernummer ...) werden
eingezogen und der Stadtpolizei Zürich zur Vernichtung überlassen.
10. Der Beschuldigte 2 A._ wird verpflichtet, dem Staat als Ersatz für nicht mehr , widerrechtlich erlangten Vermögensvorteil Fr. 13'000.– zu bezahlen.
11. Die Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf:
Fr. 8'000.00 ; die weiteren Auslagen betragen:
Fr. 14'776.25 Auslagen Vorverfahren betreffend den Beschuldigten 1
Fr. 5'951.85 amtliche Verteidigung Vorverfahren betreffend den Beschuldigten 1
Fr. 114'221.15 Auslagen Vorverfahren betreffend den Beschuldigten 2
Fr. 1'900.00 Kosten Kantonspolizei betreffend den Beschuldigten 2
Fr. 5'978.90 amtliche Verteidigung Vorverfahren betreffend den Beschuldigten 2
Allfällige weitere Auslagen bleiben vorbehalten.
12. Die Kosten des gerichtlichen Verfahrens werden den Beschuldigten je zur Hälfte auferlegt.
Die separat ausgeschiedenen Untersuchungskosten werden je dem sie betreffenden Be-
schuldigten auferlegt. Die Kosten der amtlichen Verteidigungen werden auf die Staatskasse
genommen; vorbehalten bleibt eine Nachforderung gemäss Art. 135 Abs. 4 StPO.
13. (Mitteilungen.)
14. (Rechtsmittel.)"
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Berufungsanträge:
a) der Verteidigung des Beschuldigten B._ (Urk. 184):
1. Der Beschuldigte sei von Schuld und Strafe freizusprechen.
2. Eventualiter sei der Beschuldigte der Widerhandlung gegen Art. 19 Ziff. 1
Abs. 5 in Verbindung mit Ziff. 2 lit. a aBetmG schuldig zu sprechen.
3. Eventualiter sei der Beschuldigte mit 30 Monaten Freiheitsstrafe zu bestra-
fen, wovon 671 Tage durch Haft erstanden sind.
4. Es sei die beschlagnahmte Barschaft von Fr. 1'800.– dem Beschuldigten
zurückzugeben.
5. Die Kosten des Verfahrens seien auf die Staatskasse zu nehmen und es sei
dem Beschuldigten eine angemessene Genugtuung für die Untersuchungs-
und Sicherheitshaft zuzusprechen.
b) der Verteidigung des Beschuldigten A._ (Handprotokoll):
1. Es sei das Urteil des Bezirksgerichts Zürich vom 8. Dezember 2011 bezüg-
lich der Dispositiv-Ziffern 5., 8. und 11. aufzuheben.
2. Es sei der Beschuldigte mit sieben Jahren Freiheitsstrafe zu bestrafen.
3. Es seien dem Beschuldigten die gemäss Dispositiv-Ziffer 8. eingezogenen
Armbanduhren herauszugeben.
4. Es seien die Auslagen betreffend das Vorverfahren auf maximal Fr. 10'000.–
zu reduzieren und/oder anders zu verteilen.
unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten des Staates.
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c) der Staatsanwaltschaft (Urk. 183):
1. Es sei der Beschuldigte A._ auch bezüglich Anklageziffer 1 schuldig zu
sprechen.
2. Es sei der Beschuldigte A._ mit 14 Jahren Freiheitsstrafe zu bestrafen.

## Considerations

Erwägungen:
I. Prozessuales
1. Nachdem der angefochtene erstinstanzliche Entscheid am 8. Dezember 2011
ergangen ist, gelten für das Berufungsverfahren die Bestimmungen der schweize-
rischen Strafprozessordnung (Art. 448 und Art. 454 Abs. 1 StPO).
2. Mit dem eingangs im Dispositiv wiedergegebenen Urteil der Vorinstanz vom
8. Dezember 2011 wurden der Beschuldigte B._ des Verbrechens gegen das
Betäubungsmittelgesetz und der Beschuldigte A._ des mehrfachen Verbre-
chens gegen das Betäubungsmittelgesetz anklagegemäss schuldig gesprochen
und mit 5 respektive 10 Jahren Freiheitsstrafe bestraft (Urk. 129 S. 38 f.). Gegen
diesen Entscheid meldeten die amtlichen Verteidiger beider Beschuldigter mit
Eingaben vom 16. und 19. Dezember 2011 sowie die Anklagebehörde betreffend
den Beschuldigten A._ mit Eingabe vom 13. Dezember 2011 innert gesetzli-
cher Frist Berufung an (Urk. 101, 104 und 105; Art. 399 Abs. 1 StPO). Die Beru-
fungserklärungen sämtlicher Parteien gingen ebenfalls innert gesetzlicher Frist bei
der Berufungsinstanz ein (Urk. 130, 132 und 133; Art. 399 Abs. 3 StPO). Die An-
klagebehörde hat mit Eingabe vom 15. Juni 2012 innert Frist mitgeteilt, dass auf
Anschlussberufung betreffend den Beschuldigten B._ verzichtet wird (Urk.
155; Art. 400 Abs. 2 f. und Art. 401 StPO). Über die seitens der Verteidigung des
Beschuldigten B._ schriftlich gestellten Beweisergänzungsanträge wurde mit
Verfügung der Verfahrensleitung vom 20. Juli 2012 entschieden (Urk. 133 und
158; Art. 389 Abs. 3 StPO). Die Verteidigung des Beschuldigten A._ hat im
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Sinne einer Berufungsbeschränkung den Schuldspruch sowie weitere Neben-
punkte ausdrücklich nicht angefochten (Urk. 130 und Prot. II S. 14; Art. 399 Abs. 4
StPO).
3. Demnach sind im Berufungsverfahren nicht angefochten
- der vorinstanzliche Schuldspruch gegen den Beschuldigten A._ (Ur-
teilsdispositiv-Ziff. 2.)
- der vorinstanzliche Verzicht des Widerrufs der bedingt aufgeschobenen
Geld(-vor-)strafe des Beschuldigten A._ (Urteilsdispositiv-Ziff. 3.)
- die Einziehung der beim Beschuldigten A._ beschlagnahmten Barschaft
(Urteilsdispositiv-Ziff. 7.)
- die Einziehung der beschlagnahmten Betäubungsmittel und Streckmittel
(Urteilsdispositiv-Ziff. 9.) sowie
- die Verpflichtung des Beschuldigten A._ zur Bezahlung von
Fr. 13'000.– als Ersatz für nicht mehr vorhandenen, widerrechtlich erlangten
Vermögensvorteil (Urteilsdispositiv-Ziff. 10.).
Vom Eintritt der Rechtskraft dieser Anordnungen ist vorab Vormerk zu nehmen
(Art. 404 StPO).
4. Der Beschuldigte B._ befindet sich nach wie vor in Sicherheitshaft (Urk.
167), der Beschuldigte A._ im vorzeitigen Strafvollzug (Urk. 62/22).
II. Schuldpunkt
1. Schuldpunkt betreffend den Beschuldigten A._
1.1. Dem Beschuldigten A._ wird in den Ziffern 1. und 2. der ihn betreffenden
Anklageschrift vorgeworfen, im Jahr 2009 zweimal in den Besitz jeweils grosser
Heroinmengen gelangt zu sein und diese gebunkert zu haben. In der Folge habe
er dem Abnehmer C._ am 27. Mai 2009 "mehrere Kilogramm" und am 11.
Juni 2009 sechs Kilogramm Heroin verkauft (Urk. 62/11 S. 2 f.). Der Beschuldigte
ist – lediglich, aber immerhin – geständig, C._ im Jahr 2009 500 Gramm He-
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roin verkauft und dafür Fr. 13'000.-- entgegen genommen zu haben (Urk. 65 S. 4).
Die Vorinstanz hat die eingeklagte Drogenübergabe vom 27. Mai 2009 im Umfang
der eingestandenen 500 Gramm und die eingeklagte Drogenübergabe vom 11.
Juni 2009 vollumfänglich als erstellt erachtet (Urk. 129 S. 22 f. und S. 27). Die
Verteidigung opponiert dagegen im Berufungsverfahren nicht (Urk. 130). Die
appellierende Anklagebehörde beanstandet den vorinstanzlichen "Teil-Freispruch
(Anklageziff. 1)" (Urk. 132 S. 1). Zur Begründung hat die Anklagebehörde anläss-
lich der Berufungsverhandlung im Wesentlichen vorgebracht, dass der Beschul-
digte A._ weder für das gemeinsame Aufsuchen seines Heroin-Bunkers mit
C._ noch für die darauf folgenden kurzen Treffen eine plausible Erklärung
habe liefern können. C._ sei vom Versteck in D._ direkt zu
seinem eigenen Versteck in E._ gefahren und habe in der Folge
Heroin in Portionen zu 500 Gramm verkauft. Danach habe es mehrfach kurze
Treffen zwischen A._ und C._ gegeben, die zwingend deliktischen Hin-
tergrund gehabt hätten, da sie auf offener Strasse stattgefunden hätten und zuvor
jeweils die Mobiltelefone ausgeschaltet worden seien. Die Dauer der Treffen
deute auf erfolgte Geldübergaben hin (Urk. 183 S. 1 f.).
1.2. Vorab ist festzustellen, dass kein formeller Teil-Freispruch ergangen ist
(Urk. 129 S. 38); die Vorinstanz hat vielmehr den Anklagesachverhalt gemäss
Anklageziffer 1 als lediglich teilweise erstellt erachtet.
Diese Beweiswürdigung der Vorinstanz ist entgegen der Appellantin nicht zu
beanstanden: Die Vorinstanz hat einlässlich und überzeugend erwogen, dass
eine Drogenübergabe, die im Quantitativ über die Zugabe des Beschuldigten
hinausginge, gestützt auf die vorliegenden Beweismittel nicht rechtsgenügend zu
erstellen ist (Urk. 129 S. 20-23). Zur Vermeidung von Wiederholungen ist voll-
umfänglich darauf zu verweisen (Art. 82 Abs. 4 StPO). Hinzu kommt, dass der
Anklagesachverhalt mit "mehrere Kilogramm Heroin in Halbkiloblöcken" dies-
bezüglich sehr vage formuliert ist. Auch die Art, wie die Anklage die Bezahlung
des bezogenen Heroins durch C._ an den Beschuldigten umschreibt, hilft für
eine Konkretisierung nicht weiter: C._ soll das Heroin für Fr. 15'000.-- weiter-
verkauft und mit dem Beschuldigten "mehrfach anteilsmässig" (ohne nähere
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Bezifferung) abgerechnet haben (Urk. 62/11 S. 2). Eine Verurteilung des
Beschuldigten im vollen Umfang der Anklage erweist sich mithin zusätzlich zur
dürftigen Beweislage, wie die Vorinstanz sie richtig darstellt, schon daher als
problematisch, weil dieser Umfang eben gar nicht klar abgesteckt ist. Die Anklage
ist fraglos dahingehend ausreichend formuliert, dass es sich um eine grössere
Heroinmenge gehandelt haben muss. Ob und allenfalls in welchem Umfang aber
über das Geständnis des Beschuldigten hinaus delinquiert wurde, muss eine
Hypothese bleiben.
1.3. Mit der Anklagebehörde wirkt das gesamte Verhalten des Beschuldigten und
C._s bei sämtlichen ihren Kontakten stereotyp, konspirativ und verdächtig.
Die Staatsanwaltschaft präsentierte anlässlich der Berufungsverhandlung eine
grundsätzlich plausible und nachvollziehbare Indizienkette; diese kann jedoch für
die Führung eines rechtsgenügenden Beweises des in Anklageziffer 1 umschrie-
benen Sachverhalts noch nicht genügen, zumal – über das Geständnis des Be-
schuldigten hinaus – keinerlei gefestigte Indizien hinsichtlich der übernommenen
Menge Heroin oder der Höhe der diesbezüglich allenfalls erfolgten anteils-
mässigen Abrechnungen vorliegen.
Insgesamt ist die vorinstanzliche Beweiswürdigung betreffend Anklageziffer 1,
entgegen der Berufungsbegründung der appellierenden Anklagebehörde, zu
übernehmen. Eine formelle Änderung am vorinstanzlichen Schuldspruch hat nicht
zu erfolgen. Bei der nachfolgenden Strafzumessung ist vom Deliktsumfang
gemäss vorinstanzlicher Beweiswürdigung auszugehen.
2. Schuldpunkt betreffend den Beschuldigten B._
2.1. Dem Beschuldigten B._ wird vorgeworfen, einer von mehreren Heroin-
Abnehmern von A._ gewesen zu sein. Er habe am 24. Februar 2010 mit
A._ im Restaurant "..." in F._ in Anwesenheit von C._ die Über-
nahme von 10 Kilogramm Heroingemisch vereinbart und diese Menge Drogen am
nächsten Tag an der ...strasse in F._ in einem Rucksack von A._ auch
übernommen (Urk 10 S. 2).
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2.2. Der Beschuldigte bestreitet nicht, A._ am 24. Februar 2010 im Restau-
rant "..." in F._ getroffen und mit diesem gesprochen zu haben. Er habe ihn
jedoch rein zufällig getroffen; es sei nicht über Drogen gesprochen worden. Fer-
ner bestreitet der Beschuldigte, von A._ am 25. Februar 2010 in F._ He-
roin bezogen zu haben (Urk. 66 S. 3 ff.; Urk. 129 S. 11 ff. mit Verweisen; Urk. 182
S. 3 ff.).
2.3. Die Vorinstanz hat zusammengefasst erwogen, nachdem er anfänglich jegli-
che Beteiligung am Drogenhandel abgestritten habe, habe der Beschuldigte
A._ nach und nach zugegeben, im grossen Stil mit Heroin gehandelt, selbst
rund 100 kg in einem VW-Bus gelagert und an mindestens zwei Abnehmer jeweils
10 kg Heroin geliefert zu haben. Anlässlich der polizeilichen Befragung vom
22. April 2010 seien dem Beschuldigten A._ zwei Fotobogen vorgelegt
worden, wobei er auf dem einen C._ und auf dem anderen den Beschuldig-
ten B._ erkannt und angegeben habe, beide seien im Restaurant "..." gewe-
sen, wo man über die Drogenlieferung gesprochen habe. Sie hätten sich unterhal-
ten und ein Treffen für den Folgetag vereinbart. Anlässlich dieses Treffens habe
er 10 kg Heroin an C._ und 10 kg an den Beschuldigten B._ übergeben.
C._ und der Beschuldigte B._ hätten im Restaurant gesagt, sie würden
je 10 kg benötigen. Vor der Übergabe sei er (der Beschuldigte A._) in seinen
Bunker in die Tiefgarage gegangen, habe zwei leere Rucksäcke genommen und
je 20 Heroinblöcke (à 500 g) hineingepackt. Mit diesen Rucksäcken sei er dann
an die ...strasse gefahren und habe je 10 kg an C._ und an den Beschuldig-
ten B._ übergeben. Er habe dies mit den beiden Abnehmern in den früheren
Einvernahmen noch nicht sagen dürfen und Angst gehabt. Der Beschuldigte
A._ habe seine Aussagen in der staatsanwaltschaftlichen Einvernahme vom
30. September 2010 vollumfänglich bestätigt. Es sei richtig, dass er C._ und
dem Beschuldigten B._ je 10 kg Heroin übergeben habe, nachdem man am
Vorabend im Restaurant "..." die Übergabe besprochen habe. C._ und der
Beschuldigte B._ seien tags darauf an die ...strasse gekommen, wo er je-
dem der beiden einen Rucksack mit 20 Blöcken Heroin übergeben habe.
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In ihrer Beweiswürdigung hat die Vorinstanz erwogen, die Bestreitungen des
Beschuldigten B._ würden erhebliche Widersprüche sowie deutliche Lügen-
signale aufweisen und seien unglaubhaft. Die Aussagen des Beschuldigten
A._ würden nur auf den ersten Blick als widersprüchlich erscheinen, da er zu
Beginn der Untersuchung jegliche Beteiligung am Drogenhandel abgestritten und
schliesslich mit fortlaufender Untersuchung immer mehr zugegeben habe.
Nachdem er eingeräumt habe, die rund 100 kg Heroin gelagert und davon auch
verkauft zu haben, habe er detailliert, klar und nachvollziehbar erzählt, wie er am
24. Februar 2010 die von ihm zweifelsfrei anhand zweier Fotobogen identifizierten
C._ und den Beschuldigten B._ im Restaurant "..." getroffen und mit
ihnen die Übergabe von jeweils 10 kg Heroin besprochen habe. Am Tage darauf
habe schliesslich an der ...strasse die Übergabe von je einem Rucksack mit
20 Blöcken Heroin (entsprechend 10 kg) stattgefunden.
Die ausgewerteten GPS-Daten würden ferner ergeben, dass das Fahrzeug des
Beschuldigten A._ und dasjenige C._s am Nachmittag vom 25. Februar
2010 zum selben Zeitpunkt für kurze Zeit in F._ an der ...strasse geparkt
gewesen seien. Zwar sage dieses Ergebnis nicht unmittelbar etwas über den
Verbleib des Beschuldigten B._ zu diesem Zeitpunkt aus, doch bekräftige es
die Angabe des Beschuldigten A._ und unterstreiche deren Glaubhaftigkeit.
Dass der Beschuldigte A._ die Zugaben erst auf Vorhalt entsprechender
Hinweise auf von der Polizei überwachte Treffen gemacht habe, indiziere, dass
der Beschuldigte A._ nicht im Voraus eine falsche Belastung von B._
geplant habe. Insgesamt sei auf die glaubhaften, in sich stimmigen ersten Aussa-
gen des Beschuldigten A._ bei der Polizei und der Staatsanwaltschaft abzu-
stellen, wonach er auch den Beschuldigten B._ beliefert habe. Die Zeugen-
aussagen der observierenden Polizistinnen ... und ... würden sich schliesslich
plausibel in das vom Beschuldigten A._ gelieferte Bild einfügen. Zusammen-
gefasst sei insbesondere aufgrund der klaren, belastenden ersten Aussagen des
Beschuldigten A._ der dem Beschuldigten B._ vorgeworfene Sachver-
halt erstellt (Urk. 129 S. 11-19).
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2.4. Die Verteidigung des Beschuldigten B._ macht im Berufungsverfahren
zusammengefasst geltend, der Anklagesachverhalt sei nicht erstellt, der Beschul-
digte B._ habe nie Heroin übernommen; es gebe keine sachlichen Beweise
und keine aus Überwachungsmassnahmen gewonnenen Erkenntnisse; der den
B._ belastende A._ sei nicht glaubwürdig; er sei als Mitbeschuldigter
kein neutraler, unbefangener Dritter; er sei nicht vollumfänglich geständig, son-
dern nur insoweit, als sachliche Beweise vorliegen würden; er würde eigenen In-
teressen folgen und seine Hintermänner nicht bekannt geben; er habe sodann ei-
ne Vorstrafe wegen Irreführung der Rechtspflege; die Konfrontationseinvernahme
mit B._ und A._ sei nicht verwertbar; im Übrigen habe A._ wider-
sprüchlich, detailarm und nach Gutdünken einmal dies und einmal das ausgesagt,
wogegen die Aussagen des Beschuldigten B._ als in sich stimmig, plausibel
und nachvollziehbar zu erachten seien; für die anfängliche Falschbelastung von
B._ durch A._ gebe es eine plausible Erklärung; die polizeiliche Obser-
vation sei sodann nicht zuungunsten des Beschuldigten B._ zu verwenden,
zu dessen Gunsten hingegen das Aussageverhalten von C._; ferner habe
die Untersuchungsbehörde mit der Eröffnung eines Verfahrens zu lange zugewar-
tet, wodurch gegen den Grundsatz des fairen Verfahrens i.S.v. Art. 6 Ziff. 1 EMRK
verstossen worden sei (Urk. 133; Urk. 184).
2.5. Die Verteidigerin des Beschuldigten B._ machte einleitend geltend, die
Untersuchungsbehörde habe nach dem Zeitpunkt der zur Anklage gebrachten Tat
mehr als acht Monate zugewartet, bis eine Untersuchung eröffnet worden sei,
wodurch sie dem Beschuldigten B._ das Vorbringen von entlastenden Um-
ständen erheblich erschwert habe und den Grundsatz des fairen Verfahrens i.S.v.
Art. 6 Ziff. 1 EMRK verletzt habe (Urk. 184 S. 4). Dem kann nicht zugestimmt
werden. Allein aufgrund des Umstandes, dass die Ermittlungen nach dem Zeit-
punkt der Tat noch weitergeführt wurden, kann keine Verletzung des Grundsatzes
des fairen Verfahrens abgeleitet werden, zumal in Fällen betreffend Betäubungs-
mittelhandels ein eingehendes Ermittlungsverfahren in der Regel unabdingbar ist
und keine wesentliche Besonderheit darstellt.
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Die Argumentation der Verteidigung ist auch im Übrigen weitgehend unzutreffend;
soweit sie zutreffend ist, ändert dies nichts am korrekten vorinstanzlichen Beweis-
resultat: Mit der Verteidigung vermögen die Ergebnisse der polizeilichen Überwa-
chung keinen direkten Tatbeweis betreffend das dem Beschuldigten B._ vor-
geworfene Verhalten zu erbringen; bei den belastenden Aussagen A._s han-
delt es sich entgegen der Verteidigung hingegen selbstverständlich um ein sachli-
ches Beweismittel. Korrekt ist, dass A._ als mutmasslicher Mittäter nicht völ-
lig neutral und unbefangen ist; dies bedeutet jedoch nicht, dass er aufgrund seiner
Tatbeteiligung per se dazu tendieren sollte, fälschlicherweise zuungunsten von
B._ auszusagen. Mit seinen belastenden Aussagen betreffend B._ hat
A._ sich selber massiv belastet, ohne dabei einen vermeintlichen Dritten zu
schützen. Hätte A._ einen anderen Abnehmer schützen wollen, hätte er die-
sen einfach unbenannt lassen können; er hätte nicht B._ fälschlich mit Na-
mensnennung belasten müssen; so hat er dann auch später, als er auf seine Be-
lastungen betreffend B._ zurückkommen wollte, anstelle B._s einen Un-
bekannten als Abnehmer geschildert. Dass A._ geltend macht, er sei von ei-
nem unbekannten, für Alles verantwortlichen Hintermann zu seinem eigenen Tat-
beitrag gezwungen worden, steht in keinerlei Zusammenhang zu seinen Aussa-
gen betreffend B._. Mit seinen Belastungen gegen B._ kann A._
entgegen der Verteidigung keine eigenen Interessen verfolgen.
Dass A._ eine Vorstrafe wegen Irreführung der Rechtspflege aufweist, ist
zutreffend (Urk. 137); dies beschlägt jedoch höchstens seine Glaubwürdigkeit,
nicht jedoch die Glaubhaftigkeit seiner in concreto überzeugenden, belastenden
Aussagen. Dass A._ im Verlauf des Verfahrens uneinheitlich und relativ de-
tailarm ausgesagt hat (vgl. Urk. 184 S. 7 ff.), trifft zu; dies heisst jedoch nicht,
dass sämtliche seiner Aussagen falsch sind. Vielmehr sind seine zwischenzeitli-
chen Belastungen B._s eben glaubhaft, auch wenn sie nachträglich widerru-
fen wurden. Die Konfrontationseinvernahme vom 14. Januar 2011 (Urk. 62/2/11),
anlässlich welcher dieser Widerruf der Belastungen durch A._ erfolgte, ist
sodann – entgegen der Verteidigerin des Beschuldigten B._ (Urk. 184 S. 5) –
als verwertbar zu erachten. B._ war die konkrete durch A._ erhobene
Anschuldigung bereits im Vorfeld der Einvernahme bekannt, sodass – mit der Vo-
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rinstanz – ein Vorhalt im Kerngehalt für die Verwertbarkeit der Einvernahme ge-
nügen muss. Im Übrigen wurden in der Konfrontationseinvernahme – entgegen
der Verteidigung – auch der Ort der Übergabe sowie die übergebene Menge an
Heroin – letztere zumindest durch den Beschuldigten A._ – erwähnt (Urk.
62/2/11 S. 4). Der Beschuldigte B._ wusste anlässlich der Konfrontationsein-
vernahme genau, was ihm durch A._ vorgeworfen worden ist, weshalb sich
ein erneuter detaillierter Vorhalt der weiteren Umstände erübrigte.
Da mit der Vorinstanz in vergleichbaren Fällen die Androhung von Repressalien
für den Fall des Deponierens oder Aufrechterhaltens von Belastungen gegenüber
anderen Tatbeteiligten geradezu notorisch ist, ist der Widerruf der Belastungen
durch A._ in der Konfrontation mit B._ auch absolut nachvollziehbar und
in keiner Weise überraschend. Entgegen der Verteidigung (Urk. 184 S. 24 und 29
f.) spielt es dabei keine Rolle, ob die Androhung von Repressalien konkret jeman-
dem zugeordnet werden kann, sondern es ist einzig massgebend, dass es als
plausibel zu erachten ist, dass sich eine solche (auch) auf das Aussageverhalten
von A._ betreffend den Beschuldigten B._ ausgewirkt zu haben scheint.
Ferner trifft es nicht zu, dass B._ im Zeitpunkt der Drohungen noch keine
Kenntnisse von den Ermittlungen gehabt hat (Urk. 184 S. 24 und 30), musste er
doch gerade infolge der Verhaftung von A._ ernsthaft mit auch gegen ihn ge-
richteten Ermittlungshandlungen rechnen.
Bezeichnenderweise hat der Beschuldigte B._ auf den ersten Vorhalt in der
Untersuchung, er werde von A._ belastet, ruhig geantwortet, dies sei kein
Problem, man müsse A._ nur mit ihm konfrontieren (Urk. 2/1 S. 3). Eine
Bemerkung dahingehend, dass es sich um eine Verwechslung A._s handeln
könnte, die dann bei der Konfrontation aufgeklärt würde, machte er nicht. Zweifel-
los war er sich der Wirkung allein seiner physischen Präsenz auf den ihn belas-
tenden A._ anlässlich einer Konfrontation wohl bewusst. Darüber hinaus hat
sogar die Verteidigung des Beschuldigten B._ im Hauptverfahren dafür ge-
halten, A._ habe "schwerste Drohungen gegen ihn und seine Familie" erhal-
ten, um ihn von der Belastung von Mittätern abzuhalten (Urk. 70 S. 15); damit
versuchte die Verteidigung allerdings einen massiven Druck bei A._ während
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seinen ersten Einvernahmen zu belegen, welcher bei ihm – stressbedingt – zu ei-
ner Verwechslung des Beschuldigten B._ mit einem unbekannten Dritten
bzw. dazu geführt habe, dass A._ B._ bewusst falsch belastet habe
(Urk. 184 S. 24), was – wie bereits aufgezeigt – gar nicht notwendig gewesen wä-
re, zumal er den bzw. die Abnehmer des Heroins auch einfach unbenannt hätte
lassen können. Eine Verwechslung von B._ mit einem anderen Abnehmer
durch den Beschuldigten A._ ist rundweg auszuschliessen: A._ hat auf
einem Fotobogen B._ erkannt, bezeichnet und wiederholt geschildert, wie er
mit diesem und C._ die Drogenübergabe besprochen und am nächsten Tag
durchgeführt habe. Der in der Konfrontation nachgeschobene Erklärungsversuch,
er habe bei der Vorlage der Fotobogen seine Brille nicht dabei gehabt und daher
B._ verwechselt, ist angesichts seiner eindeutigen früheren Aussagen völlig
unglaubhaft (vgl. Urk. 62/2/5 S. 7 ff.; Urk. 62/2/9 S. 2 ff.; Urk. 62/2/11 S. 3). Dies
insbesondere auch, da es sich bei den Fotobogen um relativ grossformatige und
qualitativ gute Farbaufnahmen handelt (Anhang zu Urk. 62/2/5). B._ war so-
dann für A._ kein Unbekannter, den er am fraglichen Treffen vom 24. Febru-
ar 2010 zum ersten (und behaupteterweise einzigen) Mal gesehen hätte; A._
hat B._ anerkanntermassen als Kunden seines Reisebüros gekannt (Urk. 65
S. 5). Eine Verwechslung bei der Foto-Wahl-Konfrontation ist ausgeschlossen.
Dies räumt auch die Verteidigerin des Beschuldigten B._ ein, wenn sie die
von A._ aufgrund seiner Kurzsichtigkeit geltend gemachte Unmöglichkeit der
Identifizierung von B._ anlässlich der Foto-Wahl-Konfrontation als nicht
glaubhaft bezeichnet (Urk. 184 S. 23). Es ist aber – wie bereits aufgezeigt – auch
nicht anzunehmen, dass A._ den Beschuldigten B._ aus Angst bzw.
Stress absichtlich falsch beschuldigt haben könnte, um von den wahren Hinter-
männern abzulenken und das Verfahren zu einem raschen Abschluss zu bringen,
wie es die Verteidigerin anlässlich der Berufungsverhandlung geltend machen
wollte (Urk. 184 S. 24), wäre das Verfahren aufgrund der bereits grossen Menge
an sichergestelltem Heroin wohl ohnehin bald zu einem Abschluss gekommen,
wenn A._ von Anfang die Aussage getätigt hätte, dass ihm die Abnehmer
des Heroins nicht bekannt seien. Die Verteidigerin des Beschuldigten B._
widmete einen grossen Teil ihres vor der Berufungsinstanz gehaltenen Plädoyers
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einer detaillierten Aussagen-Analyse (Urk. 184 S. 7 ff.), um aufzuzeigen, dass die
B._ belastenden anfänglichen Aussagen von A._ unglaubhaft und kon-
struiert seien. Obwohl sie dabei einige Widersprüche in den Aussagen A._s
aufzuzeigen vermochte, ist festzuhalten, dass sich hinsichtlich der in casu zentra-
len Frage, weshalb A._ seine Anschuldigungen gegenüber B._ widerru-
fen haben könnte, keine überzeugenden Argumente finden lassen. Die anfängli-
chen Belastungen des Beschuldigten B._ durch A._ erweisen sich ge-
rade auch vor diesem Hintergrund als glaubhaft. Das uneingeschränkte Abstellen
auf die Belastungen A._s betreffend den Tatbeitrag B._s räumt auch
jegliche Konfusion aus dem Weg, die die Verteidigung im Zusammenhang mit der
polizeilichen Observation des konspirativen Treffens im Restaurant "..." zu streu-
en sucht (Urk. 133 S. 3 f.; Urk. 184 S. 31 f. und 35 ff.). Diesbezüglich beantragte
Weiterungen sind obsolet.
Aus der Aussageverweigerung respektive den Bestreitungen C._s ergeben
sich sodann entgegen der Verteidigung keine Entlastungen B._s (vgl.
Urk. 72/6/11). Bezeichnend ist im Zusammenhang mit C._ einzig, dass
A._ noch in der Konfrontation mit C._ – und in Abwesenheit von
B._ – sehr wohl B._ als Drogenbezüger benannt hat (Urk. 62/2/10 S. 2
f.). Auch aus den beigezogenen Verfahrensakten in Sachen gegen G._ las-
sen sich keine den Beschuldigten B._ entlastenden Elemente ableiten. Kor-
rekt, jedoch unmassgeblich, ist schliesslich die Bemerkung der Verteidigung, die
einschlägige Vorstrafe des Beschuldigten B._ sei bei der Sachverhaltserstel-
lung nicht relevant.
2.6. Insgesamt ist mit der Beweiswürdigung der Vorinstanz der den Beschuldigten
B._ betreffende Anklagesachverhalt gestützt auf die glaubhaften Belastun-
gen A._s, die aus nachvollziehbaren Gründen, jedoch völlig unglaubhaft wi-
derrufen wurden, rechtsgenügend erstellt. Die rechtliche Würdigung von Anklage-
behörde und Vorinstanz ist zutreffend und wird durch die Verteidigung auch nicht
beanstandet (Urk. 133; Urk. 184). Der angefochtene Schuldspruch des Beschul-
digten B._ ist zu bestätigen.
- 16 -
III. Sanktion
1. Zu den theoretischen Grundsätzen der richterlichen Strafzumessung im
Generellen und insbesondere in Betäubungsmittelfällen kann zur Vermeidung von
Wiederholungen auf die entsprechenden Erwägungen der Vorinstanz verwiesen
werden (Urk. 129 S. 29 f.; Art. 82 Abs. 4 StPO; vgl. Urteil des Bundesgerichts vom
24. September 2005 6S.204/2005 E. 3.1. mit Verweis auf BGE 121 IV 193; Urteil
des Bundesgerichts vom 29. August 2011 6B_286/2011 E. 3.4.1. mit Verweis auf
BGE 118 IV 348).
2. Beschuldigter B._
2.1. Die Vorinstanz hat den auf den Beschuldigten anwendbaren Strafrahmen
korrekt auf Freiheitsstrafe von einem bis zu 20 Jahren (fakultativ in Verbindung
mit einer Geldstrafe) bemessen (Urk. 129 S. 31).
2.2. Bei der Beurteilung der Tatkomponente hat die Vorinstanz dem Beschuldig-
ten eine schwere objektive Tatschwere bemessen, da er rund 4 Kilogramm reines
Heroin – gemäss erstelltem Anklagesachverhalt zum Zweck des Weiterverkaufs –
übernommen habe, wobei es sich um eine grosse Menge einer gefährlichen
Droge gehandelt habe (Urk. 129 S. 31). Angesichts dessen, was betreffend
die reine Menge umgesetzter Drogen möglich ist (vgl. z.B. den Beschuldigten
A._), ist die Beurteilung der objektiven Tatschwere des Beschuldigten
B._ mit "schwer" doch etwas zu hoch gegriffen. Mit der Verteidigung (Urk.
184 S. 46), ist festzuhalten, dass zu einer allfälligen hierarchischen Stellung in ei-
ner Drogenhändlerorganisation zum Beschuldigten B._ nichts bekannt ist.
Ob er im Rahmen einer solchen oder als Alleintäter tätig war, muss offen bleiben.
Aufgrund seines Auftretens (Vereinbaren eines konspirativen Treffens mit dem
Lieferanten A._, selbständige Bestellung der benötigten Drogen, deren per-
sönliche Entgegennahme am nächsten Tag) ist jedoch klar, dass der Beschuldig-
te B._ nicht lediglich ein einfacher Kurier war, wie dessen Verteidigerin gel-
tend machte (Urk. 184 S. 46). Die objektive Tatschwere wiegt mit Sicherheit er-
heblich.
- 17 -
Zur subjektiven Tatschwere hat die Vorinstanz zutreffend erwogen, dass der
Beschuldigte B._ mit direktem Vorsatz handelte, kein Fall von Beschaffungs-
kriminalität vorgelegen hat, dass er einzig aus finanziellen Motiven gehandelt
haben muss und sich in keiner persönlichen Notlage befunden hat (Urk. 129
S. 31 f.). Zu ergänzen ist einzig, dass die Schuldfähigkeit des Beschuldigten
B._ in keiner Weise eingeschränkt war.
Wenn die Vorinstanz das Verschuldens des Beschuldigten B._ als erheblich
taxiert und nach der Beurteilung der Tatkomponente eine hypothetische Einsatz-
strafe von 4 Jahren bemessen hat, ist dies keineswegs überrissen.
2.3. Zur Täterkomponente hat die Vorinstanz den Werdegang und die persönli-
chen Verhältnisse des Beschuldigten B._ angeführt, worauf zu verweisen ist
(Urk. 129 S. 32). Zur Aktualisierung führte der Beschuldigte B._ anlässlich
der Berufungsverhandlung aus, dass seine Frau derzeit arbeitslos sei und dass
die Familie wohl von der Sozialhilfe lebe. Zu seinen finanziellen Verhältnissen er-
klärte er, dass nach wie vor ein Kredit in Höhe von Fr. 45'000.– offen sei (Urk. 182
S. 2 f.).
Die persönlichen Verhältnisse wirken sich bei der Strafzumessung neutral aus.
Eine besondere Strafempfindlichkeit weist der Beschuldigte B._ nicht auf. Ein
Geständnis, Einsicht oder gar Reue kann der Beschuldigte nicht für sich reklamie-
ren. Den weiteren Argumenten der Verteidigerin betreffend die Täterkomponente,
nach welchen das Nachtatverhalten des Beschuldigten B._ strafmindernd zu
berücksichtigen sei (Urk. 184 S. 47), ist nicht zu folgen, zumal allein die Umstän-
de, dass der Beschuldigte sich seinen Inhaftierungen nicht durch Flucht entzogen
hat bzw. dass er sich im Gefängnis wohl zu verhalten scheint, nicht strafmindernd
zu wirken vermögen. Mit der Vorinstanz muss sich jedoch die einschlägige Vor-
strafe aus dem Jahr 2004 merklich straferhöhend auswirken (Urk. 138). Offenbar
hat der Beschuldigte daraus nichts gelernt; im Gegenteil: Das heute zu beurtei-
lende Delikt fällt im Vergleich mit dem früheren sogar noch massiv schwerer aus.
2.4. Die Täterkomponente führt zu einer Erhöhung der nach der Beurteilung der
Tatkomponente bemessenen hypothetischen Einsatzstrafe. Das angefochtene
- 18 -
Strafmass der Vorinstanz von fünf Jahren Freiheitsstrafe ist in keiner Weise zu
hoch ausgefallen. Eine Vergleichsrechnung mit dem Strafzumessungsmodell ge-
mäss BetmG-Kommentar Fingerhuth/Tschurr zeigt vielmehr, dass der Beschuldig-
te B._ sogar tendenziell milde bestraft wird: Handel mit über 4 Kilogramm
reinem Heroin ergibt demgemäss eine Einsatzstrafe von 7 Jahren; als möglicher
Abzug steht einzig der Umstand, dass weniger als fünf Geschäfte zu beurteilen
sind, einem – schwerer wiegenden – Zuschlag infolge einschlägiger Vorstrafe ge-
genüber (vgl. Fingerhuth/Tschurr, BetmG-Kommentar, 2. Aufl., Zürich 2007, S.
385 f. N 30 f.; Entscheid des Bundesgerichts 6B_495/2008 vom 27. Dezember
2008, E. 1.4.).
2.5. Die Verteidigung bringt – eventualiter – weiter vor, die Strafe des Beschuldig-
ten B._ stehe in keinem Verhältnis zu derjenigen des Beschuldigten A._
(Urk. 133 S. 6; Urk. 184 S. 46 f.). Ein entsprechender Vergleich ist mit Verweis auf
die eingangs zitierten bundesgerichtlichen Vorgaben zur Strafzumessung in
Betäubungsmittelfällen ohne Weiteres unbehelflich. Es hat vielmehr in jedem Fall
eine individuelle Bestrafung analog der konkreten Strafzumessungskriterien zu
erfolgen.
2.6. Der Beschuldigte B._ ist in Würdigung all dieser Erwägungen mit
5 Jahren Freiheitsstrafe zu bestrafen. Der Anrechnung der erstandenen Haft steht
nichts entgegen (Art. 51 StGB).
2.7. Die Freiheitsstrafe ist ohne Weiteres zu vollziehen (Art. 42 Abs. 1 und Art. 43
Abs. 1 StGB).
3. Beschuldigter A._
3.1. Auch betreffend den Beschuldigten A._ hat die Vorinstanz den anwend-
baren Strafrahmen korrekt auf Freiheitsstrafe von einem bis zu 20 Jahren
(fakultativ in Verbindung mit einer Geldstrafe) bemessen (Urk. 129 S. 33).
3.2. Bei der Beurteilung der Tatkomponente hat die Vorinstanz dem Beschuldig-
ten eine sehr schwere objektive Tatschwere bemessen, da er die sehr grosse
Menge von 107 Kilogramm Heroingemisch, entsprechend rund 48 Kilogramm
- 19 -
reines Heroin, gelagert und 26,5 Kilogramm davon weitergegeben habe. Damit
habe er zumindest abstrakt eine grosse Zahl von Konsumenten einer erheblichen
Gesundheitsgefahr ausgesetzt. Hierarchisch sei der Beschuldigte A._
zumindest auf oberer Stufe anzusiedeln. Erschwerend sei, dass der Beschuldigte
innerhalb eines relativ kurzen Zeitraumes – gemeint: äusserst intensiv – Drogen
umgesetzt hat (Urk. 129 S. 33 f.).
In der Tat handelt es sich um eine sehr grosse Menge Drogen, in deren
In-Umlauf-Bringen der Beschuldigte involviert war. Die Verteidigung hat vor
Vorinstanz argumentiert, es handle sich nicht um "DEN FALL", auch nicht um
"DEN 100 KG FALL" (Urk. 68 S. 3). Von "DEM FALL" wird zurecht von keiner
Seite gesprochen, da es diesen gar nicht gibt. Um einen "100 KG-Fall" und somit
einen aussergewöhnlich schweren Fall von Betäubungsmitteldelinquenz handelt
es sich angesichts der erstellten Menge Heroingemischs jedoch klar.
Mit der Vorinstanz wurden die eingeklagten Delikte – jeweils – innerhalb relativ
kurzer Zeit begangen. Der Verteidiger des Beschuldigten A._ führte hierzu
aus, dass die kurze Deliktszeit nicht erschwerend berücksichtigt werden dürfe
(Prot. II S. 17). Dabei verkennt er, dass der Beschuldigte innerhalb dieser jeweils
kurzen Zeiträume grosse Mengen Heroin umsetzte, weshalb die kurzen Zeiträu-
me der Delinquenz insgesamt nicht als entlastend erachtet werden können. Ent-
gegen der Darstellung der Verteidigung nahm der Beschuldigte zudem innerhalb
der wohl vorliegenden Drogenhändlerorganisation eine prominente Rolle ein, was
sich aus der Art seiner Kontakte mit den Abnehmern ergibt. Bei der Darstellung
des Beschuldigten, er sei zu seinen Taten gezwungen worden, handelt es sich
um eine offensichtliche und im Übrigen schon eigentlich stereotype Schutz-
behauptung. Auch die Argumentation der Verteidigung zu diesem Punkt ist nicht
stringent, wenn einerseits ausgeführt wird, der Beschuldigte sei als unbescholte-
ner Geschäftsmann durch kriminelle Hinterleute gezielt ausgewählt und dann
durch massiven Druck zuerst zur Lagerung und dann zur Auslieferung der Drogen
gezwungen worden (Urk. 68 S. 5), um dann zu konzedieren, das Verschulden des
Beschuldigten wiege sicherlich nicht mehr leicht (Urk. 68 S. 7). Wäre der Be-
schuldigte tatsächlich zur Teilnahme gezwungen worden, hätte er sich überhaupt
- 20 -
nicht strafbar gemacht oder könnte zumindest einen gewichtigen Strafmilde-
rungsgrund vorweisen. Die objektive Tatschwere wiegt somit zumindest schwer.
Zur subjektiven Tatschwere ist vollumfänglich auf die zutreffenden Erwägungen
der Vorinstanz zu verweisen: Der Beschuldigte A._ handelte direktvorsätzlich
und einzig aus finanziellen Motiven. Er hat grosse Mengen Heroin erworben, um
sie dann weiterzuverkaufen und einen entsprechenden Gewinn zu erwirtschaften.
Der Beschuldigte konsumiert selber keine Drogen, weshalb keine Beschaffungs-
kriminalität vorliegt und auch keine suchtbedingte Einschränkung seiner Schuld-
fähigkeit. Der geltend gemachte Druck unbekannter Dritter ist angesichts des
gesamten Tatvorgehens schlicht unglaubhaft und zu verwerfen. Zusammenge-
fasst ergibt sich in subjektiver Hinsicht mit der Vorinstanz nichts, was die objektive
Tatschwere zu verringern vermag. Wenn die Vorinstanz nach der Beurteilung der
Tatkomponente eine hypothetische Einsatzstrafe von 10 Jahren Freiheitsstrafe
angesetzt hat, ist dies im Resultat mit Sicherheit nicht übersetzt, sondern sogar
tendenziell zu tief bemessen. Es darf diesbezüglich hingegen nicht von einem
sehr schweren Verschulden ausgegangen werden, da ansonsten indiskutabel
eine Sanktion im oberen Drittel des Strafrahmens und somit zwischen ca. 13 und
20 Jahren resultieren müsste! Als schwer ist das Verschulden jedoch mit Sicher-
heit zu taxieren.
3.3. Zur Täterkomponente hat die Vorinstanz den Werdegang und die persönli-
chen Verhältnisse des Beschuldigten A._ angeführt, worauf zu verweisen ist
(Urk. 129 S. 34 f.; vgl. auch Urk. 180 S. 1 ff.).
Die persönlichen Verhältnisse wirken sich bei der Strafzumessung neutral aus.
Eine besondere Strafempfindlichkeit weist der Beschuldigte A._ – entgegen
den Ausführungen seines Verteidigers – nicht auf, zumal hierfür keinesfalls
genügt, dass der Beschuldigte Arbeitgeber ist und sich um sein Unternehmen
kümmern sollte (vgl. Prot. II S. 17). Zurecht hat die Vorinstanz dem Beschuldigten
A._ sein Geständnis erheblich strafmindernd angerechnet. Um ein umfas-
sendes Geständnis aus freien Stücken handelt es sich jedoch nicht: Der Beschul-
digte hat anfänglich bestritten und seine Zugaben erfolgten jeweils klar vor dem
Hintergrund der ihm präsentierten polizeilichen Ermittlungsergebnisse. Positiv an-
- 21 -
zurechnen ist dem Beschuldigten namentlich auch seine Kooperation hinsichtlich
der Nennung von Mittätern. Allerdings hat er betreffend den Beschuldigten
B._ aus Gründen, die nicht bewiesen sind, jedoch auf der Hand liegen, wie-
der einen Rückzieher gemacht. Eine maximale Strafminderung infolge Geständ-
nis, wie die Verteidigung dies verlangt (Urk. 68 S. 8; Prot. II S. 18), ist daher nicht
angezeigt. Mit der Vorinstanz müssen sich die nicht einschlägige Vorstrafe aus
dem Jahr 2007 (Urk. 137) sowie das teilweise Delinquieren während laufender
Probezeit entgegen der Verteidigung ohne Weiteres zumindest leicht straferhö-
hend auswirken.
Die Verteidigung hat schliesslich im Rahmen ihrer Argumentation zur Strafzu-
messung Parallelen zwischen dem vorliegenden und einem im Jahr 2011 durch
das Zürcher Obergericht behandelten Betäubungsmittelfall angestellt (Urk. 68
S. 8 ff.; Prot. II S. 16 f.). Es erübrigt sich, auf die entsprechende Darstellung im
Detail einzugehen, da einfach gewisse Tatelemente isoliert wiedergegeben und
aus dem Gesamtkontext heraus gerissen werden: Wie vorstehend erwogen, hat
in jeder Strafsache eine individuelle Strafzumessung anhand der konkreten
Strafzumessungsfaktoren zu ergehen. Die Verteidigung hat vor Vorinstanz
plädiert, dass sich die Rechtsprechung zu Betäubungsmitteldelikten in den letzten
Jahrzehnten weiter entwickelt habe (Prot. I S. 15). Dies ist zutreffend: Die Praxis
hat namentlich auch klargestellt, dass keine sog. "Gramm-Justiz" zu betreiben ist,
d.h., dass die betreffenden Betäubungsmittelquanten zwar ein wichtiges, nicht
jedoch das allein entscheidende Strafzumessungskriterium sind (nochmals: Urteil
des Bundesgerichts vom 29. August 2011 6B_286/2011 E. 3.4.1.). Hochrech-
nungen zum Strafmass basierend auf Teilen des Sachverhalts anderer Fälle sind
somit von vornherein äusserst problematisch. Auch zum Beschuldigten A._
ist jedoch schliesslich eine Vergleichsrechnung gemäss dem Strafzumessungs-
modell aus dem BetmG-Kommentar Fingerhuth/Tschurr anzustellen: Lagern und
– teilweises – Handeln mit 49 Kilogramm reinem Heroin ergibt demgemäss eine
Einsatzstrafe von 16 Jahren; als Zuschlag ist die Vorstrafe zu berücksichtigen.
Selbst wenn dem Beschuldigten in Abgeltung seines Geständnisses ein
maximaler Abzug von einem Drittel der Einsatzstrafe zugestanden würde – was
vorliegend wie erwogen klar nicht angezeigt ist – würde die Sanktion gemäss
- 22 -
diesem Vergleichsmodell immer noch über derjenigen liegen, die die Vorinstanz
ausgefällt hat (vgl. Fingerhuth/Tschurr, BetmG-Kommentar, 2. Aufl., Zürich 2007,
S. 385 f. N 30 f.; Entscheid des Bundesgerichts 6B_495/2008 vom 27. Dezember
2008, E. 1.4.). Soweit der Verteidiger des Beschuldigten A._ den vorliegen-
den Fall im Übrigen mit der Strafzumessung in Fällen betreffend strafbare Hand-
lungen gegen Leib und Leben zu vergleichen sucht (vgl. Prot. II S. 17 und 21),
sind seine Argumente überwiegend rechtspolitischer Natur, weshalb sie keine Be-
rücksichtigung finden können. Dies gilt auch hinsichtlich der Argumente, mit wel-
chen der Verteidiger geltend macht, dass die lange Zeit, welche der Beschuldigte
– obwohl im vorzeitigen Strafvollzug – im Haftregime eines Untersuchungsge-
fängnisses zubrachte, bei der Bemessung der Strafe berücksichtigt werden soll
(Prot. II S. 17 und 20). Mit der Staatsanwaltschaft (Prot. II S. 20) ist darauf zu
verweisen, dass einzig die Vollzugsinstanz für die Vollziehung des vorzeitigen
Strafantritts und die damit in Zusammenhang stehenden Fragen zuständig ist und
dass schon aus diesem Grund keine Berücksichtigung der Umstände der Inhaftie-
rung im Rahmen der Strafzumessung erfolgen kann.
3.4. Die Vorinstanz hat nach der Beurteilung der Täterkomponente die nach der
Beurteilung der Tatkomponente festgesetzte hypothetische Einsatzstrafe zur
definitiven Sanktion erhoben. Dies bedeutet konkret, dass sie die Täterkomponen-
te insgesamt als neutral und somit innerhalb der Täterkomponente die erschwe-
renden und die erleichternden Momente gleich gewichtet hat. Dies ist nicht zu
übernehmen: Das Nachtatverhalten des Beschuldigten mit seinem Geständnis
und namentlich der erwähnten Kooperation mit den Untersuchungsbehörden hat
sich stärker (positiv) auszuwirken als die Vorstrafe und das Delinquieren während
laufender Probezeit (negativ). Die Beurteilung der Täterkomponente muss somit
zu einer Senkung der nach der Beurteilung der Tatkomponente bemessenen Ein-
satzstrafe führen. Da aber wie vorstehend erwogen die Einsatzstrafe angesichts
des konkreten Verschuldens des Beschuldigten zu tief angesetzt wurde, ist die
angefochtene Sanktion von 10 Jahren Freiheitsstrafe trotz den erwähnten Korrek-
turen zu ihrer Begründung auch in dieser Höhe angemessen und zu bestätigen.
Der Beschuldigte A._ übernahm und lagerte die exorbitante Menge von
107 Kilogramm Heroingemisch; verkauft hat er in 10-Kilogramm-Portionen. Beim
- 23 -
Beschuldigten und allfälligen weiteren, nicht ins Recht gefassten Mittätern muss
es sich im Deliktszeitraum zwingend um absolut zentrale Figuren des Heroinhan-
dels im Grossraum F._ gehandelt haben. Entgegen der Verteidigung liegt
das Ausmass des in concreto zu beurteilenden Drogenumschlags damit sehr
deutlich über demjenigen der üblicherweise zu behandelnden Betäubungsmittel-
fälle. Ebenfalls entgegen der Darstellung der Verteidigung liegt seine Bestrafung
auch absolut im Rahmen derjenigen von vergleichbaren Tätern, soweit man sol-
che überhaupt als gegeben erachtet. Eine Erhöhung der Strafe im Sinne der Be-
rufung der Anklagebehörde drängt sich andererseits auch nicht auf; namentlich da
die Appellantin zur Begründung ihres Antrages geltend macht, der Beschuldigte
A._ sei auch hinsichtlich des Tatvorwurfes in Anklageziffer 1. zu verurteilen,
was wie erwogen jedoch nicht erfolgt, und da sie im Übrigen, mit der Vorinstanz
davon ausgeht, das objektive Tatverschulden des Beschuldigten wiege sehr
schwer (Urk. 132; Urk. 183 S. 3).
3.5. Der Beschuldigte A._ ist in Würdigung all dieser Erwägungen mit
10 Jahren Freiheitsstrafe zu bestrafen. Der Anrechnung der Haft sowie des bisher
erstandenen vorzeitigen Strafvollzugs steht nichts entgegen (Art. 51 StGB).
3.6. Die Freiheitsstrafe ist ohne Weiteres zu vollziehen (Art. 42 Abs. 1 und Art. 43
Abs. 1 StGB).
IV. Einziehungen
Ausgangsgemäss sind die angefochtenen erstinstanzlichen Einziehungsentschei-
de zu bestätigen (Art. 129 S. 39 f. Ziff. 6., 8. und 10). Es kann durch die Beru-
fungsinstanz nicht festgestellt werden, ob mit den fraglichen Uhren gemäss der
Argumentation der Verteidigung des Beschuldigten A._ kein Verkaufserlös
zu erzielen ist (Urk. 130 S. 3; Prot. II S. 18). Dies ist der zuständigen Verwer-
tungsbehörde zu überlassen.
- 24 -
V. Ersatzforderung
Ausgangsgemäss ist auch die durch die Vorinstanz ausgesprochene Verpflich-
tung des Beschuldigten A._ zur Leistung einer Ersatzforderung an den Staat
zu bestätigen. Entgegen der Argumentation der Verteidigung vor Vorinstanz sind
gerade Einkünfte aus Drogenhandel in optima forma Deliktserlös, in dessen
vollem – erstelltem – Umfang sich eine Ersatzforderung rechtfertigt (vgl. Urk. 130
S. 3).
VI. Kosten
1. Die Verteidigung des Beschuldigten A._ ficht die Festsetzung der Ausla-
gen für das diesen betreffende Vorverfahren an. Zur Begründung wird argumen-
tiert, die Untersuchungsbehörde habe die Kosten für das Vorverfahren ohne die
notwendige Transparenz festgelegt, die Kosten seien im Übrigen nicht gerechtfer-
tigt oder notwendig gewesen bzw. müssten im Hinblick auf die Resozialisierung
des Beschuldigten A._ reduziert werden (Urk. 130 S. 3; Prot. II S. 18 f. und
20 f.).
Welchen finanziellen Aufwand die Ermittlungs- und Untersuchungsbehörden be-
trieben haben, ergibt sich lückenlos aus der Aufstellung in Urk. 62/10. Inwiefern
diese Aufwendungen oder Teile davon nicht notwendig gewesen sein sollen, wird
von der Verteidigung in keiner Weise substantiiert dargetan. Eine Reduktion der
Kosten im Hinblick auf die Resozialisierung ist sodann weder üblich noch ange-
zeigt. Dem Beschuldigten steht es frei, hinsichtlich der Vollstreckung der Kosten
um Gewährung der Möglichkeit einer Ratenzahlung zu ersuchen. Entsprechend
ist die angefochtene Kostenfestsetzung ohne Weiteres zu bestätigen.
2. Ausgangsgemäss ist die vorinstanzliche Kostenauflage zu bestätigen (Art. 426
Abs. 1 und Art. 135 Abs. 4 StPO).
3. Die Gerichtsgebühr für das Berufungsverfahren ist auf Fr. 6'000.– festzusetzen.
- 25 -
4. Im Berufungsverfahren unterliegen die Beschuldigten B._ und A._ mit
ihren Anträgen je vollumfänglich. Auch die betreffend das Strafmass des Be-
schuldigten A._ appellierende Anklagebehörde unterliegt. Demnach sind die
Kosten des Berufungsverfahren, exklusive Kosten der amtlichen Verteidigung des
Beschuldigten B._, zu 1⁄2 (= 3/6) dem Beschuldigten B._ und zu 1/3 (=
2/6) dem Beschuldigten A._ aufzuerlegen und im verbleibenden 1/6 auf die
Gerichtskasse zu nehmen. Die Kosten der amtlichen Verteidigung des Beschul-
digten B._ sind auf die Gerichtskasse zu nehmen, wobei eine Rückforderung
über die gesamten Kosten seiner amtlichen Verteidigung vorzubehalten ist (Art.
135 Abs. 4 StPO).