# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 645e5baf-e9a2-4fb4-b83a-50124457158e
**Court:** GR_KG
**Chamber:** GR_KG_004
**Year:** 2013
**Language:** de
**Jurisdiction:** GR / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

hat sich ergeben:
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I. Sachverhalt
A. Z. wurde am 3. September 1976 in Zürich geboren. Er wuchs zusammen mit einer Halbschwester in Schattdorf/UR bei seiner Grossmutter auf. Nach den obligatorischen Schuljahren absolvierte er eine Kochlehre in den Hotels Margna und Palace in St. Moritz, welche er erfolgreich abschloss. Seit 1999 arbeitet er bei den G. im Gastrobereich und als Maschinist bei verschiedenen Sesselliften. Gemäss der Steuerverwaltung des Kantons Graubünden wies er für das Jahr 2009 ein Einkommen von Fr. 35‘027.-- und ein Reinvermögen von Fr. 3‘123.-- aus. Z. ist ledig und hat keine Unterhaltspflichten.
B. Im Schweizerischen Strafregister ist Z. mit zwei Einträgen verzeichnet. Am 4. März 2002 wurde er vom Kreispräsidenten Oberengadin wegen Fahrens in angetrunkenem Zustand, Verletzung von Verkehrsregeln und Übertretung der Verkehrszulassungsverordnung zu einer bedingten Gefängnisstrafe von 14 Tagen und zu einer Busse von Fr. 500.-- verurteilt. Die Probezeit wurde auf zwei Jahre angesetzt. Am 20. März 2006 verurteilte ihn der Kreispräsident Oberengadin sodann wegen Fahrens in fahrunfähigem Zustand (Motorfahrzeug, qualifizierte Blutalkoholkonzentration) zu einer Gefängnisstrafe von 60 Tagen sowie zu einer Busse von Fr. 500.--.
C. Am 30. August 2010 reichte X. Strafantrag gegen Unbekannt (Verantwortliche der G. (G.) AG) betreffend fahrlässige Körperverletzung ein. Die Staatsanwaltschaft Graubünden eröffnete sodann am 04. November 2010 ein Strafverfahren gegen Z. wegen fahrlässiger Körperverletzung gemäss Art. 125 StGB.
D. Am 16. Februar 2011 konstituierte sich die Geschädigte X. als Privatklägerin im Sinne von Art. 118 ff. StPO und erklärte, sich am Strafverfahren als Straf- und Zivilklägerin zu beteiligen. Die Zivilklage bezifferte sie mit Fr. 150‘000.-- Schadenersatz und Fr. 40‘000.-- Genugtuung, wobei ihr Rechtsvertreter erklärte, dass dies lediglich eine vorläufige Schätzung sei.
E. Mit Parteimitteilung vom 24. August 2011 teilte die Staatsanwaltschaft Graubünden den Abschluss der Strafuntersuchung mit und stellte die Anklageerhebung beim Gericht wegen fahrlässiger Körperverletzung gemäss Art. 125 Abs. 1 StGB in Aussicht. Am 18. Oktober, mitgeteilt am 31. Oktober 2011, erhob die Staatsanwaltschaft Graubünden Anklage gegen Z.. Dieser Anklage liegt gemäss Anklageschrift folgender Sachverhalt zugrunde:
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„Am 08. August 2010 befanden sich X. und ihr Ehemann Y. kurz vor Mittag bei der Talstation der 2-er Sesselbahn H./F.. Nachdem Y. bei Z. die Fahrkarten gelöst hatte, begaben sich die Eheleute durch das Drehkreuz der Abschrankung zum Zugangsbereich und warteten vor der dort hängenden aber nicht geschlossenen Absperrkette und der Tafel, welche in vier Sprachen darauf hinweist, dass bei Abwesenheit des Personals die Benützung der Anlage verboten sei. Der Beschuldigte hielt sich zu diesem Zeitpunkt im Kassahäuschen auf und gab den zwei wartenden Gästen mittels Handzeichen zu verstehen, dass sie den Einstiegsbereich betreten und den Sessel besteigen könnten. Dabei verblieb der Beschuldigte im Kassahäuschen und unterliess es, die Geschwindigkeit der Sessel zu reduzieren. Als sich X. und Y. auf das zum Aufsteigen der Sessel speziell bezeichnete Podest stellten, näherte sich der Sessel infolge der nicht reduzierten Geschwindigkeit der Anlage mit zu hoher Geschwindigkeit, was dazu führte, dass er sich den Gästen nicht wie vorgesehen gerade und ruhig näherte, sondern nach links und rechts schwankte. Dadurch war es den zwei Personen nicht möglich, sich richtig auf den Sessel zu setzen. Y. war gezwungen, sich etwa in der Mitte des Sessels niederzulassen, was zur Folge hatte, dass seine Frau nur ganz am Rand absitzen konnte. Deshalb, und weil der Sessel seitlich schwankte, schaffte es die Anzeigeerstatterin nicht, sich sicher hinzusetzen und stürzte nach einigen Metern Fahrt vom Gefährt. Dabei zog sich X. einen komplizierten Schienbeinbruch unter dem rechten Knie zu, welcher mittels Platten- und Knochenersatz operativ versorgt werden musste.“
F. An der Hauptverhandlung vor dem Bezirksgericht Maloja am 24. Juli 2012 nahmen Z., sein Rechtsvertreter, der Betriebsleiter der Sesselbahn H., der Vertreter der Privatklägerin sowie dessen Praktikantin teil. Die Staatsanwaltschaft Graubünden war nicht vertreten.
Bereits in der Anklageschrift vom 18. Oktober 2011 hatte die Staatsanwaltschaft Graubünden die folgenden Anträge gestellt:
„1. Z. sei schuldig zu sprechen der fahrlässigen Körperverletzung gemäss Art. 125 Abs. 1 StGB.
2. Dafür sei er zu einer Geldstrafe von 10 Tagessätzen zu je CHF 70.00, bedingt bei einer Probezeit von 2 Jahren und einer Busse von CHF 300.00, ersatzweise zu einer Freiheitsstrafe von 2 Tagen, zu verurteilen.
3. Die Verfahrenskosten seien Z. zu überbinden.“
Im Rahmen seines Vortrages stellte und begründete der Verteidiger von Z. die folgenden Anträge:
„1. Z. sei im vorliegenden Verfahren vom Vorwurf der fahrlässigen Körperverletzung gemäss Art. 125 Abs. 1 StGB von jeder Schuld und Strafe freizusprechen.
2. Der Angeklagte sei für seine Verteidigung gemäss beiliegender Honorarnote auf Kosten der Staatskasse vollumfänglich zu entschädigen.“
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G. Mit Urteil vom 24. Juli 2012, im Dispositiv mitgeteilt am 25. Juli 2012, erkannte das Bezirksgericht Maloja wie folgt:
„1. Z. wird vom Vorwurf der fahrlässigen Körperverletzung gemäss Art. 125 Abs. 1 StGB freigesprochen.
2. Die Kosten des Verfahrens, bestehend aus:
- der Untersuchungsgebühr der Staatsanwaltschaft CHF 1‘325.00
- den Barauslagen CHF 220.00
- der Gerichtsgebühr CHF 2‘000.00
Total CHF 3‘545.00
werden auf die Staatskasse genommen, d.h. CHF 1‘545.-- zulasten des Kantons Graubünden und CHF 2‘000.-- zulasten des Bezirksgerichtes Maloja.
3. Z. wird im Sinne von Art. 429 Abs. 1 lit. a StPO eine Entschädigung zulasten des Bezirksgerichtes Maloja von CHF 6‘060.95 inkl. MwSt. zugesprochen.

## Considerations