# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 3af77fd9-2e63-4077-837f-1063c5f2ca9d
**Court:** GR_KG
**Chamber:** GR_KG_006
**Year:** 2012
**Language:** de
**Jurisdiction:** GR / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

hat sich ergeben:
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I. Sachverhalt
A. Am A. kam AX. zur Welt. Sie ist die Tochter von X., geboren am B., und von Y., geboren am C.. Der Vater anerkannte AX. am 9. Dezember 2010 vor dem Zivilstandsamt D.. Aus einer im Jahre 2005 geschiedenen Ehe hat er eine weitere Tochter, geboren an I., welche unter der elterlichen Sorge der Mutter steht, aber im Rahmen eines schulischen Austauschjahres von August 2010 bis Juli 2011 beim Vater gelebt hat.
B/1. Da sich die getrennt lebenden Kindseltern nicht über das Besuchsrecht und Unterhaltszahlungen an AX. einigen konnten, wandte sich Y. anfangs 2011 an die Vormundschaftsbehörde Z.. Die Behörde verlangte in der Folge von beiden Elternteilen einen Vorschlag zur Gestaltung des Besuchsrechts und zur Höhe der Unterhaltsbeiträge. Am 20. Juni 2011 fand ein gemeinsames Gespräch mit den Kindseltern statt, anlässlich welchem indes keine Einigung erzielt werden konnte. Mit Schreiben vom 20. Juli 2011 stellte der Rechtsvertreter von Y. bei der Vormundschaftsbehörde Z. den förmlichen Antrag auf eine behördliche Regelung des Besuchsrechts zwischen Vater und Tochter.
Mit Einladung vom 16. August 2011 räumte der Präsident der Vormundschaftsbehörde den Eltern die Möglichkeit ein, sich am 22. August 2011 vor der Gesamtbehörde zur Frage des Besuchs- und Ferienrechts für AX. vernehmen zu lassen. Während Y. in der Folge mitteilen liess, er halte einen persönlichen Vortritt für nicht opportun, verlangte X. infolge Ferienabwesenheit die Verschiebung des Termins. Am 23. bzw. 24. August 2011 erhielten die Kindseltern eine neue Einladung für das Erscheinen vor der Gesamtbehörde am 12. September 2011. Im entsprechenden Schreiben wurde darauf hingewiesen, dass im Verhinderungsfall die Möglichkeit bestehe, sich bis spätestens 9. September 2011 in schriftlicher Form vernehmen zu lassen und dass die Behörde am angesetzten Termin auch dann über das Besuchs- und Ferienrecht entscheiden werde, wenn auf den Vortritt und eine schriftliche Stellungnahme verzichtet werde. Ein Verschiebungsgesuch von X. vom 9. September 2011, das jene mit dem Entscheid auf Beizug eines Rechtsvertreters bzw. mit dessen Ferienabwesenheit begründete, wurde von der Behörde abgewiesen.
B/2. An ihrer Sitzung vom 12. September 2011 entschied die Vormundschaftsbehörde Z. in Anwesenheit des Kindsvaters über das Besuchs- und Ferienrecht für AX.. Die Kindsmutter war aus gesundheitlichen Gründen
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abwesend. Der am 22. September 2011 mitgeteilte Beschluss der Vormundschaftsbehörde Z. lautet wie folgt:
„1. Herr Y., geb. C., E. Staatsangehöriger, wohnhaft in F., ist gestützt auf Art. 273 ZGB berechtigt, sein Kind, AX., geb. A., bis zu ihrem 5. Altersjahr am 1. und am 3. Samstag (in einvernehmlicher Absprache allenfalls am Sonntag) eines jeden Monats von 9.30 Uhr bis 19.00 Uhr sowie jeden Donnerstagnachmittag von 15.00 Uhr bis 19.00 Uhr auf seine Kosten zu sich zu Besuch zu nehmen. Zudem ist der Vater berechtigt, mit AX. eine Woche Ferien im Sommer (Juli/August), eine Woche Ferien im Herbst (Oktober) sowie die Osterfeiertage von Gründonnerstag bis Ostermontag zu verbringen. Alle übrigen Feiertage verbringt AX. bei ihrer Mutter.
2. Ab dem 6. Altersjahr wird das Besuchsrecht auf das 1. und 3. Wochenende jedes Monats von Freitagabend 18.00 Uhr bis Sonntagabend 19.00 Uhr erweitert. Ferner ist der Vater berechtigt, mit AX. zwei Wochen Ferien im Sommer (Juli/August), je wahlweise eine Woche Ferien im Frühling (Mai) oder im Herbst (Oktober) sowie die Osterfeiertage von Gründonnerstag bis Ostermontag zu verbringen. Alle übrigen Feiertage verbringt AX. bei ihrer Mutter.
3. Die konkreten Modalitäten der Besuche und Ferien sind zwischen den Eltern frühzeitig (Besuche mindestens zwei Wochen, Ferien mindestens zwei Monate im Voraus) gemeinsam festzulegen.
4. Die Kosten für Besuche und Ferien beim Vater hat dieser unabhängig vom Unterhaltsbeitrag selbst zu tragen.
5. Die Amtskosten der Vormundschaftsbehörde betragen Fr. 1'000.00 und gehen je zur Hälfte zu Lasten beider Elternteile. Sie sind innert 30 Tagen seit Mitteilung dieses Beschlusses zu bezahlen.
6. (Mitteilung)“
Die Vormundschaftsbehörde führte zur Begründung ihres Beschlusses unter anderem an, es lägen nach Meinung der Behörde keine schwerwiegenden Gründe für eine restriktive Regelung des Besuchsrechts vor. Die Interessen des Kindes ständen im Vordergrund. AX. habe das Recht auf eine gesunde Vater-. Eine solche sei für die Entwicklung des Kindes wichtig, auch wenn die Eltern nie zusammengelebt hätten. Ein Kind habe das Recht, von beiden Elternteilen zu lernen und zu profitieren, auch wenn Mutter und Vater verschiedene Persönlichkeiten seien und auch verschiedene Interessen hätten.
C/1. Mit Eingabe vom 3. Oktober 2011 erhob Y. gegen den Beschluss der Vormundschaftsbehörde Z. beim Bezirksgericht Maloja Beschwerde, wobei er folgende Rechtsbegehren stellte:
„1. Ziff. 2 des Dispositivs des Beschlusses sei wie folgt abzuändern:
Es sei dem Vater ab 01. März 2012 folgendes Besuchs- und Ferienrecht einzuräumen:
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a) Der Vater sei für berechtigt zu erklären, die Tochter AX. jedes zweite Wochenende und zwar von Freitag, 18.00 Uhr, bis Sonntag, 19.00 Uhr, zu besuchen resp. zu sich auf Besuch zu nehmen. Zudem sei er für berechtigt zu erklären, seine Tochter einmal pro Woche während vier Stunden, vorzugsweise Donnerstagnachmittag, zu sich auf Besuch zu nehmen.
b) Dem Vater sei das Recht einzuräumen, die Osterfeiertage sowie 5 Wochen Ferien mit seiner Tochter zu verbringen, somit:
Osterferien: von Gründonnerstag bis Ostermontag Frühlingsferien: eine Woche im Mai Sommerferien: zwei Wochen im Juli/August Herbstferien: zwei Wochen im Oktober
c) Es sei festzuhalten, dass es sich bei dieser Regelung um eine Minimallösung handelt, für den Fall, dass sich die Eltern über die Ausübung des Besuchs- und Ferienrechtes nicht einigen können.
2. In Abänderung von Ziff. 5 des Beschlusses seien die Amtskosten der Vormundschaftsbehörde der Kindsmutter zu überbinden, welche zudem zu verpflichten sei, den Kindsvater aussergerichtlich mit CHF 3'000.00, zuzüglich 8% MwSt., zu entschädigen.
3. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge.“
Die Vormundschaftsbehörde Z. nahm mit Eingabe vom 26. Oktober 2011 zur Beschwerde Stellung, wobei sie im Wesentlichen auf den angefochtenen Beschluss verwies.
X. beantragte in ihrer Beschwerdeantwort vom 14. November 2011 die Abweisung der Beschwerde, unter Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten des Beschwerdeführers oder eventualiter zu Lasten der Gerichtskasse. Die Genannte hatte am 10. Oktober 2011 gegen den Beschluss der Vormundschaftsbehörde ebenfalls Beschwerde erhoben, diese aber mit Schreiben vom 4. November 2011 wieder zurückgezogen. Die entsprechende Abschreibungsverfügung wurde vom Bezirksgerichtspräsidenten Maloja am 14. März 2012 erlassen und am 29. März 2012 mitgeteilt.
C/2. Die Hauptverhandlung vor dem Bezirksgericht Maloja fand am 14. März 2012 statt. Y. ersuchte das Gericht dabei zusätzlich zu seinen bereits erhobenen Beschwerdeanträgen, es sei für AX. eine Besuchsrechtsbeistandschaft anzuordnen. X. erweiterte ihre Anträge dahingehend, dass ein interventionsorientiertes Gutachten erstellen zu lassen sei. Mit Urteil vom 14. März 2012, mitgeteilt am 30. März 2012, erkannte das Bezirksgericht Maloja, wie folgt:
„1. Die Beschwerde wird teilweise gutgeheissen und der Beschwerdeführer ist berechtigt, seine Tochter AX., geb. A., während den folgenden Zeiten zu sich zu nehmen oder zu besuchen:
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- jeweils am ersten und dritten Samstag eines jeden Monats von 09.00 Uhr bis 17.00 Uhr
- jeden Donnerstagnachmittag während mindestens drei Stunden
- je eine Woche Ferien im Sommer, im Herbst und im Frühling
2. Die Vormundschaftsbehörde Z. wird angewiesen, im Sinne der vorstehenden Erwägungen eine Besuchsrechtsbeistandschaft nach Art. 308 ZGB zu errichten.
3. Im Übrigen gilt der Beschluss der Vormundschaftsbehörde Z. vom 12. September 2011.
4. Auf die Einholung eines Gutachtens wird verzichtet.
5. Die Gerichtskosten in Höhe von CHF 1'500 werden je zur Hälfte dem Beschwerdeführer und der Beschwerdegegnerin 2 auferlegt.
Die ausseramtlichen Kosten werden wettgeschlagen.
6. Gegen diesen Entscheid kann zivilrechtliche Berufung geführt werden (vgl. Art. 64 EGzZGB i.V.m. Art. 308 ff. ZPO). Diese ist beim Kantonsgericht von Graubünden in 7000 Chur innert 30 Tagen seit Zustellung des Entscheids schriftlich und begründet einzureichen. Der angefochtene Entscheid ist beizulegen (vgl. Art. 311 ZPO i.V.m. Art. 7 EGzZPO).
Der Kostenentscheid ist selbständig nur mit Beschwerde anfechtbar (vgl. Art. 110 i.V.m. Art. 319 ff. ZPO). Diese ist beim Kantonsgericht von Graubünden in 7000 Chur innert 30 Tagen seit Zustellung des Entscheids schriftlich und begründet einzureichen. Der angefochtene Entscheid ist beizulegen (vgl. Art. 321 Abs. 1 und 3 ZPO i.V.m. Art. 7 EGzZPO).
7. (Mitteilung)“
D/1. Gegen den Entscheid des Bezirksgerichts Maloja liess X. mit Eingabe vom 7. Mai 2012 beim Kantonsgericht von Graubünden Berufung einreichen. Sie stellt folgende Berufungsanträge:
„1. Es seien die Ziffern 1, 2, 4 und 5 des Beschwerdeentscheids vom 14./30. März 2012 aufzuheben.
2. Es sei dem Berufungsbeklagten bis zum 2. Geburtstag von AX. das Recht einzuräumen, seine Tochter jeden ersten und dritten Samstag im Monat von 15.00 Uhr bis 17.00 Uhr ausser während der Ferienabwesenheiten der Berufungsklägerin zu besuchen.
3. Danach und bis zur Vollendung des 4. Altersjahres von AX. sei dem Berufungsbeklagten das Recht einzuräumen, seine Tochter jeden ersten und dritten Samstag im Monat von 14.00 bis 17.00 Uhr ausser während der Ferienabwesenheiten der Berufungsklägerin zu besuchen oder bei entsprechender Reife der Tochter mit sich zu nehmen. Zusätzlich sei ihm in jeder zweiten und vierten Woche ein Besuchsrecht an einem arbeitsfreien Nachmittag von 14.00 bis 17.00 Uhr einzuräumen ausser während der Ferienabwesenheiten der Berufungsklägerin.
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4. Vom 5. Altersjahr bis zum Schuleintritt von AX. sei dem Berufungsbeklagten ein Besuchsrecht jeden ersten und dritten Samstag im Monat von 10.00 bis 16.00 Uhr einzuräumen ausser während der Ferienabwesenheiten der Berufungsklägerin.
5. Eventualiter, d.h. für den Fall, dass die Berufung ansonsten nicht gutgeheissen werden kann, sei der Fall an den Bezirksgerichtsausschuss Maloja zurückzuweisen mit der Weisung, ein interventionsorientiertes Gutachten in Auftrag zu geben und nach Vorliegen des Gutachtens neu zu entscheiden. Subeventualiter sei ein solches Gutachten durch das Kantonsgericht von Graubünden in Auftrag zu geben.
6. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge für das Berufungs- und Beschwerdeverfahren zu Lasten des Berufungsbeklagten, welchem auch die Amtskosten der Vormundschaftsbehörde aufzuerlegen seien.“
D/2. Y. beantragt in seiner Berufungsantwort vom 21. Mai 2012, was folgt:
„1. Auf die Berufung sei nicht einzutreten; eventualiter sei sie abzuweisen.
2. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge.“
D/3. Die Vormundschaftsbehörde Z. liess sich nicht vernehmen.
Mit Schreiben vom 21. August 2012 zeigte die Vorsitzende der I. Zivilkammer den Parteien an, dass die Durchführung einer mündlichen Verhandlung im vorliegenden Berufungsverfahren nicht erforderlich erscheine und über die Berufung somit aufgrund der Akten entschieden werde. Den Parteivertretern wurde Gelegenheit eingeräumt, eine Kostennote einzureichen. Von dieser Möglichkeit machte der Rechtsvertreter der Berufungsklägerin mit Eingabe vom 5. September 2012 Gebrauch, während von Seiten des Berufungsbeklagten keine Honorarnote einging.
Auf die Begründung der Anträge in den Rechtsschriften sowie die Erwägungen im angefochtenen Urteil wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
II. Erwägungen

## Considerations