# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 256cbf5e-4be7-4638-b370-2a430db60e00
**Court:** GR_KG
**Chamber:** GR_KG_007
**Year:** 2019
**Language:** de
**Jurisdiction:** GR / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

I. Sachverhalt
A. Die X._, vormals X.1_, nahm am im Eigentum von Y._ stehenden Fahrzeug der Marke Ford Mustang, Baujahr 1965, zwischen November 2008 und Juli 2009 umfangreiche Restaurierungsarbeiten vor. Zuvor hatte Y._ mit ihrem Anliegen nach Instandstellung des Fahrzeugs A._ aufgesucht, der ihr als Fachmann für Oldtimer empfohlen worden war. Nachdem A._ am Fahrzeug verschiedene Arbeiten ausgeführt hatte, überführte er dieses zur X._ nach O.1_, wo es, teils durch die genannte Unternehmung und teils durch von ihr beigezogene Drittfirmen, einer Totalrestauration unterzogen wurde. Hierfür stellte die X._ am 10. Juli 2009 an Y._ im Umfang von CHF 72'791.05 Rechnung. In der Folge kam es zwischen den Parteien zu Meinungsverschiedenheiten über die Frage, wer mit der X._ den Vertrag betreffend Restaurierung des Fahrzeugs geschlossen hatte, über den Vertragsumfang sowie über die Höhe der Vergütung.
B/a. Mit Vermittlungsbegehren vom 19. August 2009 instanzierte die X._ beim Kreispräsidenten O.4_ gegen Y._ eine Forderungsklage. Nach erfolglos verlaufener Sühneverhandlung vom 9. Oktober 2009 stellte der Vermittler am 23. Oktober 2009 den folgenden Leitschein aus:
Klägerisches Rechtsbegehren
1. Die Beklagte sei zu verurteilen, der Klägerin den Betrag von CHF 72'791.05 nebst Zins zu 5% seit 19.08.2009 zu bezahlen.
2. Unter voller vermittleramtlicher, gerichtlicher und aussergerichtlicher Kosten- und Entschädigungsfolge zuzüglich Mehrwertsteuer zu Lasten der Beklagten.
Beklagtisches Rechtsbegehren
1. Abweisung der Klage.
2. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten der Klägerin.
B/b. Die Klägerin prosequierte die Klage mit Prozesseingabe vom 16. November 2009 an das Bezirksgericht Maloja. Dabei hielt sie unverändert an ihren Rechtsbegehren gemäss Leitschein fest. Die Beklagte stellte in ihrer Prozessantwort vom 19. Januar 2010 folgende Anträge:
1. Die Klage sei abzuweisen.
2a. Herrn A._, Via _, O.1_, sei der Streit zu verkünden.
2b. Das Verfahren sei zunächst auf die Frage der Aktivlegitimation der Klägerin zu beschränken.
3. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten der Klägerin.
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Die Streitverkündung wurde A._ mit Schreiben des Bezirksgerichtspräsidenten Maloja vom 22. Januar 2010 zur Kenntnis gebracht. Am 26. Januar 2010 teilte A._ dem Bezirksgericht Maloja mit, dass er auf den Streit nicht eintrete. Die Klägerin verzichtete mit Schreiben vom 10. Februar 2010 auf das Einreichen einer Stellungnahme im Sinne von Art. 87 Abs. 2 ZPO-GR.
B/c. Am 15. Februar 2010 erliess der Bezirksgerichtspräsident Maloja die Beweisverfügung. Darin bezeichnete er die mit den Rechtsschriften eingereichten Urkunden als relevant und ordnete zwei Editionen an. Von den seitens der Parteien aufgerufenen Zeugen erklärte er A._, B._ und C._ einstweilen als relevant. Schliesslich wurde darauf hingewiesen, dass das Einholen einer Expertise vorbehalten bleibe.
B/d. Die Hauptverhandlung vor dem Bezirksgericht Maloja fand am 12. Oktober 2010 statt. Mit Urteil vom 12. Oktober 2010, mitgeteilt am 10. Dezember 2010, wies das Gericht die Klage der X._ vollumfänglich ab. Die Verfahrenskosten wurden der Klägerin auferlegt, die überdies verpflichtet wurde, der Beklagten eine ausseramtliche Entschädigung zu leisten. Das Gericht war zur Erkenntnis gelangt, dass die Klägerin die Stellung einer Subunternehmerin und demzufolge gegenüber der Beklagten als Erst-Bestellerin weder Vergütungs- noch andere Vertragsansprüche habe. Daher sei die Klägerin nicht berechtigt, die geltend gemachte Forderung im eigenen Namen gegen die Beklagte einzuklagen. Ihr gehe die Aktivlegitimation zur Geltendmachung der vorliegenden Forderung ab, weshalb die Klage abzuweisen sei.
C. Die von der Klägerin gegen dieses Urteil erhobene Berufung hiess das Kantonsgericht von Graubünden mit Urteil vom 13. April 2011, mitgeteilt am 16. August 2011 (ZK2 11 5), gut. Das angefochtene Urteil wurde aufgehoben und die Sache zur Beweisergänzung und erneuten Entscheidung an die Vorinstanz zurückgewiesen. Das Kantonsgericht hatte erkannt, dass die Befragung weiterer Personen als Zeugen für die Beurteilung der Streitsache von wesentlicher Bedeutung sein könne und das angefochtene Urteil in diesem Sinn nicht auf einem entscheidungsreifen Beweisergebnis beruhe. Sodann wurde festgestellt, dass es vorliegend nicht um die Aktivlegitimation der Klägerin, nämlich ihr Recht, den behaupteten Vergütungsanspruch geltend zu machen, gehe, sondern um die Passivlegitimation der Beklagten, nämlich die Frage, ob sie Trägerin der eingeklagten Schuld sei und sich der von der Klägerin behauptete Anspruch daher gegen sie richte.
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D/a. In der Folge wurden zwischen Dezember 2011 und September 2012 weitere Zeugen einvernommen, nämlich D._, E._, F._, G._, H._, I._, J._ und K._. Ausserdem ordnete der Bezirksgerichtspräsident Maloja mit Verfügung vom 3. Juli 2012 eine Expertise an. Nachdem das Expertengutachten vom 29. Juli 2013 trotz Ergänzung vom 9. April 2014 als ungenügend qualifiziert wurde, wurde mit Verfügung vom 13. Januar 2015 eine Oberexpertise angeordnet. Diese lag am 29. Juli 2015 vor.
D/b. Am 31. Mai 2016 fand die Hauptverhandlung vor dem Bezirksgericht Maloja statt. Mit Urteil vom 30. Mai 2016 (recte 31. Mai 2016), mitgeteilt am 16. August 2017, fällte das Gericht den folgenden Entscheid:
1. Die Klage wird vollumfänglich abgewiesen.
2. Die Verfahrenskosten, bestehend aus einer Gerichtsgebühr von CHF 15'000.-, Schreibgebühren von CHF 500.-, einem Streitwertzuschlag von CHF 1'400.- und die Gutachterkosten von insgesamt CHF 5'731.85, sowie die vermittleramtlichen Kosten von CHF 300.- werden der Klägerin auferlegt.
3. Die Klägerin wird verpflichtet, die Beklagte mit ausseramtlich CHF 31'126.30 (zuzüglich 7.6 % MwSt. auf CHF 21'308.80 und 8 % auf CHF 9'817.50) zu entschädigen.

## Considerations