# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** cd67fcc3-0224-4d2b-a864-b4b2c9aded28
**Court:** GR_VG
**Chamber:** GR_VG_003
**Year:** 2011
**Language:** de
**Jurisdiction:** GR / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Januar 2011 entgegnete der Versicherte, dass der Sachverhalt unrichtig
beziehungsweise unvollständig abgeklärt und deshalb die daraus
abgeleiteten Rechtsfolgen fehlerhaft seien. Die Behauptung im Vorbescheid
vom 8. November 2010, dass gemäss den medizinischen Abklärungen der IV-
Stelle der Beschwerdeführer in der angestammten sowie in jeder anderen
Tätigkeit in der Arbeitsfähigkeit nicht eingeschränkt sei, sei unrichtig, was
auch der Bericht von Dr. med. ... vom 25. Januar 2011 bestätige. Die IV-Stelle
dürfe daher den Anspruch auf IV-Leistungen mittels der vorgenannten
Behauptung nicht ablehnen, weshalb zu prüfen sei, ob Massnahmen der
Frühintervention sinnvoll oder Eingliederungsmassnahmen beruflicher Art
zuzusprechen seien.
d) Mit Verfügung vom 15. Februar 2011 bestätigte die IV-Stelle den Vorbescheid
vom 8. November 2010. Zur Begründung des fehlenden Anspruchs auf
Leistungen der Invalidenversicherung brachte die Vorinstanz im Wesentlichen
vor, dass zur Beurteilung des invalidisierenden Gesundheitsschadens
insbesondere auf die psychiatrischen und rheumatologischen Berichte des
RAD vom 5. November 2010 abgestellt werden dürfe, worin Dr. med. ... dem
Versicherten sowohl in seiner angestammten Tätigkeit als Hausangestellter
als auch in einer adaptierter Tätigkeit eine 100%-ige Arbeitsfähigkeit
bescheinigt habe. Demnach bestehe seit dem 30. September 2010 kein
invalidisierender Gesundheitsschaden, weshalb dem Versicherten keine IV-
Leistungen, weder Massnahmen der Frühintervention, noch Massnahmen
beruflicher Art, noch eine Rente zu gewähren seien. Überdies deckten sich
die psychopathologischen Befunde des RAD Ostschweiz und von Dr. med. ...
Der Bericht von Dr. med. ... enthalte keine anderweitigen Hinweise, dass sich
der Gesundheitszustand des Versicherten im Vergleich zur psychiatrischen
Untersuchung des RAD Ostschweiz vom 30. September 2010 verschlechtert
habe. Im Gegenteil gehe aus dem Bericht hervor, dass sich durch eine
Medikamentenumstellung eine leichte Besserung des Schlaf- und
Wachrhythmus eingestellt habe.
2. Dagegen erhob der Versicherte am 15. März 2011 Beschwerde beim
Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden mit den Begehren um
kostenfällige Aufhebung der angefochtenen Verfügung sowie Zusprechung
von Massnahmen der Frühintervention gemäss Art. 3a IVG, eventualiter seien
dem Versicherten Eingliederungsmassnahmen beruflicher Art zuzusprechen.
Subeventualiter sei die Angelegenheit an die Vorinstanz zurückzuweisen zur
weiteren Abklärung der Arbeitsfähigkeit des Versicherten mit Veranlassung
eines unabhängigen psychiatrischen Gutachtens. Der Argumentation der
Vorinstanz hielt der Beschwerdeführer entgegen, dass sich sämtliche
Fachstellen dahingehend einig seien, dass er an einer mittelgradigen
Depression leide und eine baldige Wiederaufnahme einer Arbeitstätigkeit
wünschenswert sei. Auch er selbst wünsche so schnell wie möglich wieder
eine Arbeitsstelle zu finden. Aufgrund der Falschanschuldigungen der beiden
Internatsschülerinnen, welche beim Versicherten zu Hoffnungslosigkeit sowie
innerfamiliären Konflikten geführt hätten, sei er in seiner Leistungsfähigkeit
beeinträchtigt und nur teilweise arbeitsfähig. Dies bestätige auch der Bericht
der Psychiaterin Dr. med. ... vom Psychiatrischen Zentrum St. Gallen vom 25.
Januar 2011. Die Argumentation des RAD, dass der Beschwerdeführer zwar
an einer Depression leide, jedoch trotzdem zu 100% arbeitsfähig sei, sei nicht
nachvollziehbar. Ausserdem stehe der Anspruch auf Arbeitsvermittlung
bereits dem arbeitsunfähigen Versicherten zu. Die gesundheitliche
Beeinträchtigung des Beschwerdeführers, welche zur teilweisen
Arbeitsunfähigkeit geführt habe, sei nicht nur vorübergehender Natur,
sondern behindere ihn offensichtlich erheblich bei der Arbeitssuche. Er
benötige Hilfe, um sich wiederum in den Arbeitsprozess eingliedern zu
können. Demzufolge sei die Angelegenheit zur Zusprechung von
Massnahmen der Frühintervention, eventualiter zur Prüfung von
Massnahmen für die berufliche Integration, an die Vorinstanz
zurückzuweisen.
3. In der Vernehmlassung hielt die Vorinstanz an ihrem Antrag auf Abweisung
der Beschwerde fest. Zusätzlich ergänzte sie, dass auf Massnahmen der
Frühintervention gemäss Art. 7d Abs. 3 IVG von vornherein kein gerichtlich
durchsetzbarer Anspruch bestehe. Zum Anspruch auf Massnahmen
beruflicher Art führte die Vorinstanz aus, dass für die Gewährung von IV-
Leistungen in jedem Fall eine Invalidität im Sinne des IVG vorliegen müsse.
Der Invaliditätsbegriff nach Art. 4 IVG enthalte zwei Elemente: ein
medizinisches Element (Gesundheitsschaden mit Auswirkungen auf die
Arbeitsfähigkeit) und ein wirtschaftliches Element (dauerhafte oder länger
dauernde Erwerbsunfähigkeit). Vorliegend fehle es entgegen der in der
Beschwerde erwähnten Berichte der psychiatrischen Dienste Graubünden
vom 23. Juni 2010 sowie von Dr. med. ... vom 25. Januar 2011 an einem
invalidisierenden Gesundheitsschaden, weshalb das medizinische Element
nicht gegeben sei. Folglich seien dem Beschwerdeführer keine Massnahmen
beruflicher Art, wie beispielsweise der Arbeitsvermittlung, zu gewähren.
Auf die weiteren Ausführungen der Parteien in ihren Rechtsschriften wird,
soweit erforderlich, in den Erwägungen eingegangen.

## Considerations

Das Gericht zieht in Erwägung:
1. Anfechtungsobjekt im vorliegenden Beschwerdeverfahren bildet die vor-
instanzliche Verfügung vom 15. Februar 2011. Streitig und zu prüfen ist die
Frage, ob ein Gesundheitsschaden vorliegt, welcher zu einer Frühintervention
oder zu einer beruflichen Massnahme, insbesondere der Arbeitsvermittlung,
berechtigt.
2. Bezüglich des Anspruchs auf Massnahmen der Frühintervention gemäss Art.
3a des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung vom 19. Juni 1959
(IVG; SR 831.20) ist auf Art. 7d Abs. 3 IVG zu verweisen, wonach auf
Massnahmen der Frühintervention kein Rechtsanspruch besteht. Ein
Rechtsanspruch auf Massnahmen der Frühintervention wäre ausnahmsweise
dann vorstellbar, wenn eine Invalidenversicherungsstelle (IV-Stelle) eine
Frühinterventionsmassnahme willkürlich verweigern würde, nachdem sie
anderen Versicherten in vergleichbarer Situation ohne jeden Vorbehalt eine
solche gewährt hätte (E. Murer, Invalidenversicherung: Prävention,
Früherfassung und Integration, 1. Aufl., Bern 2008, N. 41 zu Art. 7d). In casu
liegt die erwähnte Ausnahmesituation nicht vor. Die IV-Stelle kann daher
weder vom Beschwerdeführer noch vom Gericht zur Durchführung von
Massnahmen der Frühintervention gehalten werden.
3. Gemäss Art. 8 Abs. 1 IVG haben invalide oder von einer Invalidität betroffene
Versicherte Anspruch auf Eingliederungsmassnahmen – worunter auch
berufliche Massnahmen fallen (Art. 8 Abs. 3 lit. b IVG) –, soweit diese
notwendig und geeignet sind, die Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im
Aufgabenbereich zu betätigen, wieder herzustellen, zu erhalten oder zu
verbessern (lit. a) und die Voraussetzungen für den Anspruch auf die
einzelnen Massnahmen erfüllt sind (lit. b). Gemäss Art. 18 Abs. 1 IVG haben
Arbeitsunfähige Versicherte, welche eingliederungsfähig sind, Anspruch auf
Arbeitsvermittlung. Dieser Anspruch beinhaltet die aktive Unterstützung bei
der Suche eines geeigneten Arbeitsplatzes (lit. a) sowie begleitende Beratung
im Hinblick auf die Aufrechterhaltung ihres Arbeitsplatzes (lit. b).
Arbeitsunfähigkeit im Sinne dieser Bestimmung meint gemäss
ausdrücklichem Verweis auf Art. 6 des Bundesgesetzes über den
Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts vom 6. Oktober 2000 (ATSG;
SR 830.1) die durch eine Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder
psychischen Gesundheit bedingte, volle oder teilweise Unfähigkeit, im
bisherigen Beruf oder Aufgabenbereich zumutbare Arbeit zu leisten. Bei
langer Dauer wird dabei auch die zumutbare Tätigkeit in einem anderen Beruf
oder Aufgabenbereich berücksichtigt. Aus dem ausdrücklichen
Gesetzeswortlaut, wonach die Arbeitsvermittlung schon den arbeitsunfähigen
Versicherten im Sinne von Art. 6 ATSG zusteht, folgt, dass zur Begründung
des Anspruchs auf Arbeitsvermittlung der Eintritt einer teilweisen
Arbeitsunfähigkeit genügt. Die teilweise Arbeitsunfähigkeit darf jedoch nicht
bloss vorübergehender Natur sein, sondern hat quantitativ, qualitativ und
zeitlich so beschaffen zu sein, dass sie den Versicherten bei der Arbeitssuche
erheblich behindert. Der Arbeitsvermittlungsanspruch ist insofern gegenüber
der IV von der sonst grundsätzlich verlangten Voraussetzung der Invalidität
losgelöst worden (U. Meyer, Rechtsprechung des Bundesgerichts zum IVG,
2. Aufl., Zürich 2010, S. 204ff.).
4. a) Folgende ärztliche Befunde sind vorliegend aktenkundig und für die
Beurteilung der Arbeitsunfähigkeit des Beschwerdeführers von Bedeutung:
 Im Bericht vom 5. August 2010 diagnostizierten Dr. med. ... und lic. phil. ... der Psychiatrischen Dienste Graubünden dem Versicherten eine mittelgradige depressive Episode mit Störung der Affektivität im Sinne von Gefühlen der Gefühllosigkeit, eingeschränkter Vitalgefühle, Deprimiertheit, Hoffnungslosigkeit, Angst im Zusammenhang mit der Arbeitslosigkeit, Gereiztheit und Nervosität. Der Beschwerdeführer habe gelegentliche Suizidgedanken und leide an ausgeprägten Einschlaf- und Durchschlafstörungen sowie Appetitstörungen mit Gewichtsabnahme. Diese Beschwerden bestehen dem Arztbericht zufolge seit Januar 2010 und haben Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit.
 Am 30. September 2010 wurde der Versicherte vom Regionalen Ärztlichen Dienst der Invalidenversicherung Ostschweiz untersucht. Im RAD-Bericht vom 5. November 2010 stellte der untersuchende Facharzt für Psychiatrie, Psychotherapie und Allgemeinmedizin, Dr. med. ..., folgende Diagnose mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit: reaktive Depression im Sinne einer rezidivierenden depressiven Störung mittelgradigen Ausmasses (ICD-10 F33.1). Die sich aufgrund der Strafanzeige etablierte depressive Reaktion (heute auf leicht- bis mittelgradigem Niveau) scheine mit der aktuellen Medikation annähernd kompensiert. Eine überdauernde Einschränkung der Arbeitsfähigkeit ergebe sich durch die Erkrankung nicht. Der Versicherte habe mehrmals wiederholt, er könne, sofern er Arbeit bekäme, sofort arbeiten. Grundsätzlich sei der Versicherte aus Sicht der heutigen Untersuchung in angestammter wie auch in jeglicher adaptierten Tätigkeiten zu 100% arbeitsfähig. Es lägen keine, die Arbeitsfähigkeits- sowie die Leistungsfähigkeit einschränkenden psychiatrischen Erkrankungen vor. Demzufolge könne der Versicherte aus psychiatrischer Sicht per sofort eingegliedert werden.
 Im Bericht zur Beurteilung der gesundheitlichen Situation des Beschwerdeführers von 25. Januar 2011 von Dr. med. ... und Dr. med. ... vom psychiatrischen Zentrum St. Gallen wurde die psychiatrische Diagnose einer mittelgradigen depressiven Episode (ICD-10 F32.1) wahrscheinlich auf dem Boden einer Persönlichkeitsakzentuierung mit narzisstischen und emotional instabilen/impulsiven Anteilen (ICD 10 F73.1) gestellt. Somatisch wurden diagnostiziert: Chronische intermittierende Abdominalbeschwerden bei unauffälliger Gastroskopie
und unauffälliger Sonographie, ein obstruktives Schlafapnoesyndrom, eine sero-negative ANA-positive Polyarthralgie sowie chronische Nacken- und Kopfschmerzen bei unauffälliger Computertomographie. Der Beschwerdeführer fühle sich durch die seit Jahren bestehende Schmerzsymptomatik und die aktuell im Vordergrund stehenden depressiven Symptome in seinem alltäglichen Leben stark eingeschränkt. Aufgrund seines psychischen Zustandbildes sei der Beschwerdeführer in seiner Leistungsfähigkeit sicherlich beeinträchtigt und nur teilweise arbeitsfähig. Über das Ausmass der Beeinträchtigung könne noch keine genauen Angaben gemacht werden, da bislang noch keine Arbeitsversuche unternommen worden seien. Aus Sicht der untersuchenden Ärztin, Dr. med. ..., wäre ein schrittweiser Wiedereinstieg in den Arbeitsprozess ideal. Die Aussicht auf eine Wiedereingliederung in den freien Arbeitsmarkt würde sich positiv auf den Genesungsprozess auswirken, da es dem Beschwerdeführer ein grosses Anliegen sei, wieder zu arbeiten und ohne fremde Hilfe für seine Familie sorgen zu können. Die Prognose bezüglich Wiederaufnahme einer regelmässigen Arbeitstätigkeit sei eher günstig einzuschätzen, da sich das Leiden des Versicherten noch nicht chronifiziert hätte. Im Sinne der Prävention einer Chronifizierung wäre eine baldige Wiederaufnahme einer Arbeitstätigkeit wünschenswert.
b) In Würdigung der soeben erwähnten Arztberichte ist das Gericht zur
Überzeugung gelangt, dass von der Gesamtbeurteilung im RAD-
Untersuchungsbericht von Dr. med. ..., wonach in psychischer als auch
physischer Beziehung von einer 100%-igen Arbeitsfähigkeit auszugehen sei,
abzuweichen ist. Die erwähnten ärztlichen Befunde sind sich bezüglich der
Diagnose der mittleren depressiven Episode des Beschwerdeführers einig.
Eine solche hat jedoch schon definitionsgemäss nach ICD Auswirkungen auf
die Arbeitsfähigkeit, hat der betroffene Patient doch meist grosse
Schwierigkeiten, alltägliche Aktivitäten fortzusetzen (siehe dazu:
http://www.icd-code.de/icd/code/F32.1.html, besucht am 8. Juli 2011, vgl.
auch Bundesgerichtsurteil 8C_808/2009 vom 4. Januar 2011 E. 4.3 sowie
VGU S 10 66 Erw. 5b). Es ist daher nicht nachvollziehbar, warum gemäss
RAD-Bericht vom 5. November 2010 die reaktive Depression im Sinne einer
rezidivierenden depressiven Störung mittelgradigen Ausmasses, obwohl
unter „Diagnose mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit“ aufgelistet, keine
Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers haben soll.
Gemäss RAD-Bericht erscheine zwar die depressive Reaktion mit der
aktuellen Medikation als annähernd kompensiert. Wären die Symptome
jedoch tatsächlich nicht mehr vorhanden, wäre die Störung als remittiert zu
betrachten beziehungsweise läge die affektive Beeinträchtigung zum
Untersuchungszeitpunkt gar nicht mehr vor. Im ärztlichen Bericht der RAD-
Untersuchung vom 5. November 2010 hielt Dr. med. ... befundmässig jedoch
fest, es gehe dem Beschwerdeführer psychisch schlecht und er hätte grosse
Probleme bei der Arbeit bekommen. Er leide an starken Depressionen,
worunter die ganze Familie mitleide. Weiter fühle sich der Beschwerdeführer
belastet und aggressiv gegen sich selber und auch gegen seine Umwelt.
Zudem sei auch sein Schlaf gestört. Von einer nicht mehr vorliegenden
affektiven Beeinträchtigung kann dem Gesagten zufolge keine Rede sein. Die
von Seiten des Gerichts bestehenden Zweifel an der psychiatrischen
Beurteilung durch den RAD werden durch den vorliegenden fachärztlichen
Bericht von Dr. med. ... und Dr. med. ... vom Psychiatrischen Zentrum St.
Gallen vom 25. Januar 2011, welche die mittelgradige depressive Episode als
Beeinträchtigung für die Arbeitsfähigkeit (lediglich teilweise Arbeitsfähigkeit
gegeben) qualifizieren, noch erhärtet. Dieser umfassende Arztbericht beruht
dabei auf drei ärztlichen Gesprächsterminen von zwei- bis dreiwöchigen
Abständen sowie auf diversen Terminen des Beschwerdeführers beim
Sozialdienst. Erwähnter Arztbericht wurde in Kenntnis der Anamnese des
Beschwerdeführers verfasst und beurteilt die medizinische Situation schlüssig
und überzeugend. Aus dem Gesagten erhellt, das vorliegend auf den
umfassenden und nachvollziehbaren Facharztbericht vom 25. Januar 2011
abzustellen ist. Demzufolge muss aufgrund des psychischen Zustandsbildes
des Beschwerdeführers von einer beeinträchtigten Leistungsfähigkeit
beziehungsweise von einer lediglich teilweisen Arbeitsfähigkeit des
Versicherten ausgegangen werden.
5. Wie in Erwägung 3 ausgeführt setzt die Arbeitsvermittlung im Sinne von Art.
18 IVG mindestens eine teilweise Arbeitsunfähigkeit voraus. Dabei hat die IV-
Stelle die Arbeitsvermittlung unverzüglich zu veranlassen, sobald eine
summarisch Prüfung ergibt, dass die Voraussetzungen dafür erfüllt sind (Art.
18 Abs. 2 IVG). Eine teilweise Arbeitsunfähigkeit im Sinne von Art. 18 Abs. 1
IVG i.V.m. Art. 6 ATSG ist aufgrund obiger Ausführungen sowie der
erwähnten ärztlichen Berichte vorliegend gegeben und anhand der allseits
gestellten Diagnose auch nachvollziehbar. Auch wenn sich, wie der RAD-
Bericht festhält, durch die Gesundheitsstörung keine überdauernde
Einschränkung der Arbeitsfähigkeit ergeben sollte, so ist sie doch auch nicht
nur von vorübergehender Natur in dem Sinne, dass sie den Beschwerdeführer
nicht erheblich bei der Arbeitssuche behindert. Zudem erscheint der
Beschwerdeführer auch eingliederungsfähig und –willig, was er auch
mehrfach bekräftigte. Auch anlässlich der RAD-Untersuchung vom 30.
September 2010 gab der Beschwerdeführer an, er wolle, sofern er eine Arbeit
bekäme, sofort wieder arbeiten. Aufgrund obiger Ausführungen ist davon
auszugehen, dass die Voraussetzungen für die Arbeitsvermittlung vorliegend
gegeben sind.
6. a) Die angefochtene Verfügung vom 15. Februar 2011 ist demnach zu Unrecht
ergangen , was zur Aufhebung der Verfügung und zur Gutheissung der
Beschwerde im Umfang der Eventualforderung nach Arbeitsvermittlung führt.
b) Bei diesem Ausgang des Verfahrens erübrigt sich die vom Beschwerdeführer
in der Beschwerde beantragten weiteren Abklärungen durch die Vorinstanz.
c) Laut Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren – in Abweichung von
Art. 61 lit. a ATSG – bei Streitigkeiten um die Bewilligung oder Verweigerung
von IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht kostenpflichtig.
Jene Kosten werden jeweils nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig
vom Streitwert im Umfang von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festgelegt. Vorliegend
setzt das Gericht die von der unterliegenden Vorinstanz zu tragenden Kosten
auf Fr. 500.-- fest. Nach Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende Beschwerde
führende Partei Anspruch auf Ersatz der Parteikosten. Das Gericht erachtet
dabei eine ermessensweise festgelegte Entschädigung von Fr. 1'200.-- als
angemessen.