# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 1a9cd320-4ffe-4bd3-aee5-6af364d2f3a9
**Court:** SG_VGN
**Chamber:** SG_VGN_001
**Year:** 2018
**Language:** de
**Jurisdiction:** SG / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Das Verwaltungsgericht stellt fest:
A. X.Y., geboren 1985, ist ein in der Schweiz geborener türkischer Staatsangehöriger
und verfügt über eine Niederlassungsbewilligung (Vorakten Migrationsamt, nachfolgend
Dossier, S. 5 ff.). Seine Mutter verliess die Schweiz mit ihm und seinen Geschwistern
im Jahre 1991. Die erste bis fünfte Primarklasse absolvierte X.Y. in Istanbul. 1996
kehrte seine Mutter mit ihm und seinen Geschwistern zum Ehemann beziehungsweise
Vater in die Schweiz zurück. X.Y. ist ledig und kinderlos.
B. Während seines Aufenthalts in der Schweiz wurde X.Y. mehrfach verurteilt, erstmals
mit Urteil der Jugendanwaltschaft St. Gallen vom 5. April 2000 wegen geringfügigen
Vermögensdelikts und Sachbeschädigung. Nach der zweiten Verurteilung vom
3. Januar 2002 wegen Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz wurde X.Y.
ein Verweis erteilt. Und nach einer weiteren Verurteilung vom 27. März 2003 wegen
(teilweise qualifizierten) Raubes, mehrfachen Diebstahls, Veruntreuung, Tätlichkeit
sowie einfacher Körperverletzung, (unvollendeter) Nötigung, mehrfachen
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Hausfriedensbruchs und mehrfacher Sachbeschädigung und mehrfacher Übertretung
des Betäubungsmittelgesetzes wurde er in ein Erziehungsheim eingewiesen. Nach
etlichen weiteren, weniger gravierenden Verurteilungen folgte am 17. November 2014
eine Verurteilung wegen mehrfacher sexueller Nötigung und einfacher Körperverletzung
zu einer teilweise bedingten Freiheitsstrafe von 36 Monaten und einer Geldstrafe von
120 Tagessätzen zu je CHF 60. Seit 30. Mai 2016 befindet sich X.Y. im Strafvollzug.
Gegen ihn bestehen offene Verlustscheine und offene Betreibungen in Höhe von total
rund CHF 75‘000; zudem ist er beim Sozialamt verzeichnet.
C. Mit Verfügung vom 23. Juni 2016 widerrief das Migrationsamt die
Niederlassungsbewilligung von X.Y. (act. 10/1b). Dagegen erhob er mit Eingabe vom
8. Juli 2016 Rekurs beim Sicherheits- und Justizdepartement. Am 24. August 2016
wurde X.Y. vom Richteramt T./SO (Kanton Solothurn) wegen schwerer
Körperverletzung zu einer Freiheitsstrafe von 32 Monaten verurteilt. Das Sicherheits-
und Justizdepartement wies den gegen den Widerruf der Niederlassungsbewilligung
erhobenen Rekurs am 23. Februar 2017 ab. Am 6. März 2017 erklärte X.Y. gegen das
Urteil des Richteramtes T./SO beim Obergericht des Kantons Solothurn Berufung. Ein
Entscheid über die Berufung ist nicht aktenkundig.
D. X.Y. (Beschwerdeführer) erhob gegen den am 27. Februar 2017 versandten
Rekursentscheid des Sicherheits- und Justizdepartements (Vorinstanz) durch seinen
Rechtsvertreter mit Eingabe vom 14. März 2017 Beschwerde beim Verwaltungsgericht
mit den Anträgen, unter Kosten- und Entschädigungsfolge sei der angefochtene
Rekursentscheid und die ihm zugrunde liegende Verfügung des Migrationsamts
betreffend Widerruf der Niederlassungsbewilligung aufzuheben. Mit verfahrensleitender
Verfügung vom 16. März 2017 wies der Präsident des Verwaltungsgerichts das Gesuch
des Beschwerdeführers, das Verfahren sei bis zur Rechtskraft des Strafurteils des
Richteramtes T./SO vom 24. August 2016 zu sistieren, ab. Am 18. Juli 2017 trat der
Beschwerdeführer in den vorzeitigen Strafvollzug durch den Kanton Solothurn über
(act. 11). Nachdem der zuständige Abteilungspräsident des Verwaltungsgerichts mit
verfahrensleitender Verfügung vom 19. Juli 2017 dem Gesuch des Beschwerdeführers
um unentgeltliche Rechtspflege und -verbeiständung entsprochen hatte, ergänzte der
eingesetzte Rechtsvertreter die Beschwerde mit Eingabe vom 2. Oktober 2017 und
reichte eine Kostennote ein.
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Die Vorinstanz beantragte mit Vernehmlassung vom 23. Oktober 2017 die Abweisung
der Beschwerde.
Auf die Ausführungen der Verfahrensbeteiligten zur Begründung ihrer Anträge und die

## Considerations

Akten wird, soweit wesentlich, in den Erwägungen eingegangen.
Darüber zieht das Verwaltungsgericht in Erwägung:
1. Das Verwaltungsgericht ist zum Entscheid in der Sache zuständig (Art. 59 Abs. 1
des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege; sGS 951.1, VRP). Als Adressat des
angefochtenen Entscheids ist der im Rekursverfahren unterlegene Beschwerdeführer
zur Ergreifung der Beschwerde berechtigt (Art. 64 in Verbindung mit Art. 45 Abs. 1
VRP). Die Beschwerde wurde mit Eingabe vom 14. März 2017 rechtzeitig erhoben und
erfüllt zusammen mit der Ergänzung vom 2. Oktober 2017 formal und inhaltlich die
gesetzlichen Anforderungen (Art. 64 in Verbindung mit Art. 47 Abs. 1 und Art. 48 Abs. 1
und 2 VRP). Auf die Beschwerde ist deshalb grundsätzlich einzutreten.
Nicht einzutreten ist darauf, soweit der Beschwerdeführer beantragt, die Verfügung des
Migrationsamts sei aufzuheben. Denn diese erstinstanzliche Verfügung ist durch den
angefochtenen Entscheid ersetzt worden beziehungsweise gilt inhaltlich als
mitangefochten (Devolutiveffekt, vgl. BGer 2C_249/2014 vom 27. März 2015 E. 1.3 mit
Hinweis auf BGE 138 II 169 E. 3.3).
2. Die Niederlassungsbewilligung kann bei einem Ausländer wie dem
Beschwerdeführer, der sich seit mehr als 15 Jahren ununterbrochen und
ordnungsgemäss in der Schweiz aufhält, nur widerrufen werden, wenn er in
schwerwiegender Weise gegen die öffentliche Sicherheit und Ordnung in der Schweiz
oder im Ausland verstossen oder diese gefährdet hat (Art. 63 Abs. 2 in Verbindung mit
Art. 63 Abs. 1 lit. b des Bundesgesetzes über die Ausländerinnen und Ausländer; SR
142.20, AuG) oder wenn er zu einer längerfristigen Freiheitsstrafe verurteilt wurde (vgl.
Art. 63 Abs. 2 in Verbindung mit Art. 62 Abs. 1 lit. b AuG). Eine längerfristige
Freiheitsstrafe wird praxisgemäss bejaht, wenn die bedingt oder unbedingt
ausgesprochene Freiheitsstrafe mehr als ein Jahr beträgt (BGE 135 II 377 E. 4.2.).
bis
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Das Kreisgericht St. Gallen verurteilte den Beschwerdeführer mit Entscheid vom
17. November 2014 unter anderem zu einer teilbedingten Freiheitsstrafe von
36 Monaten. Damit ist der Widerrufsgrund von Art. 63 Abs. 2 in Verbindung mit Art. 62
Abs. 1 lit. b AuG erfüllt.
3. Ein Widerruf der Niederlassungsbewilligung rechtfertigt sich indessen selbst bei
Vorliegen eines Widerrufsgrundes nur, wenn die im Einzelfall vorzunehmende
Interessenabwägung den Widerruf auch als verhältnismässig erscheinen lässt (Art. 5
Abs. 2 der Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft, SR 101, BV;
Art. 96 Abs. 1 AuG). Der Widerruf setzt also voraus, dass das öffentliche Interesse an
der Wegweisung die privaten Interessen der betroffenen Person an deren Verbleib in
der Schweiz überwiegt. Bei dieser Interessenabwägung zu berücksichtigen sind laut
konstanter Praxis des Bundesgerichts vor allem die Schwere des Verschuldens des
Ausländers, die Dauer seiner Anwesenheit in der Schweiz und seine Integration sowie
die ihm und seiner Familie drohenden Nachteile. Der Widerruf der
Niederlassungsbewilligung hat zu unterbleiben, wenn der verfolgte Zweck mit einer
weniger einschneidenden Massnahme, z.B. mit einer Androhung des Widerrufs der
Bewilligung, erreicht werden kann (BGE 135 II 377 E. 4.3; Weisungen des
Staatssekretariates für Migration [SEM], I. Ausländerbereich, Version 25.10.2013 Stand:
18. Juli 2016], Ziff. 8.3, www.bfm.admin.ch).
Ausgangspunkt und Massstab der Überprüfung ist bei dieser Interessenabwägung das
Verschulden des Beschwerdeführers im Zusammenhang mit den von ihm begangenen
Straftaten und damit die verhängten Strafen beziehungsweise das in den
entsprechenden Strafurteilen zum Ausdruck kommende Verschulden. Dabei hat sich
das Verwaltungsgericht mit den Erwägungen der entscheidenden Strafbehörden
auseinanderzusetzen, um zu einem eigenen Schluss betreffend die Schwere des
Verschuldens und die Gefahrenprognose zu gelangen (VerwGE B 2011/58 vom
11. August 2011 E. 3.1, www.gerichte.sg.ch). Denn beim Entscheid über den Widerruf
der Niederlassungsbewilligung stehen weniger der Resozialisierungsgedanke oder die
Prognose über das künftige Wohlverhalten als vielmehr das allgemeine Interesse an der
Aufrechterhaltung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung im Vordergrund. Der
Beurteilungsmassstab ist damit vorliegend im Vergleich zu den Strafbehörden strenger.
Zu beachten ist dabei jedoch, dass laut Bundesgericht grundsätzlich umso strengere
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Anforderungen an die Schwere des Verschuldens beziehungsweise den Widerruf der
Niederlassungsbewilligung zu stellen sind, je länger Ausländer in der Schweiz leben.
Die Ausweisung und damit auch der Widerruf der Niederlassungsbewilligung ist aber
selbst dann nicht ausgeschlossen, wenn Ausländer in der Schweiz geboren und
aufgewachsen sind (BGE 130 II 176 E. 4.4.2).
4. Vorliegend ist es so, dass sich aus der Begründung des massgeblichen Entscheids
vom 17. November 2014 ergibt, dass sich das strafrechtlich relevante Verschulden in
Bezug auf die sexuelle Nötigung objektiv im unteren mittelschweren Bereich befand,
also in einem Bereich, der nach den Ausführungen des Gerichts wertemässig etwas
schwerer wiegt als im Regelfall bei einer Vergewaltigung (Dossier, S. 464 ff.). Denn der
Beschwerdeführer unternahm nach Auffassung des Kreisgerichts alles Notwendige, um
den Widerstand seines Opfers zu brechen. Dabei wandte er teils erhebliche Gewalt an
– er schlug den Kopf seines Opfers gegen den Boden, gab ihr mehrere Ohrfeigen und
würgte sie beinahe bis zur Bewusstlosigkeit. Er zwang sein Opfer so schliesslich zu
verschiedenen sexuellen Handlungen. Die zusätzliche einfache Körperverletzung
erfolgte offenbar aus geringfügigem Anlass. Diesbezüglich wurde das objektive
Tatverschulden als leicht qualifiziert. Aber die einschlägige Vorstrafe wurde
straferhöhend berücksichtigt. Das Kreisgericht merkte an, dass der Beschwerdeführer
die beiden Taten während der Probezeit begangen habe. Das Gericht erachtete die
Prognose deshalb insgesamt als schlecht.
Dem kann aus ausländerrechtlicher Sicht beigepflichtet werden. Denn das
Bezirksgericht St. Gallen sprach bereits 2003 von dissozialen Tendenzen, emotionaler
Labilität, Erregbarkeit und geringer Frustrationstoleranz (Dossier, S. 77). Der
Beschwerdeführer befand sich nach Ansicht des Bezirksgerichts damals auf einer
heiklen Gratwanderung und erachtete die kommende Zeit als sehr entscheidend dafür,
wie der weitere Weg des Beschwerdeführers verlaufen würde. Die Zeit danach zeigte,
dass der Beschwerdeführer trotz mehrmaligen strafrechtlichen Drucks (Verweis und
Probezeit) nicht fähig oder willens war, von Delikten abzulassen. Er hatte strafrechtlich
mehr als eine Möglichkeit, sich zu bewähren, die er nicht nutzte. Betrachtet man die
Entwicklung seiner deliktischen Laufbahn, so fällt auf, dass der Beschwerdeführer mit
immer weniger Geringschätzung gegenüber anderen und der hiesigen Rechtsordnung
agiert. Ausländerrechtlich wiegt sein Verschulden daher tatsächlich schwer bis sehr
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schwer (vgl. demgegenüber der Beschwerdeführer; act. 15 S. 3 f.). Denn nicht nur
bewirken Straftaten gegen Leib und Leben sowie die sexuelle Integrität ein höheres
Schutzbedürfnis als etwa Drogendelikte (vgl. auch act. 15 S. 6 f.), sondern es gilt auch
zu bedenken, dass das Kreisgericht das Verschulden des Beschwerdeführers in Bezug
auf die sexuelle Nötigung unabhängig von seiner Gesamtlaufbahn als Delinquent
beurteilte. Es ist aufgrund seines Desinteresses an strafrechtlichen Verweisen
beziehungsweise Probezeiten anzunehmen, dass er sich ohne Widerruf der
Niederlassungsbewilligung nicht von weiteren, voraussichtlich immer schwereren,
Straftaten abhalten lassen würde, insbesondere nicht von einer ausländerrechtlichen
Verwarnung. Das Interesse am Widerruf seiner Niederlassungsbewilligung ist daher
mindestens gross.
Bei der Würdigung seiner privaten Interessen ist zu seinen Gunsten zu berücksichtigen,
dass der Beschwerdeführer sich praktisch sein ganzes Leben lang in der Schweiz
aufgehalten hat, abgesehen von einem Unterbruch von rund fünf Jahren. Auch
sprachlich scheint er daher weniger überraschend bestens integriert. Doch trotz dieser
langen Zeitspanne gelang ihm keine überdurchschnittliche Integration. Denn die
Delinquenz trotz strafrechtlichem Druck (Verweis und Probezeit) lässt auf eine grobe
Missachtung der hiesigen Rechtsordnung und Behörden schliessen, die sich nicht mit
einer erfolgreichen Integration verträgt. Auch in gesellschaftlicher Hinsicht deutet die
sexuelle Nötigung an, dass er die hiesigen Werte nicht teilt. Die finanzielle Integration
ist ebenso misslungen, denn der Beschwerdeführer weist Schulden im hohen
fünfstelligen Bereich auf. Dass er diese wieder begleichen könnte, ist selbst bei
Abschluss einer Matura nicht zwingend, hatte der Beschwerdeführer doch auch mit
seiner kaufmännischen Ausbildung einen Abschluss, der in finanzieller Hinsicht alle
Entwicklungsmöglichkeiten offen lässt. In schulischer/beruflicher Hinsicht hätte er
allerdings tatsächlich Potential gehabt, denn obwohl er die Primarschule fast
ausschliesslich in der Türkei besuchte, bestand er die Aufnahmeprüfung in die
Wirtschaftsmittelschule. Aber gerade aufgrund dessen musste ihm bewusst sein, auf
welch dünnem Eis er sich bewegte, was ihn allerdings nicht davon abhalten liess,
weiter zu delinquieren. Dies deutet eine besondere Unverfrorenheit an. Kulturell dürfte
er sich in der Türkei mindestens ebenso gut zurecht finden wie in der Schweiz. Denn
der Beschwerdeführer wurde gerade deshalb in der Türkei beschult, weil die Eltern
befürchteten, dass die Kinder sonst die Muttersprache und Kultur vergessen würden
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(Dossier, S. 77; es handelt sich hier nicht um eine Spekulation der Vorinstanz; vgl.
act. 15 S. 8). Es darf daher davon ausgegangen werden, dass in den Jahren, in denen
er in Istanbul lebte, besonderer Wert auf seine Integration dort gelegt wurde. Da er
ausserdem keine Kinder in der Schweiz hat und nicht verheiratet ist, wiegen seine
privaten Interessen somit trotz der langen Aufenthaltsdauer hier insgesamt recht
gering. Eine persönliche Gefährdung aufgrund seiner teilweise kurdischen
Abstammung ist trotz der weitreichenden Mitwirkungspflicht des Beschwerdeführers
nicht weiter dargetan und widerspricht der aktuellen Rechtsprechung. Denn das
Bundesverwaltungsgericht hat am 3. November 2016 in Bezug auf den
Wegweisungsvollzug eines türkischen Kurden entschieden, dass es einem Kurden bei
Vorliegen eines familiären Beziehungsnetzes und unter Verwendung der in der Schweiz
erlernten beruflichen Fähigkeiten zumutbar sei, in die Türkei zurückzukehren (BVGer
D-6504/2016 vom 3. November 2016 E. 7.4, vgl. zudem die aktuelle Rechtsprechung
des Bundesverwaltungsgerichts zur Situation der Kurden in der Türkei und zur
Zumutbarkeit des Vollzugs der Wegweisung BVGer D-7523/2015 vom 12. Februar
2018 E. 4.7, D-6235/2017 vom 13. Februar 2018 E. 7.3, E-7583/2016 vom 9. Februar
2018 E. 7.3.1, D-444/2017 vom 8. Februar 2018 E. 4, 5 und 9.3). Dabei sind vor allem
die (politischen) Verhältnisse für den Beschuldigten in der Türkei massgebend, die für
alle türkischen Kurden ähnlich sind.
Zusammenfassend ergibt sich daher, dass das öffentliche Interesse an der Fernhaltung
des Beschwerdeführers dessen privates Interesse, in der Schweiz bleiben zu können,
deutlich überwiegt, auch ohne Berücksichtigung des Strafurteils vom 24. August 2016,
zu welchem ein Berufungsentscheid bisher nicht aktenkundig wurde, und trotz seiner
langen Aufenthaltsdauer in der Schweiz. Die Vorinstanz hat den Widerruf der
Niederlassungsbewilligung des Beschwerdeführers daher im Ergebnis zurecht
gutgeheissen, ihr Entscheid ist also recht- und verhältnismässig. Die Beschwerde ist
demzufolge abzuweisen.
5. Dem Verfahrensausgang entsprechend hat der Beschwerdeführer die Kosten zu
tragen (Art. 95 Abs. 1 VRP). Eine Entscheidgebühr von CHF 2‘000 ist angemessen
(Art. 7 Ziff. 222 der Gerichtskostenverordnung, sGS 941.12). Zufolge Gewährung der
unentgeltlichen Rechtspflege gehen die Kosten zulasten des Staates (Art. 99 Abs. 2
VRP in Verbindung mit Art. 122 Abs. 1 Ingress sowie lit. b der Schweizerischen
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Zivilprozessordnung, SR 272, ZPO). Auf die Erhebung ist zu verzichten (Art. 95 Abs. 3
VRP).
Vor Verwaltungsgericht wird die unentgeltliche Rechtsverbeiständung gewährt (vgl.
Art. 99 Abs. 1 VRP). Die staatliche Honorarordnung wird für die Vorbereitung und
Durchführung des Verfahrens der Verwaltungsrechtspflege angewendet, wird die
unentgeltliche Rechtsverbeiständung bewilligt (vgl. Art. 30 Ingress lit. b Ingress und
Ziff. 2 des Anwaltsgesetzes; sGS 963.70, AnwG). Bei unentgeltlicher Prozessführung
wird das Honorar um einen Fünftel herabgesetzt (Art. 31 Abs. 3 AnwG). In der
Verwaltungsrechtspflege beträgt das Honorar vor Verwaltungsgericht pauschal CHF
1'000 bis CHF 12'000 (vgl. Art. 22 Abs. 1 Ingress und lit. b der Honorarordnung für
Rechtsanwälte und Rechtsagenten; sGS 963.75, HonO). Innerhalb des für eine
Pauschale gesetzten Rahmens wird das Grundhonorar nach den besonderen
Umständen, namentlich nach Art und Umfang der Bemühungen, der Schwierigkeit des
Falles und den wirtschaftlichen Verhältnissen der Beteiligten, bemessen (vgl. Art. 19
HonO). Der Rechtsvertreter hat eine Kostennote mit einem Honorar von CHF2‘800
(11,2 Stunden à CHF 250) sowie mit Barauslagen von CHF 126 Reisespesen und
CHF 112 Pauschalauslagen eingereicht. Im ausländerrechtlichen Beschwerdeverfahren
beträgt das Pauschalhonorar in der Regel CHF 2‘000. Mit diesem Pauschalansatz wird
auch Art und Umfang der üblicherweise erforderlichen Bemühungen Rechnung
getragen. Gründe, um im vorliegenden Fall davon entsprechend der eingereichten
Kostennote abzuweichen, liegen nicht vor, zumal die Angelegenheit weder in
tatsächlicher noch in rechtlicher Hinsicht besondere Schwierigkeiten bot. Der
Rechtsvertreter des Beschwerdeführers ist dementsprechend für das
Beschwerdeverfahren aus unentgeltlicher Rechtsverbeiständung mit CHF 1‘600
zuzüglich CHF 206 Barauslagen (CHF 126 ausgewiesene Reisespesen, der
Beschwerdeführer befand sich im Strafvollzug; CHF 80 pauschal für Versand-,
Fernmelde- und Kopierkosten, vier Prozent von CHF 2‘000; Art. 28 Abs. 1 und 2 lit. c
und Art. 28bis Abs. 1 HonO). Hinzu kommt die Mehrwertsteuer (Art. 29 HonO), wobei
angesichts des Umstands, dass die anwaltlichen Leistungen im Wesentlichen vor dem
1. Januar 2018 erbracht wurden, noch der Satz von acht Prozent zur Anwendung
gelangt (vgl. Ziff. 2.1 der MWST-Info 19 zur Steuersatzänderung per 1. Januar 2018,
www.estv.admin.ch).
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