# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 9a0a1142-76f2-4248-ad5c-5220c2cd8a93
**Court:** ZH_OG
**Chamber:** ZH_OG_002
**Year:** 2021
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

betreffend versuchte Nötigung etc.
Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichtes Bülach, Einzelgericht, vom 11. März 2020 (GG190085)
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Anklage:
Die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland vom 28. Novem-
ber 2019 (Urk. 23) ist diesem Urteil beigeheftet.
Urteil der Vorinstanz:
1. Der Beschuldigte ist schuldig
− der versuchten Nötigung im Sinne von Art. 181 StGB in Verbindung mit
Art. 22 Abs. 1 StGB;
− der einfachen Körperverletzung im Sinne von Art. 123 Ziff. 1 StGB;
− der Gewalt und Drohung gegen Beamte im Sinne von Art. 285 Ziff. 1
StGB sowie
− des mehrfachen Vergehens gegen das Waffengesetz im Sinne von
Art. 33 Abs. 1 Bst. a WG in Verbindung mit Art. 4 Abs. 1 Bst. a und d
und Abs. 5 WG und Art. 5 Abs. 1 Bst. d aWG.
2. Der Beschuldigte wird bestraft mit 9 Monaten Freiheitsstrafe, wovon 42 Tage
durch Haft erstanden sind.
3. Der Vollzug der Freiheitsstrafe wird aufgeschoben und die Probezeit auf
3 Jahre festgesetzt.
4. Die nachfolgend aufgeführten, mit Verfügung der Staatsanwaltschaft Winter-
thur/Unterland, Zweigstelle Flughafen, vom 25. Juli 2019 beschlagnahmten
Gegenstände werden eingezogen und vernichtet:
• Pistole, CZ Modell 75, Kaliber 9 Para (A012'338'306)
• Magazin Faustfeuerwaffe CZ Modell 75 (A012'338'340)
• 10 Patronen, Kaliber 9 Para (A012'338'362)
• Quarz-Handschuh (A012'338'511)
5. Der Beschuldigte wird verpflichtet, der Privatklägerin Schadenersatz wie
folgt zu bezahlen:
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− Fr. 55.85, zuzüglich 5 % Zins seit dem 1. Juni 2019,
− Fr. 70.55, zuzüglich 5 % Zins seit dem 29. Juni 2019,
− Fr. 50.65, zuzüglich 5 % Zins seit dem 29. Februar 2020.
6. Der Beschuldigte wird verpflichtet, der Privatklägerin eine Genugtuung von
Fr. 1'500.– zuzüglich 5 % Zins seit dem 13. Februar 2019, zu bezahlen.
7. Es wird festgestellt, dass der Beschuldigte gegenüber der Privatklägerin
grundsätzlich schadenersatzpflichtig ist und es wird vorgemerkt, dass die
spätere Geltendmachung von Schadenersatzforderungen vorbehalten bleibt.
8. Die Entscheidgebühr wird festgesetzt auf:
Fr. 1'200.– ; die weiteren Auslagen betragen:
Fr. 1'100.– Gebühr für die Strafuntersuchung
Fr. 11.– Auslagen Vorverfahren
Fr. 1'654.05 Kosten unentgeltliche Rechtsvertretung Privatklägerin (inkl. MwSt.)
Fr. 12'129.95 amtl. Verteidigungskosten (inkl. MwSt.)
Allfällige weitere Auslagen bleiben vorbehalten.
9. Die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens, ohne derje-
nigen der unentgeltlichen Rechtsvertretung der Privatklägerin, werden dem
Beschuldigten auferlegt; davon ausgenommen sind die Kosten der amtli-
chen Verteidigung, welche einstweilen und unter dem Vorbehalt von Art. 135
Abs. 4 StPO von der Gerichtskasse übernommen werden.
Berufungsanträge:
a) Der Verteidigung des Beschuldigten:
(Urk. 68 S. 1)
1. Es seien die Ziffern 1, 2, 3, 5, 6, 7 und 9 des erstinstanzlichen Urteils
vom 11. März 2020 aufzuheben.
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2. Es sei der Beschuldigte A._
- der Tätlichkeit im Sinne von Art. 126 StGB,
- der Gewalt und Drohung gegen Behörden und Beamte im Sinne
von Art. 285 Ziff. 1 StGB,
- des mehrfachen Vergehens gegen das Waffengesetz im Sinne
von Art. 33 Abs. 1 lit. a aWG i.V.m. Art. 4 Abs. 1 lit. a und d und
Abs. 5 WG und Art. 5 Abs. 1 lit. d aWG
schuldig zu sprechen.
3. Vom Vorwurf der einfachen Körperverletzung im Sinne von Art. 123
Ziff. 1 StGB und der versuchten Nötigung im Sinne von Art. 181 StGB
i.V.m. Art. 22 Abs. 1 StGB sei der Beschuldigte hingegen freizuspre-
chen.
4. Es sei der Beschuldigte mit 120 Tagessätzen à Fr. 30.00 sowie mit ei-
ner Busse von Fr. 200.00 zu bestrafen. Die Geldstrafe sei bedingt aus-
zusprechen, unter Ansetzung einer Probezeit von 2 Jahren.
5. Die Zivilansprüche der Privatklägerin seien abzuweisen, eventualiter
auf den Zivilweg zu verweisen.
Kosten- und Entschädigungsfolgen ausgangsgemäss.
b) Des Vertreters der Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland:
(Urk. 59, schriftlich)
Bestätigung des vorinstanzlichen Urteils
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## Considerations

Erwägungen:
I. Verfahrensgang und Gegenstand der Berufung
1. Nach durchgeführter Hauptverhandlung wurde das eingangs im Dispositiv
erwähnte Urteil des Bezirksgerichts Bülach, Einzelgericht, vom 11. März 2020 den
Parteien gleichentags mündlich eröffnet und schriftlich im Dispositiv mitgeteilt
(Prot. I S. 5, 20 f., 23). Am 16. März 2020 meldete der Beschuldigte Berufung an
(Urk. 45), worauf die begründete Ausfertigung des Urteils (Urk. 51) den Parteien
am 8. Mai 2020 zugestellt wurde (Urk. 50). Die Berufungserklärung des Beschul-
digten vom 26. Mai 2020 erfolgte rechtzeitig (Urk. 54). Innert angesetzter Frist
verzichtete die Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland (nachfolgend: Staatsan-
waltschaft) auf Anschlussberufung (Urk. 59). Die Privatklägerin liess sich nicht
vernehmen (Urk. 56/1). Am 4. Juni 2019 reichte der Beschuldigte aufforderungs-
gemäss das Datenerfassungsblatt zu seinen finanziellen Verhältnissen ein
(Urk. 57, 58/1 - 4).
2. Die Parteien wurden am 13. August 2020 zur mündlichen Berufungsver-
handlung auf den 22. Januar 2021 vorgeladen (Urk. 61), zu welcher der Beschul-
digte in Begleitung von Rechtsanwältin MLaw X2._, welche den krankheits-
bedingt abwesenden amtlichen Verteidiger Rechtsanwalt Dr. iur. X1._ substi-
tuierte, erschienen (Prot. II S. 4). Das Verfahren erweist sich als spruchreif.
3. Gemäss Art. 402 StPO hat die Berufung im Umfang der Anfechtung auf-
schiebende Wirkung und wird die Rechtskraft des angefochtenen Urteils dement-
sprechend gehemmt. Das Berufungsgericht überprüft somit das erstinstanzliche
Urteil nur in den angefochtenen Punkten (Art. 404 Abs. 1 StPO). Auch wenn das
Berufungsgericht nur die angefochtenen Punkte neu beurteilt, fällt es am Ende ein
insgesamt neues Urteil (Art. 408 StPO), welches das erstinstanzliche Urteil er-
setzt (BGE 143 IV 408 E. 6.1; 142 IV 89 E. 2.1; 141 IV 244 E. 1.3.3; Urteil des
Bundesgerichts 6B_1084/2019 vom 9. September 2020 E. 2.4.2) und worin es
anzugeben hat, welche Punkte bereits früher in Rechtskraft erwachsen sind
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(BGE 141 IV 244 E. 1.3.3; Urteil des Bundesgerichtes 6B_533/2016 vom 29. No-
vember 2016 E. 4.2 mit Hinweisen).
Der Beschuldigte ficht mit seiner Berufung das vorinstanzliche Urteil hinsichtlich
der Schuldsprüche wegen versuchter Nötigung und einfacher Körperverletzung
samt Strafe und Nebenfolgen an (Urk. 54). Die Einziehung und Vernichtung der
beschlagnahmten Gegenstände blieb unangefochten, ebenso wie die Abweisun-
gen der Zivilforderungen (Urk. 54 S. 1). Der Beschuldigte beantragt (in Überein-
stimmung mit den Schuldsprüchen der Vorinstanz) ebenfalls einen Schuldspruch
wegen Gewalt und Drohung gegen Behörden und Beamte und wegen mehrfa-
chen Vergehens gegen das Waffengesetz, ficht die vorinstanzlichen Schuldsprü-
che jedoch im Hinblick auf die Strafzumessung an (Urk. 54 S. 1 - 2). Die Staats-
anwaltschaft ihrerseits beantragt die Bestätigung des vorinstanzlichen Urteils
(Urk. 59).
Das Berufungsgericht hat unter dem Vorbehalt der "reformatio in peius" eine ei-
gene Strafe nach seinem pflichtgemässen Ermessen festzusetzen und nachvoll-
ziehbar zu begründen und kann sich nicht mit einer Überprüfung der erstinstanzli-
chen Strafzumessungserwägungen begnügen (BGE 141 IV 244 E. 1.3.3; Urteile
6B_502/2019 vom 27. Februar 2020 E. 3.5; 6B_614/2019 vom 3. Dezember 2019
E. 2.4.1; 6B_1023/2017 vom 25. April 2018 E. 6.1, nicht publ. in: BGE 144 IV 189;
6B_466/2015 vom 28. September 2016 E. 2, nicht publ. in: BGE 142 IV 329). Da-
ran ändert die Möglichkeit, im Rechtsmittelverfahren auf die Begründung der Erst-
instanz zu verweisen, nichts (vgl. BGE 141 IV 244 E. 1.3.3; Urteile 6B_776/2013
vom 22. Juli 2014 E. 1.5; 6B_356/2012 vom 1. Oktober 2012 E. 3.5; je mit Hin-
weisen). Bei Beschränkung der Berufung auf die Strafzumessung darf und muss
das Berufungsgericht seine Prüfung auf jene Punkte des Urteils ausdehnen, die in
engem Zusammenhang mit der angefochtenen Strafhöhe stehen, namentlich auf
straferhöhende oder strafmindernde Umstände (vgl. Art. 398 Abs. 2 und 3 StPO;
BGE 141 IV 244 E. 1.3.3; Urteile des Bundesgerichts 6B_291/2017 vom 16. Ja-
nuar 2018 E. 1; 6B_1167/2015 vom 25. August 2016 E. 1.3; je mit Hinweisen).
Mithin hindert die Rechtskraft der vom Beschuldigten nicht angefochtenen
Schuldsprüche der Vorinstanz die vollumfängliche Überprüfung der Strafzumes-
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sung keineswegs, so dass als Gegenstand des Berufungsverfahrens zufolge der
Rechtskraft der vorinstanzlichen Schuldsprüche wegen Gewalt und Drohung ge-
gen Behörden und Beamte sowie wegen mehrfachen Vergehens gegen das Waf-
fengesetz (Dispositivziffer 1 alinea 3 und 4) nur noch die Tatvorwürfe gemäss An-
klagepunkt 1 (einfache Körperverletzung, Nötigung, Tätlichkeiten), die Strafzu-
messung, die Zivilansprüche und die Nebenfolgen verbleiben.
Das vorinstanzliche Urteil bleibt somit bezüglich der Dispositivziffern 1 alinea 3
und 4 (Schuldsprüche wegen Gewalt und Drohung gegen Behörden und Beamte
und wegen mehrfachen Vergehens gegen das Waffengesetz) sowie 4 (Einzie-
hung) unangefochten. Es ist insoweit in Rechtskraft erwachsen (Art. 402 StPO),
was vorab in einem Beschluss festzustellen ist.
II. Sachverhalt
1. Vorbemerkungen
1. Bestreitet ein Beschuldigter die ihm vorgeworfenen Taten, ist der Sachver-
halt aufgrund der Untersuchungsakten und der vor Gericht vorgebrachten Argu-
mente nach den allgemeingültigen Beweisregeln zu erstellen.
Betreffend die allgemeinen Grundsätze der Beweiswürdigung und die Ausführun-
gen zur Glaubwürdigkeit der Aussagenden kann zur Vermeidung unnötiger Wie-
derholungen auf die zutreffenden Erwägungen der Vorinstanz (Urk. 80 S. 10 ff.)
verwiesen werden (Art. 82 Abs. 4 StPO). In Bezug auf den Grundsatz der Un-
schuldsvermutung (Art. 10 StPO) ist ergänzend bzw. präzisierend zum vorinstanz-
lichen Urteil auf die neuere Rechtsprechung des Bundesgerichts zur aus Art. 32
Abs. 1 BV fliessenden und in Art. 10 Abs. 3 StPO sowie Art. 6 Ziff. 2 EMRK ver-
ankerten Maxime "in dubio pro reo" (Unschuldsvermutung) hinzuweisen: Danach
findet der In-dubio-Grundsatz keine Anwendung auf die Frage, welche Beweismit-
tel zu berücksichtigen und wie sie gegebenenfalls zu würdigen sind. Deshalb stellt
das Gericht bei sich widersprechenden Beweismitteln nicht unbesehen auf den für
den Beschuldigten günstigeren Beweis ab (Urteil des Bundesgerichts
BGE 144 IV 345 E. 2.2.3.1 mit Hinweisen). Liegen keine direkten Beweise vor, ist
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nach der Rechtsprechung auch ein indirekter Beweis zulässig. Beim Indizienbe-
weis wird aus bestimmten Tatsachen, die nicht unmittelbar rechtserheblich, aber
bewiesen sind (Anzeichen, Hilfstatsachen), auf die zu beweisende, unmittelbar
rechtserhebliche Tatsache geschlossen (Urteil des Bundesgerichts 6B_678/2013
vom 3. Februar 2014 E. 3.3. mit Hinweisen). Der Indizienbeweis ist dem direkten
Beweis gleichwertig. Indizien sind sogar unentbehrlich zur Aufdeckung innerer
Tatsachen wie des Vorsatzes. Es ist zulässig, aus der Gesamtheit der verschie-
denen Indizien, welche je für sich allein betrachtet nur mit einer gewissen Wahr-
scheinlichkeit auf eine bestimmte Tatsache oder Täterschaft hindeuten und inso-
fern Zweifel offen lassen, auf den vollen rechtsgenügenden Beweis von Tat oder
Täter zu schliessen (Urteil des Bundesgerichts 6B_605/2016 vom 15. September
2016 E. 2.8 mit Hinweisen auf Kommentierung und Rechtsprechung). Der Indizi-
enprozess als solcher verletzt gemäss Bundesgericht somit weder die Unschulds-
vermutung noch die aus ihr abgeleiteten Teilrechte. Der Grundsatz "in dubio pro
reo" findet auf das einzelne Indiz keine Anwendung (BGE 144 IV 345 E. 2.2.3.1
mit Hinweisen; Urteile des Bundesgerichts 6B_605/2016 vom 15. September
2016 E. 2.8; 6B_291/2016 vom 4. August 2016 E. 2.1 und 6B_527/2014 vom
26. September 2014 E. 2.1).
2. Der "In dubio pro reo"-Grundsatz wird erst anwendbar, nachdem alle aus
Sicht des urteilenden Gerichts notwendigen Beweise erhoben und ausgewertet
worden sind (BGE 144 IV 345 E. 2.2.3.2). In seiner Funktion als Beweiswürdi-
gungsmaxime kommt ihm keine über das Willkürverbot gemäss Art. 9
BV hinausgehende Bedeutung zu (BGE 145 IV 154 E. 1.1; 143 IV 500 E. 1.1).
Insbesondere ist dem Grundsatz nicht zu entnehmen, welche Beweismittel zu be-
rücksichtigen und wie sie gegebenenfalls zu würdigen sind (BGE 144 IV 345 E.
2.2.3.1). Frei prüft das Bundesgericht hingegen, ob der beschuldigten Person die
Beweislast zugeschoben wurde, sie also mit dem Argument verurteilt wurde, sie
habe ihre Unschuld nicht dargelegt oder bewiesen, wodurch der Grundsatz in sei-
ner Funktion als Beweislastmaxime verletzt würde (zu den beiden Maximen des
Grundsatzes BGE 120 Ia 31 E. 2c und E. 2d).
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3. Auf die einzelnen im Recht liegenden Beweismittel, welche die Vorinstanz
auch in ihre Würdigung einbezogen hat, wird in den nachfolgenden Erwägungen –
soweit für die Urteilsfindung relevant – zurückzukommen sein. Dabei ist schon an
dieser Stelle festzuhalten, dass aus dem Grundsatz des rechtlichen Gehörs zwar
die Pflicht zur Berücksichtigung rechtzeitig und formrichtig gestellter Beweisanträ-
ge folgt, dies indessen nicht bedeutet, dass sämtliche angebotenen Beweise ab-
genommen werden müssen. Auch auf die Argumente des Beschuldigten oder
dessen Verteidigung ist im Rahmen der nachstehenden Erwägungen einzugehen.
Dabei muss sich das Gericht nicht ausdrücklich mit jeder tatsächlichen Behaup-
tung und jedem rechtlichen Einwand auseinandersetzen; vielmehr kann es sich
auf die für die Entscheidfindung wesentlichen Gesichtspunkte beschränken (Urteil
des Bundesgerichts 6B_259/2017 vom 21. Dezember 2017 E. 1.2 mit Hinweisen).
2. Sachverhaltserstellung Anklagepunkt 1
1. Anklagevorwurf
Dem Beschuldigten wird in der Anklageschrift vom 28. November 2019 vorgewor-
fen, er habe seine Nachbarin, die Privatklägerin B._, am 13. Februar 2019
ca. 13. 45 Uhr, im Treppenhaus des Mehrfamilienhauses C._-strasse ... in
D._ abgepasst, als diese zur Eingangstüre hereingekommen sei, habe sie
mit seiner rechten Hand an den Haaren gepackt und ihren Kopf in den Nacken
gerissen während er sie mit seiner linken Hand am Hals gepackt und in eine Ecke
des Treppenhauses gedrückt habe, wodurch die Privatklägerin für mindestens
vier Sekunden keine Luft bekommen habe. Gleichzeitig habe der Beschuldigte zu
ihr gesagt "Du Drecksschlampe, Du ziehst hier jetzt aus, ansonsten bringe ich
Dich und Deinen Sohn um. Ich weiss, wo er zur Schule geht und wo Du arbeitest".
Die Privatklägerin habe durch diesen Vorfall während mehrerer Tage an Schmer-
zen am Kopf sowie im Hals- und Nackenbereich gelitten, was der Beschuldigte
gewollt, zumindest aber in Kauf genommen habe. Mit seinem Handeln habe der
Beschuldigte beabsichtigt, die Privatklägerin zum Auszug aus dem Mehrfamilien-
haus zu zwingen, damit er in Zukunft nicht mehr durch ihren Lärm gestört würde.
Die Privatklägerin sei durch das Verhalten des Beschuldigten derart in Angst und
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Schrecken versetzt worden, so dass sie in der Folge mit ihrem Sohn umgehend
die Wohnung verlassen und vorübergehend zu einer Drittperson umgezogen sei.
Dadurch habe sich der Beschuldigte der einfachen Körperverletzung, der Nöti-
gung und der Tätlichkeiten schuldig gemacht (Urk. 23 S. 2 f.).
2. Einwendungen des Beschuldigten
Der Beschuldigte macht im Wesentlichen geltend, er habe sich höchstens einer
Tätlichkeit schuldig gemacht. Die vorgeworfene Drohung und die Nötigung seien
angesichts verschiedener Widersprüche insbesondere in den Aussagen der Pri-
vatklägerin und des Zeugen E._ nicht erstellt. Sodann könnten verschiedene
Verletzungen, die im Arztbericht vom 12. März 2019 aufgeführt seien, nicht dem
Verhalten des Beschuldigten zugeordnet werden bzw. würden teilweise den Fest-
stellungen der Polizei am Tattag sowie den Feststellungen von Dr. med. F._
am Folgetag des Vorfalls widersprechen (Urk. 68 S. 4 ff.). Der Beschuldigte be-
streitet denn auch, die Privatklägerin gewürgt und an den Haaren gezogen zu ha-
ben (Prot. II S. 17 ff.). Er räumt indes ein, die Privatklägerin im Treppenhaus kör-
perlich bedrängt und sie "zusammengeschissen" zu haben, wobei auch seine
Hände im Spiel gewesen seien, mit welchen er vor ihr herumgefuchtelt, sie aber
nicht angefasst habe (Prot. I S. 13; Prot. II S. 17 f., 19 f.). Auch bestreitet der Be-
schuldigte die angeklagte Drohung bzw. Nötigung (Prot. I S. 11 ff.; Prot. II S. 20).
3. Sachverhaltsfeststellung
3.1. Die Vorinstanz hat die Aussagen der Beteiligten zusammenfassend korrekt
wiedergegeben (Urk. 51 S. 7 - 12) und – ebenfalls gestützt auf die medizinischen
Unterlagen zu den Verletzungen der Privatklägerin und ein Foto – eine nachvoll-
ziehbare Sachverhaltsfeststellung vorgenommen (Urk. 51 S. 13 ff.), worauf vorab
verwiesen werden kann (Art. 82 Abs. 4 StPO).
3.2. Es ist der Vorinstanz darin zu folgen, dass die Aussagen der Privatklägerin
und des Zeugen E._ ganz überwiegend übereinstimmend, differenziert und
frei von Übertreibungen sind. Sie überzeugen und sind als durch und durch
glaubhaft zu qualifizieren und dem Urteil zugrunde zu legen. Der Zeuge gab eine
sehr detaillierte Darstellung der Ereignisse zu Protokoll, welche weder wertende
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Bemerkungen noch pauschale Belastungen enthält und das Geschehen spezi-
fisch mit eigenen Worten und Vergleichen (z.Bsp. betreffend Wrestler und
"Schlawittchen") sehr anschaulich schildert. So beschrieb er bildhaft, wie die Pri-
vatklägerin mit ihrem Biomülleimerchen verzweifelt und weinend vom Beschuldig-
ten in der Ecke des Treppenhauses fixiert wurde (Urk. 11/2 S. 5). Das spricht für
eine realitätsnahe Aussage. Dass die Privatklägerin tatsächlich einen grünen
Komposteimer bei sich trug, räumt denn auch der Beschuldigte selbst ein
(Urk. 9/1 S. 1), was wiederum für die Glaubhaftigkeit der Angaben der Privatklä-
gerin spricht. Deren Aussagen, namentlich auch die ersten, welche sie noch am
Tag des Geschehens deponierte, zeugen durch ihre authentische Schilderung
des Hergangs ebenfalls von wirklich Erlebtem. Die Aussagen des Zeugen und der
Privatklägerin decken sich namentlich darin, dass der Beschuldigte, welcher der
Privatklägerin durch seinen grossen, athletischen Körperbau weit überlegen war,
die zierliche, viel kleinere Privatklägerin mit seinem ganzen Körper in die Ecke
des Treppenhauses drückte und sie dabei am "Schlawittchen" gepackt, bzw. mit
der Hand am Hals bzw. am Kehlkopf gehalten hatte (Urk. 11/1 S. 2 [Zeuge];
Urk. 10/1 S. 2 [Privatklägerin]), so dass sie völlig eingeklemmt in der Hausecke
und durch den Beschuldigten "maximal gewalttätig dominiert" bzw. wie von einem
Wrestler in die Ecke gedrückt worden sei (Urk. 11/1 S. 3; Urk. 11/2 S. 5 [Zeuge];
Urk. 10/1 S. 2; 10/2 S. 6 und 9 [Privatklägerin]). Ebenfalls übereinstimmend sag-
ten der Zeuge und die Privatklägerin aus, dass der Beschuldigte erst von der Frau
abgelassen habe, nachdem der Zeuge mit scharfem bestimmtem Tonfall interve-
nierte (Urk. 11/1 S. 2; Urk. 11/2 S. 5 [Zeuge]; Urk. 10/1 S. 2; 10/2 S. 4 [Privatklä-
gerin]). Im weiteren stimmen entgegen der Vorinstanz und der Verteidigung
(Urk. 68 S. 8) die Aussagen des Zeugen und der Privatklägerin durchaus darin
überein, mit welcher Hand der Beschuldigte die Privatklägerin am Hals gepackt
hatte. So schildert sie in der tatnächsten Einvernahme noch am Tag des Vorfalls
detailliert, dass der Beschuldigte mit der rechten Hand ihre Haare und sie mit der
linken Hand am Hals gepackt habe, wobei er die linke Hand dann von ihrem Hals
genommen habe, um die Tür, in welche sie ihren rechten Fuss gestellt hatte, zu-
zudrücken. Mit der rechten Hand habe er sie immer noch festgehalten und seinen
Körper dazu benutzt, sie zu fixieren und erst dann habe der Zeuge seine Woh-
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nungstüre geöffnet und interveniert (Urk. 10/1 S. 2). Indem der Zeuge mit Sicher-
heit bestätigt, dass er gesehen habe, wie der Beschuldigte die Privatklägerin mit
seiner rechten Hand am "Schlawittchen" bzw. am Hals gepackt gehabt habe
(Urk. 11/1 S. 2 f.; Urk. 11/2 S. 5, 7), trifft das ganz genau mit der Schilderung der
Privatklägerin überein. Die Glaubhaftigkeit der Aussagen der Privatklägerin und
des Zeugen wird jedoch auch durch die Übereinstimmung in den nicht unmittelbar
tatrelevanten Aspekten mit den eigenen Aussagen des Beschuldigten bekräftigt.
Dies trifft zum Beispiel zu betreffend seine länger währende Bemängelung von
Rauch und Lärm seitens der direkt unter dem Beschuldigten wohnhaften Privat-
klägerin, die vorangegangene Auseinandersetzung des Beschuldigten mit seinem
Bruder und das Abpassen der Privatklägerin zwecks Konfrontation mit seinen
Vorwürfen und dem Ansinnen, sie aus dem Haus zu verjagen, als er aus dem Kü-
chenfenster beobachtete, wie sie das Haus verlassen hatte, um schnell Kompost
zu entsorgen. Mithin sind die Aussagen der Privatklägerin zum Vorfall im Trep-
penhaus durchaus als glaubhaft zu beurteilen und es kann bezüglich des Ablaufs,
der einzelnen Handlungen (wie den Kopf an den Haaren nach hinten reissen; ins
Gesicht greifen, gegen ihren Hals und Kehlkopf drücken, Türe trotz Sperrung mit
ihrem Fuss zudrücken) und der Bedrohlichkeit der Situation vorbehaltlos auf ihre
Aussagen abgestellt werden. Was die Aussagen des Beschuldigten betrifft, sind
sie vor dem Hintergrund der übereinstimmenden Angaben des Zeugen und der
Privatklägerin als abwiegelnd und bagatellisierend und insgesamt als Schutzbe-
hauptungen zu qualifizieren, namentlich auch in Bezug auf seine Aussage, er ha-
be die Privatklägerin gar nicht berührt und nur vor ihr mit den Händen herumge-
fuchtelt. Aufgrund der von der Polizei erstellten Fotos der Privatklägerin ist auch
ersichtlich, dass ihre erst später deponierte Aussage, der Beschuldigte habe sie
zuerst ins Gesicht gegriffen und gekratzt (Urk. 10/2 S. 4), zuzutreffen scheint, ist
doch ein roter Kratzer unterhalb des rechten Auges nahe der Nase auf den Fotos
zu sehen (Urk. 5 S. 1 oberes Bild und S. 2). Ganz offensichtlich gab die Privatklä-
gerin dies auch dem behandelnden Arzt der G._ Praxis in D._ an, da
dies unter der Anamnese so festgehalten wird, wie sich aus dem Arztbericht vom
12. März 2019 ergibt (Urk. 14/4 S. 2). Ebenfalls wird dort festgehalten, dass die
Patientin mit ihrem rechten Fuss im Türspalt die Türe blockiert habe, welche sie
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mit ihrer rechten Hand habe öffnen können. Als Befund hält der Arztbericht denn
auch ein Hämatom am "Nagel Dig I fuss re", ein Hämatom am Handgelenk rechts
und "Schmerzen Extension Hand rechts (dorsal)" fest (Urk. 14/4 S. 2), so dass
auch diese realistischen und authentischen Aussage der Privatklägerin durch ob-
jektive Anhaltspunkte plausibilisiert werden. Der Arztbericht vom 12. März 2019
hält unter dem Titel Beurteilung Folgendes fest: "St. n. Suffokation, Reklination
Kopf mit Kraft und Quetschung Handgelenk rechts, Einklemmung Fuss rechts
13.02.19" (Urk. 14/4 S. 3). Mithin werden die Aussagen der Privatklägerin dadurch
umso glaubhafter, als sie offensichtlich dem Arzt dieselben Angaben machte wie
gegenüber der Polizei. An diesem Befund ändert auch nichts, dass die sie später
behandelnde Ärztin unter dem Stichwort "Heutige Konsultation 13. 03.19" die be-
kannte Migräne der Privatklägerin und die von ihr angegebenen Beschwerden
aufführt. Es ist daher ohne weiteres auch bezüglich der vom Beschuldigten aus-
gesprochenen Drohung gegen die Privatklägerin von ihrer Aussage auszugehen,
selbst wenn die Drohung vom Zeugen nicht bestätigt werden kann, da er diese
nicht vernommen hatte. Es hat sich gezeigt, dass die Privatklägerin zuverlässig
und wahrheitsgetreu ausgesagt hat, so dass kein Anlass besteht, in diesem Punkt
von ihren Angaben abzuweichen, zumal der Beschuldigte bestätigt, dass er die
Privatklägerin aus dem Haus haben wollte und dass er sie aufgebracht und wü-
tend angegangen ist. Es verbleiben – unter Verweis auf den übrigen durch die Vo-
rinstanz erstellten Sachverhalt – keinerlei unüberwindbare Zweifel, dass sich der
in Ziffer 1 genannte Anklagesachverhalt wie geschildert zugetragen hat, so dass
er als erstellt dem Urteil zugrunde gelegt werden kann. Ebenfalls als erstellt ha-
ben die in der Anklage geschilderten Verletzungen und die durch den Übergriff
des Beschuldigten entstandenen Schmerzen im Nacken, dem Hals, an der Kopf-
haut, dem Fuss und der rechten Hand zu gelten, die einerseits nach der allgemei-
nen Lebenserfahrung als Folge der Tathandlungen ohne weiteres plausibel sind
und andererseits durch die glaubhaften Aussagen und die medizinischen Befunde
rechtsgenügend erwiesen sind.
3.3. Das betrifft insbesondere auch die Absicht des Beschuldigten, die Privatklä-
gerin aus dem Haus zu vertreiben, weil ihn ihr Rauchen und Kiffen auf dem Bal-
kon und ihr Lärmen in der Wohnung störten. Was der Täter wusste, wollte und in
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Kauf nahm, betrifft sogenannte innere Tatsachen und ist Tatfrage (BGE 144 IV
345 E. 2.2.3), beschlägt somit den zu erstellenden Sachverhalt und nicht in erster
Linie die rechtliche Würdigung. Was die Absicht bzw. den subjektiven Tatbestand
des Beschuldigten betrifft, ist vorab darauf hinzuweisen, dass bei inneren Tatsa-
chen ein strikter Beweis naturgemäss nicht möglich ist, sondern diese regelmäs-
sig erst anhand einer Verbindung verschiedener Indizien ermittelt werden können.
Indizien (Anzeichen) sind Hilfstatsachen, die, wenn selber bewiesen, auf eine an-
dere, unmittelbar rechtserhebliche Tatsache schliessen lassen. Der erfolgreiche
Indizienbeweis begründet eine der Lebenserfahrung entsprechende Vermutung,
dass die nicht bewiesene Tatsache gegeben ist. Für sich allein betrachtet deuten
Indizien jeweils nur mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit auf eine bestimmte
Tatsache hin. Auf das einzelne Indiz ist der In-dubio-Grundsatz denn auch nicht
anwendbar. Gemeinsam – einander ergänzend und verstärkend – können Indi-
zien aber zum Schluss führen, dass die rechtserhebliche Tatsache nach der all-
gemeinen Lebenserfahrung gegeben sein muss. Der Indizienbeweis ist dem di-
rekten Beweis gleichgestellt (BGE 144 IV 345 E. 2.2.3.4; Urteile des Bundesge-
richts 6B_360/2016 vom 1. Juni 2017 E. 2.4, nicht publ. in: BGE 143 IV 361 sowie
6B_605/2016 vom 15. September 2016 E. 2.8; je mit Hinweisen). Aufgrund der
glaubhaften Aussagen der Privatklägerin, des Zeugen und dessen Email an die
Hausverwaltung, in welchem er über diesen berichtet (Urk. 8 [Email vom 14. Feb-
ruar 2019 mit dem Betreff "Gewalt im Haus C._-strasse ..., D._"]), sowie
schliesslich aufgrund der eigenen Zugabe des Beschuldigten über seinen aufge-
brachten Gemütszustand erweist sich als rechtsgenügend erstellt, dass der Be-
schuldigte die Privatklägerin dazu zwingen wollte, aus dem Mehrfamilienhaus
auszuziehen und dass er sie durch das massive Angehen im Treppenhaus derart
in Angst und Schrecken versetzen wollte, dass sie seinem Ansinnen nachkom-
men würde. Mithin ist auch dieser Teil der Anklage als erstellt dem Urteil zugrun-
de zu legen.
- 15 -
III. Rechtliche Würdigung
1. Körperverletzung und Tätlichkeiten
1.1. Der einfachen Körperverletzung im Sinne von Art. 123 Ziff. 1 Abs. 1 StGB
macht sich schuldig, wer vorsätzlich einen Menschen in anderer als schwerer
Weise an Körper oder Gesundheit schädigt. In leichten Fällen kann der Richter
gemäss Abs. 2 der Bestimmung die Strafe mildern. Wer Handlungen gegen je-
manden vornimmt, die keine Schädigung des Körpers oder der Gesundheit zur
Folge haben, macht sich der Tätlichkeiten im Sinne von Art. 126 StGB schuldig.
1.2. Bei Blutergüssen, Schürfungen, Kratzwunden oder Prellungen ist die Ab-
grenzung der einfachen Körperverletzung zum Tatbestand der Tätlichkeiten be-
grifflich nur schwer möglich (BGE 134 IV 189 E. 1.3 mit Hinweisen). Für die Ab-
grenzung kommt dem Mass des verursachten Schmerzes entscheidendes Ge-
wicht zu. Wenn vom Eingriff keine äusseren Spuren bleiben, genügt schon das
Zufügen erheblicher Schmerzen als Schädigung im Sinne von Art. 123 Ziff. 1
StGB (BGE 107 IV 40 mit Hinweisen). Für die Beantwortung der Frage, ob ein
leichter Fall einer Körperverletzung im Sinne von Art. 123 Ziff. 1 Abs. 2 StGB vor-
liegt, ist jedoch auf die gesamten Umstände der Tat, nicht bloss auf die objektiven
Verletzungsfolgen abzustellen (BGE 127 IV 59 E. 2 a/bb).
1.3. Eventualvorsatz ist gegeben, wenn der Täter den Eintritt des Erfolgs bzw.
die Verwirklichung des Tatbestandes für möglich hält, aber dennoch handelt, weil
er den Erfolg für den Fall seines Eintritts in Kauf nimmt (Art. 12 Abs. 2 StGB), sich
mit ihm abfindet, mag er ihm auch unerwünscht sein. Was der Täter weiss, will
und in Kauf nimmt, betrifft eine innere Tatsache und ist Tatfrage, Rechtsfrage ist
hingegen, ob gestützt auf die festgestellten Tatsachen bewusste Fahrlässigkeit,
Eventualvorsatz oder direkter Vorsatz gegeben ist (BGE 137 IV 1 E. 4.2.3 S. 4;
135 IV 152 E. 2.3.2; je mit Hinweisen).
1.4. Ob der Täter die Tatbestandsverwirklichung in diesem Sinne in Kauf ge-
nommen hat, muss das Gericht bei Fehlen eines Geständnisses des Beschuldig-
ten aufgrund der Umstände entscheiden. Der Schluss, der Täter habe die Tatbe-
standsverwirklichung in Kauf genommen, darf nicht allein daraus gezogen wer-
- 16 -
den, dass ihm dieses Risiko bewusst war und er gleichwohl handelte. Denn das
Wissen um das Risiko der Tatbestandsverwirklichung wird auch bei der bewuss-
ten Fahrlässigkeit vorausgesetzt. Für die Bejahung der Inkaufnahme der Tatbe-
standsverwirklichung müssen daher weitere dafür sprechende Umstände hinzu-
kommen. Dazu gehören die Grösse des dem Täter bekannten Risikos der Tatbe-
standsverwirklichung, die Schwere der Sorgfaltspflichtverletzung, die Beweggrün-
de des Täters und die Art der Tathandlung. Je grösser die Wahrscheinlichkeit der
Tatbestandsverwirklichung ist und je schwerer die Sorgfaltspflichtverletzung
wiegt, desto eher darf gefolgert werden, der Täter habe die Tatbestandsverwirkli-
chung in Kauf genommen (BGE 135 IV 12 E. 2.3.2). Der Richter darf vom Wissen
des Täters auf den Willen schliessen, wenn sich diesem die Verwirklichung der
Gefahr als so wahrscheinlich aufdrängte, dass die Bereitschaft, sie als Folge hin-
zunehmen, vernünftigerweise nur als Inkaufnahme des Erfolgs ausgelegt werden
kann (BGE 137 IV 1 E. 4.2.3).
2. Der Vorinstanz ist darin zuzustimmen, dass die bei der Privatklägerin fest-
gestellten Verletzungen die für die Verwirklichung der einfachen Körperverletzung
erforderliche Schwere aufweisen. Auch wenn das Bundesgericht einen Faust-
schlag ins Gesicht, der einen Bluterguss unterhalb des linken Auges zur Folge
hatte (BGE 119 IV 25 mit Hinweisen), und einen harten Faustschlag ins Gesicht,
der Schmerzen unterhalb des Auges sowie ein Schwindelgefühl zur Folge hatte
(Urteil 6S.386/2003 vom 18. Mai 2004 E. 3), jeweils als einen leichten Fall der ein-
fachen Körperverletzung einstufte, sind vorliegend nicht nur Anzahl und Schwere
der Verletzungen, sondern namentlich die konkreten Tatumstände für die Sub-
sumtion massgebend. Indem der Beschuldigte die Privatklägerin mit aller Kraft
packte, sie anschrie und in die Ecke des Treppenhauses drückte, wo er ihr den
Kopf an den Haaren in den Nacken riss, sie am Hals packte und ihr dadurch das
Atmen erschwerte und sie zusätzlich mit seinem ganzen Körper fixierte, so dass
sie keine Abwehr- oder Fluchtmöglichkeit hatte und ihm auch wegen seiner kör-
perlichen Überlegenheit vollständig ausgeliefert war, liegt ein gewaltsamer Über-
griff gegen ein wehrloses Opfer vor, das weder an einer vorgängigen Auseinan-
dersetzung beteiligt noch sonst einen objektiven Anlass bot, dergestalt auf es ein-
zuwirken. Solche Tatumstände schliessen die Annahme eines leichten Falles un-
- 17 -
besehen der Verletzungsfolgen von vornherein aus. Daran ändert auch nichts,
dass die Privatklägerin nicht nur wegen dieses gewaltsamen Übergriffs, sondern
auch noch wegen ihrer Migräne Kopfschmerzen hatte, da dies nicht die einzigen
Verletzungsfolgen aus dem Treppenhausvorfall waren. Dass die Vorinstanz ge-
stützt auf das Beweisergebnis von eventualvorsätzlichem Handeln ausgeht, ist
zutreffend und der Beschuldigte ist der einfachen Körperverletzung im Sinne von
Art. 123 Ziff. 1 Abs. 1 StGB zum Nachteil der Privatklägerin schuldig zu sprechen.
2. Nötigung
2.1. Der Nötigung im Sinne von Art. 181 StGB macht sich schuldig, wer jeman-
den durch Gewalt oder Androhung ernstlicher Nachteile oder durch andere Be-
schränkung seiner Handlungsfähigkeit nötigt, etwas zu tun, zu unterlassen oder
zu dulden. Bei der Androhung ernstlicher Nachteile stellt der Täter dem Opfer ein
Übel in Aussicht, dessen Eintritt er als von seinem Willen abhängig erscheinen
lässt. Es kommt nicht darauf an, ob der Täter die Drohung wahr machen will, so-
fern sie nur als ernst gemeint erscheinen soll. Ernstlich sind Nachteile, wenn ihre
Androhung nach einem objektiven Massstab geeignet ist, auch eine besonnene
Person in der Lage des Betroffenen gefügig zu machen und so seine freie Wil-
lensbildung oder -betätigung zu beschränken (BGE 122 IV 322 E. 1a S. 324 f. mit
Hinweisen). Lässt sich der Betroffene aus irgendeinem Grund nicht einschüch-
tern, liegt eine versuchte Nötigung vor (BGE 106 IV 125 E. 2b S. 129 mit Hinwei-
sen). Ob eine Äusserung als Drohung zu verstehen ist, beurteilt sich nach den
gesamten Umständen, unter denen sie erfolgte (Urteile des Bundesgerichts
6B_458/2018 vom 9. April 2019 E. 1.2; 6B_363/2017 vom 21. März 2018 E. 1.3
mit Hinweisen). Ein Nötigung ist nur unrechtmässig, wenn das Mittel oder der
Zweck unerlaubt ist, wenn das Mittel zum erstrebten Zweck nicht im richtigen
Verhältnis steht oder wenn die Verknüpfung zwischen einem an sich zulässigen
Mittel und einem erlaubten Zweck rechtsmissbräuchlich oder sittenwidrig ist (BGE
141 IV 437 E. 2.3.1; 137 IV 326 E. 3.3.1; 134 IV 216 E. 4.1; je mit Hinweisen). In
subjektiver Hinsicht verlangt Art. 181 StGB, dass der Täter mit Vorsatz handelt,
d.h. dass er, im Bewusstsein um die Unrechtmässigkeit seines Verhaltens, sein
Opfer zu einem bestimmten Verhalten zwingen will; Eventualvorsatz genügt (BGE
- 18 -
120 IV 17 E. 2.c; Urteil des Bundesgerichts 6B_303/2020 vom 6. Oktober 2020
E. 2.1).
2.2. Ein Versuch im Sinne von Art. 22 Abs. 1 StGB liegt vor, wenn der Täter
sämtliche subjektiven Tatbestandsmerkmale erfüllt und seine Tatentschlossenheit
manifestiert hat, ohne dass alle objektiven Tatbestandsmerkmale verwirklicht sind
(BGE 140 IV 150 E. 3.4; 137 IV 113 E. 1.4.2, je mit Hinweisen).
2.3. Die Vorinstanz nahm auch hier eine zutreffende rechtliche Würdigung des
erstellten Sachverhaltes vor, worauf vorab verwiesen werden kann (Urk. 51
S. 21 f.). Mit der Drohung, er bringe die Privatklägerin und ihren Sohn um, er wis-
se, wo sie arbeite und wo der Sohn den Kindergarten besuche, unterstrich der
Beschuldigte zusätzlich zur Drohgebärde und der eingesetzten physischen Ge-
walt gegen die Privatklägerin die Ernsthaftigkeit seines Ansinnens. Das für den
Tatbestand erforderliche Ausmass bezüglich der Intensität der nötigenden Hand-
lung ist mit der Androhung physischer Verletzungen bis hin zum Tod ohne Zweifel
gegeben. Zu keinen weiteren Ausführungen Anlass gibt, dass weder das Mittel
(die gewalttätige Intervention und Bedrohung der Privatklägerin) noch der Zweck
(Eingriff in das Recht der freien Wohnsitzwahl) zulässig und in einem angemes-
senen Verhältnis zueinander stehen, so dass die Tatbestandsmässigkeit in objek-
tiver und subjektiver Hinsicht gegeben ist, zumal der Beschuldigte zumindest in
Kauf genommen hat, die Privatklägerin durch seine Aktion dermassen einzu-
schüchtern, dass sie ausziehen werde, was sich ohne weiteres aus den gesamten
konkreten Umständen schliessen lässt. Da die Privatklägerin jedoch zur Polizei
ging, der Beschuldigte verhaftet und ihm in der Folge die Wohnung gekündigt
wurde, ist der vom Vorsatz des Beschuldigten erfasste Erfolg, der Auszug der Pri-
vatklägerin aus dem Mehrfamilienhaus, nicht eingetreten, womit lediglich eine
versuchte Nötigung gegeben ist.
2.4. Des Weiteren hat die Vorinstanz zutreffend erwogen, dass die mit Gewalt
verübte Nötigung die Strafbarkeit der einfachen Körperverletzung nicht aus-
schliesst (Urk. 51 S. 23), da die beiden Bestimmungen nicht das gleiche Rechts-
gut schützen.
- 19 -
2.5. Der Beschuldigte ist entsprechend der versuchten Nötigung im Sinne von
Art. 181 in Verbindung mit Art. 22 Abs. 1 StGB schuldig zu sprechen.
IV. Sanktion
1. Vorbemerkung
Der Beschuldigte ist ausser für die versuchte Nötigung und die einfache Körper-
verletzung aufgrund der rechtskräftigen Schuldsprüche auch für die Gewalt und
Drohung gegen Behörden und Beamte sowie für das mehrfache Vergehen gegen
das Waffengesetz (WG) zu bestrafen. Diesen Taten liegt gestützt auf die von der
Vorinstanz vorgenommene Sachverhaltsfeststellung und rechtliche Würdigung
zusammengefasst Folgendes zugrunde: Der Beschuldigte drohte am 15. Februar
2019 den Polizisten, die bei ihm eine Hausdurchsuchung durchführen wollten,
mindestens zwei Mal mit den Worten, er habe eine Waffe, welche er brauchen
würde, würden sie in seine Wohnung kommen, wodurch sich die Hausdurchsu-
chung um rund 20 Minuten verzögerte (Urk. 51 S. 26). Der Beschuldigte besass
wissentlich und willentlich ohne die notwendige Bewilligung eine Pistole CZ Mo-
dell 75 und dazu passende Deformationsmunition. Ebenfalls ohne Bewilligung er-
warb der Beschuldigte zumindest eventualvorsätzlich einen Quarzhandschuh,
welcher ein unter das Waffengesetz fallendes Schlaggerät darstellt, und trug die-
ses anlässlich seiner Verhaftung unberechtigterweise auf sich (Urk. 51 S. 25).
2. Strafzumessungsregeln / Bildung einer Gesamtstrafe
2.1. Betreffend die allgemeinen Regeln der Strafzumessung nach Art. 47 ff.
StGB kann auf die zutreffenden Ausführungen der Vorinstanz verwiesen werden
(Urk. 51 S. 27). Im Hinblick auf die Bildung einer Gesamtstrafe nach Art. 49
Abs. 1 StGB ist ergänzend auf die neuere Rechtsprechung des Bundesgerichts
zu den Grundsätzen der Strafzumessung nach Art. 47 ff. StGB und zur Gesamt-
strafenbildung nach Art. 49 Abs. 1 StGB in Anwendung des Asperationsprinzips
vorab hinzuweisen (BGE 144 IV 313 E. 1.1; 144 IV 217 E. 3; 142 IV 137 E. 9.1;
141 IV 61 E. 6.1.2; Urteil des Bundesgerichts 6B_523/2018 vom 23. August 2018
E. 1.2.2; je mit Hinweisen). Der Gesetzgeber hat für den Bereich der leichteren
und mittleren Kriminalität die Geldstrafe als die der Freiheitsstrafe vorgehende
- 20 -
Regelsanktion vorgesehen (BGE 134 IV 82 E. 4.1). Das Bundesgericht bekräftigt
auch in seiner neueren Rechtsprechung den Vorrang der Geldstrafe gegenüber
der Freiheitsstrafe im Strafbereich von bis sechs Monaten und die Ungleichartig-
keit von Freiheitsstrafe und Geldstrafe (BGE 144 IV 217 E. 3.3.3 und 3.6). Es hält
dabei unter Hinweis auf den Gesetzgeber auch nach der Änderung des Sanktio-
nenrechts ausdrücklich am Prinzip der Zulässigkeit einer Gesamtstrafe nur bei
gleichartigen Strafen unter Anwendung der konkreten Methode fest. Dass die an-
zuwendenden Strafbestimmungen abstrakt gleichartige Strafen androhen, genügt
nicht (BGE 144 IV 313 E. 1.1.1; 144 IV 217 E. 3.3.4 und 3.5.4; BGE 137 IV 57
E. 4.3.1). Das Gericht hat sich zur Wahl der Strafart für die konkreten Delikte zu
äussern und hat – nach Festsetzung einer hypothetischen Einsatzstrafe für das
schwerste Delikt – namentlich bei alternativ zur Verfügung stehender Geld- oder
Freiheitsstrafe für die weiteren Delikte im Hinblick auf das Gebot der Verhältnis-
mässigkeit anzugeben, warum sie für diese weiteren Taten jeweils eine Freiheits-
strafe für erforderlich hält (BGE 144 IV 217 E. 3.5.4, 4.1 und 4.3). Ferner ist einlei-
tend festzuhalten, dass bei der Wahl der Sanktionsart als wichtiges Kriterium die
Zweckmässigkeit einer bestimmten Sanktion, ihre Auswirkungen auf den Täter
und sein soziales Umfeld sowie ihre präventive Effizienz zu berücksichtigen ist
(BGE 134 IV 97 E. 4.3). Nach dem Prinzip der Verhältnismässigkeit soll bei alter-
nativ zur Verfügung stehenden und hinsichtlich des Schuldausgleichs äquivalen-
ten Sanktionen im Regelfall diejenige gewählt werden, die weniger stark in die
persönliche Freiheit des Betroffenen eingreift (BGE 138 IV 120 E. 5.2). Hält das
Gericht im Rahmen der Gesamtstrafenbildung für einzelne Delikte im konkret zu
beurteilenden Fall unter Beachtung des Verhältnismässigkeitsprinzips eine Geld-
strafe nicht mehr für schuldadäquat und zweckmässig, hindert Art. 41 Abs. 1
StGB sie nicht daran, auf Einzelfreiheitsstrafen von weniger als sechs Monaten zu
erkennen, wenn die daraus zu bildende Gesamtstrafe sechs Monate übersteigt
(BGE 144 IV 217 E. 4.3).
2.2. Entgegen der dargelegten Rechtsprechung setzt die Vorinstanz trotz der
Tatmehrheit für die von ihr zu beurteilenden Delikte keine Einzelstrafen fest
(Urk. 51 S. 28 f.). Vielmehr fasst sie die zu beurteilenden Delikte im Rahmen der
Asperation zusammen (Urk. 51 S. 30). Bei der Bemessung der hypothetischen
- 21 -
Gesamtstrafe müssen die einzelnen Straftaten jedoch in einem selbständigen
Schritt gewürdigt werden (Urteil des Bundesgerichts 6B_1031/2019 vom 1. Sep-
tember 2020 E. 2.5, zur Publikation vorgesehen). Dies ist hiermit nachzuholen.
3. Strafrahmen
3.1. Für die Tatbestände der Nötigung, der einfachen Körperverletzung sowie
der Gewalt und Drohung gegen Behörden und Beamte sieht das Strafgesetzbuch
je eine Strafe von drei bis 180 Tagessätzen Geldstrafe (à mindestens Fr. 30.– und
höchstens Fr. 3'000.–, Art. 34 StGB) bis zu drei Jahren Freiheitsstrafe vor. Die-
selbe Strafandrohung ergibt sich für ein Vergehen gegen das Waffengesetz (WG)
aus dessen Art. 33 Abs. 1 lit. a.
3.2. Die tat- und täterangemessene Strafe ist grundsätzlich innerhalb des or-
dentlichen Strafrahmens der (schwersten) Strafbestimmung unter obligatorischer
Berücksichtigung der einzelnen Strafzumessungsfaktoren festzusetzen. Durch
Strafschärfungs- oder Strafmilderungsgründe wird der ordentliche Strafrahmen
jedoch nicht automatisch erweitert. Dieser ist nur zu verlassen, wenn ausserge-
wöhnliche Umstände vorliegen und die für die betreffende Tat angedrohte Strafe
im konkreten Fall zu hart bzw. zu milde erscheint (BGE 136 IV 55 E. 5.8 mit Hin-
weisen).
3.3. Dass die Tat nicht zur Vollendung gelangte, sondern es beim Versuch blieb,
kann sich grundsätzlich im Sinne einer fakultativen Reduktion der verschuldens-
angemessenen Strafe auswirken (Art. 22 Abs. 1 StGB i.V.m. Art. 48 Abs. 1 StGB;
BGE 137 IV 113 E. 1.4.2). Das Mass der zulässigen Strafreduktion beim vollende-
ten Versuch hängt unter anderem von der Nähe des tatbestandsmässigen Erfolgs
und den tatsächlichen Folgen der Tat ab. Die Reduktion der Strafe wird mit ande-
ren Worten umso geringer sein, je näher der tatbestandsmässige Erfolg und je
schwerwiegender die tatsächlichen Folgen der Tat waren (WIPRÄCHTIGER/KELLER
in: Niggli/Wiprächtiger, [Hrsg.], Basler Kommentar Strafrecht I, 4. Aufl. 2019, N 24
zu Art. 48a mit Hinweisen).
3.4. Schliesslich bleibt zufolge der alleinigen Appellation durch den Beschuldig-
ten das Verbot der reformatio in peius (Art. 391 Abs. 2 StPO), weshalb das Beru-
- 22 -
fungsgericht insofern an die von der Vorinstanz ausgefällte Sanktion gebunden
ist, als sie diese nicht zum Nachteil des Beschuldigten verändern kann. Da sie
aber dennoch berechtigt ist, ihre Überlegungen in der Urteilsbegründung bekannt
zu geben (BGE 143 IV 469 E. 4.1; 139 IV 282 E. 2.6), ist vorab die Strafzumes-
sung frei vorzunehmen.
4. Bemessungsgrundlagen Geldstrafe
Während das Gericht die Zahl der Tagessätze nach dem Verschulden des Täters
bemisst, wobei sich in der Anzahl Tagessätze das Strafmass niederschlägt
(BGE 134 IV 60 E. 5.2 - 5.3), bestimmt es gemäss Art. 34 Abs. 2 StGB die Höhe
des Tagessatzes nach den persönlichen und wirtschaftlichen Verhältnissen des
Täters im Zeitpunkt des Urteils, namentlich nach Einkommen und Vermögen, Le-
bensaufwand, allfälligen Familien- und Unterstützungspflichten sowie nach dem
Existenzminimum. Ausgangspunkt für die Bemessung des Tagessatzes bildet das
Einkommen, das dem Täter durchschnittlich an einem Tag zufliesst. Was gesetz-
lich geschuldet ist oder dem Täter wirtschaftlich nicht zufliesst, ist abzuziehen, so
die laufenden Steuern, die Beiträge an die obligatorische Kranken- und Unfallver-
sicherung, sowie die notwendigen Berufsauslagen (BGE 134 IV 60 E. 6.1). Das
Nettoeinkommen ist weiter um die Unterhalts- und Unterstützungsbeiträge zu re-
duzieren, soweit der Verurteilte ihnen tatsächlich nachkommt. Anderweitige finan-
zielle Lasten können nur im Rahmen der persönlichen Verhältnisse berücksichtigt
werden (BGE 134 IV 60 E. 6.4). Fehlendes Vermögen stellt insoweit kein Grund
dar, die Höhe des Tagessatzes zu senken, ebenso wenig wie vorhandenes Ver-
mögen zu einer Erhöhung führen soll (BGE 134 IV 60 E. 6.2).
Ergänzend ist festzuhalten, dass die Höhe der einzelnen Tagessätze trotz des
vorliegend zu beachtenden Verbots der reformatio in peius zu Lasten des Be-
schuldigten angepasst werden darf, wenn sich dessen finanzielle Verhältnisse seit
der Urteilsfällung durch die Vorinstanz verbessert haben. Denn für Tatsachen,
von denen erst nach dem erstinstanzlichen Urteil Kenntnis erlangt wurde, sieht
Art. 391 Abs. 2 Satz 2 StPO explizit einen Vorbehalt vor (BGE 144 IV 198
E. 5.4.3).
- 23 -
5. Tatkomponenten
5.1. Versuchte Nötigung
a) Es ist von der Nötigung als dem schwersten Delikt für die Bemessung der
Einsatzstrafe auszugehen und dabei zunächst – als Hypothese – vom vollendeten
Delikt.
b) In objektiver Hinsicht wiegt das Tatverschulden des Beschuldigten mittel-
schwer. Der Beschuldigte bedrängte die Privatklägerin massiv und drohte mit ih-
rem Tod und demjenigen ihres Sohnes. Durch das gewalttätige Vorgehen unter-
strich der Beschuldigte die Ernsthaftigkeit seines Ansinnens und die konkreten
Androhungen und seine Kenntnisse bezüglich ihrer Arbeitsstelle und dem Kinder-
garten ihres Sohnes ängstigten die Privatklägerin dermassen, dass sie noch glei-
chentags für einige Zeit mit ihrem Sohn zu einer Drittperson zog, um Begeg-
nungsmöglichkeiten mit dem Beschuldigten auszuweichen. Ausserdem wartete
sie mit der Stellung des Strafantrages zu, bis der Sohn in den Ferien und nicht
mehr zuhause war. Sie nahm zudem seine Drohungen somit sehr ernst. Er
schränkte ihre Bewegungsfreiheit und ebenso ihr Sicherheitsgefühl so stark ein,
dass dies eine spürbare Verminderung ihrer Lebensqualität zur Folge hatte.
c) In subjektiver Hinsicht ist die leichte Vermeidbarkeit des strafbaren Handelns
zu Lasten des Beschuldigten zu berücksichtigen. Er hätte sich via Hausverwal-
tung und direkt – bestimmt, aber freundlich und namentlich rein verbal und nicht
tätlich – an die Privatklägerin wenden können und müssen, um seiner Befindlich-
keit (Störung durch das Rauchen der Privatklägerin auf dem Balkon und Lärmen
in der Wohnung) Nachachtung zu verschaffen und die Störungen zu minimieren.
Der Beschuldigte handelte aus egoistischen Motiven, indem er seine Bedürfnisse
vor diejenigen der Mitbewohnerin stellte und seinem Anliegen mittels Drohung
und Gewalt Nachachtung verschaffen wollte, so dass die Privatklägerin ausziehen
würde. Es ist dem Beschuldigten einzig zugute zu halten, dass die Tat nicht ge-
plant war und aus einer emotionalen Gefühlslage heraus erfolgte. Allerdings zeugt
hinwiederum das Tatvorgehen von unbedachtem, triebhaftem und unreflektiertem
Handeln aus dem Augenblick heraus, selbst wenn die Nötigungshandlungen
durchaus direktvorsätzlich begangen wurden. Die subjektiven Tatumstände ver-
- 24 -
mögen mithin das objektive mittelschwere Verschulden keineswegs zu relative-
ren. Eine hypothetische Einsatzstrafe für das vollendete Delikt wäre daher auf
12 Monate Freiheitsstrafe festzusetzen.
d) Dass die Tathandlung zum Nachteil der Privatklägerin nicht zur Vollendung
gelangte, sondern es beim vollendeten Versuch blieb, kann sich im Sinne einer
Reduktion der verschuldensangemessenen Strafe auswirken. Dass sich der tat-
bestandsmässige Erfolg nicht verwirklichte, entzog sich jedoch der Einflussmög-
lichkeit des Beschuldigten vollständig und ist einzig darauf zurückzuführen, dass
er verhaftet und ihm seine eigene Wohnung als Folge der Geschehnisse gekün-
digt wurde. Dennoch bleibt eine nicht unerhebliche Distanz zum tatbestandsmäs-
sigen Erfolg und der Beschuldigte hat – glücklicherweise – seinerseits noch nicht
sämtliche angedrohten Tathandlungen vorgenommen, um die Privatklägerin zum
Auszug zu bewegen, so dass auch dies zu einer deutlichen Reduktion der hypo-
thetischen Einsatzstrafe führt. Insgesamt erscheint daher eine Reduktion der Ein-
satzstrafe um 5 Monate als angemessen und ausreichend, um der Tatsache
Rechnung zu tragen, dass die Privatklägerin in ihrer Wohnung bleiben konnte. Es
erscheint daher eine hypothetische Einsatzstrafe von 7 Monaten Freiheitsstrafe
für die versuchte Nötigung dem mittelschweren Verschulden angemessen.
5.2. Körperverletzung
a) In objektiver Hinsicht fällt zunächst die Art und Schwere der beigebrachten
Verletzungen in Betracht. Der Beschuldigte verursachte Schmerzen, die mehrere
Tage anhielten und Verletzungen an der rechten Hand und dem rechten Fuss, die
durch die Abwehr seines Übergriffs entstanden, die zur vollständigen Ausheilung
noch länger andauerten. Der Beschuldigte fiel die Privatklägerin überfallmässig im
Treppenhaus ihrer Wohnliegenschaft und damit in ihrem Zuhause an und setzte
seine körperliche Überlegenheit derart ein, dass er ihr keinerlei Chance zur Ab-
wehr oder zum Ausweichen gab. Der Griff gegen ihren Hals ist zudem besonders
verwerflich, da angesichts seiner Dominanz völlig unnötig, sowieso völlig unver-
hältnismässig und zeugt von der Skrupellosigkeit des Beschuldigten, sein Opfer
maximal zu dominieren und sie durch das Vorgehen gegen ihre Atemwege zu-
sätzlich zu schwächen und zu Tode zu ängstigen. Es liegt angesichts des Vorge-
- 25 -
hens und der verschiedenen Verletzungen jedenfalls kein leichtes Verschulden
mehr vor.
b) Das Verschulden wiegt auch in subjektiver Hinsicht nicht leicht. Es kann
dem Beschuldigten zwar kein direktvorsätzliches Handeln in Bezug auf eine kör-
perliche Verletzung der Privatklägerin nachgewiesen werden. Allerdings liegt sein
eventualvorsätzliches Handeln sehr nahe am direkten Vorsatz, ist doch aufgrund
seiner deutlichen körperlichen Überlegenheit ohne weiteres zu erwarten, dass ei-
ne zierliche kleine Frau wie die Privatklägerin alleine schon durch ein hartes Zu-
packen des Beschuldigten Verletzungen erleiden kann. Dies nahm der Beschul-
digte in Kauf, weshalb sich das eventualvorsätzliche Handeln nur äusserst leicht
strafmindernd auswirkt. Seine Wut über ihre angeblichen Störungen durch Lärm
und sein Empfinden, durch ihr Rauchen auf dem Balkon belästigt zu sein, recht-
fertigen auf keinen Fall ein derartiges rabiates Vorgehen gegen eine Mitbewohne-
rin. Wie bei der Nötigung schon erwähnt, ist ihm einzig zugute zu halten, dass er
spontan und emotional und nicht etwa geplant vorging. Dennoch vermag das sub-
jektive Tatverschulden – entgegen der Vorinstanz – das objektive keineswegs zu
relativieren, zumal das Motiv des Übergriffs, die als Störenfried empfundene Mit-
bewohnerin der Liegenschaft durch einen gewalttätigen Angriff zum Auszug zu
bewegen, unentschuldbar und mehr als fragwürdig ist.
c) Das Tatverschulden bleibt somit insgesamt für die Körperverletzung nicht
mehr leicht. Es bleibt jedoch darauf hinzuweisen, dass das Tatverschulden für die
versuchte Nötigung und die Körperverletzung schwer genau aufzuteilen ist, da der
Beschuldigte die Nötigung mittels Drohung, aber auch mittels der eingesetzten
Gewalt und damit der Körperverletzung beging. Es rechtfertigt sich daher auf-
grund des besonders engen sachlichen, situativen und zeitlichen Zusammen-
hangs dieser zwei Straftaten, auch für die Körperverletzung eine Freiheits- und
nicht eine Geldstrafe auszufällen. Isoliert betrachtet wäre für die Körperverletzung
angesichts des nicht mehr leichten Verschuldens eine Strafe von rund 10 Mona-
ten angemessen. Asperiert ist die hypothetische Einsatzstrafe um 3 Monate auf
10 Monate Freiheitsstrafe zu erhöhen. Dabei ist auf die einleitenden Ausführun-
gen zur Zulässigkeit von Freiheitsstrafen von weniger als sechs Monaten bei der
- 26 -
Gesamtstrafenbildung hinzuweisen, wenn die Gesamtstrafe mindestens sechs
Monate Freiheitsstrafe beträgt (vorstehende Ziffer IV.2.1. a.E.).
5.3. Gewalt und Drohung gegen Behörden und Beamte
a) In objektiver Hinsicht fällt in Betracht, dass der Beschuldigte, bei dem die
Polizeibeamten eine Hausdurchsuchung vornehmen wollten, diese aus seiner
Wohnung heraus mit den Worten bedrohte, er habe eine Waffe und setze diese
ein, würden sie die Wohnung betreten. Damit drohte er den eine Amtshandlung
vornehmenden Polizeibeamten lebensgefährliche Verletzungen ihrer körperlichen
Integrität an. Diese Androhung wiegt umso schwerer, als der Beschuldigte tat-
sächlich über eine Faustfeuerwaffe verfügte und daher die Drohung umso ernster
zu nehmen war, zumal der Beschuldigte zwei Tage vorher bereits Gewalt gegen
die Privatklägerin ausübte, was die Polizeibeamten wussten. Dass sich die Haus-
durchsuchung trotzdem nur um 20 Minuten verzögerte, wirkt sich jedoch entge-
gen der Vorinstanz nicht auf die Schwere des Verschulden aus, hatte doch die
Androhung des Gebrauchs einer Schusswaffe zur Folge, dass zusätzliche Poli-
zeikräfte beigezogen werden mussten, auch wenn der Beschuldigte schliesslich
doch in die Hausdurchsuchung einwilligte (Urk. ND2/6/1 S. 3; Urk. ND2/6/1
S. 3 ff.). Mithin liegt das objektive Tatverschulden noch im untersten Drittel des
Strafrahmens und wiegt gerade noch leicht.
b) In subjektiver Hinsicht fällt nichts in Betracht, was das Vorgehen des Be-
schuldigten konkret in einem milderen Licht erscheinen lassen würde. Es wäre
ihm ein Leichtes gewesen, den Polizeibeamten Zutritt zur Wohnung zu gewähren
und erst einmal zu hören, was genau sie von ihm wollten. Der prinzipielle Wider-
stand gegen die ausführende Staatsgewalt, die ihrer Aufgabe korrekt nachkam, ist
nicht nachvollziehbar und nicht zu entschuldigen. Das objektive Tatverschulden
wird somit nicht relativiert. Isoliert betrachtet wäre das Delikt mit rund 120
Strafeinheiten (entsprechend 4 Monaten Freiheitsstrafe oder 120 Tagessätzen
Geldstrafe) zu sanktionieren, wobei in Anbetracht des gerade noch leichten Ver-
schuldens für dieses Delikt eine Geldstrafe als Sanktion ausreicht.
- 27 -
5.4. Mehrfaches Vergehen gegen das Waffengesetz
a) Das vom Waffengesetz geschützte Rechtsgut bezweckt die Bekämpfung der
missbräuchlichen Verwendung von Waffen und Munition sowie deren Bestandtei-
len und Zubehör (Art. 1 Abs. 1 WG). Es regelt gemäss Art. 1 Abs. 2 WG den Er-
werb, das Verbringen in das schweizerische Staatsgebiet, die Ausfuhr, das Auf-
bewahren, den Besitz, das Tragen, den Transport, das Vermitteln, die Herstellung
von und den Handel mit Waffen, wesentlichen oder besonders konstruierten Waf-
fenbestandteilen und Waffenzubehör (lit. a) und mit Munition und Munitionsbe-
standteilen (lit. b).
b) Mit Blick auf die Tatschwere ist anzuführen, dass der Beschuldigte die Pisto-
le CZ Model 75, Kaliber 9 Para, samt der dazu passenden Deformationsmunition
gemäss nicht mehr strittiger vorinstanzlicher Sachverhaltsfeststellung von seinem
Vater geerbt hatte (Urk. 51 S. 19 f.), er sich mithin nicht aktiv um deren Beschaf-
fung bemüht hatte. Erschwerend wirkt sich allerdings die lange Zeitdauer von
rund acht Jahren aus, in welcher der Beschuldigte die Pistole und die besagte De-
formationsmunition aufbewahrte, ohne diese auf sich umzumelden bzw. die Bewil-
ligung für den Besitz der Munition einzuholen, obwohl er Kenntnis von dieser
Pflicht hatte (Urk. 51 S. 18 ff.). Insgesamt wiegt das Tatverschulden aber in objek-
tiver wie subjektiver Hinsicht dennoch als leicht. Leicht wiegt auch das Tatver-
schulden betreffend den Kauf des Quarzhandschuhs, welchen er im Wissen, dass
ein solcher in der Schweiz auch in einem Waffengeschäft nicht zu bekommen
war, im Ausland kaufte (Urk. 51 S. 19 f.). Das Vorgehen (Kauf im Internet) war
simpel und bedurfte nicht der Überwindung besonderer Hindernisse und erforder-
te keine grosse kriminelle Energie. Sodann handelte er eventualvorsätzlich. Er-
schwerend wirkt sich dagegen die Tatmehrheit aus, da der Beschuldigte den
Quarzhandschuh nicht nur zuhause aufbewahrte, sondern bei seiner Verhaftung
in der Hosentasche mit sich führte. Mangels gegenteiliger Beweise ist zugunsten
des Beschuldigten allerdings davon auszugehen, dass er diesen Handschuh –
auch wenn ihm dessen originärer Zweck als Schlagkraftverstärker zu Verletzung
von Menschen bewusst gewesen sein musste – tatsächlich als "Sportutensil" für
sein Training einarmiger Liegestützen verwendete bzw. auf sich trug. Jedenfalls
- 28 -
ist das Tatverschulden auch betreffend die beiden Tathandlungen in Bezug auf
den Quarzhandschuh trotz Tatmehrheit – angesichts des weiten Strafrahmens –
dennoch als leicht zu qualifizieren. In Anbetracht des jeweils leichten Verschul-
dens der Verstösse gegen das Waffengesetz, wobei die ersten beiden (Pistole
und Deformationsmunition) untereinander sowie zusätzlich zur Gewalt und Dro-
hung gegen Beamte in sehr engem Zusammenhang stehen, ist auch für diese
Delikte eine Geldstrafe als zweckmässige Sanktionsart zu wählen und eine Strafe
von 60 Tagessätzen als angemessen zu erachten.
c) Entsprechend ist sowohl für die Gewalt und Drohung gegen Beamte als
auch die Verstösse gegen das Waffengesetz jeweils Geldstrafen auszusprechen
und aufgrund der Gleichartigkeit der Strafen zusätzlich eine Gesamtgeldstrafe zu
bilden. Dabei ist für die Geldstrafe von der Gewalt und Drohung gegen Beamte
als schwerstes Delikt auszugehen und die Einsatzstrafe von 120 Tagessätzen für
die weiteren Verstösse gegen das Waffengesetz in Anwendung des Asperations-
prinzips um insgesamt 30 Tagessätze Geldstrafe zu erhöhen, womit eine hypo-
thetische Gesamtgeldstrafe von 150 Tagessätzen resultiert.
6. Täterkomponenten
6.1. Die Vorinstanz hat die Biographie und die persönlichen Verhältnisse des
Beschuldigten sowie die diesbezüglich relevanten Aspekte für die Strafzumes-
sung dargelegt (Urk. 51 S. 31 f.). Darauf kann verwiesen werden. Ergänzend
ergab sich aus der Befragung anlässlich der Berufungsverhandlung, dass er seit
April 2020 Sozialhilfe beziehe, da das Erbe seines Vaters ab da aufgebraucht
gewesen sei und er nach wie vor keine Anstellung gefunden habe (Prot. II S. 12
f.). Weder sein Vorleben noch seine persönlichen Verhältnisse wirken sich vorlie-
gend auf die Strafzumessung aus.
6.2. Der Beschuldigte gilt Stand heute als nicht vorbestraft (Urk. 53), was sich al-
lerdings ebenfalls neutral auf die Strafzumessung auswirkt. Geringfügig zu seinen
Gunsten ist zu berücksichtigen, dass sich der Beschuldigte mit Blick auf die Dro-
hung gegenüber den Polizeibeamten geständig und immerhin einsichtig zeigte.
Abgesehen davon zeigte er sich allerdings durchwegs ungeständig, was sich mit
- 29 -
Blick auf den Grundsatz, wonach sich die beschuldigte Person im Strafverfahren
nicht selber belasten muss, für ihn nicht nachteilig auswirkt. Gleiches gilt mit Blick
auf die insoweit ebenfalls fehlende Einsicht und Reue, ist diese doch Ausfluss
dieses Bestreitens seiner Taten. Leicht straferhöhend wirkt sich allerdings das
Nachtatverhalten des Beschuldigten während des Strafverfahrens aus. Wie die
Vorinstanz ausführt, habe sich zwar der Beschuldigte an die Empfehlungen und
Weisungen der Abteilung Gewaltschutz der Kantonspolizei Zürich gehalten, je-
doch kam es wohnortsbedingt dennoch zu Vorfällen, die sich bezüglich des
Nachtatverhaltens insgesamt zu Lasten des Beschuldigten auswirken: So filmte
und beleidigte er die Privatklägerin bzw. deren Besuch, der vor dem Haus warte-
te, zeigte ihr mehrfach den Mittelfinger, zum Beispiel als er mit dem Teppichvorle-
ger gegen ihre Wohnungstür polterte und sie durch den Türspion schaute (Urk. 51
S. 32 f.). Im Ergebnis heben sich die wenigen vorhandenen strafzumessungsrele-
vanten Faktoren allerdings gegenseitig auf, weshalb die Täterkomponenten ins-
gesamt neutral zu werten ist.
7. Fazit
Aufgrund der vorstehenden Erwägungen erscheint die Bestrafung des Beschul-
digten mit 10 Monaten Freiheitsstrafe und 150 Tagessätzen Geldstrafe als seinem
Verschulden angemessen. Infolge des Verschlechterungsverbotes nach Art. 391
Abs. 2 StPO hat es jedoch maximal bei der von der Vorinstanz festgesetzten
Sanktion von 9 Monaten Freiheitsstrafe zu bleiben, da sich diese gegenüber der
von der erkennenden Kammer als angemessen beurteilten Sanktion insgesamt
als milder erweist. Vor diesem Hintergrund erübrigen sich auch Ausführung zur
Festsetzung der Tagessatzhöhe für die Geldstrafe.
8. Anrechnung von Haft
Keiner weiteren Erläuterung bedarf, dass dem Beschuldigten mit der Vorinstanz
die erstandenen 42 Tage Haft in Anwendung von Art. 51 StGB an die ausgefällte
Strafe anzurechnen sind (Urk. 51 S. 33).
- 30 -
9. Vollzug
Die Vorinstanz gewährte dem Beschuldigten mit ausführlicher Begründung und
unter Einbezug der Erkenntnisse aus dem forensisch-psychologischen Bericht der
Fachstelle Forensic Assessment & Risk Management der Psychiatrischen Univer-
sitätsklinik Zürich vom 22. März 2019, der von einem niedrigen Risiko bezüglich
der Ausführungsgefahr ausgeht und wonach keine tief verwurzelte Dissozialität
beim Beschuldigten vorliegt (Urk. 15/4), den bedingten Strafvollzug (Urk. 51
S. 34 f.). Dabei muss es bleiben, nachdem einzig der Beschuldigte das bezirksge-
richtliche Urteil angefochten hat (Verbot der reformatio in peius). Allerdings ist die
Probezeit entsprechend dem Antrag des Beschuldigten auf das gesetzliche Mini-
mum zu senken. Wie erwähnt weist der Beschuldigte keine Vorstrafen auf, die
heute noch berücksichtigt werden dürften. Entsprechend ist er wie ein Ersttäter zu
behandeln. Die Probezeit ist mithin auf 2 Jahre festzusetzen (Art. 44 Abs. 1
StGB).
V. Zivilforderungen
1. Rechtsgrundlagen
1.1. Die im Sinne von Art. 122 StPO adhäsionsweise geltend gemachten Zivilfor-
derungen müssen ihre rechtliche Grundlage im materiellen Privatrecht haben
(OBERHOLZER, Grundzüge des Strafprozessrechts, 4. Aufl. 2020, Rz 598 S. 188).
Dabei muss ein Kausalzusammenhang (Konnexität) zwischen der Straftat, die
Gegenstand des Strafverfahrens bzw. der Verurteilung bildet, und dem Schaden
(allenfalls immaterieller Unbill) bestehen, welcher der adhäsionsweise geltend
gemachten Forderung zugrunde liegt (DOLGE in: Schweizerische Strafprozessord-
nung, Basler Kommentar, 2. Aufl. 2014 [kurz: BSK StPO], Art. 122 N 5 und 53 f.;
LIEBER in: Donatsch/Lieber/Summers/Wohlers, Kommentar zur Schweizerischen
Strafprozessordnung, 3. Aufl. 2020 [kurz: ZH Komm. StPO], N 5 zu Art. 122).
1.2. In Bezug auf die rechtlichen Grundlagen für die adhäsionsweise geltend zu
machende Zivilklage im Strafverfahren gemäss Art. 122 StPO ist namentlich auf
die Substantiierungspflicht der Privatklägerschaft hinsichtlich ihres Zivilanspruchs
und das Primat der Dispositionsmaxime für den Adhäsionsprozess hinzuweisen
- 31 -
(LIEBER in: ZH Komm. StPO, N 4a ff. zu Art. 122; DOLGE, BSK StPO, N 22 ff. zu
Art. 122). Entsprechend darf daher die Rechtsmittelinstanz der Privatklägerschaft
im Rahmen der Zivilklage nicht mehr und nichts anderes zusprechen, als diese
verlangt, was zudem in Art. 391 Abs. 1 lit. b StPO ausdrücklich festgehalten wird
(DOLGE, BSK StPO, Art. 122 N 5 ff. und N 24 f.; SCHMID/JOSITSCH, StPO Praxis-
kommentar, Art. 391 N 2). Die Behauptungs-, Substantiierungs- und Beweisfüh-
rungslast der Privatklägerschaft ist allerdings insofern gemindert, als dass sie auf
die Ergebnisse der Strafuntersuchung verweisen kann, bzw. das Strafgericht sich
im Zivilpunkt auch auf die im Strafverfahren getroffenen tatsächlichen Fest-
stellungen zu stützen hat. Sachverhalte, welche für die Straftat nicht wesentlich
sind und deshalb nicht durch die Strafbehörden ermittelt werden, hat die Privat-
klägerschaft hingegen zu substantiieren und zu beweisen. Dies gilt insbesondere
für die genaue Höhe des erlittenen Schadens. Mit anderen Worten hat die Privat-
klägerschaft vor allem die privatrechtlichen Haftungsgrundlagen in tatsächlicher
Hinsicht, soweit diese durch das Strafverfahren noch nicht offenkundig sind, de-
tailliert darzulegen (DOLGE, BSK StPO, N 22 f. zu Art. 122 und N 8 zu Art. 123).
1.3. Grundsätzlich hat das Gericht gemäss Art. 126 Abs. 1 lit. a StPO über die
anhängig gemachte Zivilklage zu entscheiden, wenn es die beschuldigte Person
schuldig spricht. Davon darf das Gericht nur dann abweichen, wenn die Privatklä-
gerschaft die Zivilklage nicht hinreichend begründet oder beziffert hat (Art. 126
Abs. 2 lit. c StPO) oder die vollständige Beurteilung des Zivilanspruchs unverhält-
nismässig aufwendig wäre (Art. 126 Abs. 3 StPO). In diesen Fällen ist die Zivilkla-
ge auf den Zivilweg zu verweisen. Inhaltlich kann das Adhäsionsurteil auf Gut-
heissung, teilweise Gutheissung oder Abweisung der Zivilklage lauten. Bei teil-
weiser Gutheissung muss auch über den nicht gutgeheissenen Teil eine Ent-
scheidung gefällt werden: Ist dieser Teil spruchreif, aber nicht begründet, wird er
abgewiesen. Ist dieser Teil dagegen nicht genügend substantiiert, wird er auf den
Zivilweg gewiesen. Abzuweisen ist die Zivilklage hingegen dann, wenn sie
spruchreif, aber unbegründet ist oder die Aktiv- oder die Passivlegitimation nicht
gegeben ist, schliesslich auch dann, wenn aufgrund der Beweislosigkeit zu Lasten
der Zivilklägerschaft zu entscheiden ist (DOLGE in: BSK StPO, N 23 ff. zu Art. 126).
- 32 -
1.4. Zu ergänzen bleibt gegenüber der Darstellung der Vorinstanz die Recht-
sprechung zur ermessensweisen Festsetzung der Genugtuung im Einzelfall.
Massgebend ist das subjektive Empfinden des Geschädigten und die konkrete
immaterielle Unbill, welche er durch das schädigende Ereignis erlitten hat (Urteile
des Bundesgerichts 6B_531/2017 vom 11. Juli 2017 E. 3.3.2. m. H.; 6B_768/2014
vom 24. März 2015, E. 3.3. [nicht publ. in BGE 141 IV 97]).
1.5. Schliesslich ist darauf hinzuweisen, dass im Berufungsverfahren auch hin-
sichtlich der Zivilforderungen das Verbot der reformatio in peius zu beachten ist,
wenn – wie vorliegend – nur der Beschuldigte das vorinstanzliche Urteil angefoch-
ten hat.
2. Schadenersatzforderung der Privatklägerin
2.1. a) Die Privatklägerin beantragte vor Vorinstanz, der Beschuldigte sei zu ver-
pflichten, den bei ihr entstandenen Schaden im Betrage von Fr. 177.05 zuzüglich
5% Zins seit dem 13. Februar 2019 zu bezahlen. Es handle sich dabei um den
Selbstbehalt, der ihr von der Krankenkasse für die ärztlich delegierte Psychothe-
rapie berechnet worden sei, welche sie auf Anraten ihrer Ärztin durchgeführt habe
(Urk. 38 S. 2 und 6; Urk. 39/1-3). Schliesslich beantragte die Privatklägerin die
Feststellung der grundsätzlichen Schadenersatzpflicht des Beschuldigten aus
dem Vorfall vom 13. Februar 2019, da es durchaus möglich sei, dass sie aufgrund
der Traumatisierung noch mehr therapeutische Hilfe benötigen würde (Urk. 38
S. 2 und 6).
b) Der Beschuldigte beantragt die Abweisung der Schadenersatzforderung,
eventualiter deren Verweisung auf den Zivilweg.
c) Die Vorinstanz hiess das Schadenersatzbegehren vollumfänglich gut, da der
Schaden im Einzelnen mit den Rechnungen der Krankenkasse für die Behand-
lungen der posttraumatischen Belastungsstörung durch einen Psychiater bei der
... vom 20. bis 27. März 2019, vom 5. bis 22. April 2019 und vom 2. bis 27. De-
zember 2019 begründet, ausgewiesen und belegt sei (Urk. 51 S. 37 ff.). Des Wei-
teren folgte sie dem Antrag der Privatklägerin auch auf Feststellung der grund-
sätzlichen Schadenersatzpflicht (Urk. 51 S. 43).
- 33 -
2.2. Aufgrund der Akten erschliesst sich nicht, was der Grund für die psychothe-
rapeutische Behandlung der Privatklägerin war. Allein aufgrund des zeitlichen Zu-
sammenhangs mit dem Vorfall vom 13. Februar 2019 könnte zwar angenommen
werden, diese Behandlungen seien auf den Vorfall zurückzuführen, zumal die be-
handelnde Ärztin in ihrem Bericht vom 12. März 2019 eine ärztlich delegierte Psy-
chotherapie empfiehlt (Urk. 14/4 S. 3), jedoch reicht dies für eine rechtsgenügen-
de Begründung von Umfang und Höhe des Schadenersatzbegehrens nicht aus.
Dass grundsätzlich ein Schadenersatzanspruch gegeben ist, der sich auch auf ei-
ne psychotherapeutische Behandlung beziehen kann, braucht keine weitergehen-
de Erörterung, nachdem sich die Vorinstanz zutreffend und nachvollziehbar dies-
bezüglich geäussert hat (Urk. 51 S. 39 und 43). Der Beschuldigte verursachte die
Verletzungen der Privatklägerin. Sein widerrechtliches Verhalten ist adäquat kau-
sal für die dokumentierten Verletzungen und auch für die durch den gewalttätigen
Übergriff bei der Privatklägerin entstandene seelische Unbill, musste er doch nach
dem gewöhnlichen Lauf der Dinge und der Erfahrung des Lebens damit rechnen,
dass seine brutale und skrupellose Vorgehensweise nebst den körperlichen
Schmerzen auch einen seelischen Schmerz hervorruft. Infolge mangelnder Sub-
stantiierung – namentlich im Hinblick auf Art, Dauer, Umfang und Adäquanz – der
durch den Vorfall notwendigen Psychotherapie ist mithin die grundsätzliche Scha-
denersatzpflicht des Beschuldigten festzustellen, die Zivilforderung jedoch zur
Feststellung des genauen Umfangs auf den Zivilweg zu verweisen.
3. Genugtuungsforderung der Privatklägerin
3.1. a) Die Privatklägerin beantragte vor Vorinstanz die Verpflichtung des Be-
schuldigten zur Leistung einer Genugtuung in der Höhe von Fr. 5'000.– nebst 5%
Zins ab 13. Februar 2019, für die zugefügte immaterielle Unbill, namentlich die
seit dem Vorfall auftretenden Schlafstörungen und Migräneattacken, die erlittene
Todesangst und die innere Unruhe (Urk. 38 S. 2 und 5).
b) Der Beschuldigte beantragt die Abweisung der Genugtuungsforderung,
eventualiter deren Verweisung auf den Zivilweg.
- 34 -
c) Die Vorinstanz setzte die Genugtuung indessen auf Fr. 1'500.– fest, zuzüg-
lich 5 % Zins seit 13. Februar 2019. Sie erwog, die vom Beschuldigten mit seinem
gewalttätigen Nötigungsversuch verursachte Persönlichkeitsverletzung wiege für
die Zusprechung einer Genugtuung hinreichend schwer, relativierte vor dem Hin-
tergrund der belegten Verletzungsfolgen jedoch deren Schwere, verneinte ein
Mitverschulden der Privatklägerin und setzte so ermessensweise die Genugtuung
fest (Urk. 51 S. 41 f.), wogegen die Privatklägerin auch nicht appellierte.
3.2. Vorab kann auf die zutreffenden und zu teilenden Ausführungen der Vor-
instanz zur Bemessung der Genugtuung für die Privatklägerin verwiesen werden,
die vollumfänglich überzeugen (Urk. 51 S. 41 f.). Ausgangspunkt für die Bemes-
sung der Genugtuung sind nicht nur, wie das die Vorinstanz richtig darlegte, die
konkreten Verletzungsfolgen, sondern namentlich das Verschulden des Beschul-
digten, welches im Zusammenhang mit der versuchten Nötigung und der einfa-
chen Körperverletzung nicht mehr leicht wiegt. Auch die konkreten Auswirkungen
der Verletzungsfolgen bei der Privatklägerin sind von der Vorinstanz zutreffend
dargelegt worden. Der Privatklägerin ist auch kein die Haftung des Beschuldigten
ausschliessendes oder massgeblich herabsetzendes Selbst- oder Mitverschulden
anzulasten, da der tätliche Angriff in keinem Verhältnis zur allfälligen Belästigung
des Beschuldigten durch Lärm und Rauch der Privatklägerin steht. In Würdigung
der gesamten Umstände und namentlich der leichten und nicht lange andauern-
den Verletzungsfolgen erscheint die von der Vorinstanz festgelegte Genugtu-
ungssumme von Fr. 1'500.– für die von der Privatklägerin erlittene immaterielle
Unbill als angemessen, so dass der Beschuldigte zur Bezahlung derselben samt
Zins ab dem Deliktstag zu verpflichten ist.
VI. Kosten- und Entschädigungsfolgen
1. Erstinstanzliche Kosten- und Entschädigungsfolgen
Gestützt auf Art. 428 Abs. 3 StPO hat die Rechtsmittelinstanz von Amtes wegen
auch über die von der Vorinstanz getroffene Kostenregelung zu befinden, wenn
sie selber ein neues Urteil fällt und nicht kassatorisch entscheidet. Gemäss
Art. 426 Abs. 1 StPO trägt die beschuldigte Person die Verfahrenskosten, wenn
- 35 -
sie verurteilt wird. Das ist vorliegend der Fall, so dass ausgangsgemäss die Kos-
ten der Untersuchung und des erstinstanzlichen Gerichtsverfahrens dem Be-
schuldigten aufzuerlegen sind. Die vorinstanzliche Kostenfestsetzung wurde in-
haltlich nicht angefochten, so dass das erstinstanzliche Kostendispositiv (Disposi-
tivziffern 8 und 9) zu bestätigen ist.
2. Kosten- und Entschädigungsfolgen im Berufungsverfahren
2.1. Die Kosten im Rechtsmittelverfahren tragen die Parteien nach Massgabe
ihres Obsiegens oder Unterliegens (Art. 428 Abs. 1 StPO). Der Beschuldigte un-
terliegt mit seinen Anträgen im Berufungsverfahren praktisch vollständig. Er ob-
siegt einzig marginal mit Blick auf die um ein Jahr kürzere Probezeit sowie hin-
sichtlich der gegenüber dem vorinstanzlichen Urteil vorliegend nicht mehr zuge-
sprochenen Schadenersatzforderung im Umfang von Fr. 177.05 plus Zins, wobei
die Schadenersatzpflicht allerdings auch von der hiesigen Kammer im Grundsatz
gutgeheissen wird. Aufgrund des geringen Gewichts dieser beiden Punkte recht-
fertigt es sich, die Kosten des Berufungsverfahrens, mit Ausnahme derjenigen der
amtlichen Verteidigung, vollständig dem Beschuldigten aufzuerlegen. Die Rück-
zahlungspflicht gemäss Art. 135 Abs. 4 StPO für die Kosten der amtlichen Vertei-
digung bleibt vorbehalten.
2.2. Die Gerichtsgebühr für das Berufungsverfahren ist auf Fr. 3'000.– anzuset-
zen. Für das Berufungsverfahren macht der amtliche Verteidiger, Rechtsanwalt
Dr. iur. X1._, Aufwendungen in der Höhe von Fr. 3'774.95 (inkl. Barauslagen
und MwSt.; Urk. 67) geltend. Seine Aufwendungen erweisen sich angesichts des
Aktenumfangs und der Komplexität des Falles als angemessen, so dass er unter
Einbezug der tatsächlichen Dauer der Berufungsverhandlung sowie kurzer Vor-
und Nachbesprechungszeit insgesamt mit Fr. 4'000.– (inkl. Barauslagen und
MwSt.) zu entschädigen ist.
2.3. Die unentgeltliche Rechtsvertreterin der Privatklägerin, Rechtsanwältin
lic. iur. Y._, machte für das Berufungsverfahren keinen Aufwand geltend
(Urk. 65), weshalb ihr auch keine Entschädigung zuzusprechen ist.
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