# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** f5a59919-7676-5286-beb5-e93d8f769eb1
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2020
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
1.1
Der im Jahre 1987 geborene
X._
leidet an einem Geburts
gebrechen, welches insbesondere zu einer Verlangsamung führt (
Urk.
7/62,
Urk.
7/83,
Urk.
7/86). I
m Anschluss an die Sekundarschule B
absolvierte er
das 1
0.
Schuljahr, wobei er feststellte, dass ein gestalterischer, kreativer Beruf seinen Fähigkeiten entgegenkommen würde. Da es solche Berufe mit seinem Abschluss nicht gab, nahm er ab
2.
August 2005 eine
Ausbildung zum Coiffeur in Angriff
, wobei er die erste Lehrstelle nach einem Jahr, die zweite nach rund zwei Monaten abbrach (
Urk.
7/20/7-8,
Urk.
7/12/3-6). In den Jahren 2007 und 2008
besuchte der Versicherte den Vorbereitungskurs für die kantonale Sekundarschule A-Prü
fung (
Urk.
7/20/8). Im Rahmen der Berufswahl absolvierte er vom 1
4.
April bis 3
0.
Juni 2009 ein Praktikum
bei der
Z._
, welches er ebenfalls frühzeitig beendete
(Urk. 7/12/1
, 7/18/6
). Am 2
1.
Mai 2010 meldete sich der Versicherte bei der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, zum Leistungsbezug an (
Urk.
7/13).
Mit Verfügung vom 2
3.
November 2011 teilte die IV-Stelle mit, dass kein Anspruch auf berufliche Massnahmen bestehen würde, insbesondere könnten für den bereits begonnenen Vorkurs an der
Schule A._
keine Kosten übernommen werden (
Urk.
7/35). Mit Verfügung vom 2
2.
Mai
2012 hielt die IV-Stelle fest, dass der Versicherte keinen Anspruch auf eine Invalidenrente habe (
Urk.
7/42).
1.2
In der Zeit vom
5.
September 2011 bis 3
1.
Juli 2015 besuchte der Versicherte an der
Schule A._
ein Vollzeitstudium für Kunst und Design und schloss dieses mit Diplom ab (
dipl.
Gestalter HF Bildende Kunst,
Urk.
7/44/3-4). In der Zeit vom 1
8.
Mai bis 1
7.
August 2016 war der Versicherte
unterstützt durch die Arbeitslosenversicherung
in der
B._
tätig
,
bei einem Pensum von 100
%
(
Urk.
7/44/1).
Am 3
0.
September 2016 meldete sich der Versicherte erneut bei der IV-Stelle zum Leistungsbezug an (
Urk.
7/45). Mit Mitteilung vom
3.
April 2017 teilte die IV-Stelle mit, dass keine beruflichen Massnahmen möglich seien (
Urk.
7/66). Mit Vorbescheid vom
8.
August 2017 stellte sie dem Versicherten die Abweisung des Rentenbegehrens in Aussicht (
Urk.
7/70). Im Zuge der weiteren Abklärungen liess die IV-Stelle den Versicherten psychiatrisch und neuropsychologisch begutachten (Konsensbeurteilung vom 2
2.
Februar 2018,
Urk.
7/86/32). Mit Mitteilung vom
5.
Juni 2018 wurde der Versicherte auf die ihm obliegende Schadenminde
rungs
pflicht im Zusammenhang mit der Behandlung seines Gesundheitszustandes hin
gewiesen (
Urk.
7/91). Mit Vorbescheid vom
6.
Jul
i 2018 stellte die IV-Stelle
die Ausrichtung einer halben Rente für die Zeit ab
1.
April
2017
in Aussicht (
Urk.
7/100) und hielt an diesem Entscheid mit Verfügung vom 2
7.
Mai 2019 fest (
Urk.
7/128).
2.
Dagegen erhob die Vertreterin des Versicherten am 2
7.
Juni 2019 Beschwerde und beantragte, es sei
dem Beschwerdeführer eine ganze Rente zu gewähren, eventualiter sei eine neue medizinische Begutachtung anzuordnen. Weiter sei die unentgeltliche Prozessführung zu gewähren, unter Kostenfolge zu Lasten der Beschwerdegegnerin (
Urk.
1 S. 2).
Mit Beschwerdeantwort vom 3
0.
Juli 2019 beantragte die Beschwerdegegnerin die Abweisung der Beschwerde (
Urk.
6), was dem Beschwerdeführer mit Verfü
gung vom 1
2.
August 2019 zur Kenntnis gebracht wurde (
Urk.
8).
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des
Bundesgesetz
es
über den All
ge
meinen Teil
des Sozialversicherungsrechts; ATSG
). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom
menden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der ge
sundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
Die Annahme eines psychischen Gesundheitsschadens im Sinne von Art. 4 Abs. 1
des
Bundesgesetz
es
über die Invalidenversicherung (IVG)
sowie Art. 3 Abs. 1 und Art. 6 ATSG setzt eine psychiatrische, lege artis auf die Vorgaben eines aner
kannten Klassifikationssystems abgestützte Diagnose voraus (vgl. BGE 145 V 215 E. 5.1, 143 V 409 E. 4.5.2, 141 V 281 E. 2.1, 130 V 396 E. 5.3 und E. 6). Eine fachärztlich einwandfrei festgestellte psychische Krankheit ist jedoch nicht ohne weiteres gleichbedeutend mit dem Vorliegen einer Invalidität. In jedem Einzelfall muss eine Beeinträchtigung der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit unabhängig von der Diagnose und grundsätzlich
unbesehen der Ätiologie ausgewiesen und in ihrem Ausmass bestimmt sein. Entscheidend ist die nach einem weitgehend objektivierten Massstab zu beurteilende Frage, ob es der versicherten Person zumutbar ist, eine Arbeitsleistung zu erbringen (BGE 145 V 215 E. 5.3.2, 143 V 409 E. 4.2.1, 141 V 281 E. 3.7, 139 V 547 E. 5.2, 127 V 294 E. 4c; vgl. Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betä
tigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
War eine Rente wegen eines zu geringen Invaliditätsgrades verweigert worden und ist die Verwaltung auf eine Neuanmeldung eingetreten (Art. 87 Abs. 3
der
Verordnung ü
ber die Invalidenversicherung; IVV
), so ist im Beschwerdeverfahren zu prüfen, ob im Sinne von Art. 17 ATSG eine für den Rentenanspruch relevante Änderung des Invaliditätsgrades eingetreten ist (BGE 117 V 198 E. 3a mit Hin
weis).
Ändert sich der Invaliditätsgrad eines Rentenbezügers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, her
abgesetzt oder aufgehoben (
Art.
17
Abs.
1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen seit Zusprechung der Rente, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente bei einer wesentlichen Änderung des Gesundheitszustandes revidierbar. Weiter sind, auch bei an sich gleich geblie
be
nem Gesundheitszustand, veränderte Auswirkungen auf den Erwerbs- oder Auf
gabenbereich von Bedeutung (BGE 141 V 9 E. 2.3, 134 V 131 E. 3). Ferner kann ein Revisionsgrund unter Umständen auch in einer wesentlichen Änderung hin
sichtlich des für die Methodenwahl massgeblichen (hypothetischen) Sachverhalts bestehen (BGE 144 I 28 E. 2.2, 130 V 343 E. 3.5, 117 V 198 E. 3b, je mit Hin
weisen). Hingegen ist die lediglich unterschiedliche Beurteilung eines im
Wesent
lichen gleich gebliebenen Sachverhalts im revisionsrechtlichen Kontext unbe
achtlich (BGE 141 V 9 E. 2.3 mit Hinweisen).
Liegt in diesem Sinne ein Revisionsgrund vor, ist der Rentenanspruch in recht
licher und tatsächlicher Hinsicht umfassend («allseitig») zu prüfen, wobei keine Bindung an frühere Beurteilungen besteht (BGE 141 V 9 E. 2.3 mit Hinweisen
).
1
.4
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gege
benenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 256 E. 4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden können (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E. 4b/cc).
Das Gericht hat den Sachverhalt von Amtes wegen festzustellen und demnach zu prüfen, ob die vorliegenden Beweismittel eine zuverlässige Beurteilung des stritti
gen Leistungsanspruches gestatten. Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztbe
richtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berück
sichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Dar
legung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizi
nischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten be
gründet sind (BGE 125 V 352 E. 3a, 122 V 160 E. 1c, je mit Hinweisen).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete die angefochtene Verfügung damit, dass
de
m Beschwerdeführer gestützt auf das
bidisziplinäre
Gutachten in einer optimal angepassten Tätigkeit ein Pensum von 50
%
zuzumuten sei, was zu einem An
spruch auf eine halbe Rente führe. Der Rentenanspruch entstehe dabei frühestens nach sechs Monaten nach Einreichung der Anmeldung bei der Invaliden
versi
che
rung, was zu einem Rentenbeginn per
1.
April 2017 führe (Urk. 2).
2.2
Demgegenüber machte die Vertreterin des Beschwerdeführers im Wesentlichen geltend, dass
die Gutachter dem Beschwerdeführer unter Hinweis auf die Ausbil
dung an der
A._
eine Arbeitsfähigkeit von 50
%
attestiert hätten. Zu berück
sichtigen sei, dass
der Beschwerdeführer diese Ausbildung auch unter Ausnut
zung aller Rücksichten und der Verlängerung der Ausbildung um ein Jahr habe absolvieren können. Die entsprechende Ausbildung habe sich als eine solche im geschützten Rahmen erwiesen, weshalb der Schluss auf eine 50%ige Arbeits
fähigkeit unverständlich sei (
Urk.
1 S. 10). Es habe sich in der Vergangenheit wie
derholt gezeigt, dass der Beschwerdeführer aus gesundheitlichen Grün
den nicht in der Lage sei, im ersten
Arbeitsmarkt zu bestehen. Mit überwiegender Wahr
scheinlichkeit habe nie eine Arbeitsfähigkeit im freien Arbeitsmarkt bestan
den, zu diesem Schluss würden auch alle bisherigen Behandler kommen (S. 11).
2.3
Strittig und zu prüfen sind
somit
die Arbeitsfähigkeit und der Invaliditätsgrad
.
Im Beschwerdeverfahren
demgegenüber
kein Thema war
die Zumutbarkeit der auferlegten Schadenminderungspflicht mit Cannabisabstinenz und regelmässiger Psychotherapie
(vgl.
Urk.
1,
Urk.
2
Begründung
S. 2,
Urk.
7/116/10 Ziffer 12,
Urk.
7/91).
2.4
Die Beschwerdegegnerin begründete die ursprüngliche Leistungsabweisung mit Verfügung vom 2
2.
Mai 2012 damit, dass aufgrund
eines verbesserte
n Gesund
heitszustandes und
der Aufnahme des Studienganges bei der Schule
A._
von keine
r
bleibenden oder längere Zeit dauernden Erwerbsunfähigkeit auszugehen sei (
Urk.
7/42
, 7/39/3
).
3.
3.1
Die für den Schlussbericht vom
8.
August 2016 verantwortliche Fachperson der
B._
führte aus,
der Beschwerdeführer sei ein genauer Beob
achter, ein fantasievoller, intelligenter und schneller Denker mit einer recht guten Selbstwahrnehmung. Er leide jedoch unter ausserordentlichen Konzentrations-, Strukturierungs- und Entscheidungsschwierigkeiten. Dieser Mangel bedinge eine wenig zielgerichtete und dementsprechend langsame Handlungsweise mit der Ge
fahr, sich in den Möglichkeiten zu verirren und zu verlieren. Er könne
in der aktuellen Verfassung den Grundanforderungen
jedwelcher
Arbeit im ersten Arbeitsmarkt nicht genügen. Es sei ihm, auch mit viel Willen nicht mögl
ich, Präsenzzeiten einzuhalten und
eine Arbeit zielgerichtet in vorgegebener Zei
t befriedigend zu erledigen. Inwie
weit er diesen Zustand verändern könne, könnten sie nicht beurteilen (
Urk.
7/57 S. 5).
3.2
Dr.
med.
C._
, Fachärztin FMH für Psychiatrie und Psychotherapie, diagnostizierte in ihrem Bericht vom 1
3.
Januar 2017 ein ADS inaktiver Typus (ICD-10 F90
.0
), eine Legasthenie (ICD-10 F81.0) sowie Langsamkeit. Der Be
schwerdeführer stehe seit dem 2
4.
März 2010 infolge der bestehenden Geburts
gebrechen in ihrer Behandlung. Es bestehe eine hohe Verletzlichkeit, weiter sei der Beschwerdeführer stark verlangsamt und leicht ablenkbar. Den Studiengang Kunst an der
A._
habe der Beschwerdeführer mit einem Jahr Verzögerung ab
schliessen können, da er nicht in der Lage gewesen sei, den Zeitplan für die Abschlussarbeit einzuhalten. Dem vom Sozialamt veranlassten Basisprogramm sei er psychisch nicht gewachsen gewesen. Seine Hypersensibilität gegenüber Immissionen von Lärm, Gerüchen und Arbeitsmaterialien hätten ihn zunehmend verzweifeln lassen. Am
4.
Januar 2017 sei der Patient völlig aufgelöst in ihrer Praxis erschienen, sodass von da an bis auf weiteres von einer 100%igen Arbeitsunfähigkeit auszugehen sei (
Urk.
7/62 S.
1-8).
In ihrem Bericht vom 2
1.
Juli 2017 führte
Dr.
C._
weiter aus, dass der Beschwerdeführer, seit er nicht mehr im Basisprogramm arbeiten müsse, zufriedener sei und keine Ve
rzweiflungsattacken mit Weinen mehr v
orgekommen seien. Allerdings könne er nach wie vor die Zeit nicht einschätzen und schiebe administrative Aufgaben vor sich her. Trotz mehrfachen Anstrengungen sei der Beschwerdeführer bisher nirgends integrierbar gewesen. Am ehesten sei er motiviert zu bildnerisch kreativen Tätigkeiten, ertrage aber keinen Zeitdruck und benötige doch einen äusseren Rahmen. Insgesamt sei der Beschwerdeführer im ersten Arbeitsmarkt nicht eingliederbar; es sei nicht eine Frage der Motivation, da er auch gut motiviert die Ansprüche der Arbeitgeber nicht habe erfüllen können (
Urk.
7/68).
3.3
Die für das
bidisziplinäre
Gutachten vom 2
2.
Februar 2018 verantwortlichen Fach
personen
diagnostizierten mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit eine orga
nische Persönlichkeitsstörung (ICD-10 F07.0). Aus neuropsychologischer Sicht liege eine leichte bis mittelschwere Störung in den Bereichen Aufmerksamkeit und Konzentration vor, bei einem deutlich verlangsamten Arbeitsstil bei jedoch sehr exakter und meistens fehlerfreier und guter Qualität. Ohne Auswirkung auf die Arb
eitsfähigkeit sei von Psychischen und Verhaltensstörungen durch psycho
trope Substanzen, Störung durch Cannabinoide, schädlicher Ge
brauch auszu
ge
he
n (
ICD-10 F12.1). Auch aus neuropsychologischer Sicht sei eine Drogenab
sti
nenz zu fordern, welche mit einer Verbesserung der Leistung einhergehen dürfte (
Urk.
7/86/35).
Neben der indizierten absoluten Abstinenz von M
arihuana sei eine regelmässige p
sychotherapeutische und verhaltenstherapeutische Betreuung zu fordern. Der
Beschwerdeführer selber sehe keine Notwendigkeit für eine intensivierte Psycho
therapie; Eingliederungsmassnahmen seien ihm nicht zumutbar, da man ihn immer schlecht behandelt habe. Somit würden sich erhebliche motivationale Probleme bei der potentiellen Wiedereingliederung ergeben (
Urk.
7/86/37).
Auf
grund der neuropsychologischen Störung sei von einer Arbeitsunfähigkeit von 30 bis 50
%
auszugehen. Im psychischen Befinden und Verhalten würden sich zusätzliche Auffälligkeiten zeigen im Sinne einer Affektinkontinenz. Der Be
schwerdeführer reagiere schon bei kleinen Auslösern mit heftigen Weinattacken, die er nicht kontrollieren könne. Insgesamt sei im angestammten Beruf
wie auch in einer angelernten anderen Tätigkeit
von einer 50%igen Arbeitsfähigkeit aus
zugehen. Eine Verweistätigkeit sollte dabei die folgenden Charakteristika bein
halten:
-
Ausreichende Pausen und Erholungsphasen
-
50%ige Arbeitstätigkeit bei einer Wochenbelastung von 42 Stunden
-
Schichtdienst ist möglich
-
Keine Arbeitstätigkeit unter erhöhtem Zeitdruck oder Leistungsdruck wie Akkordarbeit
-
Keine Tätigkeit mit gefährdenden Chemikalien
-
Keine unmittelbare Tätigkeit im Kundenbereich, mit Kundenkontakten oder im Verkaufsbereich
-
Klare hierarchische Struktur und Führungsstruktur
-
Kleines Team
3.4
Dr.
med.
D._
, Oberarzt am
Zentrum E._
, diagnostizierte in seinem Bericht vom 2
0.
November 2018 eine kombinierte Persönlichkeits
stö
rung mit ängstlich-vermeidenden,
dependenten
und paranoiden Anteilen (ICD-10
F61.0) sowie eine einfache Aktivitäts- und Aufmerksamkeitsstörung (ICD-10 F90.0).
Ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit bestehe eine psychische und Verhaltensstörung durch Cannabinoide, Abhängigkeitssyndrom (ICD-10 F12.2) sowie eine leichte depressive Episode (ICD-10 F32.0).
Der Beschwerdeführer sei seit zir
ka neun Monaten nicht mehr im zweiten
Arbeitsmarkt tätig, sodass aktuell
ein Belastbarkeitstraining im zweiten
Arbeits
markt zu empfehlen sei;
von einer Arbeitsfähigkeit im ersten
Arbeitsmarkt sei aktuell nicht auszugehen (Urk. 7/115).
4.
4.1
Das
bidisziplinäre
Gutachten vom 2
2.
Februar
2018 legt den medizinischen Sachverhalt in einer schlüssigen und nachvollziehbaren Weise dar.
Dabei
wurde auch
das Aktivitäten
niveau des Versicherten ausreichend gewürdigt (vgl.
Urk.
7/86/17
f
.; vgl.
Urk.
1
S.
11).
Im Gegensatz zu den Einschätzungen der behandelnden Fachärzte fand im Rahmen der Begutachtung eine ausführliche neuropsychologische Untersuchung statt, gestützt auf welche die medizinisch-theoretische Leistungsfähigkeit
des Beschwerdeführers
fundiert
beurteilt
werden konnte. Nicht gefolgt werden kann der Einschätzung der Vertreterin des Be
schwerdeführers, dass aufgrund der absolvierten Ausbildung nicht auf eine 50%ige Arbeitsfähigkeit geschlossen werden kann. Der Beschwerdeführer durch
lief die Ausbildung zum Gestalter Bildende Kunst HF in vier statt in drei Jahren. Auch wenn davon ausgegangen werden darf, dass er im Rahmen der Ausbildung die nötige Unterstützung erhielt, darf aufgrund des erreichten eidgenössischen Fachtitels doch von einer weitgehenden Arbeitsfähigkeit in Bezug auf die durchlaufene Ausbildung ausgegangen w
erden. Dies entspricht auch
den Ergeb
nissen
der neuropsychologischen Testung, bei welcher lediglich beim Arbeits
tempo Defizite festgestellt werden konnten, nicht aber bei der Qualität.
Dem unbestrittenermassen ungenügenden Arbeitstempo trägt das Gutachten mit einer Reduktion der Leistungsfähigkeit um 50
%
angemessen Rechnung. Weiter gelten diese Angaben nur für eine optimal angepasste Tätigkeit, was bei der Ermittlung des Invalideneinkommens zu berücksichtigen sein wird.
4.2
Hinzuweisen ist
weiter
, dass die diagnostische Einordnung für die Beurteilung des Leistungsanspruches in der Invalidenversicherung nicht massgebend ist, sondern allein deren Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit (Urteil des Bundesgerichts 9C_786/2009 vom 24. Februar 2010 E. 4.2.3).
Dass die Gutachter demnach kein ADS und keine
andersartige
Persönlichkeitsstörung diagnostizier
t
en
,
hat dem
nach für die Beurteilung der Leistungsfähigkeit, insbesondere auch aufgrund der
durchgeführten
neuropsychologischen Testung,
keine entscheidende Bedeutung.
Gegenüber den Einschätzungen der behandelnden Fachärzte ist zum einen
auf die Erfahrungstatsache hinzuweisen, dass diese mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patientinnen und Patienten aussagen (BGE 135 V 465 E. 4.5, 125 V 351 E. 3b/cc).
Weiter wurde seitens der behandelnden Fachärzte mehrfach auf die gescheiterten Eingliederungsbemühungen hingewiesen und die Arbeitsfähigkeit weniger aus medizinisch-theoretischer Sicht eingeschätzt.
Eine erschwerte Eingliederungs
fähigkeit ist dabei aber im Rahmen der Ermittlung des Invalideneinkommens zu berücksichtigen und
stellt die eigentliche Leistungsfähigkeit nicht per se in Frage, was sich auch aus dem erfolgreich absolvierten Studiengang ergibt.
Insgesamt ist demnach in angepassten Tätigkeit
en
von einer 50%igen Arbeits
fähigkeit auszu
gehen.
4.3
Es liegt eine organische Persönlichkeitsstörung mit einem
schädlichen Gebrauch von Cannabinoide
n
vor
. Damit war die Einschränkung in der Arbeitsfähigkeit grundsätzlich anhand
von
Standardindikatoren
(vgl. BGE
145 V 215 E. 7
; vgl. auch
BGE 143 V 418, 143 V 409, 141 V 281
)
auszuweisen, was
im
bidisziplinären
Gutachten
auch erfolgt ist (
vgl.
Urk.
7/86/5-6
).
Festzuhalten bleibt, dass sich
die
b
eschwerdeweise
geltend gemachte
vollständige
Arbeitsunfähigkeit n
achgerade
in Anbetracht der
Standardindikatoren
nicht rechtfertigte:
Namentlich ist
das Aktivitätenniveau
des Beschwerdeführers
nicht
derart beeinträchtigt, dass
die Annahme einer vollständigen Arbeitsunfähigkeit begründet wäre (
BGE 141 V 281 E. 4.4
.1
;
vgl.
Urk.
7/86/17 ff. und S. 25).
Ein behandlungsanamnestischer Leidensdruck liegt
zudem – bei bisher nur geringen Therapieanstrengungen -
nicht vor
(BGE 141 V 281 E. 4.4.2)
.
Die gutachterliche Attestierung einer teilweisen Arbeitsfähigkeit leuchtet
vielmehr auch mit Blick auf die Standardindikatoren
ein.
5.
5.1
5.1.1
Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist für die Ermittlung des
Validen
einkommens
entscheidend, was die versicherte Person im Zeitpunkt des frühest
möglichen Rentenbeginns nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrschein
lichkeit als Gesunde tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung angepassten Verdienst angeknüpft, da es empirischer Erfahrung entspricht, dass die bisherige Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden fortgesetzt worden wäre. Aus
nah
men müssen mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt s
ein (BGE 139 V 28 E. 3.3.2, 135 V 58 E. 3.1,
134 V 322 E. 4.1).
Ist
mit überwiegender Wahr
scheinlichkeit davon auszugehen, dass die versicherte Person die bisherige Tätig
keit unabhängig vom Eintritt der Invalidität nicht mehr ausgeübt hätte, kann das
Valideneinkommen
auf Grundlage der vom
Bundesamt für Statistik (BFS)
heraus
gegebenen Schweizerischen Lohnstrukturerhebung (LSE) berechnet werden, wo
bei die für die Entlöhnung im Einzelfall gegebenenfalls relevanten
persönlichen und beruflichen Faktoren zu berücksichtigen
sind (BGE 139 V 28 E. 3.3.2;
Meyer/Reichmuth, Bundesgesetz über die Invalidenversiche
rung, 3. Auflage 201
4,
Rn
55 f. zu Art.
28a
).
Für Versicherte
ohne Ausbildung s
ieht Art.
26 IVV
das Folgende
vor: Konnte die versicherte Person wegen der Invalidität keine zureichenden beruflichen Kennt
nisse erwerben, entspricht das Erwerbsein
kommen, das sie als Nichtinvalide erzie
len könnte, den folgenden nach Alter ab
gestuften Prozentsätzen des jährlich aktualisierten Medianwertes gemäss
der
LSE
des
BFS
:
vor dem 21. Geburtstag:
70 %
ab dem 21. Geburtstag bis zum 25. Geburtstag:
80 %
ab dem 2
5.
bis zum 30. Geburtstag:
90 %
ab dem 30 Geburtstag:
100 %
Gemäss Ziff. 3035 des Kreisschreibens über Invalidität und Hilflosigkeit in der Invalidenversicherung (KS
I
H) des Bundesamtes für Sozialversicherung
(BSV),
sind F
rühinvalide Versicherte, die seit ihrer Kindheit einen Gesundheitsschaden aufweisen und deshalb keine zureichenden beruflichen Kenntnisse erwerben konnten. Dazu gehören Versicherte, welche zwar eine Berufsausbildung beginnen und allenfalls auch abschliessen, zu Beginn der Ausbildung jedoch bereits invalid sind und mit dieser Ausbildung nicht dieselben Verdienstmöglichkeiten reali
sieren können wie eine nichtbehinderte Person mit derselben Ausbildung. Der jährlich aktualisierte Medianwert gemäss der LSE wird den Versicherern mit IV-Rundschreiben des BSV mitgeteilt (Urteil de
s
Bundesgerichts 9C_611/2014 vom 19. Februar 2015 E. 3).
5.1.2
Aufgrund der
beim Beschwerdeführer
spätestens
in
der Schulzeit
aufgetretenen
gesundheitlichen Probleme, welche in der Folge die Schulzeit sowie den Eintritt in den Arbeitsprozess erheblich beeinträchtigten, ist davon auszugehen, dass
der Beschwerdeführer seine erworbenen F
achkenntnisse nicht gleichermas
sen wie
andere Berufskollegen verwerten kann (vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C
_233/2018 vom 11. April 2019 E. 3.1).
Dies geht auch klar aus dem Schluss
bericht vom
8.
August 2016 der
B._
sowie dem
bidisziplinären
Gutachten vom 2
2.
Februar 2018 hervor
(vgl. E. 3.1
, E. 3.3
).
Der Beschwerdeführer ist somit als Frühinvalider zu betrachten, weshalb dem Einkommensvergleich der nach dem Alter abgestufte Tabellenlohn nach A
rt. 26 Abs. 1 IVV (vgl. E. 5
.1.1 hie
r
vor) zugrunde zu legen ist.
Nach abgeschlossene
r
Ausbildung
war
dabei per
1.
August 2015 aufgrund der
veränderte
n
erwerblichen Perspektiven ein Revisionsgrund anzunehmen. Aufgrund der Neuanmeldung zum Rentenbezug ergibt sich dabei ein früh
e
stmöglicher Rentenbeginn per
1.
April 2017 (
Urk.
7/45 mit Eingang bei der IV-Stelle am 1
3.
Oktober 2016)
. Zu diesem Zeitpunkt
war der Beschwerdeführer 29 Jahr
e alt, was
bis zum 3
0.
Geburtstag
zur Annahme eines Jahreseinkommens von 90
%
des LSE-Durch
schnitts
einkommens
führt
.
Gemäss
IV-Rundschreiben Nr.
354
des BSV vom
7
. Oktober
2016
ist dabei von einem erzielbaren Einkommen von Fr.
73’350
.-- auszugehen. Für die Zeit ab dem 3
0.
Geburtstag ist dem Beschwerdeführer ein 100%iges LSE-Durchschnittseinkommen anzurechnen, was einem Betrag von Fr.
81’500
.--
entspricht.
5
.2
5
.2.1
Für die Bestimmung des Invalideneinkommens können nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne gemäss den vom
BFS
periodisch herausgegebenen LS
E
herangezo
gen werden (BGE 139 V 592 E. 2.3, 135 V 297 E. 5
.2, 129 V 472 E. 4.2.1
). Dabei sind grundsätzlich die im Verfügungszeitpunkt aktuellsten veröffentlichten Tabel
len der LSE zu verwenden (BGE 143 V 295 E. 4.1.3; zur Verwendung der ak
tuellsten statistischen Daten bei Rentenrevisionen vgl. BGE 143 V 295 E. 4.2.2, 142 V 178 E
. 2.5.8.1, 133 V 545 E. 7.1). Die Verwendung der Tabellenlöhne
ist subsidiär, das heisst deren Beizug erfolgt nur, wenn eine Ermittlung des Invali
deneinkommens aufgrund und nach Massgabe der konkreten Gegebenheiten des Einzelfalles nicht möglich ist (vgl. BGE 142 V 178 E. 2.5.7, 139 V 592 E. 2.3, 135 V 297 E. 5.2; vgl. auch Meyer/Reichmuth,
Bundesgesetz
über die Invalidenversi
cherung
,
3.
Auflage 2014,
Rn
55 und 89 zu Art. 28a, mit weiteren Hinweisen auf die Rechtsprechung).
5.2.2
Die Beschwerdegegnerin ermittelte das Invalideneinkommen anhand
der
LSE-Tabelle T17 Ziffer 7, Handwerks- und verwandte Berufe, was aufgrund der durchlaufenen Ausbildung nicht zu beanstanden ist und beschwerdewei
se unbe
stritten blieb.
Per 2016 i
st damit für die Alter
s
stufe unter 30 Jahre von einem erzielbaren Durchschnittseinkommen von
Fr.
5'091.-- auszugehen, was nach Berücksich
ti
gung
der seit 2016 eingetretenen Lohnentwicklung
(Schweizerischer Lohnindex insgesamt [1939 = 100], Männer, Stand 2016: 2239, Stand 2017: 2249; www.bfs.admin.ch, Arbeit und Erwerb,
Löhne/Erwerbseinkommen, detail
lierte Daten, Lohnentwicklung)
und
der durchschnittlichen Ar
beitszeit von 41,7 Stun
den pro Woche (www.bfs.admin.ch, Arbeit und Erwerb, Erwerbstätigkeit und Arbeitszeit, detail
lierte Daten, Normalarbeitsstunden)
sowie einer Leistungsfähig
keit von 50
%
einem massgebenden Vergleichseinkommen
von
Fr.
31'986.43
ent
spricht.
Davon ist aufgrund der Tatsache, dass der Beschwerdeführer aufgrund seiner Erkrankung auf einen sehr verständnisvo
llen Arbeitgeber angewiesen ist, ein leidensbedingter Abzug vorzunehmen.
Neben seiner Verlangsamung ist der Beschwerdeführer auf ein optimal angepasstes Arbeitsumfeld angewiesen, was sich sowohl aus dem Gutachten als auch aus den mehrfach gescheiterten Ein
gliederungsbemühungen ergibt.
Sodann ist er auf eine Teilzeitstelle angewiesen.
Vor diesem Hintergrund erscheint ein leidensbedingter Abzug in der
Höhe von
zumindest
15
% als angezeigt, was ein
Invalideneinkommen von Fr.
27'188.50
ergibt.
Per
April 2017
führt dies zu einem Invaliditätsgrad von
r
und 6
3
%
([
Fr.
73’350
.--
- Fr.
27'188.50
] x 100 / Fr.
Fr.
73’350
.--
=
62.93
).
Für die Zeit nach dem 3
0.
Geburtstag ist von einem erzielbaren Durch
schnitts
einkommen von
Fr.
5'
962
.-- auszugehen, was nach Berücksichtigung der durch
schnittlichen Ar
beitszeit von 41,7 Stunden pro Woche
sowie
der seit 2016 eingetretenen
Nominallohnentwicklung
per 2017 einem Einkommen von
Fr.
74'917.75 entspricht. Bei
einer Leistungsfähigkeit von 50
%
sowie einem leidensbedingt
en Abzug in der Höhe von 15
%
führt dies zu
einem massgebenden Vergleichs
einkommen von Fr.
31
’
840.0
5.
Per 2017 führt dies zu einem Invalidi
tätsgrad von rund 6
1
%
([
Fr. 8
1’500
.-- - Fr.
31’840.05
] x 100 / Fr.
81’500
.-- =
60,93
).
Selbst wenn
sodann
eher von der Aufnahme einer
wie im Gutachten beschrie
benen,
angepassten
«
angelernten
»
Tätigkeit
(Hauswart,
Einräumer
bei der Migros, Arbeit im Logistikbereich;
Urk.
7/86/40
)
auszugehen wäre, resultierte kein ande
rer Rentenanspruch:
In diesem Fall
wäre auf das
monatliche
Durchschnitts
ein
kommen der Männer im Anforderungsniveau 1 (einfache Tätigkeiten körperlicher oder handwerklicher Art) gemäss der LSE 2016 Tabelle
T
A
1_tirage_skill_level
von Fr. 5'340.-- abzustellen. Angepasst an die Nominallohnentwicklung und die durchschnittliche wöchentliche Arbeitszeit von 41.7 Stunden sowie bei Annahme
eines Pensums von 50
%
resultierte ein Invalideneinkommen von
Fr.
33'
550
.8
0.
Auch bei diesen Tätigkeiten ist der Beschwerdeführer auf ein optimal angepasstes Arbeitsumfeld angewiesen, was zu einem Abzug von 15
%
und somit zu e
inem Invalideneinkommen von Fr.
28'518.20 führt. Der Invali
di
tätsgrad beträgt
ab April 2017
61
%
beziehungsweise
ab Juli 2017
65
%
(
bei
Valideneinkommen
von Fr. 73'350.-- und
Fr.
81'500.--).
5.3
Zusammenfassend ist demnach festzuhalten, dass der Beschwerdeführer für die Zeit ab
1.
April 2017
Anspruch auf eine
Dreiviertelsrente
hat. Dies führt in teil
weiser Gutheissung der Beschwerde zur Aufhebung der angefochtenen Verfü
gung.
6.
Da es im vorliegenden Verfahren um die Bewilligung oder Verweigerung von IV-Leistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG) und auf Fr. 800.-- anzusetzen. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind sie der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen.
Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung wird bei diesem Ausgang des Verfahrens gegenstandslos.