# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** d9bf29a8-49f6-5fe5-a4b4-02b041ecb27b
**Court:** BE_VB
**Chamber:** BE_VB_001
**Year:** 2015
**Language:** de
**Jurisdiction:** BE / Espace_Mittelland
**Law Area:** Public
**Law Sub-area:** $law_sub_area

## Facts

I. Sachverhalt
1. Der Beschwerdegegner reichte am 3. Oktober 2014 bei der Gemeinde Täuffelen ein
Baugesuch ein für den Einbau eines neuen Fensters im Giebel Süd, den Einbau von neuen
Dachflächenfenstern süd-, nord- und westseitig, das Aufstellen einer Sauna im Garten
sowie den Einbau eines Speicher-Holzofens im bestehenden Gebäude auf der Parzelle
Täuffelen Grundbuchblatt Nr. E._. Die Parzelle liegt in der Wohnzone (W2).
Gegen das Bauvorhaben erhoben die Beschwerdeführenden Einsprache.
Am 17. Februar 2015 stellte die Gemeinde fest, dass die Bauherrschaft bereits zwei bisher
nicht deklarierte Dachflächenfenster eingebaut hatte. Nachdem die Gemeinde den
Beschwerdegegner auf diesen Umstand aufmerksam gemacht hatte, reichte dieser am
6. März 2015 eine Projektänderung ein. Dagegen wurde keine Einsprache erhoben.
Mit Gesamtentscheid vom 10. April 2015 erteilte die Gemeinde Täuffelen die
Baubewilligung.
2. Dagegen reichten die Beschwerdeführenden am 8. Mai 2015 Beschwerde bei der
Bau-, Verkehrs- und Energiedirektion des Kantons Bern (BVE) ein. Sie beantragen, der
Gesamtentscheid vom 10. April 2015 sei aufzuheben und es sei die Erstellung einer neuen
Schmutzwasserentsorgung für die Parzelle Nr. E._ ohne Beanspruchung ihrer
Parzelle Nr. F._ zu verfügen.
3. Das Rechtsamt, welches die Beschwerdeverfahren für die BVE leitet1, führte den
Schriftenwechsel durch und holte die Vorakten ein. In ihrer Stellungnahme vom 1. Juni
2015 beantragt die Gemeinde die Abweisung der Beschwerde. Der Beschwerdegegner
beantragt in seiner Beschwerdeantwort vom 11. Juni 2015 ebenfalls die Abweisung der
Beschwerde, soweit darauf einzutreten sei. Auf die Rechtsschriften wird, soweit für den
Entscheid wesentlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
1 Art. 7 der Verordnung vom 18. Oktober 1995 über die Organisation und die Aufgaben der Bau-, Verkehrs- und Energiedirektion (OrV BVE; BSG 152.221.191)
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## Considerations

II. Erwägungen
1. Prozessvoraussetzungen
a) Bauentscheide können nach Art. 40 Abs. 1 BauG2 innert 30 Tagen seit Eröffnung mit
Baubeschwerde bei der BVE angefochten werden. Die BVE ist somit zur Beurteilung der
Beschwerde zuständig.
b) Zur Beschwerde befugt sind die Baugesuchsteller, die Einsprecher im Rahmen ihrer
Einsprachegründe und die zuständige Gemeindebehörde (Art. 40 Abs. 2 BauG). Der
Beschwerdegegner stellt in seiner Beschwerdeantwort vom 11. Juni 2015 die
Prozessfähigkeit der Erbengemeinschaft in Frage. Eine Erbengemeinschaft ist keine
juristische Person. Sie ist deshalb weder partei- noch prozessfähig. Wollen die Erben
gemeinsam auftreten, so müssen sie die nötigen Prozesshandlungen gemeinsam und
übereinstimmend vornehmen. Dies bedeutet insbesondere, dass Eingaben von allen Erben
unterschrieben oder von einem von allen Erben bevollmächtigten Rechtsvertreter
eingereicht werden müssen. Vorliegend wurde die Einsprache vom 13. November 2014
von allen drei Erben unterzeichnet. Die Beschwerde wurde von einem von allen Erben
bevollmächtigten Anwalt eingereicht. Die Beschwerdeführenden, deren Einsprache
abgewiesen wurde, sind durch den vor-instanzlichen Gesamtentscheid beschwert und
daher zur Beschwerdeführung legitimiert. Auf die form- und fristgerecht eingereichte
Beschwerde ist grundsätzlich einzutreten.
2. Schmutzwasserentsorgung
a) Die Beschwerdeführenden sind Eigentümer der Parzelle Nr. F._. Diese liegt
südöstlich der Bauparzelle Nr. E._. Von der Bauparzelle verläuft eine
Schmutzwasserleitung südlich über die Parzelle der Beschwerdeführenden. Diese
verlangen, es sei die Erstellung einer neuen Schmutzwasserleitung ohne Beanspruchung
ihres Grundstücks zu verfügen. Sie machen insbesondere geltend, die
Schmutzwasserentsorgung sei offensichtlich mangelhaft und den wahrscheinlich undichten
Kontrollschacht bei ihrem Gartensitzplatz würden sie nicht tolerieren. Beim Kontrollschacht
2 Baugesetz vom 9. Juni 1985 (BauG; BSG 721)
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könne im Falle einer Ablaufpanne das Schmutzwasser zurücksteigen und es sei mit
erheblichen Immissionen zu rechnen. Anstelle der aufwändigen Sanierung der Leitung auf
der Nachbarparzelle sei es deshalb zumutbar, eine kürzere, steilere, neue Anlage zu
erstellen, um damit die Beeinträchtigung ihrer Parzelle vermeiden zu können.
b) Die Beschwerdeführenden bringen in ihrer Beschwerdeschrift einzig Argumente vor,
welche die Schmutzwasserentsorgung betreffen. Gegenstand des vorliegenden Verfahrens
ist aber ausschliesslich die Baubewilligung vom 10. April 2015 betreffend den Fenster-
bzw. Dachflächenfenstereinbau, das Aufstellen einer Sauna im Garten sowie den Einbau
eines Speicher-Holzofens. Wie die Gemeinde in ihrer Stellungnahme vom 1. Juni 2015
richtigerweise ausführt, führen die bewilligten Vorhaben nicht zu einer zusätzlichen
Belastung der Schmutzwasserleitung. Die Sauna hat keinen Kanalisations- bzw.
Wasseranschluss. Das Bauvorhaben sieht, entgegen der Ansicht der
Beschwerdeführenden, auch keine Sanierung der Schmutzwasserleitung vor. Die
umstrittene Schmutzwasserleitung ist somit durch das Bauvorhaben überhaupt nicht
betroffen.
c) In der separaten Verfügung des Amtes für Wasser und Abfall (AWA) vom 24. Juli
2014, die zusammen mit der Baubewilligung eröffnet wurde, wurde dem
Beschwerdegegner die Gewässerschutzbewilligung für die Wärmenutzung mittels
Erdwärmesonden erteilt. Gemäss Ziffer 2.1 dieser Verfügung bilden die allgemeinen
Bedingungen, Auflagen und Hinweise für die Erstellung und den Betrieb von
Erdwärmesondenanlagen gemäss Merkblatt des AWA vom November 2011 integrierenden
Bestandteil der Gewässerschutzbewilligung. In diesem Merkblatt wird explizit festgehalten,
dass die Entsorgung von Bohrschlamm durch Einleiten in die Kanalisation verboten ist.
Auch die geplante Erdwärmesonde hat somit keinen Einfluss auf die
Schmutzwasserleitung.
d) Die umstrittene Schmutzwasserleitung ist somit nicht Gegenstand des vorliegenden
Verfahrens. Auf die Beschwerde wird daher nicht eingetreten. Im Übrigen geht aus der
Beschwerde nicht hervor, inwiefern das Bauvorhaben den massgebenden Vorschriften
nicht entsprechen sollte. Es sind denn auch keine Gründe ersichtlich, die gegen die
Bewilligungsfähigkeit des Bauvorhabens sprechen würden.
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3. Kosten
a) Bei diesem Ausgang des Verfahrens unterliegen die Beschwerdeführenden. Sie
haben die Verfahrenskosten zu tragen (Art. 108 Abs. 1 VRPG3). Diese werden bestimmt
auf eine Pauschalgebühr von Fr. 900.-- (Art. 103 Abs. 2 VRPG in Verbindung mit Art. 19
Abs. 1 GebV4).
b) Die Beschwerdeführenden haben zudem dem Beschwerdegegner die Parteikosten
zu ersetzen (Art. 108 Abs. 3 VRPG). Die Kostennote des Anwaltes des
Beschwerdegegners gibt zu keinen Bemerkungen Anlass. Die Beschwerdeführenden
haben somit dem Beschwerdegegner die Parteikosten von Fr. 1'989.35 (inkl. Auslagen und
Mehrwertsteuer) zu ersetzen.