# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 46e1ba02-75cc-5208-aba9-5776cdf0ccf6
**Court:** SG_VG
**Chamber:** SG_VG_001
**Year:** 2014
**Language:** de
**Jurisdiction:** SG / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Das Verwaltungsgericht stellt fest:
A. X.Y. ist Eigentümer der Parzelle Nr. 0000, Grundbuch Kirchberg. Das 4'978 m
grosse Grundstück liegt abgelegen zwischen Kirchberg und U. und ist gemäss
Zonenplan der Gemeinde Kirchberg vom 28. August 1992 der Landwirtschaftszone
zugeteilt. Das Grundstück ist mit einem Wohnhaus samt freistehender Scheune mit
Anbau überbaut. Weiter befinden sich hier ein Allwetterplatz für Pferde und ein
Miststock. Die Umgebung ist teilweise als Gartenanlage befestigt und gestaltet.
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B. Am 22. November 2011 ersuchte der Grundeigentümer um Bewilligung der
Sanierung des Wohnhauses samt Umgebung. Das Gesuch beinhaltete auch den
Neubau eines Swimmingpools, die Wiederinstandstellung der Gartenanlage und die
Asphaltierung des Vorplatzes. Das Aussenschwimmbad sollte ein Becken in den
Ausmassen von 10 m x 4 m und eine Technikbaute mit liegendem Whirlpool enthalten
und 6 m südwestlich des Wohnhauses zu stehen kommen.
a. Gegen dieses Bauvorhaben erhob die Stiftung WWF Schweiz, Zürich, während der
Auflagefrist vom 14. bis 31. Dezember 2012 Einsprache. Daraufhin reduzierte der
Bauherr sein Projekt, wobei er auf den Technikraum mit Whirlpool verzichtete und den
Standort für das Schwimmbecken um 2 m vom Haus wegverschob. Trotz dieser
Redimensionierung hielt die Einsprecherin mit Schreiben vom 25. März 2013 an ihrer
Einsprache fest.
b. Bereits am 22. Januar 2013 erteilte das Amt für Umwelt und Energie AFU die
gewässerschutzrechliche Bewilligung zum Gesuch. Das Amt für Raumentwicklung und
Geoinformation AREG stimmte dem Bauvorhaben mit raumplanungsrechtlicher
Teilverfügung vom 31. Mai 2013 unter Auflagen zu, worauf die Baubehörde die
Einsprache mit Beschluss vom 12. Juni 2013 abwies und die verlangte Baubewilligung
mit Auflagen erteilte. Der Bauverwalter liess der Einsprecherin den entsprechenden
Protokollauszug am 14. Juni 2013 ohne die erwähnten und verarbeiteten kantonalen
Zustimmungsverfügungen zukommen.
c. Die Einsprecherin ersuchte die Baubehörde mit Schreiben vom 25. Juni 2013 um
ordentliche Eröffnung der Teilverfügungen des AFU und AREG. Diese liess ihr die
beiden Verfügungen am 26. Juni 2013 zukommen. Mit Eingabe vom 11. Juli 2013
erhob die Einsprecherin darauf beim Baudepartement des Kantons St. Gallen Rekurs
und verlangte, dass die Baubewilligung insoweit kostenpflichtig aufzuheben sei, als
damit das Aussenschwimmbad mit Whirlpool und Umgebungsfläche bewilligt worden
seien. Der Bauherr seinerseits verlangte am 20. Juli 2013, dass auf den Rekurs nicht
eingetreten werde, weil dieser verspätet erfolgt sei. Das Baudepartement trat mit
Entscheid vom 4. März 2014 auf den Rekurs ein, soweit damit die Verweigerung des
redimensionierten Projekts verlangt wurde, und kam im Übrigen zum Schluss, dass die
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Bewilligung für das Aussenschwimmbad nicht erteilt werden könne, weshalb es den
Rekurs diesbezüglich gut hiess.
C. Der Bauherr erhob gegen den Rekursentscheid vom 4. März 2014 am
19. März 2014 Beschwerde beim Verwaltungsgericht des Kantons St. Gallen. Er
verlangt, dass der angefochtene Entscheid unter Kostenfolge aufgehoben werde. Mit
Beschwerdebegründung vom 28. April 2014 wehrt er sich insbesondere dagegen, dass
die Vorinstanz auf den Rekurs der Einsprecherin eingetreten ist. Die Baubewilligung sei
zwar mangelhaft eröffnet worden. Dies habe aber bloss deren Anfechtbarkeit, nicht
jedoch deren Nichtigkeit zur Folge gehabt, weshalb die Einsprecherin den Rekurs
vorliegend zu spät erhoben habe. Alsdann habe die Vorinstanz ihr rechtliches Gehör
verletzt; sie habe nicht begründet, warum sie auf den ursprünglich vorgesehenen
Augenschein verzichtet habe.
D. Mit Schreiben vom 5. Mai 2014 beschränkte das Gericht den
Schriftenwechsel vorerst auf die formellen Rechtsfragen der Rechtzeitigkeit des
Rekurses und der gerügten Gehörsverletzung im Zusammenhang mit dem nicht
durchgeführten Augenschein.
a. Die Vorinstanz beantragt mit Vernehmlassung vom 13. Mai 2014, die Beschwerde
abzuweisen. Sie verweist darauf, dass ein Gesamtentscheid zu eröffnen gewesen sei,
was zwingend die gleichzeitige Eröffnung sämtlicher Teilverfügungen mit der
Baubewilligung bedingt hätte. Ein Augenschein sei weder beantragt noch nötig
gewesen. Alsdann habe die Rekursbehörde vorgängig mitgeteilt, dass sie - entgegen
dem standardisierten Eröffnungsschreiben - auf die Begehung vor Ort verzichten
werde. Eine Gehörsverletzung liege demnach nicht vor.
b. Die Beschwerdegegnerin verlangt die kostenpflichtige Abweisung der Beschwerde.
Sie bringt unter anderem vor, die Baubehörde habe mit Schreiben vom 26. Juni 2013
den Gesamtentscheid neu eröffnet und nicht bloss die fehlenden Teilverfügungen
nachgereicht. Damit sei die Rekursfrist neu eröffnet und diese in der Folge eingehalten
worden.
E. Auf die übrigen Ausführungen der Verfahrensbeteiligten wird - soweit
erforderlich - in den Erwägungen eingegangen.
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## Considerations

Darüber zieht das Verwaltungsgericht in Erwägung:
1. (...).
2. Das Verfahren wurde vorerst auf die Eintretensfrage und das Erfordernis eines
Augenscheins im Rekursverfahren beschränkt (act. 9). Sollte sich insbesondere
erweisen, dass die Vorinstanz zu Unrecht auf den Rekurs eingetreten ist, würde sich
die Streitsache damit ohne materielle Überprüfung erledigen.
3. Der Beschwerdeführer behauptet, die Beschwerdegegnerin habe die Rekursfrist
verpasst. Unbestritten ist, dass die verlangte Baubewilligung insbesondere der
Zustimmung des AREG bedurfte (Art. 25 Abs. 2 des Raumplanungsgesetzes, SR 700,
RPG, und Art. 87bis Abs. 2 des Baugesetzes, sGS 731.1, BauG) und dass die
Beschwerdebeteiligte den entsprechenden Gesamtentscheid gemäss Art. 4 lit. f des
Gesetzes über die Verfahrenskoordination in Bausachen (sGS 731.2., VKoG) der
Einsprecherin am 14. Juni 2013 (act. 11/13/23) nicht vollständig zugestellt hatte, indem
sie bloss ihren eigenen Beschluss vom 12. Juni 2013 (act. 11/13/17), nicht aber auch
die darin verarbeiteten Teilverfügungen des AREG und AFU vom 31. Mai 2013 und
22. Januar 2013 (act. 11/13/21) zukommen liess. Umstritten ist dagegen, ob mit der
Nachreichung der kantonalen Verfügungen am 26. Juni 2013 (act. 11/13/25) die
laufende Rekursfrist neu zu laufen begonnen hatte oder nicht.
3.1. Ist eine Verfügung fehlerhaft, ist sie entweder nichtig, anfechtbar oder widerrufbar.
Nichtigkeit ist von Amtes wegen zu beachten und kann von jedermann jederzeit
geltend gemacht werden. Der Mangel muss aber besonders schwer, offensichtlich und
leicht erkennbar sein. Zudem darf die Aufhebung der Verfügung die Rechtssicherheit
nicht gefährden (Häfelin/Müller/Uhlmann, Allgemeines Verwaltungsrecht, 6. Auflage,
Zürich 2010, N 949). Die Zustimmung der kantonalen Behörde für zonenwidrige Bauten
und Anlagen ausserhalb der Bauzone stellt ein unentbehrliches, konstitutiv wirkendes
Element der Ausnahmebewilligung der Baubehörde dar. Kommunale
Ausnahmebewilligungen, die den kantonalen Behörden nicht zur Zustimmung vorgelegt
wurden und denen auch nachträglich die Zustimmung nicht erteilt wird, gelten auf
Grund eines schwerwiegenden Mangels als nichtig (VerwGE B 2007/112 vom
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12. Februar 2008 E. 3.5.2.2. mit Hinweis auf BGE 132 II 27 f. E. 3.2.1 und BGE 111 Ib
223 E. 5b, www.gerichte.sg.ch).
3.2. Konkret hat die zuständige kantonale Stelle dem Baugesuch gesetzeskonform
zugestimmt, worauf die Baubehörde die Bewilligung korrekt als Gesamtentscheid
erlassen hat. Allerdings zieht nicht bloss die falsche Beschlussfassung die Nichtigkeit
der Anordnung nach sich. Unter Umständen kann eine Verfügung auch wegen eines
Eröffnungsfehlers nichtig werden. Der Zustellungsfehler muss aber schwer wiegen, was
der Fall ist, wenn den Parteien aus der mangelhaften Eröffnung ein Nachteil erwächst.
So darf die fehlerhafte Zustellung vor allem nicht dazu führen, dass die Ergreifung eines
Rechtsmittels wegen Ablaufs der Rechtsmittelfrist vereitelt wird. Allerdings kann der
entsprechende Mangel durch die nachträgliche Eröffnung regelmässig geheilt werden.
So beginnt die Rechtsmittelfrist für die empfangsberechtigte Partei denn auch
grundsätzlich erst mit effektiver Kenntnisnahme zu laufen, wenn der Erlass dieser zu
Unrecht nicht zugestellt wurde. Erhält die betroffene Partei jedoch Kenntnis davon, darf
sie mit der Geltendmachung ihrer Ansprüche nicht beliebig lange zuwarten, sondern ist
nach Treu und Glauben gehalten, sich bei der Behörde zu erkundigen und innert
angemessener Frist zu reagieren. Jedenfalls beginnt die Frist spätestens dann zu
laufen, wenn der Partei die Anordnung oder zumindest ihr wesentlicher Inhalt bekannt
ist oder bei der nach den Umständen zu erwartenden Sorgfalt hätte bekannt sein
müssen (Häfelin/Müller/Uhlmann, a.a.O. N 972 ff.; K. Plüss in: A. Griffel [Hrsg.],
Kommentar VRG, 3. Auflage, Zürich/Basel/Genf 2014, N 108 zu § 10).
3.3. Konkret hat die Baubehörde mit Beschluss vom 12. Juni 2013 die nachgesuchte
Baubewilligung unter Auflagen erteilt und die Einsprache abgewiesen. Dabei hat sie im
Dispositiv unter lit. B ausdrücklich auf die Verfügung des AREG verwiesen. Zudem hat
sie unter lit. C Ziff. 4 die kantonale "Beurteilung", bestehend aus der AREG- und AFU-
Verfügung vom 29. Mai 2013 und 22. Januar 2013 zum integrierenden Bestandteil der
Baubewilligung erklärt. In den Erwägungen zitiert sie erkennbar aus der kantonalen
Beurteilung vom 29. Mai 2013, wobei sie ganze Passagen aus der entsprechenden
Zustimmungsverfügung übernommen hat. Somit hatte die Einsprecherin Kenntnis
davon, dass die nötige raumplanungsrechtliche Teilverfügung vorlag. Anders als im
erwähnten Fall von GVP 2010 Nr. 42 E. 2.4.1., wo ein einspracheberechtigter Nachbar
insofern übergangen wurde, als das Baugesuch ungenügend publiziert worden war und
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es dem Nachbarn damit folglich unmöglich war, rechtzeitig Einsprache zu erheben, war
die Einsprecherin hier im Besitz der begründeten Baubewilligung, womit es ihr möglich
und zumutbar gewesen wäre, innerhalb der eröffneten Rechtmittelfrist zumindest
vorsorglich Rekurs zu erheben, zumal es im Kanton St. Gallen genügt, innerhalb der
Rechtsmittelfrist ohne Antrag und Begründung Rekurs zu erheben (Art. 48 Abs. 2 VRP;
Cavelti/Vögeli, Verwaltungsgerichtsgerichtsbarkeit im Kanton St. Gallen, Bern 2003,
N 911). Einen Nachteil erleidet sie deswegen nicht; die mit der mangelhaften
Publikation verbundene Gehörsverletzung kann im nachfolgenden Rekursverfahren
geheilt werden (vgl. statt vieler: VerwGE B 2012/184 vom 4. April 2013 Feststellung B.
b), www.gerichte.sg.ch) und führt nicht dazu, dass das Rechtsmittelverfahren allein
wegen dieser Rüge für sie Kosten nach sich ziehen würde (R. Hirt, Die Regelung der
Kosten nach st. gallischem Verwaltungsrechtspflegegesetz, Schwyz/St. Gallen 2004,
S. 90).
3.4. Nachdem der vorliegend angefochtene Beschluss korrekt als Gesamtentscheid
ergangen ist, führte die fehlerhafte Eröffnung des Einspracheentscheids allein nicht zu
dessen Nichtigkeit, sondern bloss zu dessen Anfechtbarkeit, weshalb die
Beschwerdegegnerin nicht darum herum gekommen wäre, die zugestellte
Gesamtverfügung innert Frist anzufechten. Zudem hatte die Einsprecherin hier auch
nicht bloss Kenntnis davon, dass die nötige Zustimmung der kantonalen Stelle vorlag,
sondern zumindest auch ausschnittsweise von den Erwägungen des AREG selbst.
Selbst wenn die Beschwerdeführerin damit noch nicht über alle Entscheidungsgründe
des AREG Bescheid gewusst haben sollte, hatte sie doch immerhin genügend Kenntnis
über den Einspracheentscheid, dass sie diesen zumindest vorsorglich innert der
laufenden gesetzlichen - und damit nicht erstreckbaren - Frist hätte anfechten können.
3.5. Konkret reichte der Bauverwalter die ausstehenden Teilverfügungen am 26. Juni
2013 auf Ersuchen der Einsprecherin mit folgenden Ausführungen nach (act. 11/13/25)
Die Baubehörde hat Ihre oben erwähnte Einsprache geprüft und an der Sitzung vom
12. Juni 2013 den in der beiliegenden Baubewilligung (...) beschriebenen Entscheid
gefällt (...). Die anbegehrte Baubewilligung ist wird somit unter Bedingungen und
Auflagen erteilt und Ihre Einsprache ohne Kostenfolge abgewiesen.
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In der Beilage stellen wir Ihnen die gemäss Einschreiben vom 25. Juni 2013
nachverlangte Kopie der Kantonalen Beurteilung zu:
- Raumplanungsrechtliche Teilverfügung des AREG vom 29. Mai 2013
- Beurteilung des AFU vom 22. Januar 2013
Sofern Sie mit diesem Entscheid nicht einverstanden sind, verweisen wir Sie auf die
Rechtsmittel im Protokollauszug aus der 6. Baubehörde-Sitzung vom 12. Juni 2013.
Dieses Schreiben entspricht bis auf die fett dargestellten Einschübe dem
ursprünglichen Eröffnungsschreiben vom 14. Juni 2013. Auf Grund des klaren
Wortlauts durfte die Beschwerdegegnerin nach Treu und Glauben nach Art. 9 der
Bundesverfassung (SR 101) somit ohne Weiteres davon ausgehen, dass die
Bauverwaltung ihr mit diesem nochmaligen und ergänzten Schreiben eine neue
Rechtsmittelfrist eröffnet hatte. Daran ändert auch der (erneute) Verweis auf die