# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** f3d4e156-3e5d-486c-bf8f-fea3546153cf
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2022
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 19
48
,
erbringt Dienstleistungen im Bereich Beratung von Führungskräften (Coaching, Teamentwicklung, New-Placement, Standort
bestimmung,
Urk.
6/11/1-2). Er
ist der Sozialver
sicherungsanstalt des Kantons Zürich, Aus
gleich
kasse, als
Selbständigerwerbstätiger
angeschlossen (
vgl.
Urk. 6/
2
/1). Am
31
.
Mä
r
z
2020 meldete sich
X._
erstmals
bei der Ausgleichskasse zum Bezug einer Erwerbsausfallentschädigung gestützt auf
die Verordnung über Mass
nah
men bei
Erwerbs
ausfall im Zu
sammenhang mit dem Coronavirus (Covid-19; Covid-19-Ver
ordnung Erwerbs
aus
fall)
an
(Urk. 6/11-12
).
In der Folge wurde ihm für die
Zeit
periode vom
1
7.
März
bis 1
6.
September
2020 eine Corona-Erwerbsausfall
ent
schädigung
nach
der so
genannten Härtefallregelung
aus
ge
richtet
(
Urk.
6/12
-
13
,
Urk.
6/15
-
17
,
Urk.
6/19).
Alsdann bean
tragte er mit bei der Ausgleichskasse am
11.
Novem
ber
und
11. Dezember
2020
ein
gegangenen An
meldeformular
en
(vgl.
Urk.
6/30
, Urk. 6/33
)
eine Corona-Erwerbsaus
fall
ent
schä
digung für
den Zeitraum vom 1
7.
September bis
30.
No
vember 2020
(
Urk.
6/20,
Urk.
6/31)
.
Zur Begrün
dung führte er aus
, dass
er
in jenem Zeitraum keinen Um
satz habe generieren können, weil
alle
seine
Auftrag
geber die Nachfrage nach seinen Dienstleistungen
ge
stoppt beziehungsweise auf
noch unbestimmte Zeit ver
schoben
hätten
(Urk. 6/
20/3
, Urk. 6/31/3
).
Aufgrund diese
r
und der in der Folge gestellten, entsprechenden Gesuche wurde
X._
her
nach für die Zeitperio
de vom 17. September 2020 bis 31
.
Dezem
ber
2020
eine Corona-Erwerbs
ausfallentschädigung
wegen erhebliche
r
Umsatzeinbusse
ausgerichtet (
Urk. 6/30, Urk. 6/33
).
Der Antrag auf Ausrichtung einer Entschädigung für den Monat
Januar
2021 vom 1. Februar 2021 (Urk. 6/35, Urk. 6/38) wurde mit Ver
fügung vom 1
6.
Februar 2021 mangels relevanter Umsatzeinbusse abgewiesen (Urk. 6/38)
.
X._
erkundigte
sich
m
it seiner E-Mail
-Nachricht vom 26. Februar 2021 nach den Gründen für die Nichtauszahlung der Corona-Erwerbsausfallentschädigung für den Januar 2021 (
Urk.
6/39).
Dies bearbeitete die Ausgleichskasse am 1
3.
April 2021 mit eine
m
internen Aktenv
erweis auf die leistungs
ablehnende Verfügung vom 1
6.
Februar 2021 (Urk. 6/38), ohne aber dem
Antragsteller eine (aktenkundige) Antwort zu geben.
F
ür den Zeitraum vom 1.
Februar
bis 30. Septem
ber 2021
wurde
X._
dann
wieder antrags
gemäss eine Corona-Erwerbsausfallentschädigung wegen erheblicher Umsatz
einbusse
ausbe
zahlt (Urk.
6/42
, Urk.
6/44-45
, Urk. 6/47
, Urk. 6/
49, Urk. 6/51
, Urk. 6/
55
, Urk. 6/
5
8).
X._
ersuchte die Ausgleichskasse sodann mit eine
m
dieser
am
1.
November 2021 (Urk.
6/60)
zugegangenen Anmeldeformular
um die Auszahlung einer solchen Entschädi
gung für den Monat Oktober 2021 (
Urk.
6/59). Zur Begründung verwies er auf eine in jenem
Monat erlittene 100%ige Umsatzeinbusse, welche
durch eine Ver
zögerung und Verschiebung von Mandaten
verursacht worden sei
(
Urk.
6/59/3).
Mit Verfügung vom
24
.
Nov
ember 2021 verneinte die Ausgleichskasse einen An
spruch von
X._
auf
Corona-Erwerbsausfallentschädi
gung für
den Monat Oktober
2021
(Urk. 6/
60
).
Dies begründete sie damit, dass als einzig
e
behördliche Massnahme (zur Bekämpfung des Coronavirus)
seitens des Bundes nur noch die Zertifikats
pflicht, die im Inneren von Restaurants, Kultur- und Freizeitein
richtungen sowie an Veran
stal
tungen gelte
, bestehe
. Für Personen
,
deren Erwerbstätigkeit nicht von der Zertifi
katspflicht eingeschränkt werde, erlösche der Anspruch auf eine Corona-Erwerbs
aus
fallentschädigung (Urk. 6/60/1).
Diese Verfügung blieb unan
gefochten.
Am 22.
Dezember 2021 verfügte die Aus
gleichskasse überdies die Abweisung des Antrags vom 2. Dezem
ber 2021 auf Corona-Erwerbsaus
fallent
schädigung für den Monat November 2021, da im Wirtschaftszweig des An
trag
s
tellers weder vom Bund noch vom Kanton Zürich angeordnete Massnahmen in Kraft seien (Urk.
6/63/1).
Gegen diese Verfügung erhob
X._
am 30.
Dezember 2021 Einsprache (Urk. 6/64),
welche
die Ausgleichskasse mit Einspracheentscheid vom
2
.
März
2022 (Urk. 2) ab
wies
.
2.
2.1
Unter Auflage dieses
Einspracheentscheids
gelangte
X._
mit Ein
gabe vom 30. März 2022
an das Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich. Er
beantragte
, es sei ihm vom Oktober 2021 bis März 2022 eine monatliche
Corona-Erwerbsausfallentschädigung
auszubezahlen
(Urk. 1).
Mit derselben Eingabe reichte er beim Gericht zudem eine Beschwerde gegen die Verfügung der Beschwerdegegnerin vom
3.
März 2022 betreffend Abweisung des Antrags auf Ausrichtung einer Corona-Erwerbsausfallentschädigung für den Januar 2022
(irrtümlich mit dem Jahr 2021 bezeichnet)
ein (
Urk.
3).
2.2
Die Beschwerdegegnerin
beantragte mit Besc
hwerdeantwort vom
16
.
Mai 2022
Ab
wei
sung d
er Beschwerde (Urk. 5, unter Beilage der Kassenakten, Urk. 6/1-
7
5), was dem Beschwerdeführer mit Ver
fügung vom 18. Mai 2022 angezeigt wurde (Urk. 7).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Akten wird, soweit erfor
derlich, im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
In zeitlicher Hinsicht sind grundsätzlich diejenigen Rechtssätze massgebend, die bei Erfüllung des rechtlich zu ordnenden oder zu Rechtsfolgen führenden Tat
be
standes Geltung haben (BGE 146 V 364 E. 7.1, 144 V 210 E. 4.3.1, je mit Hinweisen). Das Sozialversicherungsgericht stellt bei der Beurteilung eines Falles grundsätzlich auf den bis zum Zeitpunkt des Er
lasses der streitigen Verfügung beziehungsweise des streitigen Einspracheent
scheids eingetretenen Sachverhalt ab (BGE 144 V 210 E. 4.3.1, 132 V 215 E. 3.1.1; s. a.
im Speziellen für die Corona-
Erwerbs
ausfallsentschädigung
: BGE 148 V 162
E. 3.2.1)
.
1.2
Art.
15
des
Bundesgesetz
es
über die gesetzlichen Grundlagen für Verordnungen des Bundesrates zur Bewältigung der Covid-19-Epidemie
(Covid-19-Gesetz) vom 2
5.
September 2020 ist rückwirkend auf den 1
7.
September 2020 in Kraft getreten (
Art.
21
Abs.
3 Covid-19-Gesetz).
Gemäss
Art.
15
Abs.
1
Covid-19-Gesetz
kann
der Bundesrat
die Ausrichtung von Entschädigungen des Erwerbsausfalls bei Personen vorsehen, die ihre Erwerbs
tätigkeit aufgrund von Massnahmen im Zusammenhang mit der Bewältigung der Covid-19-Epidemie unterbrechen oder massgeblich einschränken müssen. Nur Personen mit einem Erwerbs- oder Lohnausfall, die i
n ihrer Unternehmung eine Umsat
zeinbusse von mindestens
30
Prozent
(in der vorliegend anwendbaren
ab 1. April 2021 gültigen F
assung
)
im Vergleich zum durchschnittlichen Umsatz in den Jahren 2015
-
2019 haben, gelten in ihrer Erwerbst
ätig
keit als massgeblich einge
schränkt.
Zu den Anspruchsberechtigten gehören insbesondere auch Selbständige nach
Art.
12
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungs
rechts (ATSG)
sowie Personen in arbeitgeberähnlicher Stellung
(Art.
15
Abs. 2
Covid-19-Gesetz
)
.
Gemäss Art.
15
Abs. 3
Covid-19-Gesetz
kann der Bundesrat Bestimmungen er
lassen über:
a.
die anspruchsberechtigten Personen und insbesondere den Taggeldanspruch von besonders gefährdeten Personen;
b.
den Beginn und das Ende des Anspruchs auf Entschädigung;
c.
die Höchstmenge an Taggeldern;
d.
die Höhe und die Bemessung der Entschädigung;
e.
das Verfahren.
Der Bundesrat stellt sicher, dass Entschädigungen auf der Grundlage des selbst
deklarierten Erwerbsausfalls ausgerichtet werden. Die Richtigkeit der An
gaben wird insbesondere mittels Stichproben überprüft
(Art.
15
Abs. 4
Covid-19-Gesetz
)
.
Der Bundesrat kann die Bestimmungen des ATSG anwendbar erklären. Er kann Abweichungen von Artikel 24
Abs.
1 ATSG betreffend das Erlöschen des An
spruchs und Artikel 49
Abs.
1 ATSG betreffend die Anwendbarkeit des formlosen Verfahrens vorsehen
(Art.
15
Abs. 5
Covid-19-Gesetz
)
.
1.3
Gestützt auf Art. 15
Covid-19-Gesetz
hat der Bundesrat die vorliegend anwend
bare Version der Covid-19-Verordnung Erwerbsausfall (in der vom 17. September 2020 bis 16. Februar 2022 gültig gewesenen Fassung) erlassen.
Gemäss
Art.
2
Abs.
3
bis
der
Covid-19-Verordnun
g Erwerbsausfall
sind Selbstän
digerwerbende
im Sinne von Art. 12 ATSG und Personen nach Art. 31 Abs. 3 lit. b und lit. c des Bundesgesetzes über die obli
gatorische Arbeitslosenver
siche
rung und die Insolvenzentschädigung (
AVIG
), welche im Sinne des Bundes
ge
setzes über
die Alters- und Hinterlassenen
versicherung (AHVG) obli
gatorisch ver
sichert sind, anspruchsberechtigt, wenn:
a.
ihre Erwerbstätigkeit aufgrund von behördlich angeordneten Mass
nahmen
zur Bekämpfung der Covid-19-Epidemie massgeblich eingeschränkt ist;
b.
s
ie einen Erwerbs- oder Lohnausfall erleiden; un
d
c.
sie im Jahr 2019 für diese Tätigkeit ein AHV-pflichtiges Erwerbsein
kom
men von mindestens Fr. 10'000.-- erzielt haben; diese Voraussetzung
gilt sinngemäss, wenn die Tätigkeit nach dem Jahr 2019 aufgenommen wurd
e; wurde die Tätigkeit nicht während eines vollen Jahres ausgeübt, so gilt diese Voraussetzung proportional zu deren Dauer.
Wie die Beschwerdegegnerin zutreffend ausführt (Urk. 2), war sie mit dem zu
neh
menden Wegfall behördlich angeordneter Einschränkungen gehalten zu prüfen, ob die Voraussetzung von Art. 2 Abs. 3
bis
der Covid-19-Verordnung Erwerbsausfall gegeben ist, mithin die Erwerbseinbusse massgeblich in Zusam
menhang mit den behördlichen Massnahmen zur Bekämpfung des Coronavirus steht
(Urteil des Sozialversicherungsgerichts EE.2022.00016 vom 7. Juni 2022 E. 2.2.2)
.
1.
4
1.4.1
Die Bestimmungen des ATSG sind
gemäss
Art.
1 der Covid-19-Verordnung Erwerbsausfall
auf die Entschädigungen gemäss dieser Verordnung anwendbar, soweit die
Verordnung
nicht ausdrücklich eine Abweichung vom ATSG vorsehen.
D
ie Bestimmungen der
Covid-19-Verordnung Erwerbsausfall
, welche vom ATSG abweichen
, sind im vorliegenden Fall aber nicht einschlägig.
1.4.2
Über Leistungen, Forderungen und Anordnungen, die erheblich sind oder mit denen die betroffene Person nicht einverstanden ist, hat der Versicherungsträger schriftlich Verfügungen zu erlassen (
Art.
49
Abs.
1 ATSG).
1.4.3
Gegen Verfügungen kann innerhalb von 30 Tagen bei der verfügenden Stelle Einsprache erhoben werden; davon ausgenommen sind prozess- und ver
fahrens
leitende Verfügungen
(
Art.
52
Abs.
1 ATSG)
.
1.4.4
Die Ansetzung einer Nachfrist zur Verbesserung der Einsprache
(Art. 10 Abs. 5 der Verordnung über den Allge
meinen Teil des Sozial
versicherungsrechts, ATSV)
setzt voraus, dass ein Einsprachewille vorhanden ist (vgl. dazu: Kieser, ATSG-Kommentar, 4. Aufl., 2020, N 38 zu Art. 52 ATSG). Ist
ein
Einsprachewille erkennbar, so hat - offensichtlicher Rechtsmissbrauch vorbehalten - eine Nach
fristansetzung zu erfolgen (Kieser, a.a.O., N 38 zu Art. 52 ATSG).
1.4.5
Gegen Einspracheentscheide oder Verfügungen, gegen welche eine Einsprache ausgeschlossen ist, kann Beschwerde
beim kantonalen Versicherungsgericht (Art.
57 ATSG) Beschwerde
erhoben werden
(
Art.
56 ATSG)
.
1.5
Im verwaltungsgerichtlichen Beschwerdeverfahren sind grundsätzlich nur Rechtsverhältnisse zu überprüfen beziehungsweise zu beurteilen, zu denen die zuständige Verwaltungsbehörde vorgängig verbindlich - in Form einer Ver
fü
gung beziehungsweise eines Einspracheentscheids - Stellung genommen hat. Insoweit bestimmt die Verfügung beziehungsweise der Einspracheentscheid den beschwerdeweise weiterziehbaren Anfechtungsgegenstand. Umgekehrt fehlt es an einem Anfechtungsgegenstand und somit an einer Sachurteils
voraussetzung, wenn und insoweit keine Verfügung beziehungsweise kein Einspracheentscheid ergangen ist (BGE 144 I 11 E. 4.3, 131 V 164 E. 2.1, 125 V 413 E. 1a).
1.6
Ausgangspunkt jeder
Gesetzesa
uslegu
ng bildet der Wortlaut der mass
geblichen Norm. Ist der Text nicht ganz klar und sind verschiedene Auslegungen möglich, so muss das Gericht unter Berücksichtigung aller Auslegungselemente nach der wahren Tragweite der Norm suchen. Dabei hat es insbesondere den Willen des Gesetz
gebers zu berücksichtigen, wie er sich namentlich aus den Gesetzes
materialien ergibt (historische Auslegung). Weiter hat das Gericht nach dem Zweck, dem Sinn und den dem Text zugrunde liegenden Wertungen zu forschen,
namentlich nach dem durch die Norm geschützten Interesse (teleologische Aus
legung). Wichtig ist auch der Sinn, der einer Norm im Kontext zukommt, und das Verhältnis, in welchem sie zu anderen Gesetzesvorschriften steht (systematische Auslegung). Das Bundesgericht befolgt bei der Auslegung von Gesetzesnormen einen prag
matischen Methodenpluralismus und lehnt es ab, die einzelnen Auslegungs
elemente einer Prioritäts
ordnung zu unterstellen (BGE 147 V 297 E.
6.1; 146 V 224 E.
4.5.1).
2.
2.1
Mit seiner
Eingabe
vom 3
0.
März 2022 beantragte der Beschwerdeführer, dass ihm für die
Monate
Oktober 2021 bis März 2022
je
eine Corona-Erwerbs
aus
fall
entschädigung auszurichten sei (
Urk.
1).
Diese Anträge sind - wie nachfolgend im Einzelnen darzulegen sein wird
(E. 2.2 ff.)
- in rechtlicher
Hinsicht
unter
schiedlich
zu behandeln.
2
.2
Was die Periode Oktober 2021 betrifft, so verneinte
die Beschwerdegegnerin den Anspruch des Beschwerdeführers auf eine
Corona-Erwerbsausfallentschädi
gung für den Monat Oktober
2021 mit Verfügung vom 2
4.
November 2021
(Urk. 6/60). Es findet sich keine Einsprache des Beschwerdeführers gegen diese Verfügung bei den Kassenakten. Die vom 30. Dezember 2021 datierende Einsprache des Beschwerdeführers richtet sich
ausschliesslich
gegen die Verfügung vom
2.
Dezember 2021, welche den Monat November 2021 betrifft (
Urk.
6/63).
Ein Einspracheentscheid betreffend den Monat Oktober 2021 erging
n
ach Lage der Akten
daher
nicht. Mangels Anfechtungsgegenstand
es
kann
auf den Antrag des Beschwerde
führers auf Zusprache eine Corona-Erwerbs
aus
fallentschädigung für den Monat Oktober 2021 nicht ein
ge
treten
werden
(
E. 1.5;
Urteil des Bundes
gerichts
9C_266/2020
vom 24. November 2020 E. 2.1)
.
2.3
Einzutreten ist
hingegen auf
den
Antrag des Beschwerdeführers auf Zusprache einer Corona-Erwerbsausfallentschädigung für den
Monat November 202
1.
Diese ist Gegenstand des angefochtenen Einspracheentscheids vom
2.
März 2022 (
Urk.
2;
E. 1.6
). Darin begründete Beschwerdegegnerin ihre Leistungsableh
nung im Wesentlichen damit,
der Beschwerdeführer
habe
seine Erwerbstätigkeit
im November 2021
nicht aufgrund kantonaler oder
auf Bundesebene beschlos
sener Massnahmen zur Bekämpfung des Coronavirus erheblich einschränken müssen (
Urk.
2 S. 1). Was der Beschwerdeführer dagegen einwendet
,
verfängt nicht. Er bringt vor, dass die Unternehmen, mit denen er
seit Jahren
zusam
men
gearbeitet hab
e
, die Führungskräfteentwicklung vorübergehend ausgesetzt oder auf unbe
stimmte Zeit verschoben hätten, weil viele Personen
durch Infizierung, Spital-
Aufenthalte und Long-Covid-Ausfälle während mehreren Monaten
von Corona unmittelbar
betroffen gewesen seien
(
Urk.
1,
Urk.
6/64).
Dies m
ö
g
en
zwar
alle
samt
Folge
n
der Covid-19-Pandemie gewesen sei
n
, n
ach dem klaren Wortlaut von Art.
15
Abs.
1
Covid-19-Gesetz
setzt der Gesetzgeber für die Ausrichtung einer Ent
schädigung
des Erwerbsausfalls
aber
vor
aus, dass
die
Erwerbstätigkeit aufgrund von
behördlichen
Massnahmen im Zusammenhang mit der Bewälti
gung der Covid-19-Epidemie unterbr
o
chen oder massgeblich ein
ge
schränk
t
sein müssen
.
Die wirtschaftlichen Folgen unternehmerischer Anpassungen an die anhaltende Epidemie fallen nicht darunter.
Bezüglich der im Novem
ber 2021
neu geschaffenen Regelungen
ist die vom Bundesrat bei seiner Sitzung vom
3.
November 2021 beschlossene Einführung eines «Schweizer Covid-Zerti
fikats»
per 1
6.
November 2021 hervorzuheben (vgl.
die diesbezügliche Medienmitteilung des Bundesrates vom
3.
November 2021).
Die Zugangsbesch
ränkung mit dem «Covid-Zertifikat» für geimpfte, genesene und getestete Per
sonen (vgl. dazu etwa die Zusammenstellung «FAQ - Anwendungs
bereiche Covid-Zertifikat» des Bundes
amtes für Gesundheit BAG vom 23. Juni
2021, zu finden unter den Dokumenten zur im Internet einsehbaren Medien
mitteilung des Bundesrates vom selben Tag)
prägte
bereits
d
ie Vorschriften zum Schutz
konzept in Art. 10
der
Ver
ordnung vom 23. Juni 2021 über Massnahmen in der besonderen Lage zur Bekämpfung der Covid-19-Epidemie (Covid-19-Verordnung besondere Lage).
Eine
Zertifi
katspflicht (
Art.
12 und 13 Covid-19-Verordnung besondere Lage)
galt im November 2021
namentlich bei Personen ab 16 Jahren für den Zugang zu Innenbereichen von Restaurationsbetrieben (
Art.
12
Abs.
1 lit. a Covid-19-Verord
nung besondere Lage
in den ab 2
5.
Oktober und 1
6.
November 2021
geltenden Fassungen
)
. Es ist nicht ersichtlich,
dass
die
se
Zertifikatspflicht
sowie die
Maskenpflicht in den öffentlich zugäng
lichen Innenräumen (Art. 6 Abs. 1 Covid-19-Verordnung besondere Lage
mit den in
Abs.
2 dieser Bestimmung geregelten Ausnahmen
) und
die dort geltende Pflicht zur Umsetzung eines Schutz
kon
zeptes (
Art.
10
Abs.
1 Covid-19-Verordnung besondere Lage) die Aus
übung der vom Beschwerdeführer angebotenen Dienstleistungen (Beratung, Unterstützung, Coaching,
Urk.
1)
im November 2021
wesentlich eingeschränkt
hätten
, was er auch nicht vorbrachte
.
Unter Beachtung dieser
V
orschriften hätte er seine Arbeit damals vor Ort bei seinen Auftraggebern oder in
allenfalls beste
henden
eigenen
Büroräum
lich
keiten
(
die
Home
office-Pflicht
bestand seit dem
26. Juni 2021
nicht mehr
, vgl. die Medien
mitte
i
lung
des Bundesrates
vom 23. Juni 2021)
ausüben
dürfen, falls er und seine Auf
traggeber - zur Vermeidung eines möglichen Kontaktes mit infizierten Personen - nicht
gar von vornherein
auf
technische
Kommuni
kationsmittel aus
weichen wollten oder sich deren E
in
satz für die Auftrags
erledigung nicht eignete.
Demnach ist
die
Beurteilung der
Beschwerdegegnerin, wonach die Tätigkeit des Beschwerdefüh
rers als Unternehmens
berater
im Novem
ber 2021
durch behörd
liche Mass
nahmen zur Bekämpfung
des Coronavirus nicht erheblich einge
schränkt war (
Urk.
2 S. 1), nicht zu beanstanden.
Die Beschwerde des Beschwerdeführers ist somit insoweit abzuweisen, als damit die Zusprache einer Corona-Erwerbsausfallentschädigung für den Monat Novem
ber 2021 beantragt wurde.
2.4
Und schliesslich kann
auf d
ie
Anträge des Beschwerdeführers auf Zusprache einer Corona-Erwerbsausfall für die Monate Dezember 2021, Januar 2022, Februar 2022 und März 2022 mangels Anfechtungsobjekt nicht eingetreten wer
den. Wie festgehalten
,
setzt ein Eintreten auf eine Beschwerde voraus, dass ein Einsprache
entscheid vorliegt (E.
1.4.5,
Urk.
1.5). Ü
ber den der Beschwerde
gegnerin am 6. Januar 2022 zugegange
nen
Antrag des Beschwerdeführers auf Aus
richtung einer Corona-Erwerbsausfallentschädigung für den Monat Dezember 202
1
, Urk. 6/65, Aktenverzeichnis zu
Urk.
6/1-75) hat diese gemäss den vor
lie
genden Akten (
Urk. 6/1-75,
Stand
:
12. Mai 2022)
noch nicht mittels Verfügung entschieden.
Die Anträge des Beschwerdeführers auf Ausrichtung einer Corona-Erwerbsausfall
entschädigung für den Monat Januar 2022 (
Urk.
6/68) und die Zeitperiode vom
1.
bis 1
6.
Februar (
Urk.
6/74) wies die Beschwerdegegnerin
mit Verfü
gun
gen vom
3
.
und 2
9.
März 2022 (Urk. 6/7
3
, Urk. 6/75) ab. Gegen die Verfügung vom 3. März 2022 betreffend Entschädigung für den Januar 2022
hat der Beschwerdeführer mit seiner Eingabe vom 3
0.
März 2022 direkt beim Sozialver
sicherungs
gericht Beschwerde erhoben. Diese Eingabe ist der Beschwerde
geg
nerin zur Bearbeitung als Einsprache zu überweisen. Auch hin
sichtlich des An
trags auf Zusprache einer
Corona-Erwerbsausfallent
schä
digung
für die Zeitperiode vom 1
7.
Februar bis 3
1.
März 2022 hat eine Über
weisung an die Beschwerdegegnerin zu erfolgen. Nach Lage der Akten hat der Beschwerdeführer bei dieser bislang noch keinen solchen Antrag gestellt. Die Beschwerdegegnerin ist die für die Bearbeitung dieses Antrags zuständige Verwaltungs
stelle (
Art.
10
Abs.
1
Covid-19-Ver
ordnung Erwerbs
aus
fall
).