# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 3559777a-2a28-46cf-b4d0-7b8ff708b98e
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2019
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1958,
hat ein Architektur
stu
dium absolviert und war
zum einen
als selbständige
Architektin und zum anderen als Dozentin bei der
Y._
tätig
(
Urk.
8/1-4, 8/10 und 8/16 f.).
Nach erfolgter Früherfassung (
Urk.
8/6) meldete sie sich u
nter Hinweis auf eine
Spondylo
listhesis
am 2
7.
Juni 2013 bei der Invalidenversicher
ung zum Leistungsbezug an (Urk.
8/10). Die Sozialversi
che
rungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle,
zog
nebst Auszügen aus dem indi
viduellen Konto (IK-Auszug,
Urk.
8/1-4, 8/14) insbesondere einen Arbeitgeber
bericht (
Urk.
8/16) sowie diverse medizinische Unterlagen
bei
(
Urk.
8/9, 8/18, 8/24/4 ff., 8/31/6,
8/33,
8/34, 8/46 f., 8/50, 8/52 ff., 8/61 und 8/75).
Ab November 2014 nahm die Versicherte ihre Tätigkeit als Dozentin im angestammten Pensum von
rund 40
%
wieder auf
(vgl.
Urk.
8/44, 8/48 f.), bis sie sich ab April 2015 wie
derholt in stationäre psychiatrische Behandlung begab (
Urk.
8/54 f., 8/75). Die IV-Stelle gab in der Folge
bei der
Z._
Polydisziplinäre Medizinische Abklä
rungen ein Gutachten in Auftrag (
Z._
-Gutachten vom 2
4.
März
2016,
Urk.
8/8
6).
Nachdem die Versicherte einen Arbeitsversuch in einem Architektur
büro unternommen (vgl.
Urk.
8/94, 8/100 und 8/106) und sich ihr gesund
heit
li
cher Zustand gemäss Berichten der behandelnden Ärzte erneut verschlechtert hatte (vgl.
Urk.
8/108, 8/115), holte die IV-Stelle bei der
Z._
ein polydiszi
plinäres Verlaufsgutachten ein
, welches am 1
9.
Juni 2017 erstattet wurde
(
Urk.
8/138).
Mit Vorbescheid vom 3
0.
November 2017 stellte sie der Versicherten die Zusprechung einer ganzen Invalidenrente ab dem
1.
Dezember 2015 in Aus
sicht (
Urk.
8/172). Am 7.
beziehungsweise 1
4.
Mai 2018 verfügte sie in
diesem Sinne (
Urk.
8/193 und 8/201 [=
Urk.
2/1 f.].
2.
Dagegen erhob
X._
am 1
7.
Mai 2018 Be
schwerde mit dem Rechtsbegehren,
die angefochtenen Verfügungen seien aufzu
he
ben respektive insofern zu ergänzen, als ihr bereits ab der Anmeldung zum Leistungsbezug vom 2
5.
Juni 2013 in Berücksichtigung der Wartezeit rückwir
kend mindestens
bis zum 3
0.
November 2015
eine
Dreiviertelsrente
zuzusprechen sei (
Urk.
1 S. 2).
Mit Beschwerdeantwort vom
5.
Juli 2018 beantragte die IV-Stelle die teilweise Gutheissung der Beschwerde im Sinne der
Zusprache
einer befris
teten ganzen Invalidenrente von April bis Oktober 2014 (
Urk.
7).
Mit Replik vom
1
6.
Juli 2018 hielt die
Beschwerdeführerin
an ihrem Rechtsbegehren fest (
Urk.
10), worauf die IV-Stelle mit Schreiben vom
3.
August 2018 auf das Einreichen einer Duplik verzichtete (
Urk.
13). Darüber wurde die
Beschwerdeführerin
mit Verfü
gung vom
6.
August 2018 in Kenntnis gesetzt (
Urk.
14).
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allge
meinen Teil des
Sozialversicherungsrechts, ATSG
). Sie kann Folge von Geburts
gebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes über
die Invalidenversicherung, IVG
). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgegliche
nen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Be
einträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betä
tigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen
wieder herstellen
, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
Die Wartezeit im Sinne von
Art.
28
Abs.
1
lit
. b IVG gilt in jenem Zeitpunkt als eröffnet, in welchem eine deutliche Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit einge
treten ist. Als erheblich in diesem Sinne gilt bereits eine Arbeitsunfähigkeit von
20 % (AHI 1998 S. 124 E. 3c; Urteil des Bundesgerichts I 10/05 vom 14. Juni 20
05 E. 2.1.1 in
fine
mit Hinweisen). Unter relevanter Arbeitsunfähigkeit im Sinne dieser Bestimmung ist eine Einbusse an funktionellem Leistungsvermögen im bisherigen Beruf oder Aufgabenbereich zu verstehen. Das heisst, es muss arbeits
rechtlich in Erscheinung treten, dass die versicherte Person an Leistungsvermögen eingebüsst hat, so etwa durch einen Abfall der Leistungen mit entsprechender Feststellung oder gar Ermahnung des Arbeitsgebers oder durch gehäufte, aus dem Rahmen fallende gesundheitlich bedingte Arbeitsausfälle. Mit anderen Worten:
Die Leistungseinbusse muss in aller Regel dem seinerzeitigen Arbeitgeber aufge
fallen sein. Eine erst nach Jahren rückwirkend festgelegte medizinisch-theore
tische Arbeitsunfähigkeit genügt nicht. Umgekehrt ist eine in der beruflichen Tätigkeit im Vergleich zu einer gesunden Person tatsächlich nur reduziert erbrachte Leistung für sich allein gesehen in aller Regel ebenso wenig ausreichend für die Bejahung einer Arbeitsunfähigkeit im Sinne des Gesetzes. Vielmehr bedarf es dazu regelmässig zusätzlich einer (überzeugenden) medizinischen Einschätz
ung, die
ordentlicherweise
echtzeitlicher Natur ist. Der Zeitpunkt des Eintritts der Arbeitsunfähigkeit muss mit dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweis
grad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sein. Dieser Nachweis darf nicht durch nachträgliche erwerbliche oder medizinische Annahmen und spekulative Überlegungen ersetzt werden (Urteil des Bundesgerichts 8C_204/2012 vom 19. Juli 2012 E. 3.2 mit weiteren Hinweisen).
Obwohl das Gesetz dies nicht ausdrücklich bestimmt, kann ein Rentenanspruch nach Art. 28 Abs. 1
lit
. b IVG nur entstehen, wenn nach Ablauf der
Wartezeit
eine Erwerbsunfähigkeit gegeben ist. Damit eine Rente zugesprochen werden kann
, müssen sowohl die durchschnittliche Arbeitsunfähigkeit während eines Jahres als auch die nach Ablauf der
Wartezeit
bestehende Erwerbsunfähigkeit die für die betreffende Rentenabstufung erforderliche Mindesthöhe erreichen (BGE 129 V 411 E. 2.1, 121 V 264 E. 6b/cc; AHI 2001 S. 279 E. 2; Urteil des Bundesgerichts 8C_189/2008 vom 4. Juli 2008 E. 2.2).
1.
4
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vor
-
akten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammen
hänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin zog in den angefochtenen Verfügungen vom 7.
R
espek
tive 1
4.
Mai 2018 (
Urk.
2/1 f.) zusammengefasst
in Erwägung, die medizinischen Abklärungen hätten ergeben, dass der Beschwerdeführerin seit Dezember 2014 weder die angestammte Tätigkeit als Architektin und Dozentin, noch eine leidens
angepasste Tätigkeit zumutbar sei. Aufgrund der vollen Arbeitsunfähigkeit
liege ein Invaliditätsgrad von 100
%
vor. Unter Berücksichtigung des gesetzlichen Warte
jahr
e
s habe die Beschwerdeführerin ab Dezember 2015 Anspruch auf eine ganze Invalidenrente.
2.2
Dieser Argumentation hielt die Beschwerdeführerin in ihrer Beschwerdeschrift vom 1
7.
Mai 2018
im Wesentlichen entgegen, dass gestützt auf die echtzeitlichen Berichte bereits vor Dezember 2014 eine Arbeitsunfähigkeit ausgewiesen sei.
Die retrospektive Beurteilung der Arbeitsfähigkeit durch die
Z._
-Gutachter für den Zeitraum von Juni 2013 bis Dezember 2014 vermöge nicht zu überzeugen (
Urk.
1 S. 8).
Insgesamt bestehe rückwirkend ab der Anmeldung zum Leistungs
bezug
vom
2
5.
Juni 2013 unter Berücksichtigung der gesetzlichen Wartezeit bis zum 3
0.
November 2015 Anspruch auf
mindestens
eine
Dreiviertelsrente
(
Urk.
1 S.
3 ff.
).
2.3
Mit Beschwerdeantwort vom
5.
Juli 2018
führte die Beschwerdegegnerin aus, dass der Beschwerdeführerin von April bis Oktober 2014 eine ganze Rente zuzu
sprechen sei. Aus somatischer Sicht habe ab April 2013 bis Ende Oktober 2014
eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit vorgelegen.
Im November 2014 sei die Beschwer
de
führerin in ihrer angestammten Tätigkeit zu 100
%
arbeitsfähig gewesen. Ab Dezember 2014 habe wiederum eine gänzliche Arbeitsunfähigkeit bestanden, dieses Mal jedoch aufgrund eines psychischen Leidens.
Da es sich folglich nicht um einen Anwendungsfall des Wiederauflebens der Invalidität im Sinne von
Art.
29
bis
der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV)
handle, könne die ab April 2013 zurückgelegte Wartezeit nicht angerechnet werden.
Wie in den angefochtenen Verfügungen festgehalten,
habe die Beschwerdeführerin daher erst ab Dezember 2015 wieder Anspruch auf eine ganze Rente
(Urk. 7 S. 1 f.)
.
2.4
Mit Replik vom 1
6.
Juli 2018 stellte sich die Beschwerdeführerin auf den Stand
punkt, dass
sie
ab November 2014 in ihrer angestammten Tätigkeit nicht zu 100
%
arbeitsfähig gewesen sei. Dies widerspreche nicht nur den echtzeitlichen Arztberichten, sondern auch dem Umstand, dass sie
ihre Teilzeittätigkeit als Dozen
tin nur vorübergehend ausgeübt habe. Darüber hinaus
habe die Wartezeit
entgegen der Auffassung der Beschwerdegegnerin ab Dezember 2014 nicht erneut
zu laufen begonnen
(Urk. 10 S. 2 f.)
.
3.
3.1
Strittig ist, ob die Beschwerdegegnerin den Rentenanspruch
zu Recht
erst ab dem
1.
Dezember 2015 bejaht hat.
Die Beschwerdeführerin meldete sich am 2
7.
Juni 2013 zum Leistungsbezug an (
Urk.
8/10).
Ab
April
2013 war ihr seitens der
be
handelnden Ärztin
Dr.
med.
A._
, Fachärztin für Allgemeine Innere Medizin,
zunächst eine 50
%ige
und danach eine 100%ige
Arbeitsun
fähigkeit attestiert worden
(
Urk.
8/9, 8/16/6 ff. und 8/24/5)
, wobei
dem Bericht vom
5.
November 2013
folgende Diagnosen mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit
zu entnehmen sind
(Urk.
8/24/4):
-
Spondylolyse
L5 beidseits mit
Spondylolisthesis
Grad III und fortge
schrittenen
Foraminalstenosen
L5/S1 beidseits mit
radikulärem
Reizsyn
drom L5 durch Affektion der abgehenden Wurzel, Erstdiagnose 2009
-
Anorexia
nervosa
mit aktuellem BMI von 14.8 (ICD-10 F50.5) bestehend seit circa 1990 mit Elektrolytstörung und Osteoporose
-
Outlet-Obstruktion bei Intussuszeption des distalen Rektums und grosser vorderer
Rektozele
und chronischer Obstipation
Den Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbeginns bildet somit April 2014 (vgl.
Art.
28
Abs.
1
lit
. b IVG), zumal die sechsmonatige Karenzfrist seit der Geltend
machung des Leistungsanspruchs damals bereits abgelaufen war (Art. 29
Abs.
1 IVG).
Mit überwiegender Wahrscheinlichkeit
ist ab April 2014 eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit sowohl für die angestammte als auch für leidensadaptierte Tätigkeiten ausgewiesen.
So
musste sich die Beschwerdeführerin am 2
0.
März 2014 einer grösseren Wirbelsäulenoperation unterziehen, weswegen sie vom
1
7.
März
bis
1
2.
April
2014
zunächst
in der
B._
, und danach – zwecks
muskuloskeletta
l
er
Rehabilitation – in der
C._
hospitalisiert war. Seitens
Dr.
med.
D._
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie
an der
B._
,
wurde aufgrund einer instabilen Situation für voraussichtlich sechs Monate eine gänz
liche Arbeitsunfähigkeit attestiert (Urk. 8/31/6, 8/34/6 f
f
.).
Dem
Z._
-Gut
achten vom 2
4.
März 2016 sind
– soweit dieses überhaupt retrospektiv zur Arbeits
fähigkeit Stellung nimmt (vgl.
Urk.
8/86/45 ff.) –
keine Anhaltspunkte zu entnehmen, welche gegen die
se Beurteilung sprechen würden.
3.2
Im
November 2014 nahm die Beschwerdeführerin
bei einer attestierten Arbeits
unfähigkeit von 60
%
versuchsweise
ihre Tätigkeit als Dozentin bei der
Y._
wieder im angestammten Pensum von rund 36.4
%
auf (
Urk.
8/44
, 8/46/3
-5
).
Dieses übte sie bis und mit März 2015 aus (vgl.
Urk.
8/48
-50
).
Bereits ab Dezember 2014 kam es allerdings zu einer akuten psychischen Dekompensation mit depressiver Symptomatik und Entgleisung der bekannten Essstörung mit täg
lich mehrmaligem Erbrechen
und Gewichtsverlust
(
Urk.
8/50/1, 8/53/1 ff.).
Dr.
E._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, attestierte
ab Dezember 2014 eine mindestens 60%ige und
ab April 2015 eine 100%ige Arbeits
unfähigkeit (
Urk.
8/53/3). Vom 1
5.
April bis 2
6.
Mai 2015 war die Beschwerde
füh
rerin im Sanatorium
F._
zwecks stationärer psychiatrischer Behandlung hospitalisiert (
Urk.
8/54), wobei darüber hinaus bis zum 1
4.
Juni 2015 eine voll
ständige Arbeitsunfähigkeit attestiert wurde (Urk. 8/55/3).
Entgegen der Argumentation der Beschwerdegegnerin
(
Urk.
7)
lag
ab November 2014 somit keine 100%ige Arbeitsfähigkeit im angestammten Tätigkeitsbereich vor.
Anhand der Akten wird vielmehr deutlich, dass die Beschwerdeführerin ihr Teilzeitpensum bei der
Y._
bis März 2015
trotz sehr flexibler Arbeitszeiten (vgl.
Urk.
8/53/4)
nur knapp bewältigen konnte. Die Sichtweise der Beschwerde
gegnerin widerspricht denn auch der
nachvollziehbaren
Einschätzung der behan
delnden Ärzte, welche
namentlich aufgrund der
persistierenden
Schmerzsympto
matik an der Wirbelsäule und der psychischen Instabilität
ab November 2014
von einer 40%igen Arbeitsfähigkeit ausgingen (
Urk.
8/46/3, 8/47/1, 8/50/2 ff. und 8/53/3 f.).
Die Beschwerdegegnerin vermag ihre Auffassung auch nicht auf das
Z._
-Gutachten vom 2
4.
März 2016 zu stützen
, in welchem
aus psychischen Gründen
und somit aufgrund eines neuen Gesundheitsschadens mit neuer Warte
zeit
ab Dezember 2014 auf eine vollständige Arbeitsunfähigkeit geschlossen wurde
(
Urk.
8/86/45).
Diese Einschätzung überzeugt nur schon in Anbetracht des Um
stands nicht, dass die Beschwerdeführerin noch bis und mit März 2015 ihrer Teilzeiterwerbstätigkeit als Dozentin nachgehen konnte.
Im Weiteren äusserten sich die Gutachter nicht dahingehend, dass auf die vorangegangenen ärztlichen Beurteilungen der Arbeitsfähigkeit nicht abgestellt werden könne.
Mit überwie
gender Wahrscheinlichkeit ist somit erstellt, dass die Beschwerdeführerin von April 2014 bis und mit Oktober 2014 vollständig arbeitsunfähig war. Von Novem
ber 2014 bis und mit März 2015 bestand eine rund 40%ige Arbeitsfähigkeit i
n der
angestammten Tätigkeit.
3.3
Ab
April 2015
stellt
e
sich die Situation im Wesentlichen derart dar, dass sich die Beschwerdeführerin
zunächst
wiederholt in stationärer psychiatrischer Behand
lung befand (vgl.
Urk.
8/54 f., 8/75).
Dr.
med.
G._
, Facharzt für Allge
meine Innere Medizin, attestierte in seinem zuhanden des beruflichen Vorsorge
versicherers erstellten Gutachten vom
9.
Juni 2015 voraussichtlich für die Dauer eines Jahres eine vollständige Arbeitsunfähigkeit. Er ging davon aus, dass eine rasche Genesung in Anbetracht der
dekompensierten
anorektisch-bulimischen
Störung sowie der depressiven Erkrankung kaum vorstellbar sei (Urk. 8/61/17).
Diese Einschätzung teilten die Sachverständigen der
Z._
im Ergebnis in ihrem Gutachten vom 2
4.
März 2016, welches grundsätzlich die von der Rechtspre
chung gestellten Anforderungen an beweiswertige Expertisen erfüllt (
vgl. E. 1.
4
; Urk.
8/86/45).
Im weiteren Verlauf scheiterte ein
von der Beschwerdeführerin
ab Juli 2016 in einem Architekturbüro aufgenommener Arbeitsversuch
, sodass das Arbeitsver
hältnis bereits am 1
5.
September 2016 wieder aufgelöst wurde (
Urk.
8/94, 8/106).
Der Arbeitgeber
wies darauf hin
, dass die Leistungsfähigkeit deutlich unter den Erwartungen gelegen habe und die Beschwerdeführerin kaum team- und koope
rationsfähig gewesen sei. Der Kontakt zu den Bauherren habe zu etlichen Bean
standungen geführt (
Urk.
8/115/2).
Vom 1
6.
bis 1
7.
September 2016 wurde die Beschwerdeführerin sodann infolge Selbstgefährdung bei akut psychotischem Zustandsbild und Verwirrtheit fürsorgerisch in der
H._
untergebracht (
Urk.
8/108/2).
Dort erfolgte e
in weiterer stationärer Aufenthalt vom 1
2.
bis
2
1.
Oktober 2016 (Urk.
8/163/3 f.).
Dr.
E._
attestierte
im
Bericht vom
6.
November 2016
bis auf Weiteres
wieder
eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit (
Urk.
8/115
).
Diese Auffassung teilten wiederum die
Z._
-Gutachter in ihrer Verlaufsexpertise vom 1
9.
Juni 2017, wobei aus psychiatrischer Sicht von einer
hypomanen
Episode bei bipolarer Störung (ICD-10 F31.0) ausgegangen wurde (
Urk.
8/138/41, 8/138/43 f.).
Vom 4. Juni bis 1
8.
Juli 2017 sowie 2
1.
Juli bis 1
0.
August 2017 war die Beschwerdeführerin sodann erneut in der
H._
hospita
lisiert, wobei eine
schizoaffektive
Störung diagnostiziert wurde (
Urk.
8/163/8 ff.).
Schliesslich trat die Beschwerdeführerin am
1.
November 2017 aufgrund einer erneuten Dekompensation
wieder in die
H._
ein
, wobei die behandelnden Ärzte von einer 100%igen Arbeitsunfähigkeit im ersten Arbeitsmarkt ausgingen
. Aus ihrem Bericht vom
5.
Februar 2018 ergibt sich ferner, dass die Beschwerde
führerin nach dem Austritt aus der Klinik in ein Wohnheim ziehen
werde
(
Urk.
8/184/1-2).
3.4
Vor diesem Hintergrund ist ab April 2015 eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit für sämtliche erwerblichen Tätigkeiten
mit überwiegender Wahrscheinlichkeit
ausge
wiesen, wobei diese mindestens bis zum Zeitpunkt des Erlasses der angefochtenen Verfügungen ohne wesentlichen Unterbruch Bestand hatte.
Dies stellt denn auch keine der Parteien in Frage.
Der Vollständigkeit
halber
bleibt anzufügen, dass das Bundesgericht zwar für sämtliche psychische Leiden die Anwendbarkeit des
indi
katorengeleiteten
Beweisverfahrens gemäss BGE 141 V 281 statuiert hat
, um die funktionellen Folgen sämtlicher psychischer Befunde gesamthaft beurteilen zu können
(BGE 143 V 409 und 418). Ein solches erweist sich angesichts der kon
kreten
Krankheits
bilder – bipolare respektive
schizoaffektive
Störung sowie Ess
störung – allerdings aus Verhältnismässigkeitsgründen als nicht notwendig, da sich diese Störungen aufgrund klinischer psychiatrischer Untersuchung bezüglich ihrer Überprüf- und Objektivierbarkeit mit somatischen Erkrankungen verglei
chen lassen (BGE 143 V 418 E. 7.1 mit Hinweis).
4.
Nach dem Gesagten war die Beschwerdeführerin ab April 2013 erheblich in ihrer Arbeitsfähigkeit eingeschränkt. Nach Ablauf de
s
gesetzlich vorgesehenen Warte
jahres
bestand von April bis und mit Oktober 2014 eine 100%ige
Arbeitsun
fähigkeit in allen in Frage kommenden Tätigkeiten
. Von November 2014 bis und mit März 2015
war die Beschwerdeführerin in der Lage, ihre Restarbeitsfähigkeit
im angestammten Tätigkeitsbereich
im Umfang von
40
%
zu verwerten
. Seither besteht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit
sowohl in Bezug auf die ange
stammten Tätigkeiten als Architektin und Dozentin, als auch
in anderen in Frage kommenden
Tätigkeiten
wiederum
eine vollständige Arbeits
un
fähigkeit.
In Nachachtung von Art. 88a
Abs.
1 und
Abs.
2 IVV, wonach eine Verbesserung oder Verschlechterung der Erwerbsfähigkeit zu berücksichtigen ist, sobald sie ohne wesentliche Unterbrechung drei Monate gedauert hat, ist der Beschwerde
führerin somit von April
2014
bis und mit Januar 2015 bei einem Invaliditätsgrad von 100
%
eine ganze Invalidenrente zuzusprechen. Von Februar bis und mit Juni 2015 bestand auf der Basis eines Invaliditätsgrades von 60
%
Anspruch auf eine
Dreiviertelsrente
. Seit Juli 2015 liegt wiederum ein Invaliditätsgrad von 100
%
vor, weshalb seither wiederum Anspruch auf eine ganze Rente besteht (vgl. E. 1.2).
I
n
teilweiser
Gutheissung der Beschwerde
sind demnach die
angefochte
nen Verfügungen vom
7.
beziehungsweise 1
4.
Mai 2018
dahingehend abzuän
dern.
Der Vollständigkeit halber bleibt festzuhalten, dass die Wartezeit nach
Art.
28
Abs.
1
lit
. b IVG ab Dezember 2014 nicht neu zu laufen begann, da im November 2014 kein wesentlicher Unterbruch der Arbeitsunfähigkeit im Sinne von
Art.
29
ter
IVV vorlag (vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_824/2018 vom
4.
Juni 2019 E. 5.1).
5.
5.1
Da die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen zu prüfen war, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfah
rensaufwand sowie unabhängig vom Streitwert festzulegen (
Art.
69 Abs. 1
bis
IVG) und auf
Fr.
600.-- anzusetzen. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind sie der unterliegenden Beschwerdegegnerin aufzuerlegen.
5.2
Nach
Art.
61
lit
. g ATSG in Verbindung mit
§
34
Abs.
1 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht (
GSVGer
) hat die obsiegende Beschwerde führende Person Anspruch auf Ersatz der Parteikosten. Diese werden ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache, der Schwierigkeit des Pro
zesses und dem Mass des Obsiegens bemessen (
§
34
Abs.
3
GSVGer
).
Unter Berücksichtigung der genannten Kriterien
ist die von der
Beschwerde
gegnerin
an
die Beschwerdeführerin
zu leistende Entschädigung ermessensweise auf
Fr.
2'3
00.-- (inkl. Barauslagen und Mehrwertsteuer)
festzusetzen.