# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** a0ed081a-ddec-4cd2-956c-475c7083b0da
**Court:** ZH_OG
**Chamber:** ZH_OG_001
**Year:** 2015
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

betreffend Eheschutz
Berufung gegen ein Urteil des Einzelgerichts im summarischen Verfahren am Bezirksgericht Horgen vom 28. Oktober 2014 (EE140045-F)
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Rechtsbegehren (Urk. 1 S. 2):
"1. Es sei festzustellen, dass die Parteien berechtigt sind, getrennt zu .
2. Der Gesuchsbeklagte sei zu verpflichten, der Gesuchstellerin  ab 01. März 2014 monatliche Unterhaltsbeiträge in Höhe von CHF 5'000.00, allenfalls einen Betrag nach richterlichem Ermessen, zu bezahlen.
3. Im Sinne einer superprovisorischen Verfügung sei der Gesuchsbeklagte zu verpflichten, der Gesuchstellerin einen Betrag von CHF 10'000.00 (Unterhaltsbeiträge Mai und Juni 2014) zu bezahlen.
4. Der Gesuchsbeklagte sei zu verpflichten, einen allfälligen  haftend auch für die Ehefrau zu erbringen. Des Weiteren sei er zu verpflichten, der Gesuchstellerin einen  in Höhe von CHF 5'000.00, allenfalls nach richterlichem , zzgl. 8% Mehrwertsteuer, zu leisten.
5. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge."
Verfügung und Urteil des Einzelgerichts im summarischen Verfahren des Bezirks Horgen vom 28. Oktober 2014 (Urk. 48):
Verfügung:
"1. Das Gesuch der Gesuchstellerin um Verpflichtung des Gesuchsgegners zur
Leistung eines Gerichts- bzw. Anwaltskostenvorschusses wird abgewiesen.
2. Schriftliche Mitteilung mit nachfolgendem Erkenntnis.
3. (Rechtsmittelbelehrung.)"
Urteil:
"1. Den Parteien wird das Getrenntleben bewilligt. Es wird vorgemerkt, dass die
Parteien bereits getrennt leben.
2. Die eheliche Wohnung an der C._-Strasse ..., D._, wird für die
Dauer des Getrenntlebens der Parteien samt Mobiliar und Hausrat dem Ge-
suchsgegner zur alleinigen Benutzung zugewiesen.
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3. Der Gesuchsgegner wird verpflichtet, der Gesuchstellerin für sich persönlich
monatliche Unterhaltsbeiträge von Fr. 3'129.– zu bezahlen, rückwirkend ab
1. März 2014 für die Dauer des Getrenntlebens, zahlbar monatlich im Vo-
raus jeweils auf den Ersten eines jeden Monats.
Der Gesuchsgegner ist berechtigt, sämtliche bisherigen für diesen Zeitraum
geleisteten Zahlungen (einschliesslich für die Gesuchstellerin geleistete Di-
rektzahlungen) in Abzug zu bringen.
4. Der Gesuchsgegner wird für die Dauer des Getrenntlebens verpflichtet, der
Gesuchstellerin unter Vorlage der entsprechenden Belege die Hälfte eines
allfälligen an ihn ausbezahlten Bonus, höchstens jedoch Fr. 6'000.– pro
Jahr, zu bezahlen, zahlbar innert 30 Tagen nach Auszahlung des Bonus an
ihn, erstmals betreffend den Bonus für das Jahr 2014.
5. Die Entscheidgebühr wird festgesetzt auf Fr. 3'900.- (Pauschalgebühr).
Wird auf eine Begründung des Entscheides verzichtet, ermässigt sich die
Entscheidgebühr auf zwei Drittel.
6. Die Gerichtskosten werden dem Gesuchsgegner zu 65% und der Gesuch-
stellerin zu 35% auferlegt.
7. Der Gesuchsgegner wird verpflichtet, der Gesuchstellerin eine auf 65% re-
duzierte Parteientschädigung von Fr. 3'380.- zu bezahlen.
8. (Mitteilungssatz.)
9. (Rechtsmittelbelehrung.)"
Berufungsanträge:
des Gesuchsgegners und Berufungsklägers (Urk. 47 S. 2):
"1. Die Vollstreckung von Dispositiv Ziff. 3 und 4 des Urteils der  sei gestützt auf Art. 315 Abs. 5 ZPO aufzuschieben.
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2. In Aufhebung von Dispositiv Ziff. 3 und 4 sei festzustellen, dass der Berufungskläger und Gesuchsgegner keinen  zu bezahlen hat.
Eventualiter sei er zu verpflichten, einen angemessen reduzierten Unterhaltsbeitrag zu bezahlen.
3. In Aufhebung von Ziff. 6 und 7 des Urteils der Vorinstanz seien die Kosten des erstinstanzlichen Verfahrens der Gesuchstellerin und Berufungsbeklagten aufzuerlegen und sie sei zu verpflichten, den Gesuchsgegner und Berufungskläger angemessen zu .
4. Die Kosten des Berufungsverfahrens seien der Gesuchstellerin und Berufungsbeklagten aufzuerlegen und sie sei zu verpflichten, den Gesuchsgegner und Berufungskläger zu entschädigen."
der Gesuchstellerin und Berufungsbeklagten (Urk. 70 S. 2):
"1. Die Berufung sei vollumfänglich abzuweisen.
2. Die Verfügung vom 15. April 2015 sei unverzüglich aufzuheben. 3. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten des Beru-
fungsklägers."

## Considerations

Erwägungen:
I.
1. Die Parteien standen seit dem 16. Juni 2014 vor Vorinstanz in einem Ehe-
schutzverfahren (Urk. 1). Zum Ablauf des vorinstanzlichen Verfahrens kann auf
die Ausführungen der Vorinstanz verwiesen werden (vgl. Urk. 48. S. 2 f.). Mit dem
vorliegend angefochtenen Urteil vom 28. Oktober 2014, dessen Begründung den
Parteien am 16. Januar 2015 zugestellt wurde (vgl. nicht akturierte Sendungs-
nachverfolgung in den vorinstanzlichen Akten), fand das Verfahren seinen Ab-
schluss.
2. Mit Eingabe vom 26. Januar 2015 (Urk. 47) erhob der Gesuchsgegner und
Berufungskläger (nachfolgend Gesuchgegner) innert Frist Berufung, wobei er
oben angeführte Anträge stellte. Mit Verfügung vom 10. Februar 2015 wurde dem
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Gesuchsgegner einerseits Frist zur Leistung eines Kostenvorschusses angesetzt,
andererseits wurde der Gesuchstellerin und Berufungsbeklagten (nachfolgend
Gesuchstellerin) Frist zur Stellungnahme zum Gesuch um Erteilung der aufschie-
benden Wirkung angesetzt (Urk. 51). Sowohl der Kostenvorschuss als auch die
Stellungnahme erfolgten innert Frist (Urk. 51-53). Die Gesuchstellerin beantragte,
das Gesuch um Erteilung der aufschiebenden Wirkung abzuweisen, resp. die vor-
zeitige Vollstreckung im Sinne von Art. 315 Abs. 2 ZPO zu bewilligen. Eventualiter
sei die vorzeitige Vollstreckung für den Betrag von Fr. 20'000.00 für rückständige
Alimente und für Fr. 2'500.00 pro Monat ab Januar 2015 zu bewilligen. Gleichen-
tags stellte sie den Antrag, den Gesuchsgegner zur Leistung eines Prozesskos-
tenvorschusses von Fr. 5'000.– zu verpflichten. Eventualiter sei ihr die unentgeltli-
che Rechtspflege zu bewilligen und eine unentgeltliche Rechtsverbeiständung zu
bestellen (Urk. 58 S. 2). In der Verfügung vom 10. Februar 2015 wurde ausge-
führt, dass die vorgenannten prozessualen Anträge zur Zeit nicht zu behandeln
seien (Urk. 59 S. 2). Zudem wurden mit gleicher Verfügung dem Gesuchsgegner
verschiedenste Urkunden zur Kenntnisnahme zugestellt, so auch die Stellung-
nahme der Gesuchstellerin vom 6. Februar 2015 (Urk. 59). Mit Eingabe vom 23.
Februar 2015 äusserte sich der Gesuchsgegner zur Eingabe der Gesuchstellerin
vom 6. Februar 2015 (Urk. 60 ff.). Mit Verfügung vom 2. April 2015 wurde der Be-
rufung des Gesuchsgegners in Bezug auf Dispositivziffer 3 des vorinstanzlichen
Urteils für rückwirkend geschuldete Unterhaltsbeiträge bis und mit Ende März
2015 sowie ab 1. Juni 2015 im Fr. 2'047.35 übersteigenden Betrag die aufschie-
bende Wirkung erteilt. Im Mehrbetrag wurde der prozessuale Antrag des Ge-
suchsgegners um Erteilung der aufschiebenden Wirkung abgewiesen. Gleichzei-
tig wurde der Gesuchstellerin Frist zur Berufungsantwort angesetzt (Urk. 66). Mit
Eingabe vom 14. April 2015 beantragte der Gesuchsgegner, der Berufung auch
ab 1. Mai 2015 die aufschiebende Wirkung zu erteilen (Urk. 67 S. 1). Mit Verfü-
gung vom 15. April 2015 wurde der Gesuchstellerin Frist zur Stellungnahme zu
diesem Antrag angesetzt und gleichzeitig festgehalten, dass bis zum Entscheid
über die beantragte Abänderung der Dispositivziffer 1 der Verfügung vom 2. April
2015 alle Vollstreckungshandlungen, welche die persönlichen Unterhaltsbeiträge
der Gesuchstellerin ab 1. Mai 2015 betreffen, zu unterbleiben haben. Die Beru-
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fungsantwort datiert vom 17. April 2015 und ging innert Frist ein (Urk. 70). Weiter
beantragte die Gesuchstellerin mit Vernehmlassung vom 17. April 2015, die Ver-
fügung vom 15. April 2015 sei aufzuheben und das Gesuch betreffend Abände-
rung von Ziff. 1 der Verfügung vom 2. April 2015 sei abzuweisen (Urk. 72 S. 2).
Der prozessuale Antrag der Gesuchstellerin, es sei die Verfügung vom 15. April
2015 unverzüglich bzw. superprovisorisch aufzuheben, wurde mit Verfügung vom
27. April 2015 abgewiesen und dem Gesuchsgegner Frist angesetzt, um zur Ver-
nehmlassung der Gesuchstellerin vom 17. April 2015 Stellung zu nehmen (Urk.
73). Die Stellungnahme erfolgte innert Frist. Mit Verfügung vom 6. Mai 2015 wur-
de der Antrag, es sei der Berufung auch ab 1. Mai 2015 die aufschiebende Wir-
kung zu erteilen, abgewiesen (Urk. 74 S. 2). Schliesslich nahm der Gesuchsgeg-
ner mit Eingabe vom 6. Mai 2015 unaufgefordert zur Berufungsantwort Stellung
(Urk. 76). Diese Eingabe wurde der Gesuchstellerin mit Verfügung vom 8. Mai
2015 zur Kenntnisnahme zugestellt (Urk. 76).
2. Die Dispositiv-Ziffern 1, 2 und 5 des vorinstanzlichen Urteils blieben unange-
fochten, weshalb diese in Rechtskraft erwachsen sind, wovon Vormerk zu neh-
men ist.
II.
1. Gegenstand des vorliegenden Verfahrens bilden die Ehegattenunterhaltsbei-
träge (Dispositivziffern 3 und 4) sowie die Kosten- und Entschädigungsfolgen des
erstinstanzlichen Verfahrens (Dispositivziffern 6 und 7).
2. Neue Tatsachen und Beweismittel (Noven) können im Berufungsverfahren
nur unter den Voraussetzungen von Art. 317 Abs. 1 ZPO berücksichtigt werden,
d.h. wenn sie ohne Verzug vorgebracht werden (lit. a) und trotz zumutbarer Sorg-
falt nicht schon vor erster Instanz vorgebracht werden konnten (lit. b). Am derart
beschränkten Novenrecht ändert auch der Umstand nichts, dass im Eheschutz-
verfahren, soweit (wie hier) keine Kinderbelange betroffen sind, die sog. soziale
bzw. eingeschränkte Untersuchungsmaxime gilt (Art. 272 ZPO; BGer 5A_2/2013
vom 6. März 2013 E. 4.2). Nach der bundesgerichtlichen Praxis regelt Art. 317
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Abs. 1 ZPO die Möglichkeit der Parteien, neue Tatsachen und Beweismittel vor-
zubringen, auch in diesen Fällen abschliessend; insbesondere ist eine analoge
(sinngemässe) Anwendung von Art. 229 Abs. 3 ZPO, welcher das erstinstanzliche
Verfahren betrifft, im Berufungsverfahren ausgeschlossen (BGE 138 III 625 ff. E.
2.2 S. 626 f.; ZR 111 [2012] Nr. 35; statt vieler auch OGer/ZH LE110045 vom
15.3.2013 E. II.3).
III.
A. Internationale Zuständigkeit und anwendbares Recht
1. Die Gesuchstellerin ist slowakische Staatsangehörige. Der Gesuchsgegner
ist Schweizer. Die Parteien sind beide noch an der C._-Strasse ... in D._
angemeldet, doch lebt die Gesuchstellerin seit März 2014 unbestrittenermassen
in ihrer Eigentumswohnung in der Slowakei (Urk. 1 S. 2 f., Prot. I S. 7). Damit liegt
ein Sachverhalt mit qualifiziertem Auslandbezug vor, weshalb sich die Zuständig-
keit der schweizerischen Gerichte sowie das anwendbare Recht zur Beurteilung
der Eheschutzbegehren nach dem IPRG respektive nach den gemäss Art. 1 Abs.
2 IPRG vorgehenden völkerrechtlichen Verträgen richtet. Die Vorinstanz hat indes
keinerlei Ausführungen zur internationalen Zuständigkeit oder dem anwendbaren
Recht gemacht. In der Folge wird zunächst die Zuständigkeit der schweizerischen
Gerichte zu klären und sodann bei Vorliegen einer solchen das anwendbare
Recht zu bestimmen sein.
2. Die internationale Zuständigkeit für den Ehegattenunterhalt richtet sich nach
dem Übereinkommen über die gerichtliche Zuständigkeit und die Anerkennung
und Vollstreckung von Entscheidungen in Zivil- und Handelssachen (Lugano-
Übereinkommen, LugÜ; vgl. Art. 5 Ziff. 2). Dieses Abkommen ist für die Schweiz
am 1. Januar 2011 in Kraft getreten. Nach Art. 2 Ziff. 1 LugÜ sind Personen, die
ihren Wohnsitz im Hoheitsgebiet eines durch dieses Übereinkommen gebunde-
nen Staates haben, ohne Rücksicht auf ihre Staatsangehörigkeit vor den Gerich-
ten dieses Staates zu verklagen. Der Gesuchsgegner hat seinen Wohnsitz in der
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Schweiz, weshalb die schweizerischen Gerichte zur Beurteilung der Unterhalts-
frage zuständig sind.
3. Das anwendbare Recht hinsichtlich des Anspruchs auf Ehegattenunterhalt
bestimmt sich gemäss Art. 49 IPRG nach dem Haager Übereinkommen vom
2. Oktober 1973 über das auf die Unterhaltspflicht anwendbare Recht (Haager
Unterhaltsübereinkommen, HUntÜ). Dieses Abkommen ist für die Schweiz am
1. Oktober 1977 in Kraft getreten. Die Slowakei ist nicht Vertragsstaat, was für die
Anwendbarkeit des HUntÜ jedoch irrelevant ist, weil das Abkommen erga omnes-
Wirkung hat (vgl. Art. 3 HUntÜ). Nach Art. 4 HUntÜ ist für die in Art. 1 genannten
Unterhaltspflichten das am gewöhnlichen Aufenthalt des Unterhaltsberechtigten
geltende innerstaatliche Recht massgebend (Abs. 1). Der von der Schweiz ge-
machte Vorbehalt gemäss Art. 15 i.V.m Art. 24 HUntÜ wirkt sich vorliegend nicht
aus, da lediglich der Gesuchsgegner schweizerischer Staatsangehöriger ist. Da
sich die um Unterhalt ersuchende Gesuchstellerin seit März 2014 in Bratislava
aufhält, ist für die Unterhaltspflicht slowakisches Recht anwendbar.
B. Unterhaltspflicht des Gesuchsgegners
1. Die Vorinstanz hat den Gesuchsgegner verpflichtet, der Gesuchstellerin für
die Dauer des Getrenntlebens rückwirkend ab 1. März 2014 einen monatlichen
Unterhaltsbeitrag von 3'129.– zu bezahlen (Urk. 48 S. 27). Der Unterhaltsberech-
nung legte sie einen Bedarf der Gesuchstellerin von Fr. 2'047.– und ein Einkom-
men von Fr. 0.– zu Grunde. Auf Seiten des Gesuchsgegners ging die Vorinstanz
von einem Erwerbseinkommen von Fr. 14'413.– und einem Bedarf von
Fr. 10'203.25 aus. Den Freibetrag von Fr. 2'162.40 teilte die Vorinstanz hälftig auf
die Parteien auf. Vorliegend sind sowohl die Bedarfe als auch die Einkommen
beider Parteien umstritten.
2. Gemäss § 75 Abs. 1 des slowakischen Familiengesetzes vom 19. Januar
2005 (nachfolgend FamG) hat das Gericht bei der Festlegung des Unterhalts die
begründeten Bedürfnisse des Berechtigten sowie die Fähigkeiten und Möglichkei-
ten des Verpflichteten zu berücksichtigen. Das gilt auch dann, wenn der Unter-
haltspflichtige ohne wichtigen Grund auf eine bessere Beschäftigung, einen höhe-
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ren Verdienst oder einen anderen Vermögensvorteil verzichtet (Petr Bohata, Län-
derinformation Slowakei, S. 88, in: Bergmann/Ferid/Henrich [Hrsg.], Internationa-
les Ehe- und Kindschaftsrecht, Slowakei, Frankfurt a.M. 2011).
3. Das slowakische Unterhaltsrecht entspricht somit in den Grundzügen dem
schweizerischen Recht. Insbesondere ergibt sich aus § 75 FamG, dass auch dem
slowakischen Recht die Anrechnung eines hypothetischen Einkommens nicht
fremd ist. Aufgrund des Wortlautes von § 75 FamG, welcher von den begründeten
Bedürfnissen des Berechtigten spricht, ist davon auszugehen, dass gemäss slo-
wakischem Recht nicht nur beim Unterhaltsverpflichteten sondern auch beim Un-
terhaltsberechtigten ein hypothetisches Einkommen angerechnet werden kann,
sofern die Erzielung eines solchen möglich und zumutbar ist.
4. Bedarf Gesuchstellerin
4.1. Die Vorinstanz hat den Bedarf der Gesuchstellerin mit Fr. 2'047.35 veran-
schlagt (Urk. 48 S. 14). Im Berufungsverfahren umstritten sind die Wohnkosten,
die Krankenkassenprämien sowie die Versicherungen betreffend die Eigentums-
wohnungen der Gesuchstellerin in der Slowakei.
4.2. Wohnkosten
Die Gesuchstellerin ist Eigentümerin von zwei Wohnungen in Bratislava, wovon
sie eine bewohnt. Die Vorinstanz berücksichtigte die von der Gesuchstellerin an-
lässlich der Hauptverhandlung geltend gemachten und vom Gesuchsgegner nicht
bestrittenen Nebenkosten von monatlich Fr. 600.– für die von ihr bewohnte Eigen-
tumswohnung (Urk. 48 S. 15).
Der Gesuchsgegner moniert, dass die Vorinstanz diese Bedarfsposition in die Be-
rechnung aufgenommen habe, obwohl das Beweismass des Glaubhaftmachens
nicht erfüllt worden sei. Die Vorinstanz habe es in Verletzung der richterlichen
Fragepflicht unterlassen, diese Position dem Gesuchsgegner vorzuhalten, wes-
halb sie nicht als unbestritten gelten dürfe (Urk. 47 S. 12 f.).
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Wie erwähnt gilt im vorliegenden Verfahren der beschränkte Untersuchungs-
grundsatz (Art. 272 ZPO). Der eigentliche Kern des beschränkten Untersu-
chungsgrundsatzes besteht in einer verstärkten Fragepflicht, die das Gericht aus-
zuüben hat: Das Gericht muss die Parteien auf ihre Pflicht zur Mitwirkung und
Beweisführung hinweisen und sich über die Vollständigkeit der Behauptungen
und Beweise mit Blick auf die Rechtsbegehren und die in Aussicht genommene
Rechtsanwendung versichern. Anders als die allgemeine Fragepflicht gemäss Art.
56 ZPO greift die aus dem Untersuchungsgrundsatz fliessende Fragepflicht dabei
nicht erst bei "offensichtlicher" Unvollständigkeit der Parteivorbringen. Das Aus-
mass der richterlichen Hilfe hängt im Einzelfall auch davon ab, wie eine Partei so-
zial und intellektuell disponiert ist, und ob sie anwaltlich vertreten ist. Wo sich Par-
teien gegenüberstehen, zwischen denen ein gewisses Machtgefälle besteht
(Laie/anwaltlich vertretene Partei), soll vor allem dieses ausgeglichen werden (BK
ZPO I-Hurni, Art. 55 ZPO N 65 und N 67 m.w.H.). Da sich im erstinstanzlichen
Verfahren ein Laie und eine anwaltlich vertretene Partei gegenüberstanden, hätte
die Vorinstanz den unvertretenen Gesuchsgegner fragen müssen, ob er die von
der Gesuchstellerin geltend gemachten Bedarfszahlen anerkenne und bei einer
Verneinung abklären müssen, welche Positionen er bestreitet. Ohne entspre-
chendes Nachfragen durfte diese Position nicht als unbestritten erachtet werden.
Die geltend gemachten Nebenkosten von monatlich Fr. 600.– erscheinen für eine
Wohnung in der Schweiz von einem Wert von rund Fr. 600'000.– (vgl. Prot. I S.
17) angemessen. Indes betragen die Lebenshaltungskosten in Bratislava lediglich
49% derjenigen von Zürich (Landesübersicht der UBS AG, Preise und Löhne. Ein
Kaufkraftvergleich rund um die Welt, 2012, S. 8). Die anwaltlich vertretene Ge-
suchstellerin hat die behaupteten Nebenkosten von Fr. 600.– weder belegt noch
näher ausgeführt, wie sich diese Position zusammensetzt. Sie ist damit ihrer
Glaubhaftmachungspflicht nicht nachgekommen. Vor diesem Hintergrund er-
scheint es sachgerecht, lediglich den vom Gesuchsgegner anerkannten Betrag
von Fr. 125.– für Nebenkosten in der Bedarfsberechnung der Gesuchstellerin zu
berücksichtigen.
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4.3. Krankenkassenprämie
Im Bedarf der Gesuchstellerin berücksichtigte die Vorinstanz sowohl die Prämien-
kosten der schweizerischen als auch der slowakischen Krankenkasse (Urk. 48
S. 15). Der Gesuchsgegner bestreitet in seiner Berufung, dass die Gesuchstelle-
rin in der Slowakei zusätzlich krankenversichert ist (Urk. 47 S. 14), wohingegen er
vor Vorinstanz zu Protokoll gegeben hat, dass die Gesuchstellerin die Prämien-
kosten für die Krankenkasse in der Slowakei selbst bezahle (Prot. I S. 17). Der
Gesuchsgegner verhält sich widersprüchlich, wenn er die Prämienkosten für die
Krankenkasse in der Slowakei vor Vorinstanz anerkennt und im Berufungsverfah-
ren ohne nähere Begründung bestreitet. Gegen die Höhe der Kosten wendet der
Gesuchsgegner nichts ein. Ausserdem erscheint die Kostenhöhe plausibel. Ent-
sprechend sind sowohl die Prämienkosten für die Krankenkasse in der Schweiz
von monatlich Fr. 372.15 als auch diejenigen für die Krankenkasse in der Slowa-
kei von Fr. 68.40 zu berücksichtigen.
4.4. Versicherungen
Sodann berücksichtigte die Vorinstanz im Bedarf der Gesuchstellerin monatliche
Versicherungskosten von Fr. 120.– betreffend die von der Gesuchstellerin in Bra-
tislava bewohnte Eigentumswohnung. Der Gesuchsgegner wehrt sich gegen die
Berücksichtigung dieser Position wiederum mit der Begründung, dass einerseits
keinerlei Belege eingereicht wurden und ihm andererseits diese Position nicht
vorgehalten wurde (Urk. 47 S. 14). Auch hier ist dem Gesuchsgegner zuzustim-
men, dass diese Position nicht als unbestritten gelten durfte, ohne dass die Vor-
instanz den unvertretenen Gesuchsgegner zu den Bedarfspositionen der Ge-
suchstellerin mittels entsprechenden Fragen konkret Stellung nehmen liess.
Da die anwaltlich vertretene Gesuchstellerin weder einen Beleg für die Versiche-
rungskosten eingereicht noch Ausführungen zur Höhe und Art der Versicherung
gemacht hat, kann diese Position nicht als hinreichend glaubhaft gemacht gelten,
weshalb sie unberücksichtigt bleiben muss.
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4.5. Die weiteren von der Vorinstanz berücksichtigten Positionen Tele-
fon/Radio/TV von Fr. 58.– und Steuern in der Höhe von Fr. 240.– blieben unange-
fochten und erscheinen plausibel. Der Bedarf der Gesuchstellerin beläuft sich
damit auf gerundet Fr. 1'452.– (Fr. 588.– Grundbetrag, Fr. 125.– Nebenkosten,
Fr. 372.15 Krankenkasse Schweiz, Fr. 68.40 Krankenkasse Slowakei, Fr. 58.80
Telefon/Radio/TV und Fr. 240.– Steuern).
5. Bedarf Gesuchsgegner
5.1. Die Vorinstanz bezifferte den Bedarf des Gesuchsgegners auf Fr. 10'203.25.
Der Gesuchsgegner moniert, dass der von ihm geltend gemachten Betrag von
Fr. 2'500.– für die Amortisation der Hypothek sowie die geltend gemachten
Schuldentilgungsraten von Fr. 2'620.80 pro Monat zu Unrecht nicht berücksichtigt
worden seien (Urk. 47 S. 9).
5.2. Amortisation der Hypothek
In Bezug auf die geltend gemachten Amortisationen belegte der Gesuchsgegner
vor Erstinstanz, dass er am 28. März 2014 und 27. Juni 2014 Amortisationen von
je Fr. 2'500.– geleistet hat (Urk. 11/9 S. 5, Urk. 11/10 S. 4 f.; vgl. dazu auch Prot. I
S. 16). Weiter machte er geltend, dass er Fr. 3'000.– in die 3. Säule einbezahlt
und dadurch die Hypothek indirekt amortisiert habe (Prot. I S. 18). Die Vorinstanz
begründete die Nichtberücksichtigung dieser Position damit, dass aus den Unter-
lagen sowie den Ausführungen des Gesuchsgegners nicht hervorgehe, dass der
Gesuchsgegner zur Leistung der Amortisationen verpflichtet sei (Urk. 48 S. 17).
Gemäss Rechtsprechung des Bundesgerichts ist die Amortisation von Grund-
pfandschulden Vermögensbildung und ist deshalb bei der Berechnung der Unter-
haltsbeiträge nicht zu berücksichtigen. Eine Anrechnung kommt ausnahmsweise
in Betracht, wenn der Schuldner gesetzlich oder vertraglich zur Amortisation ver-
pflichtet ist und es die finanziellen Verhältnisse zulassen (BGer 5A_131/2007 vom
8. Juni 2007 E. 2.2 und BGer 5A_747/2012 vom 2. April 2013).
Wie erwähnt findet auf die vorliegende Unterhaltsberechnung slowakisches Recht
Anwendung. Weil gemäss § 75 FamG bei der Festlegung des Unterhalts die be-
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gründeten Bedürfnisse des Berechtigten sowie die Fähigkeiten, Möglichkeiten und
Vermögensverhältnisse des Pflichtigen zu berücksichtigen sind, darf davon aus-
gegangen werden, dass Amortisationszahlungen auch in Anwendung des slowa-
kischen Rechts lediglich bei ausreichenden finanziellen Mitteln der Parteien sowie
bei einer entsprechenden gesetzlichen oder vertraglichen Verpflichtung zu be-
rücksichtigen sind. Etwas anderes wird denn auch von keiner Partei behauptet.
Aus den vorinstanzlichen Unterlagen sowie den Ausführungen der Parteien geht
nicht hervor, dass der Gesuchsgegner verpflichtet ist, Amortisationen zu leisten,
weshalb diese von der erstinstanzlichen Richterin zu Recht nicht berücksichtigt
wurden (Urk. 48 S. 17). Im Berufungsverfahren reichte der Gesuchsgegner neu
die Hypothekarverträge (Urk. 50/7-9) zu den Akten. Diese sind jedoch in Anwen-
dung von Art. 317 Abs. 1 ZPO nicht zu berücksichtigen, nachdem den Parteien
mit vorinstanzlicher Verfügung vom 25. Juni 2014 Frist angesetzt wurde, um Be-
lege über feste Ausgaben für den Lebensbedarf wie Mietverträge etc. sowie Bele-
ge über Schulden (Alimente, Darlehen, Kredite, Leasing etc.) einzureichen (Urk.
6). Der Gesuchsgegner hätte deshalb bereits aufgrund dieser Aufforderung die
Hypothekarverträge einreichen müssen. Vor diesem Hintergrund ist die Rüge des
Gesuchsgegners unbegründet, wonach er von der vorinstanzlichen Richterin zur
vertraglichen Verpflichtung zur Leistung von Amortisationen in Anwendung von
Art. 56 ZPO hätte befragt werden müssen (Urk. 47 S. 9).
Schliesslich ergibt sich aufgrund der nachfolgenden Erwägungen, dass die finan-
ziellen Verhältnisse der Parteien (zumindest ab Mai 2015) eine Berücksichtigung
der Amortisationen im Bedarf des Gesuchsgegners ohnehin nicht zulassen.
5.3. Schuldentilgung
Die vom Gesuchsgegner belegten Zahlungen an die E._ AG von monatlich
Fr. 2'620.80 blieben von der Vorinstanz mit der Begründung unberücksichtigt,
dass der Gesuchsgegner nicht genügend glaubhaft dargelegt habe, dass die
Schulden den gemeinsamen Lebensunterhalt der Parteien betroffen hätten (Urk.
48 S. 20).
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Der Gesuchsgegner führt in Bezug auf die geltend gemachten Schuldentilgungs-
raten wie bereits vor Vorinstanz aus, dass er bei einem Herr F._ einen Be-
trag von Fr. 500'000.– für den Kauf der Wohnung der Gesuchstellerin in Bratisla-
va erhalten habe, wobei er dieses Darlehen mit der Erhöhung der Hypothek abge-
löst habe. Zudem habe er zwei weitere Darlehen von Fr. 80'000.– bis Fr. 90'000.–
von zwei Kollegen für den Umbau der Wohnung der Gesuchstellerin in Bratislava
erhalten. Diese habe er durch den Kredit bei der E._ AG abgelöst. Wenn
Rückzahlungsverpflichtungen aus Schulden, welche zur Bestreitung des gemein-
samen Lebensunterhalts der Parteien aufgenommen worden seien, im Bedarf zu
berücksichtigen seien, müsse dies um so mehr Geltung haben für Schulden, wel-
che für eine im sachenrechtlichen Eigentum der Gesuchstellerin stehende Woh-
nung aufgenommen worden seien. Schliesslich erblickt der Gesuchsgegner im
Umstand, dass die Vorinstanz die Gesuchstellerin nicht gefragt hat, wer den Um-
bau der Wohnung in Bratislava finanziert hat und wie hoch die Umbaukosten ge-
wesen waren, eine Verletzung der richterlichen Fragepflicht (Urk. 47 S. 10 f.).
Die Gesuchstellerin bestritt die Ausführungen des Gesuchsgegners betreffend Fi-
nanzierung der Wohnung sowohl im erstinstanzlichen Verfahren wie auch im Be-
rufungsverfahren. Gemäss ihren Ausführungen habe ihr der Gesuchsgegner stets
gesagt, die Finanzierung der Wohnung in Bratislava sei über die Erhöhung der
Hypothek erfolgt. Sie fügt in der Berufungsantwort an, der Kauf der Wohnung sei
vor der Eheschliessung erfolgt (Prot. I S. 15).
Bereits in der Verfügung vom 2. April 2015 wurde festgehalten, dass die behaup-
teten Darlehen von Fr. 80'000.– bis Fr. 90'000.– vollständig unbelegt geblieben
seien. So sind sie weder in der Steuererklärung 2007 (Urk. 62/1+2) noch im
Schuldenverzeichnis zu den Steuererklärungen 2012 (Urk. 11/1 S. 11) und 2013
(Urk. 55/1 S. 10) aufgeführt (Urk. 66 S. 8). Weil die Gesuchstellerin ausserdem
die Darstellung des Gesuchsgegners bestritten hat und selbst plausible Ausfüh-
rungen zur Finanzierung der Wohnung gemacht hat, gelang es dem Gesuchs-
gegner nicht, glaubhaft zu machen, dass der Kredit bei der E._ AG letztlich
für den Umbau der Wohnung der Gesuchstellerin in Bratislava verwendet wurde.
Anzufügen bleibt, dass der Vorinstanz keine Verletzung der richterlichen Frage-
- 15 -
pflicht vorgeworfen werden kann, weil sie die Gesuchstellerin nicht gefragt hat,
wer den Umbau finanziert hat und wie hoch die Umbaukosten waren. Die Frage-
pflicht aktualisiert sich bei einer Mangelhaftigkeit des Parteivorbringens. Dies
kann gemäss dem Gesetzestext in einer Unklarheit, Unbestimmtheit, Wider-
sprüchlichkeit oder offensichtlichen Unvollständigkeit bestehen. Die Gesuchstelle-
rin ging davon aus, dass die Finanzierung der Wohnung durch die Erhöhung der
Hypothek erfolgte. Dieses Vorbringen ist weder als unklar oder unbestimmt noch
als widersprüchlich zu werten, weshalb sich keine weiteren Fragen aufdrängten.
Nach dem Gesagten müssen daher die geltend gemachte Schuldentilgungsraten
im Bedarf unberücksichtigt bleiben.
5.4. Wohnkosten
Die Gesuchstellerin lässt in der Berufungsantwort ausführen, dem Gesuchsgeg-
ner sei allenfalls zuzumuten, in eine günstigere Wohnung zu ziehen (Urk. 70
S. 5). Die Wohnkosten von Fr. 2'150.– für eine 5-Zimmerwohnung erscheinen je-
doch noch nicht als übersetzt. So ergibt sich nach einem Blick auf die Immobilien-
plattform homegate.ch, dass sich nur wenige 3.5-Zimmerwohnungen – auf diese
Grösse hat der Gesuchsgegner gemäss ehelichem Standard mindestens An-
spruch – finden lassen, deren Mietzins weniger als Fr. 2'150.– pro Monat beträgt.
Es bleibt damit bei den Wohnkosten von monatlich Fr. 2'150.–.
5.5. Steuern
Die Vorinstanz ging beim Gesuchsgegner von einer mutmasslichen Steuerbelas-
tung von monatlich Fr. 700.– aus. Wie nachfolgend zu zeigen sein wird, ist die
Höhe des gesuchsgegnerischen Einkommens, welches bis Mai 2015 Fr. 14'413.–
netto betrug, ab Juni 2015 ungewiss, nachdem sich das Einkommen des Ge-
suchgegners bei seiner neuen Arbeitsstelle neben einem Bruttofixum von monat-
lich Fr. 7'000.– massgeblich aus quartalsweise ausbezahlten Provisionen zu-
sammensetzt (vgl. Urk. 68). Unabhängig davon rechtfertigt es sich aus nachfol-
genden Gründen auch in der Zeit ab Juni 2015 von einer mutmasslichen Steuer-
belastung von monatlich Fr. 700.– auszugehen. Die Steuerberechnung der Vor-
instanz basiert auf einer Unterhaltspflicht des Gesuchsgegners von monatlich
- 16 -
Fr. 3'129.–. Einerseits ist zu berücksichtigen, dass die Unterhaltsverpflichtung im
Vergleich zum vorinstanzlichen Entscheid etwas gesenkt wird, andererseits, dass
– sollte das Einkommen ab Juni 2015 im Vergleich zum früheren Einkommen tie-
fer ausfallen – auch die Unterhaltsverpflichtung tiefer ausfällt bzw. wegfällt, falls
der Gesuchsgegner lediglich seinen Bedarf zu decken vermag.
5.6. Abänderungsbegehren
Schliesslich bringt die Gesuchstellerin vor, der Gesuchsgegner wäre allenfalls an-
zuweisen, einen Abänderungsprozess gegen seine geschiedene Ehefrau anhän-
gig zu machen (Urk. 70 S. 5). Erstinstanzlich hat die Gesuchstellerin die Unter-
haltsverpflichtungen des Gesuchsgegners indes vorbehaltlos anerkannt (Prot. I
S. 4; Urk. 48 S. 18). Sie kann nun nicht darauf zurückkommen. Ohnehin kann der
Unterhaltspflichtige nicht zur Anhängigmachung eines Abänderungsprozesses
verpflichtet werden.
5.7. Die weiteren von der Vorinstanz beim Gesuchsgegner berücksichtigten Po-
sitionen blieben unangefochten und erscheinen plausibel.
Damit ist von folgendem Bedarf der Parteien auszugehen:
Erweiterter Notbedarf Gesuchsgegner Gesuchstellerin
Grundbetrag 1'200.00 588.00 Hypothekarzinsen 1'238.05 Nebenkosten 916.15 125.00 Krankenkasse Schweiz 369.65 372.15 Krankenkasse Slowakei 68.40 Versicherung Haftpflicht/Mobiliar 83.35 Telefon, Radio, TV 120.00 58.80
Unterhaltszahlungen/Alimente 5'000.20 Krankenkasse voreheliche Kinder 207.50 Fahrtkosten öffentlicher Verkehr 158.35 Auswärtige Verpflegung 210.00 Steuern 700.00 240.00 Total Bedarf (gerundet): 10'203.– 1'452.–
- 17 -
6. Einkommen Gesuchstellerin
6.1. Die 49-jährige Gesuchstellerin hat während des Zusammenlebens mit dem
Gesuchsgegner nicht gearbeitet und ist auch zurzeit nicht erwerbstätig. Die Vor-
instanz hat geprüft, ob der Gesuchstellerin bereits während der Dauer des Ehe-
schutzes die Wiederaufnahme einer Erwerbstätigkeit und damit die Erzielung ei-
nes eigenen Erwerbseinkommens zuzumuten ist. Sie hat dies verneint.
6.2. Der Gesuchsgegner rügt, die Vorinstanz habe der Gesuchstellerin zu Un-
recht kein hypothetisches Erwerbseinkommen angerechnet. Er macht geltend,
dass mit einer Wiederaufnahme des gemeinsamen Haushaltes weder aus Sicht
des Gesuchsgegners noch der Gesuchstellerin ernsthaft zu rechnen sei, weshalb
bei der Frage der Wiederaufnahme einer Erwerbstätigkeit die scheidungsrechtli-
chen Kriterien anzuwenden seien (Urk. 47 S. 5). Er stellt sich auf den Standpunkt,
der Gesuchstellerin sei ein hypothetisches Einkommen von monatlich mindestens
EUR 1'975.– (EUR 1'100.– Erwerbseinkommen sowie EUR 875.– Mietzinsein-
nahmen aus der Vermietung der zweiten Eigentumswohnung in Bratislava) anzu-
rechnen. Als ausgebildete Krankenschwester könne sie in einem Bereich arbei-
ten, in welchem immer Arbeitskräfte gesucht würden (Urk. 47 S. 5 ff.).
6.3. Wie weiter oben (Erw. III.B.3.) festgehalten wurde, ist auch bei Anwendung
slowakischen Rechts die Möglichkeit der Anrechnung eines hypothetischen Ein-
kommens zu bejahen. Es ist deshalb zu prüfen, ob für die Gesuchstellerin die
Aufnahme einer Erwerbsfähigkeit möglich und zumutbar ist.
6.4. Die Gesuchstellerin wohnt seit März 2014 in Bratislava. Sie ist gelernte
Krankenschwester von Beruf. Die Ausbildung zur Krankenschwester hat sie ge-
mäss unbestritten gebliebener Darstellung in der Slowakei absolviert, wobei sie
seit dem Jahre 1991 nicht mehr auf diesem Beruf gearbeitet hat (Urk. 70 S. 4).
Aktuell hält sich die Gesuchstellerin in Bratislava auf. Die Parteien haben während
neun Jahren zusammengelebt, wovon sie sieben Jahre verheiratet gewesen sind.
Die Rollenverteilung während der Zeit des Zusammenlebens war unbestrittener-
massen klar und der Gesuchsgegner erwartete von der Gesuchstellerin offenbar
nie, dass sie einer Erwerbstätigkeit nachgehe solle (Urk. 48 S. 11). Die Gesuch-
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stellerin hat in der Slowakei eine Pizzeria geführt, wobei sie aufgehört hat, dort zu
arbeiten, als sie im Jahre 2005 in die Schweiz gekommen ist. Heute existiert die
Pizzeria nicht mehr (Prot. I S. 7 f.). Aus dem Umstand, dass die Gesuchstellerin
im Jahre 1993, während der ersten Ehe mit einem Schweizer hier gearbeitet hat
(Prot. I S. 9), kann der Gesuchsgegner nichts zu seinen Gunsten ableiten, sind
seither doch mehr als 20 Jahre vergangen. Aufgrund der vorstehend dargelegten
Umstände erscheint die Aufnahme einer Erwerbstätigkeit in der Slowakei derzeit
weder möglich noch zumutbar.
6.5. Zu prüfen bleibt, ob der Gesuchstellerin die Anrechnung eines hypotheti-
schen Einkommens aus zumutbarer und möglicher Vermietung der von ihr nicht
bewohnten zweiten Eigentumswohnung in Bratislava möglich ist. Die Gesuchstel-
lerin hat diese Wohnung gemäss eigenen Ausführungen vor Vorinstanz vom
1. Dezember 2012 bis November 2013 für EUR 1'000.– pro Monat vermietet. Vor
Vorinstanz führte die Gesuchstellerin aus, dass die Wohnung weder verkauft wer-
den könne noch vermietungsfähig sei, da sie stark sanierungsbedürftig sei (Prot. I
S. 7). Im Berufungsverfahren legt sie als Beleg dafür Fotos (Urk. 55/4) ins Recht.
Dem Gesuchsgegner ist darin zuzustimmen, dass ohne Darlegung von Gründen
nicht nachvollziehbar ist, weshalb eine Wohnung, welche vor eineinhalb Jahren
für EUR 1'000.– pro Monat vermietet wurde, was für slowakische Verhältnisse ein
hoher Mietzins darstellt, nicht mehr vermietbar sein soll. Aus den von der Ge-
suchstellerin eingereichten Fotos lässt sich sodann nichts ableiten, was gegen die
Vermietbarkeit der Wohnung spricht. Einerseits weist der Gesuchsgegner zutref-
fend darauf hin, dass die Fotoaufnahmen nicht der fraglichen Wohnung zugeord-
net werden können, andererseits unterlässt es die Gesuchstellerin gänzlich darzu-
legen, aus welchen Gründen die Wohnung seit November 2013 nicht mehr ver-
mietbar sein soll. Damit kann davon ausgegangen werden, dass es der Gesuch-
stellerin auch in Zukunft möglich und zumutbar ist, die Wohnung in Bratislava für
monatlich EUR 1'000.–, mithin rund Fr. 1'075.–, zu vermieten, wobei ihr eine
Übergangsfrist bis Ende September 2015 zu gewähren ist.
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Ausgehend von mutmasslichen Nebenkosten von Fr. 125.– ist der Gesuchstelle-
rin ab 1. Oktober 2015 ein hypothetisches Einkommen von monatlich Fr. 950.–
anzurechnen.
7. Einkommen Gesuchsgegner
7.1. Das Einkommen des Gesuchsgegners bezifferte die Vorinstanz wie erwähnt
auf Fr. 14'413.– (Fr. 13'862.90 + Fr. 550.– verdeckter Lohnbestandteil in Form
von Spesen) netto pro Monat (Urk. 48 S. 12).
7.2. Der Gesuchsgegner beanstandet die Einkommensberechnung nicht (Urk. 47
S. 8). Er lässt indes neu geltend machen, dass er von seiner Arbeitgeberin aus
wirtschaftlichen Gründen aufgefordert worden sei, seine Arbeitsstelle zu kündigen
(Urk. 47 S. 8) und reicht als Beleg hierfür eine E-Mail seiner Arbeitgeberin vom
17. November 2014 sowie die Kündigungsbestätigung vom 27. November 2014
ein (Urk. 50/5+6). Gemäss diesem Schreiben wurde das Anstellungsverhältnis auf
den 31. Mai 2015 aufgelöst, wobei der Gesuchsgegner per Ende Februar 2015
freigestellt wurde. Er stehe aktuell in Verhandlungen mit einem neuen Arbeitge-
ber. Die aktuelle Verhandlungssituation sehe so aus, dass er ein Nettoeinkommen
von Fr. 12'000.– werde verdienen können (Urk. 47 S. 8). Mit Eingabe vom 14. Ap-
ril 2015 (Urk. 67) reichte der Gesuchsgegner seinen neuen Arbeitsvertrag vom
7./9. April 2015 ein. Diesem ist zu entnehmen, dass der Gesuchsgegner seit dem
1. Mai 2015 als Kundenbetreuer (im Rang eines "Direktors" und "Partners") für die
G._ AG in H._ tätig ist (Urk. 68). Als Fixum erhält der Gesuchsgegner
ein Bruttomonatsgehalt (12 Auszahlungen) von Fr. 7'000.–. Im Weiteren erhält er
eine Provision von 35% der Nettoerträge, welche mit den nachweislich durch ihn
während seiner Anstellungszeit an die Gesellschaft vermittelten Vermögenswer-
ten erwirtschaftet werden. Die Auszahlung der Provision erfolgt quartalweise in-
nert 30 Tagen nach Eingang der Gebühren, Finders Fees und Retrozessionen.
Zusätzlich zum Gehalt erhält der Gesuchsgegner eine Spesenpauschale von
Fr. 24'000.– jährlich bzw. Fr. 2'000.– monatlich (Urk. 68 Ziff. 4–6).
7.3. In der Berufungsantwort lässt die Gesuchstellerin ausführen, aufgrund des
erheblich niedrigeren Einkommens des Gesuchsgegners bei seiner neuen Ar-
- 20 -
beitsstelle entstehe der Verdacht, der Gesuchsgegner habe bewusst eine
schlechter bezahlte Stelle angetreten, weshalb dem Gesuchsgegner auch heute
mindestens das von der Vorinstanz der Unterhaltsberechnung zu Grunde gelegte
Einkommen von Fr. 14'413.– anzurechnen sei, welches der Gesuchsgegner im
Jahre 2014 erzielt habe. Immerhin sei der Gesuchsgegner in der Berufungsschrift
selbst davon ausgegangen, dass er ein Nettoeinkommen von ca. Fr. 12'000.– pro
Monat werde verdienen können. Zu diesem Betrag seien monatliche Spesenbe-
träge von Fr. 1'350.– hinzuzurechnen, erklärte der Gesuchsgegner doch vor Vor-
instanz, dass sich seine Spesen monatlich lediglich auf Fr. 600.– bis Fr. 700.– be-
laufen würden (Urk. 70 S. 4).
7.4. Betreffend die Spesenbeträge stellt sich der Gesuchsgegner auf den Stand-
punkt, dass er zwar von seiner Arbeitgeberin eine monatliche Spesenpauschale
von Fr. 2'000.– erhalte. Dieser stünden jedoch effektive Ausgaben von monatlich
Fr. 1'662.50 (Fr. 600.– bis Fr. 700.– Kleinspesen unter Fr. 50.–, Fr. 150.– Mobilte-
lefon, Fr. 600.– durchschnittlich 10 Kundenessen pro Monat à Fr. 60.–, Fr. 12.50
Halbtaxabonnement, Fr. 300.– Fahrten mit den öffentlichen Verkehrsmitteln zu
Kunden) entgegen (Urk. 74 S. 4).
7.5. Mit Bezug auf die Frage, ob ein Teil der Spesenpauschale einen Lohnbe-
standteil darstellt, kann entgegen der Gesuchstellerin nicht auf die Ausführungen
des Gesuchsgegners zu den Spesen bei seiner früheren Arbeitgeberin abgestellt
werden, müssen doch mit der aktuellen Spesenpauschale von Fr. 2'000.– sämtli-
che Auslagen gedeckt werden (vgl. Urk. 68 Ziff. 6), während die Spesenpauscha-
le bei der früheren Arbeitgeberin lediglich für Kleinspesen bis Fr. 50.– vorgesehen
war. Der Gesuchsgegner macht in der Eingabe vom 4. Mai 2015 geltend, der
Spesenpauschale stünden monatliche Ausgaben von Fr. 1'662.50 entgegen (Urk.
74 S. 4). Er geht damit davon aus, dass ihm im Umfang von Fr. 338.– keine effek-
tiven Spesen anfallen. Dieser Betrag stellt einen verdeckten Lohnbestandteil dar
und ist zum Einkommen hinzuzurechnen.
7.6. Ob die aktuelle Stelle des Gesuchsgegners schlechter bezahlt ist als seine
frühere Arbeitsstelle, kann zurzeit nicht beurteilt werden, wurden dem Gesuchs-
gegner doch bis zum jetzigen Zeitpunkt noch keine Provisionen ausbezahlt. Für
- 21 -
die hypothetische Anrechnung des Einkommens, welches der Gesuchsgegner im
Jahre 2014 erzielt hat, wie dies die Gesuchstellerin beantragt (Urk. 72 S. 3 Ziff. 4),
bleibt jedoch kein Raum. Zwar ist bei schwankendem Einkommen aufgrund von
Einkommensbestandteilen, welche in unregelmässiger Höhe ausbezahlt werden,
zumindest bei Anwendung von Schweizer Recht auf den Durchschnittswert einer
als massgebend erachteten Zeitspanne abzustellen (Urteil des Bundesgerichts
5A_454/2010 vom 27. August 2010 E. 3.2 mit Hinweis auf Urteil des Bundesge-
richts 5P.172/2002 vom 6. Juni 2002 E. 2.2; siehe auch Urteil des Bundesgerichts
5A_686/2010 vom 6. Dezember 2010 E. 2.5). Vorliegend stellt sich jedoch das
Problem, dass Durchschnittswerte fehlen, weil dem Gesuchsgegner bis jetzt noch
keine Provisionen ausbezahlt wurden. Dieser Umstand kann jedenfalls nicht dazu
führen, dass auf das zuvor erzielte Einkommen bei einer anderen Arbeitsstelle
abgestellt wird. Daran ändert auch nichts, dass der Gesuchsgegner in der Beru-
fungsschrift selbst von der zukünftigen Erzielung eines Nettoeinkommens von
Fr. 12'000.– ausgegangen ist, bezog er seine Aussage doch auf die damaligen
Lohnverhandlungen (Urk. 47 S. 8), welche sich gemäss späteren Ausführungen
nicht erfüllt haben (Urk. 67 S. 2). Es ist deshalb auf das vom Gesuchsgegner ef-
fektiv erzielte monatliche Nettoeinkommen abzustellen. Dieses setzt sich aus dem
monatlich ausbezahlten Nettofixum (ohne Spesenpauschale von Fr. 2'000.–),
verdeckten Lohnbestandteilen in der Höhe von Fr. 338.– sowie 1/3 der quartals-
weise ausbezahlten Nettoprovisionen (entsprechend 1/12 der Jahresnettoprovisi-
on) zusammen. Weil die Provisionen nur quartalweise ausbezahlt werden, ist das
in einem Quartal erzielte durchschnittliche monatliche Nettoeinkommen jeweils
erst nach Erhalt der Provisionszahlung bestimmbar.
7.7. Zusammenfassend ergibt sich, dass in der Periode vom 1. März 2014 bis
31. Mai 2015 von einem monatlichen Nettoeinkommen von Fr. 14'413.– auszuge-
hen ist. Für die Zeit ab 1. Juni 2015 errechnet sich das monatliche Nettoeinkom-
men gemäss vorstehenden Ausführungen.
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8. Unterhaltsberechnung
8.1. Phase 1 (1. März 2014 bis 31. Mai 2015):
Die Gegenüberstellung von Einkommen und Bedarf der Parteien in der Phase 1
ergibt folgendes Bild:
Bedarf Parteien Gesuchstellerin Fr. 1'452.–
Gesuchsgegner Fr. 10'203.–
Total Fr. 11'655.–
Einkommen Parteien Gesuchstellerin Fr. 0.–
Gesuchsgegner Fr. 14'413.–
Total Fr. 14'413.–
Freibetrag Fr. 2'758.–
Die Vorinstanz hat den Freibetrag aufgrund der Tatsache, dass die Parteien keine
Kinder haben, hälftig auf die Parteien aufgeteilt. Die hälftige Aufteilung wurde von
keiner Partei beanstandet, weshalb sich Weiterungen dazu erübrigen.
Bedarf Gesuchstellerin Fr. 1'452.–
Einkommen Gesuchstellerin Fr. 0.–
Fehlbetrag im Bedarf der Gesuchstellerin Fr. 1'452.–
+ Freibetragsanteil (1/2) Fr. 1'379.–
Unterhaltsbeitrag Total (gerundet) Fr. 2'830.–
Der Gesuchsgegner ist entsprechend zu verpflichten, der Gesuchstellerin in der
Zeit vom 1. März 2014 bis 31. Mai 2015 monatliche Unterhaltsbeiträge von
Fr. 2'830.– zu bezahlen.
8.2. Phase 2 (1. Juni 2015 bis 30. September 2015)
Der Gesuchsgegner lässt ausführen, dass er erstmals ab Oktober 2015 von Pro-
visionszahlungen werde profitieren können (Urk. 67 S. 3). In dieser Phase errech-
net sich der Unterhaltsanspruch der Gesuchstellerin wie folgt: Erzielt der Ge-
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suchsgegner in der Zeit vom 1. Juni 2015 bis 30. September 2015 ein Fr.
10'203.– übersteigendes durchschnittliches monatliches Nettoeinkommen (Netto-
fixum [ohne Spesenpauschale von Fr. 2'000.–] zuzüglich verdeckter Lohnbe-
standteil von Fr. 338.– zuzüglich die durchschnittlichen Nettoprovisionen der Mo-
nate Juni bis September 2015), ist der Gesuchsgegner zu verpflichten, der Ge-
suchstellerin innert 10 Tagen nach Erhalt der Provisionszahlung den monatlich Fr.
10'203.– übersteigenden Betrag bis zu einem Maximalbetrag von Fr. 1'452.– je
Monat weiterzuleiten. Sollte der Gesuchsgegner ein Fr. 11'655.– übersteigendes
durchschnittliches monatliches Nettoeinkommen (Nettofixum [ohne Spesenpau-
schale von Fr. 2'000.–] zuzüglich verdeckter Lohnbestandteil von Fr. 338.– zuzüg-
lich die durchschnittlichen Nettoprovisionen der Monate Juni bis September 2015)
erzielen und entsprechend ein Freibetrag resultieren, ist der Gesuchsgegner zu-
sätzlich zu verpflichten, der Gesuchstellerin innert 10 Tagen nach Erhalt der Pro-
visionszahlung 1/2 des monatlich Fr. 11'655.– übersteigenden Betrags bis zu ei-
nem Maximalbetrag von Fr. 1'379.– pro Monat weiterzuleiten. Dieser Betrag ent-
spricht dem hälftigen Freibetragsanteil gemäss Unterhaltsberechnung in der ers-
ten Phase, während welcher der Gesuchgegner ein Einkommen von monatlich
Fr. 14'413.– erzielte. Die Gesuchstellerin machte nicht geltend, dass der Ge-
suchsgegner in der Lage sei, ein höheres Einkommen zu erzielen, weshalb der
Freibetragsanteil, auf welchen die Gesuchstellerin Anspruch hat, bei Fr. 1'379.–
begrenzt ist. Weil zur Berechnung des Unterhaltsanspruchs die Lohn- und Provi-
sionsabrechnungen der betreffenden Monate erforderlich sind, hat der Gesuchs-
gegner diese der Gesuchstellerin jeweils innert fünf Tagen nach Erhalt unaufge-
fordert zukommen zu lassen.
8.3. Phase 3 (ab 1. Oktober 2015 für die weitere Dauer des Getrenntlebens)
In dieser Phase errechnet sich der Unterhaltsanspruch der Gesuchstellerin wie
folgt:
Bedarf Gesuchstellerin Fr. 1'452.–
Einkommen Gesuchstellerin Fr. 950.–
Fehlbetrag im Bedarf der Gesuchstellerin Fr. 502.–
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+ Freibetragsanteil (1/2) Fr. 1'379.–
Maximaler Unterhaltsanspruch Fr. 1'881.–
Da der Gesuchstellerin ab 1. Oktober 2015 ein hypothetisches Einkommen von
monatlich Fr. 950.– angerechnet wird, reduziert sich der Fehlbetrag der Gesuch-
stellerin bis zur Deckung ihres Existenzminimums auf gerundet Fr. 502.–. Ergibt
sich nach Erhalt der quartalsweise ausbezahlten Provisionszahlung, dass der Ge-
suchsgegner in den vergangenen drei Monaten ein durchschnittlich Fr. 10'203.–
übersteigendes monatliches Nettoeinkommen (Nettofixum [ohne Spesenpauscha-
le von Fr. 2'000.–] zuzüglich verdeckter Lohnbestandteil von Fr. 338.– zuzüglich
1/3 der Nettoprovision) erzielt hat, ist der Gesuchsgegner zu verpflichten, der Ge-
suchstellerin innert 10 Tagen nach Erhalt der Provisionszahlung für das vergan-
gene Quartal den monatlich Fr. 10'203.– übersteigenden Betrag bis zu einem Be-
trag von Fr. 502.– je Monat weiterzuleiten.
Sollte sich nach Erhalt der quartalsweisen Provisionszahlung ergeben, dass der
Gesuchsgegner im vergangenen Quartal ein durchschnittlich Fr. 10'705.– über-
steigendes monatliches Nettoeinkommen (Nettofixum [ohne Spesenpauschale
von Fr. 2'000.–] zuzüglich verdeckter Lohnbestandteil von Fr. 338.– zuzüglich 1/3
der Nettoprovision) erzielt hat und resultiert damit ein Freibetrag, ist der Gesuchs-
gegner zusätzlich zu verpflichten, der Gesuchstellerin innert 10 Tagen nach Erhalt
der Provisionszahlung 1/2 des monatlich Fr. 10'705.– übersteigenden Betrags bis
zu einem Maximalbetrag von Fr. 1'379.– pro Monat weiterzuleiten. Weil zur Be-
rechnung des Unterhaltsanspruchs die Lohn- und Provisionsabrechnungen der
fraglichen Periode erforderlich sind, hat der Gesuchsgegner diese der Gesuch-
stellerin jeweils innert fünf Tagen nach Erhalt unaufgefordert zukommen zu las-
sen.
9. Bonus
9.1. Die Vorinstanz verpflichtete den Gesuchsgegner, der Gesuchstellerin unter
Vorlage der entsprechenden Belege die Hälfte eines allfälligen an ihn ausbezahl-
ten Bonus, höchstens jedoch Fr. 6'000.– zu bezahlen.
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9.2. Diese Dispositivziffer wurde vom Gesuchsgegner ohne nähere Begründung
angefochten. Es ist deshalb auf die in diesem Zusammenhang gemachten vor-
instanzlichen Erwägungen abzustellen. Danach wurde der Bonus von den Partei-
en in der Vergangenheit unbestrittenermassen dazu verwendet, um gemeinsame
Ferien in Dubai, Malaysia oder auf den Seychellen zu verbringen (Prot. I S. 18).
Die von der Vorinstanz vorgenommene hälftige Bonusaufteilung erscheint vor
diesem Hintergrund angemessen, wirkt sich doch das in Bratislava grundsätzlich
tiefere Preisniveau nicht auf die Kosten für Ferien aus. Es bleibt damit bei der vor-
instanzlichen Bonusregelung.
10. Prozesskostenvorschuss / unentgeltliche Rechtspflege
10.1. Die Gesuchstellerin beantragt für das Berufungsverfahren die Zusprechung
eines Prozesskostenvorschusses von Fr. 5'000.– für den Fall, dass den Beru-
fungsanträgen des Gesuchsgegners zu den Unterhaltsbeiträgen entsprochen
werde (Urk. 58 S. 3).
10.2. Gemäss konstanter Praxis der Kammer besteht für die Zusprechung eines
Prozesskostenvorschusses im Endentscheid kein Raum mehr. Bei Vorliegen der
entsprechenden Voraussetzungen hat indes die angesprochene Partei der an-
sprechenden Partei in einem Eheschutzverfahren die Aufwendungen des Verfah-
rens bzw. für die Rechtsvertretung gestützt auf Art. 159 Abs. 3 ZGB zu ersetzen.
Dabei sind die Grundsätze zur Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege ge-
mäss Art. 117 f. ZPO analog anzuwenden. Wenn die gesuchstellende Partei auf-
grund ihrer finanziellen Verhältnisse im Entscheidzeitpunkt in der Lage ist, die be-
reits aufgelaufenen und die künftig zu erwartenden Gerichts- und Anwaltskosten
ohne Beeinträchtigung des angemessenen Lebensstandards innert nützlicher
Frist, gegebenenfalls in Raten zu bezahlen, so besteht kein Anlass, ihr die unent-
geltliche Rechtspflege respektive einen Prozesskostenbeitrag zu gewähren
(OGer/ZH LE130025 vom 19. August 2013 E. II.C.4.4.)
10.3. Wie die vorstehenden Erwägungen zeigen, obsiegt der Gesuchsgegner mit
Bezug auf die Unterhaltsfrage nur teilweise. Sollte die Gesuchstellerin auch bei
einem teilweisen Obsiegen des Gesuchsgegners im Berufungsverfahren an ihrem
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prozessualen Antrag festhalten, so ist zu berücksichtigen, dass der Unterhaltsan-
spruch der Gesuchstellerin in der Zeit vom 1. März 2014 bis 31. Mai 2015 monat-
lich Fr. 2'830.– beträgt. Weil es sich um eine abgeschlossene Periode handelt
und der Berufung des Gesuchsgegners für rückwirkend geschuldete Unterhalts-
beiträge bis und mit Ende März 2015 die aufschiebende Wirkung erteilt wurde,
stehen der Gesuchstellerin die für die Zeit vom 1. März 2014 bis 31. März 2015
zugesprochenen Unterhaltsbeiträge von insgesamt Fr. 36'790.– vollumfänglich
zur Verfügung. Damit ist davon auszugehen, dass es der Gesuchstellerin möglich
sein wird, die auf sie entfallenden Gerichts- und Anwaltskosten des erst- und
zweitinstanzlichen Verfahrens innert eines Zeitraums von ein bis zwei Jahren zu
tilgen. Darüber hinaus ist die Mittellosigkeit der Gesuchstellerin mit Blick auf ihre
zwei Eigentumswohnungen in Bratislava ohnehin zu verneinen, weshalb im Beru-
fungsverfahren kein Anspruch auf einen Prozesskostenbeitrag oder eventualiter
auf Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege besteht und ihr Gesuch abzu-
weisen ist.
11. Vorinstanzliche Kosten- und Entschädigungsfolgen
11.1. Die Vorinstanz auferlegte die Gerichtsgebühr von Fr. 3'900.– dem Gesuchs-
gegner zu 65% und der Gesuchstellerin zu 35%. Sodann verpflichtete sie den
Gesuchsgegner zur Leistung einer auf 65% reduzierten Parteientschädigung von
Fr. 3'380.– (Dispositivziffern 6 und 7). Der Gesuchsgegner beantragt die Aufhe-
bung der Dispositivziffern 6 und 7 des angefochtenen Entscheides.
11.2. Vor Vorinstanz waren im Wesentlichen die Ehegattenunterhaltsbeiträge und
der Antrag auf Leistung eines Prozesskostenbeitrags strittig. Die Gesuchstellerin
beantragte, dass ihr Ehegattenunterhaltsbeiträge von Fr. 4'000.– pro Monat zu
bezahlen seien (Prot. I S. 5) und der Gesuchsgegner zur Leistung eines Prozess-
kostenbeitrags in der Höhe von Fr. 5'000.– zu verpflichten sei. Der Gesuchsgeg-
ner beantragte monatliche Unterhaltsbeiträge von Fr. 1'500.– zu Gunsten der Ge-
suchstellerin sowie die Abweisung des Antrags betreffend Verpflichtung zur Leis-
tung eines Prozesskostenbeitrags. Hinsichtlich dieses Antrags, welcher im Ver-
gleich zur Unterhaltsfrage aufwandsmässig allerdings kaum ins Gewicht fällt, un-
terlag die Gesuchstellerin vollumfänglich. Weil zum heutigen Zeitpunkt das Ver-
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hältnis von Obsiegen und Unterliegen der Parteien bezüglich der Unterhaltsfrage
aufgrund des noch nicht bekannten Einkommens des Gesuchgegners ab 1. Juni
2015 nicht abschätzbar ist, rechtfertigt es sich, die Kosten des erstinstanzlichen
Verfahrens den Parteien je zur Hälfte aufzuerlegen. Entsprechend sind für das
erstinstanzliche Verfahren keine Partei- bzw. Umtriebsentschädigungen zuzu-
sprechen.
V.
1. Für das zweitinstanzliche Verfahren rechtfertigt es sich – in Anwendung der
§ 5 Abs. 1, § 6 Abs. 2 lit. b, § 8 Abs. 1 und § 12 Abs. 1 und 2 GebV OG – eine
pauschale Entscheidgebühr von Fr. 5'500.– festzusetzen.
2. Im Berufungsverfahren umstritten waren die Ehegattenunterhaltsbeiträge
sowie die Kosten- und Entschädigungsfolgen des erstinstanzlichen Verfahrens,
wobei letztere aufwandmässig kaum ins Gewicht fallen.
3. Der Gesuchsgegner verlangte mit der Berufung, dass keine Ehegattenun-
terhaltsbeiträge zuzusprechen seien. Die Gesuchstellerin beantragte die Bestäti-
gung des vorinstanzlichen Urteils. Weil zum jetzigen Zeitpunkt wie erwähnt das
Verhältnis von Obsiegen und Unterliegen der Parteien nicht abschätzbar ist, ist es
sachgerecht, auch die Kosten des zweitinstanzlichen Verfahrens den Parteien je
zur Hälfte aufzuerlegen und die Parteientschädigungen wettzuschlagen.