# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 1f119d59-8736-47fa-9e93-f7876d6925ef
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2022
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, g
e
bor
e
n 1976, Mutter von zwei Söhnen (geboren 1998 und 2000), war seit Januar 2005 als Betriebsinhaberin eines Kebab-Standes selbständig erwerbstätig
(Urk. 7/1-2, Urk. 7/10/2)
. Ab dem 10. Juni 2015 war sie zu 100
%
krankgeschrieben (Urk. 7/6-7,
Urk. 7/10/3, Urk. 7/10/19-20)
. Am 9. Oktober 2015 unterzog sich die Versicherte einem operativen Eingriff an der rechten Schulter (Urk. 7/10/8). Am 27.
November 2015 meldete sie sich bei der
Sozialversiche
rungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle,
zum Leistungsbezug an (Urk. 7/6,
9). Daraufhin tätigte die IV-Stelle erwerbliche sowie medizinische Abklärungen und zog die Akten der Krankentaggeldversicherung bei (Urk. 7/10-11,
15, 18, 20-21,
25).
Nach durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(Vorbescheid vom 20. Juli 2017, Urk. 7/45; Einwand vom
8.
September 2017, Urk. 7/50) wies die IV-Stelle das Begehren der Versicherten um Ausrichtung einer Invalidenrente mit Verfügung vom 18. Oktober 2017 ab (Urk. 7/53). Mit Urteil IV.2017.01260 vom 3. April 2019 hiess das hiesige Sozialversicherungsgericht die dagegen erhobene Beschwerde der Versicherten (Urk.
7/54/3 ff.
) in dem Sinne gut, als es die angefochtene Verfügung aufhob und die Sache an die IV-Stelle zurückwies, damit diese nach Einholung von Verlaufsberichten der behandelnden Ärzte sowie eines Gutachtens (zumindest in psychiatrischer und neurologischer, allenfalls in weiterer als notwendig erachteter Hinsicht) neu über den Rentenanspruch verfüge (Urk. 7/58/17).
1.2
In der Folge
holte
die IV-Stelle
Verlaufsberichte der behandelnden Ärzte ein
(Urk.
7/64
-67, 72, 76, 82-84, 87, 94-
95
) und beauftragte schliesslich i
m
Novem
ber 2020 die
auf der Plattform
SuisseMED@P
nach dem Zufallsprinzip zuget
eilte Gutachterstelle
Y._
GmbH (ab Februar 2021:
Y._
AG)
mit einer polydisziplinären Begutachtung der Versicherten (Urk. 7/98). Das Gutachten samt interdisziplinärer Gesamtbeurteilung wurde von Dr. med.
Z._
, Facharzt FMH für Allgemeine Innere Medizin, Dr. med.
A._
, Facharzt FMH für Neurologie, Dr. med.
B._
, Facharzt FMH für Rheumatologie, sowie Dr. med.
C._
, Facharzt FMH für Psychiatrie und Psycho
therapie, am
26. April 2021 erstattet (Urk. 7/113). In seiner Stellungnahme vom 4. Mai 2021 erachtete der Regionale Ärztliche Dienst (RAD) das Gutachten als schlüssig und empfahl darauf abzustellen (Urk. 7/115/7-8). Gegen die mit Vorbe
scheid vom 20. Mai 2021 in Aussicht gestellte Verneinung eines Leistungs
anspruchs gegenüber der Invalidenversicherung (Urk. 7/116) erhob die Versicherte Einwand (Urk. 7/120, 124) und legte einen Bericht des behandelnden Arztes Dr. med.
D._
, Facharzt FMH für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates,
vom 7. September 2021
bei (Urk. 7/123). Die IV-Stelle holte eine weitere S
tellungnahme des RAD ein (Urk. 7
/126), bevor sie am 13. Oktober 2021 wie angekündigt verfügte (Urk. 2).
2.
Dagegen liess
X._
am 11. November 2021 Beschwerde erheben und beantragen, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben und es sei
ein
medizi
nisches polydisziplinäres Gerichtsgutachten einzuholen. Eventualiter sei die Sache an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen, verbunden mit der Auflage, ein neues medizinisches polydisziplinäres Administrativgutachten im Sinne von Art. 44
des
Bundesgesetz
es
über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungs
rechts (ATSG)
einzuholen. Jedenfalls sei nach Vorliegen des neuen Gutachtens über die invalidenversicherungsrechtlichen Rentenansprüche der Beschwerdefüh
rerin neu zu
be
finden. In prozessualer Hinsicht beantragte sie die Durchführung einer öffentlichen Verhandlung
im Sinne von Art. 6 der Europäischen Konven
tion zum Schutz der Menschenrechte (EMRK), wobei sie im Rahmen dieser öffentlichen Verhandlung durch das Gericht persönlich zu befragen sei
(Urk. 1).
M
it Beschwerdeantwort vom 14. Dezember 2021
schloss die Beschwerdegegnerin
auf Abweisung der Beschwerde (Urk. 6), was der Beschwerdeführerin mit Verfü
gung vom 15. Dezember 2021 zur Kenntnis gebracht wurde (Urk. 8). Mit Schreiben vom 24. Februar 2022
wurde der Antrag auf Durchführung einer öffentlichen Hauptverhandlung mit persönlicher Befragung zurückgezogen
(Urk. 10).
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Am 1. Januar 2022 sind die geänderten Bestimmungen des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG), der Verordnung über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSV), des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) sowie der Verordnung über die Invaliden
versicherung (IVV) in Kraft getreten.
In zeitlicher Hinsicht sind
vorbehältlich besonderer übergangsrechtlicher Regelungen
grundsätzlich diejenigen Rechtssätze massgebend, die bei Erfüllung des rechtlich zu ordnenden oder zu Rechtsfolgen führenden Tatbestandes Geltung haben (BGE 146 V 364 E. 7.1, 144 V 210 E. 4.3.1, je mit Hinweisen). Da ferner das Sozialversicherungsgericht bei der Beurteilung eines Falles in der Regel auf den bis zum Zeitpunkt des Erlasses der streitigen Verfügung beziehungsweise des streitigen
Einspracheentscheids
eingetretenen Sachverhalt abstellt (BGE 144 V 210 E. 4.3.1, 132 V 215 E. 3.1.1, je mit Hinweisen), sind vorliegend die bis 31. Dezember 2021 gültig gewesenen Rechtsvorschriften anwendbar, die nach
folgend auch in dieser Fassung zitiert werden.
1.2
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurtei
lung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.3
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder her
stellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.4
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Gutachtens ist entscheidend, ob es für die Beantwortung der gestellten Fragen umfassend ist, auf den erforderlichen all
seitigen Untersuchungen beruht, die geklagten Beschwerden berücksichtigt und sich mit diesen sowie dem Verhalten der untersuchten Person auseinander setzt, in Kenntnis der und gegebenenfalls in Auseinandersetzung mit den Vor
akten abgegeben worden ist, ob es in der Darlegung der medizinischen Zustände und Zusam
menhänge einleuchtet, ob die Schlussfolgerungen der medizinischen Ex
perten in einer Weise begründet sind, dass die rechts
anwendende Person sie prü
fend nachvollziehen kann, und ob der Experte oder die Expertin nicht auszu
räu
mende Unsicherheiten und Unklarheiten, welche die Beantwortung der Fragen er
schweren oder verunmöglichen, gegebenenfalls deutlich macht (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a; 122 V 157 E. 1c).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin erwog in der angefochtenen Verfügung im Wesent
lichen, gestützt auf das beweiskräftige Gutachten der
Y._
AG
bestehe bei der Beschwerdeführerin in ihrer angestammten Tätigkeit als Betriebsinhaberin eines Kebab-Standes
ab November 2015
eine Arbeitsfähigkeit von 80 %
. In einer dem Gesundheitszustand angepassten, körperlich leichten Tätigkeit, ohne kraftvollen Einsatz beider Hände, mit der Möglichkeit zu ergonomischen Bewegungen des rechten Armes, sei ab November 2016 (recte: 2015) eine Arbeitsleistung von 90 % zumutbar. Mit Ausnahme der dreimonatigen Arbeitsunfähigkeit nach den Opera
tionen im Oktober 2015 und im Dezember 2019 habe ab November 2015 somit keine vollständige, langandauernde Arbeitsunfähigkeit bestanden. Gestützt auf das in den Jahren 2010 bis 2012 durchschnittlich erzielte Einkommen ergebe sich ein
Valideneinkommen
von Fr. 32'800.--. Für das Invalideneinkommen ergebe sich gestützt auf die statistischen Werte für Hilfsarbeiten bei einem 90 % Pensum für das Jahr 2016 ein Wert von Fr. 54'581.1
5.
Daraus
resultiere ein rentenaus
schliessender IV-Grad.
2.2
Demgegenüber argumentierte die Beschwerdeführerin, auf das Gutachten der
Y._
AG
könne nicht abgestellt werden.
So sei eine Gutachterstelle berücksichtigt worden, bei welcher ein medizinischer Sachverständiger tätig sei, welcher gleich
zeitig in diversen medizinischen Gutachterstellen aktiv sei, was das Prinzip der zufälligen Vergabe von medizinischen Begutachtungen nach
SuisseMED@P
verletze.
Zudem erweise sich das Gutachten
insgesamt
als nicht schlüssig und nachvollziehbar begründet
und es beantworte die fallspezifischen Fragen ungenügend
. So weise es
ungeklärte
Widersprüche
zur
Diagnosestellung und
Einschätzung der behandelnden Ärzte auf
. Es bleibe alsdann
unklar, weshalb trotz gestellter Diagnosen mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit in einer leidensange
passten Tätigkeit eine 90%ige Leistungsfähigkeit bestehen soll
te
.
In Bezug auf das psychiatrische Gutachten fehle es
sodann
an einer bei einer rückwirkenden Einschätzung
der Arbeitsfähigkeit
zwingend notwendigen Fremdanamnese, die Untersuchungsdauer von 55 Minuten inklusive Übersetzungsaufwand erweise sich als zu kurz und die Aktenlage sei ungenügend, zumal der psychiatrische Gutachter selbst festhalte
, dass sich in den Akten keine fachärztlichen psychiat
rischen Beurteilungen
hätten finden lassen (Urk. 1 und Urk. 3/5-6).
3.
3.1
Die Beschwerdegegnerin stützte ihren Entscheid massgeblich auf das von ihr veranlasste polydisziplinäre Gutachten der
Y._
AG
vom 26. April 2021 (Urk. 7/113). Die Gutachter führten darin folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit auf (Urk. 7/113/8 f.):
-
chronifiziertes
, somatisch ätiologisch nicht zuzuordnendes Nacken-Schulter-Armsyndrom rechts (ICD-10 M89.0)
-
Status nach Schulterarthroskopie mit erneutem
subakromialem
Debridement
,
Bursektomie
und
Akromioplastik
rechts am 06.12.2019 mit offener Revision der
Incisura
scapulae
mit
Lyse
des Ligamentum
transversum
scapulae
superior
rechts
-
Status nach Schulterarthroskopie rechts am 09.10.2015 mit
suba
kro
mialem
Debridement
und
Bursek
t
omie
sowie offener
Rotatorenman
schettenrekonstruktion
der
Supraspinatussehne
mit
transossärer
Refixation
am
Tuberculum
majus
und
Akromioplastik
bei Status nach
transmuraler
Ruptur der
Supraspinatussehne
bei aktenanamnestisch Status nach wiederholten, nicht erfolgreichen Steroid-Mischinfiltratio
nen in die rechte Schulter
-
Status nach multiplen
schmerzinterventionellen
Massnahmen Nack
en
-/Schultergürtel, unter anderem diagnostische Infiltration der
Incisura
scapulae
rechts, durchgeführt in der Radiologie des Kantonsspitals
E._
am 08.07./12.07.2019
-
bei chronischer Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren (ICD-10 F45.41)
-
klinisch funktionell weitgehend einarmig links
Als Diagnosen ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit nannten die Gutachter alsdann eine
leichte depressive Episode (ICD-10 F32.00) sowie einen fortgesetzten Nikotinkonsum
respektive einen
schädlichen
Gebrauch (circa 25 pack
years
,
ICD-10 F17.1)
.
3.2
Die Versicherte berichtete gegenüber den Gutachtern
über seit neun Jahren anhaltende,
therapieresistente Schmerzen im
rechten Arm, ausgehend von der rechten dorsalen
Skapula
, sich ausdehnend in den gesamten rechtsseitigen Schultergürtel zirkulär, in den Oberarm bis proximalen Unterarm unter Ausspa
rung des distalen Unterarms und erneuter Beteiligung vor allem von Kleinfinger bis Mittelfinger der rechten Hand. Die Schmerzen würden konstant vorliegen und unabhängig davon, ob sie sitze oder liege.
Bei jeglichen Aktivitäten
,
mit zum Beispiel Heben und Tragen von auch nur sehr geringen Lasten
,
liege sofort eine massive Schmerzzunahme vor. Deshalb setze sie ihren rechten Arm im Alltag praktisch nicht mehr ein
(Urk. 7/113/23, 29 f., 40, 50
f.
).
3.3
3.3.1
Dr.
Z._
hielt in seinem Gutachten fest, d
ie von der Explorandin im Alltag angegebenen Einschränkungen seien nicht mit einem allgemeininternistischen Leiden erklärbar. Aus
allgemeininternistischer Sicht bestehe keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit (Urk. 7/113/25 f.).
3.3.2
Im rheumatologischen Gutachten
führte
Dr.
B._
aus,
der Status der Lenden
wirbelsäule
(LWS)
sei absolut regelrecht. Insbesondere habe ein Finger-Boden-Abstand nach vorne von knapp 5 Zentimeter festgestellt werden können. Auch sei die Explorandin in der Lage gewesen sich im Rahmen der liegenden Unter
suchung in die Langsitzposition zu begeben, wobei ein Fingerspitzen-Fusssohle-Abstand von 0 Zentimeter habe beobachtet werden können. Bei beiden Bewegungsprüfungen in Bezug auf die Flexibilität der Lend
enwirbelsäule habe die Explorandin den rechten Arm spontan und ohne jegliche Schmerzartikulation stets mindestens in einer 90°igen Elevationsposition positioniert, ohne dass sie in dieser Position eine relevante Schmerzverstärkung am Schultergürtel rechts angegeben habe. Die Bewegungsprüfung der Brustwirbelsäule (BWS) habe eine Einschränkung um einen Drittel primär wegen verstärkten Spannungsschmerzen im ganzen Nacken-/Schultergürtel rechts ergeben. Dies gelte ebenfalls für die reduzierte Bewegungsprüfung der Halswirbelsäule (HWS) mit nachfolgend deutlich verstärkten, jedoch völlig diffusen Beschwerden im Nacken-/Schulter
gürtel zirkulär mit Ausstrahlung in den gesamten rechten Arm. Der Schultergürtel rechts selbst habe
insp
ektorisch
unauffällig imponiert.
Es habe sich keine Rötung, Schwellung oder Überwärmung gefunden. Aktiv habe die Explorandin in einer Schulterneutralstellung respektive Ellbogenstellung in 90°-Flexion eine Innen
rotation von 80° und eine symmetrische Aussenrotation von knapp 40 bis 45° durchführen können, sodass klinisch keinerlei Hinweise für eine
Frozen
Shoulder
vorliegen würden.
Die aktive Abduktion und Elevation links hätten 160° betra
gen, rechts etwa 110° mit endphasig deutlicher Schmerzangabe. Bei diesen aktiv durchgeführten Bewegungen durch die Explorandin habe ein zum Teil sehr starkes Seufzen, tiefes Atmen und tendenziell leichte Hyperventilation beobachtet werden können. Unter Ablenkung und Fortsetzung des Status habe sich jedoch rasch eine
Regredienz
dieser Beschwerden gezeigt. Klinisch hätten keine Zeichen für eine Atrophie der Muskulatur am Oberarm und Unterarm rechts gegenüber der unauffälligen linken Seite festgestellt werden können. Im Weiteren habe sich an den Händen volar beidseits eine symmetrisch ausgebildete
Beschwielung
gezeigt. Diese objektiven Befunde sprächen gegen die Aussage der Explorandin, dass sie den rechten Arm seit Jahren nicht mehr
regelmässig alltäglich einsetz
en würde. Würde sie effektiv den rechten Arm praktisch permanent in Schonhaltung halten, führte dies zwangsweise zu einer muskulären Atrophie, was objektiv klar nicht der Fall sei.
Das Nichtbenützen der rechten oberen Extremität müsse primär als bewusstseinsnahe interpretiert werden. Es bestehe eine ausserordentlich hohe subjektive Krankheits- und Behinderungsüberzeugung mit klarer Selbstlimitie
rung, indem der rechte dominante Arm nach Angaben der Explorandin praktisch nur noch als
Zudienarm
eingesetzt werde. Beide Ellbogengelenke wie auch die Handgelenke und periphere Fingergelenke seien durch aktive Bewegungen der Explorandin als völlig normal zu beurteilen. Es hätten sich keinerlei Bewegungs
einschränkungen gefunden. Die im Liegen durchgeführte Prüfung der Hüft-, Knie-, Sprung- und Vorfussgelenke sei völlig regelrecht. Unter Berücksichtigung sämtlicher ausführlich vorliegender Akten könne analog zur Einschätzung von Dr. med.
F._
, Fachärztin FMH für Allgemeine Innere Medizin sowie Rheumatologie, vom Januar 2017 keine s
omatische
pathoanatomische
Begrün
dung für dieses komplett
chronifizierte
Nacken-Schulter-Armsyndrom rechts herangezogen werden. Unter Berücksichtigung vor allem der sozialen Anamnese mit jahrelang massiven Belastungen durch hochintensive berufliche Tätigkeiten, gleichzeitig Tätigkeiten als Hausfrau und Mutter von zwei Söhnen sowie
dem komplett therapieresistenten Verlauf der letzten Jahre müsse aus rheumatologischer Sicht der hochgradige Verdacht auf eine chronische Somatisierungs
störung respektive somatoforme Schmerzstörung gestellt werden (Urk. 7/113/45 f.).
3.3.3
Dr.
A._
führte in seinem neurologischen Gutachten aus,
die
aktuell beschriebe
nen Schmerzausstrahlungen mit isoliertem Auftreten von Schmerzen an der rechten Hand im Verlauf des dritten bis fünften Strahls könnten nicht einem
radikulären
Syndrom zugeordnet werden. Bei der klinischen Untersuchung hätten sich keine Hinweise auf eine
radikuläre
Reizsymptomatik finden lassen und die Muskeleigenreflexe hätten symmetrisch ausgelöst werden können. Ein
derma
tombezogenes
sensibles Defizit werde sodann nicht angegeben. Die Versicherte habe aktuell eine Behandlung mit
nichtsteroidalen
Antirheumatika, niederpoten
ten Opiaten und einem niederdosierten Alpha-Delta-Liganden. Zudem erhalte sie zur Schmerzmodulation eine antidepressive Therapie. Ein neuropathischer Schmerz könne bei der aktuellen klinischen Untersuchung nicht festgestellt werden und auch die aktuelle Beschreibung des Schmerzcharakters sei für einen mehr neuropathischen Schmerz nicht typisch.
Die Versicherte
berichte
über eine hochgradige Einschränkung der Belastbarkeit des rechten dominanten Armes. Sie könne die Hand im Alltag nur noch als Hilfshand einsetzen. Bei der klinischen Untersuchung hätten sich jedoch keine muskulären Atrophien finden lassen. Die Muskulatur am rechten Arm sei etwas kräftiger ausgebildet als links. Zudem finde sich eine völlig normale
Hautbeschwielung
, was darauf hinweise, dass der rechte Arm im Alltag ohne relevante Einschränkung eingesetzt werde
(Urk. 7/113/53). Aus neurologischer Sicht hätten in der bisher und zuletzt ausgeführten Tätigkeit, aber auch in anderen angepassten Tätigkeiten seit Juni 2015 keine relevanten Einschränkungen der Arbeits- und Leistungsfähigkeit bestanden (Urk. 7/113/55).
3.3.4
Aus dem psychiatrischen Gutachten von Dr.
C._
erhellt sodann, dass bei der Versicherten
Klagen über sich ausweitende Schmerzen im Schulterbereich rechts
bestünden
.
Sie könne wegen der Schmerzen in der Nacht schlecht schlafen und sei am Tag entsprechend müde. Es bestünden leichte affektive Symptome mit leichten depressiven Verstimmungen mit etwas verminderter Freude, verminder
tem Selbstwert mit Insuffizienzgedanken und vermindertem Appetit mit anamnestisch auch Gewichtsabnahme bei konstantem Gewichtsverlauf. Dies erfülle die Diagnose einer leichten depressiven Episode. Die Versicherte habe psychosoziale Belastungsfaktoren mit einer früheren Doppelbelastung als Haus
frau, Mutter und ausserhäuslichen Erwerbstätigkeit sowie mit einer nun schwierigen Situation, da sie nicht mehr arbeite, aber auch emotionale Belastungsfaktoren bei einer chronischen Schmerzproblematik, die sich bis heute trotz Behandlungen nicht gebessert habe, angegeben. Vor diesem Hintergrund komme es zu den vorliegenden psychischen Störungen. Die Anamnese sei sonst früher psychiatrisch
bland
mit normaler Sozialisation, was bei sonst wenig auffälligen Persönlichkeitsmerkmalen und im Querschnittsbefund gegen die Achse-II-Diagnose einer Persönlichkeitsstörung spreche. Sie betreibe einen Niko
tinabusus. Ein Suchtleiden bestehe sonst nicht (Urk. 7/113/34).
Zur Konsistenz und Plausibilität im Alltag hielt der psychiatrische Gutachter fest, dass der Explorandin im Haushalt viel abgenommen werde. In der Familie sei sie gut integriert und falle nicht aus dem sozialen Rahmen hinaus. Wie sie angegeben habe, leide die Beziehung etwas unter ihrer Schmerzsymptomatik, die Familie halte aber zu ihr. Wenn ihr zu viel abgenommen werde und sie überall hinbeglei
tet werde, könne ein sekundärer Krankheitsgewinn entstehen. Es werde eine gänzliche Arbeitsunfähigkeit geltend gemacht
. Der Versicherten sei es aber durchaus möglich, im Haushalt mitzuhelfen. So habe sie angegeben, dass sie die Böden mit dem Staubsauger reinige, wenn dies nötig sei, dabei aber auch Pausen einlegen könne. In der Kontaktfähigkeit sei die Versicherte nicht eingeschränkt und habe weiterhin gute Kontakte, auch wenn sie nicht mehr viele Besuche empfange. Sie sei nach wie vor kompetent und sage ihrem Ehemann jeweils, was sie im Haushalt brauche, wenn er den Grosseinkauf verrichte. Sie tätige selber auch kleinere Einkäufe in der Nähe. Zudem betätige sie sich viel mit Spaziergän
gen und gehe gerne schwimmen. S
ie sei auch reisefähig. So reise sie jeweils auch in die Heimat
G._
, wenn auch stets in Begleitung. Auch in die psychiatrische Behandlung werde sie stets von ihrer Familie, welche auch übersetze, begleitet (Urk. 7/113/35). Zu den Fähigkeiten, Ressourcen und Belastungen hielt der psychiatrische Gutachter sodann fest, dass die chronische somatische Beschwer
deproblematik mit Schmerzen, die sich bis heute nicht gebessert hätten, belastend sei. Dadurch komme es psychisch zur Verunsicherung und Enttäuschung. Es könnten lebensgeschichtliche Belastungen reaktiviert werden. Die Versicherte habe von zwei Autounfällen berichtet. Lebensgeschichtlich frühe Belastungen, die eine deutliche Relevanz hätten, um sich negativ auf die Gesundheitsent
wicklung auszuwirken, wie zerrüttete Familienverhältnisse in der Kindheit oder Gewalterfahrung, seien im Untersuchungsgespräch hingegen nicht auszumachen gewesen. Es bestünden sodann Ressourcen mit ausserhäuslicher Berufserfahrung. Die Explorandin habe zusammen mit ihrem Ehemann auch eine Familie gegrün
det und zwei Söhne grossgezogen. Dadurch sei sie aber auch einer Doppelbelas
tung als Hausfrau, Mutter und ausserhäuslich Erwerbstätigen ausgesetzt gewesen. Jetzt, da die Söhne erwachsen seien und sie im Haushalt eigentlich entlastet wäre, fühle sie sich nicht mehr arbeitsfähig. Die Explorandin stamme aus einem anderen Kulturkreis und könne sich nicht vorstellen, auch mit Schmerzen zu arbeiten. Allerdings bewege sie sich durchaus. Die ihr möglichen täglichen Aktivitäten (Mithilfe bei einfachen Haushaltarbeiten, Organisation des Haushal
tes, erhaltene Kontaktfähigkeit und Reisefähigkeit, Freizeitgestaltung mit Spaziergängen und Schwimmen) sprächen für erhaltene psychische Funktionen und gegen eine anhaltende Arbeitsunfähigkeit alleine aus psychiatrischer Sicht (Urk. 7/113/35). Insgesamt attestierte Dr.
C._
der Beschwerdeführerin eine 100%ige Arbeitsfähigkeit sowohl in der bisherigen als auch in angepasster Tätig
keit, wobei auch im Verlauf keine anhaltende psychiatrische Arbeitsunfähigkeit begründet werden könne (Urk. 7/113/36).
3.4
In der interdisziplinären Gesamtbeurteilung
kamen die Gutachter zum Schluss
, dass durch die klinischen Befunde aus rheumatologischer Sicht eine gewisse Minderbelastung des rechten Armes objektiviert werden könne. Eine
höhergra
dige
Einschränkung der Belastbarkeit sei aber aufgrund der objektiven Befunde am Bewegungsapparat nicht nachvollziehbar. Aus neurologischer und allgemein
internistischer Sicht bestehe keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit. Bei der psychiatrischen Begutachtung seien eine leichte depressive Episode und eine chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren diagnos
tiziert worden. Letztere erkläre die Beschwerde
n
der Explorandin, welche bei den somatischen Untersuchungen nicht hinreichend hätten objektiviert werden können. Die leicht depressive Symptomatik schränke die Explorandin nicht wesentlich ein, weshalb aus psychiatrischer Sicht eine volle Leistungsfähigkeit bestehe.
3.5
Insgesamt
attestierten die Gutachter der Beschwerdeführerin in ihrer ange
stammten Tätigkeit unter Berücksichtigung eines erhöhten Pausenbedarfs eine 80%ige Arbeitsfähigkeit. In einer angepassten, körperlich leichten Tätigkeit, ohne kraftvollen Einsatz beider Hände, bei welcher ergonomische Bewegungen des rechten Armes möglich seien, sei die Versicherte unter Berücksichtigung eines erhöhten Pausenbedarfs zu 90 % arbeitsfähig. Diese Einschätzung der Arbeits
fähigkeit könne über die Zeit gemittelt seit dem November 2015 angenommen werden. Bei den Operationen 2015 und 2019 habe jeweils für etwa drei Monate eine postoperative Rekonvaleszenz mit aufgehobener Arbeitsfähigkeit bestanden (Urk. 7/113/10).
4.
4.1
Das Gutachten der
Y._
AG
vom 26. April 2021 beruht auf fachärztlichen Untersuchungen und wurde in Kenntnis der und einlässlicher Auseinander
setzung mit den
Vorakten
(Urk. 7/113/15-20, 38-40, 46 f., 52 f.) verfasst. Die Gutachter haben detaillierte Befunde erhoben (Urk. 7/113/25, 33, 42-44, 51 f.), die geklagten Beschwerde
n
berücksichtigt (Urk. 7/113/23, 29-32,
40 f., 50 f.) und sich mit diesen sowie dem Verhalten der Beschwerdeführ
erin auseinandergesetzt. Zudem haben sie die medizinischen Zustände und Zusammenhänge insgesamt einleuchtend dargelegt und ihre Schlussfolgerungen nachvollziehbar begründet (Urk. 7/113/9 f., 25-27, 34-37, 44-49, 52-55). Damit erfüllt das Gutachten die rechtsprechungsgemässen Anforderungen an eine beweistaugliche ärzt
liche
Entscheidgrundlage
(E. 1.4
).
4.2
4.2.1
Dagegen macht die Beschwerdeführerin zunächst geltend, bei der Vergabe des Gutachtens sei das Zufallsprinzip verletzt worden, indem eine Gutachterstelle ausgewählt worden sei, bei welcher ein medizinischer Sachverständiger tätig sei, welcher gleichzeitig auch bei anderen medizinischen Gutachterstellen aktiv sei
(vgl. E. 2.2)
. Zu dieser Frage lässt sich der Antwort des Bundesrates vom 26. Februar 2020 zur Interpellation 19.4592 («Polydisziplinäre IV-Gutachten. Kriterien für die Anerkennung von Gutachten») Folgendes entnehmen (
https://www.parlament.ch/de/ratsbetrieb/suche-curia-vista/geschaeft?AffairId=
20194592
,
besucht am 4. März 2022): «Die Anzahl an fachlich qualifizierten Gutachtern ist begrenzt und kann trotz diverser Bemühungen von verschiedenen Seiten auch nur sehr beschränkt und langsam erweitert werden. Gepaart mit der Tatsache, dass die einzelnen Gutachter nicht fest an eine Gutachterstelle gebun
den sind, sondern lediglich im Rahmen von Einzelaufträgen tätig werden, führt dies dazu, dass entsprechend qualifizierte Gutachter durch die verschiedenen polydisziplinären Gutachterstellen stark nachgefragt werden. Aus diesem Grund war es bis Ende 2019 möglich, dass ein Gutachter unter Umständen für mehr als eine Gutachterstelle tätig wird oder neben seiner Tätigkeit für eine Gutachterstelle noch selbständig gegenüber einer IV-Stelle im Rahmen von mono- oder
bidis
ziplinären
Gutachten als Gutachter auftritt. [...] Nachdem dem Bundesamt für Sozialversicherungen (BSV) die in der Interpellation geschilderten Vorkommnisse mitgeteilt worden waren, wurden bei den betroffenen Gutachterstellen Abklärun
gen eingeleitet und entsprechende Massnahmen ergriffen. Insbesondere haben seit 2019 die Gutachterstellen auf Anweisung des BSV dafür besorgt zu sein, die Gutachterteams so zusammenzusetzen, dass pro Gutachtensauftrag höchsten
s
eine der begutachtenden Personen auch noch für andere polydisziplinäre G
utachterstellen tätig ist. Der Bundesrat ist der Ansicht, dass das Zufallsprinzip nicht ausgehebelt
wird.»
Sodann wurde im Informationsschreiben zu
SuisseMED@P
1/2021 vom 9. März 2021 festgehalten: «Wie bereits verschiedentlich erwähnt, insbesondere auch im Informationsschreiben
SuisseMED@P
2/2019 vom 26. November 2019, ist es weder unüblich noch problematisch, dass Sachverständige für mehrere Gutachterstellen tätig sind. Bei der Zusammensetzung der Sachverständigenteams für einen Auftrag müssen die Gutachterstellen jedoch darauf achten, dass das für die Vergabe von polydis
ziplinären medizinischen Gutachten geltende Zufallsprinzip eingehalten wird. Es ist daher nicht zulässig für einen Gutachtensauftrag zwei oder mehr Sachverstän
dige für das Team auszuwählen, wenn diese Sachverständigen gleichzeitig auch für dieselbe andere Gutachterstelle tätig sind und somit potenziell bei Gutachten der anderen Gutachterstelle ebenfalls zusammenarbeiten könnten. Aus diesem Grund muss für jeden polydisziplinären Gutachtensauftrag die Überschneidung zwischen zwei gleichen Gutachterstellen innerhalb des von der Gutachterstelle ausgewählten Sachverständigenteam auf eine einzelne Person begrenzt werden». Selbst wenn Dr.
C._
– wie von der Beschwerdeführerin geltend gemacht (Urk. 1 S
. 4 f.
, Urk. 7/103/2) – gleichzeitig bei der
Y._
AG
sowie bei der
H._
AG als Gutachter tätig sein sollte,
ist eine Überschneidung einer einzelnen Gutachterperson in einem Gutachterteam vor dem Hintergrund der vorstehenden Ausführungen nicht als Verletzung des Zufallsprinzips gemäss Art. 72
bis
Abs. 2 IVV zu werten.
4.2.2
Soweit die Beschwerdeführerin alsdann bemängelt, es sei unklar, weshalb trotz gestellter Diagnosen mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit in einer leidensange
passten Tätigkeit eine 90%ige Leistungsfähigkeit bestehen soll (vgl. E. 2.2), ist
ihr entgegenzuhalten
, dass für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit nicht in erster Linie die Diagnosen, sondern die daraus resultierenden funktionellen Einschrän
kungen entscheidend sind (vgl. etwa das Urteil des Bundesgerichts 9C_549/2017 vom 13. Februar 2018 E. 3.3 mit Hinweis).
Es gehört zur Aufgabe des Gutachters, den Befund anhand der Klinik zu überprüfen und dessen Auswirkungen bei der Untersuchung und im Alltag substantiiert darzulegen. Dazu gehören insbesondere auch Angaben zum beobachteten Verhalten, Feststellungen über die Konsistenz der gemachten Angaben, wie auch Hinweise, welche zur Annahme von Aggra
vation führen (Urteil des Bundesgerichts 8C_390/2017 vom 9. November 2017 E. 4.1 mit Hinweisen).
Der Rheumatologe legte diesbezüglich verständlich und nachvollziehbar dar, dass die im Rahmen der Untersuchung erhobenen,
weitge
hend
unauffälligen objektiven Befunde
(Urk.
7/113/42-44)
, die von der Beschwerdeführerin geltend gemachten Beschwerden nicht zu erklären vermögen und insbesondere im Widerspruch zur ihrer Angabe stünden, dass sie den rechten Arm seit Jahren nicht mehr regelmässig alltäglich einsetzen würde
(Urk. 7/113/46)
.
Zudem wies er darauf hin,
dass die Beschwerdeführerin bei den Bewegungsprüfungen in Bezug auf die Flexibilität der Lendenwirbelsäule den rechten Arm spontan und ohne jegliche Sc
hmerzartikulation in eine 90°
Eleva
tionsposition
gebracht
und diesbezüglich auch keine Schmerzverstärkung ang
egeben habe
(vgl. E. 3.3.2). Auch der Neurologe
legte
in seinem Gutachten unter Bezugnahme auf die erhobenen, unauffälligen objektiven Befunde (Urk. 7/113/51 f.
) dar
, dass sich die Beschwerden aus neurologischer Sicht nicht schlüssig erklären liessen (Urk. 7/113/53).
Überdies wies er auf eine völlig normale
Hautbeschwielung
sowie auf eine am rechten Arm gar kräftiger ausge
bildete Muskulatur
hin und stellte fest, dass dies auf eine uneingeschränkte Nutzung des rechten Arms im Alltag hindeute (vgl. E. 3.3.3).
Die Begutachtung ergab demnach deutliche Diskrepanzen zwischen den geschilderten (somatischen) Beschwerden und den objektivierbaren B
efunden, was von den
Gutachtern in den einzelnen Teilgutachten
nachvollziehbar
ausgeführt und
bei der
en
Einschätzung der Arbeitsfähigkeit
entsprechend
gewürdigt wurde (vgl. E. 3.3.2 und 3.3.3)
.
Nachdem auch der psychiatrische G
utachter weitgehend
unauffällige Befunde erhoben hat (Urk. 7/113/33
), im Rahmen
der Konsistenzprüfung einen möglichen sekundären Krankheitsgewinn
festhielt
(
Urk.
7/113/35
) sowie
bei
der Würdigung von Fähigkeiten, Ressourcen und Belastungen insbesondere auf die der Beschwer
deführerin möglichen täglichen Aktivitäten hinwies
(
Urk. 7/113/35
)
,
erweist sich auch dessen
Einschätzung
, wonach aus rein psychiatrischer Sicht keine Arbeits
unfähigkeit besteh
t
(vgl. E. 3.3.4)
, als
schlüssig
.
Die
Gutachter
massen
der psychiatrischen Diagnose im Rahmen der
konsensualen
Gesamtbeurteilung denn auch keine eigenständige Auswirkung zu (vgl. E. 3.4). Vielmehr legten sie die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin als Ganzes fest und trugen den gesund
heitlichen Beeinträchtigungen im Rahmen des Belastungsprofils
unter Berück
sichtigung eines
erhöhten
Pausenbedarfs
umfassend Rechnung (vgl. E. 3.5).
Angesichts dieser Ausführungen erweist sich die Einschätzung der Gutachter, wonach die Beschwerdeführerin in ihrer angestammten Tätigkeit zu 80 % und in angepasster Tä
tigkeit zu 90 % arbeitsfähig ist
(vgl. E. 3.5)
, als schlüssig und nach
vollziehbar begründet.
4.2.3
Wenn die Beschwerdeführerin
alsdann
vorbringt, die Gutachter würden sich mit dieser Einschätzung ohne schlüssige und nachvollziehbare Begründung in Widerspruch zu den die Beschwerdeführerin seit vielen Jahren behandelnden Spezialärzten
setzen
(vgl. E.
2.2
), verkennt sie, dass sich sowohl der rheumatolo
gische als auch der neurologische Gutachter einlässlich mit den
Vorakten
und früheren Untersuchungen auseinandersetzten (Urk. 7/113/38-40, 46 f., 52 f.). So hielt
Dr.
A._
in seinem neurologischen Gutachten fest, dass die Versicherte bereits im Jahr 2014 über Schmerzausstrahlungen in den rechten Arm geklagt habe, weshalb zuletzt am 15. Juni 2016 eine MRI-Untersuchung der HWS erfolgt sei, wobei keine
radikuläre
Läsion habe nachgewiesen werden können. Eine erst
malige neurologische Abklärung durch Dr. med.
I._
, Facharzt FMH für Neurologie, im Januar 2017 habe sodann keine Hinweise auf eine neurologische Ursache ergeben. Aufgrund von persistierenden Beschwerden sei im Januar 2019 eine erneute neurologische Untersuchung durch Dr. med.
J._
, Fachärztin FMH für Neurologie, erfolgt, welche ebenfalls unergiebig verlaufen sei. Es hätten sich keine relevanten objektivierbaren pathologischen Befunde bei der klinischen und bei der neurophysiologischen Untersuchung ergeben. Trotzdem sei als Hypothese eine Läsion des
Nervus
subscapularis
in Betracht gezogen worden. Testinfiltrationen am 8. und 12. Juli 2019 in diesem Bereich seien
jedoch
ohne Erfolg geblieben. Gemäss Operationsbericht vom 6. Dezember 2019 sei eine
Lyse
des Ligamentum
transversum
scapulae
rechts erfolgt, wobei der Nerv selbst bei diesem Eingriff nicht
freigelegt worden sei
. Die Versicherte habe
von dieser Operation
nicht profitieren können (Urk. 7/113/52 f.). Dr.
B._
wies in seinem rheumatologischen Gutachten alsdann darauf hin, dass namentlich Dr.
F._
in ihren ausführlichen Evaluationen mit Berichter
stattung vom Januar 2017 abschliessend keine eindeutig somatische Ursache für das
chronifizierte
Nacken-Schulter-Armsyndrom rechts habe benennen können. Erst aufgrund einer aus neurologischer Sicht diskutierten, aber nie eindeutig nachgewiesenen Neuropathie des
Nervus
suprascapularis
rechts habe
Dr.
med.
K._
,
Facharzt FMH für Physikalische Medizin und Rehabilitation sowie Rheumatologie, im Verlauf das Beschwerdebild als ein ausgeweitetes, neuropathisch
myofasziales
Quadrantenschmerzsyndrom
der rechten oberen Extremität und des Schultergürtels interpretiert
. Jedoch hätten weder die von den Radiologen des
Kantonsspitals E._
gezielt durchgeführten Infiltrationen des
Nervus
suprascapularis
noch die abschliessende zweite Schulteroperation vom Dezember 2019 zu einer Linderung der Schmerzen geführt (Urk. 7/113/45).
Gleichzeitig führte
Dr.
B._
aus, dass er die Attestierung einer Arbeits- und Leistungsfähigkeit in der angestammten beruflichen Tätigkeit im Ausmass von nur noch maximal zwei Stunden
durch
den Behandler
Dr.
med.
D._
, Facharzt FMH für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, rein somatisch orientiert nicht nachvollziehen könne (Urk. 7/113/46). Er wies diesbezüglich insbesondere auch darauf hin, dass Dr.
D._
hinsichtlich der
Konsultation
vom 1
8.
Februar
2020
(Urk. 7/87/8)
erwähnt habe, dass zum damaligen Zeitpunkt die Bewegungsfähigkeit der rechten Schulter offensichtlich seitengleich zur schmerzlosen linken Seite gewesen sei (Urk. 7/113/45). Nach dem Gesagten setzten sich die Gutachter einlässlich mit den Einschätzungen der behandelnden Ärzte auseinander und begründeten nach
vollziehbar, weshalb sie deren Ansicht teilten respektive davon abwichen.
4.2.4
Auch der von der Beschwerdeführerin nach Erstattung des Gutachtens aufgelegte Bericht von Dr.
D._
vom
7.
September 2021
(Urk. 3/7)
vermag das Gutachten nicht in Z
weifel zu ziehen. So ist in diesem Zusammenhang in Bezug auf Berichte von behandelnden Arztpersonen beziehungsweise Therapiekräften zunächst auf die Erfahrungstatsache hinzuweisen, dass
diese mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patientinnen und Patienten aussagen (BGE 135 V 465 E. 4.5, 125 V 351 E. 3b/cc).
Wohl kann die einen längeren Zeitraum abdeckende und umfassende Behandlung oft wertvolle Erkenntnisse zeitigen; doch lässt es
die unterschiedliche Natur von Behandlungsauftrag der therapeutisch tätigen (Fach-)Person einerseits und Begutachtungsauftrag des amtlich bestellten fachmedizinischen Experten anderseits (BGE 124 I 170 E. 4) nicht zu, ein Administrativ- oder Gerichtsgutachten stets in Frage zu stellen und zum Anlass weiterer Abklärungen zu nehmen, wenn die behandelnden Arztpersonen bzw. Therapiekräfte zu anderslautenden Einschätzungen gelangen. Vorbehalten bleiben Fälle, in denen sich eine abweichende Beurteilung aufdrängt, weil die anderslautenden Einschätzungen wichtige – und nicht rein subjektiver Interpre
tation entspringende – Aspekte benennen, die bei der Begutachtung unerkannt oder ungewürdigt geblieben sind (Urteil des Bundesgerichts 8C_677/2014 vom 2
9.
Oktober 2014 E. 7.2 mit Hinweisen, u.a. auf SVR 2008 IV Nr. 15 S. 43 E. 2.2.1 [I 514/06]).
An solchen unberücksichtigt gebliebenen Aspekten, welche zu weiteren Abklärungen Anlass gäben, fehlt es vorliegend. Dies gilt umso mehr, als sich der Bericht von Dr.
D._
vom 7. September 2021 weitgehend mit dem
im
Gutachten
insbesondere von Dr.
B._
diskutierten Bericht von Dr.
D._
vom 5. September 2020 (vgl. E. 4.2.3) deckt.
4.2.5
D
ie Beschwerdeführerin
dringt alsdann
auch mit ihren Einwänden in Bezug auf das psychiatrische Gutachten nicht durch (vgl. E. 2.2). So gibt es keine verbind
liche Mindestdauer für eine psychiatrische Exploration, sondern es wird lediglich verlangt, dass die Expertise inhaltlich vollständig und im Ergebnis schlüssig ist, wobei der für eine psychiatrische Untersuchung zu betreibende Aufwand der Fragestellung und der zu beurteilenden Psychopathologie angemessen sein muss (Urteil des Bundesgerichts 8C_47/2016 vom 15. März 2
016 E. 3.2.2 mit Hinweis).
An Hinweisen dafür, dass d
iesen Vorgaben vorliegend
nicht hinreichend
Rechnung getragen
worden wäre, fehlt es
.
Überdies kommt dem Experten bezüg
lich der Wahl der Untersuchungsmethoden ein weiter Ermessensspielraum zu, und es ist nicht zwingend notwendig, dass fremdanamnestische Angaben einge
holt oder Zusatzuntersuchungen angeordnet werden (Urteile des Bundesgerichts 8C_660/2013 vom 15. Mai 2014 E. 4.2.3, 8C_602/2013 vom 9. April 2014 E. 3.2 und 9C_275/2014 vom 21. August 2014 E. 3). Soweit die Beschwerdeführerin bemängelt, die Aktenlage sei ungenügend, ist ihr entgegenzuhalten, dass die Beschwerdegegnerin vor der Anordnung des polydisziplinären Gutachtens bei sämtlichen, von der Beschwerdeführerin angegebenen, behandelnden Ärzten (Urk. 7/63) Arztberichte eingeholt hat
(
Urk. 7/64-67, 72, 76, 82-84, 87, 94-95
); darunter
auch ein
en
Bericht von Dr. med.
L._
, Facharzt FMH für Psychiatrie und Psychotherapie, vom 19. August 2019 (Urk. 7/67). Dieser wurde im Gutachten bei den
Vorakten
denn auch aufgeführt (Urk. 7/113/15) und fand damit im Rahmen der Ausarbeitung d
es Gutachtens Berücksichtigung. Dass kein fachärztlicher Bericht des nunmehr behandelnden Psychiaters
Dr.
med.
M._
(vgl.
Urk.
7/113/30) vorlag, hat sich die Beschwerdeführerin folglich selbst zuzu
schreiben, versäumte sie es doch offensichtlich, der Beschwerdegegnerin den Wechsel anzuzeigen. Auch im Rahmen der
Einwandbegründung
unterliess sie es, auf den
Behandlerwechsel
hinzuweisen (
Urk.
7/124). Der Beschwerdegegnerin vor diesem Hintergrund eine Verletzung der Abklärungspflicht vorzuwerfen, zielt ins Leere, zumal die Beschwerdeführerin noch im vorliegenden Verfahren davon abgesehen hat, einen Bericht des behandelnden Psychiaters einzureichen. Hierzu wäre sie indessen nach dem vorstehend Dargelegten im Rahmen ihrer eigenen Mitwirkungspflicht angehalten gewesen. Der Vollständigkeit halber ist an dieser Stelle darauf hinzuweisen, dass die Beschwerdeführerin dem Gutachten zufolge die antidepressive Medikation abgesetzt hat (
Urk.
7/113/24). Auch was die Anforderungen des Gutachtens hinsichtlich des strukturierten Beweisverfahrens gemäss BGE 141 V 281 betrifft, kann kein Mangel erblickt werden. Der psychiat
rische Gutachter hat sich zu den massgebenden Indikatoren geäussert und die funktionellen Auswirkungen der von ihm erhobenen Befunde und gestellten Diagnosen schlüssig begründet.
4.2.6
Schliesslich ist auch der Vorwurf, die Beschwerdegegnerin habe den Unter
suchungsgrundsatz verletzt, da sie die pulmonale Problematik eines Verdachts auf Malformation der Lunge (vgl.
Urk.
3/7) nicht weiter abgeklärt habe, unbe
gründet. Zum einen ist eine Verdachtsdiagnose zum Vornherein nicht geeignet, eine länger dauernde, relevante Gesundheitseinschränkung zu belegen, zum anderen war der Befund an der Lunge schon seit Jahren bekannt (vgl.
Urk.
7/113/19, 7/82/97), führte aber - soweit ersichtlich - nie zu Einschränkungen der Leistungsfähigkeit. Gegenüber dem internistischen Gutachter erklärte die Beschwerdeführerin denn auch, sie habe Anfang des Jahres über längere Zeit Husten gehabt, eine Röntgenuntersuchung habe sich zuletzt aber unauffällig gezeigt. Nun habe sie keine Probleme mehr; Herz, Lunge und Verdauung seien gut (Urk. 7/113/24; vgl. auch
Urk.
7/113/19, über den Bericht über die Röntgen
untersuchung Thorax mit altersentsprechendem regelrechten Herz-Lungen
befund). Weiterer Abklärungsbedarf besteht damit auch in dieser Hinsicht nicht. Schliesslich ist - entgegen der Ansicht der Beschwerdeführerin - die Beantwor
tung der Frage nach der retrospektiven Beurteilung der Arbeitsfähigkeit durch die Gutachter klar und belässt keinen Interpretationsspielraum.
4.3
Zusammenfassend ist dem Gutachten der
Y._
AG
in Bezug auf die Ein
schätzung der Restarbeitsfähigkeit voller Beweiswert beizumessen und für die Prüfung der erwerblichen Auswirkungen der Arbeitsfähigkeit auf d
as
im Rahmen der
Konsensbeurteilung festgelegte
Belastungsprofil abzustellen
(E
. 3.4; Urk. 7/113/10
); damit besteht auch kein weiterer Abklärungsbedarf
(antizipierte Beweiswürdigung, vgl. BGE 136 I 229 E. 5.3 mit Hinweisen; BGE 124 V 90 E. 4b).
5.
5.1
Zu prüfen bleibt, wie sich die 80%ige Arbeitsfähigkeit in angestammter Tätigkeit sowie die 90%ige Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit jeweils ab November 2015 in erwerblicher Hinsicht auswirken.
5.2
5.2.1
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der Einkommens
ver
gleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegen
übergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditäts
grad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2, 128 V 29 E. 1).
5.2.2
Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist für die Ermittlung des
Validen
einkommens
entscheidend, was die versicherte Person im Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbeginns nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrschein
lichkeit als Gesunde tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung angepassten Verdienst angeknüpft, da es empirischer Erfahrung entspricht, dass die bisherige Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden fortgesetzt worden wäre. Ausnahmen müssen mit überwiegender Wahr
scheinlichkeit erstellt sein (BGE 145 V 141 E. 5.2.1, 139 V 28 E. 3.3.2, 135 V 58 E. 3.1, 134 V 322 E. 4.1).
5
.2.3
Für die Bestimmung des Invalideneinkommens können nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für Statistik periodisch herausgege
benen Lohnstrukturerhebungen (LSE) herangezogen werden (BGE 139 V 592 E. 2.3, 135 V 297 E. 5
.2, 129 V 472 E. 4.2.1
). Dabei sind grundsätzlich die im Verfügungszeitpunkt aktuellsten veröffentlichten Tabellen der LSE zu verwenden (BGE 143 V 295 E. 4.1.3; zur Verwendung der aktuellsten statistischen Daten bei Rentenrevisionen vgl. BGE 143 V 295 E. 4.2.2, 142 V 178 E
. 2.5.8.1, 133 V 545 E. 7.1). Die Verwendung der Tabellenlöhne
ist subsidiär, das heisst deren
Beizug
erfolgt nur, wenn eine Ermittlung des Invalideneinkommens aufgrund und nach Massgabe der konkreten Gegebenheiten des Einzelfalles nicht möglich ist (vgl. BG
E
142 V 178 E. 2.5.7, 139 V 592 E. 2.3, 135 V 297 E. 5.2; vgl. auch Meyer/
Reichmuth
,
Bundesgesetz
über die Invalidenversicherung, 3.
Auflage 2014,
Rn
55 und 89 zu Art. 28a, mit weiteren Hinweisen auf die Rechtsprechung).
5.3
5.3.1
Da die Beschwerdeführerin bislang keine angepasste Tätigkeit aufgenommen hat, kann die Ermittlung des Invalideneinkommens vorliegend nicht konkret erfolgen, sondern ist gestützt auf die statistischen Tabellenlöhne vorzunehmen (vgl. E.
5.2.3
). Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung sind in der Regel die Monatslöhne gemäss LSE-Tabelle TA1, Zeile «Total Privater Sektor», anzuwenden (Urteil des Bundesgerichts 8C_458/2017 vom 6. August 2018 E. 6.2.3). Dass die Beschwerdegegnerin für die Bemessung des Invalideneinkommens per 2016 auf das standardisierte monatliche Einkommen für weibliche Hilfskräfte abstellte und dieses unter Berücksichtigung der durchschnittlichen Arbeitszeit im Jahr 2016 von
41,7 Stunden pro Woche auf ein
Jahreseinkommen für eine 90%ige Tätigkeit hochrechnete, was ein Invalideneinkommen von Fr. 49'123.-- ergab (Urk. 7/114), ist vor diesem Hintergrund sowie unter Berücksicht
igung des Belastbarkeitsprofils (vgl. E. 3.4 und 4.3) nicht zu beanstanden. Die Beschwerdegegnerin hat alsdann keinen Abzug vom Tabellenlohn vorgenommen, was von der Beschwerdeführerin nicht moniert wurde und ebenfalls nicht zu beanstanden ist. So wurde der erhöhte Pausenbedarf bereits in der Beurteilung der medizinischen Arbeitsfähigkeit berücksichtigt. Zudem rechtfertigen die fehlende berufliche Ausbildung und die gegebenen Sprachkenntnisse keinen Tabellenlohnabzug, wenn – wie vorliegend – von einer Tätigkeit im Kompetenzniveau 1 ausgegangen wird (Urteil des Bundesgerichts 8C_151/2020 vom 15. Juli 2020 E. 6.3.4 mit Hinweis).
5.3.2
Für die Ermittlung des
Valideneinkommens
ist
zu berücksichtigen, dass
die Beschwerdeführerin
nach eigenen Angaben bis zum Juni 2015 selbständig einen Kebab-Stand führte (Urk. 7/113/24, 41).
Diesbezüglich lassen sich dem IK-Auszug
bis
ins Jahr 2012 Buchungen entnehmen, wobei in den Jahren 2008 bis 2012 jeweils rund Fr. 30'000.-- abgerechnet wurden (Urk. 7/11)
. Für die Jahre 2014 und 2015 ergibt sich aus den von der Beschwerdeführerin eingereichten Buch
haltungsunterlagen sodann
jeweils ein Eigenlohn von
Fr. 42'700.--
respektive
Fr. 50'100.-- (Urk.
7/21/
7, 11).
Selbst wenn man
für das
Valideneinkommen
auf das
höchste
von der Beschwerdeführerin je
erzielte Erwerbseinkommen von Fr. 50'100.
--
abstellt
und noch die Arbeitnehmerbeiträge aufrechnen würde
,
ergibt sich
bei einem Invalideneinkommen von Fr. 49'123.
-- (vgl. E. 5.3.1) keine rentenbegründende Erwerbseinbusse
.
Ein rentenbegründender Invaliditätsgrad
resultierte erst bei Annahme eines
Valideneinkommens
in der Höhe von rund Fr. 81'900.-- ([Fr. 81'900.-- - Fr. 49'123.--] x
100 :
Fr.
81’900.-- = 40 %). Dass die Beschwerdeführerin im Gesundheitsfall ihr Einkommen
entsprechend
hätte steigern können, wird von ihr
zurecht nicht geltend gemacht, steht ein solches Einkommen doch weit ausserhalb der je von ihr erzielten Einkünfte und erscheint eine derartige Steigerung
angesichts
der Wertschöpfung in der Gastronomie
branche auch als unwahrscheinlich.
5.4
Die Beschwerdeführerin hat nach dem Gesagten keinen Anspruch auf eine Inva
lidenrente, weshalb sich die angefochtene Verfügung vom 13. Oktober 2021 als rechtens erweist und die Beschwerde abzuweisen ist.
6
.
Das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten über IV-Leistungen vor dem kanto
nalen Versicherungsgericht ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG). Im vorliegenden Verfahren sind sie ermessensweise auf Fr. 800
.--
anzusetzen und ausgangsgemäss der unterlie
genden Beschwerdeführerin aufzuerlegen.