# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** d69cb730-bf6f-49a6-9745-c551ed1a0fdb
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2022
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1962, ist als
Personal- und Unternehmensberater
tätig
. Er führt das im Handelsregister eingetragene Unternehmen
Y._
und
ist
der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, Aus
gleichskasse,
seit 1. März 2011
als
Selbständigerwerbender
angeschlossen
(Urk. 6/11)
. Am 29. März
und 23. April
2020
(Eingangsdatum) meldete er sich bei der Aus
gleichskasse zum Bezug einer Erwerbsausfallentschädigung (Betriebsein
stellung
und Härtefall-Re
gelung
)
gestützt auf die Verordnung über Massnahmen bei Er
werbsausfall im Zusammenhang mit dem
Coronavirus
(Covid-19-Verord
nung Erwerbsausfall) an
(Urk. 6/4
, Urk. 6/5
).
Mit Verfügung vom 24. April 2020 ver
neinte die Ausgleichs
kasse einen Anspruch auf eine Corona-Erwerbs
ausfall
ent
schädigung (Urk.
6/6).
1.2
Mit weiteren Anmeldungen vom 23. Februar,
3. Juni
,
22. Juli
,
28.
Oktober
2021
sowie
26
. Januar 2022
machte
X._
insgesamt einen Anspruch auf eine Corona-Erwerbsausfallentschädigung für die
Monate
Dezember
2020, Februar, März, April, Juni, August, September, Oktober, November und Dezember 2021
geltend (Urk. 6/15, Urk. 6/
27
, Urk. 6/
28
, Urk. 6/
34
, Urk
. 6/
35
,
Urk. 6/
41
, Urk.
6/
48
, Urk. 6/
49
, Urk. 6/
50
). In den Anmeldeformularen gab er an, aufgrund behörd
licher Anordnungen eine
erhebliche
Umsatzeinbusse
erlitten
zu haben. Nach der Prüfung des Anspruches richtete die Ausgleichskasse ihm für die Zeit
periode vom 19.
bis 31.
Dezember 2020
sowie die Monate Februar, April, Juni, August, September 2021
eine Corona-Erwerbsausfallentschädigung infolge er
heblicher Umsatzeinbussen aus (Urk. 6/25
, Urk. 6/
32
, Urk. 6/
38
, Urk. 6/
46
). Für
die Monate März und Oktober 2021 verneinte die Ausgleichskasse einen An
spruch auf Corona-Erwerbsersatzentschädigung mangels Umsatzrückgang von mindestens 40
Prozent im März 2021
resp.
30 Pro
zent
im Oktober 2021
(Urk. 6/33, Urk. 6/56). Ebenso verneinte die Aus
gleichskasse einen Anspruch auf Corona-Erwerbsersatz
entschädigung für
die Monate
November und
Dezember 2021, da
der Erwerbs
ausfall nicht nachweislich mit den Einschränkungen aufgrund der vom Bund oder vom Kanton angeo
rdneten Massnahmen zusammenhänge
(Verfügung
vom
31.
Ja
nuar 2022, Urk. 6/57). Die dagegen vom
Versicherten am
10. Februar 2022
erhobene Einsprache (Urk. 6/
59
) wies die Ausgleichskasse mit Einsprache
ent
scheid vom
27. April 2022 ab (Urk. 6/62
= Urk. 2).
2.
Dagegen erhob
X._
am
10. Mai
2022 Beschwerde und beantragte
sinn
gemäss
die Aufhebung des angefochtenen Entscheids und die
Zusprache
einer Corona-
Erwerbsausfallentschädigung für die Monate
November und
De
zem
ber 2021 (Urk. 1).
Mit Beschwerdeantwort vom
14. Juni
2022 schloss die Beschwerdegegnerin auf Abweisung der Beschwerde (Urk. 5, unter Beilage der Kassenakten [Urk. 6/1
-64
]), was dem Beschwerdeführer mit Verfügung vom
20. Juni
2022 zur Kenntnis ge
bracht wurde (Urk. 7).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Akten wird, soweit erfor
derlich, im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Die Beschwerdegegnerin verneinte einen Anspruch auf Corona-Erwerbsausfall
ent
schädigung mit der Begründung,
dass nur
selbständigerwerbende
Personen anspruchsberechtigt seien, die aufgrund kantonaler oder auf Bundesebene be
schlossener Massnahmen zur Bekämpfung des
Coronavirus
ihre Erwerbstätigkeit erheblich einschränken müssten und deshalb einen Erwerbs- oder Lohnausfall erlitten hätten
.
Der Zusammenhang zwischen der geltend gemachten Ein
schrän
kung in der Tätigkeit des Beschwerdeführers
mit den behördlichen Massnahmen (Homeoffice-Pflicht
ab 20. Dezember 2021
) sei nicht erwiesen
(Urk.
2).
1.2
Demgegenüber machte der Beschwerdeführer geltend (Urk. 1), die Massnahmen durch Bund und Kantone seien in den Monaten November und Dezember 2021 marginal restriktiver
geworden (Homeoffice-Pflicht), weshalb sich die Bedingun
gen in seinem Geschäftsfeld gegenüber den Vormonaten verschlechtert hätten.
2.
2.1
Nach Art. 185 Abs. 3 der Bundesverfassung (BV) kann der Bundesrat Verordnun
gen und Verfügungen erlassen, um eingetretenen oder unmittelbar drohenden schweren Störungen der öffentlichen Ordnung oder der inneren oder äusseren Sicherheit zu begegnen. Solche Verordnungen sind zu befristen (und zwar auf [maxi
mal] sechs Monate, vgl. Art. 7d Abs. 2 lit. a des Regierungs- und Ver
wal
tungsorganisationsgesetzes, RVOG).
Gestützt auf dieses Notverordnungsrecht erliess der Bundesrat – nebst anderen Verordnungen im Zusammenhang mit der Covid-19-Pandemie, die sich teilweise (auch) auf das Bundesgesetz über die Bekämpfung übertragbarer Krankheiten des
Menschen (
Epidemiengesetz
,
EpG
) stützten – am 20. März 2020 die Covid-19-Verordnung Erwerbsausfall. Die Verordnung wurde rückwirkend per 17. März 2020 in Kraft gesetzt (Art. 11 Abs. 1 und 2 der Covid-19-Verordnung Erwerbs
ausfall vom 20. März 2020). Mit dem Bundesgesetz über die gesetzlichen Grund
lagen für Verordnungen des Bundesrates zur Bewältigung der Covid-19-Epidemie vom 25. September 2020 (Covid-19-Gesetz) wurde rückwirkend per 17. Sep
tem
ber 2020 eine gesetzliche Grundlage für die Covid-19-Verordnung Erwerbsausfall geschaffen (Art. 15 in Verbindung mit Art. 21 Abs. 3 Covid-19-Gesetz). Seit ihrem Inkrafttreten per 17. März 2020 wurde die Covid-19-Verordnung Erwerbsausfall vom Bundesrat mehrfach geändert.
2.2
Gestützt auf Art. 7 des
Epidemiengesetzes
erliess der Bundesrat unter anderem die Covid-19-Verordnung 2, welche vom 13. März bis 22. Juni 2020 in Kraft war. Sie ordnete Massnahmen gegenüber der Bevölkerung, Organisationen und Insti
tutionen sowie den Kantonen zur Verminderung des Übertragungsrisikos und zur Bekämpfung des
Coronavirus
(Covid-19) an (Art. 1 Abs. 1 dieser Verordnung). Gemäss Art. 6 Abs. 1 der Covid-19-Verordnung 2 in der ab 17. März 2020 gültig gewesenen Version war es verboten, öffentliche oder private Veranstaltungen durch
zuführen. Ferner empfahl der Bundesrat den Arbeitenden, wo möglich, Homeoffice zu machen (vgl. die Medienmitteilung des Bundesrates vom 13. März 2020). In der Folge beschloss der Bundesrat am 27. Mai 2020 eine weitgehende Lockerung der noch geltenden Massnahmen zur Bekämpfung des
Coronavirus
per 6. Juni 2020. Unter der Bedingung, dass für alle Einrichtungen und Veran
stal
tungen Schutzkonzepte vorhanden sind (Art. 6d Abs. 1 Covid-19-Verordnung 2 in der ab 6. Juni 2020 gültig gewesenen Version), waren Veranstaltungen mit bis zu 300 Personen wieder erlaubt. Die Homeoffice-Empfehlung blieb bestehen (vgl. die Medienmitteilung des Bundesrates vom 27. Mai 2020).
Nach einer Zunahme der Ansteckungen mit dem
Coronavirus
im Herbst und Winter 2020 wurden weitere Massnahmen zur Bekämpfung des
Coronavirus
be
schlossen. Mit der Änderung der Verordnung über Massnahmen in der beson
de
ren Lage zur Bekämpfung der Covid-19-Epidemie (Covid-19-Verordnung beson
dere Lage) vom 19. Oktober 2020 (aufgehoben mit Art. 30 Covid-19-Verordnung besondere Lage vom 23. Juni 2021) wurde die Empfehlung, die Arbeitspflichten von zu Hause aus zu erfüllen, in Art. 10 Abs. 3 dieser Verordnung aufgenommen. Bei Veranstaltungen mit bis zu 1000 Personen hatte neben der Erhebung der Kontaktdaten eine Unterteilung in Sektoren mit höchstens 100 Personen zu er
folgen (Art. 6 Abs. 1 der Covid-19-Verordnung besondere Lage). Ab 18. Januar 2021 galt eine Homeoffice-Pflicht (Art. 10 Abs. 3 der Covid-19-Verordnung besondere Lage in der ab 18. Januar 2021 gültig gewesenen Version, vgl. auch
Medienmitteilung des Bundesrates vom 13. Januar 2021). Ausserdem wurden mit Art. 6 Abs. 1 der Covid-19-Verordnung besondere Lage die Durchführung von Veranstaltungen mit wenigen Ausnahmen wieder verboten. Erst per 19. April 2021 konnten Veranstaltungen mit Publikum mit Einschränkungen wieder statt
finden. Die maximale Besucherzahl
wurde draussen auf 100 Personen und drinnen auf 50 Personen beschränkt (Art. 6 Abs. 1
bis
lit. a der Covid-19-Verord
nung besondere Lage in der ab 19. April 2021 gü
ltig gewesenen Version). Am 31.
Mai 2021 erfolgte ein weiterer Öffnungsschritt und die Homeoffice-Pflicht wurde für jene Betriebe, die wiederholt testeten, in eine Homeoffice-Empfehlung umgewandelt (Art. 10 Abs. 3
bis
der Covid-19-Verordnung besondere Lage in der ab 31. Mai 2021 gültig gewesenen Fassung; vgl. auch Medienmitteilung des Bun
des
rates vom 26. Mai 2021). Weiter beschloss der Bundesrat in seiner Sitzung vom 26. Mai 2021 wann und in welcher Form Grossveranstaltungen wieder statt
finden konnten. Demnach waren mit einer Bewilligung der zuständigen kanto
na
len Behörde ab 1. Juli 2021 Grossveranstaltungen mit bis zu 1000 Personen wieder zulässig (Art. 6a Abs. 1 Covid-19-Verordnung besondere Lage in der ab 27.
Mai 2021 gültig gewesenen Version). Per 26. Juni 2021 wurde sodann die Pflicht eingeführt, ein Schutzkonzept zu erarbeiten und umzusetzen. Zusätzlich bestand ab diesem Zeitpunkt bei Grossveranstaltungen die Zertifikatspflicht für alle Personen ab 16 Jahren (Art. 17 der Covid-19-Verordnung besondere Lage in der ab 26. Juni 2021 gültig gewesenen Version). Hingegen wurde die Homeoffice-Pflicht aufgehoben (vgl. Art. 10 der Covid-19-Verordnung besondere Lage in der ab 26. Juni 2021 gültig gewesenen Fassung; vgl. auch Medienmitteilung des Bun
desrates vom
23. Juni 2021). Die Zertifikatspflicht wurde per 13. September 2021 auf alle Veranstaltungen in Innenräumen ausgeweitet (vgl. Medien
mitteilung des Bundesrates vom 8. September 2021). Ab 20. Dezember 2021 wur
den die Mass
nahmen abermals verschärft. Zu Veranstaltungen im Innern hatten nur noch geimpfte und genesene Personen (2G-Regel) Zugang. Ausserdem wurde die Homeoffice-Pflicht
wieder eingeführt
(Art. 14 und Art. 25 Abs. 5 der Covid-19-Verordnung besondere Lage in der ab 20. Dezember 2021 gültig gewesenen Fassung, vgl. auch Medienmitteilung vom 17. Dezember 2021). Schliesslich wur
den die Homeoffice-Pflicht per 3. Februar 2022 (vgl. Art. 25 Abs. 5 der Covid-19-Verordnung besondere Lage in der ab 3. Februar 2022 gültig gewesenen Fassung; vgl. auch Medienmitteilung des Bundesrates vom 2. Februar 2022) und die Zertifikatspflicht per 17. Februar 2022 (vgl. Medienmitteilung des Bundesrats vom 16. Februar 2022) wieder aufgehoben.
2.3
In zeitlicher Hinsicht sind grundsätzlich diejenigen Rechtssätze
massgebend
, die bei Erfüllung des rechtlich zu ordnenden oder zu Rechtsfolgen führenden Tatbe
standes Geltung haben (BGE 146 V 364 E. 7.1, 144 V 210 E. 4.3.1, je mit Hin
weisen).
D
as Sozialversicherungsgericht
stellt
bei der Beurteilung eines Falles grundsätzlich auf den bis zum Zeitpunkt des Erlasses der streitigen Verfügung beziehungsweise des streitigen
Einspracheentschei
ds
eingetretenen Sachverhalt ab
(BGE 144 V 210 E. 4.3.1, 132 V 215 E. 3.1.1).
Vorliegend streitig ist die Höhe des Anspruchs der Beschwerdeführerin auf eine Corona-Erwerbsersatzentschädigung für die Monate
November und
Dezember 2021. Entsprechend sind die in diesen Monaten gültigen Bestimmungen anwend
bar.
2.4
Laut Art. 1 der Covid-19-Verordnung Erwerbsausfall (gemäss sämtlichen Fassun
gen) sind die Bestimmungen des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG) auf die Entschädigungen gemäss dieser Ver
ordnung anwendbar, soweit die nachstehenden Bestimmungen nicht ausdrück
lich eine Abweichung vom ATSG vorsehen. Nach Art. 8 Abs. 5 der Covid-19-Ver
ordnung Erwerbsausfall (gemäss sämtlichen Fassungen) wird die Ent
schädi
gung im formlosen Verfahren nach Artikel 51 ATSG festgesetzt. Dies gilt in Abweichung von Artikel 49 Absatz 1 ATSG auch für erhebliche Entschä
di
gun
gen.
2.5
2.5.1
Nach Art. 2 Abs. 3 der Covid-19-Verordnung Erwerbsausfall (Stand: 20. Sep
tem
ber 2021) sind
Selbständigerwerbende
im Sinne von Artikel 12 ATSG und Per
so
nen nach Artikel 31 Absatz 3 Buchstaben b und c des Bundesgesetzes über die obligatorische Arbeitslosenversicherung und die Insolvenzent
schädigung (AVIG) unter der Voraussetzung von Absatz 1
bis
Buchstabe c anspruchsberechtigt, wenn sie:
a. ihre Erwerbstätigkeit aufgrund von behördlich angeordneten Massnahmen zur Bekämpfung der Covid-19-Epidemie unterbrechen müssen; und
b. einen Erwerbs- oder Lohnausfall erleiden.
2.5.2
G
emäss
Art.
2
Abs.
3
bis
Covid-19-Verordnung Erwerbsausfall (Stand:
20. Septem
ber 2021
) sind
Selbständigerwerbende
im Sinne von
Art.
12 ATSG, die nicht
unter Absatz 3 fallen
, anspruchsberechtigt wenn:
a. ihre Erwerbstätigkeit aufgrund von behördlich angeordneten Massnahmen zur Bekämpfung der Covid-19-Epidemie massgeblich eingeschränkt ist;
b. sie einen Erwerbs- oder Lohnausfall erleiden; und
c. sie im Jahr 2019 für diese Tätigkeit ein AHV-pflichtiges Erwerbseinkommen von mindestens Fr. 10'000.-- erzielt haben; diese Voraussetzung gilt sinn
ge
mäss, wenn die Tätigkeit nach dem Jahr 2019 aufgenommen wurde; wurde die Tätigkeit nicht während eines vollen Jahres ausgeübt, so gilt diese Voraus
setzung proportional zu deren Dauer.
Die Erwerbstätigkeit gilt gemäss
Art.
2
Abs.
3
ter
Satz 1 Cov
id-19-Verordnung Erwerbsausfall
als massgeblich eingeschränkt, wenn pro Monat eine
Umsatz
ein
busse von mindestens 3
0 Prozent im Vergleich zum durchschnittlichen monat
lichen Um
satz der Jahre 2015–2019 vorliegt.
Wurde die Tätigkeit nach 2015 und vor 2020 aufgenommen, so ist der Durchschnitt der entsprechenden Erwerbsdauer massgebend. Personen, die ihre Erwerbstätigkeit nach dem Jahr 2019 aufge
nom
men haben, müssen nachweisen, dass pro Monat eine Umsatzeinbusse von min
destens 30 Prozent im Vergleich zum durchschnittlichen Umsatz von mindes
tens drei Monaten vorliegt; massgebend ist der Durchschnitt der drei Monate mit den höchsten Umsätzen (
Art.
2
Abs.
3
ter
).
3.
3.1
D
er Beschwerdeführer
ist bei der Beschwerdegegnerin als selbständig
er
Erwerbs
tätige
r
im Bereich
Personal- und Unternehmensberatung
gemeldet
(Urk. 6/11)
.
Gemäss eige
nen Angaben
ist
sein Business
das Anbieten von
Outplacement
-Beratungen
. Seine Kunden seien Fach- und Führungskräfte, die entlassen worden seien. Aufgrund der Kurzarbeit und der finanziellen Unterstützung durch den Bund gebe es weniger Entlassungen und Konkurse und wegen der Homeoffice-Pflicht, der Quarantäne und Isolation könn
ten Entlassene nicht zu ihm ins Büro kommen. Seine Akquisitions
möglich
keiten seien entsprechend eingeschränkt (vgl. Urk. 6/59).
Im Rahmen der Ab
rechnungen richtete die Beschwerdegegnerin die Corona-Erwerbsaus
fall
ent
schä
di
gung vom 1
9
.
bis 31. Dezember 2020 sowie im Februar, April, Juni, August und
September 2021 aufgrund erheblicher Umsatzeinbussen
infolge
Home
office
-Pflicht
und Kurzarbeit
aus (vgl.
Urk. 6/25, Urk. 6/32, Urk. 6/38, Urk. 6/46
), im
pli
zit also gestützt auf Art. 2 Abs. 3
bis
und Abs. 3
ter
der Covid-19-Verordnung Er
werbs
ausfall (vgl. E. 2.5.2 hiervor). Dass
der
Beschwerdeführer in den Monaten
November und
Dezember 2021 eine Umsatz
einbusse von mindes
tens 30 Prozent im Vergleich zum durchschnittlichen monatlichen Umsatz der Jahre 2015 bis 2019 erlitten hat, ist unbestritten (vgl. Urk. 6/
48
, Urk. 6/
49
). In de
r
Verfügung vom
31
. Januar 2022 sowie im Einspracheentscheid vom
27. April
2022 äusserte sich die Beschwerdegegnerin
einzig zu den behördlich ange
ordneten Mass
nah
men und dass
der
Beschwerde
führer von solchen nicht mehr betroffen sei, mithin die Kausalität der Umsatz
einbusse mit den geltenden Massnahmen nicht mehr gegeben sei.
3.2
Die Beschwerdegegnerin verweist im angefochtenen Einspracheentscheid auf
Rz
. 1040.2
i.V.m
.
Rz
. 1041.2 des Kreisschreibens über die Entschädigung zur Bekämpfung des
Coronavirus
- Corona-Erwerbsersatz (KS CE). Darin wird aus
ge
führt, dass ab dem 1. September 2021, in Anbetracht der Aufhebung des ge
ne
rellen Veranstaltungs
verbotes und des Fehlens des erforderlichen Nachweises nach
Rz
. 1037 ff. (welche Randziffern den Anspruch infolge eines geltenden Ver
anstaltungsverbotes oder infolge Nichtgenehmigung der Veran
staltung aufgrund von Massnahmen zur Bekämpfung des
Coronavirus
betreffen),
Selbständig
er
wer
bende
und Personen in arbeitgeberähnlicher Stellung sowie deren mitarbei
tende Ehegatten oder einge
tragene Partner, die aufgrund von Massnahmen zur Be
kämpfung des
Coronavirus
einen Erwerbsausfall erlitten, Anspruch auf Co
rona-Erwerbsersatz infolge mass
gebender Einschränkung der Erwerbstätigkeit gel
tend machen könnten. Diese Randziffer wurde mit der Version 19 des KS CE (gültig ab 17. September 2021, vgl. dazu das Vorwort zur Version 19) eingefügt, nachdem im Vorwort zur Ver
sion 18 festgehalten worden war, dass es aktuell kaum noch behördliche Ein
schränkungen gebe. Deshalb müssten die Ausgleichs
kassen ihr Augenmerk besonders auf die Gründe richten, die die Versicherten für eine
er
hebliche Ein
schränkung geltend machten. Diese Gründe müssten im Zu
sam
men
hang mit den Massnahmen zur Bekämpfung des
Coronavirus
stehen. Es ist der Beschwerdegeg
nerin somit beizupflichten, dass eine Umsatzeinbusse, die (alleine) darauf zurück
zuführen ist, dass sich das ökonomische Umfeld aufgrund der Pandemie ändert, nicht durch die Corona-Erwerbsersatzentschädigung abge
deckt wird.
3.3
Massgebend ist, ob und inwiefern die Erwerbseinbusse des Beschwerdeführers in den Monaten November
und Dezember
2021 auf die staatlich verordneten Mass
nahmen gegen das Corona-Virus zurückzuführen war.
Seit 13. September 2021 galt insofern eine Einschränkung, als für Veranstaltungen in Innenräumen eine Zertifikatspflicht für alle Personen ab 16 Jahren bestand (vgl. vorstehend E. 2.2). Einzig diese Massnahme interessiert in Bezug auf den zu prüfenden Entschä
di
gungs
anspruch. Von der Zertifikatspflicht an Veranstaltungen war
der Beschwer
de
führer
nicht betroffen, insofern ist eine Einschränkung
seiner
erwerblichen Tätigkeit im vorliegend strittigen Zeitraum nicht ausgewiesen.
Der Beschwerde
führer verwies im Wesentlichen darauf, dass er seine Kunden nicht habe empfan
gen können, da Homeoffice-Pflicht bestanden habe.
Soweit
der Beschwerdeführer
den geltend gemachten Anspruch mit Massnahmen begründet, die im relevanten
Zeitraum bereits nicht mehr in Kraft waren, kann ih
m
nicht gefolgt werden. Mit der Aufhebung einer Massnahme endet ihr zeitlicher Geltungsbereich und sie kann nicht mehr Grundlage eines (weiteren) Entschädigungsanspruchs bilden.
Ähnlich verhält es sich mit dem Umstand, dass sich im Herbst 2021 die epide
mi
ologische Lage verschlechterte und deshalb wieder eine Verschärfung der
Mass
nahmen
zu erwarten war. Eine Vorwirkung kommt ihnen nicht zu, womit sie vorliegend
ausser
Betracht zu bleiben haben. Entgegen der Auffassung des Beschwerdeführers bestand im vorliegend interessierenden Zeitraum bis
20. De
zember 2021 keine Homeoffice-Pflicht mehr. Diese wurde erst ab diesem Zeit
punkt
wieder eingeführt
(vgl. E. 2.2 hiervor). Die Arbeitgeber waren also ver
pflichtet sicherzustellen, dass die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer ihre Ar
beits
verpflichtungen von zu Hause erfüllen, wo dies aufgrund der Art der Akti
vität möglich und mit
verhältnismässigem
Aufwand umsetzbar war (Art. 25 Abs. 5 der Covid-19-Verordnung besondere Lage in der ab 20. Dezember 2021 gültig gewesenen Fassung). Dazu geht aus der Medienmitteilung des Bundesrates vom 17. Dezember 2021 hervor, dass im Falle, dass Arbeiten vor Ort notwendig seien, in Räumlichkeiten, in denen sich mehrere Personen aufhielten, Masken
pflicht gelte.
Angesichts dessen
hätte der Beschwerdeführer ab Wiedereinführung der Homeoffice-Pflicht per 20. Dezember 2021 (sofern in Anbetracht der bevor
stehenden Feiertage über
haupt relevant)
seine Tätigkeit als Personal- und Unter
nehmensberater
unter Einhaltung der Maskenpflicht
ausführen
können.
Schliesslich ist unter juristischen Gesichtspunkten irrelevant und entsprechend nicht anspruchsbegründend, wenn die Unternehmen - so der Beschwerdeführer (Urk. 6/59) - infolge Kurzarbeit weniger Entlassungen getätigt und folglich weni
ger Outplacement-Beratung nachgefragt haben mögen.
Der Anspruch
auf Corona-Erwerbsausfallentschädigung
setzt voraus, dass die Erwerbstätigkeit aufgrund von behördlich angeordneten
Mass
nahmen
zur Bekämpfung der Covid-19-Epidemie
massgeblich
eingeschränkt ist (Art. 2 Abs. 3
bis
lit. a
Covid
-Verord
nun
g Erwerbsausfall). Dies war beim
Beschwer
de
f
ührer
nicht der Fall, da
er
seine
Dienstleistungen vollumfänglich erbringen konnte und für
seine
Kundschaft keine Zertifikatspflicht bestand. Mithin war eine allfällig im November und Dezember 2021 erlittene
Umsatzeinbusse
nicht auf die zu jenem Zeitpunkt geltenden behördlich angeordneten
Massnahmen
zur Be
kämpfung der Covid-19-Epidemie zurückzuführen, was einen Anspruch
aus
schliesst
. Daran ändert auch nichts, wenn
der
Beschwerdeführer
in den vorangegangenen Monaten
bis zum 30. September 2021
– zu Recht oder zu Unrecht, was vorliegend nicht zu prüfen ist - eine Corona-Erwerbsersatzent
schä
di
gung erhalten hatte.
4.
Diese Erwägungen führen zur Abweisung der Beschwerde.