# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 697f21da-8b81-47b3-bf03-0eb006dfbfbf
**Court:** ZH_OG
**Chamber:** ZH_OG_002
**Year:** 2011
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

betreffend Schändung etc.
Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichtes Dielsdorf, II. Abteilung, vom 2. Juli 2010 (DG090039)
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Anklage:
Die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich vom 24. No-
vember 2009 ist diesem Urteil beigeheftet (Urk. 37).
Urteil der Vorinstanz:
1. Der Angeklagte 1 (A._) wird vollumfänglich freigesprochen.
2. Der Angeklagte 2 (B._) wird freigesprochen
− vom Vorwurf der Schändung im Sinne von Art. 191 StGB,
− vom Vorwurf der versuchten Nötigung im Sinne von Art. 181 in Verbin-
dung mit Art. 22 Abs. 1 StGB,
− vom Vorwurf der sexuellen Nötigung im Sinne von Art. 189 Abs. 1
StGB.
− vom Vorwurf der Pornographie im Sinne von Art. 197 Ziff. 3 StGB (An-
klageziffer II). [Bei diesem Absatz handelt es sich um eine Berichtigung
gegenüber dem am 7. Juli 2010 versandten Dispositiv]
3. Der Angeklagte 3 (C._) wird freigesprochen
− vom Vorwurf der Schändung im Sinne von Art. 191 StGB,
− vom Vorwurf der Pornographie im Sinne von Art. 197 Ziff. 3 StGB.
4. Der Angeklagte 2 (B._) ist schuldig
− der Verletzung des Geheim- oder Privatbereichs durch Aufnahmegerä-
te im Sinne von Art. 179quater Abs. 1 und 3 StGB,
− der Pornographie im Sinne von Art. 197 Ziff. 3 StGB.
5. Der Angeklagte 3 (C._) ist schuldig
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− der Verletzung des Geheim- oder Privatbereichs durch Aufnahmegerä-
te im Sinne von Art. 179quater Abs. 1 StGB.
6. Der Angeklagte 2 (B._) wird bestraft mit einer Geldstrafe von 270 Ta-
gessätzen zu Fr. 90.–, wovon 196 Tagessätze durch Untersuchungshaft er-
standen sind.
7. Der Vollzug der gegen den Angeklagten 2 (B._) ausgesprochenen
Geldstrafe wird aufgeschoben und es wird dem Angeklagten 2 eine Probe-
zeit von 2 Jahren zur Bewährung angesetzt.
8. Der Angeklagte 3 (C._) wird bestraft mit einer Geldstrafe von 210 Ta-
gessätzen zu Fr. 30.–, wovon 178 Tagessätze durch Untersuchungshaft er-
standen sind.
9. Der Vollzug der gegen den Angeklagten 3 (C._) ausgesprochenen
Geldstrafe wird aufgeschoben und es wird dem Angeklagten 3 eine Probe-
zeit von 2 Jahren zur Bewährung angesetzt.
10. Der Angeklagte 1 (A._) wird aus der Gerichtskasse mit Fr. 22'231.40
entschädigt.
11. Dem Angeklagten 1 (A._) wird für erlittene Haft aus der Gerichtskasse
eine Genugtuung von Fr. 19'000.00 zugesprochen.
12. Das Schadenersatz- und Genugtuungsbegehren des Angeklagten 2
(B._) wird abgewiesen.
13. Das Schadenersatz- und Genugtuungsbegehren des Angeklagten 3
(C._) wird abgewiesen.
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14. Die Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf:
Fr. 10'000.00 ; die weiteren Kosten betragen:
Fr. 891.00 Untersuchungskosten
Fr. 150.00 Zeugenentschädigungen
Fr. 11'041.00
Allfällige weitere Auslagen bleiben vorbehalten.
15. Die Gerichtskosten werden zu 1/15 dem Angeklagten 2 (B._) und zu
1/15 dem Angeklagten 3 (C._) auferlegt. Im Übrigen – eingeschlossen
die Kosten der amtlichen Verteidigungen – werden sie auf die Gerichtskasse
genommen.
16. Die Kosten der Strafuntersuchung werden den Angeklagten 2 und 3 in dem
jeweils sie betreffenden Teil auferlegt und zwar:
− dem Angeklagten 2 (B._) in Höhe von Fr. 2'007.–,
− dem Angeklagten 3 (C._) in Höhe von Fr. 1'087.–.
Im Übrigen werden die Kosten der Strafuntersuchung auf die Gerichtskasse
genommen.
Beschluss I der Vorinstanz:
1. Die sich auf dem mit Verfügung der Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zü-
rich vom 20. November 2009 in der Untersuchung gegen den Angeklagten
A._ beschlagnahmten
− PC der Marke "Thermaltake", respektive der zugehörigen
− Festplatte der Marke "Maxtor" zu 160 GB
befindlichen Dateien mit verbotenem pornografischen Inhalt gemäss Bericht
der Kantonspolizei Zürich vom 20. August 2009 (Fw D._, Geschäfts-Nr.
...) sind zu vernichten, bzw. von den betreffenden Datenträgern zu löschen.
2. Mit der Vornahme der Löschung gemäss Ziff. 1 und dem Zusammenbau der
Geräte wird die Kantonspolizei Zürich, Dienststelle SA2-SK, ... [Adresse],
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beauftragt, unter anschliessender Rückgabe an die Kasse des Bezirksge-
richts Dielsdorf.
3. Nach erfolgter Löschung werden der PC der Marke "Thermaltake" und die
Harddisk der Marke "Maxtor" dem Angeklagten A._ nach Eintritt der
Rechtskraft durch die Gerichtskasse auf erstes Verlangen herausgegeben.
Erfolgt nach zweimaliger Aufforderung zur Abholung keine Rückgabe der
Geräte, werden diese entsorgt.
Beschluss II der Vorinstanz:
2. Die sich auf dem mit Verfügung der Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zü-
rich vom 20. November 2009 in der Untersuchung gegen den Angeklagten
A._ beschlagnahmten
− PC der Marke "Steg", respektive der zugehörigen
− Festplatte der Marke "Samsung" zu 250 GB
befindlichen Dateien mit verbotenem pornografischen Inhalt gemäss Bericht
der Kantonspolizei Zürich vom 20. August 2009 (Fw D._, Geschäfts-Nr.
...) sind zu vernichten, bzw. von den betreffenden Datenträgern zu löschen.
2. Mit der Vornahme der Löschung gemäss Ziff. 1 und dem Zusammenbau der
Geräte wird die Kantonspolizei Zürich, Dienststelle SA2-SK, ... [Adresse],
beauftragt unter anschliessender Rückgabe an die Kasse des Bezirksge-
richts Dielsdorf.
3. Nach erfolgter Löschung werden der PC der Marke "Steg" und die Harddisk
der Marke "Samsung" dem Angeklagten A._ nach Eintritt der Rechts-
kraft durch die Gerichtskasse auf erstes Verlangen herausgegeben. Erfolgt
nach zweimaliger Aufforderung zur Abholung keine Rückgabe der Geräte,
werden diese entsorgt.
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Beschluss III der Vorinstanz:
1. Die sich auf der mit Verfügung der Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich
vom 20. November 2009 in der Untersuchung gegen den Angeklagten
C._ beschlagnahmten
- Speicherkarte "SanDisk" 8 GB
befindlichen Filmdateien der sexuellen Handlungen mit der Geschädigten
gemäss Bericht der Kantonspolizei Zürich vom 20. August 2009 (Fw
D._, Geschäfts-Nr. ...) sind zu vernichten, bzw. vom Datenträger zu lö-
schen.
2. Mit der Vornahme der Löschung gemäss Ziff. 1 wird die Kantonspolizei Zü-
rich, Dienststelle SA2-SK, ... [Adresse], beauftragt unter anschliessender
Rückgabe an die Kasse des Bezirksgerichts Dielsdorf.
3. Die Digitalfotokamera "Canon", der Laptop "MacBook Apple" sowie die zum
Laptop gehörende Festplatte "Fujitsu" 160 GB werden dem Angeklagten
C._ nach Eintritt der Rechtskraft durch die Gerichtskasse auf erstes
Verlangen herausgegeben. Ebenso wird die Speicherkarte "SanDisk" 8 GB
mit Adapter nach erfolgter Löschung der Daten gemäss Ziff. 1 dem Ange-
klagten C._ durch die Gerichtskasse auf erstes Verlangen herausgege-
ben. Erfolgt nach zweimaliger Aufforderung zur Abholung keine Rückgabe
der Geräte, werden diese entsorgt.
Berufungsanträge:
A) Des Leitenden Staatsanwaltes Dr. Weder
(Urk. 96 S. 2)
1. Die Angeklagten seien der Schändung im Sinne von Art. 191 StGB in Ver-
bindung mit Art. 200 StGB schuldig zu sprechen.
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2. Der Angeklagte B._ sei zusätzlich wegen sexueller Nötigung im Sinne
von Art. 189 Abs. 1 StGB und versuchter Nötigung im Sinne von Art. 181
StGB in Verbindung mit Art. 22 Abs. 1 StGB schuldig zu sprechen.
3. Der Angeklagte B._ sei zusätzlich wegen mehrfacher Pornographie im
Sinne von Art. 197 Ziff. 3 StGB schuldig zu sprechen.
4. Die Angeklagten B._ und C._ seien zusätzlich wegen Verletzung
des Geheim- oder Privatbereichs durch Aufnahmegeräte im Sinne von Art.
179quater Abs. 1 (B._ und C._) und 3 (B._ allein) schuldig zu
sprechen.
5. Der Angeklagte A._ sei mit 5 Jahren Freiheitsstrafe, der Angeklagte
B._ mit 4 1⁄2 Jahren Freiheitsstrafe und der Angeklagte C._ mit 3 1⁄2
Jahren Freiheitsstrafe zu bestrafen, je unter Anrechnung der erstandenen
Untersuchungshaft von 190 Tagen (A._), von 196 Tagen (B._) und
178 Tagen (C._).
6. Die Kosten des Verfahrens, mit Ausnahme derjenigen der amtlichen Vereidi-
gung (Art. 426 Abs. 1 Satz 2 StPO und Art. 135 Abs. 4 StPO), seien den An-
geklagten A._ und B._ zu je 2/5 und dem Angeklagten C._ zu
1/5 aufzuerlegen.
7. Die Beschlüsse I-III im angefochtenen bezirksgerichtlichen Urteil vom 2. Juli
2010 seien bezüglich der Einziehungen (Sicherungseinziehungen in Anwen-
dung von Art. 69 Abs. 1 und 2 StGB) vollumfänglich zu bestätigen, wobei
sich der Beschluss II selbstverständlich auf den Angeklagten B._ und
nicht auf A._ bezieht (vgl. Urteil BG Dielsdorf vom 2.7.2010, S. 129).
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B) Des Verteidigers des Angeklagten A._
(Urk. 97 S. 1)
1. In Bestätigung des vorinstanzlichen Urteils vom 2. Juli 2010 sei der Ange-
klagte und Appellat freizusprechen.
2. Der Angeklagte und Appellat sei für den Lohnausfall, die erlittene Haft sowie
für seine persönlichen Umtriebe gemäss den Dispositiv-Ziffern 10 und 11
des vorinstanzlichen Urteils zu entschädigen bzw. es sei ihm eine Genugtu-
ung zuzusprechen.
3. Die Kosten für das Berufungsverfahren, inklusive der amtlichen Verteidi-
gung, seien auf die Staatskasse zu nehmen.
4. Die mit Verfügung der Anklägerin vom 20.11.2009 beschlagnahmten Ge-
genstände des Angeklagten und Appellaten seien freizugeben.
C) Des Verteidigers des Angeklagten B._:
(Prot. II S. 93)
1. Die Berufung sei abzuweisen bzw. es sei das erstinstanzliche Urteil zu be-
stätigen.
2. Alles unter gesetzlicher Kostenfolge.
D) Des Verteidigers des Angeklagten C._:
(Urk. 99 S. 1)
1. Der Angeklagte sei vollumfänglich freizusprechen.
2. Die Verfahrenskosten (inkl. a.A.) seien auf die Staatskasse zu nehmen. Dem
Angeklagten sei eine Entschädigung von Fr. 18'000.– auszurichten.
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3. Die beschlagnahmten Gegenstände seien – mit Ausnahme der Bildaufzeich-
nungen – dem Angeklagten herauszugeben.
4. Eventualanträge (im Plädoyer integriert).

## Considerations

Das Gericht erwägt:
I. Formelles
1. Gemäss Art. 453 Abs. 1 der per 1. Januar 2011 in Kraft getretenen Strafpro-
zessordnung (StPO) werden Rechtsmittel gegen Entscheide, die vor dem Inkraft-
treten dieses Gesetzes gefällt worden sind, nach bisherigem Recht und von der
bisher zuständigen Behörde beurteilt. Demnach ist vorliegend das bisherige
Strafprozessrecht (StPO ZH und GVG ZH) als Prozessrecht anwendbar.
2. Am 12. Juli 2010, und damit rechtzeitig, gingen die Berufungserklärungen der
Staatsanwaltschaft und des Angeklagten C._ gegen das erstinstanzliche Ur-
teil vom 2. Juli 2010 am Bezirksgericht Dielsdorf ein (Urk. 68, 69). Am 30. August
2010 liess sodann der Angeklagte B._ Berufung erklären (Urk. 72), welche er
jedoch mit Eingabe vom 7. März 2011, nach Zustellung des begründeten Urteils,
zurückziehen liess (Urk. 76).
Die Empfangsscheine der Anklagebehörde und des Angeklagten C._ für das
begründete Urteil tragen das Datum vom 7. Februar 2011 (Urk. 67). Die Bean-
standungen der Staatsanwaltschaft vom 25. Februar 2011 erreichten die Vo-
rinstanz am 28. Februar 2011 (Urk. 74), jene des Angeklagten C._ vom 24.
Februar 2011 gingen der Vorinstanz am 25. Februar 2011 zu (Urk. 73).
4. Die Geschädigte und der Angeklagte A._ erhoben keine Rechtmittel.
5. Beweisergänzungsanträge wurden nicht gestellt.
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II. Schuldpunkt
1. Anklagevorwürfe
Die Anklage gliedert sich in 4 Ziffern. Das Hauptdossier umfasst drei Anklagezif-
fern und betrifft die Vorfälle vom tt.mm.2009 in der Wohnung an der ...strasse ...
in E._. Vorgeworfen wird den Angeklagten eine gemeinsam im Wohnzimmer
begangene Schändung der Geschädigten F._ (Ziff. I). Den Angeklagten
B._ und C._ wird sodann die Herstellung von Pornographie vorgewor-
fen, indem sie von den Schändungshandlungen Ton- und Bildaufnahmen ge-
macht hätten (Ziff. II). Dem Angeklagten B._ wird weiter vorgeworfen, nach
den Schändungshandlungen die Geschädigte im Badezimmer sexuell genötigt zu
haben, sowie versucht zu haben, die Geschädigte mit Drohungen davon abzuhal-
ten, jemandem über das Vorgefallene im Wohnzimmer zu erzählen (Ziff. III). Dem
Angeklagten B._ wird sodann vorgeworfen, pornographische Bilddateien aus
G._ [Land] in die Schweiz eingeführt und auf seinem Computer gespeichert
zu haben Ziff. IV).
2. Urteil der Vorinstanz
Mit Urteil des Bezirksgerichts Dielsdorf, II. Abteilung, vom 2. Juli 2010 wurden der
Angeklagte B._ und der Angeklagte C._ der Verletzung des Geheim-
oder Privatbereichs durch Aufnahmegeräte im Sinne von Art. 179quater Abs. 1
StGB schuldig gesprochen und der Angeklagte B._ zudem der Pornographie
im Sinne von Art. 197 Ziff. 3 StGB. Vom Vorwurf der Schändung wurden alle An-
geklagten vollumfänglich freigesprochen, der Angeklagte B._ und der Ange-
klagte C._ zudem vom Vorwurf der Pornographie betreffend Anklagepunkt II,
und der Angeklagte B._ noch vom Vorwurf der sexuellen Nötigung und ver-
suchten Nötigung (Anklagepunkt III; Urk. 80).
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3. Beanstandungen
3.1. Die Staatsanwaltschaft hat ihre Berufung nicht beschränkt und bringt in ihren
Beanstandungen vor, dass sowohl die generelle Glaubwürdigkeit des Opfers wie
auch die konkrete Glaubhaftigkeit bezüglich ihrer Aussagen völlig einseitig zu ih-
ren Lasten gewichtet worden sei. Vor allem aber habe die Vorinstanz eine völlig
unverständliche Analyse der Filmaufnahmen bezüglich der eingeklagten klaren
Schändung vorgenommen. Diese Filmaufnahmen der Angeklagten B._ und
C._ würden mit aller nur "wünschbaren" Deutlichkeit zeigen, dass das Opfer
in Übereinstimmung mit seiner Zeugenaussage anlässlich der Tathandlungen vo-
rübergehend völlig widerstandsunfähig und nicht in der Lage gewesen sei, sich
einen vernünftigen Willen hinsichtlich der an ihm vollzogenen sexuellen Handlun-
gen zu bilden. Von einer Einwilligung in den an ihm betriebenen sexuellen Miss-
brauch könne vernünftigerweise keine Rede mehr sein, wenn man sich die beiden
bestehenden Filmaufnahmen vor Augen halte. Das Opfer sei offensichtlich völlig
schutzlos gewesen, und dieser Umstand sei von den Angeklagten schamlos
missbraucht worden. Bezeichnenderweise hätten die Angeklagten in der Untersu-
chung auch anerkennen müssen, dass die Filmaufnahmen ein zum Widerstand
unfähiges Opfer zeigten. Die Filmaufnahmen zeigten eine Täterschaft, die das
Opfer, das sich nicht ansatzweise an den in Frage stehenden sexuellen Handlun-
gen beteiligt habe, als eigentliches Sexualobjekt missbraucht habe. In keiner Wei-
se sei nachvollziehbar, dass von einer Einwilligung des Opfers in die sexuellen
Handlungen, namentlich das Einführen der Banane und der Karotte in die Schei-
de, ausgegangen werde bzw. dem Opfer vermutungsweise ein sogenannter G-
Punkt-Orgasmus unterstellt werde. Die Angeklagten B._ und C._ hätten
ebenfalls um den widerstandsunfähigen Zustand des Opfers gewusst, was sich
aus dem Umstand ergebe, dass sie geflüstert hätten, währenddem mit lautem
Ton ein Pornofilm abgespielt worden sei. Ebenso werde auch in den weiteren An-
klagepunkten ein Schuldspruch beantragt (Urk. 74).
3.2. Der Angeklagte C._ lässt durch seinen amtlichen Verteidiger beanstan-
den, dass eine Verurteilung wegen Verletzung des Geheim- oder Privatbereichs
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mangels Strafantrags gar nicht möglich sei. Ebenso wird die Strafzumessung be-
anstandet (Urk. 73).
4. Vorwurf der Schändung (Anklagepunkt I)
4.1. Anklagesachverhalt
Die Vorinstanz hat zu Recht darauf hingewiesen, dass der Anklagesachverhalt in
der Anklageschrift und die sich bei den Akten befindlichen drei Videosequenzen
(Videodatei 1728 und 1729 [Urk. 10/3/1] und Videodatei V001 [Urk. 10/3/2]) nicht
deckungsgleich sind (Urk. 80 S. 79-83; § 161 GVG ZH). Der in der Anklageschrift
geschilderte Sachverhalt endet mit den Aufzeichnungen der Videodatei 1728 (vgl.
nachstehend Ziff. 4.7.). Gemäss Anklage soll dabei die Geschädigte langsam aus
ihrem komatösen Zustand erwacht sein, indem sie den über ihr liegenden Ange-
klagten A._ wegzustossen versucht habe (während er eine Karotte in ihrer
Vagina heftig bewegte). Bis die Angeklagten und insbesondere der Angeklagte
A._ jedoch vollständig von den sexuellen Handlungen an der Geschädigten
abliessen, kam es noch während längerer Zeit zu weiteren sexuellen Handlungen,
die jedoch nicht Gegenstand der Anklage sind.
4.2. Stellungnahme der Beteiligten
Die Geschädigte erklärte in der Untersuchung, sie sei in der Wohnung in E._
auf dem Sofa eingeschlafen und habe die an ihr ausgeführten sexuellen Hand-
lungen der Angeklagten nicht bemerkt. Die Angeklagten hingegen bestreiten den
in der Anklage beschriebenen komatösen Zustand der Geschädigten. Sie sei mit
den sexuellen Handlungen einverstanden gewesen.
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4.3. Beweismittel
Als Beweismittel betreffend Anklagepunkt I liegen die Aussagen der Angeklagten,
der Geschädigten, der Zeuginnen H._, I._, J._ und K._, die
Videobefragungen der Geschädigten (Urk. 8/7/1-4), die Videoaufzeichnungen der
Angeklagten B._ und C._ (Video 1728, Video 1729 und Video 001) so-
wie die Berichte der Psychologinnen L._ und M._ betreffend die Vide-
obefragung der Geschädigten vor.
4.4. Beweiswürdigungsregeln
4.4.1. Wenn die Angeklagten den eingeklagten Sachverhalt bestreiten, so legt das
Gericht seinem Urteil denjenigen Sachverhalt zugrunde, den es nach seiner
freien, aus der Hauptverhandlung und den Untersuchungsakten geschöpften
Überzeugung als verwirklicht erachtet (§ 284 StPO/ZH; neu: Art. 10 Abs. 2 StPO).
Gemäss diesem Grundsatz der freien richterlichen Beweiswürdigung entscheidet
das Gericht, ob es die eingeklagten Tatsachen für erwiesen hält oder nicht. In ei-
nem Strafprozess sind an den Beweis von Täterschaft und Schuld besonders ho-
he Anforderungen zu stellen. Ein Schuldspruch darf nur dann erfolgen, wenn die
Schuld des Angeklagten mit hinreichender Sicherheit erwiesen ist. Es darf na-
mentlich kein vernünftiger Zweifel darüber bestehen, dass sich der dem Ange-
klagten in der Anklageschrift vorgeworfene Tatbestand tatsächlich verwirklicht hat.
Dies bedingt, dass das Gericht eine persönliche Gewissheit erhält. Nicht ausrei-
chend ist, wenn die vorliegenden Beweise objektiv klar auf eine Schuld des Ange-
klagten hindeuten, das Gericht aber persönlich nicht zu überzeugen vermögen.
Allfällige abstrakte theoretische Zweifel sind nicht massgebend, weil solche immer
möglich sind und absolute Gewissheit nicht verlangt werden kann. Es muss daher
ausreichen, wenn vernünftige Zweifel an der Schuld des Beschuldigten ausge-
schlossen werden können.
4.4.2. Stützt sich die Beweisführung im Wesentlichen auf die Aussagen von Betei-
ligten, so sind diese frei zu würdigen. Steht Aussage gegen Aussage, ist anhand
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sämtlicher Umstände, die sich aus den Akten ergeben, zu untersuchen, welche
Sachdarstellung überzeugend ist, wobei es vorwiegend auf den inneren Gehalt
der Aussagen ankommt, verbunden mit der Art und Weise, wie die Angaben er-
folgen. Es darf aber nicht einfach auf die Persönlichkeit oder die allgemeine
Glaubwürdigkeit des Aussagenden abgestellt werden, sondern es bedarf einer
eingehenden Würdigung der Glaubhaftigkeit der konkreten, im Prozess relevan-
ten Aussagen. Dabei ist auf das Vorhandensein von sogenannten Realitätskrite-
rien grosses Gewicht zu legen (Bender, Die häufigsten Fehler bei der Beurteilung
von Zeugenaussagen, SJZ 81 [1985] S. 53 ff.).
4.4.3. Beim Abwägen von Aussagen ist im Besonderen zwischen der Glaubwür-
digkeit einer Person und der Glaubhaftigkeit ihrer Aussagen zu unterscheiden.
Während erstere die Grundlage dafür liefert, ob einer Person grundsätzlich ge-
traut werden kann, ist letztere für die im Prozess massgebende Entscheidung be-
deutungsvoll, ob sich der Sachverhalt zur Hauptsache so zugetragen hat oder
nicht (Hauser, Der Zeugenbeweis im Strafprozess, Zürich 1974, S. 312 ff.).
4.4.4. Bei der Würdigung von Aussagen kommt der allgemeinen Glaubwürdigkeit
einer Person indessen eher eine untergeordnete Bedeutung zu. Das Interesse ei-
ner Aussageperson am Prozessausgang oder die persönliche Bindung zu ande-
ren Prozessbeteiligten ist für sich allein noch kein Grund, ihren Aussagen zu
misstrauen. Erst das Hinzutreten weiterer – in dieselbe Richtung weisender – In-
dizien gibt begründeten Anlass, Aussagen als unzuverlässig zu verwerfen. Nach
neuerer Lehre und Rechtsprechung ist vielmehr auf die Glaubhaftigkeit der Aus-
sagen der Aussagenden abzustellen. Zu achten ist auf Strukturbrüche innerhalb
der Aussage, auf Über- oder Untertreibungen, auch auf Widersprüche, vor allem
aber auf das Vorhandensein einer hinreichenden Zahl von Realitätskriterien und
das Fehlen von Lügensignalen (Bender, a.a.O.; siehe ferner Bender/Nack/Treuer,
Tatsachenfeststellung vor Gericht, 3. A., München 2007, S. 84 ff.). Die wichtigsten
Realitätskriterien sind dabei "innere Geschlossenheit" und "Folgerichtigkeit in der
Darstellung des Geschehnisablaufes", "konkrete und anschauliche Wiedergabe
des Erlebnisses" sowie "Schilderung des Vorfalles in so charakteristischer Weise,
wie sie nur von demjenigen zu erwarten ist, der den Vorfall selber miterlebt hat",
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"Kenntlichmachung der psychischen Situation von Täter und Zeuge bzw. unter
Mittätern", "Selbstbelastung oder unvorteilhafte Darstellung der eigenen Rolle",
"Entlastungsbemerkungen zugunsten des Beschuldigten" sowie "Konstanz der
Aussage bei verschiedenen Befragungen, wobei sich aber sowohl Formulierun-
gen als auch die Angaben über Nebenumstände verändern können" (Hauser,
a.a.O., S. 316). Andererseits sind auch allfällige Fantasie- oder Lügensignale zu
berücksichtigen. Als Indizien für falsche Aussagen gelten "Unstimmigkeiten oder
grobe Widersprüche in den eigenen Aussagen", "Zurücknahme oder erhebliche
Abschwächungen in den ursprünglichen Anschuldigungen, Übersteigerungen in
den Beschuldigungen im Verlaufe von mehreren Einvernahmen", "unklare, ver-
schwommene oder ausweichende Antworten" sowie "gleichförmig, eingeübt und
stereotyp wirkende Aussagen". Fehlen Realitätskriterien oder finden sich Lügen-
signale, so gilt dies als Indiz für eine Falschaussage.
Im vorliegenden Fall kommt hinzu, dass sich die Aussagen der Beteiligten betref-
fend Anklageziffer I (Schändung) noch mit Videoaufnahmen vergleichen lassen.
4.4.5. Die Vorinstanz hat betreffend Anklagepunkt I keine klare Unterscheidung
zwischen der Glaubwürdigkeit der Geschädigten und der Glaubhaftigkeit ihrer
Aussagen gemacht. Sie hat die Beweiswürdigung letztlich auf die Videoaufnah-
men der Angeklagten B._ und C._ gestützt und die Aussagen der Ge-
schädigten keiner sachlich nachvollziehbaren Würdigung unterzogen. Bezeich-
nenderweise stehen die diesbezüglichen Ausführungen unter dem Titel "Glaub-
würdigkeit der konkreten Aussagen" (Urk. 80 S. 73-77). Die Glaubhaftigkeitsana-
lyse zum eigentlichen Kerngeschehen fehlt gänzlich. Insofern ist die Beanstan-
dung der Anklagebehörde im Berufungsverfahren verständlich.
4.5. Glaubwürdigkeit der Beteiligten
4.5.1. Bezüglich der allgemeinen Glaubwürdigkeit der Angeklagten ist zu berück-
sichtigen, dass sie, als direkt in das vorliegende Strafverfahren involvierte Perso-
nen, ein – durchaus – legitimes Interesse daran haben dürften, die Geschehnisse
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in einem für sie günstigen Licht darzustellen, zumal sie nicht zur wahrheitsgemäs-
sen Aussage verpflichtet sind und somit nicht unter der strengen Strafandrohung
von Art. 307 StGB aussagen mussten. Ihre Glaubwürdigkeit ist somit einge-
schränkt, was bei der Würdigung ihrer Aussagen zu beachten ist. Die Vorinstanz
hat zwar die Aussagen der Angeklagten wiedergegeben (Urk. 80 S. 21-46), je-
doch weder die Glaubwürdigkeit der Angeklagten noch die Glaubhaftigkeit ihrer
Aussagen einer näheren Betrachtung unterzogen.
4.5.2. Die Vorinstanz hat ausschliesslich die Glaubwürdigkeit der Geschädigten
einer ausführlichen Analyse unterzogen (Urk. 80 S. 71-73). Die Ergebnisse sind
allerdings zu relativieren. Zunächst ist festzuhalten, dass sie unter der strengen
Strafandrohung von Art. 307 StGB aussagte. Zu beachten ist auch, dass sie im
vorliegenden Strafverfahren keine Schadenersatz- oder Genugtuungsforderungen
geltend gemacht hat und somit diesbezüglich kein finanzielles Interesse die
Glaubwürdigkeit tangiert. Der Umstand, dass sich die Geschädigte nach Erstat-
tung der Anzeige nicht mehr um das Verfahren kümmerte und dass sie ausdrück-
lich auf einen Rechtsbeistand verzichtet hatte, lässt nicht ohne weiteres den
Schluss zu, die Geschädigte sei nicht an einer Strafverfolgung interessiert, zumal
das Verfahren der Offizialmaxime unterliegt und die Geschädigte, wie sie auch
mehrfach betonte (Urk. 8/6 S. 19), mit dem für sie peinlichen Vorfall abschliessen
wollte.
Zu den Angeklagten steht sie in unterschiedlichen Beziehungen. Den Angeklag-
ten A._ kennt sie über ihre beste Kollegin H._. Sie bezeichnete ihn als
nett. Sie übernachtete bereits ein paar Wochen zuvor mit ihm in einem Zimmer (in
der Wohnung des Angeklagten B._), wobei sie sich zwar geküsst und ge-
streichelt hätten, es aber zu keinen weiteren Handlungen gekommen sei; für sie
sei es angesichts der Dauer der Beziehung für eine weitergehende Annährung
verfrüht gewesen. Sodann sei auch ihre Freundin H._ dagegen gewesen
(Urk. 8/6 S. 3). Diese Schilderung der Geschädigten wird ebenfalls vom Ange-
klagten A._ erwähnt. Gemäss dem Angeklagten A._ hätten sie bei ih-
rem Zusammensein sodann aber beide die Oberteile ausgezogen gehabt (Urk.
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5/3 S. 2), was sie indessen bestreitet (Urk. 8/6 S. 2). Gemäss A._ hätten sie
sich dann über den Kleidern gestreichelt und befriedigt (Urk. 3/5 S. 2).
Den Anklagten B._ kennt die Geschädigte als Freund ihrer Kollegin H._.
Sie glaube, dass sie (die Geschädigte und der Angeklagte B._) sich gegen-
seitig nicht allzu sehr mögen würden (Urk. 8/6 S. 1). Zum Angeklagten C._
hat sie keine nähere Beziehung.
Die Beziehung zu ihrer Kollegin H._ ist vorliegend insofern von Interesse, als
diese die Geschädigte aufforderte, eine Strafanzeige gegen ihren Freund, den
Angeklagten B._, wegen der vorliegend zur Anklage (Ziff. I-III) gebrachten
Vorfälle zu erstatten. Sie kennt sie schon seit dem 10. Schuljahr im Jahre 2007
und bezeichnet sie als sehr, sehr gute Kollegin (Urk. 8/6 S. 16). Sie stehe ihr (der
Geschädigten) jetzt (seit der Wiederaufnahme des Kontakts nach einem rund
zweimonatigen streitbedingten Unterbruch) sehr viel näher (Urk. 8/6 S. 16).
Das Verhältnis der Geschädigten zur Wahrheit wird sodann von ihrer Pflegemut-
ter (Prot. I S. 33 ff.; Urk. 80 S. 53-54; § 161 GVG ZH) in Frage gestellt. Die Ge-
schädigte neige dazu, für sie unangenehme Situationen durch Unwahrheiten
("Notlügen, Schwindeleien", Prot. I S. 41) zu ihren Gunsten zu verändern. Die So-
zialpädagogin K._, die die Geschädigte im Rahmen eines Arbeitsintegrati-
onsprojekts betreute, erklärte, sie habe sich meistens an die Regeln gehalten, je-
doch nicht immer. Ihre Pünktlichkeit habe zu wünschen übrig gelassen. Sie habe
sich oftmals entschuldigt und ab und zu auch falsche Angaben gemacht (Prot. I S.
60). Diese Angaben sind bei der Würdigung ihrer Aussagen zu berücksichtigen,
doch vermögen sie ihre Glaubwürdigkeit entgegen der Vorinstanz nicht in einem
derart schlechten Licht erscheinen zu lassen. Die von den Leumundszeuginnen
erwähnten Verhaltensweisen der Geschädigten sind nicht derart gravierend, dass
generell ein Vorbehalt gegenüber den Aussagen der Geschädigten zu machen
wäre. Sodann ergeht sich die Vorinstanz in unhaltbaren Hypothesen, dass es die
"beiden Frauen" (gemeint: die Geschädigte und ihre Kollegin) in erster Linie auf
den Anklagten B._ abgesehen hätten und diesen an den Pranger hätten stel-
len wollen (Urk. 80 S. 72 f.).
- 18 -
4.5.3. Die Zeugin H._ ist – wie erwähnt – eine langjährige Kollegin der Ge-
schädigten und war im Zeitpunkt des Vorfalls die Freundin des Angeklagten
B._. Sie kann somit nicht als neutrale Zeugin bezeichnet werden, zumal sie
es war, die die Strafanzeige initiierte. Die Zeugin I._ ist der Interessensphäre
der Angeklagten zuzuordnen, zumal sie die Angeklagten vom Ausgang her kennt
und mit den Angeklagten A._ und B._ regelmässig Kontakt gepflegt ha-
be. Ihre Einvernahme als Zeugin wurde denn auch vom amtlichen Verteidiger des
Angeklagten A._ beantragt. Trotz der engen Beziehung zur Geschädigten
sind J._ (Pflegemutter der Geschädigten) und K._ (Betreuerin am  der Geschädigten) wohl als relativ objektive Zeuginnen zu betrachten,
beweisen sie doch eine objektive Einschätzung der Verhaltensweisen der Ge-
schädigten.
4.6. Aussagen der Beteiligten
4.6.1. Die Aussagen der Beteiligten sind im vorinstanzlichen Urteil umfassend
aufgeführt, worauf verwiesen werden kann (Urk. 80 S. 18-55; § 161 GVG ZH). Im
Folgenden genügt deshalb eine zusammenfassende Übersicht.
4.6.2. Von den Aussagen der Geschädigten F._ anlässlich der ersten Vide-
obefragung bei der Kantonspolizei am 12. Juni 2009 (Urk. 8/7/1 und 2) besteht
keine wörtliche Abschrift. Eine zusammenfassende Darstellung lässt sich dem Be-
richt zur Videobefragung der Kantonspolizei vom 13. Juni 2009 entnehmen (Urk.
8/1). Von der zweiten Videobefragung am 24. August 2009 bei der Staatsanwalt-
schaft findet sich eine Niederschrift (Urk. 8/6). Die Geschädigte schildert den Ab-
lauf ihres Ausgangs in der Nacht vom tt. auf den tt.mm.2009. Nachdem sie zu-
nächst mit einem Kollegen und dessen Freundin im Ausgang gewesen sei, seien
sie gegen 03.00 Uhr im "...-Club" eingetroffen, wo sie auf eine Gruppe mit den
drei Angeklagten gestossen sei. Den Angeklagten B._ kannte sie dabei als
Freund ihrer Freundin, den Angeklagten A._ hatte sie bereits zuvor im "...-
Club" kennen gelernt und mit ihm auch schon in der Wohnung des Angeklagten
B._ in einem Zimmer gemeinsam übernachtet, wobei es zum Austausch von
- 19 -
Zärtlichkeiten gekommen sein soll. Den Angeklagten C._ kannte sie nicht. Im
Club habe man geredet, gelacht und getrunken. Nachdem der Angeklagte
C._ sie gehänselt habe, sie habe dazu keinen Mut, habe sie dem Angeklag-
ten A._ einen Zungenkuss gegeben. Dann habe eine Person der Gruppe
nach Hause gehen wollen, weshalb man ein Taxi gerufen habe. Danach fuhr sie
um ca. 07.00 Uhr mit den drei Angeklagten mit dem Taxi nach E._ in die
Wohnung des Angeklagten C._ (bzw. in die Wohnung von C._s nicht
anwesendem Bruder). Was ihren Alkoholkonsum angeht, so habe sie erst im "...-
Club" Alkohol zu sich genommen. Sie will dabei zwei kleine Bier, zwei Gläser
Champagner und drei bis vier Flaschen Smirnoff getrunken haben. Sie trinke
sonst nicht regelmässig Alkohol (Urk. 8/1 S. 3). Sie habe aber ohne Probleme den
letzten Kilometer vom Taxi bis zur Wohnung zu Fuss gehen können und auch
noch die Umgebung beim Eintreten in die Wohnung klar wahrgenommen. Die
Geschädigte führte aus, dass sie nach Ankunft in der Wohnung alle total er-
schöpft auf dem Sofa gelegen seien. Sie sei nach zehn Minuten eingeschlafen.
Kurz vor dem Einschlafen habe sie realisiert, dass sich der Angeklagte A._
hinter sie gelegt habe. Sie habe gedacht, dass er es vielleicht wieder versuche
und sei dann eingeschlafen. Wegen des konsumierten Alkohols sei sie dann total
weg gewesen ("dänne gsi"). Sie sei dann langsam wieder erwacht und habe ge-
merkt, dass im Intimbereich etwas gerüttelt habe. Sie habe die Augen nicht sofort
geöffnet, sondern mit einem Auge geschaut, was los sei. Sie habe dann ein Licht
gesehen von einen Handy, welches der Angeklagte B._ benutzt habe, um sie
zu filmen. Aufgewacht sei sie um ca. 08.00-08.15 Uhr. Sie habe gar nichts mitbe-
kommen und gar nichts gespürt. Aufgewacht sei sie, weil sie gefroren habe und
vom Rütteln und von der Nässe im Intimbereich (1. Videobefragung, Urk. 8/7).
Beim Einschlafen habe sie gedacht, dass er wieder versuche, Geschlechtsver-
kehr mit ihr zu haben. Dort sei sie schon recht genervt gewesen. Vor dem Ein-
schlafen habe sie noch mitbekommen, wie der Angeklagte A._ die Hand vor-
ne über den Bauch gelegt habe. Seinen Kopf habe er auf ihren Schulter-
/Halsbereich gelegt. Er habe noch mit den anderen zwei Mitangeklagten gespro-
chen und sie sei langsam eingeschlafen. Sie habe ein wenig abweisend reagiert.
Sie habe sich (leicht) weggedreht, gesagt habe sie aber nichts. Er habe dann
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nichts weiter gemacht, und sie sei dann eingeschlafen. Sie habe noch bemerkt,
wie er angefangen habe, sie am Hals zu streicheln. Sie habe dann gefunden, lie-
ber nicht, habe sich leicht abgedreht und sei eingeschlafen (Urk. 8/6 S. 7 f.). Auf-
gewacht sei sie, weil es im Intimbereich gerüttelt habe, und als sie ihre Augen ge-
öffnet habe, habe sie gesehen, dass der Angeklagte A._ über ihr gelegen
sei. Sie habe dann sofort an Geschlechtsverkehr gedacht, aber sie könne nicht
mit 100 %-iger Sicherheit sagen, ob der Angeklagte A._ in sie eingedrungen
sei oder nicht. Sie denke, dies sei der Grund für das Rütteln gewesen (Urk. 8/1 S.
3; 8/6 S. 7 f.). Aufgewacht sei sie um ca. 08.00-08.15 Uhr (1. Videobefragung
00:34; Urk. 8/7/1; Urk. 8/6 S. 12). Auf Vorhalt erklärte sie sodann, so viel sie wis-
se, sei sie auch nicht vom Sofa heruntergefallen (Urk. 8/6 S. 9). Beim Aufstehen
habe sie die Angeklagten beschimpft mit "Ihr spinnet! Das isch total denebet.",
"Ich hätt nöd dänkt, dass ihr zu so öppisem fähig sind." und sei heulend ins Bade-
zimmer gegangen (Urk. 8/6 S. 10).
Nach einer gewissen Zeit sei ihr der Angeklagte B._ ins Badezimmer gefolgt.
Die Vorgänge im Badezimmer sind umstritten und Gegenstand von Anklageziffer
III (nachstehend Ziff. 6). Nachdem die Geschädigte das Badezimmer verlassen
habe, habe sie der Angeklagte A._ umarmt und sich entschuldigt (Urk. 8/1 S.
4).
Danach sei sie noch bis ca. 12.00 Uhr mit den Angeklagten in der Wohnung ver-
blieben, wobei ihr der Angeklagte C._ noch Spaghetti gekocht habe (Urk. 8/6
S. 14). Die Geschädigte und die Angeklagten hätten in der Folge auf den Sofas
im Wohnzimmer gedöst, wobei die Geschädigte als Letzte die Wohnung verlas-
sen habe.
Rund drei Wochen nach dem Vorfall erstattete die Geschädigte bei der Polizei
Anzeige. Für diese relativ lange Zeitspanne bis zur Anzeigeerstattung gab sie an,
wegen der vom Angeklagten B._ ausgesprochenen Drohung, er werde ihr
etwas antun, wenn sie den Vorfall Dritten erzähle, Angst gehabt zu haben; so-
dann sei es ihr peinlich gewesen, so etwas zu erzählen. Sie habe es einfach ver-
drängen wollen (Urk. 8/1 S. 4).
- 21 -
4.6.3. Der Angeklagte A._ gab an, nach Ankunft in der Wohnung in E._
(um ca. 08.00 Uhr; Urk. 5/1 S. 4) sei er mit der Geschädigten auf dem Sofa ge-
sessen, und sie seien sich näher gekommen. Zuerst habe man angefangen, sich
zu küssen. Das habe die Geschädigte 100 %-ig gewollt, obschon sie gewusst ha-
be, dass die Kollegen nicht weit entfernt gewesen seien. Sie hätten sich ungefähr
während fünf Minuten geküsst. Dann habe er begonnen, die Geschädigte auszu-
ziehen, wobei sie sich während dessen gegenseitig gestreichelt hätten. Sie habe
absolut nichts dagegen gehabt, dass er sie ausgezogen habe. Im Gegenteil habe
sie sogar die Arme gehoben, als er ihr das Oberteil ausgezogen habe. Er selbst
habe sich bis auf das Oberteil ausgezogen. Die Geschädigte sei ganz nackt ge-
wesen. Während des Ausziehens und Streichelns sei sie absolut wach gewesen.
Die Geschädigte selbst habe ihn auch geküsst und gestreichelt, aber nicht im In-
timbereich. Eingeschlafen sei sie erst, als alles vorbei gewesen sei. Die Handlun-
gen seien in gegenseitigem Einverständnis erfolgt, die Geschädigte habe ihn zu
keinem Zeitpunkt weggewiesen und sei immer wach gewesen (Urk. 5/1). Ergän-
zend fügte er hinzu, dass sie während des Ausziehens wohl gemerkt habe, in
welche Richtung es gehe. Sie habe dann die Augen geschlossen, er habe dies
als positives Gefühl von ihr gewertet. Auch als er sie ausgezogen habe, sei sie
ganz locker gewesen und habe nie Nein gesagt. Die Augen habe sie geschlossen
gehabt, weil sie sich vor den Kollegen geschämt habe, die zugeschaut hätten
(Urk. 5/2). Nach Sichtung der Filmaufnahmen erklärte der Angeklagte A._, es
mache den Eindruck, als hätte die Geschädigte nichts mitbekommen. Er sei da-
von ausgegangen, sie habe die Augen geschlossen gehabt, aber alles mitbe-
kommen. Beim Küssen und Streicheln sei sie noch wach gewesen, und sie habe
das auch akzeptiert. Erst dann habe sie die Augen geschlossen (Urk. 5/4). Zu
Beginn habe sie noch aktiv an den Handlungen teilgenommen. Danach jedoch
nicht mehr. Erst am Schluss habe sie sich wieder aktiv verhalten (Urk. 5/7 S. 3).
Anlässlich der erstinstanzlichen Hauptverhandlung ergänzte der Angeklagte seine
Ausführungen mit weiteren Details. Beim Ausziehen sei sie ihm noch behilflich
gewesen, indem sie beim Ausziehen der Leggings noch ihr Gesäss angehoben
habe. Als er sie ausgezogen gehabt habe, habe sie noch den Kopf angehoben
und ihn angeschaut. Er könne sich an ihren Blick noch genau erinnern. Danach
- 22 -
habe sie sich wieder hingelegt und die Augen geschlossen. Er habe während kei-
ner Sekunde gemerkt, dass die Geschädigte weggetreten sein könnte (Prot. I S. 8
ff.). In der Berufungsverhandlung vom 11. Oktober 2011 bekräftigte der Angeklag-
te A._, davon ausgegangen zu sein, dass die Geschädigte nach dem
Schliessen der Augen alles auf sich habe zukommen lassen wollen, dass sie es
genossen habe und nichts dagegen gehabt habe (Prot. II S. 32 f., 35, 43).
4.6.4. Der Angeklagte B._ führte aus, dass sie nach der Ankunft in der Woh-
nung in E._ im Wohnzimmer gewesen seien. Der Angeklagte A._ habe
auf dem Sofa angefangen, die Geschädigte zu küssen. Er habe aber nicht gese-
hen, ob der Angeklagte A._ sie über den Kleidern gestreichelt habe. Er sei
zwar auch im Wohnzimmer gewesen, aber er habe ferngesehen. Entgegen den
Aussagen der Geschädigten sei sie nicht sofort eingeschlafen. Er habe nicht ge-
sehen, ob der Angeklagte A._ die Geschädigte oder sie sich selbst ausgezo-
gen habe, da er sich im hinteren Teil des Wohnzimmers aufgehalten habe. Bei
den sexuellen Handlungen sei die Geschädigte passiv gewesen. Es sei schwer zu
sagen, ob die Handlungen in gegenseitigem Einverständnis erfolgt seien (Urk.
6/1). In der Hafteinvernahme ergänzte der Angeklagte B._, dass der Ange-
klagte A._ die Geschädigte ausgezogen habe. Die Geschädigte sei mit ge-
spreizten Beinen auf dem Sofa gelegen. Sie habe den Angeklagten A._ ge-
währen lassen. Sie sei sogar einmal vom Sofa gefallen und habe sich wieder er-
hoben und auf das Sofa gelegt. Sie habe nicht geschlafen (Urk. 6/2 S. 2). Nach
der Visionierung einiger Videoszenen erklärte der Angeklagte B._, die Ge-
schädigte sei – nachdem sie vom Sofa gefallen sei – nicht eigenständig wieder
auf das Sofa gegangen, sondern vom Angeklagten A._ hochgehoben wor-
den. Die Geschädigte habe entweder halb geschlafen oder sei halb "alkoholisiert"
gewesen. Sie sei aber sicherlich nicht voll weggetreten gewesen. Entscheidend
sei, was sich vor den Filmaufnahmen abgespielt habe, nämlich, dass sich die bei-
den geküsst hätten und der Angeklagte A._ die Geschädigte am Hals ange-
fasst habe. Er selber habe Fernsehen geschaut, und als er sich wieder umgedreht
habe, sei die Geschädigte bereits halb nackt gewesen (Urk. 6/3 S. 6). Die Ge-
schädigte sei nicht voll betrunken gewesen. Als sie vom Sofa aufgestanden sei,
habe sie zudem gesagt, sie wisse, was sie gemacht hätten. Sie habe mitbekom-
- 23 -
men, dass er sie gefilmt und Fotos gemacht habe. Die Geschädigte habe sodann
ausgeführt, sie sei wegen des Lichtes der Handykamera erwacht; in Wirklichkeit
habe sie aber seine Fotokamera gesehen, die geblitzt habe, und dies sei ganz am
Anfang gewesen. Mit dem Natel habe er ohne Licht Aufnahmen machen können.
Dies bedeute, dass sie schon vorher wach gewesen sei und alles mitbekommen
habe. Sie habe ihnen etwas vorgespielt, weil sie habe wissen wollen, wie weit sie
gehen würden. Als er dabei gewesen sei, habe sie sich ab und zu bewegt und
sich auch gewehrt. Sie habe einfach die Augen geschlossen gehabt. Er sei nicht
sicher, ob die Geschädigte zwischendurch weggetreten sei. Am Anfang sei alles
normal gewesen, einfach zum Teil alkoholisiert (Urk. 6/4 S. 3 f.). Auf dem Film
sehe es dann aber so aus, wie wenn sich nichts mitbekommen hätte (Urk. 6/3 S.
5).
4.6.5. Der Angeklagte C._ erklärte, als sie in der Wohnung angekommen
seien, seien alle ein bisschen müde gewesen. Die Geschädigte habe sich auf das
Sofa gelegt, und der Angeklagte A._ hinter sie. Er selbst habe den Fernseher
eingeschaltet. Er habe dann sehen können, dass die beiden sich geküsst hätten.
Der Angeklagte A._ habe ihr dann über den Kleidern an die Brust gefasst
und dann auch unter den Kleidern. Dann habe er ihr den Finger geschoben. Sie
hätten dann Sex gewollt, aber der Angeklagte A._ habe keinen hoch ge-
bracht. Der Angeklagte A._ habe ihr dann sicher fünf bis zehn Minuten den
Finger geschoben. Sie habe weder Nein gesagt, noch sich dagegen gewehrt. Der
Angeklagte B._ habe plötzlich sein Natel genommen und angefangen zu fil-
men, wobei er sogar noch mit Blitz operiert habe. Alles sei sehr hell gewesen. Die
Geschädigte habe auch nichts gesagt, als der Angeklagte A._ eine Karotte
und eine Banane in ihre Vagina eingeführt habe. Teils habe sie die Augen ge-
schlossen gehabt, teils auch wieder geöffnet. Sie habe mitbekommen, dass sie
gefilmt worden sei. Sie hätte sich sicherlich wehren können. Insgesamt habe es
30 Minuten gedauert, etwa 15 Minuten habe er gefilmt. Nach Visionierung des
Filmes und auf Vorhalt, die Geschädigte mache einen willenlosen Eindruck und
mache gar nicht aktiv mit, erklärte der Angeklagte C._, das schon, sie habe
auch Alkohol getrunken gehabt und sei müde gewesen. Dann sei man nicht mehr
so aktiv dabei. Sie habe aber selbst am Schluss gesagt, sie habe alles mitbe-
- 24 -
kommen, auch das Filmen. Bevor sie die Wohnung verlassen habe, habe sie
noch gesagt, sie sollten den Film löschen und ja nicht herumzeigen, auch nicht
bei Kollegen. Der Angeklagte A._ habe die Geschädigte ausgezogen. Auf
Frage erklärte er, die Geschädigte habe dies freiwillig mitgemacht. Er habe nie
gehört, dass sie Nein gesagt habe. Das Einführen der Banane sei sogar von ihr
gekommen. Sie habe da einen Orgasmus bekommen. Die Geschädigte habe
nichts dagegen gehabt, dass sie gefilmt hätten. Er selbst habe die Geschädigte
einmal kurz an die nackte Brust gefasst. Da sei es noch dunkel gewesen im Zim-
mer. Er glaube, sie habe das mitbekommen (Urk. 7/1). Am Anfang habe die Ge-
schädigte aktiv mitgemacht, später sei sie müde gewesen und habe sich wie ge-
hen lassen. Sie sei nicht willig gewesen, also mehr passiv als aktiv. Es sei aber
schon der Angeklagte A._ gewesen, der sie jeweils in die unterschiedlichen
Positionen gebracht habe. Nach dem Aufstehen habe sie gesagt, sie wisse, was
man mit ihr gemacht habe, dass man gefilmt und eine Banane geschoben habe.
Sie habe auch gesagt, dass sie die Augen offen gehabt habe, aber so getan ha-
be, wie wenn sie sie geschlossen gehabt hätte. Auf Nachfrage gab der Angeklag-
te C._ an, die Geschädigte habe lediglich in diesen zehn Minuten mit der
Banane und der Karotte so getan, als wenn sie nichts mitbekommen hätte. So-
wohl davor wie auch danach habe sie völlig normal mit ihnen gesprochen. Er er-
wähnt, die Geschädigte habe mehrfach und immer wieder gesagt, sie wisse, dass
man sie gefilmt und ihr den Finger und eine Banane geschoben habe (Urk. 7/2).
Er habe deutlich gehört, dass die Geschädigte nach dem Vorfall gesagt habe, sie
fände es nicht lustig, was sie gemacht hätten. Auch das mit dem Filmen habe sie
erwähnt. Der Blitz der Kamera sei so hell gewesen, das müsse man einfach ge-
merkt haben (Urk. 7/4). Die ersten fünf Minuten sei sie aktiv gewesen. Es sei für
ihn schwer nachvollziehbar, dass eine Person, selbst wenn sie schlafe, nicht mer-
ke, dass man sie ausziehe und die Handlungen nicht mitbekomme. Sie sei nicht
alkoholisiert gewesen. Für ihn könne sich höchstens die Frage stellen, ob sie ge-
schlafen habe oder nicht. Ihr Zustand habe schon nicht dem entsprochen, wie
man sich normalerweise bei sexuellen Handlungen verhalte. Auf jeden Fall habe
es am Anfang und auch zwischendurch immer wieder Anzeichen gegeben, dass
sie wach gewesen sei (Urk. 7/7).
- 25 -
4.6.6. Die an der erstinstanzlichen Hauptverhandlung befragte Zeugin J._,
die Pflegemutter der Geschädigten, bestätigte der Polizeibeamtin anlässlich ihres
Telefonats im Zusammenhang mit der Anzeigeerstattung der Geschädigten die im
Polizeirapport als Notiz festgehaltene Äusserung getätigt zu haben. "Sie zeigte
sich überrascht, da ihr in den vergangenen drei Wochen keine Veränderung bei
F._ aufgefallen war. Sie gab an, dass die Aussagen von F._ mit Vor-
sicht zu geniessen seien, da sie in der Vergangenheit bereits des Öfteren gelogen
habe" (Urk. 1 S. 8). Man habe nicht immer sicher sein können, ob es stimme, was
die Geschädigte sage. Sie sei nicht immer ehrlich gewesen und habe Geschich-
ten erzählt. Oft habe sie versucht, sich rauszureden, wenn sie etwas getan habe,
das sie nicht hätte tun sollen. Beispielsweise habe sie gesagt, der Bus habe eine
Panne gehabt oder sei nicht gefahren, was einer Überprüfung dann nicht stand-
gehalten habe. Über den Gegenstand dieses Strafverfahrens sei sie (die Zeugin)
schockiert gewesen, vor allem darob, dass die Geschädigte ihnen nichts erzählt
habe. Das Ganze sei der Geschädigten peinlich gewesen, sie habe auch gesagt,
sie wisse nicht mehr genau, was passiert sei, sie sei im Delirium gewesen. Nach-
fragen habe sie teilweise abgeblockt. Die Frage, ob die Geschädigte nachher
Probleme gehabt habe, das Erlebte zu verarbeiten, wurde von der Zeugin nicht di-
rekt beantwortet, sie gab jedoch an, die Geschädigte sei gut im Verdrängen ge-
wesen. Veränderungen bei der Geschädigten habe sie nach dem Ereignis keine
feststellen können, sie sei nicht anders gewesen als zuvor. Über den Vorfall
selbst wisse sie wenig, sie habe das Gefühl, die Geschädigte möchte auch nicht,
dass sie dies wisse. Sie habe ihr erzählt, sie sei in einem Club gewesen und habe
auf den Bahnhof gebracht werden wollen. Sie seien dann aber in dieser Wohnung
gelandet, und sie sei total müde gewesen. Sie sei erwacht und habe realisiert,
dass jemand auf ihr liege und dass jemand gefilmt habe (Urk. 80 S. 53 f., § 161
GVG ZH).
4.6.7. Im Wesentlichen führte die Zeugin K._, ehemalige Betreuerin der  am Arbeitsplatz, aus, dass die Geschädigte gerne mit Freunden aus-
gehe und abmache. Ihrer Meinung nach habe die Geschädigte einen eher offenen
Umgang mit Männern. Dies sei einfach ihr Eindruck. Sie sei keine schüchterne
Person. Meistens habe sie sich an Regeln gehalten, jedoch nicht immer. Ihre
- 26 -
Pünktlichkeit habe zu wünschen übrig gelassen. Sie habe sich oftmals entschul-
digt und ab und zu auch falsche Angaben gemacht. Die Geschädigte habe ihr ge-
genüber den Vorfall einmal sehr kurz erwähnt, aber nie konkret und detailliert, und
erklärt, dass sie mit dem gesamten Vorfall nichts mehr zu tun haben möchte (Urk.
80 S. 54 f., § 161 GVG ZH).
4.6.8. Auf die Aussagen der Zeuginnen J._, K._, H._ (Urk. 80 S.
47-51; § 161 GVG ZH) und I._ (Urk. 80 S. 51 f.; § 161 GVG ZH) wird im Fol-
genden nur dann und insoweit einzugehen sein, als sich dies im Rahmen der
Würdigung der Aussagen der Angeklagten und Geschädigten als relevant erweist,
da sie im Wesentlichen nur Angaben zu den Begleitumständen der Tatvorwürfe
machen konnten.
4.6.9. Ebenso wird auf die Berichte zu den Videobefragungen der Geschädigten
vom 14. Juni 2009 (Urk. 8/2) und vom 29. August 2009 (Urk. 8/5) nur insoweit
eingegangen, als sich dies Rahmen der Würdigung der Aussagen der Geschädig-
ten als relevant erweist (Wiedergegeben im vorinstanzlichen Urteil, Urk. 80 S. 68-
71; § 161 GVG ZH).
4.7. Videoaufzeichnungen der Angeklagten B._ und C._
Als weiteres Beweismittel liegen die drei von den Angeklagten B._ und
C._ aufgezeichneten Videodateien bei den Akten (Urk. 10/1-3). Die Vo-
rinstanz hat in ihrem Urteil diese im Detail beschrieben, worauf vorab zu verwei-
sen ist (Urk. 80 S. 55-68; § 161 GVG ZH). Die jeweiligen Ergänzungen sind im
Fettdruck eingefügt:
- 27 -
Video 1728 (Urk. 10/3/1)
(Die in der linken Spalte wiedergegebenen Zeiten beziehen sich auf die Laufzeit des entsprechenden Films ab jeweiligem
Beginn.)
00:00 Der Film beginnt damit, dass zu sehen ist, wie der Angeklagte C._ (im gelben Pullover) Faxen in die Ka-
mera schneidet. Danach geht die Kamera durch einen Gang bis ins Wohnzimmer.
00:11 Die Kamera kommt im Wohnzimmer an, es folgen einige wilde Kameraschwenker.
00:21 Die Geschädigte kommt ins Bild, sie liegt seitlich mit ihrer linken Seite auf einem Sofa, halb in Bauchlage, ihr
rechtes Bein ist angezogen, ihr nacktes Hinterteil ist zu sehen, der Oberkörper ist mit einem schwarzen Top (Trägershirt) bekleidet. Der (angezogene) Angeklagte A._ bearbeitet mit seinen Fingern die Vagina der Geschädigten. Im Hintergrund sind die Geräusche eines Pornofilms zu vernehmen.
00:25 Wilde Schwenker der Kamera.
00:35 A._ dreht die Geschädigte auf die Seite und legt ihr rechtes Bein leicht angewinkelt auf die . Gleichzeitig leuchtet für kurze Zeit das Licht der Handy-Kamera. Wieder folgen wilde Schwenker. Die Bildqualität ist schlecht, da es zu dunkel ist.
00:50 Die Geschädigte kommt wieder ins Bild, sie liegt auf der Seite, A._ bearbeitet mit seinen Fingern ihre Va-
gina. Er hebt mit seiner linken Hand ihr rechtes angewinkeltes Bein auf seine Schulter. Als er seine  Hand zur Vagina führt, fällt das Bein kraftlos gegen seinen Kopf.
00:55 Der Angeklagte B._ tritt hinzu. Er hebt den rechten angewinkelten Arm der mit dem Oberkörper leicht seitlich liegenden Geschädigten. Was er mit dem Arm auf Kopfhöhe bei der Geschädigten macht, ist zunächst nicht ersichtlich, da er mit seinem Körper die Sicht verdeckt. Dann zieht er ihr schwarzes Top mit ihrem BH über die Brüste.
01:10 Die Kamera schwenkt auf einen Laptop, wo ein Pornofilm zu sehen (und zu hören) ist.
01:15 B._ hat der Geschädigten das Top über die Brust hochgezogen, ihre nackten Brüste sind sichtbar. Ihr rechter Arm liegt neben ihrem Kopf im 120° Winkel nach hinten, ebenso ihr linker Arm.
01:23 B._ entfernt sich von A._ und der Geschädigten. A._ bearbeitet weiter die Vagina der Geschä-
digten, im weiteren Verlauf sind gelegentlich (Kamera-?)Blitze zu sehen. Das Bild bleibt dunkel und von
schlechter Qualität.
01:30 Es ist eine Nahaufnahme der Vagina der Geschädigten zu sehen, wegen der Dunkelheit ist aber fast nichts zu
erkennen.
01:43 B._ tritt wieder hinzu, bringt den linken Arm, der nun seitlich nach vorn liegt, wieder neben den Kopf. macht sich am Kopf der Geschädigten zu schaffen, etwas Genaues ist aber nicht zu erkennen.
01:55 B._ (am Kopfende beim Kopf der Geschädigten stehend) hantiert am Oberteil/BH der Geschädigten. Es macht den Anschein, dass er etwas aus dem BH entfernt und zur Seite legt. A._ bearbeitet nach wie vor die Vagina der Geschädigten mit den Fingern. Die Arme der Geschädigten liegen auf ihren Seiten.
02:10 Die Geschädigte hat die Hände nun über ihrem Kopf, die Oberarme stehen senkrecht nach oben. Es war
B._, der ihr die Arme hochgenommen hat, es ist nicht genau zu sehen, ob er diese noch festhält.
02:13
Nun ist zu sehen, dass die Geschädigte ihre Arme selbständig über dem Kopf hält, d.h. nun ohne die Hilfe von
B._. Sie liegt dabei nach wie vor auf dem Rücken.
02:18 Die Arme der Geschädigten befinden sich immer noch über ihrem Kopf.
02:28 Die Geschädigte nimmt die Arme nach unten und hebt den Kopf. Dies ohne Hilfe von B._.
02:36 Die Geschädigte hantiert mit ihrer rechten Hand an ihrem Ohr.
02:45 A._ leckt oder knabbert an der rechten Brust der Geschädigten, dabei manipuliert er nach wie vor mit der
rechten Hand an der Vagina herum. Die Geschädigte scheint sich mit der rechten Hand seitlich auf Höhe
- 28 -
des hinaufgeschoben Tops zu kratzen und verzieht dabei kurz das Gesicht.
02:52 B._ tritt wieder hinzu, mit einem weissen T-Shirt, das er neben den Kopf der Geschädigten legt. Er hantiert an der Geschädigten, wobei er mit der Hand an ihrem Kinn ihren Kopf seitlich hin- und , worauf die Geschädigte ihre linke Hand zu ihrem Gesicht bzw. Richtung seiner Hand führt .  später liegt der Kopf der Geschädigten auf dem weissen T-Shirt.
03:15 Das Raumlicht wird eingeschaltet, die Bildqualität ist fortan deutlich besser. Es folgen wilde Schwenker mit der
Kamera.
03:32 A._ leckt wieder an der rechten Brust der Geschädigten und masturbiert dabei ununterbrochen ihre Vagi-
na. Es folgen Nahaufnahmen dieser Szene bis zum Zeitpunkt 03:51.
03:54 A._ öffnet seine Hose und zieht diese aus.
04:01 A._ (nun mit nacktem Unterkörper) beugt sich über die Geschädigte zwischen deren gespreizten Beinen
hindurch.
04:06 Die Geschädigte dreht ihren Kopf nach rechts. Es folgt ein wilder Schwenker mit der Kamera.
04:13 Die Geschädigte dreht sich (unter dem Körper des über ihr liegenden A._ hindurch) nach links.
04:16 Die Geschädigte dreht abrupt ihren Kopf nach rechts. A._ geht mit seinem Oberkörper wieder nach un-
ten, er masturbiert weiter die Vagina der Geschädigten.
04:36 Das Handy von B._ kommt ins Bild, dessen Display ist hell erleuchtet, so wie wenn er Aufnahmen ma-
chen würde.
04:38 Die Kamera schwenkt auf die Vagina der Geschädigten, die für einige Sekunden in Grossaufnahme zu sehen
ist. Danach schwenkt die Kamera auf B._, der mit seinem Handy auf dem anderen Sofa sitzt.
04:55 Die Kamera schwenkt wieder auf die Geschädigte und A._, der nach wie vor die Vagina der Geschädig-
ten intensiv masturbiert.
04:58 Die Geschädigte dreht ihren Kopf nach rechts, was in Grossaufnahme zu sehen ist.
05:04 Eine Hand, ob jene von B._ oder C._, ist nicht auszumachen, macht sich an der linken Brustwarze
der Geschädigten zu schaffen, streichelt diese.
05:12 Die Kamera schwenkt auf B._, der sein Handy in der Hand hält und offensichtlich auch filmt. Danach
schwenkt die Kamera zurück auf die Geschädigte, die in Grossaufnahme zu sehen ist.
05:30 A._ kommt mit dem Kopf (mit einer Hand nach wie vor die Vagina bearbeitend) nach oben und küsst die
Geschädigte am Hals.
05:33
vor 05:46
Die Geschädigte verzieht das Gesicht, zieht den über dem Bauch liegenden rechten Arm unter dem  A._ Richtung Kopf, kneift die Augen zu, hebt leicht den Kopf und wendet sich nach links ab, wobei sich ihr Oberkörper ebenfalls unter dem Angeklagten leicht nach links windet, offenbar um A._ auszuweichen. Dieser entfernt sich wieder vom Oberkörper der Geschädigten, dabei weiter mit einer
Hand die Vagina bearbeitend. Die Geschädigte legt ihren rechten Arm wieder angewinkelt auf ihren Bauch.
Der Angeklagte A._ verschiebt den Unterkörper der Geschädigten auf dem Sofa etwas auf die .
05:46 Die Kamera schwenkt auf den Laptop, dessen Pornofilm nach wie vor für entsprechende Hintergrundgeräu-
sche sorgt. Dort verbleibt sie bis 06:00.
06:00 Die Kamera befindet sich auf dem Weg in die Küche.
06:04 Der offene Kühlschrank kommt ins Bild.
06:07 Eine Gurke kommt ins Bild, in der Folge mehrmals, während die Kamera wild in der Küche herumgeschwenkt
wird.
- 29 -
06:20 Die Kamera wird auf einer Ablage deponiert, wo sie kurz liegenbleibt, während im Hintergrund undefinierbare
Geräusche zu hören sind.
06:29 Eine Banane kommt ins Bild. Die Kamera ist auf dem Rückweg ins Wohnzimmer, wobei die Banane im Bild
bleibt.
06:36 Die Banane wird A._ hingestreckt.
06:39 A._ ergreift die Banane.
06:48 A._ küsst der Geschädigten wieder den Hals.
06:58 Die Kamera schwenkt zu den Füssen der Geschädigten, so dass von dieser nun in erster Linie ihr Hinterteil
mit der Vagina mit angezogenen oder in die Höhe gestreckten Beinen zu sehen ist (in der Porno-Industrie wird
dieser Aufnahmewinkel gelegentlich als "tunnel-shot" bezeichnet). A._ kniet/liegt nun wie bei normalem
Geschlechtsverkehr vor/auf der Geschädigten und versucht, die Banane in ihre Vagina einzuführen. Gleichzei-
tig kommt das Handy von B._ ins Bild.
07:03 A._ führt die Banane nun geschlechtsverkehrs-ähnlich ein und aus, d.h. er macht ähnliche Bewegungen,
wie wenn er sein Glied selbst einführen würde. Tatsächlich ist dies nicht der Fall, obwohl das Glied auf dem
Bild ebenfalls zu sehen ist.
07:08 A._ macht nach wie vor Bewegungen wie beim Geschlechtsverkehr, allerdings mit der Banane anstelle
seines Gliedes. Diese Szene bleibt bis 07:19 im Bild, Oberschenkel und Hinterteil der Geschädigten sind in
Grossaufnahme zu sehen.
07:20 Die Kamera schwenkt auf B._, der auf dem danebenstehenden Sofa sitzt.
07:25 Die Kamera befindet sich wieder auf dem Weg in die Küche.
07:30 Der Kühlschrank wird geöffnet. Es folgen wilde Schwenker.
07:41 Die Kamera wird wieder auf einem Küchenkorpus deponiert, wo sie verbleibt und weiterläuft, in Sichtweite be-
findet sich eine angebrochene Packung Bananen.
07:55 Die Kamera wird wieder aufgenommen und schwenkt zurück zum Kühlschrank.
08:01 Eine Hand erscheint im Bild, die aus einem Beutel unten im Kühlschrank ein Rüebli ergreift.
08:04 Das Rüebli wird gross ins Bild gehalten. Die Kamera schwenkt zum Wohnzimmer, aus der Ferne sind
A._, die Geschädigte und B._ zu sehen. B._ nickt, als ihm das Rüebli gezeigt wird. Die Kamera
schwenkt zurück zum Kühlschrank, der geschlossen wird, danach geht die Kamera zurück ins Wohnzimmer.
08:14 Grossaufnahme des Kopfes der Geschädigten, die nun auf ihrer linken Körperseite liegt. Sie dreht den Kopf
nach rechts.
08:16 Die Geschädigte zieht ihren rechten Arm zum Körper.
08:24 A._ ist über den Körper der Geschädigten gebeugt, er masturbiert nach wie vor die Vagina der Geschä-
digten, deren Körper sich im Takt mitbewegt.
08:29 A._ erhält das Rüebli hingestreckt.
08:33 Die Kamera weicht zurück, da die Geschädigte mit dem Hinterteil vom Sofa fällt (der Kopf bleibt auf dem So-
fa). A._ hebt die Geschädigte wieder aufs Sofa.
08:38 Die Geschädigte, zuvor wieder auf ihrer linken Seite liegend, wird vom Angeklagten A._ auf den  gedreht, indem er ihren rechten Oberschenkel Richtung Sofalehne zieht, d.h. die Geschädigte dreht sich nicht selbst. Anschliessend liegt ihr Gesäss erhöht auf dem linken Knie von A._.
08:43
Das Handy von B._ ist unmittelbar über der Vagina der Geschädigten zu sehen, während A._ diese
mit der Hand masturbiert. A._ ergreift das ihm angebotene Rüebli.
08:44 A._ führt das Rüebli in die Vagina ein. Es folgen Grossaufnahmen der Vagina (von der Seite), die vom
Rüebli geschlechtsverkehrs-ähnlich penetriert wird.
- 30 -
08:48 Die Geschädigte bewegt deutlich Arme und Hände, die sie schliesslich vor der Brust kreuzt.
08:50 Die linke Hand der Geschädigten geht zu ihrem Hals, wie wenn sie sich kratzen würde und hält dann die auf der Brust liegende linke Hand des Angeklagten A._.
08:52 Die linke Hand der Geschädigten geht hinunter zur Hand von A._, die nach wie vor mit dem Rüebli die
Vagina penetriert. Die Hand der Geschädigten umfasst die Hand von A._, macht dabei die Bewegungen
mit.
09:01 Die Geschädigte bewegt ruckartig den Oberkörper nach oben. Anschliessend drückt sie mit dem linken Arm
gegen den Arm von A._. Gleichzeitig verzieht sie das Gesicht und dreht den Kopf nach rechts. Danach
liegt sie wieder ruhig.
09:06 Die Kamera schwenkt auf den Laptop, wo eine Fellatio-Szene in Grossaufnahme zu sehen ist. Die Geräusche
des Pornofilms sind nach wie vor im Hintergrund zu hören.
09:12 Die Kamera schwenkt zurück auf die Geschädigte, die sich nun heftig bewegt. B._, am Kopfende des
Sofas beim Kopf der Geschädigten stehend, versucht deren Hände zu fassen. Es folgen wilde Schwenker der
Kamera.
09:27 Die Geschädigte liegt wieder ruhig. B._ hält mit Daumen und Zeigefinger beider Hände die linke Brust-
warze der Geschädigten. Danach schwenkt die Kamera zurück auf den Laptop, wo sie bis zum Ende von Vi-
deo 1728 verbleibt.
09:51 Ende von Video 1728.
Video 1729 (Urk. 10/3/1)
00:01 A._ liegt zwischen den gespreizten Beinen der auf dem Rücken liegenden Geschädigten. Seine Hand hat
er an ihrer Vagina.
00:07 Die Geschädigte stösst den auf ihr liegenden Angeklagten A._ mit beiden Armen von sich und , ihr Unterhemd hinunterzurollen, welches bis zu dieser Szene über ihre Brüste hinaufgerollt war, so dass die Brüste entblösst waren.
00:10 Die Geschädigte ist fertig mit dem Hinunterrollen ihres Shirts.
00:14 A._ hebt die gespreizten Beine der Geschädigten an, und ihr Kopf und ihr Oberkörper rutschen über die rechte seitliche Lehne des Sofas hinaus und hängen kopfüber über dem Boden, während der  A._ ihre Vagina leckt. Die Kamera schwenkt weg, zurück in Richtung Küche.
00:23 B._ wird sichtbar, der in der Küche einen Lachanfall hat, allerdings einen leisen, unterdrückten.
00:31 Der geöffnete Kühlschrank kommt ins Bild. Die Kamera schwenkt in der Küche herum. B._ unterhält sich
mit C._, der auch kurz ins Bild kommt, flüsternd und lachend. Worüber sie sprechen, ist nicht auszu-
machen.
00:52 Die Kamera geht zurück ins Wohnzimmer, die Geschädigte kommt wieder gross ins Bild.
00:55 Die Geschädigte stösst mit den Armen den über ihr liegenden Angeklagten A._ von sich, sie zieht ihr Shirt wiederum nach unten und kneift ihre Augen zusammen bzw. verzieht ihr Gesicht. Der  A._ penetriert die Geschädigte wieder mit der Banane.
01:02 A._ beugt sich zwischen den gespreizten Beinen der Geschädigten hindurch über deren Oberkörper.
01:05 Ob die Geschädigte die Augen geöffnet hat, lässt sich nicht mit Sicherheit erkennen. A._ küsst sie auf den Hals.
01:08 Die Geschädigte dreht den Kopf nach rechts.
01:17 A._ liegt nun voll auf der Geschädigten, die ihre Arme und Hände schützend vor sich auf der Brust hält.
- 31 -
Vor
01:26
01:26
Die Geschädigte legt ihr zuvor angewinkeltes Bein von der hinteren Sofalehne auf das Sofa, während sie weiter vom Angeklagten, der über ihr liegt, mit der Banane geschlechtsverkehrähnlich penetriert wird. Auf der Tonspur ist ein von einer weiblichen Person gesprochenes "Nei" zu hören. Die Kamera schwenkt wieder in Richtung Küche. Dabei filmt sich der Angeklagte C._, der sich einen Strohhut aufgesetzt hat, im Spiegel im Gang.
01:28 A._ und die Geschädigte kommen wieder ins Bild, als die Kamera zurück ins Wohnzimmer schwenkt. Die
Geschädigte hält ihr linkes Bein hoch in die Luft. A._ liegt auf ihr zwischen ihren Beinen und manipuliert
mit der rechten Hand an ihrer Vagina, wobei nicht klar zu sehen ist, ob er dabei einen Gegenstand benutzt (bis
01:31).
01:34 Die Geschädigte bewegt ihr Hinterteil heftig, wobei sie nach wie vor von A._ mit einem Gegenstand in der
Vagina mit beischlafähnlichen Bewegungen penetriert wird.
01:38 Wieder erfolgt eine heftige Bewegung der Geschädigten mit ihrem Hinterteil. A._ lässt den Gegenstand,
den er in der Hand hält, los (es ist nun zu sehen, dass es sich um die Banane handelt), dieser fliegt zu Boden.
Es folgen wilde Schwenker der Kamera.
01:46 Die Kamera schwenkt auf den Laptop, wo zu sehen ist, wie eine Darstellerin rittlings auf einem Darsteller sitzt;
deren Hinterteil mit dem in ihrer Vagina steckenden Penis ist deutlich zu sehen, ebenso ist das Gestöhn der
Darstellerin, wie während der ganzen Dauer des Video 1729, deutlich zu hören.
01:49 Ende von Video 1729.
Video 001 (Urk. 10/3/2)
00:01 Die Geschädigte liegt auf dem Rücken, ihr rechtes Bein ist angewinkelt. A._ masturbiert mit seiner rech-
ten Hand ihre Vagina. C._ ist zu sehen, der seine Kamera über die Vagina hält und filmt (Video 1728, ca.
bei 03:41). Die Aufnahme durch das Mobiltelefon von B._ erfolgt vom Kopfende des Sofas aus, die Ge-
schädigte wird ebenfalls von der Kopfseite her aufgenommen.
00:09 Grossaufnahme des Gesichtes der Geschädigten, die ihre Augen geschlossen hält. Ihr rechter Arm ist ange-
winkelt, die Hand liegt an ihrem Hals.
00:15 A._ beginnt seine Hose zu öffnen und lässt diese dann herunter. (Auf Video 1728 bei 03:54 zu sehen)
00:19 A._ kniet mit nun nacktem Unterkörper zwischen den gespreizten Beinen der Geschädigten. Deren linker
Arm ist nun auch angewinkelt, die Hand befindet sich neben ihrer Schulter, der rechte Fuss ruht erhöht auf der
Lehne des Sofas.
00:22 A._ hat sich auf die Geschädigte gelegt, seine rechte Hand geht zur Vagina der Geschädigten.
00:25 Die Geschädigte dreht den Kopf nach rechts zur Seite, als A._ mit seinem Kopf zu ihrer linken Brust ge-
langt.
00:28 A._ (mit dem Kopf auf der Brust der Geschädigten) ergreift deren Hand. Die Geschädigte dreht ihren Kopf
wieder nach links.
00:35 A._ richtet sich auf, die Geschädigte dreht ihren Kopf nach rechts, ihr Körper ist dabei um ca. 30° nach
links geneigt. Der rechte Fuss liegt nach wie vor auf der Lehne, ohne dass er von A._ gestützt wird.
00:38 A._ greift (zwischen den Beinen der Geschädigten liegend) an deren rechtes Bein und drückt dieses weg.
Als er loslässt, verbleibt der Fuss auf der Sofalehne.
Bis zu 01.09 folgt ein Schwenk der Kamera über das Gesicht der Geschädigten, während A._ ständig de-
ren Vagina bearbeitet. Die Bilder sind verwackelt und unscharf.
01:09 C._ kommt ins Bild, er hält die Fotokamera in seinen Händen.
01:12 A._ und die Geschädigte kommen wieder ins Bild, ersterer bearbeitet nach wie vor die Vagina mit der
rechten Hand.
- 32 -
01:17 Die Geschädigte dreht ihren Kopf nach rechts.
01:19 A._ beugt sich über die Geschädigte und küsst deren linke Brust.
01:23 Die linke Hand B._s kommt ins Bild. Zeigefinger und Daumen kneten die linke Brustwarze der Geschädig-
ten und streicheln diese dann bis 01:27.
01:30 C._, der seine Kamera hält, kommt ins Bild, bis 01:40 folgen Kameraschwenker.
01:40 Die Geschädigte ist wieder zu sehen, sie wird von der Kopfseite her aufgenommen, A._ kniet immer noch
zwischen ihren Beinen und bearbeitet mit der rechten Hand ihre Vagina.
01:44 A._ führt wieder seinen Kopf zur linken Brust der Geschädigten. Diese dreht sich nach links und hebt ih-
ren rechten Arm (der zuvor auf ihrem Bauch lag), zu ihrer linken Schulter.
01:52 Die Geschädigte dreht ihren Kopf abwehrend nach links, nachdem A._ sie zuvor einige Sekunden lang
auf die rechte Halsseite geküsst hat.
01:54 Die Geschädigte hebt zusätzlich ihren Kopf noch an.
01:56 1. Schnitt
Das Bild ist nun näher an der Geschädigten dran, sie wird immer noch von links oben aufgenommen, ihre
nackte linke Hüfte ist zu sehen.
02:02 A._ kniet zwischen den Beinen der Geschädigten, mit dem Oberkörper über sie gebeugt. Er macht bei-
schlaf-ähnliche Bewegungen, wobei er statt seines Penis einen Gegenstand benutzt, den er in der Hand hält.
Gleichzeitig filmt C._ mit seiner Kamera von unten gegen die Vagina der Geschädigten (sog. "tunnel-
shot"). Bis 02:15 folgen Schwenker und undeutliche Bilder.
02:15 Vom Pornofilm auf dem Laptop ist deutlich das Gestöhn der Darstellerin zu hören. A._ ist in der Folge
über die Geschädigte gebeugt zu sehen, er macht weiterhin Bewegungen wie beim (normalen) Geschlechts-
verkehr, aber mit seiner rechten Hand zwischen den Beinen der Geschädigten (bis 02:28).
02:29 Die Geschädigte dreht ihren Kopf nach links weg, nachdem A._ zuvor ihren Hals geküsst hat.
02:35 Die Geschädigte dreht ihren Kopf wieder zurück nach rechts, A._ ist nach wie vor mit der Hand am Bear-
beiten ihrer Vagina.
02:37 Die Geschädigte richtet sich auf, A._ masturbiert weiter ihre Vagina mit den Fingern. In der Folge
schwenkt die Kamera über die Geschädigte (bis 02:48), verweilt auf ihrem Gesicht (02:54), ihren Brüsten
(02:57 bis 03:03).
03:10 Die Geschädigte hebt ihren Arm und dreht sich nach links. Sie hebt den Kopf und führt ihre rechte Hand zum
Gesicht. Es folgen wilde Schwenker der Kamera (bis 03:30), darin ist zu sehen, dass die Geschädigte nun auf
ihrer linken Seite liegt.
03.35 Während weiteren Kameraschwenkern ist zu sehen, dass die Geschädigte nach wie vor ihre rechte Hand bei
ihrem Gesicht hält, diese liegt unmittelbar vor der Sofakante.
03.40 Im Verlaufe weiterer wilder Kameraschwenker ist nicht genau zu sehen, ob die Geschädigte zwischenzeitlich
vom Sofa gefallen ist. Bei 03:44 liegt sie wieder auf dem Sofa.
03:51 Die Vagina der Geschädigten kommt gross ins Bild, das Aufnahmegerät wird offenbar unmittelbar darüber ge-
halten. Allerdings ist das Bild sehr unscharf. A._ masturbiert nach wie vor die Vagina.
03:54 Nach wie vor ist die Vagina in Grossaufnahme zu sehen, ebenso, dass A._ einen Gegenstand hält, mit
dem er diese laufend masturbiert.
04:02 Die Kamera entfernt sich etwas von der Geschädigten, deren linke Hand kommt ins Bild, sie erfasst die Hand
von A._, der immer noch die Vagina mit dem Gegenstand masturbiert.
04:05 Es sind markante Bewegungen der Geschädigten zu sehen mit dem Kopf und ihrer rechten Hand.
04:09 A._ drückt den linken Arm der Geschädigten mit seiner rechten Hand nach oben gegen ihre Brust (vgl.
- 33 -
Szene 08:25 in Video 1728).
04:10 Die Geschädigte drückt dagegen, sie richtet ihren Oberkörper auf.
04:11 2. Schnitt
04:11 Die neue Aufnahme zeigt die Geschädigte, die auf dem Rücken auf dem Sofa liegt, nun von unten. Im Bild
sind ihr Hinterteil zu sehen, zwischen ihren angehobenen Beinen (in normaler GV-Stellung) kniet A._, der
mit den Fingern die Vagina masturbiert. Hinter dem linken Fuss von A._ liegt eine Banane auf dem Sofa.
04:20 C._ kommt ins Bild, er sitzt auf dem zweiten Sofa, rechts von der Geschädigten. Er hält die Fotokamera
in den Händen.
04:22 C._ steht auf, es folgen wilde Kameraschwenker, während denen Kopf und Gesicht von C._ zu se-
hen sind, der beim Sofa steht.
04:31 3. Schnitt
04:31 Die Kameraposition befindet sich wieder oberhalb der Geschädigten, links von ihrer Schulter. Die Geschädigte
hantiert mit beiden Händen an ihrem Shirt, welches nun Brust und Bauch bedeckt.
04:34 A._ kommt mit dem Oberkörper zwischen den Beinen der Geschädigten durch und will diese auf die
Brust küssen. Die Geschädigte hebt abwehrend die Hände. Danach ist das Bild verwackelt und es folgen wilde
Kameraschwenker.
04:39 4. Schnitt
04:40 Die Geschädigte liegt auf ihrer linken Körperseite (die Kameraposition ist nun etwas weiter entfernt), eher nach
vorne gegen ihren Bauch geneigt, sie hat ihre Beine leicht angewinkelt, der Unterkörper ist immer noch nackt.
A._ (ebenfalls mit nacktem Unterkörper) liegt parallel hinter der Geschädigten, seine rechte Hand hat er
am Hinterteil der Geschädigten.
04:44 A._ manipuliert an seinem Glied, das über dem Oberschenkel der Geschädigten knapp (allerdings un-
scharf) zu sehen ist.
04:55 Die Geschädigte bewegt ihre rechte Hand vom Gesicht.
05:01 A._ platziert sich anders, immer noch parallel hinter der Geschädigten liegend.
05:02 Die Kamera zoomt näher, es sind nur noch die beiden Unterkörper, hintereinander liegend, zu sehen.
05:05 Die Kamera zoomt wieder weg.
05:06 Die Geschädigte hebt ruckartig ihren rechten Arm und drückt dann mit dem Ellenbogen gegen die Brust von
A._. Dieser hat seine rechte Hand im Bereich der beiden Geschlechtsteile.
05:08 Es erfolgt erneut eine schnelle Bewegung der Geschädigten mit dem rechten Arm/Ellenbogen gegen die Brust
von A._.
05:10 Die gleiche heftige Bewegung erfolgt zum dritten Mal.
05:11 Zum vierten Mal erfolgt die gleiche Bewegung, bei der es sich nun um einen Schlag nach hinten handelt.
05:14 C._ geht durch das Bild, er setzt sich auf das Sofa rechts.
05:15 Die Geschädigte schlägt heftig mit dem rechten Arm hinter ihren Rücken zu A._ und bewegt dabei ihren
Unterleib heftig.
Ende des Films.
4.8. Sachverhaltswürdigung
- 34 -
4.8.1. Die Vorinstanz kam zum Schluss, dass die Aussagen der Geschädigten
unglaubwürdig seien. Eine eigentliche Aussageanalyse fehlt gänzlich. Sie habe
mitbekommen, was an ihrem Unterleib geschehen sei und habe dies, indem sie
nicht eingeschritten sei, geduldet. Damit bestehe kein Raum für eine Schändung.
Alsdann verglich sie dieses Ergebnis mit den Videoaufnahmen, welche die Zwei-
fel an den Aussagen der Geschädigten nicht auszuräumen vermöchten. Diese
Vorgehensweise scheint in einem gewissen Widerspruch zu einer Bemerkung der
Vorinstanz, welche sie zu Beginn der Sachverhaltswürdigung gemacht hatte, wo-
nach die Videoaufnahmen zum Kernpunkt, ob sich die Geschädigte im Koma
(recte: in einem komatösen Zustand) befunden habe, nur bedingt Auskunft geben
könnten und man dort allein auf die Angaben der Geschädigten angewiesen sei
(Urk. 80 S. 71).
4.8.2.1. Die Aussagen der Geschädigten zum eigentlichen Tatgeschehen des
fraglichen Abends sind konstant. Sie hält in den beiden durchgeführten Videobe-
fragungen unverändert an ihrer Darstellung fest, sie habe geschlafen und von den
im Film aufgezeichneten Vorgängen bis kurz vor Schluss nichts mitbekommen.
Auffällig ist allerdings, dass sie auf die Frage, was sie denn für ein Gefühl habe,
was in dieser Zeit (vor dem Aufwachen, als der Angeklagte A._ auf ihr gele-
gen sei) passiert sei, zunächst die Gegenfrage stellt, ob sie die Zeit meine, als sie
nicht ..., was dann bejaht wird. Sie sagt dazu aus, sie wisse es ja nicht, was sie
gemacht hätten. Auf die Nachfrage, was sie für ein Gefühl habe, was dort ge-
macht worden sei, erklärte die Geschädigte, sie wisse nicht, wozu sie fähig gewe-
sen wären, sie habe keine Ahnung, sie habe das Video nicht gesehen, dort sehe
man alles, sie habe überhaupt nichts gefühlt, oder irgendwie etwas ... vielleicht
habe es Geschlechtsverkehr gegeben, oder nicht, sie wisse nicht, was man da
sonst mache oder machen wolle ... (1. Videobefragung 00:58). Sie wisse nicht, ob
man es auf dem Video sehe, ob es zu Geschlechtsverkehr gekommen sei oder
nicht (01:08:35). Ihre Kollegin habe nur einen Video gesehen, worauf ersichtlich
sei, dass der Angeklagte A._ mit seinem Finger in ihr gewesen sei, sowie ein
Gekicher habe sie gehört. Auf nochmalige Frage, ob sie dies mit den Fingern ge-
spürt habe, erklärte sie, nein, sie habe gar nichts mitbekommen, gar nichts ge-
spürt. Sie habe es erst bemerkt, als sie angefangen habe zu frieren – dass es
- 35 -
rüttle und unten nass sei (1. Videobefragung 01:08:58). Zwar führt sie gleichblei-
bend aus, sie habe nichts mitbekommen, doppelt aber in einzelnen Antworten
(ohne entsprechende Frage) nach, sie habe überhaupt nichts gefühlt. Diese Ver-
stärkung der Verneinung wird in der Lehre zur Aussagenanalyse als Lügensignal
gewertet.
Indessen darf dieser Schluss nicht überbewertet werden, da eine solche zusätzli-
che Betonung auch Folge des Frageprozederes sein kann, welches immer wieder
das gleiche Thema aufgreift. Sodann wirkt die Geschädigte bei der Eröffnung des
Inhaltes des Videos anlässlich der zweiten Videoeinvernahme fassungslos. Ins-
besondere der Umstand, dass sich auch noch die Angeklagten B._ und
C._ aktiv an den sexuellen Handlungen beteiligt haben, trifft sie sichtlich,
ebenso der Einsatz der Banane und der Karotte zwecks Penetration (Urk. 8/6 S.
18 f.; 2. Videobefragung 01:03 ff.). Die Fachpsychologin M._ hielt in ihrem
Bericht vom 29. August 2009 zur 2. Videobefragung fest, dass die Geschädigte
auf die Konfrontation mit dem Videoinhalt schockiert und betroffen reagiert und für
einen kurzen Moment mit den Tränen gerungen habe (Urk. 8/5).
Diese gleichbleibende Darstellung ("nichts gespürt") ist einer eigentlichen Aussa-
gewürdigung nicht zugänglich. Die Überprüfung dieser Aussage mit den Video-
aufzeichnungen 1728 (Urk. 10/3/1) lässt zumindest in den ersten achteinhalb Mi-
nuten keine gegenteiligen Schlüsse zu.
4.8.2.2. Hingegen sind ihre Aussagen im Vorfeld und im Nachgang zum inkrimi-
nerten Vorfall auf ihre Glaubhaftigkeit hin zu untersuchen. Zufolge der angewand-
ten Fragetechnik in der zweiten Videobefragung, die sich anfänglich darin er-
schöpfte, der Geschädigten ihre bisherigen Aussagen in der ersten Videobefra-
gung vorzuhalten und bestätigen zu lassen, ist wenig Raum vorhanden, die Kon-
stanz der ersten Aussagen im Zeitablauf zu prüfen.
Die Analyse mit weiteren Kriterien zeigt hingegen, dass ihre Aussagen in weiten
Teilen anschaulich, detailliert und nachvollziehbar sind. Ihre Schilderungen wei-
sen zahlreiche Realitätskriterien auf und erscheinen in sich schlüssig, ohne Über-
- 36 -
treibungen oder Strukturbrüche. Insoweit Widersprüche bestehen, ist separat auf
diese einzugehen.
a) Die Geschädigte führt ihren komatösen Zustand auf den vorgängigen Alkohol-
konsum zwischen 03.00 Uhr und 06.45 Uhr (zwei Fläschli Bier, zwei Gläser
Champagner, drei bis vier Fläschli Smirnoff) sowie auf ihre Müdigkeit zurück (Urk.
8/1 S. 3). Sie belastet die Angeklagten in dieser Hinsicht nicht unnötig, was eben-
falls für die Glaubhaftigkeit ihrer Angaben spricht, indem sie nicht angibt, sie sei
von den Angeklagten abgefüllt worden. Ein Bier hat sie selbst bezahlt, eines hat
sie vom Kollegen erhalten, die zwei Gläser Champagner wurden ihr von einer
Gruppe Italiener offeriert. Sie reichert diese Aussage später mit weiteren Details
an (Urk. 8/6 S. 31 f.): Zunächst habe sie abgelehnt. Sie sei erst einverstanden
gewesen, als der Italiener gesagt habe, sie würden es ihr offerieren. Die Ange-
klagten hätten ihr drei bis vier Smirnoffs offeriert (Urk. 8/1 S. 3 bzw. 1. Videobe-
fragung 00:18). Man habe ihren alkoholisierten Zustand schon gesehen, was sie
dann auch als mit ein Grund dafür angibt, dass sie vor der Rückkehr zum Gross-
vater zuerst noch etwas (beim Angeklagten C._) habe schlafen wollen (Urk.
8/1 S. 3). Dieser Gedanke ist ihr, wie sich aus den Aussagen ergibt, nach ihrem
angeblich erfolglosem Bemühen, bei der N._ aus dem Taxi zu steigen, ge-
kommen. Diese Wankelmütigkeit entspricht denn auch gerade ihrem geschilder-
ten reduzierten Zustand. Beim Verlassen des "...-Club" sei sie langsam müde ge-
worden. Das gehe bei ihr recht schnell. Der Alkohol habe sich dann erst im Taxi
bemerkbar gemacht. Bereits im Taxi sei sie auch einmal kurz eingenickt. Dort ha-
be es dann angefangen. Vor dem Eintreffen im "...-Club" habe sie nur zwei Büch-
sen "Red Bull" konsumiert. Bei der Ankunft in der Wohnung sei sie extrem müde
gewesen, und der Alkohol habe sich bemerkbar gemacht. Sie habe nur noch
schlafen wollen (Urk. 8/6 S. 4). Inhaltlich erscheinen die Aussagen stimmig. Es
sind auch hier keine Übertreibungen erkennbar. Den Weg vom Taxi zur Woh-
nung, der sich über eine längere Strecke hinzog, habe sie schon noch gehen
können, sie sei einfach extrem müde gewesen (Urk. 8/6 S. 5). Ihre extreme
Müdigkeit als Reaktion auf den doch erheblichen Alkoholkonsum passt auch zum
Umstand, dass sie zuvor nicht derart viel Alkohol getrunken habe, wie an jenem
Abend im "...-Club" (Urk. 8/6 S. 7).
- 37 -
Die von der Geschädigten angegebene Trinkmenge führt objektiv zu einer erheb-
lichen Alkoholisierung. Bei weiblichen Personen im Alter von 18 Jahren und ei-
nem Körpergewicht von 55 Kilogramm bewirkt der vorstehend beschriebene Al-
koholkonsum (zwei kleine Bier, zwei Glas Champagner, zwei Alcopops) über die
Zeitspanne von rund drei bis vier Stunden einen Blutalkoholwert von über 1.55
Promille, was dann doch einer leichten bis mittleren Angetrunkenheit entspricht.
b) Die Einschlafphase auf dem Sofa nach dem Eintreffen in der Wohnung wird
von der Geschädigten nachvollziehbar und gleichbleibend dargestellt (Urk. 8/1 S.
3; 1. Videobefragung 23:00). Insbesondere erwähnt sie, dass sich der Angeklagte
A._ hinter sie gelegt habe, ein Umstand, der nicht unbedingt für sie vorteil-
haft erscheint, zumal sie damit den Vorwurf gewärtigen musste, weshalb sie dort
liegen geblieben sei. Sie schildert dabei auch ihre Gefühle und Gedanken, die si-
tuationsadäquat erscheinen. Ihr letzter Gedanke vor dem Einschlafen sei gewe-
sen, er wolle Geschlechtsverkehr. Dies habe sie genervt (Urk. 8/6 S. 7). Dass sie
nicht ihrem Empfinden entsprechend reagieren konnte, belegt wiederum ihr zu-
nehmendes Abdriften in den Schlaf, was sich stimmig in die übrigen Aussagen
einfügt (vgl. auch Aussagen Urk. 8/6 S. 22 f.).
c) Bemerkenswert erscheint sodann ihre erste zusammenhängende Schilderung
des Vorfalls (wobei einzelne Teile bereits vorgängig zitiert wurden): "Kurz bevor
ich igschlafe bin, han ich eifach no gmerkt, wie de A._ hinter mich eifach an-
neglääge isch ... ich ha dänkt, jetzt versucht ers wieder und hän ich dänkt, ja ...
und bin dänn igschlafe ... und dänn ääh isch halt die Alkoholwirkig dänn langsam
im gange ... also hät die letschti Ausklingiig kha und ich bin dänn würklich total uf
Düütsch gsait dänne gsi und irgendwänn han ichs dänn langsam gmerkt, das ...
bin ich dänn wieder verwachet und han dänn gmerkt, dass dört unde oppis rüttlet
... also im Intimbereich ... und ääh ich ha dänn nonig ganz d'Auge geöffnet gha,
ich ha dänn eifach so halbe, mit em einte Aug e so glueget, was überhaupt isch,
nöd dass ich scho so mache [Geschädigte sperrt Augen weit auf] dass ... ich ha
dänn eifach gseh, dass es es hells liecht isch, dass es es Kameraliecht isch vome
ne Händy, und ich han au Person gseh, wos gfilmet hät. Das isch de ... gsi" (1.
Videobefragung 22:50)". Diese Schilderung erfolgte ohne Zwischenfragen und
- 38 -
kumuliert in der Aussage, dass der Angeklagte B._ sie mit der Handykamera
gefilmt habe. Der Umstand, dass jemand sie im Intimbereich massiv traktierte,
stand für sie offenbar nicht im Vordergrund. Dies macht die Aussage indessen
mitnichten weniger glaubhaft. Sie belegt vielmehr, dass der Geschädigten emoti-
onal vor allem der Umstand zu schaffen machte, dass die sexuellen Handlungen
an ihr filmisch festgehalten wurden und allenfalls Dritten hätte zugänglich ge-
macht werden können. Die Aussage, der Angeklagte B._ habe sie gefilmt,
entspricht sodann der Wahrheit.
d) Nicht ganz einheitlich sind ihre Aussagen, weswegen sie aufgewacht ist. So
soll es das Rütteln im Intimbereich gewesen sein und weil der Angeklagte
A._ auf ihr gelegen sei (Urk. 8/1 S. 3; 1. Videobefragung 00:23:30; Urk. 8/6
S. 8, 1); dann weil sie kalt hatte (1. Videobefragung 00:24:30). Kalt habe sie ge-
habt, weil sie nackt gewesen sei, und dann habe sie bemerkt, dass unten im In-
timbereich etwas abgehe. Sie sei erwacht, weil sie gefroren habe und wegen dem
Rütteln (1. Videobefragung 01:09:18). Unten sei es kühl gewesen, und es habe
gerüttelt. Deshalb sei sie aufgewacht und habe gesehen, dass der Angeklagte
A._ auf ihr gelegen sei, und dass es sogar noch gefilmt worden sei (Urk. 8/6
S. 25). Diese Angaben erscheinen indessen nicht widersprüchlich, weil sie im
Kerngehalt letztlich gleichlautend sind.
Zu erwähnen ist in diesem Zusammenhang, dass die Anklageschrift einen ande-
ren Zeitpunkt für das Aufwachen aufführt. Der von der Geschädigten geschilderte
beendete kurz darauf die sexuellen Handlungen der Angeklagten.
e) Die Aussagen der Geschädigten zu den Beziehungen zum Angeklagten
A._, wonach sie ihn nett finde und mit ihm – wie bereits vorgängig erwähnt –
bereits einmal engeren Kontakt hatte, zeugt von ihrem Bestreben, wichtige Sa-
chen offen zu legen. Indessen sind hier Momente erkennbar, dass sie doch ge-
wisse Umstände nicht von Anbeginn mitteilt, wie der Kuss des Angeklagten
A._ im "...-Club" sowie das Spaghettiessen nach dem Vorfall. Dies vermag
die Glaubhaftigkeit ihrer Angaben jedoch insgesamt nicht in Zweifel zu ziehen, da
die genannten Umstände nicht als derart wesentlich zu bewerten sind, dass sie
das Gesamtbild zu verändern vermöchten.
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4.8.2.3. Beim eigentlichen Aussageverhalten der Geschädigten in der Einvernah-
me fällt Folgendes auf: Oft nimmt sie in der Antwort zunächst die gestellte Frage
auf ("Oh, ... was han ich alles trunke?" [1. Videobefragung 18:34]), oder sie stellt
Gegenfragen bzw. sie fragt nach (Auf die Frage nach ihrem Zustand in E._:
"Vom Alkohol her, oder wie?" [1. Videobefragung 20:47]; auf die Frage nach der
Menge der konsumierten Smirnoffs: "Promille oder wie?" [1. Videobefragung
19:19]). Sodann werden einfache Fragen teilweise umständlich mit komplizierten
Formulierungen beantwort, wie die Frage nach ihrem Zustand in E._: "Ja,
wie seit me das mit fachliche Begriff ...ja scho rächt betrunke, aber ich han no al-
les mit übercho, was lauft. Ich han scho no einigermasse grad chönne laufe" (1.
Videobefragung 20:53). Ebenso kompliziert schildert sie das Einschlafen: "... und
bin dänn igschlafe ... und dänn ääh isch halt die Alkoholwürkig dänn langsam im
gange ... also hät die letschti ausklingiig gha und ich bin dänn würklich total uf
Düütsch gsait dänne gsi" (1. Videobefragung 23:17). Diese Schilderung erweckt
den Eindruck, durch Kompliziertheit Realität herstellen zu wollen. Sodann weicht
sie zur Beschreibung ihres alkoholisierten Zustandes auch auf Allgemeinplätze
aus: "Also eifach, me hätt's gseh, dass ich Alkohol trunke han. Also nöd so total
... sisch nonig so extrem gsi, einfach müed, erschöpft, ... wie es halt so isch, wem
me betrunke isch" (1. Videobefragung 18:25). Gegenfragen können signalisieren,
dass der Befragte noch Zeit zum Überlegen für die Antwort braucht, was auf eine
strategische und nicht unbedingt wahrheitsgemässe Beantwortung der Frage hin-
deuten kann. Gegenfragen und Aufnahme der Frage in der Antwort sowie kompli-
zierte Formulierungen können aber auch Ausdruck von Unsicherheit zufolge der
ungewohnten Befragungssituation sein und das Bemühen widerspiegeln, es dem
Fragesteller möglichst recht zu machen. Diese letztere Verhaltensweise wäre vor-
liegend auch dem Alter der Geschädigten nicht inadäquat. Eindeutige Schlüsse
lassen sich deshalb aus diesem Verhalten auf die Glaubhaftigkeit der Aussagen
nicht ziehen.
4.8.2.4. Der Umstand, dass die Geschädigte nach dem Vorfall auf dem Sofa (und
den Ereignissen im Badezimmer) mit den drei Angeklagten in der Wohnung ver-
blieb, steht in einem gewissen Kontrast zu ihren bisherigen Schilderungen. Dass
sie aus einer gewissen Ratlosigkeit dort blieb ("... ich bin total durenander gsi" ...
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Sie habe auch nicht in diesem Zustand zum Grossvater gewollt [1. Videobefra-
gung 01:02; auch Urk. 8/6 S. 12 f.]) und zunächst ihre Ruhe finden wollte, er-
scheint nachvollziehbar. Ihre einmal geäusserte Angabe, sie sei dort geblieben,
weil es keine Zugverbindung nach O._ gehabt habe, scheint eher ein Ver-
such, für sich eine rationale Erklärung für ihr Verhalten zu finden, obwohl sie na-
türlich falsch ist. Solange sie sich wach halten konnte, hatte sie – gemäss ihrer
Ansicht – keine Wiederholung der vorstehenden Ereignisse zu befürchten.
Gleichzeitig aber schilderte sie ihre Angst, dort zu sein. Sie habe sich deshalb in
eine Sofaecke verkrochen. "Ich war einfach dort für mich und habe gefunden,
schnell, schnell weg ... " (Urk. 8/6 S. 13). Diese Verhaltensweise entspricht viel-
leicht nicht gängigen Mustern, ist aber auch nicht zuletzt vor dem Hintergrund des
Gemütszustandes, des Eindrucks der momentanen Ausweglosigkeit, der Müdig-
keit und der Alkoholisierung nicht abwegig. Sie schilderte die Stimmung unter den
Anwesenden auch als angespannt. Sie habe gedacht: "Oh, was passiert denn
jetzt ...". Wie es bei den anderen Dreien gewesen sei, wisse sie nicht (Urk. 8/6 S.
23). Dass sie mit den Angeklagten in dieser Zeit auch noch gesprochen habe,
stellt sie nicht in Abrede, sie kann sich aber, was angesichts ihrer damaligen Ge-
mütslage nachvollziehbar ist, nicht an den Gesprächsinhalt erinnern. Die von ihr
in der ersten Befragung nicht erwähnte Verpflegung mit Spaghetti durch den An-
geklagten C._ (Urk. 8/6 S. 14) vermag denn auch nicht die von der Geschä-
digten geschilderte Stimmungslage nach dem Vorfall als unecht hinzustellen. Ab-
gesehen davon war aus damaliger Sicht der Geschädigten der Angeklagte
C._ einfach anwesend, aber sonst mit keiner Handlung an den Vorfällen be-
teiligt. Dass er sie ebenfalls gefilmt hatte, wusste sie im damaligen Zeitpunkt
nicht. Dies wiederum stützt auch die Behauptung der Geschädigten, sie habe vom
Ganzen nichts mitbekommen, zumal bei ihrem Aufwachen nur noch der Ange-
klagte B._ filmte (Video 001).
Die Darstellung der Angeklagten (vgl. nachstehend), wonach man sich ganz nor-
mal unterhalten und noch Spässe über allfällige Veröffentlichung des Videos im
Internet auf "Youporn" und über den Feuchtigkeitsflecken auf dem Sofa gemacht
habe, mag die Sicht der Angeklagten widerspiegeln. Der Gefühlslage der Ge-
schädigten entsprach dies wohl nicht.
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4.8.2.5. Die Beurteilung der Geschädigten durch ihre Pflegemutter bzw. ihre Ar-
beitsplatzbetreuerin, sie sei nicht immer ehrlich gewesen und habe Geschichten
erzählt und habe oft versucht, sich rauszureden, wenn sie etwas getan habe, was
sie nicht hätte tun sollen (Prot. I S. 33 ff. und 56 ff.), ist bei der Würdigung der
Aussagen vor Augen zu halten. Dennoch kommen – wie vorstehend erwähnt –
Kriterien der Aussageanalyse zum Zuge, wobei die Glaubwürdigkeit einer Person
eine untergeordnete Rolle spielt. Auch wenn allenfalls bei den Aussagen der Ge-
schädigten gewisse Schönungstendenzen ersichtlich sind (z.B. spielte sie die Be-
ziehung zum Angeklagten A._ und allfällige Sympathien ihm gegenüber her-
unter), vermögen diese nicht das durch ihre Aussagen gewonnene Gesamtbild
wesentlich zu verändern. Es zeigen sich aber auch andere von der Zeugin
J._ erwähnte Eigenschaften bei der Geschädigten, nämlich die Tendenz, un-
angenehme Ereignisse zu verdrängen. Dieses Verhaltensmuster erklärt auch,
dass die Geschädigte nach dem Vorfall zunächst niemandem davon erzählen
wollte und den Mitmenschen "courant normale" vorspielte. Dies ist letztlich auch
die Erklärung für die nicht sofortige Anzeige des Vorfalls. Darunter fällt aber auch
der Verzicht auf eine Rechtsbeiständin in diesem Strafverfahren. Die Geschädigte
brachte dies auch in der 2. Videobefragung zum Ausdruck, als sie angab, die Sa-
che möglichst schnell beenden zu wollen (Urk. 8/6 S. 19). Für die Geschädigte
spricht sodann, dass sie trotz des völlig unprofessionellen Verhaltens der Befra-
gerin in der ersten Videobefragung, wo sie letztlich teilweise der Lüge bezichtigt
wurde und ihr Konsequenzen angedroht wurden (1. Videobefragung 01:05, eu-
phemistisch umschrieben mit " ... [Die Befragerin] erläutert der F._, dass die
Polizei die Wahrheit finden wolle" [Urk. 8/1 S. 5]), in der zweiten Viedeobefragung
unbeirrt an ihren Aussagen festgehalten hat (Urk. 82/2).
Dass ihre Beziehung zur Freundin H._ einen Einfluss auf ihr Aussageverhal-
ten haben könnte, ist nicht ganz von der Hand zu weisen, nachdem diese eine
wichtige Bezugsperson und quasi moralische Instanz für die Geschädigte dar-
stellt. Daraus könnte abgeleitet werden, dass sie gegenüber ihrer Freundin auf
keinen Fall zugeben wollte, dass sie mit den auf dem der Freundin vorgeführten
Video festgehaltenen sexuellen Handlungen einverstanden gewesen sein könnte.
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Die Gesamtwürdigung lässt jedoch einen solchen Schluss nicht zu (vgl. nachste-
hend Ziff. 4.8.4.).
4.8.2.6. Wie vorstehend erwähnt, liegen drei Videoaufzeichnungen vor. Die erste
Videoaufnahme (Videodatei 1728) setzt am tt.mm.2009 um 06:44:32 ein. Die
Zeitangabe bezieht sich offensichtlich auf die Winterzeit, da gemäss übereinstim-
menden Aussagen der Beteiligten die Ankunftszeit in der Wohnung um ca. 07.00
Uhr gewesen sei. Der Zeitpunkt der Filmaufnahmen passt somit mit den zeitlichen
Angaben der Geschädigten überein, die zwischen 08:00 und 08:15 aufgewacht
sei (1. Videobefragung 00:34:51). Ausgehend von der Beschreibung der Videose-
quenzen im vorinstanzlichen Urteil (Urk. 80 S. 56 ff.) und unter Berücksichtigung
der Ergänzungen und Korrekturen (vgl. vorstehend Ziff. 4.7.) ist festzuhalten, dass
die Geschädigte, bis zum Zeitpunkt, als sie mit dem Unterkörper vom Sofa fällt
(08:38), praktisch reaktionslos auf die an ihr vorgenommenen Handlungen bleibt.
Körperbewegungen der Geschädigten wie Kopfdrehungen, Kratzen oder Abwehr
von Berührungen mit den Händen lassen sich zwar auch in dieser Phase ausma-
chen, wenn auch offensichtlich verlangsamt. Während der ganzen Zeit sind die
Augen der Geschädigten geschlossen. Die festgestellten Bewegungen der Ge-
schädigten erinnern an Unterwasseraufnahmen. Für ein völliges Wegtauchen
spricht z.B. die Szene, als der Angeklagte A._ den Kopf der Geschädigten
am Kinn hält und ihn hin- und herbewegt, wobei sie erst verzögert mit der Hand
reagiert (02:52). Auffällig ist sodann auch die Szene, wo die Geschädigte zufolge
der intensiven Einwirkungen des Angeklagten A._ auf ihren Intimbereich mit
dem unteren Teil ihres Körpers vom Sofa fällt, keine Reaktion zeigt und vom An-
geklagten A._ wieder hochgehoben wird (08:33). Gegen Ende des ersten Vi-
deos zeigt die Geschädigte auf äussere Reize vermehrte Reflexe und Abwehr-
handlungen mit ihren Armen. Dennoch fällt auf, dass bei Festhalten ihrer Arme
durch den Angeklagten A._ (z.B. nach 08:52) bzw. durch den Angeklagten
B._ (z.B. 09:12) keine Gegenreaktion erfolgt. Diese Analyse zeigt, dass zu-
mindest in den ersten sieben bis acht Minuten die Geschädigte nur mit erhebli-
cher Verzögerung, wenn überhaupt, auf Berührungen und Handlungen der Ange-
klagten reagierte.
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Ausserdem fällt auf, dass die permanente Bearbeitung der Vagina durch den An-
geklagten A._ bei der Geschädigten keine erkennbare Reaktion hervorrief,
indem sie beispielsweise versucht hätte, mit der Hand die ständigen Masturbati-
onsbewegungen zu stoppen oder ihren Unterkörper oder ihre Beine zu bewegen
oder die Beine zusammenzuklemmen. Wenn sie in dieser Phase eine Reaktion
zeigte, dann nur im Bereich Brust und Gesicht.
Ein Vergleich der Aussagen der Geschädigten zur Schlussphase des Gesche-
hens mit den Videoaufnahmen ergibt folgendes Bild: Die Geschädigte schildert
das Aufwachen als ein Vorgang, der nicht mit einem Schlag erfolgte, sondern
dass sie zunächst das Rütteln und den auf sich liegenden Angeklagten A._
sowie das Licht der vom Angeklagten B._ geführten Handy-Kamera bemerk-
te. Sie sei auf dem Rücken gelegen, habe den Angeklagten A._ dann weg-
gestossen, sei aufgestanden und ins Badezimmer gegangen (Urk. 8/1 S. 3). Auf
den vorliegenden Filmen lässt sich eine solche Schlussszene nicht eindeutig iden-
tifizieren. Die Schlusssequenz wurde zwar mit dem Handy vom Angeklagten
B._ aufgenommen (Video 001, Urk. 10/3/2). Darauf ist jedoch der hinter der
Geschädigten liegende Angeklagte A._ zu erkennen, der an seinem halberi-
gierten Glied hantiert und den Versuch unternimmt, es von hinten in die Scheide
der Geschädigten einzuführen, wobei die vor ihm seitwärts liegende Geschädigte
mit dem rechten Ellbogen bei jedem Versuch stark gegen seine Brust schlägt.
Danach bricht der Film ab. Die von der Geschädigten geschilderte Schlussszene
entspricht aber eindeutig der vorhergehenden Sequenz (04:34). Dort liegt der An-
geklagte A._ auf der Geschädigten, und sie versucht, ihn mit ihren auf der
Brust liegenden Händen wegzustossen. Die Position der Handy-Kamera ent-
spricht ebenfalls genau ihren Angaben, nämlich (links) neben ihrem Kopf (Urk. 8/6
S. 23). Entgegen der Aussage der Geschädigten ist auf dem Videoausschnitt al-
lerdings nicht ersichtlich, dass das Kameralicht des Handy einschaltet war. Ferner
ergibt sich aus der letzten Videosequenz, dass sie nicht sofort aufgestanden und
ins Bad gegangen, sondern noch weiter auf dem Sofa gelegen ist (vgl. ab 4.
Schnitt 04:40 auf Video 001).
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Diese Unterschiede hinsichtlich der Aufwachszene zwischen ihren Aussagen und
dem Film sind vor dem Hintergrund ihres Dämmerungszustandes zu bewerten: In
einem solchen Zustand zieht sich die Aufwachphase erfahrungsgemäss über eine
längere Zeitspanne hinweg, wobei Erinnerungsfetzen den jeweiligen Wahrneh-
mungszustand dokumentieren. Dass sie nach der Abwehr des Angeklagten
A._ zunächst auf dem Sofa weiterdöste, belegt ihren Erschöpfungszustand,
den sie erst zu überwinden vermochte, nachdem der Angeklagte A._ immer
noch nicht von ihr ablassen wollte. Dass sie nach dieser Szene ins Badezimmer
flüchtete, wird auch von allen drei Angeklagten bestätigt.
Dass sie noch das Kameralicht erwähnt, könnte einerseits darauf hindeuten, dass
sie dieses Detail bewusst erfunden hat, um den Wahrheitsgehalt ihrer Aussage zu
erhöhen. Wahrscheinlicher ist hingegen, dass sie das Kameralicht, das zu Beginn
der ganzen Filmszene noch vor dem Einschalten der Zimmerbeleuchtung vom
Angeklagte B._ eingesetzt wurde, vielleicht früher unbewusst aufgenommen,
aber nun zeitlich falsch zugeordnet hat.
Für den aussenstehenden Betrachter erscheint der geschilderte Zeitpunkt des
Aufwachens allerdings etwas arbiträr und nicht an objektiven Faktoren verortet.
Die Anklagebehörde hat dem Rechnung getragen und die Phase zwischen den
ersten Reaktionen und dem endgültigen Aufwachen nicht mehr der Anklage un-
terstellt. Dies trägt auch der Realität Rechnung, wonach ein Aufwachen unter die-
sen Umständen sich über eine längere Zeit hinzieht.
4.8.2.7. Im Ergebnis sind die Aussagen der Geschädigten insgesamt als glaubhaft
zu bezeichnen.
4.8.3.1. Die Aussagen des Angeklagten A._ sind einerseits gekennzeichnet
durch eine gewisse selbstkritische Offenheit (Schilderung seiner Unzufriedenheit
mit seinem Sexualleben [Urk. 5/1 S. 2]; Zugabe in der Untersuchung, dass er
nach der Visionierung der Videoaufnahmen nicht mehr sicher sei, ob die Geschä-
digte realisiert habe, was mit ihr geschehen sei [Urk. 5/4 S. 2 f.] bzw. seine Aner-
kennung ihrer Widerstandsunfähigkeit zufolge ihres Zustandes [Urk. 5/4 S. 3 f.];
sein nachträgliche Bedauern über die Eskalation der Situation [Urk. 5/4 S. 4 und
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auch insbesondere Urk. 5/3 S. 3 ff.]); auf der anderen Seite finden sich Wider-
sprüche, Lügensignale und Strukturbrüche in seinen Aussagen zuhauf.
So schildert er zwar zunächst, man sei alleine im Zimmer auf dem Sofa gesessen
und habe Fernsehen geschaut, gefolgt von gegenseitigen Zärtlichkeiten (Küssen,
Streicheln). Darnach korrigierte er diese Angabe und erklärte dem Vorhalt ent-
sprechend, die Geschädigte wie auch er seien auf dem Sofa gelegen (Urk. 5/1
Vorhalt 28 und 29).
Das Küssen habe die Geschädigte 100 %-ig gewollt, obschon sie gewusst habe,
dass die Kollegen nicht weit entfernt gewesen seien. Nach fünf Minuten habe er
F._ ausgezogen, wobei sie sich gegenseitig gestreichelt hätten. Die Geschä-
digte habe absolut nichts dagegen gehabt, ausgezogen zu werden. Sie habe im
Gegenteil sogar ihre Arme angehoben, als er ihr Oberteil abgestreift habe. In der
Hauptverhandlung erwähnt der Angeklagte A._, sie habe zwar ihr Arme lo-
cker gehalten, sie sei aber etwas zurückhaltend gewesen (Prot. I S. 10). Beim
Ausziehen sei sie absolut wach gewesen. Er selber habe sich bis auf das Oberteil
ausgezogen. Die Geschädigte sei schliesslich nackt gewesen (Urk. 5/1 Vorhalt
30). Sie sei zu 100 % bei Bewusstsein gewesen beim Ausziehen (Urk. 5/2 S. 2).
Bereits diese Aussagen enthalten Lügensignale, so die adjektivischen Überhö-
hungen (100 %-ig, absolut) und die Anpassung der Aussage auf Vorhalte.
Sodann stimmen sie auch nicht mit den Videoaufnahmen überein, wo ersichtlich
ist, dass der Angeklagte A._ erst rund vier Minuten nach Beginn der Filmauf-
nahmen (Video 1728 03:54) seine Hose auszieht; wird noch die Zeit dazu gezählt
(sieben bis zehn Minuten; Prot. I S. 12), bis die Angeklagten B._ und
C._ mit dem Filmen angefangen haben, ergibt sich eine noch längere Zeit-
spanne.
Erst in der Hauptverhandlung wird vom Angeklagten A._ noch nachgescho-
ben, sie habe ihm das Ausziehen ihrer Leggings mit Anheben ihres Gesässes er-
leichtert (Prot. I S. 11, auf Nachfrage des Vorsitzenden). Ebenso nachgeschoben
ist die Aussage, sie habe beim Anziehen den Kopf angehoben und ihn ange-
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schaut, er könne sich an ihren Blick noch genau erinnern. Nachher habe sie die
Augen wieder geschlossen (Prot. I S. 11).
Ungenau ist auch seine Aussage bei der Polizei, da die Geschädigte nicht nackt
war, sondern noch den BH und ein schwarzes Top trug (später dann korrigiert in
Urk. 5/2 S. 2).
Seine Aussage, während des Ausziehens habe die Geschädigte wohl gemerkt, in
welche Richtung es gehe (Urk. 5/2 S. 2), macht keinen Sinn, wenn sie "100 % "
bei Bewusstsein war.
Sodann widerspricht die Aussage, sie habe hin und wieder die Augen geschlos-
sen gehabt (Urk. 5/1 S. 5), den Erkenntnissen aus dem Videofilm, was später zur
Anpassung der diesbezüglichen Aussage führt, sie habe die Augen anfänglich
beim Küssen und Streicheln noch offen gehabt, und habe erst dann die Augen
geschlossen (Urk. 5/4 S. 3).
Andernorts ist nicht mehr von gegenseitigem Streicheln und Küssen die Rede,
sondern nur, der Angeklagte habe die Geschädigte auf die Wangen und den Hals
geküsst, wobei sie die Augen geschlossen habe, was beim Küssen eine normale
Reaktion darstelle; allenfalls habe sie die Augen auch wegen der Anwesenheit
der Mitangeklagten im Wohnzimmer geschlossen (Urk. 5/3 S. 3, S. 9). Allerdings
behauptete er zuvor, sie habe erst beim Einführen der Banane die Augen ge-
schlossen gehabt, weil da die Mitangeklagten zugegen gewesen seien (Urk. 5/2
S. 2). Gemäss seinen Angaben in der Hauptverhandlung will er zwischendurch
immer wieder gesehen haben, dass die Geschädigte die Augen halb geöffnet ge-
habt habe und sich die Wimpern bewegt hätten (Prot. I S. 13). Diese letztere Aus-
sage ist wiederum eine Anpassung an die Aktenlage und ist auf die Bemerkung
der Geschädigten in der zweiten Videobefragung zurückzuführen, sie habe beim
Aufwachen die Augen zunächst nur halb geöffnet.
Was die Alkoholisierung der Geschädigten angeht, so hat sie gemäss den Anga-
ben des Angeklagten A._ im "...-Club" nur ein kleines Bier getrunken, sie sei
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nicht unter Alkoholeinfluss gestanden. Sie habe noch mit hochhackigen Schuhen
ohne Probleme den Weg vom Taxi zur Wohnung geschafft (Urk. 5/2 S. 2).
Als Strukturbruch in der Darstellung des Angeklagten A._, wonach die Ge-
schädigte bei Bewusstsein alles mitbekommen habe und mit den sexuellen Hand-
lungen einverstanden gewesen sei, ist seine Schilderung der Empörung der Ge-
schädigten beim Aufwachen zu taxieren, ebenso seine Entschuldigung, nachdem
sie wieder aus dem Badezimmer kam (Urk. 5/4 S. 4).
Die Geschehnisse im Nachhinein schildert er gleichbleibend, insbesondere dass
noch Witze (über die Flecken auf dem Sofa und die Kochkünste des Angeklagten
C._) gemacht worden seien, als die Geschädigte von der Toilette zurückge-
kehrt sei (Urk. 5/3 S. 3).
Trotz der aufgezeigten Ungereimtheiten erscheinen die Angaben des Angeklag-
ten A._ insgesamt nicht als völlig unglaubhaft. Wie unten noch zu zeigen
sein wird, gilt dies insbesondere hinsichtlich der Einschätzung des Zustandes der
Geschädigten.
4.8.3.2. Die Aussagen des Angeklagten B._ sind relativ gleichbleibend, was
den äusseren Ablauf anbelangt. Widersprüchlichkeiten ergeben sich dort, wo er
einerseits behauptet, die Geschädigte sei nicht müde gewesen und erst viel spä-
ter eingeschlafen, dann aber erklärt, es sei schwer zu sagen, ob die Handlungen
in gegenseitigem Einverständnis erfolgt seien, obwohl beide schon vor Monaten
etwas zusammen gehabt hätten. Auffällig ist auch, dass er – obwohl er sich sei-
nen Angaben gemäss auch im hinteren Teil des Wohnzimmers aufgehalten ha-
ben will und gesehen hat, wie der Angeklagte A._ angefangen habe, die Ge-
schädigte zu küssen – nicht gesehen haben will, ob sich die Geschädigte selbst
entkleidete oder vom Angeklagten A._ ausgezogen wurde; er hat auch nicht
gesehen, ob der Angeklagte A._ die Geschädigte über den Kleidern gestrei-
chelt hat (Urk. 6/1 S. 5). In der nächsten Einvernahme erklärt er dann aber, die
Geschädigte habe mit dem Angeklagten A._ herumgemacht, und dieser ha-
be die Geschädigte ausgezogen (Urk. 6/2 S. 2). Er könne sich nicht vorstellen,
dass die Geschädigte nicht mitbekommen habe, dass der Angeklagte A._ sie
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ausgezogen habe. Als Beleg dafür verweist er auf den Umstand, dass die Ge-
schädigte, als sie später vom Sofa runtergefallen sei, sich selbst wieder darauf
gelegt habe, was nachweislich, wie vorstehend erwähnt, falsch ist. Trotz dieses
Hinweises ist der Angeklagte B._ der Meinung, sie habe den ganzen Abend
ein Theater gespielt (Urk. 6/4 S. 3). Sie sei allenfalls halb alkoholisiert, halb schla-
fend gewesen, aber sicherlich nicht voll weggetreten (Urk. 6/3 S. 6). Die Zugabe
(bezogen auf die Filmaufnahmen), er sei sich nicht sicher, ob sie zwischendurch
einige Minuten weggewesen sei, relativiert er wieder, indem er ausführt, er habe
es damals anders gesehen und gefühlt (Urk. 6/8 S. 5). Diese Aussage steht hin-
gegen wiederum im Widerspruch zum Flüstern des Angeklagten B._ (mit
dem Angeklagten C._) während des ganzen Vorfalls, welches eine gewisse
Heimlichtuerei indiziert, die ebenfalls zur angenommenen Einwilligung der Ge-
schädigten in die sexuellen Handlungen kontrastiert. Ebenso ist vor diesem Hin-
tergrund nicht ganz einsichtig, weshalb der Angeklagte B._ der Geschädig-
ten ins Badezimmer gefolgt ist, um sie zu beruhigen. Sie sei in einem Schockzu-
stand gewesen (Urk. 6/1 S. 6).
Die Schlussphase beschreibt der Angeklagte B._ weitgehend konstant, ins-
besondere auch die Äusserungen der Geschädigten beim Aufstehen, sie wisse,
was sie mit ihr gemacht hätten. Der Angeklagte B._ will sie nachher im Ba-
dezimmer gefragt haben, weshalb sie dies zugelassen habe, worauf sie geant-
wortet habe, sie habe wissen wollen, wie weit sie gehen würden (Urk. 6/3 S. 2).
Diese Antwort erscheint ebenfalls nicht stimmig im Zusammenhang mit dem vom
Angeklagten B._ geschilderten Schockzustand der Geschädigten.
Diese Bruchstellen in den Aussagen des Angeklagten B._ führen dazu, dass
seine Aussagen betreffend der Einwilligung der Geschädigten in die sexuellen
Handlungen und in die Filmaufnahmen mit Vorsicht zu würdigen sind. Was seine
Wahrnehmung hinsichtlich des Zustandes der Geschädigten anbelangt, so erwei-
sen sie sich, wie unten noch zu zeigen sein wird, allerdings nicht als unglaubhaft.
4.8.3.3. Die Aussagen des Angeklagten C._ stimmen grundsätzlich weitge-
hend mit den Angaben der Angeklagten A._ und B._ überein. Er bestä-
tigt die Aussagen des Angeklagten B._, dass sie nach der Rückkehr der Ge-
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schädigten aus dem Badezimmer gescherzt hätten; die Geschädigte habe auch
gelacht (Urk. 7/2 S. 8). Er macht allerdings zusätzliche Angaben, die, soweit sie
sich mit dem Video überprüfen lassen, nicht genau zutreffen. So will er erst nach
dem Einschalten des Raumlichts mit dem Filmen angefangen haben bzw. beim
Einsatz der Banane (Urk. 7/2 S. 5); gemäss Videoaufzeichnung hatte er aber bis
dann schon 3.15 Minuten gefilmt (Video 1728 Position 03:15). Sodann ist die Ge-
schädigte entgegen seinen Angaben nicht sofort aufgestanden, als der Angeklag-
te A._ mit der Banane aufgehört hatte, die Geschädigte weiter zu penetrieren
(Urk. 7/2 S. 5, S. 8), sondern er hatte danach noch versucht, mit der Geschädig-
ten Geschlechtsverkehr auszuüben. Weiter hat der Angeklagte C._ als einzi-
ger erwähnt, die Geschädigte habe beim Aufstehen noch gesagt, sie habe die
Augen offen gehabt, wobei sie so getan hätte, wie wenn sie sie geschlossen ge-
habt hätte. Sie habe gesagt: "Ich weiss, was ihr mit mir gemacht habt, dass ihr mir
eine Banane geschoben habt, dass ihr gefilmt habt" (Urk. 7/2 S. 9). Auch die Aus-
sage im Zusammenhang mit dem Zungenkuss, die Geschädigte habe im "...-
Club" zum Angeklagten A._ im Scherz wörtlich gesagt "du hattest letzte Wo-
che eine Chance bei einem Kollegen zu Hause, die du nicht genutzt hast" (Urk.
7/1 S. 3, Urk. 7/2 S. 3), wird vom Angeklagten A._ nicht erwähnt. Sodann
schwächt er seine Aussage, der Angeklagte A._ habe die Geschädigte in
verschiedene Positionen gebracht, ab und erklärte, sie hätten die Position ge-
meinsam gewechselt (Urk. 7/2 S. 6). Diese Aussage ist falsch und entspricht auch
nicht den Filmaufnahmen, zeigt aber, dass der Angeklagte C._ die Aussagen
nach Gutdünken zu seinen Gunsten verändert. Beim Abschied soll ihn die Ge-
schädigte dreimal geküsst haben, wohingegen er bestreitet, sich bei ihr entschul-
digt zu haben (Urk. 7/2 S. 9). Diese Haltung, die Vorgänge nur in seinem Sinne zu
interpretieren, kommt bei seiner Stellungnahme zu den Videoaufnahmen zum
Ausdruck. Bei der Szene, als die Geschädigte mit dem Unterkörper vom Sofa
rutscht und wieder vom Angeklagten A._ hochgehoben wird, behauptet er,
sie habe noch mit dem Bein vom Boden abgestossen (Urk. 7/3 S. 8). Selbst auf
Vorhalt einer von ihm selbst gefilmten Sequenz behauptet er, er sei später dazu
gekommen (Urk. 7/3 S. 7). Sodann behauptet er, die Geschädigte habe in der
ersten Videobefragung ausgeführt, sie habe trotz "High Heels" die Strecke vom
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Taxi zur Wohnung gut bewältigen können; eine solche Aussage lässt sich nicht
finden. Vielmehr führt sie in der zweiten Befragung aus, sie habe braune Stiefel
ohne Absatz getragen (Urk. 8/6 S. 28).
Die Aussagen des Angeklagten C._ erscheinen somit grundsätzlich als we-
nig glaubhaft. Mit Bezug auf die Wahrnehmung des Zustandes der Geschädigten
gilt allerdings – wie unten noch auszuführen ist – auch bei ihm etwas anderes.
4.8.4. Als Zwischenergebnis ist festzuhalten, dass der äussere Sachverhalt, wie
er in der Anklageschrift zu Anklageziffer I festgehalten wurde, weitgehend als er-
stellt gelten kann. Der Ablauf des in der Anklageschrift dargestellten langsamen
Erwachens der Geschädigten aus dem komatösen Zustand entspricht dabei nicht
ganz den entsprechenden Videoaufnahmen. Entscheidend ist indessen, dass sie
in dieser Phase erstmals anfängt, zu reagieren. Insbesondere hält sie mit ihrer
rechten Hand die auf der Brust liegende linke Hand des Angeklagten A._,
während sie mit ihrer linken Hand die rechte Hand des Angeklagten umfasst und
dabei die Bewegungen der Penetration mit der Karotte mitmacht.
Aus den Aussagen der Geschädigten ergibt sich sodann, dass sie beim Eintreffen
in die Wohnung in E._ aufgrund ihres vorgängigen Alkoholkonsums eine
Blutalkoholkonzentration im Blut aufgewiesen hat, die einem leichten bis mittleren
Rauschzustand entsprochen hat. Die Mitangeklagten haben sie zwar nur als leicht
alkoholisiert bezeichnet, und es ist unbestritten, dass sie die Strecke zwischen
dem Taxi und der Wohnung ohne grössere Probleme bewältigen konnte. Den-
noch scheint sie – entgegen ihren genauen Aussagen betreffend die Taxifahrt –
doch nicht alles richtig wahrgenommen zu haben. Anlässlich ihrer ersten polizeili-
chen Videobefragung erklärte sie, mit ... (I._) sei auch noch ihr Freund un-
terwegs aus dem Taxi ausgestiegen (1. Videobefragung 17:04:18), was nach-
weislich falsch ist, da ein solcher Freund gar nicht dabei war. Die Angeklagten
haben die Geschädigte bereits als leicht alkoholisiert bezeichnet, als sie im "...-
Club" zu ihnen gestossen war. Dies stimmt nicht mit den Angaben der Geschädig-
ten überein. Bevor sie mit ihren Kollegen in den "...-Club" gekommen ist, hatte sie
nur zwei Red Bull getrunken. Im "...-Club" konsumierte sie dann zunächst zwei
Bier und zwei Gläser Champagner, bevor sie auf die Angeklagten getroffen ist.
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Die Angabe der Zeugin I._, wonach die Geschädigte nicht einmal eine halbe
Flasche Smirnoff getrunken habe, erscheinen wenig glaubhaft, da sie zuvor aus-
geführt hatte, sie wisse nur noch, was sie selber getrunken habe (Prot. I S. 48).
Erstellt ist sodann, dass sich die Geschädigte beim Eintreffen in die Wohnung auf
das Sofa begab, zunächst Fernsehen schaute, der Angeklagte A._ sich dann
hinter die Geschädigte auf das Sofa legte, sie auf die Wange und den Hals küsste
und seinen Arm um ihren Oberkörper legte. Auszugehen ist weiter davon, dass
die Geschädigte die Annährungsversuche bemerkte und mit einer leichten Kopf-
bewegung abzuwehren versuchte, dabei aber eingeschlafen ist. Alle Angeklagten
sprechen von einer ca. fünfminütigen Aktivitätsphase der Geschädigten, danach
sei sie passiv gewesen. Gemäss seinen Zugaben hat der Angeklagte A._ die
Geschädigte entkleidet (Sweatshirt und Leggins), wobei seinen Aussagen nicht
geglaubt werden kann, sie sei dabei wach gewesen.
Inwiefern die Geschädigte in einen komatösen Zustand gefallen ist, soll nachfol-
gend geprüft werden.
4.8.5.1. Eine Schändung im Sinne von Art. 191 StGB begeht, wer eine urteilsun-
fähige oder eine zum Widerstand unfähige Person in Kenntnis ihres Zustandes zu
einer sexuellen Handlung missbraucht. Dabei ist nach Lehre und Rechtsprechung
für einen Schuldspruch insbesondere erforderlich, dass das Opfer in der Urteils-
oder Widerstandsunfähigkeit nicht nur eingeschränkt ist, sondern ihr diese – be-
zogen auf eine bestimmte Handlung – gänzlich abgeht (Hangartner, Selbstbe-
stimmung im Sexualbereich, Diss. Bamberg 1998, S. 84 ff.; Stratenwerth/Jenny/
Bommer, Schweizerisches Strafrecht, Besonderer Teil I, 7. A., Bern, 2010, § 8 N
38; Maier, in: Niggli/Wiprächtiger [Hrsg.], Basler Kommentar, Strafrecht II, 2. A.,
Basel 2007, N 6 zu Art. 191 StGB). Widerstandunfähig ist, wer nicht im Stande ist,
sich gegen ungewollte sexuelle Kontakte zu wehren. Die Bestimmung schützt
somit Personen, die einen zur Abwehr ausreichenden Willen zum Widerstand ge-
gen sexuelle Übergriffe nicht oder nicht sinnvoll bilden, äussern oder betätigen
können. Dabei genügt es, wenn das Opfer nur vorübergehend zum Widerstand
unfähig ist. Die Gründe für die Widerstandsunfähigkeit können dauernder oder vo-
rübergehender, chronischer oder situationsbedingter Natur sein. In Frage kom-
- 52 -
men schwere psychischen Defekte, eine hochgradige Intoxikation durch Alkohol
oder Drogen, eine körperliche Invalidität, eine Fesselung, die besondere Lage der
Frau in einem gynäkologischen Stuhl oder eine Summierung von Schläfrigkeit, Al-
koholisierung und Irrtum über die Identität des Sexualpartners (BGE 119 IV 230
E. 3a). Erforderlich ist nur, dass die Widerstandsfähigkeit gänzlich aufgehoben
und nicht nur in irgendeinem Grad beeinträchtigt oder eingeschränkt ist. Bei blos-
ser – z.B. alkoholbedingter – Herabsetzung der Hemmschwelle ist keine Wider-
standsunfähigkeit gegeben (BGE 199 IV 230 E. 3a). Eine unter dem Einfluss von
Alkohol und Cannabis dösende Person ist zum Widerstand unfähig (BGE
6B_140/2007). Missbrauch liegt vor, wenn der Täter die Schutzlosigkeit des Op-
fers ausnützt (BGE 133 IV 49 E. 7.2; BGE 119 IV 230 E. 3a).
Ein Schuldspruch setzt mit anderen Worten voraus, dass die Geschädigte wider-
standsunfähig war und die Angeklagten dies erkennen konnten.
4.8.5.2. Die Widerstandsunfähigkeit wird in der Anklageschrift mit "komatösem"
Zustand umschrieben. Damit kann zum einen eine Bewusstseinsstörung im quali-
tativen Sinne einer Bewusstseinseintrübung gemeint sein. Diese führt zu einer
Beeinträchtigung der Bewusstseinsklarheit und damit der Fähigkeit, verschiedene
Aspekte der eigenen Person und der Umwelt zu erfassen, sie sinnvoll miteinander
zu verbinden, entsprechend zu handeln und sich mitzuteilen. Ursache kann Alko-
holkonsum und Schlafentzug sein. Die Bewusstseinsminderung ist daran zu er-
kennen, dass die Person nur verlangsamt, nicht situationsgerecht oder gar nicht
auf lautes Ansprechen und oder Anfassen reagiert. Zum anderen werden in quan-
titativer Hinsicht Bewusstseinsstörungen unterschieden, die von Benommenheit
über Somnolenz bis hin zum Sopor und Koma als höchste Stufe reichen. Unter
Benommenheit sind Denken und Handeln deutlich bis hin zur Apathie verlang-
samt, und die Orientierungsfähigkeit ist herabgesetzt oder eingeschränkt. Weiter
kennzeichnen geringe spontane Äusserungen, langsames Denken und reduzierte
Auffassungsgabe diesen Zustand, wobei der Betroffene durch Ansprache oder
Anfassen aber leicht weckbar ist. Bei der Somnolenz als nächster Stufe besteht
eine beständige Schläfrigkeit oder Schlafneigung, die durch einfache Weckreize
aber noch jederzeit unterbrochen werden kann. Beim Sopor als dritte Stufe han-
- 53 -
delt es sich um einen schlafgleichen Zustand, aus dem Betroffene nur noch mit
Mühe und Anwendung starker Reize, etwa Schmerzreize, aufgeweckt werden
können. Der Betroffene ist nicht mehr orientiert, er kann sich nicht mehr sprach-
lich äussern, die Reflexe bleiben jedoch erhalten. Ursache kann auch hier Alkohol
sein (vgl. dazu etwa de.wikipedia.org/wiki/Bewusstseinsstörung).
4.8.5.3. Aus den Videosequenzen ist ersichtlich (vgl. vorstehend Ziff. 4.7: Wieder-
gabe der Videodatei 1728), dass die Geschädigte in einem benommenen bis
schlafgleichen Zustand auf dem Sofa liegt und sich ihr Körper im Rhythmus der
vom Angeklagten A._ vorgegebenen heftigen Manipulationen mit seinen Fin-
gern und seiner Hand an ihrer Vagina bewegt. Vereinzelt bewegt sie die Arme,
die Hände und den Kopf. Wie vorstehend dargelegt, reagiert der Körper auch bei
der Vorstufe zum Koma noch mit Reflexen. Der Umstand, dass die Geschädigte
nicht völlig bewegungslos daliegt, bedeutet somit noch nicht, dass sie sich nicht in
einem komatösen Zustand befand.
In dem Moment, in welchem sie mit dem Unterkörper vom Sofa rutscht (Video
1728 08:33), zeigt sie keine Reaktion. Ebensowenig reagiert sie auf das Hinauf-
schieben ihres Tops und ihres BH's durch den Angeklagten B._. Auf Licht
(Handy-Licht, später Raumlicht) zeigt sie ebenfalls keine Reaktion, wie beispiels-
weise ein Zusammenkneifen der Augen. Dies erweckt den Eindruck, als wäre sie
nicht in der Lage, auf äussere Einflüsse adäquat zu reagieren.
4.8.5.4. Obwohl die Reaktionen der Geschädigten einerseits verlangsamt, teils
apathisch und ohne äussere Reize erscheinen, lässt sich auf der anderen Seite
feststellen, dass sie in der relevanten Phase auf äussere Reize auch gezielt bzw.
adäquat reagiert. Berührungen werden mit Kopf-, Hand- und Armbewegungen
beantwortet bzw. abgewehrt. Deutlich zu sehen ist dies bei folgender Videose-
quenz (Video 1728):
05:30 Der Angeklagte A._ kommt mit dem Kopf (mit einer Hand nach wie vor die Vagina bearbeitend) nach
oben und küsst die Geschädigte am Hals.
05:33 Die Geschädigte verzieht das Gesicht, zieht den über dem Bauch liegenden rechten Arm unter dem  A._ Richtung Kopf, kneift die Augen zu, hebt leicht den Kopf und wendet sich nach links
- 54 -
ab, wobei sich ihr Oberkörper ebenfalls unter dem Angeklagten leicht nach links windet, offenbar um dem Oberkörper des Angeklagten A._ auszuweichen. Dieser entfernt sich wieder vom Oberkörper der
Geschädigten, dabei weiter mit einer Hand die Vagina bearbeitend. Die Geschädigte legt ihren rechten Arm wieder angewinkelt auf ihren Bauch.
Es finden sich weitere ähnliche Videosequenzen (02:28, 04:06, 04:16, 04:48,
08:14, 08:16), in welchen sich die Geschädigte einfach bewegt, teils aber auch
auf spezifische Reize reagiert. Auffällig ist indessen insbesondere in der oben
aufgeführten Sequenz, wie auch von der Verteidigung zu Recht vorgebracht wur-
de (Urk. 58 S. 34), dass während der ganzen Zeit, d.h. von Anbeginn des Videos,
der Angeklagte A._ auf die Vagina der Geschädigten heftig einwirkt, die Ge-
schädigte indessen darauf nicht reagiert, gleichzeitig aber Berührungen im Brust
und Gesichtsbereich (Versuch des Angeklagten A._, sie zu küssen) gezielt
abwehrt. Auch als der Angeklagte B._ mit seiner Hand an ihrem Kinn ihren
Kopf hin- und herbewegt hat, hat sie, verzögert zwar, aber doch gezielt mit der
Hand darauf reagiert (Video 1728, 02:52). Der Umstand, dass sie keine Reaktion
zeigte, als sie mit dem Unterkörper vom Sofa rutschte (Video 1728, 08:33), deutet
eher wieder auf einen schlafgleichen Zustand ohne Widerstandsfähigkeit hin. Et-
was relativiert wird indessen diese Wertung durch ihr nachfolgendes Verhalten
(Video 1728, ab 08:48), das auch von der Anklagebehörde als Beendigung ihres
komatösen Zustandes betrachtet wird, zumal sie hier wiederum sehr gezielt rea-
giert und nicht unbedingt im Sinne einer Abwehrhandlung, wie die Anklagebehör-
de behauptet. (Die Geschädigte selbst will ja erst gegen das Ende der ganzen
Handlungen mit einer Abwehrhandlung reagiert haben [vgl. vorstehend Ziff.
4.8.2.6.]). Im zeitlichen Ablauf würden sich somit verschiedene Phasen des Zu-
standes der Widerstandsfähigkeit ergeben (anfänglich wäre sie wohl eher nicht
gegeben, ab rund zwei Minuten wäre eine solche wieder eher zu bejahen, dann
kurz vor Schluss [08:26] wohl eher wieder zu verneinen).
4.8.5.5. Dazu kommt noch folgender Punkt: Die weiteren Videoaufnahmen (Video
1729 und Video 001) lassen kein wesentlich anderes Bild im Verhalten der Ge-
schädigten erkennen. Ihr Zustand ist sicher von Benommenheit und verzögerten
Reaktionen gekennzeichnet. Es sind aber auch dort selektive Abwehrhaltungen
auf äussere Reize zu erkennen (vgl. vorstehend Ziff. 4.8.2.6.). Gemäss Anklage-
- 55 -
behörde befand sie sich aber bereits nicht mehr im Zustand der vollständigen Wi-
derstandsunfähigkeit.
4.8.5.6. Die Anklagebehörde lässt offen, aus welchen Gründen die Geschädigte in
einen komatösen Zustand gefallen sein soll. Die Geschädigte selbst hat – wie er-
wähnt – ihren Alkoholkonsum und die dadurch bewirkte Müdigkeit angeführt. Wel-
chen Blutalkoholgehalt die Geschädigte im interessierenden Zeitraum aufwies,
konnte nicht eruiert werden. Wie vorstehend ausgeführt (Ziff. 4.8.2.2.a), ist wohl
von einer leichten bis mittleren Trunkenheit auszugehen. Darauf deutet auch hin,
dass die Geschädigte eigenen Angaben zufolge noch in der Lage war, den länge-
ren Weg vom Taxi zur Wohnung zurückzulegen und keine Angaben zu alkohol-
bedingten "Nachwehen" (Übelkeit, Kopfweh) machte. Vor diesem Hintergrund
kann aber eine eigentliche Alkoholintoxikation mit entsprechenden Folgen für die
Urteils- und Widerstandsfähigkeit ausgeschlossen werden. Anzeichen sodann ei-
nes sonstigen Erschöpfungszustandes (grösserer Schlafmangel etc.) sind den
Aussagen der Geschädigten nicht zu entnehmen, hat sie doch den Abend, bevor
sie in den Ausgang ging, beim Grossvater verbracht (vgl. dazu 1. Videobefragung
01:00:14).
Zu beachten ist auch, dass sonst vorhandene Hemmungen durch massiven Alko-
holgenuss stark vermindert bzw. sexuelle Triebe dadurch verstärkt werden kön-
nen. Es ist denn auch anzunehmen, dass die Geschädigte in nüchternem oder
nur leicht angetrunkenem Zustand sich kaum in eine solche Situation hineinbege-
ben hätte. Wie bereits erwähnt, genügt jedoch eine blosse Enthemmung durch
Alkoholkonsum nach Lehre und Rechtsprechung nicht, um eine vollständige Ur-
teils- und Widerstandsunfähigkeit anzunehmen.
4.8.5.7. Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die Geschädigte alkohol- und
müdigkeitsbedingt in ihrer Widerstandsfähigkeit erheblich eingeschränkt war. Da-
bei ergeben sich einerseits Indizien für eine vollständige Aufhebung der Wider-
standsfähigkeit. Anderseits verbleiben bei der Bewertung der vorliegenden Be-
weismittel und insbesondere der Videoaufnahmen aber auch Zweifel, ob und al-
lenfalls in welchen Abschnitten die Widerstandsunfähigkeit gegeben war. Was die
Angeklagten anbelangt, so kann nicht ausgeschlossen werden, dass sie aufgrund
- 56 -
des Verhaltens, welches die Geschädigte insbesondere während des inkriminier-
ten Ereignisses an den Tag legte, tatsächlich davon ausgingen, dass diese nicht
widerstandsunfähig war. Hinzu kommt, dass die Angeklagten aufgrund des Ver-
haltens der Geschädigten im Vorfeld der betreffenden Ereignisse keinen Anlass
hatten, auf einen komatösen Zustand der Geschädigten zu schliessen, war letzte-
re doch namentlich in der Lage gewesen, nach dem Verlassen des Taxis das letz-
te Wegstück zu Fuss zu bewältigen. In Bezug auf den subjektiven Tatbestand
verbleiben mit anderen Worten unüberwindbare Zweifel an der Strafbarkeit der
Angeklagten.
4.8.6. Damit sind die Angeklagten A._, B._ und C._ vom Vorwurf
der Schändung im Sinne von Art. 191 StGB in Verbindung mit Art. 200 StGB frei-
zusprechen.
- 57 -
5. Vorwurf der Pornographie (Anklageziffer II)
5.1. Die Vorinstanz hat die Angeklagten B._ und C._ vom Vorwurf der
Pornographie betreffend Filmaufnahmen der sexuellen Handlungen gemäss An-
klageziffer I freigesprochen. Die Begründung ist zutreffend, und es kann vollstän-
dig darauf verwiesen werden (Urk. 80 S. 85 f.; § 161 GVG ZH).
5.2. Die Vorinstanz hat hingegen die Angeklagten B._ und C._ der Ver-
letzung des Geheim- und Privatbereichs durch Aufnahmegeräte im Sinne von Art.
179quater Abs. 1 und 3 StGB bzw. Art. 179quater Abs. 1 StGB schuldig gesprochen.
Der Angeklagte B._ hat die ursprünglich dagegen erhobene Berufung zu-
rückgezogen (Urk. 76). Damit hat es mit dem Schuldspruch sein bewenden.
5.3.1. Der Verteidiger des Angeklagten C._ verlangt mit seiner Berufung ei-
nen Freispruch betreffend Art. 179quater Abs. 1 StGB (Urk. 68). Er bringt in den
Beanstandungen vor, es liege kein Strafantrag vor. Sodann sei auch der Straftat-
bestand gar nicht erfüllt. Eventualiter beantragt er eine mildere Bestrafung und
insbesondere einen tieferen Tagessatz (Urk. 73).
5.3.2. Ein formeller Strafantrag der Geschädigten fehlt. Die Vorinstanz hat dieses
Erfordernis als erfüllt erachtet, da es der Geschädigten bei ihrer Anzeige bei der
Polizei in erster Linie um diese Filme gegangen sei (Urk. 80 S. 86). Dieser Argu-
mentation ist hinsichtlich des Angeklagten B._ ohne weiteres zuzupflichten.
So ist er bereits auf dem Polizeirapport (Urk. 1) namentlich aufgeführt. Hingegen
ist nicht ersichtlich, dass die Geschädigte auch gegen den Angeklagten C._
vorgehen wollte. Wohl war ihr zwar im Zeitpunkt der Strafanzeige gegen den An-
geklagten B._ nicht bekannt, dass auch C._ Filmaufnahmen gemacht
hat. Kenntnis davon erhielt sie in der zweiten Befragung durch die Staatsanwalt-
schaft (Urk. 8/6 S. 19). Sie wurde von den Untersuchungsbehörden nicht darauf
aufmerksam gemacht, ob sie auch gegen den Angeklagten C._ eine Strafan-
zeige machen wolle. Damit fehlt es – im Unterschied zum Angeklagten B._ –
an einer klaren Willensäusserung, auch diesen strafrechtlich zur Rechenschaft
ziehen zu wollen.
- 58 -
5.3.3. Art. 179quater StGB ist ein Antragsdelikt. Da ein solcher fehlt, mangelt es an
einer Prozessvoraussetzung, weshalb auf den diesbezüglichen Anklagevorwurf
nicht einzutreten ist.
6. Vorwurf des Nötigungsversuchs und der sexuellen Nötigung
(Anklageziffer III)
6.1. Anklagevorwurf
Der Vorwurf an den Angeklagten B._ lautet, er sei am tt.mm.2009 im An-
schluss an die Ereignisse gemäss Anklageziffer I der Geschädigten ins Bade-
zimmer gefolgt, habe sie dort umarmt und an sich gezogen, sie kräftig mit beiden
Armen umfasst und ihr gedroht, er werde sie zusammenschlagen, wenn sie je-
mandem über die vorgefallenen Ereignisse erzähle, worüber die Geschädigte so
sehr erschrocken sei, dass sie erst ca. einen Monat danach gewagt habe, ihrer
Kollegin davon zu erzählen (Nötigungsversuch).
Anschliessend habe die Geschädigte den Angeklagten B._ aufgefordert, die
auf seinem Mobiltelefon von ihr gemachten Filme über die vorangegangenen se-
xuellen Handlungen zu löschen, worauf der Angeklagte ihr entgegnet habe, diese
nur dann zu löschen, wenn sie ihm gebe, was er wolle. Dabei habe er die Ge-
schädigte mit Gewalt gegen die Heizung des Badezimmers gedrückt, sie teils mit
der Zunge geküsst und sie im Intimbereich zwischen den Beinen und Kleidern
ausgegriffen, obwohl sie sich dagegen gewehrt habe (Sexuelle Nötigung).
6.2. Beweismittel
Die Anklage stützt sich auf die Aussagen der Geschädigten sowie der Angeklag-
ten A._, B._ und C._.
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6.3. Aussagen der Beteiligten
Die Aussagen der Geschädigten und des Angeklagten B._ wurden von der
Vorinstanz umfassend wiedergegeben, worauf verwiesen werden kann (Urk. 80
S. 90-97; § 161 GVG ZH). Im Folgenden genügt deshalb eine zusammenfassen-
de Übersicht.
6.3.1. Da sich die Aussagen der Geschädigten mit der Anklageschrift inhaltlich
decken, kann darauf verwiesen werden.
6.3.2. Der Angeklagte B._ bestritt nicht, der Geschädigten ins Badezimmer
gefolgt zu sein. Er habe sie beruhigen wollen, da sie in einem Schockzustand und
hässig gewesen sei. Das Gespräch habe sich auf den vergangenen Abend und
auf den Angeklagten A._ bezogen. Ihre Vorwürfe bestritt er rundweg, insbe-
sondere die sexuellen Handlungen, da er eine Freundin habe und diese eine gute
Kollegin der Geschädigten gewesen sei. Die Geschädigte habe keine Angst vor
ihm gehabt (Urk. 6/1). In der Hafteinvernahme war dann seinen Aussagen ge-
mäss die Geschädigte nach dem Vorfall hässig. Die Anschuldigungen würden von
seiner Freundin H._ kommen (Urk. 6/2). Bevor die Geschädigte die Toilette
aufgesucht habe, habe sie zu den Angeklagten gesagt, sie wisse, was sie mit ihr
gemacht hätten. Er habe sie dann in der Toilette gefragt, weshalb sie es soweit
hätte kommen lassen, worauf sie erwidert habe, sie habe nur wissen wollen, wie
weit sie gehen würden. Als er ihr gesagt habe, das Ganze würde unter den vier
Beteiligten bleiben, sei sie einverstanden gewesen. Sie habe dann noch gesagt,
er solle seiner damaligen Freundin H._ nicht erzählen, was im "..." passiert
sei; er selbst habe sie auch gebeten, H._ nichts zu erzählen. Sie habe ihn
dann gebeten, das Video zu löschen, was er ihr versprochen, aber nicht gemacht
habe. Die Geschichte mit der Drohung stamme von H._ (Urk. 6/3). An der
erstinstanzlichen Hauptverhandlung und in der Berufungsverhandlung hielt er im
Wesentlichen an den Aussagen fest (Prot. I S. 22 ff.; Prot. II S. 53 ff.).
6.3.3. Der Angeklagte A._ führte bei der ersten Einvernahme aus, dass der
Angeklagte B._ nach dem Vorfall der Geschädigten ins Badezimmer gefolgt
sei. Die Badezimmertür sei verschlossen gewesen. Er habe also nicht gesehen,
- 60 -
was zwischen den beiden passiert sei. Der Angeklagte C._ habe dann ver-
sucht, durch das Schlüsselloch zu schauen und habe ihm gesagt, dass der Ange-
klagte B._ die Geschädigte zu küssen versuche. Er habe ihm gesagt, dass
der Angeklagte B._ versuche, etwas mit der Geschädigten zu haben. Er
(A._) sei aber nicht sicher, ob das, was der Angeklagte C._ sage, der
Wahrheit entspreche. Er habe oft eine "grosse Schnurre". Als er selber zur Bade-
zimmertüre gegangen sei, habe er gehört, wie die Geschädigte geweint habe. Die
beiden seien mehr als zehn Minuten im Bad gewesen. Er selbst vermute, dass
der Angeklagte B._ die Geschädigte im Bad habe trösten wollen. Betreffend
Nötigung habe er dies weder gesehen noch gehört. Er wisse nicht, ob es zu se-
xuellen Handlungen zwischen den beiden gekommen sei. Er habe so etwas nicht
gesehen. Auf Vorhalt der entsprechenden Frage erklärte der Angeklagte A._,
er glaube schon, dass die Geschädigte Angst vor dem Angeklagten B._ ha-
be. Der Grund sei der, dass er sehr gut Deutsch könne. Er könne sich schon vor-
stellen, dass der Angeklagte B._ etwas zur Geschädigten gesagt habe, was
sie als Bedrohung empfunden habe. Er spreche aber nur so, er würde es nie ma-
chen. Er (A._) wisse nicht, ob der Angeklagte B._ die Geschädigte be-
droht habe. Auf Vorhalt dieser Behauptung der Geschädigten (der Angeklagte
B._ würde sie schlagen oder umbringen, falls sie mit jemandem über das
Vorgefallene spreche), erklärte der Angeklagte A._, dass dies der Angeklag-
te B._ tatsächlich einmal zu ihm gesagt habe. Dies sei aber einige Tage spä-
ter gewesen, als sie über das Vorgefallene gesprochen hätten. Sie hätten alles
noch einmal miteinander besprochen. Sie hätten aber auch Angst gehabt, dass es
zur Anzeige bei der Polizei kommen könnte. Der Angeklagte B._ habe dann
gesagt, dass er die Geschädigte schlagen würde, falls sie jemandem davon er-
zählen würde. Ob er ihr dies selber auch gesagt habe, wisse er nicht. Er selbst
habe Angst gehabt, dass die Geschädigte minderjährig gewesen sei (Urk. 5/1).
Bei der Hafteinvernahme wiederholte der Angeklagte A._ diese Aussagen zu
den Vorfällen im Badzimmer weitgehend. Als der Angeklagte C._ gesagt ha-
be, der Angeklagte B._ habe die Geschädigte geküsst, habe er dies nicht
glauben können, dass er so etwas mache. Er habe auch C._ nicht geglaubt,
weil dieser viel Unwahrheiten erzähle. Er ergänzte sodann, dass die Sache mit
- 61 -
der Geschädigten nicht so schlimm gewesen sei, aber sie von H._ beein-
flusst worden sei. H._ habe gewusst, was auf der Toilette vorgefallen sei und
sei deswegen sauer gewesen. Er selber habe auch erst gestern von der Polizei
erfahren, was genau auf dem WC passiert sei. Dann sei ihm auch klar geworden,
weshalb H._ gewollt habe, dass die Geschädigte eine Anzeige machen solle
(Urk. 5/2 S. 3 f.). In der nächsten Einvernahme wiederholte er, dass er nun auch
verstehe, weshalb sich die Geschädigte so schlecht fühle, nämlich wegen der
Drohungen auf dem WC, von denen er nichts gewusst habe (Urk. 5/3 S. 3).
Der Angeklagte A._ wurde am 16. Oktober 2009 sodann als Auskunftsper-
son in Gegenwart des Angeklagten B._ betreffend die Vorfälle im Badezim-
mer einvernommen (Urk. 5/8). Er bestätigte, die Angaben bei der Polizei (Urk.
5/1) und in der Hafteinvernahme (Urk. 5/2) würden der Wahrheit entsprechen. Der
Angeklagte B._ sei sein bester Kollege, d.h. ein sehr guter Kollege. Die Aus-
sagen zum eigentlichen Vorfall schilderte er nunmehr sehr zurückhaltend. Die Tür
des Badzimmers sei verschlossen gewesen, der Schlüssel habe so gesteckt,
dass man nichts habe sehen können. Er habe einzig gehört, dass die Geschädig-
te am Weinen gewesen sei. Als sie rausgekommen sei, habe man an ihrem Ge-
sichtsausdruck auch nicht erkennen können, dass sie Ärger mit dem Angeklagten
B._ gehabt habe. Man habe ihr auch nicht angesehen, dass sie geweint ge-
habt habe. Es habe mehr danach ausgesehen, als ob sie das Gesicht gewaschen
hätte (Urk. 5/8 S. 2). Er bestätigte – nach langem Nachdenken – dass der Ange-
klagte C._ gesagt habe, dass der Angeklagte B._ die Geschädigte ge-
küsst habe. Er bestätigte sodann, dass er mit dem Angeklagten B._ über den
Vorfall vor ein paar Tagen gesprochen habe. Dieser habe ihm gesagt, er habe die
Geschädigte gefragt, weshalb sie die Augen geschlossen gehabt habe. Sie habe
geantwortet, sie habe wissen wollen, wie weit sie gehen würden. Zudem habe er
mit der Geschädigten vereinbart, dass der Vorfall nicht weiter erzählt werde. Sie
selber habe nicht gewollt, dass das Vorgefallene weiter erzählt würde, weshalb er
(der Angeklagte A._) wegen ... beruhigt sein könne. Zudem müsse er keine
Angst haben, denn wenn die Geschädigte etwas sagen würde, würde er schon
etwas unternehmen. Auf Frage der Staatsanwältin, was er unternehmen würde,
verwies er – nach langem Nachdenken – auf seine Aussage bei der Polizei. Auf
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Vorhalt dieser Aussage bestätigte er, dass der Angeklagte B._ gesagt habe,
dass er sie schlagen würde. Als sie aus dem Badezimmer gekommen seien, habe
die Geschädigte keine Angst vor dem Angeklagten B._ gehabt, sie sei die
ganze Zeit neben ihm auf dem Sofa gesessen (Urk. 5/8).
6.3.4. Der Angeklagte C._ konnte anlässlich der Polizeieinvernahme keine
Aussagen zu den Vorgängen zwischen der Geschädigten und dem Angeklagten
B._ machen (Urk. 7/1). Beim Haftrichter rund zwei Wochen später erklärter
er ungefragt im Anschluss an die Schilderung der Ereignisse nach dem Vorfall,
dass er gehört habe, wie der Angeklagte B._ und die Geschädigte im WC
über H._ gesprochen hätten. Er wisse aber nicht, was im Badezimmer pas-
siert sei, da die Türe zugewesen sei. Er sehe die Anzeige als Racheakt (Urk. 7/2).
Als Auskunftsperson am 16. Oktober 2009 einvernommen, erklärt er, die Bade-
zimmertüre sei geschlossen gewesen. Es habe ein Echo gehabt. Er sei schon ab
und zu Mal vorbeigelaufen und habe geschaut, ob alles in Ordnung sei. Er habe
einfach gehört, dass die beiden miteinander gesprochen hätten, wegen des
Echos habe er es jedoch nicht deutlich gehört. Es sei irgendetwas über H._
gesprochen worden und über die Filmaufnahmen. Es habe sich für ihn nicht nach
Streit angehört. Er habe einfach sein Ohr an die Türe gehalten. Auf Vorhalt erklär-
te er, er habe nicht durch das Schlüsselloch geschaut. Die Angaben des Ange-
klagten A._ über die Vorgänge im Badezimmer, die er ihm gemacht habe,
seien blosse Vermutungen, da die Türe ja zu gewesen sei und er sich dies ein-
fach so gedacht habe. Die Behauptung des Angeklagten A._, dass er durch
die Türe geschaut habe, stimme nicht (Urk. 7/8).
6.4. Sachverhaltswürdigung
6.4.1. Die Vorinstanz hat die Aussagen der Geschädigten wiederum als unglaub-
würdig bezeichnet. Die Aussagen der Angeklagten wurden, sofern sie überhaupt
vollständig wiedergegeben wurden, keiner Würdigung unterzogen.
- 63 -
6.4.2. Ausgehend zunächst von den Aussagen der Angeklagten lässt sich folgen-
der Sachverhalt erstellen: Die Aussagen des Angeklagten A._ sind relativ
gleichbleibend. Als Auskunftsperson hält er explizit an Aussagen fest, die sogar
seinen besten Kollegen belasten (Urk. 5/8). So schildert er sehr detailliert das Ge-
spräch mit dem Angeklagten B._ über den Vorfall, worin dieser erklärte, er
werde die Geschädigte schlagen, falls sie jemandem davon erzählen würde (Urk
5/8 S. 4 mit Verweis auf Urk. 5/1 S. 8). Er glaube auch, dass die Geschädigte
Angst vor dem Angeklagten B._ habe (Urk. 5/1 S. 7). Zu den Vorfällen im
Badezimmer gibt er sodann an, dass ihm der Angeklagte C._, der an der Tü-
re gehorcht und durch das Schlüsselloch geschaut habe, mitgeteilt habe, der An-
geklagte B._ küsse die Geschädigte und versuche mit der Geschädigten
"etwas zu haben" (Urk. 5/1 S. 6). Er glaube nicht, was der Angeklagte C._
erzähle, da er eine "grosse Schnurre" habe.
Die Aussagen des Angeklagten A._ betreffend diese Anklageziffer erschei-
nen nicht unglaubhaft. Der Angeklagte sagt detailliert aus, und er schildert auch
Stimmungen. Es ist allerdings erkennbar, dass er mit allen Mitteln versucht, den
Angeklagten B._ nicht zu belasten (das erwähnte Weinen der Geschädigten
im Badezimmer wird gemildert mit der Aussage, "es sah mehr danach aus, als ob
sie sich das Gesicht gewaschen hätte"; in der Wohnung habe die Geschädigte
keine Angst vor dem Angeklagten B._ gehabt; der Angeklagte B._ habe
die Geschädigte trösten wollen [Urk. 5/8 S. 2 f.]). Gleichzeitig gibt er relativ offen
Auskunft, dass sie über den Vorfall gesprochen hätten und auch über den Inhalt.
Er zeigt trotz seiner Verhaftung noch eine gewisse Empathie für die Geschädigte
(... dass er verstehe, dass sich die Geschädigte wegen der Drohungen des Ange-
klagten schlecht fühle ... [Urk. 5/3 S. 3]). Aus unerfindlichen Gründen hat die Vo-
rinstanz diese Aussagen des Angeklagten A._ nicht berücksichtigt (vgl. Urk.
80 S. 98). Dabei wurde auch nicht vor krass aktenwidrigen Behauptungen zu-
rückgeschreckt (vgl. die Begründung, weshalb die Aussage des Angeklagten
A._, wonach der Angeklagte B._ ihm gesagt habe, er werde die Ge-
schädigte schlagen, falls sie jemandem davon erzähle, nicht zum Beweis tauge,
dass der Angeklagte B._ das wirklich gesagt habe).
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Der Angeklagte C._, der sonst sehr ausführlich antwortete, gab sich als Aus-
kunftsperson sehr wortkarg und bezichtigte den Angeklagten A._ letztlich der
Lüge, wenn dieser behaupte, er habe durch das Schlüsselloch ins Badezimmer
geschaut.
Der Angeklagte B._ als direkt Betroffener macht interessengebundene Aus-
sagen. Er bestreitet die Vorwürfe und nimmt als Verteidigungsstrategie Zuflucht
zur These, die behauptete Drohung sei ein Konstrukt seiner Ex-Freundin H._
aus Rache. Seine Aussagen sind auch nicht stimmig. Seinen Aussagen gemäss
war die Geschädigte mit den ganzen Handlungen einverstanden. Weshalb sie
dann ebenfalls seinen Aussagen gemäss nach Beendigung der sexuellen Hand-
lungen an ihr unter Schock gestanden und hässig gewesen sei (Urk. 6/1), leuchtet
nicht ein. Vollends als Eigentor erweist sich seine Aussage, es sei im Badezim-
mer nicht zu sexuellen Handlungen gekommen, da er eine Freundin habe und
diese eine gute Kollegin der Geschädigten gewesen sei.
6.4.3.1. Die Geschädigte hat gleichbleibend und detailliert die Vorgänge im Bade-
zimmer beschrieben. Dass sie dabei die angedrohten Nachteile unterschiedlich
schildert, kann durchaus auch auf verschiedene Äusserungen des Angeklagten
B._ zurückzuführen sein. In der Anklageschrift wurde denn auch die "mildes-
te" Variante dem Angeklagten B._ zum Vorwurf gemacht. Entscheidend ist
aber, dass ihre Aussagen inhaltlich im Wesentlichen durch die Aussagen des An-
geklagten A._ gestützt werden. Diese zeigen nämlich, dass diese Drohung
der Persönlichkeit des Angeklagten B._ nicht wesensfremd ist. Auch die wei-
teren Ausführungen des Angeklagten A._, wonach er die Auswirkungen der
Drohungen auf die Geschädigte nachempfindet, belegen, dass diese beim Ange-
klagten B._ nicht ungewöhnlich erscheinen. Zugunsten des Angeklagten
B._ führte er immerhin noch aus, dieser werde solche Drohungen nie umset-
zen. Die Aussagen der Geschädigten entsprechen auch der Interessenlage der
Beteiligten. Für den Angeklagten B._ stand immerhin seine Beziehung zu
seiner damaligen Freundin H._ auf dem Spiel. Diese war zugleich auch die
beste Freundin der Geschädigten, weshalb die Gefahr der Offenbarung der Er-
eignisse um so grösser erschien. Dass diese Drohung die Geschädigte beein-
- 65 -
druckte, hat sie als Zeugin glaubhaft dargelegt. Sie findet auch eine Entsprechung
in der Aussage des Angeklagten A._, er denke, die Geschädigte habe Angst
vor dem Angeklagten B._. Der Sachverhalt der versuchten Nötigung ist somit
erstellt.
6.4.3.2. Was den Vorfall der sexuellen Nötigung angeht, so stimmen die Aussa-
gen des Angeklagten A._ als Auskunftsperson mit jenen der Geschädigten
im Kern überein. Daran ändert nichts, dass die Auskunftsperson nur ein "Zeuge
vom Hörensagen" ist. Er war unmittelbar anwesend, hat seinen Aussagen ge-
mäss beobachtet, wie der Angeklagte C._ mehrmals durch das Schlüssel-
loch schauend die Vorgänge im Badezimmer kommentierte. Wenn er nun selber
geltend macht, das seien nur Vermutungen gewesen, so wirkt dies nicht glaub-
haft. Klarerweise vermeidet er eine belastende Aussage zulasten des Angeklag-
ten B._, gleichzeitig verleugnet er völlig hilflos seinen Blick durch das
Schlüsselloch. Dass der Angeklagte A._ den Aussagen des Angeklagten
C._ wenig Glauben schenkt und dass er zudem behauptet, als er selbst, auf
Aufforderung des Angeklagten C._ hin, durch das Schlüsselloch geschaut
habe, sei der Schlüssel gesteckt, und man habe nichts gesehen, ändert nichts am
Umstand, dass die Geschädigte inhaltlich deckungsgleiche Aussagen macht wie
die vom Angeklagten A._ kolportieren Aussagen des durch das Schlüssel-
loch spähenden Angeklagten C._.
Die Aussage der Geschädigten passt auch in die sexuell aufgeladene Situation,
wonach auch der Angeklagte B._ zum Zuge kommen wollte. Die Zungenküs-
se schildert die Geschädigte äusserst anschaulich in der Einvernahme. Das die
Geschädigte das Ausgreifen etwas umständlich erläutert, hat nichts mit Lügensig-
nalen zu tun, sondern mit ihrem Bemühen, den Sachverhalt möglichst im Detail zu
schildern. Ihre Aussagen belasten den Angeklagten B._ auch nicht übermäs-
sig, da sie nicht behauptet, er habe von ihr explizit Geschlechtsverkehr gewollt.
Ihre Verknüpfung dieser Situation mit dem Gespräch über seine allfälligen Bezie-
hungsprobleme zu seiner Freundin ist ein Realitätskriterium. Der Sachverhalt der
sexuellen Nötigung ist somit ebenfalls erstellt.
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6.5. Rechtliche Würdigung
6.5.1. Sexuelle Nötigung
Sexuelle Nötigung begeht, wer eine Person zur Duldung einer beischlafsähnli-
chen oder einer anderen sexuellen Handlung nötigt, namentlich indem er sie be-
droht, Gewalt anwendet, sie unter psychischen Druck setzt oder zum Widerstand
unfähig macht (Art. 189 Abs. 1 StGB). Der Angeklagte B._ übte gegenüber
der Geschädigten physische Gewalt aus, indem er sie – trotz Gegenwehr – gegen
die Heizung drückte. Dadurch wurde die Geschädigte genötigt, die Zungenküsse
sowie das Ausgreifen zwischen den Beinen und im Intimbereich zu dulden. Der
Angeklagte B._ erfüllte somit den objektiven Tatbestand. Das gleiche gilt
hinsichtlich des subjektiven Tatbestandes; der Angeklagte ging zweifellos mit
Wissen und Willen vor.
6.5.2. Nötigungsversuch
Nötigung im Sinne von Art. 181 StGB begeht, wer jemanden durch Gewalt oder
Androhung ernstlicher Nachteile oder durch andere Beschränkungen seiner
Handlungsfreiheit nötigt, etwas zu tun, zu unterlassen oder zu dulden. Der Ange-
klagte B._ drohte der Geschädigten zwar an, sie zusammenzuschlagen, falls
sie jemandem davon erzähle, was sich im Wohnzimmer zugetragen habe. Aller-
dings vermochte er die Geschädigte damit nicht davon abzuhalten, mit ihrer
Freundin H._ darüber zu reden und bei der Polizei Anzeige zu erstatten. Der
objektive Tatbestand ist damit nur teilweise erfüllt. Den subjektiven Tatbestand er-
füllte der Angeklagte demgegenüber vollumfänglich, da er vorsätzlich handelte.
Unter diesen Umständen liegt eine (vollendet) versuchte Nötigung vor.
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7. Vorwurf der Pornographie (Anklagepunkt IV)
Die Vorderrichter sprachen den Angeklagten B._ in diesem Anklagepunkt
schuldig. Nachdem der Angeklagte seine Berufung wie gezeigt zurückgezogen
hat, ist das vorinstanzliche Urteil diesbezüglich in Rechtskraft erwachsen.
8. Zusammenfassung
8.1. Anklagepunkt I (Schändung)
Die Angeklagten A._, B._ und C._ sind der Schändung im Sinne
von Art. 191 StGB in Verbindung mit Art. 200 StGB nicht schuldig und sind freizu-
sprechen.
8.2. Anklagepunkt II (Pornographie)
Die Angeklagten B._ und C._ wurden von der Vorinstanz vom Vorwurf
der Pornographie in Sinne von Art. 197 Ziff. 3 StGB freigesprochen. Die Staats-
anwaltschaft hat diese Freisprüche nicht angefochten. Demzufolge ist das vor-
instanzliche Urteil in diesem Punkt in Rechtskraft erwachsen, was formell festzu-
stellen ist.
Hingegen wurden die Angeklagten im Zusammenhang mit den von ihnen erstell-
ten Filmaufnahmen der Verletzung des Geheim- und Privatbereichs durch Auf-
nahmegeräte im Sinne von Art. 179quater Abs. 1 und 3 (B._) bzw. Abs. 1
(C._) StGB schuldig gesprochen. Der Schuldspruch in Sachen B._ ist
zufolge seines Rückzugs der Berufung in Rechtskraft erwachsen, was formell
festzustellen ist. Auf den gegen den Angeklagten C._ erhobenen Vorwurf der
Verletzung des Geheim- oder Privatbereichs ist demgegenüber nicht einzutreten,
da kein gültiger Strafantrag vorliegt.
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8.3. Anklagepunkt III (sexuelle Nötigung, Nötigungsversuch)
Der Angeklagte B._ ist der sexuellen Nötigung im Sinne von Art. 189 Abs. 1
StGB sowie der versuchten Nötigung im Sinne von Art. 181 StGB in Verbindung
mit Art. 22 Abs. 1 StGB schuldig zu sprechen.
8.4. Anklagepunkt IV (Pornographie)
Vor Vorinstanz wurde der Angeklagte B._ der Pornographie im Sinne von
Art. 197 Ziff. 3 StGB schuldig gesprochen. Nachdem er seine Berufung zurückge-
zogen hat, ist das vorinstanzliche Urteil auch in diesem Punkt in Rechtskraft er-
wachsen, was formell festzustellen ist.
III. Strafzumessung (Angeklagter B._)
1. Allgemeines
Gemäss Art. 47 Abs. 1 StGB misst das Gericht die Strafe nach dem Verschulden
des Täters zu. Dabei berücksichtigt es das Vorleben und die persönlichen Ver-
hältnisse sowie die Wirkung der Strafe auf das Leben des Täters. Das Verschul-
den wiederum wird gemäss Art. 47 Abs. 2 StGB nach der Schwere der Verletzung
oder Gefährdung des betroffenen Rechtsguts, nach der Verwerflichkeit des Han-
delns, den Beweggründen und Zielen des Täters sowie danach bestimmt, wie
weit der Täter nach den inneren und äusseren Umständen in der Lage war, die
Gefährdung oder Verletzung zu vermeiden.
Wenn ein Täter durch eine oder mehrere Handlungen die Voraussetzungen für
mehrere gleichartige Strafen erfüllt hat, so verurteilt ihn das Gericht zu der Strafe
der schwersten Straftat und erhöht sie angemessen. Es darf dabei jedoch das
Höchstmass der angedrohten Strafe nicht um mehr als die Hälfte erhöhen. Zudem
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ist es an das gesetzliche Höchstmass der Strafart gebunden (Art. 49 Abs. 1
StGB).
Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts ist die tat- und täterangemessene
Strafe grundsätzlich innerhalb des ordentlichen Strafrahmens der schwersten an-
wendbaren Strafbestimmung festzulegen. Dieser ordentliche Strafrahmen wird
durch Strafschärfungs- oder Strafmilderungsgründe nicht automatisch erweitert.
Dieser ist vielmehr nur dann zu verlassen, wenn aussergewöhnliche Umstände
vorliegen und die für die betreffende Tat angedrohte Strafe als zu hart bzw. zu
milde erscheint (BGE 136 IV 63).
Der schwerste anwendbare Straftatbestand ist vorliegend die sexuelle Nötigung,
welche Freiheitsstrafe bis zu zehn Jahren oder Geldstrafe androht (Art. 189 Abs.
1 StGB).
Zu beachten ist, dass im seit dem 1. Januar 2007 in Kraft stehenden revidierten
Sanktionenrecht bei Strafen im Bereich von bis zu einem Jahr die Geldstrafe die
primär zu verhängende Sanktion ist (BGE 134 IV 97 ff., 101 f.).
2. Tatbezogene Verschuldenskomponenten
a) Objektives Tatverschulden
Ausgangspunkt bei der Bewertung der objektiven Tatschwere ist das Ausmass
des verschuldeten "Erfolgs", die Art und Weise der Herbeiführung dieses Erfolgs,
die Willensrichtung, mit welcher der Täter gehandelt hat sowie seine Beweggrün-
de. Der Angeklagte B._ küsste die Geschädigte teils mit der Zunge und griff
sie im Intimbereich aus. Zu berücksichtigen ist dabei auch, dass er ein grobes
Vorgehen an den Tag legte, indem er die sich zur Wehr setzende Geschädigte an
den Heizkörper drückte. Sein Verschulden erweist sich (innerhalb des sehr weiten
Spektrums denkbarer sexueller Nötigungen) dennoch als eher noch leicht. Damit
ist von einer Einsatzstrafe von 180 Tagessätzen Geldstrafe auszugehen.
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b) Subjektives Tatverschulden
Der Angeklagte ging direktvorsätzlich vor. Gründe, welche seine Schuld in einem
milderen Licht erscheinen lassen könnten, liegen nicht vor. Damit hat es beim vor-
läufigen Strafmass von 180 Tagessätzen Geldstrafe zu bleiben.
3. Täterbezogene Verschuldenskomponenten
Die persönlichen Verhältnisse des Angeklagten hat bereits die Vorinstanz darge-
legt, auf jene Ausführungen kann verwiesen werden (Urk. 80 S. 108 f.; § 161
GVG ZH). Anlässlich der Berufungsverhandlung ergab sich neu, dass der Ange-
klagte im P._ als Koch arbeitet, wobei er monatlich Fr. 3'800.– netto verdient
(Prot. II S. 18 f.). Als dem Lebenslauf des Angeklagten ergibt sich nichts, was sich
auf die Höhe der Strafe besonders auswirken könnte. Beizufügen ist, dass seine
Vorstrafenlosigkeit nach neuerer Rechtsprechung des Bundesgerichts nicht
strafmindernd zu berücksichtigen ist (BGE 136 IV 1 ff., 3 f.).
Damit resultiert für die sexuelle Nötigung eine Sanktion von 180 Tagessätzen
Geldstrafe.
Die Höhe des Tagessatzes ist unter Berücksichtigung seines Einkommens, des
Umstandes, dass er einen Teil der Wohnungsmiete von Fr. 1'480.– bestreitet und
seine Verwandten in G._ [Land] unterstützt (Prot. II S. 18), auf Fr. 60.– zu
bemessen.
4. Weitere Delikte
Deutlich straferhöhend wirken sich die versuchte Nötigung, die Verletzung des
Geheim- oder Privatbereichs durch Aufnahmegeräte sowie die Pornographie aus.
Hinsichtlich der beiden letztgenannten Vorwürfe liegt zwar ein Geständnis vor,
welches strafmindernd zu veranschlagen ist. Insgesamt sind die 180 Tagessätze
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Geldstrafe wegen der Deliktsmehrheit dennoch um 90 Tagessätze zu erhöhen
(Art. 49 Abs. 1 StGB).
5. Ergebnis
Im Ergebnis erweist sich eine Sanktion von 270 Tagesätzen Geldstrafe zu Fr.
60.– als angemessen.
6. Anrechnung der Untersuchungshaft
An die Strafe anzurechnen sind 196 Tagessätze, welche durch Untersuchungs-
haft erstanden sind (Art. 51 StGB).
7. Bedingter Strafvollzug
Der Angeklagte ist heute zu einer Geldstrafe zu verurteilen. Er weist keine Vor-
strafen auf, und es ist zu erwarten, dass ihm das vorliegende Verfahren Lehre
genug sein wird, um sich in Zukunft wohl zu verhalten. Damit sind die Vorausset-
zungen von Art. 42 Abs. 1 StGB erfüllt, weshalb der Vollzug der Geldstrafe unter
Ansetzung der minimalen Probezeit von zwei Jahren aufzuschieben ist.
IV. Einziehungen / Vernichtungen
Die Beschlüsse der Vorinstanz betreffend Löschung von Daten und Herausgabe
von Gegenständen blieben letztlich unangefochten. Damit sind diese in Rechts-
kraft erwachsen, was formell festzustellen ist.
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V. Kosten / Entschädigung
1. Kosten
Bei diesem Ausgang des Verfahrens ist die erstinstanzliche Gerichtsgebühr zu
bestätigen. Die Kosten des erst- und zweitinstanzlichen Gerichtsverfahrens, ohne
die Kosten für die amtliche Verteidigung der Angeklagten, sind zu einem Sechstel
dem Angeklagten B._ aufzuerlegen und im Übrigen auf die Gerichtskasse zu
nehmen. Die Kosten der amtlichen Verteidigung der Angeklagten in der Untersu-
chung und in den beiden Gerichtsverfahren sind auf die Gerichtskasse zu neh-
men (§§ 188 Abs. 1, 189 Abs. 5 und 396a StPO ZH).
2. Entschädigung
Soweit die Angeklagten freizusprechen sind, haben sie grundsätzlich Anspruch
auf eine Entschädigung und – falls eine schwere Verletzung in den persönlichen
Verhältnissen vorliegt – eine Genugtuung aus der Staatskasse (§§ 43 und 191
StPO ZH).
Dem Angeklagten A._ sprach die Vorinstanz eine Entschädigung von Fr.
22'231.40 sowie eine Genugtuung von Fr. 19'000.– zu. Diese Beträge erweisen
sich als angemessen, und die vorinstanzliche Begründung ist zutreffend, weshalb
dem Angeklagten auch heute die genannten Beträge aus der Staatskasse zuzu-
sprechen sind.
Dem Angeklagten B._ wurde keine Entschädigung und keine Genugtuung
zugesprochen; die erstandene Haft wurde richtigerweise an die ausgefällte Strafe
angerechnet. Demnach ist dem Angeklagten B._ auch heute weder eine
Entschädigung noch eine Genugtuung zuzusprechen.
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Dem Angeklagten C._ ist für die unschuldig erlittene Haft von 178 Tagen in
Anwendung des gängigen und auch beim Angeklagten A._ verwendeten An-
satzes von Fr. 100.– pro Tag eine Genugtuung von Fr. 17'800.– zuzusprechen.