# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 3deaf247-2cb9-4716-ab58-3b95671a6e38
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2018
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
Die 1957 geborene
X._
war zuletzt als Reinigungsmitarbeiterin bei der
A._
AG und der
B._
AG tätig (Urk. 10/24 und 10/29).
Am
1.
März 2016 (Eingangsdatum) meldete sie sich
unter Hinweis auf die Folgen eines am Arbeitsplatz erlittenen Unfalls
bei der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle zum Leistungsbezug an (Urk. 10/24). Diese klärte in der Folge die medizinischen
sowie die erwerblichen
Verhältnisse ab und holte insbe
sondere ein
bidisziplinäres
(rheumatologisch
es
und psychiatrisch
es
) Gutachten (Urk. 10/45 und 10/50) ein. Nach Durchführung des
Vorbescheid
verfahrens
(
Vor
bescheid vom
8.
November 2016,
Urk. 10/52
und
Einwand vom 30. Januar 2017,
Urk.
1
0/66) lehnte die IV-Stelle das Leistungsbegehren mit Verfügung vom
8.
März 2017 ab (Urk. 2 [=Urk. 10/72]).
2.
Gegen diese Verfügung erhob die Versicherte am
9.
April 2017 Beschwerde (Urk. 1) und beantragte, die Verfügung sei aufzuheben und ihr sei ein
e
ganze Rente der In
validenversicherung zuzusprechen.
In prozessualer Hinsicht ersuchte sie um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung. Mit Beschwerdeantwort vom 2
2.
Mai 2017 (Urk. 9, unter Beilage ihrer Akten Urk. 10/1-73) schloss die Beschwerdegegnerin auf Abweisung der Beschwerde, was der Beschwerdeführe
rin am 2
3.
Mai 2017 (Urk. 11) zur Kenntnis gebracht wurde.
Mit Schreiben vom 16. November 2017 (Urk. 12) liess sich die Beschwerdeführerin erneut ver
nehmen
, was der Beschwerdegegnerin
am 1
7.
November 2017 (Urk. 14) mitgeteilt wurde.
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Akten wird, soweit erfor
derlich, im Rahmen der nachstehenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
I
nvalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allge
meinen Teil des Sozialversicherungsrechts,
ATSG). Sie kann Folge von Geburts
gebrechen, Krankheit
oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die
Invalidenversicherung,
IVG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgegliche
nen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beein
trächtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
1.2.1
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie körperliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 8 ATSG bewirken. Rechtsprechungsgemäss ist bei psychi
schen Beeinträchtigungen zu prüfen, ob ein psychischer Gesundheitsschaden mit Krankheitswert besteht, welcher die versicherte Person auch bei Aufbietung allen guten Willens daran hindert, ein rentenausschliessendes Erwerbseinkommen zu erzielen (vgl.
BGE 139 V 547
E. 5,
131 V 49
E. 1.2,
130 V 352
E. 2.2.1; vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_125/2015 vom 1
8.
November 2015 E. 5.4).
Die Annahme eines psychischen Gesundheitsschadens im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG sowie Art. 3 Abs. 1 und Art. 6 ATSG setzt eine psychiatrische, lege
artis
auf die Vorgaben eines anerkannten Klassifikationssystems abgestützte Diagnose voraus (vgl. BGE 143 V 409 E. 4.5.2, 141 V 281 E. 2.1, 130 V 396 E. 5.3 und E.
6). Eine fachärztlich einwandfrei festgestellte psychische Krankheit ist jedoch nicht ohne weiteres gleichbedeutend mit dem Vorliegen einer Invalidität. In jedem Ein
zelfall muss eine Beeinträchtigung der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit unabhängig von der Diagnose und grundsätzlich unbesehen der Ätiologie ausgewiesen und in ihrem Ausmass bestimmt sein. Entscheidend ist die nach einem weitgehend objektivierten Massstab zu beurteilende Frage, ob es der versicherten Person zumutbar ist, eine Arbeitsleistung zu erbringen (BGE 143 V 409 E. 4.2.1, 141 V 281 E. 3.7, 139 V 547 E. 5.2, 127 V 294 E. 4c, je mit Hinweisen; vgl. Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2.2
Zur Annahme der Invalidität nach
Art.
8 ATSG ist – auch bei psychischen Erkrankungen – in jedem Fall ein medizinisches Substrat unabdingbar, das (
fach
)ärztlicher
seits
schlüssig festgestellt wird und nachgewiesenermassen die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit wesentlich beeinträchtigt. Je stärker psychosoziale und soziokulturelle Faktoren wie beispielsweise Sorge um die Familie oder Zukunfts
ängste
(etwa ein drohender finanzieller Notstand) im Einzelfall in den Vorder
grund treten und das Beschwerdebild mitbestimmen, desto ausgeprägter muss eine fachärztlich festgestellte psychische Störung von Krankheitswert vorhanden sein. Das bedeutet, dass das klinische Beschwerdebild nicht einzig in Beeinträch
tigungen, welche von den belastenden soziokulturellen Faktoren herrühren, bestehen darf, sondern davon psychiatrisch zu unterscheidende Befunde zu umfassen hat, zum Beispiel eine von depressiven Verstimmungs
zuständen klar unterscheidbare andauernde Depression im fachmedizinischen Sinne oder einen damit vergleichbaren psychischen Leidenszustand. Solche von der soziokultu
rellen Belastungssituation zu unterscheidende und in diesem Sinne verselbstän
digte psychische Störungen mit Auswirkungen auf die Arbeits- und Erwerbsfä
higkeit sind unabdingbar, damit überhaupt von Invalidität gesprochen werden kann. Wo die begutachtende Person dagegen im Wesentlichen nur Befunde erhebt, welche in den psychosozialen und soziokulturellen Umständen ihre hin
reichende Erklärung finden, gleichsam in ihnen aufgehen, ist kein invalidisieren
der psychischer Gesundheitsschaden gegeben (BGE 127 V 294 E. 5a; Urteil des Bundesgerichts 8C_730/2008 vom 23. März 2009 E. 2).
1.2.3
Die für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit bei psychischen Erkrankungen im Regelfall beachtlichen Standardindikatoren (BGE 143 V 418, 143 V 409, 141 V 281) hat das Bundesgericht wie folgt systematisiert (BGE 141 V 281 E. 4.3.1):
-
Kategorie «
funktioneller Schweregrad
»
(E. 4.3)
-
Komplex «
Gesundheitsschädigung
»
(E. 4.3.1)
-
Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde (E. 4.3.1.1)
-
Behandlungs- und Eingliederungserfolg oder -resistenz (E. 4.3.1.2)
-
Komorbiditäten (E. 4.3.1.3)
-
Komplex «
Persönlichkeit
»
(Persönlichkeitsdiagnostik, persönliche Res
sourcen, E. 4.3.2)
-
Komplex «
Sozialer Kontext
»
(E. 4.3.3)
-
Kategorie «
Konsistenz
»
(Gesichtspunkte des Verhaltens, E. 4.4)
-
gleichmässige Einschränkung des
Aktivitätenniveaus
in allen vergleich
baren Lebensbereichen (E. 4.4.1)
-
behandlungs- und eingliederungsanamnestisch ausgewiesener Leidens
druck (E. 4.4.2)
Beweisrechtlich entscheidend ist der verhaltensbezogene Aspekt der Konsistenz (BGE 141 V 281 E. 4.4; vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_604/2017 vom 1
5.
März 2018 E. 7.4).
1.3
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen
wieder herstellen
, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.4
Das Sozialversicherungsgericht hat den Sachverhalt von Amtes wegen festzustel
len und alle Beweismittel objektiv zu prüfen, unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden, ob sie eine zuverlässige Beurteilung des strittigen Leistungsanspruches gestatten. Insbesondere darf es beim Vorliegen einander widersprechender medizinischer Berichte den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt (ZAK 1986 S. 188 E. 2a). Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Gutachtens ist im Lichte dieser Grundsätze entscheidend, ob es für die Beantwortung der gestell
ten Fragen umfassend ist, auf den erforderlichen allseitigen Untersuchungen beruht, die geklagten Beschwerden berücksichtigt und sich mit diesen sowie dem Verhalten der untersuchten Person auseinander setzt – was vor allem bei psychi
schen Fehlentwicklungen nötig ist –, in Kenntnis der und gegebenenfalls in Aus
einandersetzung mit den
Vorakten
abgegeben worden ist, ob es in der Darlegung der medizinischen Zustände und Zusammenhänge einleuchtet, ob die Schlussfol
gerungen der medizinischen Experten in einer Weise begründet sind, dass die rechtsanwendende Person sie prüfend nachvollziehen kann, ob der Experte oder die Expertin nicht auszuräumende Unsicherheiten und Unklarheiten, welche die Beantwortung der Fragen erschweren oder verunmöglichen, gegebenenfalls deut
lich macht (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c; Ulrich Meyer, Die Rechtspflege in der Sozialversicherung, BJM 1989, S. 30 f.; derselbe in: Hermann
Fredenhagen
, Das ärztliche Gutachten, 4. Auflage 2003, S. 24 f.).
2.
2.1
Die Bes
chwerdegegnerin begründete die angefochtene Verfügung (
Urk.
2) damit,
gemäss den
medizinischen Abklärungen
seien der
Beschwerdeführerin Tätigkei
ten mit häufigen Schlägen und Vibrationen sowie Überkopfarbeiten und Arbeiten in ständiger Armvorhalte nicht mehr möglich. Beim Heben, Tragen und Trans
portieren von Lasten sei eine
Gewichtslimite
von 12.5 kg zu beachten. Die bishe
rige Tätigkeit als Reinigungsmitarbeiterin entspreche einer angepassten Tätigkeit und sei zu 100 % zumutbar.
2.2
Demgegenüber brachte die Beschwerdeführerin im Wesentlichen vor (
Urk.
1), sie leide an zahlreichen somatischen und psychischen Beschwerden. Die Beschwer
degegnerin habe willkürlich ein bi- statt polydisziplinäres Gutachten erstellen las
sen, um die Arztwahl selbst
treffen zu können. Die ausgewählten Gutachter seien dafür bekannt, ihre Berichterstattungen versicherungsfreundlich auszuge
stalten
, weshalb sie in Zweifel zu ziehen seien. Ihre komplexe gesundheitliche Situation bedinge
daher
zwingend eine polydisziplinäre Begutachtung. Ihre schon jahrelang bestehenden Beschwerden hätten sich trotz fachärztlicher Behandlung bislang nicht gebessert
und sowohl die
behandelnden Ärzte
als
auch der beige
zogene Rheumatologe hätten festgestellt, dass sie nicht arbeitsfähig sei, was sie in ihren Berichten auch entsprechend begründet hätten.
Entgegen der gutachter
lichen Einschätzung leide sie unter psychischen Beschwerden, welche ihre Arbeitsfähigkeit beeinfluss
t
e
n
. Dies zeige sich auch darin, dass sie sich im Zeit
punkt des Verfügungserlasses in stationärer psychiatrischer Behandlung befun
den habe.
3.
3.1
Die Beschwerdeführerin wurde am
3.
Oktober
2016 rheumatologisch und am 25.
Oktober 2016 psychiatrisch begutachtet. Die Gutachter
Dr.
C._
, Fachärztin für Innere Medizin und Rheumatologie, und
Dr.
D._
, Facharzt für Neurologie, Psychiatrie und Psychotherapie, fassten die bis zur Begutachtung der Beschwerdeführerin akten
kundigen Berichte zusammen (Urk. 10/45/4 ff., 10/50/5 ff.
)
, weshalb sie an dieser Stelle nicht noch einmal wiedergegeben werden.
3.2
Die rheumatologische Gutachterin
Dr.
C._
diagnostizierte eine verminderte Belastbarkeit der Hals
- und Lenden
wirbelsäule
sowie der Knie
, welche
r
sie eine Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit beimass
. Bei der Halswirbelsäule bestehe
eine Einschränkung
aufgrund
des
kongenital etwas engen
Spinalkanal
s
und
der
degenerativen Veränderungen mit mittelschwerer Spinalkanalstenose C5/C6 sowie mittelschweren bis schweren
Foraminalstenosen
C5/C6 infolge
Unk
arthrose
. Diese seien bildgebend seit Jahren im Wesentlichen unverändert
und ohne
radikuläre
Zeichen.
Die
verminderte Belastbarkeit der Lendenwirbelsäule
ergebe sich aufgrund einer
mittelschwere
n
Spinalkanalstenose L4/L5 und
einer
geringe
n
Spinalkanalstenose L3/L4 sowie degenerativer Veränderungen mit linksbetonten
Protrusionen
L3/L4 und L4/L5 mit Irritationen der Nervenwurzeln L4 und L5 links ohne
Kompression s
owie mittelschweren bis schwerer
Fora
minalstenose
L4/L5 links. Bildgebend zeige sich
eine deutliche spontane Besse
rung seit 2010;
radikuläre
Zeichen bestünden nicht. Die verminderte Belastbarkeit der Knie bestehe aufgrund leichter bis mässiger medialer
Gonarthrosen. Den
aus
serdem
festgestellten ausgedehnte
n
chronischen Schmerzen,
der
Adipositas Grad II,
der
arteriellen Hype
rtonie,
dem
beidseitigen K
arpaltunne
l
syndrom,
dem
Vita
min-D Mangel
und
der
euthyreothen
Struma
multi
nodosa
mass sie keine Auswir
kung auf die Arbeitsfähigkeit zu
(Urk. 10/45/33).
Dr.
C._
führte aus, in der klinischen Untersuchung seien Diskrepanzen auf
gefallen. So habe die Beschwerdeführerin oft aufgrund
von
Schmerzen gestöhnt, was unter Ablenkung nicht aufgetreten sei, ebenso sei der gezeigte inter
mittierend hinkende Gang bei Ablenkung weggefallen. Es bestehe eine Hypo
kyphose der Brustwirbelsäule; sämtliche Wirbelsäulenabschnitte seien jedoch normal beweglich.
Radikuläre
Zeichen seien nicht vorhanden und der
Lasègue
beidseits normal.
Alle grossen peripheren Gelenke seien normal beweglich. Gelenksergüsse,
Synovitiden
oder überwärmte Gelenke
seien nicht vorhanden. Der
Jobe
-
Test der
Rotatorenmanschette
sei normal und die
Impingement
-Zeichen wie auch die übrigen Drucktests wegen mangelnder Spezifität bei ausgedehnten chronischen Schmerzen nicht verwertbar. Alle 18
Tenderpoints sowie alle acht Kontrollpunkte der
Dolorimetrie
seien pathologisch, was einer Schmerzauswei
tung entspreche.
Trotz Adipositas bestehe eine erfreulich grosse Muskelmasse von 43 % (bei einem Normwert von 40 %). Eine langandauernde körperliche Schonung könne daraus nicht abgeleitet werden (Urk. 10/45/34).
Die Röntgenuntersuchung der Knie habe eine beidseitige Gonarthrose gezeigt (Urk. 10/45/34). Die MRI-Untersuchung der Halswirbelsäule habe den angebore
nen leicht verengten Spinalkanal und die mässigen degenerativen Veränderungen aufgezeigt. Diese seien im Vergleich zu früheren MRI Untersuchungen (2012 und 2015) im Wesentlichen unverändert. Die Befunde seien nicht gravierend, insbe
sondere da keine Kompressionen neurogener Strukturen vorhanden seien, hätten aber dennoch
eine Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit. Die MRI-Untersuchung der Lendenwirbelsäule habe
eine mittelschwere Spinalkanalstenose und degene
rative Veränderungen ergeben. Im Vergleich zur MRI-Untersuchung aus dem Jahr 2010, welche eine grosse
recessale
Diskushernie L4/L5 links mit hochgradiger Spinalkanalstenose L5, Dorsalverlagerung der
Cauda
equina
und eine Kompres
sion der
recessalen
Nervenwurzel L5 links ausgewiesen habe, hätten sich die bild
gebenden Befunde daher
spontan gebessert;
d
ie aktuell bildgebenden Befunde seien nicht gravierend. Der THS-Wert für die Schilddrüsenfunktion sei normal, ebenso wie die Entzündungszeichen, der Rheumafaktor und die
Anticitrullin
-Antikörper
.
Die vorhandenen strukturellen Befunde würden das Ausmass der Beschwerden nur zum Teil erklären. Eine angepasste Tätigkeit könne zu 100 % ausgeübt werden (Urk. 10/45/35).
Anlässlich der Untersuchung habe
sie,
Dr.
C._
,
Gebrauchsspuren an den Fingerkuppen der Daumen und Zeigefinger feststellen können, was auf einen aktuell und seit längerem andauernden kraftvollen Handeinsatz der Beschwerde
führerin hindeute. Der zudem kräftige Händedruck bei der Verabschiedung sei diskrepant zur in der Untersuchung gezeigten maximalen Handkraft von weniger als 5 % beidseits. Da keine rheumatologische Ursache für eine solche fast fehlende Handkraft bestehe (das Karpaltunnelsyndrom führe nicht zu einer derart ausge
prägten Kraftminderung), sei von einer Selbstlimitierung auszugehen (Urk. 10/45/36).
Aufgrund der eingeschränkten Funktion der Hals- und Lendenwirbelsäule sowie der Knie bestehe eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführe
rin. Aufgrund der Rückenfunktionseinschränkungen sei die Fähigkeit häufig Lasten ohne Hilfsmittel zu heben und zu tragen
,
eingeschränkt.
Wegen
der Probleme in der Halswirbelsäule müssten zudem Überkopfarbeiten und Vibra
tionen gemieden werden. Auch das längere Verharren in
vornübergeneigter
Hal
tung (stehend oder sitzend) sei zu vermeiden und unerwartete, asymmetrische Lasteneinwirkungen seien auszuschliessen. Wechselbelastende Tätigkeiten wür
den sich günstig auswirken (Urk. 10/45/37). Aufgrund der Gonarthrosen mit Kniegelenksinstabilität sei
en
die Fähigkeit zum Besteigen von Leitern und Gerüs
ten, das Arbeiten in kauernder oder kniender Stellung, stehende Positionen sowie das Gehen in unebenem Gelände, längeres Abwärtslaufen oder Herunterspringen eingeschränkt. Für wechselbelastende oder sitzende Tätigkeiten bestehe diesbe
züglich keine Einschränkung. Das Hantieren mit Lasten bis zu einer
Gewichtsli
mite
von 12.5 kg sei möglich. Die angestammte Tätigkeit als Büroreinigerin ent
spreche dah
er einer angepassten Tätigkeit
(Urk. 10/45/38).
Für die berufliche Wiedereingliederung bestehe grundsätzlich eine gute Prognose, welche jedoch durch IV-fremde Faktoren (Migrationshinter
grund, lediglich vier Schuljahre, keine berufliche Ausbildung, geringe Berufserfahrung und geringe Deutschkennt
nisse) erschwert werde
(Urk. 10/45/39).
3.3
Dr.
D._
stellte in seinem Gutachten vom 2
6.
Oktober 2016
keine psychiatrischen Diagnosen mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit fest. Ohne Ein
fluss auf die Arbeitsfähigkeit nannte er eine Anpassungsstörung mit längerer depressiver Reaktion (ICD
10 F43.21) reaktiv auf/bei chronischer Schm
erzstörung mit
psychischen und somatischen Faktoren (ICD
10 F45.41) und multiplen psychosozialen/soziokulturellen Problemen in Verbindung mit Berufstätigkeit und Arbeitslosigkeit (ICD
10 Z56), Ausbildung (ICD
10 Z55), öko
n
omischen Ver
hältnissen (ICD
10 Z59) sowie Schwierigkeiten in der soziokulturellen Einge
wöhnung (Sprachschwierigkeiten, ICD
10 F60.3) und sonstige belastende Lebens
umstände, die Familie und Haushalt negativ beeinflussen
(Urk. 10/50/42).
Die Beschwerdeführer
in
beklagte bei
Dr.
D._
vor
allem, dass sie unter Schmerzen leide. Psychisch leide sie insbesondere an Nervosität, sei unkon
zentriert und vergesse viel. Die psychische Symptomatik habe mit dem Auftreten der Schmerzen im Jahr 2010 begonnen und sich infolge der Arbeitslosigkeit und der finanziellen Schwierigkeiten akzentuiert. Sie mache sich aufgrund dieser Probleme viele Zukunftsgedanken und die Thematik Arbeitslosigkeit und finan
zielle Schwierigkeiten beschäftige sie sehr. Die Schmerzen hätten 2010 zunächst lumbal begonnen und sich ab dem Jahr 2012 in der Hals- und Lendenwirbelsäule mit Ausstrahlung in die Beine ausgebreitet. Seither leide sie unter einem Ganz
körperschmerz. Schmerzfreie Phasen würden auch unter Analgetika nicht eintre
ten
(Urk. 10/50/25). Im Zeitraum
,
als sich ihre Schmerzen intensiviert hätten (2012), sei auch ihre Mutter gestorben, was ihr psychisch sehr weh getan und auch dazu geführt habe, dass ihr Blinddarm geplatzt
sei
. Die Schmerzen würden eine Intensität von sechs bis acht
auf der visuellen Analogskala
erreichen und kaum variieren. Unter körperlicher Belastung komme es zu einer Schmerzinten
sivierung
, ebenso
unter psychosozialen und emotionalen Belastungsfaktoren (Arbeitslosigkeit, Ehestreit
igkeiten, finanzielle Probleme,
Urk. 10/50/26).
Dr.
D._
berichtete, bei der Beschwerdeführerin bestehe keine Affektin
kontinenz und die Schwingungsfähigkeit sei erhalten. Der Augenkontakt sei sofort aufgenommen und gehalten worden. Psychomotorisch habe sich die Beschwerdeführerin ruhig und affektstabil gezeigt.
Eine Bewusstsei
nsstörung habe nicht vorgelegen.
D
ie
Beschwerdeführerin habe diverse Gedächtnisstö
rungen beklagt, welche aber während des Untersuchs nicht objektivierbar gewe
sen seien.
Im Gegensatz zur geklagten Konzentrations- und Aufmerksamkeitsstö
rung habe im Untersuch während der zweistündigen Exploration kein Abfall von Konzentration oder Aufmerksamkeit festgestellt werden können.
Der formale Gedankengang sei in Kohärenz und Stringenz ungestört, im Tempo sei das Denken regelrecht. Inhaltlich sei das Denken auf die schwierige psychosoziale Situatio
n und die Schmerzen beschränkt, was auch eine innere Unruhe (Nervosi
tät) bewirke. Im Zusammenhang mit den Schmerzen bestünden dysfunktionale Kognitionen bei beruflicher Perspektivlosigkeit und aufgrund der Kündigung Kränkungsgefühle. Die Beschwerdeführerin sei im Affekt gut spürbar mit minim gedrückter Stimmungssituation und
dysthymem
Schmerzaffekt. Die Schwingungs
fähigkeit sei kaum eingeschränkt; Freude und Interesse auf die schwierige psychosoziale Situation eingeschränkt. Es bestehe ein sozialer Rück
zug bei fehlender soziokultureller Integration
,
erheblichen Sprachschwierigkeiten und fehlender Integrationsmotivation. Der Antrieb sei nicht gestört und die Psychomotorik unauffällig. Das Selbstwerterleben sei minim reduziert. Die Beschwerdeführerin beklage keine Energielosigkeit od
er Müdigkeit und es bestünden keine zirkadianen Verlaufsmuste
r
(Urk. 10/50/29-31).
Auslöser der depressiven Verstimmung der Beschwerdeführerin seien ihre Schmerzen und der Arbeitsplatzkonflikt. Die fehlende soziokulturelle Einge
wöhnung mit sozialer Isoliertheit infolge sprachlicher Schwierigkeiten, fehlender beruflicher Ausbildung und daraus resultierender finanzieller Problematik wür
den das psychopathologische Bild zum Teil unterhalten. Die persönlichen Ressourcen schöpfe die Beschwerdeführerin derzeit nicht aus, sie habe sich in die Krankenrolle begeben und zeige ei
ne erhebliche Selbstlimitierung, eine Aggrava
tion oder Simulation liege jedoch nicht vor. Im Rahmen der beruflichen Perspek
tivlosigkeit und der schwierigen psychosozialen Situation würden die Beschwer
den jedoch in verdeutlichender Form vorgetragen. Die ehelichen und finanziellen Probleme
stünden im Vordergrund des psychopathologischen Bildes und hätten zu einer leichten depressiven Verstimmung der Beschwerdeführerin beigetragen und diese
zum Rückzug in die Krankenrolle
stimuliert
(Urk. 10/50/36).
Aufgrund ihrer psychischen Beschwerden habe die Beschwerdeführerin erstmals im Mai 2015 psychiatrische Hilfe in Anspruch genommen. Die entsprechende Konzentration im Blutserumspiegel zeige, dass sie das Antidepressivum
Deanxit
überhaupt nicht einnehme und
Fluanxol
(Anm.: gemeint ist wohl
Fluoxetin
,
vgl.
Laborwerte Urk. 10/50/33) unter dem therapeutischen Wirkspiegel liege.
Dies deute auf einen
nur
leichten bis allfällig mässigen Leidensdruck hin.
Eine krank
heitsbedingte Unfähigkeit zur Therapieadhärenz bestehe nicht, weshalb von einer medikamentös unzureiche
nden Behandlung auszugehen sei (Urk. 10/50/37).
Bei der Beschwerdeführerin ergäben sich keine Hinweise auf eine Persönlichkeits
störung oder –
akzentuierung
.
Ihre soziale Teilhabefähigkeit sei aus psychiatri
scher Sicht allfällig minim eingeschränkt, stärker komme aber die fehlende sozio
kulturelle Integration zum Tragen, da sie die deutsche Sprache kaum beherrsche.
Aktuell würden psychosoziale und soziokulturelle Belastungsfaktoren das psychopathologische Bild dominieren. Die depressive Verstimmung sei Folge der Schmerzen und vor allem des Verlusts der Arbeitsstelle, der Rentensistierung des Ehemannes
,
der finanziellen Schwierigkeiten
und der Eheprobleme.
Ebenfalls eine Rolle spiel
ten
dabei die schlechte schulische u
nd berufliche Qualifikation,
die Sprachprobleme und der fehlende Integrationswille bei einfach strukturierte
r
Per
sönlichkeit. Es sei davon auszugehen, dass das psychopathologische Beschwer
debild ohne die psychosozialen und soziokulturellen Belastungsfaktoren nicht oder nur in sehr abgeschwächter Form bestünde (Urk. 10/50/37-38).
Diagnostisch sei von einer Anpassungsstörung mit längerer depressiver Reaktion auszugehen (ICD
10 F43.21). Die Psychopathologie sei unzureichend, um eine Depression zu begründen, weshalb die psychische Störung definitionsgemäss auf
grund der Verhaltensabnormität bei Änderung der Lebensumstände als Anpassungs
störung zu klassifizieren sei. Dem
rheumatologischen Gutachten (E.
3.2) könne zudem entnommen werden, dass sich die geklagten Schmerzen nur teilweise rheumatologisch erklären liessen und zudem Diskrepanzen festgestellt worden seien. Aus psychiatrischer Sicht sei daher eine Schmerzverarbeitungsstö
rung zu prüfen.
Das somatische Krankheitskonzept der Beschwerdeführerin und das Auftreten der Schmerzen im Zusammenhang mit sowie deren Abhängigkeit von psychosozialen Belastungsfaktoren wie auch d
er
hohe Schmerzlevel mit geringer Variabilität erfülle die Kriterien zur Diagnose einer chronischen Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren (ICD
10 F45.41).
Hinweise auf weitere psychische Störungsbilder würden sich keine ergeben (Urk. 10/50/39-40).
Da das psychopathologische Bild durch die psychosozialen Belastungsfaktoren hervorgerufen werde, bestehe aus invalidenversicherungsrelevanter Sicht kein mittel- oder langfristiger Gesundheitsschaden. Eine allfällige depressive Episode könne – falls sie je bestanden habe – als remittiert erachtet werden.
Die Beschwer
deführerin sei in
der Lage
,
die chronische Schmerzstörung zu überwinden. Eine Arbeitsunfähigkeit bestehe mittel- und langfristig nicht. Auch im Haushalt sei die Beschwerdeführerin nicht eingeschränkt, wobei die übrigen Familienmitglieder auch zur Mithilfe verpflichtet seien.
Eine Diskrepanz zu den Einschätzungen der behandelnden Ärzte ergebe sich, da diese die IV-fremden Belastungsfaktoren bei der Beurteilung nicht ausgeschieden und nur die kurzfristige nicht aber die mit
tel- und langfristige Arbeitsfähigkeit beurteilt hätten
(Urk. 10/50/40-41).
3.4
Die
bidisziplinäre
Zusammenfassung (Urk. 10/49) ergab, dass die Beschwerde
führerin aufgrund der gestellten Diagnosen
eine
h
als- und
l
endenwirbelsäulen
-
sowie knieschonende Tätigkeit mit maximalen Lasten bis 12.5
kg zu 100 % ausüben könne. Die angestammte Tätigkeit als Büroreinigerin wie auch eine ange
passte Tätigkeit könne daher zu 100 % ausgeübt werden und es habe
diesbezüg
lich
nie eine langandauernde Arbeitsunfähigkeit bestanden.
4.
4.1
Das
bidisziplinäre
Gutachten basier
t
auf umfassenden rheumatologischen und psychiatrischen Abklärungen und wurde in detaillierter Kenntnis der Vorak
ten erstellt (Urk.
10/45
/
4 ff. und
10/
50/5
ff.). Die
Beschwerdeführerin
konnte ihre aktuellen Beschwerden gegenüber
beiden
Gutachtern
detailliert
schildern und wurde von diesen jeweils - soweit fachspezifisch erforderlich - eingehend befragt
(Urk. 10/45/22 ff. und 10/50/19ff.)
.
Die geklagten Leiden wie die objektiven Befunde
fanden
im Rahmen der Feststellung der Diagnosen Berücksichtigung, wobei sowohl diese als auch die aus medizinischer
Sicht
resultierenden Aus
wir
kungen auf die Arbeitsfähigkeit dargelegt und erläutert wurden
(Urk. 10/45/34 ff. und 10/50/38 ff.)
.
Insbesondere wurde auch eine labor
chemische Kontrolle der Medikamente vorgenommen (Urk. 10/45/31-32).
A
usser
dem
erfolgte
eine Aus
ei
nander
setzung mit vorangegangenen ärztlichen Beurteilungen (Urk. 10/
45/39
,
Urk.
10/
50/
34 f., 50
).
Soweit die Beschwerdeführerin die Auswahl
der Gutachter
kritisierte (E. 2.2), brachte sie nichts Konkretes vor, was Zweifel an deren Aus
führungen zur gesundheitlichen Einschränkung und Leistungsfähigkeit der Beschwerdeführerin zu begründen vermöchte.
Mithin erfüllt das Gutachten
die praxisgemässen Kriterien für eine beweiswerte med
izinische Expertise (vgl.
E.
1.4
), weshalb darauf abzustellen ist.
4.2
Die begutachtende Rheumatologin
Dr.
C._
stellte
anlässlich der klinischen Untersuchung insbesondere eine normale Beweglichkeit der Wirbelsäule und der
grossen Gelenke fest und fand keine
radikuläre
n
Zeichen. Bildgebend
zeigten sich
jedoch
an Hals- und Lendenwirbelsäule sowie an den Knien degenerative Verän
derungen
,
weshalb die Gutachterin
nur noch Tätigkeiten als zumutbar
erachtete
, welche mit einer entsprechenden Schonung von Hals- und Lendenwirbelsäule sowie Knie einher
geht
und erstellte
hierauf bezogen
ein entsprechendes Belastungsprofil
.
Ausserdem stellte
Dr.
C._
während der Untersuchung diverse Diskrepanzen fest, wie etwa, dass unter Ablenkung das Schmerzstöhnen und der hinkende Gang weggefallen seien, die Muskelmasse trotz anamnestisch körperlicher Schonung über dem Normwert lag und sich die gezeigte
,
fast fehlende Handkraft nicht mit den Gebrauchsspuren an den Händen und dem kräf
tigen Händedruck vereinbaren liessen (vgl. E. 3.2).
Die Einschätzung von
Dr.
C._
zur Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin ist vor diesem Hinter
grund nicht zu beanstanden.
4.3
Auch
Dr.
D._
konnte in seiner psychiatrischen Untersuchung kaum relevante Befunde erheben und stellte hauptsächlich ein inhaltlich auf die Schmerzen und die psychosoziale Situation eingeengtes Denken mit minim gedrückter Stimmungssituation sowie dysfunktionale
n
Kognitionen in Bezug auf die geklagten Schmerzen fest. Da diese Psychopathologie nicht zur Diagnose einer depressiven Störung ausreiche, diagnostizierte er eine Anpassungsstörung sowie aufgrund der
somatisch
nicht gänzlich begründbaren Schmerzen eine chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Fa
ktoren
, denen er keine Aus
wirkung auf die Arbeitsfähigkeit zumass
(E. 3.3). Das Gutachten von
Dr.
D._
enthält Angaben zu sämtlichen Standardindikatoren (vgl. E.
1.2.3)
. Nebst den wenig
ausgeprägten
Befunden stellte er
fest, dass noch
keine Thera
pieresistenz
besteh
e
, sondern die pharmakologische Behandlung gemäss dem erhobenen Medikamentenspiegel
-
mit unter dem therapeutischen Bereich liegen
den Werten
-
nachweislich ungenügend ausgeschöpft
werde
.
Im Rahmen der Komorbidität würdigte er die von der
Beschwerdeführerin geklagten
somatischen
Schmerzen
. Die infolge fehlender schulischer und beruflicher Ausbildung beein
trächtigten persönlichen Ressourcen erachtete er von der Beschwerdeführerin als nicht ausgeschöpft, da diese sich in die Krankenrolle begebe und eine Selbstlimi
tierung zeige. Aufgrund der fehlenden Sprachkenntnisse und der mangelnden Integration beschrieb
Dr.
D._
einen sozialen Rückzug. Das Aktivitäts
niveau erachtete er
aufgrund der geklagten Schmerzen
als leicht eingeschränkt.
Den Leidensdruck beschrieb er als mässig, da sich di
e Beschwerdeführerin erst seit
2015 in fachpsychiatrische
r
Behandlung befind
e und ausserdem die P
h
a
r
ma
kotherapie nicht eingehalten werde (E. 3.3).
Zusammenfassend
lassen die Stan
dardfaktoren nicht auf eine erhebliche funktionelle Einschränkung der Arbeits
fähigkeit schliessen. Nachdem zudem
Dr.
D._
ausdrücklich darauf hin
wies, das bei der Beschwerdeführerin vorherrschende psychopathologische Bild gründe in psychosozialen Belastungsfaktoren (
Urk.
10/50/38), ist es nicht zu beanstanden, dass der Gutachter das Vorliegen eines invalidenversicherungs
rechtlich relevanten Gesundheitsschaden verneinte (E. 3.3), vermag ein psycho
sozial bedingtes Beschwerdebild rechtlich eine Invalidität doch nicht zu begrün
den und erübrigte sich unter diesen Umständen gar eine Indikatoren geleitete Überprüfung der psychischen Leiden (vgl. hierzu Urteil des Bundesgerichts 8C_858/2017 vom 17. Mai 2018 E. 3.2)
4.
4
An dieser
gutachterlichen Einschätzungen vermögen auch die
Einwände der Beschwerdeführerin unter Hinweis auf die
Berichte der behandelnden Ärzte nicht
s
zu ändern
.
Vorab ist in
Bezug auf Berichte von Hausärztinnen und Hausärzten wie überhaupt von behandelnden Arztpersonen beziehungsweise Therapiekräften auf die Erfahrungstatsache hinzuweisen, dass diese mitunter im Hinblick auf ihre auf
tragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patientinnen und Patienten aussagen (BGE 135 V 465 E. 4.5, 125 V 351 E. 3b/cc).
Wohl kann die einen längeren Zeitraum abdeckende und umfassende Behandlung oft wertvolle Erkenntnisse zeitigen; doch lässt es die unterschiedliche Natur von Behandlungsauftrag de
r therapeutisch tätigen (Fach-)
Person einerseits und Begutachtungsauftrag des amtlich bestellten fachmedizinischen Experten ander
seits (BGE 124 I 170
E. 4
) nicht zu, ein Administrativ- oder Gerichts
gutachten stets in Frage zu stellen und zum Anlass weiterer Abklärungen zu nehmen, wenn die behandelnden Arztpersonen bzw. Therapiekräfte zu anders
lautenden Ein
schätzungen gelangen. Vorbehalten bleiben Fälle, in denen sich eine abwei
chende Beurteilung aufdrängt, weil die anderslautenden Ein
schätzungen wichtige
–
und nicht rein subjektiver Interpretation entspringende
–
Aspekte benennen, die bei der Begutachtung unerkannt oder ungewürdigt geblieben sind (Urteil
des Bundesgerichts
8C_677/2014 vom 29.
Oktober 2014 E. 7.2
mit Hinweisen, u.a. auf
SVR 2008 IV Nr
. 15 S. 43 E. 2.2.1 [I 514/06]
).
Im Bericht des
Medizinischen Zentrums
E._
vom
6.
Januar 2017 (Urk. 10/62 = Urk. 3/2)
führten die behandelnden Ärzte
vorab
die von der Beschwerdeführerin anamnestisch geklagten Beschwerden auf.
Zudem erhoben sie eigene Befunde insbesondere in orthopädisch/rheumatologischer und psycho
somatischer Sicht
(vgl.
Urk.
10/62/4-5).
Während ihre Erkenntnisse im Wesentli
chen denjenigen
des
Gutachten
s
entspr
achen
(vgl. Urk. 10/45/25
ff.
)
,
schlossen
die Ärzte des
E._
auf
eine
vollständige
Einschränkung der Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin.
Der Bericht vom
9.
Oktober 2017 (Urk. 13) übt
sodann
über
wiegend
appellatorische
Kritik a
m
erstatteten
bidisziplinären
Gutachten und wür
digt die wiederum im Wesentlichen gleichen Befunde und Erkenntnisse anders als dies die Gutachter
taten (vgl. exemplarisch Urk. 13 S. 2: die Beschwerde
führerin habe kaum Sprachprobleme, da sie sich innerhalb der 70-köpfigen Familie bewege).
Wichtige Aspekte, welche anlässlich der Begutachtung unbe
rücksichtigt geblieben wären, werden in den beiden Berichten des
E._
nicht benannt, weshalb sie nicht geeignet sind, die gutachterliche Beurteilung in Frage zu stellen.
Dr.
F._
, Facharzt für Innere Medizin und Rheumatologie berich
tete am 27. Februar 2017 (Urk. 10/69 = Urk. 3/5)
ebenfalls nicht über Befunde, welche im Zeitpunkt des Gutachtens
un
bekannt
gewesen wären
. Insbesondere beurteilte er die MRI-Aufnahmen, welche bereits für das Gutachten vorlagen
,
anders, als es
Dr.
C._
tat.
Soweit er eine neurologische Abklärung der wie von ihm benannten
Ptose
für unerlässlich erachtete, ist darauf hinzuweisen, dass Dr.
C._
die Beschwerdeführerin persönlich untersuchte und offensichtlich keine pathologische Veränderung am Auge feststellen konnte. Dafür, dass dies
bezüglich eine relevante Erkrankung vorliegen könnte, welche entsprechende Untersuchungen notwendig machte, fehlen denn auch Hinweise in den Berichten der behandelnden Ärzte. Sodann ergehen die Aussagen von Dr.
F._
in Bezug auf die psychischen Beschwerdeklagen fachfremd. Insgesamt vermag damit auch dieser Bericht die Einschätzung der Gutachter nicht in Frage zu stellen.
Die Klinik
G._
beschrieb
schliesslich
am 23. Februar 2017
ein altersent
sprechend unauffälliges MRT des Schädels ohne Anhalt für einen Tumor
,
eine Blutun
g
oder ein
Volumendefizit
(Urk. 3/4), und im Bericht
der Psychiatrischen K
linik
H._
vom 8. März 2017 (Urk. 3/6) wurde auf eine bekannte, seit Jahren bestehende depressive Störung hingewiesen.
Eine Ein
schätzung der Arbeitsfähigkeit erfolgte darin nicht.
Letztlich vermögen
damit
die aufgelegten Arztberichte keine neuen Befunde zu erheben oder neue Aspekte zu benennen, welche nicht bereits in den Gutachten von Dr.
C._
und
Dr.
D._
Berücksichtigung gefunden hätten. Zur Beurteilung der Gesundheitsschädigung und deren funktionelle Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit ist daher auf die beweiskräftige gutachterliche Ein
schätzung abzustützen, wonach die Beschwerdeführerin in einer angepassten Tätigkeit zu 100 % arbeitsfähig ist.
4.5
Nach dem Gesagten ist erstellt, dass
die Beschwerdeführerin sowohl in der
Büroreinigung
wie auch in einer angepassten Tätigkeit
unter Berücksichtigung des Belastungsprofils
(vgl. E. 3.4)
vollständig arbeitsfähig
ist
. Bei einer vollstän
digen Arbeitsfä
higkeit in der Tätigkeit
als Büroreinigerin
resultiert kein Invalidi
täts
grad. Zur Ermittlung des Invaliditätsgrades
bei vollständiger Arbeitsfähigkeit
in einer angepassten Tätigkeit
wäre
ein Einkommensvergleich durchzuführen. Vor dem Hintergrund, dass die Beschwerdeführerin über keine Berufsausbildung ver
fügt und in ihrer bisherigen Erwerbsbiografie ausschliesslich Hilfstätigkeiten aus
übte (Urk.
10/29, 10/24/5, 10/50/24)
, welche ihr zumindest bei leichter bis mittlerer Belastung weiterhin zumutbar sind,
entsteht ihr auch in
einer angepass
ten Tätigkeit kein Einkommensverlust. Selbst bei Anrechnung eines maximalen leidensbedingten Abzuges von 25 % würde somit kein rentenbegründender Inva
liditätsgrad resultieren.
5.
Damit ist die Beschwerde abzuweisen
.
6.
6.1
Nach Gesetz und Praxis sind in der Regel die Voraus
setzungen für die Bewilli
gung der unentgeltlichen Prozessführung erfüllt, wenn der Prozess nicht aus
sichtslos
und
die Partei bedürftig ist (BGE 103 V 46, 100 V 61, 98 V 115).
Diese Voraussetzungen sind vorliegend erfüllt (Urk. 8). Antragsgemäss (Urk. 1) ist der Beschwerdeführerin deshalb die unentgeltliche Prozessführung zu bewilligen.
6.2
Gemäss
Art. 69 Abs. 1
bis
IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um die Bewilligung oder die Verweigerung von Leistungen der Invalidenver
siche
rung vor dem kantonalen Versicherungsgericht in Abweichung von Art. 61
lit
. a ATSG kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrens
aufwand und
unab
hän
gig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festge
legt
.
Die Kosten des Verfahrens sind auf Fr. 700.-- festzusetzen und ausgangsgemäss der Beschwerdeführerin aufzu
erlegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG)
, zufolge Bewilligung der unentgeltlichen Prozessführung jedoch einstweilen auf die Gerichtskasse zu nehmen.
6.3
Die
Beschwerdeführer
in
ist zur Nachzahlung der Auslagen für die unent
geltliche Rechtspflege verpflichtet, sobald sie dazu in der Lage ist (§ 16 Abs. 4 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht,
GSVGer
).