# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** ba5efcc3-5d06-4b68-9899-f15d67f07998
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2017
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
Die 1972 geborene X._ arbeitete seit dem 18. März 2013 als Pflege
fachfrau bei der Z._ und war dadurch bei der
HDI Global SE
obligatorisch gegen die Folgen von Unfällen ver
sichert. Gemäss Bagatellunfallmeldung vom 5. März 2015 musste sie am 27. Februar 2015 einen Bewohner stützen, der ihr so stark am Arm zog, dass sie
danach grosse Schmerzen in der rechten Schulter verspürte. Eine Arbeitsun
fäh
ig
keit bestand nicht (Urk. 12/K1). Mit Fragebogen vom 3. April 2015 äus
serte sich die Versicherte erneut zum Hergang des Ereignisses vom 27. Februar 2015 (Urk. 12/K3). Die
HDI Global SE
anerkannte den Schadenfall und erbrachte die gesetzlichen Leistungen. Die medizinische Erstbehandlung bei Dr. med. A._,
Fachärztin FMH für Allgemeinmedizin
, worüber kein Echtzeit
be
richt aktenkundig ist, fand offenbar am 5. März 2015 statt (Urk. 13/M10, Urk. 12/K3 S. 2). Im Überweisungsschreiben an die Rheumatologie der B._
vom 10. März 2015 liess Dr.
A._
das Ereignis vom 27. Februar 2015 unerwähnt und notierte im Wesentlichen Schmerzen in der rechten Sc
hulter sowie vermehrt in den Knien, wobei sie die Versicherte diesbezüglich bereits im Januar resp. Mai 2014 behandelt habe (Urk. 13/M3). Am 15. April 2015 hielt Dr. med. C._,
Facharzt
FMH
für Rheumatologie
, B._, eine
Peri
ar
thropathia humeroscapularis (PHS)
rechts bei
Partialruptur rechts sowie differenzialdiagnostisch eine beginnende Frozen Shoulder fest und verordnete eine Serie Physiotherapie (Urk. 13/M5). Die am 12. März und 8. Juli 2015 im D._ durchgeführten bildgebenden Untersuchungen der rechten Schulter ergaben keine Hinweise auf eine Bursitis oder Rotatorenman
schetten
läsion. Demgegenüber zeigte sich eine deutliche Schrumpfung der Gelenkkapsel, welchen Befund der beurteilende Radiologe als Frozen Shoulder interpretierte (Urk. 13/M4, Urk. 13/M11). Gestützt darauf führte Dr. med. E._, Facharzt FMH für Orthopädische Chirurgie, B._, am 25. September 2015 im D._ eine geschlossene Schultermobilisation in Kurznarkose durch (vgl. Operationsbericht, Urk. 13/M12). Am 10. November 2015 gab Dr. med. F._, Facharzt FMH für Chirurgie und beratender Arzt der HDI
Global SE
, eine Stellungnahme ab (Urk. 13/M14). Daraufhin teilte die
HDI Global SE
der Versicherten mit Verfügung vom 4. April 2016 mit, die Leistungspflicht für Be
handlungen nach dem 1. Mai 2015 werde abgelehnt (Urk. 12/K36). Die am 4. Ma
i 2016 dagegen erhobene Einsprache wies die
HDI Global SE
mit Ein
sprache
entscheid vom 31. Oktober 2016 (Urk. 2) ab.
2.
Dagegen erhob X._
am 1. Dezember 2016 Beschwerde und beantragte, es sei der Einspracheentscheid vom 31. Oktober 2016 aufzuheben und es seien ihr weiterhin die ihr zustehenden Leistungen der Unfallversicherung auszurich
ten. Ausserdem legte die Beschwerdeführerin diverse Beilagen auf (Urk. 3/2b-10).
Die Beschwerdegegnerin schloss mit Beschwerdeantwort vom 27. März 2017 auf Abweisung der Beschwerde (Urk. 11), was der Beschwerdeführerin am 4. April 2017 zur Kenntnis gebracht wurde (Urk. 13).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien sowie die Akten ist, soweit für die Entscheid
findung erforderlich, in den Erwägungen einzugehen.
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Am 1. Januar 2017 sind die am 25. September 2015 beziehungsweise am
9. Novem
ber 2016 verabschiedeten geänderten Bestimmungen des Bundesge
s
etzes über die Unfallversicherung (UVG) und der Verordnung über die Unfall
versicherung (UVV) in Kraft getreten.
Gemäss den allgemeinen übergangsrechtlichen Regeln sind der Beurteilung jene Rechtsnormen zu Grunde zu legen,
die in Geltung standen, als sich der zu den materiellen Rechtsfolgen führende und somit rechtserhebliche Sachverhalt ver
wirklicht hat
(vgl. BGE 127 V 466 E. 1, 126 V 134 E. 4b, je mit Hinweisen). Dem
entsprechend sehen die Übergangsbestimmungen zur Änderung vom 25. Sept
em
ber 2015 des UVG vor, dass Versicherungsleistungen für Unfälle, die sich vor dem 1. Januar 2017 ereignet haben, und für Berufskrankheiten, die vor diesem Zeitpunkt ausgebrochen sind, nach bisherigem Recht gewährt werden (Absatz 1 der genannten Übergangsbestimmungen).
D
as
hier zu beurteilende
Ereignis
hat sich am
27. Februar 2015
ereignet, wes
halb die bis 31. Dezember 2016 gültig gewesenen Normen auf den vorliegenden Fall Anwendung finden und i
n dieser Fassung zitiert werden.
1.2
Gemäss Art. 6 UVG werden – soweit das Gesetz nichts anderes bestimmt – die
Versicherungsleistungen bei Berufsunfällen, Nichtberufsunfällen und Berufs
kran
k
heiten gewährt (Abs. 1). Der Bundesrat kann Körperschädigungen, die den Folgen eines Unfalles ähnlich sind, in die Versicherung einbeziehen (Abs. 2). Ausserdem erbringt die Versicherung ihre Leistungen bei Schädigungen, die den Verunfallten bei der Heilbehandlung zugefügt werden (Abs. 3).
1.3
Ein Unfall ist gemäss Art. 4 des Allgemeinen Teils des Sozialversicherungsrechts (ATSG) die plötzliche, nicht beabsichtigte schädigende Einwirkung eines unge
wöhnlichen äusseren Faktors auf den menschlichen Körper, die eine Beein
träch
tigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit oder den Tod zur
Folge hat (BGE 129 V 402 E. 2.1).
1.4
Nach der Rechtsprechung bezieht sich das Begriffsmerkmal der Ungewöhnlich
keit nicht auf die Wirkung des äusseren Faktors, sondern nur auf diesen selber. Ohne Belang für die Prüfung der Ungewöhnlichkeit ist somit, dass der äussere
Faktor allenfalls schwer wiegende, unerwartete Folgen nach sich zog. Der äussere
Faktor ist ungewöhnlich, wenn er den Rahmen des im jeweiligen Lebensbereich Alltäglichen oder Üblichen überschreitet. Ausschlaggebend ist also, dass sich der äussere Faktor vom Normalmass an Umwelteinwirkungen auf den menschli
chen Körper abhebt. Ungewöhnliche Auswirkungen allein begründen keine Unge
wöhnlichkeit (BGE 134 V 72 E. 4.3.1 mit Hinweis).
1.5
Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss UVG setzt voraus, dass zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Inva
li
dität, Tod) ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht. Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne deren Vorhan
den
sein der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der glei
chen
Weise beziehungsweise nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann
. Entsprechend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des natürlichen Kausal
zusammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleinige oder un
mittel
bare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schädi
gende Ereignis zusammen mit anderen Bedingungen die körperliche oder geis
tige Inte
grität der versicherten Person beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht weggedacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene ge
sundheit
liche Störung entfiele (BGE 129 V 177 E. 3.1, 402 E. 4.3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, worüber die Verwaltung beziehungsweise im Beschwerdefall das Gericht im Rahmen der ihm obliegenden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt für die Begründung eines Leistungs
anspruches nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
1.6
Wird durch den Unfall ein krankhafter Vorzustand verschlimmert oder über
haupt erst manifest, fällt der natürliche Kausalzusammenhang dahin, wenn und sobald der Gesundheitsschaden nur noch und ausschliesslich auf unfallfremden Ursachen beruht. Dies trifft dann zu, wenn entweder der Gesundheitszustand, wie er unmittelbar vor dem Unfall bestanden hat (Status quo ante) oder aber der
jenige Zustand, wie er sich nach dem schicksalsmässigen Verlauf eines krankhaften Vorzustandes auch ohne Unfall früher oder später eingestellt hätte (Status quo sine), erreicht ist (RKUV 1992 Nr.
U 142 S.
75 E.
4b mit Hinweisen; nicht publiziertes Urteil des Bundesgerichts U
172/94 vom 26.
April 1995). Das Dahinfallen jeder kausalen Bedeutung von unfallbedingten Ursachen eines Ge
sund
heitsschadens muss mit dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweis
grad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sein (RKUV 2000 Nr.
U 363 S.
45; BGE
119 V 7 E. 3c/aa).
Die
blosse
Möglichkeit nunmehr gänzlich fehlender ursächlicher Auswirkungen des Unfalls genügt nicht.
Da es sich hiebei um eine anspruchsaufhebende Tatfrage handelt, liegt aber die ent
sprechende Beweislast
–
anders als bei der Frage, ob ein leistungsbegründender natürlicher Kausalzusammenhang gegeben ist
–
nicht bei der versicherten Person, sondern beim Unfallversicherer (RKUV 1994 Nr.
U 206 S.
328
f. E.
3b, 1992 Nr.
U 142 S. 76).
Diese Beweisgrundsätze gelten sowohl im Grundfall als
auch bei Rückfällen und Spätfolgen und sind für sämtliche Leistungsarten
mas
s
gebend
(
Urteil des Bundesgerichts 8C_637/2013 vom 11.
März 2014 E.
2.3.1 mit Hinweisen).
Mit dem Erreichen des
S
tatus quo sine vel ante entfällt eine Teilursächlichkeit für die noch bestehenden Beschwerden. Solange jedoch der
S
tatus quo sine vel ante noch nicht wieder erreicht ist, hat der Unfa
llversicherer gestützt auf Art. 36 Abs.
1 UVG in aller Regel neben den Taggeldern auch Pflegeleistungen und Kostenvergütungen zu übernehmen, worunter auch die
Heilbehandlungskosten nach Art.
10 UVG fallen
(Urteil des Bundesgerichts 8C_637/20
13 vom 11. März 2014 E. 2.3.2).
1.7
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichts ist entscheidend, ob er für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anam
nese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen Zusammen
hänge und der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerun
gen des Experten begründet und nachvollziehbar sind. Ausschlaggebend für den Beweis
wert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten (BGE 125 V 352 E. 3a). Den Berichten versiche
rungs
in
terner Ärztinnen und Ärzten kommt rechtsprechungsgemäss zwar nicht der
selbe Beweiswert zu wie einem im Verfahren nach Art. 44 ATSG eingeholten Gut
achten externer Fachpersonen oder gar wie einem Gerichtsgutachten, sie sind aber soweit zu berücksichtigen, als auch nicht geringe Zweifel an der Rich
tig
keit ihrer Schlussfolgerungen bestehen (Urteil des Bundesgerichts 8C_216/200
9 vom 28. Oktober 2009 E. 4.7).
2.
2.1
Im angefochtenen Entscheid vom 31
.
Oktober
2016 erwog die Beschwerde
geg
nerin im Wesentlichen,
es sei bisher noch nicht geprüft worden, ob es sich beim
Ereignis vom 27. Februar 2015 überhaupt um einen Unfall im Rechtssinne handle
. Dies sei allerdings mangels eines ungewöhnlichen äusseren Faktors zu verneinen. Damit bestehe grundsätzlich überhaupt keine Leistungspflicht nach UVG. Nachdem dieser entscheidende Aspekt bisher unberücksichtigt geblieben sei, werde auf die Rückforderung der bis Ende April 2015 zu Unrecht erbrachten Leistungen verzichtet. Ganz ungeachtet dessen sei die diagnostizierte Frozen Shoulder nicht überwiegend wahrscheinlich auf das fragliche Ereignis zurück
zuführen, sondern vielmehr als Ergebnis einer chronischen Überlastung bei dem relativ invasivem Beruf als Pflegefachfrau zu beurteilen. Darüber hinaus leide die Beschwerdeführerin bereits seit 2014 an Schulterbeschwerden. Aus medizi
ni
scher Sicht sei erwiesen, dass jedenfalls seit dem 1. Mai 2015 nur noch degenerative Vorzustände behandlungsbedürftig seien, welche durch das banale Ereignis vom 27. Februar 2015 nicht mehr beeinflusst würden (Urk. 2 S. 5 f.).
2.2
Dagegen wandte die Beschwerdeführerin im Wesentlichen ein, bei der ruck
arti
gen, aussergewöhnlichen Bewegung des verwirrten Bewohners handle es sich um einen ungewöhnlichen äusseren Faktor, womit das Ereignis vom 27. Februar 2015 eindeutig als Unfall qualifiziere (Urk. 1 S. 4). Sodann habe der behan
delnde Dr. E._ explizit festgehalten, dass sich die Frozen Shoulder aufgrund des Unfalles entwickelt habe (Urk. 1 S. 5). Gegebenenfalls sei eine gutachter
liche Beurteilung zu veranlassen (Urk. 1 S. 6).
2.3
Im Rahmen ihrer Beschwerdeantwort hielt die Beschwerdegegnerin an ihrem Standpunkt fest und führte ergänzend aus, die Beschwerdeführerin habe den Unfallhergang unterschiedlich geschildert. Nach dem Prinzip der „Aussage der ersten Stunde“ sei auf die Schilderung des Ereignishergangs gemäss Unfall
meldung vom 5. März 2015 abzustellen. Doch sei bei beiden Varianten ein aussergewöhnliches äusseres Ereignis im Sinne des Unfallbegriffs zu verneinen. Mangels Listenverletzung liege denn auch keine unfallähnliche Körperschädi
gung im Sinne von Art. 9 Abs. 2 UVV vor (Urk. 1 S. 11 f.).
3.
Die Aktenlage stellt sich im Wesentlichen wie folgt dar:
3.1
Der Bagatell-Unfallmeldung vom 5. März 2015 ist hinsichtlich der Unfall
be
schreibung folgendes zu entnehmen: „Frau
X._
musste einen Bewohner stütz
en, der zog ihr so stark am Arm, dass sie danach grosse Schmerzen in der rechten Schulter verspürte“ (Urk. 12/K1).
Auf dem Fragebogen
vom
3.
April 2015
hielt
die Beschwerdeführerin fest,
während eines Hebevorgangs zwecks Transfers habe
ein verwirrter Bewohner angefangen, ruckartige Bewegungen zu machen, wo
durch ihre rechte Schulter verletzt worden sei (Urk. 12/K3). Dem Überwei
sungs
schreiben von med. pract. G._, Fachärztin FMH für Innere Medizin und Vertreterin der behandelnden Dr. A._, vom 23. Juni 2015 an die Ortho
pädie der B._ ist unter dem Titel „Anamnese“ zu entnehmen, die Be
schwerdeführerin habe am 27. Februar 2015 einen Bewohner stützen müssen, der sehr stark an ihrem Arm gezogen habe (Urk. 13/M6). In ihrer Beschwerde vom 1. Dezember 2016 machte die Beschwerdeführerin unter Hinweis auf den Fragebogen vom 3. August 2015 erneut geltend, ihre rechte Schulter sei durch eine ruckartige Bewegung eines verwirrten Bewohners anlässlich eines Transfers verletzt worden (Urk. 1 S. 4).
3.2
Gemäss Überweisungsschreiben von
Dr. A._
an die Rheumatologie der B._
vom 1
0.
März 2015 bestünden verschiedentlich Schmerzen im Bewegungsapparat, vor allem
betreffend die rechte Schulter sowie beide Knie
. Die Beschwerdeführerin sei bereits im Januar 2014 wegen Schulterschmerzen
bei ihr
vorstellig geworden. Diese habe sie (
Dr. A._
) als Impingement
syn
drom mit Dysfunktion der MM supraspinatus, sub
s
capularis interpretiert und
eine
Physiotherapie sow
ie
Analgesie verordnet. Die Knieschmerzen seien eben
falls bereits im Mai 2014 behandelt worden.
Zwischenzeitlich
beklage die Be
schwerdeführerin vermehrt belastungsabhängige Knieschmerzen (
Urk.
13/M3).
3.3
Anlässlich der Konsultation bei Dr.
C._
am 2. April 2015 habe die Beschwer
deführerin berichtet, vor ca. einem Jahr, das hiesse im April 2014, beim Heben eines Patienten eine „Schulterzerrung“ erlitten zu haben. Dr. C._ stellte eine eingeschränkte Abduktion des rechten Oberarms um
einen Drittel
sowie eine um die Hälfte eingeschränkte Aussenrotation rechts fest (vgl. undatierter Bericht, Urk. 13/M8). In der Verordnung zur Physiotherapie vom 15. April 2015 notierte er eine PHS rechts bei Partialruptur rechts sowie differenzialdiagnostisch eine beginnende Frozen Shoulder (Urk. 13/M5).
3.4
Aufgrund der am 12. März 2016 resp. 8. Juli 2015 im D._ durch
geführten Sonographie resp. MRI Arthrographie des rechten Schulter
ge
lenks konnten eine Bursitis sowie Rotatorenmanschettenläsion ausgeschlossen werden. Demgegenüber ergaben sich Hinweise auf eine deutliche Schrumpfung der Gelenkkapsel. Der beurteilende Radiologe interpretierte diesen Befund als Frozen Shoulder bei möglichem Impingement (Urk. 13/M4, Urk. 13/M11).
3.5
Mit Konsiliarbericht vom 15. Juli 2015 hielt Dr. E._ als Diagnose ebenfalls eine Frozen Shoulder und darüber hinaus fest, gestützt auf die bildgebenden Untersuchungen der rechten Schulter könnten wesentliche strukturelle Verlet
zungen erfreulicherweise ausgeschlossen werden. Erfahrungsgemäss könne mit
einer gewöhnlichen Distorsion durch schmerzbedingte Schonhaltung eine Kapse
l
reaktion bis zur Versteifung eingeleitet werden. In der Folge würden sich ausge
prägte muskuläre Verspannungen entwickeln mit entsprechenden Schmerzen. Bei einmal eingetretener Kapselversteifung sei nach bereits durchgeführten kon
servativen Behandlungen mit einer Verbesserung der Beweglichkeit nicht mehr zu rechnen. Bei dieser Ausgangslage führte Dr. E._ am 25. September 2015 im D._ eine geschlossene Schultermobilisation in Kurznarkose durch (Urk. 13/M9, Urk. 13/M12).
3.6
Mit Bericht vom 10. November 2015 hielt Dr. F._ gestützt auf die medizini
sche Aktenlage fest, die Beschwerdeführerin habe schon vor dem Ereignis vom 27. Februar 2015 an verschiedenen Schmerzen im Bewegungsapparat, vor allem in der rechten Schulter und in beiden Knien, gelitten. Weiter sei das fragliche Ereignis als relativ banal zu beurteilen. Das MRI vom 8. Juli 2015 habe eine starke Kapselschrumpfung am rechten Arm ohne Verletzung der Rotatoren
man
schette ausgewiesen. Experimentelle Untersuchungen hätten gezeigt, dass bei Verletzungen von Schulterstrukturen eine äussere Kraft einwirken müsse, die mindestens so gross sein müsse wie die Hälfte des Körpergewichts der verletzten Person. Dies sei beim fraglichen Ereignis zu verneinen. Infolgedessen sei die Entwicklung einer Frozen Shoulder mit überwiegender Wahrscheinlichkeit nicht auf das Ereignis vom 27. Februar 2015 zurückzuführen, sondern als Ergebnis einer chronischen Überlastung bei dem relativ invasiven Beruf als Pflegefach
frau in einem Altersheim zu deuten. Die unfallbedingte medizinische Behand
lung sei mit Ende April 2015 erreicht. Mithin sei seit dem 30. April 2015 von einem Status quo sine auszugehen (Urk. 13/M16).
3.7
Dazu hielt Dr. E._ in der seitens der Beschwerdeführerin erbetenen Stellung
nahme vom 7. Januar 2016 fest, das Schultergelenk bzw. speziell deren Gelenk
kapsel sei ein äusserst heikles Organ, welches gemäss seiner Erfahrung schon
auf relativ geringe Krafteinwirkungen mit einer sich kontinuierlich einsteifen
den
Gelenkkapsel reagieren könne. Die von Dr. F._ angegebene chronische Über
lastung könne durchaus eine Ursache einer Frozen Shoulder darstellen. Letzteres sei in der vorliegenden Situation mit eindeutiger Traumatisierung und Schmerz
beginn mit dem Trauma-Ereignis allerdings absolut unwahrscheinlich. Die offen
bar im Jahre 2014 durchgemachten Schulterbeschwerden seien bis zum Ereignis vom 27. Februar 2015 ausgeheilt gewesen. Abgesehen davon habe das
von Dr.
A._
diagnostizierte subacromiale Impingement gar nichts gemein
mit einer Gelenksdistorsion und der folgenden Entwicklung einer Frozen Shoulder
. Im Übrigen sei das Impingement aufgrund der MRI-Abklärung vom 8. Juli 2015 eindeutig ausgeschlossen. Sodann sei nicht erstaunlich, dass die
Beschwerdeführerin anlässlich der Konsultation bei Dr.
A._
vom 30. März
2015 (recte: 5. Mai 2015), also nur wenige Tage nach dem erlittenen Trauma, noch keine Schulterbeschwerden angegeben habe. So stelle sich die Versteifung der Kapsel langsam kontinuierlich ein, wobei die eigentlichen Schmerzen erst mit den ausgeprägten, muskulären Verspannungen im Bereich des Schulterge
lenks auftreten würden (Urk. 13/M15).
3.8
Daraufhin veranlasste die Beschwerdegegnerin die Stellungnahme von Dr.
F._
vom 29. Januar 2016, worin dieser im Wesentlichen an seiner Beurteilung vom 10. November 2015 festhielt (Urk. 13/M16).
4.
Der Unfallhergang lässt sich
weder aufgrund
der
teilweise
inkohärenten
Sach
verhaltsschild
erungen der Beschwerdeführerin
noch aufgrund der bei den Akten liegenden medizinischen Unterlagen genau eruieren
. O
b
die Beschwerdeführerin den besagten Patienten stützen oder transportieren musste und ob letzterer die Beschwerdeführerin dabei am Arm gezogen hat oder aber ruckartige Bewe
gungen machte, kann indes m
angels Relevanz für das Beurteilungsergebnis offen gelassen werden.
Fest steht, dass die Beschwerdeführerin
im Zeitpunkt des in Frage stehenden Ereignisses vom
27
.
Februar 2015 seit rund 2
Jahren als diplo
miert
e Pflegefachfrau für die
Z._
tätig
gewesen
war
(Urk.
12
/
K
1). Das
Stützen
und Transferieren von Patienten gehört zu ihrem beruflichen Alltag
. Dabei
sprengt
weder ein Ziehen am Arm noch eine ruck
artige Bewegung durch einen Patienten, sei dies im Zuge eines Transfers oder beim Stützen,
den Rahmen des Alltäglichen und Üblichen
in einem psychia
tri
schen Pflegeheim.
Die
Vorausseh
barkeit solcher
Vorkom
mnisse
war
vorliegend
nicht bloss abstrakter Natur
.
Letzteres gilt umso mehr bei der Sachver
halts
dar
stellung, wonach es sich im Zusammenhang mit dem Vorfall vom 27. Febru
ar 2015 um einen verwirrten Patienten gehandelt habe. Mithin fehlt es vorliegend
an einem aussergewöhnlichen äusseren Faktor im Sinne von Art. 4 ATSG, wo
mi
t das Ereignis vom 27. Februar 2015 nicht als Unfall im Rechtssinne qualifiziert.
Zu Recht wurde von keiner der Parteien
geltend gemacht
, dass eine Leistungs
pflicht der Beschwerdegegnerin wegen einer der in
Art.
9 Abs. 2 UVV abschlies
send aufgezählten unfallähnlichen Körperschädigungen
in Betracht falle
.
5.
Selbst bei der Annahme, das zur Diskussion stehende Ereignis vom 27. Februar 2015 qualifiziere als Unfall im Sinne von Art. 4 ATSG,
entfiele eine Leistungs
pflicht der Beschwerdegegnerin, wie im Folgenden aufzuzeigen sein wird.
5.1
Die Beschwerdegegnerin stützte sich im angefochtenen Einspracheentscheid vo
m 3
1.
Oktober 2016
(Urk. 2) in medizinischer Hinsicht auf die fachärztlich-
chirur
gischen Beurteilungen von Dr.
F._
vom 10. November 2015 und 29. Januar 201
6
(
Urk. 13/M14,
Urk.
13/M16
), welche dieser in Kenntnis und Auseinander
setzung mit den Vorakten abgab
.
5
.2
Konkrete Indizien, die gegen die Zuverlässigkeit der Berichte von Dr.
F._
sprechen, sind nicht gegeben.
Insbesondere
ergibt sich nach übereinstimmender fachärztlicher Beurteilung, dass die Beschwerdeführerin aufgrund des
fraglichen Ereignisses vom 27
.
Februar 2015
keine Läsionen
oder anderweitigen wesent
li
chen,
strukturelle
n Verletzungen
erlitten hat.
Entsprechend hat sie ihre Arbeits
tätigkeit nach dem Vorfall uneingeschränkt fortgesetzt und erst am 5. März 2015 ihre Hausärztin
Dr. A._
konsultiert. Die
Beschwerdegegnerin
wies
im angefochtenen Einspracheentscheid zu Recht darauf hin, dass
das fragliche Ereignis vom 27. Februar 2015 im Überweisungsschreiben von Dr. A._ vom 10. März 2015 keinerlei
Erwähnung
findet
.
Im Gegenteil standen zu jenem Zeitpunkt offenbar nicht die Schulterschmerzen im Vordergrund, sondern klagte d
ie Besc
hwerdeführerin vielmehr über zunehmende, belastungsabhängige Knie
schmerzen (Urk. 13/M3). Mithin wurden mit dem Überweisungsschreiben von Dr. A._ vom 10. März 2015 keine
Hinweise auf eine
neu eingetretene
Beschwerdehaftigkeit oder auf pathologische Untersuchungsbefunde
der rechten Schulter
zeitnah zu dem zur Diskussion stehenden Ereignis dokumentiert.
Dem
gegenüber hielt Dr. C._ im April 2015 zwar eine eingeschränkte Abduktion und Ausserrotation des rechten Oberarms und gestützt darauf differenzial
diag
nostisch eine beginnende Frozen Shoulder fest (Urk. 13/M5). Allerdings notierte er in diesem Zusammenhang einen – nicht bei der Beschwerdegegnerin gemel
deten - Verhebevorfall von ca. April 2014 und hielt er ausserdem ausdrücklich fest, es bestehe damit ein Vorzustand mit rechtsseitigen Schulterschmerzen resp. diffusen Gelenkschmerzen seit 2014 (Urk. 13/M8). Sodann räumte Dr. E._ in der Stellungnahme vom 7. Januar 2016 ein, die von Dr. F._ angegebene chronische Überlastung könne durchaus ursächlich für eine Frozen Shoulder sein. Gleichzeitig stellte er sich auf den Standpunkt, dies sei vorliegend auf
grund der eindeutigen Traumatisierung und des damit zusammenfallenden Schmerz
beginns absolut unwahrscheinlich (Urk. 13/M15 S. 1). Letzteres vermag bereits unter Hinweis auf das Überweisungsschreiben von Dr. A._ vom 10. März 2015 nicht zu überzeugen. Kommt hinzu, dass sich Dr. E._ im gleichen Bericht selbst widerspricht, soweit er gleichzeitig ausführte, es sei nicht erstaunlich, dass die Beschwerdeführerin nur wenige Tage nach der erlittenen Traumatisierung noch keine Schulterbeschwerden angegeben habe. So stelle sich eine Kapselversteifung erst langsam ein. Erwähnenswert ist ferner, dass die im Nachgang des Vorfalles vom 27. Februar 2015 behandelnde Physiothera
peutin offenbar keine zunehmende Einsteifung der rechten Schulter feststellte (vgl. Urk. 13/M15 S. 2). Dass mit einer gewöhnlichen Distorsion durch schmerz
bedingte Schonhaltung eine Kapselreaktion bis hin zur Versteifung eingeleitet werden
könne
– so wie von Dr. E._ mit Konsiliarbericht vom 15. Juli 2015 beschrieben (Urk. 13/M9) – vermag dem im Sozialversicherungsrecht geltenden
Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit selbstredend nicht gerecht z
u
werden. Kommt hinzu, dass die Beschwerdeführerin unbestrittenermassen bere
its im Januar 2014 an Schulterbeschwerden litt. Für die Darstellung von Dr. E._, wonach die vorbestehende Schulterproblematik bis zum Zeitpunkt des Ereig
nis
ses vom 27. Februar 2015 ausgeheilt gewesen sein soll (vgl. Urk. 13/M15 S. 1), liefert die medizinische Aktenlage keinerlei Grundlage. Weshalb das damals diagnostizierte Impingement mit der Entwicklung einer Frozen Shoulder denn auch „gar nichts gemein“ haben soll, liess Dr. E._ im Übrigen unbegründet und ist vor dem Hintergrund dessen, dass es sich bei einem sog. Impingement gemäss Ausführungen von Dr. E._ um unspezifische Schulterbeschwerden handle und eine Frozen Shoulder Folge einer schmerzbedingten Schonhaltung sein könne (Urk. 13/M9, Urk. 13/M15 S. 2), wenig einleuchtend. Dass der beur
teilende Radiologe den Befund der bildgebenden Schulteruntersuchungen als
„Frozen-Shoulder bei möglichem Impingement“ interpretierte widerspricht jed
en
falls sowohl der Darstellung einer grundsätzlichen Unvereinbarkeit der beiden Diagnosen als auch der Behauptung, aufgrund der MRI-Abklärung vom 8. Juli 2015 sei ein Impingement „eindeutig ausgeschlossen“ worden (vgl. Urk. 13/M15
S. 2, Urk. 13/M11). Schliesslich hat das
Gericht
der Erfahrungstatsache Rech
nung
zu tragen, dass behandelnde Ärzte mitunter im Hinblick auf ihre auf
trags
recht
liche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patientinnen und Patienten aussagen (BGE 125 V 353 E. 3b/cc).
5
.3
Aufgrund der
insoweit
beweiskräftigen medizinischen Aktenlage besteht – ent
gegen der Beschwerdeführerin – auch kein weiterer Abklärungsbedarf (antizi
pier
te Beweiswürdigung; vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_468/2007 vom
6.
Dezem
ber 2006 E.
2.2 mit Hinweisen).
6.
Zusammenfassend
ist mit der Beschwerdegegnerin davon auszugehen, dass ein natürlicher Kausalzusammenhang zwischen dem Ereignis vom 27. Februar 2015 und der diagnostizierten Frozen Shoulder nicht über
wiegend wahrscheinlich ist. D
ass die Beschwerdegegnerin die gesetzlichen Leistungen für das
Ereignis vom 27. Februar 2015
ab dem
1
. M
ai
201
5 eingestellt hat, ist daher nicht zu bean
standen.
Der angefochtene Einspracheentscheid erweist sich damit als rechtens, was zur Abweisung der Beschwerde führt.