# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 9c800288-6a09-4092-86ed-6057c768f284
**Court:** ZH_OG
**Chamber:** ZH_OG_001
**Year:** 2014
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

betreffend Aberkennung
Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichtes Meilen, Abteilung, vom 18. Juni 2014 (CG130003-G)
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Rechtsbegehren:
" Es sei die Forderung der Beklagten über CHF 1'000'000.00 nebst Zins zu 5% seit 31. August 2012 zuzüglich Betreibungs- und Gerichtskosten (Betreibung Nr. ..., Zahlungsbefehl vom 28. August 2012) sowie einer Parteientschädigung von CHF 12'000.00 gemäss Verfügung und Urteil des Einzelgerichts im  Verfahren am Bezirksgericht Meilen vom 10. Januar 2013 (Geschäfts-Nr.: EB120330) vollumfänglich abzuerkennen. Eventualiter sei die Forderung der Beklagten auf CHF 500'000.00 . unter Kosten- und Entschädigungsfolge zulasten der Beklagten."
Beschluss und Urteil des Bezirksgerichtes Meilen vom 18. Juni 2014:
"Es wird beschlossen :
1. Der Antrag der Klägerin auf Einholung eines Gutachtens zur Echtheit der
Unterschriften auf der Vereinbarung vom 17. Dezember 2003 wird .
2. Schriftliche Mitteilung an die Parteien mit nachfolgendem Urteil.
Es wird erkannt :
1. Die Klage wird abgewiesen.
Die in der Betreibung Nr. ... des Betreibungsamtes C._ (Zahlungsbefehl vom 28. August 2012) mit Urteil des Einzelgerichts im summarischen  des Bezirkes Meilen vom 10. Januar 2013 erteilte provisorische Rechtsöffnung ist damit definitiv.
2. Die Entscheidgebühr wird auf CHF 31'000.- festgesetzt.
3. Die Gerichtskosten werden der Klägerin auferlegt und mit dem von ihr ge-
leisteten Kostenvorschuss verrechnet.
4. Die Klägerin wird verpflichtet, der Beklagten eine Parteientschädigung von CHF 42'000.- zuzüglich Mehrwertsteuer von 8% (CHF 3'360.-), insgesamt CHF 45'360.-, zu bezahlen.
5. (Mitteilung) 6. (Berufung)"
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Berufungsanträge:
Der Klägerin und Berufungsklägerin (Urk. 53):
" 1. Das Urteil des Bezirksgerichts Meilen vom 18. Juni 2014 (Geschäftsnummer
CG130003) sei aufzuheben.
2. In Gutheissung der Klage sei die Forderung der Beklagten über CHF 1'000'000.- nebst Zins zu 5% seit 31. August 2012 zuzüglich - und Gerichtskosten (Betreibung Nr. ..., Zahlungsbefehl vom 28.  2012) sowie einer Parteientschädigung von CHF 12'000.- gemäss  und Urteil des Einzelgerichts im summarischen Verfahren des  Meilen vom 10. Januar 2013 (Geschäftsnummer EB120330) vollumfänglich abzuerkennen.
Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen, letzteres zuzüglich  zu Lasten des Beklagten und Appellatin."

## Considerations

Erwägungen:
A.
1. Am 4. Februar 2013 machte die Klägerin rechtzeitig die vorliegende Aberken-
nungsklage mit dem eingangs erwähnten Rechtsbegehren beim Bezirksgericht
Meilen rechtshängig. Nach einem ersten Schriftenwechsel und einer mündlichen
Hauptverhandlung wurde am 20. Mai 2014 eine Beweisverhandlung mit der Be-
fragung eines Zeugen und den Schlussvorträgen durchgeführt. Am 18. Juni 2014
erging das Urteil.
Gegen dieses Urteil erhob die Klägerin am 21. August 2014 rechtzeitig mit schrift-
licher Begründung Berufung (Urk. 53). Am 19. September 2014 leistete sie recht-
zeitig den einverlangten Prozesskostenvorschuss von Fr. 31'000.– (Urk. 59).
2. Der gleichzeitig mit dem Urteil durch die Vorinstanz erlassene Beschluss be-
treffend die Nichtdurchführung eines Schriftgutachtens blieb unangefochten und
ist nicht mehr Thema des vorliegenden Verfahrens.
Erweist sich eine Berufung als offensichtlich unbegründet, kann auf die Einholung
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einer Berufungsantwort verzichtet werden (Art. 312 Abs. 1 ZPO). Aufgrund der
nachstehenden Erwägungen ist dies der Fall, weshalb auf prozessuale Weiterun-
gen im Berufungsverfahren verzichtet werden kann.
B.
1. Der Klage liegt der folgende, unbestrittene Sachverhalt zugrunde:
Am 15. Januar 2003 errichtete B1._ die "...stiftung ..." (später umbenannt in
"B._") zur Förderung der beruflichen Aus- und Weiterbildung. Das anfängli-
che Dotationskapital betrug Fr. 500'000.-, bestehend in einer Forderung der Stif-
tung gegen den Stifter. Die weiteren Stiftungsmittel sollten aus künftigen Zuwen-
dungen des Stifters geäufnet werden. Dem Stiftungsrat gehörten damals der Stif-
ter B1._ als Präsident mit Einzelunterschrift sowie D._ und Dr. E._
je mit Kollektivunterschrift zu zweien an.
Am 17. Dezember 2003 gab der Stifter B1._ gegenüber der Stiftung ein
schriftliches Schenkungsversprechen ab, mit dem er sich verpflichtete, der Stif-
tung auf erste Aufforderung hin CHF 2 Millionen zukommen zu lassen. Diese Ver-
pflichtung sollte aber nur unter der Voraussetzung der Steuerbefreiung der Stif-
tung definitiv werden. Das Schenkungsversprechen wurde sowohl seitens des
Schenkers als auch seitens der beschenkten Stiftung von B1._ unterzeich-
net. Ca. im Oktober/November 2004 informierte B1._ D._ über das ab-
gegebene schriftliche Schenkungsversprechen und händigte ihm eine Kopie da-
von aus, auferlegte ihm aber gleichzeitig die Pflicht, diese Schenkung vorerst ge-
genüber den anderen Stiftungsratsmitgliedern geheim zu halten.
Im Mai 2005 wurde die gegründete Stiftung der eidgenössischen Stiftungsaufsicht
unterstellt, im Juni 2005 wurden Dr. F._ und G._ als zusätzliche Stif-
tungsratsmitglieder mit Kollektivunterschrift zu zweien eingesetzt und am
8. September 2005 erfolgte die Steuerbefreiung der Stiftung. Bereits vorgängig,
am 5. April 2005, hatte B1._ der Stiftung Fr. 500'000.- überwiesen, sodass
das anfänglich in einer Forderung bestehende Dotationskapital in ein Bankgutha-
ben umgewandelt und die Stiftung nunmehr aktiv werden konnte. Am 16. Dezem-
ber 2009 überwies B1._ der Stiftung weitere Fr. 500'000.-. Diese beiden
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Überweisungen - und nur diese - wurden als Aktivum in den Büchern der Stiftung
geführt. B1._ deklarierte in seiner privaten Steuererklärung hingegen bereits
ab der Steuererklärung 2003 das Schenkungsversprechen als Passivum von zu-
nächst zwei Millionen Franken und später von noch einer Million.
B1._ verstarb am tt. April 2011, ohne dass er noch weitere Zahlungen aus
dem Schenkungsversprechen geleistet hätte. Er bedachte die Stiftung in seinem
Testament aber noch mit einem Legat von Fr. 500'000.-. Die als Willensvollstre-
cker eingesetzten Dr. H._ und Dr. F._ (Letzterer auch Stiftungsrat) fan-
den nach seinem Tod das Schenkungsversprechen vor und machten es im Rest-
betrag von 1 Mio. Franken gegen die hinterbliebene Ehefrau als Alleinerbin des
B1._ geltend. Diese bestreitet die Rechtsgültigkeit des Schenkungsverspre-
chens.
2. Die Vorinstanz prüfte aufgrund der Parteivorbringen, ob B1._ einen echten
Schenkungswillen gehabt habe oder ob die Schenkung nicht vielmehr simuliert
gewesen sei mit dem Zweck, einen Steuervorteil zu erlangen, und wofür die Klä-
gerin die Beweislast trage. Die Vorinstanz erwog, dass sich weder aus dem Wort-
laut des Schenkungsversprechens noch aus dem Umstand, dass anlässlich der
beiden Überweisungen von je Fr. 500'000.- kein Bezug auf das Schenkungsver-
sprechen genommen worden sei, etwas für diese Fragestellung ableiten lasse.
Mit der Überweisung der ersten Fr. 500'000.- vor Eintritt der Bedingung (Steuer-
befreiung der Stiftung) sei die statutarische Initialzuwendung getilgt worden. Dar-
aus lasse sich aber weder eine Erfüllungshandlung für das Schenkungsverspre-
chen ableiten noch könne dies als Ausschluss einer solchen gelten. Die Vor-
instanz würdigte sodann einlässlich die Art der Verbuchung der Schenkung sowie
die Aussagen des Zeugen D._ dazu, welcher sowohl die Steuerangelegen-
heiten des Schenkers als auch die Buchhaltung der Stiftung besorgte und Stif-
tungsrat mit Kollektivunterschrift war. Dieser hatte erklärt, er habe erstmals im Ok-
tober oder November 2004 von der Schenkung erfahren und auch eine Kopie der
Schenkungsvereinbarung erhalten. B1._ habe ihn damals wie auch später,
vermutlich im Jahre 2005, ein weiteres Mal angewiesen, das Schenkungsverspre-
chen vorerst gegenüber den anderen Stiftungsräten geheim zu halten und bei der
Stiftung nicht zu verbuchen; einen Grund habe er dafür nicht genannt. Die Stiftung
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habe natürlich Geld gebraucht, um aktiv zu werden. Er, der Zeuge, habe vermu-
tet, B1._ habe mit der Anweisung zur Geheimhaltung einerseits einen allzu
grosszügigen Umgang mit dem derart zugesagten vielen Geld durch die übrigen
Stiftungsräte verhindern wollen, andererseits mit dem Schenkungsversprechen
aber auch seine privaten Vermögenssteuern reduzieren wollen. Die zweite Zah-
lung von Fr. 500'000.- im Dezember 2009 sei vermutlich erfolgt, weil B1._
gesehen haben, dass nicht mehr so viel Geld in der Stiftung vorhanden gewesen
sei. Die Vorinstanz schloss aus dieser Aussage, dass auch damit der Beweis
nicht geführt werden könne, dass B1._ die Schenkung über 2 Mio. Franken
lediglich gegenüber den Steuerbehörden und einzig zum Zweck der Steuerer-
sparnis deklariert und in Tat und Wahrheit eine Schenkung gar nicht gewollt habe.
Eine beabsichtigte Vermögenssteuerersparnis kollidiere nicht mit einer Schen-
kungsabsicht und dem schriftlich festgehaltenen Willen, eine Zuwendung ohne
Gegenleistung zu machen. Die Geheimhaltung lasse sich damit erklären, dass
B1._ über den Zeitpunkt des Schenkungsvollzugs zu Lebzeiten selber be-
stimmen wollte, er aber trotzdem die echte Absicht gehabt habe, der Stiftung 2
Mio. Franken zukommen zu lassen. Sodann konkretisiere das Schenkungsver-
sprechen die statutarisch vorgesehenen Zuwendungen von B1._ zur Alimen-
tierung des Stiftungsvermögens und die beiden erfolgten Zahlungen konkretisier-
ten ihrerseits wiederum das Schenkungsversprechen. B1._ habe seinen
Pflichten aus dem Schenkungsversprechen zu Lebzeiten durchaus nachgelebt
(Urk. 54 S. 10ff).
Weiter prüfte die Vorinstanz, ob das Schenkungsversprechen seitens der begüns-
tigten Stiftung überhaupt angenommen worden sei bzw. ob das Wissen von
B1._ und D._ von der Schenkung dafür genüge. Dabei verwies die Vo-
rinstanz auf die Vertretungsmacht der Organe einer juristischen Person. Das Wis-
sen der Organe sei der juristischen Person anzurechnen. Diese Anrechnung sei
für B1._ ohne weiteres zu bejahen und durch ihn habe die Stiftung das
Schenkungsversprechen bereits mit der Unterzeichnung der Vereinbarung emp-
fangen und angenommen. Da die Schenkungsvereinbarung keine Pflichten für die
Stiftung mit sich gebracht habe, habe die Annahme auch stillschweigend erfolgen
können (Urk. 54 S. 20).
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Schliesslich verneinte die Vorinstanz, dass das Schenkungsversprechen an die
weitere Bedingung geknüpft worden sei, dass die Ehefrau des Schenkers nach
dessen Tod Stiftungsratspräsidentin werde. Ebensowenig finde sich in der letzt-
willigen Verfügung von B1._ im Zusammenhang mit dem Legat von
Fr. 500'000.- an die Stiftung ein Hinweis auf das Schenkungsversprechen
(Urk. 54 S. 2ff).
3. Mit ihrer Berufung macht die Klägerin ausschliesslich geltend, mangels Kennt-
nis der Stiftung von der Schenkung liege keine rechtsgültige Annahme der
Schenkung vor und damit sei das Schenkungsversprechen ungültig. Die Vor-
instanz habe die massgeblichen Umstände nur unter dem Aspekt der Simulation,
nicht aber unter dem Aspekt eines nicht gültig zustande gekommenen Schen-
kungsversprechens gewürdigt. Allein durch die Unterzeichnung des Schenkungs-
versprechens durch B1._ dürfe nicht darauf geschlossen werden, dass die
Stiftung vom Schenkungsversprechen Kenntnis genommen und es akzeptiert ha-
be. Dagegen sprächen die Aufbewahrung der Schenkungsurkunde im privaten
Safe von B1._, die an D._ ergangene Geheimhaltungsauflage, die
Nichtverbuchung in der Rechnung der Stiftung und der fehlende Hinweis auf die
Schenkung bei den beiden Zahlungen. Diese Umstände liessen nur den Schluss
zu, dass sich B1._ habe vorbehalten wollen, über den Vollzug des Schen-
kungsversprechens allein zu entscheiden. Damit liege aber kein gültiges Schen-
kungsversprechen vor (Urk. 53).
C.
1. Die Vorinstanz hat sich in ihrem Entscheid auch mit der Frage der Annahme
der Schenkung und mit dem rechtsgültigen Zustandekommen der Schenkung be-
fasst (Urk. 54 S. 20 Erw. 2.7.). Sie ging davon aus, dass B1._ und D._
von der Schenkung wussten und dass das Wissen dieser Stiftungsratsmitglieder
der Stiftung anzurechnen sei. Mit der Unterzeichnung des schriftlichen Schen-
kungsversprechens durch B1._ namens der Stiftung sei die Schenkung be-
reits empfangen und angenommen worden. Die Schenkungsannahme sei sodann
keiner Form unterworfen und könne auch konkludent erfolgen (Urk. 54 S. 20f Erw.
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2.7.).
Warum diese Erwägungen der Vorinstanz unzutreffend sein sollen, insbesondere
hinsichtlich der Zurechnung des Wissens der Organe an das Wissen der Stiftung,
legt die Klägerin in ihrer Berufung nicht dar. Sie verweist lediglich auf die weiteren
Sachverhaltsumstände im Nachgang zum Schenkungsversprechen und wieder-
holt diese. In ihrer Berufungsschrift hat die Berufung führende Partei sich indes-
sen mit den angefochtenen Erwägungen des vorinstanzlichen Urteils auseinander
zu setzen und darzulegen, weshalb diese unzutreffend sein sollen; es genügt
nicht, wenn die Berufungsklägerin den vorinstanzlichen Erwägungen lediglich ih-
ren eigenen abweichenden Standpunkt gegenüber stellt (Reetz/Theiler, in : Sut-
ter-Somm et. al. ZPO Komm., Art. 311 N 36). Insofern ist es fraglich, ob die Beru-
fung vorliegend den gesetzlichen Rügeanforderungen überhaupt genügt.
2. Das schriftliche Schenkungsversprechen gemäss Art. 243 Abs. 1 OR ist ein
grundsätzlich zweiseitiges Rechtsgeschäft, d.h. es bedarf der Beteiligung auch
des Begünstigten im Sinne einer Annahme und kommt erst mit der Annahme zu-
stande. Da die vorgeschriebene Schriftform nur dem Schutz des Schenkers vor
übereiltem Handeln dient, muss die Schenkungsannahme demgegenüber nicht in
Schriftform erfolgen, sondern ist vielmehr formungebunden und kann sich auch
aus konkludentem Handeln ergeben. Erfolgt eine Schenkung ohne weitere Aufla-
gen und hat sie keinerlei Belastung für den Beschenkten zur Folge, ist auch eine
stillschweigende Annahme möglich. Immerhin setzt die Annahme einer still-
schweigenden oder konkludenten Zustimmung mindestens die Kenntnis des Be-
schenkten von der Schenkung zu Lebzeiten des Schenkers voraus, damit er die-
se auch einfordern kann (BGE 136 III 142 m.w.H.; CHK-B. Schönenberger, OR
Art. 243 N 1; BSK OR I - N.P. Vogt, Art. 243 N 1, Art, 244 N 1). Bei juristischen
Personen gilt das Wissen ihrer Organe grundsätzlich als Wissen der juristischen
Person. Bei juristischen Personen mit mehrgliedrigen Organen mit kollektiver Ver-
tretungsmacht genügt dabei das Wissen eines einzigen Gliedes, um entspre-
chendes Wissen des ganzen Organs und damit der juristischen Person zu bewir-
ken, zumindest wenn dieses einzelne Organmitglied effektiv mit der betreffenden
Angelegenheit befasst ist (CHK-Ch. Niggli, ZGB Art. 55 N 11; BSK ZGB I - C.
Huguenin, Art. 55 N 19; R. Weber, SPR II/4 S. 175; H.M. Riemer, BK, N 49 zur
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Art. 54/55 ZGB). Handlungsfähigkeit des Beschenkten ist für die Annahme einer
Schenkung nicht erforderlich (Art. 241 OR). Bei Urteilsunfähigkeit bedarf es der
Annahme durch den gesetzlichen Vertreter. Bringt eine Schenkung für den ur-
teilsunfähigen Beschenkten keinerlei Verpflichtungen mit sich, ist mangels Inte-
ressenkollision eine solche Schenkung auch durch den gesetzlichen Vertreter an
seinen urteilsunfähigen Schutzbefohlenen durch Selbstkontrahieren zulässig und
gültig (B. Schönenberger, a.a.O. Art. 241 N 3f; N.P. Vogt, a.a.O. Art. 241 N 3).
Dass unentgeltliche Rechtsgeschäfte, die ihrer Natur nach ausschliesslich dem
Vertretenen zum Vorteil gereichen und keine Gefahr der Benachteiligung für ihn
mit sich bringen, durch Selbstkontrahieren des Vertreters gültig abgeschlossen
werden können, ist sodann ein allgemeiner Grundsatz und gilt auch für das Han-
deln von Organen von juristischen Personen (BGE 126 III 361 m.w.H.; BSK OR I -
R. Watter Art. 33 N 19; CHK-A. Kut, OR Art. 33 N 27; R. Zäch BK N 78, 83 zu Art.
33 OR). Der letztgenannte Autor subsumiert an der aufgeführten Stelle ausdrück-
lich auch das rechtsgeschäftliche Handeln unter Kollektivvertretern unter die Re-
geln des Selbstkontrahierens.
3. Das hier in Frage stehende schriftliche Schenkungsversprechen wurde sowohl
seitens des Schenkers als auch der Beschenkten durch B1._ unterschrieben.
B1._ war damals einzelzeichnungsberechtigtes Stiftungsratsmitglied. Mit sei-
ner rechtsverbindlichen Unterschrift hat er somit die Schenkung formell und
rechtsgültig namens der Stiftung angenommen. Dass die Schenkung auf dem
Weg des Selbstkontrahierens zustande kam, schadet nach dem Vorgesagten
nicht, da der bedachten Stiftung daraus nur Vorteile erwuchsen.
Die Annahme einer Schenkung zur Äufnung des Stiftungskapitals gehört sodann
zweifellos zum Aufgabenbereich eines Stiftungsrates, insbesondere des Stiftungs-
ratspäsidenten. Sein entsprechendes Wissen ist daher der ganzen Stiftung anzu-
rechnen. Unterlässt er es in der Folge, die weiteren Organe über eine Schenkung
zu informieren, und wird die Schenkung deshalb nicht eingefordert, so machte
dies nicht die Schenkung ungültig, sondern begründete allenfalls eine Organhaf-
tung gemäss Art. 55 Abs. 3 ZGB gegenüber der Stiftung.
Eine andere rechtliche Betrachtungsweise ergäbe sich auch nicht, wenn man we-
gen der vorliegenden Personalunion von Schenker und Vertreter der Beschenkten
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eine Information weiterer Stiftungsratsmitglieder ausserhalb der Person von
B1._ fordern würde, wie es die Berufungsklägerin im Berufungsverfahren zu
postulieren scheint. Denn es ist unbestritten, dass auch Stiftungsrat D._
Kenntnis von der Schenkung und überdies auch eine Kopie des schriftlichen
Schenkungsversprechens erhielt. Damit wurde das Schenkungsversprechen samt
der nötigen Beweisurkunde auch einem weiteren Organmitglied der beschenkten
Stiftung bekannt. Dass D._ nur Kollektivunterschrift für die Stiftung hatte,
schadet der Zurechnung seines Wissens an den ganzen Stiftungsrat als Organ
der Stiftung nach dem Vorgesagten nicht. Der Stiftungsrat bestand neben
B1._ und D._ anfänglich nur noch aus einer einzigen weiteren Person,
später aus drei weiteren Personen. Bei der sehr übersichtlichen Organisations-
struktur gehörte die Verantwortung für die Stiftungsmittel damit zum direkten Auf-
gabenbereich aller Stiftungsratsmitglieder und ist das diesbezügliche Wissen
auch von D._ ohne weiteres dem ganzen Stiftungsrat und damit der Stiftung
anzurechnen. Die Anweisung an D._, über das Schenkungsversprechen ge-
genüber weiteren Personen Schweigen zu bewahren, ändert an der Zurechen-
barkeit seines Wissens an das Wissen der Stiftung und an der objektiven Mög-
lichkeit zur Einforderung der Schenkung nichts. Die Beachtung des Geheimhal-
tungsgebots und die dadurch allenfalls verhinderbare Einforderung der Schen-
kung hätte auch bei D._ eine Organhaftung für einen allfälligen Schaden
nach sich gezogen, macht aber die Schenkung nicht mangels Kenntnis des Be-
schenkten ungültig. Die buchhalterische und steuerliche Nichtdeklaration der
Schenkungszusage bei der Stiftung war lediglich die Folge der Geheimhaltungs-
abrede zwischen B1._ und D._, hat als solche aber keinen Einfluss auf
die anfängliche zivilrechtliche Gültigkeit der Schenkung. Da die Stiftung steuerbe-
freit ist, erfüllte die Nichtverbuchung vermutungsweise auch kein Steuerdelikt.
Dass die Stiftung die Schenkung angenommen hat, ergibt sich sodann konkludent
aus der Entgegennahme der beiden Teilzahlungen und der vorliegenden Einfor-
derung des Restbetrages, wie es auch Ziffer 3.1. der Stiftungsstatuten vorsieht,
wonach das Stiftungsvermögen aus künftigen Zuwendungen von B1._ be-
stehen soll (Urk. 3/7).
Die Vorinstanz ist nach sorgfältiger Würdigung aller Umstände zur Auffassung ge-
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langt, dass B1._ vorliegend die Schenkung tatsächlich gewollt und sie zu
Lebzeiten tatsächlich auch bereits zur Hälfte erfüllt habe, sich aber mit der Ge-
heimhaltungsanweisung an D._ nur die Bestimmungshoheit über den Zeit-
punkt des Vollzugs der "auf erste Aufforderung seitens der Stiftung" zu leistenden
Zahlung habe vorbehalten wollen. Damit hing die - vollständige - Einforderung der
Schenkung letztlich von der Loyalität von D._ ab, einerseits gegenüber
B1._ und andererseits gegenüber der Stiftung und seinen Pflichten als Stif-
tungsrat. Es liegt daher nicht der vom Kommentator N.P. Vogt (a.a.O. Art. 243 N 6
unter Hinweis auf BGE 42 II 59) erwähnte und von der Berufungsklägerin zitierte
Fall einer ungültigen Schenkung vor, wo sich der Schenker gleichzeitig mit der
Abgabe eines Schenkungsversprechens ausdrücklich die grundsätzliche Freiheit
der Übergabe des Schenkungsgegenstandes vorbehalten hatte und weshalb ein
grundsätzlicher Bindungswille verneint wurde. Dass B1._ sodann die Schen-
kungsurkunde in seinem Privatsafe aufbewahrte, spielt ebenfalls keine Rolle, ver-
fügte doch auch das Stiftungsratsmitglied D._ über eine Kopie davon.
5. Aufgrund der vorstehenden Erwägungen ist mit der Vorinstanz von einem gülti-
gen Schenkungsversprechen und einem Restguthaben der beklagten Stiftung von
1 Mio. Franken aus dieser Schenkung auszugehen. Dies führt zur Bestätigung der
Abweisung der Aberkennungsklage und zur definitiven Rechtsöffnung über den
noch ausstehenden Schenkungsbetrag zuzüglich Zins und Nebenkosten.
D.
Bei diesem Ausgang des Verfahrens wird die Klägerin für beide Instanzen kos-
tenpflichtig. Die erstinstanzliche Regelung der Kosten- und Entschädigungsfolgen
ist daher zu bestätigen. Für das zweitinstanzliche Verfahren sind keine Parteient-
schädigungen zuzusprechen; an die Berufungsklägerin nicht infolge ihres Unter-
liegens, an die Berufungsbeklagte nicht mangels wesentlicher Umtriebe.
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