# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 619f3750-b337-49a0-8e53-74e90747580a
**Court:** SG_VGN
**Chamber:** SG_VGN_001
**Year:** 2018
**Language:** de
**Jurisdiction:** SG / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Entscheid Verwaltungsgericht, 27.09.2018 Sozialhilfe. Rückerstattung. Verjährung der Rückerstattung. Art. 18 und 21 SHG (sGS 381.1). In materieller Hinsicht streitig war, ob die Vorinstanz die von der Beschwerdegegnerin verfügte Rückerstattung von finanzieller Sozialhilfe in Form von monatlichen Raten zu Recht bestätigte. Art. 21 SHG beschlägt ausschliesslich die Frist für die Geltendmachung des materiellen Rückforderungsanspruchs. Art. 21 Abs. 1 SHG verlangt hierfür den Erlass einer Verfügung. Mit der Verfügung vom 10. November 2016 wurde die 15jährige Frist für den materiellen Rückforderungsanspruch nach Art. 21 SHG für den ganzen zur Diskussion stehenden Rückforderungszeitraum gewahrt. Zu beantworten war die Frage, innert welcher Frist und in welcher Weise der materiell (fristwahrend) verfügte Rückforderungsanspruch zu vollziehen ist. Das SHG enthält keine Regelung zur Frage, innert welcher Frist ein innert der Frist von Art. 21 Abs. 2 SHG materiell verfügter Rückforderungsanspruch zu vollstrecken ist bzw. ab wann die Vollstreckungsmöglichkeit als verjährt zu betrachten ist. Die Verjährung ist im öffentlichen Recht als allgemeiner Rechtsgrundsatz anerkannt und kommt daher auch unabhängig vom Bestehen einer einschlägigen gesetzlichen Vorschrift zum Tragen. Das Verwaltungsgericht erachtete es als sachgerecht, die steuerrechtliche Regelung der Bezugsverjährung (Art. 217 StG; sGS 811.1) auf den vorliegenden Fall analog zur Anwendung zu bringen: Zum einen weist das Steuerrecht insofern einen sachlichen Konnex zum Sozialhilferecht auf, als Sozialhilfe aus Steuergeldern finanziert wird. Eine vollzogene Rückforderung von Sozialhilfeleistungen bewirkt von daher immer auch einen „Rückfluss“ von Steuergeldern. Zum anderen hat sich die detaillierte steuerrechtliche Regelung in der Praxis bewährt. Für den vorliegenden Sachverhalt bedeutete dies, dass die am 10. November 2016 verfügte Rückforderung vom Grundsatz her innert fünf Jahren zu vollziehen ist, wobei die fünfjährige Frist einer Unterbrechung mit anschliessendem Neubeginn zugänglich ist. Mit Ablauf von zehn Jahren nach Rechtskraft der materiellen Rückforderungsverfügung sind solche Fristunterbrechungen und
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ein weiterer Rückforderungsvollzug - analog zu Art. 217 Abs. 3 StG - nicht mehr möglich. Das Verwaltungsgericht bestätigte den vorinstanzlichen Entscheid im Ergebnis (Verwaltungsgericht, B 2017/77).
Entscheid vom 27. September 2018
Besetzung
Abteilungspräsident Eugster; Verwaltungsrichterinnen Bietenharder und Zindel,
Verwaltungsrichter Engeler und Steiner; Gerichtsschreiber Schmid
Verfahrensbeteiligte
A._ und B._,
Beschwerdeführer,
vertreten durch Rechtsanwältin Dr. iur. Barbara Wyler, Wyler Koch Partner AG,
Business Tower, Zürcherstrasse 310, Postfach 340, 8501 Frauenfeld,
gegen
Verwaltungsrekurskommission des Kantons St. Gallen, Unterstrasse 28,
9001 St. Gallen,
Vorinstanz,
und
Politische Gemeinde X._, Gemeinderat,
Beschwerdegegnerin,
Gegenstand
Rückerstattung finanzieller Sozialhilfe
Das Verwaltungsgericht stellt fest:
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A.
a. A._ und B._ wohnten mit ihren zwei Kindern (Jg. 1999 und 2001; ein drittes Kind
kam 2007 auf die Welt) bis 19. Juni 2004 in X._. Die Familie wurde vom Sozialamt X._
von November 2001 bis Juni 2004 mit CHF 178‘006 finanziell unterstützt. Mit
Verfügung vom 10. November 2016 verpflichtete das Sozialamt X._ das Ehepaar A._
und B._ zur Rückerstattung der Sozialhilfe von CHF 178‘006 in monatlichen, erstmals
per 1. Dezember 2016 fälligen Raten von CHF 612.30. Einem allfälligen Rekurs wurde
die aufschiebende Wirkung entzogen und darauf hingewiesen, dass im Fall der nicht
fristgerechten Bezahlung der ersten Rate eine Lohnpfändungsanzeige an den
Arbeitgeber von B._ versandt werde (act. G 5/5/25). Ein gegen diese Verfügung
erhobenes Rechtsmittel wies der Gemeinderat X._ mit Entscheid vom 15. Dezember
2016 ab, soweit er darauf eintrat (act. G 5/5/33).
b. Gegen den Entscheid vom 15. Dezember 2016 erhob Rechtsanwältin Dr. Barbara
Wyler, Frauenfeld, für A._ und B._ am 2. Januar 2017 Rekurs (act. G 5/1). Diesen
wies die Verwaltungsrekurskommission des Kantons St. Gallen mit Entscheid vom
29. März 2017 ab; auf die Erhebung der den Rekurrenten auferlegten amtlichen Kosten
verzichtete sie und entschädigte die Rechtsvertreterin aus unentgeltlicher
Rechtsverbeiständung (act. G 2/1).
B.
a. Gegen diesen Rekursentscheid erhob Rechtsanwältin Wyler für das Ehepaar A._
und B._ am 26. April 2017 Beschwerde mit den materiellen Anträgen, der Entscheid
sei aufzuheben (Ziff. 1), und es sei ein monatlicher Rückerstattungsanspruch von
maximal CHF 140 festzusetzen. Die Rückzahlung sei bis spätestens 30. Juni 2019 zu
befristen (Ziff. 2). Die Beschwerdegegnerin sei zu verpflichten, den Beschwerdeführern
für die vorinstanzlichen Verfahren eine angemessene Entschädigung in Höhe von
CHF 3‘353 auszurichten (Ziff. 3). Den Beschwerdeführern sei die unentgeltliche
Rechtsverbeiständung zu bewilligen (Ziff. 5). Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen
zulasten der Beschwerdegegnerin (Ziff. 6).
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b. In der Vernehmlassung vom 28. April 2017 beantragte die Vorinstanz Abweisung der

## Considerations

Beschwerde. Zur Begründung verwies sie auf die Erwägungen des angefochtenen
Entscheids (act. G 4). Die Beschwerdegegnerin beantragte in der Vernehmlassung vom
4. Mai 2017 Abweisung der Beschwerde, unter Kosten- und Entschädigungsfolgen
zulasten der Beschwerdeführer (act. G 7).
c. Auf die Vorbringen in der Beschwerde wird, soweit für den Entscheid relevant, in den
nachstehenden Erwägungen eingegangen.
Darüber zieht das Verwaltungsgericht in Erwägung:
1. Das Verwaltungsgericht ist zum Entscheid in der Sache zuständig (Art. 59 Abs. 1 des
Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege, sGS 951.1, VRP). Die Beschwerdeführer
sind zur Beschwerde legitimiert (Art. 64 in Verbindung mit Art. 45 Abs. 1 VRP), und die
Beschwerdeeingabe vom 26. April 2017 entspricht zeitlich, formal und inhaltlich den
gesetzlichen Anforderungen (Art. 64 in Verbindung mit Art. 47 Abs. 1 und Art. 48 Abs. 1
VRP). Auf die Beschwerde ist einzutreten.
Das Verwaltungsgericht behandelt die Angelegenheit, welche unter anderem eine
erstmals zu beurteilende Rechtsfrage zum Gegenstand hat, gestützt auf Art. 18 Abs. 3
lit. b Ziff. 1 des Gerichtsgesetzes (sGS 941.1, GerG) in Fünferbesetzung.
2. Nach Art. 9 des Sozialhilfegesetzes (sGS 381.1, SHG) hat Anspruch auf finanzielle
Sozialhilfe, wer für seinen Lebensunterhalt nicht hinreichend oder nicht rechtzeitig aus
eigenen Mitteln aufkommen kann. Finanzielle Sozialhilfe wird nach Art. 11 Abs. 1 SHG
so bemessen, dass die hilfebedürftige Person die laufenden Bedürfnisse für den
Lebensunterhalt aus eigenen Mitteln decken kann. Schulden können berücksichtigt
werden, wenn dadurch eine bestehende oder drohende Notlage behoben oder
vermieden werden kann. Die Regierung kann durch Verordnung Richtlinien von
Fachorganisationen der Sozialhilfe allgemein verbindlich erklären (Art. 11 Abs. 2 SHG).
Nach Art. 18 Abs. 1 SHG hat derjenige, der für sich oder für Familienangehörige
finanzielle Sozialhilfe bezogen hat, diese zurückzuerstatten, wenn sich seine finanzielle
Lage gebessert hat und die Rückerstattung zumutbar ist. Nach Art. 18 Abs. 2 SHG
erstreckt sich die Rückerstattung auf finanzielle Sozialhilfe, welche die unterstützte
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Person für sich, für die mit ihr verheiratete Person und ihre unmündigen Kinder erhalten
hat. Die politische Gemeinde, die finanzielle Sozialhilfe geleistet hat, verfügt die
Rückerstattung (Art. 21 Abs. 1 SHG). Finanzielle Sozialhilfe, die vor mehr als 15 Jahren
geleistet wurde, wird - abgesehen von vorliegend nicht einschlägigen Ausnahmen -
nicht zurückgefordert (Art. 21 Abs. 2 SHG).
3.
3.1. Die Beschwerdeführer machen in formeller Hinsicht vorab geltend, beim Gespräch
vom 27. Oktober 2016 (vgl. act. G 5/5/20) seien weder der Beschwerdeführer noch
seine Begleiterin angehört worden. Sie seien abgefertigt worden mit dem Hinweis, dass
(über den Abzahlungsbetrag) nicht diskutiert werde. Die Beschwerdeführer hätten in
jenem Gespräch versucht, darauf hinzuweisen, dass eine Darlehensabzahlung in der
Berechnung nicht berücksichtigt worden sei. Indem sich die Beschwerdegegnerin
geweigert habe, ein tatsächliches Gespräch zu führen, habe sie sowohl das rechtliche
Gehör als auch ihre Abklärungspflicht verletzt. Zudem habe das Verhalten der
Beschwerdegegnerin zu schweren psychischen Problemen bei der Beschwerdeführerin
geführt. Aus diesem Grund müsse sie nun in einer Klinik stationär psychiatrisch
behandelt werden (act. G 2/1 S. 5 f.).
3.2. Das mit dem Vollzug des SHG betraute Organ ermittelt den Sachverhalt zur
Feststellung und Überprüfung des Anspruchs auf persönliche Sozialhilfe und zur
Bemessung der Höhe der finanziellen Sozialhilfe (Art. 4bis SHG; Art. 12 Abs. 1 und 2
VRP). Der Untersuchungsgrundsatz (vgl. Cavelti/Vögeli, Verwaltungsgerichtsbarkeit im
Kanton St. Gallen, 2. A. 2003, Rz. 610) wird dabei durch die Mitwirkungspflicht der
Parteien relativiert. Diese führt dazu, dass die Verfahrensbeteiligten vor allem dort, wo
sie eine staatliche Leistung beanspruchen bzw. - wie vorliegend - mit der Rückzahlung
einer solchen Leistung nicht einverstanden sind, das tatsächliche Fundament ihres
Standpunktes weitgehend selbst behaupten und die Beweise dafür anbieten müssen
(vgl. Cavelti/Vögeli, a.a.O., N. 605 mit Hinweis). Eine Mitwirkungspflicht besteht
insbesondere für die Beschaffung von Unterlagen, welche nur die Parteien liefern
können, und für die Abklärung von Tatsachen, welche eine Partei besser kennt als die
Behörde (Häfelin/Müller/Uhlmann, Allgemeines Verwaltungsrecht, 7. Aufl. 2016, Rz.
994).
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Vorliegend hätte es für den Nachweis einer laufenden Darlehensabzahlung keines
Gesprächs mit Vertretern der Beschwerdegegnerin bedurft, sondern der Einreichung
der entsprechenden (beweiskräftigen) Unterlagen durch die Beschwerdeführer beim
Sozialamt. Die Unterlagen hätten auch noch nach dem Gespräch vom 27. Oktober
2016 nachgereicht werden können. Insbesondere im vorinstanzlichen Verfahren hatten
die anwaltlich vertretenen Beschwerdeführer Gelegenheit, alle aus ihrer Sicht
massgebenden Umstände darzulegen und Beweismittel einzubringen. Unter den
dargelegten Umständen ist nicht ersichtlich, inwiefern die Beschwerdegegnerin bzw.
das Sozialamt die Abklärungspflicht oder das rechtliche Gehör der Beschwerdeführer
verletzt haben könnte. Das weitere Vorbringen, wonach das Verhalten der
Beschwerdegegnerin zu schweren psychischen Problemen bei der Beschwerdeführerin
und zu einem Klinikaufenthalt geführt habe, steht als unbelegte Behauptung im Raum.
Hieraus lässt sich für das vorliegende Verfahren nichts ableiten.
4.
4.1. Hinsichtlich der von den Beschwerdeführern bereits im vorinstanzlichen Verfahren
geltend gemachten Verjährung zufolge Ablaufs der Frist gemäss Art. 21 Abs. 2 SHG
hielt die Vorinstanz im angefochtenen Entscheid fest, am 19. Juni 2013 sei den
Beschwerdeführern vom Sozialamt mitgeteilt worden, dass betreffend die
Sozialhilfeschulden von CHF 178‘006 ein Rückzahlungsvorschlag erwartet werde (act.
G 5/5/1). Mit Schreiben vom 23. August 2016 seien sie aufgefordert worden, diverse
Unterlagen einzureichen, damit eine Rückforderung geprüft werden könne (act.G
5/5/6). Am 27. Oktober 2016 sei den Beschwerdeführern der Entwurf einer
Vereinbarung über die Rückerstattung von Sozialhilfeschulden zugestellt worden (act.
G 5/5/22), bevor die Rückerstattung am 10. November 2016 verfügt worden sei. Die
Verjährung sei mit diesen Handlungen folglich mehrmals unterbrochen worden,
weshalb der Rückforderungsanspruch für die in der Zeit von November 2001 bis Juni
2004 geleistete finanzielle Sozialhilfe nicht verjährt sei (act. G 2/1 S. 3 f.).
4.2. Die Beschwerdeführer halten im vorliegenden Verfahren daran fest, dass ein Teil
der Forderung bereits verjährt sei und die geleistete finanzielle Sozialhilfe längstens bis
30. Juni 2019 zurückverlangt werden könne. In einem Merkblatt habe das Amt für
Soziales festgehalten, dass finanzielle Sozialhilfe, die vor mehr als 15 Jahren
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ausgerichtet worden sei, nicht mehr zurückgefordert werde (act. G 2/4). Die 15-jährige
Frist sei unabänderlich und könne weder unterbrochen noch verlängert werden (act. G
1).
4.3. In materieller Hinsicht streitig ist vorliegend, ob die Vorinstanz die von der
Beschwerdegegnerin verfügte Rückerstattung von finanzieller Sozialhilfe von
CHF 178‘006 in Form von monatlichen Raten von CHF 612.30 zu Recht bestätigte.
Vorab ist festzuhalten, dass Art. 21 SHG ausschliesslich die Frist für die
Geltendmachung des materiellen Rückforderungsanspruchs beschlägt. Art. 21 Abs. 1
SHG verlangt hierfür den Erlass einer Verfügung. Mit der Verfügung vom 10. November
2016 wurde die 15jährige Frist für den materiellen Rückforderungsanspruch nach
Art. 21 SHG augenscheinlich für den ganzen zur Diskussion stehenden
Rückforderungszeitraum (November 2001 bis Juni 2004, wobei die erste Buchung nach
Lage der Akten am 13. November 2001 erfolgt war; vgl. act. G 5/5/1 Beilage
Kontoblätter, letzte Seite) gewahrt. Die Frage, ob diese Frist einer Unterbrechung
zugänglich ist und anschliessend wieder neu beginnt oder ob es sich um eine nicht
unterbrechbare Verwirkungsfrist handelt (vgl. VerwGE B 2018/33 vom 27. September
2018), stellt sich damit im konkreten Fall nicht. Zu beantworten ist hingegen die Frage,
innert welcher Frist und in welcher Weise der materiell (fristwahrend) verfügte
Rückforderungsanspruch zu vollziehen ist. Vorliegend sind dementsprechend - bei
unbestritten gebliebener Rückerstattungssumme - der Vollzug bzw. die
Vollstreckbarkeit der Rückerstattung (Vollstreckungsverjährung) einerseits
(nachstehende E. 4.4.) und die Modalitäten des Rückerstattungsvollzugs (Ratenhöhe)
anderseits (nachstehende E. 4.5) zu klären.
4.4.
4.4.1. Das SHG enthält keine Regelung zur Frage, innert welcher Frist ein innert der
Frist von Art. 21 Abs. 2 SHG materiell verfügter Rückforderungsanspruch zu
vollstrecken ist bzw. ab wann die Vollstreckungsmöglichkeit als verjährt zu betrachten
ist. Die Verjährung ist im öffentlichen Recht als allgemeiner Rechtsgrundsatz anerkannt
und kommt daher auch unabhängig vom Bestehen einer einschlägigen gesetzlichen
Vorschrift zum Tragen (vgl. Häfelin/Müller/Uhlmann, a.a.O., Rz. 767). Gemäss Praxis
des Bundesgerichts ist bei Fehlen gesetzlicher Bestimmungen über Verjährungsfristen
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in erster Linie auf öffentlich-rechtliche Regelungen für verwandte Sachverhalte
abzustellen. Gibt es keine solchen, so kann das Gericht privatrechtliche Bestimmungen
analog anwenden oder selbst eine Regelung aufstellen (Häfelin/Müller/Uhlmann a.a.O.,
Rz. 777 mit Hinweisen). Das st. gallische Steuerrecht kennt - neben Fristen betreffend
die Veranlagung von Steuern (Art. 183 des Steuergesetzes [StG], sGS 811.1) und die
Verwirkung von Nachforderungen (vgl. Art. 203 StG) - eine Bezugsverjährung, nach
deren Ablauf eine an sich bestehende materielle Forderung nicht mehr vollzogen
werden kann: Nach Art. 217 StG verjähren Steuerforderungen fünf Jahre, nachdem die
Veranlagung rechtskräftig geworden ist (Abs. 1). Stillstand und Unterbrechung der
Verjährung richten sich nach Art. 183 Abs. 2 lit. b und c sowie Art. 183 Abs. 3 StG (Abs.
2). Die Verjährung wird unterbrochen und beginnt neu unter anderem mit jeder auf
Feststellung oder Geltendmachung der Steuerforderung gerichteten Amtshandlung, die
dem Pflichtigen zur Kenntnis gebracht wird (Art. 183 Abs. 3 Ziff. 1 StG). Ganz allgemein
gilt im Verwaltungsrecht - wie bereits im vorinstanzlichen Entscheid festgehalten - eine
gegenüber dem Privatrecht erleichterte Unterbrechung der Verjährung.
Verjährungsunterbrechend wirken etwa die Zusendung einer Abrechnung oder andere
Amtshandlungen, mit denen der Anspruch geltend gemacht wird (Häfelin/Müller/
Uhlmann, a.a.O., Rz. 765; Rhinow/Krähenmann, Schweizerische
Verwaltungsrechtsprechung, Ergänzungsband, 1990, S. 99; vgl. auch BGer
2C_88/2012 vom 28. August 2012, E. 4.3.4, mit vielen Hinweisen). Die Verjährung tritt
in jedem Fall zehn Jahre nach Ablauf des Jahres ein, in dem die Steuern rechtskräftig
festgesetzt worden sind (Art. 217 Abs. 3 StG).
4.4.2. Vorliegend erscheint es sachgerecht, die dargelegte steuerrechtliche Regelung
der Bezugsverjährung auf den vorliegenden Fall analog zur Anwendung zu bringen:
Zum einen weist das Steuerrecht insofern einen sachlichen Konnex zum
Sozialhilferecht auf, als Sozialhilfe aus Steuergeldern finanziert wird. Eine vollzogene
Rückforderung von Sozialhilfeleistungen bewirkt von daher immer auch einen
„Rückfluss“ von Steuergeldern. Zum anderen hat sich die detaillierte steuerrechtliche
Regelung in der Praxis bewährt. Für den vorliegenden Sachverhalt bedeutet dies, dass
die am 10. November 2016 verfügte Rückforderung vom Grundsatz her innert fünf
Jahren zu vollziehen ist, wobei allerdings die fünfjährige Frist unter den dargelegten
Voraussetzungen einer Unterbrechung mit anschliessendem Neubeginn zugänglich ist.
Mit Ablauf von zehn Jahren nach Rechtskraft der materiellen Rückforderungsverfügung
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sind hingegen solche Fristunterbrechungen und ein weiterer Rückforderungsvollzug -
analog zu Art. 217 Abs. 3 StG - nicht mehr möglich.
Dem Gesetzgeber ist es im Übrigen unbenommen, für die Zukunft den
Rückforderungsvollzug von Sozialhilfeleistungen entsprechend gesetzlich (abweichend
vom vorliegenden Entscheid) zu regeln.
4.5.
4.5.1. Das SHG enthält im Weiteren auch keine Vorschriften betreffend die Modalitäten
der Vollstreckung von Geldforderungen der Sozialhilfe-Behörde. Die SKOS-Richtlinien
12/15 (4. Aufl. 2005 mit Ergänzungen bis und mit 2015; https://www.skos.ch/fileadmin/
_migrated/content_uploads/2016_SKOS-Richtlinien-komplett-d.pdf) knüpfen die
Zulässigkeit einer Rückforderung zum einen an die Bedingung, dass die "gesetzlichen
Grundlagen" (in den Richtlinien nicht näher umschrieben) gegeben seien. Bei der
Festsetzung der monatlichen Raten sei darauf zu achten, dass die Höhe der
Rückerstattung nicht weiter gehe als die maximale Kürzungslimite von 30%. Die
Bedürfnisse mitunterstützter Personen (Kinder, Ehepartner/in) seien zu berücksichtigen
(vgl. SKOS-Richtlinien, E.3). Dort, wo die gesetzlichen Grundlagen die Rückerstattung
aus Erwerbseinkommen zwingend vorsehen würden, werde empfohlen, eine
grosszügige Einkommensgrenze zu berücksichtigen und die zeitliche Dauer der
Rückerstattungen zu begrenzen, um die wirtschaftliche und soziale Integration nicht zu
gefährden (SKOS-Richtlinien, E. 3.1). Bei den SKOS-Richtlinien handelt es sich um
Empfehlungen (vgl. SKOS-Richtlinien, S. 3). Eine Allgemeinverbindlicherklärung (vgl.
Art. 11 Abs. 2 SHG) ist für den Kanton St. Gallen nicht erfolgt (vgl. dazu C. Hänzi, Die
Richtlinien der Schweizerischen Konferenz für Sozialhilfe, Basel 2011, S. 321; GVP
2001 Nr. 5). Im Ergebnis stimmen die Empfehlungen der SKOS-Richtlinien hinsichtlich
Rückerstattung im Wesentlichen mit der verwaltungsgerichtlichen Rechtsprechung
überein. Bei der Beurteilung der Zumutbarkeit einer Rückerstattung sind nach der
Rechtsprechung nicht dieselben strengen Massstäbe anzulegen wie bei der Prüfung
der Frage, ob Anspruch auf finanzielle Sozialhilfe besteht (GVP 2001 Nr. 6). Die
Rückerstattung soll eine den Verhältnissen des Verpflichteten angemessene
Lebenshaltung nicht verunmöglichen (vgl. F. Wolffers, Grundriss des Sozialhilferechts,
2. Aufl. 1999, S. 178 f.).
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4.5.2. Die Vorinstanz stützte sich im angefochtenen Entscheid für die Festlegung des
Rückerstattungsbetrages nicht auf die erwähnten SKOS-Richtlinien, sondern auf die
Praxishilfe der St. Gallischen Konferenz der Sozialhilfe, Stand 1. Oktober 2016
(nachstehend KOS-Praxishilfe) ab. Dies erscheint insofern sachgerecht, als dadurch ein
gleichmässiges bzw. rechtsgleiches Vorgehen ermöglicht wird, welches auch mit den
SKOS-Richtlinien und der verwaltungsgerichtlichen Rechtsprechung in Einklang steht.
Gemäss der KOS-Praxishilfe ist „eine Rückerstattung zumutbar, wenn stabile
Verhältnisse vorliegen und das vorhandene Einkommen das um einen Zuschlag von
20% zum Grundbetrag (inkl. Zuschlag zum Grundbetrag), die obligatorischen Abgaben
(Steuern, Militärpflichtersatz usw.), die Versicherungsprämien, die pflichtigen Alimente
und die Ausbildungskosten erweiterte soziale Existenzminimum übersteigen und/oder
das vorhandene (liquide) Vermögen höher ist als die doppelten Vermögensfreigrenzen
nach den Richtlinien über die Bemessung der Sozialhilfeleistungen. Rückerstattungen
sind dann nicht zumutbar, wenn sie die pflichtige Person mit einiger Wahrscheinlichkeit
der Gefahr einer erneuten Bedürftigkeit aussetzen“ (KOS-Praxishilfe, E. 3.1.5.3). Eine
Rückerstattung wird im Fall einer Familie mit drei Kindern ab einem Nettoeinkommen
von CHF 69‘000 bzw. ab einem steuerbaren Einkommen von CHF 58‘000 geprüft
(KOS-Praxishilfe, E. 3.1.6.2).
4.5.3. Für 2015 deklarierten die Beschwerdeführer ein Erwerbseinkommen von
insgesamt CHF 96‘433 (act. G 5/2/7). Den Lohnabrechnungen des Beschwerdeführers
für Januar bis August 2016 lässt sich ein monatlicher Nettolohn CHF 7‘603.95
zuzüglich einer Gratifikation von CHF 7‘708.85 und Kinderzulagen von monatlich
CHF 650 entnehmen (act. G 5/5/7). Die Beschwerdeführer halten fest, dass in den
erwähnten Lohnabrechnungen die Kinderzulagen im Nettolohn von CHF 7‘603.95
bereits enthalten seien. Der Vorinstanz sei ein Fehler unterlaufen (act. G 5 S. 8).
Letzteres trifft zu: Die Lohnabzüge wurden jeweils auf dem Bruttolohn von CHF 8‘430
(ohne Kinder- und Ausbildungszulagen) bemessen, jedoch vom Monatslohn
einschliesslich Familienzulagen abgezogen (vgl. act. G 5/5/7); die Zulagen sind
dementsprechend nicht nochmals zum Nettolohn zu addieren. Die von der Vorinstanz
zugrunde gelegten Einkommenszahlen sind entsprechend zu korrigieren. Das
anrechenbare monatliche Erwerbseinkommen des Beschwerdeführers beträgt
CHF 8‘246.35 (Gratifikationsanteil von CHF 642.40 [CHF 7‘708.85 / 12] +
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CHF 7‘603.95). Als belegt zu erachten ist damit, dass das anrechenbare
Nettoeinkommen 2015 der Beschwerdeführer (12 x CHF 8‘246.35) den Grenzbetrag
von CHF 69‘000 bzw. das steuerbare Einkommen 2015 den Grenzbetrag von
CHF 58‘000 übersteigt (vgl. vorstehende E. 4.5.2 am Schluss und act. G 5/5/11).
4.5.4. Im angefochtenen Entscheid legte die Vorinstanz im Weiteren dar, dass ein
Einkommensfreibetrag von CHF 400 nicht berücksichtigt werden könne, weil es
vorliegend nicht um die Gewährung von Sozialhilfe, sondern um deren Rückerstattung
gehe. Der um 20% erhöhte Grundbedarf für eine fünfköpfige Familie (KOS-Praxishilfe,
B. 2.1 und 2.2) betrage CHF 2‘863.20. Hinzu kämen Miete (CHF 2‘050 einschliesslich
Nebenkosten), Mehrkosten für auswärtige Verpflegung (CHF 200), zusätzliche
Verkehrsauslagen (CHF 132), Kosten für Hausrat- und Privathaftpflichtversicherung
(CHF 46.80) und Steuern (CHF 478.40) sowie Prämien (einschliesslich Franchisen und
Selbstbehalte) für die obligatorische Krankenversicherung von CHF 1‘203.65 ab
1. Januar 2017 (act. G 5/2/6). Die Beschwerdeführer begründeten nicht, weshalb bei
ihnen die Beiträge gemäss VVG (Überobligatorium) übernommen werden sollten.
Zukünftige allfällige Kosten könnten nicht berücksichtigt werden. Ebenfalls nicht
berücksichtigt werden könnten die Prämien für die Lebensversicherung der
Beschwerdeführerin. Hinsichtlich des (undatierten) Darlehensvertrages (act. G 5/2/4)
bzw. der per 31. Dezember 2015 ausstehenden Schuld von CHF 6‘600 hätten die
Beschwerdeführer nicht belegt, ob nach wie vor eine Darlehensschuld bestehe und
tatsächlich auch Rückzahlungen geleistet würden. Die Abzahlung von Schulden könne
daher nicht berücksichtigt werden. Zusammengefasst stehe einem monatlichen
Nettoeinkommen von CHF 8‘896.35 ein Grundbedarf für den Lebensunterhalt von etwa
CHF 6‘900 gegenüber. Die Hälfte des Überschusses von ca. CHF 1‘900 betrage
demnach etwa CHF 950. Der von der Vorinstanz festgelegte Rückerstattungsbetrag
von CHF 612.30 lasse sich daher nicht beanstanden. Der Antrag, die Rückerstattung
bis 30. Juni 2019 zu befristen mit der Begründung, dass dannzumal der
Rückerstattungsanspruch verjährt sei, sei abzuweisen, da die Verjährungsfrist
unterbrochen worden sei (act. G 2/1 S. 5-7).
4.5.5. Zu dem in diesem Verfahren bestätigten Standpunkt der Beschwerdeführer
betreffend Berücksichtigung des Einkommensfreibetrages von CHF 400 (act. G 1 S. 8
unten) ist festzuhalten, dass im Fall einer Rückerstattung von Sozialhilfe der Zweck des
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Freibetrages (Erleichterung der Erwerbsaufnahme oder Erhöhung des Arbeitspensums
durch Sozialhilfe-Unterstützte; KOS-Praxishilfe, A. 3. und E. 1.2) zum vornherein nicht
zum Tragen kommen kann, zumal die Beschwerdeführer nicht sozialhilfeunterstützt
sind. Indem der Freibetrag von seinem Sinn her einzig auf die Bemessung von
Sozialhilfe, nicht jedoch auf Rückerstattungen nach Verbesserung der Finanzsituation
zugeschnitten ist, liess ihn die Vorinstanz bei ihrer Rechnung zu Recht ausser Betracht.
Im Weiteren werden gemäss KOS-Praxishilfe (Abschnitte B.5 und C.1.4) Prämien und
Kosten, welche über die medizinische Grundversorgung (Obligatorium) hinausgehen,
von der Sozialhilfe (lediglich) in begründeten Fällen übernommen. Auch in diesem
Verfahren legen die Beschwerdeführer keinen konkreten Grund für die Übernahme von
Prämien bzw. Gesundheitskosten ausserhalb des KVG-Obligatoriums dar. Diese haben
daher ausser Betracht zu bleiben. Zu Recht wies die Vorinstanz sodann darauf hin,
dass allfällige künftige Gesundheitskosten erst nach effektivem Kostenanfall geprüft
werden könnten.
Sodann führen die Beschwerdeführer aus, es seien die Prämien sämtlicher tatsächlich
vorhandener (Sach- und Personen-)Versicherungen zu berücksichtigen, auch
diejenigen ihrer Lebensversicherung (act. G 1 S. 9 f.). Gemäss KOS-Praxishilfe
(Abschnitt C.1.5) sind jedoch lediglich Hausrat- und Haftpflichtversicherung als weitere
situationsbedingte Leistungen zu übernehmen. Lebensversicherungsprämien sind hier
nicht aufgeführt. Letzteres dürfte vorab darin begründet sein, dass die Äufnung von
Lebensversicherungen im Allgemeinen nicht dem Grundbedarf zugezählt wird. Wenn
die Vorinstanz von der KOS-Praxishilfe ausging und Lebensversicherungsprämien nicht
zum Abzug zuliess, so ist kein begründeter Anlass (im Sinn eines Rechtsfehlers)
ersichtlich, dies im vorliegenden Verfahren zu korrigieren.
Hinsichtlich der von den Beschwerdeführern gegenüber den Vorinstanzen geltend
gemachten und im vorliegenden Verfahren bestätigten Darlehensabzahlung in
monatlichen Raten zu CHF 300 (act. G 1 S. 10 f.) ist festzuhalten, dass die Abzahlung
von Schulden anzurechnen ist, sofern sie im Einzelfall begründet ist (vgl. KOS-
Praxishilfe, C.1.5, und vorinstanzlicher Entscheid, act. G 2/1 S. 6 unten), d.h. wenn sie
vertraglich geschuldet (vgl. act. G 5/2/4) ist und tatsächlich geleistet wird. Die
Beschwerdeführer reichten hierzu im vorliegenden Verfahren Kontoauszüge des
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Vereins „Q._“ vom 20. April 2017 ein, aus welchen für den Zeitraum von Januar 2016
bis März 2017 monatliche Zahlungen der Beschwerdeführer von CHF 300 ersichtlich
sind (act. G 2.5). Es besteht daher kein Anlass (mehr), diese Abzahlungen im
vorliegenden Verfahren für die Festlegung der Sozialhilfe-Rückerstattungsbeträge
ausser Acht zu lassen. Diese Feststellung betrifft die Monate Dezember 2016 (Beginn
der Rückzahlungspflicht) bis März 2017. Vorliegend waren lediglich die Verhältnisse bis
zum Datum des angefochtenen Entscheids zu prüfen, da der Gegenstand des
vorinstanzlichen Entscheids grundsätzlich auch den Gegenstand des vorliegenden
Verfahrens in sachlicher und zeitlicher Hinsicht festlegt bzw. begrenzt. Für spätere
Zeiträume lagen zudem auch keine Abzahlungsbelege vor.
4.5.6. Zusammenfassend ist festzuhalten, dass einem anrechenbaren monatlichen
Nettoeinkommen der Beschwerdeführer von CHF 8‘246.35 (vorstehende E. 4.5.3) ein
um 20% erhöhter Grundbedarf von CHF 2‘863.20 (unbestritten; vgl. act. G 1 S. 11),
monatliche Mietkosten von CHF 2‘050 (unbestritten; vgl. act. G 1 S. 11),
Gesundheitskosten (KVG-Prämien, Selbstbehalte, Franchisen) von CHF 1‘203.65
(vorstehende E. 4.5.2 und E. 4.5.4), Prämien für Hausrat- und Haftpflichtversicherung
(CHF 46.80; vorstehende E. 4.5.2 und E. 4.5.4), Steuern von CHF 478.40,
Verkehrskosten von CHF 132, Mehrkosten Verpflegung von CHF 200 (alles
unbestritten; act. G 1 S. 11) sowie die Kreditabzahlung von CHF 300 gegenüberstehen.
Die Einnahmen (CHF 8‘246.35) übersteigen das Total der Ausgaben (CHF 7‘274.05) um
CHF 972.30. Die Hälfte dieses Überschusses (CHF 486.15; vgl. KOS-Praxishilfe, E.
3.1.6.3) erreicht den von der Vorinstanz bestätigten monatlichen
Rückerstattungsbetrag von CHF 612.30 nicht. Der Rückerstattungsbetrag ist
dementsprechend auf CHF 486.15 zu reduzieren. Diesbezüglich lässt sich der
angefochtene Entscheid nicht aufrechterhalten.
Was im Weiteren den Antrag betreffend Befristung der Rückerstattung bis 30. Juni
2019 betrifft (act. 1 S. 12), so lässt sich eine solche Befristung nicht mit Hinweis auf
den Eintritt der Rückforderungsverjährung hinsichtlich der im Jahr 2004 letztmals
ausgerichteten Sozialhilfeleistungen begründen, da mit der Verfügung vom 10.
November 2016 eine fünfjährige, unterbrechbare Vollzugsverjährung zu laufen begann
(vgl. vorstehende E. 4.4.2). Wenn die Vorinstanz (act. G 2/1 S. 7 mit Hinweis auf KOS-
Praxishilfe, H.9.) festhält, dass die gesamte Rückzahlungsdauer in der Regel vier Jahre
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nicht überschreiten sollte, so steht dies mit der hier angewendeten (absoluten)
Vollzugsverjährung von 10 Jahren nicht ohne Weiteres in Einklang, kann jedoch aus
anderen Gründen (Vermeidung der Gefahr einer erneuten Sozialhilfebedürftigkeit; vgl.
vorstehende E. 4.5.2) sinnvoll sein. Nachdem hier jedoch lediglich die
Rückerstattungsmodalitäten im Hinblick auf die Verhältnisse im Zeitraum von
Dezember 2016 bis März 2017 zu prüfen waren (und nicht auch der Folgezeit),
erübrigen sich weitere Ausführungen hierzu. Immerhin ist festzuhalten, dass für die
Folgezeit die Darlehensabzahlung wie dargelegt nicht nachgewiesen ist. Im Übrigen
richtet sich der monatliche Rückforderungsbetrag ab April 2017 grundsätzlich nach der
Verfügung vom 10. November 2016, unter Berücksichtigung der korrigierten
Einkommenszahlen gemäss vorstehender E. 4.5.3. und unter Vorbehalt von
nachgewiesenen geänderten Verhältnissen gemäss Ziff. 6 der erwähnten Verfügung.
5.
5.1. Die Beschwerdeführer beanstanden die von der Vorinstanz für das
Rekursverfahren festgesetzte Entschädigung aus unentgeltlicher Rechtsverbeiständung
von CHF 2‘246.40 (einschliesslich Barauslagen und Mehrwertsteuer) als nicht
angemessen bzw. als wesentlich zu tief. Das Rekursverfahren sei wesentlich
aufwändiger gewesen, als die Vorinstanz dies bewertet habe. Ausserdem seien
Barauslagen von CHF 80 unrealistisch. Bereits die Kopierkosten hätten sich auf
CHF 170 belaufen (act. G 1 S. 13). Die Vorinstanz hatte im angefochtenen Entscheid
festgehalten, die Rechtsvertreterin habe keine Kostennote eingereicht. Das Honorar
werde als Pauschale ausgerichtet und gestützt auf Art. 19 und 22 Abs. 1 lit. b der
Honorarordnung Rechtsanwälte und Rechtsagenten (sGS 963.75; HonO) festgelegt.
Angesichts des bescheidenen Aktenumfangs und des eingeschränkten Prozessthemas
erscheine ein zufolge unentgeltlicher Prozessführung um 20% gekürztes Honorar von
CHF 2‘000 als angemessen. Hinzuzuzählen seien die Barauslagen von CHF 80 und die
Mehrwertsteuer von CHF 166.40 (Art. 22 Abs. 1 lit. c, Art. 28bis Abs. 1 und Art. 29
HonO), woraus sich eine Entschädigung von insgesamt CHF 2‘246.40 ergebe (act. G
2/1 S. 8).
5.2. Ist ein Beteiligter, wie hier die Beschwerdeführer, vor der Vorinstanz
(erstinstanzliches Gericht) durch eine Anwältin vertreten, wird die ausseramtliche
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Entschädigung nach der HonO bemessen (vgl. Art. 30 lit. b Ziff. 1 des Anwaltsgesetzes,
sGS 963.70, AnwG). Vom Honorar nach der HonO kann abgewichen werden, soweit es
in einem krassen Missverhältnis zu den Bemühungen des Rechtsanwaltes steht (Art. 3
HonO). Art. 3 HonO betrifft aber vor allem den Fall, dass ein sehr hoher Streitwert
einem sehr geringen Aufwand gegenüber steht (vgl. Entscheid des Kantonsgerichtes
St. Gallen BZ_2007_84 vom 28. Februar 2008, E. III. 2b) und dient damit der Reduktion
des Honorars. Davon kann hier nicht gesprochen werden, da die Beschwerdeführer
geltend machen, dass der effektive Aufwand ihrer Rechtsvertreterin wesentlich höher
gewesen sei als von der Vorinstanz angenommen.
Die von der Rechtsvertreterin ins Recht gelegte Kostennote vom 24. April 2017 mit der
Überschrift „Honorar für Rekursverfahren vor der Verwaltungsrekurskommission SG“
ist an das Sozialamt der Gemeinde X._ adressiert (act. G 2.6). Sofern die (verspätete)
Kostennote dem Sozialamt tatsächlich zugegangen war, hätte die Überweisung
derselben an die VRK (zuständigkeitshalber) keinen Sinn gemacht, denn im Zeitpunkt
der Abfassung des erwähnten Schreibens war der angefochtene Entscheid vom 29.
März 2017 bereits versandt und den Verfahrensbeteiligten zugegangen. Es bleibt somit
bei der Feststellung im angefochtenen Entscheid, dass im Rekursverfahren keine
Kostennote eingereicht worden sei (act G 2/1 S. 8). Nach Art. 98 VRP in Verbindung
mit Art. 105 Abs. 2 der Schweizerischen Zivilprozesordnung (SR 272, ZPO) bestand für
die Vorinstanz auch keine Pflicht, die Rechtsvertreterin der Beschwerdeführer vor
Abschluss des Rekursverfahrens zur Einreichung einer Kostennote aufzufordern (vgl.
A. Urwyler, in: Brunner/Gasser/Schwander [Hrsg.], Schweizerische
Zivilprozessordnung, Kommentar, Zürich/St. Gallen 2011, Rz. 7 zu Art. 105; V. Rüegg,
in Spühler/Tenchio/Infanger [Hrsg.], Basler Kommentar, Schweizerische
Zivilprozessordnung, Basel 2013, Rz. 2 zu Art. 105; VerwGE B 2016/206 vom 5.
Dezember 2017, E. 3).
Im konkreten Fall bewegt sich die von der Vorinstanz festgelegte ausseramtliche
Entschädigung für das Rekursverfahren innerhalb des von Art. 22 Abs. 1 lit. b HonO für
die Honorarpauschale festgelegten Rahmens. Die Vorinstanz begründete die
Festlegung der Entschädigung nachvollziehbar. Zu beachten ist hierbei, dass im
Rekursverfahren ausseramtliche Kosten nur soweit notwendig und angemessen (und
damit nicht ohne Weiteres in vollem Umfang) entschädigt werden (vgl. BGer
ter
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1C_165/2016, E. 4.2; VerwGE B 2015/44 vom 28. Juni 2016, E. 5.3). Ein konkreter
Anlass, hiervon abzuweichen, ist nicht ersichtlich. Dispositiv-Ziffer 3 des
angefochtenen Entscheids lässt sich dementsprechend nicht beanstanden.
6.
6.1. Die Beschwerde ist im Sinn der Erwägungen teilweise gutzuheissen und der
Entscheid vom 29. März 2017 in den Dispositiv-Ziffern 1 und 2 aufzuheben. Der
monatliche Rückerstattungsbetrag ist für die Monate Dezember 2016 bis März 2017
auf CHF 486.15 festzulegen.
6.2. Die Beschwerdeführer stellen ein Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege für das
Beschwerdeverfahren (act. G 1). Gemäss Art. 99 Abs. 2 VRP in Verbindung mit Art. 117
ZPO wird die unentgeltliche Rechtspflege gewährt, wenn die Gesuchsteller nicht über
die erforderlichen Mittel verfügen und wenn das Verfahren nicht als aussichtslos
erscheint. Als bedürftig gilt, wer die Kosten eines Prozesses nicht aufzubringen
vermag, ohne die Mittel anzugreifen, derer er zur Deckung des notwendigen
Lebensunterhalts für sich und seine Familie bedarf. Die unentgeltliche
Rechtsverbeiständung ist nur dann zu bewilligen, wenn dies zur Wahrung der im Streit
liegenden Rechte notwendig ist (BGE 135 I 1). Hierbei sind als Kriterien massgebend:
Die Schwierigkeit der sich im Prozess stellenden Fragen, die Rechtskundigkeit der
ansprechenden Partei, die Pflicht zur Herstellung der "Waffengleichheit" und die
Tragweite des Entscheids (V. Rüegg, in: Basler Kommentar zur ZPO a.a.O., Rz. 4 zu
Art. 117 ZPO mit Hinweisen).
Vorliegend erscheint die - bereits im vorinstanzlichen Verfahren mit Entscheid vom 25.
Januar 2017 bejahte (act. G 5/6) - Mittellosigkeit der Gesuchsteller insofern dargetan,
als sich im Zeitraum vom 25. Januar 2017 bis zur Anhängigmachung der vorliegenden
Beschwerde vom 26. April 2017 keine veränderten finanziellen Verhältnisse bei den
Beschwerdeführern ergeben haben dürften. Auch war, rückwirkend betrachtet, das
Beschwerdeverfahren im Zeitpunkt der Anhängigmachung nicht aussichtslos. Der
Beizug eines Rechtsbeistandes war für die Beschwerdeführer angesichts der
geschilderten Verhältnisse notwendig (Art. 118 Abs. 1 lit. c ZPO in Verbindung mit Art.
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99 Abs. 2 VRP; Cavelti/Vögeli, a.a.O., Rz. 855). Deshalb ist das Gesuch betreffend
unentgeltliche Rechtspflege gutzuheissen.
6.3. Ausgehend von einem hälftigen Obsiegen der Beschwerdeführer sind die
amtlichen Kosten des Beschwerdeverfahrens anteilmässig den Beschwerdeführern und
der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen (Art. 95 Abs. 1 VRP; vgl. Cavelti/Vögeli, a.a.O.,
Rz. 761). Eine Entscheidgebühr von CHF 1'500 erscheint angemessen (Art. 7 Abs. 1
Ziff. 222 der Gerichtskostenverordnung, sGS 941.12). Auf die Erhebung der amtlichen
Kosten bei der Beschwerdegegnerin im Betrag von CHF 750 wird nicht verzichtet
(Art. 95 Abs. 3 VRP). Den Anteil der Beschwerdeführer an den amtlichen Kosten
(CHF 750) trägt der Staat zufolge Bewilligung der unentgeltlichen Rechtspflege. Auf die
Erhebung ist zu verzichten.
In gleicher Weise sind die Kosten des Rekursverfahrens (CHF 800) zu verlegen: Die
Beschwerdegegnerin trägt die Hälfte zufolge teilweisen Unterliegens, und die andere
Hälfte trägt der Staat aufgrund der dort bewilligten unentgeltlichen Rechtspflege.
6.4. Der Staat hat - nachdem die Beschwerdeführer nicht mehrheitlich obsiegen - die
Rechtsbeiständin der Beschwerdeführer für die ausseramtlichen Kosten des
Beschwerdeverfahrens vollumfänglich aus unentgeltlicher Rechtsverbeiständung zu
entschädigen (für das Rekursverfahren vgl. vorstehende E. 5). Die Rechtsvertreterin der
Beschwerdeführer hat keine Kostennote eingereicht, weshalb die Entschädigung nach
Ermessen festzusetzen ist (Art. 6 und 19 der Honorarordnung, sGS 963.75; HonO). Ein
Honorar von CHF 2000 für das Beschwerdeverfahren erscheint angemessen (Art. 22
Abs. 1 lit. a und b HonO). Der Staat hat die Rechtsbeiständin mit 80% hiervon (vgl. Art.
31 Abs. 3 AnwG; sGS 963.70), d.h. mit CHF 1600, zuzüglich Barauslagen von CHF 80
(4% von CHF 2‘000) und Mehrwertsteuer (8%, da die Aufwendungen der
Rechtsvertreterin im Wesentlichen vor Ende 2017 getätigt wurden), zu entschädigen.
Bei diesem Verfahrensausgang wird die Beschwerdegegnerin praxisgemäss nicht
ausseramtlich entschädigt. Ihr diesbezüglicher Antrag (act. G 7) ist abzuweisen.