# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 120e0199-0c88-4056-80eb-c41d6e9a0d3e
**Court:** ZH_OG
**Chamber:** ZH_OG_001
**Year:** 2019
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

betreffend Abänderung Scheidungsurteil
Berufung und Beschwerde gegen ein Urteil des Einzelgerichts im
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ordentlichen Verfahren am Bezirksgericht Meilen vom 5. Dezember 2018 (FP180004-G)
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Rechtsbegehren des Klägers: (Urk. 1)
"1. Es sei Ziff. 3.4 des Dispositivs des Urteils des Bezirksgerichts Meilen vom 24. November 2017 (Kinderunterhalt) mit Wirkung vom 1. März 2018 aufzuheben.
2. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (zzgl. MWSt.) zu Lasten der Beklagten.
3. Dem Kläger sei für das vorliegende Verfahren die unentgeltliche Prozessführung und Verbeiständung zu gewähren und ihm in der Person des Unterzeichnenden ein unentgeltlicher Rechtsbeistand für das vorliegende Verfahren beizugeben.
4. Der Unterhaltsbeitrag gemäss Ziff. 3.4 des Dispositivs des Urteils des Bezirksgerichts Meilen vom 24. November 2017 () sei für die Dauer des Verfahrens als vorsorgliche  aufzuheben."
Prozessualer Antrag der Beklagten: (Urk. 23)
" 1. Der Beklagten sei rückwirkend ab dem 16.10.2018 die  Prozessführung zu gewähren und ihr in der Person des  eine unentgeltliche Rechtsbeiständin zu .
2. [...]"
Verfügung des Einzelgerichts am Bezirksgericht Meilen vom 5. Dezember 2018 (Urk. 28 S. 11)
1. Das Gesuch des Klägers um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege
samt Bestellung eines unentgeltlichen Rechtsbeistandes wird abgewiesen.
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2. Das Gesuch der Beklagten um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege
samt Bestellung einer unentgeltlichen Rechtsbeiständin wird als gegen-
standlos geworden abgeschrieben.
3. Das Massnahmeverfahren wird als gegenstandslos geworden abgeschrie-
ben.
4. Schriftliche Mitteilung an die Parteien mit nachfolgendem Urteil.
5. Dieser Entscheid wird mit seiner Eröffnung rechtskräftig (Art. 325 Abs. 1 ZPO).
Eine Beschwerde gegen Ziffern 1 und 2 dieses Entscheids kann innert 10
Tagen von der Zustellung an in je einem Exemplar für das Gericht und für
jede Gegenpartei sowie unter Beilage dieses Entscheids beim Obergericht
des Kantons Zürich, Zivilkammer, Postfach 2401, 8021 Zürich, erklärt wer-
den. In der Beschwerdeschrift sind die Anträge zu stellen und zu begründen.
Allfällige Urkunden sind mit zweifachem Verzeichnis beizulegen.
Für das Rechtmittel gegen Ziffer 3 dieses Entscheids siehe nachfolgendes
Erkenntnis.
Die Fristenstillstände gelten nicht (Art. 145 Abs. 2 lit. b ZPO).
Urteil des Einzelgerichts am Bezirksgericht Meilen vom 5. Dezember 2018 (Urk. 28 S. 12)
1. Die Klage wird abgewiesen.
2. Die Entscheidgebühr wird festgesetzt auf CHF 1'880.–.
3. Die Gerichtskosten werden dem Kläger auferlegt.
4. Der Beklagten wird keine Parteientschädigung zugesprochen.
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5. [Mitteilungssatz]
6. [Rechtsmittelbelehrung]
Berufungsanträge:
des Klägers und Berufungsklägers (Urk. 27 S. 2): "1. Das Urteil des Bezirksgerichts Meilen vom 5. Dezember 2018 sei
aufzuheben, und es sei die Sache an die Vorinstanz  damit diese das Verfahren durchführe und einen neuen Entscheid über die Unterhaltspflicht des Klägers fälle.
2. Eventualiter sei Ziff. 3.4 des Dispositivs des Urteils des  Meilen vom 24. November 2017 (Kinderunterhalt) mit  vom 1. März 2018 aufzuheben.
3. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (zzgl. MWSt.) zu Lasten der Berufungsbeklagten.
4. Es sei dem Berufungskläger für das Berufungsverfahren die  Prozessführung und Verbeiständung zu gewähren und ihm in der Person des Unterzeichnenden ein unentgeltlicher Rechtsbeistand für das Berufungsverfahren beizugeben."
der Beklagten und Berufungsbeklagten (Urk. 34 S. 2): "1. Es sei die Berufung vom 29. Dezember 2018 gegen das Urteil
des Bezirksgerichts Meilen vom 5. Dezember 2018 vollumfänglich abzuweisen und es sei das Urteil des Bezirksgerichts Meilen vom 5. Dezember 2018 zu bestätigen.
2. Es seien die Kosten des Verfahrens dem Berufungskläger  und es sei dieser zu verpflichten, der Berufungsbeklagten eine angemessene Parteientschädigung (zuzügl. MWSt.) zu .
3. Es sei der Berufungsbeklagten rückwirkend ab dem 21.03.2019 die unentgeltliche Rechtspflege zu gewähren und ihr in der  der Unterzeichnenden eine unentgeltliche Rechtsvertreterin zu bestellen."
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Beschwerdeanträge:
der Beklagten und Beschwerdeführerin (Urk. 41/27 S. 2): "Materielle Anträge 1. Ziffer 4 des Urteils des Bezirksgerichts Meilen vom 5. Dezember
2018 (FP180004-G) sei aufzuheben und es sei der  eine Parteientschädigung von CHF 1'870.95 .
2. Eventualiter sei Ziffer 2 der Verfügung des Bezirksgerichts Meilen vom 5. Dezember 2018 (FP180004-G) aufzuheben und der  sei rückwirkend ab dem 16.10.2018 die  Rechtspflege zu gewähren und ihr in der Person der  eine unentgeltliche Rechtsbeiständin zu bestellen.
Die Unterzeichnende sei als unentgeltliche Rechtsbeiständin für das Verfahren FP180004-G inkl. MwST und Spesen mit CHF 1'375.80 zu entschädigen."
Prozessuale Anträge 3. Der Beschwerdeführerin sei für das Beschwerdeverfahren vor
dem Obergericht Zürich eine Parteientschädigung von CHF 1'787.20 (inkl. MwST und Spesen) zulasten der  [recte: des Beschwerdegegners 2] zuzusprechen und die Beschwerdegegnerin [recte: der Beschwerdegegner 2] habe die Prozesskosten zu tragen.
4. Eventualiter sei der Beschwerdeführerin ab dem 12.12.2018 die unentgeltliche Rechtspflege zu gewähren und ihr in der Person der Unterzeichnenden ein unentgeltliche Rechtsbeiständin zu ."
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## Considerations

Erwägungen:
I. Sachverhalt und Prozessverlauf
1. Sachverhalt
1.1. Mit Urteil vom 24. November 2017 des Einzelgerichts des Bezirkes Meilen
wurden die Parteien geschieden und der Kläger, Berufungskläger und Beschwer-
degegner 1 (nachfolgend: Kläger) verpflichtet, der Beklagten, Berufungsbeklagten
und Beschwerdeführerin (nachfolgend: Beklagte) für die Kinder, C._ (geb.
tt.mm.2004) und D._ (geb. tt.mm.2008), monatliche Unterhaltsbeiträge von je
CHF 730.- zzgl. allfälliger gesetzlicher oder vertraglicher Kinder-
/Ausbildungszulagen zu bezahlen (Urk. 41/5/30/ S. 4). Das Urteil trat am 4. Janu-
ar 2018 in Rechtskraft. Mit Eingabe vom 1. März 2018 beantragte der Kläger die
Aufhebung dieser Verpflichtung (Urk. 41/1 S. 2).
1.2. Mit Urteil und Verfügung vom 5. Dezember 2018 der Vorinstanz wurde die
Klage abgewiesen und die Gerichtskosten wurden dem Kläger auferlegt. Der Be-
klagten wurde keine Parteientschädigung zugesprochen. Das Gesuch des Klä-
gers um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege samt Bestellung eines un-
entgeltlichen Rechtsbeistandes wurde abgewiesen und das Gesuch der Beklag-
ten um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege samt Bestellung einer un-
entgeltlichen Rechtsbeiständin wurde als gegenstandslos geworden abgeschrie-
ben (Urk. 28 S. 11 f.).
2. Prozessgeschichte
2.1. Bezüglich des Verlaufs des erstinstanzlichen Verfahrens sei auf den ange-
fochtenen Entscheid vom 5. Dezember 2018 verwiesen (Urk. 28 S. 2-4).
2.2. Der vorinstanzliche Entscheid vom 5. Dezember 2018 wurde den Parteien
am 10. Dezember 2018 zugestellt (Urk. 41/26/1-2). In der Folge erhob die Beklag-
te mit Schriftsatz vom 14. Dezember 2018 Beschwerde (Urk. 41/27) und der Klä-
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ger mit Schriftsatz vom 29. Dezember 2018 Berufung (Urk. 27). Die Beschwerde
der Beklagten wurde unter der Geschäftsnummer PC180048-O angelegt und die
Berufung des Klägers unter der vorliegenden Geschäftsnummer LC180039-O.
2.3. Die Beklagte richtet ihre Beschwerde gegen den Kostenentscheid des Be-
zirksgerichts Meilen und führt dieses als Beschwerdegegnerin auf (Urk. 41/27 S. 1
f.). Primär ist die Nichtgewährung einer Parteientschädigung angefochten, wes-
halb sich die diesbezügliche Beschwerde gegen den Kläger richtet, welcher als
Beschwerdegegner 1 aufzuführen ist. Mit Eventualantrag wird die Nichtgewäh-
rung der unentgeltlichen Rechtspflege angefochten. Der Eventualantrag richtet
sich gegen den Kanton Zürich, welcher als Beschwerdegegner 2 aufzuführen ist.
Die entsprechende Korrektur der Parteirollen erfolgt von Amtes wegen.
2.4. Im Berufungsverfahren wurde mit Verfügung vom 19. März 2019 die Beru-
fungsschrift vom 29. Dezember 2018 der Beklagten zugestellt und ihr Frist für die
Berufungsantwort angesetzt (Urk. 31). Die Berufungsantwort der Beklagten ging
fristgerecht am 7. Mai 2019 ein (Urk. 34) und wurde dem Kläger mit Verfügung
vom 21. Mai 2019 zur Kenntnisnahme zugestellt (Urk. 40). Weitere Eingaben der
Parteien erfolgten nicht.
2.5. Die vorinstanzlichen Akten wurden beigezogen. Das Verfahren erweist sich
als spruchreif.
II. Prozessuales
Da sich die Berufung des Klägers und die Beschwerde der Beklagten gegen den
gleichen Entscheid richten, rechtfertigt es sich, die beiden Verfahren zu vereini-
gen (Art. 125 lit. c ZPO) und das Verfahren PC180048-O unter der Geschäfts-Nr.
LC180039-O als Urk. 41 weiterzuführen. Das Verfahren PC180048-O ist als
dadurch erledigt abzuschreiben.
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III.
(Berufung)
1. Abänderung des Kinderunterhalts
1.1. Der Kläger machte vor Vorinstanz geltend, dass im Zeitpunkt des Ab-
schlusses der Scheidungskonvention am 13. Juli 2017 unklar gewesen sei, wie
sich sein Gesundheitszustand entwickeln würde, ob er wieder arbeitsfähig werde,
ob die Versicherung die Krankentaggelder vor der Ausschöpfung der Leistungs-
dauer einstelle oder ob und wann ihm eine IV-Rente zugesprochen werde. Die
Parteien hätten deshalb keine dieser Eventualitäten bei der Festsetzung des Un-
terhaltsbeitrages berücksichtigt, sondern seien von der damals aktuellen Situation
ausgegangen (Urk. 41/1 S. 3 Rz. 5). Der Kläger habe mittlerweile die maximale
Leistungsdauer der Krankentaggeldversicherung ausgeschöpft. Ab dem 1. März
2018 erhalte er keine Taggelder mehr. Er leide nach wie vor an diversen Krank-
heiten und sei deswegen in intensiver ärztlichen Behandlung. Er sei nach wie vor
zu 100% arbeitsunfähig (Urk. 41/1 S. 3 f., Urk. 41/3/4). Ab dem 1. März 2018 ha-
be er kein Einkommen mehr und erhalte keine Versicherungsleistungen. Er habe
sich deshalb beim Sozialamt anmelden müssen und beziehe fortan Sozialhilfe
(Urk. 41/1 S. 4). Ab dem 1. März 2018 habe er anstelle eines Einkommens von
Fr. 6'000.- ein solches von Fr. 0.-. Die Reduktion des Einkommens sei erheblich.
Er könne ohne Einkommen nicht nur keine Unterhaltsbeiträge bezahlen, sondern
nicht einmal sein eigenes Existenzminimum decken (Urk. 41/1 S. 4 Rz. 11). Die
Änderung sei dauerhaft. Denn der Anspruch auf Krankentaggeld sei definitiv be-
endet. Der Kläger könne aber auch keine Erwerbstätigkeit aufnehmen, da er nach
wie vor zu 100% arbeitsunfähig sei. Die Voraussetzungen für die Änderung des
Scheidungsurteils seien zusammengefasst gegeben (Urk. 41/1 S. 5 Rz 12 f.).
1.2. Die Vorinstanz wies die Abänderungsklage des Klägers ab und hielt fest,
dass die IV-Stelle des Sozialversicherungsamtes des Kantons Zürich mit ihrem
Vorbescheid vom 4. Mai 2018 dem Kläger eine ganze IV-Rente ab dem 1. März
2018 zugesichert habe. Der Entscheid sei noch nicht rechtskräftig, da die Pensi-
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onskasse Einwände gelten gemacht habe. Sollte sie nicht durchdringen, hätte der
Kläger aber rückwirkend auf den 1. März 2018 die Rente zu gut. Eine Verminde-
rung seines Einkommens läge damit nicht vor, respektive würden Kinderrenten
bereits ab diesem Zeitpunkt ausgerichtet und könnte die laufende Alimentenbe-
vorschussung damit zurückerstattet werden, so dass der Kläger keinen Nachteil
erleide. Ob damit überhaupt eine Veränderung der Verhältnisse im Vergleich zum
Zeitpunkt der Scheidung vorläge, sei somit noch ungewiss (Urk. 28 S. 7 Ziff. 3.2.).
Zur Voraussehbarkeit merkte die Vorinstanz an, dass sich der Kläger im Schei-
dungsurteil vom 24. November 2017 zur Bezahlung von Kinderunterhaltsbeiträ-
gen von CHF 730.- zzgl. Kinder-/Ausbildungszulagen je Kind verpflichtet habe.
Die Konvention halte unter den Grundlagen der Unterhaltsberechnung (Dispositiv-
Ziffer 3.7 von act. 50/3) fest: "Einkommen Gesuchsteller: Fr. 6'000.- (Krankentag-
geld)". Der Kläger mache heute geltend, die Ausschöpfung der Krankentaggelder
sei in der Scheidungskonvention nicht berücksichtigt worden. Dieses Argument
schlage fehl. Das Erreichen der maximalen Leistungsdauer der Krankentaggeld-
versicherung nach zwei Jahren sei zum Zeitpunkt des Scheidungsurteils vorher-
sehbar gewesen. Dies gelte umso mehr, als der Kläger im Scheidungsverfahren
von einem Rechtsanwalt vertreten gewesen sei - nämlich demselben wie im vor-
liegenden Verfahren - und dieser um die Ausschöpfung der Leistungsdauer habe
wissen müssen. Für eine Voraussehbarkeit spreche auch die zeitliche Nähe zwi-
schen dem Scheidungsurteil vom 24. November 2017 und dem Einreichen des
Abänderungsgesuchs am 1. März 2018. Das Scheidungsurteil, welches im Übri-
gen auf der vom Anwalt des Klägers eingereichten Konvention beruhe, sei am
4. Januar 2018 rechtkräftig geworden. Es lägen damit nur gerade zwei Monate
zwischen Abänderungsbegehren und Rechtskraft des Scheidungsurteils. Dass die
Konvention bereits im Juli 2017 abgeschlossen worden sei, sei vorliegend nicht
relevant, da die Verhältnisse anlässlich der Scheidungsanhörung zu überprüfen
gewesen seien, was erst Ende November 2017 erfolgt sei. Ebenso wenig könne
aus dem vom Vertreter des Klägers zitierten Urteil des Bundesgerichts, BGer
5A_549/2017 vom 11. September 2017, analog geschlossen werden, dass dies
auch auf den Zeitpunkt des Erlöschens des Taggeldanspruchs zutreffe. Wenn ei-
ne IV-Rente unmittelbar daran anschliesse, was vorliegend offensichtlich Thema
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sei, sei nicht bereits von vornherein eine Änderung anzunehmen. Die fehlende
Voraussehbarkeit sei damit zu verneinen. Im Ergebnis fehle es daher an den er-
forderlichen Voraussetzungen für eine Abänderung (Urk. 28 S. 7 f. ).
1.3. Der Kläger rügt im Berufungsverfahren, dass die Vorinstanz die Bedeutung
des Vorbescheides der IV-Stelle verkenne und darum falsche Schlüsse gezogen
habe (Urk. 27 S. 6 Rz 24). Gemäss Art. 57a IVG teile die IV-Stelle der versicher-
ten Person den vorgesehenen Entscheid über ein Leistungsbegehren mittels Vor-
bescheid mit. Art. 74 IVV sehe vor, dass die IV-Stelle über die Leistungsbegehren
beschliesse, sobald die Abklärung der Verhältnisse abgeschlossen sei. Die Be-
gründung des Beschlusses habe sich mit den für den Beschluss relevanten Ein-
wänden zum Vorbescheid der Parteien auseinander zu setzen (Urk. 27 S. 6
Rz 25). Der Vorbescheid diene laut dieser gesetzlichen Regelung dazu, der versi-
cherten Person das rechtliche Gehör zu gewähren. Mit dem Vorbescheid teile die
Verwaltung mit, wie sie zu entscheiden beabsichtige (Urk. 27 S. 6 Rz 26).
Der Vorbescheid sei selber kein Entscheid. Das ergebe sich aus Art. 74 IVV.
Demgemäss beschliesse die IV-Stelle über die Leistungsbegehren, sobald die
Abklärung der Verhältnisse abgeschlossen sei. Zur Abklärung der Verhältnisse
gehöre auch die Durchführung des Vorbescheidverfahrens. Denn der eigentliche
Beschluss habe sich mit den Einwänden zum Vorbescheid auseinander zu set-
zen. Das Vorbescheidverfahren sei also schon abgeschlossen, bevor die IV-Stelle
ihren Entscheid fälle (Urk. 27 S. 7 Rz 27).
Der Vorbescheid werde deshalb auch nicht rechtskräftig, wie die Vorinstanz mei-
ne (BGE 142 V 387 E. 5.3.). Auch wenn niemand innert der Frist von 30 Tagen
gemäss Art. 73ter Abs. 1 IVV Einwände erhebe, müsse die Verwaltung eine Verfü-
gung erlassen. Es sei also nicht so, dass der Vorbescheid durch den Ablauf die-
ser Frist zu einem Entscheid würde. Der (unbenützte) Ablauf der Frist von
Art. 73ter Abs. 1 IVV bedeute nur, dass das Vorbescheidverfahren abgeschlossen
sei und dass die Verwaltung nun über das Leistungsbegehren (in Form einer Ver-
fügung) entscheiden könne (Urk. 27 S. 7 Rz 29).
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Der Vorbescheid binde die Verwaltung auch nicht, weder in Bezug auf das Ver-
fahren noch in der Sache. Die Verwaltung könne nach dem Vorbescheidverfahren
weitere Abklärungen treffen oder einen anderen (für den Versicherten weniger
günstigen) Entscheid fällen, als sie dies im Vorbescheid angekündigt habe
(Urk. 27 S. 7 Rz 30).
Der Vorbescheid gewähre dem Kläger keinerlei Ansprüche. Ob der Kläger der-
einst eine Rente erhalten werde, sei ungewiss. Denn wie das Gutachten ausfallen
werde, könne nicht vorhergesehen werden. Auch wenn dem Kläger irgendwann
eine Rente zugesprochen werden sollte, heisse das nicht, dass ihm eine ganze
Rente zugesprochen werde. Es sei auch möglich, dass ihm eine Viertels-, halbe
oder Dreiviertelsrente zugesprochen werde (Urk. 27 S. 7 Rz 31).
Im Moment präsentiere sich die Situation also so, dass der Kläger kein Einkom-
men und auch keinen Rentenanspruch habe, sondern von der Sozialhilfe unter-
stützt werden müsse. In der konkreten Situation habe der Kläger im Vergleich zur
Basis des Scheidungsurteils Fr. 6'000.- weniger Einkommen, als man für die
Festsetzung der Unterhaltsbeiträge an seine beiden Kinder angenommen habe.
Die Verringerung des Einkommens um Fr. 6'000.- im Vergleich zu den Verhältnis-
sen, welche dem Scheidungsurteil zugrunde gelegen hätten, stelle ohne Zweifel
eine erhebliche Veränderung dar.
1.4. Die Beklagte beantragt die Abweisung der Berufung und stellt sich auf den
Standpunkt, dass zum Zeitpunkt der Anhängigmachung der Abänderungsklage
weder eine definitive noch eine dauerhafte Veränderung der finanziellen Verhält-
nisse des Klägers vorgelegen habe. Eine vorübergehende Knappheit der liquiden
Mittel begründe keinen Abänderungsgrund für den Unterhalt von unmündigen
Kindern (Urk. 34 S. 4 Ziff. 9). Zum Zeitpunkt der Anhängigmachung der Abände-
rungsklage sei das IV-Verfahren hängig gewesen. Für die Zeit zwischen der Aus-
schöpfung der Krankentaggelder per 1. März 2018 und dem Entscheid der IV-
Stelle hätte der Kläger mittels Darlehen oder dergleichen sicherstellen müssen,
dass er den Unterhalt in dieser Übergangszeit weiterhin bezahlen könne. Wäre
ihm dies nicht möglich gewesen, so hätte die Sozialhilfe einspringen und wirt-
schaftliche Unterstützung für den Kläger leisten müssen, worin auch der Unter-
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haltsbeitrag an seine minderjährigen Kinder einzurechnen gewesen wäre (Urk. 34
S. 4 Ziff. 10).
Die IV-Stelle habe mit ihrem Vorbescheid vom 4. Mai 2018 sodann eine volle
Rente in Aussicht gestellt. Zwar stehe die Verfügung nach den Einwänden der
Pensionskasse noch aus. Der Ausgang dieses IV-Verfahrens spiele jedoch für
den Abänderungsprozess keine Rolle. Mit dem polydisziplinären Gutachten kläre
die IV-Stelle nun ab, ob dem Kläger infolge Invalidität eine Rente zustehe. Invali-
dität sei gemäss Art. 8 Abs. 1 ATSG die voraussichtlich bleibende oder längere
Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit. Entweder komme die IV-
Stelle aufgrund des erstellten Gutachtens zum Schluss, dass der Kläger vollum-
fänglich erwerbsunfähig sei und erteile ihm basierend darauf eine volle Rente,
was auch Kinderrenten zur Folge hätte. Die andere Möglichkeit bestehe darin,
dass die IV-Stelle dem Kläger eine nur teilweise dauernde Erwerbsunfähigkeit at-
testiere. Sollte dies der Fall sein, werde sie ihm nur eine Teilrente gewähren. Dies
würde aber bedeuten, dass der Kläger neben der Rente zum Teil erwerbsfähig
wäre. Als Vater zweier unmündigen Kinder wäre er sodann rechtlich verpflichtet,
seine Erwerbsfähigkeit auch umzusetzen und zu arbeiten, damit er den Unterhalt
für seine Kinder ungeschmälert bezahlen könne (Urk. 34 S. 5 Ziff. 12).
Gerade gegenüber unmündigen Kindern seien besonders hohe Anforderungen an
die Leistungsfähigkeit bzw. die Ausnützung der Erwerbsfähigkeit durch den Un-
terhaltspflichtigen zu stellen. Insbesondere sei sodann auf die Anrechnung eines
hypothetischen Einkommens nicht leichthin zu verzichten. Sollte der Kläger also
keine volle IV-Rente erhalten, so wäre er verpflichtet, das fehlende Einkommen
durch Aufnahme einer Arbeitstätigkeit zu generieren. Sollte er dies nicht machen,
so wäre ihm vom Gericht ein hypothetisches Einkommen anzurechnen. Die Be-
hauptung, dass der Kläger ein Einkommen von CHF 0.- ab dem 1. März 2018 ge-
habt haben solle, werde sodann ausdrücklich bestritten. Wie hoch sein Einkom-
men tatsächlich gewesen sei, werde sich erst herausstellen. Zumindest habe er
ein Einkommen aus der wirtschaftlichen Unterstützung der Sozialhilfe (Urk. 34
S. 5 Ziff. 13).
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Es sei dem Kläger zuzustimmen, dass zum Zeitpunkt der Anhängigmachung der
Klage nicht sicher festgestanden habe, ob und in welchem Umfang der Kläger ei-
ne IV-Rente erhalten werde. Dies spiele aber keine Rolle, da der Abänderungs-
grund bei jedem Ausgang des IV-Verfahrens zu verneinen sei. Entweder stehe
dem Kläger eine IV-Rente zu, oder er sei erwerbsfähig und müsse seine Erwerbs-
fähigkeit für seine Kinder ausnutzen. Eine vorübergehende Verminderung des
Einkommens ändere daran nichts. Der Kläger selbst mache dies mit seinen Aus-
führungen in Ziff. 57 der Berufung deutlich, bei denen er selbst darlege, dass es
zum Zeitpunkt der Scheidung möglich gewesen wäre, dass er wieder arbeitsfähig
werde oder er eine IV-Rente erhalte per 1. März 2018. Inwiefern sich aus diesen
verschiedenen Möglichkeiten innerhalb von zwei Monaten ein Abänderungsgrund
entwickeln sollte, sei nicht ersichtlich, insbesondere unter dem Gesichtspunkt,
dass die Veränderung der wirtschaftlichen Verhältnissen dauerhaft und definitiv
sein müsste. Von einer dauerhaften und definitiven Veränderung könne vorlie-
gend nicht gesprochen werden (Urk. 34 S. 5 Ziff. 14).
Eine andere Auffassung sei schon deshalb nicht haltbar, wenn man bedenke, was
passieren würde, wenn man den Unterhalt anpasse und der Kläger dann rückwir-
kend doch eine volle IV-Rente erhalten würde. Würde der Kinderunterhalt per
1. März 2018 aufgehoben, dann müsste die Beklagte noch höhere Unterstützung
bei der Sozialhilfe in Anspruch nehmen und sich hoch verschulden, um die Kinder
ernähren zu können. Dem Kläger würde dann rückwirkend eine volle IV-Rente
zugestanden. Da er ab dem 1. März 2018 aber nicht mehr verpflichtet wäre, Kin-
desunterhalt zu bezahlen, würden seine Kinder abgesehen von allfälligen Kinder-
renten leer ausgehen und er wäre wirtschaftlich bessergestellt, als es einem Un-
terhaltpflichtigen zustehe (Urk. 34 S. 6 Ziff. 16).
Zur Frage der Voraussehbarkeit führt die Beklagte aus, der Vorinstanz sei zuzu-
stimmen, dass dem anwaltlich vertretenen Kläger zum Zeitpunkt des Scheidungs-
urteils am 24. November 2017 habe klar sein müssen, dass er nur noch bis Ende
Februar 2018 Krankentaggelder erhalten würde. Trotzdem sei dies nicht aus-
drücklich in der Scheidungskonvention erwähnt worden. Es müsse deshalb ange-
nommen werden, dass das Ende der Krankentaggelder für den Kläger kein Grund
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dargestellt habe, eine andere Unterhaltsregelung aufzunehmen, sondern dass
dieselbe Unterhaltsregelung anzuwenden sei. Der Kläger sei also selbst davon
ausgegangen, dass die Ausschöpfung der Krankentaggelder kein Abänderungs-
grund darstelle. Dass den anwaltlich vertretenen Kläger das Ende der Kranken-
taggelder überrascht habe und er knapp zwei Monate nach Rechtskraft des
Scheidungsurteils wieder mit einer Abänderungsklage ans Gericht habe gelangen
müssen, überzeuge nicht (Urk. 34 S. 7 Ziff. 21).
Der Einwand der Pensionskasse des Klägers sei erst im Juli 2018 gekommen.
Die Abänderungsklage habe der Kläger aber bereits am 1. März 2018 eingereicht.
Vor dem Einwand der Pensionskasse sei der Kläger davon ausgegangen, eine
volle IV-Rente zu erhalten. Wenn sich der Kläger infolge dieser Möglichkeit einer
vollen IV-Rente nicht bemüht habe, Einkommen zu generieren oder zumindest
seine Unterhaltsbeiträge vorübergehend bei der Sozialhilfekommission einzufor-
dern, so könne daraus keine Abänderungsmöglichkeit des Unterhalts abgeleitet
werden. Der Kläger sei offensichtlich davon ausgegangen, dass er die Fr. 6'000.-
nicht mehr erzielen könne. Dieses Wissen hätte er aber auch schon zum Zeit-
punkt des Scheidungsurteils gehabt und dementsprechend eine abgestufte Un-
terhaltsberechnung oder eine bedingte Unterhaltssenkung in die Scheidungskon-
vention aufnehmen können. Damit wäre er aber beim Bezirksgericht nicht erfolg-
reich gewesen, da ihm dieses für diesen Fall sehr wahrscheinlich ein hypotheti-
sches Einkommen angerechnet hätte (Urk. 34 S. 7 Ziff. 22).
1.5. Die Abänderung von Kinderunterhaltsbeiträgen setzt voraus, dass sich die
massgebenden Verhältnisse erheblich und dauerhaft verändert haben (Art. 134
Abs. 2 ZGB in Verbindung mit Art. 286 Abs. 2 ZGB). Der massgebliche Zeitpunkt
für die Beurteilung, ob neue Umstände eingetreten sind, ist das Datum der Einrei-
chung des Abänderungsgesuchs (BGE 137 III 604, 606 E. 4.1.1;
BGer 5A_506/2011 vom 4. Januar 2012, E. 3.1).
Vorausgesetzt ist somit eine erhebliche Änderung der Verhältnisse. Ohne Belang
ist, ob eine Regelung im Voraus trotz Absehbarkeit unterblieb oder ob es sich um
ein "echtes Novum" handelt (BGE 143 III 42 E. 5.2.). Eine Veränderung der Ver-
hältnisse, die im Zeitpunkt der erstmaligen Festsetzung der Unterhaltsbeiträge
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absehbar war, berechtigt - anders als bei der Regelung des nachehelichen Unter-
halts - folglich zur Abänderung, sofern der Veränderung damals nicht Rechnung
getragen wurde (BGE 131 III 189 E. 2.7.4.). Es geht aber nicht um die Korrektur
einer allenfalls fehlerhaften, rechtskräftigen Unterhaltsregelung, sondern um die
Anpassung dieser Regelung an die veränderten, im vormaligen Entscheid nicht
berücksichtigten Verhältnisse (BSK ZGB I-Fountoulakis/ Breitschmid, Art. 286
N 10 f.).
Eine Abänderung ist den auf eine gewisse Dauer angelegten Tatsachen vorbehal-
ten. In Betracht kommen unvorhersehbare Ereignisse (etwa Krankheit oder Invali-
dität eines Elternteils), zum andern wirtschaftliche Umstände, die den allgemeinen
Lauf der Dinge qualifiziert verändern, namentlich Arbeitslosigkeit oder sonstiger
Einkommensrückgang ohne Einflussmöglichkeiten des Pflichtigen (BSK ZGB I-
Fountoulakis/Breitschmid, Art. 286 N 12 f.). Ab vier Monaten Dauer gilt beispiels-
weise die Arbeitslosigkeit als dauernde Veränderung der Verhältnisse (BGer
5A_78/2014 vom 25. Juni 2014, E. 4.2). Entgegen der Behauptung der Beklagten
(Urk. 34 S. 5 Rz 14) muss die erhebliche Veränderung nicht definitiv sein, son-
dern eine gewisse Dauer aufweisen, damit sie im Rahmen einer Abänderung gel-
tend gemacht werden kann.
1.5.1. Die Vorinstanz hielt fest, es sei ungewiss, ob überhaupt eine Veränderung
der Verhältnisse im Vergleich zum Zeitpunkt der Scheidung vorliege, weil der Klä-
ger rückwirkend auf den 1. März 2018 die Rente zu gut hätte, dringe die Pensi-
onskasse mit ihren Einwänden nicht durch (Urk. 28 S. 7 Ziff. 3.2.).
1.5.2. Der vom Vertreter des Klägers zitierte BGE 142 V 380 befasst sich unter
anderem mit dem Vorbescheid einer IV-Stelle. Darin wird festgehalten, dass, wür-
den keine Einwände gegen den Vorbescheid erhoben oder bliebe die Verfügung
unbestritten, der Schwebezustand ende, da damit der Erwerbsunfähigkeitsgrad
feststehe. Würden gegen den Vorbescheid Einwände erhoben und weitere medi-
zinische Abklärungen gefordert, stehe im Zeitpunkt des Vorbescheides der Invali-
ditätsgrad gerade nicht fest. Der Ausgang des Verfahrens sei aufgrund der mög-
licherweise durchzuführenden weiteren Beweismassnahmen ungewiss und könn-
te durchaus zu Ungunsten des Versicherten ausfallen. Die Einwände im Vorbe-
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scheidverfahren seien kein Rechtsmittel, das zurückgezogen werden könnte mit
der Konsequenz, dass der Vorbescheid rechtskräftig würde. Die Verwaltung sei
nicht verpflichtet, gemäss dem Vorbescheid zu verfügen, weshalb in der Verfü-
gung auch ein tieferer Invaliditätsgrad als der im Vorbescheid angezeigte festge-
stellt werden dürfe (BGE 142 V 380 E. 5.3).
1.5.3. Im vorliegenden Fall hat, wie die Vorinstanz zutreffend feststellte, die Pen-
sionskasse Einwände gegen den Vorbescheid vom 4. Mai 2018 erhoben
(Urk. 41/22/2). In der Folge wurde dem Kläger am 8. August 2018 von der IV-
Stelle der SVA Zürich mitgeteilt, dass zur Klärung der Leistungsansprüche eine
umfassende medizinische Untersuchung (Allgemeine/Innere Medizin, Rheumato-
logie, Neurologie) als notwendig erachtet werde (Urk. 41/22/3). Das Gutachten
wurde vorläufig sistiert, weil am 3. September 2018 ein weiterer operativer Eingriff
beim Kläger notwendig wurde (Urk. 41/22/1).
1.5.4. Sowohl der Heilungsverlauf beim Kläger als auch das Resultat der Begut-
achtung sind offen. Damit ist auch ungewiss, ob und in welchem Grad eine Invali-
dität beim Kläger in Zukunft festgestellt werden wird.
1.6. Bei der Klageeinleitung am 1. März 2018 waren die Taggeldzahlungen an
den Kläger bereits eingestellt worden (Urk. 41/3/3) und das IV-Verfahren seit der
IV-Anmeldung vom 8. September 2016 pendent. Aus dem Arztzeugnis von Dr.
med. E._ vom 28. Februar 2018 ergibt sich, dass der Kläger im damaligen
Zeitpunkt voll arbeitsunfähig war (Urk. 41/3/4). Nicht bekannt war sodann bei Kla-
geeinleitung, wann ein Vorbescheid der zuständigen IV-Stelle ergehen würde.
Erst mit Vorbescheid vom 4. Mai 2018 wurde dem Kläger eine Rente in Aussicht
gestellt (Urk. 41/22/1 S. 2), wobei sich diese Rente aufgrund der Einwände der
Pensionskasse F._ (Urk. 41/22/2) nach wie vor in der Schwebe befindet. Seit
dem Ende der Taggeldzahlungen hat der Kläger weder ein Einkommen noch wird
ihm eine Rente ausbezahlt. Seit dem 1. März 2018 wird er von der Sozialhilfe un-
terstützt (Urk. 39).
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Entgegen der vorinstanzlichen Ausführungen sind die Veränderungen damit als
dauerhaft anzusehen. Nach dem Wegfall der Taggeldzahlungen von Fr. 6'000.-
hat der Kläger kein (Ersatz-)Einkommen mehr, was ohne weiteres als wesentliche
Veränderung zu qualifizieren ist.
Die Voraussetzungen für eine Abänderung sind damit gegeben.
1.7. Aufgrund der vorstehenden Erwägungen ergibt sich, dass ein Abände-
rungsgrund gegeben ist. Das angefochtene Urteil ist somit aufzuheben und die
Sache an die Vorinstanz zwecks Durchführung des Abänderungsverfahrens und
neuer Entscheidung zurückzuweisen.
2. Gesuch der Parteien um unentgeltliche Rechtspflege für das 
2.1. Der Kläger beantragt, es seien die Kosten des Berufungsverfahrens der
Beklagten aufzuerlegen und es sei ihm für das Berufungsverfahren die unentgelt-
liche Prozessführung und Verbeiständung zu gewähren und ihm in der Person
von Rechtsanwalt Dr. iur. X._ ein unentgeltlicher Rechtsbeistand für das Be-
rufungsverfahren beizugeben (Urk. 27 S.2).
2.2. Die Beklagte beantragt, es seien die Kosten des Verfahrens dem Kläger
aufzuerlegen und dieser sei zu verpflichten, ihr eine angemessene Parteientschä-
digung zu bezahlen. Weiter beantragt sie, es sei ihr rückwirkend ab dem 21. März
2019 die unentgeltliche Rechtspflege zu gewähren und ihr in der Person von
Rechtsanwältin MLaw Y._ eine unentgeltliche Rechtsvertreterin zu bestellen
(Urk. 34 S. 2).
2.3. Nach Art. 117 ZPO hat eine Person Anspruch auf unentgeltliche Rechts-
pflege, wenn sie nicht über die erforderlichen Mittel verfügt (lit. a) und ihr Rechts-
begehren nicht aussichtslos erscheint (lit. b). Wer diese Bedingungen erfüllt, hat
ausserdem Anspruch auf unentgeltlichen Rechtsbeistand, soweit dies zur Wah-
rung seiner Rechte notwendig ist (Art. 118 abs. 1 lit. c ZPO).
2.4. Beide Parteien haben schon vor Vorinstanz (Kläger: Urk. 41/9/1-19; Be-
klagte: Urk. 41/11/1-9 und Urk. 41/24/1-10) und die Beklagte zusätzlich im Rah-
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men ihrer Beschwerdebegründung (Urk. 41/31/3-13) ihre engen finanziellen Ver-
hältnisse dargelegt. Beide Parteien müssen von der Sozialhilfe unterstützt werden
(Urk. 30 und Urk. 41/31/8). Sie haben somit nach wie vor als mittellos im Sinne
von Art. 117 lit. a ZPO zu gelten. Ihre Rechtsmittelanträge sind nicht als aussicht-
los im Sinne von Art. 117 lit. b ZPO zu betrachten (dazu BGE 138 III 217
E. 2.2.4), und eine anwaltliche Verbeiständung erscheint zur Wahrung ihrer Rech-
te notwendig.
2.5. Beiden Parteien ist die unentgeltliche Rechtspflege zu bewilligen und dem
Kläger in der Person von Rechtsanwalt Dr. iur. X._ ein unentgeltlicher
Rechtsbeistand und der Beklagten in der Person von Rechtsanwältin MLaw
Y._ eine unentgeltliche Rechtsbeiständin zu bestellen.
III.
(Beschwerde)
1. Die Beklagte beantragt im Beschwerdeverfahren die Aufhebung der Ziffer 4
des Urteils des Bezirksgerichts Meilen vom 5. Dezember 2018 und die Zuspre-
chung eine Parteientschädigung von Fr. 1'870.95. Eventualiter verlangt sie die
Aufhebung der Ziffer 2 der Verfügung des Bezirksgerichts Meilen vom 5. Dezem-
ber 2018 und beantragt, es sei der Beklagten rückwirkend ab dem 16. Oktober
2018 die unentgeltliche Rechtpflege zu gewähren und in der Person von Rechts-
anwältin MLaw Y._ eine unentgeltliche Rechtsbeiständin zu bestellen und
diese für das Verfahren FP180004 inkl. MWST und Spesen mit Fr. 1'375.80 zu
entschädigen. Für das Beschwerdeverfahren stellte die Beklagte den Antrag, es
sei ihr eine Parteientschädigung von Fr. 1'787.20 (inkl. MwST und Spesen) zulas-
ten des Beschwerdegegners 2 zuzusprechen und dieser habe die Prozesskosten
zu tragen. Eventualiter beantragt sie die Gewährung der unentgeltlichen Rechts-
pflege und die Bestellung einer unentgeltlichen Rechtsbeiständin in der Person
von Rechtsanwältin MLaw Y._ (Urk. 41/27 S. 2).
2. Wie vorstehend ausgeführt, ist das vorinstanzliche Urteil aufzuheben und zur
Durchführung des Verfahrens an die Vorinstanz zurückzuweisen. Der Hauptan-
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trag der Beschwerde der Beklagten wird damit gegenstandslos. Die Vorinstanz
wird im Rahmen dieses Verfahrens aber über das Gesuch der Beklagten um Ge-
währung der unentgeltlichen Rechtspflege zu entscheiden haben. Entsprechend
ist in Gutheissung des Eventualantrags der Beschwerde Ziff. 2 der angefochtenen
Verfügung aufzuheben.
3. Die Beschwerde der Beklagten ist nicht aussichtslos. Die übrigen Vorausset-
zungen für die Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege (vgl. vorstehend
Ziff. IV. 2.5. f.) sind ebenfalls erfüllt, weshalb der Beklagten auch für das Be-
schwerdeverfahren die unentgeltliche Rechtspflege zu bewilligen und in der Per-
son von Rechtsanwältin MLaw Y._ eine unentgeltliche Rechtsbeiständin zu
bestellen ist.
IV. Kosten- und Entschädigungsfolgen
1. Bei diesem Verfahrensausgang (Rückweisung) rechtfertigt es sich, lediglich ei-
ne Entscheidgebühr für das Rechtsmittelverfahren festzusetzen. Der Entscheid
über eine allfällige Parteienschädigung ist dem neuen Entscheid der Vorinstanz
zu überlassen.
2. Mit der Vorinstanz (Urk. 28 S. 10 Ziff. 1.3.) ist von einem Streitwert von
Fr. 116'800.- auszugehen. Die Entscheidgebühr für das vereinigte Berufungsver-
fahren ist gestützt auf § 12 Abs. 1 und Abs. 2 i.V.m. § 4 Abs. 1 und 3 GebVO OG
auf Fr. 1'880.- festzusetzen.