# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 29aa1b0d-48e0-4ba3-9d83-73ceb8ac564b
**Court:** ZH_VG
**Chamber:** ZH_VG_001
**Year:** 2017
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

hat sich ergeben:
I.
Am 13. Juni 2016 genehmigte Pfäffikons Gemeindeversammlung ein "Projekt Kiosk/Bistro
am Seequai" und bewilligte hierfür einen Kredit von Fr. 1'420'000.- (Kostengenauigkeit +/- 10 %), wobei sich der Kredit im Rahmen der Baukostenentwicklung seit der Aufstellung des Kostenvoranschlags bis zur Bauvollendung erhöhe und reduziere. Am 17. Juni 2016 wurde der Beschluss der Gemeindeversammlung im Zürcher Oberländer amtlich veröffentlicht.
II.
A.
A erhob gegen den Beschluss der Gemeindeversammlung am 21. Juni 2016 "Stimmrechtsrekurs" beim Bezirksrat Pfäffikon. Er machte im Wesentlichen geltend, der Verpflichtungskredit sei nicht korrekt berechnet und als Folge davon die gemäss Gemeindeordnung vorgesehene Zuständigkeitsregelung für die Kreditbewilligung verletzt worden. Er beantragte, die Abstimmung an der Gemeindeversammlung sei als Konsultativabstimmung während einer Vorberatung zu deklarieren und es solle zu einem späteren Zeitpunkt über das Projekt an der Urne abgestimmt werden.
B.
Gleichentags erhob auch B "Stimmrechtsrekurs" beim Bezirksrat Pfäffikon. Auch er beantragte mit ähnlicher Begründung, dass über das Projekt an der Urne abgestimmt werde.
C.
Der Bezirksrat Pfäffikon nahm die Rechtsmittel als Rekurse in Stimmrechtssachen sowie als Gemeindebeschwerden entgegen, vereinigte mit Beschluss vom 27. März 2017 die beiden Rechtsmittel (Dispositiv-Ziff. I) und trat auf die Rekurse in Stimmrechtssachen nicht ein (Dispositiv-Ziff. II). Die Gemeindebeschwerden hiess er hingegen gut (Dispositiv-Ziff. III) und hob den Beschluss der Gemeindeversammlung vom 13. Juni 2016 betreffend Kreditbewilligung auf (Dispositiv-Ziff. IV). Der Gemeinderat Pfäffikon wurde angewiesen, bei einer Neuberechnung des Verpflichtungskredits die Liegenschaft ebenfalls miteinzurechnen und sie vom Finanzvermögen ins Verwaltungsvermögen zu übertragen (Dispositiv-Ziff. V). Bezüglich der Rekurse in Stimmrechtssachen erhob er keine Verfahrenskosten (Dispositiv-Ziff. VI). Die Verfahrenskosten für die Gemeindebeschwerden in der Höhe von insgesamt Fr. 1'270.- auferlegte er schliesslich der Gemeinde Pfäffikon (Dispositiv-Ziff. VII).
III.
Der Gemeinderat Pfäffikon führte am 24. April 2017 Beschwerde beim Verwaltungsgericht und beantragte im Wesentlichen die Aufhebung der Dispositiv-Ziff. III, IV, V und VII des Bezirksratsbeschlusses vom 27. März 2017 sowie die Feststellung, dass er das Grundstück für den Bau des Kiosks bzw. des Bistros am Seequai zu Recht dem Finanzvermögen zugeteilt habe.
Der Bezirksrat Pfäffikon verwies am 10. Mai 2017 auf die Begründung seines Beschlusses und verzichtete im Übrigen auf eine Vernehmlassung. A und B verzichteten stillschweigend auf Beschwerdebeantwortung.
Die Kammer

## Considerations

erwägt:
1.
1.1
Das Verwaltungsgericht prüft seine Zuständigkeit nach § 70 in Verbindung mit § 5 Abs. 1 des Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959 (VRG, LS 175.2) von Amts wegen. Das Verwaltungsgericht ist für Beschwerden gegen erstinstanzliche Entscheide eines Bezirksrats etwa über Rekurse in Stimmrechtssachen oder Gemeindebeschwerden nach § 41 VRG in Verbindung mit §§ 151 Abs. 2 und 151a Abs. 1 des Gemeindegesetzes vom 6. Juni 1926 (GG, LS 131.1) sowie §§ 19 Abs. 1 lit. a sowie c und Abs. 3 Satz 1, 19a, 19b Abs. 2 lit. c sowie §§ 42–44 e contrario VRG zuständig.
1.2
Gemäss § 151 Abs. 1 Ingress GG können Beschlüsse der Gemeinde und des Grossen Gemeinderats von den Gemeindebehörden, von Stimmberechtigten und von denjenigen Personen, die gemäss § 21 VRG dazu berechtigt sind, mit Gemeindebeschwerde (an den Bezirksrat) angefochten werden. Diese erweiterte Legitimation gilt gemäss ständiger Praxis jedenfalls für Stimmberechtigte auch beim Weiterzug eines solchen Entscheids ans Verwaltungsgericht (vgl. Martin Bertschi in: Alain Griffel [Hrsg.], Kommentar zum Verwaltungsrechtspflegegesetz des Kantons Zürich [VRG], 3. A., Zürich etc. 2014 [VRG-Kommentar], § 21 N. 92 mit Hinweisen in Fn. 309). Gleiches muss entsprechend auch bezüglich der Legitimation einer Gemeindebehörde gelten.
Der Bezirksrat hat die Rechtsmittel – wie sich alsbald zeigen wird (vgl. hinten 2) – jedoch zu Unrecht (auch) als Gemeindebeschwerden im Sinn von § 151 GG anstatt (nur) als Rekurse in Stimmrechtssachen im Sinn von § 151a GG aufgefasst. Bezüglich der Beschwerdelegitimation greift hierfür § 151a Abs. 1 GG in Verbindung mit § 49 und § 21a lit. c VRG, wonach betroffene Gemeindebehörden zur Erhebung von Rechtsmitteln in Stimmrechtssachen berechtigt sind (vgl. Bertschi, § 21a N. 18 f.). Der Gemeinderat ist damit legitimiert, Beschwerde gegen den Beschluss des Bezirksrats zu führen.
1.3