# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 2d2cda7b-9344-546a-b20a-ab497513cef0
**Court:** SG_VG
**Chamber:** SG_VG_001
**Year:** 2012
**Language:** de
**Jurisdiction:** SG / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

hat das Verwaltungsgericht festgestellt:
A./ a) Das Frauenkloster St. Katharina, Wil, ist Eigentümerin des südlich des Klosters
und nördlich der St. Galler Strasse, Kantonsstrasse 2. Klasse, liegenden, 114'782 m2
grossen Grundstücks Nr. 1111. Gemäss Zonenplan der Stadt Wil vom 25. November
1992 liegt die überwiegend unbebaute Parzelle in der Grünzone, in der
nordwestlichsten Ecke in der Zone für öffentliche Bauten und Anlagen (ÖBA). Das
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Grundstück wird im nordwestlichen Teil vom 12'248 m2 grossen Baurechtsgrundstück
Nr. 22222 zu Gunsten von J. P., Wil, belastet. Auf dem nördlichen Teil, der in der ÖBA-
Zone liegt, befinden sich der Landwirtschaftsbetrieb Klosterhof sowie ein Stallgebäude.
Der südliche Teil gehört zur Klosterwiese und ist der Grünzone zugeteilt.
b) Nördlich der Klosteranlage liegt die Wiler Altstadt, die sich in der Kernzone befindet.
Gemäss Anhang zu Artikel 1 der Verordnung über das Bundesinventar der
schützenswerten Ortsbilder der Schweiz ISOS (SR 451.12) steht sie unter Schutz des
Bundes.
c) Gemäss Schutzplan der Stadt Wil vom 25. November 1992 liegen auch Teile des
Baurechtsgrundstücks im Norden im Ortsbildschutzgebiet. Das geschützte Ortsbild
umfasst im Nordosten das Dominikanerinnenkloster St. Katharina, das aus dem
17. Jahrhundert stammt, sowie die Rudenzburg aus dem 18. Jahrhundert im
Südwesten. Das Stallgebäude grenzt unmittelbar an diese Schutzzone.
B./ a) Am 2. bzw. 15. September 2009 ersuchte J. P. um Bewilligung für die Errichtung
zweier Silos. Gemäss Gesuch sollten diese aus grünem Kunststoff beschaffen sein und
je 15 m hoch werden, einen Durchmesser von 3,5 m aufweisen und eine Einfüllleitung
samt Obenentnahmefräse enthalten. Die Baukommission der Stadt Wil bewilligte das
Gesuch am 19. Oktober 2009. Gleichzeitig hielt sie fest, dass alle Projekt- und
Grundlagenänderungen vor Inangriffnahme der entsprechenden Bauarbeiten der
Bewilligungsbehörde vorzulegen seien.
b) In der Folge stellte die Stadtverwaltung fest, dass die zwischenzeitlich aufgestellten
Silos erheblich von den bewilligten Plänen abweichen. Abgesehen davon, dass sie mit
einer Höhe von 18 m und einem Durchmesser von 4,27 m über ein Volumen von
260 m3 statt 150 m3 verfügen, sind sie nicht aus grünem Kunststoff, sondern aus
dunkelblauem emailliertem Stahlblech gefertigt. Auf den entsprechenden Vorhalt vom
29. April 2010 antwortete der Bauherr mit Schreiben vom 1. Mai 2010, dass er die
Projektänderung tatsächlich zu spät (bzw. nicht) gemeldet habe. Er hoffe aber auf die
Akzeptanz seiner Entschuldigung.
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c) Nach einer Aussprache vom 18. Mai 2010 verpflichtete die Baukommission J. P., die
beiden Grünfuttersilos innert Frist nach Rechtskraft dieser Verfügung von drei Monaten
um 6 m bzw. auf 12 m zu reduzieren oder die Silos durch solche wie bewilligt zu
ersetzen. Vorsorglich ordnete sie an, dass die beiden Silos nicht befüllt werden dürfen.
Gleichzeitig wurde die Ersatzmassnahme angedroht. Einem allfälligen Rekurs gegen
die vorsorgliche Massnahme wurde die aufschiebende Wirkung entzogen. Zur
Begründung verwies die Bewilligungsbehörde auf die illegale Abweichung des
Volumens von 73 Prozent und die damit verbundene negative Wirkung auf das
geschützte Ortsbild.
C./ a) Gegen die Wiederherstellungsverfügung liess der Bauherr am 8. Juni 2010 durch
seinen Rechtsvertreter beim Baudepartement des Kantons St. Gallen Rekurs erheben.
Er verlangte, dass der angefochtene Beschluss kostenpflichtig aufgehoben werde, die
Silos bloss um 3 m bzw. auf 15 m zu verkleinern seien und dass die aufschiebende
Wirkung des Rekurses gegen die vorsorgliche Massnahme wiederhergestellt werde.
b) Das Baudepartement führte am 25. August 2010 einen Augenschein durch, an dem
unter anderem der Leiter der kantonalen Denkmalpflege teilnahm. Nach verschiedenen
Abklärungen wies die Rekursinstanz mit Entscheid vom 15. September 2011 den
Rekurs mit der Begründung ab, dass die verlangte Höhenreduktion auf 12 m geeignet
und erforderlich sei, das öffentliche Interesse am Schutz des Ortsbildes zu wahren. Der
Rückbau erweise sich zudem als verhältnismässig. Die Silos könnten zwar nur im
unbefüllten Zustand zurückgebaut werden. Nachdem sich der Rekurrent aber
eigenmächtig über das Befüllverbot hinweggesetzt habe, erweise sich die angesetzte
Rückbaufrist von drei Monaten als zumutbar.
D./ Gegen diesen Rekursentscheid liess J. P. am 30. September 2011 mit folgenden
Anträgen beim Verwaltungsgericht des Kantons St. Gallen Beschwerde erheben:
1. Die Beschwerde sei gutzuheissen und der Entscheid des Baudepartements
Nr. 44/2011 vom 15. September 2011 sowie der Entscheid der Baukommission der
Stadt Wil vom 25. Mai 2011 seien aufzuheben.
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2. Es sei der Beschwerdeführer und Baurechtsnehmer J. P. zu verpflichten, die Höhe
der beiden mit Beschluss der Baukommission Wil vom 19. Oktober 2010 bewilligten
Grünfutter-Silos um 3 m auf neu eine Höhe von 15 m zu reduzieren.
3. Eventualiter sei die Streitsache zur Neubeurteilung an die Vorinstanz zurückzuweisen
unter Festsetzung der Durchführung eines erneuten Augenscheins.
4. Subeventualiter sei ein Gutachten durch die Eidgenössische Kommission für Natur-
und Heimatschutz (ENHK) einzuholen.
5. Es sei eine angemessene Entschädigung zuzusprechen.
Unter Kosten- und Entschädigungsfolge.
Zur Begründung lässt der Beschwerdeführer geltend machen, die Diskussion und
Vergleichsgespräche während des Verfahrens seien differenzierter verlaufen, als es im
Entscheid festgehalten werde. Je nach Blickwinkel seien die Silos zwar gut vor der
Altstadt, dem Kloster und der Rudenzburg liegend sichtbar. Dass die Sicht auf die
Schutzobjekte dadurch geradezu behindert werde, könne in dieser Absolutheit aber
nicht gesagt werden. Falsch sei zudem, dass er sich über das Nutzungsverbot
hinweggesetzt und die beiden Silos zumindest teilweise befüllt habe. Die Höhe der
Silos von 15 m sei bereits rechtskräftigt bewilligt worden. Mithin dürfe die
Bewilligungsfähigkeit dieser Höhe nicht nochmals in Frage gestellt werden. Auch sei
die Rekursinstanz zu wenig darauf eingegangen, dass die auf 15 m reduzierten Silos
mit Bäumen kaschiert werden könnten.
E./ Die Vorinstanz beantragt mit Vernehmlassung vom 8. November 2011, die
Beschwerde abzuweisen. Die Grundeigentümerin verzichtet mit Schreiben ihres
Rechtsvertreters vom 14. November 2011 auf einen Antrag und eine Stellungnahme.
Die Baukommission schliesst sich mit Eingabe vom 24. November 2011 der
Vernehmlassung des Baudepartementes an, ohne einen eigenen Antrag zu stellen. Der
Beschwerdeführer replizierte am 10. Dezember 2011. Die übrigen Verfahrensbeteiligten
nahmen dazu keine Stellung.
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J./ Das Verwaltungsgericht hat vorgängig seines Entscheids einen Augenschein an Ort
und Stelle durchgeführt. Die Verfahrensbeteiligten wurden dazu eingeladen und
erhielten Gelegenheit zur Stellungnahme. Auf die weiteren von den
Verfahrensbeteiligten vorgebrachten Ausführungen wird, soweit erforderlich, in den
nachstehenden Erwägungen eingegangen.

## Considerations

Darüber wird in Erwägung gezogen:
1. (...).
2. Im Verlauf des Rekursverfahrens gab es bei der Verfahrensleitung einen Wechsel.
Der Beschwerdeführer sieht eine Gehörsverletzung darin, dass die
Rekurssachbearbeiterin, die den Entscheidentwurf zu Handen des
Departementsvorstehers ausgearbeitet hat, nicht selber am Augenschein
teilgenommen hat.
2.1. Das rechtliche Gehör besagt, dass Personen und Behörden, gegen die sich eine
Eingabe richtet, grundsätzlich Gelegenheit zur Stellungnahme haben. Verfügungen, die
erheblich belasten, sind nur zulässig, wenn die Betroffenen den wesentlichen
Sachverhalt kennen und Gelegenheit zur Stellungnahme hatten. Ausgenommen sind
Veranlagungen von Steuern, Taxen und Gebühren (Art. 15 Abs. 1 und 2 VRP, Art. 29
der Bundesverfassung, SR 101, abgekürzt BV).
2.2. Der Anspruch auf rechtliches Gehör ist einerseits ein persönlichkeitsbezogenes
Verfahrensrecht der Beteiligten, das vor Herabminderung zum blossen
Verfahrensobjekt schützt. Andererseits ist es ein Mittel der Sachaufklärung. Es dient
der optimalen Aufarbeitung der relevanten Entscheidungsgrundlagen und ermöglicht
im Rahmen des Verfahrensrechts die Einführung der Sicht der Betroffenen. Der
Anspruch ergibt sich allein aus dem Verfahren heraus und gilt vorbehaltlos. Inhalt und
Umfang des Gehörsanspruchs sind nicht abstrakt zu umschreiben, sondern am
Anspruch auf wirksame Mitwirkung anhand konkreter tatsächlicher und rechtlicher
Gegebenheiten nach Fallgruppen und im Einzelfall zu konkretisieren. Voraussetzung
der Wahrnehmung des rechtlichen Gehörs ist eine entsprechende Orientierung der
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Betroffenen. Sie bezieht sich auf den zu treffenden Entscheid wie auf den Beizug von
Unterlagen und Gutachten und schliesst geheim geführte Verfahren aus. Das Recht auf
rechtliches Gehör räumt den Betroffenen sodann die Möglichkeit ein, sich vor Erlass
eines in ihre Rechtsstellung eingreifenden Entscheids zur Sache zu äussern. Mit dem
Anspruch auf effektive Mitwirkung korrespondiert, dass die Behörde die Vorbringen der
Beteiligten tatsächlich hört, prüft und berücksichtigt und ihre Entscheide vor diesem
Hintergrund begründet (G. Steinmann, in: St. Galler Kommentar zur Bundesverfassung,
2. Auflage, Zürich/St. Gallen 2008, Rz. 21 ff. zu Art. 29 BV).
2.3. Im Verwaltungsverfahren gilt der beschränkte Untersuchungsgrundsatz. Das
heisst, dass die Verwaltungs- und Justizbehörden den Sachverhalt grundsätzlich von
Amtes wegen abklären (Art. 12 Abs. 1 VRP). An der Verteilung der materiellen
Beweislast bzw. an der Regelung der Folgen der Beweislosigkeit ändert der
Untersuchungsgrundsatz allerdings nichts. Die erwähnte Beschränkung hat zur Folge,
dass - sofern zur Wahrung der öffentlichen Interessen keine besonderen Erhebungen
nötig sind - bereits auf der untersten Ebene des Verwaltungsverfahrens nur die von den
Verfahrensbeteiligten angebotenen und leicht zugänglichen Beweise über erhebliche
Tatsachen abzunehmen sind (Art. 12 Abs. 2 VRP). Das Untersuchungsprinzip findet
seine Grenzen an der Mitwirkungspflicht der Parteien.
Im streitigen Verwaltungsverfahren wird der Untersuchungsgrundsatz noch weiter
relativiert, indem die Behörden den Sachverhalt nicht weiter abklären, sondern sich
damit begnügen können, die Stichhaltigkeit der Parteivorbringen zu überprüfen.
Weitere Sachverhaltsermittlungen sind zwar möglich, aber nicht erforderlich. Dazu
kommt, dass die Behörden nicht an die Beweisofferten der Parteien gebunden sind
(Häfelin/Müller/Uhlmann, Allgemeines Verwaltungsrecht, 6. Auflage, Zürich 2006,
Rz. 1623 ff.).
2.4. Der Augenschein ist die Besichtigung einer Streitsache an Ort und Stelle durch die
entscheidende Behörde, in der Regel in Anwesenheit der Verfahrensbeteiligten, zur
unmittelbaren Wahrnehmung von Tatsachen (Kölz/Bosshart/Röhl, Kommentar zum
Verwaltungsrechtspflegegesetz des Kantons Zürich, 2. Auflage, Zürich 1999, N 41 zu §
7). Die Ortsbegehung muss nicht zwingend von der entscheidenden Person bzw. vom
entscheidenden Gremium selbst durchgeführt werden. In der Praxis führen im
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verwaltungsinternen Rekursverfahren regelmässig Sachbearbeiter den Augenschein
durch, ohne dass dadurch der Anspruch auf rechtliches Gehörs verletzt würde (Cavelti/
Vögeli, Verwaltungsgerichtsbarkeit im Kanton St. Gallen, St. Gallen 2003, Rz. 968). Die
dabei gewonnenen Erkenntnisse dürfen selbst in einem späteren Rechtsgang in der
gleichen Sache wiederverwendet werden. Es ist von daher unnötig, vor dem
Neuentscheid einen zweiten Augenschein durchzuführen. Selbst im darauf folgenden
Rechtsmittelverfahren darf sich die Behörde bzw. das Gericht auf das Ergebnis eines
vorinstanzlichen Augenscheins abstützen. Entscheidend ist einzig, dass sich alle
wesentlichen, anlässlich des Augenscheins gewonnenen Eindrücke und gemachten
Feststellungen aus den Akten ergeben (Kölz/Bosshart/Röhl, a.a.O., N 45 zu § 7) Um
dies sicherzustellen, werden die Feststellungen am Augenschein in einem Protokoll
aufgenommen (Cavelti/Vögeli, a.a.O., Rz. 969).
2.4.1. Diese formellen Anforderungen werden vorliegenden erfüllt. Weiter kommt dazu,
dass die Verfahrensbeteiligten Gelegenheit hatten, zu den tatsächlichen Feststellungen
und zu den protokollierten Äusserungen der Beteiligten Stellung zu nehmen. In diesem
Zusammenhang liess der Beschwerdeführer mit Eingabe vom 28. Januar 2011
ausdrücklich anbringen, dass das Protokoll vom 15. Dezember 2010 über die
tatsächlichen Feststellungen vom 25. August 2010 zutreffend und somit nichts zu
ergänzen sei. Seine weitergehenden Ausführungen betrafen die nachfolgenden
Abklärungen zur Frage, ob und wie die zu hoch erstellten Silos allenfalls mit hohen
Bäumen oder Kletterpflanzen kaschiert werden könnten. Sodann machte der Rekurrent
nochmals geltend, dass die Silos bloss im leeren Zustand zurückgebaut werden
könnten und dass diese durch eine Kürzung möglicherweise undicht würden.
Schliesslich erinnerte er nochmals daran, weshalb die geänderte Struktur seines
Landwirtschaftsbetriebs eine Ganzjahressilofütterung notwendig mache.
2.4.2. Aus dem Gesagten folgt, dass die Referentin des Rekursentscheids durchaus in
der Lage war, die am Augenschein gewonnenen Erkenntnisse an Hand des Protokolls,
der Stellungnahmen der Verfahrensbeteiligten und der zahlreichen Fotos, die anlässlich
des Augenschein gemacht wurden und sich sonst in den Akten befinden, sachgerecht
zu beurteilen. Mit Blick auf die verstärkte Mitwirkungspflicht der Beteiligten im
Rechtsmittelverfahren genügt es sodann nicht, vor Verwaltungsgericht lediglich zu
behaupten, es würden keine Anhaltspunkte vorliegen, der Entscheid sei nicht
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ausschliesslich auf die Akten gestützt gefällt worden. Daran ändert auch nichts, dass
nach Meinung des Beschwerdeführers die Diskussion am Augenschein differenzierter
geführt worden sei, als im Entscheid wiedergegeben und dass der
Rekurssachbearbeiter vor Ort noch verschiedene Möglichkeiten für einen
rechtmässigen Rückbau offengelassen habe. Entscheidend ist, dass er für eine
abschliessende Beurteilung ausdrücklich die Ergebnisse von weiteren Abklärungen und
Angaben seitens des Rekurrenten vorbehalten hatte. Richtig ist, dass der Leiter der
Denkmalpfleger eine Reduktion der Silohöhe von 18 m auf 15 m befürwortet hat. Im
gleichen Zug kritisierte er aber auch die Abweichung des Durchmessers von 77 cm,
weil sich diese im Kontext mit der dahinterliegenden Häuserzeile ebenfalls negativ
auswirke. Es kann somit darauf verzichtet werden, die Streitsache für einen weiteren
Referentenaugenschein an die Vorinstanz zurückzuweisen.
3. Der Beschwerdeführer ist der Meinung, dem Ortsbildschutz werde Genüge getan,
wenn die zu hoch und zu breit gebauten Silos um lediglich 3 m gekürzt und mit
Bäumen kaschiert werden. Für diese Behauptung verlangt er, dass ein Gutachten der
Eidgenössischen Natur- und Heimatschutzkommission ENHK eingeholt werde.
3.1. Kann bei der Erfüllung einer Bundesaufgabe ein Objekt, das in einem Inventar des
Bundes nach Artikel 5 aufgeführt ist, erheblich beeinträchtigt werden oder stellen sich
in diesem Zusammenhang grundsätzliche Fragen, so verfasst die Kommission nach
Art. 7 Abs. 2 des Natur- und Heimatschutzgesetzes (SR 451, abgekürzt NHG) zu
Handen der Entscheidbehörde ein Gutachten.
Die Nutzungsplanung und die Ausscheidung von Schutzzonen oder die Anordnung
anderer Schutzmassnahmen nach Art. 17 des Raumplanungsgesetzes (SR 700,
abgekürzt RPG) gilt nicht als Aufgabe des Bundes, sondern als solche der Kantone.
Immerhin sind die Bundesinventare für die kantonale Richtplanung als Bundeskonzepte
(Art. 13 RPG) aber zu berücksichtigen (Art. 6 Abs. 4 RPG). So wird auch der Schutz von
Ortsbildern durch kantonales und kommunales Recht gewährleistet (Art. 78 Abs. 1 BV).
Da vorliegend keine Bundesaufgabe im Sinn von Art. 2 NHG zu beurteilen ist, besteht
keine Pflicht, die ENHK beizuziehen. Umgekehrt ist es der Behörde bzw. dem Gericht
aber nicht verwehrt, die ENHK in Anwendung von Art. 12 Abs. 1 VRP für eine
Stellungnahme anzufragen, sofern ihr zur Beurteilung bestimmter Tatsachen oder
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Verhältnisse die nötigen Sachkenntnisse fehlen (VerwGE B 2009/145 vom
16. September 2010 E. 3.3. mit Hinweisen, abrufbar unter: www.gerichte.sg.ch).
Vorliegend ist das Gericht durchaus in der Lage, die Beeinträchtigung des geschützten
Ortsbildes und der übrigen Schutzgegenstände vor Ort selber zu beurteilen.
3.2. Der Beschwerdeführer erachtet die Ausführungen des Leiters der kantonalen
Denkmalpflege, welche dieser mündlich am Rekursaugenschein vom 25. August 2010
und nachträglich schriftlich am 4. Mai 2011 zu den Lösungsvorschlägen des
Beschwerdeführers abgegeben hat, als blosses Stimmungsbild und damit nicht als
massgeblich.
3.2.1. Schriftliche und mündliche Äusserungen einer Amtsstelle, die damit ihre
besondere amtliche Sachkunde wiedergeben, sind Beweismittel. Inhaltlich kommen sie
einem eigentlichen Gutachten gleich (Kölz/Bosshart/Röhl, a.a.O., N 30 zu § 7).
Mündliche Berichte sind zu protokollieren und den Beteiligten zur Stellungnahme zu
unterbreiten. Auf die Einholung einer schriftlichen Stellungnahme kann dann verzichtet
werden, wenn der Gutachter - etwa anlässlich eines Augenscheins - mündlich seinen
Bericht abgibt und die Beteiligten Gelegenheit haben, sich unmittelbar dazu zu äussern
(Cavelti/Vögeli, a.a.O., Rz. 978).
3.2.2. Liegen beim Amtsbericht keine offensichtlichen Mängel oder Widersprüche vor,
weicht das Verwaltungsgericht praxisgemäss nicht ohne Not von der Meinung der
Fachstelle ab (Cavelti/Vögeli, a.a.O., Rz. 978). Dies gilt insbesondere für den Fall, dass
ein Bericht fachspezifische Aussagen enthält und im Wesentlichen nicht bloss
unbestrittene Tatsachen würdigt (VerwGE B 2010/ 38 vom 16. September 2010 3.6.,
abrufbar unter: www.gerichte.sg.ch). Nötig ist sodann, dass der Bericht objektive
Eigenschaften aufführt, die allein oder im Zusammenwirken mit anderen Umständen
den hohen Wert eines Schutzgegenstands zum Ausdruck bringen (GVP 1997 Nr. 16
S. 40, mit Hinweis).
3.2.3. Die Ausführungen des Leiters der kantonalen Denkmalpflege vor Ort sowie seine
nachträgliche Stellungnahme zu den nachgereichten Vorschlägen erfüllen die
Anforderungen an einen Amtsbericht. Die Erklärungen des Denkmalpflegers zum
Ortsbild- und Baudenkmalschutz sind nicht bloss allgemeiner Natur, sondern haben die
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beiden betroffenen Silos im Kontext des betroffenen Ortsbildes und der beiden
Schutzgegenstände Rudenzburg und Katharinenkloster zum Inhalt. Wie sich am
gerichtlichen Augenschein bestätigt hat, liegen die beiden rechtswidrigen Silos von der
St. Galler Strasse her gesehen direkt im für die rund 150 m entfernt liegende Altstadt
Wil wichtigen Sichtbereich. Dazu kommt, dass die Silos mit bloss ungefähr 100 m
Abstand im unmittelbaren Betrachtungsvordergrund der beiden Schutzobjekte stehen.
Bei der Rudenzburg kommt erschwerend dazu, dass diese einzig aus einer gewissen
Distanz von Südosten her als Anlage erkennbar ist, womit die beiden Hochsilos den
Blick auf das barocke Herrschaftshaus praktisch ausnahmslos dominieren. Selbst das
freier und leicht erhöht stehende Frauenkloster wird trotz seiner grossen Baukuben
über weite Strecken von den beiden davor stehenden hohen Silos konkurrenziert. An
den objektiven Ausführungen des Denkmalpflegers ändert sich auch nichts, dass sich
dieser am Augenschein nicht dagegen gesträubt hat, dass eine wirkungsvolle
Begrünung geprüft werde, womit die störenden Bauten nach Meinung des
Beschwerdeführers weitgehend und genügend verborgen werden könnten. Darüber
hinaus macht der Beschwerdeführer zu Recht nicht geltend, der Amtsbericht sei
offensichtlich mangelhaft. Mit Blick auf die Ausgangslage, dass die beiden zu gross
gebauten Silos das geschützte Ortsbild klar stören, kann auch deshalb nicht von einem
blossen Stimmungsbild gesprochen werden, weil der Bericht bezüglich der
Beschreibung der objektiven Eigenschaften des Ortsbildes insgesamt eher knapp
ausgefallen ist. Das Gericht ist wie gesagt durchaus in der Lage, die Situation vor Ort
hinreichend festzustellen und allfällige Auswirkungen der Hochsilos auf die betroffenen
Schutzobjekte, das heisst deren Eigen- und Lagewert (vgl. Engeler, a.a.O. S. 161) zu
beurteilen. Es kann daher darauf verzichtet werden, die ENHK zu bitten, im Sinn eines
Obergutachtens einen Bericht zu erstatten, ohne dass damit das rechtliche Gehör des
Beschwerdeführers verletzt wird.
4. Die illegal erstellten Silos stehen in der Zone für öffentliche Bauten und Anlagen.
4.1. Die ÖBA-Zone ist für bestehende und künftige öffentliche Bauten und Anlagen
vorbehalten (Art. 18 des Baugesetzes, sGS 731.1, abgekürzt BauG), also für
Bauvorhaben, die der Öffentlichkeit zur Verfügung stehen. Dazu gehören unter
anderem Schulhäuser, Kirchen, Friedhöfe, Sportanlagen und Pflegeheime. Private
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Bauten, die diesem öffentlichen Zonenzweck widersprechen, sind hier untersagt (B.
Heer, St. Gallisches Bau- und Planungsrecht, Bern 2003, Rz. 386).
4.2. Private Bauvorhaben für die Landwirtschaft sind in der vorliegenden Zone
demnach grundsätzlich nicht erlaubt. Landwirtschaftliche Bauten und Anlagen sind
ausschliesslich in den Landwirtschaftszonen zu errichten (Art. 16 RPG). Die beiden
Silos sind damit in der vorliegenden Zone zonenwidrig, weshalb sie nicht ordentlich
nach Art. 87 Abs. 1 BauG hätten bewilligt werden können. Die Erklärung des Vertreters
der Baubehörde am Augenschein, die beiden neuen Silos seien im Hinblick der
Bestandesgarantie bewilligt worden, ist deshalb unverständlich, weil die beiden 18 m
hohen Silos zusätzlich zu den zwei nur halb so hohen Silos erstellt werden sollten.
Soweit die Ausmasse überdies von der (zu Unrecht) erteilten ordentlichen
Baubewilligung abweichen, sind sie auch formell rechtswidrig. Ein Grund für eine
Ausnahmebaubewilligung ist ebenfalls nicht ersichtlich, weshalb als Nächstes die
Wiederherstellung des rechtmässigen Zustands gemäss Art. 130 Abs. 2 BauG bzw. der
(Teil-)Abbruch der beiden illegalen Silos geprüft werden muss (Heer, a.a.O., Rz. 1205).
5. Vorab ist die Frage des Ortsbildschutzes zu klären. Während bei der Bewilligung der
Hochsilos der Natur- und Heimatschutz noch kein Thema war, prüfte die
Bewilligungsbehörde im Rahmen des Wiederherstellungsverfahrens, ob die illegal
errichteten Hochsilos mit dem geschützten Ortsbild und den betroffenen
Einzelschutzobjekten verträglich seien. Dabei kam sie zum Schluss, dass dies
augenscheinlich nicht der Fall sei, weshalb sie praxisgemäss auf die Durchführung
eines nachträglichen Bewilligungsverfahrens verzichtete (GVP 1983 Nr. 97 S. 213) und
den Rückbau auf eine Höhe von 12 m anordnete. Der Beschwerdeführer
demgegenüber ist der Ansicht, die bestehenden Silotürme seien mit dem geschützten
Ortsbild verträglich, wenn sie um 3 m auf lediglich 15 m gekürzt und zusätzlich mit
Bäumen abgedeckt würden.
5.1. Das Verwaltungsgericht ist nach der gesetzlichen Ordnung einzig zur
Rechtskontrolle befugt (Art. 61 Abs. 1 und 2 VRP; vgl. Cavelti/Vögeli, a.a.O., Rz. 740).
Ermessensentscheide darf es somit nur daraufhin überprüfen, ob das staatliche Organ,
das den Entscheid getroffen hat, Ermessen überschritten oder missbraucht hat. Eine
Ermessensüberschreitung liegt vor, wenn die betreffende Behörde in einem Bereich
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Ermessen ausübt, in welchem der Rechtssatz kein Ermessen einräumt. Um einen
Ermessensmissbrauch handelt es sich, wenn die Behörde zwar im Rahmen des ihr
eingeräumten Ermessens bleibt, sich aber von unsachlichen, dem Zweck der Vorschrift
fremden Erwägungen leiten lässt oder allgemeine Rechtsgrundsätze verletzt (Häfelin/
Müller/Uhlmann, Allgemeines Verwaltungsrecht, 6. Aufl., Zürich/Basel/Genf 2010, Rz.
459b ff.).
5.2. Das Ortsbild ist die Erscheinungsform einer Gruppe von Bauten und Anlagen. Es
handelt sich dabei um Baugruppen, deren Einzelbauten sich einerseits zu einem Bild
augenfälliger Geschlossenheit vereinen und anderseits in die Umgebung einordnen. Zu
unterscheiden ist zwischen dem inneren Ortsbild, z.B. Gassen- und Platzbild, und dem
äusseren Ortsbild, z.B. Lage und Stellung in der Landschaft (vgl. Keller/Zufferey/
Fahrländer, Kommentar zum Bundesgesetz über den Natur- und Heimatschutz, Zürich
1997, 1. Kap., Rz. 33 mit Hinweisen). Der Schutz der Ortsbilder wird mit kantonalem
und kommunalem Bau- und Planungsrecht erreicht (Keller/Zufferey/Fahrländer, a.a.O.,
1. Kap., Rz. 34). Der Ortsbildschutz geht über den Schutz allfälliger, das Ortsbild
prägender Einzelobjekte hinaus und soll das Gesamtbild einer Baugruppe wahren. Er
befasst sich nur soweit mit dem Einzelobjekt, als es für das Erscheinungsbild der
Gruppe gesamthaft von Bedeutung ist. Massnahmen zur Erhaltung von Einzelobjekten
machen aber ihrerseits einen wesentlichen Bestandteil der Ortsbildpflege aus (vgl.
T. Marty, Gesetzliche Grundlagen des Bundes, des Kantons St. Gallen und der
st. gallischen Gemeinden in der Ortsbildpflege, in: Ortsbildpflege in der Praxis,
Veröffentlichungen des Schweizerischen Instituts für Verwaltungskurse an der
Hochschule St. Gallen, Neue Reihe, Band 4, S. 52 f.). Die Vorschriften des
Ortsbildschutzes reichen im Allgemeinen über den eigentlichen Denkmalschutz hinaus,
da sie auch dort gelten, wo keine Denkmäler betroffen sind. Enger als jene des
Denkmalschutzes erweisen sich Regelungen des Ortbildschutzes insofern, als sie auf
die äussere Erscheinungsform von Gebäuden und Gebäudegruppen gerichtet sind und
somit das Innere nur soweit zu erfassen vermögen, als dieses nach aussen hin wirkt
(Waldmann/Hänni, Handkommentar zum Raumplanungsgesetz, Bern 2006, Rz. 19 zu
Art. 17 RPG). Während die kantonalen Rechtsordnungen mehrheitlich einen
Umgebungsschutz von Schutzgütern vorsehen, wird im Kanton St. Gallen ein solcher
nicht erwähnt. Art. 99 BauG sieht aber Eigentumsbeschränkungen wie Bauverbote,
Baubeschränkungen durch Schutzverfügungen, Schutzzonen etc. vor. Darüber hinaus
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lässt sich der Umgebungsschutz auch direkt aus dem unmittelbar anwendbaren Art. 17
RPG ableiten (W. Engeler, Das Baudenkmal im schweizerischen Recht, Zürich/St.
Gallen 2008, S. 127 mit Hinweisen).
5.3. Nach Art. 98 Abs. 1 lit. c BauG sind bedeutende Ortsbilder als Schutzgegenstände
zu erhalten. Art. 23 des Baureglements der Stadt Wil vom 25. November 1992
(abgekürzt BauR) konkretisiert diese Schutzbestimmung. Ein Ortsbild erweist sich als
bedeutend, wenn es sich um eine bauliche Gestaltung handelt, die der betreffenden
Gegend ein besonderes Gepräge verleiht. Nach der Praxis des Verwaltungsgerichts
muss es sich dabei um Bauten handeln, die das Ortsbild als besonders schön
hervortreten lassen und im Ortsbild einen wahrnehmbaren Schwerpunkt setzen.
Schützenswert sind jene Baugruppen, deren ungeschmälerter Weiterbestand im
Zonenplan, im Baureglement oder in einer Schutzverordnung festgelegt wird. Nach der
Rechtsprechung kann einer Baute ungeachtet ihres Eigenwerts zusammen mit anderen
Bauten ein künstlerischer oder geschichtlicher Wert zukommen oder ein Ortsbild
besonders kennzeichnen (VerwGE 2004/87 vom 25. Oktober 2004 E. 2 mit Hinweisen,
abrufbar unter www.gerichte.sg.ch; vgl. auch Heer, a.a.O., Rz 1050).
5.4. Nach Art. 98 Abs. 2 BauG darf die Beseitigung oder die Beeinträchtigung von
Schutzgegenständen nur bewilligt werden, wenn sich ein gewichtiges, das Interesse an
der Erhaltung überwiegendes Bedürfnis nachweisen lässt. In Art. 24 Abs. 4 BauR wird
festgehalten, dass Bauten und Anlagen in der Umgebung von Schutzobjekten so zu
gestalten sind, dass diese und deren Erscheinungsbild nicht nachteilig beeinträchtigt
werden.
Das undatierte Ortsbildinventar des Kantons St. Gallen zum Schutzobjekt Rudenzburg
führt auf S. 3 aus, das barocke Herrschaftshaus mit Mansardendach werde zwar vom
Strassenbau, insbesondere der Toggenburger Strasse im Westen, bedrängt,
zusammen mit dem noch vorhandenen baumreichen Park habe es aber nach wie vor
einigen Stellenwert an der St. Galler Strasse und eine dominierende Position an der
Toggenburger Strasse inne. Im kantonalen Ortsbildinventar wird zum Frauenkloster St.
Katharina, Konventgebäude und Gästehaus speziell die als Grünzone ausgeschiedene
Klosterwiese hervorgehoben. Dank dieser könne die Altstadt nach Norden und Süden
"atmen", da sie von keiner amorphen Häusermasse erdrückt werde. Die
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Klostersilhoutte korrespondiere zudem mit den Bauformen der Altstadt, womit es
dieser Beziehungspunkt und Massstab biete. Auch im Ortsbildinventar
Dominikanerinnenkloster St. Katharina-Bergliweg-Klosterweg kommt dem freien Blick
auf das Kloster und die dahinterliegende Altstadt eine zentrale Bedeutung zu. Die
Ortsbildschutzzone bezwecke sowohl die Erhaltung des Klosters in seinem hohen
Eigenwert wie auch in der Wirkung zur Altstadt. Aus diesem Grund wird verlangt, dass
Neubauten im Bereich dieser sehr sichtempfindlichen Zone sorgfältig geprüft werden.
5.5. Nebstdem ist die Altstadt wie gesagt als eines von rund 1'300 Ortsbildern im
Bundesinventar der schützenswerten Ortsbilder von nationaler Bedeutung (ISOS)
aufgenommen. Ausserhalb der Erfüllung einer Bundesaufgabe sind die Kantone zwar
grundsätzlich nicht unmittelbar an die behördenverbindlichen Bundesinventare
gebunden. Nach bundesgerichtlicher Rechtsprechung und Lehre wird aber zumindest
die mittelbare Wirkung der Bundesinventare, im Speziellen des ISOS, als eine allgemein
anerkannte wissenschaftliche Grundlage für den Ortsbild- und Denkmalschutz in der
Schweiz anerkannt (Engeler, a.a.O., S. 273 mit Hinweisen). Am 1. April 2009 hat das
Bundesgericht sodann entschieden, dass die Kantone und die Gemeinden die
Bundesinventare grundsätzlich zu berücksichtigen hätten. Diese Pflicht zur Beachtung
findet ihren Niederschlag zum Einen in der Anwendung der die Schutzanliegen
umsetzenden (Nutzungs-)Planung, zum Anderen darin, dass im Einzelfall erforderliche
Interessenabwägungen im Lichte der Heimatschutzanliegen vorgenommen werden
(BGE 135 II 209 E. 2.1).
5.6. Das Verwaltungsgericht konnte sich anlässlich seines Augenscheins davon
überzeugen, dass die illegal erstellten Hochsilos mehr als doppelt so hoch sind wie die
beiden bestehenden Grünfuttersilos und damit sämtliche Gebäude in der nahen
Umgebung - und selbst die meisten weiter entfernt liegenden - erheblich überragen.
Von der St. Galler Strasse her blickend, die wie die Vorinstanz zu Recht vorbringt, als
zentrale Verbindungsstrasse von und nach Wil ein eigentliches Eingangsportal zur
Stadt Wil bildet, beeinträchtigen die Silos auf der ganzen Strecke zwischen dem Kreisel
beim Möbelhaus Gamma bis fast zur Rudenzburg-Kreuzung die Sicht auf die erhöht
liegende Altstadt fortwährend in einem gewissen Bereich. Das Gleiche gilt auch - zwar
nicht für die ganze Strecke, aber wegen der kürzeren Distanz umso störender - für die
beiden nahe gelegenen Schutzobjekte Rudenzburg und Frauenkloster. Vor Ort hat sich
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sodann bestätigt, dass die Sicht von Süden her auf das geschützte Ortsbild mit
Ausnahme der beiden illegalen Silos völlig intakt ist. Vom Stallgebäude und den beiden
bestehenden Grünfuttersilos, die ihrerseits nicht einmal die Firsthöhe des Stalls
erreichen, sowie den historischen und ihrerseits geschützten Klostergebäuden
abgesehen, ist die Klosterwiese unbebaut. Dies ist unter anderem dem Umstand zu
verdanken, dass die Wiese gerade im Hinblick auf das offen zu haltende Sichtfeld auf
die Altstadt als Grünzone ausgeschieden wurde. Somit käme es einem eigentlichen
Schildbürgerstreich gleich, wenn zwischen der für den freien Blick freigehaltenen
Fläche und dem freizuhaltenden geschützten Ortsbild hohe, massige und farblich
auffällig gestaltete Hochbauten errichtet bzw. bewilligt würden.
5.7. Aus dem Gesagten ergibt sich, dass die beiden neuen hohen Silos mit der bloss
rund 25 m entfernt liegenden und damit praktisch unmittelbar angrenzenden
Ortsbildschutzzone bzw. den rund 100 m entfernt liegenden erwähnten Schutzobjekten
sowie der erhöht stehenden, ISOS-geschützten Altstadt in einer Distanz von lediglich
150 m unvereinbar sind. Die Fotos von den rechtswidrig erstellten Silos mit den
vermassten Höhenvergleichen in den Akten der Baubehörde zeigen sodann auf, dass
eine Reduktion der Silos von 18 m auf 15 m, 13,5 m und selbst 12 m daran nichts
ändert, dass die Silos optisch die Altstadtsilhouette tangieren bzw. diese
durchbrechen, weshalb sie vor diesem Hintergrund höchst störend in Erscheinung
treten. Auf Grund dieser Feststellungen fragt es sich, ob mit Blick auf das wichtige
Interesse des Schutzes des vorliegend hochwertigen Ortsbildes nicht sogar der
Widerruf der ursprünglichen Baubewilligung für die Silos mit einer Höhe von 15 m zu
prüfen gewesen wäre. Die beiden zonenwidrigen Silos sind mit dem geschützten
Ortsbild und den Schutzobjekten Rudenzburg und St. Katharinenkloster jedenfalls nicht
bloss unvereinbar, mit Blick auf den bis anhin unbelasteten Charakter der freien
Klosterwiese verunstalten sie das Ortsbild geradezu, womit überdies eine Verletzung
von Art. 93 BauG vorliegt.
5.8. Der Beschwerdeführer macht geltend, die beiden Silos seien in der erstellten
Grösse betriebsnotwendig.
5.8.1. Dem ist entgegenzuhalten, dass selbst zonenkonforme Bauvorhaben so zu
gestalten sind, dass der Ortsbildschutz gewahrt bleibt. Die Silos sind deshalb unter
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Beachtung der Anliegen des Ortsbildschutzes angemessen zu dimensionieren. Dies
stellt zwar eine Einschränkung der Eigentumsfreiheit gemäss Art. 26 der
Bundesverfassung (SR 101, abgekürzt BV) dar. Im Rahmen von Art. 36 BV ist diese
aber zu dulden. Auch aus der Wirtschaftsfreiheit nach Art. 27 BV lässt sich kein
Anspruch auf eine betrieblich ideale Lösung ableiten, wenn dabei der Ortsbildschutz
tangiert wird (ZBl 10/2006 S. 555 mit Hinweis auf BGer 1P.235/2005 vom 7. September
2005 E. 3.1 und E. 4).
5.8.2. Das Gesagte gilt umso mehr für zonenwidrige Bauten. Eine Bewilligung nach
Art. 77quater BauG setzt unter anderem voraus, dass die Betriebserweiterung mit den
wichtigen Anliegen der Raumplanung vereinbar ist, was mit Blick auf die vorliegend
beeinträchtigten Schutzobjekte nicht der Fall ist (vgl. dazu Waldmann/Hänni, a.a.O.,
Rz. 4 zu Art. 17 RPG). Allein die Tatsachen, dass der Betrieb des Beschwerdeführers,
der mitten in der Bau- statt in der Landwirtschaftszone liegt, ständig
Bewirtschaftungsflächen an die zonenmässige Nutzung verliert und dass der
Beschwerdeführer zwischenzeitlich zusammen mit seinem Bruder eine
Betriebsgemeinschaft gebildet hat und deshalb den Landwirtschaftsbetrieb
vergrössern will, stellt auch keine Ausnahmesituation dar, die für einen Baudispens
nach Art. 77 BauG nötig wäre (Heer, a.a.O., Rz. 736). Abgesehen davon, dass es sich
beim letzteren Einwand um keinen objektiven Nachteil handelt, den der
Beschwerdeführer im Verhältnis zu Mitbürgern in gleicher oder ähnlicher Situation
durch die strikte Anwendung der Baunormen erleiden würde (Heer, a.a.O., Rz. 736),
käme eine entsprechende Ausnahmebewilligung mit Blick auf den Zweck der
vorliegenden Bauzone bzw. auf die schwere Beeinträchtigung des geschützten
hochwertigen Ortsbildes schon grundsätzlich nicht in Frage (Art. 77 Abs. 3 BauG).
6. Während der Beschwerdeführer lediglich eine Reduktion um 3 m auf 15 m als
zumutbar hält, erachtet die Baubehörde einen Rückbau auf 12 m bzw. die Einhaltung
der bewilligten Ausmasse für nötig. Letzteres beinhaltet nebst einer Höhenreduktion
zusätzlich eine Verminderung des Durchmessers.
6.1. Widerspricht die Ausführung einer Baute oder Anlage den gesetzlichen
Vorschriften oder den genehmigten Plänen oder wurde sonst ein unrechtmässiger
Zustand geschaffen, verfügt die zuständige Gemeindebehörde deren Entfernung oder
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Abänderung und ordnet die Wiederherstellung des früheren Zustands an (Art. 130
Abs. 2 BauG). Der Anordnung der Wiederherstellung des rechtmässigen Zustands
kommt massgebendes Gewicht für den ordnungsgemässen Vollzug des
Raumplanungs- und Baurechts zu. Die Anordnung des Abbruchs bereits erstellter
Bauten kann jedoch nach den allgemeinen Prinzipien des Verfassungs- und
Verwaltungsrechts (ganz oder teilweise) ausgeschlossen sein. Dies ist insbesondere
dann der Fall, wenn der Rückbau unverhältnismässig wäre. Nebst Gründen des
Vertrauensschutzes kann sodann auch eine Verwirkung wegen Zeitablaufs dem
Wiederherstellungsanspruch entgegenstehen (vgl. Heer, a.a.O., Rz. 1210; BGer
1C_478/2011 vom 9. Februar 2012 E. 2.3 mit Hinweisen). Der
Wiederherstellungsanspruch muss wie jede Verwaltungsmassnahme im Hinblick auf
das im öffentliche Interesse angestrebte Ziel erforderlich sein; er hat zu unterbleiben,
wenn eine gleich geeignete, aber mildere Massnahme für den angestrebten Erfolg
ausreichen würde (Häfelin/Müller/Uhlmann, a.a.O., Rz. 591).
6.2. Die Silos können zwar mit hohen Pappeln teilweise kaschiert werden, wie der
Beschwerdeführer einwendet. Das Ortsbild bleibt aber dennoch massiv beeinträchtigt.
Zum Einen sind diese Laubbäume nur während der Vegetationsperiode begrünt und
vermögen die illegalen Silos deshalb von Vornherein bloss während der einen Hälfte
des Jahres für den Betrachter im Süden zum Teil abzudecken. Zum Anderen können
die Bäume, selbst wenn sie einmal die Höhe der Silos erreicht haben werden, diese nur
ungenügend abdecken, wie die vom Beschwerdeführer am 21. September 2010
eingereichten Fotomontagen zeigen. Mehr Pappeln würden das massstablose, im
vorliegenden Kontext übergrosse Gebilde bloss noch mehr aufbauschen und so den
freizuhaltenden Blick auf das geschützte Ortsbild, das Kloster und die Rudenzburg
noch zusätzlich verdecken. Auch Kletterpflanzen können die beiden Silotürme - anders
als zum Beispiel eine an sich zulässige, aber unschöne Hauswand - nicht zum
Verschwinden bringen. Eine Abdeckung mit Pflanzen ist damit weder wirkungsvoll
noch nachhaltig. Damit ist der angeordnete Rückbau bei objektiver Betrachtung die
einzig geeignete Massnahme und damit zwecktauglich und erforderlich, den aktuellen
baurechtswidrigen Zustand zu beheben.
6.3. Der Beschwerdeführer bestreitet nicht, dass die Silos zurückgebaut werden
müssen. Strittig ist einzig, in welchem Ausmass die Silos in der Höhe reduziert werden
müssen.
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6.3.1. Die Silos übersteigen für den Betrachter die Dachumrisse der Wiler Altstadt und
stören damit das geschützte Ortsbild, selbst wenn sie auf 12 m reduziert werden. Mit
einer Höhe von 15 m konkurrenzieren sie sogar den Turm der Stadtkirche St. Niklaus,
wie die vermassten Fotos in den Unterlagen der Baubehörde zeigen. Da die Silos an
sich zonenwidrig sind bzw. auch sonst nicht bewilligungsfähig gewesen wären und sich
die Bewilligung überdies auf einen Durchmesser von 3,5 m bezieht, während die
umstrittenen Hochbauten eine Breite von 4,27 m aufweisen, handelte die Baubehörde
auch nicht willkürlich, indem sie den Rückbau der bestehenden Bauten auf 12 m
angeordnete, obwohl sie ursprünglich eine Höhe von 15 m bewilligt hatte. Eine
Abweichung im Durchmesser von 77 cm mag auf den ersten Blick zwar nicht
bedeutend erscheinen. Der Denkmalpfleger hat aber überzeugend ausgeführt, dass
dies einzig bei freistehenden Hochbauten der Fall sei, während die Silos vorliegend im
unmittelbaren Kontext zum geschützten Ortsbild stehen. Konkret beeinträchtigen die
Silos den freien Blick auf die Altstadt und die zwei erwähnten Schutzobjekte, wobei sie
je nach Standort zusätzlich einen Teil davon abdecken. Damit liegt es auf der Hand,
dass eine Überschreitung in der Breite von 0,7 m sehr wohl entscheidend für die freie
Sicht auf die Schutzobjekte ist. Dazu kommt, dass der Beschwerdeführer selbst mit
dieser Anordnung besser fährt, als wenn er sich an die erteilte Baubewilligung gehalten
hätte. Während die bewilligten Silos ein Volumen von bloss ca. 150 m3 aufweisen,
verfügt der Beschwerdeführer mit den auf 12 m zurückgebauten Silos, aber 4,27 m
breiten Silos über ein Volumen von ca. 170 m3. Mit Blick darauf und den Umstand,
dass die Silos bereits im Grundsatz materiell rechtswidrig sind, steht der
angefochtenen Anordnung demnach auch im Hinblick auf die Zweckangemessenheit
nichts entgegen.
6.3.2. Die Bewilligungsbehörde hat den Beschwerdeführer ausdrücklich darauf
aufmerksam gemacht, dass alle Projekt- und Grundlagenänderungen anzeige- und
bewilligungspflichtig und dass diese vor Inangriffnahme der entsprechenden
Bauarbeiten der Baukommission vorzulegen seien. Indem der Beschwerdeführer
eigenmächtig und wider besseres Wissen von der Baubewilligung abgewichen ist,
handelte er nicht gutgläubig. Zwar kann sich auch der bösgläubige Bauherr auf das
Prinzip der Verhältnismässigkeit berufen. Er muss dabei aber in Kauf nehmen, dass die
Behörden aus grundsätzlichen Erwägungen - nämlich zum Schutz der Rechtsgleichheit
und der baurechtlichen Ordnung - dem Interesse an der Wiederherstellung des
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gesetzmässigen Zustandes erhöhtes Gewicht beimessen und die dem Bauherrn
erwachsenden Nachteile nicht oder nur in verringertem Mass berücksichtigen (BGer
1C_59/2011 vom 10. Mai 2011 E. 3.2 f.).
6.3.3. Nachdem sich der Beschwerdeführer bewusst über die erteilte Bewilligung
hinweg gesetzt hat, vermögen auch seine privaten Interessen den Schutz des
hochwertigen Ortsbildes nicht aufzuwiegen, zumal die Silos selbst im Umfang der
bewilligten Ausmasse materiell rechtswidrig sind. Aus dem gleichen Grund sind seine
weiteren Einwände, die Silos seien in der erstellten Grösse betrieblich nötig und beim
Rückbau könnten Probleme bei der Dichtigkeit entstehen, nicht massgebend.
Abgesehen davon, dass diese Behauptungen unbelegt geblieben sind, steht es dem
Beschwerdeführer frei, statt der zu grossen Hochsilos aus dunkelblauem emailliertem
Metall kleinere Silos in dunkelgrünem Kunststoff aufzustellen, welche die Baubehörde
bereits rechtskräftig bewilligt hat. Da das Verwaltungsgericht nicht Aufsichtsbehörde
ist, ist es nicht am Gericht, die Prüfung des Widerrufs der bewilligten materiell
rechtswidrigen Silos anzuordnen (VerwGE 2010/233 vom 15. Dezember 2011 E. 4.,
abrufbar unter: www.gerichte.sg.ch). Somit muss es auch nicht abschliessend darüber
befinden, ob mit der Höhenreduktion auf 12 m den Anforderungen an den Schutz des
Ortsbilds von nationaler Bedeutung sowie den Schutz der beiden Kulturobjekte
hinreichend Genüge getan wird, wovon die Vorinstanz ohne Begründung ausgeht.
6.3.4. Über die Wiederherstellungsfrist ist nicht zu befinden, nachdem der
Beschwerdeführer im Beschwerdeverfahren ausdrücklich bestreitet, die beiden Silos
illegal befüllt zu haben und auch sonst nichts geltend macht, weshalb die
Wiederherstellungsfrist nicht angemessen sein soll.
6.3.5. Aus dem Gesagten folgt, dass der angeordnete und bestätigte Rückbau
rechtmässig ist und nicht gegen das Willkürverbot verstösst.
7. Zusammengefasst ergibt sich damit, dass die Vorinstanz ihren Augenschein nicht
wiederholen muss, dass keine Begutachtung durch die ENHK nötig ist und dass der
angeordnete Rückbau auf die verfügte Höhe rechtmässig und nicht willkürlich ist. Die
Beschwerde ist somit abzuweisen.
8. (...).
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Demnach hat das Verwaltungsgericht