# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 6b74647a-1f9b-400c-a345-ea63f4d2980d
**Court:** GR_KG
**Chamber:** GR_KG_006
**Year:** 2019
**Language:** de
**Jurisdiction:** GR / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

I. Sachverhalt
A. Am 3. März 2014 meldete sich X._ telefonisch bei der Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde Prättigau/Davos (nachfolgend KESB Prättigau/Davos). Sie teilte mit, dass sie von ihrem Lebenspartner, Y._, ein Kind erwarte. Dieser sei wegen Pädophilie vorbestraft und zu einer Freiheitsstrafe verurteilt worden. Die Probezeit laufe noch bis Mitte 2015. Die Bewährungshilfe von Y._ habe dazu geraten, die KESB darüber zu informieren. Ihrer Meinung nach bestünde indessen kein Problem. In der Folge eröffnete die KESB am 7. März 2014 ein Verfahren zwecks Abklärung einer möglichen Gefährdungslage des ungeborenen Kindes.
B. Gemäss Strafurteil des Kreisgerichts B._ vom 28. Juni 2010 wurde Y._ der mehrfachen Schändung, der mehrfachen sexuellen Handlungen mit Kindern, der Pornographie sowie der Gewaltdarstellungen schuldig gesprochen. Hierfür wurde er zu einer Freiheitsstrafe von zweieinhalb Jahren sowie einer Busse von CHF 2'500.00 verurteilt. Es wurde überdies eine ambulante Massnahme angeordnet und der Vollzug der Strafe zu Gunsten der ambulanten Massnahme aufgeschoben. Gemäss Urteil hatte Y._ gestanden, seine Nichte (Jahrgang 2004) zwischen Frühling 2008 und Juni 2009 mehrfach (d.h. insgesamt fünf Übergriffe) mit den Fingern zwischen die Schamlippen gegriffen und sie massiert zu haben und sie mehrfach an der Vagina geküsst und mit der Zunge massiert zu haben. Ausserdem habe er über tausend Bilder kinderpornografischen Inhalts und Videos mit Gewaltdarstellungen über das Internet auf seinen PC geladen sowie zehn CDs und vier Filme mit entsprechenden Inhalten besessen.
C. Bei den Akten befindet sich ein Gutachten von Dr. med. C._, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, zertifizierter forensischer Psychiater SGFP, vom 28. Januar 2014 zu Handen des Amts für Justizvollzug K.1_ zwecks Bericht über den bisherigen Behandlungsverlauf sowie Äusserung zur Rückfallgefahr und weiteren Empfehlungen (KESB act. 9). Darin wird auf den Verlaufsbericht des damaligen Therapeuten von Y._, Dr. D._, verwiesen. Dieser sei zunächst von einer gelungenen Therapie ausgegangen, bis sich herausgestellt habe, dass Y._ rückfällig geworden sei und heimlich Filmaufnahmen seiner Schwägerin im WC seines Betriebes gemacht habe. Zu einer strafrechtlichen Verfolgung sei es indessen nicht gekommen. Es sei daher eine weitere Behandlungsbedürftigkeit festgestellt worden. Y._ habe eine neue Partnerin (X._) kennen gelernt. Beide planten den neunjährigen Sohn von X._ ab Sommer 2013 zu sich zu nehmen. Ein männliches Kleinkind entspreche nicht der deliktischen Zielgruppe. Bei vorsichtiger Betrachtung sei aus
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therapeutischer Sicht von einem eher noch moderaten bis deutlichen Risiko auszugehen. Das Risiko für "Hands-on-Delikte" gegenüber Kindern erscheine allerdings als gering.
Ebenso wird im Gutachten von Dr. med. C._ auf ein Schreiben von pract. med. E._, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie, eingegangen. Diese habe den Entschluss gefasst, die ambulante Behandlung nicht fortzusetzen, da sich Y._ bezüglich wesentlicher Aspekte seiner Delikte unoffen gezeigt habe. Seine Partnerin, X._, weise ein bagatellisierendes Verhalten auf. Es sei fraglich, ob sie die Tragweite der Delikte nachvollziehen könne. Y._ teile nicht alle Details mit und unterlaufe mit seiner Einstellung die Therapie. Eine Weiterführung der Therapie in einem anderen Rahmen sei aber zu empfehlen.
Dr. med. C._ stellte bei Y._ die Diagnose der Pädophilie (ICD-10 F65.4), nicht ausschliesslicher Typus. Bei Y._ handle es sich am ehesten um einen inzestuösen Konstellationstäter, der auch normale (Erwachsenen-)Sexualität praktiziere. Er hätte einerseits aus einer sexuellen Frustration heraus gehandelt, andererseits aber auch aus Neugierde, seine ausgeprägten pädosexuellen Neigungen einmal ausleben zu können. Eine Rückfallgefahr sieht Dr. med. C._ bezüglich pädosexueller Handlungen bei bestimmten Konstellationen als gegeben. Die sexuelle Deviation von Y._ beziehe sich auf Mädchen im vorpubertären Alter, aber auch auf junge Frauen. Hinweise auf homosexuelle Fantasien lägen nicht vor. Insoweit sei aus gutachterlicher Sicht die Gefahr, dass es zu einem Übergriff auf den Sohn von X._ oder seiner (männlichen) Freunde kommen könnte, sehr gering. Die Weiterführung der Therapie erachtet Dr. med. C._ als zweckmässig aber eher wenig erfolgsversprechend.
D. Am 23. Juli 2014 kam das gemeinsame Kind von Y._ und X._, A._, zur Welt.
E. Mit Entscheid vom 3. Oktober 2014 ordnete die KESB für das gemeinsame Kind, A._, für das Verfahren um Prüfung der Anordnung einer Kindesschutzmassnahme eine Verfahrensvertretung an und setzte Dr. iur. Hans Peter Kocher als Verfahrensbeistand ein (KESB act. 66).
F. Nach Durchführung eines umfangreichen Abklärungsverfahren, in welchem unter anderem diverse Stellungnahmen von behandelnden Therapeuten und der von der KESB beigezogenen Sachverständigen sowie Gutachten eingeholt bzw. beigezogen wurden (vgl. KESB act. 14, 23-27, 54, 99b, 109, 122, 127, 132-135),
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ordnete die KESB mit Entscheid vom 15. Juni 2017, am 27. Juni 2017 mitgeteilt, was folgt an:
1. X._ und Y._ wird die folgende Weisung erteilt (Art. 307 Abs. 3 ZGB): Im Sinne der Erwägungen haben sie aktiv an einem Paarcoaching in regelmässigen Abständen von maximal acht Wochen mitzuwirken.
2. X._ wird die folgende Weisung erteilt (Art. 307 Abs. 3 ZGB): a. zu Zeiten, in denen sie selber abwesend ist und A._ nicht selber
betreuen kann, eine erwachsene Drittperson mit der Betreuung von A._ zu betrauen und den Vater A._ nicht alleine betreuen zu lassen;
b. falls die Betreuung zu Hause in Anwesenheit des Vaters stattfinden soll, ist die pädophile Neigung des Vaters gegenüber der erwachsenen Betreuungsperson offenzulegen.
3. X._ und Y._ wird die folgende Weisung erteilt (Art. 307 Abs. 3 ZGB): Sie haben sich zweimonatlich gemeinsam mit A._ zum Kinderarzt oder zu einem ausgewiesenen Kinderpsychologen zu begeben zwecks Beobachtung der Interaktion des Kindes mit seinen Eltern. Falls es zu Interaktionsstörungen/Entwicklungsstörungen kommt, ist die Erziehungsaufsicht vom Kinderarzt oder Kinderpsychologen umgehend darüber in Kenntnis zu setzen.
4. Für A._ wird eine Erziehungsaufsicht (Art. 307 Abs. 3 ZGB) bestimmt, der die Eltern sowie mit der Beratung der Familie beauftragte Fachstellen Auskunft zu erteilen und Einblick in folgende Bereiche zu gewähren haben:
a. Durchführung des Paarcoachings, erreichte Coachingziele, Einschätzung über Veränderungen im Coaching durch die therapeutische Fachperson, Einholen von Coachingberichten beim/bei der gewählte/n Therapeuten/in;
b. Angaben, wer die externe Betreuungsperson für A._ ist, wenn X._ ihn nicht selber betreuen kann und mit der Betreuungsperson Kontakt aufzunehmen, um abzuklären, ob sie über die bestehende Pädophilie von Y._ informiert wurde. Auch hat sie bei der Betreuungsperson Auskunft zu erhalten, wie oft und in welchen Konstellationen A._ von ihr betreut wird (Ort, Zeit, Häufigkeit, Anwesende);
c. Austausch mit dem Kinderarzt oder dem ausgewiesenen Kinderpsychologen, der A._ und die Eltern alle zwei Monate anlässlich von Interaktionsterminen sieht. Einholen von Berichten, Austausch über Veränderungen im Verhalten von A._ und Y._ und X._ sowie über die kindliche Entwicklung.
5. Die Anträge zum Entzug des Aufenthaltsbestimmungsrechtes, der Regelung eines Umgangsrechtes sowie eventualiter dem Erlass einer Weisung zur Auflösung des gemeinsamen Haushaltes werden abgewiesen.
6. Die für A._ angeordneten Kindesschutzmassnahmen (gemäss Ziff. 1-4 vorstehend) werden per Datum der Vollstreckbarkeit an die
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neu zuständige KESB Rheintal zum Vollzug und Massnahmeführung übertragen (Art. 442 Abs. 5 ZGB).
7. Für die Mandatsführung vom 6.10.2014 bis 30.03.2017 wird  von Rechtsanwalt Hans Peter Kocher eine Entschädigung inkl. Spesenersatz, MwSt. und Drittkosten im Umfang von Fr. 6'515.70 festgesetzt.
8. Betreffend Verfahrenskosten wird verfügt:
a. Die Kosten im Verfahren "Anordnung Kindesschutzmassnahmen" (inkl. Drittkosten und Verfahrensvertretung von A._) werden auf Fr. 18'919.70 festgesetzt.
b. Auf die Erhebung der Verfahrenskosten wird aufgrund der besonderen Umstände verzichtet.
9. Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit Mitteilung schriftlich und begründet Beschwerde beim Kantonsgericht von Graubünden, Poststrasse 14, 7001 Chur, erhoben werden (Art. 450 ff. ZGB, Art. 60 Abs. 1 EGzZGB). Die aufschiebende Wirkung einer Beschwerde ist entzogen (Art. 450c ZGB).
10. (Mitteilung)
G. Gegen diesen Entscheid liessen die zwischenzeitlich verheirateten X._ und Y._ mit Eingabe vom 28. Juli 2017 Beschwerde ans Kantonsgericht von Graubünden erheben.
H. Mit Entscheid ZK1 17 90 vom 17. Januar 2018, mitgeteilt am 14. Februar 2018, erkannte das Kantonsgericht von Graubünden was folgt:
1. Die Beschwerde wird gutgeheissen und der angefochtene Entscheid der Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde Prättigau/Davos vom 15. Juni 2017 wird aufgehoben. Die Sache wird zur weiteren Abklärung und Neuentscheidung im Sinne der Erwägungen an die KESB Prättigau/Davos zurückgewiesen.
2. (Kosten)
3. (Rechtsmittel)
4. (Mitteilung)
In den Erwägungen hielt das Kantonsgericht von Graubünden fest, dass die KESB angewiesen werde, ein Fachgutachten hinsichtlich der bei Y._ bestehenden Pädophilie einzuholen. Vorzugsweise sei der gleiche Gutachter, welcher Y._ schon im Jahr 2013/2014 begutachtete, nämlich Dr. med. C._, mit der Erstellung des Fachgutachtens zu beauftragen. Wichtig sei vor allem die bisher nur ungenügend thematisierte Frage, ob Y._ Pädophilie sich auch auf Jungen erstrecke, zu klären.
I. Mit Schreiben vom 27. April 2018 teilte die KESB die Weiterführung der Abklärung mit und lud X._ und Y._ sowie Rechtsanwalt Dr. iur. Hans
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Peter Kocher, Kindesvertreter, zur Anhörung betreffend Anordnung vorsorglicher Kindesschutzmassnahmen und Begutachtung vor.
J. Mit Eingabe vom 8. Mai 2018 teilte der Rechtsvertreter von X._ und Y._, Rechtsanwalt lic. iur. Stephan Mullis, der KESB den Verzicht auf eine persönliche Anhörung mit. Man werde stattdessen eine schriftliche Stellungnahme einreichen, nachdem die Fragen schriftlich zugestellt worden seien.
K. Mit verfahrensleitender Verfügung vom 29. Mai 2018 hiess die KESB das Gesuch von X._ und Y._ um Erteilung der unentgeltlichen Rechtspflege für das Verfahren um Abklärung von Kindesschutzmassnahmen gut und ernannte Rechtsanwalt lic. iur. Stephan Mullis als Rechtsbeistand.
L. Die KESB stellte X._ und Y._ mit Schreiben vom 5. Juni 2018 ein schriftliches Anhörungsprotokoll betreffend Einholung eines Gutachtens sowie Erlass vorsorglicher Massnahmen zu und forderte diese auf, dieses unterzeichnet und mit der entsprechenden Stellungnahme an die KESB zu retournieren. Die Stellungnahme von X._ und Y._ ging am 31. Juli 2018 bei der KESB ein.
M. Am 15. Juni 2018 reichte Amtsbeistand Christoph Furrer, der Amtsvormundschaft Mittelrheintal, auf entsprechende Aufforderung der KESB einen Verlaufsbericht über die Umsetzung der Weisungen aus dem Entscheid der KESB vom 15. Juni 2017 bis zur Aufhebung desselbigen am 17. Januar 2018 ein.
N. Mit Eingabe vom 6. September 2018 reichte der Kindsvertreter, Rechtsanwalt Dr. iur. Hans Peter Kocher, eine schriftliche Stellungnahme in der Sache ein.
O. Den Parteien wurden mit Schreiben vom 5. Oktober 2018 die von der KESB an Dr. med. C._ gerichteten Gutachterfragen zur Stellungnahme zugestellt mit der Aufforderung, der KESB allfällige Ergänzungsfragen bis zum 22. Oktober 2018 zuzustellen. Auf entsprechendes Gesuch von X._ und Y._ hin, erstreckte die KESB die Frist zur Einreichung von Ergänzungsfragen bis zum 1. November 2018.
P. Der Rechtsvertreter von X._ und Y._ reichte mit Eingabe vom 31. Oktober 2018 eine Stellungnahme zum Fragenkatalog ein. Darin wird mehrheitlich die Streichung der Fragen der KESB an den Gutachter bzw. um deren Rückweisung ersucht. Weiter hält er fest, dass es ihm aufgrund der aus seiner Sicht unzulänglichen und unzulässigen Fragestellungen nicht möglich sei, zum jetzigen Zeitpunkt Ergänzungsfragen zu stellen. Man behalte sich jedoch das
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Recht vor, nach Vorliegen eines überarbeiteten Fragenkatalogs und nach Vorliegen des Gutachtens Erläuterungen zu verlangen und Ergänzungsfragen zu stellen.
Q. Mit Eingabe vom 22. November 2018 nahm Rechtsanwalt Dr. iur. Hans Peter Kocher zur Eingabe von X._ und Y._ vom 31. Oktober 2018 Stellung.
R. Mit verfahrensleitender Verfügung vom 27. September 2018 [recte: 27. November 2018], mitgeteilt am 28. November 2018, verfügte die KESB was folgt (vgl. act. B.2):
1. Für Y._, Vater von A._, wird eine ambulante Begutachtung (Fragenkatalog im Anhang) durch Dr. med. C._, H._GmbH (O.1_/O.2_), angeordnet (Art. 446 Abs. 2 ZGB). Der Gutachter wird ausdrücklich auf die Strafbestimmungen im Anhang hingewiesen.
2. Zur Beurteilung der Paar- und Elterninteraktion wird auch die Mutter, X._, in die ambulante Begutachtung (gleicher Fragenkatalog) durch Dr. med. C._, H._GmbH (O.1_/O.2_), einbezogen und es wird in diesem Sinne auch über sie eine Begutachtung angeordnet (Art. 446 Abs. 2 ZGB). Der Gutachter wird ausdrücklich auf die Strafbestimmungen im Anhang hingewiesen.
3. X._ und Y._ werden ausdrücklich auf ihre Mitwirkungspflichten gemäss Art. 448 ZGB im Rahmen der Gutachtenserstellung hingewiesen und für den Fall einer Missachtung dieser Anordnung auf die Straffolgen von art. 292 StGB aufmerksam gemacht, wonach mit Busse bis zu Fr. 10'000.--bestraft wird, wer einer von einer zuständigen Behörde an ihn erlassenen Verfügung nicht Folge leistet.
4. Die von den Eltern beantragte Überarbeitung der Gutachterfragen (vom 31.10.2018/eingegangen am 09.11.2018) wird abgewiesen.
Dieser Entscheid ist unter den Voraussetzungen von Art. 319 ZPO mit zivilrechtlicher Beschwerde anfechtbar. Eine allfällige Beschwerde ist innert 10 Tagen seit Zustellung des Entscheids schriftlich und begründet beim Kantonsgericht von Graubünden, Poststrasse 14, 7000 Chur, einzureichen. Es gilt kein Fristenstillstand. Der angefochtene Entscheid ist beizulegen (Art. 321 Abs. 2 und 3 ZPO i.V.m. Art. 7 EGzZPO). Die Beschwerde hat keine aufschiebende Wirkung (Art. 325 Abs. 1 ZPO).
(Mitteilung).
Der sich im Anhang I der Verfügung findende Fragenkatalog führt die folgenden Fragen auf:
I. Allgemeine Fragen
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1. Besteht bei Y._ (Vater) eine geistige Behinderung oder eine psychische Störung? Wenn ja, welche und in welchem Ausmass (ICD- oder andere anerkannte Klassifikation)?
2. Gemäss den der KESB Prättigau/Davos vorliegenden Akten liegt bei Y._ (Vater) eine Pädophilie (ICD-10 F65.4, nicht ausschliesslicher Typus; vgl. Gutachten vom 28.01.2014) vor. Handelt es sich um eine ausschliesslich heterosexuelle Pädophilie oder zeigt sich auch eine homosexuelle Pädophilie (im Gutachten vom 28.01.2014 steht bspw. "die Nacktheit von kleinen Kindern habe ihn erregt".)?
3. a. Inwieweit besteht bei Y._ Einsicht in die Krankheit/en bzw. Störung/en sowie die Notwendigkeit einer Behandlung?
b. Inwieweit besteht bei X._ Einsicht in die Krankheit/en bzw. Störung/en sowie die Notwendigkeit einer Behandlung ihres Ehemannes?
4. Gibt es Hinweise darauf, dass Y._ aktuell sich selbst oder Dritte gefährdet durch das Vorliegen einer Krankheit bzw. Störung, resp. aufgrund der Pädophilie (Gutachten 20.01.2014): "inzestiösen [recte: inzestuösen] Konstellationstäter")?
5. Gibt es Hinweise darauf, dass X._ sich in allen Fällen loyal gegenüber ihrem Ehemann verhalten könnte und damit allfällige sexuelle Handlungen mit Minderjährigen begünstigen könnte resp. diese zusammen mit ihrem Ehemann zu verheimlichen versuchen könnte?
6. Ist aktuell eine ambulante oder (zumindest zeitweilige) stationäre Behandlung zielführend (je mit Begründung)? Falls ja, welche?
7. Ist es notwendig, das Paarcoaching zur Normverdeutlichung (vgl. Akten) weiterzuführen? Falls ja, in welchem Umfang und bei welcher Fachperson (besondere Qualifikationen)? Welche weiteren Paarunterstützungen könnten angezeigt sein?
8. Wie wirken sich die festgestellten Störungen auf die Fähigkeit von Y._ aus, seine persönlichen Angelegenheiten selbst zu besorgen, insbesondere bezüglich:
a. Selbständige Betreuung des Sohnes A._;
b. Gefahrenerkennung und selbständige Organisation von Hilfe bzw. Unterstützung, um allfällige für Dritte (Minderjährige) gefährliche Situationen zu vermeiden;
c. Verheimlichungstendenzen, um die pädophile Neigung ausleben zu können;
d. Verhaltensweisen, um sich ein möglichst angenehmes Umfeld (tatbegünstigendes Umfeld) zu schaffen, um den pädophilen Neigungen unbemerkt nachkommen zu können;
a. [recte: e.] die Bedürfnisse des Kindes von den eigenen zu unterscheiden, sie richtig zu interpretieren und angemessen darauf zu reagieren;
b. [recte: f.] sich in die Innenwelt des Kindes empathisch hineinzuversetzen und ihm als stabile positive Vertrauensperson zu dienen;
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c. [recte: g.] seinem Kind den Kontakt zu Gleichaltrigen zu ermöglichen und altersentsprechende Freiräume zu gewähren. welche Gefahr geht dabei auf die Gleichaltrigen (Freunde, Bekannte etc. des Kindes) aus;
d. [recte: h.] seinem Kind eine positive Beziehung zu sich als Vater zu ermöglichen?
9. Unter welchen Bedingungen stellt das Zusammenleben mit dem Vater prognostisch eine Gefährdung des Wohls (evtl. in welchen Teilaspekten) von A._ dar?
10. Unter welchen Bedingungen stellt das Zusammenleben mit der Mutter und dem Vater als Familie (Familienstruktur) prognostisch eine Gefährdung des Wohls (evtl. in welchen Teilaspekten) von A._ dar? Ist die Mutter in der Lage, das Wohl des Kindes in der aktuellen Struktur (Zusammenleben mit Vater) sicherzustellen?
11. Welche unterstützenden/begleitenden Massnahmen betreffend Versorgung/Betreuung/Sicherstellung der gesunden Entwicklung des Kindes / Schutz vor Übergriffen (sexuelle) im Zusammenleben mit
a. den Eltern als Paar
b. dem Vater allein und
c. der Mutter allein
erachten Sie allenfalls als angezeigt?
12. Wie wirken sich allfällige (krankheitsbedingte) Einschränkungen und die spezifische Lebenssituation/sexuelle Neigung des Vater auf die Vater-Kind-Beziehung aus?
13. Wie könnte in Bezug auf die Wohnsituation der Gefahr eines allfälligen Übergriffs entgegengewirkt werden?
14. Wie beurteilen Sie die Fähigkeit und Bereitschaft von Y._ zur Kooperation mit Ärzteschaft und anderen Betreuungspersonen?
II. Entwicklungsperspektive
15. Wie kann/können die derzeit bestehende/n Störung/en behandelt werden (inkl. voraussichtliche Dauer und Heilungsaussichten)?
16. Welche konkreten Gefahren insbesondere für die Gesundheit oder das Leben von A._ oder Dritten (befreundete Kinder beiderlei Geschlechts), wenn die als notwendig beurteilte Behandlung von Y._ unterbleibt und z.B. eine (erneute) "Akutphase" eintritt?
III. Allgemein
17. Können Sie weitere zweckdienliche Angaben machen (z.B. spezifische Anforderungen an Behandlungen, Behandlungspersonen, geeignete Paarunterstützung des Ehepaares, therapeutische Betreuung des Kindes, Fremdbetreuung etc.)?
18. Kann Y._ und X._ Einsicht in das Gutachten gewährt werden (vollumfänglich / mit welchen Vorbehalten)?
19. Welche ergänzenden Bemerkungen drängen sich aus den gutachterlichen Abklärungen auf?
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Im Anhang II finden sich sodann Hinweise auf die im Zusammenhang mit der Gutachtertätigkeit stehenden Gesetzesbestimmungen (Art. 184 ZPO; Art. 307 StGB und Art. 320 StGB).
S. Gegen diese Verfügung liessen X._ und Y._ (nachfolgend Beschwerdeführer), vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Stephan Mullis, mit Eingabe vom 10. Dezember 2018 Beschwerde ans Kantonsgericht von Graubünden erheben und das Folgende beantragen (vgl. act. A.1):
1. Der Entscheid der KESB Prättigau/Davos vom 27. November 2018 sei vollständig aufzuheben und zur Neuentscheidung an die Vorinstanz zurück zu weisen.
2. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge (zuzüglich MWST) zulasten des Staates.
Prozessantrag:
3. Der Vollzug der verfahrensleitenden Verfügung sei bis zum Abschluss des Beschwerdeverfahrens im Sinne von Art. 325 Abs. 2 ZPO aufzuschieben.
T. In seiner Beschwerdeantwort vom 24. Dezember 2018 beantragte der Kindsvertreter von A._, Rechtsanwalt Dr. iur. Hans Peter Kocher, was folgt:
1. Die Beschwerde sei abzuweisen und der angefochtene Entscheid sei zu bestätigen.
2. Der Prozessantrag der Beschwerdeführer sei abzuweisen, d.h. der Vollzug der verfahrensleitenden Verfügung (Erstellen eines Gutachtens durch Dr. C._) sei nicht aufzuschieben.
3. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge zuzüglich 7,7% MwSt.
U. Mit Beschwerdeantwort vom 21. Dezember 2018 beantragte die KESB das Folgende:
1. Die Beschwerde sei abzuweisen, sofern darauf eingetreten werden kann.
2. Die Kosten- und Entschädigungsfolgen seien nach Gesetz zu verlegen.
V. Auf die weiteren Ausführungen in den Akten, in der angefochtenen Verfügung und in den Rechtsschriften wird, soweit erforderlich, in den nachstehenden Erwägungen eingegangen.
II. Erwägungen
1.1. Mit ihrer Beschwerde richten sich die Beschwerdeführer gegen eine prozessleitende Verfügung eines instruierenden Mitgliedes der KESB Prättigau/Davos in einem Abklärungsverfahren betreffend Anordnung von
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## Considerations