# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** e8785cc5-e309-4ed5-94a5-f8a9c236a6cc
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2022
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
Der 1973 geborene
X._
war seit dem 1. Februar 2011 als Elektro
installateur bei der
Y._
AG tätig und in dieser Eigenschaft bei der Suva gegen die Folgen von Unfällen versichert. Am 17. Juni 2020 schnitt sich der Versicherte beim Durchtrennen eines Kabelbinders mit einem Stanley-Messer in den Rücken des linken Daumens und erlitt dabei eine komplette Durchtrennung der EPL-Sehne dorsalseitig Zone T II, welche gleichentags genäht wurde (Scha
denmeldung vom 22. Juni 2020 [Urk. 8/4] sowie Bericht über die Notfall
konsultation im Spital
Z._
vom 17. Juni 2020 [Urk. 8/1]). Die Suva erbrachte die gesetzlichen Leistunge
n (Urk. 8/5). Nachdem die Suva
Berichte der behandelnden Ärzte
(Urk. 8/9, 14, 23, 42, 45-47)
eingeholt hatte, legte sie das Dossier ihrer Kreisärztin Dr. med.
A._
, Fachärztin FMH für Neurochi
rurgie, vor, welche am 1. Dezember 2020 eine Stellungnahme erstattete (Urk. 8/53). Mit Schreiben vom 3. Dezember 2020 teilte die Suva
dem Versicherten mit, dass sie die bisherigen Versicherungsleistungen (Taggeld und Heilkosten) per 2
1.
Dezember 2020 einstelle (Urk. 8/58). Nachdem der Versicherte der Suva mit Schreiben vom 17. Dezember 2020 mitgeteilt hatte, mit der Leis
tungseinstellung nicht einverstanden
zu
sei
n
(Urk. 8/65/6
), holte diese bei ihrer Kreisärztin Dr.
A._
eine ausführliche
Begründung der
Stellungnahme vom 1. Dezember 2020 ein
(Beurteilung vom 28. Dezember 2020 [Urk. 8/72]). Mit Ver
fügung vom 29. Januar 2021 schloss die Suva den Fall per 21. Dezember 2020 ab und verneinte einen Anspruch auf weitere Versicherungsleistungen (Urk. 8/80). Die dagegen erhobene Einsprache (Urk. 8/83, 86) wurde mit
Ein
spracheentscheid
vom 4. Juni 2021 abgewiesen (Urk. 2 = Urk. 8/89).
2.
Dagegen erhob der Vers
icherte am 8. Juli 2021 (Eingan
g
sdatum
) Beschwerde bei der Suva (Urk. 1), welche diese mit Schreiben vom 12. Juli 2021 ans Versiche
rungsgericht des Kantons St. Gallen weiterleitete (Urk. 4/1), welches diese wiederum mit Schreiben vom 14. Juli 2021 (Urk. 3) an das hiesige Sozialversi
cherungsgericht überwies. Der Versicherte beantragte sinngemäss die Aufhebung des angefochtenen
Einspracheentscheids
und die
Weiterausrichtung der
gesetz
lichen Versicherungsleistungen
(
Urk. 1).
Die Beschwerdegegnerin schloss mit Beschwerdeantwort vom 13. September 2021 auf Abweisung der Beschwerde (Urk. 7), was dem Beschwerdeführer mit Verfügung vom 15. September 2021 zur Kenntnis gebracht wurde (Urk. 9).
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Gemäss Art. 6
des Bundesgesetzes üb
er die Unfallver
sicherung (UVG)
werden
– soweit das Gesetz nichts anderes bestimmt – die Versicherungsleistungen bei Berufsunfällen, Nichtberufsunfällen und Berufs
krankheiten gewährt (Abs. 1).
Nach Art. 10 Abs. 1 UVG hat die versicherte Person Anspruch auf die zweck
mässige Behandlung ihrer Unfallfolgen. Ist sie infolge des Unfalles voll oder teilweise arbeitsunfähig, so steht ihr gemäss
Art.
16 Abs. 1 UVG ein Taggeld zu.
1.2
Die Leistungspflicht eines Unfallver
sicherers gemäss UVG setzt voraus, dass zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Invalidität, Tod) ein natürlicher Kausalzusam
menhang besteht. Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne deren Vorhandensein der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der gleichen Weise beziehungsweise nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann. Entsprechend dieser Umschrei
bung ist für die Bejahung des natürlichen Kausalzusammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleinige oder un
mittelbare Ursache gesundheit
licher Störungen ist; es genügt, dass das schädi
gende Ereignis zusammen mit anderen Bedingungen die körperliche oder geis
tige Integrität der versicherten Person beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht weggedacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene ge
sundheitliche Störung entfiele (BGE 129 V 177 E. 3.1, 402 E. 4.3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, worüber die Ver
waltung beziehungsweise im Beschwerdefall das Gericht im Rahmen der ihm obliegenden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt für die Begründung eines Leistungs
anspruches nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
1.3
Ist die Unfallkausalität einmal mit der erforderlichen Wahrscheinlichkeit nachgewiesen, entfällt die deswegen aner
kannte Leistungspflicht des Unfallversicherers erst, wenn der Unfall nicht die natürliche und adäquate Ursache des Gesundheitsschadens darstellt, wenn also Letzterer nur noch und ausschliesslich auf unfallfremden Ursachen beruht. Dies trifft dann zu, wenn entweder der (krankhafte) Gesundheitszustand, wie er un
mittelbar vor dem Unfall bestanden hat (Status quo ante), oder aber derjenige Zustand, wie er sich nach dem schicksalsmässigen Verlauf eines krankhaften Vorzustandes auch ohne Unfall früher oder später eingestellt hätte (Status quo sine), erreicht ist. Ebenso wie der leistungsbegründende natürliche Kausalzusam
menhang muss das Dahinfallen jeder kausalen Bedeutung von unfallbedingten Ursachen eines Gesundheitsschadens mit dem im Sozialversicherungsrecht allgemein üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit nachge
wiesen sein. Die blosse Möglichkeit nunmehr gänzlich fehlender ursächlicher Auswirkungen des Unfalls genügt nicht. Da es sich hierbei um eine anspruchs
aufhebende Tatsache handelt, liegt die entsprechende Beweislast
anders als bei der Frage, ob ein leistungsbegründender natürlicher Kausalzusammenhang gegeben ist
nicht beim Versicherten, sondern beim Unfallversicherer. Diese Beweisgrundsätze gelten sowohl im Grundfall als auch bei Rückfällen und Spät
folgen und sind für sämtliche Leistungsarten massgebend (Urteile des Bundesgerichts 8C_600/2021 vom 3. März 2022 E. 3.2 und 8C_669/2019 vom 25. März 2020 E. 2.2, je mit Hinweisen).
Mit dem Erreichen des Status quo sine
vel
ante entfällt eine Teilursächlichkeit für die noch bestehenden Beschwerden. Solange jedoch dieser Zustand noch nicht wieder
erreicht
ist, hat der Unfallversicherer gestützt auf Art. 36 Abs. 1 UVG Leis
tungen zu erbringen (Urteil des Bundesgerichts 8C_589/2017 vom 21. Februar 2018 E. 3.2.3 mit Hinweisen).
1.4
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusam
menhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der Experten begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a mit Hinweis).
1.5
Nach der Rechtsprechung kommt auch den Berichten und Gutachten versicherungsinterner Ärztinnen und Ärzte Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen (BGE 125 V 351 E. 3b/
ee
). Das Anstellungsverhältnis einer versiche
rungsinternen Fachperson zum Versicherungsträger alleine lässt nicht schon auf mangelnde Objektivität und Befangenheit schliessen (BGE 137 V 210 E. 1.4, 135 V 465 E. 4.4). Soll ein Versicherungsfall jedoch ohne Einholung eines externen Gutachtens entschieden werden, so sind an die Beweiswürdigung strenge Anfor
derungen zu stellen. Bestehen auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit
der versicherungsinternen ärztlichen Feststellungen, so sind ergänzende Abklärungen vorzunehmen (BGE
145 V 97 E. 8.5,
142 V 58 E. 5.1, 139 V 225 E. 5.2, 135 V 465 E. 4.4 und E. 4.7).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete ihren Entscheid damit, dass gemäss der beweiskräftigen und nachvollziehbaren kreisärztlichen Beurteilung die heute bestehenden Beschwerden nicht mehr unfallbedingt seien. Der Zustand, wie er sich auch ohne den Unfall vom 17. Juni 2020 eingestellt hätte, sei gemäss
medi
zinischer Beurteilung spätestens Ende Oktober 2020 erreicht. Es bestünden keine von der kreisärztlichen Beurteilung abweichende medizinische Kausalitätsbeur
teilungen.
Dr.
med.
B._
habe
den Befund nach Streck
sehnennaht als sehr gut mit fast freier Funktion bezeichnet.
Zudem habe er in Bezug auf die in der
Magnetresonanztomografie (MRT)
festgestellten degene
rative
n
Veränderungen im Daumensattel- und Daumengrundgelenk des linken Daumens ausgeführt, dass diese
nicht im Zusammenhang mit dem Unfall vom 17. Juni 2020 stünden. Die Strecksehnennaht sei mittlerweile bildgebend nach
weis
bar verheilt. Allenfalls könn
e
die leichte Bewegungseinschränkung im linken Daumen als Folge der Strecksehnenverletzung bzw. –naht angesehen werden. Die anhaltenden belastungsabhängigen Schmerzen stünden aber überwiegend
wahrscheinlich
in Zusammenhang mit den degenerativen unfall
fremden Veränderungen (Urk. 2).
2.2
Der Beschwerdeführer machte demgegenüber geltend, dass es keine Beweise dafür g
e
be, dass die in seinem verletzten Finger nach dem Unfall aufgetretene Arthrose schon vor dem Unfall bestanden habe. Zudem bezweifle er, dass seine weiterhin bestehenden Beschwerden nur auf die nun aufgetretene Arthrose zurückzuführen seien (Urk. 1).
3.
3.1
Gemäss ihrem Bericht über die Notfallkonsultation vom 17. Juni 2020 diagnosti
zierten d
ie Ärzte des Spitals
Z._
, Departement Orthopädie,
eine komplette Durchtrennung der EPL-Sehne dorsalseitig Zone T II an der linken Hand, welche nach Wun
ddesinfektion, -inspektion und -
spülung unter Leitungsanästhesie genäht wurde (Urk. 8/1).
3.2
Dipl. med.
C._
berichtete
am 19. Juni 2020 über eine reizlose Wunde, intakte Zirkulation und Sensibilität sowie über fehlende Beweglichkeit (Urk. 8/9).
3.3
Prof.
Dr.
med.
D._
notierte
im Verlaufsbericht
vom 7. Juli 2020 eine reizlose Narbe. Die EPL-Sehne sei ansteuerbar, der
Tenodese
-Test sei regelrecht und die
pDMS
(periphere Durchblutung, Motorik, Sensibilität)
sei
en
intakt. Eine Minderung in der Erwerbstätigkeit in rentenberechtigendem Ausmass verbleibe nicht (Urk. 8/14).
3.4
In seinem
Verlaufsbericht
vom 11. August 2020 hielt
Dr.
D._
fest, der Ver
sicherte sei wegen der Bewegungseinschränkung in der Beugung des Daumens nochmals zur Kontrolle gekommen. Unter der Ergotherapie habe sich
eine ver
besserte Beugung im
Interphalangealg
elenk
(IP-Gelenk)
auf etwa 60° gezeigt, allerdings sei der Effekt nach kurzer Zeit wieder weg gewesen.
Zudem berichtete Dr.
D._
über folgenden Untersuchungsbefund:
reizlose Narbe,
Schwellung gesamter Daumen
, kein Druckschmerz, keine
Überwärmung, keine Rötung, keine trophischen Veränderungen, MCP 0-0-50°, IP 0-0-30°, KI 7 (Urk. 8/
23
).
3.5
Gestützt auf
die
MRT
der linken Hand vom 16. September 2020
erstatte
Dr. med.
E._
folgende Beurteilung: Relativ
blande
Darstellung der Streckseh
nennaht. Verletzung der
palmaren
Platte sowie der Kollateralbänder mit Sublu
xation des radialen Sesambeines in den Gelenkspalt des Grundgelenks. Hier auch Arthrose. Zusätzlich
Rhizarthrose
(Urk. 8/46).
3.6
Dr.
B._
berichtete am 15. Oktober 2020 über eine Vorstellung des Versicherten bei ihm zur Einholung einer Zweitmeinung bei weiterhin beste
hender Bewegungseinschränkung des linken Daumens. Der Versicherte sei mit der bisherigen Behandlung nicht zu
frieden. Er gehe seit mehr als drei
Monaten zur Ergotherapie und vermute, dass Fehler bei der
Behandlung gemacht worden seien, so beispielsweise durch eine sechswöchige Ruhigstellung anstelle einer dy
namischen Nachbehandlung
.
Zur
Bewe
glichkeit des Daumens hielt Dr.
B._
Folgendes
fest: Grundgelenk 0-0-50°, Endgelenk 0-0-50°.
Im Übrigen berichtete er über folgende Untersuchungsbefunde:
Narbe reizlos, keine Schw
ellung, keine
Dystrophiezeichen
, Opposition Daumen -1
cm,
Sehnen ziehen sämtlich.
Der Befund sei als sehr gut
zu bezeichnen und d
ie Funktion sei fast frei. Es bestehe kein Anhalt auf eine Fehlbehandlung.
Hinsichtlich vom Unfall unab
hängiger gesundhei
t
licher Beeinträchtigungen wies
Dr.
B._
auf die in der MRT
festgestellten
degenerativen Veränderungen des Daume
n
sattel- und
Daumengrund
gelenks hin
(Urk. 8/45).
3.7
Im Verlaufsbericht vom 16. Oktober 2020
hielt
Dipl. med.
C._
eine Schwel
lung, ein Hämatom sowie einen Druckschmerz am linken Daumen fest. Die
Zirkulation sowie die Sensibilität seien intakt und die Bewegung sei frei (Urk. 8/42).
3.8
Im
Behandlungsbericht der
F._
GmbH, Praxis für Ergot
herapie, vom 2. No
vember 2020 wurde ausgeführt,
der Versicherte
sei
seit dem 6. Juli 2020 in ergotherapeutischer Behandlung. Er sei am Tag der Erstvorstellung mit Anlage einer statischen Schiene erschienen. Die Wunde habe sich an diesem Tag reizlos gezeigt, der gesamt
e
linke Daumen habe eine Hyposensibilität aufgewiesen, welche sich im Verlauf der Behandlung verringert habe, jedoch nicht vollständig habe abgebaut werden können. Es sei mit einer passiven Mobilisation aus der Schiene heraus begonnen worden. Am 17. August 2020 sei eine erstmalige Erhe
bung der Bewegungsausmasse erfolgt, da die Schienennachbehandlung eine aktive Bewegung erst ab einem bestimmten Zeitpunkt zugelassen habe. Alle Greifformen seien aktiv durchführbar gewesen. Ein sporadisch stechender Ruheschmerz von 3-4 auf der Schmerzskala zu Beginn der Behand
lung habe auf derzeitig 1-2 verringert werden können und trete nur noch im Bereich der Narben auf. Ein ziehender Bewegungsschmerz sei anhaltend bei 3-4 auf der Schmerzskala. Ein ziehender Belastungsschmerz habe von anfangs 5 auf der Schmerzskala auf jetzt 2-3 verringert werden können.
Die Handkraft habe im Laufe der Therapie von anfänglich 28 kg auf 39 kg gesteigert werden können (Vergleichswert Gegenseite: 46 kg). Die Schwellung im Bereich des IP-Gelenks, der Endphalanx, der Grundphalanx sowie des
Metacarpophalangealgelenks
(MCP-Gelenk)
habe reduziert werden können. Die Flexionsfähigkeit des MCP-Gelenks sei bei der Erstmessung bis 50° möglich gewesen, wobei die Flexionsfä
higkeit aktuell 55° betrage (Vergleichswert Gegenseite: 70°). Die Flexionsfähigkeit
d
es IP-Gelenks habe bei der Erstmessung 35° betragen, aktuell seien 45° möglich (Urk. 8/47).
3.9
Kreisärztin
Dr.
A._
füh
rte in ihrer Stellungnahme vom 2
8.
Dezember 2020 aus,
der Versicherte habe sich am 17. Juni 2020 bei einem Arbeitsunfall eine Schnitt
wunde an der Rückseite des linken Daumens mit Strecksehnenverletzung (Extensor
pollicis
longus
-Sehne) zugezogen, die noch am Unfalltag operativ versorgt worden sei. Es sei eine ergotherapeutische Nachbehandlung erfolgt. In der MRT drei Monate nach dem Unfall habe eine durchgängige Strecksehne (EPL-Sehne) mit
blandem
Befund nachgewiesen werden können. Die Streckung sei im Laufe der Nachbehandlung als vollständig dokumentiert worden. Laut der vorlie
genden Berichte von Mitte Oktober und Anfang November 2020 bestünden noch leichte Defizite bei der Beugung im Grund- und
Interphalangealgelenk
des linken Daumens, welche jedoch zu keiner relevanten Funktionseinschränkung führen würden
(Urk. 8/72/4)
.
Im MRT hätten sich zusätzlich degenerative Veränderungen am Grundgelenk (MCP-Gelenk) des linken Daumens mit kräftigen
Osteophyten
am Os metacarpale sowie
palmar
(im Bereich der Hand-/Daumeninnenseite) sowie ein in den Gelenk
spalt subluxiertes radiales Sesambein als indirekter Hinweis für eine Schädigung der
palmaren
Platte gezeigt. Zudem sei eine Partialläsion des
ulnaren
Kollateral
bandes im Bereich des Grundgelenks als auch eine Läsion des radialen Kollateralbandes festgestellt worden.
Bei der Läsion der
palmaren
Platte und der Kollateralbänder handle es sich nicht überwiegend wahrscheinlich um unfallbe
dingte strukturelle Verletzungen. Durch die Schnittverletzung im Bereich der Rückseite des Daumens sei weder eine Verletzung der
palmaren
Platte an der Innenseite des Daumens noch an der Seite (Kollateralbänder) nachvollziehbar. Die im September 2020 nachgewiesene Arthrose des Grundgelenks sowie auch die deutliche
Rhizarthrose
(Daumensattelgelenk) seien nicht überwiegend wahr
scheinlich Folge des Unfalls vom Juni 2020 mit Schnittverletzung. Man müsse davon ausgehen, dass die degenerativen Veränderungen im Bereich des Grund
gelenks des linken Daumens und des Daumensattelgelenks bereits vor dem Unfall vom Juni 2020 bestanden. Die Läsion im Bereich der
palmaren
Platte und der Kollateralbänder am Grundgelenk des Daumens seien mit degenerativen Verän
derungen im Rahmen der Arthrose des Grundgelenks vereinbar
(Urk. 8/72/3 f.)
.
Somit
sei festzuhalten, dass
der Unfall vom 17. Juni 2020
zwar zu einer struktu
rellen Läsion (Durchtrennung der Extensor
pollicis
longus
-Sehne) geführt habe, dass jedoch ein erheblicher Vorzustand (degenerative Veränderungen im Grund- und Daumensattelgelenk links) anzunehmen sei. Die Strecksehnennaht sei mittlerweile MR-tomografisch nachweisbar verheilt. Allenfalls könne die leichte Bewegungseinschränkung im linken Daumen als Folge der Strecksehnenver
letzung angesehen werden. Die anhaltenden belastungsabhängigen Schmerzen stünden aber überwiegend in Zusammenhang mit den degenerativen unfall
fremden Veränderungen. Infolge des Unfalls bestehe bereits wieder ein stabiler medizinischer Zustand. Eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit infolge des Unfalls bestehe nicht und die
Erheblichkeitsgrenze
einer Integritätsentschädigung werde ebenfalls nicht erreicht (Urk. 8/72/4).
4.
4.1
Die Beschwerdegegnerin anerkannte hinsichtlich des Ereignisses vom 17. Juni 2020 grundsätzlich ihre Leistungspflicht in Bezug auf die Beschwerden am linken Daumen (Urk. 8/5). Strittig und zu prüfen ist die Kausalität zwischen dem Unfall
ereignis vom 17. Juni 2020 und der nach dem 21. Dezember 2020 bestehenden Beschwerdesymptomatik, respektive die Frage, ob die Beschwerdegegnerin zu Recht davon ausgegangen ist, dass spätestens ab dem 21. Dezember 2020 keine auf den vorgenannten Unfall zurückzuführenden Beeinträchtigungen am linken Daumen mehr bestanden haben.
4.2
Die Beschwerdegegnerin stützte sich im angefochtenen Entscheid vom 4. Juni 2021
in medizinischer Hinsicht
auf die Beurteilung
von Kreisärztin
Dr.
A._
(Urk. 2).
Diese wurde in Kenntnis der
Vorakten
erstellt (Urk. 8/72/1-3)
,
leuchtet in der Darlegung der medizinischen Z
usammenhänge sowie
in der Beurteilung der medizinischen Situation
und enthält nachvollziehbar begründete Schlussfol
gerungen
(Urk. 8/73/3-4).
Insbesondere nahm
Dr.
A._
in nachvollziehbarer und b
egründeter Weise Stellung zur
e
ntscheidrelevanten
Frage, ob ein Kausalzusam
menhang zwischen den beklagten andauernden Beschwerden im linken Daumen und dem Unfallereignis vom 17. Juni 2020 hergestellt werden könne.
Dies verneinte sie
schlüssig
unter Hinweis darauf,
dass
die
anlässlich des Unfallereig
nisses zugezogene Schnittverletzung an der
Strecksehne
gemäss MRT
bereits drei Monate nach dem Unfall
gut verheilt war
und
Mitte Oktober/Anfang November 2020
nur noch leichte Defizite bei der Beugung im Grund- und
Interphalangeal
gelenk
des linken Daumens
ohne relevante Funktionseinschränkung
best
anden
(Urk. 8/72/4)
.
Die beklagten anhaltenden belastungsabhängigen Schmerzen
erklärte sie alsdann
nachvollziehbar
mit den in der MRT vom 1
6.
September 2020 festgestellten degenerativen Veränderungen. Diesbezüglich leuchtet ein, dass die Arthrose im Grundgelenk und die deutliche
Rhizarthrose
(Daumensattelgelenk) nicht überwiegend wahrscheinlich Folgen einer nur drei Monate zuvor erlittenen Schnittverletzung an der Rückseite des Daumens sind (Urk. 8/72/4).
Insgesamt bestehen an der
Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der Einschätzung von
Dr.
A._
entgegen den Vorbringen des Beschwerdeführers keine Zweifel.
Ins
besondere sind keine Arztberichte aktenkundig
, welche die kreisärztliche S
chlussfolgerung, wonach die geklagten anhaltenden Beschwerden im linken Daumen nicht mehr unfallbedingt, sondern auf
unfallfremde
degenerative Ver
änderungen zurückzuführen sind,
in Frage zu stellen vermöchten.
Gegenteils
bezeichnete Dr.
B._
den Befund
nach Strecksehnennaht
bereits am 15. Oktober 2021 als sehr g
ut mit fast fre
ier Funktion und wies auf die in der
MRT
vom 16. September 2020
festgestellten degenerativen Veränderungen im Daumensattel- und Daumengrundgelenk des linken Daumens hin, welche nicht im Zusammenhang mit dem Unfall vom 17. Juni 2020 stünden
(Urk. 8/45/2)
.
Nach dem Gesagten
sind Zweifel an der medizinischen Beurteilung von Dr.
A._
nicht angebracht.
Bei dieser Aktenlage sind weitergehende medizinische Erhe
bungen nicht erforderlich (antizipierte Beweiswürdigung; BGE
144 V 361 E.
6.5,
136 I 229 E. 5.3 mit Hinweis), da hiervon keine neuen Erkenntnisse zu erwarten sind.
4.3
Treten im Anschluss an einen Unfall Beschwerden auf (die zuvor nicht bestanden) und ist aber davon auszugehen, dass durch den Unfall lediglich ein (zuvor stummer) Vorzustand aktiviert, nicht aber verursacht worden ist, so hat der Un
fallversicherer nur Leistungen für das unmittelbar im Zusammenhang mit dem Unfall stehende Schmerzsyndrom gemäss Art. 36 Abs. 1 UVG zu erbringen und es entfällt bei Erreichen des Status quo sine
vel
ante eine Teilursächlichkeit für die noch bestehenden Schmerzen (Urteile des Bundesgerichts 8C_816/2009 vom 21. Mai 2010 E. 4.3, 8C_181/2009 vom 30. September 2009 E. 5.4 f., 8C_326/2008 vom 24. Juni 2008 E. 3.2 und 4). Gestützt auf die versicherungs
medizinische Beurteilung von Dr.
A._
ist mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt, dass die unfallbedingten Verletzungen spätestens im Zeitpunkt der Leis
tungseinstellung durch die Beschwerdegegnerin abgeheilt waren. Danach sind die geklagten Beschwerden auf den Vorzustand zurückzuführen.
5.
Der angefochtene Entscheid erweist sich
demnach
als rechtens, weshalb die Beschwerde abzuweisen ist.