# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** e7d0dcc4-555d-4f86-9d21-8701854ed5de
**Court:** GR_KG
**Chamber:** GR_KG_006
**Year:** 2013
**Language:** de
**Jurisdiction:** GR / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

hat sich ergeben:
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I. Sachverhalt
A.1 Y._, geboren am _ 1965 in H._, und X._, geboren am _ 1960 in I._, heirateten am _ 1989 vor dem Zivilstandsamt C._. Aus der Ehe gingen die Kinder A._, geboren am _ 1989, und B._, geboren am _ 1991, hervor.
2. Die Parteien leben seit dem 1. Januar 2001 getrennt. Mit Scheidungsurteil vom 17. Mai 2006, mitgeteilt am 23. Mai 2006, erkannte das Bezirksgerichtspräsidium Prättigau/Davos sodann was folgt:
„1. Die am _ 1989 vor Zivilstandsamt C._ /GR zwischen Y._ und X._ geschlossene Ehe wird geschieden.
2. Die elterliche Sorge über A._, geboren am _ 1989 in D._ /GR, und B._, geboren am _ 1991 in D._ /GR, wird Y._ und X._ gemeinsam belassen.
3. A._ und B._ leben vorrangig bei der Mutter. Sie haben dort ihren Wohnsitz. Das Besuchs-, Ferien- und Feiertagsrecht des Kindsvaters wird zwischen den Parteien unter tunlichster Wahrung der Kindesinteressen und des Kindeswohls flexibel und im gegenseitigen Einvernehmen geregelt.
4. X._ wird verpflichtet, an den Unterhalt von A._ und B._ bis zum Abschluss der ersten ordentlichen Ausbildung, mindestens jedoch bis zur Mündigkeit monatlich je Fr. 800.00 zu bezahlen, zahlbar im Voraus am Ersten eines jeden Monats. Besuchen A._ und B._ nach der obligatorischen Schulzeit weiterhin die Schule (10. Schuljahr, Haushaltlehrjahr, Sprachaufenthalte, Mittelschule oder weitere höhere Schulen) erhöht sich der monatliche Unterhaltbeitrag um Fr. 150.00 je Kind.
An aussergewöhnlichen Arztkosten, Zahnsanierungskosten, Zahnstellungskorrekturen sowie Ausbildungskosten beteiligt sich X._ während der Dauer der Unterhaltsverpflichtung - rückwirkend ab dem 1. Januar 2001 - zur Hälfte. Zudem wird X._ verpflichtet, den Vorsorgefonds PAX-Fondplan zugunsten der Kinder A._ und B._ mit einem jährlichen Beitrag von Fr. 1‘200.00 bis zum Ablauf zu übernehmen.
Gesetzliche und/oder vertragliche Kinderzulagen sind von X._ zusätzlich zu bezahlen, soweit und solange er solche ausbezahlt erhält und sie nicht von der Kindsmutter bezogen werden. Art. 285 Abs. 2 ZGB bleibt vorbehalten, wie auch Art. 285 Abs. 2bis ZGB.
Der Unterhaltsbeitrag ist an die Kindsmutter zugunsten von A._ und B._ zu überweisen, solange diese nicht selbständige Ansprüche aus Art. 277 Abs. 2 ZGB gegen den Vater stellen oder eine andere Zahlstelle bezeichnet (Art. 289 Abs. 1 ZGB).
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(5.-12.)“
3. Nachdem Y._ aufgrund der Übernahme des Hotel-Wellness E._ den Wohnsitz mit ihren Kindern nach G._ verlegt hatte, es von dort aus aber für die Kinder nicht möglich war, mit den öffentlichen Verkehrsmitteln die Schule bzw. den Arbeitsort rechtzeitig zu erreichen, mietete Y._ für A._ und B._ per 1. Oktober 2007 eine 3-Zimmerwohnung in D._, wo diese unter der Woche wohnen konnten.
4. Am 1. Juli 2008 trat B._ im von X._ zusammen mit seinem Bruder F._ geführten Geschäft für Plattenbeläge und Unterlagsböden eine Anlehre als Baupraktiker an, wobei er im ersten Lehrjahr einen Bruttolohn von Fr. 800.-- und im zweiten Lehrjahr einen solchen von Fr. 1‘000.-- bezog.
5. Ab November 2008 reduzierte X._ seine bis anhin bezahlten Unterhaltsbeiträge von Fr. 1‘750.-- auf Fr. 1‘000.--. Mit Schreiben vom 24. November 2008 forderte Y._ X._ auf, ihr den ausstehenden Betrag von Fr. 8‘797.70 sowie die Alimente von Fr. 750.-- für den Monat Oktober für B._ bis zum 12. Dezember 2008 zu bezahlen. Am 8. Januar 2009 reichte Y._ sodann beim Betreibungsamt der Gemeinde C._ ein Betreibungsbegehren für die Forderungssummen von Fr. 8‘797.70 nebst Zins zu 7 % seit 28. Mai 2006, Fr. 750.-- nebst Zins zu 7 % seit 1. Oktober 2008, Fr. 750.-- nebst Zins zu 7 % seit 1. November 2008 und Fr. 750.-- nebst Zins zu 7 % seit 1. Dezember 2008 ein. Als Forderungsurkunde bzw. Grund der Forderung gab Y._ nicht bezahlte Alimente und ausserordentliche Arzt- und Zahnarztkosten gemäss Konvention und Abrechnungen von 2001 bis 2006 an. Am 5. März 2009 reichte Y._ erneut ein Betreibungsbegehren ein und nannte als Forderungssummen Fr. 750.-- nebst Zins zu 7 % seit 1. Januar 2009, Fr. 750.-- nebst Zins zu 7 % seit 1. Februar 2009 und Fr. 750.-- nebst Zins zu 7 % seit 1. März 2009, wobei sie als Forderungsurkunde bzw. Grund der Forderung wiederum nicht bezahlte Alimente gemäss Scheidungskonvention angab. Mit Rechtsöffnungsentscheid vom 26. März 2009, mitgeteilt am 29. April 2009, erteilte das Bezirksgerichtspräsidium Prättigau/Davos in der ersten Betreibung die definitive Rechtsöffnung für den Betrag von Fr. 1‘500.- - nebst Zins zu 5 % auf Fr. 750.-- seit 1. November 2008 sowie Zins zu 5 % auf Fr. 750.-- seit 1. Dezember 2008.
6. Nach der Aufgabe der Leitung des Hotel-Wellness E._ zog Y._ wieder nach F._, wo sie mit Mietbeginn 1. April 2009 eine 51⁄2-Wohnung anmietete, die gemäss ihren Angaben den beiden Kindern, ihr selber und einer
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weiteren Person als Unterkunft hätte dienen sollen. Aus diesem Grund kündigte Y._ die von den Kindern belegte Wohnung in D._ per Ende März 2009. X._ mietete jedoch auf eigene Kosten für B._ ab dem 1. April 2009 eine eigene Wohnung in F._, weshalb B._ nicht in die von seiner Mutter angemietete 51⁄2-Wohnung mit einzog.
7. Im März 2009 stellte X._ seine Unterhaltszahlungen vollständig ein. Am 8. Mai 2009 stellte Y._ gegen ihren geschiedenen Ehemann daher Strafantrag wegen Vernachlässigung von Unterhaltspflichten gegenüber ihren Kindern. Mit Verfügung vom 20. August 2009, mitgeteilt am 25. August 2009, stellte die Staatsanwaltschaft Graubünden die Strafuntersuchung gegen X._ ein. Eine gegen diese Einstellungsverfügung erhobene Beschwerde von Y._ hiess das Kantonsgericht von Graubünden mit Entscheid vom 20. Oktober 2009, mitgeteilt am 29. Oktober 2009, gut und wies die Sache an die Staatsanwaltschaft Graubünden zurück. Mit Verfügung vom 15. Juni 2010, mitgeteilt am 18. Juni 2010, stellte die Staatsanwaltschaft Graubünden die Strafuntersuchung gegen X._ wegen Vernachlässigung von Unterhaltspflichten unter Vorbehalt der Wiederaufnahme nach Abschluss des Abänderungsverfahrens ein.
B. Mit Vermittlungsbegehren vom 2. Juni 2009 machte X._ beim Kreispräsidenten F._ als Vermittler eine Klage auf Abänderung des Scheidungsurteils vom 23. Mai 2006 gegen Y._ anhängig. Nach erfolglos verlaufender Sühneverhandlung vom 7. Juli 2009 bezog X._ am 4. Mai 2010 den Leitschein. Mit Prozesseingabe vom 19. Mai 2010 unterbreitete er die Streitsache dem Bezirksgericht Prättigau/Davos. Seine Rechtsbegehren lauteten:
„1. Die Ziffern 3 und 4 des Scheidungsurteils vom 23. Juni 2006 seien wie folgt abzuändern:
a) Die elterliche Obhut von B._ befindet sich seit dem 1. Oktober 2008 beim Kindsvater.
b) Der Kindsvater sei von der monatlichen Unterstützungspflicht für B._ von CHF 800.- rückwirkend ab dem 1. Oktober 2008 zu entbinden.
2. Unter vollumfänglicher Kosten- und Entschädigungsfolge zuzüglich 7,5% Mehrwertsteuer auf die ausseramtliche Entschädigung zu Lasten der Beklagten.“
C. In ihrer Prozessantwort vom 25. Juni 2010 liess Y._ - damals noch ohne anwaltliche Vertretung - folgendes beantragen:
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„1. Das Begehren von X._ sei zurückzuweisen. Es besteht kein Handlungsbedarf, das Scheidungsurteil abzuändern, geschweige denn sogar rückwirkend.
2. Die Kosten- und Entschädigungsfolge zuzüglich 7.6 % Mehrwertsteuer auf die ausserordentliche Entschädigung zu Lasten des Klägers X._.“
D. Am 17. September 2010 reichte X._ eine Replik ein, worauf Y._ am 4. Oktober 2010 eine Duplik einreichte. Nachdem zudem die beiden Kinder B._ und A._ als Zeugen einvernommen worden waren, fand am 3. November 2011 die Hauptverhandlung vor dem Bezirksgericht Prättigau/Davos statt. X._ stellte dabei neu das Eventualbegehren, dass die Obhut der Mutter sowie seine Unterhaltspflicht für B._ eventualiter per 1. April 2009 enden möge.
E. Mit Urteil vom 3. November 2011, mitgeteilt am 2. Dezember 2011, erkannte das Bezirksgericht Prättigau/Davos alsdann wie folgt:
„1. Die Klage des X._ gegen Y._ wird abgewiesen.
2. Die Kosten des Kreisamtes F._ in Höhe von Fr. 300.00 trägt X._. Die Kosten des Bezirksgerichts Prättigau/Davos, bestehend aus:
- einer Gerichtsgebühr von Fr. 2‘000.00
- Schreibgebühren von Fr. 470.00
- Barauslagen von Fr. 30.00
total somit von Fr. 2‘500.00 gehen zu Lasten des X._ und werden mit dem geleisteten Kostenvorschuss verrechnet.
3. X._ wird verpflichtet, Y._ ausseramtlich mit Fr. 6‘407.40 (inkl. Spesen und Mehrwertsteuer) zu entschädigen.

## Considerations