# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 1612d759-2996-4058-9989-7706c31b87da
**Court:** GR_KG
**Chamber:** GR_KG_004
**Year:** 2006
**Language:** de
**Jurisdiction:** GR / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

hat sich ergeben:
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A. X. wurde am 30. Juli 1932 in F. geboren und wohnt heute in G.. Er ist Rentner und versteuerte im Jahre 2004 ein Einkommen von Fr. 83'300.- und ein Vermögen von Fr. 610'300.-. X. ist weder im Zentralstrafregister noch im  (ADMAS) verzeichnet.
B. Am 9. Juni 2005 fuhr X. mit seinem Personenwagen Kennzeichen H. vom Kreisel A.-Strasse-/B.-Strasse herkommend über die B.-Strasse Richtung C.- Strasse. Er beabsichtigte, sein Fahrzeug auf dem Parkplatz bei der Sportanlage B.- Strasse abzustellen und stellte den rechten Richtungsblinker. Er fuhr langsam über die B.-Strasse und hielt nach einem freien Parkplatz Ausschau. Zur gleichen Zeit fuhr D. mit seinem Motorfahrrad über die B.-Strasse Richtung C.-Strasse und überholte X. am rechten Strassenrand. Der Mofa-Lenker benützte nicht den Radstreifen, welcher hinter den Parkplätzen verläuft. Auf der Höhe der Parkplätze kam es zu einer Kollision zwischen X. und D., wobei letzterer zu Fall kam und sich leichte Verletzungen zuzog.
C. D. wurde am 1. September 2005 durch den Jugendanwalt des Kantons Graubünden der Verletzung von Verkehrsregeln gemäss Art. 34 Abs. 4 SVG, Art. 42 Abs. 3 VRV in Verbindung mit Art. 90 Ziffer 1 SVG schuldig gesprochen und mit einem Verweis belegt.
D. Mit Strafmandat vom 21. September 2005, mitgeteilt am 28. September 2005, sprach das Kreispräsidium Chur X. der Verletzung von Verkehrsvorschriften gemäss Art. 34 Abs. 3 SVG und Art. 39 Abs. 2 SVG in Verbindung mit Art. 90 Ziffer 1 SVG schuldig und verurteilte ihn zu einer Busse von Fr. 400.-. Gegen dieses Strafmandat erhob X. am 7. Oktober 2005 innert Frist Einsprache beim Kreispräsidium Chur, worauf dieses die Angelegenheit gestützt auf Art. 175 Abs. 1 StPO zur weiteren Untersuchung dem Bezirksgerichtspräsidium Plessur übertrug. Dieses ergänzte die Untersuchung unter anderem insofern, als es eine Einvernahme sowohl von X. als Angeschuldigtem als auch von E. als Zeugen als auch von D. als Auskunftsperson durchführte. Am 3. Januar 2006 erklärte das Bezirksgerichtspräsidium Plessur mittels Schlussverfügung die Untersuchung gemäss Art. 175 in Verbindung mit Art. 97 StPO als geschlossen.
E. Am 30. Januar 2006, mitgeteilt am 14. Februar 2006, erliess der untersuchende Bezirksrichter die Anklageverfügung gegen X. wegen Verletzung von Verkehrsvorschriften gemäss Art. 34 Abs. 3 SVG und Art. 39 Abs. 2 SVG in
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Verbindung mit Art. 90 Ziffer 1 SVG und überwies den Fall gestützt auf Art. 175 StPO dem Bezirksgerichtsausschuss Plessur zur Beurteilung.
F. An der Hauptverhandlung vor dem Bezirksgerichtsausschuss Plessur vom 2. Mai 2006 nahm X. teil. Dieser bestätigte, in Kenntnis seiner Verteidigungsrechte, auf den Beistand eines Rechtsanwaltes zu verzichten. Zuständigkeit und Legitimation des Gerichtes stellte er nicht in Frage, worauf der Vorsitzende den Bezirksgerichtsausschuss Plessur zur Beurteilung der Strafsache als zuständig erklärte. X. bestätigte die Richtigkeit der in den Akten liegenden Unterlagen zu seiner Person.
Zum Sachverhalt führte er aus, dass die in der polizeilichen Einvernahme vom 9. Juni 2005 festgehaltenen Aussagen mehrfach falsch seien. Er sei sehr durcheinander gewesen und der Polizist habe ihm den Sachverhalt in den Mund gelegt. Er habe beispielsweise nicht an der Stelle parkiert, welche im Protokoll bezeichnet sei. Die Einvernahme sei wie ein Verhör durchgeführt worden. Er sei felsenfest überzeugt, dass er noch gar nicht habe abbiegen wollen. Er habe den Blinker die ganze Zeit gestellt gehabt, aber erst später in einen Parkplatz einbiegen wollen. Die Aussagen, welche er gegenüber der Polizei gemacht habe, seien falsch. Zutreffend seien die Aussagen gegenüber dem Bezirksgerichtsvizepräsidium vom 8. November 2005. Aus rechtlicher Sicht könne ihm kein Vorwurf gemacht werden. Die Untersuchung durch die Polizei sei äusserst mangelhaft erfolgt, was bereits aus der falschen Unfallskizze hervorgehe. Des Weiteren sei D. vom Jugendanwalt nur wegen dem Rechtsüberholen bestraft worden, nicht dagegen dafür, dass er nicht auf dem auch für Mofas vorgesehenen Radstreifen gefahren sei.
G. Mit Urteil vom 2. Mai 2006, mitgeteilt am 12. Juni 2006, erkannte der Bezirksgerichtsauschuss Plessur was folgt:
„1. X. ist schuldig der Verletzung von Verkehrsregeln nach Art. 34 Abs. 3 SVG und Art. 39 Abs. 2 SVG in Verbindung mit Art. 90 Ziff. 1 SVG.
2. Dafür wird X. mit einer Busse von CHF 400.-- bestraft. 3. Die Kosten des Verfahrens von CHF 2'790.00 (Kosten der
Strafuntersuchung von CHF 790.00 und Gerichtsgebühr von CHF 2'000.00) gehen zu Lasten des Verurteilten und sind, zusammen mit der Busse, innert 30 Tagen auf das PC-Konto -3 des Bezirksgerichtes Plessur zu überweisen. Die Kosten des Kreisamtes Chur von CHF 412.50 trägt ebenfalls der Verurteilte. Diese sind innert gleicher Frist dem Kreisamt Chur zu überweisen.
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## Considerations