# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 7bb5f666-b3d3-46d2-b06a-635b60e1f135
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2017
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1979,
war vom 12. April 1999 bis 31. Juli 2007 als Reinigungsmitarbeiter bei der
Y._
ange
stellt (Pensum von 100 %) und bei der
BVG-Sammelstiftung Swiss Life
be
rufsvorsorgeversichert
. Zusätzlich war er ab 22. März 2004 bis Ende Oktober 2006 als Reinigungsmitarbeiter (Gruppenleiter) der Abendschicht bei der
Z._
(rund 20 Wochenstunden)
beschäftigt
; dabei wurden ihm von seinem Lohn
bis Ende 2004
Versicherungsprämien zugunsten
der Personalvorsorgestiftung der
A._
und ab 1. Januar 2005 zugunsten
der
BVK Personalvorsorge des Kantons Zürich
, welche die vorgenannte Personalvorsorgestiftung an diesem Zeitpunkt übernommen hatte,
abgezogen. Am 11. März 2006 war der Versicherte als Lenker eines Personenwagens in eine Auffahrkollision verwickelt, in deren Folge ihm die behandelnden Ärzte eine Arbeitsunfähigkeit von 100 % attestierten (vgl. Urk. 1 S. 3, Urk. 5/1 S. 3, Urk. 12 S. 3
und S. 6
, Urk. 15 S. 2; zur Arbeitsun
fähigkeit: Urk. 30/14/135).
1.2
Mit Verfügung vom 10. Juli 2008 lehnte die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV
Stelle, zwar zunächst das Rentenbegehren des Versicher
ten ab, hob diesen Entscheid jedoch im Rahmen eines dagegen angehobenen Beschwerdeverfahrens wieder auf. Schliesslich sprach die IV
Stelle dem Ver
sicherten mit Verfügung vom 17. März 2011
(Urk. 30/102)
mit Wirkung ab 1. April 2009 eine
Viertelsrente
der Eidgenössischen Invalidenversicherung zu, basierend auf einem ermittelten Invaliditätsgrad von 41 % (vgl. zum ge
samten invalidenversicherungsrechtlichen Verfahren Urk. 30/186).
Im Rahmen einer durchgeführten Rentenrevision stellte die IV
Stelle die Invali
denrente mit Verfügung vom 11. März 2013 ein. In Gutheissung der dagegen erhobenen Beschwerde des Versicherten hob das
Sozialversiche
rungsgericht
des Kantons Zürich
die Verfügung vom 11. März 2013 mit Ur
teil vom 8. September 2014 auf (Prozess Nr. IV.2013.00375; Urk. 30/186) auf und stellte fest, dass der Versicherte auch über den 30. April 2013 hinaus Anspruch auf eine
Viertelsrente
der Invalidenversicherung habe.
1.3
Im Rahmen der vorprozessualen Auseinandersetzung wandte sich der Versi
cherte sowohl an die
BVG-Sammelstiftung Swiss Life
als auch an die
BVK Personalvorsorge des Kantons Zürich
.
Beide Vorsorgeeinrichtungen lehnten die Ausrichtung von Versicherungsleistungen ab. Die
BVG-Sammelstiftung Swiss Life
stellte sich dabei auf den Standpunkt, dass die relevante Arbeits
unfähigkeit erst am 8. April 2008 eingetreten und der Versicherte zu diesem
Zeitpunkt nicht mehr bei ihr berufsvorsorgeversichert gewesen sei. Deshalb entfalle ihre Leistungspflicht (Urk. 5/2/4-5).
Die
BVK Personalvorsorge des Kantons Zürich
verneinte ihre Leistungspflicht zunächst ebenfalls mit dem Argument, dass die Invalidenversicherung den Beginn der Wartezeit auf den 8. April 2008 festgesetzt habe und dass der Versicherte zu diesem Zeitpunkt nicht mehr bei ihr berufsvorsorgeversichert gewesen sei (Urk. 2/7). Nach erfolgter Einsprache des Versicherten kam die
BVK Personalvorsorge des Kantons Zürich
allerdings zum Schluss, dass die Festlegung des Beginns der Wartezeit durch die Invalidenversicherung of
fensichtlich unhaltbar sei. Aus den medizinischen Akten sowie den
Arbeitge
berberichten
gehe nämlich hervor, dass der Versicherte nach dem Unfall vom 11. März 2006 nicht mehr gearbeitet habe. Die Sache wurde an den
Leis
tungsdienst
überwiesen, damit dieser über den Rentenanspruch des Versi
cherten neu entscheide (
Einspracheentscheid
vom 19. Mai 2014 [Urk. 2/9]). Die
BVK Personalvorsorge des Kantons Zürich
kam diesbezüglich allerdings
zum Schluss, dass der Versicherte, der in seiner Hauptanstellu
ng obligato
risch versichert
und lediglich nebenberuflich bei der
Z._
ange
stellt
gewesen
sei, bei der
BVK Personalvorsorge des Kantons Zürich
gar nicht habe
berufsvorsorgeversichert werden könne
n
. Mangels Erfüllung der versicherungsmässigen Voraussetzungen entfalle somit ihre Leistungspflicht (Urk. 2/10 und 2/12).
2.
Mit Eingaben vom 20. Juli 2015 (Urk. 1 und Urk. 5/1) liess der Versicherte Klagen gegen
die BVK Personalvorsorge des Kantons Zürich
und
die BVG-Sammelstiftung Swiss Life
erheben mit folgenden (jeweils gleichlautenden) Rechtsbegehren:
1.
Die Beklagte [1 beziehungsweise 2] sei zu verpflichten, dem Klä
ger mit Wirkung ab dem 1. März 2007 die gesetzlichen und reglementarischen Invalidenleistungen auszurichten, zuzüglich 5 % Verzugszins ab Rechtshängigkeit der Klage.
2.
Dem Kläger sei [...] ein unentgeltlicher Rechtsbeistand zu bestel
len.
3.
Unter Entschädigung
sfolgen zulasten der [Beklagten
1 bezie
hungsweise 2].
Mit Verfügung vom
23. Juli 2015 (Urk. 4) wurden die beiden Klageverfahren vereinigt. In den Klageantworten vom 8. Oktober 2015 (Urk. 12) und 13. November 2015 (Urk. 15) schlossen die
die BVK Personalvorsorge des Kantons Zürich
und
die BVG-Sammelstiftung Swiss Life
auf Abweisung der
jeweiligen
,
gegen sie gerichteten Klagen.
Replicando
und
duplicando
hielten die Parteien an den gestellten Anträgen fest (Urk. 19, 24 und 25)
, was ihnen wechselseitig zur Kenntnis gebracht wurde
.
Auf die Ausführungen der Parteien ist, soweit für die
Entscheidfindung
erfor
derlich
, in den Erwägungen einzugehen.
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Nach Art. 24
Abs.
1 des Bundesgesetzes über die berufliche Alters-, Hinterlasse
nen und Invalidenvorsorge (BVG) hat der Versicherte Anspruch auf eine volle Invalidenrente, wenn er im Sinne der Invalidenversicherung mindestens zu 70 %, auf eine
Dreiviertelsrente
, wenn er mindestens zu 60 %, auf eine halbe Rente, wenn er mindestens zur Hälfte und auf eine
Viertels
rente
, wenn er mindestens zu 40 % invalid ist. Gemäss
Abs.
1 von Art. 26 BVG gelten für den Beginn des Anspruchs auf Invalidenleistungen sinnge
mäss die entsprechenden Bestimmungen des Bundesgesetzes über die Invali
denversicherung (Art. 29 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung [IVG]). Die Invalidenleistungen nach BVG werden von derjenigen
Vorsorge
einrichtung
geschuldet, welcher die den Anspruch erhebende Person bei Ein
tritt des versicherten Ereignisses angeschlossen war. Im Bereich der obligato
rischen beruflichen Vorsorge fällt dieser Zeitpunkt nicht mit dem Eintritt der Invalidität nach IVG, sondern mit dem Eintritt der Arbeitsunfähigkeit zu
sammen, deren Ursache zur Invalidität geführt hat (vgl. Art. 23 BVG). Auf diese Weise wird dem Umstand Rechnung getragen, dass die versicherte Person meistens erst nach einer längeren Zeit der Arbeitsunfähigkeit (nach einer Wartezeit von einem Jahr gemäss Art. 28
Abs.
1
lit
. b IVG in Verbin
dung mit Art. 26 BVG) invalid wird. Damit nämlich der durch die zweite Säule bezweckte Schutz zum Tragen kommt, muss das Invaliditätsrisiko auch dann gedeckt sein, wenn es rechtlich gesehen erst nach einer langen Krank
heit eintritt, während welcher die Person unter Umständen aus dem Arbeits
verhältnis ausgeschieden ist und daher nicht mehr dem
Obligatorium
unter
standen hat (BGE 123 V 262 E. 1b, 121 V 97 E. 2a, 120 V 112 E. 2b, je mit Hinweisen).
1.2
Anspruch auf Invalidenleistungen haben gemäss Art. 23 BVG Personen, die im Sinne der Invalidenversicherung zu mindestens 40
%
invalid sind und bei
Eintritt der Arbeitsunfähigkeit, deren Ursache zur Invalidität geführt hat, versichert waren. Nach Art. 23 BVG versichertes Ereignis ist einzig der Ein
tritt der relevanten Arbeitsunfähigkeit, unabhängig davon, in welchem Zeit
punkt und in welchem Masse daraus ein Anspruch auf Invalidenleistungen entsteht. Die Versicherteneigenschaft muss nur bei Eintritt der Arbeitsunfä
higkeit gegeben sein, dagegen nicht notwendigerweise auch im Zeitpunkt des Eintritts oder der Verschlimmerung der Invalidität. Diese wörtliche Ausle
gung steht in Einklang mit Sinn und Zweck der Bestimmung, nämlich denje
nigen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern Versicherungsschutz angedei
hen zu lassen, welche nach einer längeren Krankheit aus dem Arbeitsverhält
nis ausscheiden und erst später invalid werden. Für eine einmal aus
wäh
rend der Versicherungsdauer aufgetretene
Arbeitsunfähigkeit geschuldete Invalidenleistung bleibt die Vorsorgeeinrichtung somit leistungspflichtig, selbst wenn sich nach Beendigung des Vorsorgeverhältnisses der
Invalidi
tätsgrad
ändert. Entsprechend bildet denn auch der Wegfall der
Versi
cherteneigenschaft
kein Erlöschungsgrund (Art. 26
Abs.
3 BVG e
contrario
; BGE 123 V 262 E. 1a, 118 V 35 E. 5).
1.3
Art. 23 BVG kommt auch die Funktion zu, die Haftung mehrerer
Vorsorgeein
richtungen
gegeneinander abzugrenzen, wenn eine in ihrer Ar
beitsfähigkeit bereits beeinträchtigte versicherte Person ihre Arbeitsstelle (und damit auch die Vorsorgeeinrichtung) wechselt und ihr später eine Rente der Invalidenversicherung zugesprochen wird. Der Anspruch auf
Invaliden
leistungen
nach Art. 23 BVG entsteht in diesem Fall nicht gegenüber der neuen Vorsorgeeinrichtung, sondern gegenüber derjenigen, welcher die Per
son im Zeitpunkt des Eintritts der invalidisierenden Arbeitsunfähigkeit ange
hörte.
Damit eine Vorsorgeeinrichtung, der eine Arbeitnehmerin oder ein Arbeit
nehmer beim Eintritt der Arbeitsunfähigkeit angeschlossen war, für das erst nach Beendigung des Vorsorgeverhältnisses eingetretene Invaliditätsrisiko aufzukommen hat, ist indes erforderlich, dass zwischen Arbeitsunfähigkeit und Invalidität ein enger sachlicher und zeitlicher Zusammenhang besteht (BGE 130 V 270 E. 4.1). In sachlicher Hinsicht liegt ein solcher Zusammen
hang vor, wenn der der Invalidität zu Grunde liegende Gesundheitsschaden im Wesentlichen derselbe ist, der zur Arbeitsunfähigkeit geführt hat. Sodann setzt die Annahme eines engen zeitlichen Zusammenhangs voraus, dass die versicherte Person nach Eintritt der Arbeitsunfähigkeit nicht während länge
rer Zeit wieder arbeitsfähig wurde. Die frühere Vorsorgeeinrichtung hat nicht für Rückfälle oder Spätfolgen einer Krankheit einzustehen, die erst Jahre
nach Wiedererlangung der vollen Arbeitsfähigkeit eintreten. Demnach darf nicht bereits eine Unterbrechung des zeitlichen Zusammenhangs angenom
men werden, wenn die Person bloss für kurze Zeit wieder an die Arbeit zu
rückgekehrt ist. Ebenso wenig darf die Frage des zeitlichen Zusammenhangs zwischen Arbeitsunfähigkeit und Invalidität in schematischer (analoger) An
wendung der Regeln von Art. 88a
Abs.
1 der Verordnung über die Invaliden
versicherung (IVV) beurteilt werden, wonach eine anspruchsbeeinflussende Verbesserung der Erwerbsfähigkeit in jedem Fall zu berücksichtigen ist, wenn sie ohne wesentliche Unterbrechung drei Monate gedauert hat und voraus
sichtlich andauern wird. Zu berücksichtigen sind vielmehr die gesamten Umstände des konkreten Einzelfalles, namentlich die Art des
Gesundheits
schadens
, dessen prognostische ärztliche Beurteilung und die Beweggründe, die die versicherte Person zur Wiederaufnahme der Arbeit veranlasst haben (BGE 123 V 262 E.
lc
, 120 V 112 E. 2c/
aa
und 2c/
bb
mit Hinweisen).
1.4
Das Erfordernis des sachlichen und zeitlichen Konnexes als Kriterium für die Leistungspflicht einer Vorsorgeeinrichtung spielt nicht nur dann eine Rolle, wenn ein Versicherter aus einer Vorsorgeeinrichtung aus- und in eine neue eintritt, sondern gilt in jedem Fall, also auch dann, wenn ein Versicherter wäh
rend der Dauer der Versicherteneigenschaft arbeitsunfähig und später in
va
lid wird (beziehungsweise sich der Invaliditätsgrad erhöht), ohne zuvor noch
mals in eine neue Vorsorgeeinrichtung eingetreten zu sein. Der sachli
che Kon
nex ist dann gegeben, wenn der Gesundheitsschaden, der zur Ar
beitsunfähigkeit ge
führt hat, auch Ursache für den Eintritt der Invalidität oder der Erhöhung des Invaliditätsgrades ist. Dieses Erfordernis geht aus Art. 23 BVG hervor. Der zeit
liche Konnex ist zu bejahen, wenn die Arbeits
unfähigkeit des Versicherten nicht durch eine Wiedererlangung der Arbeits
fähigkeit unter
brochen wird (Urteil des damaligen Eidgenössischen
Versi
cherungsgerichts
B 64/99 vom 6. Juni 2001 E. 5 a).
1.5
Aus der engen Verbindung zwischen dem Recht auf eine Rente der Invaliden
versicherung und demjenigen auf eine Invalidenleistung nach BVG ergibt sich, dass der Invaliditätsbegriff im obligatorischen Bereich der beruf
lichen Vorsorge und in der Invalidenversicherung grundsätzlich der gleiche ist (BGE 123 V 269 E. 2a, 120 V 106 E. 3c, je mit Hinweisen).
Praxisgemäss sind daher die Vorsorgeeinrichtungen im Bereich der gesetzli
chen Mindestvorsorge (Art. 6 BVG) an die Feststellungen der IV-Organe (Eintritt der invalidisierenden Arbeitsunfähigkeit, Eröffnung der Wartezeit, Festsetzung des Invaliditätsgrades) gebunden, soweit die IV-rechtliche Be
trachtung aufgrund einer gesamthaften Prüfung der Akten nicht als offen
sichtlich unhaltbar erscheint (BGE 126 V 309 E. 1 in
fine
). Diese Konzeption fusst auf der Überlegung, die Organe der (obligatorischen) beruflichen Vor
sorge von eigenen aufwändigen Abklärungen freizustellen, und gilt nur be
züglich Feststellungen und Beurteilungen der IV-Organe, welche im
invali
denversicherungsrechtlichen
Verfahren für die Festlegung des Anspruchs auf eine Invalidenrente entscheidend waren (BGE 132 V 1 E. 3.2). So hat bei
spielsweise eine verspätete Anmeldung zum Leistungsbezug bei der Invali
denversicherung rechtsprechungsgemäss die freie Überprüfbarkeit des
leis
tungserheblichen
Sachverhaltes durch die Vorsorgeeinrichtung beziehungs
weise das Berufsvorsorgegericht zur Folge (Urteil des Bundesgerichts 9C_49/2010 vom 23. Februar 2010 E. 2.1).
Diese Bindungswirkung setzt voraus, dass die Vorsorgeeinrichtung (spätes
tens) ins
Vorbescheidverfahren
(
aArt
. 73
bis
IVV; seit 1. Juli 2006: Art. 73
ter
IVV) einbezogen und ihr die Rentenverfügung formgültig eröffnet wurde (Urteil des Bundesgerichts 9C_81/2010 vom 16. Juni 2010 E. 3.1, mit Hin
weisen). Dem BVG-Versicherer steht ein selbständiges Beschwerderecht im Verfahren nach IVG zu. Unterbleibt ein solches Einbeziehen der
Vorsorge
einrichtungen
, ist die IV-rechtliche Festsetzung des Invaliditätsgrades (grundsätzlich,
masslich
und zeitlich) berufsvorsorgerechtlich nicht verbind
lich (BGE 130 V 270 E. 3.1).
Stellt die Vorsorgeeinrichtung auf die invalidenversicherungsrechtliche Be
trachtungsweise ab, muss sich die versicherte Person diese entgegenhalten lassen, soweit diese für die Festlegung des Anspruchs auf eine Invalidenrente entscheidend war, und zwar ungeachtet dessen, ob der Vorsorgeversicherer im Verfahren der Invalidenversicherung beteiligt war oder nicht. Vorbehalten sind jene Fälle, in denen eine gesamthafte Prüfung der Aktenlage ergibt, dass die Invaliditätsbemessung der Invalidenversicherung offensichtlich unhaltbar war (BGE 130 V 270 E. 3.1).
1.6
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersu
chungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medi
zinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situa
tion einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
2.
2.1
2.1.1
Der Kläger
liess
seine gegen die Beklagte 1 gerichtete Klage im Wesentlichen damit
begründen
, dass die relevante Arbeitsunfähigkeit, deren Ursache zur späteren Invalidisierung geführt habe, am 11. März 2006 eingetreten sei, als er bei einem Autounfall zu Schaden gekommen sei. Zu diesem Zeitpunkt sei er sowohl bei der Beklagten 1 als auch bei der Beklagten 2 berufsvorsorge
versichert gewesen; es habe einerseits ein 100%iges Arbeitspensum bei der
Y._
und andererseits noch ein zusätzliches rund 50%iges Pensum bei der
Z._
bestanden. Die Beklagte 1 verneine nun
mehr
unzutreffenderweise
ihre Leistungspflicht mit dem Argument, dass der Kläger gar nie bei ihr versichert gewesen sei beziehungsweise gar nie hätte aufgenommen werden dürfen, da er bei der
Z._
lediglich eine Nebentätigkeit ausgeübt habe und hinsichtlich seiner Haupttätigkeit bei der
Y._
bei der Beklagten 2 versichert gewesen sei.
Unrichtig sei zudem auch, dass das vom Kläger bei der
Z._
erzielte Ein
kommen nicht ausgereicht hätte, um ihn der Versicherung zu unterstellen. Selbst wenn die
entsprechenden Bestimmungen der Beklagten 1 grundsätz
lich einer Versicherung des Klägers entgegenstünden, ergäbe sich die
Leis
tungspflicht
der Beklagten 1 daraus, dass sie den Kläger tatsächlich in die Versicherung auf
und die entsprechenden Beiträge entgegengenommen habe. Die Beklagte 1 habe das Versicherungsverhältnis jahrelang anerkannt und auch nach Eingabe des Leistungsgesuchs (zunächst) nicht in Frage ge
stellt. Daran sei die Beklagte nach Treu und Glauben gebunden (Urk. 1; vgl. auch Urk. 19).
2.1.2
Zur Begründung der gegen die Beklagte 2 gerichteten Klage liess der Kläger im Wesentlichen ausführen, dass
die relevante Arbeitsunfähigkeit am 11. März 2006 eingetreten sei, als er einen Verkehrsunfall erlitten habe. Da
mals sei er (auch) bei der Beklagten 2 berufsvorsorgeversichert gewesen. Die zuständige Unfallversicherung habe ausgehend von einer unfallbedingten 100%igen Arbeitsunfähigkeit entsprechende Taggeldleistungen ausgerichtet. Per Ende April 2008 habe die Unfallversicherung ihre Leistungen eingestellt mit der Begründung, dass ab diesem Zeitpunkt der Kausalzusammenhang zwischen dem Unfall und den Gesundheitsbeeinträchtigungen nicht mehr ge
geben sei. Diese Einstellung sei nicht rechtskräftig geworden; das
Ein
spracheverfahren
sei noch pendent. Entgegen der Auffassung der Beklagten 2 sei die relevante Arbeitsunfähigkeit nicht erst am 8. April 2009 eingetreten, auf welchen Zeitpunkt die Eidgenössische Invalidenversicherung den Beginn der Wartezeit festgelegt habe. Insbesondere auch aus dem
B._
-Gutachten vom 3. Dezember 2009 ergebe sich vielmehr ein viel früherer Zeitpunkt,
nämlich der 5. April 2006. Die invalidenversicherungsrechtliche Festlegung des Beginns der Wartezeit sei offensichtlich falsch. Die gesundheitlichen Probleme des Klägers, welche zur Arbeitsunfähigkeit in der Zeit nach dem Unfall vom 11. März 2006 bis zur gesundheitsbedingten Auflösung des Ar
beitsverhältnisses per 31. Juli 2007 geführt hätten, seien ohne Zweifel im Wesentlichen dieselben, die letztlich zur anerkannten Invalidität geführt hätten. Damit seien sowohl der enge zeitliche als der enge sachliche Zusam
menhang zwischen der nach dem Unfall eingetretenen Arbeitsunfähigkeit und der späteren Invalidität gegeben. Daraus ergebe sich die Leistungspflicht der Beklagten 2 (Urk. 5/1; vgl. auch Urk. 19 S. 3).
2.2
2.2.1
Die Beklagte 1
stellte sich demgegenüber im Wesentlichen auf den Stand
punkt, dass der Kläger hinsichtlich der von ihm ausgeübten Nebenbeschäfti
gung nicht der obligatorischen Versicherung unterstanden habe. Das ergebe sich aus Art. 2 Abs. 2 BVG in Verbindung mit Art. 1j Abs. 1
lit
. c der
Ver
ordnung über die berufliche Alters-, Hinterlasse
nen- und Invalidenvorsorge (BVV
2)
. Gemäss § 2 Abs. 2
lit
. b des vorliegend zur Anwendung kommen
den Versicherungsvertrages (Version 2005; nachfolgend: VV) seien Ange
stellte, die beim Arbeitgeber nur eine Nebenbeschäftigung ausübten und im Hauptberuf obligatorisch versichert oder selbständig erwerbstätig seien, nicht versichert.
Da der Kläger aufgrund seiner Haupttätigkeit bei der
Y._
bei der Beklagten 2 obligatorisch versichert gewesen sei, habe gemäss den vorstehenden Bestimmungen bei der Beklagten 2 keine Versi
cherung für die Nebentätigkeit bei der
Z._
bestanden. Auch durch die Ausstellung des Vorsorgeausweises durch die Beklagte 1 sei kein Versicherungs- beziehungsweise Vertragsverhältnis entstanden. Die Bestim
mungen im VV 2005 würden klar dagegen sprechen. Der Kläger könne sich insoweit auch nicht auf die Grundsätze des Vertrauensschutzes berufen, weil die getroffenen Dispositionen ohne
Weiteres
und ohne Nachteil rückgängig gemacht werden könnten. Deshalb habe ihm die Beklagte 1 bereits eine ent
sprechende Rückabwicklung angeboten. Der Kläger hätte zudem bei Aufwen
dung der notwendigen Aufmerksamkeit erkennen können, dass er gemäss VV 2005 im Rahmen seiner Nebenbeschäftigung gar nicht bei der Beklagten 1 aufgenommen hätte werden können. Aus dem zu Unrecht bei der Beklag
ten 1 eingegangenen Versicherungsverhältnis könne der Kläger deshalb kei
nen Anspruch auf Invalidenleistungen herleiten. Des Weiteren brachte die Beklagte 1 vor, dass der Kläger aufgrund seines zu niedrigen Einkommens bei der
Z._
auch bereits bei deren Personalvorsorgestiftung (die per Anfang
2005 von der Beklagten 1 übernommen worden sei) nicht hätte versichert werden dürfen, weshalb die Besitzstandsgarantie gemäss Ziff. 1 Abs. 2 der Ü
bernahmevereinbarung nicht zum T
ragen komme. Schliesslich machte die Beklagte 1 geltend, dass ihre Leistungspflicht entfalle, weil ge
mäss den Feststellungen der Invalidenversicherung die relevante Arbeitsun
fähigkeit erst am 8. April 2008 eingetreten sei. Nach dem Unfall vom 11. März 2006 sei der Kläger zwar vorübergehend arbeitsunfähig gewesen; ab dem 28. September 2006 sei er aber wieder voll arbeitsfähig gewesen, und zwar in der angestammten wie auch in einer angepassten Tätigkeit. Die Be
klagte 1 treffe somit aus den dargelegten Gründen keine Leistungspflicht (Urk. 12; vgl. auch Urk. 25).
2.2.2
Die Beklagte 2 hielt fest, dass der Sachverhalt weitgehend unbestritten sei. Der einzige Streitpunkt sei der Beginn der invaliditätsrelevanten Arbeitsun
fähigkeit. Das
B._
-Gutachten halte in Ziff. 7.4 (Beginn der Arbeitsunfähig
keit) fest, dass die dem Kläger attestierte Arbeitsunfähigkeit seit dem 8. April 2008 bestehe. Die Invalidenversicherung habe dementsprechend die Warte
frist per 8. April 2008 eröffnet. Dabei sei sie nicht von einer verspäteten An
meldung ausgegangen. Das
B._
-Gutachten halte weiter fest, dass aus neu
rologischer und psychiatrischer Sicht seit dem 8. April 2008 eine Arbeitsun
fähigkeit bestehe. Aus orthopädischer Sicht liege demgegenüber überhaupt keine Arbeitsunfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit vor. Der Kläger habe den durch die Invalidenversicherung festgelegten Beginn der Arbeitsunfähig
keit im IV-Verfahren nie in Zweifel gezogen. Dabei sei er zu behaften. Somit sei die Leistungspflicht der Beklagten 2 zu verneinen (Urk. 15; vgl. auch Urk. 24).
2.3
2.3.1
Strittig und zu prüfen
ist
, ob der Kläger Anspruch auf Invalidenleistungen der Beklagten 1 und 2 hat. Streitentscheidend ist dabei die Frage, ob die rele
vante Arbeitsunfähigkeit im Sinne von Art. 23 BVG eingetreten ist, als der Kläger bei den Beklagten versichert war. Es ist dabei zu prüfen, ob zwischen der bestehenden Invalidität und einer während der Vorsorgeverhältnisse ein
getretenen Arbeitsunfähigkeit ein enger zeitlicher und sachlicher Zusammen
hang besteht. Konkret ist die Frage zu beantworten, ob die invalidisierende Arbeitsunfähigkeit am 11. März 2006 (zum Zeitpunkt des erlittenen Unfalls) oder erst per 8. April 2008 eingetreten ist (was die Beklagten im Anschluss an die Feststellungen der Eidgenössischen Invalidenversicherung geltend machten). Im letzteren Fall entfiele die Leistungspflicht der Beklagten ohne
Weiteres, da der Kläger am 8. April 2008 bei keiner der beiden
Vorsorgeein
richtungen
mehr versichert war.
Da die Verfügung der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, vom 17. März 2011 (Urk. 30/102), mit welcher dem Kläger mit Wir
kung ab 1. April 2009 eine auf einem Invaliditätsgrad von 41 % basierende
Viertelsrente
der Eidgenössischen Invalidenversicherung zugesprochen wurde
und die Feststellungen für den Beginn des Rentenanspruches relevant waren (Anmeldung bei der Invalidenversicherung am 1
2.
Februar 2006,
Urk.
30/1),
sowohl der Beklagten 1 als auch der Beklagten 2 zugestellt wurde, ist das hiesige Gericht grundsätzlich an die Feststellungen der Invalidenversicherung gebunden (vgl. dazu oben E. 1.5). Vorbehalten bleibt einzig die Rüge der of
fensichtlichen Unrichtigkeit. Im vorliegenden Kontext bedeutet dies, dass le
diglich geprüft werden kann, ob der Entscheid der IV-Stelle, den Beginn des Wartejahres auf den 8. April 2008 festzulegen (Feststellungsblatt vom 1. März 2010 [Urk. 30/64]), offensichtlich unrichtig war, denn nur dann darf in diesem Verfahren zu einer selbständigen Prüfung des
Arbeitsunfähig
keitseintrittes
geschritten werden (Isabelle Vetter-Schreiber, BVG FZG Kom
mentar, 3. Auflage, Zürich 2013, N 12 f. zu Art. 24 BVG mit Hinweisen).
2.3.2
In Bezug auf die
Beklagte 1
stellt sich vorweg
die Frage, ob zwischen ihr (be
ziehungsweise der von ihr übernommenen Personalvorsorgestiftung der
A._
) und dem Kläger überhaupt jemals ein gültiges Versicherungsverhältnis bestanden hat.
3.
3.1
Nach Art. 1j Abs. 1
lit
. c
BVV
2
sind Arbeitnehmer, die nebenberuflich tätig sind und bereits für eine hauptberufliche Erwerbstätigkeit obligatorisch ver
sichert sind oder im Hauptberuf eine selbständig Erwerbstätigkeit ausüben, der obligatorischen Versicherung nicht unterstellt.
Da der Kläger - gemäss eigenen Ausführungen (vgl. etwa Urk. 1 S. 3; vgl. auch Sachverhalt Ziff. 1.1) - mit einem Pensum von 100 % bei der
Y._
angestellt und bei der Beklagten 2 obligatorisch
berufsvorsor
geversichert
war, untersteht er nach Art. 1j Abs. 1
lit
. c BVV 2 hinsichtlich seines Nebenerwerbs (rund 20 Wochenstunden bei der
Z._
) nicht der Versicherungspflicht.
3.2
3.2.1
Eine entsprechende Regelung enthält der Versicherungsvertrag (Version 2005) der Finanzdirektion des Kantons Zürich (nachfolgend: VV 2005; Urk. 13/15). Nach § 2 Abs. 2
lit
. b VV 2005 sind Angestellte, die beim Ar
beitgeber nur eine Nebenbeschäftigung ausüben und im Hauptberuf obliga
torisch versichert oder selbständig erwerbstätig sind, nicht versichert.
Damit steht fest, dass der Kläger grundsätzlich nicht bei der Beklagten 1
berufs
vorsorge
versichert war. Die genannte Bestimmung des VV 2005 schliesst die Versicherung des Klägers aus.
3.2.2
Zu beachten ist allerdings, dass die Übernahmevereinbarung zwischen der
Z._
, der Personalvorsorgestiftung der
A._
und der Beamtenversicherungskasse des Kantons Zürich (BVK) vom 6./9. Juli 2004 (Urk. 13/14) in Ziff. 1 Abs. 2
Satz 1
eine Besitzstandsgarantie enthält:
Sind in der
Personalvorsorgestiftung Personen versichert
, die nach dem Anschlussvertrag mit der BVK nicht versichert werden könn
ten, werden sie im Sinne der Besitzstandsgarantie bei der BVK weiterversichert.
Voraussetzung dieser Besitzstandsgarantie ist jedoch naturgemäss, dass für die fraglichen Personen bereits eine Versicherungsdeckung bei der
Personal
vorsorgestiftung
der
A._
bestand, was die Be
klagte 1 bezüglich des Klägers in Abrede stellte, weil er nach ihrem Dafür
halten durch seine Anstellung bei der
Z._
weniger als jährlich Fr. 25‘320.
verdient hatte. Diese
Limite
ergebe sich aus Ziff. 2.1 des Regle
ments der Personalvorsorgestiftung (Urk. 12 S. 8 Ziff. 22).
Ziff. 2.1 des genannten Reglements trägt den Titel „Aufnahmepflichtige Arbeit
nehmer“ und lautet folgendermassen (Urk. 13/16):
In die Personalvorsorge werden alle Angestellten ohne
Unterstüt
zungspflichten
vom 18.-29. Altersjahr aufgenommen, die einen AHV-Jahreslohn von mehr als der maximalen AHV-Altersrente be
ziehen, sofern das Arbeitsverhältnis unbefristet oder auf mehr als 3 Monate befristet ist. [...]
Die maximale AHV-Altersrente betrug im Jahr 2004
, dem letzten Jahr bevor die Personalvorsorgestiftung von der Beklagten 1 per 1. Januar 2005 über
nommen wurde (vgl. Urk. 13/14),
monatlich Fr. 2‘110.
(Urk. 13/17), mithin jährlich Fr. 25‘320.
.
Aus dem IK-Auszug des Klägers (Urk. 30/5) ergibt sich, dass er in den Mona
ten März bis Dezember 2004 bei der
Z._
ein Einkommen von insgesamt Fr. 18‘940.
erzielt hat. Hochgerechnet auf 12 Monate ergibt sich ein jährliches Einkommen in der Höhe von Fr. 22‘728.
. Da dies unter der
reglementarischen
Limite
von Fr. 25‘320
.
—
liegt,
konnte er gemäss Ziff. 2.1 des Reglements der Personalvorsorgestiftung der
A._
nicht der Versicherung unterstellt werden.
Der Einwand des Klägers
, dass der IK-Auszug als Beweis für die Höhe des Einkomme
ns nicht genüge (Urk. 19 S. 2), ist nicht nachvollziehbar. Es ist
kein
Indiz ersichtlich, das
ge
gen die Korrektheit des IK-Auszuges und die Höhe der darin verbuchten Ein
kommen spricht. Auch die Umwandlung eines während zehn Monaten
er
zielten Verdienstes
(von März bis Dezember 2004) auf zwölf Monate (einen Jahresverdienst) ist mit keinen besonderen Schwierigkeiten oder Unwägbar
keiten verbunden.
Festzuhalten ist demzufolge, dass sich der Kläger nicht auf die oben ge
nannte Besitzstandsgarantie berufen kann, da er auch bei der von der Be
klagten 1 übernommenen Personalvorsorgestiftung der
A._
nicht berufsvorsorgeversichert war.
3.3
Soweit sich der Kläger auf den Grundsatz des Vertrauensschutzes beruft, weil ihm stets BVG-Beiträge zugunsten der Personalvorsorgestiftung der
A._
beziehungsweise der Beklagten 1 abgezogen und ihm auch entsprechende Versicherungsausweise ausgestellt worden waren, ist ihm
zuzugestehen
, dass die Situation für ihn unübersichtlich war. Es ist demzu
folge davon auszugehen, dass der Kläger tatsächlich darauf vertraute, bei der Personalvorsorgestiftung der
A._
beziehungsweise der Beklagten 1 berufsvorsorgeversichert gewesen zu sein (vgl. allgemein zu den Voraussetzungen des Vertrauensschutzes Urk. 12 S. 6 Ziff. 18).
Die Berufung des Klägers auf den Grundsatz des Vertrauensschutzes scheitert
aber dennoch
daran, dass die Dispositionen, die der Kläger im Vertrauen auf den - letztlich nicht bestehenden - Versicherungsschutz getroffen hat (näm
lich die stillschweigende Genehmigung der entsprechenden Lohnabzüge zur Beitragsentrichtung), im vorliegenden Fall ohne Nachteil
für ihn
rückgängig gemacht werden können. So hat denn auch die Beklagte 1 die
Rückabwick
lung
des „Versicherungsverhältnisses“ in Aussicht gestellt. Dass der Kläger bei dieser Rückabwicklung so zu stellen ist, wie wenn ihm niemals die ent
sprechenden Beiträge abgezogen worden wären, versteht sich von selbst.
3.4
Zusammenfassend ist festzuhalten, dass zwischen dem Kläger und der Beklag
ten 1 zu keinem Zeitpunkt ein gültiges Versicherungsverhältnis be
standen hat. Etwas Gegenteiliges ergibt sich auch gestützt auf den Grundsatz des Vertrauensschutzes nicht. Die gegen die Beklagte 1 gerichtete Klage ist demzufolge abzuweisen.
4
.
4.1
Aus den umfangreichen medizinischen Akten sind nachfolgend nur diejeni
gen Berichte auszugsweise wiederzugeben, die
entscheidend
zur Klärung der Frage nach dem Eintritt der relevanten Arbeitsunfähigkeit beitragen können.
So w
ird
insbesondere auch das Gutachten des
C._
vom 22. Februar 2008 (Urk. 30/21/2-54) nachfolgend nicht aufge
führt, da es in einem unfallversicherungsrechtlichen Kontext erstellt wurde, die geklagten Schulterbeschwerden als nicht unfallbedingt qualifiziert wur
den und deren Auswirkungen
auf die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers
demzufolge nicht weiter them
atisiert wurden. Entscheidend
kommt
hinzu
,
dass dieses Gutachten
bei der
Zusprache
der Rente der Eidgenössischen Inva
lidenversicherung letztlich keine Rolle spielte. Es wurde vom Regionalen Ärztlichen Dienst (RAD) der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich als widersprüchlich und unzureichend eingestuft (Urk. 30/47). Deshalb wurde anschliessend die ursprüngliche leistungsabweisende Verfügung pendente
lite
in Wiedererwägung gezogen (vgl. Urk. 30/48 und Sachverhalt Ziff. 1.2) und hernach ein neues Gutachten
eingeholt (vgl. dazu unten E. 4
.
5
).
4
.
2
Dr.
med.
D._
, Facharzt FMH für Neurologie, führte in seinem Bericht vom 14. Juni 2006 (Urk. 30/14/176-178) aus, dass beim Kläger unmittelbar nach dem Unfall vom 11. März 2006 Nacken- und Kopfschmerzen sowie Schmerzen an der linken Schulter und am Thorax links aufgetreten seien. Im weiteren Verlauf hätten die Schmerzen zugenommen.
4
.
3
Assistenzarzt
Dr.
med.
E._
von der
F._
bestätigte in seinem Bericht vom 6. März 2007 (Urk. 30/26-27), dass der Kläger seit dem 11. März 2006 zu 100 % arbeitsunfähig sei.
4
.
4
Dr.
med.
G._
, Fachärztin für Neurologie, diagnostizierte am 22. Mai 2007 chronische Schulterschmerzen links bei Status nach Schulterverletzung am 11. März 2006. Bei der klinischen Untersuchung hätten sich allerdings Hinweise für eine Symptomausweitung ergeben; sie sei sich nicht sicher, ob sich das gesamte Beschwerdebild auf ein einziges organisches Korrelat zu
rückführen lasse (Urk. 30/20/6-7).
4
.
5
Die
Zusprache
einer
Viertelsrente
der Eidgenössischen Invalidenversicherung (Verfügung vom 17. März 2011 [Urk. 30/102]) beruhte in medizinischer Hin
sicht auf dem polydisziplinären (internistisch-neurologisch-
orthopädisch-psychiatrischen) Gutachten des
B._
vom 23. Dezember
2009 (Urk. 30/62). Darin hatten die verantwortlichen Fachärzte
,
Dr.
med.
H._
, Facharzt FMH
für Psychiatrie,
Dr.
med.
I._
, Facharzt FMH für Neurologie,
Dr.
med.
J._
, Facharzt FMH für Innere Medizin, und
Dr.
med.
K._
, Facharzt FMH für Orthopädie,
aufgrund ihrer Untersuchungen des
Klägers
vom 4. August 2009 die folgenden Diagnosen - mit Auswirkung auf die Ar
beitsfähigkeit -
gestellt
(S. 22):
1. Mässig ausgeprägtes
Cervicalsyndrom
mit in diesem Rahmen
cer
vico
ce
phalen
Beschwerden mit
cervicogen
getriggerten
Kopfschmer
zen
2. Mässig ausgeprägtes
Cervicovertebralsyndrom
(gemeint wohl:
Tho
rakovertebralsyndrom
; vgl. Urk. 30/62/38) bei paramedian linksseiti
ger mittelgrosser Diskushernie Th6/Th7 sowie kleiner Diskushernie auf Höhe Th7/Th8 (MR-Untersuchung vom 28.11.2007)
3. Leicht ausgeprägte kognitive Störungen bei Schmerzinterferenz
4. Anhaltend
somatoforme
Schmerzstörung ICD-10 F45.4
5. Leichte schmerzabhängige rezidivierende depressive Verstimmung ICD-10 F33.0
Keinen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit hätten folgende Diagnosen:
1. Status nach Arthroskopie Schulter links mit
Débridement
und Beseiti
gung des
subacromialen
Impingements
und
AC-Gelenksresek
tion
(01/07)
2. Status nach multiplen Mittelfussfrakturen 1992
3. Status nach Ablederung der Haut im Bereiche des linken Fussrü
ckens 1992
4. Operation eines infizierten
Sacraldermoids
(Sinus
pilonidalis
) 2006
5. Übergewicht (BMI 28,2)
Aufgrund ihrer Konsensbesprechung kamen die Gutachter zum Schluss, dass der Versicherte für die angestammte Tätigkeit als Reinigungskraft, die zu
mindest zum Teil schwere Arbeit beinhalte, aus neurologischer Sicht nicht mehr ein
satzfähig sei. In einer angepassten Tätigkeit sei er aus neurologi
scher Sicht zu 30 % in seiner Arbeits- und Leistungsfähigkeit eingeschränkt (infolge der chronischen Schmerzsituation mit auch Beeinträchtigung des Nachtschlafes sowie vermehrter Ermüdbarkeit und verminderter Belastbar
keit; wobei auch die neuropsychologischen und verhaltensneurologischen Untersuchungsbefunde berücksichtigt seien). Aus psychiatrischer Sicht be
stehe eine Einschränkung von 20 %; insgesamt bestehe eine Beeinträchti
gung von höchstens 30 % (S. 28 f.).
Zur Frage des Beginns der Arbeitsunfähigkeit äusserten sich die Gutachter folgendermassen (S. 29): Der Kläger
sei
am 5. April 2006 in der Orthopädi
schen
F._
untersucht worden; dabei sei ein
HWS-Dis
torsionstrauma
diagnostiziert worden. Am 30. Mai 2006 sei
eine
AC-Ge
lenksa
r
throp
ath
ie
der Schulter links, wahrscheinlich
posttraumatisch, festge
halten
worden. Im MRI der linken Schulter vom 2. Juni 2006 habe sich eine posttraumatische AC-Gelenkskapselschwellung ohne Einengung des
sub
acromialen
Raumes gezeigt. Die Beschwerden seien als im Rahmen des HWS-Distorsionstraumas und einer am ehesten posttraumatischen
AC-Gelenks
arthropathie
erklärbar bezeichnet worden. Die Arbeitsunfähigkeit sei weiter
hin bestätigt worden; es sei aber langfristig mit einer vollen Arbeitsfähigkeit gerechnet worden. Daraus zogen die
B._
-Gutachter folgenden Schluss: „Der Beginn der Arbeitsunfähigkeit muss auf Grund der vorliegenden Akten auf den 05.04.06 zurückdatiert werden.“ Aus dem Bericht der Orthopädischen
F._
vom 25. Februar 2008 gehe hervor, dass sich beim Kläger trotz intensiver Physiotherapie und trotz durchgeführter Infiltrationen keine Verbesserung der Beschwerden und keine Verbesserung der Arbeitsfä
higkeit ergeben hätten. Eine schulterbelastende Tätigkeit sei als unmöglich erachtet worden; grundsätzlich aber, strukturell, sei der Kläger seitens der Schulter für arbeitsfähig erklärt worden. Dennoch sei eine weitere 100%ige Arbeitsunfähigkeit für sechs Wochen attestiert worden. „Die von den Refe
renten oben festgelegte Arbeitsunfähigkeit besteht demnach seit dem 08.04.08.“
Im neurologischen Teilgutachten wurde festgehalten, dass aufgrund des
Zervi
kalsyndroms
, des
Thorakovertebralsyndroms
, der
zervikozephalen
Symptomatik und der Schmerzinterferenz sowie leichten kognitiven Störun
gen in einer den Schultergürtel oder die Körperachse belastenden Tätigkeit keine Arbeitsfähigkeit mehr gegeben sei. In einer leidensangepassten Tätig
keit sei von einer 70%igen Arbeitsfähigkeit auszugehen (Urk. 30/62/39). Im orthopädischen Teilgutachten wurde festgehalten, dass seit dem Unfall vor (damals) knapp dreieinhalb Jahren ein chronisches Schmerzsyndrom in der linken Schulter, im Nacken und in der Brustwirbelsäule bestehe. Diese Be
schwerden hätten dazu geführt, dass der Kläger den linken Arm stark schone. Durch die operative Intervention vom Januar 2007 hätten die
Schulterbe
schwerden
links nicht beeinflusst werden können. Subjektiv sei es zu einer Verschlimmerung gekommen. Auch die Rückenbeschwerden hätten nicht auf die mannigfaltige Physiotherapie reagiert. Seit dem Unfall arbeite der Kläger wegen der bewegungs- und belastungsabhängigen Schmerzen in der Schul
ter-Arm-Region links nicht mehr (Urk. 30/62/53).
4
.
6
PD
Dr.
med.
univ.
L._
, Facharzt für Neurologie,
vom Regionalen Ärztlichen Dienst (RAD) der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich hielt in sei
nem Bericht vom
25. Januar 2010 (Urk. 30/64/2-3) fest, dass auf das
B._
-Gutachten abgestellt werden könne.
Gestützt auf die im
B._
-Gutachten ge
stellten Diagnosen sei ein namhafter Gesundheitsschaden ausgewiesen. Nachvollziehbar bestehe in der bisherigen Tätigkeit als Reinigungskraft eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit ab 8. April 2008. In einer angepassten Tätigkeit bestehe seit dem 8. April 2008 eine 30%ige Arbeitsunfähigkeit.
4
.
7
Dr.
H._
erklärte in seinem Bericht vom 7. September 2010 (Urk. 30/78), dass im
B._
-Gutachten, das von ihm als fallverantwortlichem Arzt
mitver
fasst
worden war, aus
orthopädischer Sicht in erster Lini
e chronische
Schul
terschmerzen
l
inks und ein chronisches
cervico-thorako-spondylogenes
Schmerzsyndrom bei Zustand nach Auffahrunfall im März 2006 diagnosti
ziert worden sei. Aus neurologischer Sicht würden ein mässig ausgeprägtes
Cervicalsyndrom
mit in diesem Rahmen
cervicocephalen
Beschwerden und
cervicogen
getriggerten
Kopfschmerzen sowie ein mässiges
Thorakover
tebralsyndrom
bei Diskushernien wie auch leicht ausgeprägte kognitive Stö
rungen bei Schmerzinterferenz aufgeführt. Diese beiden Fachrichtungen kä
men entsprechend zu ähnlichen Diagnosen, die sich in der Sprachlichkeit der Neurologie und der Orthopädie diagnostisch wiederfänden.
4
.
8
Dr.
med.
M._
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie,
Dr.
med.
N._
, Fach
arzt für Neurologie,
Dr.
med.
O._
, Facharzt für Innere Medizin, und
Dr.
med.
P._
Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, vom
Q._
kamen in ihrem Gutachten vom 20. September 2012 (Urk. 30/135), dass das linke Schultergelenk des Klägers aufgrund des chronischen Schmerzsyndrom der linken Schulter mit langjährigem Verlauf mit auch muskulärer
Dysbalance
bei pathologisch-anatomisch nur gering
gradigen degenerativen Veränderungen nur vermindert belastbar sei. Der Kläger könne somit keine körperlich schweren Tätigkeiten mit besonderer Belastung des linken Armes über der Horizontalen mehr ausführen. In seiner angestammten Tätigkeit als Reinigungskraft sei er nicht mehr einsetzbar (S. 57)
.
5
.
5
.1
Wie bereits ausgeführt wurde, legte die IV-Stelle den Beginn der Wartezeit gestützt auf das
B._
-Gutachten vom 23. De
zember 2009 fest (vgl. oben E. 4
.4). PD
Dr.
L._
bestätigte denn auch den Beginn der Arbeitsunfähigkeit am
8. April 2008 (vgl. oben E. 4
.5).
Dabei handelt es sich indes um eine offenkundige Fehlinterpretation der gut
achterlichen Angaben. Die Experten brachten klar zum Ausdruck (
Urk.
30/62/29), dass die Arbeitsunfähigkeit am 5. April 2006 eingetreten sei (Zeitpunkt der Untersuchung in der
F._
). Die Nennung des Datums des 8. Aprils 2008 - mithin zwei Jahre nach dem Unfall - erfolgte vielmehr im Zusammenhang mit der Rückgewinnung der (teilweisen) Ar
beitsfähigkeit im Umfang von 30
%
. Dies erhellt dadurch, dass die
B._
-Ärzte unter Hinweis auf die Einschätzung der Orthopäden der
F._
vom 25. Februar 2008 von einer unveränderten Arbeitsunfähigkeit von 100
%
noch für sechs Wochen ausgingen und hernach - mithin ab
8. April 2008 - eine Besserung und die Wiedererlangung der Arbeitsfähigkeit im gutachterlich befundenen Ausmass annahmen.
Die vorliegenden Akten lassen
damit
einzig den Schluss zu, dass die rele
vante Arbeitsunfähigkeit zum Zeitpunkt des Unfalls vom 11. März 2006 ein
getreten ist. Das geht ausdrücklich aus den Beric
hten von
Dr.
D._
(vgl. E. 4
.
2
)
und von
Dr.
E._
(vgl. E. 4
.
3
) hervor. Auch die Ausführungen von
Dr.
G._
gehen in diese
Richtung (vgl. E. 4
.
4
). Schliesslich wurde auch im orthopädischen
B._
-Teilgutachten festgehalten, dass seit dem Un
fall vom 11. März 2006 ein chronisches Schmerzsyndrom in der linken Schulter, im Nacken und in der Bru
stwirbelsäule bestehe (vgl. E. 4
.
5
a.E
.). Selbst der
B._
-Gutachter
Dr.
H._
sprach in seiner Stellungnahme
vom 7. September 2010 (vgl. E. 4
.
7
) von einem Zustand nach Auffahrunfall im März 2006.
Bei der Nennung des 5. Aprils 2006 als Beginn der Arbeitsunfä
higkeit durch die
B._
-Ärzte in ihrer Gesamtbeurteilung ging offensichtlich vergessen, dass der Kläger schon vorher (nach dem Unfall vom 11. März 2006) vollumfänglich arbeitsunfähig war. Es handelt sich dabei um ein of
fenkundiges Missverständnis.
5
.2
Diese Ausführungen lassen nur den Schluss zu, dass der Zeitpunkt des Ein
tritts der Arbeitsunfähigkeit beziehungsweise der Beginn der Wartezeit von der IV-Stell
e (in unkritischer Übernahme
eines der widersprüchlichen Daten im
B._
-Gutachten) offensichtlich unrichtig festgesetzt wurde.
Dass die
in
validenversicherungsrechtliche
Wartezeitfestlegung offensichtlich unhaltbar ist, der Kläger nach dem Unfall vom 11. März 2006 nie mehr gearbeitet hat und die Unfallversicherung ab dem 14. März 2006 Taggeldleistungen er
bracht hat, hat im Übrigen
zutreffenderweise
auch die Beklagte 1 in ihrem
Einspracheentscheid
vom 19. Mai 2014 (Urk. 2/9 S. 6 f.)
festgehalten
.
Z
ufolge
offensichtlicher Unrichtigkeit der invalidenversicherungsrechtlichen Wartezeitfestsetzung
besteht im Sinne des oben in E. 1.5 und E. 2.3.1 Aus
geführten im vorliegenden Prozess keine Bindung an diese Feststellung. Der Eintritt der relevanten Arbeitsunfähigkeit ist aufgrund der oben genannten medizinischen Einschätzungen auf den 11. März 2006 (dem Zeitpunkt des Unfalls) festzulegen. Dieser Zeitpunkt ergibt sich im Übrigen auch aus den Akten der Unfallversicherung, insbesondere aus der Schadenmeldung UVG (Urk. 30/14/134) und dem Unfallschein UVG (Urk. 30/14/135), die eine ent
sprechende Arbeitsunfähigkeit be
legen
.
5
.3
Angesichts dessen, dass die sachliche
Konnexität
aufgrund der Akten ohne weiteres ausgewies
en ist (vgl. E. 4.
2
-4
.
8
)
und im Übrigen auch nicht (sub
stantiiert) in Zweifel gezogen wurde
,
steht die Leistungspflicht der Beklag
ten 2 ohne
Weiteres
fest.
6
.
6
.1
Der Rentenbeginn ist in Anwendung von Art. 26 Abs. 1 BVG, wonach diesbe
züglich sinngemäss die Bestimmungen des IVG gelten, und in Über
einstimmung mit dem Antrag des Klägers auf den 1. März 2007 festzulegen.
6
.2
Der von der IV-Stelle ermittelte Invaliditätsgrad von 41 % (Verfügung vom 17. März 2011 [Urk. 30/102]) ist aufgrund der Akten ausgewiesen und wurde von den Parteien zu Recht nicht in Zweifel gezogen. Somit hat der Kläger ab 1. März 2007 Anspruch auf gesetzliche und reglementarische Invaliden
-
leis
tungen
, die auf einem Invaliditätsgrad von 41 % basieren.
6
.3
Da sich die Leistungsansprüche, namentlich der Rentenanspruch des Klägers, im Übrigen aufgrund der Aktenlage nicht genau beziffern lassen und auch kein beziffertes Klagebegehren vorliegt, ist die vorliegende Klage gegen die Beklagte 2 gemäss ständiger Praxis in dem Sinne gutzuheissen, dass die Be
klagte 2 grundsätzlich zu verpflichten ist, dem Kläger
ab
1. März 2007 die gesetzlichen und reglementarischen Invalidenleistungen, basierend auf einem Invaliditätsgrad von 41 % auszurichten. Die genaue ziffernmässige Berech
nung der einzelnen
Betreffnisse
ist hingegen der leistungspflichtigen
Vorsor
geeinrichtung
zu überlassen (wogegen im Streitfalle wiederum eine Klage zulässig wäre; vgl. BGE 129 V 450).
7
.
Auf Invalidenleistungen sind Verzugszinsen geschuldet, wobei grundsätzlich Art. 105 Abs. 1 des Obligationenrechts (OR) anwendbar ist (BGE 119 V 131 ff.). Danach ist der Verzugszins vom Tage der Anhebung der Betreibung oder der gerichtlichen Klage an ge
schuldet. Der Kläger erhob am 21
. Juli
2015
(Datum des Poststempels)
Klage gegen die Beklag
te 2 (Urk. 5/1), womit ihm ab 21
. Juli 2015 Verzugszinsen von 5 % p.a. (Art. 104 Abs. 1 OR) für die bis zu diesem Zeitpunkt fällig gewordenen
Betreffnisse
und für die übrigen ab dem jeweiligen Fälligkeitsdatum zuzusprechen sind.
8
.
8
.1
Nach § 34 Abs. 1 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht (
GSVGer
) hat die obsiegende
b
eschwerdeführende
Person Anspruch auf Ersatz der
Partei
kosten
. Diese werden ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Be
deutung der Streitsache, der Schwierigkeit des Prozesses und dem Mass des Obsiegens bemessen (§ 34 Abs. 3
GSVGer
). Der Kläger dringt mit seiner ge
gen die Beklagte 2 gerichteten Klage vollends durch.
Die gegen die Be
klagte 1 gerichtete Klage ist hingegen - wie ausgeführt - abzuweisen.
8
.2
Mit Honorarnote vom 8. Februar 2016 (Urk. 20) machte Rechtsanwalt
Bolzli
, Zürich, einen Gesamtaufwand von 13 Stunden und 40 Minuten zu Fr. 250.
(zuzüglich Mehrwertsteuer) sowie Barauslagen von Fr. 133.40 (zuzüglich Mehrwertsteuer) geltend. Der Aufwand erscheint angeme
ssen;
zu beachten ist aber einerseits, dass der gerichtsübliche Stundenansatz lediglich Fr. 220.
(inklusive Mehrwertsteuer) beträgt und andererseits auch, dass der Kläger le
diglich gegenüber der Beklagten 2 obsiegt
, jedoch gegenüber der
Beklagte
n
1
(Klageerhebung mit separater Eingabe)
unterliegt
.
De
shalb rechtfertigt es sich, dem Kläger lediglich die Hälfte des geltend gemachten
Gesamtaufwan
des
(zum gerichtsüblichen Ansatz)
als
Entschädigung zuzusprechen.
Der von der Beklagten 2 zu tragende Entschädigungsanspruch des Klägers beläuft sich somit auf Fr.
1‘570.40 (= [13,67 x Fr. 220.
+ Fr. 133.40] / 2)
bzw.
Fr.
1‘696.05 inklusive Mehrwertsteuer.
Die Beklagte
2
ist demzufolge zu verpflichten, dem Kläger eine
Prozessentschä
digung
in der Höhe von Fr.
1‘
696
.0
5
(inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) zu bezahlen.
8
.3
Art. 73 Abs. 2 BVG schliesst einen Anspruch der (teilweise) obsiegenden
Versi
cherungsträgerin
auf eine Prozessentschädigung zwar nicht aus. Indes werden den Trägern der beruflichen Vorsorge gemäss BVG beziehungsweise den mit
öffentlichrechtlichen
Aufgaben betrauten Organisationen in Anleh
nung an die Rechtsprechung zu Art. 159 Abs. 2 des bis Ende 2006 in Kraft gestandenen Bundesgesetzes über die Organisation der B
undesrechtspflege (Bundesrechts
pflegegesetz/OG) praxisgemäss keine Parteientschädigungen zugesprochen. Es besteht kein Grund, bei der Beklagten 1 anders zu verfah
ren (vgl. BGE 128 V 133 E. 5b, 126 V 150 E. 4a, 118 V 169 E. 7 und 117
V 349 E. 8, mit Hinweisen; vgl. auch BGE 122 V 125 E. 5b und 320 E.
1a und b sowie 112 V 356 E. 6).
Der Beklagten 2
steht ein Anspruch auf Prozessentschädigung bereits
aus
gangsgemäss
nicht zu.
9
.
9
.1
Da die Voraussetzungen zur Bestellung einer unentgeltlichen
Rechtsvertre
tung
gemäss § 16 Abs. 2 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht (
GSVGe
r
) erfüllt sind (vgl. Urk. 8/1), ist ihm i
n
Bewilligung des Gesuchs vom 20. Juli 2017
Rechtsanwalt Peter
Bolzli
, Zürich, als unentgeltlicher Rechts
vertreter für da
s vorliegende Verfahren zu bestellen. Der Kläger ist auf § 16 Abs. 4
GSVGer
aufmerksam zu machen.
9
.2
Da dem Kläger - wie oben in E. 8
.2 dargelegt - lediglich die Hälfte des gel
tend gemachten Entschädigungsanspruchs (zum gerichtsüblichen Tarif) als Prozessentschädigung zuzusprechen ist,
ist im Übrigen, mithin soweit der Kläger mit seiner Klage gegen die Beklagte 1 unterliegt, sein
unentgeltliche
r
Rechtsvertreter, Rechtsan
walt Peter
Bolzli
, Zürich,
mit
Fr.
1‘
696
.0
5
(inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) aus der Gerichtskasse
zu entschädigen
.