# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** cbb10734-7854-4dcf-ac97-7969d9d98c41
**Court:** GR_VG
**Chamber:** GR_VG_005
**Year:** 2022
**Language:** de
**Jurisdiction:** GR / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

I. Sachverhalt:
1. Gemäss Beschluss vom 27. Oktober 2020 und 10. November 2020
beabsichtigt der Gemeindevorstand E._ die Revision des
Quartierplans AJ._ vom Januar 1985 mit Ausdehnung des
Beizugsgebiets einzuleiten. Als Zweck wurde angegeben: Überprüfung und
Anpassung des Quartierplans an die aktuell geltende Grundordnung, das
übergeordnete Recht sowie an die heutigen Bedürfnisse. Überprüfung und
zweckmässige Anpassung der Erschliessung im erweiterten
Beizugsgebiet, namentlich betreffend die östliche Erweiterung der
AK._. Prüfen, ob die Quartierstrasse ausparzelliert und durch die
Gemeinde übernommen werden soll. Zum Beizugsgebiet wurde
festgehalten: Bisheriges Quartierplangebiet gemäss "Alter Bestand 1:500",
heute umfassend die Grundstücke Nrn. AL._, AM._, AN._,
AO._, AP._, AQ._, AR._, AS._, AT._,
AU._, AV._, AW._, AX._, AY._ und AZ._
(mit) Erweiterung des Beizugsgebiets um folgende Grundstücke Nrn.
BA._, BB._, BC._, BD._, BE._, BF._,
BG._ und BH._. Die Auflageakten enthielten dazu den
Quartierplan AJ._ vom Januar 1985 mit sämtlichen Bestandteilen, die
Pläne "Beizugsgebiet Alter Bestand 1:500" und "Beizugsgebiet
Revision/Neuer Bestand 1:500", sowie die zugehörigen Tabellen mitsamt
Flächenverzeichnissen. Als Auflagefrist war der 13. November bis 14.
Dezember 2020 bei der Gemeindeverwaltung genannt. Einsprachen gegen
die betreffende Quartierplanrevision (Einleitungsbeschluss) konnten
gemäss amtlicher Publikation während der vorgenannten Auflagefrist
schriftlich und begründet beim Gemeindevorstand erhoben werden.
2. Mit Einsprache vom 8. Dezember 2020 beantragten vier
Parteien/Quartierplanbeteiligte, nämlich A._ (Miteigentümer zu 1⁄2 der
Parzelle Nr. AQ._), B._ (1⁄2 Miteigentümer Parzelle Nr.
AO._), C._ (Eigentümer Parzelle Nr. AR._) sowie D._
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(1⁄2 Miteigentümer Parzelle Nr. AN._), gemeinsam, es sei (Ziff. 1) auf
die Einleitung der Quartierplanung zu verzichten; (Ziff. 2) eventualiter sei
das Beizugsgebiet auf das bisherige Quartierplangebiet zu beschränken
und der Zweck der Revision des Quartierplans AJ._ in "Überprüfung
und Anpassung des Quartierplans AJ._ vom Januar 1985 an die
aktuell geltende Grundordnung, das übergeordnete Recht sowie an die
heutigen Bedürfnisse" zu ändern; (Ziff. 3) unter Kosten- und
Entschädigungsfolge (zzgl. MwSt.) zulasten der Gemeinde E._.
3. Mit Beschluss (Entscheid) vom 22. Juni, mitgeteilt am 30. Juni 2021, wies
die Gemeinde E._ die Einsprache der vier Quartierplanbeteiligten
gegen den Einleitungsbeschluss vom 13. November 2020 kostenfällig ab.
Zur Begründung wurde u.a. vorgebracht, eine Überprüfung der
Grundordnung sei bereits geboten, wenn sich die Verhältnisse seit der
Planfestsetzung geändert hätten, diese Veränderung die für die Planung
massgebenden Gesichtspunkte betreffe und erheblich sei. Die
Erheblichkeit sei auf dieser Stufe bereits zu bejahen, wenn eine Anpassung
der Zonenplanung im fraglichen Gebiet in Betracht falle und die
entgegenstehenden Interessen der Rechtssicherheit und des Vertrauens
in die Planbeständigkeit nicht so gewichtig seien, dass eine Plananpassung
von vornherein ausscheide. Seien diese Voraussetzungen erfüllt, so sei es
Aufgabe der Gemeinde, die gebotene Interessenabwägung vorzunehmen
und zu entscheiden, ob und inwiefern eine Anpassung der Zonenplanung
nötig sei. Vorliegend hätten für die Revision allein schon die lange Dauer
seit Erlass des Quartierplans (Januar 1985) und die verschiedenen
Gesetzesänderungen (2006, 2008 und 2012) die Einleitung des Verfahrens
(Revision Quartierplan) gerechtfertigt. Beabsichtigt sei, die östlich des
bisherigen Beizugsgebiets gelegenen Teile der Grundstücke Nr. BI._
ebenfalls für die Überbauung freizugeben. Das sei bereits in der ersten
Fassung des Quartierplans angedacht gewesen. Die Erschliessung sei
damals aber für eine spätere Etappe vorgesehen gewesen. Dieser Schritt
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sollte nun vollzogen werden. Anlass zur Überprüfung des Quartierplans
bilde auch die strassenmässige Erschliessung. Die 1985 erstellte
AK._ sei für die heutigen Verhältnisse knapp dimensioniert. Aufgrund
der geplanten Erweiterung sowie der zu erwartenden vollständigen
Überbauung der Nrn. AX._ und BL._ sei ein Ausbau
wahrscheinlich unumgänglich. Zu prüfen sei auch der Abzweiger der
AK._ ab der BJ._. Ferner seien die Grundstücke Nrn. BK._
und BA._ östlich des heutigen Quartierplangebiets zu erschliessen.
Für diese Erschliessung kämen mehrere Varianten in Frage, von denen
jede bestehende Anlagen im Beizugsgebiet AJ._ beanspruchen
würde. Auch aus diesem Grund sei die Erweiterung und Erschliessung des
bestehenden Quartierplans zu prüfen. Die Einleitung des
Quartierplanrevisionsverfahrens habe sich aus diesen Gründen daher als
zulässig erwiesen.
Den Einwänden der Einsprecher wurde entgegnet, dass sie ausser Acht
liessen, dass zusätzliche Grundstücke zur Überbauung freigegeben
würden und diese auch strassenmässig erschlossen werden müssten. Dies
erfordere die Überprüfung des Quartierplans. Die Einsprecher verkannten,
dass allein aufgrund des langen Zeitraums zwischen Erlass des
Quartierplans (1985) und heute (über 30 Jahre) ein eminentes sowohl
öffentliches als auch privates Interesse nach Anpassung des Quartierplans
an die seither wesentlich geänderten gesetzlichen Rahmenbedingungen
bestehe. Im Weiteren übersähen sie, dass ihre Grundstücke von den
angedachten planerischen Massnahmen wenig betroffen sein würden. Es
sei nicht ersichtlich, inwiefern Konflikte mit Rechten der Einsprecher
entstehen sollten. Angebliche Konflikte seien denn auch nicht näher
dargelegt worden. Dass zwei Parzellen, die 1985 einer zweiten
Erschliessungsetappe zugewiesen worden seien, nun überbaut werden
sollten, habe für die Einsprecher keinerlei Nachteile. Die
Gesamtmelioration sei vom vorliegenden Verfahren nicht tangiert. Das
landwirtschaftliche Grundstück Nr. BA._ müsse in das Beizugsgebiet
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aufgenommen werden, weil diese relativ grosse Parzelle strassenmässig
erschlossen werden sollte und die Erschliessung möglicherweise durch
das Beizugsgebiet erfolgen müsse. Das (Wald-) Grundstück Nr. BE._
müsse einbezogen werden, weil es unter Umständen von
Erschliessungsanlagen betroffen sei. Um diese Frage zu prüfen, sei das
Beizugsgebiet auf diese Grundstücke erweitert worden. Die Interessen der
Einsprecher seien dadurch nicht betroffen. Die strassenmässige
Erschliessung der gesamten Grundstücke Nrn. AX._ und AY._
werde im Quartierplanverfahren zu prüfen sein. Ob die von den
Einsprechern bevorzugte Erschliessungsvariante überhaupt möglich
und/oder der Erschliessung über die AK._ vorzuziehen sei, werde
diese Untersuchung zeigen. Auch zu diesem Zweck sei das
Quartierplanrevisionsverfahren einzuleiten. Eine Beschränkung der
Revision auf das bisherige Beizugsgebiet – so wie dies die Einsprecher mit
dem Eventualantrag (Ziff. 2) verlangten – mache keinen Sinn. Ein
Hauptgrund für die Revision bestehe darin, dass die Grundstücke Nrn.
AX._ und AY._, welche 1985 einer zweiten
Erschliessungsetappe zugewiesen worden seien, zur Überbauung
freigegeben werden sollten und daher erschlossen werden müssten. Die
Einsprache erweise sich demnach als unbegründet und sei abzuweisen.
4. Dagegen erhoben die bezeichneten Einsprecher (nachfolgend
Beschwerdeführer) am 16. August 2021 Beschwerde beim
Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden mit folgenden
Rechtsbegehren:
1. Der Einspracheentscheid vom 22. Juni 2021, mitgeteilt am 30. Juni 2021, sei
aufzuheben und an die Gemeinde E._ zur Neubeurteilung zurückzuweisen.
2. Eventualiter sei das Beizugsgebiet auf das bisherige Quartierplangebiet zu
beschränken und der Zweck der Revision des Quartierplans AJ._ in
"Überprüfung und Anpassung des Quartierplans AJ._ vom Januar 1985 an die
aktuell geltende Grundordnung, das übergeordnete Recht sowie an die heutigen
Bedürfnisse" zu ändern.
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3. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge (zuzüglich MwSt.) zulasten der
Beschwerdegegnerin.
Formeller Antrag:
4. Es sei die Durchführung eines Augenscheins anzuordnen.
Zur Begründung wurde vorgebracht, allein aus der längeren Dauer seit
Erlass des Quartierplans könne nicht ohne Weiteres geschlossen werden,
dass sich die tatsächlichen und rechtlichen Verhältnisse erheblich
geändert hätten und gewichtige Gründe des öffentlichen Interesses für
eine Änderung sprächen. Wie die Vorinstanz selbst festgehalten habe, sei
der Quartierplan in den Jahren 2006, 2008 und 2012 auf einige
Bauvorschriften (Berechnungsweise der Geschosshöhe, Firsthöhe, AZ-
Bonus bei Erfüllung der Werte gemäss Minergie-Label) revidiert worden.
Wo eine Anpassung des Quartierplans an die geänderten gesetzlichen
Rahmenbedingungen erforderlich erschienen sei, sei diese bereits erfolgt.
Die neugeschaffenen baulichen und nutzungsmässigen Möglichkeiten
könnten bereits realisiert werden. Hinzu komme, dass in den
Quartierplanvorschriften von 1985 ein dynamischer Verweis auf das
Baugesetz der Gemeinde E._ enthalten sei (Art. 6). Dadurch seien
die Revisionen des RPG und KRG sowie des kommunalen Baugesetzes
auch für das Quartierplangebiet wirksam. Im Übrigen enthalte der
Quartierplan nur vier Bauvorschriften (Art. 1 bis 3 und Art. 5). Dass sich
die massgeblichen tatsächlichen und rechtlichen Verhältnisse in einer
Weise geändert hätten, die eine Revision des Quartierplans erforderlich
machten und die Interessen der privaten Beteiligten überwögen, sei nicht
dargetan. Art. 5 der Quartierplanvorschriften laute: "Für die II. Bauetappe
ist ein Quartierplan im Sinne der I. Bauetappe auszuarbeiten. Vor
Genehmigung des Quartierplans der II. Bauetappe durch die Baubehörde,
dürfen keine Erschliessungswerke dieser Bauetappe ausgeführt werden".
Vorgesehen sei damit eine private Quartierplanung. Weiter sei die Absicht
des Gemeindevorstands, weitere Gebiete für die Überbauung freigeben
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zu wollen, nicht massgebend, sondern die geltende Grundordnung. Nur in
deren Rahmen könne der Quartierplan die Gestaltung und Erschliessung
von Bauzonen regeln. Die östlich des bisherigen Beizugsgebiets
gelegenen Teile der Grundstücke Nrn. AX._ und BL._ sowie das
Grundstück Nr. BI._ lägen aber ausserhalb der Bauzone. Das
Grundstück Nr. BI._ sei im gültigen Quartierplan keineswegs für die
Überbauung vorgesehen und die Grundstücke Nrn. BL._ und
BI._ gar nicht vom Beizugsgebiet der aufgelegten Quartierplanung
erfasst. Ihre Erschliessung könne daher im eingeleiteten
Quartierplanverfahren nicht umgesetzt werden. Ebenfalls nicht erfasst sei
das Grundstück Nr. BK._, das nach der Gemeinde zu erschliessen
sein soll. Die Gemeinde gestehe damit implizite selbst ein, dass das
Beizugsgebiet unzuweckmässig festgelegt worden sei. Zur
strassenmässigen Erschliessung sei zu bemerken, dass das gesamte
Quartier AJ._ zurzeit über eine Privatstrasse erschlossen sei. Die
Quartierstrasse habe dabei eine maximale Breite von nur gut 3 Metern.
Zwei Fahrzeuge könnten bei dieser Strassenbreite nicht kreuzen.
Entgegenkommende Fahrzeuge müssten einander ausweichen, wobei als
Abstellplatz vielfach die Vorplätze der Beschwerdeführer dienten. Bereits
heute seien durch das regelmässige Befahren der befestigten Vorplätze
Schäden zu konstatieren. Die Aufwände für den Unterhalt seien
entsprechend erhöht. Die Gemeinde führe denn auch selbst aus, dass die
AK._ knapp dimensioniert sei. Mit der beabsichtigten Überbauung der
Grundstücke Nrn. AX._, BL._ und BI._ müsse mit
erheblichem Mehrverkehr gerechnet werden. Angesichts der bereits jetzt
problematischen Erschliessungssituation sei die geplante
strassenmässige Erschliessung dieser Parzellen sowie der Grundstücke
Nrn. BK._ und BA._ über die AK._ unhaltbar. Unzutreffend
sei die Behauptung der Gemeinde, wonach jede in Betracht kommende
Erschliessungsvariante bestehende Anlagen im Beizugsgebiet AJ._
beanspruchen würde. Eine zweckmässige Erschliessung des Quartiers
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könne primär über die nördlich gelegene Kantonsstrasse erreicht werden.
Auch vor dem Hintergrund der Verkehrssicherheit sei eine Erschliessung
der genannten Parzellen mittels einer einzigen, schmalen Zufahrt nicht
angezeigt. Die Grundstücke Nrn. BK._ und BA._, welche
angeblich zu erschliessen sein sollen, verfügten bereits eine ausreichende
verkehrstechnische Erschliessung über die AK._. Die Möglichkeit der
Erschliessung der betroffenen Parzellen über diese, welche im Rahmen
der Gesamtmelioration erneuert werde, ziehe die Gemeinde offenbar nicht
in Betracht. Die Begründung der Einleitung der Quartierplanung und des
Beizugsgebiets, wonach jede für die Erschliesslung in Frage kommende
Variante bestehende Anlagen im Beizugsgebiet AJ._ beanspruchen
würde, sei damit unrichtig. Als Instrument der Feinerschliessung müsse
das Beizugsgebiet des Quartierplans in das Raster der Groberschliessung
passen. Begrenzt werde das Beizugsgebiet insbesondere auch durch
eindeutig natürliche Hindernisse. Die Abgrenzung des Planungsgebiets
erweise sich auch deshalb als unzweckmässig, weil das Waldstück auf
den Parzellen Nrn. BE._, BA._, AW._ und AX._ als
natürliche sowie die Waldgrenze als rechtliche Trennlinie nicht
berücksichtigt werde. Das Beizugsgebiet habe sich zudem grundsätzlich
auf Bauzonen zu beschränken. Nichtbauzonen könnten nur
ausnahmsweise einbezogen werden, namentlich wenn nur so eine
vernünftige Landumlegung möglich sei. Umstände, welche eine solche
Ausnahme rechtfertigen würden, seien keine ersichtlich. Insbesondere
vermöge die (unnötige) Erschliessung der Grundstücke Nrn. BK._
und BA._ den Einbezug letzterer in das Planungsgebiet nicht zu
rechtfertigen. An der Beibehaltung des bestehenden Quartierplans
bestehe bereits aufgrund des Grundsatzes der Planbeständigkeit ein
öffentliches Interesse. Die beabsichtigte Erschliessung des erweiterten
Quartierplangebiets über die AK._ sei aber auch unter dem
Gesichtspunkt der Verkehrssicherheit weder sinnvoll noch zweckmässig.
Der blosse Zeitablauf seit Erlass des Quartierplans begründe für sich allein
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kein öffentliches oder privates Interesse nach Anpassung des
Quartierplans. Betreffend Rechtssicherheit führe die Gemeinde aus, dass
die Beschwerdeführer von den angedachten Massnahmen wenig
betroffen sein würden. Dies treffe nicht zu. Zweck der Revision des
Quartierplans AJ._ sei namentlich die Prüfung der Ausparzellierung
der Quartierstrasse und deren Übernahme durch die Gemeinde. Dass die
Beschwerdeführer durch die geplante Enteignung der sich auf ihrem
Grund befindenden Quartierstrasse in erheblicher Weise betroffen sein
würden, bedürfe keiner weiteren Erläuterung. Zudem stellte sich die
Gemeinde auf den Standpunkt, dass für die Erschliessung der
Grundstücke Nrn. AX._ und BL._ sowie Nrn. BK._ und
BA._ in jedem Fall bestehende Anlagen und mithin die
Quartierstrasse der Beschwerdeführer beansprucht werden müssten. Der
zu erwartende Anstieg des Verkehrsvolumens sei markant, weshalb auch
deswegen eine hohe Betroffenheit der Beschwerdeführer zu bejahen sei.
Zusammenfassend könne festgehalten werden, dass keine erhebliche
Veränderung der Verhältnisse seit dem Erlass des Quartierplans
eingetreten sei, welche die Anpassung des Quartierplans notwendig
machen würde. Die Interessen der privaten Beteiligten an der
Aufrechterhaltung des Quartierplans überwögen. Die Abgrenzung des
Planungsgebiets erwiese sich zudem als unzweckmässig und willkürlich
und stehe im Widerspruch zu bestehenden natürlichen und rechtlichen
Trennlinien.
5. In ihrer Vernehmlassung vom 21. Oktober 2021 beantragte die Gemeinde
(nachfolgend Beschwerdegegnerin) beim Verwaltungsgericht des Kantons
Graubünden die Abweisung der Beschwerde, soweit darauf einzutreten sei
(Ziff. 1); unter gesetzlicher Kostenfolge (Ziff. 2). Anknüpfend an die
Begründung im angefochtenen Beschluss/Entscheid brachte die
Beschwerdegegnerin vor, die Beschwerdeführer bestritten zu Unrecht,
dass sich die rechtlichen Rahmenbedingungen seit 1985 massgeblich
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geändert hätten. Zwar treffe es zu, dass gewisse Anpassungen des
Quartierplans AJ._ an das weiterentwickelte übergeordnete Recht
vorgenommen worden seien. Doch etliche Erfordernisse des 2013
revidierten eidgenössischen Raumplanungsrechts (innere Verdichtung,
Aktivierung der Baulandreserven etc.) und Handlungsanweisungen
gemäss dem aktuellen KRIP-S (z.B. Förderung von verdichteten, qualitativ
hochwertigen Wohnangeboten in Siedlungen) müssten durch die
Beschwerdegegnerin umgesetzt werden. Dies sei allein durch die
dynamische Übernahme von Baugesetzrevisionen nicht getan. Gemäss
KRIP-S gehöre die Beschwerdegegnerin zu den Gemeinden mit richtig
dimensionierter Bauzone, weshalb keine Auszonungen nötig seien. Die
Baulandreserven reichten für den prognostizierten Bedarf bis ca. 2030. Das
bedinge aber, dass die Reserven innerhalb der aktuellen Bauzonen
aktiviert würden. Die Reserven für Wohnen umfassten weitestgehend
Baulücken innerhalb der Fraktionen. Das Quartier AJ._ gehöre zu den
wenigen unüberbauten zusammenhängenden Wohnbaugebieten in der
betreffenden Fraktion. Der Vorstand der Beschwerdegegnerin
beabsichtige, mittelfristig die östlich des bisherigen Beizugsgebiets
gelegenen Teile der Grundstücke Nrn. AX._ und BL._ sowie das
Grundstück Nr. BI._ für die Überbauung freizugeben. Das sei bereits
in der ersten Fassung des Quartierplans angedacht worden. Die
Erschliessung sei damals jedoch für eine spätere Etappe vorgesehen
gewesen. Dieser Schritt solle nun vollzogen werden. Dazu bedürfe es nicht
eines gänzlich neuen Quartierplans, sondern einer Revision des
bestehenden, weil die Erschliessung zwingend durch das bisherige
Beizugsgebiet erfolgen müsse. Dabei spiele es keine Rolle, dass diese
zentrumsnahen Gebiete, die ursprünglich in der Zone W2 waren, jetzt zur
ZKBN (= Zone für künftige bauliche Nutzung) gehörten. Die
Erschliessungsanlagen würden erst realisiert, wenn die planerischen
Voraussetzungen für die Überbauung gegeben seien. Die Erschliessung
müsse jedoch vorher gesichert werden. Dass diese Gebiete ursprünglich
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nicht zum Beizugsgebiet gehörten, sei ebenfalls kein Argument für den
Standpunkt der Beschwerdeführer, sondern gerade ein Grund für die
Einleitung des Revisionsverfahrens mit Ausweitung des Beizugsgebiets. In
ihrer Beschwerdeschrift (Rz. 12) anerkennten die Beschwerdeführer, dass
die derzeitige strassenmässige Erschliessung ungenügend und nicht mehr
zeitgemäss sei. Die Sanierung und Optimierung der
Erschliessungsanlagen sei Gegenstand des Revisionsverfahrens, weshalb
der Einleitungsbeschluss zu Recht ergangen sei. Die Erschliessung müsse
innerhalb des Quartierplangebiets geregelt werden, denn es sei nicht zu
erwarten, dass das kantonale Tiefbauamt weitere Abzweigungen ab der
Kantonsstrasse bewilligen würde, zumal das Gebiet unterhalb der
Kantonsstrasse recht steil sei. Die diversen Varianten könnten jedoch erst
im Quartierplanrevisionsverfahren näher geprüft und verglichen werden.
Für Diskussionen über allfällige Erschliessungsvarianten sei es eindeutig
zu früh. Jedenfalls sei allein das Bedürfnis für die Sanierung und
Optimierung der Erschliessungsanlagen ein hinreichender Grund für die
Einleitung des Revisionsverfahrens. Die Beschwerdegegnerin habe im
angefochtenen Entscheid dargelegt, dass für die Sanierung und
Erweiterung der Erschliessung mehrere Varianten in Frage kämen, von
denen jede bestehende Anlagen im Beizugsgebiet AJ._
beanspruchen würde. Hinzu komme, dass das landwirtschaftliche
Grundstück Nr. BA._ in das Beizugsgebiet aufgenommen werden
müsse, weil diese relativ grosse Parzelle strassenmässig erschlossen
werden müsse und die Erschliessung möglicherweise nur durch das
Beizugsgebiet erfolgen könne. Das (bewaldete) Grundstück Nr. BE._
müsse ebenfalls einbezogen werden, weil es unter Umständen von
Erschliessungsanlagen betroffen sei. Die Prüfung der zweckmässigen
Erschliessung mache das Revisionsverfahren unerlässlich. Soweit die
Beschwerdeführer geltend machten, die Interessen der Rechtssicherheit
und des Vertrauens in die Planbeständigkeit stünden einer Revision des
Quartierplans AJ._ entgegen, sei festzuhalten, dass der besagte
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Quartierplan aus dem Jahre 1985 stamme. Er sei also bereits 36 Jahre alt.
Seither seien mehrfache Revisionen des übergeordneten Rechts des
Bundes und des Kantons und Anpassungen der kommunalen Bauordnung
erfolgt. Unter diesen Umständen seien die öffentlichen und privaten
Interessen an der Beständigkeit der geltenden Quartierplanvorschriften
nicht so gewichtig, dass sie eine Anpassung der Planung an die geänderten
Verhältnisse ausschliessen würden. An der unveränderten Beibehaltung
des bestehenden Quartierplans bestünden nur die privaten Erwartungen
der Beschwerdeführer, die offensichtlich jegliche Veränderung ablehnten.
Worin das angebliche öffentliche Interesse an der unveränderten
Beibehaltung bestehen soll, legten die Beschwerdeführer nicht dar. Die
Beschwerdegegnerin habe genügend Gründe für eine Überprüfung und
allenfalls Anpassung des sehr alten Quartierplans dargetan und
nachgewiesen, dass die Anforderungen für die erste Stufe des Verfahrens
erfüllt seien, zumal nach der Praxis keine zu strengen Anforderungen
gestellt werden dürften. Laut Rechtsprechung und Lehre stünde den
kommunalen Behörden bei der Anwendung unbestimmter Rechtsbegriffe
namentlich dann ein Beurteilungs- und Ermessensspielraum zu, wenn
Fragen zu beantworten seien, die lokale Umstände beträfen, mit denen
diese Behörden vertraut seien. Die Beschwerdegegnerin berufe sich (beim
Quartierplanrevisionsverfahren) auf die Kompetenzen, die ihr nach Art. 53
KRG zukämen, und die sie im Rahmen der vorstehend erläuterten Praxis
autonom umsetzen könne. Sie kenne die lokalen Verhältnisse und
Bedürfnisse am besten. Der Einleitungsbeschluss sei innerhalb ihres
Kompetenz- und Ermessensbereichs erfolgt, in dem sie autonom
entscheiden dürfe. Fazit: Die Beschwerde erweise sich als unbegründet.
Angesichts des Alters des Quartierplans und der veränderten Umstände
sei die Beschwerdegegnerin nicht nur berechtigt, sondern sogar
verpflichtet, den Quartierplan zu aktualisieren. Die Beschwerdeführer
befürchteten offensichtlich, mit Planungs- und Erschliessungskosten belegt
zu werden. Darüber sei heute jedoch nicht zu entscheiden. Die
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Kostenverteilung werde erst nach Abschluss der Quartierrevision
festgelegt. Dabei werde in Rechnung gestellt werden müssen, welchen
Nutzen die Betroffenen aus der Planung zögen, und die Beschwerdeführer
würden sich entsprechend einbringen können. Im heutigen Zeitpunkt
komme diesem Gesichtspunkt daher keine Massgeblichkeit für die
Zulässigkeit der Einleitung eines Planungsverfahrens zu.
6. Mit Replik vom 30. November 2021 und Duplik vom 4. Januar 2022 hielten
die Parteien unverändert an ihren gegensätzlichen Standpunkten fest. Sie
vertieften und ergänzten ihre Argumente noch einmal einlässlich. Neu
äusserten sich die Parteien auch noch zu den auferlegten
Verfahrenskosten. Zu jenen Kosten (Entscheidgebühr CHF 200.-- und
Beratungskosten CHF 500.--) führten die Beschwerdeführer aus (Replik
Ziff. 17, S. 9-10), gemäss Art. 54 Abs. 1 KRG gingen die Kosten der
Quartierplanung und Quartiererschliessung zulasten der
Quartierplanbeteiligten. Die Gemeinde beteilige sich daran, soweit an der
Planung oder den Anlagen ein weitergehendes öffentliches Interesse
bestünde. Hier könnten die Verfahrenskosten nicht den
Beschwerdeführern gestützt Art. 96 KRG überwälzt werden, da ihre
Einsprache weder offensichtlich unzulässig oder offensichtlich
unbegründet sei. Auch die Gebührenverordnung der Beschwerdegegnerin
vom 4. März 1988 enthalte keine genügende Grundlage für die
Überbindung der Verfahrenskosten. Die Beschwerdegegnerin hielt
entgegen, dass sie durch den Entscheid R 21 85 bzw. die Praxisänderung
des Verwaltungsgerichts überrascht worden sei. Die Beschwerde werde
deshalb mit Bezug auf die Kosten (Dispositiv Ziff. 2 Einspracheentscheid)
anerkannt (siehe dazu Duplik I. Rechtsbegehren Ziff. 1 S. 2). Die
Interessenslage bei der Einsprache gegen den Einleitungsbeschluss für die
Revision eines Quartierplans sei allerdings nicht vergleichbar mit einer
Baubewilligung, welche nicht durch einen behördlichen Akt, sondern durch
das Bauvorhaben eines Nachbarn ausgelöst werde. Verwaltungs- und
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Beratungskosten gehörten zu den Quartierplankosten, ebenso wie die
Kosten des Planers, des Ingenieurs oder Baukosten. Sie würden nach
dem Kostenverteilschlüssel auf alle Eigentümer im Beizugsgebiet verlegt.
Nach der neuen Praxis gelte dies auch für die Kosten einer unbegründeten
Einsprache, welche abgewiesen werde und neu durch alle Eigentümer
anteilsmässig gemäss Kostenschlüssel zu tragen seien. Aus Sicht der
Beschwerdegegnerin wäre die Anwendung des Verursacherprinzips
vorzuziehen gewesen. Sie nehme von der Praxisänderung jedoch Kenntnis
(Duplik Ziff. 7, S. 5).
Auf die weiteren Vorbringen der Parteien in ihren Rechtsschriften (inkl.
Beweismitteln) und der Begründung im angefochtenen Entscheid wird,
soweit erforderlich, im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen
eingegangen.

## Considerations

II. Das Gericht zieht in Erwägung:
1.1. Nach Art. 49 Abs. 1 lit. a des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege
(VRG; BR 370.100) beurteilt das Verwaltungsgericht Beschwerden gegen
Entscheide von Gemeinden, soweit diese nicht bei einer anderen Instanz
angefochten werden können oder nach kantonalem oder eidgenössischem
Recht endgültig sind. Der angefochtene Entscheid der
Beschwerdegegnerin vom 22./30. Juni 2021, mit welchem sie die gegen
die Einleitung des Quartierplanverfahrens erhobene Einsprache der
Beschwerdeführer vom 8. Dezember 2020 abwies und die Revision des
Quartierplans 'AJ._' mit Erweiterung des Beizugsgebiets [um acht
Parzellen] bestätigt hat, ist weder endgültig noch kann er bei einer anderen
Instanz angefochten werden. Folglich stellt er ein taugliches
Anfechtungsobjekt für ein Verfahren vor dem Verwaltungsgericht des
Kantons Graubünden dar. Sämtliche Beschwerdeführer (Miteigentümer
Parzelle AQ._; Miteigentümer Parzelle AO._; Alleineigentümer
Parzelle AR._; Miteigentümer Parzelle AN._) sind als formelle
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und materielle Adressaten und Quartierplangenossen vom
Einleitungsbeschluss betroffen und haben ein schutzwürdiges Interesse an
dessen Überprüfung, weshalb sie unbestritten zur Beschwerdeerhebung
legitimiert sind (Art. 50 VRG). Auf die überdies – unter Berücksichtigung
der Gerichtsferien laut Art. 39 Abs. 1 lit. b VRG [Fristenstillstand vom 15.
Juli bis und mit 15. August] – frist- und formgerecht eingereichte
Beschwerde (Art. 38 Abs. 1 i.V.m. Art. 52 Abs. 1 VRG) ist somit einzutreten.
1.2. In formeller Hinsicht gilt es zunächst festzuhalten, dass die
Beschwerdegegnerin in ihrer Duplik (I. Rechtsbegehren Ziff. 1 S. 2) die
Beschwerde gegen den angefochtenen Einspracheentscheid (Dispositiv
Ziff. 2) im Kostenpunkt (Entscheidgebühr CHF 200.--,
Rechtsberatungskosten CHF 500.--, total CHF 700.--) aufgrund der neuen
Rechtsprechung des Verwaltungsgerichts (VGU R 21 85 vom 10.
November 2021 E.3.3 und E.4) anerkannt hat und somit auf die Erhebung
von Kosten aufgrund der Einsprache gegen den Einleitungsbeschluss des
Quartierplanverfahrens verzichtet. Die Beschwerde ist daher infolge
Anerkennung der Beschwerde im Kostenpunkt gegenstandslos geworden
und abzuschreiben (vgl. Art. 20 Abs. 3 VRG).
1.3. Soweit die Beschwerdeführer in verfahrensrechtlicher Hinsicht den Antrag
(Ziff. 4 ihres Rechtsbegehrens) auf Durchführung eines Augenscheins
gestellt haben, kann darauf vorliegend nach Auffassung des Gerichts
verzichtet werden. Einerseits ergibt sich der rechtlich relevante Sachverhalt
mit hinreichender Klarheit aus den Akten und es ist daher nicht ersichtlich,
inwiefern die Abnahme weiterer Beweise zusätzliche entscheidwesentliche
Erkenntnisse liefern könnte. Andererseits gilt es vorliegend ausschliesslich
Rechtsfragen zu beantworten, die sich anhand der Planunterlagen, des
eidgenössischen/kantonalen Raumplanungsrechts, des kommunalen
Baugesetzes und der dazu entwickelten Rechtsprechung des
Bundesgerichts betreffend Einleitung von Quartierplanrevisionsverfahren
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beurteilen lassen. Hinzu kommt hier noch, dass dem streitberufenen
Verwaltungsgericht die Vorgeschichte und bisherigen Ereignisse im
betreffenden Quartierplangebiet bereits aus dem früheren Urteil (VGU R 12
150/151 vom 10. April 2013) bekannt sind. Vor diesem Hintergrund erweist
sich die Durchführung eines Augenscheins als nicht notwendig, weshalb
das Gericht in antizipierter Beweiswürdigung davon absieht (BGE 141 I 60
E.3.3, 134 I 140 E.5.3, 131 I 153 E.3; Urteil des Bundesgerichts
1C_646/2018 vom 13. Juni 2019 E.1.4).
2. Strittig und zu klären ist materiell, ob sich die tatsächlichen und rechtlichen
Verhältnisse seit Erlass des bestehenden Quarterplans (vom Januar 1985)
derart geändert haben, dass eine Anpassung und Erweiterung des
bisherigen Quartierplangebiets um acht Parzellen gegen Osten und Süden
sinnvoll und gerechtfertigt erscheint. Es geht demnach im Wesentlichen um
die vernünftige Abgrenzung des Beizugsgebiets, welches sich teils bereits
in der Bauzone [W2] (so die Parzellen AL._, AM._, AN._,
AO._, AP._, AQ._, AR._, 1689, AS._, AT._,
AU._, AV._, AW._, AX._ [Westteil], AY._
[Westteil] und AZ._) befindet, teils aber noch in der Nichtbauzone
(Parzellen [Ostteil] AY._, [Ostteil] AX._, [bereits überbaut]
BL._, [noch nicht überbaut] BI._) liegt und zusätzlich durch acht
neue Grundstücke erweitert werden sollte – so konkret durch Parzelle
BE._ [bewaldet inkl. Durchgangskorridor AK._], östlich
angrenzend Landwirtschaftsparzelle BA._, südwestlich davon die
bereits überbauten Parzellen BF._, BG._ zzgl. BH._ (nicht
überbaut) sowie westlich davon (ab der BJ._) die streifenförmigen
'Erschliessungsparzellen' BB._, BC._ und BD._. Dabei gilt
es zu entscheiden, ob jene neuen Parzellen (BE._, BA._,
BF._, BG._, BH._, BB._, BC._, BD._) mit Fug
als sinnvolle 'Erweiterung im Sinne einer Folgeplanung' taxiert wurden oder
ob sie – wie dies die Beschwerdeführer behaupten – als unnötig und somit
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eben auch als verzichtbar für die gesetzeskonforme Überarbeitung des seit
1985 bestehenden Quartierplangebiets zu betrachten sind.
3. Für die Einleitung einer Änderung oder Anpassung eines Quartierplanes
(hier des privaten Quartierplans 'AJ._' von 1985, vgl. Akten der
Beschwerdegegnerin [Bg-act.] 1: Sammelmappe/Auflageakte Januar 1985
QP AJ._ bestehend aus: Bericht und Quartierplanvorschriften; Plan
Alter Bestand 1:500; Etappierungsplan 1:500; Parzellierungsplan 1.500;
Erschliessungsplan; Generelles Längenprofil 1:500; Kostenverteilung) wird
gemäss Art. 21 Abs. 1 der Raumplanungsverordnung für den Kanton
Graubünden (KRVO; BR 801.110) vorausgesetzt, dass sich die
Verhältnisse seit dem Erlass des Quartierplans erheblich geändert haben.
Die Bestimmung korrespondiert mit und richtet sich nach dem
höherrangigen Art. 21 Abs. 2 des Bundesgesetzes über die Raumplanung
(RPG; SR 700), der besagt, dass – sofern sich die Verhältnisse erheblich
geändert haben – die Nutzungspläne überprüft und nötigenfalls angepasst
werden. Diese Bundesvorschrift gilt für alle Arten von Nutzungsplänen, also
neben den Quartierplänen auch für die verschiedenen
Sondernutzungspläne (WALDMANN/HÄNNI, Handkommentar, RPG, Bern
2006, Art. 21 N 3; Urteil des Bundesgerichts 1C_494/2018 vom 13. Juni
2019 E.3.2 m.H. auf AEMISEGGER/KISSLING, in: Aemisegger et al. [Hrsg.],
Praxiskommentar RPG; Nutzungspläne, 2016, Vorbemerkungen zur
Nutzungsplanung, Rz. 59 ff.). Wie die Raumplanung im Allgemeinen bildet
auch die Nutzungsplanung eine ständige und durchgehende Aufgabe, die
eine Veränderung der Verhältnisse und neue Erkenntnisse zu
berücksichtigen hat. Eine Planung gilt nur als sachgerecht, wenn sie bei
Bedarf mit der Wirklichkeit in Übereinstimmung gebracht wird. Das gilt nicht
nur für Bauzonen, die nach dem jeweiligen Bedürfnis nach Bauland (Art.
15 lit. b RPG – mit Planungshorizont 15 Jahre) auszurichten sind, sondern
für die Nutzungsplanung schlechthin. Die Eigentumsgarantie (Art. 26 der
Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft [BV]; SR 101)
- 20 -
steht einer derartigen Anpassung nicht entgegen, zumal sie dem
Eigentümer keinen Anspruch darauf vermittelt, dass sein Land dauernd in
jener Zone verbleibt, in die es einmal eingewiesen worden ist. Im Gegenteil:
Eine Planung, die nicht mehr zeitgerecht ist, widerspricht nicht nur den
Planungsgrundsätzen des RPG, sondern im Fall von
Nutzungseinschränkungen auch der Eigentumsgarantie
(WALDMANN/HÄNNI, a.a.O., Art. 21 N 11). Das Quartierplanverfahren lässt
sich in zwei voneinander getrennte Planungsschritte unterteilen, die es
strikte auseinanderzuhalten gilt (vgl. dazu Urteile des Bundesgerichts
1C_437/2019 vom 4. Dezember 2020 E.1.3, 1C_420/2015 vom 22. April
2016 E.3.1, 1C_12/2013 vom 27. März 2014 E.1.3, 1C_230/2012 vom 21.
Februar 2013 E.5).
3.1. In einem ersten Schritt gibt der Gemeindevorstand die Absicht zur
Einleitung einer Quartierplanung unter Hinweis auf den Zweck der Planung
und die Durchführung einer allfälligen Landumlegung oder
Grenzbereinigung im amtlichen Publikationsorgan der Gemeinde bekannt
(siehe Publikation des Gemeindevorstands vom 13. November 2020 i.S.
Einleitung Revision Quartierplan 'AJ._' mit Ausdehnung des
Beizugsgebiets bzw. im Sachverhalt Ziff. 1). Gleichzeitig legt er den Plan
mit der vorgesehenen Abgrenzung des Planungsgebietes während 20
Tagen in der Gemeinde öffentlich auf (siehe Plan QP 'AJ._' von
Oktober/November 2020, Revision, Beizugsgebiet 1:500, Auflageakte
Plan-Nr. 11201-40). Betroffene sind vor der Auflage schriftlich zu
benachrichtigen (Art. 16 Abs. 1 KRVO). Während der öffentlichen Auflage
kann beim Gemeindevorstand gegen die beabsichtigte Einleitung des
Verfahrens und die Abgrenzung des Planungsgebietes Einsprache
erhoben werden. Für die Einsprachelegitimation gelten die gleichen
Voraussetzungen wie für die Planungsbeschwerde an die Regierung.
Einwendungen gegen das Verfahren an sich und das Planungsgebiet
können im weiteren Verfahren nicht mehr erhoben werden (Art. 16 Abs. 2
- 21 -
i.V.m. Art. 30 Abs. 1 u. 4 KRVO). Nach Abschluss des Auflageverfahrens
erlässt der Gemeindevorstand den Einleitungsbeschluss und eröffnet
diesen den Beteiligten und allfälligen Einsprechenden (Art. 16 Abs. 4 i.V.m.
Art. 30 Abs. 4 KRVO; PVG 2011 Nr. 17, 2008 Nr. 19; Akten der
Beschwerdeführer [Bf-act.] 1 – Angefochtener Beschluss/Entscheid vom
22./30. Juni 2021).
3.2. In einem zweiten Schritt lässt der Gemeindevorstand – nach Eintritt der
Rechtskraft des Einleitungsbeschlusses – den Quartierplan durch
Fachleute erarbeiten. Die Beteiligten erhalten Gelegenheit zur Mitwirkung.
Der Gemeindevorstand legt die Anforderungen an die Ausgestaltung der
einzelnen Bestandteile des Quartierplans fest und sorgt dafür, dass die
öffentlichen Interessen bei der Planung berücksichtigt werden. Er
unterbreitet Entwürfe für Quartierpläne vor der öffentlichen Auflage dem
Grundbuchamt zur formellen Prüfung (Art. 17 Abs. 1 u. 2 i.V.m. Art. 31
KRVO). Der Entwurf für den Quartierplan wird erneut während 20 Tagen
öffentlich aufgelegt und dagegen kann erneut separat Einsprache erhoben
werden (vgl. Art. 18 und Art. 19 KRVO sowie Art. 32 und Art. 33 Abs. 1
KRVO). Inhaltlich wird zu den Bestandteilen eines Quartierplans in Art. 52
Abs. 1 des Raumplanungsgesetzes für den Kanton Graubünden (KRG; BR
801.100) geregelt, dass die Quartierplanbestimmungen Vorschriften über
die Gestaltung der Bauten und Anlagen, über die Ausführung, den
Unterhalt und die Erneuerung der Quartiererschliessung sowie über die
Aufteilung der Planungs- und Erschliessungskosten (Verteilschlüssel)
enthalten sollten. Sie könnten die Bauvorschriften der Grundordnung
ergänzen und Etappen für die Ausführung der Erschliessung und
Überbauung des Quartiers festlegen. Gemäss Art. 52 Abs. 3 KRG enthält
der Quartiererschliessungsplan die notwendigen Anlagen zur
Erschliessung des Quartiers [...]. Nach Art. 54 Abs. 1 KRG gehen die
Kosten der Quartierplanung und Quartiererschliessung zulasten der
Quartierplanbeteiligten. Für die Abgabepflicht und die Aufteilung der
- 22 -
Planungs- und Erschliessungskosten unter den Quartierplanbeteiligten
gelten sinngemäss die Bestimmungen für die Erhebung von Beiträgen (Art.
54 Abs. 3 KRG).
3.3. Im konkreten Fall geht es ausschliesslich und einzig um die erste
Planungsphase (1. Einleitungsbeschluss zwecks Abgrenzung des
Beizugsgebiets) und nicht bereits um die zweite Planungsphase (2.
Erarbeitung der erforderlichen Pläne, hier speziell betreffend genügender
Quartiererschliessung [Ausbau/Korrektur bestehender Privatstrasse],
Bereinigung beschränkter dinglicher Rechte [Fuss- und Fahrwegrechte]
und Verteilung der Kosten für Quartierplanverfahren/Landumlegung
[Kostenverteilschlüssel]). Beide Planungsschritte sind allerdings separat
anfechtbar. In Anwendung und Auslegung von Art. 21 Abs. 2 RPG und Art.
21 Abs. 1 KRVO wird hiernach zu prüfen sein, ob sich die Verhältnisse seit
Erlass des privaten Quartierplans im Jahre 1985 erheblich geändert haben
und kumulativ auch eine Plananpassung nötig erscheint
(WALDMANN/HÄNNI, a.a.O., Art. 21 N 14; AEMISEGGER/KISSLING, a.a.O., Art.
21 Rz. 33-37).
4. Nach Art. 21 Abs. 2 RPG und der dazu entwickelten Rechtsprechung des
Bundesgerichts knüpft die Änderung von Nutzungsplänen an zwei
Bedingungen, welche in BGE 140 II 25 E.3 exemplarisch dargestellt sind:
Art. 21 Abs. 2 RPG (SR 700) unterscheidet mit Blick auf die Änderung von Nutzungsplänen
zwei Stufen: In einem ersten Schritt wird geprüft, ob sich die Verhältnisse so erheblich
geändert haben, dass die Nutzungsplanung überprüft werden muss. In einem zweiten
Schritt erfolgt nötigenfalls die Plananpassung (vgl. PETER KARLEN, Stabilität und Wandel
in der Zonenplanung; PBG-aktuell 04/1994 S. 8 ff.).
Ob eine Plananpassung (zweite Stufe) aufgrund veränderter Verhältnisse gerechtfertigt
ist, beurteilt sich nach ständiger Rechtsprechung aufgrund einer Interessenabwägung.
Dabei ist auf der einen Seite die Notwendigkeit einer gewissen Stabilität
nutzungsplanerischer Feststellungen zu beachten, auf der anderen Seite das Interesse,
die Pläne an eingetretene Veränderungen anzupassen. Zu berücksichtigen sind
- 23 -
insbesondere die bisherige Geltungsdauer des Nutzungsplans, das Ausmass seiner
Realisierung und Konkretisierung, das Gewicht des Änderungsgrunds, der Umfang der
beabsichtigten Planänderung und das öffentliche Interesse daran (BGE 132 II 408 E.4.2
S. 413 f.; BGE 128 I 190 E.4.2 S. 198 f.; je mit Hinweisen, KARLEN a.a.O., S. 11 ff. und 13
ff.).
Im Rahmen der ersten Stufe sind geringere Anforderungen zu stellen. Eine Überprüfung
der Grundordnung ist bereits geboten, wenn sich die Verhältnisse seit der Planfestsetzung
geändert haben, diese Veränderung die für die Planung massgebenden Gesichtspunkte
betrifft und erheblich ist (BGE 123 I 175 E.3a S. 182 f. mit Hinweisen). Die Erheblichkeit
ist auf dieser Stufe bereits zu bejahen, wenn eine Anpassung der Zonenplanung im
fraglichen Gebiet in Betracht fällt und die entgegenstehenden Interessen der
Rechtssicherheit und des Vertrauens in die Planbeständigkeit nicht so gewichtig sind,
dass eine Plananpassung von vornherein ausscheidet. Sind diese Voraussetzungen
erfüllt, so ist es die Aufgabe der Gemeinde, die gebotene Interessenabwägung
vorzunehmen und zu entscheiden, ob und inwiefern eine Anpassung der Zonenplanung
nötig ist.
Diese höchstrichterliche Rechtsprechung wurde seither in mehreren
Urteilen bestätigt und gefestigt (vgl. Urteile des Bundesgerichts
1C_260/2018 vom 4. Oktober 2018 E.3, 1C_305/2015 vom 14. Dezember
2015 E.3.1, 1C_843/2013 vom 22. April 2015 E.2.3;
FRITZSCHE/BÖSCH/WIPF/KUNZ, Zürcher Planungs- und Baurecht, Bd. 1, 6.
Aufl., Wädenswil 2019, S. 120 f.).
5. Was die erhebliche Änderung der Verhältnisse in rechtlicher Hinsicht seit
Erlass des Quartierplans 'AJ._' betrifft (vgl. Sammelmappe Januar
1985), so vermag das streitberufene Gericht diese – gleich wie die
Beschwerdegegnerin in der Vernehmlassung unter Ziff. 1.4 angedeutet –
darin zu erblicken, dass sowohl auf Bundes- wie auch Kantonsebene
namhafte und gewichtige Änderungen in der Gesetzgebung stattgefunden
haben. Auf eidgenössischer Ebene wurde am 11. März 2012 die
Zweitwohnungsinitiative angenommen und auf den 1. Mai 2014 die RPG-
Revision 1 (vom 15. Juni 2012) in Kraft gesetzt, welche Massnahmen zur
- 24 -
inneren Verdichtung und zur Aktivierung der Baulandreserven vorsieht.
Weiter wurde im März 2018 der Kantonale Richtplan Siedlung (KRIP-S)
Graubünden – genehmigt von der Bündner Regierung am 10. April 2019 –
überarbeitet, u.a. mit dem Ziel, verdichtete qualitativ hochwertige
Wohnangebote im Siedlungsgebiet zu fördern. Diese Leitvorgaben müssen
von der Beschwerdegegnerin – da behördenverbindlich – umgesetzt
werden. Allein die dynamische Übernahme von Bauvorschriften anlässlich
verschiedener Teilrevisionen (2006/2008/2012) mit Bezug auf die
Berechnungsweise der Geschosshöhe, Firsthöhe, AZ-Bonus bei Erfüllung
der Werte laut Minergie-Label (vgl. Beschwerdeschrift Ziff. 10;
angefochtener Beschluss/Entscheid Ziff. 5.1) reicht dafür nicht aus. Daran
ändert nichts, dass das kommunale Baugesetz der Beschwerdegegnerin
am 13. März 2018 total revidiert und von der Bündner Regierung am 23.
April 2019 (Protokoll Nr. 285) genehmigt wurde, zumal dort in Art. 10 Abs.
2 BauG ausdrücklich der Gemeindevorstand für den Erlass von
Arealplänen sowie für alle Planänderungen von untergeordneter
Bedeutung gemäss Art. 48 Abs. 3 KRG (wie geringfügige Anpassungen
von Zonengrenzen an neue Planunterlagen) für zuständig erklärt wurde. In
Art. 59 BauG wird die Folgeplanung geregelt: Für Folgeplanungen
(Arealplanung und Quartierplanungen) gelten die einschlägigen
Bestimmungen von KRG/KRVO (Abs. 1). Die im Zonenplan festgelegte
Abgrenzung des Planungsgebietes ist für jedermann verbindlich. Der
Gemeindevorstand kann zu Beginn oder im Verlauf der Planung das
Verfahren auf weitere Grundstücke ausdehnen, sofern sich dies als
notwendig oder zweckmässig erweist (Abs. 2). In Anbetracht dieser
gesetzlichen Vorgaben erscheint es dem Gericht offensichtlich, dass die
Beschwerdegegnerin sowohl rechtlich als auch sachlich befugt war, die
zeitlich seit langem veraltete und inhaltlich überholte Quartierplanung
AJ._ von 1985 nach über 35 Jahren an die rechtlich wie tatsächlich
veränderten Verhältnisse vor Ort samt neuer Bodennutzungsziele
anzupassen. Dafür spricht auch das aktuell erarbeitete Kommunale
- 25 -
Räumliche Leitbild (KRL) der Beschwerdegegnerin, worin unter Ziff. 2.3, S.
9 (Übersicht Bauzonenkapazität) festgehalten wird, dass die Überprüfung
des Gemeindedatenblattes ergeben habe, dass die Beschwerdegegnerin
als Gemeinde mit richtig dimensionierter WMZ [Typ B] kategorisiert werde.
Sie könne daher gemäss KRIP-S [Kap. 5.2.2.] auf Auszonungen
verzichten. Die Ergebnisse aus dem KRL würden, gestützt auf die
derzeitige rege Bautätigkeit, in einer Revision der Nutzungsplanung bis
März 2023 (5 Jahre nach Erlass KRIP-S) umgesetzt. In Ziff. 3.7, S. 28
(Bauzonenreserven/Bedarf/Überbauungsstand 2019) wurde zur aktuellen
Situation noch sachdienlich vermerkt: Die Wohn-, Misch- und
Zentrumszone (WMZ) umfasse 49,2 ha, davon seien 9,2 ha nicht überbaut.
Der Überbauungsgrad (Verhältnis überbaute Bauzone zu Gesamtbauzone)
liege bei 81%. Die Reserven für Wohnen umfassten weitestgehend
Baulücken, verteilt über alle Ortschaften [Fraktionen]. Die einzigen z.T.
noch unüberbauten Wohnbaugebiete fänden sich in BM._ (Quartiere
BN._ und AJ._), BO._ (Quartier BP._) sowie BQ._
(BR._). Die Kapazitätsreserven bis 2030 (S. 29) innerhalb der WMZ
reichten für gesamthaft zusätzliche 948 Einwohner [EW]. Bis 2030 (S. 30)
werde mit einer Bevölkerungszunahme von 42 EW und damit einem
steigenden Bedarf gerechnet (vgl. Akten Beschwerdegegnerin – Bericht
Beschlussfassung KRL).
Für das Gericht ist damit hinreichend erstellt, dass die erste
Revisionsvoraussetzung der 'erheblich veränderten Verhältnisse' seit 1985
im Sinne von Art. 21 Abs. 2 RPG und Art. 21 Abs. 1 KRVO sowie der dazu
entwickelten Rechtsprechung des Bundesgerichts (BGE 145 II 83 E.5.1,
123 I 175 E.3a) als erfüllt zu betrachten ist und somit keiner weiteren
Erörterungen bedarf.
6. Zweite Revisionsvoraussetzung ist die Notwendigkeit der Plananpassung.
Eine solch neue Planfestsetzung muss – selbst bei Bejahung veränderter
Verhältnisse – aber nicht zwingend, sondern nur nötigenfalls erfolgen. Mit
- 26 -
anderen Worten verlangt Art. 21 Abs. 2 RPG eine Abwägung mit dem
Gebot der Rechtssicherheit, dem Vertrauensschutz und dem darin
liegenden Grundsatz der Planbeständigkeit. Im Rahmen dieser
Interessenabwägung ist zu prüfen, ob das durch die wesentliche Änderung
der Verhältnisse begründete öffentliche Interesse an einer Änderung des
Plans die gegenläufigen privaten und öffentlichen Erhaltungsinteressen
überwiegt. Ein zentrales Kriterium in der Abwägung bildet das Alter des
Nutzungsplans: Je neuer dieser Plan ist, umso mehr darf mit seiner
Beständigkeit gerechnet werden und desto schwieriger wird es sein, die
Vermutung der Gültigkeit zu widerlegen. Als Anpassungsgrund kommt
auch die Weiterentwicklung im betreffenden Plangebiet im Sinne einer
sachlich vernünftigen und objektiv gebotenen 'Folgeplanung' des
bestehenden Nutzungsplans – also das Ausmass seiner künftigen
Realisierung und Konkretisierung, das Gewicht des Änderungsgrunds, der
Umfang der beabsichtigen Planänderung und das öffentliche Interesse
daran (Urteil des Bundesgerichts 1C_40/2016 vom 5. Oktober 2016 E.3.1,
1C_598/2013 vom 6. Dezember 2013 E.3 m.w.H.) – infrage. Vorliegend
kommt dem zu revidierenden Quartierplan von 1985 unter dem
Gesichtspunkt der Rechtssicherheit und damit auch der Planbeständigkeit
keine nennenswerte Bedeutung (mehr) zu. Die Revision dieses inhaltlich
überholten Quartierplans entspricht zudem einem hohen öffentlichen
Interesse, weil die mit der RPG-Revision 1 im Jahre 2014 neu eingeführten
Art. 1 Abs. 2 lit. abis und Art. 3 Abs. 3 lit. abis RPG als Planungsziel und
Konkretisierungsgrund explizit vorschreiben, dass Siedlungsflächen nach
Möglichkeit 'verdichtet', d.h. mit einer intensiveren Nutzung pro Wohnfläche
in der Bauzone belegt werden sollten. Die noch nicht überbauten Parzellen
AY._, AX._ [Ostteil], BL._ [Südteil] – alle ursprünglich II.
Bauetappe – und BH._ im Quartierplanperimeter würden von einer
Intensivierung der künftigen Nutzungsmöglichkeiten ebenso profitieren, wie
die bereits vor Ort bestehenden Gebäude und freistehenden Ferien-/ und
Einfamilienhäuser im besagten Plangebiet, sobald sie dereinst saniert und
- 27 -
renoviert werden. Dies trifft materiell selbstverständlich auch auf die bereits
überbauten Parzellen AN._, AO._, AQ._ und AR._ der
vier Beschwerdeführer im Quartierplangebiet – alle I. Bauetappe - zu. Ein
baurechtlicher und folglich wirtschaftlicher (Sonder-) Vorteil für die
Beschwerdeführer ist daher nicht auszuschliessen. Dieses berechtigte
öffentliche Interesse an einer möglichst optimalen Nutzung des nicht
vermehrbaren und daher besonders kostbaren Gutes "Bauland" in
Berggebieten ist den rein privaten Interessen am Erhalt des 'status quo' der
Beschwerdeführer vorzuziehen, solange die damit verbundenen Einflüsse
und Auswirkungen auf das Grundeigentum der umliegenden
Quartierplangenossen in raumplanerischer Sicht überschaubar bleiben und
sie in einer umfassenden Güterabwägung als sinnvoll und verhältnismässig
bezeichnet werden können. Dem ist hier umso mehr zuzustimmen, als die
Erschliessungssituation vor Ort durch die geplante Ausweitung des
Beizugsgebiets markant verbessert werden kann. Von den insgesamt acht
neu geplanten Parzellen im modifizierten Quartierplangebiet handelt es
sich bei den drei Hangparzellen (BB._, BC._, BD._) um
reine Erschliessungsanlagen ab der Haupt-/Kantonstrasse südlich des
bestehenden Plangebiets hin zu der bereits für Wohnzwecke überbauten
Parzelle AV._ sowie insbesondere den östlich daran anschliessenden
Parzellen (BG._, BF._ und BH._). Bei den zwei übrigen vom
Einleitungsbeschluss erfassten Parzellen weiter östlich (BE._
bewaldet mit Durchgangskorridor/BS._ 'AK._ und BA._ in
der Landwirtschafszone) handelt es sich offensichtlich um
'Reservegrundstücke', die für künftige Erschliessungsvarianten
bereitgestellt und verfügbar gemacht werden sollten, um so die ganze steile
Hangfläche als zusammenhängende Bebauungsfläche mit einer
gefahrlosen Erschliessung von Westen her zu ermöglichen. Damit könnten
letztlich auch die aktuell noch nicht vom Einleitungsbeschluss erfassten
Parzellen BL._ [Südteil], BI._ [nicht im Plangebiet; im Norden
direkt an Haupt-/Kantonsstrasse anstossend], BT._ [bereits überbaut,
- 28 -
nördlich von Parzelle BA._] und BU._ [bereits überbaut, südlich
von Parzelle BE._] dereinst raumplanerisch korrekt erschlossen
werden. Im konkreten Fall ist besonders von Bedeutung, dass die
bestehende (private) Quartierstrasse selbst von den Beschwerdeführern
als zu 'knapp dimensioniert' bezeichnet wurde, da die bestehende Breite
von gut 3.0 (max. 3.3 m) kein Ausweichen oder Kreuzen von Fahrzeugen
erlaube und daher immer wieder auf die Vorplätze der Beschwerdeführer
ausgewichen werde, wodurch diese im Verlaufe der Zeit gewisse Schäden
erlitten hätten (vgl. Beschwerde Ziff. 12). Mit dieser Sachdarstellung
räumen die Beschwerdeführer aber implizite selber ein, dass eine
Verbreitung der Quartierstrasse aus Verkehrssicherheitsgründen sinnvoll
und sachdienlich wäre. Ob diese Verkehrsmassnahme letztlich auf dem
Enteignungsweg und auf Kosten der Beschwerdegegnerin erfolgen wird,
spielt keine Rolle im Zuge der vorliegend allein zu beurteilenden
Sinnhaftigkeit einer Sanierung und Optimierung der bestehenden
Erschliessungsverhältnisse mittels Einbezug der Parzellen der
Beschwerdeführer in die Revision des vorhandenen Quartierplangebiets
zuzüglich massvoller Erweiterung gegen Süden (allfällig neuer
Erschliessungskorridor) und Osten (korrekte Erschliessung schon
beststehender Wohngebäude auf Parzelle BG._, BF._) mithilfe
von Parzelle BE._ und der direkt daran anschliessenden Parzelle
BA._ (Landwirtschaftszone) zwecks Abklärung alternativer
Erschliessung-/Zufahrtsvarianten. Soweit die Beschwerdeführer dem
entgegenhalten, dass die denkbaren Zufahrtsvarianten allesamt die
bestehende private Quartiererschliessung für ihre Parzellen AN._,
AO._, AQ._ und AR._ nicht berührten und daher auf die
Quartierplanrevision gänzlich verzichtet werden könne, übersehen sie,
dass bereits die früheren Bemühungen für eine Revision im Jahre 2012
(Bg-act. 2: Sammelmappe/Auflageakte Juli 2012 QP AJ._ bestehend
aus: Bericht und Quartierplanvorschriften; Kostenverteilung; Alter Bestand
1:500; Neuzuteilung 1:500; Erschliessungsplan 1:500; Gestaltungsplan
- 29 -
1:500) zur Erschliessung der Parzellen AY._ und AX._ (damals
Neuparzellierung in Parzellen BV._, BW._ und BX._ geplant
gewesen) klar aufzeigten, dass die private Quartierstrasse in zwei
Strassenabschnitte (AXE 1 laut I. Bauetappe bereits realisiert; AXE 2 / II.
Bauetappe umsetzen) gegliedert werden sollte und somit keine Rede
davon sein kann, dass das ursprüngliche Quartierplangebiet (1985) künftig
unangetastet für weitere strassenmässige Entwicklungsschritte
(Erschliessung der II. Bauetappe) bleiben sollte. Die aussagekräftigen
Auflageakten der gescheiterten Revision von 2012 beweisen vielmehr,
dass eine praktikable und gefahrenfreie Quartiererschliessung –
topografisch bedingt, weil Geländegefälle bis zu 12% [Bg-act. 1/Generelles
Längenprofil 1:500] – einzig auf der West-/Ostachse (quer/mitten durch
Plangebiet) und nicht über die viel zu steile Nord-/Südachse (vertikal) ab
der Haupt-/Kantonsstrasse möglich ist. Die Behauptung der
Beschwerdeführer, eine Realisierung des ursprünglichen Quartierplans
(1985) ohne Einbezug ihrer bereits überbauten Grundstücke sei auch ohne
Anpassung denkbar und auf die Quartierplanrevision zu verzichten
(Hauptantrag Ziff. 1), ist demnach ebenso falsch, wie die Behauptung, eine
Ausdehnung/Erweiterung des bestehenden Plangebiets für die neu
erfassten acht Parzellen sei auch bei Beschränkung der Revision auf das
ursprüngliche Quartierplangebiet (1985) und die seither dort bereits
überbauten Grundstücke möglich und rechtlich wie sachlich ohne Weiteres
vertretbar (Eventualantrag Ziff. 2). Dies trifft – objektiv betrachtet – vielmehr
gerade nicht zu. Für das Gericht ist damit erstellt, dass auch die zweite
Revisionsvoraussetzung der 'Notwendigkeit der Plananpassung' gemäss
Art. 21 Abs. 2 RPG und Art. 21 Abs. 1 KRVO bejaht werden kann und die
Beschwerdegegnerin daher zu Recht einen Einleitungsbeschluss erliess.
7. Zusammengefasst ergibt sich demnach, dass der angefochtene Beschluss
(Entscheid) vom 22./30. Juni 2021 in jeder Hinsicht rechtens und vertretbar
ist, was zur Abweisung der Beschwerde vom 16. August 2021 führt, soweit
- 30 -
diese im Kostenpunkt (Entscheiddispositiv Ziff. 2; Verfahrenskosten total
CHF 700.--) von der Beschwerdegegnerin nicht bereits anerkannt wurde.
8. Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Gerichtskosten gestützt auf
Art. 73 Abs. 1 VRG anteilsmässig (gleich zu je 1⁄4) den Beschwerdeführern
aufzuerlegen. Eine aussergerichtliche Entschädigung steht der
Beschwerdegegnerin nicht zu, da sie lediglich in ihrem amtlichen
Wirkungskreis obsiegt hat (Art. 78 Abs. 2 VRG). Die vorinstanzlichen
Verfahrenskosten im Umfang von CHF 700.-- sind (infolge Praxisänderung)
hinfällig geworden.