# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** bfb4b17a-383e-4ca0-ba91-034a19ecf001
**Court:** GR_KG
**Chamber:** GR_KG_006
**Year:** 2014
**Language:** de
**Jurisdiction:** GR / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

hat sich ergeben:
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I. Sachverhalt
A. Am 3. Oktober 2005 erlitt X._ einen schweren Arbeitsunfall, durch welchen ihm eine völlige Pflegebedürftigkeit entstand.
B. Für X._ wurde von der (nach altem Recht noch zuständigen) Vormundschaftsbehörde des Kreises Klosters (nachfolgend: Vormundschaftsbehörde Klosters) am 20. Juni 2007 seine Ehefrau, Y._, als Beiständin im Sinne von Art. 392 Ziff. 1 und Art. 393 Ziff. 2 aZGB insbesondere zur Wahrung persönlicher und vermögensrechtlicher Interessen ernannt. Im Speziellen wurde diese mit der Erledigung medizinischer Versorgung und der Geltendmachung von Versicherungsleistungen sowie mit der Errichtung eines zu genehmigenden Inventars beauftragt (vgl. act. E.1 09).
C. Das von Y._ aufgenommene Inventar mit Wertschriften über CHF 108'813.78 wurde von der Vormundschaftsbehörde Klosters am 17. August 2007 genehmigt (act. E.1 13).
D. Die von Y._ eingereichte Rechnung für die Periode vom 15. August 2007 bis zum 31. Dezember 2007 wurde am 12. Mai 2008 von der Vormundschaftsbehörde Klosters genehmigt. Diese wies einen Rückschlag von CHF 38'286.05 und einen Aktivsaldo von CHF 70'527.73 auf (act. E.1 21).
E. Die Rechnung für das Jahr 2008 mit einem Rückschlag von CHF 67'635.57 und einem Aktivsaldo von CHF 2'892.16 wurde von derselben Behörde am 4. Mai 2009 genehmigt (act. E.1 23).
F. Die neu zuständige Vormundschaftsbehörde Prättigau/Davos genehmigte am 16. Juni 2011 den für die Periode vom 1. Januar 2009 bis zum 31. Dezember 2010 von Y._ erstellten Bericht. Aufgrund fehlender Belege konnte die für dieselbe Periode eingereichte Rechnung mit einem Aktivsaldo von CHF 4'441.86 aber nicht genehmigt werden (act. E.1 27).
G. Der Bericht und die einen Rückschlag von CHF 2'075.75 und einen Aktivsaldo von CHF 2'366.11 aufweisende revidierte Rechnung für das Jahr 2011 wurden mit Beschluss der Vormundschaftsbehörde Prättigau/Davos vom 20. März 2012 (act. E.1 30) genehmigt.
H. Mit Datum vom 28. Februar 2013 legte Y._ den Bericht für die Zeit vom 1. Januar 2012 bis zum 31. Dezember 2012 sowie die per 31. Dezember 2012
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abgeschlossene Rechnung zur Genehmigung vor (vgl. act. E.1 50). Diese schloss mit einem Vermögensstand von CHF - 1'190.09 ab.
I. Die nun unter geltendem Recht zuständige Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde Prättigau/Davos (nachfolgend: KESB Prättigau/Davos) setzte mit superprovisorischem Entscheid vom 21. August 2013 (act. E.1 39/40) A._ als Beistand zur Vertretung, Einkommens- und Vermögensverwaltung (Art. 392 Ziff. 1 und Art. 393 Ziff. 2 aZGB) für X._ ein. Insbesondere hatte er sicherzustellen, dass sämtliche sozialversicherungsrechtlichen Auszahlungen auf ein von ihm zu eröffnendes Konto lautend auf X._ überwiesen wurden sowie abzuklären, wie sich die Rentenleistungen für X._ zusammensetzten und inwiefern daran allenfalls Ansprüche der Ehegattin und der Tochter bestanden. Dieser Auftrag erfolgte aufgrund des vorläufigen Ergebnisses der Rechnungsprüfung für das Jahr 2012 vom 19. August 2013 (vgl. act. E.1 50), welches einen Rückschlag von CHF 37'342.25 und somit einen Passivsaldo von CHF 34'976.14 zeigte.
J. Anlässlich der am 27. August 2013 durchgeführten Anhörung wurde Y._ seitens der KESB Prättigau/Davos erörtert, dass per 31. Dezember 2012 Rechnungen für die Bedürfnisse von X._ von CHF 33'786.05 nicht beglichen worden seien, obwohl die eingegangenen Rentenleistungen dazu ausreichen würden. Dabei führte Y._ unter anderem aus, einen Teil der Rentenleistungen (CHF 33'571.25) für den eigenen Bedarf und zur Finanzierung der Einweisung der Tochter in die Jugendstation benötigt zu haben.
K. Sodann wurde mit Entscheid vom 14. November 2013 (act. E.1 53) die superprovisorische Massnahme aufgehoben, A._ als Beistand definitiv ernannt und Y._ per 31. Oktober 2013 als Beiständin entlassen. Zudem wurden der Rechnung per 31. Dezember 2012 sowie dem Rechenschaftsbericht vom 28. Februar 2013 die Genehmigung verweigert. Der Beistand, A._, erhielt dabei die Aufgabe, X._ im Rahmen einer Vertretungsbeistandschaft (Art. 394 ZGB) mit umfassender Vermögensverwaltung (Art. 395 ZGB) zu vertreten. Y._ wurde aufgefordert, der KESB den Schlussbericht und die Schlussrechnung samt Belege einzureichen.
L. Mit Entscheid der Kollegialbehörde KESB Prättigau/Davos vom 28. November 2013 wurde das Beistandsmandat von A._ auf C._ übertragen (act. E.1 59/60).
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M. Mit Datum vom 20. Dezember 2013 reichte Y._ den Schlussbericht für die Zeit vom 1. Januar 2013 bis zum 14. November 2013 sowie die per 14. November 2013 abgeschlossene Rechnung ohne Angabe des Vermögensstands ein (act. E.1 72).
N. Mit Entscheid der Kollegialbehörde KESB Prättigau/Davos vom 21. Mai 2014 (act. E.1 73) wurde die Schlussrechnung revidiert, die per 14. November 2013 mit einem Aktivsaldo von CHF 15'270.10 abschloss. Ausserdem wurde der Rechenschaftsbericht von Y._ vom 20. Dezember 2013 nicht genehmigt. Diese wurde nicht entlastet und angewiesen, der KESB Prättigau/Davos innert drei Monaten sämtliche Akten zu übergeben. In diesem Entscheid wurde auch die Entschädigung für ihre Mandatsführung vom 1. Januar 2013 bis zum 14. November 2013 in Höhe von CHF 1'100.– festgesetzt, welche nebst den Verfahrenskosten von CHF 905.– X._ auferlegt wurde.
O. Gegen den Entscheid vom 21. Mai 2014 reichte C._ als Beiständin im Namen von X._ am 17. Juni 2014 Rekurs (recte Beschwerde) an das Kantonsgericht von Graubünden ein (act. E.1 75). Die Beschwerde richtete sich gegen die Auferlegung der Entschädigung an die Beiständin und die Verfahrenskosten an X._.
P. Am 24. Juni 2014 zog C._ ihre Beschwerde zurück (act. E.1 79), so dass sie mit Verfügung des Vorsitzenden der I. Zivilkammer (act. E.1 80) abgeschrieben wurde.
Q. Mit Entscheid vom 17. Juli 2014 (act. E.1 82/83) wurde das von C._ für X._ geführte Beistandsmandat auf D._ übertragen.
R. Am 23. Juni 2014 erhob Rechtsanwalt Philip Stolkin namens des X._ und der Y._ Rekurs (recte Beschwerde; act. A.1) gegen den Entscheid der KESB Prättigau/Davos vom 21. Mai 2014 bei der Berufsbeistandschaft Prättigau/Davos, welche diese zuständigkeitshalber am 24. Juni 2014 ans Kantonsgericht von Graubünden weiterleitete. Die Beschwerde enthielt folgende Begehren:
"1. Es sei zunächst mit der B._ Krankenkasse Kontakt aufzunehmen um die anfallenden Krankenkassenkosten nach Art. 7 Abs. 2 KLV zu decken.
2. Es sei das Verfahren bis zum Abschluss der Verhandlungen mit der B._ Krankenkasse zu sistieren."
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Diese Anträge stützen sich insbesondere auf die Begründung, man sollte zunächst versuchen, den ausstehenden Fehlbetrag aber auch die fortlaufenden Kosten entsprechend Art. 7 Abs. 2 KLV beim Krankenversicherer einzutreiben.
S. Mit prozessleitendem Schreiben vom 26. Juni 2014 (act. D.2) forderte der Vorsitzende der I. Zivilkammer Rechtsanwalt Philip Stolkin auf, dem Gericht bis zum 7. Juli 2014 den angefochtenen Entscheid sowie die Vollmachten von Y._ und X._ nachzureichen. Die Frist zur Nachreichung der geforderten Dokumente wurde aufgrund des Gesuches von Rechtsanwalt Philip Stolkin vom 4. Juli 2014 (act. D.3) mit Verfügung vom 7. Juli 2014 (act. D.4) bis zum 17. Juli 2014 erstreckt.
T. In der Folge ging beim Kantonsgericht von Graubünden am 18. Juli 2014 ein Schreiben von Rechtsanwalt Philip Stolkin vom 17. Juli 2014 (act. A.2) unter Beilage der angeforderten Vollmacht für beide Ehegatten XY._ (act. B.2) sowie der Kopie des angefochtenen Entscheids (act. B.7) ein. Darin führte Rechtsanwalt Philip Stolkin ausserdem aus, aus dem angefochtenen Entscheid werde ersichtlich, dass Y._ eine Summe von CHF 35'000.– an ihren Mann zu entrichten habe. Tatsache sei aber, dass sämtliche Rentenbetreffnisse zuzüglich die Heilungskosten nach Art. 21 UVG und die Integritätsentschädigung des Ehemannes verwendet werden mussten, um die Spitalkosten zu entrichten. Es müsse zudem geklärt werden, inwieweit die Kosten tatsächlich einzig mit den Renten zu begleichen seien, oder ob nicht auch die Krankenkasse ihren Beitrag dazu zu leisten habe, soweit die Heilungskosten nach Art. 21 UVG nicht ausreichen. Daher ersuche er das Kantonsgericht das Verfahren "bis zum Abschluss aller Verhandlungen oder Auseinandersetzung mit der B._, allenfalls mit den Ergänzungsleistungen" zu sistieren.
U. Rechtsanwalt Philip Stolkin reichte am 22. Juli 2014 erneut Rekurs (recte Beschwerde; act. A.3) gegen denselben Entscheid und mit gleichlautenden Anträgen wie im am 23. Juni 2014 bereits gestellten Rekurs (recte Beschwerde) beim Kantonsgericht von Graubünden ein.
V. In ihrer Stellungnahme vom 15. August 2014 (act. A.4) an das Kantonsgericht verweist die KESB Prättigau/Davos auf die Ausführungen im angefochtenen Entscheid sowie auf die Akten und stellt folgende Anträge:
"1. Die Beschwerde sei abzuweisen, sofern darauf eingetreten werden kann.
2. Die Kosten- und Entschädigungsfolgen seien nach Gesetz zu verlegen."
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W. Auf die weiteren Ausführungen in der Beschwerde und der Stellungnahme sowie im angefochtenen Entscheid wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
II. Erwägungen
1.a) Gemäss Art. 450 Abs. 1 ZGB kann gegen Entscheide der Erwachsenenschutzbehörde beim zuständigen Gericht Beschwerde erhoben werden. Nach Art. 60 Abs. 1 des Einführungsgesetzes zum Zivilgesetzbuch (EGzZGB; BR 210.100) ist das Kantonsgericht von Graubünden die einzige kantonale Beschwerdeinstanz. Zur Beschwerde legitimiert sind nach Art. 450 Abs. 2 Ziff. 1 ZGB die am Verfahren beteiligten Personen und damit in erster Linie die von der Anordnung der KESB direkt betroffene Person (Daniel Steck, in: Geiser/Reusser, Basler Kommentar zum Erwachsenenschutz, Basel 2012, N 29 zu Art. 450 ZGB; Hermann Schmid, Erwachsenenschutz Kommentar, Zürich/St. Gallen 2010, N 21 zu Art. 450 ZGB). Die Beschwerdefrist beträgt gemäss Art. 450b Abs. 1 ZGB dreissig Tage seit Mitteilung des Entscheides der KESB. Die Beschwerde ist beim Gericht schriftlich und begründet einzureichen, wobei in formeller Hinsicht keine hohen Anforderungen gestellt werden dürfen (Botschaft vom 28. Juni 2006 zur Änderung des Schweizerischen Zivilgesetzbuches [Erwachsenenschutz, Personenrecht und Kindesrecht], BBl 2006 7085 Ziff. 2.3.3; Steck, a.a.O., N 42 zu Art. 450 ZGB).

## Considerations