# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 9423c202-a6f8-5d2d-b800-b2820779c5ba
**Court:** AR_OG
**Chamber:** AR_OG_003
**Year:** 2015
**Language:** de
**Jurisdiction:** AR / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt
A. Die am XX.XX.1972 geborene A_ (nachfolgend: Beschwerdeführerin) meldete sich am
19. Juli 2011 bei der Ausgleichskasse und IV-Stelle Appenzell Ausserrhoden (nachfolgend:
Vorinstanz) zum Leistungsbezug an. Im Fragebogen zählte sie diverse gesundheitliche
Beeinträchtigungen auf, nämlich „permanente Kopfschmerzen, invalidisierende Gesichts-
schmerzen, Gedächtnisschwierigkeiten, Schwäche/Erschöpfung, Kieferschmerzen, sehr
starke Menstruationsschmerzen und diverse andere Leiden“ (IV-act. 1, S. 5).
B. Gemäss Bericht des behandelnden Hausarztes, Dr. C_, vom 8. August 2011 (IV-act. 10)
war die Beschwerdeführerin seit 19. Januar 2010 zu 100% arbeitsunfähig infolge einer
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„somatoforme[n] Störung mit linksbetontem Gesichtsschmerz unklarer Genese seit 2004
akut und seit 1995 schleichend. Progredient invalidisierend mit schweren Schlafstörungen
und Existenzängste.“ Gestützt auf die eingeholten Arztberichte bei Dr. C_ und Dr. D_
(vgl. IV-act. 8) kam Dr. E_ im RAD Bericht vom 15. August 2011 zum Schluss, die
medizinische Sachlage sei noch nicht klar und empfahl weitere Abklärungen (IV-act. 11). In
der Folge holte die Vorinstanz bei Dr. F_, FMH Psychiatrie & Psychotherapie, einen
ausführlichen Bericht ein (IV-act. 23, Bericht vom 17. Dezember 2011). Dr. F_, welche
die Beschwerdeführerin zur Abklärung insgesamt vier Mal in die Sprechstunde aufbot,
diagnostizierte mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine Somatisierungsstörung seit
2004, Neurasthenie seit Ende 2009, Hinweise auf eine anankastische Persönlichkeits-
störung, Endometriose bekannt seit mindestens 2006 und Hinweise auf eine schwere
depressive Reaktion nach Trennung ca. 1997 (IV-act. 23, S. 3).
C. Am 22. Dezember 2011 empfahl Dr. E_ eine MEDAS-Begutachtung zur abschliessenden
Beurteilung der infolge psychiatrischer Störungen eingeschränkten Arbeitsfähigkeit der
Beschwerdeführerin (IV-act. 27). Schliesslich wurde die Beschwerdeführerin für zwei
Untersuchungstermine im Mai 2012 bei der MEDAS Ostschweiz aufgeboten (IV-act. 41, S.
3). In der Folge machte der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin diverse Mängel
geltend, unter anderem die Qualifikation der Begutachter und die Einschränkung auf die
Fachdisziplinen Neurologie und Psychiatrie, worauf die Vorinstanz schliesslich die
Beschwerdeführerin mit Verfügung vom 18. April 2012 zur Teilnahme an der MEDAS-
Begutachtung verpflichtete (IV-act. 52). Das Gutachten wurde am 10. August 2012 an die
Vorinstanz verschickt (vgl. IV-act. 54). In der Folge erliess die Vorinstanz gestützt auf die
gutachterlichen Einschätzungen sowie die Beurteilung des RAD, Dr. E_ (IV-act. 55), am
28. August 2012 einen leistungsabweisenden Vorbescheid (IV-act. 57). Nachdem die
Beschwerdeführerin dagegen Einwand erhob, diverse Mängel des MEDAS-Gutachtens
rügte und eine neue polydisziplinäre Begutachtung verlangte (IV-act. 61), erfolgte
schliesslich Ende 2013 / anfangs 2014 eine neue Begutachtung bei der MEDAS,
Medizinische Abklärungsstelle asim, Basel. Das Gutachten wurde am 7. April 2014 erstellt
(IV-act. 102, S. 2 ff., nachfolgend: asim-Gutachten). Mit Beurteilung vom 7. Mai 2014 (IV-
act. 108) hielt Dr. E_ mit Blick auf das asim-Gutachten fest, seitens des RAD sei noch
keine abschliessende Stellungnahme zur Arbeitsunfähigkeit möglich. Als therapeutische
Massnahme zur Besserung der Arbeitsfähigkeit empfahl sie eine dreimonatige stationäre
Psychotherapie in einer spezialisierten Klinik.
D. In der Folge forderte die Vorinstanz die Beschwerdeführerin am 14. Mai 2014 auf, im
Rahmen ihrer Schadenminderungspflicht eine dreimonatige stationäre intensive integrierte
psychiatrisch-psychosomatische Therapie anzutreten (IV-act. 109). Mit Schreiben vom
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6. Juni 2014 rügte die Beschwerdeführerin die Verletzung des rechtlichen Gehörs im
Zusammenhang mit dem asim-Gutachten und erachtete die ihr auferlegte
Schadenminderungspflicht als aktenwidrig und willkürlich (IV-act. 114). Innert der ihr auf
Wunsch hin gewährten Frist stellte die Beschwerdeführerin mit Schreiben vom 28. August
2014 diverse Zusatzfragen zu Handen der asim-Gutachter (IV-act. 119). Mit Schreiben vom
26. September 2014 (IV-act. 121) leitete die Vorinstanz eine dieser zahlreichen Fragen zur
Beantwortung an die asim weiter, während die restlichen Fragen als nicht relevant für die
versicherungsmedizinische Beurteilung angesehen wurden (IV-act. 120). An der verlangten
Schadenminderung in Form eines dreimonatigen stationären Aufenthalts hielt die
Vorinstanz mit Schreiben vom 10. November 2014 erneut fest (IV-act. 123). Mit Verfügung
vom 13. Februar 2015 (IV-act. 136) wies die Vorinstanz den Anspruch auf eine
Invalidenrente schliesslich ab und begründete dies insbesondere damit, dass aus IV-
rechtlicher Sicht von einer vollen Arbeitsfähigkeit adaptiert auszugehen sei.
E. Gegen diese Verfügung richtet sich die von der Beschwerdeführerin am 16. März 2015
erhobene Beschwerde ans Obergericht (act. 1). Dem Antrag auf unentgeltliche
Rechtspflege und Verbeiständung gemäss Ziff. 8 der Rechtsbegehren wurde bereits mit
Verfügung vom 8. Mai 2015 stattgegeben (Verfahren ERV 15 21). Mit Vernehmlassung
vom 28. April 2015 (act. 4) verlangte die Vorinstanz die Abweisung der Beschwerde und
reichte mit Schreiben vom 26. Mai 2015 (act. 8) zusätzliche Unterlagen ein. Mit Replik vom
1. Juni 2015 (act. 10) nahm die Beschwerdeführerin Stellung zu den Eingaben der
Vorinstanz und hielt an ihren Rechtsbegehren mit Ausnahme des Begehrens um eine
mündliche Verhandlung fest. Die Vorinstanz verzichtete sowohl auf die Durchführung einer
mündlichen Verhandlung als auch auf die Einreichung einer Duplik. Mit Schreiben vom
19. Juni 2015 (act. 13) wies der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin zudem auf den
neu veröffentlichten Grundsatzentscheid des Bundesgerichts 9C_492/2014 vom 3. Juni
2015 (inzwischen veröffentlicht als BGE 141 V 281) hin (act. 13). Am 21. Oktober 2015
wurde die Sache in der dritten Abteilung des Obergerichts in Abwesenheit der Parteien
abschliessend beraten und darüber entschieden. Das Urteil wird hiermit mit schriftlicher
Begründung eröffnet.
F. Auf weitere Einzelheiten im Sachverhalt und in den vorinstanzlichen Akten sowie die
Vorbringen der Parteien in den Rechtschriften wird, soweit entscheidrelevant, in den
nachfolgenden Erwägungen näher eingegangen.
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## Considerations

Erwägungen
I. Formelles
Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversicherungsrecht ergangen.
Gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungs-
rechts (ATSG, SR 830.1) i.V.m. Art. 28 Abs. 1 lit. b des Justizgesetzes (JG, bGS 145.31)
beurteilt das Obergericht Beschwerden gegen solche Entscheide. Die örtliche Zuständigkeit
ist gegeben (Art. 58 Abs. 1 ATSG).
Die von Amtes wegen vorzunehmende Prüfung der weiteren Prozessvoraussetzungen
ergibt, dass diese sowohl hinsichtlich der Beschwerdeberechtigung als auch hinsichtlich der
Form- und Fristerfordernisse erfüllt sind (insbesondere Art. 1 Abs. 1 des Bundesgesetzes
über die Invalidenversicherung [IVG, SR 831.20] i.V.m. Art. 59, Art. 60 Abs. 1 und Art. 61 lit.
b ATSG sowie Art. 54, Art. 56 und Art. 59 des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege
[VRPG, bGS 143.1]).
Auf die Beschwerde ist somit einzutreten.
II. Materielles
1.
Die Beschwerdeführerin rügt zum einen in verfahrensrechtlicher Hinsicht die Verletzung
ihrer Mitwirkungsrechte beim Einholen der diversen medizinischen Gutachten. Die
Vorinstanz habe die von ihr gestellten Zusatzfragen nicht an die asim-Gutachter
weitergeleitet, was eine gravierende Verletzung des rechtlichen Gehörs darstelle.
Dieser Vorwurf ist unbegründet:
1.1.
Gemäss Art. 29 Abs. 2 BV und Art. 42 ATSG haben die Parteien Anspruch auf rechtliches
Gehör. Das rechtliche Gehör dient einerseits der Sachaufklärung, andererseits stellt es ein
persönlichkeitsbezogenes Mitwirkungsrecht beim Erlass eines Entscheids dar, welcher in
die Rechtsstellung einer Person eingreift. Dazu gehört insbesondere deren Recht, sich vor
Erlass des in ihre Rechtsstellung eingreifenden Entscheids zur Sache zu äussern,
erhebliche Beweise beizubringen, Einsicht in die Akten zu nehmen, mit erheblichen
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Beweisanträgen gehört zu werden und an der Erhebung wesentlicher Beweise entweder
mitzuwirken oder sich zumindest zum Beweisergebnis zu äussern, wenn dieses geeignet
ist, den Entscheid zu beeinflussen. Der Anspruch auf rechtliches Gehör umfasst als
Mitwirkungsrecht somit alle Befugnisse, die einer Partei einzuräumen sind, damit sie in
einem Verfahren ihren Standpunkt wirksam zur Geltung bringen kann (vgl. Urteil des
Bundesgerichts 8C_738/2014 vom 15. Januar 2015, E. 6.1, m.w.H.).
1.2.
Muss der Versicherungsträger zur Abklärung des Sachverhalts ein Gutachten eines
Sachverständigen einholen, so gibt er der Partei dessen Namen bekannt. Die Partei kann
den Gutachter aus triftigen Gründen ablehnen und Gegenvorschläge machen (Art. 44
ATSG). Bei der Anordnung eines medizinischen Gutachtens handelt es sich um eine
Beweisvorkehr, die der Abklärung des Sachverhalts (Art. 43 ATSG), insbesondere der
Arbeitsfähigkeit der versicherten Person, dient. Der Begutachtung liegt immer ein Auftrag
des Versicherungsträgers zu Grunde. Dieser enthält den Fragekatalog, welcher den
versicherten Personen vorgängig zu unterbreiten ist. Der Katalog umfasst regelmässig
Fragen zu den klinischen Grundlagen (Anamnese, Angaben der versicherten Person,
objektive Befunde, Diagnosen, Beurteilung und Prognose), deren Auswirkungen auf die
Arbeitsfähigkeit in der bisherigen oder in einer angepassten Tätigkeit und zur
Eingliederungsfähigkeit (mögliche Therapien/Massnahmen). Dazu kommen allenfalls
Spezialfragen, die einen Bezug zur konkreten Situation der zu begutachtenden Person
aufweisen, also auf den individuellen Fall zugeschnitten sind (vgl. dazu BGE 141 V 330, E.
4.1, m.w.H.).
1.3.
Die Vorinstanz schlug der Beschwerdeführerin mit Schreiben vom 9. November 2012 (IV-
act. 64) die Abklärungsstelle asim als Gutachterstelle vor und teilte die geplanten
Gutachtensdisziplinen (Allgemeinmedizin, Neurologie, Psychiatrie und neuropsycholo-
gische Testung) mit. Mit Schreiben vom 3. Dezember 2012 (IV-act. 66) erklärte sich die
Beschwerdeführerin hierauf sowohl mit der Gutachterstelle als auch mit den
vorgeschlagenen Disziplinen ausdrücklich einverstanden. Im gleichen Schreiben stellte die
Beschwerdeführerin der Vorinstanz einen ausführlichen Fragekatalog zu. Am 9. Januar
2013 teilte die Vorinstanz der Beschwerdeführerin mit, dass die „von Ihnen uns zugestellten
Fragen, abgesehen von den Fragen 8 bis 11 an den Internisten, [...] im Grossen und
Ganzen auch unserem Fragekatalog“ entsprechen würden. Sofern die Beschwerdeführerin
einverstanden sei, werde daher der Standardfragekatalog verwendet und lediglich einzelne
der Zusatzfragen der Beschwerdeführerin in den Fragekatalog aufgenommen. Der
definitive vollständige Fragekatalog werde der Beschwerdeführerin zum gegebenen
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Zeitpunkt vorgängig zur Begutachtung zugestellt (IV-act. 73). Mit Schreiben vom 3. April
2013 (IV-act. 83 und 84) erhielt die Beschwerdeführerin den definitiven Fragekatalog mit
einer Frist zur Stellung allfälliger Zusatzfragen. Die Beschwerdeführerin verlangte in der
Folge keine weitere Anpassung des definitiven Fragekatalogs. Im asim-Gutachten wurden
unter Punkt 7.7. (IV-act. 102, S. 41) die von der Beschwerdeführerin gestellten
Zusatzfragen 8 bis 11 an den Internisten behandelt.
1.4.
Nachdem das asim-Gutachten vorlag, wurde der Beschwerdeführerin auf deren Verlangen
hin mit Schreiben vom 24. Juni 2014 (IV-act. 116) Frist angesetzt, um allfällige Rückfragen
an die Gutachter zu stellen. Mit Schreiben vom 28. August 2014 (IV-act. 119) verlangte die
Beschwerdeführerin daraufhin die Beantwortung von insgesamt 13 Zusatzfragen durch die
Gutachter. In der Folge liess die Vorinstanz RAD-Ärztin Dr. E_ vertieft prüfen, ob die von
der Beschwerdeführerin verlangten Zusatzfragen zur Klärung des medizinischen
Sachverhalts an die Gutachter weiterzuleiten seien (IV-act. 120) und gelangte namentlich
gestützt auf deren Beurteilung, dass zwar kleinere Ungenauigkeiten in und zwischen den
Teilgutachten vorhanden seien, diese jedoch - trotz der hohen subjektiven Bedeutung für
die Beschwerdeführerin selbst - ohne Bedeutung für die versicherungsmedizinische
Einschätzung seien, zum Schluss, dass die von der Beschwerdeführerin verlangten
Zusatzfragen zum Grossteil nicht an die Gutachter weitergeleitet werden müssen. In der
Folge wurde lediglich eine Frage der Beschwerdeführerin, nämlich jene nach den
Teilnehmern und dem Datum der Synthese-Konferenz, an die Gutachterstelle weitergeleitet
(IV-act. 121). Beantwortet wurde diese Frage, trotz mehreren Nachfragen (IV-act. 125, IV-
act. 128), zunächst nicht. Da diese Frage grundsätzlich keinen Einfluss auf die im
Gutachten festgehaltene Arbeitsfähigkeitseinschätzung hat (vgl. auch die diesbezügliche
Stellungnahme von Dr. E_, IV-act. 135), wurde schliesslich die angefochtene Verfügung
vom 13. Februar 2015 (IV-act. 136) erlassen, ohne eine Antwort abzuwarten.
1.5.
Im Zusammenhang mit Expertengutachten beinhaltet das rechtliche Gehör insbesondere
das Recht, Kenntnis vom Inhalt des Gutachtens zu nehmen und dem Experten ergänzende
Fragen zu stellen, wobei Verwaltung oder Gericht von der Beantwortung der Ergänzungs-
fragen durch den Experten absehen können, wenn davon keine neuen Erkenntnisse zu
erwarten sind (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_738/2014 vom 15. Januar 2015, E. 6.3,
m.w.H.). Es gehört zur Aufgabe der Vorinstanz, von Versicherten verlangte Zusatzfragen im
Rahmen ihres Ermessensspielraums sowohl in qualitativer als auch in quantitativer Hinsicht
zu überprüfen, und gegebenenfalls von der Weiterleitung der verlangten Zusatzfragen
abzusehen, weil sie zum Vornherein ungeeignet erscheinen, die behaupteten Tatsachen zu
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beweisen, oder weil die Vorinstanz ihre Überzeugung bereits aus anderen Beweisen
gewonnen hat und davon ausgeht, dass die verlangten Rückfragen am massgeblichen
Beweisergebnis nichts mehr zu ändern vermögen (vgl. Urteil des Bundesgerichts
8C_834/2013 vom 18. Juli 2014, E. 5.2.2, m.w.H.). Letzteres hat die Vorinstanz im
vorliegenden Fall zu Recht bejaht: Die meisten der von der Beschwerdeführerin verlangten
Zusatzfragen an die Gutachter dienten nicht einer genaueren Klärung des Sachverhalts,
sondern forderten die Gutachter heraus, sich für ihre Aussagen zu rechtfertigen, was nicht
Sinn von allfälligen Zusatzfragen sein kann. Die Vorinstanz durfte daher zu Recht davon
ausgehen, dass selbst bei nachträglicher Unterbreitung der von der Beschwerdeführerin
verlangten Rückfragen an die Gutachter deren Einschätzung der Arbeitsfähigkeit nicht
anders ausfallen würde (vgl. auch Urteil des Bundesgerichts 9C_309/2007 vom
5. September 2007, E. 2.2.5 in fine). Die Vorinstanz hat nachvollziehbar begründet,
weshalb sie auf eine Weiterleitung der Zusatzfragen an die Gutachter verzichtet hat (IV-act.
123); darauf kann verwiesen werden. Es liegt keine Verletzung des rechtlichen Gehörs vor.
2.
Die Beschwerdeführerin macht geltend, es sei der bis zum Datum der angefochtenen
Verfügung vom 13. Februar 2015 bekannte Lebenssachverhalt zu berücksichtigen. Die
Vorinstanz habe den arbeitsmedizinischen Arztbericht von Dr. G_ zu Unrecht nicht in
ihren Entscheid miteinbezogen. Zudem habe die Vorinstanz es unterlassen, bei Dres.
G_, H_ und I_ weitere sachdienliche Berichte einzuholen.
Diese Rügen der Beschwerdeführerin treffen zu:
2.1.
Tatsächlich ist nicht ersichtlich, aus welchem Grund die Vorinstanz darauf verzichtete,
einen Bericht bei Dr. G_ einzuholen bzw. dessen bereits angekündigte Zustellung nicht
abwartete, bevor sie die angefochtene Verfügung erliess. Die Beschwerdeführerin nahm
gegenüber der Vorinstanz bereits am 5. Februar 2015 ausführlich Stellung zum
Vorbescheid (IV-act. 133). In der Beilage 2 zum Einwand zum Vorbescheid (IV-act. 133, S.
12 ff.) wies die Beschwerdeführerin ausdrücklich darauf hin, dass sie sich am 13. Juni 2014
in eine arbeitsmedizinische Abklärung bei Dr. G_ begeben habe (IV-act. 133, S. 19); ein
arbeitsmedizinischer Bericht werde der Vorinstanz noch zugestellt werden. Ebenso
erwähnte die Beschwerdeführerin, dass Dr. G_ sie für regelmässige Psychotherapien an
Dr. H_ überwiesen habe und forderte die Vorinstanz auf, einen Arztbericht bei Dr. H_
einzuholen, ebenso wie von Dr. I_, zu welchem sie zwecks Vornahme einer ADHS
Abklärung überwiesen worden sei und am 10. November 2014 ihren ersten Termin gehabt
habe (IV-act. 133, S. 20). Die Vorinstanz hat in der Folge trotz diesen Informationen und
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durchaus berechtigten Anträgen seitens der Beschwerdeführerin ohne weitere Abklärungen
die angefochtene Verfügung vom 13. Februar 2015 erlassen (IV-act. 136).
2.2.
Dass die Beschwerdeführerin bereits früher hätte darauf hinweisen können, dass sie bei
Dres. G_, H_ und I_ in Behandlung sei, wie die Vorinstanz rügt, trifft zwar zu und
wäre von der Beschwerdeführerin auch zu erwarten gewesen. Dies ändert aber nichts
daran, dass die Vorinstanz aktenkundig noch vor Erlass der angefochtenen Verfügung über
genau diese Information und Anträge auf Einholung von zusätzlichen Arztberichten verfügte
(nämlich infolge des Hinweises in IV-act. 133, S. 20 oben) und trotzdem keine weiteren
Sachverhaltsabklärungen traf. Zu einer umfassenden Sachverhaltsabklärung gehört auch
die Einholung von Berichten der behandelnden Psychiater. Darauf kann nicht mit dem
Argument verzichtet werden, es wäre von der Beschwerdeführerin zu erwarten gewesen,
dass sie die Vorinstanz bereits früher über die Behandlungen und Abklärungen bei den
betreffenden Arztpersonen informiert hätte. Zwar ist die Beschwerdeführerin darauf
hinzuweisen, dass zu ihrer Mitwirkungspflicht tatsächlich auch gehört, der IV-Stelle all jene
Auskünfte zu erteilen, welche diese zur Erfüllung ihrer gesetzlichen Aufgaben benötigt (vgl.
auch Art. 7b Abs. 2 lit. d IVG). Eine verspätete - aber immerhin noch vor Erlass der
angefochtenen Verfügung erfolgte - Information aber damit zu sanktionieren, dass an sich
berechtigten Anträgen auf Einholung von Arztberichten nicht stattgegeben wird, geht nicht
an. Zur vollständigen Sachverhaltsabklärung ist es - gerade im vorliegenden Fall, wo die
asim-Gutachter ausdrücklich darauf hingewiesen haben, dass „eine exakte Einschätzung
des psychiatrischen Krankheitsbildes [...] wegen fehlenden fremdanamnestischen Angaben
und teilweise ungenauen Angaben der Explorandin schwer zu treffen“ sei (vgl. IV-act. 102,
S. 39) - unbedingt notwendig, auch die Berichte der behandelnden Arztpersonen
miteinzubeziehen und zu würdigen. Die Vorinstanz wird daher bei den behandelnden
Psychiatern Berichte einzufordern und diese nachträglich den asim-Gutachtern vorzulegen
haben, damit sich auch die Gutachter unter Berücksichtigung dieser zusätzlichen
Unterlagen allenfalls ergänzend zu ihren bereits gemachten Einschätzungen äussern
können.
2.3.
Immerhin legte die Vorinstanz den ihr zugestellten Bericht von Dr. G_ nach Erlass der
angefochtenen Verfügung Dr. E_ vom RAD vor. Dr. E_ kam zum Schluss, es handle
sich um eine abweichende Beurteilung des gleichen Sachverhalts und es würden keine
noch unbekannten medizinischen Tatsachen mitgeteilt, weshalb sich die „RAD Beurteilung“
durch diesen Bericht nicht ändere (IV-act. 138). Dr. E_ bezog sich somit ausschliesslich
auf die „RAD-Beurteilung“ und nicht etwa auf die Beurteilung der Vorinstanz in der
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inzwischen erlassenen abweisenden Rentenverfügung. Auf welche RAD-Beurteilung sich
Dr. E_ dabei bezieht, konkretisierte sie nicht ausdrücklich.
2.4.
Es liegen im vorliegenden Verfahren diverse Stellungnahmen vor, die beim RAD im
Anschluss an das asim-Gutachten eingeholt wurden. Gemäss asim-Gutachten ist für die
Einschätzung der Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin das psychische Krankheitsbild
führend. Die Gutachter gehen davon aus, dass die Arbeitsfähigkeit derzeit bei 50% liege.
Ein theoretischer Arbeitsplatz sollte keine hohen Anforderungen an Team- und
Gruppenarbeit erfordern, keinen häufigen und anspruchsvollen Kundenkontakt und keine
Arbeiten unter Termindruck beinhalten. Es wird eine Intensivierung der psychiatrischen
Therapie empfohlen, dank welcher mittel- bis langfristig eine Stabilisierung des
Zustandsbildes erwartet werde; ob darüber hinaus eine Steigerung der Arbeitsfähigkeit
erreicht werden könne, müsse retrospektiv nach Abschluss einer solchen Massnahme
beurteilt werden (vgl. IV-act. 102, S. 40).
2.5.
Mit Bezug auf diese gutachterliche Einschätzung äusserte sich Dr. E_ im ersten Bericht
vom 7. Mai 2014 (IV-act. 108) dahingehend, dass das Gutachten „inhaltlich plausibel“ sei.
Seitens des RAD sei aber „noch keine abschliessende Stellungnahme zur Arbeitsfähigkeit
möglich“; die gutachterliche Einschätzung betrage aktuell generell 50% Arbeitsfähigkeit
adaptiert. Es wird eine dreimonatige stationäre Psychotherapie empfohlen mit
anschliessenden beruflichen Massnahmen. Am 13. Juni 2014 wurde eine zweite RAD-
Stellungnahme bei Dr. E_ eingeholt (IV-act. 115), in welcher Dr. E_ erneut ihre
bisherige Einschätzung bestätigte. In der dritten RAD-Stellungnahme vom 11. September
2014 (IV-act. 120) nahm Dr. E_ schliesslich Stellung zu den von der Beschwerdeführerin
verlangten Zusatzfragen an die asim-Gutachter und hielt dafür, dass diese Fragen an der
bisherigen versicherungsmedizinischen Beurteilung nichts ändern würden. Im RAD-Bericht
vom 12. Februar 2015 (IV-act. 135) ging es schliesslich um die Frage, ob das Datum und
die Teilnehmer der Konsensus-Konferenz die Beurteilung des medizinischen Sachverhalts
beeinflussen, was Dr. E_ verneinte. Wenn also Dr. E_ in IV-act. 138 auf die frühere
RAD-Beurteilung verweist, heisst dies nichts anderes, als dass, wie schon gemäss ihrer
Einschätzung vom 7. Mai 2014, das asim-Gutachten trotz „deutlichen Restunsicherheiten in
der Diagnosestellung der Persönlichkeitsstörung einschliesslich der Differentialdiagnose
von akzentuierten Persönlichkeitszügen“ als „inhaltlich plausibel: [...] umfassend, auf
allseitigen Untersuchungen beruhend, die geklagten Beschwerden berücksichtigend, in
Kenntnis der Vorakten abgegeben, mit einleuchtender Beschreibung der medizinischen
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Situation und Zusammenhänge und mit begründeten Schlussfolgerungen kohärent und in
sich widerspruchsfrei“ als nachvollziehbar und schlüssig betrachtet wird (vgl. IV-act. 108).
2.6.
Im asim-Gutachten, das somit vom RAD grundsätzlich nicht in Frage gestellt wird, wird der
Beschwerdeführerin lediglich eine 50% Arbeitsfähigkeit in angepasster Tätigkeit zuge-
standen. Die Vorinstanz geht hingegen in der angefochtenen Verfügung von einer vollen
Arbeitsfähigkeit adaptiert aus. Zur Begründung verweist sie einerseits auf die - inzwischen
durch BGE 141 V 281 überholte - Rechtsprechung zur Überwindbarkeitsvermutung und
führt im Wesentlichen an, die Persönlichkeitsstörung der Beschwerdeführerin habe keinen
massgeblichen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit, zumal die Beschwerdeführerin sich von
2000 bis 2009 stets in der Lage gefühlt habe, anspruchsvolle Tätigkeiten anzunehmen.
Diese Begründung in der angefochtenen Verfügung ist zum einen unter Berücksichtigung
der Tatsache, dass die Vorinstanz es unterlassen hat, Berichte bei Dres. G_, H_ und
I_ einzuholen und diese den Gutachtern für eine abschliessende Beurteilung zur
Verfügung zu stellen, zum anderen aber auch angesichts der inzwischen angepassten
Rechtsprechung des Bundesgerichts in BGE 141 V 281 nicht nachvollziehbar. Weder die
asim-Gutachter in ihrer Gesamtbeurteilung (vgl. IV-act. 102, S. 40) noch Dr. E_ vom
RAD noch Dr. G_ vertreten die Auffassung, die Beschwerdeführerin sei zu 100%
arbeitsfähig. Auffallend ist insbesondere, dass Dr. E_ in keinem ihrer Berichte eine
abschliessende Stellungnahme zur Arbeitsfähigkeitseinschätzung abgibt, sondern vielmehr
grundsätzlich auf die Einschätzung der asim-Gutachter verweist (d.h. maximal 50%
Arbeitsfähigkeit, IV-act. 102, S. 40), wobei diese Einschätzung aber aus ihrer Sicht als
vorläufig gilt. Eine Einschätzung der behandelnden Psychiater Dr. H_ sowie Dr. I_ fehlt
bisher, ein Bericht von Dr. G_ liegt inzwischen vor (vgl. IV-act. 137), wurde aber lediglich
Dr. E_ und nicht den asim-Gutachtern vorgelegt. Die Vorinstanz hat zur umfassenden
Sachverhaltsabklärung noch fehlende Arztberichte einzuholen und diese auch den asim-
Gutachtern vorzulegen. Im Rahmen dieser zusätzlichen Abklärungen wird es ausserdem
möglich sein, allfällige ergänzende Fragen an die Gutachter zu stellen, damit diese ihr -
vom RAD grundsätzlich zu Recht als schlüssig und nachvollziehbar bezeichnete - asim-
Gutachten, insoweit dies notwendig ist, so ergänzen können, dass es der neuen
Rechtsprechung des Bundesgerichts in BGE 141 V 281 gerecht wird. Der in der
angefochtenen Verfügung von der Vorinstanz vorgebrachten Begründung zur Verneinung
der Leistungspflicht gestützt auf die früher vom Bundesgericht entwickelte
Überwindbarkeitsvermutung kann heute nicht mehr gefolgt werden.
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3.
Weiter macht die Beschwerdeführerin geltend, die angefochtene Verfügung sei nicht nur
willkürlich, sondern auch aktenwidrig, indem behauptet werde, die Beschwerdeführerin sei
nicht in einer psychotherapeutischen Behandlung. Diese Rüge trifft ebenfalls zu. In der
angefochtenen Verfügung verneinte die Vorinstanz einen Leistungsanspruch nicht nur mit
der inzwischen überholten Überwindbarkeitsvermutung (siehe oben), sondern auch
entscheidend mit dem Argument, die Beschwerdeführerin unterziehe sich keiner
psychiatrischen Behandlung (vgl. IV-act. 136, S. 3: „Gemäss BGer [...] verbietet sich bei
fehlender psychiatrischen [...] Behandlung gar, [...] ohne dass weitere Abklärungen
notwendig wären, der Schluss, eine versicherte Person verfüge nicht über genügende
psychische Ressourcen, die es ihr erlauben, trotz ihrer Schmerzen einer Erwerbstätigkeit in
einem den Anspruch auf eine Invalidenrente ausschliessenden zeitlichen Umfang
nachzugehen“). Diese Begründung passt nicht auf den Fall der Beschwerdeführerin, hat sie
doch im Einwand zum Vorbescheid und damit noch vor Erlass der angefochtenen
Verfügung darauf hingewiesen, dass sie sich im Anschluss an die Empfehlung im asim-
Gutachten, sich psychotherapeutisch behandeln zu lassen, bei Dres. G_, H_ und I_
in Abklärung und Behandlung begeben habe und die Einholung entsprechender
Arztberichte beantragt (IV-act. IV-act. 133, S. 19 f.). Von einer fehlenden psychiatrischen
Behandlung auszugehen ist somit schlichtweg falsch.
4.
Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die Begründung in der angefochtenen Verfügung
angesichts der aufgezeigten Ungereimtheiten und der geänderten Rechtsprechung des
Bundesgerichts nicht überzeugt. Die Sache wird daher an die Vorinstanz zurückgewiesen,
damit diese in Nachachtung ihrer Abklärungspflicht die für eine vollständige
Sachverhaltsabklärung notwendigen Arztberichte bei den behandelnden Psychiatern
einholt und das asim-Gutachten - sei es durch Nachfragen bei den Gutachtern oder
allenfalls durch erneute Abklärungen in Form einer weiteren Begutachtung - so ergänzt,
dass eine abschliessende medizinische Beurteilung der Arbeitsfähigkeit der
Beschwerdeführerin vorgenommen werden kann. Im Anschluss wird die Vorinstanz - unter
Berücksichtigung der inzwischen eingeführten Rechtsprechung gemäss BGE 141 V 281 -
erneut über den Rentenanspruch der Beschwerdeführerin zu verfügen haben.
5.
An dieser Stelle bleibt zudem anzumerken, dass die Kritik der Beschwerdeführerin am
Vorgehen der Vorinstanz, sie im Sinne einer Schadenminderungsmassnahme zu einer
dreimonatigen stationären Therapie zu verpflichten, durchaus berechtigt ist. Die Vorinstanz
forderte die Beschwerdeführerin am 14. Mai 2014 vorgängig zur abweisenden
Seite 13
Leistungsverfügung auf, sich in eine dreimonatige stationäre intensive integrierte
psychiatrisch-psychosomatische Therapie zu begeben und drohte an, „wenn Sie sich der
verlangten stationären Behandlung entziehen [...], müssen Sie damit rechnen, dass wir Ihr
Leistungsbegehren abweisen“ (IV-act. 109), was die Beschwerdeführerin als
unverhältnismässig und unzumutbar betrachtete. Mit Schreiben vom 6. Juni 2014 (IV-act.
114) führte der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin gegenüber der Vorinstanz
ausdrücklich an: „Damit die von den Gutachtern attestierte Restarbeitsfähigkeit von 50% in
einer leidensadaptierten Tätigkeit auch wirklich umgesetzt werden kann, ist meine Klientin
bereit, sich einer stationären Behandlung zu unterziehen. Diese stationäre Behandlung
muss aber nicht 3 Monate dauern [...]. Im Übrigen ist darauf hinzuweisen, dass ein 3-
monatiger stationärer Klinikaufenthalt einen massiven Eingriff in die Persönlichkeitsrechte
meiner Klientin bedeuten würde. Ein solcher Eingriff ist unter keinem Aspekt begründet,
[...].“ Im asim-Gutachten wird keine bestimmte Dauer bezüglich der empfohlenen
stationären Therapie genannt (IV-act. 102, S. 40: „In erster Linie empfiehlt sich eine
Intensivierung der psychiatrischen Therapie mit Einleitung einer vorzugsweisen stationären
leitliniengerechten Psychotherapie.).“ Im psychiatrischen Fachgutachten heisst es,
empfohlen werde, sofern sich die Beschwerdeführerin dazu motivieren lasse, „eine Phase
intensiver integriert-psychiatrisch-psychosomatischer, am besten stationärer Behandlung in
einer spezialisierten Klinik, die sich konzeptionell an Leitlinien zur Behandlung von
somatoformen Störungen und Persönlichkeitsstörungen orientiert. Anschliessend zur
Aufrechterhaltung der Tagesstruktur und Absicherung des möglichen Therapieerfolgs
Einbindung in eine Tagesklinik bzw. später begleitende Eingliederungsmassnahmen unter
psychiatrisch-psychotherapeutischer ambulanter Therapie“ (IV-act. 102, S. 84). Es drängt
sich daher auf, im Rahmen der weiteren Sachverhaltsabklärungen, namentlich auch unter
Einbezug der behandelnden Psychiater, zu prüfen, welche konkrete Schadenminderungs-
massnahme unter den gegebenen Umständen zielführend und angemessen ist. Die
Beschwerdeführerin hat ihre Bereitschaft kundgetan, sich einer stationären Therapie zu
unterziehen. Dass diese zwingend drei Monate zu dauern hat, was ohne Zweifel einen
erheblichen Eingriff in die Persönlichkeitsrechte der Beschwerdeführerin darstellen würde,
kann von der Vorinstanz im Sinn einer Schadenminderungsmassnahme nur dann verlangt
werden, wenn dies aus medizinischer Sicht mindestens auch aus Sicht der Gutachter oder
einer die Beschwerdeführerin behandelnde Arztperson als angemessene und notwendige
Massnahme zur Verbesserung der Arbeitsfähigkeit betrachtet wird. Dieser Schluss lässt
sich aufgrund der vorhandenen Akten aber nicht eindeutig ziehen. So wird im
psychiatrischen Fachgutachten nicht ausschliesslich von einer stationären, sondern
ebenfalls von einer anschliessenden teilstationären und später ambulanten Behandlung
gesprochen; dass insgesamt, d.h. mit all diesen Teilmassnahmen zusammen, eine Dauer
von drei oder mehr Monaten erreicht werden wird, erscheint nachvollziehbar. Bereits den
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ersten Teil der Behandlung, nämlich die stationäre Massnahme, auf drei Monate
festzulegen, erscheint hingegen - zumindest ohne dass entsprechende ausdrückliche
fachärztliche Empfehlungen über die Dauer dieses ersten Schritts der vorgeschlagenen
Behandlung vorliegen würden - unverhältnismässig. Zudem ist zu beachten, dass mit der
im asim-Gutachten vorgeschlagenen medizinischen Massnahme in erster Linie eine
„Stabilisierung des Zustandsbildes“ - d.h. Beibehaltung der 50% Arbeitsfähigkeit in
adaptierter Tätigkeit - angestrebt wird. Ob infolge von medizinischen Massnahmen darüber
hinaus eine Steigerung der Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin erwartet werden kann,
lassen die Gutachter ausdrücklich offen (IV-act. 102, S. 40 unten). Selbst wenn die
Beschwerdeführerin somit einer ihr auferlegten angemessenen Schadenminderungs-
massnahme nicht oder nicht vollumfänglich nachkommen würde, würde dies allein noch
keine Begründung für die Annahme einer 100% Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin
darstellen.
6.
Auf die Rügen der Beschwerdeführerin betreffend den von der Vorinstanz vorgenommenen
Einkommensvergleich, braucht bei diesem Verfahrensausgang nicht im Detail eingegangen
zu werden. Die Vorinstanz wird nach Abschluss der ergänzenden Abklärungen ohnehin
erneut einen Einkommensvergleich vorzunehmen haben. Insoweit die Beschwerdeführerin
gemäss ihren Rechtsbegehren als Zeitpunkt für den allfälligen Rentenbeginn die
„Beendigung des letzten Arbeitsverhältnisses“ als massgebend erachtet, kann die
Beschwerdeführerin jedoch bereits an dieser Stelle darauf hingewiesen werden, dass für
einen allfälligen Rentenbeginn entscheidend ist, wann sie sich bei der Vorinstanz zum
Leistungsbezug angemeldet hat (19. Juli 2011, vgl. IV-act. 1) und nicht, wann das letzte
Arbeitsverhältnis beendigt wurde (in casu 31. März 2010, vgl. IV-act. 18). Ein allfälliger
Rentenanspruch beginnt frühestens sechs Monate nach der IV-Anmeldung (vgl. die
diesbezügliche ausdrückliche Regelung in Art. 29 Abs. 1 IVG).
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III. Kosten und Entschädigung
1.
Nach Art. 69 Abs. 1bis IVG sind Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um die Bewilligung
oder Verweigerung von Leistungen der Invalidenversicherung kostenpflichtig. Weil die
Rückweisung der Sache an die Verwaltung zwecks ergänzender Abklärungen
rechtsprechungsgemäss als Obsiegen gilt (BGE 137 V 57, E. 2.1; BGE 127 V 228, E.
2b/bb; BGE 110 V 54, E. 3a), sind dem Verfahrensausgang entsprechend bei der
obsiegenden Beschwerdeführerin keine Kosten zu erheben (Art. 19 Abs. 3 e contrario
i.V.m. Art. 53 Abs. 1 VRPG). Der Vorinstanz als staatlicher Behörde werden grundsätzlich
keine Verfahrenskosten auferlegt (Art. 22 Abs. 1 VRPG).
2.
Die IV-Stelle Appenzell Ausserrhoden hat der Beschwerdeführerin dem Verfahrensausgang
entsprechend eine Parteientschädigung auszurichten.
Im Sozialversicherungsverfahren sind die Parteikosten gemäss Art. 61 lit. g ATSG vom
Gericht festzulegen und ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der
Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses zu bemessen. Das kantonale Recht
kann weitere Regeln für die Bemessung der Parteientschädigung festlegen (Art. 61 Abs. 1
ATSG). Kantonalrechtliche Grundlage für die Festsetzung von Entschädigungen für die
rechtsanwaltschaftliche Verbeiständung und Vertretung in Gerichtsverfahren ist die
Verordnung über den Anwaltstarif (AT, bGS 145.53). Vor Verwaltungsgericht - und damit
auch im vorliegenden Verfahren - kommt eine pauschale Bemessung der Entschädigung
zur Anwendung (Art. 13 Abs. 1 lit. c AT). Die Honorarpauschale ist grundsätzlich innerhalb
einer Bandbreite von Fr. 1‘000 bis Fr. 10‘000 festzulegen (Art. 16 Abs. 1 AT).
Der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin hat am 27. August 2015 eine
„Zwischenrechnung“ eingereicht, mit welcher er eine Entschädigung im Betrag von
Fr. 4‘698.75 „für bis dato aufgelaufene Bemühungen“ geltend macht. Diese
Zwischenrechnung basiert auf einem nach Zeitaufwand berechneten Honorar. Im
vorliegenden Fall ist aber die Entschädigung nicht nach Zeitaufwand, sondern mittels
Pauschale festzulegen, und zwar unabhängig davon, dass der Beschwerdeführerin die
unentgeltliche Verbeiständung gewährt wurde (vgl. auch Art. 24 Abs. 2 AT).
Die vom Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin eingereichte Zwischenrechnung basiert
auf einem aufgelaufenen Zeitaufwand von rund 21 Stunden. Selbst wenn weder im
Bundes- noch im kantonalen Recht ausdrücklich der Zeitaufwand für die Bemessung der
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Parteientschädigung als massgebend bezeichnet wird, kann der geltend gemachte
Zeitaufwand immerhin ein Anhaltspunkt dafür sein, ob die pauschal festzulegende
Entschädigung angemessen ist. Der zeitliche Aufwand wird in der Regel ohnehin von der
Schwierigkeit des Prozesses mitbestimmt, welche bereits nach der bundesrechtlichen
Vorschrift in Art. 61 lit. g ATSG bei der Festlegung der Entschädigung zu berücksichtigen
ist. Im vorliegenden Fall ist allerdings nicht nachvollziehbar, dass ein Zeitaufwand von über
20 Stunden angemessen und damit notwendig war, um die Beschwerdeführerin im
vorliegenden Verfahren zu vertreten, nachdem dem Rechtsvertreter der Sachverhalt und
die Rechtsfragen schon aus dem Verwaltungsverfahren vertraut waren (vgl. dazu auch
Urteil des Bundesgerichts 9C_787/2014 vom 7. Juli 2015, E. 6.3). Der geltend gemachte
Zeitaufwand wird insgesamt der Schwierigkeit des Prozessthemas nicht gerecht (vgl. auch
Urteil des Bundesgerichts 9C_763/2014 vom 12. Februar 2015, E. 4.2) und zwar
insbesondere auch im Vergleich mit der in vergleichbaren Fällen üblicherweise
zugesprochenen Parteientschädigung. Zwar ergibt sich aus den Akten, dass die Vorinstanz
infolge Verfahrensfehlern ein zweites Gutachten angeordnet hat, was vorgängig zu einiger
Korrespondenz und Aufwand des Rechtsvertreters geführt hat. Für das vorliegende
Verfahren spielt dies aber keine Rolle, trotz der hohen subjektiven Bedeutung für die
Beschwerdeführerin. Lässt man die im vorliegenden Verfahren nicht relevanten Akten
ausser Acht, so handelt es sich, was den Aktenumfang betrifft, nicht um ein besonders
umfangreiches, sondern um ein durchschnittliches Verfahren, wobei keine besonders
schwierigen Rechtsfragen zu beantworten waren, ging es doch im Wesentlichen um die
häufig in Sozialversicherungsverfahren vorkommende Frage des Beweiswerts eines
Gutachtens bzw. der Einschätzung der Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin. Insofern
rechtfertigt es sich unter Berücksichtigung der gesamten Umstände und der Kriterien, nach
welcher die Parteientschädigung festzulegen ist, für diesen im Bereich der
Invalidenversicherung durchschnittlichen Fall ohne aussergewöhnliche rechtliche
Schwierigkeiten zulasten der IV-Stelle die in vergleichbaren Fällen übliche
Parteientschädigung von pauschal Fr. 2‘500.-- (inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer)
zuzusprechen.
Der Vorinstanz als staatlicher Behörde werden unabhängig vom Verfahrensausgang keine
Parteientschädigungen zugesprochen (Art. 61 lit. g ATSG e contrario, KIESER, a.a.O., N
114 zu Art. 61 ATSG , Art. 22 Abs. 1 VRPG).
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