# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** dfb9ff4d-7f9d-4fdc-899f-8333770a6eb7
**Court:** ZH_OG
**Chamber:** ZH_OG_001
**Year:** 2020
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

betreffend Eheschutz
Berufung gegen ein Urteil des Einzelgerichts im summarischen Verfahren am Bezirksgericht Dielsdorf vom 31. Oktober 2019 (EE190049-D)
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Rechtsbegehren:
der Gesuchstellerin (Urk. 20 S. 2 f.; Urk. 33 S. 2 f.):
1. Es sei festzustellen, dass die Gesuchsteller seit dem 10. März 2019 getrennt
leben. 2. Es seien die Kinder C._, geboren am tt.mm.2016, und D._, geboren
am tt.mm.2018, unter die Obhut der Gesuchstellerin zu stellen. 3. Es sei der Gesuchstellerin das Aufenthaltsbestimmungsrecht für die Kinder
C._ und D._ zuzusprechen. Eventualantrag: 4. Es sei die eheliche Wohnung an der E._-gasse ..., F._, für die Dau-
er des Verfahrens der Gesuchstellerin mit den Kindern zuzuteilen. Der  sei aufzufordern, die eheliche Wohnung unverzüglich der  mit den Kindern zu überlassen, und er sei aufzufordern,  bei seinen Eltern im Nachbarhaus zu wohnen.
5. Es sei zwischen dem Gesuchsgegner und den Kindern ein angemessenes Besuchsrecht sowie die Feiertags- und Ferienregelung wie folgt festzulegen. Der Gesuchsgegner sei für berechtigt zu erklären, die Kinder C._ und D._ jeweils an einem Wochenende pro Monat von Donnerstagabend bis Montagmorgen an ihrem Wohnort in via G._ ..., H._ (...) Italien zu sich auf Besuch zu nehmen. Sodann sei der Gesuchsgegner für berechtigt zu erklären, an jedem Wochentag mit den Kindern via Skype zu kommunizieren. Es sei der Gesuchsgegner überdies für berechtigt zu erklären, (die Kinder) in geraden Jahren an Ostern, Pfingsten und das Neujahr, in ungeraden Jahren Auffahrt, Fronleichnam und Weihnachten zu sich auf Besuch zu nehmen.  sei dem Gesuchsgegner ein Ferienbesuchsrecht mit den Kindern von fünf Wochen im Jahr einzuräumen. Das Ferienbesuchsrecht sei mind. zwei Monate im Voraus zwischen den Parteien abzusprechen.
6. Es sei der Gesuchsgegner zu verpflichten, der Gesuchstellerin an die Kosten des Unterhalts und der Erziehung der Kinder C._ und D._ ab 1. März 2019 jeweils auf den Ersten eines jeden Monats zum Voraus , angemessene Unterhaltsbeiträge, zuzüglich allfällige vertragliche oder  Familienzulagen, zu bezahlen. Ein allfälliges Manko sei sodann festzuhalten.
7. Es sei der Gesuchsgegner zu verpflichten, der Gesuchstellerin ab 1. März 2019 für die Dauer des Getrenntlebens angemessene  zu bezahlen. Die Unterhaltsbeiträge sind im Voraus, jeweils auf den Ersten eines Monats zu bezahlen.
8. Es sei der Gesuchsgegner zu verpflichten, Auskunft über seine Einkommens- und Vermögensverhältnisse zu erteilen.
Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zuzüglich gesetzlicher  zu Lasten des Gesuchsgegners.
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Prozessuales Gesuch: 1. Es sei der Gesuchsgegner zu verpflichten, der Gesuchstellerin einen Kosten-
beitrag von einstweilen Fr. 7'000.– zu leisten. 2. Eventualiter sei der Gesuchstellerin die unentgeltliche Prozessführung zu ge-
währen und ihr in der Person von Rechtsanwältin Y._ eine unentgeltliche Rechtsvertreterin zu bestellen.
des Gesuchsgegners (Urk. 22 S. 2 ff.; Urk. 35 S. 2)
1. Die Parteien seien zum Getrenntleben auf unbestimmte Zeit berechtigt zu er-
klären, und es sei Vormerk zu nehmen, dass die Parteien seit 17. März 2019 getrennt leben.
2. Der Gesuchstellerin sei das Aufenthaltsbestimmungsrecht für die  Kinder C._, geb. tt.mm.2016, und D._, geb. tt.mm.2018, für die Dauer des Eheschutzverfahrens zu entziehen.
3. Die gemeinsamen Kinder C._, geb. tt.mm.2016, und D._, geb. tt.mm.2018, seien für die Dauer des Getrenntlebens unter der gemeinsamen (alternierenden) Obhut der Parteien zu belassen. Die beantragte  Obhut und Betreuungsregelung sei für beide Kinder mindestens wie folgt festzulegen:
- jeden Dienstag und Donnerstag ab 15 Uhr mit Übernachtung; - jedes zweite Wochenende ab Freitag, 15 Uhr, bis Montagmorgen; - in Jahren mit gerader Jahreszahl über Weihnachten (24.-26. Dezember)
und Neujahr; - in Jahren mit ungerader Jahreszahl über Ostern (Donnerstagabend bis
Dienstagmorgen) und Pfingsten (Freitagabend bis Dienstagmorgen); - während sechs Wochen Ferien pro Jahr. Eventualiter seien die Kinder unter die Obhut des Gesuchsgegners zu stellen
und der Gesuchstellerin sei ein angemessenes Besuchs- und  auf eigene Kosten einzuräumen.
Subeventualiter sei ein Gutachten über die Erziehungs- und  der Parteien einzuholen.
Subsubeventualiter seien die Kinder unter die Obhut der Gesuchstellerin zu stellen und dem Gesuchgegner sei ein angemessenes Besuchs- und  mindestens wie folgt einzuräumen:
- regelmässige Telefon- bzw. Videokontakte (Skype/Facetime) von  15 Minuten pro Tag;
- ein Wochenende pro Monat in F._, wobei die Gesuchstellerin die  in F._ übergibt und wieder abholt und hierfür auch die  übernimmt;
- während sämtlichen Schulferien der Kinder, wobei der Gesuchsgegner die Kinder auf eigene Kosten in Italien übernimmt und zurückbringt;
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- über Weihnachten und Neujahr, wobei der Gesuchsgegner die Kinder auf eigene Kosten in Italien übernimmt und zurückbringt.
4. Ziffer 2 und 3 hiervor seien vorsorglich anzuordnen. 5. Im Falle einer Obhutszuteilung an die Gesuchstellerin sei diese zu verpflich-
ten, einen angemessenen Deutschunterricht für die Kinder zu organisieren. 6. Die eheliche Wohnung an der E._-gasse ... in F._ sei für die Dauer
der Trennung mit Hausrat und Mobiliar dem Gesuchsgegner zur alleinigen Benutzung zuzuweisen.
7. Die Parteien seien zu verpflichten, jeweils diejenigen Kinderkosten selber zu übernehmen, die während der Zeit anfallen, welche die Kinder beim  Elternteil verbringen.
Es sei vorzumerken, dass der Gesuchsgegner darüber hinaus die - und Krankenkassenkosten für beide Kinder übernimmt.
Mit Bezug auf ausserordentliche Kinderkosten sei festzustellen, dass diese von den Parteien je zur Hälfte übernommen werden, soweit sie sich  darüber geeinigt haben.
Eventualiter sei festzustellen, dass der Gesuchsgegner auf  der Gesuchstellerin verzichtet.
Subeventualiter sei der Gesuchsgegner zu verpflichten, angemessene  Kinderunterhaltsbeiträge zu bezahlen.
8. Es sei festzustellen, dass sich die Parteien gegenseitig keinen persönlichen Unterhalt schulden.
9. Es sei zwischen den Parteien die Gütertrennung anzuordnen. 10. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten der Gesuchstellerin.
Prozessuales Gesuch (Urk. 32 S. 1): Dem Gesuchsgegner sei die unentgeltliche Prozessführung zu bewilligen und in der Person von Rechtsanwältin Dr. X._ eine unentgeltliche Rechtsvertretung zu bestellen.
Urteil des Einzelgerichts im summarischen Verfahren am Bezirksgericht Dielsdorf vom 31. Oktober 2019:
(Urk. 44 = Urk. 48)
1. Es wird festgestellt, dass die Parteien auf unbestimmte Zeit zum Getrenntleben  sind und es wird davon Vormerk genommen, dass sie seit 17. März 2019 getrennt leben.
2. Die gemeinsamen Kinder C._, geboren am tt.mm.2016, und D._, geboren am tt.mm.2018, werden für die Dauer des Getrenntlebens unter die Obhut der  gestellt. Die gemeinsamen Kinder haben ihren Wohnsitz am jeweiligen Wohnsitz der Gesuchstellerin.
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3. Der Gesuchstellerin wird insbesondere die gerichtliche Genehmigung im Sinne von Art. 301a Abs. 2 ZGB erteilt, den Aufenthaltsort der gemeinsamen Kinder C._ und D._ nach H._/Italien zu verlegen.
4. Die Parteien regeln das Besuchsrecht von Fall zu Fall selbst. Im Streitfall gilt : Der Gesuchsgegner ist ab Wegzug der Gesuchstellerin nach H._/Italien  und wird verpflichtet, die gemeinsamen Kinder C._ und D._  an einem Wochenende pro Monat von Donnerstagabend bis Dienstagmorgen auf eigene Kosten zu betreuen und/oder zu sich auf Besuch zu nehmen.
Sodann ist der Gesuchsgegner berechtigt und wird verpflichtet, täglich während 15 Minuten mit den gemeinsamen Kindern C._ und D._ via Skype,  oder Telefon zu kommunizieren. Während den Besuchszeiten beim  steht dieses Recht der Gesuchstellerin zu.
Der Gesuchsgegner ist zudem berechtigt und wird verpflichtet, die gemeinsamen Kinder C._ und D._ in ungeraden Jahren über Ostern (Gründonnerstag bis Dienstagmorgen), Pfingsten (Freitagabend bis Dienstagmorgen) und Neujahr (30. Dezember bis 2. Januar), in geraden Jahren über Auffahrt (Freitagabend bis Dienstagmorgen) und Weihnachten (24. Dezember bis 26. Dezember) auf eigene Kosten zu betreuen und/oder zu sich auf Besuch zu nehmen.
Der Gesuchsgegner ist ferner berechtigt und verpflichtet, die gemeinsamen Kinder C._ und D._ während mindestens sechs Wochen pro Jahr auf eigene Kosten zu betreuen und/oder zu sich in die Ferien zu nehmen. Die Parteien  sich über die Betreuung während den Ferien jeweils mindestens zwei Monate im Voraus ab. Können sie sich nicht einigen, so kommt das Entscheidungsrecht in Jahren mit gerader Jahreszahl der Gesuchstellerin bzw. in Jahren mit ungerader Jahreszahl dem Gesuchsgegner zu.
5. Der Gesuchsgegner wird verpflichtet, der Gesuchstellerin für die gemeinsamen Kinder C._ und D._ wie folgt monatliche Unterhaltsbeiträge (zuzüglich Familienzulagen) zu bezahlen, zahlbar jeweils monatlich im Voraus auf den Ersten eines jeden Monats: I. Phase: (17. März 2019 bis 31. August 2019)
- Fr. 515.– für C._ (davon Fr. 141.– Barunterhalt, Fr. 145.–  und Fr. 229.– Überschussbeteiligung)
- Fr. 516.– für D._ (davon Fr. 141.– Barunterhalt, Fr. 146.–  und Fr. 229.– Überschussbeteiligung)
II. Phase: (1. September 2019 bis Wegzug der Gesuchstellerin nach H._/Italien)
- Fr. 1'197.– für C._ (davon Fr. 281.– Barunterhalt, Fr. 735.–  und Fr. 181.– Überschussbeteiligung)
- Fr. 1'197.– für D._ (davon Fr. 281.– Barunterhalt, Fr. 735.–  und Fr. 181.– Überschussbeteiligung)
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III. Phase: (Ab Wegzug der Gesuchstellerin nach H._/Italien)
- Fr. 753.– für C._ (davon Fr. 140.– Barunterhalt, Fr. 408.–  und Fr. 205.– Überschussbeteiligung)
- Fr. 753.– für D._ (davon Fr. 140.– Barunterhalt, Fr. 408.–  und Fr. 205.– Überschussbeteiligung)
Der Gesuchsgegner wird berechtigt, bereits geleistete Unterhaltsbeiträge für die gemeinsamen Kinder C._ und D._ im Sinne der Erwägungen zu .
6. Der Gesuchsgegner wird verpflichtet, der Gesuchstellerin persönliche  monatlich im Voraus jeweils auf den Ersten eines jeden Monats wie folgt zu bezahlen:
- Fr. 306.– in Phase I - Fr. 242.– in Phase II - Fr. 274.– in Phase III
7. Die nachfolgenden finanziellen Grundlagen liegen den Unterhaltszahlungen  den vorstehenden Ziffern 5 und 6 zugrunde: Phase I: (17. März 2019 bis 31. August 2019) Bedarf (pro Monat):
- Gesuchstellerin: Fr. 891.– - Gesuchsgegner: Fr. 3'295.– - C._: Fr. 341.– - D._: Fr. 341.–
Einkommen (pro Monat): - Gesuchstellerin: Fr. 600.–
(Arbeit im Betrieb der Eltern in Italien; exkl. Familienzulagen) - Gesuchsgegner: 17. März 2019 bis 31. Juni 2019 Fr. 4'470.– (Arbeitslosenentschädigung; exkl. Familienzulagen) - Gesuchsgegner: ab 1. Juli 2019 Fr. 7'015.– (100%; netto; exkl. Familienzulagen; inkl. 13. ML) - C._: Fr. 200.– (Familienzulage) - D._: Fr. 200.– (Familienzulage)
Phase II: (1. September 2019 bis Wegzug der Gesuchstellerin nach H._/Italien) Bedarf (pro Monat):
- Gesuchstellerin: Fr. 1'470.– - Gesuchsgegner: Fr. 3'775.– - C._: Fr. 481.– - D._: Fr. 481.–
Einkommen (pro Monat): - Gesuchstellerin: Fr. 0.– - Gesuchsgegner: Fr. 7'015.– (100%;netto; exkl. Familienzulagen; inkl. 13. ML) - C._: Fr. 200.– (Familienzulage) - D._: Fr. 200.– (Familienzulage)
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Phase III: (Ab Wegzug der Gesuchstellerin nach H._/Italien) Bedarf (pro Monat):
- Gesuchstellerin: Fr. 1'216.– - Gesuchsgegner: Fr. 4'551.– - C._: Fr. 340.– - D._: Fr. 340.–
Einkommen (pro Monat): - Gesuchstellerin: Fr. 400.– (netto; exkl. Familienzulagen) - Gesuchsgegner: Fr. 7'015.– (100%;netto; exkl. Familienzulagen; inkl. 13. ML) - C._: Fr. 200.– (Familienzulage) - D._: Fr. 200.– (Familienzulage)
8. Die eheliche Wohnung an der E._-gasse ... in F._ wird ab Wegzug der Gesuchstellerin nach H._/Italien die Dauer des Getrenntlebens dem  zur alleinigen Benutzung zugewiesen.
9. Der Antrag der Gesuchstellerin, den Gesuchsgegner zu verpflichten, ihr einen  in Höhe von Fr. 9'000.– zu bezahlen, wird abgewiesen.
10. Die Entscheidgebühr wird festgesetzt auf Fr. 5'500.–.
11. Die Gerichtskosten werden den Parteien je zur Hälfte auferlegt, jedoch zufolge  der unentgeltlichen Rechtspflege einstweilen auf die Gerichtskasse . Das Rückforderungsrecht des Staates (Art. 123 ZPO) bleibt bei beiden Parteien vorbehalten.
12. Es werden keine Parteientschädigungen zugesprochen.
13. (Schriftliche Mitteilung)
14. (Rechtsmittelbelehrung: Berufung 10 Tage)
15. (Rechtsmittelbelehrung: Beschwerde 10 Tage btr. Disp.-Ziff. 10-12)
Berufungsanträge:
des Gesuchsgegners und Berufungsklägers (Urk. 47 S. 2 ff.):
"1. Es sei der Berufung die aufschiebende Wirkung zu erteilen. 2. Dispositiv Ziff. 2 des angefochtenen Urteils sei aufzuheben und stattdessen sei
Folgendes anzuordnen: Die gemeinsamen Kinder C._, geboren am tt.mm.2016, und D._, geboren
am tt.mm.2018, werden für die Dauer des Getrenntlebens unter die Obhut des  gestellt.
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3. Dispositiv Ziff. 3 des angefochtenen Urteils sei ersatzlos aufzuheben. 4. Dispositiv Ziff. 4 des angefochtenen Urteils sei aufzuheben und stattdessen sei
Folgendes anzuordnen: Die Parteien regeln das Besuchsrecht von Fall zu Fall selbst. Im Streitfall gilt Fol-
gendes:
Die Gesuchstellerin ist ab ihrem Wegzug nach H._/Italien berechtigt, die  Kinder C._ und D._ jeweils an einem Wochenende pro Monat von Donnerstagabend bis Dienstagmorgen auf eigene Kosten zu betreuen und/oder zu sich auf Besuch zu nehmen.
Sodann ist die Gesuchstellerin berechtigt, täglich während 15 Minuten mit den  Kindern C._ und D._ via Skype, Videoanruf oder Telefon zu kommunizieren.
Die Gesuchstellerin ist zudem berechtigt, die gemeinsamen Kinder C._ und D._ in geraden Jahren über Ostern (Gründonnerstag bis Dienstagmorgen) und Pfingsten (Freitagabend bis Dienstagmorgen), in ungeraden Jahren über  (24.-26. Dezember), Neujahr (30. Dezember bis 2. Januar) und Auffahrt (Mittwochabend bis Montagmorgen) auf eigene Kosten zu betreuen und/oder zu sich auf Besuch zu nehmen.
Die Gesuchstellerin ist ferner berechtigt, die gemeinsamen Kinder C._ und D._ während 10 Wochen pro Jahr auf eigene Kosten zu betreuen und/oder zu sich in die Ferien zu nehmen. Die Parteien sprechen sich über die Betreuung  den Ferien jeweils mindestens zwei Monate im Voraus ab. Können sie sich nicht einigen, so kommt das Entscheidungsrecht in Jahren mit gerader Jahreszahl der Gesuchstellerin bzw. in Jahren mit ungerader Jahreszahl dem Gesuchsgegner zu.
Eventualiter (Obhut der Gesuchstellerin): Die Parteien regeln das Besuchsrecht von Fall zu Fall selbst. Im Streitfall gilt Fol-
gendes:
Der Gesuchsgegner ist ab Wegzug der Gesuchstellerin und der Kinder nach Italien berechtigt, die gemeinsamen Kinder C._ und D._ jeweils an einem  pro Monat von Donnerstagabend bis maximal Dienstagmorgen auf  Kosten zu betreuen und/oder zu sich auf Besuch zu nehmen. Der  teilt der Gesuchstellerin jeweils zwei Wochen im Voraus mit, bis wann er die Kinder betreuen wird.
Sodann ist der Gesuchsgegner berechtigt, täglich während 15 Minuten mit den  Kindern C._ und D._ via Skype, Videoanruf oder Telefon zu kommunizieren.
Der Gesuchsgegner ist zudem berechtigt, die gemeinsamen Kinder C._ und D._ in ungeraden Jahren über Ostern (Gründonnerstag bis Dienstagmorgen) und Pfingsten (Freitagabend bis Dienstagmorgen), in geraden Jahren über  (24.-26. Dezember), Neujahr (30. Dezember bis 2. Januar) und Auffahrt (Mittwochabend bis Montagmorgen) auf eigene Kosten zu betreuen und/oder zu sich auf Besuch zu nehmen.
Der Gesuchsgegner ist ferner berechtigt, die gemeinsamen Kinder C._ und D._ während mindestens 10 Wochen pro Jahr auf eigene Kosten zu betreuen und/oder in die Ferien zu nehmen. Die Parteien sprechen sich über das  jeweils mindestens zwei Monate im Voraus ab. Können sie sich nicht
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einigen, so kommt das Entscheidungsrecht in Jahren mit gerader Jahreszahl der Gesuchstellerin bzw. in Jahren mit ungerader Jahreszahl dem Gesuchsgegner zu.
Die Gesuchstellerin wird verpflichtet, dem Gesuchsgegner bei Ausübung des  jeweils die Identitätskarten der Kinder zu übergeben.
5. Dispositiv Ziff. 5 des angefochtenen Urteils sei aufzuheben und stattdessen sei Folgendes anzuordnen: Der Gesuchsgegner wird verpflichtet, der Gesuchstellerin für die gemeinsamen Kinder C._ und D._ wie folgt monatliche Unterhaltsbeiträge (zzgl. Kinder- /Familienzulagen) zu bezahlen, zahlbar jeweils monatlich im Voraus auf den Ersten eines jeden Monats:
I. Phase: (17. März 2019 bis 31. August 2019)
- Fr. 411.– für C._ (davon Fr. 60.– Barunterhalt, Fr. 136.–  und Fr. 215.– Überschussbeteiligung)
- Fr. 412.– für D._ (davon Fr. 60.– Barunterhalt, Fr. 137.–  und Fr. 215.– Überschussbeteiligung)
II. Phase: (1. September 2019 bis 31. Oktober 2019)
- Fr. 1'041.– für C._ (davon Fr. 200.– Barunterhalt, Fr. 705.–  und Fr. 136.– Überschussbeteiligung)
- Fr. 1'041.– für [recte: D._] (davon Fr. 200.– Barunterhalt, Fr. 705.–  und Fr. 136.– Überschussbeteiligung)
III. Phase: (ab 1. November 2019)
- Fr. 394.– für C._ (davon Fr. 120.– Barunterhalt, Fr. 89.–  und Fr. 185.– Überschussbeteiligung)
- Fr. 394.– für C._ [recte: D._] (davon Fr. 120.– Barunterhalt, Fr. 89.– Betreuungsunterhalt und Fr. 185.– Überschussbeteiligung)
IV. Phase (ab Obhutszuteilung an Gesuchsgegner)
Es wird vorgemerkt, dass der Gesuchsgegner einstweilen auf Unterhaltsbeiträge für die gemeinsamen Kinder C._ und D._ verzichtet.
6. Dispositiv Ziff. 6 des angefochtenen Urteils sei aufzuheben und stattdessen sei Folgendes anzuordnen:
Der Gesuchsgegner wird verpflichtet, der Gesuchstellerin persönliche  monatlich im Voraus jeweils auf den Ersten eines jeden Monats wie folgt zu bezahlen:
- I. Phase: Fr. 286.– - II. Phase: Fr. 181.– - III. Phase: Fr. 248.-
- IV. Phase: Es wird festgestellt, dass sich die Parteien gegenseitig keinen persönlichen Unterhalt schulden.
7. Die finanziellen Grundlagen gemäss Dispositiv Ziffer 7 seien anzupassen. 8. Dispositiv Ziff. 8 des angefochtenen Urteils sei aufzuheben und stattdessen sei
Folgendes anzuordnen:
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Die eheliche Wohnung an der E._-gasse ... in F._ wird für die Dauer der Trennung mit Hausrat und Mobiliar dem Gesuchsgegner zur alleinigen Benutzung zugewiesen.
9. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (zzgl. MWSt.) zulasten der Berufungsbeklagten."
Prozessualer Antrag:
Dem Berufungskläger sei für das vorliegende Berufungsverfahren die unentgeltliche Prozessführung zu bewilligen und die unentgeltliche Rechtsvertretung durch Rechtsanwältin Dr. iur. X._ zu gewähren.
der Gesuchstellerin und Berufungsbeklagten (Urk. 62 S. 2 ff., 18 f.):
"1. Es sei die Berufung gegen das Urteil des Bezirksgerichts Dielsdorf vom 31. Oktober
2019 vollumfänglich abzuweisen. Eventualantrag: 2. Sollte das Obergericht wider Erwarten dem Berufungskläger die Obhut über die
Kinder zuteilen, sei der Berufungsbeklagten ein Besuchsrecht an mindestens einem Wochenende im Monat von Donnerstag bis Montag und weitere Besuchstage nach vorgängiger Ankündigung durch die Berufungsbeklagte, sodann in geraden Jahren über Pfingsten und Ostern, in ungeraden Jahren über Weihnachten, Neujahr und Auffahrt zuzuteilen. Es seien ihr 7 Wochen Ferien pro Jahr mit den Kindern .
3. Es sei festzustellen, dass die Berufungsbeklagte nicht in der Lage ist  für die beiden Kinder zu bezahlen.
Alles unter Kosten und Entschädigungsfolgen zuzüglich gesetzlicher Mehrwertsteuer von 7,7% zulasten des Berufungsklägers."
Prozessuales Gesuch: "Es sei der Berufungsbeklagten für das Berufungsverfahren die unentgeltliche  zu gewähren und ihr in der Person von Rechtsanwältin Y._ eine  Rechtsvertreterin zu bestellen."

## Considerations

Erwägungen:
I. (Sachverhalt / Prozessverlauf)
1. Die Parteien sind verheiratet und Eltern der gemeinsamen Kinder C._,
geboren am tt.mm.2016, und D._, geboren am tt.mm.2018, die beide unter
der gemeinsamen elterlichen Sorge der Parteien stehen (Urk. 1; Urk. 9 S. 2). Seit
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17. März 2019 leben die Ehegatten getrennt. Mit Eingabe vom 28. Juni 2019
machte die Gesuchstellerin und Berufungsbeklagte (fortan Gesuchstellerin) bei
der Vorinstanz das vorliegende Eheschutzverfahren anhängig (Urk. 1), das mit
Urteil und Verfügung vom 31. Oktober 2019 in zunächst unbegründeter (Urk. 39),
hernach in begründeter Form erstinstanzlich abgeschlossen wurde. Der Prozess-
verlauf vor Vorinstanz kann dem angefochtenen Urteil entnommen werden
(Urk. 44 S. 2 f. = Urk. 48 S. 2 f.). Ergänzend ist zu erwähnen, dass die Vorinstanz
nach Erlass des angefochtenen Urteils mit Verfügung vom 7. November 2019 den
Antrag der Gesuchstellerin auf Aufhebung des vorsorglichen Massnahmeent-
scheids vom 4. September 2019 abwies (Urk. 43).
2. Mit Eingabe vom 24. Dezember 2019 erhob der Gesuchsgegner und Beru-
fungskläger (fortan Gesuchsgegner) innert Frist Berufung mit den eingangs wie-
dergegebenen Anträgen (Urk. 47 S. 2 ff.). Auf sein Gesuch um Erteilung der auf-
schiebenden Wirkung wurde betreffend die Dispositivziffern 4-8 des angefochte-
nen Urteils mit Präsidialverfügung vom 3. Januar 2020 nicht eingetreten (Urk. 51),
betreffend die Dispositivziffern 2 und 3 wurde das Gesuch mit Präsidialverfügung
vom 18. Februar 2020 abgewiesen (Urk. 58). Am 27. Februar 2020 reichte der
Gesuchsgegner eine Noveneingabe ein (Urk. 59), zu welcher die Gesuchstellerin
zusammen mit der rechtzeitig erstatteten Berufungsantwort Stellung nahm
(Urk. 61; Urk. 62). Mit Verfügung vom 20. März 2020 wurde dem Gesuchsgegner
die Berufungsantwortschrift zur Kenntnisnahme zugestellt und auf die in Frage
stehende Zuständigkeit aufgrund des (bewilligten) Aufenthaltswechsels der Kinder
nach Italien hingewiesen (Urk. 65). Nach Bescheinigung der Vollstreckbarkeit des
vorinstanzlichen Urteils (Urk. 68) wurde eine erneute Noveneingabe des Ge-
suchsgegners der Gegenseite zur Kenntnis gebracht (Urk. 69; Urk. 71). Weitere
Eingaben erfolgten nicht.
3. Die vorinstanzlichen Akten wurden beigezogen (Urk. 1-46). Das Verfahren
erweist sich als spruchreif.
4. Die Berufung hemmt die Rechtskraft nur im Umfang der Anträge (Art. 315
Abs. 1 ZPO). Nicht angefochten sind die Dispositiv-Ziffern 1, 9 und 10 des vor-
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instanzlichen Urteils (Getrenntleben, Abweisung Antrag Prozesskostenbeitrag,
Entscheidgebühr). Diese Ziffern sind somit rechtskräftig, was vorzumerken ist.
II.
(Prozessuales)
A. Internationale Zuständigkeit
Der Gesuchsgegner hat Wohnsitz in der Schweiz und ist schweizerischer
Staatsangehöriger. Die Gesuchstellerin ist italienische Staatsangehörige. Sie lebt
mit den Kindern seit März 2019 in Italien, mit Ausnahme eines rund zweimonati-
gen Unterbruchs von Ende August 2019 bis 2. November 2019, während dessen
sie sich in der Schweiz aufhielt (Urk. 26; Urk. 47 S. 7; Urk. 1 S. 4; Urk. 20 S. 5;
Urk. 22 S. 4 f. und 8; Urk. 48 S. 12; Prot. I S. 8). Es liegt ein Sachverhalt mit Aus-
landbezug vor. Die Zuständigkeit der schweizerischen Gerichte zur Beurteilung
der Eheschutzbegehren richtet sich nach dem Bundesgesetz über das Internatio-
nale Privatrecht (IPRG) respektive nach den gemäss Art. 1 Abs. 2 IPRG vorge-
henden völkerrechtlichen Staatsverträgen. Dazu hat die Vorinstanz keine Ausfüh-
rungen gemacht (Urk. 48). Die Zuständigkeit ist nachfolgend zu prüfen.
Gegenstand des Berufungsverfahrens sind die Zuteilung der Obhut, das
Aufenthaltsbestimmungsrecht, das Besuchsrecht, der Kinder- und Ehegattenun-
terhalt sowie die Zuweisung der ehelichen Wohnung (Urk. 47 S. 2 ff.).
1. Obhut, Aufenthaltsbestimmungsrecht, Besuchsrecht
1.1. Die internationale Zuständigkeit in Bezug auf die Zuteilung der Obhut über
die Kinder C._ und D._, das Aufenthaltsbestimmungsrecht sowie das
Besuchsrecht des nicht obhutsberechtigten Elternteils richtet sich nach dem Haa-
ger Übereinkommen vom 19. Oktober 1996 über die Zuständigkeit, das anzuwen-
dende Recht, die Anerkennung, Vollstreckung und Zusammenarbeit auf dem Ge-
biet der elterlichen Verantwortung und der Massnahmen zum Schutz der Kinder
(Haager Kindesschutzübereinkommen, HKsÜ). Dieses Abkommen ist für die
Schweiz am 1. Juli 2009, für Italien am 1. Januar 2016 in Kraft getreten.
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1.2. Gemäss Art. 5 Abs. 1 und 2 HKsÜ sind die Gerichte am gewöhnlichen Auf-
enthaltsort der Kinder zum Erlass von Massnahmen zu deren Schutz zuständig.
Bei einem Wechsel des gewöhnlichen Aufenthaltes wechselt nach Art. 5 HKsÜ
auch die Zuständigkeit des Gerichts zum neuen Aufenthaltsort. Sie wird demnach
nach Rechtshängigkeit eines Verfahrens nicht perpetuiert, sondern kann später
dahinfallen, namentlich auch während eines hängigen Rechtsmittelverfahrens
(BGE 129 III 288 E. 4.1; BGE 142 III 1 E. 2.1; BGE 143 III 193 E. 2; BGE 144 III
469 E. 4.2.2). Bei einem legalen Umzug von einem Staat in einen anderen Ver-
tragsstaat erwirbt das Kind bereits mit Bezug der neuen Wohnung einen neuen
gewöhnlichen Aufenthalt am Ort, an dem seine Eltern resp. sein Elternteil sich
und das Kind bei den Behörden und bei der Schule angemeldet haben. Eine Zeit-
spanne der Eingewöhnung ist nicht erforderlich. Wird ein Kind jedoch widerrecht-
lich entführt oder zurückgehalten, verliert es nicht sogleich seinen gewöhnlichen
Aufenthalt im Land, in dem es sich vor der Entführung resp. dem Zurückhalten be-
fand. Es muss erst langsam durch Integration einen neuen gewöhnlichen Aufent-
halt im Zufluchtsstaat erwerben und verliert dadurch seinen alten gewöhnlichen
Aufenthalt, wovon nicht vor Ablauf eines Jahres nach dem Zurückhalten auszu-
gehen ist (ZK-Siehr/Markus, Art. 85 IPRG und Art. 5 HKsÜ N 60 ff m.w.H.).
1.3. Es ist unbestritten, dass die Gesuchstellerin im März 2019 mit den Kindern
nach H._/Italien reiste (Urk. 1 S. 4; Urk. 20 S. 5; Urk. 9 S. 2; Urk. 22 S. 5 ;
Urk. 35 S. 4 f.). Zu klären ist, ob und wann die Gesuchstellerin und die Kinder ih-
ren (legalen) Aufenthaltsort in Italien begründeten.
Der Gesuchsgegner ersuchte mit Eingabe an die Vorinstanz vom 12. Juli
2019 um superprovisorisch anzuordnende Rückführung der Kinder an ihren ge-
setzlichen Wohnsitz in F._ (Urk. 9). Mit unbegründeter Massnahmeverfügung
vom 4. September 2019 wurde der Gesuchstellerin vorsorglich die Obhut zuge-
teilt, das Aufenthaltsbestimmungsrecht für die Dauer des Verfahrens entzogen
und es wurde ihr verboten, die Kinder für die Dauer des Verfahrens in
H._/Italien zurückzuhalten. Weiter wurde sie verpflichtet, die Kinder umge-
hend an ihren gesetzlichen Wohnsitz nach F._/Schweiz zurückzubringen
(Urk. 26 S. 3). Die Vorinstanz vertrat mit ihrem Massnahmeentscheid demzufolge
- 14 -
die Auffassung, dass der (legale) Aufenthaltsort der Kinder zu jenem Zeitpunkt
nach wie vor in der Schweiz liege. Der Entscheid blieb unangefochten. Erst mit
vorliegend angefochtenem Endentscheid wurden der Gesuchstellerin neben der
Obhut die Genehmigung zur Verlegung des Aufenthalts der Kinder nach
H._/Italien erteilt (vgl. Urteilsdispositivziffern 2 und 3). Diese Dispositivziffern
wurden mit Eröffnung der Präsidialverfügung vom 18. Februar 2020, mit welcher
das Gesuch um aufschiebende Wirkung abgewiesen worden war, am 20. Februar
2020 vollstreckbar (Urk. 58). Ab diesem Zeitpunkt begründeten C._ und
D._ demnach ihren (legalen) gewöhnlichen Aufenthalt in H._/Italien (vgl.
Art. 7 Abs. 1 lit. a HKsÜ). Gleichzeitig entfiel gestützt auf Art. 5 Abs. 2 HKsÜ die
Zuständigkeit der schweizerischen Gerichte für die Anordnung von Schutzmass-
nahmen für die Kinder, mithin für die Beurteilung der Obhutszuteilung (Art. 3
lit. a HKsÜ), des Aufenthaltsbestimmungsrechts und des Besuchsrechts (Art. 3
lit. b HKsÜ). Eine subsidiäre Annexzuständigkeit gestützt auf Art. 10 HKsÜ fällt
ausser Betracht, da der Eheschutzrichter gemäss Rechtsprechung des Bundes-
gerichts nicht als Gericht im Sinne von Art. 10 HKsÜ urteilt (Guillaume, in: Fam-
Komm Erwachsenenschutz, Bern 2013, S. 1317; BGer 5A_836/2013 vom
18. März 2014, E. 1). Für eine einvernehmliche Zuständigkeitsübertragung im
Sinne von Art. 8 und 9 HKsÜ sind die Voraussetzungen nicht erfüllt, können doch
die schweizerischen Gerichte mangels hängigen Verfahrens in Italien nicht um
Übernahme ersucht werden (Art. 8 HKsÜ). Weiter ist nicht ersichtlich, inwiefern
diese das konkrete und aktuelle Wohl der Kinder besser beurteilen könnten als
die italienischen Behörden (Art. 9 HKsÜ). Folglich ist die Berufungsinstanz nach
dem 20. Februar 2020 mangels Zuständigkeit nicht mehr befugt, die Berufungsan-
träge Ziffer 2 bis 4 des Gesuchsgegners betreffend Obhut, Aufenthaltsbestim-
mungsrecht und Besuchsrecht zu beurteilen. Auf die entsprechenden Anträge ist
nicht einzutreten.
- 15 -
2. Ehegatten- und Kinderunterhalt, Wohnungszuteilung
2.1. Die internationale Zuständigkeit für den Ehegatten- und Kinderunterhalt rich-
tet sich nach dem Übereinkommen über die gerichtliche Zuständigkeit und die
Anerkennung und Vollstreckung von Entscheidungen in Zivil- und Handelssachen
(Lugano-Übereinkommen, LugÜ; vgl. Art. 5 Ziff. 2). Nach Art. 2 Ziff. 1 LugÜ sind
Personen, die ihren Wohnsitz im Hoheitsgebiet eines durch dieses Übereinkom-
men gebundenen Staates haben, ohne Rücksicht auf ihre Staatsangehörigkeit vor
den Gerichten dieses Staates zu verklagen. Der Gesuchsgegner hat seinen
Wohnsitz in der Schweiz, weshalb die schweizerischen Gerichte zur Beurteilung
der Unterhaltsfrage zuständig sind.
2.2. Die Zuteilung der ehelichen Wohnung fällt als Eheschutzmassnahme unter
die Bestimmungen von Art. 46 ff. IPRG. Für deren Beurteilung sind die Gerichte
am Wohnsitz eines Ehegatten, somit ebenfalls die schweizerischen Gerichte zu-
ständig.
B. Prozessrecht
1. Das Prozessrecht untersteht der lex fori, mithin schweizerischem Recht. Mit
der Berufung kann eine unrichtige Rechtsanwendung und eine unrichtige Fest-
stellung des Sachverhalts geltend gemacht werden (Art. 310 ZPO). Die Beru-
fungsinstanz verfügt über unbeschränkte Kognition bezüglich Tat- und Rechtsfra-
gen, einschliesslich der Frage richtiger Ermessensausübung (Angemessenheits-
prüfung; BGer 5A_184/2013 vom 26. April 2013, E. 3.1). In der schriftlichen Beru-
fungsbegründung (Art. 311 ZPO) ist hinreichend genau aufzuzeigen, inwiefern der
erstinstanzliche Entscheid in den angefochtenen Punkten als fehlerhaft zu be-
trachten ist bzw. an einem der genannten Mängel leidet (vgl. BGE 138 III 374
E. 4.3.1; BGer 5A_247/2013 vom 15. Oktober 2013, E. 3.2; 5A_751/2014 vom
28. Mai 2015, E. 2.1). Was nicht oder nicht in einer den gesetzlichen Begrün-
dungsanforderungen entsprechenden Weise beanstandet wird, braucht von der
Rechtsmittelinstanz nicht überprüft zu werden; diese hat sich – abgesehen von of-
fensichtlichen Mängeln – grundsätzlich auf die Beurteilung der Beanstandungen
zu beschränken, die in der schriftlichen Begründung formgerecht gegen den erst-
- 16 -
instanzlichen Entscheid erhoben werden (vgl. BGE 142 III 413 E. 2.2.4 m.H.;
BGer 5A_111/2016 vom 6. September 2016, E. 5.3; 4A_258/2015 vom
21. Oktober 2015, E. 2.4.3; 4A_290/2014 vom 1. September 2014, E. 3.1 und
E. 5). Insofern erfährt der Grundsatz "iura novit curia" (Art. 57 ZPO) im Beru-
fungsverfahren eine Relativierung (BK ZPO I-Hurni, Art. 57 N 21 und N 39 ff.;
Glasl, DIKE-Komm-ZPO, Art. 57 N 22). Ferner muss der Rechtsmittelkläger durch
den angefochtenen Entscheid beschwert sein und damit ein Interesse an dessen
Änderung haben, ansonsten auf das Rechtsmittel nicht eingetreten wird (Zürcher,
in: Sutter-Somm et al., ZPO Komm., Art. 59 N 14).
2. Der Gesuchsgegner beantragt berufungsweise, es sei ihm für die Dauer der
Trennung die eheliche Wohnung an der E._-gasse ... in F._ mit Hausrat
und Mobiliar zur alleinigen Benutzung zuzuteilen. Zur Begründung führt er an, die
eheliche Wohnung sei ihm bedingungslos zur alleinigen Benützung zuzuweisen
und zwar selbst dann, wenn die Gesuchstellerin wider Erwarten wieder Wohnsitz
in der Schweiz nehmen sollte (Urk. 47 S. 31). Die Gesuchstellerin stimmt dem An-
trag des Gesuchsgegners zu (Urk. 62 S. 18).
Bereits mit Urteil der Vorinstanz wurde die eheliche Wohnung dem Ge-
suchsgegner für die Dauer des Getrenntlebens zur alleinigen Benutzung zuge-
wiesen (Dispositivziffer 8, Urk. 48 S. 68). Weder aus den Erwägungen des ange-
fochtenen Urteils noch dessen Dispositivziffer 8 wird eine bedingte Zuweisung der
ehelichen Wohnung an den Gesuchsgegner ersichtlich (Urk. 48 22 f., S. 68). Ob-
wohl in der fraglichen Dispositivziffer die Präposition "für" fehlt, ist ihre Bedeutung
unter Einbezug der entsprechenden Erwägungen eindeutig: Die eheliche Woh-
nung wird dem Gesuchsgegner sogleich ab dem Wegzug der Gesuchstellerin für
die Dauer des Getrenntlebens zur alleinigen Benutzung zugewiesen (Urk. 48
S. 68, S. 22 f.). Eine Regelung, wonach auf diese Wohnungszuweisung bei Rück-
kehr der Gesuchstellerin mit den Kindern in die Schweiz zurückgekommen werde,
wurde nicht getroffen. Es fehlt somit am Rechtsschutzinteresse des Gesuchsgeg-
ners hinsichtlich seines Berufungsantrags Ziffer 8 und damit an einer Rechtsmit-
telvoraussetzung. Auf den entsprechenden Antrag ist somit nicht einzutreten.
- 17 -
3. Im Übrigen sind die Rechtsmittelvoraussetzungen vorliegend erfüllt: Die ge-
gen den erstinstanzlichen Endentscheid zulässige Berufung (Art. 308 Abs. 1 lit. a
ZPO) wurde form- und fristgerecht erhoben (Art. 314 Abs. 1 ZPO, Art. 142 f. ZPO
sowie Urk. 45/2) und ist rechtsgenügend begründet (Art. 311 Abs. 1 ZPO). Auf die
Berufung betreffend Ehegatten- und Kinderunterhalt ist demzufolge einzutreten.
- 18 -
III.
(Materielle Beurteilung)
1. Anwendbares Recht
Auf die Unterhaltspflicht zwischen Ehegatten und zwischen Eltern und Kind
ist das Haager Übereinkommen vom 2. Oktober 1973 über das auf die Unter-
haltspflicht anwendbare Recht (HUntÜ) anwendbar. Gemäss dessen Kollisionsre-
gelung werden die Unterhaltspflichten zwischen Ehegatten und zwischen Eltern
und Kind selbständig angeknüpft (vgl. auch Art. 49 IPRG, Art. 83 IPRG). Das Ab-
kommen hat erga omnes-Wirkung (Art. 3 HUntÜ). Nach Art. 4 Abs. 1 HUntÜ ist für
die in Art. 1 HUntÜ genannten Unterhaltspflichten das am gewöhnlichen Aufent-
halt des Unterhaltsberechtigten geltende innerstaatliche Recht massgebend. Ein
Statutenwechsel muss beachtet werden: Wechselt der Unterhaltsberechtigte sei-
nen gewöhnlichen Aufenthalt, so ist vom Zeitpunkt des Aufenthaltswechsels an –
ex nunc – das innerstaatliche Recht am neuen gewöhnlichen Aufenthalt anzu-
wenden (Art. 4 Abs. 2 HUntÜ; vgl. auch BSK IPRG-Courvoisier, Art. 49 N 12 f.).
Der von der Schweiz in diesem Zusammenhang gemachte Vorbehalt gemäss
Art. 15 i.V.m Art. 24 HUntÜ ist vorliegend für den Ehegattenunterhalt nicht ein-
schlägig, da die Gesuchstellerin nicht über die schweizerische Staatsangehörig-
keit verfügt. Ebenso wenig kommt Art. 8 HUntÜ (Sonderanknüpfung bei hängigem
Scheidungs- oder Trennungsverfahren) zur Anwendung, da Eheschutzmassnah-
men nicht darunter fallen (vgl. BSK IPRG-Courvoisier, Art. 49 N 20). Wie vorste-
hend ausgeführt, verlegte die Gesuchstellerin ihren Aufenthaltsort während des
Verfahrens nach Italien (vgl. E. III.1.3.). Vor Vorinstanz beantragte sie die Obhut
für die Kinder und verblieb nach Erlass des Massnahmeentscheids mit ihnen so-
lange in der Schweiz, bis ihr die Genehmigung zur Verlegung ihres Aufent-
haltsorts nach H._ erteilt worden war. Es erscheint daher angezeigt, den
Aufenthaltsortswechsel der Gesuchstellerin nach Italien gleichzeitig mit demjeni-
gen der Kinder auf den 20. Februar 2020 festzusetzen. Ab diesem Zeitpunkt – der
Einfachheit halber ab 1. März 2020 – ist auf ihren Unterhaltsanspruch italieni-
sches Recht anwendbar.
- 19 -
Die Kinder C._ und D._ sowie der Gesuchsgegner sind schweize-
rische Staatsangehörige. Auf den Kinderunterhalt ist somit aufgrund des von der
Schweiz angebrachten Vorbehalts (Art. 15 i.V.m. Art. 24 HUntÜ) auch nach dem
Wechsel des Aufenthaltsorts der Kinder nach Italien schweizerisches Recht an-
wendbar.
2. Berichtigung
2.1. Der Gesuchsgegner bringt vor, die Vorinstanz habe mit der Begründung des
erstinstanzlichen Urteils offensichtlich eine Berichtigung bei der Unterhaltsbe-
rechnung vorgenommen. Mangels Ausführungen dazu im begründeten Entscheid
könne nicht beurteilt werden, ob es sich dabei um einen Rechnungsfehler beim
Zusammenzählen der einzelnen Bedarfsposten oder aber um eine neue Beurtei-
lung handle, die eine Anhörung der Parteien und einen berichtigten Entscheid mit
neuem Erlassdatum erfordert hätte (Urk. 47 S. 20). Die Gesuchstellerin will für die
Unterhaltsberechnung die Zahlen gemäss begründetem und berichtigtem Urteil
angewendet wissen (Urk. 62 S. 12).
2.2. Die Vorinstanz eröffnete ihren Endentscheid zunächst in unbegründeter
(Urk. 39), hernach in begründeter Form (Urk. 48). Die Dispositive der beiden Fas-
sungen weisen Abweichungen auf: Die Kinder- und Ehegattenunterhaltsbeiträge
gemäss Urteilsdispositivziffer 5 und 6 wurden in der begründeten Fassung bei
sämtlichen Phasen gegenüber der unbegründeten Fassung abgeändert. Zudem
sind die in Dispositivziffer 7 des unbegründeten Urteils aufgeführten Bedarfszah-
len des Gesuchsgegners, teilweise auch diejenigen der Kinder, nicht deckungs-
gleich mit denjenigen von Dispositivziffer 7 der begründeten Fassung (Urk. 39
S. 5 f.; Urk. 48 S. 66 f.). Im begründeten Urteil findet sich unter der Bezeichnung
"Urteil und Verfügung vom 31. Oktober 2019" der Hinweis "(begründete und be-
richtigte Ausfertigung i.S.v. Art. 334 ZPO)" (Urk. 48 S. 1). Die Vorinstanz schweigt
sich in der Begründung indes darüber aus, zu welchen Punkten und inwiefern sie
eine Berichtigung vorgenommen habe (Urk. 48 S. 2 ff.).
2.3. Das Gericht kann einen gefällten und den Parteien eröffneten Endentscheid
grundsätzlich nicht mehr abändern. Mit der Eröffnung des Endentscheids ist der
- 20 -
Prozess für die jeweilige Instanz erledigt, weshalb sie auf die Entscheidung nicht
mehr zurückkommen kann (BK ZPO-Sterchi, Art. 334 N 2). Dass ein unbegründet
eröffneter Entscheid im Falle eines entsprechenden Begehrens noch zu begrün-
den ist (Art. 239 Abs. 2 ZPO), ändert daran nichts. Zu begründen ist einzig, was
bereits im Dispositiv erkannt und eröffnet wurde. Ausnahmsweise kann das Ge-
richt von sich aus auf einen bereits eröffneten Entscheid zurückkommen, wenn
das Urteilsdispositiv unklar, unvollständig oder widersprüchlich ist oder wenn es
mit der Begründung im Widerspruch steht. Letzteres setzt eine Begründung vo-
raus und entfällt damit vorliegend von Vornherein. Wie der Gesuchsgegner zutref-
fend festhält, ist vor der Berichtigung – vorbehältlich der Berichtigung blosser
Schreib- und Rechenfehler – den Parteien Gelegenheit zur Stellungnahme zu ge-
ben (Art. 334 Abs. 2 ZPO). Mangels Ausführungen im angefochtenen Entscheid
ist vorliegend unklar, ob mit der begründeten Fassung ein Schreib- oder Rechen-
fehler berichtigt wurde. Insofern hat die Vorinstanz ihre Begründungspflicht ver-
letzt. Nachdem dies jedoch von keiner Partei ausdrücklich beanstandet wurde und
sie ihren Berechnungen im Berufungsverfahren vielmehr die Zahlen des begrün-
deten Entscheids zugrunde legen (Urk. 47 S. 21 ff.; Urk. 62 S. 12 ff.), erscheint
eine Rückweisung als überspitzt formalistisch. Sie würde zu unnötigen Verzöge-
rungen führen, die mit dem Interesse der betroffenen Parteien an einer beförderli-
chen Beurteilung der Sache nicht zu vereinbaren wären (vgl. BGE 137 I 195
E. 2.3.1 m.w.H), weshalb davon abzusehen ist.
3. Phasen
Die Vorinstanz gliederte die Unterhaltspflicht des Gesuchsgegners in drei
Phasen. Die Phase I (17. März 2019 bis 31. August 2019) beschlägt den Zeit-
raum, in dem sich die Gesuchstellerin nach der Trennung der Parteien mit den
Kindern in H._/Italien aufhielt. In Phase II (1. September 2019 bis zu ihrem
Wegzug nach Italien per Ende Oktober 2019) lebte sie mit den Kindern in der
Schweiz. Phase III beginnt mit ihrem (erneuten) Wegzug nach Italien (ab
1. November 2019; Urk. 48 S. 26).
- 21 -
4. Phase I (17. März 2019 bis 31. August 2019)
4.1. Einkommen Gesuchsgegner
Die Vorinstanz erwog, der Gesuchsgegner arbeite seit dem 1. Juli 2019 in
einem 100%-Pensum als Koch im Alters- und Pflegeheim I._ in J._ und
erziele ein monatliches Nettoeinkommen von Fr. 6'983.– inkl. 13. Monatslohn,
exkl. Familienzulagen (Urk. 22 S. 23; Urk. 24/8). Zuvor sei er arbeitslos gewesen
und habe Arbeitslosenentschädigung erhalten (Urk. 24/9 S. 2 f.). Für Phase I
rechnete ihm die Vorinstanz daher ein monatliches Einkommen von Fr. 5'396.–
an, welches aus dem monatlichen Einkommen der Arbeitslosenversicherung von
17. März 2019 bis 30. Juni 2019 von gerundet Fr. 4'470.–, ab 1. Juli bis
31. August 2019 aus dem monatlichen Nettoeinkommen aus Erwerbstätigkeit von
Fr. 7'015.– (13 x Fr. 6'834.– geteilt durch 12 minus Fr. 388.– [BVG-Anteil ein Mo-
nat] resultiere (Urk. 48 S. 39 f.).
Der Gesuchsgegner wendet ein, er werde aufgrund seiner Erwerbsaufnah-
me im Juli 2019 nur einen halben 13. Monatslohn (pro rata) erhalten, weshalb
sein Nettoeinkommen für die Monate Juli und August 2019 lediglich gerundet
Fr. 6'719.– betrage (12 x Fr. 6'446.30 + 1 x Fr. 3'223.15 : 12), wobei der
13. Monatslohn als Lohnbestandteil ebenfalls BVG-pflichtig sei. Zusammen mit
den dreieinhalb Monaten Arbeitslosenentschädigung generiere der Gesuchsgeg-
ner in der ersten Phase somit monatliche Nettoeinkünfte von Fr. 5'288.– (Urk. 47
S. 23).
Es trifft zu, dass der Gesuchsgegner im Jahr 2019 aufgrund seiner Anstel-
lung per 1. Juli 2019 lediglich Anspruch auf eine pro rata Auszahlung im Umfang
eines hälftigen 13. Monatslohns hat, der ihm für den Zeitraum von Juli bis De-
zember 2019 ausbezahlt wird. Allerdings ist der hälftige 13. Monatslohn entgegen
der Berechnung des Gesuchsgegners nicht auf 12, sondern auf 6 Monate zu ver-
teilen. Gemäss der aktenkundigen Lohnabrechnung Juli 2019 erzielt der Ge-
suchsgegner einen monatlichen Nettolohn Fr. 6'446.30, zuzüglich Fr. 400.– Fami-
lienzulagen (Urk. 24/8). Für die relevanten Monate Juli und August 2019 ist daher
von einem monatlichen Nettoeinkommen von gerundet Fr. 6'985.– auszugehen (6
- 22 -
x Fr. 6'446.30 [Monate Juli - Dezember 2019] + Fr. 3'223.15 [Anteil 13. Monats-
lohn] : 6). Zusammen mit der während dreieinhalb Monaten ausbezahlten Arbeits-
losenentschädigung in unbestrittener Höhe von monatlich Fr. 4'470.– ergibt dies
für Phase I ein anrechenbares Nettoeinkommen von gerundet Fr. 5'385.– (Fr. 4'470.– x 3.5 Mte + [2 x Fr. 6'985.–] : 5.5 Mte).
4.2. Einkommen Gesuchstellerin
Der Gesuchstellerin wurde von der Vorinstanz für Phase I aufgrund ihrer
Mitthilfe im elterlichen Restaurant ein durchschnittliches Einkommen von
Fr. 600.– angerechnet, was unbeanstandet blieb (Urk. 48 S. 39; Urk. 47 S. 23 f.).
4.3. Bedarf Parteien
Die Vorinstanz ging für Phase I von folgenden Bedarfspositionen der Partei-
en und der Kinder aus (Urk. 48 S. 25 f., 28):
Gesuchstellerin C._ D._ Gesuchsgegner
a) Grundbetrag Fr. 813.– Fr. 260.– Fr. 260.– Fr. 1'200.–
b) Wohnkosten - - - Fr. 992.–
c) Krankenkasse (KVG) - Fr. 81.–- Fr. 81.–- Fr. 243.–
d) Krankenkasse (VVG) - - - Fr. 29.–
e) Kommunikationskosten Fr. 78.– - - Fr. 120.–
f) Billag - - - Fr. 30.–
g) Versicherungen - - - Fr. 41.–
h) Wehrpflichtersatz - - - Fr. 85.–
i) Fahrtkosten - - - Fr. 220.–
j) Verpflegung am
Arbeitsplatz Fr. 60.–
k) berufsbedingte Kosten - - - Fr. 5.–
l) Steuern - - - Fr. 270.–
Total Bedarf: Fr. 891.– Fr. 341.– Fr. 341.– Fr. 3'295.–
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4.4. Bedarf Kinder
4.4.1. Krankenkasse
Die Vorinstanz führte aus, der Gesuchsgegner habe die Krankenkassenpoli-
ce der Gesuchstellerin gekündigt. In Italien seien keine Krankenkassenprämien zu
bezahlen (Urk. 20 S. 11; Urk. 33 S. 13). Die Policen für C._ und D._
seien dagegen nach der Trennung weitergeführt worden. Sie betrügen pro Kind
Fr. 81.– (Urk. 24/12) und seien im Bedarf der Kinder zu berücksichtigen (Urk. 48
S. 30).
Der Gesuchsgegner wirft ein, die Krankenkassenbeiträge für die Kinder sei-
en von ihm während der ganzen ersten Phase (und bis Dezember 2019) bezahlt
worden. Vom Barunterhalt der Kinder seien folglich je Fr. 81.– in Abzug zu brin-
gen (Urk. 47 S. 21).
Die Gesuchstellerin bringt vor, der Gesuchsgegner sei nicht verpflichtet, die
Krankenkasse der Kinder direkt zu bezahlen. In Italien fielen keine Krankenkas-
senkosten für sie an, da sie vom Staat versichert seien (Urk. 62 S. 12 f.).
Es ist unbestritten, dass der Gesuchsgegner die Krankenkassenprämien der
Kinder freiwillig bezahlt hat. Deren (erneute) Berücksichtigung im Bedarf ist damit
ungerechtfertigt. Die entsprechende Position im Bedarf der Kinder reduziert sich
auf Fr. 0.–.
4.4.2. Fremdbetreuung
Die Gesuchstellerin behauptet neu, C._ besuche den Mittagstisch im
Kindergarten, wofür sie monatlich Euro 89.60 bezahle. D._ sei in der Spiel-
gruppe, die monatlich Euro 160.– koste (Urk. 62 S. 14).
Fremdbetreuungskosten sind grundsätzlich als direkte Kinderkosten im Be-
darf der Kinder anzurechnen. Eingereicht wurde eine Rechnung für den Monat
Februar 2020 der Società Cooperativa Sociale "ISIS" betreffend den "Micronido di
H._" für D._ im Umfang von Euro 160.– (Urk. 64/2) sowie eine Quittung
vom 2. März 2020 über Euro 89.60 mit dem handschriftlichen Vermerk "mensa
- 24 -
C._ " (Urk. 64/1). Die Behauptungen und Belege blieben unwidersprochen.
Die Vorinstanz ging von einem Umrechnungskurs von 1 Euro = Fr. 1.09 aus
(Urk. 48 S. 51), welcher auch im Berufungsverfahren zugrunde zu legen ist. Es
rechtfertigt sich daher, die belegten Kosten für den Mittagstisch im Umfang von
umgerechnet Fr. 98.– in C._s Bedarf und diejenigen für die Spielgruppe im Umfang von umgerechnet Fr. 174.– in D._s Bedarf anzurechnen.
4.5. Bedarf Gesuchsgegner
4.5.1. Wehrpflichtersatz
Die Vorinstanz hielt die Kosten betreffend Wehrpflichtersatz im Umfang von
gerundet Fr. 85.– für ausgewiesen (Urk. 48 S. 32; Urk. 24/20).
Der Gesuchsgegner wendet dagegen ein, im Jahre 2018 sei er arbeitslos
gewesen, weshalb der ausgewiesene einkommensabhängige Wehrpflichtersatz
viel tiefer ausgefallen sei als im Jahr 2017. Unter Berücksichtigung von 3% seines
steuerbaren Einkommens von ca. Fr. 84'000.– sei vielmehr von Fr. 210.– pro Mo-
nat, mindestens von den vor Vorinstanz geltend gemachten Fr. 116.– pro Monat
auszugehen (Urk. 47 S. 21; Urk. 22 S. 21 f).
Die Gesuchstellerin bringt vor, ein höherer Wehrpflichtersatz sei nicht belegt
und dürfte – da er vom steuerbaren Einkommen ausgehe – angesichts des Ab-
zugs der Kinderunterhaltsbeiträge noch tiefer ausfallen (Urk. 62 S. 13).
Der Gesuchstellerin ist beizupflichten. Entgegen seinen Ausführungen
(Urk. 47 S. 21) finden sich in den vorinstanzlichen Akten keine Belege des Ge-
suchsgegners zum Wehrpflichtersatz für das Beitragsjahr 2017. Auch im Beru-
fungsverfahren wird kein höherer Beitrag belegt. Es bleibt somit bei den von der
Vorinstanz angerechneten und belegten Fr. 85.–.
4.5.2. Auswärtige Verpflegung
Die Vorinstanz hielt dazu fest, der Gesuchsgegner habe glaubhaft ausge-
führt, dass er für seine eigene Verpflegung am Arbeitsplatz trotz seiner Tätigkeit
als Küchenchef selbst aufkommen müsse und sich nicht einfach in der Küche be-
- 25 -
dienen könne. Unter Berücksichtigung des Umstands, dass er rund einen Tag pro
Woche Homeoffice machen könne, fielen ihm Fr. 170.– pro Monat für auswärtige
Verpflegung an (durchschnittlich 17 Arbeitstage à Fr. 10.–). Für Phase I seien da-
her anteilsmässig bei zwei Monaten effektiver Arbeitstätigkeit pro Monat Fr. 60.–
für auswärtige Verpflegung anzurechnen (Fr. 170.– x 2 Monate: 5.5 [Anzahl Mo-
nate Phase I]; Urk. 48 S. 34 f.).
Der Gesuchsgegner moniert, er habe nie behauptet, dass er jede Woche ei-
nen Tag Homeoffice einlege. Er sei zwar zu solchen Einsätzen bereit, um mehr
Zeit mit den Kindern verbringen zu können, arbeite in Zeiten ohne Kinderbetreu-
ung jedoch nicht von zu Hause aus. Dies habe er auch in den Monaten Juli und
August 2019 nicht getan. Entsprechend sei ihm – anteilsmässig für die erste Pha-
se – für auswärtige Verpflegung der Maximalbetrag von Fr. 210.– pro Monat, mit-
hin monatlich Fr. 76.– anzurechnen (Urk. 47 S. 21).
Die Gesuchstellerin setzt dem nichts entgegen, behauptet jedoch wie schon
vor Vorinstanz (Urk. 33 S. 11), der Gesuchsgegner arbeite als Koch und könne
sich am Arbeitsplatz zumindest vergünstigt verpflegen (Urk. 62 S. 13).
Dem Arbeitsvertrag des Gesuchsgegners ist keine Regelung betreffend
Verpflegung zu entnehmen (Urk. 24/22). Ohne entsprechende Belege lässt sich
daher die Behauptung der Gesuchstellerin nicht erhärten, der Gesuchsgegner
könne sich vergünstigt am Arbeitsplatz verpflegen. Zur Arbeit im Homeoffice liess
dieser ausführen, solche Tage seien möglich (Urk. 35 S. 9) und er könne die Ein-
käufe für das Heim meist vom Homeoffice aus planen (Prot. I S. 37). Daraus ist
zwar zu schliessen, dass der Gesuchsgegner in der Vergangenheit seine Arbeit
auch im Homeoffice verrichtete. Entgegen der Ansicht der Vorinstanz lässt sich
daraus indes keine wöchentliche Regelmässigkeit ableiten. Vielmehr leuchtet ein,
dass der Gesuchsgegner seine Arbeit insbesondere dann im Homeoffice erledig-
te, wenn er die Kinder zu betreuen hatte, ansonsten aber am Arbeitsort arbeitete.
Da Anhaltspunkte für eine regelmässig einmal wöchentlich verrichtete Arbeit im
Homeoffice fehlen, rechtfertigt es sich, im Bedarf des Gesuchsgegners für
die Monate Juli und August 2019 je Fr. 210.– anzurechnen (21 Arbeitstage à
Fr. 10.–). Umgerechnet auf fünfeinhalb Monate ist demnach in Phase I ein Betrag
- 26 -
von monatlich Fr. 76.– für auswärtige Verpflegung aufzunehmen (Fr. 210.– x 2 Mte : 5,5 Mte).
4.5.3. Berufsauslagen
Nach Ansicht der Vorinstanz sei einleuchtend, dass ein Koch für seine Arbeit
Spezialschuhe benötige, die aufgrund der hohen Belastung regelmässig ausge-
tauscht werden müssten. Es rechtfertige sich daher, in der Phase I Fr. 5.– pro
Monat für berufsbedingte Kleidung bzw. Schuhe zu berücksichtigen (zwei Paar
Gesundheitsschuhe pro Jahr à Fr. 150.–, anteilsmässig berechnet für zwei Mona-
te effektiver Arbeitstätigkeit; Urk. 48 S. 36).
Der Gesuchsgegner will auch die Ausgaben für Kochjacken etc. im Umfang
von jährlich Fr. 756.– in seinem Bedarf berücksichtigt wissen. Zudem müssten die
Kosten für Gesundheitsschuhe von jährlich Fr. 300.– entgegen der Berechnung
der Vorinstanz mit Fr. 9.– veranschlagt werden, was zusammen einer monatli-
chen Belastung von Fr. 88.– bzw. bei effektiver Arbeitstätigkeit von zwei Monaten
in der Phase I Fr. 32.– entspreche (Urk. 47 S. 22). Die Gesuchstellerin bestreitet
eine Pflicht des Gesuchsgegners zur Bezahlung von Arbeitskleidung (Urk. 62
S. 13).
Ist nichts anderes verabredet oder üblich, so hat der Arbeitgeber den Arbeit-
nehmer mit den Geräten und dem Material auszurüsten, die dieser zur Arbeit be-
nötigt (Art. 327 OR Abs. 1 OR). Unter den Begriff Arbeitsmaterial werden auch
besondere Berufsbekleidungen eingeordnet. Ergibt sich durch Übung oder Abre-
de eine Pflicht des Arbeitnehmers, Material zu stellen, ist der Arbeitgeber dafür
entschädigungspflichtig (Streiff/von Kaenel/Rudolph, Arbeitsvertrag, 7. Aufl. 2012,
Art. 327 N 2 f.). Aus dem Arbeitsvertrag mit der I'._ AG ist keine Verpflich-
tung des Gesuchsgegners zur Übernahme der Kosten für Berufsbekleidung er-
sichtlich (Urk. 24/22). Solches geht auch nicht aus der eingereichten Rechnung
von K._ vom 5. August 2019 für diverse Kochjacken und Hosen hervor, die
an das Alters- und Pflegeheim I._ in J._ gerichtet ist (Urk. 24/15). Weite-
re Abreden zwischen dem Gesuchsgegner und seiner Arbeitgeberin sind nicht ak-
tenkundig. Damit ist die Behauptung des Gesuchsgegners nicht glaubhaft, wo-
- 27 -
nach er für seine Arbeitskleidung selber aufkommen müsse. Die geltend gemach-
ten Kosten sind nicht im Bedarf des Gesuchsgegners anzurechnen.
4.6. Bedarf Gesuchstellerin / Kommunikationskosten
Die Vorinstanz rechnete der Gesuchstellerin in Phase I den gerichtsüblichen
Betrag für Telekommunikationskosten von Fr. 120.– an, reduziert aufgrund ihres
Aufenthalts in Italien anhand des Kaufkraftvergleichs (UBS Preise und Löhne,
Ausgabe 2018) um 35% auf Fr. 78.– (Urk. 48 S. 31, S. 29).
Nach Ansicht des Gesuchsgegners verkenne die Vorinstanz, dass Kommu-
nikationskosten im übrigen Europa ungleich tiefer seien als in der Schweiz. Die
Gesuchstellerin habe ihre Kosten nicht belegt. Da es im Haus der Schwiegerel-
tern kein Haustelefon gebe, fielen der Gesuchstellerin lediglich Kosten für das
Mobiltelefon an. Eine Recherche im Internet bei den drei grössten Anbietern Itali-
ens zeige für ein unbegrenztes Abonnement Preise von maximal Euro 50.– bzw.
Fr. 55.–. Somit seien die Kommunikationskosten (Telefon/TV/Internet) der Ge-
suchstellerin auf maximal Fr. 60.– festzulegen (Urk. 47 S. 22).
Dem hält die Gesuchstellerin entgegen, sie könne sich kein Abonnement
leisten. Die Kosten für Prepaid Telefonie könnten bekanntlich nicht belegt werden
und fielen eher höher als monatlich Fr. 78.– aus (Urk. 62 S. 13).
Der Einwand der Gesuchstellerin verfängt nicht. Dass ihr lediglich Kosten für
das Mobiltelefon anfallen, hat sie nicht in Abrede gestellt (Urk. 62 S. 13). Der Ge-
suchsgegner hat die Preise für ein unbegrenztes Abonnement in Italien mit mo-
natlich Fr. 55.– beziffert und belegt (Urk. 47 S. 22; Urk. 50/8). Dazu hat sich die
Gesuchstellerin nicht geäussert (Urk. 62 S. 13). Insoweit sie behauptet, die Kos-
ten für Prepaid Telefonie fielen in Italien höher aus als monatlich Fr. 78.–, ist nicht
einzusehen, weshalb sie kein Abonnement zum unbestritten gebliebenen tieferen
Preis löst. Im Bedarf der Gesuchstellerin sind somit lediglich Kommunikationskos-
ten in vom Gesuchsgegner anerkannter Höhe von Fr. 60.– anzurechnen.
- 28 -
4.7. Tabelle Bedarfspositionen Phase I
Die übrigen Bedarfspositionen wurden im Berufungsverfahren nicht bean-
standet und erweisen sich als angemessen, weshalb insofern auf die zutreffenden
und unbestritten gebliebenen Ausführungen der Vorinstanz zu verweisen ist
(Urk. 48 S. 28 ff.). Zusammenfassend ist damit von folgendem Bedarf der Partei-
en und der Kinder auszugehen (Abweichungen zum angefochtenen Entscheid fett
gekennzeichnet):
C._ D._ Gesuchsgegner
a) Grundbetrag Fr. 813.– Fr. 260.– Fr. 260.– Fr. 1'200.–
b) Wohnkosten - - - Fr. 992.–
c) Krankenkasse (KVG) - Fr. 0.– Fr. 0.– Fr. 243.–
d) Krankenkasse (VVG) - - - Fr. 29.–
e) Kommunikationskosten Fr. 60.– - - Fr. 120.–
f) Serafe - - - Fr. 30.–
g) Versicherungen - - - Fr. 41.–
h) Wehrpflichtersatz - - - Fr. 85.–
i) Fahrtkosten - - - Fr. 220.–
j) auswärtige Verpflegung Fr. 76.–
k) Berufsauslagen - - - Fr. 0.–
l) Steuern - - - Fr. 270.–
m) Fremdbetreuung Fr. 98.– Fr. 174.–
Zwischentotal: Fr. 873.– Fr. 358.– Fr. 434.– Fr. 3'306.–
Total (aufgerundet): Fr. 875.– Fr. 360.– Fr. 435.– Fr. 3'310.–
- 29 -
5. Phase II (1. September 2019 bis 31. Oktober 2019)
5.1. Einkommen Gesuchsgegner
Der Gesuchsgegner rügt die Höhe des ihm von der Vorinstanz angerechne-
ten Nettoeinkommens von Fr. 7015.– (Urk. 48 S. 47) und will sich lediglich ein
Solches von Fr. 6'719.– anrechnen lassen (Urk. 47 S. 25). Es kann auf die vor-
stehenden Erwägungen zum Nettoeinkommen des Gesuchsgegners ab 1. Juli
2019 verwiesen werden (vgl. E. III.4.1.). Entsprechend ist dem Gesuchsgegner für
Phase II ein monatliches Nettoeinkommen von Fr. 6'983.–, gerundet Fr. 6'985.– anzurechnen.
5.2. Einkommen Gesuchstellerin
Die Vorinstanz rechnete der Gesuchstellerin in dieser Phase, in der sie in
der Schweiz lebte, kein Einkommen an (Urk. 48 S. 47). Dies blieb unbeanstandet
(Urk. 47).
5.3. Bedarf Kinder
5.3.1. Krankenkasse
Hinsichtlich der wiederum beanstandeten Krankenkassenkosten für die Kin-
der ist ebenfalls auf die vorstehenden Erwägungen zu Phase I zu verweisen (vgl.
vorstehend E.III.4.4.1.). Die Kosten von monatlich Fr. 81.– sind nicht zu berück-
sichtigen.
5.3.2. Fremdbetreuung
Zwar lebten die Kinder in Phase II mit der Gesuchstellerin in F._ und
nahmen in Italien keine Fremdbetreuung in Anspruch. Eine Sistierung der ent-
sprechenden Verträge wurde jedoch nicht behauptet, weshalb die Kosten für den
Mittagstisch von C._ von monatlich Fr. 98.– und diejenigen für die  von D._ von monatlich Fr. 174.– auch während der zweimonatigen  der Kinder in deren Bedarf anzurechnen sind.
- 30 -
5.4. Bedarf Gesuchsgegner
5.4.1. Wehrpflichtersatz, auswärtige Verpflegung, Berufsauslagen
Zum Bestand der entsprechenden Kosten ist auf die vorstehenden Erwä-
gungen zu Phase I zu verweisen (vgl. E. III.4.5.1-4.5.3.). Da der Gesuchsgegner
in Phase II vollumfänglich erwerbstätig war, sind ihm die Kosten für die auswärti-
ge Verpflegung im Umfang von 21 Arbeitstagen à Fr. 10.–, mithin in Höhe von
Fr. 210.– pro Monat anzurechnen. Beim Wehrpflichtersatz bleibt es bei Fr. 85.– monatlich und für Berufsauslagen ist kein Betrag einzusetzen.
5.4.2. Mobilitätskosten
Bereits die Vorinstanz berücksichtigte in Phase II für Fahrtkosten des Ge-
suchsgegners einen Pauschalbetrag von monatlich Fr. 600.– (Urk. 48 S. 45 f.).
Die Rüge des Gesuchsgegners, die Bedarfsrechnung sei entsprechend anzupas-
sen (Urk. 47 S. 25), ist daher nicht stichhaltig.
5.5. Bedarf Gesuchstellerin / Kommunikationskosten
Die Vorinstanz erwog dazu, da sich beide Parteien in Phase II in der
Schweiz aufhielten, sei im Sinne der Gleichbehandlung auch der Gesuchstellerin
der volle gerichtsübliche Betrag in Höhe von Fr. 120.– pro Monat im Bedarf anzu-
rechnen (Urk. 48 S. 46).
Der Gesuchsgegner rügt, die Vorinstanz verkenne, dass die Kosten für Tele-
fon, Internet und TV in der ehelichen Wohnung in F._ in der gesamten Zeit-
spanne von ihm übernommen worden seien. Unter der Position Kommunikation
seien somit nur die bisherigen Kosten von höchstens Fr. 60.– zu berücksichtigen
(Urk. 47 S. 24). Die Gesuchstellerin bestreitet die Kostenübernahme durch den
Gesuchsgegner (Urk. 62 S. 15).
Belege für die Übernahme der Kommunikationskosten der Gesuchstellerin
durch den Gesuchsgegner liegen keine im Recht. Die bestrittene Behauptung ist
demnach nicht glaubhaft. Andere Einwände gegen die Anrechnung der Kosten
- 31 -
wurden nicht vorgebracht, weshalb an der Berücksichtigung von monatlich
Fr. 120.– im Bedarf der Gesuchstellerin festzuhalten ist.
5.6. Tabelle Bedarfspositionen Phase II
Die übrigen Bedarfspositionen blieben berufungsweise unbeanstandet. Für
Phase II ist somit von folgenden Bedarfspositionen der Parteien und der Kinder
auszugehen (Abweichungen zum angefochtenen Entscheid fett gekennzeichnet):
Gesuchstellerin C._ D._ Gesuchsgegner
a) Grundbetrag Fr. 1'350.– Fr. 400.– Fr. 400.– Fr. 1'200.–
b) Wohnkosten - - - Fr. 992.–
c) Krankenkasse (KVG) - Fr. 0.– Fr. 0.– Fr. 243.–
d) Krankenkasse (VVG) - - - Fr. 29.–
e) Kommunikationskosten Fr. 120.– - - Fr. 120.–
f) Serafe - - - Fr. 30.–
g) Versicherungen - - - Fr. 41.–
h) Wehrpflichtersatz - - - Fr. 85.–
i) Mobilitätskosten - - - Fr. 600.–
j) auswärtige Verpflegung Fr. 210.–
k) Berufsauslagen - - - Fr. 0.–
l) Steuern - - - Fr. 240.–
m) Fremdbetreuung Fr. 98.– Fr. 174.–
Zwischentotal: Fr. 1'470.– Fr. 498.– Fr. 574.– Fr. 3'790.–
Total (aufgerundet): Fr. 1'470.– Fr. 500.– Fr. 575.– Fr. 3'790.–
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6. Phase III (ab 1. November 2019)
6.1. Einkommen Gesuchsgegner
Der Gesuchsgegner anerkennt, ab 1. November 2019 ein Einkommen von
monatlich Fr. 6'983.– (inkl. 13. Monatslohn) zu erzielen (Urk. 47 S. 29), was sich
mit der Auffassung der Gesuchstellerin deckt (Urk. 62 S. 17) und dem ihm bereits
in Phase II angerechneten, auf Fr. 6'985.– gerundeten Einkommen entspricht (vgl. vorstehend E. III.5.1.). Weitere Ausführungen erübrigen sich dazu.
6.2. Einkommen Gesuchstellerin
Die Vorinstanz erwog, die Gesuchstellerin sei nach bundesgerichtlicher
Rechtsprechung aufgrund des Alters der beiden Kinder von (im Zeitpunkt des an-
gefochtenen Entscheids) knapp vier und eineinhalb Jahren nicht zur Erwerbstä-
tigkeit verpflichtet. Da sie jedoch weiterhin im gleichen Umfang im Betrieb der El-
tern aushelfen wolle, sei ihr für Phase III ein hypothetisches Einkommen von mo-
natlich Fr. 400.– anzurechnen (Urk. 48 S. 54).
Der Gesuchsgegner rügt, die Herabsetzung des Einkommens von Fr. 600.–
(Phase I) auf Fr. 400.– sei willkürlich, zumal die Gesuchstellerin selbst ausgeführt
habe, im gleichen Umfang weiterarbeiten zu wollen. Zudem habe der Gesuchs-
gegner erfahren, dass die Gesuchstellerin nicht nur C._, sondern auch
D._ täglich fremdbetreuen lasse. Sie habe somit Zeit, täglich im elterlichen
Restaurationsbetrieb zu arbeiten. Nachdem sie nach eigenen Angaben etwa Eu-
ro 80.– pro Tag verdienen könne, sei ihr ein hypothetisches Einkommen bei
durchschnittlich 21 Arbeitstagen pro Woche (gemeint wohl pro Monat) von Eu-
ro 1'680.– resp. Fr. 1'825.– anzurechnen, reduziert aufgrund allfällig betreuungs-
bedingter zeitlicher Einschränkungen auf Fr. 1'500.–, mindestens aber auf die
vom Gesuchsgegner erstinstanzlich geltend gemachten Einkünfte von Fr. 920.–
(10 Tage à Euro 80.–; Urk. 47 S. 29).
- 33 -
Die Gesuchstellerin wendet dagegen ein, sie helfe nur jeweils morgens zwi-
schen 9.00 Uhr und 12.00 Uhr im Betrieb der Eltern mit und manchmal am Wo-
chenende. Oft sei aber keine Arbeit vorhanden und sie arbeite nicht (Urk. 62
S. 17).
Bei den vorinstanzlichen Akten liegen weder Lohnabrechnungen noch
Bankauszüge der Gesuchstellerin, welche ihr durchschnittlich erzieltes Einkom-
men im Restaurationsbetrieb ihrer Eltern belegen. Schon vor Vorinstanz liess sie
ausführen, sie könne im Restaurant maximal Euro 500.– bis 600.– verdienen.
Tatsächlich handle es sich dabei um eine familiäre Unterstützung der Eltern, um
die teils fehlenden Unterhaltszahlungen des Gesuchsgegners auszugleichen.
Über längere Zeit könne damit nicht gerechnet werden (Urk. 20 S. 10). Diese
Darstellung erscheint glaubhaft, ist doch nachvollziehbar, dass der Arbeitsanfall
im elterlichen Restaurationsberieb Schwankungen unterworfen ist. Dass die Ge-
suchstellerin einer Erwerbstätigkeit im Umfang eines 50%-Pensums bei einem
anderem Arbeitsgeber nachzugehen hätte, macht selbst der Gesuchsgegner nicht
geltend (Urk. 47 S. 29). Es erscheint damit angemessen, der Gesuchstellerin als
Hauptbetreuungsperson der nunmehr zwei- und viereinhalbjährigen Kinder ein
Einkommen im elterlichen Betrieb von monatlich Fr. 400.– anzurechnen.
6.3. Bedarf Kinder / Musikstunde, Fremdbetreuung
Die Gesuchstellerin behauptet neu, die Kinder besuchten seit einiger Zeit ei-
ne Musikgruppe, wofür die Gesuchstellerin je Euro 30.– pro Monat bezahle
(Urk. 62 S. 17). Eingereicht wurde eine Quittung der "Comune di H._ Servizi-
o, Tesoreria" datierend vom 6. November 2019 über Euro 30.–, auf der als Zah-
lungsgrund (causale) "musica infanzia D._ e C._" angegeben ist
(Urk. 64/3). Die Behauptungen und der Beleg dazu blieben unwidersprochen. Die
Vorinstanz ging von einem Umrechnungskurs von 1 Euro = Fr. 1.09 aus (Urk. 48
S. 51), der – wie erwähnt – auch im Berufungsverfahren zugrunde zu legen ist.
Die Musikstunde von umgerechnet Fr. 33.– ist im Bedarf der Kinder zu berück-
sichtigen, allerdings bei jedem Kind mit nur je Fr. 17.–, da die Kosten für beide Kinder zusammen mit Euro 30.– belegt sind.
- 34 -
Wie in den vorangehenden Phasen sind auch in Phase III die Fremdbetreu-
ungskosten (für C._ Fr. 98.–, für D._ Fr. 174.–) in den Bedarf der Kinder aufzunehmen.
6.4. Bedarf Gesuchsgegner / Ausübung Besuchsrecht
Die Vorinstanz gestand dem Gesuchsgegner Reisekosten von monatlich
Fr. 650.– zur Ausübung des Besuchsrechts in Italien zu. Dieser Betrag setze sich
zusammen aus durchschnittlichen Flugkosten von Fr. 150.–, Mietkosten für ein
kindergerechtes Mietauto im Umfang von Fr. 200.–, Benzinkosten von Fr. 200.–
(2 Fahrten Neapel - H._ à 144 km x Fr. 0.70) und Autobahngebühren von
Fr. 100.– (Urk. 47 S. 52 ff.).
Der Gesuchsgegner hält die Würdigung der Vorinstanz für unzutreffend. Al-
lein die durchschnittlichen Flugkosten mit Easyjet würden Fr. 190.– betragen. Zu-
dem könne der Gesuchsgegner aus zeitlichen und organisatorischen Gründen
nicht immer die vergleichsweise günstige Fluglinie Easyjet wählen, sondern müs-
se auch mit Swiss (durchschnittliche Flugkosten von Fr. 350.–) oder mit dem Auto
(Fr. 2'200.– für Benzin- und Mietkosten sowie Autobahngebühr) reisen. Hinzu
komme, dass der Gesuchsgegner die Reise nach H._ nicht nur für die Be-
suchswochenenden, sondern etwa vier- bis sechsmal jährlich zwecks Abholens
der Kinder für die Ferien antreten müsse. Zu den von der Vorinstanz berechneten
Reisekosten kämen überdies je ca. Fr. 50.– für die Miete von Kindersitzen hinzu.
Insgesamt sei von monatlichen Kosten von mindestens Fr. 1'200.– auszugehen
(Urk. 47 S. 26 f.).
Entgegen den Ausführungen des Gesuchsgegners erweist sich die Anrech-
nung von durchschnittlichen Kosten für den Flug Zürich - Neapel - Zürich von
Fr. 150.– als angemessen, zumal dem Gesuchsgegner zumutbar ist, seine Besu-
che längerfristig zu planen und er nur in Ausnahmefällen spontane Reisen zu un-
ternehmen hat. Selbst bei den Fluglinien Swiss oder Alitalia sind unter diesen
Vorgaben Flüge zum Preis von 100.– bis Fr. 150.– (Hin- und Rückflug) erhältlich.
Die Kosten für die Miete von Kindersitzen werden bei der Automiete separat aus-
gewiesen. Ob sie bei den "Mietkosten für ein kindergerechtes Mietauto" berück-
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sichtigt wurden, ist aus den Erwägungen des angefochtenen Entscheids nicht er-
sichtlich (Urk. 48 S. 53). Nach Konsultation der dort angegebenen Internetseite für
Autovermietung erscheint es angemessen, die Automietkosten (inkl. Kindersitze)
auf Fr. 250.– zu erhöhen. Ebenfalls zutreffend ist der Hinweis des Gesuchsgeg-
ners, wonach er die Reise nach H._ nicht nur für die monatliche Ausübung
des Besuchsrechts, sondern auch zwecks Abholen der Kinder für die Ferien an-
zutreten habe. Die weiteren, von der Vorinstanz veranschlagten Reisekosten blie-
ben unbeanstandet (Urk. 47 S. 26 f.). Insgesamt erscheint es demnach angemes-
sen, im Bedarf des Gesuchsgegners für die Besuchsrechtsausübung monatlich
Fr. 930.– einzurechnen (Fr. 150.– Flugkosten, Fr. 250.– Automietkosten, Fr. 200.– Benzinkosten, Fr. 100.– Autobahngebühren = Fr. 700.– x 16 : 12).
6.5. Bedarf Gesuchstellerin
6.5.1. Wohnkosten
Die Vorinstanz erkannte der Gesuchstellerin für sich und die Kinder einen
Anspruch auf eine eigene Wohnung zu einem Mietzins von Fr. 420.– zu, den sie
zu 60% dem Bedarf der Gesuchstellerin (Fr. 260.–) und zu je 20% dem Bedarf
der Kinder (je Fr. 80.–) anrechnete. Zur Begründung führte sie an, der eingesetzte
hypothetische Mietzins entspreche in etwa den Mietkosten für eine 3- bis 3.5-
Zimmerwohnung in der Region H._ (Urk. 48 S. 51).
Der Gesuchsgegner wendet ein, die Gesuchstellerin lebe mit den Kindern
auch Ende Dezember 2019 und somit nach wie vor bei ihren Eltern in der Liegen-
schaft. Es sei davon auszugehen, dass sie sich mit der aktuellen Lösung arran-
giert habe und keine hypothetischen Wohnkosten bei ihr anfielen. Eventualiter
anerkennt der Gesuchsgegner unter Berücksichtigung des von der Vorinstanz
angewendeten Verteilschlüssels Wohnkosten der Gesuchstellerin von Fr. 160.–
und der Kinder von je Fr. 60.–. Zur Begründung führt er aus, eine 4-
Zimmerwohnung in H._ koste Euro 250.– resp. Fr. 280.– (Urk. 47 S. 27 f.).
- 36 -
Die Gesuchstellerin behauptet, sie könne belegen, dass sie Wohnkosten
von monatlich Euro 350.– bezahle, reicht die angekündigte Urkunde jedoch nicht
ein (Urk. 62 S. 16; Urk. 63; Urk. 64).
Der Vorinstanz ist darin beizupflichten, dass die Gesuchstellerin in Italien
Anspruch auf eine eigene Wohnung für sich und die Kinder hat, weshalb ihnen
Wohnkosten im Bedarf anzurechnen sind. Sie erscheinen im von der Gesuchstel-
lerin behaupteten Umfang von Euro 350.– resp. Fr. 380.– angemessen (vgl.
www.mioaffitto.it) und sind im anerkannten Verhältnis zu 60% dem Bedarf der
Gesuchstellerin (Fr. 230.–) und zu je 20% im Bedarf der Kinder (je Fr. 75.–) .
6.5.2. Kommunikationskosten
Für die Kommunikationskosten ist auf die vorstehenden Ausführungen in
Phase I (E. III.4.6.1.) zu verweisen.
6.6. Tabelle Bedarfspositionen Phase III
Die übrigen Bedarfspositionen blieben berufungsweise unbeanstandet. Für
Phase III ist somit von folgenden Bedarfspositionen der Parteien und der Kinder
auszugehen (Abweichungen zum angefochtenen Entscheid fett gekennzeichnet):
C._ D._ Gesuchsgegner
a) Grundbetrag Fr. 878.– Fr. 260.– Fr. 260.– Fr. 1'200.–
b) Wohnkosten Fr. 230.– Fr. 75.– Fr. 75.– Fr. 992.–
c) Krankenkasse (KVG) Fr. 0.– Fr. 0.– Fr. 243.–
d) Krankenkasse (VVG) Fr. 29.–
e) Kommunikationskosten Fr. 60.– Fr. 120.–
f) Serafe Fr. 30.–
g) Versicherungen Fr. 41.–
h) Wehrpflichtersatz Fr. 85.–
i) Fahrtkosten Fr. 220.–
- 37 -
6.7. Aufenthaltsortswechsel
6.7.1. Seit dem legitimen Wegzug der Gesuchstellerin mit den Kindern nach Ita-
lien ist für die Beurteilung des Ehegattenunterhalts wie ausgeführt italienisches
Recht massgebend.
6.7.2. Die unterhaltsrechtlichen Folgen der Trennung von Tisch und Bett (sepa-
razione personale), welche die Ehe nicht auflöst, regeln die Art. 150 ff. Codice ci-
vile (CCiv). Unterschieden wird zwischen dem Anspruch auf Trennungsunterhalt
(mantenimento, Art. 156 CCiv) und dem Anspruch auf alimenti (Art. 433 CCiv).
Während sich der Trennungsunterhalt an den ehelichen Lebensverhältnissen ori-
entiert, stellen die alimenti lediglich den notwendigen Unterhalt sicher. Vorausset-
zung für den Anspruch auf Trennungsunterhalt ist, dass die Trennung dem an-
sprechenden Ehegatten nicht zuzurechnen ist (Art. 156 Abs. 1 CCiv; vgl. zum
Ganzen Bergman/Ferid/Henrich, Internationales Ehe- und Kindschaftsrecht, Ord-
ner VIII, Italien, S. 41).
j) auswärtige Verpflegung Fr. 210.–
k) Berufsauslagen Fr. 0.–
l) Steuern Fr. 366.–
m) Fremdbetreuung Fr. 98.– Fr. 174.–
n) Musikstunde Fr. 17.– Fr. 17.–
o) Besuchsrecht Fr. 930.–
Zwischentotal: Fr. 1'168.– Fr. 450.– Fr. 526.– Fr. 4'466.–
Total (aufgerundet): Fr. 1'170.– Fr. 450.– Fr. 530.– Fr. 4'470.–
- 38 -
Die Parteien führen zum Grund der Trennung an, die Ehe sei insbesondere
durch die Arbeitslosigkeit des Gesuchsgegners (Urk. 22 S. 5) und das schwierige
Verhältnis der Gesuchstellerin zu den Schwiegereltern resp. zur Familie des Ge-
suchsgegners (Urk. 33 S. 4) belastet gewesen. Ursprünglich hätten die Ehegatten
eine friedliche Trennung angestrebt (Urk. 20 S. 4; Urk. 6 S. 1). Die vom Gesuchs-
gegner ins Feld geführten Streitigkeiten zwischen den Ehegatten (Urk. 6) betref-
fen einen nach erfolgter tatsächlicher Trennung entstandenen Konflikt hinsichtlich
Obhutszuteilung und Ausgestaltung des Besuchsrechts und sind damit für die
Trennung nicht ursächlich. Insgesamt ist die Trennung demnach keinem der Ehe-
gatten, insbesondere nicht der ansprechenden Gesuchstellerin zuzurechnen.
Folglich hat sie Anspruch auf Trennungsunterhalt im Sinne von Art. 156
Abs. 1 Cciv. Dessen Umfang orientiert sich zum einen an den gelebten ehelichen
Verhältnissen, zum anderen an den Verhältnissen und Einkünften des zahlungs-
pflichtigen Gesuchsgegners (Art. 156 Abs. 2 Cciv). Die Bemessungskriterien für
den Trennungsunterhalt entsprechen demnach denjenigen für den Ehegattenun-
terhalt im Eheschutz nach schweizerischem Recht. Es kann daher auch für die
Zeit nach dem Aufenthaltsortswechsel der Gesuchstellerin, mithin nach 1. März
2020, auf die Feststellungen zu den Bedarfs- und Einkommenszahlen der Partei-
en in Phase III verwiesen werden (vgl. vorstehend E. III.6.1.-6.).
7. Berechnung der Unterhaltsbeiträge
7.1. Grundlagen
Zusammenfassend ergeben sich folgende für die Unterhaltsberechnung
massgebende Grundlagen:
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Phase I Phase II Phase III 17.3.2019 -
31.8.2019 1.9.2019 - 31.10.2019
ab 1.11.2019
Einkommen Gesuchstellerin
Fr. 600.00 Fr. 0.00 Fr. 400.00
Einkommen Gesuchsgegner
Fr. 5'385.00 Fr. 6'985.00 Fr. 6'985.00
Einkommen C._
Fr. 200.00 Fr. 200.00 Fr. 200.00
Einkommen D._
Fr. 200.00 Fr. 200.00 Fr. 200.00
Total: Fr. 6'385.00 Fr. 7'385.00 Fr. 7'785.00
Bedarf Gesuchstellerin
Fr. 875.00 Fr. 1'470.00 Fr. 1'170.00
Bedarf Gesuchsgegner
Fr. 3'310.00 Fr. 3'790.00 Fr. 4'470.00
Bedarf C._
Fr. 360.00 Fr. 500.00 Fr. 450.00
Bedarf D._
Fr. 435.00 Fr. 575.00 Fr. 530.00
Total: Fr. 4'980.00 Fr. 6'335.00 Fr. 6'620.00
Überschuss Fr. 1'405.00 Fr. 1'050.00 Fr. 1'165.00
7.2. Phase I (17. März 2019 bis 31. August 2019)
7.2.1. Der Barunterhalt der Kinder ergibt sich aus ihrem Barbedarf abzüglich der
Familienzulagen von je Fr. 200.–. Es resultiert somit bei C._ ein Barunter-
haltsbetrag von Fr. 160.–, bei D._ ein solcher von Fr. 235.–.
7.2.2. Neben dem Barunterhalt steht dem Kind seit 1. Januar 2017 auch ein Be-
treuungsunterhalt zu. Grundlage dafür bildet Art. 285 Abs. 2 ZGB. Der Betreu-
ungsunterhalt umfasst die Lebenshaltungskosten des betreuenden Elternteils,
soweit er aufgrund der Betreuung nicht selbst für diese Kosten aufkommen kann
- 40 -
(Botschaft S. 551, 552 oben, 554 f.). Die Lebenshaltungskosten der Gesuchstelle-
rin betragen Fr. 875.–. Nach Anrechnung ihres in Phase I erzielten Einkommens
von Fr. 600.– resultiert ein Eigenversorgungsmanko von Fr. 275.–, das vom Ge-
suchsgegner in Form von Betreuungsunterhalt auszugleichen ist.
7.2.3. Der monatliche Überschuss der Parteien in Phase I beträgt Fr. 1'405.–.
Wird die unbeanstandet gebliebene Überschussverteilung im Umfang von 50% an
den Gesuchsgegner, 20% an die Gesuchstellerin und je 15% an die Kinder zu-
grunde gelegt, resultieren Überschussbeiträge von gerundet je Fr. 211.– für die
Kinder, von Fr. 281.– für die Gesuchstellerin und von Fr. 702.– für den Gesuchs-
gegner.
7.2.4. Für Phase I ergeben sich damit folgende durch den Gesuchsgegner zu
leistende Unterhaltsbeiträge:
- Fr. 508.– (zzgl. Familienzulagen) für C._ (davon Fr. 160.– Barun-
terhalt, Fr. 137.– Betreuungsunterhalt und Fr. 211.– Überschussbeteili-
gung)
- Fr. 584.– (zzgl. Familienzulagen) für D._ (davon Fr. 235.– Barun-
terhalt, Fr. 138.– Betreuungsunterhalt und Fr. 211.– Überschussbeteili-
gung)
- Fr. 281.– für die Gesuchstellerin persönlich (Überschussbeteiligung).
7.3. Phase II (1. September 2019 bis 31. Oktober 2019)
7.3.1. Der Barunterhalt von C._ beträgt nach Anrechnung der Familienzula-
gen Fr. 300.–, derjenige von D._ Fr. 375.–.
7.3.2. Die Lebenshaltungskosten der Gesuchstellerin belaufen sich auf
Fr. 1'470.–. Da sie in Phase II kein Einkommen erzielte, weist die Gesuchstellerin
ein Versorgungsmanko von Fr. 1'470.– auf, das der Gesuchsgegner in Form von
Betreuungsunterhalt zu decken hat.
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7.3.3. Der monatliche Überschuss der Parteien beträgt Fr. 1'050.– und ist im un-
bestrittenen Verhältnis im Umfang von gerundet je Fr. 158.– an die Kinder (je
15%), Fr. 210.– an die Gesuchstellerin (20%) und Fr. 524.– an den Gesuchsgeg-
ner (50%) aufzuteilen.
7.3.4. Der Gesuchsgegner hat in Phase II demzufolge folgende Unterhaltsbeiträ-
ge zu leisten:
- Fr. 1'193.– (zzgl. Familienzulagen) für C._ (davon Fr. 300.– Bar-
unterhalt, Fr. 735.– Betreuungsunterhalt und Fr. 158.– Überschussbe-
teiligung)
- Fr. 1'268.– (zzgl. Familienzulagen) für D._ (davon Fr. 375.– Bar-
unterhalt, Fr. 735.– Betreuungsunterhalt und Fr. 158.– Überschussbe-
teiligung)
- Fr. 210.– für die Gesuchstellerin persönlich (Überschussbeteiligung).
7.4. Phase III (ab 1. November 2019)
7.4.1. Der Kinderunterhalt inkl. Betreuungsunterhalt richtet sich für die ganze
Phase III nach schweizerischem Recht, während auf den Ehegattenunterhalt ab
1. März 2020 italienisches Recht anwendbar ist. Ab 1. März 2020 hat die Gesuch-
stellerin wie ausgeführt Anspruch auf Trennungsunterhalt gemäss
Art. 156 Abs. 2 CCiv, bei dessen Bemessung die gelebten ehelichen Verhältnisse
sowie die Verhältnisse und Einkünfte des zahlungspflichtigen Gesuchsgegners zu
berücksichtigen sind (vgl. vorstehend E. III.6.7.). Die Ermittlung des Überschus-
ses nach schweizerischem Recht geschieht unter denselben Prämissen, mithin
nach Einbezug der finanziellen Verhältnisse des Unterhaltspflichtigen und unter
Berücksichtigen der Lebenshaltungskosten gemäss den während der Ehe geleb-
ten Verhältnissen. Es rechtfertigt sich daher, die Gesuchstellerin auch nach dem
1. März 2020 analog zur Unterhaltsberechnung nach schweizerischem Recht am
Überschuss zu beteiligen. Demzufolge ist sowohl nach Anwendung schweizeri-
schen Rechts als auch italienischen Rechts für die gesamte Phase III von nach-
stehender Unterhaltsberechnung auszugehen.
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7.4.2. Der Barunterhalt von C._ beträgt Fr. 250.–, derjenige von D._
Fr. 330.–.
7.4.3. Die Lebenshaltungskosten der Gesuchstellerin betragen Fr. 1'170.–. Unter
Anrechnung des von ihr in Phase III zu erzielenden Einkommens von Fr. 400.–
resultiert ein betreuungsbedingtes Manko von Fr. 770.–, das vom Gesuchsgegner
in Form von Bereuungsunterhalt zu decken ist.
7.4.4. Der Überschuss in Phase III beläuft sich auf Fr. 1'165.–. Verteilt im unbe-
strittenen Verhältnis (50% Gesuchsgegner, 20% Gesuchstellerin, je 15% Kinder)
resultiert eine Überschussbeteiligung der Kinder von gerundet je Fr. 175.–, der
Gesuchstellerin von Fr. 233.– und des Gesuchsgegners von Fr. 582.–.
7.4.5. Entsprechend resultieren folgende Unterhaltsbeiträge, die der Gesuchs-
gegner in Phase III der Gesuchstellerin zu leisten hat:
- Fr. 810.– (zzgl. Familienzulagen) für C._ (davon Fr. 250.– Barun-
terhalt, Fr. 385.– Betreuungsunterhalt und Fr. 175.– Überschussbeteili-
gung)
- Fr. 890.– (zzgl. Familienzulagen) für D._ (davon Fr. 330.– Barun-
terhalt, Fr. 385.– Betreuungsunterhalt und Fr. 175.– Überschussbeteili-
gung)
- Fr. 233.– für die Gesuchstellerin persönlich (Überschussbeteiligung).
8. Anrechnung geleisteter Zahlungen
8.1. Die Vorinstanz erwog, der Gesuchsgegner habe belegt, dass er der Ge-
suchstellerin für die Monate April 2019, Mai 2019, Juli 2019 und August 2019 je
Fr. 999.– überwiesen habe (Urk. 24/25). Entsprechend sei der Gesuchsgegner zu
berechtigen, die noch zu leistenden Unterhaltsbeiträge mit den bereits erbrachten
Unterhaltsbeiträgen in der jeweiligen Zeitspanne zu verrechnen (Urk. 48 S. 58).
Diese Feststellung blieb unwidersprochen (Urk. 47; Urk. 52; Urk. 62).
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8.2. Im Berufungsverfahren brachte die Gesuchstellerin vor, sie habe vom Ge-
suchsgegner im November 2019 Euro 500.–, im Dezember 2019 Euro 1'200.–, im
Januar 2020 Euro 1'000.– und im Februar 2020 Euro 1'200.– erhalten (Urk. 52
S. 9; Urk. 62 S. 19; Urk. 54/4; Urk. 57/2; Urk. 64/4), was unbestritten blieb
(Urk. 59; Urk. 69).
8.3. Behauptet ein Unterhaltsschuldner, der Unterhaltsgläubigerin seit der Tren-
nung der Ehegatten Unterhaltsleistungen bezahlt zu haben, hat der Eheschutz-
richter über die anrechenbaren Beträge zu entscheiden, und zwar gestützt auf die
Behauptungen und die im Verfahren offerierten Beweise (BGE 135 III 315 E. 2.5;
BGE 138 III 583 E. 6.1.1).
8.4. Unter Berücksichtigung der von der Vorinstanz bereits festgestellten und der
im Berufungsverfahren unangefochten gebliebenen Zahlungen des Gesuchsgeg-
ners ist vorzumerken, dass der Gesuchsgegner in Anrechnung an seine Unter-
haltspflicht in der Phase I Fr. 3'996.– (4 x Fr. 999.–) und in der Phase III Eu-
ro 3'900.– bezahlt hat.
9. Fazit
Zusammenfassend ist auf die Berufungsanträge Ziffer 2 bis 4 des Gesuchs-
gegners betreffend Obhut, Aufenthaltsbestimmungsrecht und Besuchsrecht zufol-
ge Wegfalls der Zuständigkeit nicht einzutreten. Ebenfalls nicht einzutreten ist
mangels Rechtsschutzinteresses des Gesuchsgegners auf Berufungsantrag Zif-
fer 8 betreffend Wohnungszuteilung. Hinsichtlich der beantragten Reduktion des
Ehegattenunterhalts obsiegt der Gesuchsgegner, der Kinderunterhalt ist jedoch
aufgrund der zulässigen Noven im Berufungsverfahren insgesamt höher als im
angefochtenen Entscheid zu veranschlagen. Damit dringt der Gesuchsgegner bei
gesamthafter Betrachtung des Ehegatten- und Kinderunterhalts auch im Unter-
haltspunkt nicht durch.
IV.
A. Kosten- und Entschädigungsfolgen
- 44 -
1. Trifft die Berufungsinstanz einen neuen Entscheid, so entscheidet sie auch
über die Prozesskosten des erstinstanzlichen Verfahrens (Art. 318 Abs. 3 ZPO).
Die Vorinstanz auferlegte den Parteien die Kosten je zur Hälfte unter Hinweis auf
die entsprechende Praxis in erstinstanzlichen Eheschutzverfahren (Urk. 48 S. 62),
was unangefochten blieb und nicht zu beanstanden ist. Die Dispositiv-Ziffern 11
und 12 des angefochtenen Urteils sind zu bestätigen.
2.1. Die zweitinstanzliche Entscheidgebühr ist in Anwendung von § 2 lit. a, c und
d sowie § 12 Abs. 1 und Abs. 2, § 5 Abs. 1 und § 6 Abs. 2 lit. b der Gebührenver-
ordnung des Obergerichts vom 8. September 2010 (GebV OG) auf Fr. 5'000.–
festzusetzen.
2.2. Der Gesuchsgegner unterliegt bei gesamthafter Betrachtung mit seiner Beru-
fung vollumfänglich, weshalb ihm ausgangsgemäss die Kosten des zweitinstanzli-
chen Verfahrens aufzuerlegen sind.
2.3. In Anwendung von § 2 lit. a, c, d und e sowie § 13 Abs. 1 und 2, § 5 Abs. 1,
§ 6 Abs. 3 und § 11 Abs. 1 und 2 der Verordnung über die Anwaltsgebühren vom
8. September 2010 (AnwGebV) ist die volle Parteientschädigung für das zweitin-
stanzliche Verfahren auf Fr. 4'500.– festzusetzen. Entsprechend dem Ausgang
des Berufungsverfahrens ist der Gesuchsgegner zu verpflichten, der Gesuchstel-
lerin die volle Parteientschädigung zuzüglich Mehrwertsteuer von 7.7%, mithin
(gerundet) Fr. 4'847.– zu bezahlen. Da die Parteientschädigung – wie sogleich zu
zeigen ist – beim Gesuchsgegner voraussichtlich nicht einbringlich sein wird, ist
sie Rechtsanwältin lic. iur. Y._ direkt aus der Gerichtskasse auszurichten,
wobei der Anspruch mit der Zahlung auf den Kanton übergeht (Art. 122
Abs. 2 ZPO).
B. Unentgeltliche Rechtspflege
1. Beide Parteien ersuchen für das Berufungsverfahren um Gewährung der
unentgeltlichen Rechtspflege (Urk. 47 S. 6; Urk. 52 S. 2; Urk. 62 S. 3).
2. Nach Art. 117 ZPO hat eine Person Anspruch auf unentgeltliche Rechtspfle-
ge, wenn sie nicht über die erforderlichen Mittel verfügt (lit. a) und ihr Rechtsbe-
- 45 -
gehren nicht aussichtslos erscheint (lit. b). Wer diese Bedingungen erfüllt, hat
ausserdem Anspruch auf einen unentgeltlichen Rechtsbeistand, soweit dies zur
Wahrung seiner Rechte notwendig ist (Art. 118 Abs. 1 lit. c ZPO). Für die Beurtei-
lung der Frage, ob eine Partei als mittellos im Sinne von Art. 117 lit. a ZPO zu be-
trachten ist, sind ihre Einkommens- und Vermögensverhältnisse im Zeitpunkt der
Gesuchsstellung zu berücksichtigen (Mohs, OFK-ZPO, ZPO 117 N 5). Ist es dem
Gesuchsteller nicht möglich, die anfallenden Prozesskosten bei weniger aufwän-
digen Prozessen innert Jahresfrist, bei aufwändigeren innert zwei Jahren zu til-
gen, ist ihm die unentgeltliche Rechtspflege nach ständiger Bundesgerichtspraxis
zu bewilligen (vgl. statt vieler BGE 141 III 369 E. 4.1). Der Anspruch auf Gewäh-
rung der unentgeltlichen Rechtspflege ist subsidiär zum Anspruch auf Prozess-
kostenvorschuss resp. –beitrag unter Ehegatten. Wird kein entsprechender An-
trag gestellt, ist darzutun, dass ein solcher aussichtslos wäre. Die Leistung eines
Prozesskostenvorschusses setzt sodann voraus, dass der ansprechende Ehegat-
te nicht selbst über die nötigen Mittel verfügt, um das Verfahren zu führen. Ver-
langt ist – wie bei der unentgeltlichen Rechtspflege – eine tatsächliche Bedürftig-
keit (vgl. BGer 5A_103/2014 vom 4. Juni 2014, E. 6 m.Hinw.).
3. Für das Berufungsverfahren haben weder der Gesuchsgegner noch die Ge-
suchstellerin einen Antrag auf Prozesskostenbeitrag gestellt. Zudem führte der
Gesuchsgegner in seinem rudimentär begründeten unentgeltlichen Rechtspflege-
gesuch nicht aus, dass ein Antrag auf Prozesskostenbeitrag aussichtslos wäre
(vgl. BGer 5A_103/2014 vom 4. Juni 2014, E. 6 m.w.H.; Urk. 47 S. 32). Zumindest
vor Vorinstanz verwies er jedoch auf die finanzielle Situation der Gesuchstellerin
(Urk. 32 S. 1). Dieser Hinweis genügt gerade noch, um daraus abzuleiten, dass
nach Auffassung des Gesuchsgegners die Mittellosigkeit der Gesuchstellerin der-
art augenfällig sei, um eine formale Erörterung der Aussichtslosigkeit eines Ge-
suchs um Prozesskostenbeitrag überflüssig zu machen. Auf Seiten der Gesuch-
stellerin wurde ihr Antrag auf Leistung eines Prozesskostenbeitrages vor Vo-
rinstanz zufolge Mittellosigkeit des Gesuchsgegners abgewiesen (Urk. 48 S. 68).
Ein erneuter Antrag für das Berufungsverfahren erscheint vor diesem Hintergrund
überflüssig. Es ist demnach auf die subsidiären unentgeltlichen Rechtspflegege-
suche der Parteien einzutreten.
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4. Dem Gesuchsgegner verbleibt im Zeitpunkt der Einreichung des Gesuchs
nach Deckung seines Bedarfs und nach Abzug der zu leistenden Unterhaltsbei-
träge ein monatlicher Überschuss von Fr. 582.– (vgl. vorstehend E. III.7.4.4.).
Dieser Überschuss ermöglicht es ihm nicht, die mutmasslichen Kosten von rund
Fr. 15'000.– (Fr. 5'000.– Gerichtsgebühr, Fr. 4'847.– Parteientschädigung Ge-
suchstellerin, geschätzt Fr. 5'000.– eigene Anwaltskosten) des vorliegend als we-
niger aufwändig zu qualifizierenden Prozesses innert Jahresfrist zu tilgen
(BGE 141 III 369 E. 4.1). Über liquides Vermögen verfügt der Gesuchsgegner
nicht. Er ist Eigentümer der ehelichen Wohnung an der E._-gasse ... in
F._ (Urk. 30/1; Urk. 24/18), welche bereits mit einer Hypothekarschuld von
Fr. 499'000.– belastet ist. Deren Erhöhung wurde von der Bezirks-Sparkasse
F._ gemäss Bestätigung vom 4. September 2019 abgelehnt (Urk. 30/2). Da-
mit ist seine Bedürftigkeit im Sinne von Art. 117 lit. a ZPO zu bejahen. Bei der
Gesuchstellerin sind die Verhältnisse ebenfalls knapp. Nach der Deckung ihres
Bedarfs und demjenigen der Kinder verbleibt ihr ein geringer Überschuss von
Fr. 233.– (vgl. vorstehend E. 7.4.4.), der ihr zur Tilgung des erweiterten Bedarfs
dient. Auch sie verfügt über kein Vermögen, weshalb ihre Bedürftigkeit ebenfalls
zu bejahen ist.
5. Die Prozessstandpunkte waren nicht aussichtslos und die mittellosen und
rechtsunkundigen Parteien für die sachgerechte Wahrung ihrer Rechte im vorlie-
genden Berufungsverfahren auf anwaltlichen Beistand angewiesen. Das Gesuch
des Gesuchsgegners um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege und das-
jenige der Gesuchstellerin um Gewährung der unentgeltlichen Rechtsvertretung
ist zu bewilligen und es ist dem Gesuchsgegner in der Person von Rechtsanwältin
Dr. iur. X._, der Gesuchstellerin in der Person von Rechtsanwältin lic. iur.
Y._ eine unentgeltliche Rechtsbeiständin zu bestellen. Da die Gesuchstelle-
rin im Berufungsverfahren nicht kostenpflichtig ist, ist ihr Gesuch um unentgeltli-
che Prozessführung gegenstandslos und abzuschreiben.
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