# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** daba6bf9-66fb-4164-b481-ebb18c1d1606
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2015
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** 

## Facts

Sachverhalt:
1.
Der 1955 geborene und als Krankenpfleger und Medizintechniker ausgebildete
X._
reiste im September 2006 aus
Y._
in die Schweiz ein. Am 1
4.
Juli 2011
(Eingangsdatum,
Urk.
6/3)
meldete er sich bei der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, unter Hinweis auf somatische und psychische Erkrankungen, zum Leistungsbezug an.
Nach er
werblichen und medizinischen Abklärungen sowie Auferlegung einer
Scha
dens
minderungspflicht
(
Brief
vom 1
6.
April 2013,
Urk.
6/44) verneinte die IV-Stelle nach durchgeführtem
Vorbe
scheidsverfahren
(Vorbescheid vom 1
6.
April 2013,
Urk.
6/46; Einwand vom 1
7.
Mai 2013,
Urk.
6/50; ergänzende
Einwandbe
grün
dung
vom 2
8.
Juni 2013,
Urk.
6/60) mit Verfügung vom 2
7.
November 2013 (
Urk.
2) einen A
nspruch auf eine Invalidenrente.
2.
Hiergegen erhob der Versicherte am 1
0.
Januar 2014 Beschwerde (
Urk.
1) und beantragte, es sei die Verfügung der SVA Zürich vom 2
7.
November 2013 auf
zu
heben und es sei ihm ab August 2012 eine ganze
, eventualiter eine halbe
Invalidenrente zuzuspre
chen. Mit Beschwerdeantwort vom 1
8.
Februar 2014 (
Urk.
5
unter Beilage ihrer Akten,
Urk.
6/1-65) schloss die Beschwerdegegnerin
auf Abweisung der Be
schwerde, was dem Beschwerdeführer am 2
1.
Februar 2014
zur Kenntnis ge
bracht wurde (
Urk.
8).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Die Beschwerdegegnerin hielt in der angefochtenen Verfügung
(
Urk.
2)
dafür, dass der Beschwerdeführer in einer angepassten Tätigkeit voll arbeitsfähig sei.
Die Diagnose der rezidivierenden depressiven Störung
,
mittelgradige Episode
,
sei
nicht invalidisierend. Der Einkommensvergleich, unter Berücksichtigung ei
nes Leidensabzugs von 10
%
, ergebe einen Invaliditätsgrad von 32
%
, so dass kein Anspruch auf eine Invalidenrente bestehe.
1.2
Der Beschwerdeführer brachte in der Beschwerde (
Urk.
1) vor, dass beim
Vali
deneinkommen
vom Anforderungsniveau 2 statt 3 auszugehen sei (
Urk.
1 S. 3 f.
).
Der von der Beschwerdegegnerin vorgenommene Leidensabzug von 10
%
sei in Anbetracht der vorliegenden Einschränkungen zu gering, es sei ein Abzug von 25
%
vorzunehmen (
Urk.
1 S. 4 f.
).
A
us psychi
atrischer Sicht
sei er
in einer an
gepassten Tätigkeit nicht zu 100
%
, sondern le
diglich zu 60 - 70
%
,
bzw. sogar nur zu 40
%
arbeitsfähig (
Urk.
1 S. 5
f.
). Unter Berücksichtigung einer 60%igen Arbeitsfähigkeit in
ein
er ange
passten Tätigkeit bestehe Anspruch auf eine ganze Rente, bei der Annahme ei
ner 100%igen Arbeitsfähigkeit auf eine halbe Rente (
Urk.
1 S. 6 f.
).
1.3
In der Beschwerdeantwort (
Urk.
5) hielt die Beschwerdegegnerin fest, dass aus orthopädischer Sicht eine angepasste, wechselbelastende Tätigkeit voll zumut
bar sei und aus psychiatrischer Sicht kein invalidenversicherungsrechtlich rele
vanter Gesundheitsschaden bestehe.
2.
2.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze
oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den All
ge
meinen Teil des Sozialversicherungsrechts,
ATSG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Ge
sundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung ver
bleibende
ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom
menden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der ge
sundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Er
werbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
Anspruch auf eine Rente
haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG)
Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe
Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertels
rente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
2.2
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie kör
perliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 8 ATSG bewirken. Nicht als Folgen eines psychischen
Ge
sundheitsschadens
und damit invalidenversicherungsrechtlich nicht als rele
vant gelten Einschränkungen der Erwerbsfähigkeit, welche die versicherte Per
son
bei Aufbietung allen guten Willens, die verbleibende Leistungsfähigkeit zu ver
werten, abwenden könnte; das Mass des
Forderbaren
wird dabei weitgehend objektiv be
stimmt. Festzustellen ist, ob und in welchem Umfang die Ausübung einer Er
werbstätigkeit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt mit der psychi
schen Beein
trächtigung vereinbar ist. Ein psychischer Gesundheitsschaden führt also nur so
weit zu einer Erwerbsunfähigkeit (Art. 7 ATSG), als angenommen werden kann, die Verwertung der Arbeitsfähigkeit (Art. 6 ATSG) sei der versi
cherten Person sozial-praktisch nicht mehr zumutbar (BGE 131 V 49 E. 1.2 mit Hinweisen).
2.3
Das Bundesgericht hat verschiedentlich festgehalten, dass eine
Dysthymie
nach
der im gebräuchlichen ICD-Klassifikationssystem enthaltenen Umschreibung eine
chronische depressive Verstimmung ist, die weder schwer noch hinsichtlich ein
zelner Episoden anhaltend genug ist, um die Kriterien einer schweren, mit
tel
gra
digen oder leichten rezidivierenden depressiven Störung zu erfüllen; daher sei sie in der Regel nicht invalidisierend (Urteil des Bundesgerichts 8C_806/2013 vom
6.
März 2014 E. 6.2 mit Hinweisen). Diese Schlussfolgerung, die sich auf medizinische Empirie abstützt und damit eine Rechtsfrage darstellt, ist freilich nicht absolut zu setzen; eine
dysthyme
Störung kann die Arbeitsfähigkeit im Ein
zelfall erheblich beeinträchtigen, wenn sie zusammen mit anderen Befunden
– wie etwa einer ernsthaften Persönlichkeitsstörung – auftritt (Urteil des Bun
des
gerichts 8C_623/2013 vom 1
1.
März 2014 E. 3.2 mit Hinweis).
Eine diagnostizierte rezidivierende depressive Störung als solche stellt keinen psy
chischen Gesundheitszustand dar, der eine Arbeitsunfähigkeit dauerhaft zu be
gründen vermag (vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_506/2014 vom 10. Novem
ber 2014 E. 4.2).
Praxisgemäss ist eine leichte depressive Episode mit somatischen Symptomen grundsätzlich nicht geeignet, eine leistungsspezifische Invalidität zu begründen
(Urteil des Bundesgerichts 9C_506/2014 vom 1
0.
November
2014 E. 4.2). Leichte
bis höchstens mittelschwere psychische Störungen aus dem depressiven
Formen
kreis
gelten zudem grundsätzlich als therapeutisch
angehbar
(Urteil des Bundes
gerichts 8C_759/2013 vom
4.
März 2014 E. 3.6.1 mit Hinweisen). Bei mittel
schwe
ren depressiven Episoden (ICD-10 F32.1) verneint das Bundesgericht regel
mässig deren invalidisierende Wirkung (Urteil des Bundesgerichts 8C_774/2013 vom
3.
April 2014 E. 4.2 mit Hinweisen).
3.
Die medizinische Aktenlage präsentiert sich wie folgt:
3.1
Dr.
med. Z._
, FMH Orthopädische Chirurgie, stellte in ihrem von
der Beschwerdegegnerin eingeholten Arztbericht vom 3
1.
Dezember 2011
(
Urk.
6/18)
folgende Diagnosen mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit:
Spondylitis
ank
ylosans
(Grad III)
Chronifizierende
rezidivier
ende CV5 bei degenerativen Verä
n
d
erungen C4 - C7
Depression
Dem Beschwerdeführer seien wechselbelastende Tätigkeiten voll, rein sitzende, stehende und vorwiegend im Gehen ausgeübte Tätigkeiten sowie Über-Kopf-Ar
beiten und Rotation im Sitzen und Stehen zu 50
%
zumutbar. Der Morbus
Bechterew
sei nur gering beeinträchtigend, die Hauptprobleme seien psychischer Natur
, wozu bei
Dr.
A._
Informationen einzuholen seien
(
Urk.
6/18 S. 4).
3.2
Dr.
med. B._
,
Facharzt FMH für Innere Medizin
und für
Rheumato
lo
gie
der Rheumaklinik des
C._
, hielt im zuhanden von
Dr.
A._
erstellten Arztbericht vom 2
0.
April 2
012 (
Urk.
6/38 S. 5 f.) folgende Diagnosen
fest
:
Sp
o
ndylitis
ankylosans
(Beginn wahrscheinlich in den 80er Jahren)
Axialer Befall mit ISG-Arthritis Grad III beidseits,
Syndesmophyten
der Wirbelsäule
Keine Hinweise für einen Befall der
peripheren
Gelenke
Enthesitiden
HLA-B27 negativ
Keine Erhöhung der humoralen Entzündungsparameter
Status nach
Acetabulum
-Fraktur 2002
Periarthropathia
humero-scapularis
tendinopathica
vom
Supraspinatus
typ
links
Zusammenfassend könne die Diagnose einer
Spondylitits
ankylosans
aufgrund der Klinik und der radiologischen Befunde nur bestätigt werden. Eine Erfassung
der klinischen Aktivität mittels MRI-Untersuchung der Lendenwirbelsäule (LWS) und der
Iliosakralgelenke
(ISG) habe wegen Platzangst nicht durchgeführt wer
den können. Die Beschwerden seien allerdings aktuell unter
Tramal
gut kon
trolliert. Bezüglich der
Periarthropathia
humero-scapularis
links habe der
Be
schwerdeführer
aktuell eine
infiltrative
Massnahme abgelehnt. Die physiothera
peutischen Massnahmen seien weiterzuführen.
3.3
Dr.
med.
D._
,
Psychiatrie und Psychotherapie, stellte in seinem von der Beschwerdegegnerin eingeholten Arztbericht vom 3
0.
Januar 2013
(Urk. 6/37)
folgende Diagnosen mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit:
Rezidivierende depressive Störung, mittelgradige Episode, gegenwärtig remittiert (ICD-10 F33.4), seit November 2010
Dysthymia
(ICD-10 F34.1), seit Jahren
Diagnosen ohne Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit bestünden aus psychia
trischer Sicht keine.
Im Verlauf seit seinem Bericht vom 2
6.
März 2012
(
Urk.
6/26) habe sich die de
pressive Symptomatik weiter verbessert, die gegenwärtige depressive Episode sei remittiert, es verbleibe die
Dysthymie
. Der Beschw
erdeführer beklag
e zeitweise auftretende plötzliche körperliche und psychische Erschöpfungszustände, den Umstand, dass äussere Faktoren seine Stimmungslage rascher als früher zum Negativen hin umschlagen l
iessen
, Lärm
empfindlichkeit, des weiteren Beein
träch
tigung durch „unfreundliche“ Stimmung innerhalb einer Menschen
gruppe,
durch Stress zum Beispiel bei Anforderungen von aussen (wie Termin
druck) oder
abwertende Äusserungen von Mitmenschen. Allgemein sei er psy
chisch nicht so robust. Konkret stehe er unter grossem Druck eine Stelle zu fin
den
,
bezieh
ungs
weise unter finanziellem Druck seitens seiner Ehefrau vor dem Hintergrund eines Paarkonfliktes.
Dr.
D._
erhob als ärztlichen Befund, dass der Beschwerdeführer als auf
fälliges Merkmal teilweise affektiv verstimmt, missmutig bis reizbar-mürrisch wirke. Zudem wirke er unsicher bzw. mit selbstsicherer Fassade und innerlich angespannt.
Bezüglich Arbeitsfähigkeit sei die Prognose aus psychiatrischer Sicht aufgrund des Verlaufs weiterhin eher günstig einzuschätzen.
Der Beschwerdeführer befinde sich in integrierter psychiatrisch-psychotherapeu
tischer Behandlung bei ihm mit Konsultationen alle sechs Wochen. Daneben gehe
er weiterh
in zur Psychologin Frau E._
in die Behandlung (diese sei jedoch unabhängig von seiner Behandlung,
das heisse
nicht von ihm de
legiert).
In der bisherigen Tätigkeit sei er im Affekt und der Stresstoleranz einge
schränkt
.
Gemäss mini-ICF bestünden
leichtgradige
Einschränkungen in der Anpassungs
fähigkeit, der Flexibilität und Umstellungsfähigkeit, der
Durchhal
tefähigkeit
, der Selbstbehauptungsfähigkeit und der Interaktionsfähigkeit.
Der Beschwerdeführer sei lange nicht mehr arbeitstätig gewesen. Aufgrund der Besserung des Gesundheitszustandes wäre auch die Tätigkeit als
Medizintechni
ker
theoretisch möglich, sicherlich bestünde eine Einschränkung. Das Ausmass könne aber wegen dem Fehlen eines aktuellen Arbeitsprofils nicht bestimmt werden.
In einer behinderungsangepassten Tätigkeit bestehe gegenwärtig eine Arbeitsfä
higkeit von 60 - 70
%
. Es wäre auf eine ruhige Arbeitsumgebung, wohlwollende Vorgesetzte und Aufgabenerledigung ohne grossen Zeitdruck zu achten.
3.4
Dr.
med.
A._
, Allgemeine
Innere Medizin, notierte im
von der
Be
schwerdegegnerin
eingeholten Arztbericht vom
9.
Februar 2013
(
Urk.
6/38)
als Diagnosen mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit 1) M.
Bechterew
seit 2011, 2) S
pinalkanalstenose mit chronisch rezidivierenden
Lumboischialgien
seit 1988/1989 und 3) Depressionen seit 198
5.
Ohne Auswirkungen auf die Arbeits
fähigkeit hielt sie 1) Hypertonie, 2) Vitamin B12-Mangel, 3) Vitamin D3-Mangel und 4)
Hypercholesterinaemie
fest.
Der Beschwerdeführer sei s
eit 1988
in Behandlung wegen
Lumboischialgien
bei engem Spinalkanal und
Diskusprotrusion
.
I
m Jahr 2002 habe er bei einem Unfall eine Beckenfraktur erlitten,
seither
bestehe eine
Coxarthrose
links.
Dr.
Z._
habe im 2011 M.
Bech
terew
mit viszeraler Beteiligung und Dar
m
störungen diagnostiziert.
Der Krankheitsprozess sei ihres Erachtens nur sehr langsam fortschreitend, aber doch stetig zunehmend. Als Krankenpfleger sei er seit langem, sicher seit 2002 100
%
arbeitsunfähig.
Er sei aufgrund der seit langem fehlenden Belastbarkeit des Rückens einge
schränkt und werde nicht mehr als Krankenpfleger arbeiten können. Auch psy
chisch sei er aufgrund belastender Depressionen eingeschränkt. In welchem Um
fang und in welchem Belastungsprofil eine behinderungsangepasste Tätig
keit allenfalls möglich wäre, müss
te – wahrscheinlich stationär - abgeklärt werden
.
3.5
Lic
. p
hil. I
E._
führte in ihrem Bericht vom 1
0.
Juli 2013
(
Urk.
6/62)
aus, der Beschwerdeführer habe seine Therapie bei ihr am
4.
Februar 2011 begonnen. Im
Bericht vom 2
8.
März 2012 zuhanden der
Beschwerdegeg
nerin
habe sie die Symptome bei Beginn der Therapie bis Frühling 2013 ge
schildert. Seither seien positive Veränderungen
erfolg
t. Der Beschwerdeführer habe im Durchschnitt zweiwöchentlich die Sitzungen besucht und habe kon
struktiv und engagiert mitgearbeitet.
Er sei seit Jahren aus dem Arbeitsprozess ausgeschieden und ohne Stelle. Seinen Beruf als Krankenpfleger/Techniker habe er zwanzig Jahre ausgeübt, aber aus den bekannten Gründen vor vielen Jahren aufgegeben.
Der Beschwerdeführer
habe von 2012 bis 2013 die engagierte Zusammenarbeit mit verschiedenen Therapeuten fortsetzen können. So auch bei ihr mit der Me
thode „
Somatic
Experiencing
, Trauma-Arbeit nach
Dr.
Peter A. Levine“. Sie sei sehr zufrieden mit dem Verlauf. Er habe sich bedeutungsvolle Fortschritte erar
beitet. Er sei trotz existenzieller Sorgen die wirtschaftliche Zukunft betreffend wieder optimistisch und zukunftsorientiert. Ihrer Einschätzung nach habe er das
Komplextrauma (Kindheit, Unfallfolgen, Depression- und Angststörungen) zu einem
massgeblichen Teil überwinden können. Es erscheine ihr aber nicht der Fall, dass damit die Arbeitsfähigkeit auf dem normalen Arbeitsmarkt bejaht werden könne. Er sei zu lange weg von der Arbeit und in einem Alter, in dem
die Stellensuche auf dem Arbeitsmarkt nicht mehr
als
erfolg
sversprechend
erscheine
. Sie sehe jedoch die Möglichkeit in einer Nischentätigkeit. Die kör
per
liche und geis
tige Belastbarkeit für eine solche angepasste berufliche Tätigkeit sei da. Er sei menschlich wie auch durch seine Erfahrung ihres Erachtens nach sehr gut ge
eignet, eine begleitende psychologisch beratende Tätigkeit auszu
üben. Dazu brauche er eine entsprechende Weiterbildung.
Damit würde er in die Lage gesetzt circa zweimal 90 Minuten täglich diese begleitende und beratende Tätigkeit auszuführen. Er könnte den Zeitraum und die Häufigkeit selber anpassen.
Er habe bereits aus eigenem Antrieb und Interesse Kurse in „
Somatic
Experi
encing
“ besucht und den Einführungskurs absolviert. Seine Motivation und die ei
gene Erfahrung seien gute Voraussetzung dafür, dass dieser Weg für ihn pro
duktiv werden könnte.
4.
4.1
I
m Rahmen der Invaliditätsbemessung
ist es
Sache des (
begutachtenden) Medi
ziners
, den Gesund
heitszustand zu beurteilen und wenn nötig seine Ent
wick
lung
im Laufe der Zeit zu beschreiben, das heisst mit den Mitteln fachgerechter ärzt
licher Untersu
chung unter Berücksichtigung der subjektiven Beschwerden Be
funde zu erheben und gestützt darauf die Diagnose zu stellen. Bei der
Folgen
abschätzung
der er
hobenen gesundheitlichen Beeinträchtigungen kommt der
Arzt
person
hingegen keine abschliessende Beurteilungskompetenz zu. Vielmehr nimmt die
Arztper
son
zur Arbeitsunfähigkeit Stellung, das heisst, sie gibt eine Schätzung ab, wel
che sie aus ihrer Sicht so substanziell wie möglich begründet. Schliesslich sind die ärztlichen Angaben eine wichtige Grundlage für die juris
tische Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der Person noch zuge
mu
tet werden können. Nötigenfalls sind, in Ergänzung der medizinischen Unter
lagen, für die Ermitt
lung des erwerblich nutzbaren Leistungsvermögens die
Fac
h
per
sonen
der beruf
lichen Integration und Berufsberatung einzuschalten (BGE 140 V 193 E. 3.2 mit Hinweisen).
4.2
Dr.
Z._
hielt in ihrem Arztbericht vom 3
1.
Dezember 2011 (
Urk.
6/18) fest, dass dem Beschwerdeführer wechselbelastende Tätigkeiten voll zumutbar seien.
Rein sitzende und stehende, vorwiegend im Gehen ausgeübte Tätigkeiten sowie Über-Kopf-Arbeiten und Arbeiten mit Rotation im Sitzen/Stehen seien ihm zu je 50
%
zumutbar. Bücken sei ihm zu 20
%
zumutbar, nicht zumutbar sei He
ben/
Tragen und auf Leitern/Gerüste steigen.
Dr.
B._
hielt ausdrücklich fest, dass die Beschwerden unter
Tramal
gut kontrolliert seien (
Urk.
6/38 S. 5 f.). Aufgrund der Aktenlage ist dem Beschwer
de
führer in somatischer Hinsicht eine wechselbelastende Tätigkeit
ohne He
ben/
Tragen und
auf Leitern/Gerüste Steigen voll zumutbar. Dies blieb auch un
be
stritten.
Auch die behandelnde Hausärztin
Dr.
A._
bestätigt die volle Zumutbarkeit von wechselbelastenden Tätigkeiten (
Urk.
6/38). Aufgrund des fehlenden
Fach
arzt
titels
von
Dr.
A._
ist allerdings in somatischer Hinsicht auf die Einschät
zungen von
Dr.
Z._
und
Dr.
B._
abzustellen, so dass die von
Dr.
A._
notierten weitergehenden Einschränkungen nicht zu berücksichtigen sind.
4.3
Strittig ist, ob der Beschwerdeführer aufgrund der psychiatrischen Diagnosen in seiner Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit eingeschränkt ist.
4.3.1
Eine
Dysthymie
als solches vermag keine Invalidität zu begründen, ausser sie falle zusammen mit anderen psychiatrischen Befunden
(vgl. E. 2.3)
.
Bei einer rezidivierenden depressiven Störung gemäss ICD-10 F33 handelt es sich
gemäss den
Klinisch-diagnostischen Leitlinien der Internationalen Klassifi
kation
psychischer Gesundheitsstörungen der Weltgesundheitsorganisation, ICD-10 Kapitel
V (F),
Dilling
/
Mombour
/Schmidt (Herausgeber),
9.
Auflage, Bern 2014, S. 176 ff
., um eine Störung, die durch wiederholte (leichte, mittelgradige oder schwere) depressive Episoden charakterisiert ist. Die einzelnen Episoden dauern zwischen drei und zwölf Monaten. Die Besserung zwischen den einzel
nen Episoden ist dabei im Allgemeinen vollständig, wobei nur (aber immerhin) eine Min
derheit von Patienten eine a
nhaltende Depression entwickelt.
Dr.
D._
hielt in seinem von der Beschwerdegegnerin eingeholten
Arztbe
richt
vom 2
3.
September 2011 (
Urk.
6/9) in der Anamnese fest, der Beschwer
de
führer habe in den Jahren 1984/1985 eine erste leicht-mittelgradige depres
sive Episode, in den Jahren 1995-1999
eine
teils mittelgradig
e depressive Epi
sode gehabt
. Ab 1999 habe eine
Dysthymia
vorgelegen bis November 2010, als es im Rahmen von zunehmenden psychosozialen Schwierigkeiten mit der Ehe
frau und bezüglich Wiedereinsti
eg in den Beruf sowie
der Wohnsituation zu ei
ner erneu
ten depressiven Episode gekommen sei.
Es liegen keinerlei
Arztbe
richte
aus
den jeweiligen Zeitabschnitten vor, die auf eine psychiatrische oder psychologisc
he Behandlung schliessen würden.
Im Gegenteil
hielt
Dr.
D._
in seinem
Arzt
bericht
vom 2
3.
September 2011 (
Urk.
6/9) fest, dass der Beschwer
deführer vorhe
r
noch nicht psychiatrisch behandelt wurde (
vgl. auch
Telefon
notiz
vom 3
1.
Okto
ber 2011,
Urk.
6/16;
Zusammenstellung der Ärzte durch den Beschwerdeführer vom 2
6.
Oktober 2011,
Urk.
6/15).
Die Diagnose einer rezidivierenden depressiven Störung
, gegenwärtig remittiert,
durch
Dr.
D._
gründete
demnach
mit überwiegender Wahrscheinlichkeit
auf den
subjektiven
Angaben des Beschwerdeführers, auf welche allerdings nicht
unbesehen abge
stellt werden kann.
Ob überhaupt eine rezidivierende depressive Störung oder lediglich eine mittelgradige depressive Episode vorlag, bleibt
ent
sprechend
un
klar
, kann - wie noch zu zeigen ist - allerdings offen bleiben
.
4.3.2
Dr.
A._
führte lediglich aus, dass der Beschwerdeführer auch psychisch ein
geschränkt sei aufgrund belastender Depressionen (
Urk.
6/38). Das
Konzentrati
ons
- und Auffassungsvermögen sei nicht eingeschränkt, die Anpassungsfähig
keit und die Belastbarkeit hingegen schon. Ob diese Einschränkung schwer oder leicht sei
,
präzisierte sie nicht
, so dass gestützt auf ihren Bericht keine Einschät
zung vorgenommen werden kann
.
Dr.
D._
notierte in sein
em Arztbericht vom 3
0.
Januar 2013
(
Urk.
6/37)
nur wenige und leicht ausgeprägte Befunde: Als auffälliges Merkmal wirke der Beschwerdeführer teilweise affektiv verstimmt, missmutig bis reizbar-mürrisch. Zudem wirke er unsicher bzw. mit selbstsicherer Fassade und innerlich ange
spannt. Das Konzentrationsvermögen, die Anpassungsfähigkeit und die Belast
bar
keit seien leicht eingeschränkt, das Auffassungsvermögen sei uneinge
schränk
t.
Auch die Behandlungsintensität spricht für nur leichte Einschränkungen. Bei
Be
handlung
s
aufnahme
erfolgten bei
Dr.
D._
alle drei bis vier Wochen Behandlungstermine (
Urk.
6/9 S. 2)
. Zudem besuchte er einmal pro Woche das verhaltenstherapeutisch orientierte Modulprogramm der Tagesklinik für Psychi
atrische Rehabilitation und war alle zwei Wochen in
traumatherapeutischer
Be
handlung bei
lic
.
phil.
E._
(
Urk.
6/10 S.
3). S
päter wurde der
Behand
lungsrhythmus
bei
Dr.
D._
auf einen Termin alle sechs Wochen verlän
gert (
Urk.
6/37).
Dies zeigt, dass der Leidensdruck des Beschwerdeführers
auch während der aktuellen Episode
ver
gleichsweise
gering gewesen ist, was für all
fällige vergangene Episoden umso
mehr gelten muss,
da in der Vergangenheit keine psychiatrische oder psychologische Behandlung stattgefunden hatte.
4.3.3
Der Beschwerdeführer verfügt - nebst den
nur
leichten Einschränkungen - über
zahlreiche Ressourcen. So führt
e
lic
. phil
.
E._
in ihrem Bericht vom 1
0.
Juli
2013 (
Urk.
6/62)
aus, er sei optimistisch und zukunftsorientiert trotz existen
zieller Sorgen. Er sei menschlich wie auch durch seine Erfahrung ihres Erach
tens sehr gut geeignet
, eine begleitende und psychologisch beratende Tä
tigkeit
auszuüben. Dies spricht für gute wenn nicht sogar sehr gute psychische Ressou
r
cen des Beschwerdeführers, ansonsten er nicht geeignet wäre, die an
spruchs
volle Arbeit mit psychisch belasteten Personen auszuführen.
Er besuchte aus
eigenem Antrieb und Interesse Kurse in „
Somatic
Experience“
und absolvierte den entsprechenden Einführungskurs
.
Um eine solche Weiter
bildung absolvieren zu können
,
braucht es einen guten Antrieb sowie
intakte
kog
nitive Fähigkeiten, um die Informationen verarbeiten zu können
. So ver
neinte
lic
.
phil
E._
die Arbeitsfähigkeit auf dem normalen Arbeitsmarkt auch nicht aufgrund
von psychischen Einschränkungen,
sondern unter Hinweis auf die lange A
bsenz vom Arbeitsmarkt sowie seines
Alters
(
Urk.
6/62).
Der gute Antrieb
des Beschwerdeführers wurd
e auch anlässlich der
Haushaltsab
klärung
deutlich: Er habe diverse Anläufe genommen, im Erwerbsleben Fuss zu fassen. Er
habe
eine Laufbahnberatung
besucht
und habe sich mehrfach um eine Anstellung bemüht. Er sei sehr motiviert, Eingliederungs- und/oder
Inte
gra
tionsmassnahmen
zu absolvieren, wünsche sich aber die Unterstützung der Beschwerdegegnerin (
Urk.
6/41 S. 3 f.).
Auch das soziale Umfeld des Beschwerdeführers scheint intakt. So führt er seit Jahren eine stabile Ehe und pflegt Kontakte zu Freunden (
vgl.
Urk.
6/27 S. 4).
4.4
Zusammenfassend ist festzuhalten, dass es dem Beschwerdeführer
mit überwie
gender Wahrscheinlichkeit
aufgrund
der leicht ausgeprägten Einschränkungen
sowie der zahlreich vorhandenen guten Ressourcen
sozial-praktisch zumutbar ist,
seine Arbeitsfähigkeit
in einer
den somatischen Einschränkungen angepass
ten Tätigkeit
vollumfänglich zu verwerten
(vgl. E.
2.2
)
.
5.
Zu prüfen ist, ob die somatischen Einschränkungen einen rentenbegründenden Invaliditätsgrad nach sich ziehen.
5.1
5.1.1
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit
bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog.
Invalideneinkom
men
),
in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der
Einkom
mensver
gleich
hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypo
thetischen
Erwerbsein
kommen
ziffernmässig möglichst genau ermittelt und ei
nander gegen
ü
bergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der
Invaliditäts
grad
bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des
Einkommensver
gleichs
; BGE
130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
5.1.2
Für den
Einkommensver
gleich
sind die Verhältnisse im Zeitpunkt des (hypo
thetischen) Beginns des Rentenanspruchs massgebend, wobei Validen- und Invalideneinkommen auf zeitidentischer Grundlage zu erheben und allfällige
ren
ten
wirksame
Änderun
gen der Vergleichseinkommen bis zum
Verfügungs
erlass
respektive bis zum
Einspracheentscheid
zu berücksichtigen sind. Bevor die Ver
waltung über einen Leistungsanspruch befindet, muss sie daher prüfen, ob allen
falls in der dem Rentenbeginn folgenden Zeit eine erhebliche Veränderung der hypothetischen Bezugsgrössen eingetreten ist. Gegebenenfalls hat sie vor ihrem Entscheid einen weiteren Einkommensvergleich durchzuführen (BGE 129 V 222 E. 4.2 in
fine
, 128 V 174, Urteil des Bundesgerichts I 156/02 vom 26. Mai 2003).
5.1.3
Für die Bestimmung des Invalideneinkommens ist primär von der beruflich-er
werblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte Person konkret steht. Ist kein solches tatsächlich erzieltes Erwerbseinkommen gegeben, na
ment
lich weil die versicherte Person nach Eintritt des Gesundheitsschadens keine oder jedenfalls keine ihr an sich zumutbare neue Erwerbstätigkeit aufge
nommen
hat, so können nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne gemäss den vom Bundes
amt für Statistik periodisch herausgegebenen
Lohnstrukturerhebun
gen
(LSE) her
angezogen werden (BGE 126 V 75 E. 3b/
aa
und
bb
, vgl. auch BGE 129 V 472 E. 4.2.1). Für die Invaliditätsbemessung wird praxisgemäss auf die stan
dar
disierten Bruttolöhne (Tabellengruppe A) abgestellt (BGE 129 V 472 E. 4.2.1 mit Hinweis), wobei jeweils vom sogenannten Zentralwert (Median) aus
zugehen ist. Bei der Anwendung der Tabellengruppe A gilt es ausserdem zu berücksichtigen, dass ihr generell eine Arbeitszeit von 40 Wochenstunden zu
grunde liegt, wes
halb der massgebliche Tabellenlohn auf die entsprechende
be
triebsübliche
Wochen
arbeitszeit
aufzurechnen ist (BGE 129 V 472 E. 4.3.2, 126 V 75 E. 3b/
bb
, 124 V 321 E. 3b/
aa
; AHI 2000 S. 81 E. 2a).
Zur Bestimmung des Invalideneinkommens auf der Grundlage der LSE kann – ausnahmsweise – der Lohn eines einzelnen Sektors („Produktion" oder „Dienst
leistungen") oder gar einer bestimmten Branche herangezogen werden, wenn es als sachgerecht erscheint, um der im Einzelfall zumutbaren erwerblichen Ver
wertung der verbleibenden Arbeitsfähigkeit Rechnung zu tragen, namentlich bei Personen, die vor der Gesundheitsschädigung lange Zeit im betreffenden Be
reich tätig gewesen waren und bei denen eine Arbeit in anderen Bereichen kaum in Frage kommt (SVR 2008 IV Nr. 20 S. 63, 9C_237/2007 E. 5.1; Urteil des Bundesgerichts 9C_667/2013 vom 29. April 2014 E. 5.3).
5.
1.
4
Wird das Invalideneinkommen auf der Grundlage von statistischen Durch
schnittswerten ermittelt, ist der entsprechende Ausgangswert allenfalls zu kür
zen.
Mit dem sogenannten Leidensabzug wurde ursprünglich berücksichtigt, dass ver
sicherte Personen, welche in ihrer letzten Tätigkeit körperliche Schwer
arbeit verrichteten und nach Eintritt des Gesundheitsschadens auch für leichtere Arbeiten
nurmehr
beschränkt einsatzfähig sind, in der Regel das entsprechende durchschnittliche Lohnniveau gesunder Hilfsarbeiter nicht erreichen. Der ur
sprüng
lich nur bei Schwerarbeitern zugelassene Abzug entwickelte sich in der Folge zu einem allgemeinen behinderungsbedingten Abzug, wobei die Recht
sprechung dem Umstand Rechnung trug, dass auch weitere persönliche und beruf
liche Merkmale der versicherten Person wie Alter, Dauer der Betriebszuge
hörigkeit, Nationalität oder Aufenthaltskategorie sowie Beschäftigungsgrad Aus
wir
kungen auf die Höhe des Lohnes haben können. Ein Abzug soll aber nicht
automatisch, sondern nur dann erfolgen, wenn im Einzelfall Anhalts
punkte da
für
bestehen, dass die versicherte Person wegen eines oder mehrerer dieser Merk
male ihre gesundheitlich bedingte (Rest-)Arbeitsfähigkeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt nur mit unterdurchschnittlichem Einkommen ver
werten kann. Bei
der Bestimmung der Höhe des Abzuges ist der Einfluss aller in Betracht fallen
den Merkmale auf das Invalideneinkommen unter Würdigung der Umstände im Einzelfall gesamthaft zu schätzen und insgesamt auf höchstens 25
%
des Tabellenlohnes zu begrenzen (vgl. zum Ganzen BGE 126 V 75). Dabei ist zu beachten, dass allfällige bereits bei der Parallelisierung der
Vergleichsein
kommen
mitverantwortliche invaliditätsfremde Faktoren im Rahmen des soge
nannten Leidensabzuges nicht nochmals berücksichtigt werden dürfen (BGE 134 V 322 E. 5.2).
Wurde bei der Festsetzung der Höhe des Abzugs vom Tabellenlohn ein Merkmal oder ein bestimmter Aspekt eines Merkmals zu Unrecht nicht berücksichtigt, hat die Beschwerdeinstanz den Abzug gesamthaft neu zu schätzen. Es ist nicht von dem von der IV-Stelle vorgenommenen Abzug auszugehen und dieser ange
messen zu erhöhen (vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_796/2013 vom 28. Januar 2014 E.
3
.
2 mit Hinweis auf
SVR 2011 IV Nr. 31 S. 90, 9C_728/2009 E. 4.1.2).
5.2
Der Beschwerdeführer meldete sich am
1
4.
Juli 2011 bei der
Be
schwerde
geg
nerin
zum Leistungsbezug an.
Der Rentenanspruch entstand somit frühestens ab
Januar 2012 (vgl.
Art.
28
Abs.
1
i.V.m
.
Art.
29 IVG). Der massge
bende Zeit
punkt
für den Einkommensvergleich ist somit das Jahr 2012
(
vgl. E
.
5.1.2
).
5.3
Der Beschwerdeführer absolvierte nach dem Gymnasium die Ausbildung zum Krankenpfleger und arbeitete einige Jahre im Beruf.
Nach eigenen Angaben absolvierte er a
ufgrund gesundheitlicher Probleme eine Umsc
hulung zum
Medi
zintechniker
und arbeitete einige Jahre.
I
m Jahr 2002
habe er
einen Unfall er
litt
en
, woraufhin er keine Anstellung mehr
gefu
nd
en habe
(vgl. Schwer
be
hin
der
tenausweis des Versorgungsamts
F._
, gültig ab 23. September 2002, Urk. 6/2/2)
. Ob der Beschwer
deführer im Gesundheitsfalle als Krankenpfleger oder Medizintechniker tätig wäre, kann offen bleiben: Es liegen keine Lohn
ab
rechnungen oder ähnliches vor, die eine konkrete Bemessung des
Validen
ein
kommens
zulassen würden. Heranzuzieh
en sind somit die Tabellenlöhne
der
LSE
für Männer im Gesund
heitswesen (LSE 2010, TA1,
Ziff.
86)
.
Strittig ist, ob das Anforderungsniveau 2 oder 3 für die Berechnung des mass
geblichen
Valideneinkommens
ausschlaggebend ist. Das Anforderungsniveau 2
beinhaltet die V
errichtung selb
ständiger und qualifizierter Arbeiten, beim
Anfor
derungsniveau
3 sind Berufs- und Fachkenntnisse vorausgesetzt.
Dass sich der
Beschwerdeführer jeweils auf seinem Beruf weitergebildet hätte, ist auf
grund der
Aktenlage nicht ersichtlich und wird auch nicht geltend gemacht. Auch führte er anlässlich der Haushaltsabklärung aus, dass er sich nach der Einreise in die
Schweiz vorwiegend um einen sozialen Zusammenhalt in der Familie bemüht und
seine Ehefrau in der Kinderbetreuung entlastet habe. Nach erfolgter Stabi
lisierung im Privatbereich sei es sein Ziel gewesen, sich um eine Anstellung zu bemühen (vgl. Abklärung der beeinträchtigten Arbeitsfähigkeit in Beruf und Haushalt vom 1
6.
April 2013,
Urk.
6/41 S. 2). Insbesondere aufgrund der frei
willigen Absenz vom Arbeitsmarkt
ist nicht mit überwiegender Wahr
scheinlich
keit erstellt, dass der Beschwerdeführer einen Arbeitsplatz des
Anfor
derungs
nive
aus
2 besetzen würde.
Entsprechend ist als
Valideneinkommen
der
Zentral
wert
für Männer im Gesundheitswesen im Anforderungsniveau 3
(Monatlicher Bruttolohn nach Wirtschaftsabteilungen, Anforderungsniveau des Arbeitsplatzes
und Geschlecht, Privater und öffentlicher Sektor zusammen
,
T1 2010)
in Höhe von
Fr.
6‘
812.-- heranzuziehen. Bereinigt um die Nominallohnerhöhung
für Männer
(Bun
des
amt für Statistik, T.1.10 Nominallohnindex 2011 - 201
4
,
Ge
sundheits
- und Sozialwesen
Ziff.
86-88, 2010 = 100,
2012
= 101.
5
) sowie um di
e
betriebs
übliche
Arbeitszeit
im Jahr 2012
von 41.5 Stunden (Bundesamt für Sta
tistik, T
03.02.03.01.04.01
, Betriebsübliche Arbeitszeit nach
Wirtschaftsabtei
lung
en
,
Ziff.
86 Gesundheitswesen) ergibt dies ein zu berücksichtigendes jähr
liches
Valideneinkommen
in Höhe von
Fr.
8
6
‘
081
.
55
(
Fr.
6‘812.-- : 40 x 41.5 :
100 x 101.
5
x 12).
5.4
Dem Beschwerdeführer ist eine
in somatischer Hinsicht angepasste
Tätigkeit
vollumfänglich zumutbar (
vgl. E. 4.2
)
, in psychiatrischer
Hinsicht besteht keine Einschränkung
(vgl. E. 4.3)
. Der Lohn für Hilfsarbeiten für Männer (Zentralwert) beträgt für das Jahr 2010
Fr.
4
‘
9
0
1
.-- (LSE TA1, Total
Ziff.
2-96 für Männer). Bereinigt um die Nominallohnerhöhung
für Männer
(
Bundesamt für Statistik, T.1.10
Nomi
nallohnindex
2011 - 2014,
Ziff.
05-96
, 2010 = 100, 2012 = 101.
7
) sowie um die betriebsübliche A
rbeitszeit im Jahr 2012 von 41.7
Stun
den (Bun
desamt für Sta
tistik, T
03.02.03.01.04.01, Betriebsübliche Arbeitszeit nach
Wirt
schafts
abteilun
gen
,
Ziff.
01-96
) ergibt dies ein zu berücksichtigendes jährliches
Inv
alidenein
kommen
in Höhe von
Fr.
6
2
‘
353
.
8
0 (
Fr.
4
‘
9
0
1
.-- : 40 x 41.7 : 100 x 101.
7
x 12).
Die Beschwerdegegnerin nahm unter Berücksichtigung
der somatischen Ein
schränkungen einen Leidensabzug in Höhe von 10
%
vor. Dies
ist
auch unter
Berücksichtigung
der weiteren Faktoren und insbesondere
des Alters angemes
sen.
Demnach
resultiert ein anrechenbares jährliches Invalideneinkommen in Höhe von
Fr.
5
6
‘
118
.
4
0.
5.5
Aus der Gegenüberstellung des
Valideneinkommens
in Höhe von
Fr.
8
6
‘
081
.
55
und des Invalideneinkommens in Höhe von
Fr.
5
6
‘
11
8
.
4
0 resultiert ein
e
Erwerbs
einbusse
von Fr. 29‘963.10 und damit ein
Invali
ditätsgrad
von rund 3
5
%
(
Fr.
29
‘
963
.
10
:
Fr.
8
6
‘
081
.
55
), so dass kein Anspruch auf eine Rente der Invali
denversicherung besteht.
Die
angefochtene Verfügung ist entsprechend nicht zu beanstanden und die
Be
schwerde ist vollumfänglich abzuweisen.
6
.
Gestützt auf
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG ist das Besc
hwerdeverfahren vor dem kanto
na
len Versicherungsgericht bei Streitigkeiten um die Bewilligung oder die Ver
weigerung von IV-Leistungen kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem Ver
fahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert unter Berücksichtigung des gesetzlichen Rahmens (
Fr.
200.-- bis
Fr.
1'000.--) auf
Fr.
600.-- festzusetzen und dem unterliegenden Beschwerdeführer aufzuerlegen.