# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** bba56dc6-d1f1-48fd-a645-b0619faeeed5
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2016
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
1.1
Die 1966 geborene
X._
arbeitet
e
seit
dem
1.
September 199
8
beim
Y._
und war dadurch
ab Januar 2000
bei der
BVK Personalvorsorge des Kantons Zürich (BVK; damals:
Beamtenversich
e
rungskasse
des Kantons Zürich)
berufsvorsorgeversichert
(
Arbeitgeberbescheini
gung
vom 1
7.
März 2010,
Urk.
13/10
, Zwischenzeugnis
vom 1
4.
Januar 2002
, Urk.
13/139/7
; Aufnahmemitteilung vom
4.
Februar 2000,
Urk.
9/3
).
Am 25.
Februar 2010 (Datum gemäss Aktenverzeichnis) meldete sie sich wegen diverser gesundheitlicher Probleme, insbesondere
cerebralen
Bewegungsstörun
g
en
, bei der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, zum Leistungsbezug an (
Urk.
13/4, vgl. auch
Urk.
13/3
). Nach Vornahme erwerbli
cher und medizinischer Abklärungen, in deren Rahmen unter anderem ein Gut
achten beim
Z._
eingeholt wurde (Gutachten vom 2
8.
Juni 2011,
Urk.
13/19)
,
sprach die IV-Stelle
X._
mit Verfügung vom 2
5.
April 2012 mit Wirkung ab 1.
August 2010 eine
Viertelsrente
zu (
Urk.
13/50; Verfügungsteil 2
Urk.
13/46). Dagegen erhob
X._
am 3
0.
Mai 2012 Beschwerde und beantragte, es sei die Sache an die IV-Stelle zurückzuweisen und diese zu verpflichten, sie umfassend neu
rologisch und neuropsychologisch zu untersuchen und der Invaliditätsgrad und die Invalidenrente seien erst nach erfolgter
Untersuchung festzusetzen (Urk.
13/55/3-10).
Die
IV-Stelle
hob daraufhin mit Verfügung vom 1
1.
Juli 2012
die angefochtene Verfügung vom 2
5.
April 2012 wiedererwägungsweise
auf
(
Urk.
13/5
7
) und
stellte
die Vornahme weiterer medizinischer Abklärungen in Aussicht (
Urk.
13/5
8
)
. Das Beschwerdeverfahren wurde deshalb vom hiesigen Gericht
mit Verfügung vom 1
3.
Juli 2012 als gegenstandslos geworden abge
schrieben (
Urk.
13/60).
Die IV-Stelle nahm in der Folge weitere medizinische
und erwerbliche
Abklä
-
run
gen
vor (
vgl.
Berichte von Dr.
med.
A._
, Facharzt für Orthopä
die, vom
8.
Oktober 2012,
Urk.
13/73, und vom 27. Mai 2013,
Urk.
13/79,
Schreiben des
Y._
vom 2
7.
August 2012,
Urk.
13/65
und Eingabe von
X._
vom 1
1.
Juli 2013, Urk.
13/82
)
und
stellte
mit Vorbescheid vom 7.
August 2013 in Aussicht,
X._
mit Wirkung ab
1.
September 2011 eine
Viertelsrente
und mit Wirkung ab
1.
Oktober 2013 eine halbe Invalidenrente
zuz
u
sprechen
(
Urk.
13/95).
Nachdem die BVK
dagegen
am 13.
Sept
ember 2013 Einwand erhoben und dabei insbe
sondere moniert hatte, es sei weder ausgewiesen, dass
X._
dauer
haft in der Arbeitsfähigkeit eingeschränkt sei noch sei davon auszugehen, dass sie im Gesundheitsfall zu 100
%
erwerbstätig gewesen wäre
(
Urk.
13/111), sprach die IV-Stelle
X._
mit Verfügung vom 2
1.
Oktober 2013 mit Wirkung ab
1.
September 2011 eine
Viertelsrente
und mit Wirkung ab
1.
Oktober 2013 eine halbe Invalidenrente zu (
Urk.
13/120
und
Urk.
13/126
; Verfügungsteil 2,
Urk.
13/1
1
3).
1.2
Die BVK sprach
X._
am
1
7.
März 2014 bei einem versicherten Be
schäftigungsgrad von 71,42
%
mit Wirkung ab 1. Juli 2013
eine auf einem Invaliditätsgrad
von 31
%
beruhende Rente zu
(
Urk.
9/9).
Nachdem
X._
dagegen am 1
5.
April 2014 Einsprache erhoben h
a
tte, hielt
die BVK mit
Einspracheentscheid
vom 2
2.
September 2014
an ihrem Entscheid
fest (
Urk.
2/2
).
2.
Am 1
3.
Januar 2015 erhob
X._
beim hiesigen Gericht
Klage gegen die BVK und beantragte:
„Der Klägerin sei
für die Zeit ab
1.
Januar
bis 3
1.
Dezember
2011 eine Rente im Umfang von 42
%
;
für die Zeit vom
1.
Januar 2012 bis 3
0.
Juni 2013 eine Rente im Umfang von 40
%
sowie
ab dem
1.
Juli 2013 eine Rente im Umfang von 52
%
zuzusprechen.“
Die Beklagte beantragte mit Klageantwort vom 1
9.
Februar 2015 die Abweisung der Klage (
Urk.
8).
Nachdem mit Verfügung vom 2
4.
Februar 201
5
(
Urk.
10)
die Akten der Eidgenös
sischen Invalidenversicherung in Sachen der Klägerin beigezogen wor
den waren (
Urk.
13/1-150)
, hielten die Klägerin mit Replik vom 1
8.
Juni 2015 (
Urk.
19) und die Beklagte mit Duplik vom
4.
August 2015 (
Urk.
23) an ihren Anträgen fest. Die Duplik wurde der Klägerin am
6.
August 2015 zur Kenntnis
nahme zugestellt (
Urk.
25).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Akten wird, soweit erfor
derlich, im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1
.1
Die Klägerin erklärte zur Begründung ihrer Klage im Wesentlichen, die
Verfü
gung der IV-Stelle
vom 2
1.
Oktober 2013 sei auch der Beklagten zugestellt worden.
Da der Entscheid der IV-Stelle nicht willkürlich sei, sei die Beklagte an den Entscheid
, insbesondere auch an den festgestellten Invaliditätsgrad, gebun
den. Der massgebende Invaliditätsgrad betrage somit ab
1.
Januar 2011 42
%
, ab
1.
Januar 2012 40
%
und ab
1.
Juli 2013 52
%
.
Die Beklagte
habe
entgegen der Berechnung der
IV-Stelle
den
Invaliditätsgrad auf 31
% festgesetzt.
Die Beklagte sei dabei zu Unrecht davon ausgegangen,
die Klägerin
habe stets freiwillig Teilzeit gearbeitet. Sie sei ledig und habe keine Kinder. Vor diesem Hintergrund und auch aufgrund ihrer Ausbildung sei eine Teilzeitanstellung für sie bis zur Verschlechterung ihres Gesundheitszustandes, das heisse
der
Zunahme der Rückenbeschwerden und
der
starke
n
Abnahme der kognitiven Leistungsfähigkeit, nie ein Thema gewesen
(
Urk.
1)
.
Im Rahmen ihrer Replik erklärte die Klägerin, s
ie sei lediglich zu Beginn ihrer Anstellung beim
Y._
im Jahre 1999 während einiger Monate für bis zu 30 Wochenstunden angestellt gewesen. Das
Y._
habe damals nur diese Stellenprozente frei gehabt. Danach, ab
1.
März 2000 und bis auf
W
eiteres
,
sei sie
zu
einem Pensum von 42 Wochen
stunden, somit
mit
einem 100%-Pensum angestellt gewesen. Dieser Anstel
lungsvertrag sei formell ein Rahmenvertrag gewesen. Die nachfolgenden Schwankungen im Jahreseinkommen hätten sich daraus ergeben, dass sie auf Wunsch der Arbeitgeberin im Stundenlohn angestellt gewesen sei und ihr Soll-Pensum sich dem Arbeitsanfall anzupassen
gehabt habe
. Es habe so erhebliche Schwankungen gegeben, teilweise habe sie während
Wochen
mehr als ein 100%-Pensum
erledigt
.
Sie sei bis im Jahr 2009 bereit gewesen, ein 100%-Pensum zu erfüllen.
Erst ab August 2009 habe sie
aus gesundheitlichen Grün
den ihre Arbeitszeit
reduzier
t.
Nachdem nicht sie, sondern die Arbeitgeberin die Reduktion bzw. Schwankung des Arbeitspensums ge
wünscht
habe, müsse vor
liegend für die Bemessung des Invaliditätsgrades das
Valideneinkommen
auf einem hypothetischen Vollzeitpensum
berechnet
werden. Die von der Beklagten beigezogene bundesrechtliche Rechtsprechung betreffe die normale
n
Teilzeit
beschäftigungen. Eine solche liege
hier
jedoch nicht vor
(
Urk.
19
).
1.2
Die Beklagte
brachte
mit ihrer Klageantwort
im Wesentlichen v
or, sie habe der Klägerin ab 1.
Juli 2013 eine Teil-Berufsinvalidenrente gestützt auf einen
Inva
liditätsgrad
von 31
%
zugesprochen.
Sie habe diesen Invaliditätsgrad unter
Zugrundelegung des Invalideneinkommens der Invalidenversicherung und des durchschnittlichen Einkommens der Klägerin im Jahr vor Beginn der
gesund
heitsbedingten
Pens
um
reduktion
ermittelt.
Bis zum Ende des Arbeitsverhältnis
ses beim
Y._
Ende Juni 2013 habe
die Kläge
rin
noch
einen rentenausschliessenden Lohn erzielt
.
Der versicherte Lohn
habe gemäss Versicherungsausweis Fr. 57‘099.
--
betragen.
Die Berufsinvalidenrente werde für längstens z
wei Jahre ausgerichtet
.
Nach dem Ausl
auf
en der
Berufsin
validenrente
bestehe Anspruch auf eine Rente, falls eine volle oder eine min
destens 25
%
betragende Erwerbsinvalidität vorliege. Den künftigen, ab Juli 2015 gege
benenfalls entstehenden Anspruch auf
eine
Erwerbsinvalidenrente
sei
noch nicht beurteilt und
damit
nicht Gegenstand des vorliegenden Verfahrens.
Betreffend den von ihr ermittelten Berufsinvaliditätsgrad von 31
%
gelte es zu beachten, dass die Klägerin vor der krankheitsbedingten
Pensenreduktion
in einem Pensum von durchschnittlich 71,45% beschäftigt gewesen sei. Nur das Einkommen aus diesem Teilzeitpensum sei bei ihr vorsorgeversichert.
Es treffe nicht zu, dass
die Beklagte
an den Entscheid der Invalidenversicherung gebun
den sei, da die Klägerin lediglich in einem Teilzeitpensum beschäftigt und nur dieses Teilzeitpensum versichert gewesen sei (
Urk.
8).
Im Rahmen
d
er Duplik erklärte die Beklagte,
dass ein stillschweigender
Rahmen
vertrag
bestanden habe, der ein Vollzeitpensum vorgesehen habe, sei nicht belegt aber auch nicht erheblich. Es sei für das vorliegende Verfahren nicht entscheidend, ob die Klägerin aus gesundheitlichen oder andern Gründen
Teilzeitpensen
verrichtet habe. Massgebend für die Bestimmung des Rentenan
spruchs sei einzig, in welchem Pensum sie gearbeitet habe bzw. welcher Lohn versichert gewesen sei.
Nur der guten Ordnung halber sei darauf
hinzuweisen
, dass eine Umrechnung des
Valideneinkommens
auf ein Vollzeitpensum durch die IV
-
Stelle bei Abstellen auf das Vorbringen der Klägerin, sie habe nicht aus gesundheitlichen Gründen, sondern auf Wunsch der Arbeitgeberin Teilzeit gear
beitet, wohl nicht erfolgt wäre
(
Urk.
23)
.
2.
2.1
Die örtliche und sachliche Zuständigkeit des hiesigen Gerichts zum Entscheid über die strittigen Leistungen ist gegeben (Art. 73 des Bundesgesetzes über die berufliche Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenvorsorge, BVG, in Verbindung mit § 2 Abs. 2
lit
. a des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht
,
GSVGer
).
2.2
Gemäss
Art.
23 BVG haben Anspruch auf Invalidenleistungen Personen, die:
a.
im Sinne der
Invalidenversicherung
zu mindestens 40 Prozent invalid sind und bei Eintritt der Arbeitsunfähigkeit, deren Ursache zur Invalidi
tät geführt hat, versichert waren;
b.
infolge eines Geburtsgebrechens bei Aufnahme der Erwerbstätigkeit zu mindestens 20 Prozent, aber weniger als 40 Prozent arbeitsunfähig waren und bei Erhöhung der Arbeitsunfähigkeit, deren Ursache zur Invalidität geführt hat, auf mindestens 40 Prozent versichert waren;
c.
als Minderjährige invalid (
Art.
8
Abs.
2
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts,
ATSG) wurden und des
halb bei Aufnahme einer Erwerbstätigkeit zu mindestens 20 Prozent, aber weniger als 40 Prozent arbeitsunfähig waren und bei Erhöhung der Arbeitsunfähigkeit, deren Ursache zur Invalidität geführt hat, auf min
destens 40 Prozent versichert waren.
2.3
Gemäss
dem
bis 3
1.
August 2014 in Kraft gewesenen, in der vorliegenden Streitsa
che
anwendbaren Reglement der Beklagten
(
Urk.
9/4;
vgl.
Art.
100 des ab 1. September 2014 gültigen Reglements,
Urk.
9/5; vgl. auch
Urk.
8 S. 6)
habe
n
versicherte Personen, die vor Vollendung des 6
5.
Altersjahres wegen Krankheit oder Unfall für die bisherige Berufstätigkeit invalid geworden sind, Anspruch auf eine Invalidenrente.
Diese
wird längstens fü
r zwei Jahre ausge
richtet
.
F
ür über 50-jährige Personen entfällt diese Befristung
(§ 19
Abs.
1
).
Die Berufsinvalidenrente beträgt bei voller Invalidität 60
%
des letzten versicher
ten Lohnes. Bei teilweiser Beru
f
sinvalidität wird die Rente entspre
chend dem Invaliditätsgrad festgesetzt. Be
i einem Invaliditätsgrad bis 24
% besteht kein Rentenanspruch
. Bei einem Invaliditätsgrad von
25 bis 59
%
besteht ein Anspruch
gemäss
dem Invaliditätsgrad. Bei
einem Invaliditätsgrad von 60 bis 69
%
besteht Anspruch
auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von 70
%
und mehr auf eine Vollrente (
§
20
Abs.
1 und 2).
Nach dem Auslaufen der Rente wegen Berufsinvalidität haben versicherte Perso
nen Anspruch auf eine Rente, wenn volle oder teilweise Erwerbsinvalidität besteht (
§
21
Abs.
1). Die Erwerbsinvalidenrente beträgt bei voller Invalidität ebenfalls 60
%
des letzten versicherten Lohnes. Bei teilweiser Erwerbsinvalidität gilt dieselbe Rentenabstufung wie bei der Berufsinvalidenrente (
§
22
Abs.
1 und 2).
2.4
Aus der engen Verbindung zwischen dem Recht auf eine Rente der Invalidenversi
cherung und demjenigen auf eine Invalidenleistung nach BVG ergibt sich, dass der Invaliditätsbegriff im obligatorischen Bereich der berufli
chen Vorsorge und in der Invalidenversicherung grundsätzlich der gleiche ist (BGE 123 V 269 E. 2a, 120 V 106 E. 3c, je mit Hinweisen).
Praxisgemäss sind daher die Vorsorgeeinrichtungen im Bereich der gesetzlichen Mindestvorsorge (
Art.
6 BVG) an die Feststellungen der IV-Organe (Eintritt der invalidisierenden Arbeitsunfähigkeit, Eröffnung der Wartezeit, Festsetzung des Invaliditätsgrades) gebunden, soweit die IV-rechtliche Betrachtung aufgrund einer gesamthaften Prüfung der Akten nicht als offensichtlich unhaltbar erscheint (BGE 126 V 309 E. 1 in
fine
). Diese Konzeption fusst auf der Überle
gung, die Organe der (obligatorischen) beruflichen Vorsorge von eigenen auf
wändigen Abklärungen freizustellen, und gilt nur bezüglich Feststellungen und Beurteilungen der IV-Organe, welche im invalidenversicherungsrechtlichen Verfahren für die Festlegung des Anspruchs auf eine Invalidenrente entschei
dend waren (BGE 132 V 1 E. 3.2). So hat beispielsweise eine verspätete Anmel
dung zum Leistungsbezug bei der Invalidenversicherung rechtsprechungsgemäss die freie Überprüfbarkeit des leistungserheblichen Sachverhaltes durch die Vorsorgeeinrichtung beziehungsweise das Berufsvorsorgegericht zur Folge (Urteil des Bundesgerichts 9C_49/2010 vom 2
3.
Februar 2010 E. 2.1).
Diese Bindungswirkung setzt voraus, dass die Vorsorgeeinrichtung (spätestens) ins
Vorbescheidverfahren
(
Art.
73
ter
der Verordnung über
die Invalidenversiche
ru
ng,
IVV) einbezogen und ihr die Rentenverfügung formgültig eröffnet wurde (Urteil des Bundesgerichts 9C_81/2010 vom 1
6.
Juni 2010 E. 3.1, mit Hinwei
sen). Dem BVG-Versicherer steht ein selbständiges Beschwerderecht im Verfah
ren nach
dem Bundesgesetz über die Invalidenversicherung (
IVG
)
zu. Unter
bleibt ein solches Einbeziehen der Vorsorgeeinrichtungen, ist die IV-rechtliche Festsetzung des
Invaliditätsgrades (grundsätzlich,
masslich
und zeitlich)
berufs
vorsorgerechtlich
nicht verbindlich (BGE 130 V 270 E. 3.1).
Stellt die Vorsorgeeinrichtung auf die invalidenversicherungsrechtliche Betrachtungsweise ab, muss sich die versicherte Person diese entgegenhalten lassen, soweit diese für die Festlegung des Anspruchs auf eine Invalidenrente entscheidend war, und zwar ungeachtet dessen, ob der Vorsorgeversicherer im Verfahren der Invalidenversicherung beteiligt war oder nicht. Vorbehalten sind jene Fälle, in denen eine gesamthafte Prüfung der Aktenlage ergibt, dass die Invaliditätsbemessung der Invalidenversicherung offensichtlich unhaltbar war (BGE 130 V 270 E. 3.1).
3.
Gegensta
nd des vorliegenden Verfahrens ist
entgegen den Vorbringen der Beklag
ten (
Urk.
8 S. 8 und
Urk.
23 S. 6) sowohl der Anspruch auf eine Berufs- wie auch auf eine Erwerbsinvalidenrente. Eine Beschränkung der Klage auf die reglementarischen Leistungen ist den Rechtsschriften und insbesondere dem Rechtsbegehren (
Urk.
1 S. 2) der Klägerin nicht zu entnehmen. Die Tatsache, dass die Klägerin im
Einspracheentscheid
vom 2
2.
September 2014 (
Urk.
2/2) lediglich von Beruf
s
invalidenleistungen spricht vermag hieran nicht
s
zu ändern, ist doch ein Entscheid der Beklagten über allfällige Leistungen nicht
Prozess
voraussetzung
. Im Übrigen hat
te
die Be
klagte in
ihrem Entscheid
vom 17.
März 2014 (
Urk.
9/9) noch
selber
festgehalten, dass die Klägerin Anspruch auf Berufs- bzw. Erwer
bsinvalidenleistungen habe
,
und
dabei auf die Bestimmungen zur Erwerbsinvalidenrente
(
§
21 f.)
verwiesen (S. 2).
4
.
4
.1
Der Beklagten wurde die Verfügung der
IV-Stelle
vom
2
1.
Oktober 2013
, mit welcher der Klägerin mit Wirkung ab
1.
September 2011 eine Viertel
s
- und mit Wirkung ab
1.
Oktober 2013 eine halbe Rente der Invalidenversicherung zuge
sprochen
wurde
, zugestellt (vgl.
Urk.
13/124
und
Urk.
13/130
).
D
ie Beklagte
wurde
von der IV-Stelle
zudem auch
ins
Vorbeschei
d
verfahren
miteinbezogen
(
Urk.
9
/8
und
Urk.
13/111
).
Die formelle Voraussetzung für eine Bindungswir
kung
des Entscheides der Invalidenversicherung für die Vorsorgeeinrichtung
(vgl. E. 2.
4
)
ist somit erfüllt.
Eine verspätete Anmeldung der Klägerin zum Leistungsbezug liegt zudem nicht vor
, sprach die IV-Stelle der Klägerin bei bereits im Februar 2010 erfolgter Anmeldung zum Leistungsbezug (
Urk.
13/4) doch erst mit Wirkung ab
1.
September 2011 Rentenleistungen zu (Urk. 13/120)
.
4
.2
Die Bindungswirkung von invalidenversicherungsrechtlichen Entscheiden umfasst gemäss höchstrichterlicher Rechtsprechung auch
Entscheide der Invali
denversicherung über den erwerblichen Status einer invaliden Person (voll erwerbstätig, teilerwerbstätig,
nicht erwerbstätig), und zwar sowohl im obliga
torischen als auch im weitergehenden Bereich.
Bei der Anwendung der gemischten Methode ist dabei grundsätzlich nur der Invaliditätsgrad von Bedeutung, der für den erwerblichen Bereich resultiert, unter Vorbehalt offen
sichtlicher Unhaltbarkeit. Einzig insoweit ist eine Bindung an die
Invaliditäts
bemessung
der Invalidenversicherung gegeben. Der Umfang der Invalidenrente der beruflichen Vorsorge bemisst sich somit grundsätzlich nach dem Beschäfti
gungsgrad unter Berücksichtigung einer allfälligen vorbestandenen gesundheit
lich bedingten Arbeitsunfähigkeit
(BGE 141 V 127 E. 5.1 mit Hinweis auf BGE
129 V 150 E. 2.5; Urteil des Bundesgerichts 9C_307/2015 vom
1.
Dezember 2015 E. 4.1).
Die Invalidenversicherung
qualifizierte die Klägerin als im Gesundh
eitsfall zu 100
%
erwerbstätig, da sie davon ausging, die Klägerin habe aus gesundheitli
chen Gründen kein 100%-Pensum ausgeübt (Verfügungsteil 2,
Urk.
13/113).
Bei dieser Qualifikation handelt es sich um eine Beurteilung des erwerblichen Sta
tus, an welche die Beklagte – wie dargelegt - unter dem Vorbehalt der offen
sichtlichen Unhaltbarkeit gebunden ist.
4
.
3
Der Verweis der Beklagten darauf, dass
sich der Umfang der
Versicherungsde
ckung
nach dem Beschäftigungsgrad bei Eintritt der Arbeitsunfähigkeit richte, deren Ursache zur Invalidität geführt ha
be
(
Urk.
8 S.
8
und
Urk.
23 S. 5)
,
ver
mag hieran nichts zu ändern
. Die zitierte Rechtslage
bezieht sich
ausschliesslich
auf
Sachverhalte
,
bei welchen die gemischte Methode
Anwendung fand. Die Invalidenversicherung
ging in ihrem Entscheid aber davon aus, dass die Kläge
rin im Gesundheitsfall zu 100
%
erwerbstätig wäre. Da entsprechend dem
inva
lidenversicherungsrechtlichen
Entscheid nicht die gemischte Methode zugrunde lag,
mithin nicht die Frage der Aufteilung in Erwerbs- und Aufgabenbereich zu beurteilen war, sondern einzig
ein Erwerbsbereich vorliegt, besteht grundsätz
lich eine vollständige Bindung
an den invalidenversicherungsrechtlich ermit
telten Invaliditätsgrad
.
Anders als in den von der Beklagten zitierten Entschei
den kam damit - wie dargelegt - nicht die gemischte Methode zur Anwendung, sondern gründet ein Leistungsanspruch der Klägerin gegenüber der Beklagten auf
Art.
23
lit
. b BVG (vgl. dazu Feststellungsblatt der IV,
Urk.
13/97/6). I
n dessen Anwendungsbereich
hat
zur Ermittlung des Invaliditätsgrades grund
sätzlich eine Aufrechnung auf das im Gesundheitsfall ausgeübte Pensum zu erfolgen (vgl. das aufgeführte Rechenbeispiel bei
Hürzeler
,
Invaliditätsproble
matiken
in der beruflichen Vorsorge, S. 333).
4
.4
Die Bindungswirkung an den Entscheid der Invalidenversicherung bezieht sich sowohl auf die obligatorische wie auch auf die reglementarischen Leistungen, wirkt sich doch die grundsätzlich abweichende Definition de
s
Invali
d
itä
t
sbe
griffes
im vorliegenden Fall nicht aus
(vgl.
Hürzeler
in: Schnei
der/Geiser/
Gächter
, BVG und FZG,
Art.
24 N 7 mit Verweis auf das Urteil des damaligen Eidgenössischen Versicherungsgerichts B 34/05 vom
8.
Juni 2006)
. So ist
vorliegend
zur Berechnung der Leistungen sowohl betreffend obligatori
sche wie a
uch betreffend reglementarische
Leistungen das theoretische Ein
kommen
der Klägerin
als Gesunde dem mit Gesundheitsschaden noch erzielba
ren Einkommen
in der weiterhin
ausübbaren
angestammten Tätigkeit
gegen
überzustellen
(vgl. E. 2.2 und E. 2.3)
.
4
.5
Schliesslich stellte die Beklagte auf die Betrachtungsweise der Invalidenversiche
rung, wonach die Klägerin seit Eintritt ins Erwerbsleben in der Arbeitsfähigkeit eingeschränkt sei (
Urk.
9/9), ab. Bereits aus diesem Grund ist sie an den Entscheid der Invalidenversicherung hinsichtlich des erwerblichen Status der Klägerin gebunden.
Zusammenfassend
ist die Beklagte an die Feststellungen der Invalidenversiche
rung gebunden, es sei denn die Feststellungen dieser erwiesen sich als offen
sichtlich unhaltbar
(vgl. E. 2.4)
.
4
.6
4
.6.1
Zu prüfen bleibt somit, ob der Entscheid der Invalidenversicherung offensicht
lich unhaltbar war. Gestützt auf die Ausführungen der Parteien und die Akten gilt es dabei
insbesondere
zu
würdigen, ob es sich als offensichtlich unhaltbar erweist, dass die Invalidenversicherung die Klägerin als im Gesundheitsfall zu 100
%
erwerbstätig qualif
i
zierte
.
4
.6.2
Die Frage, ob die Invaliditätsschätzung der Invalidenversicherung offensichtlich unhaltbar und daher für die berufliche Vorsorge nicht verbindlich ist, beurteilt sich nach der Aktenlage bei Erlass der Rentenverfügung. Nachträglich geltend gemachte Tatsachen oder Beweismittel, welche die IV-Stelle nicht von Amtes wegen hätte erheben müssen, sind nur beachtlich, sofern sie im Rahmen einer prozessualen Revision (
Art.
53
Abs.
1 ATSG) zu berücksichtigen wären (
Urteil des Bundesgerichts
9C_182/2007
vom
7.
Dezember 2007, E. 4.1.2 mit Verweis auf
BGE 126 V 308
E. 2a).
4
.6.
3
Die Klägerin war seit
September 1998
beim damaligen
Y._
angestellt
(
Urk.
13/10 und Urk. 13/139/7)
.
Dessen Generalsek
retär
teilte der IV-Stelle mit Schreiben vom 2
7.
August 2012 mit, dass
das Arbeitspensum
der Klägerin
bis zum 3
0.
Juni 200
2
nicht mehr
eruierbar
sei.
Das effektive jährliche Arbeitspensum der Klägerin habe
ab
1.
Juli 2002 71
%
, ab
1.
Jul
i 2003 73
%
, ab
1.
Juli 2004 69
%, ab
1.
Juli 2005 66
%
, ab
1.
Juli
2
006 79
%
, ab
1.
Juli 2007 81
%
, ab 1.
Juli 2008 75
%
, ab
1.
Juli 2009 67
%
, ab
1.
Juli 2010 64
%
, ab
1.
Januar 2011 58
%
und ab
1.
Januar 2012 56
%
betra
gen.
Er erklärte weiter
, die Schwankungen des Arbeitspensum
s
hätten sich dar
aus ergeben, dass die Klägerin seit Beginn ihrer Anstellung auf Wunsch der damaligen Gerichtsleitung im Stundenlohn angestellt gewesen und das Soll-
P
ensum unterschiedlich festgelegt worden sei. Dies hänge damit zusammen, dass wegen häufiger Personalwechsel in der Kanzlei einerseits sowie wegen unterschiedlicher Geschäftslast andererseits der jeweilige Arbeitsanfall variiert habe und insofern eine flexible Handhabung erwünscht
gewesen
sei (
Urk.
13/65
).
Diese Angaben des damaligen
Y._
stehen in Übereinstimmung mit den von der Klägerin in der Replik gemachten Ausführungen, gemäss wel
chen ihr Arbeitspensum gemäss d
en Wünschen des Arbeitgebers va
riiert
habe
(E. 1.1).
4.6.4
Aus dem Gesagten ergibt sich, dass das von der Klägerin beim
Y._
geleistete
Arbeitspensum auf Wunsch der Arbeitgeberin var
i
ierte. Hieraus lässt sich jedoch nicht
ohne
Weiteres
der Schluss ziehen, dass die Klägerin im Gesundheitsfall nicht einer 100%igen Erwerbstätigkeit
nachge
gangen wäre
. So erklärte
sie
im Rahmen der invalidenversicherungsre
chtlichen Abklärungen nicht nur
, dass sie im Gesundheitsfall zu 100
%
erwerbstätig wäre (
Urk.
13/21), sondern
hielt auch
der die Klägerin behandelnde Orthopäde
Dr.
A._
eine seit Geburt an bestehende Einschränkung der Arbeitsfähigkeit fest (
Urk.
13/73/4
und
Urk.
13/79).
Entsprechend führte
denn auch die Invali
denversicherung in ihrem Entscheid
aus
, dass nicht mehr ermittelbar sei, ob die Klägerin je ein 100%-Pensum verrichtet habe (
Urk.
13/113/3)
und hielt gestützt auf die ärztliche Einschätzung fest, die Klägerin sei seit Eintritt ins Erwerbsalter in der Arbeitsfähigkeit eingeschränkt (
Urk.
13/97/6).
4.6.5
Nach dem
Dargelegten
und
insbesondere
in Berücksichtigung
dessen
, dass die Beklagte in ihre
m Entscheid
vom 1
7.
März 2014 selber festhielt, die Klägerin
sei
seit Eintritt ins Erwerbsleben in ihrer Arbeitsfähigkeit erheblich eingeschränkt (
Urk.
9/9),
erweist sich der Entscheid der Invalidenversicherun
g
hinsichtlich
e
rwerblichem Status der
Klägerin
(
im Gesundheitsfall zu 100
%
erwerbstätig
)
zumindest nicht als offensich
t
l
ich unhaltbar
. Da auch im Übrigen keine Anhaltspunkte für eine offensichtliche Unhaltbarkeit des Entscheids der Invali
denversicherung bestehen, ist
die Beklagte an den Entscheid
d
er Invalidenversi
cherung gebunden.
5.
Wie bereits festgestellt (vgl. E. 4.3) ist mit Blick auf
Art.
23
lit
. b BVG nicht zu beanstanden,
dass
die Invalidenversicherung das
Valideneinkommen
unter Aufrechnung des bisher ausgeübten Pensums der Klägerin auf 100
%
ermittelt hat. Das Beschäftigungsverhältnis bei der vormaligen Arbeitgeberin wirkt sich nur - aber immerhin - in Verbindung mit dem versicherten Verdienst auf die Höhe der Leistungen aus.
Demzufolge ist die Beklagte in Bindung an den
invalidenversicherungsrechtli
chen
Entscheid zu verpflichten, der Klägerin
vom
1.
September
bis 3
1.
Dezem
-
ber
2011 eine Rente gestützt auf einen Invaliditätsgrad von 42
%
, für die Zeit vom
1.
Januar 2012 bis 3
0.
September 2013 gestützt auf einen
Invali
ditätsgrad
von 40
%
und ab
1.
Oktober 2013 gestützt auf einen Invaliditätsgrad von 52
%
auszurichten. Im Mehrbetrag, das heisst soweit
von der Klägerin
bereits
ab
1.
Januar 2011 eine Rente gestützt auf einen Invaliditätsgrad von 42
%
und
ab
1.
Juli 2013 eine Rente gestützt auf einen Invali
di
tätsgrad von 52
%
verlangt wird, erweist sich die Klage als unbegründet, hat die Invaliden
versicherung die Rente
doch ebenfalls
erst per 1.
Oktober 2013 erhöht
(vgl.
Urk.
13/113 und
Urk.
13/126; vgl. auch
§
22 des Reglements der Beklagten)
.
6
.
Nach § 34 Abs. 1
GSVGer
hat die obsiegende Partei Anspruch auf Ersatz der Parteikosten. Diese werden ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeu
tung der Streitsache, der Schwierigkeit des Prozesses und dem Mass des Obsie
gens bemessen (§ 34 Abs. 3
GSVGer
). Die Beklagte ist demzufolge zu verp
flich
ten, der Klägerin eine Pro
zessentschädigung in der Höhe von Fr. 2‘
4
00.-- (inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) zu bezahlen.