# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** bf5c1b59-0201-4662-aa0c-bce7f8b798ab
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2019
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1989, war von September 2016 bis Ende Mai 2017
bei der
Z._
als Filialleiterin Retail (Möbelverkauf) tätig (
vgl.
Urk.
7/2 S. 6 Ziff. 5.4; Urk. 7/15 S. 2 f.
). Unter Hinweis auf einen Unfall meldete sich die Versicherte am 5. August 2017 bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an (Urk. 7/2). Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, klärte die medizi
nische und erwerbliche Situation ab und zog Akten der Krankentaggeld
- und Unfall
versicherung bei (Urk. 7/3-5
;
Urk. 7/14/4-5;
Urk. 7/20-21; Urk. 7/23
)
. Am 4. Januar 2018 teilte die IV-Stelle der Versicherten mit, es seien derzeit keine Eingliederungsmassnahmen angezeigt (Urk. 7/25).
Nach durchgeführtem
Vorbe
scheid
verfahren
(Urk.
7/35-36
;
Urk. 7/40)
verneinte di
e IV-Stelle mit Verfügung vom 12. Juni 2018 (Urk. 7/43 = Urk. 2)
ei
nen Rentenanspruch.
2.
Die Versicherte erhob am
12. Juli 2018
Beschwerde gegen die Verfügung vom
12. Juni 2018
(Urk.
2) und beantragte,
diese sei aufzuheben und
der medizinische Zustand
sei
weiter abzuklären
(Urk.
1 S.
2
Ziff. 1
).
Die IV-Stelle beantragte mit Beschwerdeantwort vom
12. September 2018
(Urk.
6
) die Abweisung der Be
schwer
de. Mit
V
erfügung vom
25. September 2018 (Urk. 8)
wurde
antragsgemäss (vgl. Urk.
1
S. 2 Ziff. 2
) die unentgeltliche Prozessführung bewilligt und der Be
schwerdeführerin die Beschwer
deantwort zugestellt.
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
Bundesgesetz über den Allgemeinen
Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG) Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beein
trächtigung
der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesund
heitlichen
Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG)
Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betä
tigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen
wieder herstellen
, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie körperliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 8 ATSG bewirken. Rechtsprechungsgemäss ist bei psychi
schen Beeinträchtigungen zu prüfen, ob ein psychischer Gesundheitsschaden mit Krankheitswert besteht, welcher die versicherte Person auch bei Aufbietung allen guten Willens daran hindert, ein rentenausschliessendes Erwerbseinkommen zu erzielen (vgl.
BGE 139 V 547
E. 5,
131 V 49
E. 1.2,
130 V 352
E. 2.2.1; vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_125/2015 vom 1
8.
November 2015 E. 5.4).
Die Annahme eines psychischen Gesundheitsschadens im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG sowie Art. 3 Abs. 1 und Art. 6 ATSG setzt eine psychiatrische, lege
artis
auf
die Vorgaben eines anerkannten Klassifikationssystems abgestützte Diagnose vor
aus (vgl. BGE 143 V 409 E. 4.5.2, 141 V 281 E. 2.1, 130 V 396 E. 5.3 und E. 6). Eine fachärztlich einwandfrei festgestellte psychische Krankheit ist jedoch nicht ohne weiteres gleichbedeutend mit dem Vorliegen einer Invalidität. In jedem Ein
zelfall muss eine Beeinträchtigung der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit unabhängig von der Diagnose und grundsätzlich unbesehen der Ätiologie ausgewiesen und in ihrem Ausmass bestimmt sein. Entscheidend ist die nach einem weitgehend objektivierten Massstab zu beurteilende Frage, ob es der versicherten Person zumutbar ist, eine Arbeitsleistung zu erbringen (BGE 143 V 409 E. 4.2.1, 141 V 281 E. 3.7, 139 V 547 E. 5.2, 127 V 294 E. 4c, je mit Hinweisen; vgl.
Art.
7
Abs.
2 ATSG).
1.4
Mit BGE 143 V 418 entschied das Bundesgericht, dass grundsätzlich sämtliche psychischen Erkrankungen für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit einem struk
tu
rierten Beweisverfahren nach BGE 141 V 281 zu unterziehen sind (E. 6 und 7, Änderung der Rechtsprechung; vgl. BGE 143 V 409 E. 4.5.2 speziell mit Bezug auf leichte bis mittelschwere Depressionen).
Das für somatoforme Schmerzstörungen und vergleichbare psychosomatische Leiden entwickelte strukturierte Beweisverfahren definiert systematisierte Indika
toren, die es
–
unter Berücksichtigung leistungshindernder äusserer Belastungs
faktoren einerseits und von Kompensationspotentialen (Ressourcen) andererseits
–
erlauben, das tatsächlich erreichbare Leistungsvermögen einzuschätzen (BGE 141
V
281 E. 2, E. 3.4-3.6 und 4.1; vgl. statt vieler: Urteil des Bundesgerichts 9C_590/2017 vom 1
5.
Februar 2018 E. 5.1). Die Anerkennung eines rentenbe
grün
denden Invaliditätsgrades ist nur zulässig, wenn die funktionellen Auswir
kungen der medizinisch festgestellten gesundheitlichen Anspruchsgrundlage im Einzelfall anhand der Standardindikatoren schlüssig und widerspruchsfrei mit (zumindest) überwiegender Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sind. Fehlt es an diesem Nachweis, hat die materiell beweisbelastete versicherte Person die Folgen der Beweislosigkeit zu tragen (BGE 141 V 281 E. 6; vgl. BGE 144 V 50 E. 4.3).
Diese Rechtsprechung ist auf alle im Zeitpunkt der Praxisänderung noch nicht erledigten Fälle anzuwenden (Urteil des Bundesgerichts 9C_580/2017 vom 16. Januar 2018 E. 3.1 mit Hinweisen).
1.5
Das Gericht kann die Angelegenheit zu neuer Entscheidung an die Vorinstanz zurückweisen,
besonders
wenn mit dem angefochtenen Entscheid nicht auf die Sache eingetreten oder der Sachverhalt ungenügend festgestellt wurde (§ 26 Abs. 1 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht,
GSVGer
). Gemäss stän
diger Rechtsprechung ist in der Regel von der Rückweisung – da diese das Ver
fahren verlängert und verteuert – abzusehen, wenn die Rechtsmittelinstanz den Prozess ohne wesentliche Weiterungen erledigen kann. In erster Linie kommt eine Rückweisung in Frage, wenn der Versicherungsträger auf ein Begehren überhaupt nicht eingetreten ist oder es ohne materielle Prüfung abgelehnt hat, wenn schwie
rige Ermessensentscheide zu treffen sind, oder wenn der
ent
scheidrelevante
Sach
verhalt ungenügend abgeklärt ist (vgl. Urteil des Bundesgerichts U 209/02 vom 10. September 2003 E. 5.2).
2.
2.1
Die
Beschwerdegegnerin
verneinte einen Rentenanspruch in der angefochtenen Verfügung (Urk. 2) damit, dass ihre Abklärungen ergeben hätten, dass die
Be
schwerdeführerin
seit dem 17. März 2017 zwar in ihrer Tä
tigkeit als Filialleiterin Ret
ail nicht mehr arbeiten könne,
eine angepasste, nicht
rückenbelastende Tätig
keit
ihr hingegen voll zumutbar
sei
. Dies werde auch seitens der Kranken
tag
geldversicherung bestätigt.
Eine Anfrage an ihren ärztlichen Dienst würde auf
grund der vorliegenden Akten keine neuen Erkenntnisse bringen, die Aktenlage sei bereits versicherungsmedizinisch durch den zuständigen Krankentag
geldvers
icherer beurteilt worden. Es läge
n
keine, durch diesen nicht mitberücksichtigten Diagnosen vor. Ebenfalls lägen keine neuen medizinischen Unterlagen vor, welche neue Erkenntnisse enthalten würden (S. 1 f.).
2.2
Die
Beschwerdeführerin
machte demgegenüber beschwerdeweise (Urk. 1) geltend,
die
Beschwerdegegnerin
habe sich bei ihrer Leistungsablehnung le
diglich auf die Einschätzung der
Krankentaggeldversicher
ung
abgestützt und habe deren Ein
schätzung weder intern durch einen Arzt des Regionalen Ärztlichen Dienst
es (RAD) prüfen lassen, noch habe
s
ie den nachträglich erhaltenen Arztb
ericht des Uni
versitätsspitals vom März 2018 mitberücksichtigt oder in einer erkennbaren Form gewürdigt.
Dem genannten Arztbericht sei klar zu entnehmen, dass eine Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit nicht vorliege. In einer ange
passten Tätigkeit werde vorerst lediglich eine Teilarbeitsfähigkeit attestiert. Ent
spre
chend könne der Entscheid der
Beschwerdegegnerin
unter der aktuellen Sach
lage
nicht nachvollzogen werden. Der vorliegende Arztbericht widerspreche
dem Entscheid der
Beschwerdegegnerin
und eine medizinisch fundierte Begründung, weshalb von der ärzt
lichen Meinung abgewichen werde
, sei nicht vorhanden. Aus diesen Gründen würden weitere medizinische Abklärungen beantragt (S. 6 f. Ziff. II.B.4-7).
2.3
Strittig und zu prüfen ist der Anspruch der
Beschwerdeführerin
auf eine Rente und dabei
insbesondere, ob die
Beschwerdegegnerin
den medizinischen Sachver
halt
genügend abgeklärt hat.
3.
3.1
Die Ärzte des Universitätsspitals
A._
,
Klinik für Unfallchirurgie,
führten in ihrem Austrittsbericht vom 30. Mai 2017 (Urk. 7/4/4-6 =
Urk.
7/14/1-2
= Urk.
7/20/20-22)
aus, dass die Beschwerdeführerin vom 2
5.
bis
zum
26. Mai 2017 in der Klinik hospitalisiert gewesen sei
, und nannten folgende
Diagnosen
(S. 1)
:
-
Lumbalgie mit sensorischem
L5-Syndrom Bein links vom 25. Mai
2017 bei
Diskusprotrusion
Deckplatte
Brustwirbelkörper (
BWK
)
12 ohne Impression des
Myelons
-
s
ens
orisches C8-Syndrom links 25. Mai
2017
-
Rathke-Zyste, Erstdiagnose 26. Mai
2017
-
Verdacht auf
zystis
ches
Neurinom
auf Höhe (Lendenwirbelkörper) LWK 1, Erstdiagnose 25. Mai 2017
3.2
Dr.
med.
B._
, Facharzt für Psy
chiatrie und Psychotherapie, führte in seinem Bericht vom 18. Juli
2017 (Urk.
7/4/7-8)
aus, dass die Beschwerdeführerin an einer
schwere
n
depressive
n
Episode
leide
. Aus psychiatrischer Sicht gehe es der Beschwerdeführerin wieder besser, im Vordergrund stünden diverse soma
tische Probleme. Aus
psychiatrischer Sicht habe mindestens vom
5.
April bis zum 30. Juni 2017 eine 100
%
ige Arbeitsunfähigkeit
bestanden (S. 1).
3.3
Ein Arzt der
Klinik für Neurochirurgie
des
A._
nannte in seinem Bericht vom 7. September 2017 (Urk.
7/19 =
Urk.
7/20/18-19
)
folgende
Diagnosen
(S. 1)
:
-
Rathke-Zyste, Erstdiagnose 26. Mai
2017
-
Lumbalgie mit sensorischem
L5-Syndrom Bein links vom 25. Mai
2017
bei
Diskusprotrusion
Deckplatte
BWK
12 ohne Impression des
Myelons
-
s
ens
orisches C8-Syndrom links 25. Mai
2017
-
Verdacht auf
Läsion des
Conus
medullaris
param
edian rechts
-
Diskusprotrusion
Th
11/12
3.4
Pract
. med.
C._
,
Fachärztin für Physikalische Medizin und Reha
bilitation
,
nannte in ihrem undatierten, am 6. Oktober
2017 bei der Beschwerde
gegnerin eingegangen
en
Bericht
(Urk.
7/18/1-5)
eine
Lumb
ago nach
Verhebe
trau
ma
am 17. März
2017
als Diagnose
mit Auswirkung
auf die Arbeitsfähigkeit. Die Beschwerdeführerin habe
bei der Arbeit ein schweres Sofa gehobe
n (Ziff. 1.1). Es sei u
ngewiss, ob
d
er Beschwerdeführerin die
bisherige Tät
igkeit noch zumutbar sei (Ziff.
1.7).
Aktuell
sei sie noch nicht acht Stunden am Stück steh- und geh
belastbar aufgrund der geschwächten Muskulatur des Rückens und des Rumpfes (Ziff. 1.8).
Ab
dem 1. November
2017 könne mit einer Wiederaufnahme einer beruflichen Tätigkeit im Umfang
von
20 % gerechnet werden (Ziff.
1.9).
3.
5
Dr.
med.
D._
, Facharzt für Rheumatologie und
für Allgemeine Innere M
edizin sowie beratender Arzt des
Krankentaggeldversicherers, führte in seiner Stellungnahme vom 20. Oktober 2017 (Urk.
7/23/2-3)
aus, dass
zwar ein Leiden vorliege, dieses
aber betreffend Signifikanz unsicher sei, könne er
doch
die be
klagten Limitierungen nicht nachvollziehen und erklären. Offenbar sei die Be
schwer
deführerin seit dem 17. März 2017 zu 100 % arbeitsunfähig, was nicht nachvollziehbar sei (S. 1). Für
eine angestammte
- gemeint ist
wohl
eine
„ange
passte“
-
, nicht rückenbelastende Tätigkeit bestehe
aus rheumatologisch-soma
tischer Sicht
eine 100%ige Arbeitsfähigkeit. Wie weit eine psychiatrische Proble
matik die Arbeitsfähigkeit anhaltend einschränke, könne er nicht beurteilen. Der betreuende Facharzt für Psychiatrie
Dr.
B._
habe bemerkt, dass die psychia
tr
ische Problematik gebessert sei (S. 2; vgl. vorstehend E. 3.
2
).
3.6
Die Ärzte der
Klinik für Rheumatologie
des
A._
nannten in ihrem Bericht vom 16. März
2018
(Urk.
7/32/1-3)
ein
l
umbospondy
logenes
Schmerzsyndrom links, Erstdiagnose September 2017, Differentialdiagnose
lumboradikuläres
Schmerz- und Reizsyndrom L5 links
, als Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
(Ziff. 2.5) sowie eine Ratke-Zyste, Erstdiagnose 26. Mai 2017, als Diagnose ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
(Ziff.
2.5)
.
Eine
Arbeitsunfähigkeit sei bisher durch die Klinik für Rheumatologie des
A._
nicht attestiert worden (Ziff.
1.3).
Die ambulante Physiotherapie sei bisher noch nicht in vollem Ausmass ausgeschöpft worden. Abhängig von diesem Verlauf müsste die Arbeitsfähigkeit im Verlauf
reevaluiert
werden. Eine Arbeitsfähigkeit
für leichte wechselhafte T
ätigkeiten sei momentan gegeben. E
ine Beurteilung der prozentualen Arbeitsfähigkeit
bei leichter wechselhafter Belastung könne jedoch aktuell nicht eindeutig vorgenommen
werden
. Eine stufenweise Wiederein
glie
derung wäre sicherlich sinnvoll. Aus rheumatologischer Sicht würde bei den aktu
ellen klinischen Beschwerden und Befunden eine schwere körperlich belas
tende Tätigkeit gegebenenfalls zu einer weiteren
Chronifizierung
und Zunahme der klinischen Beschwerden führen
(Ziff.
2.7).
Es werde eine Weiterführung von intensiver ambulanter Physiotherapie und gegebenenfalls im Verlauf ergänzend medizinischer Trainingstherapie zur muskulären
Rekonditionierung
empfohlen (Ziff. 2.8).
Die zuletzt ausgeübte
körperlich schwere belastende
Tätigkeit
sei
der Beschwerdeführerin
aktuell nicht zumutbar (Ziff.
4.1). Ein Beginn mit körperlich leicht
er wechselhafter Belastung, beispielsweise
mit stufenweiser Wiedereinglie
derung von 50
% sowie i
m Verlauf
Steigerung auf 70-100
%
, wäre denkbar. Ab
hängig vom Therapieansprechen müsste die zeitliche Steigerung der Belastbarkeit im Verlauf evaluiert werden (Ziff.
4.3).
4.
4.1
Den Akten ist zu entnehmen, dass die AXA Winterthur, die zugleich Kranken
taggeld- und Unfallversiche
rung
war, der
Beschwerdeführerin
am 8. September
2017 mit
teilte
,
dass
sie
kein
en
Anspruch auf Leistungen aus der obligatorischen Unfallversicheru
ng habe
, da das Ereignis vom 17. März
2017 nicht
alle Kriterien
erfülle. Ein Anspruch auf Krankentaggelder werde geprüft (Urk. 7/14/4 = Urk. 7/
18/9 = Urk. 7/20/26
)
.
Die AXA Winterthur richtete der
Beschwerdeführerin
in der Folge Krankentaggelder aus (vgl. Urk. 7/14/5; Urk. 7/20/6; Urk. 7/23/4).
Am 2. November 2017
teilte
die AXA Winterthur
der Beschwerdeführerin
mit,
dass e
ine medizinische Abklärung
ergeben
habe
, dass sie ab sofort in einer angepassten und zumutbaren Tätigkeit
zu 100 % arbeitsfähig sei. Die
Ablehnung
der Unfallversicherungsdeckung mit Schreiben vom 8. September
2017 sei nach erneuter Prüfung korrekt.
Die
Krank
entaggelder würden bis am 31. Dezember
2017 ausgerichtet (Urk. 7/21/2).
4.2
Die Beschwerdegegnerin
stützte sich für
die
Beurteilung des Gesundheits
zustan
des
und der Arbeitsfähigkeit
der Beschwerdeführerin
auf die Einschätzung des
Krankentaggeldversicherer
s
,
namentlich auf die Beurteilung durch
Dr.
D._
vom Oktober 2017,
wonach in einer angepassten Tätigkeit eine 100%ige Arbeits
fähigkeit bestehe
(
vorstehend
E. 2.1, E. 3.5
; vgl. Urk. 7/34/4; Urk. 7/42/2).
Eine Prüfung der Aktenlage durch den RAD fand, wie die Beschwerdeführerin zu Recht vorbrachte (vgl. vorstehend E. 2.2), nicht statt (vgl. die Feststellungsblätter vom 26. März und 12. Juni 2018, Urk. 7/34, Urk. 7/42).
Dem
Bericht
der Ärzte der Klinik für Rheumatologie des
A._
vom März 2018
(vorstehend E. 3.6)
ist
zu entnehmen, dass der
Beschwerdeführerin die ange
stammte Tätigkeit als Filialleiterin Retail nicht mehr zumutbar sei. Die Ärzte waren zwar der Ansicht, dass
der Beschwerdeführer
in
eine angepasste
leichte wechselhafte Tätigkeit zumutbar sei
, eine
prozentuale
Beurteilung der Arbeits
fähigkeit konnten
sie hingegen
nicht
vornehmen.
Sie legten lediglich dar, dass eine stufenweise Wiedereingliederung sinnvoll sei und nannten als Beispiel eine Wiedereingliederung in einem 50%-Pensum mit Steigerung im Verlauf auf ein
70-100%-Pensum. Die zeitliche Steigerung hänge jedoch vom Therapiean
sprechen
,
namentlich der intensiven ambulanten
Physiotherapie, ab.
Demnach fehlt eine abschliessende Beurteilung des somatischen Gesundheitszustandes der
Beschwer
de
führerin
, wobei insbesondere unklar ist, ob und in welchem Umfang eine ange
passte Tätigkeit zumutbar ist.
Ausserdem sind, neben dem
Bericht von Dr.
B._
, der im Juli 2017 eine schwere
depressive Episode diagnostizierte
und darlegte, dass es der
Beschwerdeführerin aus psychiatrischer Sicher wieder
besser gehe
(vorstehend E. 3.2),
keine weiteren Berichte bezüglich des psychischen Gesundheitszustandes
der
Beschwerde
füh
rerin
vorhanden.
Es bestehen demnach auch Unklarheiten in Bezug auf den psychischen Gesundheitszustand der
Beschwerdeführerin
.
4.3
Gestützt auf die vorliegenden Berichte kann der Gesundheitszustand der Be
schwer
deführerin nicht abschliessend beurteilt werden. Vielmehr besteht weiterer Abklärungsbedarf bezüglich der Leistungseinschränkungen und deren Auswir
kung auf die Arbeitsfähigkeit.
Mithin ist die Sache zur Abklärung des Gesundheitszustand
e
s und deren Aus
wirkung auf die Arbeitsfähigkeit
-
unter
allfälliger
Berücksichtigung der neuen Rechtsprechung zur Beurteilung psychischer Erkrankungen
-
an die Beschwer
de
gegnerin zurückzuweisen.
5.
Da es im vorliegenden Verfahren um die Bewilligung oder Verweigerung von IV-Leistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG) und auf Fr.
6
00.-- anzusetzen
. Entsprechend dem Ausgang des Ver
fahrens sind sie der unterliegenden Beschwerdegegnerin aufzuerlegen.