# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 8be4e4bf-c65a-4714-a92e-5607f7dabc24
**Court:** GR_VG
**Chamber:** GR_VG_005
**Year:** 2021
**Language:** de
**Jurisdiction:** GR / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

I. Sachverhalt:
1. Die A._ GmbH ist Eigentümerin der Parzelle E._ im Grundbuch
der Gemeinde B._. Dieses Grundstück grenzt an die im hälftigen
Miteigentum von C._ und D._ befindliche Parzelle F._ im
Grundbuch der Gemeinde B._. Die auf der Parzelle F._
gelegene Zufahrtstrasse führt von der Hauptstrasse entlang der Parzelle
E._ zum Wohnhaus von C._ und D._.
2. Die A._ GmbH ersuchte die Gemeinde B._ am 1. April 2019, ein
Notfahr- und Notwegrecht zulasten der Parzelle F._ und zugunsten
der Parzelle E._ zu verfügen, sodass der jeweilige Eigentümer der
Parzelle E._ zu Fuss und mit einem Motorfahrzeug zur Treppe sowie
zur Garage und zum Parkplatz auf der westlichen Seite des Hauses
gelangen könne. Die Entschädigung für die Gewährung des öffentlichen
Notfahr- und Notwegrechts sei unter Anrechnung einer bereits erbrachten
Zahlung von CHF 43'108.40 an C._ und D._ durch den
Gemeindevorstand festzulegen.
3. Dieses Gesuch wurde mit Entscheid vom 8. Juli 2019 von der Gemeinde
B._ abgewiesen. Der Gemeindevorstand verneinte darin eine für die
Gewährung des öffentlich-rechtlichen Notfahr- und Notwegrechts
erforderliche Wegnot, da der Bestand eines Fuss- und Fahrwegrechts von
keiner Seite bestritten werde. Dieses Recht müsse zwar mittels
Dienstbarkeitsvertrag rechtlich fixiert werden, es liege aber nicht in der
Kompetenz der Baubehörde, über das Ausmass der Dienstbarkeit zu
entscheiden, wenn deren Bestand nicht bestritten werde.
4. Gegen den Entscheid des Gemeindevorstands der Gemeinde B._
erhob die A._ GmbH (nachfolgend Beschwerdeführerin) am 31. Juli
2019 Beschwerde ans Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden und
beantragte die Aufhebung des angefochtenen Entscheids. Die Gemeinde
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sei zu verpflichten, ein Notwegrecht zugunsten der Parzelle E._ und
zulasten der Parzelle F._ gemäss Situationsplan 1:500 vom 28. März
2013 unter entsprechender Anweisung des Grundbuchamtes zu verfügen,
sodass zu Fuss und mit einem Motorfahrzeug zur Treppe sowie zur
Garage und zum Parkplatz auf der westlichen Seite des Hauses gelangt
werden könne. Zudem sei die von der Beschwerdeführerin an C._
und D._ (nachfolgend Beschwerdegegner) geschuldete
Entschädigungssumme für die grundbuchliche Anmerkung des
Notwegrechts festzusetzen, wobei die von der Beschwerdeführerin an die
Beschwerdegegner geleistete Zahlung von CHF 43'108.40 anzurechnen
sei. Eventualiter sei der Entscheid des Gemeindevorstands der Gemeinde
B._ aufzuheben und die Angelegenheit zur Neubeurteilung im Sinne
der Erwägungen zurückzuweisen.
5. Die Gemeinde B._ (nachfolgend Beschwerdegegnerin) beantragte in
ihrer Vernehmlassung vom 15. August 2019 die Abweisung der
Beschwerde. Sie halte an ihrem Entscheid fest, da keine Wegnot im
öffentlich-rechtlichen Sinne bestehe.
6. Mit Beschwerdeantwort vom 4. Oktober 2019 beantragten die
Beschwerdegegner die Abweisung der Beschwerde, sofern darauf
eingetreten werden könne. Der Beschwerdeführerin werde weder der
Zugang noch die Zufahrt zum Haus verwehrt. Eine Wegnot bestehe daher
nicht. Einzig der konkrete Umfang dieser Grunddienstbarkeiten sowie die
Entschädigung für die Nutzung und das Unterhaltsreglement seien zurzeit
noch Gegenstand von Meinungsverschiedenheiten. Aufgrund der
anderweitigen noch festzulegenden Grunddienstbarkeiten (Näher- und
Überbaurechte) und der umstrittenen Anrechnung der bereits geleisteten
Zahlungen der Beschwerdeführerin sei ein Zivilverfahren unumgänglich.
Ein allfälliger positiver Entscheid im öffentlich-rechtlichen Verfahren sei
daher ohne jeden Nutzen, womit es bereits an einem
Rechtschutzinteresse fehle.
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7. Die Beschwerdeführerin hielt am 15. Oktober 2019 replicando an ihren
Anträgen fest. Ein schutzwürdiges Interesse bestehe sehr wohl, da das
Fuss- und Fahrwegrecht bei Gutheissung der Beschwerde nicht mehr
durch den Zivilrichter entschieden werden müsse. Die Entschädigung und
die bereits geleisteten Zahlungen für das Notfahr- und Notwegrecht
könnten auch im öffentlich-rechtlichen Verfahren festgelegt und beurteilt
werden. Für die Verneinung einer Wegnot reiche es nicht aus, wenn die
Beschwerdegegner den Bestand der notwendigen Dienstbarkeiten an sich
zugestünden. Eine Erschliessung könne nur dann als hinreichend
betrachtet werden, wenn das Fuss- und Fahrwegrecht grundbuchlich
gesichert und von dauerndem Bestand sei. Zudem werde die Zufahrt zum
Parkplatz auf der Westseite des Hauses nach wie vor nicht zugestanden.
8. Die Beschwerdegegnerin verwies in ihrer Duplik vom 23. Oktober 2019 auf
den getroffenen Entscheid sowie ihre Vernehmlassung und beantragte
weiterhin die Abweisung der Beschwerde.
9. Die Beschwerdegegner hielten am 18. November 2019 duplicando an
ihren Anträgen und Positionen fest. Sie betonten nochmals, dass keine
Wegnot bestehe. Das Recht auf Zugang zur Garage und zum Haus werde
nicht in Abrede gestellt. Damit sei das Grundstück rechtsgenüglich
erschlossen. Die Zufahrt zum Aussenparkplatz sei dafür nicht notwendig.
10. Am 5. Januar 2021, mitgeteilt am 15. Januar 2021, erging das Urteil des
Verwaltungsgerichts des Kantons Graubünden im Verfahren R 19 64.
Das Urteilsdispositiv lautete folgendermassen:
1. Die Beschwerde wird teilweise gutgeheissen und der Entscheid des Gemeindevorstandes B._ vom 8. Juli 2019 aufgehoben. Die Angelegenheit wird zur Neubeurteilung im Sinne der Erwägungen an die Gemeinde B._ zurückgewiesen.
2. (Gerichtskosten)
3. (Parteientschädigung).
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## Considerations