# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 217fc30d-8777-431a-a38d-7601bb645a25
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2020
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1973, ist verheiratet und Mutter zweier 2002 und 2004 geborener Kinder (
Urk.
7/3/2 und 7/7). Zuletzt war sie ab Mai 1998 in einem Pensum von 100
%
als Betriebsmitarbeiterin in der Textilabteilung der
Y._
AG erwerbstätig (
Urk.
7/3/5,
Urk.
7/8,
Urk.
7/10/22 und
Urk.
7/12). Am 1
4.
Juni 2006 meldete sie sich wegen Rückenproblemen (Wirbel
säule L5/S1) bei der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, zum Leistungsbezug an (
Urk.
7/3). Diese sprach ihr mit Verfügung vom 1
0.
März 2010 (
Urk.
7/89), ausgehend von einem Invaliditätsgrad von 100
%
(vgl.
Urk.
7/80 und
Urk.
7/81), ab dem
1.
Oktober 2006 bis zum 3
1.
März 2009 eine ganze Invalidenrente zu. Ab Dezember 2008
war
sie
als Folge einer gesundheitlichen Besserung
von einem
Invaliditätsgrad
von
noch
39
%
aus
gegangen
,
was die Aufhebung der
Rente
ab dem
1.
April 2009
zur Folge hatte
. Die von der Versicherten gegen die Verfügung vom 1
0.
März 2010
erhobene Beschwerde (
Urk.
7
/90/3
-7
) wies das Sozialversicherungsgericht mit Urteil IV.2010.00387 vom 3
0.
November 2011 ab (
Urk.
7/95). Diesen Entscheid zog die Versicherte mit Beschwerde vom 2
3.
Januar 2012 ans Bundesgericht weiter (
Urk.
7/101/5
-13
), welche mit Urteil 9C_67/2012 vom
4.
Juli 2012 ebenfalls abgewiesen wurde (
Urk.
7/117).
1.2
Am 2
3.
Januar 2012
hatte
sich die Versicherte erneut bei der IV-Stelle zum Leistungsbezug an
gemeldet
(
Urk.
7/100). Diese nahm darauf
weitere
medizinische Unterlag
en zu den Akten
und verneinte mit Verfügung vom 1
4.
Juli 2014 einen Rentenanspruch (
Urk.
7/157). Gegen diese Verfügung erhob die Versicherte wiederum Beschwerde, die das Sozialversicherungsgericht mit Urteil IV.2014.00891
vom 2
9.
Juni 2015
in dem Sinne teilweise
guthiess
, dass es die angefochtene Verfügung aufhob und die Sache an die IV-Stelle zurückwies, damit diese, nach erfolgter Abklärung im Sinne der Erwägungen, über den Rentenanspruch der Beschwerdeführerin ab dem 23. Januar 2012 neu verfüge. Im Übrigen wies das Sozialversicherungsgericht die Beschwerde ab (
Urk.
7/176).
Das sozialversicherungsgerichtliche Urteil blieb unangefochten.
Die IV-Stelle
nahm
daraufhin weitere ärztliche Berichte
zu den Akten
(
Urk.
7/179 ff.,
Urk.
7/190,
Urk.
7/193,
Urk.
7/199 ff.
,
Urk.
7/224,
Urk.
7/228,
Urk.
7/234,
Urk.
7/244,
Urk.
7/238 ff,
Urk.
253
,
Urk.
7/269,
Urk.
7/274 f
.
,
Urk.
277
/2-3
)
und holte das
polydisziplinäre Gutachten in den Fachrichtungen Allgemeine Innere Medizin, Orthopädie, Neurologie und Psychiatrie
beim
Institut
Z._
ein, das am
2
2.
Oktober 2018 erstattet wurde (
Urk.
7/270).
Mit Vorbescheid vom 1
7.
September 2018
stellte die IV-Stelle der Versicherten die Abweisung des
Leist
ungsbegehrens in Aussicht
(
Urk.
7/284). Nachdem die Versicherte dagegen Einwand erhoben (
Urk.
7/286) und
weitere ärztliche Unterlagen
(
Urk.
7/290
,
Urk.
7/293
) sowie eine ergänzende Begründung des Einwandes (
Urk.
7/291) eingereicht hatte
, verneinte die IV-Stelle mit Verfügung vom 1
9.
März 2020 wie angekündigt den Anspruch der Versicherten auf Leistungen der Invalidenversicherung
(
Urk.
7/295 =
Urk.
2).
Am 2
0.
März 2020 reichte die Versicherte weitere ärztliche Unterlagen ein
und wies auf einen geplanten operativen Eingriff an der Schulter hin, der bedingt durch die Corona-Pandemie frühestens ab dem 1
9.
April 2020 durchgeführt werden könne
(
Urk.
7/296
f.
), worauf die IV-Stelle die Verfügung nochmals überprüfte (
vgl.
Urk.
7/299)
,
an ihrem Entscheid
aber
festhielt
und dies der Versicherten mit Schreiben vom 2
4.
März 2020 mitteilte
(
Urk.
7/300).
2.
Gegen die Verfügung vom 1
9.
März 2020
erhob die Versicherte am 2
9.
April 2020 Beschwerde mit dem Antrag,
die Verfügung
sei aufzuheben und ihr seien die gesetzlichen Leistungen zu gewähren, namentlich eine halbe Rente der Invaliden
versicherung mit Leistungsdatum ab
1.
Juli 2012 (
Urk.
1). Die Beschwerdegegnerin schloss am 1
7.
Juni 2020 auf Abweisung der Beschwerde (
Urk.
6). Dies wurde der Beschwerdeführerin mit Verfügung vom
1.
Juli 2020 zur Kenntnis gebracht (
Urk.
8).
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des
Sozialversicherungsrechts; ATSG
). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesund
heit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbs
unfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen
wieder herstellen
, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2
des Bundesgesetzes
über die Invalidenversicherung; IVG
).
1.3
War eine Rente wegen eines zu geringen Invaliditätsgrades verweigert worden und ist die Verwaltung auf eine Neuanmeldung eingetreten (Art. 87 Abs. 3
der Verordnung über
die Invalidenversicherung; IVV
), so ist im Beschwerdeverfahren zu prüfen, ob im Sinne von Art. 17 ATSG eine für den Rentenanspruch relevante Änderung des Invaliditätsgrades eingetreten ist (BGE 117 V 198 E. 3a mit Hin
weis).
Ändert sich der Invaliditätsgrad eines Rentenbezügers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (
Art.
17
Abs.
1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen seit Zusprechung der Rente, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente bei einer wesentlichen Änderung des Gesundheitszustandes revidierbar. Weiter sind, auch bei an sich gleich gebliebenem Gesundheitszustand, veränderte Auswirkungen auf den Erwerbs- oder Aufgabenbereich von Bedeutung (BGE 141 V 9 E. 2.3, 134 V 131 E. 3). Ferner kann ein Revisionsgrund unter Umständen auch in einer wesentlichen Änderung hinsichtlich des für die Methodenwahl massgeblichen (hypothetischen) Sachverhalts bestehen (BGE 144 I 28 E. 2.2, 130 V 343 E. 3.5, 117 V 198 E. 3b, je mit Hinweisen). Hingegen ist die lediglich unterschiedliche Beurteilung eines im Wesentlichen gleich gebliebenen Sachverhalts im revisions
rechtlichen Kontext unbeachtlich (BGE 141 V 9 E. 2.3 mit Hinweisen).
Liegt in diesem Sinne ein Revisionsgrund vor, ist der Rentenanspruch in rechtlicher und tatsächlicher Hinsicht umfassend («allseitig») zu prüfen, wobei keine Bindung an frühere Beurteilungen besteht (BGE 141 V 9 E. 2.3 mit Hinweisen).
1.4
Versicherungsträger und das Sozialversicherungsgericht haben den Sachverhalt von Amtes wegen festzustellen und die Beweise frei, das heisst ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Sie haben alle Beweismittel, unabhängig davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruches gestatten. Insbesondere dürfen sie bei einander widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum sie auf die eine und nicht auf die andere medizinische Th
ese abstellen (BGE 125 V 351 E.
3a).
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist also entscheidend, ob er für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten begründet sind. Ausschlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete die
Abweisung des Rentenbegehrens
dami
t,
dass die Beschwerdefüh
rerin die angestammte Tätigkeit
nicht mehr au
süben könne. F
ür körperlich sehr leichte Tätigkeiten unter Wechselbelastung bestehe
hingegen
eine Arbeitsfähigkeit von 80
%
bei ganztägigem Pensum mit um 20
%
reduzierter Leistung. Für solche Tätigkeiten habe auch in der Vergangenheit keine längerdauernde
,
das
obgenannte Ausmass übersteigende
,
Arbeitsunfähigkeit bestanden
. D
er Gesundheits
zustand
habe sich insgesamt
seit der le
tzten Prüfung nicht dahingehend verändert
, dass im weiteren Verlauf von einer höheren Ein
schränkung der Arbeitsfähigkeit für
eine angepasste Tätigkeit als bisher ausgegangen werden könne. Der Inva
liditätsgrad betrage 31
%
, daher
bestehe kein Rentenanspruch (
Urk.
2 S. 1 f.).
2.2
Die Beschwer
deführ
erin brachte dagegen
vor, das
Z._
-Gutachten vom 2
2.
Okto
ber 2018 enthalte diverse Widersprüche
. Im neurologischen Teil des Gut
achtens bestünden Abweichungen zur Gesamtdiagnostik.
Sodann
sei der Gesundheitsschaden an der linken Schulter
von den Gutachtern des
Z._
nicht berücksichtigt worden
(
Urk.
1 S. 6).
Gemäss
dem Gutachten von Prof.
Dr.
med.
A._
, Facharzt für orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates,
und
Dr.
med.
B._
, Fachärztin für Allgemeine Innere Medizin,
vo
m 1
8.
Mai 2019
bestehe
aus orthopädischer Sicht eine Arbeitsunfähigkeit von 40
%
. Diese E
i
nschätzung sei nicht weit entfernt von derjenigen im
Z._
-Gutachten, wo für eine zumutbare, sehr eingeschränkte Tätig
keit
von
ein
em
80
%
Pensum mit um 20
%
reduzierter
Leistungsfähigkeit ausgegangen werde, mithin
von einer
Arbeitsunfähigkeit
von 36
%
. Daher sei insgesamt von einer maximal 60%igen zumutbaren Arbeitsfähigkeit auszugehen (
Urk.
1 S. 7).
Ferner
erhob
die Beschwerdeführerin Einwände gegen die Rentenbemessung.
Für d
ie Invaliditätsbemessung
sei
sowohl für das Validen- als auch das Invalideneinkommen auf die Tabellenlöhne
der Lohnstrukturerhebung des Bundes abzustellen
und ein leidensbedingte
r Abzug von 25
%
vorzunehmen
. Dies ergebe einen Invaliditätsgrad von 56
%
womit sie
ab
1.
Juli 2012
-
also
nach Ablauf der
verfahrensrechtlichen Halbjahresfrist -
Anspruch auf eine halbe Rente habe. Genauer zu prüfen sei, wie lange die Phase der
Rehabilitation
nach der
Revisionsspondylodese
gedauert habe, da für diese Zeit die Rente auf 100
%
zu erhöhen sei (
Urk.
1 S. 7 f.).
In
formaler
Hinsicht sei das Recht au
f ein faires Verfahren verletzt
.
Ang
esichts des
im Oktober 2013 festgestellten S
c
hraubenbruchs
im Zusammenhang mit der 2008 vorgenommenen Wirbelversteifung und
den aufgrund der Komplikation erforderlichen
zahlreichen bildgebenden Abklärungen und Eingriffe
n
und des Weiteren
angesichts de
r
Notwendigkeit eines operativen
Eingriffs an der linken Schulter könne nicht von einer seit 2006 im
W
esentlichen unveränderten Situation ausgegangen werden. Hinzu komme, dass das
Z._
keine neutrale Begutachtungsstelle, sondern von den Aufträgen der Invalidenversicherung ab
hängig sei.
Ausserdem missachte die Besch
w
erdegegnerin
mit der Verweigerung der ihr zustehenden Rente
den
ihr
aufgrund der
Konvention zum Schutze der Menschenrechte und Grundfreiheiten
(EMRK)
zustehenden Anspruch auf Achtung des Familienlebens
und verstosse gegen das
Diskrim
inierungsverbot
. Vergleichbare Fälle mit erheblichen Rückenbeschwerden würden mindestens zur Zusprechung einer Teilrente führen
(
Urk.
1 S. 1
1
ff.).
2.3
Die Beschwerdegegnerin stellte sich in der Beschwerdeantwort auf den Stand
punkt, sie sei ihrer Abklärungspflicht ausreichend nachgekommen, dem Vorwurf einer Diskriminierung beziehungsweise eines nicht fairen Verfahrens könne daher nicht gefolgt werden (
Urk.
6 S. 1). Ein leidensbedingter Abzug von 25
%
sei so
dann nicht gerechtfertigt (
Urk.
6 S. 2).
3.
3.1
Die Beschwerdegegnerin ist auf die Neuanmeldung der Beschwerdeführerin vom 2
3.
Januar 2012 (
Urk.
7/100) materiell eingetreten. Es gilt somit zu prüfen, ob sich der Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin im massgeblichen Zeitraum zwischen der Verfügung vom 1
0.
März 2010, mit welcher ein Anspruch auf eine Invalidenrente ab dem
1.
April 2009 verneint worden war
(
Urk.
7/89)
, und der angefochtenen Verfügung vom 1
9.
März 2020 insoweit verschlechtert hat, dass nunmehr wieder ein Anspruch auf eine Invalidenrente besteht.
Vorab ist
jedoch
auf die von der Beschwerdeführerin gerügten Grundrechtsverletzungen einzugehen.
Die
se
macht
geltend, ihr Recht auf e
in faires Verfahren gemäss
Art.
29
Abs.
1 der Bundesverfassung (BV) und
Art.
6 EMRK
sei dadurch verletzt, dass die Gutachter des
Z._
und die Beschwerdegegnerin ihre schwerwiegende Situation nicht anerkennen würden
(
Urk.
1 S. 13).
Allerdings
ist nicht ersichtlich
und auch nicht substantiiert dargelegt, inwiefern
die Sachverständigen die im Rahmen der Begutachtung erhobenen anamnestischen Angaben und die persönlichen Umstände der Beschwerdeführerin
sowie die
in bekannten umfang
reichen
Vorakten
nicht hinreichend ihn ihre Beurteilung einbezogen
hätten (vgl. dazu auch nachfolgend E. 4.2.13 und E. 5).
Die Beschwerdeführerin
kritisiert
im Weiteren
die wirtschaftliche
Abhängigkeit des
Z._
von
der Beschwerdegegnerin.
Dazu ist
auszuführen,
dass
gemäss der von der Beschwerdeführerin s
elbst zitierten
bundesgerichtlichen Rechtsprechung
die Beschaffung medizinischer Entscheidungsgrundlagen durch ext
erne Gutachtens
institute wie d
ie
Medizinischen Begutachtungsstellen in der schweizerischen Invalidenversicherung sowie deren Verwendung im Gerichtsverfahren an sich verfassungs- und konventionskonform ist (vgl. BGE 137 V 210 E. 2.1-2.3 mit Hinweisen). Soweit die Beschwerdeführerin vorbringt, dem
Z._
fehle es an der notwendigen Unabhängigkeit, ist festzuhalten, dass sich ein Ausstandbegehren stets nur gegen Personen richten kann (BGE 137 V 210 E. 1.3.3). Wirtschaftliche Abhängigkeit allein begründet im Übrigen rechtsprechungsgemäss
keine Befangenheit
(vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_854/2012 vom 4. April 2013 E. 4.2).
Eine Verletzung des Rechtes auf ein faires Verfahren ist mithin nicht
dargetan
.
3.2
Dies gilt ebenso für die Rüge des Verstosses gegen das in
Art.
14 EMRK normierte Diskriminierungsverbot. Aus der pauschalen Behauptung, erhebliche Rücken
schmerzen hätten in vergleichbaren Fällen mindestens
die Zusprechung einer
Teilrente
zur Folge
, lässt sich diesbezüglich nichts ableiten.
Von
einer Verletzung des Anspruchs auf Achtung des Familienlebens (
Art.
8 EMRK)
oder überhaupt von einer Rechtsverletzung kann sodann nicht ausgegangen werden, solange ein Rentenanspruch aufgrund der hierfür massgebenden Bestimmungen nicht ausgewiesen ist. Auf die Frage des Anspruchs auf eine Rente ist nachfolgend ein
zugehen.
4
.
4
.1
Zum Sachverhalt im Zeitpunkt des Erlasses der
Verfügung vom 1
0.
März 2010
(
Urk.
7/89)
hielt das Sozialversicherungsgericht
im
Urteil IV.2010.00387
(E. 2.1)
fest
, die IV-Stelle
habe
sich in medizinischer Hinsicht auf die Stellungnahmen von
Dr.
me
d.
C._
, Facharzt
für Innere Medizin und Rheumatologie, vom Regionalen Ärztlichen Dienst
gestützt
.
Diesen zufolge
sei
die Beschwerde
führerin in ihrer angestammten Tätigkeit ab dem 2
6.
Oktober 2005 mindestens zu 50
%
und von September 2006 bis Ende November 2008 zu 100
%
arbeitsunfähig
gewesen
. Ab Anfang Dezember 2008
sei
sie in einer angepassten Tätigkeit zu mindestens 70
%
arbeitsfähig
gewesen
und es sei mit einer
weiteren Bess
erung
zu rechnen
gewesen
.
Dr.
C._
habe sich
auf den B
ericht von
Dr.
med.
D._
, Fachärztin
für orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, vom 2
9.
Oktober 2008
bezogen
, in welchem
diese
einen Status nach
transforaminaler
lumbaler intersomatischer Fusion L5/S1 vom 1
7.
Juni 2008 bei
Spondyloyse
L5
diagnostiziert
habe.
Es sei
seit
September 2006 in
d
er angestammten Tätigkeit
eine vollständige Arbeitsunfähigkeit
,
bei
einem unauffälligen Verlauf
aber
ab Dezember 2008
für
wenig belastendende Tätigkeiten (max. Heben von 8 kg) mit wechselnden Positionen (teils stehend, teils
gehend
, teils sitzend)
eine Arbeitsfähigkeit von
70 bis 80
%
als
zumutbar
bescheinigt
worden
,
wobei d
as Ersteigen von Leitern oder Gerüsten, kniende und kauernde Stellungen sowie Rotationen zu vermeiden
seien
.
An dieser Beurteilung habe die a
m 1
1.
Dezember 2008
von
Dr.
D._
festgestellte bessere
Inklination
der Wirbelsäule
bei ansonste
n
im
Wesentlichen unverändert
em Befund nichts geändert
(
Urk.
7/
99/5 f.
).
Das Bundesgericht schützte in der Folge den Entscheid des Sozialversicherungsgerichts (vgl.
Urk.
7/117).
4
.2
4
.2
.1
Hinsichtlich der weiteren Entwicklung der medizinischen Verhältnisse ab dem 1
0.
März 2010 lässt sich den Akten entnehmen, dass die Beschwerdeführerin
weiterhin
über Schmerzen klagte. Sie unterzog sich deswegen ab Juli 2010 zahl
reichen Untersuchungen durch Ärzte verschiedener Fachdisziplinen. Dabei
wurden gemäss den eingereichten und beigezogenen Arztberichten zunächst keine neuen objektiven Befunde erhoben (vgl.
Urk.
7/101/18
f.
,
Urk.
7/108/3,
Urk.
7/115,
Urk.
7/118/2,
Urk.
7/121,
Urk.
7/123,
Urk.
7/128
und
Urk.
7/132).
4
.2
.2
Med.
pract
.
E._
, Oberärztin Wirbelsäulenchirurgie an der
Klinik F._
,
hielt
in ihrem Bericht vom 1
7.
September 2013 fest, auf den gleichentags erstellten Röntgenbildern sei
bei Status nach
transforaminaler
lumbaler intersomatischer Fusion L5/S1 im Juni 2008
ein beidseitiger Schraubenbruch S1 zu erkennen. Die Funktionsaufnahmen zeigten eine Beweglichkeit im Segment L5/S
1.
Ferner äusserte sie
den Verdacht auf das Bestehen einer
Pseudarthrose
(
Urk.
7/141). Eine
daraufhin
am 2
1.
Oktober 2013 durchgeführte SPECT-CT-Untersuchung zeigte eine deutliche Aktivierung im Segment L5/S1, welche als Hinweis auf eine
Pseudarthrose
gewertet wurde, und beidseits gebrochene Schrauben (
Urk.
7/146
/1
).
4
.2
.3
Dr.
med. G._
,
Oberarzt
Wirbelsäulenchirurgie
an der
Klinik F._
,
führte
in seinem Bericht vom 1
0.
Januar 2014
aus
, es sei unklar, inwieweit die
Pseudarthrose
für die Rückenschmerzen verantwortlich sei. Die Prognose einer Operation müsse als ungünstig gewertet werden. Dies begründe sich vor allem aus der Tatsache, dass zu keinem Zeitpunkt nach der Stabilisation 2008 eine Besserung eingetreten sei und zusätzlich unklare thorakale Rückenschmerzen und ein
chronifiziertes
Krankheitsbild mit psychischer Überlagerung bestünden (
Urk.
7/150). In einem weiteren Bericht vom 2
8.
Januar 2014
hielt er fest, die Beschwerdeführerin
habe erklärt, dass die am 2
7.
Januar 2014 durchgeführte Infiltration zu keiner
Besserung
der Schmerzsituation geführt habe. Die Schmerzursache der vor allem lumbalen Rückenschmerzen sei unklar. Auf dieser Grundlage müsse die Indikation zu einer Revisionsoperation der
Pseudarthrose
sehr zurückhaltend gestellt werden (
Urk.
7/151).
4.2.4
Von einer Revisions-Operation mit Exploration, ob eine Restbeweglichkeit vor
liege
,
riet
Dr.
med.
H._
, Facharzt für Neurochirurgie
,
ab,
da die Beschwerdeführerin davon höchstwahrscheinlich nicht profitieren würde. Er hielt fest, im
Gegensatz zur auswärtigen CT-Untersuchung könnte doch eine beginnende Fusion stattgefunden haben
(
Urk.
7/166
/1 f.
)
4
.
2
.5
Dr.
med. I._
, leitender Oberarzt Neurologie an der
Klinik F._
,
hielt in s
einem Bericht vom
6.
März 2015
fest, bei bekanntem generalisiertem Schmerzsyndrom seien in den letzten Monaten Beinschmerzen rechts mit sensiblen Störungen und Kraftminderung in den
Vordergrund getreten. Die Sch
merzausstrahlung sei vereinbar mit einer Reizung der Wurzel L5 rechts. Ein
deutige sensomotorische Ausfälle lägen nicht vor
. Therapeutisch bestehe
eine schwierige Situa
tion
, da
seines Erachtens auch ein depressives Syndrom vorliege, das sich ungünstig auswirke (
Urk.
7/174/5).
4
.2
.6
Am
4.
Januar 2016 verfasste
Prof.
Dr.
med.
J._
,
Facharzt für Neurochirurgie
und
Wirbelsäulenchirugie
,
eine
gutachterliche Stellungnahme
zu
Handen
des Rechtsvertreters der Beschwerdeführerin
. Er kam zum Schluss, dass kein Zweifel bestehe, dass die intersomatische knöcherne Konsolidierung im Segment L5/S1 nicht optimal sei und die S1-Schrauben unterhalb des Kopfes gebrochen seien.
Man müsse
der Beschwerdeführerin anbieten, eine Re-Operation für das Seg
ment L5/S1 durchzuführen
, auch wenn selbst bei einer erfolgreichen Operation nicht gewährleistet sei, dass die chronische Schmerzpatientin danach eine entscheidende Besserung erfahre. Es müsse jedoch
bedacht werden, dass bei fortbestehender
Pseudarthrose
und regelmässigem Nachweis der Schraubenfrakturen der somatische Befund der Patientin verstärk
t psychosomatisch unterhalten werde
und
mit hoher Sicherheit davon ausgegangen werden könne,
dass ohne
eine erfolgreiche Operation überhaupt keine Chance bestehe,
mit einer langfristig und gut geführten Psychotherapie eine Wende zu erreichen, welche dann auch eine Reintegration in den Arbeitsprozess versprechen würde
(
Urk.
7/193/27, vgl. auch Bericht vom 2
8.
November 2015,
Urk.
7/190). Nach seiner Auffassung bestehe
weiterhin
eine Arbeitsunfähigkeit von
100
%
, eine Arbeitsfähigkeit von 70% sei
sicher nicht gegeben (
Urk.
7/193
/28; vgl. auch
den
Bericht an die Beschwerdegegnerin vom 3
0.
Mai 2016,
Urk.
7/201
)
.
4
.2
.7
Dr.
med.
K._
berichtete am
8.
April 2016, die Diagnosen seien stationär, aktuell bestehe seit Anfang April 2016 eine starke
Lumboischialgie
(
Urk.
7/199/1). Die Beschwerdeführerin sei weiterhin zu 100
%
arbeitsunfähig (
Urk.
7/199/2). Welche Arbeiten ihr noch möglich seien, sei nicht beurteilbar (
Urk.
7/199/5).
4
.2
.8
Dr.
med.
L._
, Facharzt für Neurologie,
hielt
in seinem Berich
t
vom 1
8.
Januar 2017 fest, das fehlende Zusammenwachsen der knöchernen Strukturen und die Schraubenfraktur spreche für eine gewisse Instabilität am
lumbosakralen
Übergang und könne belastungsabhängige oder positionsabhängige Schmerzen gut erklären. Die Untersuchungen sprächen für
ein
lumboradikuläres
Reiz- und ein leichtes sensomotorisches
Ausfallsyndrom
L5 und S1, geringer auch L4 rechtsbetont. Es sei zudem von e
inem überlagernden
lumbospondylogenen
Schmerzs
yndrom auszugehen, welches aus neurologischer Optik hauptsächlich im Sinne von assoziierten (
pseudoradikulären
) Fühlstörungen
die kribbelnden Missempfindungen der Beine mit Rechtsbetonung
erkläre. Diese Beschwerden seien dominant, wobei die
lumboradikuläre
Komponente nicht zu vernachlässigen sei.
Im Bereich der Halswirbelsäule träten ebenfalls
Ausstrahlungen in die Arme mit Rechtsbetonung
auf, aus neurologischer Optik
z
ervikospondylogenen
Ausstrahlungen entsprechend. Klinisch fänden si
ch keine sicheren Hinweise auf
z
ervikoradikuläre
Ausfälle, hingegen könne elektrophysiologisch ein bilaterales leichtgradiges Karpaltunnelsyndrom nachgewiese
n werden, welches wiederum die
z
ervikospondylogenen
pseudoradikulären
Fühlstörungen beziehungsweise die muskulären Verspannungen akzentuiere. Aus neurologischer Sicht stehe die operative Sanierung der
lumbosakralen
Region im Vordergrund, auch wenn allenfalls eine Schmerzverarbeitungsstörung vorliegen sollte (
Urk.
7/228/3).
4
.2
.9
Die Ansicht, dass die Lumbalgien der Beschwerdeführerin durch eine potentielle
Pseudarthrose
erklärbar sein könnten - bei sicherlich auch überlagerter Symptomatik -
,
vertrat
am 2
4.
Januar 2017
auch PD
Dr.
med.
M._
, Chefarzt Wirbelsäulenchirurgie
an der Orthopädischen Universitätsklinik
N._
,
und zog bei Bestätigung der
Pseudarthrose
eine Revisionsoperation in Betracht (
Urk.
7/228/10).
Eine in der Folge am
3.
Februar 2017 durchgeführte 3-Phasen Skelettszintigrafie und
ein
SPECT/CT der Lendenwirbelsäule ergab
en
jedoch aktuell keinen Hinweis auf eine vermehrte Segmentbeweglichkeit beziehungs
weise eine
Pseudarthrose
(
Urk.
7/228/15).
4
.2
.10
Prof.
A._
stellte in seinem Bericht vom 2
1.
Februar 2017 neu die
Diagnosen
einer
Iliosakralgelenksarthropathie
beidseits sowie einer
Impingement
-Konfiguration
der
Hüfte beidseits vom
Pincer
-Typ
(
Urk.
7/228/
16
). In der Folge berichtete er am 1
7.
März 2017 (
Urk.
7/228/17) und am
7.
April 2017 (
Urk.
7/228/18) über durchgeführte Infiltrationen des
Iliosakralgelenks
und kam zum Schluss, die Beschwerdeführerin komme um eine minimal-invasive perkutane Fusion des
Iliosakralgelenkes
nicht herum (
Urk.
7/228/18)
.
Dieser Eingriff wurde a
m
8.
Juni 2017 durchgeführt (
Urk.
7/244/2).
Prof.
A._
hielt
am 2
1.
Juli 2017
zu
Handen
der Beschwerdegegnerin fest, die Schmerzen im Bereich der Ala rechts mit Ausstrahlung in den Oberschenkel seien weg, nach wie vor bestünden jedoch Schmerzen im Bereich des Kreuzbeins. Die Arbeitsunfähig
keit werd
e nicht durch ihn festgelegt
(
Urk.
7/234/7).
Bei einer Verlaufskontrolle am
1.
September 2017
hielt
er fest, die Schmerzen im Berei
ch des
Iliosakralgelenkes
seien praktisch weg (
Urk.
7/239).
Am
8.
September 2017 berichtete
Prof.
A._
, im aufgrund der weiterhin bestehenden Schmerzen oberhalb der
Spondylodese
angefertigten
MRI
habe sich eine
Degeneration des
Anschlusssegment
s
mit Instabilitätszeichen und Facetten
gelenksarthrose L3/4 und L4/5
und
ans
onsten keine Spinalkanalstenose gezeigt (
Urk.
7/240). Nach einer Infiltration der Facettengelenke
L3-L5 beidseits, die
während zwei Wochen Wirkung zeigte, kam er am 1
6.
Oktober 2017 zum Schluss, eine
Verlängerungsspondylodese
sei noch nicht indiziert, die darüber liegenden Segmente, die radiologische Auffälligkeiten
zeigten, könnten endoskopisch
denerviert
werden (
Urk.
7/238). Am
8.
November 20
17
führte er eine
endoskopische minimal-invasive
Denervation
der Facettengelenke L2/3 und L3/4
durch
(
Urk.
7/244/7)
, wora
uf die Beschwerdeführerin links
seitig komplett beschwerdefrei gewesen sei, rechtsseitig im Bereich des ISG noch nicht ganz. Zusätzlich bestünden nach wie vor die Beschwerden aufgrund des Materialversagens L5/S
1.
Da sie eine definitive Lösung suche, sei nun eine Revision der
Spondylodese
L5/S1 vorgesehen (
Urk.
7/248).
Am 2
8.
Februar 2018 führte
Dr.
A._
die
Revisionsspondylodese
und
mit
teil
weise
r
OSME durch, konnte die Schrauben jedoch nicht entfernen (
Urk.
7/256/1). Am 1
1.
April 2018 berichtete er, die Beschwerdeführerin sei sechs
Wochen post
operativ im Bereich der linken Seite praktisch beschwerdefrei, rechts im Bereich L5/S1 sowie des rechtsseitigen ISG
bestünden immer noch Schmerzen. Z
udem
seien
linksseitige Schulterbeschwerden
aufgetreten
,
es bestehe der
Verdacht auf
ein
subakromiales
Impingement
(
Urk.
7/256/3)
. In einem undatierten Bericht an die Beschwerdegegnerin führte er ergänzend aus, er habe keine Arbeitsunfähig
keit attestiert
(
Urk.
7/253
/2
)
.
Die Beschwerdeführerin klagte bei den darauffolgenden Kontrollterminen jeweils weiterhin über Schmerzen im Bereich der Facettengelenke und beider
Iliosakralgelenke
, worauf
Dr.
A._
weitere Infiltrationen durchführte, die jeweils höchstens kurzzeitig halfen (
Urk.
7/269/4 ff.).
Dr.
A._
leitete in der Folge Abklärungen für eine minimal-invasive endoskopische
Denervation
der Facettengelenke L2 bis S1 und beider
Iliosakralgelenke
ein (
Urk.
7/269/9).
4
.2
.11
Dr.
med.
O._
, Facharzt für orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates,
stellte am 1
2.
April 2018 die Diagnose einer s
ymptomatische
n
AC-
Gelenksarthropathie
an der linken Schulter und über
wies die Beschwerdeführerin zur Durchführung einer Infiltration des AC-Gelenkes (
Urk.
7/256/4)
.
Dr.
med.
P._
,
Facharzt
für Rheumatologie
,
bestätigte diese Diagnose in seinem Bericht vom 2
6.
April 2018 und diagnostizierte zusätzlich eine
Epicondylitis
humeri
rad
ialis
lateralis
links (
Urk.
7/256/6).
Am 2
3.
Mai 2018 berichtete er von einem
sehr
guten Ansprechen
auf
die
Infiltration
des AC-Gelenks
mit aktuell
noch geringfügigen Beschwerden
(
Urk.
7/269/2)
.
4.2
.12
Dr.
med.
Q._
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Trauma
tologie des Bewegungsapparates, den die Beschwerdeführerin aufgrund von
Beschwerden in beiden Kniegelen
ken aufgesucht hatte, stellte am 1
0.
Oktober 2018 die Verdachtsdiagnose einer leichten
Chondropathia
patellae
beidseits und
einer
muskuläre
n
Dysbalance
(
Urk.
7/290/15), die in der Folge durch Röntgen
aufnahmen bestätigt wurde (
Urk.
7/290/18).
4
.
2
.13
I
m
Gutachten des
Z._
vom 2
2.
Oktober 2018 stellten die Experten die folgende Diagnose mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit (
Urk.
7/270/9):
chronisches
Schmerzsyndrom im dorsalen Beckenabschnitt unter rechtsseitiger Betonung (ICD-10 M79.65/Z98.8)
-
Status nach
transforaminaler
intersomatischer Fusion LWK5/SWK1 mit
Spongiosaentnahme
vom linken dor
salen Beckenkamm am 2
5.
Juni 200
8 bei beidseitiger isthmischer
Spondylolyse
und
Diskopathie
LWK5/SWK1
-
Status nach BV-gesteuerter Infiltration des rechten
Iliosakralgelenks
mit
Triamcort
am 2
6.
März 2013
-
Status nach CT-gesteuerter Infiltration im Bereich des Schraubenbruchs SWK1 beidseits am 2
7.
Januar 2014
-
Status nach Infiltration der
Iliosakralgelenke
sowie der
Fazettengelenke
LWK4/5/SWK1 beidseits mit
Kenacort
am 2
3.
April 2017
-
Status nach perkutaner minimal-invasiver ISG-Fusion rechts und Endoskopie des
thorakolumbalen
Übergangs am
8.
Juni 2017
-
Status nach endoskopischer minimal-invasiver
Denervation
der
Fazettengelenke
LWK2/3/4 am
8.
November 2017
-
Status nach Entfernung der Stäbe am 2
8.
Februar 2018 bei gebrochenen Schrauben in LWK5 und SWK1
-
r
adiologisch kein Hinweis für relevante Anschlussdegeneration sowie
Diskopathie
oder Neurokompression (MRI
8.
September 2017)
-
n
eurologisch keine Hinweise auf Reiz- oder Ausfallsymptomatik
Den
folgenden Diagnosen massen die Gutachter keinen Einfluss auf die Arbeits
fähigkeit zu (
Urk.
7/270/9):
-
chronische
Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren (ICD-10 F54.41)
-
chronisches
zervikobrachiales
Schmerzsyndrom unter Betonung der rechten Seite (ICD-10 M53.1)
-
radiologisch
linksbetonte
foraminale
Einengung HWK3/4 und HWK5/6 mit möglicher Affektion der linksseitigen Nervenwurzeln C4 und C6 (MRI 1
9.
Dezember 2016
;
vgl.
Urk.
7/270/74
)
-
Status nach Infiltration des linken
Akromioklavikulargelenkes
links am 2
5.
April 2018
-
c
hronisches
thorakovertebrales
Schmerzsyndrom (ICD-10 M54.6)
-
r
adiologisch unauffällige Verhältnisse der Brustwirbelsäule (MRI
8.
September 2017)
-
c
hronischer Fersenschmerz rechts (ICD-10 M77.3)
-
aktenanamnes
tisch bestehende Spornbildung
-
Übergewicht, BMI 28 kg/m
2
-
Nikotinabusus (ICD-10 F17.1)
Dr.
med.
R._
, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin
,
hielt im internistischen Teilgutachten fest, er könne keine
Diagnose mit Einfluss
auf die Arbeitsfähigkeit
stellen
(
Urk.
7/270/
29
).
Dr.
med. S._
, Facharzt für
Psychiatrie und Psychotherapie, führte im psychiatrischen Teilgutachten aus, bei der Beschwerdeführerin bestehe diagnostisch eine chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren, gekennzeichnet durch ausgeweitete Schmerzen im Bewegungsapparat, deren Ausmass mit der Überzeugung, gar nicht arbeiten zu können, mit somatischen Befunden nicht hinr
eichend objektiviert werden könne,
bei psychosozialen und
emotionalen
Belastungsfaktoren. Die
chronische
Schmerz
problematik un
d die bisher trotz Behandlung nicht eingetretene
Beschwerdefreiheit,
hätten psychisch zu Verunsicherung und Enttäuschung geführt
.
Lebensgeschichtliche schwere Enttäuschungen bestünden
an
sonst
en
nicht. Die Beschwerdeführerin sei zwar infolge ihrer persistierenden Schmerzen in psychiatrisch-psychotherapeutischer Behandlung gewesen,
diese
sei jedoch bei im Vordergrund stehenden somatischen Problemen abgeschlossen w
o
rden. Sie erhalte derzeit keine psychopharmakologische Medikation. Bei der aktuellen Untersuchung hätten keine psychopathologischen Befunde für die Diagnose einer psychischen Störung mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit erhoben werden können. Die Prognose sei aufgrund des chronischen Verlaufs und der deutlich ausgeprägten Krankheits- und Behinderungsüberzeugung ungünstig (
Urk.
7/270/36).
Dr.
med. T._
, Facharzt für Neurologie, legte dar, bei der aktuellen Untersuchung
hätten
im Gegensatz
zu den
zur Zeit
vor der zweiten
Spondylodese
im Feb
ruar 2018 hauptsächlich rec
htsseitig
e Schmerzbeschwerden nunmehr lumbale Rückenschmerzen
im Vordergrund gestanden
. Beklagt würden Schmerzen, zum Teil hexenschussartig auftretend, und diffuse nicht
radikulär
a
bgrenzbare Minderempfindungen
aber keine Paresen. Bei der Untersuchung habe sich in objektiver Hinsicht ein unauffäl
l
iger Status ergeben und
abgesehen
von einer
verminderten Hypästhesi
e an der Grosszehe habe sich au
ch in
sensibler
Hinsicht kein relevanter Befund gezeigt. Paresen lägen nicht vor, Fersen- und Zehenstand sowie -gang seien durchführbar, wie auch das Einnehmen der tiefen Hocke, welche die Beschwerdeführerin zum Aufheben vom Boden spontan ein
genommen habe. Auch betreffend des früher erwogenen HW
S-Syndroms habe sich aktuell
kein Anhaltspunkt für eine neurale Beteiligung gefunden (
Urk.
7/270/
42 f.
).
Gemäss
Dr.
med.
U._
, Facharzt für
Orthopädische
Chirurgie,
sei
en
anlässlich der orthopädischen Untersuchung
die Wirbelsäule in sämtlichen Abschnitten
sowie
die
oberen und unteren Extremitäten
weitgehend frei beweglich gewesen, mit Inkonsistenzen im Verlau
f der Untersuchung.
Radiologisch seien an der Wirbelsäule zervikal degenerative Veränderungen mit möglicher linksseitiger
radikulärer
Affektion festgehalten worden. Der Befund im thorakalen Abschnitt sei regelrecht gewesen und auch an der LWS hätten Hinweise für relevante Anschlussdegenerationen sowie
Diskopathien
oder Neurokompressionen gefehlt. Zusammenfassend hätten sich die beklagten Beschwerden durch die klinischen, radiologi
schen und
infiltrativen
Befunde
keineswegs klar begründen lassen. Es hätten
sich
Hinweise auf eine erhebliche nicht-organische Beschwerdekomponente ergeben (
Urk.
7/270/10).
Die Gutachter kamen
gemeinsam
zum Schluss, für die zuletzt ausgeübte Tätigkeit bestehe
-
unter der Annahme, dass diese immer wieder mit höheren körper
lichen Belastungen verbunden gewesen sei -
seit etwa
September 2006 eine bleibende Arbeitsunfähigkeit. In einer körperlich sehr leichten Tätigkeit unter Wechselbelastung ohne wiederholtes Heben und
Tragen
von Lasten von mehr als 5 kg und ohne Zwangshaltungen
sei der Beschwerdeführerin eine
maximale
Präsenz
zeit
von 8-8.5 Stunden pro Tag möglich. Dabei bestehe eine Einschränkung der Leistungsfäh
igkeit bei erhöhtem Pausenbedarf
. Insgesamt betrage die Arbeits- und Leistungsfähigkeit 80
%
. Für derartig angepasste Tätig
keiten könne auch retrospektiv in der
Vergangenheit
keine länger dauernde
Arbeitsfähigkeit
, die das genannte Mass übersteige, festgestellt werden (
Urk.
7/270/11).
4
.2
.14
Dr.
A._
führte am 2
9.
Oktober 2018 eine
Denervation
L2-S2 beidseits
durch
(
Urk.
7/274
/1
)
, worauf die Beschwerdeführerin am
5.
Dezember 2018 über weniger Schmerzen als präoperativ berichtete (
Urk.
7/274/3).
Am 2
0.
Dezember 2018 führte
Dr.
A._
sodann aufgrund der neu gestellten Diagnose einer beginnenden
Coxarthrose
rechts eine Infiltration der Hüfte rechts und der Bursa
trochanteri
c
a
rechts durch (
Urk.
7/277/2)
, worauf die Schmerzen
im Bereich der rechten Hüfte deutlich besser wurden. Die lumbalen Schmerzen und
die Beinschmerzen seien jedoch nach wie vor vorhanden (
Urk.
7/277/3).
4
.2
.15
Dr.
med.
B._
und Prof.
A._
kamen in einem
von der Beschwerdeführerin veranlassten
internistischen Gutachten vom 1
8.
Mai 2019 zum Schluss, aus allgemein-internistischer Sicht sei die Beschwerdeführerin in einem guten Allgemeinzustand. Diagnosen mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit könnten keine gestellt werden (
Urk.
7/290/11). Die Arbeitsfähigkeit und das Belastungsprofil seien aus internistischer Sicht nicht eingeschränkt, aus orthopädischer Sicht bestehe ei
n
e
um etwa 40
%
reduzierte
Leistungsfähigkeit, insbesondere aufgrund
der Beschwerden im Bereich der L
endenwirbels
äule und des
Iliosakralgelenks
(
Urk.
7/290/12).
4
.2
.16
Gestützt auf eine MRI Untersuchung der linken Schulter vom 1
2.
November 2019, anlässlic
h derer auch eine Infiltration
des linken Schultergelenks durchgeführt worden war (
Urk.
7/293/3-7)
,
stellte
Dr.
O._
in seinem Bericht vom 2
9.
Januar 2020 die Diagnose einer
symptomatische
n
AC-
Gelenksarthropathie
der linken
Schulter
mit
oli
gosymptomatischer
SLAP-I-Läsion. Die Infiltration habe für drei Wochen zu einer Schmerzbesserung von 50
%
geführt, aktuell seien die Schmerzen wieder intensiv. Die Schmerzen an der linken Extremität seien einerseits durch die Schulterproblematik
bedingt
, andererseits auch durch eine
radikuläre
Reizsymptomatik. Sekundär habe die Beschwerdeführerin ein
subakro
miales
Impingement
sowie eine
B
izepstendinopathie
bei degenerativer SLAP Läsion (
Urk.
7/293/1
)
.
Klinisch bestehe keine
r
adikuläre
Ausfallsymptomatik. Im MRI der Halswirbelsäule seien
foraminale
Engen mit Irritation der Wurzel 5 und 6 gesehen worden (
Urk.
7/293/2)
.
Nachdem die Beschwerden bis am 1
1.
März 2020 unverändert geblieben waren, schlug
Dr.
A._
in der Stellungnahme vom 1
2.
November 2019
die Durchführung einer Schulterarthroskopie mit AC-Gelenksresektion und
Bizepstenot
om
ie
vor, die jedoch höchstens eine Schmerzbesserung von 50
%
bringen werde. Die Indikation sei rein durch den Leidensdruck der Beschwerde
führerin gegeben (
Urk.
7/297/3). Die
se
entschied sich am1
8.
März 2020 für die Durchführung dieses Eingriffs (
Urk.
7/297/4).
Tags darauf erliess die Beschwerdegegnerin die angefochtene Verfügung (
Urk.
2) und kam trotz eines Gesuchs der Beschwerdeführerin
auf ihren Entscheid
nicht mehr zurück (vgl.
Urk.
7/296 f.,
Urk.
7/299 f.).
5
.
5
.1
Die Beschwerdegegnerin stützte sich
zur Beurteilung des Gesundheitszustandes der Beschwerdeführerin
im Zeitpunkt der angefochtenen Verfügung vom 1
9.
März 2020
hauptsächlich auf das Gutachten des
Z._
vom 2
2.
Oktober 2018 (
Urk.
7/270).
Es ist daher vorab auf dessen Beweiswert einzugehen.
5
.2
Die Expertise beruht auf umfassenden internistischen,
psychiatrischen
,
neurologischen
und
orthopädischen
Abklärungen und wurde in detaillierter Kenntnis der zum Begutachtungszeitpunkt vorliegenden
Vorakten
erstellt (
Urk.
7/270/15
ff.). Die Beschwerdeführerin konnte gegenüber den einzelnen Gut
achtern ihre aktuellen Beschwerden schildern und wurde von diesen jeweils - soweit fachspezifisch erforderlich
- eingehend befragt
. Sie konnte sich insbesondere auch zu verschiedenen Themenbereichen wie dem beruflichen Werdegang und dem gewöhnlichen
Tagesablauf äussern (
Urk.
7/270/27
f.,
Urk.
7/270/33
f.,
Urk.
7/270/40 f.
,
Urk.
7/270/46 ff.
). Die geklagten Leiden fanden darüber hinaus im Rahmen der Diagnose
stellung
Berücksichtigung, wobei sowohl diese als auch die aus medizinischer Sicht resultierenden Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit dargelegt
und erläutert wurden (
Urk.
7/270/29 f.,
Urk.
7/270
/35
ff.
,
Urk.
7/270/42
f
f
.
,
Urk.
7/270/51 ff.
). Soweit notwendig erfolgte ausserdem eine Auseinandersetzung mit vorangegangenen ärztlichen Beurteilungen (
Urk.
7/
270/42
f.
,
Urk.
7/270/53 ff.
). Gesamthaft erfüllt das polydisziplinäre
Z._
-Gutachten somit die formellen Kriterien für eine beweiswerte medizinische Expertise (vgl. E. 1.5).
5
.3
Die Beschwerdeführerin bringt dagegen vor,
die Schlussfolgerungen im
Gutachten sei
en
widersprüchlich. So werde ihr vorgeworfen, sie sei subjektiv krankheits- und behinderungsüberzeugt, obwohl sie auf die Frage, wie sie beruf
lichen Massnahmen gegenüberstehe, geantwortet habe, sie müsse mit einem begrenzten Pensum von etwa 20
%
einsteigen (
Urk.
1 S. 6).
Zwar trifft es zu, dass die Beschwerdeführerin
gegenüber dem internistischen und dem
neurologischen Gutachter angab, sie könne sich eine angepasste Tätigkeit zu Beginn in einem Pensum von 20
%
vorstellen (
Urk.
7/270/28
,
Urk.
7/270/41)
, gegenüber dem psychiatrischen und dem orthopädischen Gutachter führte sie jedoch aus,
zur Zeit
könne sie nicht arbeiten
beziehungsweise sie wolle gesund werden und dann arbeiten
(
Urk.
7/270/33
).
Angesichts der Tatsache, dass diese Selbsteinschätzung
en allesamt
erheblich tiefer ausfallen
, als die von den Gutachtern attestierte 80%
ige
Arbeits- und Leistungsfähigkeit (
Urk.
7/270/11), erscheint es nicht als widersprüchlich, dass die begutachtenden Ärzte
in der
Gesamtbeurteilung
zum Schluss kamen, die Beschwerdeführerin sei subjektiv krankheits- und behinderungsüberzeugt.
5
.4
Die Beschwerdeführerin erblickt weitere Widersprüche darin, dass im neurologischen Teilgutachten vom Gesamtgutachten abweichende Diagnosen aufgeführt wurden und
Dr.
T._
trotz Aufführung einer Diagnose mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit aus neurologischer Sicht
eine
Arbeitsunfähigkeit
vernein
t
habe
(
Urk.
1 S. 6).
Dazu ist zu bemerken, dass die Gesamtbeurteilung auf einer Konsensfindung zwischen den Gutachtern beruht
, wobei die
in
den einzelnen Fachgebieten gestellten Diagnosen aus interdisziplinärer Sicht beurteilt
wurden
. Die vom
neurologischen Gutachter gestellte Diagnose eines
lumbovertebralen
Schmerzsyndroms ist dabei in der orthopädischen Diagnose des chronischen Schmerzsyndroms im dorsalen Beckenabschnitt unter rechtsseitiger Betonung aufgegangen, die Diagnose des HWS-Syndroms in derjenigen des chronischen
zervikobrachialen
Schmerzsyndroms
(vgl.
Urk.
7/270/9)
. Dies ist angesichts des Umstandes, dass der neurologische Gutachter eine
radikuläre
Reiz- oder Ausfall
s
y
mptomatik beziehungsweise eine
neurale Beteiligung verneinte,
wodurch die Diagnosen eher auf dem rheumatischen Fachgebiet anzusiedeln sind,
nachvoll
ziehbar. Weiter stellte
Dr.
T._
aufgrund der Anamnese
die Diagnose einer
Schmerzverarbeitungsstörung, welche
im Rahmen der
vom psychiatrischen Gutachter diagnostizierte
n
chronische
n
Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren (ICD-10 F54.41) Eingang in die Gesamtbeurteilung fand. Die ebenfalls aufgrund der anamnestischen Angaben gestellte Diagnose eines leichten CTS relativierte
er
sodann dahingehend, dass
sich bei den
seitens des
behandelnden Arzt
es
beschriebenen
minimen neurographischen Veränderungen und
die
motorische distale Latenzzeit des
Nervus
medianus
von 3.1
ms
die Frage einer Überinterpretation stelle (
Urk.
7/270/44). Daher - und da es sich gemäss dem neurologischen Teilgutachten ohnehin um eine Diagnose ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit handelt -
vermag
die fehlende Aufführung in der Gesamtbeurteilung
den Beweiswert des Gutachtens nicht zu beeinträchtigen
.
Insgesamt stellte
Dr.
T._
damit zwar verschiedene Diagnosen mit beziehungsweise ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit, verneinte jedoch eine neurologische Komponente di
eser Beschwerden und
legte dar
, bei
seiner
Unter
suchung habe sich in objektiver Hinsicht ein unauffälliger Status ergeben und abgesehen von einer Hypästhesie an der Grosszehe habe sich auch in sensibler Hinsicht kein relevanter Befund ergebe
n (
Urk.
7/270/43).
Dass er gestützt darauf zum Schluss kam, aus neurologischer Sicht bestehe keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit
,
ist daher kein Widerspruch, zumal er ausdrücklich festhielt, die
Einschränkungen für rückenbelastende Tätigkeiten seien vom orthopädischen Gutachter festzulegen (
Urk.
7/270/44).
5
.5
Ferner brachte die Beschwerdeführerin vor, die Gutachter berücksichtigten den Gesundheitsschaden in der linken Schulter nicht, obwohl dieser
zum Gutachtens
zeitpunkt
bereits bekannt gewesen sei (
Urk.
1 S. 6).
Die Beschwerdeführerin berichtete anlässlich der orthopädischen Begutachtung von Schmerzen im Schultergelenk (
Urk.
7/270/47). Die darauffolgende Untersuchung des Schultergelenks fiel bis auf eine
Druckdolenz
am medialen
Skapularand
und
Levator
scapulae
linksseitig
sowie beidseits an der
Foss
a
supraspinata
unauffällig aus
.
Die von
Dr.
O._
am 1
2.
April 2018 noch festgestellten Bewegungseinschränkungen
(
Urk.
7/256/4)
waren nicht mehr vor
handen (
Urk.
7/270/49).
In der Folge stellten die Gutachter keine eigenständige Diagnose betreffend die Schulterbeschwerden, sondern führten
den Status nach Infiltration des linken
Akromioklavikulaturgelenks
am 2
5.
April 2018 in der Diagnoseliste
unter
der
Diagnose des
zervikobrachialen
Schmerzsyndroms auf
(
Urk.
7/270/
9
).
Von einer fehlenden Berücksichtigung der
zum Gutachtenszei
t
punkt
offensichtlich
nicht
gravierenden
Schulterbeschwerden kann mithin nicht die Rede sein.
Der für die Zeit nach Verfügungserlass geplante operative Eingriff an der Schulter ist für die Beurteilung im Übrigen ohne Einfluss (vgl. vorstehende E. 4.2.16).
5
.6
Insgesamt vermögen die Einwände der Beschwerdeführerin die Beweiskraft des
Z._
-Gutachtens nicht zu schmälern.
Zu klären bleibt, ob gestützt auf das Gutachten auf eine wesentliche Verschlechterun
g des Gesundheitszustandes der
Beschwerdeführe
r
in im relevanten Zeitraum und somit auf einen Revisionsgrund im Sinne von Art. 17 Abs. 1 ATSG geschlossen werden kann (vgl. E. 1.3).
6
.
6
.1
Die Verfügung vom 1
0.
März 2010 basierte auf der Beurteilung von
Dr.
C._
vom RAD, der gestützt auf den Bericht von
Dr.
D._
vom 2
9.
Oktober 2008 auf
grund des Status nach
transforaminaler
lumbaler intersomatischer Fusion L5/S1 vom 1
7.
Juni 2008 bei Spondylose L5 von einer Arbeitsfähigkeit von 0
%
für die angestammte Tätigkeit und von
mindestens
70
%
für eine angepasste Tätigkeit ausging (
Urk.
7/65/4,
Urk.
7/79/2). Die Beschwerdeführerin
machte zwar bereits damals geltend, die von
Dr.
D._
am 2
9.
Oktober 2008 gestellte Prognose, dass sie bei unauffälligem Verlauf ab Dezember 2008 zu 70-80
%
in angepasster
Tätigkeit arbeitstätig sein könne, sei nicht eingetreten
(
Urk.
7/72/3
)
, es lagen
jedoch keine dies bestätigende medizinische Akten vor, so dass zum Verfügungs
zeitpunkt mit überwiegender Wahrscheinlichkeit von der durch
Dr.
C._
fest
gelegten Arbeitsfähigkeit ausgegangen wurde
. Dies wurde von der Beschwerde
führerin in ihrer Beschwerde an das Sozialversicher
ungsgericht da
nn auch anerkannt (
Urk.
7/90/5, vgl.
Urk.
7/95/6).
Seit dem Vergleichszeitpunkt am 1
0.
März 2010
hat sich die Beschwerdeführerin
am
8.
Juni 2017 einer perkutanen minimal-invasiven ISG-Fusion rechts und Endoskopie des
thorakolumbalen
Übergangs, am
8.
November 2017 einer endoskopischen minimal-invasiven
Denervation
der
Fazettengelenke
LWK2/3
/4 und am
2
8.
Februar 2018 einer Entfernung der Stäbe bei gebrochenen Schrauben in LWK5 und SWK 1 unterzogen (
Urk.
7/270/9). Dies führte jedoch nicht zu einer
massgeblich
anderen Einschätzung der Arbeitsfähigkeit.
So erachteten
die
Z._
-Gutachter die Beschwerdeführerin
in der angestammten Tätigkeit bereits seit dem Jahr 2006
als
arbeit
sunfähig und in
einer angepassten Tätigkeit
als
zu 80
%
arbeitsfähig
.
Ferner hielten sie fest, für derartig angepasste Tätigkeiten könne auch retrospektiv
k
eine länger dauernde, das genannte
Mass
übersteigende Arbeitsunfähigkeit
bescheinigt
werden (
Urk.
7/270/11).
Der Hinw
eis der Beschwerdeführerin,
die
Z._
-Gutachter
seien
von einer Arbeitsfähigkeit von 64
%
(80%iges Pensum mit um 20
%
reduzierter Leistung
) ausgegangen
(
Urk.
1 S. 7
lit
. c)
, ist unzutreffend, führten die Gutachter doch ausdrücklich aus, in einer angepassten Tätigkeit sei eine Präsenz von
8 bis 8.5 Stunden möglich - was einem 100%-Pensum entspricht - wobei die Leistungsfähigkeit bei erhöhtem Pausenbedarf eingeschränkt sei, so dass sich eine Arbeits- und Leistungsfähigkeit von 80
%
ergebe (
Urk.
7/270/11).
Der von der Beschwerdeführerin angerufenen Einschätzung von
Dr.
A._
vom
1
8.
Mai 2019 hingegen
,
in der er
der
Beschwerdeführerin
eine Einschränkung der Leistungsfähigkeit von etwa 40
%
aufgrund der Beschwerden im Bereich der Lendenwirbelsäule und des
Iliosakralgelenkes
attestierte (
Urk.
7/29
0/12),
fehlt es an einer
Darlegung der von
ihm
erhobenen Befunde und auch an einer
Auseinandersetzung mit der Arbeits
fähigkeitsbeurteilung im
Z._
-Gutachten, so dass nicht ersichtlich ist, aus welchen Gründen er die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin abweichend bewertete. Ferner
äusserte
Dr.
A._
sich
auch
nicht dazu, ob es sich dabei um eine
Arbeitsfähigkeit
in der angestammten oder einer angepassten Tätigkeit handle und worin diese Einschränkung bestehe. Ein Tätigkeitsprofil für eine dem Leiden angepasste Tä
t
igkeit formulierte er
nicht.
Die Beurteilung von
Dr.
A._
genügt mithin nicht, um die Einschätzung der Gutachter, es liege
in einer der Beeinträchtigung angepassten Tätigkeit
eine 80%ige Arbeits- und Leistungsfähigkeit vor, in Zweifel zu ziehen.
6.2
Die Beschwerdeführerin klagte bereits in den Jahren 2008 und 2009 über Schmerzen im Rücken, teilweise auch mit Ausstrahlungen in das rechte Bein und den rechten Arm, über Schwäche sowie Schmerzen in der Brustwirbelsäule (
Urk.
7/54/8
;
vgl.
auch
Urk.
7/60). Nicht nachweisen
liess
sich zu diesem Zeit
punkt eine eindeutige
radikuläre
Symptomatik (
Urk.
7/62/1).
Anlässlich der orthopädischen Begutachtung berichtete die Beschwerdeführerin von immer gleichen Schmerzen vor allem auf der rechten Seite von sakral über das
Gesäss
in den dorsalen, lateralen und ventralen Oberschenkel sowie die Vorderseite des Unterschenkels bis zur
Grosszehe
und verneinte linksseitige Ausstrahlungen (
Urk.
7/270
/46). Weitere Beschwerden bestü
nden auf Höhe der
thorakolumbalen
Wirbelsäule mit rechtsbetonten Ausstrahlungen in den Rippen
bogen samt resultierenden Atembeschwerden sowie tiefzervikal beidseits gedeutete Schmerzen, die zumeist rechts über den
dorsolateralen
und ventralen Oberarm sowie
grossflächig
den radialen Vorderarm in die Finger I-III und teil
weise in den rechten Oberarm ausstrahlen würden (
Urk.
7/270/47).
Der orthopädische Gutachter
Dr.
U._
führte dazu aus,
zusammenfassend könne fest
gestellt werden, dass sich die beklagten Beschwerden durch die klinischen, radiologischen und
infiltrativen
Befunde keinesfalls klar begründen
liessen
. Nachvollziehbar sei eine gewisse Restsymptomatik nach lumbalen Eingriffen, kaum aber die übrige Symptomatik
.
(
Urk.
7/270/53).
Eine
radikuläre
Reiz- und
Ausfallsymptomatik beziehungsweise eine neurale Beteiligung wurde vom neurologischen Gutachter sodann ausdrücklich verneint (
Urk.
7/270/42).
Aus versicherungsmedizinischer Sicht ist bezüglich
der Rückenproblematik
entsprechend eine Verschlechterung der gesundheitlichen Situation seit dem letzten Entscheid nicht dargestellt. Auch in der Ausprägung der einzelnen Beschwerden ist keine Verschlechterung nachgewiesen
.
6.3
Was die nach dem Verfügungszeitpunkt im Jahr 2010 neu hinzugetretenen Schulterbeschwerden betrifft, haben diese
gemäss
dem
Z._
-Gutachten keinen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit
(
Urk.
7/
270/
9;
vgl.
auch
E. 5
.5 vorstehend
)
. Insoweit
die Beschwerdeführerin unter Verweis auf mündliche Aussagen von
Dr.
O._
eine Verschlechterung dieser Beschwerden nach dem Gutachtens
zeitpunkt geltend macht
(vgl.
Urk.
1 S. 12
)
, ist zu bemerken, dass sich aus dessen Bericht vom 2
9.
Januar 2020 keine relevante Verschlechterung ergibt. So stellte er zwar zusätzlich die Diagnose einer SLAP-Läsion,
bezeichnete diese jedoch als
oligosymptomatisch
(nur wenig symptomatisch
). Dass
sich
die Beschwerden in einer die Arbeitsfähigkeit beeinträchtigenden Weise
verstärkt hätten,
legte er sodann nicht dar
(
Urk.
7/293/1).
Hinweise dafür, dass aufgrund der
ebenfalls
neu diagnostizierten leichten
Chondropathia
patellae
beidseits (
Urk.
7/290/15)
sowie
der beginnenden
Coxarthrose
rechts (
Urk.
7/277/2)
die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin eingeschränkt ist, bestehen sodann keine.
6.4
In psychiatrischer Hinsicht stellte der begutachtende
Dr.
S._
die Diagnose einer chronischen Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren (ICD-10 F54.41;
Urk.
7/270/9).
D
iese Diagnose
ist
zwar im V
ergleich zum Jahr 2010 neu dazu
gekom
men, jedoch
bestanden
bereits zum Ver
g
l
eichszeitpunkt Hinweise für eine gestörte Schmerzverarbeitung
(
Urk.
7/54/8
)
.
Rechtsprechungs
gemäss
besteht z
wischen ärztlich gestellter Diagnose und Arbeitsunfähigkeit keine unmittelbare Korrelation (BGE 140 V 193 E. 3.1 mit Hinweis; Urteil des Bundesgerichts 9C_636/2018 vom 2
0.
Dezember 2018 E. 6.4).
Massgebend
sind vielmehr die konkreten funktionellen Auswirkungen auf das Leistungsvermögen der betroffenen Person (Urteil
e
des Bundesgerichts 9C_570/2018 vom 1
8.
Februar 2019 E. 3.2.1
und
9C_851/2018 vom 2
3.
Mai 2019 E. 4.1.4).
Der Gutachter
Dr.
S._
verneinte eine Auswirkung der diagnostizierten psychischen Störung auf die Arbeitsfähigkeit. Dies
e Beurteilung
wurde von der Beschwerdeführerin nicht
in Frage gestellt
und ist angesichts der fehlenden psychopathologischen Befunde, die auf eine Arbeitsunfähigkeit hinweisen würden
,
und der Tatsache, dass die Beschwerdeführerin sich nur während einer kurzen Zeit im Jahr 2011 in psychiatrischer Behandlung befand (
Urk.
7/270/
33
), nachvollziehbar und über
zeugend.
6.5
Aus dem Gesagten ergibt sich, dass eine
massgebliche
Veränderung in den tatsächlichen Verhältnissen seit der letztmaligen Verneinung eines Rentenanspruchs nicht ausgewiesen ist.
Dies wurde von den Gutachtern des
Z._
in nachvollziehbarer Weise dargelegt. Auch für die Zeit nach der Begutachtung bis zum Erlass der angefochtenen Verfügung ist eine beachtliche Veränderung nicht ausgewiesen.
Da sich im
relevanten
Zeitraum beim Grad der A
rbeitsunfähigkeit in angepasster
Tätigkeit keine wesentliche Änderung ergeben hat, erübrigt sich die Durchführung eines neuerlichen Einkommensvergleichs (Urteil des Bundesgerichts 8C_259/2014 vom 3
1.
Juli 2014 E. 4). Damit hat die Beschwerdegegnerin einen
Rentenanspruch zu Recht
verneint.
7
.
Da die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen zu prüfen war, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind unabhängig vom Streitwert nach dem Verfahrensaufwand festzulegen (
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG) und auf
Fr.
8
00.-- anzusetzen. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind sie der unterliegenden Beschwerdeführerin aufzuerlegen.