# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** d06eab50-2310-4dcf-96b4-bc423cdd7f90
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2016
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
Dr.
X._
, geboren 1985, war seit dem
1.
November 2012 als
Pharmaco
vigliance
RQA Manager bei
der
Y._
GmbH in
Z._
tätig und damit bei der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt (SUVA) für Berufs- und Nichtberufsunfälle
sowie Berufskrankheiten
versichert, als es ihm
am 1
2.
August 2013 beim S
prung ins Wasser
infolge
eine
r
ungünstige
n
Eintauch
phase
den Kopf zur Seite schlug
. Er verspürte
laut Unfallmeldung vom 1
2.
Sep
tember 2013
an der linken Halsseite beginnend auf der Höhe des
Atlan
tookzi
pi
tal
gelenks
bis zur rechten Schulter hinunter sofort einen direkten Schmerz
(
Urk.
8/1). Die
Erstbehandlung erfolgte am
6.
September 2013 durch den Haus
arzt
(
Urk.
8/6,
Urk.
8/11
). Nachdem die SUVA auf den Schaden einge
treten war und Versicherungsleistu
ngen erbracht hatte (vgl.
Urk.
8/5
,
Urk.
8/18
), stellte sie die bis anhin erbrachten Leistungen mit Verfügung vom
4.
Dezember 2014 (
Urk.
8/25) per 1
5.
Dezember 2014 ein, da
die noch bestehenden Beschwerden nicht mehr unfall-, sondern ausschliesslich krankheitsbedingt seien.
Die dagegen vom Versicherten erhobene Einsprache
wies die SUVA mit
Einsprache
entscheid
vom
7.
A
pril 2015 (
Urk.
8/39
=
Urk.
2) ab. Die zuständige Kranken
ver
sicherung
,
Helsana
Versicherungen AG
, zog ihre vorsorglich erho
bene
Ein
sprache
wieder
zurück (
Urk.
8/27,
Urk.
8/37).
2.
Der Versicherte erhob am
8.
Mai 2015 Beschwerde gegen den
Einspracheent
scheid
vom
7.
April 2015 (
Urk.
2) und beantragte sinngemäss, dieser sei aufzu
heben und es seien ihm die gesetzlichen Leistungen
auch
über den 1
5.
De
zember 2014 hinaus zuzusprechen (
Urk.
1). Die SUVA beantragte mit
Beschwer
de
antwort
vom 1
4.
August 2015 (
Urk.
7) die Abweisung der Beschwerde, was dem Beschwerdeführer am
3.
November 2015 zur Kenntnis gebracht wurde (
Urk.
9).
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Gemäss
Art.
6
des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG)
werden
soweit das Gesetz nichts anderes bestimmt
die Versicherungsleistungen bei Berufsunfällen, Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten gewährt (
Abs.
1). Der Bundesrat kann Körperschädigungen, die den Folgen eines Unfalles ähnlich sind, in die Versicherung einbeziehen
(
Abs.
2). Ausserdem erbringt die Versi
cherung ihre Leistungen bei Schädigungen, die den Verunfallten bei der Heilbe
handlung zugefügt werden (
Abs.
3).
1.2
Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss UVG setzt voraus, dass zwischen dem Unfallereignis und dem eingetr
etenen Schaden (Krankheit, Inva
lidität, Tod) ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht. Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind a
lle Umstände, ohne deren Vor
han
densein der eingetretene Erfolg nicht als eingetr
eten oder nicht als in der glei
chen Weise beziehungsweise nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann. Entsprechend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des natürlichen Kausalzusammenhangs nicht erforderlich, dass e
in Unfall die allei
nige oder un
mittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen
ist; es genügt, dass das schädi
gende Ereignis zusammen mit anderen Beding
ungen die körperliche oder geis
tige Integrität der versicherten Person beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht weggedacht werden kann, ohn
e dass auch die eingetretene ge
sundheitliche Störung entfiele (BGE 129 V 177 E. 3.1, 402 E. 4.3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, worüber die Verwaltung beziehungsweise im Beschwerdefall das Gericht im Rahmen der ihm obliegenden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt für die B
egründung eines
Leistungs
anspruches
nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
1.3
Ist ein Schleudertrauma der Halswirbelsäule diagnostiziert und liegt ein für diese Verletzung typisches Beschwerdebild mit einer Häufung von Beschwerden wie diffuse Kopfschmerzen, Schwindel, Konzentrations- und Gedächtnis
störungen, Übelkeit, rasche Ermüdbarkeit,
Visusstörungen
, Reizbarkeit,
Affekt
labilität
, Depression, Wesensveränderung und so weiter vor, so ist der natürliche Kausalzusammenhang zwischen dem Unfall und der danach eingetretenen Arbeits- beziehungsweise Erwerbsunfähigkeit in der Regel anzunehmen. Es ist zu betonen, dass es gemäss obiger Begriffsumschreibung für die Bejahung des natürlichen Kausalzusammenhangs genügt, wenn der Unfall für eine bestimmte gesundheitliche Störung eine Teilursache darstellt (BGE 117 V 359 E. 4b).
1.4
Die Leistungspflicht des Unfallversicherers setzt im Weiteren voraus, dass zwi
schen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden ein adäquater Kau
salzusammenhang besteht. Nach der Rechtsprechung hat ein Ereignis dann als
adäquate Ursache eines Erfolges
zu gelten, wenn es nach dem ge
wöhnlichen Lauf der Dinge
und nach der allgemeinen Lebens
erfahrung an sich geeignet ist, einen Erfolg von der Art des eingetretenen herbeiz
uführen, der Eintritt dieses Er
folges also durch das Ereignis allgemein als begünstigt erscheint (BGE 129 V 177 E. 3.2, 405 E. 2.2, 125 V 456 E. 5a).
Bei objektiv ausgewiesenen organischen Unfallfolgen deckt sich die adäquate, d.h. rechtserhebliche Kausalität weitgehend mit der natürlichen Kausalität; die Adäquanz hat hier gegenüber dem natürlichen Kausalzusammenhang praktisch keine selbständige Bedeutung (BGE 134 V 109 E. 2.1).
1.5
Bei der Beurteilung der Adäquanz von organisch nicht hinreichend nachweisba
ren Unfallfolgeschäden ist wie folgt zu differenzieren (BGE 127 V 102 E. 5b/
bb
): Es ist zunächst abzuklären, ob die versicherte Person beim Unfall ein
Schleu
dertrauma
der Halswirbelsäule (HWS), eine dem Schleudertrauma äquivalente Verletzung oder ein Schädelhirntrauma erlitten hat. Ist dies nicht der Fall, gelangt die Rechtspre
chung gemäss BGE 115 V 133
(sogenannte Psycho-Praxis) zur Anwendung. Ergeben die Abklärungen
indessen
,
dass die versicherte Person eine der soeben erwähnten Verletzungen
erlitten hat, muss beurteilt werden, ob die zum typischen Beschwerdebild einer solchen Verletzung gehörenden Beein
t
rächtigungen (vgl. BGE 119 V 335
E. 1, 117 V 359 E. 4b) zwar teilweise vor
liegen, im Vergleich zur psychischen Problematik aber ganz in den Hintergrund treten. In diesen Fällen ist die Beurteilung praxisgemäss
ebenfalls
unter dem Gesichtspunkt einer psychischen Fehlentwicklung nach Unfall vorzunehmen (BGE
127 V 102 E. 5b/
bb
, 123 V 98 E. 2a
)
; andernfalls erfolgt die Beurteilung der Adäquanz gemäss den in BGE 117 V 359 festgelegten Kriterien (sogenannte Schleudertrauma-Praxis; vgl. auch BGE 134 V 109)
. Ergibt sich, dass es an der Adäquanz fehlt, erübrigen sich auch Weiterungen zur natürlichen Kausalität (vgl. SVR 1995 UV Nr. 23 S. 67; Urteil des Bundesgerichts 8C_70/2009 vom 3
1.
Juli 2009 E. 3).
1.6
Für die Bejahung des adäquaten Kausalzusammenhangs zwischen dem
Unfaller
eignis
und
den Beschwerden
ist nach der in BGE 115 V 133 (sogenannte Psycho-Praxis) begründeten Praxis im Einzelfall erforderlich, dass dem Unfall eine massgebende Bedeutung für die Entstehung der Arbeits- bzw. Erwerbsun
fähigkeit zukommt. Dies trifft dann zu, wenn er eine gewisse Schwere aufweist oder mit anderen Worten ernsthaft ins Gewicht fällt
(BGE 115 V 133 E.
7)
. Für die Beurteilung dieser Frage ist an das Unfallereignis anzuknüpfen, wobei
ausgehend vom augenfälligen Geschehensablauf - zwischen banalen bzw. leichten Unfällen einerseits, schweren Unfällen anderseits und schliesslich dem dazwischen liegenden mittleren Bereich unterschieden wird. Während der
adä
quate Kausalzusammenhang in der Regel bei schweren Unfällen ohne weiteres bejaht und bei leichten Unfällen verneint werden kann, lässt sich die Frage der Adäquanz bei Unfällen aus dem mittleren Bereich nicht aufgrund des
Unfallge
schehens
allein schlüssig beantworten, und es sind weitere objektiv erfassbare Umstände in eine Gesamtwürdigung einzubeziehen.
Als wichtigste Kriterien sind zu nennen (BGE 115 V 133 E. 6
.c/
aa
):
besonders dramatische Begleitumstände oder besonder
e Eindrücklichkeit des Unfalls
die Schwere oder besondere Art der erlittenen Verletzungen, insbeson
dere ihre erfahrungsgemässe Eignung, psychisch
e Fehlentwicklungen auszulösen
ungewöhnlich lange D
auer der ärztlichen Behandlung
körperliche Dauerschmerzen
ärztliche Fehlbehandlung, welche die Unfall
folgen erheblich ver
schlimmert
schwieriger Heilungsverlauf
und erhebliche Komplikationen
Grad und Dauer der physisch bedingten Arbeitsunfähigkeit.
Dabei ist nicht in jedem Fall der Einbezug sämtlicher Kriterien in die
Gesamt
wür
digung
erforderlich. Je nach den konkreten Umständen kann für die Beur
teilung des adäquaten Kausalzusammenhangs ein einziges Kriterium genü
gen. Dies trifft einerseits dann zu, wenn es sich um einen Unfall handelt, wel
cher zu den schwereren Fällen im mittleren Bereich zu zählen oder sogar als Grenz
fall zu einem schweren Unfall zu qualifizieren ist. Anderseits kann im gesamten mittleren Bereich ein einziges Kriterium genügen, wenn es in beson
ders ausge
prägter Weise erfüllt ist. Kommt keinem Einzelkriterium besonderes bzw. aus
schlag
gebendes Gewicht zu, so müssen mehrere unfallbezogene Krite
rien herangezogen werden. Handelt es sich beispielsweise um einen Unfall im mittle
ren Bereich, der aber dem Grenzbereich zu den leichten Unfällen zuzuord
nen ist, müssen die weiteren zu berücksichtigenden Kriterien in gehäufter Weise erfüllt sein, damit die Adäquanz bejaht wird. Diese Würdigung des Unfalles zusammen mit den objektiven Kriterien führt zur Bejahung oder Verneinung des adäquaten Kausalzusammenhangs (BGE 115 V 133
E. 6
.c/
bb
).
1.
7
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorak
ten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuch
tet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
Auch den Berichten und Gutachten versicherungsinterner Ärzte und Ärztinnen kommt Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen. Die Tatsache allein, dass der befragte Arzt oder die befragte Ärztin in einem Anstellungsverhältnis zum Versicherungsträger steht, lässt nicht schon auf mangelnde Objektivität und auf Befangenheit schliessen. Es bedarf vielmehr besonderer Umstände, welche das Misstrauen in die Unpar
teilichkeit der Beurteilung objektiv als begründet erscheinen lassen. Im Hinblick auf die erhebliche Bedeutung, welche den Arztberichten im
Sozialversiche
rungsrecht
zukommt, ist an die Unparteilichkeit des Gutachters oder der Gut
achterin allerdings ein strenger Massstab anzulegen (RKUV 1999 Nr. U 356 S. 572; BGE 135 V 465 E. 4.4, 125 V 351 E. 3b/
ee
, 122 V 157 E. 1c; vgl. auch BGE 123 V 331 E. 1c).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin ging gestützt auf die
medizinischen
Beurteilung
en
davon aus, dass
sich überwiegend wahrscheinlich keine objektivierbaren struk
turellen unfallbedingten Läsionen nachweisen lassen würden.
Es lägen demnach organisch nicht hinreichend nachweisbare Beschwerden vor.
Von weiteren Behandlungen sei keine nennenswerte Besserung mehr zu erwarten
, weshalb der Fallabschluss zu Recht erfolgt sei
. Die organisch nicht hinreichend nachweis
baren Beschwerden seien sodann nach der Psycho-Praxis nicht adäquat kausal
, da ein leichtes Unfallereignis vorliege. Selbst bei der Annahme eines mittel
schweren Unfallereignisses sei die Adäquanz zu verneinen
, da keines der erfor
derlichen Kriterien erfüllt sei
(
vgl.
Urk.
2
S. 4
f
f.
;
Urk.
7 S. 3 ff.
).
2.2
Demgegenüber stellte sich der Beschwerdeführer auf den Standpunkt, die
noch bestehenden Beschwerden seien überwiegend wahrscheinlich
eine Folge des
Unfall
ereignisses
.
Vor dem Sturz hätten keinerlei Beschwerden im Bereich der
HWS
bestanden. Es sei bekannt, dass unfallbedingte Läsionen auch mit den heutigen Techniken nicht immer nachzuweisen seien.
Er leide an körperlichen Dauerschmerzen. Die ärztliche Behandlung dauere ungewöhnlich lang, wobei
von einer weiteren Behandlung
auch
eine namhafte Verbesserung zu erwarten
sei
(
Urk.
1 S. 1 f.).
2.3
Strittig und zu prüfen ist, ob eine über den Zeitpunkt der erfolgten Leistungs
ein
stellung per 1
5.
Dezember 2014 hinausgehende Leistungspflicht der
Beschwerdegegnerin besteht und dabei insbesondere das Vorliegen des Kausal
zusammenhangs betreffend die n
och bestehenden Beschwerden
.
3.
3.1
Am 1
2.
August 2013
schlug es dem Beschwerdeführer
beim Sprung ins Wasser
infolge
eine
r
ungünstige
n
Eintauchphase den Kopf zur Seite. Der Beschwerde
führer
verspürte dabei gemäss Unfallmeldung vom 1
2.
September 2013
einen direkten Schmerz auf der linken Halsseite
beginnend auf Höhe des
Atlantookzi
pitalgelenks
bi
s hinunter zur rechten Schulter
. Der
Punctum
maximum
des Schmerzes
habe
sich am kranialen Ansatz und Muskelbauch des Pars
descen
dens
des
Musculus
trapezius
links
befunden
(
Urk.
8/1). Die Erstbehandlung erfolgte am
6.
September 2013 durch den Hausarzt
Dr.
med.
A._
, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin. Dieser hielt mit Arztzeugnis vom 1
5.
Oktober 2013 (
Urk.
8/6) eine Prellung der HWS fest.
Der Röntgenbefund sei normal.
Eine Arbeitsunfähigkeit liege nicht vor. Der Beschwerdeführer
solle
sich schonen.
Der Behandlungsabschluss sei am
6.
September 2013 erfolgt.
3.2
Dr.
A._
führte
im
Dokumentationsbogen vom
6.
Mai 2014 (
Urk.
8/11) aus, dass der Beschwerdeführer sofort über Nackenschmerzen sowie Schlafstörungen berichtet habe. Dagegen habe er Kopfschmerzen, Schwindel, Übelkeit, Erbrechen sowie Hör- und Sehstörungen verneint (S. 2
Ziff.
4). Er habe bisher noch keinen Unfall erlitten und vor dem Unfall auch keine
behandlungsbedürftigen
Beschwerden gehabt (S. 2
Ziff.
5).
3.3
Die am 2
9.
August 2014 in der
Klinik B._
erfolgte
Magnetreso
nanztomographie
(MRI) der HWS
habe
gemäss
Dr.
med.
C._
, Fachärztin für Radiologie, einen unauffälligen Befund
gezeigt
. Dabei
habe
ins
besondere kein Nachweis einer Nervenwurzelkompression vor
gelegen
(vgl. Be
richt vom 2
9.
August 2014,
Urk.
8/20).
3.4
Mit Bericht vom
9.
September 2014 (
Urk.
8/16) informierte PD
Dr.
med.
D._
, Facharzt für Neurologie, Klinik
B._
, über die neu
rologische Untersuchung des Beschwerdeführers bei rezidivierender
Zervikalgie
nach Distorsionstrauma ohne in der Bildgebung erklärenden Befund.
Die HWS sei weder in Rotation noch in Inklination oder
Reklination
eingeschränkt. Das Signe de
Lhermitte
sei negativ. Die Kennmuskulatur C5-8 weise bei
mittelleb
haften
Muskeleigenreflexen eine normale Kraft auf. Es bestünden keine sen
siblen Defizite
. Die geschilderten Beschwerden könnten nicht erklärt werden. Es seien keine Hinweise für eine
radikuläre
Genese ersichtlich. Ferner hätten auch das MRI sowie die
Funktionsaufnahme der HWS keinen erklärenden Befund visualisieren können
(
S. 1
f.
).
3.5
Am
2.
Dezember 2014 erfolgte eine kreisärztliche Beurteilung durch med.
pract
.
E._
, Facharzt für Chirurgie
. Dieser kam in seinem Bericht (
Urk.
8/24) zum Schluss, dass sowohl anlässlich der radiologischen Untersuchung als auch
anlässlich des
MRI der HWS keine
Traumafolgen
oder
krankhafte
Vorzustände
ersichtlich gewesen seien
. Es handle sich somit um eine reine Prellung der HWS.
B
ei einer Prellung der HWS
könnten zwar
Schmerzen be
stehen
. Diese würden allerding
s nach der allgemeinen Lebenserfahrung
spätestens sechs Monate nach dem Unfall abklingen, so dass ab diesem Zeitpunkt der Unfall im
Krankheits
wesen
überwiegend wahrscheinlich keine Rolle mehr spiele
. Von weiteren medi
zinischen Therapien könne keine namhafte Besserung des Gesundheitszustandes er
wartet
werden
(S. 3).
4
.
4
.1
Aus den Akten ergibt sich, dass
aufgrund des
Unfallereignis
ses
überwiegend wahrscheinlich
keine objektivierbaren strukturellen unfal
lbedingten Läsionen
nachweisbar sind
. So zeigte sich sowohl ein normaler Röntgenbefund als auch ein unauffälliger Befund d
es MRI, wobei insbesondere keine
Nervenwurzel
kompression
ersicht
lich war
(
vgl.
Urk.
8/6,
Urk.
8/16,
Urk.
8/20).
Der Kreisarzt
Dr.
E._
hielt dementsprechend nachvollziehbar fest, dass
weder
Traumafol
gen
noch ein krankhafter Vorzustand
ersichtlich gewesen seien und es sich um eine reine Prellung der HWS handle (
Urk.
8/24 S. 3).
Soweit der Beschwerde
führer diesbezüglich vorbringt, dass unfallbedingte Läsionen auch mit den heu
tigen Techniken nicht immer nachzuweisen seien und dies nicht zum Rück
schluss führen dürfe, dass keine
Traumafolgen
vorlägen (
vgl.
Urk.
1 S.
2), so
ist er damit nicht zu hören
. Nach konstanter Rechtsprechung kann von organisch objektiv ausgewiesenen Unfallfolgen
nämlich
erst dann gesprochen werden, wenn die erhobenen Befunde mit apparativen/bildgebenden Abklärungen bestätigt werden (Urteil des Bundesgerichts 8C_806/2007 vom
7.
August 2008 E. 8.2), was vorlie
gend gerade nicht der Fall war.
Auch die
vom Physiothera
peuten
nach Aussage des Beschwerdeführers (vgl.
Urk.
3 S. 2,
Urk.
8/12 S. 2)
festgestellte funktionelle Instabilität der tiefen HWS auf der Höhe C3-4 genügt demnach nicht zum Beweis organisch objektiv ausgewiesene
r
Unfallfolgen.
Es verbleiben damit höchstens organisch nicht hinrei
chend nachweisbare Beschwerden.
D
em vom behandelnden Hausarzt
Dr.
A._
erstellten
Dokumen
tationsbogen
f
ür Erstkonsultation nach
kranio
zervikalem
Beschleunigungs
trauma
vom
6.
Mai 2014 (
Urk.
8/11)
ist
sodann
im Hinblick auf ein mögliches
Schädelhirntrauma
ein nach der
Glasgow
Coma
S
cale
(GCS) unauffälliger Wert von 15 zu entnehmen (vgl.
Urk.
8/11 S. 3
Ziff.
6
lit
. d; Urteil des Bundesgerichts U 276/
20
04 vom 1
3.
Juni 2005 E. 2.2.1).
Des Weiteren hielt
Dr.
A._
fest,
dass
der Beschwerdeführer sofort über Nackenschmerzen sowie Schlafstörungen berichtet
habe
. Dagegen habe er Kopfschmerzen, Schwindel, Übelkeit, Erbrechen sowie Hör- und Sehstörungen verneint (
Urk.
8/11 S. 2
Ziff.
4).
Daraus ergibt sich
auch
keine Häufung der typischen Beschwerden
eines Schleudertraumas
, weshalb
die Beurteilung der Adäquanz der
vorliegend
organisch nicht hinrei
chend nachweisbaren Beschwerden nach der Psycho-Praxis
gemäss BGE 115 V 133
zu erfolgen hat (vorstehend E. 1.
5
).
4
.2
Bei Anwendung der Psycho-Praxis lassen sich die bei der Adäquanzprüfung einzig zu berücksichtigenden physischen Komponenten im Zeitpunkt, in wel
chem von einer Fortsetzung der auf die somatischen Leiden gerichteten ärztli
chen Behandlung keine namhafte Besserung mehr erwartet werden kann, zuverlässig be
urteilen (BGE 134 V 109 E. 6.1). In diesem Zeitpunkt ist der Fall somit unter Einstellung der vorübergehenden Leistungen und Prüfung des Anspruchs auf eine Invalidenrente und eine Integritätsentschädigung abzu
schliessen (vgl.
Art.
19
Abs.
1 und
Art.
24
Abs.
2
UVG; Urteil
e
des Bundesge
richts
8C_639/2014 vom
2.
Dezember 2014 E.
3
und
8C_888/2013 vom 2.
Mai 2014 E. 4.1
).
Was unter einer namhaften
Besserung des Gesundheitszustandes zu verstehen ist, umschreibt das Gesetz nicht näher. Nach der Rechtsprechung ist der Begriff der namhaften Besserung namentlich nach Massgabe der zu erwartenden Steigerung oder Wiederherstellung der Arbeitsfähigkeit, soweit unfallbedingt beeinträchtigt, auszulegen. Dabei verdeutlich die Verwendung des Begriffes namhaft durch den Gesetzgeber, dass die durch weitere Heilbehand
lung zu erwartende Besserung ins Gewicht fallen muss, und dass unbedeutende Verbesserungen nicht genügen (BGE 134 V 109 E. 4.3).
Der Fallabschluss und die Prüfung der Adäquanz setzt lediglich voraus, dass von weiteren medizini
schen Massnahmen keine erhebliche Verbesserung mehr erwartet werden kann, nicht aber, dass eine ärztliche Behandlung nicht länger erforderlich ist (Urteile des Bundesgerichts 8C_729/2012 vom
4.
April 2013 E. 5.2 und 8C_727/2012 vom 2
1.
Dezember 2012 E. 3.2.2).
4.3
Die bisher erfolgten Physiotherapien brachten
zu Beginn
zwar
schnell eine wir
k
same Linderung der Beschwerden.
D
er Beschwerdeführer
sei allerdings
nach eigenen Angaben seit dem Unfallereignis nicht
mehr beschwerdefrei gewesen
. Zudem
führte
er
im Fitnessstudio selbständig
ein
Krafttrainin
g durch, wobei den Akten auch dadurch
keine namhafte Besserung der Beschwerden entnommen werden kann
(
vgl.
Urk.
8/17 S. 1).
I
nsbesondere
ist
nicht ersichtlich, dass der Beschwerdeführer infolge des Unfalles teilweise oder sogar vollständig arbeits
unfähig geworden
wäre
.
Auch der Beschwerdeführer machte d
ies
nicht geltend
. Vielmehr attestierte der behandelnde Hausarzt
Dr.
A._
dem Beschwerdeführer
eine volle
Arbeitsfähigkeit (vgl.
Urk.
8/1,
Urk.
8/6
,
Urk.
8/11 S. 3
Ziff.
9
).
Durch eine Weiterführung der Therapien kann demnach ke
ine Steigerung der Arbeits
fähigkeit
und somit auch keine namhafte Besserung erreicht werden,
was
bereits
von
Dr.
E._
erwähnt
wurde
(vgl.
Urk.
8/24 S. 3).
Der Fallabschluss und die daraufhin erfolgte Adäquanzprüfung nach der Psychopraxis gemäss BGE 115 V 133 sind
somit rechtens.
5.
5
.
1
Im Hinblick auf die Prüfung der Adäquanz ist
zunächst der Unfall nach seiner Schwere zu qualifizieren
, welche sich nach dem augenfälligen
Geschehensab
lauf
mit den sich dabei entwickelnden Kräften
bestimmt
. Nicht massgebend sind demgegenüber Folgen de
s
Unfalles oder Begleitumstände, die nicht direkt dem Unfallgeschehen zugeordnet werden können
(
vorstehend E.
1.6;
Urteil des Bun
desgerichts U 2/
20
07 vom 1
9.
November 2007 E. 5.3.1).
Die
Beschwerdegegne
rin
stufte das Unfallereignis als leicht ein
und hielt
ferner fest, dass selbst bei einer Qualifikation des Unfalles als mittelschweres Ereignis die Adäquanz ver
neint werden müsse (
vgl.
Urk.
2 S. 7).
Dieser Einstufung ist gestützt auf das objektiv erfassbare Unfallereignis zuzustimmen, wonach es dem Beschwerde
führer beim Sprung ins Wasser
infolge
eine
r
ungünstige
n
Eintauchphase den Kopf zur Seite schlug (vgl.
Urk.
8/1).
Bei der gegebenen Unfallschwere eines höchstens mittelschweren Unfalles im engeren Sinne müssten von den weiteren massgeblichen Kriterien für eine Bejahung des adäquaten Kausalzusammen
hangs entweder ein einzelnes in besonders ausgeprägter Weise oder aber mehrere – mindestens drei – in gehäufter Weise gegeben sein (Urteil des Bun
desgerichts 8C_897/2009 vom 2
9.
Januar 2010 E. 4.5).
5.2
Der am 1
2.
August 2013 erfolgte Unfall
-
bei welchem es dem Beschwerdeführer bei einem Sprung ins Wasser den Kopf zur Seite schlug
, wobei er ohne Sturz einfach unkontrolliert abgesprungen sei
(vgl.
Urk.
8/1
,
Urk.
8/17 S. 1
)
-
hat sich
objektiv betrachtet weder
unter besonders dramatischen Begleitumständen ereignet, noch ist er als besonders eindrücklich anzusehen.
Dabei ist zu beach
ten, dass jedem mindestens mittelschweren Unfall eine gewisse Eindrücklichkeit eigen ist, welche somit noch nicht für eine Bejahung des Kriteriums ausreichen kann (Urteil des Bundesgerichts 8C_372/2013 vom 2
8.
Oktober 2013 E. 7).
D
as
Kriterium der Schwere und besonderen Art der erlittenen Verletzung ist vorliegend
ebenfalls
als nicht erfüllt zu betrachten. Der Beschwerdeführer klagte
zwar
stets über
Schmerzen
, wobei diese allerdings keinem unfallbedingten objektiven Korrelat zugeordnet werden konnten und er auch kein für ein Schleudertrauma typisches
buntes
Beschwerdebild aufwies
(vorstehend E.
4.1)
. Die Diagnose einer HWS-Distorsion genügt für sich allein nicht zur Bejahung einer besonderen Sch
were (BGE 134 V 109 E. 10.2.2).
Sodann ist
auch
eine
ungewöhnlich lange Dauer der ärztlichen Behandlung
zu
verneinen,
erwähnte der behandelnde Hausarzt
sogar einen gleichentags mit der Erstbehandlung erfolgten Behandlungsabschluss (
vgl.
Urk.
8/6).
Zudem können s
owohl eine
allfällige Fortführung der
verordneten
Physiotherapie
(vgl.
Urk.
8/7,
Urk.
8/8-9,
Urk.
8/13)
als auch
die
von
Dr.
D._
erwähnte mög
licherweise indizierte
Fazetten
infiltration
(
vgl.
Urk.
8/16 S. 2
) nicht als über
durchschnittlich belastend bezeichnet werden
(Urteil
e
des Bundesgerichts
8C_635/2013 vom
9.
April 2014 E. 4.4.3 und
8C_52/2008 vom
5.
September 2008 E. 8.2
).
Beim Kriterium der
körperlichen
Dauerbeschwerden können adäquanzrelevant nur in der Zeit zwischen dem Unfall und dem Fallabschluss ohne wesentlichen Unterbruch bestehende erhebliche Beschwerden sein. Die Erheblichkeit beurteilt sich nach den glaubhaften Schmerzen und nach der Beeinträchtigung, welche die verunfallte Person durch die Beschwerden im Lebensalltag erfährt (Urteil des Bundesgerichts 8C_682/2013 vom 1
4.
Februar 2014 E. 11.2 mit Hinweis auf BGE 134 V 109 E. 10.2.4).
Zwar klagte der Beschwerdeführer durchwegs
über Nackenschmerzen
und Verspannungen
, wobei
auch
Sport seit dem Unfall nur eingeschränkt durchführbar sei
(
vgl.
Urk.
8/12 S. 2
,
Urk.
8/17 S. 1,
Urk.
8/32 S.
1
).
Eine
erhebliche
Einschränkung im Lebensalltag ist - abgesehen von gewissen sportlichen Aktivitäten - allerdings nicht ersichtlich
, weshalb auch dieses Kriterium nicht als erfüllt betrachtet werden kann
.
Den Akten lassen sich sodann keine Hinweise
für einen schwierigen
Heilungsver
lauf
, erhebliche Komplikationen oder eine ärztliche Fehlbehandlung entnehmen.
Schliesslich ist auch das Kriterium der erheblichen Arbeitsunfähig
keit zu
verneinen,
wurde
dem
Beschwerdeführer
doch
überhaupt
keine Arbeits
unfähigkeit attestiert
(vgl.
Urk.
8/1,
Urk.
8/6
,
Urk.
8/11 S. 3
Ziff.
9
; Urteil des Bundesgerichts 8C_252/2007 vom 1
6.
Mai 2008 E. 7.7.1).
5.
3
Nach dem Gesagten
ergibt sich, dass keines der praxisgemässen Kriterien
als erfüllt erachtet werden kann
, weshalb der adäquate Kausalzusammenhang zwi
schen den organisch nicht hinreichend nachweisbaren Beschwerden des Beschwerdeführers und dem Unfallereignis vom 1
2.
August 2013 zu verneinen ist.
Damit erübrigen sich weitergehende Ausführungen zur natürlichen Kausa
lität und zu den diesbezüglichen Vorbringen des Beschwerdeführers (vgl.
Urk.
1
S. 1 f.;
vorstehend E. 1.5
).
Die
von der Beschwerdegegnerin per 1
5.
Dezember 2014 verfügte
Leistungseinstellung
erfolgte demnach zu Recht.
Der angefochtene
Einspracheentscheid
erweist sich somit als rechtens, was zur Abweisung der Beschwerde führt.