# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** c88ee2f4-be16-45d7-bbae-26899f8f96cf
**Court:** SG_VGN
**Chamber:** SG_VGN_001
**Year:** 2008
**Language:** de
**Jurisdiction:** SG / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

hat das Verwaltungsgericht festgestellt:
A./ a) Die Y. AG, R., ist Eigentümerin des Grundstücks Nr. 223 an der Hauptstrasse .. in
R.. Das Grundstück liegt nach dem Zonenplan der Stadt R. vom 5. September 1983 in
der Zone KA (Kernzone Altstadt) und ist mit dem Gebäude Vers.-Nr. 797 überbaut. Zur
nördlich vorbeiführenden Hauptstrasse gilt die geschlossene Bauweise. Direkt westlich
grenzen das Gebäude Vers.-Nr. 798 bzw. das Grundstück Nr. 222 und direkt östlich
das Gebäude Vers.-Nr. 796 bzw. das Grundstück Nr. 226 an das Grundstück der Y.
AG. Deren Gebäude Vers.-Nr. 797 weist im rückwärtigen Bereich eine abgesetzte
Fassade auf und ist im südwestlichen Teil bis auf die Höhe des ersten Stockwerks mit
dem Gebäude Vers.-Nr. 800 zusammengebaut. Dieses steht auf dem Grundstück
Nr. 227 und befindet sich im Eigentum der A.-G. X.. Zwischen den Gebäuden Vers.-
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Nrn. 796, 797 und 800 besteht ein Innenhof. Wo die Gebäude der Y. AG und der X. A.-
G. nicht zusammengebaut sind, weisen ihre Fassaden einen Abstand von 3,51 m auf.
Zur gemeinsamen Grundstücksgrenze hält das Gebäude Vers.-Nr. 797 im nicht
zusammengebauten Teil einen Grenzabstand von 2,33 m ein. In diesem Bereich führt
am Gebäude Vers.-Nr. 797 ein aufgesetzter rechteckiger Heizungskamin an der
rückwärtigen Aussenfassade hoch. Parallel zu diesem Heizungskamin verläuft
unmittelbar westlich davon ein rundes Entlüftungsrohr aus Aluminium. Dieses Rohr hat
gegenüber dem Heizungskamin einen um rund 7 cm grösseren Fassadenabstand und
weist gemäss den Feststellungen der Vorinstanz einen Grenzabstand von 1,43 m auf.
b) Am 11. Juli 2006 bewilligte der Stadtrat R. ein Baugesuch der Y. AG für einen
Umbau mit Erstellung eines Restaurants mit Bar im Gebäude Vers.-Nr. 797. Bei der
Bauabnahme wurde festgestellt, dass verschiedene Bauteile nicht dem bewilligten
Baugesuch entsprachen und Aenderungen vorgenommen wurden. U.a. waren im
Erdgeschoss zwei Lüftungsrohre gegen den Innenhof geführt worden.
Am 7. August 2006 erhob die A.-G. X. gegen den Entscheid des Stadtrates Rekurs
beim Baudepartement. Zufolge Rückzugs schrieb dieses den Rekurs am 29. August
2006 ab.
Der Stadtrat R. verlangte am 18. Oktober 2006 von der Y. AG für die nicht bewilligten
Aenderungen am Gebäude Vers.-Nr. 797 innert einer Frist bis 31. Oktober 2006 ein
nachträgliches Baugesuch, u.a. für die Lüftungsanlage im Erdgeschoss.
Am 19. Oktober und 2. November 2006 zeigte die A.-G. X. der Baubehörde an, dass
weitere Aenderungen an der Lüftung vorgenommen worden seien und aussen ein bis
zur Kaminmündung reichendes Lüftungsrohr erstellt worden sei.
Am 1. Dezember 2006 erhob die A.-G. X. durch ihren Rechtsvertreter gegen die
Aenderungen öffentlich-rechtliche und privatrechtliche Einsprache. U.a. beanstandete
sie, dass das Entlüftungsrohr den Grenzabstand nicht einhalte.
Am 4. April 2007 reichte die Y. AG die von der Baubehörde verlangten Schnitt- und
Grundrisspläne ein.
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Mit Eingabe vom 24. Mai 2007 hielt die A.-G. X. an ihrer Einsprache fest, namentlich in
Bezug auf das Entlüftungsrohr.
Der Stadtrat R. entschied am 12. Juni 2007 über das Baugesuch und die Einsprache.
Er bewilligte das Baugesuch mit Auflagen (Ziff. 1) und ordnete u.a. an, dass die
Ausblasseite des Abluftkamins gegen Norden zu drehen sei (Ziff. 4). Die Einsprache der
A.-G. X. wurde, soweit sie öffentlich-rechtlicher Natur war, teilweise gutgeheissen und
im übrigen abgewiesen (Ziff. 2). Ihre privatrechtliche Einsprache nach Art. 684 ZGB
wurde abgewiesen (Ziff. 2). Soweit mit der Einsprache weitergehende privatrechtliche
Rügen vorgebracht wurden, wurde die Einsprecherin auf den Zivilrechtsweg verwiesen
(Ziff. 3). Ausserdem wurde der Zugang zur Ausmauerung eines Fenstersturzes über das
Grundstück der Einsprecherin angeordnet (Ziff. 4). Der Stadtrat hielt zur Entlüftung fest,
diese müsse über das Dach erfolgen, was im nachträglich eingereichten Gesuch so
vorgesehen und, wie vor Ort festgestellt, bereits ausgeführt worden sei. Der Abluftkanal
werde seitlich des bestehenden Kamins bis zu dessen Austritt hochgezogen und gegen
Süden ausgeblasen. Die Frischluft werde über zwei Öffnungen von je 20 cm
Durchmesser in der Fassade des ersten Obergeschosses angesaugt. Die
lüftungstechnischen Einrichtungen seien so ausgelegt und angeordnet, dass die
zulässige Immissionstoleranz eingehalten werde.
B./ Mit Eingabe ihres Rechtsvertreters vom 2. Juli 2007 erhob die A.-G. X. Rekurs beim
Baudepartement mit dem Antrag, die angefochtene Verfügung, insbesondere Ziff. 1
und 4, wonach der Zugang über ihr Grundstück zu gewährleisten sei, seien
aufzuheben. Zur Begründung wurde im wesentlichen vorgebracht, das Entlüftungsrohr
halte zum Grundstück der A.-G. X. lediglich einen Abstand von rund 1 m ein, rage
somit rund 2 m in den Grenzabstand und verletze damit die Grenzabstandsvorschrift
nach Art. 8 des Baureglements der Stadt R..
Während des Rekursverfahrens wurde die Entlüftung durch ein horizontales Rohr
ergänzt. Dieses führt die Abluft über dem Dach des zweigeschossigen Teils des
Gebäudes Vers.-Nr. 797 in den Kamin.
Das Baudepartement wies den Rekurs mit Entscheid vom 15. Februar 2008 ab, soweit
er nicht gegenstandslos geworden und abzuschreiben war. Die Entscheidgebühr von
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Fr. 2'500.-- wurde der A.-G. X. auferlegt, welche zudem verpflichtet wurde, die Y. AG
mit Fr. 3'400.-- zuzügl. MWSt ausseramtlich zu entschädigen. Das Baudepartement
erwog, der Grenzabstand gelte nur für Gebäude bzw. Bauten, nicht aber für Anlagen.
Beim streitigen Entlüftungsrohr handle es sich nicht um eine Baute.
Grenzabstandsvorschriften, wenn auch privilegierte, würden weiter für Vorbauten
gelten. Da dem Entlüftungsrohr eine funktionale Verbindung zur Hauptbaute fehle und
es nicht als Teil des Gebäudes, sondern vielmehr als Teil der Lüftungsanlage in
Erscheinung trete, seien die Vorschriften für Vorbauten auf das Abluftrohr nicht
anwendbar. Das Rohr könne folglich weder als Gebäude noch als Vorbaute betrachtet
werden. Da es aber als Ergebnis einer baulichen Massnahme derart in Erscheinung
trete und auf die Nachbarschaft in einer Weise einwirke, dass dadurch wichtige
räumliche Folgen verbunden seien, gelte es als Anlage. Für Anlagen würden jedoch
weder das kantonale noch das kommunale Baurecht Grenzabstandsvorschriften
enthalten. Das Entlüftungsrohr unterstehe somit den Vorschriften über den
Grenzabstand nicht, weshalb der Stadtrat zu Recht eine Verletzung der
Abstandsvorschriften verneint habe.
C./ Mit Eingabe ihres Rechtsvertreters vom 3. März 2008 erhob die A.-G. X.
Beschwerde beim Verwaltungsgericht mit dem Antrag, der angefochtene Entscheid sei
aufzuheben und das Entlüftungsrohr im Hinterhof sei nicht zu bewilligen, unter Kosten-
und Entschädigungsfolge zulasten der Y. AG. Zur Begründung wird im wesentlichen
vorgebracht, das Baudepartement gehe wie der Stadtrat davon aus, dass im Hinterhof
der Grenzabstand von 3 m gelte. Das Entlüftungsrohr trete gleich wie das anstossende
Kamin als Bauteil in Erscheinung. Räumlich und funktional gehöre es zum Gebäude der
Y. AG und sei somit ein Bauteil der Hauptbaute und trete so in Erscheinung. Die ganze
Entlüftungsanlage sei ein Teil des Gebäudes. Dass das Rohr technischen Zwecken
diene, sei belanglos. Die Unterscheidung von Bauten und Anlagen, welche nicht
Bauten seien, bedeute keineswegs, dass haustechnische Anlagen nicht Teile von
Gebäuden sein könnten.
Die Vorinstanz beantragt in ihrer Vernehmlassung vom 19. März 2008 die Abweisung
der Beschwerde. Sie hält fest, haustechnische Anlagen unterstünden zwar der
Baubewilligungspflicht, seien aber im Unterschied zu Bauten oder Vorbauten den
Bestimmungen über den Grenzabstand nicht unterworfen. Das Entlüftungsrohr sei am
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ehesten mit einem Ablaufrohr für Regenwasser vergleichbar, das in der Regel ebenfalls
senkrecht auf die Fassade aufgesetzt werde. Auch ein Ablaufrohr sei eine technische
Komponente, die als Bauteil des Hauses betrachtet werden könne. Dennoch bestimme
sich der Grenzabstand nicht ab Aussenkante Ablaufrohr, sondern ab der Fassade eines
Gebäudes. Selbst wenn die Auffassung vertreten würde, dass das Entlüftungsrohr als
neuer Bauteil den Grenzabstand einzuhalten hätte, könnte es gestützt auf Art. 77bis
Abs. 2 des Baugesetzes (sGS 731.1, abgekürzt BauG) bewilligt werden. Nach dieser
Bestimmung seien Erweiterungen zulässig, soweit dadurch die Rechtswidrigkeit weder
vermehrt noch wesentlich verstärkt werde.
Die Y. AG beantragt in ihrer Vernehmlassung vom 15. April 2008 ebenfalls die
kostenfällige Abweisung der Beschwerde. Sie wiederholt im wesentlichen die von der
Vorinstanz vorgebrachten Argumente, wonach das Entlüftungsrohr eine zwar
bewilligungspflichtige technische Anlage sei, die aber nicht den Bestimmungen über
den Grenzabstand unterliege und dass im übrigen die bestehende Rechtswidrigkeit
des Heizungskamins nicht wesentlich verstärkt werde.
Die Beschwerdebeteiligte beantragt in ihrer Vernehmlassung vom 22. April 2008 unter
Hinweis auf die Ausführungen der Vorinstanz die Abweisung der Beschwerde.
Die Beschwerdeführerin erhielt Gelegenheit, zu den Vernehmlassungen Stellung zu
nehmen. Sie hält mit Eingabe ihres Rechtsvertreters vom 7. Mai 2008 fest, die
Rechtswidrigkeit der Baute werde durch das Entlüftungsrohr vermehrt bzw. verstärkt.
Auf die weiteren Vorbringen der Beteiligten wird, soweit wesentlich, in den

## Considerations

nachstehenden Erwägungen eingegangen.
Darüber wird in Erwägung gezogen:
1. Die sachliche Zuständigkeit des Verwaltungsgerichts ist gegeben (Art. 59bis Abs. 1
des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege, sGS 951.1, abgekürzt VRP). Die
Beschwerdeführerin ist zur Ergreifung des Rechtsmittels legitimiert (Art. 64 Abs. 1 in
Verbindung mit Art. 45 Abs. 1 VRP). Die Beschwerdeeingabe vom 3. März 2008 wurde
rechtzeitig eingereicht und erfüllt formal und inhaltlich die gesetzlichen Anforderungen
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(Art. 64 Abs. 1 in Verbindung mit Art. 47 Abs. 1 und Art. 48 Abs. 1 VRP). Auf die
Beschwerde ist daher grundsätzlich einzutreten.
In der Beschwerde wird die Aufhebung des angefochtenen Entscheids beantragt und
insbesondere verlangt, das Entlüftungsrohr sei nicht zu bewilligen. Soweit das
Baudepartement den Rekurs abgeschrieben hat, werden dagegen in der Beschwerde
keine Rügen erhoben. Die Abschreibung blieb damit unangefochten. Dies ergibt sich
auch aus den Vorbringen der Beschwerde in Ziff. II in fine, wonach der Rekurs
bezüglich des streitigen Zugangs durch den Hinterhof gegenstandslos geworden sei.
2. Streitig ist im vorliegenden Fall ausschliesslich die Frage, ob das Entlüftungsrohr
Grenzabstandsvorschriften verletzt bzw. ob das Baudepartement den Rekurs gegen
die Bewilligung des Entlüftungsrohrs zu Recht abgewiesen hat.
2.1. Art. 56 Abs. 1 BauG bestimmt, dass der Grenzabstand von Gebäuden die kürzeste
Entfernung zwischen Fassade und Grenze ist, wobei im Grundriss gemessen wird. Der
Grenzabstand ist im Baureglement und gegebenenfalls in den Überbauungsplänen
festzulegen (Art. 56 Abs. 2 Satz 1 BauG).
Nach Art. 8 des Baureglements der Stadt R. (abgekürzt BR) beträgt der Grenzabstand
in der Kernzone Altstadt, in der sich die Grundstücke der Verfahrensbeteiligten
befinden, 3,0 m.
2.2. Unbestrittenermassen weist der Entlüftungs-kamin zur Grenze des Grundstücks
der Beschwerdeführerin nach den Feststellungen der Vorinstanz lediglich einen
Abstand von 1,43 m auf.
Die Vorinstanz hielt fest, das Entlüftungsrohr könne weder als Gebäude noch als
Vorbaute betrachtet werden und sei daher als Anlage einzustufen. Das
Verwaltungsgericht kann sich dieser Auffassung nicht anschliessen. Der Begriff der
Bauten und Anlagen wird in Art. 78 BauG verwendet. Allgemein gesprochen handelt es
sich bei "Bauten und Anlagen" um einen Oberbegriff für alle baurechtserheblichen
Objekte (vgl. B. Heer, St. Gallisches Bau- und Planungsrecht, Bern 2003, Rz. 855).
Bauten und Anlagen sind nach der bundesgerichtlichen Praxis künstlich geschaffene
und auf Dauer angelegte Einrichtungen, die in fester Beziehung zum Erdboden stehen
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und geeignet sind, die Vorstellungen über die Nutzungsordnung zu beeinflussen (BGE
123 II 259). Bauten und Anlagen lassen sich nicht immer genau abgrenzen. Als Bauten
gelten vorab Objekte, die der Unterbringung von Personen und Sachen dienen,
während Anlagen eher Einrichtungen bezeichnen, die das Gelände oder den
umliegenden Raum verändern (Waldmann/Hänni, Raumplanungsgesetz, Bern 2006, Rz.
11 zu Art. 22). Mit dem Begriff "Anlagen" werden insbesondere auch solche Objekte
erfasst, welche nicht als Bauten primär der Unterbringung von Personen oder Sachen
dienen, sondern als Geländeveränderungen die räumlichen Gegebenheiten
beeinflussen oder als Einfriedungen oder technische Einrichtungen mit dem Boden
verbunden sind und die Nutzungsordnung beeinflussen. Ebenso können Lagerplätze
oder auch blosse Nutzungsänderungen ohne bauliche Vorkehrungen als Anlagen
gelten (vgl. Heer, a.a.O., Rz. 855 ff.).
2.3. Das Entlüftungsrohr als solches ist keine Baute im Sinne der vorstehenden
Ausführungen. Dies bedeutet aber nicht zwingend, dass es sich um eine Anlage
handelt, welche den Grenzabstand nicht einzuhalten hat. Für die Frage, ob das streitige
Rohr bewilligungspflichtig ist, spielt seine Qualifizierung als Baute oder Anlage keine
Rolle. Die Bewilligungspflicht als solche ist vorliegend unbestritten. Das Rohr ist an
einer Baute angebracht, weshalb zu prüfen ist, inwieweit es unter die für Gebäude
geltenden Vorschriften fällt.
2.4. Das BauG bestimmt wie erwähnt, dass der Grenzabstand von Gebäuden zwischen
Fassade und Grenze gemessen wird. Als Fassade wird in dieser Bestimmung die
Aussenwand eines Gebäudes verstanden. Häufig springen verschiedene Teile eines
Gebäudes über die Fassade vor. Art. 29 BR bestimmt, dass als Vorbauten Teile gelten,
welche über die Gebäudefassade in den Luftraum ragen und als gesonderte Bauteile
erkennbar sind (Erker, offene und geschlossene Balkone, Vordächer usw.). Diese
Aufzählung ist, wie die Abkürzung "usw." zeigt, nicht abschliessend. Solche Vorbauten
dürfen gemäss Art. 29 Abs. 2 BR gegenüber benachbarten Grundstücken höchstens
1,50 m und - soweit es sich nicht um Dachvorsprünge handelt - auf höchstens einem
Drittel der Fassadenlänge in den Grenzabstand hineinragen.
2.5. Es fragt sich daher, ob das Entlüftungsrohr als Vorbaute im Sinn von Art. 29 BR zu
betrachten ist, womit sie den speziellen Grenzabstand von 1,50 m einzuhalten hätte.
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Die Vorinstanz hat dies verneint. Sie hielt fest, Merkmal einer Vorbaute sei, dass sie als
funktionaler Teil des Gebäudes gesehen werden müsse. Sie sei damit ein Bauteil der
Hauptbaute und werde auch als solche wahrgenommen. Eine solche funktionale
Verbindung zur Hauptbaute fehle dem an der Fassade aufgesetzten Entlüftungsrohr,
weil dieses nicht als Teil des Gebäudes, sondern vielmehr als Teil der
Entlüftungsanlage in Erscheinung trete.
Demgegenüber macht die Beschwerdeführerin geltend, dass das Entlüftungsrohr als
Teil der Entlüftungsanlage - des Gebäudes - in Erscheinung trete, ändere nichts daran,
dass es Teil des Gebäudes sei, zumal Entlüftungsanlagen in aller Regel der Entlüftung
von Gebäuden dienten. Die ganze Entlüftungsanlage sei ein Teil des Gebäudes. Dass
das Rohr technischen Zwecken diene, sei belanglos. Dafür, dass technische Anlagen,
welche zu einem Gebäude gehörten, keinen Abstandsvorschriften unterstünden, gebe
es im Kanton St. Gallen keine Handhabe.
2.6. Als Vorbauten im allgemeinen gelten die in den Luftraum hinausragenden
Gebäudeteile (vgl. Heer, a.a.O., Rz. 687). Dieses Merkmal ist beim streitigen Kamin
erfüllt. Entscheidend ist daher, ob dieser als gesonderter Bauteil erkennbar ist oder
nicht. Die Unterscheidung der Vorinstanz ist nicht überzeugend. Als Teil der
Entlüftungsanlage des Gebäudes kommt dem Kamin eine funktionale Verbindung zum
Gebäude zu. Die Rohre sind ausserhalb des Gebäudes angebrachte Teile der
Entlüftungsanlage. Die innerhalb der Baute befindlichen Teile der Entlüftung werden,
von den Ansaugöffnungen abgesehen, von aussen nicht wahrgenommen. Die Nutzung
der Baute als Restaurant mit Bar wäre ohne Entlüftungsanlage gar nicht möglich. Den
aussen sichtbaren Teilen der Entlüftungsanlage kommt damit entgegen der Auffassung
der Vorinstanz eine funktionale Verbindung zum Gebäude zu. Nicht als gesonderte
Bauteile im Sinn von Art. 29 Abs. 1 BR erkennbar sind beispielsweise geringfügig über
die Fassade vorspringende Fenstersimse, aber auch Fensterläden oder Storen, die
aussen an der Fassade befestigt sind, ebenso kleine Beleuchtungskörper, Dachrinnen
und Regenwasserrohre.
Nach den Feststellungen der Vorinstanz im Augenscheinprotokoll weist die Fassade
des Gebäudes Vers.-Nr. 797 zur Grenze des Grundstücks Nr. 227 einen Abstand von
2,33 m auf. Der Heizungskamin habe einen maximalen Abstand zur Fassade von rund
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0,9 m. Das vertikale Entlüftungsrohr weise im Unterschied zum Heizungskamin einen
um rund 7 cm grösseren Fassadenabstand und somit einen Abstand von 1,43 m zur
Grenze des Grundstücks Nr. 227 auf. Ob dieser zentimetergenau festgestellte
Grenzabstand präzise gemessen oder aufgrund des Fassadenabstands, der Tiefe des
Heizungskamins und des zusätzlichen Vorsprungs des Abluftkamins rechnerisch
ermittelt wurde, ist aus dem Augenscheinprotokoll der Vorinstanz und den weiteren
Akten nicht ersichtlich. Namentlich ist nicht nachvollziehbar, wie aufgrund von
offensichtlichen Schätzungen ("rund 0,9 m", "rund 7 cm") ein zentimetergenauer
Abstand festgestellt werden kann. Aufgrund der Fotografien ist ausserdem fraglich, ob
das Abluftrohr lediglich einen Durchmesser von 20 cm aufweist, wie seitens der
Beschwerdegegnerin festgehalten wurde.
Aufgrund der bei den Akten liegenden Fotografien handelt es sich beim Abluftkamin
und dessen horizontaler Zuleitung um eine Einrichtung, die sich von der
Dimensionierung und der Plazierung her deutlich vom Gebäude abhebt. Es handelt sich
nicht um einen Bauteil ähnlich einer vertikalen Regenrinne, welche als Teil der Fassade
erscheint und nicht gesondert in Erscheinung tritt. Insbesondere trägt auch die
auffallend glänzende metallene Oberfläche zur Erscheinung als gesonderter Bauteil bei.
Verstärkt wird diese Erscheinung durch die während des Rekursverfahrens erstellte
horizontale Zuleitung sowie durch den Umstand, dass das Entlüftungsrohr noch weiter
von der Fassade vorspringt als der Heizungskamin. Das Abluftrohr und dessen
horizontale Zuleitung treten selbständig und deutlich in Erscheinung. Sie sind aufgrund
ihrer Dimension und der Lage sowie des Verlaufs nicht als untergeordnete technische
Einrichtungen, sondern als gesondert erkennbare Bauteile einzustufen. Damit sind die
Rohre als Vorbaute im Sinn von Art. 29 BR zu qualifizieren.
2.7. Aufgrund der Akten und der Pläne ist nicht ersichtlich, dass die Abluftleitung nicht
unter Einhaltung eines für Vorbauten geltenden Grenzabstands von 1,5 m erstellt
werden kann. Namentlich ist der Grund nicht klar, weshalb das Rohr noch weiter über
die Fassade vorspringt als der Heizungskamin. Da der Abstand der Fassade zum
Grundstück der Beschwerdeführerin nach den Feststellungen der Vorinstanz 2,33 m
beträgt und das Rohr nach Darstellung der Beschwerdegegnerin 20 cm Durchmesser
aufweist, sollte die Einhaltung eines Abstands von 1,5 m ohne nennenswerte Probleme
zu bewerkstelligen sein. Auch auf den eingereichten Planunterlagen der
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Beschwerdegegnerin ist das Entlüftungsrohr so eingetragen, dass es nicht über den
Heizungskamin vorspringt. Aufgrund der vorliegenden Akten ist somit die Erstellung
eines Lüftungskamins, welcher den Grenzabstand für Vorbauten einhält, ohne
übermässige bauliche Probleme zu bewerkstelligen.
2.8. Da das Abluftrohr noch weiter als der Heizungskamin über die Fassade vorspringt,
würde die Rechtswidrigkeit der Baute verstärkt, wenn der ordentliche Grenzabstand
von 3 m für beide Kamine gelten würde. Da diese aufgrund der konkreten Umstände
aber als Vorbauten zu qualifizieren sind und das Abluftrohr unter Einhaltung des für
Vorbauten geltenden Grenzabstands erstellt werden kann, ist der Hinweis der
Vorinstanz auf Art. 77bis Abs. 2 BauG nicht stichhaltig.
2.9. Zusammenfassend ergibt sich aus den vorstehenden Erwägungen, dass die
Vorinstanz den Rekurs gegen die Bewilligung des Abluftkamins zu Unrecht abgewiesen
hat. Folglich ist die Beschwerde gutzuheissen. Der Rekursentscheid des
Baudepartements vom 15. Februar 2008 ist mit Ausnahme der Abschreibung des
gegenstandslos gewordenen Rechtsbegehrens in Ziff. 1 aufzuheben. Der Entscheid
des Stadtrats R. vom 12. Juni 2007 ist aufzuheben, soweit er die Bewilligung des
Abluftkamins zum Gegenstand hat.
3. Dem Verfahrensausgang entsprechend gehen die amtlichen Kosten des
Beschwerdeverfahrens zulasten der Beschwerdegegnerin (Art. 95 Abs. 1 VRP). Eine
Entscheidgebühr von Fr. 3'000.-- ist angemessen (Ziff. 382 Gerichtskostentarif,
sGS 941.12). Der Beschwerdeführerin ist der geleistete Kostenvorschuss von
Fr. 2'000.-- zurückzuerstatten.
Die amtlichen Kosten des Rekursverfahrens von Fr. 2'500.-- sind der
Beschwerdegegnerin aufzuerlegen (Art. 95 Abs. 1 VRP). Der Beschwerdeführerin ist der
im Rekursverfahren geleistete Kostenvorschuss von Fr. 1'000.-- zurückzuerstatten.
Die Beschwerdegegnerin hat die Beschwerdeführerin ausseramtlich zu entschädigen
(Art. 98bis VRP). Die Beschwerdeführerin hat keine Honorarnote eingereicht, weshalb
die Entschädigung ermessensweise festzusetzen ist (Art. 6 der Honorarordnung für
Rechtsanwälte und Rechtsagenten, sGS 963.75, abgekürzt HonO). Eine Entschädigung
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von Fr. 4'000.-- zuzügl. MWSt für das Rekurs- und das Beschwerdeverfahren erscheint
angemessen (Art. 19 und Art. 22 Abs. 1 lit. a und b HonO).
Demnach hat das Verwaltungsgericht