# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** a7fa4dfd-432a-5855-841d-147e98e5fe81
**Court:** FR_TC
**Chamber:** FR_TC_010
**Year:** 2021
**Language:** de
**Jurisdiction:** FR / Espace_Mittelland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt
A. Die Steuerpflichtigen, wohnhaft im Kanton Freiburg, erwarben im Jahr 2018 im Kanton Jura (C._, Gemeinde D._) ein stark renovationsbedürftiges Bauernhaus, welches sie in den Jahren 2018 und 2019 umfassend sanierten.
Am 17. Juni 2019 reichten die Steuerpflichtigen die Steuerklärung 2018 ein. Sie deklarierten ein Einkommen aus unselbständiger Haupterwerbstätigkeit (Code 1.110) von CHF 141’873.- (Ehemann) bzw. CHF 76'297.- (Ehefrau), ein Einkommen aus unselbständiger  (Code 1.120) von CHF 10'090.- (Ehemann), ein Einkommen aus Privatkapitalien (Code 3.210) von CHF 18'643.- sowie ein Einkommen aus Privatliegenschaften (Code 3.310) von CHF 31'087.-, wovon sie unter anderem unter Code 4.310 Liegenschaftsunterhaltskosten im Betrag von CHF 73'971.- (CHF 23'318.- für die selbstbewohnte Liegenschaft im Kanton Freiburg, CHF 50'653.- für die Liegenschaft im Kanton Jura) zum Abzug brachten.
Am 21. Mai 2020 wurden die Steuerpflichtigen ordentlich veranlagt. Die Kantonale Steuerverwaltung Freiburg (nachfolgend: Steuerverwaltung) übernahm die deklarierten Einkommensbestandteile, akzeptierte aber einen Abzug für Liegenschaftsunterhaltskosten von lediglich CHF 19'326.- (: CHF 22'369.-; Kantonssteuer) resp. CHF 22'369.- (direkte Bundessteuer), was sie wie folgt begründete:
4310 D._
Wertvermehrende Auslagen können nicht in Abzug gebracht werden. Teilabbruch, , Neugestaltung = andere Kosten/Mehrwert.
4310 E._
Wir verweisen auf das besondere Merkblatt für den tatsächlichen Kostenabzug bei . Die Auslagen für die Aussenanlage können nicht in Abzug gebracht werden.
Unter Berücksichtigung der übrigen Steuerfaktoren ergab sich ein steuerbares Einkommen von CHF 183'291.- (Kantonssteuer; geschuldete Steuer: CHF 19'277.40) resp. CHF 184'081.- (direkte Bundessteuer; geschuldete Steuer nach Abzug: CHF 9'729.-) sowie ein steuerbares Vermögen von CHF 7'412'324.- (satzbestimmend: CHF 7'462'701.-; geschuldete Steuer: CHF 24'460.60).
Gleichtags wurde eine interkantonale Steuerausscheidung vorgenommen. Aus dem  für den tatsächlichen Kostenabzug bei Privatliegenschaften lässt sich entnehmen, dass für die Liegenschaft in der Gemeinde D._ (nachfolgend: Liegenschaft) ein Abzug von CHF 3'043.- akzeptiert wurde.
Gegen die ordentliche Steuerveranlagung erhoben die Steuerpflichtigen am 12. Juni 2020 schriftlich Einsprache. Sie monierten im Wesentlichen, dass es sich bei der Liegenschaft um ein Bauernhaus handle, welches im Jahr 1870 erbaut worden sei und sich in der geschützten Kernzone «centre ancien (CA)» von C._ befinde. Bei dieser Zone handle es sich um ein Gebiet, welches im Bundesinventar der schützenswerten Ortsbilder der Schweiz von nationaler Bedeutung (ISOS) enthalten sei und in besonderem Masse die ungeschmälerte Erhaltung verdiene. Die  Renovationsarbeiten hätten also nicht nach freiem Gutdünken der Steuerpflichtigen  werden können, vielmehr habe das Renovationsprojekt an die Anordnungen der involvierten Behörden und an die gesetzlichen Vorschriften anpasst werden müssen, was zu höheren  geführt habe. Namentlich die «commission des paysages et des sites» habe  Auflagen und Anmerkungen angebracht. Die Renovationsarbeiten seien also unter strengen denkmalpflegerischen Auflagen vorgenommen worden, weshalb die entsprechenden Kosten, da sie
Kantonsgericht KG Seite 3 von 12
nicht durch Subventionen gedeckt seien, in Anwendung von Art. 32 Abs. 3 des Bundesgesetzes vom 14. Dezember 1990 über die direkte Bundessteuer (DBG; SR 642.11) und Art. 33 Abs. 3 des Gesetzes vom 6. Juni 2000 über die direkten Kantonssteuern (DStG; SGF 631.1) unabhängig davon zum Abzug zuzulassen seien, ob es sich um wertvermehrende oder werterhaltende  gehandelt habe.
Am 13. November 2020 verlangte die Steuerverwaltung von den Steuerpflichtigen zusätzliche , welche diese mit Eingabe vom 4. Dezember 2020 beibrachten.
Mit Einspracheentscheid vom 2. Februar 2021 wies die Steuerverwaltung die Einsprache ab. Sie erwog, dass sich denkmalpflegerische Restaurationsarbeiten durch das Wiederherstellen eines alten Zustandes von geschützten Gebäuden oder Teilen von Gebäuden definieren würden. Solche Restaurationsarbeiten würden von der Kantonalen Denkmalpflege beaufsichtigt und – bei  der Vorgaben – auch subventioniert. Die von den Steuerpflichtigen vorgenommenen Arbeiten würden aber nicht der Erhaltung und Restaurierung von unbeweglichen Kulturgütern dienen, weshalb im konkreten Fall auch nicht von denkmalpflegerischen Restaurationsarbeiten gesprochen werden könne. Vielmehr seien die vorgenommenen Arbeiten als Herstellungsarbeiten zu , wobei die vom Amt für Kulturgüter gemachten Auflagen und Bedingungen bezüglich der  und Dachflächen Bestandteil der Baubewilligung seien, damit die renovierte Liegenschaft dem schützenswerten Ortsbild entspreche.
B. Gegen diesen Einspracheentscheid erhoben die Steuerpflichtigen, vertreten durch  Bruno Rieder, am 4. März 2021 Beschwerde an das Kantonsgericht Freiburg. Sie stellen den Antrag, es sei der angefochtene Einspracheentscheid aufzuheben und das steuerbare Einkommen neu festzusetzen. Auch in ihrer Beschwerde stellen sich die Beschwerdeführer auf den Standpunkt, dass sich die Liegenschaft in der Kernzone «centre ancien (CA)» befinde, welche im ISOS erfasst sei. Entsprechend seien sie gehalten gewesen, bei den Renovationsarbeiten das schützenswerte Ortsbild zu wahren und die zwingenden gesetzlichen Vorschriften einzuhalten. Auch seien sie durch die bestehenden Vorgaben und Regulierungen denkmalpflegerischer Art in der Gestaltung der Renovation beschränkt gewesen, was zu höheren Kosten geführt habe. Namentlich sei es ihnen, um das schützenswerte Ortsbild zu erhalten, nicht möglich gewesen, einen Teil des Gebäudes einfach abzureissen und einen Neubau nach ihren eigenen Vorstellungen zu erstellen. Da das Gebäude in einem sehr schlechten Zustand gewesen sei, sei es aber ohne unverhältnismässigen Aufwand und ohne Gefährdung der Arbeiter gar nicht anders möglich gewesen, als einzelne  abzureissen, um diese anschliessend im selben Umfang und mit denselben Massen . Nur so habe das schützenswerte Ortsbild gewahrt werden können. Die Kosten, die in Zusammenhang mit diesem Bauprojekt entstanden seien, seien daher vollumfänglich vom  abziehbar, unabhängig davon, ob sie als wertvermehrend oder werterhaltend zu qualifizieren seien. Dies gelte auch für das Architektenhonorar. Für den Fall, dass das Gericht zu einem  Schluss komme, habe der für das Projekt zuständige Architekt (F._ vom G._) eine Kostenausscheidung vorgenommen, wonach ein Anteil von CHF 40'817.55 (inkl. einem Anteil Energiesparen von CHF 1'023.20) auf den Unterhalt der Liegenschaft entfalle. Das (satzbestimmende) steuerbare Einkommen sei also mindestens in diesem Umfang zu reduzieren.
Der mit Verfügung vom 11. März 2021 auf CHF 1'600.- angesetzte Kostenvorschuss wurde am 19. März 2021 geleistet.
In ihren Bemerkungen vom 26. Mai 2021 schliesst die Vorinstanz auf eine Abweisung der . Sie verweist darauf, dass die Liegenschaft zwar im ISOS (Erhaltungsziel B) erfasst sei, nicht
Kantonsgericht KG Seite 4 von 12
jedoch im Verzeichnis der schützenswerten Objekte. Folglich seien weder die Liegenschaft noch Teile davon geschützt, womit die geltend gemachten Kosten nicht als denkmalpflegerische Kosten im Sinne von Art. 32 Abs. 3 DBG und Art. 33 Abs. 3 DStG zum Abzug zugelassen seien. Was das Eventualbegehren (Kostenausscheidung) anbelange, so handle es sich dabei um ein neues , welches nicht Gegenstand der Einsprache gewesen sei. Es stelle sich deshalb die Frage, ob dieses neue Rechtsbegehren überhaupt zulässig sei. Auch lasse sich aus den eingereichten  und Unterlagen entnehmen, dass der ehemalige Ökonomieteil inkl. Brandmauer zum  sowie das Dach komplett abgebrochen worden seien. Auch sei die alte Decke abgebrochen und anschliessend neu erstellt worden. Im bestehenden Wohnteil wiederum seien Wände abgebrochen sowie neue Wände erstellt worden. Zudem seien Bereiche umgenutzt resp. neu eingebaut worden. Die Auflagen und Anmerkungen der «commission des paysages et des sites» an das  der Fassaden und Dachflächen würden sich auf den Neubau beziehen und nicht auf  an einem bestehenden Gebäude. Da die Renovation umfangmässig einem Neubau , könnten die Kosten nicht als Unterhaltskosten vom Einkommen abgezogen werden.
Am 5. Juli 2021 reichten die Beschwerdeführer Gegenbemerkungen ins Recht. Darin stellen sie sich auf den Standpunkt, dass die im vorliegenden Verfahren anwendbaren verfahrensrechtlichen Vorschriften neue Tatsachenbehauptungen und neue Beweismittel uneingeschränkt zuliessen, da die Beschwerdeinstanz sämtliche Rechts- und auch Tatfragen frei beurteilen könne. Im Übrigen wurde an den gestellten Rechtsbegehren und deren Begründung festgehalten.
Die Gegenbemerkungen wurden am 6. Juli 2021 der Vorinstanz zur Kenntnisnahme zugestellt. Diese verzichtete darauf, Schlussbemerkungen ins Recht zu legen.

## Considerations

C. Die weiteren Elemente des Sachverhalts werden, soweit für die Urteilsfindung notwendig, in den nachstehenden Erwägungen dargelegt und gewürdigt.
Erwägungen
Prozessuales
1.