# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 370e3d19-7d4a-4817-92c3-122625536f6c
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2021
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1968, arbeitete bei der
Y._
AG als Sanitär
mon
teur, als er
sich
am 8. Oktober 2018
beim Stolpern
an einem provisorischen Holzgeländer festhielt und sich dabei ein Holzsplitter in seine Hand bohrte.
Nach
dem sich
die Hand
entzündet hatte
(vgl. Urk. 7/1),
begab
sich der Versicherte am 25. November 2018 in medizinische Behandlung (vgl. Urk. 7/4 S. 1).
Am 29. Januar 2019
verneinte
die Suva
ihre Leistungspflicht (Urk. 7/25), woran sie
mit Verfügung vom 21. Februar 2019 fest
hielt
(Urk. 7/
36).
Die dagegen ge
richtete Einsprache des Versicherten vom 13. März 2018 (
richtig: 2019,
Urk. 7/39) wies die Suva mit
Einspracheentscheid
vom 8. April 2019 ab (Urk. 7/42 = Urk. 2).
2.
Gegen den
Einspracheentscheid
vom 8. April 2019
(Urk. 2)
erhob der Versicherte am 22. Mai 201
9
bei der Suva Beschwerde und beantragte sinngemäss die Aus
richtung der gesetzlichen Leistungen (Urk. 1). Die Suva überwies die
Beschwerde
am 29. Mai 2019
zuständigkeitshalber
an das Sozialversicherungsgericht (Urk.
3) und schloss mit Beschwerdeantwort vom 4. Juli 2019 auf Abweisung der Be
schwerde (Urk. 6). Mit Replik vom 7. August 2019 beantragte der Beschwerde
führer die Einholung weiterer Arztberichte (Urk. 10). Die Beschwerdegegnerin reichte innert angesetzter Frist
(
Urk.
11)
keine Duplik ein.
Das Gericht holte in der Folge einen Bericht von
Dr.
med.
Z._
vom
12. August 2020
(Urk. 25)
sowie
von
Dr.
med.
A._
vom
14. Septem
ber 2020 (Urk. 29)
ein
(vgl. Urk. 13 und Urk. 26)
und der Beschwerdeführer reichte weitere medizinische Berichte
nach
(Urk. 21/1-12). Zu diesen Berichten nahmen der Beschwerdeführer am 28. Oktober 2020 (Urk. 34) und die Beschwer
de
gegnerin am 2. November 2020
(Urk. 36)
Stellung. Die Stellungnahmen wurden den Parteien am 3. November 2020 gegenseitig zur Kenntnis gebracht (Urk. 37).
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Gemäss Art. 6
Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (
UVG
)
werden – soweit das Gesetz nichts
anderes
bestimmt – die Versicherungs
leis
tungen bei Berufsunfällen, Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten gewährt.
1.2
Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss UVG setzt voraus, dass zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Inva
lidi
tät, Tod) ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht. Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne deren Vorhanden
sein der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der gleichen Weise beziehungsweise nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann. Entsprechend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des natürlichen Kausal
zusammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleinige oder un
mittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schädi
gende Ereignis zusammen mit anderen Bedingungen die körperliche oder geis
tige Integrität der versicherten Person beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht weg
gedacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene ge
sundheitliche Störung entfiele (BGE 129 V 177 E. 3.1, 402 E. 4.3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, worüber die Verwaltung beziehungsweise im Beschwerdefall das Gericht im Rahmen der ihm obliegenden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt für die Begründung eines Leistungs
an
spruches nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
1.3
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schluss
folgerungen der Experten begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a mit Hinweis).
Nach der Rechtsprechung kommt auch den Berichten und Gutachten versiche
rungs
interner Ärztinnen und Ärzte Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig erschei
nen, nachvollziehbar begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen (BGE 125 V 351 E. 3b/
ee
). Das An
stellungsverhältnis einer versicherungsinternen Fachperson zum Versiche
rungs
träger alleine lässt nicht schon auf mangelnde Objektivität und Befangen
heit schliessen (BGE 137 V 210 E. 1.4, 135 V 465 E. 4.4). Soll ein Versiche
rungsfall jedoch ohne Einholung eines externen Gutachtens entschieden werden, so sind an die Beweiswürdigung strenge Anforderungen zu stellen. Bestehen auch nur
geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der versicherungs
in
ternen ärztlichen Feststellungen, so sind ergänzende Abklärungen vorzunehmen (BGE 142 V 58 E. 5.1, 139 V 225 E. 5.2, 135 V 465 E. 4.4 und E. 4.7).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin verneinte ihre Leistungspflicht mit der Begründung (Urk. 2), die geltend gemachten Beschwerden an der rechten Hand seien nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit auf das Ereignis vom 8. Oktober 2018 zurück
zuführen. Die Latenzzeit zwischen dem Ereignis und den aufgetretenen Beschwer
den sei zu lang und der Beschwerdeführer sei überwiegend wahrscheinlich immun
supprimiert (S. 5 f. Ziff. 3a).
2.2
Dagegen wandte der Beschwerdeführer ein, das Leiden sei nach einem Monat akut geworden, genau
an
der Stelle, wo der Splitter ge
sessen habe
, und habe sich ver
breitert. Von den Ärzten werde ein unterschwelliger Infekt vermutet (Urk. 1).
2.3
Streitig und zu prüfen ist, ob zwischen dem Ereignis vom 8. Oktober 2018 und den später aufgetretenen Beschwerden an der rechten Hand ein natürlicher Kau
salzusammenhang besteht.
3.
3.1
Laut Auszug aus der
von der
Praxis
B._
geführten
Krankengeschichte
(Urk. 7/19/2-9)
wurde der Beschwerdeführer e
r
stmals am 25. November 2018
und danach von verschiedenen Ärzten
behandelt
(Urk. 7/19). Der
erst
behandelnde Arzt
berichtete über eine Schwellung, eine Rötung und eine
Druckdolenz
an der rechten Hand
ulnar
, wobei sich die Rötung bis
zum
ulnaren
Handgelenk erstreck
e, und
diagnostizierte eine Handschwellung rechts,
differentialdiagnostisch
(DD)
: Fremdkörper, Verletzung, Infekt mit/bei negativen Entzündungsparametern (S. 8 Mitte).
Das MRI der Hand rechts vom 26. November 2018
(vgl. Urk. 7/37/2 = Urk. 7/38)
zeig
e
einen Weichteilinfekt ohne Nachweis eines Fremdköpers im Bereich des Handrückens und des
Metacarpophalangealgelenkes
(Fingergrund
gelenk, MCP)
III
. Es sei ein
Antibiotikum
intravenös verabreicht und ein orales verschrieben worden
(
S. 7 Mitte
)
. Am 28. November 2018
sei
die Schwellung und Rötung
regredient
gewesen
, am Handrücken
habe sich
ein Ödem
gezeigt und es habe e
twas
Druckdolenz
am
ulnare
n
Handgelenk
besta
nden
(S. 7 oben).
Am 29. November 2018 wurde berichtet, es bestehe keine Rötung am
Mittelhand
knochen (
OS MT
)
V rechts (S. 6 Mitte).
Am 30. November 2018 klagte der Be
schwerdeführer über Schmerzen im Bereich
der Fingergrundgelenke
IV und V bei
Faustschluss, der aktuell allerdings viel besser möglich sei, nachdem die Schwel
lung deutlich
regredient
sei (S. 5 unten).
Am 2. Dezember 2018 hatte sich nach einer Woche Antibiotika intravenös
keine wesentliche Besserung eingestellt, es
bestünden
eine Rö
tung
und Schmerzen im Bereich des
Metatarsale
V
sowie der
Grundgelenk
e
V und IV. Diagnostiziert wurde
ein
Erysipel
,
differentialdiagnos
tisch: Arthritis (
Gicht;
S. 5 Mitte).
Am 3. Dezember 2018 wurde festgestellt, dass
sonographisch
kein Fremdkörper in situ
nachgewiesen worden sei
, indessen
sei
ein leicht vermehrter Flüssigkeitssaum entlang der Strecksehne
des Kleinfingers
ersichtlich (S. 4 unten).
Anlässlich der Konsultation vom 7. Dezember 2018 wurde ein Verdacht auf chronische
Tendovaginits
und ein Status nach Fremdköper Finger mit Erysipel ohne ansprechen auf Antibiotikum, DD: verbliebener Fremd
körper, Resistenz
, geäussert
(S. 4 Mitte). Am 11. Dezember 2018 war das Befinden unverändert (S. 3 unten).
Am 14. Dezember 2018 zeigte sich neu eine Papel an
der lateralen
prox
imalen
Phala
n
x,
eine
Schwellung
der
MCP-Gelenk
e
IV und V
,
und am 27. Dezember 2018 war die Schwellung wieder deutlich
regredient
(S. 2 oben).
3.2
Dr.
med.
C._
, Facharzt für Orthopädie und Traumatologie des Be
wegungsapparates, S
uva
-Kreisarzt, erachtete
das Unfallereignis
im Bericht vom 20. Januar 2019 (Urk. 7/21 S. 2) als nicht geeignet, fünf Wochen später die geklagten Beschwerden herbeizuführen. Die Latenzzeit (Ereignis bis Beschwerden) sei zu lang, der Beschwerdeführer sei überwiegend wahrscheinlich immunsuppri
miert (HIV und Hepatitis C).
3.3
Dr.
med.
D._
,
Praxis
B._
,
berichtete am 10. Februar
2019 (Urk. 7/29)
,
es sei am 8. Oktober 2018 zu einer Weichteilverletzung an der rechten Hand, hervorgerufen durch ein Stück Holz, gekommen, danach sei durch den Beschwerdeführer ein Holzstück entfernt worden. Es sei ein Fremdkörpergefühl verblieb
en an der rechten Hand. A
m 25. November
2019 (richtig: 2018; vgl. E. 3.1) habe sich der Beschwerdeführer wegen progredienter Rötung
und Schwel
lung der rechten Hand
erstmals vorgestellt
. Es sei eine Entzündung festgestellt worden im Rahmen des verbliebenen Fremdköpers und umgehend eine Antibiose initiiert worden. Darunter sei es zu einer primären Besserung gekommen.
3.4
In der ärztlichen Beurteilung vom 20. Februar 2019 (Urk. 7/33) kam
Dr.
C._
zum Schluss,
dass
aufgrund des Verlaufs ausgeschlossen werden
könne
, dass sich der Beschwerdeführer bei der Verletzung am 8. Oktober 2018 eine Weichteilin
fektion der Hand zugezogen habe, da es zu keiner dokumentierten Besserung durch eine antibiotische Therapie gekommen sei, dies trotz Wechsels des Wirk
spektrums des Antibiotikums (S. 2 unten).
3.5
Dr.
med.
E._
, Oberarzt Handchirurgie, und
Dr.
med. univ.
F._
, Stellvertretende Oberärztin Handchirurgie,
Klinik
G._
, be
richteten am 15. Mai 2019 (Urk. 7/45), die Ätiologie der Beschwerden, welche angesichts des heutigen klinischen Befundes gut nachvollziehbar seien, bleibe unklar. Es seien anamnestisch bereits diverseste Abklärungen erfolgt, gemäss dem Beschwerdeführer schienen vor allem Abklärungen hinsichtlich einer Erkrankung des rheumat
o
iden Formenkreises und hinsichtlich
Immundefizienz
im Rahmen
der Hepatitis C sowie der HIV-Infektion erfolgt zu sein. Es scheine eine weiter
führende Abklärung hinsichtlich
eines
möglicherweise vorliegende
n
Infektge
sche
hen
s
, möglicherweise auf dem Boden einer Art Low grade-Infekt, dringend indiziert
(S. 2)
.
3.6
Ab 23. Mai 2019 wurde der Beschwerdeführer im Universitätsspital
H._
, Klinik für Plastische Chirurgie und Handchirurgie, behandelt (vgl. Urk. 21/1-12).
Am 12. August 2020
(Urk. 25)
berichtete
Dr.
med.
Z._
, Oberarzt, es seien drei Operationen durchgeführt worden (S. 1
lit
. a):
-
Operation vom 3. August 2019:
-
Inzision und
Débridement
Abszess sowie diagnostische
Arthrotomie
und Spülung PIP-Gelenk
Dig
IV Hand rechts
-
Operation vom 3. September 2019:
-
Revision
Dig
IV Hand rechts mit
Synoviektomie
Strecksehnen Zone II-V, Entlastung Empyem PIP,
Synoviektomie
Beugesehnen Zone II
-
Operation vom
6
. September 2019:
-
2nd Look
Dig
IV rechte Hand (
palmar
und dorsal) mit diversen MIBI Proben
-
Nachdébridement
und ausgiebige Spülung
Er stellte folgende Diagnosen (S. 1
lit
. b):
-
rezidivierender Abszess PIP
Dig
IV rechts mit Phlegmone bei Immun
sup
pression
-
arterielle Hypertonie
-
HIV-Infektion anamnestisch, keine Viruslast nachweisbar
-
Hepatitis C-Infektion unter Therapie
-
Verdacht auf
Sarcoidose
-
restriktive Ventilationsstörung
Die Behandlung habe nicht zu eine
r Lösung des Problems geführt. B
ei der im Februar 2020 durchgeführten Untersuchung sei der Finger noch geschwollen gewesen, und es sei eine IV-Strahl-Resektion vorgeschlagen worden (S. 2
lit
. c). Die Frage, ob die Beschwerden an der rechten Hand überwiegend wahrscheinlich auf das Ereignis vom 8. Oktober 2018 zurückzuführen seien oder ob es andere
Gründe gebe, die die Beschwerden hervorgerufen haben könnten, konnte
Dr.
Z._
nicht beantworten (S. 2
lit
. f).
3.7
Dr.
med.
A._
, Facharzt für Chirurgie, berichtete am 14. September 2020 (Urk. 29), am 18. Mai 2020 sei der rechte Ringfinger amputiert worden (S. 1
lit
. a; vgl. auch Urk. 30/1)
,
und diagnostizierte einen chronisch persistierenden Infekt im PIP-IV-Gelenk der rechten Hand bei Zustand nach Holzsplitter
ver
let
zung, multiplen Voroperationen und konsekutiver Kontraktur mit Spannungs
d
e
formität (S. 1
lit
. c). Die Beschwerden der rechten Hand seien nach seiner fach
ärztlichen Einschätzung und auch in Anlehnung an die Verlaufsberichte des
H._
(vgl. Urk. 21/1-12) als kausal zum Unfallereignis vom 8. Oktober 2018 zu sehen. Ursächlich sei diesbezüglich keine direkte Verletzung des betroffenen Fingers, jedoch eine fortgeleitete Infektion (DD CRPS) mit
lokoregionärer
Stoffwechsel
störung und konsekutiver chronischer Inflammation, wie dies auch dem patholo
gischen Bericht (vgl. Urk. 30/3) zu entnehmen sei. Die
granulomatöse
und absze
dierende Entzündung, wie in dem pathologischen Abschlussbericht beschreiben, sei so keiner degenerativen Erkrankung, einem rheumatoiden Geschehen oder einem anderen nicht unfall-/verletzungsbezogenen Ereignis zuzuordnen (S. 2
lit
. g). Um allfällige atypische Erkrankungsmuster auszuschliessen, sei auch die Untersuchung auf Mykobakterien (Tuberkulosebakterien) erfolgt, welche eben
falls negativ ausgefallen sei
(vgl. Urk. 30/3)
, so dass letztlich die unfallbedingte Kausalität gestützt werde (S. 2
lit
.
h).
4.
4.1
Die Beschwerdegegnerin stützte sich in ihrer Beurteilung auf die Arztberichte von
Dr.
C._
, wonach das Ereignis vom 8. Oktober 2018 in Anbetracht der langen Latenzzeit zwischen dem geltend gemachten Unfallereignis und dem Auftreten der Beschwerden nicht geeignet erscheine, die geklagten Beschwerden hervor
zurufen (E. 3.2). Da es durch die antibiotische Therapie zu keiner Besserung gekommen sei, könne ausgeschlossen werden, dass sich der Beschwerdeführer am 8. Oktober 2018 eine Weichteilinfektion der Hand zugezogen habe (E. 3.4).
4.2
Aufgrund der Anamnese in den medizinischen Akten kann davon ausgegangen werden, dass sich dem Beschwerdeführer am 8. Oktober 2018 ein Holz
splitter
in die Innenseite des ersten Fingerglieds
des
rechten
Kleinfingers
ein
steckte
, den er sofort entfernen konnte (Urk. 7/19 S. 8 oben).
Der Beschwerdeführer
konnte
wei
terhin seiner Arbeit nach
gehen
(vgl. Urk. 7/1 Ziff. 10 und Urk. 7/2 S. 9 ff.)
und unterzog sich erst am
25. November 2018, mithin rund sieben
Wochen nach dem Ereignis
,
erstmals einer ärztlichen Behandlung
in der
Praxis
B._
(
E. 3.1
). Dem
behandelnden Arzt berichtete er, dass
er seit ungefähr
zwei
Wochen an einer zunehmenden Schwellung, einer Rötung und Schmerzen leide. Es habe sich anfänglich nur um eine leichte Entzündung gehandelt, die zurück
gegangen sei
und sich dann erneut
gebildet habe
.
4.
3
Aus den medizinischen Akten ist nicht ersichtlich, dass sich die Einstichwunde direkt im Anschluss an die Verletzung durch den Holzspiess entzündet hätte oder sich anderweitige Komplikationen bei der Heilung eingestellt hätten. Im Gegenteil kann der Anamnese im Ber
icht von
Dr.
E._
und
Dr.
F._
(E. 3.5) entnommen werden, dass die kleine Einstichwunde problemlos abgeheilt
ist
.
An
lässlich der ersten Vorstellung in der
Praxis
B._
(E. 3.1)
wurde
zwar
über
eine Schwellung, Rötung und
Druckdolenz
an der
rechten Hand
ulnar
be
richtet, wobei sich i
m MRI
indessen
ein Ödem vor allem im Bereich des Hand
rückens und etwas Erguss im
Fingergrundgelenk
des Mittelfingers
und somit
mit
hin weder im Bereich des Einstichs des Holzsp
litters
noch im Bereich des (s
päter
amputierten
) Ringfingers
zeigte
.
Insoweit sich
Dr.
C._
auf den Standpunkt stellte, durch die intravenöse Antibiotika-Therapie sei es zu keiner wesentlichen Besserung gekommen, wes
halb ex
juvantibus
eine bakterielle Entzündung ausgeschlossen werden könne
(E. 3.4)
,
kann dies durch den Bericht von
Dr.
D._
(E. 3.3) nicht widerlegt werden.
Seiner Aussage,
unter Antibiose sei es zu einer primären Besserung ge
kommen, ist entgegenzuhalten, dass der von den
B._
-Ärzten verfassten Kran
kengeschichte (E. 3.1) lediglich entnommen werden kann, dass die Schwellung und Rötung einen Tag nach Beginn der antibiotischen Therapie etwas zurückging, insgesamt aber nach einer Woche Antibiotika intravenös festgestellt wurde, dass sich keine wesentliche Besserung eingestellt hatte und eine Rötung und Schmer
zen im Bereich des kleinen Fingers und
der Grundgelenke
des kleinen
und des Ringfingers bestanden.
Die von
Dr.
E._
und
Dr.
F._
(E. 3.5)
angeregten weiterführenden Abklärungen hinsichtlich
eines möglichen
Infektgeschehens
auf dem Boden eine
r
Art Low grade-Infekt
s
wurden
erst am amputierten Ringfinger
vorgenommen
. Allerdings konnte
n
in der von
Dr.
A._
(E. 3.7) in Auftrag gegebene
n
Histologie keine Erreger nachgewiesen werden, insbesondere keine Bakterien, keine Pilze und keine säurefesten
Stäbchen. Auch konnten keine Mykobak
terien, weder Tuberkulose (Tbc) noch atypische Formen
,
nachgewiesen werden (vgl. Urk. 30/3). S
elbst
wenn
aber
ein solcher Infekt hätte nachgewiesen werden können, wäre damit nicht erstellt, dass er Folge des geltend gemachten Ereig
nisses
gewesen wäre
.
4.4
Der behandelnde
Dr.
A._
(E. 3.7)
führte die Beschwerden an der rechten Hand überwiegend wahrscheinlich auf das Ereignis vom 8. Oktober 2018 zurück mit der Begründung, ursächlich sei keine direkte Verletzung des betroffenen Fingers, sondern eine fortgeleitete Infektion mit
lokoregionärer
Stoffwechsel
störung u
nd konsekutiver chronischer Inf
lammation. In seinem Bericht nahm er indessen weder Bezug darauf, dass die ursprüngliche Verletzung am kleinen Finger lag
,
noch
dass
sich die Entzündung erst fünf Wochen nach dem Ereignis und
nachdem die Einstichwunde problemlos abgeheilt war, manifestiert hatte
, weshalb
seine Einschätzung
nicht nachvollziehbar ist
. Dass es sich bei der frag
lichen Infektion um eine fortgeleitete handelt
e
und die Entzündung keiner dege
nerativen Erkrankung, keinem rheumatoiden Geschehen oder einem anderen verletzungsbezogenen Ereignis zugeordnet werden konnte
, mag zutreffen. Damit ist aber noch nicht
überwiegend wahrscheinlich erstellt
, dass sie ihren Ursprung in der kleinen,
durch den Holzsplitter verursachten und
sofort abgeheilten Ein
stichwunde hatte.
Inwiefern
, wie von
Dr.
A._
behauptet,
die Verlaufs
berichte aus dem
H._
(Urk. 21/1-12)
einen Kausalzusammenhang zwischen den Beschwerden und der Infektion untermauern sollten, ist nicht ersichtlich, konnte doch gerade
Dr.
Z._
(E. 3.6) die Frage nach dem Kausalzusammenhang nicht beantworten.
4.5
Zusammenfassend kann auch
im Lichte der vom Gericht eingeholten ergänzen
den Stellungnahmen der behandelnden Ärzte auf die Einschätzung des S
uva
-Arztes
Dr.
C._
abgestellt werden
,
und
es
ist mit ihm davon auszugehen, dass der Weichteilinfekt am rechten Ringfinger nicht
überwiegend wahrscheinlich
auf das Unfallereignis (Holzsplitter
in der rechten Hand im Bereich des kleinen Fingers) zurückzuführen ist.
Der angefochtene Entscheid ist rechtens.
Folglich ist die Beschwerde abzuweisen.