# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** c28d9728-7628-4ec4-81f4-cb011cac7a78
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2019
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1960, war von Januar 2001 bis November 2012 bei der
Y._
AG als Lagermitarbeiter tätig, wobei der letzte Arbeitstag am 1
5.
November 2012 war (
Urk.
5/22
/1 Ziff. 2
). Unter Hinweis auf eine Gehirn
erschütterung, Rauschen, Tinnitus und Schwindel meldete sich der Versicherte
am 1
2.
März 2013 bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an (
Urk.
5/9 = 5/14). Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, klärte die medizinische und erwerbliche Situation ab, zog Akten des Unfallversicherers bei
(
Urk.
5/10/1-82,
Urk.
5/19/1-250,
Urk.
5/25/1
-
307) und holte ein polydiszipli
näres
Gutachten ein, das am 1
6.
März 2015 erstattet wurde (
Urk.
5/52).
Nach durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(
Urk.
5/57-58,
Urk.
5/62
,
Urk.
5/73
,
Urk.
5/76) verneinte die IV-Stelle mit Verfügung vom 2
4.
Mai 2016 einen Ren
ten
anspruch (
Urk.
5/79
).
Die vom Versicherten am 2
7.
Juni 2016
(Urk. 5/82/3-11)
da
gegen erhobene Beschwerde hiess das hiesige Gericht mit Urteil vom 1
5.
Dezem
ber
2016 in dem Sinne gut, dass es die angefochtene Verfügung vom 2
4.
Mai 2016 aufhob und die Sache an die IV-Stelle zurückwies, damit diese eine ergän
zende psychiatrische Abklärung vornehme und über den allfälligen Leistungs
an
spruch neu verfüge
(
Urk.
5/84; Prozess IV.2016.00751)
.
In Nachachtung dieses Urteils
gab die IV-Stelle beim Begut
ach
tungsinstitut
Z._
ein polydisziplinäres Gutachten in Auftrag, welches am 1
7.
Juli 2017 erstattet wurde (
Urk.
5/110). Nach durchgeführtem
Vorbescheid
ver
fahren
(
Urk.
5/114,
Urk.
5/
117
) verneinte
d
ie IV-Stelle mit Verfügung vom
1
6.
November 2017
einen Rentenanspruch (
Urk.
5/119
=
Urk.
2)
.
2.
Der Versicherte erhob am
1
8.
Dezember 2017
Beschwerde
gegen die Verfügung vom 1
6.
November 2017 (
Urk.
2) und beantragte, diese sei aufzuheben und es sei die IV-Stelle zu verpflichten,
ihm
sämtliche Leistungen nach
dem
Invalidenver
siche
rungsgerstz
, insbesondere eine Rente
,
zuzusprechen. Eventuell sei die Sache zur weiteren Abklärung und Neubeurteilung an die IV-Stelle zurückzuweisen (
Urk.
1 S.
2).
Die IV-Stelle beantragte mit Beschwerdeantwort vom
1.
Februar 2018 (
Urk.
4) die Abweisung der Beschwerde. Dies wurde dem Beschwerdeführer am 2
7.
Februar 2018 zur Kenntnis gebracht (
Urk.
6).
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des
Bundesgesetz
es
über den Allge
meinen Teil des Sozialversicherungsrechts
,
ATSG)
.
Sie kann Folge von Geburts
gebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des
Bundesgesetz
es
über die Invalidenversicherung,
IVG)
.
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgegli
che
nen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beein
träch
tigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss Art. 28 Abs. 1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betä
tigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen
wieder herstellen
, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (Art. 8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (Art. 28 Abs. 2 IVG).
1.3
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie körperliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 8 ATSG bewirken. Rechtsprechungsgemäss ist bei psy
chi
schen Beeinträchtigungen zu prüfen, ob ein psychischer Gesundheitsschaden mit Krankheitswert besteht, welcher die versicherte Person auch bei Aufbietung allen guten Willens daran hindert, ein rentenausschliessendes Erwerbseinkommen zu
erzielen (vgl.
BGE 139 V 547
E. 5,
131 V 49
E. 1.2,
130 V 352
E. 2.2.1; vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_125/2015 vom 1
8.
November 2015 E. 5.4).
Die Annahme eines psychischen Gesundheitsschadens im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG sowie Art. 3 Abs. 1 und Art. 6 ATSG setzt eine psychiatrische, lege
artis
auf
die Vorgaben eines anerkannten Klassifikationssystems abgestützte Diagnose vor
aus (vgl. BGE 143 V 409 E. 4.5.2, 141 V 281 E. 2.1, 130 V 396 E. 5.3 und E. 6). Eine fachärztlich einwandfrei festgestellte psychische Krankheit ist jedoch nicht ohne weiteres gleichbedeutend mit dem Vorliegen einer Invalidität. In jedem Einzelfall muss eine Beeinträchtigung der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit unab
hängig von der Diagnose und grundsätzlich unbesehen der Ätiologie ausgewiesen und in ihrem Ausmass bestimmt sein. Entscheidend ist die nach einem weit
gehend objektivierten Massstab zu beurteilende Frage, ob es der versicherten Person zumutbar ist, eine Arbeitsleistung zu erbringen (BGE 143 V 409 E. 4.2.1, 141 V 281 E. 3.7, 139 V 547 E. 5.2, 127 V 294 E. 4c, je mit Hinweisen; vgl.
Art.
7
Abs.
2 ATSG).
1.
4
Die für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit bei psychischen Erkrankungen im Regelfall beachtlichen Standardindikatoren (BGE 143 V 418, 143 V 409, 141 V
281) hat das Bundesgericht wie folgt systematisiert (BGE 141 V 281 E. 4.3.1):
-
Kategorie «funktioneller Schweregrad» (E. 4.3)
-
Komplex «Gesundheitsschädigung» (E. 4.3.1)
-
Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde (E. 4.3.1.1)
-
Behandlungs- und Eingliederungserfolg oder -resistenz (E. 4.3.1.2)
-
Komorbiditäten (E. 4.3.1.3)
-
Komplex «Persönlichkeit» (Persönlichkeitsdiagnostik, persönliche Res
sourcen, E. 4.3.2)
-
Komplex «Sozialer Kontext» (E. 4.3.3)
-
Kategorie «Konsistenz» (Gesichtspunkte des Verhaltens, E. 4.4)
-
gleichmässige Einschränkung des
Aktivitätenniveaus
in allen vergleich
baren Lebensbereichen (E. 4.4.1)
-
behandlungs- und eingliederungsanamnestisch ausgewiesener Leidens
druck (E. 4.4.2)
Beweisrechtlich entscheidend ist der verhaltensbezogene Aspekt der Konsistenz (BGE 141 V 281 E. 4.4; vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_604/2017 vom 1
5.
März 2018 E. 7.4).
1.
5
Versicherungsträger und Sozialversicherungsgerichte haben die Beweise frei, das heisst ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtge
mäss zu würdigen. Für das Beschwerdeverfahren bedeutet dies, dass das Sozial
versicherungsgericht alle Beweismittel, unabhängig davon, von wem sie stammen,
objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruches gestatten. Insbe
son
dere darf es bei einander widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt.
Hinsichtlich
des Beweiswertes eines Arztberichtes ist also entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen Situa
tion einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Ausschlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft eines Beweis
mittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stel
lungnahme als Bericht oder Gutachten (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin ging in der angefochtenen Verfügung (
Urk.
2) davon aus, dass
gemäss neue
m
Gutachten nicht vom Bestehen einer Somatisie
rungs
störung, sondern von einer Schmerzverarbeitungsstörung auszugehen sei (
Urk.
1 S. 1). Da keine Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit gestellt werde, erübrige sich die
Indikatorenprüfung
.
Eine angepasste Tätigkeit sei aus medizi
nischer Sicht zu 90
%
möglich. Unter Berücksichtigung eines invaliditäts
be
dingten Abzuges von 10
%
resultiere ein Invaliditätsgrad von 18
%
, womit kein Rentenanspruch bestehe (
Urk.
2 S. 2).
In der Beschwerdeantwort vom
1.
Februar 2018 führte die Beschwerdegegnerin ergänzend aus (
Urk.
4), sie
halte daran fest
, dass kein rentenbegründender Ge
sund
heitsschaden ausgewiesen sei. Entgegen den Ausführungen des Beschwerde
führers könne sehr wohl auf das
Z._
-Gutachten abgestellt werden (S. 1).
Es be
r
uhe auf allseitigen Untersuchungen, berücksichtige die geklagten Beschwerden und sei in Kenntnis der
Vorakten
ergangen. Die Gutachter hätten ihre Beurteilung der medizinischen Situation plausibel und nachvollziehbar erläutert. Des Weiteren hätten
sie sich zu den gestellten Fragestellungen, explizit auch zur Diagnose
stellung der Somatisierungsstörung
,
geäussert. Da die Gutachter jedoch zum Schluss gelangt sei
en
, es liege keine psychische Beeinträchtigung mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit vor, erübrige sich
folgedesse
n
auch eine Prüfung der Standard
indikatoren (S. 2 oben).
2.2
Demgegenüber stellte sich der Beschwerdeführer
zusammenfassend
auf den Standpunkt (
Urk.
1),
die
Z._
-Gutachter und
die Beschwerdegegnerin würden sich
ohne befriedigende Begründung über die an sich verbindlich festgestellte Diag
nose gemäss Urteil des Sozialversicherungsgerichts (somatoforme Schmerzstö
rung und schwere Depression)
vom 1
5.
Dezember 2016
hinweg
setzen
und nicht von einer
Somatisierung
s
-
,
sondern von einer Schmerzverarbeitungsstörung aus
gehen
.
Er
sei lediglich - aber immerhin - aus somatischen Gründen zu 10
%
in der Leistungsfähigkeit eingeschränkt.
Er sei
aber gemäss den sonstigen Ausfüh
rungen im
Z._
-Gutachten schon allein aus somatischer Sicht derart in der Arbeitsfähigkeit eingeschränkt, dass ihm der ausgeglichene Arbeitsmarkt keinen derartigen Fächer verschiedenartiger Stellen offenhalte, welcher es ihm ermög
lichen würde, seine restliche Erwerbsfähigkeit zu verwerten. Daher
belaufe
sich das Invalideneinkommen zwangsläufig auf
Fr.
0.-, weshalb bei einem Invalidi
tätsgrad von 100
%
ein Anspruch auf eine ganze Rente
bestehe
. Selbst wenn dies nicht der Fall wäre, führ
t
en aber die zahlreichen Einschränkungen in der Arbeits
fähigkeit beim Einkommensvergleich zu einem Leidensabzug von 25
%
und einem Invaliditätsgrad von mindestens 32
%
und somit zu einem Anspruch zu
mindest auf berufliche Massnahmen.
E
r
sei
zudem wegen der HNO-Problematik zu mehr als 10
%
eingeschränkt
(S. 15 Mitte)
.
Auf das
Z._
-Gutachten
könne
aber hinsichtlich des psychiatrischen Teils nicht abgestellt werden. Der Gutachter
halte
s
ich weder an die Regeln der ICD-
10 noch an diejenigen des AMDP
(S. 15 unten)
. Bei genauer Betrachtungsweise
sei
- wie es an sich das Sozialversicherungsgericht ohnehin schon im ersten Urteil vom 1
5.
Dezember
2016 verbindlich festgestellt
habe
- vielmehr
unter anderem
auch von einer schweren Depression auszuge
h
en. Diese
sei
IV
-relevant und
schränke ihn
ohnehin in jeglicher Tätigkeit vollständig ein
(S. 15)
. Der Vollständigke
it halber sei auch noch erwähnt,
dass die - vom Sozialversicherungsgericht im ersten Urteil bestätigte - Diagnose der Somatisie
rungsstörung nicht in Frage gestellt werden
könne
und auch der
Ausschlussgrund der Aggravation nicht gegeben
sei
. Für diesen Fall
habe
das Sozialversiche
rungs
gericht des Kantons Zürich in seinem Urteil vom 1
5.
Dezember 2016 eine Raster
prüfung nach den Standardindikatoren vorgesehen. Die
Z._
-Gutachter hätten von
einer solchen Prüfung
jedoch abgesehen und das Urteil
des
Sozialversi
che
rungs
gerichts des Kantons Zürich
sei
insofern nicht umgesetzt worden. Gleichwohl
fänden
sich über das ganze
Z._
-Gutachten verteilt zahlreiche Ausführungen dazu, dass die Standardindikatoren im vorliegenden Fall erfüllt
seien
, sodass von einer Unüberwindbarkeit der
IV
-relevanten psychischen Erkrankung mit Krank
heitswert auszugeben
sei
.
E
r
sei
somit auch in psychischer Hinsicht in jeglicher Tätigkeit zu 100
%
eingeschränkt, weshalb er bei einem Invaliditätsgrad von 100
%
Anspruch auf eine ganze Rente
habe (S. 16
oben
)
.
2.3
Strittig
ist der Anspruch des Beschwerdeführers auf eine Invalidenrente.
3.
3.1
Dr.
med.
lic
. phil.
A._
, Fachärztin für Psychiatrie und Psy
chotherapie, führte in ihrem Bericht vom 3
1.
Januar 2013 (
Urk.
5/10/23-24) aus, der Beschwerdeführer sei ihr von seiner Hausärztin
Dr.
B._
zugewiesen worden und es hätten seit dem 1
0.
Januar 2013 vier
Konsulationen
stattgefunden (S. 1). Als Diagnose nannte sie ein organisches Psychosyndrom nach Schädel-
Hirn-Trauma am 1
5.
November 2012 mit ausgeprägter Depressivität (ICD-10 F07.
2). Der Beschwerdeführer leide seit Jahren an einer rezidivierenden Ohrprob
le
matik und sei bis zum Tatzeitpunkt (Hammerschlag auf den Kopf) gesund gewesen. Der Beschwerdeführer glaube sein Leben durch den Täter und die unge
rechtfertigte Kündigung des Arbeitsgebers zerstört. Er fürchte sich vor bleibender Leistungsunfähigkeit, habe Zukunftsängste und fürchte unter anderem wegen der Leistungsunfähigkeit von seiner Familie verlassen zu werden. Er sehe sich als Last für seine Familie, habe Insuffizienzgefühle und leide am Verlust des Selbst
wert
gefühls. Er könne das ihm widerfahrene Unglück nicht fassen. Wegen der ausge
prägten depressiven Symptomatik sei der Beschwerdeführer weiterhin zu 100
%
arbeitsunfähig (S. 2).
3.2
Dr.
med.
C._
, Facharzt für Neurologie, nannte im Bericht vom
4.
Februar 2013 (
Urk.
5/10/16-17 =
Urk.
5/25/236-237) die folgenden Diagnosen:
-
postcommotionelles
Syndrom mit/bei
-
Unfall am 1
5.
November 2012 (Schlag auf den Hinterkopf)
-
depressive Entwicklung
-
chronische
migräniforme
Kopfschmerzen
-
stark reduzierte Belastbarkeit
-
Hypakusis rechts mit/bei
-
Tinnitus
Der Beschwerdeführer habe am 1
5.
November 2012 als Folge einer schweren Tätlichkeit durch einen Mitarbeiter (Schlag mit dem Hammer auf den Hinterkopf) eine Commotio cerebri erlitten. Eine
Contusio
cerebri habe im Schädel-MRI vom 1
0.
Januar 2013 ausgeschlossen werden können. Der Beschwerdeführer habe sich aktuell mit typischen
postcommotionellen
Beschwerden mit einer ausgeprägten depressiven Entwicklung sowie chronischen
migräniformen
Kopfschmerzen prä
sen
tiert. Bei stark reduzierter Belastbarkeit bestehe eine 100%ige Arbeitsun
fähig
keit bis auf weiteres. Aufgrund des bisherigen Verlaufs sei mit einer verlängerten Rekonvaleszenz-Zeit zu rechnen (S. 1). Weiter berichtete
Dr.
C._
von einem nor
malen Status ohne sichere Hinweise auf ein neurologisches Ausfallsyndrom (S. 2)
.
3.3
Im neurologischen Bericht der Rehaklinik
D._
vom 5. Juli 2013 (Urk. 5/19/98
-109 = Urk. 5/25/154-165) nannten die Ärzte die folgenden Diagnosen:
-
leichte traumatische Hirnverletzung mit
-
Medikamentenübergebrauchskopfschmerzen
-
unspezifischer neuropsychologischer Störung aufgrund von eindeuti
gen Hinweisen auf eine bewusste negative Antwortverzerrung
-
mittelgradiger depressiver Episo
de (ICD-10 F32.1), Differential
diagnose Anpassungsstörung mit längerer depressiver Reaktion (ICD-10 F32.21)
-
Tinnitus
auris
rechts mehr als links
Im Rahmen der neuropsychologischen Untersuchung vom 10. Juni 2013 habe der
Beschwerdeführer meist weit unterdurchschnittliche Testergebnisse erzielt. Geprüft
worden seien die basalen Aufmerksamkeitsfunktionen, einzelne exeku
tive Funk
tionen, die verbale und visuell-räumliche Merkspanne sowie visuell-räumliche Fähigkeiten. Beim Mini-Mental-Status-Test habe der Beschwerde
führer 22 von maximal 30 Punkten erreicht, was einem weit unterdurchschnitt
lichen Resultat entspreche. Bei alleiniger Betrachtung des kognitiven Testprofils würde man vermuten, dass eine mittelschwere bis schwere neuropsychologische Störung vor
liege. Im Rahmen von zwei Symptomvalidierungstests hätten sich jedoch ein
deutige Hinweise auf eine bewusste, negative Antwortverzerrung ergeben. Zudem seien die meist weit unterdurchschnittlichen Testergebnisse nicht mit den medi
zinischen Diagnosen vereinbar. Gemäss der Schädel-Magnet-Resonanz-Tomo
gra
phie (MRT) von Januar 2013 liege keine strukturelle Hirn
verletzung vor. Die Prognose einer leichten traumatischen Hirnverletzung sei grundsätzlich gut. Kognitive Defizite oder andere Beschwerden würden sich in der Regel innert zirka drei Monaten zurückbilden. Innerhalb des kognitiven Testprofils hätten sich erheb
liche Inkonsistenzen gezeigt. Die Reaktionszeiten bei einfachen Reaktions
auf
gaben seien zum Beispiel deutlich
langsamer gewe
sen als bei anspruchs
volleren Aufmerksamkeitstests. Sowohl die verzögerten Reaktionszeiten von einer
Sekunde bei der tonischen
Alertness
als auch die erhöhten Streuungen würden auf eine negative Antwortverzerrung hindeuten. Die testpsychologisch objekti
vierten Befunde mit schweren Aufmerksamkeits- und Gedächtnisdefiziten würde
n auch nicht zum Verhalten des Patienten passen. Im Gespräch sei keine Verlang
samung ersichtlich gewesen, zudem habe der Patient zu Beginn der Untersuchung detaillierte Angaben zu seiner Biogra
phie und seiner Familie machen können. Im Alltag sei er seinen Auskünften zufolge imstande, selbständig die öffentlichen Verkehrsmittel zu benutzen. Auch dies wäre in Anbetracht der Testergebnisse nicht selbstverständlich. Die Glaubhaftigkeit des Ausmasses der angegebenen kogni
tiven Beschwerden und der diagnostisch festgestellten Leistungseinbussen sei somit in Frage zu stellen. Das im Rahmen der neuropsychologischen Unter
suchung ermittelte kognitive Testprofil besitze unter diesen Umständen keine Aus
sagekraft (S. 8).
Die Ärzte berichteten zudem von Inkonsistenzen im neurologischen Untersu
chungs
befund (S. 10 unten f.) und bei der physiotherapeutischen Untersuchung (S. 11 oben) und erhoben in der physiotherapeutischen sowie ergotherapeuti
schen Untersuchung unter der Norm liegende Befunde (S. 11 Mitte).
Zum ebenfalls als Hauptsymptom geklagten Tinnitus falle auf, dass in einem aus
führlichen Bericht der
Oto
-
Rhino
-Laryngologie (
ORL
)-Klinik des Uni
versi
täts
spitals
E._
nach einer Konsultation am 20. November 2012 eine über
falls
bedingte
Tinnitusverschlechterung
fünf Tage nach dem Unfall nicht erwähnt werde,
während in einem Verlaufseintrag vom 18. Dezember 2012 dieser Um
stand deutlich beschrieben werde. Bei massiver
Tinnituszunahme
durch den Unfall lasse sich nicht nachvollziehen, warum der Versicherte im Rahmen der ORL-ärztlichen Untersuchung fünf Tage nach dem Unfall nicht darüber berichtet habe (S. 11 unten).
Der Beschwerdeführer sei im Rahmen des Abschlussgespräches mit den beo
bach
teten Inkonsistenzen und negativen Antwort-Verzerrungen konfrontiert und noch
mals ausdrücklich darauf hingewiesen worden, dass bei Fehlen von struk
tu
rellen Hirnveränderungen in der zerebralen MRT aus medizinischer Sicht keine bleibende Leistungsminderung abgeleitet werden könne, und dass er in Folge dessen mit seinen ganzen Kräften an der sozialen und beruflichen Re-In
tegration mitwirken solle, um seine emotionale, soziale und berufliche Lage wieder zu stabilisieren (S. 12).
3.4
Die Ärzte der
K
linik
F._
berichteten am 6. Juli 2014 (Urk. 5/37) über die
Hospitalisation
vom 29. Mai bis 25. Juni 2014 und führten dazu unter anderem aus, der Beschwerdeführer habe aufgrund einer grossen Sehn
sucht nach seiner Familie und seinen persistierenden Schmerzen mit Tinni
tus einen protrahierten Einstieg in das Therapieprogramm gefunden, habe sich aber im Verlauf allen Therapieformen öffnen können und habe diese regelmässig besucht. Im Vordergrund seien weiterhin die deutlich reduzierte Selbstwirk
sam
keit und die Schmerzen gestanden. Am meisten habe der Beschwerdeführer von der vorgegebenen Tagesstruktur und den sozialen Kon
takten profitiert. Ausser
dem habe er
Schmerzcopingstrategien
erarbeiten können, welche er auch moti
viert sei, zuhause weiterhin anzuwenden (S. 2 unten). Der Beschwerdeführer habe im Rahmen der psychosozialen Belastungen auf dem Boden einer vorbestehenden Traumatisierung im Rahmen des Unfalles ein somatisches Schmerzsyndrom ent
wickelt. Die Selbstwirksamkeit und das Selbstwertgefühl hätten sich durch den Unfall und die daraus entwickelten Ängste deutlich reduziert. Der Beschwerde
führer habe sich während des Aufent
haltes nicht alleine ins Freie getraut, aus Angst zu stürzen. Eigene Ressourcen hätten teilweise aktiviert werden können, wobei es immer wieder zu einer Fokussierung auf die körperlichen Beschwerden gekommen sei. Es bestehe bis zum 9. Juli 2014 eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit. Eine weitergehende Arbeits
unfähigkeit sei durch die behandelnde Psychiaterin zu beurteilen (S. 3).
3.5
Dr.
med.
G._
, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin,
PD. Dr. med.
H._
, Facharzt für Neurologie, Dr.
med.
I._
, Fach
ärztin für
Oto
-
Rhino
-Laryngologie, Dr.
med.
J._
, Fach
ärztin für Psychiatrie und Psychotherapie, sowie
lic
. phil.
K._
, Neu
ro
psychologe, nannten im Gutachten des Zentrums
L._
vom 16. März 2015 (Urk. 5/52) die folgenden Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (S. 48 Ziff. 7):
-
Somatisierungsstörung
-
schwere depressive Episode ohne psychotische Symptome bei
-
narzisstisch akzentuierter Persönlichkeit
-
Differentialdiagnose: zusätzliche Aggravation nicht ausgeschlossen
-
Tinnitus
aurium
et
capitis
beidseits Grad II bis IV
Von neurologischer Seite hätten sich im Status vielfältige Symptome ohne objek
tiv fassbare Befunde im Sinne einer zentralnervösen, einer
radikulären
bezieh
ungs
weise
peripherneurogenen
Läsion finden lassen. Ferner müsse der Status nach Schädelprellung
occipital
vom 15. November 2012 mit Riss-Quetsch-Wunde (RQW) genannt werden. Gemäss Akten sei eine Commotio cerebri mit leichter trau
matischer
Hirnverletzung diagnostiziert worden. Bildge
bend hätten aber abgesehen von der oberflächlichen RQW am Kopf keine strukturellen Befunde im Sinne von posttraumatischen Veränderungen festge
stellt werden können. Bei Fehlen von strukturellen organisch-neurologischen Befunden lasse sich die Diag
nose eines psychoorganischen Syndroms nach Schädel-Hirn-Trauma nicht stellen.
Auch die mannigfaltig beklagte Schwin
delsymptomatik habe sich bei fehlenden Hinweisen auf eine vestibuläre Funk
tionsstörung aus neurologischer Sicht nicht im Sinne eines „vestibulären Schwindels" erklären lassen (S. 49 unten).
Von ORL-ärztlicher Seite würden eine chronische Otitis
media
perforata
rechts bei Status nach
Tympanoplastik
rechts wegen vorbestehender chronischer Otitis
media
perforata
mit belastendem Tinnitus sowie zusätzlich unspezifische Schwin
delbeschwerden bestehen. In der Untersuchung hätten sich Hinweise auf eine mögliche
zervikogene
Schwindelkomponente, aber kein Verdacht auf ein zentral- oder peripher-vestibuläres Geschehen gezeigt. Die Untersuchung sei insgesamt deutlich erschwert gewesen, der Versicherte habe bei den Untersu
chungen mangelnde Kooperationsbereitschaft gezeigt. Eine Verweigerung sei in früheren Berichten schon mehrfach beschrieben worden, auch seien vereinzelt Aggra
vationstendenzen vermutet worden, allerdings nie im Ausmass, wie dies bei der Untersuchung vom 12. November 2014 den Anschein gemacht habe. Besonders auffällig sei die Tatsache gewesen, dass der Versicherte zwar im Audiogramm eine praktische Taubheit rechts bei sozialer Taubheit links angab, mit verschlos
senen Augen aber auf leise Ansprache in ebenfalls normaler Sprachlautstärke adäquat geantwortet habe (S. 50 oben).
Von neuropsychologischer Seite seien in den meisten untersuchten Verfahren die Ergebnisse sehr deutlich unterdurchschnittlich gewesen. Der Versicherte habe auf eine hilflose Art versucht, seine Probleme zu demonstrieren. Er sei in der Unter
suchung auf seine Beschwerden fixiert geblieben. Ein Screening-Ver
fahren zur Validität habe Hinweise auf eine Verdeutlichungstendenz ergeben. Er habe ange
geben, nichts zu können und habe über zahlreiche Beschwerden geklagt. Der Vergleich mit der neuropsychologischen Untersuchung der Klinik
D._
am 11. Juni 2013 habe ähnliche Resultate gezeigt. Damals seien auch eindeutige Hinweise auf eine bewusste negative Antwortverzerrung berichtet worden. In der aktuellen neuropsychologischen Untersuchung hätten sich auch Hinweise auf
Verdeutlichungstendenzen und Inszenierungen von Schwierigkei
ten finden lassen
.
Von psychiatrischer Seite würden sich aktuell phänomenologisch ein massiv depressives Zustandsbild mit einem BDI von insgesamt 53 von 63 Punkten fin
den
lassen. Es sei davon auszugehen, dass das Ereignis von November 2012 aufgrund einer massiven narzisstischen Kränkung bei einer narzisstisch akzen
tuierten Persönlichkeit zu einer psychosomatischen Fehlentwicklung geführt habe mit aktuell Ausprägung in Richtung einer schweren depressiven Episode. Der Ver
sicherte habe das Ereignis vor rund zwei Jahren heute noch nicht verar
beitet, er sei immer noch von einem tiefen Gefühl erfüllt, ungerecht behandelt worden zu sein. Des Weiteren bestehe eine ausgeprägte Somatisierungsstörung mit
Somati
sierungsneigung
. Der Versicherte beklage multiple, wiederholt auf
tretende Symp
tome mit Betonung des Kopfes der rechten Schulter und des rechten Arms. In
zahlreichen somatischen Untersuchungen sei dabei kein orga
nisches Korrelat fes
t
gestellt worden. Es müsse auch darauf hingewiesen werden, dass eine Inkon
sistenz der Beschwerdeschilderung und Präsentation beobachtet worden sei. Während der internistischen Untersuchung hätten sich keine Ein
schränkung von Seiten der oberen Extremitäten finden lassen, der Versicherte habe sich unbe
hindert entkleiden und auch anziehen sowie die Untersuchungs
liege besteigen können. Während der neurologischen Untersuchung hingegen seien eine deut
liche Schwäche sowie Sensibilitätsstörungen am rechten Arm beobachtet worden (S. 51 oben).
Zusammenfassend müsse festgehalten werden, dass die Diskrepanzen zwischen ausgeprägten geschilderten Beschwerden und weitgehend unauffälligen objekti
vierbaren Befunden sowie der Charakter der präsentierten Symptome und auch das Verhalten des Versicherten bei den Untersuchungen mit auffälliger aktiver Verweigerungshaltung (vor allem bei der ORL-Untersuchung) verdächtig auf eine bewusstseinsnahe Verdeutlichungstendenz und Aggravation hindeuten würden. Auch in den Akten sei von ärztlicher und von neuropsychologischer Seite auf
grund der Beobachtungen bei verschiedenen Untersuchungen der Ver
dacht auf eine Aggravation geäussert worden (Neurologie
D._
Juli 2013 und Neuro
psychologie
D._
Juni 2013). Dieser Verdacht lasse sich auch nach der um
fassenden gutachterlichen Untersuchung nicht vollkommen aus
schliessen. Wäh
rend
der psychiatrischen Untersuchung habe der Versicherte gehemmt und de
pres
siv gewirkt, die Kooperation sei unauffällig gewesen. Gesamthaft habe während der psychiatrischen Exploration kein Verdacht auf Aggravation bestan
den, eine solche habe sich aber auch nicht ausschliessen lassen, da die psy
chiatrische Beurteilung sich vorwiegend auf subjektive Anga
ben gestützt habe (S.
51 Mitte).
Die aktuelle gutachterliche Beurteilung der Arbeitsfähigkeit stütze sich auf die Aktenlage und auf die klinischen Beobachtungen. Unter Berücksichtigung der
erhobenen Psychopathologie und der Einschränkungen im Mini-ICF könne aktuell
keine verwertbare Arbeitsfähigkeit in freier Wirtschaft attestiert werden (S. 51 unten). Zu den Kriterien im Zusammenhang mit der Unzumutbarkeit der willent
lichen Überwindung und des Wiedereinstiegs in den Arbeitsprozess hiel
ten die Ärzte fest, ein
pathogenetisch
-ätiologisch unklares
syndromales
Beschwerdebild sei nicht diagnostiziert worden (S. 54 Ziff. 15.D.).
3.6
Med.
pract
.
M._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, führte in seiner Stellungnahme vom 20. Mai 2015 (Urk. 5/55) unter anderem aus, im poly
disziplinären Gutachten fänden sich zahlreiche somatisch unerklärbare Sympto
me,
die auf eine Aggravation hinweisen würden. Der Gutachter bemühe sich nicht, auch unabhängig von den subjektiven Äusserungen des Beschwer
deführers die objektiven Symptome zu einer objektiven Diagnose zu bündeln. Der Befund sei eine Mischung aus subjektiven Darlegungen und objektiven Beobachtungen. Es sei nicht nachvollziehbar, dass der Beschwerdeführer gleich
zeitig „schwunglos“ und „schwingungsfähig“, „manchmal auch verärgert und wütend“ sein solle. Eine gravierende Antriebshemmung sei nicht nachvoll
ziehbar, wenn der Beschwerde
führer sich bereits im Warteraum mit dem Über
setzer unterhalten und unauffällig das Untersuchungszimmer betreten habe. Eine gravierende Antriebsstörung hätte sich auch im interpersonellen Kontakt mit dem Dolmetscher und im motorischen Bild gezeigt. Es werde keine Ant
wortlatenz beschrieben, die bei einer gravie
ren
den Antriebsstörung auffallen würde. Es finde sich kein Beleg für die postulierte Willensschwäche.
Die Diagnose einer Somatisierungsstörung dürfe nicht gestellt werden bei be
wuss
ter Simulation. Der Gutachter, der sich vor allem auf die subjektiven Anga
ben des Versicherten stütze, könne folgerichtig eine bewusstseinsnahe Aggrava
tion nicht ausschliessen. Folglich bleibe die Diagnose einer
Somati
sierungsstö
-
rung
eine unbelegte Hypothese. Weiter trage der Gutachter wenig zum positiven Leistungsbild bei und gehe wenig auf Widersprüche ein. Es finde sich keine psychiatrische Medikationsanamnese. Es bleibe unklar, ob der Befund eventuell durch eine Medikation beeinflusst gewesen sei. Weiter würden psy
chosoziale Faktoren nicht differenziert dargestellt, obwohl diese im Text erwähnt seien.
3.7
Dr.
A._
(vorstehend E. 3.1) nannte im Bericht vom 12. November 2015 (Urk. 5/71/1-3) als Diagnose ein organisches Psychosyndrom nach Schädel-Hirn-Trauma am 15. November 2012 mit ausgeprägter Depressivität (ICD-10 F07.2) und hielt dazu fest, dass sich die Befunde nicht verändert hätten (Ziff. 1.2-3). Weiter führte sie aus, dass
der Beschwerdeführer weiterhin in Behandlung sei und entsprechend antidepressive Medikamente einnehme (Ziff. 3.1-2).
3.8
Dr.
med.
N._
, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin,
Dr.
med.
O._
, Facharzt für Neurologie,
Dr.
med.
P._
, Fach
arzt für
Oto
-
Rhino
-Laryngol
o
gie, sowie
Dr
.
med.
Q._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, nannten im polydisziplinären Gutachten des
Z._
vom 1
7.
Juli 2017 (
Urk.
5/110)
folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
(S. 24
Ziff.
5.1)
:
-
höchstgradige
kombinierte Schwerhörigkeit rechts
-
Schallempfindungsschwerhörigkeit links
-
Tinnitus beidseits
-
intermittierende Schwindelsymptomatik
-
beginnende mediale Gonarthrose rechts
Als Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit nannten sie (S.
24
Ziff.
5.2):
-
leichte depressive Episode (ICD-10 F32.0)
-
Schmerzverarbeitungsstörung (Symptomausweitung; ICD-10 F54)
-
Verdacht auf funktionelle Gefühlsstörung rechts
-
arterielle Hypertonie
-
Zustand nach Schädelprellung mit möglicher Commotio cerebri und HWS-Distorsion ohne bleibendes Defizit
-
unklare Schwellung der rechen Hand (inaktivitätsbedingt?)
Der psychiatrische Gutachter führte aus,
beim Beschwerdeführer
besteh
e
diag
nostisch eine leichte depressive Episode, gekennzeichnet durch depressive Ver
stimm
ungen, erhöhte Ermüdbarkeit, leichte Konzentrationsstörungen, Schlafstö
rungen, Appetitverminderung mit anamnestisch Gewichtsabnahme und negative Zukunftsperspektiven bezüglich der gesundheitlichen und beruflichen Situation. Er
habe
auch mehrmals passive Sterbewünsche an
gegeben
und
habe
so auch demon
strativ
gewirkt
. Es besteh
e
eine ambulante psychiatrisch-psychothera
peutische Behandlung. In einer psychiatrischen Klinik
sei
er nie
gewesen
. Der
Be
schwerdeführer
fühl
e
sich nach einem Unfallereignis 2012 bei der Arbeit wegen Schmerzen und Tinnitus nicht mehr arbeitsfähig. Zuvor
sei
er stets gesund
gewesen
und
habe
zu 100
%
und mit voller Leistung
gearbe
i
tet
, sogar auch noch nebenbei. Er verbring
e
seither
seinen Tag unstrukturiert, gehe
keiner regel
mässigen Beschäftigung nach und
helfe
selbst im Haushalt kaum mit, obschon er durchaus einfache Einkäufe verrichten
könne
. Trotzdem
sei
es ihm aber möglich, selber kurze Strecken Auto zu fahren. Auch
Flugreisen in die Heimat Kosovo
seien
ihm möglich trotz subjektiv starker Beschwerden mit Schmerzen. Es
bestünden
zwar psychosoziale Faktoren, die eine Rolle spielen könn
t
en, mit einer nicht ein
fachen finanziellen Situation, indem er vom Einkommen der zu 50
%
ausse
r
häuslich erwerbstätigen Ehefrau abhängig
sei
. Da er anhaltend krank und arbeits
unfähig
sei
und auch Zuhause kaum
mithelfe, komme
es auch zu Spannungen in der Beziehung zur Ehefrau. Sonst
bestünden
keine lebensgeschichtlich schweren Belastungen, die eine deutliche Relevanz hätten, um sich negativ auf die Gesu
nd
heitsentwicklung auszuwirken.
Die deutliche Selbstlimitierung mit Inkonsisten
zen
würden
auf die Diagnose einer Schmerzverarbeitungsstörung (Symptomaus
weitung)
hinweisen
. Die Prognose
sei
aufgrund des chronischen Verlaufs und der deutlich ausgeprägten Krankheits- und Behinderungsüberzeugung ungünstig
(S.
12
Ziff.
4.1.3)
.
Die Störungen könn
t
en sich gegenseitig negativ beeinflussen. Es
könne
zu einer erhöhten Ermüdbarkeit kommen, dem
Beschwerdeführer könne
aber durchaus
eine Willensanstrengung zugemutet werden, um trotzdem zu arbeiten. Die Schm
erz
symptomatik
müsse
auch aus somatischer Sicht beurteilt werden. Eine zusätzliche Arbeitsunfähigkeit
könne
aus psychiatrischer Sicht nicht attestiert werden.
Es bestehe beim Beschwerdeführer in allen seinen Fähigkeiten entspre
chenden und aus somatischer Sicht angepassten Tätigkeiten eine 100%ige Arbeits
fähigkeit ohne Leistungseinschränkung. Auch im Verlauf könne eine psychia
trische Arbeitsunfähigkeit nicht bestätigt werden (S. 12 f.
Ziff.
4.1.4-5).
Zum
L._
-Gutachten aus dem Jahr 2015 führte der psychiatrischer Gutachter weiter aus,
darin seien
eine Somatisierungsstörung und eine schwere depressive Episode diagnostiziert
sowie narzisstische akzentuierte Persönlichkeitszüge auf
ge
führt
worden
. Es
sei
auch aufgeführt
worden
, dass differentialdiagnostisch eine
zusätzliche
Aggravation nicht ausgeschlossen
sei
. Bei akzentuierten Persönlich
keitszügen handle es sich nicht um eine Diagnose mit Krankheitswert nach ICD-1
0.
Die Diagnose einer Somatisierungsstörung
könne
nicht gestellt werden. Bei einer Somatisierungsstörung
komme
es zu multiplen und wechselnden Be
schwerden somatischer
Art.
Der
Beschwerdeführer
habe
im heutigen Untersu
chungsgespräch aber vor allem über Schmerzen im Bewegungsapparat
geklagt
und auch Tinnitus an
gegeben
. Es
bestünden
zwar psychosoziale Belastu
ngs
fak
toren
. Deutlich schwere psychosoziale Belastungen oder Konflikte
würden
aber nicht
bestehen
, sodass die Diagnose einer anhaltenden somatoformen Schmerz
störung auch nicht gestellt werden
könne
. Differentialdiagnostisch
sei
eine chro
ni
sche Schmerzstörung mit somatischen und
psychischen Faktoren in Betracht zu ziehen. Es
bestünden
aber doch eine Selbstlimitierung und Inkonsistenzen, sodass der Diagnose einer Schmerzverarbeitungsstörung (Symptomausweitung) der Vorzug zu geben
sei
. Es
sei
nicht nachvollziehbar, dass früher eine schwere depressive Episode
bestanden habe
. Bei einer schweren depressiven Episode wären nämlich Tätigkeiten und Aktivitäten nicht mehr möglich, der
Beschwer
de
führer
reise
aber jeweils mit dem Flugzeug in die Heimat Kosovo. Bei einer schweren depressiven Episode
komme
es zu schweren Konzentrationsstörungen neben Schlafstörungen und depressiven Verstimmungen. Es
komme
zu einer Appetitverminderung mit relevanter Gewichtsabnahme und es
bestehe
ein deut
lich verminderter Selbstwert mit negativen Zukunftsperspektiven, die allumfas
send
seien
und nicht nur bezüglich der gesundheitlichen und beruflichen Situa
tion
bestehen würden
. Es
komme
zudem
oft
auch zu Suizidalität, sodass bei einer schweren depressiven Episode eine ambulante Behandlung oft gar nicht möglich
sei
. Eine Aggravation mit einem deutlich nach aussen geric
hteten aufmerksam
keits
suchenden Verhalten sei im Untersuchungsgespräch nicht ausgeprägt gewe
sen (S. 13
Ziff.
4.1.7).
Die behandelnde Psychiaterin
Dr.
A._
habe
schliesslich
im Jahr
2015 ein organisches Psychosyndrom nach Schädelhirntrauma
diagnos
tiziert
und
habe
auch eine schwere Depressivität auf
geführt
. Sie
habe
entspre
chend keine Arbeitsfähigkeit
attestiert
. Ein organisches Psychosyndrom
könne
aber ohne den Nachweis organischer Korrelate, hier in der Bildgebung des Zen
tral
nervensystems nach Unfall mit Schlag auf den Ko
pf, nicht diagnostiziert werden (S. 14 oben).
Zusammenfassend
führten die Gutachter aus, insgesamt sei eine deutliche Symp
tom
verdeutlichung aufgefallen. Weder aus neurologischer noch psychiatrischer
Sicht könnten Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit gestellt werden
. Aus psychiatrischer Sicht sei von einer Schmerzv
erarbeitungsstörung auszu
gehen, gleichzeitig
bestehe eine leichte depressive Episode, welche sich aber nicht einschränkend auf die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers auswirke. Quali
tativen und quantitativen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit hätten die
otor
h
ino
laryngologischen
Diagnosen mit Vorliegen einer
höchstgradigen
kombinierten Schwer
hörigkeit rechts, einer Schallempfindungsschwerhörigkeit links, eines beid
seits
dekompensierten
Tinnitus und einer intermittierenden Schwindelsymp
tomatik ohne Hinweise auf eine periphere vestibuläre Funktionsstörung. Der Beschwerdeführer sei für auditiv qualifizierende Tätigkeiten, Tätigkeiten unter erhöhtem Umgebungsgeräuschpegel sowie Tätigkeiten, welche ein intaktes Rich
tungshören voraussetzen würden ungeeignet. Ebenso seien sturzgefährdende Tätig
keiten,
Tätigkeiten mit Eigen- und Fremdgefährdung oder mit Notwendigkeit des berufsmässigen Führens eines Kraftfahrzeugs aufgrund der intermittierend ätiologisch unklaren Schwindelbeschwerden für den Beschwerdeführer unge
eignet. Aufgrund des
dekompensierten
Tinnitus mit Sekundärproblematik bestehe zusätzlich für sämtliche Tätigkeiten eine quantitative Einschränkung d
er Leis
tungsfähigkeit von 10
%
. Aus Sicht des Bewegungsapparates könne zudem eine beginnende mediale Gonarthrose objektiviert werden, sodass dem Beschwerde
führer zusätzlich Tätigkeiten in
knieender
Position, Tätigkeiten mit der Notwen
digkeit des Zurücklegens längerer Gehstrecken (länger als 500 Meter am Stück) mit häufigem Treppensteigen oder Gehen auf unebenem Terrain nicht zugemutet werden könnten. Für alle anderen Tätigkeiten bestehe eine ganztags verwertbare Arbeits- und Leistungsfähigkeit von 90
%
(S. 25
Ziff.
6.2).
Aufgrund der anamnestischen Angaben, der Untersuchungsbefunde, der vorlie
genden Dokumente sowie der früher attestierten Arbeitsunfähigkeiten würden sie davon ausgehen, dass die Angaben zur Arbeitsfähigkeit aus
otorhinolaryn
golo
gischer
Sicht seit dem Jahre 2012 und die Einschränkung von Seiten der medial betonten Gonarthrose seit etwa zwei Jahren unverändert gelten würden. Aus psychiatrischer Sicht habe zu keinem Zeitpunkt eine relevante Einschränkung der Arbeitsfähigkeit bestanden (S. 25 f.
Ziff.
6.3).
Zusammenfassend hielten die Gutachter fest, es bestehe eine Diskrepanz zwischen dem Ausmass der subjektiv geklagten Beschwerden und den objektivierbaren Befunden. Bei fehlender psychiatrischer Komorbidität mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit bestehe in einer leichten bis mittelschweren, adaptierten Tätig
keit eine ganztags verwertbare Arbeitsfähigkeit mit einer Leistungsein
schränkung von 10 % (S. 26 Ziff. 6.8).
Die Frage, ob sich die Diagnose einer Somatisierungsstörung - unter Ausklamme
rung von Aggravation, Selbstlimitierung und subjektiven Angaben - anhand der objektiven Befunde aus medizinischer Sicht bestätigen lasse, verneinten die Gutachter:
Im Vordergrund stehe eine Schmerzsymptomatik im Bewegungs
appa
rat. Bei einer Somatisierungsstörung würden hingegen multiple und wechselnde Beschwerden mit Schmerzen nicht nur im Bewegungsapparat bestehen. Es be
stehe eine Schmerz
verarbeitungsstörung (Symptomausweitung), die im Gegen
satz zu einer Somatisierungsstörung, die bei deutlich emotionalen und psychosozialen Belas
tungen entstehe, auf einen inadäquaten Umgang mit somatischen Beschwerden
zurückzuführen sei. Dabei würden vor allem auch eine Selbst
limitierung und Inkonsistenzen bestehen
(S. 27).
4.
4.1
Soweit der Beschwerdeführer verschiedentlich vorbringt, dass gemäss Urteil des hiesigen Gerichts vom 1
5.
Dezember 2016 (
Urk.
5/84) von einer Somatisie
rungs
störung und einer schweren depressiven Episode auszugehen und dies
vom hies
igen Gericht
verbindlich
festgelegt worden
sei, so kann ihm nicht gefolgt werden.
Die Ausführungen im Urteil des hiesigen Gericht
s
vom
1
5.
Dezember 2016 zur Diagnose einer Somatisierungsstörung bezogen sich im Wesentlichen auf die Aggra
vationsthematik. So verneinte der RAD-Arzt
med.
pract
.
M._
die Diag
nose einer Somatisierungsstörung
insbesondere
im Hinblick auf die Aggrava
tions
thematik
(vgl. vorstehend E. 3.6)
.
In Auseinandersetzung mit der Diagnose einer Somatisierungsstörung folgte das hiesige Gericht dieser Ansicht nicht und hielt unter anderem fest, dass
sich aus dem Gutachten und den übrigen medi
zinischen Unterlagen keine hinreichenden Anhaltspunkte ergeben würden, welch
e auf bewusste Simulation schliessen lassen würden und
die Diagnose einer Soma
tisierungsstörung nicht einzig
aufgrund
einer
Aggravationsthematik verneint werden könne
, da
aggravatorisches
Verhalten
respektive die Darbietung körper
licher Symptome bei weitgehend unauffälligen objektivierbaren Befunden gerade dem Wesensmerkmal von somatoformen Störungen entspricht (
vgl.
Urk.
5/84 S.
14 E. 4
.1-4
).
Weiter hielt das Gericht fest, dass sich die Auswirkungen der (Tendenzen zur) Symptomausweitung und der in der Untersuchung gezeigten Selbstlimitierung und mangelnden Kooperationsbereitschaft respektive die auf Aggravation hinweisenden Umstände anhand der Ausführungen im Gutachten nicht abschliessend beurteilen l
ie
ssen. Sodann erlaube die gutachterlich-psychia
trische Beurteilung keine schlüssige Beurteilung im Lichte der Indikatoren gemäss BGE 141 V 28
1.
Entsprechend würden sich dem Gutachten nicht genügen
d
An
gaben entnehmen lassen, um die Zuverlässigkeit der von ärztlicher Seite atte
stierten Arbeitsunfähigkeit beziehungsweise den Schweregrad und die Konsistenz
der funktionellen Auswirkungen der psychischen Problematik aus rechtlicher Sicht
beurteilen zu können.
Die Argumentation des Beschwerdeführers, wonach das hiesige Gericht mit seinen Ausführungen die Diagnose einer Somatisierungsstörung bereits verbind
lich festgelegt habe, verfängt
auch
deshalb nicht, da beim
strukturierten Beweis
verfahren
nach BGE 141 V 281
unabhängig von der
diagnostischen Einordnung des Leidens
entscheidend ist
, ob es gelingt, auf objektivierter Beurteilungs
grund
lage den Beweis einer rechtlich relevanten Arbeits- und Erwerbsunfähigkeit zu erbringen, wobei die versicherte Person die materielle Beweislast zu tragen hat (BGE 143 V 409 E. 4.5.2 unter Hinweis auf BGE 141 V 281 E. 3.7.2
; vgl. BGE 144 V 50 E. 4.3
).
Da es dem
L._
-Gutachten an einer abschliessenden Beurteilung über den Gesundheitszustand und die Arbeitsfähigkeit im
L._
-Gutachten gefehlt hatte, wurde die Sache zur ergänzenden psychiatrischen Abklärung an die Beschwerdegegnerin zurückgewiesen.
4.2
Den im Rahmen des Verwaltungsverfahrens durch die Sozialversicherung recht
mässig eingeholten Gutachten ist Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht kon
krete Indizien gegen deren Zuverlässigkeit sprechen (BGE 125 V 351 E. 3b/
bb
).
Entgegen der in der Beschwerdeschrift vertretenen Auffassung (
Urk.
1 S.
7 ff.
)
ist vorliegend auf das polydisziplinäre Gutachten des
Z._
vom 1
7.
Juli 2017 (vor
stehend E. 3.8) abzustellen.
Dieses Gutachten entspricht den erforderlichen Krite
rien an den Beweiswert einer Expertise (vgl. E. 1.
5
).
D
er
Beschwerdeführer wurde
seinen
geltend gemachten Beschwerden entsprechend umfassend abge
klärt, das Gutachten beruht sowohl auf internistischen, neurologischen,
otorhinolaryngo
logischen
und psychiatrischen
Untersuchungen,
wurde in Kenntnis und in Aus
einandersetzung mit den
Vorakten
erstattet und trägt der konkreten medizi
nischen Situation Rechnung.
Sodann sind die Darlegungen der medizinischen Zusammenhänge und die Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtend und die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet.
Die Gutachter de
s
Z._
kamen in ihrer Gesamtbeurteilung zum nachvollziehbaren Schluss, dass
beim Beschwerdeführer unter Berücksichtigung des entsprechenden Belastungsprofils eine ganztags verwertbare Arbeits- und Leis
tungsfähigkeit von 90
%
bestehe (vgl. vorstehend E. 3.8)
4.3
Soweit der Beschwerdeführer vor
bringt, dass es nicht zutreffe
, dass er in soma
tischer Hinsicht in angepasster Tätigkeit lediglich zu 10
%
eingeschränkt sei,
vermag er dagegen
keine medizinisch fundierten Argumente
vorzubringen, die
d
er
Beurteilung des
Z._
entgegenstehen würde
n
oder diese
in Zweifel ziehen
könnten
.
So finden sich in den Akten
in somatischer Hinsicht
denn
auch
keine
gegenteiligen medizinischen Beurteilungen und solche werden auch vom Besch
wer
deführer nicht genannt. Die vom Beschwerdeführer in der Beschwerdeschrift in Aussicht gestellten Unterlagen zur HNO-Problematik, welche seiner Ansicht nach seine Arbeitsfähigkeit mehr als von de
n
Z._
-Gutachtern ange
nommen einschränke
n
würde
(vgl.
Urk.
1 S.
10 ob
en), wurden nicht nachgereicht.
Entgegen der Ansicht des Beschwerdeführers berücksichtigten d
ie Gutachter
die bestehenden
somatischen Beschwerden
und kamen zum Schluss, dass
die
otorhi
nolaryngologischen
Diagnosen
sowie aus Sicht des Bewegungsapparates die beginnende mediale Gonarthrose
einen qualitativen und quantitativen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit
hätten. Neben der quantitativen Einschränkung der Leistungsfähigkeit von 10
%
aufgrund des
dekompensierten
Tinnitus mit Sekun
därproblematik
stellten die Gutachter in qualitativer Hinsicht ein entsprechendes Belastungsprofil
4
auf (vgl. vorstehend E. 3.8), welches im Hinblick auf die be
stehenden Diagnosen nachvollziehbar und plausibel erscheint.
4.4
Was
der Beschwerdeführer
gegen die Beweiskraft des
Z._
-Gutacht
ens
in psy
chiatrischer Hinsicht
vorbringt,
vermag
die psychiatrische Beurteilung
ebenfalls nicht
umzustossen
.
Weshalb von einer Schmerzverarbeitungsstörung und nicht von einer Somatisierungsstörung auszugehen ist, wurde vom psychiatrischen Gut
achter
anhand der von ihm erhobenen Befu
nde nachvollziehbar hergeleitet und
ausführlich
sowie
in Auseinandersetzung mit dem früheren
L._
-Gutachten
begründet
.
Weiter führte der Gutachter plausibel aus, weshalb eine sch
w
ere depressive Episode nicht diagnostiziert werden könne.
So führte er unter anderem aus, dass bei schweren depressiven Episoden Tätigkeiten und Aktivitäten nicht mehr mög
lich wären, der Beschwerdeführer jedoch
unter anderem
mit dem Flugzeug in die Heimat Kosovo reise.
Weiter führte er aus,
dass
es bei einer schweren depressiven
Episode zu schweren Konzentrationsstörungen neben Schlafstörungen und depres
si
ven Verstimmungen komme. Es komme zu einer Appetitverminderung mit relevanter Gewichtsabnahme und es bestehe ein deutlich verminderter Selbstwert mit negativen Zukunftsperspektiven, die allumfassen
d
seien und nicht nur bezüg
lich der gesundheitlichen und beruflichen Situation bestehe. Es komme oft auch zu Suizidalität, sodass bei einer schweren depressiven Episode eine ambulante Behandlung oft gar nicht möglich sei
(vgl. vorstehend E. 3.8)
.
Soweit der Beschwerdeführer
unter Nennung der Kriterien des
ICD-10
dagegen
vorbringt, dass sämtliche Kriterien einer schweren depressiven Episode erfüllt seien
(vgl.
Urk.
1 S. 13 unten f.)
, vermag dies nicht zu überzeugen. Der Be
schwer
deführer verkennt, dass die Di
fferenzierung zwischen leichter, mittelgradiger und schwerer depressiver Episode auf einer komplexen klinischen
fachärztlichen
Beurteilung beruht, welche die Anzahl, Art und
- eben auch -
Schwere der vor
liegenden Symptome berücksichtigt (vgl.
vgl. dazu
Dilling
/
Mombour
/Schmidt [Hrsg.],
Internationale
Klassifikation psychischer Störungen: ICD-10 Kapitel V(F): Klinisch diagnostische
Leitlinien,
1
0.
Aufl. 201
5
, S.
171).
Entgegen den Ausfüh
rungen des Beschwerdeführers
können nicht einfach nur die verschiedenen Symp
tome zusammengezählt werden, sondern es ist
auch
die Schwere zu berück
sichtigen
.
So
müssen
bei einer schweren depressiven Episode
neben den drei t
ypischen Symptomen mindestens fünf andere Symptome vorhanden sein, von denen einige besonders ausgeprägt sein sollten. Sodann wird vorausgesetzt, dass das somatische Syndrom bei sch
w
eren depressiven Episoden praktisch immer vorhanden ist (vgl.
Dilling
/
Mombour
/Schmidt [Hrsg.]
, a.a.O., S. 174).
D
ass
einige
von den vom Beschwerdeführer aufgeführten Symptomen besonders ausgeprägt wäre
n
,
wie dies das ICD-10
bei den Kriterien für die Diagnose einer schweren depressiven Episode
vorgibt,
ergibt sich vorliegend nicht.
Der
psychiatrische Gutachter des
Z._
führte diesbezüglich unter anderem
aus, dass die Tatsache, dass der Beschwerdeführer selber noch Auto fahre, gegen eine deutliche Kon
zentrationsstörung spreche
(vgl. vorstehend E. 3.8)
.
Gegen erhebliche Konzen
trations
störungen sprechen sodann die
im Jahr 2013 durchgeführten neuro
psycho
logischen Testungen
der Rehaklinik
D._
,
welche
im Rahmen von zwei Symp
tomvalidierungstest
s
eindeutige Hinweise auf eine bewusste negative Ant
wort
ver
zerrung
ergeben
haben
. Die meist weit unterdurchschnittlichen Testergeb
nisse seien nicht mit den medizinischen Diagnosen vereinbar, wobei sich inner
halb des kognitiven Testprofils erhebliche Inkonsistenzen gezeigt hätten (vgl. vor
stehend E.
3.3). Auch in entsprechenden neuropsychologischen Untersu
chungen im Jahr 2015 im Rahmen der Begutachtung des
L._
zeigte sich ein ähnliches Bild (vgl. vorstehend E. 3.5).
Weiter führte der psychiatrische Gutachter des
Z._
hinsichtlich
der Schlafstörungen
aus,
dass die Einnahme des Benzodiazepins auf die Nacht
kontrolliert werden sollte - so berichtete der Beschwerdeführer, dass er nur mit
Temesta
schlafen könne (vgl.
Urk.
5/110
Ziff.
4.1.1.2) -, da bei einer häufigen Einnahme die Schlafstörungen noch verstärkt werden können. Besser wäre die häufige Einnahme des sedierenden und schmerzmodulierenden Anti
de
pressivums, das der Beschwerdeführer auf die Nacht verordnet erhalte (vgl.
Urk.
5/110
S. 15 Mitte).
Soweit der Beschwerdeführer schliesslich vorbringt, dass im
Z._
-Gutachten in ausreichender Zahl Feststellungen gemacht würden, welche die Diagnose eines organischen Psychosyndroms nach Schädelhirntrauma erlauben würden (
Urk.
1 S. 12 oben), so ist ihm entgegenzuhalten, dass sowohl die
L._
-Gutachter als auch die
Z._
-Gutachter eine solche Diagnose vernein
t
en. Die
Z._
-Gutachter führten hierzu aus, dass ein organisches Psychosyndrom ohne den Nachweis organischer Korrelate, vorliegend in der Bildgebung des Zentralnervensystems nach Unfall mit Schlag auf
den Kopf, nicht diagnostiziert werden könne.
Die Gutachter des
L._
hielten hierzu fest, dass bildgebend abgesehen von der oberflächlichen Riss-Quetsch-Wunde am Kopf keine strukturellen Befunde im Sinne von posttraumatischen Veränderungen festgestellt worden seien
und sich bei Fehlen von strukturellen organisch-neurologischen Befunden die Diagnose eines psychoorganischen Syndroms nach Schädel-Hirn-Trauma nicht stellen lasse
(
vgl. vorstehend E. 3.5).
Nach dem Gesagten erübrigen sich w
eitere Aus
führungen dazu.
4.5
Gemäss BGE 143 V 418 sind grundsätzlich sämtliche psychischen Erkrankungen einem strukturierten Beweisverfahren nach BGE 141 V 281 zu unterziehen (E.
7.2; vgl. BGE 143 V 409 E. 4.5.1). Entscheidend ist dabei, unabhängig von der diag
nostischen Einordnung des Leidens, ob es gelingt, auf objektivierter Beurtei
lungsgrundlage den Beweis einer rechtlich relevanten Arbeits- und Erwerbsun
fähigkeit zu erbringen, wobei die versicherte Person die materielle Beweislast zu tragen hat (BGE 143 V 409 E. 4.5.2 unter Hinweis auf BGE 141 V 281 E. 3.7.2; vgl. BGE 144 V 50 E. 4.3).
Die Ansicht der Beschwerdegegnerin, wonach sich vorliegend eine Prüfung der Standardindikatoren erübrige, da keine psychische Beeinträchtigung mit Auswir
kung auf die Arbeitsfähigkeit vorliege (vgl.
Urk.
4 S. 2), ist mit Blick auf die geänderte und oben erwähnte Rechtsprechung nicht nachvollziehbar. Gemäss neuerer Rechtsprechung sind f
ür die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit somit auch bei den leichten bis mittelgradigen depressiven Störungen systematisierte Indika
toren beachtlich, die es – unter Berücksichtigung leistungshindernder äusserer Belastungsfaktoren einerseits und von Kompensationspotentialen (Ressourcen) andererseits – erlauben, das tatsächlich erreichbare Leistungsvermögen einzu
schätzen (BGE 141 V 281 E. 2, E. 3.4-3.6 und 4.1).
Die am 3
0.
November 2017 geänderte Rechtsprechung hätte damit der Beschwerdegegnerin im Zeitpunkt der Beschwerdeantwort vom
1.
Fe
bruar 2018 bekannt sein müssen und es wäre
folglich
Sache der Beschwerdegegnerin als Rechtsanwenderin gewesen
,
im Rahmen
der Beweiswürdigung zu prüfen, ob sich die Gutachter an die massgebenden nor
mativen Rahmenbedingungen gehalten und das Leistungsvermögen in Berück
sich
tigung der einschlägigen Indikatoren eingeschätzt haben.
4.6
Soweit sich der Beschwerdeführer auf den Standpunkt stellt, dass im
Z._
-Gut
achten keine Prüfung der Standardindikatoren erfolgte (vgl.
Urk.
1 S. 16 oben), kann ihm nicht gefolgt werden. So machte der psychiatrische Gutachter ent
sprechende
Ausführungen zum Gesundheitsschaden, zur Persönlichkeit, zum sozia
len Kontext sowie zur Konsistenz (vgl.
Urk.
5/110
S. 14 ff.).
4.6.1
Der
psychiatrische
Gutachter
des
Z._
begründete, unter Bezugnahme auf die diagnoserelevanten Befunde
und deren Ausprägung
, die von ihm gestellten Diag
nosen einlässlich und setzte sich zudem mit früher gestellten Diagnosen ausein
ander
(vgl. vorstehend E.
3.8
und E.
4.4
)
.
So erachtete
er das depressive Zustands
bild als leichtgradig
und beschrieb eine depressive Verstimmung, leichte Kon
zentrationsstörungen und negative Zukunftsperspektiven (vgl.
Urk.
5/110 S. 14
Ziff.
4.1.10.1).
Wurde wie vorliegend in tatsächlicher medizinischer Hinsicht festgestellt, es seien keine funktionellen Einschränkungen auf das psychiatrische Leiden zurückzuführen, kann aus rechtlicher Sicht kaum je von einer schweren Ausprägung des Krankheitsgeschehens ausgegangen werden
. Dies lässt sich auch aus früheren Berichten schliessen.
Im Bericht der Rehaklinik
D._
fällt auf, dass über eindeutige Hinweise auf eine bewusste negative Antwortverzerrung berichtet wurde und sich innerhalb des kognitiven Testprofils erhebliche Inkonsi
stenzen gezeigt haben. Sodann wurde die Glaubhaftigkeit des Ausmasses der angegeben kognitiven Beschwerden und der diagnostisch festgestellten Leis
tungs
einbussen in Frage gestellt (vgl. vorstehend E. 3.3). In diesem Beri
cht wie auch im Bericht der K
linik
F._
fällt weiter auf, dass die behandelnden Fachärzte jeweils von einer Anpassungsstörung mit längerer depressive
r
Reaktion
(vgl. vorstehend E. 3.4)
und somit ebenfalls nicht von einem schweren depres
siven Zustandsbild
ausgegangen sind.
Schliesslich ist nicht auszuschliessen und sogar anzunehmen, dass sich die psychiatrische Beurteilung im
L._
-Gutachten vorwiegend auf subjektive Angaben stütz
t
e, wie dies
im Gutachten
festgehalten wurde
(vgl. vorstehend E. 3.5) und worauf auch der RAD-Arzt
M._
aufmerksam machte (vgl. vorstehend E. 3.6).
4.6.2
Zum Behandlungserfolg und zur Behandlungsresistenz ist festzuhalten, dass
der Beschwerdeführer
zwar
in ambulanter psychiatrisch-psychotherapeutischer Be
hand
lung steht, diese jedoch im aktuellen Setting offenbar seit Jahren unver
ändert ist.
So habe er seit dem Unfall ein bis drei Mal pro Monat einen Termin bei Dr.
A._
(vgl. S. 10 Ziff. 4.1.1.2 des Gutachtens).
Der Beschwerde
führer war im Jahr 2014
in einer psychosomatischen Rehabilitation
in der
K
linik
F._
und profitierte dort von der vorgegebenen Tagesstruktur und den sozialen Kontakten. Es hätten eigene Ressourcen teilweise aktiviert werden können und der Beschwerdeführer konnte sich während der
Hospitalisation
psy
chophysisch stärken (vgl. vorstehend E. 3.4).
Daraus ist ein gewisser Erfolg der stationären Therapie ersichtlich.
Der
psychiatrische
Behandlungsverlauf
wurde im Gutachten
nachgezeichnet, ebenso das bisherige Ausbleiben von Eingliederungsmassnahmen.
Zu v
erbleiben
den Therapieoptionen
hielt der psychiatrische Gutachter des
Z._
fest,
dass eine Behandlung theoreti
sch intensiviert werden könnte. Weiter führte er aus, dass d
ie Einnahme des Benzodiazepins auf die Nacht
sowie die
Analgetikaeinnahme
kontrolliert werden
sollte.
Zudem
erachtete er tagesstrukturierende Massnahmen als hilfreich
(vgl.
Urk.
5/110 S. 15
Ziff.
4.1.10.3)
. Nach dem Gesagten
sind die Therapieoptionen noch nicht ausgeschöpft.
4.6.3
In Bezug auf die Komorbiditäten ist festzuhalten, dass
otorhinolaryngologische
Diagnosen vorliegen
,
welche den Beschwerdeführer
neben entsprechenden quali
tativen Einschränkungen zusätzlich
in quantitativer Hinsicht
im Umfang von 10
%
in der Leistungsfähigkeit einschränken
.
Zwar hielt der psychiatrische Gut
achter fest, die Störungen könnten sich gegenseitig negativ beeinflussen, nannte jedoch als Resultat einer solchen Wechselwirkung einzig eine erhöhte Ermüd
barkeit (S. 13 oben).
4.6.
4
Sodann äusserte sich der Gutachter zur Persönlichkeitsdiagnostik und den per
sönlichen Ressourcen
(vgl.
Urk.
5/110 S. 14
Ziff.
4.1.10.1 unten
)
wie auch zum sozialen Kontext
(vgl.
Urk.
5/110 S. 14
Ziff.
4.1.10.2
)
.
Deutlich auffällige
Persön
lichke
itsszü
ge
für die Achse-II-Diagnose einer Persönlichkeitsstörung würden nicht bestehen und gegen diese Diagnose spreche vor allem auch der Verlauf mit vor der Erkrankung sonst normaler Sozialisation und voller Leistungsfähigkeit.
Weiter ist festzuhalten, dass d
er Beschwerdeführer in einem soweit intakten Familienleben
lebt
,
auch wenn die Beziehung zu seiner Ehefrau durch den Umstand der Erkrankung angespannt und belastet ist,
wenig
e
Kontakte
hat
(
Urk.
5/110 S. 11 Mitte)
und Ferien im Kosovo
macht (gemäss Akten im Juli 2017,
vgl.
Urk.
5/110 S. 11 Mitte; sowie auch über die Festtage 2016, vgl.
Urk.
5/110
/37)
.
Der Beschwerdeführer geht einmal
am
Tag in den nahegelegenen Migros und kauft eine Kleinigkeit ein (vgl.
Urk.
5/110 S. 8
Ziff.
3.1.2)
und fährt kurze Strecken mit dem Auto
(
Urk.
5/110 S. 11 Mitte)
.
4.6.
5
Schliesslich nahm
d
er psychiatrische
Gutachter des
Z._
auch
zum Aspekt der Konsistenz Stellung
(vgl.
Urk.
5/110 S. 15
Ziff.
4.1.10.4
)
.
Hinsichtlich des
Gesichtspunkts des behandlungs- und eingliederungsanamnestisch ausgewie
senen
Leidensdrucks ist schliesslich festzuhalten, dass
seit 2013 eine psychiatrische
und medikamentöse
Behandlung
stattfindet
.
Eine Anpassung des therapeutischen Settings, wie beispielsweise eine
Erhöhung der Therapiefrequenz oder ein Thera
peutenwechsel
,
wurde seither nicht vorgenommen.
Bis auf die psychosomatische Rehabilitation in der
K
linik
F._
im Jahr 2014, fand seither
auch
keine
weitere
stationäre Behandlung me
hr statt. Weiter scheint auch die medi
kamen
töse Behandlung, insbesondere in der Nacht
,
nicht optimal zu sein. Schliesslich hielt der psychiatrische Gutachter des
Z._
fest, dass die Medikamentenspiegel, die bestimmt worden seien, auf eine schlechte Compliance hinweisen würden
(vgl.
Urk.
5/110 S. 9
Ziff.
3.2.2)
.
Sodann brachten die Gutachter klar zum Ausdruck, dass
eine Diskrepanz zwischen dem Ausmass der subjektiv geklagten Beschwer
den und den objektivierbaren Befunden bestehe.
4.7
Nach dem Gesagten umfasste d
ie gutachterliche Beurteilung somit das ganze Leistungsprofil mit sowohl negativen als auch positiven Anteilen und ist so verfasst, dass die attestierte Arbeitsunfähigkeit «gleichsam aus dem Saldo aller wesentlichen Belastungen und Ressourcen» (BGE 141 V 281 E. 3.4.2.1) abgeleitet wurde.
Die Gutachter sind somit bei der Beantwortung der Frage, wie sie das Leistungsvermögen einschätzen, den einschlägigen Indikatoren gefolgt, sie haben ausschliesslich funktionelle Ausfälle berücksichtigt, welche Folgen der gesund
heit
lichen Beeinträchtigung sind, und ihre versicherungsmedizinische Zumut
barkeitsbeurteilung ist auf objektivierter Grundlage erfolgt
.
Die von der Rechts
an
wendung zu prüfende Frage, ob sich die Gutachter an die massgebenden norma
tiven Rahmenbedingungen gehalten und das Leistungsvermögen in Be
rück
sichtigung der einschlägigen Indikatoren eingeschätzt haben (BGE 141 V 281 E. 5.2.2), ist demnach zu bejahen.
Die funktionellen Auswirkungen der medizi
nisch festgestellten gesundheitlichen Anspruchsgrundlage lassen sich
nach dem Gesagten
anhand der Standardindikatoren schlüssig und widerspruchsfrei mit überwiegende
r
Wahrscheinlichkeit nachweisen.
4.8
Zusammenfassend führt die Prüfung der einzelnen Indikatoren zum Schluss, dass der gutachterlichen Beurteilung, wonach neben der 10%igen Einschränkung auf
grund der somatischen Diagnosen keine zusätzliche Einschränkung der Arbeits
fähigkeit wegen des psychischen Leidens besteht, schlüssig und widerspruchsfrei gefolgt werden kann und somit mit (zumindest) überwiegender Wahrscheinlich
keit feststeht, dass in näher umschriebenen angepassten Tätigkeiten eine Arb
eits
fähigkeit von 90
%
besteht.
5.
5.1
Im Weiteren
ist
zu beurteilen, ob für den Beschwerdeführer auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt
realistischerweise
geeignete Arbeitsstellen zur Verfügung stehen, an
denen er die ihm verbleibende Restarbeitsfähigkeit
zumutbarerweise
noch ganz oder teilweise verwerten kann.
5.2
Die Definition der Erwerbsunfähigkeit in
Art.
7 ATSG setzt einen ausgeglichenen Arbeitsmarkt voraus.
Der Begriff des ausgeglichenen Arbeitsmarktes gemäss Art. 16 ATSG ist ein theoretischer und abstrakter Begriff, welcher die konkrete Arbeitsmarktlage nicht berücksichtigt und dazu dient, den Leistungsbereich der Invalidenversicherung von jenem der Arbeitslosenversicherung abzugrenzen (BGE 134 V 64 E. 4.2.1, BGE 110 V 273 E. 4b; vgl. auch BGE 141 V 351 E. 5.2, 141 V 343 E. 5.2). Er umschliesst einerseits ein gewisses Gleichgewicht zwischen dem Angebot von und der Nachfrage nach Stellen; anderseits bezeichnet er einen Arbeitsmarkt, der von seiner Struktur her einen Fächer verschiedenartiger Stellen offenhält, und zwar sowohl bezüglich der dafür verlangten beruflichen und intellektuellen Voraussetzungen wie auch hinsichtlich des körperlichen Einsatzes (BGE 110 V 273 E. 4b; ZAK 1991 S. 320 f. E. 3b; Urteile des Bundesgerichts 9C_830/2007 vom 29. Juli 2008 E. 5.1 und 9C_192/2014 vom 23. September 2014 E. 3.1, je mit Hinweisen). Nach diesen Gesichtspunkten bestimmt sich im Einzelfall, ob die versicherte Person die Möglichkeit hat, ihre restliche Erwerbs
fähigkeit zu verwerten, und ob sie ein rentenausschliessendes Einkommen zu erzielen vermag oder nicht (BGE 110 V 273 E. 4b; Meyer/
Reichmuth
, Bundes
gesetz über die Invalidenversicherung, 3. Aufl. 2014,
Rz
131 zu Art. 28a IVG).
Dabei ist nicht von realitätsfremden Einsatzmöglichkeiten auszugehen. Es können nur Vorkehren verlangt werden, die unter Berücksichtigung der gesamten objektiven und subjektiven Gegebenheiten des Einzelfalles zumutbar sind. An die Konkretisierung von Arbeitsgelegenheiten und Verdienstaussichten sind jedoch rechtsprechungsgemäss
keine übermässigen Anforderungen
zu stellen (Urteil des Bundesgerichts 9C_910/2011 vom 30. März 2012 E. 3.1 mit Hinweis; vgl. BGE 138 V 457 E. 3.1). Der ausgeglichene Arbeitsmarkt umfasst auch sogenannte Nischenarbeitsplätze, also Stellen- und Arbeitsangebote, bei denen Behinderte
mit einem sozialen Entgegenkommen von Seiten des Arbeitgebers rechnen können
(Urteil des Bundesgerichts 8C_582/2015 vom 8. Oktober 2015 E. 5.11 mit Hin
weisen). Von einer Arbeitsgelegenheit kann nicht mehr gesprochen werden, wenn die zumutbare Tätigkeit nur noch in so eingeschränkter Form möglich ist, dass sie der ausgeglichene Arbeitsmarkt praktisch nicht kennt oder sie nur unter nicht realistischem Entgegenkommen eines durchschnittlichen Arbeitgebers möglich wäre und das Finden einer entsprechenden Stelle daher von vornherein als ausge
schlossen erscheint
(vgl. statt vieler: Urteile des Bundesgerichtes 8C_434/2017 vom 3. Januar 2018 E. 7.2.1 und 9C_253/2017 vom 6. Juli 2017 E. 2.2.1, je mit weiteren Hinweisen).
Für die Invaliditätsbemessung ist nicht massgebend, ob eine invalide Person unter den konkreten Arbeitsmarktverhältnissen vermittelt werden kann, sondern einzig, ob sie die ihr verbliebene Arbeitskraft noch wirtschaftlich nutzen könnte, wenn ein Gleichgewicht von Angebot und Nachfrage nach Arbeitsplätzen bestünde (statt vieler: Urteil des Bundesgerichts 8C_645/2017 vom 23. Januar 2018 E. 4.3.2 mit Hinweis; Meyer/
Reichmuth
, Bundesgesetz über die Invalidenversicherung, 3. Aufl.
2014,
Rz
132 zu Art. 28a IVG).
5.3
Das seitens der
Z._
-Gutachter (vorstehend E. 3.8) formulierte Anforderungsprofil für eine - dem Beschwerdeführer nach dem Gesagten (vgl. vorstehend E. 4) zu 90
%
zumutbare - Tätigkeit lautet folgendermassen:
A
udi
t
iv qualifizierende Tätig
keiten, Tätigkeiten unter erhöhtem Umgebungsgeräuschpegel sowie Tätig
keiten, welche ein intaktes Richtungshören voraussetzen
würden, ebenso
sturzge
fährdende Tätigkeiten, Tätigkeiten mit Eigen- oder Fremdgefährdung oder mit Not
wendigkeit des berufsmässigen Führens eines Kraftfahrzeuges
seien
ungeeig
net
. Zusätzlich können
Tätigkeiten in
knieender
Position, Tätigkeiten mit der Not
wendigkeit des Zurücklegens längerer Gehstrecken (länger als 500 Meter am Stück) mit häufigem Treppensteigen oder Gehen auf unebenem Terrain nicht zugemutet werden
(vgl.
Urk.
5/110 S. 25
Ziff.
6.2)
.
Entgegen der Ansicht der Beschwerdeführerin darf angenommen werden, dass auf dem hypothetischen Arbeitsmarkt genügend Tätigkeiten existieren, welche diesem Anforderungsprofil entsprechen. Es gibt in Industrie und Gewerbe ein
fache Hilfsarbeiten, die den obigen Anforderungen zu genügen vermögen, zu denken ist dabei an Kontroll- und Überwachungsarbeiten. Inwiefern solche
Tätig
keiten nicht
zumutbar sind, ist nicht ersichtlich und wird
vom
Beschwerdeführer nicht
weiter ausgeführt
. Es ist diesbezüglich nicht von realitätsfremden und in diesem Sinn unmöglichen oder unzumutbaren Einsatzmöglichkeiten auszugehen.
Zwar sind
insbesondere
infolge der
otorhinolaryngologischen
Diagnosen
aber auch in geringerem Mass
e
aus Sicht des Bewegungsapparates
Einschränkungen vorhanden.
Es kann
jedoch
nicht
gesagt werden, dass die zumutbare Tätigkeit
nurmehr
in so eingeschränkter Form möglich ist, dass sie der ausgeglichene Arbeitsmarkt praktisch nicht kennt oder sie nur unter nicht realistischem Ent
gegenkommen eines durchschnittlichen Arbeitgebers möglich wäre und das Finden einer entsprechenden Stelle daher von vornherein als ausgeschlossen erscheint
.
So ist der Beschwerdeführer
entgegen seiner Ansicht nach wie vor im Umfang von 90
%
arbeitsfähig. Weiter
ist zu berücksichtigen, dass
in Industrie und Gewerbe Arbeiten, welche physische Kraft verlangen, seit vielen Jahren und in ständig zunehmendem
Ausmass
durch Maschinen verrichtet werden, während den Überwachungsfunktionen wie auch im Dienstleistungsbereich
grosse
und wachsende Bedeutung zukommt.
Das Alter
des
(19
60
geborenen) Beschwerde
führer
s
sowie die fehlenden Deutschkenntnisse stehen der
Verwertbarkeit
der Restarbeitsfähigkeit in einer einfachen
bis mittelschweren
Hilfsarbeit ebenfalls nicht entgegen. Hilfsarbeiten werden auf dem hier
massgebenden
hypothetischen ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 16 ASTG) grundsätzlich altersunabhängig nachgefragt und das Alter wirkt sich in diesen Tätigkeiten auch nicht lohn
senkend aus (AHI 1999 S. 242 E. 4a; vgl. Urteil des Eidgenössischen Versi
che
rungsgerichts I 303/06 vom 17. August 2006 E. 6.2.1).
In Gesamtwürdigung der für die Zumutbarkeitsfrage im vorliegenden Fall
mass
gebenden
objektiven und subjektiven Umstände ist davon auszugehen, dass dem Beschwerdeführer auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt geeignete Arbeitsstellen zur Verfügung stehen, an denen er die ihm verbleibende Restarbeitsfähigkeit noch verwerten kann und ihm die Verwertung gestützt auf die Selbsteingliederungslast zumutbar ist.
6.
6.1
Weiter ist der durch die Beschwerdegegnerin zur Ermittlung der erwerblichen Auswirkungen vorgenommene Einkommensvergleich zu beurteilen.
6.2
Die Beschwerdegegnerin nahm in der angefochtenen Verfügung ein
Validen
einkommen
von
Fr.
64‘384.10
(Urk. 2 S. 2)
an, was von Seiten des Beschwer
d
e
führers nicht bestritten wurde
und nicht zu beanstanden ist.
6.3
Für die Bemessung des Invalideneinkommens stellte die Beschwerdegegnerin
auf Tabellenlöhne ab (Urk. 2. S. 2, Urk. 5/112)
was
ebenfalls
nicht zu beanstanden ist
und vom Beschwerdeführer einzig hinsichtlich des vorgenommenen Abzugs be
stritten
wurde
.
Die Beschwerdegegnerin nahm aufgrund der Einschränkungen des Beschwerde
führers einen leidensbedingten Abzug von
10
% vom Invalideneinkommen vor
(vgl.
Urk.
2 S. 2 sowie
Urk.
5/112/1)
. Das kantonale Gericht hat nicht ohne triftigen Grund sein Ermessen an die Stelle desjenigen der Verwaltung zu setzen (vgl. etwa Urteil des Bundesgerichts I 337/06 vom 14. Juli 2006, E. 3.2). Der von der IV-Stelle unter
Berücksichtigung aller Umstände vorgenommene behinde
rungsbedingte Abzug von
10
%
erweist sich vorliegend als nicht unangemessen und es sind insbesondere keine triftigen Gründe ersichtlich, aufgrund welcher das Gericht vom Ermessen der Verwaltung abweichen sollte.
Damit resultiert insg
e
samt ein Invaliditätsgrad von 18
%
, weshalb dem Beschwerdeführer keine Rente der
Invalidenversicherung zusteht.
6.
4
Nach dem Gesagten erweist sich die angefochtene Verfügung als rechtens, was zur Abweisung der Beschwerde führt.
7.
Da es im vorliegenden Verfahren um die Bewilligung oder Verweigerung von IV-Leistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen und auf Fr.
900.--
anzuset
zen.
Ausgangsgemäss
sind sie dem
Beschwerdeführer aufzuer
legen (
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG).