# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** b8c97407-c489-4e41-8fec-4b71223631f3
**Court:** SG_VG
**Chamber:** SG_VG_001
**Year:** 2022
**Language:** de
**Jurisdiction:** SG / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Das Verwaltungsgericht stellt fest:
A.
Die A._ GmbH hat ihren Sitz in X._ (Österreich). In K._ befindet sich eine
Zweigniederlassung der A._ GmbH mit dem Zweck der Betreuung von Schweizer
Kunden durch Beratung vor Ort, insbesondere Betreuung der Kunden mit Reisebeginn
ab K._ (www.zefix.ch). Mit E-Mail vom 17. Juni 2021 erkundigte sich eine Schweizer
Treuhandfirma im Namen der A._ GmbH beim Volkswirtschaftsdepartement, ob die
Zweigniederlassung im Kanton St. Gallen eine finanzielle Härtefallunterstützung im
Zusammenhang mit der Covid-19-Epidemie beantragen könne. Nach abschlägiger
Antwort des Amtes für Wirtschaft und Arbeit beantragte die A._ GmbH eine
anfechtbare Verfügung. Am 9. Juli 2021 reichte sie ein Gesuch ein, worin sie um
Gewährung eines nicht rückzahlbaren Beitrags von CHF 200'000 ersuchte. Mit
Verfügung vom 19. November 2021 wies das Volkswirtschaftsdepartement des
Kantons St. Gallen, vertreten durch das Amt für Wirtschaft und Arbeit, das Gesuch um
wirtschaftliche Unterstützung im Zusammenhang mit der Covid-19-Epidemie ab. Zur
Begründung wurde ausgeführt, es fehle an einem Sitz der Gesellschaft in der Schweiz.
Die Gebühr für die Verfügung wurde auf CHF 250 festgesetzt.
B.
Mit Eingabe vom 3. Dezember 2021 und Ergänzung vom 11. Januar 2022 erhob die
A._ GmbH (Beschwerdeführerin) Beschwerde gegen die ablehnende Verfügung des
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Volkswirtschaftsdepartements (Vorinstanz) vom 19. November 2021 mit den Anträgen,
diese sei aufzuheben und ihr sei ein nicht rückzahlbarer Beitrag in der Höhe von
CHF 200'000 auszuzahlen, eventualiter unter der Auflage, dass das Geld einzig der
Schweizer Zweigniederlassung zugutekomme, subeventualiter sei die Sache zur
Neubeurteilung der Höhe des nicht rückzahlbaren Beitrags an die Vorinstanz
zurückzuweisen, unter Kosten- und Entschädigungsfolge. Auf die Erhebung eines
Kostenvorschusses wurde seitens des Gerichtes vorläufig verzichtet.
Mit Vernehmlassung vom 9. Februar 2022 beantragte die Vorinstanz die Abweisung der
Beschwerde. Der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin reichte am 14. Februar 2022
seine Kostennote ein.
Auf die Erwägungen in der angefochtenen Verfügung und die Ausführungen der
Beteiligten zur Begründung ihrer Anträge sowie die Akten wird, soweit für den
Entscheid relevant, in den nachstehenden Erwägungen eingegangen.

## Considerations

Darüber zieht das Verwaltungsgericht in Erwägung:
1.
Das Verwaltungsgericht ist zum Entscheid in der Sache zuständig (Art. 59 Abs. 1 des
Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege; sGS 951.1, VRP). Als Adressatin der
ablehnenden Verfügung der Vorinstanz ist die Beschwerdeführerin zur Ergreifung des
Rechtsmittels berechtigt (Art. 64 in Verbindung mit Art. 45 Abs. 1 VRP). Die
Beschwerde wurde mit Eingabe vom 3. Dezember 2021 rechtzeitig erhoben.
Zusammen mit der Ergänzung vom 11. Januar 2022 erfüllt die Beschwerdeeingabe
formal wie inhaltlich die gesetzlichen Anforderungen (Art. 64 in Verbindung mit Art. 48
Abs. 1 und 2 VRP). Auf die Beschwerde ist einzutreten.
2.
Umstritten ist, ob die Beschwerdeführerin als im Kanton St. Gallen ansässige
Zweigniederlassung einer österreichischen juristischen Person Anspruch auf
Härtefallgelder hat. Die Beschwerdeführerin macht im Wesentlichen geltend, ihre
Zweigniederlassung in K._ verfüge über eine eigene Firmennummer im UID-Register
und zwei Vollzeitstellen. In steuerrechtlicher Hinsicht gelte sie als Betriebsstätte und sei
in der Schweiz steuerpflichtig. Bei rein grammatikalischer Auslegung von Art. 12 des
Bundesgesetzes über die gesetzlichen Grundlagen für die Verordnungen des
Bundesrates zur Bewältigung der Covid-19-Epidemie (SR 818.102, Covid-19-Gesetz)
zähle ihre Zweigniederlassung nicht zu den antragsberechtigen Unternehmen.
Schweizer Zweigniederlassungen von Unternehmen mit Hauptsitz in der Schweiz
bis
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erhielten Härtefallunterstützung, wobei dafür der Kanton am Hauptsitz für die
Ausrichtung der Gelder sämtlicher Zweigniederlassungen zuständig sei. Der
vorliegende Fall eines ausländischen Unternehmens mit Zweigniederlassung in der
Schweiz sei nirgends geregelt, weshalb eine vom Gericht zu schliessende Lücke
vorliege. Die Aufzählung der anspruchsberechtigten Unternehmen in Art. 12 Abs. 1 des
Covid-19-Gesetzes sei nicht abschliessend. Auch Stiftungen und Vereine gehörten
dazu. Einzelunternehmen und Personengesellschaften zählten ebenfalls zu den
Unternehmen, obschon sie wie Zweigniederlassungen keine eigene
Rechtspersönlichkeit besitzen würden. Im Gesellschaftsalltag seien sodann
Unterschiede zwischen einer in der Schweiz ansässigen Tochter-Aktiengesellschaft
einer ausländischen Gesellschaft und einer Zweigniederlassung eines ausländischen
Unternehmens inexistent. Es liege eine Ungleichbehandlung von Zweigniederlassungen
von Unternehmen mit Sitz in der Schweiz und solchen mit Sitz im Ausland vor. Für ihre
Zweigniederlassung erhalte sie keine Unterstützung des österreichischen Staates, da
die Besteuerung in der Schweiz erfolge. Sie sei auf dem Marktgebiet für
Pauschalreisen tätig. Die Vorenthaltung von Härtefallgeldern durch die Vorinstanz führe
zu unzulässigen Wettbewerbsverzerrungen, was eine Verletzung der Richtlinie 90/314/
EWG darstelle. Firmenintern seien keine österreichischen Fördergelder in die Schweizer
Zweigniederlassung geflossen. Im Verwaltungsrecht stehe die teleologische Auslegung
im Vordergrund. Die in Frage stehenden gesetzlichen Regelungen dienten dem Schutz
der Wirtschaft, insbesondere der Reisebranche. Zum Bezug von
Kurzarbeitsentschädigung seien die Zweigniederlassungen denn auch berechtigt. Nicht
zuletzt sei zu berücksichtigen, dass die gesetzlichen Bestimmungen pandemiebedingt
rasch hätten beschlossen werden müssen und der Gesetzestext von daher
fehleranfällig und auslegungsbedürftig sei. Denkbar wäre, dass ihr die
Härtefallunterstützung zugesprochen werde mit der Auflage, diese ausschliesslich der
Schweizer Zweigniederlassung zukommen zu lassen.
3.
3.1.
Mit der Beschwerde können Rechtsverletzungen geltend gemacht werden. Die
Beschwerdeführerin kann sich auch darauf berufen, die angefochtene Verfügung oder
der angefochtene Entscheid beruhe auf einem unrichtig oder unvollständig
festgestellten Sachverhalt (Art. 61 Abs. 1 und 2 VRP). Die Kognition des
Verwaltungsgerichts ist auf Rechtsverletzungen beschränkt. Falls einer Behörde beim
3.1.1.
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entsprechenden Entscheid ein Ermessensspielraum zukommt, hat das
Verwaltungsgericht diesen zu respektieren (Looser/Looser-Herzig, in: Rizvi/Schindler/
Cavelti [Hrsg.], Gesetz über die Verwaltungsrechtspflege, Praxiskommentar, Zürich/
St. Gallen 2020, N 3 und 5 zu Art. 61 VRP).
Art. 1 der Verordnung über Härtefallmassnahmen für Unternehmen im Zusammenhang
mit der Covid-19-Epidemie (in der bis 31. Dezember 2021 gültigen Fassung AS 2021
884, Covid-19-Härtefallverordnung) in Verbindung mit Art. 12 Abs. 1 des Covid-19-
Gesetzes hält den Grundsatz fest, wonach sich der Bund im Rahmen des von der
Bundesversammlung bewilligten Verpflichtungskredits an den Kosten und Verlusten
beteiligt, die einem Kanton aus seinen Härtefallmassnahmen für Unternehmen
entstehen, sofern die kantonale Regelung die Mindestvoraussetzungen dieser
Verordnung bezüglich der Anspruchsberechtigung der Unternehmen sowie der
Ausgestaltung der Massnahmen erfüllt (vgl. Art. 2 bis 6 der Covid-19-
Härtefallverordnung).
Der Kanton St. Gallen hat für die Ausgestaltung der Härtefallmassnahmen auf
Grundlage der bundesrechtlichen Bestimmungen gemäss Covid-19-Gesetz und
Covid-19-Härtefallverordnung das Gesetz über die wirtschaftliche Unterstützung von
Unternehmen sowie von durch die öffentliche Hand geführten öffentlichen Institutionen
der familienergänzenden Kinderbetreuung in Zusammenhang mit der Covid-19-
Epidemie (sGS 571.3, kantonales Covid-Gesetz) erlassen. Die Härtefallmassnahmen
sind begrenzt auf die Mittel des Bundes, die er für Härtefallmassnahmen bereitstellt,
und jene des Kantons, die maximal 95 Millionen Franken betragen (Art. 2 des
kantonalen Covid-Gesetzes). Gemäss Art. 3 Abs. 1 des kantonalen Covid-Gesetzes
kann der Kanton Unternehmen unter gewissen Voraussetzungen Härtefallmassnahmen,
darunter auch nicht rückzahlbare Beiträge, gewähren. Die Unternehmen können keinen
Anspruch auf Finanzhilfen geltend machen (Art. 5 Abs. 3 des kantonalen Covid-
Gesetzes).
Bundesrechtlich geregelt ist damit lediglich, unter welchen Bedingungen sich der Bund
an kantonalen Unterstützungsmassnahmen für Härtefälle beteiligt. Die Federführung
liegt allein bei den Kantonen. Sie definieren die Härtefallmassnahmen. Dabei liegt der
Entscheid, ob und in welchem Umfang Härtefallmassnahmen ergriffen werden, in deren
alleiniger Zuständigkeit. Die Kantone entscheiden also – zumindest für Unternehmen
mit einem Jahresumsatz von unter 5 Millionen Franken – frei, ob sie Massnahmen
3.1.2.
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ergreifen und, falls ja, wie sie diese ausgestalten. Damit sind die Rahmenbedingungen
dafür geschaffen, dass die Härtefallmassnahmen zum einen den unterschiedlichen
Gegebenheiten in den Kantonen gerecht werden und ihnen zum andern ein gewisser
Ermessensspielraum zukommt (Erläuterungen der Eidgenössischen Finanzverwaltung
vom 31. März 2021 zur Covid-19-Härtefallverordnung, act. 7/9, S. 2, nachfolgend:
Erläuterungen EFV). Die Verwendung des Begriffs "gewisser Ermessensspielraum"
rührt dabei von den bundesrechtlichen Vorgaben für eine finanzielle Beteiligung in der
Covid-19-Härtfallverordnung her, hat aber nichts mit der Freiheit der Kantone zu tun,
die Ausgestaltung der Entschädigungen, insbesondere deren Höhe, selber bestimmen
zu können.
Das zur Verfügung stehende Gesamtvolumen an finanziellen Mitteln wie auch die
Ausgestaltung als Kann-Vorschrift schränken die Rechtsansprüche auf die nicht
rückzahlbaren Beiträge ein oder schliessen solche nachgerade aus. Die staatlichen
Unterstützungen haben trotz und auch gerade wegen der besonderen gesundheitlichen
und gesellschaftlichen Situation der Bevölkerung den Charakter von Hilfestellungen
(und damit von Subventionen). Daran ändert nichts, dass Unternehmen, welche die
Voraussetzungen für die Gewährung von finanziellen Garantien und nicht rückzahlbaren
Beiträgen erfüllen, die Leistungen auch einfordern können. Wenn die Voraussetzungen
gegeben sind, entstehen zwar "Ansprüche"; deren Erfüllung geschieht jedoch im
Rahmen der vom Kantonsrat bewilligten Mittel (Art. 2 des kantonalen Covid-Gesetzes).
Somit wird deutlich, dass es sich nicht um klassische Ansprüche, begründet auf
durchsetzbaren Rechten, handelt, sondern vielmehr um berechtigte Erwartungen
gegenüber dem Gemeinwesen, das Unternehmen innerhalb der verfügbaren Mittel zu
unterstützen, wobei einerseits die Behandlung der Gesuche einer Verteilgerechtigkeit
unterliegt und es andererseits um eine angemessene Ausschüttung von Geldern,
bezogen auf die konkreten Verhältnisse des einzelnen Unternehmens, geht. In diesem
Sinn ist Art. 5 Abs. 3 des kantonalen Covid-Gesetzes, wonach kein Anspruch auf
Finanzhilfen geltend gemacht werden kann, zu verstehen.
Das bedeutet, dass der Kanton bei der Umsetzung der Covid-Massnahmen,
insbesondere im Rahmen der finanziellen Unterstützung von Betroffenen, analog dem
Subventionsrecht einen weiten Ermessenspielraum geniesst. Ähnlich den Subventionen
beziehen sich die Covid-Härtefallunterstützungen auf Spezialgebiete, und die
Rechtsmittelbehörden verfügen über keine eigenen Fachkenntnisse. Eine freie
Überprüfung der Praxis der Vorinstanz würde – wie bei den Subventionen – auch die
Gefahr von Ungerechtigkeiten und Ungleichheiten gegenüber anderen
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Antragsstellenden in sich bergen (vgl. zur Überprüfung von Subventionsentscheiden
BVGer A-1851/2013 vom 20. August 2013 E. 2 und B-8207/2010 vom 22. März 2011 E.
2.2 mit Hinweisen; im Allgemeinen BGE 133 II 35 E. 3). Das Verwaltungsgericht hat sich
daher bei der Überprüfung der Gewährung von Härtefallgeldern Zurückhaltung
aufzuerlegen, indem es in Fragen, die durch die Justizbehörden naturgemäss schwer
überprüfbar sind, nicht ohne Not von den Beurteilungen des erstinstanzlichen
Fachgremiums abweicht. Insbesondere bei der Bewertung und Einstufung der in den
Rechtsgrundlagen definierten Kriterien ist ein erheblicher Beurteilungsspielraum
vorhanden (vgl. analog zum Vergaberecht BGE 139 II 185 E. 9.3, VerwGE B 2020/29
vom 13. März 2020 E. 2.3.2). Diesen Ermessensbereich hat das Gericht zu
respektieren, soweit nicht frei zu prüfende Rechtsfragen zur Diskussion stehen. Hat
eine fachkundige Behörde, wie hier das vom Kanton bestellte Fachgremium (Art. 11
Abs. 4 des kantonalen Covid-Gesetzes), eine Empfehlung abgegeben, ist substantiiert
darzulegen, inwiefern das Ermessen überschritten oder allenfalls unterschritten ist (vgl.
BGE 141 II 14 E. 8.3).
Nach Art. 12 Abs. 1 des Covid-19-Gesetzes kann der Bund auf Antrag eines oder
mehrerer Kantone Massnahmen für Einzelunternehmen, Personengesellschaften oder
juristische Personen mit Sitz in der Schweiz (Unternehmen) unterstützen, die vor dem
1. Oktober 2020 gegründet worden sind oder ihre Geschäftstätigkeit aufgenommen
haben, am 1. Oktober 2020 ihren Sitz im jeweiligen Kanton hatten, aufgrund der Natur
ihrer wirtschaftlichen Tätigkeit von den Folgen von Covid-19 besonders betroffen sind
und einen Härtefall darstellen, insbesondere Unternehmen in der Wertschöpfungskette
der Eventbranche, Schausteller, Dienstleister der Reisebranche, Gastronomie- und
Hotelleriebetriebe sowie touristische Betriebe. Ein Härtefall liegt vor, wenn der
Jahresumsatz unter 60 Prozent des mehrjährigen Durchschnitts liegt. Die gesamte
Vermögens- und Kapitalsituation ist zu berücksichtigen sowie der Anteil an nicht
gedeckten Fixkosten (Art. 12 Abs. 1 des Covid-19-Gesetzes). Der Bundesrat regelt
die Einzelheiten in einer Verordnung, wobei er Unternehmen berücksichtigt, die im
Durchschnitt der Jahre 2018 und 2019 einen Umsatz von mindestens CHF 50'000
erzielt haben (Art. 12 Abs. 4 des Covid-19-Gesetzes). Für Unternehmen, die aufgrund
von Massnahmen des Bundes oder der Kantone zur Eindämmung der Covid-19-
Epidemie ihren Betrieb ab dem 1. November 2020 für mehrere Wochen schliessen
müssen oder die während dieser Dauer in der betrieblichen Tätigkeit erheblich
eingeschränkt werden, kann der Bundesrat die Anspruchsvoraussetzungen für die
Unternehmen nach diesem Artikel lockern (Art. 12 Abs. 5 des Covid-19-Gesetzes).
3.2.
bis
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Art. 1 der Covid-19-Härtefallverordnung in Verbindung mit Art. 12 Abs. 1 des Covid-19-
Gesetzes hält den Grundsatz fest, wonach sich der Bund im Rahmen des von der
Bundesversammlung bewilligten Verpflichtungskredits an den Kosten und Verlusten
beteiligt, die einem Kanton aus seinen Härtefallmassnahmen für Unternehmen
entstehen, sofern die kantonale Regelung die Mindestvoraussetzungen dieser
Verordnung bezüglich der Anspruchsberechtigung der Unternehmen sowie der
Ausgestaltung der Massnahmen erfüllt (vgl. Art. 2 bis 6 der Covid-19-
Härtefallverordnung). Nach Art. 2 der Covid-19-Härtefallverordnung haben die
Unternehmen die Rechtsform eines Einzelunternehmens, einer Personengesellschaft
oder einer juristischen Person mit Sitz in der Schweiz. Das Unternehmen verfügt über
eine Unternehmens-Identifikationsnummer (UID-Nummer). Die Unternehmen richten ihr
Gesuch an denjenigen Kanton, in welchem sie am 1. Oktober 2020 ihren Sitz hatten
(Art. 13 Abs. 1 der Covid-19-Härtefallverordnung).
Das schweizerische Handelsgesellschaftsrecht ist grundsätzlich ausgerichtet auf die
wirtschaftlich und rechtlich selbständige, einheitlich organisierte und geführte
Unternehmung. Im Zuge wirtschaftlichen Wachstums kann sich jedoch eine stärkere
Strukturierung aufdrängen. Mit der Zweigniederlassung sieht das Schweizerische
Privatrecht die Möglichkeit vor, dass ein Unternehmen sich seine rechtliche Einheit
bewahren, sich aber regional ausbreiten, an verschiedenen Orten Produktions- oder
Vetriebsstellen errichten und diesen eine gewisse organisatorische und wirtschaftliche
Selbständigkeit verleihen kann. Der Begriff der Zweigniederlassung wird im Gesetz an
verschiedenen Stellen vorausgesetzt, aber nicht definiert. Nach herrschender Lehre
und bundesgerichtlicher Praxis ist darunter ein kaufmännischer Betrieb zu verstehen,
der zwar rechtlich Teil einer Hauptunternehmung ist, von der er abhängt, aber in
eigenen Räumlichkeiten dauernd eine gleichartige Tätigkeit wie jene ausübt und dabei
über eine gewisse wirtschaftliche und geschäftliche Selbstständigkeit verfügt (vgl. BGE
117 II 85). Rechtlich bleibt die Zweigniederlassung Bestandteil des
Gesamtunternehmens. Durch diese rechtliche Abhängigkeit, also das Fehlen einer
eigenen Rechtspersönlichkeit (und damit auch Parteifähigkeit), unterscheidet sich die
Zweigniederlassung insbesondere von der Tochtergesellschaft. Zweigniederlassungen
sind in das Handelsregister des Ortes einzutragen, an dem sie sich befinden (Art. 931
Abs. 2 OR). Auch ausländische Gesellschaften können in der Schweiz
Zweigniederlassungen errichten. Diese sind ebenfalls in das Handelsregister
einzutragen (Art. 935 Abs. 2 OR) und unterstehen nach Art. 160 Satz 2 des
Bundesgesetzes über das Internationale Privatrecht (SR 291, IPRG) schweizerischem
Recht (vgl. zum Ganzen Meyer-Hayoz/Forstmoser/Sethe, Schweizerisches
3.3.
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4.
Die Beschwerdeführerin ist eine GmbH nach österreichischem Recht mit Sitz in X._
(Österreich). Seit 2009 betreibt sie in K._ eine Zweigniederlassung. Wie die
Beschwerdeführerin selbst zutreffend ausführt, besitzt diese keine
Gesellschaftsrecht, 12. Aufl. 2018, S. 832 ff.).
In steuerrechtlicher Hinsicht ist eine juristische Person aufgrund wirtschaftlicher
Zugehörigkeit in der Schweiz steuerpflichtig, wenn sie hier eine Betriebsstätte unterhält
(Art. 51 Abs. 1 lit. b des Bundesgesetzes über die direkte Bundessteuer, SR 642.11,
DBG, Art. 72 Abs. 1 lit. b des Steuergesetzes, sGS 811.1; sog. Nebensteuerdomizil).
Eine Zweigniederlassung gilt als Betriebsstätte (Richner/Frei/Kaufmann/Meuter,
Handkommentar zum DBG, 3. Aufl. 2016, N 23 zu Art. 4 DBG). Dies ist auch in Art. 5
Abs. 2 lit. b des Abkommens zwischen der Schweizerischen Eidgenossenschaft und
der Republik Österreich zur Vermeidung der Doppelbesteuerung auf dem Gebiete der
Steuern vom Einkommen und vom Vermögen (SR 0.672.916.31, DBA-A) so geregelt.
Die Steuerpflicht beschränkt sich auf den in der Schweiz erzielten Ertrag, welcher
objektmässig ermittelt wird (Richner/Frei/Kaufmann/Meuter, a.a.O., N 5 zu Art. 52 DBG;
Art. 7 Abs. 1 DBA-A).
Eine Lücke im Gesetz besteht, wenn sich eine Regelung als unvollständig erweist, weil
sie jede Antwort auf die sich stellende Rechtsfrage schuldig bleibt oder eine Antwort
gibt, die aber als sachlich unhaltbar angesehen werden muss. Hat der Gesetzgeber
eine Rechtsfrage nicht übersehen, sondern stillschweigend – im negativen Sinn –
mitentschieden (sog. qualifiziertes Schweigen), bleibt kein Raum für richterliche
Lückenfüllung (BGE 135 III 385 E. 2.1, 135 V 279 E. 5.1). Eine echte Gesetzeslücke liegt
nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts dann vor, wenn der Gesetzgeber etwas
zu regeln unterlassen hat, was er hätte regeln sollen, und dem Gesetz diesbezüglich
weder nach seinem Wortlaut noch nach dem durch Auslegung zu ermittelnden Inhalt
eine Vorschrift entnommen werden kann. Ist der Text nicht ganz klar und sind
verschiedene Interpretationen möglich, so muss nach seiner wahren Tragweite gesucht
werden, unter Berücksichtigung aller Auslegungselemente. Abzustellen ist dabei
namentlich auf die Entstehungsgeschichte der Norm und ihren Zweck, auf die dem
Text zugrundeliegenden Wertungen sowie auf die Bedeutung, die der Norm im Kontext
mit anderen Bestimmungen zukommt. Das Bundesgericht hat sich bei der Auslegung
von Erlassen stets von einem Methodenpluralismus leiten lassen und nur dann allein
auf das grammatische Element abgestellt, wenn sich daraus zweifelsfrei die sachlich
richtige Lösung ergab (BGE 133 V 9 E. 3.1, 132 III 707 E. 2).
3.4.
http://relevancy.bger.ch/php/clir/http/index.php?lang=de&type=show_document&page=1&from_date=&to_date=&from_year=1954&to_year=2022&sort=relevance&insertion_date=&from_date_push=&top_subcollection_clir=bge&query_words=&part=all&de_fr=&de_it=&fr_de=&fr_it=&it_de=&it_fr=&orig=&translation=&rank=0&highlight_docid=atf%3A%2F%2F135-III-385%3Ade&number_of_ranks=0&azaclir=clir#page385 http://relevancy.bger.ch/php/clir/http/index.php?lang=de&type=show_document&page=1&from_date=&to_date=&from_year=1954&to_year=2022&sort=relevance&insertion_date=&from_date_push=&top_subcollection_clir=bge&query_words=&part=all&de_fr=&de_it=&fr_de=&fr_it=&it_de=&it_fr=&orig=&translation=&rank=0&highlight_docid=atf%3A%2F%2F135-V-279%3Ade&number_of_ranks=0&azaclir=clir#page279
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Rechtspersönlichkeit und damit auch keine Parteifähigkeit. Die Zweigniederlassung
begründet auch keinen eigenständigen Sitz am Ort, wo sie sich befindet. Rechtlich
gesehen kann eine Gesellschaft nur einen Sitz haben (Meyer-Hayoz/Forstmoser/Sethe,
a.a.O., S. 835). Vom in Art. 12 Abs. 1 des Covid-19-Gesetzes und Art. 2 Abs. 1 der
Covid-19-Härtefallverordnung definierten Begriff des (antragsberechtigten)
Unternehmens, namentlich eines Einzelunternehmens, einer Personengesellschaft oder
einer juristischen Person mit Sitz in der Schweiz, werden weder die
Zweigniederlassung in K._ noch die Beschwerdeführerin selbst erfasst. Auch das
kantonale Covid-Gesetz stellt in Art. 3 Abs. 1 lit. c für die Anspruchsberechtigung wie
der Bund auf den Unternehmenssitz im Kanton St. Gallen ab. Eine von den
eidgenössischen Voraussetzungen abweichende Regelung hätte zur Folge, dass sich
der Bund an den kantonalen Kosten der Härtefallmassnahmen nicht beteiligen würde
(vgl. Art. 1 Abs. 1 lit. a der Covid-19-Härtefallverordnung). Da Vereine und Stiftungen zu
den juristischen Personen zählen (Meyer-Hayoz/Forstmoser/Sethe, a.a.O., S. 62), sind
diese im Unternehmensbegriff von Art. 12 Abs. 1 des Covid-19-Gesetzes und Art. 2
Abs. 1 der Covid-19-Härtefallverordnung mitgemeint und liegt folglich entgegen der
Ansicht der Beschwerdeführerin eine abschliessende Aufzählung vor. Im Gegensatz zur
Zweigniederlassung werden das Einzelunternehmen und die Personengesellschaft, die
wie die Zweigniederlassung über keine eigene Rechtspersönlichkeit verfügen, sodann
in Art. 12 Abs. 1 des Covid-19-Gesetzes und in Art. 2 der Covid-19-
Härtefallverordnung ausdrücklich erwähnt. Für Zweigniederlassungen in verschiedenen
Kantonen ist allein der Sitzkanton für die Ausrichtung von Beiträgen zuständig. Beiträge
anderer Kantone an Zweigniederlassungen können nicht beim Bund abgerechnet
werden (Erläuterungen des Eidgenössischen Finanzdepartements zur Verordnung über
Härtefallmassnahmen in Zusammenhang mit der Covid-19-Epidemie vom 18. Juni
2021, S. 16). In der Botschaft der Regierung vom 19. Januar 2021 zum kantonalen
Covid-Gesetz ist übereinstimmend festgehalten, dass ein (Handelsregister)-Eintrag
lediglich als Zweigniederlassung nicht zum Bezug von Härtefallmassnahmen
berechtigt, da bei diesen der Sitzkanton zuständig sei (ABl 2021-00.037.159, S. 8).
Der Wortlaut der für die Anspruchsberechtigung auf Härtefallgelder massgebenden
gesetzlichen Bestimmungen des Bundes und des Kantons ist vorliegend eindeutig und
klar. Demnach kann die Beschwerdeführerin, deren Sitz sich am 1. Oktober 2020 nicht
in der Schweiz befand und die für die nicht mit eigener Rechtspersönlichkeit
ausgestattete Zweigniederlassung das Gesuch um Härtefallunterstützung einreichen
müsste, im Kanton St. Gallen keinen Anspruch auf Härtefallunterstützung geltend
machen. Dass die Zweigniederlassung der Beschwerdeführerin über eine
Firmennummer im Schweizer UID-Register verfügt, vermag daran nichts zu ändern.
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Das vom Bundesamt für Statistik (BFS) geführte UID-Register ist eine zentrale
Datenbank, die ausschliesslich der Unternehmensidentifikation dient und keinerlei
Rechtswirkungen zeitigt (vgl. Bundesgesetz über die Unternehmens-
Identifikationsnummer, SR 431.03). Die Zweigniederlassungen ausländischer Firmen
werden weder im Covid-19-Gesetz, noch in der Covid-19-Härtefallverordnung oder im
kantonalen Covid-Gesetz erwähnt. Konkrete Anhaltspunkte dafür, dass eine
entsprechende Regelung vergessen ging, gibt es nicht. Selbst wenn dem so wäre,
hiesse dies noch nicht, dass der Gesetzgeber, hätte er dazu eine ausdrückliche
Bestimmung erlassen, sich für eine Entschädigung von Zweigniederlassungen
ausländischer Firmen hätte entscheiden müssen. Auch wenn eine Lösung mit
Entschädigung ausländischer Zweigniederlassungen ebenfalls denkbar und möglich
gewesen wäre, lässt sich daraus nicht ableiten, dass der fehlende Anspruch auf
Härtefallgelder für Zweigniederlassungen ausländischer Unternehmen zu einem
unhaltbaren Ergebnis führt. Die Beschränkung auf Unternehmen mit Sitz in der Schweiz
macht durchaus Sinn, da damit weitreichende Abklärungen bei ausländischen Firmen
und unterschiedlichsten Regelungen von Coronaentschädigungen in anderen Ländern
wie auch doppelte oder Überentschädigungen vermieden werden können. Der
Schweizer Sitz einer Unternehmung als Anknüpfungspunkt für die
Anspruchsberechtigung stellt einen sachlichen Grund dar, der die unterschiedliche
Behandlung von Zweigniederlassungen von schweizerischen und ausländischen
Unternehmen rechtfertigt. Die staatlich finanzierten Härtefallmassnahmen sollen in
erster Linie die Existenz von Schweizer Unternehmen sichern. Dies geht auch aus Art. 6
lit. b der Covid-19-Härtefallverordnung hervor, wonach bei rechtlich eigenständigen
Schweizer Unternehmen, die jedoch direkt oder indirekt mit einer Gruppengesellschaft
(z.B. Mutter-, Tochter- oder Schwestergesellschaft) mit Sitz im Ausland verbunden
sind, die ihnen gewährten Mittel nicht an diese verbundene ausländische
Gruppengesellschaft übertragen werden dürfen. Aufgrund der vom Wortlaut her klaren
gesetzlichen Regelung bedarf es weder einer (teleologischen) Auslegung, noch ist
deswegen von einer echten Lücke auszugehen. Vielmehr liegt ein qualifiziertes
Schweigen des Gesetzgebers vor. Dass andere Zweigniederlassungen ausländischer
Unternehmen in der Schweiz Härtefallunterstützung erhalten hätten, wird von der
Beschwerdeführerin nicht vorgebracht. Im Ergebnis mag es zwar unbefriedigend
erscheinen, dass die Beschwerdeführerin für die Geschäftstätigkeit ihrer
Zweigniederlassung offenbar in Österreich nicht entschädigt wurde. Dies hängt jedoch
mit der österreichischen Entschädigungspraxis zusammen und rechtfertigt kein
Abweichen vom klaren Gesetzeswortlaut in der Schweiz. Schliesslich lässt sich auch
aus der von der Beschwerdeführerin zitierten EU-Pauschalreiserichtlinie 90/314/EWG,
die allerdings seit Juli 2018 nicht mehr in Kraft ist und durch die Richtlinie EU 2015/230
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über Pauschalreisen und verbundene Reiseleistungen ersetzt wurde, kein direkter
Anspruch auf eine Härtefallentschädigung ableiten. Somit liegt keine unzulässige
Diskriminierung und / oder Wettbewerbsverzerrung vor. Bei der
Kurzarbeitsentschädigung ist die Ausgangslage eine andere. Diese wird für bei der
Arbeitslosenversicherung versicherte, in der Schweiz tätige Arbeitnehmende
ausgerichtet; sie steht daher auch den in der Zweigniederlassung in K._ beschäftigen
Angestellten der Beschwerdeführerin zu. Auf die Rechtsform oder den Sitz der
arbeitgebenden Unternehmung kommt es dabei nicht an.
5.
Zusammenfassend erfüllt die Beschwerdeführerin mangels Sitz in der Schweiz die
Voraussetzung für die Zusprechung eine Härtefallunterstützung nicht, weshalb ihr die
Vorinstanz eine solche zu Recht verweigert hat. Die Beschwerde ist somit abzuweisen.
6.
In Streitigkeiten hat jener Beteiligte die Kosten zu tragen, dessen Begehren ganz oder
teilweise abgewiesen werden (Art. 95 Abs. 1 VRP). Auf die Erhebung von amtlichen
Kosten wird jedoch in der Regel gestützt auf Art. 97 VRP verzichtet, wenn eine
Rechtsfrage in einem Verfahren erstmals entscheiden wird (R. von Rappard-Hirt, in:
Rizvi/Schindler/Cavelti [Hrsg.], a.a.O., N 7 zu Art. 97 VRP). Dem Verfahrensausgang
entsprechend wären die amtlichen Kosten – angemessen ist vorliegend eine
Entscheidgebühr von CHF 1'500 (Art. 7 Ziff. 222 der Gerichtskostenverordnung, sGS
941.12) – der Beschwerdeführerin aufzuerlegen (Art. 95 Abs. 1 VRP). Da die Frage, ob
Zweigniederlassungen ausländischer Unternehmen Anspruch auf
Härtefallentschädigungen haben, vom Verwaltungsgericht bisher noch nicht behandelt
wurde, rechtfertigt es sich, auf die Erhebung der Kosten zu verzichten.
Bei diesem Verfahrensausgang besteht kein Anspruch der Beschwerdeführerin auf eine
ausseramtliche Entschädigung (Art. 98 VRP). Der Vorinstanz steht sodann kein
Kostenersatz zu (vgl. VerwGE B 2017/59 vom 23. März 2018 E. 7 mit Hinweis auf R.
Hirt, Die Regelung der Kosten nach st. gallischem Verwaltungsrechtspflegegesetz,
Lachen/St. Gallen 2004, S. 176 ff.). Sie hat denn auch zu Recht keinen
Entschädigungsantrag gestellt.