# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 07011fa5-76f9-5780-a114-c753355b0bd9
**Court:** AR_OG
**Chamber:** AR_OG_003
**Year:** 2019
**Language:** de
**Jurisdiction:** AR / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt
A. A.1
A_, geb. am XX.XX.1984, geschieden, diplomierte Kauffrau (IV-act. 8/2) und
Sozialpädagogin (IV-act. 8/1), meldete sich am 22. Juli 2013 (IV-act. 1) bei der IV-Stelle
Appenzell Ausserrhoden zur Früherfassung wegen einer Sozialphobie, Ängsten,
Konzentrationsschwierigkeiten, fehlerhaftem Arbeiten, Unfähigkeit, sich vom Stress zu
erholen und lähmendem überangepasstem Verhalten an. Seitdem sie am
18. November 2011 ihr Anstellungsverhältnis bei der Wohngemeinschaft Senfkorn
gekündigt habe, sei sie arbeitslos.
Im Rahmen des Erstgesprächs vom 22. August 2013 (IV-act. 3) wurde ihr zur Anmeldung
bei der Invalidenversicherung zwecks Arbeitsvermittlung und Berufsberatung geraten.
A.2
Gemäss Bericht von Allgemeinmediziner Dr. B_ vom 22. Oktober 2013 (IV-act. 25) sei
sie körperlich gesund, doch bestehe Verdacht auf eine Sozialphobie und eine
Angststörung, die wohl mittels Verhaltenstherapie und eventuell medikamentös anzugehen
seien, wozu sich das psychiatrische Zentrum Appenzell Ausserrhoden (PZAR) näher
aussprechen werde.
Seite 3
A.3
Dessen Bericht vom 14. Januar 2014 (IV-act. 30) ist zu entnehmen, dass die Versicherte
dort seit Anfang November 2013 in Behandlung stehe und die Arbeitsfähigkeit durch
folgende Diagnosen vollständig beeinträchtigt werde: schwere depressive Episode ohne
psychotische Symptome bei einer vermutlich seit der Kindheit bestehenden Depression,
soziale Phobien seit der Kindheit, akzentuierte Persönlichkeit im Sinne einer verzögerten
Entwicklung, Probleme in der Beziehung zum Ehepartner, Migräne mit Aura;
differentialdiagnostisch kämen auch eine PTBS und eine selbstunsichere, abhängige sowie
emotional-instabile Persönlichkeitsstörung in Frage. Die zwei Jahre jüngere Schwester
werde derzeit ebenfalls durch die Invalidenversicherung abgeklärt. Ambulante
Vorbehandlungen seien bei A_ seit 2006 erfolgt, wobei sie diese nie lange durchgehalten
habe. In den letzten 9,5 Jahren sei sie nur während 3,5 Jahren erwerbstätig gewesen. Zu
empfehlen seien ein langfristiger stationärer Aufenthalt, falls die Motivation dafür vorhanden
sei, was angesichts der Trennungsangst jedoch fraglich sei, und eine langfristig angelegte
Wiedereingliederung mit ausreichender Arbeitserprobung, unter begleitender ambulanter
Therapie. Alternativ käme während eines Beobachtungszeitraumes von zwei Jahren eine
intensive, begleitete und ambulante Psychotherapie mit tagesstrukturierenden
Massnahmen in Frage.
A.4
Mit Aktennotiz vom 14. Februar 2014 (IV-act. 31) meinte Psychiaterin Dr. C_ vom
regionalärztlichen Dienst der Invalidenversicherung (RAD), wegen der vollständigen
Arbeitsunfähigkeit sei das Eingliederungspotenzial noch nicht bestimmbar, und mit
Aktennotiz vom 19. März 2014 (IV-act. 34), dass eine psychiatrisch-psychotherapeutische
Behandlung einschliesslich Kontrolle/Optimierung der Psychopharmakotherapie notwendig
sei.
A.5
Die psychiatrische Privatklinik Clienia Littenheid AG berichtete am 30. Juli 2014 (IV-
act. 59/2) über einen stationären Aufenthalt vom 26. Mai bis 15. Juli 2014, am 24.
September 2014 (IV-act. 45) über einen solchen vom 23. Juli bis 18. September 2014 und
deren Psychiatrische Tagesklinik Frauenfeld am 22. Dezember 2014 (IV-act. 50) über eine
Behandlung vom 29. September bis 15. Dezember 2014. Gemäss letzteren Angaben
bestünden eine double depression im Sinne einer gegenwärtig mittelgradigen
rezidivierenden depressiven Störung auf dem Boden einer Dysthymie, eine PTBS, soziale
Phobien und eine abhängige Persönlichkeitsstörung. Nachdem innert kurzer Zeit eine
zunehmende Erschöpfung aufgetreten sei, werde die Therapie andernorts fortgesetzt.
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A.6
Auf Empfehlung von Dr. C_ gemäss Aktennotiz vom 14. Januar 2015 (IV-act. 52) leistete
die IV-Stelle am 11. März 2015 (IV-act. 68) und am 27. Mai 2015 (IV-act. 75)
Kostengutsprache für ein Belastbarkeitstraining in der Institution ABA in Amriswil vom
16. März bis 11. Oktober 2015. Gemäss deren Abschlussbericht vom 15. Oktober 2015 (IV-
act. 87/3) habe die Versicherte das Pensum zwar von zwei auf sechs Stunden erhöhen
können, wolle oder könne aber nicht eine 50%ige Arbeitsleistung erbringen. In gewissen
Momenten habe man eine gewisse berechnende Art auszumachen vermeint.
A.7
Mit Bericht vom 16. November 2015 (IV-act. 91) meinte Psychiaterin Dr. D_, in
Anbetracht des Verlaufs der letzten Jahre ohne wesentliche Zustandsverbesserung trotz
intensivster Therapien erscheine eine Chronifizierung des Zustandsbildes auf dem
aktuellen niedrigen Funktionsniveau als wahrscheinlichste Prognose.
A.8
Daraufhin schloss die IV-Stelle die beruflichen Massnahmen gemäss Eingliederungsbericht
und Mitteilung vom 18. Dezember 2015 (IV-act. 96 und 97) ab.
A.9
Mit Vorbescheid vom 9. September 2016 (IV-act. 105/2) stellte sie die Verneinung eines
Rentenanspruchs mangels regelmässiger psychiatrischer Behandlung, wodurch die
Schadenminderungspflicht verletzt werde, in Aussicht.
Dagegen erhob die Versicherte mit Schreiben vom 5. Oktober 2016 (IV-act. 106) einen
Einwand. Demnach tue sie sehr viel für ihre Selbsteingliederung und habe sich für die
Ausbildung zur Bäuerin im Strickhof in Wülflingen angemeldet. Auch sei sie bereit, die
Therapie bei Dr. D_ wieder aufzunehmen (s. IV-act. 107).
Mit Aktennotiz vom 18. November 2016 (IV-act. 108) meinte daraufhin Dr. C_, die
therapeutischen Möglichkeiten seien anscheinend ausgeschöpft, sodass nur noch eine
mehrjährige ununterbrochene ambulante psychiatrisch-psychotherapeutische Behandlung
eine gewisse Besserung bewirken könnte. Am 21. Dezember 2016 (IV-act. 110)
bezeichnete diese Ärztin ausserdem eine psychiatrische Begutachtung als nötig.
A.10
Gemäss dem von Psychiater Dr. E_ am 16. Mai 2017 (IV-act. 123) über die Abklärung
vom 3. April 2017 erstatteten Gutachten sei die Versicherte wegen einer ängstlich
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vermeidenden Persönlichkeitsstörung und einer rezidivierenden depressiven Störung von
meist mittlerem bis schwerem Ausmass in jeder Tätigkeit vollständig arbeitsunfähig. Die
Probleme liessen sich nach ihren Angaben bis mindestens ins Jahr 2003 zurückverfolgen.
Eine erneute fachärztliche und langwierige Behandlung dränge sich auf.
A.11
In der Folge bezeichnete Dr. C_ dieses Gutachten mit Aktennotiz vom 11. Juni 2017 (IV-
act. 124) als beweistauglich. Die seit 2003 bestehende Arbeitsunfähigkeit könne durch eine
als Auflage für mindestens ein bis zwei Jahre anzuordnende psychiatrische
Langzeittherapie die Arbeitsfähigkeit parallel zu einer regelmässigen Beschäftigung günstig
beeinflussen. Ob die Versicherte die erwähnte Auflage erfüllen könne, müsse vor einer
Sanktion bei Nichterfüllung noch psychiatrisch beurteilt werden.
A.12
Gemäss Urkunde des Amtes für Landwirtschaft und Natur der Baudirektion des Kantons
Zürich vom 14. Juli 2017 (IV-act. 129/3) habe die Versicherte die vollzeitliche
Fachausbildung zur Bäuerin im Jahre 2017 besucht. Diese bestätigte am 18. Juli 2017 (IV-
act. 129/1 und 2), dass sie ohne gesundheitliche Einschränkung zu 100% erwerbstätig
wäre.
A.13
Nach telefonischer Anfrage eröffnete die IV-Stelle der Versicherten mit Schreiben vom
11. Oktober 2017 (IV-act. 136) die Auflage betreffend mindestens einjähriger ambulanter
psychiatrischer Behandlung möglichst ohne Therapeutenwechsel (s. diesbezüglich auch
die Aktennotiz des RAD vom 21. September 2017 (IV-act. 133) und ersuchte um Mitteilung,
wann und wo diese nach Austritt aus der psychiatrischen Klinik Münsterlingen (s. auch
deren Bericht vom 8. Februar 2018 [IV-act. 149] über einen stationären Aufenthalt vom
23. August bis 12. Dezember 2017) begonnen werde.
Mit Schreiben vom 22. Dezember 2017 (IV-act. 142/2) bestätigte Psychiaterin F_, dass
der erste Termin für die ambulante Weiterbehandlung am 23. Januar 2018 sei, und am
13. April 2018 (IV-act. 158) berichtete sie der IV-Stelle über seither wöchentlich erfolgende
Sitzungen und den derzeitigen Verzicht auf eine medikamentöse Behandlung.
Nachdem der RAD (Psychiaterin G_) mit Aktennotiz vom 20. April 2018 (IV-act. 159) die
empfohlene Auflage noch einmal konkretisiert hatte - wöchentliche Behandlung bei
Psychiaterin F_ während mindestens sechs bis zwölf Monaten, Medikation nach
Massgabe der Therapeutin - eröffnete die IV-Stelle auch diese der Versicherten mit
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Schreiben vom 3. Mai 2018 (IV-act. 162), unter Hinweis auf die noch vor dem
Rentenentscheid zu erfüllende Schadenminderungspflicht.
Am 2. Juli 2018 (IV-act. 165) berichtete Psychiaterin F_, dass die Versicherte eine
verbindliche und motivierte Arbeitshaltung zeige und auf Medikamente weiterhin verzichtet
werde. Daraufhin meinte Psychiaterin G_ mit Aktennotiz vom 4. Juli 2018 (IV-act. 166),
dieser Verzicht sei nicht begründet, und die behandelnde Psychiaterin habe beim nächsten
Bericht einige Fragen explizit zu beantworten. Mit Bericht vom 5. Oktober 2018 (act. 13 als
Beilage zur Duplik) wiederholte diese im Wesentlichen die bisherigen Angaben und meinte
zusätzlich, auch zufolge Steigerung der Behandlungsfrequenz auf zwei Termine pro Woche
werde weiterhin auf Medikamente verzichtet.
B. B.1
Bereits mit Schreiben vom 20. Februar 2018 (IV-act. 150), 9. März 2018 (IV-act. 152) und
vom 26. April 2018 (IV-act. 161) hatte RA H_ im Auftrag des Sozialamts Kreuzlingen die
IV-Stelle um Prüfung der Rentenfrage ersucht, da die Versicherte gemäss Gutachten E_
seit längerem in jeder Tätigkeit vollständig arbeitsunfähig sei und eine allfällige
Verbesserung des gesundheitlichen Zustandes revisionsweise zu prüfen wäre.
B.2
Mit Schreiben vom 1. und 15. März 2018 (IV-act. 151 und 153) sowie vom 23. Mai 2018
(IV-act. 163) hatte die IV-Stelle jeweils entgegnet, dass der Rentenentscheid erst nach
Abschluss aller zumutbaren und derzeit noch laufenden Behandlungen und
Eingliederungsmassnahmen getroffen werde.
B.3
Daraufhin hatte die Versicherte mit Schreiben vom 18. September 2018 (act. 1)
Beschwerde betreffend Rechtsverweigerung bzw. -verzögerung erheben lassen. Auf die
dortigen Vorbringen wird - soweit von Bedeutung - wie auch bei den übrigen
Rechtsschriften im Rahmen der Erwägungen näher eingegangen. Mit Beschwerdeantwort
vom 8. Oktober 2018 (act. 5), Replik vom 23. Oktober 2018 (act. 8) und Duplik vom
29. Oktober 2018 (act. 12) beharrten die Parteien auf ihrem jeweiligen Standpunkt.
B.4
Nach der Eröffnung des am 19. Februar 2019 ergangenen Urteildispositivs (act. 14)
ersuchte die IV-Stelle mit Schreiben vom 26. Februar 2019 (act. 15) um dessen
Begründung.
Seite 7

## Considerations

Erwägungen
1. 1.1
Nach Art. 56 Abs. 2 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des
Sozialversicherungsrechts vom 6. Oktober 2000 (ATSG; SR 830.1) kann Beschwerde
erhoben werden, wenn der Versicherungsträger entgegen dem Begehren der betroffenen
Person keine Verfügung erlässt. Nach ständiger Lehre wird das Verbot der
Rechtsverweigerung bzw. -verzögerung verletzt, falls ein Gericht oder eine
Verwaltungsbehörde zu Unrecht untätig bleibt oder das gebotene Handeln über Gebühr
hinausgezögert. Davon kann allerdings nicht schon dann die Rede sein, wenn die Behörde
eine Eingabe nicht sofort behandelt. Eine Rechtsverzögerung ist nur gegeben, wenn sich
die zuständige Behörde zwar bereit zeigt, den Entscheid zu fällen, ihn aber nicht binnen der
Frist trifft, welche nach der Natur der Sache und der Gesamtheit der übrigen Umstände
noch als angemessen erscheint (HÄFELIN/MÜLLER/UHLMANN, Allgemeines Verwaltungs-
recht, 7. Auflage 2016, N. 1045 ff.).
1.2
Die Bestimmung von Art. 29 Abs. 1 der Bundesverfassung der schweizerischen
Eidgenossenschaft vom 18. April 1999 (BV; SR 101) beinhaltet das Beschleunigungsgebot
in dem Sinne, dass sie die ungerechtfertigte Verzögerung eines Entscheides verbietet. Die
Verwaltung verletzt diese verfassungsrechtliche Garantie, wenn sie den ihr obliegenden
Entscheid nicht im Rahmen einer vernünftigen Verfahrensdauer fällt, die sich in
Abhängigkeit von den besonderen Umständen des Falles bestimmt, was im Allgemeinen
eine Gesamtbetrachtung erfordert. Dabei sind die Komplexität des Falles, die Bedeutung
der Streitigkeit für die betroffene Person und deren Verhalten sowie das Verhalten der
zuständigen Behörden von Belang. In dieser Beziehung obliegt es der Rechtsuchenden,
das in ihrer Macht stehende zu unternehmen, damit sich die Behörde beeilt, sei es, dass
sie sie einlädt, den Gang des Verfahrens zu beschleunigen, sei es, dass sie
gegebenenfalls eine Rechtsverzögerungsbeschwerde erhebt. Das Verhalten der
Rechtsuchenden wird im Verwaltungsverfahren weniger streng beurteilt als im
Zivilverfahren, wo von den Parteien eine aktive Teilnahme gefordert wird. Nach der
Rechtsprechung des Bundesgerichts kann man im Übrigen einer Behörde gewisse "tote
Zeiten" nicht vorwerfen, da solche in einem Verfahren unvermeidlich sind. Eine
mangelhafte Organisation oder eine strukturbedingte Überbelastung vermögen hingegen
eine übermässige Verfahrensdauer nicht zu rechtfertigen. Der Staat ist seinen Bürgern
gegenüber zu einer ordnungsgemässen Rechtspflege verpflichtet (BGE 130 I 312 E. 5.1
und 5.2; s. auch Urteile des Bundesgerichts 4A_744/2011 vom 12. Juli 2012 E. 11.2,
Seite 8
5A_339/2016 vom 27. Januar 2017 E. 2.2, 5A_915/2016 vom 12. April 2017 E. 5 und
5A_22/2018 vom 7. Februar 2018 E. 1).
1.3
Für die Rechtsuchenden ist es unerheblich, auf welche Gründe - beispielsweise auf ein
Fehlverhalten der Behörden oder auf andere Umstände - die Rechtsverweigerung oder
Rechtsverzögerung zurückzuführen ist. Entscheidend ist ausschliesslich, dass die Behörde
nicht oder nicht fristgerecht handelt (SVR 2001 IV Nr. 24 E. 3a und b; BGE 124 V 130).
Anfechtungsgegenstand einer solchen Rechtsverweigerungs- oder Rechtsverzögerungs-
beschwerde ist dabei einzig die Rechtsverweigerung oder -verzögerung; das Gericht hat
demnach lediglich zu prüfen, ob eine solche vorliegt, und nicht in der Sache selbst zu
entscheiden (SVR 2005 IV Nr. 26 E. 4.2).
Die Gutheissung einer Rechtsverzögerungsbeschwerde kann zur Anweisung an die
Vorinstanz führen, die Sache innert einer bestimmten Frist oder unverzüglich zu
entscheiden. Ist dies nicht mehr möglich, bleibt es bei der Feststellung der
Rechtsverzögerung und deren Berücksichtigung bei der Verteilung der Verfahrenskosten
und der Parteientschädigung.
1.4
Eine Beschwerde wegen Rechtsverweigerung bzw. -verzögerung ist jederzeit möglich;
erstere ist jedenfalls dann nicht verspätet, wenn der Versicherungsträger das anbegehrte
Handeln noch nicht vollzogen hat (SVR 2005 UV Nr. 5 E. 4, Urteil des Bundesgerichts
8C_738/2016 vom 28. März 2017 E. 3.1.1; UELI KIESER, ATSG-Kommentar, 2015, Art. 56
N. 27; vgl. demgegenüber Art. 42 Abs. 1 des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege
vom 9. September 2002 [VRPG; bGS 143.1], wonach die Beschwerdefrist bei einer
Rechtsverweigerung zwanzig Tage seit Kenntnis des Beschwerdegrundes beträgt, eine
Beschwerde wegen Rechtsverzögerung jedoch an keine Frist gebunden ist).
1.5
Nach Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung vom
19. Juni 1959 (IVG; SR 831.20) sind Verfügungen der kantonalen IV-Stellen beim
Versicherungsgericht am Ort der IV-Stelle anzufechten, und nach Art. 40 Abs. 3 der
Verordnung über die Invalidenversicherung vom 17. Januar 1961 (IVV; SR 831.201) bleibt
die einmal begründete Zuständigkeit - zum Zeitpunkt der Anmeldung bei der
Invalidenversicherung vom 22. Juli 2013 hatte die Versicherte Wohnsitz in J_, weshalb
die IV-Stelle Appenzell Ausserrhoden zuständig war - erhalten.
Seite 9
1.6
Auf die form- und fristgerecht erhobene Beschwerde, für deren Behandlung das
Obergericht Appenzell Ausserrhoden zuständig ist, ist demnach einzutreten.
2. 2.1
Als Invalidität gilt gemäss Art. 4 IVG in Verbindung mit Art. 8 ATSG die durch einen
körperlichen oder geistigen Gesundheitsschaden als Folge von Geburtsgebrechen,
Krankheit oder Unfall verursachte, voraussichtlich bleibende oder längere Zeit andauernde
Erwerbsunfähigkeit. Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG haben Versicherte Anspruch auf eine
ganze Rente, wenn sie mindestens zu siebzig Prozent, auf eine Dreiviertelrente, wenn sie
mindestens zu sechzig Prozent, auf eine halbe Rente, wenn sie mindestens zu fünfzig
Prozent und auf eine Viertelrente, wenn sie mindestens zu vierzig Prozent invalid sind.
Voraussetzung für die Entstehung eines Rentenanspruchs ist, dass die Versicherte
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich zu mindestens
vierzig Prozent arbeitsunfähig gewesen ist (Art. 28 Abs. 1 lit. b IVG) und nach Ablauf dieses
Jahres mindestens im erwähnten Ausmass invalid bleibt (Art. 28 Abs. 1 lit. c IVG). Der
Rentenanspruch entsteht jedoch frühestens nach Ablauf von sechs Monaten nach
Geltendmachung des Leistungsanspruchs (Art. 29 Abs. 1 IVG).
2.2
Zu beachten gilt es, dass eine Invalidität nur vorliegt, wenn nach zumutbarer Eingliederung
ein ganzer oder teilweiser Verlust der Erwerbsmöglichkeiten verbleibt (Art. 8 Abs. 1 in
Verbindung mit Art. 7 Abs. 1 ATSG sowie Art. 16 ATSG). Damit wird der Grundsatz
"Eingliederung vor Rente" statuiert, welcher besagt, dass vor der Durchführung von
Eingliederungsmassnahmen eine Rente nur gewährt werden darf, wenn die versicherte
Person wegen ihres Gesundheitszustandes (noch) nicht eingliederungsfähig ist (BGE 121
V 190 E. 4a; Urteile des Bundesgerichts 9C_186/2009 vom 29. Juni 2009 E. 3.2,
9C_108/2012 vom 5. Juni 2012 E. 2.2.1, 8C_776/2015 vom 22. März 2016 E. 4.2.1,
8C_842/2016 vom 18. Mai 2017 E. 5.3.1). Versicherte haben u.a. dann Anspruch auf eine
Rente, wenn sie ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu
betätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten
oder verbessern können. Mit dieser Regelung wurde die Priorität der Eingliederung
gegenüber der Rente gesetzlich noch stärker verankert und gleichzeitig der Rentenzugang
verschärft (BGE 137 V 351 E. 4.2). Rentenleistungen sollen erst dann zur Ausrichtung
gelangen, wenn keine zumutbaren Eingliederungsmassnahmen (mehr) in Betracht fallen
(Botschaft vom 22. Juni 2005 zur Änderung des Bundesgesetzes über die
Invalidenversicherung [5. Revision], BBl 2005 4459 ff., 4521 ff., 4531 und 4568; Urteil des
Bundesgerichts 9C_99/2010 vom 6. Dezember 2010 E. 3.1). Der Anspruch auf eine Rente
Seite 10
ist daher nicht zu prüfen und eine Rente kann nicht zugesprochen werden, solange
Eingliederungsmassnahmen in Betracht fallen können. Dabei gilt, dass Versicherte nach
Art. 7 Abs. 1 IVG alles Zumutbare unternehmen müssen, um Dauer sowie Ausmass der
Arbeitsunfähigkeit zu verringern und den Eintritt einer Invalidität zu verhindern. So müssen
sie sich auch medizinischen Behandlungen unterziehen und an beruflichen Massnahmen
teilnehmen (Art. 7 Abs. 2 IVG). Die Leistungen können nach Art. 21 Abs. 4 ATSG gekürzt
oder verweigert werden, wenn die versicherte Person den erwähnten Pflichten nicht
nachgekommen ist (Art. 7b Abs. 1 IVG). Die Anforderungen an diese
Schadenminderungspflicht sind dort strenger, wo eine erhöhte Inanspruchnahme der
Invalidenversicherung in Frage steht, namentlich wenn der Verzicht auf schadenmindernde
Vorkehren Rentenleistungen auslöst (Urteil des Bundesgerichts 8C_625/2016 vom
24. Januar 2017 E. 3.4.1).
2.3
Bei der Beurteilung der Arbeitsfähigkeit stützt sich die Verwaltung (und im Beschwerdefall
das Gericht) auf Unterlagen, welche von ärztlichen und gegebenenfalls auch anderen
medizinischen Fachleuten zur Verfügung zu stellen sind (Urteile des Bundesgerichts
9C_636/2013 vom 25. Februar 2014 E. 4.2.1 und 4.2.2, 9C_644/2015 vom 3. Mai 2016
E. 3.2, 8C_24/2018 vom 27. Juni 2018 E. 3.1). Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es,
den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang
und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist. Im Weiteren
sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche
Arbeitsleistungen der Person noch zugemutet werden können (BGE 132 V 93 E. 4, 140 V
193 E. 3.2). Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob dieser
für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die
geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben
worden ist, in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge sowie der medizinischen
Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Den im Rahmen des
Verwaltungsverfahrens eingeholten Berichten von externen Spezialärzten ist bei der
Beweiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indizien
dagegen sprechen (BGE 125 V 351 E. 3a, 134 V 231 E. 5.1, 137 V 210 E. 6.1.2).
3. 3.1
In der Beschwerde macht die Versicherte geltend, indem sie sich seit 2014 freiwillig
mehreren ambulanten und stationären Behandlungen unterzogen habe, sei sie ihren
Pflichten gegenüber der IV-Stelle nachgekommen. Leider habe sich ihr Zustand trotzdem
nicht wesentlich verbessert. Da sie nach Meinung von Gutachter E_ seit 2003 in jeder
Tätigkeit vollständig arbeitsunfähig sei, bezweifle sie, dass weitere Behandlungen im Sinne
Seite 11
der Auflage der IV-Stelle daran etwas ändern könnten; entsprechende Hinweise fänden
sich auch im Gutachten E_ nicht. Jedenfalls seien die vagen Angaben bzw. Prognosen
des RAD vom 11. Juni 2017 nicht geeignet, die Ausrichtung einer IV-Rente zu verweigern,
da Prognosen betreffend Wirksamkeit von Therapien mit dem Beweisgrad der
überwiegenden Wahrscheinlichkeit erstellt sein müssten und bei einer allfälligen
Zustandsverbesserung eine Rentenrevision in Frage komme. In Anbetracht dessen sei
vorliegend von einer Rechtsverweigerung bzw. -verzögerung auszugehen und die IV-Stelle
vom Obergericht zum Erlass einer anfechtbaren Verfügung anzuhalten.
In der Beschwerdeantwort entgegnete die IV-Stelle, die im Rahmen der
Schadenminderungspflicht gemachte Auflage einer Langzeittherapie beruhe auf der
Empfehlung des Gutachters E_ und auf den Akten. Das Unterlassen einer Medikation,
die ungenaue Berichterstattung der Psychiaterin F_ mit Auslassung der Beantwortung
von konkreten Fragen und der Gesamtverlauf des Verfahrens bestätigten die Auflage
(auch) im Nachhinein als richtig. Die Beschwerdeführerin lasse immer wieder gute
Ressourcen erkennen, so z.B. mit dem erfolgreichen Abschluss der Ausbildung zur
Bäuerin. In ihrem wohlverstandenen Eigeninteresse sei deshalb eine Auflage angeordnet
statt über eine Rente verfügt worden.
In der Replik machte die Beschwerdeführerin geltend, dem Gutachten E_ sei keine
Empfehlung für die Auflage einer Langzeittherapie zu entnehmen. Festgehalten worden sei
nur die Notwendigkeit einer erneuten fachärztlichen Behandlung. Auch die
Angemessenheit der bisherigen Therapieversuche sei bestätigt worden. Die Nichteinnahme
von Medikamenten werde bestritten und von der IV-Stelle auch nicht substanziert. Eine
ungenaue Berichterstattung der Psychiaterin F_ dürfe sich nicht nachteilig auswirken.
Betreffend Abschluss der Ausbildung zur Bäuerin habe Gutachter E_ gemeint, die
Probleme würden sich wohl erst danach zeigen. Als Versicherte sei sie an einem
bestmöglichen Gesundheitszustand interessiert und werde sich deshalb den notwendigen
Behandlungen unterziehen. Allerdings sei unter Berücksichtigung des bisherigen
Therapieverlaufs die Aussicht auf eine Besserung äusserst gering, weshalb sich ein
weiteres Zuwarten mit dem Rentenentscheid nicht rechtfertige
In der Duplik schliesslich verwies die IV-Stelle auf verschiedene Passagen im Gutachten
E_, wonach die Versicherte keine Medikamente mehr nehme (S. 28 und 30), eine
langwierige fachärztliche Behandlung notwendig sei und die Auslotung medikamentöser
Möglichkeiten Sinn mache (S.44). Auch im Bericht von Psychiaterin F_ vom
5. Oktober 2018 werde der Verzicht auf eine medikamentöse Behandlung erwähnt. Deren
ungenaue Berichterstattung bewirke, dass die IV-Stelle im laufenden Verfahren die
Seite 12
Arztberichte nicht verwerten könne, wodurch sich das Verfahren verlängere. Zu hoffen sei,
dass die Beschwerdeführerin ihre Diplome als Kauffrau, Sozialpädagogin und Bäuerin - bei
ernsthafter psychiatrischer, psychologischer und medikamentöser Behandlung der Leiden -
verwerten könne.
3.2
Gemäss dem Gutachten E_ vom 16. Mai 2017, das vom RAD (Dr. C_) als
beweistauglich bezeichnet wurde, welcher Meinung sich das Obergericht anschliesst,
machte die Beschwerdeführerin bei der Abklärung geltend, dass ihre Probleme schon in
der Zeit der Ausbildung zur Kauffrau und nachher zur Sozialpädagogin aufgetreten seien,
was den Gutachter dazu veranlasste, diese bis ins Jahr 2003 zurückzudatieren. Allerdings
zeigt ein Blick auf die biographische Anamnese (Ziff. 3.2.3, S. 19 f.), dass gewisse bzw.
zumindest ein Teil der aktuellen Beschwerden und Symptome bereits in der Kindheit
bestanden haben müssen. In Anbetracht des Anmeldedatums bei der
Invalidenversicherung vom 22. Juli 2013 muss die Frage aber nicht näher beantwortet
werden, da die Versicherte sechs Monate danach bzw. ab Anfang des Monats, in dem der
Rentenanspruch entstand (Art. 29 Abs. 3 IVG), also ab Anfang Januar 2014 die
Anspruchsvoraussetzungen für eine Rente gemäss Art. 28 Abs. 1 lit. b und c (Ziff. 2.1
hiervor) erfüllte.
Es fragt sich nun aber, ob ein Rentenanspruch vor Abschluss der medizinischen
Behandlung überhaupt entstehen kann. Die Frage ist mit dem Bundesgericht zu bejahen.
Demnach mache das IVG die Entstehung eines Rentenanspruchs nicht davon abhängig,
dass das betreffende Leiden stabil oder zumindest relativ stabilisiert sei (BGE 127 V 294 E.
4b/bb). Die Qualifizierung der prognostischen Therapierbarkeit einer psychischen Störung
als Ausschlussgrund für die Entstehung des Rentenanspruchs widerspreche Sinn und
Zweck einer IV-Rente, also der Deckung des Risikos einer gesundheitlich bedingten
Erwerbsunfähigkeit ohne Rücksicht auf die Genese der eingetretenen gesundheitlichen
Beeinträchtigung. Zudem gelte es in diesem Zusammenhang, den Grundsatz der
Selbsteingliederung zu beachten. Gemäss diesem hat der Versicherte von sich aus das
ihm Zumutbare zur Verbesserung der Erwerbsfähigkeit beizutragen, in erster Linie durch
Ausschöpfung sämtlicher medizinischer Behandlungs- und weiterer therapeutischer
Möglichkeiten. Werde dieser Schadenminderungspflicht nicht in genügender Weise
nachgekommen, könne dies die ganze oder teilweise, vorübergehende oder dauernde
Verweigerung einer IV-Rente nach sich ziehen. Werde der Schadenminderungspflicht im
Rahmen des objektiv und subjektiv Zumutbaren hingegen nachgelebt, indem
beispielsweise vom verfügbaren psychotherapeutischen Angebot Gebrauch gemacht
Seite 13
werde, stelle dies allenfalls einen Revisionsgrund dar (BGE 127 V 294 E. 4b/cc). Die
Behandelbarkeit einer psychischen Störung sage, für sich allein betrachtet, nichts über
deren invalidisierenden Charakter aus. Für die Entstehung des Anspruchs auf eine
Invalidenrente im Besonderen sei immer und einzig vorausgesetzt, dass während eines
Jahres (ohne wesentlichen Unterbruch) eine mindestens 40%ige Arbeitsunfähigkeit
bestanden habe und danach weiterhin eine anspruchsbegründende Erwerbsunfähigkeit
vorliege. Dies bedeute keineswegs, dass eine fachärztlich festgestellte psychische
Krankheit ohne weiteres gleichbedeutend mit dem Vorliegen einer Invalidität sei. Vielmehr
müsse in jedem Einzelfall eine Beeinträchtigung der Erwerbsfähigkeit unabhängig von der
Diagnose und grundsätzlich unbesehen der Ätiologie ausgewiesen und in ihrem Ausmass
bestimmt sein (BGE 127 V 294 E. 4c; s. auch Urteile des Bundesgerichts 9C_43/2017 vom
29. Januar 2018 E. 3.1 und 9C_555/2018 vom 17. Oktober 2018 E. 4.2.1).
3.3
In Anbetracht dessen, dass sich die Beschwerdeführerin schon einer ganzen Reihe von
psychologischen/psychiatrischen Behandlungen, u.a. auch in stationärem Rahmen,
unterzogen hat, und von Gutachter E_ als vollständig arbeitsunfähig eingeschätzt wird,
erscheint die weitere Verzögerung eines Rentenentscheides durch die erneute Auflage
einer ambulanten Therapie als nicht (mehr) gerechtfertigt. Demnach ist die Beschwerde
gutzuheissen. Der Vollständigkeit halber sei darauf hingewiesen, dass die
Beschwerdeführerin seit Anfang Januar 2014 Anspruch auf eine ganze Rente der
Invalidenversicherung hat, worüber die IV-Stelle unverzüglich zu verfügen hat. Falls sich ihr
Gesundheitszustand bessert, kann dies im Rahmen einer Revision berücksichtigt werden.
4. 4.1
Nach Art. 69 Abs. 1bis IVG sind Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um die Bewilligung
oder Verweigerung von Leistungen der Invalidenversicherung kostenpflichtig. Dem
Verfahrensausgang entsprechend sind vorliegend keine Kosten zu erheben, da die
Beschwerdeführerin obsiegt und von der IV-Stelle als staatlicher Stelle keine Kosten zu
erheben sind (Art. 22 Abs. 1 VRPG).
4.2
Die Vorinstanz hat dem Beschwerdeführer eine Parteientschädigung auszurichten, die vom
Versicherungsgericht festgesetzt und ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der
Bedeutung der Streitsache sowie nach der Schwierigkeit des Prozesses zu bemessen ist
(Art. 61 lit. g ATSG). Im Übrigen bleibt die Bemessung der Parteientschädigung kantonalem
Recht überlassen (Urteil des Bundesgerichts 8C_11/2016 vom 22. Februar 2016 E. 3.1).
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Der als unentgeltlicher Rechtsbeistand eingesetzte RA AA_ hat eine auf den
23. Oktober 2018 datierte Kostennote über Fr. 2'951.42, basierend auf einem Aufwand von
15 Stunden und 30 Minuten à Fr. 170.--, zuzüglich Kleinspesenpauschale von 4% oder
Fr. 105.40 und Mehrwertsteuer von 7,7 % oder Fr. 211.02, eingereicht. Der erwähnte
Stundentarif in der unentgeltlichen Rechtspflege betrug damals Fr. 170.-- (Art. 24 Abs. 1
der Verordnung über den Anwaltstarif vom 14. März 1995 in der bis Ende 2018 gültigen
Fassung [aAT; bGS 145.53]); seither beträgt das entsprechende Honorar Fr. 200.-- (Art. 24
Abs. 1 AT in der seit Anfang 2019 gültigen Fassung). Der Tarif für die unentgeltliche
Rechtsverbeiständung ist jedoch im Falle der obsiegenden Beschwerdeführerin nicht
anwendbar, sondern das mittlere Honorar von - in beiden Perioden - Fr. 200.-- je Stunde
(Art. 19 Abs. 1 AT in den bis Ende 2018 und ab Anfang 2019 gültigen Fassungen). Das
Honorar beläuft sich damit auf Fr. 3'100.--, zuzüglich 4% Barauslagen von Fr. 124.-- und
zuzüglich 7,7 % Mehrwertsteuer auf Fr. 3'224.-- in Höhe von Fr. 248.25. Demnach hat die
IV-Stelle der Beschwerdeführerin eine Parteientschädigung von Fr. 3'472.25 auszurichten.
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