# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 6d0789d5-fdc6-454f-aefd-080c7000a742
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2013
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1972, hatte einen Berufsabschluss als kaufmännischer Angestellter
sowie ein - nach eigenen Angaben - in der Schweiz anerkanntes tschechisches Maturitätsdiplom
und war seit zwei Jahren als Aussendienstmitarbeiter der
Y._
AG
tätig gewesen, als er im Juni 2012 ein Rezidiv eines bereits 2007 behandelten
biphasischen
Synovialsarkoms
am rechten Kniegelenk
erlitt und am 14. August 2012 von seiner Arbeitgeberin bei der
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
, zur Früherfassung gemeldet wurde (vgl. Urk. 7/1 und Urk. 7/6 [eigene Anmeldung mit Eingang vom 30. August 2012]). In der Folge klärte die IV-Stelle
unter
Beizug
der Akten des Krankentaggeldversicherers (Urk. 7/24-26)
die erwe
rblichen Verhältnisse (Urk. 7/10
-15
und Urk. 7/28-31
) sowie den medizinischen Sachverhalt (Urk. 7/18-21) ab und prüfte
vorab das Gesuch des Versicherten um Umschu
lung
zum Juristen
, eventualiter zum Treuhänder oder Hotelier
(vgl. Urk. 7/22
und Urk. 7/34
).
Mit Vorbescheid vom 11. März 2013 teilte die IV-Stelle dem Versicherten mit, dass sie
für
Umschulung keine Kostengutsprache zu gewähren gedenke (Urk. 7/
33). Dagegen opponierte der Versicherte mit Eingabe vom 25. April 2013 (Urk. 7/47). Mit Verfügung vom 13. Juni 2013 verwarf die IV-Stelle die Einwände des Versicherten und wies das Gesuch um Umschulung ab (Urk. 2).
2.
Dagegen erhob der Versicherte am 11. Juli 2013 Beschwerde mit dem Rechtsbegehren, es sei die angefochtene Verfügung unter Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten der Beschwerdegegnerin aufzuheben und dem Beschwerdeführer Kostengutsprache für Umschulung zu erteilen, eventualiter sei die Sache zu weiteren Abklärungen an die Vorinstanz zurückzuweisen (Urk. 1 S. 2).
Dazu liess sich die Beschwerdegegnerin am 16. September 2013
mit dem Antrag auf Abweisung der Beschwerde vernehmen (Urk. 6).
Hierüber wurde der Beschwerdeführer am 18. September 2013 informiert (Urk. 8).
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Gemäss
Art.
17 IVG hat die versicherte Person Anspruch auf Umschulung auf eine neue Erwerbstätigkeit, wenn die Umschulung infolge Invalidität notwendig ist und dadurch die Erwerbsfähigkeit voraussichtlich erhalten oder verbessert werden kann (
Abs.
1). Der Umschulung auf eine neue Erwerbstätigkeit ist die Wiedereinschulung in den bisherigen Beruf gleichgestellt (
Abs.
2). Als Umschulung gelten gemäss
Art.
6
Abs.
1 IVV Ausbildungsmassnahmen, die Versicherte nach Abschluss einer erstmaligen beruflichen Ausbildung oder nach Aufnahme einer Erwerbstätigkeit ohne vorgängige berufliche Ausbildung wegen ihrer Invalidität zur Erhaltung oder Verbesserung der Erwerbsfähigkeit benöti
gen.
1.2
Nach der Rechtsprechung ist unter Umschulung grundsätzlich die Summe der Eingliederungsmassnahmen berufsbildender Art zu verstehen, die notwendig und geeignet sind, der vor Eintritt der Invalidität bereits erwerbstätig gewesenen versicherten Person eine ihrer früheren annähernd gleichwertige Erwerbsmög
lichkeit zu vermitteln. Dabei bezieht sich der Begriff der "annähernden Gleich
wertigkeit" nicht in erster Linie auf das Ausbildungsniveau als solches, sondern auf die nach erfolgter Eingliederung zu erwartende Verdienstmöglichkeit. In der Regel besteht nur ein Anspruch auf die dem jeweiligen Eingliederungszweck angemessenen, notwendigen Massnahmen, nicht aber auf die nach den gegebe
nen Umständen bestmöglichen Vorkehren. Denn das Gesetz will die Eingliede
rung lediglich so weit sicherstellen, als diese im Einzelfall notwendig, aber auch genügend ist (BGE 130 V 488 E. 4.2 S. 489 mit Hinweisen; Urteil des Bundes
gerichts 8C_163/2008 vom 8. August 2008 E. 2.2). Schliesslich setzt der Anspruch auf Umschulung voraus, dass die versicherte Person wegen der Art und Schwere des Gesundheitsschadens im bisher ausgeübten und in den für sie ohne zusätzliche berufliche Ausbildung offen stehenden zumutbaren Erwerbs
tätigkeiten eine bleibende oder längere Zeit dauernde Erwerbseinbusse von etwa 20
%
erleidet, wobei es sich um einen blossen Richtwert handelt (BGE 130
V
488 E. 4.2, 124 V 108 f. E. 2a und b mit Hinweisen auf u.a. AHI 1997 S. 80
E.
1b; ZAK 1984 S. 91 oben, 1966 S. 439 E. 3).
1.3
Für die Beurteilung der Gleichwertigkeit im Sinne der erwähnten Rechtspre
chung ist zwar in erster Linie auf die miteinander zu vergleichenden Erwerbs
möglichkeiten im ursprünglichen und im neuen Beruf oder in einer der versi
cherten Person zumutbaren Tätigkeit abzustellen. Zwar geht es nicht an, den Anspruch auf Umschulungsmassnahmen - gleichsam im Sinne einer Moment
aufnahme - ausschliesslich vom Ergebnis eines auf den aktuellen Zeitpunkt
begrenzten Einkommensvergleichs, ohne Rücksicht auf den qualitativen Ausbil
dungsstand einerseits und die damit zusammenhängende künftige Entwicklung der erwerblichen Möglichkeiten anderseits, abhängen zu lassen. Vielmehr ist im Rahmen der vorzunehmenden Prognose (BGE 110 V 99 E. 2) unter Berücksich
tigung der gesamten Umstände nicht nur der Gesichtspunkt der Verdienstmög
lichkeit, sondern der für die künftige Einkommensentwicklung ebenfalls bedeutsame qualitative Stellenwert der beiden zu vergleichenden Berufe mit zu berücksichtigen. Die annähernde Gleichwertigkeit der Erwerbsmöglichkeit in der alten und neuen Tätigkeit dürfte auf weite Sicht nur dann zu verwirklichen sein, wenn auch die beiden Ausbildungen einen einigermassen vergleichbaren Wert aufweisen (BGE 124 V 108 E. 3b; AHI 1997 S. 86 E. 2b; Urteile des Bundesge
richts I 826/05 vom 28. Februar 2006 E. 4.1 in
fine
und I 783/03 vom 18. August 2004 E. 5.2 mit Hinweisen; Meyer-Blaser, Zum
Verhältnismässig
keitsgrundsatz
im staatlichen Leistungsrecht,
Diss
. Bern 1985, S. 186).
1.4
Massnahmen im Sinne von
Art.
17 IVG setzen subjektive und objektive Eingliederungsfähigkeit voraus (AHI 1997 S. 82 E. 2b/
aa
; ZAK 1991 S. 179 unten f.
E.
3). Nicht unter Umschulung fallen Massnahmen der sozialberuflichen Rehabilitation (wie Gewöhnung an den Arbeitsprozess, Aufbau der Arbeitsmotivation, Stabilisierung der Persönlichkeit, Einüben der sozialen Grundelemente) mit dem primären Ziel, die Eingliederungsfähigkeit der versicherten Person zu erreichen oder wieder herzustellen (ZAK 1992 S. 367
E.
2b; Urteil des Bundesgerichts I 527/00 vom 30. April 2001).
2.
2.1
Im vorliegenden Fall ist aufgrund der medizinischen
Aktenlage davon auszuge
hen
, dass der Beschwerdeführer seine bei Eintritt der krankheitsbedingten Arbeitsunfähigkeit ausgeübte Tätigkeit als Aussendienstmitarbeiter einer Versi
cherung aller Voraussicht nach
nach
dem Abschluss der therapeutischen Behandlung wegen einer bleibenden Mobilitätseinschränkung des rechten Knies
nicht mehr
wird ausüben können
, hingegen aus
orthopädischer Sicht in einer leichten, das rechte Kniegelenk wenig belastenden Wechseltätigkeit wieder voll arbeitsfähig sein wird
(
vgl. Berichte Prof.
Dr.
med.
Z._
,
Ortho
pädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates
FMH, vom 22. November 2012, Urk.
7/18/5 und
Dr.
med.
A._
,
Orthopädi
sche Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates
FMH, vom 28. November 2012, Urk. 7/21/1-2
, sowie RAD-Beurteilung vom 7. Dezember 2012 [
Dr.
med.
B._
, Facharzt für
Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates
]
, Urk. 7/34/2
)
.
2.2
Strittig ist, ob sich aus der invaliditätsbedingten Einschränkung ein Anspruch auf Umschulung ableiten lässt
.
Die Beschwerdegegnerin verneinte einen solchen Anspruch, da der Beschwerde
führer ohne Umschulung
zumutbarerweise
vom Versicherungs-Aussendienst in den Innendienst wechseln könne, wodurch er einen Minderverdienst von ledig
lich 17 % erleide (vgl. Urk. 2 und Urk. 6).
Demgegenüber
bezweifelt der Beschwerdeführer unter Hinweis auf die ihm von Prof.
Z._
am 5. Juli 2013 bescheinigte „grosse Müdigkeit“ (Urk. 3/2), dass ihm eine kaufmännische Tätigkeit noch zu 100 % zugemutet werden könne (Urk. 1 S. 3 f.)
,
und macht geltend, dass bei korrekter Ermittlung des Validen-
und des Invalideneinkommens ein
Minderverdienst von zumindest
29 % resultiere
(Urk. 1 S. 4 ff.)
3.
3.1
Was die vom
Beschwerdeführer
im Verwaltungsverfahren verlangte und von der Beschwerdegegnerin konkret geprüfte Umschulung zum Juristen anbelangt (vgl. Urk. 7/34/1), ist vorab festzuhalten, dass diese
klarerweise qualitativ nicht gleichwertig
ist
mit der
bisher bzw. vor dem Eintritt der invalidisierenden Arbeitsunfähigkeit zuletzt ausgeübten
Tätigkeit
, welche - gerichtsnotorisch - keine besonderen beruflichen Qualifikationen verlangt.
Weitere Erwägungen
über die zu vergleichenden Erwerbsmöglichkeiten bzw. die Frage
, wie lange es nach der allgemeinen Lebenserfahrung dauern würde, bis der bereits über vier
zigjährige Beschwerdeführer nach einem
- gegebenenfalls -
abgeschlossenen Universitäts- oder Fachhochschulstudium als Jurist
(oder nach der Umschulung in eine andere neue Erwerbstätigkeit)
auch nur das von der Beschwerdegegne
rin ermittelte
Valideneinkommen
wieder erreichen würde, erübrigen sich daher.
3.2
Sodann
vermögen auch die vom Beschwerdeführer vorgebrachten Einwände gegen die von der Beschwerdegegnerin
ermittelten
Validen- und Invalideneinkommen nicht zu überzeugen
.
B
ei seiner eigenen Berechnung des mutmasslichen
Valideneinkommens
ver
kennt der Beschwerdeführer, dass
sich
sein Erwerbseinkommen als Aussendienstmitarbeiter bereits vor Eintritt der invalidisierenden Arbeitsunfähigkeit
aus einem Fixum und einer Provision zusammensetzte, wobei der Provisionsanteil jeweils pro
rata
der
Prämienzahlungen
während der Laufzeit der vom Beschwerdeführer abgeschlossenen bzw. vermittelten Versicherungsverträge ausbezahlt wurde (vgl. Urk. 1 S. 6). Da diese
Ausz
ahlungsmodalitäten
für die Provisionen
bei Weiterführung des
Arbeitsverhältnisses ohne den invalidisie
renden Gesundheitsschadens
weiter angewendet worden wären, können bei der Ermittlung des
Valideneinkommens
nicht einfach alle ausstehenden künftigen Provisionszahlen aufgrund von Abschlüssen im Referenzjahr den effektiven Auszahlungen des betreffenden Jahres zugeschlagen werden. Denn die effekti
ven Provisionsauszahlungen
des Refe
renzjahres enthalten
auch pro
rata
-Provisionsanteile
aus den Vertragsa
bschlüssen
früherer Jahre.
Diese müssten deshalb bei den effektiven Provisionsauszahlungen des Referenzjahres in Abzug gebracht werden,
wenn die ausstehenden künftigen Provisionszahlen aufgrund von Abschlüssen im Referenzjahr diesem zugeschlagen werden sollten - ansonsten würden sie mehrfach berücksichtigt.
Weil
der Beschwerdeführer
lediglich knapp zwei
Jahre unter diesem
Entlöhnungsregime
mit fixen und variablen Lohnbestandteilen
gearbeitet hat, lässt
sich
aus seinem IK-Auszug nicht ablesen, welches durchschnittliche Jah
reseinkommen er auf diese Weise ohne Eintritt des Gesundheitsschadens voraussichtlich
regelmässig
hätte realisieren können
.
Es kann
nicht ohne Wei
teres davon ausgegangen werden, dass der Beschwerdeführer
im Gesundheitsfall
über Jahre hinweg gleich viele (oder gar noch mehr)
provisionsberechtig
te
Ver
tragsabschlüsse
hätte vermitteln können. Denn zu Beginn seiner Tätigkeit konnte d
er Beschwerdeführer - wie alle Einsteiger in die Vermittlung von Versicherungsverträgen - nebst dem ihm zur Bearbeitung zugewiesenen
Portofolio
gegebenenfalls noch Abschlüsse in seinem persönlichen Beziehungsumfeld vermitteln
.
Diese Möglichkeiten nehmen mit der Zeit tendenziell
aber
ab
.
Angesichts
d
er
dargelegten
Unsicherheiten über die Entwicklung der variablen
Lohnbestandteile des Beschwerdeführers hat die
Beschwerdeführerin für die Ermittlung des
Valideneinkommens
zu Recht auf den einschlägigen Tabellen
lohn abgestellt
.
3.3
Welche Tabellenlöhne die
Beschwerdegegnerin
zur Ermittlung des Validen- sowie des Invalideneinkommens
beigezogen hat, war
- entgegen
beschwerdeführerischer
Behauptung (Urk. 1 S. 4 f. und S. 6 f.) - durchaus
bereits im Zeit
punkt der Aktenzustellung an die
Rechtsv
ertreterin des Beschwerdeführers am 17. April 2013 (vgl. Urk. 7/35)
aktenkundig (vgl.
Urk. 7/
34/4
).
Der rechtskundig vertretene Beschwerdeführer kann daher aus dem Umstand, dass weder der Vorbescheid noch die angefochtene Verfügung genauere Angaben über die massgeblichen Tabellenlöhne enthalten und der detaillierte Einkommensvergleich vom 15. Februar 2013 (Urk. 7/53) offenbar
erst nach Erlass der angefochtenen Verfügung (Urk. 7/51) zu den Akten genommen wurde, nichts zu sei
nen Gunsten ableiten.
Da der Beschwerdeführer aufgrund seiner kaufmännischen Ausbildung
durch
aus auch für eine qualifizierte Tätigkeit im Versicherungsinnendienst
befähigt ist,
erscheint es vielmehr als fraglich, ob es
überhaupt
angebracht
war, beim Einkommensvergleich für das Invalideneinkommen auf den nicht branchenspe
zifischen
tieferen
Tabellenlohn
(
für andere kaufmännisch-administrative Tätig
keiten,
vgl. Urk. 7/53) abzustellen
, weshalb die vorinstanzliche Annahme, dass die invaliditätsbedingte Erwerbseinbusse ohne die strittige Umschulung weniger als 20 % betragen würde und deshalb
die Anspruchsvoraussetzungen für
eine Umschulung nicht
erfüllt sind
,
auf jeden Fall
gerechtfertigt
ist.
3.4
Im Übrigen ist
festzuhalten
, dass die Beschwerdegegnerin mit der angefochte
nen Verfügung lediglich über den Anspruch
auf Umschulung gemäss
Art.
17
Abs.
1 IVG entschieden hat
und
die Ablehnung des vorliegend strittigen Umschulungsbegehrens - welches sich auch als dem Eingliederungszweck nicht angemessen erwiesen hat (vgl. vorstehende E. 3.1) -
einen
den Entscheid über allfälligen
Anspruch auf
eine
den Fähigkeiten des Beschwerdeführers ange
passte und mit überwiegender Wahrscheinlichkeit eingliederungswirksame
kaufmännische Weiterausbildung
(vgl. Verlaufsprotokoll Berufsberatung vom 11. März 2013, Urk. 7/34/4 4. Absatz)
im Sinne von
Art.
16
Abs.
2
lit
. c IVG
nicht präjudiziert.
Im Sinne dieser Erwägung
en
ist die Beschwerde abzuweisen und die Verweige
rung der Kostengutsprache für Umschulung
in einen anderen Beruf zu bestäti
gen.
4.
Ausgangsgemäss sind die gestützt auf Art. 69 Abs. 1
bis
IVG nach dem Auf
wand zu bemessenden und hier auf Fr. 600.--
festzusetzenden Verfahrens
kosten dem unterliegenden Beschwerdeführer aufzuerlegen.