# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 8a0840ef-f147-4246-94b6-7cfd3867d83a
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2020
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1968, arbeitete seit dem
1.
April 1999 als Kranführer bei der Bauunternehmung
Y._
(
Urk.
6/15).
Am 2
5.
Januar 2012 (Ein
gangsdatum) meldete er sich bei der Invalidenversicherung zum Leistungs
bezug an (
Urk.
6/9). Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, zog die Akten der Krankentaggeldversicherung Basler Versicherungen AG bei (
Urk.
6/14/1-15)
und holte den Arbeitgeberbericht
der
Y._
vom 1.
Februar 2012 (
Urk.
6/15) sowie den Arztbericht von
Dr.
med.
Z._
, FMH Innere Medizin, vom
3.
April 2012 (
Urk.
6/18) ein. Am 19. Septem
ber 2012 teilte die IV-Stelle dem Versicherten mit, der Arbeitsplatzerhalt
sei erfolgreich abgeschlossen wo
rden, er sei rentenaus
schliessend eingegliedert (Urk.
6/21).
Zu diesem Ergebnis gelangte die IV-Stelle, nachdem ihr von der
Y._
mitgeteilt worden
war
, dass
X._
seine Erwerbstätigkeit als Kranführer weiterhin zu 100
%
ausübe (
Urk.
6/22/5).
1.2
Ab dem
1.
Juni 2015 arbeitete
X._
als Kranführer bei der Bauunter
nehmung
A._
(
Urk.
6/35).
Am 1
1.
April 2017 (Eingangsdatum) meldete
er
sich erneut bei der Invalidenversicher
ung zum Leistungsbezug an (Urk.
6/26). Die IV-Stelle holte d
ie
Arztbericht
e von
Dr.
med.
B._
, FMH Rheumatologie, vom 2
0.
Mai 201
7 (
Urk.
6/32) und von
Dr.
med.
C._
, FMH Allgemeine Innere Medizin, vom
5.
Juli 2017 (
Urk.
6/36/1-6) sowie
den Arbeit
geberbericht
der
A._
vom
8.
Juni 2017 (
Urk.
6/35) ein. Am
2.
August 2017 teilte die IV-Stelle dem Versicherten mit, der Arbeitsplatzerhalt werde abgeschlossen, da es ihm derzeit nicht möglich sei, seine Arbeit
wieder aufzunehmen
(
Urk.
6/41). Die IV-Stelle holte d
ie Arztberichte
des
D._
der
E._
vom
1.
November 2017 (
Urk.
6/43)
,
des
F._
vom 13.
März 2018 (
Urk.
6/
49/7) und vom
2.
November 2018 (
Urk.
6/76),
von
Dr.
med.
G._
, Psychiatrie und Psychotherapie FM
H, vom 1
8.
September
2018 (Urk.
6/61)
sowie von
Dr.
B._
vom 8. September 2018 (
Urk.
6/70)
ein
und zog
die Akten der Krankentaggeld
versiche
rung Schweizerische Mobiliar Versiche
rung
sgesell
schaft AG (Urk. 6/54/1-49) bei.
Schliesslich liess sie das polydiszipli
näre Gutachten (allgemein-internistisch, rheumatologisch, psychiat
risch) des
H._
vom 8.
Juli 2019 erstellen (
Urk.
6/95/1-86). Mit Vorbescheid vom 23. August 2019 kündigte die IV-Stelle dem Versicherten an, dass sie seinen Anspruch auf eine Inva
lidenrente verneinen werde
, da der Invaliditätsgrad lediglich 17
%
betrage
(
Urk.
6/100).
Gegen diesen Vorbescheid erhob
X._
durch Rechtsanwalt
Dr.
Kreso
Glavas
am 2
9.
August 2019 (
Urk.
6/102) bzw. am
3
0.
September 2019 (
Urk.
6/107) Einwand.
Mit Verfügung vom
9.
Oktober 2019 wies die IV-Stelle das Leistungsbegehren ab (
Urk.
2).
2.
Gegen diese Verfügung erhob
X._
durch Rechtsanwalt
Dr.
Glavas
am 28. Oktober 2019
Beschwerde mit folgenden Anträgen (
Urk.
1 S. 2):
«1.
Die angefochtene Verfügung vom
9.
Oktober 2019 sei aufzuheben und dem Beschwerdeführer seien zunächst berufliche Massnahmen zu gewähren, bevor über die Rente definitiv entschieden wird.
2.
Eventualiter sei die angefochtene Verfügung aufzuheben und dem Beschwer
deführer sei mindestens eine halbe Rente zu gewähren.
3.
Subeventualiter
sei die angefochtene Verfügung aufzuheben und es sei eine neue polydisziplinäre und objektive Begutachtung vom Gericht aus in Auftrag zu geben.
4.
Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zuzüglich 7.7
%
Mehrwertsteuer zu Lasten der
Beschwerdegegnerin.»
Die Beschwerdegegnerin ersuchte am
5.
Dezember 2019 um Abweisung der Beschwerde (
Urk.
5), was dem Beschwerdeführer am
9.
Dezember 2019 mitgeteilt wurde (
Urk.
7). Mit Verfügung vom 1
1.
Mai 2020 wurde der Beschwerdeführer aufgefordert, dem Gericht eine Kopie des von ihm in seiner Beschwerde vom 28. Oktober 2019 mehrfach erwähnten Entscheids einzureichen, mit welchem ihm die Beschwerdegegnerin rechtskräftig «eine 37%ige Invalidität gewährt hat» (Urk. 8). Mit Eingabe vom 2
0.
Mai 2020 teilte der Beschwerdeführer mit, dass kein solcher Entscheid existiere (
Urk.
10).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Akten wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte
und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom
menden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der ge
sundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG)
Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betä
tigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen
wieder herstellen
, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine Vier
telsrente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine Dreiviertelsrente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
1.3.1
Versicherungsträger und das Sozialversicherungsgericht haben den Sachverhalt von Amtes wegen festzustellen und die Beweise frei, das heisst ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Sie haben alle Beweismittel, unabhängig davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruches gestatten. Insbesondere dürfen sie bei einander widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum sie auf die eine und nicht auf die andere medizinische Th
ese abstellen (BGE 125 V 351 E.
3a).
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist also entscheidend, ob er für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten begründet sind. Ausschlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft eines
Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a).
1.3.2
Den von Versicherungsträgern im Verfahren nach Art. 44 ATSG eingeholten, den Anforderungen der Rechtsprechung entsprechenden Gutachten externer Spezial
ärzte (sogenannte Administrativgutachten) ist Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE
135 V 465 E. 4.4; Urteil des Bundesgerichts 9C_823/2018 vom 11. Juni 2019 E. 2 mit Hinweisen).
1.3.3
In Bezug auf Berichte von Hausärztinnen und Hausärzten wie überhaupt von behandelnden Arztpersonen beziehungsweise Therapiekräften ist auf die Erfah
rungstatsache hinzuweisen, dass diese mitunter im Hinblick auf ihre auftrags
rechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patientin
nen und Patienten aussagen (BGE 135 V 465 E. 4.5, 125 V 351 E. 3b/cc).
Wohl kann die einen längeren Zeitraum abdeckende und umfassende Behandlung oft wertvolle Erkenntnisse zeitigen; doch lässt es die unterschiedliche Natur von
Behandlungsauftrag der therapeutisch tätigen (Fach-)Person einerseits und Begut
achtungsauftrag des amtlich bestellten fachmedizinischen Experten anderseits (BGE
124 I 170 E. 4) nicht zu, ein Administrativ- oder Gerichtsgutachten stets in Frage zu stellen und zum Anlass weiterer Abklärungen zu nehmen, wenn die behandelnden Arztpersonen bzw. Therapiekräfte zu anderslautenden Einschät
zungen gelangen. Vorbehalten bleiben Fälle, in denen sich eine abweichende Beurteilung aufdrängt, weil die anderslautenden Einschätzungen wichtige – und nicht rein subjektiver Interpretation entspringende – Aspekte benennen, die bei der Begutachtung unerkannt oder ungewürdigt geblieben sind (Urteil des Bun
desgerichts 8C_677/2014 vom 2
9.
Oktober 2014 E. 7.2 mit Hinweisen, u.a. auf SVR 2008 IV Nr. 15 S. 43 E. 2.2.1 [I 514/06]).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin führte zur Begründung der angefochtenen Verfügung aus, der Beschwerdeführer sei seit Februar 2017 in seiner angestammten Tätigkeit als Kranführer zu 100
%
arbeitsunfähig. Die Arbeitsplatzerhaltung habe aus gesundheitlichen Gründen abgebrochen werden müssen. Die medizinischen Ab
klä
rungen hätten ergeben, dass der Beschwerdeführer in einer angepassten, wechsel
belastenden Tätigkeit ohne Zwangshaltung nie während längerer Zeit arbeitsun
fähig
gewesen sei. Der Invaliditätsgrad belaufe sich auf 17
%
, womit kein Anspruch auf eine Invalidenrente bestehe (
Urk.
2).
2.2
Demgegenüber führte der Beschwerdeführer aus, die Beschwerdegegnerin habe ihm zunächst eine 37%ige Invalidität gewährt und diese jetzt aus nicht nachvoll
ziehbaren Gründen auf 17
%
reduziert. Der Beschwerdeführer
habe deshalb unstreitig und unbestreitbar Anspruch auf angemessene Umschulung und Wie
der
eingliederungsmassnahmen. In formelle
r
Hinsicht sei
festzuhalten, dass die angefochtene Verfügung allein schon deshalb unschlüssig und nicht nachvoll
ziehbar sei, weil der Beschwerdeführer bereits aufgrund seiner Rücken
beschwer
den eine 37%ige Invalidität erhalten habe. Wenn die Beschwerde
gegnerin nun trotz Verschlimmerung des Gesundheitszustandes nur noch auf einen Invali
di
tätsgrad von 17
%
komme, könne die angefochten
e
Verfügung schlicht und ein
fach nicht Bestand haben. Es handle sich hier um eine offenbar diskri
minierende Gesundschreibung des Beschwerdeführers. Die Verfahrens
garantien de
r
Europäi
schen Menschenrechtskonvention (EMRK) seien verletz
t
worden. Trotz seines Nierentumors sei dem Beschwerdeführer nicht einmal eine vorüber
gehende Rente gewährt worden. Zumindest während der Operations- und Nachbehand
lungszeit sei der Beschwerdeführer arbeitsunfähig gewesen. Die Verfügung, mit welcher dem Beschwerd
eführer eine 37%ige Invalidität
gewährt worden sei, sei als Basis der neuen Verfügung anzuschauen und könne nicht in den Wind geschlagen werden, wie dies die Beschwerdegegnerin nunmehr tue. Sie werde beim rechts
kräftigen Ergebnis des Verfahrens mit jeder gewünschten Deutlichkeit behaftet. Das Gutachten des
H._
(vom Beschwerdeführer als «
I._
in
J._
» bezeichnet
)
,
sei nicht schlüssig und nicht nachvoll
ziehbar. Die
Nervenwurzel
kompromittierung
und Tangierung werde im Gutach
ten nicht erwähnt, ge
schweige denn thematisiert. Wenn der Beschwerde
führer so etwas veranstaltet hätte, würde man ihm einen versuchten Ve
rsicherungsbetrug vorwerfen. Dieser
«Gesundschreiber» (gemeint
ist der
Gutachter
des
H._
) h
abe
sogar die Operation durch die
K._
als unnötig betrachtet. Es sei eine Anmassung, einer universitären Fachklinik die Kompetenz abzuerkennen, ohne dass gleichzeitig von einer iatrogenen Körperverletzung die Rede sei.
Alleine deshalb könne dieses Gutachten nicht überzeugen. Im Bereich der Inneren Medizin werde dem Be
schwerdeführer keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit attestiert, obwohl er fünf namhafte Beschwerdeherde (angeschlagene Nieren, angeschlagenes Herz, Bluthochdruck, Schlafapnoe-Syndrom, Prostata-Beschwer
den) aufweise. Selbst
gesunde Arbeitnehmer hätten im Alter des Beschwerde
führer
s
Mühe bei der be
ruflichen Wiedereingliederung. Erst recht sei dies gesundheitlich angeschlagenen Personen nicht möglich. Die Beschwerdegegnerin habe offensichtlich eine Ge
sund
schreibung des Beschwerdeführers vorgenom
men, um ihn aus der Renten
berechtigung zu kippen. Es müsse auch ein neues Gutachten in Auftrag gegeben werden, um die Prognosen der Gutachter zu überprüfen.
Die prognostizierten Verbesserungen des Gesundheitszustandes seien bis anhin nicht eingetreten. Be
züglich des Einkommensvergleichs sei zu berücksichtigen, dass der Beschwerde
führer bei voller Gesundheit mehr verdienen würde als die Beschwerdegegnerin angenommen habe. Das Valideneinkommen müsse auf mindestens
Fr.
90'000.-- beziffert werden. Das Invalideneinkommen sei dagegen
von der Beschwerde
geg
nerin
alleine schon deshalb zu hoch angesetzt worden, weil die diversen Be
handlungen des Beschwerdeführers so viel Zeit beanspruchen würden, dass er sich nicht die ganze Zeit einer Erwerbstätigkeit widmen könne. Hinzu komme, dass er für eine neue Tätigkeit nicht ausgebildet sei und mit einer Hilfstätigkeit niemals ein solches Invalideneinkommen erwirtschaften könnte (
Urk.
1).
In seinem Schreiben vom 2
0.
Mai 2020 führte der Beschwerdeführer aus, der von ihm in der Beschwerdeschrift erwähnte Invaliditätsgrad von 37
%
sei ihm ledig
lich von der Berufsberatung der Beschwerdegegnerin in Aussicht gestellt worden. Dass er behauptet habe, es liege ein rechtskräftiger Entscheid der Beschwerde
gegnerin vor, welcher von einem Invaliditätsgrad von 37
%
ausgehe, basiere auf einem Irrtum (
Urk.
10).
3.
3.1
Laut dem Arztbericht von
Dr.
B._
vom 2
0.
Mai 20
17
(
Urk.
6/32) besteht beim Beschwerdeführer ein
e
Frozen
shoulder
links
mit/bei hypertropher Gelenkskapsel und
Tendinopathie
der
Bicepssehne
(MRI vom 1
1.
November 2016)
. In seiner angestammten Tätigkeit als Kranführer sei er vom 2
1.
Oktober 2016 bis zum 29.
Mai 2017 zu 100
%
arbeitsunfähig. In einer Tätigkeit ohne Heben oder Tragen von Lasten über 5 kg, ohne Überkopfarbeiten und ohne Schulterbelastung sei er theoretisch zu 50
%
arbeitsfähig.
3.2
Gemäss dem Arztbericht von
Dr.
C._
vom
5.
Juli 2017 (
Urk.
6/36) bestehen beim Beschwerdeführer aktuell eine
Periarthropathia
humeroscapularis
mit
Capsulitis
ca. seit August 2016, erste Konsultation im Oktober 2016, eine chronische Spielsucht seit
Jahren, chronische degenerativ
e LWS-Veränderungen seit Jahren
sowie eine chronische Migräne seit Jahren. Aufgrund seiner Schmerzen könne der Beschwerdeführer nicht mehr auf dem Bau arbeiten. Aufgrund der Depression und der chronischen Rückenschmerzen sei er auch in einer anderen Tätigkeit ein
geschränkt.
3.3
Laut dem Arztbericht des
D._
vom
1.
November 2017
(Urk. 6/43)
bestehen beim Beschwerdeführer mit Auswirkung auf die Arbeits
fähig
keit eine Anpassungsstörung (ICD-10 F43.2), Differentialdiagnose mittel
gradige depressive Episode (ICD-10 F32.1) sowie ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit pathologisches Spielen (ICD-10 F63.0).
Zurzeit stehe die depres
sive Erkrankung im Rahmen der im August 2017 gestellten Tumordiagnose im Vordergrund. Eine Prognose könne wegen der Unklarheit bezüglich des Verlaufs der Tumorerkran
kung nicht gestellt werden. Eine Arbeitstätigkeit könne sich aber langfristig prognostisch günstig auswirken. Bei der Einschränkung seien die kör
perlichen Beeinträchtigungen
mitzuberücksichtigen
. Aufgrund der länger zurück
liegenden letztmaligen Konsultation könne keine aktuelle Einschätzung der Arbeitsfähigkeit abgegeben werden.
3.4
Das
F._
hielt im Arztbericht vom 1
3.
März 2018 (
Urk.
6/49) fest, der Beschwerdeführer sei wegen eines
chromophoben
Nierenzellkarzinoms am 6. Septem
ber 2017 operiert worden.
Er
habe sich von der Operation sehr gut erholt und es gebe keinen Hinweis auf ein Tumorrezidiv. Bezüglich der Nieren
tumorerkrankung ergäben sich keine einschränkenden Faktoren bezüglich der Arbeitsfähigkeit und eine uneingeschränkte körperliche Belastbarkeit.
3.5
Gemäss dem Arztbericht der Psychiaterin
Dr.
G._
vom 1
8.
September 2018 (
Urk.
6/61)
bestehen beim Beschwerdeführer mit Auswirkung auf die Arbeits
fähigkeit eine mittelgradige depressive Episode mit somatischem Syndrom (ICD-10
F32.1), ein Schlafapnoe-Syndrom, eine chronische Lumbago mit rechtssei
tiger Ischialgie, eine
Arthropathia
humeroscapularis
links
und
ein Zustand nach Nierentumor-Resektion links bei
chromophoben
Nierenzellkar
zinom
im Septem
ber 2017 sowie ohne Auswirku
ng auf die Arbeitsfähigkeit ein
Zustand nach pathologischem Glücksspiel (ICD-10 F63.0), eine Adipositas sowie eine arterielle Hypertonie
. Aktuell sei der Beschwerdeführer aufgrund seiner depressiven An
triebs- und Stimmungslage sowie seiner Schmerzen in Rücken und Schulter für seine Arbeit als Kranführer auch a
us
psychiatrischer Sicht voll arbeitsunfähig. E
s
sei zu erwarten, dass durch die Psychotherapie und die Einnahme von Psy
chopharmaka eine Erhöhung der Arbeitsfähigkeit binnen einiger Monate auf 30
%
für eine den körperlichen Beschwerden angepasste Tätigkeit erreicht werden könne. Im Moment sei
der
Beschwerdeführer
völlig ohne Ressourcen, vor allem nach der Aufgabe seiner Spielsucht.
Er sei völlig von seiner Ehegattin abhängig, die auch gute Deutschkenntnisse besitze. Da diese aber zu 100
%
arbeitstätig und der Beschwerdeführer vollkommen unbeholfen sei, habe sie einen Rechtsanwalt für die administrativen Arbeiten engagieren müssen.
3.6
Im Verlaufsbericht vom
8.
September 2018
(
Urk.
6/70)
hielt
Dr.
B._
fest,
es
bestünden zusätzlich zur
Frozen
shoulder
links ein lumbospondylogenes
Schme
rz
syndrom links sowie ein Nierenzell-Karzino
m links. Die bisherige Erwerbstätig
keit sei dem Beschwerdeführer nicht mehr zumutbar. Theoretisch möglich be
züglich der Schulter sei eine sitzende Tätigkeit ohne Überkopfarbeiten, aktuell aber bei lumbaler Problematik nicht zumutbar.
3.7
Im Bericht vom
2.
November 2018
(
Urk.
6/76)
führten die Ärzte des
F._
aus, der Beschwerdeführer sei wegen eines mittelschweren obstruktiven Schlaf
apnoe-Syndroms in Behandlung. Eine Arbeits
un
fähigkeit sei
ihm deswegen nicht be
scheinigt worden. Er sollte möglichst geregelte Arbeitsz
eiten ohne Schicht
arbeit haben. Ebenso sollte er auf berufliches Autofahren und das Bedienen von selbst- bzw. fremdgefährdenden Maschinen verzichten.
Unter etablierter nächt
licher Überdruckbeatmung könne die Arbeitsfähigkeit gut
wieder hergestellt
werden. Limitierend seien die nicht im Detail bekannten Neben
diagnosen.
3.8
Laut dem Gutachten des
H._
vom
8.
Juli 2019 bestehen beim Beschwerdeführer folgende Diagnose
n
(
Urk.
6/95/7):
Mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit:
1.
Chronisches lumbospondylogenes Schmerzsyndrom rechts mit/bei:
-
breitbasiger
medialer Diskushernie L4/5 mit leichter zentraler Spinal
kanalstenose
-
breitbasiger
Diskusprotrusion
L5/S1 mit leichter
Foramenstenose
beid
seits (MRI vom Oktober 2018)
2.
Periarthropathia
humeroscapularis
tendinotica
links mit/bei:
-
MR
-mässig nachgewiesener
Tendinopathie
der Supraspinatussehne,
Infraspinatussehne
und
Bizepssehne
im Sinne einer
Frozen
Shoulder
(MRI vom November 2016)
Ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit:
3.
Chromophobes
Nierenzellkarzinom pT1a (4cm) cN0 cM0 mit/bei:
-
Erstdiagnose im Juli 2017
-
Status nach
DaVinci
-assistierter laparoskopischer Nierentumor
resek
tion links am 06.09.2017 (R0)
-
aktuell tumorfrei bei normaler Nierenfunktion
4.
Mittelschweres obstruktives Schlafapnoesyndrom mit/bei:
-
Erstdiagnose am 07.06.2017 (AHI 22.4/Std, ODI 15.5/Std)
-
aktuell unter CPAP-Therapie gut eingestellt (AHI 8.3/Std, ODI 9.1/Std)
5.
Dilatation der Aorta
ascendens
mit/bei
-
Sinusportion 4.2 cm, Aorta
ascendens
4.9 cm (
TTE
vom 17.02.2017)
6.
Benigne Prostatahyperplasie mit/bei:
-
irritativen
und obstruktiven Miktionsbeschwerden
-
PSA von 1.56 μg/l
7.
Anpassungsstörung (ICD-10: F
43.2), DD: leichte depressive Episode (ICD-10: F32.0)
8.
Status nach pathologischem Glücksspiel (ICD-10: F63.0)
In seiner zuletzt ausgeübten, körperlich schweren Tätigkeit als Bauarbeiter und Kranführer sei der Beschwerdeführer aus interdisziplinärer Sicht seit Februar 2017 dauerhaft zu 100
%
arbeitsunfähig.
In einer dem Leiden angepassten Tätig
keit (wechselbelastend im Gehen, Stehen und Sitzen, ohne Zwangshal
tungen, ohne Arbeiten über der 90°-Ebene mit dem linken Arm und ohne repetitives Heben schwerer Lasten über 10 kg) sei dem Beschwerdeführer aus interdiszipli
närer
Sicht seit jeher eine 100%ige Arbeitsfähigkeit zumutbar.
Die Einschränkung der Arbeitsfähigkeit sei allein
e
aus rheumatologischer Sicht aufgrund der objektiv verminderten Belastbarkeit der LWS und der linken Schul
ter zu begründen. Eine zusätzliche, internisti
sch oder psychiatrisch bedingte
Einschränkung der zumut
baren Arbeitsfähigkeit sei gutachterlich nicht ausge
wiesen.
4.
Betreffend den
Antrag de
s
Beschwerdeführer
s
, ih
m
seien berufliche Massnahmen zu gewähren, ist festzustellen, dass die Beschwerdegegnerin darüber in der ange
fochtenen Verfügung nicht entschieden hat. Mangels Anfechtungs
gegenstands ist deshalb diesbezüglich auf d
ie Beschwerde nicht einzutreten, da
grundsätzlich nur Rechtsverhältnisse zu beurteilen sind, zu denen die zuständige Verwal
tungs
behörde vorgängig verbindlich Stellung genommen hat (BGE 131 V 164 E. 2.1; 125 V 413 E. 1a).
De
m
Beschwerdeführer bleibt es unbenommen, sich in Bezug auf die Gewährung beruflicher Massnahmen erneut bei der Beschwerde
gegnerin zu melden.
Es erscheint im Übrigen als widersprüchlich, wenn der Beschwer
deführer nunmehr geltend macht,
die Beschwerdegegnerin habe zu früh über den Rentenanspruch entschieden. In seiner Eingabe an die Beschwerde
gegnerin vom 2
8.
September 2018 (
Urk.
6/63) verlangte er die Durchführung einer polydiszi
plinären Begutach
tung, wenn die Beschwerde
gegnerin
ihm
nicht so schon eine Rente gewähren wolle. Dass die Beschwerde
gegnerin berufliche Massnahmen durchzuführen habe,
machte er dagegen nicht geltend
. Auch im Einwand gegen
den Vorbescheid vom
2
9.
August 2019 (Urk.
6/101) bzw. vom 30.
September 20
19 (
Urk.
6/107)
ersuchte er die Beschwerdegegnerin um die Gewährung von mindes
tens einer halben
Invaliden
rente, auf berufliche
Mass
nahmen nahm er keinen Bezug.
Er machte im Gegenteil geltend, er sei nicht mehr in der Lage, eine ren
tenausschliessende Erwerbstätigkeit auszuüben.
5
.
5
.1
Soweit der Beschwerdeführer in der Beschwerdeschrift
vom 2
8.
Oktober 2019 (
Urk.
1) geltend machte, die Beschwerde
gegnerin sei darauf zu behaften, dass sie ihm in einer in Rechtskraft erwachsenen Verfügung einen Invalidi
tätsgrad von 37
%
bescheinigt habe
,
und sich in diesem Zusammen
hang dazu veranlasst sah, sich
über die Beschwerdegegnerin in
sehr
polemischer
Weise zu äussern
, ist fest
zuhalten, dass
sich dieses Argument nicht als stichhaltig erweist. Ein solcher Entscheid existiert
– wie der Beschwerdeführer
in seiner Stellungnahme vom 20.
Mai 2020 (
Urk.
10) selber einräumen musste –
nicht
.
Dementsprechend ist die Beschwerdegegnerin auch nicht
mit jeder Deutlichkeit auf diesen
angeblichen Entscheid zu behaften.
Der Beschwerdeführer brachte sodann vor, die Beschwerdegegnerin
habe
ihn in einem die rechtsstaatlichen und die EMRK-Garantien nicht respektierenden Ver
fahren diskriminiert. Inwiefern er diskrimi
niert worden sein
und welche Verfah
rensvorschriften die Beschwerdegegnerin verletzt haben soll, führte er aber nicht aus und es kann den Akten auch nichts entnommen werden, was darauf schlies
sen lassen würde, dass die Beschwerdegegnerin bei den Abklärungen der An
sprüche des Beschwerdeführers
nicht korrekt vorgegangen ist und Verfahrens
vorschriften verletzt hat.
5
.2
Kein Anspruch auf eine Invalidenrente
besteht
sodann entgegen der Behauptung des Beschwerdeführers
auch aufgrund des
Umstand
es
, dass er wegen eines
chro
mophoben
Nierenzellkarzinoms am
6.
September 2017 im
F._
operativ behandelt werden musste, ergab sich doch
deshalb
keine längerdauernde Ein
schränkung der Arbeitsfähigkeit. Der Beschwerdeführer
wurde am 6.
Septem
ber
2017 operiert und
nach letztmali
ger ambulanter Kontrolle am 20.
September 201
7
zeigte er sich vom Eingriff sehr gut erholt. Hinweise auf ein Tumorrezidiv bestehen glücklicherweise keine, der Beschwerdeführer ist laut dem Bericht des
F._
vom 1
3.
März 2018 (
Urk.
6/49/7) aufgrund der Nierentumor
erkran
kung in seiner Arbeitsfähigkeit nicht eingeschränkt.
5
.3
Das
poly
disziplinäre Gutachten des
H._
vom
8.
Juli 2019
(Urk.
6/95
)
basiert
auf einer umfassenden
allgemein-internistischen, rheumatologischen und psychiat
rischen
Untersuchung und wurde in Kennt
nis und in Auseinandersetzung mit den Vorakten (Anamnese) abgegeben.
Die begut
achtenden Ärzte haben detaillierte
Befunde erhoben
und nachvollziehbare Diagnosen
gestellt
und sich mi
t den
vom Beschwerdeführer
geklagten Beschwer
den auseinandergesetzt. Zudem haben sie die medizinischen Zusam
menhänge und die medizinische Situation einleuch
tend
dargelegt und ihre Schlussfolgerun
gen nachvollziehbar begründet. Dem
poly
dis
zi
plinären Gutach
ten kommt daher grundsätzlic
h volle Beweiskraft zu (vgl. E.
1.
3.1, E.1.3.2
).
Wie bereits festgehalten (vgl. E. 1.
3.3
) ist in Bezug auf die Berichte der behan
deln
den Ärzte die Erfahrungstatsache zu berücksichtigen
, dass diese mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patientinnen und Patienten aussagen.
5
.4
Der Beschwerdeführer
bringt gegen das Gutachten vor, dass der rheumatologische Gutachter
Dr.
med. L._
die
Nervenwurzelkompromittierung
und Tangierung nicht einmal erwähnt, geschweige denn thematisiert habe (
Urk.
1 S. 4).
Hierzu ist festzuhalten, dass g
emäss Arztbericht von
Dr.
Z._
vom 2
7.
September 2011
eine Diskushernie L5/S1 mit Kompression der Nervenwurzel S1 rechts
bestand (Urk.
6/18/1). Dieser Befund stützte sich auf ein MRI der
M._
vom 1
9.
September 2011 und die Diagnose wird von
H._
-Gutachter
Dr.
L._
ent
gegen der Behauptung des Beschwerdeführers im rheumatologischen Teilgut
ach
ten erwähnt (Urk. 6/95/51).
Dr.
L._
bezieht sich sodann auf ein neueres MRI der
N._
vom 2
6.
Oktober 2018,
wonach
beim Beschwer
deführer eine breitbasige media
l
e Diskushernie L4/5
mit leichter Spinalkanal
stenose,
eine breitbasige
Diskusprot
rusion
L5/S1 mit leichter
Foramenstenose
beidseits sowie eine leichte ödematöse Osteochondrose L4/5 und L5/S1 besteht. Dass
Dr.
L._
seine Beurteilung auf den aktuellsten bildgebenden Befund ab
stützt ist nicht zu beanstanden, sondern erscheint im Gegenteil als angebracht. Mögliche
Kompromittierungen
der Nervenwurzeln
bleiben
im Übrigen mit die
ser Diagnose nicht grundsätzlich unberücksichtigt
, handelt es sich doch bei einer Stenose um eine Verengung des Wirbelkan
als, welch
e zu einer
Kompromittierung
der Nerven
führen kann.
Warum
der Beschwerdeführer wegen versuchten Ver
sicherungsbetruges «daran» kommen sollte (
Urk.
1 S. 4), wenn er so etwas
(wie die Gutachter)
veranstaltet hätte, ist
nicht ersichtlich. Wenn er mit dieser Be
haup
t
ung
und auch mit der nachfolgenden Bezeichnung «Gesundschreiber» andeuten will,
Dr.
L._
sei bei der Verfassung des Gutachtens auf betrügerische Weise vorgegangen, so hat er diesen Vorwurf zu konkretisieren
,
und er ist darauf hin
zuweisen, dass er seinerseits tatsächlich Gefahr läuft, sich einer strafbaren Hand
lung schuldig zu machen, wenn er in
unsubstanzierter
Weise derartige Vorwürfe gegen die Gutachter erhebt.
5.5
Ebenfalls ins Leere stösst der Beschwerdeführer mit seiner Behauptung,
Dr.
L._
habe die Operation durch die
K._
als unnötig betrachtet und es hand
le sich um eine Anmassung, wenn
eine
r
universitäre
n
Fachklinik die Kom
petenz aberkannt werde, ohne dass gleichzeitig von einer iatrogenen Körper
verletzung die Rede sei (
Urk.
1 S.
4). Wie
Dr.
L._
korrekt festgehalten hat
(
Urk.
6/96/53)
, ergibt sich aus dem Bericht der
K._
vom 27.
Septem
ber 2011 (
Urk.
6/17/5-6) lediglich, dass
dem Beschwerdeführer die Durchführung einer mikrochirurgischen
Sequesterektomie
L5/S1 empfohlen
und er über das technische Vorgehen, mögliche Risiken und Erfolgsaussichten informiert
worden ist. A
us dem Bericht
ergibt sich
im Weiteren
, dass der Eingriff in der Folge aber
nicht durchgeführt
wurde
, da der Beschwerdeführer gegenüber einem operativen Eingriff stark abgeneigt war und er darüber zuerst mit seinem Hausarzt sprechen wollte. Zumal sich in den Akten kein Hinweis darauf findet, dass die Operation zu einem späteren Zeitpunkt doch
noch durchgeführt wurde, erscheint es als folge
richtig, dass
Dr.
L._
diese Operation als nicht notwendig be
zeichnete
und
er
musste sich jedenfalls nicht damit auseinandersetzen, ob dem Beschwerde
führer eine iatrogene Körperverletzung zugefügt worden sein könnte
. Wie bereits erwähnt, ist dem Beschwerdeführer keine 37%ige Invalidität bescheinigt worden, weshalb die Gutachter sich damit auch nicht auseinanderzusetzen hatten.
5.6
Weshalb der Gutachter
Dr.
O._
zum Ergebnis gelangt ist, dass aus inter
nis
tischer Sicht keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit besteht, wird im Gut
ach
ten ausreichend begründet.
Dr.
O._
hi
elt fest, von Seiten des Nieren
zell
ka
r
zinoms bestehe nach der erfolgreichen Nierentumorresektion im Sep
tember 2017 eine Tumorfreiheit, die Nierenfunktion sei aktuell normal. Das Schlafapnoe
syndrom s
ei
unter der CPAP-Therapie gut eingestellt. Auch von Seiten der
Aortenektasie
fänden sich stabile Verhältnisse, wobei diesbezüglich zu erwähnen sei, dass der
Beschwerdeführer die empfohlenen Medikamente nicht einnehme und sein Blutdruck
nur
grenzwertig erhöht sei. Klinisch sei der Beschwerde
führer aber kardiopulmonal kompensiert und die letzte Echokardio
graphie habe eine normale link
s
ventrikuläre Pumpfunktion ohne nachweisbare
Klappenvitien
erge
ben. Das aktuelle Ruhe-EKG sei normal und in der Spirometrie fänden sich keine
Anhalts
punkte für eine obstruktive oder restriktive Venti
lationsstörung (Urk. 6/95
/42).
Entgegen der Ansicht des Beschwerdeführers ist damit nachvoll
ziehbar begründet, warum die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers aus inter
nistischer Sicht nicht eingeschränkt ist. Es ist ausserdem festzuhalten, dass die behandelnden Ärzte des
F._
bezüglich des Nierenzellkarzinoms (Urk. 6/49), aus kardiologischer Sicht (
Urk.
6/48) und bezüglich des Schlafapnoe-Syndroms (
Urk.
6/76) ebenfalls keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit be
schei
nigt haben.
5.7
Aus psychiatrischer Sicht hat der Gutachter des
H._
keine Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit erhoben (
Urk.
6/95/71).
Nicht zutreffend
ist, dass der psychiatrische Gutachter die Problematik verneint, weil der Beschwerde
führer an Rückenbeschwerden, Kopfbeschwerden, an Augenleiden, etc. erkrankt ist und er o
ffensichtlich nicht in der Lage
ist, angesicht
s seiner Poly
morbidität den ganzen Tag eine Präsenz aufzuweisen oder gar eine Tätigkeit vollumfä
nglich auszuüben, wie dies der Beschwerdeführer behauptet (
Urk.
1 S. 5). Zumal die Ein
schätzung der Arbeitsfähigkeit durch die Gutachter auf dem aktuellen Ge
sund
heitszustand des Beschwerdeführers basiert und
sie
prognostizierte Besserungen darin nicht haben einfliessen lassen, erscheint auch kein neues Gutachten not
wendig, um den Eintritt der Prognosen zu verifizieren.
5.8
Zusammenfassend ist damit festzuhalten, dass vollumfänglich auf die Beurteilung des
H._
-Gutachtens abzustellen ist. Damit ist davon auszugehen, dass der Be
schwerdeführer in seiner angestammten Tätigkeit als Kranführer und Bauarbeiter nicht mehr arbeitsfähig ist.
Eine dem Leiden angepasste Tätigkeit (wechselbe
las
tend im Gehen, Stehen und Sitzen, ohne Zwangshaltungen, ohne Arbeiten über der 90°-Ebene mit dem linken Arm und ohne repetitives Heben schwerer Lasten über 10 kg) ist dem Beschwerdeführer
zu 100
%
zumutbar (Urk.
6/95/10).
6.
6.1
Es ist davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer ohne Eintritt des Gesund
heitsschadens weiterhin als Kranführer/Bauarbeiter bei der
A._
tätig gewesen wäre.
Gemäss Arbeitgeberbericht der
A._
vom
8.
Juni 2017 hätte er mit dieser Tätigkeit im Jahr 2015 ein AHV-beitrags
pflichtiges Einkommen von Fr. 80’405.-- erzielt (Urk.
6
/
3
5/4).
Angepasst an die Nominal
lohnentwicklung für
im Baugewerbe tätige
Männer
(vgl. Bundesamt für Statistik,
Nominallohnindex
, Tabelle
1.1.10
,
Ziff.
41-43
: 20
15
=
10
2
.
5
, 20
17
=
10
3
.
2
) beträgt das hypothetische Einkom
men im Jahr 20
17 Fr.
80'954.10
.
Dafür, dass er ohne Eintritt des Gesund
heitsschadens ein Einkommen von mindestens
Fr.
90'000.-- erzielen würde, be
stehen keine Anzeichen. Insbesondere ergibt sich – wie bereits ausgeführt – auch nicht aus den Akten, dass der Beschwerdeführer
zu einem früheren Zeitpunkt
einen Invalidit
ätsgrad von 37
%
aufgewiesen und er damals ein Einkommen von Fr. 82'025.
--
verdient bzw. die Beschwerdegegnerin ein Valideneinkommen in dieser Höhe eingesetzt hat.
6.2
Für die Bestimmung des Invalideneinkommens können nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für Statistik periodisch herausgege
benen Lohnstrukturerhebungen (LSE) herangezogen werden (BGE 139 V 592 E. 2.3, 135 V
297 E. 5.2, 129 V 472 E. 4.2.1, 126 V 75 E. 3b). Dabei sind grund
sätzlich die im Verfügungszeitpunkt aktuellsten veröffentlichten Tabellen der LSE zu verwenden (BGE 143 V 295 E. 4.1.3; zur Verwendung der aktuellsten statisti
schen Daten bei Rentenrevisionen vgl. BGE 143 V 295 E. 4.2.2, 142 V 178 E. 2.5.8.1, 133 V 545 E. 7.1). Der Griff zur Lohnstatistik ist subsidiär, das heisst deren
Beizug
erfolgt nur, wenn eine Ermittlung des Invalideneinkommens auf
grund und nach Massgabe der konkreten Gegebenheiten des Einzelfalles nicht möglich ist (vgl. BGE 142 V 178 E. 2.5.7, 139 V
592 E. 2.3, 135 V 297 E. 5.2; vgl. auch Meyer/Reichmuth,
Bundesgesetz
über die Invalidenversicherung
,
3.
Auflage 2014,
Rn
55 und 89 zu Art. 28a, mit weiteren Hinweisen auf die Rechtsprechung).
Wird das Invalideneinkommen auf der Grundlage von statistischen Durch
schnittswerten ermittelt, ist der entsprechende Ausgangswert allenfalls zu kürzen. Mit dem sogenannten Leidensabzug wurde ursprünglich berücksichtigt, dass ver
sicherte Personen, welche in ihrer letzten Tätigkeit körperliche Schwerarbeit ver
richteten und nach Eintritt des Gesundheitsschadens auch für leichtere Arbei
ten
nurmehr
beschränkt einsatzfähig sind, in der Regel das entsprechende durch
schnittliche Lohnniveau gesunder Hilfsarbeiter nicht erreichen. Der ursprünglich nur bei Schwerarbeitern zugelassene Abzug entwickelte sich in der Folge zu einem allgemeinen behinderungsbedingten Abzug, wobei die Rechtsprechung dem Umstand Rechnung trug, dass auch weitere persönliche und berufliche Merk
male der versicherten Person wie Alter, Dauer der Betriebszugehörigkeit, Natio
nalität oder Aufenthaltskategorie
sowie Beschäftigungsgrad Auswirkungen auf die Höhe des Lohnes haben können. Ein Abzug soll aber nicht automatisch, son
dern nur dann erfolgen, wenn im Einzelfall Anhaltspunkte dafür bestehen, dass die versicherte Person wegen eines oder mehrerer dieser Merkmale ihre gesund
heitlich bedingte (Rest-)Arbeitsfähigkeit auf dem allgemeinen Arbeits
markt nur mit unterdurchschnittlichem Einkommen verwerten kann. Bei der Bestimmung der Höhe des Abzuges ist der Einfluss aller in Betracht fallenden Merkmale auf das Invalideneinkommen unter Würdigung der Umstände im Ein
zelfall gesamt
haft zu schätzen und insgesamt auf höchstens 25 % des Tabellen
lohnes zu be
grenzen (vgl. zum Ganzen BGE 126 V 75). Dabei ist zu beachten, dass allfällige bereits bei der Parallelisierung der Vergleichs
einkommen mitver
antwortliche invaliditätsfremde Faktoren im Rahmen des sogenannten Leidensabzuges nicht nochmals berücksichtigt werden dürfen (BGE 134 V 322 E. 5.2).
6.3
Der Zentralwert für die mit einfachen
Tätigkeiten (Kompetenzniveau 1)
beschäf
tigten Männer betrug im Jahre 201
6
im privaten Sektor
Fr. 5’3
40
.-- pro Monat bei 40 Arbeitsstunden pro Woche (LSE 201
6
, Tabelle TA1
_tirage_skill_level
), was unter Berück
sichtigung einer betriebsüblichen Arbeitszeit von 41,
7
Stunden pro Woche (Bundesamt für Statistik, Betriebsübliche Arbeitszeit nach Wirtschafts
ab
teilun
gen, Tabelle T 03.02.03.01.04.01) ein hypothetisches Einkommen von monat
lich
Fr.
5‘
566.95
bzw.
Fr.
66'803.40
pro Jahr ergibt.
Angepasst an die Nomi
nal
lohnentwicklung für
Männer
(vgl. Bundesamt für Statistik,
Nominallohnindex
, Tabelle
1.1.10
: 20
16
=
104.
1
, 20
17
=
104.
6
) beträgt das hypothetische Einkom
men im Jahr 20
17
Fr.
67'124
.
2
5.
Der Beschwer
deführer kann ganz
tags arbei
ten und in behinderungsangepasster Tätigkeit eine 100%ige Leistung erbringen. Es ist der Beschwerdegegnerin darin beizupflichten, dass kein Grund für die Vor
nahme eines behinderungsbedingten Abzugs gegeben ist. Verglichen mit den Valideneinkommen von
Fr.
80'954.10
ergibt
sich damit eine Einkom
mens
ein
busse von
Fr.
13'829.85
bzw. ein Invaliditätsgrad von rund
17
%. Auch
beim maxi
mal zulässigen Abzug von 25
%
würde ein rentenaus
schliessender Invali
di
tätsgrad (
ca. 38
%
) resul
tieren.
6.4
Nach dem Gesagten erweist sich die angefochtene Verfügung als rechtens, was zur Abweisung der Beschwerde führt.
7.
Gemäss Art. 69 Abs. 1
bis
IVG ist abweichend von Art. 61 lit. a ATSG das Be
schwerdeverfahren bei Streitigkeiten um die Bewilligung oder die Verweige
rung von IV-Leistungen vor dem kan
to
nalen Versicherungsgericht kosten
pflichtig. Die Kosten
werden nach dem Ver
fahrensaufwand und unabhängig vom Streit
wert im Rahmen von 200
1000 Franken festgelegt.
Die Gerichtskosten sind auf Fr. 800.-- festzusetzen und ausgangsgemäss dem Be
schwerdeführer aufzuerlegen.