# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 28d30e1a-2585-4162-a9ed-09e8a69fdb34
**Court:** GR_KG
**Chamber:** GR_KG_006
**Year:** 2019
**Language:** de
**Jurisdiction:** GR / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

I. Sachverhalt
A. Mit Verfügung vom 5. März 2019 wurde X._, geboren am _, durch Dr. med. A._, gestützt auf Art. 429 ZGB in der Klinik B._, in O.1_ fürsorgerisch untergebracht. Als Gründe für die Einweisung wurden angegeben: "Verwirrtheitszustand mit psychotischen Elementen. Logorrhoisch, Gedankengänge sehr sprunghaft. Medikamente Lyrica, Seroquel, Zyprexa, Abilify. Bekannte hebephrene Schizophrenie."
B. Gegen die fürsorgerische Unterbringung erhob X._ (nachfolgend: Beschwerdeführer) mit Eingabe vom 11. März 2019 (Datum Poststempel) Beschwerde beim Kantonsgericht von Graubünden, in welcher er die Aufhebung der fürsorgerischen Unterbringung verlangte.
C. Mit Schreiben vom 12. März 2019 ersuchte der Vorsitzende der I. Zivilkammer des Kantonsgerichts von Graubünden die Klinik B._ unter Fristansetzung bis zum 14. März 2019 um einen kurzen Bericht zum Gesundheitszustand des Beschwerdeführers, zur Art der Behandlung und insbesondere darüber, ob die Voraussetzungen für eine fürsorgerische Unterbringung weiterhin gegeben seien, und forderte gleichzeitig die Einweisungsverfügung sowie die wesentlichen Klinikakten an.
D. Am 14. März 2019 reichte die Klinik B._ den angeforderten Bericht ein. Im Bericht wird u.a. ausgeführt, der Beschwerdeführer sei in die fürsorgerische Unterbringung (FU) eingetreten, weil er verwahrlost und in stark erregtem und agitiertem Zustand auf das Areal der Klinik gekommen sei und dort mehrere Mitarbeiter persönlich an Leib und Leben bedroht habe, so dass er durch die Polizei aufgegriffen werden musste. Der Beschwerdeführer sei stark psychotisch und situationsverkennend gewesen, so dass er fixiert, mediziniert und isoliert werden musste sowie vom Securitypersonal überwacht werden musste. Der Zustand des Beschwerdeführers bessere sich zwar unter der kontinuierlichen Einnahme der Medikamente, jedoch würde er bei vorzeitigem Abbruch der stationären Behandlung umgehend seine Medikation beenden und es käme zu einem sofortigen Rückfall mit erneutem fremd- und auch selbstgefährdetem Verhalten. Weniger einschneidende Massnahmen ausser der stationären Therapie seien nicht ersichtlich.
E. Mit prozessleitender Verfügung des Vorsitzenden der I. Zivilkammer des Kantonsgerichts von Graubünden vom 14. März 2019 wurde Dr. med. C._, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie FMH, gestützt auf Art. 439 Abs. 3 i.V.m. Art. 450e Abs. 3 ZGB mit der Begutachtung von X._ betraut. Der
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Gutachter wurde ersucht darzulegen, ob und inwiefern ein Bedarf an der Behandlung einer festgestellten psychischen Erkrankung bzw. an der Betreuung der betroffenen Person bestehe und mit welcher konkreten Gefahr für die Gesundheit oder das Leben der betroffenen Person bzw. von Dritten zu rechnen sei, wenn die Behandlung der gutachterlich festgestellten Krankheit bzw. die Betreuung unterbleibe. Im Gutachten sei des Weiteren die Frage zu beantworten, ob aufgrund des festgestellten Handlungsbedarfs eine stationäre Behandlung bzw. Betreuung unerlässlich sei oder allfällige ambulante Alternativen bestünden, wobei die Expertin auch darüber Auskunft zu geben habe, ob die betroffene Person über glaubwürdige Krankheits- und Behandlungseinsicht verfüge.
F. Im Gutachten von Dr. med. C._, datiert vom 20. März 2019, attestiert der Gutachter, dass bei X._ eine hebephrene Schizophrenie vorliege, was im Sinne des Gesetzes einer Geisteskrankheit entspreche. Der Beschwerdeführer sei weiterhin akut psychotisch, in seinem formalen Gedankengang sprunghaft mit Assoziationslockerung, von megalomanischen Wahnideen geprägt und getrieben, in seiner affektiven Modulationsfähigkeit eingeschränkt, zur Labilität neigend und unangemessen. Sein Realitätsbezug und seine Kritikfähigkeit seien eindeutig eingeschränkt und seine Krankheitseinsicht nur partiell vorhanden. Es sei notwendig, dass der Patient weiterhin stationär in der Klinik verbleibe, da der Beschwerdeführer eine kontinuierliche Behandlung, Unterstützung, Betreuung und Beobachtung benötige. Andernfalls würde die konkrete Gefahr bestehen, dass der Beschwerdeführer die Medikation absetze, seinen Wahnideen und Realitätsverkennung ausgeliefert sei und in diesem Zustand erneut akut fremd- bzw. selbstgefährdet sein könne.
G. Am 22. März 2019 fand die mündliche Hauptverhandlung vor der I. Zivilkammer des Kantonsgerichts von Graubünden statt, an welcher X._ in Begleitung eines Mitarbeiters der Klinik B._ persönlich teilnahm. Bezüglich der richterlichen Befragung wird auf das separat angefertigte Protokoll vom 22. März 2019 (nachfolgend: Protokoll Hauptverhandlung) verwiesen. Nach durchgeführter Urteilsberatung wurde dem Beschwerdeführer sowie der ärztlichen Leitung der Psychiatrischen Klinik B._ noch gleichentags das vorzeitige Entscheiddispositiv zugestellt.
H. Auf die Aussagen von X._ anlässlich der richterlichen Befragung sowie die weiteren Ausführungen im Gutachten und in den beigezogenen Akten wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
II. Erwägungen
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1.1. Gegenstand des vorliegenden Verfahrens ist eine fürsorgerische Unterbringung gemäss Art. 426 ff. ZGB. Das Kantonsgericht von Graubünden ist hierfür einzige kantonale Beschwerdeinstanz (Art. 439 Abs. 1 Ziff. 1 und 4 ZGB i.V.m. Art. 60 Abs. 1 des Einführungsgesetzes zum Zivilgesetzbuch [EGzZGB; BR 210.100]) und dementsprechend zur Behandlung der Beschwerde von X._ zuständig.
1.2. Vorliegend handelt es sich um eine ärztlich angeordnete fürsorgerische Unterbringung nach Art. 429 Abs. 1 ZGB. Dagegen kann die betroffene oder eine ihr nahestehende Person innert zehn Tagen schriftlich beim zuständigen Gericht Beschwerde erheben (Art. 439 Abs. 1 und 2 ZGB). Eine Begründung ist nicht notwendig (Art. 439 Abs. 3 ZGB i.V.m. Art. 450e Abs. 1 ZGB). Die Beschwerde richtet sich gegen die am 5. März 2019 verfügte fürsorgerische Unterbringung. Die Beschwerdefrist wurde mit der Eingabe vom 11. März 2019 (Datum Poststempel) somit gewahrt (vgl. act. 01). Da keine Begründungspflicht besteht und aus besagter Eingabe mit hinreichender Klarheit geschlossen werden kann, dass X._ mit der fürsorgerischen Unterbringung in der Klinik B._ nicht einverstanden ist und deren sofortige Aufhebung beantragt, ist auf die frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde einzutreten.
2.1. Für das vorliegende Beschwerdeverfahren sind gemäss Art. 439 Abs. 3 ZGB die Bestimmungen über das Verfahren vor der gerichtlichen Beschwerdeinstanz anwendbar, womit die Art. 450 ff. ZGB gemeint sind. Von Bedeutung ist dabei insbesondere Art. 450e ZGB, welcher sich mit verfahrensrechtlichen Besonderheiten der fürsorgerischen Unterbringung befasst. Weil es sich hier um einen besonders sensiblen Bereich mit schweren Eingriffen in die persönliche Freiheit der betroffenen Person handelt, sind ergänzende (teilweise abweichende) Bestimmungen unentbehrlich (vgl. Daniel Steck, in: Büchler, Jakob [Hrsg.], Kurzkommentar ZGB, N 1 zu Art. 450e). Zu beachten sind sodann die allgemeinen Verfahrensgrundsätze des erstinstanzlichen Verfahrens (Art. 443 ff. ZGB), die auch im Verfahren vor der gerichtlichen Beschwerdeinstanz anwendbar sind, soweit das Gesetz in den Art. 450 ff. ZGB keine abweichenden Vorschriften enthält (Daniel Steck, in: Geiser/Reusser [Hrsg.], Basler Kommentar zum Erwachsenenschutz, a.a.O., N 13 zu Art. 450 ZGB). Dies gilt namentlich für die in Art. 446 ZGB verankerte uneingeschränkte Untersuchungs- und Offizialmaxime und das an gleicher Stelle festgeschriebene Prinzip der Rechtsanwendung von Amtes wegen. Der Anwendungsbereich dieser zentralen Verfahrensgrundsätze bezieht sich auf sämtliche Verfahren vor der Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde und erstreckt sich - wenn auch teilweise in
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abgeschwächter Form - nach dem Grundsatz der Einheit des Prozesses auch auf die Verfahren vor der gerichtlichen Beschwerdeinstanz (vgl. Christoph Auer/Michèle Marti, in: Geiser/Reusser [Hrsg.], Basler Kommentar, Erwachsenenschutz, Basel 2012, N 1 zu Art. 446 ZGB m.w.H.). Aus Art. 450a ZGB wie auch aus Art. 5 Ziff. 4 der Konvention zum Schutze der Menschenrechte und Grundfreiheiten (EMRK; SR 0.101) ergibt sich schliesslich, dass das Gericht Tat- und Rechtsfragen wie auch die Angemessenheit frei überprüft und ihm von Bundesrechts wegen volle Kognition zukommt. Weil die Vorinstanz jeweils keine Behörde, sondern entweder ein Arzt oder eine Einrichtung ist, hat das Gericht die Sache endgültig zu entscheiden und diese nicht an die Vorinstanz zu neuer Entscheidung zurückzuweisen. Das Urteil lautet entweder auf Aufhebung oder Aufrechterhaltung der Massnahme (vgl. Geiser/Etzensberger, a.a.O., N 39 und 41 zu Art. 439 ZGB).
2.2. Gemäss Art. 450e Abs. 3 ZGB, welcher aufgrund von Art. 439 Abs. 3 ZGB sinngemäss anwendbar ist, muss bei psychischen Störungen für den Entscheid über eine ärztlich angeordnete fürsorgerische Unterbringung zwingend ein  eingeholt werden. Dieses muss von einer unabhängigen, im laufenden Verfahren noch nicht involvierten sachverständigen Person erstellt werden und in dem Sinne aktuell sein, dass es sich zu den sich im gerichtlichen Verfahren stellenden Fragen äussern muss (vgl. Urteil des Bundesgerichts 5A_83/2017 vom 23. Februar 2017 E. 3.2 f. = BGE 143 III 189; Thomas Geiser/Mario Etzensberger, a.a.O., N 48 ff. zu Art. 439 ZGB; Thomas Geiser, in: Geiser/Reusser [Hrsg.], Basler Kommentar zum Erwachsenenschutz, Basel 2012, N 19 zu Art. 450e ZGB). Mit dem Kurzgutachten vom 20. März 2019 von Dr. med. C._, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie FMH, welcher den Beschwerdeführer am 16. März 2019 persönlich in der Klinik B._ untersuchte, wurde dieser Vorschrift Genüge getan.
2.3. Gemäss Art. 450e Abs. 4 Satz 1 ZGB muss die gerichtliche Beschwerdeinstanz die betroffene Person in der Regel als Kollegium anhören, was faktisch zwingend zur Durchführung einer mündlichen Hauptverhandlung führt (vgl. Chris-tof Bernhart, Handbuch der fürsorgerischen Unterbringung, Basel 2011, N 848 f.). Mit der Durchführung der mündlichen Hauptverhandlung am 22. März 2019 vor der I. Zivilkammer des Kantonsgerichts von Graubünden wurde diese Vorgabe umgesetzt.
3. Gemäss Art. 429 Abs. 1 ZGB können neben der Kindes- und  auch die von den Kantonen bezeichneten Ärztinnen und Ärzte eine fürsorgerische Unterbringung, welche die Höchstdauer von sechs Wochen nicht
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## Considerations