# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** a3169c94-8334-4bc5-b75b-12e270ae17f4
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2020
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1967,
von Bosnien und Herzegowina,
war
seit
1985 in erster Ehe mit
Y._
verheiratet und ist Mutter von
einem Sohn und einer Tochter, geboren
1987 und 198
8.
Die Ehe wurde i
m April 1999 geschieden (Scheidungsurteil in
Urk.
6/69).
X._
hatte
in ihrer Heimat eine Lehre als Schneiderin
absolviert
und
hatte
in der Schweiz
- seit 1985 -
hauptsächlich im
Gastgewerbe
und in der Reinigung
gearbeitet
(Auszug aus dem individuelle
n Konto vom 1
4.
März 2006, Urk.
6/6
; Lebenslauf,
Urk.
6/30/3
)
. A
b dem
1.
Dezember 2003
hatte
X._
eine 80
%-Stelle als hauswirtschaftliche Angestellte im Studentenheim
Z._
inne (Angaben vom
4.
Mai 2006 im Frageb
ogen für den Arbeitgeber,
Urk.
6/12/1-5
). Nachdem sie ab dem 9. Februar 2005
ganz und ab dem 4.
April 2005 noch zu 50
%
arbeitsunfähig geschrieben gewe
sen war (vgl. Urk.
6
/12
/1
), löste der Arbeitgeber das Arbeitsverhältnis mit Schreiben vom 23. August 2005
per Ende Oktober 2005 auf (Urk.
6/12/
6).
Im Januar 2006 verheiratete sich
X._
mit
A._
(Urk. 6/4).
1.2
Am 1
7.
Februar 2006 meldete sich
X._
bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an
(
Urk.
6/3) und gab an, seit Jahren an Schmerzen zu leiden, die von Diskushernien herrührten, und auch in psychiatrischer Behandlung gewesen zu sein
(
Urk.
6/3/7).
Die IV-Stelle holte die Berichte der behandelnden medizinischen Fachpersonen Dr. med.
B._
, Spezialarzt für Innere Medizin, vom 1
5.
März 2006 (
Urk.
6/7),
Dr.
med.
C._
, Spezialärztin für Physikalische Medizin, vom 2
0.
März 2006
(
Urk.
6/11
)
und
Dr.
med. D._
, Spezialärztin für Psychiatrie und Psychotherapie, vom 1
0.
Dezember 2006 (
Urk.
6/23
)
ein und liess durch
Dr.
med. E._
, Spezialarzt für orthopädische Chirurgie, das Gutachten vom 30. August 2006 erstellen (
Urk.
6/21). Ausserdem erfuhr sie
von einem Treppensturz vom Mai 2006, für dessen Folgen die Suva bis im Januar 2007 Leistungen erbracht hatte (vgl. die Unterlagen der Suva in
Urk.
6/26 und
Urk.
6/27/1-4).
Von April bis Oktober 2007 absolvierte
X._
auf Kosten der Invalidenversicherung
ein Arbeitstraining in einem Gastronomiebetrieb
(vgl. die Protokolle der IV-Stelle über die beruflichen Abklärungen in
Urk.
6/37 und
Urk.
6/63 sowie den Bericht des Vereins
F._
vom 1
0.
September 2007,
Urk.
6/49). Nach dessen Abschluss h
olte die IV-Stel
le die Verlaufsberichte von
Dr.
D._
vom
1.
November 2007 und von Dr.
C._
vom 12. November 2007 e
in (
Urk.
6
/52
und
Urk.
6
/53
) und informierte sich bei der Universitätsklinik
G._
über die Operationen im
rechten Handgelenk
(Karpaltunnel-Dekompression)
und im linken Ellbogen
(Exzisions-Biopsie)
, denen sich die Versicherte im November 2007 unterzogen hatte
(Bericht vom 1
1.
Dezember 2007,
Urk.
6/55; Operationsberichte in
Urk.
6/54). Des Weiteren liess sie im
März 2008 eine Abklärung im Haushalt der Versicherten
und ihres Ehemannes durchführen (Bericht vom 2
6.
März 2008,
Urk.
6/61).
1.3
I
m
April 2008 stellte die IV-Stelle der Versicherten zunächst e
ine
Viertelsrente
in Aussicht (
Vorbescheid in
Urk.
6/65
,
Feststellungsblatt in
Urk.
6/63
). Nachdem die
Versicherte, vertreten durch Rechtsanwältin Yolanda
Schweri
,
Einwendungen hatte erheben (
Urk.
6/71) und weitere Berichte der behandelnden medizinischen Fachpersonen hatte b
eibringen lassen (
Urk.
6/72),
holte die IV-Stelle den Bericht der Universitätsklinik
G._
vom 30. Dezember 2008 ein, wo die Versicherte im Juli 2008
wegen Zunahme der Rückenbeschwerden
hospitalisiert gewesen war (
Urk.
6/74 mit den Beilagen in
Urk.
6/75)
,
und sprach der Versicherten daraufhin mit den Verfügungen vom
5.
Oktober 2009 für die Zeit vom
1.
Februar 2006 bis zum 3
0.
April 2007 und für die Zeit ab dem
1.
Oktober 2007 eine halbe Rente auf der Basis eines Invaliditätsgrades von 55
%
zu. Dabei ging sie davon aus, dass die Versich
erte bei guter Gesundheit zu 80
%
im Beruf und zu 20 % im Haushalt tätig wäre (
Urk.
6/82 und
Urk.
6/93
; vgl. die
Notizen vom 13. März 2009, Urk.
6/79/3
).
Für die Dauer des Arbeitstrainings von April bis Oktober 2007 hatte die IV-Stelle der Versicherten mit den Verfügungen vom 2. Juli 2009 Taggelder gewährt (
Urk.
6/86-88).
X._
liess gegen die Verfügungen vom
5.
Oktober 2009
Beschwerde erheben
(
Urk.
6/96/3-9)
, unter anderem unter Berufung auf einen Bericht des
Instituts H._
vom
3.
September 2009 über eine
Magnetresonanz
tomographie
der Brustwirbelsäule (
Urk.
6/96/20)
. Mit Urteil vom 2
9.
Juni 2010 hob das Sozialversicherungsgericht die Verfügungen auf und wies die Sache an die IV-Stelle zurück, damit diese eine interdi
s
ziplinäre Begutachtung durchführe
n lasse
(Prozess Nr. IV.2009.01082;
Urk.
6/107).
1.4
In der Folge holte die IV-Stelle von
Dr.
D._
den Verlaufsbericht vom 22.
August 2010 ein (
Urk.
6/111/1) und erhielt
dabei
Kenntnis
von einem Bericht des
H._
vom 2
3.
November 2009 über eine Magnetresonanztomographie der Halswirbelsäule (
Urk.
6/111/6),
von einem Bericht der
Klinik
I._
, Wirbelsäulenchirurgie, vom 2
5.
März 2010
über eine konsiliarische Untersuchung
wegen der Rückenbeschwerden
(
Urk.
6/111/4-5)
und von einem Bericht des
H._
vom
4.
August 2010 über bildgebende Untersuchungen des linken Handgelenks mit dem Befund eines Ganglions (
Urk.
6/111/7; Bericht von
Dr.
C._
vom 1
0.
August 2010,
Urk.
6/1
1
1/3).
In Nachachtung des Urteils vom 2
9.
Juni 2010 beauftragte
die IV-Stelle
sodann
die MEDAS
J._
mit der Erstellung eines Gutachtens der Fachdisziplinen der Allgemeinen Medizin, der Rheumatologie und der Psychiatrie (Gutachten vom 2
0.
Januar 2012 von
Dr.
med. K._
, Allgemeine Medizin und Fallführung, mitunterzeichnet von
Dr.
med. L._
, Rheumatologie, mit den
Konsiliargutachten
von
Dr.
med.
M._
, Rheumatologie, und
Dr.
med. N._
, Psychiatrie;
Urk.
6/117).
Nach Einholen der Beurteilung ihres RAD-Arztes
Dr.
med.
O._
, Facharzt für Allgemeine Medizin, vom
9.
Februar 2012 (
Urk.
6
/119/2-3) eröffnete die IV
Stelle der Versicherten mit Vorbescheid vom 1
6.
März 2012, dass sie ihr ab Februar 2006 eine halbe Rente
auf der Basis eines Invaliditätsgrades von 55
%
zuzusprechen gedenke (
Urk.
6/121). Mit Verfügung vom
9.
Mai 201
2
entschied die IV-Stelle im Sinne ihres Vorbescheids, nachdem die Versicherte keine Einwendung
en erhoben hatte
.
Wiederum legte sie der Rentenzusprechung die Annahme zugrunde, dass die Versicherte bei guter Gesundheit zu 80
%
im Beruf und zu 20
%
im Haushalt tätig wäre (
Urk.
6/122+
124; Feststellungsblatt in Urk.
6/119).
Die Verfügung blieb unangefochten.
1.5
Im N
ovember 2015 wurde die Ehe
von
X._
und
A._
geschieden (
Urk.
6/144)
.
Die IV-Stelle
leitete im Frühjahr 2017 ein Rentenrevisionsverfahren in die Wege und holte in dessen Rahmen die Angaben der Versicherten vom 1
5.
Mai 2017 (
Urk.
6/147
und
Urk.
6/150
)
sowie den Bericht von
Dr.
C._
vom
2.
Juni 2017 (
Urk.
6/155) und den Bericht der seit Juni 2016 behandelnden Psychiaterin
Dr.
med.
P._
, Spezialärztin für Psychiat
rie und Psychotherapie, vom 22.
Juli 2017 (
Urk.
6/156) ein. Sie unterbreitete die neu eingeholten medizinischen Berichte der RAD-Ärztin
Q._
, Fachärztin für orthopädische Chir
urgie und Traumatologie (Stellungnah
me vom 2
8.
September 2017, Urk.
6/159/2
3)
,
und
kündigte
der Versicherten daraufhin mit Vorbescheid vom
2
9.
September 2017
an,
die
Verfügun
g vom 9.
Mai 2012
wiedererwägungsweise aufzuheben und die ihr seinerzeit
zugesprochen
e
halbe Rente
unter Annahme eines Invaliditätsgrades von 40
%
auf eine
Viertelsrente
herabzusetzen
(
Urk.
6/160
; Feststellungsblatt in
Urk.
6/159
).
Die Versicherte, erneut vertreten durch Rechtsanwältin Yolanda
Schweri
, liess mit Eingabe vom 2
7.
November 2017
(
Urk.
6/165)
E
inwendungen erheben, den Antrag auf Zusprechung einer
Dreivi
ertelsrente
stellen
und als neue Belege einen Bericht des Instituts
R._
über eine Sonographie des rechten Fusses vom 2
6.
Juli 2016 (
Urk.
6/164/1) und einen Bericht von
Dr.
P._
vom 2
7.
Oktober 2017 (
Urk.
6/164/2-3) einreichen.
Nach Einholen einer weiteren Stellungnahme der RAD-Ärztin
Q._
(
Urk.
6/166/3) entschied die IV-Stelle m
it
Verfügung vom 1
6.
Janu
ar 2018
im Sinne ihres Vorbescheids und setzte die bisherige halbe Rente auf Ende des der Zustellung folgenden Monats auf eine
Viertelsrente
herab (
Urk.
2
=
Urk.
6/169
; Feststellungsblatt in
Urk.
6/166
).
2.
Gegen die Verfügung vom 1
6.
Januar 20
18 liess
X._
durch
Rechts
anwältin
Yolanda
Schweri
mit Eingabe vom 1
9.
F
ebruar 2018 Beschwerde erheben
und beantragen, die Verfügung sei aufzuheben und ihr sei ab März 2017 mindestens eine
Dreiviertelsrente
zuzusprechen (
Urk.
1 S. 2). Die IV-Stelle schloss in der Beschwerdeantwort vom 2
6.
März 2018 auf Abweisung der Beschwerde
(
Urk.
5), wovon die Beschwerdeführerin
mit Verfügung vom 2
8.
März 2018 in Kenntnis gesetzt wurde (
Urk.
7).
Mit Beschluss vom 1
9.
November 2019 wurde die Beschwerdeführerin auf die grundsätzliche Möglichkeit aufmerksam gemacht, dass das Gericht eine Rückweisung zur Vornahme ergänzender Abklärungen in Betracht ziehen könnte, und es wurde ihr Gelegenheit zur Stellungnahme und zum allfälligen Rückzug der Beschwerde gegeben (
Urk.
8). Die Beschwerdeführerin liess mit Eingabe vom 2
1.
Januar 2020 (
Urk.
11) an der Beschwerde festhalten und weitere Unterlagen einreichen
(
Urk.
12/1-12).
Auf die Ausführungen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, soweit erforderlich, in den Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
Per 1. Januar 2008 und per 1. Januar 2012 sind die Teilrevisionen 5 und 6a des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) und der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV) erfolgt. Des Weiteren sind am
1.
Januar 2018
die
Änderungen der IVV zur Invaliditätsbemessung bei teilzeitlich erwerbstätigen Personen in Kraft getreten. In
materiellrechtlicher
Hinsicht gilt der allgemeine übergangsrechtliche Grundsatz, dass der Beurteilung jene Rechtsnormen zugrunde zu legen sind, die gegolten haben, als sich der zu den materiellen Rechtsfolgen führende Sachverhalt verwirklicht hat (vgl. BGE 127 V 466 E. 1, 126
V
134 E. 4b, je mit Hinweisen).
Die angefochtene Verfügung ist am 1
6.
Januar 2018 erlassen worden. Da ein Sachverhalt zu beurteilen ist, der schon vor dem Inkrafttreten der genannten Gesetzes- und Verordnungsrevisionen begonnen hat - zur Diskussion steht die Herabsetzung einer Rente, die der Beschwerdeführerin mit der Verfügung vom
9.
Mai 2012 für die Zeit ab Februar 2006 zuge
s
prochen worden war -
und die Verfügung
eine Dauerleistung betrifft, ist entsprechend der dargelegten intertemporalrechtlichen Regelung
auf die im Zeitverlauf jeweils gültig gewesenen Bestimmungen abzustellen. Soweit jedoch die neuen Gesetzesartikel keine substanziellen Änderungen gegenüber der früheren Rechtslage gebracht haben, ist die zur altrechtlichen Regelung ergangene Rechtsprechung weiterhin massgebend (Urteil des Bundesgerichts 8C_76/2009 vom 19. Mai 2009 E. 2).
Im Folgenden werden die aktuell gültigen Gesetzes- und Verordnungsbestimmungen zitiert, soweit nicht ausdrücklich auf früher gültig gewesene Fassungen verwiesen wird.
2.
2.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (
Art.
8
Abs.
1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des
Sozialversicherungsrechts [ATSG]). Sie kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (
Art.
4
Abs.
1
IVG)
. Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (
Art.
7
Abs.
1 ATSG).
Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (
Art.
7
Abs.
2 ATSG).
2.2
2.2.1
Im Hinblick auf das Erfordernis in Art. 7 Abs. 2 Satz 2 ATSG hatte das Bundes
gericht seit dem Jahr 2004 die Arbeitsunfähigkeit bei bestimmten Leiden nach besonderen Grundsätzen beurteilt. Es hatte diese Leiden, zu denen namentlich organisch nicht erklärbare Schmerzstörungen gehören, unter dem Begriff der p
athogenetisch
-ätiologisch unklare
n
syndromale
n
Beschwerdebilder ohne nach
weisbare organische Grundlage
zusammengefasst (vgl.
die Kasuistik in BGE 140 V 8 E. 2.2.1.3, 139 V 547 E.
2.2) und festgehalten, dass hier der Nachweis
einer anspruchsbegründen
den Arbeitsunfähigkeit indirekt, gestützt auf Indizien, zu erbrin
gen sei (
BGE 139 V 547 E. 7.2 und E. 8.1). Es hatte hierzu in Anlehnung
an eine bestimmte medizinisch
e Lehrmeinung
(vgl. BGE 139 V 547 E. 3.2.3 mit Hinweis auf Klaus Foerster, Begutachtung und Erwerbsfähigkeit bei Patienten mit psychogenen Störungen, SZS 1996 S. 486
ff.) besondere Kriterien aufge
stellt, die in gewisser Ausprägung und Zahl erfüllt sein mussten (BGE 137 V 64 E.
4.1)
, und
hatte diesen ursprünglich fachpsychologischen Prognosekriterien den Charakter eines verselbständigten rechtlichen Anforderungsprofils zugeschrieben (vgl. BGE 139 V 547 E. 3.2.3 und E. 7.2).
2.2.2
Im Grundsatzurteil vom 3. Juni 2015 (BGE 141 V 281) hat das Bundesgericht entschieden, an der bisherigen Rechtsprechung zu den
pathogenetisch
-ätiolo
gisch unklaren
syndromalen
Beschwerdebildern ohne nachweisbare organische Grundlage nicht länger festzuhalten und die sogenannte Überwindbarkeitsver
mutung aufzugeben. Stattdessen hat das Bundesgericht unter Aufstellung von Standardindikatoren ein neues Prüfungsraster entwickelt, anhand dessen die Auswirkungen solcher Beschwerdebilder zu ermitteln sind. Es präsentiert sich wie folgt (BGE 141 V 281 E. 4.1.3 und E. 6):
-
Kategorie «f
u
nktioneller Schweregrad»
-
Komplex «Gesundheitsschädigung»
-
Ausprägung der diagnos
erelevanten Befunde
-
Behandlungs- und Eingliederungserf
olg oder –
resistenz
-
Komorbiditäten
-
Komplex
«Persönlichkeit»
(Persönlichkeitsdiagnostik, p
ersönliche Ressourcen
)
-
Kompl
ex «Sozialer Kontext»
-
Kategorie
«Konsistenz»
(Gesich
tspunkte des Verhaltens)
-
gleichmässige Einschränkung des
Aktivit
ätenniveaus
in allen ver
gleichbaren Lebensbereichen
-
behandlungs- und eingliederungsanamnestisch ausgewi
esener Lei
densdruck.
Das
Bundesgericht
schreibt
dem neuen Raster wiederum normativen Charakter zu, weist jedoch darauf hin, dass es die Aufgabe der medizinischen Fach
personen sei, innerhalb der ein
schlägigen Indikatoren das Leistungsvermögen einzuschätzen (vgl. BGE 141 V 281 E. 5.1 und E. 5.2
).
2
.2.3
Schliesslich hat das Bundesgericht die Anwendbarkeit der neu entwickelten Standardindikatoren in zwei Urteilen vom 3
0.
November 2017 auf grundsätzlich sämtliche psychischen Erkrankungen, insbesondere auch auf Depressionen ausgedehnt, indem es für alle diese Erkrankungen das strukturierte Beweisverfahren, wie es für die p
athogenetisch
-ätiologisch unklare
n
Beschwerdebilder
entwickelt worden ist, als massgebend erklärt hat (BGE 143 V 418 E. 7, 143 V 409 E. 4.4 und E. 4.5).
2.3
2
.3.1
Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG haben Versicherte Anspruch auf eine ganze Rente, wenn sie mindestens zu 70 %, auf eine
Dreiviertelsrente
, wenn sie mindestens zu
60 %, auf eine halbe Rente, wenn sie mindestens zu 50 % oder auf eine
Viertels
rente
, wenn sie mindestens zu 40 % invalid sind.
2
.3.2
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG (in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG) aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei
ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sogenanntes Invalidenein
kommen
), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (sogenanntes
Valideneinkommen
).
Bei nicht erwerbstätigen Versicherten wird gestützt auf Art. 28a Abs. 2 IVG für die Bemessung der Invalidität darauf abgestellt, in welchem Masse sie unfähig sind, sich im nichterwerblichen Aufgabenbereich zu betätigen.
2.3.3
Nach
Art.
28a
Abs.
3 IVG wird bei Versicherten, die nur zum Teil erwerbstätig
sind, für diesen Teil die Invalidität nach Art. 16 ATSG festgelegt (vgl. Satz 1). W
aren sie daneben auch in einem nichterwerblichen Aufgabenbereich tätig, namentlich im Haushalt, so wird die Invalidität für diese Tätigkeit nach Art. 28a Abs. 2 IVG festgelegt (vgl. Satz 2). In diesem Fa
ll sind der Anteil der Erwerbst
ätigkeit und der A
nteil der Tätigkeit im Aufgaben
bereich festzulegen und der Invaliditätsgrad entsprechend der Behinderung in beiden Bereichen zu bemessen (vgl. Satz 3; sogenannte gemischte Methode der Invaliditäts
bemessung).
Per
1.
Januar 2018 ist in
Art.
27
bis
Abs.
2–4 IVV ein
- geg
e
nüber der bisherigen ständigen Rechtsprechung (
BGE 125 V 146
E. 4 und E. 5)
-
neues Berechnungsmodell für die Festlegung des Invaliditätsgrades von teilerwerbstätigen Versicherten nach der gemischten Methode eingeführt worden. Neu ist in
Art.
27
bis
Abs.
3
lit
. a IVV vorgesehen, dass das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person durch die Teilerwerbstätigkeit erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre, auf eine Vollerwerbstätigkeit hochgerechnet wird.
Gemäss
Abs.
1
der Übergangsbestimmung zu dieser Änderung ist bei laufenden Dreiviertelrenten, halben Ren
t
en und
Viertelsrenten
, die in Anwendung der gemischten Methode zugesprochen worden sind, innerhalb eines Jahres seit dem Inkrafttreten der Änderung eine Revision einzuleiten, und eine allfällige Erhöhung der Rente erfolgt auf den Zeitpunkt des Inkrafttretens der Änderung.
2.3.4
Bei der Frage, ob eine versicherte Person als ganztägig oder zeitweilig
erwerbs-tätig
oder als nichterwerbstätig einzustufen ist, was je zur Anwendung einer andern Methode der Invaliditätsbemessung (Einkommensvergleich, Betäti
gungsvergleich, gemischte Methode) führt, muss nach der höchstrichterlichen
Rechtsprechung geprüft werden, was die versicherte Person bei im Übrigen un
veränderten Umständen täte, wenn keine gesundheitliche Beeinträchtigung be
stünde. Bei der Prüfung dieser Frage sind die gesamten Umstände, also die persönlichen, familiären, sozialen und erwerblichen Verhältnisse, einzubeziehen und neben der finanziellen Notwendigkeit, eine Erwerbstätigkeit wiederaufzu
nehmen oder auszudehnen, auch allfällige Erziehungs- und Betreuungsaufgaben gegenüber Kindern, das Alter, die beruflichen Fähigkeiten und die Ausbildung sowie die persönlichen Neigungen und Begabungen zu berücksichtigen (vgl. BGE 141 V 15 E. 3.1, 130 V 393 E. 3.3, 125 V 146 E. 2c, je mit Hinweisen).
Erwerbstätigkeit und nichterwerblicher Aufgabenbereich
werden
in der Regel in dem Sinne als komplementär betrachtet, dass
der Anteil des nichterwerblichen Aufgabenbereichs als Differenz zwischen dem Beschäftigungsgrad der Erwerbstätigkeit und dem Beschäftigungsgrad von 100
%
definiert
ist
. Dieser von der Rechtsprechung
geprägte Grundsatz ist s
eit dem
1.
Januar 2018
in die Verordnung aufgenommen worden
(
Art.
27
bis
Abs.
4
Satz 2
IVV).
Er bedeutet, dass der Haushaltsanteil nicht vom Umfang der anfallenden Arbeiten und mithin von der Haushaltgrösse abhängt (vgl. BGE 141 V 15 E. 4.5).
Allerdings gelangt die gemischte Methode dort
von vornherein
nicht zur Anwendung, wo eine versicherte Person vor ihrer Erkrankung aus Gründen des Gewinnes von Freizeit
nur teilzeitlich arbeitete und daneben
nicht in einem Bereich tätig war, der als nichterwerblicher
Au
fgabenbereich
im invalidenversicherungsrechtlichen Sinn zu qualifizieren ist
(BGE 142 V 290 E. 3.2). In diesen Fällen ist
nur die Einschränkung im erwerblichen Bereich
invalidenversicherungsrechtlich relevant
und diese ist entsprechend dem Grad de
s Teilzeitpensums, das die versicherte Person bei guter Gesundheit verrichten würde, zu gewichten (BGE 142 V 290 E. 7).
2.4
Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines Rentenbezü
gers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (Art. 17 Abs. 1 ATSG).
Erheblich ist rechtsprechungsgemäss
jede Änderung
in den persönlichen Verhältnissen der versicherten Person, die zu einer Über- oder Unterschreitung eines Schwellenwertes der Rentenabstufung führt (vgl. BGE 133 V 545 E. 6.3 und E. 7, unter anderem mit Hinweis auf BGE 130 V 343). Liegt in diesem Sinne ein Revisionsgrund vor, so besteht nach der höchstrichterlichen Rechtsprechung keine Bindung mehr an das Mass der übrigen, unverändert gebliebenen Parameter, die dem vorangegangenen rechtskräftigen Entscheid zugrunde
gelegt worden sind. Vielmehr ist der Rentenanspruch für die Zukunft
diesfalls
in rechtlicher und tatsächlicher Hinsicht frei und umfassend zu prüfen (vgl. BGE 141 V 9 E. 2.3, 117
V 198 E. 4b, je mit Hinweisen)
.
Unerheblich unter revisionsrechtlichen Gesichtspunkten ist dagegen nach der Rechtsprechung die unterschiedliche Beurteilung eines im
W
esentlichen unverändert gebliebene
n Sachverhaltes (BGE 141 V 9 E.
2.3 mit Hinweisen).
2.5
2.5.1
Der Grundsatz, wonach eine Sachverhaltsänderung nachgewiesen sein muss, damit eine formell rechtskräftig zugesprochene Rente erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben werden kann, gilt dann nicht, wenn die Voraussetzungen für eine prozessuale Revision oder für eine Wiedererwägung erfüllt sind.
2.5.2
Nach Art. 53 Abs. 1 ATSG müssen formell rechtskräftige Verfügungen und
Ein
spracheentscheide
in Revision gezogen werden, wenn die versicherte Person oder der Versicherungsträger nach deren Erlass erhebliche neue Tatsachen entdeckt oder Beweismittel auffindet, deren Beibringung zuvor nicht möglich war (sogenannte prozessuale Revision im Gegensatz zur Revision aufgrund veränderter Verhältnisse). Ferner bestimmt
Art.
53
Abs.
2 ATSG, dass der Versicherungsträger auf formell rechtskräftige Verfügungen und
Einspracheentscheide
zurückkommen kann, wenn diese zweifellos unrichtig sind und wenn ihre Berichtigung von erheblicher Bedeutung ist (sogenannte Wiedererwägung).
2.5.3
Zweifellose Unrichtigkeit im Sinne der Wiedererwägungsvoraussetzung verlangt, dass
kein vernünftiger Zweifel an der Unrichtigkeit
der Verfügung besteht;
massgebend
ist die
Rechtslage
, einschliesslich der Rechtspraxis,
im Zeitpunkt des Verfügungserlasses (BGE 140 V 77
E. 3.1 mit Hinweisen; Urteil des Bundesgerichts 9C_566/2016 vom 1
9.
April 2017 E. 2.2). Kein vernünftiger Zweifel kann in der Regel dann bestehen,
wenn eine
Leistungszusprache
aufgrun
d falscher Rechtsregeln erfolgt ist
oder
wenn massgebende
Bestimmungen
nicht oder unricht
ig angewandt worden sind, wobei e
ine unrichtige Anwendung
einer Gesetzesbestimmung
auch dort vor
liegt
, wo der Sachverhalt in klarer
Verletzung des Untersuchungsgrundsatzes
im Sinne von
Art.
43
Abs.
1 ATSG unvollständig abgeklärt worden ist
(BGE 140 V 77
E. 3.1 mit Hinweisen; Urteile des Bundesgerichts 8C_280/2017 vom 2
8.
Juli 2017 E. 2.3 und 9C
_566/2016 v
om 1
9.
April 2017 E.
2.2). Dort wo hingegen Anspruchsvoraussetzungen zur Diskussion stehen, deren Beurteilung notwendigerweise Ermessenszüge aufweist, scheidet die Annahme zweife
lloser Unrichtigkeit aus, wenn
bei der Beurteilung der einzelnen Schritte das Ermessen vor dem Hintergrund der Sach- und Rechtslage im Zeitpunkt der damaligen Leistungszusprechung in vertretbarer Weise ausgeübt worden ist (vgl. Urteile des Bundesgerichts 8C_381/2017 vom
7.
August 2017 E. 2 und 8C_280/2017 vom 2
8.
Juli 2017 E. 2.3).
Bei zweifelloser Unrichtigkeit wegen Verletzung des Untersuchungsgrundsatzes
erübrigt
sich
nach der Rechtsprechung mangels Praktikabilität die Abklärung, ob die damalige, unter Umständen weit zurückliegende Verfügung auch in materieller Hinsicht zweifellos unrichtig gewesen war, sondern es geht nur darum, mittels freier und umfassender Prüfung des Sachverhalts d
en rechtskonformen Zustand
mit Wirkung ex
nunc
und
pro
futuro
herzustellen
(vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_566/2016 vom 1
9.
April 2017 E. 3.3.3 mit Hinweisen). Für eine materiell zweifellose Unrichtigkeit genügt es hingegen nicht, dass
ein einzelnes Anspruchselement rechtswidrig festgelegt
worden ist, sondern die
Leistungszusprache
muss sich
auch im Ergebnis als off
ensichtlich unrichtig erweisen (BGE 140 V 77 E. 3.1).
3.
Strittig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegnerin die halbe Rente, die sie der
Beschwerdeführerin mit der Verfügung vom
9.
Mai 2012
zugesprochen hatte (Urk.
6/122+124), mit der angefochtenen Verfügung vom
1
6.
Januar 2018 zu Recht auf eine
Viertelsrente
herabgesetzt hat oder ob die Beschwerdeführerin im Sinne ihres Antrags Anspruch auf eine höhere als die bisherige halbe Rente hat.
D
ie Zulässigkei
t einer Rentenherabsetzung oder -erhöhung hängt
davon ab, dass entweder im Sinne von 17
Abs.
1 ATSG eine Änderung im Sachverhalt eingetreten ist oder dass im Sinne von
Art.
53 ATSG die Voraussetzungen für eine prozessuale Revision oder für eine Wiedererwägung der
Verfügung vom
9.
Mai 2012
erfüllt sind.
4.
4.1
Die Beschwerdegegnerin verneinte in der angefochtenen Verfügung eine Sachverhaltsänderung und namentlich eine gesundheitliche Verschlechterung explizit, rechtfertigte die strittige Rentenherabsetzung hingegen mit der zweifellosen Unrichtigkeit der Verfügung vom
9.
Mai 2012 im Sinne der Wiedererwägungsvoraussetzung nach
Art.
53
Abs.
2 ATSG (
Urk.
2 S. 2
f
f.). Dementsprechend ist vorab die Frage nach der Rechtmässigkeit der Rentenanpassung unter dem Aspekt der Wiedererwägung zu beantworten.
4.2
Die Beschwerdegegnerin stützte ihre Verfügung vom
9.
Mai 2012 in medizinischer Hinsicht auf
das
polydisziplinäre Gutachten der MEDAS
J._
vom 2
0.
Januar 2012 (
Urk.
6/117),
das
sie in Nachachtung des Urteils des Sozialversicherungsgerichts vom 2
9.
Juni 2010 (
Urk.
6/107) eingeholt hatte.
Was das
nichterwerbliche
Betätigungsfeld der Beschwerdeführerin betrifft, so
verfügte sie über
die Ergebnisse der Hau
shaltabklärung vom März 2008
(
Urk.
6/61).
Diese
lag zwar beim Erlass der Verfügung vom
9.
Mai 2012 schon rund vier Jahre zurück,
aus dem Gutachten vom Januar 2012 geht jedoch hervor, dass die Beschwerdeführerin
zur Zeit der Begutachtung
immer noch an derselben Adresse wohnte und nach wie vor einen Zweipersonenhaushalt
mit ihrem Ehemann führte (Urk.
6/117/1 und
Urk.
6/117/21-22). Es kann daher von unveränderten Wohnverhältnissen ausgegangen werden.
Lagen der Verfügung vom
9.
Mai 2012 somit
umfassende und vertiefte Abklärungen zugrunde, so kann sie nicht bereits deshalb als zweifellos unrichtig qualifiziert werden, weil die Beschwerdegegnerin bei deren Erlass den Untersuchungsgrundsatz nach
Art.
43
Abs.
1 ATSG verletzt hätte.
Die Beschwerdegegnerin berief sich denn
für die Wiedererwägung
auch nicht auf eine Verletzung des Untersuchungsgrundsatzes, sondern führte vielmehr verschiedene Gründe an, welche die Verfügung vom
9.
Mai 2012
ihrer Auffassung nach
als
materiell zweifellos unrichtig
erscheinen lassen (
Urk.
2 S. 2 ff.).
4.3
Z
unächst
erachtete sie die Invaliditätsbemessung nach der gemischten Methode mit einer mutmasslichen 80%igen Erwerbstätigkeit und einer 20%igen Tätigkeit im Haushalt als nicht mehr nachvollziehbar und stellte sich auf den Standpunkt, richtigerweise
sei die Beschwerdeführerin
bis zum
Erlass
der Verfügung vom 9.
Mai 2012
als Person einzustufen
gewesen
, die bei guter Gesundheit
«
aus freien Stücken
»
lediglich in einem Teilzeitpensum gearbeitet und keinen
nicht
erwerblichen
Aufgabenbereich im invalidenversicherungsrechtlich
en Sinn zu erfüllen gehabt habe
.
Zur Begründung dieser Sichtweise führte sie an, das jüngere Kind sei bei der Beurteilung bereits volljährig gewesen, so dass ein Aufgabenbereich wie beispielsweise die Kinderbetreuung nicht ersichtlich sei (
Urk.
2 S. 2,
Urk.
6/159/3
).
Für die
Anerkennung der Hausarbeit als nichterwe
rblichen
Aufgabenbereich
ist nicht zwingend erforderlich
,
dass Kinder im Haushalt leben. Vielmehr betraf das Urteil, in dem das Bundesgericht die Haushaltgrösse als nicht
entscheidend für den Umfang des prozentualen Anteils dieses Aufgabenbereichs bezeichnet hatte, ebenfalls eine Versicherte, die - wie vorliegend die Beschwerdeführerin - mit ihrem Ehemann in einem Zweipersonenhaushalt lebte, und
das Bundesgericht verwarf die vorinstanzliche Auffassung, in dieser Konstellation stelle die Haushaltführung keinen nichterwerblichen A
ufgabenbereich dar (BGE 141 V 15
E. 4.7).
Umstände, die
es
in Abweichung v
on diesem Bundesgerichtsentschei
d
als
zweifellos
unrichtig erschienen liessen, der Beschwerdeführerin einen
nicht
erwerblich
en
Aufgabenbereich zuzuerkennen, sind keine ersichtlich. Insbesondere ist darauf hinzuweisen, dass die Beschwer
deführerin beim Antritt der
80%
Stelle im Studentenheim am
1.
Dezember 2003 zwar noch nicht wiederverheiratet war, jedoch gemäss ihren Angaben anlässlich der Haushaltabklärung und anlässlich der Begutachtung durch die MEDAS
J._
mit ihrer damals noch minderjährigen Tochter zusammenl
ebte (vgl.
Urk.
6/61/2 und Urk.
6/117/23
), die erst im Jahr 2005 auszog (vgl.
Urk.
6/117/53). Sie führte also bereits vor ihrer Wiederverheiratung im Januar 2006 einen Haushalt, in dem wenigstens eine weitere Person lebte
.
Die Qualifikation der Beschwerdeführerin als teilweise im Beruf und teilweise im Haushalt tätig ist somit nicht als zweifellos unrichtig zu beurteilen.
4.4
4.4.1
Als zweiten Faktor, der eine zweifellose Unrichtigkeit der Verfügung vom
9.
Mai 2012 begründe, nannte die Beschwerdegegnerin die Bemessung des Invalideneinkommens
, das sie in zweifacher Hinsicht als fehlerhaft erachtete. Zum einen
erschien es ihr nachträglich
als
falsch, dass sie dem Invalideneinkommen nur die statistischen Löhne für «Gastgewerbliche und hauswirtschaftliche Tätigkeiten» (
Schweizerische Lohnstrukturerhebung [LSE] 2006,
Ziffer 37
, Frauenlöhne des
Anforderungsniveau
s
4 [einfache und repetitive Tätigkeiten]
der
Tabelle TA7 [Monatlicher Bruttolohn
Zentralwert
nach Tätigkeit, Anforderungsniveau des Arbeitsplatzes und Geschlecht, Privater und öffentlicher Sektor
Bund
zusammen
]) zugrunde
gelegt (vgl.
Urk.
6/119/4 mit Hinweis auf
Urk.
6/80/2) und nicht das gesamte Spektrum an leichten Hilfsarbeiten berücksichtigt hatte (
Urk.
2 S. 2,
Urk.
6/159/3).
Zum andern beurteilte sie auch den vorgenommenen maximalen Abzug von 25
%
(vgl. BGE 129 V 472 E. 4.2.3 mit Hinweisen) als
unger
echtfertigt (
Urk.
2 S. 2,
Urk.
6/159/3).
Tatsächlich ist das Vorgehen der Beschwerdegegnerin in
dieser Hinsicht aufgrund des Folgenden problematisch.
4.4.2
Die Beschwerdeführerin wurde i
m Gutachten der MEDAS
J._
vom
20.
Januar 2012
aufgrund der rheumatologischen Diagnosen eines
lumbo-radikulären
Syndroms, eines
thorako-spondylogenen
Syndroms, eines
residuellen
Schmerzsyndroms am rechten Handgelenk und einer
residuellen
Arthra
lgie am linken Handgelenk (Urk.
6/117/42-43) für die Tätigkeiten einer Raumpflegerin und einer Küchengehilfin, wie
sie die zuletzt innegehabte Stelle umfasst hatte (vgl. das Anforderungsprofil in
Urk.
6/12/4)
,
als
nicht mehr arbeitsfähig beurteilt
(
Urk.
6/117/
28-
30
und
Urk.
6/117/44-
45), hingegen
wurde ihr
für körperlich leichte und wechselbelastende Tätigkeiten aus rheumatologischer Sicht
eine
50%
ige Arbeitsfähigkeit attestiert
(im Rahmen eines zeitlichen Einsatzes von fünf Stunden im Tag und einer Leistungseinschränkung von 10
%
;
Urk.
6/117
/30+45
)
.
Des Weiteren
gelangten die Gutachter zum Schluss, dass die 20%ige Einschränkung aufgrund der psychiatrischen Diagnose einer chronischen Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren (
F45.4
1
der Internationalen Klassi
fikation psychischer Störungen der Weltgesundheitsorganisation, ICD-10
)
, die der Psychiater nach Diskussion der damals massgebend gewesenen Kriterien der Rechtsprechung gestellt hatte (
Urk.
6/117/55+62),
die Arbeitsfähigkeit nicht zusätzlich, über das rheumatologisch bedingt
e
Mass hinaus, einschränke (
Urk.
6/117/28-29).
Dass diese Arbeitsfähigkeitsbeurteilung nicht haltbar wäre, ist nicht ersichtlich und wurde auch von keiner der Parteien geltend gemacht. Waren der Beschwerdeführerin jedoch
bis zum
Erlass der Verfügung vom
9.
Mai 2012
die Reinigungs- und Küchenarbeiten, wie ihre letzte Anstellung sie erforderte, nicht mehr zuzumuten,
so fielen
für sie auch viele andere Stellen im Bereich des Gastgewerbes und der Hauswirtschaft ausser Betracht.
Unter diesen Umständen hätte es sich verboten
, der Bemessung des Invalideneinkommens (nur) die Verdienstmöglichkeiten in diesem Bereich zugrunde
zulegen
und den gesundheitlichen Einsch
ränkungen
lediglich durch den maximalen Lohnabzug von 25
%
Rechnung zu tragen.
4.4.3
K
orrekterweise
wäre vielmehr vom
Total der Frauenlöhne des Anfor
derungsniveaus 4 der Tabelle TA1
der LSE 2006 auszugehen gewesen (Monatlicher Bruttolohn [Zentralwert] nach Wirtschaftszweigen, Anforderungsniveau des
Arbeits
-
platzes
und Geschlecht, Privater Sektor). Die Umrechnung des entsprechenden Wertes von
Fr.
4
’
019.-- (
Lohn über dem beziehungsweise unter dem sich 50
%
aller Lohnangaben befinden [sogenannter Zentralwert], unter anteilsmässiger Berücksichtigung des 1
3.
Monatslohnes und standardisiert auf 40 Wochenstunden) auf die durchschnittliche
betriebsübliche
Arbeitszeit von 41,
7 Stunden im Jahr 2006 (vgl. Bundesamt für Statistik, Betriebsübliche Arbeitszeit nach Wirtschaftsabteilungen, Tabelle T 03.02.03.01.04.01
, Total
),
ergibt
für das Jahr 2006 als das massgebende Jahr des Rentenbeginns bei voller Leistungsfähigkeit ein
en
Monats
lohn
von
Fr.
4'190.-- und bei der attestierten nur noch 50%igen Leistungsfähigkeit
ein
en
Monatslohn
von
Fr.
2'095.
-- beziehungsweise ein
en
Jahreslohn von
Fr.
25'140.--
.
Bei einem mindestens 20%igen
behinderungsbedingten
Abzug resultiert ein jährliches Invalideneinko
mmen von höchstens
Fr.
20'112.
. Wird dieser Betrag dem jährlichen
Valideneinkommen
von
Fr.
45'439.-- gegenübergestellt, das die Beschwerdegegnerin den Angaben der letzten Arbeitgeberin entnommen und der Teuerung angepasst hat
te
(vgl.
Urk.
6/119/4 mit Hinweis auf
Urk.
6/80/1
), so ergibt sich nach dem damals gültig gewesenen Berechnungsmodell der gemischten Methode eine Einkommenseinbusse von mindestens
55,75
%
.
Diese wäre gemessen am Anteil der Berufsarbeit von 80
%
anteilsmässig
zu
mindestens 44,6
%
zu berücksichtigen
, woraus unter zusätzlicher Berücksichtigung der anteilsmässigen Einbusse im Haushalt von 5,4
%
(
Urk.
6/119/4) immer noch ein Invaliditätsgrad von 50
%
resultierte. Demgegenüber wäre bei einem behinderungsbedingten Abzug von
weniger als 20
%
der
Mindest-Invaliditätsgrad von 50
%
für eine halbe Rente nicht mehr erreicht.
Ein
Abzug
von
20
%
oder
25
%
wäre
als
sehr
hoch zu beurteilen.
Denn mit dem behinderungsbedingten Abzug, dessen Obergren
ze rechtsprechungsgemäss auf 25
% festgelegt ist, wird dem U
mstand
Rechnung
get
ragen, dass gesundheitlich beeinträchtigte Personen auch bei der Verrichtung einer an sich angepassten Tätigkeit in gewissem Masse eingeschränkt und dadurch
erfahrungsgemäss
gegenüber voll leistungsfähigen Arbeitnehmer
n
lohnmässig
benachteiligt sind, und er dient
darüber hinaus der Berücksichtigung von weiteren persönlichen und beruflichen Merkmalen, die sich auf die Lohnhöhe auswirken können, wie Alter, Dauer der Betriebszugehörigkeit, Nationalität oder Aufenthaltskategorie und Beschäftigungsgrad (vgl. BGE 129 V 472 E. 4.2.3 mit Hinweisen
).
Bei Frauen ist Teilzeitarbeit indessen kein Faktor, der einen Abzug rechtfertigt (vgl. Urteil des Bundesgerichts
8C_210/2019
vom 1
1.
Juli 2019 E. 7.2), und
a
usserdem
ist die Beschwerdeführerin, die in Bosnien und Herzegowin
a geboren worden ist (vgl. Urk.
6/4/1),
Inhaberin des Schweizer Bürgerrechts (vgl.
Urk.
6/4/3 und
Urk.
6/117/21)
, sodass sie auch keine
lohnmässigen
Nachteile aufgrund der Nationalität zu gewärtigen hat. Ob ein mindestens 20%iger Abzug nicht nur
als
sehr hoch, sondern geradezu
als
unhaltbar
zu beurteilen wäre, dies mit dem Ergebnis, dass auch ein Invaliditätsgrad von mindestens 50
%
unhaltbar und damit zweifellos unrichtig wäre, kann indessen mit den nachfolgenden Überlegungen
offen bleiben
.
4.5
4.5.1
Ungeachtet dessen, dass eine Qualifikation der Beschwerdeführerin als zu 80
%
berufstätig und zu 20
%
im Haushalt tätig nach den vorstehenden Erwägungen vertretbar ist, erscheint
nämlich
auch
deren
Qualifikation als zu 100
%
erwerbstätig als vertretbar.
Denn
wie in der
vorliegenden
Beschwerdeschrift (
Urk.
1 S. 5) liess
d
ie Beschwerdeführerin bereits im Beschwerdeverfahren be
treffend die Verfügungen vom 5.
Oktober 2009 (
Urk.
6/82 und
Urk.
6/93) darauf hinweisen, dass sie schon beim Antritt der Stelle im Studentenheim im
Dezember
2003 gesundheitlich beeinträchtigt gewesen sei (
Urk.
6/96/8), und
gegenüber den Gutachtern der
MEDAS
J._
führte sie aus, die Arbeit im Gastgewerbe (Buffet, Service) sei ihr wegen der Rückenbeschwerden
, die schon Anfang der 1990er-Jahre begonnen hätten,
zu
schwer geworden, weshalb sie die Branche habe wechseln wollen und nach einer kurzzeitigen Beschäftigung in einem Altersheim die Stelle im Studentenheim gefunden habe (
Urk.
6/117/21). Dass die Beschwerdeführerin schon vor dem Antritt ihrer letzten Stelle gesundheitliche Prob
leme hatte, ist belegt durch
die Angaben
von
Dr.
B._
im Bericht
vom 1
5.
März 2006, wonach
seine Patientin
bereits im Behandlungszeitraum von 1992 bis Januar 2003 an einer fluktuierenden Depression mit Somatisierung und Symptomausweitung gelitten habe
(
Urk.
6/7/5-6), und durch den Bericht von
Dr.
D._
vom 1
0.
Dezember 2006, worin die Ärztin angab, die Diagnose von mittelgradigen depressiven Episoden mit somatischem Syndrom (ICD-10 F32.11) habe
seit dem
Behandlungsbeginn am 1
6.
Dezember 2002
bestanden
(
Urk.
6/23/3).
Unter diesen Umständen ist
die Annahme
nicht abwegig, dass
die Beschwerdeführerin
bei guter Gesundheit
im vorliegend interessierenden Zeitraum ab Anfang 2005 zu 100
%
erwerbstätig gewesen wäre, ungeachtet dessen, dass sie sich n
ach dem Antritt der 80%-Stelle im Studentenheim
- als gesundheitlich bereits Beeinträchtigte -
nicht mehr um eine andere oder eine zusätzliche Stelle
bemüht hatte (vgl. die Aussage anlässlich der Haushaltabklärung,
Urk.
6/61/2)
. Hinzuweisen ist hierbei namentlich darauf, dass
die
Löhne in der
Reinigung und
im Gastgewerbe vergleichsweise niedrig sind und die Beschwerdeführerin anläs
slich der
Haushaltabkärung
zu Protokoll gab
, ihr Ehemann erzielte einen Monatslohn von lediglich etwa
Fr.
3'400.-- (
Urk.
6/61/3).
D
ie
Beschwerdegegnerin
war dement
-
sprechend
in der Vernehmlassung
des
Beschwerde
verfahrens
gegen die V
erfügungen vom
5.
Oktober 2009
dem Standpunkt der Beschwerdeführerin gefolgt, sie sei als zu 1
00
%
Erwerbstätige
zu qualifizieren (vgl.
Urk.
6/96/8 und
Urk.
6/97
; vgl. auch bereits die Notizen der Berufsberatungsstelle vom
4.
September 2007,
Urk.
6/63/3
), das Gericht hatte sich jedoch im Urteil vom
2
9.
Juni 2010 wegen der Notwendigkeit weiterer medizinischer Abklärungen noch nicht mit dieser Frage auseinanderzusetzen (vgl.
Urk.
6/107 E. 3.5).
4.5.2
Bei einer
Qualifikation der Beschwerdeführerin als zu 100
%
Erwerbstätige ergibt sich der folgende Einkommensvergleich:
Die Beschwerdeführerin hatte seit der Aufnahme der Erwerbstätigkeit
in der Schweiz
vorwiegend i
m
Gastgewerbe und
daneben zeitweise in der Reinigung gearbeitet, wie dem Auszug aus dem individuellen Konto vom 1
4.
März 2006
und dem Lebenslauf
zu entnehmen ist (vgl.
Urk.
6/6
und
Urk.
6/30/3
). Im
Berufsberatungsg
espräch
vom Februar 2007 gab sie zudem an, das Gastgewerbe sei ihr ans Herz gewachsen und sie möchte
dabei bleiben
(
Urk.
6/37/3). Es rechtfertigt sich daher, das
Valideneinkommen
entgegen der Argumentation in der Beschwerde
schrift (
Urk.
1 S. 6 f.) nicht anhand des gesamten Stellenspektrums, sondern spezifisch
anhand der statistischen Löhne im Gastgewerbe zu bemessen (
LSE 2006, Tabelle TA1, Ziffer 55 [«Gastgewerbe»]
, Frauenlöhne des Anforderungsniveaus 4) und mithin von einem Betrag von
Fr.
3'513.-- auszugehen. Umgerechnet auf die durchschnittliche betriebsübliche Arbeitszeit von 42,1 Stunden im Jahr 2006 (vgl. Bundesamt für Statistik, Betriebsübliche Arbeitszeit nach Wirtschaftsabteilungen, Tabelle T 03.02.03.01.04.01, Ziffern 55-56 «Gastgewerbe/Beherbergung und Gastronomie»), resultiert ein Monatslohn von
Fr.
3'697.-- beziehungsweise ein Jahreslohn von
Fr.
44'364.--, der als
Valideneinkommen
einzusetzen ist.
Ausgangswert für das Invalideneinkommen ist der vorstehend ermittelte Jahreslohn von
Fr.
25'140.-- (E. 4.4.3). Bei einem behinderungsbedingten Abzug von 15
%
beläuft sich der Jahres-Invalidenlohn auf
Fr.
21'369.--, woraus im Vergleich mit dem Jahres-
Validenlohn
von
Fr.
44'364.
-- ein Invaliditätsgrad von 52
%
resultiert.
Mit einem Abzug von lediglich 10
%
läge der Invaliditätsgrad demgegenüber unter 50
%
(
Fr.
22'626.-- im Vergleich mit
Fr.
44'364
.--
ergibt eine Einbusse von 49
%
)
.
Ein Abzug von 15
%
ist
jedoch
- mehr als ein solcher von 20
%
oder 25
%
-
als vertretbar zu werten angesichts dessen, dass die Beschwerdeführerin nur noch leichtere Arbeiten verrichten kann und gesundheitsbedingt von einer Branche mit langjähriger Berufserfahrung in eine neue Branche wechseln muss (vgl. etwa
das
Urteil
des Bundesgerichts
8C
_404/2007 vom
4.
August 2008 E.
4.2.2
)
.
4.5.3
Wurde der Verfügung vom
9.
Mai 2012 somit
vertretbarerweise
ein Invaliditätsgrad von über 50
%
zugrunde gelegt, so lässt sich die Herabsetzung der damit zugesprochenen halben Rente nicht auf die Voraussetzungen für eine Wiedererwägung stützen.
5.
5.1
Zu prüfen bleibt aber noch, ob sich bis zum Erlass der angefochtenen Verfügung vom 1
6.
Januar 2018 entgegen dem Dafürhalten der Beschwerdegegnerin eine
rentenrelevante Ä
nderung im Sachverhalt ergeben hat.
5.2
Als solche Änderung kommt zunächst die Scheidung der Beschwerdeführerin von ihrem zweiten Ehemann im November 2015 in Betracht. Denn die Lebensumstände nach der Ehescheidung können Einfluss auf
den mutmasslichen Umfang haben, in dem die Beschwerdeführerin als Gesunde im Beruf und im Haushalt tätig wäre. Diese Lebensumstände sind jedoch nicht bekannt. Aus dem Scheidungsurteil vom 1
8.
November 2015 geht nur hervor, dass der Ehemann bis Mai
2016 zu nachehelichen Unterhaltszahlungen verpflichtet war (
Urk.
6/144/2); hingegen s
ind insbesondere keine Angaben zur
Wohnsituation der Beschwerdeführerin in der Zeit ab der Scheidung bis zum Erlass der angefochtenen Verfügung vorhanden.
Es ist daher unumgänglich, dass die Beschwerdegegnerin die Beschwerdeführerin dazu näher befragt und gegebenenfalls eine neue Haus
haltabklärung durchführt, wenn
die Beschwerdeführerin
unter Berücksichtigung der neuen persönlichen Situation nicht von vornherein als vollzeitli
ch Erwerbstätige einzustufen wäre
. Es ist überdies darauf hinzuweisen, dass die Invaliditätsbemessung nach der gemischten Methode ab dem
1.
Januar 2018 nach dem neuen Berechnungsmodell (Aufrechnung des
Valideneinkommens
auf eine Vollzeitbeschäftigung) zu erfolgen hätte.
5.3
Entgegen der Beschwerdegegnerin, die sich hierbei auf die RAD-
Ärztin
Q._
stützte (
Urk.
6/159/2-3 und
Urk.
6/166/3), kann sodann beim Abklärungsstand im Zeitpunkt des Erlasses der angefochtenen Verfügung nicht mit Zuverlässigkeit davon ausgegangen werden, der Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin sei unverä
ndert geblieben. Namentlich der Hinweis auf eine neu aufgetretene Diskushernie auf der Höhe C5/6 de
r
Halswirbelsäule im Bericht von
Dr.
C._
vom
2.
Juni 2017 (
Urk.
6/155/1) könnte au
f eine Veränderung hindeuten. D
enn
eine Magnetresonanztomographie der Halswirbelsäule vo
m
2
0.
September 2010
hatte
gemäss dem Zitat im Gutachten der MEDAS
J._
(
Urk.
6/117/13) offenbar unveränderte Verhältnisse im Vergleich zur Untersuchung vom 2
3.
November 2009
ergeben
, und damals waren die Bandscheiben
noch
als unauffällig bezeichnet worden (
Urk.
6/111/6).
Wenn die RAD-Ärztin bemerkte, ein
magnet
resonanztomographischer
Befund sei nicht dazu geeignet, eine gesundheitliche Verschlechterung au
s
zuweisen (
Urk.
6/159/3), so leuchtet dies
zwar
insofern
ein,
als
ein solcher Befund für sich allein nicht zwangsläufig auf eine Zunahme von Beschwerden und Einschränkungen
hindeuten muss, s
ondern
eine Beschwerdezunahme auch durch klinische Befunde belegt sein muss. Deta
i
llierte klinische Angaben, die einen Vergleich mit der gesundheitlichen
Situation zur Zeit der
Begutachtun
g von 2011/2012 erlaubten,
fehlen jedoch
. Dies gilt
nicht nur in Bezug auf die Halswirbelsäule
- es ist nicht bekannt, ob zu den von der
RAD-Ärztin erwähnten
Schmerzausstrahlungen
(
Urk.
6/159/3)
, welche anlässlich der Begutachtung durch die MEDAS
J._
dem
Dermatom
C6 zugeordnet wurden (
Urk.
6/117/24), weitere klinische Befunde hinzugekommen sind -,
sondern
auch in Bezug auf den Hinweis von
Dr.
C._
, die
Lumboischialgien
hätten sich ebenfalls verschlechtert und es bestünden deutliche neurogene Läsionen im Bereich der
Wurzel L5/S1 rechts (
Urk.
6/155
/1).
Es ist daher angezeigt, dass die Beschwerdegegnerin eine polydisziplinäre
Verlaufsbegutachtung durchführen lässt
, um die Frage nach gesundheitlichen Veränderungen seit dem Erlass der Verfügung vom
9.
Mai 2012 zu klären. Diese soll in somatischer Hinsicht neben den Disziplinen der Allgemeinen/Inneren Medizin und der Rheumatologie neu auch die Disziplin der Neurologie umfassen angesichts dessen, dass Beeinträchtigungen von Nervenwurzeln im Bereich der Wirbelsäule zur Diskussion stehen.
Des Weiteren
wird
erneut
das Fachgebiet der Psychiatrie vertreten sein, auch wenn
Dr.
P._
im Bericht vom 2
2.
Juli 2017 festhielt, bis jetzt sei keine grosse Veränderung des psychischen Zustandsbildes
eingetreten
(
Urk.
6/156/1
; vgl. auch
Urk.
6/164/2
). Denn eine polydisziplinäre Verlaufs- und Gesamtbeurteilung erfordert notwendigerweise das Zusammenwirken aller involvierte
n Fachgebiete, auch derjenigen, die von einer Änderung allenfalls nicht betroffen sind. Sodann ist darauf hinzuweisen, dass die Beschwerdeführerin im Fragebogen zur Rentenrevision angab, neben
Dr.
P._
und
Dr.
C._
auch beim Hausarzt
Dr.
med.
S._
in Behandlung zu sein (
Urk.
6/147/2)
;
die Sonographie des rechten Fusses im Juli 2016 erfolgte denn auch auf die Zuweisung von
Dr.
S._
hin (vgl.
Urk.
6/164/1). Die Beschwerdegegnerin hat es jedoch unterlassen, von
Dr.
S._
ebenfalls einen Bericht einzuholen, und wird dies daher vorgängig der Anordnung der polydisziplinären Begutachtung noch nachzuholen haben.
6.
Damit ist die Beschwerde in dem Sinne gutzuheissen, dass d
ie angefochtene Verfügung vom 1
6.
Januar 2018 aufzuheben und die Sache an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen ist, damit sie die erforderlichen Abklärungen im Sinne der Erwägungen tätige und hernach im Sinne der Erwägungen über eine allfällige Rentenherabsetzung oder -erhöhung neu verfüge.
7.
Gestützt auf
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG ist das Verfahren für die unterliegende Be
schwerdegegnerin kostenpflichtig. Die Kosten sind unter Berücksichtigung des g
esetzlichen Rahmens (
Fr.
200.-- bis
Fr.
1'000.--) ermessensweise auf
Fr.
700.--
festzusetzen.
8.
Nach Art. 61
lit
. g ATSG hat die obsiegende
beschwerdeführende
Person Anspruch auf den vom Gericht festzusetzenden Ersatz der Parteikosten, die ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses zu b
emessen sind; als weitere Bemessungskrite
rien nennen die ergänze
nden kantonalen Vorschriften (
§
34 des Gesetzes über das
Sozialversic
herungsgericht [
GSVGer
] sowie
§
8 der Verordnung über die Gebüh
ren, Kosten und Entschädigungen vor dem Sozialversicherungsgericht [
GebV
SVGer
]) den Zeitaufwand und die Barauslagen.
Unter Berücksichtigung dieser Kriterien rechtfertigt es sich, der Beschwerdeführerin eine Prozessentschädigung von
Fr.
2'700.--
(inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) zuzusprechen.