# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 86d43032-45e0-4830-a78e-ed414e00212f
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2019
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren
1963
,
Mutter
von
drei
Kinder
n
(
Jahrgänge
:
1989, 1992
und
2000
)
absolvierte
in Pristina, Kosovo,
eine zweijährige Lehre als
Biologie-Laborantin
und besuchte
da
selbst
für drei Jahre die
Hochschule für Sport
.
Im April 1994 reiste die Versicherte in die Schweiz ein, wo sie neben gelegent
lichen Hilfsarbeitertätigkeiten in geringem
Umfang
in erster Linie als Hausfrau tätig war (vgl. Urk. 11/2, Urk. 11/50).
Am
24. August 2007
meldete
sie sich
unter
Hinweis auf
diverse körperliche und psychische Probleme
(Wirbelsäulen
be
schw
er
den, Gelenkschmerzen, Operation rechtes Handgelenk, operative Entfern
ung der Gallendrüse, belastende
famili
äre Umstände
)
bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an (Urk.
11/2
S. 6 f.
).
Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle,
verneinte
mit Verfügung vom
7. Februar 2008 (Urk. 11/15)
bei
einer Qualifikation
zu 100 %
als Hausfrau
und keinen
diesbezüglichen
Einschrän
kungen
eine
n Anspruch auf eine Invalidenrente
.
1.2
Am
29
.
Juni
201
5
(Urk.
11
/
19
) meldete sich
die
Versicherte unter
Hinweis auf
ein
psychisches
Leiden
erneut bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an.
In der Folge
tätigte die IV-Stelle medizinische und erwerbliche Abklärungen. Sie
holte unter anderem bei
D
r
.
Y._
, Spezialarzt für Psychiatrie und Psy
chotherapie FMH sowie zertifizierter medizinischer Gutachter SIM,
ein
psychia
trische
s Gutachten ein, das am
28
.
Oktober
2017 (Urk.
11
/
49
) erstattet wurde
. Zu
dem
veranlasste
sie
eine Abklärung der beeinträchtigten Arbeitsfähigkeit in Be
ruf
und Haushalt bei der Versicherten zuhause (vgl. Abklärungsbericht vom 18. Jan
u
ar 2018 [Urk. 11/53]).
Nach durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(Urk.
11
/
57
-
58
,
Urk.
11
/
61
) wies die IV-Stelle das Leistungsbegehren mit Verfügung vom
2
7.
Juli 2018
(Urk. 2) ab.
Daneben
wurde die Versicherte
von der
IV-Stelle
am
26. Juli 2018 (Urk. 11
/
62
)
aufgefordert, sich einer regelmässigen sozialpsychiatrischen-psychotherapeu
ti
sc
hen Behandlung mit psychopharmakologischer Therapie zur Verbesserung des Gesu
ndheitszustandes zu unterziehen.
2.
Die Versicherte erhob am
10. September 2018 (Urk. 1)
Beschwerde gegen die Ver
fügung vom
27. Juli 2018
und beantragte, diese sei aufzuheben und es sei
die Beschwerdegegnerin zu verpflichten, ihr die gesetzliche
n
Leistungen zu gewäh
ren,
insbesondere eine Rentenleistung, allenfalls Eingliederungsmassnahmen.
Zudem
stellte
sie
Antrag auf Bewilligung der unentgeltlichen Rechtspflege und Bestellung von
Rechtsanwalt
Kasp
ar Gehring
als unentgeltliche
n Rechtsbeistand
(S.
2).
Am
9. Oktober 2
0
18 (Urk. 7) reichte die Beschwerdeführerin ein von ihr ausge
fülltes Formular zur Abklärung der prozessualen Bedürftigkeit (Urk. 8) sowie da
zugehörige Unterlagen (Urk. 9) ein.
Die IV-Stelle beantragte mit Beschwerdeantwort vom
9. Oktober 2018
(Urk.
10
) die Abweisung der Beschwerde
, was
der Beschwerdeführerin am
11. Oktober 2018
zur Kenntnis gebracht
wurde
(Urk.
12
).
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Die Beschwerdeführerin stellte sich in ihrer Beschwerde (Urk. 1) auf den Stand
punkt, die Beschwerdegegnerin habe ihren Anspruch auf rechtliches Gehör ver
letzt, indem sie ihrer Begründungspflicht in der Verfügung vom 27. Juli 2018 (Urk. 2) nicht in genügender Weise nachgekommen sei. In der Verfügung sei
ihre
Argumentation
im Einwand
betreffend
die unzulässige Vornahme
einer
Indika
torenprüfung
durch die Beschwerdegegnerin
bei bestehender
Indikatorenprüfung
des Gutachters sowie des Arztes des regionalen ärztlichen Dienstes
(RAD)
nicht
behandelt
worden.
Daneben sei die Beschwerdegegnerin auch nicht auf weitere im
Einwandverfahren
vorgebrachte Punkte bezüglich des konkreten Inhaltes der
Indikatorenprüfung
sowie auf das Vorbringen, dass der RAD fälschlicherweise von einer 50%igen Arbeitsfähigkeit ausgegangen sei und den Inhalt des Gut
ach
tens missverstanden habe, eingegangen.
Die Verfügung sei nur schon deshalb aufzuheben (Urk. 1 S. 7 f. Ziff. 4).
Der Anspruch auf rechtliches Gehör ist formeller Natur. Daher führt dessen Ver
letzung ungeachtet der Erfolgsaussichten der Beschwerde in der Sache selbst zur Aufhebung des angefochtenen Entscheids (BGE 132 V 387 E. 5.1 mit Hinweisen). Aus diesem Grund ist vorweg die Frage zu beantworten, ob die Beschwerde
geg
nerin das rechtliche Gehör des Beschwerdeführers verletzt hat.
1.2
Der Anspruch auf rechtliches Gehör verpflichtet die Behörde, die Vorbringen der betroffenen Person auch tatsächlich zu hören, zu prüfen und in der Entscheid
fin
dung zu berücksichtigen, weshalb sie ihren Entscheid zu begründen hat (BGE 134 I
83 E. 4.1). Die Pflicht der Behörde, ihre Verfügungen zu begründen, bezweckt insbesondere, die betroffene Person in die Lage zu versetzen, eine Verfügung gegebenenfalls sachgerecht anfechten zu können (BGE 124 V 180 E. 1a, vgl. auch BGE 134 I 83 E. 4.1 mit Hinweisen). Um den verfassungsrechtlichen Anforde
rungen zu genügen, muss die Begründung wenigstens kurz die Überlegungen nennen, von
denen sich die Behörde bei ihrem Entscheid hat leiten lassen und auf die sich der Entscheid stützt.
1.3
Entgegen der Ansicht
der Beschwerdeführerin
ist aus der Verfügung vom
2
7.
Juli
201
8
(Urk. 2) zu erkennen, dass
sich
die Beschwerdegegnerin
mit den
Vorbringen
hinsichtlich
der
Indikatorenprüfung
und
der
50%ige Arbeitsunfähigkeit
ausein
an
der
setzte, jedoch an ihrer ursprünglichen
Haltung festhielt.
Betreffend den Vorwurf über die eigens durchgeführte
Indikatorenprüfung
findet sich in
der
Verfügung eine Passage mit dem
im Einwand
formulierten Vorbehalt («Die Durchführung einer eigenen
Indikatorenprüfung
durch die IV-Stelle ist im vorliegenden Fall nicht zulässig» [Urk. 2 S. 3 oben]) und im anschliessenden
Fliess
text
Ausführungen
, dass aufgrund
der wenigen objektiven Befunde
des psychischen Leidens eine dauerhafte Einschränkung der Arbeitsfähigkeit aus juristischer Sicht
nicht
nachvollziehbar sei. Daran lässt sich erkennen, dass sich die Beschwerdegegnerin sehr wohl mit der Kritik auseinandersetzte, aber an ihrer Ansicht festhielt
, es brauche neben der medizinischen
eine juristische
Indikato
ren
prüfung
. Inwiefern dies im vorliegenden Fall korrekt ist,
bildet
Gegenstand der materiellen Prüfung.
Gleich verhält es sich bezüglich
dem
Vorwurf
betreffend die 50%ige
Arbeitsfähigkeit. So ist der
angefochtenen
Verfügung
zu entnehmen, dass
die im Gutachten formulierte
Einschränkung der Arbeitsfähigkeit von 50 % nicht nachvollziehbar sei. Damit ist ersichtlich, dass die Beschwerdegegnerin wei
ter
hin davon ausging, dass das Gutachten so zu interpretieren sei, als darin eine
50%ige Arbeitsunfähigkeit postuliert werde
, davon aber nicht ausgegangen we
rden könne
. Ob dies
zutrifft
oder nicht, ist wiederum Bestandteil der materiellen Prüfung.
Dem
zufolge
war
eine sachgerechte Anfechtung möglich
und eine Verletzung des rechtlichen Gehörs liegt nicht vor
.
2.
2.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allge
meinen Teil
des Sozialversicherungsrechts [ATSG]
). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom
menden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der ge
sundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt
zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
2.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss Art. 28 Abs. 1
des
Bundesgesetz
es
über die Invalidenversicherung (IVG)
Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, si
ch im Aufgabenbereich zu betä
ti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (Art. 8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und
bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (Art. 28 Abs. 2 IVG).
2.3
Am 1. Januar 2018 sind die geänderten Bestimmungen der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV) vom 1. Dezember
2017 in Kraft getreten. Mit dieser Änderung wurde für die Festlegung des Invaliditätsgrades von teilerwerbstätigen Versicherten nach der gemischten Methode (Art. 28a Abs. 3 IVG) in Art. 27
bis
Absatz 2–4 IVV ein neues Berechnungsmodell eingeführt.
Gemäss den allgemeinen übergangsrechtlichen Regeln sind der Beurteilung jene Rechtsnormen zu Grunde zu legen, die galten, als sich der zu den materiellen Rechtsfolgen führende und somit rechtserhebliche Sachverhalt verwirklicht hat (vgl. BGE 130 V 445 E. 1.2.1, 127 V 466 E. 1, 126 V 134 E. 4b, je mit Hinweisen).
Die angefochtene Verfügung ist am
27
.
Juli
2018
und somit nach Inkrafttreten der Verordnungsänderung ergangen, wobei ein Sachverhalt zu beurteilen ist, der vor dem Inkrafttreten der revidierten Verordnungsbestimmungen am 1. Januar 2018 begonnen hat. Daher und aufgrund dessen, dass der Rechtsstreit eine Dau
erleistung betrifft, über welche noch nicht rechtskräftig verfügt wurde, ist ent
sprechend den allgemeinen intertemporalrechtlichen Regeln für die Zeit bis 31. Dezember 2017 auf die damals geltenden Bestimmungen und ab diesem Zeit
punkt auf die revidierten Verordnungsbestimmungen abzustellen (vgl. BGE 130 V 445 E. 1.2.2; vgl. Urteil des Bundesgerichts I 428/04 vom 7. Juni 2006 E. 1).
3.
3.1
Die Beschwerdegegnerin führte in der angefochtenen Verfügung vom 27. Juli 2018
(Urk. 2) aus,
die Beschwerdeführerin sei gutachterlich untersucht
und
es sei
eine Abklärung in ihrem Haushalt durchgeführt worden (S. 1).
Insbesondere
seien
die zuvor gelebten Verhältnisse zu berücksichtigen.
Der
Erwerbsteil sei nicht höher als 34 % zu qualifizieren
.
Aufgrund der wenigen objektiven Befunde des psy
chischen Leidens sei ein
e
medizinisch statuierte dauerhafte Einschränkung der Arbeitsfähigkeit aus juristischer Sicht nicht nachvollziehbar.
Aus Erwerb und Haushalt errechne sich ein Invaliditätsgrad von 2.71 %.
Es bestehe kein Anspruch auf eine Invalidenrente.
Die Beschwerdeführerin
fühle sich nicht in der Lage,
einer Erwerbstätigkeit nachzugehen
, was
Eingliederungsmassnahmen aus
schliesse
(S. 2
f.).
In ihrer Beschwerdeantwort vom
9. Oktober 2018 (Urk. 10) ergänzte die Be
schwer
degegnerin, die Beschwerdeführerin
sei in der Vergangenheit nie in
nennens
werte
m
Umfang erwerbstätig gewesen. Lediglich in den Jahren 1996/1997 sei sie während der Dauer von ca. einem Jahr einer 50%igen Tätigkeit nachgegangen. Es fänden sich keine Anhaltspunkte, dass sie sich um eine Stelle bemüht
habe
. Die
34%ige Erwerbstätigkeit sei grosszügig bemessen.
Es könne offenbleiben, ob auf die 50%ige Arbeitsunfähigkeit abgestellt werde, da selbst bei der Annahme einer 100%ige
n
Arbeitsunfähigkeit im Rahmen der gemischten Methode kein rentenbegründender Invaliditätsgrad erreicht werde.
3.2
Die
Beschwerdeführer
in
stellte sich in
ihrer
Beschwerde vom
10
. September 201
8
(Urk. 1) hingegen auf den Standpunkt,
dass
sie als vollzeitlich Erwerbstätige zu qualifizieren sei
. Wie sie es bereits bei der Haushaltsabklärung angegeben habe, würde
sie im Gesundheitsfall
zu 100 %
arbeiten. Dies nur schon aus finanziellen Überlegungen. Der Arbeitsversuch, auf welchen sich die Beschwerdegegnerin bei der Festlegung des 34%igen Erwerbsteils gestützt habe, müsse unberücksichtigt bleiben
,
da sich dieser auf den Krankheitsfall beziehe und nur die hypothetische Situation im Gesundheitsfall zu prüfen sei
(S. 4-7 Ziff. 3)
.
Weiter
sei
die Durch
führung einer eigenen
Indikatorenprüfung
durch die Beschwerdegegnerin unzu
lässig. Es handle sich dabei um eine von der medizinischen Beurteilung losgelöste juristische Parallelüberprüfung (S.
9 f. Ziff.
6).
Aus
näher dargelegten Gründen
kritisierte sie
ferner
– für den Fall, dass die
Indikatorenprüfung
der Beschwer
de
gegnerin als zulässig erachtet werde –
diese
sei
inhaltlich mangelhaft, unbe
gründet und willkürlich (S. 10-16 Ziff. 7).
Der
RAD
habe zudem
das Gutachten falsch interpretiert, indem
er
davon ausgegangen sei, dass gemäss Gutachten eine 50%ige Arbeitsfähigkeit vorliege.
Es handle sich dabei
lediglich um eine Prognose nach erfolgten Eingliederungsmassnahmen. Das Gutachten weise vielmehr eine 100%ige
Arbeitsunfähigkeit seit Dezember 2012 aus (S. 16 f. Ziff. 9
)
. Schliesslich
sei es fraglich, ob eine Eingliederungsfähigkeit bestehe und eine Wiedererlangung einer Arbeitsfähigkeit ermöglich
t
werden könne (
S. 18 Ziff.
10).
3.3
Umstritten und zu prüfen ist, ob
d
e
r
Beschwerdeführerin nach der Neuanmeldung vom 29. Juni 2015 (Urk. 11/19) Leistungen der Invalidenversicherung zustehen.
Dabei
ist offenkundig
,
dass wesentliche Änderungen in den tatsächlichen Ver
hält
nissen
seit
der Leistungsverweigerung
vom 7. Februar 2008 (Urk. 11/15)
vor
liegen
,
welche
geeignet
sind
, den Invaliditätsgrad und damit den
Rentenan
spruch zu beeinflussen.
Einerseits liegt
– unbestrittenermassen (vgl. Urk. 1, Urk. 2)
-
ein
zu berück
sich
tigender
Statuswechsel vor.
So ist, im
Gegensatz zu
der
ursprünglichen leistungs
abweisenden Verfügung
vom 7. Februar 2008 (Urk. 11/15)
, bei der vo
n einem Haus
haltsanteil von 100
% ausgegangen wurde, zur Berechnung des aktuellen Inva
liditätsgrades nunmehr zumindest
von
einem
hypothetischen
Teilerwerbsan
teil auszugehen
. D
ie Beschwerdeführerin
war
im
Jahr 2008
Mutter zweier
min
derjährigen
Kinder (vgl. Urk. 11/19 S. 3)
. Di
ese
waren bei Verfügungserlass am 26. Juli 2018 nun
25
- und
18
-jährig und brauchen dementsprechend keine
B
e
treu
ung mehr.
Zudem spricht für die Annahme einer zumindest hypothetischen
Teile
rwerbstätigkeit auch der Umstand, dass
die Beschwerdeführerin
in den Jahren 2013 und 2014 zeitweise
einer Beschäftigung bei der
Z._
AG nachging (vgl. Urk. 11/50). Umstritten
und zu prüfen bleibt
dabei
aber
das Ausmass des Erwerbteils (
vgl. dazu nachstehend E. 5.1
).
Anderseits
ist auch eine wesentliche Veränderung des Gesundheitszustandes ge
genüber dem Zeitpunkt der leistungsverweigernden Verfügung im Jahr 2008 aus
gewiesen.
Gemäss Feststellungsblatt vom 11. Dezember 2007 (Urk. 11/12) spiel
te
n bei der
damaligen
Beurteilung der Invalidität nur somatische Leiden (
rezi
divie
rendes diskretes
Lumbo
-/
Cervicovertebralsyndrom
,
Wirbelsäulen
-
fehl
hal
tung
/-form,
muskuläre Dysbalance, Reflux
ösophagitis
) eine Rolle.
Aktuell
handelt es sich um ein rein psychisches
Leiden
- nämlich eine
para
noid-halluz
inatorische Schizophrenie
-
mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit (
vgl.
das
Gutachten von Dr.
Y._
vom
28. Oktober 2017
[
E. 4.1 nachstehend
]
,
den
aktuellsten
Be
richt des behandelnden Psychiaters vom 6. September 2019
[
Urk. 3/4 S. 1
]
, die Stellungnahme von Dr.
A._
, Facharzt für Psychiatrie und
Psychotherapie
, vo
m
RAD
vom 17. November 2017 [
Urk. 11/
5
6
S. 6
]).
Im Folgenden ist daher
der
Leistungsanspruch
in rechtlicher und tatsächlicher Hinsicht
ohne
Bindung an frühere Beurteilungen
zu prüfen
(vgl.
Art. 87 Abs. 3 IVV;
BGE 144 I 28 E. 2.2;
B
GE 141 V 9 E. 2.3 mit Hinweisen).
4.
4.1
Dr.
Y._
nannte in seinem Gutachten vom 28. Oktober 2017 (Urk. 11/49) als Diagnose mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit eine
paranoid-hall
u
z
inatorische Schizophrenie (ICD-10 F20.0
)
mit kontinuierlichem Verlauf und unvollständiger
Remission
sowie als Diagnosen ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit
einen
(
un
-)
regelmässigem Konsum von Alkohol
(S.
26
).
Er führte aus, es bestehe bei der Beschwerdeführerin eine Einschränkung der Ar
beitsfähigkeit für jede Tätigkeit im allgemeinen Arbeitsmarkt aufgrund einer para
noiden Schizophrenie und den dadurch begründeten neurobiologischen Defek
ten der Kognition und des Affekts. Die Verminderung der Leistungsfähigkeit nehme vor allem bei intensivem zwischenmenschlichem Kontakt und/oder Leis
tungs
stress zu. Hinzu kämen ein vermehrter Betreuungsaufwand und eine inkon
stante Leistungsfähigkeit. Diese Einschränkung sei jedoch im Ausmass zu diffe
renzieren.
Bereits aus formalen Gründen sei bei einer allfälligen stationären Hos
pitalisation eine vollständige Arbeitsunfähigkeit anzunehmen. Aber auch unab
hän
gig davon bestehe in Phasen akuter psychotischer Zustände eine Einschrän
kung der Arbeits
fähigkeit von >80
% (von 100
%) wegen eines tatsächlichen Verlusts des Reali
tätsbezugs (Autismus,
Ambitendenz
, Affekt- und Denkstö
rungen). Im Fall der Beschwerdeführerin könne dies bislang jedoch für keinen Zeitraum mit über
wie
gender Wahrscheinlichkeit angenommen werden. Aber auch in symptomarmen Phasen, die im Fall der Beschwerdeführerin ab Dezember 2012 aufgrund der Pos
tulate des behandelnden Psychiaters anzunehmen seien, sei von entsprechenden neurobiologischen Defekten der Kognition und des Affekts auszugehen, die zumindest bis im Jahr 2015 (Einsatz von Abilify®) nicht angemessen (nachhaltig) behandelt worden seien. Eine Minderung der Arbeitsfähigkeit von 50
% könne dabei medizinisch-theoretisch geschätzt werden (S. 30
f.).
4.
2
4.2.1
D
as Gespräch über
die Haushaltsabklärung vom
17
.
Januar
2018 (Bericht vom
18
.
Januar 2018 [Urk. 11
/
53
])
wurde in Anwesenheit der Beschwerdeführerin, ihres Ehemannes sow
ie ihres Sohnes geführt (S. 1).
4.2.2
Zur beruflichen Situation habe
die Beschwerdeführerin
ausgeführt,
sie habe im September 2013 ein
en
Arbeitsversuch unternommen. 11 Monate sei sie in der Hotelreinigung
[
Z._
AG]
tätig gewesen, habe aber immer wieder gesundheitsbedingte Abwesenheiten gehabt, weshalb
sie
per 30. September 2
0
14 die Kündigung erhalten habe.
Auf Wunsch der
Abklärungsperson
wurden
ihr
der entsprechende Arbeitsvertrag sowie die diesbezüglichen Lohnblätter vorgelegt.
Da
zu hielt sie fest, i
m Vertrag sei kein Pensum angeben gewesen. Gemäss den
Lohnblättern habe die Beschwerdeführerin folgende Stundenzahlen pro Monat erfüllt: September 2013 – 46.25 Stunden; Oktober 2013 – 64.25 Stunden; Novem
ber 2013 – 50.75 Stunden; Dezember 2013 – 59.00 Stunden; für Januar und Februar 2014 hätten die Lohnblätter gefehlt (die Beschwerdeführerin habe nicht mehr gewusst, ob sie dann gearbeitet habe); März 2014 – 38.75 Stunden; April
2014 – 54.06 Stunden; das Lohnblatt für den Mai 2014 habe gefehlt (die Beschwer
deführer
in
habe dazu gemeint, sie sei damals krank gewesen); Juni 2014 – 9.41 Stunden; Juli 2014 – 58.31 Stunden; August – 14.74 Stunden. Weiter habe die Beschwerdeführerin gesagt, im Jahr 2014 sei es ihr immer schlechter gegangen und sie habe nicht mehr arbeiten können
. Ihr Psychiater habe gemeint, s
ie dürfe nicht mehr zur Arbeit. Seither habe sie keine weiteren Bemühungen unter
nommen
(S.
3
).
4.2.3
Weiter hielt die Abklärungsperson fest, die Beschwerdeführerin habe angegeben, dass sie bei guter Gesundheit am liebsten zu 100 % oder sogar zu 150 % arbeiten würde. Sie habe immer gerne gearbeitet. Sie fühle sich jedoch aufgrund der gesundheitlichen Situation nicht in der Lage, einer Tätigkeit nachzugehen. Dass sie früher nicht gearbeitet habe, sei auch wegen der Tochter gewesen (S. 4 unten).
4.2.4
Die Abklärungsperson qualifizierte die Beschwerdeführerin mit einem Anteil
von
34 %
für
als
erwerbstätig
und 66 %
als im
Haushalt
tätig
(S. 4
unten
). Sie
be
gründete dies damit, dass die Beschwerdeführerin gemäss
den Abklärungen im Zusammenhang mit dem Gesuch um Ausrichtung von
Ergänzungsleistung
en
nie einen Arbeitsversuch unternommen habe und keinen Pflichten zur Erreichung einer Erwerbstätigkeit nachgekommen sei. Darum habe man nun auch das hypo
thetische Einkommen erhöht. Auch nach dem
Rentenabweis
im Jahr 2008 sei sie keiner Erwerbstätigkeit nachgegangen. Damals sei keine psychische Diagnose vorhanden gewesen und man sei aus ärztlicher Sicht von einer 100%igen Arbeits
fähigkeit ausgegangen. Die Tochter sei damals bereits 16 Jahre alt gewesen und der Ehemann zu Hause. So hätte auch er die Aufsichtspflicht der Kinder über
nehmen können.
Während des
Arbeitsversuch
s
bei
Enzler
Reinigungen
AG
habe die Beschwerdeführerin im Jahr 2013 eine durchschnittliche Stundenanzahl von 55 Stunden pro Monat erfüllt. Dies
entspreche einem Pensum von ca.
34 %. Nach vier Monaten habe sich das Pensum bereits wieder stark reduziert. Gemäss dem RAD sei die Beschwerdeführerin 50 % erwerbsfähig, dies habe sie jedoch nie ver
sucht zu erreichen. Somit sei auch bei guter Gesundheit nicht davon auszugehen, dass sie mehr als das erfüllte Pensum von 34
% ausgeübt hätte. Der Arbeits
versuch habe nur auf Druck der
Gemeinde im Zusammenhang mit
Ergänzungs
leistung
en
stattgefunden und sei schon nach kurzer Zeit reduziert und dann abgebrochen worden (S. 5 oben).
4.2.5
Ferner
berichtete die Abklärungsperson,
im gleichen Haushalt lebten der Ehe
mann, welcher seit dem Jahr 2003 eine Invalidenrente beziehe, eine Tochter mit Jahrgang 1992 und ein Sohn mit Jahrgang 2000, welcher im
1.
Lehrjahr als Logis
tiker sei (S. 5). Dem Ehemann und den erwachsenen Kindern sei es zumut
bar, d
i
e Beschwerdeführerin zu entlasten. Die Beschwerdeführerin sei in der Lage, den Haushalt selber zu organisieren. Manchmal helfe der Ehemann, wenn sie etwas vergesse. Sie sei in der Lage, einen Einkaufszettel selber zu schreiben.
Daraus schloss die Abklärungsperson, dass im Bereich
Haushaltsführung
bei einer Gewichtung von
4
%
von
k
einer Einschränkung auszugehen sei (
S. 6
Ziff. 6.1).
Zum
Bereich Ernährung
hielt die Abklärungsperson fest,
die Beschwerdeführerin koche nach eigenen Angaben nach wie vor selber mit frischen Produkten. Am Mittag erledige sie oberflächliche Reinigungen und am Abend helfe die Tochter, die Teller in den Geschirrspüler zu geben
.
Es wäre aber auch für sie möglich, ausser an schlechten Tagen. Dann benötige sie Unterstützung. Früher habe sie eine fast sterile Wohnung gehabt, weil sie immer geputzt habe. Heute sei dies nicht mehr möglich.
Sie könne aber immer noch die gründlichen Arbeiten über
nehmen, aber nur noch ca. 1-2 Mal pro Jahr. Die
Abklärungsperson zog daraus den
Schluss, in dem Bereich sei bei einer Gewichtung von
41
% und einer Ein
schränkung von
10
% von einer Behinderung von
4
.
1
0 % auszugehen (S.
6
Ziff. 6.2).
Weiter
führte die Abklärungsperson zum Bereich Wohnungspflege aus, die Be
schwerdeführerin staubsauge einmal pro Woche selber und nehme den Boden alle zwei Wochen feucht auf. Die Kinder hätten ein eigenes Badezimmer, welches immer noch durch die Beschwerdeführerin gereinigt werde. Sie reinige auch die Toiletten der Kinder. Die Fenster reinige sie zusammen mit
dem
Sohn. Dies mache sie ca. 3 Mal pro Jahr.
Die Betten beziehe die Beschwerdeführerin selber. Die Abklärungsperson kam zum Schluss, dass
im Bereich Wohnungspflege
bei einer Gewichtung von 20 % und keiner Einschränkung auszugehen sei (S. 7 Ziff. 6.3).
Zum Bereich Einkauf sowie weitere Besorgungen
gab die Abklärungsperson an, die Beschwerdeführerin
sei in der Lage kleine Einkäufe selbständig zu tätigen. Im Dorf fahre sie selber mit dem Auto. Wenn es weitergehe, verlasse sich die Be
schwerdeführerin auf den Ehemann wegen der starken Medikamente. Grossein
käufe erledige sie gemeinsam mit dem Ehemann. Sie könne nicht mehr schwer tragen. Aufgrund der sprachlichen Probleme helfe der Sohn immer, wenn sie Briefe erhalte
. Die Abklärungsperson kam diesbezüglich zum Schluss, dass bei einer Gewichtung von 10 %
von
k
einer Einschränkung auszugehen sei (S.
7 Ziff. 6.4
).
Betreffend Wäsche und Kleiderpflege habe die Beschwerdeführerin angegeben, dass sie ca. 6 Waschgänge pro Woche habe. Die Kinder müssten die Wäsche nur in
den Korb legen. Sie sortiere, wasche und hänge auf. Am Abend helfe die Tochter. Sie bügle weniger als früher, könne dies aber noch immer selber machen.
Die Abklärungsperson kam zum Schluss, dass bei einer Gewichtung von
20
%
von
keiner Einschränkung auszugehen sei (S.
8
Ziff. 6.
5
).
Im Übrigen berichtete die Abklärungsperson,
es bestünden keine Betreuungs
auf
gaben mehr. Der Sohn werde dieses Jahr 18 Jahre alt und sei selbständig. Ebenso sei die Tochter selbständig und müsse im Alltag nicht unterstützt werden (S. 7 Ziff. 6.6). Zudem sei die Beschwerdeführerin in der Lage
,
die wenigen Pflanzen in der Wohnung zu bewässern
(S. 7
Ziff. 6.
7
).
4.2.6
Schliesslich führte die Abklärungsperson aus, die verrichteten Arbeiten im Haus
halt, welche invaliditätsbedingt nicht mehr verrichtet werden könnten, würden von
den Familienmitgliedern übernommen (S. 8
Ziff. 6.
9
). Es resultiere im Total
bei einer Gewichtung
des Haushaltsanteils
von 66 % bei einer Einschränkung im Haushaltsbereich von insgesamt 4.10 %
ein Invaliditätsgrad
im Haushaltsbereich
von
2
.
71
% (S.
8
Ziff. 7).
5
.
5
.1
In Bezug auf die Qualifikation der Beschwerdeführerin ging die Beschw
erde
geg
nerin von einer maximal
34%igen Erwerbstätigkeit
und damit
einer
minimalen
66%ig
Tätigkeit im Aufgabenbereich aus
(E. 3.1)
. Die Beschwerdeführerin machte hingegen eine 100%ige Erwerbstätigkeit i
m Gesundheitsfall geltend (
E. 3.2
).
5
.2
Sowohl bei der erstmaligen Prüfung des Rentenanspruchs als auch bei der Ren
ten
revision und im Neuanmeldungsverfahren ist die Methode der Invaliditäts
bemessung (Art.
28a IVG) zu bestimmen (BGE 144
I 28 E. 2.2, 117 V 198 E. 3b).
Die für die Methodenwahl (Einkommensvergleich, gemischte Methode, Betäti
gungs
vergleich) entscheidende Statusfrage, nämlich ob eine versicherte Person als ganztägig oder zeitweilig erwerbstätig oder als nichterwerbstätig einzustufen ist, beurteilt sich danach, was die Person bei im Übrigen unveränderten Um
stän
den täte, wenn keine gesundheitliche Beeinträchtigung bestünde. Entscheidend ist somit nicht, welches Ausmass der Erwerbstätigkeit der versicherten Person im Gesundheitsfall zugemutet werden könnte, sondern in welchem Pensum sie hypo
thetisch erwerbstätig wäre. Bei im Haushalt tätigen Versicherten im Besonderen sind die persönlichen, familiären, sozialen und erwerblichen Verhältnisse ebenso wie allfällige Erziehungs- und Betreuungsaufgaben gegenüber Kindern, das Alter, die beruflichen Fähigkeiten und die Ausbildung sowie die persönlichen Neigung
en und Begabungen zu berücksichtigen. Massgebend sind die Verhältnisse, wie sie sich bis
zum Erlass der Verwaltungsverfügung entwickelt haben, wobei für die hypothetische Annahme einer im Gesundheitsfall ausgeübten (Teil-)Erwerbs
tätigkeit der im Sozialversicherungsrecht übliche Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit erforderlich ist (BGE 144 I 28 E. 2.3, 141 V 15 E. 3.1, 137 V 334 E. 3.2, 125
V 146 E. 2c, 117 V 194 E. 3b).
Die Beantwortung der Statusfrage erfordert zwangsläufig eine hypothetische Beurteilung, die auch die hypothetischen Willensentscheidungen der versicherten Person zu berücksichtigen hat. Diese Entscheidungen sind als innere Tatsachen wesensmässig einer direkten Beweisführung nicht zugänglich und müssen in der Regel aus äusseren Indizien erschlossen werden (vgl. BGE 144 I 28 E. 2.4).
5
.3
5.3.1
Die Beschwerdeführerin war seit ihrer Einreise in die Schweiz im Jahr 1994 nur in sehr geringem Umfang
in Hilfsarbeitertätigkeiten
erwerbstätig
gewesen
,
an
sonsten war sie Hausfrau
.
Ab
dem Jahr 1996
erzielte sie
folgende Einkommen: im
Jahr 1996 Fr. 7'998.-- bei der
B._
AG; im Jahr 1997 Fr. 22'828.-- bei der
B._
AG und Fr. 6'444.-- bei der
C._
AG; im Jahr 1998 Fr. 537.-- bei der
C._
AG sowie Fr. 2'176.-- bei der
D._
AG und Fr. 3'833.-- Arbeitslosenentschädigung; im Jahr 1999
Fr. 5
'
803.
--
beim
E._
und
Fr. 6'854.-- Arbeitslosenentschädigung; im Jahr 2000 Fr. 6'810.-- Arbeitslosenentschädigung; im Jahr 2009 Fr. 5'855.-- bei der
F._
AG; im Jahr 2011 Fr. 523.-- bei der
G._
AG; im Jahr 2013 Fr. 354
.
--
beim
O._
-
D
ienst und Fr. 4'322.-- bei der
Z._
AG; im
Jahr
2014
Fr. 7'601.-- bei der
Z._
AG; im Jahr 2015 Fr. 4'4
06.
—
Arbeitslosen
-
entsc
hädigung; im Jahr 2016 Fr. 2.937.
--
Arbeitslosenentschädigung.
Aus dieser Übersicht erhellt, dass die Beschwerdeführerin seit ihrer Einreise in die Schweiz nie in erheblichem Umfang tätig war. Ausser im Jahr 1997 erzielte sie - wenn sie nicht als Nichterwerbstätige gemeldet war - Einkommen im mittleren vierstelligen Bereich, was auf ein Arbeitspensum von unter 20 % schliessen lässt. Auch ab Sommer Jahr 2011, als das jüngste Kind in die Oberstufe kam, lässt sich keine Steigerung des Arbeitspensums feststellen. Auch der Umstand, dass der Ehemann der Beschwerdeführerin seit 2003 eine ganze Rente der Invaliden
ver
sicherung bezieht (Urk. 11/53/5) und die Betreuung der Kinder hätte übernehmen können, führte zu keiner Intensivierung der Ausübung ihrer Erwerbstätigkeit.
Damit zeigt die Erwerbsbiographie, dass die Beschwerdeführerin in äusserst ge
ringem Umfang einer ausserhäuslichen Arbeitstätigkeit nachging, obwohl sie aus familiärer Sicht die Möglichkeit dazu gehabt hätte.
5.3.2
Anlässlich der Haushaltsabklärung vom
17
.
Januar
201
8
gab die Beschwerde
führerin zu Protokoll,
dass sie
bei guter Gesundheit
am liebsten zu
100 % oder sogar 150 % arbeiten
würde
(E. 4.2.3
; vgl. auch Urk. 1 S. 5 Ziff. 3.3
)
.
Der
Wortlaut dieser
Behauptung
(«am liebsten» oder «sogar 150 %»)
im Zusammenhang mit
dem Umstand, dass sie
nur über
kürzere
Perioden
bei verschiedenen Arbeitgebern jeweils
immer nur in
sehr
geringe
m
Umfang arbeitstätig
gewesen war
(
E. 5.3.1 vorstehend
)
und der
Tatsache
, dass sie immer noch praktisch alleine den Haushalt
für einen vierköpfigen Haushalt
führt
(vgl. E. 4.2)
,
deutet
auf
einen
wenig
reali
tät
s
bezogenen
Charakter
ihrer Ausführungen hin
. Diese
lassen
daher
keinen Schluss über das tatsächliche Ausmass ihrer Erwerbstätigkeit im Gesundheitsfalls zu.
5.3.3
Soweit die Beschwerdeführerin vorbrachte, nur schon aus finanziellen Überle
gungen wäre sie in einem 100%-Pensum erwerbstätig (Urk. 1 S. 5 Ziff.
3.4), übersieht sie
, dass rechtsprechungsgemäss nicht in erster Linie entscheidend ist, inwieweit die Ausübung einer Erwerbstätigkeit im Lichte der bestehenden finan
ziellen Verhältnisse als erforderlich erscheint, sondern inwieweit sie unter Be
rück
sichtigung der gesamten persönlichen, familiären, beruflichen und sozialen Situation als überwiegend wahrscheinlich zu betrachten ist
(Urteil des Bundes
gerichts 9C_374/2017 vom 17. August
2017
E. 2.1.2).
Anzufügen bleibt, dass die finanzielle Situation bislang nie Grund für die Etab
lierung einer relevanten Erwerbstätigkeit war. Trotz jahrelanger Abhängigkeit von Ergänzungsleistungen sind keinerlei diesbezügliche Bemühungen dokumen
tiert, obwohl dies problemlos möglich gewesen wäre und insbesondere die Fami
lienpflichten nicht dagegen gesprochen hätten.
5.3.4
Entgegen der Ansicht der Beschwerdeführerin lässt sich aus dem Umstand, dass die Stadt
H._
bei der Berechnung der Ergänzungsleistung ein hypothetisches jährliches Einkommen im Umfang von Fr. 16'555.-- für die Anspruchsperiode ab J
anuar 2018 anrechnete, kein Schluss
auf ihre hypothetische Erwerbstätigkeit im Gesundheitsfall ableiten (Urk. 1 S. 6
Ziff. 3.4, Urk. 3/3 S. 4)
. Das hypothetische Einkommen wurde erhöht, weil die Beschwerdeführerin ihren Pflichten zur Errei
chung einer Erwerbstätigkeit nicht nachgekommen war (vgl. E. 4.2.4
).
Beim
hypothetisch angenommenen monatlichen Einkommen von Fr. 1'379.60 (Fr. 16'555.--
/ 12 Monate) handelt es sich
um ein solches, welches auf einen Beschäftigungsgrad
von rund einem Drittel abzielt und jedenfalls nicht auf eine
volle Erwerbstätigkeit. Dass dies auf der Annahme eines «Krankheitsfalles» basiert
, wie die Beschwerdeführerin ausführt, ist nicht erstellt und ändert auch nichts da
ran, dass ihr lediglich dieses Einkommen angerechnet wurde. Der verfügte hypo
thetische Erwerbsanteil korrespondiert exakt mit den Annahmen der Be
schwer
degegnerin.
5.3.5
Arbeitsbemühungen, aus welchen ersichtlich wäre, in welchem Umfang sie nach Arbeit gesucht hätte, nahm sie unbestrittenermassen nicht vor. Dabei stellte sie sich auf den Standpunkt, dass dies dem Umstand geschuldet sei,
dass
ihr behan
delnder Psychiater
ihr
seit Dezember 2012 eine vollständige Arbeitsunfähigkeit attestiert
habe
, weshalb
das Argument der fehlenden Arbeitsbemühungen
für die Beurteilung
der
Frage
des
Ausmasses ihrer Erwerbstätigkeit im Gesundheitsfall
nicht relevant
sei (vgl. Urk. 1 S. 6
,
Urk. 2 S. 4
,
E. 4.2.2
).
Die
se
Ansicht vermag nicht zu überzeugen,
war
die Beschwerdeführerin
doch in den Jahren 2013 und 2014 eine
r
Beschäftigung bei der
Z._
AG
nachgegangen
(vgl.
E. 4.2.2
), was zumindest darauf hindeutet, dass sie zum damaligen Zeitpunkt der Aufnahme einer Arbeitstätigkeit nicht abgeneigt gewesen war
und
eine
solche
gesucht hatte
.
Zudem bemühte sich die Beschwerdeführerin zuvor nie um Arbeit. Das hypothetische Einkommen der Beschwerdeführerin wurde denn auch für die Berechnung der Zusatzleistungen auf den 1. April 2016 erhöht, weil sich die Beschwerdeführerin seit dem Bezug ab dem 1. Mai 2004 nie aktiv um eine An
stellung bemüht hatte (vgl. Urk. 11/56 S. 4 oben).
5.3.6
Es ist zwar richtig, dass
die
Beschwerdeführerin
möglicherweise seit
Dezember 2012
unter psychischen
Beschwerden
litt (vgl. E. 4.1).
Entgegen
ihrer
Argumen
tation
(vgl. Urk. 1 S. 5 Ziff.
3.2)
l
assen
sich aus ihrem Arbeitsversuch bei der
Z._
AG
in
den
Jahren 2013 und 2014 – trotz ihres psychischen Leidens -
Anhaltspunkte für das Ausmass ihrer Erwerbstätigkeit
im Gesundheits
fall ablesen
.
Sie hielt die Dauer der Anstellung über
gut
11 Monate
und damit beinahe ein ganzes Jahr
aufrecht, wenn auch gegen Ende gesundheitsbedingt in reduziertem Ausmass (vgl. E. 4.2.2
).
Sie selbst ging davon aus, erst an dieser Arbeitsstelle krank geworden zu sein (vgl. Urk. 11/56 S. 5 oben)
und meinte
selbst,
es sei ihr erst im Jahr 2014 schlechter gegangen (E. 4.2.2)
.
Auch der sie seit Dezember 2012 behandelnde Psychiater attestierte ihr erst nach Verlust der Arbeitsstelle bei
der
Z._
AG ab September 2014 eine Arbeits
unfähigkeit aufgrund ihres psychischen Leidens (vgl. Urk. 11/31 S. 2
oben; Urk. 11/20/1-10
).
Z
umindest in den ersten vier
M
onaten
(September bis Dezember 2013)
war sie in etwa gleichbleibendem
Umfang arbeitstätig. Es
kann davon aus
ge
gangen werden, dass dies ihrem
a
ngestrebten
Arbeitspensum
im Gesundheits
fall
entsprochen
hat
.
Anhaltspunkte, dass die Beschwerdeführerin über das Mass, welches sie in diesen vier Monaten gearbeitet hatte, auch im Gesundheitsfall arbeiten würde, finden sich keine. Aus ihrer Erwerbsbiographie lassen sich keine solchen entnehmen. Auch der Umstand, dass sie noch immer praktisch alleine für den Haushalt von vier Personen verantwortlich ist (vgl. E. 4.2
.
5),
spricht dagegen.
An der Vorgehensweise der Beschwerdegegnerin, mangels anderer
konkreter
An
haltspunkte
für die Festlegung des Erwerbsteils auf die geleisteten Stunden in
den
Monaten September bis Dezember 2013 abzustellen, ist nichts auszusetzen.
Bei im
September 2013
46.25, im Oktober 2013 64.25, im November 2013 50.75 und im Dezember 2013
59.00
geleistet
en
Stunden resultiert eine durchschnittliche monatliche Arbeitsleistung von 55.06 Stunden
.
Bei
einer
betriebsübliche
n
wöch
ent
lich
en Arbeitszeit von 41.7 Stunden
ergibt dies
aufgerundet ein
34 %-
Arbeits
pensum
(55.06
Stunden / 4
Wochen à 41.7
Stunden; vgl. Tabelle T03.02.03.01.04.0
1
des Bundesamts
für Statistik, Sektor III,
Ja
hre
2013-2018
)
, was dem
Erwerbsanteil
entspricht
.
5.3.7
Die behauptete 100%ige Erwerbstätigkeit im Gesundheitsfall ist zusammengefasst nicht nachvollziehbar. Vielmehr legen die Summe der einzelnen Aspekte der Umstände nahe, dass
die Beschwerdeführerin
bei intakter Gesundheit mit über
wiegender Wahrscheinlichkeit einer ausserhäuslichen Erwerbstätigkeit im Um
fang von
maximal
3
4 %
nachgegangen wäre.
5
.4
Bei einer Gewichtung des Aufgabenbereichs zu 6
6
% und einer dabei bestehenden Einschränkung von
4.10
% ergibt sich ein diesbezüglicher Teilinvaliditätsgrad von
2.71
%.
S
o
wohl bei der bis 31.
Dezember 2017 als auch der aktuellen gültigen
Fassung sind die Inval
i
ditätsgrade der Teilbereiche zu addieren (vgl. alt
A
rt. 27
IVV
sowie BGE 131 V 51 E. 5.5.1
für die bis zum 31.
Dezember 2017
gültige Regelung sowie Art.
27
bis
Abs.
2 IVV
für die aktuell gültige Fassung
).
Damit
hat
die Be
schwerdeführerin
auch
bei
einer
allfälligen
Einschränkung
von 100 % im Erwerbs
bereich
keinen Anspruch auf eine
Invalidenrente. Sel
bst in diesem Fall
resultierte
nur
ein rentenausschliessender Invaliditätsgrad von maximal 36.71 %
(
[100 % hypothetische Einschränkung im Erwerbsbereich x 0.34 Gewichtung des Erwerbsbereichs] + [4.10 % Einschränkung im Aufgabenbereich x 0.66 Gewich
tung des Aufgabenbereichs]
)
.
Es kann demnach
offenbleiben, inwiefern die Be
schwerdeführerin im Erwerbsbereich
auch
tatsächlich
in ihrer Arbeitsfähigkeit
eingeschränkt ist. Mithin braucht auf
ihre
Kritik
hinsichtlich
des strukturierten Beweisverfahren
s
(
Indikatorenprüfung
)
und betreffend der von der Beschwerde
gegnerin angenommenen Arbeitsfähigkeit im Erwerbsbereich
vorliege
nd nicht eingegangen zu werden.
In der Folge
erweist sich die leistungsverneinende Verfügung der Beschwerde
gegnerin vom
27. Juli 2018
mit Blick auf den Rentenanspruch als rechtens. Dies führt diesbezüglich zur Abweisung der Beschwerde.
6
.
Die Beschwerdeführerin
beantragte ebenfalls, ihr seien
«
allenfalls
»
Eingliede
rungs
massnahmen
zu gewähren (Urk. 1 S. 2)
, ohne in
ihrer Beschwerde
auszu
füh
ren
, an welche konkreten Eingliederungsmassnahmen
sie dabei dachte (vgl. Urk. 1).
W
idersprüchlich lesen sich ihre einzigen Ausführungen
zu den Eingliederungs
mass
nahmen
in der Beschwerde
, worin sie es für äusserst fraglich hält, ob bei ihr überhaupt eine
Eingliederungsfähigkeit vorliege
(S. 18 Mitte). Diese Haltung bestätigt die von der Beschwerdegegnerin vertretene
Ansicht
,
Eingliederungs
massnahmen seien nicht
angezeigt
, da sich die Beschwerdeführerin nicht arbeits
fähig fühle (Urk. 11/56 S. 9
unten
)
.
So zu deuten ist auch
die
Aussage
der Be
schwerdeführerin
anlässlich der Haushaltsabklärung, wo
sie
angab, sich
aufgrund ihrer Gesundheit
nicht in der Lage zu fühlen, einer Arbeit nachzugehen (E. 4.2.3).
Es fehlt der Beschwerdeführerin
damit
am subjektiven Eingliederungswillen.
Der für d
ie
Durchführung beruflicher Eingliederungsmassnahmen vorausgesetzte Eingliederungswille der versicherten Person
stellt
eine elem
entare Verhaltens
regel dar.
Eingliederungsmassnahmen
können zwar unter anderem dazu dienen, subjektive Eingliederungshindernisse im Sinne
einer
Krankheitsüberzeugung
der
Beschwerdeführerin
zu beseitigen. Es bedarf indessen auch diesfalls eines Einglie
derungswillens bzw. einer entsprechenden Motivation der versicherten Person
. Ein
e
solche ist bei der Beschwerdeführerin jedoch nicht auszumachen.
Unter den
gegebenen
Umständen ist es im Ergebnis nicht zu beanstanden, dass die
Be
schwer
degegnerin
den subjektiven Eingliederungswillen verneint hat
und das Leis
tungsbegehren
auch
hinsichtlich der Eingliederungsmassnahen abwies (vgl. Urteil des Bun
desgerichts 8C_111/2018 vom 21.
August 2018 E. 6.3 und E. 6.4).
Die übrigen Voraussetzungen für Eingliederungsmassennahem
bedürfen daher keiner Prüfung
.
Daneben ist die
Beschwerdeführerin
aber
darauf hinzuweisen, dass ihr eine Neu
anmeldung für Eingliederungsmassnahmen bei entsprechendem subjektivem Ein
glie
derungswillen jederzeit offensteht.
7
.
7
.1
Die
Beschwerdeführer
in
beantragte (Urk. 1 S. 2) die unentgeltliche Rechtspflege unter Bestellung von Rechtsanwalt
Kaspar Gehring
, Zürich, als unentgeltlichen Rechtsvertreter. Die Prozessführung schien zum Zeitpunkt der Verfahrensein
lei
tung nicht aussichtlos, die Bedürftigkeit
der
Beschwe
rdeführerin
ist ausge
wiesen (vgl. Urk.
3/3,
Urk. 8-9
)
und eine Rechtsverbeiständung geboten.
Ihr
ist daher
die unentgeltliche Rechtspflege unter Bestellung von Rechtsanwalt
Kaspar Gehring
als unentgeltlichen Rechtsbeistand zu gewähren (vgl. BGE 103 V 46, 100 V 61, 98 V 115).
7
.2
Die Verfahrenskosten gemäss Art. 69 Abs. 1
bis
IVG sind auf Fr. 800.
--
festzu
setzen. Ausgangsgemäss sind sie
der
Beschwerdeführer
in
aufzuerlegen, infolge der
bewil
ligten unentgeltlichen Prozessführung jedoch einstweilen auf die Ge
richtskasse zu nehmen.
Rechtsanwalt
Kaspar Gehring
, Zürich, ist als unentgeltlicher Rechtsvertreter aus der Gerichtskasse zu entschädigen. Nach § 34 Abs. 3 des Gesetzes über das Sozial
versicherungsgericht (
GSVGer
) bemisst sich die Höhe der gerichtlich festzu
setzenden Entschädigung nach der Bedeutung der Streitsache, der Schwierigkeit des Prozesses und dem Mass des Obsiegens, jedoch ohn
e Rücksicht auf den Streitwert.
Der von Rechtsanwalt Kaspar Gehring mit Eingabe vom 13. Dezember 2019 (Urk. 14) geltend gemachte Aufwand von 13.4 Stunden und Fr
.
100.50 Baraus
lagen ist der Bedeutung der Streitsache und der Schwierigkeit des Prozesses angemessen. Die Entschädigung ist bei Anwendung des gerichtsü
blichen Stun
den
ansatzes von Fr.
220.-- (zuzüglich Mehrwertsteuer) auf Fr.
3'
262
.-- (inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) festzusetzen.
D
i
e Beschwerdeführer
in
ist auf § 16 Abs. 4
GSVGer
hinzuweisen, wonach
sie
zur Nachzahlung der Gerichtskosten sowie der Auslagen für die Vertretung verpflich
tet werden kann, sofern
sie
dazu in der Lage ist.