# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 99a7084f-b819-429f-a8d8-e29fc261b3c7
**Court:** GR_KG
**Chamber:** GR_KG_005
**Year:** 2021
**Language:** de
**Jurisdiction:** GR / Eastern_Switzerland
**Law Area:** Criminal
**Law Sub-area:** $law_sub_area

## Facts

Sachverhalt
A. A._, nigerianischer Staatsangehöriger, flüchtete gemäss eigenen Angaben am 20. November 2019 aus B._ und reichte am 6. Januar 2020 in der Schweiz ein Asylgesuch ein. Mit Entscheid des Staatssekretariats für Migration (SEM) vom 29. Juli 2020 wurde er für die Dauer des Asylverfahrens dem Kanton Graubünden zugewiesen. Mit Asylentscheid des SEM vom 11. Januar 2021 wurde das Asylgesuch abgelehnt, die Flüchtlingseigenschaft verneint und A._ aus der Schweiz weggewiesen. Er wurde verpflichtet, das Staatsgebiet der Schweiz sowie den Schengen-Raum bis am Tag nach Eintritt der Rechtskraft der Verfügung zu verlassen. Der Kanton Graubünden wurde mit dem Vollzug der Wegweisung beauftragt.
B. Gegen diesen Entscheid erhob A._ am 10. Februar 2021 beim Bundesverwaltungsgericht Beschwerde. Mit Zwischenverfügung vom 11. März 2021 wurde ihm gestattet, den Ausgang des Verfahrens in der Schweiz abzuwarten. Mit Urteil vom 7. April 2021 trat das Bundesverwaltungsgericht auf die Beschwerde gegen den Wegweisungsentscheid des SEM vom 29. Juli 2020 nicht ein.
C. Mit Schreiben des SEM vom 8. April 2021 wurde A._ zum Verlassen der Schweiz eine neue Ausreisefrist bis zum 5. Mai 2021 gewährt. Gleichzeitig wurde er auf seine Mitwirkungspflicht betreffend Papierbeschaffung gemäss Art. 8 Abs. 4 des Asylgesetzes (AsylG; SR 142.31) hingewiesen. Weiter wurde ausgeführt, dass er in Haft genommen und anschliessend unter Zwang in sein Heimatland zurückgeführt werden könne, sollte er den Anordnungen der kantonalen Behörden keine Folge leisten.
D. A._ wurde vom Amt für Migration und Zivilrecht Graubünden (AFM GR) auf den 16. April 2021 zu einem Besprechungstermin vorgeladen. Diesen Termin nahm A._ nicht wahr, woraufhin ihn das AFM GR einen neuen Besprechungstermin für den 21. April 2021 ansetzte. Auch zu diesem Termin erschien A._ nicht, weshalb ihn das AFM GR beim SEM am 29. April 2021 als verschwunden meldete. In der Folge wurde er gestützt auf Art. 47 AsylG im RIPOL ausgeschrieben.
E. Am 3. Oktober 2021 wurde A._ von der Kantonspolizei C._ verhaftet und am 4. Oktober 2021 nach Chur überführt. Gleichentags wurde er in Ausschaffungshaft versetzt. Als Haftgrund wurde einerseits Art. 75 Abs. 1 lit. a AIG (Weigerung, Identität offenzulegen, Einreichung mehrerer Asylgesuche unter verschiedenen Identitäten oder wiederholtes Nicht-Folge-Leisten einer Vorladung
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ohne ausreichende Gründe) und andererseits Art. 76 Abs. 1 lit. b Ziff. 4 AIG (Rückschluss aufgrund des bisherigen Verhaltens, dass sich die Person behördlichen Anordnungen widersetzt) angegeben. Nachdem A._ das rechtliche Gehör betreffend Ausschaffungshaft gewährt worden war, wurde das Zwangsmassnahmengericht des Kantons Graubünden um Überprüfung der Ausschaffungshaft ersucht.
F. Nach Durchführung einer mündlichen Hauptverhandlung, an welcher auch A._ teilnahm, erkannte das Zwangsmassnahmengericht des Kantons Graubünden mit Entscheid vom 5. Oktober 2021, gleichentags mündlich eröffnet und schriftlich mitgeteilt, was folgt:
1. Die vom Amt für Migration und Zivilrecht Graubünden gegen A._ bis zum 04.01.2022 angeordnete Ausschaffungshaft ist rechtmässig sowie angemessen und wird geschützt.
2. A._ hat die Verfahrenskosten von CHF 500.00 zu übernehmen. Da die Voraussetzungen zur Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung erfüllt sind, gehen diese Kosten – unter dem Vorbehalt der Rückforderung – zu Lasten des Kantons Graubünden und werden auf die Gerichtskasse genommen.
3. A._ kann gemäss Art. 80 Abs. 5 AIG einen Monat nach der Haftüberprüfung ein Haftentlassungsgesuch beim Amt für Migration und Zivilrecht Graubünden einreichen.

## Considerations