# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 6bd52fc8-4373-428b-83c4-4164ea1e6221
**Court:** SG_VGN
**Chamber:** SG_VGN_001
**Year:** 2018
**Language:** de
**Jurisdiction:** SG / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

hat das Verwaltungsgericht festgestellt:
A./ Die Eheleute D. und M. F. sind mit ihren Söhnen P. (geb. 1991) und J. (geb. 1982) in
St. Gallen wohnhaft und beide im Angestelltenverhältnis erwerbstätig. Daneben sind sie
bei der ihnen gehörenden F. Treuhand GmbH tätig. J. F. absolvierte eine
kaufmännische Ausbildung und war bis Sommer 2005 berufstätig. Am 1. August 2005
nahm er ein Vollzeitstudium an der Fachhochschule St. Gallen auf. D. und M. F.
deklarierten für das Jahr 2005 ein steuerbares Einkommen von Fr. 110'440.-- und ein
steuerbares Vermögen von Fr. 123'000.--. Die Veranlagungsbehörde nahm
verschiedene Korrekturen vor; namentlich liess sie den für J. geltend gemachten
Kinderabzug von Fr. 6'000.-- und den damit verbundenen zusätzlichen Pauschalabzug
von Fr. 600.-- für Sparzinsen und Versicherungsprämien nicht zum Abzug zu. Mit
Einsprache-Entscheid vom 30. November 2006 wurde das steuerbare Einkommen auf
Fr. 119'700.-- und das steuerbare Vermögen auf Fr. 100'000.-- festgelegt.
B./ Gegen den Einspracheentscheid des kantonalen Steueramts erhoben D. und M. F.-
Rekurs und beantragten, die in der Steuererklärung geltend gemachten Abzüge von
Fr. 6'000.-- bzw. Fr. 600.-- für den Sohn J. seien zu gewähren.
Die Verwaltungsrekurskommission hiess den Rekurs mit Entscheid vom 21. Juni/5. Juli
2007 gut. Sie hielt fest, J. F. habe sich am 31. Dezember 2005 in Ausbildung befunden.
Zu prüfen sei, ob die Rekurrenten per 31. Dezember 2005 für seinen Unterhalt zur
Hauptsache aufgekommen seien. Die Pflichtigen hätten den Unterhalt seit Aufnahme
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der Ausbildung im September 2005 zumindest teilweise übernommen. Die Kosten für
Schule, Verpflegung, Unterkunft und Gesundheit würden den wesentlichen Teil der
normalen Unterhaltskosten ausmachen. Demgegenüber würden die vom Sohn
getragenen Auslagen für Kleider, Freizeit und Hobby weitgehend persönliche
Bedürfnisse decken, die über den notwendigen Unterhalt hinausgingen.
Dementsprechend sei davon auszugehen, dass die Rekurrenten für den notwendigen
Unterhalt zur Hauptsache aufgekommen seien. Das vom Sohn im Jahr 2005 erzielte
Erwerbseinkommen bzw. das Wertschriftenvermögen von rund Fr. 30'000.-- sei nicht
für den Unterhalt anzurechnen. Dementsprechend hätten die Rekurrenten Anspruch auf
den Kinderabzug von Fr. 6'000.-- sowie auf den um Fr. 600.-- erhöhten Abzug für
Versicherungsprämien und Sparzinsen. Die Verwaltungsrekurskommission hob den
Einspracheentscheid des kantonalen Steueramts auf und veranlagte die Rekurrenten
für 2005 mit einem steuerbaren Einkommen von Fr. 113'000.-- und einem steuerbaren
Vermögen von Fr. 100'000.--.
C./ Das Kantonale Steueramt erhob mit Eingabe vom 23. August 2007 Beschwerde
beim Verwaltungsgericht und stellte den Antrag, der Rekursentscheid vom 21. Juni/5.
Juli 2007 sei aufzuheben und der Einspracheentscheid vom 30. November 2006 sei zu
bestätigen, unter Kostenfolge zulasten der Beschwerdegegner. Es macht geltend, die
Rekursinstanz berücksichtige sowohl bezüglich der Einkünfte des Sohnes als auch
hinsichtlich der Unterhaltskosten nur den Zeitraum ab Aufnahme der Ausbildung im
September 2005 bis Ende 2005. Es gehe jedoch nicht darum, ob die Pflichtigen
während der Dauer der Ausbildung zur Hauptsache für den Unterhalt von J.
aufgekommen seien, sondern ob sie für das Steuerjahr 2005 Anspruch auf den
Kinderabzug hätten, weil sie in diesem Jahr zur Hauptsache für den Unterhalt
aufgekommen seien. Es gelte grundsätzlich das Stichtagsprinzip, doch sei in gewissen
Bereichen zwangsläufig die Situation der gesamten Steuerperiode einzubeziehen. Es
gebe keinen vernünftigen Grund, zur Beurteilung der Einkommenssituation des Kindes
nur auf das nach Aufnahme der Ausbildung erzielte Einkommen abzustellen.
Sachgerecht sei einzig, das Jahreseinkommen des Kindes in der ganzen Steuerperiode
zu berücksichtigen. Sodann sei der Sohn aufgrund seines Vermögens nicht auf die
Unterstützung der Eltern angewiesen. Wenn der volljährige Sohn nach einer
abgeschlossenen Ausbildung nun noch die Fachhochschule besuche, sei es ihm
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zuzumuten, dass er diese Kosten primär selbst bezahle und deshalb unter anderem auf
sein eigenes Vermögen greife.
Die Vorinstanz beantragt in ihrer Vernehmlassung vom 13. September 2007 unter

## Considerations

Hinweis auf die Erwägungen des angefochtenen Entscheides die Abweisung der
Beschwerde.
Die Beschwerdegegner beantragen in ihrer Stellungnahme vom 2. Oktober 2007, der
Kinderabzug von Fr. 6'000.-- sowie der damit verbundene Abzug für
Versicherungsprämien von Fr. 600.-- seien zu gewähren und es sei eine angemessene
Umtriebsentschädigung zuzusprechen. Sie halten fest, nach ihrer Auffassung sei das
Stichtagsprinzip konsequent anzuwenden.
Die weiteren Vorbringen der Verfahrensbeteiligten sowie die Erwägungen des
angefochtenen Entscheids werden, soweit wesentlich, in den nachstehenden
Erwägungen dargelegt und gewürdigt.
Darüber wird in Erwägung gezogen:
1. Die sachliche Zuständigkeit des Verwaltungsgerichts ist gegeben (Art. 196 Abs. 1
des Steuergesetzes, sGS 811.1, abgekürzt StG; Art. 59 Abs. 1 des Gesetzes über die
Verwaltungsrechtspflege, sGS 951.1, abgekürzt VRP). Das kantonale Steueramt ist zur
Ergreifung der Beschwerde legitimiert, und seine Eingabe entspricht zeitlich, formal
und inhaltlich den gesetzlichen Anforderungen (Art. 196 Abs. 1 StG in Verbindung mit
Art. 161 StG und Art. 64 Abs. 1 sowie Art. 48 Abs. 1 VRP). Auf die Beschwerde ist
einzutreten.
2. Die per Anfang 2007 aufgehobene Bestimmung von Art. 46 lit. b StG sah u.a. vor,
dass die Kosten der Ausbildung von Kindern in gewissem Umfang von den Einkünften
abgezogen werden konnten. Art. 49 StG enthielt jedoch einen Vorbehalt; für den Fall,
dass Art. 46 lit. b StG aufgrund des Bundesgesetzes über die Steuerharmonisierung
(SR 642.14, abgekürzt StHG) nicht mehr anwendbar war, sah Art. 49 Abs. 1 Ingress
und lit. b StG anstelle des Ausbildungskostenabzuges für Kinder nach Art. 46 lit. b StG
einen Abzug von Fr. 6'000.-- für jedes volljährige Kind in schulischer oder beruflicher
Ausbildung vor. Nach Art. 49 Abs. 1 Ingress StG setzte die Gewährung dieses Abzugs
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unter anderem voraus, dass der Steuerpflichtige für den Unterhalt des Kindes zur
Hauptsache aufkommt und keinen Abzug gemäss Art. 45 Abs. 1 lit. c StG beansprucht.
In der vorliegenden Streitsache ist die Veranlagung für das Steuerjahr 2005
angefochten, weshalb die zitierten, bis Ende 2006 geltenden Bestimmungen
massgebend sind.
2.1. Mit den Sozialabzügen trägt das Steuergesetz, ähnlich wie mit den allgemeinen
Abzügen, den besonderen wirtschaftlichen Belastungen der Steuerpflichtigen
Rechnung. Anders als die allgemeinen Abzüge lassen sie jedoch nicht den Abzug
angefallener Aufwendungen zu; vielmehr kann beim Vorliegen bestimmter persönlicher
Verhältnisse ein gesetzlich festgelegter Betrag beansprucht werden (Weidmann/
Grossmann/Zigerlig, Wegweiser durch das st. gallische Steuerrecht, 6. Aufl., Muri-Bern
1999, S. 165; Blumenstein/Locher; System des Steuerrechts, 6. Aufl., Zürich 2002,
S. 264). Sozialabzüge gelten als Element der Tarifgestaltung bzw. Tarifvariation oder
Tarifverfeinerung. Als solche wirken sie grobschlächtig, sie tragen den konkret
verausgabten Mitteln bloss typisiert Rechnung. Der Nachweis der entsprechenden
Aufwendungen ist nicht erforderlich; es genügt, wenn die Gruppenzugehörigkeit
nachgewiesen ist (vgl. M. Reich, Kommentar zum schweizerischen Steuerrecht, Bd. I/1,
2. Aufl., Basel 2002, N 67 zu Art. 9 StHG).
2.2. Nach Art. 48 Abs. 2 StG werden die Sozialabzüge nach den Verhältnissen am
Ende der Steuerperiode oder der Steuerpflicht festgelegt. Für die Sozialabzüge gilt
somit das sogenannte Stichtagsprinzip. Das Stichtagsprinzip ist ein typisches Beispiel
einer gesetzlichen Vereinfachung im Rahmen des Steuervollzugs, indem
Veränderungen in den persönlichen Verhältnissen nicht laufend, sondern
(grundsätzlich) nur einmal in der Steuerperiode berücksichtigt werden. Das
Stichtagsprinzip gilt indessen nur für die Beurteilung des Status (in einem weiteren
Sinn) des Pflichtigen (z.B. Zivilstand, Alter, Unterstützungsbedürftigkeit etc.), nicht aber
für die übrigen Voraussetzungen eines Sozialabzuges (vgl. Bosshard/Bosshard/Lüdin,
Sozialabzüge und Steuertarife im schweizerischen Steuerrecht, Zürich 2000, S. 109 f.).
2.3. Der Sohn der Beschwerdegegner befand sich am 31. Dezember 2005, also am
Ende der vorliegend massgebenden Steuerperiode, in Ausbildung. Damit ist das
entsprechende Kriterium nach Art. 49 Abs. 1 lit. b StG erfüllt. Dies anerkennt
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grundsätzlich auch das kantonale Steueramt. Streitig ist hingegen, ob auch der
Tatbestand von Art. 49 Abs. 1 Ingress StG erfüllt ist, wonach die Pflichtigen zur
Hauptsache für den Unterhalt des Kindes aufgekommen sind.
2.3.1. Die Streitfrage dreht sich im wesentlichen darum, welcher Zeitpunkt bzw.
welcher Zeitraum zu berücksichtigen ist, um die Frage nach dem hauptsächlichen
Aufkommen für den Unterhalt zu beantworten. Das kantonale Steueramt hält fest, jedes
Steuerjahr sei separat zu prüfen. Ein Abstellen lediglich auf die Verhältnisse ab
Aufnahme der Ausbildung blende wesentliche Tatsachen aus, greife damit zu kurz und
sei nicht richtig. Grundsätzlich gelte das Stichtagsprinzip, doch sei in gewissen
Bereichen (z.B. Unterhaltsbedarf, Einkommen) zwangsläufig die Situation der ganzen
Steuerperiode einzubeziehen.
2.3.2. Bezüglich des Tatbestandsmerkmals, ob das Kind in Ausbildung steht, ist die
Anwendung des Stichtagsprinzips wie erwähnt unbestritten und an sich auch
weitgehend unproblematisch. Nimmt das Kind z.B. Anfang Dezember eine Ausbildung
auf, so ist das Tatbestandsmerkmal per Ende der Steuerperiode erfüllt, obwohl es nur
während einer kurzen Zeitspanne der gesamten Steuerperiode bestand. Dies ist
typisch für die Anwendung des Stichtagsprinzips (Bosshard/ Bosshard/Lüdin, a.a.O., S.
110 f.).
Mit dem Tatbestandsmerkmal, dass der Steuerpflichtige zur Hauptsache für den
Unterhalt des Kindes aufkommt, hat der Gesetzgeber ein Kriterium aufgestellt, bei dem
die Anwendung des Stichtagsprinzips versagt. Ob ein Pflichtiger zur Hauptsache für
den Unterhalt aufkommt, kann nicht mit Bezug auf einen Stichtag beurteilt werden,
sondern erfordert die Würdigung einer gewissen Zeitperiode. Diesbezüglich handelt es
sich nicht um eine Statusfrage (fraglich ist auch die im zitierten Schrifttum geäusserte
Auffassung, wonach die Unterstützungsbedürftigkeit eine Statusfrage ist).
Entgegen den Ausführungen des kantonalen Steueramts ist es nicht zwingend, dass
die Verhältnisse im gesamten Steuerjahr berücksichtigt werden. Es fällt auf, dass der
Gesetzgeber Art. 49 Abs. 1 Ingress StG nicht so formuliert hat, dass der Pflichtige
während der gesamten Steuerperiode für den Unterhalt des Kindes zur Hauptsache
aufkommen muss. Die Vorinstanz stellte auf die seit der Aufnahme der Ausbildung
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bestehende Einkommenssituation ab. Sie berief sich auf das Stichtagsprinzip und
einen nicht veröffentlichten Entscheid.
Das kantonale Steueramt hat in seinen bis Ende 2006 geltenden Weisungen
festgehalten, aufgrund der Entstehungsgeschichte knüpfe der Abzug an
Voraussetzungen an, die sich nicht taggenau ereignen und feststellen liessen, sondern
sich erst über einen gewissen Zeitraum hinweg verwirklichen (Unterhalt zur
Hauptsache, in Ausbildung befindlich, ständiger Aufenthalt). Solche anhaltenden
Zustände liessen sich nicht in idealer Weise an einem bestimmten Stichtag beurteilen.
Grundsätzlich gelte jedoch das Stichtagsprinzip. Bei der Würdigung der Verhältnisse
am Ende der Steuerperiode oder der Steuerpflicht sei indessen den für einen
Sozialabzug untypischen Zustandsvoraussetzungen Rechnung zu tragen. Im Einzelfall
müssten zur Vermeidung stossender Ergebnisse auch die Verhältnisse während der
Steuerperiode mitberücksichtigt werden (StB 49 Nr. 1 Ziff. 4 Abs. 1 in der bis Ende
2006 geltenden Fassung). Entgegen den Ausführungen in der Beschwerde wurde in der
Weisung nicht zwingend die Berücksichtigung der ganzen Steuerperiode gefordert. Die
Beschwerdeführerin zitiert ihre Weisung unrichtig bzw. fügte den Zusatz "ganze" zum
Begriff "Steuerperiode" hinzu. Zu dem in den Weisungen angeführten Beispiel eines
Kindes, das in den ersten fünf Monaten einer Steuerperiode seinem erlernten Beruf
nachgeht und anschliessend eine Ausbildung aufnimmt, wird ausgeführt, dass die
Eltern per Ende Jahr zur Hauptsache für den Unterhalt des Kindes aufkämen
(Stichtagsprinzip), wenn dieses in den ersten fünf Monaten der Steuerperiode
Erwerbseinkommen von Fr. 14'000.-- erziele, anschliessend vollzeitlich die
Fachhochschule besuche und die Eltern ab diesem Zeitpunkt für seinen
Lebensunterhalt vollständig aufkämen (StB 49 Nr. 1 Ziff. 5.3).
Wie erwähnt, ist das Stichtagsprinzip ein typisches Beispiel einer gesetzlichen
Vereinfachung im Rahmen des Steuervollzugs, indem Veränderungen in den
persönlichen Verhältnissen nicht laufend, sondern grundsätzlich nur einmal in der
Steuerperiode berücksichtigt werden. Dem Stichtagsprinzip liegt eine
Gesamtbetrachtung zugrunde, bei der in Kauf genommen wird, dass im Einzelfall eine
steuerliche Bevorzugung oder Benachteiligung eines Pflichtigen eintreten kann.
Entscheidend ist, dass die gesetzliche Regelung nicht generell zu Ungerechtigkeiten
führt (vgl. Bosshard/Bosshard/Lüdin, a.a.O., S. 111).
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Aus systematischen Gründen und in Anwendung des Stichtagsprinzips wird auf die
tatsächlichen Verhältnisse per Ende Jahr abgestellt, wenn es um die Frage geht, ob
sich ein Kind in Ausbildung befindet. Obwohl es bei diesem Kriterium möglich wäre,
wird nicht auf die Verhältnisse während der Steuerperiode abgestellt und geprüft, ob
das Kind während der überwiegenden Dauer des Steuerjahres in Ausbildung stand.
Wird geprüft, ob die Eltern für den Unterhalt des Kindes zur Hauptsache aufkommen,
muss zwangsläufig eine gewisse Zeitspanne berücksichtigt werden. Dabei ist es
sachgerecht und systematisch konsequent, auf jene Zeitperiode abzustellen, in der die
am Stichtag geltenden Statusmerkmale vorhanden waren, also auf jene Zeitspanne, in
der sich das Kind in der Ausbildung befand. Eine Ausdehnung auf das gesamte
Steuerjahr lässt sich steuersystematisch nicht rechtfertigen. Damit würden auch solche
Tatsachen berücksichtigt, die sich in einem Zeitraum ereigneten, in dem die Status-
Voraussetzungen für den Sozialabzug fehlten. Daher ist es folgerichtig, auch bezüglich
des hauptsächlichen Unterhalts auf die Zeit der am Stichtag geltenden Verhältnisse
abzustellen.
2.3.3. In der Beschwerde wird als Beispiel angeführt, dass ein Sohn als
Bankangestellter in den ersten neun Monaten eines Jahres Fr. 80'000.-- verdient, dann
seine Erwerbstätigkeit ganz aufgibt und ab Oktober eine Zusatzausbildung beginnt. Der
Beschwerdeführer macht geltend, in einem solchen Fall wäre die Annahme verfehlt, die
Eltern seien zur Hauptsache für den Unterhalt des Kindes aufgekommen und das Kind
sei auf die Unterhaltsleistungen der Eltern angewiesen gewesen. Eine sachlich richtige
Beurteilung sei folglich nur möglich, wenn das ganze tatsächliche Jahreseinkommen
des Kindes in der betreffenden Steuerperiode berücksichtigt werde. Das
Verwaltungsgericht kann sich dieser Auffassung nicht anschliessen. Die von der
Beschwerdeführerin kritisierte Folge ist Ausfluss des Stichtagsprinzips. Ebenso ist es
möglich, dass bei der Beendigung einer Ausbildung Ende November der Abzug nicht
gewährt wird, obwohl während elf Monaten eine Unterstützung zur Hauptsache
geleistet wurde. Die Betrachtungsweise des kantonalen Steueramtes würde dazu
führen, dass in der Steuerperiode, in der die Ausbildung begonnen wird, zulasten des
Pflichtigen das gesamte Jahr berücksichtigt würde, während bei der Beendigung der
Ausbildung wiederum zulasten des Steuerpflichtigen das Stichtagsprinzip zur
Anwendung gelangt, was widersprüchlich und stossend wäre. Wenn die Ausbildung
Ende November abgeschlossen wird, kann zufolge Aenderung des Status' auch beim
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überwiegenden Unterhalt während der Steuerperiode dieser Umstand nicht
berücksichtigt werden. Würde beim Beginn der Ausbildung auf das gesamte Steuerjahr
abgestellt, so wäre dies inkonsequent. Wird in Anwendung des Stichtagsprinzip darauf
abgestellt, ob die Ausbildung am Ende der Steuerperiode noch besteht, so ist es
folgerichtig, wenn auch die Frage des hauptsächlichen Unterhalts lediglich in bezug auf
jenen Zeitraum beurteilt wird, in dem das Kind in Ausbildung stand.
2.4. Zu prüfen ist weiter, ob die Vermögensverhältnisse des Sohnes der Gewährung
des streitigen Abzuges entgegenstehen.
2.4.1. Das Wertschriftenvermögen des Sohnes betrug per Ende 2005 Fr. 30'286.--.
Diesen Betrag hat der Sohn offenbar aus der früheren Erwerbstätigkeit gespart. Die
Vorinstanz erwog, bei der Klärung der Frage, wer für den Unterhalt des volljährigen
Kindes zur Hauptsache aufkomme, sei dessen Vermögen zu berücksichtigen, soweit es
den nicht zur Besteuerung gelangenden Betrag von Fr. 75'000.-- zuzügl. Fr. 500.-- pro
voraussichtlichen Ausbildungsmonat überschreite. Das kantonale Steueramt erachtet
diese Auffassung als nicht akzeptabel. Es gehe nicht um einen Freibetrag für die
Vermögenssteuer, sondern darum, inwiefern das Vermögen des Kindes bei der
Gewährung des Kinderabzuges zu berücksichtigen sei. Der Sockelbeitrag, der dem
Kind verbleiben solle, müsse etwa bei Fr. 10'000.-- angesetzt werden. Zudem könne
entgegen der Auffassung der Vorinstanz nicht ein Betrag von Fr. 6'000.-- pro Jahr für
jedes Ausbildungsjahr vorweg als unantastbar ausgesondert werden. Ein Kind habe
sein Vermögen vielmehr sofort und soweit für seine Ausbildungs- und
Lebenshaltungskosten einzusetzen, bis es auf den Sockelbetrag reduziert sei. Erst
anschliessend könne gesagt werden, dass es auf die Unterstützung der Eltern
angewiesen sei.
2.4.2. Die Weisungen des Beschwerdeführers sahen vor, dass bis zu
Erwerbseinkünften von Fr. 15'000.-- pro Steuerperiode davon ausgegangen werden
dürfe, das Kind könne daraus seinen Lebensunterhalt nicht zur Hauptsache selber
bestreiten. Inwiefern andere Mittel, wie Vermögen, zur Entlastung der Eltern
anzurechnen seien, könne nur im Einzelfall beurteilt werden (StB 49 Nr. 1 Ziff. 3.2 Abs.
4).
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Der Kinderabzug kann grundsätzlich auch dann geltend gemacht werden, wenn in
zivilrechtlicher Hinsicht keine Unterhaltspflicht besteht. Dies hat der Beschwerdeführer
in seinen Weisungen selbst festgehalten (StB 49 Nr. 1 Ziff. 3.2. Abs. 5). Seine Berufung
auf den vom Bundesgericht im Urteil 5C.150/2005 vom 11. Oktober 2005 bekräftigten,
aber für das Zivilrecht massgebenden Grundsatz, wonach das mündige Kind alle
Möglichkeiten auszuschöpfen hat, um seinen Unterhalt während der Ausbildung selbst
zu bestreiten, ist daher nicht stichhaltig.
2.4.3. Das Steuergesetz schreibt nicht vor, dass das Kind auf die Unterstützung seiner
Eltern angewiesen sein muss, damit der Abzug gewährt wird, oder dass der Abzug bei
erheblichem eigenen Vermögen des Kindes entfällt. Auch im Schrifttum und in den
Materialien zum st. gallischen Steuergesetz fehlen entsprechende Hinweise
(Weidmann/Grossmann/Zigerlig, a.a.O., S. 167; Botschaft vom 13. Mai 1997, S. 27
bzw. ABl 1997, S. 963). Es fragt sich daher, ob die Berücksichtigung des Vermögens
des Kindes überhaupt zulässig ist (vgl. BGE vom 13. Dezember 1996, in: StR 1997, S.
273 ff.). Im Recht der direkten Bundessteuer wird verlangt, dass das unterstützte Kind
auf die Unterstützung angewiesen ist (Richner/Frei/Kaufmann, Handkommentar zum
DBG, Zürich 2003, Rz. 39 zu Art. 213; Ivo Baumgartner, Kommentar zum
schweizerischen Steuerrecht I/2a, Basel 2000, Rz. 25 zu Art. 35 DBG). Es lässt sich zur
Begründung dieser Praxis anführen, dass Leistungen an eine Person, die aus
irgendwelchen Gründen nicht auf diese angewiesen ist, keine Unterhaltszahlungen
darstellen. Auch bei der direkten Bundessteuer wird aber bezüglich der
Berücksichtigung des Vermögens relativiert und dieses nur berücksichtigt, soweit eine
Verwertung zur Bestreitung des Lebensunterhalts zumutbar ist (Baumgartner, a.a.O.,
Rz. 25 zu Art. 35). Vorliegend beträgt das Vermögen des Sohnes rund Fr. 30'000.--.
Würde es für den Lebensunterhalt verwendet, wäre es sehr rasch aufgezehrt, wenn die
Pflichtigen ihren Sohn nicht unterstützen würden. Im Ergebnis ist es jedenfalls nicht zu
beanstanden, dass die Vorinstanz das Vermögen im Streitfall ausser Betracht liess.
Dies bedeutet indes nicht, dass der Freibetrag bei der Vermögenssteuer einen
Massstab für die Berücksichtigung des Vermögens bilden muss.
Die Berücksichtigung des Einkommens ist gerechtfertigt, da es bei erheblichen
Einkünften am Merkmal der überwiegenden Unterhaltsleistung der Eltern fehlen kann.
Beim Vermögen verhält es sich anders. Die Frage braucht indes nicht grundsätzlich
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geprüft zu werden. Ein Vermögen von rund Fr. 30'000.-- ist, auch im Lichte des vom
Beschwerdeführer anerkannten Sockelbetrags von etwa Fr. 10'000.--, zu geringfügig,
um als Substrat für die Bestreitung des Lebensunterhalts einer nicht erwerbstätigen
Person wesentlich ins Gewicht zu fallen. Die Verwertung zur Finanzierung des
Lebensunterhalts erscheint nicht gerechtfertigt.
2.5. Zusammenfassend ergibt sich aus den vorstehenden Erwägungen, dass die
Beschwerde abzuweisen ist.
3. Dem Verfahrensausgang entsprechend sind die amtlichen Kosten des
Beschwerdeverfahrens dem Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 95 Abs. 1 VRP). Eine
Entscheidgebühr von Fr. 2'000.-- ist angemessen (Ziff. 382 Gerichtskostentarif,
sGS 941.12). Auf die Erhebung ist zu verzichten (Art. 95 Abs. 3 VRP).
Die Beschwerdegegner beantragen eine Umtriebsentschädigung. Sie begründen ihr
Begehren damit, der Rechtsstreit habe sie viel Zeit und Mühe gekostet und sie hätten
diverse Rücksprachen mit dipl. Steuerexperten bzw. Steuerkommissären genommen.
Der Tenor und auch die bisherige Praxis seien ganz klar, dass der Kinderabzug in drei
Steuerjahren zu gewähren sei.
Das Verwaltungsgericht erachtet es als unwahrscheinlich, dass Steuerkommissäre
Auskünfte zu hängigen Verfahren erteilen. Zudem bestand für die vorliegende
Streitfrage keine feste Praxis. Ein Nachweis erheblicher Umtriebe ist jedenfalls nicht
erbracht. Daher ist keine Umtriebsentschädigung zuzusprechen.
Demnach hat das Verwaltungsgericht