# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** d1b52ea8-0a24-4fd6-b7bd-63631dd3528b
**Court:** GR_KG
**Chamber:** GR_KG_004
**Year:** 2016
**Language:** de
**Jurisdiction:** GR / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

hat sich ergeben:
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I. Sachverhalt
A. 1. X._ wurde am 8. November 1955 in O.1_geboren. Von Beruf ist er A._. Gemäss der Auskunft des Steueramtes des Kantons O.2_ vom 26. Juni 2015 versteuerte X._ gemäss der letzten definitiven Steuerfaktoren des Steueramtes O.5_ im Steuerjahr 2008 ein steuerbares Einkommen von Fr. 95'100.00. Anlässlich der mündlichen Berufungsverhandlung vor der I. Strafkammer des Kantonsgerichts von Graubünden am 2. März 2016 äusserte sich X._ bezüglich seines Einkommens dahingehend, dass dieses momentan Fr. 7'500.00 betrage. X._ ist verheiratet mit B._ und hat vier Kinder. Die älteste Tochter C._ ist verheiratet und 27 Jahre alt. Die zweite Tochter D._ wird 25 Jahre alt. Die dritte Tochter E._ ist 22 und die jüngste Tochter F._ 20 Jahre alt. Sowohl D._, E._ als auch F._ werden von X._ finanziell unterstützt. Gemäss Strafregisterauszug wurde X._ mit Strafmandat des Kreispräsidiums Roveredo vom 20. April 2007 zu einer Busse von Fr. 2'000.00 verurteilt. Aus dem Register für Administrativmassnahmen (ADMAS) geht hervor, dass ihm in diesem Zusammenhang der Führerausweis für drei Monate entzogen wurde.
2. Mit Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Graubünden vom 5. September 2012 wurde X._ wegen grober Verletzung der Verkehrsregeln gemäss Art. 32 Abs. 1 SVG und Art. 4a Abs. 1 lit. b VRV in Verbindung mit Art. 90 Ziff. 2 SVG mit einer Geldstrafe von 15 Tagessätzen zu je Fr. 260.00, bedingt aufgeschoben bei einer Probezeit von 2 Jahren, und mit einer Busse von Fr. 800.00 bestraft. Gegen diesen Strafbefehl liess er am 14. September 2012 durch seinen damaligen Rechtsvertreter, Rechtsanwalt Dr. iur. Peter Bieler, Einsprache erheben. Begründend wurde insbesondere ausgeführt, nach Ansicht der Kantonspolizei Graubünden sei X._ am 23. Juni 2012 in O.3_ zu schnell gefahren. X._ stelle jedoch in Abrede, dass er schneller als 100 km/h gefahren sei. Jedenfalls habe er noch vor der Kontrolle auf dem Tachometer ausmachen können, mit weniger als 100 km/h unterwegs gewesen zu sein. Daher zweifle er die polizeiliche Geschwindigkeitsmessung an, die seiner Ansicht nach nicht stimmen könne.
3. Wegen grober Verletzung der Verkehrsregeln (Lenken eines nicht vorschriftsgemässen Motorfahrzeuges, vereiste Scheiben) gemäss Art. 90 Abs. 2 SVG, begangen am 23. Januar 2013 in O.5_, wurde auch im Kanton O.2_ eine Strafuntersuchung gegen X._ geführt. Mit Verfügung vom
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2. April 2013 wurde diese Strafuntersuchung von der Staatsanwaltschaft O.5_ an die Staatsanwaltschaft Graubünden abgetreten.
4. Mit Verfügung vom 8. April 2013 wurde die am 19. September 2012 von der Staatsanwaltschaft Graubünden gegen X._ wegen grober Verletzung von Verkehrsregeln eröffnete Strafuntersuchung geschlossen. Mit Verfügung vom 11. Juli 2013 wurde gegen X._ wegen mehrfacher grober Verletzung von Verkehrsregeln gemäss Art. 32 Abs. 1 SVG und Art. 4a Abs. 1 lit. b VRV in Verbindung mit Art. 90 Ziff. 2 aSVG sowie gemäss Art. 29 SVG, Art. 57 Abs. 2 VRV und Art. 71a Abs. 1 und 4 VTS in Verbindung mit Art. 90 Abs. 2 SVG Anklage erhoben und die Sache dem Bezirksgericht Maloja zur Beurteilung überwiesen. Der Anklage liegt gemäss Anklageschrift vom 11. Juli 2013 folgender Sachverhalt zu Grunde:
"1.1 Am Samstag, 23. Juni 2012, um 12:32 Uhr, lenkte X._ den Personenwagen "Tesla Roadster", Kontrollschild ZH _, ausserorts auf der _strasse Nr. 27 in Richtung O.2_. Höhe Deponie, Gemeindegebiet O.3_, fuhr der Beschuldigte in Kenntnis der dort geltenden Höchstgeschwindigkeit von 80 km/h aus Unaufmerksamkeit mit stark überhöhter Geschwindigkeit, nämlich nach Abzug der Toleranz von 6 km/h mit 115 km/h und damit 35 km/h schneller als erlaubt.
1.2 Am Mittwoch, 23. Januar 2013, gegen 06:40 Uhr, lenkte X._ den Personenwagen "Renault Espace", Kontrollschild ZH _, in nicht vorschriftsgemässem Zustand, d.h. mit vereisten Front- und Seitenscheiben, an denen er lediglich "Gucklöcher" freigekratzt hatte, auf der _-Strasse in Fahrtrichtung _strasse in O.5_."
5. Die Hauptverhandlung vor dem Bezirksgericht Maloja fand am 1. Oktober 2013 statt. Die Schlussanträge der Parteien lauteten wie folgt:
"Anträge Staatsanwaltschaft Graubünden:
1. X._ sei schuldig zu sprechen der mehrfachen groben Verletzung von Verkehrsregeln gemäss Art. 32 Abs. 1 SVG und Art. 4a Abs. 1 lit. b VRV in Verbindung mit Art. 90 Ziff. 2 aSVG sowie gemäss Art. 29 SVG, Art. 57 Abs. 2 VRV und Art. 71a Abs. 1 und 4 VTS in Verbindung mit Art. 90 Abs. 2 SVG.
2. Dafür sei er zu verurteilen
- zu einer Geldstrafe von 35 Tagessätzen zu je CHF 260.-. Der Vollzug der Geldstrafe sei aufzuschieben unter Ansetzung einer Probezeit von 2 Jahren.
- sowie zu einer Busse von CHF 1'500.-, ersatzweise zu einer Freiheitsstrafe von 5 Tagen.
3. Kostenfolge sei die gesetzliche."
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"Rechtsbegehren beschuldigte Person:
Die beschuldigte Person beantragte sinngemäss einen Freispruch."
6. Gegen das am 1. Oktober 2013 mündlich eröffnete und am 3. Oktober 2013 im Dispositiv mitgeteilte Urteil des Bezirksgerichts Maloja meldete X._ am 10. Oktober 2013 Berufung an, woraufhin das Bezirksgericht Maloja das begründete Urteil am 7. Januar 2014 mitteilte. Darin erkannte es wie folgt:
"1. X._ ist schuldig der mehrfachen (recte: mehrfachen groben) Verletzung von Verkehrsregeln gemäss Art. 32 Abs. 1 SVG und Art. 4a Abs. 1 lit. b VRV in Verbindung mit Art. 90 Ziff. 2 aSVG sowie gemäss Art. 29 SVG, Art. 57 Abs. 2 VRV und Art. 71a Abs. 1 und 4 VTS in Verbindung mit Art. 90 Ziff. (recte: Abs.) 2 SVG.
2. Dafür wird X._ mit einer Geldstrafe von 35 Tagessätzen zu je CHF 260.- bestraft.
Der Vollzug der bedingten Geldstrafe wird unter Ansetzung einer Probezeit von 2 Jahren aufgeschoben.
3. Zudem wird X._ eine Busse von CHF 1'500.- auferlegt.
Die Ersatzfreiheitsstrafe für die Busse beträgt 5 Tage. Sie tritt an die Stelle der Busse, soweit dieselbe schuldhaft nicht bezahlt wird.
4. Die Kosten des Verfahrens, bestehend aus:
- Untersuchungsgebühr der Staatsanwaltschaft CHF 2ʻ150.00
- Barauslagen der Staatsanwaltschaft CHF 130.00
- Gerichtsgebühr CHF 3ʻ000.00
Total CHF 5ʻ280.00
werden X._ auferlegt.

## Considerations