# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 8af7fa56-2d73-4b43-ae22-c17508b3f64d
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2019
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
X._, geboren 1973, arbeitete teilzeitlich bis April 2014 als Verkäuferin im Detailhandel für die Genossenschaft Y._ (Urk. 7/8/4, Urk. 7/17/1, Urk. 7/31/25). Am 19. Juni 2014 meldete sie sich bei der Eidgenössischen Invalidenversicherung wegen eines Tumorleidens zum Bezug von Hilfsmitteln an (Urk. 7/2, Urk. 7/5). Die
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle,
erteilte der Ver
sicherten mit Mitteilung vom 23. Juni 2014 Kostengutsprache für Haarersatz (Urk. 7/6). Am 19. September 2014 meldete sich die Versicherte bei der Eidgenös
sischen Invalidenversicherung zum Rentenbezug an (Urk. 7/8). Die IV-Stelle klärte die medizinischen und erwerblichen Verhältnisse ab und holte unter ande
rem die Akten der Krankentaggeldversicherung
Swica
mit den Gutachten von Dr. med. Z._, Facharzt für Neurologie, und von Dr. med. A._, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie FMH, vom Institut B._, vom 10. und 24. Februar 2016 ein (Urk. 7/31/1-37). Per Ende April 2016 wurde der Versicherten die Anstellung bei der Genossenschaft Y._ gekündigt (Urk. 7/31/25). Im August 2016 liess die IV-Stelle eine Haushaltsabklärung vor Ort durchführen, womit gemäss dem Bericht vom 29. August 2016 die Qualifikation einer 100%igen Erwerbstätigkeit im Gesundheitsfall festgelegt wurde (Urk. 7/58/4). Mit Vorbe
scheid vom 6. Dezember 2016 kündigte die IV-Stelle die Zusprache einer vom 1. April 2015 bis 31. Mai 2016 befristeten ganzen Rente an (Urk. 7/61). Dagegen erhob die Versicherte mit Schreiben vom 23. Januar 2017, ergänzt mit Schreiben vom 8. Februar und vom 28. April 2017, Einwände (Urk. 7/66, Urk. 7/70, Urk. 7/78). Mit Verfügung vom 11. September 2017 sprach die IV-Stelle der Versicherten wie angekündigt eine vom 1. April 2015 bis 31. Mai 2016 befristete ganze Rente zu (Urk. 2).
2.
Hiergegen erhob die Versicherte
m
it Eingabe vom 16. Oktober 2017 Beschwerde und beantragte, es sei festzustellen, dass sie auch ab dem 1. Juni 2016 weiterhin Anspruch auf eine Rente der
Invalidenversicherung
habe, und die Verfügung der
Beschwerdegegnerin
vom 11. September 2017 sei in dem Sinne aufzuheben, als ihr nur bis zum 31. Mai 2016 eine Rente zugesprochen worden sei; eventualiter sei vom Gericht ein medizinisches polydisziplinäres Gerichtsgutachten einzuho
len;
subeventualiter
sei die Sache zwecks Einholens eines versicherungsexternen Administrativgutachtens an die
Beschwerdegegnerin
zurückzuweisen. In prozessualer Hinsicht beantragte die Versicherte, es sei gestützt auf Art. 6 der Europäischen Menschenrechtskonvention (EMRK) eine öffentliche Verhandlung durchzuführen (Urk. 1 S. 2). Die
Beschwerdegegnerin
schloss in der Beschwerde
antwort vom 13. November 2017 auf Abweisung der Beschwerde (Urk. 6). Die
Beschwerdeführerin
zog mit Eingabe vom 19. Januar 2018 den Antrag auf Durch
führung einer öffentlichen Verhandlung zurück (Urk. 9) und hielt mit Replik vom12. Februar 2018 sinngemäss an ihren Anträgen fest (Urk. 11). Die
Beschwer
degegnerin
verzichtete mit Eingabe vom 21. Februar 2018 auf eine weitere Stellungnahme (Urk. 13).
Auf die Ausführungen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, soweit erforderlich, in den Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (
Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allge
meinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG). Sie kann Folge von Geburts
gebrechen, Krankheit oder Unfall sein (
Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung, IVG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgegliche
nen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beein
trächtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
1.2.1
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie körperliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 8 ATSG bewirken. Rechtsprechungsgemäss ist bei psychi
schen Beeinträchtigungen zu prüfen, ob ein psychischer Gesundheitsschaden mit Krankheitswert besteht, welcher die versicherte Person auch bei Aufbietung allen guten Willens daran hindert, ein rentenausschliessendes Erwerbseinkommen zu erzielen (vgl.
BGE 139 V 547
E. 5,
131 V 49
E. 1.2,
130 V 352
E. 2.2.1; vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_125/2015 vom 18. November 2015 E. 5.4).
Die Annahme eines psychischen Gesundheitsschadens im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG sowie Art. 3 Abs. 1 und Art. 6 ATSG setzt eine psychiatrische, lege artis auf die Vorgaben eines anerkannten Klassifikationssystems abgestützte Diagnose voraus (vgl. BGE 143 V 409 E. 4.5.2, 141 V 281 E. 2.1, 130 V 396 E. 5.3 und E. 6). Eine fachärztlich einwandfrei festgestellte psychische Krankheit ist jedoch nicht ohne
Weiteres gleichbedeutend mit dem Vorliegen einer Invalidität. In jedem Ein
zelfall muss eine Beeinträchtigung der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit unabhängig von der Diagnose und grundsätzlich unbesehen der Ätiologie ausgewiesen und in ihrem Ausmass bestimmt sein. Entscheidend ist die nach einem weitgehend objektivierten Massstab zu beurteilende Frage, ob es der versicherten Person zumutbar ist, eine Arbeitsleistung zu erbringen (BGE 143 V 409 E. 4.2.1, 141 V 281 E. 3.7, 139 V 547 E. 5.2, 127 V 294 E. 4c, je mit Hinweisen; vgl. Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2.2
Mit
BGE 143 V 4
18
hat das Bundesgericht erkannt, dass grundsätzlich sämtliche psychischen Leiden einem strukturierten Beweisverfahren nach BGE 141 V 281 zu unterziehen seien, wobei es je nach Krankheitsbild allenfalls gewisser Anpas
sungen hinsichtlich der Wertung einzelner Indikatoren bedürfe. Diese Abklärun
gen enden laut Bundesgericht stets mit der Rechtsfrage, ob und in welchem Umfang die ärztlichen Feststellungen anhand der nach BGE 141 V 281 rechts
erheblichen Indikatoren auf Arbeitsunfähigkeit schliessen lassen (E. 7).
Die für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit bei psychischen Erkrankungen
im Regelfall beachtlichen Standardindikatoren (BGE 143 V 418, 143 V 409, 141 V 281) hat das Bundesgericht wie folgt systematisiert (BGE 141 V 281 E. 4.3.1):
-
Kategorie «funktioneller Schweregrad» (E. 4.3)
-
Komplex «Gesundheitsschädigung» (E. 4.3.1)
-
Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde (E. 4.3.1.1)
-
Behandlungs- und Eingliederungserfolg oder -resistenz (E. 4.3.1.2)
-
Komorbiditäten (E. 4.3.1.3)
-
Komplex «Persönlichkeit» (Persönlichkeitsdiagnostik, persönliche Ressourcen, E. 4.3.2)
-
Komplex «Sozialer Kontext» (E. 4.3.3)
-
Kategorie «Konsistenz» (Gesichtspunkte des Verhaltens, E. 4.4)
-
gleichmässige Einschränkung des Aktivitätenniveaus in allen vergleich
baren Lebensbereichen (E. 4.4.1)
behandlungs- und eingliederungsanamnestisch ausgewi
esener Leidens
druck (E. 4.4.2)
.
1.3
Anspruch auf eine Rente haben Versicherte, die unter anderem während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens 40 % arbeits
unfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind und nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (Art. 8 ATSG) sind (Art. 28 Abs. 1
lit
. b und c IVG). Der Rentenan
spruch entsteht frühestens nach Ablauf von sechs Monaten nach Geltend
machung des Leistungsanspruchs nach Art. 29 Absatz 1 ATSG, jedoch frühestens im Monat, der auf die Vollendung des 18. Altersjahres folgt (Art. 29 Abs. 1 IVG).
Die massgeblichen Rentenabstufungen geben bei einem Inv
aliditätsgrad
von mindestens 40
Prozent Anspruch auf eine
Viertelsrente
, bei einem Invalidi
täts
grad von mindestens 50 Prozent Anspruch auf eine halbe Rente, bei einem Inva
liditätsgrad von mindestens 60 Prozent Anspruch auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 Prozent Anspruch auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.4
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der Einkommens
ver
gleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die b
eiden hypothe
tischen Erwerbsein
kommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegen
übergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditäts
grad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
1.5
Nach der Rechtsprechung sind bei rückwirkender Zusprechung einer abgestuften oder befristeten Invalidenrente die für die Rentenrevision geltenden Bestimmun
gen (Art. 17 ATSG in Verbindung mit Art. 88a
Verordnung über
die Invaliden
versicherung, IVV) analog anzuwenden (BGE 133 V 263 E. 6.1 mit Hinweisen; Urteil des Bundesgerichts 9C_399/2016 vom 18. Januar 2017 E. 4.8.1). Ob eine für den Rentenanspruch erhebliche Änderung der tatsächlichen Verhältnisse ein
getreten und damit der für die Abstufung oder Befristung erforderliche Revisi
onsgrund gegeben ist, beurteilt sich durch Vergleich des Sachverhalts im Zeit
punkt des Rentenbeginns mit demjenigen im – nach Massgabe des analog anwendbaren Art. 88a Abs. 1 IVV festzusetzenden – Zeitpunkt der Anspruchs
änderung (vgl. BGE 125 V 413 E. 2d mit Hinweisen; vgl. statt vieler: Urteile des Bundesgerichts 8C_375/2017 vom 25. August 2017 E. 2.2 und 8C_350/2013 vom 5. Juli 2013 E. 2.2 mit Hinweis).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin
führte zur Begründung der angefochtenen Verfügung aus, nach dem 7. April 2014 sei der Versicherten keine Erwerbstätigkeit mehr zumutbar gewesen. Unter der Annahme, dass die
Beschwerdeführerin
bei voller Gesundheit in einem Vollzeitpensum gearbeitet hätte, sei für sie eine Erwerbsein
busse von 100 % entstanden. In der Zwischenzeit habe sich der Gesundheitszu
stand verbessert und es seien ihr ab Februar 2016 die bisherige und eine andere Tätigkeit wieder vollumfänglich zumutbar, so dass keine gesundheitsbedingte Erwerbseinbusse mehr bestehe und der Invaliditätsgrad folglich 0 % betrage. Eine onkologische Begutachtung erübrige sich, da hinsichtlich der Krebserkrankung weiterhin von einem rückfallfreien Zustand auszugehen sei. Auch würden weder die bestehende Schmerzproblematik noch die psychische Diagnose die Ausfüh
rung einer leichten bis mittelschweren Tätigkeit einschränken. Bei den abweichenden Angaben durch die behandelnden Ärzte handle es sich um abweichende Beurteilungen desselben Sachverhaltes und diese würden aufgrund der auftragsrechtlichen Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zugunsten ihrer Patienten aussagen. Es sei daher aus versicherungsmedizinischer Sicht trotz der unbestrittenen Restbeschwerden eine volle Erwerbstätigkeit zumutbar (Urk. 2 S. 5).
2.2
Die
Beschwerdeführerin
wendet dagegen ein
,
es werde mit Entschiedenheit bestritten, dass sich ihr Gesundheitszustand ab Februar 2016 verbessert habe und sie die bisherige oder eine andere Tätigkeit ausüben könne. Die
Beschwerdegeg
nerin
habe bei der Abklärung des medizinischen Sachverhaltes gegen Art. 43 ATSG verstossen, insbesondere indem sie das Einholen eines versicherungsexter
nen Gutachtens im Sinne von Art. 44 ATSG als nicht notwendig erachtet habe. Der allgemeine Hinweis der
Beschwerdegegnerin
zu den Angaben der behandeln
den Ärzte auf die auftragsrechtliche Vertrauensstellung könne hier keine Anwen
dung finden. Denn aus den im
Einwandverfahren
eingereichten medizinischen Unterlagen gehe klar hervor, dass ein weiterer Abklärungsbedarf bestehe und jedenfalls keine Verbesserung des Gesundheitszustandes gegeben sei. Es könne dazu auf das
Einwandschreiben
vom 23. Januar 2017 (Urk. 7/66) und ihre Stellungnahme vom 28. April 2017 (Urk. 7/78) verwiesen werden. Es seien vor allem die Verletzung der Gehörs- und Partizipationsrechte zu rügen, welche so gravierend sei, dass diesbezüglich keine Heilung möglich sei. So sei ihr keine Gelegenheit gegeben worden, an der Begutachtung durch die Krankentaggeldver
sicherung zu partizipieren. Schon deshalb sei die angefochtene Verfügung auf
zuheben (Urk. 1 S. 5 ff.).
2.3
Unstrittig
ist, dass die Beschwerdeführerin Anspruch auf
eine ganze Invaliden
rente vom 1. April 2015 bis 31. Mai 2016 hat
.
Strittig und zu prüfen ist, ob die
Beschwerdegegnerin
zu Recht den Rentenan
spruch
der Beschwerdeführerin
ab dem 1. Juni 2016 verneinte. Dabei bildet die angefochtene Verfügung vom 11. September 2017 (Urk. 2)
rechtsprechungs
gemäss die zeitliche Grenze der richterlichen Überprü
fungsbefugnis in diesem Verfahren (vgl. BGE 143 V 409 E. 2.1; 129 V 167 E.
1; je mit Hinweis; Urteil des Bundesgerichts
8C_454/2018 vom 16. November 2018 E. 5
).
3.
3.1
Die Parteien sind sich bezüglich der Statusfrage im Gesundheitsfall darin einig, dass die
Beschwerdeführer
in, die mit ihrem als Koch erwerbstätigen Ehemann und zwei Kindern (geboren 1997 und 2006) lebt (Urk. 7/58/3) und teilzeitlich als Verkäuferin tätig war (Urk. 7/8/4, Urk. 7/31/25), im hier massgeblichen Zeitraum ab April 2014 bei voller Gesundheit als vollzeitlich Erwerbstätige zu qualifizieren sei. Davon ist gestützt auf den nachvollziehbar begründeten Abklärungsbericht vom 29.
August 2016 (Urk. 7/58/2-4) auszugehen.
In medizinischer Hinsicht ist unstrittig ausgewiesen, dass bei der Beschwerdefüh
rerin im April 2014 ein Mammakarzinom links diagnostiziert und sie in der Folge mit Radio- und Chemotherapie (April bis Oktober 2015 und Januar bis Februar 2015) sowie
Mastektomie
(vom 13. November 2014) behandelt wurde (Urk. 7/23/4, Urk. 7/24/1, Urk. 7/71/), weshalb die behandelnden Ärzte ab dem 7. April 2014 eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit attestierten (Urk. 7/16/2, Urk. 7/23/1, Urk. 7/26/1). Ausserdem leidet sie gemäss dem Bericht der Klinik für Neurochirurgie der Klinik C._ vom 23. Oktober 2015 an seit der Strahlentherapie verstärkten chronischen Nackenschmerzen bei degenerativen Veränderungen der Halswirbelsäule (HWS) ohne Kompression der neuralen Strukturen (Urk. 7/33/5-6).
Dieser Sachverhalt bildet die Vergleichsbasis zur strittigen Frage, ob bis zur ver
fügten Rentenaufhebung per Ende Mai 2016 eine anspruchsrelevante Besserung des Gesundheitszustandes eingetreten sei.
3.2
3.2.1
Die
Beschwerdegegnerin
ging gestützt auf das psychiatrische Gutachten von Dr. A._ vom 24. Februar 2016 und das neurologische Gutachten von Dr. Z._ vom 10. Februar 2016, welche im Auftrag der Krankentaggeld
versicherung
Swica
durchgeführt wurden (Urk. 7/31/5-37), von einer Besserung des Gesundheitszustandes ab Februar 2016 aus (Urk. 2 S. 5, Urk. 7/59/6, Urk. 7/85/5).
Dem neurologischen Gutachten von Dr. Z._ vom 10. Februar 2016 ist zu entnehmen, die
Beschwerdeführerin
habe angegeben, sie leide seit etwa 2013 an Nackenschmerzen. Diese Beschwerden mit Ausstrahlung in die Schultern und Oberarme sowie auch jene an den Gelenken seien eher schlechter geworden, vor allem in den Sprunggelenken hätten sie sich verschlechtert. Die Schmerzen seien immer da. Zusätzlich leide sie an Kopfschmerzen, dies bereits seit vielen Jahren. Ausserdem habe sie seit ihrer Jugend auch Migräne, im letzten Jahr mit etwa vier heftigen Attacken (Urk. 7/31/23-24). Während der Exploration habe sie ausser
dem über Schmerzen im Kreuz geklagt (Urk. 7/31/25). Dr. Z._ stellte die folgenden Diagnosen: Myofasziale Nackenschmerzen beidseits, in der Magnetre
sonanztomographie (MRT) der HWS vom 21. September 2015 ohne wesentliche degenerative Veränderungen, derzeit ohne Anhalt für eine radikuläre oder nervale Schmerzgenese; episodische Spannungskopfschmerzen; Migräne ohne Aura; Mamma-Ca links mit/bei
Mammaresektion
links am 13. November 2014 und im weiteren Verlauf antihormoneller Chemotherapie sowie operativer Brustrekonstruktion, derzeit ohne Anhalt für Fernmetastasen; unspezifische Kreuzschmerzen, ohne Anhalt für eine radikuläre oder nervale Schmerzgenese; Schmerzen im Sprunggelenk beidseits, ohne sichere organpathologische Erklä
rung, insbesondere ohne Hinweis auf eine nervale oder radikuläre Schmerzur
sache; gestörte Schmerzverarbeitung mit Symptomausweitung, Selbstlimitierung und Dekonditionierung (Urk. 7/31/31). Die von der behandelnden Neurologin diagnostizierte ausgeprägte Polyneuropathie (Urk. 7/33/6-7) sei im Verlauf nicht mehr diagnostiziert worden. Auch der aktuelle Neurostatus sei komplett normal gewesen. Das von der behandelnden Hausärztin Dr. med. D._, Fachärztin für Allgemeine Medizin, diagnostizierte
Postchemotherapiesyndrom
(Urk.
7/33/1) habe
sich in der Begutachtung nicht nachvollziehen oder diagnostizieren lassen. Die kognitiven Leistungen, Antrieb und Affekt seien unauffällig gewesen. In der Begutachtung sei sodann eine deutliche Diskrepanz zwischen der subjektiv erleb
ten Einschränkung durch die angegebenen Nackenschmerzen und den objektiv im Wesentlichen unauffälligen Befunden festgestellt worden. So habe sich auch in der gesamten Begutachtung kein Hinweis auf ein auffälliges Schmerz- oder Schonverhalten gezeigt und es sei widersprüchlich, dass sie während der ganzen Exploration im Sitzen Nackenschmerzen in Ruhe in der Höhe 8 von 10 auf der
Visuelle
n
Analogskala
(VAS) angegeben habe, dabei aber völlig entspannt auf ihrem Stuhl gesessen sei und einen gute Rapport gezeigt habe. Aus den genannten Diagnosen und Funktionsstörungen würden sich keine dauerhaft anhaltende Leistungsminderung und Arbeitsunfähigkeit ableiten. Auf rein neurologischem Fachgebiet bestehe ab dem Zeitpunkt der Begutachtung eine 100%ige Arbeits
fähigkeit in einer körperlich leichten bis mittelschweren, wechselbelastenden Tätigkeit mit Heben und Tragen leichter Lasten ohne dauerhafte Arbeiten in Zwangspositionen. So seien ihr etwa Computerarbeiten, Bestellungen aufnehmen, einkassieren oder telefonieren zumutbar (Urk. 7/31/33-35).
Die psychiatrische Begutachtung vom 8. Februar 2016 ergab gemäss dem Gut
achten von Dr. A._ vom 24. Februar 2016 in diagnostischer Hinsicht eine Anpassungsstörung mit leichter depressiver Reaktion im Rahmen einer neu diagnostizierten Karzinomerkrankung mit Verdacht auf eine gestörte Schmerz
wahrnehmung (ICD-10 F43.20), derzeit weitgehend in Remission (Urk. 7/31/12). In Bezug auf das funktionellen Niveau sei die
Beschwerdeführerin
nicht manifest eingeschränkt. Belastbarkeit und Durchhaltefähigkeit seien wenig eingeschränkt und es könnten funktionelle Ressourcen als vorhanden angesehen werden.
Sie verfüge über ein stabiles soziales Umfeld. Es seien eventuell leichte ängstlich-vermeidende Persönlichkeitszüge wahrzunehmen, wobei diese nicht im Vorder
grund stünden. Die depressive Symptomatik scheine einen verstärkten Effekt auf die Wahrnehmung der Schmerzen gehabt zu haben, wobei eine leichte Schmerzfehlwahrnehmung vorzuliegen scheine. Die Kriterien für eine somato
forme Schmerzstörung seien indes nicht erfüllt. So sei die
Beschwerdeführerin
in der Lage mit den Schmerzen umzugehen, verfüge über Coping-Strategien und gehe einem geregelten Alltag im Haushalt nach. Eine psychiatrische Behandlung sei von ihr bis dato nicht als notwendig angesehen worden. Aus psychiatrischer Sicht sei der
Beschwerdeführerin
das bisherige Niveau einer stundenweisen Arbeit wie bis anhin ausgeführt, und zwar 13 Stunden pro Woche, zumutbar und es wäre sinnvoll, dass sie ihre Tätigkeit erneut aufnehme. Trotz einer inzwischen eingetretenen Besserung der psychischen Symptomatik sollte eine psychiatrische oder psychologische Betreuung anvisiert werden, damit eine Chronifizierung der Beschwerdesymptomatik beziehungsweise eine erneute Verschlechterung verhin
dert werden könne. Ebenfalls wäre es sinnvoll, sie im Rahmen der schweren Karzinomerkrankung psychisch zu betreuen (Urk. 7/31/12-14).
3.2.2
Die Hausärztin Dr. D._ hielt im Verlaufsbericht vom 29. März 2016 fest, die
Beschwerdeführerin
habe unter einem ausgeprägten
Postchemotherapie
syndrom
mit Konzentrationsstörungen, Schlafstörungen und diffusen soma
tischen Störungen gelitten. Bis jetzt (letzte Konsultation vom 21. März 2016) habe eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit bestanden. Im Verlauf sei eine leichte Arbeit von ein bis zwei Stunden pro Tag zu planen. Subjektiv fühle die
Beschwerdefüh
rerin
sich nach wie vor nicht arbeitsfähig. Sie wünsche einen Hausarztwechsel, da sie mit ihrer Beurteilung, dass eine Wiedereingliederung von ein bis zwei Stun
den pro Tag zu planen sei, nicht einverstanden sei (Urk. 7/33/1-4).
Den Berichten von Dr. med. E._, Fachärztin für Gynäkologie und Geburts
hilfe, vom 1. Juni 2016 (Urk. 7/71/8-9) und vom 21. März 2017 (Urk. 7/77/1-2) ist zu entnehmen, dass am 5. Mai 2016 bei der
Beschwerdeführerin
eine Ovarek
tomie durchgeführt worden sei und sie seither an vermehrtem Schwindel mit Schwarzwerden vor den Augen leide, was sich nach Absetzen der Calcium-Tab
letten zum Teil wieder gebessert habe. Bezüglich der Mamma-Untersuchung bestünden unauffällige Befunde. Die
Beschwerdeführerin
habe seit der Einnahme von
Aromasin
(April 2015) zunehmende Schmerzen in den Gelenken angegeben. Ebenfalls komme es zu rezidivierenden
Lumbo
-Ischialgien, welche einer regel
mässigen Physiotherapie bedürften. Die Sistierung der Physiotherapie Anfang 2017 hätten eher zu einer Verschlechterung der Spannungen im Nacken geführt. Aufgrund des
hormonrezeptoren
und
nodal
positiven Mamma-Karzinoms sei von einem frühzeitigen
Stop
des Medikamentes
Aromasins
weiterhin dringend abzu
raten. Allenfalls sei ein Wechsel auf eine andere antihormonelle Therapie mit weniger Schmerzen verbunden. Ob die vermehrten
Lumbo
-Ischialgien einen direkten Zusammenhang mit dem Medikament
Aromasin
hätten, lasse sich somit nicht schlüssig klären. Aufgrund der anamnestisch aktuellen Situation der Gelenkschmerzen sei eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit gegeben.
Dr. med. F._,
Facharzt für Hämatologie
und Allgemeine Innere Medizin, bei dem die
Beschwerdeführerin
seit dem 11. Februar 2016 in Behand
lung ist (Urk. 7/38/1), hatte in den Berichten vom 22. Juni 2016 (Urk. 7/54/1-2) und vom 10. April 2017 (Urk. 7/77/3-4) ausgeführt, die
Beschwerdeführerin
habe anlässlich der Konsultation vom 8. Juni 2016 über diffuse Knochen- und Gelenk
schmerzen berichtet, insbesondere in den Knien und Sprunggelenken. Diese seien seit der Einnahme der antihormonellen Therapie aufgetreten. Die Beschwerden hätten sich unter Einnahme von
Aromasin
weiter verstärkt und hätten in den letzten zwei Wochen (Ende Mai, Anfang Juni 2016) nochmals zugenommen. Zudem habe sie starke Ängste bezüglich der beruflichen Wiedereingliederung geäussert. Die zur Abklärung des lageunabhängigen Schwindels durchgeführte Magnetresonanztomographie (MRT) des Schädels habe keine Metastasen ergeben und mittels Skelettszintigramm seien Knochenmetastasen ausgeschlossen wor
den. Es werde jedoch empfohlen die antihormonelle Therapie weiterzuführen. Ein Absetzen der Medikation würde zu einer deutlichen Erhöhung des Rezidivrisikos führen. Aufgrund der Starken Schmerzen und der Schwindelproblematik bestehe zurzeit (Juni 2016) keine Arbeitsfähigkeit respektive könne die
Beschwerdefüh
rerin
unter den Beschwerden zurzeit (April 2017) keiner körperlich belastenden Arbeit nachgehen (Urk. 7/54/2, Urk. 7/77/4). Im undatierten Bericht zuhanden der IV-Stelle (Eingang 28. Oktober 2016) hatte Dr. F._ ausserdem angegeben, als Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit sei das Mammakarzinom links (Erstdiagnose April 2014) zu nennen. Als Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit bestünden myofasziale Nackenschmerzen, Spannungskopfschmerzen und eine Migräne ohne Aura. Die 100%ige Arbeitsun
fähigkeit in der angestammten Tätigkeit bestehe voraussichtlich bis zum Ende der Hormontherapie Mitte 2019. Auch die Ausübung einer leidensangepassten Tätig
keit sei nicht zumutbar (Urk. 7/53/1-3).
3.3
3.3.1
Bei gegebener Aktenlage können entgegen der Ansicht der
Beschwerdegegnerin
nicht ohne Weiteres abschliessend anspruchsrelevante Einschränkungen der Arbeitsfähigkeit ab Februar respektive ab der verfügten Renteneinstellung per Ende Mai 2016 (Urk. 2) ausgeschlossen werden.
Zwar ist rund ein halbes Jahr nach Abschluss der onkologisch-gynäkologischen Behandlung mittels Chemo- und Strahlentherapie sowie Mastektomie per Anfang August 2015 im Stadtspital G._ (Urk. 7/23/4-9, Urk. 7/54/1) davon auszuge
hen, dass insofern bis Februar 2016 eine gewisse Erholung stattgefunden hat, zumal in den weiteren Untersuchungen Mamma-Karzinomrezidive und Metasta
sen ausgeschlossen wurden (Urk. 7/77/1, Urk. 7/54/2) und aus psychiatrischer Sicht gemäss dem Gutachten von Dr. A._ die im Rahmen der
Karzi
nomerkrankung aufgetretene Anpassungsstörung mit leichter depressiver Reak
tion im Februar 2016 weitgehend in Remission begriffen war (Urk. 7/31/12). Jedoch ist weder in psychischer noch in somatischer Hinsicht abschliessend davon auszugehen, dass bis Februar 2016 und anhaltend bis zum Erlass der angefochtenen Verfügung vom 11. September 2017 (Urk. 2) wieder eine 100%ige Arbeitsfähigkeit in der angestammten und in einer leidensangepassten Tätigkeit bestand.
So wurde die Einschätzung einer 100%igen Arbeitsfähigkeit in somatischer Hinsicht allein aus neurologischer Sicht von Dr. Z._ vertreten (Urk. 7/31/31-37). Eine ärztliche Einschätzung aus fachärztlich onkologischer Sicht für die hier strittige Zeit ab Februar 2016 fehlt. Von einer solchen kann vor allem auch aufgrund der Ausführungen von Dr. E._ und Dr. F._ nicht abgesehen werden, welche beide die antihormonelle Folgethera
pie mit einem
Aromatase
Inhibitor als Grund für die Muskel- und Gelenk- respektive Knochenschmerzen in Betracht zogen und diese wiederum als mass
geblich für die attestierte Arbeitsunfähigkeit beurteilten (Urk. 7/54/2, Urk. 7/
71/8-9, Urk. 7/77/1-4
). Dies gilt umso mehr mit Blick auf das Arzneimittel-
Compendium
zum betreffenden Medikament
Aromasin
, in welchem als sehr häu
fige Nebenwirkungen unter anderem Schlafstörungen, Übelkeit, Bauchschmerzen, Gelenk- und Skelettmuskelschmerzen (wie z.B. Gliederschmerzen, Rückenschmer
zen, Arthritis und Gelenksteife), Kopfschmerzen, Schmerzen allgemein, Schwin
del und Depressionen aufgeführt werden (vgl. www.compendium.ch). Hierzu hat Dr. Z._ dagegen - entsprechend seinem Fachgebiet - nichts ausgeführt. Ausserdem wurde seit der Begutachtung durch Dr. Z._ am 5. Mai 2016 eine weitere Operation durchgeführt, welche gemäss dem Bericht von Dr. E._ zu einer Zunahme von Schwindel führte (Urk. 7/71/8).
3.3.2
Andererseits kann in somatischer Hinsicht auch nicht abschliessend auf die Ein
schätzungen der behandelnden Ärzte Dr. E._ und Dr. F._ abgestellt werden. Denn diese stützen sich weitgehend auf die Schmerzangaben der
Beschwerdeführerin
ohne Diskussion der Befunde und der konkreten funk
tionellen Auswirkungen aus objektiver Sicht unter Einbezug des Verhaltens
bei der Untersuchung, wie diese grundsätzlich korrekt - wenn auch ohne Berücksich
tigung der
Auswirkungen der antihormonellen
T
herapie
- vom neuro
logischen Gutachter Dr. Z._ in der Beurteilung vorgenommen wurde (Urk. 7/31/32-33). Insbesondere eine teilweise Arbeitsfähigkeit ist denkbar.
3.3.3
Des Weiteren kann aufgrund der gutachterlichen Ausführungen von Dr. A._, wonach bei authentischer Beschwerdeschilderung eine gestörte Schmerzwahrnehmung vorliege (Urk. 7/31/13-16), nicht abschliessend ausge
schlossen werden, dass eine gewisse psychische Überlagerung der Schmerzsymp
tomatik besteht. Allerdings wurden auch hier die Auswirkungen der antihormo
nellen Therapie nicht berücksichtigt. Zur Klärung dieser Frage und Abgrenzung ist die Stellungnahme durch einen onkologischen Facharzt notwendig.
3.3.4
Ferner handelt es sich bei den Gutachten von Dr. Z._ und Dr.
A._
um zwei voneinander unabhängige Gutachten. Eine interdisziplinäre Konsensbesprechung und Gesamtbeurteilung der Beschwerdebilder wurde nicht vorgenommen. Von einer solchen kann auch mit Blick auf die neue bundes
gerichtliche Rechtsprechung zu sämtlichen psychischen Beschwerden (vgl. BGE 141 V 281, 143 V 409 und 418; hierzu E. 1.2.2 hiervor) nicht abgesehen werden, wonach bei psychischen Leiden ein strukturiertes Beweisverfahren durchzuführen ist, bei dem die Standardindikatoren in ihrer Gesamtheit unter Berücksichtigung sämtlicher (psychischer und somatischer) Beschwerden nach ihrer Gesamtwir
kung auf den Funktionsstatus zu würdigen sind.
3.4
3.4.1
Nach dem Gesagten kann bei gegebener Akten- und Rechtslage nicht abschlies
send über die Frage
des Rentenanspruchs der
Beschwerdeführerin
ab Juni 2016
entschieden werden.
Da die Sache aus fachärztlich onkologischer und interdisziplinärer Sicht sowie mit Blick auf die neue Rechtsprechung zu sämtlichen psychischen Leiden (BGE 141 V 281, 143 V 409, 418) bisher ungeklärt ist, bleibt es dem Gericht recht
sprechungsgemäss unbenommen, die Sache an die
Beschwerdegegnerin
zur ergänzenden Abklärung zurückzuweisen (
B
GE 137 V 210 E. 4.4.1.4 mit Hin
wei
sen; Urteil des Bundesgerichts 8C_815/2012 vom 2
1.
Oktober 2013 E. 3.4, publi
zier
t in SVR 1/2014 UV Nr. 2 S.
3
). Dem Eventualantrag der
Beschwerdeführerin
, es sei ein polydisziplinäres Gerichtsgutachten einzuholen (Urk. 1 S. 2), ist daher nicht zu entsprechen.
Die Beschwerdegegnerin hat zur Arbeitsfähigkeit
der
Beschwerdeführerin
ab Februar 2016
ergänzende medizinische, insbesondere
interdisziplinäre
fachärzt
liche
Abklärungen
unter Einbezug einer fachärztlich-onkologischen Einschät
zung (inklusive zu den Auswirkungen der antihormonellen Therapie auf die Arbeitsfähigkeit)
vorzunehmen, welche einer Gesamtbetrachtung der funktionel
len Auswirkungen
sämtlicher somatischen und psychischen
Gesundheitsbeein
trächtigungen
unter Berücksichtigung der
neuesten
Rechtsprechung
(BGE 141 V 281, 143 V 409, 418)
Rechnung tragen
. Hernach hat
die IV-Stelle neu über den Rentenanspruch der
Beschwerdeführerin
ab Juni 2016
zu entscheiden.
3.4.2
Die angefochtene Verfügung vom 11. September
2017
(Urk. 2) ist somit aufzuhe
ben und die Sache ist an die Beschwerdegegnerin zur ergänzenden medizinischen Abklärung im Sinne der Erwägungen und zu
neuem
Entscheid über
den Renten
anspruch
der
Beschwerdeführerin
ab dem 1. Juni 2016
zurückzuweisen.
4.
Nach ständiger Rechtsprechung gilt die Rückweisung der Sache an die Verwal
tung zu weiterer Abklärung und neuem Entscheid als vollständiges Obsiegen
(vgl. ZAK 1987 S. 268 f. E. 5 mit Hinweisen). Da der Streitgegenstand die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen betrifft, ist das Verfahren kos
tenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unab
hängig vom Streitwert festzulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG), ermessens
weise auf F
r. 7
00.-- anzusetzen und der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen.
Der Beschwerdeführerin steht eine Prozessentschädigung zu, welche nach Art. 61
lit
. g ATSG in Verbindung mit § 34 des Gesetzes über das Sozialversicherungs
gericht ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache, nach der Schwierigkeit des Prozesses, dem Zeitaufwand und den Barauslagen auf Fr. 2'000.-- (inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) festzusetzen ist.