# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** d8ce8c49-6199-4e14-bbf1-da1b350a0b59
**Court:** GR_KG
**Chamber:** GR_KG_004
**Year:** 2011
**Language:** de
**Jurisdiction:** GR / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

hat sich ergeben:
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A. X. wurde am 17. August 1971 in E. geboren. Zusammen mit seinen Geschwistern wuchs er bei seinen Eltern mehrheitlich in C. und während zwei Jahren in F. in geordneten Verhältnissen auf. Nach der Schulentlassung absolvierte er eine Bäcker-/Konditorlehre bei der Bäckerei G. in H. und arbeitete nach dem Lehrabschluss bei der Bäckerei I. in J.. In der Folge absolvierte X. eine kaufmännische Lehre bei der K. Versicherung und bildete sich zum Versicherungsfachmann mit eidgenössischem Fachausweis weiter. Diese Ausbildung schloss er im Jahr 2001 ab. Seit dem Jahr 1992 arbeitet er bei der K. Versicherung. Von 2001 bis 2004 war er Geschäftsleiter und stellvertretender Geschäftsleiter in L.. Dabei erzielte er ein monatliches Nettoeinkommen von Fr. 10‘000.--. Seit dem 1. Januar 2010 war X. Mandatsleiter bei einem Consulting Unternehmen in J.. Das Einkommen betrug im Jahr 2010 Fr. 108‘000.-- (inkl. Kinderzulagen). Anlässlich der mündlichen Hauptverhandlung vor Kantonsgericht gab X. zu Protokoll, er arbeite zurzeit von zu Hause aus für die M. in N.. Eigenen Angaben zu Folge verfügt er über ein Vermögen von Fr. 30‘000.--. In C. ist er Eigentümer eines Einfamilienhauses, welches mit einer Hypothek von Fr. 780‘000.-- belastet ist. Zudem hat er Darlehensschulden in Höhe von Fr. 180‘000.--.
Im Jahr 1998 verheiratete sich X. mit O.. Aus dieser Ehe, welche im Jahr 2003 geschieden wurde, ging im Jahr 1999 eine Tochter hervor. Für seine Tochter bezahlt er monatliche Unterhaltsbeiträge von Fr. 1‘020.--. X. lebt mit seiner neuen Lebenspartnerin und deren zwei Kindern in C..
Im Schweizerischen Strafregister ist X. nicht verzeichnet.
Am 29. April 2009 wurde X. von der Kantonspolizei Graubünden festgenommen und gleichentags aus der Polizeihaft entlassen.
B. X. ist gemäss Anklageverfügung vom 5. August 2010 angeklagt der mehrfachen Schändung gemäss Art. 191 StGB, der sexuellen Handlungen mit Kindern gemäss Art. 187 Ziff. 1 StGB sowie der versuchten Pornographie gemäss Art. 197 Ziff. 3 StGB in Verbindung mit Art. 22 Abs. 1 StGB.
C. Der Anklage liegt gemäss Anklageschrift vom 5. August 2010 folgender Sachverhalt zugrunde (vgl., act. 1.41, Ziff. II):
„X. wird angeklagt
1. der mehrfachen Schändung gemäss Art. 191 StGB.
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1.1 Im August 2005, anlässlich eines Festes der Musikgesellschaft C. in einem Stall in C., fühlte sich P. plötzlich unwohl, sehr müde und schlapp. Sie legte sich deshalb auf einen Strohballen. X. bemerkte den Zustand von P.. Deshalb ging er zu ihr hin und deckte sie mit einer Jacke zu. Dann griff er vom Bund her in ihre Hose und berührte sie mit der Hand an den Schamlippen. Danach zog er die Hand zurück. P. konnte sich aufgrund ihres gesundheitlichen Zustandes nicht gegen den Übergriff wehren.
1.2 Im März 2006 erlitt P. nach einem Konzert der Musikgesellschaft C. in der Mehrzweckhalle in C. erneut einen solchen Anfall. Sie setzte sich daher im Foyer auf den Boden. Von dort wurde sie zum Sanitätszimmer getragen. Während des Wegtragens griff X. unter den Rock von P. und berührte sie vorsätzlich mit der Hand über der Strumpfhose am Gesäss. Wegen dieser Berührung begann P. plötzlich zu schreien und zappeln.
P. hatte von August 2005 bis März 2007 mehrfach solche Zusammenbrüche. Sie fühlte sich dabei jeweils sehr müde und schlapp und konnte sich daher kaum mehr bewegen.
Gemäss dem Arztbericht von Dr. med. Q. vom 2. August 2009 war P. bei solchen Anfällen meistens nicht ansprechbar und konnte auch keine selbständigen Bewegungen ausführen. Ihre Muskeln waren schlaff (act. 5.3).
2. der sexuellen Handlungen mit Kindern gemäss Art. 187 Ziff. 1 StGB und der Schändung gemäss Art. 191 StGB.
Am Samstag, 25. April 2009, ging Y., geb. 30. Dezember 2005, zusammen mit X. – ein Nachbar und langjähriger Bekannter ihrer Eltern – und dessen Tochter R. in das Haus von X. an der D. in C., um dort eine Puppe zu holen. Im Haus musste sich Y. auf den Deckel des WC’s setzen. X. stand vor ihr und sagte ihr, dass sie die Augen schliessen solle, was sie auch tat. Dann steckte ihr X. sein Glied in den Mund. Als Y. die Augen wieder öffnete, bemerkte sie, dass X. ihr sein Glied in den Mund gesteckt hatte. Dann gingen sie in das Zimmer von R., um die Puppe zu holen. Noch am gleichen Tag erzählte Y. ihrem Vater, ihrer Mutter und ihrer Grossmutter davon.
Mit Schreiben vom 4. November 2009 liess Y. eine Adhäsionsklage einreichen mit folgenden Rechtsbegehren:
„1. Der Beklagte sei zu verpflichten, der Klägerin eine Genugtuung in der Höhe von Fr. 5‘000.-- nebst Zins zu 5% seit dem 25.04.2009 zu bezahlen.
2. Es sei dem Grundsatz nach festzustellen, dass der Beklagte der Klägerin für den Schaden aufgrund der Ereignisse vom April 2009, insbesondere vom 25.04.2009, voll ersatzpflichtig ist.
3. Dem Beklagten sei unter Androhung der Straffolgen von Art. 292 StGB zu untersagen, sich der Klägerin zu nähern. Es sei ihm insbesondere unter Androhung der Straffolgen von Art. 292 StGB jede Kontaktaufnahme, sei es durch Worte, Gebärden oder auf anderem Wege, zu untersagen.
4. Die Instanzierung einer Nachklage wird ausdrücklich vorbehalten.
5. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge inklusive 7.6% Mehrwertsteuer zu Lasten der Beklagten.“
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3. der versuchten Pornographie gemäss Art. 197 Ziff. 3 StGB in Verbindung mit Art. 22 Abs. 1 StGB.
X. wollte am Montag, 27. April 2009, zehn Videodateien mit kinderpornographischem Inhalt über das FileSharing Programm LimeWire auf seinen Computer herunterladen. Dazu wählte er, nach Eingabe einschlägiger Suchbegriffe, die zehn Videodateien aus der entsprechenden Trefferliste aus. In der Trefferliste waren die Dateinamen, welche den jeweiligen Suchbegriff enthalten, ersichtlich. Sämtliche ausgewählte Dateinamen setzten sich aus mehreren kinderpornographisch einschlägigen bzw. eindeutigen Bezeichnungen wie r@ygold, hussyfan, lolita, pedo und preteen zusammen. X. wusste somit im Zeitpunkt, als er die Dateien auswählte und dann herunterlud, dass es sich dabei um kinderpornographisches Material handelte. Bevor diese Dateien vollständig auf den Computer von X. heruntergeladen waren, löschte er sie wieder.
Der Computer wurde anlässlich der Hausdurchsuchung vom 29. April 2009 sichergestellt und mit Verfügung vom 29. Mai 2009 beschlagnahmt (act. 1.2).“
D. Anlässlich der Hauptverhandlung vom 31. März 2011 vor dem Bezirksgericht Prättigau/Davos stellte die Staatsanwältin, lic. iur. Corina Collenberg, in ihrem Plädoyer folgende Anträge:
„1. X. sei der sexuellen Handlungen mit Kindern gemäss Art. 187 Ziff. 1 StGB, der mehrfachen Schändung gemäss Art. 191 StGB sowie der versuchten Pornographie gemäss Art. 197 Ziff. 3 StGB i.V.m. Art. 22 Abs.1 StGB schuldig zu sprechen.
2. Er sei dafür mit einer Freiheitsstrafe von 24 Monaten bedingt, bei einer Probezeit von zwei Jahren, und einer Busse von Fr. 5‘000.--, ersatzweise mit einer Freiheitsstrafe von 20 Tagen, zu bestrafen. Die Polizeihaft von einem Tag sei der Freiheitsstrafe anzurechnen.
3. Der sichergestellte und beschlagnahmte Computer sei gestützt auf Art. 197 Ziff. 3 StGB gerichtlich einzuziehen.
4. Kostenfolge sei die gesetzliche.“
Rechtsanwalt Dr. iur. Peter Schnyder hielt als Vertreter von Y. an den Anträgen gemäss Adhäsionsklage vom 4. November 2009 unverändert fest.
Der private Verteidiger stellte einleitend in seinem Plädoyer folgende Anträge:
„1. Die beschuldigte Person sei vollumfänglich freizusprechen.
2. Die Zivilklage sei abzuweisen, soweit sie nicht auf den Zivilweg verwiesen wird.
3. Die Verfahrenskosten seien auf die Gerichtskasse zu nehmen.
4. Der beschlagnahmte Laptop sei dem Beschuldigten herauszugeben. Die Kantonspolizei sei zu beauftragen, zuvor alle LimeWire-Programme zu deinstallieren und dann sämtlich LimeWire-Dateien zu entfernen (zu überschreiben).
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5. Die beschuldigte Person sei für ihre Aufwendungen für die angemessene Ausübung ihrer Verfahrensrechte entsprechend der eingereichten Kostennoten zu entschädigen.
6. Es sei der beschuldigten Person eine angemessene Genugtuung zuzusprechen.“
E. Mit Urteil vom 31. März 2011, mitgeteilt am 7. Juni 2011, erkannte das Bezirksgericht Prättigau/Davos:
„1. X. ist schuldig der sexuellen Handlungen mit Kindern gemäss Art. 187 Ziff. 1 StGB, der mehrfachen Schändung gemäss Art. 191 StGB sowie der versuchten Pornographie gemäss Art. 197 Ziff. 3 StGB in Verbindung mit Art. 22 Abs. 1 StGB.
2. Dafür wird X. verurteilt zu und bestraft mit:
a) einer Freiheitsstrafe von 20 Monaten. Der Vollzug dieser Freiheitsstrafe wird aufgeschoben unter Ansetzung einer Probezeit von 2 Jahren;
b) einer Busse von Fr. 4‘000.--, ersatzweise zu einer Freiheitsstrafe von 16 Tagen.
3. Bei einem allfälligen Vollzug der Freiheitsstrafe wird die Polizeihaft von einem Tag angerechnet.
4. Der sichergestellte und beschlagnahmte Computer wird gestützt auf Art. 197 Ziff. 3 StGB gerichtlich eingezogen.
5. Die Zivilklage von Y. wird teilweise gutgeheissen wie folgt:
a) X. wird verpflichtet, Y. eine Genugtuung von Fr. 5‘000.-- zuzüglich 5% Zins seit dem 25. April 2009, zu bezahlen.
b) Es wird festgestellt, dass X. gegenüber Y. für die Folgen der strafbaren Handlungen gemäss Anklageschrift vom 5. August 2010, Seite 4, II./Ziffer 2 (sexuelle Handlungen mit Kindern gemäss Art. 187 Ziff. 1 StGB und Schändung gemäss Art. 191 StGB) vollumfänglich schadenersatzpflichtig ist.
c) X. wird unter Androhung der Straffolgen von Art. 292 StGB untersagt, sich Y. zu nähern. Ferner wird X. unter Androhung der Straffolgen von Art. 292 StGB jede Kontaktaufnahme mit Y., sei es durch Worte, Gebärden oder auf anderem Wege, untersagt.
d) X. wird verpflichtet, Y. ausseramtlich mit Fr. 4‘879.-- zu entschädigen.
6. Die Kosten des Verfahrens, bestehend aus:
- den Untersuchungskosten der Staatsanwaltschaft von Fr. 5‘285.00 - den Barauslagen der Staatsanwaltschaft von Fr. 7‘829.00 - der Gerichtsgebühr von Fr. 7‘500.00 total somit Fr. 20‘614.00
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gehen zulasten des X. und sind von diesem zusammen mit der Busse, total somit Fr. 24‘614.00 (Fr. 20‘614.00 + Fr. 4‘000.00), innert 30 Tagen seit Rechtskraft dieses Urteils der Bezirksgerichtskasse Prättigau/Davos zu überweisen (PC ...).
Die Kosten der Untersuchungshaft (Verpflegung und Unterkunft) von Fr. 19.00 trägt der Kanton Graubünden.

## Considerations