# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 928d2e03-43f3-4990-9fdf-4e8f1953c3aa
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2019
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1968,
verfügt über keine Berufsausbildung. In
Italien
war er
als
Lastwagenchauffeur
tätig
(
Urk.
6/39/174
)
.
In der Schweiz
arbeitete er von 1992 bis 1994 als Kranführer. Ab März 1995 war er
v
ollzeit
ig
als
Mitarbeiter der Montageabteilung der
Y._
AG tätig (
Urk.
6/39/126 und
6/39/151).
Am
11.
März 2000
wurde
er
mit blutender Kopfwunde
am Fusse einer
Treppe
im Freien
aufgefunden (
Urk.
6/39/104
)
. In
den Kantonsspitälern
Z._
und
A._
wurden
ein
Schädelhirntraum
a
mit
kleinem
Epiduralhämatom
links-
temporal
, eine
Otohämatorrhoe
beidseits mit computertomographisch gesicherter Felsenbeinlängsfraktur links, ein
e
posttrau
matische
Hyp
er
akusis und
ein
Tinnitus beidseits, eine posttraumatische An
os
mie, ein persistierender leichter Drehschwindel sowie intermittierende Kopf
schmer
zen diagnostiziert (
Urk.
6/39/142
und 6/39/139
)
.
I
m
Anschluss an
die
stationäre Rehabilitation in der Rehaklinik
B._
bis
Anfang
Juni 2000
(
Urk.
6/39/115 ff.)
, einschliesslich berufsorientierter Ergotherapie
(
Urk.
6/39/133-135
)
,
nahm der
Versicherte seine Arbeit am bisherigen Arbeitsplatz
halbtags wieder auf
(
Urk.
6/39/130
,
6/
39/
126
und
6/39/99
).
Im August
und Dezember
2000 arbeitete er kurzzeitig
100
%
und
leistete
ferner
ab Herbst 2
0
00
regelmässig
samstags
Überstunden (
Urk.
6/39/95 f.,
6/39/92
,
6/39/80
f.
und 6/39/74
)
bzw. arbeitete
effektiv
in einem 60
%-Pensum
(
Urk.
6/39/78,
6/39/65, 6/39/47 und 6/39/
40
).
Im
Herbst 200
1
wurde
der Versicherte
erneut
medizinisch abgeklärt
(
Urk.
6/39/37-39, 6/39/16 f. und 6/39/12 ff.)
.
Währenddessen
kündigte
ihm
die Arbeitgeberin p
er Ende November 2001
unter Hinweis auf
wirtschaftliche Prob
leme und
eine
mangelhafte Arbeitsleistung
(
Urk.
6/39/30
, 6/39/28, 6/39/26
,
6/39/21
und 6/39/153)
.
1.2
Im November 2001 meldete sich der
Versicherte
bei
m Amt für AHV und IV des
Kantons
Thurgau
zum Leistungsbezug
an (
Urk.
6/1). Die
se
s
holte Berichte bei den behandelnden Ärzten (
Urk.
6/4, 6/7
-8
, 6/11 und 6/14
)
, Auskünfte bei der Arbeitgeberin (
Urk.
6/39/153
ff.), einen Auszug aus dem individuellen Konto (IK;
Urk.
6/39/16
7)
sowie eine Stellungnahme des Regionalen Ärztlichen Dien
stes (RAD;
Urk.
6/15) ein.
Von Mitte
November 2002 bis
Ende
Januar 2003
besuchte
der Versicherte
eine
zweite
stationäre Rehabilitation
,
inklusive
arbeitsorientierter
Ergo
therapie (
Urk.
6/21),
in der Rehaklinik
B._
(Urk.
6/19).
Derweilen
bejahte die Invalidenversicherung
einen
Anspruch auf Arbeitsvermittlung (
Urk.
6/18).
Der Versicherte
absolvierte indessen eine von der Rehaklinik
organisierte Schnup
per
woche
in
einer geschützten Werkstatt (
Urk.
6/20).
In
einer
gemeinsamen
Be
sprechung
des Versicherten mit
Behandlungspersonen
und
der Berufsberaterin der Invalidenversicherung
wurde
anschliessend
vereinbart,
eine Rente zu bean
tragen
, während der V
ersicherte weiterhin
im geschützten Rahmen
tätig sein sollte
(
Urk.
6/21/3
und 6/39/176
).
Am 3
1.
März 2003 sprach die S
uva
als Unfallver
sicherer
dem Versicherten ab
1.
April 2003
eine Invalidenrente bei einem Invali
di
täts
grad von 100
%
sowie eine Integritätsentschädigung bei einer Integritäts
einbusse von 50
%
zu (
Urk.
6/39/188 f.).
Die Invalidenversicherung holte
einen
neuen
IK-
Auszug ein (
Urk.
6/28)
und sprach
ihm
m
it Verfügungen vom 17.
September 2003 für die Monate März bis Dezember 2001 eine
Viertelsrente
, für
die Monate
Januar 2002 bis Januar 2003 eine halbe
R
ente und ab
1.
Februar 2003 eine unbefristete ganze
Invalidenrente
zu
(
Urk.
6/
25/3-5 und 6/
30-35).
1.3
Im November 2003 gingen
beim Amt für AHV und IV des Kantons Thurgau
die
Unterlagen
der
Suva
ein
(
Urk.
6/39).
Dieses
überwies die Akten
zufolge Wohn
sitzwechsels des Versicherten an die
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
(nachfolgend: IV-Stelle;
Urk.
6/40)
.
In der Folge
bestätigte
zu
nächst
die Suva mit formloser Mitteilung vom 1
7.
Mai 2005 die bisherige
R
ente (
Urk.
6/41/2 f.). Anschliessend holte die IV-Stelle einen IK-Auszug (
Urk.
6/44) sowie Bericht
e
beim Hausarzt (
Urk.
6/45
f.)
ein
und bestätigte am 2
7.
Januar 2006 ebenfalls
eine
ganze
R
ente (
Urk.
6/48).
Ein weiteres Mal bestätigte die Suva den Anspruch auf eine ganze Rente am 28.
Juni 2008 (
Urk.
6/55).
Im Mai 2009 erhielt die IV-Stelle den Hinweis, der Versicherte arbeite schwarz in der Firma seines Cousins (
Urk.
6/57).
Sie
liess
ihn
einen Fragebogen ausfüllen (
Urk.
6/59), recherchierte im Internet
(
Urk.
6/64/2 und 6/65)
und
holte
IK-Auszüge (
Urk.
6/58 und 6/60)
sowie einen Bericht beim
ehemaligen
Hausarzt
(
Urk.
6/
61
)
ein
.
Die
weiteren Abklärungen
erfolgten
durch die Suva (
Urk.
6/64/2). Dies
e
liess den Versicherten
durch den Kreisarzt PD
Dr.
med.
C._
, Facharzt für
O
rthopädische Chirurgie,
untersuchen (
Urk.
6/66/5 f.)
und
durch
d
en Aussendienst persönlich befragen (
Urk.
6/66/12-14)
.
Am
2.
April 2010
bestätigte
sie
die bisherige Rente (
Urk.
6/66/3).
Die
IV-Stelle
ging
in
ihrer
Mitteilung vom
2.
Juni 2010
ebenfalls
von einem unveränderten Invaliditätsgrad aus (
Urk.
6/68), nachdem
sie
zusätzlich
eine Stellungnahme der
RAD-Ärzte
Dr.
med.
D._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, und
Dr.
med.
E._
, Fachärztin für Neurologie,
eingeholt
hatte
(
Urk.
6/67/2 f.).
Im Herbst 2015 leitete die IV-Stelle
eine dritte
Revision ein
. Sie
liess den Ver
sicherten
wieder
einen Fragebogen ausfüllen (
Urk.
6/75)
und
holte
einen Bericht
bei seiner neuen Hausärztin (
Urk.
6/77) sowie
einen
aktuellen IK-Auszug (
Urk.
6/
76) ein
. Zudem
zog
sie
ergänzend
die
Akten der Suva bei (
Urk.
6/79).
Am
1.
Februar
2016 teilte sie dem Versicherten
abermals
formlos mit,
es bestehe weiter
hin Anspruch auf eine ganze
R
ente
(
Urk.
6/81).
1.4
Nach Eingang
neuer
Akten der Suva (
Urk.
6/88
; insbesondere
Urk.
6/88/39
) nahm die IV-Stelle Ende 2016
die aktuelle
Rentenrevision an die Hand und liess den Versicherten
zum üblichen
Fragebogen (
Urk.
6/89)
einen Zusatzfragebogen (
Urk.
6/90) ausfüllen
.
Ferner
holte
sie einen neuen IK-Auszug (
Urk.
6/91),
einen hausärztlichen Verlaufsbericht (
Urk.
6/93)
sowie
weitere
Akten der Suva ein (
Urk.
6/95 und 6/98).
Diese
hatte inzwischen entschieden,
das
Begutachtungsinstitut F._
mit einem
polydisziplinäre
n
Gut
achten
zu beauftragen
(
Urk.
6/102)
und berücksichtigte dabei
auf
Anfrage der IV-Stelle
auch unfallfremde
Leiden
(
Urk.
6/100/1 und 6/101/2). Das neuropsycho
lo
gische,
neurootologische
und neurol
o
gische
F._
-
Gutachten datiert vom
9.
April 2018 (
Urk.
6/105).
Die
IV-Stelle
legte
es
dem RAD-Arzt
Dr.
med.
G._
, Facharzt für Orthopädische Chirurg
i
e, zur Stellungnahme vor (
Urk.
6/106/6)
. Sodann
kündigte
sie
dem Versicherten mit Vorbescheid vom 2
5.
Mai 2018
die
Aufhebung der
Rente
a
n (
Urk.
6/107). Dagegen liess er
vorsorglich
Einwand erheben (
Urk.
6/109)
, worauf ihm die IV-Stelle mit Schreiben vom
3.
Juli 2018 Frist zur Begründung ansetz
t
e (
Urk.
6/111)
.
Die vor Ablauf dieser Frist erlassene
Verfügung
vom
2
6.
Juli
2018
(
Urk.
113
)
hob
sie
aufgrund der Rüge einer Gehörs
verletzung (
Urk.
6/115) wiedererwägungsweise auf
(
Urk.
6/118).
Nach Vorliegen des begründeten Einwands vom 5.
September 2018 (
Urk.
6/120)
hob die IV-Stelle
die
ganze
Invalidenrente
mit Verfügung vom 2
1.
September 2018
auf das Ende des d
er Zustellung folgenden Monats
auf
und entzog einer allfälligen Beschwerde hiergegen die aufschiebende Wirkung (
Urk.
2).
2.
Dagegen erhob der Versicherte mit Eingabe vom 2
5.
Oktober 201
8
Beschwerde
mit dem Antrag
, die Verfügung
sei
aufzuheben und ihm
sei
weiterhin eine ganze
R
ente auszurichten
. Ev
entualiter sei die Sache zwecks Durchführung beruflicher Massnahmen
und anschliessend erneutem Entscheid über die Rente
an die IV-Stelle zurückzuweisen
– unter Wi
ederherstellung der aufschiebenden Wirkung der Beschwerde (
Urk.
1
S. 2
).
Die IV-Stelle schloss in der Beschwerdeantwort vom 7.
Dezember 2018 auf Abweisung der Beschwerde und verzichtete im Übrigen auf eine Stellungnahme (
Urk.
5).
Davon wurde dem Versicherten mit Verfügung vom 1
0.
April 2019 Kenntnis gegeben (
Urk.
8).
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Ändert sich der Invaliditätsgrad eines Rentenbezügers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (
Art.
17
Abs.
1
des
Bundesgesetz
es
über den Allge
meinen Te
il des Sozialversicherungsrechts,
ATSG)
.
Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen seit Zusprechung der Rente, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Anspruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente bei einer wesentlichen Änderung des Ge
sundheitszustandes revidierbar. Weiter sind, auch bei an sich gleich gebliebenem Gesundheitszustand, veränderte Auswirkungen auf den Erwerbs- oder Aufgaben
bereich von Bedeutung; dazu gehört die Verbesserung der Arbeitsfähigkeit auf
grund einer Angewöhnung oder Anpassung an die Behinderung. Hingegen ist die lediglich unterschiedliche Beurteilung eines im Wesentlichen gleich gebliebenen Sachverhalts im revisionsrechtlichen Kontext unbeachtlich (BGE 141 V 9 E. 2.3 mit Hinweisen). Liegt in diesem Sinne ein Revisionsgrund vor, ist der Renten
anspruch in rechtlicher und tatsächlicher Hinsicht umfassend ("allseitig") zu prüfen, wobei keine Bindung an frühere Beurteilungen besteht (BGE 141 V 9 E.
2.3 mit Hinweisen und E. 6.1
; vgl. zum Ganzen Urteil des Bundesgerichts 8C_553/2017 vom 2
6.
März 2018 E. 2.2.1
).
1.2
Hervorzuheben ist, dass eine Rentenrevision im Sinne von Art. 17 Abs. 1 ATSG eine Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen voraussetzt, die sich auf den Anspruch als solchen oder den Umfang auswirken kann und Anlass gibt, den Invaliditätsgrad neu zu ermitteln. Für eine Rentenanpassung genügt daher nicht «irgendeine» Änderung im Sachverhalt. Mit Blick auf die erwerblichen Auswir
kungen eines an sich gleich gebliebenen Gesundheitsschadens mangelt es an einem Revisionsgrund, wenn die Sachverhaltsänderung lediglich in einer Reduk
tion oder Erhöhung des erwerblichen Pensums liegt und dieser Umstand für sich allein nicht anspruchsrelevant ist (vgl. BGE 141 V 9 E. 2.3 und E. 5.2 mit Hin
weis; vgl. Urteile des Bundesgerichts 8C_844/2016 vom
2.
März 2017 E. 6.2 mit Hinweisen und 8C_405/2017 vom
7.
November 2017 E. 4.3).
Besteht bereits An
spruch auf eine ganze Rente, ist deren Erhöhung nicht möglich; eine weitere gesundheitliche Verschlechterung ist daher nicht anspruchsrelevant
und stellt folglich ebenfalls keinen materiellen Revisionsgrund dar (vgl. Urteil des Bundes
gerichts 9C_309/2016 vom 1
3.
September 2016 E. 3.4.2.1).
1.3
Zeitlicher Referenzpunkt für die Prüfung einer anspruchserheblichen Änderung bildet die letzte rechtskräftige Verfügung, die auf einer materiellen Prüfung des Rentenanspruchs mit rechtskonformer Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und Durchführung eines Einkommensvergleichs (bei Anhaltspunkten für eine Änderung in den erwerblichen Auswirkungen des Gesundheitszustands) beruht; vorbehalten bleibt die Rechtsprechung zur Wiedererwägung und zur prozessualen Revision (BGE 133 V 108 E. 5.4)
.
Dabei braucht es sich nicht um eine formelle Ver
fügung (Art. 49 ATSG) zu handeln. Ändert sich nach durchgeführter Ren
ten
revision als Ergebnis einer materiellen Prüfung des Rentenanspruchs nichts und eröffnet die IV-Stelle deswegen das Revisionsergebnis gestützt auf Art. 74
ter
lit
. f IVV auf dem Weg der blossen Mitteilung (Art. 51 ATSG), ist im darauffolgenden Revisionsverfahren zeitlich zu vergleichender Ausgangssachverhalt derjenige, welcher der Mitteilung zugrunde lag (Urteil des Bundesgerichts 9C_599/2016 vom 29. März 2017 E. 3.1.2 unter Hinweis auf 8C_441/2012 vom 25. Juli
2013 E. 3.1.2).
1.4
Im Übrigen hat
da
s Sozialversicherungsgericht den Sachverhalt von Amtes wegen festzustellen und alle Beweismittel objektiv zu prüfen, unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden, ob sie eine zuverlässige Beurtei
lung des strittigen Leistungsanspruches gestatten. Insbesondere darf es beim Vor
liegen einander widersprechender medizinischer Berichte den Prozess nicht er
le
di
gen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzu
geben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These ab
stellt (ZAK 1986 S. 188 E. 2a).
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Gutachtens ist im Lichte dieser Grundsätze entscheidend, ob es für die Beantwortung der gestellten Fragen um
fassend ist, auf den erforderlichen allseitigen Untersuchungen beruht, die geklag
ten Beschwerden berücksichtigt und sich mit diesen sowie dem Verhalten der untersuchten Person auseinander setzt, in Kenntnis der und gegebenenfalls in Auseinandersetzung mit den
Vorakten
abgegeben worden ist, ob es in der Dar
legung der medizinischen Zustände und Zusammenhänge einleuchtet, ob die Schlussfolgerungen der medizinischen Experten in einer Weise begründet sind, dass die rechtsanwendende Person sie prüfend nachvollziehen kann
und
ob der
Experte nicht auszuräumende Unsicherheiten und Unklarheiten, welche die Beant
wortung der Fragen erschweren oder verunmöglichen, gegebenenfalls deutlich macht (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c; Ulrich Meyer, Die Rechtspflege in der Sozialversicherung, BJM 1989, S. 30 f.; derselbe in: Hermann
Fredenhagen
, Das ärztliche Gutachten, 4. Auflage 2003, S. 24 f.).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin erwog, der Beschwerdeführer sei drauf und dran gewe
sen, einer Erwerbstäti
gkeit nachzugehen. Seine
Vorhaben sei
en
j
eweils aus ande
ren als gesundheitlichen Gründen gescheitert. Damit sei ein Revisionsgrund aus
gewiesen.
Es werde nicht in Abrede gestellt, dass
mit Bezug auf den Tinnitus und das Rückenleiden
eine gesundheitliche Verschlechterung
eingetreten sei
. Für die subjektiv geklagten Schwindelbeschwerden bestehe indes
kein
objektiv fassbares Korrelat.
Damit
bestehe aus HNO-ärztlicher Sicht eine Einschränkung der Arbeits
fähigkeit von 10
%
.
Zusätzlich sei die Leistungsfähigkeit
aufgrund des schmerz
bedingt
erhöhten Pausenbeda
rfs um weitere 20
% vermindert.
Im Übrigen aber habe der Beschwerdeführer selbst angeg
eben, die gesundheitliche Situati
on habe sich verbessert. Regelmässig pflege er soziale Kontakte, spaziere, helfe seiner Frau beim Einkaufen
/
Koch
en und fahre mit dem Auto. All die
s tue er aus eigener Motivation. Schliesslich rechtfertige gemäss Rechtsprechung weder die lange
Abwesenheit vom Arbeitsmarkt noch die verbliebene Erwerbsdau
er von 16
Jahren
einen leidensbedingten Abzug. Der Invaliditätsgrad betrage daher
weniger als
40
%
. Keine Motivation zeige der Beschwerdeführer für eine berufliche Einglie
derung. Er habe sich seit dem
Vorbescheid nicht gemeldet und ein
Interesse an einer Fort- oder Weiterbildung verneint
(
Urk.
2).
2.2
Der Beschwerdeführer hielt demgegenüber
dafür,
nach einer Hirnverletzung mit während 15 Jahren unverändertem Verlauf
sei es nicht überwiegend wahrschein
lich, dass
kurzfristig
zwischen Februar 2016 und November 2017
eine rentenrele
vante Änderung
eingetreten sei
(
Urk.
1
Ziff.
12). Die arbeitsrelevanten
Befunde und Diagnosen würden weiterhin vorliegen. Die
divergente
Beurteilung der Arbeits
fähigkeit
im
F._
-Gutachte
n
beruhe auf einer
abweichenden
Einschätzung
sowie neuen technischen Abklärungsmethoden und geänderten Grundlagen
der
Begutachtung. Konkret habe sich der
unspezifische
Tinnitus zu einem schweren,
an der Grenze zu einem sehr schweren,
dekompensierten
Tinnitus entwickelt
. Neu hinzugekommen sei das
lumbovertebrale
Schmerzsyndrom bei degenerativen Ver
änderungen der Lendenwirbelsäule (LWS). Die Hörverminderung sei nahezu un
verändert. Mit Bezug auf die Schwindelbeschwerden werde
zwar
die Unfall
kausalität bestritten, indes liessen sich weitere Faktoren abgrenzen, welche diese
erklär
en würden.
Die
se
B
eschwerden
müssten
zudem
beim Tätigkeitsprofil be
rück
sichtigt werden. Hinsichtlich der neuropsychologischen Defizite
kämen die
F._
-
Gutachter
zum Schluss, es sei
mindestens von konstanten Befunden auszu
gehen. Bei nicht
genug
validen Befunden und vermuteter Aggravation lasse sich eine Besserung weder verifizieren noch falsifizieren
. In sämtlichen
Vorakten
sei zudem
ein
stationäre
r
, definitive
r
Zustand postuliert worden
(
Urk.
1
Ziff.
18).
Die subjektiv
besseren
soziale
n
Kontakte
würden hingegen
nichts über die Arbeits
fähigkeit aussagen,
zumal die Berentung nicht aufgrund einer Depression bzw.
eines sozialen Rückzugs erfolgt sei.
Schliesslich
hätten
die Versuche, eine Erwerb
s
tätigkeit aufzunehmen,
nicht
zu einer Änderung der wirtschaftlichen Verhältnisse und damit
ebenso wenig
zu
einem Revisionsgrund geführt
(
Urk.
1
Ziff.
19).
Auf jeden Fall
aber
sei mit den bestehenden Beschwerden die Erzielung eines
rententangierenden
Einkommens von über Fr. 20'000.
--
ausgeschlossen
(
Urk.
1
Ziff.
20). Zudem würden sich die Chancen, auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt
einen Arbeitgeber
zu finden
,
durch das sehr eingeschränkte Tätigkeitsprofil, die lange Absenz vom Arbeitsmarkt und sein
Alter verringern
, was einen leidens
be
dingten
Abzug von mindestens 15
%
rechtfertige
.
Unter
diesen Voraussetzungen
könne er nämlich keinen
durchschnittlichen Tabellenlohn erzielen
.
Damit ergäbe sich selbst gestützt auf die
F._
-
Beurteilung immer noch
der
Anspruch auf eine
Viertelsrente
(
Urk.
1
Ziff.
21). Darüber hinaus sei
en
nach dem langen Renten
be
zug
– insbesondere der Vollberentung seit mehr als 15 Jahren –
Eingliede
rungs
massnahmen
für die Umsetzung eines allfälligen Leistungsvermögens
unabding
bar
. Dabei mangle es ihm nicht an Motivation, wie die baldige Arbeitsaufnahme nach dem Unfall, die damalige Abklärung in
der Rehaklinik
B._
und seine Äusserungen gegenüber den Gutachtern
zeig
en würden
(
Urk.
1
Ziff.
23
f.
)
. Einer fehlenden Motivation wäre zudem
mit einem Mahn- und
Bedenkzeitverfahren
zu begegnen gewesen. Um nichts zu versäumen, habe er sich zeitgleich mit der Beschwerde
bei der Invalidenversicherung
für berufliche Massnahmen gemeldet. Nichtsdestotrotz sei die vor der Durchführung solcher Massnahmen erlassene Rentenverfügung aufzuheben (
Urk.
1
Ziff.
25).
3.
3.1
Die Rente des Beschwerdeführers wurde, wie er
betonte, bereits mehrmals revi
diert. Es stellt sich daher zunächst die Frage nach dem massgeblichen Referenz
zeitpunkt für die Prüfung eines Revisionsgrundes nach
Art.
17 ATSG.
3.2
3.2.1
Die formlose Mitteilung vom 27. Januar 2006, mit
d
er die
ganze
Rente
erstmals bestätigt wurde
(
Urk.
6/48)
, beruhte auf Berichten
des Allgemeinmediziners und damaligen Hausarzte
s des Beschwerdeführers
Dr.
med.
H._
.
Dieser
erklärte am 3
1.
Dezember 200
5
, den Beschwerdeführer zuletzt am 1
4.
April 2003 gesehen zu haben (
Urk.
6/45/2). Nach einer Konsultation «im Auftrag der IV»
am 18.
Januar 2006
merkte er an,
dass die medizinischen Untersuchungen, Abklärungen und Behandlungen häufig in Italien
stattfänden
.
Er
klärte
den Bluthochdruck
eingeh
end
ab und führte
ferner einzig
einen Unterberger Tretversuch
bezüglich der
Gleichgewichtsstörungen durch
(
Urk.
6/46/2)
.
3.2.2
Im
nachfolgenden
Revisionsverfahren
, abgeschlossen mit formloser Mitteilung vom
2.
Juni 2010 (
Urk.
6/68),
konnte
Dr.
H._
wiederum keine Auskunft geben, da ihn der Beschwerdeführer nur zweimal wegen eines kleinen Unfalls aufgesucht hatte (
Urk.
6/61). Wie zu erwarten keine
konkreten
Ergebnisse
brachte die
ortho
pädische
Untersuchung
vom
5.
März 2010
durch den
Kreisarzt
Dr.
C._
. Er hielt fest
, auf orthopädischem Fachgebiet
würden sich pathologische Befunde nur im Bereich der Halswirbelsäule
(HWS)
erheben lassen, die jedoch eher im Sinne einer HNO-ärztlichen (Schwindel) und neurologischen (Kopfschmerzen) Problematik zu werten seien. Weitergehende Aussagen zur Frage einer allfälligen Befundverän
derung würden daher entsprechende fachärztliche Untersuchungen, gegebenen
falls im Rahmen eines stationären Aufenthalts, erfordern (
Urk.
6/66/10).
Die
Be
schwerdegegnerin
verzichtete auf weitere Abklärungen und legte
den kreisärztlichen Bericht
sowie
die letzten drei
Berichte
des Hausarztes
d
em RAD zur Stellungnahem vor
. M
angels fachärztlicher Kenntnisse
und eigener Befunder
hebung
mit
Bezug auf
die bekannten invalidisierenden
Leiden
bildeten diese Berichte
indessen
keine genügende Grundlage für eine Aktenbeurteilung
.
An der
bedingten
Aussagekraft
der RAD-S
tellungnahme vom
4.
Juni 2010
ändert des
halb nichts, dass
eine Neurologin
mitwirkte
.
Der RAD
bestätigte
denn auch
k
einen
tatsächlich abgeklärten
, sondern
explizit
e
inen «
medizinischtheoretisch
» überwie
gend wahrscheinlich
stationären Gesundheitszustand
(
Urk.
6/67/3).
3.2.3
Der
letzten f
ormlose
n
Mitteilung vom
1.
Februar 2016 (
Urk.
6/81) lag ein Bericht der neuen Hausärztin
Dr.
med.
I._
, Allgemeinmedizinerin, zugrunde. Sie
machte deutlich
, dass sie bezüglich des Schädelhirntraumas über keine Unter
lagen verfüge und der Beschwerdeführer
ihr dazu
auch
keine Angaben
machen wolle
.
Ihre Aussagen beschränkten sich dementsprechend auf die Behandlung des
Bluthockdruck
s
, de
s
Diabetes und d
er
Hyperurikämie.
Eine Einschätzung der
Arbeitsfähigkeit
war ihr nicht möglich, vielmehr
bat
sie
um spezialärztliche Abklärungen (
Urk.
6/77). Anlass
für weitere
Nachforschungen
hätte ferner der IK-Auszug vom 1
2.
Oktober 2015 geben müssen
,
wo
rin
der Beschwerdeführer
für die letzten fünf Monate
des Jahres
2011 ein Einkommen von insgesamt
Fr.
5000.--
bei der
J._
Gm
b
H
auswies
(
Urk.
6/76).
3.
3
Zusammenfassend
erfolgte
in den bisherigen Revisionen
somit
keine rechts
konforme Abklärung
vorab
des medizinischen Sachverhalts mit entsprechender Untersuchung bzw. Befunderhebung, Diagnosestellung und Einschätzung der Arbeitsfähigkeit. Den
medizinischen Unterlagen, die zwischen der Zuspr
ache
der
R
ente am
17. September 2003 (
Urk.
6/30-35)
und der letztmaligen Bestätigung derselben am 1. Februar 2016
eingeholten
wurden,
kommt nach dem vorstehend Ausgeführten
k
ein Beweiswert zu
. Die
gestützt darauf ergangenen formlosen Mitteilungen
können deshalb
nicht Ausgangspunkt
für die Prüfung eines mate
riellen Revisionsgrundes sein.
Für
die
Beantwortung der
Frage nach einer
an
spruchsrelevanten
Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen
ist deshalb
der
gesamte
Zeitraum
zwischen dem
17.
September 2003
und
21.
September 2018
massgebend
.
3.
4
Wie sich aus den Erwägungen zu den Ver
fügungen vom 1
7.
September 2003
ergibt, wurde bei der
Rentenzusprache
sodann
davon ausgegangen, der Beschwer
de
führer könne
noch
ein Arbeitspensum von 50
%
im geschützten Rahmen leisten
und hierbei ein Invalideneinkommen von
Fr.
2'400.-- pro Jahr erzielen (
Urk.
6/
25/3).
Als Revisionsgrund führte die Beschwerdegegnerin
nun
Arbeitsver
suche
auf dem ersten Arbeitsmarkt an
.
3.5
3.5.1
Auf intensives Nachfragen gab der Beschwerdeführer
hierzu
in
d
er Besprechung mit dem Aussendienst
mitarbeiter der
Suva vom 1
1.
August 2016 zu Protokoll,
die Firma
J._ GmbH
habe
seinem Sohn
gehört
.
Er habe für diese während drei Monaten
Taxifahrten vom Flughaf
en ins Hotel
K._
gemacht, dafür aber kein Geld erhalten. Ein Spanier, der seinen Sohn kenne, habe ihm diese Arbeiten vermittelt. Weshalb auf seinem individuellen Konto ein Einkommen von
Fr.
5'000.
--
aus dieser Tätigkeit dekla
riert sei
(vgl.
Urk.
6/76/1)
, wisse er nicht. Die Firma habe er an
L._
aus Zürich weiterge
geben. Mit der neuen Firma M._
GmbH habe er nichts zu tun, diese hätte nur das Auto von ihm und seinem Sohn repariert. Ferner habe er drei Monate in der Küche, im Einkauf und der Essen
s
zubereitung
im
Restaurant
von
N._
gearbeitet, das inzwischen geschlossen sei. Ein Einkommen habe er in dieser Zeit nicht erwirt
schaftet, sondern
Fr.
40'000.--
Verlust gemacht (
Urk.
6/88/40).
3.5.2
In der
F._
-
Begutachtung erklärte der Beschwerdeführer g
egenüber dem Neuro
psycholog
en
, er wäre motiviert zu arbeiten, doch habe das bis jetzt nie funk
tio
niert. Er habe aktiv Arbeit gesucht, doch keine Anstellung gefunden. Mit Hilfe seines Sohnes habe er versucht
,
in einem Taxibetrieb und einem Restaurant zu arbeiten, doch seien beide Versuche gescheitert. Er traue sich eine berufliche Tätigkeit in einer angepassten Arbeitssituation grundsätzlich immer noch zu, doch müsste es eine körperlich leichte Arbeit in einem ruhigen Arbeitsumfeld sein (
Urk.
6/105/8).
3.5.3
In der
neurootologischen
Begutachtung
präzisierte
er
, im Jahr 2011
habe er
ver
sucht, mit seinem Sohn einen Flughafen-Taxidienst aufzubauen. Dabei habe er jedoch nicht pünktlich sein können, weil er morgens den Wecker nicht gehört habe.
Er habe dem Sohn ausgeholfen, der den Vertrag gehabt habe. Dieser habe dann das Geschäft aufgeben müssen, das so nicht funktioniert habe, als
es
Rekla
mationen gegeben habe. Von März bis Juni 2016 habe er
zudem
versucht, in einem Restaurant zu arbeiten,
da
s seine Ehefrau mit ihm gemeinsam habe führen wollen. Die Idee sei ein Familienrestaurant gewesen. Allerdings sei er betrogen
worden
. E
r
habe
nicht gewusst, dass mindestens eine Person ein Wirtspatent ha
ben müsse.
Aufgrund der Tatsache, dass der Sohn dies
es dann
nicht geschafft habe, habe man das Restaurant nach drei Monaten aufgegeben. Er selber habe im Restaurant vor allem ausgeholfen
(
Urk.
6/105/30).
3.5.4
Schliesslich führte er gegenüber der begutachtenden Neurologin aus, er habe einmal versucht, mit seinem Sohn einen Taxidienst am Flughafen zu eröffnen. Er habe Fahr
t
en vom Flughafen Kloten bis zum Hotel
K._
angeboten. Die Strecke sei
nur
etwa 10 Minuten lang gewesen. Er habe in den zwei bis drei Monaten insgesamt sechs Fahr
t
en gemacht. Das Problem sei gewesen, dass er schon um 6 Uhr habe aufstehen müssen und dies oft nicht geschafft habe. Auch sei er oft eingeschlafen. Sein Sohn habe daher den Hauptteil der Arbeit tragen müssen, dies
aber allein nicht
geschafft. Weiter habe er versucht mit seiner Ehefrau ein Restaurant zu eröffnen. Die Idee sei gewesen, dass diese und sein Sohn
sich
die Geschäftsleitung teilen
würden
und er sich um die
Eink
äufe kümmere bzw. in der Küche helfe. Das Restaurant sei 70 km von zuhause entfernt gewesen
. E
r sei den ganzen Tag dagesessen und habe nur Verluste gemacht. Das Problem sei haupt
s
ä
chlich gewesen, dass sie keine Gewerbegenehmigung gehabt hätten. Der Antrag sei viel zu kompliziert gewesen. Er finde zurzeit keine Stelle und habe dazu noch Geld verloren. Andere Firmen würden ihn nicht nehmen, auch seine alte Firma habe ihn auf Anfrage nicht mehr gewollt (
Urk.
6/105/45).
3.6
3.6.1
Aufgrund des IK-Auszuges vom 1
2.
Oktober 2015
(
Urk.
6/76)
und der
Angaben des Beschwerdeführers
ist mit überwiegender Wahrscheinlichkeit
anzunehmen
, dass
er
ab August
2011 eine
Zeit
lang
mit seinem Sohn zusammen
arbeitet
e
. E
ntgegen seiner Darstellung
tätigte er
angesichts der
deklarierte
n
Lohnsumme
wohl
auch
mehr als die
erstaunlicherweise
erinnerten sechs Fahrten
, soweit
die beiden
mit Blick auf den im Handelsregister eingetr
agenen
Gesellschaftszweck der
J._
GmbH
und die
nötigen
Bewilligungen
effektiv ein Taxi
unternehmen betrieben
.
W
elches Pensum
der Beschwerdeführer
ausübte und
ob der Lohn seiner Leistung entsprach
,
ist
unklar. Dafür
fällt auf, dass
die
T
ätigkeit
nur von kurzer Dauer war.
Gemäss
I
K-Auszug endeten die Beitragszahlungen im Dezember 2011, g
emäss Handelsregister schieden
der Beschwerdeführer und sein Sohn
im Mai/Juni 2012 als Gesellschafter aus.
Dafür verantwortlich
machte der Beschwerdeführer seine mangel
hafte
Arbeitsleistung
.
Zur zweiten offengelegten Tätigkeit
im Familienkreis
in der Gastronomie
ist einzig
bekannt,
dass diese nac
h drei Monaten
beendet
wurde, weil der Sohn das
Wirte
patent
nicht schaffte. Welche konkreten Tätigkeiten der Beschwerdeführer in welchem Umfang ausführte, ist nicht aktenkundig.
3.6.2
Da
der Beschwerdeführer
bei der
Rentenzusprache
als
im geschützten Rahmen arbeitsfähig eingestuft wurde, lässt sich
allein
aus dem Umstand, dass
er
zweimal kurzzeitig
in nicht näher bekanntem Umfang
für ein geringfügiges Entgelt
im Betrie
b eines
ihm nahestehenden
Familienmitgliedes mit
wirkte
,
nicht ohne weite
res auf ein dauerhaft erzielbares
,
rententangierendes
Invalideneinkommen
bzw.
eine auf dem ersten Arbeitsmarkt verwertbare Arbeitsfähigkeit schliessen
.
Dem
entsprechend hielten auch
die
F._
-Gutachte
r
fest
, das Bemühen um eine selb
ständige Erwerbstätigkeit sei grundsätzlich mit dem geschilderten Aktivitäts
niveau in den vergleichbaren Lebensbereichen (Freizeit, Hobbies, Autofahren, Tagesablauf) vereinbar. Ob das Scheitern der geschilderten Wiedereingliede
rungs
versuche durch neurokognitive Defizite mit reduzierter Belastbarkeit oder aus
schliesslich durch krankheits- respektive unfallfremde F
aktoren (z.B. fehlende Gewerbegenehmigung, Organisationsprobleme) verursacht worden sei, lasse sich anhand der Angaben und Dokumentationen nich
t sicher sagen (
Urk.
6/105/61).
4.
4.1
4.1.1
Es bleibt zu prüfen, ob das
F._
-
Gutachten
vom
9.
April 2018
die beweis
recht
lichen Anforderungen
gemäss Bundesgericht
erfüllt und einen materiellen Revi
sionsgrund
im Sinne einer rentenrel
e
vanten Änderung des Gesundheitszustandes
ausweist.
Praxisgemäss
von
vornherein keinen Revisionsgrund
zu begründen vermag
die
unbestrittene teilweise
gesundheitliche
Verschlechterung (z.B. dege
ne
rative Veränderungen an der
W
irbelsäule),
zumal der Beschwerdeführer zuletzt eine ganze
R
ente bezog
(vgl. E. 1.2)
.
4.1.2
Als Vergleichsbasis dient
wie dargelegt der Sachverhalt, wie er
den
Verfügungen vom 1
7.
September 2003
zugrunde lag.
A
ugenfällig ist der
in
jenen
Erwägungen
skizzierte
Ver
lauf der Arbeitsfähigkeit nach der ersten stationären Rehabilitation, nämlich 60
%
von Juni 2000 bis September 2001, 50 % von Oktober 2001 bis Mitte November 2002 und
erst zweieinhalb Jahre nach dem Unfall
0
%
bis auf weiteres
. Als Invalideneinkommen wurde
der erwähnte
jährliche Verdienst von
Fr.
2'400.
-- in einer geschützten Werkst
att
berücksichtigt
(
Urk.
6/25/3).
Gemäss
Feststellungsblatt vom 8. April 2003
beruhte
die
Rentenzusprache
, ausgehend von
der traumatischen Hirnverletzung mit kleinem
Epiduralhämatom
links
, auf
den
Diagnosen
(1)
leichte bis mittelschwere neuropsychologische Störung mit An
triebsverminderung und leichter Verlangsamung
, (2)
Störungen der Aufmerk
samkeitsteilung, der Umstellungsfähigkeit und Handlungsini
ti
ierung
, (3)
Frisch
gedächtnisstörung
, (4) p
artielle vestibuläre, periphere Funktionsstörung (Störung des Gleichge
w
ichtssystems)
, (5)
Tinnitus beidseits mit Lärmempfindlichkeit
, (6)
okzipitale Kopfschmerzen
und (7)
komplexe posttraumatische Entwicklung
(
Urk.
6/22/1)
.
4.
2
4.
2
.1
Demnach beruhte die
Rentenzusprache
auf
den Erkenntnissen aus der
zweiten stationären Rehabilita
ti
on.
So stammen die
obgenannten Diagnosen
aus
dem undatierten Bericht der Rehaklinik
B._
, eingereicht im Januar 200
3.
Die P
rognose
wurde
in jenem Bericht
offengelassen und der Gesundheitszustand a
ls «besserungsfähig» beurteilt
(
Urk.
6/14/1)
.
4.
2
.2
Im
Austrittsbericht
, datiert
vom
4.
Februar 2003
,
wurden folgende
«funktionelle
Diagnosen und Probleme» aufgelistet: (1) mittelschwere neuropsychologische Störung mit Kurzzeitgedächtnisstörung
en
, psychomotorischer Verlangsamung und Verunsicherung sowie erhöhter Ermüdbarkeit, (2) posttraumatische Störung, depressive Stimmungslage, (3) okzipitale Kopfschmerzen an 3 bis 4 Tagen pro Woche für ca. 6 bis 7
h
mit einer Intensität von 6 bis 7 auf der Schmerzskala
,
(4) im Gegenuhrzeigersinn sich drehender Schwindel bei partieller vestibulärer Funk
tonstörung bei In-/Reklination in der jeweiligen Augen-Endstellung, (5) Tinnitus links grösser als rechts
,
vor allem nachts
sowie
(6) Lärmempfindlichkeit und (7) mittelgradige Schallempfindungsschwerhörigkeit
(
Urk.
6/19/1)
.
In der
«Beur
teilung»
wurden
vorderhand
die Einschätzung
en
von
Dr.
med.
O._
,
Facharzt für
Ohren-, Nasen- und Halskrankheiten
(HNO)
sowie Arbeitsmedizin, vom
5.
Septem
ber 2002 sowie de
s
behandelnden Psychiater
s
Dr.
med.
P._
angeführt
(
Urk.
6/19/3).
Im Übrigen gab d
er Beschwerdeführer
da
mals
an
,
er verbringe den Tag mit
Koch
en, schlafen, s
pazieren, Computer-Games spielen etc. Seit der Kündigung sei er in einem Stimmungstief, was seinen Hausarzt dazu bewogen habe, ihn beim Psychiater anzumelden. Die monatlichen Sitzungen seit drei bis vier Monaten hätten noch keine
Wirkung ge
zeigt
(
Urk.
6/19/8).
4.
2
.3
Gemäss der erwähnten Beurteilung von
Dr.
O._
war
die rechtsseitige vesti
buläre partielle Funktionsstörung zentral bereits weitgehend kompensiert. Es fän
den sich nur noch diskrete Hinweise mit dem Überwiegen der
Rechtsnystagmen
–
einer Art «Überkompensation», wie
sie
als Ausdruck der letzten Kompen
sationsphase nicht selten beobachtet werde.
Das heisse,
die
Prognose
sei
günstig
. Dafür spreche auch die Tatsache, dass bei der
Posturographie
keine Hinweise auf eine wesentliche
Tonusdifferenz
festgestellt worden seien
. Der Befund stehe ein bisschen im Gegensatz zu
r
immer noch vom Beschwerdeführer geäusserten und vor allem unter Beobachtung gezeigten Unsicherheit beim Gehen. Auffallend sei, dass das Gehen deutlich sicherer sei, wenn
er
sich nicht gezielt beoba
chtet fühle (vgl.
Urk.
6/39/4). Dementsprechend
konnte bereits im vorstehend zitierten Aus
trittsbericht eine Verbesserung
in diesem Bereich
festgestellt werden
(vgl.
Urk.
6/19/9).
Dr.
P._
berichtete am 20.
April 2002 in wenigen
Zeilen, der Beschwerdeführer
leide
an einer posttraumatischen Störung mit eingeschränkter Fähigkeit z
u Kon
zentration, Aufmerksamkeit und
Gedächtnisleistung
en sowie an einer
deutlich agitiert-depressive
n
Stimmungslage.
Im Rahmen letzterer
sei
er
öfters nicht in der Lage, das Haus zu verlassen; anderszeitig irre er in Italien von Arzt zu Magier
,
um
Heilung bzw.
Linderung zu finden
. Er
sei allerdings immer bewusstseinsklar und allseits orientiert, wobei die autopsychische Wahrnehmung nicht immer konsistent imponiere und durchaus dissoziative Komponenten aufweise
. Der Be
schwerdeführer sei nicht arbeitsfähig
und er [Psychiater] sehe auch
längerfristig kaum Vermittlungsmöglichkeiten auf dem freien Arbeitsmarkt. Auch im ge
schützten Arbeitsbereich scheine ihm dieser wenig integrationsfähig,
da
er im Rahmen der posttraumatischen Krankheitsentwicklung zunehmend
das
Vertrauen in die Umwelt verloren habe (
Urk.
6/8).
4.
2
.
4
Nach der Schnupperwoche in der geschützten Werkstatt ergänzte der
Neurologe Prof.
Dr.
med.
Q._
im Bericht vom 2
0.
Februar 2003
, aus neurologischer Sicht sei der Beschwerdeführer nunmehr stabil. Der Unfall liege fast drei Jahre zurück, mit einer wesentlichen Besserung des Befundes sei gemäss klinisch-wissenschaftlicher Erfahrung nicht mehr zu rechnen. Deshalb sei es wünschens
wert, ihn dauerhaft in die Werkstatt zu integrieren. Eine berufliche Tätigkeit unter kommerziellen Aspekten sei aus heutiger Sicht «in absehbarer Zeit» nicht realis
tisch (
Urk.
6/20/1).
4.
2
.
5
Dem
Abschlussbericht
vom
6.
März 2003
z
ur
berufsorientierten Ergotherapie
ist
präzisierend zu entnehmen,
dem Beschwerdeführer
hätten
d
ie vorgegebenen Arbeits
zeiten oft Schwierigkeiten
bereitet
. Sei
ne
Leistungsbereitschaft habe nicht immer den Erwartungen entspr
o
chen. Eine zielstrebige und geordnete Vorgeh
ensweise bereite ihm eher Mühe und sei teilweise stark von äusserer Stimulation abhängig.
Gut möglich
sei es ihm,
e
infache, monotone, serielle Tätigkeiten von 1,5 Stunden über mehrere Therapieeinheiten hinweg auszuführen. Die Quantität und Qualität der Arbeit sei auf diesem Niveau befriedigend. Bei anspruchsvolleren Arbeiten werde einem qualitativ ansprechenden Arbeitsergebnis nur teilweise genügend Aufmerksamkeit geschenkt. Anregungen habe
er
öfters ablehnend gegenübergestanden. Mit berechtigter Kritik könne er nur teilweise umgehen und tendiere dazu, sich
zurückzuziehen.
Seine
Lernfähigkeit sei eingeschränkt
.
Er
sei kaum in der Lage, einzelne Arbeitsschritte selbstständig zu strukturieren und aus
zufüh
r
en.
Anstehende Schwierigkeiten habe er ohne Unterstützung von Drittper
sonen kaum meistern können. Bei fehlender Unterstützung neige er dazu, vor
schnell aufzugeben. Die Frustrationstoleranz sei deutlich reduziert. Gegen Ende des Aufenthalts sei er etwas experimentierfreudiger geworden und habe zuneh
mend versucht, aus eigenem Antrieb sich neuen Herausforderungen zu stellen. Könne er durch andere Massnahmen als einen Gehörschutz, den er nicht toleriere, den Lärm reduzieren, mache er davon peinlich genau Gebrauch. In einem ruhigen Rahmen könne er die Aufmerksamkeit über eine lange Zeitspanne aufrechter
halten. Die Fahreignung für das Führen von Moto
r
fahrzeugen
sei gegeben
.
Beim Bücken und Dreh
en
um die eigene Körperachse sei
er
durch auftretenden Schwindel limitiert. Tätigkeiten im Sitzen auf Tischhöhe seien problemlos mög
lich. Das Stehen und Ge
h
en bereite wegen des Schwindels Schwierigkeiten. Arbeiten,
di
e eine Vorneigung oder das Aufheben von Gegenständen vom Boden erfordern würden, seien nicht ausführbar. Arbeiten auf Gerüsten und Leitern seien nicht zulässig. Arbeiten über
Kopfhöhe seien indes ausführbar. D
ie Arm-/Hand
funktionen
seien
nicht beeinträchtigt (
Urk.
6/21/1 f.).
4.
3
4.
3
.1
D
ie
gegenüberzustellende
interdisziplinäre Beurteilung der
F._
-
Gutachter findet sich im
federführenden
neurologischen Teil des
Gutachtens (
Urk.
6/105/37 ff.)
.
Es wurde
dargelegt,
dass d
ie
persistierenden Kopfschmerzen über ein Jahrzehnt
mit der initialen Verletzungsschwere und den bildgebend nachweisbaren
Residuen nur schwer erklärbar
seien
. Im
MRI des Neurocraniums mit
Traumasequenzen
vom April 2017 hätten
sich kortikale Defekte im Gyrus temporalis inferior beid
seits und
frontobasal
rechts, überwiegend wahrscheinlich posttraumatischer Natur
, gezeigt
. Diese strukturellen Residuen seien gut mit den nach dem Unfall
aufgefallen
en
neuropsychologischen Funktionsstörungen und der Anosmie verei
n
bar.
I
ntraparenchymatöse
Narben
führten
jedoch
nicht zwangsläufig
zu (anhal
ten
den) Kopfschmerzen.
Die
nicht zu beschreibenden
qualitativen Änderungen
derselben
liessen
an
deren
Unfallkausalität zweifeln.
Die
knöchernen Verletzungen
seien
zwischenzeitlich
ausgeheilt und
Liquorzirkulationsstörungen
bestünden gemäss Bildgebung ebenso
wenig wie
Auffälligkeiten im Bereich der
Dura
.
Die Kopfschmerzen könnten
aber
gut durch den regelmässigen Analgetika
-K
onsum erklärt werden
. Dafür
sprächen
de
r anhaltend hohe
Metamizolkonsum
, der migrän
eförmige Schmerzcharakter,
die fehlende Besserung auf Migräneprophylaxe
und der
wohl
dynamische
Verlauf
nach
der
stationären Rehabilitation
(
deutlich weniger stark ausgeprägt
e
Schmerz
inte
nsität bei Austrittsmedikation
ohne
Analgetika
)
. Aktuell
gebe
der Beschwer
de
führer an
,
er leide an
15 bis 20 Tagen pro Monat an Kopfschmerzen
;
davon an 2 bis 4 Tagen pro Woche so stark, dass er zu keinen Alltagsaktivitäten fähig sei und das Zimmer abdunkeln müsse.
Er nehme
wöchentlich
bis zu 15 Schmerz
tabletten ein.
Somit
könnten
die persistierenden Kopfschmerzen, die bei der Rentenfestsetzung keine ausschlaggebende Rolle gespielt hätten, nicht mehr überwiegend wahr
schein
lich auf die leichte traumatische Hirnverletzung zurück
geführt
, aber glei
cher
massen gut durch unfallfremde Ursachen erklärt werden. Zu diesen zähle auch ein
zervikozep
ha
le
s
Schmerzsyndrom,
das
wahrscheinlich durch die dege
ne
rativen Veränderungen der Halswirbelsäule mitbedingt sei
.
Im
Jahr 2012
sei es
zu einer
Akzentuierung der Beschwerden mi
t passagerem Reizsyndrom C6 links gekommen,
da
s sich jedoch nach erfolgreicher Infiltrationsbehandlung gebessert habe
(
Urk.
6/105/
61, 6/105/
63
und
6/105/6
5
)
.
4.
3
.2
D
ie HNO-ärztlichen Befunde mit posttraumatischer Anosmie und
gemäss Fragebogen nach Goebel und Hiller
schwerem
,
dekompensiertem Tinnitus an der Gren
ze zum sehr schweren, dekompensierten Tinnitus bei leichtgradiger hochton
betonter
sensorineuraler
Hörminderung rechts mehr als links und leicht bis mittelgradiger hochtonbetonter Innenohrschwerhörigkeit links mehr als rechts seien vergleichbar mit den bei der Rentenfestsetzung gestellten Diagnosen.
Im Vordergrund stünden die Penetranz des Tinnitus und die Beeinträchtigung beim Schlafen, wobei es dem Beschwerdeführer aber
,
wie die Analyse des Medika
men
tenspiegels im Blut zeige
,
zumindest tageweise möglich sei, ohne schlafan
stossende Medikation einzuschlafen
(
Urk.
6/105/58 und 6/105/65).
4.
3
.3
Im Längsschnitt und in Zusammenschau mit den aktuell
en
Befunden
hätten sich
weder
in
der neurologischen noch
in
der HNO-ärztlichen Untersuchung, inklusive differenzierter apparativer Zusatzdiagnostik, Hinweise auf eine persistierende peripher- oder zentral-vestibuläre Funktionsstörung gefunden. Es er
gebe sich kein objektivierbares, fassbares
Korrelat der subjektiv
g
eklagten Schwindel
be
schwerden in der klinischen und apparativen Untersuchung
. Formal
betra
ch
tet
sei damit
basierend auf den objektivierbaren Befunden eine Besserung
gegenüber der Beurteilung von
Dr.
O._
eingetreten.
Daraus ergebe sich aber
keine Ände
rung der Arbeitsfähigkeit, d
a
der Beschwerdeführer subjektiv
weiterhin
unter Schw
indel
beschwerden
leide
, die
beim
Tätigkeitsprofil
,
vergleichbar mit der Beschrei
bung durch
Dr.
O._
, b
erücksichtigt werden
müssten
(
Urk.
6/105/58 und
6/105/65)
.
Ferner
ergäben
sich mehrere unfallfremde Erklärungsmodelle
, wie eine
Orth
ose
reaktion
bei Blutdruckabfall, eine
vegetative Reaktion unter
Valsalva
oder ein Zusammenhang mit dem
zerivkozephale
n
Schmerzsyndrom
mit
degenerativen
Veränderungen
der HWS
. Alternativ könnte
entsprechend dem Bericht des
S
pitals
S._
vom
8.
August 2017
(vgl.
Anhang
Gutachten,
Urk.
6/105/91)
ein Teil der Beschwerden auf eine vestibuläre Migräne zurückzuführen sein
. Im Bericht diskutiert worden sei auch eine Polyneuropathie,
die
wiederum
gut zu den leichten Auffälligkeiten im Romberg Stehversuch und in den komplizierteren
Gangproben mit akzentuierter Gangunsicherheit nach Augenschluss passen würde
(
Urk.
6/105/59).
4.
3
.4
In Bezug
auf die zur Renten
festsetzung
führenden neuropsychologischen Defizite
könne keine Verlaufsbeurteilung
vorgenommen werden, da
es
in den Symptom
validierungsverfahren Hinweise für
eine Beschwerdeaggravation
gebe
. Damit seien die erhobenen Befunde nicht valide genug, um
fundiert zu beurteilen
, ob es zu Veränderungen des kognitiven Leistungsvermögens mit Auswirkungen auf die Alltags- und Berufsfunktionalität gekommen sei.
Eine
kognitive Verschlech
te
rung infolge der stattgehabten traumatischen Hirnverletzung
wäre indes
sen
äusserst atypisch für den
anzunehmenden
natürlichen Verlauf.
Medizinisch
theoretisch
dürfe mindestens von weiterhin konstanten Befunden aufgrund der unfall
kausalen Folgen ausgegangen werden.
Zudem
hätten sich in den zerebralen Bildgebungen 2001 und 2017 keine Hinweise auf unfallfremde Faktoren, die eine kognitive Verschlechterung alterna
tiv erklären könnten, gefunden.
D
ie aktuell
en
Befunde
würden
den bisherigen Beu
rteilungen nicht widersprechen, unter ande
rem
könne im November 2002 eine leichte bis mittelschwere neuropsychologische Störung bestanden haben. Man könne nur das aktuelle Ausmass der neuro
psy
chologischen Defizite, das im Vergleich zu den Befunden aus dem Jahr 2002 formal verschlechtert wäre,
nicht
validieren.
Eine Verschlechterung würde den eigenanamnestischen Angaben
eines kon
stan
ten kognitiven Leistungsvermögens auf reduziertem Niveau widersprechen
.
So wäre a
ngesichts
der deutlichen Minderleistung in nahezu allen geprüften kogni
tiven Funktionen nicht zu erwarten, dass der Beschwerdeführer seinen Alltag selber organisiere, Termine selber plane und ohne fremde Hilfe zuverlässig wahrnehme, das Mobile und den Computer benutze, mit e-banking Zahlungen erledige, aktiv an den Veranstaltungen des italienischen Vereins teilnehme, öffentliche Verkehrsmittel nutze oder selbst Auto fahre
.
Ebenso wenig wäre
zu erwarten
gewesen, d
ass er kohärente und differenzierte eigenanamnestische Angaben
habe machen können
und in der Testsituation die Ins
truktionen nicht wieder
vergessen habe
(
Urk.
6/105/65
und 6/105/59 f.
).
4.
3
.5
Ergänzend wiesen die
F._
-
Gutachten auf
orthopädische Abklärungen
in
der Uni
klinik
R._
hin. M
it Berichtsdatum vom
7.
März und 1
8.
April 2012
sei neu
eine Diskushernie C5/6 links mit bildgebend nachgewiesener Kompression der abgehenden Nervenwurzel C6 links mit entsprechender radikulärer Reizsympto
matik diagnostiziert worden. Aufgrund der
Beschwerdeexazerbation
habe der Beschwerdeführer eine Nervenwurzelblockade erhalten
und positiv darauf ange
sprochen. Ferner
sei
en
im
MRI-
Bericht vom 1
3.
Dezember 2016
Facettengelenk
arthrosen in Höhe L4/5 und L5/S1 sowie eine kleine mediane bis medio-rechts
laterale Diskushernie L4/5 festgestellt worden. Im Verlauf sei es basierend auf aktenanam
ne
stischen Angaben zu einem
lumbovertebralen
Schmerzsyndrom gekommen (
Urk.
6/105/57).
D
er Beschwerdeführer leide
somit
zusätzlich unter Schmerzen
lumbovertebral
ohne Hinweise für eine radikuläre Reiz-
resp
ektive
sensomotorische Ausfallsymptomatik.
D
ie Beschwerden im Bereich der
W
irbel
säule hätten sich nach der
Rentenzusprache
entwickelt. Sie seien vom Beschwer
deführer
aber
nur beiläufig erwähnt worden
. E
s scheine, sie stünden im Vergleich zu den klinisch führenden Kopfschmerzen eher weniger im Vordergrund (
Urk.
6/105/64).
Die Diagnosen würden gleichermassen das neurologische und rheumatologische/orthopädische Fachgebiet betreffen
. Die schmerz
bedingten Einschränkungen ohne Hinw
ei
se für eine
Radikulo
- oder Myelopathie seien im interdisziplinär formulierten Belastungsprofil berücksichtigt worden. Aktuell bedürfe es daher keiner rheumatologischen Begutachtung, wobei denkbar sei, dass sich die degenerativen Veränderungen an der Wirbelsäule in den nächsten Jahren verschlechtern würden (
Urk.
6/105/68 f.).
4.
3
.6
In Würdigung
sämtlicher
F
unktionsstörungen
schlussfolgerten die Gutachter
zusammengefasst
:
A
ufgrund der klinisch führenden Kopfschmerzen sowie der
lumbovertebralen
Schmerzen könnten
unter Berücksichtigung der anamne
s
ti
schen Angaben in Bezug auf die Kopfschmerzfrequenz, die Schmerzintensität, die Dauer, die Auswirkungen auf die Alltagsfunktionen und das Ressourcenprofil
in Anbetracht der
Aktivitäten in vergleichbaren Lebensbereichen höchstens leichte quantitative Auswirkungen auf die Arbe
itsfähigkeit formuliert werden. So fahre
der Beschwerdeführer weiterhin Auto.
E
ine maximale schmerzbedingte Leis
tung
s
einschränkung
von 20
%
dürfte aber
aufgrund
d
es anzunehmenden erhöhten Pa
usenbedarfs zugestanden werden.
Aus HNO-ärztlicher Sicht bestünden Einschränkungen für Tätigkeiten, bei denen man auf ein intaktes Riechvermögen angewiesen sei. Angesichts der Hörmin
derung seien
auch
Tätigkeiten, die unter sehr schwierigen akustischen Bedin
gungen stattfinden oder eine intensive Kommunikation erfordern würden, nicht geeignet. Aufgrund des schweren, dekompensierten Tinnitus beidseits sei
zudem
davon auszugehen, dass der Beschwerd
e
führer eine etwas läng
ere Regenerations
zeit benötige.
Unter Zuzug der
quantitativen Leistungseinschränkung von 10
%
aufgrund der Tinnitus assoz
i
ierten Beschwerden ergebe sich
also
insgesamt eine
solche
von 30
% in der angestammten (körperlich leichten, je zur Hälfte sitzend und stehend ausgeführten) Tätigkeit und jeglicher leidensadaptierten Tätigkeit.
Aufgrund der aktuell objektivierbaren Befunde und Diagnosen
sei
demnach eine vollschichtige Tätigkeit mit einer Leistungseinschränkung von insgesamt 30
%
aufgrund des
erhöhten Pausenbedarfs
zumutbar
.
Auf neurologisch-neuropsychologischem Fach
gebiet könne nur eine nicht quantifizierbare neuropsychologische Störung auf
grund einer wahrscheinlichen Aggravation festgestellt werden.
In qualitativer Hinsicht
dürften
aufgrund d
er rezidivierenden subjektiven Schwin
del
beschwerden keine sturzgefährdeten Tätigkeiten zugemutet werden. Auch wenn aktuell keine vestibuläre Störung nach
weisbar sei
, sollten
entspre
chen
de Arbeiten aufgrund
der potenziell erhöhten Unfallgefahr vermieden werde
n. Aufgrund der Phonophobie sollten keine Tätigkeiten mit erhöhter Lärmexposition zugemutet werden. Aufgrund der
zervikozephalen
und
lumbovertebralen
Be
schwer
den – bei Nachweis entsprechender degenerativer
V
eränderungen
der Wirbelsäule
– dürften
dem
Beschewrdeführer
nur noch leichte bis selten mittel
schwere, wechselbelastende Tätigkeiten ohne Zwangshaltungen und Überkopf
arbeiten zugemutet werden. Insbesondere Tätigkeiten
in fixierter Rumpfhaltung, in
Kopfinklination
s
- und
Reklinationszwangshaltung
sowie Tätigkeit, die über
wiegend im Bücken, Kauern und
Knien ausgeübt wer
den müssten,
seien
unge
eignet
(
Urk.
6/105/64 und 6/105/67 f)
.
4.
4
4.4.1
Zusammenfassend
ist also festzustellen, dass
die
F._
-Gutachter zwar di
e vom Beschwerdeführer geklagte Zunahme der Kopfschmerzen
aufgrund
seiner All
tags
aktivitäten
relativierten, d
ie
Kopfschmerzen an sich
stellten sie
aber nicht in Frage
. Vielmehr b
eurteilten
sie
diese
als
«gleichermassen gut» mit einem
Analge
tikaübergebrauch
und
zervikozephalen
Schmerzsyndrom erklärbar.
Darüber hin
aus
sprach
en sie
diesen
sowieso
keine
ursprünglich
tragende Rolle zu.
Die Beeinträchtigungen durch den T
innitus und
die
Hörminderung
beurteilten
sie
explizit als mit der Situation bei der
Rentenzusprache
vergleichbar
.
Zu
r
damals erhobenen
Hyperakusis
trafen
sie
keine
Feststellungen
(vgl. auch
Urk.
6/105/34 mit Hinweis auf demonstratives Verhalten bei Klickreizen unter der normalen Sprechlautstärke)
, berücksichtigten jedoch beim Tätigkeitsprofil eine Phonopho
bie (
Urk.
6/105/68).
Ferner verneinten
sie
in Übereinstimmung mit den Ärzten
des Interdisziplinären Zentrums für Schwindel und neurologische Sehstörungen des
S
pitals
S._
zwar e
in objektiv
ierbares
Korrelat
für die weiterhin
geklagten
Schwindelbeschwerden
im Sinne einer vestibulären Funktionsstörung, äusserten aber
gleichzeitig
e
ine Reihe von Verdachtsdiagnosen. Die Beurteilung
der
vestibulären Funktionsstörung
steht
dabei
auch
im Einklang mit derjenigen von
Dr.
O._
, der schon vor der
Rentenzusprache
nur noch diskrete Hinweise auf
Rechtsnystagmen
im Rahmen der
letzte
n
Kompensationsphase
erwähnte und
deshalb
eine günstige
Prognose stellte
– mit Anhalt für eine übertriebene Be
schwerdedarstellung.
Die
von ihm
prognostizierte
Besserung konnte
sodann
in massgeblichem Umfang
noch v
or der
Rentenzusprache
in der Rehabilitation
er
reicht werden
.
Keiner weiteren Ausführungen
bedürfen die
Beschwerden infolge des
Wirbelsäulenleiden
s
, zumal dieses aktenkundig erst einige Jahre nac
h
d
er Berentung
auftrat
.
4.4.2
Die
gutachterlich festgestellte
«formale» Besserung
der Gleichgewichtsstörung
seit der Beurteilung durch
Dr.
O._
vermag
allein indessen
keine
anspruchs
rele
vante Tatsachenänderung
nach
Art.
17 ATSG
zu
begründen. Die
von den
F._
-Gutachten
attestierte
, massiv höhere
Arbeitsfähigkeit
ist
letztlich
einzig
auf den Umstand zurückzuführen
, dass alle
bei der
Rentenzusprache
als wesentlich
erachteten
Beschwerden
mangels valider
aktueller
testpsychologischer Ergebnisse
vernachlässigt
wurden
. Dies betrifft
die
neuropsychologischen Defizite
mit leichter
Verlangsamung,
Störung der
geteilten Aufmerksamkeit und
des
Frischge
dächt
niss
es, aber auch
die Antriebsverminderung, die eingeschränkte Umstellungs
fähigkeit und Handlungsinitiierung sowie
die
im Abschlussbericht zur berufs
orien
tierte
n
Ergotherapie
zusätzlich
beschriebenen Beschwerden wie Mühe mit
einer
zielstrebige
n
und geordnete
n
Vorgehensweise, deutlich reduzierte Frust
rations
toleranz
, eingeschränkte Lernfähigkeit
und ungenügende Aufmerksamkeit für Quantität und Qualität des Arbeitsergebnisses ausserhalb einfacher, serieller Arbeiten von 1,5 Stunden.
Ähnliche Einschränkungen schilderte der Beschwerde
führer auch anlässlich der aktuellen Begutachtung (
Urk.
6/105/6 f.)
,
und
sie
konnten
zudem
vom begutachtenden Neuropsychologen in der eng geführten Testsituation
teilweise
beobachtet werden (
Urk.
6/105/9)
.
Dem ist hinzuzufügen, dass sich aus
den aktenwidrigen anamnestischen Angaben
auch Hinweise auf Erinnerungsschwierigkeiten ergeben (z.B.
Urk.
6/105/7 Berufsanamnese).
Die
F._
-Gutachter trugen
indessen
nur dem erhöhten Erholungsbedarf zufolge körperlicher Schmerzen und des Tinnitus Rechnung.
4.4.3
Diesbezüglich ist
d
em Beschwerdeführer
insoweit
beizupflichten,
als
Prof.
Dr.
Q._
im Jahr 2003 (vgl. E. 4.2.4) und
die
RAD-Neurologin im Jahr 2010 (E.3.2.2)
eine relevante Besserung
der neurologischen Beschwerden
im weiteren Verlauf
medizinischtheoretisch
eher – wenn auch nicht vollständig
(«in abseh
barer Zeit», «überwiegend wahrscheinlich»
)
–
ausschlossen
.
Nichts Anders
ergibt sich aus dem
F._
-Gutachten. Darin wurde
medizinischtheoretisch
nur eine V
er
schlechterung ausgeschlossen
, A
ussagen
zur Wahrscheinlichkeit einer
Verbesse
rung finden sich keine, wobei der begutachtende Fachpsychologe das Vorliegen von neur
o
psychologischen Defiziten sogar explizit als grundsätzlich vereinbar mit den bekannten neurologischen Diagnosen beurteilte (vgl.
Urk.
6/105/16 mittlerer Abschnitt).
Anders als die Beschwerdegegnerin sahen die Gutachter also davon ab, bereits aufgrund der ihnen bekannten Alltagsaktivitäten (z.B.
Urk.
6/105/7
und 6/105/44
) eine gesundheitliche Besserung zu postulieren (vgl. auch zu den
Aktivitäten bei der Rentenzusprechung
vgl. E. 4.2.2).
Andererseits
ist auf den
augenfälligen
Verlauf der Arbeitsfähigkeit nach dem Unfall zurückzukommen. So war der Beschwerdeführer offenbar nach eigenen Angaben und
denjenigen seine
r
Arbeitgeber
in nach
der ersten stationären Reha
bilitation
noch rund ein Jahr lang in der Lage
, ein Teilzeitpensum von 50
%
ohne Leistungseinbusse
in der
gewohnten
Tätigkeit
auszuüben (
Urk.
6/39/126, 6/39/99, 6/39/80 f., 6/39/64 und 6/39/40).
Anhaltspunkte
für einen Soziallohn
sind keine aktenkundig. Dagegen spricht zudem die
Tatsache, dass
die Arbeitgeberin ihn auch für d
ie besser bezahlten Überstunden
am Samstag aufbot
(vgl. Sachverhalt E. 1.1).
Dies wirft
die bisher gänzlich ungeklärte Frage auf
, welche Rolle
bei der
Ren
tenzusprache
die
damals
ausgewiesenen (vgl. E. 4.2.3) und gemäss Feststellungs
blatt mitberücksichtigten
(vgl. E. 4.1.2)
psychische
n
Beschwerden im Sinne einer posttraumatischen Störung
bzw.
depressive
n
Stimmungslage
spielten
.
Insbeson
dere
da sich
letztere
oft ebenfalls in kognitiven Einschränkungen, vermindertem Antrieb
und eingeschränkter psychischer Belastbarkeit
manifestiert
(vgl.
Weltge
sundheitsorganisation [WHO],
Internationale
Klassifikation psychischer Stö
rungen,
ICD-10 Kapitel V [F], Klinisch-diagnostische Leitlinien,
Dilling
/
Mombour
/
Schmidt
[Hrsg.],
1
0.
Aufl. 201
5
, S.
169 ff.).
Es mag daher zutreffen, dass das
Ausmass der hirnorganisch bedingten Defizite
bisher als überwiegend wahrscheinlich unver
änderlich beurteilt wurde, indes ist das Ausmass derselben nach dem vorstehend Ausgeführten unklar.
4.4.4
Es kommt hinzu, dass der Beschwerdeführer
bis zur aktuellen Revision über Jahre hinweg
weder wegen der Kopfschmerzen noch der Schwindelbeschwerden
oder der psychischen Beschwerden
aktenkundig
in ärztlicher Behandlung war
. Dies
weckt
doch Zweifel insbesondere am Fortbestehen der Schwindelbeschwerden und Kopfschmerzen im geklagten Ausmass und nicht nur an deren
Unfall
kau
salität
.
Demnach
ist festzustellen, dass
das
F._
-Gutachten keinen
genügenden
Aufschluss über die
bisher
igen
rentenrelvanten
A
spekte
gibt.
Hierfür
ist einerseits
das
auffallend
verdeutlichende Verhalten des Beschwerdeführers
mitverant
wort
lich
,
für das es allerdings auch schon vor der
Rentenzusprache
klare Anhalts
punkte gab und das nach langjährigem Rentenbezug und einer gewissen Resi
gnation im Rahmen der Arbeitsversuche teilweise auch nachvollziehbar ist.
Ander
erseits
ist
zu bezweifeln, dass sich
die
fraglichen
Aspekte
angesichts der zur
Rentenzusprache
führenden Einschränkungen und
lückenhafte
r
Krankenge
schichte
im Rahmen einer
punktuellen
Begutachtung,
deren Resultat bei einer
hirnverletzten Person mitunter
von der Tagesform abhäng
t
,
überhaupt klären la
ssen
(z.B. Goldenberg, Neuropsychologie - Grundlagen, Klinik, Rehabilitation,
3.
Aufl. 2002, S. 12 ff.
; Goldenberg,
Pössl
, Ziegel [Hrsg.], Neuropsych
ologie im Alltag, 2002, S. 1 ff
.)
.
Es drängen sich daher weitere Abklärungen mit längere
m
Beobachtungszeitraum auf.
5.
5.1
Der Beschwerdeführer bezog
alsdann
ab
1.
März 2001
eine Teilrente und seit 1.
Februar 2003 b
is Ende
Oktober
201
8
, also während mehr als 15 Jahren, eine ganze Invalidenrente (vgl. zu den massgebenden Eckwerten des 15-jährigen Renten
bezugs BGE 141 V 5 E. 4.2.).
Wie er zutreffend darlegte, ist deshalb vor einer
Renteneinstellung zu prüfen, ob ihm die Verwertung
einer neu attestierten
Arbeitsfähigkeit auf dem Weg der S
elbsteingliederung zumutbar ist.
5.2
Praxisgemäss darf bei fehlender subjektiver Eingliederungsfähigkeit, d.h. wenn die Eingliederungsbereitschaft aus invaliditätsfremden Gründen nicht gegeben ist, die Rente ohne vorgängige Prüfung von Massnahmen der (Wieder-) Einglie
derung und ohne Durchführung des Mahn- und
Bedenkzeitverfahrens
nach
Art.
21
Abs.
4 ATSG herabgesetzt oder aufgehoben werden (Urteile
des Bun
des
gerichts
8C_480/2018 vom 2
6.
November 2018 E. 7.3 und 8C_311/2018 vom 1
6.
November 2018 E.
5.5).
So können b
erufliche Massnahmen zwar unter anderem dazu dienen, subjektive Eingliederungshindernisse im Sinne einer Krank
heitsüberzeugung der versicherten Person zu beseitigen. Es bedarf indessen auch diesfalls eines Eingliederungswillens bzw. einer entsprechenden Motivation der versicherten Person (Urteile des Bundesgerichts
8C_111/2018 vom 2
1.
August 2018 E. 6.4 und 9C_59/
2017 vom 2
1.
Juni 2017 E. 3.3).
Soweit sich
d
er Be
schwerdeführer auf die frühere Rechtsprechung
ber
u
f
t
, wonach ein Mahn- und
Bedenkzeitverfahren
auch bei fehlender Motivation der versicherten Person durchgeführt werden
musste
, ist diese nicht mehr einschlägig
.
Von fehlendem Eingliederungswillen bzw. fehlender subjektiver Eingliede
rungsfähigkeit ist indes nur dann auszugehen, wenn sie mit dem Beweisgrad der über
wiegenden Wahrscheinlichkeit (BGE 138 V 218 E. 6) feststehen. Dabei sind ins
be
sondere die gegenüber der Verwaltung und den medizinischen Experten ge
mach
ten Aussagen betreffend Krankheitsüberzeugung bzw. Arbeitsmotivation zu be
rück
sichtigen. Ebenfalls von Belang sein können die im
Vorbescheidverfahren
und vor kantonalem Versicherungsgericht gemachten Ausführungen bzw. gestell
ten
Anträge
(vgl. zum Ganzen Urteil des
Bundesgerichts 8C
_
611/2018 vom
7.
Januar 2019 E. 6.1 und 6.2 mit Hinweisen).
5.
3
Die Beschwerdegegnerin vermerkte im Feststellungsblatt
zum angefochtenen Ent
scheid
, der Beschwerdeführer
sei
gemäss Revisionsfragebogen für eine Eingliede
rung nicht motiviert (
Urk.
6/106/2). Nach Erstellung des Gutachtens wurd
e
diesem
ohne Weiterungen die Renteneinstellung angekündigt (
Urk.
6/107). Bereits
im
Vorbescheidverfahren
verlangte er
hierauf
die Durchführung beruflicher Mass
nahmen
(
Urk.
6/120/9 f.)
. Soweit ersichtlich ohne vorgängig darauf zu reagieren, erwog die Beschwerdegegnerin
in der angefochtenen Verfügung,
der Beschwerdeführer
habe sich nicht
wie im Vorbescheid angeboten
gemeldet
und selbst angegeben, nicht an einer Fort- oder Weiterbildung interessiert zu sein (
Urk.
2 S. 3).
Mit
Beschwerde
ans Gericht
(
Urk.
1
Ziff.
22 ff.) sowie Schreiben an die Beschwerdegegnerin vom 2
5.
Oktober 2018 (
Urk.
6/126)
ersuchte der Beschwerdeführer abermals
um
Eingliederungsmassnahmen.
Gegenüber
den
F._
-Gutachtern
gab der Beschwerdeführer an, dass er schon motiviert wäre zu arbeiten, doch habe dies bis jetzt nie funktioniert. Er habe aktiv nach Arbeit gesucht, doch keine Anstellung gefunden. Mit Hilfe seines Sohnes habe er versucht, in einem Taxibetrieb und einem Restaurant zu arbeiten, doch seien beide Versuche gescheitert. Er traue sich eine berufliche Tätigkeit in einer angepassten Arbeitssituation grundsätzlich zu, doch müsste es eine körperlich leichte Arbeit in einem ruhigen Arbeitsum
feld sein. Konkrete Vorstellung,
in welcher Branche dies sein könnte, habe er keine.
Mittlerweile schau
e
er sich auf dem Arbeitsmarkt nicht mehr um und bemühe sich nicht mehr aktiv um Arbeit. Eine Umschulung, Fort- oder Weiterbildung komme für ihn nicht mehr in Frage. Er habe von der Suva damals keinerlei Unterstützung bekommen, so dass das Thema nun abgeschlossen sei (
Urk.
6/105/8). Er finde derzeit keine Stelle. Andere Firmen würden ihn nicht nehmen. Er habe auch bei seiner alten Firma angerufen, doch die hätten ihn auch nicht mehr gewollt. Er habe gehofft, die Suva würde ihm helfen, doch habe er keine Chance bekommen (
Urk.
6/105/45). Er möchte gerne wieder arbeiten bzw. eine Arbeitsprobe mache. Er könne aber keine körper
lich schweren Arbeiten mache
n
. Starke Körperbewegungen, vor allem nach vorne und hinten beugen, seien schwierig wegen des Schwindels. Er vertrage auch keinen Lärm. Er habe keine konkreten Vorstellungen, was er gerne machen möchte, er möchte aber gerne etwas ausprobieren (
Urk.
6/105/47).
5.
4
Angesichts d
er recherchierten
Arbeitsbemühungen des Beschwerdeführers und
seiner Angaben in der Begutachtung
wäre es
nach Vorliegen
des Gutachtens
an der Beschwerdegegnerin gewesen,
nach der langjährigen Berentung
seine
beruf
liche Eingliederung an die Hand zu n
ehmen
. Der Beschwerdeführer mag ob seiner gescheiterten Arbeitsbemühung etwas resigniert habe
n
und ratlos in Bezug auf seine Möglichkeiten wirken. Nichtsdestotrotz erachtete
er
sich selbst in einer
Tätigkeit entsprechend dem gutachterlichen Tätigkeitsprofil wiederholt
als arbe
its
fähig und erklärte sich auch dazu bereit, etwas auszuprobieren.
Er schilderte sodann mehrere konkrete Arbeitsbemühung
en
, mitunter eine Anfrage bei der alten Arbeitgeberin, die allesamt erfolglos waren.
Unter diesen Umständen
– wie auch mit Blick auf die aktuell nicht widerlegten Beschwerden bei der
Renten
zusprache
–
kann nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit darauf ge
schlossen werde, er
könne eine allfällige Arbeitsfähigkeit selbst verwerten oder
sei subjektiv
nicht eingliederungsfähig
.
Sollte sich der Beschwerdeführer als nicht eingliederungswillig zeigen, so wäre er im Sinne der neusten Rechtsprechung des Bundesgerichts gehalten und aufzufordern an zumutbaren Eingliederungs
mass
nahmen teilzunehmen (BGE 145 V 2 E. 4.3.3.3).
Es obliegt
daher der Beschwer
degegnerin
, allfällige berufliche Massnahmen an die Hand zu nehmen und anschliessend erneut über den
Rentenanspruch zu entscheiden.
Damit hat der Beschwerdeführer vorerst ohnehin weiter Anspruch auf die bisherige ganze Rente
(vgl. Urteile des Bundegerichts 9C_525/2017
vom 3
0.
Oktober 2017 Dispoziffer 1 und 9C_324/2017 vom
6.
Juli 2017 E. 4.3 2
.
Abschnitt)
, so dass sich sein Gesuch um Wiederherstellung der aufschiebenden Wirkung der Beschwerde als gegen
standslos erweist.
6.
Zusammenfassend
bestehen Anhaltspunkte für eine gewisse gesundheitliche Besserung respektive Anpassung an das Leiden in den letzten Jahren sowie ein mögliches Eingliederungspotenzial. Indessen
kann nicht ohne vorgängige Durch
führung von beruflichen Eingliederungsmassnahmen
und allenfalls weiteren medizinischen Abklärungen
über den Rentenanspruch
entschieden werden, wes
halb die angefochtene Verfügung vom 2
1.
September 2018 aufzuheben und die Sache zur Durchführung derselben an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen ist. Dabei drängt es sich angesichts der Selbsteinschätzung des Beschwerde
führers, der Einschätzung der
F._
-Gutachter und der
in Frage stehenden
ge
sundheitlichen Aspekte
auf, zuerst
eine berufliche Eingliederung an die Hand zu
nehmen (z.B. stationäre berufliche Abklärung, Belastbarkeits- oder Arbeitstrai
ning
) und
bei einem allfälligen Scheitern
in der ergänzenden medizinischen Abklä
rung auch
die Beobachtungen der beruflichen Fachleute
fac
härztlich evalu
ieren zu lassen.
Der Beschwerdeführer ist
aufgrund
d
es
doch
wiederholt festgestellten
auffälligen
Verhaltens
darauf aufmerksam zu machen, dass r
echtsprechungsgemäss kein versicherter Gesundheitsschaden vor
liegt
, wenn die Leistungseinschränkung auf Aggravation oder einer
ähnlichen Konstellation beruht
(z.B. Urteil des Bundes
gerichts 8C_604/2017 vom 1
5.
März 2018 E. 6.1).
S
ollte
also eine übertriebene Darstellung der Beschwerden zum Scheitern
der beruflichen Eingliederung
führen oder Grund dafür sein, d
ass sich
mangels verwertbarer Untersuchungsergebnisse
ein bestehendes invalidisierendes Leiden
nicht
mehr
mit genügender Sicherheit
nachweisen
lässt,
führt dies zu einer Einstellung der Rente ohne weitere Unterstützung bei der Wiedereingliederung.
7.
7.1
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrens
aufwand unabhängig vom Streitwert im Rahmen von
Fr.
200.-- bis
Fr.
1‘000.-- festzulegen (
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG) und auf
Fr.
8
00.-- festzusetzen. Nach ständiger Rechtsprechung gilt die Rückweisung der Sache an die Verwaltung zur weiteren Abklärung und neuen Verfügung als Obsiegen (BGE 137 V 57 E.2.2), weshalb die Kosten der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen sind.
7.
2
Nach
Art. 61
lit
. g ATSG
hat die obsiegende Beschwerde führende Person An
spruch auf Ersatz der Parteikosten. Diese werden ohne Rücksicht auf den Streit
wert nach der Bedeutung der Streitsache, der Schwierigkeit des Prozesses und dem
Mass des Obsiegens bemessen. Unter Berücksichtigung der vorstehenden Grund
sätze ist die Beschwerdegegnerin zu verpflichten,
dem anwaltlich vertrete
nen Beschwerdeführer
eine Prozessentschädigung von Fr.
3
’
4
00.-- (inkl. Mehr
wert
steuer und Barauslagen) zu bezahlen.