# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** df386924-bb10-561c-b116-f5d4ebbf5e39
**Court:** BE_VB
**Chamber:** BE_VB_001
**Year:** 2014
**Language:** de
**Jurisdiction:** BE / Espace_Mittelland
**Law Area:** Public
**Law Sub-area:** $law_sub_area

## Facts

I. Sachverhalt
1. An der A._strasse YX._ in Worb wird seit 1944 eine Schreinerei
betrieben. Die Parzelle Worb Gbbl. Nr. X._ liegt in der Wohnzone W2 mit
Lärmempfindlichkeitsstufe ES II. Nach einem Brand bewilligte die Gemeinde am 16.
Dezember 1999 den Neuaufbau einer Möbelwerkstätte - Schreinerei, welche vom
Einzelunternehmer Y._ geführt wurde. Anfangs 2010 verlegten Z._ und
G._ ihre Betriebe (Z._holzwerkstatt und C._ GmbH) an die
A._strasse YX._. Im Mai 2010 gründeten sie zusammen mit Y._
die V._ AG. Die Schreinerei wird seither als Betriebsgemeinschaft geführt und
erhielt eine Neuausrichtung auf die Bauschreinerei.
Die neue Betriebsgemeinschaft nahm im Gebäudeinnern Änderungen vor (Ersatz von
Maschinen, neue Absauganlage, Balkenlage), welche der Regierungsstatthalter von Bern-
Mittelland am 15. Dezember 2010 für baubewilligungspflichtig erklärte. Diese Verfügung
wurde rechtskräftig. Mit Gesamtentscheid vom 20. Mai 2011 bewilligte die Gemeinde die
nachträglichen Baugesuche für die Neuanschaffung von Maschinen, den Ersatz der
Späneabsauganlage, den Einbau der Balkenlage für die Absauganlage und die Nutzungen
des Gebäudes. Die BVE hiess die dagegen erhobene Beschwerde mit Entscheid vom 29.
Februar 2012 gut (RA Nr. 110/2011/90), erteilte den Bauabschlag, hob den
vorinstanzlichen Entscheid mit Ausnahme der nicht angefochtenen Ziff. 1.5
(Kaminverlängerung) auf und wies die Sache zum Entscheid über die Wiederherstellung
des rechtmässigen Zustands an die Gemeinde Worb zurück. In Bezug auf die
zurückgezogenen Baugesuche für die Fremdnutzungen im Untergeschoss
(Steinmetzatelier und Haushaltgerätelager) schrieb sie das Verfahren als erledigt vom
Geschäftsverzeichnis ab. Mit Urteil vom 2. April 2013 wies das Verwaltungsgericht die
dagegen erhobene Beschwerde ab und bestätigte den Entscheid der BVE
(VGE 2012/101).
2. Am 24. Mai 2013 forderte die Gemeinde Worb die V._ AG auf, sich zum
weiteren Vorgehen zu äussern. Die V._ AG reichte am 23. Juli 2013 ein
Baugesuch ein (datierend vom 18. Juli 2013), das die Schallisolierung des Haupttors, die
Kaminverlängerung und ein „Parkplatzregime“ mit vier zusätzlichen Parkplätzen auf der
Nordseite und im Untergeschoss umfasste. Gleichzeitig gab sie ein Betriebskonzept ab. Im
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Begleitschreiben beantragte die V._ AG, im Sinn einer Wiederherstellung sei die
Umsetzung des Baugesuchs innert vier Monaten nach rechtskräftiger Bewilligung und die
Einhaltung des beigelegten Betriebskonzeptes zu verfügen. Gegebenenfalls seien weitere
Auflagen bezüglich Schallschutzfenster, Drosselung der Absauganlage und Lärmmessung
anzuordnen. Gegen das Bauvorhaben erhoben die Beschwerdeführenden 1-19
gemeinsam sowie der Beschwerdeführer 20 Einsprache.
3. Mit Gesamtbauentscheid und Wiederherstellungsentscheid vom 22. November 2013
bewilligte die Gemeinde Worb die Bauvorhaben mit der Auflage, dass sie innert drei
Monaten nach Rechtskraft der Baubewilligung zu realisieren seien (Ziff. I). Gleichzeitig
ordnete sie die Wiederherstellung des rechtmässigen Zustandes an (Ziff. II). Die
Wiederherstellungsmassnahmen betreffen insbesondere die Absauganlage (Ziff. II/1 Bst. a
und c), Schallschutzmassnahmen an der Südfassade (Bst. b), die Verkleinerung des
Betriebs auf acht Personen (Bst. e), die Betriebszeiten (Bst. j), die Parkierung (Bst. k),
Verkehrsanordnungen für die Zufahrt (Bst. f-h) sowie Kontingente für Lastwagenzufahrten
(Bst. h, i). Für den Fall, dass die bewilligten Vorhaben und die
Wiederherstellungsmassnahmen von Ziff. II/1 Bst. a, b und c nicht fristgerecht ausgeführt
würden, drohte sie die Ersatzvornahme und Straffolgen an.
4. Dagegen reichten die Beschwerdeführenden 1-19 am 19. Dezember 2013
Beschwerde bei der Bau-, Verkehrs- und Energiedirektion des Kantons Bern (BVE) ein und
stellen folgende Rechtsbegehren:
1. «Gesamtbau- und Wiederherstellungsentscheide vom 22. November 2013 seien ausser
Ziff. I/2.1 aufzuheben, der Bauabschlag zu erteilen und die Wiederherstellung des
rechtmässigen Zustands entsprechend dem Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons
Bern vom 2.4.2013 (100.2012.101) anzuordnen.
2. Als vorsorgliche Massnahme sei der Beschwerdegegnerin superprovisorisch unter
Androhung der Ersatzvornahme eine kurze Frist anzusetzen, die rechtskräftig bewilligte
Verlängerung des Kamins umzusetzen.»
5. Der Beschwerdeführer 20 reichte ebenfalls am 19. Dezember 2013 Beschwerde bei
der BVE ein. Er beantragt insbesondere, der Personalbestand sei auf den Umfang der
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Besitzstandsgarantie zu reduzieren. Zudem beantragt er folgende Änderungen von Ziff. II/1
Bst. e, f und h:
«Sämtliche Zu- und Wegfahrten von der Schreinerei (...) für Warentransporte haben von
Süden bzw. nach Süden auf die H._strasse oder über den AH._weg zu
erfolgen. Für die notwendigen Wendemanöver ist auf dem Betriebsareal der benötigte
Platz jederzeit frei zu halten. Das Befahren der A._strasse mit Motorfahrzeugen
über 3,5 t von und zu der Schreinerei (...) aus nördlicher Richtung, d.h. via
AI._weg ist grundsätzlich untersagt.
Die Zu- und Wegfahrt mit Lastwagen über 7,5 t zum Betrieb ist untersagt. Die Zu- und
Wegfahrt für von der Schreinerei V._ AG zu begründende und von der Gemeinde
Worb einzeln zu bewilligende Ausnahmetransporte mit schwereren Lastwagen ist
ausschliesslich mit Fahrzeugen gestattet, welche bezüglich Grösse, Gewicht und
Fahrzeughöhe in der Lage sind, entweder über die H._strasse und / oder den
AH._weg zur Schreinerei hin und auch wieder weg zu fahren. Das Befahren der
A._strasse mit Motorfahrzeugen über 3,5 t von und zu der Schreinerei (...) aus
nördlicher Richtung, d.h. via AI._weg ist auch für solche Ausnahmetransporte
grundsätzlich untersagt.»
6. Am 27. Dezember 2013 reichte die V._ AG
(Beschwerdegegnerin/Beschwerdeführerin 21) Beschwerde bei der BVE ein und stellt
folgende Rechtsbegehren:
1a) Ziff. II/1 Bst. c des angefochtenen Entscheids sei aufzuheben und wie folgt neu zu fassen:
"Die Absauganlage darf nur bei Bedarf betrieben werden. Die Bauabteilung behält sich das
Recht vor, Stichproben durchzuführen.“
1b) Eventuell sei Satz 1 von Ziffer II/1 Bst. c des angefochtenen Entscheides aufzuheben und
wie folgt neu zu fassen:
"Die Absauganlage darf nur bei Bedarf betrieben werden, im Jahresdurchschnitt während
vier Stunden pro Arbeitstag.“
2) Satz 1 von Ziffer II/1 Bst. j sei aufzuheben und wie folgt neu zu fassen:
"Die Standmaschinen und Absauganlage der Schreinerei dürfen nur von Montag bis
Freitag (ohne Feiertage) zwischen 07.00 und 12.00 Uhr und zwischen 13.00 und 17.30
Uhr betrieben werden. Materiallieferungen zum oder vom Betrieb sind ebenfalls nur in
dieser Zeit zulässig.“
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7. Das Rechtsamt, welches die Beschwerdeverfahren für die BVE leitet1, wies mit
Verfügung vom 24. Dezember 2013 das Gesuch der Beschwerdeführenden 1-19 um
superprovisorische Ansetzung einer Frist für die Kaminverlängerung ab. Mit Verfügung
vom 7. März 2014 wies es das Gesuch um Anordnung der beantragten vorsorglichen
Massnahme ab. Diese Verfügungen blieben unangefochten.
8. Das Rechtsamt führte den Schriftenwechsel durch und holte die gesamten Vorakten
ein. Die V._ AG (Beschwerdegegnerin 21) beantragt mit separaten
Beschwerdeantworten vom 23. Januar 2014, die Beschwerde der Beschwerdeführenden 1-
19 sei vollumfänglich abzuweisen, die Beschwerde des Beschwerdeführers 20 sei
vollumfänglich abzuweisen, soweit darauf einzutreten sei.
Mit Beschwerdeantwort vom 31. Januar 2014 schliessen die Beschwerdegegner 1-19 auf
Abweisung der Beschwerde der V._ AG (Beschwerdeführerin 21). Der
Beschwerdegegner 20 beantragt mit Beschwerdeantwort vom 13. Januar 2014 ebenfalls
Abweisung der Beschwerde der V._ AG.
Die Gemeinde Worb beantragt mit Stellungnahme vom 27. Januar 2014 die Abweisung
aller Beschwerden und die Bestätigung des angefochtenen Gesamtbau- und
Wiederherstellungsentscheids.
9. Auf die Rechtsschriften wird, soweit für den Entscheid wesentlich, in den
nachfolgenden Erwägungen eingegangen.

## Considerations

II. Erwägungen
1. Sachurteilsvoraussetzungen
1 Art. 7 der Verordnung vom 18. Oktober 1995 über die Organisation und die Aufgaben der Bau-, Verkehrs- und Energiedirektion (OrV BVE; BSG 152.221.191)
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a) Beim angefochtenen Entscheid handelt es sich um eine Baubewilligung und um eine
Wiederherstellungsverfügung. Bauentscheide und baupolizeiliche Verfügungen nach
Art. 45 bis 48 BauG2 können innert 30 Tagen seit Eröffnung mit Baubeschwerde bei der
BVE angefochten werden (Art. 40 Abs. 1 und Art. 49 Abs. 1 BauG). Sämtliche
Beschwerden wurden frist- und formgerecht eingereicht.
b) Zur Beschwerde befugt sind die Baugesuchsteller, die Einsprecher im Rahmen ihrer
Einsprachegründe, die zuständige Gemeindebehörde (Art. 40 Abs. 2 BauG) sowie die
Adressaten einer Wiederherstellungsverfügung (vgl. Art. 65 VRPG3). Die
Beschwerdeführenden 1-19 haben als Anzeiger im baupolizeilichen Verfahren
teilgenommen und − ebenso wie der Beschwerdeführer 20 − Einsprache gegen das
Baugesuch erhoben. Die Beschwerdeführenden 1-19 und der Beschwerdeführer 20 sind
durch den vorinstanzlichen Gesamtentscheid beschwert und daher zur Beschwerdeführung
legitimiert. Die V._ AG ist als Adressatin des Wiederherstellungsentscheids
beschwert. Auf alle drei Beschwerden ist grundsätzlich einzutreten.
c) Im Beschwerdeverfahren kann der Streitgegenstand nicht über das hinausgehen,
was die Vorinstanz geregelt hat. Er kann mithin nur eingeschränkt, nicht aber erweitert
werden.4 Nicht eingetreten werden kann deshalb, soweit der Beschwerdeführer 20 Rauch-
bzw. Schadstoffemissionen aus dem Kamin und eine mögliche Brandgefahr rügt, da der
Betrieb der Heizung im Verfahren vor der Gemeinde nicht Streitgegenstand war. Auch
allfällige künftige Nutzungen der Schreinerei oder eine mögliche Vergrösserung der
Bauzone im Gebiet Mauermösli sind nicht Verfahrensgegenstand. Auf diese Vorbringen
kann zum Vornherein nicht eingetreten werden.
2. Bauentscheid
a) Der Beschwerdeführer 20 rügt, die Baupublikation habe als Gegenstand auch die
Genehmigung des Betriebskonzeptes genannt. Es gehe nicht an, dass die vom
Verwaltungsgericht als nicht bewilligungsfähige Nutzung nun nachträglich durch
Wiederherstellungsverfügung trotzdem bewilligt werde. Die Beschwerdeführenden 1-19
2 Baugesetz vom 9. Juni 1985 (BauG; BSG 721.0) 3 Gesetz vom 23. Mai 1989 über die Verwaltungsrechtspflege (VRPG; BSG 155.21) 4 Merkli/Aeschlimann/Herzog, Kommentar zum bernischen VRPG, 1997, Art. 72 N. 6; BVR 2011 S. 391 E. 2.1
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rügen, das Baugesuch sei identisch mit den bereits rechtskräftig beurteilten Bauvorhaben
von 2011. Auch sie gehen mithin davon aus, das Betriebskonzept sei Teil der bewilligten
Bauvorhaben.
b) Die Gemeinde hat in der Publikation des Baugesuchs die "Genehmigung
Betriebskonzept" als Bauvorhaben aufgeführt. Auch im angefochtenen Entscheid ist das
Betriebskonzept bei den Bauvorhaben genannt. Da die Gemeinde in Ziff. I/1 des
angefochtenen Entscheids die "eingangs erwähnte[n] Bauvorhaben" bewilligt hat, könnte
bei einer formellen Betrachtungsweise tatsächlich der Eindruck entstehen, das Konzept sei
bewilligt worden. In der Sache trifft dies aber nicht zu. Die V._ AG reichte das
Betriebskonzept zwar gleichzeitig mit dem Baugesuch ein, aus ihrem Begleitschreiben und
dem Baugesuchsformular 1.0 geht aber klar hervor, dass dieses Konzept nicht Teil des
Bauvorhabens ist. Vielmehr beantragte die V._ AG damit Massnahmen für die
Wiederherstellung des rechtmässigen Zustands. Die Gemeinde hat das Konzept auch nicht
bewilligt, wie sie im Bauentscheid explizit festhält (S. 4), sondern ausgehend davon
Wiederherstellungsmassnahmen angeordnet, die teilweise strenger sind als die Vorschläge
der V._ AG. Das Betriebskonzept ist demnach weder Teil der Bauvorhaben noch
wurde es als solches bewilligt. In Ziff. I des angefochtenen Entscheids ist daher
klarzustellen, dass nur die Schalldämmung beim Haupttor, die neue Parkorganisation und
die Ausführungsart der Kaminverlängerung bewilligt wurden. Insoweit sind die
Beschwerden der Beschwerdeführenden 1-19 und 20 gutzuheissen.
c) Die Beschwerdeführenden 1-19 fechten den Bauentscheid an und beantragen den
Bauabschlag. Aus ihrer Begründung ergibt sich aber, dass die Baubewilligung für die
Schallschutzmassnahmen und Parkplätze nur insoweit beanstandet wird, als damit der
bestehende Zustand legalisiert werden könnte. In der Sache bringen sie nichts gegen eine
zusätzliche Schallisolierung der Gebäudehülle vor, sondern erachten sie im Falle des
Weiterbetriebs der Schreinerei vielmehr als sinnvoll. Sie wenden auch nichts gegen die
zusätzlichen Parkplätze und die etwas andere Anordnung der bestehenden Abstellplätze
ein, sondern machen lediglich geltend, auch so genüge die Parkplatzsituation für die
nachgesuchte Betriebsstruktur nicht. Hauptstreitpunkt bilden vorliegend somit die
Massnahmen zur Wiederherstellung des rechtmässigen Zustands bei der Schreinerei. Für
sich allein genommen sind die Bauvorhaben aber unbestritten, so dass insoweit mangels
Rechtsschutzinteresse und genügender Begründung nicht auf die Beschwerde einzutreten
ist.
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d) Über die formelle und materielle Rechtswidrigkeit der jetzigen Nutzung und der im
Gebäudeinnern vorgenommenen Änderungen liegen rechtskräftige Entscheide vor (siehe
unten). Entgegen der Befürchtung des Beschwerdeführers 20 steht im vorliegenden
Verfahren deshalb nicht mehr die Bewilligungsfähigkeit des Betriebs, sondern nur noch die
Wiederherstellung des rechtmässigen Zustands zur Debatte. Bei dieser Ausgangslage
erübrigte sich ein Ausnahmegesuch für den nicht zonenkonformen Schreinereibetrieb.
3. Rechtskräftige Entscheide
a) Mit Entscheid vom 29. Februar 2012 hat die BVE dem nachträglichen Baugesuch der
V._ AG (Nutzungsänderung bzw. -intensivierung, Balkenlage, Ersatz der
Maschinen und Absauganlage) den Bauabschlag erteilt.5 Die BVE erwog, dass eine in der
Wohnzone gelegene Schreinerei nicht zonenkonform sei. Da 1999 aber eine
"Möbelwerkstätte -Schreinerei" an der A._strasse YX._ bewilligt worden
sei, geniesse sie in diesem Umfang (in analoger Anwendung von Art. 3 BauG)
Besitzstandsgarantie. Die in Zusammenhang mit der Gründung der Betriebsgemeinschaft
erfolgte Nutzungsintensivierung und Neuausrichtung auf Bauschreinerei gehe aber darüber
hinaus und stehe nicht mehr unter dem Schutz der Besitzstandsgarantie. Für die
Nutzungsänderung / Betriebserweiterung und die Bauvorhaben im Gebäudeinnern könne
insbesondere wegen entgegenstehenden öffentlichen und nachbarlichen Interessen
(Einhaltung der Zonenvorschriften, Zunahme von Lärmimmissionen und prekäre
Erschliessung) auch keine Ausnahmebewilligung nach Art. 26 BauG erteilt werden. Mit
dem Bauabschlag stehe fest, dass die Betriebserweiterung und der Ersatz der Maschinen
und Absauganlage formell und materiell rechtswidrig seien. Bei der Wiederherstellung des
rechtmässigen Zustands sei die Besitzstandsgarantie zu beachten.
b) Dieser Entscheid wurde am 2. April 2013 (soweit angefochten) vom
Verwaltungsgericht bestätigt.6 Das Verwaltungsgericht präzisierte, im Rahmen der
Besitzstandsgarantie sei nur die tatsächlich ausgeübte, rechtswidrig gewordene Nutzung
geschützt, nicht aber Nutzungsmöglichkeiten, von denen die Grundeigentümerschaft
keinen Gebrauch gemacht bzw. die sie (vor der Rechtsänderung) aufgegeben habe. Unter
5 BDE Nr. 110/2011/90 vom 29. Februar 2012 6 VGE 2012/101 vom 2. April 2013, in Vorakten RA 110/2011/90
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dem Schutz der Besitzstandsgarantie stehe nicht die Zonenwidrigkeit an sich, sondern
lediglich das Gebäude und die damit verknüpfte tatsächlich ausgeübte Nutzung bzw. die
ursprüngliche Investition, die im Vertrauen auf die damalige Rechtslage getätigt worden sei
(E.3.2). Zur tatsächlich ausgeübten Nutzung hielt es fest, nach dem Wiederaufbau der
Schreinerei 1999 sei eine Möbelwerkstätte - Schreinerei mit ein bis drei Angestellten
betrieben worden. Mit dem Inhaber und der mitarbeitenden Ehefrau hätten somit drei bis
fünf Personen zum Betrieb gehört. Es sei daher nicht von Belang, ob nach der
Baubewilligung von 1999 mehr als drei Angestellte im Betrieb zugelassen gewesen wären,
sondern in welchem Umfang die Schreinerei bis zum Zuzug der beiden Unternehmen
tatsächlich betrieben worden sei (E. 4.3).
4. Wiederherstellung des rechtmässigen Zustands
a) Wird ein Bauvorhaben ohne Baubewilligung ausgeführt und kann es auch
nachträglich nicht bewilligt werden, entscheidet die Baubewilligungsbehörde zugleich
darüber, ob und inwieweit der rechtmässige Zustand wiederherzustellen ist und setzt dafür
eine Frist an (vgl. Art. 46 Abs. 1 und 2 Bst. e BauG).
b) Die Schreinerei an der A._strasse YX._ ist in der Wohnzone nicht
zonenkonform. Die Wiederherstellungsmassnahmen können aber nicht weiter gehen als
die Besitzstandsgarantie; diese definiert mithin den herzustellenden rechtmässigen
Zustand. Das Verwaltungsgericht hat in Übereinstimmung mit der BVE festgehalten, dass
eine Betriebsgrösse mit maximal fünf Personen (inklusive Betriebsinhaber) unter dem
Schutz der Besitzstandsgarantie steht. Es besteht kein Anlass, im vorliegenden Verfahren
auf diese Feststellungen zurückzukommen.
c) Die formelle und materielle Rechtswidrigkeit bedeutet nicht zwangsläufig, dass der
ursprüngliche Zustand vollständig wiederhergestellt werden muss. Bei
Wiederherstellungsmassnahmen sind die verfassungsmässigen Grundsätze zu beachten.
Die Massnahmen müssen im öffentlichen Interesse liegen, verhältnismässig sein und
dürfen den Vertrauensgrundsatz nicht verletzen (Art. 5 Abs. 2 BV7).8 Verhältnismässig ist
7 Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft vom 18. April 1999 (BV; SR 101) 8 BGer 1C_157/2011 vom 21.07.2011 E. 5.1; Aldo Zaugg/Peter Ludwig, Kommentar zum Baugesetz des Kantons Bern, 4. Aufl., Band I, Bern 2013, Art. 46 N. 9; BVR 2013 S. 85 E. 5.1
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eine Anordnung, wenn sie zur Erreichung des angestrebten Ziels geeignet und erforderlich
und für die Betroffenen zumutbar ist. Sie darf nicht weiter gehen als zur Herstellung des
rechtmässigen Zustands notwendig ist. Bei geringfügigen Abweichungen und wenn die
Bauherrschaft im baurechtlichen Sinn gutgläubig handelte, kann die Wiederherstellung
unterbleiben, wenn nicht gewichtige öffentliche oder private Interessen diese gebieten.9
d) Generell besteht ein grosses öffentliches Interesse daran, die Wohnzone vor
unzulässigen Betriebserweiterungen und Nutzungsänderungen und den damit
verbundenen Immissionen zu schützen. Es ist streitig, ob die V._ AG bei der
Betriebserweiterung und den Änderungen im Gebäudeinnern gutgläubig war. Die
V._ stellt aber nicht in Abrede, dass sich weder Y._, noch Z._
oder G._ vorgängig bei der Gemeinde erkundigt haben, ob die Vergrösserung des
Betriebs, die Neuausrichtung auf Bauschreinerei und die Änderungen im Gebäudeinnern
baubewilligungspflichtige Sachverhalte darstellen könnten. Die Gemeinde hat sich mit der
Frage der Baubewilligungspflicht denn auch erst befasst, als eine baupolizeiliche Anzeige
über die erfolgte Betriebserweiterung, die neu angeschafften Maschinen und eingebaute
Balkenlage eingegangen war. Dass die Gemeinde damals die Baubewilligungspflicht
bezweifelte, stellt keine Vertrauensgrundlage dar, da die Änderungen ja bereits erfolgt
waren. Zudem hat die Gemeinde diese Frage schliesslich nicht selber entschieden,
sondern dem Regierungsstatthalter zum Entscheid unterbreitet. Es wird allgemein
vorausgesetzt, dass sich Bauwillige um die Zulässigkeit ihres Tuns kümmern. Von
Personen, die wie vorliegend im Baugewerbe tätig sind, darf erst recht erwartet werden,
dass sie sich die Frage nach der Baubewilligungspflicht stellen, zumal das
Betriebsgebäude in einem reinen Wohnquartier in der Wohnzone liegt und unbestritten
nicht zonenkonform ist. Die Betriebsinhaber waren daher im baurechtlichen Sinn nicht
gutgläubig. Auch eine Bauherrschaft, die nicht gutgläubig gehandelt hat, kann sich auf den
Verhältnismässigkeitsgrundsatz berufen. Sie muss aber in Kauf nehmen, dass die
Behörden aus grundsätzlichen Erwägungen den Interessen an der Wiederherstellung des
gesetzmässigen Zustands erhöhtes Gewicht beimessen und die Nachteile der
Wiederherstellung nicht oder nur in verringertem Masse berücksichtigen.10
9 Aldo Zaugg/Peter Ludwig, a.a.O., Art. 46 N. 9c 10 Aldo Zaugg/Peter Ludwig, Kommentar zum Baugesetz des Kantons Bern, 4. Aufl., Band I, Bern 2013, Art.46 N. 9c Bst. c mit Hinweisen
12
5. Betriebsgrösse
a) Die Gemeinde hat in Ziffer II/1 Bst. e Folgendes verfügt:
«Am Standort A._strasse YX._ dürfen maximal acht Personen tätig sein.»
Sie erwog insbesondere, der (Maschinen-)lärm werde durch die gleichzeitig verfügten
Schallschutzmassnahmen und die Beschränkung der Betriebszeiten spürbar reduziert. Der
Schreinerei müsse ein gewisses Entwicklungspotential zugestanden werden. Eine allzu
strenge Beschränkung des Personals würde zu stark in die betriebswirtschaftliche
Autonomie eingreifen.
b) Die Beschwerdeführenden 1-19 rügen, unter der Besitzstandsgarantie bestehe kein
Entwicklungspotential für acht Mitarbeitende. Der Betrieb sei auf den vorbestehenden
Zustand, d.h. drei Mitarbeitende, zu beschränken und dürfe keine Bauschreinerei sein.
Zudem dürften die Maschinen nur im Rahmen der Besitzstandsgarantie von bis zu drei
Mitarbeitenden gleichzeitig betrieben werden. Auch der Beschwerdeführer 20 beantragt
eine Reduktion der Anzahl Beschäftigten auf die Besitzstandsgarantie. Die V._ AG
bringt dagegen vor, mit der Wiederherstellungsverfügung müsse nicht der Zustand von
1999 wiederhergestellt werden. Vielmehr gelte es mit geeigneten Massnahmen die
Emissionen zu begrenzen. Heute werde überwiegend auf den Baustellen gearbeitet. Die
Gemeinde habe berücksichtigt, dass vorliegend die Arbeit auf den Baustellen
immissionsmässig nicht von Belang sei.
c) Die Gemeinde ist bei ihrer Massnahme nicht von acht Mitarbeitenden ausgegangen,
sondern von einem Total von acht im Betrieb tätigen Personen inklusive die beiden
heutigen Betriebsinhaber. Sie präzisierte dazu, dass die Inhaber nur je zu 50% im Betrieb
arbeiteten, so dass es im Ergebnis einem Betrieb mit sieben Personen entspreche. Aus
dem Entscheid ergibt sich auch nicht, dass die Mitarbeiter, die auf Baustellen arbeiten,
nicht mitgemeint sein sollten, selbst wenn die Immissionen aus diesen Schreinertätigkeiten
an anderen Orten entstehen. Die Gemeinde hat die stärkeren Immissionen aus der
Betriebsaktivität und dem Mehrverkehr des vergrösserten Betriebs durchaus berücksichtigt
und festgehalten, die Nachbarn müssten die erfolgte Zunahme auf elf Personen nicht mehr
hinnehmen. Die Anordnung der Gemeinde umfasst daher die gesamte Betriebsgrösse bzw.
die gesamte Schreinertätigkeit, die vom Standort A._ aus betrieben wird. Eine
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Weiterführung des status quo mit zurzeit elf Personen steht somit nicht mehr zur
Diskussion.
d) In den Beschwerdeverfahren betreffend das nachträgliche Baugesuch zur
Nutzungserweiterung der Schreinerei und den Ersatz der Maschinen wurde Folgendes
festgestellt: Die Vergrösserung des Personalbestands auf elf Personen und die
Neuausrichtung auf die Bauschreinerei haben den Betriebsverkehr erhöht. Dabei ist
unerheblich, dass der Schwerpunkt der Schreinerei beim Innenausbau auf Baustellen liegt,
da die Mitarbeiter zumindest einmal täglich zum "Rüsten" in den Betrieb kommen. Die
Materiallieferungen zur Schreinerei haben zugenommen und erfolgen teilweise mit grossen
Lastwagen, was zu Blockaden führen kann. Die schmale Zufahrtsstrasse durch das
Wohngebiet wird insgesamt stärker beansprucht und die Verkehrssicherheit tangiert. Die
(bisher) sieben bewilligten Parkplätze bei der Schreinerei genügen offensichtlich nicht. Zum
einen sind sie für die Privatfahrzeuge der insgesamt elf Personen und die Firmenfahrzeuge
nicht ausreichend, zum anderen werden die Parkplätze vor der Schreinerei auch für den
Güterumschlag und das Be- und Entladen der Fahrzeuge benötigt. Durch den Betrieb der
Maschinen, den Güterumschlag und die Umladevorgänge, insbesondere auch bei offenen
Toren, entstehen stärkere Lärmimmissionen als zu Zeiten der Möbelschreinerei von Herrn
Y._. Das Verwaltungsgericht hielt zusammenfassend fest, dass die Vergrösserung
und Neuausrichtung des Betriebs zu einer Verschlechterung der Erschliessung
(Zugänglichkeit, Sicherheit) und zu zusätzlichen Lärmimmissionen geführt habe.11 Der
heutige Betrieb geht somit weit über den Besitzstand hinaus12, die Abweichung ist nicht
gering.
e) Die Verkleinerung des Betriebs an der A._strasse YX._ auf
höchstens fünf Personen (inkl. Betriebsinhaber) entspricht etwa einer Halbierung
gegenüber dem heutigen Zustand. Dies wird zu einer spürbaren Abnahme der
Betriebstätigkeit und des Verkehrs führen, was wiederum eine massgebende Reduktion
der Emissionen und eine Verbesserung der Verkehrssicherheit zur Folge hat. Für diese
Betriebsgrösse stehen auch genügend Autoabstellplätze zur Verfügung, so dass die fünf
Parkplätze vor der Schreinerei für den Güterumschlag und Ladevorgänge frei gehalten
werden können, damit keine Blockaden auf der A._strasse entstehen. Die
11 BDE Nr. 110/2011/90 vom 29. Februar 2012, E. 3e, 7d-e, 8f-g; VGE 2012/101 vom 2. April 2013, E. 4.6.2 f., E. 4.7 12 VGE 2012/101 vom 2. April 2013, E. 4.5
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Betriebsverkleinerung ist daher im öffentlichen Interesse und geeignet zur
Wiederherstellung des rechtmässigen Zustands.
f) Eine mildere Massnahme als die Betriebsverkleinerung ist nicht ersichtlich. Mit den
zusätzlich verfügten bzw. bewilligten Schalldämmmassnahmen beim Haupttor und der
Südfassade lassen sich nur die Immissionen vermindern, die durch Schreinertätigkeiten im
engeren Sinn entstehen. Auf den Betriebs- und Zulieferverkehr, die prekäre
Parkplatzsituation und den Güterumschlag haben die Schalldämmungen aber keinen
Einfluss. Das Arbeitsvolumen und die Intensität der Nutzung am Standort A._ sind
vielmehr abhängig von der Betriebsgrösse. Die von der Gemeinde verfügten Anordnungen
zur Anlieferung und das selektive Einbahnsystem sind schlecht kontrollierbar und stellen
mangels Verbindlichkeit gegenüber Dritten nur beschränkt geeignete Massnahmen zur
Wiederherstellung des rechtmässigen Zustands dar (siehe dazu unten, Erwägung 8). Die
Verkleinerung des Betriebs auf fünf Personen ist daher erforderlich, um den rechtmässigen
Zustand gemäss Besitzstandsgarantie wiederherzustellen. Der Schreinereibetrieb muss
nicht zwingend von einem einzigen Standort aus erfolgen, zumal es sich nach wie vor um
eine Betriebsgemeinschaft von zwei unabhängigen Unternehmen handelt (Z._
holzwerkstatt, C._ GmbH) und schwerpunktmässig Bauschreinerei betrieben wird.
Für die Umsetzung ist eine Frist von sechs Monaten, d.h. bis Ende 2014, angemessen. Die
Verkleinerung des Betriebs ist daher auch zumutbar.
g) Ziffer II/1 Bst. e des angefochtenen Entscheids ist demnach durch die Anordnung zu
ersetzen, dass das Betriebsgebäude an der A._strasse YX._ von
höchstens fünf Personen (inkl. Betriebsinhaber) genutzt werden darf. Dabei ist nicht
massgebend, in welcher Funktion die Personen tätig sind, und ob sie in der Schreinerei an
der A._strasse arbeiten oder auf Baustellen. Mithin ist auch unerheblich, welches
bzw. welche Unternehmen die Schreinerei betreiben und wer Arbeitgeberin ist. Es fallen
daher nicht nur die Betriebsinhaber und ihre Angestellten darunter, sondern auch allfällige
Dritte oder Temporärpersonal. Massgebend ist einzig die Nutzung dieses Standorts, sei es
dadurch, dass die Personen im Schreinereigebäude arbeiten (Schreinerarbeiten oder
anderes), das Gebäude als Ausgangs- oder Rückkehrbasis ("Hub") für ihre Einsätze auf
Baustellen benutzen oder dort Material beziehen, abladen oder sonst wie "rüsten". Damit
die Einhaltung der Massnahme kontrollierbar ist, müssen die Namen der fünf Personen
und die amtlichen Kennzeichen ihrer Fahrzeuge der Bauabteilung der Gemeinde jährlich
bis am 10. Januar sowie im Fall von Änderungen gemeldet werden. Die
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Wiederherstellungsmassnahme ist bis am 31. Dezember 2014 umzusetzen. Die
Beschwerden der Beschwerdeführenden 1-19 und des Beschwerdeführers 20 sind
insoweit gutzuheissen.
h) Die von den Beschwerdeführenden 1-19 verlangte Einschränkung, dass gleichzeitig
nur drei Mitarbeitende Maschinen bedienen dürften, geht demgegenüber zu weit. Im
Rahmen der zulässigen Betriebsgrösse ist es Sache des Unternehmens, die betrieblichen
Abläufe zu gestalten. Soweit die Beschwerdeführenden 1-19 geltend machen, die
Bauschreinerei sei nicht zulässig, verkennen sie, dass eine Möbelwerkstätte - Schreinerei
bewilligt ist. Auch Herr Y._ führte bereits Aufträge im Innenausbau aus, wenn auch
zu einem kleineren Teil als dies heute der Fall ist.13 Ein Verbot der Bauschreinerei würde
daher bereits an der Besitzstandsgarantie scheitern. Zum anderen begründen die
Beschwerdeführenden 1-19 nicht, inwiefern ein solcher Eingriff in die Betriebsführung eine
nachweisbare zusätzliche Verminderung der Immissionen und des Verkehrs zur Folge
hätte.
6. Betriebszeiten
a) Die Gemeinde hat in Ziff. II/1 Bst. j der angefochtenen Wiederherstellungsverfügung
die Betriebszeiten wie folgt festgelegt:
«Die Schreinerei darf nur von Montag bis Freitag (ohne Feiertage) zwischen 07.00 und 12.00
Uhr und zwischen 13.00 und 17.30 Uhr betrieben werden. Die Bauabteilung behält sich
Stichproben vor.»
Die V._ AG bringt in ihrer Beschwerde dagegen vor, dies sei zu einschränkend
und lasse sich auch nicht aus der Bestimmung zur zonenkonformen Nutzung ableiten (Art.
35 GBR14). Auch zonenkonforme Betriebe wie kleinere Läden wären nach 17.30 Uhr oder
am Samstag geöffnet. Bei der Schreinerei dürften daher nur die störenden Auswirkungen
beschränkt werden, soweit sie über das zonenkonforme Mass hinausgingen, wie z.B. der
Betrieb der Standmaschinen, der Absauganlage, Lieferungen und Transporte. Es bestehe
hingegen weder ein öffentliches noch ein nachbarliches Interesse daran, stille Tätigkeiten
wie das Erstellen von Werkplänen, Arbeitsrapporten, Fertigungsarbeiten (z.B. ölen und
13 Vgl. Protokoll des Augenscheins vom 8. Dezember 2011, S. 7, in Vorakten RA 110/2011/90, pag. 103 14 Baureglement der Gemeinde Worb 1993
16
grundieren), Aufräumarbeiten oder die Lehrlingsausbildung ohne Maschinenarbeiten
ausserhalb dieser Zeiten zu untersagen. Sie beantragt deshalb, die Massnahme
dahingehend zu ändern, dass die Standmaschinen und Absauganlage nur in den von der
Gemeinde festgelegten Zeiten betrieben werden dürfen und dass Materiallieferungen
ebenfalls nur in diesen Zeiten zulässig sind.
b) Mit der Bewilligung des Schreinereigebäudes wurde grundsätzlich auch dessen Be-
nutzung erlaubt. Für die Wiederherstellung des rechtmässigen Zustands ist es nicht
erforderlich, stille Nutzungen des Gebäudes ausserhalb der Betriebszeiten der Schreinerei
zu verbieten. Aus dem angefochtenen Entscheid geht auch nicht hervor, dass die
Gemeinde ein solches Verbot erlassen wollte. Da der Begriff "Betrieb der Schreinerei"
verschieden verstanden werden kann (als Schreinerarbeiten im eigentlichen Sinn oder
umfassender als unternehmerische Tätigkeit), bedarf es einer Klärung. Die von der
V._ AG beantragte Anordnung würde aber nicht nur stille Tätigkeiten zulassen und
insofern über eine reine Klarstellung hinausgehen. Lärm kann nicht nur beim Betrieb von
Standmaschinen entstehen. Der Begriff muss daher allgemeiner gefasst werden
("Maschinen"). Mit dieser Änderung ist dem Antrag der V._ AG stattzugeben und
Ziff. II/1 Bst. j des angefochtenen Entscheids wie folgt zu ersetzen:
Die Maschinen und Absauganlage der Schreinerei dürfen nur von Montag bis Freitag (ohne
Feiertage) zwischen 07.00 und 12.00 Uhr und zwischen 13.00 und 17.30 Uhr betrieben
werden. Materiallieferungen zum oder vom Betrieb sind ebenfalls nur in dieser Zeit zulässig.
7. Späneabsauganlage
a) In Ziff. II/1 Bst. c der Wiederherstellungsverfügung hat die Gemeinde den Betrieb der
Absauganlage wie folgt geregelt:
«Die Absauganlage darf nur bei Bedarf betrieben werden, pro Arbeitstag maximal vier
Stunden. Die Anlage ist innert drei Monaten ab Rechtskraft der vorliegenden Verfügung mit
einem Stundenzähler nachzurüsten. Die Stundenzahlen sind im ersten Jahr monatlich
unaufgefordert der Bauabteilung schriftlich mitzuteilen. Danach sind sie quartalsweise
schriftlich mitzuteilen. Die Bauabteilung behält sich das Recht vor, Stichproben
durchzuführen.»
17
Die Beschwerdeführenden 1-19 rügen, die Vorinstanz setze sich mit diesen Anordnungen
über die vom Verwaltungsgericht festgestellte materielle Rechtswidrigkeit der
Absauganlage an diesem Standort hinweg und versuche mit Auflagen, den status quo zu
erhalten. Die Absauganlage und Balkenlage müssten zurückgebaut werden. Sofern sie
belassen würden, sei die Schallschutzisolation an der Gebäudehülle zwingend
anzubringen. Die V._ AG entgegnet, eine Schreinerei sei zwingend auf eine
Absauganlage angewiesen. Die alte Anlage habe ersetzt werden müssen und aus
feuerpolizeilichen Gründen nicht mehr im Untergeschoss installiert werden dürfen. Der
frühere Eigentümer der Parzelle Nr. D._ habe sich schriftlich bereit erklärt, die
Immissionen der Schreinerei zu akzeptieren, solange sie sich innerhalb der gesetzlichen
Grenzwerte bewegten, was der Fall sei.
b) Die neue Absauganlage befindet sich im Erdgeschoss und wurde auf einer eigens
dafür eingezogenen Balkenlage bei der Südseite installiert, während sich die alte Anlage
im Untergeschoss auf der Westseite befunden hatte. Der Lärm der Absauganlage ist aber
nicht ausschliesslich bei der südseitig angrenzenden Parzelle Nr. D._
wahrnehmbar, wie die BVE anlässlich des Augenscheins im früheren Verfahren feststellen
konnte.15 Die V._ AG kann daher aus der Erklärung des früheren Nachbars nichts
zu ihren Gunsten ableiten. Das Verwaltungsgericht hat die Versetzung der Absauganlage
als Umbau qualifiziert und den Bauabschlag erteilt, da die Lärmimmissionen durch das
Versetzen zugenommen und die Rechtswidrigkeit verstärkt haben.16 Damit ist aber noch
nicht entschieden, ob die Absauganlage und Balkenlage zurückgebaut werden müssen.
Die Wiederherstellung des rechtmässigen Zustands beurteilt sich nach anderen
Voraussetzungen als die Bewilligungsfähigkeit. Die Hygiene am Arbeitsplatz und der
Gesundheitsschutz der Arbeitnehmenden stellen wichtige öffentliche Interessen dar, die
einer Entfernung der Späneabsauganlage entgegenstehen. Eine Schreinerei ist deshalb
auf eine Absauganlage angewiesen, und zwar auch ein kleiner Betrieb. Am früheren
Standort der Absauganlage befindet sich nun die Heizung.17 Die von den
Beschwerdeführenden 1-19 beantragte Entfernung der Absauganlage kann daher nicht
angeordnet werden, ebenso wenig wäre eine Versetzung an den alten Standort möglich.
Insoweit ist die Beschwerde der Beschwerdeführenden 1-19 abzuweisen.
15 Vgl. Akten BVE RA Nr. 110/2011/90, pag 109 f. 16 VGE 2012/101 vom 2. April 2013, E. 5.3 17 Vgl. Fotodokumentation des Augenscheins vom 8. Dezember 2011, Foto Nr. 9, in Vorakten RA 110/2011/90, pag. 122
18
c) Die V._ AG rügt in ihrer Beschwerde, die Anordnung der Gemeinde in Ziff.
II/1 Bst. e stelle eine unverhältnismässige Einschränkung dar. Sie beantragt, auf die
Begrenzung der Betriebsstunden sei zu verzichten, eventuell sei die Anordnung so
abzuändern, dass die Betriebszeit von vier Stunden pro Tag nur im Jahresdurchschnitt
eingehalten werden müsse. Bereits die verfügte Drosselung der Absauganlage ergebe eine
Schallreduktion von ungefähr 3 dB. Zusammen mit den Schallschutzmassnahmen an der
Südfassade und der Auflage, die Absauganlage nur bei Bedarf zu betreiben, werde eine
wahrnehmbare Lärmreduktion in der Nachbarschaft erzielt. Es sei nicht erwiesen, dass
eine zusätzliche Einschränkung der Betriebszeit der Absauganlage auf vier Stunden täglich
erforderlich sei. Vorrangig müssten bauliche und technische Massnahme ergriffen werden,
da sich Betriebseinschränkungen auf die wirtschaftliche Tätigkeit auswirkten. Ein
Stundenkontingent lasse sich mit den Anforderungen an einen Schreinereibetrieb nicht
vereinbaren, da Aufträge fristgerecht erfüllt werden müssten. Maschinelle Arbeiten
müssten mit den gleichen Maschineneinstellungen am Stück ausgeführt werden. Ein
Abschalten nach vier Stunden würde den Arbeitsablauf stoppen. Im Jahres- oder
Monatsdurchschnitt könnte das Kontingent hingegen eingehalten werden.
d) Eine starre Anordnung, dass die Absauganlage nur während vier Stunden täglich
betrieben werden darf, ist für einen Betrieb in der Tat sehr einschränkend und aus Gründen
der Betriebsabläufe nicht zumutbar. Der Vorschlag der V._ AG, die Absauganlage
mit einem Frequenzumrichter auszurüsten, mit dem die Drehzahl gedrosselt werden kann,
wurde von der Vorinstanz verbindlich angeordnet (Ziff. II/1 Bst. a). Gemäss Offerte von
E._ führt diese Massnahme voraussichtlich zu einer Verminderung der
Lärmimmissionen um ca. 2-4 dB.18 Zusammen mit den verfügten
Schallschutzmassnahmen bei der Südfassade (Ziff. II/1 Bst. b) und der ebenfalls zwingend
vorzunehmenden Schalldämmung des Haupttors (Ziff. I/1, I/2.2 i.V.m. Ziff. II/4) ergeben
sich weitere Verbesserungen beim Lärmschutz. Andererseits muss auch die Einhaltung der
Auflage sichergestellt werden, dass die Späneabsauganlage nur bei Bedarf betrieben wird.
Beim Hauptantrag der V._ AG wäre dies nicht der Fall, da dieser keinerlei
Einschränkung der Betriebsdauer vorsieht und somit auch kein Stundenzähler erforderlich
wäre. Die Anordnung, dass die Absauganlage im Jahresdurchschnitt vier Stunden täglich
betrieben werden darf, ist demgegenüber sinnvoll. Der erste Satz der Anordnung in Ziff. II/1
18 Vorakten der Gemeinde (Baugesuch/Wiederherstellung), pag. 70
19
Bst. e wird wie folgt geändert: "Die Absauganlage darf nur bei Bedarf betrieben werden, im
Jahresdurchschnitt während vier Stunden pro Tag." Die Sätze 2-4 bleiben unverändert. Die
Beschwerde der V._ AG ist somit im Eventualantrag gutzuheissen.
8. Verkehrsmassnahmen
a) Die Vorinstanz hat in Ziff. II/1 folgende Verkehrsmassnahmen verfügt:
Bst. f: «Sämtliche Wegfahrten von der Schreinerei an der A._strasse YX._
mit motorisierten Fahrzeugen haben gegen Süden zu erfolgen, über die
H._strasse oder über den AH._weg.»
Bst. h «Die Zu- und Wegfahrt mit Lastwagen über 7,5 t zum Betrieb ist untersagt. Pro Jahr
steht ein Kontingent von 6 Zu- und Wegfahrten mit schwereren Lastwagen zur
Verfügung. Die Wegfahrt über den AH._weg hat eine Höhenbeschränkung
von 3,70 m (Unterführung Bahn). Sollten die Lastwagen höher sein, ist in den
kontingentierten 6 Fällen die Wegfahrt über die A._strasse gestattet.»
Bst. i «Pro Jahr dürfen mit Lastwagen (ab 3,5 t - 7,5 t) maximal 40 Zu- und Wegfahrten zum
Betrieb stattfinden.»
Die Beschwerdeführenden 1-19 rügen, die Massnahmen seien ungeeignet und es sei
unklar, wie sie kontrolliert und durchgesetzt würden. Die Selbstbeschränkung, welche sich
die V._ AG im Betriebskonzept auferlegt habe, werde an betriebswirtschaftlichen
Zwängen scheitern. Das selektive Einbahnregime ändere nichts am Verkehrsaufkommen,
das Kreuzen von Autos sei nach wie vor nicht möglich, und der Güterumschlag der
Schreinerei werde weiterhin häufig Blockaden verursachen. Der Beschwerdeführer 20
verlangt aus Gründen der Verkehrssicherheit diverse Änderungen der verfügten
Massnahmen. Insbesondere beantragt er, die Schreinerei sei verkehrsmässig nicht durch
die Quartierstrasse, sondern von Süden her zu erschliessen.
b) Die verfügten Anordnungen richten sich einzig an die V._ AG, hingegen darf
die A._strasse (auch mit schwereren Fahrzeugen) zu den anderen Grundstücken
weiterhin in beiden Richtungen befahren werden. Die Einhaltung der Massnahmen ist
daher wohl nur mit erheblichem Aufwand kontrollierbar. Da es sich nicht um
20
allgemeinverbindliche, signalisierte Verkehrsanordnungen im Sinne des SVG19 handelt,
entfalten sie gegenüber Dritten, insbesondere den (externen) Lieferanten der Schreinerei,
keine Rechtswirkung und sind ihnen gegenüber im Widerhandlungsfall nicht durchsetzbar.
Dies wäre auch bei den vom Beschwerdeführer 20 beantragten Massnahmen nicht anders.
Die Verkehrsmassnahmen sind daher zum Vornherein nur beschränkt geeignet zur
Wiederherstellung des rechtmässigen Zustands. Die V._ AG hat einige dieser
Massnahmen in ihrem "Betriebskonzept" aber selber vorgeschlagen, so dass davon
auszugehen ist, dass sie die Anordnungen ihren Lieferanten kommuniziert. Gegen die
verfügten Massnahmen an sich ist auch nichts einzuwenden, da sie einen Beitrag zur
Verkehrssicherheit leisten können. Es besteht daher kein Anlass, diese Anordnungen
aufzuheben. Die Beschwerden der Beschwerdeführenden 1-19 und des
Beschwerdeführers 20 sind diesbezüglich abzuweisen.
c) Allgemeinverbindliche und gegenüber Dritten durchsetzbare Anordnungen können
nicht im Wiederherstellungsverfahren erlassen werden. Wenn sich vorliegend örtliche
Verkehrsanordnungen als nötig erweisen, müssten sie durch die Gemeinde im dafür
vorgesehenen Verfahren erlassen werden (Art. 66 Abs. 2 SG, Art. 107 SSV). Heute
besteht auf der A._strasse ab Verzweigung AI._weg bis zur Verzweigung
H._strasse ein allgemeines Fahrverbot mit Zubringerdienst. Sofern das Fahrverbot
beibehalten werden soll, wäre vorliegend ein Fahrverbot mit "Zubringerdienst bis 3,5 t
gestattet" als funktionelle Verkehrsbeschränkung möglich (vgl. Art. 3 Abs. 2-4 und Art. 5
SVG, Art. 17 und 64 Abs. 5 SSV20, Art. 10 VTS21). Für sämtliche Transporte mit Lastwagen
über 3,5 t (mit Ausnahme der Fahrten für öffentliche Dienste) müsste diesfalls bei der
Gemeinde eine Ausnahmebewilligung beantragt werden (vgl. 47 SG22). Die Gemeinde
erhielte dadurch die Möglichkeit, die Bewilligungen mit Auflagen zu versehen (z.B.
maximale Fahrzeughöhe und Route) und könnte das Kontingent von schwereren
Lastwagen wirksam und mit wenig Aufwand kontrollieren.
9. Wiederherstellungsfristen
19 Strassenverkehrsgesetz vom 19. Dezember 1958 (SVG; SR 741.01) 20 Signalisationsverordnung vom 5. September 1979 (SSV; SR 741.21) 21 Verordnung über die technischen Anforderungen an Strassenfahrzeuge vom 19. Juni 1995 (VTS; SR 741.41) 22 Strassengesetz vom 4. Juni 2008 (SG; BSG 732.11)
21
Die Gemeinde hat für die Umsetzung der Massnahmen in Ziff. II/1 Bst. a bis c eine Frist
von drei Monaten ab Rechtskraft der Verfügung angesetzt. Die Rückführung der
Betriebsgrösse auf den Zustand der Besitzstandsgarantie ist bis am 31. Dezember 2014
vorzunehmen (siehe vorne Erwägung 5). Da bei den übrigen Anordnungen eine
Fristangabe fehlt, ist sie von Amtes wegen festzusetzen (vgl. Art. 46 Abs. 2 Bst. e BauG).
Die Anordnungen in Bst. d sowie f-k betreffen die Schliessung von Türen etc. und die
Verkehrsmassnahmen. Diese Massnahmen können ohne weiteres ab sofort umgesetzt
werden, was im Dispositiv zu ergänzen ist.
10. Kosten
a) Die Verfahrenskosten für die Beschwerde des Beschwerdeführers 20 und die
Beschwerde der V._ AG werden auf eine Pauschalgebühr von je Fr. 700.--
festgesetzt. Für die Kollektivbeschwerde der Beschwerdeführenden 1-19 werden Fr.
1'500.-- erhoben, wovon Fr. 500.-- auf die Verfügung und den Zwischenentscheid über die
vorsorgliche Massnahme vom 7. März 2014 entfallen. Die Verfahrenskosten betragen
somit insgesamt Fr. 2'900.-- (Art. 103 Abs. 2 VRPG in Verbindung mit Art. 19 Abs. 1 und
Art. 20 Abs. 1 GebV23).
b) Die Verfahrenskosten werden der unterliegenden Partei auferlegt, es sei denn, das
prozessuale Verhalten einer Partei gebiete eine andere Verlegung oder die besonderen
Umstände rechtfertigten, keine Verfahrenskosten zu erheben (Art. 108 Abs. 1 VRPG).
Die Beschwerdeführenden 1-19 und der Beschwerdeführer 20 dringen mit ihren
Beschwerden insoweit durch, als die Betriebsgrösse auf den durch die
Besitzstandsgarantie geschützte Anzahl Personen zu reduzieren ist und der Bauentscheid
in Bezug auf die bewilligten Bauvorhaben präzisiert wird. Im Übrigen sind ihre
Beschwerden abzuweisen, soweit darauf eingetreten werden kann. Die Beschwerde der
V._ AG ist betreffend Anordnung der Betriebszeiten teilweise und bezüglich
Betrieb der Absauganlage im Eventualantrag gutzuheissen.
23 Verordnung vom 22. Februar 1995 über die Gebühren der Kantonsverwaltung (Gebührenverordnung, GebV; BSG 154.21)
22
c) Die Kosten von Fr. 500.-- für die Verfügung und den Zwischenentscheid über die
vorsorgliche Massnahme werden den diesbezüglich vollständig unterliegenden
Beschwerdeführenden 1-19 auferlegt.
Nach dem Ausmass des Unterliegens in der Hauptsache rechtfertigt es sich, die Hälfte der
verbleibenden Verfahrenskosten von Fr. 2'400.-- der V._ AG aufzuerlegen,
ausmachend Fr. 1'200.--. Die andere Hälfte ist durch die Beschwerdeführenden 1-19 und
den Beschwerdeführer 20 zu tragen, ausmachend je Fr. 600.--.
d) Die Parteikosten umfassen den durch die berufsmässige Parteivertretung
anfallenden Aufwand (Art. 104 Abs. 1 VRPG). Der Anwalt der Beschwerdeführenden hat
eine Kostennote für den Betrag von Fr. 6'645.25 (inkl. Auslagen und MWSt) eingereicht.
Die Rechtsvertreter der V._ AG haben Kostennoten im Gesamtbetrag von Fr.
7'095.60 (inkl. Auslagen und MWSt) eingereicht. Die Kostennoten geben zu keinerlei
Bemerkungen Anlass.
e) Die Parteikosten für die anwaltliche Vertretung werden nach den gleichen
Grundsätzen verlegt wie die Verfahrenskosten (Art. 104 Abs. 1 i.V.m. Art. 108 Abs. 3
VRPG). Die V._ AG hat den Beschwerdeführenden 1-19 einen Parteikostenersatz
von Fr. 3'322.60 zu leisten. Der Beschwerdeführer 20 war nicht anwaltlich vertreten und hat
daher keinen Anspruch auf Ersatz von Parteikosten. Die Beschwerdeführenden 1-19, die
gegenüber der V._ AG auch in Bezug auf die vorsorglichen Massnahmen
unterlegen sind, haben der V._ AG Parteikosten im Umfang von Fr. 2'500.-- zu
ersetzen. Der Beschwerdeführer 20 hat der V._ AG Parteikostenanteil von Fr.
1'047.80 zu bezahlen.