# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** ae089eb7-0cf2-4999-a09b-4e40b0a43c46
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2018
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1959,
war seit dem
1.
Juni 2007 als Chauffeur bei der
Y._
, angestellt
und
damit
bei
der
Suva
obligatorisch unfall
versich
ert, als er am 14. Dezember 2014
beim Aus
steigen aus dem Bus ausrut
schte,
auf
das
Gesäss
stürzte
und sich eine Kontusion der Lendenwirbelsäule
(LWS) zuzog
(
Schadenmeldung vom 17. Dezember 2014; Urk. 7
/2
Ziff.
3-6,
Ziff.
9
, vgl. auch
Urk.
7/3
).
Mit Verfügung vom
3.
November 2015 (Urk. 7/
86
) stellte die
Suva
die von ihr bis da
hin erbrachten Leistungen per 15
.
November 2015 ein. Die vom Versicherten am 4
.
Dezember 2015 erhobene Einsprache (Urk. 7/
100
) wies die
Suva mit
Ein
spra
che
entscheid
vom 26
.
April
2017 ab (
Urk.
7/121 =
Urk. 2).
2.
Der Versicherte erhob am 2
9.
Mai 2017 Beschwerde gegen
den
Einsprache
ent
scheid
der Suva vom 26. April 2017 (Urk. 2)
und stellte di
e folgenden Anträge (
Urk.
1 S. 2
):
«
1.
Der
Einsprachee
ntscheid
sei aufzuheben und es sei die Beschwerdeg
egnerin zu verpflichten, dem Be
schwerdeführer die gesetzlichen Leis
tungen aus
dem Bun
des
gesetz über die Unfallversicherung (UVG)
auszurichten.
2.
Es sei die Beschwerdegegnerin zu verpflichten, dem Beschwerdefüh
rer nach noch vorzunehmenden Ab
klärungen (Invaliditätsgrad) über eine gewisse Zeit
100
%
Taggelder,
sodann eine angemessene UVG-Rente und eine Int
egritätsent
schädigung auszurich
ten sowie im Rahmen des UVG für Heilungskosten
aufzu
kommen.
3.
Eventualiter se
i die Beschwerdegegnerin zu ver
pflichten, ein verwaltungsex
te
r
nes Gutachten zur Beurteilung der Unfallkausalität/Teilunfallkausalit
ät des Arbeit
s
unfalles vom 1
4.
Dezember
2014 und den heute nach wie vo
r besteh
enden lumbalen Rückenbeschwerden (posttraumatische Lumbalgie mit Diskus
-
hern
ie in Höhe L5/S1) einzuholen.
4.
Es sei an einer ausländischen Universitätsklinik unter Schweizerischer
medico
legaler
Fragestellung ein Grundsatzgutachten einzuholen, ob die sogenannte
Diskushernienpraxis
aus heutiger medizinischer Sicht weiterhin aufrecht erhalten werden
kann.
»
I
n prozessualer Hinsicht
beantragte der Beschwerdeführer
die Gewährung der unent
geltlichen Rechtsvertretung und Prozessführung (Urk. 1 S. 3). Mit Gerichts
verfügung vom 1. Juni 2017 (Urk. 4) wurde ihm eine Frist von 30 Tagen einge
räumt, um dem Gericht das Formular zur Abklärung der prozessualen Bedürftig
keit vollständig ausgefüllt und wahr
heitsgetreu sowie unter Beilage sämtlicher Belege zur
aktuellen finanziellen Si
tuation einzureichen, unter der Androhung,
dass bei ungenügender Substanti
ierung oder fehlenden oder ungenügenden Bele
gen zur finanziellen Situation davon ausgegangen werde, dass keine prozessuale Bedürftigkeit bestehe.
Mit Beschwerdeantwort vom
4.
Juli 2017 (
Urk.
6) bean
tragte die Suva die Abweisung der Beschwerde.
D
er Rechtsvertreter des Beschwerdeführers
ersuchte indessen
dreimalig um Fristerstreckung, was ihm letztmals im Sinne einer Notfrist bis zum 17. Oktober 2017 gewährt wurde (Urk. 9-11).
Am letzten Tag der Notfrist reichte er zwei
Belege (Urk. 13/1-2) ein und er
suchte um eine erneute Fristerstreckung bis zum
25. respektive 30. Oktober 2017 (Urk. 12). Mit Gerichtsverfügung vom 2
8.
Novem
ber
2017 (
Urk.
14) wurde das Gesuch des Beschwerdeführers um unentgeltliche Rechtsvertretung (
Urk.
1 S. 3) mangels Substantiierung
androhungsgemäss
abge
wiesen
und
ihm
die Beschwerdeantwort vom
4.
Juli 2017 (
Urk.
6) zur Kenntnis
nahme zugestellt
(
Urk.
14).
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Am 1. Januar
2017 sind die am 25. September
2015 beziehungsweise am 9. Novem
ber 2016 verabschiedeten geänderten Bestimmungen des
Bundesge
set
-
zes
über die Unfallversicherung (UVG) und der Verordnung über die Unfallver
sicherung (UVV) in Kraft getreten.
Gemäss den allgemeinen übergangsrechtlichen Regeln sind der Beurteilung jene Rechtsnormen zu Grunde zu legen,
die in Geltung standen, als sich der zu den materiellen Rechtsfolgen führende und somit rechtserhebliche Sachverhalt ver
wirk
licht hat
(vgl. BGE 127 V 466 E. 1, 126 V 134 E. 4b, je mit Hinweisen). Dementsprechend sehen die Übergangsbestimmungen zur Änderung vom 25. September 2015 des UVG vor, dass Versicherungsleistungen für Unfälle, die sich vor dem 1. Januar 2017 ereignet haben, und für Berufskrankheiten, die vor diesem Zeitpunkt ausgebrochen sind, nach bisherigem Recht gewährt werden (Absatz 1 der genannten Übergangsbestimmungen).
Der hier zu be
urteilende Unfall hat sich am 1
4.
Dezember 2014
ereignet, weshalb die bis 31. Dezember 2016 gültig gewesenen Normen auf den vorliegenden Fall Anwendung finden und in dieser Fassung zitiert werden.
1.2
Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss UVG setzt voraus, dass zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Inva
lidität, Tod) ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht. Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne deren Vorhan
densein der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der glei
chen Weise beziehungsweise nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann. Entsprechend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des natürlichen Kausal
zusammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleinige oder un
mittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schädi
gende Ereignis zusammen mit anderen Bedingungen die körperliche oder geis
tige Integrität der versicherten Person beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht weg
gedacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene ge
sundheitliche Störung entfiele (BGE 129 V 177 E. 3.1, 402 E. 4.3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, worüber die Ver
waltung beziehungsweise im Beschwerdefall das Gericht im Rahmen der ihm obliegenden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt für die Begründung eines Leistungs
anspruches nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
1.3
Wird durch den Unfall ein krankhafter Vorzustand verschlimmert oder überhaupt erst manifest,
fällt der natürliche Kausalzusammenhang dahin, wenn und sobald
der Gesundheitsschaden nur noch und ausschliesslich auf unfallfremden Ursa
chen
beruht.
Dies trifft dann zu, wenn entweder der Gesundheitszustand, wie er unmit
telbar vor dem Unfall bestanden hat (Status quo ante) oder aber derjenige Zu
stand, wie er sich nach dem schicksalsmässigen Verlauf eines krankhaften Vorzu
standes auch ohne Unfall früher oder später eingestellt hätte
(Status quo sine),
erreicht ist (RKUV 1992 Nr.
U 142 S.
75 E.
4b mit Hinweisen; nicht publiziertes Urteil des Bundesgerichts U
172/94 vom 26.
April 1995). Das Dahinfallen jeder kausalen Bedeutung von unfallbedingten Ursachen eines Gesundheitsschadens muss mit dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwie
gen
den Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sein (RKUV 2000 Nr.
U 363 S.
45; BGE
119 V 7 E. 3c/
aa
).
Die
blosse
Möglichkeit nunmehr gänzlich fehlender ursächlicher Auswirkungen des Unfalls genügt nicht.
Da es sich
hiebei
um eine anspruchs
aufhebende Tatfrage handelt, liegt aber die entsprechende Beweislast
–
anders als bei der Frage, ob ein leistungsbegründender natürlicher Kausalzusammenhang gegeben ist
–
nicht bei der versicherten Person, sondern beim Unfallversicherer
(RKUV 1994 Nr.
U 206 S.
328
f. E.
3b, 1992 Nr.
U 142 S. 76).
Diese Beweisgrund
sätze gelten sowohl im Grundfall als auch bei Rückfällen und Spätfolgen und sind für sämtliche Leistungsarten
massgebend
(
Urteil des Bundesgerichts 8C_637/2013 vom 11.
März 2014 E.
2.3.1 mit Hinweisen).
Mit dem Erreichen des
S
tatus quo sine
vel
ante entfällt eine Teilursächlichkeit für die noch bestehenden Beschwerden. Solange jedoch der
S
tatus quo sine
vel
ante noch nicht wieder erreicht ist, hat der Unfa
llversicherer gestützt auf Art. 36 Abs.
1 UVG in aller Regel neben den Taggeldern auch Pflegeleistungen und Kostenvergütungen zu übernehmen, worunter auch die
Heilbehandlungskosten nach Art.
10 UVG fallen
(Urteil des Bundesgerichts 8C_637/20
13 vom 11. März 2014 E. 2.3.2).
1.4
Die Leistungspflicht des Unfallversicherers setzt im Weiteren voraus, dass zwi
schen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden ein adäquater Kausal
zusammenhang besteht. Nach der Rechtsprechung hat ein Ereignis dann als adäquate Ursache eines Erfolges zu gelten, wenn es nach dem ge
wöhnlichen Lauf der Dinge und nach der allgemeinen Lebens
erfahrung an sich geeignet ist, einen Erfolg von der Art des eingetretenen herbeizuführen, der Eintritt dieses Er
folges also durch das Ereignis allgemein als begünstigt erscheint (BGE 129 V 177 E. 3.2, 405 E. 2.2, 125 V 456 E. 5a).
1
.5
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vor
akten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete in ihrem
Einspracheentscheid
(Urk. 2) die Ein
stellung der Leistungen für da
s Ereignis vom 14. Dezember 2014
per 1
5
.
Novem
ber 2015
gestützt auf die
kreisärztlichen Beurteilungen vom Oktober
respektive Dezember 201
5.
Es sei davon auszugehen, dass keine Unfallfolgen mehr
vorlägen und die Kontusionsfolgen ohne nachweisbare traumatische Läsion voll
ständig abgeheilt seien.
Es habe mit überwiegender Wahrscheinlichkeit nachge
wiesen werden können, dass spätestens am 1
5.
November
2015 keine organischen Unfallfolgen mehr vorgelegen hätten
(S. 5 f.
Ziff.
5, S. 6 f.
Ziff.
8)
. Für allfällige
psychische Beschwerden
bestehe
bei vorliegend als lei
chter
Unfall zu qualifi
zierendem Ereignis
mangels adäquaten
Kausalzusammenhang
s
keine Leistungs
flicht (vgl. S. 5 f.
Ziff.
4).
2.2
Dagegen machte der Beschwerdeführer in seiner Beschwerde (
Urk.
1) geltend, die Wirbelsäulentrauma- und
Diskushernienpraxis
sei nicht gesetzeskonform (S. 6 f
f
.
Ziff.
16-
31
).
Er habe aus biomechanischer Sicht ein erhebliches Trauma erlitten. Er sei sogleich arbeitsunfähig gewesen und sei dies bis heute noch. Es handle sich nicht um ein Rezidiv, auf welche sich die
Diskushernienpraxis
mehrheitlich beziehe, sondern um ein seit dem Unfall durchgebautes Beschwerdebild. Zudem liessen sich die Beschwerden bildgebend objektivieren
(S. 10 f.
Ziff.
33)
. Der Beschwerde
gegnerin gelinge es nicht, den S
tatus quo sine mit überwiegender Wahrscheinlichkeit nachzuweisen
(S. 11
Ziff.
34)
. Die Einschätzung der Kreisärzte orientiere sich allein an der sogenannten
Diskushernienpraxis
, die sich kaum halten lasse
, und der Einzelfall werde kaum berücksichtigt. Es sei ein verwal
tungsexternes Gutachten einzuholen (S. 11 f.
Ziff.
36-37).
2.3
In ihrer Beschwerdeantwort (
Urk.
6) hielt die Beschwerdegegnerin an ihren Stand
punkten fest.
2.4
Strittig und zu prüfen ist, ob
die Suva
aus dem Ereignis vom 1
4.
Dezember 2014 auch über den 1
5.
November 2015 hinaus
noch eine Leistungspflicht trifft.
3.
3.1
Die erstbehandelnden Ärzte des
F._
nannten in ihrem Bericht über die ambulante Behandlung vom 1
4.
Dezember 2014 (
Urk.
7/82
/2-3
) als Diagnose eine
Kontusion des
lumbosakralen
Übergangs
(S.
1.
Mitte). Die Ärzte führten aus, es sei eine notfallmässige Selbstzuweisung erfolgt
. Der Patient habe berichte
t
, beim Aussteigen a
us dem Bus ausgerutscht und auf das Gesäss gestür
zt zu sein. Seither habe er starke Schmerzen im Bereich des unteren Rückens. Auf Nachfrage habe er berichtet, dass er immer mal wieder Rückenschmerzen oder Schmerzen in den Beinen habe. Die Schmerzen
träten
jeweil
s nach längerem Sitzen auf
.
Zum Befund hielten die Ärzte fest, es bestehe keine
Druckdolenz
im Bereich der Hals- und Brustwirbelsäule
(BWS)
. Es bestehe eine
Druckdolenz
im Bereich LWK5/
Sakrum
. Die periphere Sensibilität, Motorik und Durch
blutung seien intakt. Es sei eine klinisch radiologische Abklärung erfolgt (S. 1 Mitte). Vom 1
5.
bis 1
7.
Dezember 2014 sei eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit attestiert worden (S. 1 unten).
3
.
2
Dr.
med.
Z._
, Facharzt für Radiologie und für Neurologie, führte nach am
2
3.
Januar 2015 durchgeführtem MRT der LWS
in seinem gleichen
tags erst
ellten
Bericht (
Urk.
7/19) aus,
es zeige sich eine mediane Dis
kus
hernie im Segment 5/1 ohne bildmorphologischen Wurzelkontakt sowie ein
breit
basiges
Bulging
im Segment 4/5 ohne umschriebene Hernie,
hier
auch keine eindeutige
radikuläre
Affektion.
Für die beschriebene Schmerzsymptomatik im Bereich beider Leisten sowie der ventralen und dorsalen Unterschenkel ergäben sich MR-morphologisch keine korrelierenden Befunde
.
3.3
Dr.
med.
A._
, Facharzt für Neurologie, nannte in seinem Bericht vom 1
3.
März 2015 (
Urk.
7/27) als Diagnose eine post
traumatische Lumbal
gie und ein
posttraumatisches,
cervico-
cephales
Schmerzsyndrom bei Status nach Sturz auf Gesäss und Rücken am 1
4.
Dezember 201
4.
Es bestünden keine Hinweise für eine relevante Läsion einer lumbalen oder sakralen Wurzel.
Dr.
A._
führte aus, er habe den
Beschwerdeführer am 1
2.
März 2015 untersucht (S. 1 Mitte). Beim Sturz auf Rücken und Gesäss vom 1
4.
Dezember 2014 sei es zu einer Traumatisierung der LWS mit seither
lumboradikulären
Beschwerden beidseits gekommen.
Neuro
logisch sei der Befund unauffällig, so dass eine relevante Läsion einer lumbalen oder sakralen Wurzel nicht anzunehmen sei
. Auch die durchgeführten EMG-Unter
suchungen seien normal gewesen. Es müsse im Rahmen des Sturzes auch zu einem Überdehnungstrauma der
Halswirbelsäule (
HWS
)
gekomm
en sein, mit seither anhaltenden
Zervikalgien
, und die nächtlichen Kopfschmerzen seien im Sinne
von posttraumatischen
Spannungskopfschmerzen zu bewerten.
A
uch die übrigen neurologischen Befunde
seien
unauffällig, so dass an der HWS keine Nervenläsion anzunehmen sei und bei normalem EEG auch weiter
e
Läsionen
des zentralen Nervensystems (ZNS)
wenig wahrscheinlich seien (S. 2).
3.4
Dr.
med.
B._
, Fachärztin für Physikalische Medizin
und Rehabilita
tion
, nannte in ihrem Bericht vom
7.
April 2015 (
Urk.
7/34) als Diagnose ein post
traumatisches
lumboradikuläres
Reizsyndrom S1 beidseits bei medianer Dis
kushernie L5/S1 und
breitbasiger
Protrusion
L4/5 sowie ein posttraumatisches
Cervikovertebralsyndrom
(
Ziff.
1).
Dr.
B._
hielt fest, dass die neurologische Abklärung weder im
cervikalen
noch im lumbalen Bereich nennenswerte neurogene Läsionen ergeben habe. Nach wie vor bestünden
lumbosakrale
Schmerzen mit Ausstrahlungen bis zum Knie beid
seits, sowie beträchtliche Ruhe- und Nachtschmerzen (
Ziff.
2). Die vorgesehene Arbeitsaufnahme sei noch offen (
Ziff.
4).
3.5
In ihrem Bericht vom
8.
September 2015 (
Urk.
7/74) führte
Dr.
B._
bei im Vergleich zum Vorbericht vom Ap
ril 2015 (vgl. vorstehend E. 3.4
) unveränderten
Diagnosen (
Ziff.
1) aus, es bestünden weiterhin beträchtliche Lumbalgien und
Lum
boischialgien
mit wechselndem Verlauf und intermittierend kompletter Block
ie
rung der LWS (
Ziff.
2). Es sei eine Überweisung an die
C._
erfolgt (
Ziff.
3).
3.6
Dr.
med.
D._
,
Facharzt für
Orthopädische Chirurgie und Traumato
logie
des Bewegungsapparates
,
stellte nach kreisärztlicher Untersuchung des Beschwerdeführers vom
5.
Oktober
2015
in seinem gleichentags erstellten Bericht
(
Urk.
7/80)
folgende Diagnosen (S. 4):
-
Status nach Sturz am 1
4.
Dezember
2014
(die initial erlittene Verletzung könne aktuell nicht präzis angegeben werden, da der Bericht aus dem
F._
fehle)
-
massive Schmerzausweitung mit aktuell Schmerzangabe
zervikothorakal
, lum
bal, Schultergürtel, Kopf, Becken und Beine
Dr.
D._
führte aus, trotz fehlender vollständiger Dokumentation könne heute ausgesagt werden, dass der Versicherte bei seinem Sturz am 1
4.
Dezember 2014 keine erheblichen Verletzungen erlitten habe. Das MRI der LWS vom 2
3.
Januar 2015 und die neurologische
Konsiliaruntersuchung
vom 1
2.
März 2015 hätten unfallkausale organische Schädigungen ausschliessen lasse
n
. Die medizinische Behandlung sei korrekt mit Analgetika und intensiver Physiotherapie erfolgt und habe nicht zu einer
Verbesserung
sondern im Gegenteil zu gemäss dem Ver
sicherten heute stärkeren Schmerzen und zu einer Ausdehnung der Lokalisation der Schmerzen im Sinne einer Symptomausweitung geführt.
Dr.
D._
führte aus, bisweilen wirke das Verhalten des Versicherten fast etwas
histrionisch
, so bei
spielsweise beim B
arfussgang, wo teil
s
rechts ein H
üpfen wie ein Pferde
galopp
sprung und anschliessend ein Einknicken des rechten Knies gezeigt werde (S. 4 unten f.).
Bei der klinischen Untersuchung hätten sich keine Hinweise auf andauernde organische Unfallfolgen ergeben
. Bei einer
Schmerzexazerbation
im Juli 2015 sei von der Notfallpraxis des
E._
auch die Verdachts
diagnose einer Somatisierung gestellt worden.
Zu beurteilen, o
b die heute fachfremd beobachtete depressive Entwicklung als unfallkausal gewertet werden müsse, sei die Aufgabe der Administration oder eines Facharztes (S. 5 oben).
Dr.
D._
hielt abschliessend fest, die Terminierung sollte erst erfolgen, wenn sowohl die Röntgenbilder als auch das MRI im
Picture
Archiving
and
Commu
ni
-
cation
System
(
PACS
)
gespeichert seien und wenn
d
er Befund der Erstunter
suchung im
F._
am 1
4.
Dezember 2015 vorliege (S. 5 Mitte).
3.7
Suva-Vertrauensarzt
Dr.
med.
G._
, Facharzt für
Orthopädische Chirurgie und Traumatologie
des Bewegungsapparates
,
führte in seiner
Stellung
nahme vom 2
1.
Dezember
2015 (
Urk.
7/106)
aus, dass auf
die
Einschätzung von
Dr.
D._
vom
5.
Oktober 2015
abgestellt werden
könne
. Auch das MRI
vom 2
3.
Januar 20
15
habe keine
radikuläre
Ursache gezeigt.
4.
4.1
Die Beschwerdegegnerin stützte ihre Leistungseinstellung
per 1
5.
November 2015
im Wesentlichen auf die durch
Dr.
G._
im Dezember 2015
(vgl. vorstehend
E.
3.7)
bestätigte Einschätzung des Kreisarztes
Dr.
D._
(vgl. vorstehend E. 3.6
), welcher nach Untersuchung des Beschwerdeführers anfangs Oktober 2015 keine organischen Unfallfolgen feststelle
n konnte (vgl. vorstehend E. 2.1).
4.2
Im Bereich des Unfallversicherungsrechts entspricht es einer me
dizinischen Erfah
rungstatsache,
dass praktisch alle Diskushernien bei Vorliegen degenerativer
Bandscheibenveränderungen entstehen und ein Unfallereignis nur ausnahms
weise
, unter besonderen Voraussetzungen, als deren eigentliche Ursache in Betracht fällt. Als unfallbedingt kann eine Diskushernie nach der Rechtsprechung
regel
mässig
nur gelten, wenn das Unfallereignis von besonderer Schwere und überdies für eine Bandscheibenschädigung geeignet war. Zudem müssen die Symptome einer Diskushernie (vertebrales oder
radikuläres
Syndrom) unverzüglich und mit sofortiger Arbeitsunfähigkeit auftreten (Urteil des Bundesgerichts 8C_819/2016 vom
4.
August 2017 E. 4.2 mit Hinweisen, Urteil 8C_128/2018 vom 2
7.
April 2018 E. 6.3).
Mangels der erforderlichen Schwere des Unfallereignisses vom 1
4.
Dezember 2014 fällt dieses als direkte Ursache der Diskushernien respektive Band
scheiben
veränderungen ausser Betracht. Dies wurde im Übrigen auch nicht geltend ge
mach
t.
4.3
Ist die Diskushernie bei degenerativem Vorzustand durch den Unfall nur aktiviert, nicht aber verursacht worden, so hat die Unfallversicherung nur Leistungen für das unmittelbar im Zusammenhang mit dem Unfall stehende Schmerzsyndrom zu erbringen.
Nach derzeitigem medizinischem Wissensstand kann das Erreichen des Status quo sine bei posttraumatischen Lumbalgien und
Lumboischialgien
nach drei bis vier Monaten erwartet werden, wogegen eine allfällige richtung
gebende Verschlimmerung röntgenologisch ausgewiesen sein und sich von der altersüblichen Progression abheben muss; eine traumatische Verschlimmerung eines klinisch stummen degenerativen Vorzustandes an der Wirbelsäule ist in der Regel nach sechs bis neun Monaten, spätestens aber nach einem Jahr als abge
schlossen zu betrachten (Urtei
l des Bundesgerichts 8C_601/20
11 vom
9.
Januar
2012 E. 3.2.2, Urteil
8C_677/2007 E. 2.3 und 2.3.2, 2008 UV Nr. 11 S. 34, U 290
/06 E.
4.2.1 mit Hinweisen).
Es handelt sich dabei um einen unfallmedizinisch allge
mein anerkannten Verlauf vorbestehender Wirbelsäulenerkrankungen nach eine
m Unfallereignis ohne strukturelle Verletzungen der Wirbelsäule (Urteile
des Bun
des
gerichts
U 530
/06 vom 2
5.
Oktober 2007 E. 4.2,
U 290/06 vom 1
1.
Juni 2007 E. 4.2.1, Urteil 8C_321/2
010 vom 2
9.
Juni 2010 E. 4.3).
Um von
diesen allgemeinen medizinischen Erfahrungstatsachen
respektive
von
der geltenden Rechtsprechung des Bundesgerichtes
abzuweich
en,
besteht vorlie
gend entgegen der Ansicht des Beschwerdeführers (vgl. vorstehend E. 2.2) kein
Anlass, sind doch aufgrund der medizinischen Aktenlage, wie Kreisarzt
Dr.
D._
im Oktober 2015 (vgl. vorstehend E. 3.6) ausführte, keine unfallbedingten struk
turellen Läsionen der Wirbelsäule nachgewiesen. Soweit seine Einschätzung unter dem Vorbehalt des ihm nicht vorgelegen Berichtes der erstbehandelnden Ärzte des
F._
vom Dezember 2014 (vgl. vorstehend E. 3.1) erfolgte, ändert dies nichts an der Schlüssigkeit seiner Einschätzung. So
diagnostizierten die Ärzte
des
F._
nach bildgebenden Abklärungen
lediglich
eine
Kontusion
des
lumbosakralen
Übergangs. Wie
Kreisarzt
Dr.
D._
festhielt, ergaben so
dann
weder das im Januar 2015 angefertigte MRT der LWS (vgl. vorstehend E. 3.2) noch die neurologische Untersuchung von
Dr.
A._
im März 2015 (vgl. vor
steh
end E. 3.3) Hinweise auf unfallkausale organische Schädigungen
der Wirbel
säule.
Von einer folgenlosen Abheilung der Kontusion ist vorliegend ohne weite
res auszugehen (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_794/2012 vom 2
6.
November 2012 E. 3.4).
Soweit
Dr.
A._
von einem Überdehnungstrauma der HWS sprach, infolge dessen es zu anhaltenden
Zervikalgien
und nächtlichen Kopfschmerzen komme, bei im Übrigen auch hier neurologisch unauffälligem Befund, kann daraus nicht auf eine Unfallursache geschlossen werden.
So konnten die Ärzte des
F._
keine
Druckdolenz
im Bereich der HWS feststellen und der Beschwerdeführer berichtete auc
h lediglich von einem Sturz auf das
Gesäss ohne Miteinbezug der HWS (vgl. vorstehend E. 3.1).
Vor dem Hintergrund des Unfallhergangs überzeugt damit auch d
ie posttrau
ma
tische Ursache des
von
Dr.
B._
im April 2015 (vgl. vorstehend E. 3.4)
diagnos
tizierten
Cervikovertebralsyndrom
s
nicht.
Der Beschwerdeführer reichte im Übrigen das in Aussicht gestellte
bidisziplinäre
Gutachten (vgl.
Urk.
1 S. 5
Ziff.
15) bis dato nicht ein. Soweit aus der einge
reichten rentenanspruchsverneinenden Verfügung der Sozialversicherung
sanstalt
des Kantons Aargau, IV-Stelle Aar
gau,
vom 1
9.
September 2017 (
Urk.
13/2) ersicht
lich, lässt sich daraus
aber
ohnehin nichts zu seinen Gunsten ableiten.
Mit Blick auf diese Ausgangslage sind von weiteren medizinischen Abklärungen keine neuen relevanten Erkenntnisse zu erwarten, weshalb von der Einholung des beantragten Gutachtens abgesehen werden kann (antizipierte Beweiswürdigung;
BGE 136 I 229
E. 5.3 S. 236, 134 I 140 E. 5.3 S. 148;
124 V 90
E. 4b S. 94).
4.4
Es ist somit festzuhalten, dass die Beschwerdegegnerin das Vorliegen eines
rechts
genüglichen
Kausalzusammenha
ngs zwischen dem Ereignis vom 14
.
Dezember
2014 und den vom Beschwerdeführer
über den 1
5.
November 2015 hinaus
weiter
hin beklagten
Beschwerden und damit eine Leistungspflicht hierfür zu Recht
ver
-
neint
hat.
Der angefochtene
Einspracheentscheid
(Urk. 2) erweist sich demnach als rechtens, was zur Abweisung der Beschwerde führt.
5.
Das Verfahren ist kostenlos.