# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 52bac7f2-4d0b-4708-aa66-421cce6fcaa5
**Court:** GR_KG
**Chamber:** GR_KG_006
**Year:** 2018
**Language:** de
**Jurisdiction:** GR / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

hat sich ergeben:
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I. Sachverhalt
A. X._ und Y._ sind die unverheirateten Eltern des am _ 2010 geborenen A._. Den Eltern steht die gemeinsame elterlichen Sorge zu. Die Mutter hat die Obhut über A._.
B. Nach der Trennung der Eltern ergaben sich Probleme bei der Ausübung des Besuchsrechts. Dr. med. B._ empfahl in seinem Bericht vom 16. Juli 2014 an die Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde Nordbünden (nachfolgend KESB Nordbünden) die Errichtung einer Beistandschaft, welche die Besuchsregelung und Organisation sowie die Übergabe des Kindes übernimmt (KESB act. 17).
C. Die KESB Nordbünden beauftragte mit Entscheid vom 5. August 2014 C._ von der Kinder- und Jugendpsychiatrie Graubünden (nachfolgend kjp), über A._ ein interventionsorientiertes Gutachten zu erstellen. Die Eltern wurden unter anderem angewiesen, nach Vorgabe des Gutachters an der interventionsorientierten Begutachtung teilzunehmen. Ausserdem wurde das Besuchs- und Ferienrecht von Y._ gemäss Unterhalts- und Betreuungsvertrag vom 22. Juni 2011 sistiert, bis die KESB gestützt auf einen Ergebnisbericht und Empfehlungen der kjp über zukünftige Kontakte zwischen A._ und seinem Vater entscheiden könne (KESB act. 33).
D. Der Ergebnisbericht der interventionsorientierten Begutachtung der kjp vom 16. Oktober 2014 (Phase I) hält fest, dass es keine Hinweise für eine Gewaltausübung gegenüber A._ durch seinen Vater gebe, die Beziehung zwischen den Eltern aber spannungsgeladen sei (KESB act. 51).
E. Am 18. November 2014 entschied die KESB Nordbünden, dass das Besuchs- und Ferienrecht von Y._ bis zum Abschluss der Interventionsphase bzw. bis zur Fertigstellung des Evaluationsberichtes durch die kjp sistiert werde. Ein erster Besuchskontakt wurde auf den 8. Januar 2015 angesetzt, weitere Besuchskontakte während der Interventionsphase würden nach Vorgabe des Gutachters, C._ (kjp), erfolgen (KESB act. 68).
F. Die kjp empfahl in ihrem Evaluationsbericht der interventionsorientierten Begutachtung vom 23. März 2015 (Phase II), ein von einer Fachperson begleitetes Besuchsrecht einzuführen, bei dem die Rahmenbedingungen der Übergabe kein Potential für das Aufkommen von zwischenelterlichen Konflikten böten. Nach einem Zeitraum von ca. einem Jahr sollte eine Abklärung und Beurteilung über die
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weitere Ausgestaltung des Besuchsrechts stattfinden. Auch wurde eine Weiterführung der therapeutischen Begleitung in der kjp empfohlen und es wurde eine zweiwöchentliche Kontaktfrequenz des Vaters mit seinem Sohn als sinnvoll erachtet (KESB act. 91).
G. Mit Entscheid der KESB Nordbünden vom 21. April 2015 wurde die Sistierung des persönlichen Verkehrs aufgehoben. Für die Ausübung des persönlichen Verkehrs zwischen A._ und Y._ wurden Weisungen erlassen, insbesondere, dass der persönliche Verkehr während eines Jahres ausschliesslich begleitet durch D._ von der KJBE durchzuführen sei. Während dieser Zeit soll der begleitete persönliche Verkehr alle zwei Wochen stattfinden (KESB act. 138).
H. In ihrem Zwischenbericht vom 3. November 2015 kommt die KJBE zum Schluss, dass die Besuche, welche zwischen A._ und seinem Vater stattfanden und von D._ begleitet wurden, allgemein positiv verlaufen seien. Sie empfiehlt, die begleiteten Besuche auf zwei Tage pro Monat auszuweiten (KESB act. 191).
I. Anlässlich der Sitzung vom 11. November 2015 mit der kjp zeigte sich die Mutter von A._ misstrauisch gegenüber der KESB, kjp und KJBE. Sie äusserte sich auch besorgt über eine Ausweitung der Besuche (KESB act. 197) und erhob am 21. November 2015 "Einsprache" gegen die Ausweitung des Besuchsrechts von einem halben auf einen ganzen Tag (KESB act. 199.1).
J. Am 25. November 2015 berichtete D._, dass der letzte Besuchstag geprägt gewesen sei von den Auswirkungen der Standortsitzung vom 11. November 2015. A._ habe diverse schwierige und angriffige Aussagen gegenüber dem Vater und ihm selbst ausgesprochen. Er vermute, dass A._ dies von seiner Mutter übernommen habe. Er halte aber am geplanten Vorgehen fest und mache Vorschläge für die nächsten Besuchstage (KESB act. 205).
K. Der Zwischenbericht der KJBE vom 16. März 2016 enthält Auszüge aus den Tagesrapporten der Besuche vom November 2015 bis März 2016, welche D._ begleitete. Einige Besuchstage verliefen problemlos, an anderen weigerte sich A._, zu seinem Vater zu gehen, oder redete schlecht über ihn und/oder D._. Gemäss KJBE erscheine es vor diesem Hintergrund besser, nicht auf den ganzen Besuchstagen zu beharren. Sie empfehle für April und Mai 2016 einen Kompromiss von drei bis vier Nachmittagen pro Monat. Auch ist die KJBE der Ansicht, dass Y._ seinen Sohn in Zukunft durchaus ohne
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Begleitung bei ihm Zuhause haben könne (KESB act. 255). Die kjp berichtet am 4. April 2016, dass es gelungen sei, eine Beziehung zwischen Vater und Sohn wieder aufzunehmen und zu festigen. Sie sei aber nach wie vor fragil, da sie vor allem durch die anhaltenden zwischenelterlichen Konflikte und Spannungen, welche A._ belasteten, geprägt sei. A._ befinde sich weiterhin in einem ausgeprägten Loyalitätskonflikt und werde von der negativen Erwartungshaltung, welche X._ an Y._ habe, beeinflusst. X._ gelinge es nicht durchgängig, diese Befürchtung vor ihrem Sohn so weit zurück zu halten, dass ihm eine freie Gestaltung der Beziehung zu seinem Vater möglich sei. Aus Sicht der kjp ergäben sich keine Hinweise, die gegen unbegleitete Besuchskontakte von Y._ mit seinem Sohn sprächen. Unabhängig von der Ausgestaltung empfiehlt die kjp jedoch, dass zumindest bei der Übergabe darauf geachtet werde, dass die zwischenelterliche Kommunikation nicht eskaliere sowie kindsgerecht und entspannt verlaufe (KESB act. 261).
L.a. Mit Entscheid vom 28. April 2016 hob die KESB Nordbünden die Weisungen zur Ausübung des persönlichen Verkehrs gemäss ihrem Entscheid vom 21. April 2015 ersatzlos auf und führte eine neue, erweiterte Besuchsrechtsregelung ein. Im Weiteren errichtete sie eine Beistandschaft nach Art. 308 ZGB, ernannte E._ als Beiständin und erteilte X._ und Y._ die gemeinsame elterliche Sorge über ihren Sohn (KESB act. 286).
L.b. Mit E-Mail vom 2. November 2016 an die KESB Nordbünden berichtete X._, dass ihr Sohn seit dem 28. September 2016 nicht mehr bei seinem Vater gewesen sei, weil er nicht mehr zu diesem gehen wolle (KESB act. 298). In der Folge vereinbarten X._ und Y._, die Kontakte zwischen Vater und Sohn bis auf weiteres zu unterbrechen (KESB act. 301.1). Mit E-Mail vom 12. Januar 2017 an die KESB Nordbünden teilte Y._ mit, dass er eine Sistierung des Besuchsrechts längerfristig nicht akzeptieren könne (KESB act. 323).
M. Mit Entscheid vom 23. Februar 2017 wies die KESB Nordbünden X._ und Y._ an, zur Kontaktanbahnung zwischen Vater und Sohn bis spätestens Ende Mai 2017 aktiv und nach Vorgabe von Dr. med. F._, Kinder- und Jugendpsychiater, an Therapiegesprächen mitzuwirken (KESB act. 338). Dagegen erhob X._ am 24. März 2017 "Einsprache" bei der KESB Nordbünden, welche zuständigkeitshalber an das Kantonsgericht von Graubünden weitergeleitet und als Beschwerde entgegengenommen wurde. Aufgrund des negativen Therapieverlaufes stoppte die KESB Nordbünden mit E-Mail vom 21. Juni 2017 die Therapie bei Dr. med. F._ per sofort. Mit Entscheid vom
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28. September 2017 (siehe unten P.) hob sie den Entscheid vom 23. Februar 2017 auf und erteilte andere Weisungen und Aufträge, woraufhin die Beschwerde vom 24. März 2017 mangels Anfechtungsobjekt als gegenstandslos abgeschrieben wurde (vgl. Verfügung des Kantonsgerichts von Graubünden ZK1 17 43 vom 19. Oktober 2017).
N. Am 4. Mai 2017 wurde als Beistand für A._ neu G._ anstelle von E._ eingesetzt (KESB act. 370). Mit Verfügung vom 5. Juli 2017 ernannte die KESB Nordbünden lic. iur. Adrian Scarpatetti als Verfahrensbeistand für A._ für die Vertretung im Verfahren betreffend Abklärung Kindesschutzmassnahmen (KESB act. 405). Mit Entscheid vom 31. Juli 2017 verpflichtete sie X._ unter Androhung der Bestrafung nach Art. 292 StGB, bei der Vereinbarung und Umsetzung einer persönlichen Besprechung zwischen A._ und dessen Verfahrensbeistand mitzuwirken (KESB act. 424).
O. Der Verfahrensbeistand von A._ gelangte mit Schreiben vom 31. August 2017 an die KESB Nordbünden und teilte dieser mit, dass A._ seiner Meinung nach Ruhe brauche und sich ein allfälliger Kontakt mit dem Kindesvater nicht "auf Biegen und Brechen" herstellen lasse. Auch in der beiliegenden Stellungnahme an das Kantonsgericht von Graubünden weist der Verfahrensbeistand darauf hin, dass A._ nun Ruhe brauche und er ihm mehrmals mitgeteilt habe, dass er keinen Kontakt zum Vater wolle (KESB act. 445).
P. Mit Entscheid vom 28. September 2017, mitgeteilt am 11. Oktober 2017, ernannte die KESB Nordbünden als Beistand für A._ anstelle von G._ neu H._. Im Weiteren verfügte sie was folgt (vgl. act. B.1):
[...]
9. Im Zusammenhang mit der Ausübung des persönlichen Verkehrs zwischen A._ und Y._ (Vater) wird verfügt:
a. Die behördlich genehmigte Regelung des persönlichen Verkehrs gemäss Unterhalts- und Betreuungsvertrag vom 22. Juni 2011 sowie gemäss Entscheid vom 28. April 2016 wird bis 30. Juni 2018 sistiert.
b. Die Weisung an die Eltern zur Mitwirkung an Therapiegesprächen bei Dr. med. F._ (Kinder- und Jugendpsychiater, Chur) gemäss Entscheid der KESB vom 23. Februar 2017 wird aufgehoben.
c. X._ wird angewiesen (Art. 307 Abs. 3 ZGB), im Sinne der Erwägungen aktiv und nach Vorgaben von Dr. med. I._ (Leiterin Kinder- und Jugendpsychiatrie Graubünden, Chur) an mindestens fünf Gesprächen teilzunehmen. Die ersten drei Gesprächstermine werden wie folgt festgesetzt: [...].
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d. Y._ wird angewiesen (Art. 307 Abs. 3 ZGB), im Sinne der Erwägungen aktiv und nach Vorgaben von J._ (Gewaltberatungsstelle der Bewährungshilfe K._) an mindestens fünf Gesprächen teilzunehmen. Die Gesprächstermine werden wie folgt festgesetzt: [...].
e. [...]
f. Zum persönlichen Verkehr ab 1. Januar 2018 bis 30. Juni 2018 ergehen im Sinne einer schrittweisen Aufbau- und Konsolidierungsphase folgende Weisungen (Art. 273 Abs. 2 ZGB): Es ist ein persönlicher Verkehr zwischen A._ und Y._ (Vater), begleitet durch D._ (KJBE), in einem zweiwöchentlichen Rhythmus durchzuführen, jeweils abwechselnd mittwochnachmittags oder donnerstagnachmittags während eines halben Tages (von 12.00 bis 18.00 Uhr), und monatlich zusätzlich ein Samstag (von 8.00 Uhr bis 18.00 Uhr). Im Einverständnis mit der Mutter können weitere oder längere persönliche Kontakte, ebenfalls begleitet, durchgeführt werden. Die Kosten der Begleitung sind von den Eltern je zur Hälfte zu übernehmen.
g. D._ wird die Kompetenz erteilt, die konkrete Durchführung der Besuche zu planen und X._ und Y._ verbindliche Weisungen zur Übergabe zu erteilen bzw. diese selbst durchzuführen.
h. D._ wird beauftragt, die KESB über vorzeitige Abbrüche mit einem kurzen Zwischenbericht zu informieren sowie nach fünf Monaten einen Bericht über die Durchführung der persönlichen Kontakte einzureichen und allenfalls Empfehlungen aus seiner fachlichen Beurteilung abzugeben.
i. X._ wird angewiesen, D._ im Vorfeld des ersten persönlichen Kontakts gemäss lit. f bei sich zu Hause und zusammen mit A._ zu empfangen und ihm so den (Wieder-) Aufbau einer Vertrauensbeziehung zu A._ zu ermöglichen.
j. Den Eltern von A._ wird eine Ungehorsamsstrafe im Widerhandlungsfall gemäss Art. 292 StGB angedroht, wonach mit Busse bis zu Fr. 10'000.-- (Art. 106 StGB) bestraft wird, wer einer an ihn von der zuständigen Behörde unter Hinweis auf diese Strafdrohung erlassenen Verfügung nicht Folge leistet, konkret für X._ bei Ungehorsam gegen die Weisungen gemäss lit c, f, und i vorstehend und für Y._ bei Ungehorsam gegen die Weisung gemäss lit. d vorstehend.
10. (Verfahrenskosten)

## Considerations