# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 1ed9a145-ba50-453b-b203-d3cbe0584287
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2021
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1970, i
st seit dem 31.
März 2002 bei der
Y._
AG als Flight
Attendant
angestellt und in dieser Eigen
schaft bei der Suva gegen die Folgen von Berufs- und Nichtberufsunfällen versi
chert (vgl. Urk
. 8/1).
Am 10. Dezember 2018 wurde die Versicherte
aufgrund eines
Karpaltunnel
syndroms rechts
operiert
(
Urk. 8/34
)
.
M
it Schadenmeldung UVG vom
22.
Juli
2019 (Urk. 8
/1)
liess sie die Suva
wissen, dass
ihr während
dieser
Handoperation
die Schulter verletzt worden sei.
Dr. med.
Z._
, Facharzt für Allgemeine Medizin FMH,
der
die Versicherte
am 29. Mai 2019
als
Erster
wegen der Schulterbe
schwerden
behandelt
hatte
, hielt in seinem Bericht vom 3. August 2019 (Urk. 8/9) fest,
die Versicherte
klage
über
starke, bewegungsabhängige Schulterschmerzen rechts
, die sie auf die Operation vom 1
0.
Dezember 2018 wegen ungünstiger Lagerung und Blutsperre zurückführe
.
Oberärztin Dr
. med.
A._
von der Abtei
lung
Schulter- und Ellenbogenchirurgie der Klinik
B._,
welche die Beschwerdeführerin auf Zuweisung von Dr.
Z._
untersuch
t
hatte
, diagnosti
zierte in ihrem Bericht vom 26. Juli 2019 (Urk. 8/10) Schulterschmerzen rechts seit Armlagerung im Rah
men einer CTS-Operation vom 10.
Dezember 2018 bei MR-tomografisch
artikularseitige
r
Partialläsion der
Supraspinatussehne
sowie hochgradig
em
Verdacht auf
eine
kaspulär
e
Läsion inferior
.
Die Suva
erbrachte in der Folge die gesetzlichen Leistungen (Taggeld
und Heilungskosten; vgl. Urk. 8/
23
).
Am
17. Januar 2020 (Urk. 8/67)
wurde die Versicherte
an der rechten Schulter operiert.
Die Suva legte die eingeholten medizinischen Unterlagen
dem beratenden Dr.
med.
C._
, Facharzt für
Chirurgie, zur orthopädischen
Beur
teilung vor
. Dieser verneinte die Kausalität zwischen den Schulterbeschwerden und der Handoperation vom 1
0.
Dezember 2018 sowie das Vorliegen einer Listendiagnose gemäss
Art.
6
Abs.
2
des Bundesgesetzes über die Unfallver
sicherung,
UVG
(
Urk. 8
/
77 und
Urk.
8
/
117
).
1.2
Mit Verfügung vom
11
. Juni 2020 (Urk.
8
/
130
) stellte die Suva
daraufhin
die Leistungen per
29
.
Februar
2020 ein. Die von der Versicherten erhobene Ein
sprache (Urk.
8
/
134
) wies die Suva mit Entscheid vom
26
. November 2020 ab (Urk. 2).
2.
Gegen den
Einspracheentscheid
vom
26
. November 2020 erhob
die
Versicherte am
11
. Januar 2021 (Urk. 1) Beschwerde und beantragte
, dieser sei auf
zuheben und die Beschwerdegegnerin sei zu verpflichten,
ihr die gesetzlichen UVG-Leistungen gestützt auf das Ereignis vom 10. Dezember 2018 auszurichten
. Zudem
sei eine Begutachtung ihrer Schulterbeschwerden durchzuführen
.
Even
tualiter sei die Streitsache zur Ergänzung des Sachverhaltes (Gutachten) und zur Neuverfügung an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen (S. 2).
Die auf Abwei
sung schliessende Beschwerdeantwort vom
15
.
Februar
2021 (Urk. 7) wurde
der Beschwerdeführerin
mit Verfügung vom
21. Februar
2021 (Urk. 9)
zur Kenntnis zugestellt
.
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
1.1.1
Gemäss Art. 6
UVG
werden – soweit das Gesetz nichts
anderes
bestimmt – die Versicherungsleistungen bei Berufsunfällen, Nichtberufsunfällen und Berufs
krankheiten gewährt (Abs. 1).
1.1.2
Ein Unfall ist gemäss Art. 4
des
Bundesgesetz
es
über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG)
die plötzliche, nicht beabsichtigte schädigende
Einwirkung eines ungewöhnlichen äusseren Faktors auf den menschlichen Körper
, die eine Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesund
heit oder den Tod zur Folge hat.
Die Grundsätze zum Begriffsmerkmal der Ungewöhnlichkeit gelten auch, wenn zu beurteilen ist, ob ein ärztlicher Eingriff den gesetzlichen Unfallbegriff erfüllt. Die Frage, ob eine ärztliche Vorkehr als mehr oder weniger ungewöhnlicher äusserer Faktor zu betrachten sei, ist aufgrund objektiver medizinischer Kriterien zu beantworten. Sie ist nur dann zu bejahen, wenn die ärztliche Vorkehr als solche den Charakter des ungewöhnlichen äusseren Faktors aufweist; denn das Merkmal der Aussergewöhnlichkeit bezieht sich nach der Definition des Unfall
begriffs nicht auf die Wirkungen des äusseren Faktors, sondern allein auf diesen selber. Nach der Praxis ist es mit dem Erfordernis der Aussergewöhnlichkeit streng zu nehmen, wenn eine medizinische Massnahme in Frage steht. Damit eine solche Vorkehr als ungewöhnlicher äusserer Faktor qualifiziert werden kann, muss ihre Vornahme unter den jeweils gegebenen Umständen vom medizinisch Üblichen ganz erheblich abweichen und zudem, objektiv betrachtet, entsprechend
grosse Risiken in sich schliessen. Im Rahmen einer Krankheitsbehandlung, für welche die Unfallversicherung nicht leistungspflichtig ist, kann ein Behandlungs
fehler ausnahmsweise den Unfallbegriff erfüllen, nämlich, wenn es sich um grobe und ausserordentliche Verwechslungen und Ungeschicklichkeiten oder sogar um absichtliche Schädigungen handelt, mit denen niemand rechnet noch zu rechnen braucht. Ob ein Unfall im Sinne des obligatorischen Unfallversicherungsrechts vorliegt, beurteilt sich unabhängig davon, ob der Arzt oder die Ärztin einen Kunstfehler begangen hat, der eine (zivil- oder
öffentlichrechtliche
) Haftung begründet. Ebenso wenig besteht eine Bindung an eine allfällige strafrechtliche Beurteilung des ärztlichen Verhaltens (BGE 121 V 35 E. 1b, 118 V 283 E. 2b, je mit Hinweisen
; vgl. auch Urteil des Bundesgerichts 8C_535/2012 vom 20. November 2012 E. 5.1 mit Hinweisen
).
1.
2
Gemäss Art. 6 Abs. 2
UVG
erbringt die Versicherung ihre Leistungen auch
bei folgenden
Körperschädigungen, sofern sie nicht vorwiegend auf Abnützung oder Erkrankung zurückzuführen sind: Knochenbrüche (
lit
. a); Verrenkungen von Ge
lenken (
lit
. b), Meniskusrisse (
lit
. c), Muskelrisse (
lit
. d), Muskelzerrungen (
lit
. e), Sehnenrisse (
lit
. f), Bandläsionen (
lit
. g) und Trommelfellverletzungen (
lit
. h).
Diese Aufzählung der den Unfällen gleichgestellten Körperschädigungen ist ab
schliessend (BGE 146 V 51 E. 7.1 sowie BGE 116 V 136 E. 4a, 147 E. 2b, je mit Hinweisen).
Seit dem Inkrafttreten der Revision des UVG und der dazugehörigen
Verordnung über die Unfallversicherung (UVV)
per 1. Januar 2017 ist das Bestehen einer vom Unfallversicherer zu übernehmenden unfallähnlichen Körperschädigung nicht länger vom Vorliegen eines äusseren Ereignisses abhängig. Die Tatsache, dass eine in Art. 6 Abs. 2 UVG genannte Körperschädigung vorliegt, führt zur Vermu
tung, dass es sich hierbei um eine unfallähnliche Körperschädigung handelt, die vom Unfallversicherer übernom
men werden muss. Dieser kann sich aber von der Leistungspflicht befreien, wenn er beweist, dass die Körperschädigung vorwie
gend auf Abnützung oder Krankheit zurückzuführen ist (Zusatzbotschaft zur Änderung des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung [Unfallversicherung und Unfallverhütung; Organisation und Nebentätigkeiten der Suva] vom 19. September 2014,
BBl
2014 7922 7934 f.).
Gemäss BGE 146 V 51 ergibt sich aus der in Art. 6 Abs. 2 UVG vorgesehenen Möglichkeit des Gegenbeweises weiterhin die Notwendigkeit der Abgrenzung der vom Unfallversicherer zu übernehmenden unfallähnlichen Körperschädigung von der abnützungs- und erkrankungsbedingten Ursache einer Listenverletzung und damit letztlich zur Leistungspflicht des Krankenversicherers. Insoweit ist die Frage nach einem initialen
erinnerlichen
und benennbaren Ereignis - nicht zu
letzt auch aufgrund der Bedeutung eines zeitlichen Anknüpfungspunktes (Ver
sicherungsdeckung; Zuständigkeit des Unfallversicherers; Berechnung des versi
cherten Verdienstes; intertemporalrechtliche Fragestellungen) - auch nach der UVG-Revision relevant. Lässt sich dabei kein initiales Ereignis erheben oder ledig
lich ein solches ganz untergeordneter respektive harmloser Art, so verein
facht dies zwangsläufig in aller Regel den Entlastungsbeweis des Unfallver
siche
rers. Denn bei der in erster Linie von medizinischen Fachpersonen zu beur
tei
len
den Abgrenzungsfrage ist das gesamte Ursachenspektrum der in Frage stehenden Körperschädigung zu berücksichtigen. Nebst dem Vorzustand sind somit auch die Umstände des erstmaligen Auftretens der Beschwerden näher zu beleuchten. Die verschiedenen Indizien, die für oder gegen Abnützung oder Erkrankung sprechen, müssen aus medizinischer Sicht gewichtet werden. Damit der Entlastungsbeweis gelingt, hat der Unfallversicherer gestützt auf beweiskräftige ärztliche Einschät
zungen - mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit
–
nachzu
weisen, dass die fragliche Listenverletzung vorwiegend, das heisst im gesamten Ursachenspektrum zu mehr als 50 %, auf Abnützung oder Erkrankung zurück
zuführen ist. Besteht das Ursachenspektrum einzig aus Elementen, die für Abnüt
zung oder Erkrankung sprechen, so folgt daraus unweigerlich, dass der Entlas
tungsbeweis des Unfallversicherers erbracht ist und sich weitere Abklärungen erübrigen (E. 8.6).
1.
3
Nach der Rechtsprechung kommt auch den Berichten und Gutachten versiche
rungsinterner Ärztinnen und Ärzte Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen (BGE 125 V 351 E. 3b/
ee
). Das Anstellungsverhältnis einer versicherungsinternen Fachperson zum Versiche
rungsträger alleine lässt nicht schon auf mangelnde Objektivität und Befangen
heit schliessen (BGE 137 V 210 E. 1.4, 135 V 465 E. 4.4). Soll ein Versicherungs
fall jedoch ohne Einholung eines externen Gutachtens entschieden werden, so sind an die Beweiswürdigung strenge Anforderungen zu stellen. Bestehen auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der versicherungs
internen ärztlichen Feststellungen, so sind ergänzende Abklärungen vorzu
nehmen (BGE 142 V 58 E. 5.1, 139 V 225 E. 5.2, 135 V 465 E. 4.4 und E. 4.7).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete ihren
Einspracheentscheid
(Urk. 2) damit
,
dass kein
U
nfallereignis im Sinne von Art.
4 ATSG
vorliege, da es unter Berück
sichtigung der Akten anlässlich der Operation vom 1
0.
Dezember 2018 weder zu
einem
Behandlungsfehler noch zu einer absichtlichen Schädigung gekommen sei
(S. 2 f.). Gestützt auf die beweiskräftigen Beurteilungen des Kreisarztes Dr.
C._
vom 31. Januar und 6. März 2020 sei davon auszugehen, dass die Befunde
an
der rechten Schulter nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit einer Listendiagnose gemäss
Art.
6
Abs.
2 UVG entsprächen. So habe die behan
delnde Ärztin lediglich eine Partialläsion der
Supraspinatussehne
, jedoch keine eindeutige Ruptur beschrieben.
Selbst unter der Annahme einer Listendiagnose wäre schliesslich die Leistungspflicht zu verneinen, weil
es sich bei den Befunden mit überwiegender Wahrscheinlichkeit um degenerative Veränderungen
handle
(S.
3-9).
Damit
könnten die Leistungen ex
nunc
et pro
futuro
eingestellt werden
(S.
10 f.
; vgl. auch die Beschwerdeantwort vom 15. Februar 2021 [Urk. 7 S.
3-7
]).
2.2
Dagegen machte
die
Beschwerdeführer
in
in
ihrer
Beschwerde (Urk. 1)
zum Unfallbegriff
geltend,
eine Ruptur der
Supraspinatussehne
, wie sie bei ihr diag
nostiziert worden sei,
sei kein Risiko, welches sich anlässlich einer Operation
wie derjenigen vom 1
0.
Dezember 2018
verwirklichen könne. Aus den Akten gehe hervor, dass sie seit der besagten Operation aufgrund der Lagerung Schulter
beschwerden beklage. Bereits dieser Umstand lasse darauf schliessen, dass das Vorgehen während der Operation ausserordentlich gewesen sei
.
E
ine Ungeschick
lichkeit im Rahmen der medizinischen Vornahme
sei daher
erstellt und der ungewöhnliche Faktor
und damit der Unfallbegriff
zu bejahen
(S.
3-5).
Weiter brachte sie betreffend
eine unfallähnliche Körperschädigung
vor,
dass
die
befun
dete
Partialläsion der
artikularseitigen
Supraspinatussehne
einem
Teilriss
ent
spreche
. Typischerweise könne als Folge davon eine
Kapsulitis
entstehen. Aufgrund der medizinischen Faktenlage sei mit überwiegender Wahrscheinlich
keit davon auszugehen, dass eine Listendiagnose vorliege
und diese nicht über
wiegend wahrscheinlich degenerativ sei
. Die Aussage
des
Versicherungs
medizin
ers
, dass die Listenverletzung irgendwann im Frühsommer 2019 entstanden sei, sei eine reine Vermutung, was dem Beweisgrad der überwie
genden Wahrscheinlichkeit nicht genüge. Es werde nicht
rechtsgenüglich
darge
legt, inwiefern die Verletzung überwiegend degenerativer Natur sei. Die
versicherungsmedizinische
Beurteilung sei daher
weder
schlüssig
noch
nachvoll
ziehbar
(S. 5 f.).
2.3
Es stellt sich damit die Frage, ob die zweifelsohne
therapiebedürftige
Schulter
problematik der Beschwerdeführerin
der Leistungszuständigkeit der
Beschwerde
gegnerin
(
Art.
6
Abs.
1
oder
2 UVG)
zuzuordnen
ist
.
Streitig und zu prüfen ist, ob
im Zusammenhang mit der
operativen
Behandlung
der krankheitsbedingten Karpaltunnel-Symptomatik
vom 10.
Dezember 2018
ein für die rechtsseitigen Schulterbeschwerden relevantes
Unfallereignis gemäss
Art.
4 ATSG
stattge
funden
hat
und falls nicht, ob es sich bei
diesen Beschwerden
um eine Körper
schädigung nach
Art.
6
Abs.
2 UVG handelt, die nicht vorwiegend auf Abnützung oder Erkrankung zurückzuführen ist.
3.
3.1
Dr.
A._
von der Klinik
B._
, Zürich, welche die Beschwerdeführerin auf Zuweisung von Dr.
Z._
untersuchte, nannte in ihrem Bericht vom 26. Juli 2019 (Urk. 8/10)
unter anderem gestützt auf ein MRT
Arthographie
des rechten Schul
tergelenks vom 9. Juli 2019 (Urk. 8/11)
folgende Diagnose
(S. 1)
:
-
Schulterschmerzen rechts seit Armlagerung im Rahmen einer CTS-Operation vom 10. Dezember 2018
-
MR-tomografisch
artikularseitige
Partialläsion der
Supraspinatussehne
sowie hochgradiger Verdacht auf
kap
s
ulär
e
Läsion inferior bei austre
tendem Kontrastmittel
-
Klinisch
kapsuläre
Einschränkung vo
r
allem der Rotation
en
; differen
tialdiagnostisch im Sinne einer posttraumatischen
Kapsulitis
3.2
Dr.
Z._
, welc
her
die
Beschwerdeführer
in
am 29.
Mai 2019 als erster Arzt wegen der Schulterschmerzen behandelt hatte,
hielt in seinem Bericht vom 3.
August 202
0 (Urk.
8/9) fest,
dass
die
Beschwerdeführerin
über starke, bewegungs
abhängige Schulterschmerzen rechts
klage
, die sie auf die Operation vom 1
0.
Dezember 2018 wegen ungünstiger Lagerung und Blutsperre zurückführe.
Im Auszug zum Behandlungsverlauf («Anamnese und Verlauf») von Dr.
Z._
vom 28. Oktober 2019 (Urk. 8/48/1-3) finden sich für die Zeit vom 29. Mai 2018 bis 12. April 2019 diverse Einträge zur Behandlung des Karpaltunnelsyndroms der
linken Hand
(S. 1 f.). Am 17. Juli 2019 findet sich ein erster Eintrag
zu den
Schulterbeschwerden mit folgendem Wortlaut: «Telefon Pat. Hatte anhaltende Schmerzen in Schulter rechts. Konnte Arm nicht mehr richtig anheben. War deshalb im MRI. Dort Diagnose eines Sehnenabrisses. Schickt alle Unterlagen. Schmerzen seien laut Patientin seit OP. Macht keine Vorwürfe, schickt Unterlagen zur Info und falls sich Versicherung melden sollte» (S. 2).
3.3
Auf Rückfrage der Beschwerdegegnerin, ob es sich bei der Diagnose einer
Supra
spinatussehnenruptur
um eine Listendiagnose nach
Art.
6
Abs.
2 UVG handle und, ob diese mit überwiegender Wahrscheinlichkeit auf Abnützung oder Krank
heit zurückzuführen sei, antwortete
die
beratende Dr. med.
D._
,
Fachärztin
für Chirurgie, am 4. September 2019 (Urk. 8/22)
,
es handle sich um eine Listen
diagnose gemäss Art
.
6
Abs.
2
lit
. g/f UVG und es sei möglich
, dass die Köper
schädigung mit überwiegender Wahrscheinlichkeit auf Abnützung oder Krank
heit zurückzuführen sei.
3.
4
Auf
Nachfrage
der Beschwerdegegnerin (Urk. 8/38) berichtete Dr. med.
E._
, welcher die Beschwerdeführerin am 1
0
. Dezember 2018 wegen des Karpaltunnelsyndroms operiert hatte (Urk. 8/34)
,
am 28. Oktober 2019 (Urk. 8/49)
, die Operation sei in Rückenlage durchgeführt worden. Der Arm habe auf einem Handtisch gelegen. Es sei eine i
ntravenöse Regionalanästhesie
durch
geführt worden. Die Schulter
werde
bei dieser Anästhesieart nicht anästhesiert. Die Operation werde auf dem Handtisch durchgeführt in circa 70°
Abduktion
.
Dr.
E._
legte seiner Stellungnahme ein
Merkblatt
zum Vorgehen bei der Anästhesie bei Hand- und Fussoperationen
bei
(Urk. 8/48/
5-6
)
.
3.
5
Am 17. Januar 2020 (Urk. 8/67) wurde die Beschwerdeführerin
wegen der persis
tierenden Schmerzen
an der rechten Schulter operiert (Arthroskopie mit
Kapsulo
tomie
,
Bursektomie
und
Acromioplastik
).
3.
6
Der b
eratende Dr.
C._
hielt in
seiner
Beurteilung vom
31.
Januar
2020 (Urk. 8/77)
fest,
im Operationsbericht vom Dezember 2018
würden
keinerlei Besonderheiten erwähnt. Auch das Narkoseprotokoll zeige keine Auffälligkeiten, insbesondere hätten weder eine Blutdruckerhöhung während des Eingriffes noch ein Pulsanstieg verifiziert werden können. Anmerkungen des Anästhesisten über eine Besonderheit während des operativen Verlaufs im Rahmen der Anästhesie seien nicht zu erkennen. Die beschriebene Lagerung auf dem Operationstisch entspr
e
che der Normallagerung
(S. 7)
.
Weiter erklärte Dr.
C._
,
die Beschwerdeführerin habe die
Schulterschmerze
n
erstmalig im Juli 2019
erwähnt
mit der Angabe, dass die Schmerzen seit der Operation bestünden. Auffallend sei, dass in der gesamten Dokumentation zeit
lich davor keinerlei Äusserungen über einen Schmerz in der Schulter erwähnt worden sei
en
. Der behandelnde Hausarzt habe über eine erstmalige Behandlung im Mai 2019 wegen der Beschwerden im Bereich der rechten Schulter berichtet.
Bei der Operation im Januar 2020 hätten bei der
subacromialen
Ansicht intra
operativ eine intakte
Supraspinatussehne
sowie eine ausgeprägte
Kapsulitis
und eine
subacromiale
Bursitis bestanden. Ein Hinweis auf eine stattgehabte
kapsuläre
Struktu
rstörung im Sinne eines Kapsela
nrisses habe sich nicht ergeben, insbeson
dere sei die
Bizepssehne
in ihrem gesamten Verlauf völlig unauffällig und das
Pulley
-System nicht beeinträchtigt gewesen. Die intraoperativ festgestellten Diagnosen zeigten das Bild einer
Kapsulitis
sowie einer degenerativen und entzündlichen Erkrankung im Bereich der Schulter. Hinweise auf eine Verletzung der Schulterstrukturen hätten sich aus der Arthroskopie nicht ergeben. Auch sei die
Supraspinatussehne
als weitgehend intakt eingeschätzt worden
(S. 7 f.)
.
Ferner
führte
Dr.
C._
aus,
im gesamten, detailliert dokumentierten postope
rativen Verlauf nach Karpaltunneldachspaltung
hätten sich monatelang keine Hinweise auf eine Veränderung im Bereich des Schultergelenkes ergeben, die auf eine mögliche Fehllagerung bei der Operation hinweisen würden. Die Tatsache, dass die Beschwerdeführerin über Beschwerden bei der Lagerung des Armes geklagt habe und diese auch hätten behoben werden können, erklär
e
nicht, dass daraufhin sieben Monate später eine so starke Schulterbeschwerdesymptomatik entstanden sei, die auf
ein
Ereignis am 10. Dezember 2018 zurückzuführen sei. In der gesamten Dokumentation sei kein fehlerhaftes Verhalten zu erkennen. Die Dokumentation sei exakt und detailliert, daher ergäben sich keine Hinweise auf eine Problematik im Rahmen der Anästhesie oder Lagerung. Die gewählte Lagerungsform sei regelhaft.
Somit sei festzustellen, dass sicherlich im Rahmen der operativen Vorgehensweise am 10. Dezember 2018
kein
Fehlverhalten zu erkennen sei (S. 8).
Weiter hielt Dr.
C._
fest, im weiteren Verlauf sei aufgrund der kernspin
tomografischen Untersuchung des rechten Schultergelenkes eine Teilruptur der
Supraspinatussehne
als Listendiagnose gemäss Art. 6 Abs. 2 UVG eingeschätzt worden. Aufgrund des kernspintomografischen Befundes sei eine solche Einschätzung durchaus möglich. Es habe sich jedoch in der intraoperativen Befunderhebung gezeigt, dass die Sehne rein degenerativ verändert gewesen sei, die Sehnenkontinuität sei erhalten. Die Qualität der Sehne sei leicht gemindert mit Erweichungsherden. Die festgestellte PASTA-Läsion
(
Partialläsion der
artiku
larseitigen
Supraspinatussehne
)
sei ein degenerativer Prozess und entspreche nicht einer Listendiagnose gemäss
Art.
6
Abs.
2 UVG
. Die führende Symptomatik bei der Schulterarthroskopie sei die erhebliche
Kapsulitis
sowie eine
subacromiale
Impingementsituation
mit Bursitis gewesen. Die operativen Massnahmen hätten ausschliesslich der Behebung dieser degenerativen Prozesse gedient.
Eine
Kapsu
litis
sei eine Veränderung im Bereich der Schulter, die entzündlicher Natur sei. In vielen Fällen sei hierzu ein Trauma als Ursache zu erkennen, dabei entwickle sich jedoch die
Kapsulitis
nach Trauma in einem strengen zeitlichen Zusammenhang zum Trauma. 30
% aller
Kapsulitiden
der Schulter entstünden
jedoch spontan. Die
Kapsulitis
könne eine lange Behandlung nach sich ziehen. Die hier erstmalig beschriebene
Kapsulitis
basiere auf dem intraoperativen Befund aus dem Jahre 2020, während alle zuvor diagnostizierten Veränderungen keine Hinweise auf eine
Kapsulitis
ergeben hätten. So lägen zwei
sonografische
Befunde vor, die diesbezüglich unauffällig seien sowie ein MR,
das
ebenfalls keinen Hinweis auf eine
Kapsulitis
ergeben habe. Es
sei
daher davon auszugeben, dass die
Kapsulitis
spontan im Laufe des Jahres 2019 entstanden sei und in ihrer Ausprägung kon
tinuierlich zugenommen habe
(S. 8
f.
).
3.
7
Am 17. Februar 2020 (Urk. 8/100) nahm Dr.
A._
Stellung
zu
r
Beurteilung von
Dr.
C._
. Sie führte dazu aus,
e
s sei nicht
korrekt
,
aus ihrem Bericht auf
eine
intakte
Rotatorenmanschette
zu schliessen. Auch
habe sie die Sehnenläsion
nie degenerativ genannt, sonder
n
sei
sie deskriptiv geblieben.
Der Befund sei als
Rotatorenmanschettenläsion
zu bezeichnen, genauer als
artikularseitige
Partial
ruptur der
Supraspinatussehne
Elmann
I. Ob die Beschwerden tatsächlich mit der operativen Behandlung des Karpaltunnels in Verbindung st
ü
nden, könne sie rückwirkend nicht beurteilen. Jedoch halte sie die Beschwerdekette basierend auf einer Listendiagnose der
artikularseitigen
Partialläsion, welche für die
Kaspulitis
und möglicherweise für die Bursitis verantwortlich sein könne, für äusserst wahr
scheinlich.
3.
8
Nach Vorlage
dieser
Stellungnahme von Dr.
A._
erklärte
Dr.
C._
am
31.
März 2020 (Urk. 8/117),
überraschend sei die Aussage von Dr.
A._
, dass eine
artikularseitige
partielle Läsion des Sehnengewebes in der bekanntermassen schlechtesten durchbluteten Stelle der Sehne einer Sehnenruptur entspreche. Die Sehnenkontinuität sei nachweislich nicht unterbrochen. Es handle sich um eine reine
intratendinöse
Veränderung, die unter dem Begriff der
tendinopathischen
Veränderung zusammenzuziehen sei. Hier sei der Begriff einer Sehnenruptur, auch als partielle Sehnenruptur, nicht gegeben. Die hier auch als PASTA-Läsion beschriebene Veränderung, die sowohl kernspintomographisch als auch intra
operativ bestätigt worden sei, sei auf eine auf degenerativer Basis entstehende Veränderung der
Artikularseite
der
Supraspinatussehne
zurückzuführen.
Hempfling
(
Hempfling
/
Wich
,
Begutachtung des
Rotatorenschade
ns
. Trauma und Berufskrankheit,
2018
) komme in seinen Ausführungen zu dem Schluss, dass es sich hier um eine Prädilektionsstelle der Sehnenveränderung handle, da an dieser Stelle die Durchblutung des Sehnengewebes am schlechtesten sei
,
und dass daher in diesem Bereich di
e Sehnenveränderung als erstes a
uftrete
und einen degene
rativen Prozess darstelle.
Widersprochen werden müsse auch der Bemerkung, dass eine
Kapsulitis
immer eine rein klinische Diagnose sei. Eine frische
Kapsulitis
sei sicherlich zunächst klinisch erkennbar. Im weiteren Verlauf seien jedoch typische Veränderungen an der Kapsel im MRT, aber auch
sonographisch
nachweisbar. Anlässlich der Erst
untersuchung sei ergänzend zu der Kernspintomographie auch eine Sonographie durchgeführt worden. Beide Untersuchungen hätten keinen Hinweis auf eine aktive oder bereits seit längerer Zeit bestehende
Kapsulitis
ergeben.
Eine seit Dezember 2018 bestehende
Kapsulitis
hätte zu einem Zeitpunkt im Juli 2019 definitiv bildtechnisch eine Veränderung zeigen müssen. Das sei nicht der Fall und daher müsse davon ausgegangen werden, dass diese
kapsuläre
E
inschrän
kung, oder später
Kapsuli
tis
genannt, irgendwann im Frühsommer 2019 entstan
den sei. Daher bestehe kein Zusammenhang zu
einem
Ereignis
im
Dezember 2018.
3.
9
In ihrer Stellungnahme vom 25. Juni 2020
(Urk. 8/
134
)
zur Beurteilung von Dr.
C._
vom 31. März 2020 (E. 3.
8
vorstehend) wiederholte Dr.
A._
, dass es nicht korre
kt sei, dass die
Supraspinatuss
e
h
ne
intakt gewesen sei. Es handle sich bei der Partialläsion der
artikularseitigen
Supraspinatussehne
um einen Teil
riss.
4.
4.1
4.1.1
Es stellt sich
im Hinblick auf die strittige Leistungspflicht der Beschwerdegegnerin
zunächst die Frage,
ob
es sich
bei den
Geschehnissen anlässlich
der
Operation an der rechten Hand
am
1
0
. Dezember 2018
,
auf
welche die Beschwerdeführerin ihre Schulterbeschwerden zurückführt,
unter B
erücksichtigung der unter E. 1.1.2
dargelegten Kriterien
um ein
Unfallereignis
im Sinne von
Art.
4 ATSG
handelt
.
4.1.2
Zunächst ist festzuhalten, dass e
in Lagerungsfehler
, wie ihn die Beschwerde
führerin geltend macht, nicht aktenkundig
ist
.
Weder
dem
Operationsbericht vom
1
0.
Dezember 2018 (U
rk.
8/34
/2
)
noch
dem
Bericht vom 2
8.
Oktober 2019
des Operateurs
Dr.
E._
zu Händen der Beschwerdegegnerin
ist
ein irreguläres Ereignis im Zusammenhang mit der Lagerung und Anästhesie
zu ent
nehmen
.
Selbst wenn
man aber
mit der Beschwerdeführerin
von einer
lagerungs
bedingte
n
Schädigung der
Supraspinatussehne
anlässlich der Handoperation vom 1
0.
Dezember 2018
ausginge
,
wäre der Unfallbegriff - und namentlich das Merkmal der Ungewöhnlichkeit - im Rahmen der krankheitsbedingten Handope
ration, für welche keine unfallversicherungsrechtliche Leistungspflicht besteht, nicht erfüllt
. In Berücksichtigung des gesamten Sachverhalts fehlt es aufgrund der medizinischen Darlegungen an einem unfallversicherungsrechtlich relevan
ten (groben) Behandlungsfehler. Es finden sich keine Anhaltspunkte, dass intra-
oder
perioperativ
in grober Weise nicht sachgerecht vorgegangen worden wäre. Ein entsprechendes Ereignis im Operationssaal oder in der Operationsvorbe
reitung
wurde
weder
im
Operationsbericht vom
10. Dezember
2018 (Urk. 8/34)
noch im Narkoseprotokoll vom 10. Dezember 2018 (Urk. 8/48/4)
noch von der Beschwerdeführerin zum Beispiel anlässlich der
ersten
postoperativen Verlaufs
kontrollen bei ihrem Hausarzt
erwähnt.
Hinweis
e
, dass
es zu einem
relevante
n
Behandlungsfehler
im Sinne
einer groben oder ausserordentlichen Verwechslung oder Ungeschicklichkeit
gekommen ist,
sind keine ersichtlich
.
Alleine der Umstand, dass die Beschwerdeführerin nach der erfolgten Operation Schmerzen an der Schulter verspürt haben soll (E. 2.2), lässt nicht auf eine
entsprechende
Fehlbehandlung schliessen.
Dr.
C._
bestätigte denn auch, dass im Rahmen der operativen Vorgehensweise am 10. Dezember 2018 kein Fehl
v
erhalten zu erkennen
sei
(E. 3.6). Auch in den übrigen medizinischen Unterlagen war nie die Rede von einem Behandlungsfehler (vgl. E. 3.1-5, E. 3.7-9).
Ein vom medizinischen Standard abweichender, als grob zu qualifizierender Fehler ist nach Lage der Akten
– entgegen der Ansicht der Beschwerdeführerin (E. 2.2) -
nicht erstellt
, weshalb die rechtsprechungsgemässen qualifizierten Anforderungen an die Ungewöhnlichkeit
des äusseren Faktor
s
im Rahmen einer Krankenbehandlung
(Vorliegen von groben und ausserordentlichen Verwechs
lungen und Ungeschicklichkeiten oder sogar
von absichtlichen Schädigungen,
E. 1.1.2
), nicht erfüllt sind
.
4.1.
3
Aber a
uch
ohne
diese
erhöhten Anforderungen an die Ungewöhnlichkeit
läge
kein Unfallgeschehen vor.
Die Durchführung des Eingriffs wich gemäss der medizinischen Aktenlage nicht vom medizinisch Üblichen ab. Ein schadensursächliches Ereignis konnte nicht ermittelt werden.
Aktenkundig Erwähnung finden die Schulterschmerzen erstmals rund fünf Monate nach der Operation im Mai 2019, als die Beschwerde
führerin wegen der Schulterbeschwerden den behandelnden Dr.
Z._
aufsuchte (E. 3.2). Nach Angaben der Beschwerdeführerin habe sich ihr Arm bei der Lage
rung für die Operation vom 1
0
. Dezember 2018 anders angefü
h
lt
als
bei der früheren
Karpaltunnel
-Operation
;
sie habe beim Abbinden den Arm nicht mehr gespürt, sodass die anwesenden Ärzte die Armmanschette wieder geöffnet hätten (vgl. Urk.
3/5
)
. Wie aus dem von Dr.
E._
zu seiner Stellungnah
me
vom 28. Oktober 2019
(E. 3.4) beigelegten Merkblatt zur Anästhesie bei Hand- und Fussoperationen ersichtlich ist
(
Urk. 8/48/5-6), ist für die lokale Anästhesie der Hand das Anlegen einer Armmanschette zur Unterbrechung der Durchblutung vorgesehen, wobei es zu Enge- oder Druckgefühlen kommen kann.
Die Operation wurde im Anschluss in Rückenlage durchgeführt, wobei der Arm auf einem Hand
tisch lag, die Hand lokal anästhesiert war, die Schulter aber nicht. Von ausser
gewöhnlichen Krafteinwirkungen auf die oder
Bewegungen
der Schulter berichteten weder die Ärzte noch die Beschwerdeführerin selbst.
D
ie ärztlichen Handlungen
als solche
(inklusive
des Abbindens
des Armes zur Unterbrechung der Durchblutung)
wiesen
weder
intra-
noch
perioperativ
den Charakter eines ungewöhnlichen äusseren Faktors auf, sondern blieben im Rahmen des Alltäg
lichen und Üblichen
, wie
auch
Dr.
C._
bestätigte
(E. 3.6)
.
D
ie
im Zuge der Operation vom 1
0
. Dezember 2018 durchgeführte
n
medizi
nische
n
Vorkehr
ungen sind
somit
nicht als ungewöhnlicher äusserer Faktor zu werten
.
4.1.
4
Damit
liegt im Zusammenhang mit der Handoperation vom 1
0.
Dezember 2018 kein Unfall im Sinne von
Art.
4 ATSG vor.
4.2
4.2.1
E
s
bleibt somit
zu prüfen, ob
sich eine Leistungspflicht der Beschwerdegegnerin für die Folgen der rechtsseitigen Schulterbeschwerden gestützt auf
Art. 6 Abs.
2 UVG
ergibt
.
4.2.2
Dabei ist aus medizinischer Sicht umstritten, ob es sich bei den
vorliegenden
Befunden überhaupt um eine Listenverletzung im Sinne der genannten Bestim
mung handelt. Während
Dr.
C._
lediglich von einer
intratendinösen
Verän
derung ausging (vgl. E. 3.6, E. 3.8), sprach sich Dr.
A._
für eine
artikularseitige
Partialruptur der
Supraspinatussehne
Elmann
I aus. Diese Frage kann jedoch aus nachstehenden Gründen vorliegend offenbleiben.
4.2.3
Selbst
wenn
man
nämlich
mit
Dr.
A._
(vgl. E. 3. 7 und E. 3.9)
davon
ausginge
, dass es sich bei der
vorliegenden
Supraspinatusveränderung
um
eine
Sehnen
verletzung im Sinne von A
rt.
6 A
bs.
2
lit
. f UVG handel
t
,
ist
diese
Körperschä
d
igung
mit
überwiegende
r
Wahrscheinlichkeit
vorwiegend
auf Ab
nützung oder
Erkrankung
zurückzuführen (E. 1.
2
).
Dr.
C._
hielt dazu in seinen ausführlichen Stellungnahmen (E. 3.
6
und E. 3.
8
hiervor) mit Hinweis auf die einschlägige Fachliteratur verschiedene Argumente fest, welche für
eine
Supr
a
spinatusveränderung
von überwiegend degenerativer Genese sprechen.
So zeigte er überzeugend auf, dass
die
als PASTA-Läsion beschriebene Veränderung eine degenerative Veränderung
darstellt
, weil es sich bei de
m Ort
, wo diese auftritt, um eine Prädilektionsstelle der Sehnenveränderung
handelt, da an dieser Stelle die Durchblutung des Sehnengewebes am schlech
testen ist und daher in diesem Bereich als degenerativer Prozess Sehnenverän
derung
en
als erstes auftreten (E. 3.8).
Er erläuterte plausibel, dass auch ansonsten keine Anhaltspunkte für
Verletzungen
vorlä
gen, die
auf die Operation
als
initiales
Ereignis
zurückgeführt werden könnten
. So
zeigten die Befunde, die
anlässlich der Operation
im Januar 2020
erhoben
worden war
en
, keine
kapsuläre
Struktur
störung im Sinne eines Kapselanrisses. Insbesondere war die
Bizepssehne
in ihrem gesamten Verlauf völlig unauffällig, das
Pulley
-System nicht beeinträchtigt, die Seh
n
enkontinuität erhalten mit lediglich leicht geminderten Erweichungsherden
;
Hinweise auf eine Verletzung der Schulterstrukturen haben sich keine ergeben (E. 3.6). Zudem wies Dr.
C._
darauf hin, dass
die Schulterschmerzen erstmal
s
über sechs Monate nach der
Hand-
Operation einen
Niederschlag in de
r
echtzeit
liche
n
ärztliche
n
Dokumentation
gefunden hatten.
So hielt selbst
der behan
delnde Hausarzt Dr.
Z._
, bei welchem die Beschwerdeführerin seit Mai 2018 wegen des Karpaltunnelsyndroms in regelmässiger Behandlung war (E. 3.2), erstmals im
Juli
2019
fest
, dass die Beschwerdeführerin Schulterschmerzen beklage
.
In der
ausführlichen
Krankengeschichte
der
ersten fünf M
onate
nach der Operation
ist
wohl
die Nachbehandlung der Hand, aber
keine Schulterproblematik
dokumentiert
(E. 3.6)
. Da
mit
erscheint
die Operation vom Dezember 2018 als initiales Ereignis für die
Sehnenverletzung
als
höchst unwahrscheinlich
.
Ebenfalls
konnte Dr.
C._
überzeugend aufzeigen, dass
auch
die
Kapsulitis
aufgrund ihres zeitlichen Auftretens nicht in Zusammenhang mit der Operation im Dezember 2018 stehen konnte (E. 3.6 und E. 3.8).
Auch die weiteren ärztlichen Beurteilungen vermögen die Einschätzung von
Dr.
C._
nicht in Zweifel zu ziehen. So äusserte sich Dr.
A._
– wenn gleich sie als Diagnose Schulter
schmerzen rechts seit Armlagerung im Rahmen der Operation vom 10. Dezember 2018 (E. 3.1) gestellt hatte - dahingehend, dass sie rückwirkend nicht beurteilen könne, ob die Beschwerden tatsächlich mit der operativen Behandlung des Karpaltunnels in Verbindung
stehen
(E. 3.7). Ohne sich eingehend mit der Abgrenzung auseinanderzusetzen, hielt es Dr.
D._
in seiner Beurteilung vom 4. September 2019 (E. 3.3)
ferner
für möglich,
dass die Beschwerden auf Abnüt
zung oder Krankheit zurückzuführen sind.
Gestützt auf
die
widerspruchsfreien, nachvollziehbar begründeten und schlüssigen Ausführungen
von
Dr.
C._
ist
somit
davon
auszugehen, dass die
vorliegende
Supraspinatusveränderung
vor
wiegend, das heisst unter Berücksichtigung des gesamten Ursachenspektrums
zu mehr als 50 %
,
auf Abnützung oder Erkrankung zurückzuführen ist
.
4.2.
4
Der medizinische Sachverhalt ist
damit genügend abgeklärt. Von der beantragten ergänzenden Abklärung
oder Begutachtung
sind
daher keine
entscheid
wesentlichen
Erkenntnisse zu erwarten, weshalb davon in antizipierter Beweis
würdigung
(BGE 122 V 157 E. 1d)
abzusehen ist.
4.2.5
D
a
die
Veränderung der
Supraspinatussehne
bei
der
Beschwerd
eführerin
nach
weislich
vorwiegend
a
uf Abnützung
oder Erkrankung
zurückzuführen
ist
,
entfällt folglich
eine Leistungspflicht der Beschwerdege
gnerin
auch
gestützt auf Art. 6
Abs.
2 UVG.
4.3
Zusammengefasst
liegt
weder ein Unfall
im
gesetzlichen
Sinn
vor
(E. 4.1)
,
noch
besteht
eine Listendiagnose, die nicht vorwiegend auf Abnützung oder Erkrankung zurückzuführen ist
(E. 4.2)
,
so
dass eine Leistungspflicht der Beschwerdegegnerin
sowohl
nach
Art.
6
Abs.
1 UVG in Verbindung mit
Art.
4 ATSG
als
auch
nach
Art.
6
Abs.
2 UVG
entfällt
.
Der angefochtene
Einspracheentscheid
vom
26
.
November
2020
(Urk. 2)
erweist sich
somit
als rechtens, was zur Abweisung der Beschwerde führt.