# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 4c4dc5d5-e539-4f35-8dd7-98fef0be00f2
**Court:** ZH_VG
**Chamber:** ZH_VG_001
**Year:** 2002
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** 

## Facts

I. Am 2./3. Oktober 2000 setzte der Grosse Gemeinderat Winterthur eine neue Bau- und Zonenordnung fest und wies dabei einen Teil des Sulzer-Areals in Oberwinterthur von der bisherigen Industriezone I3 der Industriezone I2 sowie der Zentrumszone Z3 zu (Disp.-Ziff. 1). Gleichzeitig nahm der Rat in zustimmendem Sinn Vormerk von einer Grundsatzvereinbarung zwischen dem Stadtrat Winterthur und dem Sulzer-Konzern über die Entwicklung des fraglichen Areals (Disp.-Ziff. 4). Sämtliche an der gleichen Sitzung gefassten Beschlüsse wurden am 12. Oktober 2000 im "Landboten" unter Ansetzung der Beschwerdefrist an den Bezirksrat sowie der Referendumsfrist veröffentlicht (gemeinderechtliche Publikation). Am 17. November 2000 erfolgte die Publikation der Nutzungsplanung im Amtsblatt des Kantons Zürich unter Ansetzung der Rekursfrist an die Baurekurskommission IV (planungsrechtliche Publikation).
II. Gegen diese Nutzungsplanung erhoben X und 24 weitere im Bereich der Rychenbergstrasse in Winterthur wohnende Personen am 18. Dezember 2000 Rekurs und Gemeindebeschwerde bei der Baurekurskommission IV und beantragten, der angefochtene Beschluss sei insoweit aufzuheben, als im Gebiet Oberwinterthur/Grüze (nördlich der SBB-Linie ins Tösstal) anstelle der bisherigen Industriezone I3 die Zonen I2 und Z3 festgelegt worden seien. Die Planung sei zur Ergänzung und Verbesserung zurückzuweisen, das Gebiet sei neu und differenziert zu zonieren und die Grundsatzvereinbarung als Teil der  Zonenordnung zu erlassen, zu ändern oder aufzuheben. Die Baurekurskommission IV lud die vier betroffenen Grundeigentümer, darunter die Sulzer Betriebsliegenschaften AG und die Sulzer Immobilien AG, als Mitbeteiligte im Verfahren bei. Am 19. Juli 2001 trat die Kommission auf den Rekurs mangels Legitimation der Rekurrierenden gemäss § 338a des Planungs- und Baugesetzes vom 7. September 1975 (PBG) nicht ein (Disp.-Ziff. I), hiess jedoch die Gemeindebeschwerde, zu welcher die Rechtsmittelkläger als Stimmberechtigte legitimiert seien, wegen Unzulässigkeit der Grundsatzvereinbarung teilweise gut (Disp.-Ziff. II Abs. 1) und lud den Grossen Gemeinderat Winterthur ein, den Festsetzungsbeschluss im Sinne der Erwägungen zu ergänzen (Disp.-Ziff. II Abs. 2).
III. Gegen diesen Entscheid erhoben die Sulzer Betriebsliegenschaften AG und die Sulzer Immobilien AG am 2. August 2001 Beschwerde beim Verwaltungsgericht mit den Anträgen, es sei mittels Vorentscheid festzustellen, dass auf die gemeinderechtliche Beschwerde zufolge Verspätung nicht einzutreten gewesen sei, dementsprechend (und eventualiter auch aus materiellen Gründen) sei der Entscheid der Baurekurskommission aufzuheben und der Beschluss des Grossen Gemeinderates vom 3. Oktober 2000 zu bestätigen (VB.2001.00245).
Angesichts der noch laufenden Beschwerdefrist wurde das Vernehmlassungsverfahren vorerst nur hinsichtlich der Frage der Legitimation/Verspätung eröffnet. Die entsprechende Beschwerdeantwort der privaten Beschwerdegegner erging am 22. August 2001 und schloss auf Abweisung der Beschwerde. Die Stadt Winterthur liess sich dazu am 24. August 2001 vernehmen und beantragte die Gutheissung der Beschwerde. Die Baurekurskommission IV beantragte am 28. August 2001 die Abweisung des Rechtsmittels.
Am 3. September 2001 erwog der Abteilungspräsident, dass das Verfahren mit einem Vorentscheid nicht verkürzt werden könne, und lud die Beschwerdeführenden ein, ihre Beschwerde bis zum Ablauf der Beschwerdefrist allenfalls zu ergänzen. Die Ergänzung der Beschwerdebegründung erfolgte am 18. September 2001.
IV. Am 12. September 2001 erhob auch der Stadtrat Winterthur namens der Stadtgemeinde Beschwerde gegen den Rekursentscheid und beantragte, Disp.-Ziff. II des angefochtenen Entscheides sei aufzuheben und es sei festzustellen, dass auf die Beschwerde der Stimmberechtigten infolge Verspätung nicht einzutreten gewesen wäre, eventualiter sei der Beschluss des Grossen Gemeinderates vom 3. Oktober 2000 betreffend die Zuweisung zur Industriezone I2 und zur Zentrumszone Z3 in Oberwinterthur inklusive die zustimmende Vormerknahme vom Abschluss der Grundsatzvereinbarung über die Entwicklung des Sulzer-Areals Oberwinterthur vollumfänglich zu bestätigen (VB.2001.00296).
V. Am 17. September 2001 wandten sich auch X und die weiteren Nachbarrekurrierenden gegen den Rekursentscheid mit dem Antrag, Disp.-Ziff. I des angefochtenen Entscheids sei aufzuheben und es sei festzustellen, dass sie im Sinne von § 338a PBG zum planungsrechtlichen Rekurs legitimiert seien. Weiter sei Disp.-Ziff. II Abs. 2 des angefochtenen Entscheides aufzuheben und der Beschluss des Grossen Gemeinderats Winterthur vom 3. Oktober 2000 insoweit aufzuheben, als anstelle der bisherigen Industriezone I3 die Zonen I2 und Z3 festgesetzt worden sind. Bezüglich dieser Festlegungen sei die Planung zur Ergänzung und Verbesserung an den Grossen Gemeinderat zurückzuweisen mit der Anordnung, die im bisherigen Zonenplan vorgesehene Zone I3 gemäss den Vorgaben aus dem kantonalen Richtplan neu bzw. differenziert zu zonieren, indem die Neuzonierung auf die Erschliessungsplanung abgestimmt und etappiert werde (VB.2001.00297).
VI. Am 9. Oktober 2001 vereinigte der Abteilungspräsident alle drei Beschwerdeverfahren, lud die Stadt Winterthur ein, den Beschluss des Grossen Gemeinderates über die Erhebung der Beschwerde VB.2001.00296 nachzureichen, und ersuchte die Baudirektion des Kantons Zürich, die streitbetroffene Festlegung zu genehmigen bzw. deren Genehmigung beim Regierungsrat einzuholen.
Am 22. Oktober 2001 stimmte der Grosse Gemeinderat Winterthur der Beschwerdeerhebung durch den Stadtrat zu. Die Baudirektion genehmigte die strittige Planung am 5. November 2001.
Im Vernehmlassungsverfahren verlangte die Baurekurskommission IV mit Eingabe vom 22. November 2001 die Abweisung der drei Beschwerden. X und die weiteren Nachbarn (im Folgenden Nachbarrekurrierende genannt), die Stadt Winterthur sowie die Sulzer Betriebsliegenschaften AG und die Sulzer Immobilien AG (im Folgenden Grundeigentümerinnen genannt) beantragten am 10. bzw. 11. Januar 2002 die Abweisung der jeweiligen gegnerischen Beschwerde.

## Considerations

Die Kammer zieht in Erwägung:
1. In formeller Hinsicht beantragte die Stadt Winterthur mit ihrer Beschwerde vom 12. September 2001, es sei ihr Gelegenheit einzuräumen, zu allfälligen Vernehmlassungen der Parteien Stellung zu nehmen.