# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 36e112a8-72bb-4408-8f22-cbfece8fc25a
**Court:** BE_SRK
**Chamber:** BE_SRK_001
**Year:** 2020
**Language:** de
**Jurisdiction:** BE / Espace_Mittelland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** Tax

## Facts

hat die Steuerrekurskommission den Akten entnommen:
A. C._ (nachfolgend Rekurrent), geboren am _, war bis im Dezember 2018 in der Einwohnergemeinde A._ (nachfolgend EG A._) mit Heimatschein
angemeldet. Zusammen mit seiner langjährigen Partnerin E._ sowie der gemeinsamen
Tochter, F._ (Jg. 2006), bewohnt er an der O._strasse in A._ eine
5.5-Zimmerwohnung. Per 9. Dezember 2018 meldete sich der Rekurrent aus A._ ab
und hinterlegte seine Schriften in H._, wo er (bzw. die J._ AG) über
Stockwerkeigentum verfügt. Der Rekurrent ist Inhaber der J._ AG. Über dieses
Unternehmen ist er zudem an der K._ beteiligt. Für beide Unternehmen arbeitet er
gemäss eigenen Angaben abwechslungsweise in der EG A._, der Einwohnergemeinde
G._ im Kanton L._ (nachfolgend EG G._) und der
Einwohnergemeinde H._ im Kanton M._ (nachfolgend EG H._).
B. Mit Schreiben vom 13. Dezember 2018 forderte das Steuerbüro der EG A._ den Rekurrenten auf, den Fragebogen für Personen mit Wochenaufenthalt im Kanton Bern
auszufüllen. Nachdem der Rekurrent den Fragebogen zusammen mit einer schriftlichen
Begründung retourniert hatte, äusserte die EG A._ mit Schreiben vom 28. Januar 2019
ihre Auffassung, wonach sich der steuerrechtliche Wohnsitz des Rekurrenten nach wie vor in
der EG A._ befinde. Mit Eingabe vom 1. März 2019 an die EG A._ nahm der
Rekurrent, vertreten durch Rechtsanwalt und Notar I._, Stellung. Er führte im
Wesentlichen aus, dass lediglich bei verheirateten Ehepaaren der Wohnort der Familie in der
Regel den Lebensmittelpunkt darstelle. Da die elterliche Sorge bei der Kindsmutter liege, habe
der Rekurrent keine Möglichkeit den Wohnsitz der gemeinsamen Tochter zu bestimmen. Pro
Woche verbringe er insgesamt mehr Nächte in der EG H._ als in der EG A._.
C. Mit Schreiben vom 5. März 2019 ersuchte die EG A._ die Steuerverwaltung des Kantons Bern, Abteilung Zentrale Veranlagungsbereiche Wohnsitz (nachfolgend
Steuerverwaltung), um Feststellung des steuerrechtlichen Wohnsitzes des Rekurrenten. Am
18. Juli 2019 verfügte die Steuerverwaltung die Festsetzung des steuerrechtlichen Wohnsitzes
des Rekurrenten ab dem Steuerjahr 2018 in der EG A._. Zur Begründung wurde im
Wesentlichen ausgeführt, dass das Familienortprinzip auch bei eheähnlichen Konkubinaten
anwendbar sei. Die familiäre Situation des Rekurrenten stelle eine eheähnliche
Schicksalsgemeinschaft dar, weshalb vorliegend das Familienortprinzip greife und der
steuerrechtliche Wohnsitz des Rekurrenten sich somit in der EG A._ befinde. Der
Vollständigkeit halber hielt die Steuerverwaltung fest, dass ein Schreiben der EG A._
an die Adresse des Rekurrenten in der EG H._ nicht habe zugestellt werden können.
Daraus schloss die Steuerverwaltung, dass der Rekurrent an diesem Ort offenbar über keinen
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angeschriebenen Briefkasten verfüge, was gegen einen Hauptwohnsitz in der EG H._
spreche.
D. Mit Eingabe vom 19. August 2019 erhob der Rekurrent Einsprache gegen die Verfügung vom 18. Juli 2019. In Ergänzung zur Eingabe vom 1. März 2019 führte er aus, dass das
Kriterium der Absicht des dauernden Verbleibens im vorliegenden Fall für einen Wohnsitz in
der EG H._ spreche. So halte er sich weder mehrheitlich in der EG A._ auf,
noch habe er die Absicht, dort dauernd zu verbleiben. Vielmehr habe er sich in der EG
H._ angemeldet, weil er dort dauernd verbleiben wolle. Er fühle sich mit der EG
H._ viel mehr verbunden und verbringe seine (spärliche) freie Zeit fast überwiegend in
der EG H._. Das Argument der Steuerverwaltung, dass sein Briefkasten in der EG
H._ nicht angeschrieben sei, greife nicht. Der Briefkasten habe für ihn eine
untergeordnete Bedeutung. Dass das Schreiben in der EG A._ habe zugestellt werden
können, sei logisch, da seine Partnerin nach wie vor dort lebe. Der Briefkasten in der EG
A._ sei nach wie vor mit seinem Namen beschriftet, was auch für längere Zeit noch der
Fall sein werde. Sodann sei er in leitender Stellung tätig, weshalb der Verweis auf
BGer 2C_171/2012 in der Verfügung vom 18. Juli 2019 fehl gehe. Darüber hinaus sei aktuell
vorgesehen, in der EG H._ eine Zweigniederlassung und v.a. eine Betriebsstätte der
J._ AG zu gründen, was zurzeit wirtschaftlich aber noch keinen Sinn ergebe. Der
Rekurrent könne sich bei seiner Arbeitstätigkeit auf strategische Aufgaben konzentrieren, was
primär Aktenstudium und Reflexion über die Erkenntnisse beinhalte. In Bezug auf seine Familie
bestünden zwar keine Trennungsabsichten, es dürfe jedoch nicht von einem klassischen
Familienmodell ausgegangen werden. Zudem leide der Rekurrent unter bronchialem Asthma.
Dass diese Beschwerden in der EG H._ geringer seien, habe auch dazu beigetragen,
seinen Wohnsitz dorthin zu verlegen. In ihrer Stellungnahme vom 27. August 2019 beantragte
die EG A._ die Abweisung der Einsprache.
E. Mit Einspracheentscheid vom 21. November 2019 wies die Steuerverwaltung die Einsprache des Rekurrenten ab. Im Anschluss an rechtliche Erwägungen führt sie
zusammengefasst aus, dass die nach wie vor intakte Beziehung zu seiner in der EG
A._ wohnhaften Partnerin, sowie der Umstand, dass der Briefkasten in der EG
H._ nicht mit seinem Namen beschriftet sei, gegen einen dauerhaften Aufenthalt in der
EG H._ sprechen würden. Unabhängig vom Sorgerecht liege das Zentrum der
familiären Beziehungen in der EG A._, weshalb die EG A._ auch als
Familienort gelte und sich dort, gestützt auf das Familienortprinzip, auch der Lebensmittelpunkt
des Rekurrenten befinde. Sodann sei der Rekurrent nach der Rechtsprechung des
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Bundesgerichts in steuerrechtlicher Hinsicht nicht in leitender Stellung tätig, weshalb auch keine
Ausnahme zum Familienortprinzip vorliege.
F. Gegen diesen Entscheid erhob der mittlerweile nicht mehr anwaltlich vertretene Rekurrent mit Eingabe vom 23. Dezember 2019 Rekurs bei der Steuerrekurskommission des Kantons
Bern (Steuerrekurskommission). Er beantragt, der Einspracheentscheid der Steuerverwaltung
des Kantons Bern vom 21. November 2019 sei aufzuheben und der steuerrechtliche Wohnsitz
für das Steuerjahre 2018 in der EG H._ sei anzuerkennen. Zur Begründung bringt er
insbesondere neu vor, dass sein Briefkasten in der EG H._ nun seit längerem
beschriftet sei. Die Verzögerung der Beschriftung sei auf einen Lieferverzug des
Wohnungsschlosses zurückzuführen. Sodann habe er den Briefkasten nicht sofort
angeschrieben, weil er wenig Post erhalte und diese nicht selbst öffne. Weiter bringt der
Rekurrent vor, dass er und seine Partnerin seit Jahren unabhängig voneinander lebten. Er sehe
seine Partnerin sowie die Tochter arbeitsbedingt häufig tagelang nicht oder nur schlafend. Die
wenige Freizeit, die er habe, verbringe er mit seiner Tochter beim Skifahren und Wandern in der
EG H._, was er ausschliesslich mit seiner Tochter mache. Darüber hinaus sei die
Steuerverwaltung nicht auf sein Argument der gesundheitlichen Aspekte eingegangen, worin
eine Verletzung des rechtlichen Gehörs liege. Schliesslich hält der Rekurrent fest, dass es ihm
bei der Wohnsitzverlegung nicht darum gehe, Steuern einzusparen, zumal die Steuerersparnis
nur gering ausfalle. Zudem habe er sich dazu entschieden, von einer Anmeldung als
Wochenaufenthalter in der EG A._ abzusehen.
G. Am 24. Januar 2020 hat sich die Steuerverwaltung vernehmen lassen und die kostenpflichtige Abweisung des Rekurses beantragt. Zur Begründung hält sie fest, dass sich
der Rekurrent in etwa zu gleichen Teilen in der EG A._ und in der EG H._
jeweils mit der Absicht des dauernden Verbleibs aufhalte. Der Rekurrent mache zudem nicht
geltend, seinen Aufenthalt in der EG A._ aufgeben zu wollen. Die stärksten
Beziehungen bestünden sodann zur EG A._, weshalb der steuerrechtliche Wohnsitz
des Rekurrenten in Anwendung des Familienortprinzips dort festzusetzen sei. Auch die
Tatsache, dass der Rekurrent unter bronchialem Asthma leide und sich deshalb
verständlicherweise möglichst oft in der EG H._ aufhalte, wiege nicht derart schwer,
dass sich eine Ausnahme zum Familienortprinzip rechtfertigen würde.

## Considerations

Die Steuerrekurskommission zieht in Erwägung:
1. Einspracheentscheide der Steuerverwaltung betreffend Festsetzung des steuerrechtlichen Wohnsitzes können bei der Steuerrekurskommission angefochten werden (Art. 195 ff. des
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Steuergesetzes vom 21. Mai 2000 [StG; BSG 661.11]). Die Steuerrekurskommission ist deshalb
sachlich und örtlich zuständig. Der Rekurrent ist im vorinstanzlichen Verfahren mit seinen
Anträgen nicht durchgedrungen. Er ist daher beschwert und zur Anfechtung befugt
(Art. 195 Abs. 2 StG i.V.m. Art. 86 und 65 des Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die
Verwaltungsrechtspflege [VRPG; BSG 155.21]). Auf den form- und fristgerecht eingereichten
Rekurs ist deshalb einzutreten.
Die Steuerrekurskommission beurteilt die vorliegende Streitsache in Dreierbesetzung, da eine
Streitsache mit unbestimmtem Streitwert vorliegt (Art. 70 Abs. 3 und Abs. 4 Bst. c des Gesetzes
vom 11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staatsanwaltschaft
[GSOG; BSG 161.1] und VGE 100 2010 191 vom 9.5.2011, E. 2.2, nicht publiziert).
2. Strittig ist vorliegend, ob sich der steuerrechtliche Wohnsitz des Rekurrenten ab dem Steuerjahr 2018 im Kanton Bern (EG A._) befunden hat.
3. Natürliche Personen sind gemäss Art. 4 Abs. 1 StG aufgrund persönlicher Zugehörigkeit steuerpflichtig, wenn sie ihren steuerrechtlichen Wohnsitz oder Aufenthalt im Kanton Bern
haben. Die Folge der persönlichen Zugehörigkeit ist die unbeschränkte Steuerpflicht
(Besteuerung des gesamten Einkommens und des beweglichen Vermögens im Wohnsitz-
kanton; vgl. BGE 125 I 54 ff. E. 2).
3.1 Unter dem steuerrechtlichen Wohnsitz ist der Ort zu verstehen, an dem sich die steuerpflichtige Person mit der Absicht dauernden Verbleibens aufhält (Art. 4 Abs. 2 StG). Nicht
erforderlich ist der Wille, den Aufenthaltsort nicht in absehbarer Zeit zu verlassen. Es genügt,
den Ort bis auf weiteres zum Mittelpunkt der Lebensverhältnisse zu machen und ihm dadurch
eine gewisse Stabilität zu verleihen, selbst wenn mit der Möglichkeit des Wechsels aus
bestimmten Gründen zu rechnen ist oder sogar feststeht, dass der Aufenthalt nach einiger Zeit
wieder aufhört (Zweifel/Hunziker in: Kommentar zum Schweizerischen Steuerrecht,
Interkantonales Steuerrecht, 2011, N. 21 zu § 6, m.w.H.). Wenn sich eine Person
abwechslungsweise an zwei Orten aufhält, namentlich wenn der Arbeitsort nicht mit dem
sonstigen Aufenthaltsort zusammenfällt, ist für die Bestimmung des steuerrechtlichen
Wohnsitzes darauf abzustellen, zu welchem Ort sie die stärkeren Beziehungen unterhält. Der
Mittelpunkt der Lebensverhältnisse, also der ideelle und materielle Schwerpunkt des Lebens
einer Person, bestimmt sich für die Steuerhoheit nach der Gesamtheit der objektiven, äusseren
Umstände und nicht nach den bloss erklärten Wünschen der steuerpflichtigen Person oder ihrer
gefühlsmässigen Verbundenheit mit einem bestimmten Ort. Der steuerrechtliche Wohnsitz ist
insofern nicht frei wählbar (BGE 125 I 54, E. 2a; BGE 123 I 289 E. 2b; VGE 20803 vom
11.5.2000, in BVR 2001 S. 1 E. 2c). Dem polizeilichen Domizil, wo die Schriften hinterlegt sind
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oder die politischen Rechte ausgeübt werden, kommt dagegen keine entscheidende Bedeutung
zu. Dies sind bloss äussere Merkmale, die ein Indiz für den steuerrechtlichen Wohnsitz bilden
können, wenn auch das übrige Verhalten der steuerpflichtigen Person dafür spricht (VGE 20803
vom 11.5.2000, in BVR 2001 S. 1 E. 2b; BGer 2P.335/2001 vom 29.7.2002, E. 2.2). Die Frage,
zu welchem der Aufenthaltsorte die steuerpflichtige Person die stärkeren Beziehungen
unterhält, ist jeweils aufgrund der Gesamtheit der Umstände des Einzelfalls zu beurteilen (BGE
123 I 289 E. 2b).
3.2 Bei unselbstständig erwerbstätigen Personen liegt das Steuerdomizil grundsätzlich an dem Ort, wo sie für längere oder unbestimmte Zeit Aufenthalt nehmen, um von dort aus der
täglichen Erwerbstätigkeit nachzugehen, ist doch der Zweck des Erwerbs für den
Lebensunterhalt dauernder Natur. Eine Ausnahme besteht nach ständiger Rechtsprechung für
verheiratete Steuerpflichtige, die täglich oder an den Wochenenden regelmässig zu ihrer
Familie (Familienort) zurückkehren. Die durch persönliche und familiäre Bande begründeten
Beziehungen werden in diesen Fällen für stärker erachtet als jene zum Arbeitsort. Deshalb sind
diese Steuerpflichtigen in der Regel am Aufenthaltsort der Familie zu besteuern. Eine Rückkehr
an den Wochenenden ist nicht zwingend erforderlich; es genügt die regelmässige Rückkehr an
den Familienort an irgendwelchen Wochentagen (Peter Locher, Die Praxis der Bundessteuern,
III. Teil, Interkantonale Doppelbesteuerung, Band 2, Nr. 5 zu § 3, IB, 2b). Anders kann es sich
verhalten, wenn der Steuerpflichtige in leitender Stellung tätig ist (BGE 125 I 54 E. 2b; BVR
1999 S. 364 E. 4b; Zweifel/Hunziker a.a.O., N. 29 zu § 6). Sodann befindet sich das
Hauptsteuerdomizil eines verheirateten Steuerpflichtigen, der die Wochenenden zusammen mit
seiner Familie regelmässig an einem anderen Ort (z.B. am früheren Familienort oder am
Herkunftsort der Ehefrau) verbringt, gleichwohl dort, wo sich die Familie während der Woche
aufhält und wo die Kinder zur Schule gehen (Zweifel/Hunziker a.a.O., N. 29 zu § 6).
3.3 Diese Praxis zum Familienort findet sinngemäss auch auf Paare Anwendung, die in einem eheähnlichen Konkubinat leben. Das Bundesgericht hat festgehalten, dass eine Beziehung
dann als eheähnlich einzustufen ist, wenn diese bezüglich Art und Stabilität in ihrer Substanz
einer Ehe gleichkommt. Dabei ist insbesondere dem Vorliegen eines gemeinsamen Haushalts,
der Natur und Länge der Beziehung sowie der Bindung, insbesondere durch gemeinsame
Kinder oder anderer Umstände wie die Übernahme von wechselseitiger Verantwortung,
Rechnung zu tragen (BGer 2C_880/2017 vom 3.5.2018, E. 3.1, m.w.H.). Ein Konkubinat stellt
gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung insbesondere dann eine Schicksalsgemeinschaft
ähnlich einer Ehe dar, wenn deren Dauer fünf Jahre übersteigt (BGE 118 II 235, E. 3a).
3.4 Das Bestehen eines steuerrechtlichen Wohnsitzes bewirkt die Steuerpflicht und ist Grundvoraussetzung der Besteuerung. Daher gelten die Grundsätze des
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Veranlagungsverfahrens hinsichtlich der Beweislastverteilung auch für die Festlegung des
steuerrechtlichen Wohnsitzes. Zufolge des im Steuerrecht geltenden
Untersuchungsgrundsatzes haben die Steuerbehörden den Sachverhalt von Amtes wegen zu
ermitteln. Sie müssen den rechtserheblichen Sachverhalt von sich aus richtig und vollständig
abklären (Art. 166 StG; Art. 123 und Art. 130 DBG). Aus der objektiven Beweislastverteilung
folgt, dass steuerbegründende
Tatsachen grundsätzlich von der Steuerverwaltung, steuermindernde von der steuerpflichtigen
Person zu beweisen sind (Zweifel/Hunziker in: Kommentar zum Schweizerischen Steuerrecht,
Bundesgesetz über die direkte Bundessteuer [DBG], 3. Auflage, 2017, N. 27 f. zu Art. 130
DBG). Diese allgemeine Regel setzt indessen voraus, dass sowohl die steuerpflichtige Person
als auch die Steuerverwaltung überhaupt in der Lage sind, den Beweis zu leisten. Andernfalls
wäre es stossend, nach der Beweislastregel zu Ungunsten der beweisbelasteten Person zu
entscheiden (Zweifel/Hunziker, a.a.O., N. 29 zu Art. 130 DBG). Die rechtserheblichen
Tatsachen, welche in ihrer Gesamtheit den massgeblichen Sachverhalt bilden, entziehen sich in
aller Regel der Kenntnis der Steuerverwaltung. Sie ist daher darauf angewiesen, dass die
steuerpflichtige Person Angaben zum rechtserheblichen Sachverhalt macht und Beweismittel
für deren Richtigkeit beschafft oder wenigstens genau bezeichnet. Der
Untersuchungsgrundsatz findet daher seine Grenzen in der Mitwirkungspflicht der Parteien
(BGer 2A.426/2004 vom 23.11.2004, E. 2.1 mit Hinweisen). Die steuerpflichtige Person hat
darum bei der Sachverhaltsermittlung und bei der Beweisleistung aktiv mitzuwirken, unabhängig
davon, ob sie die objektive Beweislast trägt (Art. 166 Abs. 2 StG; Art. 123 und 126 DBG). Wirkt
sie an der Ermittlung steuerbegründender oder -erhöhender Tatsachen nicht gehörig mit, so ist
nicht nach der allgemeinen Beweislastregel zu Ungunsten der beweisbelasteten Behörde zu
entscheiden, sondern sind die beweislos gebliebenen – mithin unerklärbaren und ungewissen –
Tatsachen unter Wahrscheinlichkeitsgesichtspunkten zu würdigen (Zweifel/Hunziker, a.a.O., N.
29 zu Art. 130 DBG, mit Hinweisen).
4. Im vorliegenden Verfahren hält sich der Rekurrent etwa zu gleichen Teilen in den EG A._ und H._ auf (pag. 20 f., 31, 79 sowie Rekurs, S. 2). Der Rekurrent gibt
selber an, keine Notwendigkeit zu erkennen, seinen Namen vom Briefkasten in der EG
A._ zu entfernen (pag. 79; Rekurs, S. 3). In beruflicher Hinsicht ist nicht erkennbar,
dass der Rekurrent beabsichtigt, die Büroräumlichkeiten in der EG A._ zu schliessen
und seine Arbeitstätigkeit vollständig in die EG H._ zu verlegen. Sodann geht die
Wohnung in der EG A._ über ein blosses „pied-à-terre“ hinaus und dient ihm nicht
ausschliesslich als blosse Übernachtungsmöglichkeit (vgl. VGE 100 2016 124 vom 15.3.2016,
E. 4.4). Ein qualitativer Unterschied zur Wohnsituation in der EG H._ ist jedenfalls nicht
feststellbar. Somit deuten sämtliche objektiven Umstände darauf hin, dass sich der Rekurrent,
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entgegen seinen Ausführungen, auch in der EG A._ mit der Absicht des dauernden
Verbleibens aufhält. Seine Vorstellungen und Wünsche betreffend seinen bevorzugten
Wohnsitz bzw. die von ihm vorgebrachte Verbundenheit mit der EG H._ (vgl. Rekurs,
S. 2) sind im Vergleich zu den objektiven Verhältnissen nur von untergeordneter Bedeutung.
Somit gilt es nachfolgend abzuklären, zu welcher der beiden Gemeinden vorliegend die
stärksten Beziehungen bestehen.
4.1 Es ist unbestritten, dass der Rekurrent seit vielen Jahren in einer Beziehung mit seiner aktuellen Partnerin, E._, lebt (pag. 40). Die gemeinsame Tochter (Jg. 2006) besucht
weiterhin die Schule in der EG A._ (pag. 32 f.). Der Rekurrent bringt sinngemäss vor,
dass die gelebte Beziehung nicht dem Schema einer klassischen Familie entspreche (Rekurs
vom 23.12.2019, S. 3). Diesbezüglich ist festzuhalten, dass die Beziehung während der
fraglichen Periode ungetrennt geblieben ist und dass der Rekurrent regelmässig in die EG
A._ zurückkehrt und auch dort in der Familienwohnung übernachtet. Auch dass der
Rekurrent und seine Lebenspartnerin über getrennte Bankkonti verfügen, spricht nicht gegen
die Annahme, dass die beiden sich nach wie vor gegenseitig Beistand leisten sowie in der EG
A._ weiterhin einen gemeinsamen Haushalt führen. Insgesamt ist aufgrund des
gemeinsamen Kindes sowie der gelebten Beziehung von einer eheähnlichen
Schicksalsgemeinschaft und nicht von einer blossen Zweckgemeinschaft auszugehen.
Entsprechend findet die Rechtsprechung zu verheirateten Paaren sinngemäss Anwendung (vgl.
E. 3.3). Der Familienort des Rekurrenten befindet sich demnach in der EG A._. Daran
ändert auch der Umstand nichts, dass der Rekurrent einen Grossteil seiner Freizeit zusammen
mit seiner Tochter in der EG H._ verbringt, zumal die Tochter nach wie vor in der EG
A._ eingeschult ist (vgl. E. 3.2). Eine Ausnahme vom Familienortprinzip ist sodann
auch nicht ersichtlich; der Rekurrent lebt weder dauerhaft getrennt von seiner Familie, noch ist
er, wie die Steuerverwaltung treffend festhält (pag. 86), im Sinne der bundesgerichtlichen
Rechtsprechung in leitender Funktion in einem Unternehmen tätig (vgl. E. 3.2). Dem
Rekurrenten gelingt es im Übrigen auch nicht, das Vorhandensein persönlicher Beziehungen in
der EG H._, welche die familiären Bindungen in der EG A._ überwiegen
würden, rechtsgenüglich nachzuweisen. Abgesehen vom Stockwerkeigentum in der
Liegenschaft N._ legt der Rekurrent sodann keine persönlichen oder gesellschaftlichen
Beziehungen zur EG H._ dar.
4.2 Darüber hinaus ist festzuhalten, dass die EG H._ keineswegs der ausschliessliche Arbeitsort des Rekurrenten darstellt. So geht dieser gemäss eigenen Angaben
sowohl in den EG A._, H._ als auch G._ einer Arbeitstätigkeit nach
(pag. 24, 78, Rekurs vom 23.12.2019, S. 3). In der EG A._ verfügt die J._ AG
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über eine Liegenschaft an der O._strasse. Offenbar erledigt der Rekurrent von dieser
Adresse aus auch weiterhin gewisse Korrespondenz (vgl. Deckblatt Kurzmitteilung vom
23.12.2019). Hinzu kommt, dass im Dezember 2018 an dieser Adresse eine
Zweigniederlassung der K._ im Handelsregister eingetragen wurde (pag. 82). Der
Rekurrent gibt an, dass in der EG H._ Büroräumlichkeiten sowie insbesondere eine
Zweigniederlassung und eine Betriebsstätte der J._ AG in Planung seien. Zudem
erfordere seine Arbeitstätigkeit Ruhe, weshalb er seinen Lebensmittelpunkt in die EG
H._ verlegt habe (pag. 78). Zurzeit ist jedoch nicht ersichtlich, dass sich die
Arbeitstätigkeit des Rekurrenten vorwiegend in der EG H._ abspielen würde. Aus den
Akten geht im Übrigen auch nicht hervor, dass die geplanten Massnahmen in der EG
H._ zwischenzeitlich vorgenommen worden wären. Sodann ist nicht ersichtlich,
inwiefern die erforderliche Ruhe nicht auch im Büro in der EG A._ gewährleistet sein
sollte. Dem Rekurrenten gelingt es damit jedenfalls nicht, darzulegen, dass die Intensität der
Arbeitstätigkeit in der EG H._ diejenige in der EG A._ wesentlich überwiegt.
Vielmehr ist aufgrund der vorliegenden objektiven Gegebenheiten davon auszugehen, dass der
Rekurrent auch weiterhin in der EG A._ in einem nicht unwesentlichen Ausmass
arbeitstätig ist. Somit erachtet es die Steuerrekurskommission als erstellt, dass sich der
Mittelpunkt der wirtschaftlichen Interessen des Rekurrenten zumindest teilweise weiterhin in der
EG A._ befindet, was in Kombination mit dem Familienort A._ zusätzlich für
einen Lebensmittelpunkt im Kanton Bern spricht.
4.3 Weiter macht der Rekurrent geltend, die Steuerverwaltung habe sein rechtliches Gehör verletzt, indem sie sich nicht zum Argument des beeinträchtigten Gesundheitszustands ge-
äussert habe (Rekurs vom 23.12.2019, S. 3). Inwiefern die Steuerverwaltung durch die Nicht-
berücksichtigung des Gesundheitszustands im Einspracheentscheid das rechtliche Gehör des
Rekurrenten verletzt hat, kann vorliegend offen bleiben. So ist zum einen nicht ersichtlich,
inwiefern der Gesundheitszustand des Rekurrenten für einen steuerrechtlichen
Lebensmittelpunkt in der EG H._ sprechen würde. Wie die Steuerverwaltung zu Recht
festhält, ist es ihm unbenommen, sich in der EG H._ aufzuhalten, ohne dass sich das
auf sein Hauptsteuerdomizil auswirken würde (vgl. Vernehmlassung, S. 4). Der Rekurrent
konnte zudem eine allfällig durch den Gesundheitszustand bedingte Notwendigkeit eines
Lebensmittelpunkts in der EG H._ auch nicht mittels eines entsprechenden
Arztzeugnisses darlegen (wie von ihm in seiner Eingabe vom 19.8.2019 noch angedeutet;
pag. 77).
5. Zusammenfassend kann festgestellt werden, dass sich der Familienort des Rekurrenten nach wie vor in der EG A._ befindet (E. 4.1). Kombiniert mit dem Umstand, dass der
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Rekurrent in der EG A._ zu einem nicht unerheblichen Teil einer Arbeitstätigkeit
nachgeht (E. 4.2), gelangt die Steuerrekurskommission in Würdigung der gesamten Umstände
des vorliegenden Falles zum Ergebnis, dass der Rekurrent bezüglich des Steuerjahrs 2018
keine genügenden Indizien für eine besondere Beziehung zur EG H._ glaubhaft
machen konnte. Die Steuerrekurskommission erachtet es demzufolge als erstellt, dass sich der
Lebensmittelpunkt des Rekurrenten im Steuerjahr 2018 in der EG A._, mithin im
Kanton Bern befunden hat. Angesichts des Übergewichts an persönlichen und wirtschaftlichen
Beziehungen zur EG A._ kann sodann auch nicht von einem alternierenden Wohnsitz
ausgegangen werden (BGE 131 I 145 E. 4.2 in Pra 2006 Nr. 28; Zweifel/Hunziker, a.a.O., N. 57
ff. zu § 6). Das Hauptsteuerdomizil des Rekurrenten befand sich somit für das Steuerjahre 2018
in der EG A._ bzw. im Kanton Bern. Daran vermag auch der Umstand nichts zu
ändern, dass ein Wechsel des Hauptsteuerdomizils für den Rekurrenten keine erhebliche
Steuerersparnis mit sich bringen würde. Der Rekurs ist daher abzuweisen.
6. Bei diesem Ausgang des Verfahrens wird der Rekurrent kostenpflichtig. Er hat die gesamten Verfahrenskosten zu tragen einschliesslich allfälliger Auslagen für Gutachten oder
andere externe Kosten (Art. 200 Abs. 1 StG i.V.m. Art. 1, 2, 53, 58 und 59 des Dekrets vom
24. März 2010 betreffend die Verfahrenskosten und die Verwaltungsgebühren der
Gerichtsbehörden und der Staatsanwaltschaft [Verfahrenskostendekret, VKD; BSG 161.12]).
Vorliegend sind die Verfahrenskosten in der Höhe einer Pauschalgebühr von CHF 1'200.--
damit dem unterlegenen Rekurrenten aufzuerlegen und mit dem geleisteten Kostenvorschuss
zu verrechnen.
7. Ist der Rekurrent vertreten, so kann bei ganz- oder teilweisem Obsiegen eine Parteientschädigung gesprochen werden. Da der Rekurrent im vorliegenden Fall unterliegt,
werden keine Parteikosten gesprochen (Art. 200 Abs. 4 StG).
Aus diesen Gründen wird erkannt
1. Der Rekurs wird abgewiesen.
2. Die Kosten des Verfahrens vor der Steuerrekurskommission, bestimmt auf eine Pauschal-
gebühr von CHF 1'200.--, werden dem Rekurrenten zur Bezahlung auferlegt.
3. Es werden keine Parteikosten gesprochen.
4. Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit der Eröffnung beim Verwaltungsgericht des Kantons Bern, Speichergasse 12, 3011 Bern, Beschwerde
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erhoben werden. Die Frist ist eingehalten, wenn die Rechtsschrift am letzten Tag der Frist einer schweizerischen Poststelle übergeben wird. Die Beschwerdeschrift ist in  Ausfertigung einzureichen. Sie muss vom Beschwerdeführer selbst oder von einem zur Prozessführung vor bernischen Gerichten ermächtigten Anwalt verfasst und
unterzeichnet sein. Der angefochtene Entscheid ist beizulegen. Die Rechtsschrift hat
insbesondere das Rechtsbegehren und die Begründung zu enthalten.
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5. Zu eröffnen an:
 C._
 Steuerverwaltung des Kantons Bern
 Gemeinde A._
 Gemeinde H._