# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** d2ae0bf4-7903-462c-b1f1-312cfb33730d
**Court:** GR_KG
**Chamber:** GR_KG_006
**Year:** 2011
**Language:** de
**Jurisdiction:** GR / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

hat sich ergeben:
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I. Sachverhalt
A. A. ist Eigentümerin der Liegenschaft X., Grundbuch der Gemeinde D.. Auf diesem Grundstück lastet eine Baubeschränkung in Form einer Dienstbarkeit zu Gunsten des Grundstücks Y.. Dieses stand vormals im Eigentum von B., welche das Eigentum am Grundstück am 29. Dezember 2009 mittels Schenkung auf ihre Tochter C. übertrug. A. möchte das Haus auf ihrem Grundstück abbrechen und einen Neubau erstellen. Aufgrund der Uneinigkeit zwischen den Parteien bezüglich der erlaubten Firsthöhe instanzierte A. am 13. November 2008 beim Kreispräsidenten D. eine Klage gegen B. zur Vermittlung mit folgenden Begehren:
„1. Es sei gerichtlich festzustellen, dass ein Neubau im Hofstattrecht mit gleicher Firsthöhe wie das bestehende Gebäude auf der Liegenschaft Nr. _, Plan Nr. _, Grundbuch der Gemeinde D., der Klägerin, die zugunsten Grundstück Y. der Beklagten lastende Baubeschränkung nicht verletzt.
2. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge zulasten der Beklagten.“
Da die beklagte Partei der Sühneverhandlung am 26. Februar 2009 unentschuldigt fernblieb, stellte der Kreispräsident D. in der Folge den Leitschein (mitgeteilt am 2. März 2009) aus.
B. Mit Prozesseingabe vom 23. März 2009 prosequierte A. den Leitschein an das Bezirksgericht Prättigau/Davos. Ihre Rechtsbegehren blieben dabei unverändert.
C. Am 9. Juni 2009 stellte und begründete B. in ihrer Prozessantwort folgende Rechtsbegehren:
„1. Auf die Klage sei nicht einzutreten.
2. Evtl. sei die Klage abzuweisen.
3. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge zulasten der Klägerin.“
Zudem äusserte die Beklagte gestützt auf Art. 93 Abs. 1 GR-ZPO den folgenden verfahrensrechtlichen Antrag:
„1. Das Verfahren sei auszusetzen, bis feststeht, ob auf die Klage eingetreten werden kann.
2. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge zulasten der Klägerin.“
Zur Begründung machte sie im Wesentlichen geltend, sie habe ihren Wohnsitz in den USA und die Vorladung des Kreisamtes D. zur obligatorischen Sühneverhandlung sei ihr nicht richtig zugestellt worden. Die Vorladung zur Sühneverhandlung und damit die Einleitung des Prozesses seien nicht gehörig
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erfolgt. Somit fehle es an einer Prozessvoraussetzung, weshalb auf die Klage nicht eingetreten werden könne. Diese Einrede sei vorgängig zu prüfen und es sei darüber in einer Gerichtsverhandlung nach Art. 93 Abs. 1 GR-ZPO zu entscheiden.
D. Mit Stellungnahme vom 29. Juni 2009 hielt die Klägerin an ihren Rechtsbegehren gemäss Leitschein und Klage unverändert fest. Die Vorladung zur Sühneverhandlung vor dem Kreispräsidenten D. sei korrekt erfolgt, weshalb der Einwand der Beklagten nicht zu hören und auf die Klage einzutreten sei.
E. In der Folge führte das Bezirksgericht Prättigau/Davos am 24. September 2009 eine mündliche Verhandlung gemäss Art. 93 Abs. 1 GR-ZPO zur Eintretensfrage durch. Anlässlich dieser Verhandlung einigten sich die Parteien auf Sistierung des Verfahrens, um Vergleichsverhandlungen durchführen zu können. Das Bezirksgericht Prättigau/Davos beschloss daher wie folgt:
„1. Das Verfahren wird einstweilen und bis auf unbestimmte Zeit sistiert.
2. Jede Partei kann jederzeit die Fortsetzung des Verfahrens, das heisst, den materiellen Entscheid des Bezirksgerichts Prättigau/Davos zu der vor ihm am 24. September 2009 mündlich verhandelten Frage der ordnungsgemässen Einleitung des Verfahrens verlangen. Diesem Ersuchen hat das Gericht alsdann ohne weiteres Folge zu geben.
3. Die gerichtlichen und aussergerichtlichen Kosten werden bei der Prozedur belassen.“
F. Mit Schreiben vom 13. September 2010 an den Bezirksgerichtspräsidenten Prättigau/Davos zog die Klägerin ihre Klage unter Vorbehalt der Wiedereinbringung zurück. Zur Frage der Kostentragung führte sie an, die Einrede der fehlenden Prozessvoraussetzung durch die Beklagte sei als rechtsmissbräuchlich zu qualifizieren. Überdies habe sie, die Klägerin, eine allenfalls nicht korrekte Vorladung nicht zu verantworten. Im Übrigen sei die Parzelle der Beklagten in der Zwischenzeit ohne Bewilligung des Gerichtspräsidenten der Tochter C. abgetreten worden. Bis heute sei zudem kein Vergleich zustande gekommen, was nicht sie zu vertreten habe. Sie befürchte daher, dass ihr Bauvorhaben weiterhin blockiert bleibe, wenn die Frage der Prozessvoraussetzung von sämtlichen Instanzen entschieden werden müsse. Dies wolle sie aber nicht hinnehmen. Sie beantrage, in Abweichung von der Regel, die Gerichtskosten den Parteien je zur Hälfte aufzuerlegen und die ausseramtlichen Kosten wettzuschlagen.
G. Die Beklagte stellte in ihrer Stellungnahme vom 19. Oktober 2010 den Antrag, die Gerichtskosten seien der Klägerin aufzuerlegen, welche sie, die
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Beklagte, ausseramtlich vollständig zu entschädigen habe. Zur Begründung führte sie an, die Einrede der fehlenden Prozessvoraussetzung sei entgegen den Behauptungen der Klägerin nicht rechtsmissbräuchlich gewesen. Es gebe daher keine wichtigen Gründe, um bezüglich der Kostenfolge von der Regel gemäss Art. 114 GR-ZPO abzuweichen. Es treffe zu, dass sie die Parzelle Y. im Rahmen der familieninternen Nachfolgeregelung ihrer Tochter abgetreten habe, was sie der Gegenseite auch mitgeteilt habe. Die Vergleichsverhandlungen seien trotzdem weitergeführt worden und ein allfälliger neuer Dienstbarkeitsvertrag wäre von der neuen Eigentümerin unterzeichnet worden. Die Abtretung der Liegenschaft an die Tochter habe demnach keine Auswirkungen auf den Prozess gehabt, auch habe die Klägerin dadurch keine Nachteile erlitten. Das Scheitern der Vergleichsverhandlungen könne sodann nicht ihr, der Beklagten, angelastet werden. Geltend gemacht wurde eine aussergerichtliche Entschädigung von Fr. 12'107.95 (inkl. MwSt.).
H. A. sah in ihrer Stellungnahme vom 8. November 2010 keinen Grund, von ihren Anträgen betreffend Kostenfolge abzuweichen. Sie habe in ihrem Schreiben betreffend Klagerückzug dargelegt, weshalb von der Regel von Art. 114 GR-ZPO abzuweichen sei. Im Übrigen sei die Honorarnote der Beklagten überhöht, der Aufwand der Vergleichsverhandlungen dürfe nicht der Gegenpartei belastet werden; solche Kosten seien von der betreffenden Partei selbst zu bezahlen.
I. B. blieb in ihrer weiteren Rechtsschrift vom 25. November 2010 bei der Auffassung, dass sowohl die gerichtlichen als auch die aussergerichtlichen Kosten in vollem Umfang der Klägerin zu überbinden seien.
J. Mit Abschreibungsverfügung vom 3. Februar 2011 wurde die Klage infolge Rückzugs vom Bezirksgerichtspräsidenten Prättigau/Davos wie folgt abgeschrieben:
„1. Das Verfahren zwischen A. und B. betreffend Auslegung einer Dienstbarkeit (Proz. Nr. _) wird infolge Rückzugs der Klage abgeschrieben.
2. Die Kosten des Bezirksgerichts Prättigau/Davos von Fr. 2'380.00 (Fr. 2'000.00 Gerichtsgebühr und Fr. 380.00 Schreibgebühren) gehen je zur Hälfte (= Fr. 1'190.00) zulasten der A. und der B. und sind innert 30 Tagen an die Gerichtskasse, ..., zu überweisen.
3. Die ausseramtlichen Kosten werden wettgeschlagen.

## Considerations