# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** d0130ce4-62d4-5cfe-9035-24ab4187ef78
**Court:** BE_VB
**Chamber:** BE_VB_001
**Year:** 2018
**Language:** de
**Jurisdiction:** BE / Espace_Mittelland
**Law Area:** Public
**Law Sub-area:** $law_sub_area

## Facts

I. Sachverhalt
1. Die Beschwerdegegnerin 2 und der Beschwerdegegner 1 (nachfolgend:
Beschwerdegegnerschaft) reichten am 12. März 2018 bei der Gemeinde Vinelz ein
Baugesuch ein für einen Neubau Schopf und eine Erweiterung des Vordachs am
bestehenden Pferdestall auf Parzelle Vinelz Grundbuchblatt Nr. F._. Die Parzelle
liegt in der Wohn- und Arbeitszone (WA). Gegen das Bauvorhaben erhoben die
Beschwerdeführerin 2 und der Beschwerdeführer 1 (nachfolgend: Beschwerdeführende)
Einsprache.
Mit Entscheid vom 8. Juni 2018 erteilte die Gemeinde Vinelz die Baubewilligung.
2. Dagegen reichten die Beschwerdeführenden am 3. Juli 2018 Beschwerde bei der
Bau-, Verkehrs- und Energiedirektion des Kantons Bern (BVE) ein. Sie beantragen
sinngemäss die Aufhebung des Entscheids vom 8. Juni 2018. Sie machen insbesondere
geltend, dass die Vorgaben betreffend hobbymässige Pferdehaltung in der "Bau- und
Landwirtschaftszone" nicht eingehalten seien. Der Betrieb verursache Einschränkungen
durch übermässigen Lärm, Geruch und Verkehr. Das Bauvorhaben und die damit
verbundene Pferdehaltung seien nicht zonenkonform.
3. Das Rechtsamt, das die Beschwerdeverfahren für die BVE leitet1, holte die Vorakten
ein und führte den Schriftenwechsel durch. Die Gemeinde weist in ihrer Stellungnahme
vom 26. Juni 2018 darauf hin, dass die Parzelle Vinelz Grundbuchblatt Nr. F._ in
der Wohn- und Arbeitszone liege und "ehemals als landwirtschaftliche Liegenschaft"
gedient habe. Seit Jahren hätten die jeweiligen Eigentümer bzw. Mieter im Hauptgebäude
Pferde gehalten. Durch die vorliegend umstrittenen Bauvorhaben würden die mit der
bestehenden Tierhaltung einhergehenden Immissionen nicht verstärkt. Die Gemeinde
verweist ferner auf die Ausführungen in ihrem Entscheid. Die Beschwerdegegnerschaft
reichte am 10. August 2018 eine Beschwerdeantwort ein. Sie beantragt die vollumfängliche
Abweisung der Beschwerde, soweit darauf einzutreten sei. Als vorsorgliche Massnahme
beantragt sie den Entzug der aufschiebenden Wirkung und Gestattung des vorzeitigen
1 Art. 7 der Verordnung vom 18. Oktober 1995 über die Organisation und die Aufgaben der Bau-, Verkehrs- und Energiedirektion (Organisationsverordnung BVE, OrV BVE; BSG 152.221.191)
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Baubeginns (Art. 35e BauG2 sowie Art. 39 BewD3). Das Gesuch betreffend vorzeitigen
Baubeginn begründet die Beschwerdegegnerschaft damit, dass sie auf den Schopf als
Lagerort für Heu, Sättel, Pferdematerial usw. angewiesen sei. Sollte die Baubewilligung
dahinfallen, könne dieser Schopf und das Vordach problemlos geschliffen werden. Im
Übrigen sei auf die Beschwerde nicht einzutreten, da sich die Beschwerdeschrift nicht mit
dem angefochtenen Entscheid der Baubewilligungsbehörde auseinandersetze. Falls darauf
eingetreten werde, sei die Beschwerde abzuweisen. Einerseits beträfen die Ausführungen
zur Hobbytierhaltung die Landwirtschaftszone, zum andern sei die Pferdehaltung als
solche nicht Verfahrensgegenstand.
Die Verfahrensbeteiligten erhielten mit Verfügung vom 13. August 2018 Gelegenheit, zum
Gesuch betreffend Entzug der aufschiebenden Wirkung der Beschwerde und vorzeitigem
Baubeginn Stellung zu nehmen. Die Gemeinde zeigte sich gemäss Eingabe vom
22. August 2018 mit diesem Gesuch einverstanden. Die Beschwerdeführenden nahmen
mit Eingabe vom 26. August 2018 zum Vorhaben und zur Pferdehaltung der
Beschwerdegegnerschaft Stellung. Sie seien mit der Erteilung der Baubewilligung und dem
vorzeitigen Baubeginn nicht einverstanden. Die Beschwerdegegnerschaft teilte mit
Schreiben vom 17. September 2018 mit, dass sie auf eine weitere Stellungnahme zur
Eingabe der Beschwerdeführenden verzichte und an ihren Rechtsbegehren und deren
Begründung gemäss Beschwerdeantwort festhalte.
4. Auf die Rechtsschriften und die Vorakten wird, soweit für den Entscheid wesentlich,
in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.

## Considerations

II. Erwägungen
1. Sachurteilsvoraussetzungen
Bauentscheide können nach Art. 40 BauG innert 30 Tagen seit Eröffnung mit
Baubeschwerde bei der BVE angefochten werden. Die BVE ist somit für die Beurteilung
der Beschwerde zuständig. Zur Beschwerde befugt sind die Baugesuchstellerinnen, die
2 Baugesetz vom 9. Juni 1985 (BauG; BSG 721.0) 3 Dekret vom 22. März 1994 über das Baubewilligungsverfahren (Baubewilligungsdekret, BewD; BSG 725.1)
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Baugesuchsteller, die Einsprecherinnen, die Einsprecher und die zuständige
Gemeindebehörde (Art. 40 Abs. 2 BauG). Die Beschwerdeführenden sind Eigentümer der
benachbarten Parzelle Vinelz Grundbuchblatt Nr. 425 und haben sich als Einsprecherin
bzw. Einsprecher am vorinstanzlichen Verfahren beteiligt. Sie sind daher durch den
vorinstanzlichen Entscheid beschwert und zur Beschwerdeführung legitimiert. Auf die form-
und fristgerecht eingereichte Beschwerde ist grundsätzlich einzutreten.
2. Streitgegenstand
a) Anfechtungsobjekt bildet der Bauentscheid der Gemeinde vom 8. Juni 2018. Der
Beschwerdegegnerschaft wurde darin die Erstellung eines Schopfs bewilligt, der
ausschliesslich für die Aufbewahrung von Material genutzt werden darf. Ferner wurde die
Erweiterung des Vordachs des bestehenden Stalls bewilligt.4
b) Der Streitgegenstand braucht sich nicht mit dem Anfechtungsobjekt zu decken, kann
aber auch nicht über dieses hinausgehen. Innerhalb dieses Rahmens bestimmen die
Parteien den Streitgegenstand. Sowohl für das Einleiten eines Beschwerdeverfahrens als
auch für dessen Umfang und eine allfällige vorzeitige Beendigung gilt somit die
Verfügungs- oder Dispositionsmaxime sowie das Rügeprinzip. Die Parteien können den
Streitgegenstand im Verlauf des Verfahrens nicht erweitern, sondern nur einschränken.5
Soweit die Beschwerdeführenden Rügen gegen die bestehende hobbymässige
Pferdehaltung und früher bewilligte Vorhaben (Pferdestall [Offenstall] und Allwetterplatz)6
vorbringen, gehen diese über den Streitgegenstand hinaus. Auf diese Rügen kann daher
nicht eingetreten werden.
3. Zonenkonformität Schopf und Vordach
a) Die umstrittenen Bauvorhaben sollen auf Parzelle Vinelz Grundbuchblatt
Nr. G._ erstellt werden. Die Parzelle liegt in der Wohn- und Arbeitszone (WA).
4 angefochtener Entscheid vom 8. Juni 2018 5 Merkli/Aeschlimann/Herzog, Kommentar zum bernischen VRPG, 1997, Art. 72 N. 6 bis 8 6 Vgl. Eingabe der Beschwerdeführenden vom 26. August 2018
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Gemäss Grundstückdaten-Informationssystem GRUDIS und dem Situationsplan7 befinden
sich auf der Parzelle ein Wohnhaus (Nr. 45), ein Unterstand (Nr. 45a) und ein Pferdestall
(Offenstall) (Nr. 45b). Dieser Pferdestall soll durch ein Vordach (4,650 x 4,650 m) ergänzt
werden. In der nordöstlichen Ecke der Parzelle Nr. G._ ist zudem ein Schopf mit
einer Grundfläche von rund 32 m2 (8,060 x 4,060 m) vorgesehen. Dieser Schopf soll als
Sattelkammer, Materiallager, Heu- und Einstreulager sowie Umkleidekabine genutzt
werden.8 Er hält zum Grundstück der Beschwerdeführenden einen Grenzabstand von
7,70 m ein. Gemäss Baubewilligung ist eine Nutzung des Schopfs als Tierstall ausdrücklich
untersagt.9
b) Die Beschwerdeführenden bestreiten die Zonenkonformität dieser Vorhaben (Schopf
und Vordach des bestehenden Stalls). Sie berufen sich in diesem Zusammenhang auf die
Grundsätze gemäss der Wegleitung des Bundesamts für Raumentwicklung (ARE) «Pferd
und Raumplanung»10.
Nach Ansicht der Gemeinde störten sich die Beschwerdeführenden an der Tierhaltung auf
der benachbarten Parzelle. Diese Pferdehaltung existiere seit Jahren. Die bestehenden
Immissionen würden durch den Schopf und die Erweiterung des Vordachs nicht verstärkt.11
Der Hinweis der Beschwerdeführenden auf Art. 42 RPV12 beziehe sich gemäss
vorinstanzlichem Entscheid auf die Hobbytierhaltung in der Landwirtschaftszone und sei
hier nicht anwendbar.13
Laut der Beschwerdegegnerschaft sind die Erstellung des Schopfs und die Erweiterung
des Vordachs ohne weiteres in der Wohn- und Arbeitszone zonenkonform. Die
Pferdehaltung und der bewilligte und erstellte Pferdestall seien nicht Teil der zu
beurteilenden Baubewilligung. Allfällige Emissionen (bzw. Immissionen) seien auf dem
Zivilrechtsweg durchzusetzen. Zusammenfassend stehe einer Bewilligung in der Vinelzer
7 Situationsplan 1:500 vom 4. April 2018 8 Vorakten, pag. 24 (Schreiben der Beschwerdegegnerschaft vom 10. Mai 2018) bzw. pag. 28 (Protokollauszug Sitzung Gemeinderat vom 31. Mai 2018) 9 angefochtener Entscheid, Ziff. 5.2 10 https://www.are.admin.ch/are/de/home/medien-und-publikationen/publikationen/raumplanungsrecht.html 11 Vgl. Stellungnahme der Gemeinde vom 26. Juni 2018 12 Raumplanungsverordnung des Bundesrats vom 28. Juni 2000 (RPV; SR 700.1) 13 Vgl. angefochtener Entscheid, Ziff. 3.2
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Wohn- und Arbeitszone in einer ländlich und landwirtschaftlich geprägten Umgebung nichts
entgegen.
c) Bauten und Anlagen dürfen nur bewilligt werden, wenn sie dem Zweck der
Nutzungszone, in der sie erstellt werden sollen, entsprechen (vgl. Art. 22 Abs. 2 Bst. a
RPG14).15 Die in einer Zone zulässigen Nutzungen werden durch die baurechtliche
Grundordnung der Gemeinde bestimmt (Art. 4 Abs. 1 BauG). Für die Wohn- und
Arbeitszone gilt gemäss Art. 7 des Bau- und Nutzungsreglements der Gemeinde Vinelz
(BNR)16 folgendes:
"1 Gemischte Wohn- und Arbeitszonen (WA) sind der Wohnnutzung und mässig störenden Betrieben vorbehalten. 2 Zugelassen sind Betriebe wie Läden, Büros, Dienstleistungsbetriebe und Gaststätten soweit sie
mässigen Publikumsverkehr verursachen, traditionelle Landwirtschafts- und Kleinbetriebe. 3 Es gelten die Bestimmungen der Empfindlichkeitsstufe III."
Der Schopf und die Erweiterung des Vordachs des 2016 bewilligten Pferdestalls (Offen-
stall) dienen der bestehenden Pferdehaltung. Die hobbymässige Tierhaltung weniger
Haustiere in der Wohnzone ist gemäss Rechtsprechung in der Regel zonenkonform. Für
die Abgrenzung zwischen zonenkonformer und nicht mehr zonenkonformer
Haustierhaltung sind in jedem Fall die konkreten Umstände massgeblich, wie
beispielsweise Art und Anzahl der Haustiere, erforderliche Bauten für Gehege, Stallungen
o.ä., ländliches oder städtisches Umfeld, Siedlungsdichte sowie mit der Tierhaltung
verbundene Immissionen.17 Gemäss Art. 90 Abs. 2 BauV18 ist in der Wohnzone namentlich
die gewerbsmässige Tierhaltung untersagt; ausgenommen sind derartige Vorhaben in
ländlichen Verhältnissen, sofern sie für die konventionelle bäuerliche Bewirtschaftung
benötigt werden und die Wohnnutzung nicht erheblich beeinträchtigen.19
14 Bundesgesetz vom 22. Juni 1979 über die Raumplanung (Raumplanungsgesetz, RPG; SR 700) 15 Waldmann/Hänni, Kommentar RPG, Art. 22 N. 22 16 Bau- und Nutzungsreglement der Gemeinde Vinelz vom 28. November 2007, genehmigt durch das Amt für Gemeinden und Raumordnung (AGR) am 20. März 2008 (mit Änderungen von 2013) 17 Vgl. Aldo Zaugg/Peter Ludwig, Kommentar zum Baugesetz des Kantons Bern, 4. Aufl., Band I, Bern 2013, Art. 24 N. 31c 18 Bauverordnung vom 6. März 1985 (BauV; BSG 721.1) 19 Vgl. VGE 2011/234 vom 28. Oktober 2011
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Die umstrittenen Bauvorhaben sollen auf einer Parzelle verwirklicht werden, die in der
(gemischten) Wohn- und Arbeitszone liegt. Darin sind gemäss Art. 7 BNR traditionelle
Landwirtschafts- und Kleinbetriebe zonenkonform. Die Einschränkung gemäss Art. 90
Abs. 2 BauV ist zudem hier nicht anwendbar, da gemischte Wohn-/Gewerbezonen nicht als
Wohnzonen im Sinne von Art. 90 BauV gelten; die Gemeinden könne diese
Schutzbestimmungen aber auf gemischte Zonen ausdehnen.20 Die Gemeinde Vinelz hat
von dieser Möglichkeit in ihrem BNR nicht Gebrauch gemacht. Auf der fraglichen Parzelle
Vinelz Grundbuchblatt Nr. F._ werden unbestrittenermassen seit Jahren durch die
jeweiligen Grundeigentümer oder Mieter Pferde gehalten21. Gemäss den Vorakten waren
es zum Zeitpunkt des Bauentscheids drei Pferde, gemäss den Beschwerdeführenden und
der Beschwerdegegnerschaft werden zur Zeit zwei Pferde gehalten (ein fremdes und ein
eigenes Pferd).22 Die Parzelle Nr. F._ grenzt in nordöstlicher Richtung an die
Landwirtschaftszone und befindet sich in einem ländlichen Umfeld. Die Bauparzelle ist
damit als Standort für die hobbymässige Pferdehaltung grundsätzlich geeignet und die
vorliegend zu beurteilenden Bauvorhaben sind daher zonenkonform.23
Soweit sich die Beschwerdeführenden auf die Wegleitung des ARE «Pferd und
Raumplanung» berufen, betrifft diese primär das Bauen ausserhalb der Bauzone bzw. die
Landwirtschaftszone; die dortigen Ausführungen sind nicht auf Fälle wie den vorliegenden
zugeschnitten. Insbesondere benötigt die hobbymässige Tierhaltung in der Wohn- und
Arbeitszone keine Ausnahmebewilligung gemäss Art. 24 RPG. Auch Art. 42b RPV ist
vorliegend nicht anwendbar, da diese Bestimmung gemäss 6. Abschnittstitel der RPV
Ausnahmen für Bauten und Anlagen ausserhalb der Bauzonen betrifft.
Die Rüge, die bewilligten Vorhaben seien in der Wohn- und Arbeitszone nicht
zonenkonform erweist sich somit als unbegründet. Die Beschwerde ist abzuweisen.
4. Mistlager
20 Vgl Aldo Zaugg/Peter Ludwig, a.a.O., Art. 24 N. 29a mit Verweis auf BVR 2000 S. 365 E. 4 21 Vgl. auch die Eingabe der Beschwerdeführenden vom 26. August 2018 22 Stellungnahme der Beschwerdegegnerschaft im Einspracheverfahren vom 10. Mai 2018; Vorakten, pag. 24 sowie Eingabe der Beschwerdeführenden vom 26. August 2018 23 Aldo Zaugg/Peter Ludwig, a.a.O., Art. 24 N. 31c betreffend Zonenkonformität von Tierhaltung
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a) Die Beschwerdeführenden machen zudem geltend, das bestehende Mistlager auf
dem Anhänger sei nicht dicht.
Die Beschwerdegegnerschaft weist darauf hin, dass die Rügen die bereits bestehende
Pferdehaltung beträfen. Der Offenstall und der Allwetterplatz seien 2016 rechtskräftig
bewilligt worden. Die konkreten Vorhaben führten nicht zu Emissionen, welche einer
Baubewilligung in einer ländlich und landwirtschaftlich geprägten Umgebung
entgegenstünden.
b) Gemäss Baubewilligung bzw. vorinstanzlichem Entscheid bildet die
Gewässerschutzbewilligung vom Amt für Wasser und Abfall vom 9. April 2018 Bestandteil
der Baubewilligung. Die erteilte Gewässerschutzbewilligung bezieht sich auf das
Bauvorhaben und die bestehende Pferdehaltung.24 Für die Mistlagerung gilt gemäss Ziff.
3.3 folgende Auflage:
"3.3. Die Mistlagerung auf dem Kippanhänger ist nur zulässig, wenn der Anhänger dauerhaft (z.B. mit einem Blachen-Dach oder einer sonstigen festen Installation) überdeckt ist. Es ist zu
gewährleisten, dass kein Mistwasser abfliesst oder versickert. Ansonsten ist der Mist in einer
dichten, abgedeckten Transportmulde oder auf einem Mistplatz, der mit einer Betonplatte mit
erhöhtem Rand versehen ist, zu lagern. Das Lagern von Mist auf Naturboden ist verboten".
Die Beschwerdeführenden haben sich somit bei ihrer Pferdehaltung an die Auflage
betreffend Mistlagerung und die weiteren gewässerschutzrechtlichen Auflagen, die den
bestehenden Stall und den Auslauf bzw. Allwetterplatz betreffen zu halten. 25
5. Entzug der aufschiebenden Wirkung / vorzeitiger Baubeginn
a) Die Beschwerdegegnerschaft hat zusammen mit ihrer Beschwerdeantwort ein
Gesuch auf Entzug der aufschiebenden Wirkung der Beschwerde bzw. auf vorzeitigen
Baubeginn gestellt. Die Beschwerdeführenden haben sich diesem Gesuch widersetzt.
b) Mit dem vorliegenden Entscheid wird das Gesuch auf Entzug der aufschiebenden
Wirkung bzw. auf Gestattung des vorzeitigen Baubeginns gegenstandslos. Es kann
24 Vgl. Aktennotiz der Gemeinde vom 1. März 2018; Vorakten, pag. 2 f. 25 Vgl. Gewässerschutzbewilligung vom 9. April 2018; Vorakten, pag. 21
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demzufolge als erledigt vom Geschäftsverzeichnis abgeschrieben werden (Art. 39
VRPG26).
26 Gesetz vom 23. Mai 1989 über die Verwaltungsrechtspflege (VRPG; BSG 155.21)
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6. Verfahrenskosten
a) Die Verfahrenskosten im Beschwerdeverfahren bestehen aus einer Pauschalgebühr
(Art. 103 Abs. 1 VRPG). Für Entscheide in einer Verwaltungsjustizsache wird eine
Pauschalgebühr von Fr. 200.-- bis Fr. 4'000.-- je Beschwerde erhoben (Art. 19 Abs. 1
i.V.m. Art. 4 Abs. 2 GebV27). In Anwendung dieser Bestimmungen werden diese auf eine
Pauschalgebühr von Fr. 800.– bestimmt. Bei diesem Ausgang des Verfahrens unterliegen
die Beschwerdeführenden. Sie haben somit die Verfahrenskosten zu tragen (Art. 108
Abs. 1 VRPG). Sie haften solidarisch für den gesamten Betrag.
b) Die unterliegende Partei hat der Gegenpartei die Parteikosten zu ersetzen, sofern
nicht deren prozessuales Verhalten oder die besonderen Umstände eine andere Teilung
oder Wettschlagung gebieten oder die Auflage der Parteikosten an das Gemeinwesen als
gerechtfertigt erscheint (Art. 108 Abs. 3 VRPG).
Die Parteikosten umfassen den durch die berufsmässige Parteivertretung anfallenden
Aufwand (Art. 104 Abs. 1 VRPG). Nach Art. 11 Abs. 1 PKV28 beträgt das Honorar in
verwaltungsrechtlichen Beschwerdeverfahren Fr. 400.– bis Fr. 11'800.– pro Instanz.
Innerhalb des Rahmentarifs bemisst sich der Parteikostenersatz nach dem in der Sache
gebotenen Zeitaufwand sowie der Bedeutung der Streitsache und der Schwierigkeit des
Prozesses (Art. 41 Abs. 3 KAG29). Der Rechtsvertreter der Beschwerdegegnerschaft macht
in seiner Kostennote vom 28. August 2018 für das Verfahren Kosten in der Höhe von
Fr. 5'455.– (Honorar Fr. 5'000.–, Auslagen Fr. 70.– und Mehrwertsteuer Fr. 385.–) geltend.
Im vorliegenden Fall ist der gebotene Zeitaufwand als unterdurchschnittlich zu werten, da
nur ein Schriftenwechsel stattfand und kein Beweisverfahren durchgeführt wurde.
Angesichts der Baukosten gemäss Baugesuch von Fr. 6'500.– und den umstrittenen
Rechtsfragen sind auch die Bedeutung der Streitsache und die Schwierigkeit des
Prozesses als unterdurchschnittlich einzustufen. Gestützt auf diese Grundsätze wird das
Honorar des Rechtsvertreters auf Fr. 3'250.–, zuzüglich Auslagen Fr. 70.– und
Mehrwertsteuer von Fr. 255.65, ausmachend Fr. 3'575.65 festgesetzt. Diese Kosten haben
die Beschwerdeführenden zu übernehmen. Sie haften solidarisch für den ganzen Betrag.
27 Verordnung vom 22. Februar 1995 über die Gebühren der Kantonsverwaltung (Gebührenverordnung, GebV; BSG 154.21) 28 Verordnung vom 17. Mai 2006 über die Bemessung des Parteikostenersatzes (Parteikostenverordnung; PKV; BSG 168.811) 29 Kantonales Anwaltsgesetz vom 28. März 2006 (KAG; BSG 168.11)
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