# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 8ac01f9d-0157-411b-95fe-c9130522f27b
**Court:** GR_KG
**Chamber:** GR_KG_006
**Year:** 2019
**Language:** de
**Jurisdiction:** GR / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

I. Sachverhalt
A. Mit Gesuch vom 30. Juli 2017 an das Regionalgericht Imboden verlangte X._ die Aufnahme eines öffentlichen Inventars über den Nachlass des zwischen dem _ und dem _ 2019 verstorbenen A._ sel.
B. Der Einzelrichter am Regionalgericht Imboden bestätigte mit Schreiben vom 6. August 2019 den Eingang des Gesuchs und teilte mit, dass im Erbvertrag vom 10. Juni 2004, welcher am 25. Juli 2019 zu Handen der Erben eröffnet worden sei, der überlebende Ehegatte, ersatzweise Rechtsanwalt und Notar Y.4_ als Willensvollstrecker eingesetzt worden sei. Dieser habe das Amt angenommen, nachdem Y.2_ dessen Übernahme abgelehnt habe. Es sei seitens des Gerichts vorgesehen, dass Y.4_ als Notar für die Aufnahme des Inventars und als Erbschaftsverwalter eingesetzt werde. Zudem wurde X._ aufgefordert einen Gerichtskostenvorschuss von CHF 3'000.00 zu leisten.
Der Kostenvorschuss wurde innert Frist bezahlt. Im Übrigen liessen sich weder X._ noch die übrigen Erben zu dieser Verfügung bzw. dem darin enthaltenen Vorschlag vernehmen.
C. Mit Entscheid vom 29. August 2019, gleichentags mitgeteilt, ordnete der Einzelrichter am Regionalgericht Imboden die Aufnahme eines öffentlichen Inventars an, hielt fest, dass die Erbschaft nicht unter Siegel gelegt worden sei, beauftragte Rechtsanwalt und Notar Y.4_ mit der öffentlichen Inventaraufnahme inkl. des Rechnungsrufs und setzte denselben als Erbschaftsverwalter in der Nachlasssache A._ sel. ein (Proz. Nr. _).
D. Gegen diesen Entscheid erhob X._ (nachfolgend: Berufungsklägerin) mit Eingabe vom 6. September 2019 Beschwerde [recte: Berufung] an das Kantonsgericht von Graubünden und beanstandete den Verzicht auf die Siegelung der Erbschaft und die Ernennung von Y.4_ zum Notar [recte wohl: Beauftragung zur Aufnahme des öffentlichen Inventars] und zum Erbschaftsverwalter, da dieser in der ganzen Angelegenheit befangen sei. Zudem stellte sie den Antrag auf Nichtigerklärung der Erbverträge. Mit Nachtrag vom 7. September 2019 kündigte X._ die Einreichung diverser Dokumente an, welche sie mit Schreiben vom 30. September 2019 schliesslich einreichte.
E. Mit Verfügung vom 9. September 2019 forderte der Vorsitzende der I. Zivilkammer die Berufungsklägerin zur Leistung eines Kostenvorschusses in Höhe von CHF 2'000.00 auf. Es wurde der fristgemässe Eingang des Kostenvorschusses verzeichnet.
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F. Mit Beschwerdeantwort [recte: Berufungsantwort] vom 20. September 2019 (Poststempel) beantragte Y.4_ (nachfolgend: Berufungsbeklagter 4), auf die Beschwerde sei nicht einzutreten, falls eingetreten würde, wäre sie abzuweisen.
Die übrigen Erben Y.2_, Y.3_ und Y.1_ (nachfolgend: Berufungsbeklagte 1-3) liessen sich nicht vernehmen.
G. Mit Schreiben vom 8. November 2019 beantragte die Berufungsklägerin erneut Siegelung sowie ein öffentliches Inventar und reichte diverse Unterlagen nach.
H. Auf die weiteren Ausführungen in den Akten, im angefochtenen Entscheid und in den Rechtsschriften wird, soweit erforderlich, in den nachstehenden Erwägungen eingegangen.
II. Erwägungen
1.1. Aus Art. 580 ZGB ergibt sich, dass jeder Erbe, der die Befugnis hat, die Erbschaft auszuschlagen, berechtigt ist, innert Monatsfrist bei der zuständigen Behörde ein öffentliches Inventar zu verlangen. Der Kanton Graubünden hat die Anordnung der Aufnahme eines öffentlichen Inventars in Art. 76 ff. des Einführungsgesetzes zum Schweizerischen Zivilgesetzbuch (EGzZGB; BR 210.100) dem Einzelrichter am Regionalgericht zugewiesen. Gemäss Art. 551 ZGB hat die zuständige Behörde von Amtes wegen die zur Sicherung des Erbganges nötigen Massnahmen zu treffen. Für die Siegelung der Erbschaft ist im Kanton Graubünden gemäss Art. 74 Abs. 3 EGzZGB ebenfalls der Einzelrichter am Regionalgericht oder ein anderer Angestellter des Regionalgerichts zuständig.
Bei der Anordnung der Aufnahme eines öffentlichen Inventars handelt es sich um ein Verfahren der freiwilligen bzw. nichtstreitigen Gerichtsbarkeit (BGE 138 III 545, E. 1.3 = Pra 102/2013 Nr. 14; Stefan Pfyl, Die Wirkungen des öffentlichen Inventars [Art. 587-590 ZGB], Freiburg 1996, S. 9). Gleiches gilt für die Sicherungsmassregeln gemäss Art. 551 ff. ZGB, zu denen die Siegelung der Erbschaft gehört (Frank Emmel, in: Daniel Abt/Thomas Weibel [Hrsg.], Praxiskommentar Erbrecht, 3. Aufl., Basel 2015, N 11 Vorbem. zu Art. 551 ff.). Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung findet die eidgenössische ZPO im Bereich der freiwilligen Gerichtsbarkeit nach Art. 1 lit. b ZPO nur Anwendung, wo das Bundesrecht selbst eine gerichtliche Behörde vorschreibt. In den übrigen Bereichen sei gestützt auf Art. 54 Abs. 3 SchlT ZGB das vom Kanton bezeichnete Recht als kantonales Verfahrensrecht anzuwenden (BGE 139 III 225 E. 2.2). Das
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Bundesrecht schreibt für das öffentliche Inventar keine gerichtliche Behörde vor. Das EGzZGB enthält indessen keine Verfahrensregeln für die freiwillige Gerichtsbarkeit. Gemäss Art. 2 Abs. 2 EGzZGB ist somit die eidgenössische ZPO als subsidiäres kantonales Recht anwendbar. Zu beachten sind folglich die Vorschriften von Art. 248 lit. e ZPO in Verbindung mit Art. 252 ff. ZPO.

## Considerations