# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 0f85c1f9-e753-58dc-b5f2-b79fa2811d68
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2017
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1950, war seit Februar 1974 bei der
Y._
AG als Projektleiter tätig und damit bei der Suva versichert, als
er
am 2
6.
Februar
2014 einen Unfall mit Kopfanprall erlitt (Urk. 9/1).
Nach getätigten Abklärungen
bejahte die Suva mit Verfügung vom 2
5.
Juni 2014
eine Leistungspflicht für den Kopfanschlag und die Erstbehandlung so
wie die physikalischen Therapien aufgrund der Schädelkontusion
,
v
erneinte
aber
eine Leistungspflicht für die ab dem
4.
März 2014 aufgetretenen neu
rologischen und neuropsychologischen Probleme aufgrund der Ischämie (
Urk.
9/42).
Die vom Versicherten erhobene Einsprache (Urk. 9/
45
) wies die
Suva
mit
Ein
spracheents
cheid
vom
2
0.
November 2015
ab (Urk. 9/
76
= Urk. 2).
2.
Der Versicherte erhob am
1
1.
Januar 2016
Be
schwerde (Urk. 1) gegen den
Ein
spracheentscheid
vom
2
0.
November 2015
(Urk. 2) u
nd beantragte, dieser sei aufzu
heben und es
sei
die Beschwerdegegnerin zu verpflichten,
ihm die gesetzlichen Leistungen
zu bezahlen
(
Taggelder und Heilungskosten
,
eine Invalidenrente
bei einem
Invaliditätsgrad
von
100
%
sowie eine angem
essene Integritätsentschädigung von
mindestens 35
%)
.
Eventuell
sei zur Frage der
Unfallkausalität ein neurologi
sch-
neurochirurgisches Kausalitätsg
utachten
ein
zuho
len.
Mit Beschwerdeantwort vom 2
9
.
Februar 2016
(Urk.
8
) beantragte die
Suva
di
e Abweisung der Beschwerde. Am
16
.
September 2016
reichte der Beschwerde
führer
weitere Dokumente zu den Akten (
Urk.
13,
Urk.
14), welche der Be
schwerdegegnerin am 2
0.
September 2016 zur Kenntnis gebracht wurden (
Urk.
15).
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Am 1. Januar 2017 sind die am 25. September 2015 beziehungsweise am 9. November 2016 verabschiedeten geänderten Bestimmungen des Bundes
ge
setzes über die Unfallversicherung (UVG) und der Verordnung über die Unfall
versicherung (UVV) in Kraft getreten.
Gemäss den allgemeinen übergangsrechtlichen Regeln sind der Beurteilung jene Rechtsnormen zu Grunde zu legen,
die in Geltung standen, als sich der zu den materiellen Rechtsfolgen führende und somit rechtserhebliche Sach
verhalt verwirklicht hat
(vgl. BGE 127 V 466 E. 1, 126 V 134 E. 4b, je mit Hin
weisen). Dementsprechend sehen die Übergangsbestimmungen zur Änderung vom 25. September 2015 des UVG vor, dass Versicherungsleistungen für Un
fälle, die sich vor dem 1. Januar 2017 ereignet haben, und für Berufskrank
heiten, die vor diesem Zeitpunkt ausgebrochen sind, nach bisherigem Recht gewährt werden (Absatz 1 der genannten Übergangsbestimmungen).
Der hier zu beurteilende Unfall hat sich am 2
6.
Februar 2014
ereignet, wes
halb die bis 31. Dezember 2016 gültig gewesenen Normen auf den vorliegen
den Fall Anwendung finden und in dieser Fassung zitiert werden.
1.
2
Gemäss Art. 6 UVG werden
soweit das Gesetz nichts anderes bestimmt - die Versicherungsleistungen bei
Berufsunfällen, Nichtberufsunfällen und Berufs
krankheiten gewährt (Abs. 1). Der Bundesrat kann Körperschädigungen, die den Folgen eines Un
falles ähnlich sind, in die Versicherung einbeziehen (Abs.
2). Ausserdem er
bringt die Versiche
rung ihre Leistungen bei Schädi
gungen, die den Verun
fallten bei der Heilbe
handlung zugefügt werden (Abs. 3
).
1.3
Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss UVG setzt voraus, dass
zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, In
va
lidität,
Tod) ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht. Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind a
lle Umstände, ohne deren Vorhan
densein der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht
als in der glei
chen Weise beziehungsweise nicht zur gleichen Zeit eingetreten ge
dacht werden kann. Entsprechend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des natürlichen Kausalzusammenhangs nicht erforderlich, dass e
in Unfall die alleinige oder un
mittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es ge
nügt, dass das schädi
gende Ereignis zusammen mit anderen Beding
ungen die körperliche oder geis
tige Integrität der versicherten Person beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht weggedacht werden kann, ohn
e dass auch die eingetretene ge
sundheitliche Störung entfiele (BGE 129 V 177 E. 3.1, 402 E. 4.3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen Stö
rung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, worüber die Verwaltung beziehungsweise im Beschwerdefall das Gericht im Rahmen der ihm obliegenden Beweiswürdigung nach dem im
Sozialversicherungs
recht
üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befin
den hat. Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt für die Be
gründung eines Leistungs
anspruches nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
1.4
Die Leistungspflicht des Unfallversicherers setzt im Weiteren voraus, dass zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden ein adäquater Kau
salzusammenhang besteht. Nach der Rechtsprechung hat ein Ereignis dann als adäquate Ursache eines Erfolges zu gelten, wenn es nach dem ge
wöhnlichen Lauf der Dinge
und nach der allgemeinen Lebens
erfahrung an sich geeignet ist, einen Erfolg von der Art des eingetretenen herbeizuführen, der Eintritt dieses Er
folges also durch das Ereignis allgemein als
begünstigt erscheint (BGE 129 V 177 E. 3.2, 405 E. 2.2, 125 V 456 E. 5a).
1.5
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersu
chungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berü
cksichtigt, in Kenntnis der
Vor
akten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medi
zinischen
Zu
sammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situa
tion einleuch
tet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin ging im angefochtenen Einspracheentscheid (Urk. 2) davon aus,
dass
kein überwiegend wahrscheinlicher Kausalzusammenhang zwischen dem E
reignis vom 2
6.
Februar 2014 mit
der aufgetretenen
Dissek
tion
der
Arteria
vertebralis und der Ischämie (Schlaganfall)
bestehe
. Sie sei leistungspflichtig für das Anschlagen des Kopfes wie auch für die
Erstbe
handlung
sowie für die physikalischen Therapien aufgrund der
Schädel
kon
tusion
. Für die ab dem
4.
März 2014 aufgetretenen neurologischen und neu
ropsychologischen Probleme aufgrund der Ischämie bestehe hingegen keine Leistungspflicht.
2.2
Der Beschwerdeführer machte in seiner Beschwerde (Urk. 1) geltend,
dass s
elbst der Neurologe der S
uva
,
Dr.
Z._
, festgehalten
habe
, dass die
Dissektion
mit überwiegender Wahrscheinlichkeit auf das Unfallereignis vom 2
6.
Februar 2014 zurückzuführen sei. Aufgrund des derzeitigen Aktenstandes
und der erwähnten Literatur sei davon auszugehen, dass die
cerebrale
Ischämie
zumindest teilkausal von der Sektion der A
.
vertebralis mitverursacht worden sei. Dafür spreche die grundsätzliche Tatsache, dass eine
A. vertebralis
Dis
sektion
zu Ischämien führen könne, mit Hirnstammschädigungen. Alsdann sei der stattgehabte Zeitablauf kaum zufällig, sei es doch 10 Tage nach der
Dissektion
zur Ischämie gekommen. Entsprechend habe die
Beschwerdegeg
nerin
die Versicherungsleistungen zu erbringen
.
2.3
Strittig und zu prüfen ist,
ob die
Ischämie und deren Folgen
mit dem
Unfall
ereignis
vom
2
6.
Februar 2014
in e
inem kausalen Zusammenhang stehen
, mit
hin ob die Beschwerdegegnerin hierfür leistungs
pflichtig ist.
3.
3.1
Dr.
med.
A._
, Oberärztin,
B._
,
berichtete am
7.
März 2014 (
Urk.
9/6) über die native
Computertomographie (
CT
)
des
Neurocraniums
und der
Halswirbelsäule (
HWS
) und führte aus, dass
intrazerebral
weder eine
Blutung
noch
eine
Kalottenfraktur
hätten festgestellt werden können. An
der HWS
fänden sich
multisegmentale degenerative Veränderungen, aber auch keine
ossäre
Läsion
.
3.2
Dr.
med.
C._
und
Dr.
med.
D._
,
B._
,
berichteten am
7.
März 2014 (
Urk.
9/25)
und führten aus, dass aufgrund der Klinik und der gefertigten Untersuchungen eine intrakranielle Blutung sowie eine frische Fraktur an der HWS ausgeschlossen werden könnten (S. 2).
3.3
Prof.
Dr.
med.
E._
, Facharzt für Neurologie,
Dr.
med.
F._
und
med.
pract
.
G._
,
H._
,
berichteten a
m 1
4.
März 2014 (
Urk.
9/12)
und nannten folgende
Diagnosen
:
Schädelkontusion (axiales Stauchungstrauma) am 2
6.
Februar 2014 mit/bei
Dissektion
der hypoplastischen A. vertebralis im V3 Segment (
Atlas
schleife
) rechts mit Nackenschmerzen und Stenose
i
schämisch-lakunärem Schlaganfall im tiefen Stromgebiet der linken A. cerebri
media
mit Ataxie und Verlangsamung der Extremitäten rechts sowie Merkfähigkeits- und Konzentrationsstörungen
MR Schädel
: links subakuter Infarkt am lateralen Rand des hinteren Schenkels der
Capsula
interna
mit Ausdehnung ins angrenzende
Pal
lidum
MRI/MRA zervikal
: rechts
Dissektion
der hypoplastischen A. vertebra
lis im V3 Segment (Atlasschleife)
z
erebrale Farbduplexsonographie
: Plaques der A.
carotis
communis
rechts 10
%
, A.
carotis
interna
rechts 15
%
und
Karotisbifurkation
links 20
%
sowie Hypoplaste der A. vertebralis rechts
k
oronare Herzkrankheit
mit Zustand nach
Stenting
Diagnonalast
im Au
gust 2005
v
askuläre Risikofaktoren: Hypercholesterinämie
Unverträglichkeit auf
Atorvastatin
(Muskelschmerzen)
Sie führten aus, dass
sich
erstens
rechts eine
Dissektion
der hypoplastischen A. vertebralis im V3 Segment (Atlasschleife)
finde
, die möglicherweise zu
Nackenschmerzen und einer in der MRA nachweisbaren Stenose geführt habe
.
Zweitens zeige sich ein ischämisch-lakunärer Schlaganfall im tiefen Stromge
biet der linken A. cerebri
media
mit Befall des lateralen Randes des hinteren Schenkels
des
Capsula
interna
und Ausdehnung ins angrenzende
Pallidum
, der klinisch zu einer Ataxie und Verlangsamung der rechtsseitigen Extremi
täten sowie Merkfähigkeits- und Konz
entrationsstörungen geführt habe
.
Die
Ursache des Hirnschlags sei unklar, insbesondere habe sich kein Anhaltspunkt
für eine Karotis- und
Mediadissektion
ergeben. Deshalb und weil auch
eine
koinzidente kardiale
Emboliequelle
vorliegen könnte,
sei
sicherheitshalber die Suche nach einer kardialen
Emboliequelle
organisiert
worden (S. 1 f.)
.
3.4
Dr.
med.
I._
, Facharzt für Kardiologie und
Facharzt für Allge
meine
Innere Medizin,
berichtete am
2
1.
März 2014 (
Urk.
9/21)
und führte aus, dass
in der kardiologischen Untersuchung
formal
keine
Emboliequelle
dokumentiert werden
könne. Aus
seiner Sicht bestehe eindeutig eine Korrelation zwischen dem
Stauungstrauma, der
Dissektion
der
Arteria
vertebralis und der
cerebralen
Ischämie
(S. 1).
3.5
L
ic
. phil
.
J._
, Fachpsychologin für Neuropsychologie FSP und Psy
chotherapie FSP,
berichtete am 2
3.
April
2014 (
Urk.
9/24)
und f
ührte aus, dass die Behandlung
mit einer Therapiesitzung pro Woche fortgeführt werde. Der Hauptfokus liege zurzeit darauf, regenerierende und aufbauende Aktivi
täten im Wechsel mit Arbeitszeit und Ruhe- und Erholungsphasen in ange
messener Weise in den Tag einzubauen, so dass sich mittelfristig
eine Stabi
lisierung der aktuell labil vorhandenen Belastungsfähigkeit entwickeln könne
(S. 3)
.
3.6
Dr.
med.
K._
, Facharzt für Chirurgie, S
uva Kreisarzt
,
nahm
am
5.
Juni 2014
Stellung
(
Urk.
9/35)
und führte aus, es könne
nicht sicher ausgeschlossen werden
,
dass die
Dissektion
der A. vertebralis nicht auf das Unfallereignis zurückzuführen sei, so dass zumindest eine Teilkausalität für eine
Dissektion
nicht ausgeschlossen werden könne.
Dass die aufgetretene Ischämie im linken A. cerebri media-Stromgebiet ursächlich auf die
Dissektion
der rechten A. vertebralis im Bereich des Atlasbogens zurückzuführen sei, sei je
doch unwahrscheinlich
. Vorbestehend und in den CT-Aufnahmen vom
7.
März 2014 dokumentiert, zeigten sich deutliche arteriosklerotische Verän
derungen der Hirnbasisarterien, im MRI-
Angio
finde sich eine
höhergradige
supraophthalmische
arteriosklerotisch bedingte A.
carotis
interna
-Stenose links
. Bei bereits vorbestehender Hypoplasie der A. vertebralis rechtsseitig sei davon auszugehen, dass diese zur Perfusion des
vertebrobasilären
Kreislaufes und des Circulus
Willisii
bereits früher nicht viel beigetragen habe, so dass die, falls tatsächlich aufgrund des Ereignisses stattgehabte,
Dissektion
mit überwiegender Wahrscheinlichkeit als asymptomatisch zu betrachten sei und die Ursache der
cerebralen
Ischämie somit, nach Ausschluss einer kardialen
Embolisation
,
in den vorbestehenden arteriosklerotischen Veränderungen der anderen
Cerebralarterien
zu suchen sei (S. 4)
.
Zusammenfassend könne also eine Teilkausalität der diagnostizierten
Dissektion
der bereits anlagebedingt hypoplastischen A. vertebralis rechts nicht ausgeschlossen werden
. D
ass der
cerebrale
Insult auf eine
Dissektion
der rechten A. vertebralis zurückzuführen sein solle
,
s
ei aus genannten Gründen jedoch nicht überwiegend wahrschein
lich (S. 4 f.).
3.7
Dr.
med.
Z._
, Facharzt für Neurologie,
Suva Kreisarzt,
n
ahm am
2
0.
November 2015
Stellung
(
Urk.
9/74)
und führte aus, m
it überwiegender Wahrscheinlichkeit sei es anlässlich des Unfalls vom 2
5.
Februar 2014 bei einem
bagatellären
Kopfanprall mit axialem Stauchungstrauma der HWS zu einer
Dissektion
der hochgradig hypoplastischen A. vertebralis rechts ge
kommen. Diese sei jedoch symptomlos geblieben. Die später manifestierte kleine
lakunare
Ischämie im tiefen Marklager links sei aus unfallfremden
inneren Ursachen vermutlich bei einem arteriosklerotischen
arterio
-arterielle
n
Embolieschauer
aufgetreten (S. 6).
3.8
Prof. Dr. med.
L._
, Facharzt für Neurologie,
M._
, erstattete sein neurologisches Gutachten zuhanden des
Beschwerdefüh
rers am 13. Juli 2016 (Urk. 14) gestützt auf die Akten sowie die neurolo
gi
sche
Untersuchung vom
22
.
März
201
6
. Er nannte folgende neurologische
n
Diagno
sen
(S. 20):
a
xiales Stauchungstrauma am 2
6.
Februar
2014 mit/bei
Schädelkontusion
ischämisch-lakunärem Schlaganfall im tiefen Stromgebiet der lin
ken A. cerebri
media
traumatischer
Dissektion
der A. vertebralis im V3 Segment (
Atlas
schleife
) rechts mit transient Nackenschmerzen und Stenose
koronare Herzkrankheit mit Status nach
Stenting
im August 2005
vaskulärer Risikofaktor: Hypercholesterinämie
Er führte aus, dass
sich eine
Dissektion
der hinteren Halsgefässe (
Vertebral
arterien
)
bekannterweise
bei Verletzungen wie Schläge gegen de
n
seitlichen Hals oder eben auch bei Stauchungstraumata finde. Solche
Dissektionen
der A. vertebralis fänden sich häufig bei Sportverletzungen wie zum Beispiel bei Eishockeyspielern, welche kopfvoran in die Bande prallen würden (S. 27 f.). Abschliessen
d
sei die Unfallkausalität der
Vertebralisdissektion
als überwie
gend wahrscheinlich zu erachten (S. 28 oben).
Es gelte festzuhalten, dass der erfolgte Unfallmechanismus überwiegend wahr
scheinlich geeignet sei, eine
Vertebralisdissektion
zu verursachen. Dies spreche
also für eine überwiegend wahrscheinliche Unfallkausalität. Das Fehlen anderer möglicher externer Ursachen spreche ebenfalls für eine überwiegend
wahrscheinliche Unfallkausalität bezüglich des Unfalls vom 2
6.
Februar 201
4
.
Nun müsse jedoch auch berücksichtigt werden, dass es auch sogenannte spontane
Dissektionen
von Halsgefässen geben könne, das heisse es komme zu einer
Dissektion
ohne externe beziehungsweise erkennbare Einflüsse. Eine solche spontane
Dissektion
könne nie ausgeschlossen werden, sei jedoch bei einem zeitlich koinzidenten, vorliegenden externen Faktor natürlich eher im Hintergrund zu sehen (S. 28).
Diese Ausführungen betrachtend und dem in der Medizin gebrauchten Motto „was häufig ist, ist häufig und was selten ist, ist selten“ folgend, sei die
Vertebralisdissektion
als gänzlich unfallkausal zu erachten (S.
29 oben). Es sei davon auszugehen, dass man die beiden gleich
zeitig entdeckten Gefässerkrankungen (
Vertebralisdissektion
und Ischämie) als Gesamtereignis ansehen müsse und nicht getrennt betrachten könne. Nun könne man sicherlich in der Literatur aufzeigen, dass Patienten mit einer
Vertebralisdissektion
auf der einen Seite praktisch nie gleichzeitig eine Ischämie auf der Gegenseite hätten. Dies würde gegen eine
Unfallkausalität der Ischämie sprechen. Gleichzeitig könne man jedoch mittels Literatur auch nachweisen, dass die zeitliche Ko
in
zidenz, dass
dieselbe Person eine trauma
tische
Vertebralisdissektion
und auch noch eine unabhängige nicht-trauma
tisch bedingte Ischämie aufweise, praktisch nicht vorkomme. Somit müsse festgehalten werden, dass die medizinische Literatur hier nicht weiterhelfe. Deshalb gelte es hier den gesunden Menschenverstand walten zu lassen und da müsse man sich die Sachlage vor Augen halten, dass der Beschwerde
führer vor dem 2
6.
Februar 2014 gesund gewesen sei und nach dem
Kopfan
stoss
die beiden Gefässverletzungen aufgewiesen habe. Auch we
n
n eine
post
hoc ergo
propter
hoc Beurteilung nun nicht statthaft sei, müsse man in
casu
doch auf eine solche Beurteilung zurückkommen (S.
29). Es sei doch bedeu
tend wahrscheinlicher, dass es neben einer rechtsseitigen traumatischen
Ver
tebralisdissektion
auch zu einer weiteren traumatisch bedingten
Gefässver
letzung
komme. Somit sei abschliessend auch die Ischämie infolge des Unfalls vom 2
6.
Februar 2014
zu sehen, da es am ehesten auch in kleinen Gefässen im A. cerebri media-Stromgebiet links zu Verletzungen beim
Kopf
an
prall
gekommen sei (jedoch bei vorgeschädigten Gefässen in diesem Be
reich, das heisse hier sei der Kopfanprall nur als Mitursache anzusehen).
4.
4.1
Die Verwaltung als verfüge
nde Instanz und
im Beschwer
defall
das Gericht dürfen eine Tatsache nur dann als bewiesen annehmen, w
enn sie von ihrem Bestehen über
zeugt sind. Im Sozialversicherungsrecht hat das Gericht seinen Entscheid, sofe
rn das Gesetz nicht etwas Abwei
chendes vorsie
ht, nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahr
scheinlichkeit
zu fällen. Die blosse Mög
lich
keit eines bestimmten Sach
verhalts genügt den Beweisanfor
derungen nicht. Das Geric
ht
folgt vielmehr jener Sachverhaltsdarstel
lung, die es von al
len möglichen Geschehensabläu
fen als die wahrscheinlichste würdigt (BGE 126 V 353 E. 5b S. 360 mit Hinweisen; vgl. BGE 130 III 321 E. 3.2 und 3.3 S.
324 f.).
4.2
Dr.
Z._
hat sich bei seine
r Beurteilung (vorstehend E. 3.7
) für die Beant
wortung der Frage, ob die
Ischämie
mit dem Unfallereignis vom
26
.
Februar
201
4
in einem kau
sa
len Zusammenhang steht, auf
die
Vorakten
gestützt. Seine Ausführungen sind f
ür die streitigen Belange umfas
send und berücksichtigen die vom Besch
werdeführer geklagten Beschwer
den in ange
messener Weise. Weiter leucht
et seine Darlegung der medizinischen Zu
sam
menhänge ein und die Beurteilung der medizinischen Situation sowie seine Schlussfolgerung sin
d nachvollziehbar begründet. Die Beurteilung durch
Dr.
Z._
er
füll
t
daher die praxisgemässen Anforderunge
n an den Beweiswert eines medi
zinischen Berichts
(vgl. vorstehend E. 1.4) vollum
fänglich, so dass auf die darin enthaltenen Ausführungen abgestellt werden kann.
4.3
Davon ausgehend hat
Dr.
Z._
in nac
hvollziehbarer Weise dargelegt,
in der Zusammenschau der klinischen Entwicklung, der Bildgebung und Gefässdarstellung
sei davon auszugeh
en
,
dass die
Dissektion
der
hypoplas
tischen
A. vertebralis rechts mit einiger Wahrscheinlichkeit aufgrund des
bagatellären
Kopfanpra
lles mit axialem Stauchungstrau
mas der HWS aufge
treten sei, wobei in der Literatur durchaus auch spontane
Dissektionen
be
schrieben würden. Di
e betroffene A. vertebralis rechts
sei, wie
in den Gefäss
darstell
ungen gut erkennba
r, von Geburt an hypoplastisch, das heisse
mit ei
nem sehr viel geringeren Gefäss
durchmesser als die linke A. vertebralis angelegt und habe auch vor dem Gefässunfall wenig zur Aufrechterhaltung der
vertebro-basilären
Durchblutung beigetragen. Die Tatsache, dass es nach erfolgter
Dissektion
nicht zu einer
Durchblutungsstörung im Kleinhirn- und Hirnstammbereich gekommen sei, beweise, dass die Aufgabe der
disseziierten
rechten A. vertebralis problemlos von der grosskalibrigen A. verteb
ralis links habe übernommen wer
den können.
D
ie
Dissektion
der A. vertebralis rechts sei
somit
bis auf einen möglichen Schmerz im Bereich des Nackens ohne
relevante Symptom
e abgelaufen, so dass berechtig
terweise von einem asym
p
tomatischen Verlauf auszugehen sei. Ein neurologischer Schaden, geschweige denn ein unfallbedingter Integritätsschaden, sei nicht aufgetreten. Die etwa 10 Tage nach dem Kopfanprall aufgetretene Durchblutungsstörung des Ge
hirns sei daher nicht Folge der A. vertebralis
Dissektion
rechts. Die Symp
tome, die der
Beschwerdeführer
beschrieben habe, seien eindeutig von Anfan
g an nicht auf eine vertebrale Flusssituation zu beziehen, sondern es handle sich um eine Durchblutungsstörung von kleinen Gefässästen der A.
carotis
interna
im tiefen Marklager links. Ursächlich dürfte die davor geschaltete hochgradige
Carotis
interna
Stenose sein. Meist handle es sich um kleinste
arterio
-arterielle Embolien aus dem vorgeschädigten Gefäss.
Dr.
Z._
machte sodann ausdrücklich darauf aufmerksam, dass diese Auffassung
implizit auch durch den
Gefässspezialisten Prof.
E._
geteilt
werde
, der jedenfalls nicht die These einer Unfallkausa
lität aufgrund der
Vertebral
isdissektion
favorisiere
(vgl. vorstehend E. 3.3).
Er zeigte sodann auf, dass unklar bleibe, weshalb
der Kardiologe
Dr.
I._
die These
einer Unfallkausalität
favorisiere (vgl. vorstehend E. 3.4)
, zumal auch
Dr.
I._
keine medizinischen Argumente für seine Annahme bei diesem
Gefässhoch
risikopatienten
liefere.
Schliesslich begründete er einlässlich und sorgfältig, dass
es mit überwiegender Wahrscheinlichkeit zu einer
Dissektion
der hoch
gradig hypoplastischen A. vertebralis rech
ts anlässlich des Unfalls vom
2
6.
Februar
2014 bei einem
bagatellären
Kopfanprall mit axialem
Stauchungs
traumas
der HWS gekommen, diese jedoch symptomlos geblieben
und d
ie später manifestierte kleine lakunäre Ischämie im tiefen Marklager links aus unfallfremden, inneren Ursachen vermutlich bei einem arteriosklerotischen
arterio
-arteriellen
Embolieschauer
aufgetreten
sei
(
Urk.
9/74 S. 6)
.
Diese Einschätzung von
Dr.
Z._
wird ausserdem durch die Ausfüh
rungen von Kreisarzt
Dr.
K._
(vgl. vorstehend E. 3.6) gestützt, wonach diese
r in seiner Beurteilung
zum Schluss
kam
, dass eine Teilkausalitä
t der
Dissektion
der bereits anlagebedingt hypop
lastischen A. vertebralis rechts nicht ausgeschlossen werden könne, dass der
cerebrale
In-
sult
auf eine
Dissektion
der rechten A. vertebralis
zurückzuführen sein solle, sei jedoch n
icht über
wiegend wahrscheinlich
.
4.4
Die blosse Möglichkeit genügt nicht,
vielmehr ist
der Beweisgrad der über
wiegenden Wahrscheinlichkeit notwendig
(vgl. vorstehend E.
4.1).
Aus den Ausführungen des Prof.
E._
, wonach eine Teilunfallkausalität nicht auszuschliessen sei (vgl. vorstehend E. 3.3), kann der Beschwerdeführer somit
ebenso wenig
zu seinen Gunsten ableiten
wie aus den Ausführungen des Prof.
L._
(vgl. vorste
hend E. 3.8
)
.
Wenn Prof.
L._
die Unfallkausalität aus dem Umstand, dass der erfolgte Unfallmechanismus überwiegend wahr
scheinlich geeignet sei, eine
Vertebralisdissektion
zu verursachen und dem Fehlen anderer möglicher externer Ursachen ableitet, kann
ihm
nicht gefolgt werden.
Ebenso wenig vermag
das von ihm angeführte
Motto „was häufig ist, ist häufig und was selten ist, ist selten“
zu überzeugen und die ausführ
liche und durch medizinische Fakten begründete Einschätzung von
Dr.
Z._
umzustossen.
Auch dass
gemäss Prof.
L._
vorliegend auf eine
post
hoc ergo
propter
hoc-Beurteilung zurückzukommen sei, vermag nich
t
zu
über
zeugen.
So kann aus dem Umstand, dass sich vor dem Ereignis am 2
6.
Februar 2014 keine Beschwerden im beschriebenen Sinne manifestiert hatten, nicht auf ei
nen
rechtsgenüglichen
Zusammenhang geschlossen werden,
da der Schluss „
post
hoc ergo
propter
hoc”, bei dem eine gesundheitliche Schädigung bereits deshalb als durch den Unfall verursacht erachtet wird, weil sie nach d
iesem aufgetreten ist im unfall
versicherungsrechtlichen Bereich
eben gerade
un
tauglich ist (vgl. BGE 119 V 335 E. 2b/
bb
).
Es geht nicht um Möglichkeiten im Rahmen der Unfallkausalität, sondern um die Beurteilung des konkreten Einzelfalls. Dieser konkrete Einzelfall wurde vorliegend eingehend abgeklärt und durch
Dr.
Z._
konkret und nach
vollziehbar begründet beurteilt. Daran vermögen die
Hinwe
i
se auf
Fachar
tikel
und Wikipedia des Beschwerdeführers
nichts zu ändern
,
zumal es
der
Verwaltung und
dem
Gericht verwehrt ist, aufgrund von allgemein zugängli
chen, populär medizinischen Abhandlungen oder auch aufgrund eigener Er
fahrungen von begründeten ärztlichen Schlussfolgerungen abzuweichen (vgl.
Urteile des Bundesgerichts
8C_837/2008 E. 8.2 sowie 8C_682/2010 E. 3.2).
4.5
Zusammenfassend wurde die vorliegend entscheidende Frage nach dem über
wiegend wahrscheinlichen Kausalzusammenhang zwischen dem Unfall von
Februar
201
4
und der fest
gestellten
Ischämie
vom Neurologen
Dr.
Z._
klar beantwortet: Er führte aus, dass die Hirnblutung nicht mit dem erforderlichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit in einem Kausal
zusammenhang zum Unfallereignis vom
2
6.
Februar 2014
steht.
Die Be
schwerdegegnerin hat ihre Leistungspflicht im angefochtenen Entscheid
somit zu Recht verneint, weshalb die Beschwerde abzuweisen ist.