# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 387853ec-6597-42cb-aa68-3e8390d26c4e
**Court:** GR_KG
**Chamber:** GR_KG_004
**Year:** 2004
**Language:** de
**Jurisdiction:** GR / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

hat sich ergeben:
A. Z. wurde am 20. März 1980 in E. geboren. Er wuchs zusammen mit einem älteren Stiefbruder bei seinen Eltern auf. Diese starben 1990 bzw. 1991. Z. besuchte lediglich während drei Jahren die Schule. Eine berufliche Ausbildung hat er keine absolviert. Er lebte ein paar Jahre in Algerien, bevor er im Dezember 2002
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in die Schweiz kam. Als Asylbewerber erhält Z. wöchentlich einen Betrag von Fr. 77.--. Er hat weder Vermögen noch Schulden. Im schweizerischen Zentralstrafregister ist Z. nicht verzeichnet.
B. Z. wird angeklagt des Diebstahls gemäss Art. 139 Ziff. 1 StGB sowie des geringfügigen Diebstahls gemäss Art. 139 Ziff. 1 StGB in Verbindung mit Art. 172ter Abs. 1 StGB. Dieser Anklage liegt in Bezug auf den Diebstahl gemäss Art. 139 Ziff. 1 StGB nach der Anklageschrift der Staatsanwaltschaft Graubünden vom 23. September 2003 folgender Sachverhalt zugrunde:
„Z. suchte am 1. Mai 2003 um 17.00 Uhr in C. das an der R.-Strasse 1 gelegene Kaufhaus V. AG auf. Dort suchte er zunächst nach einem Gegenstand, um Kleider, die er zu entwenden beabsichtigte, hineinzulegen. Da Z. nichts Passendes fand, ging er weiter zur nahe gelegenen Tankstelle und kehrte mit einer Kartonschachtel zurück. In diese legte er insgesamt 22 T-Shirts und 5 Herrenhemden, die ausserhalb des Geschäfts zum Kauf angeboten wurden. Ohne die 27 Kleidungsstücke im Wert von insgesamt CHF 697.30 zu bezahlen, begann Z. die Schachtel wegzutragen. Zwischen dem Kaufhaus und der Ringstrasse begegnete er einem Bekannten aus dem Durchgangszentrum F., M., und bat ihn, die Schachtel über den Damm bei der RhB-Station C. West tragen zu helfen. Hinter dem Damm trug Z. die Schachtel gemäss eigenen Angaben wieder alleine und brachte sie in das Durchgangszentrum, wo er die Kleidungsstücke zunächst in eine Tasche legte und diese anschliessend in einem Schrank einschloss.
Am 4. August 2003 widerrief Z. sein am 7. Mai 2003 gegenüber der Kantonspolizei Graubünden abgelegtes Geständnis. Weder will er einen Diebstahl begangen haben noch sei sein Kollege M. beteiligt gewesen.
Die gestohlenen Kleidungsstücke konnten sichergestellt und der Geschädigten zurückgegeben werden.
Am 2. Mai 2003 leistete Z. ein Depositum in der Höhe von CHF 250.- - (ES XY.).
Gegen M. wurde ein separates Strafverfahren eröffnet.“
Der Anklage des geringfügigen Diebstahls gemäss Art. 139 Ziff. 1 StGB in Verbindung mit Art. 172ter Abs. 1 StGB liegt nach der Anklageschrift der Staatsanwaltschaft Graubünden vom 23. September 2003 folgender Sachverhalt zugrunde:
„Zwischen dem 22. Mai 2003, 08.00 Uhr, und dem 23. Mai 2003, 21.00 Uhr, entnahm Z. im D. Bau- und Hobby-Center an der S.-Strasse 9 in C. einer Packung einen elektrischen Rasierapparat der Marke B. im
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Wert von Fr. 129.-- und stellte die leere Packung in das Regal zurück. Den Apparat bezahlte Z. nicht.
Z. bestreitet, den Rasierapparat gestohlen zu haben. Gegenüber der Polizei wollte er keine Gegenstände angefasst haben. Dem Untersuchungsrichter gab er zu Protokoll, verschiedene Gegenstände angefasst, aber wieder zurückgestellt zu haben.
Marktleiter-Stellvertreter N. stellte am 6. August 2003 gegen Z. Strafantrag wegen Diebstahls.“
C. Mit Urteil vom 6. November 2003, mitgeteilt am 5. Februar 2004, erkannte der Bezirksgerichtsausschuss Plessur wie folgt:
„1. Z. ist schuldig des Diebstahls gemäss Art. 139 Ziff. 1 StGB. Dagegen wird er vom Vorwurf des geringfügigen Diebstahls gemäss Art. 139 Ziff. 1 StGB in Verbindung mit Art. 172ter Abs. 1 StGB freigesprochen.
2. Dafür wird Z. mit 10 Tagen Gefängnis bestraft unter Anrechnung der Polizeihaft von fünf Tagen im Vollzugsfalle.
3. Der Vollzug der Freiheitsstrafe wird unter Ansetzung einer Probezeit von 2 Jahren aufgeschoben.
4. Die Untersuchungskosten der Staatsanwaltschaft Graubünden von Fr. 1'603.-- gehen zu 3⁄4, d.h. Fr. 1'202.25, zu Lasten des Verurteilten und zu 1⁄4, d.h. Fr. 400.75, zu Lasten des Kantons Graubünden, der ebenfalls die Kosten der angerechneten Untersuchungshaft zu tragen hat. Die Gerichtsgebühren von Fr. 3'000.-- gehen zu 3⁄4, d.h. Fr. 2'250.--, zu Lasten des Verurteilten und zu 1⁄4, d.h. Fr. 750.--, zu Lasten der Gerichtskasse. Das Depositum von Fr. 250.-- wird im Verhältnis von Fr. 1'202.25 / Fr. 3'452.25, somit Fr. 87.05 zu Gunsten des Kantons Graubünden bzw. von Fr. 2'250.-- / 3'452.25, somit Fr. 162.95, zu Gunsten des Bezirkes aufgeteilt und entsprechend überwiesen.
Die Kosten des Übersetzers in der Höhe von Fr. 200.-- gehen zu Lasten der Gerichtskasse.

## Considerations