# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** f8176400-b3cb-5c2d-a8c1-90dcadc12289
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2019
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1967,
ist gelernter Schreiner und war im Jahr 1997 in der Schreinerei
Y._
angestellt und bei der Suva unfallversichert. Am
7.
September 1997 stürzte er mit dem Motorrad
und erlitt eine Mehrfachfraktur des
rechten
Unterschenkels (Unfallmeld
ungen
UVG,
Urk.
8/II/2
; medizinische Berichte in
Urk.
8/II/1 S. 1-100
).
Die Suva
übernahm die Heil
kosten
und erbrachte Taggelder.
Im Februar 1998 nahm
X._
die Arbeit in vorerst reduziertem Umfang wieder auf (Bericht der Suva über die Besprechung vom 1
3.
Februar 1998,
Urk.
8/II/1 S. 78-79
)
. Das Arbeitsverhältnis mit
Y._
wurde
in der Folge
per Ende September 1999 auf
gelöst
(Telefonnotiz der Suva vom 1
2.
Oktober 1999,
Urk.
8/II/8),
und
X._
trat im Februar 2000 eine neue Arbeitsstelle in einer anderen Schreinerei an (
Bericht der Suva über die Besprechung vom 16.
Februar 2000,
Urk.
8/II/14).
Anlässlich
einer krei
särztlichen Untersuchung vom
6.
April 2000 (
Dr.
med. Z._
, Spezialarzt für Chirurgie;
Urk.
8/II/18) wurde dem Versicher
ten
ab dem
7.
April 2000 wieder ein
e
volle Arbeitsfähigkeit für die Tätigkeit als Schreiner attestiert (
Urk.
8/II/18 S. 3).
Im Herbst 2003 begab sich
X._
wegen
residuellen
Beschwerden im rechten Unterschenkel
erneut
in ärztliche Behandlung (Bericht des
A._
vom 1
3.
Oktober 2003,
Urk.
8/II/22 S.
2
1-
2
2).
Dr.
Z._
führte
wiederum
eine k
reisärztliche Untersuchung
durch (Bericht
vom 1
0.
November 2003
,
Urk.
8/II/24
)
, bei der er dem Versicherte
n
nach wie vor eine 100%ige Arbeitsfähigkeit für die angestammte Tätigkeit attestierte und die zusätzlich geklagten
Beschwerden im linken Hüft
gelenk und im Lumbalbereich als unfallfremd beurteilte
(
Urk.
8/II/24
S. 2
f.). Gestützt auf die Ergebnisse der kreisärztlichen Untersuchung erklärte die Suva den Fall
noch vor Jahresende
als abgeschlossen (Schreiben vom 1
1.
November 2003 und vom
6.
Januar 2004,
Urk.
8/II/26 und
Urk.
8/II/27).
1.2
Im Januar 2004 nahm
X._
eine selbständige Erwerbstätigkeit als Schreiner auf, mit der er seine Arbeitskraft verschiedenen Schreinereien zur Verfügung stellte (Angaben über eine Besprechung mit der Suva am Betriebsdomizil vom 2
8.
Januar 2009,
Urk.
8/III/15 S. 2).
Er war wiederum bei der Suva unfallversichert, nunmehr im Rahmen
einer freiwilligen Versicherung für
Selbständig
erwerbende
.
Am
3.
Juli 2008 zog
sich
X._
bei der Arbeit eine Rissquetschwunde im
Endglied
des linken Zeigefingers mit Nagelläsion und Fraktur des
Processus
unguicularis
zu (Scha
denmeldung UVG vom 1
4.
Juli 2008
,
Urk.
8/III/140; Bericht des
B._
vom
3.
Juli
2008,
Urk.
8/III/1).
Die Suva kam
auch hier
für die Heilungskosten auf und leistete Tagge
lder.
In der Folge führte zum einen der Kreisarzt PD
Dr.
med.
C._
, Spezialarzt für Orthopädische Chirurgie, am 1
0.
Dezember 2009 die Abschlussuntersuchung durch, anlässlich welcher er ein Profil zumutbarer Tätigkeiten erstellte und gleichzeitig zum Fallabschluss riet (
Urk.
8/III/55). Zum andern fanden auf Veranlassung der Suva in der
D._
Berufsberatungsgespräche im Hinblick auf eine berufliche Neuorientierung statt (Berichte vom 2
7.
August und vom 2
2.
Dezember 2009,
Urk.
8/III/44 und
Urk.
8/III/57).
Der Versicherte konnte sich in der Folge jedoch nicht
für eine Umschulung entschliessen (Bericht über eine B
esprechung mit der Suva vom 30.
Januar 2012,
Urk.
8/III/126).
Mit Verfügung vom 1
6.
Februar 2012 sprach die Suva dem Versicherten ab März 2012 eine Rente aufgrund eines Invaliditätsgrades von
26
%
zu (Urk.
8/III/128). Die Verfügung blieb unangefochten. Zuvor hatte die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich (SVA), IV-Stelle, mit Verfügung vom 1
4.
Februar 2011 einen Rentenanspruch
bei einem Invaliditätsgrad von 24
%
verneint (
Urk.
8/III/98).
1.3
1.3.1
Am
2
0.
Juni
2014 erlitt
X._
bei einem Sturz mit dem
Fahrrad einen pneumatischen Thorax
und eine Rippenserienfraktur (Schadenmeldung UVG vom 1
5.
Juli 2014,
Urk.
8/I/2; Berichte des
B._
vom Juli 2014,
Urk.
8/I/7 und
Urk.
8/I/8), und die Su
va erbrachte abermals
Leistungen
.
Im weiteren Behandlungsverlauf wurden Beschwerden
an der linken Schulter manifest. D
er Versicherte klagte über belastungsabhängige Schmerzen, begleitet von Spannungskopfschmerzen, die vom Nacken her bis in den Scheitel ausstrahlten, und es wurde eine symptomatische AC-Gelenksverletzung diagnostiziert (Bericht des
B._
vom
5.
November 2014,
Urk.
8/I/23).
Nach Ausschöpfung der k
onservativen Therapie
n
wurde am
4.
Juni 2015 im
B._
eine AC-Gelenksresektion durchgeführt (
Urk.
8/I/62). Die Suva anerkannte ihre
Leistungspflicht auch für diese Schulterverletzung.
1.3.2
Vom 2
9.
Februar bis zum 2
7.
März 2016 durchlief der Versicherte in der
E._
eine arbeitsspezifische Rehabilitation. Die Suva legte den
entsprechenden
Bericht vom 2
7.
März 2016 (
Urk.
8/I/143)
am 2
5.
April 2016
ihrer Kreisärztin
Dr.
med. F._
, Spezialärztin für Neurochirurgie,
vor mit den Fragen nach weiteren, eine namhafte Besserung versprechenden Behandlungen, nach notwendigen weiteren Abklärungen,
nach der Arbeitsfähigkeit im Falle des erreichten Endzustandes und nach der Unfallbedingtheit der dokumentier
ten Beschwerden (
Urk.
8/I/144).
Gestützt auf die Beurteilung der Kreisärztin
,
wonach die
während des Rehabilitationsaufenthaltes angegebenen
Beschwerden in der linken Hüfte
(
Urk.
8/I/150 S.
3 und S. 5)
durch keinen der Unfälle der Jahre 1997, 2008 und 2014
bedingt seien (
Urk.
8/I/144 S.
2), teilte die Suva dem Versicherten, vertreten durch Rechtsanwalt
Dr.
Massimo
Aliotta
, mit Brief vom
2.
Mai 2016 mit, dass sie für diese Beschwerden
mangels Unfallkausalität
keine Versicherungsleistungen erbringen könne (
Urk.
8/I/147). Auf das Begehren des Versicherten hin (
Urk.
8/I/155) kleidete sie diesen Bescheid in die Verfügung vom 3
1.
Mai 2016 (
Urk.
8/I/156). Der Versicherte
, vertreten durch Rechtsanwalt Michael
Keiser
in Substitution von Rechtsanwalt
Dr.
Massimo
Aliotta
,
liess mit Eingabe vom 10.
Juni 2016 Einsprache gegen diese Verfügung erheben (
Urk.
8/I/163
S. 1-5).
Im Hinblick auf die Unfallkausalität der Kopf- und Nackenbeschwerden, die während des Rehabilitationsaufenthaltes ebenfalls zur Sprache gekommen waren
(
Urk.
8/I/150 S. 3, S. 5 und S. 7)
, li
ess die Suva den Versicherten
in Nachachtung
der Empfehlung der Kreisärztin (
Urk.
8/I/144 S. 2) neurologisch untersuchen.
Aufgrund des
Berichts von
Dr.
med.
G._
, Spez
ialarzt für Neurologie, vom 30.
August 2016 (
Urk.
8/I/179)
beurteilte die Kreisärztin
die Kopf- und Nackenschmerzen ebenfalls nicht al
s unfallbedingt (
Urk.
8/I/180). Am 1
9.
September 2016 fand sodann eine kreisärztliche Untersuchung durch
Dr.
F._
statt, anlässlich welcher die Kreisärztin die vorstehend wiedergegeben
en
Fragen der Suva
umfassend zu beantworten
und ausserdem den Integritätsschaden festzulegen
hatte. Nach Vorliegen des kreis
ärztlichen Berichts (Urk.
8/I/
191+
1
92
; vgl. zu den Hüftbeschwerden bereits die Ausführungen von
Dr.
F._
in einem Be
richt vom 20.
Juni 2016,
Urk.
8/I/167
) eröffnete die Suva dem Versicherten mit Verfügung vom 2
9.
Septembe
r 2016, dass sie
mangels Unfall
kausalität auch für die
zervikospondylogenen
Beschwerden und die Hinterkopf-/Spannungskopfschmerzen keine Versicherungsleistungen erbringen könne (
Urk.
8/I/196
). Gleichzeitig informierte die Suva den Versicherten mit einem ebenfalls am 2
9.
September 2016 verfassten Brief darüber, dass gemäss kreisärztlicher Beurteilung von der Fortsetzung der ärztliche
n
Behandlung keine namhafte Besserung des Gesundheitszustandes mehr erwartet werden könne und daher über die Erhöhung der bisherigen Rente -
sie hatte
diese
zuletzt
mit Schreiben vo
m 2
1.
Juli 2015 im Revisionsverfahren bestätigt (Urk.
8/III/155) - und den Anspruch auf eine Integritätsentschädigung befunden werde (
Urk.
8/I/197). Mit Eingabe vom 2
7.
Oktober 2016 lie
ss der Versicherte
gegen die Verfügung vom 2
9.
September 2016 betreffend die Leistungspflicht für die
Kopf- und
Nackenschmerzen
ebenfalls Einsprache erheben (
Urk.
8/I/203 S. 1
5).
1.3.3
Im Februar 2017
traf
die IV-Stelle aufgrund einer neuen Anmeldung des Versicherten berufliche
Abklärungen, der Versicherte entschied sich jedoch
wie schon im Jahr 2012 gegen eine
berufliche Neuorientierung und für die Weiterführung seines Betriebs (E-Mail des Eingliederungsberaters der IV-Stelle vom 1
0.
April 2017,
Urk.
8/I/251). Am 1
2.
April 2017 kündigte die Suva deshalb gegenüber dem Rechtsvertreter des Versicherten telefonisch den baldigen Entscheid über die Rentenerhöhung an und teilte ausserdem mit, dass sie über die beiden hängigen Einsprachen
gegen die Verfügungen vom 3
1.
Ma
i
und vom 2
9.
September 2016 sepa
rat entscheiden werde (
Urk.
8/I/2
52).
Mit Entscheid vom 2
5.
April 2017 wies die Suva
die beiden Einsprachen ab (Urk.
2 =
Urk.
8/I/256). Des Weiteren sprach sie dem Versicherten mit Verfügung vom 1
6.
Mai 2017 für die Zeit ab April 2017 eine höhere, auf einem Invaliditätsgrad von 35
%
basierende Rente
sowie eine Integritätsentschädigung aufgrund einer 5%igen Integritätseinbusse
zu (
Urk.
8/I/267).
Ob gegen diese Verfügung Einsprache erhoben worden ist, ist im vorli
e
genden Verfahren nicht dokumentiert (vgl. aber die
Einsprachebestätigung
vom 1
6.
Juni 2017 im Dossier der Invalidenversicherung des Prozesses Nr. IV.2017.01330, dort
Urk.
7/136).
2.
Gegen den
Einspracheentscheid
vom 2
5.
April 2017
liess
X._
durch Rechtsanwalt Michael
Keiser
mit Eingabe vom 2
6.
Mai 2017 Beschwerde erheben (
Urk.
1) mit den Anträgen, der
Einspracheentscheid
sei aufzuheben, es sei festzustellen, dass zwischen den Hüftbeschwerden links
und den Ereignissen vom 7.
September 1997 und vom 2
0.
Juni 2014 ein natürlicher und adäq
uater Kau
salzusammenhang bestehe
, die Beschwerdegegnerin sei zu verpflichten, die Versicherungsleistungen auch bezüglich der Hüftbeschwerden links auszurichten, es sei festzustellen, dass zwischen dem Ereignis vom 2
0.
Juni 2014 und den
zervikospondylogenen
Beschwerden sowie den Hinterkopf-/Spannungskopfschmerzen ein natürlicher und adäquater Kausalzusammenhang
besteh
e
, die Beschwerdegegnerin sei zu verpflichten, die Versicherungsleistungen auch bezüglich der
zervikospondylogenen
Beschwerden sowie der
Hinterkopf-
/Spannungs
kopfschmerzen
auszurichten, eventualiter sei ein medizinisches polydisziplinäres Gerichtsgutachten einzuholen,
subeventualiter
sei die Sache an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen zwecks Einholung eines
versicherungs
externen
medizinischen polydisziplinären Gutachtens (
Urk.
1 S. 2 f.). In prozessualer Hinsicht
liess der Versicherte die Durchführung eines zweiten Schriftenwechsels und einer öffentlichen Verhandlung beantragen (
Urk.
1 S. 3). Die Suva erstattete am
6.
Juli 2017 die Beschwerdeantwort
(
Urk.
7)
und beantragte die Abweisung der Beschwerde, soweit darauf einz
utreten sei (
Urk.
7 S. 2).
Am 1
8.
Oktober 2017 wurde
anstelle des beantragten zweiten Schriftenwechsels
die beantragte öffentliche Verhandlung mit mündlicher Replik und Duplik durchgeführt; der Versicherte war nunmehr wieder direkt durch Rechtsanwalt
Dr.
Massimo
Aliotta
vertreten (Protokoll S. 2-6;
Plädoyernotizen
des Rechtsvertreters
des Versicherten i
n
Urk.
16). Mit Verfügung vom
8.
November 2017 wurde den Parteien das ausgefertigte Protokoll zur durchgeführten Verhandlung zur Kenntnis gebracht (
Urk.
18).
Auf die Ausführungen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, soweit erforderlich, in den Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
Am 1. Januar 2017 sind die am 2
5.
Septe
mber 2015 beziehungsweise am
9.
November 2016 verabschiedeten geänderten Bestimmungen des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG) und der Verordnung über die Unfallversicherung (UVV) in Kraft getreten.
Gemäss den allgemeinen übergangsrechtlichen Regeln sind der Beurteilung jene Rechtsnormen zu Grunde zu legen,
die in
Kraft gestanden sind
, als sich der zu den materiellen Rechtsfolgen führende und somit rechtserhebliche Sach
verhalt verwirklicht hat
(vgl. BGE 127 V 466 E. 1, 126 V 134 E. 4b, je mit Hinweisen). Dementsprechend sehen die Übergangsbe
stimmungen zur Änderung
des UVG
vom 25.
September 2015 vor, dass Versicherungsleistungen für Unfälle, die sich vor dem 1. Januar 2017 ereignet haben, und für Berufskrankheiten, die vor diesem Zeitpunkt ausgebrochen sind, nach bisheri
gem Recht gewährt werden (Abs. 1 der
Übergangsbestimmungen).
Die vorliegend zur Diskussion stehenden Ereignisse
haben sich am
7.
September 1997, am
3.
Juli 2008 und am 2
0.
Juni 2014 zugetragen und liegen somit zeitlich vor dem
1.
Januar 201
7.
Deshalb gelangen die bis 31.
Dezember 2016 gültig gewesenen Normen
zur Anwendung; sie werden nachfolgend in der damaligen Fassung zitiert
.
2.
2.1
Nach
dem UVG
obligatorisch versichert sind die in der Schweiz beschäftigten Arbeitnehmer,
einschliesslich
der Heimarbeiter, Lehrlinge, Praktikanten, Volontäre sowie der in Lehr- oder Invalidenwerkstätten
tätigen Personen (
Art.
1a Abs.
1 UVG).
Gestützt auf
Art.
4
Abs.
1 UVG können sich in der Schweiz wohnhafte
Selbständigerwerbende
und ihre nicht obligatorisch versicherten mitarbeitenden Familienmitglieder
freiwillig
versichern. Die Bestimmungen über die obligatorische Versicherung gelten nach
Art.
5
Abs.
1
UVG
sinngemäss
für die
freiwillig
e
Versicherung.
2.2
Gemäss
Art.
6
Abs.
1 UVG werden die Versicherungsleistungen bei Berufsun
fällen, Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten gewährt.
Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss UVG setzt zunächst voraus, dass zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Invalidität, Tod) ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht. Für die Bejahung des natürlichen Kausalzusammenhangs zwischen einem Unfall und einem bestimmten Gesundheitsschaden ist nicht erforderlich, dass der Unfall die alleinige oder unmittelbare Ursache des Gesundheitsschadens ist; vielmehr genügt es, dass der Unfall den Gesundheitsschaden zusammen mit unfallfremden Faktoren hervorgerufen hat und somit nicht weggedacht werden kann, ohne dass auch der Gesundheitsschaden entfiele (BGE 129 V 177 E. 3.1, 402 E. 4.3.1, 123 V 45 E. 2b, 119 V 335 E. 1, 118 V 289 E. 1b, je mit Hinweisen).
Die Leistungspflicht des Unfallversicherers setzt im Weiteren voraus, dass zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden ein adäquater Kausalzusammenhang besteht. Nach der Rechtsprechung hat ein Ereignis dann als adäquate Ursache eines Erfolges zu gelten, wenn es nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge und nach der allgemeinen Lebenserfahrung an sich geeignet ist, einen Erfolg von der Art des eingetretenen herbeizuführen, der Eintritt dieses Erfolges also durch das Ereignis allgemein als begünstigt erscheint (BGE 129 V 177 E. 3.2, 405 E. 2.2, 125 V 456 E. 5a).
Bei objektiv ausgewiesenen organischen Unfallfolgen deckt sich die adäquate, das heisst rechtserhebliche Kausalität weitgehend mit der natürlichen Kausalität; die Adäquanz hat hier gegenüber dem natürlichen Kausalzusammenhang praktisch keine selbständige Bedeutung (BGE 134 V 109 E. 2.1).
Wird ein bestimmter, als Einheit zu betrachtender Gesundheitsschaden durch einen Unfall und
durch unfallfremde Faktoren ge
meinsam verursacht, so richtet sich die Leistungspflicht des Unfallversicherers nach den Vorschriften in
Art.
36 UVG
:
Die
Pflegeleistungen und Kostenvergütungen
sowie die Taggelder und
Hilflo
senentschädigungen
werden nach
Art.
36
Abs.
1 UVG nicht gekürzt, wogegen die Invalidenrenten,
die
Integritätsentschädigungen und die
Hinterlassenenrenten
nach
Art.
36
Abs.
2 UVG angemessen gekürzt werden, es sei denn, die unfallfremde Gesundheitsschädigung habe vor dem Unfall zu keiner Verminderung der Erwerbsfähigkeit geführt.
Die Regeln in
Art.
36 UVG kommen
dort nicht zur Anwendung, wo
der Unfall und das nicht versicherte Ereignis verschiedene Körperteile betreffen und sich damit die Krankheitsbilder nicht überschneiden.
In solchen Fällen
sind die Folgen des versicherten Unfalls für sich allein zu bewerten
und zu entschädigen (
BGE 126 V 116 E. 3a mit Hinweis).
2.3
N
ach
Art.
10
Abs.
1 UVG hat die versicherte Person Anspruch auf die zweck
mäs
sige Behandlung der Unfallfolgen. Ist sie info
lge des Unfalles voll oder teil
weise arbeitsunfähig, so steht ihr ge
mäss
Art.
16
Abs.
1 UVG ein Tag
geld zu. Wird die versicherte Person infolge des Unfalles zu mindestens 10
%
invalid, so hat sie gemäss
Art.
18
Abs.
1 UVG Anspr
uch auf eine Invalidenrente. Der Rentena
n
spruch entsteht nach
Art.
19
Abs.
1 UVG, wenn von der Fortsetzung der ärztlichen Beh
andlung kein
e namhafte Besserung des Gesundheitszu
standes mehr erwartet werde
n kann und allfällige Eingliede
rungsmassnahmen d
er Invalidenversich
e
rung abgeschlossen sind, wobei mit dem Rentenbeginn die Heilbehandlung und die Taggeldleistungen dah
infallen. Ferner entsteht zusam
men mit der Festlegung der Invalidenren
te beziehungs
weise mit der Beendigung der ärztlichen Behandlung un
ter den Voraussetzungen in
Art.
24 UVG auch ein A
nspruch auf eine Integr
i
tätsent
schädigung.
3.
3.1
Dem angefochtenen
Einspracheentscheid
liegen
die beiden Verfügungen vom 31.
Mai und vom 2
9.
September 2016 zugrunde. Mit beiden Verfügungen verneinte die Beschwerdegegnerin die Unfallkausalität
und damit ihre generelle Leistungspflicht
für
bestimmte Beschwerdebilder, mit der Verfügung vom 3
1.
Mai 2016 für die Beschwerden in der linken Hüfte (
Urk.
8/I/156) und mit der Verfügung vom 2
9.
September 2016 für Beschwerden, die als
zervikospondylogen
bezeichnet sind, sowie für Schmerzen, die als Hinterkopf-/Spannungskopf
schmerzen umschrieben sind (
Urk.
8/I/196)
.
3.2
Die medizinischen Abklärungen und Beurteilungen, auf denen die Verfügungen vom 3
1.
Mai und vom 2
9.
September 2016 basieren, wurden von der Beschwerdegegnerin im Zuge der Prüfung ihrer weiteren
Leistungspflicht
für die Folgen des Unfalle
s vom
2
0.
Juni 2014 veranlasst.
Die Beschwerdegegnerin wollte mit den
Fragen, die
sie
am 2
5.
April 2016 der Kreisärztin
Dr.
F._
unterbreitete (Urk.
8/I/144),
zum einen
Informationen
für die Bestimmung des Zei
tpunktes gewinnen
, zu dem sie
gestützt auf
Art.
19
Abs.
1 U
VG
die Leistungen für die Heilbehandlung und die Taggelder
einzustellen und gleichzeitig die Erhöhung der bisherigen Rente zu prüfen hatte, und zum andern Beurteilungsgrundlagen für die Festlegung der neuen Rente
n
höhe beschaffen. Im Rahmen der Prüfung dieser spezifischen Ansprüche
hatte sich die Beschwerdegegnerin in verschiedener Hinsicht mit den unfallfremden Faktoren auseinanderzusetzen.
Namentlich h
ätten noch laufende, e
ine Besserung versprechende Behandlungen von unfallfremden Gesundheitsschäden
für sich allein
den Fallabschluss mit gleichzeitiger Rentenprüfung nicht hinauszuschieben vermocht,
und
des Weiteren waren die unfallfremden Faktoren bei der Festlegung der neuen Rentenhöhe entweder
von Anfang an
auszuklammern oder
es war ihnen
in Anwendung von
Art.
36
Abs.
2
UVG Rechnung zu tragen.
D
ie
Frage nach der
Leistungspflicht für diejenigen Beschwerden, welche die Beschwerdegegnerin in den Verfügungen vom 3
1.
Mai und vom 2
9.
September 2016 sowie im angefochtenen
Einspracheentscheid
vom 2
5.
April 2017 als unfallfremd bezeichnete und in genereller Weise von ihrer Leistungspflicht ausnahm,
war also
in spezifischerer
, auf konkrete Leistungen bezogener
Form
nochmals
Gegenstand
der
später
erlassenen Verfügung vom
1
6.
Mai 2017
betreffend Rente und Integritätsentschädigung.
In diesem Kontext
erscheinen die Verfügungen vom 3
1.
Mai und vom 2
9.
September 2016 als Feststellungs
verfügungen. Wohl wird darin der Form nach die Erbringung von Leistungen
für bestimmte Beschwerdebilder
abgelehnt.
Es fehlt jedoch der Bezug zu einem versicherungsrelevanten Sachverhalt aufgrund dieser Beschwerdebilder, wie etwa einer ärztlichen Behandlung oder einer geltend gemachten Arbeitsunfähigkeit.
Die
Ablehnung von Leistungen
sagt daher nichts aus, was über die Feststellung der fehlenden Unfallkausalität der aufgeführten Beschwerden beziehungsweise Befunde hinausginge, und hat damit selber nur feststellenden Charakter: Es wird das Fehlen der generellen Leistungspflicht festgestellt, ohne dass über konkrete, aktuelle
Ansprüche
befunden wird.
Am Erlass von solchen Feststellungsverfügungen
bestand jedoch bei der gegebenen Sach- und Rechtslage kein Rechtsschutzinteresse. Denn ein solches Interesse setzt
ein rechtliches oder tatsächliches und aktuelles Interesse an der sofortigen Feststellung des Bestehens oder Nichtbestehens eines Rechtsverhältnisses
voraus, das nicht durch eine
rechtsgestaltende Verfügung gewahrt werden kann
(vgl. BGE 130 V 388 E. 2.4).
Vorliegendenfalls
stand jedoch der rechtsgestaltende Entscheid über
den Fallabschluss,
die Erhöhung der Rente
und die Zusprechung einer Integritätsentschädigung
unmittelbar be
vor, und in diesem
Entscheid
war über die
Unfallkausalität der vorhandenen Beschwerden
soweit zu befinden, als dies für die festzulegend
en Ansprüche eine Rolle spielte, wie dies im Übrigen hinsichtlich der linken Hüfte
schon beim Fallabschluss nach der Unterschenkelfraktur
im Jahr 2003
geschehen war (vgl. Sachverhalt Ziffer 1.1).
Insoweit
hatte der Beschwerdeführer die Möglichkeit
, die Nichtberücksichtigung
bestimmter, als unfallfremd beurteilter Beschwerden
durch die Erhebung einer Einsprache
überprüfen zu lassen, wovon
er offenbar auch Gebrauch gemacht hat. Und selbst wenn er von einer Einsprache abgesehen hätte,
könnte ihm
dies
bei der Geltendmachung von weiteren konkreten Ansprüchen nicht entgegengehalten werden, genau so wenig, wie die Beschwerdegegnerin
dannzumal
an die Kausalitätsbeurteilung in der Rentenverfügung vom 1
6.
Mai 2017 gebunden wäre (vgl. die Urteile des Bundesgerichts 8C_162/2009 vom 2
8.
August 2009 E. 3.2 und U 38/02 vom 3
0.
Juli 2002 E. 3.1).
3.3
Erweisen
sich somit die Verfügungen
vom 3
1.
Mai und vom 2
9.
September 2016 und der sie bestätigende angefochtene
Einspracheentscheid
vom 2
5.
April 2017 wegen ihres Feststellungscharakters als unzulässig, so ist der angefochtene
Einspracheentscheid
ersatzlos aufzuheben. In diesem Sinne ist die Beschwerde gutzuheissen.
Bei diesem Ausgang des Verfahrens erübrigt es sich, auf die materiellen Ausführungen der Parteien
noch
einzugehen.
4.
Nach
Art.
61
lit
. g
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG)
hat die obsiegen
de
beschwerdeführende
Person An
spruch auf den vom Gericht festzusetzenden Ersatz der Parteikosten, die ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses zu bemessen si
nd; als weitere Bemessungskrite
rien nennen die ergänzenden kantonalen Vorschriften (
§
34 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht [
GSVGer
] sowie
§
8 der Verordnung über die Gebüh
ren, Kosten und Entschädigungen vor dem Sozialversicherungsgericht [
GebV
SVGer]) den Zeitaufwand und die Barauslagen.
Unter Berücksichtigung dieser Kriterien rechtfertigt es sich, dem
Beschwerde
führer eine Prozessentschädigung von
Fr.
2'600.-- (inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) zuzusprechen.