# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 5653971c-a84a-5271-8e3b-0579c27cf219
**Court:** SG_VG
**Chamber:** SG_VG_001
**Year:** 2018
**Language:** de
**Jurisdiction:** SG / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Das Verwaltungsgericht stellt fest:
A. A.Y., geboren 1933, erwarb am 2. Oktober 1961 den Führerausweis der Kategorien
B, D1, BE und D1E sowie am 1. April 2003 einen solchen der Kategorie A (act. 13/7).
Am 16. November 2015 stellte ihr das Strassenverkehrs- und Schifffahrtsamt gestützt
auf eine vertrauensärztliche Untersuchung vom 13. November 2015 wegen Atemnot
beim Gehen eine Parkkarte für behinderte Personen aus (act. 13/2/5 und act. 13/8/1-4).
B. Gemäss Feststellungen der Kantonspolizei St. Gallen vom 31. Dezember 2016 (act.
13/2/4 und act. 13/8/5) lenkte A.Y. am 24. Dezember 2015 um 10.35 Uhr einen
Personenwagen mit offener Heckklappe auf der M.-strasse über den P.-kreisel bis zu
ihrem Wohnort an der O.-strasse 00 in X. Sie befolgte weder die Matrix-Leuchte „Stopp
Polizei“ auf dem ihr folgenden zivilen Polizeifahrzeug noch zeigte sie
Richtungsänderungen – Ausfahrt P.-kreisel, Abzweigungen L.-strasse und O.-strasse –
an. Die Polizei stellte zudem mehrere unkoordinierte Lenkbewegungen fest. Weil A.Y.
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anlässlich der Kontrolle vergass, das Automatikgetriebe des Fahrzeugs in die Position
„P“ zu stellen, rollte der Personenwagen ungewollt und von ihr unbemerkt in Richtung
Garage.
C. Mit Zwischenverfügung vom 27. Januar 2016 ordnete das Strassenverkehrs- und
Schifffahrtsamt eine Kontrollfahrt an (act. 13/2/2). Dagegen rekurrierte A.Y., vertreten
durch ihren Sohn C.Y., am 11. Februar 2016 an die Verwaltungsrekurskommission (act.
13/1), welche den Rekurs mit Entscheid vom 29. September 2016 abwies (act. 2).
D. Gegen den Entscheid der Verwaltungsrekurskommission (Vorinstanz) vom 29.
September 2016 (versandt am 30. September 2016) erhob A.Y. (Beschwerdeführerin)
durch ihren Sohn am 23. Oktober 2016 Beschwerde beim Verwaltungsgericht mit dem
Rechtsbegehren, der Rekurs gegen die Zwischenverfügung des Strassenverkehrs- und
Schifffahrtsamtes (Beschwerdegegner) vom 11. Februar 2016 sei unter Kosten- und
Entschädigungsfolge gutzuheissen und die Zwischenverfügung vom 27. Januar 2016
aufzuheben. Eventualiter sei der Rekursentscheid vom 29. September 2016 zur
Überarbeitung an die Vorinstanz zurückzuweisen (act. 1). Am 28. November 2016
ergänzte sie ihre Beschwerde mit einer Begründung und ersuchte um unentgeltliche
Rechtspflege (act. 8 f.). Mit Vernehmlassung vom 30. November 2016 schloss die
Vorinstanz auf Abweisung der Beschwerde (act. 12). Mit Verfügung vom 7. März 2017
wies der Präsident des Verwaltungsgerichts das Gesuch der Beschwerdeführerin um
unentgeltliche Rechtspflege ab (act. 17). Mit Zwischenverfügung vom 13. April 2017
trat er auf ein Wiedererwägungsgesuch der Beschwerdeführerin betreffend die
Verfügung vom 7. März 2017 nicht ein (act. 20). Gleichentags verzichtete der
Beschwerdegegner auf eine Vernehmlassung (act. 21.1). Am 2. Juli 2017 liess sich die
Beschwerdeführerin (act. 25) und am 28. Juli 2017 die Vorinstanz (act. 27)
abschliessend vernehmen.
Auf die Ausführungen der Verfahrensbeteiligten zur Begründung ihrer Anträge und die
Akten wird, soweit wesentlich, in den Erwägungen eingegangen.

## Considerations

Darüber zieht das Verwaltungsgericht in Erwägung:
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1. Die sachliche Zuständigkeit des Verwaltungsgerichts ist gegeben (Art. 59 Abs. 1 des
Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege; sGS 951.1, VRP). Die Beschwerdeführerin
ist zur Erhebung des Rechtsmittels befugt (Art. 64 in Verbindung mit Art. 45 Abs. 1
VRP). Die Beschwerdeeingabe vom 23. Oktober 2016 (act. 1) erfolgte rechtzeitig und
erfüllt zusammen mit der Ergänzung vom 28. November 2016 (act. 9) in formeller und
inhaltlicher Hinsicht die gesetzlichen Anforderungen (Art. 64 in Verbindung mit Art. 47
Abs. 1 und Art. 48 Abs. 1 und 2 VRP), zumal Rechtsbegehren nach Treu und Glauben
auszulegen sind, insbesondere im Lichte der dazu gegebenen Begründung. Eine
sichtlich ungewollte oder unbeholfene Wortwahl schadet der Beschwerdeführerin nicht
(vgl. VerwGE B 2016/70 vom 28. Juni 2016 E. 1 mit Hinweis auf BGer 1C_751/2013
vom 4. April 2014 E. 1.1 mit Hinweisen, www.gerichte.sg.ch). Auf die Beschwerde ist
somit grundsätzlich einzutreten. Nicht einzutreten ist auf die Beschwerde, soweit sich
die Beschwerdeführerin gegen die Aufforderung des Beschwerdegegners vom
21. Oktober 2016, einen Termin für die Kontrollfahrt zu vereinbaren, wehrt (act. 9, Ziff.
II/8 und III/6, act. 25). Abgesehen davon, dass dieses Schreiben nicht Gegenstand des
vorinstanzlichen Verfahrens bildete, haben die Vorinstanz und der Beschwerdegegner
anerkannt (act. 7, 27, 28.1, 28.3), dass dieses Schreiben nichtig ist, d.h. ihm jegliche
Rechtsverbindlichkeit fehlt (vgl. hierzu BGer 1C_573/2013 vom 7. Januar 2014 E. 3.3.1
mit Hinweisen).
2. Die Beschwerdeführerin wirft der Vorinstanz zunächst vor (act. 9, Ziff. II/6, Ziff. III/2),
sie habe die von ihr angebotenen Beweise (Parteibefragung, Augenschein, Gutachten
betreffend Verkehrssicherheit in X., Zeitungsberichte zur Rasersituation in X.,
Überprüfung Kontrollsystem Kantonspolizei, Aufzeichnungen Videoüberwachung des
fraglichen Strassenabschnitts, private Videoaufnahmen, act. 13/1 und 13/16) nicht
abgenommen.
2.1. Zum Anspruch auf rechtliches Gehör nach Art. 29 Abs. 2 der Bundesverfassung
der Schweizerischen Eidgenossenschaft (SR 101, BV) gehört, dass die Behörde die ihr
angebotenen Beweise abnimmt, wenn diese zur Abklärung des Sachverhalts tauglich
erscheinen. Umgekehrt folgt daraus, dass keine Verletzung des rechtlichen Gehörs
vorliegt, wenn eine Behörde auf die Abnahme beantragter Beweismittel verzichtet, weil
sie auf Grund der bereits abgenommenen Beweise ihre Überzeugung gebildet hat und
ohne Willkür in vorweggenommener (antizipierter) Beweiswürdigung annehmen kann,
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dass ihre Überzeugung durch weitere Beweiserhebungen nicht geändert würde (vgl.
BGE 141 I 60 E. 3.3 mit Hinweis auf BGE 136 I 229 E. 5.3 und Waldmann/Bickel, in:
Waldmann/Weissenberger [Hrsg.], Praxiskommentar Verwaltungsverfahrensgesetz,
2. Aufl. 2016, Art. 29 Rz. 88, sowie G. Steinmann, in: Ehrenzeller/Schindler/Schweizer/
Vallender, Die schweizerische Bundesverfassung, 3. Aufl. 2014, Art. 29 N 48).
2.2. Die Vorinstanz stellte sich in Erwägung 3f des angefochtenen Entscheides (act. 2,
S. 7 f.) auf den Standpunkt, die Abnahme der weiteren, von der Beschwerdeführerin
beantragten Beweismittel sei nicht erforderlich. Die Beschwerdeführerin habe
Gelegenheit gehabt, sich schriftlich zu äussern. Ihr Sohn sei nicht anwesend gewesen,
als sie kontrolliert worden sei. Ob der fragliche Strassenabschnitt als Raser- und
Promenierstrecke gelte, sei nicht entscheidrelevant. Dem ist nichts entgegenzuhalten.
Selbst wenn der Sohn der Beschwerdeführerin gemäss eigener, nicht weiter belegter
Darstellung und entgegen den Feststellungen der Kantonspolizei (act. 13/2/4) an der
Kontrolle vom 24. Dezember 2015 anwesend gewesen sein sollte, hatte er als Vertreter
der Beschwerdeführerin im Rekursverfahren ohne Weiteres ebenfalls Gelegenheit,
seine Sicht der Dinge schriftlich darzulegen. Eine unzulässige antizipierte
Beweiswürdigung liegt nicht vor.
3. Nicht nachvollziehbar ist zudem (act. 9, Ziff. III/4), weshalb das Vorgehen der
Vorinstanz Art. 54 VRP verletzt haben sollte. Inwiefern im Rekursverfahren eine gütliche
Verständigung nach Art. 54 VRP herbeigeführt hätte werden können, ist nicht
ersichtlich und wird von der Beschwerdeführerin auch nicht dargelegt (vgl. hierzu
VerwGE B 2003/213 vom 11. Mai 2004 E. 3b und VerwGE B 2006/17 vom 9. Mai 2006
E. 2c/aa mit Hinweisen auf Cavelti/Vögeli, Verwaltungsgerichtsbarkeit im Kanton St.
Gallen, 2. Aufl. 2003, Rz. 1113 ff. und U. Cavelti, Gütliche Verständigung vor Instanzen
der Verwaltungsrechtspflege, in: AJP 2/95, S. 175, www.gerichte.sg.ch, sowie
A. Griffel, Kommentar zum Verwaltungsrechtspflegegesetz des Kantons Zürich,
Zürich 2014, § 28 N 27 ff.).
4. Im Mittelpunkt der Auseinandersetzung steht die Frage, ob die Kontrollfahrt zu Recht
angeordnet wurde. Die Beschwerdeführerin macht diesbezüglich geltend (act. 9 Ziff. III/
1), die Vorinstanz habe den Sachverhalt unvollständig und unrichtig festgestellt. Die
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Voraussetzungen für die Anordnung einer Kontrollfahrt seien nicht erfüllt. Die
Kontrollfahrt sei nicht erforderlich (act. 9 Ziff. III/5 und 7).
4.1. Über 70-jährige Ausweisinhaber müssen sich alle zwei Jahre einer
vertrauensärztlichen Kontrolluntersuchung unterziehen (Art. 15d Abs. 2 des
Strassenverkehrsgesetzes, SR 741.01, SVG, und Art. 27 Abs. 1 lit. b der Verordnung
über die Zulassung von Personen und Fahrzeugen zum Strassenverkehr,
Verkehrszulassungsverordnung; SR 741.51, VZV). Bestehen Bedenken über die
Fahrkompetenz oder -eignung eines Fahrzeugführers (Art. 14 SVG), so kann zur
Abklärung der notwendigen Massnahmen eine Kontrollfahrt angeordnet werden (vgl.
Art. 15d Abs. 5 SVG, Art. 29 Abs. 1 und Art. 5j Abs. 2 VZV, BGer 1C_497/2014 vom 10.
Februar 2015 E. 3.1.2 sowie J. Bickel, in: Niggli/Probst/Waldmann [Hrsg.],
Strassenverkehrsgesetz, Basel 2014, Art. 15d N 50, und K. Knöpfli, Die heutige
Bedeutung und Praxis von Fahreignungsuntersuchungen, in: Probst/Werro [Hrsg.],
Strassenverkehrsrechtstagung 21.-22. Juni 2016, Bern 2016, S. 219 ff., S. 237 f.).
Besteht die betroffene Person die Kontrollfahrt nicht, wird der Führerausweis entzogen
(Art. 29 Abs. 2 lit. a sowie Art. 5j Abs. 3 VZV). Die Kontrollfahrt kann nicht wiederholt
werden (Art. 29 Abs. 3 VZV).
Voraussetzung für die Anordnung einer Kontrollfahrt sind Bedenken über die
Fahrkompetenz oder -eignung. Die Kontrollfahrt dient der Abklärung, ob die betroffene
Person über die erforderlichen Kenntnisse der Verkehrsregeln verfügt und ein
Motorfahrzeug sicher zu führen versteht (vgl. Art. 44 Abs. 1 Satz 1 VZV). Anlass zur
Anordnung einer Kontrollfahrt geben in erster Linie Vorfälle, welche Zweifel am
fahrerischen Können wecken. Bei älteren, auffälligen Lenkern lässt sich mit der
Kontrollfahrt namentlich abklären, ob ihre Fahrtechnik den Anforderungen des heutigen
Verkehrs genügt. Es besteht aber keine grundsätzliche Vermutung, dass sich ältere
Personen nicht mehr als Fahrzeugführer eignen. Aus diesem Grund kann eine
Kontrollfahrt nicht ausschliesslich aufgrund des Alters angeordnet werden.
Andererseits dürfen aber die Anforderungen an die Anordnung einer Kontrollfahrt nicht
überspannt werden, handelt es sich doch um eine die betroffene Person nicht
übermässig belastende Massnahme, die dem Schutz wichtiger Rechtsgüter (Leib und
Leben der anderen Verkehrsteilnehmer) dient und auch im Interesse des
Fahrzeugführers selbst liegt. Insofern genügt es, wenn ältere Fahrzeuglenker durch
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Fahrfehler auffällig geworden sind, die auf einem altersbedingten Leistungsabfall
beruhen können. Erforderlich sind insoweit gravierende Fahrfehler, welche regelmässig
auch strafrechtliche Konsequenzen, das heisst insbesondere Verurteilungen nach Art.
90 SVG, nach sich ziehen können. Dies ist etwa der Fall beim Verursachen mehrerer
Unfälle innert kurzer Zeit, beim grundlosen Abkommen von der Fahrbahn mit
Gegenverkehr und Gefährdung anderer Verkehrsteilnehmer oder beim Missachten des
Rechtsvortritts sowie mangelnder Aufmerksamkeit im Strassenverkehr. Eine positive
vertrauensärztliche Kontrolluntersuchung schliesst die Anordnung einer Kontrollfahrt
nicht aus. Der Arzt äussert sich zur medizinischen Eignung (Sehschärfe, Gehör usw.)
und kann im Arztzimmer nicht beurteilen, wie sich jemand am Steuer verhält. Bei der
Frage, ob eine Kontrollfahrt anzuordnen ist, verfügt die Verwaltungsbehörde über einen
erheblichen Spielraum des Ermessens (vgl. BGer 1C_110/2011 vom 6. Juni 2011 E. 3.3
f. mit Hinweisen auf BGE 127 II 129 E. 3, BGer 1C_422/2007 vom 9. Januar 2008 und
BGer 1C_47/2007 vom 2. Mai 2007, besprochen von B. Carron, in: JdT 2013 I p. 352,
A. A. Roth, Rechtsprechung unter der Lupe, in: Giger/Kuhn/Seidl [Hrsg.],
Strassenverkehr 1/2012, Zürich/St. Gallen 2012, S. 33, P. Weissenberger, Tatort
Strasse, Die Rechtsprechung des Bundesgerichts zum Strassenverkehrsstrafrecht und
zu den strassenverkehrsrechtlichen Massnahmen im Jahr 2011, in: R. Schaffhauser
[Hrsg.], Jahrbuch zum Strassenverkehrsrecht 2012, S. 550 ff., S. 559 f., sowie Roth/
Fiolka, Straf- und Verwaltungsrecht – Wichtige Urteile, in: Probst/Werro [Hrsg.],
Strassenverkehrsrechtstagung 14.-15. Juni 2012, Bern 2012, S. 294 ff., S. 330 f., siehe
auch BGer 1C_580/2012 vom 13. November 2013 E. 3.1 und BGer 1C_285/2012 vom
20. Februar 2013 E. 2.1 je mit Hinweisen, P. Weissenberger, Kommentar
Strassenverkehrsgesetz und Ordnungsbussengesetz, 2. Aufl. 2015, Art. 15d SVG Rz.
106 ff., sowie H. Giger, Strassenverkehrsgesetz mit weiteren Erlassen, 8. Aufl. 2014,
Art. 15d Rz. 8).
4.2. Die Rekursinstanz ermittelt den rechtserheblichen Sachverhalt und erhebt die
Beweise von Amtes wegen, wobei vorbehältlich der Wahrung des öffentlichen
Interesses nur die von den Beteiligten angebotenen und die leicht zugänglichen
Beweise über erhebliche Tatsachen aufzunehmen sind (Art. 57 Abs. 1 VRP in
Verbindung mit Art. 12 VRP). Unrichtig ist ein Sachverhalt festgestellt, wenn aus den
vorhandenen Beweismaterialien unrichtige Schlüsse gezogen werden, insbesondere
indem der Sachverhalt falsch oder aktenwidrig festgestellt wird oder indem Beweise
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unrichtig gewürdigt werden. Unvollständig ist die Sachverhaltsfestlegung, wenn
entscheidrelevante Umstände nicht oder nicht ausreichend abgeklärt wurden (vgl.
Cavelti/Vögeli, a.a.O., Rz. 587 f.). Das Verwaltungsgericht prüft die Anordnung einer
Kontrollfahrt in Anwendung von Art. 61 Abs. 1 VRP lediglich in Bezug auf
Ermessensmissbrauch und Ermessensüber- bzw. –unterschreitung. Mit Bezug auf die
Sachverhaltsfeststellungen ist es grundsätzlich keinerlei Kognitionsbeschränkung
unterworfen (vgl. Art. 61 Abs. 2 VRP sowie Cavelti/Vögeli, a.a.O., Rz. 631 f. und 743 ff.).
4.3. Wie im Fall BGer 1C_110/2011 vom 6. Juni 2011 wird der Beschwerdeführerin
vorliegend im vertrauensärztlichen Untersuchungsbericht vom 13. November 2015 (act.
13/2/5) die "Fahrtauglichkeit ohne Auflagen" bescheinigt. Aus medizinischer Sicht
bestehen somit keine Hinweise auf eine mangelnde Fahreignung der
Beschwerdeführerin. Entscheidend ist daher, ob der Vorfall vom 24. Dezember 2015
als solcher ernsthafte Bedenken an der Fahrkompetenz der Beschwerdeführerin
begründet (vgl. zum Begriff Fahrkompetenz BGer 1C_135/2017 vom 7. Juni 2017 E.
4.2.1).
Die Vorinstanz legte ihrer Beurteilung, ob Zweifel an der Fahrkompetenz der
Beschwerdeführerin bestehen (act. 2, S. 5-7 E. 3c f.), die Berichterstattung der
Kantonspolizei vom 31. Dezember 2015 (act. 13/2/4) zugrunde. Inwiefern der in diesem
Bericht geschilderte Ereignisablauf nicht schlüssig bzw. widersprüchlich sein sollte,
vermag die Beschwerdeführerin nicht aufzuzeigen. Zunächst lässt sich aus dem
Umstand, dass der Bericht erst eine Woche nach dem Vorfall verfasst wurde (act. 9
Ziff. III/1a), nicht auf eine unrichtige Sachverhaltsfeststellung schliessen. Wie die
Vorinstanz überzeugend dargetan hat, ist dies nicht ungewöhnlich. Sodann tut nichts
zur Sache, ob der Patrouillenführer der Beschwerdeführer in Aussicht stellte, dass nicht
mit einem Straf- oder strassenverkehrsrechtlichen Administrativverfahren zu rechnen
sei (Ziff. III/1b), und ob die Wahrscheinlichkeit im Stadtzentrum von X. in eine Kontrolle
zu geraten, hoch ist (Ziff. III/1h). Folglich ist auch – trotz dem entsprechenden
Beweisantrag der Beschwerdeführerin – davon abzusehen, eine Auflistung der
jährlichen Beobachtungs- und Patrouillentätigkeit der Polizei in X. einzuholen (vgl. zur
antizipierten Beweiswürdigung BGer 8C_649/2017 vom 4. Januar 2018 E. 7.6.2 mit
Hinweisen). Weiter verstrickt sich die Beschwerdeführerin in Widersprüche (Ziff. III/1c
und 1f), wenn sie zum einen geltend macht, am 24. Dezember 2015 mehrmals auf der
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M.-strasse angehalten zu haben, und zum anderen glauben machen will, dass sie
bewusst nicht angehalten habe, um den Verkehrsfluss nicht unnötig zu unterbrechen.
Sodann räumt die Beschwerdeführerin selbst ein (Ziff. III/1d, e und g), dass sie die
Matrix-Leuchte „Stopp Polizei“ nicht befolgte, „absichtlich“ unkoordinierte
Lenkbewegungen machte und vergass, das „P“ an ihrem Automatikgetriebe
einzulegen. Demzufolge kam die Vorinstanz in Erwägung 3c des angefochtenen
Entscheids (act. 2, S. 6) mit Recht zum Schluss, dass kein Anlass bestehe, den Inhalt
des Polizeiberichts in Zweifel zu ziehen, und in tatsächlicher Hinsicht von dessen Inhalt
auszugehen sei.
Gemäss dem Bericht der Kantonspolizei vom 31. Dezember 2015 (act. 13/2/4) fiel die
Beschwerdeführerin am 24. Dezember 2015, 10.35 Uhr, innerhalb einer kurzen
Zeitspanne durch mehrere Regelverstösse (insbesondere Nichtbefolgen der Matrix-
Leuchte „Stopp Polizei“, dreimaliges Abbiegen ohne Richtungsanzeige) auf.
Grundsätzlich genügen diese Fahrfehler der mittlerweile über 84-jährigen
Beschwerdeführerin, um eine Kontrollfahrt anzuordnen, da sie auf einem
altersbedingten Leistungsabfall beruhen können. Auch handelt es sich dabei,
namentlich beim Nichtbefolgen der Matrix-Leuchte „Stopp Polizei“ am (zivilen)
Polizeifahrzeug (Art. 27 Abs. 1 SVG), insoweit um gravierende Fahrfehler, als sie –
anders als im Fall BGer 1C_110/2011 vom 6. Juni 2011 – regelmässig auch
strafrechtliche Konsequenzen, das heisst insbesondere Verurteilungen nach Art. 90
Abs. 1 SVG, nach sich ziehen können (vgl. zum Abbiegen ohne Richtungsanzeige Art.
39 Abs. 1 lit. a SVG und Art. 28 Abs. 1 Satz 1 der Verkehrsregelnverordnung, SR
741.11, VRV, sowie Art. 1 Abs. 1 des Ordnungsbussengesetzes, SR 741.03, OBG, in
Verbindung mit Art. 1 f. und Anhang 1 Ziff. 321/1 der Ordnungsbussenverordnung,
SR 741.031, OBV). Daran ändert nichts, dass es sich dabei gemäss der Einschätzung
der Vorinstanz (act. 2, S. 6 f. E. 3d) um relativ geringfügige Regelverstösse handelte,
die zu keiner konkreten Gefährdung anderer Verkehrsteilnehmer geführt haben. Auch
kann die Beschwerdeführerin aus dem Umstand, dass sie sich gemäss eigener
Darstellung sowohl vor als auch nach Erlass der Verfügung des Beschwerdegegners
vom 27. Januar 2016 keine weiteren Regelverstösse hat zu Schulden kommen lassen,
nichts zu ihren Gunsten abzuleiten. Das erfolgreiche Bestehen des TCS-Kurses (act.
13/19) und der ärztliche Bericht vom 13. November 2015 (act. 13/2/5) sind ihr
zugutezuhalten. Sie vermögen die ernsthaften Zweifel an ihrer Fahrkompetenz jedoch
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nicht zu beseitigen. Die Vorinstanz hat daher mit der Bestätigung der vom
Beschwerdegegner angeordneten Kontrollfahrt das ihr zustehende Ermessen nicht
überschritten. Die Beschwerde ist abzuweisen, soweit darauf einzutreten ist.
5. (...).