# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 92f4c050-8a6c-4c9c-928c-aa6823303220
**Court:** ZH_OG
**Chamber:** ZH_OG_001
**Year:** 2019
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

betreffend arbeitsrechtliche Forderung
Berufung gegen ein Urteil des Einzelgerichts am Arbeitsgericht Zürich, 3. Abteilung, vom 24. Juli 2018 (AH170104-L)
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Rechtsbegehren: (Urk. 1 S. 2 f.; Urk. 20 S. 1; sinngemäss)
"1. Die Beklagte sei zu verpflichten, dem Kläger den Betrag von Fr. 27'145.50 brutto zzgl. 5% Verzugszins seit 18. November 2016 zu bezahlen.
2. Die Beklagte sei zu verpflichten, das Arbeitszeugnis vom 22.  2016 wie folgt abzuändern:
"Arbeitszeugnis 31. Januar 2017
Herr B._, geb. tt.07.1977, aus Zürich, war vom 30.11.2012 bis im  2016 als Mitarbeiter im Sicherheitsdienst für unser Unternehmen .
Die A._ GmbH ist ein Dienstleistungsunternehmen mit Spezialisierung auf die Sicherheit im D...-Handel und in der Deutschschweiz ein führender Anbieter von Lösungen zur Verlustprävention und Verbesserung der . Das Portfolio reicht von der Konzeption von , dem Erbringen von Dienstleistungen in der Ladenüberwachung bis hin zur Installation von Sicherheitstechnik zur Warensicherung und .
Zu seinen Aufgaben als Mitarbeiter im Sicherheitsdienst gehörten:
- Tätigkeit als Ladendetektiv - Tätigkeit als Doorman - Bekämpfung von Ladendiebstählen - Videoüberwachung von Verkaufsräumen - Durchsetzen der betrieblichen Ordnung - Dokumentation aller Vorkommnisse - Zusammenarbeit mit Behörden
Vom 1. Januar 2014 bis zum 31. Dezember 2015 übernahm Herr B._ die eigenständige Objektleitung eines Warenhauses in C._ sowie ab dem 1. Juli 2014 zusätzlich die eigenständige Objektleitung eines kleineren  in Zürich. Vom 1. April 2016 bis zum 18. November 2016 führte er ein Objekt im D._.
Als Objektleiter war er verantwortlich für: - Direkte Führung der im Objekt eingesetzten Mitarbeiter - Disposition und Planung der Einsätze - Einweisung neuer Mitarbeiter im Objekt - Entwicklung, quantitative und qualitative Leistung der unterstellten Mitar-
beiter - Kundenbetreuung - Einleiten von Massnahmen zur Bekämpfung von Inventurverlusten
Herr B._ führte seine Dienste stets speditiv und zu unserer vollsten  aus. Er arbeitete sehr engagiert, selbständig und stets im  des Unternehmens. Er war als Vorgesetzter tadellos organisiert, belastbar und verfügte über eine hohe Leistungsbereitschaft. Seine Aufgaben erledigte er mit grösster Sorgfalt und Genauigkeit. Er führte die Mitarbeiter zielbewusst, sicher und motivierend.
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Herr B._ war als Verantwortlicher für sein Team stets in der Lage, auch kurzfristige und umfangreiche Aufträge unserer Kundschaft zu deren vollsten Zufriedenheit auszuführen und trug damit massgeblich zum  bei. Sein Umgang und Verhalten gegenüber Kunden, Vorgesetzten und Mitarbeitern war stets zuvorkommend, freundlich und korrekt.
Herr B._ verlässt das Unternehmen frei von jeglichen Verpflichtungen, ausgenommen der Wahrung des Geschäftsgeheimnisses und des .
Wir wünschen ihm für seine Zukunft alles Gute.
_ E._ Leiter Security Services / Personal Mitglied der Geschäftsleitung"
Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (zzgl. 8% MwSt.) zu Lasten der Beklagten."
Urteil des Einzelgerichts am Arbeitsgericht Zürich, 3. Abteilung, vom 24. Juli 2018 (Urk. 69 = Urk. 72):
1. In teilweiser Gutheissung der Klage wird die Beklagte verpflichtet, dem Klä-
ger Fr. 12'698.40 brutto bzw. (abzüglich 6.225 % AHV/IV/ALV/EO)
Fr. 11'907.90 netto sowie Fr. 444.– brutto = netto, nebst Zins zu 5 % seit
19. November 2016 zu bezahlen.
Im Mehrbetrag wird Ziffer 1 des Rechtsbegehrens abgewiesen.
2. Die Beklagte wird verpflichtet, dem Kläger ein Arbeitszeugnis mit folgendem
Wortlaut aus- und zuzustellen:
"Arbeitszeugnis Zürich, 31. Januar 2017
Herr B._, geb. tt.mm.1977, aus Zürich, war vom 30.11.2012 bis am 31.01.2017 als Mitarbeiter im Sicherheitsdienst für unser Unternehmen tätig.
Die A._ GmbH ist ein Dienstleistungsunternehmen mit Spezialisierung auf die Sicherheit im ...-Handel und in der Deutschschweiz ein führender Anbieter von  zur Verlustprävention und Verbesserung der Inventurergebnisse. Das  reicht von der Konzeption von Sicherheitsmassnahmen, dem Erbringen von Dienstleistungen in der Ladenüberwachung bis hin zur Installation von  zur Warensicherung und Videoüberwachung.
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Zu seinen Aufgaben als Mitarbeiter im Sicherheitsdienst gehörten:
- Tätigkeit als Ladendetektiv - Tätigkeit als Doorman - Bekämpfung von Ladendiebstählen - Videoüberwachung von Verkaufsräumen - Durchsetzen der betrieblichen Ordnung - Dokumentation aller Vorkommnisse - Zusammenarbeit mit Behörden
Vom 1. Januar 2014 bis zum 31. Dezember 2015 übernahm Herr B._ die  Objektleitung eines Warenhauses in C._ sowie ab dem 1. Juli 2014  die eigenständige Objektleitung eines kleineren Kunden in Zürich. Vom 1.  2016 bis zum 31. Januar 2017 führte er ein Objekt im D._.
Als Objektleiter war er verantwortlich für: - Direkte Führung der im Objekt eingesetzten Mitarbeiter - Disposition und Planung der Einsätze - Einweisung neuer Mitarbeiter im Objekt - Entwicklung, quantitative und qualitative Leistung der unterstellten Mitarbeiter - Kundenbetreuung - Einleiten von Massnahmen zur Bekämpfung von Inventurverlusten
Herr B._ führte seine Dienste stets speditiv und zu unserer vollen Zufriedenheit aus. Er arbeitete sehr engagiert, selbständig und stets im Interesse des . Er war als Vorgesetzter gut organisiert, belastbar und verfügte über eine hohe Leistungsbereitschaft. Seine Aufgaben erledigte er mit grosser Sorgfalt und . Er führte die Mitarbeiter zielbewusst und sicher.
Herr B._ war als Verantwortlicher für sein Team stets in der Lage, auch  und umfangreiche Aufträge unserer Kundschaft zu deren vollen Zufriedenheit auszuführen und trug damit massgeblich zum Unternehmenserfolg bei. Sein  gegenüber Kunden, Vorgesetzten und Mitarbeitern war höflich und .
Herr B._ verlässt das Unternehmen per 31. Januar 2017.
Wir wünschen ihm für seine Zukunft alles Gute.
Herr B._ verlässt das Unternehmen frei von jeglichen Verpflichtungen,  der Wahrung des Geschäftsgeheimnisses und des Konkurrenzverbots.
_ E._ Leiter Security Services / Personal
Mitglied der Geschäftsleitung"
Betreffend die übrigen Zeugnisänderungsbegehren wird Ziff. 2 des Rechts-
begehrens abgewiesen.
3. Es werden keine Kosten erhoben.
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4. Die Parteientschädigungen werden wettgeschlagen.
5. (Schriftliche Mitteilung an die Parteien)
6. (Berufung)
Berufungsanträge:
A. Der Beklagten und Berufungsklägerin (Urk. 71 S. 3): "1. Es sei das Urteil des Arbeitsgerichts Zürich, 3. Abteilung, vom 24. Juli
2018 (Geschäfts-Nr. AH170104), in Bezug auf die Dispositiv-Ziffern 1 und 4 insoweit aufzuheben, als die Klage des Berufungsbeklagten  wurde, und es sei die Klage des Berufungsbeklagten in  Umfang abzuweisen.
2. Eventualiter sei das Urteil des Arbeitsgerichts Zürich, 3. Abteilung, vom 24. Juli 2018 (Geschäfts-Nr. AH170104), in Bezug auf die  1 und 4 insoweit aufzuheben, als die Klage des  gutgeheissen wurde, und es sei die Streitsache im Sinne der obergerichtlichen Erwägungen zur Neubeurteilung an die Vorinstanz zurückzuweisen.
3. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen, inklusive , zu Lasten des Berufungsbeklagten."
B. Des Klägers und Berufungsbeklagten (Urk. 77 S. 2): "Die Berufung sei vollumfänglich abzuweisen. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (zzgl. MwSt.) zu Lasten der  und Berufungsklägerin."

## Considerations

Erwägungen:
I.
Die Beklagte und Berufungsklägerin (fortan Beklagte) bietet die Durchfüh-
rung von Bewachungsaufgaben an. Der Kläger und Berufungsbeklagte (fortan
Kläger) war bei der Beklagten ab 30. November 2012 zuerst als Objektleiter im
F._ C._, später im F._ D._ angestellt. Am 29. Januar 2016
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kündigte die Beklagte das Arbeitsverhältnis mit dem Kläger auf Ende März 2016,
stellte ihn jedoch lückenlos mit einer Vertragsänderung ab 1. April 2016 wieder
ein. Der Bruttomonatslohn des Klägers betrug zuletzt Fr. 5'100.–. Am 5. Novem-
ber 2016 ereignete sich am Arbeitsplatz des Klägers ein Vorfall, an welchem die-
ser als Sicherheitsverantwortlicher beteiligt war und über dessen genauen Ablauf
die Sachdarstellungen der Parteien auseinandergehen. Der Kläger und sein Kol-
lege vom Sicherheitsdienst, G._, waren als Ladendetektive im F._
D._ tätig, als der Kläger G._ auf einen Kunden aufmerksam machte.
Der Kunde wurde von G._ angehalten und zusammen mit dem Kläger ins
Überwachungsbüro gebracht, durchsucht und mehrfach daran gehindert, den
Raum zu verlassen. Beim Kunden befand sich jedoch kein nicht bezahltes Klei-
dungsstück. Der Kläger verliess das Überwachungsbüro und ging zurück auf die
Verkaufsfläche. Dort nahm er eine Hose von einem Stapel, begab sich in eine
Umkleidekabine und verliess diese rund eine halbe Minute später wieder mit der
Hose in der Hand. Zurück im Überwachungsbüro hielt er die Hose dem Kunden
vor, der bestätigte, eine solche Hose zwar anprobiert, jedoch wieder zurückgelegt
zu haben. Der Kunde stritt den Vorwurf, versucht zu haben, die Diebstahlsiche-
rung von der Hose zu reissen, ab. In der Folge erstatteten der Kläger und
G._ Strafanzeige gegenüber dem Kunden wegen geringfügiger Sachbe-
schädigung. Der Kläger zog diese jedoch am 11. November 2016 zurück, nach-
dem er anlässlich einer Besprechung mit H._ (Geschäftsführer der Beklag-
ten) und E._ (Leiter Sicherheitsdienst der Beklagten) unter Hinweis auf die
Videoaufnahmen darauf aufmerksam gemacht wurde, dass der Kunde die Hose
auf einen anderen Stapel zurückgelegt hatte, als denjenigen, von welchem der
Kläger die Hose auf der Verkaufsfläche holte. Am 18. November 2016 fand zwi-
schen H._, E._ und dem Kläger eine Besprechung statt, anlässlich wel-
cher die Beklagte dem Kläger fristlos kündigte. Die Vorinstanz kam zum Schluss,
diese fristlose Kündigung sei verspätet und damit ungerechtfertigt erfolgt, was
Hauptthema der Berufung bildet. Die Vorinstanz sprach dem Kläger zufolge der
ungerechtfertigten fristlosen Kündigung Fr. 11'389.30 brutto bzw. (abzüglich
6.225% AHV/IV/ALV/EO) Fr. 10'680.30 netto für den Lohn bis zur ordentlichen
Beendigung des Arbeitsverhältnisses, d.h. für Dezember 2016 und Januar 2017,
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Fr. 165.– (brutto = netto) für die zu Unrecht abgezogenen Lohnbestandteile für
November 2016 und Fr. 279.– für ungerechtfertigte Lohnabzüge zu. Weiter bejah-
te sie einen Ferienentschädigungsanspruch des Klägers in der Höhe von
Fr. 1'309.10 brutto bzw. (abzüglich 6.225% AHV/IV/ALV/EO) Fr. 1'227.60 netto.
Sie verpflichtete die Beklagte insofern, dem Kläger insgesamt Fr. 12'698.40 brutto
(Fr. 11'389.30 + Fr. 1'309.10) bzw. Fr. 11'907.90 netto sowie Fr. 444.– brutto =
netto (Fr. 165.– + Fr. 279.–), zuzüglich Zins zu 5% seit dem 19. November 2016,
zu bezahlen.
II.
Die Klage samt Klagebewilligung ging bei der Vorinstanz am 29. Mai 2017
ein (Urk. 1 und 3). Der Verfahrensgang vor Vorinstanz kann dem angefochtenen
Entscheid entnommen werden (Urk. 69 E. I.). Gegen das Urteil der Vorinstanz
vom 24. Juli 2018 hat die Beklagte mit Berufungsschrift vom 14. September 2018
fristgerecht Berufung erhoben (Urk. 71). Die Berufungsantwort datiert vom 29. Ok-
tober 2018 (Urk. 77). Mit Verfügung vom 31. Oktober 2018 wurde der Beklagten
die Berufungsantwort zur Kenntnisnahme zugestellt (Urk. 81). Diese Verfügung
wurde von der Beklagten nicht abgeholt (vgl. Urk. 82), gilt jedoch als zugestellt
(Art. 138 Abs. 3 lit. a ZPO). Weitere Eingaben der Parteien sind nicht erfolgt.
III.
1. Mit der Berufung kann sowohl die unrichtige Rechtsanwendung als auch die
unrichtige Feststellung des Sachverhalts geltend gemacht werden (Art. 310 ZPO).
In der Berufungsschrift sind die Behauptungen bestimmt und vollständig aufzu-
stellen. Zudem muss sie – im Gegensatz zur Klageschrift – nicht nur eine tatsäch-
liche, sondern auch eine rechtliche Begründung enthalten (ZK ZPO-Reetz/Theiler,
Art. 311 N 36). Der Berufungskläger hat mittels klarer und sauberer Verweisungen
auf die Ausführungen vor der Vorinstanz zu zeigen, wo er die massgebenden Be-
hauptungen, Erklärungen, Bestreitungen und Einreden erhoben hat. Die Parteien
haben die von ihnen kritisierten Erwägungen des angefochtenen Entscheids wie
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auch die Aktenstücke, auf die sie ihre Kritik stützen, genau zu bezeichnen
(BGE 138 III 374 E. 4.3.1; BGer 4A_580/ 2015 vom 11. April 2016, E. 2.2 [nicht
publiziert in BGE 142 III 271]). Was nicht in einer den gesetzlichen Begründungs-
anforderungen genügenden Weise beanstandet wird, braucht von der Rechtsmit-
telinstanz nicht überprüft zu werden. Es ist nämlich nicht Sache der Rechtsmittel-
instanz, die Akten und die Rechtsschriften der Vorinstanz zu durchforsten, um
festzustellen, was welche Partei wo ausgeführt hat. Damit ist gesagt, dass die Be-
rufungsschrift weder eine pauschale Verweisung auf die bei der Vorinstanz einge-
reichten Rechtsschriften noch eine neuerliche Darstellung der Sach- oder Rechts-
lage enthalten darf, welche nicht darauf eingeht, was vor der Vorinstanz vorge-
bracht worden ist. Pauschale Verweisungen auf die vor der Vorinstanz einge-
brachten Rechtsschriften sind namentlich dann unzulässig, wenn sich die Vor-
instanz mit den Ausführungen des Berufungsklägers auseinandergesetzt hat.
Stützt sich der angefochtene Entscheid auf mehrere selbständige Begründungen,
muss sich der Berufungskläger in der Berufungsschrift mit allen Begründungen
auseinandersetzen. Das Gleiche gilt im Falle von Haupt- und Eventualbegrün-
dung. Auch hier muss sich der Berufungskläger mit beiden Begründungen ausei-
nandersetzen (Hungerbühler/Bucher, DIKE-Komm-ZPO, Art. 311 N 42 f.). Nach
bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist das Berufungsgericht nicht gehalten, von
sich aus wie eine erstinstanzliche Gerichtsbehörde alle sich stellenden tatsächli-
chen und rechtlichen Fragen zu untersuchen, wenn keine entsprechenden Rügen
der Parteien vor der zweiten Instanz vorliegen. Abgesehen von offensichtlichen
Mängeln hat sich das Berufungsgericht grundsätzlich auf die Beurteilung der in
der Berufung und Berufungsantwort gegen das erstinstanzliche Urteil erhobenen
Beanstandungen zu beschränken. Die Rügen der Parteien geben mithin das Prü-
fungsprogramm der Berufungsinstanz vor; der angefochtene Entscheid ist grund-
sätzlich nur auf die gerügten Punkte hin zu überprüfen. In rechtlicher Hinsicht ist
das Berufungsgericht, in Anwendung des Grundsatzes iura novit curia, bei dieser
Prüfung jedoch weder an die Erwägungen der ersten Instanz noch an die Argu-
mente der Parteien gebunden. In tatsächlicher Hinsicht ist es nicht an die Fest-
stellungen des erstinstanzlichen Gerichts gebunden, auch wenn mangels ent-
sprechender Sachverhaltsrügen der Parteien im Berufungsverfahren der erstin-
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stanzliche Entscheid nach dem Gesagten in der Regel als Grundlage des
Rechtsmittelverfahrens dient (BGE 144 III 394 E. 4.1.4 S. 397 f.).
2. Nicht angefochten wurden die Dispositiv-Ziffern 1 Abs. 2 (Abweisung von
Rechtsbegehren Ziffer 1 im Mehrbetrag), 2 und 3 des vorinstanzlichen Urteils. In
diesem Umfang ist der vorinstanzliche Entscheid in Rechtskraft erwachsen, was
vorzumerken ist.
IV.
A) Rechtmässigkeit der fristlosen Kündigung
1. Dem Vorbringen der Beklagten auf Seite 9 ihrer Berufungsschrift (Urk. 71),
wonach nicht klar sei, womit die Vorinstanz die Überschreitung der Abklärungsfrist
begründe, da die Vorinstanz ihr lediglich pauschal vorwerfe, sie habe die ihr zu-
mutbaren Massnahmen nicht beförderlich ergriffen, ist nicht zu folgen. Entgegen
der von der Beklagten in ihrer Berufung vertretenen Auffassung hat die Vorinstanz
eingehend erläutert, dass die Beklagte zwischen dem besagten Vorfall am 5. No-
vember 2016 und dem Aussprechen der fristlosen Kündigung am 18. November
2016 insgesamt dreizehn Tage habe verstreichen lassen und die ihr zumutbaren
Massnahmen nicht beförderlich ergriffen habe, um die notwendige Klarheit bezüg-
lich des Sachverhalts zu gewinnen. Die Beklagte sei eine GmbH mit einer zeich-
nungsberechtigten Person. Das Vorbringen der Beklagten, dass das weitere Vor-
gehen zwischen den Entscheidungsträgern E._ und H._ habe diskutiert
werden müssen, bestätige die relativ einfachen Entscheidungswege bei der Be-
klagten. Andererseits könne daraus gerade nicht abgeleitet werden, dass die Be-
klagte ihre Entscheide den Umständen entsprechend zeitnah getätigt habe. Viel-
mehr habe sie sich den Vorwurf gefallen zu lassen, dass sie – mit Blick auf die
einfachen organisatorischen Umstände – mit ihrem Entscheid zu lange zugewar-
tet habe. Auch dass H._ Tage vor dem Aussprechen der fristlosen Kündi-
gung im Ausland geweilt habe, möge daran nichts zu ändern. Einerseits sei die
Aussage der Beklagten diesbezüglich ungenau gewesen. Andererseits hätte die
fristlose Kündigung ohne Weiteres auch durch E._ ausgesprochen werden
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können, der – auch gemäss der Ansicht der Beklagten – Entscheidungsträger und
überdies Personalverantwortlicher bei der Beklagten sei. Wieso das gesamte Vi-
deomaterial nicht bereits am 5. November 2016, sondern verteilt über einen Zeit-
raum von 8 Tagen gesichtet worden sei, habe die Beklagte nicht plausibel darzu-
tun vermocht. In der Einvernahme bei der Polizei habe G._ zu Protokoll ge-
geben, dass er am 8. November 2016, als er die Videos angeschaut habe,
E._ angerufen und ihn am Mittwoch, 9. November 2016, getroffen habe, um
ihm die Videosequenzen zu zeigen. Es sei – selbst wenn man der Darstellung der
Beklagten folge – nicht nachvollziehbar, weshalb die Beklagte G._ (oder ei-
nen anderen Mitarbeitenden) nicht bereits vor dem 13. November 2016 das ge-
samte Videomaterial habe sichten, sondern vier Tage habe verstreichen lassen.
Die Sachdarstellung der Beklagten erscheine diesbezüglich nicht glaubhaft. Die
fristlose Kündigung wäre jedoch, so die Vorinstanz weiter, selbst wenn man –
wiederum mit der Beklagten – davon ausginge, dass die Sichtung des gesamten
Videomaterials erst am 13. November 2016 erfolgt sei und die Beklagte erst zu
jenem Zeitpunkt gesicherte Kenntnis vom Vorfall gehabt habe, verspätet erfolgt
(Urk. 69 E. IV.1.3.1 ff.). Die Beklagte geht in ihrer Berufungsschrift nicht auf diese
vorinstanzlichen Erwägungen ein. Soweit sie geltend macht, umgehend Abklä-
rungen getroffen zu haben und an mehreren Stellen ihrer Berufungsschrift ihre
Version der Chronologie der Ereignisse vor der fristlosen Kündigung am 18. No-
vember 2016 wiedergibt (Urk. 71 S. 10 ff.), wiederholt sie bloss – praktisch wört-
lich – ihre Ausführungen vor Vorinstanz (vgl. Urk. 8 S. 9 ff.; Urk. 24 S. 2 ff.), wel-
che im Übrigen vom Kläger – entgegen der von der Beklagten in der Berufung
vertretenen Auffassung (Urk. 71 S. 13) – bereits im vorinstanzlichen Verfahren
substantiiert bestritten wurden (vgl. Urk. 20 S. 7 ff.). Damit genügt die Beklagte ih-
rer Begründungspflicht nach Art. 311 ZPO nicht (vgl. E. III.1).
2.1. Die Beklagte moniert berufungsweise im Wesentlichen auch, die Vorinstanz
gehe implizit davon aus, sie habe mit der Sichtung des gesamten Videomaterials
am 13./14. November 2016 gesicherte Kenntnis vom Fehlverhalten des Klägers
am 5. November 2016 gehabt. Sie habe aber bereits in der Klageantwort und
auch anschliessend ausgeführt, dass sich mit der Sichtung des gesamten Video-
materials am 13./14. November 2016 der blosse Verdacht einer Fehleinschätzung
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bzw. eines Irrtums durch den Kläger zum Verdacht eines gravierenden Fehlver-
haltens durch den Kläger verdichtet habe. Der Kläger habe anlässlich der Be-
sprechung am 18. November 2016 – entgegen der vorinstanzlichen Auffassung –
nicht bloss Eingeständnisse bezüglich einer früheren Bekanntschaft mit dem
Kunden gemacht, sondern insbesondere auch erstmals zugegeben, den Kunden
zu Unrecht beschuldigt zu haben. Daraufhin sei dem Kläger am selben Tag sofort
fristlos gekündigt worden. Diesbezüglich habe sie auch mehrfach die Befragung
von H._ und E._ offeriert. Sie habe somit in tatsächlicher Hinsicht
glaubhaft dargelegt und auch die notwendigen Beweise offeriert, dass sie erst an-
lässlich der Besprechung vom 18. November 2016 und dem Eingeständnis des
Klägers genügend sichere Kenntnis von dessen Fehlverhalten am 5. November
2016 gehabt habe (Urk. 71 S. 13 ff.).
2.2. Bei diesen Ausführungen der Beklagten in der Berufungsschrift handelt es
sich um blosse Wiederholungen ihrer Vorbringen vor erster Instanz (vgl. insb.
Urk. 8 S. 10 f. und 21 f.; Urk. 24 S. 2 ff.; Urk. 28 S. 2). Genau damit hat sich die
Vorinstanz aber auseinandergesetzt und ist zum Ergebnis gelangt, es sei als
Schutzbehauptung der Beklagten zu werten, dass der Entscheid, dem Kläger frist-
los zu kündigen, erst anlässlich des Gesprächs vom 18. November 2016 gefasst
worden sei. Unter diesen Umständen erübrigt sich eine Zeugenbefragung von
H._ und E._ zu den Abläufen vom 18. November 2016. Was die Kon-
frontation am 18. November 2016 an der Einschätzung der Beklagten im Hinblick
auf die Vorwürfe hätte ändern sollen, sei nicht ersichtlich (Urk. 69 E. IV.1.3.4). Mit
dieser Erwägung der Vorinstanz befasst sich die Beklagte in ihrer Berufung nicht
näher und genügt insofern wiederum ihrer Begründungspflicht nicht (Art. 311
ZPO). Unter diesen Umständen erübrigte sich eine Zeugenbefragung von
H._ und E._ zu den Abläufen vom 18. November 2016.
Anzumerken bleibt der Vollständigkeit halber in diesem Zusammenhang auch,
dass die Ausführungen der Beklagten vor Vorinstanz hinsichtlich des Zeitpunktes,
indem sie die Geschehnisse vom 5. November 2016 bzw. deren Tragweite erfasst
haben will, widersprüchlich sind. Zwar vertrat sie den von ihr in der Berufungs-
schrift eingenommenen Standpunkt, wonach sie erst anlässlich des Geständnis-
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ses des Klägers am 18. November 2016 genügend sichere Kenntnis von dessen
Fehlverhalten gehabt habe, wie zuvor erwähnt, auch bereits vor Vorinstanz (vgl.
insb. Urk. 8 S. 21 f.; Urk. 28 S. 2). In der Klageantwort führte sie aber zunächst
Folgendes aus: "Das Verhalten des Klägers und die Hinweise von G._ führ-
ten alsdann dazu, dass die Beklagte anschliessend einen Mitarbeiter, mutmass-
lich G._, damit beauftragte, sämtliches Videomaterial zu sichten und den
Vorfall weiter abzuklären. Dies wurde durch den Mitarbeiter am 13. November
2016 umgesetzt, woraufhin die Beklagte zur Auffassung gelangte, dass der Klä-
ger I._ absichtlich zu Unrecht des Diebstahls und der Sachbeschädigung be-
schuldigt hatte" (Hervorhebung durch das Gericht; Urk. 8 S. 10). Im Rahmen der
Duplik machte sie eingangs, ohne ein exaktes Datum zu nennen, folgende – die
vorgängige Behauptung relativierenden – Ausführungen zum genauen Zeitpunkt:
"Selbst wenn der Kläger seine Tat am 18. November 2016 nicht zugegeben hätte,
war die Beklagte, namentlich der Geschäftsführer, H._, erst unmittelbar vor
der fristlosen Kündigung überhaupt in der Lage, den Kontext und damit das Aus-
mass des Verhaltens des Klägers überhaupt zu erkennen. Insbesondere das Vi-
deo, auf welchem zu sehen ist, wie der Kläger mit einer grünen Hose (welche ja
zugegebenermassen nicht diejenige war, welche der Beschuldigte I._ zuvor
anprobiert hatte) für längere Zeit in einer Umkleidekabine verschwindet und die
Türe gar noch verschliesst, musste zunächst gesehen und dann auch noch in
Verbindung zu den übrigen Videos gesetzt werden. Man muss ja auch noch über-
haupt realisieren, dass da ein Zusammenhang besteht. Das vorliegende Video-
material führt nicht einfach sofort zu einem schlüssigen Ergebnis" (Urk. 24 S. 4).
Dies nur, um dann nachfolgend in der Duplik wiederum festzuhalten, was folgt:
"Herr G._ schickte das Video mit der Umkleidekabine am 14. November
2016 an Herrn E._. Herr E._ kann hierzu als Zeuge befragt werden. Als
man das Ganze in Zusammenhang setzte, war man alarmiert" (Hervorhebung
durch das Gericht; Prot. I. S. 18). In ihrer Stellungnahme zu den Noven anlässlich
der Hauptverhandlung vom 28. September 2017 führte die Beklagte zur in der
Duplik erwähnten Videosequenz der Umkleidekabinen ergänzend aus: "Am
11. November 2016 wurde das Video der Umkleide nicht angeschaut. Es war
nicht sämtliches Videomaterial dabei. Erst am 14. November 2016 wurde diese
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Videosequenz geschickt. Es wird nicht behauptet, Herr E._ habe das Video
am 14. November 2016 bereits gesehen. Es wurde ihm am 14. November 2016
lediglich geschickt. Zusammen angeschaut hat man das Video am 18. November
2016" (Prot. I. S. 23). Insofern liegt kein schlüssiges Sachvorbringen der für die
Rechtzeitigkeit der fristlosen Kündigung behauptungs- und beweisbelasteten Be-
klagten vor (vgl. Streiff/von Kaenel/Rudolf, Arbeitsvertrag, Praxiskommentar zu
Art. 319-362 OR, 7. Aufl., Art. 337 N 17), was jedoch Voraussetzung für die Zu-
lassung zum Beweis ist (vgl. BK ZPO-Brönnimann, Art. 152 N 28 ff.). Wider-
sprüchliche Tatsachenbehauptungen können nicht zum Beweis verstellt werden.
Des Weiteren sind auch nach der – vom Kläger bestrittenen (Urk. 20 S. 8) – Dar-
stellung der Beklagten E._ spätestens am 14. November 2016 sämtliche Vi-
deos betreffend den Vorfall vom 5. November 2016 zugegangen (Prot. I. S. 18
und 23; Urk. 28 S. 2). Irrelevant ist in diesem Zusammenhang das Vorbringen der
Beklagten, dass man das Video erst am 18. November 2016 zusammen ange-
schaut habe (Prot. I. S. 23). Liegt nämlich ein konkreter nennenswerter Verdacht
vor, bei dessen Erhärtung die Arbeitgeberin in Betracht zieht, das Arbeitsverhält-
nis sofort zu beenden, ist zu verlangen, dass die Arbeitgeberin unverzüglich alle
ihr zumutbaren Massnahmen ergreift, um Klarheit zu gewinnen (BGer
8C_294/2011 vom 29. Dezember 2011, E. 6.3.3; BGer 4A_251/2009 vom 29. Juni
2009, E. 2.1; Streiff/von Kaenel/Rudolf, a.a.O., Art. 337 N 17). Lagen der Beklag-
ten aber nach ihren eigenen Angaben spätestens am 14. November 2016 sämtli-
che Videoaufnahmen vor, erhellt nicht, wieso sie den Kläger erst am 18. Novem-
ber 2016 mit den Aufnahmen konfrontierte und das Arbeitsverhältnis mit ihm frist-
los kündigte, zumal die vorinstanzliche Auffassung, dass die fristlose Kündigung
ohne Weiteres auch durch E._ hätte ausgesprochen werden können
(vgl. Urk. 69 E. IV.1.3.2), im Berufungsverfahren unbestritten geblieben ist.
Im Übrigen könnte die Beklagte auch nichts zu ihren Gunsten ableiten, wenn man
davon ausgehen würde, dass eine fristlose Kündigung einzig durch den Ge-
schäftsführer H._ möglich war. Zutreffend, und im Berufungsverfahren unan-
gefochten, hat die Vorinstanz nämlich festgehalten, dass die Beklagte in Bezug
auf die vom Kläger bestrittene Auslandsabwesenheit des Geschäftsführers wider-
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sprüchliche Behauptungen aufgestellt hat (Urk. 69 E. IV.1.3.2). Während die Be-
klagte in der Klageantwort eine Rückkehr des Geschäftsführers H._ aus dem
Ausland am 15. oder 16. November 2016 behauptete (Urk. 8 S. 21), führte sie in
der Duplik aus, der Geschäftsführer H._ sei am 17. November 2016 zurück-
gekehrt (Urk. 24 S. 4; Prot. I. S. 13 und 18). In der Stellungnahme vom 3. Oktober
2017 sprach sie schliesslich von einer Rückkehr des Geschäftsführers H._
am 18. November 2016 (Urk. 28 S. 2).
Selbst wenn man zugunsten der Beklagten davon ausgehen würde, dass die Be-
klagte erst am 14. November 2016 infolge von neuen Videoaufnahmen genügend
sichere Kenntnis vom Verhalten des Klägers am 5. November 2016 erlangt hat,
wäre die dem Kündigenden von Literatur und Rechtsprechung zugestandene Be-
denkzeit von zwei bis drei Arbeitstagen (Streiff/von Kaenel/Rudolph, a.a.O.,
Art. 337c N 17; Brühwiler, Einzelarbeitsvertrag, Kommentar zu den Art. 319-343
OR, 3. Aufl., Art. 337 N 10; BGE 130 III 28 E. 4.4; BGer 8C_294/2011 vom
29. Dezember 2011, E. 6.3.2) am 17. November 2016 verstrichen und die von der
Beklagten erst am 18. November 2016 ausgesprochene fristlose Kündigung somit
verspätet.
2.3. Zu keinem anderen Ergebnis führt das Vorbringen der Beklagten auf Seite
14 ihrer Berufungsschrift (Urk. 71), wonach selbst die Vorinstanz trotz den zu den
Akten gereichten Videoaufnahmen festgehalten habe, dass das Verhalten des
Klägers im besagten Vorfall, insbesondere das Behändigen der Hose von einem
anderen Stapel und das anschliessende Einreichen und Zurückziehen der Straf-
anzeige, in Anbetracht der Stellung, der Verantwortung und der Erfahrung des
Klägers ziemlich ungewöhnlich und unprofessionell erscheine. Ohnehin reisst sie
diese in Zusammenhang mit der Pönale im Sinne von Art. 337c Abs. 3 OR ergan-
genen vorinstanzlichen Ausführungen zum Selbstverschulden des Klägers aus
dem Kontext und gibt diese auch bloss unvollständig wieder. Nicht zu folgen ist
der Beklagten überdies, wenn sie aus diesen vorinstanzlichen Ausführungen ab-
leitet, auch die Vorinstanz sei aufgrund der Videoaufnahmen scheinbar nicht zu
einer genügend sicheren Kenntnis gelangt, dass der Kläger die Diebstahlsiche-
rung an der Hose und die Hose beschädigt und dafür anschliessend wissentlich
- 15 -
und willentlich den Kunden falsch beschuldigt habe (Urk. 71 S. 14). Diese
Schlussfolgerung lässt sich aus der Erwägung V.5.2.3 des vorinstanzlichen Ent-
scheides nicht ziehen, zumal die Vorinstanz in diesem Zusammenhang die Frage,
ob der Kläger die Sachbeschädigung der Hose – durch (versuchtes) Entfernen
der Diebstahlsicherung – selbst begangen hat, als unerheblich erachtet und offen
gelassen hat (Urk. 69 V.5.2.3).
3. Vor diesem Hintergrund kann die zwischen den Parteien im Berufungsver-
fahren umstrittene Frage, ob der nachträgliche Vorschlag einer Auflösungsverein-
barung durch die Arbeitgeberin bei einer fristlosen Kündigung praxisgemäss sei,
offen bleiben (Urk. 71 S. 15; Urk. 77 S. 13). Ohnehin hat die Vorinstanz in Bezug
auf die Rechtzeitigkeit der fristlosen Kündigung nicht auf die dem Kläger von der
Beklagten nachträglich zugestellte Auflösungsvereinbarung vom 23. November
2016 abgestellt, sondern lediglich festgehalten, dass diese als Indiz gewertet
werden könnte, dass auch die Beklagte in Bezug auf die Rechtzeitigkeit der frist-
losen Kündigung unsicher gewesen sei (Urk. 69 E. IV.1.3.4).
4. Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die Vorinstanz zutreffenderweise
zum Schluss kam, die fristlose Kündigung durch die Beklagte sei verspätet und
damit ungerechtfertigt, weshalb sich Ausführungen zum Vorliegen eines wichtigen
Grundes erübrigten. Auf die betreffenden Ausführungen der Beklagten in der Be-
rufungsschrift ist daher nicht einzugehen (Urk. 71 S. 16 f.).
B) Folgen der ungerechtfertigten fristlosen Kündigung
1. Vorbemerkung
Die Vorinstanz sprach dem Kläger zufolge ungerechtfertigter fristloser Kündigung
Fr. 11'389.30 brutto bzw. (abzüglich 6.225 % AHV/IV/ALV/EO) Fr. 10'680.30 netto
als Schadenersatz für die Monatslöhne bis zum Ablauf der ordentlichen Kündi-
gungsfrist (d.h. für Dezember 2016 und Januar 2017), Fr. 165.– (brutto = netto)
für die zu Unrecht abgezogenen Lohnbestandteile für den Monat November 2016,
Fr. 279.– (brutto = netto) für ungerechtfertigte Lohnabzüge und Fr. 1'309.10 brutto
bzw. (abzüglich 6.225 % AHV/IV/ALV/EO) Fr. 1'227.60 netto für die Ferienent-
- 16 -
schädigung zu. Insgesamt verpflichtete sie die Beklagte somit, dem Kläger
Fr. 12'698.40 brutto (Fr. 11'389.30 + Fr. 1'309.10) bzw. Fr. 11'907.90 netto sowie
Fr. 444.– brutto = netto (Fr. 165.– + Fr. 279.–), zuzüglich Zins zu 5 % seit dem 19. November 2016 zu bezahlen (Urk. 69 E. V und VIII). Die Beklagte wendet sich
in ihrer Berufung für den Fall, dass von einer ungerechtfertigten fristlosen Kündi-
gung ausgegangen wird, gegen die von der Vorinstanz zugesprochene Rückver-
gütung ungerechtfertigter Lohnabzüge sowie die Ferienentschädigung (Urk. 71
S. 18 f.). Abgesehen davon blieben die Ausführungen der Vorinstanz zu den Fol-
gen der ungerechtfertigten fristlosen Entlassung (Schadenersatz sowie zu Un-
recht abgezogene Lohnbestandteile für den Monat November 2016 [Urk. 69
E. V.1 f.]) unangefochten, weshalb es damit sein Bewenden hat.
2. Rückvergütung ungerechtfertigter Lohnabzüge
2.1. Die Vorinstanz sprach dem Kläger unter dem Titel Rückvergütung unge-
rechtfertigter Lohnabzüge Fr. 279.– brutto = netto (Fr. 129.– für die Position Hose,
Fr. 150.– für die Position Umtriebsentschädigung) zu (Urk. 69 E. V.3.2).
2.2. Zwar ist der Beklagten insofern zuzustimmen, als sie berufungsweise vor-
bringt, es komme bei den Kosten für die Hose nicht primär darauf an, wer diese
am 5. November 2016 beschädigt habe, sondern entscheidend sei, dass der Klä-
ger als Objektleiter verpflichtet gewesen wäre, die Hose – beschädigt oder nicht –
der Beklagten zu übergeben (Urk. 71 S. 19). Dies ändert aber nichts am Ergebnis,
dass die Beklagte insbesondere keine Pflichtverletzung des Klägers nachweisen
konnte, obschon sie – und nicht der Kläger, wovon die Beklagte auf Seite 19 f. ih-
rer Berufungsschrift auszugehen scheint (vgl. Urk. 71) – hierfür die Beweislast
trägt (Streiff/von Kaenel/Rudolph, a.a.O., Art. 321e N 13; Brühwiler, a.a.O.,
Art. 321e IV.). Die Vorinstanz hat ausgeführt, gemäss Art. 321e OR sei der Ar-
beitnehmer für den Schaden verantwortlich, den er dem Arbeitgeber absichtlich
oder fahrlässig zufüge. Der Arbeitgeber habe die Pflichtverletzung, den entstan-
denen Schaden sowie den Kausalzusammenhang nachzuweisen. Die Beklagte
lege hierzu eine Quittung vom 23. November 2016 ins Recht, welche die Posten
"Hosen Fr. 129.–" sowie "Umtriebe Fr. 150.–" aufführe. Weiter sei einer von der
Beklagten eingereichten E-Mail zu entnehmen, dass sich E._ von der Be-
- 17 -
klagten am 2. Dezember 2016 beim Kläger erkundigt habe, wo sich das Möbel mit
den Deliktsmaterialien befinde und wem er die beschädigte Hose am 7. Novem-
ber 2016 gegeben habe bzw. ob er über deren Verbleib Bescheid wisse. Damit
sei es der Beklagten nicht annähernd gelungen zu beweisen, wer bzw. ob der
Kläger die Hose beschädigt habe. Gemäss den Angaben der Parteien sei weder
die Hose noch ein Übergabeprotokoll vorhanden. Folglich könnten dem Kläger die
Kosten für die Hose nicht ohne Weiteres abgezogen werden. Weiter sei bezüglich
der Umtriebskosten nicht in rechtsgenüglicher Art und Weise substantiiert, wes-
halb diese dem Kläger anzulasten seien (Urk. 69 E. V.3.2). Mit diesen Erwägun-
gen setzt sich die Beklagte im Rahmen ihrer Berufungsschrift nicht auseinander.
Sie beschränkt sich vielmehr darauf, erneut ihren bereits vor Vorinstanz einge-
nommenen Standpunkt (vgl. Urk. 8 S. 13) zu wiederholen, wonach sie den Kläger
mit E-Mail vom 2. Dezember 2016 auf den Verbleib der Hose angesprochen und
der Kläger darauf nicht reagiert habe (Urk. 71 S. 19 f.). Hiermit kommt sie ihrer
Rügeobliegenheit (vgl. dazu oben E. III.1) nicht nach, weshalb nicht weiter darauf
einzugehen ist. Dasselbe muss hinsichtlich ihrer blossen Feststellung, die Vor-
instanz habe von der von ihr bezüglich dieser Tatsachenbehauptungen offerierten
Befragungen von E._ und H._ abgesehen (Urk. 71 S. 19). So macht die
Beklagte in diesem Zusammenhang insbesondere nicht geltend, inwiefern die
Vorinstanz hiermit ihr Recht auf Beweis i.S.v. Art. 152 ZPO bzw. ihr rechtliches
Gehör i.S.v. Art. 53 ZPO verletzt habe, weshalb es damit sein Bewenden hat. Le-
diglich der Vollständigkeit halber ist festzuhalten, dass die Beklagte entgegen ih-
rer Angaben in der Berufung (Urk. 71 S. 19) für die Nichtrückgabe der Hose
E._ und H._ nicht als Zeugen angerufen hat. Ein Beweismittel ist näm-
lich nur dann als formgerecht angeboten zu betrachten, wenn sich die Beweisof-
ferte eindeutig der damit zu beweisende Tatsachenbehauptung zuordnen lässt
und umgekehrt. Die einzelnen Beweisofferten sind unmittelbar in Anschluss an
die Tatsachenbehauptungen aufzuführen, die damit bewiesen werden sollen. Dies
ergibt sich ohne weiteres aus dem Wortlaut der Bestimmungen von Art. 152
Abs. 1 i.V.m. Art. 221 Abs. 1 lit. e ZPO (Recht auf Abnahme von Beweismitteln
bei "Bezeichnung der einzelnen Beweismittel zu den behaupteten Tatsachen";
BGer 4A_487/2015 vom 6. Januar 2016, E. 5.2; BGer 4A_56/2013 vom 4. Juni
- 18 -
2013, E. 4.4; BK ZPO-Brönnimann, Art. 152 N 23; BK ZPO-Killias, Art. 221 N 29;
ZK ZPO-Leuenberger, Art. 221 N 51). Für die Nichtrückgabe der Hose berief sich
die Beklagte, wie sich aus Urk. 8 S. 13 ergibt, lediglich auf die
E-Mailkorrespondenz vom 30. November und 2. Dezember 2016 (Urk. 10/9). Die
Vorinstanz war damit nicht gehalten, die beiden Personen bezüglich der Nicht-
rückgabe der Hose als Zeugen einzuvernehmen.
3. Ferienguthaben des Klägers
3.1. Die Vorinstanz führte aus, dem Kläger sei im Zeitpunkt der fristlosen Kündi-
gung ein Ferienanspruch in der Höhe von 12.89 Tagen verblieben. Dieser sei ihm
mit dem Novemberlohn 2016 ausbezahlt bzw. entschädigt worden. Hingegen sei
die Ferienentschädigung für die hypothetische Kündigungsfrist ab dem 19. No-
vember 2016 bis zum 31. Januar 2017 noch zu bezahlen. Für 5 Ferientage (2,4
Monate x 2.083 Ferientage/Monat) sei von der Beklagten eine Ferienentschädi-
gung in der Höhe von Fr. 1'309.10 brutto (Fr. 5'694.65 / 21.75 x 5) bzw. (abzüglich
6.225% AHV/ALV/IV/EO) Fr. 1'227.60 netto zu entrichten (Urk. 69 E. V.4.2).
3.2. Die Vorinstanz hat korrekt (vgl. BGE 128 III 271 E. 4a/bb; BGE 117 II 270;
BGer 4A_56/2016 vom 30. Juni 2016, E. 4.1; BGer 4A_308/2008 vom 25. Sep-
tember 2008, E. 3.2; BGer 4A_257/2008 vom 23. Juli 2008, E. 3; BGer
4C.182/2000 vom 9. Januar 2001, E. 3c; Streiff/von Kaenel/Rudolph, a.a.O.,
Art. 337c N 18; Brühwiler, Einzelarbeitsvertrag, 3. Aufl., Art. 337c N 3; BK OR-
Rehbinder/Stöckli, Art. 337c N 3) erwogen, dass, da auch mit der ungerechtfertig-
ten fristlosen Entlassung das Arbeitsverhältnis rechtlich beendigt wird, es dogma-
tisch klar erscheine, dass den Arbeitnehmer nicht wie unter altem Recht eine
Pflicht treffen könne, ein aufgelaufenes Ferienguthaben während der (hypotheti-
schen) ordentlichen Kündigungsfrist zu beziehen. Art. 337c Abs. 1 OR spreche
dem Arbeitnehmer jedoch nur Ersatz dessen zu, was er verdient hätte, wenn das
Arbeitsverhältnis unter Einhaltung der ordentlichen Kündigungsfrist beendet wor-
den wäre. Hätte der Arbeitgeber während dieser ordentlichen Kündigungsfrist den
Bezug der aufgelaufenen Ferien anordnen können, so wären sie bei ordentlicher
Beendigung des Arbeitsverhältnisses ganz oder teilweise konsumiert worden und
beim ordentlichen Austritt demnach auch nicht bzw. nur reduziert zu entschädi-
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gen. Das Bundesgericht tendiere hier stark dazu, nur auf die Dauer der Kündi-
gungsfrist abzustellen. In neueren Entscheiden habe es die Grenze für eine relativ
kurze Kündigungsfrist, welche den Ferienbezug nach einer ungerechtfertigten
fristlosen Kündigung normalerweise nicht zulasse, bei zwei bis drei Monaten ge-
zogen (Urk. 69 E. V.4.2.5).
3.3. Der Kläger wurde am 18. November 2016 fristlos entlassen. Die fristlose
Kündigung war ungerechtfertigt. Die ordentliche Kündigungsfrist hätte bis und mit
31. Januar 2017 angedauert, damit rund zweieinhalb Monate (Urk. 5/3-4, Art. 9
GAV für den Bereich der privaten Sicherheitsdienstleistungen). Die Beklagte be-
ruft sich auf die soeben dargelegte Rechtsprechung und bringt vor, dem Kläger
sei ausreichend Zeit zum Bezug der Ferientage zur Verfügung gestanden. Es sei
zu berücksichtigen, ob der Arbeitgeber während der ordentlichen Kündigungsfrist
den Bezug der Ferien anordnen könnte. Zweifelsohne sei ein Unterschied, auch
bei einer Kündigungsfrist von zwei bzw. zweieinhalb Monaten, ob der Arbeitneh-
mer noch einen Ferienanspruch von beispielsweise 20 Tagen oder von – wie vor-
liegend – nur fünf Tagen habe. Dazu komme, dass der Kläger während der Kün-
digungsfrist von zwei Monaten keine Arbeitsleistung erbringen müsse und somit
die Dauer der Kündigungsfrist vollständig zur Suche nach einer neuen Arbeitsstel-
le habe verwenden können, ganz im Gegensatz dazu, wenn ihm ordentlich ge-
kündigt worden wäre und er während der Kündigungsfrist von zwei Monaten zur
Arbeitsleistung verpflichtet gewesen wäre (Urk. 71 S. 22). Damit verkennt die Be-
klagte, dass nach eben dieser Rechtsprechung lediglich auf die Dauer der Kündi-
gungsfrist abgestellt wird und dem Arbeitnehmer in der Regel nur bei mehr als
zwei bis drei Monaten noch ausreichend Zeit zum Bezug der Ferientage zur Ver-
fügung steht. Weshalb vorliegend von dieser Regel abzuweichen wäre, zeigt die
Beklagte nicht auf. Die Rüge erweist sich damit als unbegründet.
3.4. Die Beklagte moniert darüber hinaus, der Kläger habe mit seiner Klage nur
eine Ferienentschädigung bis November 2016 bzw. bis zum Zeitpunkt der fristlo-
sen Kündigung verlangt. Indem die Vorinstanz ihm über dessen Begehren hinaus
eine Ferienentschädigung von 2.4 Monaten für die Monate Dezember 2016 und
Januar 2017 zuerkannt habe, spreche sie dem Kläger mehr zu, als dieser verlangt
- 20 -
habe und verletze somit die Dispositionsmaxime (Urk. 71 S. 21 f.). Dieses Argu-
ment der Beklagten verfängt nicht. Nach Art. 58 Abs. 1 ZPO darf das Gericht ei-
ner Partei nicht mehr und nichts anderes zusprechen, als sie verlangt. Das Ge-
richt ist an die Rechtsbegehren des Klägers gebunden, nicht jedoch an dessen
rechtliche Begründung (ZK ZPO-Sutter-Somm/von Arx, Art. 58 N 10 m.Hinw. auf
ZR 94 N 16 E. V/1). Der Kläger hat vor Vorinstanz beantragt, die Beklagte sei zu
verpflichten, ihm Fr. 27'145.50 brutto (zzgl. Verzugszins seit 18. November 2016)
zu bezahlen (Urk. 1 S. 2 f.; Urk. 20 S. 1). Die Vorinstanz hat in Dispositiv-Ziffer 1
des angefochtenen Entscheides die Beklagte verpflichtet, dem Kläger
Fr. 12'698.40 brutto bzw. (abzüglich 6.225 % AHV/IV/ALV/EO) Fr. 11'907.90 netto
sowie Fr. 444.– brutto = netto (nebst Zins zu 5 % seit 19. November 2016), wobei
hiervon Fr. 1'227.60 netto für die Ferienentschädigung, zu bezahlen (Urk. 69,
S. 26). Sie hat folglich dem Kläger nicht mehr und nichts anderes zugesprochen
als er verlangt hat. Eine Verletzung des Dispositionsgrundsatzes liegt nicht vor.
Das vorliegende Verfahren hat eine arbeitsrechtliche Angelegenheit zum Gegen-
stand, deren Streitwert weniger als Fr. 30'000.– beträgt. Für derartige Streitigkei-
ten gilt das vereinfachte Verfahren (Art. 243 Abs. 1 ZPO), und das Gericht stellt
den Sachverhalt von Amtes wegen fest (Art. 247 Abs. 2 lit. b Ziff. 2 ZPO). Die Er-
mittlung der für den Entscheid massgeblichen Tatsachen (Sachverhaltserstellung)
unterliegt der sozialen bzw. eingeschränkten Untersuchungsmaxime (BGer
4A_46/2016 vom 20. Juni 2016, E. 7.1.2; Brunner/Steininger, DIKE-Komm-ZPO,
Art. 247 N 6 und N 10). Es ist daher im Grundsatz nicht zu beanstanden, wenn
die Vorinstanz auch von den Parteien nicht behauptete Tatsachen berücksichtigt
(vgl. Glasl, DIKE-Kommentar ZPO, Art. 55 N 34) und dem Kläger eine Ferienent-
schädigung für die hypothetische Kündigungsfrist ab dem 19. November 2016 zu-
gesprochen hat.
C) Erstinstanzliche Entschädigungsfolgen
1. Die Vorinstanz erwog, die Prozesskosten seien nach dem Ausgang des Ver-
fahrens bzw. nach dem Obsiegen und Unterliegen aufzuerlegen. Die Beklagte
obsiege mit den Forderungen in Rechtsbegehren Ziff. 1 knapp (56%). Da der Klä-
ger in Bezug auf das Arbeitszeugnis aber ebenfalls in einem Punkt durchdringe,
- 21 -
rechtfertige es sich nicht, einer Partei eine Entschädigung zuzusprechen; die Par-
teikosten seien wettzuschlagen (Urk. 69 E. IX.2).
2. Die Beklagte moniert, die Vorinstanz habe insofern bezüglich des Arbeits-
zeugnisses ein Obsiegen des Klägers erkannt, welches mit ca. 6% zugunsten des
Klägers berücksichtigt worden sei. Hierbei habe sie nicht beachtet, dass der Klä-
ger nicht nur eine Änderung des Ausstellungs- bzw. Beendigungsdatums verlangt
habe, was ihm durch die Vorinstanz zugesprochen worden sei, sondern auch
mehrfach inhaltliche Änderungen begehrt habe, deren Rechtfertigung er jedoch
nicht habe beweisen können. Der Kläger habe somit in Bezug auf sein Rechtsbe-
gehren Ziff. 2 keineswegs obsiegt, sondern sei mehrheitlich unterlegen, weshalb
diesbezüglich ein Obsiegen ihrerseits mit ca. 70% angemessen wäre. Werde dies
in Bezug zum Verhältnis zwischen dem Streitwert der Zeugnisänderung und dem
Streitwert der Forderungsklage gesetzt, so resultiere daraus ein Obsiegen ihrer-
seits im erstinstanzlichen Verfahren in der Höhe von 63% (Urk. 71 S. 23).
3. Auf Geldzahlung gerichtete Rechtsmittelanträge – wie dies auch beim Be-
gehren auf Anpassung der Parteientschädigung für das vorinstanzliche Verfahren
der Fall ist – sind zu beziffern (BGE 137 III 617 E. 4.3). Dass Prozesskosten nach
kantonalen Tarifen zugesprochen werden (Art. 96 ZPO), entbindet die Parteien
zwar von der Stellung bezifferter Begehren für das laufende Verfahren, nicht je-
doch von der Stellung bezifferter Begehren für ein bereits abgeschlossenes vor-
instanzliches Verfahren. Aus dem Rechtsmittelantrag muss sich genau ergeben,
wie der angefochtene Entscheid stattdessen zu lauten hätte. Ein Rechtsbegehren
muss so bestimmt sein, dass es im Falle der Gutheissung unverändert zum Urteil
erhoben werden kann (BGE 137 III 617 E. 4.3). Daran ändert nichts, dass an die
Bestimmtheit des Kosten- und Entschädigungsbegehrens für das laufende Ver-
fahren seit jeher keine grossen Anforderungen gestellt werden. Diese Gepflogen-
heit lässt sich dadurch rechtfertigen, dass einerseits die Gerichtskosten von Am-
tes wegen festgesetzt werden (Art. 105 Abs. 1 ZPO) und andererseits eine Bezif-
ferung des Antrags auf Zusprechung einer Parteientschädigung bis unmittelbar
vor Verfahrensabschluss kaum je möglich ist. Beanstandet hingegen eine Partei
im anschliessenden Rechtsmittelverfahren die erstinstanzlichen Kosten- und Ent-
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schädigungsfolgen, so ist es ihr ohne Weiteres zuzumuten, diesbezüglich einen
bezifferten und substantiierten Antrag zu stellen (OGer ZH LA150015 vom
02.07.2015, E. III.1; OGer ZH RT170031 vom 09.06.2017, E. 6.3; OGer ZH
RT170226 vom 17.01.2018, E.3.5). Die Beklagte hat weder in ihren Berufungsan-
trägen noch in der Berufungsbegründung beziffert, auf wieviel sie die Parteient-
schädigung für das erstinstanzliche Verfahren festgesetzt haben will (Urk. 71 S. 3
und 23). Damit bleibt es beim Wettschlagen der Parteientschädigungen für das
erstinstanzliche Verfahren.
D) Fazit
Nach dem Gesagten erweist sich die Berufung der Beklagten als unbegründet,
weshalb sie abzuweisen und der vorinstanzliche Entscheid vollumfänglich zu be-
stätigen ist (Art. 318 Abs. 1 lit. a ZPO), soweit er nicht bereits in Rechtskraft er-
wachsen ist.
V.
Das Berufungsverfahren ist aufgrund des Fr. 30'000.– unterschreitenden
Streitwertes kostenlos (Art. 114 lit. c ZPO). Die Beklagte hat dem Kläger für das
Berufungsverfahren, ausgehend von einem Streitwert von Fr. 13'142.40, eine Par-
teientschädigung von Fr. 2'100.– (inkl. 7,7% MwSt., vgl. Urk. 77 S. 2) zu bezahlen
(§ 4 Abs. 1 i.V.m. § 13 Abs. 1 und 2 AnwGebV).