# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 601b56ca-300b-4e7f-8720-6af2c0fdaf96
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2019
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
1.1
Die 1963 geborene, aus Portugal stammende
X._
ist verheiratet und Mutter von zwei Kindern (geboren 1985 und
1990; Urk. 7/4/2).
Sie reiste am 7. März 2008 in die Schweiz ein und erhielt in der Folge eine Aufenthaltsbewilligung B (Urk. 7/5/2). Sie hat keinen Beruf erlernt und war als Raumpflegerin tätig (Urk. 7/9/8 ff., 7/12, 7/98, 7/99/3). Am 18. Januar 2010 meldete sie sich unter Hinweis auf eine Diskushernie
,
Beschwerden am rechten Bein und
ein Ohrenleiden
bei der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, zum
B
ezug
von beruflichen Massnahmen beziehungsweise einer Rente
(Urk. 7/4)
und
am 18. Juni 2010 auch zum Bezug v
on Hilfsmitteln an (Urk. 7/20). In der Folge tätigte die IV-Stelle
medizinische und erwerbliche Abk
lärungen (Urk. 7/9-19, 7/22-24). Mit Verfügung vom 7. Dezember 2010 erteilte die IV-Stelle Kostengutsprache für eine Hörgeräteversorgung (Urk. 7/37). Betreffend den übrigen Leistungsanspruch
gab
die IV-Stelle
nach durchgeführtem
Vorbescheid
verfahren
(Urk. 7/25-26, 7/28-31) ein internistisches, rheumatologisches und psychiatrisches Gutachten beim Zentrum
Z._
in Auf
trag, welches am 22. August 2011 erstattet wurde (Urk. 7/43). Gestützt auf dieses Gutachten verneinte die IV-Stelle mit Verfügung vom 28. November 2011 den Anspruch der Versicherten auf eine Invalidenrente (Urk. 7/47). Diese Verfügung erwuchs
unangefochten
in Rechtskraft.
1.2
Am 19. Oktober 2015 meldete sich die Versicherte erneut zum Leistungsbezug an (Urk. 7/50).
Nach erfolgter
Aufforderung der IV-Stelle vom 30. Oktober 2015 zur Einreichung von Beweismitteln zur Glaubhaftmachung einer wesentlichen Ände
rung der tatsächlichen Verhältnisse (Urk. 7/53)
reichte die
Versicherte
einen
Bericht ihres Hausarztes Dr.
A._
, Facharzt FMH für Allgemeine Innere Medizin, vom 20. November 2015
ein
(Urk. 7/56). In der Folge erliess die IV-Stelle
einen
Vorbescheid und teilte darin der Versicherten mit, dass mangels glaubhaft gemachter Veränderung voraussichtlich nicht auf ihr Leistungsbegeh
ren eing
etreten werde (Urk. 7/58
). Unter Beilage diverser Unterlagen zur Darle
gung ihres Gesundheitszustandes (Urk. 7/59/9 ff., 7/71-80) erhob die Versicherte a
m 28. Dezember 2015 (Urk. 7/60), ergänzt
am 4. März 2016 (Urk. 7/81)
,
Einwand. In der Folge teilte die IV-Stelle der Versicherten mit, dass
sie auf das Leistungsbegehren ein
treten werde (Urk. 7/83). Sie
ergänzte
die
beruflichen und medizinischen Abklärungen
(
Urk. 7/84-99
)
und
gab bei Dr.
B._
, Facharzt FMH für Rheumatologie und Allgemeine Innere Medizin, und Dr.
C._
, Facharzt FMH für Psychiatrie und Psychotherapie, ein
bidisziplinäres
Gutachten in Auftrag (Gutachten vom 1
5.
und 16. Juni 2017; Urk. 7/109, 7/110). Mit
erneut erlassenem
Vorbescheid vom 7. August 2017 stellte die IV-Stelle der Versicherten die Abweisung des Leistungsbegehrens in Aussicht (Urk. 7/113), wogegen di
ese
am 8. September 2017 (Urk. 7/116) sowie ergänzend am 10. Oktober 2017 (Urk. 7/118) Einwand erhob. Da im
Einwandverfahren
weitere Unterlagen eingin
gen, gewährte die IV-Stelle der Versicherten mit Schreiben vom 10. November 2017 Frist zur Stellungnahme (Urk. 7/122). Mit Eingabe vom 11. November 2017 nahm die Versicherte Stellung (Urk. 7/123). Mit Verfügung vom 17. November 2017 wies die IV-Stelle das Leistungsbegehren ab (
Urk.
2 = Urk. 7/125
).
2.
Hiergegen erhob
die Versicherte
am 28. Dezember 2017 Beschwerde und bean
tragte, die angefochtene Verfügung vom 17. November 2017 sei aufzuheben und es sei ihr eine angemessene Invalidenrente zuzusprechen. Eventualiter sei die Sache zur weiteren Abklärung und Neubeurteilung an die IV-Stelle zurückzuwei
sen (Urk. 1 S. 2). Mit Beschwerdeantwort vom 6. Februar 2018 schloss die IV-Stelle auf Abweisung der Beschwerde (Urk. 6). Mit Eingabe vom 23. April 2018 (Urk. 9) reichte die Versicherte einen Austrittsbericht des Stadtspitals
D._
(Urk. 10/1) sowie eine Stellungnahme ihres Hausarztes Dr.
A._
vom 19. April 2018 (Urk. 10/2) ein, was in der Folge der IV-Stelle zur Kenntnis gebracht wurde (Urk. 11). Mit Eingabe vom 6. Dezember 2018 (Urk. 12) reichte die Versicherte erneut Darlegungen ihres Hausarztes Dr.
A._
(Urk. 13/1) sowie ein Arztzeug
nis (Urk. 13/2) ein, was abermals der IV-Ste
lle zur Kenntnis gebracht wurde
(Urk. 14). Die IV-Stelle verzichtete am 10. Januar 2019 auf eine Stellungnahme (Urk. 15), was der Beschwerdeführerin am 1
1.
Januar 2019 mitgeteilt wurde
(Urk. 16)
.
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allge
meinen Teil des Sozialversicherungsrechts; ATSG). Sie kann Folge von Geburts
gebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung; IVG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht ko
mmenden ausgegli
che
nen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer
Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beein
trächtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen
wieder herstellen
, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
Ergibt die Prüfung durch die Verwaltung, dass
die Vorbringen
der versicherten Person nicht glaubhaft sind, so erledigt sie das Gesuch ohne weitere Abklärungen durch Nichteintreten. Tritt sie jedoch auf die Neuanmeldung ein, so hat sie die Sache materiell abzuklären und sich zu vergewissern, ob die vom Antragsteller oder der Antragstellerin glaubhaft gemachte Veränderung des Invaliditätsgrades oder der Hilflosigkeit oder der Höhe des invaliditätsbedingten Betreuungsaufwan
des oder Hilfebedarfs (vgl. BGE 130 V 64 E. 5.2, 72 E. 2.2) auch tatsächlich eingetreten ist; sie hat demnach in analoger Weise wie bei einem Revisionsfall nach
Art.
17
Abs.
1 ATSG vorzugehen. Stellt sie fest, dass der Invaliditätsgrad, die Hilflosigkeit, der invaliditätsbedingte Betreuungsaufwand oder der Hilfebe
darf seit Erlass der früheren rechtskräftigen Verfügung keine Veränderung erfah
ren hat, so weist sie das neue Gesuch ab. Andernfalls hat sie zusätzlich noch zu prüfen, ob die festgestellten Veränderungen genügen, um nunmehr eine anspruchsbegründende Invalidität oder Hilflosigkeit oder einen anspruchsbe
gründenden Betreuungsaufwand oder Hilfebedarf zu bejahen, und hernach zu beschliessen. Im Beschwerdefall obliegt die gleiche materielle Prüfungspflicht auch dem Gericht (BGE 117 V 198 E. 3a, 109 V 108 E. 2a und b).
1.4
Die Annahme eines psychischen Gesundheitsschadens im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG sowie Art. 3 Abs. 1 und Art. 6 ATSG setzt eine psychiatrische, lege
artis
auf die Vorgaben eines anerkannten Klassifikationssystems abgestützte Diagnose voraus (vgl. BGE 143 V 409 E. 4.5.2, 141 V 281 E. 2.1, 130 V 396 E. 5.3 und
E. 6). Eine fachärztlich einwandfrei festgestellte psychische Krankheit ist jedoch nicht ohne weiteres gleichbedeutend mit dem Vorliegen einer Invalidität. In
jedem Einzelfall muss eine Beeinträchtigung der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit unabhängig von der Diagnose und grundsätzlich unbesehen der Ätiologie ausge
wiesen und in ihrem Ausmass bestimmt sein. Entscheidend ist die nach einem weitgehend objektivierten Massstab zu beurteilende Frage, ob es der versicherten Person zumutbar ist, eine Arbeitsleistung zu erbringen (BGE 143 V 409 E. 4.2.1, 141 V 281 E. 3.7, 139 V 547 E. 5.2, 127 V 294 E. 4c, je mit Hinweisen; vgl.
Art.
7
Abs.
2 ATSG).
Die für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit bei psychischen Erkrankungen im Regelfall beachtlichen Standardindikatoren (BGE 143 V 418, 143 V 409, 141 V 281) hat das Bundesgericht wie folgt systematisiert (BGE 141 V 281 E. 4.3.1):
-
Kategorie «funktioneller Schweregrad» (E. 4.3)
-
Komplex «Gesundheitsschädigung» (E. 4.3.1)
-
Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde (E. 4.3.1.1)
-
Behandlungs- und Eingliederungserfolg oder -resistenz (E. 4.3.1.2)
-
Komorbiditäten (E. 4.3.1.3)
-
Komplex «Persönlichkeit» (Persönlichkeitsdiagnostik, persönliche Res
sourcen, E. 4.3.2)
-
Komplex «Sozialer Kontext» (E. 4.3.3)
-
Kategorie «Konsistenz» (Gesichtspunkte des Verhaltens, E. 4.4)
-
gleichmässige Einschränkung des
Aktivitätenniveaus
in allen vergleich
baren Lebensbereichen (E. 4.4.1)
-
behandlungs- und eingliederungsanamnestisch ausgewiesener Leidens
druck (E. 4.4.2)
Beweisrechtlich entscheidend ist der verhaltensbezogene Aspekt der Konsistenz (BGE 141 V 281 E. 4.4; vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_604/2017 vom 1
5.
März 2018 E. 7.4).
1.5
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusam
menhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
2.
2.1
In der angefochtenen Verfügung vom 17. November 2017 zog die Beschwerde
gegnerin zusammenfassend in Erwägung, die
Beschwerdeführerin
sei rheumato
logisch und psychiatrisch begutachtet worden. Aus psy
chiatrischer Sicht sei keine
relevante gesundheitliche Beeinträchtigung ausgewiesen, welche eine
relevante
Einschränkung
der
Arbeitsfähigkeit
zur Folge habe
. Auslösend seien familiäre Probleme, welche nicht berücksichtigt werden könnten. Auch seien Widersprüche betreffend angegebener
Beeinträchtigungen
erkennbar gewesen. Aus rheumato
logischer Sicht sei eine gewisse Einschränkung der Arbeitsfähigkeit beschrieben worden. Demnach sei der
Beschwerdeführerin
seit Mitte September 2016
eine körperlich angepasste, sehr leichte, mehrheitlich sitzende und nicht repetitiv belastende Tätigkeit auf Arbeitshöhe in einem Pensum
von 50 %
zumutbar. Die gesundheitlichen Beeinträchtigungen hätten
indessen
bereits bei der Einreise der
Beschwerdeführerin
in die Schweiz im Jahr 2008 bestanden. Aus medizinischer Sicht sei eine körperlich belastende Tätigkeit in der Reinigung für die
Beschwer
deführerin
nie geeignet gewesen. So habe sie in der Schweiz nie über längere Zeit ein grösseres Arbeitspensum realisiert respektive realisieren können, sondern sei immer wieder krankheits- oder unfallbedingt ausgefallen. Insofern seien die versicherungsmässigen Voraussetzungen nicht erfüllt (Urk. 2 S. 1 f.).
In Bezug auf die von der Beschwerdeführerin im
Vorbescheidverfahren
geltend gemachten Einwände merkte die IV-Stelle sodann an,
die tatsächlichen Umstände hätten sich nicht verändert
. Dr.
B._
komme in seinem rheumatologischen Teil
gutachten vom 15. Juni 2017 im Vergleich zum Gutachten
aus dem Jahr
2011
nur
zu einer anderen Beurteilung des grundsätzlich
gleich gebliebenen
Sachver
halts. Ausserdem sei darauf hinzuweisen, dass sich im Rahmen der Begutachtung Hinweise auf Aggravation und Selbstlimitierung ergeben hätten. Das Verhalten der Versicherten überschreite klar das Mass einer reinen Verdeutlichungstendenz. Dieses Verhalten schliesse im Sinne der Rechtsprechung einen Leistungsanspruch aus. Weiter sei zu erwähnen, dass seitens der Versicherten keine konsequenten Bemühungen zur Verbesserung des Gesundheitszustandes erkennbar seien. Auch Therapieangebote seien nur bedingt wahrgenommen worden (Urk. 2 S. 2 f.).
2.2
In ihrer Beschwerdeschrift vom 28. Dezember 2017 machte die
Beschwerdefüh
rerin
geltend, ihr Gesundheitszustand habe sich seit der letzten Ablehnung des Rentenanspruchs wesentlich verschlechtert.
I
m Dezember 2014
habe
eine Hüft
totalprothese
eingesetzt werden müssen
. Ein Jahr später sei eine Hüft
prothesenin
fektion diagnostiziert worden, weswegen die Prothese in einer
weiteren
Operation
ersetzt worden sei. N
ach wie vor
seien
starke Schmerzen
vorhanden und es sei eine medikamentöse Schmerztherapie nötig. Es
be
stünden
ein
Herzleiden und
eine arterielle Hypertonie. Im Hinblick auf die depressive Symptomatik habe sich der Zustand seit dem Jahr 2014 deutlich verschlechtert. Das Schlafapnoesyndrom
verschlimmere die Situation
zusätzlich
. In Bezug auf die Adipositas habe man
eine Laparoskopie durchgeführt.
Ein
weitergehender
operative
r Eingriff zur Be
handlung
der Adipositas
habe n
icht durchgeführt werden können
.
Versuche
,
das Gewicht mittels Diäten
auf
das gewünschte
Mass
zu
reduzieren
,
sei
en
wegen der
depressiven Stimmungsbilder
gescheitert
.
Seit 2009 träten sodann auch immer
wieder Schmerzen in der rechten Schulter
auf
. In der ambulanten Unter
suchung vom 22. Oktober 2015 sei eine Arthrose im Schultergelenk diagnostiziert worden (Urk. 1 S. 3 ff.).
Die Begründung der Beschwerdegegnerin, dass die gesundheitlichen Beschwerden schon vor der Einreise in die Schweiz bestanden hätten, erstaune, sei doch in der ablehnenden Verfügung aus dem Jahr 2011 festgehalten worden, dass die Beschwerdeführerin in ihrem allgemeinen Leistungsspektrum für alle Verweis
tätigkeiten zu 100 % arbeitsfähig sei. Während die Gutachter 2011 die ange
stammte Tätigkeit als Reinigungskraft ohne Weiteres als zumutbar beurteilt hätten, seien die Gutachter 2016 noch von einer 50%igen Arbeitsfähigkeit ausgegangen. Dass die
erneute
Begutachtung Hinweise auf
eine
Aggravation und Selbstlimitierung gegeben habe, werde vollumfänglich bestritten. Obwohl die Gutachter von dysfunktionalem Verhalten gesprochen hätten, könne dieses Verhalten klar dem
Fibromyalgiesyndrom
zugeordnet werden. Auch das Argu
ment betreffend nicht ausgeschöpfter Therapiemöglichkeiten gehe ins Leere.
Es sei
alles unternommen
worden
, von der Wassertherapie bis hin zur Physiotherapie (Urk. 1 S. 9 ff.).
3.
Die IV-Stelle ist auf die Neuanmeldung der Beschwerdeführerin vom 19. Oktober 2015 (Urk. 7/50) eingetreten. Es gilt somit zu prüfen, ob sich der Gesundheits
zustand im massgeblichen Zeitraum zwischen der Verfügung vom 28. November 2011 (Urk. 7/47), mit welcher der Anspruch auf eine Invalidenrente verneint wor
den war, und der angefochtenen Verfügung vom 17. November 2017 (Urk. 2) insoweit verschlechtert hat, dass nunmehr ein Anspruch auf eine Invalidenrente besteht.
4.
4.1
Bei Erlass der rentenabweisenden Verfügung vom 28. November 2011 ging die Beschwerdegegnerin davon aus, dass der Beschwerdeführerin
die
bisherige wie auch eine angepasste Tätigkeit vollumfänglich zumutbar sei
en
(Urk. 7/47). Dabei stützte sich die Beschwerdegegnerin auf das MEDAS-Gutachten von Dr.
E._
, Facharzt FMH für Psychiatrie und Psychotherapie, Dr.
F._
, Facharzt FMH für
Allgemeine Innere Medizin, und Dr.
G._
, Fachärztin FMH für Physikalische Medizin und Rehabilitation sowie Rheumatologie, vom 22. August 2011 (Urk. 7/43).
Die Gutachter stellten folgende
Diagnosen mit Ein
fluss auf die Arbeitsfähigkeit (Urk. 7/43/26):
-
diffuses Schmerzsyndrom der rechten Körperhälfte im Sinne eines panvertebralen und weichteilrheumatischen Schmerzsyndroms mit/bei:
-
cervicovertebralem
bis
cervicospondylogenem
Schmerzsyndrom rechts bei mediolateraler bis
intraforaminaler
Diskushernie C5/6 mit Kom
pression der Nervenwurzel C5 rechts
-
thoracovertebralem
Schmerzsyndrom bei möglicher beginnender diffuser idiopathischer
skelettaler
Hyperostose
-
lumbovertebralem
bis
lumbospondylogenem
Schmerzsyndrom rechts, konventionell-radiologisch ohne strukturelles Korrelat
-
möglicher
coxogener
Komponente bei beginnender
Coxarthrose
rechts
-
Zeichen einer Symptomausweitung
Als Diagnosen ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit nannten die Experten (Urk. 7/43/26 f.):
-
metabolisches Syndrom mit/bei:
-
morbider Adipositas Grad III nach WHO (BMI von 44 kg/m
2
)
-
nicht insulinpflichtigem Diabetes mellitus Typ 2, schlecht eingestellt
-
arterieller Hypertonie mit Verdacht auf
hypertensive
Kardiopathie und
Nephropatie
(Mikroalbuminurie)
-
schwere gemischte
Hyperlipidämie
-
NASH (nicht alkoholische
Steatohepatitis
)
-
anamnestisch obstruktives Schlafapnoesyndrom
-
Schallleitungsschwerhörigkeit bei Otosklerose, apparativ versorgt
-
Status nach Hysterektomie wegen
anämisierenden
Monatsblutungen 2008
4.2
Zusammenfassend hielten die Gutachter fest, die
Beschwerdeführerin
sei aus rheumatologischer Sicht für leichte bis intermittierend mittelschwere körperliche Tätigkeiten unter Vermeidung von Arbeiten über der Schulterhorizontalen
voll
ständig
arbeitsfähig. Der internistische und psychiatrische Zustand
rechtfertige
keine Einschränkung der zumutbaren Arbeitsfähigkeit. Die angestammte Tätig
keit in der Reinigung von Büroräumlichkeiten oder auch im Nachtclub sei zu 100 % zumutbar, soweit diese Arbeiten unterhalb der Schulterhorizont
a
len durchführbar seien (Urk. 7/43/32). Bei der Versicherten sei
en
unbedingt eine Gewichtsreduktion und eine muskuläre
Rekonditionierung
durchzuführen. Dies einerseits um die allgemeine körperliche Leistungsfähigkeit und Befindlichkeit zu
steigern
, andererseits um die multiplen kardiovaskulären Risikofaktoren besser kontrollieren zu können. Bei einem BMI von weit über 40 kg/m
2
kämen praktisch nur bariatrisch-chirurgische Massnahmen (Magenbypass etc.) in Betracht. Zudem müsse auf eine Wiedererlangung der selbständigen täglichen Aktivitäten geachtet
und es müssten die Hilfeleistungen durch Angehörige kritisch überprüft werden (Urk. 7/43/33). Auf diese Beurteilung stellte die Beschwerdegegnerin ab (Urk. 7/46).
5.
5.1
Die Beschwerdegegnerin hat den medizinischen Sachverhalt nach Eingang der Neuanmeldung vom 19. Oktober 2015 (Urk. 7/50) mit dem rheumatologischen Gutachten vom 15. Juni 2017 (Urk. 7/110) und dem psychiatrischen Gutachten vom 16. Juni 2017 (Urk. 7/109) erneut abgeklärt. Dabei schlossen die Gutachter auf folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (Urk. 7/109/21, 7/109/34, 7/110/59, 7/110/77):
-
mittelgradige depressive Episode, gegenwärtig teilremittiert (ICD-10: F32.1)
-
chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren (ICD-10: F45.41)
-
unspezifische, panvertebrale Rückenschmerzen mit/bei
-
Haltungsinsuffizienz
-
Status nach chronischem
lumboradikulärem
Syndrom L5 links bei Diskushernie L5/S1 links im März 2011
-
Status nach chronischem
zervikoradikulärem
Reizsyndrom bei Diskushernie C5/6 rechts 2009
-
Status nach mehreren Hüfteingriffen rechts mit/bei
-
Totalprothese-Wechsel am 16. März 2016 und TP-Explantation am 29. Februar 2016 wegen
Infektsituation
-
Hüfttotalprothese am 3. Dezember 2014 wegen
Coxarthrose
rechts
-
Hüftarthrose links
5.2
Dr.
B._
führte in seinem rheumatologischen Teilgutachten vom 15. Juni 2015 aus, aufgrund eines Hüftleidens, dessen Behandlung mit Komplikationen verbun
den gewesen sei, sei ab Dezember 2013 eine längerfristige
Arbeitsunfähigkeit
aufgetreten und
diese
habe trotz inzwischen kompensiertem Zustand dauerhaft eine Minderbelastbarkeit zur Folge
gehabt
. Das ebenfalls bestehende Rücken
leiden habe sich nie längerfristig auf die Arbeitsfähigkeit ausgewirkt. Diesbezüg
lich hätten die Ärzte
aber
festgehalten
, das Hebe
n
und Tragen schwerer Lasten sei zu vermeiden. Nebst den objektiven Beeinträchtigungen falle ein dysfunktio
nales Krankheitsverhalten auf (Urk. 7/110/60 ff.).
Während der Untersuchung
habe sich
die Beschwerdeführerin ausgeprägt invalidisiert
präsentiert, es hätten sich jedoch keine konstanten, sicher pathologischen Befunde objektivieren lassen. Alle
Waddel
l
-Zeichen seien hochsignifikant vorhanden gewesen, hinweisend auf
eine funktionelle Ausgestaltung des Beschwerdebildes.
Ob sich
hinter
der
Dys
funktionalität
ein relevantes psychisches Leiden verberge, könne er als
Somatiker
nicht beurteilen (Urk. 7/110/56).
In Bezug auf die Arbeitsfähigkeit führte Dr.
B._
aus, dass sich die Versicherte so präsentiere, als
sei
eine Erwerbstätigkeit illusorisch. Aufgrund der Aktenlage und der somatischen Untersuchung
sei
jedoch
medizinisch-theoretisch eine körperlich sehr leichte, mehrheitlich sitzende und nicht repetitiv belastende Tätigkeit
in
einem Teilpensum von ma
ximal 50 % möglich. Die frühere
, ausschliesslich stehend
und gehend zu verrichtende Tätigkeit
in der Reinigung
übersteige
die körperlichen Möglichkeiten der Versicherten
und sei
nicht
mehr
zumutbar (Urk. 7/110/62).
Bereits das MEDAS-Gutachten vom 22. August 2011 habe auf die Notwendigkeit einer Gewichtsreduktion und einer muskulären
Rekonditionierung
hingewiesen. Das vorgeschlagene bariatrisch-chirurgische Vorgehen (Magenbypass) sei wegen schwierige
r
lokale
r
Verhältnisse nicht möglich gewesen,
da
die Versicherte auch unter stationären Bedingungen ihr Gewicht nicht genügend habe reduzieren kön
nen. Die Versicherte nehme seit rund einem Jahr keine trainingswirksamen Belastungen mehr auf sich und führe die Behandlung von Schlafapnoe und Diabetes höchstens nachlässig durch. Ausserdem präsentiere sie sich hilflos und vermeide ärztliche Kontrollen. Der Gesundheitszustand der Versicherten könne nicht verbessert werden, solange sie nicht ihr inadäquates Schon- und Vermei
d
ungs
verhalten aufgebe und
Copingstrategien
entwickle. Aus somatischer Sicht seien diese Massnahmen geeignet,
um
für eine angepasste, wechselbelastende körperlich sehr leichte Tätigkeit auf Arbeitshöhe wieder eine vol
le Arbeitsfähig
keit zu erlangen
. In Anbetracht der IV-fremden Faktoren wie mangelnde Schul- und Berufsbildung, fehlende Sprachkenntnisse und doch schon fortgeschrittenes Alter sei es jedoch schwer vorstellbar, dass die Versicherte aus eigenem Antrieb eine ihr geeignete Stelle finde (Urk. 7/110/62 f.).
5.3
Der psychiatrische Gutachter
Dr.
C._
fasste zusammen
, dass die objektiven Befunde insgesamt leicht bis teilweise mittelschwer ausgeprägt seien (Urk. 7/109/28). Es würden sich zwar keine Widersprüche zwischen den angege
benen Beschwerden und den beschriebenen Beeinträchtigungen im Alltag bezie
hungsweise in der Freizeit zeigen, doch gebe es Inkonsistenzen zwischen den Beschwerdeschilderungen und den Verhaltensbeobachtungen. Das Ausmass der von der Versicherten angegebenen Einschränkung der Konzentration, des Gedächtnisses (Vergesslichkeit), der Stimmung und des Antriebs habe in der klinischen Untersuchung nicht bestätigt werden können.
D
ie Versicherte
habe
mittelschwere bis sc
hwere Einschränkungen beschrieben
, effektiv
seien
nur
leichte bis maximal mittelschwere Einschränkungen festzustellen
gewesen
. Dies zeige sich auch bei den angegebenen Schmerzen, weshalb diesbezüglich auf das rheumatologische Teilgutachten verwiesen werde (Urk. 7/109/21).
Aus psychiatrischer Sicht sei aufgrund der gestellten Diagnosen, insbesondere
aufgrund
der mittelgradigen depressiven Episode
,
für eine angepasste, das heisst für eine Tätigkeit mit vorgegebenem Tagesablauf und vorbestimmter Arbeits
abfolge,
ab April 2016 von einer Arbeitsfähigkeit
von 50
%
auszugehen
, ab Oktober 2016 von einer Arbeitsfähigkeit von 70 % und ab dem Gutachtenszeit
punkt von einer solchen von 100 %
. Die mittelgradige depressive Episode scheine sich im Verlauf gebessert zu haben, was der gegenwärtige Befund zeige. Wann genau die Besserung eingetreten sei, lasse sich nicht genau bestimmen. Aus psychiatrischer Erfahrung sei aber unter adäquater Therapie spätestens sechs Monate nach Diagnosestellung im April 2016, das heisst im Oktober 2016, von einer Besserung der depressiven Symptome und damit auch von einer Steigerung der Arbeitsfähigkeit auf mindestens 70 %
auszugehen (Urk. 7/109/30 f.).
Es bestehe kein verfestigter, therapeutisch nicht mehr angehbarer innerseelischer Verlauf einer an sich missglückten, psychisch aber en
tlastenden Konfliktbewälti
gung
(Urk. 7/109/31).
5.4
Basierend auf einer Konsensbesprechung kamen Dr.
B._
sowie Dr.
C._
zum Schluss, seit Oktober 2016 bestehe für eine angepasste Tätigkeit eine Arbeitsfähigkeit von 50 %. Die früheren, ausschliesslich stehend und gehend zu verrichtenden Tätigkeiten in der Reinigung würden die körperlichen Möglichkei
ten der Versicherten überfordern und seien zumindest aktuell nicht zumutbar (Urk. 7/109/34, 7/110/77).
6.
6.1
Die Beschwerdegegnerin verneinte den Rentenanspruch in der angefochtenen Verfügung
mit dem Argument
, die
Beschwerdeführerin
sei
im
März 2008
bereits mit dem Gesundheitsschaden in die Schweiz eingereist (Urk. 2 S. 2). Die Beschwerdeführerin vertritt demgegenüber den Standpunkt, es sei in der Verfü
gung vom 28. November 2011 festgehalten worden, dass sie
mit dem gegebenen
Leistungsspektrum für alle Verweistätigkeiten zu 100 % arbeitsfähig
und ihr
auch
die angestammte Tätigkeit als Reinigungskraft im
Nachtclub zumutbar
sei, weshalb das Argument der Beschwerdegegnerin als widerlegt zu gelten habe (Urk. 1 S. 9 f.).
6.2
Dr.
B._
führte in seinem rheumatologischen Teilgutachten vom 15. Juni 2017 aus, dass die Versicherte aufgrund der Konstitution und des Übergewichts nie für
eine körperlich belastende Tätigkeit in der Reinigung geeignet gewesen sei. So habe sie seit ihrer Einreise in die Schweiz nie über längere Zeit ein grösseres Arbeitspensum realisiert, respektive realisieren können, sondern sei immer wieder krankheits- oder unfallbedingt ausgefallen (Urk. 7/110/71).
6.3
Dass die Tätigkeit in der Reinigung für die Versicherte
aufgrund ihres
Überge
wichts
nie geeignet war, heisst noch nicht, dass die Versicherte bereits vor ihrer
Einreise
in die Schweiz unter einem invalidisierenden Gesundheitsschaden gelitten hat.
Die morbide Adipositas Grad III nach WHO wurde sowohl im Gut
achten vom 22.
August 2011 als auch im
bidisziplinären
Gutachten
vom 12. Juni 2017 nicht
als Diag
nose mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit
genannt
(Urk. 7/45/28, 7/109/34, 7/110/77)
.
Den
Akten
sind auch
keine
anderen konkre
ten
Anhaltspunkte zu entnehmen,
die
für einen invalidisierenden Gesundheits
schaden vor der Einreise in die Schweiz sprechen. Im Übrigen
war
die Beschwer
degegnerin in der Verfügung vom 28. November 2011 davon aus
gegangen
, dass keine wesentliche Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit vorliege und die bishe
rige Tätigkeit in der Reinigung weitgehend einem angepassten Leistungsprofil entspreche (U
rk. 7/47/1; vgl. Urk. 7/45/34). Hinzu kommt, dass die Beschwerde
führerin die Tätigkeit im Reinigungsbereich sowohl vor als auch nach ihrer Niederlassung in der Schweiz ausgeübt hat (Urk. 7/12/, 7/45/30, 7/98/1, 7/99/3, 7/110/49 f.
). Ein Anspruchsvorbehalt im Sinne von Art. 6 Abs. 2 IVG fällt demnach ausser Betracht. Vielmehr ist zu überprüfen, ob sich der gesundheitliche Zustand seit 2011 wesentlich verändert hat.
7.
7.1
Das
bidisziplinäre
Gutachten vom 12. Juni 2017
beruht auf umfassenden
psychi
atrisch
en und
rheumatologisch
en Abklärungen und wurde in
Kenntn
is der
Vorakten
erstellt (Urk. 7/109/3 ff., 7/110/8
ff.).
Die
Beschwerdeführerin
konnte
gegenüber den Gutachtern ihre aktuellen Beschwerden schildern und
sie
wurde von diesen eingehend
zur Anamnese befragt
(Urk. 7/109/7 ff., 7/110/46
ff.
).
Die geklagten Leiden fanden darüber hinaus im Rahmen der
Stellung
der Diagnosen Berücksichtigung, wobei sowohl diese als auch die aus medizinischer Sicht resul
tierenden Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit dargelegt
und erläutert wurden (Urk. 6/109/21 ff., 7/110/59
ff.). Soweit möglich erfolgte
sodann eine ausführliche und schlüssige
Auseinandersetzung mit vorangegangenen ärztlichen
Beurteilun
gen (Urk. 7/109/19 f.,
7/109/22 ff., 7/110/60 ff.
). Gesamthaft erfüllt das
bidiszip
linäre
Gutachten somit die formellen Kriterien für eine beweiswerte medizinische Expertise (vgl. E. 1.5).
7.2
Beruht die Leistungseinschränkung auf Aggravation oder einer ähnlichen Konstellation, liegt regelmässig keine versicherte Gesundheitsschädigung vor. Eine solche Ausgangslage ist etwa gegeben, wenn: eine erhebliche Diskrepanz zwischen den geschilderten Schmerzen und dem gezeigten Verhalten oder der Anamnese besteht; intensive Schmerzen angegeben werden, deren Charakterisie
rung jedoch vage bleibt; keine medizinische Behandlung und Therapie in Anspruch genommen wird; demonstrativ vorgetragene Klagen auf den Sachver
ständigen unglaubwürdig wirken; schwere Einschränkungen im Alltag behauptet werden, das psychosoziale Umfeld jedoch weitgehend intakt ist (BGE 131 V 49 E. 1.2 mit Hinweisen). Nicht per se auf Aggravation weist blosses verdeutlichen
des Verhalten hin (BGE 141 V 281 E. 2.2.1).
Dr.
B._
hielt zusammengefasst fest, t
rotz maximal angegebener Schmerzen im Bein habe
die Beschwerdeführerin
während der Exploration ruhig sitzen können und es habe keine entlastende Schmerzreaktion beobachtet werden können. So sei sie auch in einer kurzen Pause nach 1,5 Stunden ruhig sitzen geblieben. Die Untersuchung des Rückens und der rechten unteren Extremität sei konstant limi
tiert
oder abgewehrt
worden, so dass keine plausiblen und konstanten Schmerz
provokationen hätten beobachtet werden können. Auch wenn sich die Versicherte ausgeprägt invalidisiert präsentiert habe, hätten sich klinisch keine konstanten, sicher pathologischen Befunde objektivieren lassen. So habe zu keinem Zeitpunkt eine konsistente schmerzhafte Limitierung oder eine plausible Schmerzreaktion
ausgelöst oder
beobachtet werden können.
Die
Waddell
-Zeichen seien hochsig
nifikant vorhanden gewesen, hinweisend auf eine funktionelle Ausgestaltung des Beschwerdebildes (Urk. 7/110/
53 ff.
).
Dr.
C._
führte aus,
es hätten
sich keine Widersprüche zwischen den angegebenen Beschwerden und den beschriebenen Beeinträchtigungen im Alltag
ergeben
. Allerdings gäbe es Inkonsistenzen zwischen den Beschwerdeschilderun
gen und der Verhaltensbeobachtung. Die Schmerzen im Bereich des rechten Beines seien während der Untersuchung auf der Schmerzskala von 0-10 bei 10 angegeben worden. Der bei dieser Höhe zu erwartende Schmerzausdruck beispielsweise in der Mimik oder auch die zu erwartende Veränderung der Bein
position sei nicht erfolgt. Das Ausmass der von der Versicherten angegebenen Einschränkung der Konzentration, des Gedächtnisses, der Stimmung und des Antriebs könne in der klinischen Untersuchung nicht festgestellt werden. Wenn die Beschwerdeführerin mittelschwere bis schwere Einschränkungen beschreibe, seien effektiv nur leichte bis maximal mittelschwere Einschränkungen erkennbar. Dies zeige sich auch bei den angegebenen Schmerzen, wofür auf das rheumato
logische Teilgutachten von Dr.
B._
zu verweisen sei (Urk. 7/109/21).
Die Begutachtung durch
Dr.
B._
und
Dr.
C._
ergab zusammengefasst Hinweise auf eine
Aggravation
, allerdings
steht aufgrund der ärztlichen Beurtei
lung nicht fest, dass die
betreffenden
Anhaltpunkt
e
eindeutig ü
berwiegen und die Grenzen eines verdeutlichenden Verhaltens klar überschreiten (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_438/2015 vom 1
3.
Oktober 2015 E. 6).
Die Gutachter
nannten
trotz des Vermeidungsverhaltens der Versicherten als Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine m
ittelgradig depressive Episode und insbesondere
eine chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren sowie mit unspezifischen, panvertebralen Rückenschmerzen bei Status nach mehreren Hüfteingriffen rechts und Hüftarthrose links (
Urk.
7/109/34, Urk. 7/110/77). Hinsichtlich der Rückenschmerzen führte Dr.
B._
aus, dass diese durchaus plausibel seien. Auch würden zur vorliegenden muskulären
Dysbalance
die belastungsabhängigen
myofascialen
Schmerzen passen. Der
chro
nifizierte
, durch keine Massnahmen plausibel beeinflussbare, nur minimal belastungsabhängige Dauerschmerz spreche für eine Schmerzverarbeitungs
störung. Habe das Ganze mit Rückenschmerzen begonnen und sich im V
erlauf ausgeweitet, ohne dass die
s
pathomorphologisch
e
rklärt werden könne, spreche da
s für eine Symptomausweitung, eine Problematik, welche auf der Verhaltens
ebene ablaufe. Es sei auf die Diskrepanzen zwischen den angegebenen Beschwer
den, den demonstrierten Limitierungen und den ausschliesslich unspezifischen, per se nicht einmal pathologischen klinischen Befunden hinzuweisen, welche eine somatoforme Schmerzstörung nahelegen würden (Urk. 7/110/70
). In welchem Ausmass sich diese auf die funktionelle Leistungsfähigkeit auswirkt
,
wird in nachstehender E.
7.4
geprüft
.
7.3
Aus somatischer Sicht hat sich der Zustand seit der Beurteilung im Jahr 2011 verändert. Am 3. Dezember 2014 wurde die Beschwerdeführerin mit einer Hüft
totalprothese versorgt. Am 16. März 2016 musste der Eingriff aufgrund einer
P
rotheseninfektion wiederholt werden (vorstehende E. 5
.2
; vgl. auch Urk. 3/8-17, 7/110/59 ff.).
Der Gutachter Dr.
B._
hielt fest, es zeige sich heute ein regulärer Zustand nach den erwähnten Hüfteingriffen rechts (Urk. 7/110/69). Bei der Untersuchung klagte die Beschwerdeführerin, dass es ihr sehr schlecht gehe, sie wegen ihres rechten Beines nicht mehr arbeiten könne und schon am Morgen beim Aufstehen maximale Schmerzen habe (Urk. 7/110/50 f.). Dr.
B._
wies darauf hin, dass sich die Beschwerden in seiner Untersuchung nicht im geklagten Ausmass hätten objektivieren lassen (Urk. 7/110/56).
Auch d
ie Rückenschmerzen beschrieb Dr.
B._
unspezifisch, bei Fehlhaltung und dringend zu vermutender Haltungsinsuffizienz. Für solche muskulären Defizite spreche
auch
die erkennbare muskuläre
Dysbalance
mit Abschwächung der
Abdominalmuskulatur
(Urk. 7/110/69). Aufgrund der Untersuchung seien belastungsabhängige Rücken
schmerzen plausibel (Urk. 7/110/70).
Der Gutachter erläuterte die Möglichkeiten zur Besserung des Gesundheitszustan
des. So führte er aus, dass bereits das MEDAS-Gutachten vom 22. August 2011 auf die Notwendigkeit einer Gewichtsreduktion und einer muskulären
Rekondi
tionierung
hingewiesen habe. Das vorgeschlagene bariatrisch-chirurgische Vorgehen (Magenbypass) sei wegen schwieriger lokaler Verhältnisse
aber
bislang
n
icht möglich gewesen. Auch
unter stationären Bedingungen habe die Beschwer
deführerin ihr Gewicht nicht genügend reduzieren können. Zwischenzeitlich habe sie sogar wieder zehn Kilogramm zugenommen. Die Beschwerdeführerin nehme seit rund einem Jahr keine trainingswirksamen Belastungen mehr auf sich, die Behandlung von Schlafapnoe und Diabetes führe sie höchstens nachlässig durch, sie präsentiere sich hilflos und vermeide auch ärztliche Kontrollen. Solange die Beschwerdeführerin ihr Schon- und Vermeidungsverhalten nicht aufgebe und
Copingstrategien
entwickle, bestünden aus somatischer Sicht nur wenig Möglich
keiten zur Besserung des Gesundheitszustandes. Grundsätzlich aber liesse sich mit den geeigneten Massnahmen für eine angepasste Tätigkeit eine volle Arbeits
fähigkeit etablieren und auch aufrechterhalten. Medizinisch-theoretisch sei seit Mitte September 2016 eine körperlich sehr leichte, mehrzeitlich sitzende und nicht repetitiv belastende Tätigkeit auf Arbeitshöhe mit einem Teilpensum von maximal 50 % möglich. Die frü
heren, ausschliesslich stehend
und gehend zu verrichtenden Tätigkeiten in der Reinigung würden die körperlichen Möglichkei
ten der
Beschwerdeführerin
überfordern und seien nicht mehr zumutbar (Urk. 7/110/62 f.).
Angesichts der erhobenen Befunde und Feststellungen ist deshalb nicht zu bean
standen, dass Dr.
B._
auf ein selbstlimitierendes Verhalten mit Symptom
aus
weitung und
Inkonsistenzen schloss
und die Arbeitsfähigkeit medizinisch-theoretisch festlegte.
D
er Gutachter
legte
nachvollziehbar dar, dass
aus rheuma
tologischer Sicht
die angestammte Tätigkeit als Fachfrau
Reinigung nicht mehr geeignet
ist
. Als
zumutbar
erachtete er
jedoch
eine körperlich sehr leichte, mehr
heitlich sitzende und nicht repetitiv belastende Tätigkeit auf Arbeitshöhe
. Die Arbeitsfähigkeit in einer solchen Tätigkeit bezifferte er
mit
50
%
. Massgebend für diese Einschätzung war der Zustand, in dem sich die Beschwerdeführerin
bei
Dr.
B._
in
der Untersuchung präsentierte (Urk. 7/110/62).
Eine Steigerung der Arbeitsfähigkeit auf ein volles Pensum erachtete der Gutach
ter als möglich. Voraussetzung
dafür sind verschiedene Massnahmen: E
ine Gewichtsreduktion
, eine adäquate Behandlung von Schlafapnoe und Diabetes sowie
eine muskulär
e
Rekonditionierung
und die Aufgabe des inadäquaten
Schon- und Vermeidungsverhalten
s
. Aus som
atischer Sicht stufte
Dr.
B._
die
betreffenden Massnahmen als
zumutbar ein (Urk.
7/110/62 f.). Hervorzuheben
ist in diesem Zusammenhang, dass betreffend
Gewichtsreduktion i
m Gutachten vermerkt wurde, ein
chirurgisch-bariatrischer Eingriff sei nicht möglich gewesen und auch unter stationären Bedingungen habe das Gewicht nicht reduziert werden können (Urk.
7/110/62). Dies deutet darauf hin
, dass die bislang erfolg
losen Bemühungen nicht nur auf subjektive Gründe zurückzuführen sind.
An der Notwendigkeit
rekondi
t
i
onierender
Massahmen und der Prognose, dass mit der Umsetzung dieser Massnahmen in einer angepassten Tätigkeit eine volle Arbeits
leistung real
i
sierbar
ist
, ändert dieser Umstand allerdings nichts.
Auf die
gru
n
d
sätzliche
Notwendigkeit
rekonditionierender
Massnahmen wurde
im Übrigen
bereits im
Gutachten
des
Z._
vom
2
2.
August 2011
hingewiesen (Urk.
7/43/33)
.
Eine konsequente Umsetzung dieser Massnahmen hat die Beschwerdeführerin indessen bislang vermissen lassen.
D
ie versicherte
Person
muss
gemäss
Art.
7
Abs.
1 IVG
alles ihr Zumutbare unter
nehmen, um die Dauer und das Ausmass der Arbeitsunfähigkeit zu verringern und den Eintritt einer Invali
dität
zu verhindern
(vgl. auch BGE 140 V 267 E. 5.2.1 mit Hinweisen). Rechtsprechungsgemäss hat sie
die
s
aus eigenem Antrieb zu tun.
Mit anderen Worten kann sie sich nicht passiv verhalten und warten, bis der
Versicherungsträger
Massnahmen oder Behandlungen anordnet (Urteil des Bundesgerichts 8C_11/2018 vom
5.
Juli 2018 E. 5.3).
Unterlässt die versicherte Person die ihr zumutbaren Massnahmen zur Erlangung der aus ärztlicher Sicht erreichbaren Arbeitsfähigkeit, liegt ein invalidenversicherungsrechtlich nicht relevanter Aspekt vor, der bei der Bestimmung der zumutbaren Arbeit auszu
scheiden ist (Urteil des Bundesgerichts 9C_848/2016 vom 1
2.
Mai 2017 E. 4.2). Es ist somit
gestützt
auf das Gutachten davon auszugehen, dass
der
Beschwerde
führerin
aus somatischer Sicht
unter Berücksichtigung
der im Gutachten umschriebenen
rekonditionierenden
Massnahmen in einer angepassten Tätigkeit eine volle Arbeitsleistung zumutbar ist.
Diese Beurteilung gilt seit Mitte Septem
ber 201
6.
Davon ist auszugehen (vgl. dazu auch Urteil des Bundesgerichts 8C_104/2014 vom 2
6.
Juni 2014 E. 3.2).
7.4
7.4.
1
Ob die von Dr.
C._
aufgrund der Depression und der chronischen Schmerz
störung
aus medizinischer Sicht
attestierte
Arbeitsfähigkeit
in einer angepassten Tätigkeit im Umfang
von 50 % ab April 2016,
von 7
0 % ab Oktober 2016
und von 100 %
ab dem Zeitpunkt der Begutachtung
(
vorstehende E. 5
.3
;
vgl.
auch
Urk. 7/
109/30
f.
) auch aus rechtlicher Sicht überzeugt,
ist anhand des vom Bun
desgericht für sämtliche psychischen Leiden für anwendbar erklärten strukturier
ten Beweisverfahren
s
gemäss BGE 141 V
281 zu prüfen (vorstehende E. 1.4
). In intertemporalrechtlicher Hinsicht ist dabei sinngemäss wie in BGE 137 V 210 (betreffend die rechtsstaatlichen Anforderungen an die medizinische Begutach
tung) vorzugehen. Nach diesem Entscheid verlieren nach altem Verfahrensstan
dard eingeholte Gutachten nicht per se ihren Beweiswert. Vielmehr ist im Rahmen einer gesamthaften Prüfung des Einzelfalls mit seinen spezifischen Gegebenhei
ten und den erhobenen Rügen entscheidend, ob ein abschliessendes Abstellen auf die vorhandenen Beweisgrundlagen vor Bundesrecht standhält (BGE a.a.O. E. 6 in
initio
).
7.4
.2
In der Kategorie «funktioneller Schweregrad» ist zunächst auf den
Komplex «
Gesundheitsschädigung»
einzugehen (BGE 142 V 281 E. 4.3.1).
Dr.
C._
hat
die depressive Symptomatik als gegenwärtig
teilremittiert eingestuft
, was in Anbetracht der Ausprägung der diagnoserelevan
ten Befunde schlüssig erscheint. In der Untersuchung habe sich eine erhaltene affektive Schwingungsfähigkeit gezeigt, die Versicherte sei phasenweise niedergeschlagen gestimmt gewesen und habe teils emotional flach und gleichgültig gewirkt. Eine depressive Stimmung, welche die meiste Zeit des Tages anhalte, fast jeden Tag auftrete und im Wesent
lichen unbeeinflusst sei von den Umständen, habe so nicht erkannt werden können. Wiederholt sei es während der Explo
r
ation zu Heiterkeit gekommen. Auch sei kein Interessens- oder Freudeverlust an Aktivitäten erkennbar gewesen, die früher Freude bereitet hätten. Allerdings würden depressive Symptome wie verminderter Antrieb, Klagen über vermindertes Konzentrationsvermögen, psychomotorische Hemmung und Schlafstörungen bestehen. Der gegenwärtige Schweregrad der teilremittierten mittelgradigen depressiven Episode sei höchs
tens leicht (Urk. 7/109/21 ff.). Hinsichtlich der chronischen Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren zeige sich auf der Verhaltensebene eine Passivität und eine Schon- und Fehlhaltung, welche zu einer körperlichen
Dekonditionierung
geführte habe. Die Versicherte habe die Vorstellung, aufgrund der Schmerzen und der Beeinträchtigungen völlig hilflos zu sein u
nd überhaupt keine Tätigkeiten
mehr
ausführen zu können. Diese Überzeugung, körperlich nicht mehr belastbar zu sein, führe zu deutlich veränderten Rollen in der Familie und im Haushalt. Die Schwere der chronischen Schmerzstörung sei jedoch leicht (Urk. 7/109/24).
Von einer
schwerwiegende
n
psychische
n Erkrankung kann vor diesem Hintergrund nicht ausgegangen werden
.
Der Indikator «Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde» (BGE 142 V 281 E. 4.3.1.1) ist somit nicht in grös
serem Ausmass signifikant.
7.4.3
In Bezug auf den Indikator «Behandlungs- und Eingliederungsresistenz» (Verlauf und Ausgang
von Therapien; BGE 141 V 281 E. 4.3.1.2) ergibt sich aus dem
Gutachten von Dr.
C._
, dass die Versicherte erst seit Juli 2016 bei Dr.
H._
, Fachärztin FMH für Kinder- und Jugendpsychiatrie und –
psychotherapie
, in Behandlung sei. Vorher sei die Behandlung durch
Ä
rzte der Spitäler aufgrund der dort durchgeführten psychiatrischen Konsilien erfolgt. Die etablierte medikamentöse Therapie und die Behandlung bei Dr.
H._
könn
ten als adä
quat und aufgrund des Verlaufs
auch als wirksam eingestuft werden. Zu einer vollständigen Remission der mittelgradigen Depression sei es jedoch noch nicht gekommen. Auch der Aufbau von Strategien zur Schmerzbewältigung sei noch kaum geglückt. Die Compliance für die psychiatrisch-psychotherapeu
tische Behandlung sei formal vorhanden. Die Beschwerdeführerin nehme durch
schnittlich einmal monatlich eine Konsultation wahr. Für eine intensivere Thera
pie sei die Motivation weniger ausgeprägt. Teils sei eine solche aber auch wegen der starken Schmerzen nicht möglich gewesen (Urk. 7/109/26 f.). Von einem definitiven Scheitern einer indizierten, lege
artis
und mit optimaler Kooperation der Beschwerdeführerin durchgeführten Therapie kann unter diesen Umständen noch nicht gesprochen werden (
U
rteil
des Bundesgerichts
9C_549/2015 vom 29. Januar 2016 E. 4.4). Mit überwiegender Wahrschein
lichkeit kann demnach davon ausgegangen werden, dass keine Therapieresistenz vorliegt, sondern verschiedene Behandlungsoptionen noch nicht ausgeschöpft
worden sind
.
7.4.4
Dr.
C._
legte hinsichtlich des Indikators «Komorbiditäten» (BGE 142 V 281 E. 4.3.1.3) die Wechselwirkungen
der depressiven Episode und der
somatischen
Leiden
dar.
Es lägen multiple körperliche Beschwerden mit entsprechenden Diag
nosen vor, was sich ohne Zweifel belastend auswirke. Die Entwicklung einer depressiven Symptomatik bis hin zu einer mittelgradigen depressiven Episode sei nachvollziehbar. Ausserdem seien emotionale Belastungen ein Merkmal der chronischen Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren. Wenn die emotionalen Belastungen den Grad einer depressiven Episode annähmen, führe dies auch zu einer verstärkten
Chronifizierung
der Schmerzen (Urk. 7/109/25 f.). In Anbetracht der Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde ist es somit wahrscheinlich, dass eine ressourcenhemmende Wechselwirkung vorliegt.
7.4.5
In Bezug auf die im Komplex «Persönlichkeit» (BGE 141 V 281 E. 4.3.2) zu prüfenden Merkmale (Persönlichkeitsentwicklung und –
struktur
, grundlegende psychische Funktion) ist dem Gutach
ten von Dr.
C._
zu entnehmen, dass keine persönlichen beziehungsweise psychischen, insbesondere keine kognitiven Ressourcen erkennbar
sind
. Eine Selbstwirksamkeitserwartung, eine Kontroll
überzeugung sowie eine positive Erwartungshaltung seien kaum vorhanden. Auch
liessen
sich Selbstreflexion sowie Engagement und eine Veränderungsmo
tivation kaum wahrnehmen. Zudem seien keine Handlungsressourcen erkennbar,
wozu ein aktives Bewältigungsverhalten, eine aktive Auseinandersetzung mit Erkrankungen, die Fähigkeit zur Stressbewältigung, ein zielgerichtetes Verhalten und die Fähigkeit, mit Verlusten und Einschränkungen umgehen zu
können, zählten
. Insgesamt erschwere dieser Mangel an persönlichen Ressourcen die Bewältigung der psychischen wie auch der körperlichen Störungen (Urk. 7/109/
29 f.
).
Auch der Tagesablauf der Beschwerdeführerin lässt nur auf geringe persönliche Ressourcen schliessen. Die Beschwerdeführerin gab an, ihr Ehemann bereite ihr das Frühstück zu, sie
nehme
die Medikamente ein und verbringe dann den Mor
gen damit, abwechselnd vor dem Fenster oder auf dem Sofa zu sitzen. Am Mittag wärme sie sich die Reste des Abendessens vom Vortag auf. Nach dem Essen verweile sie dann auf dem Sofa und bleibe dort bis zu vier Stunden liegen. Wenn sie Lust habe, gehe sie am Nachmittag rund eine Stunde draussen spazieren. Zu Hause sei sie wieder am Fenster und warte auf ihren Ehemann. Er helfe ihr beim Duschen und bereite das Abendessen zu, welches sie gemeinsam einnehmen würden. Gegen 22.00 Uhr gehe sie dann zu Bett (Urk. 7/109/12). Vor diesem Hintergrund gelangte der Gutachter
Dr.
C._
nachvollziehbar zum Schluss, dass psychische Ressourcen respektive Bewältigungsressourcen
nur
unzureichend vorhanden
seien
(Urk. 7/109/29).
7.4.6
Zum Komplex «Sozialer
Kontext» (BGE 141 V 281 E. 4.3.2)
lässt sich den gutachterlichen Darlegungen entnehmen
,
dass die Beschwerdeführerin sozial eingebettet
sei
und so soziale Zugehörigkeit erfahre.
Es sei eine
Bindung zu vertrauten und emotional nahen Menschen vorhanden, insbesondere zu ihrem Ehemann und zu ihrer Tochter. So
erfahre die Beschwerdeführerin
emotionale Teilhabe, Fürsorge, Anerkennung und Vertrauen. Ausserdem erhalte sie konkret umfassende Unterstützung in der Alltagsbewältigung. Allerdings werde sie zu stark unterstützt und zu stark entlastet, was wenig förderlich für den Aufbau von Selbständigkeit und das Erleben von Handlungserfolgen sei. Es bestünden Anzei
chen, dass aus der erfolgten Zuwendung und Fürsorge ein sekundärer Krankheits
gewinn entstanden sei, was die an sich wichtige soziale Ressource in ihrer Bedeutung und positiven Wirkung einschränke (Urk. 7/109/29 f.). Zusammen
gefasst ergibt sich, dass die familiäre Einbettung der Beschwerdeführerin eine wichtige mobilisierende Ressource darstellt, die umso mehr genützt werden kann,
je
zielgerichteter die familiäre Unterstützung auf die effektive Beeinträchtigung beschränkt beziehungsweise auf die Förderung der Selbständigkeit der Beschwer
deführerin gerichtet ist.
7.4.7
In der Kategorie «Konsistenz» (Gesichtspunkt des Verhaltens) ist zum einen der Indikator «gleichmässige
Einschränkung des
Aktivitätennive
aus
in allen Lebens
bereichen»
relevant
(BGE 141 V 281 E.
4.4 u.
4.4.1)
.
Dr.
C._
hielt fest, die
Beschwerdeführerin halte sich nicht mehr
für
arbeitsfähig
.
Die meisten Haushalts
arbeiten erledige der Ehemann. Dieser
kümmere sich
auch
um die administrativen und finanziellen Angelegenheiten und helfe ihr
beim Anziehen und Waschen. Hobbie
s und Interessen habe sie keine, was sie aber früher auch nicht gehabt habe.
Am Morgen bereite ihr Ehemann das Frühstück zu und am Abend koche er. Am Mittag wärme sie sich die Reste des Abendessens vom Vortag auf. Sie liege meist auf dem Sofa oder sitze vor einem Fenster. Wenn sie Lust dazu habe, gehe sie am Nachmittag rund eine Stunde
nach
draussen (Urk. 7/109/12
ff.
). Aufgrund der von der Beschwerdeführerin gemachten Schilderungen
ist festzu
stellen, dass sie
nicht nur keiner Erwerbstätigkeit mehr nachgeht, sondern
im
Tagesablauf
generell kaum
Aktivitäten
zu verzeichnen sind,
ausser dem gelegent
li
chen Spaziergang am Nachmittag
.
Mithin liegt eine gleichmässige
Reduktion des Aktivitätsniveaus in allen Lebensbelangen (berufliche und persönliche Akti
vitäten)
vor
.
7.4.8
Was den
weiteren Indikator
«behandlungs- und eingliederungsanamnestisch
aus
gewiesener
Leidensdruck» angeht (BGE 141 V 281 E. 4.4.2), ist
gestützt auf die Darlegungen des Experten
Dr.
C._
nicht von der Hand zu weisen,
dass die bisher durchgeführte medikamentöse Behandlung
sich
zwar als wirksam
erwiesen
, jedoch noch nicht zu einer vollständigen Remission
geführt hat (Urk. 7/109/26 f.)
. Dass die Beschwerdeführerin im Beurteilungszeitpunkt ledig
lich einmal monatlich bei ihrer Psychiaterin Dr.
H._
in psychiatrisch-psychotherapeutischer Behandlung ist, spricht gegen einen ausgeprägten Leidensdruck. Das psychische Leiden ist aus ärztlicher Sicht nach wie vor behan
delbar und eine Remission nicht ausgeschlossen. Behindert wird eine solche von dysfunktionalen Überzeugungen und Verhaltensmustern der Beschwerdeführerin, ohne dass dies
en selber Krankheitswert zukomme
. Zur Reduktion dieser dysfunk
tionalen Überzeugungen und Verhaltensmuster ist eine verhaltenstherapeutisch ausgerichtete Behandlung angezeigt, gegebenenfalls in stationärem Rahmen. Mit einer solchen Behandlung könnten Strategien zur Schmerzbewältigung auf- und dysfunktionale Verhaltensweisen abgebaut werden (Urk. 7/109/31).
7.4.9
Angesichts des nicht erheblichen funktionellen Schweregrades der diagnostizier
ten Gesundheitsschädigungen, der vorhandenen Ressourcen, der vorhandenen Therapieoptionen und mangels eines erheblichen Leidensdrucks ist
die
Einschät
zung des Gutachters
Dr.
C._
nachvollziehbar
,
nach vorübergehender Arbeitsunfähigkeit von 50
%
ab April 2016 und von 70
%
ab Oktobe
r
2016
sei
ab dem Zeitpunkt der Begutachtung
für eine angepasste, das heisst
für eine
bezüglich Tagesablauf und Arbeitsabfolge genau festgelegte Tätigkeit
eine
volle Arbeitsfähigkeit zu attestieren und
für eine
weniger optimal a
ngepasste
eine solche von 80 %
(Urk. 7/109/30 f.)
. Insgesamt kommt dem psychiatrischen Teil
gutachten von Dr.
C._
die nötige Beweiskraft zu.
8
8.1
In der gemeinsamen Konsensbesprechung gelangten die Gutachter nachvollzieh
bar zum Schluss, ausschlaggebend für die Bestimmung der Restarbeitsfähigkeit seien die Beeinträchtigungen auf rheumatologischem Gebiet. Die Experten hielten fest, die angestammte ausschliesslich ste
hend und gehend zu verrichtende Tätig
keit
in der Reinigung entspreche nicht mehr den vorhandenen körperlichen Mög
lichkeiten der Beschwerdeführerin und sei daher nicht mehr zumutbar. Angepasst sei eine körperlich sehr leichte, mehrheitlich sitzende und nicht repetitiv belas
tende Tätigkeit
. Die
ser Beurteilung ist zu folgen. N
icht zu folgen ist
den Darle
gungen der Gutachter
mit Bezug auf das aus somatischer Sicht a
ttestierte
zumut
bare
Pensum von 50 %.
In dieser Hinsicht ist gestützt auf das in vorstehender E.
7.3 Ausgeführte
seit Mitte September 2016
von einer
unein
ge
schränkten
Arbeits
fähigkeit in angepassten Tätigkeiten auszugehen.
Aus psychiatrischer Sicht gilt das in vorstehender E. 7.
4 Ausgeführte, das heisst eine volle Arbeitsfähigkeit in angepassten Tätigkeiten ab dem Zeitpunkt der Begutachtung.
8.2
Die Neua
n
meldung der Beschwerdeführerin ging am 1
9.
Oktober 2014 bei der Beschwerdegegnerin ein (
Urk.
7/59, 7/53), weshalb unter Berücksichtigung der sechsmonatigen Karenzfrist ein Rentenanspruch frühest
ens am
1.
April 2016 entstehen konnte.
A
ufgrund des Hüftleidens
bestand zunächst
vorübergehend
a
b dem 1
3.
Dezember 2014
bis Mitte April 2015 eine vollständige Arbeitsunfähig
keit
. Länge
r
anhaltend trat als
Folge
von
Komplikationen
im Zusammenhang mit dem Hüftleiden
ab
dem
2
4.
Oktober 2015
erneut eine vollständige Arbeitsun
fähigkeit auf
.
Da diese Arbeitsunfähigkeit
länger
andauerte
,
markiert
der 2
4.
Oktober 2015 den Beginn
der Wartezeit im Sinne von
Art.
28
Abs.
1 lit. b IVG.
Die
Arbeitsunfähigkeit dauerte nach Einschätzung
des Gutachters
Dr.
B._
bis zur Besserung im September 2016 an (Urk. 7/110/61)
.
Mit dem
Ablauf des Wartejahres im Oktober 2016
lag
somit im Verlauf
eine
durchschnittliche Arbeitsunfähigkeit
von mindestens 40
%
vor
(Arbeitsunfähigkeit
von 100
% ab 2
4.
Oktober 2015 bis Mitte September 2016
;
Art.
28
Abs.
1 lit. b IVG
)
. Aus psychiatrischer Sicht bestand zu diesem Zeitpunkt
noch
eine Arbeitsunfähigkeit von 30
%
und ab dem Zeitpunkt der Begutachtung eine solche von 20
%
(vorste
hende E. 7.4). Eine Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit in dieser Höhe vermag
von
vornherein
keine Invalidität im Sinne von
Art.
28
Abs.
1 lit. c
zu begründen.
In somatischer Hinsicht
hingegen
blieb auch nach der Besserung ab September 2016 eine erhebliche Einschränkung der Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit bestehen.
Let
zt
ere
kommt dauerhaft nicht mehr in Frage. Somit ist mittels
eines
Einkommensvergleichs (
Art.
16 ATSG) zu prüfen, ob nach Ablauf des Wartejahres im Oktober 2016 die Voraussetzungen gemäss
Art.
28
Abs.
1 lit. c IVG eingetreten waren.
9.
9.1
Für den Einkommensvergleich sind die Verhältnisse im Zeitpunkt des (hypothe
tischen) Beginns des Rentenanspruchs massgebend, wobei Validen- und Invali
deneinkommen auf zeitidentischer Grundlage zu erheben und allfällige renten
wirksame Änderungen der Vergleichseinkommen bis zum Verfügungserlass zu berücksichtigen sind (BGE 143 V 295 E. 4.1.3, 129 V 222 E. 4.1 und E. 4.2, 128
V
174).
Die Neuanmeldung der Beschwerdeführerin ging am 19. Oktober 2015 bei der IV-Stelle ein (Urk. 7/50, 7/53), weshalb unter Berücksichtigung der sechsmonatigen Karenzfrist ein Rentenanspruch
frühestens
ab dem 1. April 2016 in Frage kommt.
Zu diesem Zeitpunkt war das Wartejahr
im Sinne von
Art.
28
Abs.
1 lit. b IVG
noch nicht abgelaufen. Dieses endete am 2
4.
Oktober 201
6.
Ab diesen Zeitpunkt konnte
somit
ein Rentenanspruch entstehen.
9.2
Die Beschwerdegegnerin qualifizierte die Beschwerdeführerin als Vollerwerbs
tätige (Urk. 7/99, 7/112/7). Gemäss den Angaben der Beschwerdeführerin anläss
lich des Abklärungsgesprächs vom 16. Februar 2017 war sie in Portugal bis zu ihrer Einreise in die Schweiz im Jahr 2008 vollzeitlich als Reinigerin erwerbstätig. In der Schweiz ging sie ab August 2008 einer Reinigungstätigkeit im Umfang von
rund
65 % bei der
I._
GmbH nach.
Es g
elang
ihr in der Folge
nicht, in Form einer längerdauernden und vollzeitlichen Beschäftigung beruflich Fuss zu fassen.
I
m November 2008
traten erste
gesundheitliche Probleme auf und es kam wi
e
derholt zu einer Arbeitsunfähigkeit. Die Arbeitseinsätze der Beschwer
deführerin blieben
in der Folge
zeitlich beschränkt (Ur
k. 7/46/9 ff., 7/99/2 ff., Urk.
7/110/46 f. u. 49 f.; vgl. auch
Urk.
7/12). Die Beschwerdeführerin gab an, ohne das Auftreten der gesundheitlichen Probleme wäre sie vollzeitlich erwerbs
tätig (Urk. 7/99/4 f.). Aufgrund der gesamten Umstände ist
von diesen Angaben
auszugehen, zumal die Kinder der Beschwerdeführerin längst erwachsen sind
und der
Ehemann keine feste Stelle innehat, sondern temporäre Arbeitse
insätze leistet
(vgl.
Urk.
7/4/4
f.
).
10.
10.1
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
g
egli
chener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der Einkommensver
gleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegen
übergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditäts
grad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
In gewissen Fällen, insbesondere dort, wo Validen- und Invalideneinkommen anhand derselben Tätigkeit zu ermitteln sind (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_295/2017 vom 27. September 2017 E. 6.5), kann auch eine Gegenüberstellung blosser Prozentzahlen genügen. Das ohne Invalidität erzielbare hypothetische Erwerbseinkommen ist alsdann mit 100 % zu bewerten, während das Invaliden
einkommen auf einen entsprechend kleineren Prozentsatz veranschlagt wird, so dass sich aus der Prozentdifferenz der Invaliditätsgrad ergibt (sogenannter Prozentvergleich; BGE 114 V 310 E. 3a mit Hinweisen).
10.2
Die Beschwerdeführerin
ist ungelernt
(
Urk.
7/4/5,
Urk.
7/50/3 f.). Beruflich war sie in erster Linie im Bereich Gebäudeinnenreinigung
en
tätig. S
eit ihrer Einreise im Jahr 2008
war sie für wechselnde
Arbeitgeber tätig. So arbeitete sie im Jahr 2008 für die
I._
GmbH, im Jahr 2009 in einer Pizzeria und ab dem Jahr 2012 bis 2015 für verschiedene Privatpersonen sowie die
J._
AG. Ihre dabei erzielten Einkommen weisen erhebliche Schwankungen auf (vgl. Urk. 7/12, 7/98).
Einer Tätigkeit im Reinigungsbereich oder einer
v
ergleichbaren anderen
Tätigkeit wäre sie ohne den Gesundheitsschaden
auch
weiterhin nach
gegangen.
Es rechtfertigt sich somit, das hypothetische
Valideneinkommen
anhand der statistischen Durchschnittswerte der Schweizerischen Lohnstrukturer
hebung (LSE) zu bestimmen.
Aufgrund des Gesundheitsschadens
beschränkt sich der Einsatzbereich der Beschwerdeführerin auf
körperlich nicht
mehr
belastende
und vorwiegend sitzende
Tätigkeiten
. Weitergehende Einschränkungen bestehen aus gesundheit
licher Sicht nicht.
Der für die Invaliditätsbemessung massgebende au
sg
egli
chene Arbeitsmarkt (vgl.
Urteile des Bundesgerichts
8C_434/2017 vom 3.
Januar 2018
E. 7.2.1 u
nd
9C
_253/2017
vom
6.
Juli 2017 E. 2.2.1) hält
auch
für
ungelernte
Arbeitskräfte
körperlich nicht belastende Tätigkeiten in
genügender Anzahl bereit
(Urteil des Bundesgerichts
8C_82/2019
vom 1
9.
September 2019
E.
6.3.2)
. Bislang hat die Beschwerdeführerin keine
angepasste Tätigkeit aufgenommen.
S
omit
ist
auch
das Invalideneinkommen anhand der
Tabellenlöhne
zu bestimmen
.
Bei dieser Ausgangslage
kann auf eine ziffernmässige Bestimmung der beiden hypothetischen Einkommen verzichtet werden.
F
ür die Bestimmung des Validen-
und
des Invalideneinkommens
ist
von
den
nämlichen Lohnansätze
n
, das heisst
vom
Zentralwert der Frauenl
öhne
auszugehen (LSE 2016
,
TA1_tirage_skill_level, Total, Kompeten
z
niveau 1)
.
D
er Invaliditätsgrad
entspricht damit
dem Grad der Arbeitsunfähigkeit
, gegebenenfalls
unter
Berücksichtigung des Abzuges vom Tabellenlohn
(Urteil
e
des Bundesgerichts
8C_365/2012
vom 3
0.
Juli 2012 E. 7, 8C_628/2015 vom
6.
April 2016 E. 5.3.5 je mit Hinweisen).
Da in einer angepass
ten Tätigkeit von einer vollen Arbeitsfähigkeit auszugehen ist, liegt d
er Invalidi
tätsgrad
bei 0 %.
E
in leidensbedingter Abzug
ist
auf höchstens 25 % beschränkt (BGE 126 V 75 Regeste u
nd
E
. 5b/cc
)
, weswegen
selbst
bei einem Maximalabzug ein Invaliditätsgrad von unter 40 %
resultiert
.
Ein Rentenanspruch ist damit nicht ausgewiesen. Die Verfügung der Beschwerdegegnerin vom 1
7.
November 2017 ist demzufolge nicht zu beanstanden. Dies führt zu
r
Abweisung der gegen diesen Entscheid erhobenen Bes
c
hwerde.
11.
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrens
aufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
I
VG) und ermessensweise auf Fr. 9
00.-- anzusetzen. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind sie der
Beschwerdeführerin
aufzuerlegen.