# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 18ec3cb9-bdaf-4ce8-b3de-0c8dbce64d3a
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2021
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1967, war
seit
1.
August 1999 als Objektmanager bei der
Y._
AG tätig (
Urk.
8/16
/1
Ziff.
2.1
). D
ie Arbeitgeberin kündig
te das Arbeitsverhältnis fristlos per
1
1.
Juli 2019
(
Urk.
8/16/12). Der Ver
sicherte meldete sich
am
8.
Januar 2019
(richtig:
8.
Januar
2020, vgl.
Urk.
8/
11,
Urk.
8
/
13
)
bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an (
Urk.
8/8
). Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
,
klärte die medizinische und erwerblic
he Situation ab,
zog die Akten des Krankentaggeldversicherers bei (
Urk.
8/9)
und gewährte dem Versicherten
mit Mitteilung vom 1
6.
November 2020
Arbeitsvermittlung direkt
vom 1
2.
November 2020 bis 1
1.
Juli 2021
(
Urk.
8/38)
. Da
der Versicherte
per 1
4.
Dezember 2020 eine
Anstellung
im Stundenlohn
aufgenommen
hatte
(vgl. 8/43)
, wurde
n
die berufliche
n
Mass
nahme
n
gemäss Mitteilung vom 2
7.
Januar 2021 per 1
4.
Januar 2021 beendet (
Urk.
8/41).
Nach durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(
Urk.
8/45,
Urk.
8/48) verneinte die IV-Stelle mit Verfügung vom 1
7.
März 2021 einen Anspruch auf eine Invaliden
rente (
Urk.
8/53 =
Urk.
2).
2.
Der Versicherte erhob am
3.
Mai 2021 Beschwerde gegen die Verfügung vom 1
7.
März 2021 (
Urk.
2) und beantragte,
diese sei aufzuheben und
es sei
die Beschwerdegegnerin zu verpflichten, ihm die gesetzlichen
Versicherungs
leistungen
,
insbesondere eine
Dreiviertelsrente
,
auszurichten. Eventuell seien weitere Abklärungen durch das Gericht vorzunehmen
,
namentlich
sei
ein ortho
pädisches Gutachten in Auftrag zu geben und hernach
über den Leistungs
anspruch neu zu befinden (
Urk.
1 S. 2
Ziff.
2-3).
Die Beschwerdegegnerin be
antragte mit Beschwerdeantwort vom
9.
Juli 2021 die Abweisung der Beschwerde (
Urk.
7), was dem Beschwerdeführer am 1
6.
Juli 2021 zur Kenntnis gebracht wurde (
Urk.
9).
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den All
gemeinen Teil des
Sozialversicherungsrechts, ATSG
). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit
verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Fol
gen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbs
unfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG)
Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder her
stellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schluss
folgerungen der Experten begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a mit Hinweis).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin ging in der angefochtenen Verfügung (
Urk.
2) davon aus,
die Arbeitsunfähigkeit des Beschwerdeführers
sei am 1
0.
Juli 2019 einge
treten
. Gemäss
der Beurteilung durch den
Regionalen Ärztlichen Dienst sei ihm die bisherige Tätigkeit nicht mehr zumutbar, eine angepasste Tätigkeit sei ihm aber ab 1
9.
Mai 2020 zu 70
%
möglich. Das Belastungsprofil beinhalte eine körperlich leichte Tätigkeit, wechselbelastend zwischen häufigem Sitzen sowie
gelegentlichem Stehen und Gehen, ohne häufiges Bücken oder längeres Ver
harren in Zwangshaltung des Rumpfes, vor allem auch nicht in vornüber
gebeugter Position (S. 1). Da der Beschwerdeführer aus nicht gesundheitlichen Gründen eine Kündigung in der bisherigen Tätigkeit erhalten habe, erfolge die Berechnung des Einkommens mit und ohne gesundheitliche Einschränkung gestützt auf statistische Werte. Die verbleibende Arbeitsunfähigkeit von 30
%
entspreche dabei gleichzeitig dem Invaliditätsgrad
(S. 2).
Mit Beschwerdeantwort vo
m
9.
Juli 2021 (
Urk.
7) führte die Beschwerdegegnerin
aus, RAD-Arzt
Dr.
Z._
begründete die Leistungsminderung von 30
%
mit der Notwendigkeit häufigerer Ruhepausen, um die Rückenmuskulatur zu entspannen und zu lockern. Demgegenüber habe der Rheumatologe
Dr.
A._
im zuhanden der Krankentaggeldversicherung erstatteten Gutachten nicht
begründet
, weshalb der Beschwerdeführer in angepasster Verweistätigkeit lediglich
zu 50
%
arbeits
fähig sein solle. An der Beurteilung durch den RAD-Arzt werde daher fest
gehalten
. Dem Beschwerdeführer sei aufgrund arbeitsrechtlicher Verfehlungen die Arbeitsstelle fristlos per 1
1.
Juli 2019 gekündigt worden
.
Die Rechtmässigkeit der Kündigung sei dabei irrelevant.
Selbst wenn die Kündigung ordentlich unter Einhaltung der üblicherweise dreimonatigen Kündigungsfrist erfolgt wäre, stehe fest, dass das Arbeitsverhältnis im Zeitpunkt des Ablaufs des Wartejahrs am
9.
Juli 2020, mithin dem frühestmöglichen Rentenb
eginn, nicht mehr bestanden
habe
. Da für beide Vergleichsgrössen, sowohl das Validen- als auch das Invalideneinkommen, auf die Statistiklöhne abzustellen sei, werde an der Zu
lässigkeit des sogenannten Prozentvergleichs festgehalten (S. 2).
2.2
Demgegenüber machte der Beschwerdeführer im Wesentlichen geltend (
Urk.
1)
, die
vom RAD-Arzt
Dr.
Z._
attestierte 70%ige Arbeitsfähigkeit in
angepasste
r
Tätigkeit sei nicht nachvollziehbar begründet.
Überholt und nicht überzeugend sei
ferner
d
er Vermerk
des RAD-Arztes
, dass die höhere Arbeitsunfähigkeit auf die Schmerzsymptomat
ik zurückzuführen sei.
Zudem bestehe selbst innerhalb des RAD offensichtlich Uneinigkeit
bezüglich der Arbeitsfähigkeit
.
RAD-Arzt
Dr.
B._
sei der Ansicht, dass
in angepasster Tätigkeit
eine Arbeitsfähig
keit zwischen 50
und 80
%
bestehe. Beide RAD-Stellungnahmen würden indes weder auf einer Untersuchung beruhen noch sämtliche beklagten Beschwerden berücksichtigen und könnten deshalb zur Beurteilung seiner Arbeitsfähigkeit nicht herangezogen werden (S. 7
Ziff.
1.3). Vielmehr hätte die Beschwerde
gegnerin zur Beurteilung der Arbeitsfähigkeit auf das Gutachten der Krankentag
geldversicherung abstellen müssen, gemäss welchem ihm eine angepasste Tätig
keit zu 50
%
zumutbar sei. Die Beschwerdegegnerin habe nicht näher begründet,
weshalb sie sich nicht auf dieses Gutachten gestützt habe. Das Invalidenein
kommen wäre somit anhand einer Arbeitsunfähigkeit von 50
%
zu berechnen gewesen (S. 8
Ziff.
1.4-1.5). Für die Berechnung des
Valideneinkommens
hätte die Beschwerdegegnerin den letztmals tatsächlich erzielten Verdienst heranziehen müssen. Sie hätte die Gründe für die Kündigung noch weiter abklären müssen
. Er behalte sich
zudem
vor, wegen ungerechtfertigter fristloser Kündigung gegen seine Arbeitgeberin vorzugehen. Angesichts dessen stehe nicht fest, ob die Kündigung nicht auch im Zusammenhang mit seiner Arbeitsunfähigkeit gestanden habe (S. 9
Ziff.
2.4). Zudem sei er bereits im Zeitpunkt des Erhalts der Kündigung arbeitsunfähig gewesen
. Insofern dennoch auf statistische Werte ab
gestellt werde, sei der
Validenlohn
aufgrund des Kompetenzniveaus 3 zu berechnen, sodass in jedem Fall ein Anspruch auf eine
Dreiviertelsrente
resultiere
(S. 10
Ziff.
2.5
-2.7
).
2.3
Streitig und zu prüfen ist
, ob der Beschwerdeführer Anspruch auf eine Invaliden
rente hat und ob der Sachverhalt diesbezüglich
rechtsgenüglich
abgeklärt wurde
.
3.
3.1
Beim Erlass der
angefochtenen Verfügung
(
Urk.
2) lagen im Wesentlichen die
folgenden medizinischen Berichte vor:
3.
2
Die Ärzte der Klinik für K
ardiologie des Spitals C._
berichteten am 1
2.
November 2018 über die ambulante Nachkontrolle vom
2
8.
November 2018 (
Urk.
8/24/7-8) und nannten die folgenden, hier verkürzt aufgeführten Diagnosen (S. 1):
-
biologischer
Aortenklappenersatz
(29 mm) bei kombiniertem
Aorten
klappenvitium
mit schwerer Stenose bei
bikuspider
Aortenklappe am
1.
Juni 2017
-
dilative
Kardiomyopathie, ED (Erstdiagnose) im Mai 2017
Der Patient berichte
,
mit seinem Gesundheitszustand
insgesamt
zufrieden zu sein. Seit der kardiologischen Verlaufskontrolle letztes Jahr im September 2017 seien keine neuen Beschwerden aufgetreten (S. 1). Insgesamt zeige sich ein stabiler Verlauf bei Status nach biologischem
Aortenklappenersatz
bei
bikuspider
Aortenklappe mit schwerer Stenose im Juni 201
7.
Anamnestisch sei der Patient im Alltag normal leistungsfähig und kardial beschwerdefrei. In der klinischen Untersuchung sei er kardial kompensiert,
normoton
und
normokard
. Aufgrund der leicht eingeschränkten linksventrikulären Funktion sei der Beginn einer erneuten ACE-
Hemmertherapie
empfohlen worden (S. 2).
3.3
Mit Bericht
vom 1
1.
September 2019 (
Urk.
8/9/12-13)
diagnostizierte
Dr.
med. D._
, Facharzt für
Psychiatrie und Psychotherapie
, eine An
passungsstörung mit leichter depressiver Reaktion (ICD-10 F43.2; S. 1
Ziff.
1). Bisher habe
nur
eine Konsultation stattgefunden (S. 2
Ziff.
4.1). Der Patient sei zurzeit angeblich
vom Hausarzt
aufgrund der Rückenschmerzen zu 100
%
krank
geschrieben. Aus psychiatrischer Sicht könne ihm eine Tätigkeit zugemutet wer
den (S. 2
Ziff.
11).
3.4
Die Ärzte des
Wirbelsäulenzentrum
s
der Universitätsklinik
E._
stellten im Bericht vom 1
4.
September
2019
über die Sprechstunde vom
6.
September 2019
(
Urk.
8/
9/
1-2 =
Urk.
8/18/11-12)
nach gleichentags durch
geführtem Röntgen und MRI der Lendenwirbelsäule
die folgende
D
iagnose
(S. 1):
-
Lumbalgie und schmerzhaft sensomotorische L4 und L5
Radikulopathie
links mit/bei:
-
absoluter
Foramenstenose
L5/S1 links
-
hochgradiger
Foramenstenose
L4/
5 beidseits
und L5/S1 rechts
Die
Ärzte führten aus, dass die
radikulären
S
chmerzen
klinisch am ehesten wie eine L3-Radikulopathie links imp
oniert
en
. MR-tomographisch zeige sich jedoch eine absolute
Foramenstenose
L5/S1 links und
eine
relative
Foramenstenose
L4/5 beidseits und L5/S1 auf der rechten Seite. Im klinischen Unter
such finde sich
ein fraglich positives Trendelenburgzeichen links sowie eine Hypästhesie entlang dem
Dermatom
L4 und L5 am linken Unterschenkel. Sie hätten dem Patienten klar eine diagnostisch-therapeutische Infiltration der Nervenwurzel L4 und L5 vorgeschlagen. Bei absoluter
Foramenstenose
L5/S1 sei der Patient bereits über eine
Spondylodese
L4-S1 informiert worden (S. 2).
Im
Bericht vom 1
4.
Oktober 2019 über die Sprechstunde vom 1
1.
Oktober 2019 (
Urk.
8/18/13-14 =
Urk.
8/24/9-10)
führten d
ie Ärzte des
Wirbel
säulenzentrum
s
der Universitätsklinik
E._
aus
, dass
sich beim Patienten
trotz
der
diagnostisch therapeutischen Infiltration der Nervenwurzel L4/5
eine deutliche Schmerzprogredienz
zeige. Nach erneuter Empfehlung zur
Spondylodese
L4 bis S1 habe sich der Patient trotz einer gewissen ablehnenden Haltung nun für das operative Vorgehen entschieden (S. 1).
Im Bericht vom 1
7.
Oktober 2019 zuhanden der Krankentaggeldversicherung
(
Urk.
8/9/14-16)
hielten sie fest
, dass
die Infiltration erfolglos gewesen sei und
MR-tomographisch
ein gutes Korrelat zu den Schmerzen
bestehe
,
weshalb
die Indika
tion für eine Operation gegeben sei.
Bezüglich
der Arbeitsfähigkeit in der bisherigen
sowie in
e
iner angepassten Tätigkeit könnten sie
keine Aussage
machen
.
Zuerst müsse die operative Versorgung durchgeführt werden, danach könnten Eingliederungsmassnahmen diskutiert werden (S. 2 f.).
Gemäss
dem
Bericht der Ärzte
des Wirbelsäulenzentrums
der Universitätsklinik
E._
vom 2
5.
März 2020
(
Urk.
8/18/7-10)
sei die
für den 1
7.
Oktober 2019 angedachte
Spondylodese
auf Wunsch des P
atienten abgesagt worden
(S. 3).
3.5
Dr.
med.
A._
, Facharzt für
Allgemeine Innere Medizin und für Rheumatologie
, berichtete am 1
9.
Mai 2020 über die von der Krankentaggeld
versicherung in Auftrag gegebene fachärztliche Untersuchung (
Urk.
8/24/11-17 =
Urk.
8/47)
,
und stellte die folgende Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeits
fähigkeit (S. 4
Ziff.
4.1):
-
schmerzhafte sensorische
Radikulopathie
L4 und L5 links bei
-
MRI
-
dokumentierter absoluter
Foramenstenose
L5/S1 links, hoch
gradig L4/L5 beidseits und L5/S1 rechts
-
fehlender Besserung mit erheblicher Schmerzperzeption unter konservativ ausgeschöpften Therapieoptionen
Insgesamt seien die reproduzierbaren Befunde kohärent mit dem MRI-Befund, betreffend der Schmerzbekundung gebe es Hinweise auf eine gewisse Ver
deutlichungstendenz. Dieses Phänomen sei möglicherweise auf eine Verunsicherung zurückzuführen (S. 4
Ziff.
2). Es handle sich um eine klinisch reproduzierbare
radikuläre
Schmerzsymptomatik mit einem sensorischen Aus
fallssyndrom der Wurzel L4 und L5 links, mit radiologisch (MRI vom
6.
September 2019) objektivierbarer ausgeprägter
Stenosebildung
auf 2 Ebenen L5/S1 und L4/L5, welche mit der klinischen Symptomatik korreliere. Ohne
dekompressive
operative Behandlung sei seiner Ansicht nach nicht von einer Ver
besserung der Symptomatik auszugehen, im Gegenteil müsse festgehalten wer
den, dass sich die Situation weiterhin verschlechtern werde. Damit werde die Integration auf dem freien Markt zunehmend schwierig. Es sei nicht nur eine neurologische Symptomatik mit sensorischem Ausfall
zu bemerken
, sondern auch eine ausgeprägte Belastbarkeitseinschränkung im Rahmen der
radikulären
Schmerzsymptomatik. Konservativ therapeutisch sei die Situation ausgeschöpft, die Indikation zu einer operativen Dekompression sei begründet und ausgewiesen (S. 4 f.
Ziff.
5.1, vgl.
auch
S. 6
Ziff.
10 und
Ziff.
12
). Ein solcher Eingriff sei zu
mutbar und indiziert (S. 5
Ziff.
6). Vorläufig bestehe eine 100%ige Arbeitsun
fähigkeit
in angestammter Tätigkeit
mit
Reevaluation
nach einer durchgeführten LWS-Operation. Es könne nicht davon ausgegangen werden, dass der Patient danach die mitunter rückenbelastende Tätigkeit wiederum im vollen Pensum aus
führen könne. In einer rückenschonenden Tätigkeit, wechselnd sitzend und stehend, ohne gebückte Arbeitsabläufe und ohne Gewichtsbelastungen wiederholt über 10 kg, sei eine 50%ige Arbeitsfähigkeit bezogen auf ein volles Pensum
knapp zumutbar, auch wenn ein Arbeitgeber ihn mit dieser Schmerzsymptomatik kaum einstellen werde (S. 6
Ziff.
8-9).
3.6
Dr.
med. F._
, Facharzt für
Allgemeine Innere Medizin
, führte im Bericht vom
1
4.
Juli 2020 (
Urk.
8/24/1-5)
aus, dass er den Patienten seit 2009 behandle (
Ziff.
1.1)
,
und diagnostizierte
ein
lumboradikuläres
Syndrom links
mit Aus
wirkung auf die Arbeitsfähigkeit
(
Ziff.
2.5).
Vom
3
1.
Juli 2019 bis 2
8.
Februar 2
020 habe
für körperlich belastende Arbeiten
eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit bestanden, seit
1.
März 2020 sei der Patient diesbezüglich zu 80
%
arbeitsunfähig (
Ziff.
1.3). Körperlich belastende Arbeiten seien
nicht mehr möglich (
Ziff.
3.3), l
eichtere Arbeiten seien ihm für wenige Stunden pro Tag zumutbar (
Ziff.
4.1).
Ohne operative Behandlung s
e
i die Prognose zur Eingliederung ungünstig (
Ziff.
4.3).
3.7
Am 1
7.
Juli 2020 nahm
Dr.
med.
Z._
, Facharzt für
Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates
, Regionaler Ärztlicher Dienst (RAD), Stellung zum medizinischen Sachverhalt (
Urk.
8/44 S. 4-6). Beim Versicherten sei anhand der vorliegenden Arztberichte ein somatischer Gesund
heitsschaden ausgewiesen
,
einschliesslich einer sich daraus ableitenden Ein
schränkung der funktionellen Leistungsfähigkeit. Dieser Gesundheitsschaden sei spätestens seit Oktober 2019 stabil
. Die von
den Ärzten
der Universitätsklink
E._
empfohlene operative Therapie in Form einer
Spondylodese
L4-S1 (Ver
steifung der beiden untersten LWS-Segmente) sei vom Versicherten aus Angst vor der durchaus realistischen Möglichkeit eines schlechten postoperativen Ergebnisses bislang abgelehnt worden. Die aktenkundigen Angaben hinsichtlich der Arbeitsunfähigkeit in der bisherigen beziehungsweise zuletzt ausgeübten Tätigkeit als Objektmanager seien aus versicherungsmedizinisch-orthopädischer Sicht plausibel. Für diese Tätigkeit sowie für alle anderen körperlich belastenden Arbeiten bestehe seit 1
1.
Juli 2019 eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit (S. 5). Eine optimal behinderungsangepasste Tätigkeit sei allerdings im Gegensatz zur An
gabe im vertrauensärztlichen Bericht von
Dr.
A._
(vgl. vorstehend E. 3.5
)
, welcher aufgrund der chronischen Schmerzsymptomatik rein theoretisch eine knapp 50%ige Arbeitsfähigkeit für zumutbar erachtet habe, medizintheoretisch überwiegend wahrscheinlich vollzeitig zumutbar bei anzunehmender Leistungs
minderung von etwa 30
%
. Aufgrund der Notwendigkeit häufigerer Ruhepausen, um die Rückenmuskulatur zu entspannen und aufzulockern, resultiere retro
spektiv mindestens seit Mai 2020 eine
70%ige Arbeitsfähigkeit
. Entscheidend da
bei sei, dass im IV-Bereich Schmerzen alleine keine lang andauernde Arbeits
unfähigkeit begründen könnten. Das Belastungsprofil beinhalte eine körperlich leichte Arbeit, wechselbelastend zwischen häufigem Sitzen sowie gelegentlichem
Stehen und Gehen, ohne häufiges Bücken oder längeres Verharren in einer Zwangshaltung des Rumpfes, vor allem nicht in vornübergebeugter Position (S. 5 f.).
Bei der von den Ärzten der Universitätsklinik
E._
empfohlenen
Spondylodese
L4-S1 handle es sich keineswegs um eine «kleine» Operation und der Erfolg hin
sichtlich einer fast vollständigen oder auch nur
weitestgehenden
Schmerzfreiheit sei keineswegs sicher. Nach einem solchen Eingriff betrage die Rekonvaleszenz bis zum Erreichen des Endergebnisses, das heisse zur vollständigen knöchernen Konsolidierung und damit Erreichen des Zeitpunkts, an dem über eine Arbeits
fähigkeit nachgedacht werden könne, im günstigsten Fall mindestens 8-10 Monate. Ferner könne es auch zur Entwicklung einer Pseudoarthrose und damit zur Notwendigkeit eines Revisionseingriffs kommen. Ganz abgesehen davon wäre eine körperlich belastende Tätigkeit auch im günstigsten Fall einer vollständigen Konsolidierung dauerhaft nicht mehr mö
glich beziehungsweise zumutbar. Aus versicherungsmedizinisch-orthopädischer Sicht sei eine
Spondylodese
im LWS-Bereich somit keinesfalls im Rahmen der Mitwirkungspflicht zumutbar, wenn
gleich sie wegen der sensomotorischen Nervenwurzelreizung natürlich aus rein kurativ-orthopädischer Sicht zu empfehlen sei (S. 6).
4.
4.1
Die Beschwerdegegnerin beurteilte den Leistungsanspruch des Beschwerdeführers im Wesentlichen gestützt auf die Aktenbeurteilung durch RAD-Arzt
Dr.
Z._
vom Juli 2020
(vorstehend E. 3.7
).
Sie ging in ihrer Verfügung
vom 1
7.
März 2021
(
Urk.
2) davon aus, dass
dem Beschwerdeführer die bisherige Tätigkeit nicht mehr zumutbar
sei
,
e
ine körperlich leichte T
ätigkeit unter Berücksichtigung
des
Belastungsprofils
ihm s
eit 1
9.
Mai 2020
indes
zu 70
%
möglich
sei
(vorstehend E. 2.1)
.
Demgegenüber machte der Beschwerdeführer geltend
, gestützt auf den
beweiskräftigen
Bericht von
Dr.
A._
vo
m Mai 2020 (vgl. vorstehend E. 3.5
)
sei
lediglich
eine 50%ige Arbeitsfähigkeit in einer angep
assten Tätigkeit ausge
wiesen
. A
nhand eines korrekt durchgeführten
Einkommensvergleich
s
resultiere ein Anspruch auf eine
Dreiviertelsrente
(vorstehend E. 2.2).
4.2
Der Beweiswert von RAD-Berichten nach Art. 49 Abs. 2 IVV ist mit
jenem externer medizinischer Sachverständigengutachten
vergleichbar, sofern sie den praxisgemässen Anforderungen an ein ärztliches Gutachten (BGE 134 V 231 E. 5.1) genügen und die Arztperson über die notwendigen fachlichen Qualifikationen verfügt (BGE 137 V 210 E. 1.2.1).
Soll ein Versicherungsfall ohne
Einholung eines externen Gutachtens entschieden werden, so sind an die Beweis
würdigung strenge Anforderungen zu stellen. Bestehen auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der versicherungsinternen ärztlichen Feststellungen, sind ergänzende Abklärungen vorzunehmen
(BGE 145 V 97 E. 8.5, 142 V 58 E. 5.1 mit Hinweisen).
Reine Aktengutachten sind beweiskräftig, sofern ein lückenloser Befund vorliegt und es im Wesentlichen nur um die fachärztliche Beurteilung eines an sich fest
stehenden medizinischen Sachverhalts geht, mithin die direkte ärztliche Befassung mit der versicherten Person in den Hintergrund rückt (Urteil des Bundesgerichts 8C_750/2020 vom 23. April 2021 E. 4 mit Hinweisen).
4.3
Lediglich gestützt auf die vorhandenen medizinischen Akten gelangte RAD-Arzt
Dr.
Z._
in seiner Stellungnahme
vo
m 1
7.
Juli 2020 (vorstehend E. 3.7
)
zum Schluss, dass der Beschwerdeführer in der bisherigen Tätigkeit als Objektmanager seit 1
1.
Juli 2019 durchgehend und bis auf Weiteres zu 100
%
arbeitsunfähig sei und
in einer optimal behinderungsangepassten Tätigkeit
seit Mai 2020 eine 70%ige Leistungsfähigkeit bestehe.
Dabei nahm er weder Bezug auf die objektiven Befunde noch setzte er sich vertieft
mit den A
uswirkungen der gesundheitlichen
Einschränkungen
auseinander
. Er
legte
damit
nicht substantiiert dar
, inwiefern
der vorhandene Gesundheitsschaden
das
funktionelle
Leistungs
vermögen
des Beschwerdeführers im Umfang der
attestierten
Leistungsminderung
von 30
%
zu schmälern vermag.
Als nicht überzeugend und
rechtsgenüglich
begründet erweist sich sodann
die
seines Erachtens
entscheidende
– im Übrigen zur Frage der Rechtsanwendung zählende -
Argumentation
,
wonach
im Bereich der Invalidenversicherung
Schmerzen allein
e
keine lang andauernde A
rbeits
unfähigkeit begründe
n würden
.
Dies
gilt
u
mso mehr,
als
gemäss Bericht der Ärzte der Universitätsklinik
E._
vom 1
7.
Oktober 2019 (vorstehend E. 3.4
)
MR-tomographisch
sichtliche
pathomorphologische
Korrelate
zu den Schmerzen
des Beschwerdeführers
bestehen
.
Des Weiteren
hielt
auch
Dr.
A._
in seinem Bericht v
om 1
9.
Mai 2020 (vorstehend E. 3.5
)
fest
, dass es sich um eine klinisch reproduzierbare
radikuläre
Schmerzsymptomatik mit radiologisch objektivier
barer
Stenosebildung
handle, welche mit der klinischen Symptomatik korreliere.
Im Gegensatz zum RAD-Arzt erachtete
Dr.
A._
den Beschwerdeführer in einer angepassten Tätigkeit lediglich als zu 50
%
arbeitsfähig.
Vorliegend fehlt es der
RAD-Stellungnahme indes an einer Auseinandersetzung mit der divergierenden
fachärztlichen
Beurteilung durch
Dr.
A._
.
Damit ergeben sich zumindest Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der Aktenbeurteilung durch RAD-Arzt
Dr.
Z._
,
auf welcher der abweisende
Leistungsentscheid der Beschwerdegegnerin massgeblich beruhte
.
Sie erlaubt
so
mit
keine rechtsverbindliche Beur
teilung der Arbeitsfähigkeit des Beschwerde
führers,
weshalb
sich
ergänzende Abklärungen
als notwendig erweisen
(vgl. vor
stehend E. 4.2
).
4.4
Auch gestützt auf
die
weiteren aktenkundigen Berichte
lassen sich der Gesund
heitszustand des Beschwerdeführers und dessen Auswirkungen auf die Arbeits
fähigkeit nicht abschliessend beurteilen. Dass
Dr.
A._
im
Bericht v
om 1
9.
Mai 2020 (vorstehend E. 3.5
)
eine dem Leiden angepasste
Tätigkeit
als
zu 50
%
zumutbar erachtete
, leuchtet mangels einer Diskussion der Befunde sowie
einer
Auseinandersetzung mit den Auswirkungen der funktionellen Einschränku
ngen nicht ein
und erweist sich als zu wenig belegt.
Damit fehlt es der von
Dr.
A._
attestierten
Arbeitsfähigkeit
an einer
nachvollziehbare
n
Grundlage
.
Auch gestützt auf die nicht näher begründete
Beurteilung
der Arbeitsfähigkeit
durch
den Haus
arzt
Dr.
F._
vom 1
4.
Juli 2020 (vorstehend E. 3.6
) lassen sich der Gesundheits
zustand des Beschwerdeführers und dessen Auswirkungen auf die Arbeitsfähig
keit nicht
rechtsgenüglich
feststellen.
In Bezug auf Berichte von Hausärztinnen und Hausärzten wie überhaupt von behandelnden Arztpersonen beziehungsweise Therapiekräften ist ferner auf die Erfahrungstatsache hinzuweisen, dass diese mit
unter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patientinnen und Patienten aussagen (BGE 135 V 465 E. 4.5, 125 V 351 E. 3b/cc).
Seitens
der Ärzte der Universitätsklinik
E._
wurde
sodann
keine Beurteilung der Arbeitsfähigkeit
vorgenommen
(vorstehend E. 3.3
)
.
Eine abschliessende Beurteilung des soma
tischen Gesundheitszustandes des Beschwerdeführers
und der Frage, welche Arbeit
sleistung ihm
noch zugemutet werden kann, ist gestützt auf die vorliegenden Berichte somit nicht möglich.
Da
mit fehlt es vorliegend an der Grundlage für einen Entscheid
, weshalb dieser auf
zuheben und die Sache an die Beschwerdegegnerin zur rheumatologisch-ortho
pädischen Abklärung des Gesundheitszustandes des Beschwerdeführers zurück
zuweisen ist
.
5.
5.1
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog.
Invalideneinkommen), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der Einkommens
vergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des Einkommens
vergleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2, 128 V 29 E. 1
).
Sind
indessen Validen- und Invalideneinkommen ausgehend vom gleichen Tabellenlohn zu berechnen, er
übrigt sich deren genaue Ermittlung.
Diesfalls
entspricht der Invaliditätsgrad dem Grad der Arbeitsunfähigkeit unter Berücksichtigung eines allfälligen Abzugs vom Tabellenlohn. Dies stellt keinen «Prozentvergleich» dar, sondern eine rein rechnerische Vereinfachung (Urteil des Bundesgerichts 8C_148/2017 vom 1
9.
Juni 2017 E. 4 unter Hinweis auf Urteil 9C_675/2016 vom 1
8.
April 2017 E. 3.2.1).
5.2
Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist für die Ermittlung des
Validen
einkommens
entscheidend, was die versicherte Person im Zeitpunkt des frühest
möglichen Rentenbeginns nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrschein
lichkeit als Gesunde tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung an
gepassten Verdienst angeknüpft, da es empirischer Erfahrung entspricht, dass die bisherige Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden fortgesetzt worden wäre. Aus
nahmen müssen mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt sein (BGE 144 I 103 E. 5.3, 139 V 28 E. 3.3.2, 135 V 58 E. 3.1, 134 V 322 E. 4.1).
Ist
mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass die versicherte Person die bisherige Tätigkeit unabhängig vom Eintritt der Invalidität nicht mehr ausgeübt hätte, kann das
Valideneinkommen
auf Grundlage der vom Bundesamt für Statistik herausgegebenen Schweizerischen Lohnstrukturerhebung (LSE) berechnet werden, wobei die für die
Entlöhnung
im Einzelfall gegebenenfalls relevanten persönlichen und beruflichen Faktoren zu berücksichtigen sind (BGE 139 V 28 E. 3.3.2; Meyer/
Reichmuth
, Bundesgesetz über die Invaliden
versicherung, 3. Auflage 2014,
Rn
55 f. zu Art.
28a
).
5
.3
Für die Bestimmung des Invalideneinkommens können nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für Statistik periodisch heraus
gegebenen Lohnstrukturerhebungen (LSE) herangezogen werden (BGE 139 V 592 E. 2.3, 135 V 297 E. 5.2, 129 V 472 E. 4.2.1). Dabei sind grundsätzlich die im Verfügungszeitpunkt aktuellsten veröffentlichten Tabellen der LSE zu verwenden (BGE 143 V 295 E. 4.1.3; zur Verwendung der aktuellsten statistischen Daten bei Rentenrevisionen vgl. BGE 143 V 295 E. 4.2.2, 142 V 178 E. 2.5.8.1, 133 V 545
E. 7.1). Die Verwendung der Tabellenlöhne ist subsidiär, das heisst deren
Beizug
erfolgt nur, wenn eine Ermittlung des Invalideneinkommens aufgrund und nach Massgabe der konkreten Gegebenheiten des Einzelfalles nicht möglich ist (vgl. BGE 142 V 178 E. 2.5.7, 139 V 592 E. 2.3, 135 V 297 E. 5.2; vgl. auch Meyer/
Reichmuth
,
Bundesgesetz über die Invalidenversicherung, 3. Auflage 2014,
Rn
55 und 89 zu Art. 28a, mit weiteren Hinweisen auf die Rechtsprechung).
5.4
Mit der Begründung, dem Beschwerdeführer sei in der bisherigen Tätigkeit als Objektmanager bei der
Y._
AG
nicht aus gesundheitlichen Grün
den gekündigt worden, stellte die Beschwerdegegnerin für die Berechnung des
Valideneinkommens
auf statistische Werte ab. Aufgrund
seiner
fehlenden Berufs
ausbildung berechnete sie das
Valideneinkommen
gestützt auf das
gemäss Lohn
strukturerhebung (LSE) 2018 des Bundesamtes für Statistik, Tabelle TA1, Total, Kompetenzniveau 1, von Männern für einfache Tätigkeiten körperlicher oder handwerklicher Art durchschnittlich erzielte E
inkommen
.
Da sie das Invaliden
einkommen ausgehend vom
selben
Tabellenlohn berechnete
(vgl. vorstehend E. 5.1
)
, resultierte gestützt auf die vom RAD-Arzt attestierte 70%ige Arbeitsfähigkeit in angepasster Tätigkeit ein Invaliditätsgrad von 30
%
(
Urk.
8/44 S. 8 f., vgl.
Urk.
2 S. 2).
5.5
H
insichtlich des
von der Beschwerdegegnerin gestützt auf
den Zentralwert des Kompetenzniveaus 1 errechneten
Valideneinkomm
ens
ist das Folgende anzu
merken
:
Gemäss Arbeitgeberfragebogen vom
3.
Februar 2020 (
Urk.
8/16/1-9
) war der Beschwerdeführer vom
1.
August 1999
bis 1
1.
Juli 2019 und damit knapp 20 Jahre als Objektmanager bei der
Y._
AG
tätig.
Er
verfügt
zwar
über keine
Berufsau
sbildung im Facility Management
,
aus dem
Arbeitgeber
frageboge
n vom
3.
Februar 2020 sowie
dem
Arbeitszeugnis vom 1
1.
Juli 2019
geht hinsichtlich der von ihm wahrgenommenen Aufgabenbereiche indes hervor
, dass
er
insbesondere
für die
Beratung und Betreuung von Kunden, die Organisation und Optimierung der Arbeitsabläufe sowie die
Führung und Betreuung von rund 40 Mitarbeitenden inklusive Rekrutierung, Einführung, Schulung und Förderung zuständig war (
Urk.
8/16/3,
Urk.
8/28/3-4) und dabei
gemäss Arbeitgeberfragebogen
seit Januar 2017
ein
jährliches Einkommen von
Fr.
98'020.-- erzielte (vgl.
Urk.
8/16/5
Ziff.
5.1).
Aus dem
Auszug aus dem individuellen Konto (IK-Auszug) vom 2
9.
Januar 2020 (
Urk.
8/14)
ist
diesbe
züglich
ersichtlich, dass seine Einkommen aus der Tätigkeit bei der
Y._
AG respektive deren Tochter
unterneh
mung (G._
AG) bereits seit dem Jahr 2000 entsprechend hoch ausfielen.
Im Rahmen
seiner zuletzt aus
geübten Tätigkeit als
Objektma
nager nahm der Beschwerdeführer
über viele Jahre
F
ührungsaufgaben
wahr,
trug Verantwortung für diverse Mitarbeitende
und er
zielte ein dem breiten
und anspruchsvollen
Aufgabenspektrum entsprechendes
Einkommen.
Angesichts dessen erscheint f
ür
die Berechnung des
Valideneinkommens
ent
gegen der Beschwerdegegnerin der
Zentralwert des Kompetenzniveaus 1
für
ein
fache Tätigkeiten körperlicher oder handwerklicher Art
als unzutreffend
, denn auf statistische Angaben darf nur unter Mitberücksichtigung der für die
Ent
löhnung
im Einzelfall relevanten persönlichen und beruflichen Faktoren ab
gestellt werden
(BGE 139 V 28 E. 3.3.2)
.
Auch wenn Berufserfahrung allein eine fehlende anerkannte Berufsausbildung nicht aufzuwiegen vermag, so
lässt die vorliegende Zuweisung in das Kompetenzniveau 1 die
langjährige Führungs
erfahrung
wie auch
allenfalls absolvierte
bereichsspezifische
Weiterbildungen
ausser Acht
.
Der von der Beschwerdegegnerin durchgeführte «Prozentvergleich» (vgl. vorstehend E. 5.1
und E. 5.4
) erweis
t sich damit als nicht korrekt.
Per
1
1.
Juli 2019 wurde dem Beschwerdeführer fristlos gekündigt
(
Urk.
8/16/12
)
.
Als Gründe für die fristlose Kündigung nannte die Arbeitgeberin
Unregelmässig
keiten bei Arbeitseinsätzen und Mitarbeiterdispositionen
(
Urk.
8/16/1
Ziff.
2
.1).
Dem Protokoll zum telefonischen Erstgespräch in der Eingliederungsberatung vom 1
9.
Oktober
2020 ist diesbezüglich zu entnehmen, dass der Beschwerde
führer gerichtlich gegen seine ehemalige Arbeitgeberin
wegen missbräuchlicher Kündigung
vorgehe (
Urk.
8/42 S. 9).
Im Rahmen der
Beschwerdeschrift vom
3.
Mai 2021 (
Urk.
1)
äusserte er sich dahingehend, dass er sich ein gerichtliches Vorgehen gegen seine ehemalige Arbeitgeberin
wegen ungerechtfertigter frist
loser Kündigung
vorbehalte
(
Urk.
1 S. 9
Ziff.
2.4
).
Ob und inwiefern die
gesund
heitlichen Beschwerden wesentlic
h zu der Kündigung im Jahr 2019
beitrugen
, geht aus de
n vorhanden Akten nicht hervor.
Auffallend ist in diesem Zusammen
hang die zeitliche Nähe des Eintritts der Arbeitsunfähigkeit nur ein Tag vor der fristlosen Entlassung am 1
0.
Juli 201
9.
Unklar ist
auch
, ob
der Beschwerdeführer die
Missbräuchlichkeit
der
Kündigung gerichtlich geltend machte
.
I
nsoweit erweisen sich die Umstände der Kündigung als umstritten
und es lässt sich nicht beurteilen, ob ein subsidiäres Abstellen auf Tabellenlöhne überhaupt zulässig ist
.
Nach Durchführung der in medizinischer Hinsicht notwendigen Abklärung
en (vgl. vorstehend E. 4.4) hat
die Beschwerdegegnerin im Rahmen eines
korrekten Einkommensvergleichs gegebenenfalls auch das Ergebnis eines allfälligen
Gerichtsverfahrens
wegen ungerechtfertigter fristloser Entlassung
zu berück
sichtigen
.
5.6
Zusammenfassend ist festzuhalten, dass
sich
der von der Beschwerdegegnerin
durchgeführte «Prozentvergleich»
beziehungsweise der
ausgehend vom gleichen Ta
bellenlohn
für das Validen- und Invalideneinkommen
(vgl. vorstehend E. 5.1 und E. 5.4
)
durchgeführte Einkommensvergleich
als nicht korrekt erweis
t
.
Ungenügend abgeklärt und begründet erweisen sich in diesem Zusammenhang insbesondere die Umstände der Kündigung und die Frage, ob subsidiär auf statistische Werte abzustellen ist, sowie die Wahl des zutreffenden Tabellenlohns.
6.
6.1
Das Gericht kann die Angelegenheit zu neuer Entscheidung an die Vorinstanz zurückweisen,
besonders
wenn mit dem angefochtenen Entscheid nicht auf die Sache eingetreten oder der Sachverhalt ungenügend festgestellt wurde (§ 26 Abs. 1 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht,
GSVGer
). Gemäss stän
diger Rechtsprechung ist in der Regel von der Rückweisung – da diese das Ver
fahren verlängert und verteuert – abzusehen, wenn die Rechtsmittelinstanz den Prozess ohne wesentliche Weiterungen erledigen kann. In erster Linie kommt eine Rückweisung in Frage, wenn der Versicherungsträger auf ein Begehren überhaupt nicht eingetreten ist oder es ohne materielle Prüfung abgelehnt hat, wenn schwierige Ermessensentscheide zu treffen sind, oder wenn der
ent
scheid
relevante
Sachverhalt ungenügend abgeklärt ist (vgl. Urteil des Bundesgerichts U 209/02 vom 10. September 2003 E. 5.2).
6.2
Vorliegend ergibt sich, dass ein abschliessender materieller Entscheid gestützt auf die vorhandenen medizinischen Akten nicht möglich is
t,
da der
entscheid
relevante
Sachverhalt
durch die Beschwerdegegnerin
nicht hinreichend abgeklärt wurde.
Die vorhandenen medizinischen Unterlagen erlauben keine zuverlässige Beurteilung der Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers, weshalb die Beschwerdegegnerin weitere Abklärungen
hinsichtlich des rheumatologischen und orthopädischen Gesundheitszustands des Beschwerdeführers
vorzunehmen hat.
Die angefochtene Verfügung (
Urk.
2) ist folglich aufzuheben und die Sache
an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen, damit
sie
ein fachärztliches Gutachten einhole und nach Durchführung eines korrekten Einkommensvergleichs im Sinne der Erwägungen
sowie unter Berücksichtigung des Ergebnisses eines allfälligen Gerichtsverfahrens wegen ungerechtfertigter fristloser Entlassung
über den Rentenanspruch des Beschwerdeführers neu verfüge. In diesem Sinne ist die Beschwerde gutzuheissen.
7.
7.1
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrens
aufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG) und auf
Fr.
7
00.-- anzusetzen. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind sie der unterliegenden Beschwerdegegnerin aufzuerlegen.
7.2
Nach ständiger Rechtsprechung gilt die Rückweisung der Sache an die Ver
waltung zur weiteren Abklärung und neuen Verfügung als vollständiges Ob
siegen (BGE 137 V 57 E. 2.2), weshalb
der
vertretene Beschwerdeführer Anspruch auf eine Prozessentschädigung hat.
Diese wird ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache, der Schwierigkeit des Prozesses und dem Mass des Obsiegens bemessen (
§
34
Abs.
3
GSVGer
) und ist beim praxisge
mässen Stundenansatz von
Fr.
220
.-- (ohne
MWSt
)
ermessensweise auf
Fr.
2
'
000
.
-- (inkl.
Barauslagen und Mehrwertsteuer
) festzusetzen
. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens ist sie der unterliegenden Beschwerdegegnerin aufzuerlegen
.