# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 47281c35-9464-42b6-93d8-2943c73d259d
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2017
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
,
geboren 1972, gelernter Maschinenschlosser, meldete sich am 11. September 1997 (Eingangsdatum) wegen der Folgen einer am 13. November 1996 erlittenen Unterschenkeltrümmerfraktur bei der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stell
e, zum Leistungsbezug an (Urk. 8
/9). Die IV-Stelle
nahm medizinische und beruflich
erwerbliche Abklärungen vor und sprach dem Versicherten mit Verfügung vom 3. September 1998 gestützt auf einen Invalidi
tätsgrad von 100 % mit Wirkung ab dem 1. November
1997 eine ganze Rente zu (Urk. 8
/32). Anlässlich mehrerer Revisionsverfahren bestätigte die IV-Stelle den Anspruch des Versicherten auf eine ganze Rente mit Verfügungen
vom 17. August 1999 (Urk. 8/49) und 22. Mai 2002 (Urk. 8
/142) sowie mit Mittei
lung
en vom 11. November 2003 (Urk. 8
/1
67) und 26. Oktober 2007 (Urk. 8
/209).
1.2
Im November 2010 leitete die IV-Stelle ein weiteres Revisionsverfahren ein
und gab bei Dr.
med.
Y._
, FMH Innere Medizin
und FMH Rheumatologie,
und Dr.
med.
Z._
, FMH Psychiatrie und Psychotherapie, ein bidiszipli
näres Gutachten in Auftrag, das am 5. Ap
ril 2012 erstattet wurde (Urk. 8/232-234).
Nach durchgeführtem Vorbescheidverfahren (Vorbesch
eid vom 6. Dezember 2012, Urk. 8/242
, und Einwa
nd vom 11. Dezember 2012 bzw. 5. Februar 2013, Urk. 8/244 und Urk. 8
/251) hob die IV-Stelle die Rente des Versicherten mit Verfügung vom 18. März 2013
(Urk. 8/253)
gestützt auf einen Invaliditätsgrad von 15 % auf das Ende des der Zustellung der Verfüg
ung fol
genden Monats auf, was vom Sozialversicherungsgericht mit Urteil IV.2013.00377 vom 29. September 2014 (Urk. 8/269) und vom Bundesgericht mit Urteil 9C_821/2014 vom 29. Dezember 2014 (Urk. 8/276) bestätigt wurde.
1.3
Am 23. November 2015 (Eingangsdatum) meldete sich der Versicherte erneut bei der IV-Stelle zum Leistungsbezug an (Urk. 8/285; vgl. auch Bericht des Medizinischen Zentrums A._ vom 11. November 2015, Urk. 8/283/1-4). Mit Vorbescheid vom 5. Januar 2016 stellte die IV-Stelle dem Versicherten die Abweisung seines Leistungsbegehrens in Aussicht (Urk. 8/293), wogegen dieser am 20. Januar respektive 25. Februar 2016 Einwand erhob (Urk. 8/294 und Urk. 8/298). In der Folge holte die IV-Stelle den Bericht der B._ vom 11. April 2016 (Urk. 8/302) und den Bericht von Dr. med. C._, FMH Allgemeine Innere Medizin, vom 23. Mai 2016 (Urk. 8/306) ein. Hierzu liess sich der Versicherte am 11. Juli 2016 vernehmen (Urk. 8/313). Daraufhin nahm die IV-Stelle den Bericht der Klinik für Urologie des D._ vom 22. Juli 2016 zu den Akten (Urk. 8/314). Schliesslich verneinte sie mit Verfügung vom 29. September 2016 einen Anspruch des Versicherten auf Leistungen der Invalidenversiche
rung, da aus versicherungsmedizinischer Sicht seit Erlass der Verfügung vom 18. März 2013 keine wesentliche Veränderung ausgewiesen sei (Urk. 2).
2.
Dagegen erhob der Versicherte am 27. Oktober 2016 Beschwerde und beantrag
te, es sei die angefochtene Verfügung aufzuheben und es sei ihm eine Dreivier
telsrente auszurichten; eventuell sei von Amtes wegen eine Oberbegutachtung anzuordnen, um seinen Arbeitsunfähigkeitsgrad festzustellen. Zudem ersuchte der Beschwerdeführer um Bewilligung der unentgeltlichen Prozessführung (Urk. 1 S. 1; vgl. auch Urk. 3/1-6). Die Beschwerdegegnerin beantragte mit Beschwerdeantwort vom 29. November 2016 die Abweisung der Beschwerde (Urk. 7). Am 1. Februar 2017 erstreckte das Gericht die dem Beschwerdeführer mit Verfügung vom 1. November 2016 angesetzte Frist zur Einreichung des ausgefüllten Formulars zur Abklärung der prozessualen Bedürftigkeit und der Belege zu seiner aktuellen finanziellen Situation letztmals bis am 2. März 2017 (Urk. 5 und Urk. 10). Am 10. März 2017 wurde dem Beschwerdeführer die Beschwerdeantwort zugestellt (Urk. 11). Am 12. April 2017 reichte der Beschwerdeführer das ausgefüllte Formular zur Abklärung der prozessualen Bedürftigkeit inkl. Beilagen ein (Urk. 12-14). Mit Eingabe vom 20. November 2017 (Urk. 15) legte er zwei weitere Arztberichte vom 10. und vom 14. November 2017 (Urk. 16/1-2) ins Recht, welche der Beschwerdegegnerin am 21. November 2017 zur Kenntnis gebracht wurden (Urk. 17).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Akten wird, soweit erforderlich, im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen eingegangen.

## Considerations

Das Gericht zieht in Erwägung:
1.
1.1
Wurde eine Rente wegen eines zu geringen Invaliditätsgrades
verweigert,
so wird nach Art. 87 Abs. 3 der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV)
eine neue Anmeldung nur geprüft, wenn die Voraussetzungen gemäss
Abs.
2 dieser Bestimmung erfüllt sind. Danach ist im Revisionsgesuch glaubhaft zu machen, das
s sich der Grad der Invalidität
der versicherten Person in einer für den Anspruch erheblichen Weise geändert hat. Tritt die Verwaltung auf die Neuanmeldung ein, so hat sie die Sache materiell abzuklären und sich zu ver
gewissern, ob die von der versicherten Person glaubhaft gemachte Veränderung des Invalidit
ätsgrades
auch tatsächlich eingetreten ist; sie hat demnach in ana
loger Weise wie bei einem Revisionsfall nach
Art.
17
Abs.
1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (
ATSG
)
vorzugehen (BGE 117 V 198 E. 3a, vgl. auch BGE 133 V 108 E. 5.2). Stellt sie fest, dass der Invaliditätsgrad seit Erlass der früheren rechtskräftigen Verfügung keine Ver
änderung erfahren hat, so weist sie das neue Gesuch ab. Andernfalls hat sie zunächst noch zu prüfen, ob die festgestellte Veränderung genügt, um nunmehr eine anspruchsbegründende Invalidität zu bejahen, und hernach zu beschlies
sen. Im Beschwerdefall obliegt die gleiche materielle Prüfungspflicht auch dem Gericht (BGE 117 V 198 E. 3a, 1
09 V 108 E. 2b).
1.2
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
ATSG)
.
Sie kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung,
IVG).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beein
trächtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursach
te und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommen
den ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.3
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie körperliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 8 ATSG bewirken.
Rechtsprechungsgemäss ist bei psy
chischen Beeinträchtigungen zu prüfen, ob ein seelische
s Leiden
mit Krank
heitswert besteht, welche
s
die versicherte Person auch bei Aufbietung allen guten Willens daran hindert, ein rentenausschliessendes Erwerbseinkommen zu erzielen (Art. 7 Abs. 2 Satz 2 ATSG;
BGE 139 V 547
E. 5;
131 V 49
E. 1.2;
130 V 352
E. 2.2.1; vgl. Urteile des Bundesgerichtes 8C_614/2015 vom 15. Dezember 2015 E. 5
und 9C_125/2015 vom 18. November 2015 E.
5.4.
).
Die Annahme eines psychischen Gesundheitsschadens im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG sowie Art. 3 Abs. 1 und Art. 6 ATSG setzt grundsätzlich eine lege artis auf die Vorgaben eines anerkannten Klassifikationssystems abgestützte psychiatrische Diagnose voraus (vgl. BGE 130 V 396; Urteile des Bundesge
richts 8C_616/2014 vom 25. Februar 201
5
E. 5.3.3.3 und 9C_739/2014 vom 30. November 2015 E. 3.2). Eine fachärztlich festgestellte psychische Krankheit ist jedoch nicht ohne weiteres gleichbedeutend mit dem Vorliegen einer Invali
dität. In jedem Einzelfall muss eine Beeinträchtigung der Arbeits- und Erwerbs
fähigkeit unabhängig von der Diagnose und grundsätzlich unbesehen der Ätio
logie ausgewiesen und in ihrem Ausmass bestimmt sein. Es ist nach einem weitgehend objektivierten Massstab zu beurteilen, ob und inwiefern der versi
cherten Person trotz ihres Leidens die Verwertung ihrer Restarbeitsfähigkeit auf dem ihr nach ihren Fähigkeiten offen stehenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt noch sozial-praktisch zumutbar und für die Gesellschaft tragbar sei (BGE 141
V
281 E. 3.7.3; 136 V 279 E. 3.2.1; BGE 127 V 294 E. 4c; vgl. Urteile des Bundes
gerichtes 8C_614/2015 vom 15. Dezember 20
15 E. 5 und 8C_731/2015 vom 18.
April 2016 E. 4.1).
1.
4
1.4.1
Gemäss der mit BGE 130 V 352 begründeten und seither stetig weiter entwi
ckelten Rechtsprechung vermochten eine fachärztlich (psychiatrisch) diagnosti
zierte somatoforme Schmerzstörung und vergleichbare psychosomatische Lei
den (BGE 140 V 8 E. 2.2.1.3) in der Regel keine lang dauernde, zu einer Invali
dität im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG führende Arbeitsunfähigkeit zu bewirken. Vielmehr bestand die Vermutung, dass solche Beschwerdebilder oder ihre Fol
gen mit einer zumutbaren Willensanstrengung überwindbar seien und nur bestimmte Umstände, welche die Schmerzbewältigung intensiv und konstant behindern, den Wiedereinstieg in den Arbeitsprozess unzumutbar machten, weil die versicherte Person alsdann nicht über die für den Umgang mit den Schmer
zen notwendigen Ressourcen verfügt (zur Entstehungsgeschichte dieser Praxis: BGE 135 V 201 E. 7.1.2; Urteil des Bundesgerichtes 9C_739/2014 vom 30. November 2015 E. 2.1).
1.4.2
Mit BGE 141 V 281 hat das Bundesgericht die Überwindbarkeitsvermutung auf
gegeben und das bisherige Regel-/Ausnahme-Modell durch einen strukturierten normativen Prüfungsraster ersetzt. In dessen Rahmen wird im Regelfall anhand von auf den funktionellen Schweregrad bezogenen Standardindikatoren das tatsächlich erreichbare Leistungsvermögen ergebnisoffen und symmetrisch beurteilt, indem gleichermassen den äusseren Belastungsfaktoren wie den vor
handenen Ressourcen Rechnung getragen wird (BGE 141 V 574 E. 4.2 mit Hin
weisen; Urteil des Bundesgerichts 9C_534/2015 vom 1. März 2016 E. 2.2 mit Hinweisen). Die Anerkennung eines rentenbegründenden Invaliditätsgrades ist nur zulässig, wenn die funktionellen Auswirkungen der medizinisch festgestell
ten gesundheitlichen Anspruchsgrundlage im Einzelfall anhand der Standardin
dikatoren schlüssig und widerspruchsfrei mit (zumindest) überwiegender Wahr
scheinlichkeit nachgewiesen sind (BGE 141 V 281 E. 6; BGE 141 V 547 E. 2; Urteil des Bundesgerichts 8C_28/2016 vom 15. April 2016 E. 3.2).
1.4.3
Für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit bei Vorliegen einer anhaltenden soma
toformen Schmerzstörung oder eines damit vergleichbaren psychosomatischen Leidens (BGE 141 V 281 E. 4.2) sind Indikatoren beachtlich, die das Bundesge
richt wie folgt systematisiert hat (BGE 141 V 281 E. 4.3.1):
-
Kategorie „funktioneller Schweregrad"
-
Komplex „Gesundheitsschädigung"
-
Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde
-
Behandlungs- und Eingliederungserfolg oder –resistenz
-
Komorbiditäten
-
Komplex „Persönlichkeit" (Persönlichkeitsdiagnostik, persönliche Res
sourcen)
-
Komplex „Sozialer Kontext"
-
Kategorie „Konsistenz" (Gesichtspunkte des Verhaltens)
-
gleichmässige Einschränkung des Aktivitätenniveaus in allen ver
gleich
baren Lebensbereichen
-
behandlungs- und eingliederungsanamnestisch ausgewiesener Lei
dens
druck
Diese
Standardindikatoren erlauben - unter Berücksichtigung leistungshindern
der äusserer Belastungsfaktoren einerseits und Kompensationspotenzialen (Res
sourcen) anderseits - das tatsächlich erreichbare Leistungsvermögen einzu
schätzen (BGE 141 V 281 E. 3.4-3.6 und E. 4.1; Urteil des Bundesgerichts 9C_534/2015 vom 1. März 2016 E. 2.2.1).
1.5
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkom
men), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog. Valideneinkommen). Der Einkom
mensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die b
eiden hypo
thetischen Erwerbsein
kommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des Einkom
mensvergleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
1.6
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betä
tigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich min
des
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine Vier
telsrente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine Dreiviertelsren
te und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.7
1.7.1
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorak
ten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuch
tet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c)
.
1.7.2
Nach Art. 49 Abs. 1 IVV beurteilen die regionalen ärztlichen Dienste (RAD) die medizinischen Voraussetzungen des Leistungsanspruchs. Die geeigneten Prüf
methoden können sie im Rahmen ihrer medizinischen Fachkompetenz und der allgemeinen fachlichen Weisungen des Bundesamtes frei wählen. Nach Art. 49 Abs. 2 IVV führen die RAD für die Beurteilung der medizinischen Vorausset
zungen des Leistungsanspruchs nur „bei Bedarf“ selber ärztliche Untersuchun
gen durch. In den übrigen Fällen stützen sie ihre Beurteilung auf die vorhande
nen ärztlichen Unterlagen ab. Das Absehen von eigenen Untersuchungen ist somit nicht an sich ein Grund, um einen RAD-Bericht in Frage zu stellen. Dies gilt insbesondere, wenn es im Wesentlichen um die Beurteilung eines festste
henden medizinischen Sachverhalts geht und die direkte ärztliche Befassung mit der versicherten Person in den Hintergrund rückt (Urteile des Bundesge
richts 9C_58/2011 vom 25. März 2011 E. 2.2 mit Hinweisen; 9C_904/2009 vom 7. Juni 2010 E. 2.2; 9C_622/2007 vom 9. September 2008 E. 2.2; vgl. auch BGE 127 I 54 E. 2e und f).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete die angefochtene Verfügung im Wesentli
chen damit, dass die vonseiten des Medizinischen Zentrums A._ im Bericht vom 11. November 2015 attestierte 100%ige Arbeitsunfähigkeit nicht nachvollziehbar begründet worden sei. Die Berichte der B._ vom 11. April 2016 und von Dr. E._ vom 23. Mai 2016 würden sodann keine wesentli
chen neuen Aspekte bzw. neuen medizinischen Sachverhalte enthalten. Die erwähnten Diagnosen seien bereits bekannt gewesen und im Gutachten von Dr. Y._ und Dr. Z._ vom
5. Ap
ril 2012
ausführlich gewürdigt worden. Im Bericht der Klinik für Urologie des D._ vom 22. Juli 2016 werde schliesslich keine Diagnose genannt, die eine Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit habe. Zusammenfassend handle es sich somit um eine andere Beurteilung desselben Sachverhalts, weshalb das neue Leistungsbegehren abgewiesen werde (Urk. 2).
2.2
Der Beschwerdeführer machte demgegenüber geltend, dass es 2015 zu einer erheblichen Verschlechterung seines somatischen und psychischen Gesund
heitszustands gekommen sei. Im Bericht der B._ vom 21. Mai 2015 sei festge
stellt worden, dass er unter anderem an einer mittelgradigen depressiven Episo
de und an einer posttraumatischen Belastungsstörung (PTBS) leide. Zudem sei er 2015 am Herz erkrankt und habe operiert werden müssen. An zwei Gefässen seien Stents implantiert worden. Das dritte Gefäss habe nicht operiert werden können und sei verstopft geblieben. Er habe grosse Ängste entwickelt, an einem Herzversagen sterben zu müssen. Dies habe seine Depressionen zusätzlich ver
stärkt und zu einer totalen Isolation geführt. Die behandelnden Ärzte, vor allem diejenigen des Medizinischen Zentrums A._, hätten die Verschlechterung des Gesundheitszustands in den Berichten vom 26. Oktober und vom 11. November 2015 sowie vom 27. Juli 2016 ausführlich dokumentiert. Seit der letzten medizinischen Abklärung seien ganze vier Jahre vergangen. Die Beschwerdegegnerin habe es versäumt, den medizinischen Sachverhalt hinrei
chend abzuklären (Urk. 1 S. 2 f.).
3.
3.1
Die Beschwerdegegne
rin ist auf die Neuanmeldung des Beschwerdeführers
vom 23. November 2015 (Eingangsdatum; Urk. 8/285) eingetreten.
Zu prüfen ist demnach, ob seit der
mit
Verfügung vom 18. März 2013
(Urk. 8/253) erfolgten Rentenaufhebung bis zum Erlass der angefochtenen Verfügung vom 29. September 2016 (Urk. 2) eine invalidenversicherungsrechtlich relevante Ver
schlechterung des Gesundheitszustands des Beschwerdeführers eingetreten ist.
3.2
3.2.1
Der rentenaufhebenden Verfügung vom
1
8. März 2013 (Urk. 8/253)
lag im Wesentlichen das bidisziplinäre Gutachten der Dres. Y._ und Z._ vom 5. April 2012 (Urk. 8/232-234) zugrunde:
3.2.2
Dr.
Y._
und Dr.
Z._
stellten in diesem Gutachten folgende Diagnosen mit langdauernder Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (Urk. 8/232/11):
(1)
unfallbedingte (13. November 1996) Folgeschäden im Bereich des rechten Beines:
-
antero-mediale Kniegelenksinstabilität rechts
-
Parese Unterschenkel rechts nach Muskelläsionen durch Überrolltrauma, Status
nach Logensyndrom und Läsion des Nervus peroneus profundus rechts
-
weichteilbedingte Bewegungseinschränkung des oberen Sprunggelenks rechts
für die Dorsalextension
-
leichtgradige Arthrose des oberen Sprunggelenks rechts
(2)
eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung
(3)
eine rezidivierende depressive Störung, leichtgradige Episode
(4)
akzentuierte Persönlichkeitszüge
(5)
lange Phase von Arbeitsuntätigkeit, finanzielle Probleme, gemäss
psychosoma
tisch-psychiatrischer Begutachtung von Dr.
Z._
Als Diagnosen ohne langdauernde Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit nann
ten D
r. Y._ und Dr. Z._ (Urk. 8
/232/11):
(1)
ein chronisches Schmerzsyndrom des rechten Unterschenkels
-
nicht ausreichend somatisch abstützbar
-
multiple Beschwerden wie Schlafstörungen, Müdigkeit, Nervosität
(2)
ein Nikotinkonsum von ca. 30 pack years
(3)
eine Schwerhörigkeit beidseits
(4)
Senk- und Spreizfüsse
(5)
anamnestisch ein Reizmagen-Syndrom
Dr.
Y._
und Dr.
Z._
gaben in der interdisziplinären Beurteilung an, dass der Beschwerdeführer die vor dem Unfall ausgeübte berufliche Tätigkeit (als Mitarbeiter in einem Pneulager) nicht mehr ausüben könne. Eine angepasste Verweistätigkeit erfahre eine 15%ige Einsch
ränkung der Zumutbarkeit (Urk. 8
/233/2).
3.2.3
Das Sozialversicherungsgericht kam im Urteil IV.2013.00377 vom 29. September 2014 E. 3.6 zum Schluss, dass gestützt auf das bidisziplinäre Gutachten von Dr. Y._ und Dr. Z._ seit der letztmaligen Rentenrevision vom 26. Oktober 2007 eine erhebliche Verbesserung des psychischen Gesund
heitszustands des Beschwerdeführers ausgewiesen sei. Die Beschwerdegegnerin habe den Beschwerdeführer in einer behinderungsangepassten Tätigkeit nach
vollziehbarerweise zu 85 % arbeitsfähig erachtet (Urk. 8/269/13-14).
3.3
3.3
.1
Im Rahmen
der aktuellen
Neuanmeldung sind im Wesentlichen folgende Arzt
berichte aktenkundig:
3.3.2
Die Ärzte der B._ nannten im an Dr. med. F._, FMH Psychiatrie und Psychotherapie, gerichteten
Austrittsbericht vom 21. Mai 2015 folgende Diag
nosen (Urk. 3/1):
(1)
eine
mittelgradige
depressive
Episode (ICD-10
F32
.1)
(2)
eine
PTBS (
ICD-10 F43.1)
(3)
eine ängstliche (
vermeidende
)
Persönlichkeitsstörung (ICD-10 F60.6)
(4)
eine chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren
(ICD-10 F45.41)
Die Ärzte der
B._
gaben an, dass
der Beschwerdeführer vom 30. April bis zum 13. Mai 2015 in ihrer Klinik behandelt worden sei. Er sei von Dr. F._ zur Kri
senintervention bei verschlechterter depressiver Symptomatik wegen der
IV-Rentenstreichung nach schwerem Arbeitsunfall mit Polytrauma 1996 zugewie
sen worden. Nach Eintritt habe der Beschwerdeführer bereits eine spürbare Ent
lastung und nach Dosiserhöhung der antidepressiven Therapie auf 90 mg/d Duloxetin eine diskrete Zustandsverbesserung geschildert (Urk. 3/1).
3.3.3
G._, Assistenzärztin des Departements Medizin des D._, hielt im an Dr. med. H._, FMH Innere Medizin, gerichteten Kurzaustrittsbe
richt vom 1. September 2015 folgende kardiologischen/angiologischen Diagno
sen fest (Urk. 3/3):
(1)
ein
ST-Elevationsmyokardinfarkt
(STEMI) Vorderwand
bei koronarer 2-Gefäss
-
erkrankung am 2
7.
August 2015
-
Koronarangiographie vom 2
7.
August 2015: komplexe Trifurkationsstenose der
RIVA 95
%
, med. RCX 50
%
. Erhaltene LV-EF. Keine Intervention
.
-
Koronarangiographie vom 2
8.
August 20
15: PCI Bifurkationsstenting mit
Kissing Ballon (Crush-Technik) RIVA Rd
2.
Perinterventionell Verschluss eines
Seitenastes des Rd2
-
Echokardiographie vom
1.
S
eptember 2015: LVEF 64 %, keine
Wandbe
-
wegungsstörung, keine Vitien
-
cvRF
: pos. FA, persistierender Zigarettenkonsum (20 py), Dyslipidämie
(2)
eine AV-Fistel radial links (Punktionsstelle), Erstdiagnose 3
1.
August 2015
-
ultraschallgesteuerter Verschluss am 3
1.
August 2015
Assistenzärztin G._ erklärte, dass der Beschwerdeführer vom 26. August bis zum 2. September 2015 hospitalisiert gewesen sei. Es erfolge eine Anbindung bei ihnen im Hause zur ambulanten Kardio-Reha. In ca. zwei Monaten werde der Beschwerdeführer zur angiologischen Kontrolle der
AV-Fistel ein Aufgebot erhalten. Bis dahin sollte das Heben von schweren Lasten vermieden werden (Urk. 3/3).
3.3.4
Dr. med. I._, Oberärztin der B._, stellte im an das Medizinische Zentrum A._ gerichteten Abschlussbericht vom 19. Oktober 2015 (Urk. 8/302/2-4) im Wesentlichen dieselben psychiatrischen Diagnosen, die bereits im Bericht der B._ vom 21. Mai 2015 (Urk. 3/1) genannt worden waren, wobei sie anstelle der mittelgradigen depressiven Episode (ICD-10 F32.1) nun allerdings eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode (ICD-10 F33.1) diagnostizierte. Dr. I._ gab an, dass der Beschwerdeführer vom 15. Juni bis zum 10. September 2015 in ihrem ambulan
ten Angebot behandelt worden sei. Die vereinbarte 50%ige Teilnahme am tagesklinischen Programm sei durch die schnelle Erschöpfbarkeit und geringe Belastbarkeit begründet gewesen. Bereits zu Beginn der Behandlung sei wegen der Schwere der Erkrankung und der belastenden psychosozialen Situation eine stationäre Behandlung in Erwägung gezogen worden. Da das familiäre Umfeld des Beschwerdeführers aber eine wichtige Ressource darstelle, sei gemeinsam mit der Familie die Entscheidung getroffen worden, die Behandlung im teilsta
tionären Setting fortzuführen.
3.3.5
Die Ärzte des Medizinischen Zentrums J._ hielten im an Dr. H._ gerichteten Bericht vom 26. Oktober 2015 folgende Diagnosen fest (Urk. 8/283/6):
(1)
eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige depressive
Episode (ICD-10 F32.1)
(2)
eine
Alk
oholabhängigkeit (ICD-10 F10.26
)
(3)
eine St
örung durch Tabak (ICD-10 F17.25
)
(4)
ein chronisches Schmerzsyndrom Unterschenkel rechts
(5)
Schmerzen Schultern beidseits
(6)
Schmerzen Hüfte beidseits
Die Ärzte des Medizinischen Zentrums
J._
erklärten,
dass der Beschwerdeführer aus wirbelsäulenchirurgischer Sicht zu 70 % arbeitsunfähig sei. Aus psychiatrischer Sicht sei er zu 100 % arbeitsunfähig. Dies gelte auch für angepasste Tätigkeiten. Die 100%ige Arbeitsunfähigkeit bestehe seit 1996 bis heute (Urk. 8/283/11).
3.3.6
Dr. med. K._, FMH Psychiatrie und Psychotherapie, und Dr. phil. L._, klinischer Psychologe und Supervisor, vom Medizinischen Zentrum A._ stellten im Bericht vom 11. November 2015 (Urk. 8/283/1-4)
im Wesentlichen dieselben psychiatrischen Diagnosen wie die Ärzte des Medizini
schen Zentrums J._ im Bericht vom 26. Oktober 2015 (Urk. 8/283/5-11), wobei sie aber von einem Status nach Alkoholabhängigkeit und einem Sta
tus nach Störung durch Tabak sprachen. Dr. K._ und Dr. L._ erklärten, dass der Beschwerdeführer auch für angepasste Tätigkeiten zu 100 % arbeitsun
fähig sei. Insgesamt sei es seit 2012 zu einer deutlichen Zunahme der Schmer
zen, der Depression sowie der Ängste nach dem Herzinfarkt 2015 gekommen.
3.3.7
Dr. E._ nannte im Bericht vom 23. Mai 2016 folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (Urk. 8/306/1):
(1)
eine chronische mittelgradige depressive Störung
seit Unfall 1996
mit Tendenz
zur Progredienz
-
bei chronischen Unterschenkel-Schmerzen rechts, Fussschmerzen rechts und
links und Hüfte beidseits mit deutlicher Bela
stungseinschränkung
-
m
it Lust- und Interesselosigkeit, Konzentrations- und Schlafstörungen, Müdig
-
keit, Rückzug, Arbeitsunfähigkeit
(2)
ein chronisches
Schmerzs
yndrom Unterschenkel rechts
Hinsichtlich der Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit verwies Dr. E._ auf den Abschlussbericht der B._ vom 19. Oktober 2015 (vgl. Urk. 8/302/2-4) und den Bericht des Medizinischen Zentrums J._ vom 26. Oktober 2015 (vgl. Urk. 8/283/5-11). Sie gab an, dass der Beschwerde
führer nicht arbeitsfähig sei (Urk. 8/306/2).
3.3.8
Dr. med. M._, Assistenzärztin der Klinik für Urologie des D._, nannte im Bericht vom 22. Juli 2016 keine Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeits
fähigkeit. Als Diagnose ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit stellte sie (1) ein Prostataobstruktionssyndrom (März 2016) und (2) einen Status nach STEMI (August 2015). Dr. M._ berichtete, dass der Beschwerdeführer vom 18. bis zum 23. März 2016 stationär behandelt worden sei. Der Verlauf sei komplikati
onslos gewesen. Geplant sei nur noch eine Nachkontrolle. In der zuletzt ausge
übten Tätigkeit sei er vom 18. bis zum 30. März 2016 arbeitsunfähig gewesen. Vonseiten der Urologie sei keine weitere Arbeitsunfähigkeit ausgestellt worden (Urk. 8/314/1-2).
3.3.9
Dr. K._ und Dr. L._ vom Medizinischen Zentrum A._ stellten
im Bericht vom 27. Juli 2016 zuhanden des damaligen Rechtsvertreters
des Beschwerdeführers (Urk. 3/6) dieselben Diagnosen wie die Ärzte des Medizini
schen Zentrums J._ im Bericht vom 26. Oktober 2015 (Urk. 8/283/5-11). Sie erklärten erneut, dass der Beschwerdeführer auch für angepasste Tätig
keiten zu 100 % arbeitsunfähig sei.
4.
4.1
Die Beschwerdegegnerin stützte sich in der angefochtenen Verfügung vom 29. September 2016 (Urk. 2) in medizinischer Hinsicht auf die Stellungnahmen von RAD-Ärztin med. pract. O._, Fachärztin für Orthopädische Chi
rurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, vom 17. Dezember 2015 (Urk. 8/292/2-3) und vom 26. Mai 2016 (Urk. 8/323/2-3).
4.2
4.2.1
RAD-Ärztin O._ legte in der Stellungnahme vom 17. Dezember 2015 im Wesentlichen dar, dass Dr. K._
vom M
edizinischen Zentrum
A._
am 11. November 2015 über
anhaltende Schmerzen nach dem Unfall von 1996
berichte
. Di
ese Schmerzen seien
bekannt und im Gutachten von
Dr. Y._ und Dr. Z._ von
2012 berücksichtigt
worden. Weiter berichte Dr. K._, dass die n
e
uropsychologische Abklärung
eine schwere Depression mit paranoiden Zügen ergeben
habe
.
Hierzu sei
festzustellen,
dass ein Test immer von der Kooperationsbereitschaft abhängig sei. Die klinischen Befunde würden
das Ergebnis des Tests nicht
stützen. Auch Dr. K._ selbst komme nicht zur
Diag
nose einer p
aranoiden Depression.
Die von
Dr. K._
mitgeteilten psychopatho
logischen Befunde
würden
im Wesentlichen den Befunden
entsprechen
, die auch zum Zeitpunkt des Gutachten
s von 2012
erhoben
worden seien.
Auch das Aktivitätsniveau sei
offenbar unverändert. Wie der Fremdanamnese (Ehefrau) zu
entnehmen sei, reise der Beschwerdeführer
we
iterhin nach Mazedonien, könne Auto fahren,
leichte Einkäufe erledigen und spazi
eren gehen. Zudem fal
le
auf, dass der Bericht
des Medizinischen Zentrums A._ vom 11. November 2015
keine Angaben über die T
herapie und die Prognose enthal
te
. Dem Bericht des Medizinisch
en Zentrums J._ vom 26. Oktober 2015 sei zu entnehmen, dass
2014
acht Wochen Therapie und 2015 drei Mona
te Therapie stattgefunden hätten.
Ambulant behandelt werde der Beschwerde
führer seit 2000
bei
Dr. F._. Nähere Einzelheiten würden
nicht mitgeteilt. D
ie attestierte Arbeitsunfähigkeit von 100 % sei
daher nicht nachvollziehbar begründet. Aus versicherungsmedizinischer Sicht sei keine wesentliche Verän
derung ausgewiesen (Urk. 8/292/2-3).
In der Stellungnahme vom 26. Mai 2016 (Urk. 8/323/2-3) hielt RAD-Ärztin O._ ergänzend fest, dass s
eit de
r letzten RAD-Stellungnahme
ne
u ein Bericht des D._ vom 11. April 2016 (vgl. Urk. 8/314/8-9) vorgelegt werde.
Der Beschwerdeführer sei
dort aufgrund einer akuten Sepsis, die vom Harntrakt aus
gegangen sei,
hospitalisiert
gewesen
. Nach entsprechender Therapie
habe er am 22. März 20
16 in gutem Allgemeinzustand nach Hause entlassen werden
können
. Der Be
richt von Dr. E._ vom 23. Mai 2016 enthalte
keine neuen medizinischen Sachverhalte.
Der Bericht der B._ vom 19. Oktober 2015 sei von Dr. K._ bereits erwähnt worden und enthalte ebenfalls
keine wes
entlichen neuen Aspekte. Es würden
eine mittelgradige depressive Episode bei rezidivie
render depressiver
Störung (ICD-10 F33.1), eine ängstlich-
vermeidende Persön
lichkeitsstörung (
ICD-10
F60.3) sowie eine chronische Schmerzstörung (
ICD-10
F54.41)
mitgeteilt. Diese Diagnosen seien
bereits bekannt und im Gutachten von
Dr. Y._ und Dr. Z._ von
2012
ausführlich gewürdigt worden. Zusammenfassend könne an den bisherigen RAD-Stellungnahmen festgehalten werden.
4.2.2
Diese Beurteilung
von
RAD-Ärztin
O._
,
welche auf einer sorgfältigen Würdigung der vorhandenen Arztberichte beruht,
ist
grundsätzlich einleuch
tend
und plausibel.
4.3
4.3.1
Was den Ende August 2015
festgestellten
STEMI Vorderwand
bei koronarer
2-Gefässe
rkrankung
und die AV-Fistel radial links betrifft, wurden dem Beschwerdeführer im Rahmen seiner Hospitalisation vom 26. August bis zum 2. September 2015 im D._ zwei Stents gesetzt (Urk. 3/3). Dass es im Anschluss an diese Stentimplantationen zu Komplikationen gekommen wäre, ist nicht aktenkundig. Überdies war der Beschwerdeführer bereits bei Austritt aus dem D._ einzig darauf hingewiesen worden, dass er bis zur angiologischen Kon
trolle in ca. zwei Monaten das Heben von schweren Lasten vermeiden solle (Urk. 3/3). Diese neu aufgetretenen kardiologischen bzw. angiologischen Beschwerden haben somit nicht zu einer länger andauernden Arbeitsunfähig
keit geführt. Dr. M._ von der Klinik für Urologie des D._ listete den Status nach STEMI im Bericht vom 22. Juli 2016 im Übrigen auch unter den Diagno
sen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit auf (Urk. 8/314/1).
Ebenfalls keine länger andauernde Arbeitsunfähigkeit begründete das im März 2016 aufgetretene Prostataobstruktionssyndrom, aufgrund dessen der Beschwerdeführer vom 18. bis zum 23. März 2016 im D._ behandelt wurde. So ist dem Bericht von Dr. M._ von der Klinik für Urologie des D._ vom 22. Juli 2016 zu entnehmen, dass der Verlauf komplikationslos gewesen und die Prognose gut sei. Nachvollziehbarerweise attestierte
Dr. M._ dem Beschwerdeführer diesbezüglich denn auch lediglich eine vom 18. bis zum 30. März 2016 befristete Arbeitsunfähigkeit (Urk. 8/314/1-2).
4.3.2
Die im Beschwerdeverfahren nachgereichten Berichte des Departements Medizin des D._ vom 14. November 2017 (Urk. 16/1) und von P._, FMH Allgemeine Innere Medizin, vom 10. November 2017 (Urk. 16/2) haben sodann eine erst im November 2017 erfolgte kardiologische Behandlung
zum Gegenstand.
Für die Beurteilung der Gesetzmässigkeit der angefochtenen Ver
fügung ist für das Sozialversicherungsgericht jedoch derjenige Sachver
-
halt massgebend, der zur Zeit des Erlasses des angefochtenen Verwaltungs
-
aktes - das heisst
am
2
9.
September 2016 - gegeben war (BGE 130 V 138 E. 2.1 mit Hinweis). Im Rahmen des vorliegenden Verfahrens ist diese allfällige Ver
schlechterung des somatischen Gesundheitszustands deshalb unbeachtlich.
4.4
4.4.1
Was den psychischen Gesundheitszustand des Beschwerdeführers anbelangt,
ist gestützt auf die Berichte der B._ vom 21. Mai 2015 (Urk. 3/1) und
vom 19. Oktober 2015 (Urk. 8/302) zwar eine vorübergehende Verschlechte-rung – insbesondere der depressiven Symptomatik – Ende April/anfangs Mai 2015 und von Mitte Juni bis anfangs September 2015 plausibel. Eine länger andauernde Verschlechterung des psychischen Gesundheitszustands ist indes nicht ausge
wiesen. Dr. K._ und Dr. L._ vom Medizinischen Zentrum A._ stell
ten im Bericht vom 11. November 2015 (Urk. 8/283/3-4) dieselben Diagnosen wie schon in ihrer Stellungnahme vom 8. Januar 2014 (Urk. 8/266/10), welche vom Gericht bereits mit Urteil IV.2013.00377 vom 29. September 2014 E. 3.4 gewürdigt wurde. Inwiefern es seither zu einer Befundverschlechterung gekommen sein soll, haben Dr. K._ und Dr. L._ nicht nachvollziehbar begründet (Urk. 8/283/2-3). Sie waren denn auch schon im Januar 2014 der Auffassung, dass der Beschwerdeführer selbst in einer angepassten Tätigkeit zu 100 % arbeitsunfähig sei (Urk. 8/266/11).
Was die angebliche Veränderung des Tagesablaufs betrifft, gaben Dr. K._ und Dr. L._ sodann lediglich an, dass der Beschwerdeführer inzwischen nachts zwei bis drei Mal aufstehe, wäh
renddessen der Durchschlaf 2012 noch verzögert möglich gewesen sei (Urk. 8/283/2). RAD-Ärztin O._ bemerkte in diesem Zusammenhang jedoch zu Recht, dass das Aktivitätsniveau des Beschwerdeführers offenbar weitgehend unverändert ist (Urk. 8/292/2). So geht aus den Berichten der Medi
zinischen Zentren J._ und A._ vom 26. Oktober und vom 11. November 2015 auch hervor, dass der Beschwerdeführer etwa nach wie vor nach Mazedonien in die Ferien reist, kürzere Strecken mit dem Auto fährt,
leichte Einkäufe
erledigt
und spazieren geht (Urk. 8/283/2 und Urk. 8/283/10).
Hinsichtlich der Einschätzungen zur Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers der Medizinischen Zentren A._ und J._ (Urk. 8/283 und Urk. 3/6) sowie auch von Dr. E._
(Urk. 8/306)
ist zudem auch auf die
Erfahrungs
tatsache
hinzuweisen
, dass
behandelnde Ärzte und medizinische Fachpersonen
mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifels
fällen eher zu Gunsten ihrer Patienten und Patientinnen aussagen (vgl. BGE 125 V 353 E. 3b/cc).
4.4.2
Der Beschwerdeführer war 2014 acht Wochen in tagesklinischer Behandlung im Medizinischen Zentrum A._ (Urk. 8/283/8). Im April/Mai 2015 war er zwei Wochen und zwischen Juni und September 2015 knapp drei Monate in der B._ in psychotherapeutischer/tagesklinischer Behandlung (Urk. 3/1 und Urk. 8/302). Die Zuweisung in die B._ am 30. April 2015 war dabei bei ver
schlechterter depressiver Symptomatik wegen der IV-Rentenaufhebung erfolgt (Urk. 3/1), mithin also ausgelöst durch einen psychosozialen (invaliditätsfrem
den) Faktor. Im Weiteren finden sich in den beiden Berichten des Medizinischen Zentrums A._ vom 11. November 2015 (Urk. 8/283/1-4) und vom 27. Juli 2016 (Urk. 3/6) sowie im Bericht des Medizinischen Zentrums J._ vom 25. Oktober 2015 (Urk. 8/283/5-11) keine Angaben dazu, in welchen Zeit
abständen die dortigen psychotherapeutischen Therapiesitzungen jeweils statt
fanden. Im Bericht des Medizinischen Zentrums J._ vom 26. Oktober 2015 wurde überdies erwähnt, dass der Beschwerdeführer bis heute regelmässig vom Psychiater Dr. F._ behandelt werde, auch hier allerdings ohne jegliche Angaben zur Behandlungsfrequenz (Urk. 8/283/10). Im Rahmen seiner Neuan
meldung zum Leistungsbezug vom 23. November 2015 (Urk. 8/285) hat der Beschwerdeführer dabei keinen Bericht von Dr. F._ eingereicht. Zudem hat sein damaliger Rechtsvertreter im vorangegangen Verwaltungsverfahren zwar mehrfach ausführlich zum medizinischen Sachverhalt Stellung genommen und insbesondere auch den Beizug weiterer Arztberichte der B._, des D._ und von Dr. E._ verlangt (vgl. Urk. 8/298, Urk. 8/301 und Urk. 8/313). Um den Beizug eines Berichtes von Dr. F._ hat er indes nie ersucht. Unter diesen Umständen muss davon ausgegangen werden, dass bei Dr. F._ zwischenzeit
lich keine regelmässige Behandlung mehr stattfindet.
4.4.3
Invalidenversicherungsrechtlich nicht relevant ist sodann die einzig von den Ärzten der B._ in den Berichten vom 21. Mai und vom 19. Oktober 2015 gestellte – und nicht nachvollziehbar hergeleitete - Diagnose einer PTBS.
(Urk. 3/1 und Urk. 8/302).
4.4.4
Ferner
ist auch in Anwendung der seit dem 3. Juni 2015
geltenden bundesge
richtlichen Re
chtsprechung
zu den
somatoforme
n Schmerzstörungen
und ver
gleichbare
n
psychosomatische
n
Leiden
(vgl. E. 1.3)
eine invalidisierende Wir
kung der
von den Ärzten der B._ diagnostizierten
chronischen Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren (ICD-10 F45.41; Urk. 3/1 und Urk. 8/302/2) respektive des von den Medizinischen Zentren A._ und J._ (Urk. 8/283/3, Urk. 3/6 und Urk. 8/283/6) und Dr. E._ (Urk. 8/306/1) erwähnten chronischen Schmerzsyndroms des Unterschenkels rechts zu verneinen.
Was die Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde betrifft, ist festzuhalten, dass die von den genannten Ärzten
und medizinischen Fachpersonen
diesbe
züglich erhobenen Befunde
eher unauffällig waren.
Auch die -
bereits unter E. 4.4.2
aufgezeigten
- psychiatrischen Behandlungsbemühungen sprechen nicht für einen
hohen Schweregrad der Störung.
Im Weiteren ist aufgrund der
leichten bis höchstens vorübergehend
mittelgradigen depressiven Symptomatik das Vorliegen einer psychischen Komorbidität, welche eine erhebliche, dauern
de Erwerbsunfähigkeit
zu bewirken vermöchte
, zu verneinen. Eine körperliche Komorbidität ist aufgrund der unfallbedingten Folgeschäden im Bereich des rechten Beines gegeben
(Urk. 8/232/11)
. Diese stand der vollzeitlichen Aus
übung einer angepassten Tätigkeit im Zeitpunkt der Begutachtung
bei Dr. Y._ und Dr. Z._ im Frühjahr 2012 aber
ni
cht entgegen (Urk. 8/233/1), und Anhaltspunkte dafür,
dass
sich
dieses Leiden
in seiner Intensität
zwischenzeit
lich erhebl
ich verschlechtert haben könnte, sind nicht vorhanden.
Ebenso wenig sind Anhaltspunkte dafür gegeben, dass die Persönlichkeit des Beschwerdefüh
rers ein Leistungsvermögen ausschliessen könnte. Wie das Gericht berei
ts im Urteil IV.2013.00377 vom 29. September 2014
E. 4.3
dargelegt hat
,
kann viel
mehr
davon ausgegangen werden
, dass es sich beim Beschwerdeführer grund
sätzlich um eine agi
le und gewandte Person handelt. Ressourcen sind mit dem intakten familiären Umfeld - der Beschwerdeführer ist seit 2005 wieder verhei
ratet und in der Folge Vater dreier Kinder geworden, die aktuell im Primar
schulalter sind (vgl. Urk. 8/234/3) - durchaus vorhanden (vgl. dazu insbesonde
re auch die Berichte der B._ vom 21. Mai und vom 19. Oktober 2015, in denen explizit darauf hingewiesen wurde, dass die Beziehung zu den Kindern bzw. das familiäre Umfeld eine wichtige Ressource darstelle; Urk. 3/1 und Urk. 8/302/3).
Hinweise darauf,
dass sich das Aktivitätenniveau wesentlich verändert haben könnte, liegen – wie unter E.
4.4.1
dargetan wurde
– nicht vor. Schliesslich ist auch das Vorliegen eines ausgeprägten psychischen Leidensdruckes im Sinne der bundesgerichtlichen Rechtsprechung zu verneinen.
4.5
Eine mehr als 15%ige Einschränkung in der Arbeitsfähigkeit in einer angepass
ten Tätigkeit – wovon Dr. Y._ und Dr. Z._ im Gutachten vom 5. April 2012 ausgegangen waren (Urk. 8/233/2) – ist somit nach wie vor nicht ausge
wiesen. Eine erhebliche Verschlechterung des Gesundheitszustands des Beschwerdeführe
rs mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit ist damit zu ver
neinen.
Die vom
Beschwerdeführer beantragte
B
egutachtung
ist nicht erforderlich
(Urk. 1 S. 1; antizipierte Beweiswürdigung; BGE 124 V 94 E. 4b, 122 V 157 E. 1d).
5.
Die angefochtene Verfügung vom
29. September 2016
(Ur
k. 2), mit der ein Anspruch des Beschwerdeführers
auf Leistungen der Invalidenversicherung - insbeson
dere auf eine Rente - verneint wurde,
erweist sich demnach
als rech
tens. Die Beschwerde ist deshalb abzuweisen.
6.
6.1
Da es im vorliegenden Verfahren um die Bewilligung oder Verweigerung von IV-Leistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwer
t festzulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG) und auf Fr. 7
00.-- anzuset
zen. Ausgangsgemäss sind sie dem
Beschwerdeführer aufzuerlegen.
6.2
Da der Beschwerdeführer das ausgefüllte Formular zur Abklärung der prozessu
alen Bedürftigkeit inkl. Belege (Urk. 12-14) erst nach Ablauf der vom Gericht bis zum 2. März 2017 letztmals erstreckten Frist, mithin also verspätet, einge
reicht hat (vgl. Sachverhalt E. 2), ist androhungsgemäss davon auszugehen, dass keine prozessuale Bedürftigkeit besteht. Das Gesuch um unentgeltliche Prozessführung ist daher abzuweisen.