# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 97b47b1a-fdec-5de5-a93d-adb656e1ebf2
**Court:** BE_VB
**Chamber:** BE_VB_001
**Year:** 2008
**Language:** de
**Jurisdiction:** BE / Espace_Mittelland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** Urban Planning and Environmental

## Facts

I. Sachverhalt
1. Am 17. August 2006 stellte die Beschwerdegegnerin ein Baugesuch für die
Erweiterung des bestehenden Gebäudes am J._ 2 auf Parzelle Bern Gbbl. Nr.
K._. Das Bauvorhaben befindet sich in der Wohnzone W, in der Bauklasse 3
offen. Es umfasst die Aufstockung des Gebäudes um ein Vollgeschoss und ein
Dachgeschoss sowie die Verlängerung des Baukörpers um zwei Fensterachsen mit
Balkonen und einem Dacheinschnitt auf der Südwestseite.
Gegen das Bauvorhaben erhoben die Beschwerdeführenden 1, 3, 4, 5, 6 sowie der in der
Zwischenzeit verstorbene Ehemann der Beschwerdeführerin 2 Einsprache.
Am 30. Mai 2007 bewilligte die Baubewilligungsbehörde der Stadt Bern das Bauvorhaben.
2. Gegen diese Baubewilligung erhoben die Beschwerdeführenden bei der kantonalen
Bau-, Verkehrs- und Energiedirektion (BVE) am 27. Juni 2007 gemeinsam Beschwerde.
Sie beantragen, die Baubewilligung sei aufzuheben und der Beschwerdegegnerin sei für
das geplante Projekt der Bauabschlag zu erteilen.
Die Beschwerdeführenden machen geltend, die vorgesehene Aufstockung und
Dachgestaltung des Projekts sei quartierfremd und störe die Häuserzeile J._ 2-6
sowie das übrige Quartier- und Strassenbild empfindlich. Art. 31 Abs. 3 BO1 verlange als
Voraussetzung für die Zulässigkeit der Dachgeschossnutzung den Nachweis der guten
Einordnung ins Orts- und Strassenbild. Das Projekt erfülle diese Voraussetzung nicht.
Ausserdem beeinträchtige es den denkmalpflegerischen Stellenwert der benachbarten
Liegenschaften und einer nahen Gebäudegruppe erheblich. Damit verletze das
Bauvorhaben sowohl Art. 6 Abs. 1 BO als auch Art. 10a Abs. 1 BauG, wonach
Baudenkmäler durch Veränderungen in ihrer Umgebung nicht beeinträchtigt werden
dürfen. Die Vorinstanz habe es versäumt, das Projekt von der städtischen Denkmalpflege
überprüfen zu lassen. Das vorgesehene Dachgeschoss weise einen Dacheinschnitt auf,
der vom öffentlichen Strassenraum aus sichtbar sei und somit die Vorschrift von Art. 8 Abs.
2 Bst. b BO verletze.
1 Bauordnung der Stadt Bern vom 24. September 2006 (BO)
3
3. a) Die Beschwerdegegnerin beantragt, die Beschwerde sei abzuweisen, soweit
darauf einzutreten sei. Sie macht geltend, die Einsprache- und Beschwerdelegitimation des
Beschwerdeführers 1 sei in der Sache unbestritten; es sei jedoch zu prüfen, ob seine
Einsprache bzw. Beschwerde durch die dazu berechtigten Personen erhoben worden
seien. Die Legitimation der Beschwerdeführenden 2-6 sei dagegen zu verneinen. Die
Behauptung der Beschwerdeführenden, wonach das fragliche Quartier durch einheitliche
Bauten mit Walmdächern geprägt sei, treffe nicht zu. Das Quartier weise zwar
überdurchschnittlich viele denkmalpflegerisch wertvolle Bauten auf; es sei jedoch nicht
ersichtlich, inwiefern deren Erscheinungsbild durch das Bauvorhaben beeinträchtigt werde.
Die unmittelbar an die Bauparzelle angrenzenden Liegenschaften seien weder als
schützens- noch als erhaltenswert inventarisiert worden. Von einer besonders
schützenswerten (nahen) Umgebung könne daher nicht gesprochen werden. Die
Stadtbildkommission habe das Projekt aus ästhetischer Sicht beurteilt und zur Bewilligung
empfohlen. Art. 8 Abs. 2 Bst. b BO verbiete insbesondere strassenseitige oder gegen einen
öffentlichen Park gerichtete Dacheinschnitte. Eine solche Situation liege hier nicht vor. Der
Beizug der städtischen Denkmalpflege sei im Baubewilligungsverfahren nicht zwingend
erforderlich gewesen, da mit der Stadtbildkommission bereits eine leistungsfähige örtliche
Fachstelle im Sinn von Art. 22 Abs. 2 BewD2 bestehe.
b) Das Bauinspektorat der Stadt Bern beantragt, die Beschwerde sei abzuweisen und
die angefochtene Baubewilligung sei zu bestätigen. Es weist darauf hin, dass die fragliche
Siedlung durch eine für diesen Stadtteil „unerwartete“ Hanglage und eine Abstufung der
Dachlandschaft entlang der Strasse geprägt sei. Die gewählte Architektur des Projekts
sprenge den vorgegebenen Rahmen nicht. Volumetrie und Dachform wirkten weder fremd
noch störend. Eine Beeinträchtigung der Siedlungsstruktur sei nicht zu erwarten. Es sei
nicht ersichtlich, inwiefern das Vorhaben die umliegenden Baudenkmäler beeinträchtige.
Der vorgesehene Dacheinschnitt sei vom öffentlichen Strassenraum wegen der
waldartigen Vegetation der angrenzenden Parkanlage auch im Winter kaum einsehbar.
4. Das Rechtsamt der BVE, welches die Beschwerdeverfahren für die BVE leitet3,
edierte die Vorakten und führte den Schriftenwechsel durch. Es holte beim
2 Dekret vom 22. März 1994 über das Baubewilligungsverfahren (BewD; BSG 725.1) 3 Art. 7 der Verordnung vom 18. Oktober 1995 über die Organisation und die Aufgaben der Bau-, Verkehrs- und Energiedirektion (OrV BVE; BSG 152.221.191)
4
Beschwerdeführer 1 die geltenden Statuten und bei der Denkmalpflege der Stadt Bern
einen Fachbericht ein. Danach führte es mit sämtlichen Verfahrensbeteiligten einen
Augenschein mit Instruktionsverhandlung durch. Die Verfahrensbeteiligten erhielten
Gelegenheit, zu den einzelnen Beweismassnahmen und zum Beweisergebnis Stellung zu
nehmen.
Auf die Rechtsschriften sowie das Ergebnis des Beweisverfahrens wird, soweit für den
Entscheid von Bedeutung, in den Erwägungen zurückzukommen sein.

## Considerations

II. Erwägungen
1. Sachurteilsvoraussetzungen
a) Nach Art. 40 Abs. 1 BauG4 können Bauentscheide innert 30 Tagen seit Eröffnung bei
der BVE angefochten werden. Die BVE ist somit zur Beurteilung der Beschwerde
zuständig.
b) Die Beschwerdegegnerin macht geltend, die Legitimation des A._es sei in
der Sache unbestritten. Es sei jedoch zu prüfen, ob die Beschwerde von
unterschriftsberechtigten Personen unterzeichnet worden sei.
Nach Art. 30 der Statuten des A._ vom 1. Mai 1994 sind für alle bindenden
Verpflichtungen rechtlicher und finanzieller Art Doppelunterschriften erforderlich. In der
Regel zeichnen der Präsident bzw. die Präsidentin und ein weiteres Mitglied der
Geschäftsleitung. Aus den vom A._ eingereichten Unterlagen geht hervor, dass
die Beschwerde von der Präsidentin und von einem Mitglied der Geschäftsleitung
(Bauberaterobmann) unterzeichnet ist. Die Unterzeichnung der Beschwerde erfolgte somit
formgültig.
c) Die Beschwerdegegnerin macht geltend, die Beschwerdeführerin 2 sei nicht zur
Beschwerde befugt, da sie sich am Baubewilligungsverfahren nicht als Einsprecherin
beteiligt habe. Einsprecher im Baubewilligungsverfahren sei der inzwischen verstorbene
4 Baugesetz vom 9. Juni 1985 (BauG; BSG 721.0)
5
Ehemann der Beschwerdeführerin 2 gewesen. Als Gesamteigentümer einer
Stockwerkeinheit der Liegenschaft L._weg 8 hätten die beiden Ehegatten eine
einfache Gesellschaft gebildet. Der Ehemann der Beschwerdeführerin 2 habe nicht im
Namen der einfachen Gesellschaft, sondern in eigenem Namen Einsprache erhoben. Dies
sei unzulässig. Er sei daher nicht zur Einsprache legitimiert gewesen. Die Frage, ob die
Beschwerdeführerin 2 Alleinerbin ihres Ehegatten sei, könne offen bleiben, da sie als
Mitglied der Eigentümergemeinschaft bereits am Einspracheverfahren hätte teilnehmen
müssen.
Eine einfache Gesellschaft ist keine juristische Person. Sie ist deshalb weder partei- noch
prozessfähig. Will sie als Gemeinschaft auftreten, so müssen ihre Mitglieder die nötigen
Prozesshandlungen gemeinsam und übereinstimmend vornehmen. Sie stellen eine
materielle Streitgenossenschaft dar. Je nach Betroffenheit können sich aber auch die
einzelnen Mitglieder einer solchen Gemeinschaft an einem Verfahren beteiligen. „Gehen
die Interessen der Mitglieder einer notwendigen Streitgenossenschaft auseinander, so ist
im Verwaltungsverfahren zu differenzieren: Die Befugnis zur Beteiligung an solchen
Verfahren ergibt sich nicht aus der Legitimation zur Sache, sondern aus der prozessualen
Legitimation zum Verfahren (hinreichende individuelle Betroffenheit und Beziehungsnähe
zum Verfahrensgegenstand). Diese Verfahrensvoraussetzung kann auch bei einzelnen
Mitgliedern notwendiger Streitgenossenschaften erfüllt sein und dazu führen, dass ihre
Legitimation zum selbständigen Ausüben von Parteirechten zu bejahen ist“5.
Es ist unbestritten, dass der verstorbene Ehegatte der Beschwerdeführerin 2
Gesamteigentümer einer Stockwerkeinheit der Liegenschaft L._weg 6 auf Parzelle
Bern Gbbl. Nr. M._ war. Diese Liegenschaft grenzt unmittelbar an die Bauparzelle
an. Der verstorbene Ehegatte hatte somit eine hinreichende Beziehungsnähe zum
Verfahrensgegenstand. Er war somit im vorinstanzlichen Verfahren befugt, in eigenem
Namen Einsprache zu erheben. Im vorliegenden Fall ist unbestritten, dass die
Beschwerdeführerin 2 Rechtsnachfolgerin ihres verstorbenen Ehegatten ist. Ihre
Beschwerdelegitimation ist somit zu bejahen.
d) Die Beschwerdegegnerin bestreitet ferner die Beschwerdelegitimation der
Beschwerdeführerin 3. Diese sei zwar Alleineigentümerin einer Stockwerkeinheit in der
Liegenschaft L._weg 6 und habe sich am Einspracheverfahren beteiligt. Sie habe
5 Merkli/Aeschlimann/Herzog, Kommentar zum bernischen VRPG, 1997, Art. 13 N. 4 und 6 mit Hinweisen
6
in ihrer Einsprache jedoch weder eine Verletzung von Art. 10a ff. BauG noch eine
Beeinträchtigung der Liegenschaft L._weg 6 gerügt.
Aus den Vorakten geht hervor, dass die Beschwerdeführerin 3 im Rahmen einer
Kollektiveinsprache gerügt hat, das Bauvorhaben sei quartierfremd und beeinträchtige den
denkmalpflegerischen Wert der Häuser L._weg 4 und 6. Ausserdem rügte sie den
geplanten Dacheinschnitt und bezeichnete diesen als mit Art. 8 BO nicht vereinbar6. Die
Beschwerdelegitimation der Beschwerdeführerin 3 ist somit ebenfalls gegeben.
e) Die Beschwerdegegnerin macht weiter geltend, der Beschwerdeführer 4 sei nicht
Alleineigentümer der Stockwerkeinheit in der Liegenschaft L._weg 6. Diese stehe
vielmehr im Gesamteigentum einer aus ihm uns seiner Ehefrau bestehenden einfachen
Gesellschaft. Der Beschwerdeführer 4 habe nicht im Namen der einfachen Gesellschaft
erhoben, sondern in seinem eigenen Namen. Auch dem Beschwerdeführer 4 fehle es
somit an der Beschwerdebefugnis.
Es wurde bereits oben in Erwägung 1b ausgeführt, dass sich unter Umständen auch die
einzelnen Mitglieder einer einfachen Gesellschaft an einem Verfahren beteiligen können
und nicht als Gemeinschaft auftreten müssen. Der Beschwerdeführer ist
Gesamteigentümer einer Stockwerkeinheit der Liegenschaft L._weg 6 auf Parzelle
Bern Gbbl. Nr. M._. Diese Liegenschaft grenzt unmittelbar an die Bauparzelle an.
Der Beschwerdeführer 4 hat somit eine hinreichende Beziehungsnähe zum
Verfahrensgegenstand. Seine Einsprache- bzw. Beschwerdelegitimation ist ebenfalls zu
bejahen.
f) Die Beschwerdegegnerin bestreitet schliesslich auch die Beschwerdelegitimation der
Beschwerdeführerin 5 und des Beschwerdeführers 6. Die Beschwerdeführerin 5 sei
Alleineigentümerin einer Stockwerkeinheit in der Liegenschaft L._weg 6 und habe
am Einspracheverfahren nicht teilgenommen. Der Beschwerdeführer 6 habe Einsprache in
eigenem Namen erhoben, wozu er mangels Eigentümerstellung nicht befugt war.
Nach Art. 40 Abs. 2 BauG sind u.a. die Einsprecher im Rahmen ihrer Einsprachegründe
zur Beschwerde befugt. Aus den Vorakten ergibt sich, dass sich die Beschwerdeführerin 5
nicht als Einsprecherin am vorinstanzlichen Verfahren beteiligt hat. Auf ihre Beschwerde ist
6 vgl. Kollektiveinsprache der Grundeigentümer L._weg 4, 6 und 8 (S. 35 der Vorakten)
7
somit nicht einzutreten. Die Beschwerdelegitimation des Beschwerdeführers 6 ist dagegen
mit Hinweis auf Erwägung 1b zu bejahen.
g) Zusammenfassend folgt, dass die Beschwerdelegitimation der Beschwerdeführerin 5
zu verneinen ist. Auf ihre Beschwerde ist daher nicht einzutreten. Die
Beschwerdelegitimation der übrigen Beschwerdeführenden ist dagegen zu bejahen. Auf
ihre Beschwerde, welche im Übrigen form- und fristgerecht eingereicht wurde, ist
einzutreten.
2. Denkmalschutz
a) Die Beschwerdeführenden beanstanden, das Bauvorhaben widerspreche den
massgebenden Vorschriften über den Denkmalschutz. Die umzubauende Liegenschaft am
J._ 2 befinde sich in unmittelbarer Nähe der schützenswerten Liegenschaft auf
Parzelle Bern Gbbl. Nr. N._ (sog. O._) der heutigen P._ mit einer
grossen, inventarisierten Parkanlage. Südlich der Bauparzelle liege die zum
Wohnbauprojekt Q._ gehörende Randbebauung an der R._strasse,
welche Teil einer inventarisierten Gebäudegruppe sei. Nördlich der Bauparzelle befinde
sich das erhaltenswerte Doppelhaus am L._weg 4 und 6. Das geplante
Bauvorhaben beeinträchtige diese inventarisierten Objekte in ihrer Umgebung und verletze
somit die Vorschrift von Art. 10b Abs. 1 BauG.
b) Laut Art. 10a Abs. 1 BauG sind Baudenkmäler herausragende Objekte und Ensemb-
les von kulturellem, historischem oder ästhetischem Wert. Dazu gehören namentlich
Ortsbilder, Baugruppen, Bauten, Gärten, Anlagen, innere Bauteile, Raumstrukturen und
feste Ausstattungen. Sie dürfen nach den Bedürfnissen des heutigen Lebens und
Wohnens für bisherige oder passende neue Zwecke genutzt und unter Berücksichtigung
ihres Werts verändert werden. Sie dürfen durch Veränderungen in ihrer Umgebung nicht
beeinträchtigt werden (Art. 10b Abs. 1 BauG). Die Frage, ob bestimmte Veränderungen im
Sinn dieser Vorschrift ein Baudenkmal beeinträchtigen, richtet sich entsprechend des
Grads der Schutzwürdigkeit nach Art. 10a Abs. 2 und 3 BauG. Sofern eine
Beeinträchtigung vorliegt, können Projektänderungen verlangt und soweit nötig
Baubeschränkungen oder der Bauabschlag verfügt werden (Art. 10b Abs. 4 BauG). Die
Aufnahme der schützenswerten und der erhaltenswerten Baudenkmäler in das Bauinventar
8
ist Voraussetzung für den Schutz nach Art. 10b BauG (Art. 10e Abs. 1 BauG).
c) Aus den Vorakten geht hervor, dass nordwestlich der Bauparzelle die beiden
Gebäude L._weg 4 und 6 angrenzen, welche im Bauinventar Bern-Ost der Stadt
Bern als erhaltenswert aufgeführt sind. Dieses Inventar wurde am 14. Dezember 1997
durch Genehmigungsbeschluss des kantonalen Amtes für Kultur anerkannt. Die beiden
erhaltenswerten Liegenschaften werden im Inventar wie folgt umschrieben:
„Doppelhaus mit zwei Geschossen und knapp zurückgesetzter Attika unter vordachlosem Walmdach. Zwei symmetrisch angeordnete, vorgesetzte Treppenhäuser mit durchgehenden Schlitzfenstern bilden eine starke Zäsur, der obere, flache Abschluss auf Obergeschosshöhe, auch leicht zurückgesetzt, wurde entgegen den Projektplänen noch mit einem halbrunden Fenster versehen. Wegen dem abfallenden Gelände steht die Südseite auf einem hohen Kellersockel., pro Hausteil mittig je zwei symmetrische Balkone mit kugelbekrönten Trennmauern. Beidseits der Balkone Fensterachsen mit dreiteiligen, liegenden Rechtecköffnungen. Die Stirnseiten sind, abgesehen von Türöffnungen im Kellergeschoss, total geschlossen, einzig leicht abgesetzter Kellersockel und Attika zeichnen eine horizontale Linie. Das einfache Gebäude im Sinne des ‚Neuen Bauens’ ist im Zustand der Bauzeit erhalten geblieben, grauer Sockel und fein verputzte gelbe Obergeschosse von Nr. 6 sind noch original, der braun und rosa Anstrich von Nr. 4 ist neu. Feines Vordach, mauerflankierte Eingangstreppen und ein um die Kurve geführter Holzzaun ergänzen das einheitliche Bild.“
Westlich der Bauparzelle befindet sich die Liegenschaft an der S._strasse 53 auf
Parzelle Bern Gbbl. Nr. N._ (P._), welche im Bauinventar Bern-Ost als
schützenswert aufgeführt ist. Es handelt sich gemäss Inventar um eine schlossartige
Neurenaissance-Villa (sog. O._) auf der Geländekuppe zwischen T._ und
R._strasse.
Südlich der Gebäudereihe J._ 2-6 schliesslich befindet sich in einer Distanz von
etwa 45 m die inventarisierte Gebäudegruppe D (Wohnbauprojekt Q._).
d) Das Rechtsamt hat bei der Denkmalpflege der Stadt Bern einen Fachbericht zum
geplanten Umbau des Gebäudes am J._ 2 eingeholt. In ihrem Bericht vom 27.
August 2007 hält die Denkmalpflege fest, dass das Bauvorhaben eine bedeutende
Volumenvergrösserung zur Folge habe. Dadurch würde das erhaltenswerte Doppelhaus
am L._weg 4 und 6 beeinträchtigt. Zwischen der schützenswerten Liegenschaft an
der S._strasse 53 (O._) und dem umzubauenden Gebäude liege ein
grösserer Abstand, der insbesondere durch eine Grünanlage mit hochstämmigen Bäumen
gebildet werde. Diese Liegenschaft werde durch das Vorhaben optisch nicht beeinträchtigt.
Anlässlich des Augenscheins führte der Vertreter der städtischen Denkmalpflege aus, eine
direkte optische Beeinträchtigung durch das Bauvorhaben sei einzig bei den beim
9
inventarisierten Doppelhaus am L._weg 4 und 6, nicht dagegen bei der
Gebäudegruppe D (Q._) und der schützenswerten Liegenschaft an der
S._strasse 53 (O._) zu erwarten.
e) Der Augenschein hat gezeigt, dass zwischen dem umzubauenden Gebäude am
J._ 2 und der schützenswerten O._ an der S._strasse 53 ein
grosser Park liegt. Die beiden Liegenschaften werden durch den grossen Baumbestand
räumlich und optisch getrennt. Der Einwand der Beschwerdeführenden, wonach das
Erscheinungsbild der schützenswerten O._ durch das Bauvorhaben beeinträchtigt
wird, ist somit unbegründet. Am Augenschein hat sich weiter ergeben, dass die nördliche
Peripherie der inventarisierten Gebäudegruppe D (Q._) an der R._strasse
rund 45 m südlich von der Bauparzelle entfernt liegt. Angesichts dieser räumlichen Distanz
ist nicht ersichtlich, inwieweit die fragliche Gebäudegruppe durch das Bauvorhaben
beeinträchtigt werden soll. Der Vertreter der städtischen Denkmalpflege hat eine solche
Beeinträchtigung am Augenschein denn auch verneint7. Aus dem Bauinventar Bern-Ost
geht hervor, dass sich die charakteristischen baulichen Merkmale (Eingangsbereich,
vorgesetzte Treppenhäuser, usw.) des erhaltenswerten Doppelhauses am L._weg
4-6 grösstenteils an dessen Nordfassade befinden. Dementsprechend ist im Bauinventar
auch nur die Nordfassade, d.h. heisst die Hauptfassade, des Doppelhauses abgebildet.
Das Bauvorhaben befindet sich dagegen auf dessen Südseite, welche denkmalpflegerisch
nicht derart ins Gewicht fällt. Es ist nicht ersichtlich und wurde am Augenschein auch nicht
genügend begründet, inwieweit die Südfassade der beiden erhaltenswerten
Liegenschaften durch das Bauvorhaben beeinträchtigt werden soll.
h) Zusammenfassend folgt, dass die Umgebung des erhaltenswerten Doppelhauses am
L._weg 4 und 6, der schützenswerten Liegenschaft an der S._strasse 53
(O._) sowie der Gebäudegruppe D (Wohnüberbauung Q._) durch das
Bauvorhaben nicht beeinträchtigt wird. Die Vorschrift von Art. 10b Abs. 1 BauG wird nicht
verletzt.
3. Ortsbildschutz
7 vgl. Protokoll des Augenscheins vom 5. November 2007, S. 5 (Votum F._)
10
a) Die Beschwerdeführenden rügen, die geplante Gebäudeerweiterung gliedere sich
allgemein nicht in das bestehende Orts- und Quartierbild ein. Das Vorhaben befinde sich in
einem Quartier mit hoher volumetrischer und gestalterischer Geschlossenheit von Häusern
und Häuserzeilen. Die Dächer der umliegenden Gebäude seien einheitlich gestaltet und
zeichneten sich durch horizontale, ungebrochene Trauflinien aus. Auch die
Fassadenfluchten seien einheitlich gestaltet. Mit der geplanten Aufstockung des Hauses
J._ 2 und der Errichtung eines Satteldachs werde die bauliche Einheit der
umliegenden Gebäude empfindlich gestört. Die bisherigen Ausbauten im Quartier seien
stets innerhalb des bestehenden Dachvolumens, nie aber als quartiersfremde Aufstockung,
realisiert worden. Das Bauprojekt verletze die Vorschrift von Art. 6 Abs. 1 BO.
b) Nach Art. 9 Abs. 1 BauG dürfen Bauten Landschaften, Orts- und Strassenbilder nicht
beeinträchtigen. Die Gemeinden können nähere Vorschriften erlassen (Art. 9 Abs. 3
BauG). Laut Art. 6 Abs. 1 BO sind Bauten, Gebäudeteile und Gestaltungen des öffentlichen
sowie privaten Aussenraums, die sich in ihrer Erscheinung nicht in das Stadt-, Quartier-
und Strassenbild sowie die Stadtsilhouette einfügen oder die Einheitlichkeit der
wesentlichen Merkmale der betreffenden Bebauung nicht wahren, unzulässig, auch wenn
sie den übrigen Bauvorschriften entsprechen. Gemäss Art. 6 Abs. 2 BO sind für die
Einordnung insbesondere die Gestaltung und Anordnung folgender Elemente
massgebend:
- Standort, Stellung und Form (Baukubus und Dach) des Gebäudes;
- Gliederung der Aussenflächen (Fassaden und Dach), insbesondere von
Sockelgeschoss, Dachrand, Balkone, Erker und Attika;
- Material und Farbe;
- Eingänge, Ein- und Ausfahrten;
- Aussenraum, insbesondere die Begrenzung gegenüber dem Strassenraum.
Die kommunale Ästhetikvorschrift von Art. 6 Abs. 1 BO enthält ein positives
Einfügungsgebot, das über die Anforderungen von Art. 9 Abs. 1 BauG hinausgeht. Dies
bedeutet, dass zwar strengere Massstäbe angelegt werden dürfen, als wenn die
„ästhetische Generalklausel“ nach Art. 9 Abs. 1 BauG im Sinn eines (blossen)
Beeinträchtigungsverbots zur Anwendung kommt. Es kann aber auch dabei nicht einfach
auf ein beliebiges subjektives architektonisches Empfinden oder Gefühl abgestellt werden.
Vielmehr ist im Einzelnen darzutun und sorgfältig zu begründen, warum mit einer
bestimmten baulichen Gestaltung weder für den Bau selbst noch für die Umgebung eine
11
befriedigende Gesamtwirkung bzw. eine gute Einpassung ins Orts- und Landschaftsbild
erreicht wird. Bei der Beurteilung der Rechtsfrage, ob sich das Bauvorhaben im Sinn von
Art. 6 Abs. 1 BO „gut ins Stadt-, Quartier- und Strassenbild sowie die Stadtsilhouette
einfügt“ bzw. die „Einheitlichkeit der wesentlichen Merkmale der betreffenden Bebauung
wahrt“ ist insbesondere auch die Umgebung des strittigen Bauvorhabens zu würdigen.
Dabei spielt die architektonische Qualität der Umgebung eine zentrale Rolle. Je grösser
diese ist, desto höheren Ansprüchen hat ein Bauvorhaben zu genügen. Die „gute
Einfügung“ ist weder an geringen noch an besonders hohen architektonischen Qualitäten
zu messen. Das Erfordernis der „guten Einfügung“ bedeutet bei durchschnittlichen örtlichen
Gegebenheiten nur, dass das Mittelmass der Umgebung nicht gestört werden darf und sich
ein Bauvorhaben an den qualitativ hochwertigeren bestehenden Bauten und Anlagen der
Umgebung zu orientieren hat. Im Übrigen kann aufgrund einer ästhetischen Generalklausel
zwar eine befriedigendere Gestaltung einer zonenkonformen Baute verlangt werden, doch
darf die Anwendung ästhetischer Generalklauseln nur ausnahmsweise dazu führen, dass
eine nach der geltenden Zonenordnung zulässige Ausnützung nicht bewilligt wird. Dies gilt
auch für eigenständige kommunale Ästhetikvorschriften, die über Art. 9 Abs. 1 BauG
hinausgehen, namentlich für solche, welche – wie vorliegend – eine gute Einfügung ins
Stadt-, Quartier- und Strassenbild verlangen8.
c) Für die Auslegung der in Art. 6 Abs. 1 BO aufgeführten Begriffe „gute Einfügung“
bzw. „Wahrung der wesentlichen Merkmale der betreffenden Bebauung“ gilt es zu
beachten, dass die Gemeinden in ihrer Ortsplanung im Rahmen der Gesetzgebung und
der übergeordneten Planung frei sind (Art. 65 Abs. 1 BauG). Die bernischen Gemeinden
geniessen hinsichtlich dieser Fragen einen relativ grossen Entscheidungsspielraum bzw.
Autonomie. Sind sie beim Erlass von kommunalen Vorschriften autonom, so sind sie es
ebenfalls in deren Auslegung und Anwendung. Es ist somit vorab Sache der Gemeinde, zu
bestimmen, wie sie eine kommunale Vorschrift verstanden haben will. Wird die Anwendung
einer solchen Bestimmung Gegenstand eines Beschwerdeverfahrens, haben die
Rechtsmittelinstanzen zu prüfen, ob die Auslegung durch die Gemeinde rechtlich haltbar
ist. Sie auferlegen sich mit andern Worten eine gewisse Zurückhaltung gegenüber der
Auffassung der Gemeinde, indem sie nicht prüfen, ob eine andere Bedeutung der
umstrittenen Bestimmung ebenfalls möglich und rechtlich vertretbar wäre. Sie sind nicht
befugt, die kommunale Auslegung der Norm durch ihr eigenes Verständnis zu ersetzen,
wenn die Rechtsauffassung der Gemeinde betreffend den Inhalt, den Sinn und die
8 VGE 22044 vom 19.8.2005 i.S. M. AG, E. 2.7, 2.8 und 3.2.1 mit zahlreichen Hinweisen
12
Tragweite der interessierenden Vorschrift rechtlich vertretbar erscheint. Es ist demnach nur
zu prüfen, ob die Auslegung von Art. 6 Abs. 1 BO durch die Vorinstanz innerhalb des ihr
durch die Gemeindeautonomie eingeräumten Rahmens liegt9.
d) Das Bauinspektorat der Stadt Bern macht geltend, die fragliche Siedlung sei durch
eine für diesen Stadtteil „unerwartete“ Hanglage geprägt. Dieser Umstand sei aus den
Planunterlagen nicht ohne weiteres ersichtlich, sondern sei erst aufgrund eines
Augenscheins erkennbar. Es sei durchaus denkbar, dass der damalige Architekt die
horizontalen Trauflinien der Häuserzeilen entlang des J._ bewusst ungebrochen
gestaltet hat. Dies bedeute jedoch nicht, dass aus architektonischer und städtebaulicher
Sicht an dieser Lage keine vom bestehenden Bau abweichenden Volumen und
Dachformen denkbar seien. Das Bauvorhaben wäre vermutlich anders zu beurteilen, wenn
sich die Gebäude auf einem ebenen Grundstück befinden würden. An verschiedenen
vergleichbaren Lagen im Stadtgebiet bestünden Häuserzeilen, welche durch eine
„Abtreppung“ der Dachlandschaft entlang einem Strassenzug geprägt seien. Art. 28 BO
weise im Zusammenhang mit der Ermittlung der Geschosszahl speziell auf solch
abgestuften oder terrassierten Gebäude hin. Die Tatsache, dass das Erscheinungsbild
dieser Bauten sowohl mit durchgehender als auch mit „abgetreppter“ Traufe als möglich
erscheine, spreche bei dieser Bebauung für eine eher durchschnittliche Architektur. Dies
sei wohl auch der Grund, dass die fraglichen Liegenschaften weder als schützenswert
noch erhaltenswert noch beachtenswert im Bauinventar enthalten seien. Die gewählte
Architekturform des Bauvorhabens sprenge den baulich vorgegebenen Rahmen nicht. Die
neu entstandene Volumetrie und Dachform wirkten weder quartierfremd noch störend.
e) Die geplante Erweiterung des Gebäudes am J._ 2 beinhaltet die
Aufstockung der Liegenschaft um ein Vollgeschoss und ein ausgebautes Dachgeschoss.
Im Übrigen soll der Baukörper um zwei Fensterachsen in nordwestlicher Richtung
verlängert werden. Die Beschwerdegegnerin beabsichtigt mit ihrem Projekt, das in der
dreigeschossigen Wohnzone zulässige Nutzungsmass auszuschöpfen. Das Bauvorhaben
hält die Zonenvorschriften ein und beansprucht keine Ausnahmen. Eine Einschränkung
des zulässigen Nutzungsmasses aus ästhetischen Gründen wäre somit nur
ausnahmsweise zulässig (vgl. Erwägung 3b). Der Augenschein hat gezeigt, dass die
beiden Häuserzeilen am J._ zwar eine ähnliche Fassadengestaltung und im
Dachbereich durchgehende Trauflinien aufweisen. Das Quartierbild erscheint dadurch aus
9 BVR 2001 S. 17 E. 3a
13
ästhetischer Sicht jedoch noch nicht als überdurchschnittlich. Die beiden Häuserzeilen
weisen unterschiedliche Fassadenfarben und eine durchschnittliche Architektur auf. Hinzu
kommt, dass sich die vom Bauvorhaben betroffene Gebäudereihe am J._ 2-6 auf
einem Gelände befindet, welches von der R._strasse bis zum L._weg
verhältnismässig stark ansteigt. Diese topografischen Verhältnisse lassen es von
vornherein nicht zu, beim höchstgelegenen Gebäude J._ 2 eine Aufstockung zu
realisieren, ohne dass dabei die durchgehende Trauflinie der Häuserzeile durchbrochen
wird. Die Vorschrift von Art. 6 BO verlangt nicht, dass aneinander gebaute Liegenschaften
zwingend eine durchgehende Trauflinie aufweisen müssen. Die Auffassung der Vorinstanz,
wonach die bestehende Topografie eine abgestufte Dachgestaltung rechtfertigt, überzeugt.
Das Beweisverfahren hat im Übrigen ergeben, dass sich das Bauvorhaben in Bezug auf
seinen Standort, seine Stellung und seine Form gut in die Häuserzeile einfügt. Aus der
Vorschrift von Art. 6 BO lässt sich auch nicht schliessen, dass aus architektonischer und
städtebaulicher Sicht an dieser Lage keine Volumen und Dachformen denkbar sind, welche
von den bestehenden Bauten abweichen. Dasselbe gilt auch für die Fassadengestaltung.
Der geplante Anbau sieht im Vergleich zu den bestehenden Quartierbauten eine andere
Anordnung der Fensterlemente und ein Satteldach anstelle eines Walmdachs vor. Diese
Ausgestaltung entspricht dem ausdrücklichen Wunsch der Stadtbildkommission, wonach
die Gebäudeerweiterung als (moderner) Anbau erkennbar sein muss. Diese Auffassung ist
nachvollziehbar und überzeugt. Die Tatsache, dass das Vorhaben im Vergleich zu den
bestehenden Bauten andere architektonische Elemente aufweist, genügt nicht, das Projekt
aus ästhetischen Gründen abzulehnen10. Die Auslegung der Vorschrift von Art. 6 Abs. 1
BO durch die Vorinstanz ist somit rechtlich haltbar.
f) Zusammenfassend folgt, dass sich das Bauvorhaben gut in das bestehende Stadt-,
Quartier- und Strassenbild einfügt und die Anforderungen von Art. 6 Abs. 1 BO erfüllt.
4. Dacheinschnitt
a) Die Beschwerdeführenden beanstanden ferner, dass das Bauvorhaben auf der
Südwestseite im Dachgeschoss einen Dacheinschnitt aufweise, der von der
R._strasse aus sichtbar sei. Der geplante Dacheinschnitt verletze die Bestimmung
von Art. 8 BO und sei daher nicht zulässig.
10 BVR 2006 S. 491 E. 6.3.2 mit Hinweisen
14
b) Nach Art. 8 Abs. 2 Bst. b BO sind bei zulässigen Dachausbauten Dacheinschnitte
anstelle von Lukarnen zulässig, wenn sie von öffentlichen Verkehrs- und Parkanlagen aus
nicht sichtbar sind.
Der Augenschein hat gezeigt, dass die kürzeste Distanz zwischen der für den
Dacheinschnitt vorgesehenen Dachfläche und der R._strasse etwa 50 m beträgt.
Durch die Aufstockung wird der Blickwinkel auf die neue Dachfläche verkleinert und
dadurch die Einsehbarkeit der Dachfläche bzw. des Dacheinschnitts nahezu
verunmöglicht. Hinzu kommt, dass die waldartige Vegetation auf Parzelle Bern Gbbl. Nr.
U._ die Einsehbarkeit zusätzlich erschwert. Der Dacheinschnitt ist somit von der
R._strasse aus nicht einsehbar. Die Bestimmung von Art. 8 Abs. 2 Bst. b BO wird
somit nicht verletzt.
5. Zusammenfassung
Aus diesen Erwägungen folgt zusammenfassend, dass die vorgesehene Erweiterung des
bestehenden Gebäudes am J._ 2 auf Parzelle Bern Gbbl. Nr. K._ die
Vorschriften von Art. 10b Abs. 1 BauG sowie Art. 6 Abs. 1 BO und Art. 8 Abs. 2 Bst. b BO
nicht verletzt. Die Beschwerde ist daher abzuweisen und der vorinstanzliche Entscheid zu
bestätigen.
6. Kosten
a) Bei diesem Verfahrensausgang sind die Verfahrenskosten den unterliegenden
Beschwerdeführenden aufzuerlegen (Art. 108 Abs. 1 VRPG11). Sie bestehen aus einer
Pauschalgebühr. Für besondere Untersuchungen, Gutachten und dergleichen können
zusätzliche Gebühren erhoben werden (Art. 103 Abs. 1 VRPG). Gestützt auf Art. 19
GebV12 wird die Pauschale auf Fr. 1'400.00 festgelegt. Hinzu kommen die Gebühren von je
Fr. 200.00 für den Fachbericht der Denkmalpflege und für die Durchführung des
Augenscheins. Die Verfahrenskosten betragen somit Fr. 1'800.00.
11 Gesetz vom 23. Mai 1989 über die Verwaltungsrechtspflege (VRPG; BSG 155.21) 12 Verordnung vom 22. Februar 1995 über die Gebühren der Kantonsverwaltung (GebV; BSG 154.21)
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b) Nach Art. 108 Abs. 3 VRPG haben die Beschwerdeführenden als unterliegende
Partei der Beschwerdegegnerin die Parteikosten zu ersetzen. Die Kostennote des
Parteivertreters der Beschwerdegegnerin gibt zu keinen Bemerkungen Anlass. Die
Beschwerdeführenden haben der Beschwerdegegnerin somit die Parteikosten in der Höhe
von Fr. 5'645.15 (einschliesslich Auslagen und Mehrwertsteuer) zu ersetzen.