# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 475d2366-481e-4717-92c7-e56b28f0daab
**Court:** SG_VGN
**Chamber:** SG_VGN_001
**Year:** 2012
**Language:** de
**Jurisdiction:** SG / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

hat das Verwaltungsgericht festgestellt:
A./ M. A.-O., türkische Staatsangehörige, wurde am 23. April 1981 in der Schweiz
geboren und verfügt über die Niederlassungsbewilligung. Am 5. September 2008
heiratete sie in St. Gallen H. A., türkischer Staatsangehöriger, geboren am 1. Januar
1965. Das Paar hat zwei Kinder: N., (...), und Z., (...). Beide Kinder sind türkische
Staatsangehörige und verfügen wie die Mutter über die Niederlassungsbewilligung.
H. A. hat weitere Kinder: E., geboren am 15. September 1988, und Y., geboren am 8.
August 1990, beide in der Türkei lebende türkische Staatsangehörige. Das
Ausländeramt (heute Migrationsamt) hat es am 11. April 2006 abgelehnt, einem
Familiennachzugsgesuch bezüglich dieser Kinder zu entsprechen. Zudem ist H. A.
Vater von S. D., geboren am 3. März 2004, schweizerische Staatsangehörige. Das Kind
lebt bei seiner Mutter, und das Kreisgericht St. Gallen hat H. A. am 10. Juni 2005
verpflichtet, für Saniye Unterhaltszahlungen zu leisten, ab März 2011 Fr. 700.-- je
Monat bis zum Abschluss einer ordentlichen Erstausbildung.
B./ H. A. reiste am 21. September 1994 in die Schweiz ein und stellte ein Asylgesuch,
welches am 27. Juni 1996 abgewiesen wurde. Gegen diese Verfügung erhob H. A.
Beschwerde. Am 10. Juli 1998 heiratete er in G. die Schweizer Staatsangehörige I. P.,
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geboren am 9. Mai 1956, worauf er die Beschwerde am 17. September 1998
zurückzog. H. A. erhielt eine Aufenthaltsbewilligung im Rahmen des Familiennachzugs
und am 15. Februar 2002 wurde er erleichtert eingebürgert. Nachdem die Ehe
zwischen H. A. und I. P. am 21. November 2005 geschieden worden war, erklärte das
Bundesamt für Migration die erleichterte Einbürgerung von H. A. am 25. Januar 2007
für nichtig. Am 8. Dezember 2009 wies das Bundesverwaltungsgericht eine
Beschwerde, die er gegen diese Verfügung erhoben hatte, ab. In der Folge, am 19. Mai
2010, wies das Ausländeramt H. A. aus der Schweiz weg. Gegen diese Verfügung
erhob H. A. am 25. Mai 2010 Rekurs beim Sicherheits- und Justizdepartement. Noch
während des Rekursverfahrens stellte M. A. ein Gesuch um Familiennachzug ihres
Ehemanns. Daraufhin hob das Ausländeramt die Wegweisungsverfügung auf und
erklärte sich ausnahmsweise und ohne Präjudiz bereit, den Aufenthalt von H. A.
während des Gesuchsverfahrens zu tolerieren. Demzufolge konnte der Rekurs
abgeschrieben werden.
C./ Am 2. Februar 2011 wies das Ausländeramt das Gesuch von M. A. um
Familiennachzug von H. A. ab. Der Entscheid wird im Wesentlichen damit begründet,
das Ehepaar verfüge nicht über genügend finanzielle Mittel, weshalb die Gefahr einer
fortgesetzten und erheblichen Fürsorgeabhängigkeit bestehe. Sodann sei die
Verweigerung des Familiennachzugs verhältnismässig und das öffentliche Interesse an
der Fernhaltung von H. A. überwiege gegenüber seinem privaten Interesse am Verbleib
in der Schweiz.
D./ Am 15. Februar 2011 erhob M. A., vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. A. F.,
gegen die Verfügung des Ausländeramtes vom 2. Februar 2011 Rekurs beim
Sicherheits- und Justizdepartement. Sie beantragte, die angefochtene Verfügung sei
aufzuheben und H. A. sei eine Aufenthaltsbewilligung zu erteilen. Zur Begründung
machte sie im Wesentlichen geltend, die finanziellen Voraussetzungen für den
Familiennachzug seien erfüllt.
Am 2. Dezember 2011 wies das Sicherheits- und Justizdepartement den Rekurs von
M. A. ab und wies das Migrationsamt an, H. A. eine neue Frist zur Ausreise zu setzen.
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E./ Am 19. Dezember 2011 erhob M. A., wiederum vertreten durch Rechtsanwalt lic.
iur. A. F. gegen den Entscheid des Sicherheits- und Justizdepartements vom
2. Dezember 2011 Beschwerde beim Verwaltungsgericht. Sie stellte das
Rechtsbegehren, der angefochtene Entscheid sei aufzuheben und dem
Familiennachzugsgesuch sei zu entsprechen. Innert erstreckter Frist machte sie am
9. Februar 2009 im Wesentlichen geltend, auch wenn Einkommen teilweise gepfändet
worden sei, habe die Gefahr einer fortgesetzten und erheblichen Fürsorgeabhängigkeit
nie bestanden. Die Familie müsse nicht mit Sozialhilfe unterstützt werden und es sei
möglich, die Schulden kontinuierlich abzubauen.
Am 22. Februar 2012 beantragte das Sicherheits- und Justizdepartement, die
Beschwerde sei abzuweisen, und verzichtete auf eine Stellungnahme.

## Considerations

Darüber wird in Erwägung gezogen:
1. (...).
2. Die Beschwerdeführerin und die Kinder N. und Z. verfügen über die
Niederlassungsbewilligung.
2.1. Nach Art. 43 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Ausländerinnen und Ausländer
(SR 142.20, abgekürzt AuG) haben ausländische Ehegatten von Personen mit
Niederlassungsbewilligung Anspruch auf Erteilung und Verlängerung der
Aufenthaltsbewilligung, wenn sie mit diesen zusammenwohnen. Dieser Anspruch
erlischt nach Art. 51 Abs. 2 lit. b AuG, wenn Widerrufsgründe nach Artikel 62 vorliegen.
Nach Art. 62 lit. e AuG liegt ein Widerrufsgrund vor, wenn die Ausländerin oder der
Ausländer oder eine Person, für die sie oder er zu sorgen hat, auf Sozialhilfe
angewiesen ist. Es muss konkret die Gefahr einer fortgesetzten und erheblichen
Fürsorgeabhängigkeit gegeben sein. Dies ist nicht der Fall, wenn die Ehegatten keine
Fürsorgeleistungen beziehen, sondern beide ein Erwerbseinkommen erzielen, welches
das Existenzminimum der Familie deckt und ihnen darüber hinaus - in begrenztem
Umfang - die Sanierung der aufgelaufenen Schulden erlaubt (VerwGE B 2010/101,
abrufbar unter www.gerichte.sg.ch mit Hinweis auf BGE 125 II 641). Mit Blick auf die
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gegenseitige Unterhaltspflicht nach Art. 163 des Schweizerischen Zivilgesetzbuches
(SR 210) ist das Einkommen des Angehörigen, der an die Lebenshaltungskosten der
Familie beitragen soll, daran zu messen, ob und in welchem Umfang es tatsächlich
realisierbar ist (VerwGE B 2010/101, abrufbar unter www.gerichte.sg.ch mit Hinweis auf
BGE 122 II 8 f.).
2.2. Art. 8 Ziff. 1 der Europäischen Menschenrechtskonvention (SR 0.101, abgekürzt
EMRK) und Art. 13 Abs. 1 der Schweizerischen Bundesverfassung (SR 101, abgekürzt
BV) garantieren den Schutz des Familienlebens, soweit die familiäre Beziehung
tatsächlich gelebt wird und intakt ist (BGE 131 II 350 E. 5; Spescha/Thür/Zünd/Bolzli,
Migrationsrecht, 2. Aufl., Zürich 2009, N 12 in Nr. 18 mit Hinweisen).
Art. 8 Ziff. 1 EMRK und Art. 13 Abs. 1 BV gewährleisten weder ein Recht auf Einreise
und Aufenthalt noch auf Wahl des für das Familienleben am geeignetsten
erscheinenden Ortes (B. Ehrenzeller, in: St. Galler Kommentar zur Schweizerischen
Bundesverfassung, Zürich/Basel/Genf 2002, Rz. 23 und 25 zu Art. 13 BV; BGE 130 II
285 E. 3.1 mit Hinweis u.a. auf BGE 126 II 335 E. 3a). Nach Art. 8 Ziff. 2 EMRK ist ein
Eingriff in das durch Ziff. 1 geschützte Rechtsgut statthaft, soweit er gesetzlich
vorgesehen und in einer demokratischen Gesellschaft notwendig ist für die nationale
oder öffentliche Sicherheit, für das wirtschaftliche Wohl des Landes, zur
Aufrechterhaltung der Ordnung, zur Verhütung von Straftaten, zum Schutz der
Gesundheit oder der Moral oder zum Schutz der Rechte und Freiheiten anderer. Die
Konvention verlangt eine Abwägung zwischen den widerstreitenden Interessen an der
Erteilung der Bewilligung einerseits und an deren Verweigerung andererseits, wobei
letztere in dem Sinn überwiegen müssen, als sich der Eingriff als notwendig erweist
(BGE 135 I 156 E. 2.2.1). Bei der Interessenabwägung sind die gesamten persönlichen
Verhältnisse des Ausländers zu würdigen, namentlich die Dauer des Aufenthalts, die
Integration in der Schweiz, die verbleibende Beziehung zum Heimatstaat und straf- und
fremdenpolizeilich verpöntes Verhalten (Haefliger/Schürmann, Die Europäische
Menschenrechtskonvention und die Schweiz, 2. Aufl., Bern 1999, S. 263; vgl. auch
VerwGE vom 9. Juli 2009 i.S. D.O. mit Hinweis auf VerwGE vom 30. November 2006
i.S. U.K., in: www.gerichte.sg.ch).
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3. Die Vorinstanz wirft der Beschwerdeführerin und ihrem Ehemann im angefochtenen
Entscheid vor, sie seien ihrer Mitwirkungspflicht nicht nachgekommen, weil sie es
unterlassen hätten, der Aufforderung, bestimmte Unterlagen beizubringen, Folge zu
leisten. Sodann führt sie aus, aufgrund der Aktenlage sei es nicht möglich festzustellen,
ob im Fall des Familiennachzugs von H. A. die Gefahr einer fortgesetzten und
erheblichen Fürsorgeabhängigkeit bestehe, weshalb der Rekurs abgewiesen werden
müsse. Demgegenüber vertritt die Beschwerdeführerin den Standpunkt, die Gefahr
einer fortgesetzten und erheblichen Fürsorgeabhängigkeit bestehe nicht, was sich
bereits aus den Zahlen ergebe, die im Rahmen des Rekursverfahrens bekannt gewesen
seien. Im Rahmen des Beschwerdeverfahrens hat sie verschiedene Unterlagen
eingereicht, die belegen sollen, dass der Widerrufsgrund nach Art. 62 lit. e AuG nicht
gegeben ist.
3.1. Im Verwaltungsverfahren gilt grundsätzlich der Untersuchungsgrundsatz. Die
Verwaltungsbehörden haben den rechtserheblichen Sachverhalt von Amtes wegen
richtig und vollständig zu ermitteln und die Beweise zu erheben (Cavelti/Vögeli,
Verwaltungsgerichtsbarkeit im Kanton St. Gallen, St. Gallen 2003, Rz. 589 mit
Hinweisen). Der Untersuchungsgrundsatz wird durch die Mitwirkungspflicht der
Parteien relativiert. Diese Pflicht ist insofern gerechtfertigt, als die Beteiligten den
Sachverhalt nicht nur besser kennen, sondern oft auch ein eigenes Interesse daran
haben, ihre Darstellung des Sachverhalts beweismässig zu untermauern (Cavelti/
Vögeli, a.a.O., Rz. 599). Sie führt dazu, dass die Verfahrensbeteiligten vor allem dort,
wo sie eine Bewilligung oder eine staatliche Leistung beanspruchen und deren
Erteilung nicht ausnahmsweise im öffentlichen Interesse liegt, das tatsächliche
Fundament ihres Begehrens weitgehend selbst behaupten und die Beweise dafür
anbieten müssen (Cavelti/Vögeli, a.a.O., Rz. 605 mit Hinweis). Kann von den Privaten
nach den Umständen eine Handlung oder eine Äusserung erwartet werden und bleibt
eine solche aus, so haben die Behörden nicht nach Tatsachen zu forschen, die nicht
aktenkundig sind. Eine Mitwirkungspflicht besteht insbesondere für die Beschaffung
von Unterlagen, welche nur die Parteien liefern können, und für die Abklärung von
Tatsachen, welche eine Partei besser kennt als die Behörde (Häfelin/Müller/Uhlmann,
Allgemeines Verwaltungsrecht, 5. Aufl., Zürich/Basel/Genf 2006, Rz. 1630 mit Hinweis
auf BGE 130 II 499, 464 und 128 II 139, 142 f.).
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3.2. Die Vorinstanz hat erwogen, gemäss Arbeitsvertrag vom 3. Mai 2007 (act. 39
Vorakten der Beschwerdeführerin) arbeite die Beschwerdeführerin bei der B. AG in G.
als Betriebsmitarbeiterin und sie mache geltend, dass sie einen Nettolohn von
Fr. 3'400.-- je Monat verdiene. Gemäss Auszug aus dem Betreibungsregister vom
22. September 2010 (act. 145 und 146 Vorakten der Beschwerdeführerin) habe sie
Schulden im Betrag von Fr. 10'822.50. Aus den Akten ergebe sich, dass ihr
Einkommen, soweit es das Existenzminimum übersteige, längstens bis 24. Juni 2011
gepfändet worden sei (act. 143 Vorakten der Beschwerdeführerin). Die Berechnung
dieses Betrags sei aber nicht mehr aktuell, weil nur ein Kind der Beschwerdeführerin
und ihres Ehemannes berücksichtigt werde und weil davon ausgegangen werde, H. A.
beziehe Arbeitslosengelder (act. 142 Vorakten der Beschwerdeführerin). Weiter hat die
Vorinstanz in Betracht gezogen, die Einkommensverhältnisse des Ehemannes der
Beschwerdeführerin seien unklar. Es werde zwar geltend gemacht, er arbeite im Hotel
L. in H. im "Zwischenverdienst" und verdiene dort knapp Fr. 3'000.-- monatlich,
abgesehen davon, dass er Arbeitslosenentschädigung im Betrag von Fr. 1'800.-- bis
Fr. 2'000.-- je Monat beziehe. Aktenkundig sei, dass H. A. seit Oktober 2010 als
Küchenhilfe mit einem Netto-Monatslohn von rund Fr. 2'822.-- arbeite und dass er in
den Monaten Oktober und November 2010 Arbeitslosenunterstützung bezogen habe,
wobei aber jeweils namhafte Beträge für das Betreibungsamt St. Gallen in Abzug
gebracht worden seien (act. 167/168 Vorakten der Beschwerdeführerin). H. A. habe
erhebliche Schulden. Gemäss Auszug aus dem Betreibungsregister vom
22. September 2010 (act. 275/276/277 Vorakten H. A.) seien 10 Verlustscheine im
Betrag von Fr. 59'604.75 offen und die letzte Konkurseröffnung sei am 6. Juli 2005
erfolgt. Aktenkundig sei, dass H. A. in der Zeit vom 1. Januar bis 30. September 2009
bei der I. B. AG gearbeitet habe (act. 93 Vorakten der Beschwerdeführerin). Schon
damals habe aber eine Lohnpfändung bestanden (act. 79 bis 92 Vorakten der
Beschwerdeführerin). Weil ihm die Baufirma gekündigt habe, habe H. A. in D. einen
Imbissstand eröffnet, was mit der Anhäufung von Schulden verbunden gewesen sei
(act. 169 Vorakten der Beschwerdeführerin). Zudem habe er gegenüber dem
Betreibungsamt ausgeführt, er bezahle für seine Tochter S. D. keine Unterhaltsbeiträge
(act. 294 Vorakten H. A.), obschon er dazu mit Entscheid des Kreisgerichts St. Gallen
vom 10. Juni 2005 verpflichtet worden sei. Dies habe zur Folge, dass
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Kinderunterhaltsbeiträge bevorschusst und von der Behörde über den Betreibungsweg
bei H. A. eingefordert werden müssten (act. 255 und 276 Vorakten H. A.).
3.3. Im Gegensatz zur Auffassung der Beschwerdeführerin durfte die Vorinstanz in
Anbetracht der Umstände, die sich aus den ihr zur Verfügung stehenden Unterlagen
ergaben, ohne weiteres davon ausgehen, es könne nicht abschliessend festgestellt
werden, ob im Fall des Familiennachzugs von H. A. die Gefahr einer fortgesetzten und
erheblichen Fürsorgeabhängigkeit gegeben sei. Daran ändert nichts, dass die
Beschwerdeführerin bisher nicht mit Sozialhilfe unterstützt werden musste. Der Vorwurf
der Beschwerdeführerin, die Vorinstanz hätte aufgrund der Aktenlage zum Ergebnis
gelangen müssen, die finanziellen Verhältnisse würden dem Familiennachzug ihres
Ehemannes nicht entgegenstehen, erweist sich somit als unbegründet. Die Vorinstanz
handelte sachgerecht, indem sie den Rekurs nicht sogleich abgewiesen, sondern den
Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin am 27. Juli 2011 unter Beilage der Akten des
Migrationsamtes betreffend N. und Z. A., einer Kopie des Entscheids des Kreisgerichts
St. Gallen vom 10. Juni 2005 und einer Kopie des Einvernahme-Protokolls betreffend
Vollzug der Pfändung vom 2. Dezember 2010 aufgefordert hat, folgende Unterlagen
einzureichen: aktuelle Betreibungsregisterauszüge mit Zahlungslisten der
Beschwerdeführerin und ihres Ehemannes, aktuelle Pfändungsurkunde unter
Berücksichtigung beider Kinder, Lohnabrechnungen der Beschwerdeführerin und ihres
Ehemannes für die Monate April, Mai, Juni und Juli 2011 und Abrechnungen bezüglich
des Arbeitslosengeldes von H. A. für die Monate April, Mai, Juni und Juli 2011. Sodann
ist nicht zu beanstanden, dass die Vorinstanz u.a. um Beantwortung der Frage gebeten
hat, warum H. A. für seine Tochter S. D. keine Unterhaltsbeiträge bezahle, obschon er
dazu gerichtlich verpflichtet worden sei (Fr. 700.-- je Monat ab März 2011 bis zum
Abschluss der ordentlichen Erstausbildung). Unbestritten geblieben ist, dass die
Beschwerdeführerin dieser Aufforderung der Vorinstanz nicht nachgekommen ist.
Damit hat sie ihre Mitwirkungspflicht verletzt. Weil die Bemühungen der Vorinstanz, die
Frage, ob die finanziellen Voraussetzungen für die Erteilung einer
Aufenthaltsbewilligung im Rahmen des Familiennachzugs erfüllt seien, abschliessend
zu klären, gescheitert sind, musste der Rekurs abgewiesen werden.
4. Im Rahmen des Beschwerdeverfahrens reichte die Beschwerdeführerin Unterlagen
ein, die belegen sollen, dass der Familiennachzug von H. A. nicht mit der Gefahr der
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fortgesetzten und erheblichen Fürsorgeabhängigkeit verbunden sei. Sie macht geltend,
sie und ihr Ehemann würden ein regelmässiges Einkommen erzielen und über
genügend finanzielle Mittel verfügen, um den Lebensunterhalt zu bestreiten. Sodann
sei es ihnen möglich gewesen, ihre Schulden kontinuierlich abzubauen.
4.1. (...)
4.2. (...).
4.3. Zusammenfassend ergibt sich somit, dass die Beschwerdeführerin und ihr
Ehemann hier beruflich nicht integriert sind. Die Beschwerdeführerin ist seit längerer
Zeit arbeitslos und bezieht Arbeitslosengeld. H. A., der seit Ende des Jahres 2011
erneut arbeitslos ist, war zwischenzeitlich zwar in Form von Temporäreinsätzen tätig,
bezog aber ebenfalls immer wieder Arbeitslosengeld. In Betracht fällt weiter, dass er
trotz Schuldentilgung nach wie vor erheblich überschuldet ist und dass er seinen
finanziellen Pflichten gegenüber seiner Tochter S. D. im Betrag von Fr. 700.-- je Monat
nicht nachkommt. Zutreffend ist zwar, dass keine Anhaltspunkte bestehen, wonach die
Beschwerdeführerin und ihr Ehemann, der in der Schweiz lebt, ohne über einen
Aufenthaltstitel zu verfügen, bisher Sozialhilfe in Anspruch genommen haben könnten.
Dies ist aber darauf zurückzuführen, dass das Einkommen der Familie mit zwei Kindern
in erheblichem Umfang aus Leistungen der Arbeitslosenkasse bestand und besteht, die
auch zur Schuldentilgung verwendet werden konnten und können. Der Anspruch auf
Leistungen aus der Arbeitslosenkasse besteht indessen nicht auf unbestimmte Zeit
weiter, und der Beschwerdeführerin und ihrem Ehemann kann in finanzieller Hinsicht,
bezüglich der Erzielung eines Erwerbseinkommens, das die Lebenshaltungskosten und
die Unterhaltszahlungen für S. D. deckt, keine gute Prognose gestellt werden kann.
Vielmehr ist davon auszugehen, dass die Sozialhilfeabhängigkeit eintritt, sobald die
Leistungen der Arbeitslosenkasse als Einnahmequelle wegfallen. Zu berücksichtigen ist
weiter, dass sich der Ehemann der Beschwerdeführerin gegenüber der öffentlichen
Hand in erheblichem Mass verschuldet hat und dass derartige Schulden nie getilgt
worden sind. So mussten Betreibungen des Kantons St. Gallen/Steueramt der Stadt S.
und der Gemeinde R., Sozialbehörde R., gegen H. A. im Betrag von insgesamt
Fr. 20'837.85 mit Verlustscheinen erledigt werden. Somit besteht bezüglich der
Beschwerdeführerin, die seit April 2011 im Wesentlichen arbeitslos ist und nur im Juli
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2011 ein Erwerbseinkommen von Fr. 707.55 erzielt hat, die Gefahr einer fortgesetzten
und erheblichen Fürsorgeabhängigkeit. Diese Gefahr dauert fort und wird noch
verschärft, wenn ihrem Ehemann eine Aufenthaltsbewilligung im Rahmen des
Familiennachzugs erteilt wird. Die Beschwerde erweist sich somit als unbegründet,
soweit geltend gemacht wird, der Widerrufsgrund nach Art. 62 lit. e AuG liege nicht vor.
5. Die Beschwerdeführerin macht weiter geltend, es erweise sich als
unverhältnismässig und verletze Art. 8 Ziff. 1 EMRK, wenn der Familiennachzug ihres
Ehemannes nicht bewilligt werde. Sie begründet dies damit, sie und H. A. seien hier
beruflich integriert, hätten Schulden saniert und es könne ihnen eine sehr gute
Prognose gestellt werden. Sodann würde ihr privates Interesse am Zusammenleben
gegenüber dem öffentlichen Interesse an der Fernhaltung von H. A. überwiegen, zumal
er die öffentliche Sicherheit und das wirtschaftliche Wohl der Schweiz nicht gefährde.
Wie ausgeführt, ist der Widerrufsgrund von Art. 62 lit. e AuG erfüllt. Die
Beschwerdeführerin und ihr Ehemann sind hier beruflich nicht integriert, und es kann
ihnen in finanzieller Hinsicht keine gute Prognose gestellt werden. Fest steht, dass die
Beschwerdeführerin seit 5. September 2008 mit H. A. verheiratet ist und dass das Paar
zwei gemeinsame Kinder hat. Aufgrund dieser Tatsache allein kann indessen nicht
davon ausgegangen werden, die Verweigerung des Familiennachzugs sei
unverhältnismässig und verletze Art. 8 Ziff. 1 EMRK. Die Beschwerdeführerin hat aber
darauf verzichtet, nähere Angaben zu den innerfamiliären Beziehungen zu machen und
zu begründen, warum ihr privates Interesse am Verbleib ihres Ehemannes in der
Schweiz gegenüber dem öffentlichen Interesse an seiner Wegweisung überwiegen
sollte. Aktenkundig ist aber, dass es am 31. Januar 2010 zwischen der
Beschwerdeführerin und H. A. zu einem verbalen Streit gekommen ist, der eine
Intervention wegen Häuslicher Gewalt erforderlich machte (act. 29-32 der
Beschwerdeführerin). Nach den polizeilichen Feststellungen bestanden seit längerer
Zeit Probleme zwischen den Ehegatten. Zudem soll H. A. damals vermehrt dem
Alkohol zugesprochen haben. Der durchgeführte Atemtest ergab einen Wert von 2.40
Promille, und der Ehemann der Beschwerdeführerin gab an, seit 2005 verheiratet zu
sein, was offensichtlich nicht zutrifft. Sodann machte er unzutreffende Angaben
bezüglich der Zahl seiner Kinder (act. 25 der Beschwerdeführerin). Weiter gab er zu
Protokoll, seine Ehefrau möchte sich wegen finanzieller Probleme von ihm trennen
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(act. 26 der Beschwerdeführerin). In Betracht fällt zudem, dass die Beschwerdeführerin
zur Zeit ihrer Verheiratung wissen musste, dass H. A. über keine
Aufenthaltsberechtigung in der Schweiz verfügt und dass er finanzielle Probleme hat.
Sodann bestehen keine Anhaltspunkte, und es wird auch nicht geltend gemacht, die
Beschwerdeführerin, eine türkische Staatsangehörige, sei hier gut integriert. Zu
berücksichtigen ist weiter, dass die gemeinsamen Kinder erst rund vier bzw. rund zwei
Jahre alt und somit noch nicht schulpflichtig sind. In Anbetracht dieser Umstände wäre
es der Beschwerdeführerin zumutbar, ihrem Ehemann in die Türkei zu folgen.
Insgesamt überwiegt das öffentliche Interesse an der Verweigerung des
Familiennachzugs von H. A. gegenüber dem privaten Interesse der Beschwerdeführerin
und ihres Ehemannes an dessen Verbleib in der Schweiz.
6. Zusammenfassend ergibt sich, dass der angefochtene Entscheid recht- und
verhältnismässig ist. Demzufolge ist die Beschwerde abzuweisen.
(...).
Demnach hat das Verwaltungsgericht