# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 5f49c142-ba34-461e-9971-b08975afbd04
**Court:** GR_KG
**Chamber:** GR_KG_006
**Year:** 2020
**Language:** de
**Jurisdiction:** GR / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

I. Sachverhalt
A.a. Die Parteien stehen in einem Streit betreffend eine Grunddienstbarkeit. B._ ist derzeit die alleinige Eigentümerin des belasteten Grundstücks Nr. _, _weg, O.1_, Grundbuch O.1_, mit einer Fläche von 1'374 m2. Sie erwarb dieses Grundstück käuflich von C._. Das Haus der Familie C._ (fortan Haus C._), welches sich vormals auf dem Grundstück Nr. _ befand, brach B._ mittlerweile ab. A._ ist der Alleineigentümer des berechtigten Grundstücks Nr. _, _weg, O.1_, Grundbuch O.1_, mit einer Fläche von 563 m2. Auf dem Grundstück befindet sich ein Einfamilienhaus, welches A._ mit seiner Familie bewohnt. Das Grundstück Nr. _, _weg, O.1_, Grundbuch O.1_, mit einer Fläche von 656 m2 steht im Alleineigentum von D._. Das sich darauf befindliche Einfamilienhaus nutzt eine Hebamme als Wohnhaus und als Praxis.
A.b. Im Grundbuch sind auf dem Grundstück Nr. _ von B._ soweit hier interessierend folgende Grunddienstbarkeiten (Rechte [R] bzw. Lasten [L]) eingetragen:
15.07.1966 562 (R) Baubeschränkung ID. 1000/002003
z.L. LIG O.1_/_
z.L. LIG O.1_/_
15.07.1966 562 (L) Baubeschränkung ID. 1000/002004
z.G. LIG O.1_/_
z.G. LIG O.1_/_
A.c. Der Dienstbarkeitsvertrag vom 14. Juli 1966 umschreibt die genannten Dienstbarkeiten wie folgt:
Baubeschränkung
zugunsten der Parzellen Nr. _, _, _, _, _ und _ und zulasten der Parzellen Nr. _ und _.
Auf den Grundstücken Parzelle Nr. _ (GB.BI. Nr. _)
Parzelle Nr. _ (GB.BI. Nr. _)
darf nur je ein Einfamilienhaus mit Flachdach gebaut werden, wobei die maximale Bauhöhe so zu begrenzen ist, dass die oberste Kante des Flachdaches bei der Parzelle Nr. _ eine Höhe von 636.40 Metern ü.M. und bei der Parzelle Nr. _ eine solche von 634.35 Metern ü.M. nicht übersteigt. Diese Höhen sind bei Beginn der Mauerwerkarbeiten durch das Ing.Bureau E._ in O.1_ auf Kosten von Herrn F._ zu kontrollieren.
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Für jegliche Erhöhung der zulässigen Flachdach-Einfamilienhäuser durch Zusatzbauten ist die Zustimmung der jeweiligen Eigentümer der Parzelle Nr. _, _, _ und _ notwendig.
Die Bepflanzung auf den beiden Parzellen Nr. _ und _ ist so zu beschränken, dass die maximal zulässige Dachhöhe jeweils höchstens um 0.50 Meter überragt wird.
sowie
Baubeschränkung
zugunsten der Parzellen Nr. _ und _ sowie zulasten der Parzellen Nr. _, _, _, _, _ und _.
Auf den Grundstücken Parzelle Nr. _ (GB.BI. Nr. _)
Parzelle Nr. _ (GB.BI. Nr. _)
Parzelle Nr. _ (GB.BI. Nr. _)
Parzelle Nr. _ (GB.BI. Nr. _)
Parzelle Nr. _ (GB.BI. Nr. _)
Parzelle Nr. _ (GB.BI. Nr. _)
darf nur je ein einstöckiges Wohnhaus mit ausgebautem Untergeschoss erstellt werden.
A.d. B._ beabsichtigt, auf dem Grundstück Nr. _ ein Mehrfamilienhaus zu bauen, wobei die öffentlich-rechtliche Baubewilligung für den projektierten Neubau vorliegt. Letztere datiert vom 7. Februar 2017.
B. Nach erfolglosem Schlichtungsversuch leitete B._ am 8. Mai 2017 beim Regionalgericht Plessur eine Klage gegen A._ und D._ ein. Sie stellte folgende Rechtsbegehren:
1. Es sei gerichtlich festzustellen, dass das Bauvorhaben der Klägerin gemäss Publikation/Planauflage vom 25.11.2016 bis 15.12.2016 und Baubewilligung vom 07.02.2017 zur Realisierung eines Mehrfamilienhauses mit vier Wohnungen, bestehend aus
a) einem Vollgeschoss
b) einem ausgebauten Untergeschoss
c) einer vollständig in den Erdboden versetzten Autoeinstellhalle mit Erschliessung ab Fürstenwaldstrasse
die auf Grundstück O.1_ Nr. _ lastende Grunddienstbarkeit "Baubeschränkung" zugunsten der Grundstücke O.1_ Nrn. _ und _ nicht verletzt.
2. Eventuell:
Die Dienstbarkeit "Baubeschränkung" zulasten Grundstück O.1_ Nr. _ und zugunsten der Grundstücke O.1_ Nrn. _ und _ sei zu löschen. Das Grundbuchamt O.1_ sei anzuweisen, die Löschung im Grundbuch von O.1_ vorzunehmen.
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3. Subeventuell:
Die Dienstbarkeit "Baubeschränkung" zulasten Grundstück O.1_ Nr. _ und zugunsten der Grundstücke O.1_ Nrn. _ und _ sei gegen Entschädigung zu löschen. Das Grundbuchamt O.1_ sei anzuweisen, die Löschung im Grundbuch von O.1_ vorzunehmen.
4. Subsubeventuell:
a) Es sei gerichtlich festzustellen, dass die Erstellung der vollständig in den Erdboden versetzten Autoeinstellhalle gemäss Publikation/Planauflage vom 25.11.2016 bis 15.12.2016 und Baubewilligung vom 07.02.2017 die auf Grundstück O.1_ Nr. _ lastende Grunddienstbarkeit "Baubeschränkung" zugunsten der Grundstücke O.1_ Nrn. _ und _ nicht verletzt.
b) Es sei gerichtlich festzustellen, dass die Erstellung des ausgebauten Untergeschosses gemäss Publikation/Planauflage vom 25.11.2016 bis 15.12.2016 und Baubewilligung vom 07.02.2017 die auf Grundstück O.1_ Nr. _ lastende Grunddienstbarkeit "Baubeschränkung" zugunsten der Grundstücke O.1_ Nrn. _ und _ nicht verletzt.
c) Es sei gerichtlich festzustellen, dass die Erstellung des ausgebauten Vollgeschosses gemäss Publikation/Planauflage vom 25.11.2016 bis 15.12.2016 und Baubewilligung vom 07.02.2017 die auf Grundstück O.1_ Nr. _ lastende Grunddienstbarkeit "Baubeschränkung" zugunsten der Grundstücke O.1_ Nrn. _ und _ nicht verletzt.
d) Es sei festzustellen, dass die horizontale Ausdehnung des Gebäudes gemäss Publikation/Planauflage vom 25.11.2016 bis 15.12.2016 und Baubewilligung vom 07.02.2017 die auf Grundstück O.1_ Nr. _ lastende Grunddienstbarkeit "Baubeschränkung" zugunsten der Grundstücke O.1_ Nrn. _ und _ nicht verletzt.
e) Es sei festzustellen, dass die Höhe des Gebäudes bis maximal 642.9 m.ü.M. gemäss Publikation/Planauflage vom 25.11.2016 bis 15.12.2016 und Baubewilligung vom 07.02.2017 die auf Grundstück O.1_ Nr. _ lastende Grunddienstbarkeit "Baubeschränkung" zugunsten der Grundstücke O.1_ Nrn. _ und _ nicht verletzt. Ev. sei die maximal zulässige Gebäudehöhe gerichtlich zu bezeichnen.
5. a) Die Gerichtskosten seien den Beklagten aufzuerlegen.
b) Die Beklagten seien (unter solidarischer Haftbarkeit) zu verpflichten der Klägerin eine Parteientschädigung zu leisten.
C. Mit Klageantwort vom 21. Juni 2017 beantragten A._ und D._ die Abweisung der Klage, unter Kosten- und Entschädigungsfolge, zuzüglich 8 % MwSt., zulasten von B._.
D. Mit Replik und Duplik hielten die Parteien an ihren Rechtsbegehren fest.
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E. Die Beweisverfügung datiert vom 20. Oktober 2017. Gestützt auf diese edierte der Vorsitzende des Regionalgerichts Plessur von der Stadt O.1_ die Akten der Baugesuche der Jahre 1962 bis 1994 betreffend das Grundstück Nr. _ in O.1_ bzw. betreffend die Rechtsvorgänger von B._ (Familie C._; Baugesuche vom 27. Juni 1994, vom 26. Februar 1992, vom 28. März 1991, vom 18. März 1977 und vom 23. Oktober 1962).
F. Ein Augenschein am _weg in O.1_ sowie die Hauptverhandlung fanden am 27. Februar 2018 statt.
G. Mit Entscheid vom 27. Februar 2018, den Parteien mit schriftlicher Begründung mitgeteilt am 9. Mai 2018, erkannte das Regionalgericht Plessur wie folgt:
1. a) Die von der Stadt O.1_ fälschlicherweise beim Gericht eingereichten Akten betreffend das Grundstück Nr. _, _weg, O.1_, Grundbuch O.1_ (betreffend die Baugesuche vom 28.10.2016, vom 11.09.1979 und vom 23.05.1966 sowie die im Zeitraum vom 27.05.1966 bis am 09.11.1966 geführte Korrespondenz) werden aus dem Recht gewiesen.
b) Es werden keine weiteren Urkunden ediert.
2. Die Klage wird gutgeheissen. Es wird festgestellt, dass das Bauvorhaben von B._ gemäss Publikation/Planauflage vom 25.11.2016 bis 15.12.2016 und Baubewilligung vom 07.02.2017 zur Realisierung eines Mehrfamilienhauses mit vier Wohnungen, bestehend aus
a) einem Vollgeschoss
b) einem ausgebauten Untergeschoss
c) einer vollständig in den Erdboden versetzten Autoeinstellhalle mit Erschliessung ab Fürstenwaldstrasse
die auf Grundstück Nr. _, _weg, O.1_, Grundbuch O.1_, lastende Grunddienstbarkeit "Baubeschränkung" zugunsten der Grundstücke Nr. _, _weg, O.1_, Grundbuch O.1_, und Nr. _, _weg, O.1_, Grundbuch O.1_, nicht verletzt.
3. a) Die Gerichtskosten von CHF 7'000.00 gehen solidarisch zu Lasten von A._ und D._ und werden mit den von B._ geleisteten Vorschüssen von CHF 7'000.00 verrechnet.
b) A._ und D._ haben B._ unter solidarischer Haftbarkeit eine Parteientschädigung von CHF 11'690.90 (inkl. Barauslagen und MwSt.) zu bezahlen und ihr die geleisteten Vorschüsse von CHF 7'000.00 zu ersetzen.

## Considerations