# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 24408590-ac8a-4d4d-99dc-6a4721d858c5
**Court:** CH_BSTG
**Chamber:** CH_BSTG_001
**Year:** 2022
**Language:** de
**Jurisdiction:** CH / Federation
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Der Einzelrichter hält fest, dass:
- mit Beschluss BB.2021.217-218 (BP.2021.80-81) vom 8. April 2022 die  des Bundesstrafgerichts die Beschwerde von A. und der B. AG, deren Verwaltungsratspräsident A. ist, wegen Rechtsverweigerung durch die Bundesanwaltschaft abwies, soweit sie darauf eintrat;
- dabei das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege im Beschwerdeverfahren
wegen offensichtlicher Aussichtslosigkeit der Beschwerde abgewiesen und A. sowie der B. AG gestützt auf Art. 428 StPO i.V.m. Art. 73 StBOG und Art. 5 und 8 Abs. 1 BStrKR ausgangsgemäss eine Gerichtsgebühr von Fr. 2'000.-- auferlegt wurde;
- A. mit Eingabe vom 13. April 2022 an die Beschwerdekammer des  gelangt und in einem ersten Punkt um Erlass «aufgrund seiner Mittellosigkeit» der «augenscheinlich überhöht angesetzten»  aus dem vorgenannten Beschwerdeverfahren BB.2021.217-218 (BP.2021.80-81) sowie aus dem Beschwerdeverfahren BB.2022.35 (BP.2022.30) ersucht; er in einem zweiten Punkt sodann beantragt, die  sei je auf Fr. 500.-- zu reduzieren (act. 1); auf das Gesuch um Erlass oder Reduktion des zweiten Beschwerdeverfahrens im separaten Verfahren BB.2022.50 einzugehen ist.

## Considerations

Der Einzelrichter zieht in Erwägung, dass:
- Forderungen aus Verfahrenskosten von der Strafbehörde gestundet oder unter Berücksichtigung der wirtschaftlichen Verhältnisse der  Person herabgesetzt oder erlassen werden können (Art. 425 StPO);
- die Beschwerdekammer zuständig ist zur Behandlung von Gesuchen um Er-
lass von Verfahrenskosten, welche ein rechtskräftig abgeschlossenes  betreffen (vgl. TPF 2019 35 E. 1.1 m.w.H.);
- die Beschwerdeinstanz als Einzelgericht über Gesuche um Erlass der Ver-
fahrenskosten entscheidet, sofern der Schwellenwert von 5000 Franken  Art. 395 lit. b StPO nicht überschritten wird (vgl. TPF 2019 35 E. 1);
- demnach vorliegend der Einzelrichter über das Gesuch entscheidet;
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- Stundungen und Erlass von Forderungen aus Verfahrenskosten der  vorab der beschuldigten Person dienen, denn die Kostenauflage kann sie in Anbetracht der mitunter sehr hohen Auslagen erheblich finanziell belasten und eine Rückkehr in geordnete Verhältnisse erschweren;
- die Anwendung von Art. 425 StPO voraussetzt, dass die wirtschaftlichen Ver-
hältnisse der kostenpflichtigen Person derart angespannt sein müssen, dass eine (ganze oder teilweise) Kostenauflage als unbillig erscheint; das dann der Fall ist, wenn die Höhe der auferlegten Kosten unter Berücksichtigung der wirtschaftlichen Lage der kostenpflichtigen Person deren  bzw. finanzielles Weiterkommen ernsthaft gefährden kann (Urteil des Bundesgerichts 6B_610/2014 vom 28. August 2014 E. 3; Beschluss des Bundesstrafgerichts BB.2018.133 vom 15. Februar 2019 E. 2.1, nicht  in TPF 2019 35; je m.w.H.);
- mit der Konzipierung von Art. 425 StPO als Kann-Bestimmung der Gesetz-
geber der Strafbehörde beim Kostenentscheid einen grossen Ermessens- und Beurteilungsspielraum belässt (Urteil des Bundesgerichts 6B_610/2014 vom 28. August 2014 E. 3; Beschluss des Bundesstrafgerichts BB.2018.133 vom 15. Februar 2019 E. 2.2, nicht publiziert in TPF 2019 35; je m.w.H.);
- dem Gesuchsteller das Verfahren um Erlass der Verfahrenskosten gemäss
Art. 425 StPO bereits seit Jahren aus eigener Erfahrung bekannt ist (s. an Stelle vieler: Beschlüsse des Bundesstrafgerichts BB.2015.99 vom 22. März 2016 und BB.2015.51 vom 11. Juni 2015);
- ihm insbesondere bekannt ist, dass ihn – wie auch bei der Prüfung der
Voraussetzungen für eine amtliche Verteidigung – bei der Abklärung seiner finanziellen Verhältnisse eine gewisse Mitwirkungspflicht trifft;
- ihm namentlich im Zusammenhang mit Gesuchen um unentgeltliche Rechts-
pflege bekannt ist, dass sein Gesuch mangels ausreichender  oder mangels Bedürftigkeitsnachweises abgewiesen werden kann, wenn er der ihm obliegenden Pflicht zur Offenlegung seiner finanziellen  nicht nachkommt bzw. wenn die vorgelegten Urkunden und die gemachten Angaben kein kohärentes und widerspruchsfreies Bild seiner finanziellen Verhältnisse ergeben (Beschluss des Bundesstrafgerichts BB.2020.212 [BP.2020.68] vom 9. September 2020 E. 6.2);
- der Gesuchsteller seit Jahren in den bisherigen Verfahren vor der Beschwer-
dekammer trotz wiederholter Aufforderungen zur Offenlegung der  Verhältnisse seinen Mitwirkungspflichten nicht nachkommt (s. Beschluss
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des Bundesstrafgerichts BB.2020.212 [BP.2020.68] vom 9. September 2020 E. 6.2);
- der Gesuchsteller weiss, dass aufgrund dessen die Beschwerdekammer ihn
nicht mehr zur Nachreichung von Unterlagen zur Offenlegung seiner  Verhältnisse auffordert (s. Beschluss des Bundesstrafgerichts BB.2020.212 [BP.2020.68] vom 9. September 2020 E. 6.2);
- in casu der Gesuchsteller zwar zur Begründung seines Gesuchs um Erlass
der Verfahrenskosten wiederum Mittellosigkeit geltend macht (act. 1);
- er aber die geltend gemachten finanziellen Verhältnisse wie bis anhin nicht
belegt (s. zuletzt Verfügung der Beschwerdekammer BB.2022.32 vom 2. Juni 2022);
- dieses Vorgehen des Gesuchstellers, in Kenntnis der Entscheidgrundlagen
des Gerichts (ausreichende Substantiierung/Bedürftigkeitsnachweis) und des Verzichts des Gerichts, von diesem Unterlagen nachzufordern, mit Blick auf sein seit Jahren gleichförmiges Prozessverhalten auch vorliegend keine Weiterungen rechtfertigt;
- nach dem Gesagten das Gesuch mangels ausreichender Substantiierung
und Bedürftigkeitsnachweises abgewiesen werden muss und sich deshalb als unbegründet erweist;
- ausserdem dem Gesuchsteller die Kostenfolgen, welche mit einem abgewie-
senen Gesuch um Erlass der Verfahrenskosten einhergehen, bereits seit Jahren aus eigener Erfahrung bekannt sind (s. Beschlüsse des  BB.2015.99 vom 22. März 2016 und BB.2015.51 vom 11. Juni 2015);
- ihm insbesondere aus allen von ihm angestrengten Verfahren bekannt ist,
dass seine Gesuche um unentgeltliche Rechtspflege bei offensichtlicher Aussichtslosigkeit in der Sache ohne Überprüfung seiner finanziellen  abzuweisen sind, und sein Prozessverhalten finanzielle Folgen für ihn nach sich zieht;
- bei diesem Ausgang des Verfahrens der Gesuchsteller dessen Kosten zu
tragen hat (vgl. Art. 428 Abs. 1 StPO; Beschluss des Bundesstrafgerichts BB.2018.133 vom 15. Februar 2019 E. 5 m.w.H., nicht publiziert in TPF 2019 35);
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- unter Berücksichtigung aller relevanten Umstände die Gerichtsgebühr  wie im Verfahren BB.2022.50 ebenfalls auf Fr. 1‘000.-- festzusetzen ist (vgl. Art. 73 StBOG und Art. 5 und 8 Abs. 1 BStKR).
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