# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 75acc385-b3df-42a7-9b22-712c73efba40
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2014
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1
.
1.1
Die
Y._
GmbH mit Sitz in
Z._
war der Ausgleichskasse der Sozialversi
cherungsanstalt
(SVA)
des Kantons Zürich (nachfolgend: Ausgleichskasse)
seit 2006
als beitragspflichtige Arbeitgeberin angeschlossen
und rechnete mit ihr die paritätischen und die Beiträge an die Familienausgleichskasse
n
(FAK) ab (vgl.
Kontoauszug vom
4.
Februar 2013,
Urk.
5/230)
.
Am 1
3.
Oktober 2011 wurde über die
Y._
GmbH der
Konkurs
eröffnet
.
D
as Konkursverfahren
wurde am
4.
November 2011
mangels Aktiven eingestellt
. Am 1
3.
Februar 2012 wurde die Gesellschaft im Handelsregister des Kantons Zürich von Amtes wegen gelöscht
(vgl.
Handelsregisterauszug vom
4.
Februar 2013,
Urk.
5/
232
).
1.2
Mit Verfügung vom 2
1.
November 2012 (
Urk.
5/216) verpflichtete die Aus
gleichs
kasse
den ehemaligen Gesellschaf
ter und Geschäftsführer der
Y._
GmbH,
X._
, als Einzelhafter z
ur
Bezahlung
von Scha
denersatz im Betrag von
Fr.
6‘997.6
0.
Die von
X._
dagegen am
3.
Dezember 2012 erhobene
Einsprache
(
Urk.
5/219
)
hiess di
e Ausgleichskasse mit Entscheid
vom
1
9.
Dezember
2012 (
Urk.
5/222 =
Urk.
2
) teilweise
gut und reduzierte d
ie Schadenersatzforderung
auf
Fr.
6‘957.60.
Mit Schreiben vom 1
5.
Januar 2013
(
Urk.
5/223)
gelangte
X._
an die Ausgleichskasse und
ersuchte um ergänzende Auskünfte zur Klärung der Höhe des Schadensbetrags.
Am
7.
Februar 2013 liess die Ausgleichskasse dem hiesigen Gericht die Akten in Sachen
X._
(
Urk.
5/1-232) zukom
men und beantragte, die direkt bei ihr eingegangene Beschwerde vom 1
5.
Ja
nuar 2013 sei abzuweisen (
Urk.
4).
2.
Mit Verfügung vom 1
4.
Februar 2013 (
Urk.
6) setzte das hiesige Gericht
X._
Frist an, um zu erklären, ob sein Schreiben vom 1
5.
Januar 2013 vom hiesigen Geric
ht als Beschwerde gegen den Ein
s
p
racheentscheid der Ausgleichskasse vom 1
9.
Dezember 2012 zu behandeln sei,
und
gegebenenfalls ein Rechtsbegehren zu stellen und seine Beschwerde zu begründen.
Mit
Eingabe
vom 2
5.
Februar 2013 (
Urk.
8) beantragte
X._
sinngemäss die Aufhebung des
Einsprachee
ntscheids
vom 1
9.
Dezember 2012, was der Beschwerdegegnerin am
6.
März 2014 zur Kenntnis gebracht wurde (
Urk.
10).
Die Einzelrichterin

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
Da der Streitwert
Fr.
20’000.-- nicht übersteigt, fällt die Beurteilung der
Beschwerde
in die einzelrichterliche Zuständigkeit (
§
11
Abs.
1 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht, GSVGer).
2.
2.1
Nach
Art.
52
Abs.
1
des Bundesgesetzes über die Alters- und Hinterlassen
en
ver
sicherung (
AHVG
)
hat ein Arbeitgeber, der durch absichtliche oder grob
fahrlässige Missachtung von Vorschriften einen Schaden verschuldet, diesen der Ausgleichskasse zu ersetzen. Ist der Arbeitgeber eine juristische Person, so kön
nen subsidiär gegebenenfalls die verantwortlichen Organe in Anspruch genom
men werden (BGE 123 V 12 E. 5b; vgl. BGE 132 III 523 E. 4.5). Haben mehrere Arbeitgeber oder mehrere Organe einer juristischen Person einen Schaden ver
ursacht, haften sie solidarisch (BGE 114 V 213 E. 3 mit Hinweisen).
2.2
Die Vorschriften über die Arbeitgeberhaftung nach
Art.
52 AHVG sowie die dazu entwickelte Rechtsprechung des Bundesgerichts finden mangels eigener Bestimmungen sinngemäss Anwendung auf die Invalidenversicherungs- (
Art.
66 des Bundesgesetzes über die Invalidenvers
icherung), Erwerbsersatz
- (
Art.
21
Abs.
2 des Bundesgesetzes über
den Erwerbsersatz für Dienstleistende und bei Mutterschaft) und Arbeitslosenversicherungsbeiträge
(
Art.
6 des Bun
desgesetzes über die obligatorische Arbeitslosenversicherung und die Insol
venzentschädigung)
sowie auf jene
an die
FAK
gemäss dem Bundesgesetz über die Familienzulagen (
Art.
25 lit. c). Gleiches gilt für die bis 3
1.
Dezember 2008 nach kantonalem Recht erhobenen FAK-Beiträge (
§
33
Abs.
2 des Gesetzes über Kinderzulagen für Arbeitnehmer in der bis Ende 2007 gültig gewesenen Fassung bzw.
§
33 des ab
1.
Januar 2008 bis 3
0.
Juni 2009 gültig gewesenen Kinderzu
lagengesetzes; nicht publiziertes Urteil des Bundesgerichts 2P.251/19
96 vom 3
0.
Juni 1997).
3.
3.1
Art.
52 AHVG setzt die rechtzeitige Geltendmachung des Schadenersatzes, das Vorliegen eines Schadens, die Organstellung der belangten Person, eine wider
rechtliche Pflichtverletzung, ein schuldhaftes oder grobfahrlässiges Verhalten der belangten Person sowie einen adäquaten Kausalzusammenhang zwischen ihrem Verhalten und dem eingetretenen Schaden voraus.
Vorab zu prüfen ist, ob die Schadenersatzverfügung vom
2
1.
November 2012 (
Urk.
5/216)
rechtzeitig erlassen wurden.
3.2
Der Schadenersatzanspruch verjährt zwei Jahre, nachdem die zuständige Aus
gleichskasse vom Schaden Kenntnis erhalten hat, jedenfalls fünf Jahre nach Eintritt des Schadens. Diese Fristen können unterbrochen werden. Der Arbeitge
ber kann auf die Einrede der Verjährung verzichten (
Art.
52
Abs.
3 AHVG; vgl.
auch BGE 131 V 4 oben).
3.3
Der Schaden gilt als eingetreten, sobald anzunehmen ist, dass die geschuldeten Beiträge aus rechtlichen oder tatsächlichen Gründen nicht mehr erhoben wer
den können (BGE 126 V 443 E. 3a, 121 III 382 E. 3bb, 388 E. 3a, je mit Hin
weisen). Dies trifft dann zu, wenn die Beiträge im Sinne von Art. 16 Abs. 1 AHVG verwirkt sind (vgl. beispielsweise BGE 112 V 156, 98 V 26) oder wenn ihre Entrichtung wegen Zahlungsunfähigkeit des beitrags
pflichtigen Arbeitge
bers nicht mehr möglich ist (vgl. beispielsweise BGE 121 V 234, 240). Im ersten Fall gilt der Schaden als eingetreten, sobald die Beiträge verwirkt sind (BGE 123 V 12 E. 5b, 170 E. 2a, 112 V 156 E. 2, 108 V 189 E. 2d, je mit Hinweisen). Im zweiten Fall gilt der Scha
denseintritt als erfolgt, sobald die Beiträge wegen der Zahlungsunfähigkeit des Arbeitgebers nicht mehr im ordent
lichen Verfahren nach Art. 14 ff. AHVG erhoben werden kön
nen (BGE 123 V 12 E. 5b, 170 E. 2a, 121 III 382 E. 3bb, 113 V 256, 112 V 156 E. 2).
3.4
Bei Einstellung des Konkursverfahrens mangels Aktiven gilt der Schaden als mit dem entsprechenden Beschluss eingetreten, der den Konkurs amtlich für fruchtlos erklärt, woraus der Verlust der Beitragsforderung der Ausgleichskasse resultiert. Die Frist von zwei Jahren für die Geltendmachung der Schadener
satzforderung seit Kenntnis des Schadens beginnt demnach vom Zeitpunkt der Fruchtloserklärung beziehungsweise von deren Veröffentlichung im Schweize
rischen Handelsamtsblatt (SHAB) an zu laufen (BGE 129 V 193 E.
2.3, 128 V 10 E. 5a, 126 V 443 E. 3c).
3.5
Am
1
3.
Oktober 2011
wurde über
die
Y._
GmbH
der Konkurs eröffnet. Das Konkursverfahren wurde am
4.
November 2011
mangels Aktiven eingestellt, was am
1
4.
November 2011
im SHAB publiziert wurde
(
Urk.
5/232 S. 2). Die Schadenersatzverfügung
vom
2
1.
November 2012
erging somit innerhalb der zweijährigen Verjährungsfrist von
Art.
52
Abs.
3 AHVG und damit rechtzeitig.
4.
4.1
Der Beschwerdeführer machte sinngemäss geltend, die Beschwerdegegnerin habe keinen Schaden erlitten, sondern es bestehe vielmehr ein Guthaben zu sei
nen Gunsten
. So würden
in der Beitragsübersicht unter den Rückvergütungen zwei Positionen (zwei Rückzahlungen vom 1
6.
Juli 2010 über
Fr.
4‘118.83 und
Fr.
3‘752.98) aufgeführt, welche nicht auf seinem ehemaligen Firmenkonto ein
gegangen seien.
Diese seien von dem
von der
Beschwerdegegnerin
geltend gemachten Schaden in der Höhe von
Fr.
6‘957.60 abzuziehen. Ebenfalls abzu
ziehen seien zu wenig verrechnete FAK-Zulagen in der Höhe von
Fr.
4‘200.--, da die Beschwerdegegnerin
für das Jahr 2010
nur
Fr.
8‘600.-- anstatt
Fr.
12‘800.-- gutgeschrieben habe. Somit belaufe sich der zu seinen Gunsten bestehende Saldo auf
Fr.
5‘1
14.21 (
Urk.
1 und
Urk.
8).
4.2
Dem hielt die Beschwerdegegnerin entgegen, dass nicht alle Beiträge, die elektro
nisch gutgeschrieben würden, auch effektiv ausbezahlt würden, sondern dass es sich teilweise lediglich um fiktive Gutschriften handle, die nicht ausbe
zahlt und auf die folgende Rechnung vorgetragen würden. Bei den vorge
nommenen Korrekturen handle es sich um rechnerische Vorgänge. Was das Beitrags
wesen im Zusammenhang mit den Kinderzulagen betreffe, so stelle dieses kantonales Recht dar und könne dies
nicht im Zusammenhang mit bun
des
rechtlichen Beiträgen beurteilt werden. Überdies sei anzufügen, dass der Host-Auszug selbstredend Beweiswert habe, da es sich um einen Auszug aus dem Konto handle (
Urk.
4 lit. c-e).
4.3
Strittig und zu prüfen ist demnach, ob und gegebenenfalls in welcher Höhe der Beschwerdegegnerin ein Schaden entstanden ist. Die weiteren Haftungsvoraus
setzungen wurden nicht bestritten. Diesbezüglich kann denn auch ohne weiteres auf die zutreffenden Erwägungen der Beschwerdegegnerin im angefochtenen Entscheid (
Urk.
2) verwiesen werden.
5
.
Der Schaden
besteht darin, dass der AHV ein ihr gesetzlich geschuldeter Beitrag entgeht. Die Höhe des Schadens entspricht dabei dem Betrag, dessen die Kasse verlustig geht (Thomas Nussbaumer, Die Ausgleichskasse als Partei im Schaden
ersatzprozess nach Artikel 52 AHVG, ZAK 1991 S. 383 ff. und 433 ff.). Verwal
tungs- und Betreibungskosten, Veranlagungs- und Mahngebühren sowie die Verzugszinsen bilden Bestandteil des Schadens, welcher der Ausgleichskasse zu ersetzen ist (BGE 121 III 382 E. 3bb; vgl. auch BGE 109 V 95 oben, 108 V 189 E. 5). Im Hinblick auf die in
Art.
14
Abs.
1 AHVG normierte Beitrags- und
Abrechnungspflicht des Arbeitgebers gehören auch die Arbeitgeberbeiträge zum massgeblichen Schaden (BGE 98 V 26 E. 5).
6
.
6
.1
Vorliegend im Streit stehen zum einen die gemäss Konto-Auszug vom
4.
Februar 2013 (
Urk.
5/230) und gemäss Beitragsübersicht vom
4.
Februar 2013 (
Urk.
5/231) getätigten Buchungen im Zusammenhang mit den
FAK-Zulage
n betreffend das Jahr 2010.
6
.2
Ausweislich der Akten waren im Jahr 2010 zwei Arbeitnehmer der
Y._
GmbH zum Bezug von Kinderzulagen berechtigt, nämlich
A._
und
B._
. Die diesen Arbeitnehmern zustehenden Kinderzulagen beliefen sich im Jahr 2010 insgesamt auf
Fr.
12‘800.-- (vgl.
Verfügungen vom 1
9.
Mai 2010 und vom 2
9.
Juni 2010,
Urk.
5/139 und
Urk.
5/148). Dieser Betrag wurde dem Konto der
Y._
GmbH am 2
5.
März 2011 gutgeschrieben (
Urk.
5/230 S. 7
Positio
n 0002).
Gleichzeitig
und folge
richtig
wurden
die dem Konto der
Y._
GmbH
i
m Verlauf des Jahres 2010 gutgeschriebenen pauschalen FAK-Zulagen für d
ie Monate Januar bis Dezember
2010
in
der Höhe von insgesamt
Fr.
15‘660.-- (
Fr.
7‘800 am 2
0.
August 2010,
Fr.
3‘900.-- am
7.
September 2010 und
Fr.
3‘900.--
am 1. Dezember 2010
)
wieder
belastet (
Urk.
5/230 S 7 Position 002).
6
.3
Am
9.
Mai 2011
wurden dem Konto der
Y._
GmbH verrechnungsweise weitere
Fr.
4‘200.--
für FAK-Zulagen betreffend die
Monate
Januar bis Dezem
ber 2010
belastet.
Im Zusammenhang mit dieser Aufrechnung lässt sich den Akten Folgendes entnehmen:
Am
2
7.
Juli 2010
stellte d
as Sozialamt der Stadt
C._
(nachfolgend: Sozial
amt)
bei der
Beschwerdegegnerin
ein Direktauszahlungsgesuch be
treffend die
Kinderzulagen für die Kinder von
D._
und
A._
(
Urk.
5/151). Es stützte sich dabei auf das Scheidungsurteil der genannten Eltern vom 1
3.
Februar 2002, wonach sich
A._
in
Ziff.
3 der Schei
dungsvereinbarung verpflichtete, allfällige Kinderzulagen an die Mutter weiter
zuleiten (
Urk.
5/152 f.).
Aufgrund dieses Drittauszahlungsgesuchs wandte sich d
ie
Beschwerdegegnerin
mit Schreiben vom
8.
September 2010 (
Urk.
5/163) an
A._
und machte ihn auf seine Weiterleitungspflicht aufmerk
sam. Er wurde aufgefordert, innert 20 Tagen den Nachweis der Ausbezahlung der Kinderzulagen an
D._
zu erbringen.
Bis zu diesem Zeitpunkt hatte d
ie
Y._
GmbH
dem Sozialamt
für das Jahr 2010 nur am 1
2.
März 2010 den Betrag von
Fr.
2‘800.-
-
überwiesen (
Urk.
5/169/1,
Urk.
5/195).
Nach mehrmaligem Nachfragen des Sozialamtes bei der
Beschwerdegegnerin
(
vgl.
Urk.
5/169) wandte sich letztere am 3
0.
März 2011 an die
Y._
GmbH und forderte diese auf, die ausstehenden
Z
ulage
n für
die Kinder von
A._
und
D._
für
das Jahr 2010
in der Höhe von
Fr.
8‘400.-- an
D._
zu überweisen (
Urk.
5/175).
Am
6.
April 2011
überwie
s
die
Y._
GmbH
dem
Sozialamt
sodann den Betrag von
Fr.
1‘400.- (
Urk.
5/169/1,
Urk.
5/195). Vom Gesamtanspruch von
A._
auf Familienzulagen von
Fr.
8‘400.-
-
blieben somit noch
Fr.
4‘200.-
- ausstehend.
Am
9.
Mai 2011 teilte
die Beschwerdegegnerin
dem Sozialamt mit, das Gesuch um Direktauszahlung der Kinderzulagen
an
D._
wer
de gutgeheissen (
Urk.
5/176). A
m
3.
August 2011 bestätigte
die
Beschwerdegegnerin
die Aus
zahlung für das Jahr 2010 in der Höhe von
Fr.
4‘200.-
-
an das Sozialamt (
Urk.
5/194).
Somit hat die Beschwerdegegnerin
d
ie Zulagen für die Kinder von
D._
und
A._
für das Jahr 2010 im Teilbetrag von
Fr.
4‘200.-
-
zum einen dem Konto der
Y._
GmbH gutgeschrieben – sie sind im Betrag von
Fr.
12‘800.-
-
(
Urk.
5/230 S. 7
Position 0002
)
enthalten – und zum anderen wur
den sie aufgrund des Drittauszahlungsanspruchs dem Sozialamt zuhanden von
D._
ausbezahlt (
Urk.
5/194). Die
Beschwerdegegnerin
entschloss sich darauf im Mai 2011, die
Fr.
4‘200.- dem Konto der
Y._
GmbH zu belasten (
Urk.
5/169/1
unten
,
Urk.
5/230 S. 7
, Position 0002, Buchung vom
9.
Mai 2011
).
Durch diese Doppelzahlung entstand der Beschwerdegegnerin ein Schaden in der Höhe von
Fr.
4‘200.--.
Es stellt sich die Frage, ob
sie
den Betrag von
Fr.
4‘200.-
-
dem Konto de
r
Y._
GmbH zu R
echt belastete beziehungsweise
ob es eine entsprechende Rückerstattungspflicht oder eine Haftungsgrundlage der
Y._
GmbH gab.
6.4
Das
Drittausz
ahlungsgesuch seitens des Sozialamts
wurde
mit Schreiben vom 2
7.
Juli 2010 bei der
Beschwerdegegnerin
gestellt. Nachdem
sich
die Beschwer
degegnerin
am
8.
September 2010 an
A._
gewandt hatte, unter
nahm sie nichts mehr, bis sie am 3
0.
März 2011 nach mehrfachen Erinnerungen seitens des Sozialamtes die
Y._
GmbH zur Auszahlung der Zulagen an
D._
aufforderte. Dabei verkannte sie jedoch, dass die Drittauszahlung entsprechend dem Hauptantrag des Sozialamtes vom 2
7.
Juli 2010 durch
sie, die Beschwerdegegnerin,
und nicht durch den Arbeitgeber vorzunehmen gewe
sen wäre (Kieser/Reichmuth, Praxiskommentar FamZG,
Art.
15
N.
19,
Weglei
tung zum FamZG, RZ 246).
Es ist davon auszugehen, dass die
Y._
GmbH zumindest bis zum Schreiben der SVA Zürich vom 3
0.
März 2011 die Kinderzulagen mit befreiender Wirkung nur an ihren Arbeitnehmer
A._
leisten konnte. Eine Vollmacht von
A._
zuhanden des Arbeitgebers zur Drittauszahlung an
D._
ist nicht aktenkundig.
Die Beschwerdegegnerin verzichtete auf eine sorgfältige Abklärung des Sachverhalts
.
A
ufgrund der Akten
bleibt
unklar, ob seitens der
Y._
GmbH Kinderzulagen für das Jahr 2010 ordnungsge
mäss an
A._
ausgerichtet wurden.
So
mit ist auch die Frage offen, ob ein Rückerstattungsanspruch betreffend Kinderzulagen 2010 seitens der
Beschwerdegegnerin
gegenüber der
Y._
GmbH o
der
A._
bestand.
Der
Schaden in der Höhe von
Fr.
4‘200.--
wurde mithin durch
überwiegendes Selbstverschulden
der Beschwerdegegnerin
verursacht
.
6.5
Für eine Haftung der
Y._
GmbH gestützt auf
Art.
25 lit. c FamZG in Ver
bin
dung mit
Art.
52 AHVG wäre alsdann höchstens dann Raum gewesen, wenn die
Beschwerdegegnerin
im Rahmen eines allfälligen Rückerstattungsan
spruchs gegenüber
A._
leer ausgegangen wäre. Im Übrigen wäre gemäss
Art.
1 FamZG i
n Verbindung mit
Art.
49
Abs.
1 ATSG bezüglich Rück
erstattung eine Verfügung zu erlassen gewesen. Eine kommentarlose Belastung dem Konto für Beitragsforderungen ist kein gangbarer Weg. Entsprechend sind die
Fr.
4‘200.-
-
vom entstandenen Schaden von
Fr.
6‘957.60, welcher die
Beschwerdegegnerin
gegenüber dem Beschwerdeführer geltend macht, abzu
ziehen.
7.
Der
Beschwerdeführer
machte
zum anderen geltend
, die auf der Beitragsüber
sicht der Beschwerdegegnerin vom
4.
Februar 2013 aufgeführten Rückzahlun
gen vom 1
6.
Juli 2010
in der Höhe von
Fr.
4‘118.83 und
Fr.
3‘752.98 (
Urk.
5/231) seien
nicht
auf
d
em
ehemalige
n
Firmenkonto
eingegangen, wes
halb diese vom geltend gemachten Sc
haden in Abzug zu bringen seien
.
Diesbezüglich kann u
nter Verweis auf die Ausführungen der Beschwerdegegne
rin im angefochtenen Entscheid (
Urk.
2 S. 4 lit. d) und in der Beschwerde
antwort (
Urk.
4 S. 2 lit. c) sowie die Gutschriftsanzeige vom 2
0.
August 2010 (
Urk.
5/155) festgehalten werden, das
s diese
Rückzahlungen
nicht zur Auszah
lung gelangten, sie
jedoch
buchhalterisch
als Gutschriften
berücksichtigt wur
den, womit diese Forderungen durch Verrechnung untergegangen sind (vgl.
Urk.
5/231).
8.
Nach dem Gesagten ist
in teilweiser Gutheissung der Beschwerde der angefoch
tene Einspracheentscheid
1
9.
Dezember 2012
(
Urk.
2)
dahingehend
abzuändern
,
als
festzustellen
ist
, dass der Beschwerdeführer Schadenersatz in der Höhe von
Fr.
2‘757.60
zu leisten hat.
9.
Nach
§
34
Abs.
1
GSVGer
hat die obsiegende Beschwerde führende Person Anspruch auf Ersatz der Parteikosten. Diese werden ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache, der Schwierigkeit des Prozesses und dem Mass des Obsiegens bemessen (
§
34
Abs.
3 GSVGer).
Vorliegend ist dem teilweise obsiegenden Beschwerdeführer eine um einen Drittel gekürzte Prozessentschädigung zuzusprechen, welche auf
Fr.
500.--
(inklusive Barausla
gen und Mehrwertsteuer) zu bemessen und von der Beschwerdegegnerin zu bezahlen ist.