# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** ab7996b9-291c-48dc-aeac-426c9a95a652
**Court:** GR_VG
**Chamber:** GR_VG_003
**Year:** 2016
**Language:** de
**Jurisdiction:** GR / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Grundlage dieser Sachverhaltsabklärungen lehnte sie nach Durchführung
des Vorbescheidverfahrens mit Verfügung vom 28. Mai 2015 das Gesuch
von A._ um Zusprache einer Hilfslosenentschädigung ab.
3. Gegen diesen abschlägigen Entscheid gelangte A._ (nachfolgend:
Beschwerdeführer) am 1. Juli 2015 mit Beschwerde an das
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Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden. Darin beantragte er, es sei
ihm eine Hilflosenentschädigung mindestens leichten Grades seit dem
gesetzlichen Anspruchsbeginn auszurichten und auf den fälligen
Leistungen der gesetzliche Verzugszins zu erbringen. Zur Begründung
dieser Rechtsbegehren führte der Beschwerdeführer im Wesentlichen
aus, der Abklärungsbericht vom 19. Januar 2015 erweise sich nicht als
voll beweiskräftig, da er in verschiedenen Punkten ungenau sei. So sei
zunächst unter Ziff. 1.3 nur ein Teil der umfangreichen
Gesundheitsstörungen aufgeführt, unter denen er seit geraumer Zeit
leide. So fehlten das chronische Zervicozephal- und
Zervikobrachialsyndrom, der Status nach Distorsionstrauma der
Halswirbelsäule, das Nervus-ulnaris-Kompressionssyndrom links mit
mehreren Operationen, die massive Wundheilungsstörung mit plastischen
Eingriffen, das chronische Lumbovertebral- und
Thorakovertebralsyndrom, die Depression, der Status nach
Fussoperation, der Status nach Amputation des Endglieds am Mittelfinger
rechts und eingeschränkter Flexion des rechten Ringfingers und
schliesslich die seit Jahrzehnten bestehende Sprachstörung. Als Folge
dieser unzureichenden Erfassung seiner gesundheitlichen Beschwerden
und Beeinträchtigungen würden dann unter Ziff. 1.4 lediglich die
Kniebeschwerden thematisiert, während seine übrigen gesundheitlichen
Beeinträchtigungen ausser Acht blieben. Damit erweise sich der
Abklärungsbericht nicht als beweiskräftig. Zudem sei er bereits infolge
seiner Kniebeschwerden in mehr als zwei alltäglichen
Lebensverrichtungen auf regelmässige und erhebliche Dritthilfe
angewiesen. Was die alltägliche Lebensverrichtung An- und Auskleiden
betreffe, gehe die IV-Stelle zwar zu Recht davon aus, dass er über einen
(privaten) Sockenanzieher verfüge. Diesen könne er aber für den von ihm
aus medizinisch-hygienischen Gründen getragenen Sockentyp nicht
verwenden. Aber selbst wenn der Sockenanzieher für ihn von Nutzen
wäre, müsste seine Ehefrau diesen täglich für ihn vorbereiten. Auch in
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diesem Fall wäre folglich das Kriterium der Dritthilfe erfüllt.
Unbestrittenermassen benötige er sodann Hilfe beim Verschliessen
seiner Spezialschuhe. Seine Ehefrau binde ihm die Schuhe täglich vor.
Demzufolge sei er in der alltäglichen Lebensverrichtung An- und
Auskleiden dauerhaft in rechtserheblichem Umfang auf Dritthilfe
angewiesen. In Bezug auf die Körperpflege sei unbestritten, dass er seine
Füsse nicht selber reinigen könne und für das ärztlich empfohlene
Eincremen auf Hilfe angewiesen sei. Wenn die IV-Stelle die
entsprechende Hilfestellung als medizinisch-pflegerische Massnahme
betrachte, so hätte sie prüfen müssen, ob der Tatbestand der besonders
aufwendigen Pflege erfüllt sei. Schliesslich sei im Abklärungsbericht vom
19. Januar 2015 die Notwendigkeit der Unterstützung im Bereich
Fortbewegung und Pflege sozialer Kontakte zwar erwähnt, indessen ohne
diese als rechtserheblich anzuerkennen. Auch in diesem Bereich bestehe
aber ein rechtserheblicher Hilfsbedarf. Die IV-Stelle habe ihm die
begehrte Hilfslosenentschädigung folglich zu Unrecht versagt.
4. Die IV-Stelle beantragte in der Vernehmlassung vom 19. August 2015 die
Abweisung der Beschwerde. Die IV-Expertin sei eine qualifizierte Person,
welche sowohl die örtlichen und räumlichen Verhältnisse als auch die aus
medizinischer Sicht diagnostizierten Beeinträchtigungen bzw. die sich
daraus ergebenden funktionellen Beeinträchtigungen kenne. Unklarheiten
über die gesundheitlichen Störungen des Beschwerdeführers und/oder
deren Auswirkungen auf die alltäglichen Lebensverrichtungen hätten sich
nicht ergeben. Die Abklärungen seien im Übrigen in Anwesenheit des
Beschwerdeführers und seiner Ehefrau durchgeführt worden. Dabei seien
keine divergierenden Meinungen betreffend die benötigten Hilfestellungen
vertreten worden. Der Abklärungsbericht vom 19. Januar 2015 sei
hinsichtlich der in Frage stehenden Beeinträchtigungen ausserdem
detailliert, überzeugend begründet und plausibel. Daran vermöge die
Tatsache, dass unter den Ziffern 1.3 und 1.4 nur ein Teil der
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Gesundheitsstörungen, nämlich die Kniebeschwerden links und die
Hüftbeschwerden, aufgeführt würden, nichts zu ändern. Denn aus den
umfangreichen Akten ergäbe sich, dass diese Beschwerden derzeit klar
im Vordergrund stünden. So stelle beispielsweise die Hausärztin des
Beschwerdeführers nur Diagnosen, welche das linke Knie beträfen. Die
übrigen Beschwerden seien für die Beurteilung des streitigen Anspruchs
auf Hilflosenentschädigung offensichtlich nicht von Bedeutung. Was den
geltend gemachten Hilfsbedarf beim Anziehen der Socken betreffe,
dränge sich die Frage auf, weshalb sich der Beschwerdeführer einen
Sockenanzieher anschaffe, mit dem er die von ihm getragenen Socken
nicht anziehen könne. Sollte der Sockenanzieher, wie von ihm geltend
gemacht, tatsächlich ungeeignet sein, so sei der Beschwerdeführer in
Anbetracht der ihn treffenden Schadenminderungspflicht gehalten, einen
anderen Sockentyp zu tragen, der den geforderten medizinisch-
hygienischen Vorgaben entspreche und sich für die Verwendung eines
Sockenanziehers eigne. Diesbezüglich bestehe somit kein Hilfsbedarf.
Unbestritten sei dagegen, dass der Beschwerdeführer die von ihm im
Freien getragenen Schuhe nur unter Inanspruchnahme von Dritthilfe
anziehen könne. Diese Hilfestellung sei zwar wohl regelmässig, nicht
jedoch erheblich, weshalb sie in der alltäglichen Lebensverrichtung An-
und Ausziehen keinen rechtserheblichen Hilfsbedarf begründe. Gleich
verhalte es sich hinsichtlich der vom Beschwerdeführer bei der Fuss- und
Nagelpflege benötigten Hilfe. Das Eincremen sei als eine medizinisch-
pflegerische Massnahme einzustufen, die nur wenige Minuten in
Anspruch nehme. Hierbei handle es sich folglich nicht um eine besonders
aufwendige medizinische Massnahme im Sinne des Gesetzes. Die
Nagelpflege sei nicht regelmässig erforderlich, weshalb sich daraus keine
Hilfsbedürftigkeit ergebe. Schliesslich werde im Abklärungsbericht vom
19. Januar 2015 überzeugend begründet, weshalb die vom
Beschwerdeführer bei der Fortbewegung und Pflege sozialer Kontakte
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benötigte Hilfe nicht als erheblich anzusehen sei. Demzufolge liege keine
Hilflosigkeit vor.
5. In der Replik vom 10. September 2015 hielt der Beschwerdeführer an
seinen Anträgen fest. Ergänzend führte er aus, der Sockentyp sei ihm aus
medizinisch-hygienischen Gründen empfohlen worden und entspreche
damit dem aus Gesundheitsgründen Gebotenen. Gemäss seinen
Abklärungen existiere schlicht kein Sockenanzieher für den von ihm
benötigten Sockentyp. Im Übrigen sei er nicht in der Lage, sich
(hinreichend) nach vorne zu bücken, um den Sockenanzieher selber
vorzubereiten. Die Vorbereitung mit den Händen stelle nur einen Teil des
Anziehvorgangs dar. Dazu gehöre auch die Platzierung beim Fuss. So
oder anders sei er also in der alltäglichen Lebensverrichtung An- und
Auskleiden regelmässig und in erheblicher Weise auf Dritthilfe
angewiesen. Die IV-Stelle verzichtete darauf, zu diesen Vorbringen des
Beschwerdeführers Stellung zu nehmen.
Auf die weiteren Ausführungen der Parteien und die eingereichten
Beweismittel wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen
eingegangen.

## Considerations

Das Gericht zieht in Erwägung:
1. Die vorliegende Beschwerde richtet sich gegen die Verfügung der IV-
Stelle des Kantons Graubünden vom 28. Mai 2015. Eine solche
Anordnung, die gemäss Bundesrecht der Beschwerde an das
Versicherungsgericht am Ort der IV-Stelle unterliegt, kann beim
Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden angefochten werden (vgl.
Art. 49 Abs. 2 lit. a des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege [VRG;
BR 370.100] i.V.m. Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die
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Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20] und Art. 57 des Bundesgesetzes
über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG;
SR 830.1]). Die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde fällt folglich in
die Zuständigkeit des angerufenen Gerichts. Als formeller und materieller
Verfügungsadressat ist der Beschwerdeführer von der angefochtenen
Verfügung überdies unmittelbar betroffen und hat ein schutzwürdiges
Interesse an deren Aufhebung oder Abänderung. Demnach ist er zur
Beschwerdeführung berechtigt (Art. 1 Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 59 ATSG).
Schliesslich hat der Beschwerdeführer seine Beschwerde frist- und
formgerecht beim Verwaltungsgericht eingereicht (Art. 1 Abs. 1 IVG i.V.m.
Art. 60 und Art. 61 lit. b ATSG). Auf die vorliegende Beschwerde ist damit
einzutreten.
2. a) Streitig und nachfolgend zu prüfen ist, ob dem Beschwerdeführer eine
Hilflosenentschädigung leichten Grades zusteht. Volljährige Versicherte
mit Wohnsitz und gewöhnlichem Aufenthalt (Art. 13 ATSG) in der
Schweiz, die hilflos (Art. 9 ATSG) sind, haben gemäss Art. 42 Abs. 1 IVG
Anspruch auf eine Hilflosenentschädigung. Als hilflos gilt eine Person, die
wegen einer Beeinträchtigung der Gesundheit für alltägliche
Lebensverrichtungen dauernd der Hilfe Dritter oder der persönlichen
Überwachung bedarf (Art. 9 ATSG). Dabei ist zwischen schwerer,
mittelschwerer und leichter Hilfslosigkeit zu unterscheiden (Art. 42 Abs. 2
IVG). Gemäss Art. 37 Abs. 3 der Verordnung über die
Invalidenversicherung (IVV; SR 832.201) gilt die Hilflosigkeit als leicht,
wenn ein Versicherter trotz der Abgabe von Hilfsmitteln in mindestens
zwei alltäglichen Lebensverrichtungen regelmässig in erheblicher Weise
auf die Hilfe Dritter angewiesen ist (lit. a), einer dauernden persönlichen
Überwachung bedarf (lit. b), infolge des Leidens ständiger und besonders
aufwendiger Pflege bedarf (lit. c), wegen einer schweren
Sinnesschädigung oder eines schweren körperlichen Gebrechens nur
dank regelmässiger und erheblicher Dienstleistungen Dritter
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gesellschaftliche Kontakte pflegen kann (lit. d) oder dauernd auf
lebenspraktische Begleitung im Sinne von Artikel 38 IVV angewiesen ist
(lit. e).
b) Dass ein Versicherter solchermassen in seiner Lebensführung
beeinträchtigt ist, gilt als erstellt, wenn entsprechende Beeinträchtigungen
mit dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der
überwiegenden Wahrscheinlichkeit ausgewiesen sind (vgl. THOMAS
FLÜCKIGER, in: STEIGER-SACKMANN/MOSIMANN [Hrsg.], Recht der Sozialen
Sicherheit, Basel 2014, Rz. 4.160). Dabei hat die IV-Stelle die für die
Erhebung des massgeblichen Sachverhalts erforderlichen Abklärungen
von Amtes wegen vorzunehmen (Art. 43 Abs. 1 ATSG). Hierfür ist eine
enge Zusammenarbeit zwischen Arzt und Verwaltung notwendig. Dabei
hat der Arzt anzugeben, inwiefern der Versicherte aufgrund der
bestehenden gesundheitlichen Beeinträchtigung in seinen körperlichen
und/oder geistigen Funktionen eingeschränkt ist. Der Versicherungsträger
kann alsdann an Ort und Stelle weitere Erhebungen vornehmen, die er in
einem Abklärungsbericht festzuhalten hat (BGE 130 V 61 E.6.1.1). Einem
solchen Bericht kommt nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung
voller Beweiswert zu, wenn als Berichterstatter eine qualifizierte Person
mitwirkt, welche einerseits die örtlichen und räumlichen Verhältnisse,
andererseits die ärztlichen Diagnosen und die sich hieraus ergebenden
funktionellen Beeinträchtigungen kennt (BGE 128 V 93 E.4). Bei
Unklarheiten über physische oder psychische Störungen und/oder deren
Auswirkungen auf alltägliche Lebensverrichtungen sind Rückfragen an die
medizinischen Fachpersonen notwendig. Weiter sind die Angaben der
Hilfe leistenden Personen zu berücksichtigen, wobei divergierende
Meinungen der Beteiligten im Bericht aufzuzeigen sind. Der Berichtstext
muss überdies plausibel, begründet und detailliert bezüglich der einzelnen
alltäglichen Lebensverrichtungen sowie der tatbestandsmässigen
Erfordernisse der dauernden persönlichen Überwachung und der Pflege
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sein. Schliesslich hat er in Übereinstimmung mit den an Ort und Stelle
erhobenen Angaben zu stehen. Das Gericht greift, sofern ein Bericht eine
zuverlässige Entscheidungsgrundlage im eben umschriebenen Sinne
darstellt, in das Ermessen der die Abklärung tätigenden Person nur ein,
wenn klar feststellbare Fehleinschätzungen vorliegen. Das gebietet
insbesondere der Umstand, dass die fachlich kompetente
Abklärungsperson näher am konkreten Sachverhalt ist als das im
Beschwerdefall angerufene Gericht (BGE 133 V 450 E.11.1.1, 130 V 61
E.6.2, 128 V 93 E.4; ULRICH MEYER/MARCO REICHMUTH, in:
STAUFFER/CARDINAUX [Hrsg.], Bundesgesetz über die
Invalidenversicherung, 3. Aufl., Zürich/Basel/Genf 2014, Art. 42-42ter
N. 52).
c) Der Beschwerdeführer stellte der IV-Stelle am 5. November 2014 das
Gesuch um Ausrichtung einer Hilfslosenentschädigung auf dem Formular
"Anmeldung für Erwachsene: Hilfslosenentschädigung IV" zu (IV-act. 274
S. 1). Dieses Anmeldeformular hatte der Beschwerdeführer, wie sich den
darauf vorhandenen handschriftlichen Notizen entnehmen lässt, entweder
gemeinsam mit seiner behandelnden Hausärztin, Dr. med. B._,
Fachärztin für Innere Medizin, ausgefüllt oder ihr vorgängig zur Kenntnis
gebracht, damit sie seine Angaben überprüft und ergänzt (vgl. IV-act. 274
S. 3-7). Dementsprechend hat Dr. med. B._ das fragliche
Anmeldeformular vor Einreichung bei der IV-Stelle mitunterzeichnet. Als
Krankheiten mit Auswirkung auf die Hilfsbedürftigkeit werden darin eine
Rezidiv-Arthrofibrose des linken Knies nach Totalprothese sowie Status
nach mehrfacher operativer Revision mit deutlichem Flexionsverlust, de
facto einem versteiftem Knie, aufgeführt (IV-act. 274 S. 7) und davon
ausgehend Beeinträchtigungen in den alltäglichen Lebensverrichtungen
Ankleiden/Auskleiden, Körperpflege und Fortbewegung geltend gemacht
(IV-act. 274 3). Die IV-Stelle holte vor diesem Hintergrund bei den im
Anmeldeformular angegebenen Spezialärzten, Dr. med. C._ und Dr.
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med. D._ (IV-act. 274 S. 2), weitere Auskünfte ein. Dr. med.
C._, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie, stellte
der IV-Stelle in der Folge den Arztbericht vom 3. Dezember 2014 zu (IV-
act. 282). Dr. med. D._ reichte den Arztbericht vom 14. Januar 2015
ein (IV-act. 284). Beide Berichte äussern sich ausschliesslich zum
Zustand des linken Knies sowie der linken Hüfte des Beschwerdeführers
und diesbezüglichen Behandlungsoptionen (vgl. IV-act. 282 und 284).
Davon ausgehend nahm die IV-Stelle am 15. Januar 2015 in der
Wohnung des Beschwerdeführers durch eine Fachperson in Anwesenheit
des Beschwerdeführers und dessen Ehefrau weitere Abklärungen vor, die
im Bericht vom 19. Januar 2015 festgehalten wurden (IV-act. 283).
Danach leidet der Beschwerdeführer an einer schmerzhaften Rezidiv-
Arthrofibrose im linken Knie, Status nach erneuter operativer Revision
(03/2014), Status nach Tuberositas Osteotomie, Status nach Scoprio-
Knie, Revisionsprothese (08/2006), Status nach LCS TP (06/2005),
Status nach Grabbrandinfektion mit Restruktion der
Oberschenkelmuskulatur 2002, Status nach medialer und lateraler
Meniscectomie und Patellaverlagerung 1976 (IV-act. 283 S. 1). Der
Beschwerdeführer gebe an, am linken Knie und Bein bislang 72
Operationen gehabt zu haben. Das linke Bein sei ziemlich steif. Er könne
es fast nicht mehr bewegen und biegen. Beim Gehen sei er
eingeschränkt, wenn es bergauf und bergab gehe. Beeinträchtigt sei er
ausserdem beim Treppensteigen. Aufgrund von Muskelschwund und
teilweise verpflanzten Muskeln sei das linke Bein schwach. Als Folge
seiner langjährigen Kniebeschwerden habe er nun Probleme mit seiner
Hüfte (Schmerzen). Eine Teilprothese wäre fällig. Einen solchen
operativen Eingriff möchte er indessen solange als möglich hinauszögern.
Deshalb könne er derzeit nicht lange Sitzen. Im Liegen verspüre er am
wenigsten Schmerzen (IV-act. 283 S. 1). Die sich aus diesen Knie- sowie
Hüftbeschwerden ergebenden funktionellen Beeinträchtigungen legte die
fachkundige Abklärungsperson im Bericht vom 19. Januar 2015 sodann in
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Bezug auf die für die Bemessung der Hilfslosigkeit relevanten
Lebensverrichtungen und Tätigkeiten auf der Grundlage der
diesbezüglichen Angaben des Beschwerdeführers und der vorerwähnten
Krankheiten detailliert dar und bewertete den sich hieraus ergebenden
Hilfsbedarf (vgl. IV-act. 283 S. 3-5).
d) Diese Sachverhaltserhebungen sind für die streitigen Belange umfassend
und voll beweiskräftig. Entgegen der Auffassung des Beschwerdeführers
beruht der Abklärungsbericht vom 19. Januar 2015 insbesondere auf den
massgeblichen ärztlichen Diagnosen und legt die sich hieraus
ergebenden funktionellen Beeinträchtigungen detailliert dar. Zwar trifft es
zu, dass der Beschwerdeführer laut dem Gutachten der Klinik Valens vom
6. Mai 1998 (IV-act. 63) sowie dem Arztbericht des Medizinischen
Zentrums Bad Ragaz vom 13. Januar 2000 (IV-act. 100) nicht nur an
Knie- sowie Hüftbeschwerden links leidet, sondern bei ihm darüber
hinausgehend ein zervicozephales Schmerzsyndrom bei Status nach
HWS-Distorsionstrauma vom 23. Januar 1990 und 28. September 1996,
eine Depression, ein Status nach Fussoperation (Hallux beidseits ca.
1980), chronische Lumbalgien, hartnäckiges Stottern und ein Status nach
Amputation des Endglieds des Mittelfingers rechts und eingeschränkter
Flexion des Endgliedes des rechten Ringfingers diagnostiziert wurden (IV-
act. 63 S. 6 f., IV-act. 100 S. 1 f.). Ob diese vor rund 16 Jahren
festgestellten Krankheiten nach wie vor vorliegen und zu den
Beschwerdeführer beeinträchtigenden Beschwerden führen, steht
indessen nicht fest. Selbst wenn dies aber zu bejahen wäre, legt der
Beschwerdeführer nicht ansatzweise dar, inwiefern diese von ihm
erstmals in seiner Beschwerdeschrift vom 1. Juli 2015 erwähnten
Krankheiten ihn bei den für die Bemessung der Hilfslosigkeit relevanten
Lebensverrichtungen und Tätigkeiten beeinträchtigen (vgl. dazu
insbesondere den begründeten Einwand vom 17. März 2015 [IV-
act. 294]). Die fraglichen Krankheiten sind für die Beurteilung der
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streitigen Hilfslosenentschädigung demzufolge ohne Belang und hätten
im Abklärungsbericht vom 19. Januar 2015 nur als (vormals
diagnostizierte) Krankheiten ohne Auswirkung auf die Hilfslosigkeit
aufgeführt werden können. Dass eine solche Erwähnung fehlt, schmälert
den Beweiswert des Abklärungsberichts vom 19. Januar 2015 indessen
selbst dann nicht, wenn die Abklärungsperson von den fraglichen
Krankheiten keine Kenntnis gehabt haben sollte, kannte sie doch
gleichwohl alle für die Bemessung der Hilfslosigkeit massgeblichen
ärztlichen Diagnosen und die sich hieraus ergebenden funktionellen
Beeinträchtigungen. Die Abklärungsperson ging bei ihrer Beurteilung
folglich vom massgeblichen medizinischen Sachverhalt aus. Entgegen
der Auffassung des Beschwerdeführers besteht folglich kein Grund, dem
Abklärungsbericht vom 19. Januar 2015 wegen unzureichender
Erfassung des rechtserheblichen medizinischen Sachverhalts jeglichen
Beweiswert abzusprechen.
aa) Hinsichtlich des für die Bemessung der Hilfslosigkeit des
Beschwerdeführers massgeblichen Hilfsbedarfs wird im
Abklärungsbericht vom 19. Januar 2015 sodann festgehalten, der
Versicherte benötige keine Hilfe beim Aufstehen, Absitzen und Abliegen,
beim Essen sowie beim Verrichten der Notdurft (IV-act. 283 S. 3 f.).
Ausserdem sei er bei der Pflege gesellschaftlicher Kontakte nicht wegen
einer Sinnesschädigung oder eines schweren körperlichen Gebrechens
auf die Hilfe Dritter angewiesen (IV-act. 283 S. 4). Betreffend die
alltägliche Lebensverrichtung An- und Auskleiden wird im
Abklärungsbericht vom 19. Januar 2015 ausgeführt, der Versicherte
könne sich selbständig an- und auskleiden. Beim Überstreifen der Socken
behelfe er sich mit einem Sockenanzieher, da er sich kaum noch nach
unten beugen könne. Den Sockenanzieher könne er nur bei neuen, noch
engen Socken nicht einsetzen. Dann helfe ihm seine Ehefrau (IV-act. 283
S. 3). Hilfe benötige der Versicherte ferner beim Verschliessen seiner
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Spezialschuhe, die er anziehe, wenn er sich ins Freie begebe. Diese
seien mit Schnürsenkeln versehen, um dem Versicherten den benötigten
Halt zu geben. Nach eigenen Angaben dürfe der Versicherte im Freien
aus medizinischen Gründen keine Schuhe mit Klettverschlüssen tragen.
Die offenen Sandalen für die Fortbewegung in der Wohnung könne der
Versicherte selbständig anziehen (IV-act. 283 S. 3). Wenn seine Ehefrau
bei der Arbeit sei, schnüre sie ihm seine Schuhe jeweils, bevor sie zur
Arbeit gehe. Wolle er ins Freie gehen, so könne er dann mit einem langen
Schuhlöffel ohne Dritthilfe in die vorgeschnürten Schuhe steigen (IV-
act. 283 S. 3). Hinsichtlich der Körperpflege wird im Abklärungsbericht
vom 19. Januar 2015 sodann festgehalten, der Versicherte benötige keine
Hilfe beim Duschen, Haare waschen, Rasieren und der Zahnpflege. Hilfe
sei jedoch bei der Fuss- und Nagelpflege erforderlich, was aber keiner
regelmässigen und erheblichen Hilfe gemäss Gesetz entspreche (IV-
act. 283 S. 4). Beim Gehen sei der Versicherte durch seine
gesundheitlichen Beschwerden alsdann insofern beeinträchtigt, als er
beim bergauf und bergab gehen begleitet werden müsse. Beim
geradeaus Gehen sei er nur bei längeren Strecken auf Begleitung
angewiesen (Ermüdung). Kurze Strecken könne er selber bewältigen.
Beim Treppensteigen müsse ein Handlauf vorhanden sein. Mit einem
Handlauf sei ihm eine selbständige Bewältigung der Treppe möglich (IV-
act. 283 S. 4). Die Invalidenversicherung habe die Kosten für den Umbau
des Fahrzeugs des Versicherten übernommen, da dieser die hohen
Stufen der öffentlichen Verkehrsmittel nicht bewältigen könne. Auch
könne er bei gewissen Sitzgelegenheiten sein Bein nicht austrecken. Mit
dem Auto könne er unter Einschaltung angemessener Pausen zu seiner
in Bern wohnenden Tochter fahren. Gesellschaftliche Kontakte könne der
Versicherte pflegen, wenn er nicht lange Sitzen müsse und angepasste
Sitzgelegenheiten vorhanden seien (IV-act. 283 S. 4). Die verordneten
Medikamente könne der Versicherte ohne Hilfe einnehmen (IV-act. 283
S. 5).
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bb) Diese Angaben zu Art und Umfang der aus gesundheitlichen Gründen
erforderlichen Dritthilfe sind detailliert, plausibel und überzeugend
begründet. Ausserdem stimmen sie grundsätzlich mit den Angaben des
Beschwerdeführers im Anmeldeformular "Anmeldung für Erwachsene:
Hilflosenentschädigung IV" vom 5. November 2014 überein (vgl. IV-
act. 274). Im begründeten Einwand vom 17. März 2015 (IV-act. 294) wie
auch im vorliegenden Beschwerdeverfahren rügt der Beschwerdeführer
die fraglichen Sachverhaltserhebungen nur insofern als unrichtig, als er
einerseits betreffend die Körperpflege ausführt, die täglich notwendige
Fussreinigung und das ärztlich empfohlene Eincremen des Fusses nicht
selber vornehmen zu können. Hierfür benötige er die Hilfe seiner Ehefrau
(IV-act. 294 S. 3). Andererseits macht er geltend, zwar über einen
(privaten) Sockenanzieher zu verfügen, diesen jedoch nicht verwenden zu
können, da er sich für den von ihm aus medizinisch-hygienischen
Gründen getragenen Sockentyp nicht eigne. Aber selbst wenn der
Sockenanzieher für ihn von Nutzen wäre, müsste seine Ehefrau diesen
täglich für ihn vorbereiten (IV-act. 294 S. 3; vgl. auch vorne Sachverhalt
Ziff. 3). Mit den erstgenannten Angaben zu der bei der Fusspflege
benötigten Dritthilfe konkretisiert der Beschwerdeführer lediglich die
diesbezüglichen Ausführungen im Abklärungsbericht vom 19. Januar
2015 ("Hilfe benötigt Herr A._ bei der Fuss-Nagelpflege" [IV-act. 283
S. 4]). Hierbei handelt es sich folglich um eine Präzisierung des im
Abklärungsbericht vom 19. Januar 2015 betreffend die Fusspflege
festgestellten Bedarfs an Dritthilfe, die durchaus plausibel erscheint und
mit der IV-Stelle als überwiegend wahrscheinlich anzusehen ist. Dagegen
stehen die Behauptungen des Beschwerdeführers betreffend die
Inanspruchnahme des Sockenanziehers und die diesbezüglich benötigte
Dritthilfe im Widerspruch zu dessen Aussagen anlässlich der Abklärung
vom 15. Januar 2015. Damals gab der Beschwerdeführer an, sich die
Socken mithilfe des von ihm erworbenen Sockenanziehers alleine
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überstreifen zu können. Nur bei neuen, noch engen Socken benötige er
beim Anziehen der Socken die Hilfe seiner Ehefrau (IV-act. 283 S. 3; vgl.
auch vorne E. 2d/aa). Solche spontanen Aussagen sind in der Regel
unbefangener und zuverlässiger als spätere Darstellungen, die bewusst
oder unbewusst von nachträglichen Überlegungen
versicherungsrechtlicher oder anderer Natur beeinflusst sein können. Bei
widersprüchlichen Angaben ist nach der bundesgerichtlichen
Rechtsprechung den zu Beginn eines Verfahrens gemachten Angaben
grösseres Gewicht beizumessen (vgl. BGE 121 V 47 E.2a, 115 V 143;
URS MÜLLER, Das Verwaltungsverfahren in der Invalidenversicherung,
Bern 2010, Rz. 1597). Im vorliegenden Fall kommt hinzu, dass die
ursprüngliche Sachverhaltsdarstellung des Beschwerdeführers seitens
seiner damals ebenfalls anwesenden Ehefrau unwidersprochen blieb.
Dies bildet ein gewichtiges Indiz für deren Richtigkeit, zumal nicht geltend
gemacht wird, die Abklärungsperson habe den Beschwerdeführer in
diesem Punkt falsch verstanden oder dessen Angaben unrichtig
protokolliert. Ausserdem erscheint es, wie die IV-Stelle zutreffend festhält,
höchst unwahrscheinlich, dass sich der Beschwerdeführer einen
Sockenanzieher gekauft hat, der für den von ihm getragenen Sockentyp
ungeeignet ist. Dies umso mehr, als dessen Ehefrau als Pflegefachfrau in
einem Altersheim tätig ist (IV-act. 275 S. 1) und aufgrund dieser
beruflichen Tätigkeiten mit dem Sockenanzieher als einem bei Senioren
gebräuchlichen Hilfsmittel vertraut sein dürfte. Schliesslich ist mit Blick auf
die gesundheitlichen Beeinträchtigungen des Beschwerdeführers nicht
ersichtlich, weshalb dieser nicht im Stande sein sollte, die Socken in
sitzender Position über die Halterung des Sockenanziehers zu ziehen und
den Sockenanzieher anschliessend in einer Weise zu positionieren, die
es ihm ermöglicht, sich die Socken mit dessen Hilfe überzustreifen. Einen
entsprechenden Hilfsbedarf hat der Beschwerdeführer denn auch
erstmals im begründeten Einwand vom 17. März 2015 vorgebracht. Bei
dieser Ausgangslage erweist es sich, der ursprünglichen
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Sachverhaltsdarstellung des Beschwerdeführers folgend, als
überwiegend wahrscheinlich, dass der Beschwerdeführer ohne Hilfe
Dritter in der Lage ist, bereits einmal getragene Socken unter
Inanspruchnahme des von ihm erworbenen Sockenanziehers anzuziehen
und nur beim Überstreifen neuwertige Socken auf Dritthilfe angewiesen
ist. Entgegen der Auffassung des Beschwerdeführers erweist sich der
Abklärungsbericht vom 19. Januar 2015 somit in dieser Hinsicht als
vollbeweiskräftig. Dasselbe gilt unstreitig für die übrigen der darin
getroffenen Sachverhaltsfeststellungen, wobei in Übereinstimmung mit
den Verfahrensparteien betreffend die Fusspflege in Präzisierung der
fraglichen Angaben im Abklärungsbericht vom 19. Januar 2015 davon
auszugehen ist, dass der Beschwerdeführer beim täglichen Reinigen
sowie Eincremen seiner Füsse auf Dritthilfe angewiesen ist. Von dieser
Sachlage ausgehend ist nachfolgend zu prüfen, ob die IV-Stelle den
Anspruch des Beschwerdeführers auf eine Hilfslosenentschädigung in der
Verfügung vom 28. Mai 2015 zu Recht verneint hat.
3. a) Die fragliche Verfügung blieb insoweit unbeanstandet, als darin eine
Hilfsbedürftigkeit im Sinne von Art. 37 Abs. 3 lit. b, c, d und e IVV verneint
wurde. Streitig ist dagegen, ob der Beschwerdeführer trotz der Abgabe
von Hilfsmitteln gemäss Art. 37 Abs. 3 lit. a IVV in mindestens zwei
alltäglichen Lebensverrichtungen regelmässig in erheblicher Weise auf
die Hilfe Dritter angewiesen ist. Als alltägliche Lebensverrichtungen im
Sinne dieser Bestimmung gelten nach ständiger bundesgerichtlicher
Rechtsprechung (a) das An- und Auskleiden, (b) das Aufstehen, Absitzen
und Abliegen, (c) das Essen, (d) die Körperpflege, (e) das Verrichten der
Notdurft und (f) die Fortbewegung (im oder ausser Haus) sowie die
Kontaktaufnahme (BGE 127 V 94 E.3c, 125 V 297 E.4a, 121 V 90 E.3a).
Soweit eine dieser Lebensverrichtungen mehrere Teilfunktionen umfasst,
ist für die Bejahung einer rechtserheblichen Hilfestellung nicht
erforderlich, dass der Versicherte bei allen diesen Teilfunktionen fremder
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Hilfe bedarf. Es genügt vielmehr, wenn er bei der Ausübung einer oder
mehrerer dieser Teilfunktionen auf regelmässige und erhebliche Hilfe
Dritter angewiesen ist (BGE 133 V 463, 121 V 91, 117 V 146 E.2).
Dabei kann die benötigte Hilfe nicht nur in der direkten Dritthilfe, sondern
auch bloss in Form einer Überwachung der versicherten Person bei der
Vornahme einer relevanten Lebensverrichtungen bestehen (sogenannte
indirekte Dritthilfe, vgl. BGE 121 V 91 E.3c,
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cid=atf%3A%2F%2F121-V-88%3Ade&number_of_ranks=0 - page91107
V 149 E.1c und 1b). Ob ein Versicherter einer solchen Dritthilfe bedarf,
muss objektiv nach dessen Zustand beurteilt werden. Grundsätzlich
unerheblich sind dabei die Umgebung, in der sich der Versicherte aufhält,
und dessen familiäre Situation. Massgeblich ist allein, ob der Versicherte,
wäre er auf sich eingestellt, regelmässig in erheblichem Umfang auf
Dritthilfe angewiesen wäre. Auch im Bereich der Hilflosenentschädigung
gilt indessen der Grundsatz der Schadenminderungspflicht. Deshalb
besteht solange kein Anspruch auf eine Hilflosenentschädigung, als der
Versicherte in der Lage ist, durch geeignete organisatorische
Massnahmen und die Mithilfe der Familienangehörigen eine
Hilfsbedürftigkeit zu vermeiden (Urteil des Bundesgerichts 9C_633/2012
vom 8. Januar 2014 E.4.2.1; MEYER / REICHMUTH, a.a.O., Art. 42-42ter N. 8;
UELI KIESER, ATSG-Kommentar, 3. Aufl., Zürich / Basel / Genf 2015, Art. 9
N. 8). Die Mithilfe von Familienmitgliedern geht dabei zwar weiter als die
ohne Gesundheitsschaden üblicherweise zu erwartende Unterstützung,
jedoch darf den Familienangehörigen keine unverhältnismässige
Belastung entstehen. Vielmehr ist bei der Mitarbeit von
Familienangehörigen stets danach zu fragen, wie sich eine vernünftige
Familiengemeinschaft einrichten würde, wenn keine
Versicherungsleistungen zu erwarten wären (Urteil des Bundesgerichts
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9C_410/2009 vom 1. April 2010 E.5.1 und 5.5, Urteil des
Eidgenössischen Versicherungsgerichts I 1013/06 vom 9. November
2007 E. 7.1.2; MEYER / REICHMUTH, a.a.O., Art. 42-42ter N. 10).
b) Werden die vorgenannten alltäglichen Lebensverrichtungen den
Handlungen gegenübergestellt, bei denen der Beschwerdeführer, bedingt
durch seinen Gesundheitszustand, die Hilfe Dritter in Anspruch nimmt, so
ist klar und im Übrigen unbestritten geblieben, dass er in den alltäglichen
Lebensverrichtungen Aufstehen, Absitzen und Abliegen, Essen sowie
Verrichten der Notdurft keiner Dritthilfe bedarf. Was die beim Anziehen
der Socken benötigte Hilfe betrifft, so ist diese Beeinträchtigung unstreitig
der Lebensverrichtung An- und Auskleiden zuzuordnen (vgl. BGE 121 V
93 E.6; Urteil des Bundesgerichts H 15/03 vom 30. April 2014 E.5.2.1 =
SVR 2004 AHV Nr. 19 E.5.2.1). Die diesbezüglich vom Beschwerdeführer
benötigte direkte Dritthilfe ist insoweit nicht regelmässig, als sie nur für
das Anziehen neuwertiger Socken und damit bei Weitem nicht täglich
erforderlich ist (vgl. zum erforderlichen täglichen Hilfsbedarf bei der
Nagelpflege Urteil des Bundesgerichts 9C_373/2012 vom 22. August
2012 E.4.2). In den übrigen Fällen ist der Beschwerdeführer in der Lage,
sich die Socken alleine mithilfe des von ihm erworbenen Sockenanziehers
überzustreifen. Dass dessen Verwendung dem Beschwerdeführer nicht
zumutbar ist, wurde nicht geltend gemacht und ist nicht ersichtlich. Dies
gilt umso mehr, als der Beschwerdeführer aufgrund der ihn treffenden
Schadenminderungspflicht ohnehin gehalten gewesen wäre, auf eigene
Kosten einen Sockenanzieher zu kaufen, sind entsprechende
Anziehhilfen im Fachhandel doch bereits ab Fr. 10.80 erhältlich (vgl.
Anziehhilfe Sophie, für Socken und Strümpfe, abrufbar unter
http://www.spitex-hilfsmittelshop.ch/de/Alltagshilfen/An-und-Ausziehhilfen,
letztmals besucht am 5. April 2016). Der Beschwerdeführer ist beim
Anziehen der Socken folglich nicht regelmässig in erheblichem Umfang
auf Dritthilfe angewiesen.
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c) In Bezug auf die vom Beschwerdeführer beim Verschliessen seiner
Spezialschuhe benötigte Dritthilfe stellt sich zunächst die Frage, ob die
beim Verschliessen der Spezialschuhe benötigte Dritthilfe der alltäglichen
Lebensverrichtung An- und Auskleiden zuzuordnen ist. Nach der
bundesgerichtlichen Rechtsprechung gehört nämlich die sporadische
oder mehr oder wenig häufig nötige Hilfe beim Ordnen der Kleider im
Zusammenhang mit der Verrichtung der Notdurft nicht zur
Lebensverrichtung des An- und Auskleidens, sondern angesichts ihres
engen zeitlichen und sachlichen Zusammenhangs zur Verrichtung der
Notdurft (BGE 121 V 93 E.6; Urteil des Bundesgerichts H 15/03 vom
30. April 2014 E.5.2.1 = SVR 2004 AHV Nr. 19 E.5.2.1; MEYER /
REICHMUTH, a.a.O., Art. 42-42ter N. 30). Wird die dieser Zuordnung
zugrunde liegende funktionale Betrachtungsweise hinsichtlich des
vorliegend in Frage stehenden Anziehens der Spezialschuhe angewandt,
so läge es nahe, die entsprechende Handlung der alltäglichen
Lebensverrichtung Fortbewegung/Kontaktaufnahme zuzuweisen. Freilich
bezieht sich die dabei geleistete Hilfe auf das Objekt "Schuh" als Teil der
Lebensverrichtung des An- und Auskleidens. Sie ist jedoch nur
erforderlich, wenn der Beschwerdeführer die Wohnung verlassen und sich
im Freien fortbewegen möchte. Wie es sich diesbezüglich letztlich verhält,
kann im vorliegenden Fall aber dahingestellt bleiben. Im einen wie im
anderen Fall ist die beim Verschliessen der Spezialschuhe benötigte Hilfe
zwar wohl regelmässig, jedoch dürfte sie nicht erheblich sein, beschränkt
sie sich doch darauf, dass dem Beschwerdeführer seine Spezialschuhe
vorgängig gebunden werden, was nur einige wenige Minuten
beansprucht. Jedenfalls aber ist der Beschwerdeführer durch die ihm von
seiner Ehefrau tatsächlich erbrachte und zumutbar Mithilfe in der Lage,
einen entsprechenden Hilfsbedarf zu vermeiden. Beim Verschliessen der
Spezialhilfe besteht folglich, bedingt durch die gesundheitliche
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Verfassung des Beschwerdeführers, kein rechtserheblicher Bedarf an
Dritthilfe.
d) Was die bei der Körperpflege aus gesundheitlichen Gründen bedingten
Hilfestellungen betrifft, ist für deren Beurteilung entscheidend, ob der
Beschwerdeführer gleichwohl ohne regelmässige und erhebliche Dritthilfe
für seine persönliche Pflege sorgen kann, das heisst, ob er sich ohne
regelmässige erhebliche Dritthilfe waschen, kämmen, baden oder
duschen kann. Dabei genügt es, dass er in einer dieser Teilfunktionen in
erheblichem Masse auf direkte oder indirekte Dritthilfe angewiesen ist
(BGE 117 V 146 E.2; ROBERT ETTLIN, Die Hilfslosigkeit als versichertes
Risiko in der Invalidenversicherung, Schweiz 1998, S. 121). Die
Hilfsbedürftigkeit ist auch dann zu bejahen, wenn der Versicherte eine
Teilfunktion zwar noch ausüben, von ihr aber keinen Nutzen mehr hat
(BGE 117 V 146 E.3b). Die Nachkontrolle der Körperpflege durch eine
Drittperson kommt als relevante Hilfestellung in Frage (Urteil des
Eidgenössischen Versicherungsgerichts I 443/04 vom 2. Dezember 2004
E.2), nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung jedoch nicht
gesundheitsbedingte Schwierigkeiten beim Schneiden der Nägel oder
beim Enthaaren, da solche Verrichtungen nicht täglich erforderlich sind
(Urteil des Bundesgerichts 9C_373/2012 vom 28. August 2012 E.4.2;
MEYER / REICHMUTH, a.a.O., Art. 42-42ter N. 33). Die vom
Beschwerdeführer aus gesundheitlichen Gründen bedingte Hilfe bei der
Nagelpflege, insbesondere beim Schneiden der Nägel, begründet folglich
keinen rechtserheblichen Hilfsbedarf.
e) In Bezug auf das tägliche Reinigen und Eincremen der Füsse weist die
IV-Stelle zu Recht darauf hin, dass der Beschwerdeführer geltend macht,
seine Füsse auf ärztliche Empfehlung hin täglich eincremen (und wohl
deshalb vorgängig besonderes sorgfältig reinigen) zu müssen. Dass der
Beschwerdeführer aus medizinischen Gründen auf eine spezifische
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Fusspflege angewiesen ist, liegt mit Blick auf dessen Erkrankungen (vgl.
vorne E.2d) nicht auf der Hand. Trifft die entsprechende Behauptung des
Beschwerdeführers indessen zu, so ist mit der IV-Stelle davon
auszugehen, dass die benötigte Fusspflege über die gewöhnliche
Fusspflege hinausgeht. In diesem Fall ist sie nicht der Körperpflege als
alltäglicher Lebensverrichtung zuzuordnen, sondern als durch die
gesundheitliche Verfassung des Beschwerdeführers bedingte
(medizinische) Pflege im Sinne von Art. 37 Abs. 3 lit. c IVV anzusehen.
Besonders aufwendig ist eine solche Pflege, wenn sie einen grossen
Zeitaufwand erfordert, besonders hohe Kosten verursacht oder die
pflegerischen Verrichtungen unter erschwerenden Umständen zu erfolgen
haben, so etwa weil sich die Pflege besonders mühsam gestaltet oder die
Hilfestellung zu aussergewöhnlicher Zeit zu erbringen ist (vgl. HARDY
LANDOLT, in: STEIGER-SACKMANN/MOSIMANN [Hrsg.], Recht der Sozialen
Sicherheit, Basel 2014, N. 21.88; MEYER/REICHMUTH, a.a.O., Art. 42-42ter
N. 34). Ein täglicher Pflegeaufwand von 2 bis 2 1⁄2 Stunden ist nach der
bundesgerichtlichen Rechtsprechung dann als besonders erheblich zu
qualifizieren, wenn jeden Tag gegen Mitternacht ein Dialysewechsel
vorzunehmen ist und aus diesem Grund entweder der Schlaf zu
unterbrechen oder das Zubettgehen aufzuschieben ist (Urteil des
Bundesgerichts 8C_310/2009 vom 24. August 2009 E.9.1). Das in Frage
stehende Reinigen und Eincremen der Füsse stellt offensichtlich keine
solche besonders aufwendige Pflege im Sinne von Art. 37 Abs. 3 lit. c
IVV dar. Sollte die streitige Fusspflege entgegen dem vorangehend
Angenommenen nicht über die gewöhnliche Fusspflege hinausgehen und
damit unter die alltägliche Lebensverrichtung Körperpflege fallen, gilt es
zu beachten, dass der Beschwerdeführer selbst einräumt, seine Füsse
nicht notgedrungen im Anschluss an das tägliche Duschen reinigen und
eincremen zu müssen, sondern die benötigte Fusspflege zu einem
Zeitpunkt vornehmen zu können, in dem seine Ehefrau zu Hause ist. Zum
hierfür benötigten Zeitaufwand hat der Beschwerdeführer keine Angaben
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gemacht. Erfahrungsgemäss nimmt das gewöhnliche Reinigen und
Eincremen der Füsse nur wenige Minuten in Anspruch. Diese von der
Ehefrau des Beschwerdeführers tatsächlich erbrachte Mithilfe ist
zumutbar und vom Beschwerdeführer im Rahmen der ihm obliegenden
Schadenminderungspflicht in Anspruch zu nehmen. Der
Beschwerdeführer ist folglich in der Körperpflege, bedingt durch seine
gesundheitliche Verfassung, nicht in rechtserheblichem Umfang auf
Dritthilfe angewiesen.
f) Was die als letztes streitige alltägliche Lebensvorrichtung Fortbewegung /
Kontaktaufnahme betrifft, steht fest, dass sich der Beschwerdeführer
ausser Haus selbständig bewegen, jedoch ohne Begleitung nur kurze
Strecken laufen kann (Ermüdung). Ausserdem ist er beim bergauf und
bergab gehen auf Hilfe angewiesen und beim Treppensteigen muss ein
Handlauf vorhanden sein. Überdies kann der Beschwerdeführer keine
öffentlichen Verkehrsmittel benutzen. Die Abklärungsperson ist bezüglich
dieser gesundheitlichen Beeinträchtigungen zum Schluss gekommen, der
Beschwerdeführer benötige wohl teilweise Unterstützung im Bereich der
Fortbewegung; jedoch sei diese Hilfe nicht regelmässig und erheblich (IV-
act. 283 S. 4). Entgegen der Auffassung des Beschwerdeführers ist diese
Beurteilung begründet und nicht zu beanstanden. Sie entspricht
ausserdem der Einschätzung des Beschwerdeführers im
Anmeldeformular vom 5. November 2014, worin hinsichtlich der
alltäglichen Lebensverrichtung Fortbewegung / Kontaktaufnahme seitens
des Beschwerdeführers kein Hilfsbedarf geltend gemacht wird (IV-
act. 274 S. 3). Nur dessen Hausärztin macht in diesem Zusammenhang
geltend, der Beschwerdeführer sei auf eine Wohnung mit Fahrtstuhl
angewiesen, da er nicht Treppensteigen könne (IV-act. 274 S. 3). Dies
trifft jedoch nach Angaben des Beschwerdeführers nicht zu. Das Gericht
hat unter diesen Umständen keinen Anlass, an der Richtigkeit der
Einschätzung der Abklärungsperson zu zweifeln, wonach in der
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alltäglichen Lebensverrichtung Fortbewegung / Kontaktaufnahme kein
Hilfsbedarf besteht. Auch in der alltäglichen Lebensvorrichtung
Fortbewegung / Kontaktaufnahme besteht demnach, bedingt durch die
gesundheitliche Verfassung des Beschwerdeführers, kein
rechtserheblicher Hilfsbedarf.
g) Aus dem vorangehend Ausgeführten folgt, dass der Beschwerdeführer
nach der Inanspruchnahme der zumutbaren Hilfsmittel und der
zumutbaren Mithilfe seiner Ehefrau, bedingt durch seinen
Gesundheitszustand, in keiner alltäglichen Lebensverrichtung
regelmässig in erheblicher Weise auf Dritthilfe angewiesen ist.
Demzufolge sind die Voraussetzungen von Art. 37 Abs. 3 lit. a IVV
vorliegend nicht erfüllt. Ebenso wenig bedarf er aufgrund seines
Gesundheitszustands einer besonders aufwendigen Pflege im Sinne von
Art. 37 Abs. 3 lit. c IVV. Die IV-Stelle hat den Anspruch des
Beschwerdeführers auf eine Hilfslosenentschädigung in der Verfügung
vom 28. Mai 2015 folglich zu Recht verneint. Die vorliegende Beschwerde
erweist sich demzufolge als unbegründet, was zu deren Abweisung und
zur Bestätigung der angefochtenen Verfügung führt. Bei diesem Ergebnis
erübrigen sich Ausführungen zum Anspruchsbeginn und zur Verzinsung
einer zu spät ausgerichteten Hilflosenentschädigung (vgl. dazu
Beschwerdeschrift vom 1. Juli 2015 Ziffern 16-18).
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4. Da es im vorliegenden Verfahren um die Bewilligung oder Verweigerung
von Leistungen der Invalidenversicherung geht, ist das Verfahren
kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG nach
dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert zu bemessen.
Diese werden für den vorliegenden Fall, der mit einem durchschnittlichen
Aufwand verbunden war, ermessensweise auf Fr. 700.-- festgelegt und
entsprechend dem Verfahrensausgang der Beschwerdeführerin als
unterliegender Partei zur Bezahlung auferlegt (Art. 73 Abs. 1 VRG). Die
obsiegende IV-Stelle hat keinen Anspruch auf eine Parteientschädigung
(Art. 61 lit. g ATSG e contrario).