# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 8f4e0736-0aae-4f65-b95c-a78b334eed58
**Court:** ZH_OG
**Chamber:** ZH_OG_001
**Year:** 2020
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

betreffend Eheschutz
Berufung gegen ein Urteil des Einzelgerichts im summarischen Verfahren am Bezirksgericht Zürich, 2. Abteilung, vom 12. Februar 2020 (EE190332-L)
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Rechtsbegehren:
der Gesuchstellerin (Urk. 31 S. 1 f.):
"1.-4. [...]. 5. Der Gesuchsgegner sei zu verpflichten, der Gesuchstellerin an
den Unterhalt der Kinder folgende Beiträge zuzüglich allfälliger Familienzulagen zu bezahlen, zahlbar monatlich im Voraus an die Gesuchstellerin, erstmals ab Auszug aus der ehelichen Wohnung spätestens per 1. März 2020:
- Für C._ Fr. 315.– und ab Juni 2020 Fr. 960.– - Für D._ Fr. 185.– und ab Juni 2020 Fr. 564.–
6.-8. [...]." des Gesuchsgegners (Urk. 33 S. 1 f.)
"1.-3.4. [...]. 3.5. Falls beide Kinder unter die Obhut des Gesuchsgegners gestellt
werden, sei die Gesuchstellerin zu verpflichten, dem  an [recte: den] Unterhalt der Kinder monatliche  von je CHF 300 zu bezahlen.
4. [...]. [Kosten- und Entschädigungsfolgen]."
Urteil des Einzelgerichts im summarischen Verfahren am Bezirksgericht Zürich, 2. Abteilung, vom 12. Februar 2020:
(Urk. 47 = Urk. 52)
1. Der Gesuchstellerin wird das Getrenntleben auf unbestimmte Zeit bewilligt.
2. Der Sohn D._, geb. am tt.mm 2012, und die Tochter C._, geb. am
tt.mm 2005, werden während des Getrenntlebens unter die alleinige Obhut
der Gesuchstellerin gestellt.
3. Auf die ausdrückliche Regelung des persönlichen Verkehrs zwischen dem
Gesuchsgegner und der Tochter C._ wird in Anbetracht ihres Alters
verzichtet.
4. Der Gesuchsgegner wird für berechtigt und verpflichtet erklärt, den Sohn
D._ während des Getrenntlebens wie folgt auf eigene Kosten zu sich
bzw. mit sich auf Besuch zu nehmen:
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bis zum Bezug einer eigenen Wohnung:
− wöchentlich an einem der Gesuchstellerin bis Sonntag, 18.00 Uhr, der Vorwoche bekanntzugebenden Tag zum Mittagessen (zwischen  morgens bis Schulbeginn nachmittags) sowie
− in den ungeraden Kalenderwochen (d.h. jedes zweite Wochenende) von Samstag, 10.00 Uhr, bis Samstag, 18.00 Uhr;
ab Bezug einer eigenen Wohnung:
− wöchentlich an einem der Gesuchstellerin bis Sonntag, 18.00 Uhr, der Vorwoche bekanntzugebenden Tag zum Mittagessen (zwischen  morgens bis Schulbeginn nachmittags),
− in den ungeraden Kalenderwochen (d.h. jedes zweite Wochenende) von Freitag, 18.00 Uhr, bis Sonntag, 18.00 Uhr,
− am zweiten Tag der Doppelfeiertage Weihnachten und Neujahr sowie − in geraden Jahren von Ostersamstag bis und mit Ostermontag und in
ungeraden Jahren von Pfingstsamstag bis und mit Pfingstmontag.
Zudem wird der Gesuchsgegner für berechtigt und verpflichtet erklärt, den
Sohn D._ während des Getrenntlebens in den Schulferien jeweils für
die Dauer von 2 Wochen pro Jahr auf eigenen Kosten zu sich bzw. mit sich
in die Ferien zu nehmen, wobei der Gesuchsgegner die Ausübung des Feri-
enbesuchsrechts mindestens drei Monate im Voraus der Gesuchstellerin
anzuzeigen hat. Können sie sich die Eltern nicht einigen, so kommt dem
Gesuchsgegner in Jahren mit gerader Jahreszahl das Entscheidungsrecht
bezüglich der Aufteilung der Ferien zu; in Jahren mit ungerader Jahreszahl
der Gesuchstellerin.
Weitergehende oder abweichende Kontakte nach gegenseitiger Absprache
bleiben vorbehalten.
5. Der Gesuchsgegner wird verpflichtet, während der Dauer des Getrenntle-
bens für die Kinder monatliche Unterhaltsbeiträge (zzgl. Familienzulagen) an
den Barbedarf wie folgt zu bezahlen:
für D._: Fr. 320.– erstmals 1. April 2020 Fr. 439.– ab 1. Juni 2020 für die weitere
Dauer des Getrenntlebens
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für C._: Fr. 487.– erstmals 1. April 2020 Fr. 668.– ab 1. Juni 2020 für die weitere
Dauer des Getrenntlebens Die Unterhaltsbeiträge und die Familienzulagen sind an die Gesuchstellerin
zahlbar und zwar im Voraus auf den Ersten eines jeden Monats, erstmals
auf den 1. April 2020.
Der Gesuchsgegner wird weiter verpflichtet, ab Auszug aus der ehelichen
Wohnung für die zweite Monatshälfte März 2020 für den Sohn D._ ei-
nen einmaligen Unterhaltsbeitrag von Fr. 160.– an den Barbedarf und für die
Tochter C._ einen einmaligen Unterhaltsbeitrag von Fr. 219.50 an den
Barbedarf (je zzgl. Familienzulagen) zu bezahlen. Diese einmaligen Unter-
haltsbeiträge und die Familienzulagen (für die zweite Monatshälfte März
2020) sind an die Gesuchstellerin zahlbar und zwar auf den 16. März 2020.
Es wird festgehalten, dass zur Deckung des Barbedarfs bei der Tochter
C._ monatlich ein Betrag von Fr. 747.- bis Ende Mai 2020, danach von
Fr. 566.– und bei dem Sohn D._ monatlich ein Betrag von Fr. 490.– bis
Ende Mai 2020, danach von Fr. 371.– fehlt.
6. Der Gesuchstellerin werden keine persönlichen Unterhaltsbeiträge zuge-
sprochen.
7. Die Festsetzung der Unterhaltsbeiträge basiert auf den folgenden finanziel-
len Grundlagen der Parteien:
Einkommen netto pro Monat, inkl. Anteil 13. Monatslohn, Nebeneinkünfte, Familienzulagen separat: - Gesuchstellerin Fr. 2'916.– (50% Pensum) - Gesuchsgegner Fr. 3'975.– bis und mit Ende Mai 2020
(ca. 70% Pensum, bestehend aus zwei Teilzeitstellen, und  Bilderverkäufe)
Fr. 4'275.– ab 1. Juni 2020 (vorstehendes Einkommen, zzgl. hypothetisches [Zusatz-] von Fr. 300.–)
- D._ Fr. 200.– Familienzulage - C._ Fr. 250.– Familienzulage
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Nettovermögen: - Gesuchstellerin Fr. 0.– - Gesuchsgegner Fr. 0.– - D._ Fr. 0.– - C._ Fr. 0.–
familienrechtlicher Bedarf: - Gesuchstellerin Fr. 2'736.– (ohne VVG, Steuern) - Gesuchsgegner Fr. 3'168.– (ab Auszug; ohne VVG, Steuern) - D._ Fr. 1'010.– (inkl. VVG und Hobbys) - C._ Fr. 1'484.– (inkl. VVG und Hobbys)
8. Die eheliche Wohnung an der E._-Str. 1 in F._ [Ortschaft] wird,
inkl. Hausrat und Mobiliar, für die Dauer des Getrenntlebens der Gesuchstel-
lerin und den Kindern zur alleinigen Benützung zugewiesen.
Der Gesuchsteller wird verpflichtet, die eheliche Wohnung bis spätestens
15. März 2020 zu verlassen und der Gesuchstellerin seine Wohnungs- und
Briefkastenschlüssel zu übergeben.
Der Gesuchsteller wird für berechtigt erklärt, beim Auszug aus der ehelichen
Wohnung seine persönlichen Gegenstände (in der Wohnung und im Keller)
mitzunehmen. Holt er diese nicht innert 3 Monaten nach Auszug ab, so ist
die Gesuchstellerin berechtigt, diese auf Kosten des Gesuchsgegners einzu-
lagern.
9. Die Gerichtsgebühr (Pauschalgebühr) wird festgesetzt auf Fr. 2'100.–.
Allfällige weitere Auslagen bleiben vorbehalten.
10. Die Kosten werden den Parteien je zur Hälfte auferlegt, jedoch zufolge der
Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege jeweils einstweilen auf die Ge-
richtskasse genommen. Eine Nachforderung im Sinne von Art. 123 ZPO
bleibt vorbehalten.
11. Die Parteientschädigungen werden gegenseitig wettgeschlagen.
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12. Der Antrag der Gesuchstellerin auf Verpflichtung des Gesuchsgegners zur
Bezahlung eines Prozesskostenbeitrags wird abgewiesen.
13. (Mitteilung).
14. (Rechtsmittel).
Berufungsanträge:
des Gesuchsgegners und Berufungsklägers (Urk. 51 S. 2): "1. Dispositiv-Ziffer 5 sei vollumfänglich aufzuheben und durch folgen-
de Fassung zu ersetzen: "Der Gesuchsgegner wird verpflichtet, während der Dauer des
Getrenntlebens für die Kinder D._ und C._ ab  2020 monatliche Unterhaltsbeiträge von je CHF 200 (zzgl. Familienzulagen) an den Barbedarf zu bezahlen, zahlbar an die Gesuchstellerin im Voraus auf den Ersten eines jeden Monats.
Bis und mit August 2020 ist der Gesuchsgegner verpflichtet, der Gesuchstellerin die Familienzulagen von insgesamt CHF 450 zu bezahlen, erstmals anteilsmässig für die zweite Monatshälfte März 2020 nach Aufnahme des Getrenntlebens.
Es wird festgehalten, dass zur Deckung des Barbedarfs der Tochter C._ monatlich ein Betrag von CHF 1'234 bis Ende August 2020 und danach von CHF 1'034 und beim Sohn D._ monatlich ein Betrag von CHF 810 bis Ende August 2020 und danach von CHF 610 fehlt."
2. In Dispositiv-Ziffer 7 seien die Einkommenspositionen des  wie folgt anzupassen: CHF 2'331 bis Ende August 2020 und CHF 3'565 ab September 2020.
3. Es sei dem Appellanten und Gesuchsgegner auch für das  die unentgeltliche Rechtspflege zu gewähren und ihm in der Person des Unterzeichners ein unentgeltlicher  beizugeben.
Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten der Appellatin und Gesuchstellerin."
der Gesuchstellerin und Berufungsbeklagten (Urk. 58 S. 2):
"1. Die Berufung sei abzuweisen.
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2. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (inkl. 7.7 % MWSt) zu Lasten des Berufungsklägers."
Prozessualer Antrag: "Es sei der Berufungsbeklagten die unentgeltliche Prozessführung zu
bewilligen und ihr in der Person der Unterzeichneten eine  Rechtsvertreterin zu bestellen."

## Considerations

Erwägungen:
1. Prozessgeschichte
1.1 Die Parteien haben im Jahr 1999 geheiratet und sind Eltern der gemeinsa-
men Kinder C._, geboren am tt.mm 2005, und D._, geboren am tt.mm
2012. Mit Eingabe vom 26. November 2019 machte die Gesuchstellerin und Beru-
fungsbeklagte (nachfolgend: Gesuchstellerin) das vorliegende Eheschutzverfah-
ren bei der Vorinstanz anhängig (Urk. 1). Der weitere Prozessverlauf kann den
Erwägungen des eingangs wiedergegebenen und am 12. Februar 2020 ergange-
nen erstinstanzlichen Entscheids entnommen werden (Urk. 52 S. 4 f.).
2. Unter dem 26. März 2020 erhob der Gesuchsgegner und Berufungskläger
(nachfolgend: Gesuchsgegner) fristgerecht Berufung mit den vorstehend aufge-
führten Anträgen (Urk. 49 und Urk. 51). Die Berufungsantwort vom 29. April 2020
(Urk. 58) wurde von der Gesuchstellerin innert der ihr mit Verfügung vom 14. April
2020 angesetzten Frist (Urk. 57) erstattet und dem Gesuchsgegner mit Verfügung
vom 11. Mai 2020 zugestellt (Urk. 61). Nachdem die daraufhin erfolgte Eingabe
des Gesuchsgegners vom 28. Mai 2020 der Gesuchstellerin zur Kenntnis ge-
bracht (Urk. 62 bis Urk. 64/11-12) und die vorinstanzlichen Akten beigezogen
worden sind (Urk. 1-50), erweist sich das Verfahren nunmehr als spruchreif.
2. Prozessuales
2.1 Gegenstand des vorliegenden Berufungsverfahrens sind einzig die Disposi-
tivziffern 5 und 7 des angefochtenen Entscheids. Die Dispositivziffern 1-4, 6, 8-9
und 12 blieben unangefochten, weshalb sie in Rechtskraft erwachsen sind
(Art. 315 Abs. 1 ZPO). Dies ist vorzumerken. Gestützt auf Art. 318 Abs. 3 ZPO gilt
dies nicht für die erstinstanzliche Kostenauflage.
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2.2 Mit der Berufung kann die unrichtige Rechtsanwendung und die unrichtige
Feststellung des Sachverhalts geltend gemacht werden (Art. 310 ZPO). Die Beru-
fungsinstanz verfügt über unbeschränkte Kognition bezüglich Tat- und Rechtsfra-
gen, einschliesslich der Frage richtiger Ermessensausübung (Angemessenheits-
prüfung; BGer 5A_184/2013 vom 26. April 2013, E. 3.1), welcher insbesondere
bei Entscheiden betreffend Unterhalt erhebliche Bedeutung zukommt (vgl. statt
vieler BGer 5A_20/2017 vom 29. November 2017, E. 4.2).
2.3 In der schriftlichen Berufungsbegründung (Art. 311 ZPO) ist hinreichend ge-
nau aufzuzeigen, inwiefern der erstinstanzliche Entscheid in den angefochtenen
Punkten als fehlerhaft zu betrachten ist bzw. an einem der genannten Mängel lei-
det. Das setzt (im Sinne einer von Amtes wegen zu prüfenden Eintretensvoraus-
setzung) voraus, dass der Gesuchsgegner die vorinstanzlichen Erwägungen be-
zeichnet, die er anficht, sich argumentativ mit diesen auseinandersetzt und mittels
genügend präziser Verweise auf die Akten aufzeigt, wo die massgebenden Be-
hauptungen, Erklärungen, Bestreitungen und Einreden erhoben wurden bzw. aus
welchen Aktenstellen sich der geltend gemachte Berufungsgrund ergeben soll.
Die pauschale Verweisung auf frühere Vorbringen oder deren blosse Wiederho-
lung genügen nicht (vgl. BGE 138 III 374 E. 4.3.1; BGer 5A_247/2013 vom
15. Oktober 2013, E. 3.2; BGer 5A_751/2014 vom 28. Mai 2015, E. 2.1). Was
nicht oder nicht in einer den gesetzlichen Begründungsanforderungen entspre-
chenden Weise beanstandet wird, braucht von der Rechtsmittelinstanz nicht
überprüft zu werden; diese hat sich – abgesehen von offensichtlichen Mängeln –
grundsätzlich auf die Beurteilung der Beanstandungen zu beschränken, die in der
schriftlichen Begründung formgerecht gegen den erstinstanzlichen Entscheid er-
hoben werden (vgl. BGE 142 III 413 E. 2.2.4 mit weiteren Hinweisen). Insofern er-
fährt der Grundsatz "iura novit curia" (Art. 57 ZPO) im Berufungsverfahren eine
Relativierung (BK ZPO-Hurni, Art. 57 N 21 und N 39 ff.; Glasl, DIKE-Komm-ZPO,
Art. 57 N 22). Ungeachtet dessen ist die Berufungsinstanz bei der Rechtsanwen-
dung weder an die in der Parteieingabe geltend gemachten Argumente noch an
die Erwägungen der Vorinstanz gebunden (BGer 2C_124/2013 vom
25. November 2013, E. 2.2.2; Reetz/Hilber, in: Sutter-Somm et al., ZPO-Komm.,
Art. 318 N 21; Seiler, Die Berufung nach ZPO, Zürich 2013, N 1507). Die darge-
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legten Anforderungen an die Begründung einer Berufung gelten sinngemäss auch
für die Berufungsantwort (BGer 4A_580/2015 vom 11. April 2016, E. 2.2, nicht
publiziert in BGE 142 III 271).
2.4 Betreffend Kinderbelange gelten die Offizial- und Untersuchungsmaxime
(Art. 55 Abs. 2 ZPO; Art. 58 Abs. 2 ZPO; Art. 296 Abs. 1 und 3 ZPO). Das Gericht
ist demgemäss nicht an die Anträge und tatsächlichen Vorbringen der Parteien
gebunden (BSK ZGB I-Breitschmid, Art. 280 N 5; vgl. auch BGE 128 III 411
E. 3.2.1) und auch das Verbot der reformatio in peius greift nicht. Die Untersu-
chungsmaxime wirkt dabei umfassend, d.h. zugunsten sämtlicher Parteien (BGer
5A_745/2014 vom 16. März 2015, E. 2.3 mit weiteren Hinweisen). Trotz Untersu-
chungs- und Offizialmaxime haben die Parteien das Tatsächliche vorzutragen und
bei der Sammlung des massgebenden Prozessstoffs mitzuwirken. Insbesondere
obliegt es ihnen, dem Gericht das Tatsachenmaterial mit vollständigen und be-
stimmten Behauptungen zu unterbreiten und die Beweismittel zu bezeichnen
(Mitwirkungspflicht; BGer 5A_357/2015 vom 19. August 2015, E. 4.2). Dies gilt
verstärkt bei anwaltlicher Vertretung beider Parteien (OGer ZH LE190027 vom
18. Dezember 2019, E. B/3 mit weiteren Hinweisen).
2.6 Schliesslich können die Parteien bei Verfahren betreffend Kinderbelange im
Berufungsverfahren auch dann neue Tatsachen und Beweismittel vorbringen,
wenn die Voraussetzungen nach Art. 317 Abs. 1 ZPO nicht erfüllt sind (BGE 144
III 349 E. 4.2.1). Die von den Parteien erstmals im Berufungsverfahren einge-
reichten Urkunden sowie die daraus abgeleiteten Vorbringen können somit
grundsätzlich berücksichtigt werden.
3. Einkommen des Gesuchsgegners
3.1 Der Gesuchsgegner wendet sich gegen die vorinstanzliche Berechnungs-
weise seines Einkommens. Aus den zwischenzeitlich vorliegenden Lohnauswei-
sen ergebe sich für das Jahr 2019 ein durchschnittliches monatliches Einkommen
von Fr. 3'398.–. Mit der Annahme von monatlich effektiv erzielten Fr. 3'766.– habe
die Vorinstanz den Sachverhalt unrichtig festgestellt, ebenso indem sie bei ihm
unter dem Titel 13. Monatslohn ein zusätzliches Einkommen von jährlich Fr. 510.–
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berücksichtigt habe. Hinsichtlich des ihm angerechneten hypothetischen Ein-
kommens von monatlich Fr. 300.– weist der Gesuchsgegner auf seine erfolglosen
Bewerbungen hin. Weiter hält er fest, es fehle in den zur Verfügung stehenden
Zeiten an der Nachfrage nach Chauffeur-Dienstleistungen. Darüber hinaus sei
sein Auto zu alt, um damit für UberX Fahrten zu erledigen. Einen Fahrtenschrei-
ber könne er sich zudem nicht leisten. Infolge der in Zusammenhang mit dem
Coronavirus erlassenen Massnahmen habe sich sein Einkommen bei der
G._ auf monatlich Fr. 2'407.74 und beim H._ Hotel I._ [Ortschaft]
auf monatlich Fr. 642.86 reduziert. Bis und mit August 2020 sei bei ihm deshalb
mit einem Einkommen von lediglich Fr. 3'051.– zu rechnen. Aufgrund der Corona-
Krise bestehe zudem keine Nachfrage nach Kunstgegenständen, weshalb er
auch die ihm in diesem Zusammenhang angerechneten Fr. 167.– nicht erwirt-
schaften könne. Im Übrigen habe er aufgrund der erwirkten GSG-Massnahmen
ohnehin keinen Zugang zu seinen Kunstgegenständen. Sofern ihm ein hypotheti-
sches Einkommen angerechnet werde, sei hierfür eine Übergangsfrist bis nach
erfolgter Normalisierung der Lage vorzusehen (Urk. 51 S. 4 ff. und Urk. 62).
3.2 Die Vorinstanz ging davon aus, der Gesuchsgegner gehe unter Berücksich-
tigung beider Jobs einem Arbeitspensum von 70 % nach. Unter der Woche sei er
von 6:30 Uhr bis 8:45 Uhr und von 15:00 Uhr bis 17:00 bzw. 17:30 Uhr als Schul-
busfahrer tätig. Teilweise erledige er dabei zusätzliche Arbeiten. An den Wochen-
enden leiste er kurze Einsätze für das H._ Hotel in I._. Da sich das Ein-
kommen des Gesuchsgegners während der Sommerferien verringere, sei die Hö-
he nicht gestützt auf die aktuellen Lohnabrechnungen, sondern anhand der Lohn-
ausweise des Jahres 2018 zu ermitteln. Abzüglich der Kinderzulagen resultiere
ein monatliches Nettoeinkommen von Fr. 3'766.–. Zusätzlich seien monatlich Fr.
209.– aus dem Verkauf von Bildern/Kunstwerken und als 13. Monatslohn des
H._ Hotels zu berücksichtigen. Schliesslich rechnete die Vorinstanz dem Ge-
suchsgegner ab dem 1. Juni 2020 ein zusätzliches hypothetisches Einkommen
von monatlich Fr. 300.– an, das zu erzielen sie aufgrund der verbleibenden mo-
natlichen Arbeitszeiten von 60 Stunden als möglich und zumutbar erachtete
(Urk. 52 S. 25 ff.).
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3.3 Massgebend bei der Einkommensberechnung ist in erster Linie das tatsäch-
lich erzielte Nettoerwerbseinkommen inklusive aller Zulagen (BSK ZGB-Gloor/
Spycher, Art. 125 N 7). Einkommensschwankungen ist dadurch Rechnung zu tra-
gen, dass auf einen Durchschnittswert einer als massgebend erachteten Zeit-
spanne abgestellt wird (BGer 5A_454/2010 vom 27. August 2010, E. 3.2). Vom
tatsächlichen Leistungsvermögen der unterhaltsberechtigten (wie auch der unter-
haltsverpflichteten) Person ist abzuweichen und stattdessen von einem hypotheti-
schen Einkommen auszugehen, sofern dieses zu erzielen zumutbar und möglich
erscheint. Sind diese kumulativ zu erfüllenden Voraussetzungen gegeben, ist eine
angemessene Übergangsfrist zur Umsetzung der rechtlichen Vorgaben vorzuse-
hen (BGE 117 II 16 E. 1b; BGE 128 III 4 E. 4a).
3.4 Vom Gesuchsgegner effektiv erwirtschaftetes Einkommen
3.4.1 Es ist mit dem Gesuchsgegner einig zu gehen, dass die Berücksichtigung
eines 13. Monatslohns der H1._ AG (nachfolgend: H._) von Fr. 510.–
nicht schlüssig erscheint, zumal ein solcher im entsprechenden Lohnausweis be-
reits enthalten wäre. Ebenso erweist sich durch die Vorlage der Lohnausweise
(Urk. 55/3-4) für das Jahr 2019 ein tieferer Lohn von gesamthaft Fr. 40'779.55 (Fr.
34'914.– [Urk. 55/3] + Fr. 11'265.55 [Urk. 55/4] - Fr. 5'400.– [Kinder- und Ausbil-
dungszulagen]) bzw. monatlich Fr. 3'398.30 als ausgewiesen. Die Mutmassungen
der Gesuchstellerin, wonach es zusätzliche nicht in den Lohnausweisen berück-
sichtigte Zahlungen einzurechnen gelte (Gratifikation, Trinkgeld; Urk. 58 S. 4 f.),
erweisen sich als unbegründet. Es ist nicht einsichtig, aus welchen Gründen
H._ gewisse Zahlungen in Umgehung der sozialversicherungsrechtlichen
Abgabepflicht ausrichten und der ausgestellte Lohnausweis demnach nicht den
tatsächlichen Gegebenheiten entsprechen sollte. Die von der Gesuchstellerin als
Gratifikation qualifizierte Zahlung von Fr. 589.10 wurde im Januar 2020 sozialver-
sicherungsrechtlich berücksichtigt und danach vom Lohn des Gesuchsgegners in
Abzug gebracht (Urk. 64/12). Es handelte sich hierbei folglich nicht um ein zusätz-
lich zum Lohn geleistetes Entgelt. Ebenso ist aufgrund des Tätigkeitsumfangs
nicht davon auszugehen, der Gesuchsgegner erwirtschafte bei seinen sporadi-
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schen Einsätzen für H._ regelmässig vorliegend zu beachtende Trinkgeld-
einnahmen.
3.4.2 Wie dargelegt ist zur zuverlässigen Ermittlung von schwankenden Einkom-
men auf eine längere Vergleichsperiode abzustellen und mit entsprechenden
Durchschnittswerten zu operieren. In der Steuererklärung 2017 (Urk. 28/2) dekla-
rierte der Gesuchsgegner einen Nettojahreslohn von Fr. 49'491.–, woraus sich
abzüglich der Kinderzulagen ein durchschnittlicher Monatslohn von Fr. 3'715.90
([Fr. 49'491.– - 22 x Fr. 200.– - 2 x Fr. 250.–] / 12; die Kinderzulagen von C._
erhöhen sich ab November 2017 zufolge Vollendung des zwölften Altersjahrs [§ 4
Abs. 1 EG FamZG ZH) errechnen lässt. Unter Berücksichtigung der durchschnitt-
lich monatlich erwirtschafteten Fr. 3'766.– ([Fr. 35'424.– (Urk. 26/1) +
Fr. 15'168.10 (Urk. 26/2) - Fr. 5'400.– (Kinderzulagen)] / 12) im Jahr 2018 und
Fr. 3'398.30 ([Fr. 34'914.– (Urk. 55/3) + Fr. 11'265.55 (Urk. 55/4) - Fr. 5'400.–
(Kinderzulagen)] / 12) im Jahr 2019 ist von einem monatlichen Nettoeinkommen
von Fr. 3'626.75 ([Fr. 3'715.90 + Fr. 3'766.– + Fr. 3'398.30] / 3) auszugehen, wel-
ches der Gesuchsgegner mit seinen gegenwärtigen Anstellungen durchschnittlich
erzielt. Die neuerlich eingereichten Lohnabrechnungen stehen dieser Annahme
nicht entgegen. Das bei der G._ (nachfolgend: G._) bislang im Jahr
2020 erzielte Einkommen liegt nur leicht unter dem Durchschnittswert der Vorjah-
re (vgl. Urk. 26/1 und Urk. 55/3 sowie Urk. 64/11). Ebenso spricht der durch-
schnittliche Monatslohn der letzten sechs bzw. zwölf Monate von Fr. 1'067.35,
welcher der in der Lohnabrechnung von H._ für April 2020 ausgewiesenen
Kurzarbeitsentschädigung zugrunde gelegt wurde (Urk. 64/12; Art. 8f Abs. 2 Ver-
ordnung über Massnahmen im Bereich der Arbeitslosenversicherung im Zusam-
menhang mit dem Coronavirus, SR 837.033 [nachfolgend: COVID-19-Verordnung
Arbeitslosenversicherung]), für die Plausibilität der vorstehenden Berechnungs-
weise. Zuzüglich des grundsätzlich anerkannten Zusatzverdienstes aus dem Ver-
kauf von Kunstwerken von monatlich Fr. 167.– (Urk. 51 S. 9) resultiert beim Ge-
suchsgegner demnach ein effektiv erzieltes monatliches Nettoeinkommen von ge-
rundet Fr. 3'795.–.
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3.5 Hypothetisches Einkommen des Gesuchsgegners
3.5.1 Der Gesuchstellerin ist zuzustimmen (Urk. 58 S. 6 f.), dass die vom Ge-
suchsgegner zur Dokumentation seiner Arbeitsbemühungen aufgelegten Bewer-
bungen (Urk. 55/5) insbesondere aufgrund derer geringen Anzahl der Anrechnung
eines hypothetischen Einkommens nicht entgegenstehen. Zutreffend mag sein,
dass die eingeschränkte Verfügbarkeit des Gesuchsgegners seine Stellensuche
erschwert. Der Behauptung, wonach zu besagten Zeiten kein Bedarf an entspre-
chenden Dienstleistungen bestehen soll (Urk. 51 S. 6 f.), kann indes nicht gefolgt
werden. Gestützt auf die unbestritten gebliebenen Feststellungen der Vorinstanz,
gemäss welchen dem Gesuchsgegner jeweils zwischen 10:00 Uhr und 14:00 Uhr
mindestens drei Stunden täglich bzw. rund 60 Stunden monatlich zur Verfügung
stehen (Urk. 52 S. 28; vgl. auch Prot. VI S. 44 f. und S. 50), ist die Erzielung eines
weiteren Einkommens als zumutbar zu erachten. Ebenso existieren tatsächliche
Arbeitsmöglichkeiten mit durchaus nicht unbeachtlichem Personalbedarf. Nebst
der Kuriertätigkeit im Gastronomiebereich, nach welcher notorischerweise über
Mittag jeweils erhöhte Nachfrage besteht und die selbständig und äusserst flexi-
bel ausgeübt werden kann, sind auch weitere zeitlich ungebundene Tätigkeiten
denkbar, wie etwa das Austragen von Zeitungen oder gewisse einfache Aushilfs-
tätigkeiten in diversen Branchen.
3.5.2 Es liegt auf der Hand, dass die meisten der in Frage kommenden Tätigkei-
ten im Tieflohnbereich liegen und nur eine geringe Einkommenssteigerung zulas-
sen (Bruttolöhne gemäss Tosoni, Lohnbuch Schweiz 2020, Alle Löhne der
Schweiz auf einen Blick, Zürich 2020: Limousinenfahrer, Fahrten zwischen Mon-
tag und Freitag von 07:00 bis 19:00 Uhr Fr. 25.– / Stunde [S. 271], Taxifahrer, ab
1. Anstellungsjahr Fr. 13.70 / Stunde [S. 272], Kurierfahrer im 1. Anstellungsjahr
Fr. 19.85 / Stunde [S. 314], Zeitungszusteller ab dem 20. Altersjahr Fr. 18.50.– /
Stunde [S. 315]). Die vorinstanzlich angenommenen netto Fr. 300.– monatlich
lassen sich indes bereits durch vereinzelte Einsätze erzielen und erscheinen inso-
fern als realistisch und zumutbar. Angesichts der bei Kindesunterhaltsfragen an
die Ausnützung der Erwerbstätigkeit zu stellenden besonders hohen Anforderun-
gen (BGE 137 III 118 E. 3.1) ist der Gesuchsgegner darüber hinaus gehalten, für
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ausgebliebene zusätzliche Aufträge von seinen bisherigen Arbeitgebern ander-
weitige Ersatzarbeiten zu beschaffen bzw. in der ihm zusätzlich zu den vorste-
hend erwähnten arbeitsfreien Stunden zur Verfügung stehenden freien Zeit (insb.
Schulferien) ein Zusatzeinkommen zu generieren. In Anbetracht der Tatsache,
dass es dem Gesuchsgegner im Jahr 2018 möglich war, bei H._ gegenüber
dem Jahr 2019 insgesamt Fr. 3'902.55 (Fr. 15'168.10 - Fr. 11'265.55; Urk. 26/2
und Urk. 55/4) mehr zu erwirtschaften, und da die Lohnabrechnungen (Urk. 26/3),
der Arbeitsvertrag (Urk. 55/7) und der Ferienplan (Urk. 60/4) die unwidersproche-
ne Behauptung der Gesuchstellerin stützen, wonach der Gesuchsgegner während
der Schulferien – insbesondere während acht Wochen im Sommer – bei vollem
Lohn von seiner Arbeit für die G._ befreit sei (vgl. Urk. 58 S. 8), erscheint ein
weiterer Zusatzverdienst von jährlich Fr. 2'000.– netto als zumutbar und möglich.
Dem Gesuchsgegner ist deshalb monatlich ein hypothetisches Einkommen von
insgesamt Fr. 465.– anzurechnen.
3.6 Pandemiebedingte Lohnreduktion / Übergangsfrist
3.6.1 Der Gesuchsgegner macht unter Bezugnahme auf die zur Eindämmung von
SARS-CoV-2 (nachfolgend: Coronavirus) erlassenen Massnahmen zum einen ei-
ne Reduktion des monatlich effektiv erzielten Einkommens auf Fr. 3'051.– gel-
tend, zum andern verlangt er, entsprechende Gegebenheiten seien bei der Be-
messung der Übergangsfrist für die Anrechnung des hypothetischen Einkommens
zu berücksichtigen, sollte die Erzielung eines solchen als möglich und zumutbar
erachtet werden (Urk. 51 S. 7 ff. und Urk. 62).
3.6.2 Entsprechend Art. 8f COVID-19-Verordnung Arbeitslosenversicherung wur-
de dem Gesuchsgegner im April 2020 von H._ eine Kurzarbeitsentschädi-
gung von Fr. 773.15 ausgerichtet (Urk. 64/12). Gemäss Angaben der H._
wird der Hotelleriebetrieb voraussichtlich erst wieder am 28. Juni 2020 aufge-
nommen (vgl. https://www. H._.com/de/europe/switzerland/zurich/
hotel-zurich-I._/overview/; besucht am 18. Juni 2020, 08:45 Uhr), weshalb
beim Gesuchsgegner auch im Mai und Juni 2020 aufgrund der Kurzarbeit noch
mit einem reduzierten Einkommen zu rechnen ist.
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3.6.3 Zumal der Gesuchsgegner selbst trotz Coronavirus von gleichbleibenden
Einkünften aus seiner Tätigkeit bei der G._ ausgeht (Urk. 62), sind einzig bei
seiner Tätigkeit für H._ in den Monaten April bis Juni 2020 pandemiebeding-
te Lohneinbussen von rund Fr. 330.– (Differenz zwischen der Kurzarbeitsent-
schädigung von netto Fr. 773.15 und dem bei H._ in den Jahren 2018 und
2019 durchschnittlich monatlich erwirtschafteten Einkommen von Fr. 1'101.40
[(Fr. 15'168.10 + Fr. 11'265.55) / 24; Urk. 26/2 und Urk. 55/4) zu berücksichtigen.
Gleiches kann für den Monat März 2020 angenommen werden, in welchem er-
wiesenermassen die Einkünfte des Gesuchsgegners bei H._ nur marginal
über der Kurzarbeitsentschädigung lagen (vgl. Urk. 64/12). Die vom Gesuchsgeg-
ner erst nachträglich bemängelten Einnahmen aus Kunstverkäufen von monatlich
Fr. 167.– (vgl. Urk. 51 S. 9 und Urk. 62 S. 2) sind ihm trotz der pandemiebeding-
ten Einschränkungen und den gegen ihn verhängten Schutzmassnahmen nach
GSG anzurechnen. Es wurde nicht schlüssig dargelegt und erscheint insofern
nicht glaubhaft, dass aufgrund der erwähnten Einschränkungen diese auf jährlich
Fr. 2'000.– bezifferten und naturgemäss nicht monatlich erzielten Einnahmen im
laufenden Jahr nur reduziert zu realisieren wären.
3.6.4 Die negativen Auswirkungen des Coronavirus auf den Arbeitsmarkt können
als notorisch vorausgesetzt werden. Indes waren nicht alle Branchen gleicher-
massen betroffen, wenngleich der Bewerbungsprozess als solcher aufgrund der
Pandemie generell erschwert worden sein dürfte. Auf die für den Gesuchsgegner
in Frage kommenden Tätigkeiten zeitigten die erlassenen Massnahmen ver-
gleichsweise geringe Auswirkungen, zumal es sich dabei nicht primär um perso-
nenbezogene Dienstleistungen handelt. Hinsichtlich der Kuriertätigkeit im Gastro-
nomiebereich ist gar von einer Nachfrageerhöhung auszugehen. Da jedoch auch
in den wenig betroffenen Branchen die Stellensuche durch die Pandemie zumin-
dest bis zum 11. Mai 2020 (vgl. Medienmitteilung des Bundesrats vom 29. April
2020, abrufbar unter: https://www.admin.ch/gov/de/start/dokumentation/
medienmitteilungen/bundesrat.msg-id-78948.html) erschwert wurde und dem Ge-
suchsgegner auch Mehreinnahmen aus einer Tätigkeit im Personentransport zu-
gemutet werden (vgl. vorstehende Erwägung 3.5.2), rechtfertigt es sich, die dem
Gesuchsgegner vorinstanzlich zugestandene Übergangsfrist um einen Monat zu
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verlängern und ihm folglich ab dem 1. Juli 2020 ein hypothetisches Einkommen
anzurechnen. Eine darüber hinausgehende Verlängerung der Übergangsfrist er-
scheint namentlich aufgrund der dem Gesuchsgegner bereits seit dem 17. Febru-
ar 2020 (Urk. 42) bekannten und durch vorliegendes Erkenntnis zu bestätigende
Verpflichtung zur Ausweitung seiner Erwerbstätigkeit nicht angezeigt.
3.7 Zusammenfassend ist festzuhalten, dass das vorinstanzlich angenommene
Monatseinkommen des Gesuchsgegners in den Monaten März bis Juni 2020 auf
Fr. 3'465.– (Fr. 3'795.– - Fr. 330.–) zu reduzieren und die Berufung in dieser Hin-
sicht gutzuheissen ist. Ab dem 1. Juli 2020 wäre beim Gesuchsgegner von einem
Monatslohn von netto Fr. 4'260.– (Fr. 3'795.– [effektiv erzieltes Einkommen] +
Fr. 465.– [hypothetisches Einkommen]) auszugehen. In Anbetracht der geringen
Differenz zu den vorinstanzlich angenommenen Einkommenszahlen bzw. auf-
grund der daraus folgenden minimalen Reduktion der Unterhaltsbeiträge erweist
sich eine entsprechende Korrektur des angefochtenen Entscheids als nicht ange-
zeigt. Hierfür spricht letztlich auch der Umstand, dass sich die Festsetzung des
Unterhalts allgemein einer exakten mathematischen Berechnung entzieht und
massgeblich auch vom gerichtlichen Ermessen abhängt.
4. Unterhaltsberechnung
4.1 Aufgrund der vorstehend erörterten Korrekturen reduziert sich die Leistungs-
fähigkeit des Gesuchsgegners in den Monaten März bis Juni 2020 auf Fr. 297.–
(Fr. 3'465.– [Einkommen] - Fr. 3'168.– [Bedarf; vgl. Urk. 52 S. 30 f.]). Entspre-
chend den jeweiligen Bedarfszahlen (D._: Fr. 1'010.75; C._:
Fr. 1'484.07 [Urk. 52 S. 33 ff.]) ist der Gesuchsgegner folglich in den Monaten Ap-
ril bis Juni 2020 zu verpflichten, der Gesuchstellerin an den Barunterhalt von
D._ monatlich Fr. 120.– und an jenen von C._ Fr. 177.– zu bezahlen.
Die Erwägungen der Vorinstanz, wonach der Gesuchsgegner für die zweite Mo-
natshälfte März 2020 den Kindern einen hälftigen Unterhaltsbeitrag schulde
(Urk. 52 S. 36), blieben dem Grundsatz nach unbestritten. Dementsprechend ist
der Gesuchsgegner zu verpflichten, der Gesuchstellerin für den Monat März 2020
an den Barunterhalt von D._ Fr. 60.– und an jenen von C._ Fr. 89.– zu
bezahlen.
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4.2 Sämtliche Unterhaltsbeiträge, zuzüglich allfälliger Familienzulagen, sind –
soweit nicht rückwirkend geschuldet – monatlich im Voraus, je auf den Ersten ei-
nes jeden Monats zu bezahlen.
4.3 Nebst der Höhe der Unterhaltsbeiträge ändern sich in den Monaten März bis
Juni 2020 auch die deklarationspflichtigen Angaben gemäss Art. 301a ZPO ent-
sprechend den vorstehenden Erwägungen. Namentlich erhöht sich in der Zeit bis
Ende Juni 2020 der zur Deckung des gebührenden Unterhalts der Kinder fehlen-
de Betrag. In diesem Zusammenhang ist zudem von Amtes wegen das Versäum-
nis der Vorinstanz zu korrigieren und bei der Ermittlung des Mankos im Sinne von
Art. 301a lit. c ZPO vom Barbedarf der Kinder nebst den Kinderzulagen und dem
Unterhaltsbeitrag des Gesuchsgegners auch der von der Gesuchstellerin gene-
rierte Überschuss von Fr. 180.– in Abzug zu bringen (vgl. Maier, Die konkrete Be-
rechnung von Kinderunterhaltsbeiträgen, FamPra.ch 2020, S. 374 f.). Für die Zeit
von Mitte März bis Ende Juni 2020 gilt es folglich bei C._ ein Manko von
Fr. 949.– (Fr. 1'484.– [Barbedarf] - Fr. 250.– [Kinderzulagen] - Fr. 177.– [Unter-
haltsbeitrag] - Fr. 108.– [Überschuss der Gesuchstellerin]) und bei D._ ein
solches von Fr. 618.– (Fr. 1'010.– [Barbedarf] - Fr. 200.– [Kinderzulagen] -
Fr. 120.– [Unterhaltsbeitrag] - Fr. 72.– [Überschuss der Gesuchstellerin]) zu be-
achten. Ab Juli 2020 beträgt das Manko bei C._ Fr. 458.– (Fr. 1'484.– [Bar-
bedarf] - Fr. 250.– [Kinderzulagen] - Fr. 668.– [Unterhaltsbeitrag] - Fr. 108.–
[Überschuss der Gesuchstellerin]) und bei D._ Fr. 299.– (Fr. 1'010.– [Barbe-
darf] - Fr. 200.– [Kinderzulagen] - Fr. 439.– [Unterhaltsbeitrag] - Fr. 72.– [Über-
schuss der Gesuchstellerin]).
5. Kosten- und Entschädigungsfolgen
5.1 Nachdem die Berufung teilweise gutzuheissen ist, sind vorliegend sowohl
die Kosten- und Entschädigungsfolgen des erst- wie auch des zweitinstanzlichen
Verfahrens zu beurteilen (vgl. Art. 318 Abs. 3 ZPO).
5.2 Mit vorliegendem Erkenntnis wird einzig der vom Gesuchsgegner an seine
zwei Kinder geschuldete Unterhaltsbeitrag in den Monaten März bis Juni 2020 um
gesamthaft Fr. 2'060.50 reduziert (Fr. 3'100.50 [Fr. 160.– + 2 x Fr. 320.– +
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Fr. 439.– + Fr. 219.50 + 2 x Fr. 487.– + Fr. 668.–] - Fr. 1'040.– [Fr. 60.– + 3 x
Fr. 120.– + Fr. 89.– + 3 x Fr. 177.–]). Bei einer mutmasslichen Dauer der mit vor-
liegendem Erkenntnis begründeten Zahlungspflicht von rund drei Jahren (bis En-
de März 2023) bedeutet diese Modifikation eine Reduktion der vorinstanzlich ge-
sprochenen Verpflichtung um lediglich 5 %, weshalb das zutreffend begründete
erstinstanzliche Kostendispositiv (Urk. 52 S. 37 und S. 41), welches als solches
nicht beanstandet wurde, zu bestätigen ist.
5.3 Wie eben dargelegt unterliegt der Gesuchsgegner im Berufungsverfahren
beinahe vollständig. Ihm ist folglich die in Anwendung von § 12 Abs. 1 und 2 in
Verbindung mit § 5 Abs. 1 und § 6 Abs. 2 lit. b der Gebührenverordnung des
Obergerichts vom 8. September 2010 (GebV OG) auf Fr. 3'000.– festzusetzende
Entscheidgebühr aufzuerlegen. Weiter ist er zu verpflichten, der Gesuchstellerin
eine gestützt auf § 5 Abs. 1 und § 6 Abs. 3 sowie § 13 Abs. 1 und 2 der Verord-
nung über die Anwaltsgebühren vom 8. September 2010 (AnwGebV) festzule-
gende Parteientschädigung von Fr. 3'000.– zzgl. 7.7 % Mehrwertsteuer, mithin
Fr. 3'231.–, zu bezahlen. Da die Parteientschädigung – wie sogleich zu zeigen
sein wird – beim Gesuchsgegner voraussichtlich nicht einbringlich sein wird, ist
sie Rechtsanwältin lic. iur. Y._ direkt aus der Gerichtskasse auszurichten,
wobei der Anspruch mit der Zahlung auf den Kanton übergeht (Art. 122 Abs. 2
ZPO).
5.4 Unentgeltliche Rechtspflege
5.4.1 Sowohl der Gesuchsgegner (Urk. 51 S. 2) als auch die Gesuchstellerin
(Urk. 58 S. 2) haben für das Berufungsverfahren ein Gesuch um Gewährung der
unentgeltlichen Rechtspflege gestellt.
5.4.2 Nach Art. 117 ZPO hat eine Person Anspruch auf unentgeltliche Rechts-
pflege, wenn sie nicht über die erforderlichen Mittel verfügt und ihr Rechtsbegeh-
ren nicht aussichtslos erscheint. Wenn dies zur Wahrung ihrer Rechte notwendig
ist, insbesondere wenn die Gegenpartei anwaltlich vertreten ist, besteht darüber
hinaus ein Anspruch auf unentgeltliche Verbeiständung (Art. 118 Abs. 1 lit. c
ZPO). Hervorzuheben ist jedoch, dass die aus der ehelichen Beistandspflicht
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fliessende Pflicht zur Bevorschussung der Prozesskosten des anderen Ehegatten
der unentgeltlichen Rechtspflege vorgeht (BGE 138 III 672 E. 4.2.1; BGer
5D_83/2015 vom 6. Januar 2016, E. 2.1). Einem bedürftigen Ehegatten kann so-
mit im Eheschutzverfahren die unentgeltliche Rechtspflege nur bewilligt werden,
wenn der andere Ehegatte nicht in der Lage ist, einen Prozesskostenbeitrag zu
bezahlen. Sofern kein Antrag auf Ausrichtung eines Prozesskostenbeitrags ge-
stellt wird, ist im Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege zumindest darzulegen,
weshalb auf die Beantragung verzichtet werden kann (BGer 5A_49/2017 vom
18. Juli 2017, E. 3.1. und 3.2.). Fehlt diese Begründung, ist das Gesuch um un-
entgeltliche Rechtspflege nur dann nicht ohne weiteres abzuweisen, wenn die Mit-
tellosigkeit der Gegenpartei evident ist (BGer 5A_244/2019 vom 15. April 2019,
E. 4; BGer 5A_49/2017 vom 18. Juli 2017, E. 3.1.).
5.4.3 Die unentgeltliche Rechtspflege wäre den Parteien nach dem Gesagten
grundsätzlich nicht zu gewähren, da beide weder einen Antrag auf Ausrichtung
eines Prozesskostenbeitrags gestellt noch den entsprechenden Verzicht begrün-
det haben. Aufgrund des vorstehend festgehaltenen Mankos (Erwägung E. 4.3;
vgl. auch Urk. 52 S. 36) und weil beiden Parteien bereits vor erster Instanz die
unentgeltliche Rechtspflege bewilligt wurde, ist die prozessrechtliche Mittellosig-
keit in Anlehnung an die zitierte bundesgerichtliche Rechtsprechung vorliegend
als evident zu erachten. Da das vorliegende Berufungsverfahren im Weiteren
nicht aussichtslos war und die Parteien zu dessen Bewältigung auf die Unterstüt-
zung eines Rechtsvertreters angewiesen waren, ist ihnen für das Berufungsver-
fahren die unentgeltliche Rechtspflege im Sinne von Art. 117 ZPO zu gewähren
und dem Gesuchsgegner Rechtsanwalt lic. iur. X._ als unentgeltlicher
Rechtsbeistand und der Gesuchstellerin Rechtsanwältin lic. iur. Y._ als un-
entgeltliche Rechtsbeiständin zu bestellen. Weiter sind die dem Gesuchsgegner
auferlegten Gerichtskosten einstweilen auf die Gerichtskasse zu nehmen und die
Parteien auf das Nachforderungsrecht des Staats gemäss Art. 123 ZPO hinzu-
weisen.
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