# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 44c47a78-74c0-461d-9fa7-a6f1aedfa2ed
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2017
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
1.1
X._, geboren 1949, war bei der Y._ als Unix
Specia
list
angestellt und in dieser Eigenschaft bei der Berner Allgemeine
Versiche
rungs
-Gesellschaft (heute: Allianz Suisse Versicherungs-Gesellschaft AG, fol
gend Allianz) gegen Berufs- und Nichtberufsunfälle versichert. Am 23. Juli 1998 erlitt er in einem Personenwagen einen Auffahrunfall (Urk. 11/39). Der erstbehandelnde Arzt Dr. med. Z._, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, diagnostizierte am 24. Juli 1998 ein leichtes Schleudertrauma der Halswirbelsäule (HWS) und eine traumatisierte Rhizarthrose rechts (Arzt
zeugnis UVG vom 8. September 1998, Urk. 11/3). Die Unfallversicherung trat auf den Schaden ein und erbrachte Heilbehandlungs- und Taggeldleistungen (vgl. Urk. 11/86; Urk. 11/102).
Mit Verfügung vom 16. September 2004 (Urk. 11/170) erledigte die Allianz das Verfahren infolge Vergleichs vom 10./18. August 2004, mit welchem eine Integritätsentschädigung von 30 % in Höhe von Fr. 29‘160.-- vereinbart wurde. Die Allianz verpflichtete sich des Weiteren, gestützt auf einen Invaliditätsgrad von 85 % und einen versicherten Verdienst von Fr. 161‘765.-- eine Invaliden
rente zu bezahlen. Die Heilbehandlungsleistungen wurden - unter Vorbehalt von Art. 21 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG) - eingestellt (Urk. 11/169).
1.2
Die Allianz teilte dem Versicherten am 31. Oktober 2013 mit, dass sie die Rente überprüfen würde (Urk. 11/179). Mit Zwischenverfügung vom 12. März 2014 ordnete die Allianz eine interdisziplinäre Begutachtung bei der A._ an (Urk. 11/187). Das Gutachten wurde am 14. Mai 2014 erstattet (Urk. 11/37, folgend: A._-Gutachten; Beantwortung Ergänzungsfragen vom 25. Juni 2014, Urk. 11/38). Mit Schreiben vom 10. Juli 2014 stellte die Allianz die Einstellung der Versicherungsleistungen per 31. August 2014 in Aussicht (Urk. 11/201), was sie mit Verfügung vom 11. September 2014 bestätigte (Urk. 11/209). Hiergegen erhob der Versicherte am 13. Oktober 2014 Einsprache (Urk. 11/210). Da der Versicherte beabsichtigte, ein weiteres Gutachten einzu
holen, wurde das Verfahren bis spätestens am 31. März 2015 sistiert (Urk. 11/211; vgl. Urk. 11/210). Nach Eingang des Berichts von Dr. med.
B._, Facharzt für Neurologie, vom 17. Februar 2015 (Urk. 11/212) und der diesbezüglichen Stellungnahme der A._ vom 27. April 2015 (Urk. 11/217) wies die Allianz die Einsprache mit
Einspracheentscheid
vom 17. Mai 2016 ab (Urk. 2).
2.
Hiergegen erhob der Versicherte am 20. Juni 2016 Beschwerde und beantragte, die Beschwerdegegnerin sei zu verpflichten, ihm die gesetzlichen Versiche
rungsleistungen, insbesondere die Rentenleistungen sowie die notwendigen medizinischen Behandlungskosten ab dem 1. September 2014 weiterhin zu erbringen (Urk. 1). Mit Beschwerdeantwort vom 27. Oktober 2016 (Urk. 10 unter Beilage ihrer Akten, Urk. 11/1-223) schloss die Beschwerdegegnerin auf Abweisung der Beschwerde, was dem Beschwerdeführer am 28. Oktober 2016 zur Kenntnis gebracht wurde (Urk. 12).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, soweit erforderlich, im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen eingegangen.

## Considerations

Das Gericht zieht in Erwägung:
1.
1.1
Die Beschwerdegegnerin hielt im angefochtenen
Einspracheentscheid
fest, ein Vergleich des Gutachtens der C._ vom 22. April 2003 mit dem A._-Gutachten vom 14. Mai 2014 ergebe, dass keine Anpassungsstörung mit depressiven Elementen und gemischten Emotionen mehr feststellbar sei und eine objektive Verbesserung bezüglich der HWS- sowie der Schulter- und Arm
beweglichkeit habe festgestellt werden können. Sämtliche Angaben des Beschwerde
führers zu Beschwerden und Beeinträchtigungen seien nur mit grosser Vorsicht zu werten, da neuropsychologisch eine unplausible und logisch inkonsistente Symptomproduktion vorliege. Die Voraussetzungen zur materiel
len Rentenrevision seien damit erfüllt, womit der Umfang des Anspruches pro
futuro
umfassend zu prüfen sei.
Gestützt auf das A._-Gutachten sei davon auszugehen, dass spätestens ab dem Zeitpunkt der Begutachtung eine volle Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit bestehe und somit keine unfallbedingte Invalidität mehr vorliege. Der natürliche Kausalzusammenhang sei somit spätestens per 31. August 2014 weg
gefallen. Des Weiteren wäre auch der adäquate Kausalzusammenhang zu ver
neinen, da es sich beim Unfall höchstens um ein mittleres im Grenzbereich zu den leichten Unfallereignissen gehandelt habe und keines der relevanten Krite
rien bejaht werden könne. Damit sei die Einstellung der Rente per 31. August 2014 nicht zu beanstanden (Urk. 2).
1.2
Der Beschwerdeführer machte demgegenüber geltend (Urk. 1), dass keine wesent
liche Verbesserung des Gesundheitszustandes eingetreten sei, sondern es sich bei der Einschätzung im A._-
Gutachen
lediglich um eine andere bzw. neue Beurteilung des grundsätzlich gleichen Sachverhalts handle. In der Begutach
tung der C._ Klinik im Jahr 2003 sei kein relevanter psychischer und neuropsychologischer Befund festgestellt worden. Die Arbeitsfähigkeit sei aus
schliesslich mit dem Status nach indirektem HWS-Trauma begründet worden. Die Anpassungsstörung mit depressiven Zügen sei erst viel später als Reaktion der durch das unfallbedingte Schmerzsyndrom verursachten Arbeitsunfähigkeit entstanden und habe diese nicht vergrössert oder gar bewirkt. Damit stelle deren Wegfallen kein Revisionsgrund dar. Entsprechend bestehe weiterhin Anspruch auf eine Rente der Beschwerdegegnerin. Beim neu eingeholten A._-Gutachten handle es sich um eine unzulässige
second
opinion
, da das Gutach
ten der C._ Klinik vom 22. April 2003 den inhaltlichen und beweismäs
sigen Anforderungen an eine ärztliche Expertise genüge.
Die Beurteilung bezüglich der Übernahme der Kosten für die Reparatur des Rückenmarkstimulators sei unhaltbar, da die Gutachter die Ablehnung dieser Kosten mit dem von Anfang an fehlenden Kausalzusammenhang zwischen Unfall und Gesundheitsbeschwerden begründen würden. Der Einbau sei aber unfallbedingt erfolgt und damit seien die diesbezüglichen weiteren Behand
lungskosten ebenfalls zu übernehmen.
1.3
In der Beschwerdeantwort vom 27. Oktober 2016 ergänzte die Beschwerde
gegne
rin, dass die HWS-Beweglichkeit in den Spontanbewegungen nicht mehr ein
ge
schränkt sei, was eine wesentliche objektive Verbesserung des Gesund
heitszustandes darstelle. Subjektiv gebe er auch noch die gleiche Schmerz
intensität an wie zum Zeitpunkt der
Rentenzusprache
- diese lasse sich aber objektiv nicht mehr manifestieren (Urk. 10).
2.
2.1
Am 1. Januar 2017 sind die am 25. September 2015 beziehungsweise am 9. November 2016 verabschiedeten geänderten Bestimmungen des Bundesgeset
zes über die Unfallversicherung (UVG) und der Verordnung über die Unfallver
sicherung (UVV) in Kraft getreten.
Gemäss den allgemeinen übergangsrechtlichen Regeln sind der Beurteilung jene Rechtsnormen zu Grunde zu legen,
die in Geltung standen, als sich der zu den materiellen Rechtsfolgen führende und somit rechtserhebliche Sachverhalt ver
wirklicht hat
(vgl. BGE 127 V 466 E. 1, 126 V 134 E. 4b, je mit Hinweisen). Dementsprechend sehen die Übergangsbestimmungen zur Änderung vom 25. September 2015 des UVG vor, dass Versicherungsleistungen für Unfälle, die sich vor dem 1. Januar 2017 ereignet haben, und für Berufskrankheiten, die vor diesem Zeitpunkt ausgebrochen sind, nach bisherigem Recht gewährt werden (Absatz 1 der genannten Übergangsbestimmungen).
Der hier zu beurteilende Unfall hat sich am
23. Juli 1998
ereignet, weshalb die bis 31. Dezember 2016 gültig gewesenen Normen auf den vorliegenden Fall Anwendung finden und in dieser Fassung zitiert werden.
2.2
Wird die versicherte Person infolge eines Unfalles zu mindestens 10 % invalid (Art. 8 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungs
rechts, ATSG), so hat sie Anspruch auf eine Invalidenrente (Art. 18 Abs. 1 UVG). Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades wird das Erwerbseinkommen, das die ver
sicherte Person nach Eintritt der unfallbedingten Invalidität und nach Durchführung allfälliger Ein
gliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkom
men, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Art. 16 ATSG).
2.3
Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines Rentenbezü
gers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (
Art.
17
Abs.
1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tat
sächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente nicht nur bei einer wesentlichen Änderung des Gesundheitszustandes, sondern auch dann revidier
bar, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen des an sich gleich gebliebenen Gesundheitszustandes erheblich verändert haben (BGE 130 V 343 E. 3.5 mit Hinweisen). Eine Veränderung der gesundheitlichen Verhältnisse liegt auch bei gleich gebliebener Diagnose vor, wenn sich ein Leiden in seiner Intensität und in seinen Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit verändert hat (Urteile des Bun
desgerichts 9C_261/2009 vom 1
1.
Mai 2009 E. 1.2 und I 212/03 vom 28. August 2003 E. 2.2.3). Dagegen stellt die bloss unterschiedliche Beurteilung der Auswirkungen eines im Wesentlichen unverändert gebliebenen Gesund
heitszustandes auf die Arbeitsfähigkeit für sich allein genommen keinen Revisi
onsgrund im Sinne von
Art.
17
Abs.
1 ATSG dar. Zeitliche Vergleichsbasis für die Beurteilung einer anspruchserheblichen Änderung des Invaliditätsgrades bilden die
letzte rechtskräftige Verfügung oder der letzte rechtskräftige
Ein
spracheentscheid
, welche oder welcher auf einer materiellen Prüfung des Ren
tenanspruchs mit rechtskonformer Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und Invaliditätsbemessung beruht (BGE 133 V 108; vgl. auch BGE 130 V 71
E. 3.2.3; Urteil des Bundesgerichts 9
C_438/2009 vom 26. März 2010 E. 2.
1 mit Hinweisen).
Auch wenn
exakt dieselben Diagnosen gestellt werden wie bei der ursprüng
lichen
Rentenzusprache
,
schliesst
dies eine Rentenrevision nicht grundsätzlich aus, da jede wesentliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen, welche geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflus
sen, Anlass zur Rentenrevision gibt (BGE 125 V 368 E. 2, BGE 105 V 29 mit weiteren Hinweisen).
E
rheblich ist einzig, ob und in welchem Mass eine Beein
trächtigung der Erwerbsfähigkeit - und zwar unabhängig von der Diagnose und grundsätzlich unbesehen der Ätiologie - ausgewiesen ist (Urteil des Bundes
gerichts I 817/05 vom
5.
Februar 2007 E. 7.2.2 mit weiteren Hinweisen).
2.4
Das Sozialversicherungsgericht hat den Sachverhalt von Amtes wegen fest
zustel
len und alle Beweismittel objektiv zu prüfen, unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden, ob sie eine zuverlässige Beur
teilung des strittigen Leistungsanspruches gestatten. Insbesondere darf es beim Vor
liegen einander widersprechender medizinischer Berichte den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzu
geben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt (ZAK 1986 S. 188 E. 2a). Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Gutachtens ist im Lichte dieser Grundsätze entscheidend, ob es für die Beant
wortung der gestellten Fragen umfassend ist, auf den erforderlichen allseitigen Untersuchungen beruht, die geklagten Beschwerden berücksichtigt und sich mit diesen sowie dem Verhalten der untersuchten Person auseinander setzt – was vor allem bei psychischen Fehlentwicklungen nötig ist –, in Kenntnis der und gegebenenfalls in Auseinandersetzung mit den
Vorakten
abgegeben worden ist, ob es in der Darlegung der medizinischen Zustände und Zusammenhänge ein
leuchtet, ob die Schlussfolgerungen der medizinischen Experten in einer Weise begründet sind, dass die rechtsanwendende Person sie prüfend nachvollziehen kann, ob der Experte oder die Expertin nicht auszuräumende Unsicherheiten und Unklarheiten, welche die Beantwortung der Fragen erschweren oder ver
unmöglichen, gegebenenfalls deutlich macht (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c; Ulrich Meyer, Die Rechtspflege in der Sozialversiche
rung, BJM 1989, S. 30 f.;
derselbe in: Hermann
Fredenhagen
, Das ärztliche Gut
achten, 4. Auflage 2003, S. 24 f.).
3.
3.1
Die letzte materielle Prüfung erfolgte bei erstmaliger
Rentenzusprache
mit
Verfügung vom 16. September 2004
(
Urk. 11/170
).
Die Verfügung vom 16. September 2004 stützte sich in medizinischer Hinsicht im Wesentlichen auf das Gutachten der C._ vom 22. April 2003 (vgl. Schreiben vom 7. Juli 2004, Urk. 11/167).
3.1.1
Dr. med. B._, Facharzt für Neurologie, und Dr. med. D._, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, diagnostizierten in ihrem Gutachten vom 22. April 2003 Folgendes (Urk. 11/33/15 f.):
-
S
tatu
s nach indirektem HWS-Trauma bei einem Auffahrunfal
l von hint
en vom 23
.
07.1998 mit
-
a
nhaltend
thorako
-
zerviko
-okzipit
alem und
zerviko
-
brachialem, insbe
son
dere links, belast
ungsabhängig rasch
zunehmendem Schmerz
syndrom
-
Status nach Implantation eines
Spinalcord-Stimulatorsyst
emes
am 27.06.01 mit
,
bei Anwendung
, max.
30%iger Wirkung, Schmerzver
minderung
-
posttraumat
ische Migräne mit und ohne Aura
-
Status nach traumatisierter Rhizarthrose rechts ab dem 23.07.1998, unter kon
servativer Therapie nach 6 Monat
en abgeheilt
-
psychiatrische Diagnose: (siehe Teilgut
ac
ht
en
Prof. D._ mit Datum vom 05.
03.2003)
-
chronische Anpassungsst
örung mit depressiven Zügen und gemisch
ten Emotionen
-
Vorbest
ehende degenerat
ive Veränderungen der HWS, insb. C5
/6 aber auch C6/7, insgesamt nicht übermässig entsprechend dem Alter
und vor dem Ereignis vom 23.07.1998 asymptomat
isch
3.1.2
Dr. D._ hielt fest, dass der Beschwerdeführer gemäss der zur Verfügung stehenden Aktenangaben und seinen S
childeru
ngen am 23. Juli
1998 anlässlich eine
r Auffahrkollision eine HWS-Dist
orsion
erlitten habe
. In der initialen Dokumentation
sei
das Trauma als leicht beurteilt
worden, was gemäss zur Verfügung stehenden Angaben hint
erfragt werden
dü
rf
e
. Ferner deute
te
n die Angaben aus den Akten darauf hin, dass eine be
stimmt
e Vorschädigung der Halswirbelsäule vorhanden
gewesen sei
, was den frühen Beginn der Schmerzen erklären dürfte. Inwiefern di
e Tatsache der HWS-Schädigung in
Bezug auf die
Folgen (einschliesslich Schmerzen) von Relevanz
sei, werde
der Beantwortung durch de
n neurologischen Experten vorbe
halten bleiben. Die Angaben aus den Akten deute
te
n auf eine fehlende Bewuss
tseinsstörung (einschliesslich post
traumatische und ret
rograde Amnesie)
hin,
was a priori eine relevante Hirn
schädigung anlässlich des
erlittenen Traumas ausschliesse
und demzufol
ge das neuropsychologische Leistungsprofil nicht vor dem Hint
er
grund einer subst
an
ziellen Schädigung des Hirnparenchyms verstanden werden d
ü
rf
e.
Die Angaben des
Beschwerdeführers
aktuell (wi
e auch aus den Akten) deutet
en
daraufhin
, dass die neuropsychologischen Beein
t
rächtigungen aus der
vice-
versa
-Beein
flussung der Schmerzen und
der sich mit der Zeit aufgebaut
en psychologischen R
eaktion (depressive Anpassungsstörung, teilweise mit
dysphori
schen Reaktio
nen) resultierten. In
Bezug auf d
ie psychologische Reaktion lasse
sich sagen, dass einerseits das
Trauma nicht adäquat gewesen sei
, um eine posttrauma
t
ische Belas
tungsstörung aus
zulösen und eine solche n
ie erwähnt bzw. diskutiert wor
den sei.
Anhaltspunkte
für eine solche lie
ssen sic
h auch aktuell nicht nachwei
sen.
Die vom
Beschwerdeführer
geäusserte psychologische Reaktion (als Anpassungss
t
örung mit depressiven
Zügen und dysphorischen Symptomen beschrieben)
sei später zum Vor
schein
gekommen
, offensichtlich als Konse
quenz dessen, als
er
die
eigentlichen Folgen der Traumat
isierung
für seinen Beruf und sein Selbstwert
gefühl aufge
nommen habe.
Obwohl es sich um eine vergleichsweise späte psychologi
sche Reaktion zu handeln scheine, sei
diese durchaus adäquat und stehe
nac
h allen zur Verfügung st
ehenden Angaben (ins
besondere unter Berücksichtigung der Veränderung, welche der
Beschwerde
führer
im Leben
habe
erfahren
müssen
) im Zusammen
hang mit dem Unfaller
eignis.
Die
psychologische Reaktion scheine
durchaus adäquat. Die Adäquanz der psych
ologischen Reaktion we
rd
e
auch dadurch
untermauert, dass der Beschwerdeführer (gemäss allen zur Verfügung stehenden Angaben) vor dem Unfallereignis keine psychologischen Schwierigkeiten, insbesondere keine Bewältigungsprobleme, gehabt habe (Urk. 11/33/14-15).
3.1.3
Dr. B._ konstatierte, dass di
e initiale S
chmerzhaftigkeit am Daumen rechts mit einer vorbestehen
den Arthrose, die trauma
tisiert wo
rde
n
und unter konser
vativen Massnahmen
abgeheilt sei
, verstanden werden
könne
, auch im Verlauf.
Die HWS-Situat
ion mit Schmerzbeginn ab
ca. 2 Stunden nach dem Unfall kö
nn
e mit der vorbestehend degenerativ veränderten HWS (altersent
sprechend nicht
ungewöhnlich) verstanden werden. Der Schmerzaufbau
linksseitig betont
Kopf/Nacken und auch ein leicht protrahierter Verlauf könne mit dem Umfall
mechanismus
selbst un
d auch mit einem leicht protrahierten
Verlauf mit der
leichten Vorschädigung der HWS im
Grunde verstanden werden.
Weshalb trotz
des hartnäckigen Verlaufes vor
nehmlich und rein
de
t
onisierend
gearbei
t
et w
or
den sei
, ausser während der
Hospitalisat
ion
in
E._
, wo
direkt versucht worden sei, ein MTT durchzuführen, überrasche
ihn
. Die Zunahme der Symp
t
o
ma
t
ik
sei hingenommen und
in der Folge sogar ein Neuros
timulat
or eingebaut
worden, ohne zusätzliche konzept
ionelle Betreuung des
Beschwerdeführers. Aktuell bestehe
bei und neben dem Schmerzsynd
rom eine chronische Anpas
sungsst
örung mit depressiven Zügen und gemischten Emotionen. Daraus heraus und auch im Zusammenhang mit
dem belastungsabhängigen Schmerzaufbau kö
nn
e auch das uneinheit
liche Profil a
us der neuropsychologischen Test
ung (siehe B
ericht Prof. D._) erklärt werden (Urk. 11/33/18).
3.1.4
Die begutachtenden Ärzte führten aus, dass der Unfall vom 23. Juli 1998 mit überwiegender Wahrscheinlichkeit Ursache der heute noch feststellbaren gesundheitlichen Beeinträchtigung sei (Urk. 11/33/19).
Die Arbeitsfähigkeit sei langfristig durch den Psychiater, Dr. F._, beurteilt worden. Er sei der Auffassung, dass der Beschwerdeführer mindestens 75 % arbeitsunfähig sei und die restlichen 25 % wirtschaftlich nicht verwertet werden könnten. Sollte versucht werden, doch teilweise zu arbeiten, stünde eine wech
selnd sitzende und herumgehende Tätigkeit im Vordergrund. Als Computer
fachmann vor dem Bildschirm zu sitzen, allenfalls auch wechselnd mit Stehpult und Sitzen am Arbeitsplatz, ohne Herumgehen, scheine auch niedrigprozentig, 20-30 % zu Beginn, noch nicht realistisch. Allgemeine Tätigkeiten, welche nach wie vor problemlos zumutbar wären, könnten nicht genannt werden (Urk. 11/33/26).
3.2
3.2.1
Die Gutachter des A._ hielten folgende Diagnosen fest (Urk. 11/37/29):
-
Status nach Verkehrsunfall am 23. Juli 1998 mit/bei:
-
Status nach HWS-Distorsion mit/bei
(ICD-10 S
13.4
)
:
-
initialen
zerviko-zephalen
Beschwerden ohne nachweisbare unfallbe
dingte organisch-strukturelle Schäden und ohne neurologische Reiz- oder Ausfallsymptomatik
-
initial verletzungskonformem Verlauf und Wiederherste
llung der (medi
zinisch-theoretisc
hen) A
rbeitsfähigkeit
nach 3 Wochen
-
akutem Auftreten eines
zervikobrachialen
Schmerzsyndroms rechts ca. 6 Wochen nach dem Unfall ohne Hinweise auf eine neurologische Ausfallsymp
tomatik, bei vorbestehender Seg
mentdegeneration C5/6 mit ossärer Einengung der
Neurof
oramina
, bildgebend ohne Hinwei
se auf
traumatisch bedingte Schäden
-
aktuell ohne Hinweise für unfallbedingte organisch-strukturelle Schä
den bei insgesamt altersentsprechen
dem klinischem Untersuchungs
befu
nd, ohne zu postulierende unfallbedingte
Arbeitsunfähigkeit
-
Distorsion des Daumensattelgelenks rechts mit/bei
(ICD-10 S63.61)
:
-
vorbestehender, symptomatischer Rhizarthrose (
ICD-10 M
19.0) mit vorübergehender schmerzhafter Aktivierung beim Unfall, seither anamnestisch im Verlauf über Jahre kaum progredient
-
Status nach
Anpassungsstörung mit depressiven Elementen und gemisch
ten Emotionen, aktuell nicht mehr feststellbar
Als u
nfallfremd
beurteilten sie folgende Diagnosen:
-
Anamnestisch chronisches linksbetontes
zervikozephales
und
zerviko
brachiales
Schmerzsyndrom mit/bei
(ICD-10 M53.0)
:
-
degenerativen Veränderu
ngen der unteren Halswirbelsäule, akzen
tuiert in den Segmenten HWK5/6 und HWK 6/7 (
ICD-10
M47.82/M50.2)
-
auf orthopädischer und neurologischer
Ebene ohne zu postulierende Arbeitsunfähigkeit
-
Hinweise auf erhebliche Selbstlimitierungen und eine verminderte Anstrengungsbereitschaft bei inkonsistenten Befunden ohne psycho
pathologischen Krankheitswert
-
Rhizarthrose rechts
(ICD-10 M19.0)
-
vorübergehende schmerzhafte Aktivierung beim erwähnten Ereignis, seither anamnestisch im Verlauf über Jahre kaum progredient
-
Neuropsychologisch unplausible und logisch inkonsistente Symptompro
duktion mit subjektiven kognitiven Beschwerden, neuropsychologisch und ps
ychiatrisch ohne Krankheitswert (ICD-10 Z76.5)
3.2.2
Aus
orthopädisch-
traumatologischer
Sicht
ergäben sich
keine Hinweise auf noch vorhandene strukturelle Schädigungen im Bereich des Bewegungsappara
tes, die überwi
egend wahrscheinlich in einen kausalen
Zusamme
nhang mit dem Ereignis vom 23. Juli
1998 gebracht werden
könnten. Aus heutiger Sicht sei
davon auszuge
h
en, dass es damals lediglich z
u einer vorübergehenden schmerz
haften Aktivierung der vorbe
stehenden degenerativen Veränderu
ngen an der Halswirbelsäule und am rechten
Daumensattelgelenk gekommen sei
. Bei letzteren
sei
auch bereits nach wenigen Monaten von einem
status
quo sine ausgegangen
worden
und der
Beschwerdeführer
berichte
über bis heute nur interm
ittierend auftretende Schmerzen im Daumenbereich, wie sie bereits zuvor bestanden h
ätten. Betreffend die
zer
vikozephale
und
zervikobrachiale
Schmerz
problematik
sei
hingegen von dauerhaften Veränderungen ausgegangen
wor
den
, was wohl im Wesentlichen als dem damaligen Zeit
geist entsprechend anzusehen sei. De facto ergä
ben sich aber auf orthopädisch-
traumatologischer
Ebene - und analog auch auf neurologischer Ebene - auch bezüglich der HWS nie eindeutig objektivierbare
Hinweise darauf, dass der Heckaufprall zu bleiben
den strukturellen Veränderungen geführt hätte. Un
geachtet dieser Überlegungen lasse
sich rein aufgrund der heute objektivierbaren Befunde aus orthopädischer S
icht keine unfallbedingte Minderu
ng der Arbeitsfähigkeit durch das erwähnte Ereignis mehr abgrenzen. Der
Beschwerdeführer sei
entsprechend für sämtliche Tätigkeiten, die für ihn aufgrund seiner ausbildungsmässigen Voraussetzungen und in seiner Alterskategorie in Frage k
ämen
, zeitlich und leistungsmässi
g uneingeschränkt arbeitsfähig.
Vergleiche
man die heutigen neurologischen Befunde mit denjenigen anlässlich der neurologischen Begutachtung in der
C._
2002, so lasse
sich einerseits festhalten, dass sowohl damals wie auch heute bei unauffällig
em Neurostatu
s keine Hinweise auf
st
rukturelle Schädigungen am peri
pheren oder zentralen Nervensystem
hätten festgestellt werden können
, die überwiegend wahrscheinlich auf den Unfall vom 27.3.1998 zurückzuführen wären. Das 2002 diagnostizierte
thorako
-
zerviko
-okzipitale und
zer
vikobrachiale
Schmerzsyn
drom sei
eine rein deskriptive Diagno
se, die nichts über dessen
Ätiopathogenese
aussage
, und problemlos mit den nachgewiesenen degenerativen Veränderun
gen an der
unteren HWS vereinbar sei. Betreffend die Lokalbefu
nde im Nacken-/Schultergürtelbereich
hätten sie bei den orthopädischen Untersuchungsbefu
n
de
n
bereits auf die objektiven
Verbesseru
ngen und auf die inkonsistenten, selbstli
mitierenden Befunde hingewiesen (Urk. 11/37/24). Auf n
eurologischem Gebiet
seien
mit überwiegender Wahrscheinlichkei
t keine auf den Unfall vom 23. Juli 1998 zurückz
uführenden Funktionsstörungen objektivierbar,
ent
sprechend lasse
sich auf diesem Gebiet auch keine unfallbedingte Einschrän
kung der beruflichen Leistungsfähigkeit begründen
(Urk. 11/37/26)
.
Aufgrund der neuropsychologisch unplausiblen und logisch inkonsistenten Symptomproduktion seien sämtliche Testwerte dieser Untersuchung als ungültig zu betrachten. Aus der jetzigen Untersuchung liessen sich keine Aussagen über die tatsächliche kognitive Leistungsfähigkeit des Beschwerdeführers ableiten.
Über die Gründe der neuropsychologisch unplausiblen Symptompr
oduktion und deren Bewusstheits
grad könn
t
en aus neuropsychologische
r Sicht keine verl
äss
lichen Ang
aben gemacht werden. In Frage käm
en neben psychopathologischen Erkrankungen, die auf
psychiatrischem Gebiet zu diskutieren
seien
, eine Aggravation oder Simulation kognitiver Beeinträchtigungen. Die Frage, ob eine Täusc
hungsabsicht vorliege, kö
nn
e
streng logisch nur der
Beschwerdeführer
selbst
beantworten, wobei es in der Natur der Täuschung liege
, dass eine derar
tige Absicht vom Ur
heber in der Regel bestritten we
rd
e. Aller
dings
sei
aufgrund der Konstruktion der Symptomvalidierungsverfahren eine andere Interpretation als die
der bewussten oder mindestens bewusstseinsnahen Selbstlimitierung nur im Rahmen schwerer psy
chiatrischer Störu
ngen möglich, welche die
Hand
lungs
- und Willensfreiheit oder den Realitätsbezug aufheben. Ob dies beim
Beschwerdeführer
der Fall
sei, mü
ss
e
aus psychiatrischer Sicht beurteilt werden. Vor dem Hintergrund der neuropsychologisch unplausiblen und lo
gisch inkon
sistenten Symptomproduktion seien
sämtliche subjektiven Angaben zu Beschwerden und
Beeinträchtigun
gen nur mit grosser Vorsicht zu werten. Dazu pass
ten auch die sehr wahrschein
lichen Falschangaben bezüglich der Medika
menteneinnahme des verordneten Antidepressivums.
S
omit
seien
auch sämt
liche Diagnosen, welche auf subjektiven Angaben des
Beschwerdeführers
beruh
t
en, kritisch zu werten. Wegen der neuropsychologisch unplausiblen und logisch inkonsistenten Symptomproduktion und wegen dem Fehlen von siche
ren Hinweisen auf
hirnorganische Beeinträchtigungen liessen sich aus neu
ro
psychologischer Sicht keine Angaben zur
Arbeitsfähigkeit machen, bzw. lasse sich aus neuropsycholo
gischer Sicht auch keine gesich
erte Einschränkung der Arbeitsfähigkeit postulieren (Urk. 11/37/26 f.).
Im psychiatrischen Teilgutachten wurde ausgeführt, dass sich h
insichtlich der bei den somatischen und bei der neuropsychologischen Untersuchung festge
stellten erheblichen Inkonsistenzen und Selbstlimitierungen kein psychopatho
logischer Hintergrund ausmachen
lasse
, der dieses Verhalten im Rahmen einer krankheitswertigen psychiatrischen Störung erklären
könne. Namentlich ergä
ben sich unter Berücksichtigung des klinisc
hen Eindrucks und der anamnes
tisc
hen Angaben keine Verdachtsmomente für eine neurotische „Fehlver
arbei
tung", die aufgrund schwer
wiegender, unlösbarer neurotischer „Konflikte" oder schwerwiegender psychosoziale
r Belastungen zu bewusstseinsfern
en neuro
tischen „Leistungshemmungen" und Symptombildungen führen würde. Wie schon in der Diskussion der neuropsychologischen Befunde angetönt,
müsste hierfür eine schwere psy
chiatrische Störung vorliegen mit entsprechender Auf
hebung der Handlungs- und Wille
nsfreiheit. Für eine solche Störu
ng best
ünden beim Beschwerdeführer
aber keiner
lei Anhaltspunkte, viel eher sei
hier von ei
nem
bewussten oder mindestens bewusstseinsnahen und „normalpsycho
logisch" verstehbaren Verhalten auszuge
h
en, welches auch mit den Mechanis
men des sekundären Kr
ankheitsgewinns umschrieben werden kö
nn
e. Diese Ver
haltensweisen seien
wesentlich auch vor dem Hintergrund des von ärztlicher Seite seit mehr als 10 Jahren attestierten „Invalidenstatus" und seit 10 Jahren
auch versicherungsrechtlich an
erkannten „Rentenstatus" zu verstehen, an den sich der 64-jährige
Beschwerdeführer längst gewöhnt habe
, und den er ver
ständlicherweise bewahren möchte.
Zusammenfassend lasse
sich auf
psychiat
rischem Gebiet aktuell kein
e unfallassoziierte Gesundheitsstöru
ng mit Krank
heitswert erkennen und damit auch keine unfallbedingte Einschränkung der beruflichen Leistungsfähigkeit postulieren. Nachdem im Rahmen der interdisziplinären Begutachtung in der
C._
2002 auf
psychiatrischem Gebiet noch eine chro
nische Anpassungsstörung mit de
pressiven Zügen und gemischten Emotionen diagnostiziert w
o
rde
n sei, die jetzt nicht mehr vorliege
, l
asse
sich gegenüber 2002 auf psychiatrischem Gebiet eine Verbesserung des Gesun
dheitszustandes feststel
len
(Urk. 11/37/28)
.
3.2.3
Der Beschwerdeführer sei nach der integrativen versicherungsmedizinischen Gesamtschau in der angestammten Tätigkeit als Informatiker bezogen auf ein Vollpensum unfallbedingt nicht eingeschränkt in seiner Leistungsfähigkeit (Urk. 11/37/32).
Aus Sicht der Unfallfolgen seien keine weiteren medizinischen Behandlungen oder Therapiemassnahmen zur Erhaltung der verbleibenden Arbeitsfähigkeit oder Schutz vor einer wesentlichen Verschlechterung des unfallbedingt beein
trächtigten Gesundheitszustandes erforderlich (Urk. 11/37/33).
4.
Nach Art. 22 UVG kann die Rente ab dem Monat,
in
dem die berechtigte Person eine Altersrente der AHV bezieht, spätestens jedoch ab
Erreichen des Rentenal
ters nach Artikel 21 des Bundesgesetzes über die Alters- und
Hinterlassenen
versicherung
nicht mehr revidiert werden.
Zur Wahrung der Frist genügt ein Begehren der versicherten Person oder eine schriftliche Mitteilung des Ver
sicherers an die versicherte Person am letzten Tag der Frist; die Revisionsverfü
gung kann auch nach Ablauf der Frist ergehen (
Rumo-Jungo
/Holzer, Rechtspre
chung des Bundesgerichts zum Sozialversicherungsrecht, Bundesgesetz über die Unfallversicherung, 4. Aufl., Zürich/Basel/Genf 2012, S. 156).
Die Beschwerdegegnerin leitete das Revisionsverfahren bereits im Jahr 2013 ein (Urk. 11/179) und erliess am 11. September 2014 - und damit noch vor dem 65igsten Geburtstag des Beschwerdeführers am 28. September 2014 - die ren
tenaufhebende Verfügung (Urk. 11/209), womit die Frist von Art. 22 UVG gewahrt ist.
5.
Strittig und zu prüfen ist, ob eine
wesentliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen
vorliegt
, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen.
5.1
Das A._-Gutachten vom
14. Mai 2014 er
füllt sämtliche rechtsprechungsgemäss erforderlichen Kriterien für beweiskräftige ärztliche Entscheidungsgrundlagen (vgl. E. 2.
3
). Es beruht auf fachärztlichen Untersuch
ungen durch die Gutachter (Urk. 11/37/13 ff.)
und wurde in Kenntnis der relevanten
Vorakten
(
Urk. 11/37/3
ff.) abgegeben. Es würdigt die vorha
ndenen Arztberichte sorgfäl
tig, so insbesondere das Gutachten der C._ Klinik vom 22. April 2003 (Urk. 11/37/24 f.; Urk. 11/37/28
). Es berücksichtigt die vom Beschwerdeführer geklagten Beschwerden und setzt sich mit diesen hinreichend auseinander. Die Darlegung der medizinischen Zusammenhänge ist einleuchtend und das Gut
achten ist schlüssig.
5.2
5.2.1
Aus orthopädisch-
traumatologischer
Sicht hielten die Gutachter des A._ fest, dass - gestützt auf die objektiven Befunde - eine deutliche Verbesserung des Gesundheitszustandes im Vergleich zum Gutachten der C._ fest
zustellen sei, bei bildgebend weiterhin nachweisbaren mittelgradigen degene
rativen Veränderungen der unteren HWS (vgl. E. 3.2.2; Urk. 11/37/24). Auch aus neurologischer Sicht lasse sich festhalten, dass sowohl bei der Begutachtung durch die C._ als auch aktuell bei unauffälligem Neurostatus keine Hinweise auf eine strukturelle Schädigung am peripheren oder zentralen Ner
vensystem habe festgestellt werden können, die überwiegend wahrscheinlich auf den Unfall zurückzuführen sei. Das 2002 diagnostizierte
thorako
-
zerviko
-okzipitale und
zervikobrachiale
Schmerzsyndrom sei eine rein deskriptive Diag
nose, die nichts über
dessen
Ätiopathogenese
aussage
, und problemlos mit den nachgewiesenen degenerativen Veränderungen an der unteren HWS vereinbar sei (Urk. 11/37/25).
5.2.2
Der Beschwerdeführer bringt dagegen vor, dass sich die objektiven Befunde der neurologischen Untersuchung des A._-Gutachtens und des Gutachtens der C._ nicht unterscheiden würden und sich die erhobenen ortho
pädisch-
traumatologischen
und neurologischen Befunde des A._-Gutachtens widersprechen würden (Urk. 1 S. 10 f.).
Dem ist entgegenzuhalten, dass die A._-Gutachter darlegten, dass die Kopf
beweg
lichkeit, welche 2002 deutlich eingeschränkt gewesen sei, bei ihrer Unter
suchung unter Ablenkung und bei Spontanbeobachtung praktisch normal sei - und dies obwohl der Neurostimulator seit gut 2 Monaten ausser Betrieb sei. Auch der
2002 deutlich beschriebene Hartspann der paravertebralen zervikalen Muskulatur und der Schultergürtelmuskulatur sei nicht mehr objektivierbar - die Muskulatur sei absolut weich und bei Palpation unter gleichzeitiger Ablen
kung auch schmerzfrei, bei gutem Muskelstatus im Nacken und Schultergürtel (Urk. 11/37/24). Der begutachtende Neurologe des A._ hielt diesbezüglich fest, dass bereits in der Diskussion der orthopädischen Untersuchungsbefunde auf die objektiven Verbesserungen und auf die inkonsistenten, selbstlimitierenden Befunde hingewiesen worden sei (Urk. 11/37/25).
Damit ist festzuhalten, dass sich aus neurologischer und
orthopädisch-traumatolo
gischer
Sicht eine Verbesserung der objektiven Befunde eingestellt hat und nicht nur eine abweichende ärztliche Beurteilung eines gleichgebliebe
nen Sachverhaltes vorliegt.
Dies geht auch aus dem vom Beschwerdeführer eingeholten und eingereichten Bericht der C._ vom 17. Februar 2015 hervor (Urk. 3/15), in wel
chem Dr. med. B._, Facharzt für Neurologie, festhielt, dass die jeweils objektiv gezeigten und erhobenen Befunde nicht mit den Spontanbewegungen korrelierten (Urk. 3/15/2).
5.2.3
Zusammenfassend ist damit in zweifacher Hinsicht eine wesentliche Verbesse
rung der tatsächlichen Verhältnisse erstellt, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen, da die im Gutachten der C._ attestierte Arbeitsunfähigkeit sowohl psychiatrisch (chro
nische Anpassungsstörung mit depressiven Zügen) als auch neurologisch begründet war (vgl. E. 3.1.4).
5.3
5.3.1
Ist ein Revisionsgrund gegeben, ist der Rentenanspruch - entgegen den Ausführungen des Beschwerdeführers (vgl. Urk. 1 S. 8) - in rechtlicher und tatsächlicher Hinsicht umfassend (“allseitig“) zu prüfen, wobei keine Bindung an frühere Beurteilungen besteht
(
BGE 141 V 9 E. 2.3 mit Hinweisen).
Gestützt auf das beweiskräftige A._-Gutachten vom 14. Mai 2014 lassen sich in der angestammten Tätigkeit als Informatiker keine unfallbedingten Einschrän
kungen der Leistungsfähigkeit postulieren (E. 3.2.3). Daran vermag auch der nach dem Gutachten eingeholte Bericht von Dr. B._ vom 17. Februar 2015 nichts zu ändern, da er keine Stellung nimmt zur Arbeitsfähigkeit und sich auch im Bericht von Dr. B._ bei Spontanbeobachtung eine deutlich bessere HWS-Beweglichkeit im Vergleich zum Gutachten der C._ zeigte (Urk. 3/15; vgl. auch A._-Stellungnahme vom 27. April 2015, Urk. 11/217).
5.3.2
Da die angestammte Tätigkeit damit vollumfänglich zumutbar ist, erleidet der Beschwerdeführer keine Erwerbseinbusse und es resultiert ein rentenausschlies
sender Invaliditätsgrad von 0 %.
Die Rentenaufhebung erfolgte mit Verfügung vom 11. September 2014 per 31. August 2014. Nach bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist bei
der Fest
legung der zeitlichen Wirkung einer revisionsweisen Herabsetzung oder Aufhe
bung der R
ente
auf den Verfügungszeitpunkt abzustellen, wenn feststeht, dass bereits an diesem Tag die Revisionsvoraussetzungen materiell erfüllt sind
- was vorliegend
der Fall ist
.
Entsprechend ist die Rente nicht per 31. August 2014, sondern auf den ersten Tag des der Verfügung folgenden Monats, somit auf den 1. Oktober 2014 aufzuheben (BGE 140 V 70 E. 4.2).
Damit erweist sich vorliegend eine Rentenaufhebung erst per Ende September 2014, und nicht schon per Ende August 2014 als rechtens. Dies führt zur teil
weisen Gutheissung der Beschwerde
.
6.
6.1
Mit Verfügung vom 16. September 2004 wurden die Heilbehandlungsleistungen eingestellt (Urk. 11/169-170), wobei Art. 21 UVG vorbehalten bleibe und mit Verfügung vom 11. September 2014 hielt die Beschwerdegegnerin fest, dass spätestens seit dem Zeitpunkt der Begutachtung keine kausale Gesundheitsschä
digung mehr vorliege, womit auf das Kostengutsprachegesuch für den Ersatz des Spinal Cord Stimulators nicht eingetreten werden könne (Urk. 11/209/7).
6.2
6.2.1
Nach Art. 11 UVV werden Versicherungsleistungen
auch für Rückfä
lle und Spät
folgen gewährt, für
Bezüger von Invalidenrenten jedoch nur unter
den Voraussetzungen von Art.
21
UVG
.
Nach der Festsetzung der Rente werden dem B
ezüger die Pflegeleistungen und Kostenvergütungen
gewährt, wenn er
(Art. 21 Abs. 1 UVG)
:
-
an einer Berufskrankheit leidet;
-
unter einem Rückfall oder an Spätfolgen leidet und die Erwerbsfähigkeit
durch medizinische Vorkehren wesentlich verbessert oder vor wesentlicher
Beeint
rächtigung bewahrt werden kann;
-
zur Erhaltung seiner verbleibenden Erwerbsfähigkeit dauernd der Behand
lung
und Pflege bedarf;
-
erwerbsunfähig ist und sein Gesundheitszustand durch medizinische Vorkeh
ren
wesentlich verbessert oder vor wesentlicher Beeinträchtigung bewahrt
werden kann.
6.2.2
Bei einem Rückfall handelt es sich um das Wiederaufflackern einer vermeintlich geheilten Krankheit, so dass es zu ärztlicher Behandlung, möglicherweise sogar zu Arbeitsunfähigkeit kommt. Kein Rückfall stellt das vorhersehbare Wieder
auftreten von Beschwerden aus einem stationären Gesundheitsschaden dar. Um Spätfolgen handelt es sich, wenn ein scheinbar geheiltes Leiden im Verlauf län
gerer Zeit organische oder psychische Veränderungen bewirkt, die zu einem oft völlig anders
gearteten Krankheitsbild führen können. Rückfälle und Spätfolgen können eine Leistungspflicht des Unfallversicherers nur auslösen, wenn zwischen den erneut geltend gemachten Beschwerden und der seinerzeit beim versicherten Unfall erlittenen Gesundheitsschädigung ein natürlicher und adä
quater Kausalzusammenhang besteht. Dabei kann nicht zwingend von der natürlichen Kausalität zwischen Unfall und Grundfall auf die natürliche Kausa
lität zwischen Unfall und Rückfall geschlossen werden, denn die unfallkausalen Faktoren können durch Zeitablauf wegfallen. Vielmehr obliegt es dem Leis
tungsansprecher, das Vorliegen eines natürlichen Kausalzusammenhanges zwischen dem neuen Beschwerdebild und dem Unfall mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit nachzuweisen. Bei Beweislosigkeit fällt der Entscheid zu Lasten des Versicherten aus (
Rumo-Jungo
/Holzer,
a.a.O
, S. 78 f.).
6.3
Die A._-Gutachter hielten dafür, dass aus Sicht der Unfallfolgen keine weiteren medizinischen Massnahmen erforderlich sind (Urk. 11/37/32). Sie konstatierten, dass sich der Gesundheitszustand gestützt auf die objektiven Befunde auf allen untersuchten Fachgebieten seit der Begutachtung durch die C._ verbessert habe - dies entgegen den subjektiven Angaben des Beschwerdefüh
rers, wonach sich der Gesundheitszustand seit Dezember 2013, bzw. dem Aus
fall des Neurostimulators, verschlechtert habe (E. 3.2). Des Weiteren hielten die
begutachtenden Ärzte des
A._ fest, dass der Status quo sine retrospektiv gese
hen wahrscheinlich schon einige Wochen oder höchstens Monate nach dem Unfall erreicht gewesen sei - da sie den Beschwerdeführer damals allerdings nicht untersucht hätten, gelte ihre Beurteilung anhand eigener Befunde spätes
tens ab dem Zeitpunkt der Begutachtung (Urk. 11/37/31).
Damit ist gestützt auf das A._ Gutachten - entgegen den subjektiven Angaben des Beschwerdeführers - selbst unter Berücksichtigung des Ausfalls des Neuro
stimulators von einer objektiven Verbesserung des Gesundheitszustandes aus
zugehen und die Kausalität der geklagten Beschwerden ist spätestens seit der Begutachtung im April/Mai 2014 zu verneinen. Die Beschwerdegegnerin ver
neinte entsprechend zu Recht einen Anspruch auf weitere Heilbehandlungsleis
tungen und verweigerte richtigerweise die Kostengutsprache für den Ersatz des Spinal Cord Stimulators.
7.
Das Verfahren ist kostenlos.
Der Beschwerdeführer obsiegt
nur
zu einem äusserst geringen Teil. Gestützt auf
Art. 61
lit
. g ATSG in Verbindung mit § 34 Abs. 1 und 3 des Gesetzes über das
Sozialversicherungsgericht (
GSVGer
)
hat er
Anspruch auf eine entsprechend reduzierte Prozessentschädigung. Diese ist unter Berücksichtigung der Bedeu
tung der Streitsache und der Schwierigkeit des Prozesses auf Fr.
300
.-- (inklu
sive Mehrwertsteuer und Barauslagen) festzusetzen.
Der Grundsatz des kostenlosen Verfahrens hat zur Folge, dass der Beschwerde
geg
nerin, bzw. dem jeweiligen Versicherungsträger, keine Partei
entschädigung zusteht (vgl. Kieser, ATSG-Kommentar,
3.
Aufl., Zürich/Basel/Genf 2015., N 58 zu
Art.
61).