# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 38264cae-5a84-4f8f-ad43-34f04c0dbde3
**Court:** SG_VGN
**Chamber:** SG_VGN_001
**Year:** 2018
**Language:** de
**Jurisdiction:** SG / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Das Verwaltungsgericht stellt fest:
A. A._, geboren 1982, kosovarischer Staatsangehöriger, reiste am 25. August 2009 in
die Schweiz ein und erhielt eine Kurzaufenthaltsbewilligung zur Erwerbstätigkeit als
Imam (Vorakten Migrationsamt, nachfolgend Dossier, S. 8 ff.). Die
Kurzaufenthaltsbewilligung wurde per 25. August 2011 in eine Aufenthaltsbewilligung
umgewandelt. Im Jahre 2012 wechselte A._ die Arbeitsstelle, blieb aber weiterhin
Imam. Seine Aufenthaltsbewilligung wurde letztmals bis 20. Dezember 2016 verlängert.
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B. Am 3. September 2009 reiste die Ehegattin von A._, B._, geboren 1982,
Staatsangehörige von Z._, mit dem gemeinsamen Sohn C._, geboren 2008,
Staatsangehöriger von Kosovo, im Rahmen des Familiennachzugs in die Schweiz ein.
In der Schweiz kamen sodann die gemeinsamen Kinder D._, geboren 2010, E._,
geboren 2013, und F._, geboren 2015, alle Staatsangehörige von Z._, zur Welt. Alle
Familienangehörigen verfügen über eine Aufenthaltsbewilligung. Seit dem 7. Dezember
2015 leben die Ehegatten getrennt. Gleichentags trat die Ehefrau mit den Kindern ins
Frauenhaus ein. Mit Eheschutzentscheid des Kreisgerichts W._ vom 7. März 2016
wurden die vier Kinder unter die Obhut der Mutter gestellt und A._ wurde zu
Unterhaltszahlungen verpflichtet. Zur Ausübung des Besuchsrechts wurde der Familie
ein Beistand zur Seite gestellt. Seit 2015 führt A._ eine Beziehung mit der deutschen
Staatsangehörigen G._, geboren 1989, mit der er einen gemeinsamen Sohn, H._,
geboren 2016, hat.
C. Mit Verfügung vom 17. März 2017 verlängerte das Migrationsamt die
Aufenthaltsbewilligung von A._ nicht mehr (act. 6/1.2; Dossier, S. 456 ff.). Das
Sicherheits- und Justizdepartement wies den dagegen von A._ durch seinen
damaligen Rechtsvertreter erhobenen Rekurs am 21. März 2018 ab.
D. A._ (Beschwerdeführer) erhob gegen den Rekursentscheid des Sicherheits- und
Justizdepartements (Vorinstanz) vom 21. März 2018 durch seinen heutigen
Rechtsvertreter mit Eingabe vom 20. April 2018 Beschwerde beim Verwaltungsgericht,
unter Kosten- und Entschädigungsfolge sei der angefochtene Entscheid aufzuheben
und die Aufenthaltsbewilligung zu verlängern, eventualiter die Angelegenheit zur
Neubeurteilung an die Vorinstanz zurückzuweisen. Dem Gesuch des
Beschwerdeführers, es sei ihm im Beschwerdeverfahren die unentgeltliche
Rechtspflege und -verbeiständung zu gewähren, entsprach der zuständige
Abteilungspräsident am 23. April 2018.

## Considerations

Mit Vernehmlassung vom 7. Mai 2018 verwies die Vorinstanz auf die Erwägungen in
ihrem Entscheid und beantragte, die Beschwerde sei abzuweisen. Am 26. Juli und am
8. August 2018 reichte das Migrationsamt zusätzliche Akten ein, zu denen sich der
Beschwerdeführer am 8. und 30. August 2018 äusserte.
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Auf die Erwägungen im angefochtenen Entscheid und die Ausführungen des
Beschwerdeführers zur Begründung seiner Anträge sowie die Akten wird, soweit
wesentlich, in den Erwägungen eingegangen.
Darüber zieht das Verwaltungsgericht in Erwägung:
1. Das Verwaltungsgericht ist zum Entscheid in der Sache zuständig (Art. 59 Abs. 1
des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege, sGS 951.1, VRP). Als Adressat des
angefochtenen Entscheids ist der im Rekursverfahren unterlegene Beschwerdeführer
zur Ergreifung der Beschwerde berechtigt (Art. 64 in Verbindung mit Art. 45 Abs. 1
VRP). Die Beschwerde gegen den Rekursentscheid vom 21. März 2018 wurde mit
Eingabe vom 20. April 2018 unter Berücksichtigung des Stillstands der Beschwerdefrist
über die Osterfeiertage rechtzeitig erhoben (vgl. Art. 64 und Art. 47 Abs. 1 VRP sowie
Art. 30 Abs. 1 VRP und Art. 145 Abs. 1 lit. a der Schweizerischen Zivilprozessordnung,
SR 272, ZPO) und erfüllt formal wie inhaltlich die gesetzlichen Anforderungen (Art. 64 in
Verbindung mit Art. 48 Abs. 1 VRP). Auf die Beschwerde ist deshalb einzutreten.
2.
2.1. Der Beschwerdeführer verfügt über eine Aufenthaltsbewilligung zum Zweck der
Tätigkeit als Imam in W._ (Art. 33 Abs. 2 des Bundesgesetzes über die Ausländerinnen
und Ausländer, SR 142.20, AuG). Eine Aufenthaltsbewilligung kann unter anderem
dann widerrufen beziehungsweise nicht verlängert werden, wenn die ausländische
Person erheblich oder wiederholt gegen die öffentliche Sicherheit und Ordnung in der
Schweiz oder im Ausland verstossen hat oder diese gefährdet (Art. 62 Abs. 1 lit. c
AuG). Ein Verstoss gegen die öffentliche Sicherheit und Ordnung liegt gemäss Art. 80
Abs. 1 der Verordnung über Zulassung, Aufenthalt und Erwerbstätigkeit (SR 142.201,
VZAE) insbesondere bei Missachtung gesetzlicher Vorschriften und behördlicher
Verfügungen (lit. a) sowie bei mutwilliger Nichterfüllung der öffentlich-rechtlichen oder
privatrechtlichen Verpflichtungen (lit. b) vor. Eine Gefährdung der öffentlichen
Sicherheit und Ordnung ist anzunehmen, wenn konkrete Hinweise dafür bestehen,
dass der Aufenthalt des Ausländers in der Schweiz mit erheblicher Wahrscheinlichkeit
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zu einem Verstoss gegen die öffentliche Sicherheit und Ordnung führt (Art. 80 Abs. 2
VZAE).
An Personen, die in der Schweiz eine (religiöse) Lehr- der Betreuungstätigkeit ausüben,
werden aufgrund ihrer bedeutenden Rolle im Dialog zwischen ihrer Gemeinschaft und
der schweizerischen Öffentlichkeit wie auch ihrer Bedeutung für die Integration der
Migrationsbevölkerung zusätzliche Integrationsanforderungen gestellt. Um ihrer
Brückenfunktion gerecht werden zu können, ist es wichtig, dass solche Personen mit
den gesellschaftlichen Verhältnissen, dem Werte- und Rechtssystem und den
Lebensbedingungen in der Schweiz vertraut sind. Die religiösen Betreuungspersonen
haben die schweizerischen Rechtsnormen anzuerkennen, sich in Theorie und Praxis an
die Bestimmungen von Verfassung und Gesetz zu halten und dies auch von ihren
Mitgliedern zu verlangen sowie fehlbares Verhalten zu verurteilen. Bestehen konkrete
Anhaltspunkte, dass eine religiöse Betreuungsperson die öffentliche Sicherheit und
Ordnung gefährdet oder Ansichten vertritt, die den Grundwerten der Bundesverfassung
(z.B. dem Gleichheitsgebot, der Religionsfreiheit oder dem Gewaltmonopol des
Staates) zuwiderlaufen, kann die Bewilligung verweigert oder widerrufen werden (vgl.
Art. 7 der Verordnung über die Integration von Ausländerinnen und Ausländern,
SR 142.205, VIntA; Weisungen des SEM, I. Ausländerbereich, Ziff. 4.7.16 sowie IV.
Integration, Ziff. 2.3.3, Version 25. Oktober 2013, Stand Februar 2018/Januar 2015,
https://www.sem.admin.ch/sem/de/home/publiservice/weisungen-
kreisschreiben.html).
2.2. Die rechtlichen Grundlagen werden vorliegend seitens des Beschwerdeführers
nicht in Frage gestellt. Der Beschwerdeführer bemängelt die Sachverhaltsabklärung
beziehungsweise die Würdigung der vorliegenden Beweismittel. Seines Erachtens sei
auf die einseitigen Behauptungen der Ehefrau abgestellt worden, die in vorliegendem
Verfahren aufgrund der anstehenden Scheidung ein eigenes Interesse an seiner
Wegweisung aus der Schweiz habe. Es sei zudem auf erforderliche Abklärungen
verzichtet worden. Es sei ausserdem zu berücksichtigen, dass der Beschwerdeführer
viele Aussagen aufgrund extremer Provokation durch die Ehefrau und in entsprechend
emotionaler Erregung gemacht habe. Dies gelte auch betreffend G._, hinsichtlich
derer ein aus dem Zusammenhang gerissener Polizeibericht keine Aussagekraft habe;
er dürfe in einer solchen Konstellation nicht verwendet werden. Ausserdem habe die
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Polizei selbst festgestellt, dass Frau G._ einen sehr redseligen und überempfindlichen
Eindruck hinterlasse. Es sei seitens der Vorinstanz nicht substantiiert dargelegt worden,
inwiefern der Beschwerdeführer ein von seinem angeblich streng konservativ-
islamischen Weltbild abweichendes Verhalten seiner Partnerinnen nicht tolerieren
würde. Die Vorinstanz sei von einem unrichtigen Sachverhalt ausgegangen und habe
die vorliegenden Beweise willkürlich gewürdigt sowie den Untersuchungsgrundsatz
verletzt. Sie habe ihren Entscheid hauptsächlich auf zwei E Mails eines enttäuschten,
von der Ehefrau verlassenen Ehemannes abgestützt. Diese E Mails seien aber aufgrund
ihrer sehr offenen Formulierung interpretationsbedürftig. Sie würden keine
verbindlichen Aussagen über die Weltanschauung des Beschwerdeführers erlauben.
Sein Engagement für die Integration sei öffentlich dokumentiert. Eine der aktuelleren
Tätigkeiten sei etwa die gemeinsame Türöffnung der Pfarrei und Moschee in W._.
Aber auch ein Artikel für die Y._ könne beispielsweise erwähnt werden. Er sei einer der
Imame, dem die Integration extrem wichtig erscheine.
2.3. Unrichtig festgestellt ist ein Sachverhalt, wenn aus den vorhandenen Beweismitteln
unrichtige Schlüsse gezogen werden, insbesondere indem der Sachverhalt falsch und
aktenwidrig festgestellt wird oder indem Beweise unrichtig gewürdigt werden (Cavelti/
Vögeli, Verwaltungsgerichtsbarkeit im Kanton St. Gallen, 2. Aufl. 2003, Rz. 587).
Unvollständig ist die Sachverhaltsfestlegung, wenn entscheidrelevante Umstände nicht
oder nicht ausreichend abgeklärt wurden (Cavelti/Vögeli, a.a.O., Rz. 587). Eine
unvollständige Feststellung des Sachverhalts ist nicht schon dann gegeben, wenn nicht
alles, was der Beschwerdeführer im Verfahren vorgebracht hat, abgeklärt worden ist
(Cavelti/Vögeli, a.a.O., Rz. 588). Mit welchen Beweismitteln der Sachverhalt
festzustellen ist, liegt vielmehr im Ermessen der Behörde. Dabei ist der Grundsatz der
Verhältnismässigkeit zu beachten, das heisst es ist das mildeste Mittel zu wählen, das
zur Erreichung des angestrebten Zwecks erforderlich ist. Die Beweismittel müssen
nicht nur geeignet und erforderlich, sondern auch zumutbar sein (Cavelti/Vögeli, a.a.O.,
Rz. 594). Eine weitere Einschränkung ergibt sich aufgrund der umfangreichen
Mitwirkungspflichten, namentlich der des Beschwerdeführers. Schwierigkeiten bei der
Beweiswürdigung ergeben sich vor allem dort, wo die Beweismittel keinen direkten
Schluss auf Tatsachen zulassen (sog. Indizienbeweis) oder wo sich Beweismittel
widersprechen (vgl. Cavelti/Vögeli, a.a.O., Rz. 615). Die freie Würdigung der Beweise ist
auf vernünftige und nachvollziehbare Gründe abzustützen (Cavelti/Vögeli, a.a.O.,
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Rz. 615). Die Gewichtung der Beweismittel soll sich aus der anzunehmenden
Übereinstimmung mit der Wirklichkeit ergeben (vgl. Cavelti/Vögeli, a.a.O., Rz. 616).
Kann eine Tatsache nicht direkt bewiesen werden, ist es zulässig, mittelbar auf diese
zu schliessen. Diesfalls müssen Umstände vorliegen, die auf die zu beweisende
Tatsache mit Sicherheit oder doch mit möglichst hoher Wahrscheinlichkeit schliessen
lassen (Cavelti/Vögeli, a.a.O., Rz. 621).
2.4. Vorliegend liegen diverse Beweismittel im Recht, auf die im Folgenden einzugehen
ist. Aus dem seitens des Beschwerdeführers eingereichten Bericht des Frauenhauses
(act. 2/6) lässt sich in Bezug auf den vorliegend relevanten Sachverhalt ableiten, dass
die Ehefrau des Beschwerdeführers (Frau B._) nach ihrem Eintritt ins Frauenhaus am
7. Dezember 2015 den Bezugspersonen im Frauenhaus berichtet hat, dass sie vom
Beschwerdeführer keine Hilfe für den Haushalt und die Kindererziehung erhalten habe,
obschon sie darum gebeten habe. Er habe ihr zudem mitgeteilt (wann ist ungewiss,
aber sicher vor August 2015), dass er seit April 2015 eine Frau habe; mit dieser habe
sie im August 2015 gesprochen. Der Beschwerdeführer sei nie respektvoll mit ihr
umgegangen. Sie habe machen müssen, was er gesagt habe. Er und seine zweite Frau
hätten ihr gesagt, dass sie einen Monatslohn als Entschädigung für die
Haushaltsarbeiten und die Kinderbetreuung bekommen würde. In der ersten
Dezemberwoche 2015 habe er sie jede Nacht stundenlang bearbeitet, damit sie eine
Bestätigung schreibe, nach der sie seine zweite Frau akzeptiere und willkommen
heisse. Sie habe sich aber geweigert, dies zu tun. Er habe ihr verboten zu weinen oder
sonstige Emotionen zu zeigen. Er sei in den letzten ein bis zwei Jahren zudem immer
wieder sexuell gewalttätig geworden. Nach der Geburt der Tochter F._ habe er ihr
verboten, psychiatrische Hilfe in Anspruch zu nehmen. Aus dem Bericht des
Frauenhauses geht hervor, dass man diese Aussagen von Frau B._ ernst nahm
beziehungsweise nicht infrage stellte. Im Frauenhaus hat man Frau B._ als äusserst
pflichtbewusst und zuverlässig erlebt. Die chronologische Zusammenstellung der
Erlebnisse von Frau B._ mit dem Beschwerdeführer (act. 2/7) beinhaltet
Vorkommnisse von physischer (Schlag; ein Glas nachgeworfen; sexuelle Gewalt [inkl.
Vergewaltigung, act. 2/7 S. 3]) und psychischer Gewalt (sexuelle Demütigung; Verbot,
Emotionen zu zeigen; Beschimpfung [verdammte Idiotin]). Auch geht daraus hervor,
dass Frau B._ am 13. August 2015 erfahren habe, dass der Beschwerdeführer im April
2015 eine zweite Frau geheiratet habe. Wiederum schrieb sie, dass der
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Beschwerdeführer sie bis vor dem 7. Dezember 2015 jede Nacht dazu gedrängt habe,
eine Bestätigung zu unterschreiben, dass sie die zweite Frau akzeptiere, was sie nicht
getan habe. Dasselbe habe er auf einer Zugfahrt von W._ nach Genf und retour getan.
Diese Aussagen widersprechen den Angaben der Ehefrau gegenüber dem Frauenhaus
nicht. Der Detaillierungsgrad der Angaben insgesamt spricht für deren Wahrheit. Auch
gegenüber dem zuständigen Familienrichter gab Frau B._ anlässlich der
Eheschutzverhandlung an, dass sie unter Druck gesetzt worden sei, eine Bestätigung
zu unterschreiben, dass sie die Zweitfrau akzeptiere (Dossier, S. 396). Der
Beschwerdeführer reichte zudem den Entscheid des Familienrichters des Kreisgerichts
W._ vom 7. März 2016 ins Recht (act. 2/8). Auch die Angaben in diesem Entscheid
widersprechen den früheren Ausführungen von Frau B._ nicht. Am 14. März 2016
wurde der Beschwerdeführer per Amtsanzeige des Einwohneramts W._ angehalten,
die Eheschutzmassnahmen zu respektieren und einzuhalten (vgl. act. 2/11). Am 29. Mai
2016 schrieb der Beschwerdeführer Frau B._ eine E-Mail (act. 2/13). Interessant an
dieser E-Mail in Bezug auf den abzuklärenden Sachverhalt ist unter anderem die
Aussage des Beschwerdeführers „I cannot bother anymore how you wear and how you
behave.“ Aus diesem Satz geht deutlich hervor, dass der Beschwerdeführer sich in der
Vergangenheit sehr wohl dafür interessierte, was Frau B._ anzog. Die Kleidung von
Frau B._ war für ihn also durchaus ein Thema. Ausserdem schrieb er „you did listen to
your ego and left the house without my permission“. Daraus geht klar hervor, dass der
Beschwerdeführer das Verlassen des Hauses ohne seine Zustimmung nicht goutiert.
Tatsächlich nicht zu hundert Prozent klar ist alleine aufgrund der Formulierung
aufgrund der systematischen Stellung dieses Satzes, ob der Beschwerdeführer
allgemein dieser Auffassung ist, nur in Bezug auf die Reisen nach Z._ oder gar in
Bezug auf das finale Verlassen des Hauses durch Frau B._. Liest man diesen Satz
allerdings in Kombination mit dem Polizeirapport betreffend Frau G._, so wird schnell
deutlich, dass die erste Interpretation diejenige sein dürfte, die am ehesten der
Wahrheit entspricht. Deutlicher aus der E-Mail hervor geht demgegenüber, dass er
Frau B._ in Bezug auf den Zeitpunkt der Scheidung drohte, wenn sie die Anzeige bei
der Polizei nicht zurückziehe. Er kündigte ihr zudem eine Überraschung an. Ausserdem
werde er sich nie erlauben, dass die Leute sagen würden, sie hätten die Frau des
Imams hier und dort gesehen („I will never allow myself to let people say we saw
Imam’s wife here and there.“). Die Frau eines Imams müsse ihn respektieren, bei ihm
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bleiben und ihn ehren („Imam’s wife will be the one who respects him, stays with him
and honor him [...].“). Dies sagte er nota bene nicht während einer funktionierenden
Ehe, sondern nach einer gerichtlichen Trennung. Er war also auch nach der
gerichtlichen Trennung der Auffassung, dass sich Frau B._ nicht frei bewegen dürfe,
sondern zu ihm zurückkommen, bei ihm bleiben und ihn ehren müsse. Darauf deutet
auch die Renovation der Wohnung hin, in deren Zusammenhang er der Möglichkeit
Ausdruck verleiht, dass sie zu ihm zurückkommen könne, falls sie daran interessiert
sei. Er informierte Frau B._, deren Rückkehr er sich offensichtlich immer noch erhoffte,
darüber, dass er sich in jedem Fall eine weitere Frau besorgen werde, nur um ihr
verständlich zu machen, dass er das dürfe und dass keine Frau ihren Mann daran
hindern dürfe („I promise you that I will definitely get another wife again just to make
you understand that I am allowed to do so and no wife is allowed to stop the
husband.“). Eine solche Äusserung hat nichts mit der vom Rechtsvertreter des
Beschwerdeführers angeführten offenen Beziehung zu, zu der sich ein Paar
einvernehmlich entschliesst. Sondern diese Äusserung drückt eine klare Haltung in
Bezug auf das Verhältnis zwischen Mann und Frau aus. Interpretationsbedürftig ist
diese Aussage keineswegs, wie der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers behauptet.
Und auch wenn der Beschwerdeführer des Englischen im Hinblick auf die Grammatik
nicht sattelfest scheint, so benützt er doch immer sehr passendes Vokabular. Wenn er
also „wife“ schreibt, so ist davon auszugehen, dass er Ehefrau meint. Mit der
behaupteten emotionalen Erregung kann eine solche Aussage nicht erklärt werden,
zumal der Beschwerdeführer es ja Frau B._ offen liess, zu ihm zurückzukehren.
Ausserdem hat sich der Beschwerdeführer nach eigenen Angaben lange Zeit gelassen
beziehungsweise lange darüber nachgedacht, die E-Mail zu schreiben („[...] to write
this email I thought very long“). Es handelt sich also keineswegs um Angaben aus dem
emotionalen Affekt heraus. Der Beschwerdeführer beklagt sich sodann sehr deutlich
darüber, dass Frau B._ seine Söhne bei einer Person lasse, die nicht Muslime sei,
wenn er doch eigentlich auf die Kinder aufpassen könnte („How dare you let my boys
with a non muslim because you go out for ur courses [...].“). Die Missachtung von
Nichtmuslimen ist dieser Aussage deutlich zu entnehmen; auch hier besteht kein Raum
für eine andere Interpretation. In der E-Mail vom 3. August 2016 wirft der
Beschwerdeführer Frau B._ sodann vor, Hilfe bei Nichtmuslimen gesucht zu haben
(act. 2/14). In dieser E Mail bekräftigt er, dass es nach Allah’s Gesetz erlaubt sei, eine
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zweite Ehefrau zu haben („[...] people will always blame you, because you are against
your husband and against of Allah’s law, because you know having the second wife is
allowed“). Auch bei dieser Aussage gibt es für den Englischkundigen keinen Raum für
Interpretationen. Denn gerade das Wort „second“ drückt die Gleichwertigkeit der
„wives“ in seinen Augen aus. Weniger klar ist, ob der Beschwerdeführer Frau B._ im
Zusammenhang mit dem ihm drohenden Entzug der Bewilligung erneut droht, indem er
sagt: „I just want to inform you that IF YOU CANCEL MY PR (Anmerkung des
Verwaltungsgerichts: permit?), which wasn’t given to me because of your work or
support, I will give you a big surprise; thing about the Swiss Permit who can renew for
you... is it the Frauenhaus who brought u to switzerland or is it ur husband.“ Klar ist
demgegenüber, dass er in diesem Schreiben bereits eine dritte Ehefrau ankündigt („I
will make sure that I will get the 3rd wife [...]“). Er wolle ihr zeigen, dass es nicht an der
Frau liege, ihren Mann daran zu hindern („its not in the women’s hand to decide or to
stop the husband“). Gemäss Schreiben von Frau B._ an das Migrationsamt vom
28. November 2016 (act. 2/9) wurde sie vom Beschwerdeführer bespuckt und hatte
Angst vor Schlimmerem. Laut ihren Angaben hatte sie nur das Kopftuch weggelassen
und er habe reagiert. Er habe dies in der Öffentlichkeit getan. Aus dem Schreiben geht
hervor, dass Frau B._ zunächst eine E-Mail an Frau I._ von W._ geschickt hatte (mit
dem Inhalt, dass der Beschwerdeführer sie bei der Ausübung des Besuchsrechts
angespuckt habe wegen ihrem neuen Look, direkt ins Gesicht). Aus den Dokumenten
geht nicht hervor, warum Frau B._ nach Frau I._ noch das Migrationsamt
kontaktierte. Auch das Schreiben von Frau B._ vom 1. Januar 2017 (act. 2/10) deutet
darauf hin, dass Frau B._ Angst vor dem Beschwerdeführer hatte. Offenbar hatte der
Beschwerdeführer ihr eine Nachricht geschickt, nach der sie unter anderem nie davon
träumen sollte, jemanden anderen zu haben, solange er lebe. Sie solle die rote Linie
beachten, eine schöne Zeit haben und aufpassen. Im Juni 2017 erfolgte laut Akten eine
Intervention im häuslichen Bereich; laut Polizeirapport war die neue Partnerin des
Beschwerdeführers (Frau G._) die Geschädigte (act. 2/12). Laut Aussagen von Frau
G._ habe der Beschwerdeführer sie durch sein Auftreten und psychische Manipulation
dazu gebracht, dass sie sich nicht mehr getraut habe, die gemeinsame Wohnung ohne
seine Zustimmung zu verlassen. Zudem habe er sie mit „Idiot“ beschimpft. In der Nacht
vom 28. bis 29. Mai 2017 war es nach Frau G._ soweit gekommen, dass er ihr gedroht
habe, dass sie die Wohnung nur noch tot verlassen werde. Sie habe darauf Zuflucht im
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Frauenhaus gesucht. Dass der Beschwerdeführer dies bestritt, macht die Angeben von
Frau G._ nicht unglaubwürdig, zumal es interessant ist, dass beide Frauen angeben,
mit demselben Vokabular beschimpft worden zu sein (Idiot/-in). Laut diesem
Polizeirapport sind Frau G._ und der Beschwerdeführer seit Anfang 2015 ein Paar. Die
Tatsache, dass die Polizei festhielt, dass Frau G._ einen sehr redseligen und
überempfindlichen Eindruck gemacht habe, bedeutet keineswegs automatisch, dass
deren Angaben unglaubwürdig sind. Denn die in solchen Situationen übliche Nervosität
kann dazu führen, dass Personen redselig und überempfindlich wirken. Die Aussagen
von Frau G._ sind im Kontext der Angaben von Frau B._ keineswegs unglaubwürdig.
So berichtete denn auch Frau G._, wie bereits Frau B._, dass der Beschwerdeführer
sehr viel ausser Haus sei. Aus dem Polizeirapport geht hervor, dass Frau G._ der
Polizei zudem mehrere Ausschnitte von englischen SMS-Nachrichten zugesandt hatte,
die das Verhalten des Beschwerdeführers aufzeigen sollten. Dies bestärkt die
Behauptung von Frau B._ im Hinblick auf die Nachricht, die sie erhalten hat. Auch
dass Personen trotz (psychischer oder physischer) Gewalt in einer Beziehung oft immer
wieder zum Partner oder zur Partnerin zurückkehren, ist gerichtsnotorisch und
bedeutet keineswegs, dass diese Gewalt nicht stattgefunden hat.
Zusammenfassend ergibt sich aus diesen grösstenteils vom Beschwerdeführer selbst
in diesem Verfahren eingereichten Beweismitteln, dass dieser durch seine Äusserungen
und sein Verhalten deutlich zu verstehen gegeben hat, dass er in Tat und Wahrheit
stark in den traditionellen Anschauungen seines Kulturkreises und seiner
Rechtsordnung verhaftet ist, wie die Vorinstanz zurecht festgestellt hat. Dies bestätigte
er übrigens anlässlich der Eheschutzverhandlung vom 17. Februar 2016 explizit (vgl.
Dossier, S. 393 ff.). Denn im Rahmen dieser Verhandlung wurde Frau B._ von seiner
Seite vorgehalten, dass sie als Muslimin wisse, dass Polygamie im Islam erlaubt sei
und sie darauf verzichtet habe, das Versprechen auf Monogamie einzuholen, weshalb
sie damit habe rechnen müssen, dass der Beschwerdeführer eine zweite Ehefrau
nehme (Dossier, S. 402). Seine Anschauungen bezüglich seiner Rechte als Mann
beziehungsweise der Pflichten der Frauen stehen in markantem Widerspruch zum
schweizerischen Recht (mit dem verfassungsrechtlich verankerten Gebot der
Gleichbehandlung der Geschlechter) sowie zu den hiesigen Wertvorstellungen. Ein
abweichendes Verhalten toleriert er bei seinen Frauen nicht. Damit kann er den
hiesigen Anforderungen an einen Imam, von dem ausländerrechtlich erwartet wird,
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dass er als Vermittler zwischen den Kulturen agiert, sich besonders gut integriert und
die schweizerische Rechtsordnung und die gesellschaftliche Wertvorstellung in der
Schweiz nicht nur achtet, sondern auch vorlebt, nicht gerecht werden.
Da beide Parteien im anstehenden Scheidungsverfahren ihre eigenen Interessen
haben, kann dies nicht alleine Frau B._ zum Nachteil gereichen beziehungsweise kann
deshalb nicht ihren Aussagen alleine die Glaubwürdigkeit abgesprochen werden. Der
Beschwerdeführer irrt daher in der Annahme, dass den Angaben von Frau B._ bereits
aus diesem Grund keinerlei Beweiswert zukomme (vgl. act. 1 S. 6). Dies kann schon
deshalb nicht sein, weil ihre Angaben mit dem Grundtenor der übrigen Beweismittel
(vor allem der sehr eindeutigen E Mails des Beschwerdeführers selbst) übereinstimmen
und kein diesen Beweismitteln widersprechendes Bild des Beschwerdeführers
zeichnen. Dass K._ dem Beschwerdeführer Recht gab in Bezug auf dessen
Befürchtung betreffend seine Reputation (act. 2/16 S. 2), ändert an diesem
Beweisergebnis nichts. Denn diese allgemeine Bestätigung kann die detaillierten und
ausführlichen gegenteiligen Beweise und Indizien nicht entkräften. Auch das Schreiben
des Sohnes C._ (vgl. act. 2/16) kann diesen überwältigenden Eindruck nicht
beseitigen, bezieht es sich doch in keiner Weise auf die Weltanschauungen des Vaters
und dokumentiert nur die Zerrissenheit des Kindes zwischen seinen Eltern. Was der
Vater mit den Videos und dem eingereichten Foto (act. 2/20-27) in Bezug auf seine
Weltanschauung (vor allem in Bezug auf das Verhältnis Mann und Frau) abzuleiten
versucht, ist sodann unerklärlich. Alleine aus den Aufnahmen kann nicht auf seine
Einstellung zu Frauen geschlossen werden, zumal seine Frau an diesen Anlässen das
von ihm geforderte Kopftuch trug und ihn nicht mit westlicher Kleidung etc.
„provozierte“. Die Videos deuten somit bestenfalls an, dass sie sich im Fall ihrer
Compliance mit seinen Vorgaben sicher fühlt. Im Übrigen kann man aus der Tatsache,
dass sie vielleicht tatsächlich nach wie vor hin und her gerissen war in Bezug auf ihre
Ab- und Zuneigung dem Beschwerdeführer gegenüber, nicht darauf schliessen, dass
ihre Angaben falsch waren. Denn diese Ambivalenz ist typisch in dysfunktionalen
Beziehungen mit Gewaltanteil. Auch wenn der Beschwerdeführer in den Medien ein bis
zwei Mal in einer Art in Erscheinung getreten ist, die auf den ersten Blick darauf
hindeutet, dass er sich an die ihm aufgelegten Integrationsvorgaben hält, wird doch auf
den zweiten Blick aufgrund der übrigen, im Detail analysierten Beweismittel klar, dass
man sich beim ersten Blick getäuscht hat. Im Übrigen geht z.B. hinsichtlich der
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gemeinsamen offenen Tür mit der katholischen Pfarrei X._ aus dem vom
Beschwerdeführer angeführten Internetartikel hervor, dass es nicht der
Beschwerdeführer, sondern die Pfarrei war, die beschlossen hatte, die Kontakte zu
intensivieren. Ausserdem ging es dabei in erster Linie darum, Vorurteile gegenüber der
Kirche abbauen zu können. Man wollte seitens der Pfarrei offenbar den jungen
Muslimen im Quartier die Scheu nehmen, die Kirche zu betreten. Und der Artikel _
stellt letztlich vor allem ein Plädoyer für eine Imam-Ausbildung in der Schweiz dar.
Auf die Befragung der inzwischen offenbar mit dem Beschwerdeführer
zusammenlebenden Frau G._ durfte die Vorinstanz in antizipierter Beweiswürdigung
verzichten, da Frau G._ entweder an ihren Aussagen gemäss Polizeirapport
festgehalten oder diese plötzlich zu Gunsten des Beschwerdeführers bestritten hätte.
Eine solche Bestreitung wäre angesichts des vorliegenden Polizeirapports wenig
glaubwürdig gewesen und die Bestätigung der Angaben im Polizeirapport hätte das
vorliegende Beweisergebnis gestützt. Welche weiteren Beweise die Vorinstanz hätte
erheben (lassen) sollen, wurde seitens des Beschwerdeführers im Rahmen der
Beschwerde nicht spezifiziert. Eine Einvernahme aller Muslime der Region wäre
eindeutig unzumutbar.
Die Vorinstanz hat den Sachverhalt damit in Übereinstimmung mit der
Untersuchungsmaxime erstellt und die Beweismittel insgesamt keineswegs willkürlich,
sondern angemessen gewürdigt. Sie hat das Vorliegen des Widerrufsgrunds nach
Art. 62 Abs. 1 lit. c AuG zurecht bejaht.
3.
3.1. Der Beschwerdeführer bringt vor, dass die Interessenabwägung nicht sorgfältig
vorgenommen worden sei. Zu beachten gewesen wären seiner Auffassung nach die in
den Medien dokumentierten Integrationsbemühungen. Zudem bezahle er trotz seiner
finanziellen Schwierigkeiten den Deutschkurs an der Benedict Schule selbst, damit er
seine Integration vorantreiben könne. Obwohl er als Imam häufig unterwegs sei, habe
er seine Wurzeln mittlerweile in der Schweiz.
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3.2. Vorliegend ist es so, dass ein sehr gewichtiges öffentliches Interesse daran
besteht, dass der Beschwerdeführer, der als Imam und damit als öffentliche Person die
Rechtsordnung und insbesondere die Verfassungsvorgaben der Schweiz nicht
respektiert, das Land verlässt. Denn die Verbreitung seines „Vorbilds“ unter den
Muslimen (massive Zurückweisung der Grundwerte der Schweizer Verfassung) mit
seiner offenbaren Missachtung der schweizerischen Rechtsordnung und dem Primat
von „Allah’s Gesetz“, wie es vom Beschwerdeführer genannt wird, könnte zu massiven
sozialen Unruhen in der Schweiz führen und die innere Sicherheit des Landes erheblich
gefährden. Angesichts dessen ist das öffentliche Interesse daran, dass die Kinder des
Beschwerdeführers nicht von der öffentlichen Hand finanziert werden müssen, falls
dieser keinen Kinderunterhalt mehr bezahlen könnte, vernachlässigbar.
3.3. Wie der Beschwerdeführer selbst einräumt, hat er den längeren Teil seines Lebens
in seinem Heimatland verbracht (act. 6 S. 18). Konkret reiste er im Alter von 26 Jahren
in die Schweiz ein. Zudem räumt er ein, häufig in den Kosovo gereist zu sein, vor allem
um seine Eltern zu besuchen, die an Diabetes leiden. Zusammen mit den obigen
Ausführungen in Bezug auf die kulturelle und rechtliche Integration deutet somit alles
darauf hin, dass der Beschwerdeführer im Kosovo nach wie vor sehr gut integriert ist.
In der Schweiz hingegen lässt seine Integration stark zu wünschen übrig, vor allem in
Bezug auf die hiesige Rechtsordnung sowie die kulturellen Aspekte. In finanzieller
Hinsicht ist es so, dass der Beschwerdeführer trotz seiner angesehenen Funktion als
Imam offenbar immer wieder unter finanziellen Problemen leidet (vgl. z.B. act. 6/1.3.9)
und das Bezahlen eines Deutschkurses mittels eigener Erwerbseinkünfte als
Integrationsleistung betrachtet. Dem ist aber nicht so. Das Bezahlen der eigenen
Rechnungen mittels des eigenen Erwerbseinkommens ist normal und wird
grundsätzlich erwartet und kann dem Beschwerdeführer deshalb nicht als besondere
Integrationsleistung angerechnet werden. Dies schon deshalb, weil es so wohl nicht
richtig ist, denn das Migrationsamt scheint ihm einen erheblichen Teil der Kosten
zurückbezahlt zu haben (Dossier, S. 164 ff.). Dass er im Kosovo keine berufliche
Perspektive hat, hilft dem Beschwerdeführer nicht, da dies sehr vielen Kosovarinnen
und Kosovaren genauso ergeht. In privater Hinsicht spricht für seinen Verbleib in der
Schweiz vor allem die Verbindung zu seinen Kindern.
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In Bezug auf seine Kinder gilt es zu beachten, dass Art. 8 der Europäischen Konvention
zum Schutze der Menschenrechte und Grundfreiheiten (SR 0.101, EMRK) keinen
eigenständigen Anspruch auf Aufenthalt in einem bestimmten Staat vermittelt (vgl.
BGer 2C_867/2016 vom 30. März 2017, E. 2.1.). Art. 8 EMRK steht insbesondere einer
Massnahme nicht entgegen, die wie vorliegend in einer demokratischen Gesellschaft
für die nationale Sicherheit und die öffentliche Ordnung notwendig erscheint (BGE 137 I
249 E. 4.1.1). Vor allem bei Kindern wie denen des Beschwerdeführers, die nicht
Schweizer Bürger sind, sondern lediglich über eine Aufenthaltsbewilligung (vgl. Art. 43
AuG betreffend die Kinder mit seiner neuen Partnerin, Frau G._) und damit über kein
gefestigtes Anwesenheitsrecht in der Schweiz verfügen, und zudem in einem Alter sind,
in dem sie sich sehr wohl problemlos im Kosovo oder an einem anderen Ort einleben
könn(t)en, geht das Bundesgericht regelmässig davon aus, dass es ihnen zumutbar ist,
das Lebensschicksal des Sorge- beziehungsweise Obhutsberechtigten zu teilen und
diesem hierfür gegebenenfalls ins Ausland zu folgen, falls ihm denn die elterliche Sorge
beziehungsweise Obhut betreffend die Kinder mit seiner Ehefrau zugeteilt würde (BGE
137 I 250 E. 4.2.1). Dies gilt auch für die Kinder mit Frau G._ und für Frau G._, die
allerdings auch in der Schweiz bleiben kann, zumal sie hier über eine
Niederlassungsbewilligung EU/EFTA verfügt. Das Familienleben mit seinen Kindern und
allenfalls mit seiner Partnerin ist mindestens in Form von Besuchskontakten und mittels
elektronischer Medien weiterhin möglich. Im Fall von Frau G._ ist sogar denkbar, dass
sie die Ausreise mit dem Beschwerdeführer einem weiteren Verbleib hier vorzieht. Aus
ihrer Niederlassungsbewilligung kann der Beschwerdeführer keinen Anspruch auf einen
weiteren Verbleib in der Schweiz ableiten, da die beiden nicht verheiratet sind und
Art. 8 EMRK deshalb nicht anwendbar ist, zumal die qualifizierten Anforderungen für
die Anwendung von Art. 8 EMRK auf ein Konkubinat vorliegend nicht erfüllt sind. Denn
die Beziehung wird noch nicht seit 15 Jahren gelebt und es deutet nichts auf eine
unmittelbar bevorstehende Hochzeit hin (vgl. Verwaltungsgericht ZH, VB.2015.00473,
Urteil vom 16. Dezember 2015, E. 2).
3.4. Das öffentliche Interesse am Widerruf der Aufenthaltsbewilligung überwiegt die
privaten Interessen des Beschwerdeführers damit deutlich. Eine Verletzung von Art. 8
EMRK ist nicht erkennbar. Eine Verwarnung ergibt in vorliegendem Fall keinen Sinn,
zumal es sich bei den in Theorie und Praxis verankerten Überzeugungen des
Beschwerdeführers hinsichtlich des Verhältnisses zwischen Mann und Frau im
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Allgemeinen um tiefgreifende innere Identifikationswerte handelt, die ein Mensch nicht
einfach auf Befehl abstellen kann. Eine Verwarnung stellt daher in diesem speziellen
Fall kein geeignetes Mittel dar, um den öffentlichen Interessen zu entsprechen.
4. Die Beschwerde ist demzufolge abzuweisen.
5. Dem Verfahrensausgang entsprechend hat der Beschwerdeführer die amtlichen
Kosten des Beschwerdeverfahrens zu tragen (Art. 95 Abs. 1 VRP). Eine
Entscheidgebühr von CHF 2‘000 ist angemessen (Art. 7 Ziff. 222 der
Gerichtskostenverordnung, sGS 941.12). Zufolge bewilligter unentgeltlicher
Prozessführung gehen die Kosten zulasten des Staates (vgl. Art. 99 Abs. 2 VRP in
Verbindung mit Art. 122 Abs. 1 lit. b ZPO).
Vor Verwaltungsgericht wurde die unentgeltliche Rechtsverbeiständung gewährt
(vgl. Art. 99 Abs. 1 VRP). Damit wird die staatliche Honorarordnung für die Vorbereitung
und Durchführung des Verfahrens der Verwaltungsrechtspflege angewandt (Art. 30
lit. b Ziff. 2 des Anwaltsgesetzes; sGS 963.70, AnwG). Bei unentgeltlicher
Prozessführung wird das Honorar um einen Fünftel herabgesetzt (Art. 31 Abs. 3 AnwG).
In der Verwaltungsrechtspflege beträgt das Honorar vor Verwaltungsgericht pauschal
CHF 1'000 bis 12'000 (Art. 22 Abs. 1 lit. b der Honorarordnung für Rechtsanwälte und
Rechtsagenten; sGS 963.75, HonO). Innerhalb des für eine Pauschale gesetzten
Rahmens wird das Grundhonorar nach den besonderen Umständen, namentlich nach
Art und Umfang der Bemühungen, der Schwierigkeit des Falles und den
wirtschaftlichen Verhältnissen der Beteiligten, bemessen (Art. 19 HonO). Der
Rechtsvertreter hat keine Kostennote eingereicht. Angemessen erscheint vorliegend
ein gekürztes Honorar von CHF 1‘600 zuzüglich Barauslagen von pauschal CHF 80
(vier Prozent von CHF 2‘000; Art. 28 HonO) und 7,7 Prozent Mehrwertsteuer (Art. 29
HonO).