# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 515934dd-fee3-41c1-8560-c53feac2c599
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2014
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
Die im Jahre 1957 geborene
X._
ist gelernte Kosmetikerin und war seit 1990 hauptberuflich als Hauspflegerin für die
Y._
erwerbstätig (
Urk.
9/2 S.
5). Infolge nachhaltiger Beschwerden im linken Knie musste
sie
sich
im Mai 1998, Oktober 2005 und Januar 2006
operativen Eingriffen unterziehen
(
Urk.
9/39 S.
2). In diesem Zusammenhang meldete sie sich am 3
1.
Januar 2006
bei der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, zum
Leis
tungs
bezug
an, unter Hinweis darauf, dass sie auch am rechten Knie an einem
Knor
peldefekt
leide (
Urk.
9/39 S. 6 f.).
In der Folge klärte diese den medizini
schen Sachverhalt ab, insbesondere gab sie ein orthopädisches Gutachten in Auftrag (Gutachten vom 1
2.
Januar 2008,
Urk.
9/39). Mit Verfügung vom 2
2.
Mai 2008
sprach sie der Versicherten für die Zeit vom
1.
Dezember 2007 bis 3
1.
Januar 2008
e
ine halbe Rente zu (
Urk.
9/47).
Bereits
am 1
4.
Mai 2008 musste sich
die Versicherte
erneut einer Operation am linken Knie unterziehen (
Urk.
9/64).
Unter Hinweis auf eine
weitere
Verschlechterung des Gesundheitszustandes Mitte 2009 sowie im August 2010 meldete sich die Ver
si
cherte am
6.
Oktober 2010 erneut bei der IV-Stelle zum Leistungsbezug an
(
Urk.
9/64).
Am 1
9.
November 2010 musste sie sich einer erneuten Operation am
linken Knie unterziehen (
Totalendoprothese
,
Urk.
9/83 S.
6).
Mit Vorbe
scheid vo
m
1
1.
Oktober 2011 stellte die IV-Stelle
die Ausrichtung einer halben Rente für die Zeit vom
1.
Mai bis 3
1.
Juli 2008 sowie einer ganzen Rente für die Zeit vom
1.
August 2008 bis 3
1.
August 2011 in Aussicht (
Urk.
9/100). Mit Verfügungen
vom
1.
Juni 2012 wurde dieser Entscheid bestätigt
(
wobei anzu
merken ist, dass die
betragliche
Festsetzung per August 2008 lediglich einer halben Rente ent
spricht
[Urk.
9/146 ff.,
Urk.
2
]
).
2.
Dagegen erhob der Vertreter der Versicherten am 2
1.
Juni 2012 Beschwerde und beantragte, es sei
der Beschwerdeführerin ab
1.
September 2011 weiterhin eine
ganze Rente zuzusprechen, unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu
Lasten der
Beschwerdegegnerin. In prozessualer Hinsicht
wurde beantragt, es
sei eine öffentliche Verhand
lung durchzuführen
(
Urk.
1 S. 2).
Unter Hinweis auf die Stellungsnahmen des RAD vom 2
6.
August und 1
4.
De
zember 2011 beantragte die Beschwerdegegnerin Abweisung der Be
schwer
de (
Urk.
8).
Am 2
3.
Oktober 2012 verzichtete der Vertreter der Beschwer
deführerin auf die Durchführung einer öffentlichen Verhandlung (
Urk.
11).
Mit Beschluss vom 1
5.
Januar 2014 wurde d
er
Beschwerdeführerin
Gelegenheit eingeräumt, um zu der vom Gericht in Aussicht gestellten Rückweisung der
Sache an die Verwaltung zur weiteren Abklärung Stellung zu nehmen oder die Be
schwerde zurückzuziehen
(
Urk.
12). Mit Schreiben vom 2
1.
Juni 2012 (richtig: 2014) hielt der Vertreter der Beschwerdeführer
in
an den beschwerdeweise ge
stellten Anträgen fest, unter Hinweis darauf, dass auf eine Rückweisung zu wei
teren Abklärungen für die Zeit vom 1
4.
Mai 2008 bis 3
1.
August 2011 zu ver
zichten sei (
Urk.
16).
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze
oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (
Art.
8
Abs.
1
des Bundesgesetzes über den All
gemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts;
ATSG). Die Invalidität kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (
Art.
4
Abs.
1
des Bun
des
ge
setzes über die Invalidenversicherung;
IVG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Be
ei
nträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verur
sachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommen
den ausgeglichenen Arbeitsmarkt (
Art.
7
Abs.
1 ATSG). Für die Beur
teilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesund
heitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfä
higkeit liegt zu
dem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (
Art.
7
Abs.
2 ATSG).
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie körperliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von
Art.
4
Abs.
1 IVG in Verbindung mit
Art.
8 ATSG bewirken. Nicht als Folgen eines psychischen Gesundheitsschadens und damit invalidenversicherungsrechtlich nicht als rele
vant gelten Einschränkungen der Erwerbsfähigkeit, welche die versicherte Per
son
bei Aufbietung allen guten Willens, die verbleibende Leistungsfähigkeit zu ver
werten, abwenden könnte; das Mass des
Forderbaren
wird dabei weitgehend ob
jek
tiv bestimmt. Festzustellen ist, ob und in welchem Umfang die Ausübung
einer Erwerbstätigkeit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt mit der psychi
schen
Beeinträchtigung vereinbar ist. Ein psychischer Gesundheitsschaden führt also nur soweit zu einer Erwerbsunfähigkeit (
Art.
7 ATSG), als angenommen werden
kann, die Verwertung der Arbeitsfähigkeit (
Art.
6 ATSG) sei der versi
cherten Per
so
n sozial-praktisch nicht mehr zumutbar (BGE 131 V 49 E. 1.2 mit Hin
weisen).
1.2
Die seit dem 1. Januar 2004 massgeblichen Rentenabstufungen geben bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 Prozent Anspruch auf eine
Viertelsrente
, bei
einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 Prozent Anspruch auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 Prozent Anspruch auf eine
Dre
i
viertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 Prozent An
spruch auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
Die rückwirkend ergangene Verfügung über eine befristete oder im Sinne einer
Reduktion abgestufte Invalidenrente umfasst einerseits die Zusprechung der Leis
tung und andererseits deren Aufhebung oder Herabsetzung. Letztere setzt vor
aus, dass Revisionsgründe (BGE 133 V 263 E. 6.1 mit Hinweisen) vorliegen, wo
bei der Zeitpunkt der Aufhebung oder Herabsetzung nach Massgabe des analog anwendbaren (AHI 1998 S.
121 E.
1b mit Hinweisen)
Art.
88a
der Ver
ordnung
über die Invalidenversicherung (
IVV
)
festzusetzen ist (vgl. BGE 121 V 264 E.
6b/
dd
mit Hinweis). Ob eine für den Rentenanspruch erhebliche Ände
rung des Invaliditätsgrades eingetreten und damit der für die Befristung oder Abstu
fung erforderliche Revisionsgrund gegeben ist, beurteilt sich durch Ver
gleich des
Sachverhalts im Zeitpunkt der Rentenzusprechung oder des
Renten
beginns
mit demjenigen zur Zeit der Aufhebung beziehungsweise Herabsetzung der Rente (BGE 125 V 413 E.
2d am Ende, 369 E.
2, 113 V 273 E.
1a, 109 V 262 E.
4a, je mit Hinweisen; vgl. BGE 130 V 343 E.
3.5).
Spricht die Verwaltung der versicherten Person eine befristete Rente zu und wird
beschwerdeweise einzig die Befristung der Leistungen angefochten, hat dies nicht
eine Einschränkung des Gegenstandes des Rechtsmittelverfahrens in dem Sinne zur Folge, dass die unbestritten gebliebenen Bezugszeiten von der Beurteilung ausgeklammert blei
ben (BGE 125 V 413 f. E. 2d mit Hinweisen). Die gerichtliche Prüfung hat viel
mehr den Rentenanspruch für den gesamten verfügungsweise geregelten Zeit
raum und damit sowohl die Zusprechung als auch die Aufhebung der Rente zu erfassen (Urteil des Bundesgerichts I 526/06 vom 31. Oktober 2006 E. 2.3 mit Hinweisen).
1.4
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im
Be
schwerdefall
das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebe
nenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 256 E. 4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden kön
nen (BGE 125 V 261 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E. 4b/cc).
Das Gericht hat den Sachverhalt von Amtes wegen festzustellen und demnach zu prüfen, ob die vorliegenden Beweismittel eine zuverlässige Beurteilung des strittigen Leistungsanspruches gestatten. Hinsichtlich des Beweiswertes eines
Arzt
berichtes
ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfas
send ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwer
den berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist,
in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der
medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Ex
perten
b
egründet sind (BGE 125 V 352 E. 3a, 122 V 160 f. E
.
1c, je mit Hinwei
sen).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete die angefochtene Verfügung damit, dass ab Mai 2008 wieder von einer erheblich eingeschränkten Arbeitsfähigkeit der Be
schwerdeführerin auszugehen sei, was bis Ende Juli 2008 infolge Wiederaufle
bens der Rente zu einem Anspruch auf eine halbe Rente führe. Danach sei
im er
werblichen Bereich
bis zum 3
1.
August 2011 von einer vollständigen Arbeits
unfähigkeit auszugehen, was bei einer Quali
fikation
als zu
70 respektive 80
%
Erwerbstätige
für diesen Zeitraum zu einem Anspruch auf eine ganze Rente führe. Ab
1.
September 2011 sei im erwerblichen Bereich
(80 %)
von einer
Ein
schränkung
von 20
%
auszugehen, was bei einer im Haushalt uneinge
schrän
kten Leistungsfähigkeit zu einem rentenausschliessenden Invaliditätsgrad von 16
%
führe (
Urk.
2).
2.2
Demgegenüber machte der Vertreter der Beschwerdeführerin im Wesentlichen geltend, dass allein die Einstellung der Leistungen per
1.
September 2011 bean
standet werde. Dabei sei gestützt auf die Einschätzungen von
Dr.
med.
Z._
und
Dr.
med.
A._
bis zum 3
1.
Mai 2012 von einer schwankenden Ar
beits
un
fähigkeit von 50 bis 100
%
auszugehen, was zu
m Anspruch auf eine ganze
Rente führe. Ab
1.
Juni 2012 sei
von einer 50%igen Arbeitsfähigkeit auszu
geh
en,
was im Übrigen auch durch die Ergebnisse eines Arbeitsversuches bestätigt werde. Zudem sei zu beachten, dass die Beschwerdeführerin ohne ge
sund
heit
liche
Beschwerden eine 100%ige Erw
erbstätigkeit aufgenommen hätte, was – ausgeh
end
von einem
Valideneinkommen
von
Fr.
85‘020.-- sowie einem
leidens
be
dingten
Abzug von 15
%
- ab
1.
Juni 2012
zu einem Invaliditätsgrad von 73
%
führe.
Aber
a
uch bei Anwendung der
von der Verwaltung gewählten
gemisch
ten Methode sei noch immer ein Invaliditätsgrad von mindestens 60
%
aus
ge
wiesen, was zu einem Anspruch auf eine
Dreiviertelsrente
führe.
In seiner Stellungnahme vom 2
1.
Juni 2012 führte der Vertreter der Be
schwer
deführerin
bezüglich der in Aussicht gestellten Rückweisung der Sache
an die
Verwaltung
zu weiteren Abklärungen aus, dass gestützt auf die Stellungnahmen
des RAD vom 1
7.
Februar und 1
5.
Juli 2011 im Zeitraum Mai 2008 bis August 2011
von einer vollständigen Arbeitsunfähigkeit auszugehen sei, so dass sich wei
tere Ab
klärungen erübrigen würden (
Urk.
16).
3.
3.1
Für den Zeitraum nach der Knieo
peration vom 1
4.
Mai 2008 bis Ende August 2011 ging die Beschwerdegegnerin – zumindest im erwerblichen Bereich – ge
stützt
auf die Einschätzung
en
des RAD von einer volls
tändigen Arbeitsun
fähig
keit aus. Dieser
Beurteilung
schloss sich der Vertreter der Beschwerdeführerin in sei
ner Stellungnahme vom 2
1.
Juni 2013 an, indem er darauf hinwies, dass die ausführlichen Stellungnahmen des RAD vom 1
7.
Februar und 1
5.
Juli 2011 eine genügende Grundlage
für einen Rentenentscheid bilden würden (
Urk.
16 S. 3).
3.2
Der Stellungnahme von
Dr.
med.
B._
, Facharzt FMH für Orthopädische
Chirurgie und Traumatologie (RAD), vom 1
7.
Februar 2011 ist zu entnehmen, dass sowohl in der bisherigen als auch einer angepassten Tätigkeit ab 1
5.
Mai 2008 von einer vollständigen Arbeitsunfähigkeit auszugehen
ist
. Gemäss dem
Arzt
bericht
von
Dr.
med.
Z._
, Teamleiter Kniechirurgie an der
C._
,
vom
2.
Februar 2011 sei
eine weitere Operation geplant;
ein entspre
chen
der Verlaufsbericht sei in sechs Monaten einzuholen (
Urk.
9/98 S. 5).
Dr.
med.
D._
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie (RAD), hielt in seiner Stellungnahme vom 1
5.
Juli 2011
dafür
, dass
entsprechend der Ein
schätzung vom 1
7.
Februar 2011 in einer angepassten Tätigkeit ab dem 1
5.
Mai 2008 von einer vollständigen Arbeitsunfähigkeit auszugehen sei. Auf
grund einer am 2
2.
Juni 2011 erfolgten Untersuchung der Beschwerdeführerin bei
Dr.
med.
A._
, Facharzt FMH für Innere Medizin,
könne nun aber doch
mit überwiegender Wahrscheinlichkeit von einer deutlichen Verbesserung des Ge
sundheitszustandes ausgegangen werden, welche die Durchführung von be
ruf
lichen Massnahmen ermöglichen würde. Für eine optimal angepasste Tä
tig
kei
t
bestehe spätestens ab 2
2.
Juni 2011 eine 100%ige Arbeitsfähigkeit (
Urk.
9/98 S.
7).
4.
4.1
Entgegen den Ausführungen des Vertreters der Beschwerdeführerin
– und unter dem Hinweis darauf, dass die gerichtliche Prüfung auch den Zeitraum von Mai
2008 bis August 2011 zu erfassen hat (vgl. E. 1.3 Abs.
2
h
ievor
) – ist festzu
hal
ten
,
dass
die
vor
genannten Einschätzungen des RAD keine
rechtsgenüg
lichen
Akten
beurteilun
gen
dar
stellen
, insbesondere da keine echtzeitlichen medizinischen
Un
terlagen
beurteilt wurden. Allein aufgrund einer Verbesserung der gesund
heit
lichen Situation im Juni 2011
aber
kann
nicht
–
ohne
Ei
nholung
weitere
r
medi
zinische
r
Akten – für einen rückwirkenden Zeitraum von mehr als drei Jahren von einer vollständi
gen Arbeitsunfähigkeit der Beschwerdeführerin ausgegang
en
werden.
Für die Zeit zwischen der O
peration vom 1
4.
Mai 2008
und
der erneuten An
mel
dung zum Leistungsbezug
vom
6.
Oktober 2010
ergibt sich aufgrund der vor
liegenden Akten der
f
olgende berufliche und medizinische Sachverhalt: A
m 1
4.
Mai 2008
musste sich die Beschwerdeführerin
wie besagt
einem operativen Eingriff unterziehen (Wechsel
Trochleakomponente
und
Patellaersatz
,
patello
fe
mo
rale
Knieprothese links; Urk.
9/64). Dem Austrittsbericht vom 1
9.
Mai 2008
ist dabei zu entnehmen, dass sich der postoperative Verlauf problemlos gestal
te
t
e
. Die Patientin habe unter phys
iotherapeutischer Anleitung gut mobilisiert wer
den können und sei in der Folge rasch an Gehstöcken mobil gewesen. Während vier Wochen sei mit einer Teilbelastung mit halbem Körpergewicht fortzufahren, danach
sei
auf Vollbelastung
überzugehen
. Die Fadenentfernung solle in zwei Wochen durch den Hausarzt erfolgen, die klinische und radiologische Kontrolle am 1
0.
Juli 2008 in
der
Kniesprechstunde
(
Urk.
9/64 S.
4).
Dem
Verlaufsproto
koll
Arbeitsvermittlung vom
2.
Juni 2008 ist zu entnehmen, dass die Beschwer
de
führerin weiterhin zu 50
%
für die
Y._
arbeitete
und daneben noch zu 20
%
im Bereich Haus- und Fusspflege tätig
war
. Eine Arbeitsvermittlung sei nicht erwünscht (
Urk.
9/51).
Mit
Schreiben vom 1
3.
Juni 2008
teilte die Be
schwerdeführer
in
demgegenüber
mit
, dass es ihr längerfristig nicht möglich sei
n werde, zu 50
%
für die
Y._
zu arbeiten, da diese Tätigkeit eine grosse ge
sundheitliche Belastung darstelle. Aufgrund ihres Gesundheitszustandes, ihres Alters sowie des beruflichen Hintergrundes benötige sie eine fachgerechte Be
rufsberatung und Arbeitsvermittlung (
Urk.
9/53). Der Aktennotiz vom 2
3.
Juni 2008 ist wiederum zu entnehmen, dass auf eine Arbeitsvermittlung verzichtet w
u
rd
e
(
Urk.
9/55).
Im Rahmen der Wiederanmeldung zum Leistungsbezug am
6.
Oktober 2010 gab die Beschwerdeführerin an, dass es seit Mitte 2009 zu einer Verschlechterung des gesundheitlichen Zustandes gekommen sei, seit August 2010 mit stark ein
geschränkter Belastungsfähigkeit und starken Schmerzen in Knie und Ellbogen, was zur Kündigung geführt habe (
Urk.
9/66 S. 8). Dem Be
richt der
C._
vom 1
2.
Oktober 2010 ist dabei zu entnehmen, dass der Verlauf bis im August des
betreffenden
Jahres recht gewesen, es dann aber zu einer plötzlichen massiven Schmerzsymptomatik mit sofortigem Anschwellen des Kniegelenkes
ge
kommen
ist
, auch mit blockadeähnlichen Symptomen. Die MRI-Abklärung habe
einen
chondralen
Defekt am medialen
Femurkondylus
bei vorbestehender be
ginnender medialer
Varusgonarthrose
gezeigt, bei bis heute anhalt
enden Be
schwerden. Erschwerend komme hinzu, dass der Patientin auf
grund von ver
schi
e
denen A
bwesenheiten (zwischenzeitlich noch chirurgische Behandlung einer
Ellbogen-
Tend
inopathie
) gekündigt worden sei. Trotz des jungen Alters der Pa
tientin sei die Implantation einer
Knietotalendoprothese
wohl die einzig sinn
volle Alternative. Unter den gegebenen Umständen sei si
cher eine
Weiterver
mittlung
nicht möglich und es müsse von einer theoreti
schen Arbeitsunfähig
keit von 100
%
ausgegangen werden
(
Urk.
9/70 S. 6).
4.2
Die vorliegenden Akten zeigen, dass sowohl der berufliche als auch der medi
zi
nische Sachverhalt für die Zeit vom 1
4.
Mai 2008 bis zur Wiederanmeldung praktisch nicht abgeklärt wurde. So ist zwar ersichtlich, dass die Beschwerde
führerin offenbar s
chon
kurz nach der Operation wieder erwerbstätig war, was für
eine erhebliche Arbeitsfähigkeit spräche; für die Zeit ab Juli 2008 fehlen aber je
gliche
Angaben über die effektiv ausgeübte Tätigkeit.
Auch die medizinischen Akten dokumentieren anfangs
einen
regel
rechten Verlauf
, wobei zur verbl
ie
be
nen Arbeitsfähigkeit echtzeitliche Angaben fehlen. Zumindest im Rahmen der
postoperativen Verlaufskontrollen dürften aber die effektive sowie die zumut
bare
Tätigkeit thematisiert worden sein. Die vorliegenden Akten legen
zudem
für den Zeitraum vom 1
4.
Mai 2008 bis
zumindest
August 2010
k
eine vollständige Ar
beitsunfähigk
eit der Beschwerdeführerin nahe.
D
er be
rufliche und medizinische Sachverhalt für diesen Zeitraum
bedarf
der
weiteren Abklä
rung. D
ie
echt
zeit
li
chen
ärztlichen Berichte
sind
anschliessend im Rahmen eines
– ohnehin nötigen -
orthopädischen Gutachtens
zu
würdig
en
.
5
.
5
.1
Aufgrund der ausgewiesenen Verschlechterung der Kniebeschwerden ab August 2010 wurde am 1
9.
November 2010 erneut ein operativer Eingriff nötig (Entfer
nung der
Trochleakomponente
der
pate
llofemoralen
Prothese, computer
assistierte
Knie-
Totalendoprothese
links).
In seinem Operationsbericht vom 1
9.
No
vem
ber 2010 hielt
Dr.
Z._
(
Klinik C._
)
fest, dass es nach der letzten Operation zu einem deutlich verbesserten Verlauf gekommen sei, mit allerdings immer noch
vorhandenen
Restbeschwer
den
. Die MRI-Untersuchung habe eine
n
grosse
n
Knorpelflake
am medialen
Femur
kondylus
gezeigt. Bei fehlender
Hei
lungst
endenz
mit
persistierender
invalidi
sierender
Schmerzsymptomatik sei das
Ein
setzen einer
Totalendoprothese
ange
zeigt.
Postoperativ sei während vier Wochen mit dem halben Körpergewicht zu belasten, danach Übergang zur vollen
Belastung (
Urk.
9/81 S. 6).
5
.2
Am
1
8.
Februar 2011 berichtete
Dr.
Z._
über einen insge
samt erfreulichen Ver
lauf. Am ehesten würden noch
in der Nacht Schmerzen bestehen;
tagsüber unter
Belastung bei Bewegung habe die Patientin sehr
wenig
Beschwerden. Unter
Be
lastungszunahme
des rechten Knies sei es dort zu einer Schmerzsymptomatik
gekommen,
welche
die Beschwerdeführerin in den n
ächsten Wochen beobach
ten
werde
(
Urk.
9/82).
5
.3
Dr.
A._
hielt im
Bericht vom
5.
Juli 2011 fest, dass es nach
ini
tialer
Besserung nun wieder zu einer leichten Verschlimmerung gekommen sei. Nach grösseren Belastungen in
der
Tätigkeit als Pflegerin bei der
Y._
sei es zu Schwellungen und Schmerzen gekommen. Zum jetzigen Zeitpunkt sei die Um
schulung auf eine körperlich leichtere Tätigkeit angezeigt; in den alltägli
chen
Lebensverrichtungen würden k
eine Einschränkungen bestehen (Datum der letzten
ärztlichen Kontrolle: 2
2.
Juni 2011;
Urk.
9/83).
5
.4
Dr.
D._
(RAD) führte in seiner Stellungnahme vom 1
5.
Juli 2011 gestützt auf die Untersuchung von
Dr.
A._
aus, dass medizinisch-theoretisch ab dem 2
2.
Juni 2011 für eine optimal angepasste
Tätigkeit
von einer 100%igen Ar
beitsfähigkeit ausgegangen werden könne (
Urk.
9/98 S. 7).
5
.5
Im
Bericht vom 2
3.
August
2011 führte
Dr.
Z._
aus, dass
die Beschwer
de
füh
rerin bei anfänglich gutem Verlauf versucht habe, ihre Arbeit im Pflege
beruf wieder aufzunehmen, wobei es innerhalb von Wochen zu einer massiven Ver
schlech
terung gekommen sei mit persistierenden
belastungsab
hängigen
Schmer
zen
und zum Teil auch in Ruhe. Bei anfänglicher 50%iger Arbeitsfähigkeit habe
sie die Arbeit vor einigen Wochen beenden müssen. Die
Schmerzex
azerbation
sei
weder klinisch noch radiologisch klar, ausser dass die Beschwer
deführerin eine
deutliche Mehrbelastung erfahren habe. Vor diesem Hintergrund sei
die Atte
stie
rung einer
vollständige
n
Arbeitsunfähigkeit für drei Monate bis zum 2
0.
No
vem
ber 2011
sinnvoll
(
Urk.
9/87).
5
.6
Mit Bericht vom
4.
Oktober 2011 hielt
Dr.
Z._
fest, dass die verordnete Ruhe mit Physiotherapie nur bedingt zu einer Beschwerdelinderung geführt habe.
Mittel
s
MRI- und CT-Abklärung soll
t
en nun die Ursachen für die Beschwerden aufgespürt werden. Sofern kein pathologischer Grund gefunden werden könne,
müsse mit persistierenden Restbeschwerden gerechnet werden, welche höchstens symptomatisch angegangen werden könnten.
5
.7
Dem ärztlichen Zeugnis von
Dr.
A._
vom 2
0.
Juni 2012 ist zu entneh
men,
dass die Beschwerdeführerin ab Januar 2012 einen Arbeitsversuch ange
treten ha
tt
e (
E._
). Die hohe Belastung habe sich jedoch als Überlas
tung herausgestellt, so dass die per
1.
Juni 2012 attestierte vollständige Ar
beits
fähigkeit wieder auf 50
%
habe reduziert werden müssen (
Urk.
9/164,
Urk.
9/132
,
Urk.
9/142).
6.
Auch wenn die medizinische Aktenlage für die Zeit nach der Operation vom 1
9.
November 2010 etwas ergiebiger
ausfällt
, äussert
e
sich allein
Dr.
D._
vom RAD ausdrücklich zur Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit. Dazu ist
an
zumerken, dass
Dr.
D._
keine eigenen Untersuchungen anstellt
e
, sondern sich
im Wesentlichen auf den Bericht von
Dr.
A._
vom
5.
Juli 2011
ab
stütz
t
e
.
Aufgrund des zeitlichen Ablaufs konnte
Dr.
D._
zudem die nach dem
Ar
beits
versuch
im Juli 2011 eingetretene Verschlechterung
der gesundheitlichen Situa
tion, wie sie dem Bericht der
C._
vom 2
3.
August 2011 zu ent
neh
men ist, nicht in seine Beurteilung einfliessen lassen, so dass
darauf
im vor
liegenden Verfahren nicht abgestellt werden kann. Da den Akten darüber hin
aus
keine weitere Einschätzung der Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit zu entnehmen ist, erscheint der medizinische Sachverhalt auch für die Zeit nach der Wiederanmeldung ungenügend abgeklärt. Aufgrund
des Umstandes
, dass
sich die Beschwerdeführerin im Rahmen
der
bisherigen Arbeitsversuche
offen
bar
stets
etwas
zu viel zugemutet hat
te
, was zu wiederkehrenden
Pensumsreduktio
nen
führte, kann auch nicht ohne weitere
s
auf die ermittelte medizinisch-prak
tische Arbeitsfähigkeit abgestellt werden.
Insgesamt erscheint e
ine
orthopädische Begutachtung der Beschwerdeführerin zur
Ermittlung der Arbeitsfähigkeit in einer optimal angepassten Tätigkeit un
um
gänglich.
Dabei ist das Augenmerk nicht allein auf die aktuell
bestehende
Ar
beits
fähigkeit zu legen, sondern es ist – unter
Bezugnahme auf die
echtzeitli
chen
medizinischen Akten – ab dem 1
4.
Mai 2008 ein lückenloser Verlauf der Ar
beits
fähigkeit zu er
mitt
e
l
n, unter
Mitb
erücksichtigung des effektiven
Ar
beits
pen
sums
.
Dies
führt
zur Aufhebung der angefochtenen Verfü
gungen und zur
Rückwei
sung
der Sache an die
Beschwerdegeg
nerin
zur weiteren Abklärung
.
7
.
Da es im vorliegenden Verfahren um die Bewilligung oder Verweigerung von IV-Leistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind
nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen
(Art. 69
Abs. 1
bis
IVG) und auf Fr. 800.-- anzusetzen. Entsprechend dem Aus
gang des Verfahrens sind sie der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen.
Ausgangsgemäss ist die Beschwerdegegnerin zu verpflichten, der Beschwerde
führerin eine angemessene Prozessentschädigung zu bezahlen, welche in An
wen
dung von
Art.
61
lit
. g ATSG, namentlich unter Berücksichtigung der Be
deutung der Streitsache und der Schwier
igkeit des Prozesses auf
Fr.
2‘1
00.-- (in
klusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) festzusetzen ist.