# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 3e062973-1241-478a-a7f9-3a5a5b8927d4
**Court:** GR_VG
**Chamber:** GR_VG_002
**Year:** 2022
**Language:** de
**Jurisdiction:** GR / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

I. Sachverhalt:
1. A._, Jahrgang B._, war bei der C._ AG tätig und damit bei
der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt (SUVA) obligatorisch
gegen Unfälle versichert, als er am 3. Februar 2018 einen Skiunfall erlitt
und sich dabei eine offene mehrfragmentäre Unterschenkelfraktur rechts,
eine Fibulaschaftfraktur links, eine komplette Rotatorenmanschettenruptur
mit Abrissfraktur des Coracoids links, eine Hintere Kreuzband- und
Vordere Kreuzband-Ruptur mit einer Segond-Fraktur im linken Knie
zuzog. Die SUVA erbrachte die gesetzlichen Leistungen (Heilbehandlung
und Taggeld). Im Januar 2019 erreichte A._ das ordentliche AHV-
Rentenalter; seither ist er nicht mehr erwerbstätig.
2. Mit Verfügung vom 6. November 2019 sprach die SUVA A._ eine
Integritätsentschädigung von 5 % zu und lehnte den Anspruch auf eine
Invalidenrente ab. Hiergegen erhob A._ am 18. November 2019
Einsprache, welche die SUVA mit Einspracheentscheid vom 29. Oktober
2020 abwies.
3. Gegen diesen Einspracheentscheid erhob A._ (nachfolgend:
Beschwerdeführer) am 27. November 2020 Beschwerde an das
Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden. Er stellte folgende Anträge:
1. Der Einspracheentscheid vom 29. Oktober 2020 sei aufzuheben.
2. Dem Beschwerdeführer sei eine Invalidenrente auf der Basis eines  von 37 %, eventualiter nach Ermessen des Gerichts zu gewähren.
3. Die Sache sei an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen, um die Rente im Sinne der Erwägungen zu berechnen.
4. Dem Beschwerdeführer sei sodann eine Integritätsentschädigung von insgesamt 23 %, eventualiter nach Ermessen des Gerichts auszurichten.
5. Eventualiter sei die Sache an die Vorinstanz zurückzuweisen, um die Höhe der Integritätsentschädigung im Sinne der Erwägungen neu zu bestimmen.
6. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge zuzüglich der gesetzlich geschuldeten MWST zulasten der Beschwerdegegnerin.
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Dabei kritisierte er in seiner Beschwerde sowohl die Berechnung des
Anspruchs auf eine Invalidenrente (Valideneinkommen,
Invalideneinkommen und Leidensabzug) als auch die Höhe der
Integritätsentschädigung.
4. In ihrer Beschwerdeantwort vom 5. Januar 2021 beantragte die SUVA
(nachfolgend: Beschwerdegegnerin) die Abweisung der Beschwerde vom
27. November 2020.
5. Am 13. Januar 2021 verzichtete der Beschwerdeführer auf die
Einreichung einer Replik.
Auf die weiteren Ausführungen in den Rechtsschriften, den angefochtenen
Einspracheentscheid und die übrigen Akten wird, soweit erforderlich, in
den nachstehenden Erwägungen eingegangen.

## Considerations

II. Das Gericht zieht in Erwägung:
1. Die vorliegende Beschwerde richtet sich gegen den Einspracheentscheid
der Beschwerdegegnerin vom 29. Oktober 2020. Gemäss Art. 1 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG; SR 832.20) i.V.m.
Art. 56 Abs. 1 und Art. 58 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den
Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) kann
gegen einen Einspracheentscheid innert 30 Tagen seit seiner Eröffnung
Beschwerde an das Versicherungsgericht desjenigen Kantons erhoben
werden, in welchem die versicherte Person im Zeitpunkt der
Beschwerdeerhebung ihren Wohnsitz hat. Der Beschwerdeführer wohnt
im Kanton Graubünden, womit die örtliche Zuständigkeit des
Verwaltungsgerichts des Kantons Graubünden gegeben ist. Dessen
sachliche Zuständigkeit ergibt sich aus Art. 57 ATSG i.V.m. Art. 49 Abs. 2
lit. a des kantonalen Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege (VRG;
BR 370.100). Als formeller und materieller Adressat des angefochtenen
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Einspracheentscheids ist er davon überdies berührt und er weist ein
schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung oder Änderung auf (vgl.
Art. 59 ATSG). Auf die im Übrigen frist- und formgerecht eingereichte
Beschwerde (vgl. Art. 60 und Art. 61 lit. b ATSG) ist somit einzutreten.
2. Umstritten ist vorliegend der Anspruch des Beschwerdeführers auf eine
Invalidenrente bzw. dessen Berechnung (Valideneinkommen,
Invalideneinkommen und Leidensabzug; vgl. dazu nachstehende
Erwägungen 3.1 ff.) sowie die Höhe der Integritätsentschädigung (vgl.
dazu nachstehende Erwägungen 7 ff.). Unbestritten ist demgegenüber die
Einstellung der Taggeldleistungen per 30. September 2019 und der
Beginn eines allfälligen Rentenanspruchs ab dem 1. Oktober 2019. Bei
der Beurteilung der streitigen Fragen ist der Sachverhalt zu
berücksichtigen, der sich bis zum Erlass des angefochtenen
Einspracheentscheids am 29. Oktober 2020 verwirklicht hat (vgl. BGE 143
V 295 E.4.1.4, 142 V 337 E.3.2.2). Massgeblich ist dabei der im
Sozialversicherungsrecht übliche Beweisgrad der überwiegenden
Wahrscheinlichkeit (vgl. BGE 144 I 28 E.2.3, 141 V 15 E.3.1, 138 V 218
E.6).
3.1. Gemäss Art. 18 Abs. 1 UVG hat der Versicherte Anspruch auf eine
Invalidenrente, wenn er infolge eines Unfalles zu mindestens 10 % invalid
(Art. 8 ATSG) ist.
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde
ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG).
Erwerbsunfähigkeit wiederum ist der durch Beeinträchtigung der
körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und
nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder
teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht
kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG).
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Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades wird das Erwerbseinkommen,
das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach
Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger
Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei
ausgeglichener Arbeitslage erzielen könnte (Invalideneinkommen), in
Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte,
wenn sie nicht invalid geworden wäre (Valideneinkommen; Art. 16 ATSG
[allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; vgl. BGE 145 V 141
E.3]).
3.2.1. Zur Abklärung medizinischer Sachverhalte bzw. bei der Feststellung des
Gesundheitszustands und der Beurteilung der Erwerbsfähigkeit der
versicherten Person sind Sozialversicherungsträger und
Sozialversicherungsrichter auf Unterlagen angewiesen, die ihnen vorab
von Ärzten zur Verfügung zu stellen sind. Das Gericht hat die
medizinischen Unterlagen nach dem für den Sozialversicherungsprozess
gültigen Grundsatz der freien Beweiswürdigung (vgl. Art. 61 lit. c ATSG) –
wie alle anderen Beweismittel – frei, d.h. ohne Bindung an förmliche
Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Dies
bedeutet, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel,
unabhängig, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu
entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige
Beurteilung des streitigen Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf
es bei einander widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess
nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die
Gründe anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere
medizinische These abstellt (vgl. BGE 125 V 351 E.3a, 122 V 157 E.1c).
3.2.2. Dennoch hat es die bundesgerichtliche Rechtsprechung mit dem
Grundsatz der freien Beweiswürdigung als vereinbar erachtet, in Bezug
auf bestimmte Formen medizinischer Berichte und Gutachten Richtlinien
für die Beweiswürdigung aufzustellen (vgl. BGE 125 V 351 E.3b, 118 V
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286 E.1b). Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist
entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf
allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden
berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden
ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der
Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die
Schlussfolgerungen des Experten begründet sind (vgl. BGE 134 V 231
E.5.1, 125 V 351 E.3a). Den Berichten eines Versicherungsmediziners
kommt Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig erscheinen,
nachvollziehbar begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine
Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen. Bestehen auch nur geringe
Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit seiner Feststellungen, so
sind weitere Abklärungen notwendig (vgl. BGE 145 V 97 E.8.5, 142 V 58
E.5.1, 139 V 225 E.5.2, 135 V 465 E.4.4 und 4.6 f., 125 V 351 E.3b/ee;
Urteil des Bundesgerichts 9C_730/2018 vom 27. März 2019 E.5.1.2).
4. Nachfolgend gilt es zunächst auf die Ermittlung des Valideneinkommens
als Teil der Invaliditätsgradbestimmung einzugehen (vgl. dazu
vorstehende Erwägung 3.1).
4.1.1. Die Beschwerdegegnerin stellte im angefochtenen Einspracheentscheid
auf ein Valideneinkommen von CHF 94'240.-- (= 13 x CHF 7'000.--
[Grundlohn] + 12 x CHF 270.-- [Pikettentschädigung]) ab. Dabei ging sie
von jenem Lohn aus, den die C._ AG dem Beschwerdeführer im
mittleren Alter von 40-45 Jahren für dieselbe bzw. seine bisherige Tätigkeit
ausgerichtet hätte (vgl. Art. 28 Abs. 4 der Verordnung über die
Unfallversicherung [UVV; SR 832.202]).
4.1.2. Demgegenüber macht der Beschwerdeführer geltend, die Anwendung von
Art. 28 Abs. 4 UVV sei vorliegend nicht rechtens. Es sei auf ein
Valideneinkommen von CHF 101'980.-- abzustellen, was dem Lohn
http://links.weblaw.ch/de/9C_730/2018
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entspreche, den er im Jahr 2018 bei der C._ AG erzielt habe (vgl.
Art. 16 ATSG).
4.2.1. Ist der Invaliditätsgrad nach der allgemeinen Methode des
Einkommensvergleichs zu ermitteln (vgl. Art. 16 ATSG sowie vorstehende
Erwägung 3.1), wird das Valideneinkommen im Grundsatz danach
bestimmt, was die versicherte Person im massgebenden Zeitpunkt des
Rentenbeginns als Gesunde überwiegend wahrscheinlich tatsächlich
verdient hätte. Das Valideneinkommen ist so konkret wie möglich
festzusetzen. Da die bisherige Erwerbstätigkeit erfahrungsgemäss
fortgesetzt worden wäre, ist in der Regel vom letzten Lohn auszugehen,
der vor Eintritt der Gesundheitsschädigung erzielt wurde. Dieser Lohn ist
wenn nötig der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung
anzupassen. Ausnahmen davon müssen mit überwiegender
Wahrscheinlichkeit erstellt sein (vgl. BGE 145 V 141 E.5.2.1, 139 V 28
E.3.3.2 m.w.H.; vgl. Urteile des Bundesgerichts 8C_563/2020 vom
7. Dezember 2020 E.2.4, 4.2 und 4.2.3, 8C_832/2019 sowie 8C_3/2020
vom 5. Mai 2020 E.6.1, 8C_795/2019 vom 25. März 2020 E.3.2 und
8C_53/2019 vom 9. Mai 2019 E.6.2.1).
4.2.2. Nimmt jedoch ein Versicherter nach dem Unfall die Erwerbstätigkeit
altershalber nicht mehr auf (Variante I) oder wirkt sich das vorgerückte
Alter erheblich als Ursache der Beeinträchtigung der Erwerbsfähigkeit aus
(Variante II), so sind für die Bestimmung des Invaliditätsgrades die
Erwerbseinkommen massgebend, die ein Versicherter im mittleren Alter
bei einer entsprechenden Gesundheitsschädigung erzielen könnte
(Sonderfall der Bestimmung des Invaliditätsgrades; Art. 18 Abs. 2 UVG
i.V.m. Art. 28 Abs. 4 UVV). Nach der Rechtsprechung liegt das mittlere
Alter im Sinne dieser Bestimmung bei etwa "42 Jahren" oder zwischen "40
und 45 Jahren" und das vorgerückte Alter im Bereich von "rund 60 Jahren",
wobei für letztes der Zeitpunkt des Rentenbeginns massgebend ist (BGE
122 V 426 E.2, 122 V 418 E.1b; vgl. Urteile des Bundesgericht
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8C_307/2017 vom 26. September 2017 E.5, 8C_209/2012 vom 12. Juli
2012 E.5.1). Mit dieser Regelung soll verhindert werden, dass bei älteren
Versicherten zu hohe Invaliditätsgrade resultieren und Dauerrenten
zugesprochen werden, wo sie mit Blick auf die unfallbedingte Invalidität
eher die Funktion von Altersrenten aufweisen (BGE 134 V 392 E.6.2, 122
V 418 E.3a; Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Graubünden
[VGU] S 16 17 vom 16. August 2016 E.8b und 8c m.w.H.)
4.2.2.1. Die Variante I setzt voraus, dass die versicherte Person bei Abschluss der
Behandlungsphase – Dauer, solange noch eine namhafte Besserung
erwartet werden kann (FLÜCKIGER, in: FRÉSARD-FELLAY/LEUZINGER/PÄRLI
[Hrsg.], Basler Kommentar zum UVG, Basel 2019, Art. 19 Rz. 6) –
zumindest teilweise erwerbsfähig ist, jedoch diese Fähigkeit nicht (mehr)
verwertet. Der Grund für die Erwerbsaufgabe muss im vorgerückten Alter
liegen. Diese Variante I gelangt etwa zur Anwendung, wenn während der
Behandlungsphase das ordentliche AHV-Rentenalter oder der schon
vorher in Aussicht genommene Zeitpunkt für einen vorzeitigen
Altersrücktritt erreicht wird (FLÜCKIGER, a.a.O., Art. 18 Rz. 81). Genau
diese Situation liegt hier vor. Zwar war der Beschwerdeführer ab Ende
August 2018 noch zu 20 % in der Administration seiner Arbeitgeberin tätig
(vgl. beschwerdegegnerische Akten [Bg-act.] 106 S. 1). Im Januar 2019
erreichte er aber das ordentliche AHV-Rentenalter, weshalb er im
Zeitpunkt des Behandlungsabschlusses per 30. September 2019 nicht
mehr erwerbstätig war. Die Berechnung des Invaliditätsgrades nach
Art. 28 Abs. 4 UVV – wie dies die Beschwerdegegnerin im angefochtenen
Einspracheentscheid tat – ist demnach nicht zu beanstanden.
4.2.2.2. Nur der Vollständigkeit halber sei darauf hingewiesen, dass bezüglich der
Variante II von Art. 28 Abs. 4 UVV (vorgerücktes Alter wirkt sich erheblich
als Ursache der Beeinträchtigung der Erwerbsfähigkeit aus) die
erwerbliche Auswirkung des Altersfaktors in der jüngeren Rechtsprechung
vermehrt betont wurde, indem verdeutlicht wurde, dass Art. 28 Abs. 4 UVV
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auch dann zur Anwendung gelangt, wenn das vorgerückte Alter das
Zumutbarkeitsprofil nicht zusätzlich beeinflusst, also keine zusätzlichen
Einschränkungen des funktionellen Leistungsvermögens mit sich bringt,
aber einer Verwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit trotzdem
entgegensteht, weil sich kein Arbeitgeber mehr findet, der die betroffene
Person einstellen würde (Urteile des Bundesgerichts 8C_554/2017 vom
4. Juli 2018 E.3.3.1, 8C_307/2017 vom 26. September 2017 E.4.2.2
m.w.H.).
4.2.2.3. Ist Art. 28 Abs. 4 UVV anwendbar, erfolgt die Invaliditätsbemessung unter
der Hypothese, die versicherte Person sei "mittleren Alters", worunter ein
Alter von 42 Jahren, jedenfalls zwischen 40 und 45, zu verstehen ist, und
weise ansonsten dieselben beruflichen und persönlichen Fähigkeiten auf.
Beide Vergleichseinkommen sind unter dieser Prämisse festzulegen
(Urteil des Bundesgerichts 8C_554/2017 vom 4. Juli 2018 E.3.3.1). Für
diese hypothetischen Validen- und Invalideneinkommen ist massgebend,
was diese Person auf dem ihr offenstehenden ausgeglichenen
Arbeitsmarkt verdienen könnte (zum Ganzen FLÜCKIGER, a.a.O., Art. 18
Rz. 80 m.H.a. HÜRZELER/CADERAS, in: HÜRZELER/KIESER [Hrsg.],
Kommentar zum schweizerischen Sozialversicherungsrecht, UVG, Bern
2018, Art. 18 Rz. 43). Die Berechnung des Valideneinkommens anhand
der Angaben der früheren Arbeitgeberin des Beschwerdeführers durch die
Beschwerdegegnerin in der Höhe von CHF 94'240.-- (= 13 x CHF 7'000.--
zzgl. Pikettentschädigung von 12 x CHF 270.-- ohne weitere Zulagen
[siehe Beschwerdeantwort Ziff. 10]) ist somit vorliegend nicht zu
beanstanden, beruht sie doch auf der Abklärung, wieviel der
Beschwerdeführer im Alter von 40-45 Jahren für dieselbe Tätigkeit
verdient hätte (vgl. Bg-act. 178).
5. Damit bleibt auf das Invalideneinkommen als Teil der
Invaliditätsgradbestimmung einzugehen (vgl. dazu vorstehende
Erwägung 3.1), welches ebenfalls unter der Hypothese festzulegen ist,
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dass die versicherte Person "mittleren Alters", d.h. zwischen 40 und 45
Jahren ist und ansonsten dieselben beruflichen und persönlichen
Fähigkeiten aufweist (vgl. vorstehende Erwägungen 4.2.2 und 4.2.2.3; vgl.
auch BGE 122 V 418 E.5, 114 V 310 E.4a; Urteil des Bundesgerichts
8C_307/2017 vom 26. September 2017 E.5 und 5.2.1; VGU S 16 17 vom
16. August 2016 E.8c).
5.1. Vorab gilt es allerdings zu prüfen, welche Invalidentätigkeit dem
Beschwerdeführer noch zumutbar ist. Diesbezüglich stellte die
Beschwerdegegnerin im angefochtenen Einspracheentscheid auf die
kreisärztliche Abschlussbeurteilung von Dr. med. D._, Facharzt für
Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates,
vom 19. September 2019 (Untersuchung vom 16. September 2019) ab.
Demnach ist der Beschwerdeführer unter Berücksichtigung der
Zumutbarkeit für das linke Schultergelenk, das linke Kniegelenk und den
rechten Unterschenkel in folgenden Tätigkeiten vollzeitlich arbeitsfähig:
Keine beruflichen Tätigkeiten, die mit dauerhaften Überkopf- und
Armvorhaltetätigkeiten bzw. Stoss- und Vibrationsbelastungen für das
linke Schultergelenk verbunden sind; kein Anheben, Tragen oder
Bewegen schwerer Lasten; kein häufiges Gehen im Gelände, kein
häufiges Einnehmen der tiefen Kniehocke, keine kriechenden oder
kauernden Tätigkeiten; kein häufiges Treppensteigen, kein Besteigen von
Leitern oder Gerüsten (vgl. Bg-act. 149 S. 7). Da dieses
Zumutbarkeitsprofil unbestritten ist und auch keine nur geringen Zweifel
an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der kreisärztlichen
Feststellungen bestehen, sind keine weiteren Abklärungen notwendig. Es
bleibt bei der nicht zu beanstandenden Feststellung einer zumutbaren
Arbeitsfähigkeit von 100 % in angepasster Tätigkeit.
5.2. Hinsichtlich der Bestimmung des Invalideneinkommens gilt es zunächst
festzuhalten, dass nach ständiger Rechtsprechung mit Blick auf Art. 28
Abs. 4 UVV der Unfallversicherer nicht zu prüfen hat, ob und inwieweit
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eine versicherte Person fortgeschrittenen Alters die ihr verbliebene
medizinisch-theoretische Restarbeitsfähigkeit – vorliegend 100 % in
angepasster Tätigkeit – zu verwerten vermag (vgl. Urteil des
Bundesgerichts 8C_603/2020 vom 4. Dezember 2020 E.3.4,
8C_732/2018 vom 26. März 2019 E.7.2 m.w.H.). Vorliegend bleibt somit
die Frage nach der Bewertung der (noch) zumutbaren Tätigkeit zu
beantworten. Dabei ist rechtsprechungsgemäss primär von der beruflich-
erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte Person
konkret steht. Übt sie nach Eintritt der Invalidität keine oder jedenfalls
keine ihr an sich zumutbare Erwerbstätigkeit mehr aus, so können
Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für Statistik periodisch
herausgegebenen Lohnstrukturerhebungen (LSE) herangezogen werden
(Urteil des Bundesgerichts 8C_307/2017 vom 26. September 2017 E.5.2;
vgl. auch BGE 135 V 297 E.5.2 m.w.H.).
5.2.1.1. Die Beschwerdegegnerin bemisst das Invalideneinkommen im
angefochtenen Einspracheentscheid gestützt auf den Totalwert
(Produktions- und Dienstleistungssektor) der Tabelle TA1, Männer,
Kompetenzniveau 3, der LSE 2016, sodass ein Invalideneinkommen von
CHF 91'123.-- resultiert (= CHF 7'183.-- / 40 x 41.7 x 12 x 1.004 x 1.005 x
1.005 [umgerechnet auf die durchschnittliche wöchentliche Arbeitszeit und
aufindexiert auf das Jahr 2019]). Sie hält fest, das Kompetenzniveau 3
beinhalte "Komplexe praktische Tätigkeiten, welche ein grosses Wissen in
einem Spezialgebiet voraussetz[t]en". Der Beschwerdeführer sei gelernter
Werkzeugmacher, was der heutigen Tätigkeit als Polymechaniker
entspreche. Er sei auch in Anbetracht der unfallbedingten Einschränkung
durchaus noch in der Lage, sein erworbenes Fachwissen auf dem
Arbeitsmarkt einzusetzen, auch wenn ihm schwere Tätigkeiten nicht mehr
zumutbar seien. Polymechanikertätigkeiten umfassten keineswegs
ausschliesslich schwere Tätigkeiten (vgl. zum Ganzen
Einspracheentscheid Ziff. 4.1).
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5.2.1.2. Der Beschwerdeführer wendet gegen die Berechnung des
Invalideneinkommens auf der Basis des Totalwerts der Tabelle TA1,
Männer, der LSE 2016 nichts ein. Die Anwendung des
Kompetenzniveaus 3 sei allerdings nicht korrekt. Die
Beschwerdegegnerin übersehe, dass er die Lehre (zum
Werkzeugmacher) vor über 40 Jahren absolviert habe und jene
Ausbildung nicht mehr mit der heutigen Ausbildung eines
Polymechanikers vergleichbar sei. Seit 1997 sei Polymechaniker die
offizielle Berufsbezeichnung, welche beim Zusammenzug mehrerer
technischer Berufe wie Mechaniker, Feinmechaniker, Werkzeugmacher,
Maschinenmechaniker und Betriebsmechaniker eingeführt worden sei.
Man könne deshalb nicht annehmen, dass er über die gleichen beruflichen
Fähigkeiten verfüge wie ein seit dem Jahre 1997 ausgebildeter
Polymechaniker. Zudem übersehe die Beschwerdegegnerin, dass er sich
seit mindestens dem Jahre 2002 auf die Revision und den Unterhalt von
Kraft- und Elektrizitätswerken spezialisiert habe und ihm nachgerade
diese Revisions- und Unterhaltsarbeiten nicht mehr zumutbar seien. Dies
habe der Kreisarzt in seiner Beurteilung vom 19. Juni 2019 ausdrücklich
festgehalten. Darüber hinaus sei die Beschwerdegegnerin in ihren
Überlegungen nicht schlüssig. Sie begründe die Anwendung von
Kompetenzniveau 3 mit Spezialwissen im Bereich der Polymechanik. Die
Tabelle TA1, Privater Sektor, enthalte nun aber zahlreiche
Wirtschaftszweige, in denen der Beschwerdeführer über kein
Spezialwissen verfüge (vgl. etwa Bergbau, verarbeitendes Gewerbe,
Finanz- und Versicherungsdienstleistungen, Informations- und
Kommunikationsbranche etc.), die jedoch allesamt in den Zentralwert
einflössen. Bei der Anwendung von LSE 2016 dürfe deshalb höchstens
Kompetenzniveau 2 angewendet werden, sodass ein
Invalideneinkommen von CHF 71'620.-- resultiere (= CHF 5'646.-- / 40 x
41.7 x 12 plus Teuerung von 1.4 %). Kompetenzniveau 2 stehe für
praktische Tätigkeiten und Bedienen von Maschinen.
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5.2.2.1. Vorliegend steht fest, dass der Beschwerdeführer gelernter
Werkzeugmacher ist und er ab dem Jahr 2002 im Bereich Revision und
Unterhalt von Kraft- und Elektrizitätswerken tätig war (vgl. Bg-act. 54 S. 1).
Den Akten ist zu entnehmen, dass seine zuletzt vor dem Unfall ausgeübte
Tätigkeit rundum handwerklich-manuelle Arbeiten im Bereich Unterhalt
und Revision von sämtlichen Anlagen im Betriebsgebiet der C._ AG
(Kraftwerke, Turbinenräume, Wasserfassungen, Druckleitungen etc.)
umfasste (vgl. Bg-act. 54 S. 1 sowie Bg-act. 56). Dabei musste der
Beschwerdeführer allgemein mechanische Arbeiten rund um
Maschinenanlagen – je nach Situation mal auf den Knien, mal über Kopf,
mal in Gräben, mal auf Leitern – ausführen und mit Material und
Werkzeugen umgehen. Die Tätigkeit umfasste überwiegend zu 95 %
gehende und stehende Arbeiten sowie das Heben von mehr als 10 kg
bzw. teilweise auch mehr als 15 kg (vgl. Bg-act. 149 S. 3 sowie Bg-act. 56
S. 1). Abgesehen vom Rapportieren der eigenen Arbeit hatte der
Beschwerdeführer keine administrativen oder sonstigen Büroarbeiten zu
erledigen; auch hatte er keine Führungsfunktion inne (vgl. Bg-act. 54 S. 1
sowie Bg-act. 56).
5.2.2.2. Nach dem vorstehend Gesagten kann davon ausgegangen werden, dass
sich der Beschwerdeführer aufgrund seiner rund 20-jährigen Tätigkeit im
Bereich Unterhalt und Revision von Kraft- und Elektrizitätswerken ein
grosses Wissen in diesem Spezialgebiet angeeignet hat. So hält er denn
auch selber fest, er habe sich seit mindestens dem Jahr 2002 auf die
Revision und den Unterhalt von Kraft- und Elektrizitätswerken spezialisiert
(Hervorhebung durch das Gericht; vgl. vorstehende Erwägung 5.2.1.2).
Wenn die Beschwerdegegnerin gestützt darauf bei der Bestimmung des
Invalideneinkommens auf das Kompetenzniveau 3 ("Komplexe praktische
Tätigkeiten, welche ein grosses Wissen in einem Spezialgebiet
voraussetzen") abstellt, verkennt sie allerdings, dass dem
Beschwerdeführer angesichts der unfallbedingten Einschränkungen (vgl.
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dazu vorstehende Erwägung 5.1 [Zumutbarkeitsprofil]) die mechanischen
Arbeiten rund um Maschinenanlagen bzw. seine bisherigen Tätigkeiten im
Bereich Unterhalt und Revision von Kraft- und Elektrizitätswerken (vgl.
dazu vorstehende Erwägung 5.2.2.1 [angestammte Tätigkeit])
grösstenteils nicht mehr zumutbar sind. Dem Zumutbarkeitsprofil von Dr.
med. D._ vom 19. September 2019 ist u.a. was folgt zu entnehmen
(vgl. vorstehende Erwägung 5.1): keine dauerhaften Überkopf- und
Armvorhaltetätigkeiten; kein Anheben, Tragen oder Bewegen schwerer
Lasten; kein häufiges Einnehmen der tiefen Kniehocke, keine kriechenden
oder kauernden Tätigkeiten; kein Besteigen von Leitern oder Gerüsten.
5.2.2.3. Da der Beschwerdeführer einen Grossteil seiner bisherigen Tätigkeiten im
Bereich Unterhalt und Revision von Kraft- und Elektrizitätswerken nicht
mehr ausüben kann und sich sein Spezialwissen auf diese handwerklich-
manuellen Tätigkeiten beschränkt, rechtfertigt es sich vorliegend nicht, bei
der Bestimmung des Invalideneinkommens auf das Kompetenzniveau 3
abzustellen. Stattdessen ist es angezeigt, auf den Totalwert der Tabelle
TA1, Männer, Kompetenzniveau 2 (Praktische Tätigkeiten wie u.a.
Bedienen von Maschinen und elektronischen Geräten), der LSE 2018 (vgl.
dazu BGE 143 V 295 E.2.3 sowie Urteil des Bundesgerichts 8C_762/2019,
8C_763/2019 vom 12. März 2020 E.5.2.1, wonach die im Zeitpunkt des
Einspracheentscheids aktuellsten statistischen Daten zu verwenden sind)
abzustellen. Denn es ist davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer
angesichts seiner Ausbildung zum Werkzeugmacher (Grundausbildung
ohne weitere aktenkundige Aus- und Weiterbildungen) und seiner
langjährigen Berufserfahrung im handwerklich-manuellen Bereich, worauf
auch unter Anwendung von Art. 28 Abs. 4 UVV abgestellt werden kann
(vgl. dazu vorstehende Erwägung 5), über besondere Fertigkeiten und
Kenntnisse verfügt, die ihm trotz der unfallbedingten Einschränkungen das
Erzielen eines entsprechenden Lohns auf dem ausgeglichenen
Arbeitsmarkt erlauben (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_227/2018 vom
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14. Juni 2018 E.4.2.2). Im Ergebnis rechtfertigt es sich somit, auf ein
Invalideneinkommen von CHF 71'305.-- (= CHF 5'649.-- / 40 x 41.7 x 12 x
1.009 [umgerechnet auf die durchschnittliche wöchentliche Arbeitszeit und
aufindexiert auf das Jahr 2019]) abzustellen.
5.3.1.1. Mit Bezug auf das Invalideneinkommen bringt der Beschwerdeführer
allerdings weiter vor, es sei mindestens ein Leidensabzug von 10 % vom
Invalideneinkommen gerechtfertigt. Er sei zwar voll arbeitsfähig; dennoch
habe er gegenüber Mitbewerbern gravierende Nachteile, zumal ihm ein
Arbeitgeber nur jene Arbeiten zuteilen könne, die dem Zumutbarkeitsprofil
entsprächen (vgl. Beschwerde Ziff. 45 sinngemäss). Es wäre ihm
unmöglich, ein Einkommen in Höhe des Zentralwertes zu erzielen, zumal
er im Alter von 64 Jahren eine neue Tätigkeit hätte aufnehmen müssen,
ohne die entsprechenden beruflichen Dienstjahre und zudem noch mit
zahlreichen Einschränkungen. Ein Leidensabzug von 10 % sei deshalb
angemessen.
5.3.1.2. Demgegenüber ist die Beschwerdegegnerin der Auffassung, dass die
unfallbedingten Einschränkungen keinen leidensbedingten Abzug
rechtfertigten – dies, obschon sie zunächst einen leidensbedingten Abzug
von 5 % erwähnte, ohne diesen allerdings in die Berechnung
einzubeziehen (vgl. Einspracheentscheid Ziff. 4.1, S. 6, erster Absatz). Sie
begründete die Ablehnung eines Leidensabzugs damit, dass in zeitlicher
Hinsicht keinerlei Einschränkungen bestünden und die körperlichen
Einschränkungen, auf welche sich der Beschwerdeführer beziehe,
dauerhafte Tätigkeiten, schwere Lasten bzw. häufiges Arbeiten in der
tiefen Kniehocke etc. beträfen (vgl. Einspracheentscheid Ziff. 4.1, S. 6,
dritter Absatz). Darüber hinaus hielt sie in ihrer Beschwerdeantwort fest,
es treffe im Übrigen nicht zu, dass Überkopfarbeiten und Arbeiten mit nach
vorne gehaltenen Armen nicht mehr zumutbar wären. Solche Arbeiten
seien nur dann ausgeschlossen, wenn sie "dauerhaft" ausgeführt werden
- 16 -
müssten. Gleiches gelte für Arbeiten mit Stoss- und Vibrationsbelastungen
für das linke Schultergelenk.
5.3.2. Wird das Invalideneinkommen auf der Grundlage von statistischen
Durchschnittswerten ermittelt, ist der entsprechende Ausgangswert
allenfalls zu kürzen. Damit soll der Tatsache Rechnung getragen werden,
dass persönliche und berufliche Merkmale, wie Art und Ausmass der
Behinderung, Lebensalter, Dienstjahre, Nationalität oder
Aufenthaltskategorie und Beschäftigungsgrad Auswirkungen auf die
Lohnhöhe haben können und die versicherte Person je nach Ausprägung
deswegen die verbliebene Arbeitsfähigkeit auch auf einem
ausgeglichenen Arbeitsmarkt nur mit unterdurchschnittlichem
erwerblichem Erfolg verwerten kann. Der leidensbedingte Abzug soll aber
nicht automatisch erfolgen. Er ist unter Würdigung der Umstände im
Einzelfall nach pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu schätzen und
darf 25 % nicht übersteigen (Urteile des Bundesgerichts 8C_301/2021
vom 23. Juni 2021 E.6.2, 8C_112/2020 vom 13. Mai 2020 E.7.1 m.w.H.).
Grundsätzlich können für einen Leidensabzug nur Umstände
berücksichtigt werden, die auch auf einem ausgeglichenen Arbeitsmarkt
als ausserordentlich zu bezeichnen sind (vgl. Urteile des Bundesgerichts
8C_174/2019 vom 9. Juli 2019 E.5.2.2, 8C_61/2018 vom 23. März 2018
E.6.5.2). Zudem ist zu beachten, dass allfällige bereits in der Beurteilung
der medizinischen Arbeitsfähigkeit enthaltene gesundheitliche
Einschränkungen nicht zusätzlich in die Bemessung des leidensbedingten
Abzugs einfliessen und so zu einer doppelten Anrechnung desselben
Gesichtspunkts führen (BGE 146 V 16 E.4.1; Urteile des Bundesgerichts
8C_433/2020 vom 15. Oktober 2020 E.8.1 und 8.2.2, 9C_846/2014 vom
22. Januar 2015 E.4.1.1 m.w.H.). Bestehen allerdings über das ärztlich
beschriebene Beschäftigungspensum hinaus zusätzliche
Einschränkungen – wie etwa ein vermindertes Rendement pro Zeiteinheit
wegen verlangsamter Arbeitsweise oder ein Bedarf nach
- 17 -
ausserordentlichen Pausen – oder ist die funktionelle Einschränkung ihrer
besonderen Natur nach nicht ohne Weiteres mit den Anforderungen
vereinbar, wie sie sich aus den gewöhnlichen betrieblichen Abläufen
ergeben, kann dies bei der Bemessung des leidensbedingten Abzugs vom
statistischen Tabellenlohn berücksichtigt werden
(EGLI/FILIPPO/GÄCHTER/MEIER, Grundprobleme der Invaliditätsbemessung
in der Invalidenversicherung, Zürich 2021, Rz. 361 m.w.H.).
5.3.3. Mit Bezug auf das Merkmal "Alter" gilt es festzuhalten, dass das
Bundesgericht die Frage, ob dieses Merkmal in der obligatorischen
Unfallversicherung grundsätzlich überhaupt einen Abzug vom
Tabellenlohn rechtfertigen könnte, oder ob die Einflüsse der Altersfaktoren
auf die Erwerbsfähigkeit in diesem Versicherungsbereich allein im
Rahmen einer Anwendung der Sonderregelung von Art. 28 Abs. 4 UVV
Berücksichtigung finden, bislang offengelassen hat (HÜRZELER/CADERAS,
a.a.O., Art. 18 Rz. 17 m.H.a. 8C_439/2017 vom 6. Oktober 2017 E.5.6.4
sowie 8C_754/2015 vom 26. Februar 2016 E.4.3; vgl. auch Urteil des
Bundesgerichts 8C_219/2022 vom 2. Juni 2022 E.6.7.2). Da im
vorliegenden Fall die Sonderregelung von Art. 28 Abs. 4 UVV zur
Anwendung gelangt und infolgedessen das Invalideneinkommen unter der
Hypothese festzulegen ist, dass die versicherte Person "mittleren Alters",
d.h. zwischen 40 und 45 Jahren ist, vermag das fortgeschrittene Alter des
Beschwerdeführers allerdings von vornherein keinen Leidensabzug zu
rechtfertigen (vgl. in diesem Sinne auch Urteil des
Sozialversicherungsgerichts des Kantons Zürich UV.2018.00160 vom 27.
Juli 2020 E.7.3). Darüber hinaus rechtfertigen auch die unfallbedingten
Gesundheitseinschränkungen des Beschwerdeführers keinen
leidensbedingten Abzug vom Invalideneinkommen, zumal er in zeitlicher
Hinsicht uneingeschränkt arbeiten kann und sich die körperlichen
Einschränkungen nur auf schwere Lasten, auf dauerhafte Überkopf- und
Armvorhaltetätigkeiten bzw. Stoss- und Vibrationsbelastungen für das
- 18 -
linke Schultergelenk und auf häufiges Gehen im Gelände, häufiges
Einnehmen der tiefen Kniehocke, häufiges Treppensteigen resp.
kriechende oder kauernde Tätigkeiten und das Besteigen von Leitern oder
Gerüsten beziehen (vgl. Bg-act. 149 S. 7 [Zumutbarkeitsprofil];
Hervorhebungen durch das Gericht). Weitere Umstände, die auch auf
einem ausgeglichenen Arbeitsmarkt als ausserordentlich zu bezeichnen
sind und einen Leidensabzug zu rechtfertigen vermögen, werden nicht
geltend gemacht und sind auch nicht ersichtlich. Vor diesem Hintergrund
ist nicht davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer die verbliebene
100%-ige Arbeitsfähigkeit in adaptierter Tätigkeit auf dem ausgeglichenen
Arbeitsmarkt nur mit unterdurchschnittlichem erwerblichem Erfolg
verwerten könnte bzw. er lohnmässig benachteiligt wäre, weshalb ihm ein
Leidensabzug zu Recht nicht gewährt wurde.
6. Bei einem Valideneinkommen von CHF 94'240.-- und einem
Invalideneinkommen von CHF 71'305.-- resultiert im Ergebnis somit ein
rentenbegründender Invaliditätsgrad von 24 % (vgl. zum Runden auf die
nächste ganze Prozentzahl nach den Regeln der Mathematik: BGE 130 V
121), womit die Beschwerde insoweit gutzuheissen ist.
7. Nachfolgend bleibt zu prüfen, ob dem Beschwerdeführer zu Recht eine
Integritätsentschädigung von 5 % zugesprochen wurde.
7.1.1. Gemäss Art. 24 Abs. 1 UVG hat der Versicherte Anspruch auf eine
angemessene Integritätsentschädigung, wenn er durch den Unfall eine
dauernde erhebliche Schädigung der körperlichen, geistigen oder
psychischen Integrität erleidet. Nach Art. 36 Abs. 1 UVV gilt ein
Integritätsschaden als dauernd, wenn er voraussichtlich während des
ganzen Lebens mindestens in gleichem Umfang besteht (Satz 1); er ist
erheblich, wenn die körperliche, geistige oder psychische Integrität,
unabhängig von der Erwerbsfähigkeit, augenfällig oder stark beeinträchtigt
wird (Satz 2).
- 19 -
7.1.2. Laut Art. 25 Abs. 1 UVG wird die Integritätsentschädigung in Form einer
Kapitalleistung gewährt (Satz 1). Sie darf den am Unfalltag geltenden
Höchstbetrag des versicherten Jahresverdienstes nicht übersteigen und
wird entsprechend der Schwere des Integritätsschadens abgestuft
(Satz 2). Nach Art. 25 Abs. 2 UVG regelt der Bundesrat die Bemessung
der Entschädigung. Von dieser Befugnis hat er in Art. 36 UVV Gebrauch
gemacht. Gemäss Abs. 2 dieser Vorschrift gelten für die Bemessung der
Integritätsentschädigung die Richtlinien des Anhangs 3. Darin hat der
Bundesrat in einer als gesetzmässig erkannten, nicht abschliessenden
Skala (vgl. BGE 124 V 29 E.1b m.w.H.) häufig vorkommende und typische
Schäden prozentual gewichtet.
Für die im Anhang 3 zur UVV genannten Integritätsschäden entspricht die
Entschädigung im Regelfall dem angegebenen Prozentsatz des
Höchstbetrages des versicherten Verdienstes (Ziff. 1 Abs. 1). Die
Entschädigung für spezielle oder nicht aufgeführte Integritätsschäden wird
nach dem Grad der Schwere vom Skalenwert abgeleitet (Ziff. 1 Abs. 2
Satz 1). In diesem Zusammenhang hat die SUVA in Weiterentwicklung der
bundesrätlichen Skala zusätzliche Bemessungsgrundlagen in
tabellarischer Form erarbeitet. Diese in den Mitteilungen der
Medizinischen Abteilung der SUVA herausgegebenen Tabellen zur
Integritätsentschädigung gemäss UVG stellen Feinraster für die
Bemessung dar. Sie sind, soweit sie lediglich Richtwerte enthalten, mit
denen die Gleichbehandlung aller Versicherten gewährleistet werden soll,
mit dem Anhang 3 zur UVV vereinbar (vgl. BGE 124 V 29 E.1c, 116 V 156
E.3a m.w.H.).
Für Integritätsschäden von weniger als 5 % besteht kein Anspruch auf
eine Integritätsentschädigung (vgl. dazu Ziff. 1 Abs. 3 im Anhang 3 zur
UVV). Fallen mehrere körperliche, geistige oder psychische
Integritätsschäden aus einem oder mehreren Unfällen zusammen, so wird
die Integritätsentschädigung nach der gesamten Beeinträchtigung
- 20 -
festgesetzt (Art. 36 Abs. 3 Satz 1 UVV). Dabei werden in einem ersten
Schritt die einzelnen Integritätsschäden gesondert beurteilt, bevor in
einem zweiten Schritt die Werte der Einzelschäden addiert werden. In
einem dritten Schritt wird die Summe einer Gesamtwürdigung unterzogen
und geprüft, ob sich die verschiedenen Beeinträchtigungen überlagern –
was zu einer Reduktion führt – oder gegenseitig verstärken, sodass der
Gesamtschaden zu erhöhen ist (FREI, in: HÜRZELER/KIESER [Hrsg.],
Kommentar zum schweizerischen Sozialversicherungsrecht, UVG, Bern
2018, Art. 25 Rz. 20). Ist insgesamt von einem erheblichen
Integritätsschaden auszugehen, sind bei der Beurteilung des
Integritätsschadens auch die Beeinträchtigungen zu berücksichtigen,
welche unter der Schwelle von 5 % liegen (FREI, a.a.O., Art. 24 Rz. 27).
Bei einer Mehrheit von Integritätsschäden gibt es allerdings noch eine
zweite – tiefere – Grenze der Erheblichkeit, indem bagatelläre Unfallfolgen
– also solche, welche die Integrität weder augenfällig noch stark
beeinträchtigen – auch ausser Betracht fallen und vom Einzelnen ohne
Entschädigung zu ertragen sind, obwohl insgesamt der Integritätsschaden
erheblich ist (FREI, a.a.O., Art. 24 Rz. 28).
7.1.3. Die Feststellung des Integritätsschadens ist eine Tatfrage, die ein
Mediziner zu beurteilen hat (vgl. Urteile des Bundesgerichts 8C_734/2019
vom 23. Dezember 2019 E.4.2, 8C_121/2018 vom 14. Juni 2018 E.4.1,
8C_42/2018 vom 6. Juni 2018 E.5.1 mit Hinweisen unter anderem auf
BGE 132 V 393 E.3.2; vgl. auch BERGER, in: FRÉSARD-
FELLAY/LEUZINGER/PÄRLI [Hrsg.], Basler Kommentar zum
Unfallversicherungsgesetz, Basel 2019, Art. 25 Rz. 13, wonach die
Bestimmung des Grades des Integritätsschadens eine primär
medizinische Aufgabe ist, die entsprechend den Ärzten zufällt). Dabei
beurteilt sich die Schwere des Integritätsschadens einzig nach dem
medizinischen Befund. Bei gleichem medizinischem Befund ist der
Integritätsschaden für alle Versicherten gleich; er wird abstrakt und
- 21 -
egalitär bemessen. Allfällige individuelle Besonderheiten der versicherten
Person bleiben, im Gegensatz zur privatrechtlichen Genugtuung,
unberücksichtigt (vgl. BGE 115 V 147 E.1, 113 V 218 E.4b; Urteil des
Bundesgerichts 8C_812/2010 vom 2. Mai 2011 E.6.2).
7.2.1. Mit Einspracheentscheid vom 29. Oktober 2020 bestätigte die
Beschwerdegegnerin die verfügungsweise am 6. November 2019
zugesprochene Integritätsentschädigung von 5 % für das linke Knie. Dabei
stützte sie sich auf die kreisärztliche Abschlussbeurteilung von Dr. med.
D._ vom 19. September 2019, wonach am rechten Unterschenkel
und an der linken Schulter die Erheblichkeitsgrenze zur Ausrichtung einer
Integritätsentschädigung nicht erreicht werde, die Unfallfolgen am linken
Kniegelenk allerdings dauernd und erheblich seien und eine
Integritätsentschädigung begründeten (vgl. Bg-act. 149 S. 7). Darüber
hinaus stützte sich die Beschwerdegegnerin auf die kreisärztliche
Beurteilung des Integritätsschadens vom 18. September 2019, worin Dr.
med. D._ Folgendes festhielt (vgl. Bg-act. 148 S. 1): "Skisturz am
3. Februar 2018 mit HKB- und VKB-Ruptur und Segond-Fraktur linkes
Knie mit zwischenzeitlich sich entwickelnder, medial betonter,
mässiggradiger Gonarthrose rechts [recte: links]." Eine mässige
Pangonarthrose werde gemäss SUVA-Tabelle 5 (Integritätsschäden bei
Arthrosen) mit 10-30 % und eine schwere Pangonarthrose mit 30-40 %
bewertet. Da beim Beschwerdeführer eine beginnende, mässiggradige,
medial betonte Pangonarthrose links vorliege, erachte er eine
Integritätsentschädigung von 5 % als gerechtfertigt.
7.2.2. Demgegenüber fordert der Beschwerdeführer für seine durch den Unfall
erlittenen Integritätsschäden eine Entschädigung von insgesamt
mindestens 23 %, d.h. 20 % für das linke Knie (vgl. SUVA-Tabelle 5.2)
und mindestens 3 % für die linke Schulter und den linken Unterschenkel.
- 22 -
Hinsichtlich des linken Kniegelenks macht er geltend, der Kreisarzt Dr.
med. D._ habe explizit ausgeführt, mit der Schätzung des
Integritätsschadens auf 5 % eine Verschlimmerung desselben nicht
berücksichtigt zu haben. Mit der Gewährung einer
Integritätsentschädigung von 5 % verletze die Beschwerdegegnerin somit
Art. 36 Abs. 4 UVV, wonach voraussehbare Verschlimmerungen des
Integritätsschadens angemessen zu berücksichtigen sind, zumal der
Kreisarzt in seiner Abschlussbeurteilung ausgeführt habe, dass eine
Knietotalendoprothese notwendig werde. Eine Verschlimmerung sei daher
mit rechtsgenüglicher Wahrscheinlichkeit zu erwarten. Hinsichtlich der
linken Schulter und des linken Unterschenkels hält der Beschwerdeführer
sodann fest, der Kreisarzt beschreibe das Aussenrotationsdefizit der
linken Schulter – Einschränkung von 50° gegenüber der rechten Seite
bzw. 15° bei der Anteversion – als deutlich. Hinzu kämen die in der
Abschlussbeurteilung erwähnten Belastungsintoleranzen in der linken
Schulter und im linken Unterschenkel. Nach Auffassung des
Beschwerdeführers handelt es sich hierbei nicht um bagatelläre
Unfallfolgen (vgl. vorstehende Erwägung 7.1.2), zumal die Verletzungen
der linken Schulter und des linken Unterschenkels die zumutbaren
Tätigkeitsbereiche ganz erheblich beeinträchtigten (vgl.
Zumutbarkeitsprofil), weshalb eine Integritätsentschädigung von
mindestens 3 % für diese Einschränkungen ausgewiesen sei.
7.2.3. Wie nachfolgend aufgezeigt wird, ist den Vorbringen des
Beschwerdeführers in mehrfacher Hinsicht zu folgen:
Im Zusammenhang mit der Schätzung des Integritätsschadens auf 5 %
hielt Dr. med. D._ ausdrücklich fest, eine Verschlimmerung (der
Gonarthrose am linken Knie) nicht berücksichtigt zu haben (vgl. Bg-
act. 148 S. 1). Er begründete dies allerdings nicht näher, obschon er in
seiner Abschlussbeurteilung vom 19. September 2019 festgehalten hatte,
langfristig könne bei entsprechender Beschwerdesymptomatik aufgrund
- 23 -
einer sich schicksalhaft entwickelnden, fortschreitenden Arthrose die
Implantation einer Knietotalendoprothese notwendig werden (vgl. Bg-
act. 149 S. 7 oben). Da sich der Abschlussbeurteilung nicht entnehmen
lässt, ob Dr. med. D._ die Verschlimmerung der Gonathrose am
linken Knie als überwiegend wahrscheinlich erachtete oder nicht (vgl. dazu
Art. 36 Abs. 4 UVV sowie FREI, a.a.O., Art. 25 Rz. 36) bzw. weshalb er
eine Verschlimmerung der Gonarthrose nicht berücksichtigt hat, ist
hinsichtlich dieser Fragestellungen eine ergänzende medizinische
Stellungnahme einzuholen. Darüber hinaus begründete Dr. med. D._
auch nicht nachvollziehbar und schlüssig, weshalb er den
Integritätsschaden auf 5 % bezifferte, obschon dieser gemäss SUVA-
Tabelle 5 (Integritätsschaden bei Arthrosen) im Falle einer mässigen
Pangonarthrose, wie von Dr. med. D._ beim Beschwerdeführer
diagnostiziert, zwischen 10 bis 30 % liegt (vgl. Bg-act. 148 S. 1 und Bf-
act. 3). Auch diesbezüglich ist eine weitere medizinische Stellungnahme
einzuholen.
Schliesslich begründete der Kreisarzt Dr. med. D._ auch nicht
nachvollziehbar und schlüssig, weshalb die Unfallfolgen an der linken
Schulter und am linken Unterschenkel die Erheblichkeitsgrenze zur
Ausrichtung einer Integritätsentschädigung nicht erreichten (vgl. Bg-
act. 149 S. 7), d.h. bagatellär sein sollten (vgl. dazu vorstehende
Erwägung 7.1.2). So diagnostizierte er in seiner Abschlussbeurteilung
vom 19. September 2019 an der linken Schulter eine verbliebene
Belastungsintoleranz mit geringer Bewegungseinschränkung und am
linken Unterschenkel eine verbliebene verminderte Belastbarkeit (vgl. Bg-
act. 149 S. 5), wobei insbesondere die Beschwerden an der linken
Schulter auch Berücksichtigung im Zumutbarkeitsprofil vom
19. September 2019 fanden (vgl. Bg-act. 149 S. 7 sowie vorstehende
Erwägung 5.1). Darüber hinaus mutet es widersprüchlich an, wenn der
Kreisarzt Dr. med. D._ mit Bezug auf die linke Schulter einerseits
- 24 -
festhält, diese weise ein deutliches Aussenrotationsdefizit bis maximal 20°
(rechts 80°) auf, und andererseits eine verbliebene Belastungsintoleranz
mit geringer Bewegungseinschränkung an der linken Schulter
diagnostizierte (vgl. Bg-act. 149 S. 5 ff.; Hervorhebungen durch das
Gericht). Auch hinsichtlich der Schätzung des Integritätsschadens an der
linken Schulter und am linken Unterschenkel ist somit eine ergänzende
medizinische Stellungnahme einzuholen.
8. Im Ergebnis erweist sich die Beschwerde somit als begründet, weshalb sie
gutzuheissen und der angefochtene Einspracheentscheid vom
29. Oktober 2020 aufzuheben ist. Dem Beschwerdeführer wird eine
Invalidenrente von 24 % ab dem 1. Oktober 2019 zugesprochen. Im
Übrigen wird die Angelegenheit zu weiteren medizinischen Abklärungen
und zu neuem Entscheid hinsichtlich der Integritätsentschädigung an die
Beschwerdegegnerin zurückgewiesen. Dabei kann vorliegend auf die
Einräumung einer Möglichkeit zum Rückzug der Beschwerde verzichtet
werden, da die Rückweisung der Angelegenheit hinsichtlich der
Integritätsentschädigung im Eventualbegehren durch den
Beschwerdeführer beantragt wurde (vgl. zur reformatio in peius bei
Rückweisungsentscheiden: BGE 137 V 314).
9.1. Gemäss aArt. 61 lit. a i.V.m. Art. 82a ATSG ist das kantonale
Beschwerdeverfahren in Sozialversicherungssachen – ausser bei
mutwilliger oder leichtsinniger Prozessführung – kostenlos, weshalb für
das vorliegende Verfahren keine Kosten erhoben werden.
9.2.1. Der obsiegende Beschwerdeführer hat jedoch Anspruch auf Ersatz der
Parteikosten (Art. 61 lit. g ATSG). Die Parteientschädigung wird gemäss
Art. 2 Abs. 1 der Verordnung über die Bemessung des Honorars der
Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälte (Honorarverordnung, HV;
BR 310.250) i.V.m. Art. 19 des kantonalen Anwaltsgesetzes (BR 310.100)
durch die urteilende Instanz nach Ermessen festgesetzt. Ausgangspunkt
- 25 -
bildet die Kostennote (Art. 2 Abs. 2 HV). Dabei hat insbesondere der
vereinbarte Stundensatz üblich (vgl. Art. 3 Abs. 1 HV) und der geltend
gemachte Aufwand angemessen und für die Prozessführung erforderlich
zu sein. Praxisgemäss wird bei Nichteinreichung einer
Honorarvereinbarung der in der Kostennote geltend gemachte
Stundenansatz, höchstens aber ein Stundenansatz von CHF 240.--,
übernommen, da die Höhe des Stundenansatzes mangels
Honorarvereinbarung nicht verifiziert werden kann (vgl. auch Art. 4 Abs. 1
HV). Geltend gemachte Pauschalspesen werden maximal im Umfang von
3 % des festgelegten Honorars nach Zeitaufwand zugesprochen.
9.2.2. Der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers reichte dem Gericht am
13. Januar 2021 eine Honorarnote über CHF 4'190.55 ein (= 14.74 h à
CHF 240.-- [Vertretung im Beschwerdeverfahren] + 1 h à CHF 240.--
[Studium und Besprechung des vorliegenden Urteils] [CHF 3'777.60] zzgl.
3 % Spesen [CHF 113.35] und 7.7 % MWST [CHF 299.60]). Der geltend
gemachte Stundenansatz von CHF 240.-- ist üblich und kann trotz
Nichteinreichung einer Honorarvereinbarung übernommen werden.
Zudem erscheint der ausgewiesene Aufwand von insgesamt
15.74 Arbeitsstunden als angemessen (vgl. auch VGU S 19 43 vom
28. Mai 2020 E.7.2 und S 18 81 vom 18. Februar 2020 E.7.1, wonach das
Studium des Urteils und die Besprechung mit dem Klienten im Normalfall
praxisgemäss höchstens mit einer Stunde abzugelten ist). Die
Beschwerdegegnerin hat dem Beschwerdeführer somit eine
Parteientschädigung von CHF 4'190.55 (= 15.74 h à CHF 240.-- zzgl. 3 %
Spesen und 7.7 % MWST) zu bezahlen.