# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 5ac8f60b-3ff5-4e21-ba61-d127842339b3
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2016
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
1.1
Die 1958 geborene X._
, Mutter
zwei
er
Kinder
(geboren 1983 und 1986)
, ausgebildete technische Zeichnerin und eidgenössisch diplomierte Hauswartin,
arbeitete
zuletzt vo
n 1994 bis
200
8
als (Chef-)Hauswartin beim
Y._
der Stadt
Z._
(Urk. 7/
2/3–7
und
Urk.
7/
13–17
)
.
A
m 4. Dezember 2008 (Eingangsdatum) meldete sich
X._
unter Hinweis auf
eine
psychische Beeinträchtigung
erstmals bei der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, zum Leistungsbezug an (Urk. 7/4).
Die IV-Stelle zog einen Auszug aus dem individuellen Konto (
Urk.
7/11) und einen Bericht der Arbeitgeberin (
Urk.
7/16) bei und holte Berichte der behandelnden Ärzte (
Urk.
7/12,
Urk.
7/15
,
Urk.
7/27
) ein
.
Am
4.
Februar 2010 leistete die IV-Stelle Kostengutsprache für ein Belastbarkeitstraining vom
8.
Februar bis
9.
Mai 2010 (
Urk.
7/42) und am 10. Mai 2010 für ein Aufbautraining vom 1
0.
Mai bis
9.
November 2010 (Urk. 7/57), je bei der
A._
. Das Aufbautraining wurde in der Folge von der Versicherten per 9. Juni 2010 vorzeitig abgebrochen (
Urk.
7/66-67). Vom 1
6.
Juni bis 1
8.
August 2010 hielt sich die Versicherte sta
tionär in der
B._
(
B._
) auf (vgl. Austrittsbericht vom 2
7.
August 2010, Urk. 7/77/33-36). In der Folge holte die IV-Stelle
bei
Dr.
med. C._
, Fachärztin FMH für Psychiatrie und Psychotherapie
, ein
psychiatrisches
Gutachten ein (Gutac
hten vom
1.
Dezember 2010; Urk.
7/77). Mit Schreiben vom 15. Februar 2011
forderte
die IV-Stelle
die
Versicherte
unter
Hinweis auf die ihr obliegende
Schadenmi
nderungspflicht
dazu auf
, eine f
achärztlich geleitete teilstationäre Psycho
-
und Psych
o
pharma
kotherapie
zur Verminderung ihrer psychischen Beschwerden
zu absolvieren (Urk.
7/78).
Mit Schreiben vom 2
1.
März 2011 wandte sich
X._
an die IV-Stelle und bat um wohlwollende Prüfung ihres Anliegens, anstelle eines teilstationären Aufenthaltes
,
die Behandlung vorerst mit ihrem Therapeuten
Dr
.
med. D._
, Facharzt FMH für Psychiatrie und Psychotherapie
sowie
Praktischer Arzt
FMH
,
weiterführen zu können
(
Urk.
7/80). Die IV-Stelle zog die Stellungnahme des Regionalen Ärztlichen Dienstes vom 2
8.
Dezember 2011 bei (
Urk.
7/91/9) und sprach der Versicherten nach durchgeführtem
Vor
bescheidverfahren
(Vorbescheid vom
7.
März 2012,
Urk.
7/92; [verspäteter] Einwand vom 2
4.
August 2012,
Urk.
7/113;
Einwandergänzung
vom 2
1.
September 2012,
Urk.
7/117),
mit Verfügung vom 1.
November 2012
ab
1.
Juni 2010
eine
ganze Rente der Invalidenversicherung zu
. Gleichzeitig wies sie die Versicherte darauf hin,
dass sie an der Schadenminderungspflicht nicht weiter festhalte
(
Urk.
7/
102
[Verfügungsteil 2]
, Urk.
7/119)
.
1.2
Im Rahmen des im Januar 2015 eingeleiteten Rentenrevisionsverfahrens (Urk. 7/126) zog die IV-Stelle erneut einen IK-Auszug (
Urk.
7/127) bei
,
holte
einen
Bericht
des
behandelnden
Psychiater
s
(
Urk.
7/129) ein
und liess die Versi
cherte
zusätzliche Angaben machen
(
Urk.
7/131)
.
D
arauf
hin
erging am
8.
September 2015 ein Vorbescheid, in welchem die IV-Stelle die
wiedererwä
gungsweise
Aufhebung der Invalidenrente in Aussicht stellte
(Urk.
7/134)
.
Gegen den Vorbescheid
erhob
die Versicherte mit Schreiben vom 1
9.
November 2015 Einwand (
Urk.
7/146)
. Am
4.
Januar 2016 erging erneut ein Vorbescheid, mit welchem die revisionsweise Aufhebung der Rente in Aussicht gestellt wurde (
Urk.
7/149)
. Da
gegen
erhob
die Versiche
rte erneut begründeten Einwand
(
Urk.
7/153). Mit Verfügung vom 1
6.
Februar 2016 hob die IV-Stelle die bishe
rige ganze Rente mit Wirkung per
31. März
2016 auf und entzog einer allfällig dagegen erhobenen Beschwerde die aufschiebende Wirkung (Urk. 2 [= 7/156]).
2
.
Gegen diese Verfügung
legte
die Versicherte mit Eingabe vom 1
8.
März 2016 Beschwerde e
in
und beantrag
te
, es sei die angefochtene Verfügung aufzuheben und
es sei festzustellen, dass ihr weiterhin ganze IV-Renten zustünden, basie
rend auf einem IV-Grad von 70
%
.
Eventuell sei eine unabhängige, externe medizinische Begutachtung anzuordnen, umfassend zumindest die Disziplin Psychiatrie, eventuell weitere somatisch notwendige Fachrichtungen, bevor neu über den Invaliditätsgrad entschieden werde. Subeventuell sei die
Beschwerde
gegnerin
anzuweisen, Eingliederungsmassnahmen zu prüfen und durchzufüh
ren
. In prozessualer Hinsicht ersuchte d
ie
Beschwerdeführer
in
um Gewährung der
aufschiebenden Wirkung
(Urk. 1
)
.
Mit Beschwerdeantwort vom
4.
Mai 2016 beantragte die Beschwerdegegnerin Abweisung der Beschwerde
(
Urk.
5), was der Beschwerdeführerin am 1
7.
Juni 2016 mitgeteilt wurde (
Urk.
8).
3
.
Auf die Ausführungen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
1.1
.1
Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines
Rentenbezü
gers
erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (
Art.
17
Abs.
1
des
Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts
[
ATSG
]
). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tat
sächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente nicht nur bei einer wesentlichen Änderung des Gesundheitszustandes, sondern auch dann
revidier
bar
, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen des an sich gleich gebliebenen Gesundheitszustandes erheblich verändert haben (BGE 130 V 343 E. 3.5 mit Hinweisen). Eine Veränderung der gesundheitlichen Verhältnisse liegt auch bei gleich gebliebener Diagnose vor, wenn sich ein Leiden in seiner Intensität und in seinen Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit verändert hat (Urteile des Bun
desgerichts 9C_261/2009 vom 1
1.
Mai 2009 E. 1.2 und I 212/03 vom 28. August 2003 E. 2.2.3). Dagegen stellt die bloss unterschiedliche Beurteilung der Auswirkungen eines im Wesentlichen unverändert gebliebenen Gesund
heitszustandes auf die Arbeitsfähigkeit für sich allein genommen keinen
Revisi
onsgrund
im Sinne von
Art.
17
Abs.
1 ATSG dar. Zeitliche Vergleichsbasis für die Beurteilung einer anspruchserheblichen Änderung des Invaliditätsgrades bilden die letzte rechtskräftige Verfügung oder der letzte rechtskräftige
Ein
spracheentscheid
, welche oder welcher auf einer materiellen Prüfung des Ren
tenanspruchs mit rechtskonformer Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und Invaliditätsbemessung beruht (BGE 133 V 108; vgl. auch BGE 130 V 71
E.
3.2.3; Urteil des Bundesgerichts 9C_438/2009 vom 26. März 2010 E. 1 mit Hinweisen).
1.1.2
Der Revisionsordnung gemäss
Art.
17 ATSG geht der Grundsatz vor, dass die Verwaltung befugt ist, jederzeit von Amtes wegen auf eine formell rechtskräf
tige Verfügung, welche nicht Gegenstand materieller richterlicher Beurteilung gebildet hat, zurückzukommen, wenn diese zweifellos unrichtig und ihre Berichtigung von erheblicher Bedeutung ist (BGE 110 V 176 E. 2a;
Art.
53
Abs.
2 ATSG). Unter diesen Voraussetzungen kann die Verwaltung eine
Renten
verfügung
auch dann abändern, wenn die Revisionsvoraussetzungen des
Art.
17
Abs.
1 ATSG nicht erfüllt sind. Wird
die zweifellose Unrichtigkeit der ursprüng
lichen Rentenverfügung erst vom Gericht festgestellt, so kann es die auf
Art.
17
Abs.
1 ATSG gestützte Revisionsverfügung der Verwaltung mit dieser Begrün
dung schützen (BGE 125 V 368 E. 2 mit Hinweisen). Nach der Rechtsprechung lässt sich eine allgemein gültige
betragliche
Grenze für die Voraussetzung der Erheblichkeit der Berichtigung nicht festlegen. Massgebend sind vielmehr die gesamten Umstände des Einzelfalles. Bei periodischen Leistungen ist die Erheb
lichkeit der Berichtigung zu bejahen (BGE 119 V 475 E. 1c; Urteil des Bundes
gerichts 9C_11/2008 vom 29. April 2008 E. 4.2 mit Hinweisen
).
1.2
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG).
Sie kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung [IVG]
).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beein
trächtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verur
sachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommen
den ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesund
heitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.3
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie kör
perliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 8 ATSG bewirken. Nicht als Folgen eines psychischen
Ge
sundheitsschadens
und damit invalidenversicherungsrechtlich nicht als rele
vant gelten Einschränkungen der Erwerbsfähigkeit, welche die versicherte Per
son bei Aufbietung allen guten Willens, die verbleibende Leistungsfähigkeit zu verwerten, abwenden könnte; das Mass des
Forderbaren
wird dabei weitgehend objektiv be
stimmt. Festzustellen ist, ob und in welchem Umfang die Ausübung einer Er
werbstätigkeit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt mit der psychi
schen Beein
trächtigung vereinbar ist. Ein psychischer Gesundheitsschaden führt also nur so
weit zu einer Erwerbsunfähigkeit (Art. 7 ATSG), als angenommen werden kann, die Verwertung der Arbeitsfähigkeit (Art. 6 ATSG) sei der versi
cherten Person sozial-praktisch nicht mehr zumutbar (BGE 131 V 49 E. 1.2 mit Hinweisen).
Bei Störungen im mittelgradigen depressiven Bereich ist die invalidisierende Wirkung besonders sorgfältig zu prüfen (Urteil des Bundesgerichts 9C_125/2015 vom 1
8.
November 2015 E. 7.2.1). Es darf nicht unbesehen darauf geschlossen
werden, eine solche Störung vermöchte eine voraussichtlich bleibende oder län
gere Zeit dauernde (teilweise) Erwerbsunfähigkeit zu bewirken (Urteil des Bun
desgerichts 9C_484/2012 vom 2
6.
April 2013 E. 4.3.2.2). Psychische Störungen der hier interessierenden Art gelten nur als invalidisierend, wenn sie schwer und therapeutisch nicht (mehr)
angehbar
sind, was namentlich bei noch nicht lange
chronifizierten
Krankheitsgeschehen voraussetzt, dass keine therapeutische Option mehr und somit eine Behandlungsresistenz b
esteht (BGE 141 V 281
E.
4.3.1.2). An der bundesgerichtlichen Praxis, wonach leichte bis höchstens mit
telschwere Störungen aus dem depressiven Formenkreis in der Regel
therapier
bar
sind und invalidenversicherungsrechtlich zu keiner Einschränkung der Arbeitsfähigkeit führen, hat BGE 141 V 281 nichts geändert (9C_125/2015 E. 7.2.1).
(übernommen aus IV.2014.01304)
1.4
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertels
rente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.5
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gege
benenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeits
unfähig ist (BGE 125 V 256 E.
4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person no
ch zugemutet werden kön
nen (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E.
4b/cc).
1.6
Das Gericht hat den Sachverhalt von Amtes wegen festzustellen und demnach zu prüfen, ob die vorliegenden Beweismittel eine zuverlässige Beurteilung des strittigen Leistungsanspruches gestatten. Einem ärztlichen Bericht kommt Beweiswert zu, wenn er für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt und in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, wenn die Beschrei
bung der medizinischen Situation und Zusammenhänge einleuchtet und die Schlussfolgerungen des Arztes begründet sind (BGE 125 V 351 E. 3a S. 352).
1.7
Im Rahmen der freien Beweiswürdigung darf sich die Verwaltung - und im Streit
fall das Gericht - weder über die (den beweisrechtlichen Anforderungen genügenden) medizinischen Tatsachenfeststellungen hinwegsetzen noch sich die ärztlichen Einschätzungen und Schlussfolgerungen zur (Rest-) Arbeitsfähigkeit unbesehen ihrer konkreten sozialversicherungsrechtlichen Relevanz und Trag
weite zu eigen machen. Die rechtsanwendenden Behörden haben
diesfalls
mit besonderer Sorgfalt zu prüfen, ob die ärztliche Einschätzung der Arbeitsunfä
higkeit auch invaliditätsfremde Gesichtspunkte (insbesondere psychosoziale und soziokulturelle Belastungsfaktoren) mitberücksichtigt, die vom
invaliditäts
rechtlichen
Standpunkt aus unbeachtlich sind (vgl.
BGE 140 V 193
;
130 V 352
E. 2.2.5). Wo psychosoziale Einflüsse das Bild prägen, ist bei der Annahme einer rentenbegründenden Invalidität Zurückhaltung geboten (
BGE 127 V 294
E. 5a; vgl. Urteil des Bundesgerichtes 9C_146/2015 vom 1
9.
Januar 2016).
1.
8
Das Gericht kann die Angelegenheit zu neuer Entscheidung an die Vorinstanz zurückweisen, besonders wenn mit dem angefochtenen Entscheid nicht auf die Sache eingetreten oder der Sachverhalt ungenügend festgestellt wurde (§ 26 Abs. 1 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht,
GSVGer
). Gemäss stän
diger Rechtsprechung ist in der Regel von der Rückweisung – da diese das Ver
fahren verlängert und verteuert – abzusehen, wenn die Rechtsmittelinstanz den Prozess ohne wesentliche Weiterungen erledigen kann. In erster Linie kommt eine Rückweisung in Frage, wenn der Versicherungsträger auf ein Begehren überhaupt nicht eingetreten ist oder es ohne materielle Prüfung abgelehnt hat, wenn schwierige Ermessensentscheide zu treffen sind, oder wenn der
ent
scheidrelevante
Sachverhalt ungenügend abgeklärt ist (vgl. Urteil des Bundes
gerichts U 209/02 vom 10. September 2003 E. 5.2).
Be
i
ungenügenden Abklärungen
durch den Versicherungsträger holt
die Be
schwerdeinstanz im Regelfall ein Gerichtsgutachten ein
, wenn sie einen (im Verwaltungsverfahren anderweitig erhobenen) medizinischen Sachverhalt über
haupt für gutachtlich abklärungsbedürftig hält oder wenn eine
Administrativ
expertise
in einem rechtserheblichen Punkt nicht beweiskräftig ist. Die betref
fende Beweiserhebung erfolgt alsdann vor der
–
anschliessend
reformatorisch entscheidenden
–
Beschwerdeinstanz selber statt über eine Rückweisung an die Verwaltung. E
ine Rückweisung an den Versicherungsträger
bleibt hingegen möglich, wenn sie allein in der notwendigen Erhebung einer bisher vollständig ungeklärten
Frage begründet
ist.
Ausserdem
bleibt es dem kantonalen Gericht (unter dem Aspekt
der Verfahrensgarantien) unbenommen, eine Sache zurück
zuweisen, wenn lediglich eine Klarstellung, Präzisierung oder Ergänzung von gutachtlichen Ausführungen erforderlich ist (B
GE
137 V 210
E.
4.4.1.
4 mit Hin
weisen; Urteil des Bundesgerichts
8C_815/2012 vom 21.
Oktober 2013 E.
3.4
,
publi
ziert in SVR 1/2014 UV Nr. 2 S.
3)
.
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin erwog im angefochtenen Entscheid, bei der
Rentenzu
sprache
habe die Beschwerdeführerin an einer mittel
gradigen
bis schwer
en
depressiven Episode gelitten, wohingegen gegenwärtig noch von einer mittel
gradigen Episode auszugehen sei.
Zudem besitze
s
ie erhebliche Ressourcen, die zu einer geregelten Struktur geführt hätten
. Es sei
folglich
eine massgebende Verbesserung des Gesundheitszustands eingetreten und es liege
gegenwärtig
kein invalidenversicherungsrechtlich massgebender Gesundheitsschaden mehr vor
(
Urk.
2).
2.2
Demgegenüber
wurde
in der Beschwerde geltend gemacht,
aus dem Bericht des behandelnden Psychiaters
vom 1
3.
April 2015 ergebe sich eine Verschlechte
rung des Gesundheitszustands der
Beschwerdeführerin: die Schilderung der Befunde sei insgesamt nicht geringfügiger als im ursprünglichen Gutachten, es würden zwei neue Diagnosen gestellt und die Arbeitsunfähigkeit sei von 70
%
auf 100
%
angestiegen. Trotzdem habe die Beschwerdegegnerin keine weiteren medizinischen Abklärungen veranlasst, nicht einmal eine Beurteilung des Berichts des behandelnden Psychiaters durch den RAD.
Eine Verbesserung des Gesundheitszustands sei keineswegs ausgewiesen
. Bevor überhaupt eine Aufhe
bung der Rente in Frage komme,
wären
vorliegend jedenfalls Eingliederungs
massnahmen zu prüfen
(
Urk.
1)
.
2.3
In der Beschwerdeantwort brachte die Beschwerdegegnerin vor, entscheidend sei neben der Feststellung, dass sich das depressive Geschehen als nicht statio
när erwiesen habe, dass es der Beschwerdeführerin seit dem letzten materiellen Entscheid gelungen sei, sich an ihr Leiden und die Situation anzupassen. Wäh
rend sie bei der
Rentenzusprache
berichtet habe, Mühe damit zu haben, den Tag zu gestalten und Freizeitaktivitäten auszuüben, gehe sie heute diversen Tätig
keiten nach. Aus der aktuellen Zumutbarkeitsprüfung ergebe sich entgegen de
n
Angaben des behandelnden Psychiaters keine nachvollziehbare Einschränkung mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit
(
Urk.
6)
3.
Es ist zu prüfen, ob ein Revisionsgrund nach Art. 17 Abs. 1 ATSG gegeben ist. Die Frage, ob im Spektrum der anspruchserheblichen Tatsachen eine zur Anpassung des Rentenanspruchs führende Veränderung eingetreten sei, ist im Ver
gleich mit den Verhältnissen zur Zeit der letzten rechtskräftigen Verfügung zu
beurteilen, welche
auf einer materiellen Prüfung des Rentenanspruchs mit rechts
konformer Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und Durchführung eines Einkommensvergleichs beruht (E. 1.1). Referenzzeitpunkt ist demnach hier die
Verfügung vom
1.
November 2012
, mit welcher de
r
Beschwerdeführer
in
mit Wirkung ab 1.
Juni 2010
eine ganze Invali
denrente zugesprochen worden war (Urk. 7/
102
[Verfügungsteil 2], 7/
119
).
3.1
3.1.1
Dr.
med. E._
, Facharzt FMH für Allgemeine Medizin, hielt in seinem Bericht vom 1
6.
Deze
mber 2008
(
Urk.
7/12)
fest, die Beschwerdeführerin leide
seit September 2008
an einem akute
n
psychophysische
n
Erschöpfungszustand sowie
an
einer chronischen Überforderungssitua
tion bei perfektionistischer Persönlichkeitsstruktur
.
Sie befinde sich bei ihm seit
dem
2
2.
September 2008 in ambulanter Behandlung
. Während vier Wochen habe sie sich stationär in der psychosomatischen Reha
-S
tation
F._
in
G._
aufgehalten
(Urk.
7/12/3)
.
Dr.
E._
notierte zur Frage der medizinisch begründeten Arbeitsunfähigkeit von mindestens 20
%
für zuletzt ausgeübte Tätigkeit “100
%
von 21.10.2008 bis auf weiteres
“ sowie “
30
%
[ab]
05.01.2009
,
geschützter Arbeitsversuch
“
(
Urk.
7/12/4)
. Zudem berichtete
Dr.
E._
, es könne noch nicht bestimmt werden, ob mit der Wiederaufnahme der beruflichen Tätigkeit gerechnet werden könne
. Es bedürfe eines Arbeitsplatzwechsels sowie allenfalls einer beruflichen Umorientierung
(Lehrlingsinstruktion o.ä.
[Urk.
7/12/5]
; vgl. auch
Urk.
7/69)
.
3.1.2
H._
,
lic
. phil. P
sychologie, Psychotherape
u
t SPV
,
gab
in
seinem Bericht zur Psychotherapie der Beschwerdeführerin vom 2
6.
Mai 2009 (
Urk.
7/27)
an
,
die Beschwerdeführerin
sei zu Beginn extrem erschöpft gewesen
und e
s sei ihr sehr schwer gefallen, über seelische Vorgänge zu sprechen. Die Symptome seien sehr stark gewesen: Vergesslichkeit
,
Schlafstörungen, Erschöpfung, Schwindel
,
Niedergeschlagenheit, Verwirrung, Appetitlosigkeit sowie Sinnlosigkeit. Sie sei mit
Fluoxetin
(40mg) behandelt worden, was die Stimmung aufgehellt, die körperliche Erschöpfung aber kaum zu beeinflussen vermoch
t habe (Urk.
7/27/1).
Als Diagnose nannte Psychologe
H._
eine mittelgradige depressive Episode mit somatischem Syndrom (ICD-10 F32.11) im Sinne einer Erschöpfungsdepression bzw. eines Burnout-Syndroms auf dem Hintergrund einer ausgeprägten
Alexithymie
(Differentialdiagnose: leichte Form einer autistischen Störung).
Zur Arbeitsfähigkeit
führte
lic
. phil.
H._
aus, diese sei zurzeit immer noch sehr gering (20
%
), er rechne jedoch mit einer Steigerung im Laufe des Jahres
. Wichtig sei, dass
die
Beschwerdeführerin
eine angemessene Behandlung erhalte, die ihre
Alexithymie
berücksichtige (Urk.
7/27/2)
.
3.1.3
Im Bericht der
B._
(
B._
) vom 1
3.
September 2010
zuh
anden der Beschwerdegegnerin
(
Urk.
7/72) wurden eine mittelgradige depressive Episode mit somatischem Syndrom (ICD-10 F32.11), eine einfache Aktivitäts- und Aufmerksamkeitsstörung (ICD-10 F90.0) sowie andere physische oder psychische Belastungen in Zusammenhang mit der Arbeit (ICD-10 Z56.6) als Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit genannt. Diagnosen ohne
Auswirkungen auf
die Arbeitsfähigkeit wurden keine genannt (
Urk.
7/72/2).
Die Medikation beim Austritt aus der
B._
habe
sich
wie folgt
zusammengestellt
:
Cipralex
Tabletten 10 mg 2-0-0-0, Ritalin Tabletten
10 mg 1-0-0-0, Ritalin LA Tabletten 20 mg 1-0-0-0, Ritalin LA Tabletten 30 mg 0-1-0-0 (vgl. auch Kurzaustrittsbericht vom 1
8.
Augus
t 2010 [
Urk.
7/77/37–38] sowie Austrittsbericht vom 2
7.
August 2010 [
Urk.
7/77/33–36])
. Durch die stati
onäre integrierte Behandlung sei es bei der Beschwerdeführerin zu einem Rück
gang der depressiven Symptomatik gekommen. Zudem habe sie nach erfolgter Diagnosestellung eines ADHS von einer Ritalin-Therapie und entsprechender Psychoedukation und Coaching profitiert. In Anbetracht der Komplexität der Störung sowie der Arbeitssituation und der langen Vorgeschichte werde eine weitere teilstationäre oder ambulante Behandlung für notwendig gehalten
. Die Beschwerdeführerin habe angegeben,
sie wolle ihren
Therape
uten (vgl.
Urk.
7/81/1)
wechseln und
ambulante, ergotherapeutische Behandlungen
neu in der Praxis
I._
in
J._
absolvieren
. Sie habe sich gegen eine
tages
klinische
Behandlung
bei der
B._
in
K._
entschieden (Urk. 7/72/4).
3.1.4
Dem psychiatrischen Gutachten von
Dr.
C._
vom
1.
Dezember 2010 (Urk.
7/77) können folgende Diagnosen mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähig
keit entnommen werden (
Urk.
7/77/24
)
:
A
nhaltende mittelgradige bis knapp schwere depressive Episode mit soma
tischem Syndrom und flüchtigem Depersonalisationserleben
(ICD-10 F32.11), entwickelt aus einem ursprünglichen Burnout bei belasteter beruflicher Situation (ICD-10 73.0)
a
namnestisch einfache Aktivitäts- und Aufmerksamkeitsstörung
(ICD-10
F90.0)
a
kzentuierte emotional unreife und narzisstische Persönlichkeitszüge (ICD-10 Z73.1)
Dr.
C._
führte im
Rahmen der Beurteilung aus, es ha
be
sich ein unbefriedi
gendes stagniertes depressives Selbsterleben etabliert,
die
Beschwer
deführerin
widme sich einer
ungenügend intensiv aktivierenden “
vita
minima
" mit zu wenig
Strukturgebung
und einem ambulanten psychotherapeutischen und ergotherapeutischen Therapiekonzept, das an sich seit Beginn des depressi
ven Einbruches, wie die
thymoleptische
Medikation mit einem SSRI auch, weit
gehend unverändert geblieben sei. Auf der psychopathologischen Ebene seien anlässlich der Begutachtung eine mittelschwere Affektpathologie (niederge
schlagen, verzweifelt, Affektstarre bzw. reduzierte affektive Modulationsfähig
keit, aber auch Dysphorie, Ungeduld, Reizbarkeit)
,
zentrale Scham- und Insuffi
zienzgefühle, leichte bis mittelgradige formale und inhaltliche Denkstörungen, anamnestisch Konzentrationsstörungen, vor allem aber eine tiefgreifende Ver
unsicherung, verminderte Entscheidungs-
und Handlungsfähigkeit, Schlaf- und
Appetenzstörungen
, eine Vitalitätsstörung sowie eine sozial karge
Aktivitäts
spanne
, mit gegenwärtig auch latenter Suizidalität, festzustellen. Die eigene Affektivität werde dabei nur ungenügend wahrgenommen, wobei dies auch ein Schutz-/Verdrängungsmechanismus gegen das interaktionell durchaus spürbare Aggressions- und Wutpotential auf narzisstischer Ebene sein dürfte. Der mitt
lere bis knapp schwere Grad der depressiven Krankheitskomponente werde dabei durch die Scoren auf der MADRS- und HAM-D Skalen psychometrisch belegt
(
Urk.
7/77/23 f.)
.
Zur Arbeitsfähigkeit führte die Expertin aus, die Beschwerdeführerin sei
in ihrer Tätigkeit als Chef(
schul
)
hauswartin
im Oktober 2008
an einem (rein
arbeitsbe
zogenen
) Burnout
erkrankt, d
ies auf dem Hintergrund einer wohl im
Persön
lichkeitsinventar
angelegten ungenügenden Konfliktfähigkeit
und einer sich in den letzten paar Jahren aufbauenden
Ü
berforderung in einem strukturell schwierigen Arbeitsumfeld, bei knapp kompensierter Störung der
Aufmerksam
keitsfokussierung
und Handlungsplanungsf
ä
higkeit
.
Der
Burnout
habe sich
im weiteren Verlauf, durch anhaltende Konflikthaftigkeit am Arbeitsplatz, in eine eigenständige mittelschwere bis schwere dep
ressive
Episode verselbständigt
, die nach initialer Teilremission in der ersten Jahreshälfte 2009, ab Juli 2009 wieder
re
-
exa
z
erbiert
sei
. Zum Zeitpunkt der Begutachtung rechtfertig
e
das psychopa
thologische Zustandsbild der mittelschweren bis knapp schweren depressiven Episode in Kombination mi
t der erschwerten Bewältigungsfä
higkeit aufgrund der - in Zeiten der psychischen Dekompensation relevanten - einfachen
Auf
merksamkeits
- und Hyperaktivitätsstörung, die Annahme einer 70%igen Arbeitsunfähigkeit (70%ige
Arbeitsunfähigkeit ab
1.
Dezember
2010) in der angestammten Tätigkeit. Für den Krankheitsverlauf seit Oktober 2008
sei
eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit vom 2
1.
Oktober
2008 bis
4.
Januar
2009, eine 70%ige Arbeitsunfähigkeit vom
5.
Januar
2009 bis 2
2.
Februar
2009, eine 60
%ige Arbeitsunfähigkeit vom 23.
Februar
2009 bis 2
7.
April
2009, eine 50%ige Arbeitsfähigkeit vom 2
8.
April 2
009 bis
2.
Juni
2009 und eine 40%ige Arbeitsunfähigkeit vom
2.
Juni
2009 bis 1
5.
Juli
2009 rekonstruierbar. Ab 1
6.
Juli
2009
sei die Beschwerdeführerin
bis zum Zeitpunkt der Begutachtung (bis und mit 3
0.
November
2010) vorwiegend, zu 100
%
, arbe
itsunfähig
geblie
ben
. Seit
1.
Dezember
2010 lieg
e
eine 70%ige Arbeitsunfähigkeit vor. Theore
tisch-medizinisch
sei
eine 30%ige Arbeitsfähigkeit im angestammten Bereich ab sofort zumutbar
(
Urk.
7/77/25)
.
Da die Depressionserkrankung nicht nur
den
Antrieb und
die
Vitalität, sondern auch
die
Kognition,
die
gedankliche Flexibilität
und die
Handlungs- und Ent
scheidungsfähigkeit etc. betreffe, könne keine angepasste Tätigkeit benannt werden, die zu einer höheren Arbeitsfähigkeit als in der angestammten Tätigkeit (Hauswartin) führen würde. Generell liege gegenwärtig seit
dem 1. Januar 2010 in der freien Wirtschaft eine 70%ige Arbeitsunfähigkeit vor, auch der zeitliche Verlauf entspreche demjenigen der angestammten Tätigkeit. Prinzipiell könne aus medizinischer Sicht die angestammte Tätigkeit als Hauswartin als eine de
n
Leiden angepasste Tätigkeit bezeichnet werden (
Urk.
7/77/26).
Zu den Möglichkeiten zur Verbesserung der Arbeitsfähigkeit führte
Dr.
C._
aus,
d
ie
Beschwerdeführerin
befinde sich aktuell, seit Kl
ini
kaustritt Mitte August 2010, bedauerlicherweise in einer unstrukturierten Tagessituation, die wohl auch entscheidend zur Stagnation des psychopathologischen Zustandsbildes beigetragen haben dürfte. Der
Beschwerdeführerin
sei
bis anhin kein Perspektivenwechsel (aus der Opferrolle) möglich, zudem bl
eibe
auch die
bange
Erwartung der Kündigung, gleichzeitig auch Symbol eines unentschiede
nen, nicht abgeschlossenen Konfliktes. Dringend zu etablieren
sei
gegenwärtig eine therapeutische Tagesstruktur (psychiatrische Tagesklinik), damit sich die (mit der Selbststrukturierung überforderte)
Beschwerdeführerin
wieder zumin
dest auf das bei ihrem Klinikaustritt objektiv festgehaltene verbesserte Zustandsniveau stabilisieren k
ö
nn
e
, wonach mit Priorität erneut berufliche Massnahmen (Belastbarkeitstraining, Berufsberatung, Arbeitsvermittlung) durchzuführen s
eien
. Die teilstationäre Stabilisierungsphase dürfte zwischen drei und sechs Monaten beanspruchen, wonach von einer 50%igen Arbeitsfä
higkeit, und damit auch beruflichen Reintegrationsfähigkeit, auszuge
h
en
sei.
Gerade der narzisstische Verarbeitungsmodus und die Motivation der
Beschwer
deführerin liessen
ein Gelingen einer eigentlichen
arbeitsreintegrativen
Mass
nahme mit intensivem Coaching und bei guter therapeutischer Begleitung als durchaus realistisch erscheinen.
Es sei
auf eine sehr individuelle Begleitung, mit langsamen Entwicklungsschritten und behutsamem Coaching zu achten. In der aus arbeitsme
di
zinisch dringend zu empfehlenden intensivierten teilstationären Behandlungsphase
sei
auch die medikamentöse Behandlungsoptimierung, die bis anhin verwahrlost w
o
rde
n sei
(wohl auch, weil die ambulante Behandlung mehrheitlich in den Händen
nicht-ärztlicher Therapeuten sei
), zu fokussieren. Das Zustandsb
il
d der
Beschwerdeführerin habe
unter der mittlerweile über
ein
einhalbjährigen
Gabe von
Cipralex
(SSRI) in stets gleich bleibender Dosierung
stagniert
. Anamnestisch
seien
ansonsten nur kurz
Remeron
(Gewichtszunahme) und (tiefdosiert)
Tryptizol
eingesetzt
worden
. Es
stehe
eine Palette von Antide
pressiva (SNRI, SSRI, RIMA, NASSA, NARI, I-MAO,
Tri
- und
Tetrazyklika
,
MT-Agonist) und
Enhancers
(Lithium,
Lamotrigin
) zur Verfügung, die in Betracht
zu ziehen seien
(
Urk.
7/77/26 f.)
.
3.1.5
Dem
-
dem Gutachten beiliegenden
-
vertrauens
ärztlichen Bericht von Dr. med.
L._
, Fachärztin FMH für Innere Medizin, vom
2.
Juli 2010
,
zuh
anden der Pensionskasse der Stadt
Z._
,
kann entnommen wer
den, dass im Gespräch eine schwere Depression zum Ausdruck gekommen sei. Die Beschwerdeführerin sei in diesem Zusammenhang seit dem 1
5.
Juli 2009 zu 100
%
beruf
s
unfähig (
Urk.
7/77/32).
3.1.6
RAD-Arzt
Dr.
med. M._
, Facharzt FMH für Innere Medizin
, zertifizierter Gutachter SIM
, nahm am 1
2.
Januar 2011 Stellung zum Gutachten von Dr.
C._
. Er führte aus, für den Umfang und die Daten der Arbeitsunfähig
keit könne dem Gutachten gefolgt werden, gemäss welchem die Arbeitsfähigkeit mit einer fachärztlich geleiteten teilstationären Psycho
-
und Psychopharmako
therapie innert 3-6 Monaten auf 50
%
gesteigert werden könne. Da diese Beur
teilung überzeugend wirke, schlage
er
vor, diese Massnahme als
Schadenmin
derungspflicht
aufzuerlegen, auch wenn man in der Regel mit der Auferlegung von stationären Massnahmen sehr zurückhaltend sei (
Urk.
7/91/7 f.).
3.1.7
N._
, diplomierte Ergotherapeutin FH, MAS Psychosoziale Bera
t
ung, führte im ergotherapeutischen Verlaufsbericht vom 1
7.
Februar 2011 (
Urk.
7/80) aus, die Beschwerdeführerin führe ihren Haushalt nicht regelmässig, gehe wenig regelmässiger Freizeitgestaltung und auch wenig sportlichen Akti
vitäten nach,
pflege wenig soziale Kontakte, meist nur zu ihrer Familie
,
vorwie
gend
zu ihrem
Partner (der aber 100
%
arbeite und daher ganztags ausser Hause se
i). Sie gehe keiner bezahlten und momentan auch keiner Freiwilligenarbeit mehr nach
(
Urk.
7/80/1)
.
3.1.8
Dem Bericht von
Dr.
D._
vom 1
4.
November 2011 (Eingang bei der
Beschwerdegegnerin am
9.
Januar 2012
;
Urk.
7/90
) können die Diagnosen einer depressiven Episode mit somatischem Syndrom, gegenwärtig mittelgradig
(
ICD-10
F32.1), einer einfachen Aktivitäts- und Aufmerksamkeitsstörung
(
ICD-10
F90.0), eines Verdachts auf eine dissoziative Störung, nicht näher bezeichnet (
ICD-10
F44.9) sowie
von akzentuierten emotionalen unreifen und narzissti
schen Persönlichkeitszügen (ICD-10 Z73.1) entnommen werden
(Urk. 7/90/1)
. Zur gegenwärtigen Behandlung notierte
Dr.
D._
: „Ambulante psychiat
risch-psychotherapeutische Behandlung, wöchentlich, Psychopharmakotherapie, zusätzlich wöchentliche Teilnahme an einem dialektisch-
behavioralen
Fertig
keitentraining
(DBT-
Skillsgruppe
), ambulante psychiatrische Einzelergotherapie (wöchentlich), sowie eine ergotherapeutisch-psychiatrische Aktivierungsgruppe und Teilnahme an einem ambulanten Gruppentraining zur Förderung der sozi
alen Kompetenz.
“ Ausserdem besuche die Beschwerdeführerin eine ADHS-Selbsthilfegruppe
sowie eine Selbsthilfegruppe zur Förderung von
Selbstwahr
nehmung
und Achtsamkeit.
Hinsichtlich der aktuellen Medikation
noti
erte
Dr.
D._
: „
Cipralex
20
mg/die, Ritalin 60 mg/die,
Trittico
50 mg/die“ (
Urk.
7/90/2).
3.1.
9
RAD-Ärztin
Dr.
med.
O._
, Fachärztin FMH für Psychiatrie und Psy
chotherapie
,
hielt in ihrer Stellungnahme vom 2
9.
Dezember 2011 zur
mit der Feststellung
, wonach die Beschwerdeführerin die ihr auferlegte
Schadenminde
r
ungspflicht
nicht erfüllt habe,
verbundenen Anfrage der Beschwerdegegnerin
fest, es könne seit
1.
Dezember 2011 in Anbetracht der vorliegenden Aktenlage abschliessend von einer fortdauernden 70%igen Arbeitsunfähigkeit in der zuletzt ausgeübten Tätigkeit als Hauswartin sowie in angepasster Tätigkeit aus
gegangen werden. Das Nichtmitwirken an der Schadenminderungspflicht könne im Rahmen der vorliegenden strukturellen Persönlichkeitsdefizite
,
d
as heisse
der Persönlichkeitsstörung
,
als krankheitsbedingt gewertet werden
,
bei verminderter Entscheidungs- und Handlungsfähigkeit sowie depressiver Symptomatik
. Die Schadenminderungspflicht solle sistiert werden, da hierdurch mit überwiegender
Wahrscheinlichkeit keine Steigerung der Arbeitsfähigkeit erzielt werden könne (
Urk.
7/91/9).
3.1.1
0
Gestützt auf
die medizinische Aktenlage
(vgl. E. 3.1.1 bis E. 3.1.9)
–
insbeson
dere
auf
das psychiatrische Gutachten von
Dr.
C._
–
sprach die IV-Stelle der Beschwerdeführerin
mit Verfügung vom 1. November 2012 unter
Hinweis darauf, dass
an der Schad
enminderungspflicht nicht festgehalten werde,
ab
1.
Juni 2010 eine ganze Rente der Invalidenversicherung zu (
Urk.
7/102
[Verfü
gungsteil 2]
, Urk. 7/119).
3.2
3.2.1
Dem
– im Rahmen des Revisionsverfahrens eingeholten –
Bericht von
Dr.
med. P._
, Facharzt FMH für Psychiatrie und Psychotherapie, vom 1
3.
April 2015
(
Urk.
7/129
[=
Urk.
3/5]
)
können folgende Diagnosen entnom
men werden
(
Urk.
7/129/1)
:
r
ezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode (ICD-10 F33.1)
e
infache Aktivitäts- und Aufmerksamkeitsstörung (ICD-10 F90.0)
Angststörung im Sinne einer spezifischen Phobie mit Klaustrophobie und Vermeidung gewisser Situationen und Personen (ICD-10 F40.2)
k
omplexe
Traumafolgestörung
(ICD-10 F43.8)
Zur Medikation notierte
Dr.
P._
: „
Cipralex
1
0 mg, erneute Steigerung bis 20
mg geplant, Ritalin 60 mg/d,
Trittico
100-150 mg/d“
. Zur gegenwärtigen Behandlung führte
Dr.
P._
an,
die Beschwerdeführerin sei bei ihm in wöchentlicher Einzelbehandlung. Er
habe die Behandlung von
Dr.
D._
im Oktober 2013 auf Wun
s
ch der Beschwerdeführerin überno
mmen. Die Ergothera
pie bei Frau
N._
habe die Beschwerdeführerin im Mai 2014 abge
schlossen
(
Urk.
7/129/1)
.
Zu den Befunden hielt der behandelnde Facharzt weiter fest, die 56
-
jährige Beschwerdeführerin sei aktuell wieder stark niedergestimmt, freudlos, interes
selos, verzweifelt und hoffnungslos. Sie habe zeitweise keinen Lebenswillen mehr, habe aber keine konkreten Suizidpläne. Die Beschwerdeführerin lasse sich (verstärkt bei Belastung) leicht ablenken oder sei in ihrer Aufmerksamkeit hyperfokussiert, mit der Folge, dass sie nichts mehr, auch sich selber oder die Uhrzeit, wahrnehme. Immer wieder komme es in Situationen, in welchen sich die Beschwerdeführerin eingeengt fühle und keinen „Fluchtweg" mehr sehe, zu panikartigen Angstattacken. Die Beschwerdeführerin vermeide nach wie vor sehr stark alles, was an die frühere
Arbeitsstelle als Hauswartin erinnere:
S
ie weiche Schulhäusern oder anderen Orten in der Stadt aus
,
und
sie fürchte sich davor, Menschen aus dieser Zeit zu begegnen. Das Aktivieren von Erinnerungen an diese Zeit löse heftige emotionale Reaktionen (Schmerz, Trauer, intensive Ängste) aus, zum Teil führe dies zu körper-dissoziativen Zuständen, in welchen sich
die Beschwerdeführerin
gar nicht mehr richtig spür
e
. Nach wie vor f
alle
es
ihr
schwer, sich selber
,
eigene Bedürfnisse und die eigenen Grenzen richtig wahrzunehmen. Immer wieder komm
e sie
an ihre Grenzen. Sie
sei
aktuell immer wieder schnell überfordert und destabilisiert
(
Urk.
7/129/2)
.
Zur Arbeitsfähigkeit berichtet
e
Dr.
P._
, in der angestammten Tätigkeit als Hau
swartin sei die Beschwerdeführerin zu 100
%
arbeitsunfähig. Zu einer ange
passten Tätigkeit hielt er fest, er erlebe die Beschwerdeführerin als nicht wirk
lich belastbar. Er könne sich nicht vorstellen, wie sie einer regelmässigen aus
serhäuslichen Tätigkeit nachgehen können sollte, ohne dass sich der Zustand (emotionale Instabilität, dann auch die Aktivitäts- und
Aufmerksamkeitsstö
rung
) rasch verschlechtern würde
(
Urk.
7/129/2)
.
3.2.2
Dem von der Beschwerdeführerin
am 1
8.
Juni 2015
ausgefüllten Fragebogen betreffend die Auswirkungen der Einschränkungen im privaten und beruflichen Alltag
(
Urk.
7/131) lässt sich entnehmen,
dass
sie die wenigen vertrauten Kon
takte sehr gern
pflegt
. Allem anderen stehe sie
mit mangelndem Vertrauen
sehr reserviert und vorsichtig gegenüber.
Zu ihrem Tagesablauf führte die Beschwer
deführerin aus, sie erledige den Haushalt, jedoch mit stetigen geplanten Pausen, s
ie unternehme einen täglichen ein- bis zweistündigen Spaziergang mit ihrem Hund
, was ihr sehr viel gebe,
sie betätige sich sportlich, soweit dies mit defek
tem Knie überhaupt möglich sei, sie
besuche wöchentlich während
je
einer Stunde einen Pilates
- sowie
einen Englischunterricht
. S
ie stehe um 7.30 Uhr auf und versuche, einen geregelten Tagesablauf einzuhalten. Ihr Hund, ihre Hausar
beiten und ihre Kursbesuche gäben ihr die täglichen Festpunkte
. Ausgehen sei nur in Begleitung ihres Partners möglich
(
Urk.
7/131/5)
.
Die Beschwerdeführerin notierte
zur täglichen Medikation
sodann
: „
10 mg
Cipralex
, 20
mg
Trittico
,
40-60 mg Ritalin, 4-6 Tropfen
Laxoberon
, Calcium + VD3 Tropfen“
(
Urk.
7/131/6).
4.
4.1
4.1.1
Wie eingangs dargelegt, gibt Anlass zur Rentenrevision jede wesentliche Ände
rung in den tatsächlichen Verhältnissen seit der Zusprechung der Rente, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Anspruch zu beeinflussen. Ins
besondere ist die Rente bei einer wesentlichen Änderung des Gesundheitszu
standes revidierbar. Weiter sind, auch bei an sich gleich gebliebenem Gesund
heitszustand, veränderte Auswirkungen auf den Erwerbsbereich von Bedeutung; dazu gehört die Verbesserung der Arbeitsfähigkeit aufgrund einer Angewöh
nung oder Anpassung an die Behinderung. Liegt in diesem Sinne ein
Revisions
grund
vor, ist der Rentenanspruch auf der Grundlage eines richtig und vollstän
dig festgestellten Sachverhaltes neu und ohne Bindung an frühere Einschätzun
gen zu ermitteln (BGE 141 V 9 E. 2.3 mit Hinweisen).
Die Feststellung einer revisionsbegründenden Veränderung erfolgt durch eine Gegenüberstellung eines vergangenen und des aktuellen Zustandes. Der Beweiswert eines zwecks Rentenrevision erstellten Berichts hängt folglich wesentlich davon ab, ob er sich ausreichend auf das Beweisthema – erhebliche Änderung(en) des Sachverhaltes bezieht. Einer medizinischen Beurteilung man
gelt es daher am erforderlichen Beweiswert, wenn
sich
die (von einer früheren abweichende) Einschätzung nicht hinreichend darüber ausspricht, inwiefern eine effektive Veränderung des Gesundheitszustandes stattgefunden hat. Vorbe
halten bleiben Sachlagen, in denen es evident ist, dass die gesundheitlichen Verhältnisse sich verändert haben (Urteil des Bundesgerichtes 8C_38/2013 vom
2.
September 2013 E. 4.4.3 mit Hinweisen
)
.
4.1.2
Die Beschwerdegegnerin holte anlässlich des Revisionsverfahrens in medizini
scher Hinsicht einzig den Bericht von
Dr.
P._
vom 1
3.
April 2015 ein (
Urk.
7/129). Dieser vermag dem rechtlich erforderlichen Beweiswert unter einem revisionsrechtlichen Blickwinkel klar nicht zu genügen, machte
Dr.
P._
doch darin lediglich Angaben zu den aktuellen Befunden und Diagnosen sowie zur aktuellen Arbeitsfähigkeit. Angaben zum Verlauf, namentlich auch zu den seit der
Rentenzusprache
im Einzelnen
vorgenommenen
Behandlungsbemühun
gen
machte er nicht. Er erwähnte lediglich, dass die Beschwerdeführerin die Ergotherapie im Mai 2014 abgeschlossen hat und sich aktuell einmal wöchent
lich bei ihm einer Einzelbehandlung unterziehe und medikamentös behandelt werde.
4.1.3
Da
Dr.
P._
weder einen vollständigen Psychostatus erhob, noch seine Schluss
folgerung (100%ige Arbeitsunfähigkeit, die Arbeitsfähigkeit lasse sich nicht verbessern) – nachvollziehbar – begründete, stellt sein Bericht auch für die
Beurteilung des aktuellen Gesundheitszustandes keine zuverlässige
Beurtei
lungsgrundlage
dar.
4.1.4
Wohl lässt sich aus dem Umstand, dass
Dr.
P._
– nebst einer e
infache
n
Aktivi
täts
- und Aufmerksamkeitsstörung
, einer
Angststörung im Sinne einer spezifischen Phobie mit Klaustrophobie und Vermeidung gewisser Situationen und Personen
und einer komplexen
Traumafolgestörung
–
nurmehr
eine rezidi
vierende depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode,
diagnostiziert
hat, folgern, dass sich die depressive Symptomatik (leicht) verringert hat. Man
gels anderweitiger ärztlicher Angaben kann aber nicht einfach angenommen werden, der – unstrittig nach wie vor bestehende – mittelgradige depressive Zustand sei entgegen der Einschätzung von
Dr.
P._
nicht
chronifiziert
und die Arbeitsfähigkeit liesse sich verbessern. Dies gilt umso mehr, als sich den Akten nicht entnehmen lässt, welche Behandlungen
und Medikationen
seit der
Rentenzusprache
im Jahr 2012 ärztlicherseits angeordnet wurden und ob sie von der Beschwerdeführerin konsequent und mot
iviert verfolgt wurden (vgl. E.
3.2.2)
.
4.
1.5
Das sich aus den Angaben der Beschwerdeführerin im Fragebogen vom 1
8.
Juni 2015 (vgl. E. 3.2.2) ergebende – im Vergleich zum Zeitpunkt der Begutachtung (E. 3.1.4; vgl. auch E. 3.1.
7
) höher erscheinende – Aktivitätsniveau lässt sich zwar mit der von der Beschwerdegegnerin bislang getroffenen
Annahme einer
70%igen Arbeitsunfähigkeit in angestammter und angepasster Tätigkeit in der Tat
nicht mehr vereinbaren
:
Während zum Zeitpunkt der
Rentenzusprache
noch von einer unstrukturierten Tagessituation gesprochen wurde, gab die
Beschwer
deführerin
im Rahmen des Revisionsverfahren
zu ihrem Tagesablauf an, sie erledige den Haushalt, jedoch mit stetigen geplanten Pausen, sie unternehme einen täglichen ein- bis zweistündigen Spaziergang mit ihrem Hund, sie betä
tige sich soweit möglich sportlich, sie besuche wöchentlich während je einer Stunde einen Pilates- und einen Englischunterricht und sie stehe um 7.30 Uhr auf und versuche, einen geregelten Tagesablauf einzuhalten, wobei ihr Hund, ihre Hausarbeiten und ihre Kursbesuche ihr die tägl
ichen Festpunkte gäben (vgl. E.
3.2.2)
.
Dass die Beschwerdeführerin
gemäss diesen Angaben
nunmehr in der Lage ist
, einen geregelten Tagesablauf einzuhalten, lässt jedoch nicht schon darauf schliessen, dass sie in der zuletzt ausgeübten Tätigkeit als Chef(
schul
)
hauswartin
wieder uneingeschränkt arbeitsfähig ist.
4.1.6
Demnach erscheint ein Revisionsgrund im Sinne einer Verringerung des
Schwe
-
re
grades
der depressiven Störung bzw. im Sinne einer verbesserten
Lei
densanpassung
zwar überwiegend wahrscheinlich gegeben. Entgegen der Auf
fassung d
er Beschwerdegegnerin kann jedoch
– insbesondere mangels eines schlüssigen psychiatrischen (Verlaufs-)Berichtes – nicht ohne weiteres davon ausgegangen werden, dass im Zeitpunkt der Rentenaufhebung kein invaliden
versicherungsrechtlich relevantes psychisches Leiden (mehr) bestand (vgl.
E.
1.3). Die rentenaufhebende Verfügung vom 16. Februar 2016 erfolgte somit auf der Basis eines ungenügend abgeklärten medizinischen Sachverhaltes.
4.1.7
Unter diesen Umständen erübrigt es sich zu prüfen, ob – wie die
Beschwer
-
degeg
nerin
zunächst angenommenen hatte (vgl. [erster] Vorbescheid vom
8.
September 2015, Urk. 7/134) – die rentenzusprechende Verfügung vom
1.
November 2012 als offensichtlich unrichtig im wiedererwägungsrechtlichen Sinn zu erachten ist. Da der medizinische Sachverhalt im Zeitpunkt der
Revisi
onsverfügung
ungenügend abgeklärt ist, könnte diese ohnehin nicht mit dieser Begründung geschützt werden (vgl. E. 1.1.2).
4.2
4.2.1
Nach ständiger Rechtsprechung ist in der Regel eine medizinisch attestierte Ver
besserung der Arbeitsfähigkeit grundsätzlich im Rahmen der
Selbsteingliede
rung
zu verwerten. Bei Versicherten, die bei der revisions- oder
wiedererwä
gungsweisen
Herabsetzung oder Aufhebung der Invalidenrente das 5
5.
Altersjahr vollendet haben oder die eine Rentenbezugsdauer von mindestens 15 Jahren aufweisen
,
ist - von Ausnahmen abgesehen - eine
Selbsteingliede
rung
indes nicht mehr zumutbar (vgl. statt vieler
,
Urteil des Bundesgerichts 9C_58/2016 vom 1
1.
Mai 2016 E. 5.1 mit Hinweisen). Dies ist vorliegend der Fall. Die Beschwerdeführerin stand im Zeitpunkt der angefochtenen Verfügung in ihrem 5
8.
Lebensjahr.
4.2.2
Die Beschwerdegegnerin hätte demnach die Eingliederungsfrage prüfen müssen. Dass sie davon ausging, es liege kein invalidisierendes Leiden mehr vor (mit der Folge, dass sie die angestammte Tätigkeit mit gleichem Lohn wieder verrichten
könn
te
), ändert daran nichts, wird doch die Notwendigkeit beruflicher Mass
nahmen zur Verwertung des Leistungspotentials dadurch nicht tangiert (vgl. Urteil des Bundesgerichtes 9C_58/2016 vom 1
1.
Mai 2016 E. 5.3).
Ausserdem ist nicht ersichtlich, dass ein Ausnahmefall im Sinne der zitierten Rechtsprechung (vgl. E. 4.2.1) vorliegen könnte. Die besagten Angaben der Beschwerdeführerin vom 18. Juni 2015 im Fragebogen betreffend die Auswirkungen der Auswir
kungen im privaten und beruflichen Alltag (Urk. 7/131; vgl. E. 3.2.2) lassen jedenfalls nicht schon den
Schluss zu, sie könne sich trotz Vollendung des 55. Altersjahrs ohne Hilfestellungen wieder in das Erwerbsleben integrieren.
4.2.3
Demnach sind die rechtsprechungsgemässen Voraussetzungen für eine
revisions
weise
Rentenaufhebung als nicht erfüllt zu betrachten.
4.3
Die angefochtene Verfügung ist deshalb in Gutheissung der Beschwerde aufzuhe
ben mit der Feststellung, dass die Beschwerdeführerin über den 31. März 2016 hinaus Anspruch auf die bisherige ganze Rente hat. Die Sache ist an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen, damit sie einen psychiatrischen Verlaufsbericht einhole (vgl. E. 4.1), die Verwertbarkeit der allenfalls wiederge
wonnenen Arbeitsfähigkeit prüfe und die nach den konkreten Umständen sich als unerlässlich herausstellenden Eingliederungsmassnahmen an die Hand nehme, sofern und soweit deren Voraussetzungen erfüllt sind. Danach hat die Beschwerdegegnerin über den Rentenanspruch der Beschwerdeführerin neu zu verfügen.
5.
Mit dem Entscheid in der Sache wird das Gesuch der Beschwerdeführerin um aufschiebende Wirkung gegenstandslos (vgl. Urteil des Bundesgerichtes 9C_68/2015 vom 24. April 2015 E. 5.2 und E. 6).
6
.
6
.1
Da es im vorliegenden Verfahren um die Bewilligung
oder Verweigerung von IV-Leistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG) und auf Fr.
7
00.-- anzusetzen.
Ausgangsgemäss
sind die Kosten der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen.
6
.2
Die anwaltlich vertretene Beschwerdeführerin hat gestützt auf Art. 61
lit
. g ATSG in Verbindung mit § 34 Abs. 1 und 3 des Gesetzes über das
Sozialversi
cherungsgericht
Anspruch auf eine Prozessentschädigung, die unter Berück
sichtigung der Bedeutung der Streitsache und der Schwierigkeit des Prozesses auf Fr.
1‘700
.-- (inklusive Mehrwertsteuer und Barauslagen) festzusetzen ist.