# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 02741f23-4adb-4923-bdbd-1178dd4aa7b3
**Court:** GR_KG
**Chamber:** GR_KG_005
**Year:** 2019
**Language:** de
**Jurisdiction:** GR / Eastern_Switzerland
**Law Area:** Criminal
**Law Sub-area:** $law_sub_area

## Facts

I. Sachverhalt
A. Die Staatsanwaltschaft Graubünden hat X._ mit Strafbefehl vom 18. Oktober 2017, mitgeteilt am 24. Oktober 2017, wegen Führens eines Motorfahrzeugs trotz Entzug des erforderlichen Ausweises gemäss Art. 95 Abs. 1 lit. b SVG sowie Ungehorsams gegen die Polizei gemäss Art. 36d PolG schuldig gesprochen und ihn mit einer Geldstrafe von 20 Tagessätzen zu je CHF 60.00, bedingt aufgeschoben bei einer Probezeit von 2 Jahren, und einer Busse von CHF 400.00 bestraft. Da der Strafbefehl nicht zugestellt werden konnte und nicht abgeholt wurde, stellte die Staatsanwaltschaft Graubünden X._ den Strafbefehl am 22. November 2017 erneut zu.
B. X._ erhob gegen den Strafbefehl sowohl auf Polnisch (Postaufgabe am 30. Dezember 2017) wie auch auf Deutsch (Postaufgabe am 5. Januar 2019) Widerspruch (recte: Einsprache).
C. Die Staatsanwaltschaft Graubünden überwies den Strafbefehl mit Überweisung vom 9. März 2018, mitgeteilt am 14. März 2018, dem Regionalgericht Viamala.
D. X._ beantragte mit Schreiben vom 16. Juli 2018 in polnischer Sprache die Ernennung eines amtlichen Verteidiger, da er die Verfahrenssprache nicht beherrsche, keine Kenntnisse des Schweizer Rechts habe und nicht über genügend finanzielle Mittel verfüge, um einen Anwalt in der Schweiz zu beauftragen.
E. Der Präsident des Regionalgerichts Viamala lehnte mit Verfügung vom 6. September 2018 die Anordnung einer amtlichen Verteidigung ab, da es sich um einen Bagatellfall handle. Weiter enthielt die Verfügung die neue Vorladung zur Hauptverhandlung auf den 22. Januar 2019.
F. Gegen diese Verfügung erhob X._ (nachfolgend: Beschwerdeführer) am 19. November 2019 Beschwerde an das Regionalgericht Viamala, welches die Beschwerde am 4. Dezember 2018 zuständigkeitshalber an das Kantonsgericht von Graubünden übermittelte. Der Vorsitzende der II. Strafkammer des Kantonsgerichts von Graubünden informierte den Beschwerdeführer mit Schreiben vom 20. Dezember 2018, dass auf die Einholung von Stellungnahmen verzichtet werde.
G. Mit Verfügung vom 23. Januar 2019 trat der Vorsitzende der II. Strafkammer des Kantonsgerichts von Graubünden auf die Beschwerde nicht ein.
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Begründend wurde ausgeführt, dass die Beschwerde offensichtlich verspätet erfolgt sei.
H. Das Bundesgericht hiess die dagegen erhobene Beschwerde mit Urteil 1B_128/2019 vom 2. Juli 2019 gut, soweit darauf einzutreten sei, hob die angefochtene Verfügung auf und wies die Streitsache zu neuem Entscheid im Sinne der Erwägungen an das Kantonsgericht von Graubünden zurück.
I. Auf die Ausführungen in der vorinstanzlichen Verfügung, der Beschwerde, der Verfügung des Kantonsgerichts von Graubünden und dem Urteil des Bundesgerichts wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
II. Erwägungen

## Considerations