# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 3bfb9019-65a4-4779-816a-d20a77897a1c
**Court:** GR_KG
**Chamber:** GR_KG_004
**Year:** 2013
**Language:** de
**Jurisdiction:** GR / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

hat sich ergeben:
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I. Sachverhalt
A. ZZ. wurde am 5. Februar 1954 in A. geboren. Er wuchs in A. bei seinen Eltern, die einen Landwirtschaftsbetrieb führten, in geordneten Verhältnissen auf. In A. besuchte er die Schulen bis zur achten Klasse. Anschliessend besuchte er die Mittelschulen in B. und C.. Die landwirtschaftliche Schule auf dem D. in E. schloss er als Betriebsleiter mit Meisterprüfung ab. Im Militär hat er den Rang eines Oberst als Mobilmachungsplatz-Kommandant in F. inne. Von 1984 bis 2009 führte er den Landwirtschaftsbetrieb in A. und war nebenbei auch politisch tätig. Im September 2002 schloss er ein Fernstudium an der Uni G. als dipl. Psychologe ab. Vom 1. September 2001 bis am 1. Januar 2005 war er Stadthalter von A. und seit dem 1. Januar 2005 ist er hauptamtlich Landammann der Gemeinde A.. ZZ. ist verheiratet und hat fünf Kinder (Jahrgänge 1983, 1984, 1985, 1989 und 1992).
Im Schweizerischen Strafregister ist ZZ. abgesehen von der rechtskräftig eingestellten Strafuntersuchung wegen Amtsmissbrauchs (vgl. dazu nachfolgend lit. C) nicht verzeichnet. Er geniesst einen tadellosen Leumund.
B. Am 28. November 2008 reichte Dr. iur. XY., Stiftungsratspräsident der heutigen Stiftung H. in Liquidation sowie Rechtsanwalt und Notar in A., beim Kreisamt A. Strafklage wegen Ehrverletzung sowie Strafanzeige wegen Amtsmissbrauchs gegen ZZ. ein. Letzterer war bis im September 2007 Mitglied des Stiftungsrats der damaligen Stiftung H. (nachfolgend: H.). Ausgangspunkt der Vorwürfe bildete ein Schreiben von ZZ. vom 20. November 2008, in welchem dieser dem damaligen Chefarzt der H., Dr. med. I., die Gründe für seinen Austritt aus dem Stiftungsrat der H. darlegte. Das Schreiben lautete wörtlich wie folgt:
Persönlich Chefarzt Dr. med. I. I. H. K. A.
A., 20. November 2008
Sehr geehrter Herr Dr. I. lieber I.
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Gerne bestätige ich Dir schriftlich, warum ich am 3. September 2007 aus dem Stiftungsrat der H. ausgetreten bin.
Wie im Schreiben des L. vom 3. September 2007 an den Stiftungsratspräsidenten Herrn Dr. XY. erwähnt, konnte ich mich mit den Entscheiden von wichtigen Geschäften, die die Zukunft der H. betrafen, nicht mehr einverstanden erklären. Ich beurteilte die finanzielle Lage der H. als sehr kritisch. Auch den erstellten Businessplan taxierte ich als unrealistisch.
Das Hauptproblem sah ich aber darin, dass der Stiftungsratspräsident gleichzeitig auch noch Rechtsvertreter von Herrn M. war, der in A. in den letzten Jahren bereits zwei Kliniken kaufte. Schon beim Verkauf des „N.“ erschien mir das Vorgehen von Dr. O. als problematisch. Nach meiner Meinung befand sich der Stiftungsratspräsident in einem Interessenskonflikt, da Herr M. mindestens involviert war. Bei der Vermietung der P. an die H. stellte sich das gleiche Problem von neuem. Zusätzlich war ich bei diesem Geschäft kritisch bezüglich des Zeitplanes. Im Weiteren vermutete ich, dass ein Gegengeschäft mit Herrn M. oder einer Firma, mit der er Geschäfte macht, zu erwarten sei.
Leider haben sich meine Befürchtungen bewahrheitet, schlimmer noch, die P. wird gegenwärtig nicht saniert, dafür wird das Q., bei dem ebenfalls Herr M. die Finger im Spiel hat, scheinbar mit einem Tauschgeschäft der H. verkauft.
Ich verzichte, irgendwelche wertenden Aussagen über Herrn M. oder Herrn Dr. O. zu machen. Doch ist es für mich absolut unhaltbar, dass der Stiftungsratspräsident schaltet und waltet, wie es ihm beliebt, informiert oder auch nicht informiert und gleichzeitig noch den Mandanten M. vertritt.
Ich beurteile den Austritt aus dem Stiftungsrat der H. auch nach mehr als einem Jahr als richtig, als absolut notwendig. Dieser Schritt wird mich aber nicht davon abhalten, überall dort, wo ich einen Beitrag zur Erhaltung der H. als wirtschaftlich gesundes Unternehmen leisten kann, mich nach Kräften einzusetzen.
Freundliche Grüsse
A.
sig. ZZ.
C. Nachdem das Kreisamt A. die Strafanzeige wegen Amtsmissbrauchs der Staatsanwaltschaft Graubünden weitergeleitet hatte, eröffnete diese am 3. Dezember 2008 gegen ZZ. ein Strafverfahren wegen des Verdachts des Amtsmissbrauchs. Mit von der Statsanwaltschaft Graubünden genehmigter
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Verfügung vom 13. Februar 2009 stellte der zuständige Untersuchungsrichter das Verfahren unter Kostenfolge zu Lasten des Kantons ein. Die von Dr. iur. XY. dagegen erhobene Beschwerde wies die II. Strafkammer mit Entscheid vom 29. April 2009 ab. Dieser Entscheid blieb unangefochten.
D. Im Rahmen der Sühneverhandlung vom 12. Januar 2009 konnte keine Einigung zwischen den Parteien erzielt werden, worauf der Kreispräsident A. Dr. iur. XY. Frist zur Klageergänzung ansetzte. Mit Klageergänzung vom 25. Februar 2009 stellte Dr. iur. XY. folgende Rechtsbegehren:
„1. Der Angeklagte sei wegen übler Nachrede gemäss Art. 173 StGB zu bestrafen.
2. Der Beklagte sei zum Wahrheits- oder Gutglaubensbeweis nicht zuzulassen.
3. Adhäsionsweise sei der Beklagte zu verpflichten, an die Adresse der Alpinen H. A. CHF 5‘000.00 als Genugtuung zu leisten.
4. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen inkl. Mehrwertsteuer zu Lasten des Angeklagten.“
In prozessualer Hinsicht wurde insbesondere die Einvernahme von fünf Zeugen beantragt (Dr. iur. R. von der Eidgenössischen Stiftungsaufsicht, S., T., Dr. U. und Prof. Dr. V.).
E. Mit Klageantwort vom 6. April 2009 begehrte ZZ. was folgt:
„1. Die Klage sei vollumfänglich abzuweisen und die Untersuchung gegen den Beklagten einzustellen.
2. Der Beklagte sei zum Wahrheits- und Gutglaubensbeweis zuzulassen.
3. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten des Klägers.“
Mit der Klageantwort reichte ZZ. verschiedene Urkunden ein und beantragte unter anderem die Einvernahme zahlreicher Zeugen.
F. Mit Eingabe vom 29. April 2009 erhob Dr. iur. XY. Einrede gegen den Antrag von ZZ. auf Zulassung zum Entlastungsbeweis. Am 19. Mai 2009 begründete Dr. iur. XY. seine Einrede. Mit Urteil vom 17. September 2009, mitgeteilt am 22. Oktober 2009 wurde der Antrag von ZZ. auf Zulassung zum Entlastungsbeweis gutgeheissen. Dieses Urteil blieb unangefochten.
G. Mit Beweisverfügung vom 1. Februar 2010 forderte der Kreispräsident die Parteien auf, die Zeugenfragen zu formulieren und sich pro Beweisthema auf vorerst einen oder zwei Zeugen zu beschränken. Weiter wurden namentlich die
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eingelegten Akten erheblich erklärt und den Anträgen auf Edition verschiedener Akten - teils in modifizierter Form - stattgegeben. Mit Eingabe vom 21. April 2010 brachte Dr. iur. XY. vor, die Beweisverfügung überborde vollkommen. Ein derartig breit angelegtes Theater müsse man gewiss nicht veranstalten. Seine Beweisanträge ziehe er zurück. In seiner Eingabe vom 3. Mai 2010 verlangte ZZ. die Einvernahme von W. und Dr. med. I. als Zeugen und gab diverse neue Dokumente - darunter insbesondere verschiedene Zeitungsartikel - zu den Akten.
H. Am 12. Mai 2010 reichte die Gemeinde A. Unterlagen verschiedener Verfahren ein, in denen Dr. iur. XY. die massgeblich unter dem Einfluss von M. stehenden Gesellschaften X. und Y. oder M. selbst vertreten hatte. Weiter edierte die Gemeinde A. insbesondere zwei von Dr. iur. XY. öffentlich beurkundete Rechtsgeschäfte im Zusammenhang mit ehemaligen Liegenschaften der P., bei denen unter anderem die Y. und M. als Vertragsparteien aufgetreten waren, sowie einen Mietvertragsentwurf zwischen der Y. und der H. über die Liegenschaft der ehemaligen P..
I. Mit Eingabe vom 22. Juli 2010 teilte Dr. iur. XY. mit, dass er die Zeugen I. und W. ablehne. Ausserdem reichte er einen Beschwerdeentscheid der Eidgenössischen Stiftungsaufsicht vom 3. September 2009 ein.
K. Im Rahmen der durchgeführten Untersuchung wurden Dr. med. I. und W. als Zeugen einvernommen. Mit Verfügung vom 1. Oktober 2010, mitgeteilt an 4. Oktober 2010, schloss der Kreispräsident A. die Strafuntersuchung.
L. Am 5. November 2010 erliess der Kreispräsident A. die Anklageverfügung mit folgendem Inhalt:
„1. ZZ. wird angeklagt der Ehrverletzung im Sinne von Art. 173 Abs. 1 [recte: Art. 173 Ziff. 1] StGB.
2. Der Fall wird an die Strafkammer des Bezirksgerichts Aa. zur Beurteilung überwiesen.
3. [Kosten]
4. [Kostenvorschüsse]

## Considerations