# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 051fe93b-2408-4044-96e6-fcf0d5994836
**Court:** GR_KG
**Chamber:** GR_KG_004
**Year:** 2003
**Language:** de
**Jurisdiction:** GR / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

hat sich ergeben:
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A. B. wurde am 4. August 1933 in G. geboren und wuchs zusammen mit seiner älteren Schwester bei seinen Eltern in G. auf. Dort besuchte er während vier Jahren die Primarschule und wechselte dann nach H., wo er ein weiteres Jahr die Primarschule besuchte. Danach absolvierte er ein Schuljahr im Gymnasium in H.. In der Folge kehrte er nach G. zurück und besuchte dort sechs Jahre das Gymnasium der Mittelschule. Nach der Schulentlassung absolvierte er in I. die Hotelfachschule, welche er im Jahre 1954 erfolgreich abschloss. Während einer Anstellung in J. besuchte er berufsbegleitend die Handelsschule K.. Im Anschluss daran war B. gemäss eigenen Angaben rund um die Welt in verschiedenen Hotels in unterschiedlichen Bereichen tätig. Nach seiner Rückkehr nach G. im Jahre 1959 betätigte er sich als selbstständiger Restaurateur. In der Folge erwarb er verschiedene Lokalitäten und Immobilien in G.. Heute beschäftigt er sich vorwiegend als Kaufmann. Beim Steueramt der Gemeinde G. ist B. bei der Veranlagung für das Jahr 2000 provisorisch mit einem Einkommen von Fr. 600'000.- - und einem Vermögen von Fr. 20'000'000.-- erfasst.
Im Jahre 1966 verheiratete sich B. mit C.. Aus dieser Ehe gingen zwei Söhne hervor. Die Ehe wurde im Jahre 1982 geschieden. Am 31. Oktober 1985 verheiratete sich B. mit D.. Aus dieser Ehe gingen die Kinder L., geb. 21. August 1984, M., geb. 18. April 1987, N., geb. 22. April 1990, und die Zwillinge O. und P., geb. 5. Juni 1992, hervor. Diese Ehe wurde im Jahre 2002 geschieden.
B. ist in G. als erfolgreicher und pflichtbewusster Geschäftsmann angesehen. Sein Leumund kann als gut bezeichnet werden und seine Lebensführung und sein allgemeines Verhalten sind in Ordnung. Er ist stets freundlich und umgänglich.
Im schweizerischen Zentralstrafregister ist B. mit einer Eintragung verzeichnet. Mit Urteil des Kantonsgerichtsausschusses von Graubünden vom 8. November 2000 wurde er wegen grober Verletzung von Verkehrsregeln mit einer Busse von Fr. 15'000.-- bestraft.
B. Am 9. Februar 2001 reichte A. Strafanzeige wegen Ehrverletzung im Sinne von Art. 173 ff. StGB gegen B. ein, woraufhin der Kreispräsident Davos eine Sühneverhandlung ansetzte. Diese verlief jedoch ohne Einigung. Nach Abschluss der Untersuchung erliess der Kreispräsident Davos am 16. September 2002 eine Anklageverfügung, worin B. der Beschimpfung im Sinne von Art. 177 Abs. 1 StGB angeklagt wurde. Die Verfahren bezüglich übler Nachrede gemäss Art. 173 StGB und bezüglich Verleumdung gemäss Art. 174 StGB wurden mit gleicher Verfügung
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eingestellt. Der Fall wurde zur Beurteilung an die Strafkammer des Bezirksgerichtsausschusses Prättigau / Davos überwiesen.
Die Strafkammer des Bezirksgerichtsausschusses Prättigau / Davos stützte sich bei der Beurteilung auf folgenden Sachverhalt:
„Zwischen B. und der von ihm seit dem Frühjahr 1998 getrennt lebenden Gattin D. wurde ein Scheidungsverfahren mit unüblicher Härte und ungewöhnlicher Dauer geführt. Streitpunkt war dabei v.a. die Obhut resp. das Sorgerecht für die vier der Ehe entsprossenen Kinder M., geboren am 22. April 1987, N., geboren am 18. April 1990, sowie der Zwillinge O. und P., je geboren 5. Juni 1992 (dass der älteste Sohn L., geboren am 21. August 1984, unter die elterliche Sorge des Vaters gestellt werde, war zwischen den Parteien nie ernsthaft umstritten). Seit ihrem Wegzug von G. im Frühjahr 1998 waren die Kinder M., N., O. und P. unter der Obhut der Mutter D.. Bald schon zog D. mit den vier Kindern mit ihrem Liebhaber A. zusammen. In Q. bewohnen sie alle sechs dasselbe Reiheneinfamilienhaus. Durch die Wohngemeinschaft zwischen Frau D. und Herrn A. trat eine Drittperson auf, die von einem gewissen Einfluss auf das Scheidungsverfahren der Eheleute B. war. Mit Schreiben vom 28. Dezember 2000 forderte B. A. unter anderem „ultimativ“ auf: „Sie unterlassen es ab sofort das Badezimmer meiner Töchter N. und M. zu betreten, dort herum zu schleichen oder meine Kinder in irgendeiner Form zu belästigen“. Am Ende des Briefes war erwähnt, dass eine Kopie dieses Schreibens an seinen Rechtsanwalt, Dr. iur. Hans-Kaspar Stiffler, sowie an seine Schwiegermutter, Frau E., gehe. An wen das Schreiben nach dem 3. Januar 2001 gesandt würde, wurde als „noch offen“ bezeichnet. Mit Schreiben vom 29. Dezember 2000 doppelte Rechtsanwalt Dr. iur. Hans-Kaspar Stiffler nach, indem er dem Rechtsvertreter A.s schrieb, die Mädchen würden jetzt berichten, dass sich A. immer wieder im Badezimmer zu schaffen mache oder dort herumschleiche, wenn sie baden würden oder auf der Toilette seien, etwas, was Mädchen in diesem Alter auf den Tod nicht ausstehen könnten. Herr B. sei zutiefst besorgt, vor allem aber auch zutiefst enttäuscht, dass seine Gattin offensichtlich nicht gewillt oder fähig sei, sich schützend vor ihre Mädchen zu stellen und befürchteten voyeuristischen Neigungen ihres Geliebten entgegenzutreten. Am Ende des Briefes war vermerkt, dass eine Kopie der F. zur Kenntnis gebracht werde. Wie die Strafuntersuchung ergab, wurde aber weder die F. noch Frau E. noch eine andere Person mit einer Kopie der Schreiben von B. oder dessen Anwalt bedient.“
C. Mit Urteil vom 23. Januar 2003, mitgeteilt am 31. Januar 2003, erkannte der Bezirksgerichtsausschuss Prättigau / Davos:
„1. B. wird von der Anklage der Beschimpfung gemäss Art. 177 Abs. 1 StGB freigesprochen.
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2. Die Kosten des Verfahrens, bestehend aus: - Aussöhnungsverfahren vor Kreispräsident von Fr. 400.00 - Kosten gemäss Art. 354 StGB von Fr. 1'435.00 - Untersuchungsverfahren des Kreispräsidenten von Fr. 1'000.00 - der Gerichtsgebühr von Fr. 2'500.00 total somit Fr. 5'335.00
gehen zulasten des A.. Nach Verrechnung mit den von ihm erlegten Kostenvorschüssen (Fr. 1'060.00 an die Kreiskasse Davos und Fr. 2’5000.00 an die Bezirksgerichtskasse) hat A. den Restbetrag von Fr. 1'775.00 innert 30 Tagen nach Rechtskraft dieses Urteils mittels beigeschlossenem Einzahlungsschein der Bezirksgerichtskasse, PC 70-3922-1, zu überweisen (Fr. 5'335.00 ./. Fr. 1'060.00 ./. Fr. 2'500.00). Der von B. geleistete Kostenvorschuss von insgesamt Fr. 3'500.00 (Fr. 1'000.00 an die Kreiskasse Davos und Fr. 2'500.00 an die Bezirksgerichtskasse) wird ihm nach Rechtskraft dieses Urteils über seinen Anwalt erstattet.
3. A. hat B. ausseramtlich mit pauschal Fr. 5'000.00 (inkl. Spesen und Mehrwertsteuer) zu entschädigen.

## Considerations