# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 54e4ff89-3296-4e1c-a753-9aa375015976
**Court:** GR_KG
**Chamber:** GR_KG_005
**Year:** 2010
**Language:** de
**Jurisdiction:** GR / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** Criminal Procedure

## Facts

hat sich ergeben:
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I. Sachverhalt
A. Y. wurde am 18. Juli 1954 in A. geboren und ist von Beruf Pädagoge. Ab dem 12. April 2010 übernahm er während zweier Wochen die Stellvertretung für die 5. und 6. Klasse in B., wobei es wiederholt zu disziplinarischen Problemen mit Schülern aus der 6. Klasse gekommen sein soll. Am Freitag, 23. April 2010, ereignete sich zwischen 14.00 und 14.30 Uhr ein Zwischenfall mit der Sechstklässlerin X.. Der Tathergang wird von Letzterer, den polizeilich befragten Mitschülern und Y. (Vorinstanz act. 3, 7, 8, 9, 11) insoweit übereinstimmend geschildert, als Y. X. aus dem Schulzimmer gewiesen und sie zur Handarbeitslehrerin geschickt haben soll. Kurze Zeit später sei X. zurückgekommen und habe unter dem Türrahmen stehend zu einer Mitschülerin gesagt, auch sie müsse zur Handarbeitslehrerin kommen. Übereinstimmung besteht in den verschiedenen Aussagen sodann, dass Y. sich hierauf zu X. begab und diese von der Türe weg „schubste“ beziehungsweise stiess, worauf sie zu Boden fiel. Die Aussage von C. an der polizeilichen Einvernahme (Vorinstanz act. 7), wonach Y. X. vor dem Stoss an den Schultern gepackt und um die eigene Achse gedreht habe, findet in den Aussagen der übrigen Befragten keine Stütze. Auseinander gehen die verschiedenen Aussagen sodann insbesondere hinsichtlich der Heftigkeit des Stosses und ob dieser mit einer oder beiden Händen erfolgte. Laut X. wurde sie mit beiden Händen von Hinten gestossen, worauf sie „durch die Luft“ geflogen und auf die Knie gefallen sei (Vorinstanz act. 3). D. sagte aus, Y. habe „wirklich mit aller Kraft gestossen“ (Vorinstanz act. 9). Gemäss Y. selbst hat er dagegen X. mit einer Hand „ganz harmlos gestossen“, wobei diese gestolpert und „aufs Füdli“ gefallen sei (Vorinstanz act. 11).
B. Am Montag, 26. April 2010, begab sich X. zu Dr. med. E.. Gemäss dem Arztzeugnis vom gleichen Tag diagnostizierte Dr. med. E. im Wesentlichen eine Knieprellung (Kontusion) mit lokaler Druckdolenz und subjektivem Schmerz am Knie beidseits sowie eine minimale Hautschürfung am rechten Vorderarm (Vorinstanz act. 6). Am 30. April 2010 stellte X. Strafantrag bei der Kantonspolizei Graubünden gegen Y. wegen Tätlichkeit. Mit Kompetenzentscheid vom 20. Juli 2010 erklärte die Staatsanwaltschaft Graubünden das Kreispräsidium F. als zuständig zur Verfolgung des in Betracht kommenden Tätlichkeitsdelikts.
C. In seiner Vernehmlassung vom 2. August 2010 führte Y. aus, er habe die im Türrahmen stehende X., nachdem er sie gebeten habe, die Klasse in Ruhe zu lassen und aus dem Zimmer zu gehen, aus der Türe geschubst, wobei sie gestolpert und auf den Hintern gefallen sei und dann wieder aufgestanden sei. Er
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habe darauf die Türe geschlossen und endlich die Prüfung fertig schreiben lassen können. Es sei absolut unwahr, dass er durch das Klassenzimmer gestürmt sei und X. unaufgefordert und mit aller Kraft aus dem Türrahmen gestossen habe. Er schliesse ein absichtliches Theaterspiel nicht aus. Dass sich X. dabei verletzt haben solle, sei lächerlich.
D. Mit Einstellungsverfügung vom 26. August 2010, mitgeteilt am 27. August 2010, erkannte der Kreispräsident-Stellvertreter des Kreises F. wie folgt:
„1. Das Verfahren gegen Y. betreffend Tätlichkeit im Sinne von Art. 126 StGB wird eingestellt;
2. Die Verfahrenskosten von CHF 220.00 (zuzüglich Porti CHF 17.10) gehen zu Lasten des Kreisamtes F.;

## Considerations