# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** f2ffa766-595c-4e3f-b567-860d0bd12bb9
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2022
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1969, ist ausgebildete Ökonomin. Ab Dezember 2009 bezog sie Arbeitslosenentschädigung (Urk. 10/30). Im Rahmen eines Zwischenver
dienstes stand sie bei «
Y._
AG» als Skilehrerin in einem befristeten Arbeitsverhältnis (Urk. 10/4-8), als sie am 22. Januar 2010 - in ihrer Freizeit - einen Skiunfall erlitt (Urk. 10/2). Dabei zog sie sich unter anderem eine SLAP-Läsion Typ II im rechten Schultergelenk zu, welche am 16. April 2010 operativ angegangen wurde (Urk. 10/55). Die Schweizerische Mobiliar Versiche
rungsgesellschaft kam für die Heilbehandlung auf und erbrachte Taggeldleis
tungen (vom 22. Januar bis 31. Dezember 2010 ein volles Taggeld und vom 1. bis 31. Januar 2011 ein Taggeld auf der Basis einer Arbeitsunfähigkeit von 50 %). Mit Verfügung 19. August 2012 und
Einsprache
entscheid
vom 24. August 2012 stellte sie die Versicherungsleistungen per Ende August 2010 ein. Auf eine Rückforderung der Leistungen, die sie über dieses Datum hinaus erbracht hatte, verzichtete sie (Urk. 10/402-407). Mit Urteil vom 25. März 2014 hob das hiesige Gericht diesen Entscheid auf und wies die Sache an
die Mobiliar
zurück, damit sie ergänzende Abklärungen tätige und über die Leistungspflicht neu entscheide (Urk. 10/716-727).
In der Folge liess
die Mobiliar
die Versicherte durch das
Zentrum Z._
, Versicherungs
medizin, Begutachtung, Universitätsspital
A._
, polydisziplinär begutachten. Erstattet wurde das Gutachten am 7. Juli 2017 (Urk. 10/940-1082). Mit Verfü
gung vom 16. Oktober 2018 verneinte die Mobiliar einen weiteren, über die bereits geleisteten Taggelder hinausgehenden Anspruch auf Taggeldleistungen. Sie bejahte einen Anspruch auf Übernahme der Behandlungskosten für die Zeit vom 22. Januar 2010 (Unfalldatum) bis 15. Oktober 2010 sowie vom 28. Mai 2013 (Datum der zweiten Schulteroperation) bis 31. Dezember 2013.
Einen Rentenanspruch ab
1.
Januar 2014
verneinte sie mangels Vorliegens einer weiteren unfallbedingten Arbeitsunfähigkeit. Hingegen sprach sie der Versicherten eine auf einer Integritätseinbusse von 5 % beruhende Integritäts
entschä
digung zu (Urk. 10/1203-1205). Die dagegen erhobene Einsprache (Urk. 10/1212-1213) hiess die Mobiliar mit Entscheid vom 4. Dezember 2020 insofern gut, als sie einen (zusätzlichen) Anspruch auf Taggel
der vom 28. Mai 2013 bis 31. Dezember 2013 nebst Zins von 5 % bejahte. Im Übrigen wies sie die Einsprache ab (Urk. 2).
2.
Gegen den
Einspracheentscheid
vom
4.
Dezember 2020 erhob die Versicherte mit Eingabe vom 2
1.
Januar 2021 Beschwerde und beantragte,
es seien ihr die gesetzlichen Leistungen zuzusprechen
. In prozessualer Hinsicht ersuchte sie um Durchführung eines zweiten Schriftenwechsels
(
Urk.
1 S. 4). Die Beschwerdegeg
nerin schloss in der Beschwerdeantwort vom 1
1.
Mai 2021 auf
Abweisung der Beschwerde (
Urk.
9
S. 2)
. Mit Verfügung vom 1
8.
Mai 2021 wurde der Beschwer
deführerin die Beschwerdeantwort zur Kenntnis gebracht und darauf hingewie
sen, dass das Gericht die Anordnung eines weiteren Schriftenwechsels nicht als erford
erlich erachte. Den Parteien blei
be es jedoch unbenommen, sich nochmals zur Sache zu äussern und weitere sachbezogene Unterlagen einzureichen
(
Urk.
12).
Mit Beschluss vom 1
6.
November 2021
räumte das
Gericht der Beschwerdeführer
in eine Frist
ein, um sich zu einer möglichen
Schlechterstellung hinsichtlich des Anspruchs auf Taggelder vom 2
8.
Mai 2013 bis 3
1.
Dezember 2013
zu
äussern
oder die Beschwerde zurückzuziehen.
Gleichzeitig gab das Gericht auch der Beschwerdegegnerin Gelegenheit, zu den Überlegungen des Gerichts zur Taggeldberechnung Stellung zu nehmen (
Urk.
14). Mit Eingabe vom
7.
Dezember 2021
liess
sich die Beschwerdegegnerin dazu vernehmen (
Urk.
16). Die Beschwerdeführerin hielt mit der Eingabe vom 1
3.
Januar 2022 an ihrer Beschwerde fest. Sie ersuchte darin unter anderem, ihr sei eine stationäre Rehabilitation
sowie
Eingliederungsmassnahmen
zuzusprechen
.
In prozessualer Hinsicht beantragte sie die Sistierung des Verfahrens, bis sich ihr Gesundheits
zustand stabilisiert habe respektive
bis sie
eine Zusammenstellung der noch von der Bes
chwerdegegnerin zu begleichenden Kosten erstellt habe (
Urk.
18).
Mit Eingabe vom
9.
Februar 2022 reichte sie eine weitere Stellungnahme sowie Berichte ein (
Urk.
20,
Urk.
21/1-6).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Akten wird, soweit erfor
derlich, im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Im verwaltungsgerichtlichen Beschwerdeverfahren sind grundsätzlich nur Rechtsverhältnisse zu überprüfen beziehungsweise zu beurteilen, zu denen die zuständige Verwaltungsbehörde vorgängig verbindlich – in Form einer Verfü
gung beziehungsweise eines
Einspracheentscheids
– Stellung genommen hat. Insoweit bestimmt die Verfügung beziehungsweise der
Einspracheentscheid
den beschwerdeweise weiterziehbaren Anfechtungsgegenstand. Umgekehrt fehlt es an einem Anfechtungsgegenstand und somit an einer Sachurteilsvoraussetzung, wenn und insoweit keine Verfügung beziehungsweise kein
Einspracheentscheid
ergangen ist (BGE 144 I 11 E. 4.3, 131 V 164 E. 2.1, 125 V 413 E. 1a).
Mit Eingabe vom 1
3.
Januar 2022
(
Urk.
18)
beantragt
e
die Beschwerdeführerin, dass ihr Kostengutsprache für einen (künftigen) Rehabilitationsaufenthalt zu erteilen sowie Eingliederungsmassnahmen zuzusprechen seien (
Urk.
18 S. 9). Diese Ansprüche bildeten nicht Gegenstand des angefochtenen
Einsprache
entscheids
, weshalb insoweit auf die Beschwerde nicht einzutreten ist.
1.2
.
Gemäss
Art.
126
Abs.
1 der Schweizerischen
Zivilprozessordnung (ZPO), welcher gestützt auf
§
28
lit
. a des Ge
setzes über das Sozialversicherungsgericht
(
GSVGer
) im sozialversicherungs
rechtlichen Beschwerdeverfahren sinngemäss Anwendung findet, kann das Gericht das Verf
ahren sistieren, wenn die Zweck
mässigkeit dies verlangt. Das Verfahren kann namentlich sistiert werden, wenn der Entscheid vom Ausgang eines anderen Verf
ahrens abhängig ist. Bei der Be
urteilung der Frage, ob ein Verfahren sistiert we
rden soll, ist allerdings zu be
achten, dass das Bundesrecht im Sozialversicherungsrech
t ein einfaches und rasches Ver
fahren vorschreibt (
Art.
61
lit
. a
des Bundesgesetzes über den All
gemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG]). Ents
prechend müssen die Gründe, wel
che eine einstweilige Einstellung des Verfahren
s rechtfertigen, von beträchtli
chem Gewicht sein.
Das mit Eingabe vom 1
3.
Januar 2022
(
Urk.
18)
gestellte Sistierungsgesuch
ist abzuweisen. Ein Abwarten eines verbesserten Gesundheitszustands der Beschwer
deführer
in
hat keinen Einfluss auf den Ausgang des Ve
rfahrens. Zudem hatte die Beschwerdeführerin
hinreichend Gelegenheit, sich zur Sache zu äuss
ern,
wovon sie a
uch ausführlich Gebrauch machte
, und hätte (losgelöst von der Frage nach der Relevanz für das vorliegende Verfahren) genügend Zeit gehabt, die von
ihr erwähnte Aufstellung der
ihrer Meinung
nach
noch zu begleichenden Kosten
einzureichen.
2
.
2
.1
Am 1. Januar 2017 sind die geänderten Bestimmungen des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG) und der Verordnung über die Unfallversicherung (UVV) in Kraft getreten.
Gemäss den allgemeinen übergangsrechtlichen Regeln sind der Beurteilung jene Rechtsnormen zu Grunde zu legen, die in Geltung standen, als sich der zu den materiellen Rechtsfolgen führende und somit rechtserhebliche Sachverhalt verwirklicht hat (vgl. BGE 127 V 466 E. 1, 126 V 134 E. 4b). Dementsprechend sehen die Übergangsbestimmungen zur Änderung vom 25. September 2015 des UVG vor, dass Versicherungsleistungen für Unfälle, die sich vor dem 1. Januar 2017 ereignet haben, und für Berufskrankheiten, die vor diesem Zeitpunkt ausgebrochen sind, nach bisherigem Recht gewährt werden (Absatz 1 der genannten Übergangsbestimmungen).
Der hier zu beurteilende Unfall
hat sich am 2
2.
Januar 2010
ereignet, weshalb die bis 31. Dezember 2016 gültig gewesenen Normen auf den vorliegenden Fall Anwendung finden und in dieser Fassung zitiert werden.
2
.2
Gemäss
Art.
6
Abs.
1
UVG werden – soweit das Gesetz nichts anderes
bestimmt – die Versicherungsleistungen bei Berufsunfällen, Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten gewährt
.
2
.3
Nach Art. 10 Abs. 1 UVG hat die versicherte Person Anspruch auf die zweck
mässige Behandlung ihrer Unfallfolgen. Ist sie infolge des Unfalles voll oder teilweise arbeitsunfähig (Art. 6 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG]), so steht ihr gemäss Art. 16 Abs. 1 UVG ein Taggeld zu. Wird sie infolge des Unfalles zu mindestens 10 % invalid (Art. 8 ATSG), so hat sie Anspruch auf eine Invalidenrente (Art. 18 Abs. 1 UVG). Der Rentenanspruch entsteht, wenn von der Fortsetzung der ärztlichen Behandlung keine namhafte Besserung des Gesundheitszustandes erwartet werden kann und allfällige Eingliederungsmassnahmen der Invalidenversicherung (IV) abgeschlos
sen sind. Mit dem Rentenbeginn fallen die Heilbehandlung und die Taggeld
leis
tu
n
gen dahin (Art. 19 Abs. 1 UVG).
Ob eine namhafte Besserung noch möglich ist, bestimmt sich insbesondere nach Massgabe der zu erwartenden Steigerung oder Wiederherstellung der Arbeitsfähigkeit, soweit diese unfallbedingt beeinträchtigt ist. Die Verwendung des Begriffes «namhaft» in Art. 19 Abs. 1 UVG verdeutlicht demnach, dass die durch weitere (zweckmässige) Heilbehandlung im Sinne von Art. 10 Abs. 1 UVG erhoffte Besserung ins Gewicht fallen muss. Weder eine weit entfernte Möglichkeit eines positiven Resultats einer Fortsetzung der ärztlichen Behandlung noch ein von weiteren Massnahmen – wie etwa einer Badekur – zu erwartender geringfügiger therapeutischer Fortschritt verleihen Anspruch auf deren Durchführung. In diesem Zusammenhang muss der Gesundheitszustand der versicherten Person prognostisch und nicht aufgrund retrospektiver Feststellungen beurteilt werden (Urteil des Bundesgerichts 8C_888/2013 vom 2. Mai 2014 E. 4.1 mit Hinweisen, insbes. auf BGE 134 V 109 E. 4.3; vgl. auch Urteil 8C_639/2014 vom 2. Dezember 2014 E. 3).
2
.4
2.4.1
Nach Art. 24 Abs. 1 UVG hat die versicherte Person Anspruch auf eine angemes
sene Integritätsentschädigung, wenn sie durch den Unfall eine dauernde erhebliche Schädigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Integrität erleidet. Die Integritätsentschädigung wird in Form einer Kapitalleistung gewährt. Sie darf den am Unfalltag geltenden Höchstbetrag des versicherten Jahresver
dienstes nicht übersteigen und wird entsprechend der Schwere des Integritäts
schadens abge
stuft (Art. 25 Abs. 1 UVG).
Gemäss Art. 25 Abs. 2 UVG regelt der Bundesrat die Bemessung der Entschädi
gung. Von dieser Befugnis hat er in Art. 36 UVV Gebrauch gemacht. Abs. 1 dieser Vorschrift bestimmt, dass ein Integritätsschaden als dauernd gilt, wenn er voraussichtlich während des ganzen Lebens minde
stens in gleichem Umfang besteht. Er ist erheblich, wenn die körperliche oder geistige Integrität, unabhängig von der Erwerbsfähigkeit, augenfällig oder stark beeinträchtigt wird. Gemäss Abs. 2 gelten für die Bemessung der Integritätsentschädigung die Richtlinien des Anhanges
3.
Fallen mehrere körperliche oder geistige Integritätsschäden aus einem oder mehreren Unfällen zusammen, so wird die Integritätsentschädigung nach der gesamten Beeinträchtigung fest
gesetzt (Abs. 3).
2.4.2
Im Anhang 3 zur UVV hat der Bundesrat Richtlinien für die Bemessung der Integritätsschäden aufgestellt und in einer als gesetzmässig erkannten, nicht abschliessenden Skala (BGE 124 V 29 E. 1b mit Hinweisen) wichtige und typische Schäden prozentual gewichtet (RKUV 2004 Nr. U 514 S. 416). Für die darin genannten Integritätsschäden entspricht die Entschädigung im Regelfall dem angegebenen Prozentsatz des Höchstbetrages des versicherten Verdienstes (
Ziff.
1
Abs.
1). Die Entschädigung für spezielle oder nicht aufgeführte Integritätsschäden wird nach dem Grad der Schwere vom Skalenwert abgeleitet (
Ziff.
1
Abs.
2). Integritätsschäden, die gemäss der Skala 5 % nicht erreichen, geben keinen Anspruch auf Entschädigung (
Ziff.
1
Abs.
3). Die völlige Gebrauchsunfähigkeit eines Organs wird dem Verlust gleichgestellt; bei teilweisem Verlust und teilwei
ser Gebrauchsunfähigkeit wird der Integritätsschaden entsprechend geringer, wobei die Entschädigung jedoch ganz entfällt, wenn der Integritätsschaden weniger als 5 % des Höchstbetrages des versicherten Verdienstes ergäbe (
Ziff.
2).
2.4.3
Die Medizinische Abteilung der Suva hat in Weiterentwicklung der
bundesrät
lichen
Skala weitere Bemessungsgrundlagen in tabellarischer Form (sog. Fein
raster) erarbeitet. Diese von der Verwaltung herausgegebenen Tabellen stellen zwar keine Rechtssätze dar und sind für die Parteien nicht verbindlich, umso mehr als
Ziff.
1 von Anhang 3 zur UVV bestimmt, dass der in der Skala angege
bene Prozentsatz des Integritätsschadens für den «Regelfall» gilt, welcher im Einzelfall Abweichungen nach unten wie nach oben ermöglicht. Soweit sie jedoch lediglich Richtwerte enthalten, mit denen die Gleichbehandlung aller Versicher
ten gewährleistet werden soll, sind sie mit dem Anhang 3 zur UVV vereinbar (BGE 124 V 29 E. 1c, 116 V 156 E. 3a).
2
.5
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
Den von Versicherungsträgern im Verfahren nach Art. 44 ATSG eingeholten, den Anforderungen der Rechtsprechung entspreche
nden Gutachten externer Spezial
ärzte (sogenannte Administrativgutachten) ist Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete
Indizien
gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 135 V 465 E. 4.4; Urteil des Bundesgerichts 9C_823/2018 vom 11. Juni 2019 E. 2 mit Hinweisen).
3
.
3
.1
Die B
eschwerdegegnerin hielt im angefochtenen
Einspracheentscheid
fest, gestützt auf das
Z._
-Gutachten vom
7.
Juli 2017 sei davon auszugehen, dass aus orthopädischer Sicht nach dem Unfall vom 2
2.
Januar 2010 bis 1
5.
Oktober 2010
eine Arbeitsunfähigkeit
bestanden
habe
. D
anach sei die Beschwerdeführerin
bis zur zweiten Schulteroperation am 2
8.
Mai 2013
zumindest aus rein orthopä
discher Sicht
in ihrem angestammten Beruf als Ökonomin voll arbeit
sfähig gewesen. Nach der zweiten
Operation habe während der Rehabilitation
sphase
bis 3
1.
Oktober 2013
eine volle
u
nd danach bis 3
1.
Dezember 2013 eine 50
%ige A
rbeitsunfähigkeit vorgelegen. Seit
1.
Januar 2014 bestehe keine unfallbedingte Arbeitsunfähigkeit mehr. Laut
Z._
-Gutachten s
ei der Endzustand spätestens per
1.
Januar
2014 eingetreten. Mangels unfallbedingter Arbeitsunfähigkeit bestehe kein Anspruch auf eine Invalidenrente. Aufgrund der leichten Instabilität der kranialen Gelenkskapsel des
glenohumeralen
Gelenks rech
t
s sowie der beginnen
den Arthrose
sei von einem Integritätsschaden von 5
%
auszugehen. Hinsichtlich des Taggeldanspruchs ergebe sich aus den Akten, dass die Beschwerdeführerin vom
1.
Januar
2013 bis 3
1.
Mai
2013 einer Erwerbstätigkeit nachgegangen sei und dabei einen Verdienst von insgesamt
Fr.
38'370.--
erzielt habe.
Weiter ergebe sich aus den Akten, dass ihr für die Zeit vom
1.
August 2013 bis 3
1.
Januar 2014 von der Invalidenversicherung eine ganze Rente zugesprochen worden sei.
Mithin ergebe sich für die Dauer vom 2
8.
Mai 2013 bis 3
1.
Dezember 2013 ein Taggeld
ansatz von
Fr.
175.50 (
Fr.
80'063.75 x 0,
8 :
365). D
amit ergebe sich bei
218 Tage
n
(2
8.
Mai 2013 bis
3
1.
Dezember 2013) à
Fr.
175.50 (bei einer Arbeitsunfähigkeit von 100
%
) ein Taggeldanspruch von insgesamt
Fr.
38'259.--. Dazu komme ein Zins von 5
%
, also der Betrag von
Fr.
10'005.2
0.
Insgesamt sei
en
der Beschwer
deführerin somit
Fr.
48'264.20 nachzuzahlen.
Die unfallbedingten Behandlungen beträfen die Zeiträume vom 2
2.
Januar 2010 bis 1
5.
Oktober 2010 sowie vom 2
8.
Mai 2013 bis 3
1.
Dezember 201
3.
Die entsprechenden Kosten s
eien bereits übernommen worden (
Urk.
2).
3
.2
Die Beschwerdeführer
in bringt
beschwerdeweise
im Wesentlichen vor,
das
von der Beschwerdegegnerin in Auftrag gegebene
Z._
-Gutachten erweise sich nicht als hinreichend aktuell und fehlerhaft. Insbesondere vermöge die von den Gutachtern
vorgenommene
retrospektive Beurteilung der Arbeitsfähigkeit nicht zu überzeugen. Diesbezüglich sei vielmehr auf die Einschätzung ihrer behandeln
den Ärzte abzustellen. Es könne deshalb nicht davon ausgegangen werden, dass zwischenzeitlich vom 1
5.
Oktober 2010 bis zum 2
8.
Mai 2013 wieder eine volle Arbeitsfähigkeit bestanden habe. Demen
t
sprechend
verlaufe die Taggeldphase ohne Unterbruch und zudem über den 3
1.
Dezember 2013 hinaus.
Aus rein orthopädischer Sicht habe bis zum
8.
Juli 2015 eine volle
Arbeitsunfähigkeit bestanden, d
anach eine Arbeitsunfähigkeit von 66.66
%
. Unter Berücksichtigung der ebenfalls unfallbedingten neurologischen, neuropsychologischen und psychi
schen Einschränkungen bestehe aber nach wie vor eine volle Arbeitsunfähigkeit.
D
er von der Beschwerdegegnerin verwendete Taggeldansatz
erweise sich als
zu tief. Bei den ihr in den Jahren 2011 bis 2013 ausbezahlten Löhne handle es sich um Soziallöhne. Sie seien daher nicht zu berücksichtigen. Im 2010 habe der Tag
geldansatz
Fr.
276.60 betragen. D
ieser sei nach wie vor relevant
. Der medizi
nische Endzustand sei noch nicht eingetreten.
Zudem habe sie beim Unfall vom 2
2.
Januar 2010 eine Hirnverletzung erlitten. Sie habe
deshalb
häufig Kopfschmerzen, Gleichgewichtsstörungen und Sehstörungen. Darauf sei im
Z._
-Gutachten nicht eingegangen worden.
Jedoch bestehe die von den
Z._
-Gutach
tern diagnostizierte Persönlichkeitsstörung nicht. Die zugesprochene Integritäts
entschädigung von 5
%
sei zu tief. Vielmeh
r sei diese auf
45
%
festzusetzen.
Anzumerken sei sodann, dass von Seiten der Beschwerdegegnerin noch Kosten
vergütungen ausstehend seien, welche den Zeitraum beträfen, für welchen sie ihre Leistungspflicht anerkannt habe (
Urk.
1).
4.
Streitig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegnerin
zu Recht
die Leistungen für
die
Folgen des Unfa
lls vom 2
2.
Januar 2010
per
1.
Januar
2014 eingestellt hat. Dabei ist zunächst zu prüfen, ob
der medizinische Endzustand hinsichtlich der (unfallka
usalen) Beschwerden per
1.
Januar
2014 eingetreten ist
.
In diesem Zusammenhang ist auch zu prüfen, ob di
e Beschwerdegegnerin zu Recht von einer vollen Arbeitsunfähigkeit
vom
2
2.
Januar bis 1
5.
Oktober 2010
,
von einer vollen Arbeitsfähigkeit
vom 1
6.
Oktober 2010 bis 2
7.
Mai 2013
,
von
eine
r
volle
n
Arbeits
unfähigkeit
vom 2
8.
Mai 2013 bis 3
1.
Oktober 2013
,
von
eine
r
Arbeitsun
fähigkeit von 50
%
vom
1.
November 2013 bis 3
1.
De
zember 2013
und schliess
lich
von einer vollen Arbeitsfähigkeit
ab
1.
Januar 2014
ausging
und deshalb einen Rentenanspruch verneinte (E. 6). Sodann ist auf die Berechnung des mit
Einspracheentscheid
zugesprochenen Taggelds für die Dauer vom 2
8.
Mai 2013 bis 3
1.
Dezember 2013 und die Frage der strittigen Kostenübernahme von Heilbehandlung einzugehen (E. 7). Schliesslich ist die Höhe der Integritätsent
schädigung zu prüfen (E. 8).
5
.
5
.1
Die Gutachter der
Z._
stellten in ihrer Expertise vom 7. Juli 2017 (Urk. 10/923-1082) folgende
unfallfremden
Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsf
ähig
keit (
Urk.
10/1070
):
1.
Kombinierte Persönlichkeitsstörung
mit führender
histrionischer
und narziss
tischer Prägung
2.
Rezidivierende depressive Störung, aktuell remittiert
3.
Verdacht auf anhalten
de somatoforme Schmerzstörung (d
ifferenzialdiagnos
tisch
chronifiziertes
Schmerzsyndrom, aus organmedizinischer Sicht keine Schmerzursache nachweisbar)
4.
Anamnestisch ADHS, aktuell und auch retrospektiv nicht ausreichend sicher nachvollziehbar
5.
Leichte neuropsychologische Störung bei Diagnosen 1-4
Keine Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit massen die Gutachter folgenden
unfallkausalen
Diagnosen
,
1.
Status nach
Skisturz
auf die rechte Seite am 22. Januar 2010
2.
Status nach
arthroskopischer
SLAP-
Refixation
16. April 2010
3.
Status nach operativer Revision am 28. Mai 2013 mit
arthroskopischem
Débridement
,
Acromioplastik
und
Tenodese
der langen
Bizepssehne
,
und den unfallfremden Diagnosen,
4.
Status nach
Malleolarfraktur
links 1986
5.
Hypothyreose (substituiert)
,
zu.
Die Gutachter verwiesen auf den Skiunfall und die
Refixation
einer erst protra
hiert diagnostizierten SLAP-Läsion. Die postoperative Phase habe die Beschwer
deführerin als sehr traumatisierend erlebt, sie habe eine lange und intensive Rehabilitation gebraucht. Erst mehr als ein Jahr später, d.h. im August 2011, habe sie sich wieder
in
der Lage gefühlt, in Teilzeit zu arbeiten, bis im Mai 2013 habe sie drei verschiedene Teilzeitstellen gehabt
(
Urk.
10/1069
)
.
5
.2
Vom orthopädischen Standpunkt aus sei diese Arbeitsunfähigkeit für eine fast ausschliesslich intellektuelle Tätigkeit als Ökonomin nicht nachvollziehbar
(
Urk.
10/1069)
.
Die Diagnose der SLAP-Läsion sei protrahiert gestellt worden. Die Operation sei erst im April 2010 erfolgt und die
Refixation
sei unvollständig gewesen. Es sei daher davon auszugehen, dass damals begründete Restbeschwer
den vorhanden gewesen seien (
Urk.
10/1061-1062). Aber a
uch bei bestehenden Restbeschwerden müsste die Beschwerdeführerin spätestens sechs Monate nach der Operation vom April 2010, d.h. ab Oktober 2010, voll arbeitsfähig gewesen sein. Eine weiter bestehende Arbeitsunfähigkeit sei vom somatischen Befund her nicht zu begründen, egal, ob an der Schulter noch Rest
beschwerden bestanden hätten oder nicht
(
Urk.
10/1069),
da der Beruf der Beschwerdeführerin an die körperlichen Fähigkeiten nur gering
ste Anforderungen stellen würde (
Urk.
10/1061)
. Die einzige Bewegung, welche die Beschwerdeführerin für die Ausübung ihres Berufs als Ökonomin als behindernd beschreibe, sei die Bedienung der Maus am Computer. Abgesehen davon, dass die Mausbedienung weniger Kraft bei der Innenrotation benötige als die Bedienung des Schalthebels am Auto (eine Tätigkeit, die von der Beschwerdeführerin als unproblematisch beschrieben werde), könne die Maus mit
einer kurzen Umschu
lung ohne W
eiteres auch mit der linken Hand bedient werden oder es könne durch Verwendung eines Touch-Bildschirmes ganz auf die Maus verzichtet werden. Sie - die Gutachter - gingen
somit
davon aus, dass spätestens sechs Monate nach der Operation vom April 2010, d.h. ab
1
5.
Oktober 2010, eine weitere unfallbedingte Limi
tierung nicht mehr begründbar gewesen sei
(
Urk.
10/1069
)
.
Im Mai 2013 sei die Besch
werdeführerin in der
Klinik B._
in
C._
noch
mals operiert worden. Wegen eines Restbefundes sei ein
Débridement
der krani
alen Gelenkskapsel und eine
Tenodese
der langen
Bizepssehne
durchgeführt worden.
Die erneute Behandlungsbedürftigkeit sei als Rezidiv einzustufen.
Diesmal sei die postoperative Phase sehr positiv verlaufen mit ständiger Verbes
serung bis Ende 2013. Dennoch habe sie in der Folge keine berufliche Tätigkeit aufgenommen, da es nach Reduktion der Therapie
wieder schlechter geworden sei.
Ab dem 31. Oktober 2013 habe eine mindestens 50%ige Arbeitsfä
higkeit und spätestens ab 1. Januar 2014 aus rein orthopädischen und unfallkau
salen Gründen wieder eine 100%ige Arbeitsfähigkeit für den Beruf als Ökonomin bestanden
(
Urk.
10/1069
)
.
Die am 15. Februar 2016 durchgeführte MR-
Arthrographie
der rechten Schulter habe keine relevanten krankhaften Veränderungen gezeigt. Es hätten somit nach der Rehabilitation keine objektiven orthopädischen Gründe mehr für eine Arbeits
unfähigkeit in ihrem angestammten Beruf bestanden, der an die Funktionen des Bewegungsapparates nur minimale Anforderungen stelle
(
Urk.
10/1069
)
.
Von somatischer Seite her seien die aktuell beklagten Beschwerden und damit begründeten Funktionseinschränkungen nicht nachzuvollziehen. Zwar könnten sie - die Gutachter - vorhandene Schmerzen nicht gänzlich ausschliessen, aber die objektivierbaren Untersuchungsbefunde würden keine Erklärung für die Schmerzen bringen, schon gar nicht in der aktuellen subjektiven Ausprägung. Bei der orthopädischen Untersuchung finde sich auch keine funktionelle Einschrän
kung, welche eine intellektuelle Tätigkeit verhindern würde. Die beklagten Beschwerden schienen eine Problematik der Schmerzverarbeitung zu sein und seien nicht direkt auf die Körperschädigung zurückzuführen. Zudem ergäben sich erhebliche Diskrepanzen zwischen den geltend gemachten Funktionseinschrän
kungen und Schonung gegenüber den aktuellen Untersuchungsbefunden und der spontanen Beweglichkeit. Diese seien im Rahmen der unfallfremden psychiat
ri
sc
hen Diagnosen einzuordnen (
Urk.
10/1068
).
Bei der Messung der groben Kraft drücke die Beschwerdeführerin die rechte Hand weniger stark als die linke.
Der Vorderumfang sei aber seitengleich und der Ober
armumfang rechts sei 0,5 cm grösser als links, was für eine Rechtshänderin typisch sei. Es bestehe somit keinerlei Hinweis, dass der rechte Arm geschont werde. Die Beschwerdeführerin gebe an, dass
sie
nicht am Computer arbeiten könne, da die Innenrotation schmerzhaft und eingeschränkt sei. Bei der Prüfung der Innenrotation blockiere sie die Bewegung bei 20°, bei anderen Untersuchun
gen mit beiläufiger Innenrotation sei diese Bewegungsrichtung aber völlig frei und ohne Schmerzangabe. Die Beschwerdeführerin gebe auch an, dass das Auto
fahren gut
gehe und
die Bedienung des Schal
thebels ihr keine Probleme bereite
. Hierfür sei jedoch eine Rotationsbewegung der Schulter notwendig und es müsse wesentlich mehr Kraft aufgewendet werden als für die Bedienung der Computer
maus. Im Übrigen sei nicht einzusehen, weshalb sich die Beschwerdeführerin nicht umschulen könnte auf die Mausbedienung mit der linken Hand, was aber aus orthopädischer Sicht nic
ht indiziert sei (
Urk.
10/1068
).
Die Erklärung für diesen somatisch nicht begründ
baren Verlauf finde man am ehesten in der auffälligen Lebens-/Berufsbiographie (trotz hervorragender Ausbildung mit abgeschlossenem Wirtschaftsstudium und anschliessender Dissertation keine längere Anstellung entsprechend der Qualifi
kation des studier
ten Berufs) und den Persönlichkeitsaspekten, welche anlässlich der Konsens
besprechung in der interdisziplinären Diskussion als massgebliche Ursache der dysfunktionalen Schmerzverarbeitung angesehen worden seien
(
Urk.
10/1068
)
.
Zusammenfassend habe aus orthopädischer Sicht unfallkausal eine volle Arbeits
unfähigkeit vom Unfall im Januar 2010 bis zum 15. Oktober 2010 bestanden. Rein orthopädisch gesehen könne ab 15. Oktober 2010 von einer vollen Arbeits
fähigkeit für den Beruf als Ökonomin ausgegangen werden. Im Jahre 2013 sei es z
u einem Rezidiv gekommen. N
ach der zweiten Operation vom Mai 2013 habe während der Rehabilitationsphase erneut vorübergehend eine 100%ige Arbeits
unfähigkeit bis am 31. Oktober 2013 bestanden, danach eine 50%ige Arbeits
fähigkeit. Die Rehabilitationsphase sei spätestens En
de 2013 abg
eschlos
sen (
Urk.
10/1068) respektive
der medizinische Endzustand
sei per
1.
Januar 2014
erreicht gewesen (
Urk.
10/
10
62).
Ab diesem Zeitpunkt bestehe
aus unfallkausaler Sicht
eine volle Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin
in ihrem angestammten Beruf
(
Urk.
10/1068
).
Zwar könnten minimale Restbeschwerden nach einer zweimal operierten
SLAP-Läsion der Schulter nicht ausgeschlossen werden. Jedoch bestehe kein somatischer Befund, der eine weitgehend intellektuelle Tätigkeit sowie Arbeiten am Com
puter a
usschliessen würde (
Urk.
10/1068
-1067
).
A
uf die Frage nach einem Integritätsschaden
erklärten die Experten
, dass als Folge der zweimal operierten SLAP-Läsion von einer leichten Instabilität der kranialen Gelenkskapsel des
glenohumeralen
Gelenks rechts auszugehen sei, was zumindest einen Teil der Beschwerden der Beschwerdeführerin erkläre. Es bestehe auch ein Zustand bei
Tenodese
der langen
Bizepssehne
und auf dem Röntgenbild seien geringe Zeichen einer beginnenden Arthrose ersichtlich. Insgesamt schätzten sich den Integritätsschaden auf 5
%
(
Urk.
10/1060).
5
.3
Die Experten führten weiter aus, aus psychiatrischer Sicht bestehe das klinische Bild einer
unfallfremden
leistungsrelevanten kombinierten Persönlichkeits
störung, wahrschein
lich in einer Komorbidität mit einer somatoformen Störung. Letztere lasse sich jedoch auch vor dem Hintergrund des
histrionischen
Ausdrucksverhaltens
krite
riengeleitet
im Querschnitt nicht sicher belegen. Praktisch nur vor diesem Hinter
grund der Persönlichkeitsstörung lasse sich die gesamte Biografie der Beschwer
deführerin konsistent nachvollziehen. Gesamthaft zeige die Explorandin eine aus der Jugend heraus, dann ab 1994 sich akzentuie
rende Symptombildung im Rahmen von immer wieder auffälligen Überforde
rungssituationen, die sich aus den durch die Persönlichkeitsstörung geprägten Defiziten ergäben. Über die Jahre sei eine grosse Diskrepanz entstanden zwischen der von aussen betrachtet hohen Ausbildungsqualifikation und der real umgesetzten und umsetzbaren Arbeitsfä
higkeit in der freien Wirtschaft. Faktisch habe sich die Beschwerdeführerin durch ihre langjährige Tätigkeit als Doktoran
din und wissenschaftliche Mitarbeiterin dieser Exposition entzogen.
Der im Januar 2010 eingetretene Ski-Unfall entspreche in seiner psychodynami
schen Bedeutung einem Gelegenheitsanlass, wie er wahrscheinlich in der Biogra
fie der Beschwerdeführerin zuvor bereits mehrfach vorgekommen sei. Es entstehe der Eindruck, dass dem Unfall (in unbewusster Weise) rasch die Schuld attribuiert worden sei, um die bereits zuvor (vor dem Unfall) erkennbaren Einschränkungen und Konflikte erklären zu können (dysfunktionales Krankheitskonzept). Die psychodynamische Entlastung der Beschwerdeführerin hierdurch sei offensicht
lich.
In der Integration der Katamnese sei aus psychiatrischer Sicht nicht zu erkennen, dass es durch den Unfall zu einer relevanten Akzentuierung der psychischen Beschwerdesymptomatik gekommen sei. Festgestellt werden könne lediglich, dass die Symptomausgestaltung sich nach dem Unfall gewandelt habe mit der Fokus
sierung auf d
ie somatische Problematik (
Urk.
10/1067
).
5.4
Im neurologischen Teilgutachten wurde ausgeführt, dass die Beschwerdeführerin über fehlende Koordination der Finger der rechten Hand
bei Computerarbeiten
klage und
stärkere Schmerzen im Bereich der Schulter rechts und des Nackens angebe, wobei die Nackenschmerzen in den Hinterkopf ausstrahlten und dann zu drückenden Kopfschmerzen führten (
Urk.
10/993-994). Aufgrund der vorgenom
menen Untersuchungen und der
Vorakten
wurde festgehalten, dass sich für die Beschwerden im Bereich der oberen Extremitäten keine Hinweise für eine
radikuläre
Läsion oder Läsionen einzelner peripheren Nerven finden lasse und die Beschwerden somit aus neurologischer Sicht nicht erklärbar seien.
Die von der Beschwerdeführerin b
eklagten Kopfschmerzen seien im Sinne von
zervikozepha
len
Schmerzen im Rahmen einer HWS-Problematik zu beurteilen. Eine isolierte Diagnose von Kopfschmerzen bestehe nicht. Aus neurologischer Sicht ergäben sich mithin keine Diagnosen, welche zu einer Einschränkung der Arbeitsfähigkeit
führen
würde
n
(
Urk.
10/989).
5.5
Im neuropsychologischen Teilgutachten gingen die Experten von einer leichten neuropsychologischen Störung aus, die mit den psychiatrischen Befunden (kombinierte Persönlichkeitsstörung, Verdacht auf eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung) hi
nreichend begründbar sei. A
uch das chronische
zerviko
brachiale
und
zervikozephale
Schmerzsyndrom könne Einfluss auf die Kognition und somit auf die Arbeitsfähigkeit haben. Die Verhaltensauffälligkeiten und Inkonsistenzen hinsichtlich Bela
stbarkeit und Ermüdbarkeit seien
im Rahmen der Persönlichkeitsstörung zu interpretieren.
Bei einer leichten neuropsychologischen Störung sei die Funktionsfähigkeit im Alltag und unter den meisten beruflichen Anforderungen nicht einschränkt. Die Person falle in ihrem sozialen Umfeld auch kaum auf. Bei Aufgaben und Tätig
keiten mit hohen Anforderungen sei die Funktionsfähigkeit aber eingeschränkt. Aufgrund der vormals sehr hohen Anforderungen im angestammten Beruf als promovierte Ökonomin sähen sie - die Gutachter - aufgrund der Verhaltens
beobachtungen und der neuropsychologischen Befunde die Arbeitsfähigkeit als nicht gegeben an. Die Beschwerdeführerin könnte den intellektuellen Arbeitsan
forderungen womöglich entsprechen, sei aber aufgrund der reduzierten Belastbarkeit und Verlangsamung als auch der kognitiven Minderl
eistungen im Bereich der geteil
ten Aufmerksamkeit, des Arbeitsgedächtnisses als auch der Erfassungsspanne nicht in der Lage, diese derzeit im geforder
ten Arbeitstakt auszuschöpfen.
Die Experten gingen von einer Arbeitsfähigkeit
von 80
%
aus. Bei einer vermin
derten Belastbarkeit begründe sich die Reduktion der Arbeitsprä
senz durch den vermehrten Pausen- und Erholungsbedarf. Die zusätzliche Minderung der Arbeitsleistung sei bedingt durch die testpsychologisch objekti
vierten Defizite, insbesondere die Verlangsamu
ng (
Urk.
10/972-973
).
5
.6
Zur Arbeitsfähigkeit
insgesamt
führten die Gutachter aus, diese sei aus psychiat
rischer Sicht in der durch die Qualifikation vorgegebenen Tätigkeit als Betriebsökonomin mit überwiegender Wahrscheinlichkeit als nicht gegeben anzusehen. Führend seien die persönlichkeitsbedingten Defizite der Beschwerde
führerin in der Interaktion mit ihrem Umfeld; diese Defizite kämen zum Tragen, wenn sie sich überfordert fühle und belastet sehe. Mit einer gewissen Restun
sicherheit gingen sie - die Gutachter - auch davon aus, dass diese Arbeitsfähigkeit im angestammten Beruf in ausreichend stabiler Form zu keinem Zeitpunkt, auch nicht vor dem Unfaller
eignis, bestanden habe. Die psychischen Störungen führten begleitend auch zu einer zumindest leichtgradigen Einschränkung des neuro
psychologisch zu erfas
senden Leistungsprofils. Hierdurch entstehe zusätzlich eine Belastung für die Beschwerdeführerin, die sie aufgrund der diesbezüglich fehlen
den suffizienten
Copingstrategien
in einem anspruchsvollen akademischen Beruf
nicht werde ausgleichen können (
Urk.
10/1059).
Eine Verweistätigkeit in einem anderen Beruf könne das Belastungsprofil für die Beschwerdeführerin senken, so dass grundsätzlich hier eine Arbeitsfähigkeit von etwa 50 % (auch unter Berücksichtigung der leichten neuropsychologischen Defizite und deutlich erhöhter Vulnerabilität gegenüber einer depressiven Entwicklung) als leistbar anzusehen wäre. Einschränkend müsse jedoch vermutet werden, dass die Beschwerdeführerin insbesondere aufgrund ihrer narzisstischen Anteile überwiegend wahrscheinlich nur sehr erschwert an solche Angebote herangeführt werden könne, die sie sehr wahrscheinlich als nicht
adäquat für sich erleben würde (
Urk.
10/1058).
Eine Verweistätigkeit müsste der Beschwerdeführerin ein relevantes Ausmass an Autonomie ermöglichen. Arbeitsstellen mit einer hohen externen Strukturierung seien weniger geeignet, da Konflikte mit Kollegen und Vorgesetzten zu erwarten seien. An dieser Stelle sei auch die Einschränkung der Arbeitsfähigkeit aufgrund der Zumutbarkeit und Belastung gegenüber Dritten aufgeführt. In der Verweistä
tigkeit wären Projekte mit kürzeren Laufzeiten günstiger als Aufgaben, die eine längerfristige Zusammenarbeit und Teamarbeit erforderten. Ausbildungsbedingte Ressourcen, die der Beschwerdeführerin aufgrund ihres Studiums und der Disser
tation zur Verfügung stünden, und mit einem Fachwissen in ihrem Arbeitsgebiet einhergingen, seien eventuell zwar durch
Dekonditionierungseffekte
und feh
lende Berufserfahrung eingeschränkt, aber
prinzipiell vorhanden (
Urk.
10/1058
).
Das
psychiatri
sche Krankheitsbild sei
unfallfrem
d (
Urk.
10/1056
).
6
.
6
.1
D
as
Z._
-Gutachten entspricht den praxisgemässen Anforderungen an den Beweiswert einer Expertise
(vgl. E. 2.5 hiervor
). So ist es für die streitigen Belange umfassend, beruht auf den notwendigen Untersuchungen und berücksichtigt namentlich detailliert die geklagten Beschwerden. Den Gutachtern waren die umfangreichen
Vorakten
, soweit wesentlich,
bekannt
(vgl.
Urk.
10/862-863,
Urk.
10/941-966)
und sie setzten sich damit auseinander.
Aus den von der Beschwerdeführerin im Rahmen des vorliegenden Verfahrens neu eingereichten Berichte
n
ergeben sich keine wesentlichen Aspekte,
die
im Rahmen der Begut
achtung unerkannt geblieben wären.
Die
gutachterliche
Beurteilung der medizi
nischen Situation leuchtet sodann ein und die Schlussfolgerungen der Experten sind begründet
. So legten sie in schlüssiger Weise dar, dass die Beschwerdefüh
rerin aufgrund der
(unfallfremden) Persönlichkeitsstörung, nicht aber aufgrund der Unfallfolgen in der Arbeitsfähigkeit eingeschränkt ist.
Das hiesige Gericht hat mit Urteil vom 1
1.
Mai 2020 (Prozess Nr. IV.2018.00765) und das Bundesgericht mit Urteil
8C_416/2020 vom
2.
Dezember 2020
(
Urk.
13)
im invalidenversicherungsrechtlichen Verfahren dem
Z._
-Gutachten volle Beweiskraft beigemessen. Dieses erweist sich auch für die unfallversicherungs
rechtlichen Belange als umfassend und überzeugend
. Die Einwände der Beschwerdeführerin dagegen sind nicht stichhaltig, wie nachfolgend darzulegen ist.
6.2
Aufgrund der Persönlichkeitsstörung
ist bei der Beschwerdeführerin eine Arbeits
unfähigkeit ausgewiesen (vgl.
Urk.
13). Diese ist jedoch unfallfremd und daher vorliegend nicht von Belang.
Beim Unfall vom 2
2.
Januar 2010 zog sich die Beschwerdeführerin eine SLAP-Läsion am rechten Schultergelenk zu. Deswegen erfolgte am 1
6.
April 2010 eine
arthroskopische
Refixation
.
Da die
Refixation
unvollständig war, bedurfte es am 2
8.
Mai 2013 einer operativen Revision.
Aufgrund der unvollständigen
Refixation
gehen die Gutachter davon aus, dass ein organisches Korrelat für die
geklagten Beschwerden vorlag
(
Urk.
10/1062
).
Sie kommen jedoch zum Schluss,
dass spätestens sechs Monate nach der Operation vom 1
6.
April 2010 trotz vorhandener Restbeschwerden keine Arbeitsunfähigkeit
als
Ökonomin mehr bestand. Diese Einschätzung
erging in der Auseinandersetzung mit
den
Vorakten
und trägt der Tatsache Rechnung
, dass es sich bei der Tätigkeit als Ökonom
in um eine fast ausschliesslich intellektuelle
Tätigkeit handelt
und
der Beschwerdefüh
rerin
die
damit
v
erbundenen manuellen Verrichtungen
möglich sind
(
Urk.
10/
1064-1065+1069
)
. Darauf ist somit abzustellen.
Zu diesem Ergebnis waren bereits
Dr.
D._
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie,
im Gutachten vom
1.
November 2011 (
Urk.
10/349-389) sowie die Experten des
E._
im Gutachten vom 2
6.
März 2013 (
Urk.
11) gelangt (
vgl. auch
Urk.
10/1064
)
.
Zwar nahmen
die be
handelnden Ärzte
(mehrheitlich) andere
Einschätzungen der Arbeitsfähigkeit
vor
(variierend
25
%
bis 100
%
, vgl.
Urk.
10/10
64-1065). Dies gilt auch
- worauf die Beschwerdef
ührerin primär verweist (
Urk.
1 S. 13
) -
in Bezug auf
Dr.
med.
F._
, Facharzt Orthopädische Chirurgie,
Leitender Arzt für Orthopädie
,
Klinik B._
. Er untersuchte die Beschwerdeführer erstmals am 2
5.
April 2013
und bescheinigte ihr dann bi
s zur Operation
vom
2
8.
Mai 2013
für Bürotätigkeiten
eine A
rbeitsfähigkeit
von 50
%
(
Urk.
10/609-611).
Er wies auf die
persistierenden Schmerzen und die
eingeschränkte Funktionsfähigkeit der rechten Schulter hin und mass eine aktive Flexion von 80°
,
eine passive Flexion von 150°
sowie
eine Abduktionskraft mit der Federwaage vom 2 kg
. Aufgrund der Klinik schloss er auf ein SLAP-Rezidiv
(
Bericht vom 2
5.
April 2013,
Urk.
10/609).
B
ei
diesen
Bewegungsamplituten
vermag seine anderweitige Einschätzung der Arbeitsfähigkeit (
die
den Gutachtern bekannt war) keine Zweifel am
Z._
-
Gutachten zu begründen
.
Die zweite Operation vom 2
8.
Mai 2013 verlief erfolgreich. Die
am 1
5.
Februar 2016 durchgeführte MR-
Arthrographie
der rechten Schulter zeigte keine relevan
ten Veränderungen mehr
(
Urk.
10/1069)
. Mit den Gutachtern ist davon auszuge
hen, dass nach der operativen
Revision während der
Rehabilitationsphase bis zum 3
1.
Oktober 2013 eine volle und dann anschliessend bis zum 3
1.
Dezember 2013 eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit bestand, dass aber ab
1.
Januar 2014 keine unfallbedingte Arbeitsfähigkeit mehr ausgewiesen ist. Zwar wird der Beschwer
deführerin im Bericht der
Klinik G._
vom
9.
Juli 2015 aufgrund der Schulterproblematik eine Arbeitsfähigkeit von bloss 33 1/3
%
attestiert (
Urk.
10/772). Der Bericht enthält jedoch keine Befunde, die dem
Z._
-Gutachten widersprechen würden. Aus dem Bericht ist sodann zu schliessen, dass den Klinikärzten die bildgebenden Abklärungen nicht bekannt waren. Bei der Würdigung der Berichte der behandelnden Ärzte gilt es sodann der Verschieden
heit von Behandlungs- und Begutachtungsauftrag Rechnung zu tragen (vgl. dazu BGE 124 I 170 E. 4).
Dabei
ist der Erfahrungstatsache Rechnung zu tragen, dass behandelnde Fachpersonen mitunter in Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patienten aussagen (BGE 125 V 351 E. 3b/cc).
6.3
Die Beschwerdeführerin weist zutreffend darauf hin, dass
nach dem Unfall vom 2
2.
Januar 2010 neben der Verletzung an der rechten Schulter, eine Distorsion der Knie beidseits, eine Kontusion des Beckens rechts sowie des Ellbogens diag
nostiziert wurden (
Urk.
1 S. 4,
Urk.
10/21,
Urk.
10/40,
Urk.
10/454, vgl. auch
Urk.
10/329).
Beim Unfall wurde sodann
ein Z
ahn gelockert. Eine zahnärztliche Behandlung deswegen war jedoch soweit ersichtlich nicht notwendig (
Urk.
10/10-11). Nicht gefolgt werden kann der Beschwerdeführeri
n, soweit sie geltend macht, dass sie
bei beim Unfall eine Hirnverletzung erlitten
habe
(
Urk.
1 S. 4
u. S. 19
). Eine Hirnverletzung wurde echtzeitlich zu k
einem Zeitpunkt diagnostiziert (
Urk.
10/21,
Urk.
10/29,
Urk.
10/40,
Urk.
10/454
). Eine Bewusst
losigkeit bestand nicht (
Urk.
10/40). Kopfschmerzen sind in den echtzeitlichen Berichten ebenfalls nicht erwähnt. Erst im Konsultationsbericht vom 2
5.
Juni 2011 der
Klinik H._
findet sich ein Eintrag, wonach nach dem Unfall mehrere Tage ununterbrochen sehr starke Kopf- und Nackenschmerzen/Migräne beklagt worden seien. Eine Hirnverletzung wurde aber auch hier nicht diagnostiziert
(
Urk.
10/32
9 =
Urk.
10/449)
.
Zwar vermutete
Dr.
med.
I._
, Facharzt für Neuro
logie,
im Bericht vom 2
7.
Mai 2014, die Beschwerdeführerin habe beim Skiunfall eine
Contusio
cerebri erlitten, begründete dies aber nicht weiter. Hinweise für eine
neurologische Schädigung erge
ben
sich
jedoch
auch
aus seinem Bericht nicht
(
Urk.
3/56). Sodann warf
Dr.
med.
J._
, Chefarzt Sportmedizin und
Klinik B._
, im Bericht vom 1
0.
August 2016
- welcher den
Z._
-Gutacht
ern übrigens bekannt war (
Urk.
10
/
9
36)
-
die Frage auf, ob die Beschwerdeführerin möglicherweise ein Schädel-Hirn-Trauma erlitten habe (
Urk.
10/
933). Gleichzeitig wies er jedoch selber darauf
, dass er selber keine Befunde erhob
en habe
(
Urk.
10/933). Mithin lässt sich
auch
aus seinem Bericht nichts Relevantes ableiten.
Von vornherein ungeeignet, eine Hirnverletzung zu belegen respektive das
Z._
-Gutachten in Zweifel zu ziehen, ist der (mit Eingabe vom
9.
Februar 2022,
Urk.
20) eingereichte Bericht des Chiropraktikers
Dr.
K._
vom
2
3.
Januar 2022 (
Urk.
21/2), weil
die
abschliessende Beurteilung der sich aus einem Gesundheitsschaden ergebenden funktion
ellen Leistungs
fähigkeit
grundsätzlich dem Facharzt oder der Fachärztin
obliegt
(Urteil des Bundesgerichts 9C_624/2009 vom
7.
Oktober 2009 E. 4.1.1).
Die Beschwerdeführerin gibt an, dass sie nach wie vor unter Kopfschmerzen, Schwindel und Konzentrationsstörungen leide (
Urk.
1 S. 5).
Im neurologischen Teilgutachten wurden die Kopfschmerzen auf die
zervikozephal
en
Schm
erzen zurückgeführt. Eine
Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit wurde indessen verneint
(
Urk.
10/989).
Was die g
eklagten K
onzen
trationsstörungen anbelangt
, so waren im Rahmen der neuropsycholog
ischen Begutachtung
leichte Minderleistungen in den Bereichen der geteilten Aufmerksamkeit, des Arbeitstempos, der Erfassungs
spanne und des Arbeitsgedächtnisses
feststellbar
(
Urk.
10/975). Diese leichten neuropsychologischen Defizite sind indessen mit den psychiatrischen Befunden hinreichend erklärbar (
Urk.
10/973+1070) und somit unfallfremd.
6.4
Nach dem Gesagten ist somit davon auszugehen, dass per 3
1.
Dezember 2013 der medizinische Endzustand eintrat und dass unfallkausal vom 2
2.
Januar 2010 bis 1
5.
O
ktober 2010 sowie
vom 2
8.
Mai 2013 bis 3
1.
Oktober 201
3
jeweils eine 100%
ige Arbeitsunfähigkeit und vom
1.
November 2013 bis 3
1.
Dezember 2013 eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit als Ökonomin bestand. Da seit
1.
Januar 2014 keine Einschränkung in der bisherigen Tätigkeit mehr vorliegt, ist auch kein Anspruch auf eine Invalidenrente ausgewiesen.
7.
7
.1
Mit dem angefochtenen
Einspracheentscheid
vom 4. Dezember 2020 hat die Beschwerdegegnerin die gegen die Verfügung vom 16. Oktober 2018 erhobene Einsprache teilweise gutgeheissen, indem sie der Beschwerdeführerin Taggelder für die Dauer vom 28. Mai 2013 bis 31. Dezember 2013 zusprach.
7
.2
Gemäss Art. 17 Abs.
1 UVG
beträgt das Taggeld bei voller Arbeitsunfähigkeit 80 Prozent des versicherten Verdienstes. Bei teilweiser Arbeitsunfähigkeit wird es entsprechend gekürzt.
Nach Art. 5 Abs. 1 der bis 31. Dezember 2016 in Kraft gewesenen Verordnung über die Unfallversicherung von arbeitslosen Personen (UVAL) entspricht das Taggeld der Unfallversicherung der Nettoentschädigung der Arbeitslosenver
sicherung nach den Artikeln 22 und 22a des Bundesgesetzes über die obligato
rische Arbeitslosenversicherung und die Insolvenzentschädigung (AVIG), umgerechnet auf den Kalendertag. Art. 6 Abs. 4 UVAL bestimmt, dass bei einem Unfall während eines Zwischenverdienstes aus unselbständiger oder selbständi
ger Erwerbstätigkeit das Taggeld demjenigen entspricht, das der versicherten Person ohne Zwischenverdienst ausgerichtet würde.
Laut Art. 23 Abs. 8 der Verordnung über die Unfallversicherung (UVV) ist bei Rückfällen der unmittelbar zuvor bezogene Lohn, mindestens aber ein Tagesver
dienst von 10 Prozent des Höchstbetrages des versicherten Tagesverdienstes massgebend, ausgenommen bei Rentnern der Sozialversicherung. Der Verweis auf die „Rentner der Sozialversicherung" bezieht sich dabei auf den minimalen Ansatz von 10 % und nicht auf die Grundaussage, dass bei Rückfällen der unmittelbar zuvor bezogene Lohn die Basis für die Berechnung des versicherten Verdienstes bildet. Vielmehr ist bei Rentnern der Lohn vor dem Rückfall massge
bend (vgl.
hiezu
Urteil des damaligen Eidgenössischen Versicherungsgerichts
U 357/04 vom 22. September 2005 E. 1.5 mit Hinweisen; ferner Urteil
des Bundes
gerichts
8C_127/2012 vom 30. August 2012 E. 3
i.f
.).
Ein Rückfall wird definiert als das Wiederaufflackern einer vermeintlich geheilten Krankheit, welche zu ärztlicher Behandlung und/oder zu (weiterer) Arbeitsun
fähigkeit führt (BGE 118 V 293 E. 2c; RKUV 2006 Nr. U 570 S. 74, U 357/04
E. 1.5.2; 2005 Nr. U 557 S. 388, U 244/04 E. 3.2). Art. 23 Abs. 8 UVV gelangt zur Anwendung, wenn der (Grund-)Fall zunächst abgeschlossen werden konnte, sei es mit oder ohne Zusprechung einer Rente (RKUV 2006 Nr. U 570 S. 74, U 357/04 E. 1.5.2). Der Fallabschluss hat in Form einer Verfügung zu erfolgen, wenn und solange die (weitere) Erbringung erheblicher Leistungen zur Diskussion steht (BGE 132 V 412 E. 4; Art. 124 UVV). Erlässt der Versicherer stattdessen nur ein einfaches Schreiben, erlangt dieses in der Regel jedenfalls dann rechtliche Verbindlichkeit, wenn die versicherte Person nicht innerhalb eines Jahres Einwände erhebt (BGE 134 V 145). Standen zu einem bestimmten Zeitpunkt keine Leistungen mehr zur Diskussion, kann ein Rückfall auch vorliegen, ohne dass der versicherten Person mitgeteilt wurde, der Versicherer schliesse den Fall ab und stelle seine Leistungen ein. In dieser Konstellation ist entscheidend, ob zum damaligen Zeitpunkt davon ausgegangen werden konnte, es werde keine Behand
lungsbedürftigkeit und/oder Arbeitsunfähigkeit mehr auftreten. Dies ist im Rahmen einer ex-ante-Betrachtung unter Berücksichtigung der konkreten Umstände zu beurteilen. Dabei kommt der Art der Verletzung und dem bisherigen Verlauf eine entscheidende Rolle zu. Lag ein vergleichsweise harmloser Unfall mit günstigem Heilungsverlauf vor, welcher nur während relativ kurzer Zeit einen Anspruch auf Leistungen begründete, wird tendenziell eher von einem stillschweigend erfolgten Abschluss auszugehen sein als nach einem kompliziert verlaufenen Heilungsprozess. Andererseits ist der Leistungsanspruch unter dem Aspekt des Grundfalles und nicht unter demjenigen eines Rückfalles zu prüfen, wenn die versicherte Person während der leistungsfreien Zeit weiterhin an den nach dem Unfall aufgetreten
en Beschwerden gelitten hat beziehungsweise
wenn Brücken
symptome gegeben sind, die das Geschehen über das betreffende Intervall hinweg a
ls Einheit kennzeichnen (Urteil
des Bundesgerichts 8C_185/2008 vom 17. Dezember 2008 E. 4.3).
7
.3
Die Beschwerdeführerin war vom 1. August 2012 bis 31. Mai 2013 im Finanz
de
partement des Kantons
L._
angestellt. Im Jahr 2013 erhielt sie einen Bruttolohn von Fr. 6’158.75 monatlich (Urk. 10/1234). Mit Urteil des Bundes
gerichts vom 2. Dezember 2020 wurde sodann festgestellt, dass die Beschwerde
führerin rückwirkend ab 1. Februar 2011 Anspruch auf eine ganze Rente der Invalidenversicherung hat (Urk. 13).
Die Beschwerdegegnerin ging im angefochtenen
Einspracheentscheid
von einem Rückfall aus und brachte deshalb Art. 23 Abs. 8 UVV zur Anwendung. Den Jahresverdienst legte sie auf Fr. 80'063.75 (13 x Fr. 6'158.75) fest, woraus ein Taggeldansatz von Fr. 175.50 (Fr. 80'063.75 x
0.8 :
365) resultierte. Sie stellte sodann folgende Berechnung an: 28. Mai 2013 bis 31. Dezember 2013 = 218 Tage à Fr. 175.50 (AUF 100 %) = Fr. 38'259.--. Diesen Betrag nebst Zins von 5 % sprach sie der Beschwerdeführerin zu (Urk. 2 S. 2 und 5).
Diese Berechnung basiert somit auf der Annahme einer vollständigen Arbeitsun
fähigkeit für die Dauer vom 28. Mai 2013 bis 31. Dezember 2013. Die Beschwer
degegnerin übersah damit, dass gemäss
Z._
-Gutachten für die Dauer
vom
1.
November
2013 bis 31. Dezember 2013 von einer 50%igen Arbeitsunfähigkeit auszugehen ist.
7
.4
Die Beschwerdeführerin bestreitet das Vorliegen eines Rückfalls. Sie macht geltend, im Jahr 2010 habe der Taggeldansatz Fr. 276.60 betragen. Dieser sei auch hier zur Anwendung zu bringen (Urk. 1 S. 15).
Der Beschwerdeführerin ist beizu
pflichten, dass nicht von einem Rückfall ausgegangen werden kann.
Die Annahme einer vollen Arbeitsfähigkeit begründet sich damit, dass die Tätig
keit als Ökonomin nur geringe Ansprüche an die körperlichen Fähigkeiten stellt (Urk. 10/1061). Dass aber bis zur Operation vom 28. Mai 2013 begründete Rest
beschwerden an der rechten Schulter bestande
n, ist ausgewiesen (Urk. 10/1062
). Der Anspruch auf Taggeld ab 28.
Mai 2013 ist
daher unter dem Aspek
t des Grund
falles zu prüfen (wogegen die Beschwerdegegnerin in der
Stellungnahme
vom
7.
Dezember 2021 denn auch nicht opponierte,
Urk.
16)
. Beim von der Beschwer
deführerin erwähnten Taggeldansatz von Fr. 276.60 handelt es sich indessen um das Bruttotaggeld der Arbeitslosenversicherung (Urk. 10/130). Das UV-Taggeld betrug ab 26. Juli 2010 Fr.
181.90
bei Annahme einer 100%igen Arbeitsun
fähigkeit (
Urk. 10/138).
D
a vom
1.
November
2013 bis 3
1.
Dezember 2013
eine Arbeitsfähigkeit von 50
%
vorliegt, ist der Taggeldanspruch für die gesamte
Dauer
vom 2
8. Mai 2013 bis 31. Dezember 2013
geringer als von der Beschwerdegegnerin
verfügt
: Er beträgt
Fr. 34'106
.
25 [=
1
57 Tage x Fr. 181.90 + 61
Tage x Fr. 90.95]
statt
Fr.
38'259.--
, was einer Reduktion um Fr. 4'152
.
75
entspricht
. Damit
ist in Anwendung der
reformatio
in
peius
der angefochtene
Einspracheentscheid
insofern aufzuheben, als festzustellen ist
, dass der
Taggeldanspruch
Fr.
3
4
'
106
.
25
nebst Zins von 5
%
beträgt.
7.5
Soweit die Beschwerdeführerin moniert, dass ihr für die Zeit von Mai bis Dezem
ber 2013 noch nicht alle Behandlungskosten bezahlt worden seien (
Urk.
1 S. 23), ist festzuhalten, dass keine Belege vorliegen, die diese Behauptung stützen würden.
8.
Die
Z._
-Gutachter schätzten den Integri
tätsschaden auf 5
%
aufgrund d
er leichten Instabilität der kranialen Gelenks
kapsel des
gleno
humeralen
Gelen
k
s rechts als Folge der zweimal operierten SLAP Läsion. Weiter berücksichtigten sie, dass ein Zustand bei
Tenodese
der langen
Bizepssehne
und Anzeichen einer beginnenden Arthrose bestehen (
Urk.
10/1026).
Diese fachärztliche Einschätzung
erscheint mit Blick auf die Suva-Tabellen (
Tabelle 1 - Integritätsschaden bei Funktionsstörungen an den oberen Extremitäten
) plausibel. Anderweitige är
zt
liche Einschätzungen, die
einen
höheren
Integritätsschaden
postulieren würden, liegen nicht vor.
Die Beschwerdeführerin fordert zwar eine Integritätsentschädi
gung von 45
%
, will dabei aber auch unfallfremde Beschwerden berücksichtigt haben (
Urk.
1 S. 22), weshalb ihr nicht gefolgt werden kann.
9.
Zusammenfassend ist festzuhalten, dass
der
angefochtene
Einspracheentscheid
vom
4.
Dezember
2020 insofern aufzuheben
ist
, als festzustellen ist, dass
der Taggeldanspruch
für die Dauer vom 2
8.
Mai 2013 bis 3
1.
Dezember 2013
Fr.
3
4
'
106.25
nebst Zins von 5
%
beträgt.
Im Übrigen ist die Beschwerde abzu
weisen, soweit darauf einzutreten ist.
Von w
eiteren
Beweiserhebungen
, etwa der Einholung eines unfallmedizinischen Gutachtens (vgl.
Urk.
20 S. 4), sind keine neuen Erkenntnisse zu erwarten, weshalb darauf zu verzichten
ist
(antizipierte Beweiswürdigung, BGE 141 I 60 E. 3.3).