# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 088c8844-b08e-4c84-8acf-11c80dcbefa6
**Court:** GR_KG
**Chamber:** GR_KG_006
**Year:** 2014
**Language:** de
**Jurisdiction:** GR / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

hat sich ergeben:
Seite 2 — 32
I. Sachverhalt
A. Mit Urteil des Bezirksgerichtspräsidenten Hinterrhein vom 1. Oktober 2007, mitgeteilt am 1. Oktober 2007, wurde die zwischen Y._ und X._ eingegangene Ehe geschieden. Die Scheidungsvereinbarung vom 28. August 2007 bzw. 8. September 2007 wurde genehmigt. Die gemeinsame Tochter A._, geboren am _2004, wurde unter die elterliche Sorge der Mutter gestellt. Unter anderem erkannte der Bezirksgerichtspräsident was folgt:
"3.a) Y._ wird verpflichtet, X._ an den Unterhalt des Kindes A._ einen monatlichen im Voraus zu bezahlenden Unterhaltsbeitrag gemäss folgender Aufstellung zuzüglich gesetzliche und vertragliche Kinderzulagen zu bezahlen:
Abstufung: bis 30.06.2011 CHF 1'500.00
bis 30.06.2017 CHF 1'800.00
bis 30.06.2024 CHF 2'000.00
Die Unterhaltspflicht beginnt am 1. September 2007 und dauert bis am 30. Juni 2024.
b) Kommt Y._ in den Genuss einer Reallohnerhöhung, erhöht sich der Unterhaltsbeitrag für das Kind A._ gemäss Ziffer 3 a) um einen Drittel des Nettobetrages der Reallohnerhöhung.
c) Die in Ziffer 3 a) und 3 b) geregelte Unterhaltspflicht dauert für A._ bis zum 30. Juni 2024, jedoch längstens bis zu ihrer wirtschaftlichen Selbständigkeit.
d) [...]
4. Y._ wird verpflichtet, X._ monatlich im Voraus zahlbare Unterhaltsbeiträge gemäss nachfolgender Aufstellung zu entrichten.
Abstufung: bis 30.06.2011 CHF 1'660.00
bis 30.06.2022 CHF 750.00
Bei Wiederverheiratung von X._ entfällt der nacheheliche Unterhalt."
Grundlage für die Regelung des Unterhalts war gemäss Ziff. 6 der Scheidungsvereinbarung bei Y._ ein monatliches Nettoeinkommen von Fr. 7'484.-- inkl. Anteil 13. Monatslohn, Monatsspesen, etc., ohne Kinderzulage. Bei X._ wurde von einem monatlichen Nettoeinkommen von Fr. 2'952.-- inkl. Anteil 13. Monatslohn, ohne Kinderzulage, ausgegangen. Die Scheidungsvereinbarung enthielt sodann eine gerichtsübliche Indexklausel (Ziff. 7) sowie eine unter dem Titel „nachehelicher Unterhalt“ integrierte Bestimmung, wonach sich die Ehegatten für die Betreuungskosten von A._ nach erfülltem
Seite 3 — 32
7. Altersjahr verpflichteten, eine einvernehmliche Lösung zur Deckung der effektiven Kosten zu treffen (Ziff. 5.2).
B. Am 10. Oktober 2009 heiratete Y._ nochmals. Aus dieser zweiten Ehe gingen die Söhne B._, geboren am _2010, und C._, geboren am _2012, hervor.
C. Am 27. April 2011 reichte Y._ beim Bezirksgericht Hinterrhein eine unbegründete Klage auf Abänderung des Scheidungsurteils ein mit folgenden Rechtsbegehren:
"1. Die Ziff. 3.a), 3.b) und 3.c) des Dispositivs des Scheidungsurteils des Bezirksgerichts Hinterrhein vom 1. Oktober 2007 und die Ziff. 4.1 und 4.3 der genehmigten Ehescheidungskonvention vom 28. August/8. September 2007 seien aufzuheben und der Unterhaltsbeitrag für die Tochter A._, geboren am _2004, sei für die Zeit ab dem 1. Januar 2011 bis zum 30. Juni 2014 auf einen monatlichen, jeweils im Voraus zu bezahlenden Betrag von CHF 800.00 und für die Zeit ab dem 1. Juli 2014 bis zum 30. Juni 2022 auf einen monatlichen, jeweils im Voraus zu bezahlenden Betrag von CHF 1'000.00, längstens bis zur wirtschaftlichen Selbständigkeit von A._, eventualiter auf einen richterlich zu bestimmenden, angemessenen Betrag, neu festzusetzen.
2.a) Die Ziff. 4 des Dispositivs des Scheidungsurteils des Bezirksgerichts Hinterrhein vom 1. Oktober 2007 und die Ziff. 5.1. und 5.2 der genehmigten Ehescheidungskonvention vom 28. August/8. September 2007 seien aufzuheben.
b) Eventualiter sei der Unterhaltsbeitrag für die Beklagte für die Zeit ab dem 1. Januar 2011 bis zum 30. Juni 2020 auf einen monatlichen, jeweils im Voraus zu bezahlenden Betrag von CHF 500.00, subeventualiter auf einen richterlich zu bestimmenden, angemessenen Betrag, neu festzusetzen.
3. Unter gerichtlicher und aussergerichtlicher Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten der Beklagten."
D. Am 6. Juni 2011 fand eine Einigungsverhandlung beim Bezirksgericht Hinterrhein statt. Dabei hielt Y._ an seinem Rechtsbegehren gemäss Klage vom 27. April 2011 mit folgender Korrektur in Ziff. 1 fest:
"Die Ziff. 3a), 3b) und 3c) des Dispositivs des Scheidungsurteils des Bezirksgerichts Hinterrhein und die Ziff 4.1., 4.2. und 4.3. der genehmigten Ehescheidungskonvention vom 28. August/8. September 2007 seien aufzuheben und ... [Rest unverändert]."
X._ beantragte die Abweisung der Klage. In der Sache konnte damit keine Einigung erzielt werden.
Seite 4 — 32
E. Nachdem das Verfahren in der Folge nach Anordnung verschiedener Editionen zur Einkommenssituation beider Parteien sistiert worden war, um weitere Verhandlungen über eine einvernehmliche Lösung zu ermöglichen, reichte Y._ am 27. September 2011 seine begründete Klage ein, mit welcher er sein anlässlich der Einigungsverhandlung korrigiertes Rechtsbegehren bestätigte und das Eventualbegehren gemäss Ziff. 2 b) wie folgt änderte:
"b) Eventualiter sei der Unterhaltsbeitrag für die Beklagte für die Zeit ab dem 1. Januar 2011 bis zum 31. Januar 2012 auf einen monatlichen, jeweils im Voraus zu bezahlenden Betrag von CHF 500.00, subeventualiter auf einen richterlich zu bestimmenden, angemessenen Betrag, neu festzusetzen."
F. X._ stellte in ihrer Klageantwort vom 1. November 2011 innerhalb der erstreckten Frist folgendes Rechtsbegehren:
"1. Die Ziffer 3.b) des Dispositivs des Scheidungsurteils des Bezirksgerichts Hinterrhein vom 1. Oktober 2007 bzw. die Ziffer 4.2 der genehmigten Scheidungskonvention vom 28. August/18. September 2007 seien mit Wirkung ab Rechtskraft des Urteils aufzuheben.
2. Der nacheheliche Unterhaltsbeitrag gemäss der Ziffer 4 des Dispositivs des Scheidungsurteils des Bezirksgerichts Hinterrhein vom 1. Oktober 2007 sei im Fr. 400.00 übersteigenden Betrag mit Wirkung ab Rechtskraft des Urteils zu sistieren. Es sei festzustellen, dass der nacheheliche Unterhaltsbeitrag von Fr. 750.00 wieder geschuldet ist, insofern das durchschnittliche monatliche Nettoerwerbseinkommen der Beklagten den Betrag von Fr. 4'393.00 unterschreitet, und in der Höhe der Differenz zwischen Fr. 4'716.00 (zuzüglich allfällige Teuerung seit 1. Januar 2011, ermittelt gemäss Ziffer 7 der Scheidungskonvention vom 28. August/18. September 2007) und dem dannzumal erzielten Einkommen wieder zu bezahlen ist.
3. Es sei festzustellen, dass die vom Kläger der Beklagten für sie persönlich und für A._ geschuldeten Unterhaltsbeiträge an die Teuerung gemäss Ziffer 7 der Scheidungskonvention vom 28. August/18. September 2007 anzupassen ist, sofern auch das Einkommen des Klägers eine entsprechende Lohnanpassung erfahren hat.
4. Im Übrigen sei die Klage vollumfänglich abzuweisen.
5. Unter gerichtlicher und aussergerichtlicher Kosten- und Entschädigungsfolge zuzüglich 8% Mehrwertsteuer zulasten des Klägers."
G. Nach Anordnung weiterer Editionen und Durchführung einer mündlichen Hauptverhandlung erkannte das Bezirksgericht Hinterrhein mit Entscheid vom 14. März 2012, mitgeteilt am 5. Juli 2012, was folgt:
Seite 5 — 32
"1. Die Ziffer 3 des Dispositivs des Scheidungsurteils des Bezirksgerichts Hinterrhein vom 1. Oktober 2007 wird aufgehoben.
2. Y._ wird verpflichtet, an den Unterhalt seiner Tochter A._ ab dem 1. September 2007 bis zum 30. Juni 2011 einen Unterhaltsbeitrag von CHF 1'500.00 und ab dem 1. Juli 2011 über die Mündigkeit hinaus bis zum 30. Juni 2024, jedoch längstens bis zur wirtschaftlichen Selbständigkeit, einen Unterhaltsbeitrag von CHF 1'800.00 zu bezahlen.
Der Unterhaltsbeitrag basiert auf dem Landesindex der Konsumentenpreise, Stand Oktober 2007 = 101.9 Punkte (Basis Dezember 2005 = 100 Punkte). Er ist jährlich per 1. Januar aufgrund des Indexes des Monats November des Vorjahres gemäss folgender Formel anzupassen:
Neuer Unterhaltsbeitrag = alter Unterhaltsbeitrag x neuer Index alter Index
Weist Y._ nach, dass ihm vom Arbeitgeber nicht der volle Teuerungsausgleich gewährt wird, ist der Unterhaltsbeitrag nur im Umfang des effektiven Teuerungsausgleichs anzupassen.
3. Die Ziffer 4 des Dispositivs des Scheidungsurteils des Bezirksgerichts Hinterrhein vom 1. Oktober 2007 bzw. Ziffer 5.1 der genehmigten Ehescheidungskonvention vom 28. August/8. September 2007 werden mit Wirkung ab 1. Mai 2011 aufgehoben.
4. Die Ziffer 5.2 der genehmigten Ehescheidungskonvention vom 28. August/8. September 2007 wird aufgehoben.
5. a)Die Gerichtskosten von insgesamt CHF 4'340.00 sind im Verhältnis 3⁄4, also CHF 3'255.00, zu Lasten der Beklagten und 1⁄4, CHF 1'085.00, zu Lasten des Klägers aufzuteilen (Art. 105 Abs. 1 und Art. 106 Abs. 2 ZPO). Sie werden mit dem vom Kläger geleisteten Vorschuss von CHF 2'000.00 verrechnet. Die Beklagte hat den Fehlbetrag von CHF 2'340.00 innert 30 Tagen zu bezahlen. Ferner hat sie dem Kläger den von ihm geleisteten Vorschuss im Umfang von CHF 915.00 zu erstatten.
b) X._ hat Y._ mit CHF 5'112.10, inkl. Spesen und MwSt., aussergerichtlich zu entschädigen.

## Considerations