# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 43d55007-90ea-423e-8f6e-c84f13f979a3
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2016
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
1.1
Die 1959 geborene
X._
war ursprünglich gelernte Schuhverkäuferin (Urk. 6/8/4).
Nach einem Autounfall im Jahr 1976, bei welchem sie sich
eine Unterarmfraktur links, eine Hüftluxation rechts, eine Kniekontusion links und eine Mittelfussluxationsfraktur zugezogen hatte, übernahm die Eidgenössische Invalidenversicherung mit Verfügung vom 20. April 1979 die Kosten für eine Umschulung zur Büroangestellten
beziehungsweise zum Erlangen des
Handels
diploms
(Urk. 6/1/1,
Urk. 6/8/4,
Urk. 6/8/7
). Mit Verfügungen vom
27.
Mai sowie vom 4. August 1981 verneinte sie einen Rentenanspruch der Versicherten (Urk. 6/1/1).
Mit Wirkung ab 1. November 1986 sprach sie ihr eine halbe Invali
denrente zu
(Urk. 6/1/1, Urk. 6/
2/1), welche sie per 31. Januar 1992 wieder auf
hob (Urk. 6/1/1).
1.2
Am 20. Juni 2006 meldete sich die Versicherte unter Hinweis auf
einen Bruch des Erbenbeins der linken Hand im Jahr 2000, eine Spaltung der Strecksehne des linken Zeigefingers im Jahr 2005 sowie ein Karpal-Tunnel-Syndrom an der rechten Hand
erneut bei der Eidgenössischen Invalidenversicherung zum
Leis
tungsbezug
an (Urk. 6/8).
Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle,
zog die Akten des Unfallversicherers bei und tätigte medizinisch
e sowie erwerbliche Abklärungen. Gestützt darauf
sprach
sie
der Versicherten mit Verfügung
en
vom
8. Mai 2008
befristet für die Zeit vom 1.
September bis zum 31. Dezember 2006 eine ganze und für die Zeit vom 1. Januar bis
31.
März 2007 eine halbe Invalidenrente zu (Urk. 6/
55
, Urk. 6/47
).
1.3
Mit Anmeldung vom 13. Dezember 2011 beantragte die Versicherte bei der IV-Stelle berufliche Eingliederungsmassnahmen (Urk. 6/58).
Die IV-Stelle tätigte erwerbliche sowie medizinische Abklärungen und gewährte ihr Frühinter
-
ventionsmassnahmen
in Form von Arbeitsvermittlung (Verfügung vom 14. Mai 2012, Urk.
6/74), in Form von Laufbahnberatung im Case Management (Verfü
gung vom 3. Juli 2012, Urk. 6/78) sowie
in Form des Ausbildungskurses „Ich mache mich selbständig“ (Verfügung vom 20. September 2012, Urk. 6/82).
Am 29. November 2012 teilte sie der Versicherten mit, eine Unterstützung für Arbeitsvermittlung sei zurzeit nicht möglich, da sie zu 100 % krank geschrieben sei. Somit werde das Dossier aus Eingliederungssicht geschlossen und zur Rentenprüfung weitergeleitet (Urk. 6/89). Daraufhin holte sie Berichte der behandelnden Ärzte ein (Urk. 6/93, 6/95) und liess
die Versicherte
bidisziplinär
begutachten (
internistisch-
rheumatologisch
es
Gutachten vom
20. Juli 2013
, Urk. 6/
106
; psychiatrisches Gutachten vom 30. August 2013, Urk. 6/109;
bidis
ziplinäre
Zusammenfassung vom 5. September 2013, Urk. 6/110; Ergänzung des
Gutachtens vom 8. November 2013, Urk. 6/116
).
Es folgten weitere Berichte von behandelnden Ärzten (Urk. 6/119, Urk. 6/126
),
eine Abklärung der beeinträch
tigten Arbeitsfähigkeit in Beruf und Haushalt bei der Versicherten zuhause (Bericht vom
2.
April 2014, Urk.
6/127) sowie Stellungnahmen des
Regionalen Ärztlichen Dienstes (RAD;
Urk.
6/129/6-7).
Mit Vorbescheid
vom 16. April 2014
stellte die IV-Stelle der Versicherten die Abweisung des Rentenbegehrens in Aussicht (Urk. 6/131).
Am 5. Mai 2014 (Urk. 6/137), ergänzt am 3. Juli 2014 (Urk. 6/146), erhob die Versicherte dagegen Einwand, wobei sie weitere
Arztbe
richte
einreichte (Urk. 6/140-145). Dazu nahm die rheumatologische Gutach
terin
Dr.
med. und
Dr.
sc. nat. ETH
Y._
,
Fachärztin für Rheuma
tologie und Allgemeine Innere Medizin, am 14. August 2014 Stellung (Urk. 6/152-153). Am 13. August 2014 folgte eine weitere Stellungnahme der Versicherten unter Beilage
von
Arztberi
chten
(Urk. 6/154-155).
Mit Verfügung vom 19. August 2014 wies die IV-Stelle das Rentenbegehren der Versicherten wie angekündigt ab (Urk. 6/157 = Urk. 2).
2.
Gegen die Verfügung vom 19. August 2014 erhob die Versicherte am 16. September 2014 Beschwerde
und beantragte, diese sei aufzuheben und die Sache sei zu neuer Abklärung und Entscheidung zwecks Zusprechung einer Rente an die Verwaltung zurückzuweisen. In prozessualer Hinsicht
sei ihr die unentgeltliche Prozessführung und Rechtsvertretung zu gewähren (Urk. 1 S. 2). Die IV-Stelle schloss in ihrer Beschwerdeantwort vom 20. Oktober 2014 auf Abweisung der Beschwerde (Urk. 5).
Mit gerichtlicher Verfügung vom 22. Oktober 2014
wurde der Beschwerdeführerin die unentgeltliche
Prozessfüh
rung
gewährt und Rechtsanwalt Michael
Ausfeld
, Zürich, als unentgeltlicher Rechtsvertreter bestellt (Urk. 7).
In der
Replik vom
5. November 2014 hielt die Beschwerdeführerin vollumfänglich an ihren Anträgen fest (
Urk.
8). Die Beschwerdegegnerin verzichtete am 17. November 2014 auf das Einreichen einer Duplik (
Urk.
10
)
, was der Beschwerdeführerin mit Schreiben vom 19. November 2014 mitgeteilt wurde
(Urk.
11)
.
Mit Gerichtsverfügung vom 19. Januar 2016 wurde den Par
teien Ge
legenheit gegeben, sich unter dem Blickwinkel der neuen Recht
spre
chung zur Invaliditätsbemessung bei Schmerzstörungen ohne erkenn
bare orga
ni
sche Ursa
che und bei vergleichbaren psychosomatischen Leiden (BGE
141 V 281
) zu äussern (Urk. 12). Die Stellungnahme der
Beschwerdegeg
nerin
er
folgte
am 28. Januar 2016 (Urk. 14), jene der Beschwerdeführerin am 2
2.
Februar 2016 (Urk. 15). Am 29. Februar 2016 wurden die Parteien über die Eingabe der je
weiligen Gegenpartei in Kenntnis gesetzt (Urk. 16).
Auf die Ausführungen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des
Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des
Sozialversicherungsrechts; ATSG
).
Sie kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung; IVG)
.
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beein
trächtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verur
sachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommen
den ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesund
heitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie kör
perliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 8 ATSG bewirken. Nicht als Folgen eines psychischen
Ge
sundheitsschadens
und damit invalidenversicherungsrechtlich nicht als rele
vant gelten Einschränkungen der Erwerbsfähigkeit, welche die versicherte Per
son bei Aufbietung allen guten Willens, die verbleibende Leistungsfähigkeit zu verwerten, abwenden könnte; das Mass des
Forderbaren
wird dabei weitgehend objektiv be
stimmt. Festzustellen ist, ob und in welchem Umfang die Ausübung einer Er
werbstätigkeit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt mit der psychi
schen Beein
trächtigung vereinbar ist. Ein psychischer Gesundheitsschaden führt also nur so
weit zu einer Erwerbsunfähigkeit (Art. 7 ATSG), als angenommen werden kann, die Verwertung der Arbeitsfähigkeit (Art. 6 ATSG) sei der versi
cherten Person sozial-praktisch nicht mehr zumutbar (BGE 131 V 49 E. 1.2 mit Hinweisen).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss Art. 28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (Art. 8 ATSG) sind.
1.3
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorak
ten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuch
tet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin stellte sich in der angefochtenen Verfügung auf den Standpunkt,
die rheumatologisch-psychiatrische Begutachtung habe eine 70%ige Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit, welche zugleich einer behinderungsangepassten Tätigkeit entspreche, ergeben. Entsprechend verneinte sie bei einem Invaliditätsgrad von 30 % einen Rentenanspruch. Die weiteren eingereichten medizinischen Unterlagen seien der rheumatologischen Gutachte
rin
Dr.
Y._
unterbreitet worden und hätten keine Änderung ihrer Beurtei
lung zur Folge gehabt. Die Berichte würden keine Zweifel am beweiskräftigen Gutachten erwecken (Urk. 2).
2.2
Die Beschwerdeführerin wandte hiergegen ein,
Dr.
Y._
sei zu Unrecht davon ausgegangen, es lägen keine aktiven entzündlichen Veränderungen vor und der neurologische Befund sei unauffällig (Urk. 1 S. 3)
.
Vielmehr sei durch den Bericht von
Dr.
Z._
aus dem Jahr 1988 ein massiver Vorzustand belegt und die
A._
habe zuletzt am
3.
Juni 2014 bestätigt, dass dieser Zustand aktuell noch andaure. Dabei handle es sich um eine neurologisch relevante Diagnose (Urk. 1 S. 6).
Weiter beanstandete sie das Fehlen einer neu
ropsychologischen Abklärung, obwohl sie bereits nach dem Unfall im Jahre 197
6
über starke Kopfschmerzen und kognitive Einschränkungen geklagt gehabt habe und obwohl der Psychiater unter anderem die Diagnose eines organischen Psychosyndroms nach Schädelhirntrauma gestellt habe. Die Foers
ter-Kriterien
hätten
ihrer Auffassung nach
nicht zur Anwendung gelangen dür
fen (Urk. 1 S. 4-5)
.
Im Rahmen einer neuropsychologischen Untersuchung sei auch zu klären, ob die neuropsychologischen Einschränku
ngen allenfalls durch das schwe
rwi
e
gende Unfallereignis aus dem Jahr 1976 oder durch die invalidi
sierenden Schmerzen an den Facettengelenken mit eingeengten Spi
nalkanälen bedingt sein könnten
.
Die Ärzte der
A._
würden eine
foraminale
Einengung mit intermittierendem
radikulärem
Reizsyndrom sowie massive Schmerzen bestätigen und laut sämtlichen behandelnden Ärzten sei sie zu 100 % arbeitsunfähig (Urk. 1 S. 7).
Dass die CD mit den Originalaufnahmen der Szintigrafie nicht zu den Akten genommen worden sei, stelle eine Verletzung des rechtlichen Gehörs dar. Ebenso dass ihr die Äusserung von
Dr.
Y._
zum Bericht von
Dr.
med.
Z._
, Facharzt für Chirurgie, vom 2
2.
Januar 2008 (Urk. 6/143) nicht vorgelegt worden sei (Urk. 1 S. 5).
Des Wei
teren habe die Beschwerdegegnerin ihre Abklärungspflicht verletzt, indem sie nicht
in Erfahrung gebracht
habe, weshalb es infolge der Szintigraphie-Untersu
chung zu einer paradoxen Reaktion gekommen sei (Urk. 1 S. 5-6). Ferner sei ihr ADHS bei der Begutachtung nicht gebührend berücksichtigt worden. Der psy
chiatrische Gutachter habe korrekterweise angeregt, ihre Belastbarkeit einmal gründlich zu untersuchen (Urk. 1 S. 6).
Aus dem Gutachten von
Dr.
Y._
sei hingegen klar ihre Voreingenommenheit zugunsten der Beschwerdegegnerin ersichtlich (Urk. 1 S. 8).
In der
Replik
hielt d
ie
Beschwerdeführerin
fest,
Dr.
Y._
sei in
aktenwidri
ger
Weise davon ausgegangen, es ergäben sich aus den im
Vorbescheidver
fahren
eingereichten Berichten keine ihr nicht bereits bekannte Diagnosen. Jedoch sei im Bericht der
A._
vom
6.
Januar 2014 (Urk. 6/119/3) die Verdachtsdiagnose eines intermittierenden
radikulären
Reizsyndroms bestä
tigt worden.
Im Sinne einer Eventualbegründung beanstandete sie zudem den von der IV-Stelle durchgeführten Einkommensvergleich (Urk.
8
).
3.
3.1
Mit Schadenmeldung vom 1
3.
September 2011 meldete die Beschwerdeführerin ihrer Unfallversicherung, dass sie am
2.
September 2011 zuhause beim Putzen der Küchenschränke von der Leiter gestürzt sei und sich dabei eine Verstau
chung des Daumens zugezogen habe (Urk. 6/66/1).
Der erstbehandelnde
Dr.
med.
B._
, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin,
diagnosti
zierte
in seinem Bericht vom 2
5.
Januar 2012
eine Stauchungsfraktur des Metacarpale-I-Köpfchens der rechten Hand sowie ein
craniocephales
Schmerzsyndrom nach Achsenstoss beim Sturz auf die rechte Hand bei
vorbe
stehenden
deutlichen
degenerativen Veränderungen C3-C7 mit
Osteochondrose
und
Foraminalstenosen
C4 rechts, C5 beidseits und C6 rechts
.
Als
Nebendiag
nose
nannte er einen Status nach Autounfall in den 70er Jahren, anamnestisch mit traumatischer Hirnverletzung und HWS-Verletzung
(Urk. 6/66/3).
Er attes
tierte der Beschwerdeführerin
vom
3.
September bis zum 1
6.
Oktober 2011 eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit, vom 1
7.
bis am 3
0.
Oktober 2011 eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit und ab dem 1
2.
Dezember 2011 wieder eine 50%ige Arbeits
unfähigkeit. Ferner hiel
t er fest, für die Zeit vom 18.
November bis am 1
1.
Dezember 2011 sei ihr wegen starker Schmerzen durch
die
C._
eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit ausgestellt worden (Urk. 6/66/5).
Am
8.
März 2012 führte er zudem aus, es bestünden hauptsächlich körperliche Einschränkungen aufgrund der Exazerbation nach Sturz bei vorbestehenden, massiven degenerativen Veränderungen. Diese Schmerzen hätten sich
chronifi
ziert
. Die Beschwerdeführerin habe als Telefonistin Anrufe von Blinden und stark Sehbehinderten entgegengenommen und umgehend alles Gesprochene mit dem Computer aufgeschrieben. Dabei sei es zu einer deutlichen Zunahme der Spannung der
Trapezius
-Schulter-Nackenmuskulatur mit Druckerhöhung auf die degenerativ schwer veränderte Halswirbelsäule gekommen, was die entspre
chenden Schmerzen ausgelöst habe
. Die bisherige Tätigkeit sei ihr daher nicht mehr zumutbar beziehungsweise
es
bestehe eine Arbeitsunfähigkeit von 100 %. Die Beschwerdeführerin benötige eine wechselbelastende Tätigkeit, bei welcher sie die Schulter immer wieder lösen und lockern könne, was durch wechselnde Arbeitshaltungen automatisch geschehen könne. Sie sollte keine Lasten heben, ohne Zeitdruck arbeiten können und nicht in der gleichen Arbeitsposition ver
harren müssen.
Unter optimalen Umstände
n
könne sie ihre Arbeitsfähigkeit wieder deutlich steigern, sofern die Behandlung der Schmerzen in der
A._
Erfolg zeige (Urk. 6/68/5-6).
3.2
Dr.
med.
D._
, Facharzt für Neurologie, führte in seinem Bericht vom 2
4.
November 2011 aus, die neurologische Untersuchung habe kein
senso
-motorisches Defizit gezeigt. Die Elektrophysiologie sei vollständig normal gewesen. Somit könnten sowohl ein CTS als auch ein
Sulcus
-
Ulnaris
-Syndrom ausgeschlossen werden. Die Schmerzsymptomatik an der Halswirbelsäule sei vorwiegend
muskuloskelettal
beziehungsweise
myofaszial
bedingt. Eine sicher
radikuläre
Symptomatik bestehe aktuell nicht. Es habe sich auch keine
radiku
läre
Irritation an der Halswirbelsäule auslösen lassen und es habe sich kein Anhalt für eine zervikale Wurzelläsion gezeigt
. Die geklagten sensiblen Reizphänomene hätten somit bisher kein diagnostisch fassbares Korrelat (Urk. 6/66/10-11).
3.
4
Dr.
med.
E._
, Facharzt für Chirurgie und Handchirurgie, berich
tete am
2.
Dezember 2011, die Beschwerdeführerin leide seit Jahren an
Kribbel
parästhesien
in beiden Händen eher rechtsbetont. Klinisch habe sich eine Hyposensibilität an den ersten drei Fingern rechts ohne wesentliche
Thenaratro
phie
gezeigt. D
ie elektrographische Abklärung
habe keine veränderten Werte ergeben, womit eine Diskrepanz zur Klinik bestehe (Urk. 6/66/9).
3.
5
Die Ärzte der
A._
, Neurologie,
nannten in ihrem Bericht vom
9.
Januar 2012
d
ie Diagnose eine
s
chronifizierten
Schmerzsyndroms mit Fokus auf die Halswirbelsäule mit
Zervikobrachialsyndrom
beidseits mit deutlichen degenerativen Veränderungen insbesondere C4-C7 mit
Osteochondrose
und
Foraminalstenosen
C4 rechts, C5 beidseits und C6 rechts.
Sie gelangten zum Schluss, es könne weder ein Carpaltunnelsyndrom noch ein
Sulcus
ulnaris
-Syndrom nachgewiesen werden. Die im Rahmen eines
chronifizierten
generali
sierten Schmerzsyndroms zu sehenden HWS-Beschwerden könnten durch die deutlichen degenerativen Veränderungen erklärt werden (Urk. 6/66/8).
3.6
Dem Bericht der
C._
vom 8. Februar 2012
ist zu entnehmen, die Beschwerdeführerin leide seit 2002 an einer rezidivierenden depressiven Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode mit somatischem Syndrom (ICD-10: F33.11), an einem
Cannabisabhängigkeits
syndrom
(ICD-10: F12.24) sowie an einem Alkoholabhängigkeitssyndrom mit gegenwärtiger Abstinenz (ICD-10: F10.20; Urk. 6/77/1).
Vom 1
8.
November bis am
9.
Dezember 2011 sei sie zu 100
% arbeitsunfähig gewesen. Sie berichte über ein
chronifiziertes
Schmerzsyndrom mit Fokus auf die Halswirbelsäule mit
Zervikobrachialsyndrom
beidseitig sowie ausstrahlende Schmerzen in beide Arme ohne ein eindeutiges somatisches Korrelat. Psychisch bestehe eine rezidi
vierende depressive Störung, aktuell mittelgradiger Ausprägung mit Niederge
schlagenheit, Konzentrationsstörungen und vermindertem Vitalgefühl. Sie sei nicht in der Lage, ihre Arbeit als Sachbearbeiterin vollumfänglich mit der vom Arbeitgeber verlangten Leistung auszuüben. In welchem zeitlichen Rahmen die bisherige Tätigkeit noch zumutbar sei, könne nicht eindeutig bestimmt werden. Beim Pensum von 50 % sei sie vermehrt krank gewesen (Urk. 6/77/3).
Es könne aber mit einer Wiederaufnahme der beruflichen Tätigkeit beziehungsweise einer Erhöhung der Einsatzfähigkeit gerechnet werden (Urk. 6/77/4). Mittel bis stark eingeschränkt seien seit November 2011 das Konzentrations- und das Auffas
sungsvermögen, die Anpassungsfähigkeit sowie die Belastbarkeit (Urk. 6/77/5).
In ihrem Bericht vom
1
5.
Juni 2012
diagnostizierte die
C._
ein
massiv ausgeprägtes ADHS
des
Erwachsenenalter
s
(Urk. 6/106/
108).
3.7
Am 1
3.
Dezember 2012 hielt
Dr.
med.
F._
, Facharzt für Rheumato
logie,
A._
, Manuelle Medizin, fest, die Beschwerdefüh
rerin sei aufgrund der invalidisierenden
zervikospondylogenen
Schmerzen zu 100 % arbeitsunfähig (Urk. 6/93/5).
3.8
Die Ha
usärztin
Dr.
med.
G._
nannte
in ihrem Bericht vom 3
0.
Januar 2013
als Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit ein
spondylogenes
axiales Syndrom zervikal. Der seit 2008 bestehenden Depression mass sie hin
gegen keinen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit
zu (Urk. 6/95/1). Seit dem 29.
Januar 2012 sei die Beschwerdeführerin deshalb in ihrer zuletzt ausgeübten Tätigkeit zu 100 % arbeitsunfähig
(Urk. 6/95/2).
Grundsätzlich seien ihr noch wechselbelastende Tätigkeiten während drei Stunden pro Tag sowi
e vorwiegend im Gehen ausgeübte
Tätigkeiten und Rotation im Sitzen/Stehen zumutbar.
Währenddem
Auffassungsve
rmögen und Anpassungsfähigkeit
uneingeschränkt seien, sei das Konzentrationsvermögen wegen Schwindels eingeschränkt und die Belastbarkeit aus körperlichen Gründen (Urk. 6/95/4).
Zugleich gab sie
an, eine andere (als die bisherige) zumutbare Tätigkeit komme nicht in Frage (Urk. 6/95/7).
3.9
Das Gutachten von Dr.
Y._
vom
2
0.
Juli
2013 gliedert sich in eine ausführ
liche Darstellung der Anamnese
und
der Aktenl
age, in Abschnitte über die sub
jektiven Angaben
der Beschwerdeführerin
zum aktuellen Leiden, die aktuelle
Medikation, den internistisch-rheumatologischen Status und die
Labor
befunde
, sowie in eine Auflistung der rheumatologischen Diagnosen und die abschlies
sende Beurteilung der zu klärenden Fragen (vgl. Urk.
6/106
/1). Die Untersuchung
erfolgte am
1
7.
Juni 2013 (Urk. 6/106
/2).
Wie der Expertise zu entnehmen ist, klagte
die Beschwerdeführerin
in erster Linie
über Schmerzen
im Nacken und lumbal
sowie
überall vom Kopf bis zu den Füssen. Sie habe wenig Kraft in den Händen und ihr würden oft Gegenstände aus den Händen fallen. Des Weiteren werde sie oft von Schwindel und Kopfschmer
zen geplagt
.
Sie
habe Mühe
, sich zu konzentrieren. Wegen lumbaler Schmerzen könne sie nur eine Stunde lang sitzen. Nicht mehr arbeiten könne sie wegen der Schmerzen
(Urk.
6/106/61
).
Dr.
Y._
führte in ihrer Beurteilung aus,
bei der Beschwerdeführerin handle es sich um eine kräftige Frau.
I
n der klinischen Untersuchung
sei kein wesentli
cher Befund vorhanden gewesen. Alle drei Wirbelsäulen-Abschnitte seien nor
mal beweglich,
radikuläre
Zeichen seien nicht vorhanden und der
Lasègue
sei beidseits normal. Sie habe spontan den
Langsitz
eingenommen auf der
Untersu
chungsliege
, was eine wesentliche lumbale neurale Kompression ausschliesse
. Alle grossen peripheren Gelenke seien normal beweglich und die Muskulatur sei
nirgends verspannt. In der
Dolorimetrie
seien alle 18 Tender Points pathologisch
gewesen, jedoch auch
sieben der acht Kontrollpunkte. Dies entspreche einem pathologischen
Dolorimetrie
-Befund im Sinne einer Schmerzausweitung. Die Bioimpedanz-Analyse zeige eine erfreulich grosse Muskelmasse von 52 %, welche den Normwert von 40 % deutlich übertreffe. Eine lang andauernde kör
perliche Schonung könne daraus nicht abgeleitet werden.
Dass die degenerati
ven Veränderungen der Halswirbelsäule
szintigraphisch
nicht vermehrt aktiv seien, stelle einen günstigen Befund dar. Dennoch hätten die Veränderungen im Bereich der Halswirbelsäule eine Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin. Die vorhandenen Befunde würden aber das Ausmass der geklagten Beschwerden nicht erklären. Die Ausübung einer angepassten Tätig
keit sei ihr zu 100 % zumutbar. Anhand der nach eigenen Angaben von der Gartenarbeit stammenden Gebrauchsspuren an den Fingerkuppen des Daumens und Zeigefingers beidseits sei ersichtlich, dass sie aktuell lang andauernd beide Hände kraftvoll einsetze (Urk. 6/106/72).
Mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit diagnostizierte
Dr.
Y._
ein
Zervi
kalsyndrom
mit multisegmentalen fortgeschrittenen degenerativen Veränderun
gen mit
Osteochondrosen
, Spondylosen und ausgeprägten, rechtsbetonten
Foraminalstenosen
C3 bis C6 und mittelschweren Spinalkanalstenosen C4/C5 und C5/C6 ohne neurale Kompression, ohne aktive entzündliche Veränderungen sowie bei einem unauffälligen neurologischen Befund (Urk. 6/106/70).
Durch die eingeschränkte Funktion der Halswirbelsäule sei sie limitiert (Urk. 6/106/74). Sie könne Lasten bis zu 15 Kilogramm heben oder tragen (leichtes bis mittel
schweres Belastungsniveau). Die angestammte Tätigkeit bei der Firma
H._
sei angepasst und deren Ausübung sei ihr zu 100 % zumutbar (Urk. 6/106/75).
3.10
PD Dr. med.
I._
, Facharzt für
Psychiatrie und Psychotherapie
, begut
achtete
die Beschwerdeführerin
am
2
2.
August
2013 und erstattete sein psychi
atrisches Gutachten am
3
0.
August
2013 (Urk.
6/109/1
). Er erhob die Anamnese (Urk.
6/109/2-4
) sowie die objektiven Befunde (Urk.
6/109/8-9
) und berücksich
tigte die Angaben
der Beschwerdeführerin
zu
ihr
en gesundheitlichen Problemen inklusive psychischer Verfassung, zu
ihr
em Tagesablauf,
ihr
em Umfeld und
ihr
er Arbeitsfähigkeit (Urk.
6/109/4-8
). Er gelangte
zu den
folgenden
Diagnose
n
mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit: einer selbstunsicheren (ICD-10: F60.6) und abhängigen (ICD-10: F60.7) Persönlichkeitsstörung, einer rezidivierenden depressiven Störung, gegenwärtig remittiert (ICD-10: F33.4), einer
Somatisie
rungsstörung
(ICD-10: F45.0), einer neurasthenischen Entwicklung (ICD-10: F48.0) sowie eines organischen Psychosyndroms nach Schädelhirntrauma 1976 (ICD-10: F07.2). Ferner diagnostizierte er ein ADHS (ICD-10: F90.0)
,
ein
Alko
holabhängigkeitssyndrom
mit gegenwärtiger Abstinenz (ICD-10: F10.20) sowie
ein Cannabisabhängigkeitssyndrom (ICD-10: F12.24), mass diesen Diagnosen aber keine Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit zu (Urk. 6/109/9).
In seiner Beurteilung führte er aus,
die Beschwerdeführerin sei in erschwerten familiären Verhältnissen aufgewachsen, was die selbstunsichere und abhängige Persön
lichkeitsstruktur begünstigt habe. Die Kardinalkriterien für eine regelrechte Persönlichkeitsstörung seien erfüllt, denn zentrale Bereiche des privaten, sozia
len und beruflichen Lebens seien seit verhältnismässig frühem Lebensalter betroffen. Dass im Rahmen solcher Insuffizienzgefühle beziehungsweise der Selbstwertproblematik immer wieder auch klinisch manifeste depressive Episo
den auftreten könnten, liege auf der Hand. An fast allen Arbeitsstellen habe der Arbeitgeber ihr gekündigt, weil sie mit der Zeit immer häufiger krank geworden sei, zum Beispiel mit grippalen Infekten, Bronchitiden oder Sinusitiden. Zusammen mit de
r
von der Beschwerdeführerin beschriebenen
Reizdarmsymp
tomatik
(Diarrhoe) und den Schwindel- und Kopfschmerzepisoden sei hier von einer psychosomatischen Entwicklung im Sinne einer
Somatisierungsstörung
auszugehen. Diese weise darauf hin,
dass sich die Beschwerdeführerin wohl oftmals über ihre effektiven Ressourcen engagiert und schliesslich über den Weg der Somatisierung den Abbruch einer Arbeitsstelle verursacht habe. Zudem wies
PD
Dr.
I._
darauf hin, dass das Postulat einer psychosomatischen Ent
wicklung vor dem Hintergrund des schweren Unfalls im Jahr 1976, zu welchem ihm keine Originalakten vorlägen, nur standhalten könne, wenn ausgeschlossen werden könne, dass es sich um ein organisches, zerebrales Syndrom handle (Urk. 6/109/10). Infolge der anhaltenden Schmerzen, trotz welcher die Beschwerdeführerin
immer wieder arbeiten gegangen sei, habe sich eine neu
rasthenische Symptomatik entwickelt, die auch in engem Zusammenhang mit der Persönlichkeitsstörung stehe (Urk. 6/109/11).
Zu den Funktionsfähigkeiten aus psychiatrischer Sicht führte
PD
Dr.
I._
aus, die Persönlichkeitsstörung habe zeitlebens dazu geführt, dass die Beschwerdeführerin ihre eigenen Bedürf
nisse wohl immer wieder vernachlässigt habe und möglicherweise wiederholt über ihre Ressourcen sowie ihre Schmerzen hinaus einer Arbeit nachgegangen sei. Die 70- oder 100%igen Tätigkeiten habe sie nicht problemlos meistern können. Insgesamt imponiere die Beschwerdeführerin aus psychiatrischer Sicht polymorbid, auch wenn zum Gutachtenszeitpunkt keine klinisch manifesten depressiven Symptome vorgelegen hätten. Das Zusammenspie
l ihrer
Persönlich
keitsstörung
mit der psychosomatischen Entwicklung, der Neurasthenie und der rezidivierenden depressiven Störung vermöge eine Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit zu erklären.
Ihre Belastbarkeit sei nicht vollumfänglich erhal
ten.
Es lägen relevante psychiatrische
Komorbiditäten
sowie chronische körper
liche Erkrankungen vor. Teilweise sei es zu einem sozialen Rückzug gekommen,
indes
nicht in allen Lebensbereichen. Die Beschwerdeführerin tätige einige Aktivitäten in ihrem Alltag, könne einem Teil ihrer Haushaltstätigkeiten nach
gehen, mit einer gewissen Regelmässigkeit mit Hunden von berufstätigen Per
sonen spazieren gehen, regelmässig Näh- und Strickarbeiten machen, lesen und sie berichte über einen intakten inneren Antrieb. Somit seien doch noch einige innerpsychische Ressourcen vorhanden. Die Beschwerden bestünden seit vielen Jahren und seien therapierefraktär. Die Beschwerdeführerin nehme gewissenhaft Antidepressiva und
Concerta
ein, was vermutlich
zu einer gewissen psychischen Stabilität geführt habe. Die Gesamtheit der Beurteilungsdimensionen lasse darauf schliessen, dass die qualitativen Funktionsfähigkeiten die qualitativen Funktionseinbussen überwiegen
und letztere insgesamt in der Höhe von 30 % festzusetzen seien
.
Somit betrage die Arbeitsfähigkeit sowohl in der ange
stammten als auch in einer Verweistätigkeit aus psychiatrischer Sicht 70 %.
Dies
gelte mit Sicherheit ab dem Zeitpunkt der Untersuchung, man könne aber auch den letzten ausserhäuslichen Arbeitstag vom 3
0.
April 2012 heranziehen
(Urk. 6/109/11-
13
)
.
3.11
Aus interdisziplinärer Sicht hielten Dr.
Y._
und PD Dr.
I._
fest,
der Beschwerdeführerin
sei
die angestammte oder
eine
andere
angepasste Tätigkeit zu
7
0 % zumutbar.
Diese Angabe gelte seit dem Zeitpunkt der psychiatrischen Untersuchung vom 2
2.
August 201
3.
Aus rheumatologischer Sicht
sei es weder in der angestammten noch in einer anderen angepassten Tätigkeit je zu einer langfristigen Arbeitsunfähigkeit gekommen (Urk. 6/110).
3.12
Am
8.
November 2013 führte
PD
Dr.
I._
präzisierend aus,
er könne weiter
hin rein hypothetisch nicht ausschliessen, dass ein Teil der psychischen Fehl
entwicklungen mitunter auf das im Jahr 1976 erlittene Schädelhirntrauma beziehungsw
eise auf allfällige
t
raumabedingte
Folgen zurückzuführen seien. In diesem Fall wären aber allfällige sekundär zu diesem Trauma entstandene Funktionseinschränkungen bereits in seinem psychiatrischen Gutachten gewür
digt, zumal er die qualitativen Funktionsfähigkeiten in einer Gesamtschau dis
kutiert habe. Insofern seien zur versicherungsmedizinischen Beurteilung keine weiteren Untersuchungen erforderlich (Urk. 6/116/2).
4
.
4.1
4
.1
.1
Die IV-Stelle stützte sich bei ihrem Entscheid auf das
bidisziplinäre
Gutachten von
Dr.
Y._
und
PD
Dr.
I._
.
Dr.
Y._
gelangte in ihrem Gutachten vom
2
0.
Juli 2013 zum Schluss, die Beschwerdeführerin sei in einer Tätigkeit mit leichtem bis mittelschwerem Belastungsniveau nie lang andauernd arbeits
unfähig gewesen
(Urk. 6/
106/74-75).
Da
die Beschwerdeführerin
aus rheumato
logisch
er Sicht einzig durch die einge
schränkte Funktion
der Hals
wirbelsäule
limitiert ist
(Urk.
6/106/74
), ist es nachvollziehbar, dass
sie in einer
rückenscho
nenden
Tätigkeit, bei welcher mit Lasten von maximal
15
Kilogramm hantiert werden muss, u
neingeschränkt arbeitsfähig ist
.
Da ihre zuletzt ausgeübte Tätig
keit laut den Angaben des Arbeitgebers darin bestand, zu telefonieren, zu tippen und PC-Arbeiten zu erledigen, wobei sie oft sitzen sowie selten gehen, stehen und leichte Lasten heben oder tragen musste
(Urk. 6/
63/6), ist nicht
in Zweifel zu ziehen, dass eine Tätigkeit dieser Art angepasst ist.
Dr.
B._
wies darauf hin, die angestammte Tätigkeit mit Schreibarbeiten am Computer führe zu einer Zunahme der Spannung der
Trapezius
-Nackenmuskulatur mit Druckerhöhung auf die Halswirbelsäule (Urk. 6/68/5). Diesem Umstand lässt sich durch eine entsprechende ergonomische Anpassung des Arbeitsplatzes (Tel
efonieren mit Headset, Stehpult;
Möglichkeit
,
zwischenzeitlich
a
ufzustehen) begegnen. In die
sem Sinne äusserte sich auch
Dr.
B._
(wechselnde Arbeitshaltungen;
Urk.
6/68/5 f.).
Im Übrigen würde die Beschwerdeführerin heute ihre ange
stammte Tätigkeit ohnehin nicht mehr am selben Arbeitsplatz ausüben, denn
ihre Anstellung bei der
H._
hat sie
laut den Angaben des Arbeitgebers wegen zu sch
lechter Französisch-Kenntnisse
verloren (
Urk.
6/63/1,
Urk.
6/63/8).
4.1.2
Die Beschwerdeführerin wandte gegen das Gutachten von
Dr.
Y._
ein, sie sei zu Unrecht davon ausgegangen, es lägen keine aktiven entzündlichen Ver
änderungen vor und der neurologische Befund sei unauffälli
g
(Urk.
1 S. 3)
. Im Bericht der
A._
vom
6.
Januar 2014
(Urk. 6/
119/3) sei die
Ver
dachtsdiagnose
eines intermittierenden
radikulären
Reizsyndroms bestätigt worden
(Urk.
8).
Dr.
Y._
habe auch keine Einsicht in die Originalaufnah
men der Szintigrafie genommen
(Urk.
1
S. 5
).
Die Beschwerdeführerin bean
tragte sodann, die CD mit den Originalbildern sei zu den Akten zu erheben
,
beziehungsweise
führte sie aus,
ihr rechtliches Gehör
sei dadurch
verletzt wor
den,
dass
die CD nicht zu den Akten genommen worden sei
(Urk.
1 S. 5).
Dr.
Y._
berücksichtigte die
am 2
4.
Juni 2013 durch
das
J._
vorgenommene Szintigraphie
(Urk. 6/
106/60,
Urk. 6/
106/72).
Dabei lag ihr der Bericht von
Dr.
med.
K._
,
Fach
arzt
für Radiologie und Nuklearmedizin, vor
(Urk. 6/
106/86).
Angesichts seiner fachärztlichen Ausbildung ist davon auszugehen, dass
Dr.
K._
die
bildge
benden
Darstellungen korrekt interpretierte und diesbezüglich keine Kontrolle durch
Dr.
Y._
anhand der Originalaufnahmen erforderlich war.
Zudem kommt es i
nvalidenversicherungsrechtlich
nicht
in erster Linie
auf die
Befunde und die
Diagnose
n
an, sondern darauf, welche Auswirk
ungen eine Krankheit auf die Ar
beitsfähigkeit hat (Urteil des Bundesgerichts 9C_270/2011 vom 2
4.
August 2011, E. 4.2
mit Hinweis
).
Bildern von Skelettszintigraphie und von der Röntgen-Untersuchung
können keine Angaben zur verbliebenen Arbeits
fähigkeit entnommen werden, weshalb der beantragte
Beizug
nicht angezeigt
war und
ist.
Ebenso wenig ist daher im verweigerten
Beizug
eine Verletzung des rechtlichen Gehörs zu sehen.
Zutreffend ist, dass in einem der Berichte der
A._
vom
6.
Januar 2014 sowie im Bericht vom 2
0.
Januar 2014 ein intermittierendes
radikuläres
Reizsyndrom C6 rechts erwähnt wurde (Urk. 6/119/3, Urk. 6/119/5). Im anderen vorliegenden Bericht der
A._
vom
6.
Januar 2014 wurde ein
zer
vikoradikuläres
Reizsyndrom lediglich als Differentialdiagnose genannt (Urk. 6/119/1).
Dr.
Y._
war von
Osteochondrosen
, Spondylosen, ausge
prägten, rechtsbetonten
Foraminalstenosen
sowie Spinalkanalstenosen ohne neurale Kompression und ohne aktive entzündliche Veränderungen ausgegan
gen (Urk. 6/106/70).
Bei der Verneinung von entzündlichen Veränderungen stützte sie sich auf
die Ergebnisse der vom MR Institut der
A._
vorgenommenen
MRI
-Untersuchung
der Halswirbelsäule
vom
1
6.
Mai 2013 (Urk. 6/
106/59, Urk. 6/106/88).
Darin wurden keine entzündlichen Veränderun
gen beschrieben, sondern die auch von
Dr.
Y._
gestellten Diagnosen genannt (Urk. 6/106/88).
Radikuläre
Zeichen fand
Dr.
Y._
keine vor in ihrer klinischen Untersuchung
(
Urk. 6/106/72) respektive erhob sie normale neurologische Befunde (Urk. 6/106/67).
Diese Resultate stimmten überein mit den von
Dr.
D._
in seinem Bericht vom 2
4.
November 2011 beschriebe
nen (Urk. 6/66/10-11 beziehungsweise E. 3.2 vorstehend).
De
m Bericht
der
A._
vom 6. Januar 2014
ist zu
sätzlich
zu entnehmen, die Beschwerdeführerin leide an Facettengelenksarthrosen (Urk. 6/119/2).
Jedoch ist nicht ersichtlich, ob und welche Untersuchungen durchgeführt wurde
n
oder ob dieser Befund einzig anhand der Angaben der Beschwerdeführerin erhoben wurde.
Gleiches gilt für das nun diagnostizierte Reizsyndrom. Weshalb es am gleichen Tag von der Differentialdiagnose zur gesicherten Diagnose umge
schrieben wurde, ist aus den Berichten nicht
ersichtlich (Urk. 6/119/1 und Urk. 6/119/3). Namentlich ist nicht von einer weiteren Untersuchung die Rede, sondern an jenem Tag fand eine Infiltration statt (Urk. 6/119/3).
Ferner ist nicht von einem
zusätzlich
en
- nebst der übrigen Diagnosen betreffend die
Halswir
belsäule
-
Einfluss der Facettengelenksarthrosen
oder des
radikulären
Reizsyn
droms
auf die Arbeitsfähigkeit die Rede. Dass
Dr.
Y._
darin keinen Anlass sah, ihre Beurteilung des Gesundheitszustands und der Arbeitsfähigkeit zu ändern (Urk. 6/153/1), ist vor diesem Hintergrund nachvollziehbar.
4.1.3
Dass
Dr.
G._
die Beschwerdeführerin in der angestammten Tätigkeit als zu 100 % arbeitsunfähig beurteilte und zugleich angab, eine andere Tätigkeit komme nicht in Frage (Urk. 6/95/7), widerspricht ihren eigenen Angaben, wonach wechselbelastende Tätigkeiten noch während drei Stunden täglich zumutbar wären (Urk. 6/95/4). Zudem lieferte
Dr.
G._
keine überzeugende Begründung, sondern nannte für die Arbeitsunfähigkeit die von der Beschwer
deführerin subjektiv als invalidisierend empfundenen Schmerzen sowie den
damit begründeten Abbruch eines Arbeitsversuchs
(Urk. 6/95/1-3
).
Eine kriti
sche Hinterfragung der Angaben der Beschwerdeführerin zwecks objektiver Beurteilung erfolgte nicht. Ähnlich verhält es sich mit dem Attest einer 100%igen Arbeitsunfähigkeit durch
Dr.
F._
, worin als Grund für die Arbeitsunfähigkeit einzig
invalidisierende
zervikospondylogene
Schmerzen angeführt wurden, ohne aus objektiver Sicht darzulegen, weshalb sie die ange
stammte Tätigkeit nicht mehr zulassen (Urk. 6/93/5). Diese Berichte der behan
delnden Ärzte vermögen nach dem Gesagten keine Zweifel an der gutachter
lichen Beurteilung zu erwecken.
4.1.4
Dr.
Z._
erachtete die Beschwerdeführerin lediglich für Arbeiten
einge
schränkt
, die vorwiegend mit den oberen Extremitäten durchgeführt werden müssen, wobei er Bezug nahm auf die
zuvor ausgeübten Putzarbeiten
(Urk. 6/143/1). Eine reine Bürotätigkeit hielt er wegen der
Stellen
aussichten der Beschwerdeführerin nicht für möglich. Eine wechselbelastende Tätigkeit hielt er hin
gegen für grundsätzlich zu 80 bis 100 %
für
ausübbar
(Urk. 6/143/2).
Ins
gesamt weicht seine Beurteilung weder so stark noch so fundiert begründet von jener von
Dr.
Y._
ab, dass nicht auf das Gutachten letzterer abgestellt werden könnte.
4.1.5
Ferner wandte die Beschwerdeführerin ein,
Dr.
Y._
sei angesichts des
Auf
tragsvolumens
, welches sie von der IV-Stelle erhalte,
finanziell von ihr abhän
gig und
voreingenommen
(Urk. 1 S. 8
, Urk. 15 S. 1-2
). Das Auftrags- und Honorarvolumen schafft für sich allein aber keine als
Ausstandsgrund
zu quali
fizierende Abhängigkeit einzelner Experten von den IV-Stellen (Urteil des Bun
desgerichts 8C_740/2015 vom 1
1.
Februar 2016, E. 4.2).
Konkrete Anhalts
punkte für eine Befangenheit wurden sodann keine genannt.
Nach dem Gesag
ten
kann auf das internistisch-rheumatologische Gutachten von Dr.
Y._
abgestellt werden
.
4.2.
4.2.1
PD Dr.
I._
legte in seinem Gutachten vom
3
0.
August 2013 unter Berücksichti
gung der
Vorakten
, der Anamnese, der erhob
enen Befunde sowie der subjekti
ven Angaben
der Beschwerdeführerin dar, dass letztere
aus psychi
atrischer Sicht polymorbid imponiere, nicht voll belastbar sei und qualitative
Funktionseinbussen
aufweise
. Andererseits verfüge sie aber noch über
inner
-
psy
chische Ressourcen
. In einer Gesamtschau resultiere eine Einschränkung um 30 %
(Urk. 6/
109/12-13).
D
er Gesichtsausdruck der Beschwerdeführerin
zeigte
anlässlich der Untersuchung keine Hinweise für eine relevante Müdigkeit, für eine Depressivität oder eine
Avitalität
. Psychomotorisch war weder eine Ver
langsamung noch eine Agitation zu erkennen. Mimik und Gestik zeigten ein ordentliches Spiel. Der Blickkontakt der Beschwerdeführerin war jederzeit adä
quat und
vigilant
. Die kognitiven Ressourcen inklusive Intelligenz lagen im kli
nischen Eindruck ebenfalls in der Bandbreite der Norm
(Urk. 6/
109/8). Ihre Grundstimmung war jederzeit
euthym
und zu keinem Zeitpunkt depressiv. Sie wies eine gute affektive Schwingungsfähigkeit auf
(Urk. 6/
109/9). Bei diesen Befunden ist nachvollziehbar, dass die depressive Störung als gegenwärtig remittiert beurteilt wurde. Es entspricht denn auch ihrer Selbsteinschätzung, dass - wenn es ihr wie im Zeitpunkt der Untersuchung kurz nach HWS-Infiltra
tionen seitens der Schmerzen besser geht - sie über eine gute Grundstimmung verfüge, problemlos Gefühle der Freude erleben könne und keine Interessen- oder Lustlosigkeit empfinde. Ihr innerer Antrieb sei nicht beeinträchtigt. Wenn sie hingegen anhaltende Schmerzen habe, fühle sie sich erschöpft und müde und ihre Grundstimmung könne beeinträchtigt sein
(Urk. 6/
109/6). Demnach sind gewisse Einschränkungen, aber auch Ressourcen vorhanden.
Die Beschwerdeführerin befindet sich nicht in psychiatrischer oder psychotherapeu
tischer Behandlung
(Urk. 6/
109/6).
Sie liest Zeitung, geht mit Hunden berufstä
tiger Personen spazieren, kann die meisten Haushaltstätigkeiten selbständig durchführen, einkaufen gehen, stricken und nähen, trifft Freundinnen
und
pflegt Kontakt zur Tochter und zum Enkelsohn
(Urk. 6/
109/7-8).
Ferner erledigt sie Gartenarbeit, hat einen Partner und fährt in die Ferien
(Urk. 6/
106/61
).
Dass in der Gesamtschau eine Einschränkung um 30 % resultiert
(Urk. 6/
109/12-13), überzeugt vor dem soeben geschilderten Hintergrund der angegebenen Beschwerden, Aktivitäten sowie der erhobenen Befunde.
4.2.2
4.2.2
Die Beschwerdeführerin wandte ein, die Foerster-Kriterien hätten nicht zur An
wendung gelangen dürfen
, da bei ihr nicht
ausschliesslich
somatoforme
Störun
gen vorlägen
(Urk.
1 S. 4-5).
Insbesondere sei unklar, ob überhaupt eine psy
chosomatische Entwicklung vorliege oder ob es sich um Unfallfolgen handle
(Urk.
15 S. 2). Bezüglich der Indikatoren merkte sie an, dass namentlich im beruflichen Umfeld das mögliche Aktivitätsniveau überhaupt nicht
abschlies
send
festgestellt worden sei. Dies beziehe sich sowohl auf den Komplex der diagnoserelevanten Befun
d
e als auch auf den Komplex der Eruierung der Res
sourcen anhand des sozialen Umfelds
(Urk.
15 S. 3).
PD
Dr.
I._
erachtete die Foerster-Kriterien mehrheitlich als erfüllt
(Urk. 6/
109/12) und setzte die Arbeitsfähigkeit demnach unter Berücksichtigung
auch der
psychische
n
Leiden fest
(Urk. 6/
109/13).
Die damals geltende Vermu
tung der Überwindbarkeit
somatoformer
Störungsbilder kam im vorliegenden Fall
damit
nicht zum Zug. Das Bundesgericht hat seine bisherige Rechtspre
chung mit BGE 141 V 281 geändert und das bisherige Regel-/
Ausnahmemodell durch ein strukturiertes Beweisverfahren ersetzt. An die Stelle des bishe
rigen Kriterienkatalogs trete
n im Regelfall beachtli
che
Stan
dard
indikatoren
.
U
nter Berücksichtigung leistungshindernder äu
sserer
Belastungs
fak
toren
einerseits und Kompensat
ionspotentialen (Ressourcen) an
derseits soll das
tatsächlich erreichbare Leistungsvermögen
ergebnisoffen
beur
teilt werden (
BGE
141
V 281
E. 3.6). Betont
wurde
, dass die Aufgabe der
Überwindbarkeitsver
mutung
an den Regeln betref
fend die Zumutbarkeit nichts än
dert, namentlich nicht am Erfordernis einer o
bjektivierten Beurteilungsgrund
lage. Nach Art. 7 Abs. 2
zweiter Satz ATSG liegt eine Erwerbsunfähigkeit nur vor, wenn sie aus
objektiver Sicht nicht überwi
nd
bar ist. Medizinisch-psychiat
risch nicht begründ
bare Selbsteinschätzungen und -limitierungen, wie sie ge
richtsnotorisch ärzt
li
cher
se
its sehr oft unterstützt wer
den
–, sind auch künftig nicht als invalidisierende Gesundheitsbeeinträchtigung anzuerkennen (
BGE 141 V 281
E. 3.7.1).
Nachdem PD
Dr.
I._
die
Arbeits
unfähigkeit
nicht wegen der Foerster-Kriterien reduzierte und bei seiner Beur
teilung in einer Gesamtschau sämtliche Ressourcen und Defizite berücksichtigte
(Urk. 6/
109/12-13), würde auch
unter Berücksichtigung der nunmehr massge
benden Standardindikatoren
sowie unter Berücksichtigung einzig der
Überwind
barkeit
gemäss Art. 7 Abs. 2 ATSG k
eine Arbeitsunfähigkeit von mehr als
30 %
resultieren
.
4.2.2
Des Weiteren machte die Beschwerdeführerin geltend, im Rahmen einer neuropsy
chologischen Untersuchung sei abzuklären, ob die neuropsychologi
schen Einschränkungen vom Unfallereignis des Jahres 1976 herrühren
(Urk.
1
S.
6-7
). PD
Dr.
I._
führte indes aus, er habe in einer Gesamtschau sämtliche Beeinträchtigungen - unabhängig von ihrer Ätiologie - berücksichtigt
, also auch allfällige Trauma-bedingte Folgen
(Urk. 6/
116/2
). Unter diesen Umständen spielt die
Ursache
der Einschränkungen keine Rolle.
Diesbezügliche weitere Abklärungen erübrigen sich daher.
4.2.3
Zudem beanstandete die Beschwerdeführerin, ihr ADHS sei im Gutachten nicht gebührend berücksichtigt worden
(Urk.
1 S. 6). Anlässlich der Begutachtung hatte sie selber ausgeführt,
sie habe vor dem Unfall von 1976 nie irgendwelche Schwierigkeiten hinsichtlich Konzentrationsfähigkeit, Ablenkbarkeit oder Impulsivität gehabt
(Urk. 6/
109/6). Auch nach dem Unfall habe sie im Grund
e
genommen immer recht fokussiert an einer Arbeit bleiben können. Auch jetzt gelinge es ihr problemlos, gleichzeitig zu häkeln und etwas zu lesen. Sie habe nicht den Eindruck, dass das ADHS, sollte diese Diagnose tatsächlich korrekt sein, sich je beeinträchtigend auf ihre Berufsanamnese ausgewirkt haben
(Urk. 6/
109/7).
Dem Bericht d
er
C._
vom 1
5.
Juni 2012
, welche das ADHS diagnostizierte
(Urk. 6/106/108
), sind keine Angaben zu einer
Arbeitsunfähigkeit
zu entnehmen. Bei diesen Gegebenheiten und keinen diesbe
züglich auffälligen Befunden anlässlich der Begutachtung
(Urk. 6/
109/8-9), ist es nachvollziehbar, dass PD
Dr.
I._
dem ADHS keinen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit
zumass
.
Aus dem Gesagten folgt, dass nichts vorgetragen wurde, was das
bidisziplinäre
Gutachten von
Dr.
Y._
und PD
Dr.
I._
formell oder materiell mangelhaft erscheinen liesse oder sonst in Zweifel zu ziehen vermöchte. Ebenso wenig ist etwa
s Derartiges aus den Akten ersichtlich. Vielmehr erfüllt das Gutachten
die
von der Rechtsprechung statuierten Anfor
derungen an ein medizinisches Gutachten (vgl. BGE 134 V 231 E. 5a und 125 V 351 E. 3a). Es ist daher nicht zu beanstanden, dass die Beschwerdegegnerin darauf abgestellt hat
und entsprechend von einer 70%igen Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit ausgegangen ist
.
4.2.4
Im Zusammenhang mit dem Gutachten machte
d
ie
Beschwerdeführerin
zudem geltend,
PD
Dr.
I._
habe eine gründliche Untersuchung der Belastbarkeit vorgeschlagen
(Urk.
1 S. 6).
Seine Beurteilung sei daher nicht als
abschliessend
zu
eracht
en
(Urk.
15 S. 2).
In seiner Ergänz
ung zum Gutachten führte PD Dr.
I._
am
8.
November 2013
aus, es könne rein hypothetisch nicht ausge
schlossen werden, dass ein Teil der psychischen Fehlentwicklungen mitunter auf das 1976 erlittene Schädelhirntrauma
beziehungsweise auf allfällige
t
rauma
-
bedingte Folgen zurückzuführen seien. In diesem Fall seien aber allfällige
Funkti
onseinschränkungen
, die sekundär zu diesem Trauma entstanden seien, bereits in seinem psychiatrischen Gutachten gewürdigt, zumal er die qualitativen Funktionsfähigkeiten breit diskutiert und darauf hingewiesen habe,
dass die Diskussion „in einer Gesamtschau“ erfolgen müsse. Mit anderen Worten seien die heute vorliegenden qualitativen
Funktionseinbussen
durch
die
von ihm vor
genommene
Würdigung
abgedeckt. Insofern würden sich nach seinem Dafür
halten weitere Untersuchungen erübrigen
(Urk. 6/
116/2).
Angesichts dieser Ergänzung ist nicht davon auszugehen, dass PD
Dr.
I._
keine
abschliessende
Beurteilung abgegeben ha
t
. Vielmehr hat er sämtliche qualitativen
Funktions
einbussen
berücksichtigt - unabhängig davon, ob sie auf das 1976 erlittene Trauma
oder auf eine psychische Erkrankung
zurückzuführen sind.
Im Übrigen spielt im Bereich der Invalidenversicherung die Ursache eines Leidens eine untergeordnete Rolle. Entscheidend ist die Auswirkung auf die Erwerbsfähigkeit. Dies
e
hat
PD
Dr.
I._
hinreichend beurteilt.
Auch diesem Einwand ist daher nicht zu folgen.
5.
Da die zuletzt ausgeübte oder eine lohnmässig vergleichbare
Tätigkeit
(vgl. das Urteil des Bundesgerichts
8C_364/2015 vom 1
8.
Dezember
2015
, E. 3.2) auch weiterhin, wenn auch in reduziertem Umfang, zumutbar ist (Urk. 6/110), ist der Invaliditätsgrad mittels eines Prozentvergleichs zu bestimmen. Mit anderen Worten entspricht die Einschränkung der Arbeitsfähigkeit dem Invaliditätsgrad. Beim Prozentvergleich fällt ein leidensbedingter Abzug ausser Betracht (vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_109/2013 vom 9 April 2013, E. 4.2 mit Hinwei
sen). Vorliegend
betragen
die Arbeitsunfähigkeit und damit
auch
der
Invalidi
tätsgrad
30 %, weswegen die Beschwerdeführerin keinen Rentenanspruch hat. Dementsprechend ist die Beschwerde abzuweisen.
6.
6.1
Der Streitgegenstand des Verfahrens betrifft die Bewilligung oder Verweigerung von Leistungen der Invalidenversicherung. Das Verfahren ist daher kosten
pflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhän
gig vom Streitwert festzulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG) und ermessensweise auf Fr. 800.-- anzusetzen. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind sie der unterliegenden Beschwerdeführerin aufzuerlegen, zufolge der ihr gewährten un
entgeltlichen Prozessführung (vgl.
Urk.
7
) jedoch einstweilen auf die Gerichts
kasse zu nehmen; dies unter Hinweis auf die Nachzahlungspflicht
gemäss
§ 16 Abs. 4 des Gesetzes über das
Sozial
versi
cherungsgericht
(
GSVGer
).
6.2
Mit Kostennote vom
1.
April 2016
machte der unentgeltliche Rechtsvertreter
der Beschwerdeführerin
einen Aufwand von
12,75
Stunden und Fr.
43.60
Bar
aus
-
la
gen
geltend (Urk. 1
7
),
wovon 9,17 Stunden des Aufwands bis Ende 2014 und
3,58 Stunden des Aufwands ab dem
1.
Januar 2015 getätigt wurden.
Unter Berücksichtigung der jeweils
praxisgemäss
geltenden Stundenansätze resultiert
eine Entschädigung von Fr.
2‘878.40
(
9,17
Stunden x Fr. 200.--
[Fr. 1‘834.--]
plus 3,58 Stunden x
Fr.
220.-- [Fr. 787.60]
zuzüglich Barauslagen von Fr.
43.60
zuzüglich Mehr
wertsteuer von 8 %
)
.
Der geltend gemachte Aufwand ist ange
sichts der Bedeutung der Streitsache und der Schwierigkeit des Prozesses ange
messen.
Der unentgeltliche Rechtsvertreter ist
demgemä
ss
für seine Bemühun
gen und Bar
auslagen mit
Fr.
2‘878.40
(Mehrwertsteuer inbegriffen) aus der Gerichtskasse zu entschädigen.