# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 9ce1a0c4-a0ed-4413-8f23-d80da308567b
**Court:** GR_KG
**Chamber:** GR_KG_006
**Year:** 2017
**Language:** de
**Jurisdiction:** GR / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

hat sich ergeben:
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I. Sachverhalt
A. Y._, geboren am _ 2000, ist der gemeinsame Sohn von Z._ und X._. Die Eltern sind nicht verheiratet, wohnten aber neun Jahre zusammen und leben seit 15 Jahren getrennt (act. 1 und 3 KESB).
B. X._ anerkannte seinen Sohn am _ 1999. Den Eltern wurde das gemeinsame Sorgerecht für Y._ am 24. Mai 2000 durch die damalige Vormundschaftsbehörde des Kreises Chur erteilt. Mit Beschluss der damaligen Vormundschaftsbehörde des Kreises O.1_ vom 25. November 2002 wurde der vom Vater zu bezahlende Unterhaltsbeitrag und sein Besuchsrecht geregelt (act. 13 KESB).
C. Am 3. August 2015 informierte X._ die KESB Prättigau/Davos, Y._ lebe bei seiner Mutter Z._ oberhalb von O.1_. Er habe bereits seit längerer Zeit den Eindruck, dass sein Sohn in seiner Entwicklung gefährdet sei. Einerseits stufe die Schule ihn – wie dies aus dem beiliegenden Bericht der Lehrperson der 2. Real hervorgehe – als verhaltensauffällig ein. Insbesondere beschimpfe er Lehrpersonen, anlässlich des Werk- oder Hauswirtschaftsunterrichts schaffe er Gefahrensituationen und er habe auch schon mit offenem Feuer gespielt. Seine schulischen Leistungen hätten sich in der letzten Zeit verschlechtert. Andererseits komme es zwischen Y._ und seiner Mutter nachts zu heftigen Auseinandersetzungen. Ausserdem habe man anlässlich der Unterhaltsregelung die Obhut von Y._ an Z._ übertragen und ihm sei anschliessend das Sorgerecht entzogen worden. Dies halte er noch heute für einen Fehlentscheid. Y._ habe bis zum 8. Lebensjahr kein eigenes Zimmer gehabt. Zudem habe sein Sohn eine äusserst schwierige Kindheit erlebt, er sei oft alleine gewesen und über all die Jahre habe er das Gefühl gehabt, dass sein Sohn allmählich verwahrlose (act. 2 KESB).
D. Die KESB Prättigau/Davos teilte am 14. August 2015 Z._ mit, dass die Behörde aufgrund einer Meldung, dass Y._ hilfs- oder schutzbedürftig sei, ein Abklärungsverfahren eröffne. Für eine erste Klärung werde sie zu einer Besprechung am 25. August 2015 bei der KESB Prättigau/Davos eingeladen (act. 4 KESB). Zwischenzeitlich schnupperte Y._ in der Bergschule B._, O.2_. Da es Y._ dort sehr gefiel, erklärte er sich bereit, in dieser Institution das 10. Schuljahr anzuhängen (act. 9 KESB). Mit Schreiben vom 7. Januar 2016 teilte die KESB Prättigau/Davos den Kindseltern mit, die Behörde sei im Laufe der Erstabklärungen zum Schluss gekommen, dass sich eine dringliche
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und behördliche Massnahme nicht aufdränge. Zu diesem Schluss sei die Behörde aufgrund diverser Gespräche mit der Schule in O.1_, mit dem Schulpsychologischen Dienst Graubünden und der Sonderschulinstitution B._ gelangt, womit das Abklärungsverfahren abgeschlossen sei (act. 11 und 12 KESB).
E. Der Leiter der Bergschule B._, B._, teilte am 3. Oktober 2016 der KESB Prättigau/Davos mit, die Kindsmutter habe bei ihm um Hilfe ersucht. Die Mutter habe ihm mitgeteilt, dass sich die Situation wesentlich verschlimmert habe. Wenn Y._ sie in O.1_ besuche, seien Drogen und Alkohol grosse Probleme. Die Mutter sei mit dieser Situation überfordert und wünsche sich ein Hausverbot für ihren Sohn. Wenn er sie besuche, randaliere er und sei nachts weg. Sie habe das Ganze bereits 4-5 Jahre ausgehalten, sie könne nicht mehr und benötige Hilfe. Überdies teilte B._ mit, es sei am Vortag zu einem sexuellen Übergriff auf eine gleichaltrige Jugendliche gekommen. Y._ kiffe sehr viel, in der Regel sei er dann drei Tage nicht ansprechbar und sehr aggressiv. Die Rückkehr ins B._ nach den sechswöchigen Sommerferien sei eine Katastrophe gewesen. Die Schule tendiere deshalb, Y._ aus dem Schulbetrieb auszuschliessen. Mit ihm sei ein Time Out auf einer Alp vereinbart worden, falls er dabei abhaue, müsse man ihn im Waldhaus auf der geschlossenen Station unterbringen (act. 21 KESB).
F. Aufgrund dieser Meldung eröffnete die KESB Prättigau/Davos am 7. Oktober 2016 erneut ein Abklärungsverfahren (act. 22-24 KESB). Mit Schreiben vom 24. Oktober 2016 lud die KESB Prättigau/Davos die Kindseltern zu einer gemeinsamen Besprechung in der Bergschule B._ bezüglich der Zukunft von Y._ ein (act. 28 und 29 KESB), woraufhin X._ per E-Mail mitteilte, dass er am Gespräch Anfang November nicht teilnehme (act. 31 KESB). Besprechungen dieser Art würden bereits seit vielen Jahren durchgeführt, Themen seien jeweils dieselben. Dennoch hätte sich die Situation stets verschlimmert. Wenn man das Schicksal seines Sohns noch retten wolle, so müsse man eine umfassende Abklärung über die Vorkommnisse machen und anschliessend einschneidende Massnahmen treffen. Falls eine Befragung seiner Person hierzu notwendig sei, erkläre er sich dazu bereit, Auskunft zu geben. Diese Besprechung fand schliesslich am 3. November 2016 in der Bergschule B._ statt, an welcher die Kindesmutter, die KESB und eine Vertreterin der Bergschule B._ teilnahmen (act. 41 KESB).
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G. Mit Schreiben vom 11. November 2016 lud die KESB Prättigau/Davos die Kindseltern und deren Sohn zu einer weiteren Besprechung am 18. resp. 21. November 2016 ein (act. 32-34 KESB). Thema dieses Gesprächs bildete der anlässlich der Besprechung Anfang November diskutierte Lösungsansatz (Einsetzung einer Beiständin). Der Beiständin sollen verschiedene Vertretungsrechte übertragen werden, insbesondere die Vertretung der Eltern in Bezug auf die Unterzeichnung von Lehrverträgen.
H. Y._ befand sich vom 4. Oktober 2016 bis am 6. Oktober 2016 wegen Gewaltbereitschaft und Fremdgefährdung in stationärer Behandlung in der Klinik Waldhaus (act. 37). Gemäss Bericht der Klinik leide er an einer Störung des Sozialverhaltens mit oppositionellem aufsässigen Verhalten. Aufgrund des häufigen Cannabis- und Alkoholkonsums an den Wochenenden liege die Gefahr einer Suchtentwicklung vor. Der Patient habe sich im Zeitpunkt des Eintritts bei klarem Bewusstsein befunden, jedoch seien leichte Konzentrations- und Aufmerksamkeitsstörungen erkennbar gewesen. Er habe sich unkooperativ, oppositionell und direkt ablehnend verhalten. Krankheitseinsicht liege keine vor. Aufgrund der latenten Aggressivität sei Y._ möglicherweise fremdgefährdend, Eigengefährdung im Sinne einer Suizidalität liege keine vor (act. 37 KESB).
I. Anlässlich der Anhörung durch die KESB Prättigau/Davos erklärten die Kindseltern sich am 18. November 2016 resp. am 21. November 2016 mit der Errichtung einer Erziehungsbeistandschaft für Y._ einverstanden, ohne eine bestimmte Beiständin vorzuschlagen (act. 38 und 40 KESB). Der Vater bemerkte an diesem Gespräch, dass Y._ in einer Institution in seiner Nähe (Region Zürich) seine Berufsausbildung absolvieren solle, ausserdem sei zur Mutter eine Kontaktsperre zu errichten sowie ihr die Obhut zu entziehen. Auch Y._ gab im Rahmen seiner Anhörung vom 27. November 2016 der KESB Prättigau/Davos zu Protokoll, dass er – sofern die Errichtung einer Erziehungsbeistandschaft nötig sei – dazu seine Einwilligung gebe (act. 43 KESB).
J. Am 29. November 2016 fand eine Besprechung zwischen Y._ und der KESB Prättigau/Davos in der Bergschule B._ statt. Thema dieser Besprechung bildeten der Aufenthalt während den Wochenenden, den Ferien und seiner Lernzeit, die Begutachtung sowie die sexuellen Übergriffe. An diesem Gespräch erklärte Y._, dass er mit der Errichtung einer Beistandschaft nicht mehr einverstanden sei, zumal seine Eltern die Kosten tragen müssten. Er ergänzte auf dem Anhörungsprotokoll vom 27. November 2016, dass er mache, was er wolle, und nie einen Beistand sehen möchte oder irgendjemand von diesen
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Leuten, ansonsten er abhaue. Y._ meinte anlässlich des Gesprächs, dass er zu seinem Vater wolle, aber nicht für immer. Nachdem Y._ äusserst aufgebracht den Raum verlassen hatte, erklärte er sich damit einverstanden, die Wochenenden beim Vater zu verbringen. Hinsichtlich der Begutachtung (psychische Erkrankung) und deren Ablauf teilte Y._ mit zunehmender Aggressivität mit, er werde sich zu nichts zwingen lassen. Zu den sexuellen Übergriffen wollte sich Y._ nicht äussern (act. 44 KESB).
K. Die Kindseltern wurden von der KESB Prättigau/Davos zu einer erneuten Anhörung betreffend den Übergang des Aufenthaltsbestimmungsrechts an den Vater und den Wohnsitzwechsel von Y._ nach O.3_ eingeladen (act. 47 und 48 KESB). Die Anhörungen vom 22. Dezember 2016 wurden getrennt durchgeführt (act. 50 und 51 KESB). Dabei erklärte sich die Mutter grundsätzlich damit einverstanden, dass ihr Kind zu seinem Vater gehen soll. X._ erwähnte in diesem Zusammenhang, dass die bestehende Unterhaltsregelung neu geregelt und er für den Unterhalt angemessen entschädigt werden müsse.
L. Mit Entscheid der Kollegialbehörde vom 22. Dezember 2016, mitgeteilt am 9. Januar 2017, erkannte die KESB Prättigau/Davos wie folgt (act. B.1 resp. 53 KESB):
"1. Y._ wird per 09.01.2016 unter die Obhut des Vaters gestellt und ihm zur Pflege und Erziehung anvertraut.
2. Für Y._ wird eine Beistandschaft nach Kindesschutzrecht (Art. 308 ZGB) errichtet.
3. Die Beistandsperson hat die Aufgaben und Kompetenzen: a. Die Eltern und Y._ im Rahmen der Erziehungsbeistandschaft
(Art. 308 Abs. 1 ZGB) angemessen zu beraten und zu unterstützen; b. im Rahmen einer Beistandschaft mit besonderen Befugnissen (Art.
308 Abs. 2 ZGB): 1. Die Eltern bei der Ausübung des persönlichen Verkehrs zwischen Y._ und der Mutter zu beraten und zu unterstützen; 2. bei der Aufgleisung der psychotherapeutischen Betreuung behilf-
lich zu sein und den Therapiebesuch zu überwachen; 3. bei der IV-Anmeldung zu unterstützen; 4. bei der Suche eines geeigneten Ausbildungsplatzes zu
unterstützen; 5. die unter Punkt 4 aufgeführten Weisungen zu überwachen; 6. der Mutter auf Verlangen Auskunft über die Entwicklung von
Y._ zu erteilen; 7. sämtlichen an der Betreuung und Förderung von Y._
Beteiligten als Ansprechsperson zur Verfügung zu stehen.
4. Y._ und X._ werden die folgenden Weisungen erteilt (Art. 307 Abs. 3 ZGB):
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a. unverzüglich eine psychotherapeutische Begleitung zu beginnen und der zuständigen KESB Meldung über den Start zu erstatten;
b. die IV-Anmeldung unverzüglich in Angriff zu nehmen und der zuständigen KESB Meldung über den Start zu erstatten.
5. Betreffend Verfahrenskosten wird verfügt: a. Die Kosten im Verfahren bis zu diesem Entscheid werden auf Fr.
1'000.-- festgesetzt; b. diese Kosten im Totalbetrag von Fr. 1'000.-- werden den Eltern von
Y._ je zur Hälfte auferlegt; c. Z._ und X._ haben je einzeln Fr. 500.-- innert 30 Tagen zu
bezahlen.

## Considerations