# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 79f9ce3a-f332-45c8-899e-8cc715a8635b
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2014
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1953,
zuletzt
vom
1.
Januar 2006 bis
1.
April 2011
im Rahmen
unentgeltlicher
gemeinnütziger Arbeit
bei den
S
ozialen
Ein
rich
tungen und Betrieben der Stadt
Y._
beschäftigt
(
Urk.
8/1
6
)
,
meldete sich am 1
0.
April 2011 unter Hinweis
auf eine Knieoperation
sowie
auf
Rücken-
und
Knieschmerzen
bei der Eidgenössischen Invalidenversicherung zum
Leistungs
be
zug
an (
Urk.
8/4).
Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle,
traf
erwerbliche und medizinische Abklärungen
,
veranlasste eine ortho
pädische Untersuchung durch ihren Regionalen Ärztlichen Dienst (RAD,
Urk.
8/26) sowie
eine Abklärung der beeinträchtigten Arbeitsfähigkeit in Beruf und Haushalt
(
Urk.
8/30).
Nach durchgeführtem
Vorb
escheidverfahren
(
Urk.
8/34,
Urk.
8/40
und
Urk.
8/42
)
verfügte die IV-Stelle am 1
0.
August 2012, dass kein Anspruch auf eine Invalidenrente bestehe (
Urk.
2).
2.
Dagegen
liess die Versicherte am 7.
September 2012 Beschwerde erheben (
Urk.
1)
mit
den Anträgen
, es sei ihr eine
Dreiviertel
s
rente
zuzusprechen
, ein zweiter
Schrif
tenwechsel
anzuordnen und
ihr
eventuell
die unentgeltliche
Pro
zess
füh
rung
zu gewähren (S. 2).
Die IV-Stelle schloss
am
1
5.
Oktober 2012
auf Abweisung der Beschwerde (
Urk.
7), was der Be
schwerde
führerin am 1
7.
Oktober 2012
– un
ter dem
Hinweis
,
dass
mangels
Stellung
nah
me der Beschwerdegegnerin ein zweiter
Schriftenwechsel nicht er
forderlich
sei –
, zur Kenntnis gebracht wurde (
Urk.
9).
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.
1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze
oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (
Art.
8
Abs.
1
des
Bundesgesetz
es
über den All
gemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG
). Erwerbsunfähigkeit ist der durch
Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Ge
sundheit ver
ur
sachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung ver
bleibende
ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom
men
den ausgeglichenen Arbeitsmarkt (
Art.
7 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1
des
Bundesgesetz
es
über die
Invalidenversicherung (IVG)
Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu be
tätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder her
stellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich min
destens 40 Prozent arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 Prozent invalid (
Art.
8 ATSG)
sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 Prozent besteht Anspruch auf eine
Viertelsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 Prozent auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 Prozent auf eine
Drei
viertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 Prozent auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
Die Wartezeit im Sinne
Art.
28
Abs.
1
lit
. b IVG gilt in jenem Zeitpunkt als er
öffnet, in welchem eine deutliche Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit einge
treten ist. Als erheblich in diesem Sinne gilt bereits eine Arbeitsunfähigkeit von
20 % (AHI 1998 S. 124 E. 3c; Urteil des Bundesgerichts I 10/05 vom 14. Juni 2005 E. 2.1.1 in
fine
mit Hinweisen). Unter relevanter Arbeitsunfähigkeit im Sinne
dieser Bestimmung
ist eine Einbusse an funktionellem Leistungsvermögen im bisherigen Beruf oder Aufgabenbereich zu verstehen. Das heisst, es muss ar
beitsrechtlich in Erscheinung treten, dass die versicherte Person an Leistungs
vermögen eingebüsst hat, so etwa durch einen Abfall der Leistungen mit ent
sprechender Feststellung oder gar Ermahnung des Arbeitsgebers oder durch ge
häufte, aus dem Rahmen fallende gesundheitlich bedingte Arbeitsausfälle. Mit an
deren Worten: Die Leistungseinbusse muss in aller Regel dem seinerzeitigen Arbeitgeber aufgefallen sein. Eine erst nach Jahren rückwirkend festgelegte me
dizinisch-theoretische Arbeitsunfähigkeit genügt nicht. Umgekehrt ist eine in der
beruflichen Tätigkeit im Vergleich zu einer gesunden Person tatsächlich nur re
duziert erbrachte Leistung für sich allein gesehen in aller Regel ebenso wenig ausreichend für die Bejahung einer Arbeitsunfähigkeit im Sinne des Gesetzes. Vielmehr bedarf es dazu regelmässig zusätzlich einer (überzeugenden) medizi
ni
schen Einschätzung, die
ordentlicherweise
echtzeitlicher Natur ist. Der Zeit
punkt des Eintritts der Arbeitsunfähigkeit muss mit dem im
Sozialversiche
rungsrecht
üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit nach
gewiesen sein. Dieser Nachweis darf nicht durch nachträgliche erwerbliche oder medizinische Annahmen und spekulative Überlegungen ersetzt werden (Urteil des Bundes
ge
richts 8C_204/2012 vom 1
9.
Juli 2012 E. 3.2
m.w.H
.).
1.4
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im
Be
schwerdefall
das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebe
nenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 256 E. 4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage,
welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden kön
nen
(BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E. 4b.cc).
2.
Der ablehnende Rentenentscheid
vom 10. August 2012
wurde damit begründet,
dass die Beschwerde
führerin als zu 50
%
im Erwerb
sbereich
und zu
50
%
im Haus
halt tätig einzu
stufen und ihr eine
behinderungsangepasste Tätigkeit
noch
zu 50
%
zumutbar
sei
. Daraus resultiere ein
I
nvaliditätsgrad von 7 %
(
Urk.
2)
.
Dem hielt die Beschwerdeführerin entgegen, sie sei als
im Gesundheitsfall V
oll
erwerbstätig
e
zu qualifizieren und es sei von einem tieferen
Invalideneinkom
men
auszugehen
;
dementsprechend
habe sie
Ans
pruch auf eine
Dreiviertels
rente
(
Urk.
1 S. 3).
3.
3.1
Unbestritten und aufgrund der Akten ausgewiesen sind der Gesundheitsschaden
(
Urk.
8/13,
Urk.
8/14
,
Urk.
8/22
,
Urk.
8/23
und
Urk.
8/26
)
der Beschwerdeführe
rin
und
die daraus resultierenden
Einschränkungen in der Arbeitsfähigkeit. Es besteht insbesondere kein Anlass
,
von der unbestrittenen
Einschätzung
durch
RAD-Arzt
Dr.
med.
Z._
, Facharzt für Orthopädis
che Chirurgie und Traumato
lo
gie
,
abzuweichen, der
nach eigener Untersuchung
vom
2
5.
Oktober 2011
und
kri
tischer Würdigung der Aktenlage
zum Schluss gelangte,
die Beschwerdefüh
rerin
sei
aufgrund von Beschwerden im Bereich der Lendenwirbelsäule
sowie
des
rech
ten Kniegelenk
s
und Bein
es
(Knieprothese rechts seit 1
0.
Januar 2011)
ab
dem
Untersuchungszeitpunkt
in körperlich leichter, überwiegend sitzender Tätigkeit
ohne regelmässiges Heben und Tragen von Lasten über acht Kilo
gramm, ohne Ar
beiten auf Leitern und Gerüsten, ohne häufiges Treppensteigen, ohne jede
wirbel
säulenbelastende
oder kniegelenksbelast
ende Zwangshaltungen (
das heisse
ohne Arbeiten
mit
Bücken, Hocken, Knie
n
, Überkopfarbeit
sowie ohne häufiges Gehen auf unebenem Gelände
)
zu 50
%
arbeitsfähig
. Präzisierend zur grund
sätzlich 50%igen Arbeitsfähigkeit in angepasster Tätigkeit führte
Dr.
Z._
aus,
diese
setze sich
aus einer sech
s
stündigen Präsenz mit einer um zirka 50
%
ver
min
derten Leistungsfähigkeit durch die Notwendigkeit häufiger
er
Pausen von
insgesamt etwa zwei Stunden
zusammen
, so dass letztendlich eine reine
Ar
beits
zeit von
zirka
zwei mal zwei Stunden pro Tag
resultiere
(Urk. 8
/26 S. 7)
.
3.2
Die behandelnden Ärzte und der
RAD-Arzt
Dr.
Z._
gingen ferner
übereinstim
mend
von einer vollständigen Arbeitsunfähigkeit in der bisherigen Tätigkeit als
Hilfsköchin im
A._
ab Januar 2011 aus
(Urk.
8/13
S.
7
Ziff.
1.6,
Urk.
8/14
Ziff.
1.6
und
Urk.
8/26 S.
7
)
.
Nicht mit dem im Sozialversicherungsrecht
mass
gebenden
Beweisgrad
der überwiegenden Wahrscheinlic
hkeit
erstellt
ist demge
genüber
ein früherer Eintritt einer erhebli
che
n
,
mindestens 20%igen
Ein
schrän
kung der Arbeitsfähigkeit
(vgl. E.
1.3
hievor
)
.
Die
aktenkundigen Hinweise,
etwa
jener
der
Beschwerdeführerin in der IV-Anmeldung, sie sei seit
dem
7.
März
2003
zu 100
% arbeitsunfähig
(
Urk.
8/4), oder
die Bemerkung
des
Hausarzt
es
Dr.
med.
B._
im Bericht
vom 2
0.
April 2011 (
Urk.
8/14)
, es bestünden
seit läng
erem Ein
schränkungen,
genügen hierzu nicht.
Dr.
B._
hielt zwar fest, die
Versicherte
leide
seit 2003 unter Schmerzen an der Wirb
elsäule
, welche die Ar
beitsfähigkeit deutlich
ein
schränkten
,
und
sei
zuletzt
auch in der geschützten
Arbei
ts
platz
si
tuation
mit ei
nem 50
%
-
Pensum überfordert gewesen
;
gleichzeitig attestierte er ihr aber erst ab 1
0.
Januar 2011 eine mindestens 20
%
Arbeits
un
fähigkeit in der zuletzt aus
geübten Tätigkeit.
Auch aus dem Umstand, dass die Beschwerde
füh
rerin nur zu 50
%
in gemeinschaftlicher Arbeit eingesetzt wurde, lässt sich eine vor
her eingetretene relevante Arbeitsunfähigkeit nicht mit genü
gender Wahr
scheinlichkeit
ableiten
.
Abzustellen ist vielmehr auf di
e
echtzeit
liche
Einschät
zung im Bericht des RAD-Arztes.
Frühestmöglicher
Rentenbeginn ist somit der
1.
Januar 2012 (
vgl.
Art.
28
Abs.
1
lit
. b sowie
Art.
29
Abs.
1 und 3 IVG).
Strittig und zu prüfen sind
im Folgenden
die Statusfrage und das
Invalidenein
kommen
.
4.
4.1
Sowohl im Rahmen einer erstmaligen Prüfung des Rentenanspruches als auch an
lässlich einer Rentenrevision (
Art.
17
Abs.
1 ATSG) stellt sich unter dem Ge
sichtspunkt des
Art.
28a
Abs.
3 IVG in Verbindung mit
Art.
16 und 7
Abs.
2 ATSG die Frage nach der anwendbaren
Invaliditätsbemessungsmethode.
Ob eine versicherte Person als ganztägig oder zeitweilig erwerbstätig oder als nichterwerbstätig einzustufen ist, führt je zur Anwendung einer anderen Me
thode der Invaliditätsbemessung (Einkommensvergleich, Betätigungsvergleich, gemischte Methode) und ergibt sich aus der Prüfung, was die Person bei im Üb
rigen unveränderten Umständen täte, wenn keine gesundheitliche Beeinträchti
gung bestünde. Entscheidend ist nicht, welches Ausmass der Erwerbstätigkeit
der versicherten Person im Gesundheitsfall zugemutet werden könnte, sondern in
welchem Pensum sie hypothetisch, d.h. ohne Gesundheitsschaden, aber bei sonst
gleichen Verhältnissen, erwerbstätig wäre (
Art.
27
bis
der
Verordnung über die Invalidenversicherung, IVV
). Die gemischte Methode bezweckt damit eine mög
lichst wirklichkeitsgerechte Bemessung des Invaliditätsgrades (BGE 133 V 504 E. 3.3 mit Hinweisen).
Die Statusfrage beurteilt sich praxisgemäss nach den Verhältnissen, wie sie sich bis zum Erlass der Verwaltungsverfügung entwickelt haben. Dabei sind die kon
krete Situation und die Vorbringen der versicherten Person nach Massgabe der
allgemeinen Lebenserfahrung zu würdigen. Für die hypothetische Annahme ei
ner
im Gesundheitsfall ausgeübten (Teil-)Er
werbs
tätigkeit ist der im
Sozialversi
che
rungsrecht
übliche Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit erfor
der
lich (
BGE 137 V 334
E. 3.2,
130 V 393
E. 3.3,
125 V 146
E. 2c, je mit Hin
wei
sen)
.
4.2
Die IV-Stelle stützt
e
sich
hinsichtlich der Statusfrage
auf das Ergebnis der am
8.
Dezember 2011
durchgeführten Haushaltabklärung
(
Urk.
8/30)
. Dabei kam die Abklärungsperson zum Schluss, die Beschwerdefü
hrerin
wäre bei Gesundheit
zu
50
%
im Erwerb
s-
und
zu
50
%
im Haushalt
bereich
tätig
. Dies obschon die Ver
sicherte
–
die alleine in einer Einzimmerwohnung wohnt –
auf die entspre
chen
de
Frage angegeben hatte, im Gesundheitsfall würde sie einem
vollen
Er
werbs
pen
sum
nachgehen
;
dies
zum einen aus
finanziellen Gründen, zum ande
ren habe
sie immer gerne gearbeitet. Zu Hause sei sie immer alleine
;
wenn sie arbeite
,
habe
sie soziale Kontakte
.
Die
von den Angaben der Beschwerdeführerin abweichende
Einschätzung be
grün
dete die Abklärungsperson damit,
es sei zwar gemäss IK-Auszug nach
voll
ziehbar, dass die Versicherte bis
ins
Jahr 2003 mit tiefem Einkommen in ei
nem 100%-Pensum tätig gewesen
sei
. Von 2006 bis 2011 habe die Versicherte aber
im Ausmass von 50
% an einem Integrationsprojekt teilgenommen. Da die War
te
zeit gemäss RAD erst im Januar 2011 zu eröffnen sei und die Versicherte be
reits seit sieben Jahren
nicht
zu
mehr als 50
%
gearbeitet habe, könne nicht von einer vollen Erwerbstätigkeit bei voller Gesundheit ausgegangen werden. Dazu
komme, dass die Versicherte die 50%ige Restarbeitsfähigkeit auch nicht ver
werte.
4.
3
Die Versicherte
war
im Jahr 1984 in die Schweiz
eingereist und führte
seither
di
verse Hilfstätigkeit aus; d
ies grösstenteils in einem Voll
-
, teilweise
in einem
Teil
zeitpensum
oder
auf Abruf (
Urk.
8
/3
/1
)
,
unterbrochen
durch
Phasen
von
Ar
beitslosigkeit (
Urk.
8
/11)
. Zuletzt war sie vom
1.
Februar 2001 bis 30.
September 2002
vollzeitlich
bei der
C._
AG in
D._
zu einem
Stunden
lohn von
Fr.
16.-- brutto
(
Urk.
3/6
und
Urk.
8/3/2
) und von
Oktober 2002
bis
März 2003
ebenfalls in einem 100%-Pensum bei der
E._
GmbH (
Urk.
3/7)
mit einem Monatslohn
von
Fr.
3‘400.--
beschäftigt
.
Danach
meldete sie
sich – eben
falls für eine ganztägige, 100%ige Tätigkeit –
beim
Regionalen
Arbeits
ver
mittlungszentrum
(RAV)
F._
zur Arbeitsvermittlung an
(
Urk.
3/8
)
und bewarb sich auf entsprechende Stellen (
Urk.
3/9)
.
Von Mai 2003 bis De
zem
ber
2004 bezog
sie
Arbeitslosenentschädigung
;
daneben
erzielte
sie
zwei
gering
fügige Zwischenverdienste
. Anschliessend ging sie keiner
bezahlten
Erwerbs
tätig
keit mehr nach (
Urk.
3/11). Von Januar 2006 bis Januar 2011 war
sie
zu 50
%
in
einem Integrationsprojekt der S
tadt
Y._
beschäftigt
.
4.
4
Die Angabe der Beschwerdeführerin, wonach sie im Gesundheitsfall einer vollen Erwerbstätigkeit nachgehen würde, erscheint angesichts
ihrer
Erwerbsbiogra
phie
,
dem Umstand,
dass sie alleinstehend ist,
für ihren Unterhalt alleine auf
kommen muss (vgl. Scheidungsurteil vom
April
1991
,
Urk.
8/9
) und
während Jahren eine volle Erwerbstätigkeit ausgeübt beziehungsweise auf dieser Basis
Ar
beits
losenentschädigung
bezogen hat
, als
plausibel
.
Hinweise, wonach die Be
schwerdeführerin aus freien Stücken keiner 100%igen Arbeitstätigkeit mehr
nach
ging bzw. nachgehen würde
, gibt es keine.
Daran ändert nichts, dass
die Ver
sicherte – die
laut Abklärungsbericht
seit 1996 vom Sozialzentrum
unter
stützt wird –
im Integrationsprojekt der Stadt
Y._
nur zu 50
%
beschäftig wurde
, zumal
ihr
die gemeinnützige Arbeit letztlich
zugewiesen wurde
und
sie auch da
häufig aus gesundheitlichen Gründen abwesend war (
Urk.
8/16 S. 6 f.).
Auch wenn das Wartejahr entsprechend der aktuellen Einschätzung des RAD-Arztes erst am 1
1.
Januar 2011 zu eröffnen ist
(vgl. auch E. 3.2)
,
bestehen
doch Hinweise
dafür, dass
die Beschwerdeführerin schon längere Zeit vor der
Anmel
dung bei der Invalidenversicherung
in ihrer Arbeitsfähigkeit gesundheitsbedingt eingeschränkt war
.
Bereits im August 2002 begründete sie
ihre
Kündigung der Arbeitsstelle bei der
C._
AG mit gesundheitlichen Gründen („immer starke Muskelschmerzen am ganzen Rücken“,
Urk.
8/3/2
).
Sie
berichtete der
Ab
klärungsperson
,
eine Kollegin habe ihr
anschliessend die Stelle im Restaurant
E._
vermittelt und ihr gesagt, sie müsse dort keine körperlich schweren Arbeiten
verrichten
. Dies sei dann aber anders gewesen und der Arzt habe sie krankgeschrieben, worauf sie vom Arbeitgeber die Kündigung erhalten habe
(
Urk.
8/
3
0 S. 3)
. Der Hausarzt
Dr.
B._
,
bei dem sie seit Juni 2006 in Behand
lung
steht,
wies
ebenfalls
auf einschränkende
lumbale Rückenschmerzen
seit 2003 hin
,
die immer wieder physiotherapeutisch behandelt worden seien
(Urk.
8/14/1-7
Ziff.
1.4)
. Dieser Einschätzung legte er einen Rapport
vom
1
8.
September 2002
bei
,
in dem Dr.
med.
G._
,
Facharzt für
Rheumatologie und
I
nnere Medizin FMH,
von einem subakuten
lumbovertebralen
Syndrom bei
sk
olioti
scher
Wirbel
säulenfehlform
und schmerzhafter seg
mentale
r
Dysfunktion am
lumbosacr
alen
Übergang, mit Verdacht auf Reizzustand des Ligamen
tum
ile
o
lumbale
links, be
richtet hatte (
Urk.
8/14/22-23)
.
Dr.
B._
bemerkte zudem, auch
im geschützten Rahmen
sei die Versicherte
seit 2007
kontinuierlich überfordert
gewesen
, dies
pri
mär aufgrund der chronischen, nur schwierig zu behandelnden Rücken
schmer
zen (
Urk.
8/14/1-7
Ziff.
1.4).
Zusammenfassend
ergibt sich
, dass die Beschwerdeführerin im Gesundheitsfall mit überwiegender Wahrscheinlichkeit –
und
entsprechend ihren eigenen Anga
ben – zu 100
%
erwerbstätig wäre.
Für die Anwendung der gemischten Methode be
steht daher kein Raum. Vielmehr ist die Beschwerdeführerin als
im
Gesund
heitsfall
Vollerwerbstätige einzustufen
und entsprechend die
Einkommensver
gleichsmethode
anz
u
wenden
.
5.
5.1
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss
Art.
16 ATSG in Verbindung mit
Art.
28a
Abs.
1 IVG
wie erwähnt
aufgrund eines
Einkommens
vergleichs
zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen
Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumut
bare
Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog.
Invali
den
einkommen
), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der
Ein
kommensvergleich
hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt (allgemeine Methode des
Einkommensver
gleichs
; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
5.
2
Vorliegend sind
Validen und Invalideneinkommen
–
mit
den Parteien
(
Urk.
1
S.
5,
Urk.
2 S.
2 und
Urk.
8/31 S.
2)
–
gestützt auf die Tabellenlöhne der Schwei
zerischen Lohnstru
kturerhebung (LSE) zu bestimmen.
Dabei ist
vom glei
chen
Ta
bellenlohn
(dem Mittelwert von Frauen in einfachen und repetitiven
Tätigkeiten)
auszugehen.
Unter diesen Umständen entspricht der
Invaliditäts
grad
dem Grad der Arbeitsunfähigkeit unter Berücksichtigung eines allfälligen Ab
zugs vom Ta
bellenl
ohn gemäss BGE 126 V 75 (
vgl. etwa
Urteil
des Bundes
ge
richts 9C_
215
/2010 vom
2
0.
April
2010 E.
5.2
mit Hinweisen;
ferner
Urteil des Bun
des
gerichts 9C_311/2013 vom 12.
November 2013 E. 6.3).
5.3
Die Beschwerdegegnerin hat vom Tabellenlohn einen leidensbedingten Abzug von
10
%
vorgenommen
und diesen mit dem eingeschränkt
en
Tätigkeitsspekt
rum
begründet
.
Unberücksichtigt blieb dabei der erhöhte Pausenbedarf.
Die Be
schwerdeführerin
ist
zwar laut Einschätzung des RAD-Arztes noch zu 50
%
ar
beitsfähig
;
es
verbleiben
ihr
bei sechs Stunden Präsenzzeit aufgrund eines erhöh
ten Pausenbedarfs von zwei Stunden pro Tag
allerdings
lediglich vier effektive Arbeitsstunden
. Insgesamt rechtfertigt sich deshalb ein leidensbedingter Abzug von 15
%
, so dass sich bei einer
Arbeits
(
un
)
fähigkeit
von 50 % ein
Invalidi
täts
grad
von 57.5
%
([1
–
0.5 x 0.
85] x 100)
und
damit
ein Anspruch auf eine halbe Rente
ergibt.
Derselbe Rentenanspruch resultierte
unter der – in der Beschwerde
vertretenen
– Annahme, die Beschwerdeführerin sei entsprechend der effektiv zumutbaren täglichen Arbeitszeit von vier Stunden nur zu
rund
48
%
(
nämlich
während
20 der 41.7 durchschnittlichen
Arbeitsstunden pro Woche
im
Jahr
2012)
arbeitsfähig
,
und
unter Berücksichtigung eines
leidensbedingten Abzug
s
von 10
%
([1 – 0.
48 x 0
.
9
] x 100
;
entspricht
56.8
%
).
Nach dem Gesagten
besteht
ab
1.
Januar 2012
Anspruch auf eine
halbe Rente
.
6.
Gestützt auf Art. 69 Abs. 1
bis
IVG ist das Beschwerdeverfahren vor dem kanto
nalen Versicherungsgericht bei Streitigkeiten um die Bewilligung oder die Ver
weigerung von IV-Leistungen kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem Ver
fahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert unter Berücksichtigung des ge
setzlichen Rahmens (Fr. 200.-- bis Fr. 1‘000.--) auf Fr. 700.-- festzusetzen
und ausgangsgemäss der Beschwerdegegnerin
aufzuerlegen.
Das
Gesuch
der Be
schwerdeführerin
um unentgeltliche Prozessführung
erweist sich dementspre
ch
end als
obsolet.
Eine Prozessentschädigung entfällt, da nach gefestigter Praxis eine durch eine In
stitution der öffentlichen Sozialhilfe vertretene obsiegende Partei keinen An
spruch auf Parteientschädigung hat (BGE 126 V 11).