# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 11984192-1985-4746-9d2e-71b491445843
**Court:** GR_KG
**Chamber:** GR_KG_006
**Year:** 2022
**Language:** de
**Jurisdiction:** GR / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt
A.a. Das Grundstück Nr. C._ in der Gemeinde D._ ist in Stockwerkeigentum aufgeteilt. B._ ist Alleineigentümerin der Stockwerkeinheit Nr. E._ und hälftige Miteigentümerin der Stockwerkeinheit Nr. F._. A._ ist Alleineigentümer des nördlich und westlich angrenzenden Grundstücks Nr. G._. Seit dem Jahr 1998 lasten auf dem Grundstück Nr. G._ zu Gunsten des Grundstücks Nr. C._ zwei Grunddienstbarkeiten, nämlich ein Fuss- und Fahrwegrecht sowie ein Parkplatzbenützungsrecht.
A.b. Die Parteien stehen seit Jahren in Auseinandersetzungen um die Ausübung der Dienstbarkeiten. Ein im Jahr 2013 beim damaligen Bezirksgericht Surselva (heute: Regionalgericht Surselva) hängig gemachtes Verfahren konnte im Jahr 2015 zufolge Vergleichs abgeschrieben werden (Proz. Nr. 115-2013-7). Am 20. August 2015 gelangte B._ erneut mit Klage ans Bezirksgericht Surselva. Anlässlich der Hauptverhandlung vom 26. April 2016 schlossen die Parteien wiederum einen Vergleich, wobei sie die Dienstbarkeiten neu definierten (Ziffern 2 und 3 des Vergleichs) und eine Freihaltepflicht (Ziffer 4 des Vergleichs) vereinbarten. Mit Entscheid vom 26. April 2016 schrieb das Bezirksgericht Surselva das Verfahren als durch Vergleich erledigt ab (Proz. Nr. 115-2015-15). Gestützt auf den Vergleich vom 26. April 2016 schlossen B._ und A._ am 9. Mai 2017 einen neuen Dienstbarkeitsvertrag ab. Dabei wurden die bisherigen beiden Grunddienstbarkeiten durch zwei neue Grunddienstbarkeiten ersetzt.
A.c. Im Sommer 2020 liess B._ auf dem Grundstück Nr. C._ einen zusätzlichen Parkplatz erstellen, der unmittelbar an die Parkierungsfläche auf Grundstück Nr. G._ angrenzt. Daraufhin, Ende 2020, errichtete A._ auf der Grenze zwischen dem Grundstück Nr. G._ und dem Grundstück Nr. C._ einen Holzzaun.
B. Mit Eingabe vom 15. Juni 2021 ersuchte B._ das Regionalgericht Surselva um Vollstreckung der Freihaltepflicht gemäss Ziffer 4 des im Jahr 2016 abgeschlossenen gerichtlichen Vergleichs. Mit Entscheid vom 2. August 2021 erkannte das Regionalgericht Surselva Folgendes:
1. Dem Gesuchsgegner wird in Vollstreckung von Ziffer 4 (Freihaltepflicht) des im Abschreibungsentscheid des Regionalgericht Surselva vom 26./28. April 2016 (Proz. Nr. 115-2015-15) enthaltenen Vergleichs vom 26. April 2018 [sic!] befohlen, den auf dem Grundstück Nr. H._ [recte: Nr. G._] an der gemeinsamen Grundstücksgrenze zur Parzelle Nr. C._ aufgestellten Holzzaun
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bis spätestens am 16. August 2021 auf eigene Kosten zu beseitigen und den alten Zustand wiederherzustellen.
2. Kommt der Gesuchsgegner dieser Anordnung gemäss  1 nicht innert der vom Gericht gesetzten Frist nach, so wird die Gesuchstellerin ermächtigt, den Holzzaun auf Kosten des Gesuchsgegners selber zu beseitigen oder durch einen Dritten beseitigen zu lassen. Der Gesuchsgegner wird diesfalls verpflichtet, der Gesuchstellerin die entsprechenden Kosten zu erstatten.
3. Dem Gesuchsgegner wird untersagt, inskünftig Gegenstände jeglicher Art auf den Weg und den Parkplatz auf Parzelle Nr. H._ [recte: Nr. G._], D._, abzustellen.
Das Verbot gemäss Dispositiv-Ziffer 3 ergeht unter dem ausdrücklichen Hinweis auf Art. 292 StGB, wonach mit Busse bestraft wird, wer der von einer zuständigen Behörde oder einem zuständigen Beamten unter Hinweis auf die Strafandrohung dieses Artikels an ihn erlassenen Verfügung nicht Folge leistet (Art. 343 Abs. 1 lit. a ZPO).
4.1. Die Gerichtskosten inkl. Kosten des superprovisorischen Entscheids in Höhe von CHF 1'500.00 gehen zu 7/8 zu Lasten des Gesuchsgegners (CHF 1'312.50) und zu 1/8 zu Lasten der Gesuchstellerin (CHF 187.50). Sie werden gesamthaft mit dem von der Gesuchstellerin geleisteten Vorschuss von CHF 1'500.00 verrechnet. Der Gesuchsgegner hat der Gesuchstellerin den Kostenvorschuss im Umfang der ihm auferlegten Kosten, nämlich in der Höhe von CHF 1'312.50 zu ersetzen.
4.2. Der Gesuchsgegner wird verpflichtet, der Gesuchstellerin eine reduzierte Parteientschädigung in der Höhe von CHF 1'125.00 (inkl. Barauslagen und Mehrwertsteuer) zu bezahlen.

## Considerations