# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 53cb49ee-7b2a-4be3-b92c-a57501db9a99
**Court:** SG_VGN
**Chamber:** SG_VGN_001
**Year:** 2006
**Language:** de
**Jurisdiction:** SG / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

hat das Verwaltungsgericht festgestellt:
A./ E. B. ist Eigentümer der Parzelle Nr. 741, A., Grundbuch M. Das 48'638 m2 grosse
Grundstück liegt gemäss Zonenplan A./Sch. vom 4./22. Mai 1988 in der
Landwirtschaftzone. Eine kleine Fläche der Parzelle ist dem übrigen Gemeindegebiet
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zugewiesen, eine weitere Fläche ist Wald. Das Grundstück ist teilweise mit einer Zone
für Skiabfahrts- und Skiübungsgelände überlagert. In südöstlicher Richtung befindet es
sich zunächst in der Ebene, dann steigt es mit mittlerem Gefälle an.
Die Parzelle Nr. 741 grenzt im Südwesten an das teils der Kernzone Dorf, teils der
Landwirtschaftszone zugeteilte Grundstück Nr. 3757, das sich im Eigentum von R.B.
befindet. Im Nordosten grenzt die Parzelle an das unüberbaute Grundstück Nr. 52 von
P.B., das der Landwirtschaftszone und zu einem kleinen Teil dem übrigen
Gemeindegebiet zugeordnet ist. Die nordöstliche Parzellengrenze verläuft teilweise
einer Friedhofmauer entlang. Friedhof und Kirche liegen auf der Parzelle Nr. 48 in der
Zone für öffentliche Bauten und Anlagen.
B./ Am 1. Juli 2002 reichten E. und B. B.-H. ein Baugesuch ein. Danach sollen auf dem
flachen, der Friedhofmauer vorgelagerten Teil der Parzelle Nr. 741 ein Stallgebäude,
eine Remise sowie eine Zufahrt erstellt werden.
Während der Auflagefrist erhoben unter anderen R.B. und P.B. Einsprache beim
Gemeinderat M. R.B. berief sich auf die vom Bauvorhaben ausgehenden Lärm- und
Geruchsbelästigungen, während P.B. geltend machte, es verunstalte das Ortsbild und
störe die Friedhofsruhe.
Am 1. Dezember 2003 erteilte der Gemeinderat M. die Baubewilligung und wies die

## Considerations

öffentlich-rechtlichen Einsprachen im Sinn der Erwägungen ab. Die Abweisung der
Einsprachen wird unter anderem damit begründet, ein Gutachten von K., vom 1.
September 2003 (Gutachten K. I) zeige auf, dass die Vorschriften der Luftreinhalte-
Verordnung (SR 814.318.142.1, abgekürzt LRV) eingehalten seien.
Am 12. Dezember 2003 widerrief der Gemeinderat M. die Baubewilligung und die
Einspracheentscheide vom 1. Dezember 2003. Der Widerruf wurde damit begründet,
das Gutachten K. I beruhe auf einem Fehler, indem für die Mastkälber ein falscher
Faktor verwendet worden sei. Die korrigierte Berechnung des Experten vom 8.
Dezember 2003 (Gutachten K. II) ergebe, dass die Baute den geforderten
Mindestabstand zum benachbarten Wohnhaus deutlich unterschritte.
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Am 15. Juli 2004 erteilte der Gemeinderat M. die Baubewilligung erneut. Am gleichen
Tag wies er die öffentlich-rechtlichen Einsprachen von R.B. und P.B. betreffend
Verunstaltung des Ortsbildes, Luftreinhaltung und Lärmschutz im Sinn der Erwägungen
ab. Gleichzeitig hiess er die Einsprachen, soweit privatrechtlicher Natur, im Sinn der
Erwägungen gut. Der Einspracheentscheid wird u.a. damit begründet, R.R. habe im
Auftrag der Bauherrschaft am 29. März 2004 ein weiteres Gutachten erstellt. Dieses
Gutachten (Gutachten R.) zeige auf, dass der Mindestabstand zwar leicht
unterschritten werde, aber zumutbar sei.
C./ Gegen die Einspracheentscheide des Gemeinderates M. vom 15. Juli 2004 erhoben
R.B. und P.B. am 29. Juli 2004 Rekurs beim Baudepartement. Am gleichen Tag
reichten sie zudem gegen den Entscheid des Gemeinderates M. betreffend die
Baubewilligung Rekurs bei der Regierung Rekurs ein und beantragten, die beiden
Rekursverfahren seien zu koordinieren. Dieser Rekurs wurde dem Baudepartement zur
Bearbeitung überwiesen. Am 19. August 2004 stellten R.B. und P.B. folgende
Rechtsbegehren: Die Entscheide des Gemeinderates M. vom 15. Juli 2004 betreffend
die Baubewilligung für den Stallbau von E. und B. B.-H. sowie betreffend die
Einsprachen von R.B. und P.B. seien aufzuheben und die Baubewilligung sei zu
verweigern. Eventuell seien die Entscheide des Gemeinderates M. vom 15. Juli 2004
aufzuheben und die Angelegenheit sei zur Neubeurteilung an diesen zurückzuweisen.
Die Rekurrenten machten die Verletzung von Verfahrensvorschriften geltend. In
materieller Hinsicht rügten sie, der Standort der Baute sei unzulässig. Sodann
verunstalte sie das Orts- und Landschaftsbild und halte den Mindestabstand zur
bewohnten Zone nicht ein. Das Baudepartement wies den Rekurs am 6. Juli 2005 ab,
nachdem es Stellungnahmen des Amtes für Raumentwicklung (ARE) und des Amtes für
Umweltschutz (AFU) eingeholt und einen Augenschein durchgeführt hatte. Ziff. IV des
Bauentscheids des Gemeinderats M. vom 15. Juli 2004 betreffend Baubewilligung
2004-0093 wurde mit folgender Auflage ergänzt: Die Entlüftung erfolgt mittels einer
Unterdruck-Lüftung über die Südostfassade des Bauvorhabens sowie mit Hilfe eines
Rollvorhangs (Ziff. 2 des Entscheids).
D./ Am 20. Juli 2005 erhoben R.B. und P.B. gegen den Entscheid des
Baudepartementes vom 6. Juli 2005 Beschwerde beim Verwaltungsgericht. Sie stellen
die Rechtsbegehren, der Entscheid sei aufzuheben und die Baubewilligung sei zu
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verweigern (Ziff. 1); eventauliter sei der Entscheid aufzuheben und die Angelegenheit
sei zur Neubeurteilung an den Gemeinderat M. zurückzuweisen (Ziff. 2); eventualiter sei
die Erteilung der Baubewilligung zu sistieren, bis über die neue Konzessionierung des
Skilifts in A. entschieden sei (Ziff. 3), unter Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten
des Rekursgegners (richtig: Beschwerdegegners), eventualiter zu Lasten der
Verfahrensvorschriften verletzenden Behörde (Ziff. 3). R. B. und P. B. rügen, die
Vorinstanz habe den Sachverhalt unrichtig und unvollständig festgestellt und sie habe
sowohl formelles wie auch materielles Recht verletzt.
Das Baudepartement nahm am 29. September 2005 Stellung und beantragte, die
Beschwerde sei abzuweisen. Der Gemeinderat M. stellte am 18. Oktober 2005 das
Rechtsbegehren, der Beschwerde sei keine Folge zu geben. Auch E. und B. B.-H.
hielten am 30. Oktober 2005 dafür, der Beschwerde sei keine Folge zu geben.
Darüber wird in Erwägung gezogen:
1. Die Sachurteilsvoraussetzungen sind von Amtes wegen zu prüfen:
a) Die Zuständigkeit des Verwaltungsgerichts ist gegeben. Nach Art. 59bis des
Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege (sGS 951.1, abgekürzt VRP) beurteilt das
Verwaltungsgericht Beschwerden gegen Entscheide der Departemente, sofern kein
ordentliches Rechtsmittel an eine Verwaltungsbehörde oder eine
verwaltungsunabhängige Kommission des Bundes offen steht. Sodann entsprechen
die Beschwerdeeingabe vom 20. Juli 2005 und ihre Ergänzung vom 7. September 2005
zeitlich, formal und inhaltlich den gesetzlichen Anforderungen (Art. 64 Abs. 1 in
Verbindung mit Art. 47 Abs. 1 und Art. 48 Abs. 1 und 2 VRP). Insoweit sind die
Prozessvoraussetzungen erfüllt.
b) Nach Art. 64 Abs. 1 in Verbindung mit Art. 45 Abs. 1 VRP ist zur Beschwerde
legitimiert, wer an der Aenderung oder Aufhebung des Entscheides ein eigenes
schutzwürdiges Interesse dartut. Was die Legitimation von Nachbarn zur
Beschwerdeführung anbetrifft, ist nach ständiger Rechtsprechung des
Verwaltungsgerichts eine enge räumliche Beziehung zum Baugrundstück erforderlich.
Sodann muss der Nachbar direkt und in höherem Mass als irgendjemand in den
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eigenen Interessen beeinträchtigt werden (vgl. Cavelti/Vögeli,
Verwaltungsgerichtsbarkeit im Kanton St. Gallen, St. Gallen 2003, Rz. 414 mit
Hinweisen).
aa) Der Nachbar hat das Rechtsschutzinteresse nach der st. gallischen Praxis für jede
einzelne Rechtsbehauptung nachzuweisen. Er muss den eigenen Vorteil geltend
machen, den er daraus zieht, oder den Nachteil, der abgewendet wird, wenn die
Beschwerde gutgeheissen wird. In der Regel sind dies praktische, tatsächliche,
wirtschaftliche oder ideelle, gleichsam handfest Belange, um deren Willen der Nachbar
die Verfügung anficht. Das schutzwürdige Interesse besteht somit im praktischen
Nutzen, den die erfolgreiche Beschwerde der beschwerdeführenden Partei in ihrer
rechtlichen oder tatsächlichen Situation einbringen würde (GVP 1996, Nr. 59 mit
Hinweis). Dieses Erfordernis ist kaum problematisch, wenn sich der Nachbar auf
Bestimmungen beruft, denen eine nachbarschützende Funktion zukommt, wie
insbesondere den Vorschriften über Gebäude- und Grenzabstände, die zulässige
Ausnützung, die Geschosszahl und Gebäudehöhe oder die zonenkonformen
Immissionen. Nicht zugelassen zur Beschwerde wird der Nachbar aber, wenn er sich
auf die Nichteinhaltung von Abstandsvorschriften auf der ihm abgewandten Seite
beruft und er nicht nachzuweisen vermag, weshalb er von der Verletzung in höherem
Mass betroffen ist als die Allgemeinheit (vgl. Cavelti/Vögeli, a.a.O., Rz. 416 mit
Hinweisen).
bb) Die Beschwerdeführer sind Eigentümer von Grundstücken, die unmittelbar an
dasjenige angrenzen, auf dem der Bau eines Stalls, einer Remise und einer Zufahrt
bewilligt worden ist. Sie berufen sich in materieller Hinsicht darauf, die Vorinstanz habe
die Grundsätze der Abstandsberechnung der von der Eidgenössischen
Forschungsanstalt für Agrarwirtschaft und Landtechnik, Tänikon (FAT) erlassenen
Empfehlungen zu Mindestabständen für Tierhaltungsanlagen aus dem Jahr 1995 (FAT-
Richtlinie Nr. 476) in mehrfacher Hinsicht unrichtig angewendet. Sie habe deshalb zu
Unrecht festgestellt, der danach geforderte Mindestabstand werde insbesondere
bezüglich des Grundstücks Nr. 3757 des Beschwerdeführers I gewahrt.
Nach Art. 3 Abs. 1 LRV müssen neue stationäre Anlagen so ausgerüstet und betrieben
werden, dass sie die im Anhang 1 festgelegten Emissionsbegrenzungen einhalten. In
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Bezug auf Geruchsemissionen aus Tierhaltungsanlagen enthält Anhang 1 LRV keine
Emissionsgrenzwerte. Gemäss Anhang 2 Ziff. 512 Abs. 1 LRV müssen die nach den
anerkannten Regeln der Tierhaltung erforderlichen Mindestabstände zu bewohnten
Zonen eingehalten werden. Als solche gelten insbesondere die Empfehlungen der FAT.
Unter "bewohnte Zonen" sind ausschliesslich an die Landwirtschaftszone grenzende
Bauzonen im Sinn von Art. 15 des Raumplanungsgesetzes (SR 700, abgekürzt RPG) zu
verstehen (vgl. dazu BGE 126 II 45).
Der Beschwerdeführer I ist Eigentümer des an die Parzelle Nr. 741 angrenzenden
Grundstücks Nr. 3757, das teils in der Kernzone Dorf, teils in der Landwirtschaftszone
liegt und mit einem Wohnhaus überbaut ist. Er ist demzufolge berechtigt zu rügen, der
Mindestabstand zur Zonengrenze gemäss FAT-Richtlinie Nr. 476 sei nicht eingehalten
und er habe deshalb mit unzulässigen Geruchsbelästigungen zu rechnen. Anders
verhält es sich bezüglich des Beschwerdeführers II. Er ist Eigentümer des an die
Parzelle Nr. 741 angrenzenden unüberbauten Grundstücks Nr. 52, das der
Landwirtschaftszone und zu einem kleinen Teil dem übrigen Gemeindegebiet
zugeordnet ist. Auch sein Grundstück Nr. 4570, das nicht an das Grundstück Nr. 741
angrenzt, und auf dem sich ein Wohnhaus befindet, liegt im übrigen Gemeindegebiet.
Flächen, die der Landwirtschaftszone oder dem übrigen Gemeindegebiet zugewiesen
sind, gelten im Kanton St. Gallen als Nichtbaugebiet (vgl. B. Heer, St. Gallisches Bau-
und Planungsrecht, Bern 2003, Rz. 88). Zutreffend ist zwar, dass auch Nachbarn, die
sich nicht in der Bauzone befinden, Anrecht auf Schutz vor lästigen und schädlichen
Immissionen und insbesondere auf Einhaltung von Mindestabständen haben (vgl. BGE
126 II 45). Auf die Mindestabstandsregelung der FAT-Richtlinie Nr. 476 können sie sich
indessen nicht berufen. Hinzu kommt, dass der Beschwerdeführer II nicht geltend
macht, der Mindestabstand gemäss dieser Richtlinie werde bezogen auf seine
Grundstücke nicht eingehalten und dass es diesbezüglich deshalb auch an einer
Begründung fehlt (Art. 64 Abs. 1 in Verbindung mit Art. 48 Abs. 1 VRP). Die
Beschwerde des Beschwerdeführers II kann deshalb in dieser Hinsicht nicht an die
Hand genommen werden.
cc) Zu prüfen ist weiter, ob auf die Beschwerde eingetreten werden kann, soweit die
Beschwerdeführer geltend machen, die bewilligte Baute halte den vorgeschriebenen
Abstand gemäss FAT-Richtlinie Nr. 476 zu Friedhof und Kirche nicht ein, was dazu
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führe, dass Besucher des Friedhofs und Kirchgänger - so auch die Beschwerdeführer
selber - durch Geruchsbelästigungen in ihrer Andacht gestört würden.
Der Nachbar ist grundsätzlich nicht berechtigt zu rügen, die zu erwartenden
Immissionen beeinträchtigten die Interessen in einem weiteren Bereich des
Gemeindegebiets (vgl. Cavelti/Vögeli, a.a.O., Rz. 417 mit Hinweis). Dementsprechend
kann er nicht geltend machen, das Bauvorhaben verletze den minimalen Abstand zu
einer Zone, wo sich ein Drittgrundstück befindet. Eine Ausnahme liegt dann vor, wenn
eine Ausnahmebewilligung nach Art. 77 des Baugesetzes (sGS 731.1, abgekürzt BauG)
erteilt worden ist (vgl. Heer, a.a.O., Rz. 942 mit Hinweis auf GVP 1998 Nr. 27). Die
Beschwerdeführer behaupten nicht, dies treffe im vorliegenden Fall zu. Sie berufen sich
vielmehr darauf, die Vorinstanz verletze Recht, weil sie davon ausgehe, die FAT-
Richtlinie Nr. 476 sei gegenüber einer Zone für öffentliche Bauten und Anlagen nicht
anwendbar. Sodann würden Art. 11 des Umweltschutzgesetzes (SR 814.01, abgekürzt
USG) und Art. 1 des Schweizerischen Zivilgesetzbuches (SR 210) die Einhaltung eines
angemessenen Abstands gebieten.
Als Friedhofbesucher und Kirchgänger werden die Beschwerdeführer durch den
Standort der bewilligten Baute in ihren Interessen nicht mehr belastet als Dritte, die
sich in diesem Bereich aufhalten, weshalb auf die Beschwerde in diesem Punkt nicht
eingetreten werden kann. An dieser Beurteilung ändert nichts, dass sie sich auf ein
Urteil des Bundesgerichts berufen, wonach bei projektierten Mobilfunkanlagen alle
Personen einspracheberechtigt sind, die innerhalb eines Radius wohnen, ausserhalb
dessen in jedem Fall eine tiefere Strahlung als 10 Prozent des Anlagengrenzwertes
erzeugt wird und die Einspracheberechtigung dieser Personen nicht davon abhängt, ob
die konkrete Strahlung auf ihrem Grundstück, unter Berücksichtigung der
Leistungsabschwächung gegenüber der Hauptstrahlausrichtung, weniger als 10
Prozent des Anlagegrenzwertes beträgt (BGE 128 II 168 f.; vgl. auch Cavelti/Vögeli,
a.a.O., Rz. 417). Zutreffend ist zwar, dass die in der näheren Umgebung einer
projektierten Mobilfunkanlage wohnenden Personen nach der bundesgerichtlichen
Rechtsprechung durch die von der Anlage ausgehenden Strahlen in besonderer Weise
betroffen und daher zur Beschwerde legitimiert sind. Die Beschwerdelegitimation ergibt
sich anhand einer Berechnungsformel zur Ermittelung des Radius, innerhalb dessen die
Strahlung noch 10 Prozent des Anlagegrenzwerts betragen kann. Das Bundesgericht
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hält diese Vorgehensweise nicht zuletzt deshalb für sinnvoll, weil komplexe
Berechnungen im Einzelfall vermieden werden können (BGE 128 II 170 f.; ZBl
2005/599). Im Fall einer zonenkonformen Stallbaute, von der Geruchsemissionen
ausgehen, ist es indessen weder aus technischen noch aus anderen Gründen
erforderlich, dass Nachbarn nicht nur eigene, sondern auch Interessen Dritter oder
öffentliche Interessen wahrnehmen.
dd) Sodann ist auf die Beschwerde nicht einzutreten, soweit die Beschwerdeführer
geltend machen, der angefochtene Entscheid verletze Art. 93 BauG, weil die bewilligte
Baute verunstaltend wirke.
Nach Art. 93 BauG sind Bauten und Anlagen, Ablagerungen und andere Eingriffe in das
Gelände, die das Orts- und Landschaftsbild verunstalten, untersagt. Nach Art. 93 Abs.
2 BauG ist dem Charakter der Gegend und der Art der Zone bei der Beurteilung
Rechnung zu tragen. Verunstaltung bedeutet eine schwerwiegende Verletzung
ästhetischer Werte; sie ist gleichbedeutend mit einer erheblichen Beeinträchtigung (vgl.
dazu : Zingg, Natur- und Heimatschutz insbesondere nach st. gallischem Recht, Diss.
Zürich 1975, S. 88). Bauten, die in jeder Hinsicht den Zonenvorschriften entsprechen,
können nicht schon deshalb mit dem Eingliederungsgebot unvereinbar bezeichnet
werden, weil sie grössere Ausmasse und eine grössere Nutzungsdichte aufweisen als
die umstehenden Gebäude. In solchen Fällen vermögen nur klar überwiegende
öffentliche Interessen einen Bauabschlag zu rechtfertigen (vgl. GVP 2002 Nr. 12).
Nach der Praxis des Bundesgerichts werden mit
ästhetischen Generalklauseln gewöhnlich ausschliesslich öffentliche Interessen
wahrgenommen und sie schützen die Interessen Privater nur in Einzelfällen (vgl. B.
Zumstein, Die Anwendung der ästhetischen Generalklauseln des kantonalen
Baurechts, Diss. St. Gallen 2001, S. 62 mit Hinweis). Der Nachbar muss konkret
darlegen, in welcher Weise das Bauvorhaben seiner eigenen Liegenschaft Schaden
zufügt. Damit soll dem Nachbar die Möglichkeit eingeräumt werden, sich zur Wehr zu
setzen gegen eine unästhetische Bauweise in der nächsten Umgebung, die einen
objektiv schweren Eingriff in das Orts- und Landschaftsbild und damit eine
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Wertverminderung seines eigenen Grundstücks zur Folge hat (vgl. Zumstein, a.a.O., S.
64 mit Hinweis).
Die Beschwerdeführer begründen nicht näher, inwiefern sie durch das geplante
Gebäude, das ihrer Ansicht nach verunstaltend wirkt, in ihren persönlichen Interessen
unmittelbar und intensiver betroffen sein sollten als Dritte. Sie machen ausschliesslich
öffentliche Interessen geltend, indem sie argumentieren, das Vorhaben beeinträchtige
das Ortsbild von A. massiv und verdecke den Blick auf die Hangwiese, den idyllischen
Hintergrund von Kirche und Friedhof.
ee) Weil die Beschwerdeführer nicht berechtigt sind, geltend zu machen, die bewilligte
Baute verunstalte das Orts- und Landschaftsbild von A., ist ihnen auch die Legitimation
bezüglich der Rüge abzusprechen, der Leiter der Denkmalpflege des Amtes für Kultur,
der dem Projekt am 4. Oktober 2002 aus denkmalpflegerischer Sicht zugestimmt hat,
sei befangen und hätte deshalb in den Ausstand treten müssen. Der Leiter der
Denkmalpflege nimmt als Fachperson öffentliche Interessen wahr. Ebenfalls nicht zu
prüfen ist deshalb ihr Einwand, das Baubewilligungsverfahren für das
landwirtschaftliche Bauvorhaben und das Verfahren betreffend Erlass einer
Schutzverordnung für die Kirche von A. hätten koordiniert werden müssen. Dem Antrag
der Beschwerdeführer, die Beschwerdebeteiligte habe einen Amtsbericht betreffend
den Stand des Verfahrens einer Schutzverordnung zu erstellen, braucht nicht
entsprochen zu werden.
ff) Des weiteren ist die Beschwerde nicht an die Hand zu nehmen, soweit damit gerügt
wird, der Standort des Bauvorhabens sei unzulässig, weil er sich innerhalb einer Zone
für Skiabfahrts- und Skiübungsgelände im Sinn von Art. 19 BauG und Art. 9 des
Baureglements der Beschwerdebeteiligten befinde bzw. die Baubewilligung sei im
Hinblick auf die Aufrechterhaltung des Skibetriebs bis zum Verfall der Konzession für
den Skilift am 30. November 2007 unter Missachtung von Art. 88 BauG erteilt worden.
Zonen für Skiabfahrts- und Skiübungsgelände dienen nach Art. 19 BauG der
Freihaltung von Gelände für die Ausübung des Skisportes. Sie überlagern in der Regel
eine Grundnutzung (vgl. Heer, a.a.O., Rz. 136). Nach Art. 88 Abs. 1 BauG erlischt die
Baubewilligung, wenn die Bauarbeiten nicht innert Jahresfrist nach Rechtskraft
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begonnen werden. Auch in diesem Zusammenhang begründen die Beschwerdeführer
nicht näher, inwiefern sie durch eine allfällige Beeinträchtigung des Skibetriebs durch
die bewilligte Baute direkt und in höherem Mass als andere in den eigenen
schutzwürdigen Interessen beeinträchtigt sein
könnten. Sodann ist die Baubewilligung vom 15. Juli 2004 an die Auflage geknüpft
worden, dass der Skisport bis zum Ablauf der Konzession am 30. November 2007
nicht eingeschränkt oder behindert werden darf und dass die Ausführung etappiert zu
erfolgen hat bzw. dass der südwestliche Teil der Baute vor der Versetzung des Skilifts
nicht gebaut werden darf.
gg) Zusammenfassend ergibt sich, dass der Beschwerdeführer II nicht zur Beschwerde
zuzulassen ist und dass auf die Beschwerde des Beschwerdeführers I im Sinn der
Erwägungen einzutreten ist.
2./ Der Beschwerdeführer rügt, sein rechtliches Gehör sei in mehrfacher Hinsicht
verletzt worden.
a) Die prozessuale Garantie des rechtlichen Gehörs ist in Art. 29 Abs. 2 der
Bundesverfassung (SR 101) verankert. Der Anspruch auf rechtliches Gehör ist das
Recht der Privaten, in einem von einer Verwaltungs- oder Justizbehörde geführten
Verfahren mit ihrem Begehren angehört zu werden, Einblick in die Akten zu erhalten
und zu den für die Entscheidung wesentlichen Punkten Stellung nehmen zu können
(vgl. Häfelin/Müller, Allgemeines Verwaltungsrecht, 4. Aufl., Zürich/Basel/Genf 2002,
Rz. 1672). Die bundesrechtlichen Ansprüche auf rechtliches Gehör stellen
Mindestgarantien dar. Für das Verfahren vor einer kantonalen Behörde sind somit in
erster Linie die kantonalen Prozessvorschriften massgebend (vgl. Cavelti/Vögeli, a.a.O.,
Rz. 79 mit Hinweisen). Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts ist der Anspruch
auf rechtliches Gehör formeller Natur. Seine Verletzung führt somit in der Regel zu einer
Aufhebung des betreffenden Entscheids. Eine Heilung des Mangels im
Rechtsmittelverfahren ist jedoch möglich, wenn der Rechtsmittelinstanz die gleiche
Kognition wie der Vorinstanz zusteht und dem Beschwerdeführer kein Rechtsnachteil
erwächst. Nach der kantonalen Praxis drängt sich eine Rückweisung an die Vorinstanz
auf, wenn dieser bei ihrem Entscheid ein erheblicher Beurteilungsspielraum zukommt.
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Wenn hingegen die unterbliebene Anhörung nachgeholt werden kann und die
Rechtsmittelbehörde mit derselben Kognition entscheidet, wird eine Heilung
zugelassen (vgl. Cavelti/Vögeli, a.a.O., Rz. 81 und 990 je mit Hinweisen).
b) Unbegründet ist die Rüge des Beschwerdeführers, die Beschwerdebeteiligte habe
Vorschriften über die Verfahrenskoordination (vgl. Gesetz über die
Verfahrenskoordination in Bausachen, sGS 731.2 und Verordnung über
Verfahrenskoordination und Fristen in Bausachen, sGS 731.21) verletzt, weil sie die