# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** b09ca8ac-9bb3-4805-845b-36dadf99473b
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2018
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
1.1
X._, geboren 1977, leidet an einem systemischen Lupus erythe
matodes und meldete sich am 15. November 2003 bei der Invalidenversi
cherung zum Rentenbezug an (Urk. 7/4).
Mit Verfügung vom 10. September 2004 verneinte die Sozialversicherungsan
stalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, einen Rentenanspruch (Urk. 7/24).
Die dagegen am 7. Oktober 2004 erhobene Einsprache (Urk. 7/32) hiess die IV
Stelle mit Einspracheentscheid vom 20. Oktober 2006 gut, wobei sie ausführte, für eine körperlich mittelschwere Tätigkeit bestehe eine Arbeitsun
fähig
keit von 100 %; die bisher ausgeübte Tätigkeit als ungelernte Kleinkindererzie
herin sei eine solche mittelschwere Tätigkeit. Somit müsse der Anspruch auf berufliche Massnahmen beziehungsweise Umschulung geprüft werden (Urk. 7/56 S. 3 un
ten).
1.2
Nach entsprechenden berufsberaterischen Abklärungen (Urk. 7/57-60) erliess die IV-Stelle den Vorbescheid vom 28. Februar 2007, in welchem sie ausführte, die gewünschte Tätigkeit als Kleinkindererzieherin sei nicht behinderungsangepasst, weshalb die entsprechenden Umschulungskosten nicht übernommen würden (Urk. 7/61). Dagegen erhob die Versicherte am 1. und 9. März 2007 Einwände (Urk. 7/64, Urk. 7/66).
Mit Verfügung vom 19.
April 2007 (Urk. 7/68) hielt die IV-Stelle daran fest, dass die Kosten für die absolvierte Ausbildung zur Kleinkindererzieherin, da nicht be
hinderungsangepasst, nicht übernommen würden (S. 1 unten). Eine alternative Tätigkeit komme für die Versicherte zurzeit nicht in Betracht; falls doch, könne sie ein entsprechendes Gesuch in Briefform einreichen (S. 2 oben). Die dagegen am 21. Mai 2007 erhobene Beschwerde (Urk. 7/71) hiess das hiesige Gericht im Verfahren IV.2007.00776 mit Urteil vom 25. Februar 2009 in dem Sinne gut, dass die Beschwerdeführerin Anspruch auf Übernahme der Kosten für die absolvierte Ausbildung zur Kleinkinderzieherin habe (Urk. 7/75).
1.3
Am 21. September 2015 meldete sich die Versicherte unter Hinweis auf Blutar
mut, Gelenkschmerzen, Atemnot sowie Nierenbeschwerden erneut zum Leis
tungsbezug an (Urk. 7/104).
Die IV-Stelle klärte die medizinische und erwerbliche Situation ab und verneinte nach durchgeführtem Vorbescheidverfahren (Urk. 7/136-153) mit Verfügung vom 31. Juli 2017 einen Rentenanspruch (Urk. 7/155 = Urk. 2).
2.
Die Versicherte erhob am 21. August 2017
Beschwerde (
Urk.
1)
gegen die Verfü
gung vom 31. Juli 2017 (Urk. 2) und beantragte, diese sei aufzuheben (S. 2 Ziff. 1) und es sei ihr eine halbe Invalidenrente ab März 2016 zuzusprechen (S. 2 Ziff. 2), eventuell sei ihr eine Dreiviertelsrente ab März 2016 zuzusprechen (S. 2 Ziff. 3), subeventuell sei eine Verletzung des rechtlichen Gehörs und des Untersuchungs
grundsatzes festzustellen und eine ergänzende medizinische Abklärung als Ge
richtsgutachten auf Kosten der Beschwerdegegnerin anzuordnen (S. 2 Ziff. 4).
Die IV-Stelle beantragte mit Beschwerdeantwort vom 26. September 2017 (Urk. 6) die Abweisung der Beschwerde. Mit Gerichtsverfügung vom 18. Oktober 2017 (Urk. 8) wurde die Sammelstiftung Vita zum Prozess beigeladen und der Be
schwerdeführerin die Beschwerdeantwort zugestellt. Die Beigeladene liess sich nicht vernehmen (vgl. Urk. 12). Dies wurde den Parteien am 20. November 2017 zur Kenntnis gebracht (Urk. 14).
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allge
meinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom
menden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurtei
lung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der ge
sundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Am 1. Januar 2018 sind die geänderten Bestimmungen der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV) vom 1. Dezember 2017 in Kraft getreten. Mit dieser Änderung wurde für die Festlegung des Invaliditätsgrades von teilerwerbstätigen Versicherten nach der gemischten Methode (Art. 28a
Abs.
3 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung [IVG]) in
Art.
27
bis
Absatz 2–4 IVV ein neues Be
rechnungsmodell eingeführt.
Gemäss den allgemeinen übergangsrechtlichen Regeln sind der Beurteilung jene Rechtsnormen zu Grunde zu legen, die galten, als sich der zu den materiellen Rechtsfolgen führende und somit rechtserhebliche Sachverhalt verwirklicht hat (vgl. BGE 130 V 445 E. 1.2.1, 127 V 466 E. 1, 126 V 134 E. 4b, je mit Hinweisen).
Die angefochtene Verfügung ist
am 31. Juli 2017
und somit vor dem In
krafttreten der Verordnungsänderung am 1. Januar 2018 ergangen, weshalb die revidierten Bestimmungen noch nicht zur Anwendung gelangen (vgl. Urteil des Bun
desge
richts 8C_462/2017 vom 30. Januar 2017 E. 5.3 mit Hinweisen). Nach
fol
gend wird daher auf das bisherige Recht und die dazu ergangene Recht
spre
chung Be
zug genommen.
1.3
Bei Versicherten, die nur zum Teil erwerbstätig sind oder die unentgeltlich im Betrieb des Ehegatten oder der Ehegattin mitarbeiten, wird für diesen Teil die Invalidität nach Art. 16 ATSG festgelegt. Waren sie daneben auch im Aufgaben
bereich tätig, so wird die Invalidität für diese Tätigkeit nach Art. 28a Abs. 2 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) festgelegt. In diesem Fall sind der Anteil der Erwerbstätigkeit oder der unentgeltlichen Mitarbeit im Betrieb des Ehegatten oder der Ehegattin und der Anteil der Tätigkeit im Aufgabenbereich festzulegen und der Invaliditätsgrad entsprechend der Behinderung in beiden Be
reichen zu bemessen (Art. 28a Abs. 3 IVG); dies ist die gemischte Methode der Invaliditätsbemessung (vgl. BGE 141 V 15 E. 3.2 mit Hinweisen).
Nach der bis 31. Dezember 2017 gültigen Gerichts- und Verwaltungspraxis zur Invaliditätsbemessung nach der gemischten Methode (grundlegend BGE 125 V 146; vgl. Art. 27 und 27
bis
der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV) in der seit dem 1. Januar 2018 geltenden Fassung und Übergangsbestimmung zur Änderung der IVV vom 1. Dezember 2017, in Kraft seit 1. Januar 2018) wird zu
nächst der Anteil der Erwerbstätigkeit und derjenige der Tätigkeit im Aufgaben
bereich (vgl. Art. 27 IVV) ermittelt. Die Invalidität bestimmt sich in der Folge dadurch, dass im Erwerbsbereich ein Einkommens- und im Aufgabenbereich ein Betätigungsvergleich vorgenommen wird, wobei im Erwerbsbereich praxisgemäss berücksichtigt wird, was die versicherte Person im Gesundheitsfall aus ihrer Teil
erwerbstätigkeit erzielen würde. Die Gesamtinvalidität ergibt sich aus der Addie
rung der in beiden Bereichen ermittelten und gewichteten Teilinvaliditäten (BGE 131 V 51 E. 5.5.1, 130 V 393 E. 3.3, 125 V 146 E. 2b und 5c).
1.4
Anspruch auf eine Rente haben gemäss Art. 28 Abs. 1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betä
ti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, er
halten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich min
des
tens 40 % arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (Art. 8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine Vier
telsrente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine Dreiviertelsrente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (Art. 28 Abs. 2 IVG).
1.5
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schluss
folgerungen der Experten begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a mit Hinweis).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin ging in der angefochtenen Verfügung (Urk. 2) davon aus, dass die Beschwerdeführerin vor ihrer gesundheitlichen Beeinträchtigung in einem Pensum von 60 % arbeitstätig gewesen sei und die restlichen 40 % in den Haushaltsbereich entfallen würden (S. 1 unten). Aus den medizinischen Unterla
gen gehe hervor, dass der Beschwerdeführerin aufgrund ihrer gesundheitlichen Einschränkungen noch ein Arbeitspensum von 70 % zumutbar sei. Unter Berück
sichtigung beider Teilinvaliditätsgrade im Erwerbsbereich und Haushaltsbereich resultiere ein Gesamtinvaliditätsgrad von gerundet 33 %, womit kein Rentenan
spruch bestehe (S. 2).
2.2
Demgegenüber stellte sich die Beschwerdeführerin auf den Stand
punkt (Urk. 1), die Aussage im Abklärungsbericht, wonach sie in der Schweiz nie einer 100%igen Erwerbstätigkeit nachgegangen sei, sei nicht korrekt. Sie habe anlässlich der Ab
klärung vor Ort angegeben, dass sie heute 80 % arbeiten würde, wäre sie gesund
heitlich nicht eingeschränkt. Nach objektiven Kriterien sei jedoch davon auszu
gehen, dass sie bei voller Gesundheit zu 100 % einer Erwerbstätigkeit nachgehen würde, zumal sie keine Kinder zu betreuen habe, der Ehemann das Mittagessen auswärts einnehme und auch die Katzen sowie die Bewältigung des Haushalts eine 100%ige Arbeitstätigkeit erlauben würden. Es sei daher nicht die gemischte Methode anzuwenden (S. 3 f.). Zudem sei das Valideneinkommen nicht korrekt ermittelt worden (S. 4 f.).
2.3
Str
eitig und zu prüfen ist,
wie es sich mit der sozialversicherungsrechtlichen Qua
lifikation der Beschwerdeführerin sowie mit dem Invaliditätsgrad verhält.
3.
3.1
Dr. A._, Fachärztin für Allgemeine Innere Medizin und für Nephrologie, berichtete am 16. Oktober 2015 (Urk. 7/109) und nannte fol
gende Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (S. 1 Ziff. 1.1):
-
dialysepflichtige Niereninsuffizienz bei systemischem Lupus erythemato
des
Sie führte aus, dass aktuell dreimal pro Woche eine Dialyse stattfinde und eine progrediente Verschlechterung zu erwarten sei (S. 2 Ziff. 1.4 und 1.5). Als Klein
kinderzieherin sowie auch in einer angepassten Tätigkeit sei die Beschwerdefüh
rerin seit dem 4. September 2015 anhaltend, solange eine Dialysepflicht bestehe, zu 50 % arbeitsunfähig. Es bestehe eine reduzierte Belastbarkeit (S. 2 f. Ziff. 1.6 und 1.7).
3.2
Dr. A._ berichtete erneut am 2. Mai 2016 (Urk. 7/116), nannte neben der bekannten Diagnose
mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit zusätzlich eine reaktive Depression, bestehend seit Januar 2016 (S. 1 Ziff. 1.2) und führte aus, die bisherige sowie eine angepasste Tätigkeit könnten maximal zu 50 % ausgeübt werden (S. 1 Ziff. 2.1). Die Prognose sei sich verschlechternd unter chronischer Langzeithämodialyse (S. 2 Ziff. 3.3).
3.3
Dr. A._ berichtete erneut am 12. August 2016 (Urk. 7/121) und führte aus, dass seit dem 1. Juni 2016 eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit aufgrund der Depression bestehe. Es bestehe aktuell eine psychiatrische Behandlung (S. 1 Ziff. 1.1-1.3). In der bisherigen sowie einer angepassten Tätigkeit sei maximal ein 50%iges Pensum zumutbar (S. 1 Ziff. 2.1).
3.4
B._ berichtete am 30. September 2016 (Urk. 7/123) und nannte folgende Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (S. 1 Ziff. 1.1):
-
rezidivierende Depression, aktuell mittelgradige Episode (ICD-10 F32.1)
Sie führte aus, sie behandle die Beschwerdeführerin seit dem 28. April 2016 bis heute (S. 1 Ziff. 1.2). Seit dem Beginn der Dialyse im August/September 2015 habe eine starke depressive Verstimmung mit Weinerlichkeit und Erschöpfungs
symptomen begonnen. Die Beschwerdeführerin habe deutliche Symptome einer Erschöpfungsdepression gezeigt. Sie sei durch die Dialysebehandlung in ihrem Alltag sehr beeinträchtigt, zusätzlich erschwerend kämen die starken Kopf
schmerzen dazu (S. 2 Ziff. 1.4). Es finde aktuell einmal pro Woche eine Psycho
therapie zur Unterstützung in aktuellen Themen sowie eine Psychopharmakothe
rapie statt (S. 2 Ziff. 1.5). In ihrer angestammten Tätigkeit als Kleinkinderzieherin bestehe seit Mai 2016 bis heute eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit (S. 2 Ziff. 1.6). Beeinträchtigt durch das somatische Leiden und die starken Kopfschmerzen sei das Umfeld mit Kleinkindern nicht zumutbar. Die Einschränkungen wirkten sich durch Überforderung, Gereiztheit und eine deutlich reduzierte Belastbarkeit aus (S. 2 Ziff. 1.7). Eine behinderungsangepasste Tätigkeit sei eventuell wenige Stun
den an dialysefreien Tagen zumutbar (S. 3 Ziff. 1.7).
3.5
Dr. C._, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie und für Neurologie, erstattete sein psychiatrisches Gutachten am 16. Januar 2017 (Urk. 7/131) gestützt auf die Akten sowie die Untersuchung der Beschwerdefüh
rerin und nannte folgende Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
(S. 31 Ziff. 5.1):
-
mittelgradige depressive Episode, Differentialdiagnose (DD) organische af
fektive Störung (ICD-10 F06.3), aufgrund der Hämodialyse und im Rah
men der Niereninsuffizienz sowie des Lupus erythematodes
Er führte aus, dass w
ährend der Exploration eine ausgesprochene emotionale La
bilität mit Weinausbrüchen
habe
beobachtet
werden können
. Die Stimmung
sei
durchgehend gedrückt, ein erheblicher Leidensdruck sei deutlich spürbar (S. 25).
Im Gespräch
hätten sich
keine Hinweise auf relevante kognitive Schwierigkeiten
gefunden (S. 26).
Im Rahmen der Untersuchung
hätten
sich keine Beeinträ
chti
gungen der Bewusstseinsklar
heit und Bewusstseinshelligkeit
gezeigt
. Die
Be
schwerdeführerin sei
zu allen Qualitäten (Ort, Zeit, Person und Situation) voll
ständig orientiert
gewesen
.
Die Aufmerksamkeit
habe
für die Dauer des Gesprächs durchgehend aufrechterhalten werden
können
. Die
Beschwerdeführerin habe
über die gesamte Zeitspanne aufmerksam das Gespräch
verfolgt und habe
dem Unter
suchungsverlauf inhaltlich gut folgen
können
. Die Konzentration
sei
durchge
hend ungestört
gewesen
.
Der formale Gedankengang
sei
leicht verlangsamt und umständlich, in Kohärenz und Stringenz sowie im Tempo jedoch ungestört
ge
wesen (S. 26)
.
Währen
d der gesamten Exploration we
rd
e
ein
e ausgesprochene emotionale Labi
lität beobachtet. Die Stimmung
sei
gedrückt und zum depressiven Pol verschoben. Die Schwingungsfähigkeit
sei vermindert.
Die
Beschwerdeführe
rin verfüge
über ein reduziertes Gesamtspektrum der Emotionen
(S. 27)
.
Die Fähigkeit, sich an Regeln zu halten, Termine wahrzun
ehmen und sich in Or
ganisations
ablaufe einzufühlen (Erfüllen von täglichen Routineabläufen, Einhal
tung von Verabredungen,
pünktliches Erscheinen), sei nicht beeinträchtigt.
Die Fähigkeit, den Tag oder anstehende Aufgaben zu pla
nen/strukturieren (Arbeit, Haus
haltsführung, Erholung, Freizeit, sinnvolle Struktu
rierung der Arbeitsab
läufe), sei
mittelgradig beeinträchtigt.
Die Fähigkeit, sich im Verhalten sowie im Denken und Erleben wechselnden Situationen anzupassen (Veränderungen in den Arbeitsanforderungen, kurzfristige Zeitveränderungen, räumliche Veränderun
gen, neue Sozialpartner, Übertragung neuer Aufgaben),
sei
leicht- bis mittelgra
dig beeinträchtigt. Die fachliche K
ompetenz als Kindergärtnerin sei
mittel- bis hochgradig beeinträchtigt
(S. 29 f.)
.
Die Fähigkeit, hinreichend, ausdauernd und während der üblicherweise erwarteten Zeit im Beruf oder bei sonstigen Aufgaben anwesend zu sein und ein durchgehendes Leistungsniveau aufrechtzuhalten,
sei mittel
gradig beeinträchtigt.
Die Selbstbehauptungsfähigkei
t sei mittelgradig ein
geschränkt.
Die Fähigkeit, unmittelbare soziale Kontakte mit anderen Menschen aufzunehmen (Begegnungen mit Kollegen, Nachbarn oder Bekannten), diesen ge
genüber Rücksichtnahme und Wertschätzung entgegenzubr
ingen oder zu kom
munizieren, sei
bei der
Beschwerdeführerin
leicht-
bis mittelgradig eingeschränkt.
Die Gruppenfähigkeit
sei
überwiegend wahrscheinlich nicht eingeschränkt.
Bei der
Fähigkeit zu familiären und intimen Beziehungen
be
stünden
leichte Ein
schränkungen
(S. 30
).
Die
Beschwerdeführerin
sei
in ihren häuslichen und aus
serberuflichen Pflichten sowie in ihren Frei
zeitaktivitäten, dazu gehöre
die Über
nahme der erwarteten Pflichten im
Haushalt, den täg
lichen Einkauf zu bewälti
gen, Mahlzeiten zu kochen, den Haus
halt sauber zu halten, die Ents
pannung im Alltag wie Spiel und Sport zu ge
ni
essen, den Besuch kultureller Einrichtungen (Kino, Museum, Theater) und sich mit Hobbys zu befassen, leicht- bis mittelgradig eingeschränkt
. Bei der Selbstpflege bestünden
aufgrund der Exploration keine Einschränkungen.
Die Wegefähigkeit (sich an verschiedene Orte und Situationen zu begeben)
sei
nicht eingeschränkt
(S. 31).
Im objekti
ven psychopathologischen Befund anlässlich der Untersuchung vom 20. Dezember
2016
hätten sich psychopathologische Auffäl
ligkeiten
gefunden
, die mindestens auf eine mittelgradige depressive Episode schliessen lassen
wür
den
. Insbesondere
hätten
hier die durchgehend gedrückte Stimmung, die Aff
ekt
labilität und die leicht ein
geschränkte Ein- und Umstellfähigkeit, darüber hinaus der verminderte Antrieb u
nd die redu
zierte Modulationsfähigkeit
imponiert
.
Im klinischen Eindruck ergä
ben sich keine Hinweise auf umfassende und ausge
prägte kognitive Störungen
.
Die emo
tionale Schwingungsfähigkeit sei
reduziert
gewesen.
Die
Beschwerdeführerin habe
während der Exploration eine reduzierte Variation an emotionalen Qualitäten
gezeigt
. Im Hinblick auf den
Affekt habe
eine gedrückte Stimmungslage festgestellt werden
können
. Es
hätten
Affektein
brüche während der Exploration
bestanden. Gegenwärtig lägen eine Insuffi
zienz und eine Labilität der Affekte vor
(S. 34).
Der Antrieb und das
psychomotorische Verhalten sowie die Gestik und Mimik seien reduziert und unterstrei
chen die de
p
ressive Stimmung affektsynthym. Die
Spontanität und Eigeninitiative s
eien
er
heblich redu
ziert. Die soziale Teilnahme sei
im privaten Bereich eingeschränkt
.
Die Exploration des Tagesprofils weis
e
auf ein reduziertes Alltagsaktivitätsniveau hin.
Bei den Haushaltsarbeiten fühle
sich die
Beschwerdeführerin
aufgrund der körperlichen Beschwerden nicht wesentlich eingeschränkt. Einschränkend
sei
die Energielosigkeit und die depressive Stimmung. Analog der Parameter der funkti
onellen Leistungsfähigkeit in Anlehn
ung an den Mini-ICF-APP bestünden
min
destens mittelgradige Störungen der Aktivität und Partizipation. Unter Würdi
gung der Versicherungsakte sowie der aktuellen Exploration und psychiatrischen
Untersuchung sei
diagnostisch gemäss den ICD-10-Kriterie
n
von einer mittelgra
digen depressive
n
Episode, DD organische affektive Störung (ICD-
10
F06.3) auf
grund der Hämodialyse und im Rahmen der Niereninsuffizienz sowie des
Lupus erythematodes auszugehen
(S.
35
).
Die Beurteilung der Prog
nose der depressiven Störung sei
bei der
Beschwerdeführerin schwierig. Es handle
sich um eine junge, motivierte Versicherte, d
ie über viele Ressourcen verfüge
. Die Prognose der ge
genwärtig mittelgr
adigen depressiven Episode hange
sicherlich von der weiteren Prognose der zugrundeliegenden nephrologischen Erkrankung (dialysepflichtige Niereninsuffizienz aufgrund des Lupus erythematodes) und dem weiteren Erfolg der geplanten Nierentransplantation ab. Üb
erwiegend wahrscheinlich handle
es s
ich um eine sekundäre a
ffektive Störung im Rahmen
der schwerwiegenden in
ternistisc
hen Grunderkrankung mit vielen Komplikationen
(S. 36 f.).
Aufgrund
der depressiven Störung bestehe
eine mindestens 50%ige Arbeitsunfä
higkeit in einer optimal angepassten Tätigkeit. Die zuletzt ausgeübte Tätigkeit m
it der Betreuung von Kindern sei
der
Beschwerdeführerin
gegenwärtig
nicht zuzu
muten (S. 37 unten).
Die aktuelle fachärztliche Behandlung auf psych
iatrischem Fachgebiet entspreche
nicht den
Leitlinien und müsse
aufgrund der im Vordergrund stehenden wahr
scheinlich organischen Ursache vorwiegend zu der bereits durchgeführten Psy
chotherapie psychopharmakologisch mitbehandelt werden. E
s sei
davon aus
zu
geh
en, dass
durch eine entsprechende psycho
pharmakologische Therapie eine Verbesserung der depressiven Symptomatik spätestens innerhalb vo
n drei Mona
ten zu erreichen sei.
Die gutach
terliche Konsistenzprüfung habe
Diskrepanzen zwischen
dem Ausmass der ge
schilderten Beschwerden und Intensität der bishe
rigen Inanspruchnahme therapeutischer
Hilfe (keine psychopharmakolog
ische Behandlung trotz des vorgetragenen Ausmasses der Symptomatik und funktio
nellen Einschränkungen sowohl auf privater als auch beruflicher Ebene
) ergeben (S. 38 oben)
.
Aufgrund der aktuellen Ausprägung der Störung und den Anforderungen, die an einen Arbeitsplatz in der Kinder
krippe mit Betreuung von Schutzbefohlenen ge
stellt würden, sei
die A
rbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin
massgeblich beei
n
träch
tigt. In der zuletzt ausgeübten T
ätigkeit in der Kinderkrippe sei
somit seit Mai 2016 eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit auf psychiatrischem Fachgebiet aus
gewiesen. Eine mittelgrad
ige depressive Störung begründe
jedoch keine 100%ige Einschränkung der Arbeitsfähigkeit für alle Tätigkeiten auf dem ersten Arbeits
markt. In einer dem Leiden angepassten T
ätigkeit bei einem konfliktarmen
Ar
beitgeber und mit der Möglichkeit, sich zurückzuziehen, ohne zu hohe Anforde
rungen an die Daueraufmerksamkeit und Konzentration, darüber hinaus ohne zu hohe Anforderungen an kreative Fertigkeiten
, bestehe ab sofort
eine mindestens 50%ige Arbeitsfähigkeit, die nach Anpassung der vorgeschlagenen medizinischen Massnahmen, spätestens nach drei Monaten, zumindest in einer angepassten Tä
tigkeit verbessert werden
könne.
Die Prognose im Hinblick auf die Arbeitsfähig
keiten in der zuletzt ausgeübten Tätigkeit mit Vera
ntwortungsübernahme von Schutzbefohlenen sei
aufgrund der zugrundeliegenden immunologischen Erkran
kung und auch in der Zukunft bei diesbezüglich befürchteten Komplikation auf psychiatrischem Fachgebiet ungewiss
(S. 39)
.
3.6
Die zuständige Abklärungsperson führte am 6. Juli 2016 bei der Beschwer
de
füh
rerin zu Hause eine Haushaltabklärung an Ort und Stelle durch, qualifizierte sie als zu 60 % im Er
werbsbereich und zu 40 % im Haushalt tätig und ermittelte eine Einschrän
kung von 21.50 % im Haushalt (Urk. 7/134).
3.7
Dr. D._, Fachärztin für Allgemeine Innere Medizin, Regionaler Ärzt
licher Dienst (RAD) der Beschwerdegegnerin, nahm am 4. Juli 2017 Stellung (Urk. 7/153 S. 2) und führte aus, gesamthaft sei die Beschwerdeführerin wegen der dialysepflichtigen Niereninsuffizienz seit September 2015, dem Beginn der Dialyse, zu 50 % arbeitsunfähig, sowohl in der bisherigen als auch in angepasster Tätigkeit. Ab Mai 2016 sei wegen des psychischen Gesundheitszustandes eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit in der bisherigen Tätigkeit ausgewiesen. Ab Dezem
ber 2016, der gutachterlichen Exploration, sei die Beschwerdeführerin in einer angepassten Tätigkeit zu 50 % arbeitsfähig.
4.
4.1
Unbestritten und gemäss vorliegender Akt
enlage ausgewiesen ist, dass die
Be
schwerdeführerin a
n einer dialysepflichtigen Niereninsuffizienz bei systemischem Lupus erythematodes sowie an einer mittelgradigen depressiven Episode (DD orga
nische affektive Störung aufgrund der somatischen Diagnosen) leidet und gestützt darauf seit September 2015 eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit sowohl in der ange
stammten wie auch in einer angepassten Tätigkeit besteht. In psychiatrischer Hin
sicht besteht gemäss Gutachter seit Mai 2016 eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit in der angestammten Tätigkeit sowie seit Dezember 2016 (Untersuchung durch den Gutachter) eine 50%ige Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit gemäss be
schriebenem Profil (Urk. 7/131).
4.2
Die Würdigung der medizinischen Akten ergibt, dass die vorliegenden Berichte von Dr. A._ (vgl. vorstehend E. 3.1-3.3) sowie das psychiatrische Gut
achten von Dr. C._ (vgl. vorstehend E. 3.5) für die Beantwortung der gestellten Fra
gen umfassend sind. Sie beruhen auf allseitigen Untersuchungen der Be
schwer
deführerin, berücksichtigen die von ihr geklag
ten Beschwerden in ange
messener Weise, wurden in Kenntnis der und in Auseinan
dersetzung mit den Vorakten erstattet und tragen der konkreten medi
zinischen Situation Rechnung. So führte Dr. A._ nachvollziehbar aus, dass seitens der somatischen Erkrankung eine progrediente Verschlechterung zu erwarten sei und zusätzlich seit Januar 2016 eine reaktive Depression bestehe. Als Kleinkinderzieherin sowie auch in einer angepassten Tätigkeit sei die Beschwerdeführerin seit dem 4. Sep
tember 2015 anhaltend, solange eine Dialysepflicht bestehe, zu 50 % arbeitsun
fähig. Der psychiatrische Gutachter Dr. C._ bestätigte diese Einschätzung im Dezember 2016 (vgl. vorstehend E. 3.5) und
führte in nachvollziehbarer Weise aus, dass sich im objektiven psychopathologischen Befund psychopathologische Auffälligkeiten gefunden hätten, welche mindestens auf eine mittelgradige de
pressive Episode schliessen lassen würden (Urk. 7/131 S. 34). Er machte sodann darauf aufmerksam, dass die Exploration des Tagesprofils der Beschwerdeführerin auf ein reduziertes Alltagsaktivitätsniveau hinweise und insbesondere die Ener
gielosigkeit und die depressive Stimmung einschränkend wirkten (S. 35). Weiter wies der Gutachter darauf hin, dass dringend eine Anpassung der medikamentö
sen und gegebenenfalls die Einleitung einer stationären oder teilstationären Be
handlung empfohlen werde, sollte die Therapie innerhalb von acht Wochen zu keiner Verbesserung geführt haben (S. 41).
Die vorgenannten medizinischen Berichte leuch
ten in der Darlegung der medizi
nischen Zusammenhänge ein und die vorge
nommenen Schlussfolgerungen zu Gesundheitszustand und Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin werden aus
führ
lich und nachvollziehbar begründet. So zeigten die Ärzte in nachvollzieh
ba
rer und übereinstimmender Weise auf, dass sowohl aus somatischer wie auch aus psychischer Sicht funktionelle Beeinträchtigungen ausgewiesen seien, die nach
vollziehbar eine Einschränkung von 50 % auch in einer angepassten Erwerbstä
tigkeit bedingen würden. Die Berichte erfüllen damit die praxisgemässen Kriterien an den Beweiswert eines ärztlichen Berichts (vgl. vorstehend E. 1.5) vollumfäng
lich, so dass für die Ent
scheid
findung darauf abgestellt werden kann.
4.3
Soweit die Beschwerdeführerin geltend machte, der medizinische Sachverhalt sei
nicht umfassend abgeklärt worden, und es seien deshalb weitere Abklärungen zu
treffen, vermag dies nicht zu überzeugen. So ist festzuhal
ten, dass sowohl der psy
chi
sche als auch der physische Gesundheitszustand sowie die subjektive Be
ein
trächtigung der Arbeitsfähigkeit der Beschwer
deführerin in den Beur
teilun
gen gebührend be
rücksichtigt wurden. Der Beschwerdeführerin ist indes beizupflich
ten, wonach dem RAD im Januar 2017 von der Beschwerdegegnerin offensicht
lich ein falsches Gutachten vorgelegt worden war (vgl. Urk. 7/142 S. 4 f.), was jedoch anlässlich des Vorbescheidverfahrens korrigiert wurde (vgl. Urk. 7/153
S. 2 f.). Aus dieser – wenn auch unschönen - Verwechslung kann die Beschwerde
führerin nichts zu ihren Gunsten ableiten, wurde der Verfahrensmangel doch ge
heilt. Da der Sachverhalt nach dem Gesagten durch genügende medizinische Ein
schät
zungen von verschiedenen Ärzten abgeklärt wurde, erweisen sich die vor
liegen
den medizinischen Akten als ausrei
chend.
Zusammenfassend wurden somit keine Erkenntnisse vorgebracht, welche die Be
ur
teilung der Arbeitsfähigkeit durch die somatischen und psychiatrischen Fach
ärzte umzustossen ver
möchten. Auf weitere Abklärungen kann deshalb verzichtet werden (antizi
pierte Beweiswürdigung; BGE 122 V 157).
4.4
Nach der Würdigung der medizinischen Akten ist ersichtlich, dass bei der Be
schwerdeführerin im Beurteilungszeitpunkt, also bei Verfügungserlass, ein Ge
sundheitsschaden ausgewiesen ist, der eine substantielle Arbeitsunfähigkeit auch in einer angepassten Tätigkeit zu begründen vermag. Aufgrund der über
zeugen
den, nachvoll
ziehba
ren und aus
führ
lich be
gründeten Einschätzung der soma
ti
schen und psychiatrischen Fachärzte ist somit davon auszugehen, dass bei der Beschwer
deführerin seit Beginn der Dialyse im September 2015 eine Arbeitsun
fähig
keit von 50 % sowohl in der angestammten als auch in einer angepassten Tätig
keit vorliegt. In psychischer Hinsicht besteht seit Mai 2016 eine vollständige Arbeitsunfähigkeit in der angestammten Tätigkeit und seit Dezember 2016 (Zeit
punkt der Begutachtung) eine 50%ige Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tä
tigkeit gemäss beschriebenem Belastungsprofil.
4.5
Gemäss der für somatoforme Schmerzstörungen und vergleichbare psycho
soma
tische Leiden entwickelten Rechtsprechung des Bundesgerichts ist die tat
sächliche Arbeits- und Leistungsfähigkeit der versicherten Person grundsätzlich in einem strukturierten, ergebnisoffenen Beweisverfahren anhand von auf den funktionel
len Schweregrad bezogenen Standardindikatoren zu ermitteln (BGE
141 V 281). Mit
BGE 143 V 418
hat das Bundesgericht erkannt, dass grund
sätzlich sämtliche psychischen
Erkrankungen
einem strukturierten Beweis
ver
fahren nach BGE 141 V 281 zu unterziehen seien, wobei es je nach Krank
heits
bild allenfalls gewisser Anpassungen hinsichtlich der Wertung ein
zelne
r Indikatoren bedürfe. Diese Ab
klärungen enden laut Bundesgericht stets mit der Rechtsfrage, ob und in welchem Umfang die ärztlichen Fest
stellungen anhand der nach BGE 141 V 281 rechtser
heblichen Indikatoren auf Arbeitsun
fähigkeit schliessen lassen (E. 7).
Im Rahmen des strukturierten Beweisverfahrens sind als Standardindikatoren die folgenden Aspekte massgebend (BGE 141 V 281 E. 4.1.3):
Funktioneller Schweregrad
-
Gesundheitsschädigung
-
Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde
-
Behandlungs- und Eingliederungserfolg oder -resistenz
-
Komorbiditäten
-
Persönlichkeit: Persönlichkeitsdiagnostik, persönliche Ressourcen
-
sozialer Kontext
Konsistenz (Gesichtspunkte des Verhaltens)
-
gleichmässige Einschränkung des Aktivitätsniveaus in allen vergleichba
ren Lebensbereichen
-
behandlungs- und eingliederungs
anamnestisch
ausgewiesener Leidens
druck
Diese
Standardindikatoren erlauben - unter Berücksichtigung leistungs
hindern
der äusserer Belastungsfaktoren einerseits und Kompensations
potenzialen (Res
sourcen) anderseits - das tatsächlich erreichbare Leistungs
vermögen einzu
schät
zen (BGE 141 V 281 E. 3.4-3.6 und E. 4.1; vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_2
60/2017 vom 1. Dezember 2017 E.
4.2.3).
Die Anerkennung eines renten
be
gründenden Invaliditätsgrades ist nur zulässig, wenn die funktionellen Aus
wir
kungen der medizinisch festgestellten gesundheitlichen Anspruchs
grundlage im Einzelfall anhand der Standardindikatoren schlüssig und wider
spruchsfrei mit (zumindest) überwiegender Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sind. Fehlt es da
ran, hat die Folgen der Beweislosigkeit (nach wie vor) die materiell beweisbe
las
tete versicherte Person zu tragen (BGE 141 V
281 E. 6; BGE 141 V 547 E. 2).
4.6
Nach dem Gesagten ist zu prüfen, ob und in welchem Umfang die ärztlichen Feststellungen anhand der nach BGE 141 V 281 rechtserheblichen Indikatoren auf Arbeitsunfähigkeit schliessen lassen.
Eine schlüssige Prüfung der massgebenden Standardindikatoren ist gestützt auf das Gutachten von Dr. C._ sowie die übrigen medizini
schen Akten möglich. Weitere medizinische Abklärungen sind dement
sprechend nicht angezeigt.
4.7
Im psychiatrischen Gutachten (Urk. 7/131; vgl. auch vorstehend E. 3.5) wurde hinsichtlich der Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde aus
geführt, dass aufgrund der mittelgradigen depressiven Episode der formale Gedankengang leicht verlangsamt und umständlich sei, die Stimmung gedrückt und die Schwin
gungsfähigkeit sowie die Gestik und Mimik vermindert seien (S. 26 ff.). Die Be
schwerdeführerin leider an Ein- und Durchschlafstörungen (S. 18), wobei neben der chronischen Müdigkeit auch die Schmerzen, das tiefen Energie- und Antriebs
niveau sowie diffuse Ängste im Vordergrund stünden (S. 34). Es imponierten ins
besondere die durchgehend gedrückte Stimmung, die Affektlabilität und die leicht eingeschränkte Ein- und Umstellfähigkeit. Die Spontanität und Eigeninitiative seien erheblich reduziert. Analog der Parameter der funktionellen Leistungsfä
higkeit bestünden mindestens mittelgradige Störungen der Affektivität und Par
tizipation (S. 34 f.). Bei der Beschwerdeführerin lasse sich gegenwärtig die Diag
nose einer mindestens mittelgradigen depressiven Episode stellen (S. 36).
Zum Tagesablauf ist bekannt, dass die Beschwerdeführerin morgens bereits um 5.00 Uhr aufstehe, wenn sie zur Dialyse müsse. Die Dialyse dauere drei Stunden. Anschliessend fahre sie nach Hause und lege sich hin. Wenn sie nicht so stark unter Kopfschmerzen und Übelkeit leide, esse sie eine Kleinigkeit. Nachmittags mache sie praktisch nichts, sie bleibe im Bett liegen. Am Abend dusche sie, gegen 17.00 Uhr würde sie zusammen mit dem Ehemann etwas Warmes zu Essen ma
chen. Danach schaue sie fern und gehe um zirka 22.00 Uhr zu Bett. An den Tagen, an denen sie keine Dialyse habe, stehe sie zwischen 8.00 und 8.30 Uhr auf und erledige ihre Morgentoilette. Wenn sie keine Schmerzen habe unternehme sie schon etwas. Ansonsten habe sie dienstags und donnerstags Arzttermine oder gehe zur Psychologin. Früher habe sie Yoga gemacht und sei Schwimmen gegan
gen. Seit sie die Cipralex Tropfen bekomme, habe sie jeden Tag Kopfschmerzen, daher habe sie das aufgegeben. Wenn sie keine Schmerzen habe, lese sie ein Buch, ansonsten mache sie nichts Besonderes (S. 24). Gemäss Gutachter weise die Ex
ploration des Tagesprofils auf ein reduziertes Alltagsaktivitätsniveau hin (S. 35).
Zum zweiten Indikator („Behandlungserfolg oder -resistenz") ergibt sich aus dem Gutachten, dass die Beschwerdeführerin aktuell in einer delegierten psychothera
peutischen Behandlung mit einer Frequenz von 7-14 Tagen sei, wobei keine re
gelmässige Medikamenteneinnahme bestehe (S. 25). Die aktuelle fachärztliche Behandlung auf psychiatrischem Fachgebiet entspreche nicht den Leitlinien und müsse aufgrund der im Vordergrund stehenden wahrscheinlich organischen Ur
sache vorwiegend zu der bereits durchgeführten Psychotherapie psychopharma
kologisch mitbehandelt werden. Durch eine entsprechende psychopharmakologi
sche Therapie sei eine Verbesserung der depressiven Symptomatik spätestens in
nerhalb von drei Monaten zu erreichen (S. 38).
Bezüglich Persönlichkeit wurde ausgeführt, dass sich klinisch keine Hinweise auf eine Persönlichkeitsakzentuierung bei ausgeglichener Persönlichkeit fänden
(S. 27).
Betreffend den sozialen Kontext ist festzuhalten, dass die Beschwerdeführerin mit ihrem Ehemann zusammenlebt. Der Ehemann arbeite in einem Pensum von 100 %. In der Haushaltführung sei sie auf die Unterstützung des Ehemannes an
gewiesen (S. 23 f.). Die Fähigkeit, unmittelbare soziale Kontakte mit anderen Menschen aufzunehmen, diesen gegenüber Rücksichtnahme und Wertschätzung entgegenzubringen oder zu kommunizieren, sei bei der Beschwerdeführerin leicht- bis mittelgradig eingeschränkt (S. 30). Die soziale Teilnahme sei im priva
ten Bereich eingeschränkt (S. 35).
Zu prüfen bleibt der Aspekt der Konsistenz.
Im Gutachten
von Dr. C._ wurde ausgeführt, dass Diskrepanzen zwischen dem Ausmass der geschilderten Be
schwerden und der Intensität der bisherigen Inanspruchnahme therapeutischer Hilfe bestünden. Es werde dringend eine psychopharmakologische Therapie emp
fohlen (S. 38). Diesbezüglich bleibt anzumerken, dass trotz dieses Hinweises des Gutachters von einer gleichmässigen Einschrän
kung des Aktivitätsniveaus in al
len
vergleichbaren Lebensbereichen gesprochen werden kann. So verfügt die Be
schwer
de
führerin zwar durchaus über eine Tagesstruktur, geht jedoch gesund
heitsbedingt diversen Tätigkeiten nicht mehr nach. So hat sie unter anderem das Yoga sowie das Schwimmen aufgegeben. Ausserdem ist sie nicht mehr in der Lage, sämtliche anfallenden Arbeiten im Haushalt zu erledigen, sondern ist dies
bezüglich auf die Mithilfe ihres Ehemannes angewiesen.
4.8
Die abschliessende Würdigung des Beschwerdebildes anhand der Standardindi
katoren ergibt, dass auf die Einschätzung der Arbeitsfähigkeit, wie sie sich aus dem Gutachten von Dr. C._ ergibt, abgestellt werden kann. Die funktionellen Auswirkungen der medizinisch festgestellten gesundheitlichen Anspruchsgrund
lage sind anhand der Standardin
dikatoren schlüssig und widerspruchsfrei nach
gewiesen (vgl. vorstehend E. 4.5). Daran vermag auch der Hinweis des Gutachters auf die indizierte psychopharmakologische Therapie mit prognostischer Verbes
serung der depressiven Symptomatik nichts zu ändern. Denn selbst bei verbes
serter Arbeitsfähigkeit aus psychiatrischer Sicht besteht nach wie vor eine um 50 % eingeschränkte Arbeitsfähigkeit aus somatischer Sicht.
5.
5.1
Sowohl bei der erstmaligen Prüfung des Rentenanspruchs als auch bei der Ren
tenrevision und im Neuanmeldungsverfahren ist die Methode der Invaliditätsbe
messung (Art. 28a IVG) zu bestimmen (BGE 144 I 28 E. 2.2, 117 V 198 E. 3b).
Die für die Methodenwahl (Einkommensvergleich, gemischte Methode, Betäti
gungsvergleich) entscheidende Statusfrage, nämlich ob eine versicherte Person als ganztägig oder zeitweilig erwerbstätig oder als nichterwerbstätig einzustufen ist, beurteilt sich danach, was die Person bei im Übrigen unveränderten Umstän
den täte, wenn keine gesundheitliche Beeinträchtigung bestünde. Entscheidend ist somit nicht, welches Ausmass der Erwerbstätigkeit der versicherten Person im Gesundheitsfall zugemutet werden könnte, sondern in welchem Pensum sie hy
pothetisch erwerbstätig wäre. Bei im Haushalt tätigen Versicherten im Besonde
ren sind die persönlichen, familiären, sozialen und erwerblichen Verhältnisse ebenso wie allfällige Erziehungs- und Betreuungsaufgaben gegenüber Kindern, das Alter, die beruflichen Fähigkeiten und die Ausbildung sowie die persönlichen Neigungen und Begabungen zu berücksichtigen. Massgebend sind die Verhält
nisse, wie sie sich bis zum Erlass der Verwaltungsverfügung entwickelt haben, wobei für die hypothetische Annahme einer im Gesundheitsfall ausgeübten (Teil-)Erwerbstätigkeit der im Sozialversicherungsrecht übliche Beweisgrad der über
wiegenden Wahrscheinlichkeit erforderlich ist (BGE 144 I 28 E. 2.3, 141 V 15 E. 3.1, 137 V 334 E. 3.2, 125 V 146 E. 2c, 117 V 194 E. 3b).
Die Beantwortung der Statusfrage erfordert zwangsläufig eine hypothetische Be
urteilung, die auch die hypothetischen Willensentscheidungen der versicherten Person zu berücksichtigen hat. Diese Entscheidungen sind als innere Tatsachen wesensmässig einer direkten Beweisführung nicht zugänglich und müssen in der Regel aus äusseren Indizien erschlossen werden (vgl. BGE 144 I 28 E. 2.4).
5.2
Die Verwaltung als verfügende Instanz und – im Beschwerdefall – das Gericht dürfen eine Tatsache nur dann als bewiesen annehmen, wenn sie von ihrem Be
stehen überzeugt sind. Im Sozialversicherungsrecht hat das Gericht seinen Ent
scheid, sofern das Gesetz nicht etwas Abweichendes vorsieht, nach dem Beweis
grad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu fällen. Die blosse Möglichkeit ei
nes bestimmten Sachverhalts genügt den Beweisanforderungen nicht. Das Gericht folgt vielmehr jener Sachverhaltsdarstellung, die es von allen möglichen Gesche
hensabläufen als die wahrscheinlichste würdigt (BGE 126 V 353 E. 5b mit Hin
weisen; vgl. BGE 130 III 321 E. 3.2 und 3.3).
5.3
Die Beschwerdeführerin machte geltend,
im Gesundheitsfall würde sie einer vol
len Erwerbstätigkeit nachgehen. Anlässlich der Abklärung vor Ort habe sie zwar angegeben, sie würde heute zu 80 % arbeiten, wäre sie gesundheitlich nicht ein
geschränkt. Es sei für sie jedoch schwer einzuschätzen, was sie machen würde, wenn sie an keiner gesundheitlichen Einschränkung leiden würde, da bereits im 15. Lebensjahr die ersten Einschränkungen aufgetreten seien und dann der Lupus diagnostiziert worden sei. Sie habe also während der ganzen Berufskarriere an einer zumindest teilweisen gesundheitlichen Leistungseinschränkung gelitten, weshalb es ihr schwerfalle, sich ein Leben ohne die Einschränkungen vorzustel
len. Da sie keine Kinder zu betreuen habe und der Ehemann das Mittagessen auswärts einnehme, sei nach objektiven Kriterien davon auszugehen, dass die bei voller Gesundheit zu 100 % einer Erwerbstätigkeit nachgehen würde (Urk. 1 S. 4).
Die von der Beschwerdeführerin im Rahmen des Beschwerdeverfahrens gemach
ten Aussagen erscheinen mit Blick auf die Angaben in den Akten als nachvoll
ziehbar. So gab die Beschwerdeführerin bereits anlässlich der Abklärung vor Ort an (Urk. 7/134 S. 4), es sei schwierig, die Frage nach der beruflichen Situation ohne Gesundheitsschaden zu beantworten, da sie sich diese Situation nicht vor
stellen könne. Sie habe aufgrund des Lupus erythematodes nie in einem höheren Pensum als zwischen 60-70 % arbeiten können. Heute würde sie jedoch in einem höheren Pensum arbeiten als bisher (60 %), wohl zu 80 %.
Den Ausführungen der Beschwerdegegnerin, wonach die Beschwerdeführerin in der Schweiz nie ein volles Erwerbspensum innegehabt habe, kann zudem nicht gefolgt werden. So ist jedenfalls aus den Akten ersichtlich, dass die Beschwerde
führerin von August 2000 bis Juni 2001 ein Praktikum als Kosmetikerin in einem Vollzeitpensum absolvierte (Urk. 7/8 S. 2). Im Zeugnis der Kinderkrippe E._, wo die Beschwerdeführerin von August 2002 bis Ende Juni 2003 arbeitete, wird sodann kein Teilpensum erwähnt, weshalb anzunehmen ist, dass die Be
schwerdeführerin ein Vollpensum innehatte (Urk. 7/2/15, vgl. auch Urk. 1 S. 3). Dies wird denn auch durch die Angaben im IK-Auszug (Urk. 7/3/1) unterstützt. Die Beschwerdeführerin verliess die Kinderkrippe E._ per Ende Juni 2003, um eine feste Vollzeitstelle anzutreten (Urk. 7/2/17). Weiter steht fest, dass sich die Beschwerdeführerin ab Juli 2003 zu 100 % der Arbeitsvermittlung zur Verfü
gung stellte (Urk. 7/6). Während ihrer Ausbildung zur Kleinkinderzieherin ab Feb
ruar 2005 hatte die Beschwerdeführerin ein 60%iges Pensum inne und ging da
neben einen Tag pro Woche zur Schule (Urk. 7/33/5, Urk. 7/42/9), wobei sie wohl zusätzlich Hausaufgaben zu erledigen hatte. Damit kann – entgegen den Ausfüh
rungen der Beschwerdegegnerin - vor und bis Ende der Umschulung von einer beruflichen und schulischen Belastung von insgesamt 100 % ausgegangen wer
den. Nach der Umschulung trat die Beschwerdeführerin ab 30. Juli 2007 eine Stelle in einer Kinderkrippe zu einem reduzierten Pensum von 50 % an, weil sie nach der Umschulung genügend Erholungszeit benötige (Urk. 7/96 S. 1). Am 1. Februar 2011 trat sie sodann eine Stelle in der Kinderkrippe F._ zu einem Pensum von 40 % an (Urk. 7/101/2-4), wobei sie dort im August 2008 gemäss Akten bereits zu 60 % arbeitete (vgl. Urk. 7/101/1).
Die Annahme der Abklärungsperson, dass die Beschwerdeführerin vor Eintritt des Gesundheitsschadens lediglich zu 60 % gearbeitet habe, erweist sich nach dem Gesagten als falsch. Zudem bleibt anzumerken, dass der Gesundheitsschaden der Beschwerdeführerin nicht erst kurz vor der Anmeldung zum Leistungsbezug ein
trat, sondern es wurde der Beschwerdeführerin aufgrund des Gesundheitsscha
dens eine Umschulung gewährt (vgl. Urk. 7/96). Überdies arbeitete die Beschwer
deführerin bei der Kinderkrippe F._
zeitweise mehr als 60 % (vgl. Urk. 7/111/3) und hatte in der Zeit zwischen 2008 und 2011 gleichzeitig mehrere Arbeitgeber (vgl. Urk. 7/108/4-5).
In den Akten finden sich nach dem Gesagten genügend Hinweise, wonach die Beschwerdeführerin heute bei guter Gesundheit aufgrund ihres Alters, ihren Aus
bildungen, der Mehrsprachigkeit, ihres familiären Umfeldes sowie ihren bisheri
gen Arbeitserfahrungen voll erwerbstätig wäre. Ihre Angaben im Beschwerdever
fahren erscheinen als nachvollziehbar und plausibel, zumal sie keine Verpflich
tungen im Aufgabenbereich wahrzunehmen hat. Es besteht kein Anlass, die Glaubhaftigkeit der Aussagen in Zweifel zu ziehen. Dass
sie heute im Gesund
heitsfall einer vollen Erwerbsfähigkeit nachgehen würde, erscheint nach dem Ge
sagten als überwiegend wahrscheinlich.
Die Beschwerdegegnerin hat
die Beschwerdeführerin somit zu Unrecht als zu 60 % Erwerbstätige und als zu 40 % im Haushalt Tätige qualifiziert und die
ge
mischte Methode der
Invaliditätsbemessung
angewandt. Vielmehr ist die Be
schwerdeführerin als voll Erwerbstätige zu qualifizieren und entsprechend ist ein Einkommensvergleich durchzuführen.
6.
6.1
Es bleibt damit die Prüfung der erwerblichen Auswirkungen vorzunehmen, wo
bei die Beschwerdeführerin nach dem Gesagten als zu 100 % Erwerbstätige zu qua
lifizieren ist (vgl. vorstehend E. 5.3). Somit ist ein Einkommensvergleich nach Art. 16 ATSG in Ver
bin
dung mit Art. 28a Abs. 1 IVG vorzunehmen.
Für den Einkommensvergleich sind die Verhältnisse im Zeitpunkt des (hypothe
tischen) Beginns des Rentenanspruchs massgebend, wobei Validen- und Invali
deneinkommen auf zeitidentischer Grundlage zu erheben und allfällige renten
wirksame Änderungen der Vergleichseinkommen bis zum Verfügungserlass zu berücksichtigen sind (BGE 143 V 295 E. 4.1.3, 129 V 222 E. 4.1 und E. 4.2, 128 V 174).
Vorliegend hat sich die Beschwerdeführerin am
21. September 2015
bei der IV-Stelle zum Leistungsbezug angemeldet. Ein (hypothetischer) Rentenanspruchsbe
ginn kommt somit frühestens per März 2016 in Frage, weshalb die Verhältnisse des Jahres 2016 massgebend sind.
Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist für die Ermittlung des Validen
einkommens entscheidend, was die versicherte Person im Zeitpunkt des frühest
möglichen Rentenbeginns nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrschein
lichkeit als Gesunde tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung an
gepassten Verdienst angeknüpft, da es empirischer Erfahrung entspricht, dass die bisherige Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden fortgesetzt worden wäre. Ausnah
men müssen mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt sein (BGE 139 V 28 E. 3.3.2; BGE 135 V 58 E. 3.1; BGE 134 V 322 E. 4.1 mit Hinweis).
Ist
mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass die versicherte Person die bisherige Tätigkeit unabhängig vom Eintritt der Invalidität nicht mehr ausgeübt hätte, kann das Valideneinkommen auf Grundlage der vom Bundesamt für Statistik herausgegebenen Schweizerischen Lohnstrukturerhebung (LSE) be
rechnet werden, wobei die für die Entlöhnung im Einzelfall gegebenenfalls rele
vanten persönlichen und beruflichen Faktoren zu berücksichtigen sind (BGE 139 V 28 E. 3.3.2; BGE 128 V 29 E. 4e; Urteil des Bundesgerichts 9C_887/2015 vom 12. April 2016 E. 4.2).
6.2
Die Beschwerdeführerin war zuletzt bei der Kinderkrippe F._
als Klein
kinderzieherin in einem Pensum von 60 % angestellt (Urk. 7/111). Die Beschwer
degegnerin stellte für die Ermittlung des Valideneinkommens auf den Durch
schnitt des erzielten Lohnes der Jahre 2012 bis 2014 von Fr. 45‘613.-- bei einem Pensum von 60 % ab (vgl. Urk. 7/135). Dieses Vorgehen der Beschwerdegegnerin erscheint plausibel. Gestützt auf die Qualifikation der Beschwerdeführerin als zu 100 % Erwerbstätige ist das von der Beschwerdegegnerin ermittelte Validenein
kommen auf ein 100 %-Pensum aufzurechnen, was u
nter Berücksichtigung der allgemei
nen Lohnentwicklung im Jahr 2014 in der Höhe von 1 %, im Jahr 2015 in der Höhe von 0.5 % und im Jahr 2016 in der Höhe von 0.8 %
(Nominallohn
index 19
76
-2016, Tabelle T
39)
Fr. 77‘783.-- ergibt.
6.3
Für die Bestimmung des Invalideneinkommens können nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für Statistik periodisch herausgege
benen Lohnstrukturerhebungen (LSE) herangezogen werden (BGE 139 V 592 E. 2.3, 135 V 297 E. 5.2, 129 V 472 E. 4.2.1, 126 V 75 E. 3b). Dabei sind grund
sätzlich die im Verfügungszeitpunkt aktuellsten veröffentlichten Tabellen der LSE zu verwenden (BGE 143 V 295 E. 4.1.3; zur Verwendung der aktuellsten statisti
schen Daten bei Rentenrevisionen vgl. BGE 143 V 295 E. 4.2.2, 142 V 178 E. 2.5.8.1, 133 V 545 E. 7.1). Der Griff zur Lohnstatistik ist subsidiär, das heisst deren Beizug erfolgt nur, wenn eine Ermittlung des Invalideneinkommens auf
grund und nach Massgabe der konkreten Gegebenheiten des Einzelfalles nicht möglich ist (vgl. BGE 142 V 178 E. 2.5.7, 139 V 592 E. 2.3, 135 V 297 E. 5.2; vgl. auch Meyer/Reichmuth, IVG, 3. Aufl. 2014, N 55 und 89 zu Art. 28a, mit weiteren Hinweisen auf die Rechtsprechung).
6.4
Der Beschwerdeführerin ist die angestammte Tätigkeit als Kleinkinderzieherin nicht mehr zumutbar, angepasste Tätigkeiten gemäss Belastungsprofil sind ihr hingegen in einem Pensum von 50 % möglich.
Für die Ermittlung des Invalideneinkommens rechtfer
tigt es sich deshalb, auf den standardisierten Durchschnittslohn für einfache Tätigkeiten körperlicher oder handwerklicher Art in sämtlichen Wirtschafts
zweigen des privaten Sektors ge
mäss LSE abzustellen.
Das im Jahr 2016
von Frauen im Durchschnitt für einfache Tätigkeiten körperli
cher oder handwerklicher Art in sämtlichen Wirtschaftszweigen erzielte Ein
kom
men betrug pro Monat Fr. 4‘
832.-- (LSE 2016
, Tabellengruppe TA1, Monat
licher Bruttolohn nach Wirtschaftszeigen, Kompetenzniveau und Geschlecht, Pr
ivater Sektor, Kompetenzniveau 2
, Total Frauen, www.bfs.admin.ch,
Löhne/Erwerbs
ein
kommen/Arbeitskosten), mithin Fr. 5
7
‘
984
.-- pro Jahr
(Fr. 4‘
832
.-- x 12). Unter Berücksichtigung
der durchschnittlichen wöchen
tlichen Arbeitszeit im Jahr 2016
von 41.7 Stun
den (Betriebsübliche Arbeitszeit nach Wirtschaftsabtei
lungen, Total, www.bfs.admin.ch, Arbeit und Erwerb, Erwerbstätigkeit und Arbeits
zeit, Arbeits
zeit
),
ergibt dies ein Invalideneinkommen von rund Fr.
60
‘
448
.--
für das Jahr 2016 bei einem Pensum von 100 %
(Fr. 5
7
‘
984
.--
: 40 x 41.7).
Der Beschwerdeführerin ist eine ange
passte Tätigkeit im Umfang von 50 % zu
mut
bar. Dies ergibt ein Invalideneinkommen von rund Fr.
30
‘
224
.-- (Fr.
60
‘
448
.--
x 0.5).
6.5
Wird das Invalideneinkommen auf der Grundlage von statistischen Durch
schnittswerten ermittelt, ist der entsprechende Ausgangswert (Tabellenlohn) al
lenfalls zu kürzen. Damit soll der Tatsache Rechnung getragen werden, dass per
sönliche und berufliche Merkmale, wie Art und Ausmass der Behinderung, Le
bensalter, Dienstjahre, Nationalität oder Aufenthaltskategorie und Beschäfti
gungsgrad Auswirkungen auf die Lohnhöhe haben können (BGE 124 V 321 E. 3b/aa). Aufgrund dieser Faktoren kann die versicherte Person die verbliebene Arbeitsfähigkeit auch auf einem ausgeglichenen Arbeitsmarkt möglicherweise nur mit unterdurchschnittlichem erwerblichem Erfolg verwerten (BGE 126 V 75 E. 5b/aa). Der Abzug soll aber nicht automatisch erfolgen. Er ist unter Würdigung der Umstände im Einzelfall nach pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu schät
zen und darf 25
%
nicht übersteigen (BGE 135 V 297 E. 5.2; 134 V 322 E. 5.2 und 126 V 75 E. 5b/bb-cc). Die Rechtsprechung gewährt insbesondere dann einen Abzug auf dem Invalideneinkommen, wenn eine versicherte Person selbst im Rahmen körperlich leichter Hilfsarbeitertätigkeit in ihrer Leistungsfähigkeit ein
geschränkt ist (BGE 126 V 75 E. 5a/bb). Zu beachten ist jedoch, dass allfällige bereits in der Beurteilung der medizinischen Arbeitsfähigkeit enthaltene gesund
heitliche Einschränkungen nicht zusätzlich in die Bemessung des leidensbeding
ten Abzugs einfliessen und so zu einer doppelten Anrechnung desselben Gesichts
punkts führen dürfen (Urteil 9C_846/2014 vom 22. Januar 2015 E. 4.1.1 mit Hin
weisen; vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_805/2016 vom 22. März 2017 E. 3.1).
Nach ständiger Rechtsprechung darf das (kantonale) Sozialversicherungsgericht sein Ermessen, wenn es um die Beurteilung des Tabellenlohnabzuges gemäss BGE 126 V 75 geht, nicht ohne triftigen Grund an die Stelle desjenigen der Verwaltung setzen; es muss
sich
auf Gegebenheiten abstützen können, welche seine abwei
chende Ermessensausübung als naheliegender erscheinen lassen (BGE 137 V 71 E. 5.2 und 126 V 75 E. 6). Wurde bei der Festsetzung der Höhe des Abzugs vom Tabellenlohn ein Merkmal oder ein bestimmter Aspekt eines Merkmals zu Unrecht nicht berücksichtigt oder zu Unrecht berücksichtigt, hat die Beschwerdeinstanz den Abzug gesamthaft neu zu schätzen (vgl. Urteile des Bundesgerichtes
8C_113/2015 vom 26. Mai 2015 E. 3.2 und
8C_808/2013 vom 14. Februar 2014 E. 7.1.1 mit Hinweisen).
Zu prüfen bleibt, inwieweit vom Invalideneinkommen ein leidensbedingter Ab
zug vorzunehmen ist.
Angesichts der Zumutbarkeit einer
50
%igen behinderungsangepassten
Tätig
keit steht der
Beschwerdeführer
in
immer noch
eine breite Palette von Tätigkeiten
of
fen. So sind ihr sämtliche Tätigkeiten bei einem konfliktarmen Arbeitgeber und mit der Möglichkeit, sich zurückzuziehen (zum Beispiel im Back Office), ohne hohe Anforderungen an die kognitive Flexibilität und kreative Fertigkeiten mög
lich. Die genannten Einschränkungen dürften bei den üblichen einfachen und repetitiven Tätigkeiten nicht ins Gewicht fallen. Mithin schrän
ken diese Behinde
rungen die Beschwerdeführerin nicht wesentlich in der Wahl der Tätigkeit ein. In Würdigung sämtlicher Umstände erscheint es vorliegend als angemessen, der Be
schwerdeführerin aufgrund des Wechsels der Arbeitstätigkeit einen Abzug von 10 % zu gewähren, wie dies die Beschwerdegegnerin getan hat. Es resultiert somit ein Invalideneinkommen von Fr. 27'201.-- (
Fr.
30
‘
224
.
—x 0.9).
6.6
Der Vergleich des Valideneinkommens von
Fr. 77‘783.--
mit dem Invaliden
-
ein
kommen von rund
Fr. 27'201.--
ergibt eine Einkommenseinbusse
von Fr. 50
‘
582
.--
und damit einen eine Dreiviertelsrente
begründenden Invaliditätsgrad von rund
65
%.
Zusammenfassend ergibt sich, dass in Gutheissung der Beschwerde die Verfü
gung vom 31. Juli 2017 aufzuheben und festzustellen ist, dass die Be
schwerde
führerin mit Wirkung ab 1. März 2016 Anspruch auf eine Dreiviertelsrente
hat.
7.
7.1
Da es im vorliegenden Verfahren um die Bewilligung oder Verweigerung von IV
Leistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (Art.
6
9 Abs.
1
bis
IVG) und auf Fr. 9
00.-- anzusetzen
und entsprechend dem Aus
gang des Verfahrens
der Beschwerdegegnerin
aufzuerlegen.
7.2
Nach § 34 Abs. 1 des Gesetzes über das Sozialver
sicherungsgericht (GSVGer) hat die obsiegende Beschwerde führende Person Anspruch auf Ersatz der Partei
kos
ten. Diese werden ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache, der Schwierigkeit des Prozesses und dem Mass des Obsiegens be
mes
sen (§ 34 Abs. 3 GSVGer).
Vorliegend ist die Prozessentschädigung
beim mass
geblichen Stundena
nsatz von Fr. 185.-- auf Fr. 1‘700
.
--
(inkl. Barauslagen
und Mehrwertsteuer) festzulegen und von der Beschwerdegegnerin zu bezahlen.