# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 3c5c600b-e2d3-4444-9dc8-94a52ec6858c
**Court:** GR_KG
**Chamber:** GR_KG_004
**Year:** 2017
**Language:** de
**Jurisdiction:** GR / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

hat sich ergeben:
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I. Sachverhalt
A. X._ wurde am _ 1970 in O.1_ geboren. Er studierte an der Universität O.2_. Er arbeitet als Abteilungsleiter Finanzen beim A._. X._ verdient gemäss eigenen Angaben anlässlich der Einvernahme vor der I. Strafkammer des Kantonsgerichts vom 23. August 2017 monatlich ca. CHF 9'280.00 netto zuzüglich 13. Monatslohn.
B. Im schweizerischen Zentralstrafregister und im SVG-Massnahmenregister ist X._ nicht verzeichnet.
C. Mit Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Graubünden (nachfolgend: Staatsanwaltschaft) vom 8. Oktober 2015, mitgeteilt am 14. Oktober 2015, wurde X._ schuldig erklärt der groben Verletzung der Verkehrsregeln gemäss Art. 35 Abs. 2 SVG in Verbindung mit Art. 90 Abs. 2 SVG. Dafür wurde er bestraft mit einer Geldstrafe von 30 Tagessätzen zu je CHF 220.00, bedingt aufgeschoben bei einer Probezeit von 2 Jahren, sowie mit einer Busse von CHF 1'300.00, bei schuldhafter Nichtbezahlung ersatzweise zu einer Freiheitsstrafe von 5 Tagen, alles unter Kostenfolge zu Lasten von X._. Die Staatsanwaltschaft legte ihrem Strafbefehl den folgenden Sachverhalt zu Grunde:
Der Beschuldigte fuhr am _ 2015, um 07:35 Uhr, mit dem Personenwagen Volvo V70 T6 AWD, Kennzeichen GR _, auf der _strasse von O.3_ kommend in Richtung O.4_. Zwischen der Abzweigung O.5_ und dem _winkel, nach der dortigen übersichtlichen Linkskurve, d.h. nach dem Ende des signalisierten Überholverbots, setzte der Beschuldigte trotz herannahendem Gegenverkehr zum Überholen des vor ihm fahrenden Personenwagens an. Der Beschuldigte konnte den Gegenverkehr bereits feststellen, bevor er das Überholmanöver einleitete. Die Entfernung zum entgegenkommenden Personenwagen betrug, im Moment, wo der Beschuldigte wieder auf die rechte Fahrbahnseite gewechselt hatte, wenige Meter, womit bis zum Kreuzen mit dem Personenwagen weniger als 2 Sekunden verblieben. Beim Entscheid an der fraglichen Stelle zu überholen, zog der Beschuldigte zumindest aus grober Pflichtwidrigkeit nicht in Betracht, dass er mit seinem Verhalten in vorhersehbarer Weise eine gefährliche Verkehrssituation schaffen würde.
Gegen diesen Strafbefehl erhob X._ am 19. Oktober 2015 Einsprache.
D. Mit Verfügung vom 21. Oktober 2015 eröffnete die Staatsanwaltschaft nach Prüfung der Akten und in Anwendung von Art. 309 StPO eine Strafuntersuchung gegen X._ wegen grober Verletzung der Verkehrsregeln gemäss Art. 90 Abs. 2 SVG.
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E. Am 11. Mai 2016 teilte die Staatsanwaltschaft X._ mit, dass die Strafuntersuchung abgeschlossen sei. Auf Grund der tatsächlichen und rechtlichen Verhältnisse wurde die Überweisung des Strafbefehls ans Gericht gemäss Art. 355 Abs. 3 lit. a und Art. 356 Abs. 1 StPO wegen grober Verletzung der Verkehrsregeln gemäss Art. 35 Abs. 2 SVG in Verbindung mit Art. 90 Abs. 2 SVG in Aussicht gestellt und eine Frist von zehn Tagen eingeräumt, um allfällige Beweisanträge zu stellen.
F. Am 23. Mai 2016 überwies die Staatsanwaltschaft den Strafbefehl ans heutige Regionalgericht Prättigau/Davos. Zudem teilte sie mit, dass die Staatsanwaltschaft am Strafbefehl festhalte und die Akten dem erstinstanzlichen Gericht zur Durchführung des Hauptverfahrens überweise, wobei der Strafbefehl gemäss Art. 356 Abs. 1 StPO als Anklageschrift gelte. Gleichentags erging auch der Schlussbericht der Staatsanwaltschaft im Sinne von Art. 326 Abs. 2 StPO.
G. Die Hauptverhandlung vor dem Regionalgericht Prättigau/Davos fand am 9. Februar 2017 statt. An dieser nahm X._ in Begleitung seines Verteidigers Rechtsanwalt lic. iur. Luzi Bardill teil. Die Staatsanwaltschaft war nicht zugegen. Die Parteien stellten die folgenden Schlussanträge:
Anträge Staatsanwaltschaft (gemäss Strafbefehl):
1. X._ sei schuldig zu sprechen der groben Verletzung der Verkehrsregeln gemäss Art. 35 Abs. 2 SVG in Verbindung mit Art. 90 Abs. 2 SVG.
2. Die beschuldigte Person sei mit einer Geldstrafe von 30 Tagessätzen zu je CHF 220.00, bedingt aufgeschoben bei einer Probezeit von 2 Jahren, zu bestrafen.
3. Die beschuldigte Person sei zudem mit einer Busse von CHF 1'300.00 zu bestrafen. Bei schuldhafter Nichtbezahlung trete an Stelle der Busse eine Ersatzfreiheitsstrafe von 5 Tagen.
4. Die Kosten des Verfahrens seien der beschuldigten Person aufzuerlegen.
Anträge beschuldigte Person:
1. X._ sei vom Vorwurf der Verkehrsregelverletzung gemäss Art. 35 Abs. 2 SVG freizusprechen.
2. Eventualiter sei er der einfachen Verkehrsregelverletzung gemäss Art. 35 Abs. 2 SVG in Verbindung mit Art. 90 Abs. 1 SVG schuldig zu sprechen.
3. Die Kostenfolge sei die gesetzliche.
H. Gegen das am 9. Februar 2017 mündlich eröffnete und am 13. Februar 2017 ohne schriftliche Begründung mitgeteilte Urteil des Regionalgerichts
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Prättigau/Davos meldete X._ am 16. Februar 2017 Berufung an, woraufhin das Regionalgericht Prättigau/Davos das schriftlich begründete Urteil am 7. März 2017 mitteilte. Darin erkannte es wie folgt:
1. X._ ist schuldig der groben Verletzung der Verkehrsregeln gemäss Art. 35 Abs. 2 SVG in Verbindung mit Art. 90 Abs. 2 SVG.
2. Dafür wird X._ bestraft mit
a) einer Geldstrafe von 30 Tagessätzen zu je CHF 220.00. Der Vollzug der Geldstrafe wird unter Ansetzung einer Probezeit von 2 Jahren aufgeschoben.
b) einer Busse von CHF 1'300.00. Die Ersatzfreiheitsstrafe für die Busse beträgt 5 Tage. Sie tritt an die Stelle der Busse, soweit dieselbe schuldhaft nicht bezahlt wird.
3. Die Kosten des Verfahrens von CHF 5'913.60 (Untersuchungsgebühren und Auslagen der Staatsanwaltschaft Graubünden CHF 2'313.60, Gerichtsgebühren CHF 3'600.00) gehen zu Lasten von X._.
4. X._ schuldet dem Kanton Graubünden folglich:
Busse CHF 1'300.00
Verfahrenskosten CHF 5'913.60
Total CHF 7'213.60

## Considerations