# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** b9874c9e-307d-47a2-9fda-56d3f28991a9
**Court:** GR_KG
**Chamber:** GR_KG_004
**Year:** 2019
**Language:** de
**Jurisdiction:** GR / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

I. Sachverhalt
A. A._ ist ledig und hat keine Kinder. Er ist Verwaltungsrat der B._ AG in O.1_ und erwirtschaftete im Jahr 2015 gemäss Steuererklärung CHF 107'495.00 netto. Sein steuerbares Vermögen belief sich per Ende 2015 auf CHF 1'163'308.00.
A._ ist bisher weder im Schweizerischen Strafregister noch im Administrativmassnahmenregister (ADMAS) verzeichnet.
B. Am 29. Juli 2017 kam es zwischen A._ und C._ zu einem Verkehrsunfall. Nach erfolgter Untersuchung erliess die Staatsanwaltschaft Graubünden (nachfolgend: Staatsanwaltschaft) am 30. Juli 2018, mitgeteilt am 31. Juli 2018, einen Strafbefehl, mit welchem sie A._ der Führerflucht gemäss Art. 51 Abs. 2 SVG i.V.m. Art. 92 Abs. 2 SVG schuldig sprach. Hierfür wurde A._ mit einer Geldstrafe von 20 Tagessätzen zu je CHF 230.00, bedingt aufgeschoben bei einer Probezeit von zwei Jahren, und einer Busse von CHF 900.00, bei schuldhafter Nichtbezahlung mit einer Ersatzfreiheitsstrafe von drei Tagen, bestraft. Die Verfahrenskosten wurden A._ auferlegt. Dem Strafbefehl lag folgender Sachverhalt zugrunde:
Am 29. Juli 2017, um 12.10 Uhr, lenkte der Beschuldigte den Personenwagen D._, Kontrollschild _, auf Gemeindegebiet E._, unterhalb des Stausees von O.2_, bei der Örtlichkeit F._, über die G._passstrasse in Richtung O.3_. In der Folge setzte er auf der kurzen Geraden bei der Örtlichkeit F._ zum Überholen des vor ihm fahrenden Motorrades von C._ und eines Personenwagens mit Wohnanhänger an. Kurz bevor er sich auf der Höhe von C._ befand, scherte dieser ebenfalls aus, in der Absicht, den Wohnanhängerzug zu überholen. In der Folge kam es zu einer seitlichen Kollision zwischen dem Personenwagen des Beschuldigten und dem Motorrad von C._, worauf letzterer mit seiner Soziusfahrerin H._ zu Fall kam. Obwohl der Beschuldigte diese Kollision bei pflichtgemässer Aufmerksamkeit hätte wahrnehmen oder erkennen müssen, setzte er die Fahrt fort. Er verliess somit die Unfallstelle, ohne für Hilfe zu sorgen oder die Polizei zu benachrichtigen, obwohl ihm dies möglich und zumutbar gewesen wäre. C._ und H._ zogen sich infolge dieses Unfalls einen Schlüsselbeinbruch links bzw. eine Ellbogenfraktur links zu. Beide zogen den damals jeweils wegen Körperverletzung gestellten Strafantrag am 7. Juni 2018 zurück. Am Motorrad entstand ein Schaden von CHF 5‘000.00. Der Personenwagen von A._ wies zufolge der Kollision mit dem Motorrad von C._ am rechten Rückspiegel einen Kratzer sowie
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an der Fahrertüre mehrere Schäden (Kratzer und kleine Beulen) und an der Hintertüre rechts eine grössere Delle auf. Die Polizei bezifferte den Schaden am Fahrzeug des Beschuldigten mit CHF 7‘500.00.
C. Gegen diesen Strafbefehl erhob A._ am 8. August 2018 fristgerecht Einsprache.
D. Mit Verfügung vom 18. September 2018, mitgeteilt am 25. September 2018, überwies die Staatsanwaltschaft den Strafbefehl gestützt auf Art. 355 Abs. 3 lit. a StPO und Art. 356 Abs. 1 StPO an das Regionalgericht Albula.
E. Die erstinstanzliche Hauptverhandlung fand am 23. April 2019 statt. Die Schlussanträge der Parteien lauteten, wie folgt:
Anträge Staatsanwaltschaft Graubünden (gemäss Strafbefehl vom 30. Juli 2018)
1. A._ ist schuldig der Führerflucht gemäss Art. 51 Abs. 2 SVG in Verbindung mit Art. 92 Abs. 2 SVG.
2. Die beschuldigte Person wird bestraft mit einer Geldstrafe von 20 Tagessätzen zu je CHF 230.00, bedingt aufgeschoben bei einer Probezeit von 2 Jahren.
3. Die beschuldigte Person wird zudem bestraft mit einer Busse von CHF 900.00. Bei schuldhafter Nichtbezahlung tritt an Stelle der Busse eine Ersatzfreiheitsstrafe von 3 Tagen.
4. Die Kosten des Verfahrens werden der beschuldigten Person auferlegt.
5. (Kosten)
6. (Mitteilung)
Anträge beschuldigte Person
1. Der Beschuldigte sei vom Vorwurf der Führerflucht gemäss Art. 51 Abs. 2 SVG i.V.m. Art. 92 Abs. 2 SVG vollumfänglich freizusprechen.
2. Es seien die Verfahrenskosten auf die Staatskasse zu nehmen und es sei dem Beschuldigten eine angemessene Entschädigung für seine Verfahrenskosten zuzusprechen.
F. Im Anschluss an die Hauptverhandlung wurde das Urteil mündlich eröffnet und begründet. Das Urteil ohne schriftliche Begründung wurde den Parteien am 25. April 2019 mitgeteilt. Mit Eingabe vom 3. Mai 2019 ersuchte A._ um Zustellung der Begründung des Urteils. Mit Eingabe vom 6. Mai 2019 meldete er sodann Berufung an. Daraufhin teilte das Regionalgericht Albula den Parteien am 9. Juli 2019 das schriftlich begründete Urteil mit. Darin erkannte es, wie folgt:
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1. A._ ist schuldig der fahrlässigen Führerflucht nach Art. 51 Abs. 2 SVG in Verbindung mit Art. 92 Abs. 2 SVG.
2. Dafür wird A._ bestraft mit:
a) einer Geldstrafe von 10 Tagessätzen zu je CHF 230.00. Der Vollzug der Geldstrafe wird unter Ansetzung einer Probezeit von 2 Jahren aufgeschoben.
b) einer Busse von CHF 450.00. Die Ersatzfreiheitsstrafe für die Busse beträgt zwei Tage. Sie tritt an die Stelle der Busse, soweit dieselbe schuldhaft nicht bezahlt wird.
3. Die Kosten des Verfahrens von CHF 6'345.00 (Untersuchungsgebühren und Auslagen der Staatsanwaltschaft Graubünden CHF 1'745.00, Gerichtsgebühren CHF 4'600.00) gehen zu Lasten von A._.
4. A._ schuldet dem Regionalgericht Albula folglich:
Busse CHF 450.00
Verfahrenskosten CHF 6'345.00
Total CHF 6'795.00
In Rechtskraft erwachsene Bussen und Verfahrenskosten sind innert 30 Tagen zu bezahlen.

## Considerations