# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 89ce1091-7127-5519-aa0a-2f902b0d0384
**Court:** BE_VB
**Chamber:** BE_VB_001
**Year:** 2003
**Language:** de
**Jurisdiction:** BE / Espace_Mittelland
**Law Area:** Public
**Law Sub-area:** $law_sub_area

## Facts

I. Sachverhalt
1. Mit ihren Verfügungen vom 12. Dezember 2002 stellte die Gemeinde Bühl gegenüber
den einzelnen Beschwerdeführenden fest, dass beim Hohlenhölzli, zwischen der Ortschaft
Bühl und der Grenze zur Gemeinde Hermrigen, Bäume, Äste und andere Bepflanzungen
ins Lichtraumprofil des Q._weg oder in angrenzendes Kulturland hineinragen
würden. Gestützt auf diese Feststellung verfügte die Gemeinde das Folgende:
„Sie [die Beschwerdeführenden] als Waldbesitzer des Hohlenhölzlis haben die Bäume, die Äste und andere Bepflanzungen bis spätestens 31. Januar 2003, und im Verlaufe des Jahres nötigenfalls erneut, auf das vorgeschriebene Lichtmass zurückzuschneiden. Das Lichtraumprofil von 50 cm ist zwingend einzuhalten.
Nach Ablauf dieser Frist wird die Einwohnergemeinde Bühl die Arbeiten auf Kosten der Waldbesitzer ausführen lassen.“
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2. Nach Ablauf der gesetzten Frist beschloss der Gemeinderat von Bühl anlässlich seiner
Sitzung vom 10. Februar 2003, die geforderten Arbeiten auf Kosten der Waldbesitzer durch
einen Dritten vornehmen zu lassen. Die beauftragte Firma Gerber in Lützelflüh führte die
Arbeiten in der Folge aus und stellte hierfür der Gemeinde mit Schreiben vom 6. März 2003
Rechnung im Betrag von insgesamt Fr. 7'513.-.
3. Mit den Verfügungen vom 20. März 2003 übertrug die Gemeinde diese Kosten auf die
Beschwerdeführenden sowie die übrigen Waldbesitzer des Hohlenhölzlis. Die
Gesamtkosten der Ersatzvornahme wurden im Verhältnis zur Fläche der jeweiligen
Waldparzellen auf die einzelnen Verfügungsadressatinnen und -adressaten verteilt.
4. Gegen diese Entscheide erhoben die Beschwerdeführenden mit ihren in der Zeit vom
26. März bis 16. April 2003 eingereichten Eingaben Beschwerde bei der Bau-, Verkehrs-
und Energiedirektion des Kantons Bern (BVE). Sie beantragen sinngemäss, die
vorinstanzlichen Kostenverfügungen seien aufzuheben. Die Gemeinde Bühl verzichtet in
ihrem Schreiben vom 28. April 2003 auf eine eigene Stellungnahme.
5. Das Rechtsamt, das für die BVE gestützt auf Art. 7 OrV BVE1 die
Beschwerdeverfahren leitet, führte den Schriftenwechsel durch und edierte die Vorakten.
Auf die Durchführung eines Beweisverfahrens wurde verzichtet. Soweit für den Entscheid
wesentlich, wird auf die Rechtsschriften in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.

## Considerations

II. Erwägungen
1. Die BVE prüft die Prozessvoraussetzungen von Amtes wegen.
1 Verordnung vom 18. Oktober 1995 über die Organisation und die Aufgaben der Bau-, Verkehrs- und Energiedirektion (OrV BVE; BSG 152.221.191)
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a) Die Gemeinde Bühl hat eine baupolizeiliche Verfügung im Sinne von Art. 83 f. SBG2
i.V.m. Art. 45 ff. BauG3 erlassen. Gestützt auf Art. 84 Abs. 1 SBG i.V.m. Art. 49 Abs. 1
BauG können baupolizeiliche Verfügungen und damit zusammenhängende
Kostenverfügungen innert dreissig Tagen seit Eröffnung mit Beschwerde bei der BVE
angefochten werden. Die BVE ist somit zur Beurteilung der vorliegenden Beschwerde
zuständig. Zur Beschwerde gegen derartige Verfügungen ist gemäss Art. 65 VRPG4
befugt, wer ein schutzwürdiges Interesse an der Aufhebung oder Änderung der
angefochtenen Verfügung hat, sowie jede andere Person, Organisation oder Behörde, die
durch Gesetz oder Dekret dazu ermächtigt ist. Die Beschwerdeführenden sind als
Adressatinnen und Adressaten der sie belastenden Kostenverfügungen formell und
materiell beschwert und demzufolge zur Beschwerdeführung legitimiert.5
b) Mit der Verwaltungsbeschwerde können gemäss Art. 66 Abs. 1 VRPG die unrichtige
oder unvollständige Feststellung des Sachverhalts (Bst. a), andere Rechtsverletzungen
einschliesslich Rechtsfehler bei der Ausübung des Ermessens (Bst. b) sowie die
Unangemessenheit (Bst. c) der Verfügung gerügt werden. Soweit die
Beschwerdeführenden teilweise Real- oder Schadenersatzansprüche für das gefällte und
weggeführte Holz gegen die Gemeinde geltend machen bzw. für allfällige Sturmschäden in
Aussicht stellen, kann auf ihre Begehren nicht eingetreten werden. Die BVE ist zu deren
Beurteilung nicht zuständig. Derartige Ansprüche auf Real- oder Schadenersatz sind,
sofern sie sich gegen die Gemeinde Bühl richten, mittels verwaltungsrechtlicher Klage
nach Art. 88 VRPG beim Regierungsstatthalter des Amtsbezirks Nidau anzubringen.
c) Auf die im Übrigen form- und fristgerecht eingereichten Beschwerden ist daher
teilweise einzutreten. Die getrennt eingereichten Beschwerden gegen die
Kostenverfügungen für die Ersatzvornahme betreffen alle den gleichen Gegenstand. Das
Rechtsamt der BVE hat deshalb die insgesamt neun Beschwerdeverfahren gestützt auf
Art. 17 Abs. 1 VRPG vereinigt und unter der RA Nr. 120/2003/9 weitergeführt.
2. Die Beschwerdeführenden rügen die fehlende Vollstreckungsverfügung der Gemeinde. Zur Begründung bringen sie vor, sie hätten gestützt auf die erste Verfügung
2 Gesetz über Bau und Unterhalt der Strassen vom 2. Februar 1964 (SBG; BSG 732.11) 3 Baugesetz vom 9. Juni 1985 (BauG; BSG 721) 4 Gesetz über die Verwaltungsrechtspflege vom 23. Mai 1989 (VRPG; BSG 155.21)
5 MERKLI/AESCHLIMANN/HERZOG, Kommentar zum bernischen VRPG, Bern 1997, Art. 65 N. 5
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teilweise selber Bäume und Äste zurückgeschnitten. Nach Ablauf der Frist seien sie jedoch
nicht darüber informiert worden, dass die ausgeführten Arbeiten angeblich ungenügend
sein sollten. Diesbezüglich seien sie erst nach Erhalt der Kostenverfügung für die
Ersatzvornahme in Kenntnis gesetzt worden.
a) Gemäss Art. 114 Abs. 1 VRPG sind Verfügungen vollstreckbar, wenn sie keinem
ordentlichen Rechtsmittel mehr unterliegen oder wenn einem solchen die aufschiebende
Wirkung entzogen worden ist oder von Gesetzes wegen fehlt. Die Behörde setzt den
Pflichtigen eine angemessene Frist zur Erfüllung und droht ihnen für den Versäumnisfall
die Zwangsvollstreckung an, wenn dies nicht bereits geschehen ist (Art. 116 Abs. 1
VRPG). Verpflichtet die Verfügung zu einem Tun, Dulden oder Unterlassen, so erfolgt die
Zwangsvollstreckung gemäss Art. 117. Abs. 2 VRPG durch kostenpflichtige
Ersatzvornahme oder amtlichen Zwang, notfalls mit Hilfe der Polizei. Zusammen mit der
Androhung der Zwangsvollstreckung oder spätestens nach unbenütztem Ablauf der zur
Erfüllung gesetzten Frist verfügt die Behörde nach Art. 116 Abs. 2 VRPG, wann und wie
die Zwangsvollstreckung durchgeführt wird (Vollstreckungsverfügung).
b) Das Vollstreckungsverfahren entscheidet über die Art und Weise rechtskräftig
beurteilter Rechte und Pflichten. Die Vollstreckung läuft in drei Schritten ab: erstens mit der
Androhung der Zwangsvollstreckung unter Fristansetzung, zweitens mit der
Vollstreckungsverfügung und drittens mit der faktischen Durchführung der Vollstreckung,
z.B. durch Ersatzvornahme. Die Androhung der Zwangsvollstreckung muss nicht zwingend
gesondert ergehen, sie lässt sich auch mit der Sachverfügung verbinden. In der Androhung
einer Ersatzvornahme ist anzugeben, mit welchen Mitteln, auf welche Weise und zu
welchen ungefähren Kosten die Ersatzvornahme im Weigerungsfall durchgeführt werden
würde.6
Die Vollstreckungsverfügung bildet das Kernstück der Vollstreckung, indem sie die
Ersatzvornahme in ihren Einzelheiten festlegt, nachdem Mahnung und Androhung erfolglos
geblieben sind. Sie ist unabdingbare Voraussetzung für die Vollstreckung. Die Behörde hat
sich darin über die einzelnen Modalitäten der Vollstreckung zu äussern, d.h. über
Zeitpunkt, Ort und den genauen Umfang der Ersatzvornahme sowie die damit
verbundenen Kosten für die Ersatzpflichtigen. Die Betroffenen sind in der mit einer
Rechtsmittelbelehrung versehenen Verfügung unmissverständlich über den
6 MERKLI/AESCHLIMANN/HERZOG, a.a.O., Art. 116 N. 1 und 3, Art. 117 N. 10
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bevorstehenden Eingriff ins Bild zu setzen. Soweit sich bereits die Sachverfügung
ausreichend über die Vollstreckungsmodalitäten äussert, legt die Vollstreckungsverfügung
nichts Neues fest und ist nicht selbständig anfechtbar.7 Sind die Kosten der
Ersatzvornahme strittig, hat die Rechtsmittelinstanz zu prüfen, ob die Ersatzvornahme
begründeterweise erfolgt ist, d.h. ob die gesetzlichen Anforderungen der Vollstreckung
erfüllt und die Verfahrensvorschriften beachtet worden sind. Die Rechtmässigkeit der
leistungsverpflichtenden Sachverfügung ist indessen in diesem Verfahren nicht mehr
Gegenstand der Überprüfung.8
Angesichts der ausserordentlich weitreichenden praktischen und finanziellen Auswirkungen
dieser Erscheinungsform des Verwaltungszwangs ist bei der Prüfung des durchgeführten
Verfahrens Strenge am Platz. Aus Gründen der Rechtssicherheit darf von den zuständigen
Baupolizeibehörden erwartet werden, dass sie die gesetzlichen Formvorschriften strikte
beachten und die Betroffenen unter ausdrücklichem Hinweis auf die ihnen offen stehenden
Rechtsbehelfe unmissverständlich über die bestehende Rechtslage ins Bild setzen.9
c) Im vorliegenden Fall hat die Gemeinde in ihren Sachverfügungen vom 12. Dezember
2002 die Beschwerdeführenden aufgefordert, die Bepflanzungen auf das Lichtraumprofil
zurückzuschneiden, und ihnen hierzu Frist bis 31. Januar 2003 gesetzt. Gleichzeitig hat sie
für den Unterlassungsfall die Ersatzvornahme auf Kosten der Beschwerdeführenden
angedroht, ohne diese jedoch näher zu bezeichnen. Die Verfügungen enthalten
insbesondere keinerlei Angaben zu den ungefähren finanziellen Konsequenzen für die
einzelnen Waldbesitzer. Nach Ablauf der Frist ist die Gemeinde Bühl unmittelbar zur
Ersatzvornahme geschritten, indem sie die Forstarbeiten durch eine Drittunternehmung
ausführen liess. Eine Vollstreckungsverfügung, die gegenüber den Beschwerdeführenden
die Einzelheiten der Ersatzvornahme rechtsverbindlich festhielte, hat sie indessen nicht
erlassen. Diejenigen Beschwerdeführenden, die auf die Sachverfügung vom 12. Dezember
2002 hin reagiert und ihre Waldparzellen zurückgeschnitten hatten, wussten dabei nicht, ob
ihre getroffenen Massnahmen den Forderungen der Gemeinde entsprachen oder nicht.
Erst anhand der vollzogenen Ersatzvornahme und der darauf folgenden
Kostenverfügungen vom 20. März 2003 konnten bzw. mussten sie zur Kenntnis nehmen,
dass ihre Vorkehrungen aus Sicht der Gemeinde ungenügend waren und sie nach Ablauf
der Frist säumig geworden sind.
7 MERKLI/AESCHLIMANN/HERZOG, a.a.O., Art. 116 N. 7, Art. 117 N. 10 8 MERKLI/AESCHLIMANN/HERZOG, a.a.O., Art. 117 N. 16 9 BVR 1977 S. 27 E. 7c
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d) Dieses Vorgehen der Gemeinde Bühl entspricht nicht den gesetzlichen Anforderungen
an ein Vollstreckungsverfahren. Die Vollstreckungsverfügung könnte zwar nach der
dargelegten Praxis grundsätzlich zusammen mit der Sachverfügung erlassen werden.
Diesfalls müssten darin jedoch sämtliche Modalitäten der Ersatzvornahme eindeutig
bestimmt sein und der Umfang des Eingriffs den Betroffenen deutlich gemacht werden.
Vorliegend entsprechen die Sachverfügungen vom 12. Dezember 2002 diesen
Anforderungen nicht. Die Verfügungen enthalten keine Angaben über den Zeitpunkt und
den genauen Ort der Ersatzvornahme. Auch der jeweilige Umfang der
zurückzuschneidenden Waldbereiche ist nicht näher aufgeführt. Insbesondere fehlen aber
jegliche Angaben über die voraussichtlichen Kosten, welche die Beschwerdeführenden zu
erwarten hätten. Die Einzelheiten der Ersatzvornahme und deren Umfang waren deshalb
vor der tatsächlichen Durchführung nicht hinreichend klar bestimmt. Das Vorgehen der
Gemeinde Bühl genügt den Anforderungen an eine rechtsgültige Ersatzvornahme im Sinne
von Art. 47 BauG und Art. 117 Abs. 2 VRPG offensichtlich nicht. Aus diesen Gründen war
die Gemeinde auch nicht berechtigt, die Kosten für die von ihr in Auftrag gegebenen
Arbeiten auf die Beschwerdeführenden zu überwälzen.
e) Nach dem Gesagten steht fest, dass die Gemeinde mit den angefochtenen
Kostenverfügungen die Vorschriften für das Vollstreckungsverfahren verletzt hat. Eine
Heilung der vorinstanzlichen Verfahrensfehler im Beschwerdeverfahren kommt bei der
vorliegenden Sachlage nicht in Betracht. Die Beschwerden sind daher gutzuheissen und
die Verfügungen der Gemeinde Bühl aufzuheben.
3. Die Beschwerdeführenden machen ausserdem geltend, es seien Bäume auf gewissen
Parzellen gefällt worden, die nicht an eine Strasse sondern an privates Kulturland
angrenzten, vorab auf der Nordwestseite des Waldes. In diesen Bereichen verfüge die
Gemeinde über gar keine Verfügungskompetenz, das Zurückschneiden der Bäume anzuordnen.
a) Als Aufsichtsbehörde für alle Strassen im Gemeindegebiet, die nicht im Eigentum des
Kantons stehen (Art. 80 Abs. 2 SBG), ist die Gemeinde Bühl gleichzeitig auch
Strassenbaupolizeibehörde. Als solche trifft sie nach Art. 83 Abs. 1 SBG alle Massnahmen,
die zur Durchführung des Strassenbaugesetzes und der gestützt darauf erlassenen
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Vorschriften und Verfügungen erforderlich sind. Sie kann nötigenfalls die Wiederherstellung
des rechtmässigen Zustandes anordnen und auf Kosten der Pflichtigen zur
Ersatzvornahme schreiten. In ihren Verfügungen vom 12. Dezember 2002 stützt sich die
Gemeinde sinngemäss auf Art. 68 Abs. 1 und Art. 73 Abs. 3 SBG, ohne diese
Bestimmungen jedoch ausdrücklich aufzuführen. Nach Art. 68 Abs. 1 SBG ist das
Lichtraumprofil der Strasse beidseitig mindestens 50 cm über die Fahrbahnränder hinaus
freizuhalten. Für Bäume und Sträucher schreibt Art. 73 Abs. 3 SBG vor, dass das
Strassengebiet über Geh- und Radwegen bis auf eine Höhe von 2.50 m, über der
Fahrbahn bis auf eine Höhe von 4.50 m und, wenn die öffentliche Beleuchtung
beeinträchtigt wird, bis auf Lampenhöhe von überhängenden Ästen freizuhalten ist.
b) Aus dem den Vorakten beigelegten Situationsplan geht hervor, dass auf der höher
gelegenen Nordwestseite des Hohlenhölzlis mit Ausnahme der Parzelle Bühl Gbbl.
Nr. K._ (Beschwerdeführer 6) sämtliche Waldparzellen der Beschwerdeführenden
an privates Kulturland und nicht an eine Strasse angrenzen. Die Waldparzellen Bühl Gbbl.
Nr. L._, M._, N._ und O._ (Beschwerdeführende 7-11,
4, 12 und 14) liegen überdies auch auf der tieferen Südostseite nicht direkt an einer
Strasse sondern an der Kulturlandparzelle Nr. P._, auf welcher der Scheibenstand
steht. Gestützt auf die aufgezeigten Grundlagen hat die Gemeinde in diesen Bereichen
keine Verfügungskompetenz, die Pflege des Waldsaumes in Ausführung des
Strassenbaugesetzes zu verfügen, da diese nicht an eine Strasse angrenzen. Soweit aus
den besagten Waldparzellen Äste oder Bäume in privates Kulturland hineinragen, können
die jeweiligen Eigentümer der betroffenen Grundstücke das Zurückschneiden von den
Eigentümern der Waldparzellen gestützt auf Art. 687 ZGB10 und Art. 80 EG ZGB11
verlangen und zur Durchsetzung ihrer Rechte vor das zuständige Zivilgericht gelangen. Für
den Erlass einer baupolizeilichen Verfügung durch die Gemeinde zur Durchsetzung
privatrechtlicher Forderungen besteht hier hingegen keine gesetzliche Grundlage.
4. Zusammenfassend folgt aus den Erwägungen, dass die Beschwerden insoweit gutzuheissen sind, als die Kostenverfügungen der Gemeinde Bühl vom 20. März 2003
betreffend die Beschwerdeführenden aufgehoben werden. Soweit weitergehend, d.h. die
10 Schweizerisches Zivilgesetzbuch (ZGB; SR 210) 11 Gesetz betreffend die Einführung des schweizerischen Zivilgesetzbuches vom 28. Mai 1911 (EG ZGB;
BSG 211.1)
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Real- und Schadenersatzforderungen betreffend, wird auf die Beschwerden nicht
eingetreten.
5. Nach Art. 103 Abs. 1 und 2 VRPG bestehen die Verfahrenskosten aus einer Pauschalgebühr. Für besondere Untersuchungen, Gutachten und dergleichen können
zusätzliche Gebühren erhoben werden. Die Behörde setzt die Gebühr gestützt auf die
gesetzliche Gebührenordnung nach pflichtgemässem Ermessen fest. Die
Verfahrenskosten werden der unterliegenden Partei auferlegt, es sei denn, das
prozessuale Verhalten einer Partei gebiete eine andere Verlegung oder die besonderen
Umstände rechtfertigten, keine Verfahrenskosten zu erheben (Art. 108 Abs. 1 VRPG). Als
unterliegend gilt, wer mit seinen Anträgen nicht durchdringt. Der Gemeinde als Vorinstanz
werden Verfahrenskosten nur auferlegt, wenn sie in ihren Vermögensinteressen betroffen
ist (Art. 108 Abs. 2 VRPG). Streitgegenstand bildet vorliegend die Kostentragung für die
Ersatzvornahme. Dabei ist die Gemeinde in ihren Vermögensinteressen betroffen und bei
diesem Ausgang des Verfahrens als unterliegend zu betrachten. Gestützt auf Art. 19
GebV12 werden die Verfahrenskosten auf eine Pauschalgebühr von Fr. 400.- bestimmt und
der Gemeinde Bühl zur Bezahlung auferlegt.
Parteikosten sind keine zu sprechen (Art. 104 Abs. 1 VRPG).