# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 5219cad6-71fc-4142-b0ff-fce16f956f62
**Court:** GR_KG
**Chamber:** GR_KG_007
**Year:** 2010
**Language:** de
**Jurisdiction:** GR / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

hat sich ergeben:
Seite 2 — 18
I. Sachverhalt
A. Am 17. November 2008 schlossen die Y., vertreten durch Z., als Arbeitgeberin, sowie X., als Arbeitnehmer, einen befristeten Arbeitsvertrag. Der Beginn des Arbeitsverhältnisses wurde auf den 2. Dezember 2008 und dessen Ende auf Mitte April 2009 festgelegt. Der Arbeitnehmer wurde in der Funktion als Küchen- und Officehilfe angestellt. Unter Punkt 4 des befristeten Arbeitsvertrages wurde bezüglich Kündigungsfrist/-termin die Variante angekreuzt, wonach der Vertrag für die Dauer des Arbeitsverhältnisses unkündbar sei. Der Bruttomonatslohn betrug Fr. 2'970.00, woraus nach den üblichen Lohnabzügen ein monatlicher Nettolohn von Fr. 2'728.50 resultierte.
B. Mit Schreiben vom 1. Januar 2009 kündigte die Y. X. fristlos. Begründet wurde die fristlose Kündigung damit, dass X. trotz mehrmaliger mündlicher Aufforderungen und Verweise durch den Küchenchef A. und die Direktion  Arbeitseinsatz nicht gesteigert, mehrmals seine Aufgaben nicht erfüllt und sich den Kleidervorschriften nicht angepasst habe. Nachdem er nun auch noch an Silvester in der Nacht seinen Arbeitsplatz im grössten Trubel und ohne Aufzuräumen verlassen habe, müsse man ihm per sofort die Kündigung aussprechen. Ein solch unkollegiales Verhalten könne man nicht akzeptieren.
C. Am B. Januar 2009 teilte X. der Y. mit, dass er die fristlose Kündigung erhalten habe. Er sei damit allerdings nicht einverstanden, weshalb er diese auch nicht unterschreiben werde. Er wolle weiterhin seine Arbeitskraft anbieten. In ihrem Antwortschreiben vom 15. Januar 2009 teilte Z. als Vertreterin der Y. X. mit, man bedaure, dass er seine Arbeitskraft und seinen guten Willen nicht im Dezember angeboten habe. Man habe noch nie während der Hochsaison Weihnachten/Neujahr einen Mitarbeiter fristlos entlassen müssen, da man gerade in dieser Zeit von allen vollen Einsatz erwarte und diesen auch bekomme.
D. Mit Vermittlungsbegehren vom 1. April 2009 gelangte X. an den Kreispräsidenten Klosters, woraufhin die Parteien vom Kreisamt zur Sühneverhandlung vom 6. Mai 2009 eingeladen wurden. Anlässlich der  stellten die Parteien folgende Rechtsbegehren:
„Klägerische Rechtsbegehren:
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1. Die Beklagte sei zu verpflichten, dem Kläger CHF 12'856.00 zuzüglich 5% Zins ab 02.01.2009 zu bezahlen.
2. Unter gesetzlicher Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten der Beklagten.
Beklaqtische Rechtsbeqehren:
1. Abweisung der Klage.
2. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge.”
Die angestellten Vergleichsversuche blieben erfolglos, weshalb den Parteien am 11. Mai 2009 der Leitschein zugestellt wurde.
E.Mit Prozesseingabe vom 25. Mai 2009 gelangte X. an das Bezirksgericht Prättigau/Davos und stellte folgende Rechtsbegehren:
„1. Die Beklagte sei zu verpflichten, dem Kläger CHF 12'856.00 zuzüglich 5% Zins ab 02.01.2009 zu bezahlen.
2. Unter gesetzlicher Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten der Beklagten."
Zur Begründung brachte X. vor, am Silvesterabend des letzten Jahres sei er gemäss Küchenplan für die Zeit von 16.30 Uhr bis 01.30 Uhr im Bereich Küchen- und Officedienst eingeteilt gewesen. Gegen Mitternacht hätten alle übrigen Mitarbeiter den Arbeitsbereich verlassen, um mit ihren Angehörigen zu feiern. Der Kläger habe alleine bis um 01.30 Uhr - wie im Einsatzplan vorgesehen - weiter gearbeitet. Nachdem er bis zum Ablauf seiner  Einsatzzeit in der Küche gearbeitet habe, habe er sich um 01.30 Uhr nach Hause begeben. Am 1. Januar 2009 habe ihm die Beklagte fristlos gekündigt. Als er am nächsten Tag seine Arbeitskraft weiter habe anbieten wollen, habe ihm die Beklagte mitgeteilt, sie habe ihm fristlos gekündigt und verzichte auf seine Arbeitskraft. Im Kündigungsschreiben vom 1. Januar 2009 werde festgehalten, man habe den Kläger mehrfach mündlich darauf hingewiesen, nicht mit dem T-Shirt zur Arbeit zu erscheinen, seinen Arbeitseinsatz zu steigern und seine Aufgaben zu erfüllen. Diese Hinweise hätten jedoch absolute Bagatellen betroffen, welche in keinem sachlichen Zusammenhang mit dem Vorfall ständen, welcher die Beklagte offenbar veranlasst habe, fristlos zu kündigen. Die Beklagte habe es denn auch zu Recht nicht für notwendig erachtet, diese Bagatellfälle schriftlich zu kommunizieren.
Der Umstand, dass die Beklagte das Arbeitsverhältnis nach Ablauf der Probezeit weitergeführt habe, zeige, dass der Kläger seine Arbeit korrekt ausgeführt habe. Die Tatsache, dass der Kläger in der Silvesternacht seinen Arbeitsplatz verlassen habe, habe offenbar allein zur fristlosen Entlassung geführt. Dieser Vorfall vermöge dem Anspruch des wichtigen Grundes im Sinne des Gesetzes allerdings nicht zu genügen. Die fristlose Entlassung erweise sich somit als ungerechtfertigt. Aufgrund der ungerechtfertigten fristlosen Entlassung habe er Anspruch auf Lohn bis zum Ende des befristeten Arbeitsverhältnisses am 15. April 2009. Zudem habe er Anspruch auf einen weiteren Monatslohn als Strafzahlung wegen ungerechtfertigter fristloser Entlassung.
F. Mit Prozessantwort vom 4. Juli 2009 liess die Y. folgende Rechtsbegehren stellen:
„1. Abweisung der Klage.
2. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge."
Dabei wurde im Wesentlichen geltend gemacht, der Kläger habe in der  2008 um 01.30 Uhr den Bettel einfach hingeworfen und seine Arbeit den übrigen Mitarbeitern überlassen, die bis in die frühen Morgenstunden anwesend gewesen seien. Gemäss Arbeitsvertrag sei der Kläger verpflichtet gewesen, im Rahmen des Zumutbaren Überstunden zu leisten. Seit Stellenantritt habe er sich aber konsequent geweigert, über den Dienstplan hinaus zu arbeiten, so dass Kollegen, Küchenpersonal oder gar der Küchenchef selbst dessen Arbeit hätten übernehmen müssen. Ausserdem habe er regelmässig den Arbeitsplatz verlassen, ohne aufzuräumen oder die Maschinen zu reinigen. Er sei unzählige Male verwarnt und darauf hingewiesen worden, dass er bei einer weiteren Weigerung mit der fristlosen Entlassung rechnen müsse. Dasselbe treffe auf die Verletzung der Kleidervorschriften zu. Der Kläger habe sich beharrlich geweigert, die vom Betrieb zur Verfügung gestellten T-Shirts und Schürzen zu tragen. Nicht zuletzt aus hygienischen Gründen könne in der Küche keine Strassenkleidung toleriert werden. Auch hier sei die Obstruktion des Klägers dermassen gewesen, dass er sowohl seitens des Küchenchefs als auch seitens der Direktion verwarnt und ihm im Wiederholungsfall die fristlose Entlassung in Aussicht gestellt worden sei.
G. Die Hauptverhandlung vor Bezirksgericht Prättigau/Davos fand am 18. Februar 2010 statt. Mit Urteil vom 18. Februar 2010, mitgeteilt am 12. April 2010, erkannte das Bezirksgericht wie folgt:
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„1. Die Klage des X. gegen die Y. wird abgewiesen.
2. Die Kosten des Kreisamtes Klosters in Höhe von Fr. 290.00 gehen zu Lasten der Kreiskasse Klosters. Die Kosten des Bezirksgerichtes Prättigau/Davos bestehend aus:
- einer Gerichtsgebühr von Fr. 2'000.00
- Schreibgebühren von Fr. 660.00
- Barauslagen von Fr. 40.00
total somit von Fr. 2700.00
gehen zu Lasten der Gerichtskasse (Art. 343 Abs. 2 OR in Verbindung mit Art. 343 Abs. 3 OR).
3. X. wird verpflichtet, die Y. ausseramtlich mit Fr. 3'545.50 zu entschädigen (inkl. Spesen und Mehrwertsteuer).

## Considerations