# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** a74c247a-63f0-4128-a165-5797f137fabb
**Court:** GR_KG
**Chamber:** GR_KG_006
**Year:** 2021
**Language:** de
**Jurisdiction:** GR / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt
A. B._ und A._ sind die unverheirateten Eltern der am _ 2012 geborenen C._ (nachfolgend C._). Kurz nach der Geburt von C._ reichte Dr. med. D._, Leiter Kinderschutzgruppe des Kantonsspitals Graubünden, bei der Kinder- und Erwachsenenschutzbehörde Nordbünden (nachfolgend KESB Nordbünden) eine Gefährdungsmeldung ein. Die Kindsmutter leide an vielfältigen psychiatrischen Auffälligkeiten und Störungen. Bei einem toxikologischen Screening des Neugeborenen habe sich gezeigt, dass die Kindsmutter Benzodiazepin eingenommen habe. Der Partner der Kindsmutter leide an einer Suchtproblematik und befinde sich zurzeit in einem heroingestützten Programm mit täglicher Abgabe. Weiter erwähnte er die schwierige Wohnsituation (1-Zimmer-Wohnung) der Kindsmutter und ihres Partners sowie die Überforderung der Kindsmutter mit der Versorgung des Kindes, weshalb dringend vormundschaftliche Massnahmen erforderlich seien.
B. Ein psychiatrisches Konsilium vom 9. Januar 2013 hielt fest, dass A._ an einer paranoiden Schizophrenie leide und bereits schon früher in der Klinik E._ in Behandlung gewesen sei. Die KESB Nordbünden entzog A._ am 10. Januar 2013 einstweilen die elterliche Obhut über C._. C._ wurde bis zur Klärung des weiteren Vorgehens in der Kinderklinik des Kantonsspitals Graubünden respektive in der Mutter-Kind-Station in der Psychiatrischen Klinik F._ untergebracht. Am 11. Januar 2013 wurde A._ in der Psychiatrische Klinik E._ fürsorgerisch untergebracht.
C. Mit Entscheid der KESB Nordbünden vom 29. Januar 2013 wurde der Obhutsentzug aufrechterhalten und C._ vorübergehend in einer Übergangspflegefamilie platziert.
D. Am 12. März 2013 errichtete die KESB Nordbünden für C._ eine Erziehungs- und Besuchsbeistandschaft gestützt auf Art. 308 Abs. 1 und 2 ZGB.
E. Am 18. Juni 2013 hob die KESB Nordbünden den Entzug der elterlichen Obhut auf und erteilte Weisungen gemäss einem bei Dr. med. G._ eingeholten Ergänzungsgutachten vom 29. Mai 2013. Am 11. September 2013 wurde A._ und B._ die gemeinsame elterliche Sorge erteilt.
F. Am 13. Juli 2016 wurde A._ in Begleitung ihrer Tochter von einer  am Flughafen H._ angehalten. Der beigezogene Notfall-Psychiater der SOS-Ärzte H._ kam zum Schluss, dass A._ an einer psychischen Störung leide und selbstgefährdet sei, weshalb er die fürsorgerische
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Unterbringung anordnete. Dr. med. G._ hielt dazu in seinem Verlaufsbericht vom 30. August 2016 fest, der Zwischenfall am Flughafen H._ sei kein psychotisches Geschehen gewesen, sondern eine Ausnahmesituation, da sich A._ in einem maniformen Zustand befunden habe.
G. Am 11. Oktober 2018 meldete das Jugendamt der Stadt I._ dem eidgenössischen Departement für auswärtige Angelegenheiten, dass A._ zusammen mit ihrer Tochter in I._ aufgegriffen worden sei. C._ sei vom zuständigen Jugendamt in Obhut genommen und in ein geeignetes Kinderheim gebracht worden. A._ konnte in der Folge von den deutschen Behörden nicht mehr erreicht werden.
H. A._ wurde daraufhin mit superprovisorischem Entscheid der KESB Nordbünden vom 12. Oktober 2018 das Aufenthaltsbestimmungsrecht über C._ entzogen und C._ bei einer Familie behördlich untergebracht. Sodann wurde mit Entscheid vom 30. Oktober 2018 die superprovisorische Massnahme bestätigt. A._ wurde das Aufenthaltsbestimmungsrecht über C._ gestützt auf Art. 445 Abs. 2 ZGB i.V.m. Art. 310 Abs. 1 ZGB vorsorglich entzogen und C._ bis auf weiteres bei einer Familie behördlich untergebracht. Ebenfalls regelte die KESB vorsorglich den persönlichen Verkehr zwischen C._ und ihren Eltern. Weiter wurde dem Beistand im Sinne einer vorsorglichen Massnahme die Aufgabe und Kompetenz eingeräumt, die sorgeberechtigten Eltern bei der Finanzierung des Pflegeplatzes zu unterstützen sowie nötigenfalls zu vertreten und für C._ das Einkommen zu verwalten.
I. Mit Entscheid der KESB Nordbünden vom 14. Februar 2019 wurde A._ das Aufenthaltsbestimmungsrecht und die Obhut von C._ mit flankierenden Massnahmen per 20. April 2019 zurückübertragen.
J. Mit verfahrensleitender Verfügung der KESB Nordbünden vom 16. April 2019 wurde gestützt auf Art. 446 Abs. 2 ZGB eine Begutachtung des Entwicklungsstands und der Entwicklungsperspektiven von C._ sowie der Erziehungsfähigkeit von B._ in Bezug auf die Ausübung des persönlichen Verkehrs mit C._ durch die Kinder- und Jugendpsychiatrie, lic. phil. J._, angeordnet.
K. Am 6. Juni 2019 teilte N._, Beistand von C._, mit, dass A._ am 2. Juni 2019 mit C._ nach K._ gereist sei. Aufgrund des auffälligen Verhaltens der Mutter sei C._ erneut in Obhut des zuständigen Jugendamtes
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genommen worden. C._ halte sich derzeit wiederum in einem Kinderheim auf.
L. Gestützt auf diese Meldung wurde A._ mit superprovisorischem Entscheid der KESB Nordbünden vom 6. Juni 2019 das Aufenthaltsbestimmungsrecht über C._ entzogen und C._ im Kinderheim L._ in M._ behördlich untergebracht.
M. Am 14. Juni 2019 bestätigte die KESB Nordbünden die superprovisorische Massnahme. A._ wurde das Aufenthaltsbestimmungsrecht über C._ gestützt auf Art. 445 Abs. 2 ZGB i.V.m. Art. 310 Abs. 1 ZGB vorsorglich entzogen und C._ bis auf weiteres im L._ in M._ behördlich untergebracht.
N. Das Gutachten der Kinder- und Jugendpsychiatrie Graubünden (nachfolgend kjp) vom 27. September 2019 empfahl aufgrund der wiederkehrenden psychischen Destabilisierungen von A._ und den damit verbundenen impulsiven Handlungen eine langfristige Platzierung von C._. Im Ergänzungsgutachten vom 3. März 2020 nahm die kjp Stellung zur Art und Dauer der empfohlenen Fremdunterbringung und zu den Voraussetzungen einer Rückplatzierung von C._ bei ihrer Mutter. Aufgrund der immer wiederkehrenden psychischen Destabilisierungen von A._ wird eine langfristige Platzierung empfohlen, welche mindestens bis zum Abschluss der obligatorischen Schulzeit von C._ dauern solle.
O. Am 5. März 2020 reichte der Beistand von C._, N._, seinen Zwischenbericht ein. Darin hält er fest, C._ habe sich gut im L._ zurechtgefunden und pflege Kontakt zu den anderen Kindern. Die Mutter habe 17 von 23 geplanten Besuchskontakten wahrgenommen, der Vater deren 8 von 23.
P. Mit Entscheid vom 26. März 2020, mitgeteilt am 20. Mai 2020, erkannte die KESB Nordbünden was folgt:
1. Es wird festgestellt, dass mit Vollstreckbarkeit von Ziff. 2, 3 und 5 dieses Entscheids die gemäss Entscheid vom 14. Juni 2019 angeordneten vorsorglichen Anordnungen von Gesetzes wegen dahinfallen sollen.
2. Im Zusammenhang mit dem Aufenthalt von C._ wird gestützt auf Art. 310 Abs. 1 ZGB: a. A._ (Mutter) und B._ (Vater) das Aufenthaltsbestimmungsrecht über C._ entzogen; b. C._ im L._, M._, behördlich untergebracht;
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3. Der persönliche Verkehr zwischen C._ und ihren Eltern sowie Verwandten wird im Sinne der Erwägungen wie folgt geregelt (Art. 273 und 274a ZGB):
a. A._ und B._ werden berechtigt, entsprechend den Bedürfnissen des Kindes je einzeln im Sinne der Erwägungen regelmässig Zeit mit C._ zu verbringen;
b. die Herkunftsfamilien von C._ werden berechtigt, regelmässig und entsprechend den Bedürfnissen des Kindes Zeit mit C._ zu verbringen.
4. Der Antrag der Mutter vom 28. April 2018 um Erteilung der alleinigen elterlichen Sorge für C._ wird abgelehnt (Art. 298d Abs. 1 ZGB).
5. Die für C._ bestehende Massnahme wird per Vollstreckbarkeit dieses Entscheids wie folgt erweitert:
Der Beistand erhält im Rahmen einer Beistandschaft mit besonderen Befugnissen (Art. 308 Abs. 2 ZGB) neu die Aufgaben und Kompetenzen:
a. die sorgeberechtigten Eltern bei Bedarf in folgenden Bereichen nötigenfalls zu vertreten:
1. Betreuung inkl. Sicherstellung Finanzierung
2. Schule, Ausbildung, Berufswahl
3. medizinische Behandlung/Therapie
4. Freizeit
b. für C._ das Einkommen bzw. die ihr zustehenden Leistungen (Sozialversicherungsleistungen, Unterhaltsleistungen) zu verwalten und hierfür bei der Berufsbeistandschaft Plessur ein Konto zu führen;
c. die Eltern bei der Ausübung des persönlichen Verkehrs zwischen C._ und ihren Eltern zu beraten und zu unterstützen und unter Einbezug des L._ sowie unter Berücksichtigung der Bedürfnisse von C._ die Besuche zu regeln, die Besuchsmodalitäten festzulegen sowie im Bedarfsfall das Besuchsrecht von B._ und A._ zu sistieren.
6. (Aufgaben und Kompetenzen der Beistandsperson)
7. (Aufhebung Weisungen)
8. (Entschädigung der Kindesvertreterin)
9. (Verfahrenskosten)
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## Considerations