# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** f175ab1f-6bb4-49be-88bc-966f852bea5a
**Court:** GR_KG
**Chamber:** GR_KG_006
**Year:** 2012
**Language:** de
**Jurisdiction:** GR / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

hat sich ergeben:
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I. Sachverhalt
A.1. Am 3. November 2005 verstarb D., geboren am _, mit letztem Wohnsitz in Z.. Als gesetzliche Erben hinterliess er seine Ehefrau A., geboren am _, bevormundet und vertreten durch den Amtsvormund E., mit derzeitigem Aufenthalt im Pflegeheim F. in Y., sowie die Nachkommen B., geboren am _, und C., geboren am _.
2. Am 28. Mai 2004 errichtete D. beim Notar lic. iur. G. eine letztwillige Verfügung (Testament), worin er die Ehefrau auf den Pflichtteil setzte und die verfügbare Quote zu gleichen Teilen seinen Kindern zukommen liess.
3. Auf Antrag des Vormundes von A. vom 1. Dezember 2005 ordnete das Kreisamt X. mit Verfügung vom 5. Dezember 2005 über den Nachlass von D. ein Sicherungsinventar an und beauftragte Notar lic. iur. G. mit dessen Aufnahme. Das entsprechende Sicherungsinventar datiert vom 28. Februar 2007 und wurde den gesetzlichen Erben durch das Kreisamt X. mit Verfügung vom 16. März 2007 eröffnet. Im Sicherungsinventar wird ein Gesamtvermögen des Nachlasses – ohne das Inventar in der vom Erblasser bewohnten Wohnung in Z. und den Liegenschaften – von Fr. 372'352.70 aufgeführt, wobei allein Fr. 371'710.40 als Guthaben des Nachlasses gegenüber B. für den Erbvorbezug der Parzelle Nr. _, Plan 2 im Grundbuch der Gemeinde Z. (Fr. 328'000.--), die Ablösung des lebenslänglichen und unentgeltlichen Wohnrechts auf Parzelle Nr._, Plan 2 im Grundbuch der Gemeinde Z. (Fr. 35'520.--), sowie Bezüge und Bezahlungen ab dem H. Konto Nr. _ (Fr. 8'190.40) beziffert wurde.
B. Mit Eingabe vom 15. April 2008 meldete A. beim Kreisamt X. gegen B. und C. eine Klage betreffend Teilung des Nachlasses von D. sel. zur Vermittlung an. Die Rechtsbegehren lauteten dabei wie folgt:
„1. Es sei der Nachlass des am 3. November 2005 verstorbenen Erblassers D. sel. festzustellen und zu teilen. Dabei seien auch die der Ausgleichung und/oder der Herabsetzung unterliegenden lebzeitigen Zuwendungen / Rechtsgeschäfte sowie der güterrechtliche Anspruch der Klägerin zu berücksichtigen bzw. festzustellen.
2. Es sei festzustellen, dass der Klägerin ein Viertel des Nachlasses von D. sel. zusteht.
3. Es seien die der Herabsetzung unterliegenden Rechtsgeschäfte herabzusetzen soweit dies zur Wahrung des Pflichtteils der Klägerin erforderlich ist.
4. Es sei die Grösse der Erbteile im Sinne der obigen Ziffern 1 – 3 rechnerisch festzustellen und die Beklagten zu verpflichten, den der
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Klägerin zustehenden Betrag aus Güterrecht sowie Erbteil zuzüglich 5 % Zins seit dem 3. November 2005 auszubezahlen.
5. Unter voller vermittleramtlicher, gerichtlicher und aussergerichtlicher Kosten- und Entschädigungsfolge.“
Anlässlich der Sühneverhandlung vom 20. Juni 2008 stellten B. und C. folgende Anträge:
„1. Accepter il testamaint scu gnieu scrit da sar G.!
2. Bunificher a B. ils fits per l’ütilisaziun da la chesa 129 zieva la mort da D..
Fit chesa = 7 x 1’500.-- = 10’500.--
Fit magazin = 28 x 800.--= 19’200.--
Purter intuorn roba = 3 x 1'500.-- = 4’500.--
Totel 34’200.--
3. Pajer il monumaint e la fossa (ca. 4'000.-)
4. Alluntanamaint da s-charf etc. (ca. 8'000.-)
5. Sbütter las chüsas davart l’avuadia
6. Tuot ils cuosts (tribunel, güdisch da pêsch, advocats etc.) tenor la ledscha.”
C. Da die angestellten Vergleichsversuche erfolglos blieben, wurde am 15. Oktober 2008 der Leitschein ausgestellt. Mit Prozesseingabe vom 4. November 2008 wurde die Klage rechtzeitig ans Bezirksgericht Maloja prosequiert, wobei A. folgendes Rechtsbegehren stellte:
„1. Es sei der Nachlass des am 3. November 2005 verstorbenen Erblassers D. sel. festzustellen und zu teilen. Dabei seien auch die der Ausgleichung und/oder der Herabsetzung unterliegenden lebzeitigen Zuwendungen / Rechtsgeschäfte sowie der güterrechtliche Anspruch der Klägerin zu berücksichtigen bzw. festzustellen.
2. Es sei festzustellen, dass der Klägerin ein Viertel des Nachlasses von D. sel. zusteht.
3. Es seien die der Herabsetzung unterliegenden Rechtsgeschäfte herabzusetzen soweit dies zur Wahrung des Pflichtteils der Klägerin erforderlich ist.
Nun konkretisiert, Beweisergebnis und somit Rektifikation vorbehalten: Der Beklagte 1 sei zu verpflichten, nach seiner Wahl a) entweder mindestens die Liegenschaft Parz. Nr. _, Grundbuch Z., an die Klägerin als Alleinerbin von D. sel. zu übertragen, Zug um Zug gegen Bezahlung eines vom Gericht festzusetzenden Geldbetrages,
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b) oder der Klägerin einen vom Gericht festzusetzenden Geldbetrag, mindestens aber CHF 837'500, nebst Zins zu 5 % seit dem 3. November 2005 zu bezahlen, wobei die Geldbeträge in beiden Fällen so festzusetzen sind, dass die Klägerin ihren Pflichtteil von einem Viertel der um den Wert der von D. sel. an den Beklagten 1 am 14. September 1993 und am 24. Mai (recte 26. Mai) 2004 veräusserten Liegenschaften vermehrten Erbschaft von D. sel. ungeschmälert erhält. Zu diesem Zwecke sei der Teilungswert der Erbschaft D. sel. zuzüglich der der Herabsetzung unterliegenden lebzeitigen Rechtsgeschäfte vom 14. September 1993 und vom 24. Mai (recte 26. Mai) 2004 festzustellen, soweit erforderlich durch richterliche Einholung eines Bewertungsgutachtens für die besagten Liegenschaften, und es sei auf der Grundlage des so ermittelten Gesamtwertes der Umfang des klägerischen Pflichtteils und der zulässige Maximalwert der Begünstigung des Beklagten 1 festzusetzen. Dem Beklagten 1 sei durch das Gericht eine angemessene Frist anzusetzen zur Ausübung der oberwähnten Wahl unter Androhung, dass bei unbenütztem Ablauf der Frist das Urteil aufgrund der Wertanrechnung gemäss Variante b (Auszahlung) ergeht.
4. Es sei die Grösse der Erbteile im Sinne der obigen Ziffern 1 – 3 rechnerisch festzustellen und die Beklagten zu verpflichten, den der Klägerin zustehenden Betrag aus Güterrecht sowie Erbteil zuzüglich 5 % Zins seit dem 3. November 2005 auszubezahlen (vorbehältlich anderer Wahlrechtsausübung gemäss Ziff. 3 vorstehend).
5. Unter voller vermittleramtlicher, gerichtlicher und aussergerichtlicher Kosten- und Entschädigungsfolge.“
Während C. stillschweigend auf die Einreichung einer Prozessantwort verzichtete und sich auch nicht am Verfahren beteiligte, stellte B. innert zweimalig erstreckter Frist mit Klageantwort vom 12. Januar 2009 folgende Anträge:
„1. Es sei Vormerk zu nehmen, dass der Beklagte 1 mit der Erbteilung des Nachlasses des am 3. November 2005 verstorbenen Erblassers D. sel., geb. am _, von Z. und W., wohnhaft gewesen in Z., einverstanden sei.
2. Herabsetzung
2.1 Auf die Herabsetzungsklage sei nicht einzutreten.
2.2 Im Falle des Eintretens sei die Klage abzuweisen.
3. Es sei der vom Beklagten 1 der Klägerin geschuldete Pflichtteil mit Fr. 82'160.50 festzulegen.
4. Soweit mehr oder anderes verlangt wird, sei die Klage abzuweisen.
5. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge.“
Mit Replik vom 24. Februar 2009 hielt A. unverändert an ihrem Rechtsbegehren gemäss Leitschein und Prozesseingabe vom 4. November 2008 fest, während B.
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in seiner Duplik vom 20. April 2009 eine dahingehende Anpassung vornahm, als der von ihm der Klägerin geschuldete Pflichtteil nurmehr noch mit Fr. 76'048.10 festzulegen sei (Ziffer 3 des Rechtsbegehrens).
D. Mit Beweisverfügung vom 25. Juni 2009 stellte der Bezirksgerichtspräsident Maloja fest, dass die Parteien übereinstimmend die Teilung der Erbschaft von D. sel. beantragten. Nachdem sich der Nachlass wesentlich aus Grund-stücken zusammensetze, werde die Einholung von Schätzungen für die Nachlassfeststellung erforderlich. Der Bezirksgerichtspräsident Maloja ordnete daher eine Verkehrs- resp. Ertragswertschätzung diverser Parzellen in den Grundbüchern der Gemeinden Z. (Parz. Nrn._) an. Gleichzeitig wurde den Parteien die Möglichkeit eingeräumt, bis spätestens am 14. Juli 2009 schriftlich formulierte Expertenfragen und -vor-schläge einzureichen. Die entsprechenden Expertisen des kantonalen Schätzungsbezirks 1 datieren vom 31. August 2010 bzw. vom 4. März 2011 (Nachtrag zur Expertise).
E. Mit Urteil vom 14. September 2011, mitgeteilt am 3. Januar 2012, erkannte das Bezirksgericht Maloja wie folgt:
„1. Auf die Herabsetzungsklage wird nicht eingetreten bzw. diese wird abgewiesen.
2. Es wird festgestellt, dass der Nachlass des Erblassers D. sel. am 3. November 2005 CHF 406'445.45 betrug.
3. Es wird festgestellt, dass der Nachlass des Erblassers zu einem Viertel der Klägerin und den Beklagten 1 und 2 zu je drei Achtel zusteht.
4. Es wird festgestellt, dass dem Beklagten 1 CHF 328'000.- als Vorbezug an seinem Erbanteil anzurechnen sind.
5. Die Verfahrenskosten, bestehend aus einer Gerichtsgebühr von CHF 8'000.-, einem Streitwertzuschlag von CHF 15'000.-, den Schreibgebühren von CHF 1'000.-, der Gutachterkosten von insgesamt CHF 12'125.70 sowie die vermittleramtlichen Kosten von CHF 300.- werden zu zwei Dritteln der Klägerin und zu einem Drittel den Beklagten 1 und 2 auferlegt, unter solidarischer Haftung eines jeden für den jeweils gesamten Betrag.
6. Die Klägerin wird verpflichtet, den Beklagten 1 mit CHF 11'937.50 ausseramtlich zu entschädigen.

## Considerations