# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 84ee7a2a-e2a0-52cb-926b-c557069283b9
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2020
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
1.1
Die im Jahre 1984 geborene
X._
war ab dem
2
4.
August 2009 be
i der
Z._
angestellt
und dadurch bei der
AXA Versicherungen AG (nach
folgend: AXA)
obligatorisch gegen die Folgen von Berufs- und Nichtberufs
un
fällen versichert
. Am
6.
Februar 2011 stürzte die Versicherte beim Snowboarden und zog sich eine L1-Kompressionsfraktur Typ I zu; weiter führte der Unfall zu
einer traumatisierten
dysplastischen
/
lytischen
Spondylolisthesis
L5/S1 (
Urk
.
10/A1,
Urk.
11/M3). In der Folge anerkannte die AXA ihre Leistungspflicht und erteilte die Deckungszusage für eine stationäre Behandlung
ab dem
2
2.
März 2011 (
Urk.
10/A4), wobei am 2
3.
März 2011 eine
Spondylodese
L5/S1 sowie
eine
temporäre Transfixierung L4/5
, eine
transforami
nale
lumbale intersomatische Fusion L5/S1, eine
Laminektomie
L5 sowie eine Dekompression Wurzel L5
durchgeführt wurde
n
(
Urk.
11/M9).
Am
5.
Oktober 2011 erfolgte die Segment
freigabe L4/5 mit partieller
Osteosynthesematerialentfernung
(
Urk.
11/M20), am 1
6.
Oktober 2013 die
Osteosynthesematerialentfernung
L5/S1 (
Urk.
11/M37). Mit Verfügung vom 2
0.
Februar 2014 schloss die AXA den Fall einstweilen ab, unter Hin
weis auf das Rückfallmelderecht; weiter sprach sie der Versicherten eine Inte
gritätsentschädigung bei einem Integritätsschaden von 12
%
zu (Urk.
10/A45).
1.2
Nach einer Verschlechterung der gesundheitlichen Situation weilte die Versi
cherte in der Zeit vom 2
1.
März bis
8.
April
2016
an der Klinik für Rheumatologie des
A._
zur stationären Behandlung (
Urk.
11/M62); in der Zeit vom
8.
April bis
6.
Mai 2016 fand in der
B._
eine arbeitsorientierte Rehabilitation statt (
Urk.
11/M65).
Mit Schreiben vom 1
3.
Janu
ar 2017 informierte die AXA die Versicherte, dass ab dem
1.
Januar 2017 für Psychotherapie keine Kostenübernahme mehr erfolge (
Urk.
10/A88).
1.3
Aufgrund einer erneuten Beschwerdezunahme wurde am 2
5.
Oktober 2017 ein MRI der LWS erstellt (
Urk.
11/M74). In seiner Stellungnahme vom 1
4.
Dezember 2017
äusserte sich der beratende Arzt der AXA dahingehend, dass die aktuellen Beschwerden nur noch möglicherweise auf den Unfall vom
6.
Februar 2011 zu
rückzuführen seien (
Urk.
11/M77
). Mit Verfügung vom
2
4.
Januar 2018 stellte
die AXA die Leistungen
per 3
0.
April 2017
ein
(Urk. 10/
A
121) und hielt mit
Einspracheentscheid
vom 3
0.
August 2018
hieran
fest (
Urk.
10/
A
136 =
Urk.
2).
2.
Dagegen erhob die Pensionskasse
Y._
am
1.
Oktober 2018 Beschwerde und beantragte, es sei festzustellen, dass die Versicherte weiterhin Anspruch auf Leistungen der Beschwerdegegnerin habe, eventualiter sei die Sache zur Neu
beurteilung an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen; alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der Beschwerdegegnerin (
Urk.
1 S. 2).
Am
4.
Oktober 2018 erhob die Vertreterin der Versicherten ebenfalls Beschwerde gegen den
Einspracheentscheid
vom 3
0.
August 2018 und beantragte, es sei die Beschwerdegegnerin zu verpflichten über den 3
0.
April 2017 hinaus Leistungen aus der obligatorischen Unfallversicherung zu erbringen, eventualiter sei ein orthopädisches Gerichtsgutachten in Auftrag zu geben; unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der Beschwerdegegnerin (
Urk.
12/1 S. 2).
Mit Beschwerdeantworten vom 2
2.
Januar 2019 liess die Beschwerdegegnerin die Abweisung der Beschwerden beantragen (
Urk.
9,
Urk.
12/10). Mit Verfügungen vom 2
8.
Januar
2019 wurde das vorliegende Verfahren mit dem Prozess Nr. UV.2018.00253 vereinigt und dieser als dadurch erledigt abgeschrieben (Urk. 13,
Urk.
12/11).
Mit Replik vom
4.
März 2019 hielt die Beschwerdeführerin 1 an ihren be
schwer
deweise gestellten Anträgen fest (
Urk.
17), gleiches gilt für die Replik der Be
schwerdeführerin 2 vom
3.
Juni 2019 (
Urk.
21). Mit Duplik vom
9.
Oktober 2019 nahmen die Vertreter der Beschwerdegegnerin zu den eingereichten Repliken Stellung und
hielten an den bereits gestellten Anträgen fest (
Urk.
26), was den Beschwerdeführerinnen mit Verfügung vom 2
2.
Oktober 2
019 zur Kenntnis ge
bracht wurde
(
Urk.
27).
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Am 1. Januar 2017 sind die am 25. September
2015 beziehungsweise am
9. November 2016 verabschiedeten geänderten Bestimmungen des Bundesge
setzes
über die Unfallversicherung (UVG) und der Verordnung über die Unfallversiche
rung (UVV) in Kraft getreten.
Gemäss den allgemeinen übergangsrechtlichen Regeln sind der Beurteilung jene Rechtsnormen zu Grunde zu legen, die in Geltung standen, als sich der zu den
materiellen Rechtsfolgen führende und somit rechtserhebliche Sachverhalt ve
r
wirklicht hat (vgl. BGE 127 V 466 E. 1, 126 V 134 E. 4b, je mit Hinweisen). Dem
entsprechend sehen die Übergangsbestimmungen zur Änderung vom 25. Septem
ber 2015 des UVG vor, dass Versicherungsleistungen für Unfälle, die sich vor dem 1. Januar 2017 ereignet haben, und für Berufskrankheiten, die vor diesem Zeit
punkt ausgebrochen sind, nach bisherigem Recht gewährt werden (Absatz 1 der genannten Übergangsbestimmungen).
Der
hier zu beurteilende
Unfall hat
sich am
6.
Februar 2011
ereignet, weshalb die bis 31. Dezember 2016 gültig gewesenen Normen auf den vorliegenden Fall An
wendung finden und i
n dieser Fassung zitiert werden.
1.2
Gemäss
Art.
6 UVG werden – soweit das Gesetz nichts
anderes
bestimmt – die Versicherungsleistungen bei Berufsunfällen, Nichtberufsunfällen und Berufs
krankheiten gewährt (
Abs.
1). Der Bundesrat kann Körperschädigungen, die den Folgen eines Unfalles ähnlich sind, in die Versicherung einbeziehen (
Abs.
2). Aus
serdem erbringt die Versicherung ihre Leistungen bei Schädigungen, die den Ver
unfallten bei der Heilbehandlung zugefügt werden (
Abs.
3).
1.3
Die Versicherungsleistungen werden auch für Rückfälle und Spätfolgen gewährt (
Art.
11 UVV). Bei einem Rückfall handelt es sich um das Wiederaufflackern einer vermeintlich geheilten Krankheit, so dass es zu ärztlicher Behandlung, mög
lich
erweise sogar zu (weiterer) Arbeitsunfähigkeit kommt; von Spätfolgen spricht man, wenn ein scheinbar geheiltes Leiden im Verlaufe längerer Zeit organische oder auch psychische Veränderungen bewirkt, die zu einem anders gearteten Krankheitsbild führen können (BGE 118 V 293 E. 2c mit Hinweisen).
Bei Rückfällen und Spätfolgen obliegt es der versicherten Person, das Vorliegen eines natürlichen Kausalzusammenhangs zwischen dem neuen Beschwerdebild
und dem
Unfall mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit nach
zuweisen. Je grösser der zeitliche Abstand zwischen dem Unfall und dem Auf
tre
ten der gesundheitlichen Beeinträchtigung ist, desto strengere Anforderun
gen sind
an den Wahrscheinlichkeitsbeweis des natürlichen
Kausalzusammen
hangs zu stellen
. Bei Beweislosigkeit fällt der Entscheid zu Lasten der versicherten Per
son
aus
. Werden durch einen Unfall Beschwerden verursacht, übernimmt die Un
fall
versicherung den durch das Unfallereignis verursachten Schaden, spätere Gesund
heitsstörungen dagegen nur, wenn eindeutige Brückensymptome gegeben sind (
Urteil des Bundesgerichts
8C_589/2017
vom 21. Februar 2018 E. 3.2.2 mit Hin
weisen)
.
1.4
Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss UVG setzt voraus, dass zwi
schen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Inva
li
dität, Tod) ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht. Ursachen im Sinne des natür
lichen Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne deren Vorhan
den
sein der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der glei
chen Weise beziehungsweise nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann. Ent
sprechend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des natürlichen Kausal
zu
sammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleinige oder un
mittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schädi
gende Ereignis zusammen mit anderen Bedingungen die körperliche oder geis
tige Integrität der versicherten Person beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht weg
gedacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene ge
sundheitliche Störung entfiele (BGE 129 V 177 E. 3.1, 402 E. 4.3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, worüber die Ver
waltung beziehungsweise im Beschwerdefall das Gericht im Rahmen der ihm obliegenden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt für die Begründung eines Leistungs
anspruches nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete den angefochtenen
Einspracheentscheid
da
mit, dass
die vorhandenen Beschwerden im Bereich L5/S1 gestützt auf die Ein
schätzungen
von
Dr.
med.
C._
, Fach
arzt
FMH für Chirurgie,
Dr.
med.
D._
, Facharzt für Neurologie
,
sowie von
Dr.
med.
E._
, Facharzt FMH für Chirurgie
,
nicht mehr als unfallkausal zum Ereignis vom
6.
Februar 2011 gesehen werden könnten. An dieser Beurteilung würd
en auch die Stellungnahmen von
Dr.
med.
F._
,
Chiropraktor
SCG/ECU, sowie PD
Dr.
med.
G._
, Allgemeine Innere Medizin, Kardiologie, Sportmedizin, Höhenmedizin, nichts ändern
(
Urk.
2 S. 8).
2.2
Demgegenüber machte die Beschwerdeführerin 1 im Wesentlichen geltend, dass gestützt auf die Einschätzung von
Dr.
F._
sowie PD
Dr.
G._
von einer Unfallkausalität der bestehenden Beschwerden auszugehen sei, allenfalls sei die
Sache zur weiteren Abklärung an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen (Urk
. 1 S. 6 f.
, vgl. auch
Urk.
17
).
Zudem sei die Beschwerdelegitimation gegeben, da die Beschwerdeführerin
1
als Leistungsträgerin von überobligatorischen Leistungen der beruflichen Vorsorge aufgrund der Kürzungsmöglichkeit durch den Renten
entscheid des Unfallversicherers berührt sei (
Urk.
17 S. 2).
Die Vertreterin der Beschwerdeführerin 2 führte im Wesentlichen a
us, dass
Dr.
C._
in seiner Eins
chätzung vom 1
1.
Februar 2014 zum Schluss gekommen sei, da
ss der Unfall zu einer richtung
gebenden Verschlimmerung auf Höhe L5/S1 geführt habe, was in der Folge zur Anerkennung eines Integritätsschadens in der
Höhe von 12
%
geführt habe (
Urk.
12/1 S. 9). Auf die Einschätzung von
Dr.
D._
vom 3
1.
März 2014 könne aufgrund dessen mangelnder Fachkennt
nisse als Neurologe nicht abgestellt werden; weiter könne die Kehrtwende von
Dr.
C._
im Anschluss an die Beurteilung von
Dr.
D._
nicht ernsthaft be
rücksichtigt werden
(
S. 9 f.). Die heutigen Beschwerden seien mit überwiegender Wahrscheinlichkeit auf den Unfall vom
6.
Februar 2011 zurückzuführen (
S. 11
, vgl. auch
Urk.
21
).
2.3
Die Vertreter der Beschwerdegegnerin führten im Rahmen der Beschwerdeant
worten vom 2
2.
Januar 2019 im Wesentlichen aus, dass
der Pensionskasse
Y._
keine Beschwerdelegitimation zukomme, da die versicherten Leistungen rein privatrechtlicher Natur seien (
Urk.
9 S. 3). In
materiellrechtlicher
Hinsicht liess die Beschwerdegegnerin geltend machen, dass die Operation aufgrund des be
stehenden Vorzustandes ohnehin früher oder später hätte erfolgen müssen. Der Unfall habe lediglich zu einer vorübergehenden Verschlimmerung des Vorzu
standes geführt, wobei die Beschwerdeführerin 2 spätestens 6 Monate nach der Restmetallentfernung den Gesundheitszustand erreicht habe, der sich auch ohne Unfall früher oder später eingestellt hätte (S. 8 f.). Entsprechend den Ausfüh
rungen von
Dr.
D._
und
Dr.
E._
sei es nicht zu einer richtung
gebenden Verschlimmerung des Vorzustandes
gekommen (S. 10), demgegenüber
seien die Berichte von
Dr.
F._
und PD
Dr.
G._
nicht aussagekräftig (S. 11; vgl. auch
Urk.
12/10
und
Urk.
26
).
3.
3.1
In formeller Hinsicht ist anzumerken, dass die Beschwerdeführerin 1 als
Vorsor
geeinrichtung in der Leistungspflicht steht
.
Aufgrund der Tatsache, dass
sie
überobligatorische Leistungen erbringt
,
kann
dabei
nicht auf eine privatrechtliche Rechtsbeziehung geschlossen werden
. So ist die Beschwerdeführerin 1 verpflich
tet
,
die gesetzlichen Mindestleistungen zu erbringen, wobei bei der Ausrichtung von Invalidenleistungen und gleichzeitigem Anspruch auf Taggelder der Unfall
versicherung eine Kürzungsmöglichkeit gegeben ist (
Art.
24
Abs.
1
lit
. b
der Verordnung über die berufliche Alters-, Hinterlassenen– und Invalidenvorsorge
,
BVV 2). Dabei handelt es sich um eine «Kann-Vorschrift» welche durch die regle
mentarischen Bestimmungen zu
konkretisieren ist, wie dies die Beschwerde
füh
rerin 1 in ihrem einschlägigen Reglement getan hat (Ziffer 1019,
Urk.
3/2). Die Beschwerdeführerin 1 ist demnach a
ufgrund der Kürzungsmöglichkeit durch den Entscheid des Unfallversicherers berührt und damit legi
timiert
, diesen anzu
fech
ten (vgl. zum Ganzen auch BGE 134 V 153).
3.2
In materieller Hinsicht bleibt zu prüfen, ob die mit MRI vom 2
5.
Oktober 2017 objektivierten Ver
änderungen der Etagen L4 bis S1 sowie die damit in Zusam
menhang stehenden Rückenbeschwerden
auf den Unfall vom
6.
Februar 2011 zurückzuführen sind.
4.
4.1
Die für den Austrittsbericht vom
6.
April
2011
verantwortlichen Fachärzte der
H._
diagnostizierten eine L1-Kompressionsfraktur Typ 1 sowie eine traumatisierte
dysplastische
Spondylolisthesi
s
L5/S1.
Am 2
3.
März 2011 sei eine dorsale
transpedikuläre
Korrekturaufrichte
spondy
lodese
L5/S1 (
Expidium
), eine temporäre Transfixierung L4/5, eine
transfora
minale
lumbale intersomatische Fusion (TLIF) L5/S1 mit
autologer
Spongiosa und
Harmscage-Interponat
, eine
Laminektomie
L5 sowie eine Dekompression Wurzel L5 beidseits vorgenommen worden (
Urk.
11/M9).
4.2
In seiner Stellungnahme vom 2
1.
August 2012 führte
Dr.
C._
(
medizinischer Dienst der AXA)
aus, dass der Unfall bei der
dysplastischen
Spondylolisthesis
L5/S1 zu einer dauernden und richtung
gebenden Verschlimmerung geführt habe (
Urk.
11/M32).
In seiner Stellungnahme vom 1
1.
Februar 2014 äussert
e
sich
Dr.
C._
dahin
gehend, dass
die LWK-Fraktur folgenlos abgeheilt sei. Aufgrund der Beschwerden und Einschränkungen als Folge der
Spondylodese
L5/S1 mit
Laminektomie
L5 unter Berücksichtigung einer voraussehbaren Verschlimmerung durch Überlas
tung des Anschlusssegments L4/5 sei ein Integritätsschaden von 20 % festzu
legen. Aufgrund der fortgeschrittenen asymptomatischen
Spondylolisthesis
L5/S1 sei von einem Einfluss des Vorzustandes von 40
%
auszugehen, was zu einem unfallkausalen Integritätsschaden von 12
%
führe (
Urk.
11/M48 S. 2).
4.3
Dr.
med.
I._
, Facharzt FMH für Radiologie, beurteilte das MRI LWS vom 2
5.
Oktober 2017 dahingehend, dass auf Höhe L4/5 eine
Diskopathie
mit dehy
drierter Bandscheibe und flachbogiger medianer Diskushernie mit minimaler Im
pression des Duralsackes bestehe, im Verlauf leicht abnehmend und weniger fokal gegenüber der Voruntersuchung bei recht deutlicher beidseitiger
Spondyl
arthrose
ohne relevante Kompression. Auf Höhe L5/S1 sei nach
Spondylodese
von einem vollständig durchgebauten Bandscheibenniveau auszugehen bei vor
bestehender und unveränderter beidseitiger
foraminaler
Engstellung (Urk. 11/
M74).
4.4
In seiner Stellungnahme vom 1
4.
Dezember 2017 führte
Dr.
D._
, beratender Arzt der AXA, aus, dass die
dysplastischen
Veränderungen heute – nach
tran
spedikulärer
Korrekturaufrichtespondylodese
L5/S1 am
6.
April 2011 – vernach
lässigt werden könnten. Die degenerativen Veränderungen seien dabei langsam über die Jahre entstanden und würden weiter fortschreiten. Insofern erscheine es höchst fraglich, die heuti
ge Symptomatik der untersten LWS
noch als Unfallfolge zu werten. Auf Höhe L1 sehe er keine unfallkausalen Veränderungen, welche die heutigen Beschwerden erklären könnten.
Die aktuellen Beschwerden würden nur möglicherweise mit dem Unfall vom
6.
Februar 2011 zusammenhä
ngen. Der Unfall habe nur zu einer vorübergeh
en
den Verschlimmerung geführt, wobei 6 Monate nach der OSME im Oktober 2013 der Status quo sine erreicht worden sei, per 3
1.
März 2014 (
Urk.
11/M77 S. 8 f.).
4.5
Dr.
C._
führte in seiner Stellungnahme vom 1
9.
Januar 2018 aus, dass sie keine Hinweise auf strukturelle Abnormitäten
n
ach der
Korrekturaufri
chtespondylodese
L5/S1 hätten, was heisse, dass
keine überwiegenden Spätfolgen der durchge
führten
Operation an der Lendenwirbelsäule vor
liegen würden
. Innerhalb der v
erstrichenen sieben
Jahre nach dem Ereignis entsprä
chen die heute vorliegenden Beschwerden dem natürlichen Verlauf der zunehmenden Degeneration. Die aktu
ellen Beschwerden würden nicht mit dem Grad der überwiegenden Wahr
schein
lichkeit in natürlichem Kausalzusammenhang zum Unfall vom
6.
Februar 2011 stehen. Aufgrund der heute vorliegenden Aktenlage könne er nicht mehr nach
vollziehen, weshalb er in seinen Stellungnahmen vom 2
1.
August 2012 und 1
1.
Februar 2014 von einer richtunggebenden Verschlimmerung des Vorzu
stan
des ausgegangen sei; er schliesse sich der Stellungnahme von
Dr.
D._
an (
Urk.
11/M78).
4.6
Dr.
F._
führte in seinem Bericht vom
7.
Februar 2018 aus, dass die beklagten Hauptbeschwerden seit Oktober 2017 auf die deutliche Segmentdegen
eration L4/5 mit Facettengelenks
arthrose zurückzuführen seien. Diese sei im Sinne einer Anschlussdegeneration zu beurteilen und überschreite das altersentsprechend zu erwartende Ausmass. Bei klarer Korrelation mit dem Unfallgeschehen, wie auch den Folgen der operativen Versorgung sollten die Kosten weiterhin von der Un
fallversicherung übernommen werden (
Urk.
11/M79 S. 2).
4.7
Dr.
G._
, Vertrauensarzt
Y._
,
führte in seinem Bericht vom
2
3.
Februar 2018 aus, dass neben der ausgeheilten Wirbelkörperfraktur noch erhebliche Beschwerden bestehen würden, die zum einen durch eine vorzeitige Degeneration bedingt und zum anderen funktioneller Natur seien. Es bestehe hier ein klarer
kau
saler Zusammenhang zum Unfallgeschehen vom
6.
Februar 2011 (Urk. 11/M80
S. 2).
4.8
In seinem Bericht vom 2
1.
August 2018 führte
Dr.
E._
, beratender Arzt der AXA, aus, dass bereits anlässlich der er
s
ten bildgebenden Abklärung im
A._
vom
7.
Februar 2011
als eindeutiger Vorzustand eine
dysplastische
Spondylolyse
L5 beidseits mit
Anterolisthese
L5 gegenüber S1 mit fortge
s
chrittener
Osteochon
drose
L5/S1 und
Osteophytose
S1 habe nachgewiesen werden können. Es handle sich dabei um einen Zustand, der im Verlauf der Zeit spontan oder nach abrupten
Bewegungen oder Belastungen aus eigener
Dynamik heraus symptomatisch werde
. Das Sturzereignis vom
6.
Februar 2011 habe diesen Vorzustand temporär akti
viert, ohne dass im Bereich dieser entwicklungsbedingten Störung unfallkausal bedingte, strukturelle Schädigungen nachweisbar seien. Als einzige unfallkausal nachweisbar
e
strukturelle Veränderung lasse sich die L1-Fraktur nachweisen
, welche zwischenzeitlich konsolidiert sei. Die gegenwärtige Beschwerdelage ba
siere klar auf dem Vorzustand mit dadurch zu erwartender Progredienz dege
ne
rativer Veränderungen. Die Indikation zur
Spondylodese
L5/S1 mit temporärer Transfixation L4/5 habe sich nicht aufgrund
struktureller, unfallkausaler Schädi
gungen ergeben, sondern aufgrund
des
Vorzustandes. Bedingt einerseits durch den Vorzustand, andererseits auch aufgrund der zwischenzeitlich durchgeführten
Spondylodese
hätten
sich zwischenzeitlich vermehrt degenerative Veränderungen
entwickelt, dies auch im Sinne einer sogenannten Anschlusssymptomatik.
Dr.
F._
und PD
Dr.
G._
würden davon ausgehen, dass die Spondylose und die
Spondylolisthese
initial unfallkausal verursacht worden seien, was klar nicht zutreffe. Er gehe davon aus, dass ihnen die initialen medizinischen Akten
nicht zur Verfügung gestanden hätte
n, die von ihnen propagierte Unfallkausalität
der noch bestehenden Beschwerden sei deshalb nicht aussagekräftig (
Urk.
11/M81
).
5.
5.1
Vorab ist festzuhalten, dass
die erstbehandelnden Fachärzte von einer
trau
ma
tisierte
n
dysplastische
n
Spondylolisthesis
L5/S1
ausgingen. Auch wenn der Un
fall auf der genannten Etage zu keinen strukturellen Schäden geführt hat, so hat er den bestehenden Vorzustand doch dahingehend verschlimmert, dass innert kurzer Zeit eine operative Sanierung auf den Etagen L5/S1 und L4/5 nötig geworden ist. Die erfolgte
Spondylodese
L5/S1 mit temporärer Transfixation L4/5 war demnach zumindest teilweise eine Folge des Unfallgeschehens vom
6.
Februar 201
1.
Die Beschwerdegegnerin erbrachte in der Folge denn au
ch die gesetzlichen Leistungen.
Weiter ging
Dr.
C._
noch im Zeitpunkt des Fallabschlusses davon aus, dass
die tieflumbalen Beschwerden zumindest teilweise auf das Unfallgeschehen vom
6.
Februar 2011 zurückzuführen sind (E. 4.2). Anders wäre die
Zusprache
einer Integritätsentschädigung nicht zu erklären, ist dafür doch eine durch den Unfall erlittene dauernde erhebliche Schädigung der körperlichen Integrität erforderlich (
Urk.
11/M48,
Art.
24
Abs.
1 UVG). Hinzuweisen ist dabei auf die Tatsache, dass
Dr.
C._
den
Integritätsschaden
bereits unter Berücksichtigung einer voraus
seh
baren Verschlimmerung durch Überlastung des Anschlusssegments L4/5 fest
setzte (Urk.
11/M48 S. 2).
Genau zu dieser Überlastung ist es nun gekommen, wie dies am 2
5.
Oktober 2017 bildgebend festgestellt worden ist
(E. 4.3)
. Selbst
Dr.
E._
geht in seinem Be
richt vom 2
1.
August 2018 davon aus, dass es sich dabei um eine Anschluss
symptomatik handelt
(E. 4.8)
, wie dies
e
bereits im Rahmen d
er Festsetzung der
Integritäts
entschädigung vorhergesehen wurde.
Unter Berücksichtigung dieses
Verlaufs der
Beschwerdeverlagerung auf das Segment L4/5 vermag die Argu
men
tation von
Dr.
C._
und
Dr.
E._
, dass es allein aufgrund des Vorzustandes zu diesen degenerativen Veränderungen gekommen
sei
,
nicht zu überzeugen (vgl.
Urk.
11/M81 S. 2,
Urk.
11/M78). Zum einen ist die Anschlusssymptomatik eine Folge der unfallbedingt notwendig gewordenen
Spondylodese
, zum
anderen
stellen die Einschätzungen
von
Dr.
C._
und
Dr.
E._
reine Hypothesen dar, welche nicht weiter
begründet
werden.
5.2
Anzufügen bleibt, dass eine Teilkausalität für eine Haftung der Beschwerde
geg
nerin ausreicht (Art. 36 UVG). Es wurde nach dem Unfall eine
Radikulopathie
der
dysplastischen
Spondylolisthesis
festgestellt und die operative Versorgung emp
fohlen (Urk. 11/M3 S. 2). Dies wurde auch von der Beschwerdegegnerin als trau
matisierte
Spondylolisthesis
gefasst und es ist nicht ersichtlich, dass diese Folge auch ohne Unfallereignis eingetreten wäre. Diesem
Ereignis kommt der Charakter einer anspruchsbegründenden Teilursache zu,
weil
das
aus der potentiellen patho
genen Gesamtursache resultierende Risiko zuvor nicht
dermassen
gegenwärtig war, dass der auslösende Faktor gleichsam beli
ebig und austauschbar erschiene (Urteil des Bundesgerichts 837/2016 vom 7. Juli 2016 E. 4.1.2). Es ist unbestritte
n, dass der Unfall zur Exazerbat
ion geführt hat und nicht zu erwarten war, dass aus eigener Dynamik eine
Nevenbeteiligung
resultiert hätte.
Damit ist auch die Kausalität der Anschlusssymptomatik zum Unfall gegeben.
5.3
Zusammenfassend führt dies in Gutheissung der Beschwerden zur Aufhebung des angefochtenen
Einspracheentscheid
s
vom 3
0.
August 201
8.
Die Beschwerde
führerin
2
hat demnach auch über den 3
0.
April 2017 hinaus Anspruch auf die ge
setzlichen Leistungen der U
nfallversicherung betreffend den Unfall
vom
6.
Februar 2011.
6.
6.1
Ausgangsgemäss ist die Beschwerdegegnerin zu verpflichten, der Beschwerde
führerin 2 eine angemessene Prozessentschädigung zu bezahlen, welche in An
wendung von
Art.
61
lit
. g
des
Bundesgesetz
es
über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG)
, namentlich unter Berücksichtigung der Bedeu
tung der Streitsache und der Schwi
erigkeit des Prozesses auf
Fr.
2'9
00.-- (inklu
sive Barauslagen und Mehrwertsteuer) festzusetzen ist.
6.2
Im Verfahren der Verwaltungsgerichtsbeschwerde darf o
bsiegenden Behörden oder mit öffent
lich
-
rechtlichen Aufgaben bet
rauten Organisationen in der Re
gel keine
Parteientschädi
gung zugesprochen werden. In Anwendu
ng dieser Bestim
mun
g hat das Bundesgericht der Suva
und den privaten UV
G-Versicherern so
wie – von Sonderfällen abgesehen –
den Krankenkassen keine Partei
entschädigungen
zugesprochen, weil sie als Organisa
tionen mit
öffent
lichrechtlichen
Aufgaben zu qua
lifizieren sind (BGE 112 V 356 E.
6 mit Hinweisen). Das hat grund
sätzlich auch für die Trägerinn
en oder Versicherer der berufli
chen Vorsorge gemäss BVG zu gelten (BGE 128 V 124 E. 5b, 126 V 143 E. 4a, 118 V 158 E. 7, 117 V 349 E. 8 mit Hinweis).
Eine Abweichung von diesem Grundsatz ist vorliegend nicht angezeigt, weshalb der Beschwerdeführerin 1 als berufliche Vorsorgeversicherung keine Parteient
schädigung zuzusprechen ist.