# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** ccdba937-6389-4876-bf9c-2cdcf981a730
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2016
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1954 in
Y._
, verfügt über keine Berufsausbildung (
Urk.
7/7/6). In der Schweiz
war er
von
1977
bis Ende 2012
im Gartenbau
tätig
(
Urk.
7/12, 7/18
,
7/23/5
und 7/104/2
). Nach diversen Unfällen (
Urk.
7/23/25,
7/13/13 f. und 7/23/31) meldete ihn
sein
Unfallversich
erer
im April 2010
zur Früherfassung bei der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle,
an (
Urk.
7/3).
Seine
Anmeldung zum Leistungsbezug wegen Ellenbogenbeschwer
den erfolgte
im Mai 2010 (
Urk.
7/7).
Die IV-Stelle sprach ihm
letztlich
m
it Verfügung vom 2
8.
April 2015
eine befristete
Dreiviertelsrente
für die Monate November 2010 bis August 2011
(
Urk.
7/161 =
Urk.
2)
–
mithin für zwei
Monate
länger
als mit
Vorbescheid vom 20. Februar
2012 angekündigt (
Urk.
7/44
)
– zu
.
2.
Gegen diesen Entscheid erhob
der Versicherte
am 2
6.
Mai 2015 Beschwerde
. Darin beantragte er, die Nichtigkeit der angefochtenen Verfügung festzustellen und die
Sache
zum Erlass eines neuen
Vorbescheids
an die IV-Stelle zurückzu
weisen.
Eventualiter stellte er die Anträge, es sei
die
ihm
seit November 2010 zustehende
Rente auszurichten, es seien
we
itere medizinische Abklärungen
vor
zunehmen
bzw.
sein Eingliederungspotenzial sei
von
einer Beruflichen
Abklä
rungsstelle
(BEFAS
)
abzuklären
(
Urk.
1 S.
2).
Ferner
verlangte er die Durch
führung einer öffentlichen mündlichen Verhandlung (
Urk.
1 S. 2
und
7/10). Die IV-Stelle schloss in der Beschwerdeantwort vom 2
6.
Juni 2015 auf Abweisung der Beschwerde (
Urk.
6).
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
Der Beschwerdeführer moniert im Haupt
standpunkt
, die Beschwerdegegnerin habe
das Berentungsverfahren während 20 Monaten sistiert und weitere 13
Monate
bis zum Erlass der angefochtenen Verfügung verstreichen lassen
. Die Erkenntnislage habe sich in dieser Zeit völlig verändert. Angesichts der geschei
terten Eingliederungsbemühungen bei
ihm,
einem inzwischen 61 Jahre alten Schwerstarbeiter
,
und
der
konkreten Hinweise
auf eine
Verschlechterung seines G
esundheitszustand
es
wäre die Beschwerdegegnerin
verpflichtet gewesen, zu
nächst einen
zweiten
Vorbescheid zu erlassen
und so gegebenenfalls eine Eini
gung zu ermöglichen
. Es sei symptomatisch, dass sich die Verfügung nicht
mit
dem Scheitern der
Eingliederungsmassnahmen auseinandersetze
(
Urk.
1
Rz
13-15
und 68).
Die Beschwerdegegnerin hielt dem entgegen, seit dem Vorbescheid vom 2
0.
Februar 2012 seien keine neuen medizinischen Erkenntnisse ergangen und
die befristete Rente zu Gunsten des Beschwerdeführers verlängert worden (
Urk.
6).
2.
Der Sinn und Zweck des
Vorbescheidverfahrens
besteht darin, die Akzeptanz des Entscheids bei den Versicherten zu verbes
sern (BGE 134 V 97 E.
2.7
). Die IV-Stelle darf sich daher nicht darauf beschränken, die von der versicherten Person vorgebrachten Einwände tatsächlich zur Kenntnis zu nehmen und zu prüfen. Sie hat ihre Überlegungen dem oder der Betroffenen gegenüber auch
namhaft zu machen und sich dabei ausdrücklich mit den (
entscheidwesentlichen
) Einwänden auseinanderzusetzen, oder aber zumindest die Gründe anzugeben, weshalb sie gewisse Gesichtspunkte nicht berücksichtigen
kann (BGE 124 V 181 E.
2b
). Das
Vorbescheidverfahren
geht über den verfassungsrechtlichen
Min
destanspruch
auf rechtliches Gehör (
Art.
29
Abs.
2
der Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft
BV) hinaus, indem es Gelegenheit gibt, sich nicht nur zur Sache, sondern auch zum vorgesehenen Entscheid zu äusse
rn (BGE 134 V 97 E. 2.8.2
mit Hinweisen). Dies heisst nicht, dass eine IV-Stelle, die von dem im Vorbescheid in Aussicht gestellten Entscheid abweichend verfügen will, vorgängig nochmals ein
Vorbescheidverfahren
durchzuführen hätte (vgl.
Urteile
des Bundesgerichts
8C_96/2012 vom
9.
Mai
2012 E.
3.2 und 9C_115/2007
vom 2
2.
Januar 2008 E.
4 u. 5, in: SVR 2008 IV Nr. 43 S. 145). Ob die Ver
waltung, wenn sie auf Einwand der versicherten Person gegen den Vorbescheid hin weitere Abklärungen vornimmt, nochmals ein
Vorbescheidverfahren
durch
zuführen hat, hängt von den Umständen des Einzelfalles ab, u.a. von der inhalt
lichen Bedeutung der Sachverhaltsvervollständigung
(Urteile des Bundesgerichts 9C_312/2014 vom 1
9.
September
2014 E.
2.2.1 und 9C_606/2014 vom
9.
Dezember 2014 E. 2.1).
3.
3.1
Nach Eingang der Anmeldung des Beschwerdeführers im Mai 2010 zog die Beschwerdegegnerin
laufend
d
ie Akten des Unfallversicherers bei (
Urk.
7/13, 7/23 und 7/25
). Ferner
holte
sie
einen Auszug aus dem Individuellen Konto
(
Urk.
7/12)
sowie
Berichte
beim Hausarzt (
Urk.
7/16
und 7/24/6
)
und
bei
der
Arbeitgeberin (
Urk.
7/20)
ein
.
Der
Unfallversicherer
veranlasste währenddessen
eine
Funktionsorientierte Medizinische Abklärung (FOMA)
im
Z._
.
Die vom
Z._
im
Bericht
vom
6.
Januar
2011 (
Urk.
7/25/56
ff.)
empfohlene ambulante
arbeitsbezogene Rehabilitation
im
A._
brach der
Beschwerdeführer
im Mai 2011 nach drei Wochen ab. Zum Bericht des
A._
vom 2
8.
Oktober 2011
(
Urk.
7/30)
nahm
der
Beschwerdeführer
,
vertreten durch seinen Hausarzt
,
Stellung (
Urk.
7/26 f.).
Ferne
r
liess er
durch
Rechtsanwalt
Gasche
(
Urk.
7/32)
eine Eingliederung am angestammten Arbei
tsplatz beantragen (
Urk.
7/38).
Während ihm d
er Unfallversicherer
sodann
ab August 2011 e
ine Rente be
i einem Invaliditätsgrad von 19 %
sowie
eine In
tegritätsentschädigung von 10
%
zu
sprach
(
Urk.
7/29)
, kündigte ihm d
ie
Beschwerdegegnerin
mit Vorbescheid vom 20.
Februar 2012 die Ausrichtung
einer befristeten
Dreiviertelsrente
für die Monate November 2010 bis
Juni 2011 an (
Urk.
7/44).
Dabei stützte
sie sich
vorab
auf die Stellungnahmen des
Regionalen Ärztlichen Dienstes (RAD) vom
2
2.
August
2011 und 1
4.
September 2011 (
Urk.
7/41/5 ff.)
, während der später eingegangene Bericht des
A._
einzig
von
der
Sachbearbeiter
in
der Beschwerdegegnerin
mit Blick auf den vorzeitigen Abbruch der Rehabilitation
gewürdigt wurde
(
Urk.
7/41/7).
3.2
D
er Versicherte
wies
hierauf
in beiden Verfahren auf
die
divergierenden
Arbeitsfähigkeitseinschätzungen
von
Z._
und
A._
hin
.
Weiter verlangte er n
eben Eingliederungsmassnahmen
insbesondere
eine
Abklärung in einer Beruf
lichen Abklärungsstelle (BEFAS
; an die IV-Stelle gerichtet
e Eingaben
Urk.
7/52, 7/56, 7/62 und 7/70
).
Infolgedessen verfügte
der Unfallversicherer
am 16.
Mai
2012
weitere Abklärungen
in Form einer Evaluation der funktio
nellen Leistungs
fähigkeit (EFL;
Urk.
7/67).
Über die effektive Durchführung einer solchen ist
jedoch nichts bekannt.
Die I
V-
Stelle
nahm
demgegenüber
am 4.
Mai
2012 Rück
sprache mit dem RAD (
Urk.
7/85/5)
, sistierte
mit
Mitteilung vom 6.
Juni 2012
die Rentenabklärungen
(
Urk.
7/71) und leistete am
1
7.
Juli 2012 Kostengut
sprache
für ein Arbeitstraining
im
B._
(
Urk.
7/77-80
).
Aufgrund der
ersten
Rückmeldungen des
B._
(
Urk.
7/82-83 und 7/98/2 f.)
telefonierte
die
IV-Stelle
ferner
mit dem Hausarzt
des Beschwerdeführers
,
d
er
eine nochmalige chirurgi
sche Untersuchung empfahl
, um nichts zu verpassen
(
Urk.
7/98/3 f.).
Der
Be
schwerdeführer
äusserte sich inzwischen
mit Eingabe vom 2
8.
August 2012
(
Urk.
7/86)
spontan
zum Verlauf des Arbeitstrainings
und
später
mit
Schreiben vom 1.
November
2012 (
Urk.
7/88) z
um
Abschlussb
ericht de
s
B._
vom 2
5.
Oktober 2012 (
Urk.
7/87)
.
Die von der
Beschwerdegegnerin
hierauf beim
B._
angeforderten Unterlagen
(
Urk.
7/92)
wurden dem Beschwer
deführer
so
weit ersichtlich nicht zugestellt.
Es folgte
Ende Oktober 2012
eine Anmeldung des Beschwerdeführers beim
C._
im Hinblick auf einen Arbeitsversuch. Die Suchbemühungen wurden sistiert, nachdem
er
darauf hin
ge
wiesen ha
tte, dass er demnächst operiert werden
sollte (
Urk.
7/98/4 f.).
Indessen informierte sein Hausarzt die Beschwerdegegnerin a
m 1
5.
März 2013 telefonisch, dass
der Ge
sundheitszustand
nach erneuter Abklärung in der
D._
unverändert sei
und es keine
sinnvolle medizinische Massnahme
, insbesondere keine Operation, gebe
(
Urk.
7/98/5).
D
ie
Beschwerdegegnerin
vereinbarte hierauf mit Rechtsanwalt
Gasche
telefonisch
, dass er den
Bericht der
K
linik
D._
vom 16.
November 2012 (
Urk.
7/109)
nachreiche und
sie
ein Arbeitstraining organisiere (
Urk.
7/98/5).
Gemeinsam
mit dem
Beschwerdeführer
und
dem
C._
wurde später
jedoch
entschieden
, den Fokus auf
eine
Feststelle,
allenfalls
mit vor
gängigem Arbeitsversuch, zu
legen (
Urk.
7/98/6).
Dementsprechend
bejahte
die
Beschwerdegegnerin
mit Mitteilung vom 1
4.
Mai 2013 einen Anspruch
des
Beschwerdeführers
auf Arbeitsvermittlung
(
Urk.
7/97
). Dieser besuchte
ferner
im April/Mai 2013 einen Bewerbungstechnikkurs
(
Rückmeldung
Urk.
7/101
; Zu
stellung
an
ihn
Urk.
7/
108 und 7/
1
10
), zu de
ss
en Nutzen er sich mit Schreiben vom 1
3.
Juni 2013 äusserte (
Urk.
7/74
).
Die
Beschwerdegegnerin
beantwortet
e
dieses mit E-Mail vom 1
9.
Juni 2013 (
Urk.
7/128/2).
Während der Arbeitsvermittlung verlangte der Beschwerdeführer m
it Schreiben
vom 1
7.
Juni 2013
(
Urk.
7/107)
,
5.
August 2013 (
Urk.
7/112)
und 17.
Dezember 2013
(
Urk.
7/122)
zunächst
eine umfassend
e rheumatologische Untersuchung
und später
eine ganze
R
ente mangels verwertbarer Restarbeitsfähigkeit
.
Zum Beweis
reichte er den
h
ausärztlichen Bericht vom 1
8.
Juli 2013 (
Urk.
7/11
1
; vgl.
auch Telefonat
des
Hausarzt
es
mit der IV-Stelle
Urk.
7/128/3
) und ein
en
ge
richtliche
n
Vergleich mit der österreichischen Pensionsversicherungsanstalt
(
Urk.
7/121
)
ein
.
Die
Beschwerdegegnerin
besprach sich diesbezüglich mit dem RAD sowie der mit der
Durchführung der
Arbeitsvermittlung beauftragten
E._
AG (
Urk.
7/128/3).
Ende Oktober 2013 konnte der
Beschwerdeführer alsdann
auf Vermittlung
seines Rechtsvertreters zwei Tage in einer Reinigungsfirma arbeiten (
Urk.
7/128/4 f.).
Schliesslich
li
ess d
ie
E._
AG der
Beschwerde
gegnerin
d
ie Verlaufsprotokolle (
Urk.
7/117 und 7/119)
und
einen Schlussbe
richt (
Urk.
7/123)
zukommen
. Zu letzterem nahm der
Beschwerdeführer
mit Eingabe vom 17
.
Ja
nuar 2014 Stellung und forderte eine wohlwollende Formu
lierung (
Urk.
7/125).
Bevor die
Beschwerdegegnerin
die Arbeitsver
mittlung
am
11.
Februar 2014 offiziell abschloss (
Urk.
7/126), informierte sie der
Beschwer
deführ
er
im Gespräch vom
7.
Februar 2014, dass er derzeit
halbtags als Hilfsar
beiter in der Reinigung
in
F._
arbeite, was wegen der Schmerzen schwierig sei (
Urk.
7/128/7).
In den späteren Akten finden sich dazu keine Angaben mehr.
3.
3
Mit Schreiben vom 2
6.
Februar
2014 erkundigte sich die
Beschwerdegegnerin
beim
Beschwerdeführer nach den mit seiner Behandlung befassten Ärzten und Spitälern
„
für weitere Abklärungen zur Rentenprüfung
“
(
Urk.
6/129)
.
Die Be
kanntgabe derselben erfolgte m
it Schreiben vom 3
1.
März 2014
, in
welchem
Rechtsanwalt
Gasche
zudem darauf hinwies
,
die Sache
greife
gemäss dem
Be
schwerdeführer
nun auch „im Kopf“ an
, weshalb er
eine
„
generelle
“
Untersu
chung
fordere
(
Urk.
7/131). Die
neu
eingeholten Arztberichte
(Klinik
D._
Urk.
7/132/6 ff
.
; Hausarzt
Urk.
7/133
und 7/136
;
G._
und Spital
H._
Urk.
7/137
/3
ff.
)
stellte die IV-Stelle dem
Beschwerdeführer
unter Ansetzung einer 20
-
tägigen Frist zur Stellungnahme zu (
Urk.
7/
139 f.
)
. Zu
r entsprechenden
Eingabe vom
1.
Oktober
2014 (
Urk.
7/141)
äusserte sich die
Beschwerdegegnerin am
3.
Oktober
2014,
in
soweit
der Beschwerdeführer die
Einsicht in weitere Akten beantragt
hatte
(
Urk.
7/142).
In
der
abschliessende
n
Stellungnahme vom 2
0.
November 2014 erklärte
dieser
,
seine gesundheitlichen Einschränkungen
würden
eine Eingliederung
in den Arbeitsmarkt
verunmöglichen, weshalb ihm
eine
R
ente auszurichten sei (
Urk.
7/146).
Hernach zog die Beschwerdegegnerin
die neuen Akten des Unfallversicherers bei (
Urk.
7/154,
österreichisches Gerichtsgutachten
S. 30-35). Dieser hatte sich mit dem
Be
schwerdeführer
inzwischen auf einen
Invaliditätsgrad von 24
%
sowie eine
Inte
gritätsentschädigung
von 20
%
geeinigt
(
Urk.
7/153).
Der Rentenverfügung vom
2
8.
April 2015
lagen
schliesslich vorab
die
Beurteilungen
des RAD vom 1
4.
Mai 201
4
und
1
1.
Juni
201
4
(
Urk.
7/156/5 f.) sowie
die Stellungnahme
der
Sach
bearbeiterin
I._
vom 1
7.
März 2015 (
Urk.
7/156/7 f.)
zugrunde
.
4.
Demnach
erhielt
der Beschwerdeführer
vor Erlass der angefochtenen Verfügung
mehr oder weniger Kenntnis von allen zwi
schen dem 2
0.
Februar 2012 und 2
8.
April 2015
erstellten Unterlagen und nahm dazu auch Stellung.
Eine Verlet
zung des Rechts auf Akteneinsicht oder Äusserung zu den
entscheidrelevanten
Unterlagen wird vom Beschwerdeführer nicht geltend
ge
macht, obschon er
–
soweit ersichtlich
– z.B.
nicht über den
Beizug
des Journals der
B._
oder des
Gerichtsgutachten
s
aus Österreich
in Kenntnis gesetzt wurde.
Hervorzuheben ist indes, dass zwischen Vorbescheid und angefochtener Verfü
gung nicht nur ein Zeitraum von mehr als dre
i Jahren liegt, sondern
in dieser
Zeit auch diverse weitere medizinische Untersuchungen getätigt und ein
Arbeits
training
sowie eine Arbeitsvermittlung
durchgeführt
wurden. S
elbst die
abwei
chende Arbeitsfähigkeitseinschätzung
des
A._
, welche vor dem Vorbescheid
datiert, wurde
von der Beschwerdegegnerin
erst nach Erla
s
s
des Vorbescheids
in die Würdigung des medizinischen Sachverhalts miteinbezogen
und
vom RAD a
ls massgebend erachtet
(
Urk.
7/85/5
und 7/156/6
).
Neu
diskutiert
und in der
Ver
fügung
erwähnt werden
etwa
K
nie- und Rückenbe
schwerden (z.B.
Urk.
7/137/3 f.
,
Urk.
2
Begründung
S.
5
)
.
Dabei setzte sich die Beschwerdegegnerin
in der ange
fochtenen Verfügung -
entgegen dem Vorwurf des Beschwerdeführers
–
auch mit
dem Scheitern
seiner
Eingliederung auseinander
, insofern sie darauf hinwies
, dass er nur eine mässige Leistungsbereitschaft gezeigt und sich subjektiv nicht eingliederungsfähig gefühlt habe (
Urk.
2 Begründung S. 4).
Es verwundert somit nicht,
dass
hinsichtlich
der
Befristung der Rente
der
Inva
liditätsgrad
von 19
%
ab Juli 2011
im Vorbescheid
auf
35
%
ab September 2011
in der angefochtenen Verfügung
geändert wurde
.
Hierfür ausschlaggebend war eine Reduktion des
zumutbaren Arbeitspensums in angepassten Tätigkeiten
.
Sichtlich a
ngepasst wurde vom RAD
dabei
auch das Belastungsprofil (vgl.
Urk.
7/41/6: mittelschwere Tätigkeit, leichte Wechselbelastung mit Vermeidung von Belastungen des rechten Ellenbogens, Heben, T
ra
gen oder Halten von mehr als 10 kg, Verharren in Zwangshaltungen oder Ausführen von repetitiven Arbeiten;
Urk.
7/156/6 körperlich leichte Arbeiten, ohne Heben und Tragen von Lasten über 5 bis 6 kg, wechselbelastend, ohne häufiges Bücken oder Arbeiten über Kopf, ohne stärkere Belastung des rechten Armes
),
da
s nun erheblich vom ursprünglichen Belastungsprofil gemäss
Bericht
der
Z._
abweicht (vgl.
Urk.
7/25/60
:
körperlich mittelschwere bis schwere Tätigkeit
,
G
ewichtslimiten
über 20 kg
,
bis zu drei Stunden pro Tag
Arbeiten über Schul
terhöhe
oder
vorge
neigt s
tehend
möglich
)
.
Fest steht
zudem
, dass sich die Wiedereingliederung des Beschwerdeführers nach Erlass des Vorbescheids in tatsächlicher Hinsicht trotz intensiver
und langwieriger
Bemühungen der Beschwerdegegnerin als schwierig erwies, wobei sich die daran beteiligten Fachleute
(z.B.
Urk.
7/87, 7/101, 7/123 und 7/128/3)
und der Beschwerdeführer
(z.B.
Urk.
7/74, 7/86
und 7/125)
ver
schiedentlich zu den Gründen äusserten
.
Die Beschwerdegegnerin nahm dazu
indes
– abgesehen
von der E-Mail zu Beginn der Arbeitsvermittlung (
Urk.
7/128/2
)
–
erst
und wenig detailliert
in der angefochtenen Verfügung
Stellung.
In Anbetracht der langen Zeitdauer, der umfangreichen neuen Unterlagen und der nicht bloss geringfügigen Auswirkungen
der neuen Erkenntnisse
auf den Invaliditätsgrad
und das Belastungsprofil
wäre die Beschwerdegegnerin daher verpflichtet gewesen,
bevor sie über den Rentenanspruch verfügte, einen neuen Vorbescheid zu erlassen. Es genügt nicht, dass dem Beschwerdeführer Gelegen
heit gegeben wurde, sich zu (fast) allen neuen Akten zu äussern. Das
Vorbe
scheidverfahren
beinhaltet auch den Anspruch, sich zum vorgesehenen Ent
scheid zu äusser
n, wobei die angefochtene Verfügung
mehrheitlich
auf neuen Überlegungen
beruht und de
r
Invaliditätsgrad nun wesentlich näher
der
an
spruchsbegründende
n
Grenze von 40
%
liegt
.
Die angefochtene Verfügung ist somit unter Missachtung des Anspruchs de
s
Beschwerdeführer
s
auf rechtliches Gehör gemäss
Art.
57a
Abs.
1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversiche
rung (IVG)
ergangen.
5.
Der Anspruch auf rechtliches Gehör ist formeller Natur. Dessen Verletzung führt ungeachtet der Erfolgsaussichten der Beschwerde in der Sache selbst zur Aufhe
bung der angefochtenen Ver
fügung (BGE 127 V 431 E.
3d/
aa
,
126 I 19 E.
2d/
bb
)
.
Allerdings kann s
elbst eine schwerwiegende Gehörsverletzung
dann geheilt werd
en
, wenn und soweit die Rückwei
sung zu einem formalistischen Leerlauf und damit zu unnötigen Verzögerungen
führen würde, die mit dem Interesse der betroffenen Partei
an einer
beförderlichen
Beurteilung der Sache nicht zu vereinbaren
wären (BGE 132 V 387 E. 5.1,
116 V 187 E
. 3d).
Da der Beschwerdeführer mit seinem Hauptantrag (sowie auch dem Antrag auf münd
liche Verhandlung) von Anfang
an
klar der Wahrung seines Gehörsanspruchs
einen hervorragenden
Stellenwert
beimass
, rechtfertigt sich
vorliegend indes
keine Heilung
des nicht gering zu schätzenden Verfahrensmangels
. Es kommt hinzu, dass sich die Beschwerde
gegn
erin
bis anhin
nur oberflächlich zu seinen Einwänden äussert
e
(z.B. nichts Konkretes zu den n
euen Beschwerden, zu den neuen Arztberichten oder den Beurteilungen der Fachpersonen, welche mit der Eingliederung beschäftigt waren).
6
.
Zusammenfassend ist die Beschwerde gutzuheissen und die Sache zum Erlass eines neuen Vorbescheids respektive
zur
korrekten Durchführung des
Vorbe
scheidverfahrens
an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.
Anzumerken bleibt, dass auf den in Frage stehenden Rentenanspruch als zivil
rechtlichen Anspruch
Art.
6
Ziff.
1
der Konvention zum Schutze der Menschen
rechte und Grundfreiheiten (
EMRK
)
anwendbar
ist
. Bei
Vorliegen eines klaren
und unmissverständlichen Parteiantrages hat das Sozialversicherungsgericht da
her
grundsätzlich eine öffent
liche Verhandlung durchzuführen. Es kann jedoch
davon
absehen,
wenn es auch ohne eine solche allein aufgrund der Akten zum Schluss gelangt, dass dem Rechtsbegehren der bezüglich der Verhandlung antragstell
enden Partei zu entsprechen ist (BGE
136 I 279
E. 1).
Vorliegend ist
dem Hauptantrag des B
eschwerdeführers zu entsprechen
, weshalb si
ch
eine mündliche Verhandlung erübrigt.
7
.
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem
Verfahrens
aufwand
unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.
--
bis Fr. 1‘000.
--
festzulegen (
Art.
69 Abs. 1
bis
IVG
). Sie sind vorliegend auf Fr. 300.
--
anzusetzen und gemäss dem Verfahrensausgang der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen.
Nach § 34 Abs. 1 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht (
GSVGer
) hat die obsiegende
b
eschwerdeführende
Person Anspruch auf Ersatz der
Partei
kosten
. Diese werden ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache, der Schwierigkeit des Prozesses und dem Mass des Obsiegens be
messen (§ 34 Abs. 2
GSVGer
). Dem anwaltlich vertretenen Beschwerdeführer ist unter Berücksichtigung dieser Grundsätze eine Prozessentschädigung von Fr.
2‘100
.
--
(inkl. Mehrwert
steuer und Barauslagen) zuzusprechen.