# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 76b84207-5bc1-4395-91da-bbd279b0919d
**Court:** SG_VGN
**Chamber:** SG_VGN_001
**Year:** 2014
**Language:** de
**Jurisdiction:** SG / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

hat das Verwaltungsgericht festgestellt:
A./ X.Y. und Z.Y., wohnhaft an der T.-strasse 00, ersuchten am 22. Januar 2013 das
Schulamt Gossau, ihre Tochter A.Y. (geboren am 9. November 2008) für das Schuljahr
2013/14 dem Kindergarten "A" oder dem Kindergarten "B" zuzuteilen. Das Schulamt
teilte A.Y. am 7. Mai 2013 dem Kindergarten "C" zu. Die Eltern wandten sich gegen
diese Zuteilung an den Schulrat Gossau mit dem Antrag, ihre Tochter dem
Kindergarten "B" zuzuteilen. Der Schulrat wies das Begehren am 19. Juni 2013 ab. Die
Rekursstelle Volksschule St. Gallen-Rorschach wies den von den Eltern gegen diesen
Entscheid erhobenen Rekurs am 6. August 2013 ab und auferlegte ihnen die amtlichen
Kosten von CHF 400. Seit Beginn des Schuljahres 2013/14 am 12. August 2013
besucht A.Y. den Kindergarten "C".
B./ Mit Eingabe ihres Rechtsvertreters vom 26. August 2013 erhoben X.Y. und Z.Y.
(nachfolgend Beschwerdeführer) gegen den am 10. August 2013 versandten Entscheid
der Rekursstelle Volksschule St. Gallen-Rorschach (nachfolgend Vorinstanz)
Beschwerde beim Verwaltungsgericht mit dem Rechtsbegehren, unter Kosten- und
Entschädigungsfolge sei der angefochtene Entscheid aufzuheben und der Schulrat
beziehungsweise das Schulamt Gossau anzuweisen, A.Y. dem Kindergarten "B"
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zuzuteilen. Da der Beschwerde die aufschiebende Wirkung nicht entzogen worden war,
mithin kein vollziehbarer Zuteilungsentscheid vorlag, teilte der
Verwaltungsgerichtspräsident A.Y. mit Verfügung vom 11. Oktober 2013 für die Dauer
des Verfahrens dem Kindergarten "C" zu. Dem Ersuchen der Beschwerdeführer um
vorsorgliche Zuteilung zum Kindergarten "B" wurde damit nicht entsprochen. Die
amtlichen Kosten blieben bei der Hauptsache, ausseramtliche Kosten wurden nicht
entschädigt.
Die Beschwerdeführer ergänzten die Beschwerde am 31. Oktober 2013. Die
Beschwerdegegnerin verzichtete am 9. November 2013 unter Hinweis auf ihre
Ausführungen im angefochtenen Entscheid und im Verfahren betreffend vorsorgliche
Massnahme auf eine weitere Stellungnahme. Die Vorinstanz verzichtete stillschweigend
auf eine Vernehmlassung.
Auf die Ausführungen der Beschwerdeführer und der Beschwerdegegnerin zur

## Considerations

Begründung ihrer Anträge wird, soweit erforderlich, in den Erwägungen eingegangen.
Darüber wird in Erwägung gezogen:
1. Das Verwaltungsgericht ist zum Sachentscheid zuständig (Art. 59bis Abs. 1 des
Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege, sGS 951.1, abgekürzt VRP). Die Eltern des
von der angefochtenen Kindergartenzuteilung betroffenen minderjährigen Kindes sind
zur Ergreifung des Rechtsmittels legitimiert (Art. 64 in Verbindung mit Art. 45 Abs. 1
VRP; Art. 301 Abs. 1 in Verbindung mit Art. 304 Abs. 1 des Schweizerischen
Zivilgesetzbuches [SR 210]; vgl. BGer 2C_787/2013 vom 10. Dezember 2013 E. 1.2;
BGE 119 Ia 178 E. 2). Die Beschwerde wurde mit Eingabe vom 26. August 2013
rechtzeitig erhoben und erfüllt zusammen mit der Ergänzung vom 31. Oktober 2013 in
formeller und inhaltlicher Hinsicht die gesetzlichen Anforderungen (Art. 64 in
Verbindung mit Art. 47 Abs. 1 und Art. 48 Abs. 1 und 2 VRP). Auf die Beschwerde ist
einzutreten.
2. Streitgegenstand bildet die Frage, ob die Tochter der Beschwerdeführer zu Recht
dem Kindergarten "C" und nicht – wie von den Beschwerdeführern gewünscht – dem
Kindergarten "B" zugeteilt wurde.
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2.1. Art. 19 der Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft (SR 101,
abgekürzt BV) gewährleistet den Anspruch auf ausreichenden und unentgeltlichen
Grundschulunterricht. Die Kantone sorgen gemäss Art. 62 Abs. 1 und 2 Satz 1 BV für
ausreichenden Grundschulunterricht, der allen Kindern offen steht. Der Unterricht muss
grundsätzlich am Wohnort der Schüler erteilt werden; die räumliche Distanz zwischen
Wohn- und Schulort darf den Zweck der ausreichenden Grundschulausbildung nicht
gefährden (vgl. BGE 133 I 156 E. 3.1). Da gemäss st. gallischem Volksschulrecht Kinder
am 1. August nach Vollendung des vierten Altersjahres schulpflichtig werden, muss
dem Anspruch auch für den Weg in den Kindergarten Genüge getan werden (vgl. dazu
BGer 2C_433/2011 vom 2. Juni 2012 E. 3.3). Aus dem Anspruch auf ausreichenden
Grundschulunterricht – und aus dem Anspruch auf Chancen- und Rechtsgleichheit (vgl.
BGer 2C_495/2007 vom 27. März 2008, veröffentlicht in ZBl 109/2008 S. 494 ff., E. 2.2)
- ergibt sich insofern ein verfassungsmässiger Anspruch auf einen zumutbaren
Schulweg. Ein Rechtsanspruch auf Einteilung ins nächstgelegene Schulhaus besteht
nicht (vgl. Urteil des Verwaltungsgerichts Zürich VB.2008.00537 vom 21. Januar 2009
E. 4.2.1, abrufbar unter www.vgr.zh.ch). Die Zuteilung in ein etwas weiter entferntes
Schulhaus greift deshalb nicht in den Schutzbereich des Schülers auf Unversehrtheit
und auf Förderung seiner Entwicklung im Sinn von Art. 11 BV ein (vgl. BGer
2C_495/2007 vom 27. März 2008, a.a.O., E. 2.4 mit Hinweisen auf weitere
Rechtsprechung).
Ob ein Schulweg als zumutbar gelten kann, ist gestützt auf eine Würdigung der
konkreten Gesamtumstände zu beurteilen. Insbesondere sind die Person des Schülers,
so sein Entwicklungsstand und seine Gesundheit, die Art des Schulwegs (Länge,
Marschzeit, Höhenunterschied, Beschaffenheit) sowie die sich daraus ergebende
Gefährlichkeit zu berücksichtigen. Ausser Acht zu bleiben hat, ob ein Weg subjektiv als
lang, schlecht begehbar oder gefährlich empfunden wird; abzustellen ist einzig auf
objektivierte Kriterien (vgl. GVP 2008 Nr. 7 mit Hinweis auf BGer 2P.101/2004 vom 14.
Oktober 2004 E. 4.1).
2.2. Die Vorinstanz führt aus, der von der Tochter der Beschwerdeführer vom Wohnort
bis zum Kindergarten zurückzulegende Weg sei rund 600 Meter lang und weise keine
besonderen Verkehrsgefahren auf (angefochtener Entscheid, E. 4). Folglich sei er
zumutbar.
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Dem halten die Beschwerdeführer entgegen, der Schulweg sei angesichts seiner Länge
und seiner Steigung für ein Kind im Alter ihrer Tochter unzumutbar. Der Kindergarten
"C" sei rund 700 Meter vom Wohnort entfernt. Die Strecke vom Kindergarten bis zum
Haus der Grosseltern, wo ihre Tochter dienstags und donnerstags nach dem
Kindergarten zu Mittag esse und betreut werde, sei rund 1,4 Kilometer lang und weise
eine Steigung von 60 Höhenmetern auf, wovon allein die letzten 300 bis 400 Meter der
Strecke eine Höhendifferenz von 30 Metern aufwiesen. Für die Beurteilung der
Zumutbarkeit dürfe nicht alleine auf die Streckenlänge abgestellt werden. Mit zu
berücksichtigen sei, dass ihre Tochter für den Weg vom Kindergarten "C" bis zu ihren
Grosseltern, der zumindest zwei gefährliche Strassenüberquerungen beinhalte, fast
eine Stunde benötige. Zudem sei sie gemäss ärztlichem Zeugnis vom 6. Juli 2013 ein
sehr kontaktfreudiges und unvorsichtiges Mädchen, welches sich durch die zahlreichen
Häuser und Gärten auf ihrem Schulweg schnell vom Weiterlaufen ablenken lasse (act.
2/7). Auch dem Umstand, dass zwei ihrer Geschwister und Kinder aus der
Nachbarschaft das Schulhaus "B" besuchten, sei Rechnung zu tragen.
2.3./2.3.1. Der Weg vom Wohnhaus der Beschwerdeführer an der T.-strasse 00 zum
Kindergarten "C" ist rund 700 Meter lang (gemessen auf www.geoportal.ch). Eine
solche Distanz kann einem Kindergartenkind grundsätzlich zugemutet werden (vgl.
dazu S. Horváth, Der verfassungsmässige Anspruch auf einen zumutbaren Schulweg,
in: ZBl 108/2007 S. 633 ff., S. 656; H. Plotke, Schweizerisches Schulrecht, 2. Aufl.
2003, S. 227). Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung ist dagegen für einen
Schüler auf Kindergartenstufe ein zu Fuss zurückzulegender Schulweg von über einer
halben Stunde regelmässig unzumutbar (BGer 2P.101/2004 vom 14. Oktober 2004 E.
4.4, 2P.101/2005 vom 25. Juli 2005 E. 5.2.2) und vierzig Minuten für den Schulweg
eines Primarschülers der ersten Klasse an der oberen Grenze des Zumutbaren (BGer
2C_495/2007 vom 27. März 2008, a.a.O., E. 2.3 und E. 4.4).
Der Verlauf des Weges, der über die T.-strasse, die U.-strasse und die V.-strasse führt,
ist auch für ein Kindergartenkind genügend überschaubar. Der Weg weist zudem keine
besonderen Gefahrenquellen auf, zumal er – wie die Beschwerdegegnerin feststellt – in
der Tempo-30-Zone liegt (vgl. act. 9, S. 2). Für die Strassenüberquerungen in der
Tempo-30-Zone ist zu berücksichtigen, dass in diesem Bereich generell besonders
vorsichtig und rücksichtsvoll gefahren werden muss (vgl. Art. 22a der
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Signalisationsverordnung, SR 741.21) und Fussgängerstreifen grundsätzlich unzulässig
sind (vgl. Art. 4 Abs. 2 Satz 1 der Verordnung über die Tempo-30-Zonen und die
Begegnungszonen, SR 741.213.3). Die Tempo-30-Zone kann – mangels besserer
Massnahmen - für einen umfassenden Schutz von Fussgängern und insbesondere von
Schulkindern angeordnet werden (vgl. BGer 1C_206/2008 vom 9. Oktober 2008 E. 2.5).
In dieser Zone und auf Quartierstrassen, die vorab der internen Erschliessung von
Wohnquartieren dienen, darf von den Fahrzeuglenkern ein den engen Verhältnissen
angepasstes Verhalten erwartet werden. Schliesslich können Kinder im Lebensalltag
und damit auch auf dem Schulweg nicht vor sämtlichen Risiken bewahrt werden. Ihnen
muss sowohl von den Eltern als auch von der Schule der Umgang mit minimalen
Unwägbarkeiten beigebracht und zugemutet werden (vgl. GVP 2007 Nr. 110).
Der von der Tochter der Beschwerdeführer von ihrem Zuhause am Wohnort der Eltern
in den Kindergarten "C" zu Fuss zurückzulegende Weg unterscheidet sich demgemäss
in Bezug auf Länge und Gefährlichkeit nicht augenfällig von Wegstrecken, wie sie in
einer vergleichbaren Wohnumgebung von Kindern üblicherweise bewältigt werden
müssen, und ist als zumutbar einzustufen. Daran vermag nichts zu ändern, dass der
Weg zum Kindergarten "B" kürzer und mit einem geringeren Zeitaufwand verbunden ist
und die älteren Geschwister der Tochter der Beschwerdeführer dem Schulhaus "B"
zugeteilt sind.
2.3.2. Als Schulweg gilt regelmässig der Weg vom Wohnhaus der Eltern bis zum
Schulhaus (vgl. Plotke, a.a.O., S. 227). Die Tochter der Beschwerdeführer geht vom
Wohnhaus ihrer Eltern in den Kindergarten und kehrt in den weit überwiegenden Fällen
auch dahin zurück. Es besteht also kein Anlass, den Weg zu den Grosseltern, den sie
dienstags und donnerstags am Mittag zurücklegt, als Schulweg zu behandeln. Die
Vorinstanz führt deshalb zu Recht aus, die Schule müsse im Rahmen des
Zuteilungsentscheides grundsätzlich auf einen Ausgangsort, von welchem ein Kind in
der Regel zur Schule gehe und nach dem Unterricht zurückkehre, abstellen (vgl. auch
J. Raschle, Schulrecht der Volksschule im Kanton St. Gallen, Ein Leitfaden, 2. Aufl.
2008, S. 29). Hinsichtlich der Zumutbarkeit ist deshalb einzig der Weg vom Wohnhaus
der Beschwerdeführer an der T.-strasse 00 zum Kindergarten "C" zu beurteilen.
3. Umstritten ist schliesslich, ob die Zuteilung vor dem Gebot der rechtsgleichen
Behandlung standhält.
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3.1. Gemäss Art. 26 des Volksschulgesetzes (sGS 213.1, abgekürzt VSG) in
Verbindung mit Art. 1 Abs. 1 der Verordnung über den Volksschulunterricht (sGS
213.11, abgekürzt VVU) bildet der Schulrat unter Berücksichtigung von Quartiergrenzen
und Schulwegen nach Leistungsfähigkeit, sozialer Herkunft und Muttersprache
ausgeglichene Klassen. Die Schülerzahl einer Kindergartenklasse beträgt 16 bis 24
Schüler (Art. 3bis Abs. 1 VVU). Die Gemeinde ist gemäss Art. 89 Abs. 1 der
Kantonsverfassung (sGS 111.1) autonom, soweit das Gesetz ihre Entscheidungsfreiheit
nicht einschränkt. Der Zuteilungsentscheid der Schulbehörde kann deshalb weder im
Rekursverfahren (Art. 46 Abs. 2 VRP) noch im Beschwerdeverfahren (Art. 61 Abs. 1
VRP) auf seine Angemessenheit hin überprüft werden.
Ein Ermessensmissbrauch – und damit eine Rechtsverletzung – wird jedoch
angenommen, wenn sich die Behörde zwar an den Rahmen des ihr vom Gesetz
eingeräumten Ermessens hält, jedoch die bei der Ermessensausübung zu achtenden
verfassungsrechtlichen Grundsätze, insbesondere den Grundsatz der Rechtsgleichheit,
der Verhältnismässigkeit oder das Verbot der Willkür, verletzt (vgl. Cavelti/Vögeli,
Verwaltungsgerichtsbarkeit im Kanton St. Gallen, St. Gallen 2003, Rz. 742). Der
allgemeine Rechtsgleichheitsgrundsatz gemäss Art. 8 Abs. 1 BV verpflichtet die
Behörden, gleiche Sachverhalte mit identischen relevanten Tatsachen gleich zu
behandeln, es sei denn, ein sachlicher Grund rechtfertige eine unterschiedliche
Behandlung. Ungleichbehandlungen im Rahmen der Rechtsanwendung in öffentlich-
rechtlichen Angelegenheiten müssen sich vernünftig begründen lassen
beziehungsweise sachlich haltbar sein (anstelle vieler BGE 136 I 345 E. 5 mit Hinweisen
auf weitere Rechtsprechung).
3.2. Die Beschwerdeführer machen geltend, es lägen keine sachlichen Gründe dafür
vor, die Kinder, welche einen kürzeren Weg aus der Nachbarschaft zum Kindergarten
"C" zurückzulegen hätten als ihre Tochter dem noch näher gelegenen Kindergarten "B"
zuzuweisen. Ihre Tochter werde vergleichsweise benachteiligt. Die Vorinstanz zeigte
angesichts der Verhältnisse Verständnis für den "Unmut" der Beschwerdeführer,
beurteilte den Zuteilungsentscheid jedoch nicht als willkürlich.
Die Beschwerdegegnerin bringt vor, an der Einhaltung der Richtzahlen und der Bildung
von ausgeglichenen Klassen bestehe sowohl in pädagogischer Hinsicht als auch im
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Hinblick auf eine optimale räumliche Auslastung der Schul- und Kindergartenstandorte
ein erhebliches öffentliches Interesse. Ein solches sei auch in Bezug auf die mit der
Optimierung der Klassengrössen verbundenen finanziellen Einsparungen gegeben. Die
Zuteilung trage dem Umstand Rechnung, dass eine überdurchschnittlich grosse Zahl
von Kindern in die umliegenden Kindergärten einzuteilen gewesen sei. Auch auf die
geografische Lage der Kindergärten im Verhältnis zu den Wohnorten der Schülerinnen
und Schüler sei Rücksicht genommen worden, so dass Kinder aus dem gleichen
Quartier den Weg möglichst gemeinsam zurücklegen könnten. Deshalb seien zwei an
der T.-strasse 01 und 02 wohnhafte Kinder aus der unmittelbaren Nachbarschaft der
Tochter der Beschwerdeführer ebenfalls dem Kindergarten "C" zugeteilt worden. Damit
lägen hinreichend objektive Gründe für den Zuteilungsentscheid vor.
3.3. Die Beschwerdegegnerin führt im Schuljahr 2013/2014 16
Kindergartenabteilungen, die möglichst ausgeglichen sein sollen (vgl. act. 6-1.1 und
act. 6-4/9). Sie berücksichtigt dabei, wie viele (zukünftige) Kindergartenkinder des
zweiten Jahres im Schuljahr 2013/2014 bereits im Kindergarten sind. Die
Gesamtgrösse der Kindergärten ergibt sich aus dem Total der verbleibenden
Kindergartenkinder des zweiten Jahres und der neuen Kindergartenkinder des ersten
Jahres. Die Beschwerdegegnerin berücksichtigte bei der Zuteilung, dass im fraglichen
Gebiet überdurchschnittlich viele zukünftige Kindergartenkinder des ersten Jahres
wohnen und sich im Kindergarten "B" derzeit bereits 15 Kinder im ersten und fünf
Kinder im zweiten Kindergartenjahr befänden, im vom Raumangebot her grössten
Kindergarten "C" dagegen (lediglich) elf Kinder im ersten und sieben im zweiten
Kindergartenjahr. Sie hat davon abgesehen, die Klassengrösse im Kindergarten "B"
weiter zu erhöhen. Soweit im Ergebnis der Schulweg als zumutbar zu beurteilen ist,
sind diese Kriterien grundsätzlich geeignet, eine Zuteilung zu rechtfertigen, welche den
individuellen Interessen der Betroffenen an einem möglichst kurzen Schulweg nicht
entspricht.
In tatsächlicher Hinsicht ist jedoch unbestritten, dass die Beschwerdegegnerin
einerseits drei Kinder, welche an der U.-strasse 03, 04 und 05 und somit sowohl näher
am Kindergarten "B" als auch näher am Kindergarten "C" wohnen, dem Kindergarten
"B" und anderseits die weiter entfernt wohnende Tochter der Beschwerdeführer und
zwei weitere Kinder aus ihrer unmittelbaren Nachbarschaft dem Kindergarten "C"
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zuteilte. Dies führt zu erheblichen Unterschieden bei der Länge des
Kindergartenweges. Mit Blick auf ungefähr gleich lange Schulwege aller Kinder und
den fehlenden Anspruch auf die Zuteilung zum nächsten Standort wäre es stattdessen
vorzuziehen, Kinder, welche zwar in unmittelbarer Nähe zum Standort "B" wohnen,
dem lediglich rund 300 Meter weiter entfernten Kindergarten an der V.-strasse
zuzuteilen und damit eine Zuteilung von A.Y. und weiteren Kindern, welche in deren
Umgebung wohnen, zum Kindergarten "B" zu ermöglichen (vgl. act. 6/4-6). Damit wäre
keine Zuteilung benachbart wohnender Kinder an unterschiedliche Standorte
verbunden. Die Quartiergrenzen würden beachtet und die Kinder könnten den für alle
etwa gleich langen Weg gemeinsam zurücklegen. Die Zuteilung unter Berücksichtigung
ausgeglichener Schulweglängen würde zudem weder an der Grösse noch an der
Zusammensetzung der Kindergartenklassen an den Standorten "B" und "C" etwas
ändern. Insbesondere wird nicht ersichtlich und von der Beschwerdegegnerin auch
nicht geltend gemacht, das Verhältnis zwischen Kindergartenkindern im ersten und im
zweiten Jahr würde sich dadurch ungünstig verändern, zumal auch die drei an der U.-
strasse 03, 04 und 05 wohnenden Kindergartenkinder das erste Kindergartenjahr
besuchen (vgl. act. 2/5, E.7 des angefochtenen Entscheides).
Darüber hinaus wurden gemäss unbestritten gebliebenen Ausführungen der
Beschwerdeführer (vgl. act. 15, Rz. 14) Kinder, welche aufgrund der Entfernung ihres
Wohnorts zum Kindergarten einen Anspruch auf unentgeltlichen Schultransport
geniessen und somit mit einem Schulbus von weit entfernt liegenden Bauernhöfen in
den Kindergarten transportiert werden müssen, dem Kindergarten "B" zugeteilt,
obschon der Kindergarten "C" nach Angaben der Beschwerdegegnerin über ein
grösseres Raumangebot und mehr freie Kindergartenplätze verfügt. Darüber hinaus
wäre es der Beschwerdegegnerin offen gestanden, diejenigen Kinder, welche ohnehin
mit dem Schulbus in den Kindergarten transportiert werden, dem mit dem Auto nur
knapp zwei Minuten weiter entfernten Kindergarten "C" zuzuteilen und auf diese Weise
im Kindergarten "B" Platz für die Kinder aus der näheren Umgebung dieses
Kindergartens zu schaffen.
3.4. Indem die Beschwerdegegnerin die Ausgewogenheit der Länge der Schulwege
nicht berücksichtigte, obwohl dies in organisatorischer Hinsicht ohne Weiteres möglich
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gewesen wäre, hat sie Art. 26 VSG in Verbindung mit Art. 1 Abs. 1 Satz 2 VVU in einer
den Grundsatz der rechtsgleichen Behandlung verletzenden Weise angewendet.
4. Zusammenfassend erweist sich die Beschwerde als begründet. Sie ist gutzuheissen
und der angefochtene Entscheid der Vorinstanz vom 6. August 2013 ist aufzuheben.
Die Beschwerdegegnerin ist anzuweisen, die Tochter der Beschwerdeführer dem
Kindergarten "B" zuzuteilen. Anzumerken ist, dass diese einzelne Umteilung – die
Zuteilung der beiden weiteren betroffenen Kinder in der unmittelbaren Nachbarschaft
der Beschwerdeführer wurde unangefochten rechtskräftig – nicht zu einer
Überschreitung der zulässigen Kinderzahl im Kindergarten "B" führt. Ebensowenig hat
er zur Folge, dass ein anderes Kind den Kindergartenweg deshalb allein zurücklegen
muss.
5. Bei diesem Verfahrensausgang – die Beschwerde war gutzuheissen, das Gesuch der
Beschwerdeführer um vorsorgliche Zuteilung ihrer Tochter zum Kindergarten "B"
abzuweisen - sind die amtlichen Kosten des Beschwerdeverfahrens zu einem Viertel
den Beschwerdeführern und zu drei Vierteln der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen
(Art. 95 Abs. 1 VRP). Eine Entscheidgebühr von CHF 2'500 – darin enthalten die Kosten
von CHF 500 der Verfügung vom 11. Oktober 2013 – ist angemessen (Art. 7 Ziff. 211
und 222 der Gerichtskostenverordnung, sGS 941.12). Der Anteil der Beschwerdeführer
ist mit ihrem Kostenvorschuss von CHF 1'500 bis zum Betrag von CHF 625 zu
verrechnen. Der Rest von CHF 875 ist ihnen zurückzuerstatten. Auf die Erhebung des
Kostenanteils der Beschwerdegegnerin wird verzichtet (Art. 95 Abs. 3 VRP). Ebenso ist
auf die Erhebung der bei diesem Verfahrensausgang von der Beschwerdegegnerin zu
tragenden amtlichen Kosten des Rekursentscheides von CHF 400 zu verzichten. Die
Vorinstanz ist anzuweisen, den Beschwerdeführern den im Rekursverfahren geleisteten
Kostenvorschuss von CHF 400 zurückzuerstatten.
Die Beschwerdeführer haben sodann Anspruch auf eine ausseramtliche Entschädigung
(Art. 98 Abs. 1 und Art. 98bis VRP). Der Rechtsvertreter hat eine Kostennote mit einem
Honorar von CHF 4'875 zuzüglich pauschale Barauslagen von CHF 195 und
Mehrwertsteuer eingereicht. Nach Art. 22 Abs. 1 lit. b der Honorarordnung für
Rechtsanwälte und Rechtsagenten (sGS 963.75, abgekürzt HonO) beträgt das Honorar
im Beschwerdeverfahren pauschal CHF 1'000 bis 12'000. Innerhalb des für eine
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Pauschale gesetzten Rahmens wird das Grundhonorar nach den besonderen
Umständen, namentlich nach Art und Umfang der Bemühungen, der Schwierigkeit des
Falles und den wirtschaftlichen Verhältnissen der Beteiligten bemessen (Art. 19 HonO).
Unter Berücksichtigung der erforderlichen Eingaben, des eher geringen Aktenumfangs
und der sich stellenden Sach- und Rechtsfragen erscheint eine Entschädigung in der
Höhe von CHF 4'000 angemessen. Der Betrag ist um einen Viertel auf CHF 3'000 zu
kürzen, nachdem den Beschwerdeführern im Rahmen des vorsorglichen
Massnahmeverfahrens mit präsidialer Verfügung vom 11. Oktober 2013 keine
Entschädigung der ausseramtlichen Kosten zugesprochen wurde (act. 17, Ziff. 3 des
Dispositivs). Hinzu kommt ein Zuschlag in Höhe von 4 % oder CHF 120 für
Barauslagen sowie die Mehrwertsteuer (Art. 29 HonO). Da die Beschwerdeführer in der
Hauptsache vollständig obsiegen, steht ihnen diese Entschädigung zu Lasten der
Beschwerdegegnerin ungekürzt zu.