# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 296ca6bb-2f96-5421-aae3-c759c4a49742
**Court:** SG_VG
**Chamber:** SG_VG_001
**Year:** 2021
**Language:** de
**Jurisdiction:** SG / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Das Verwaltungsgericht stellt fest:
A.
Die Q._ AG (nachfolgend: Q._ AG) ist Eigentümerin der mit dem Einfamilienhaus
Assek.-Nr. 0000_ (nachfolgend: EFH) überbauten Parzelle Nr. 0001_, Grundbuch
X._. Nach dem Zonenplan der Politischen Gemeinde X._ ist das Grundstück der
Wohnzone W2 zugewiesen. Gemäss der Gewässerschutzkarte des Kantons St. Gallen
liegt es im Gewässerschutzbereich A . Die Realisierung eines vom 2. März 2017 bis
15. März 2017 öffentlich aufgelegten Baugesuchs resp. zweier vom 11. April 2018 bis
24. April 2018 öffentlich aufgelegter Baugesuche für den Abbruch des EFH und den
Neubau eines Mehrfamilienhauses auf Parzelle Nr. 0001_ wurde von der T._ AG bzw.
der Q._ AG offenbar nicht weiterverfolgt (www.geoportal.ch, www.zefix.ch, www. ... -
sg.ch).
B.
Am 12. September 2019 reichte die Q._ AG zwei Baugesuche für den Abbruch des
EFH und den Neubau eines Mehrfamilienhauses mit fünf Wohnungen (nachfolgend:
MFH) auf Parzelle Nr. 0001_ ein. Während der öffentlichen Auflage vom 4. März 2020
bis 17. März 2020 gingen zwei Einsprachen ein, darunter diejenige von L._ und M._,
N._ und O._, A._, B._ und C._, D._ und E._, P._ und F._, G._ und H._ sowie
J._ und K._. Vom 2. April 2020 bis 1. Mai 2020 lag ein
Wasserrechtskonzessionsgesuch für eine Wärmepumpenanlage mit
Grundwassernutzung auf Parzelle Nr. 0001_ öffentlich auf. Mit Entscheid vom
17. August 2020 wies der Stadtrat X._ die Einsprachen sowohl in öffentlich-rechtlicher
Hinsicht als auch in privatrechtlicher Hinsicht gemäss Art. 684 des Schweizerischen
Zivilgesetzbuches (SR 210, ZGB) ab, soweit er darauf eintrat, und bewilligte die
Baugesuche unter gleichzeitiger Eröffnung aller kantonalen und kommunalen
Teilverfügungen, insbesondere der Verfügung über Gewässerschutzmassnahmen des
Amtes für Umwelt und Energie (AWE) vom 11. Juni 2020 mit abschlägigem
Einspracheentscheid vom 23. Juni 2020 sowie der Wasserrechtskonzession und
gewässerschutzrechtlichen Bewilligung des Baudepartements mit abschlägigem
Einspracheentscheid vom 22. Juni 2020 als Gesamtentscheid (act. 2, 6.5, 15.3, 24,
www.geoportal.ch).
C.
Gegen den Gesamtentscheid des Rates der Politischen Gemeinde X._ (Vorinstanz 1)
vom 17. August 2020 erhob A._ (Beschwerdeführerin 1) am 2. September 2020 für
u
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sich und im Namen von B._ und C._, D._ und E._, F._, G._ und H._, J._ und
K._ (Beschwerdeführer 2 bis 10) sowie von L._ und M._, P._ sowie N._ und O._
Beschwerde beim Verwaltungsgericht (act. 1). Am 4. September 2020 überwies der
Vizepräsident des Verwaltungsgerichts die Beschwerde an das Baudepartement
(Vorinstanz 2, act. 3).
D.
Am 24. September 2020 ergänzte die Beschwerdeführerin 1 die von der Vorinstanz 2
als Rekurs entgegengenommene Eingabe vom 2. September 2020 mit einer
Begründung. Diese Eingabe war neu auch von R._ und S._ unterzeichnet (act. 4 und
6.3). Am 22. Oktober 2020 nahm die Vorinstanz 1 Stellung (act. 6.5). Mit
Vernehmlassung vom 27. Oktober 2020 beantragte die Q._ AG (Beschwerdegegnerin),
es sei der Rekurs unter Kostenfolge abzuweisen, soweit darauf einzutreten sei
(act. 6.6). Nach einem Meinungsaustausch mit dem Verwaltungsgericht trat die
Vorinstanz 2 mit Entscheid vom 10. Dezember 2020 auf den Rekurs der
Beschwerdeführer 1 bis 10 bzw. von R._ und S._ vom 2./24. September 2020 nicht
ein und wies die Eingabe zuständigkeitshalber an das Verwaltungsgericht zurück
(act. 5).
E.
Am 12. Februar 2021, 14. April 2021 und 10. Mai 2021 liessen sich die
Beschwerdeführer 1 bis 10 vernehmen und beantragten dem Sinn nach, in
Gutheissung der vom Verwaltungsgericht nurmehr als Beschwerde
entgegengenommenen Rechtsmitteleingabe vom 2./24. September 2020 (act. 1, 4, 6.3)
sei der Gesamtentscheid der Vorinstanz 1 vom 17. August 2020 aufzuheben
(act. 14-15.3, 25 f., 30.1 f.). In ihrer Stellungnahme vom 14. April 2021 bestätigten sie
überdies ausdrücklich, dass die Beschwerde mangels entsprechender Vollmachten als
nicht erhoben gilt für L._ und M._, P._, N._ und O._ sowie R._ und S._ (vgl. dazu
auch Zwischenverfügungen des zuständigen Abteilungspräsidenten des
Verwaltungsgerichts vom 16. Dezember 2020 und 16. März 2021, act. 7 und 21). Die
Vorinstanz 1 verzichtete mit Eingabe vom 23. Februar 2021 auf eine Stellungnahme
und beantragte sinngemäss die Abweisung der Beschwerde (act. 17). Am 4. März 2021
und 14. April 2021 liess sich die Vorinstanz 2 vernehmen, ohne eigene Anträge zu
stellen (act. 18, 23). Am 11. März 2021 duplizierte die Beschwerdegegnerin und passte
ihr Rechtsbegehren vom 27. Oktober 2020 insoweit an, als sie die kostenfällige
Abweisung der Beschwerde beantragte, soweit darauf einzutreten sei (act. 19).
Auf die Erwägungen des angefochtenen Entscheids und die Ausführungen der
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Verfahrensbeteiligten zur Begründung ihrer Anträge und die Akten wird, soweit
wesentlich, in den Erwägungen eingegangen.

## Considerations

Darüber zieht das Verwaltungsgericht in Erwägung:
1.
Kraft des unmittelbar anwendbaren (vgl. E. 2 hiernach) Art. 132 Abs. 3 Ingress und lit. b
Satz 1 des Planungs- und Baugesetzes (sGS 731.1, PBG) kann der Gesamtentscheid
(Art. 133 Ingress und lit. f PBG) beim Verwaltungsgericht angefochten werden, wenn
das zuständige Departement, dem die federführende kantonale Stelle angehört,
entschieden oder am Verfahren mitgewirkt hat. Der Gesamtentscheid des Rates der
Vorinstanz 1 vom 17. August 2020 (act. 2, 6.5/1.20 und 5.0, federführende Stelle des
Kantons: Amt für Umwelt, vgl. dazu Art. 132 Abs. 4 PBG in Verbindung mit Art. 20
Abs. 1 und Anhang 2 Ziff. 1.3 der Verordnung zum Planungs- und Baugesetz;
sGS 731.11, PBV) umfasste auch die Wasserrechtskonzession mitsamt
Einspracheentscheid der Vorinstanz 2 vom 22. Juni 2020 (act. 6.5/3.8) gestützt auf
Art. 13 Abs. 1 Ingress und Ziff. 3 und Art. 21 Abs. 1 des Gesetzes über die
Gewässernutzung (sGS 751.1, GNG). Da das Baudepartement damit im Sinne von
Art. 132 Abs. 3 Ingress und lit. b Satz 1 PBG entschieden hat, ist das
Verwaltungsgericht zur Behandlung der gegen den Gesamtentscheid der Vorinstanz 1
vom 17. August 2020 erhobenen Beschwerde – in Ergänzung zu Art. 59 Abs. 1 des
Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege (sGS 951.1, VRP) – zuständig (vgl. dazu
VerwGE B 2020/84 vom 29. April 2021 E. 1.1 mit Hinweisen). Die Beschwerdeeingabe
vom 2. September 2020 (act. 1) erfolgte rechtzeitig und erfüllt zusammen mit der
Ergänzung vom 24. September 2020 (act. 4, 6.3) formell und inhaltlich die gesetzlichen
Anforderungen (Art. 64 in Verbindung mit Art. 47 Abs. 1 und Art. 48 Abs. 1 und 2 VRP).
Entgegen der Auffassung der Vorinstanz 2 (act. 18 Ziff. 3d) kann nicht gesagt werden,
aus der im Rahmen der Beschwerde vorgebrachten Kritik (vgl. insbesondere Beilage 5
zu act. 4) ergäbe sich nicht, wieso der angefochtene Gesamtentscheid vom
17. August 2020 aufzuheben sei (vgl. hierzu VerwGE B 2019/77; B 2019/78 vom
11. Februar 2020 E. 2 mit Hinweisen). Die Beschwerdeführer als Eigentümer von
Grundstücken, welche weniger als 100 m vom Baugrund entfernt liegen, sind zur
Erhebung des Rechtsmittels befugt (vgl. dazu Art. 64 in Verbindung mit Art. 45
Abs. 1 VRP und BGer 1C_174/2020 vom 5. Mai 2021 E. 1.2 mit Hinweisen). Auf die
Beschwerde ist somit grundsätzlich einzutreten.
Nicht einzutreten ist auf die Beschwerde, soweit die Beschwerdeführer (act. 14, S. 1)
pauschal auf ihre Einsprache vom 14. März 2020 (act. 6.5/4.4) verweisen (vgl. VerwGE
B 2017/46 vom 20. März 2018 E. 1 mit Hinweisen). Soweit die Beschwerdegegnerin
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vorbringt (act. 6.6, S. 2 Ziff. II/A/b/, act. 19, S. 2 Ziff. II/A/b), auf die Beschwerde sei
nicht einzutreten, soweit erstmals im Beschwerdeverfahren übermässige Einwirkungen
nach Art. 684 ZGB gerügt würden, verkennt sie, dass die Vorinstanz 1 die Einsprache
der Beschwerdeführer vom 14. März 2020 auch in privatrechtlicher Hinsicht gemäss
Art. 684 ZGB abwies (vgl. Dispositiv-Ziff. III/2 des Einspracheentscheids vom
17. August 2020, act. 2).
2.
Der erstinstanzliche Gesamtentscheid der Vorinstanz 1 erging am 17. August 2020
(act. 2, 6.5/1.20 und 5.0). Laut Art. 173 Abs. 1 des am 1. Oktober 2017 (nGS 2017-049)
in Kraft getretenen Planungs- und Baugesetzes (sGS 731.1, PBG) ist somit das PBG
anwendbar, soweit es unmittelbar anwendbar ist oder der kommunale
Rahmennutzungsplan – der Zonenplan und das Baureglement (BauR) der Vorinstanz 1
wurde vom Baudepartement am 19. Dezember 1995 bzw. am 6. Juli 2009 genehmigt
(www.geoportal.ch) – entsprechend revidiert worden ist. Ansonsten ist das bis
30. September 2017 gültig gewesene Gesetz über die Raumplanung und das
öffentliche Baurecht (Baugesetz; nGS 32-47, BauG, in der Fassung vom
1. Januar 2015) heranzuziehen (siehe dazu auch VerwGE B 2019/140 vom
22. April 2020 E. 2 mit Hinweisen; J. Frei, in: Bereuter/derselbe/Ritter [Hrsg.],
Kommentar zum Planungs- und Baugesetz des Kantons St. Gallen, Basel 2020,
N 11 ff. zu Art. 173 PBG sowie N 10 ff. zu Art. 175 PBG, und Anhang des
Kreisschreibens des Baudepartements "übergangsrechtliche Bestimmungen im
Planungs- und Baugesetz" vom 8. März 2017).
3.
Die Beschwerdeführer stellen den Beweisantrag (act. 14, S. 3), es sei ein Augenschein
im Sinne von Art. 12 Abs. 1 VRP mit Verständigungsversuch durchzuführen. Darauf
kann in antizipierter Beweiswürdigung verzichtet werden. Die mit Blick auf die
nachstehend zu schildernden Gegebenheiten entscheidrelevanten tatsächlichen
Verhältnisse ergeben sich aus den Verfahrensakten und dem Geoportal
(www.geoportal.ch, vgl. zu den nicht beweisbedürftigen notorischen Tatsachen etwa
BGer 1C_582/2018 vom 23. Dezember 2019 E. 2.3 mit Hinweisen, insbesondere auf
BGE 143 IV 380 E. 1.2, in: Pra 2018 Nr. 61). Es ist nicht ersichtlich, was der
Augenschein an zusätzlichem Erkenntnisgewinn bringen würde (vgl. dazu BGer
1C_13/2018 vom 13. März 2019 E. 3 mit Hinweisen sowie B. Märkli, in: Rizvi/Schindler/
Cavelti [Hrsg.], Gesetz über die Verwaltungsrechtspflege, Praxiskommentar, Zürich/
St. Gallen 2020, N 28 ff. zu Art. 12-13 VRP), zumal sich vor allem Rechtsfragen stellen.
Überdies liegt kein geeigneter Fall für eine gütliche Verständigung vor (vgl. dazu Art. 64
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in Verbindung mit Art. 54 VRP; VerwGE B 2016/217 vom 13. Februar 2018 E. 3 mit
Hinweisen).
4.
Die Beschwerdeführer machen zunächst dem Sinn nach geltend (act. 4, S. 2 f.,
Beilage 5, S. 1, 3, 9, act. 15.2, S. 2 f., act. 26, S. 2), das Quartier W._ hätte schon
längst einer Einfamilienhauszone zugewiesen werden müssen resp. das strittige
Bauvorhaben setze den Erlass eines Nutzungsplans für verdichtetes Bauen voraus.
Damit stellen sie implizit vorfrageweise die Zuweisung des Baugrundstücks Nr. 0001_
zur Wohnzone W2 in Frage. Indes ist weder ersichtlich noch wird von den
Beschwerdeführern weiter dargetan, inwiefern die Voraussetzungen für eine
ausnahmeweise vorfrageweise Überprüfung des Zonenplans der Vorinstanz 1 im
Baubewilligungsverfahren gegeben sein sollten (vgl. dazu BGer 1C_25/2019 vom
5. März 2020 E. 6.1, in: BR 2020, S. 270 und 285, sowie VerwGE B 2019/204 vom
17. Oktober 2020 E. 6.1 je mit Hinweisen). Darüber hinaus hat die Vorinstanz 1 das
Quartier W._ nicht als Planungszone bezeichnet (vgl. dazu Art. 27 des
Bundesgesetzes über die Raumplanung, Raumplanungsgesetz; SR 700, RPG,
Art. 42 ff. PBG und VerwGE B 2014/166 vom 17. Dezember 2015 E. 2.1 f. mit
Hinweisen).
5.
Die Beschwerdeführer halten weiter dafür (act. 4, S. 1, 3), das projektierte MFH sei in
der Wohnzone W2 nicht zonenkonform. Das Bauvorhaben muss zonenkonform sein
(Art. 22 Abs. 2 Ingress und lit. a RPG). Art. 22 Abs. 2 Ingress und lit. a RPG
gewährleistet einen abstrakt wirkenden öffentlich-rechtlichen Immissionsschutz (vgl.
VerwGE B 2016/161; B 2016/162 vom 15. August 2017 E. 5.1 mit Hinweisen). Der
Zweck der Nutzungszone ergibt sich aus der Umschreibung der Zonenart
(Art. 11 ff. BauG). Der kantonale Zonenkatalog ist abschliessend (vgl. Art. 10 BauG
sowie VerwGE B 2009/97; B 2009/100 vom 24. Februar 2010 E. 2.4.1 mit Hinweis, in:
GVP 2010 Nr. 38, bestätigt mit BGer 1C_185/2010 vom 27. Oktober 2010, siehe auch
Art. 7 Abs. 3 Satz 1 PBG und linder/von Rappard-Hirt, in: Bereuter/Frei/Ritter [Hrsg.],
a.a.O., N 23 f. zu Art. 7 PBG). Art. 11 Abs. 2 BauG erlaubt den Gemeinden die
kantonalrechtlich vorgegebene Wohnzone (Art. 11 Abs. 1 BauG) zu differenzieren (nach
Art. 7 Abs. 3 Satz 2 PBG gilt dies neu ausdrücklich für alle Zonenarten). Die
Vorinstanz 1 hat darauf verzichtet, eine Wohnzone einzuführen, in welcher nur Ein- und
Zweifamilienhäuser zulässig sind, sondern sie hat die Wohnzone in Art. 5 BauR nach
der Ausnützungsziffer, der Anzahl der Geschosse und den Gebäudeabmessungen
unterteilt (W2 bis W4). Folglich sind Mehrfamilienhäuser in der Wohnzone W2, abstrakt
betrachtet, zonenkonform. Im Übrigen behaupten die Beschwerdeführer nicht, dass es
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sich beim geplanten Attikageschoss oder beim projektierten Untergeschoss um ein
Vollgeschoss im Sinne von Art. 4 Abs. 1 BauR handelt. Entgegen ihrer anderslautenden
Darstellung ist demnach vorliegend ein zweigeschossiges MFH geplant.
6.
Soweit die Beschwerdeführer glauben machen wollen, das strittige MFH unterschreite
den massgeblichen kleinen Grenzabstand resp. eine Baulinie entlang des Y._-wegs
(act. 4, S. 3, Beilage 5, S. 3, 8, act. 14, S. 3, act. 15.2, S. 7, act. 26, S. 4), lassen sie
ausser Acht, dass Bauten und Anlagen entlang klassierter Gemeindestrassen nach
Art. 6 Abs. 1 BauR anstelle des vorgeschriebenen Grenzabstandes von mindestens
4.0 m (klein) bzw. 7.0 m (gross, vgl. dazu Art. 5 BauR und Art. 56 BauG) einen
Strassenabstand von mindestens 3.0 m einzuhalten haben (vgl. dazu auch Art. 101
Abs. 1, Art. 102 Abs. 1 Ingress und lit. b sowie Art. 104 lit. a des Strassengesetzes;
sGS 732.1, StrG). Auch bestehen keine Anhaltspunkte dafür, dass die Vorinstanz 1
einen Baulinienplan (vgl. Art. 102 StrG und Art. 29 PBG) entlang des Y._-wegs
(Parzelle Nr. 0002_, Gemeindestrasse zweiter Klasse) erlassen hätte oder die durch
bestehende Gebäude vorgezeichnete Bauflucht massgebend wäre (vgl. dazu act. 19,
S. 3 Ziff. II/C/d). Gegenüber dem Y._-weg hält das projektierte MFH den
vorgeschriebenen minimalen Strassenabstand von 3.0 m ein (vgl. dazu Grundrissplan
Erdgeschoss vom 16. August 2019, act. 6.5/1.1). Im Übrigen bezieht sich das über den
von den Beschwerdeführern angegebenen Link (act. 15.2, S. 7) im Internet abrufbare
Dokument aus dem Jahr 2020 (S. 11) auf Art. 14 Abs. 1 der Bauordnung der Stadt
St. Gallen (sRS 731.1, BO) betreffend die geschlossene Bauweise.
7.
Die Beschwerdeführer monieren überdies (Beilage 5 zu act. 4, S. 9, act. 15.2, S. 8), das
geplante MFH weise nicht genügend Abstellplätze für Motorfahrzeuge auf. Laut Art. 72
Abs. 1 BauG resp. Art. 69 Abs. 1 PBG in Verbindung mit Art. 10 Abs. 1 und Art. 13 des
Reglements über die Erstellung von Fahrzeugabstellplätzen und Kinderspielplätzen der
Vorinstanz 1 vom 26. Mai 2014 (RFK) ist die Bauherrschaft bei Neuerstellung von
Bauten und Anlagen verpflichtet, auf eigenem Grund für Benützer (Wohnnutzung) einen
Abstellplatz für Motorfahrzeuge pro 100 m anrechenbarer Geschossfläche,
mindestens einen Platz pro Wohnung, und für Besucher einen Abstellplatz pro 600 m
anrechenbarer Geschossfläche zu schaffen. Die Grösse der Fahrzeugabstellplätze
richtet sich nach den Normen des Schweizerischen Verbands der Strassen- und
Verkehrsfachleute (VSS, vgl. Art. 7 Abs. 1 RFK und zur dynamisch-direkten Verweisung
VerwGE B 2018/246 vom 8. Juli 2019 E. 5.2 mit Hinweisen). Nach der VSS-Norm 40
291a, Parkieren, Anordnung und Geometrie der Parkierungsanlagen (genehmigt im
Dezember 2005, gültig ab 31. März 2019, S. 5, 13, 16) müssen Schräg- und
bis
2
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Senkrechtparkfelder (Parkfeldwinkel 30° bis 90°) in der Komfortstufe A
(Personenwagen PW, nicht öffentlich zugänglich, bspw. Wohn- und Geschäftshäuser)
eine Breite von mindestens 2.35 m bis 4.70 m (plus 0.25 m bis 0.50 m breiter
überhangsstreifen), eine Länge von mindestens 4.10 m bis 5.30 m sowie Abstände
gegenüber Wänden von 0.30 m bis 0.60 m bzw. gegenüber Stützen von 0.40 m bis
0.80 m aufweisen. Nicht umstritten ist die Grösse der sechs Abstellplätze und des
Manövrierraums in der geplanten Tiefgarage. Was die Grösse des von den
Beschwerdeführern bemängelten Aussenparkplatzes (für Besucher) anbelangt, ergibt
sich aus dem Grundrissplan Erdgeschoss vom 16. August 2019 (act. 6.5/1.1) eine
Länge von 5 m und ein Breite 2.40 m. Damit erfüllt dieser Schrägparkplatz
(Parkfeldwinkel zwischen 30°bis 60°) mitunter (Breite, Abstand zur Hausmauer resp. zur
Mauer bei der Tiefgaragenzufahrt) die Anforderungen der VSS-Norm 40 291a nicht.
Allerdings ist in der Parkplatzberechnung der Beschwerdegegnerin vom
2. September 2019 (act. 6.5/1.9) zu Unrecht ein Mindestbedarf von sieben Plätzen
(davon zwei für Besucher) ausgewiesen: Nach der allerdings bestrittenen (vgl. E. 8
hiernach) Ausnützungszifferberechnung vom 16. August 2019 (act. 6.5/1.10) weist das
strittige MFH eine Bruttogeschossfläche von 429.86 m auf. Gemäss Art. 13 RFK
resultiert daraus ein Mindestbedarf von lediglich einem Besucherparkplatz, d.h. von
insgesamt sechs Abstellplätzen. Mit den in der Tiefgarage ausgewiesenen Parkplätzen
erfüllt das Bauvorhaben somit die Anforderungen von Art. 13 RFK.
8.
Die Beschwerdeführer rügen sodann eine Überschreitung der maximal zulässigen
Ausnützungsziffer, da die projektierten Abstellräume und Wintergärten angerechnet
werden müssten (act. 5, S. 3, Beilage 5, S. 6-8, act. 14, S. 1 f., act. 15.2, S. 4-7,
act. 26, S. 2-4).
2
In der Wohnzone W2 ist eine Ausnützungsziffer von 0.50 vorgeschrieben (Art. 5 BauR).
Die Ausnützungsziffer ist die Verhältniszahl der Summe aller anrechenbaren
Geschossflächen zur anrechenbaren Parzellenfläche (Art. 61 Abs. 1 BauG). Nach
Art. 61 Abs. 2 Satz 1 BauG zählen zur anrechenbaren Geschossfläche die nutzbaren
Geschossflächen einschliesslich Gänge, Treppenhäuser und Mauerquerschnitte. Bei
der Beurteilung der Nutzbarkeit kommt es entscheidend auf die nach objektiven
Gesichtspunkten beurteilten Verwendungsmöglichkeiten eines Raumes
beziehungsweise einer Geschossfläche an. Eine solche Eignung setzt unter anderem
voraus, dass das Lichtmass der Fensterflächen von Wohn-, Schlaf- und Arbeitsräumen
mindestens 10% der Bodenfläche beträgt (vgl. dazu Art. 7 Abs. 3 BauR und VerwGE
8.1.
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9.
Die Beschwerdeführer stellen sich überdies auf den Standpunkt (act. 4, S. 3, Beilage 5,
S. 1-5, act. 14, S. 1, act. 15.2, S. 1-3, 8, act. 26, S. 1 f.), der strittige Abbruch des
bestehenden EFH und der Neubau des MFH mit Flachdach und Attikageschoss führe
zu einer Verschandelung des Quartiers W._.
B 2016/93 vom 14. Dezember 2017 E. 4.2.1 mit Hinweisen, bestätigt mit
BGer 1C_37/2018 vom 6. Juli 2018). Nicht angerechnet werden insbesondere
nichtgewerbliche Einstellräume (Art. 61 Abs. 2 Satz 2 lit. b BauG, vgl. dazu auch
Fritzsche/Bösch/Wipf/Kunz, Zürcher Planungs- und Baurecht, Band 2, 6. Aufl. 2019,
S. 941). Ebenfalls nicht in Anschlag zu bringen sind Wintergärten sowie verglaste
Dachterrassen und Balkone bis zu einer Fläche von 20% der anrechenbaren
Geschossflächen im Sinne von Art. 61 Abs. 2 Satz 2 lit. d BauG, unabhängig davon, ob
sie beheizt sind. Eine baulich-konstruktive Abgrenzung zu den übrigen anrechenbaren
Wohnflächen ist indessen nötig (vgl. B. Heer, St. Gallisches Bau- und Planungsrecht,
Bern 2003, Rz. 668).
Wie sich aus der Ausnützungszifferberechnung sowie den Grundrissplänen, alle vom
16. August 2019 (act. 6.5/1.1, 1.2, 1.10), ersehen lässt, weisen sämtliche als
"Abstellräume" bezeichneten nicht gewerblich genutzten Einstellräume keine natürliche
Belichtung auf. Trotz gegenteiliger Auffassung der Beschwerdeführer sind sie deshalb
ungeachtet ihrer sonstigen Ausgestaltung (namentlich Bodenfläche, Raumhöhe) nicht
zu Wohn-, Schlaf- oder Arbeitszwecken geeignet und daher nicht zu den
anrechenbaren Geschossflächen zu zählen. Diesbezüglich ist jedoch daran zu erinnern,
dass eine allfällige, spätere Umnutzung dieser Abstellräume zu Wohnzwecken, etwa
nach der Anpassung des Rahmennutzungsplans der Vorinstanz 1 an das PBG,
baubewilligungspflichtig wäre. Weiter beträgt der Anteil der vier geplanten Wintergärten
an der anrechenbaren Geschossfläche nach der unbestrittenen Berechnung der
Vorinstanz 1 (act. 2, S. 5) lediglich 8,39%. Überdies sind sie, abgesehen der Wand
entlang des Treppenhauses bei Wohnung 4, seitlich verglast. Ferner sind sie
konstruktiv klar von den Wohnräumen abgetrennt. Bei dieser Sachlage durfte die
Vorinstanz 1 die Wintergärten als nicht anrechenbare Flächen im Sinne von Art. 61
Abs. 2 lit. d BauG qualifizieren, ohne Recht zu verletzen. Demzufolge ist die
Ausnützungszifferberechnung der Beschwerdegegnerin nicht zu beanstanden. Das
projektierte MFH hält die maximal zulässige Ausnützungsziffer von 0.50 ein.
8.2.
Nach dem direkt anwendbaren Art. 99 Abs. 1 PBG ist die Erstellung von Bauten und
9.1.
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Anlagen, die das Orts- oder Landschaftsbild verunstalten oder – hier von vornherein
mangels Schutzobjekt (Art. 115 lit. g PBG) nicht einschlägig – Baudenkmäler
beeinträchtigen, untersagt. Im Unterschied zu positiven (kommunalen)
Bauästhetikvorschriften verbietet das Verunstaltungsverbot nur erheblich störende
Wirkungen auf das Orts- und Landschaftsbild in dem Sinn, dass nur etwas qualifiziert
Unschönes verhindert werden soll. Dabei ist nicht das Bauvorhaben isoliert zu
betrachten, sondern in Bezug zu seiner baulichen und landschaftlichen Umgebung zu
setzen (vgl. VerwGE B 2019/22 vom 16. August 2019 E. 4.7 mit Hinweisen, allerdings in
Bezug auf den altrechtlichen Art. 93 Abs. 1 BauG). Verunstaltung bedeutet eine
schwerwiegende Verletzung ästhetischer Werte; sie ist gleichbedeutend mit einer
erheblichen Beeinträchtigung (vgl. VerwGE B 2005/137 vom 24. Januar 2006 E. 1b/dd
mit Hinweisen). Bauten, die in jeder Hinsicht den Zonenvorschriften entsprechen,
können nicht schon deshalb als mit dem Beeinträchtigungsverbot unvereinbar
bezeichnet werden, weil sie grössere Ausmasse und eine grössere Nutzungsdichte
aufweisen als die umstehenden Gebäude. In solchen Fällen vermögen nur klar
überwiegende öffentliche Interessen einen Bauabschlag zu rechtfertigen (vgl.
GVP 2002 Nr. 12). Das Ausschöpfen des baureglementarisch Zulässigen bewirkt für
sich allein betrachtet keine Verunstaltung im Sinne von Art. 99 Abs. 1 PBG (vgl.
VerwGE B 2016/93 vom 14. Dezember 2017 E. 5.2 mit Hinweis). Soweit keine
Beeinträchtigung denkmalgeschützter Bauten zur Diskussion steht, sind zur
Beurteilung der städtebaulichen und architektonischen Gesamtwirkung eines Projekts
keine speziellen Fachkenntnisse erforderlich (vgl. BGer 1C_75/2018 vom
31. Oktober 2018 E. 7.3 mit Hinweisen). Den kommunalen Behörden kommt bei der
Anwendung unbestimmter Rechtsbegriffe ein Beurteilungs- bzw. Ermessensspielraum
zu, wenn Fragen zu beantworten sind, die lokale Umstände betreffen, mit denen diese
Behörden vertraut sind (vgl. BGer 1C_33/2021 vom 16. April 2021 E. 5.2 mit
Hinweisen).
Wie sich den von den Beschwerdeführern eingereichten, im Internet verfügbaren
Fotoaufnahmen von Google International LLC, Wilmington (Delaware), USA, und
Google Switzerland GmbH, Zürich (Dienst "Street View" von Google Maps, act. 15.3,
www.zefix.ch) sowie dem Geoportal entnehmen lässt, ist das Quartier W._ vorwiegend
mit Einfamilienhäusern mit Giebeldächern unterschiedlicher Stile und Firstrichtungen
überbaut. In der Wohnzone W2 sind jedoch – immer unter Vorbehalt der Einhaltung der
zonengemässen Regelbauschriften – auch grössere Baukuben wie für
Einfamilienhäuser zulässig (vgl. dazu auch E. 5 hiervor). Klar überwiegende öffentliche
Interessen, welche einen Bauabschlag vorliegend rechtfertigen könnten, sind nicht
9.2.
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10.
Die Beschwerdeführer bringen im Weiteren unter Berufung auf das Merkblatt AFU 173,
Bauten und Anlagen in Grundwassergebieten, Fassung vom 1. Juli 2017, vor (Beilage 5
zu act. 4, S. 9-12, act. 14, S. 2, act. 15.2, S. 8-11, act. 26, S. 5 f., act. 30.2), der
projektierte Liftschacht des MFH sei gewässerschutzrechtswidrig.
erkennbar und werden von den Beschwerdeführern auch nicht weiter substantiiert.
Unter diesen Umständen durfte die Vorinstanz 1 im Rahmen des ihr zustehenden
Beurteilungsspielraums bei objektiver Betrachtungsweise davon ausgehen, dass der
Abbruch des EFH und der Neubau des MFH auf Parzelle Nr. 0001_ für sich alleine
betrachtet und/oder mit Blick auf das Erscheinungsbild des Quartiers nicht zu etwas
qualifiziert Unschönem führt (vgl. dazu auch Schnitte/Ansichten vom 16. August 2019,
act. 6.5/1.3 f.; Fotodokumentation vom 17. September 2019, act. 6.5/5.8), weshalb
nicht von einer Verunstaltung gesprochen werden kann. Soweit sich die
Beschwerdeführer in diesem Zusammenhang auf Art. 89 PBG, welcher die
Übertragung der Baumassenziffer auf ein Nachbargrundstück regelt, berufen (act. 4,
S. 3, Beilage 5, S. 2, 5, act. 14, S. 1, act. 26, S. 1), stösst ihre Kritik ins Leere. Dasselbe
gilt, soweit sie ihre Argumentation auf die positive ästhetikklausel in Art. 3 lit. a und
b BauR aufbauen (Beilage 5 zu act. 4, S. 3 f.), bei welcher es sich um eine unzulässige
allgemeine Gestaltungsvorschrift über das gesamte Gemeindegebiet handelt, welche
über den kantonalrechtlichen Rahmen von Art. 99 Abs. 2 PBG hinausgeht (vgl. dazu
VerwGE B 2008/143; B 2008/149 vom 14. Mai 2009 E. 3.1.5 mit Hinweisen, vom
Bundesgericht bestätigt mit BGer 1C_519/2012 vom 14. August 2013 E. 2.5, allerdings
in Bezug auf Art. 93 Abs. 4 BauG, und W. Ritter, in: Bereuter/Frei/derselbe [Hrsg.],
a.a.O., N 6 zu Art. 99 PBG). Art. 3 lit. a und b BauR ist deshalb die Anwendbarkeit im
vorliegenden Fall zu versagen.
bis
bis
Fest steht, dass das umstrittene MFH im besonders gefährdeten
Gewässerschutzbereich A (Art. 19 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Schutz der
Gewässer, Gewässerschutzgesetz; SR 814.20, GSchG, in Verbindung mit Art. 29
Abs. 1 lit. a und Anhang 4 Ziff. 111 der Gewässerschutzverordnung; SR 814.201,
GSchV) errichtet werden und unter den mittleren Grundwasserspiegel von rund 447.2
m ü.M. reichen soll (vgl. dazu Geotechnischer Bericht der Z._ AG vom 15. März 2017,
act. 6.5/1.17, S. 5 und 12). In den besonders gefährdeten Bereichen bedürfen die
Erstellung und die Änderung von Bauten und Anlagen einer kantonalen Bewilligung,
wenn sie die Gewässer gefährden können (Art. 19 Abs. 2 GSchG in Verbindung mit
Art. 32 Abs. 2 GSchV). Ist eine Bewilligung erforderlich, müssen die Gesuchsteller
10.1.
u
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nachweisen, dass die Anforderungen zum Schutze der Gewässer erfüllt sind, und die
dafür notwendigen Unterlagen (gegebenenfalls hydrogeologische Abklärungen)
beibringen (Art. 32 Abs. 3 GSchV). Die Behörde erteilt eine Bewilligung, wenn mit
Auflagen und Bedingungen ein ausreichender Schutz der Gewässer gewährleistet
werden kann (Art. 32 Abs. 4 erster Satzteil GSchV). Im Gewässerschutzbereich A
dürfen keine Anlagen erstellt werden, die unter dem mittleren Grundwasserspiegel
liegen. Die Behörde kann Ausnahmen bewilligen, soweit die Durchflusskapazität des
Grundwassers gegenüber dem unbeeinflussten Zustand um höchstens 10 Prozent
vermindert wird (Anhang 4 Ziff. 211 Abs. 2 GSchV, siehe dazu auch Art. 43
Abs. 4 GSchG). Ob die Ausnahmebewilligung erteilt wird, steht im Ermessen der
zuständigen Behörde. Dieses Ermessen hat die Behörde pflichtgemäss auszuüben. Für
die Erteilung einer Ausnahmebewilligung gemäss Anhang 4 Ziff. 211 Abs. 2 GSchV ist
eine Interessenabwägung erforderlich. Dabei müssen die privaten und öffentlichen
Interessen an einer Verminderung der Durchflusskapazität die entgegenstehenden
(Gewässerschutz-)Interessen überwiegen. Aus gewässerschutzrechtlicher Sicht fällt
dabei namentlich ins Gewicht, wie gross die Verminderung der Durchflusskapazität
innerhalb der zulässigen Bandbreite von 10 Prozent tatsächlich ausfällt und ob ein
unterirdisches Gewässer selbst oder bloss ein zu seinem Schutz notwendiges
Randgebiet betroffen ist. Aufseiten der Gesuchstellenden verdient Berücksichtigung,
inwieweit die Verweigerung einer Bewilligung eine sinnvolle, den übrigen (insbesondere
raumplanerischen und umweltrechtlichen) Vorgaben entsprechende Nutzung ihres
Grundeigentums erschweren würde (vgl. dazu BGer 1C_460/2020 vom 30. März 2021
E. 4.2.2 f. mit Hinweisen). Fungiert als Vorinstanz eine gesetzlich vorgesehene
unabhängige Fachinstanz mit besonderen Fachkenntnissen, so kann und soll das
Gericht deren technisches Ermessen respektieren und nicht aus eigenem Gutdünken,
sondern nur aus triftigen Gründen von der Beurteilung durch die zuständige
Fachbehörde abweichen, jedenfalls soweit die Fachinstanz die für den Entscheid
wesentlichen Gesichtspunkte geprüft und die erforderlichen Abklärungen sorgfältig und
umfassend durchgeführt hat (vgl. BGE 142 II 451 E. 4.5.1 mit Hinweisen).
u
Entgegen anderslautender Darstellung der Beschwerdeführer hat das AWE weder in
der Verfügung vom 11. Juni 2020 noch in seinem Einspracheentscheid vom
23. Juni 2020 (act. 6.5/3.6 f.) ausser Acht gelassen, dass der Liftschacht mehr als 0.20
bis 0.30 m unter den mittleren Grundwasserspiegel reicht (vgl. dazu insbesondere
E. 4b/aa des Einspracheentscheids). Unter Berücksichtigung dieses Umstandes hat
das fachkundige AWE die Angaben im Umströmnachweis (vgl. dazu Geotechnischer
Bericht der Z._ AG, vom 15. März 2017, act. 6.5/1.17, S. 12 Ziff. 4.6) als
10.2.
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nachvollziehbar bezeichnet. Danach bewirken die unter den mittleren
Grundwasserspiegel reichenden Gebäudeteile – inklusive Lichtschacht – eine
rechnerische Durchflussreduktion von etwa einem Prozent. Daran ändert nichts, dass
die Beschwerdegegnerin anerkanntermassen (act. 6.6, S. 7 lit. D/a/aa/54) versehentlich
im Baugesuchsformular K2A (Beilage 2 und 3 zu act. 6.5/4.4, den von Vorinstanz 1
eingereichten Baugesuchsunterlagen nicht beigelegt) die für die Liftunterfahrt
erforderlichen Kreuze nicht angebracht hat. Damit ist von einer vergleichsweise
geringen Verminderung der Durchflusskapazität auszugehen. Mittels der Liftunterfahrt
soll der Zugang zum Gebäude auch im Untergeschoss stufenlos ausgestaltet werden
(vgl. dazu Stellungnahme der Beratungsstelle für behindertengerechtes Bauen,
act. 6.5/3.2, S. 2). Im öffentlichen Interesse liegende oder konzessionierte private
Grundwasserfassungen werden durch das Vorhaben gemäss der Einschätzung des
fachkundigen AWE (Einspracheentscheid, S. 5 E. 4b/bb) nicht beeinträchtigt. Auch ist
nicht ersichtlich, weswegen der Einbau der flüssigkeitsdichten Liftunterfahrt nicht den
notwendigen Anforderungen an die Sicherheit nach den Regeln der Baukunde
entsprechen soll (vgl. dazu Art. 101 PBG). Vor diesem Hintergrund durfte das AWE die
privaten und öffentlichen Interessen an einer Verminderung der Durchflusskapazität
höher gewichten als die entgegenstehenden Gewässerschutzinteressen und die
Ausnahmebewilligung im Sinne von Anhang 4 Ziff. 211 Abs. 2 GSchV erteilen, ohne
Recht zu verletzen. Im Übrigen hat das AWE in Bezug auf die während der Bauphase
(längstens 90 Tage) erforderliche Grundwasserabsenkung bis auf 446.90 m ü.M.
festgestellt, dass die gewässerschutzrechtlichen Anforderungen für die Bewilligung der
Einleitung des abzupumpenden Grundwassers via die bestehende
Meteorwasserleitung, welche bei der Parzelle Nr. 0006_ in den R._ mündet (vgl. dazu
www.geoportal.ch, Rubrik "Gewässereinzugsgebiete Kt"), mittels der verfügten
Auflagen (Dispositiv-Ziffer III der Verfügung vom 11. Juni 2020, act. 6.5/3.6, vgl. dazu
auch die im Baustelleninstallationsplan vom 29. August 2019 eingezeichneten
Absetzbecken, act. 6.5/1.19) eingehalten werden können (vgl. dazu Art. 7
Abs. 2 GSchG und Hettich/Tschumi, in: Hettich/Jansen/Norer [Hrsg.], Kommentar zum
Gewässerschutzgesetz und zum Wasserbaugesetz, Zürich 2016, N 55 ff. zu
Art. 7 GSchG) und die Abflusskapazität der Leitung resp. des R._s
(Gemeindegewässer, unter anderem Parzellen Nrn. 0003_, 0005_ und 0004_ [ab der
Vereinigung der V._ [Kanal] und des U._-baches], www.geoportal.ch, Rubrik
"Gewässernetz 1:10'000 GN 10 Kt") ausreichend ist (vgl. Einspracheentscheid vom
23. Juni 2020, S. 5 E. 4c, siehe dazu auch Plan Werkleitungen vom 16. August 2019,
act. 6.5/1.5). Die Beschwerdeführer bringen nichts vor, was diese Einschätzungen der
kantonalen Gewässerschutzfachstelle (vgl. dazu Art. 49 Abs. 1 Satz 1 GSchG in
Verbindung mit Art. 47 des Vollzugsgesetzes zur eidgenössischen
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11.
Ferner ist nicht ersichtlich und wird von den Beschwerdeführern auch nicht weiter
dargetan (vgl. Beilage 5 zu act. 4, S. 11 f., act. 15.2, S. 10, act. 26, S. 6), inwiefern die
geplante Wärmepumpe unter Einhaltung der von der Vorinstanz 2 am 22. Juni 2020
verfügten Auflagen (act. 3.8, Dispositiv-Ziffer II//3) die Qualität des als Trinkwasser
genutzten Grundwassers gefährden könnte (vgl. dazu Art. 19 Abs. 2 GSchG in
Verbindung mit Art. 32 Abs. 2 lit. c und f GSchV; Art. 13 Abs. 1 Ingress und Ziff. 3,
Art. 19 Abs. 1 und Art. 21 Abs. 2 GNG), zumal die nächstgelegenen
Trinkwasserfassungen ausserhalb des Einflussbereichs der geplanten
Grundwassernutzung liegen und benachbarte Grundwasserfassungen innerhalb des
hydraulischen Einflussbereichs der geplanten Grundwassernutzung nicht unzulässig
beeinflusst werden (vgl. dazu hydrogeologische Vorabklärung der Z._ AG vom
1. Oktober 2018, act. 6.5/1.16, S. 7-9).
12.
Zur Vermeidung von Baulärm hat die Vorinstanz 1 die Beschwerdegegnerin in den
Baubewilligungen vom 17. August 2020 auflageweise verpflichtet, nach den Vorgaben
der gestützt auf Art. 38 Abs. 2 des Bundesgesetzes über den Umweltschutz
(Umweltschutzgesetz; SR 814.01, USG) und Art. 6 der Lärmschutz-Verordnung
(SR 814.41, LSV) erlassenen Baulärm-Richtlinie des Bundesamtes für Umwelt (BAFU),
Stand 2011 (www.bafu.admin.ch), nur Geräte und Maschinen zu verwenden, welche
dem anerkannten Stand der Technik entsprechen (vgl. dazu act. 6.5/1.20 und 5.0, S. 9
bzw. 4), und die Mittags- (12.00 bis 13.30 Uhr) und Nachtruhe (20.00 bis 06.00 Uhr)
gemäss Art. 5 f. und 11 des Lärmschutzreglements der Vorinstanz 1 einzuhalten. Auch
hat die Beschwerdegegnerin zugesichert, den Massnahmenkatalog der Baulärm-
Richtlinie (Massnahmenstufe B) einzuhalten (act. 19, S. 4 lit. E). Entgegen der Meinung
der Beschwerdeführer (Beilage 5 zu act. 4, S. 12 f., act. 15.2, S. 1, S. 11, act. 26, S. 6)
ist bei dieser Ausgangslage weder von übermässigen bzw. unzumutbaren
Baulärmimmissionen auszugehen noch drängen sich weitergehende Massnahme im
Sinne der Vorsorge auf (vgl. dazu auch BGer 1C_315/2017 vom 4. September 2018
E. 3.6; BGer 1C_393/2014 vom 3. März 2016 E. 11.5 ff. je mit Hinweis[en]).
Soweit die Beschwerdeführer beiläufig die Erstellung von Rissprotokollen fordern, ist
nicht erkennbar, inwiefern daran ein öffentliches Interesse bestehen soll. Die
Beweissicherung für einen Zivilprozess kann sodann nicht Gegenstand des öffentlich-
Gewässerschutzgesetzgebung; sGS 752.2, GSchVG, und Art. 1 f. der Verordnung zum
Vollzugsgesetz zur eidgenössischen Gewässerschutzgesetzgebung; sGS 752.21,
GSchVV) erschüttern könnte.
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rechtlichen Baubewilligungsverfahrens bilden (vgl. dazu VerwGE B 2012/142 und
B 2012/147 vom 2. Juli 2013 E. 3 und 5 mit Hinweisen). Ob das geplante MFH die
energierechtlichen Vorschriften erfüllt und insbesondere seinen Wärmebedarf decken
kann (vgl. dazu Art. 45 Abs. 2 Satz 1 des Energiegesetzes; SR 730.0, EnG; Art. 4 ff. des
kantonalen Energiegesetzes; sGS 741.1, EnG SG, und Art. 2 ff. in Verbindung mit
Anhang 1 der Energieverordnung; sGS 741.11, EnV SG), kann, wie die
Beschwerdeführer zutreffend ausgeführt haben, mangels entsprechendem Nachweis
nicht abschliessend beurteilt werden. Allerdings hat die Vorinstanz 1 dafür eine
separate Bewilligung in Aussicht gestellt (act. 6.5/1.20, S. 5). Dieses Vorgehen ist nach
Art. 11 Abs. 2 EnV SG zulässig, was von den Beschwerdeführern nicht bestritten wird.
Wie es sich diesbezüglich koordinationsrechtlich (Art. 25a RPG) verhält, braucht
deshalb nicht weiter untersucht zu werden.
13.
Schliesslich befürchten die Beschwerdeführer übermässige Immissionen im Sinne von
Art. 684 ZGB (act. 4, S. 2 f., Beilage 5, S. 5, 8, act. 14, S. 2, act. 26, S. 1).
Laut Art. 684 Abs. 1 ZGB ist jedermann verpflichtet, bei der Ausübung seines
Eigentums sich aller übermässigen Einwirkungen auf das Eigentum der Nachbarn zu
enthalten. Verboten sind insbesondere alle schädlichen und nach Lage und
Beschaffenheit der Grundstücke oder nach Ortsgebrauch nicht gerechtfertigten
Einwirkungen, unter anderen durch Luftverunreinigungen, üblen Geruch, Lärm, Schall
oder durch den Entzug von Besonnung oder Tageslicht (Art. 684 Abs. 2 ZGB). Bei der
Abgrenzung zwischen zulässiger und unzulässiger (d.h. übermässiger) Immission ist die
Intensität der Einwirkungen massgebend. Diese beurteilt sich nach objektiven Kriterien.
Die beurteilende Instanz hat eine sachlich begründete Abwägung der Interessen
vorzunehmen, wobei sie den Massstab des Empfindens eines Durchschnittsmenschen
in der gleichen Situation zugrunde zu legen hat. Neben den in Art. 684 Abs. 2 ZGB
beispielhaft als verboten aufgezählten materiellen Immissionen (Lärm usw.) und den
negativen Immissionen (Lichtentzug usw.) untersagt die Rechtsprechung auch ideelle
oder immaterielle Immissionen. Übermässig und folglich verboten sind ideelle
Immissionen, wenn bei Personen mit normaler durchschnittlicher Empfindlichkeit ein
erhebliches, ständig fühlbares Unbehagen verursacht wird. Die Immission soll für jeden
übermässig sein, der sich in der Lage des Klägers befindet. Art. 684 ZGB verschafft
indes keinen Anspruch, dass in einem Einfamilienhausquartier den Nachbarn die
Einsicht auf Sitzplätze und Gärten verunmöglicht wird. Eine durch rechtskräftigen
Entscheid einer Verwaltungsbehörde bewilligte Baute verursacht in der Regel keine
übermässigen Immissionen im Sinne von Art. 684 ZGB. Öffentlich-rechtliche
Bewilligungen sind dann nicht mehr allein massgebend für die Beurteilung der
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übermässigkeit, wenn die Behörde per Ausnahmebewilligung ein Abweichen von den
öffentlich-rechtlichen Vorschriften gewährt und womöglich die Interessen der Nachbarn
nicht umfassend berücksichtigt (vgl. dazu VerwGE B 2020/120 vom 29. April 2021
E. 3.1; VerwGE B 2020/59 vom 19. Januar 2021 E. 5.3; VerwGE B 2018/189 vom
21. November 2018 E. 6.1 je mit Hinweisen).
Die Beeinträchtigung der Aussicht von den Grundstücken der Beschwerdeführer, der
Schattenwurf des MFH auf die umliegenden Grundstücke, der durch dessen Bau
verursachte Mehrverkehr auf dem Y._-weg sowie ein allfälliges Unbehagen der
Beschwerdeführer aufgrund der Nutzung des Attikageschosses kann – wie dargelegt –
nicht auf Verletzungen des öffentlichen Baurechts oder auf Ausnahmebewilligungen
zurückgeführt werden. Diese Einwirkungen erscheinen deshalb mit der Lage und
Beschaffenheit der Grundstücke der Beschwerdeführer gerechtfertigt. Sie gehen nicht
über das hinaus, was Nachbarn üblicherweise mit der baurechtskonformen
Überbauung eines angrenzenden Grundstückes in Kauf nehmen müssen. Damit kann
auch nicht als dargetan gelten, dass ein Durchschnittsmensch in derselben Situation
einer Liegenschaft aufgrund der Nachbarschaft zum geplanten MFH effektiv eine
Wertminderung zumisst. Somit liegen keine übermässigen Immissionen im Sinn von
Art. 684 ZGB vor.
14.
Im Sinn der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde abzuweisen. Dem Ausgang
des Verfahrens entsprechend haben die Beschwerdeführer die amtlichen Kosten des
Beschwerdeverfahrens zu bezahlen (Art. 95 Abs. 1 VRP). Die Beschwerdeführer haften
solidarisch (Art. 96 VRP). Eine Entscheidgebühr von CHF 4'000 ist angemessen
(Art. 7 Ziff. 222 der Gerichtskostenverordnung; sGS 941.12, GKV). Der Verlegung der
amtlichen Kosten entsprechend haben die Beschwerdeführer die obsiegende
Beschwerdegegnerin, deren Rechtsvertreter keine Kostennote eingereicht hat, für das
Beschwerdeverfahren unter solidarischer Haftbarkeit ermessensweise pauschal mit
insgesamt CHF 4'000 zuzüglich CHF 160 Barauslagen (vier Prozent von CHF 4'000) zu
entschädigen (Art. 98 Abs. 1 und 2 in Verbindung mit Art. 98 VRP; Art. 98 VRP in
Verbindung mit Art. 106 Abs. 3 der Schweizerischen Zivilprozessordnung,
Zivilprozessordnung; SR 272, ZPO, Art. 30 Ingress und lit. b Ziff. 1 sowie Art. 31 Abs. 1
und 2 des Anwaltsgesetzes; sGS 963.70, AnwG; Art. 6, Art. 22 Abs. 1 Ingress und lit. b,
Art. 28 der Honorarordnung, sGS 963.5, HonO). Ein Antrag auf
Mehrwertsteuerzuschlag wurde nicht gestellt (vgl. Art. 29 HonO).
bis
bis ter
bis
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