# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 51bd0f5e-a07c-4bd2-a506-a4db76b21304
**Court:** GR_KG
**Chamber:** GR_KG_006
**Year:** 2016
**Language:** de
**Jurisdiction:** GR / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

hat sich ergeben:
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I. Sachverhalt
A. X._, geboren am _1980, und Y._, geboren am _1982, haben am 19. September 2014 vor dem Zivilstandsamt O.1_ geheiratet. Ihre Ehe blieb kinderlos.
B. Am 7. Oktober 2015 machte X._ beim Bezirksgericht Plessur eine auf Art. 115 ZGB gestützte Scheidungsklage gegen Y._ anhängig. Gleichentags reichte er ein Gesuch um Anordnung vorsorglicher Massnahmen im Sinne von Art. 276 Abs. 1 ZPO mit folgenden Rechtsbegehren ein:
"1. Unterhaltsregelung
Auf die Zusprechung von Unterhalt an die Beklagte sei zu verzichten.
2. Zuteilung der ehelichen Wohnung
Die eheliche Wohnung an der _strasse in O.1_ sei mitsamt dem sich darin befindlichen Mobiliar und Inventar (mit Ausnahme der persönlichen Effekten der Beklagten) dem Kläger zum ausschliesslichen Gebrauch zuzuweisen.
3. Urkundenherausgabe / Auskunftspflicht
Die Beklagte sei gestützt auf Art. 170 Abs. 2 ZGB zu verpflichten, dem Kläger respektive dem Massnahmenrichter folgende Urkunden herauszugeben und die entsprechenden Auskünfte zu erteilen:
- Arbeitsvertrag A._
- Arbeitsvertrag mit B._
- Sämtliche im Zusammenhang mit der Tätigkeit bei A._ und dem B._ ausgestellten Lohnabrechnungen
- Kündigung betreffend Anstellung A._
- Aktuelle Kontoauszüge
4. Kostenfolge
Unter voller Kosten- und Entschädigungsfolge zuzüglich 8 % Mehrwertsteuer zu Lasten der Beklagten."
X._ brachte in Bezug auf Ziffer 2 seines Rechtsbegehrens vor, dass er die Wohnung an der _strasse in O.1_ Ende August 2015 vorläufig verlassen habe. Er habe sich zu diesem Schritt gezwungen gesehen, da sich Y._ geweigert habe, die eheliche Wohnung zu verlassen. Hinzu komme, dass Y._ ihn beinahe täglich beschimpft und beleidigt habe, was ihm in psychischer Hinsicht stark zugesetzt habe. Aus diesem Grund sei er auch nicht mehr in der Lage gewesen, seine Stelle als Textilpfleger bei der C._ gehörig zu erfüllen. Daher habe sich seine Arbeitgeberin auch veranlasst gesehen, das Arbeitsverhältnis auf den 31. Dezember 2015 zu kündigen. Zum heutigen Zeitpunkt habe er keine neue
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Anstellung in Aussicht. Sein Arbeitsplatz befände sich lediglich 1.3 km von der ehelichen Wohnung entfernt. Damit könne er das Kriterium der Nähe zum Arbeitsplatz zumindest vorübergehend für sich beanspruchen. Nach seinem Auszug habe er zwischenzeitlich bei seiner Mutter gewohnt. Danach sei er zu seiner Patentante nach O.2_ gezogen, welche ihm ihre Wohnung für die Dauer ihrer Ferienabwesenheit zur Verfügung gestellt habe. Weil er nach ihrer Rückkehr aus den Ferien keine andere Bleibe gehabt habe, sei er am 6. Oktober 2015 wieder in das eheliche Wohnhaus an der _strasse eingezogen. Y._ sei ein Auszug aus der Wohnung eher zumutbar. Er habe nämlich die Wohnung seit dem 1. April 2014 bis zum Einzug von Y._ im September 2014, also fünf Monate, alleine bewohnt, weshalb sein affektives Interesse an der Wohnung schwerer wiege, als jenes von Y._. Y._ arbeite derzeit als Pflegehelferin in einem B._. Für sie sei es demnach eher möglich, auf dem Wohnungsmarkt eine neue Wohnung zu finden als für ihn, da er keine neue Arbeitsstelle in Aussicht habe. Auch diese Tatsache spreche für die Zuweisung der ehelichen Wohnung an ihn.
C. Die innert Frist eingegangene Stellungnahme von Y._ vom 20. Oktober 2015 enthielt folgende Rechtsbegehren:
"1. Das Gesuch sei abzuweisen.
2. Die eheliche Wohnung an der _strasse in O.1_ mitsamt dem sich darin befindlichen Mobiliar und Inventar sei der Gesuchsbeklagten zur ausschliesslichen Benützung zuzuweisen.
3. Der Ehemann sei zu verpflichten, an den Unterhalt der Ehefrau einen monatlichen, monatlich im Voraus zahlbaren Unterhaltsbeitrag in Höhe von CHF 2'000.00, allenfalls einen Betrag nach richterlichem Ermessen, zu bezahlen.
4. Die Anträge des Gesuchstellers seien abzuweisen.
5. Unter voller Kosten- und Entschädigungsfolge zzgl. 8 % Mehrwertsteuer zu Lasten des Gesuchstellers."
Sie stellte sich hinsichtlich der ehelichen Wohnung auf den Standpunkt, dass X._ vorübergehend ohne weiteres zu seiner Mutter oder seiner Tante ziehen könne. Wenn X._ Arbeitslosengelder beziehe, sei die Frage der Wohnung ohnehin nicht mehr von Relevanz. Das Amt für Migration und Zivilrecht habe verfügt, dass sie die Schweiz spätestens am 10. November 2015 zu verlassen habe. Gegen diese Verfügung habe sie Verwaltungsbeschwerde eingereicht. Im schlimmsten Fall, wenn Y._ die Schweiz verlassen müsse, mache es ohnehin keinen Sinn, dass sie eine neue Wohnung suchen und mieten müsse, welche sie dann wieder aufgeben müsste.
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D. Die Einigungsverhandlung vor dem Bezirksgericht Plessur fand am 27. Oktober 2015 statt. In deren Verlauf erhielten die Parteien  wie mit Schreiben vom 23. Oktober 2015 ankündigt  auch Gelegenheit, zu den beantragten vorsorglichen Massnahmen Stellung zu nehmen. Noch gleichentags wurde den Parteien Frist zur Edition verschiedener Urkunden angesetzt, wobei X._ namentlich zur Einreichung eines aktuellen ärztlichen Zeugnisses, welches sich über den Grad seiner Arbeitsunfähigkeit ausspreche, aufgefordert wurde. Mit Eingaben vom 28. Oktober kamen beide Parteien dieser Aufforderung nach.
E. Mit Entscheid vom 29. Oktober 2015, mitgeteilt am 29. Oktober 2015, erkannte der Einzelrichter in Zivilsachen am Bezirksgericht Plessur wie folgt:
"1. Auf Rechtsbegehren Ziff. 1 des Gesuches wird nicht eingetreten.
2. Die eheliche Wohnung der Parteien an der _strasse in O.1_ wird während der Dauer des Scheidungsverfahrens mitsamt dem sich darin befindlichen Mobiliar und Inventar Frau Y._ zur alleinigen Benützung zugewiesen.
3. Der Gesuchsteller wird angewiesen, die eheliche Wohnung an der _strasse in O.1_ unter Mitnahme seiner persönlichen Effekten bis zum 16. November 2015 zu verlassen.
4. Rechtsbegehren Ziff. 3 des Gesuches wird als gegenstandslos erledigt abgeschrieben.
5. a)Die Gerichtskosten in Höhe von CHF 800.00 (Entscheidgebühr) gehen zu Lasten von X._ und sind dem Bezirksgericht Plessur innert 30 Tagen mit beiliegendem Einzahlungsschein zu bezahlen.
b)X._ hat Y._ eine Parteientschädigung in Höhe von CHF 1'000.00 (inkl. Barauslagen und MwSt.) zu bezahlen.

## Considerations