# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 602d5f4b-870a-4ee7-b554-9e1fc089f5f5
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2015
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
Der im Jahre 1972 geborene
X._
ist Staatsange
höriger
von
Y._
. Er verbrachte die Schul- und Studienzeit in
seiner Heimat und verfügt nach eigenen Angaben über einen Abschluss als „Ba
chelor
of
Commerce“ (
Urk.
10).
S
eit
dem
7.
September 1997
ist der Ver
si
cher
te
verheiratet
und mittlerweile Vater dreier Kinder (1998, 2000, 2009).
In der
Zeit von 1998 bis 2004 setzte er sich in
Z._
für die Menschenrechte ein (United
Z._
Human
Rights
Council;
Urk.
8/15 S. 17).
Am 2
6.
Mai 2004 reiste er in die Schweiz ein und stellte ein Asylgesuch, welches im Jahre 2008 gutgeheissen wurde (
Urk.
1 S.
3,
Urk.
8/4 S.
1-4).
Wegen seit März 2009 be
steh
ender Rücken- und Beinbeschwerden meldete sich der Versicherte am
9.
Januar 2013 bei der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, zum
Leistungs
bezug
an (
Urk.
8/4 S.
5 ff.).
In der Folge liess die IV-Stelle den Ver
sicherten in orthopädischer und psychiatrischer Hinsicht abklären (Gutachten von
Dr.
med.
A._
, Orthopädie und Traumatologie des
Bewegungsappasrates
, vom 2
0.
August 2013,
Urk.
8/15; Gutachten von
Dr.
med.
B._
, Facharzt FMH für Psychiatrie und Psychotherapie, vom
3.
April 2014,
Urk.
8/23). Mit Vorbe
scheid vom
9.
Mai 2014 stellte die IV-Stelle die Abweisung des
Leistungs
be
geh
rens
in Aussicht (
Urk.
8/25) und hielt an diesem Entscheid mit Verfügung vom 2
3.
Juni 2014 fest (
Urk.
8/32 =
Urk.
2).
2.
Dagegen erhob der Vertreter des Versicherten am 2
6.
August 2014 Beschwerde und beantragte, es sei
dem Beschwerdeführer zumindest eine
Viertelsrente
zu
zusprechen, eventualiter sei die Sache zu weiteren Abklärungen an die
Be
schwerdegegnerin
zurückzuweisen. Weiter sei dem Beschwerdeführer die unent
geltliche Prozessführung und Rechtsvertretung zu bewilligen; unter Kosten und Entschädigungsfolge zu Lasten der Beschwerdegegnerin (
Urk.
1 S. 2).
Mit Beschwerdeantwort vom 1
8.
September 2014 beantragte die
Beschwerde
geg
nerin
die Abweisung der Beschwerde unter Hinweis auf die vor
liegend dis
kus
sions
würdige Statusfrage (
Urk.
7).
In der Folge wurde der Vertreter des Beschwerdeführers telefonisch darüber in
for
miert, dass sich im Zuge der Prüfung der Aussichtslosigkeit des Verfahrens ins
besondere Fragen zum Status sowie zur Berechnung des
Valideneinkommens
gestellt hätten (Urk. 9). Eine entsprechende Stellungnahme datiert vom
5.
Novem
ber 2014 (
Urk.
10). In der Folge wurde der Beschwerdeführer mit Ver
fügung vom 1
6.
Januar 2015 aufgefordert, weitere Unterlagen bezüglich seiner berufli
chen Aktivitäten in der Schweiz sowie des Beginns der Invalidität einzu
reichen
(
Urk.
12). Mit Schreiben vom 1
3.
Februar 2015 reichte der Vertreter des Be
schwerdeführers medizinische
und berufliche
Unterlagen ein (
Urk.
14 f.), welche der Beschwerdegegnerin zur Kenntnisnahme zugestellt wur
den (
Urk.
16).
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze
oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den All
gemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts;
ATSG). Sie kann Folge von
Ge
burts
gebrechen
, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes über
die Invalidenversicherung;
IVG).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beein
träch
tigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verur
sach
te und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teil
weise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommen
den aus
ge
gli
chenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorlie
gens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesund
heit
lichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem
nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie kör
perliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 8 ATSG bewirken. Nicht als Folgen eines psychischen
Ge
sundheitsschadens
und damit invalidenversicherungsrechtlich nicht als rele
vant gelten Einschränkungen der Erwerbsfähigkeit, welche die versicherte Per
son
bei Aufbietung allen guten Willens, die verbleibende Leistungsfähigkeit zu ver
werten, abwenden könnte; das Mass des
Forderbaren
wird dabei weitgehend objektiv be
stimmt. Festzustellen ist, ob und in welchem Umfang die Ausübung
einer Er
werbstätigkeit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt mit der psychi
schen
Beein
trächtigung vereinbar ist. Ein psychischer Gesundheitsschaden führt also nur so
weit zu einer Erwerbsunfähigkeit (Art. 7 ATSG), als angenommen werden
kann, die Verwertung der Arbeitsfähigkeit (Art. 6 ATSG) sei der versi
cherten Per
son
sozial-praktisch nicht mehr zumutbar (BGE 131 V 49 E. 1.2 mit Hinwei
sen).
1.2
Sowohl im Rahmen einer erstmaligen Prüfung des Rentenanspruches als auch anlässlich einer Rentenrevision (
Art.
17
Abs.
1 ATSG) stellt sich unter dem Ge
sichtspunkt des
Art.
28a
Abs.
3 IVG in Verbindung mit
Art.
16 und 7
Abs.
2 ATSG
die Frage nach der anwendbaren Invaliditätsbemessungsmethode.
Ob eine versicherte Person als ganztägig oder zeitweilig erwerbstätig oder als nichterwerbstätig einzustufen ist, führt je zur Anwendung einer anderen Me
thode der Invaliditätsbemessung (Einkommensvergleich, Betätigungsvergleich, gemischte Methode) und ergibt sich aus der Prüfung, was die Person bei im
Übrigen unveränderten Umständen täte, wenn keine gesundheitliche Beein
träc
h
ti
gung bestünde. Entscheidend ist nicht, welches Ausmass der Erwerbstätigkeit der versicherten Person im Gesundheitsfall zugemutet werden könnte, sondern in welchem Pensum sie hypothetisch, das heisst ohne Gesundheitsschaden, aber bei sonst gleichen Verhältnissen, erwerbstätig wäre (
Art.
27
bis
der Verordnung über die Invalidenversicherung;
IVV). Die gemischte Methode bezweckt damit eine möglichst wirklichkeitsgerechte Bemessung des Invaliditätsgrades (BGE 133 V 504 E. 3.3 mit Hinweisen).
Die Statusfrage beurteilt sich praxisgemäss nach den Verhältnissen, wie sie sich bis zum Erlass der Verwaltungsverfügung entwickelt haben. Dabei sind die kon
krete Situation und die Vorbringen der versicherten Person nach Massgabe der
all
gemeinen Lebenserfahrung zu würdigen. Für die hypothetische Annahme ei
ner
im Gesundheitsfall ausgeübten (Teil-)Erwerbstätigkeit ist der im
Sozialversi
che
rungsrecht
übliche Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit erfor
der
lich (
BGE 137 V 334
E. 3.2,
130 V 393
E. 3.3,
125 V 146
E. 2c, je mit Hin
weisen)
.
Bei im Haushalt tätigen Versicherten im Besonderen (vgl.
Art.
27 IVV) sind die persönlichen, familiären, sozialen und erwerblichen Verhältnisse ebenso wie all
fälli
ge Erziehungs- und Betreuungsaufgaben gegenüber Kindern, das Alter, die beruflichen Fähigkeiten und die Ausbildung sowie die persönlichen Neigun
gen
und Begabungen zu berücksichtigen (Urteil des Bundesgerichts 9C_915/2012 vom
1
5.
Mai 2013 mit Hinweisen auf BGE 133 V 504 E. 3.3).
Die gemischte Methode findet auch Anwendung, wenn der (in einem Aufgaben
bereich tätigen) versicherten Person ohne gesundheitliche Beeinträchtigung eine
vollzeitliche Erwerbstätigkeit zumutbar wäre, sie aber trotzdem eine solche nicht
ausüben würde (vgl. BGE 133 V 504 E. 3.3 in
fine
). Ist jedoch anzuneh
men, die versicherte Person wäre ohne gesundheitliche Beeinträchtigung teiler
werbstätig oder sie arbeitete unentgeltlich im Betrieb des Ehegatten oder der Ehegattin mit, ohne daneben in einem andern Aufgabenbereich nach
Art.
5
Abs.
1 IVG
tätig zu sein, ist die Invalidität ausschliesslich nach den Grundsät
zen für Erwerbs
tätige, somit nach
Art.
16 ATSG zu bemessen (
Art.
28a
Abs.
3 e
contrario
). Die ge
mischte Methode gelangt hier ebenso wenig zur Anwendung wie bei ohne
Ge
sundheitsschaden
voll Erwerbstätigen (
Art.
27
bis
IVV). Das
Vali
denein
kommen
ist nach Massgabe der ohne Gesundheitsschaden ausgeübten
Teilerwerbstätig
keit
festzulegen. Entscheidend ist, was die versicherte Person als Gesunde tat
säch
lich an Einkommen erzielen würde, und nicht, was sie besten
falls verdienen könnte. Wäre sie gesundheitlich in der Lage, voll erwerbstätig zu sein, reduziert
sie aber das Arbeitspensum aus freien Stücken, insbesondere um mehr Freizeit zu
haben, oder ist die Ausübung einer Ganztagestätigkeit aus Gründen des Arbeits
marktes nicht möglich, hat dafür nicht die Invalidenversi
cherung einzustehen (
BGE 125 V 157
E. 5c/
bb
mit Hinweisen; ZAK 1992 S. 92 E.
4a). Das
Invaliden
ein
kommen
bestimmt sich entsprechend den gesetzlichen Vorgaben danach, was
die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung all
fälli
ger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zu
mutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte. Dabei kann das – vom Arzt fest
zulegende – Arbeitspensum unter Umständen grösser sein als das ohne gesund
heitliche Beeinträchtigung geleistete (vgl. BGE 131 V 51 E. 5.1.2).
Bei der Bestimmung der im konkreten Fall anwendbaren
Invaliditäts
bemessungs
methode
und damit der Beantwortung der entscheiden
den Statusfrage handelt es
sich um eine hypothetische Beurteilung, die auch hypothetische
Willensent
schei
dungen
der versicherten Person berücksichtigen muss. Dies gilt auch für die Frage, in welchem Ausmass die versicherte Person ohne gesundheitliche Beein
trächtigung erwerbstätig wäre. Diese inneren Tatsa
chen sind indessen einer direk
ten Beweisführung nicht zugänglich und müssen in aller Regel aus äusseren Indizien erschlossen werden. Die Beurteilung hypo
thetischer Geschehensabläufe
ist eine Tatfrage, soweit sie auf Beweiswürdigung beruht, selbst wenn darin auch
Schlussfolgerungen aus der allgemeinen Le
benserfahrung mitberücksichtigt wer
den. Rechtsfragen sind hingegen Folgerun
gen, die ausschliesslich – losgelöst vom konkreten Sachverhalt – auf die allge
meine Lebenserfahrung gestützt wer
den oder die Frage, ob aus festgestellten In
dizien mit Recht auf bestimmte Rechts
folgen geschlossen worden ist (vgl. Ur
teile des Bundesgerichts 9C_287/2013 vom
8.
November 2013 E.
3.5
und 8C_511/2013 vom 3
0.
Dezember 2013, je
mit Hinweisen).
1.3
Bei verheirateten Versicherten ist überdies die eherechtliche Aufgaben- und Rollenverteilung im Rahmen der ehelichen Gemeinschaft zu beachten. Dabei ist insbesondere zu berücksichtigen, dass das Eherecht die Gleichberechtigung der Eheleute verwirk
licht und auf jede gesetzlich bestimmte Aufgabenteilung ver
zichtet hat. Es ist ausdrücklich dem Ehepaar überlassen, sich über die Rollen
ver
teilung sowie über Art und Umfang ihrer Beiträge an den Unterhalt der Familie zu einigen (
Art.
163
Abs.
2 ZGB) und sich über die für die Bestreitung ihrer eigenen und der Bedürfnisse ihrer Kinder zweckmässige und notwendige
Aufga
benteilung
zu verständigen (BGE 117 V 194, 114 II 13 E. 3). Mit dieser Freiheit
der Eheleute in der Ausgestaltung ihrer Partnerschaft ist es nicht zu verein
ba
ren,
einer traditio
nellen Rollenverteilung, die der Frau die Besorgung des Haushaltes
zuweist, im Rahmen der Invaliditätsbemessung den Vorrang einzuräumen und die beruf
lich-erwerblichen Interessen der Ehefrau geringer einzustufen als die
jeni
gen des Ehemannes (BGE 117 V 194). Ob eine versicherte Person ohne
Ge
sund
heits
schaden
ganz oder teilweise erwerbstätig wäre oder den Haushalt be
sorgen würde, ist somit auch unter eherechtlichen Gesichtspunkten aufgrund einer Gesamtwürdigung der persönlichen, beruflichen, sozialen und ökonomi
sche
n Umstände des konkreten Falles zu beurteilen, wobei keinem dieser Kri
terien zum vornherein vorrangige Bedeutung zukommt (BGE 117 V 194 in
fine
; SVR 1994 IV Nr. 17 E. 4a, AHI 1997 S. 289 und 1996 S. 197 f. E. 1c).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete die angefochtene Verfügung damit, dass
ca. ab
Januar 2011 von einer voll
ständigen Arbeitsfähigkeit
in einer leichten und an
gepassten Tätigkeit
auszugehe
n sei. Da der Beschwerdeführer
in der Schweiz
nie einer Erwerbstätigkeit nachgegangen sei, sei keine Erwerbseinbusse und kein
Rentenanspruch entstanden (
Urk.
2
, Urk. 7
).
2.2
Demgegenüber machte der Vertreter des Beschwerdef
ührers
im Wesentlichen
geltend, dass im Mai 2010 infolge Beinbeschwerden links eine
mikrochirurgi
sche
Dekompression an der Lendenwirbelsäule habe durchgeführt werden müs
sen.
Der Beschwerdeführer leide noch immer Tag und Nacht an starken Schmer
zen
und sei aufgrund der eingenommenen Medikamente müde, schwindelig und in der
Konzentration eingeschränkt. Gestützt auf die Akten sei zumindest von einem Anspruch auf eine
Viertelsrente
auszugehen, eventualiter würden sich im Zusammenhang mit der Schmerzproblematik weitere Abklärungen aufdrängen (
Urk.
1).
2.3
Bezüglich der Statusfrage hielt der Vertreter des Beschwerdeführers in seinem Schreiben vom
5.
November 2014 fest, dass sein Mandant in
Y._
aufgrund der politischen und rechtlichen Situation keiner Erwerbstätigkeit nachgegangen sei; seine politische Aktivität habe schliesslich auch zur Flucht geführt (
Urk.
10).
Zur beruflichen Situation nach der Einreise in die Schweiz führte der
Vertreter des Beschwerdeführers
in seinem Schreiben vom 1
3.
Februar 2015
im Wesent
lichen aus, dass sein Mandant im Jahr 2005 einen Sprachkurs sowie im Jahr 2006 zwei Beschäftigungsprogramme „Interkulturelles Training“ besucht habe. Nach diesen Kursen habe er nach Beschäftigungen gesucht
und vier oder fünf Arbeitgeber im Gastronomiebereich mündlich kontaktiert. Weitere
Suchbemü
hungen
seien durch die gesundheitlichen Schwierigkeiten im Jahr 2007 verhin
dert worden. Belegt werden könne jedoch die Tätigkeit als
Menschenrechtsak
tivist
, im Rahmen welcher er mehrmals jährlich an UNO-Konferenzen teilge
nom
men und Reden zur Situation in
Z._
gehalten habe. Nach der Aner
kennung des Asylstatus habe er über einen Parteikollegen in Bern versucht
,
eine Arbeitsstelle zu finden, wobei auch davon keine schriftlichen Unterlagen vor
handen seien, da alle Suchbemühungen mündlich erfolgt seien (
Urk.
14 S. 2 f.).
Hinsichtlich des Beginns der gesundheitlichen Beschwerden liess der Beschwer
deführer geltend machen, dass bereits am 2
6.
Januar 2007 die Entfernung eines Lipoms am Beckenkamm links erfolgt sei
, was in der Folge zu Schmerzen im Be
reich der Narbe und zu Ausstrahlungen in den Unterschenkel geführt habe.
Die Beschwerden hätten erst gegen Ende November 2007 nachgelassen. Durch diese
Beschwerden habe der Beschwerdeführer begonnen zu hinken, so dass es durch die einseitige Belastung Ende 2008 zu den bekannten
Rückenbeschwer
den
gekommen sei (
Urk.
14 S. 1 f.).
3.
3.1
Bei der Prüfung der Statusfrage ist vorderhand die gesundheitliche und berufli
che
Situation nach der Einreise in die Schweiz von Interesse. Ohne weiteres nach
zuvollziehen ist dabei, dass der Beschwerdeführer aufgrund der politischen Situa
tion in seiner Heimat Mühe hatte,
dort
eine Erwerbstätigkeit aufzunehmen.
3.2
Der Beschwerdeführer reiste im Mai 2004 in die Schweiz ein und stellte ein
Asyl
gesuch
(
Urk.
8/4 S. 1). Nach einer Sperrfrist wäre es ihm demnach erlaubt ge
we
sen, zumindest in gewissen Branchen einer Er
werbstätigkeit nachzugehen. Für die Zeit bis zu den geltend gemachten gesundheitlichen Problemen im Januar
2007 wäre es dem Beschwerdeführer somit möglich gewesen
,
intensiv eine Arbeits
stelle zu suchen. Für den fraglichen Zeitraum
wird seitens der
beschwer
deführenden
Partei gel
tend gemacht, sich Ende 2006 vier oder fünf Mal münd
lich um eine Arbeitsstelle bemüht
zu
habe
n
. In Anbetracht des Zeitraums von rund zwei Jahren kann – auch bei Berücksichtigung der nachgewiesenen
Kurs
be
suche
(
Urk.
15/10) – nicht von einer ernsthaften Stellensuche gesprochen we
r
den. In diesem Zusammenhang ist etwa darauf hinzuweisen, dass ein Arbeits
loser je
den Monat rund zehn Suchbemühungen nachzuweisen hat, um weiterhin An
spruch auf Arbeitslosenentschädigung zu hab
en. Auch wenn die Verhältnisse eines Asylsuchenden nicht ohne weiteres mit jenen eines Arbeitslosen vergli
chen werden können, zeigen sie dennoch, dass im Rahmen einer ernsthaften Stellensuche ein Vielfaches
des vom Beschwerdeführer gezeigten
Einsatz
es
ver
langt wird.
Durch die Akten belegt ist, dass sich der Beschwerdeführer im Januar 2007 ei
nem operativen Eingriff am Beckenkamm links unterziehen musste, welche
r
vorübergehend zu einer Arbeitsunfähigkeit führte (
Urk.
15/1-3). Dabei litt der Be
schwerdefüh
rer im November 2007
nicht mehr an einschränkenden
Folge
be
schwerden
(
Urk.
15/
8). Bereits einem Bericht vom
9.
Mai 2007 ist jedoch zu ent
nehmen, dass von keine
r
Einschränkung der Arbeitsfähigkeit mehr auszugehen sei (
Urk.
15/4). Vor diesem Hintergrund wäre ab diesem Zeitpunkt die Wieder
auf
nahme der Stellensuch
e
zu verlangen; dies umso mehr, als der Beschwer
deführer seine Tätigkeit als Menschenrechtsaktivist bereits im März 2007 wieder aufge
nommen hat (
Urk.
15/11, vgl. auch
Urk.
15/12). Bis zu den geltend ge
mach
ten gesundheitlichen Beschwerden Ende 2008 hätte der Beschwerdeführer demnach
erneut
während rund
1.5 Jahren eine Anstellung suchen können; dabei wird für diesen Zeitraum lediglich eine Suchbemühung über einen Partei
k
ollegen in Bern geltend gemacht, was für sich allein jedenfalls nicht mit über
wiegender Wahrscheinlichkeit auf eine Erwerbsabsicht schliessen lässt.
In Anbetracht der geltend gemachten Suchbemühungen sowie dem Verlauf der gesundheitlichen Beschwerden in der Zeit von Dezember 2004 bis Ende 2008 ist der Beschwerdeführer als Nichterwerbstätiger einzustufen.
3.3
Dass der Beschwerdeführer als im Haushalt tätig zu qualifizieren ist, wird sei
tens
des Vertreters des Beschwerdeführers nicht geltend gemacht und ergibt sich auch nicht aus den vorliegenden Akten. Dem Gutachten von
Dr.
A._
vom 2
0.
August 2013 ist vielmehr zu entnehmen, dass dem Beschwerdeführer eine Mithilfe im Haushalt nicht möglich sei. Dies werde aber auch nicht erwartet, da die Frau des Beschwerdeführers gesund sei und keine beruflichen Verpflichtun
gen habe (
Urk.
8/15 S. 5). Vor diesem Hintergrund kann der Beschwerdeführer auch nicht als im Haushalt tätig qualifiziert werden.
3.4
Was die allenfalls als gemeinnützig
im Sinne von Art. 27 IVV
zu qualifizierende Tätigkeit als
Menschen
rechtsaktivist
betrifft, stellt sich vorab die Frage, ob
ein solches Engagement überhaupt invalidenversicherungsrechtlich relevant ist. So
fern einem Versi
cherten eine solche Tätigkeit aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr möglich ist, entsteht weder ihm noch seiner Wirtschaftsgemeinschaft (Familie) ein Scha
den. Ein solcher könnte allein der Gesellschaft entstehen, da eine nützliche Ar
beit nicht mehr verrichtet werden könnte (vgl. zum Ganzen
Genner
,
Invalidi
tätsbemessung
bei Teilzeiterwerbstätigen, SZS 2013 S.
457 f.).
Vor diesem Hin
tergrund erscheint es fraglich, ob die Tätigkeit als
Menschen
rechtsaktivist
im Rahmen der Invaliditätsbemessung
zu
berücksichtig
en ist
.
Abgesehen davon
ist aufgrund der erfolgten Begutachtungen davon auszuge
hen,
dass der Beschwerdeführer die
se
nur sehr sporadisch ausgeübte (
Urk.
15/11 f.)
leichte Tätigkeit auch weiterhin ausüben kann. So diagnostizierte
Dr.
A._
in
ihrem Gutachten vom 2
0.
August 2013 mit Relevanz für die Arbeitsfähigkeit eine
verminderte Belastbarkeit der Wirbelsäule bei Status nach Operation bei Band
scheibenvorfall in Höhe L4/5 links im Mai 201
0.
Darüber hinaus leide der Be
schwerdeführer aus klinischer Sicht an Beinschmerzen entsprechend S1 ohne radiologisches Korrelat sowie an Schmerzen im Sinne einer
Meralgia
parästhe
tika
nach operativer Revision einer
Lipomentfernung
in der linken Leiste 200
7.
In einer leichten und angepassten Tätigkeit sei von einer vollen Arbeits
fähigkeit auszugehen (
Urk.
8/15 S.
12-14).
Dr.
B._
konnte aus psychiatrischer Sicht keine psychische Störung mit einem IV-relevanten Krankheitswert fest
stellen, so dass sich keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit begründen lasse (Gutachten vom
3.
April 2014;
Urk.
8/23). Aufgrund der schlüssigen und nach
vollziehbaren Einschätzungen der Sachlage durch
Dr.
A._
und
Dr.
B._
könnte somit auch bezüglich der ausgeübten gemeinnützigen Tätigkeit als
Menschen
rechts
aktivist
keine erwerbliche Einschränkung begründet werden, sofern eine solche
Tätigkeit überhaupt als invalidenversicherungsrechtlich rele
vant angesehen würde
.
3.5
Von den beantragten medizinischen Abklärungen sind keine
entscheidrele
van
ten
Erkenntnisse zu erwarten, weshalb darauf zu verzichten ist (antizipierte
Be
weis
würdigung
; BGE 124 V 94 E. 4b).
3.
6
Zusammenfassend ist festzuhalten, dass der Beschwerdeführer in keiner Hin
sicht einen Erwerbsausfall erlitten hat, was im Ergebnis in Bestätigung der an
gefochtenen Verfügung vom 2
3.
Juni 2014 zur Abweisung der Beschwerde führt.
4
.
4.1
Da es im vorliegenden Verfahren um die Bewilligung oder Verweigerung von IV-Leistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind
nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (Art. 69
Abs. 1
bis
IVG) und auf Fr. 800.-- anzusetzen.
4.2
Nach Gesetz und Praxis sind in der Regel die Voraus
setzungen für die Bewilli
gung der unentgeltlichen
Prozess
führung
und
Verbeiständung
erfüllt, wenn der Prozess nicht aussichtslos, die Partei bedürftig
und die anwaltliche
Verbeistän
dung
notwendig oder doch geboten ist (BGE 103 V 46, 100 V 61, 98 V 115).
Die unentgeltliche Rechtspflege kann
somit
nur gewährt werden, wenn die
Rechts
vorkehr
nicht aussichtslos ist. Als aussichtslos sind nach der
bundesge
richtlichen
Rechtsprechung Prozessbegehren anzusehen, bei denen die Gewinn
aussichten (ex ante betrachtet) beträchtlich geringer sind als die Verlustgefahren und die deshalb kaum als ernsthaft bezeichnet werden können. Dagegen gilt ein
Begehren nicht als aussichtslos, wenn sich Ge
winnaussichten und Verlustge
fahren ungefähr die Waage halten oder jene nur wenig geringer sind als diese. Massgebend ist, ob eine Partei, die über die nötigen finanziellen Mittel verfügt, sich bei vernünftiger Überlegung zu einem Prozess entschliessen würde; eine Partei soll einen Prozess, den sie auf eigene Rechnung und Gefahr nicht führen würde, nicht deshalb anstrengen können, weil er sie nichts kostet (BGE 133 III 614 E. 5 mit Hinweisen).
Im vorliegenden
Verfahren war bereits in einem frühen Stadium
erkennbar
, dass
sich bei der
Statusprüfung
einige Schwierigkeiten stellen würden. So erschien es
schon aus damaliger Sicht äusserst ungewiss, wie der
Beschwerdeführer
auf
grund
seiner Tätigkeit vor den gesundheitlichen Beschwerden
einen
Erwerb
s
aus
fall
würde nachweisen können
. Dies
e Bedenken
wurde
n
dem Vertreter des Beschwer
deführer
s
telefonisch und schriftlich
mitgeteilt
(
Urk.
9,
Urk.
12).
Weiter erschien auch die medizinische Aktenlage aufgrund der Gutachten vom 2
0.
August 2013 und
3.
April 2014
als
klar und nachvollziehbar. Vor diesem Hin
tergrund müssen die Gewinnaussichten
dieses Prozesses
(ex ante betrachtet)
als
beträchtlich ge
ring
er
eingestuft werden
als die Verlustgefahren
, so dass dieser als aussichtslos
bezeichnet werden muss. Das Gesuch um Gewährung der un
entgeltlichen
Pro
zess
führung
und Rechtsvertretung ist demzufolge abzuweisen. Die Gerichtskos
ten in der Höhe von
Fr.
800.-- sind damit dem Beschwerdeführer aufzuerlegen.