# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 74cc4b1e-bff1-43e1-bed2-1325f8642aa3
**Court:** ZH_OG
**Chamber:** ZH_OG_001
**Year:** 2018
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

betreffend Ehescheidung (vorsorgliche Massnahmen)
Berufung gegen eine Verfügung des Einzelgerichtes (5. Abteilung) des Bezirksgerichtes Zürich vom 27. Dezember 2017; Proz. FE140135
Rechtsbegehren:
des Gesuchstellers und Berufungsbeklagten (act. 7/273 S. 2 und act. 7/284 S. 1; sinngemäss):
1. Es sei die mit Verfügung des Bezirksgerichts Zürich vom 2. Juli 2015 im Sinne einer vorsorglichen Massnahme angeordnete Fremdplatzierung von C._, geboren am tt.mm.2010, und der gleichzeitig angeordnete Entzug des  des Gesuchstellers aufzuheben und es sei dem  die alleinige elterliche Sorge und Obhut für C._ .
2. In Abänderung von Dispositiv-Ziff. 13 der Verfügung des  Zürich vom 11. Juli 2014 sei die Verpflichtung des Gesuchstellers, der Gesuchstellerin monatliche  für sich persönlich zu bezahlen, mit sofortiger Wirkung .
Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (zzgl. MWST) zu Lasten der Gesuchstellerin.
der Gesuchstellerin und Berufungsklägerin (act. 7/288 S. 1; sinngemäss):
1. Die Anträge des Gesuchstellers gemäss seiner Eingabe vom 7. Juli 2017 und gemäss seinem Plädoyer vom 23. Oktober 2017 seien vollumfänglich abzuweisen.
2. Es sei die Beschränkung des Aufenthaltsbestimmungsrechts der Gesuchstellerin betreffend die Tochter C._ wieder aufzuheben und C._ sei wieder in die Obhut der  zu geben. Die weitere Beschränkung des  der Gesuchstellerin (medizinische Massnahmen) sei ebenfalls aufzuheben.
3. Es sei eventualiter das Verfahren für die Dauer eines halben Jahres zu sistieren und es seien die Parteien zu verpflichten, eine Mediation und/oder therapeutische Elterngespräche durchzuführen.
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4. Es sei die Tochter C._ zu befragen. 5. Es sei eine Abklärung von C._ bei der Kinderforensik
der PUK durchzuführen. 6. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (zzgl. Mwst.) zu
Lasten des Gesuchstellers.
der Kindervertreterin (act. 7/286 S. 6 und Prot. VI S. 157; sinngemäss):
Den Anträgen des Gesuchstellers sei stattzugeben und die  Anträge der Gesuchstellerin seien abzuweisen.
Verfügung des Bezirksgerichtes Zürich vom 27. Dezember 2017 (act. 6)
1. Die Anträge auf Aufhebung des Obhutsentzugs über die Tochter C._,
geboren am tt.mm.2010, werden abgewiesen und die Fremdplatzierung von
C._ im D._ wird fortgeführt.
2. Der Antrag des Gesuchstellers auf Zuteilung der alleinigen elterlichen Sorge
über C._ wird abgewiesen.
3. Der Antrag der Gesuchstellerin betreffend Aufhebung der Beschränkung der
elterlichen Sorge in Bezug auf medizinische und therapeutische Belange
von C._ wird abgewiesen.
4. Der Antrag der Gesuchstellerin, das Verfahren für die Dauer eines halben
Jahres zugunsten einer Mediation und/oder therapeutischer Elterngespräche
zu sistieren, wird abgelehnt.
5. C._ wird nicht durch das Gericht befragt.
6. Es wird keine Abklärung von C._ bei der Kinderforensik der PUK ange-
ordnet.
7. Die Verpflichtung des Gesuchstellers zur Zahlung eines persönlichen Unter-
haltsbeitrags für die Gesuchstellerin gemäss Dispositivziffer 13 der Verfü-
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gung vom 11. Juli 2014 (momentan monatlich CHF 3'350.–) wird rückwir-
kend auf den 7. Juli 2017 vollumfänglich aufgehoben.
8.-10. Kosten / Schriftliche Mitteilung / Berufung
Berufungsanträge:
der Gesuchstellerin und Berufungsklägerin (act. 2 S. 1, sinngemäss):
Die Ziff. 1., Ziff. 3., Ziff. 5 und Ziff. 6 der Verfügung des  Zürich vom 27. Dezember 2017 seien aufzuheben. Die Fremdplatzierung des Kindes C._ sei aufzuheben und das Kind unter die Obhut der Berufungsklägerin zu stellen.

## Considerations

Erwägungen:
I. Sachverhalt und Prozessgeschichte
1. Die Parteien heirateten am tt. Juli 2007 und sind Eltern der gemeinsamen
Tochter C._, geboren am tt.mm.2010 (act. 7/2). Die Parteien stehen sich seit
dem 14. Februar 2014 in einem Scheidungsverfahren vor dem Einzelgericht
(5. Abteilung) des Bezirksgerichtes Zürich gegenüber (act. 7/1). In diesem Verfah-
ren verfügte das Einzelgericht im Rahmen von vorsorglichen Massahmen zu-
nächst mit Verfügung vom 3. März 2014 eine Besuchsregelung für den Beru-
fungsbeklagten betreffend die (damals) bei der Berufungsklägerin lebende Toch-
ter C._, die Errichtung einer Beistandschaft für C._ und die Bestellung
von E._ als Beiständin (act. 7/17). Sodann wurde mit Verfügung vom
11. Juli 2014 die elterliche Obhut über C._ der Berufungsklägerin zugeteilt,
und es wurde dem Berufungsbeklagten ein begleitetes Besuchsrecht gewährt.
Der Berufungsbeklagte wurde zudem zur Leistung von Kinderunterhaltsbeiträgen
und persönlichen Unterhaltsbeiträgen an die Berufungsklägerin verpflichtet
(act. 7/82). Mit Verfügung vom 19. Mai 2015 wurde superprovisorisch bzw. mit
Verfügung vom 2. Juli 2015 vorsorglich die Unterbringung der Tochter C._ in
einer geeigneten Institution der Jugendhilfe des Kantons Zürich angeordnet, unter
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Aufhebung des Aufenthaltsbestimmungsrechts der Eltern (act. 7/114 und
act. 7/156). Gegen diese Verfügung vom 2. Juli 2015 erhob die Berufungsklägerin
Berufung bei der Kammer, welche mit Urteil vom 9. November 2015 abgewiesen
wurde (act. 7/210; LY150045). Schliesslich beschränkte das Einzelgericht mit Ver-
fügung vom 11. Juli 2016 superprovisorisch die elterliche Sorge der Berufungs-
klägerin in Bezug auf medizinische und therapeutische Belange C._s, über-
trug diese an die Beiständin E._ und erweiterte deren Aufgabenkatalog ent-
sprechend. Die elterliche Sorge des Berufungsbeklagten wurde nicht einge-
schränkt (act. 7/256). Mit Verfügung vom 13. Januar 2017 bestätigte das Einzel-
gericht im Sinne von vorsorglichen Massnahmen die superprovisorisch ergange-
nen Anordnungen. Zudem wies es den Antrag auf Aufhebung des Obhutsentzu-
ges über die Tochter C._ ab, ordnete die Fortführung der Fremdplatzierung
im D._ an, erweiterte den Aufgabenkatalog der Beiständin entsprechend,
wies die Anträge der Kindsvertreterin betreffend die Einschränkung der elterlichen
Sorge in Bezug auf die schulischen Belange ab, verzichtete auf das Einholen ei-
nes entwicklungspädiatrischen Gutachtens über C._, hob die festgesetzten
Kinderunterhaltsbeiträge rückwirkend ab 1. Juni 2015 auf und wies den Antrag
des Berufungsbeklagten um Aufhebung des persönlichen Unterhaltsbeitrages für
die Berufungsklägerin ab (act. 7/268). Gegen diese Verfügung vom
13. Januar 2017 erhob die Berufungsklägerin mit Eingabe vom 30. Januar 2017
Berufung bei der Kammer. Mit Urteil vom 6. Juni 2017 wurde die Berufungskläge-
rin für berechtigt erklärt, C._ im bisherigen Umfangen einstweilen unbegleitet
zu besuchen, wobei im Falle einer positiven Entwicklung das Besuchsrecht
schrittweise auf maximal fünf Stunden wöchentlich und zusätzlich auf ein ganzes
Wochenende alle zwei Wochen mit Übernachtung ausgedehnt werden könne. Im
Übrigen wurde die Berufung abgewiesen (act.7/272; LY170004). Mit Verfügung
vom 27. Dezember 2017 hatte die Vorinstanz erneut über die Aufhebung der
Fremdplatzierung C._s, die Aufhebung der Beschränkung der elterlichen
Sorge der Berufungsklägerin in Bezug auf die medizinischen Belange C._s,
die Zuteilung der alleinigen elterlichen Sorge an den Berufungsbeklagten und die
Aufhebung der Pflicht zur Zahlung persönlicher Unterhaltsbeiträge an die Beru-
fungsklägerin zu befinden. Die Vorinstanz bestätigte die Fremdplatzierung
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C._s und hob die Verpflichtung des Berufungsbeklagten zur Zahlung persön-
licher Unterhaltsbeiträge an die Berufungsklägerin auf. Im Übrigen wies es die
eingangs wiedergegebenen Anträge der Parteien ab (act. 6 S. 33).
2. Gegen diese Verfügung erhob die Berufungsklägerin rechtzeitig (vgl.
act. 7/298/1) Berufung (act. 2) und stellte dabei die eingangs genannten Anträge.
Da sich die Berufung der Berufungsklägerin – wie noch zu zeigen sein wird –
sofort als offensichtlich unbegründet erweist, kann in Anwendung von Art. 312
Abs. 1 ZPO auf die Einholung einer Berufungsantwort verzichtet werden.
3. Die vorinstanzlichen Akten wurden beigezogen (act. 7/1-299). Das Verfah-
ren ist spruchreif.
II.
Prozessuale Vorbemerkungen
1. Erstinstanzliche Entscheide über vorsorgliche Massnahmen sind mit Beru-
fung anfechtbar (Art. 308 Abs. 1 lit. b ZPO). Die Berufungsklägerin ersucht (unter
anderem) um Aufhebung des im Scheidungsverfahren angeordneten vorsorgli-
chen Obhutsentzugs über die Tochter C._ und Aufhebung der Beschränkung
der elterlichen Sorge in Bezug auf medizinische und therapeutische Belange; es
handelt sich somit um eine berufungsfähige Angelegenheit nicht vermögensrecht-
licher Natur.
2. Mit einer Berufung gerügt werden können die unrichtige Rechtsanwendung,
wozu auch die Überprüfung von Unangemessenheit gehört, und die unrichtige
Sachverhaltsfeststellung (Art. 310 ZPO). Die Berufungsinstanz verfügt damit so-
wohl in tatsächlicher Hinsicht als auch in rechtlicher Hinsicht über volle Kognition.
Insbesondere überprüft die Berufungsinstanz die Beweiswürdigung der ersten In-
stanz frei (Art. 157 ZPO i.V.m. Art. 310 lit. b ZPO) und kontrolliert dabei, ob die
von der Vorinstanz festgestellten Tatsachen als erwiesen betrachtet werden konn-
ten (BGE 138 III 374 E. 4.3.1).
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Nach Art. 296 Abs. 3 ZPO entscheidet das Gericht bei Kinderbelangen in
familienrechtlichen Angelegenheiten ohne Bindung an die Parteianträge. Ob ein
Rechtsmittel ergriffen werden soll und in welchem Umfang, steht jedoch in der
Disposition der Parteien, unabhängig davon, ob sie über das streitige Recht ver-
fügen können oder nicht. Die Einleitung des Rechtsmittelverfahrens setzt damit
auch unter der Offizialmaxime voraus, dass eine Partei ein form- und fristgerech-
tes Rechtsschutzersuchen an die Rechtsmittelinstanz richtet (vgl. BGE 137 III 17
ff. E. 4.5). Dabei hat die Berufung Berufungsanträge zu enthalten. Bei diesen darf
sich die Berufung führende Partei nicht damit begnügen, einzig die Aufhebung
des angefochtenen erstinstanzlichen Entscheides oder die Rückweisung des Pro-
zesses an die Vorinstanz zu beantragen. Sie hat auch einen Antrag in der Sache
selbst zu stellen und grundsätzlich im Rechtsbegehren anzugeben, wie im Fall
der Gutheissung der Berufung zu entscheiden wäre. Das folgt zwangsläufig aus
der reformatorischen und nicht bloss kassatorischen Natur der Berufung (vgl. et-
wa OGer ZH, LE110051 vom 10. November 2011; BGer 4D_61/2011 vom 26. Ok-
tober 2011). Mindestens aber muss sich der Berufungsantrag aus der Begrün-
dung des Antrags oder aus dem angefochtenen Urteil ergeben (vgl. OGer ZH
LC150004 vom 12. Mai 2015, E. II./2.1 mit Verweis auf OGer ZH RU120018 vom
12. Juni 2012; E. 3.2.1.; HUNGERBÜHLER/BUCHER, DIKE-Komm-ZPO, 2. Aufl. 2016,
Art. 311 N 23; BGE 137 III 617 ff., E. 4.2.2, BGE 134 III 235 ff., E. 2 = Pra 97
[2008] Nr. 133).
Neben Berufungsanträgen muss die Berufung eine Begründung enthalten
(sog. Begründungsobliegenheit), was bedeutet, dass die Berufung führende Par-
tei sich mit den Erwägungen der Vorinstanz im Einzelnen auseinanderzusetzen
und konkret aufzuzeigen hat, was am angefochtenen Urteil oder am Verfahren
des Bezirksgerichts falsch war. Daher genügt es nicht, lediglich auf die vor erster
Instanz vorgetragenen Vorbringen zu verweisen, sich mit Hinweisen auf frühere
Prozesshandlungen zufriedenzugeben oder den angefochtenen Entscheid in all-
gemeiner Weise zu kritisieren (vgl. BGE 138 III 374 ff., E. 4.3.1). Fehlt eine hinrei-
chende Begründung, tritt die Berufungsinstanz insoweit auf die Berufung nicht ein
(vgl. BGE 138 III 374 E. 4.3.1; BGer 4A_290/2014 vom 1. September 2014,
E. 3.1; BGer 5A_438/2012 vom 27. August 2012, E. 2.2). Dies gilt auch im Be-
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reich der Untersuchungsmaxime (vgl. ZK ZPO-REETZ/THEILER, 3. Aufl. 2016,
Art. 311 N 36 ff., insbes. N 37 m.w.H.). Dabei werden aber bei Laien an die An-
träge und die Begründung des Rechtsmittels nur minimale Anforderungen gestellt.
Es muss jedoch wenigstens rudimentär dargelegt werden, an welchen Mängeln
der angefochtene Entscheid nach Auffassung der Partei leidet und wie nach Auf-
fassung der Partei in der Sache zu entscheiden ist. Sind diese Voraussetzungen
nicht erfüllt, wird auf das Rechtsmittel nicht eingetreten (vgl. OGer ZH NQ110031
vom 9. August 2011, OGer ZH PF110034 vom 22. August 2011).
3. Schliesslich ist darauf hinzuweisen, dass im Entscheid über die Berufung
zwar auf die durch die Parteien erhobenen Rügen einzugehen ist, die Begrün-
dungspflicht (Art. 53 ZPO) das Gericht aber nicht dazu verpflichtet, sich mit jedem
einzelnen Einwand der Parteien eingehend auseinanderzusetzen. Vielmehr darf
sich das Gericht in der Begründung seines Entscheids auf die wesentlichen Über-
legungen konzentrieren, von welchen es sich hat leiten lassen und auf die sich
sein Entscheid stützt (BK ZPO-HURNI, 1. Aufl. 2012, Art. 53 N 60 f.). Nachfolgend
ist daher nur insoweit auf die Parteivorbringen (und auf die eingereichten Unterla-
gen) einzugehen, als dies für die Rechtsfindung erforderlich ist.
4. Die Dispositiv-Ziffern 4 und 7 der Verfügung vom 27. Dezember 2017 blie-
ben unangefochten.
III. Zur Berufung im Einzelnen
1. Allgemeines
Vorab sei darauf hingewiesen, dass eine Abänderung einer Kindesschutzmass-
nahme – wie andere vorsorglichen Massnahme – eine Veränderung der Verhält-
nisse voraussetzt (Art. 313 Abs. 1 ZGB). Verlangt wird dabei eine wesentliche und
dauernde Veränderung. Eine Abänderung ist ferner angezeigt, wenn sich die tat-
sächlichen Umstände, die dem Massnahmeentscheid zu Grunde lagen, nachträg-
lich als unrichtig erwiesen haben oder wenn sich das Ergebnis des Entscheids
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nachträglich als nicht gerechtfertigt herausstellt, weil dem Massnahmegericht die
Tatsachen nicht zuverlässig bekannt waren (BGE 141 III 376 E. 3.3.1; BSK ZGB
I-BREITSCHMID, 5. Aufl. 2014, Art. 313 N 1; BGer 5A_46/2017 vom 19. Juni 2017
E. 4.2.2. m.w.H.).
2. Aufhebung des Obhutsentzugs und Obhutszuteilung an die Berufungs-
klägerin
2.1. Die Vorinstanz verneinte das Vorliegen veränderter Verhältnisse und lehnte
daher die Aufhebung der Fremdplatzierung von C._ ab. Zur Begründung
führte sie zusammengefasst aus, das Obergericht habe bereits im Urteil vom
6. Juni 2017 die beantragte Aufhebung des Aufenthaltsbestimmungsrechts und
die Rückgabe der Tochter in die Obhut der Berufungsklägerin deutlich verneint.
Mit dem Obergericht und den übrigen Prozessbeteiligten sei eine Chronifizierung
in den Ansichten der Berufungsklägerin festzustellen, welche sich etwa in den
neusten von Letzteren eingereichten E-Mails, der fortwährenden Bemängelung
einer fehlenden Abklärung des Berufungsbeklagten oder der verlangten forensi-
schen Begutachtung widerspiegle. Die Berufungsklägerin beharre auf ihren diffu-
sen Behauptungen, C._ beschäftige etwas mit eindeutig sexuellem Bezug,
was ihr im Umfeld des Berufungsbeklagten oder des D._s widerfahren sei
oder sie beobachtet habe. Zudem erinnere die Berufungsklägerin erneut an ihre
Bedenken, wonach der Vater des Berufungsbeklagten keine korrekte Distanz zu
Frauen und Mädchen einhalte und sie befürchte, dass C._ diesen mit dem
Berufungsbeklagten regelmässig besuchen werde und ihm damit ausgeliefert
würde. Die Berufungsklägerin wiederhole, C._ leide unter einem Entwick-
lungsrückstand. Zudem beharre die Berufungsklägerin darauf, ihr würde bezüglich
weiterer von ihr festgestellten und dokumentierten gesundheitlichen Problemen
kein Gehör geschenkt (act. 6 S. 20 Erw. C. 5.1. ff.). Wie bereits das Obergericht in
seinem Entscheid vom 6. Juni 2017 festgehalten habe, erwiesen sich die Ausfüh-
rungen der Berufungsklägerin zum Entwicklungsrückstand C._s als übertrie-
ben und unzutreffend. Vor diesem Hintergrund erscheine es fragwürdig, dass die
Berufungsklägerin den angeblich schlechten Zustand C._s erneut aufgreife,
zumal sich den Akten nicht ansatzweise Hinweise entnehmen liessen, die den
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Rückschluss auf eine ernstzunehmende Erkrankung seit dem Erlass des oberge-
richtlichen Urteils zuliessen. Bei ihren Ausführungen handle es sich um Dramati-
sierungen, mit denen sie nichts zu ihren Gunsten abzuleiten vermöge. Es liessen
sich keine Änderung der Ansichten und Verhaltensweisen der Berufungsklägerin
erkennen. Deren jüngste Vorbringen würden vielmehr erneut eine Chronifizierung
ihrer Ansichten und Verhaltensweisen sowie eine weiterhin eingeschränkte Erzie-
hungsfähigkeit bestätigen. Eine ausreichende Kommunikation zwischen den El-
tern sei damit nach wie vor nicht zu erwarten. Für eine Aufhebung der Fremdplat-
zierung und die Rückübertragung der Obhut an die Berufungsklägerin bestehe
deshalb weiterhin kein Anlass (act. 6 S. 20 Erw. C. 5.3 f.).
2.2.1. Dagegen wendet die Berufungsklägerin unter dem Titel fehlende Fest-
stellung des Sachverhalts ein, die Vorinstanz verweigere jegliche Abklärungen
des Sachverhalts. Es könne nicht sein, dass ein achtjähriges Kind, welches seit
zweieinhalb Jahren fremdplatziert sei, nicht vom Gericht angehört werde. Auch
von Seiten der Kinderanwältin werde jegliche Abklärung des Sachverhalts torpe-
diert. So habe sie in den Strafverfahren im Namen von C._ vom Aussage-
verweigerungsrecht Gebrauch gemacht. Zudem habe die Kinderanwältin nie ver-
sucht, den von ihr – der Berufungsklägerin – erhobenen Vorwürfen auf den Grund
zu gehen. Zudem kommuniziere die Kinderanwältin nur mit der Gegenseite, was
nicht angehe und ihre Neutralität in Frage stelle (act. 2 lit. A).
2.2.2. Mit ihren Ausführungen legt die Berufungsklägerin nicht dar, inwiefern
der Sachverhalt durch die Vorinstanz unvollständig abgeklärt worden sein soll.
Damit kommt sie ihrer Begründungsobliegenheit nicht nach. Der Berufungskläge-
rin hätte zumindest rudimentär aufzuzeigen gehabt, welcher Sachverhalt unrichtig
festgestellt worden sein soll. Der pauschale Hinweis, die Vorinstanz verweigere
jegliche Abklärung des Sachverhalts, erfüllt auch die für Laien herabgesetzten An-
forderungen an eine Berufungsbegründung nicht (vgl. hiervor E. II. 1.2.). Die Be-
rufungsklägerin scheint zudem zu übersehen, dass die Kindsvertreterin einzig die
Interessen des Kindes und nicht jene der Berufungsklägerin zu vertreten hat. Er-
achtet die Kindsvertreterin aufgrund des Kindswohls die Inanspruchnahme des
Aussageverweigerungsrechts als angemessen, stellt dies keine Torpedierung der
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Sachverhaltsabklärung dar. Auf den pauschalen Vorwurf, die Kindsvertreterin
kommuniziere nur mit der Gegenseite, ist ebenfalls nicht weiter einzugehen, zu-
mal die Berufungsklägerin dies durch nichts belegt und der Vorwurf auch in den
Akten keine Stütze findet. Vielmehr zeigt die Honorarnote der Kindsvertreterin,
dass zahlreiche Kontaktaufnahmen seitens der Berufungsklägerin erfolgten, wäh-
rend sich die Anzahl der Kontakte mit dem Berufungsbeklagten in bescheidenem
Rahmen hielten (act. 7/252).
2.3.1. Die Berufungsklägerin macht sodann eine Verletzung des rechtlichen
Gehörs geltend. Sie rügt zusammengefasst, die Vorinstanz habe sich mit ihren
Vorbringen nicht auseinandergesetzt. Ihre Einwände würden einfach pauschal
und mit dem Verweis auf ein bisher ergangenes Urteil als haltlos abgetan, ohne
dass der Sachverhalt konkret abgeklärt worden sei. In den Akten gebe es sehr
wohl konkrete Hinweise dafür, dass ihre Bedenken in strafrechtlicher und ge-
sundheitlicher Hinsicht bei Weitem nicht aus der Luft gegriffen, sondern real und
zumindest überprüfenswert seien. Als Mutter sei es ihre Pflicht, Hinweisen nach-
zugehen und die Probleme anzusprechen. Es werfe für sie grosse Fragen auf,
weshalb der Berufungsbeklagte kein Interesse habe, die Gesundheit der Tochter
näher abklären zu lassen. Dass ihre Bedenken gegenüber dem Berufungsbeklag-
ten und seiner Familie nicht einfach eine "Wahrnehmensstörung" sei, würden
zwei E-Mails der Schwester des Berufungsbeklagten vom 7. September 2009 und
25. März 2010 bestätigen. Vor diesem Hintergrund seien ihre Bedenken nicht ein-
fach unbegründet und bedürften endlich der Überprüfung. Auch in Sachen Ge-
sundheit gehe die Vorinstanz nicht im Geringsten auf ihre Vorbringen ein, sondern
weise diese ohne jegliche Abklärungen vorzunehmen als haltlos zurück. Dies stel-
le eine Verletzung des rechtlichen Gehörs dar. Bis heute sei mit keinem Doku-
ment belegt worden, dass ihre Ausführungen und Bedenken zum Gesundheitszu-
stand der Tochter nicht zutreffen würden. Die Dellwarzen von C._ seien so
lange verharmlost worden, bis eine Operation notwendig geworden sei. Auch
dass C._ in ihrer körperlichen Entwicklung zurückgeblieben sei, sei augen-
scheinlich und belegt. Den Gewichtsverlust habe sie – die Berufungsklägerin –
bereits im Sommer 2015 festgestellt und gemeldet. Dr. F._ habe es im Feb-
ruar 2016 in einem Bericht festgehalten. Im Herbst habe das G._ [medizini-
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sches Zentrum] bestätigt, dass C._ eine Entwicklungsverzögerung von 2.3
Jahren habe. C._ sei wegen der atopischen Dermatits abhängig von Kortison
und bedürfe täglichen intensiven Eincremeroutinen und Ölbädern. Dies als
krankmachendes Gerede abzutun, sei dreist, umso mehr als die Vorinstanz
C._ bis heute noch kein einziges Mal selbst gesehen habe (act. 2 lit. B).
2.3.2. Der Anspruch auf rechtliches Gehör (Art. 53 Abs. 1 ZPO und Art. 29
Abs. 2 BV) verlangt, dass das Gericht die Vorbringen des vom Entscheid in seiner
Rechtsstellung Betroffenen auch tatsächlich hört, prüft und in der Entscheidfin-
dung berücksichtigt (BGE 134 I 83 E. 4.1 S. 88 mit Hinweisen). Damit sich sowohl
die Parteien als auch die Rechtsmittelinstanz über die Tragweite des Entscheids
ein Bild machen können, ist der Entscheid zu begründen. Die Begründung muss
kurz die Überlegungen nennen, von denen sich das Gericht hat leiten lassen und
auf die sich sein Entscheid stützt. Nicht erforderlich ist hingegen, dass sich der
Entscheid mit allen Parteistandpunkten einlässlich auseinandersetzt und jedes
einzelne Vorbringen ausdrücklich widerlegt; es genügt, wenn der Entscheid gege-
benenfalls sachgerecht angefochten werden kann (BGE 140 II 262 E. 6.2; 138 I
232 E. 5.1; 133 III 439 E. 3; je mit Hinweisen).
2.3.3. Diesen Anforderungen wird der angefochtene Entscheid gerecht. Die
Vorinstanz nahm auf die Einwände der Berufungsklägerin Bezug und setzte sich
– soweit notwendig – damit auseinander. Dabei verwies die Vorinstanz jeweils auf
die bisherigen Massnahmeentscheide, was keine Verletzung des rechtlichen Ge-
hörs darstellt, zumal die Berufungsklägerin weitgehend ihre bereits in den letzten
Massnahmeverfahren behandelten Einwände wiederholte. So wurde die Frage,
ob sich der Gesundheitszustand von C._ nach der Fremdplatzierung im Ver-
gleich zu vorher verschlechtert habe, bereits mit Urteil vom 9. November 2015
verneint (act. 7/210 S. 19 E. 4.7.). Darauf ist nicht mehr zurück zu kommen. Mit
Urteil vom 6. Juni 2017 bestätigte die Kammer, dass nach wie vor weder der all-
gemeine Gesundheitszustand noch die körperliche Entwicklung von C._ An-
lass zur Sorge geben. Dabei setzte sich die Kammer – wie auch bereits die Vor-
instanz – ausführlich mit dem Gesundheitszustand C._s und den Befürch-
tungen der Berufungsklägerin auseinander (act. 7/272 S. 15 E. 3.3., S. 25 ff.,
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E. 6.4.). Auch diese Erwägungen haben Bestand, weshalb die Vorinstanz zu
Recht darauf verwies. Da die Entscheide der Berufungsklägerin bekannt sind,
konnte die Vorinstanz zudem auf eine ausführliche Wiedergabe der Erwägungen
verzichten, ohne ihre Begründungspflicht zu verletzen. Der Anspruch auf rechtli-
ches Gehör führt nicht dazu, dass in der Art einer Wiedererwägung bereits be-
handelte Fragen immer wieder neu aufzuwerfen wären. Die Vorinstanz hatte da-
mit einzig zu prüfen, ob bzw. inwiefern sich die Verhältnisse seit dem Urteil der
Kammer vom 6. Juni 2017 verändert haben, zumal ohne Veränderung der Ent-
scheidgrundlagen die formelle Rechtskraft des Massnahmeentscheides einer Ab-
änderung entgegensteht (BGer 5A_618/2009 vom 14. Dezember 2009 E. 3.2.2).
Die Berufungsklägerin wiederholte vor Vorinstanz hingegen weitgehend bereits
Vorgetragenes zu den Dellwarzen, der atopischen Dermatitis und den Entwick-
lungsstörungen (act. 7/293 S. 9 Rz. 1.15 ff.). Neu reichte sie einzig eine selbst ini-
tiierte G._-Abklärung (G._ Zentrum Zürich) ein, woraus aus ihrer Sicht
hervorgehe, C._ leide an einer Entwicklungsverzögerung von 2.3 Jahren
(act. 7/293 S. 10; act. 2 lit. B). Auch damit setzte sich die Vorinstanz auseinander
und wies zutreffend darauf hin, dass lediglich eine selektive Wiedergabe des Be-
richts erfolgt sei (act. 6 S. 21 Erw. C. 5.2.). Aus dem Bericht geht zwar hervor,
dass die Knochenreifung von C._ im Vergleich zu ihrem chronologischen Al-
ter mit einer deutlichen Verzögerung von 2.3 Jahren verlaufe (act. 7/294/4). Auf-
grund der Laborbefunde ist jedoch davon auszugehen, dass es sich um eine kon-
stitutionelle Verzögerung handelt (act. 7/294/4; act. 7/294/5). Eine Wachstumsstö-
rung liegt nicht vor (act. 7/294/6). Eine mit der Fremdplatzierung im Zusammen-
hang stehende, ernstzunehmende Erkrankung lässt sich dem Bericht damit nicht
entnehmen. Ein Abänderungsgrund wurde folglich nicht dargetan.
Was die Berufungsklägerin hinsichtlich der Aufhebung der Fremdplatzierung aus
den neuerlich geäusserten Bedenken gegenüber dem Berufungsbeklagten und
seiner Familie ableiten will, legt sie nicht dar und ist auch nicht ersichtlich, zumal
der Antrag des Berufungsbeklagten, ihm sei die alleinige Obhut zuzuteilen, abge-
wiesen wurde (act. 6 S. 33 Dispositiv-Ziffer 1). Ohnehin wäre die Berufungskläge-
rin aber auch diesbezüglich auf die Erwägungen der Kammer in den Urteilen vom
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9. November 2015 und vom 6. Juni 2017 zu verweisen (act. 7/210 S. 24 E. 5.5;
act. 7/272 S. 19 E. 5).
2.4.1. Weiter macht die Berufungsklägerin geltend, es liege insofern eine Ver-
letzung des rechtlichen Gehörs vor, als von Seiten der Vorinstanz eine völlig ein-
seitige Beweiswürdigung vorgenommen werde. So würden die Ausführungen des
Berufungsbeklagten und der Kinderanwältin ohne jegliches Hinterfragen als zu-
treffend dargestellt, während ihre Vorbringen als haltlos abgetan würden, obschon
die Vorinstanz keine einzige Aussage von ihr habe wiederlegen können (act. 2
lit. C).
2.4.2. Erneut setzt sich die Berufungsklägerin in keiner Weise mit den vo-
rinstanzlichen Erwägungen auseinander. Sie zeigt nicht auf, wo ohne jegliches
Hinterfragen auf die Aussagen des Berufungsbeklagten oder der Kinderanwältin
abgestellt worden sein soll. Auch in Verfahren in denen der Untersuchungsgrund-
satz gilt, sind die Parteien nicht von ihrer Begründungspflicht befreit (ZK ZPO-
REETZ/THEILER, Art. 311 N 37). Die Berufung führende Partei hat daher die von ihr
kritisierten Erwägungen genau zu bezeichnen (BGE 138 III 374 E. 4.3.1; BGer
5A_751/2014 vom 28. Mai 2015, E. 2.1; ZK ZPO-REETZ/THEILER, Art. 311 N
36 ff.). Den Entscheid in allgemeiner Weise zu kritisieren, wie es die Berufungs-
klägerin hier tut, genügt den Anforderungen an eine Berufungsbegründung hinge-
gen nicht. Wie bereits dargelegt, setzte sich die Vorinstanz mit den Vorbringen
der Berufungsklägerin zudem hinreichend auseinander und wiederlegte ihre Ein-
wände unter Verweis auf das Urteil der Kammer vom 6. Juni 2017 (vgl. hiervor
E. III. 4.3.). Es ist weder eine Verletzung des rechtlichen Gehörs noch eine einsei-
tige Beweiswürdigung durch die Vorinstanz auszumachen.
2.5.1. Sodann wendet die Berufungsklägerin ein, die Fremdplatzierung sei
völlig unverhältnismässig. Es könne kein einziges stichhaltiges Argument vorge-
tragen werden, weshalb es der Tochter bei ihr nicht gut gehen würde. Selbst der
Berufungsbeklagte habe bis zur Fremdplatzierung nicht bestritten, dass sie eine
gute Mutter sei und die Tochter bei ihr glücklich sei. Warum ein Kind, welchem es
an nichts fehle, in ein Heim gesteckt werde, sei unbegreiflich und bedürfe der ver-
tieften Abklärung. Die Erwägungen der Vorinstanz zur Aufrechterhaltung der
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Fremdplatzierung seien zudem ungenügend und nicht kausal für eine Fremdplat-
zierung. So sei es eine reine, durch nichts belegte Unterstellung, dass eine Chro-
nifizierung ihrer Ansichten und Verhaltensweise erfolgt sei. Zudem spreche sie nie
vor und mit C._ über die Vorwürfe gegen den Berufungsbeklagten oder ihren
bedenklichen Gesundheitszustand. Die Vorinstanz habe nicht die geringste Be-
gründung dafür liefern können, dass ihr angebliches Verhalten einen negativen
Einfluss auf die Tochter gehabt habe. Es sei absurd, die Fremdplatzierung des-
halb aufrechtzuerhalten, weil die Kommunikation zwischen den Parteien kein
funktionierendes Besuchsrecht gewährleiste. Das Besuchsrecht könne auch mit
milderen Mitteln durchgesetzt werden. Es bestünden keine Anhaltspunkte dafür,
dass sie das Besuchsrecht des Berufungsbeklagten heute torpedieren würde. An
eine vom Gericht aufgestellte Besuchsrechtsregelung werde sie sich halten, zu-
mal ihr heute bewusst sei, was für Konsequenzen eine Verweigerung für die
Tochter habe. Die Fremdplatzierung entspreche nicht dem Kindeswohl. Es sei in
jedem Fall ein milderes Mittel zur Durchsetzung des Besuchsrechts anzuordnen
(act. 2 lit. D).
2.5.2. Die Aufhebung des Aufenthaltsbestimmungsrechts der Berufungsklä-
gerin und die Fremdplatzierung C._s wurde durch die Vorinstanz im Rahmen
des laufenden Scheidungsverfahrens zunächst superprovisorisch mit Verfügung
vom 19. Mai 2015 (act. 7/117) angeordnet und anschliessend als vorsorgliche
Massnahme bestätigt (act. 7/156). Die dagegen erhobene Berufung wurde von
der Kammer mit Beschluss und Urteil vom 9. November 2015 abgewiesen und die
Fremdplatzierung bestätigt (act. 7/156; act. 7/210). Dabei wurde unter Würdigung
sämtlicher Eingaben, Aussagen und Umstände ausführlich dargelegt, weshalb ei-
ne Fremdplatzierung erfolgte (act. 7/156 S. 7-18, insbes. E. 5.4 f.; act. 7/210 S. 8-
21, insbes. E. 4.5. ff.). Hinsichtlich der Verhältnismässigkeit erwog die Vorinstanz,
es seien diverse mildere Mittel eingesetzt worden, um einer Kindswohlgefährdung
entgegenzuwirken, wie die Installierung begleiteter Besuche oder die Anordnung
eines Erziehungsfähigkeitsgutachtens. Da diese Massnahme gescheitert seien,
sei der Verhältnismässigkeit Genüge getan und die Fremdplatzierung erst als ul-
tima ratio angeordnet worden (act. 7/156 S. 16 f. Erw. C. 5.6.). Die Kammer be-
stätigte die Verhältnismässigkeit der Fremdplatzierung mit dem Hinweise, es ste-
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he ausser Frage, dass die Fremdplatzierung einen schweren Eingriff in das Fami-
lien- und Privatleben darstelle und nicht nur für die Berufungsklägerin, sondern
auch für C._ eine grosse Veränderung bedeute (act. 7/210 S. 19 E. 4.7.).
Entgegen den Ausführungen der Berufungsklägerin fand damit eine vertiefte Ab-
klärung der Fremdplatzierung statt. Die Anordnung der Fremdplatzierung bildet
somit nicht mehr Gegenstand des heutigen Verfahrens. Hier ist einzig zu prüfen,
ob die Aufrechterhaltung des Obhutsentzugs weiterhin gerechtfertigt erscheint,
mithin ob seit der Anordnung eine Veränderung der Verhältnisse eingetreten ist.
2.5.3. Die Vorinstanz bestätigte die Aufrechterhaltung des Obhutsentzugs
und der Fremdplatzierung mit der Begründung, die jüngsten Vorbringen der Beru-
fungsklägerin liessen keine Änderung von deren Ansichten und Verhaltensweisen
erkennen, sondern bestätigten erneut deren Chronifizierung sowie deren weiter-
hin eingeschränkte Erziehungsfähigkeit. Eine ausreichende Kommunikation zwi-
schen den Eltern sei damit nach wie vor nicht zu erwarten. Für eine Aufhebung
der Fremdplatzierung und die Rückübertragung der Obhut an die Berufungskläge-
rin bestehe deshalb weiterhin kein Anlass (act. 6 S. 20 Erw. C. 5 ff.).
2.5.4. Dem hält die Berufungsklägerin pauschal entgegen, eine Chronifizie-
rung ihrer Ansichten sei eine durch nichts belegte Unterstellung (act. 2 lit. D). Die
Vorinstanz legt jedoch einlässlich dar, woraus sie auf eine Chronifizierung der An-
sichten der Berufungsklägerin schloss, nämlich den neusten von der Berufungs-
klägerin eingereichten E-Mails, der fortwährenden Bemängelung einer fehlenden
Abklärung des Berufungsbeklagten, der verlangten forensischen Begutachtung
sowie den erneut geäusserten Bedenken über den Berufungsbeklagten (act. 6
S. 20 E. C. 5.2. ff.). Damit setzt sich die Berufungsklägerin nicht auseinander. Sie
macht einzig geltend, C._ würde davon nichts mitbekommen, weshalb dies
keine Auswirkungen auf das Kindswohl habe. Die Berufungsklägerin übersieht,
dass die Kindswohlgefährdung vorwiegend in der Vereitelung des Besuchsrechts
liegt. Die Vorinstanz ging davon aus, eine ausreichende Kommunikation, welche
ein funktionierendes Besuchsrecht gewährleistet, sei zwischen den Eltern auf-
grund der unveränderten Ansichten der Berufungsklägerin nicht zu erwarten
(act. 6 S. 33 E. C. 5.4.). Diese Erwägungen sind nicht zu beanstanden, zumal sich
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auch im Berufungsverfahren keine Änderung der Ansichten und Verhaltensweisen
der Berufungsklägerin erkennen lassen. So wiederholt die Berufungsklägerin
abermals ihre Vorwürfe gegenüber dem Berufungsbeklagten und seiner Familie
und wirft ihm Desinteresse an der Gesundheit seiner Tochter vor (act. 2 lit. B). Die
Beteuerung der Berufungsklägerin, sie werde ein Besuchsrecht des Berufungsbe-
klagten nicht torpedieren und sich an eine vom Gericht aufgestellte Besuchs-
rechtsregelung halten, wirkt vor diesem Hintergrund als reines Lippenkenntnis.
Eine reibungslose Durchführung des Besuchsrechts ist daher kaum vorstellbar.
Die anhaltende Aggravierung des Gesundheitszustands C._s bestätigt zu-
dem, dass weiterhin von einer eingeschränkten Erziehungseignung der Beru-
fungsklägerin auszugehen ist (vgl. act. 7/207 S. 157). Die Vorinstanz schloss da-
her zu Recht, dass für eine Aufhebung der Fremdplatzierung und die Rücküber-
tragung der Obhut an die Berufungsklägerin weiterhin kein Anlass bestehe. Milde-
re Massnahmen sind nicht vorhanden.
2.6.1. Schliesslich bringt die Berufungsklägerin vor, es sei unsachgemäss,
vorliegend immer wieder auf das Gutachten H._ abstellen zu wollen. Das
Gutachten beruhe zweifelsohne auf unvollständigen Grundlagen. So habe der
Gutachter bei der Erstellung des Gutachtens nichts von den neu eingereichten E-
Mails von der Schwester des Berufungsbeklagten, dem Penisbild und dem tat-
sächlichen Gesundheitszustand der Tochter C._ gewusst. In Kenntnis dieser
Fakten würde der Gutachter zu einem ganz anderen Schluss kommen. Insofern
sei in jedem Fall ein neues Gutachten zu erstellen (act. 2 lit. E).
2.6.2. Die Berufungsklägerin beschränkt sich auch hier auf die Wiederholung
ihrer bereits im Massnahmeverfahren LY170004 erhobenen Einwände (vgl.
act. 7/272 S. 15). Mit Urteil vom 6. Juni 2017 legte die Kammer ausführlich dar,
weshalb diese Einwände die Einschätzungen des Gutachters nicht zu erschüttern
vermögen. Daher ist es müssig, zu wiederholen, dass die Einschätzung von
Dr. med. H._ in Kenntnis der Vorwürfe, welche die Berufungsklägerin im Zu-
sammenhang mit der Familiengeschichte gegenüber dem Berufungsbeklagten
erhebt, erstattet wurde (act 7/207 S. 97 ff.; S. 102-117). Auch der Gesundheitszu-
stand der Tochter C._ und die Schwester des Berufungsbeklagten wurden
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von der Berufungsklägerin ausführlich thematisiert (act. 7/207 S. 114 f.; S. 118 f.).
Es ist daher nicht ersichtlich, was die neu eingereichten E-Mails aus den Jahren
2009 und 2010, welche von der Schwester der Berufungsbeklagten stammen sol-
len, an der Einschätzung des Gutachtens hätten ändern sollen. Dies legt die Be-
rufungsklägerin denn auch nicht näher dar. Es bestehen daher nach wie vor keine
Anhaltspunkte, die an den gutachterlichen Einschätzungen zweifeln liessen.
2.7. Nach dem Gesagten erweist sich die Berufung in diesem Punkt als unbe-
gründet.
3. Beschränkung der elterlichen Sorge
Den Antrag die Beschränkung des Sorgerechts aufzuheben, begründet die Beru-
fungsklägerin nicht. Damit kommt sie ihrer Begründungsobliegenheit nicht nach,
weshalb auf die Berufung insoweit nicht einzutreten ist. Ohnehin wäre die Beru-
fungsklägerin auch diesbezüglich auf die ausführlichen Erwägungen der Kammer
im Urteil vom 6. Juni 2017 zu verweisen (act. 2/272 S. 21 ff. E. 6), welche nach
wie vor Bestand haben.
4. Anhörung des Kindes
4.1. Die Vorinstanz lehnte eine Anhörung des Kindes ab. Zur Begründung führte
sie im Wesentlichen aus, die Notwendigkeit einer Anhörung von C._ werde
von der Berufungsklägerin nicht näher begründet. Angesichts des immer noch
jungen Alters von C._ und der Vertretung durch die Kindervertreterin, die ein
genügend umfassendes Bild von den Wünschen C._s abgegeben habe,
dränge sich eine Befragung des Kindes nicht auf (act. 6 S. 27 f. Erw. F).
4.2. Die Berufungsklägerin macht dagegen geltend, es dürfe nicht sein, dass ein
achtjähriges Kind, welches seit zweieinhalb Jahren fremdplatziert sei, kein einzi-
ges mal von einem Gericht angehört worden sei (act. 2 lit. A).
4.3. Gemäss Art. 298 Abs. 1 ZPO wird ein Kind durch das Gericht oder durch ei-
ne beauftragte Drittperson in geeigneter Weise angehört, sofern sein Alter oder
andere wichtige Gründe nicht dagegen sprechen. Nach der Rechtsprechung liegt
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die Altersgrenze, ab welcher eine Kinderanhörung grundsätzlich nötig ist, bei
sechs Jahren (BGE 131 III 553 E. 1.2). Das Gericht führt die Anhörung in der Re-
gel selbst durch. Insbesondere bei kleinen Kindern kann eine Delegation der An-
hörung an eine Fachperson sinnvoll sein. Hingegen hat die Rechtsprechung un-
terdessen geklärt, dass eine Delegation der Anhörung an die Kindervertretung
grundsätzlich nicht möglich ist, weil dieser die nötige Unabhängigkeit fehlt; im-
merhin kann die Kindervertretung bei einem Kind, bei dem eine Anhörung des
Gerichtes altersbedingt noch nicht in Frage kommt, die Funktion eines "Dolmet-
schers" zwischen Kind und Gericht wahrnehmen (BGE 142 III 153 E. 5.2.3.1 mit
Hinweisen auf die kontroverse Literatur).
4.4. Im vorliegenden Scheidungsverfahren wurde die damals ca. fünfjährige
C._ am 16. April 2015 im Rahmen einer kinderpsychiatrischen Begutachtung
im Beisein der Berufungsklägerin von Dr. med. I._ angehört (act. 157). An-
gesichts des damaligen Alters des Kindes war eine Delegation der Anhörung an
eine Fachperson angebracht. Insofern erweist sich die Behauptung der Beru-
fungsklägerin als unzutreffend, es habe nie eine Kinderanhörung stattgefunden.
Seither ist zwar einige Zeit vergangen. Die Kindervertreterin lieferte jedoch in ihrer
Stellungnahme vom 23. Oktober 2017 eine anschauliche Beschreibung ihrer Be-
gegnung mit C._ am 24. September 2017 (act. 286 S. 4f.). Unter diesen Um-
ständen war es vertretbar, im jetzigen Zeitpunkt auf eine gerichtliche Anhörung
von C._ zu verzichten. Im Hinblick auf die definitive Regelung der Kinderbe-
lange im Scheidungsurteil wird jedoch ernsthaft zu prüfen sein, ob eine direkte
Anhörung der unterdessen ca. achtjährigen C._ durch das Gericht erforder-
lich ist. Nach der erwähnten Rechtsprechung kann jedenfalls nicht allein mit dem
Hinweis auf eine Kinderanhörung verzichtet werden, C._ habe eine Kinder-
vertreterin, die ihre Wünsche dem Gericht mitteilen könne.
4.5. Nachdem sich ergeben hat, dass eine Kinderanhörung durch Dr. I._
stattgefunden hat und dass ein aktueller Bericht der Kindervertreterin vorlag, war
eine erneute Kinderanhörung im jetzigen Zeitpunkt entbehrlich. Die Berufung er-
weist sich somit auch in diesem Punkt als unbegründet.
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5. Begutachtung des Kindes
5.1. Die Vorinstanz lehnte eine Begutachtung ab, weil eine solche für C._
eine neuerliche Belastung bedeuten würde. Mit einer Begutachtung bezwecke die
Berufungsklägerin, Schuldzuweisungen an Dritte und die Richtigkeit ihrer eigenen
Position zu belegen (act. 6 S. 28 f. Erw. G).
5.2. Im Berufungsverfahren beantragt die Berufungsklägerin zwar eine Aufhe-
bung von Dispositiv-Ziff. 6 des angefochtenen Urteils, worin eine erneute Begut-
achtung von C._ abgelehnt wurde. Allerdings führte die Berufungsklägerin
nicht aus, welche Fachperson oder welche Instanz welche Abklärungen treffen
sollte. Schon aus diesem Grund ist auf die Berufung mangels genügender Be-
gründung nicht einzutreten.
5.3. Nur der Vollständigkeit halber sei festgehalten, dass die Vorinstanz eine
neuerliche medizinische Begutachtung von C._ zu Recht für entbehrlich hielt.
Das Obergericht führte in seinem Urteil vom 6. Juni 2017 aus, dass verschiedene
Stellen keine Bedenken in Bezug auf den Gesundheitszustand und der körperli-
chen Entwicklung von C._ geäussert hätten (act. 272 S. 11 E. 3.3). Es wird
nicht dargetan und ist auch nicht ersichtlich, inwieweit sich die Situation seither
verändert haben sollte. Die Berufung wäre somit auch in diesem Punkt unbegrün-
det, wenn überhaupt darauf einzutreten wäre.
IV. Kosten- und Entschädigungsfolgen
1. Bei diesem Ausgang des Verfahrens wird die Berufungsklägerin kosten-
pflichtig (Art. 106 Abs. 1 ZPO). Eine Abweichung von diesem Grundsatz gestützt
auf Art. 107 Abs. 1 lit. c ZPO ist weder angemessen noch könnten dem Beru-
fungsbeklagten, welcher sich gar nicht zur Berufung äussern musste und konnte,
irgendwelche Kosten in diesem Zusammenhang auferlegt werden.
2. Grundlage für die Festsetzung der Entscheidgebühr bilden der Streitwert
bzw. das tatsächliche Streitinteresse, der Zeitaufwand des Gerichts und die
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Schwierigkeit des Falls (§ 2 Abs. 1 GebV OG i.V.m. Art. 96 ZPO). Ausgangspunkt
der Kostenberechnung für das Berufungsverfahren ist § 12 GebV OG i.V.m. § 6
Abs. 1 und § 5 Abs. 1 GebV OG, wonach die Gebühr grundsätzlich nach den für
die Vorinstanz geltenden Bestimmungen bemessen wird und bei nicht vermö-
gensrechtlichen Streitigkeiten in der Regel Fr. 300.– bis Fr. 13'000.– beträgt. Das
vorliegende Verfahren erweist sich als nicht besonders aufwändig, weshalb die
Gerichtsgebühr unter Berücksichtigung des Reduktionsgrundes gemäss § 8
Abs. 1 GebV OG auf Fr. 2'000.– zu bemessen ist.
3. Parteientschädigungen für das Berufungsverfahren sind keine zuzuspre-
chen: Der Berufungsklägerin nicht, weil sie unterliegt, dem Berufungsbeklagten
nicht, da ihm keine Umtriebe entstanden sind, die es zu entschädigen gölte.