# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** f5948028-ed63-4181-aa5a-2a7cb2512a18
**Court:** GR_KG
**Chamber:** GR_KG_006
**Year:** 2020
**Language:** de
**Jurisdiction:** GR / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

I. Sachverhalt
A. Am D._ 2005 wurde D._ (nachfolgend: D._) als Sohn von F._ und A._ geboren. Gemäss Mitteilung des Zivilstandsamts hat A._ D._ am 20. Juli 2006 als sein Kind anerkannt (KESB act. 3). Am 19. September 2006 schlossen die Eltern einen Unterhaltsvertrag ab (KESB act. 12). Mit Beschluss vom 19. September 2006, mitgeteilt am 5. Oktober 2006, hat die damalige Vormundschaftsbehörde des Kreises N._ von der Herstellung des väterlichen Kindesverhältnisses Kenntnis genommen und den Unterhaltsvertrag genehmigt (KESB act. 13).
B. Mit Beschluss der Vormundschaftsbehörde des Kreises N._ vom 13. April 2010 wurde für D._ eine Beistandschaft (Art. 308 Abs. 2 ZGB) errichtet und I._ als Beistand eingesetzt. Dieser sollte die Eltern im Bereich des Besuchsrechts angemessen beraten und nötigenfalls unterstützen (KESB act. 88).
C. Mit Bericht vom 19. März 2012 der Sozialen Dienste der Stadt N._ erläuterte die Schulsozialarbeiterin dem Beistand, dass D._ der Kindergärtnerin ab und zu durch körperliche und verbale Gewaltanwendungen aufgefallen sei. Die Gewaltanwendung sei als massiv zu bewerten. D._ wirke oft zurückgezogen und eher ruhig und sei auf ein Höchstmass an Stabilität angewiesen (KESB act. 109).
D.a. Aus dem Rechenschaftsbericht des Beistands vom 20. März 2012 über die Periode vom 13. April 2010 bis 19. März 2012 geht hervor, dass D._ sich unter anderem in einem Loyalitätskonflikt bezüglich seiner Eltern befinde und dass die im Kindergarten beobachteten Auffälligkeiten darauf hindeuteten, dass er mit der Situation überfordert sei. Insgesamt erscheine die Entwicklung von D._ aufgrund der letzten Rückmeldung des Schulsozialarbeiters als gefährdet (KESB act. 110).
D.b. Am 30. Mai 2012 entschied die Vormundschaftsbehörde des Kreises N._ für D._ zusätzlich zur bestehenden Beistandschaft in Besuchsrechtsangelegenheiten auch eine Erziehungsbeistandschaft zu errichten. Die bestehende Beistandschaft wurde von I._ auf J._ übertragen und J._ wurde zusätzlich zum Erziehungsbeistand ernannt (KESB act. 139).
E. In ihrem Bericht vom 1. September 2015 äusserte die Stadtschule, Schulhaus K._, grosse Bedenken an der jetzigen schulischen, persönlichen und familiären Situation von D._. D._ habe in der Klasse oft Streit und belaste das Klassenklima durch sein Benehmen. Sein Verhalten lenke ihn und
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andere vom Lernen ab und provoziere Lehrpersonen. Eine Betreuung in einer kleineren Klasse halte die Stadtschule für angezeigt. In Bezug auf die persönliche und familiäre Situation trage D._ riesige familiäre Belastungen, insbesondere durch den Loyalitätskonflikt zwischen den Eltern. Er sei ständig überfordert und könne nie zur Ruhe kommen (KESB act. 220).
Von Seiten der Stadtschule Schulhaus K._ sowie der Schulsozialarbeiter sei für die weitere Entwicklung von D._ Unterricht in Kleingruppen, Stärkung des Teamgeistes sowie eine engmaschige Betreuung, z.B. in Timeout-Klassen, notwendig. Ausserdem solle er eine stabile Tagesstruktur ausserhalb der Familie erhalten und seine Stellung innerhalb der Familie müsse geklärt werden (KESB act. 220).
F. Die KESB Nordbünden (nachfolgend: KESB) erteilte den Eltern mit Entscheid vom 6. Oktober 2015 die gemeinsame elterliche Sorge über D._ und entschied, dass D._ hauptsächlich durch den Vater, A._, betreut werde. Zudem wurde L._ (Berufsbeistandschaft Landquart) anstelle von J._ (Berufsbeistandschaft Plessur) für die Mandatsführung eingesetzt (KESB act. 264, III.).
G.a. Aus dem Bericht der Kinder- und Jugendpsychiatrie Graubünden (nachfolgend: KJP) vom 8. Oktober 2015 geht hervor, dass D._ dringend einen klaren Rahmen benötige, worin er sich auf die jeweiligen Entwicklungsaufgaben und Autoritätspersonen ungestört einlassen könne, insbesondere in Bezug auf die Vater- und Mutterwelt, aber auch in Bezug auf die Schulwelt (KESB act. 266, Frage 5).
G.b. Gemäss Schlussbericht vom 11. Februar 2016 der Berufsbeistandschaft Plessur falle D._ laut der Kindsmutter und der Klassenlehrerin teilweise durch unangepasste Ausdrucksweise und durch sein Verhalten auf. Er besuche diesbezüglich weiterhin Sitzungen zur Verhaltensberatung bei der KJP. Die Lehrerin berichte zudem von sinkenden Schulleistungen und Problemen mit Mitschülern (vgl. KESB act. 293.1).
G.c. Am 23. Dezember 2016 erliess der Beistand, L._, einen Zwischenbericht, worin er ausführte, dass sich D._ in M._ bei seinem Vater wohlfühle. Die Kommunikation zwischen den Eltern erfolge entweder über den Beistand oder über D._, was für diesen sehr belastend sein könne. Zwischen den Eltern bestünden – gemäss Beistand – heftige Spannungen, woraus sich auch für D._ ein Loyalitätskonflikt ergebe. In der Schule in
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M._ habe sich D._ zwar gut eingelebt, aber er habe auch auffällig viele Absenzen wegen Krankheit. Seine schulischen Leistungen seien während des gesamten letzten Schuljahres ungenügend gewesen und die integrative Förderung mit Lernzielanpassung habe bisher nicht den erhofften Erfolg gebracht. D._ brauche gemäss Lehrpersonen enge Strukturen und eine starke Führung (KESB act. 299).
H. Mit Entscheid der Kollegialbehörde der KESB vom 26. Januar 2017 wurde der Schlussbericht vom 12. Februar 2016 (recte: 11. Februar 2016) für die Zeit vom 1. April 2014 bis 31. Oktober 2015 genehmigt. Die Eltern und D._ wurden angewiesen, aktiv an einer Therapie bei der KJP mitzuwirken, wobei der Vater dafür zu sorgen habe, dass D._ die Therapiebesuche einhalte. Eine mögliche Kindeswohlgefährdung sowie Kooperationsschwierigkeiten seitens der Beteiligten seien der KESB unverzüglich zu melden (vgl. KESB act. 315).
I.a. Im Rechenschaftsbericht vom 30. Januar 2018 hielt der Beistand an seinem Zwischenbericht vom 23. Dezember 2016 fest und führte an, dass die Lehrerschaft festgestellt habe, dass D._ vor allem an Konzentrationsstörungen leide. Zudem sei festgestellt worden, dass ihn die Strukturen in der Schule stark belasten würden. Der sich verschlechternde Gesundheitszustand von D._ deute auf eine psychische Belastung hin, welche auch familiäre Ursachen haben könne (KESB act. 331.1, Ziff. 3.2.3 und 3.2.4).
I.b. Mit Rechenschaftsbericht vom 27. Januar 2020 führte der Beistand L._ aus, dass D._ seine sozialen Kompetenzen im vergangenen Jahr stark habe verbessern können, sich in die Klasse integriert und Freundschaften geknüpft habe. Sein damaliger Klassenlehrer habe ihn gut motivieren können, sei jedoch im vergangenen Sommer verunfallt und habe bis heute seine Arbeit nicht wiederaufnehmen können. Die Chemie zwischen dem Vertretungslehrer und D._ stimme überhaupt nicht, weshalb sich die schulischen Leistungen in letzter Zeit wieder enorm verschlechtert hätten. D._ habe keine Motivation mehr für die Schule und sitze dort einfach seine Zeit ab, obwohl er grundsätzlich zu deutlich besseren schulischen Leistungen fähig wäre. Aufgrund fehlender Motivation und fehlenden beruflichen Zielen sehe D._ in der Schule keinen Sinn. Das Unterstützungsangebot der Schule nehme er nicht an. Für die Schule sei die Situation sehr unbefriedigend und nicht mehr länger zu verantworten. Es werde nach einer geeigneten Lösung gesucht. Im März 2018 habe durch den Schulpsychologischen Dienst auf Wunsch der Schule eine erneute Abklärung stattgefunden, welche deutlich besser ausgefallen sei, als die vor zwei Jahren.
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Eine Sonderbeschulung sei demzufolge nicht für nötig erachtet worden (KESB act. 367, E. 3.2.3 und 3.2.4).
J.a. Am 29. Januar 2020 erläuterte die Schulleiterin der Schule M._ der KESB telefonisch, dass seit letztem Herbst etliche Krisensitzungen mit Schulsozialarbeitern, Schulpsychologen, Beistand usw. stattgefunden hätten. D._ weise in der 2. Oberstufe ein Niveau eines 4.-Klässlers auf. Er sei wieder vermehrt bei der Mutter gewesen, weshalb der Vater ihn nicht mehr bei sich gewollt habe. Deshalb wohne er nun wieder bei seiner Mutter und gehe nicht mehr in M._ zur Schule (KESB act. 372).
J.b. In der telefonischen Besprechung zwischen der KESB und L._ vom 31. Januar 2020 bestätigte dieser, dass D._ eine Schnupperwoche im Schulheim M._ nicht angetreten habe und bei seiner Mutter in N._ sei. Die Mutter sei darauf hingewiesen worden, dass D._ schnellstmöglich wieder in die Schule müsse, wodurch sie sehr nervös und ängstlich geworden sei, dass sie das Geforderte nicht umsetzen könne. Damit D._ in N._ in die Schule könne, müsse er in N._ angemeldet werden (KESB act. 372). Gleichentags meldete sich die Mutter erneut bei der KESB und teilte mit, dass D._ in N._ nicht angemeldet werden könne, da dem Vater die Obhut zustehe. Die Stadtschule N._ könne D._ nicht einteilen, solange er nicht angemeldet sei, weshalb ein Obhutswechsel zur Mutter vollzogen werden müsse. D._ verweigere die Rückkehr zum Vater und den Schulbesuch in M._. Dies insbesondere, weil er Angst habe, bei einem Schulbesuch auf den Vater und die Lehrer zu treffen (KESB act. 375).
J.c. Am 4. Februar 2020 meldete L._ der KESB telefonisch, dass D._ mit dem Vater total verkracht sei und zumindest im Moment nicht mehr zurückwolle, sondern bei der Mutter bleiben wolle. Er sehe bei der Mutter momentan keine direkte Gefährdung. Ob dies langfristig gut gehe, sei unklar. Er werde dafür sorgen, dass der Vater beim Zivilstandsamt vorbeigehe und D._ in N._ anmelde. Danach werde es auch mit der Beschulung von D._ klappen (KESB act. 376).
J.d. Am 6. Februar 2020 äusserte die Schulleiterin der Schule M._ bei der KESB ihre Sorgen in Bezug auf D._. Sie erklärte, dass D._ grundsätzlich ein intelligenter Junge sei, aber die Leistungen nicht abrufen könne. Der zwischenelterliche Konflikt sei sehr belastend für ihn und sie bezweifle, dass die Situation bei der Mutter für ihn gut sei, da er die letzten Monate keinen Kontakt zu ihr gehabt habe. Sie sei der Ansicht, dass D._ einen kleinen Rahmen
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brauche, wo er beschult werde. Sie hätten ihn aus diesem Grund für das Schnuppern im Schulheim M._ angemeldet (KESB act. 377).
J.e. Die Psychologin der KJP teilte der KESB am 13. Februar 2020 telefonisch mit, dass die Motivation für die Therapie bei D._ schwankend sei. Sie denke, dass eine weitere Unterstützung der Familie durch die KJP und eine sozialpädagogische Familienbegleitung (nachfolgend: SPF) sinnvoll wären. D._ befinde sich immer noch in einem Loyalitätskonflikt. Allenfalls wäre sogar ein Aufenthalt von D._ in einem Heim sinnvoll, wobei momentan weder D._ noch die Eltern dafür zu motivieren seien (KESB act. 379).
J.f. Die Mutter teilte der KESB am 2. März 2020 telefonisch mit, dass die vergangene Woche schlecht verlaufen sei. D._ halte sich nicht an ihre Vorgaben, lüge sie an, verheimliche Dinge und verhalte sich lustlos. Er rauche im Zimmer, konsumiere Schnupftabak, erscheine nicht zum Essen und nehme nicht an Familienunternehmungen teil. Auch sein Umgangston ihr gegenüber sei respektlos. Die Situation sei für sie nicht mehr tragbar und sie sei mit dem Verhalten von D._ komplett überfordert. Für sie komme nur noch die Betreuung und Beschulung von D._ in einem Heim in Frage. Am 10. März 2020 gehe sie, wenn möglich zusammen mit D._, die Bergschule O._ besichtigen. D._ sei wohl nicht bereit, freiwillig dorthin zu gehen (KESB act. 384).
K. Mit Zwischenbericht vom 3. März 2020 informierte L._ die KESB über die aktuelle Familiensituation. Aus seiner Sicht kämen für die Zukunft von D._ nur zwei Varianten in Frage (vgl. KESB act. 387).
Bei der ersten Variante würde D._ zum Vater zurückkehren und von dort aus als externer Schüler die Schule im Schulheim M._ besuchen. Da der Vater arbeitsbedingt oft abwesend sei, hätte D._ viele Freiräume, wo er unkontrolliert wäre und keine Strukturen hätte. Es sei fraglich, ob er vom Vater und der Grossmutter bei den Hausaufgaben und der Berufswahl genügend Unterstützung erhalten würde. Er könnte jedoch in seiner gewohnten Umgebung bleiben. Die Beziehung zu seinem Vater könnte sich ausserdem stabilisierend auf ihn auswirken (KESB act. 387, Ziff. 1).
Bei der zweiten Variante würde D._ in einer geeigneten Institution mit internem schulischem Angebot untergebracht werden. Dabei würde er schulisch die notwendige Unterstützung erhalten. Zudem gäbe es klare Regeln und Strukturen, die D._ bei der Persönlichkeitsentwicklung und im Sozialverhalten
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helfen würden. Die Wochenenden könnte er sorglos bei den Eltern verbringen. D._ hätte weniger Kontakt mit seinem bisherigen Freundeskreis und die Besuchszeiten bei den Eltern würden kürzer werden. D._ verweigere den Übertritt in ein Schulheim konsequent (KESB act. 387, Ziff. 2).
Zum Schluss empfahl L._ die zweite Variante und ersuchte um dringende Überprüfung einer behördlichen Unterbringung von D._ in einer geeigneten Institution, wobei er die Bergschule O._ empfahl (KESB act. 387, S. 4). Daraufhin eröffnete die KESB am 4. März 2020 ein Verfahren, worüber die Eltern mit Schreiben vom 9. März 2020 informiert wurden.
L. Am 10. März 2020 führte die KESB ein Telefongespräch mit den Eltern von D._. Die Mutter teilte mit, dass sie die Bergschule O._ besichtigt habe und diese ihr zusage. D._ habe den Besichtigungstermin in letzter Sekunde abgesagt. Weiter führte sie aus, dass D._ sehr spät ins Bett gehe, ihr gegenüber keinen Respekt zeige und Regeln nicht einhalte. Er habe sie auch beleidigt. Die Mutter von D._ wurde im gleichen Gespräch über die Einsetzung von Rechtsanwalt MLaw E._ als Kindesvertreter informiert (KESB act. 394). Telefonisch wurde auch dem Vater von D._ mitgeteilt, dass Rechtsanwalt MLaw E._ als Kindesvertreter von D._ eingesetzt werde. Dagegen hatte dieser keine Einwände und teilte mit, dass er ebenfalls einen Anwalt, Rechtsanwalt C._, einschalten werde. Er sprach sich gegen eine Unterbringung von D._ aus, da dieser nicht in ein Heim wolle, und führte an, dass er selbst nach N._ ziehen würde, damit D._ die restlichen Schuljahre in N._ absolvieren könnte, da die Mutter nicht in der Lage sei, für D._ zu sorgen (KESB act. 395).
M.a. Am 10. März 2020 erliess die KESB eine verfahrensleitende Verfügung und ernannte Rechtsanwalt MLaw E._ als Verfahrensbeistand für die Vertretung von D._ im Verfahren betreffend Entzug des Aufenthaltsbestimmungsrechts / behördliche Unterbringung (KESB act. 398).
M.b. Die Anhörung von D._ fand am 12. März 2020 in Anwesenheit des Kindesvertreters, Rechtsanwalt MLaw E._, statt. D._ wurde darüber aufgeklärt, was zur Diskussion stehe. Er erzählte, dass er viel mit der Mutter streite, und dass er das Verhalten des Ehemanns der Mutter nicht akzeptiere. Eine Intensivunterstützung bringe nichts. Auch mit seinem Vater streite er und er habe ihn nicht mehr gesehen, seit er seine Sachen bei ihm abgeholt habe. Manchmal beantworte er die SMS des Vaters. In der Schule gefalle es ihm gut, allerdings verstehe er sich nicht mit dem Lehrer. Er könne dem Unterricht nicht folgen, aber
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auf Nachhilfe habe er keine Lust und das bringe auch nichts. Wenn jemand ihn oder seine Familie beleidige, schlage er zu (KESB act. 417).
M.c. In Bezug auf seine berufliche Perspektive erzählte D._, dass er gerne eine Automechanikerlehre machen wolle. In M._ sei er bereits in zwei Betrieben schnuppern gegangen, was ihm gefallen habe, und er habe bereits mehrere Adressen herausgesucht, wo er noch schnuppern gehen könne (KESB act. 417).
M.d. Seit er bei seiner Mutter lebe, sei er auch ins Kickboxen schnuppern gegangen. D._ erklärte ausserdem, dass er zwar rauche, aber weder Cannabis noch Alkohol konsumiere, und dass er sich in Zukunft zusammenreissen möchte und bei der Mutter wohnen wolle. Den Grund, wieso er nicht zum Vater wolle, sage er nicht. Er sei sehr enttäuscht, dass seine Mutter ihn in die Bergschule schicken wolle, denn er wolle nicht dahin. Er werde seine Eltern nicht mehr besuchen, falls er nach O._ gehen müsse (KESB act. 417).
M.e. Am 19. März 2020 informierte F._ die KESB per Mail darüber, dass es zwischen ihr und ihrem Sohn wahnsinnige Differenzen gebe. Er rede dazwischen und nehme sie nicht ernst. Alles, was sie gut meine, sei zu wenig und er habe begonnen, sie sehr böse zu beleidigen. Sie und ihr Mann seien davon überzeugt, dass hier auch keine Familientherapie mehr etwas bringe. D._ brauche eine strikte Erziehung. Sie bestehe darauf, dass er so schnell wie möglich ins Engadin komme (KESB act. 429).
N.a. Mit Entscheid vom 20. März 2020 entzog die KESB (nachfolgend: ) den Eltern von D._ superprovisorisch das Aufenthaltsbestimmungsrecht über ihren Sohn und brachte D._ gleichentags in der Bergschule O._ (H._) unter.
N.b. Am 26. März 2020 begründete die Vorinstanz ihren Entscheid vom 20. März 2020. Sie erklärte den Unterbringungsentscheid insbesondere damit, dass bei D._ Erziehungsnotstand bestehe. Die Mutter sei nicht mehr in der Lage, die Verantwortung für D._ zu übernehmen, und die Familiensituation drohe zu eskalieren. In der öffentlichen Schule habe D._ nicht Fuss fassen können, weil er nicht in der Lage oder nicht gewillt sei, dort sein schulisches Potential auszuschöpfen. D._ sei sowohl in schulischer wie auch in betreuerischer Hinsicht auf einen kontrollierenden Rahmen mit enger und auf seine Bedürfnisse zugeschnittener Begleitung in einer Institution angewiesen, wobei eine mildere
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Massnahme als die Unterbringung zu wenig wirkungsvoll sei. Ein Verbleib bei der Mutter führe höchstwahrscheinlich zur Eskalation (KESB act. 449).
O.a. Mit Stellungnahme vom 3. April 2020 brachte D._, vertreten durch den Kindesvertreter Rechtsanwalt MLaw E._, vor, dass die von der Vorinstanz erlassene Massnahme vom 20. März 2020 kostenfällig aufzuheben sei und er wieder zum Aufenthalt bei seinem Vater A._ zu berechtigen sei. Zudem sei ihm der Übertritt in die öffentliche Schule in M._ zu gestatten (KESB act. 454.2).
O.b. Gleichentags nahm auch der Kindsvater, A._, vertreten durch Rechtsanwalt MLaw C._, Stellung zum Entscheid der Vorinstanz vom 20. März 2020. Er beantragte ebenfalls, dass die Unterbringungsmassnahme aufzuheben sei und D._ wieder bei ihm leben solle. Dazu legte er seine Betreuungsmöglichkeiten dar (KESB act. 454).
O.c. Am 7. April 2020 teilte der Beistand, L._, der Vorinstanz mit, dass D._ sich unerlaubt von der Schule entfernt habe und ohne Zugbillet zur Mutter gefahren sei. Diese habe ihn angehalten, wieder zurück zu fahren, wonach er zum Vater gefahren sei, welcher ihn am nächsten Tag zur Schule zurückgebracht habe. Im Moment wolle D._ seine Wochenenden nur beim Vater verbringen. Er spiele seine Eltern sowie Fachleute gegeneinander aus. Sobald er merke, dass er nicht zur Mutter könne, klopfe er beim Vater an und umgekehrt. Eine Rückkehr zum Vater und in den öffentlichen Raum sei gemäss Ansicht des Beistands momentan nicht geeignet. Eine SPF würde allenfalls Sinn machen, wenn nur die Erziehung das Problem wäre. Allerdings dauere es circa sechs Monate, bis eine SPF Wirkung zeige und so viel Zeit verbleibe D._ nicht (KESB act. 456).
O.d. Gleichentags erstattete auch die Vertreterin der Bergschule O._ der Vor-instanz telefonischen Bericht. Der Einstieg von D._ sei gut verlaufen und D._ passe in die Institution. Er habe sich bereits mit anderen Jugendlichen angefreundet. Nach seinem ersten "Kurvengang" sei gegen ihn eine disziplinarische Massnahme (Strafmarsch) ausgesprochen worden (KESB act. 457).
P. Die Vorinstanz entschied am 14. April 2020, mitgeteilt am 21. April 2020, was folgt (KESB act. 463):
1. Es wird festgestellt, dass mit Vollstreckbarkeit von Ziff. 2 dieses Entscheides die verfügte superprovisorische Anordnung gemäss Entscheid vom 20. März 2020 von Gesetzes wegen dahinfällt.
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2. Im Zusammenhang mit dem Aufenthalt von D._ wird gestützt auf Art. 310 Abs. 1 ZGB:
a) Das Aufenthaltsbestimmungsrecht von F._ (Mutter) und A._ (Vater) über D._ aufgehoben.
b) D._ in der Bergschule O._ (H._) behördlich untergebracht.
3. Der Rechenschaftsbericht vom 29. Januar 2020 wird genehmigt und die geleistete Arbeit verdankt.
4. Die für D._ bestehenden Kindesschutzmassnahmen (Beistandschaft und Weisung Therapie) werden unverändert weitergeführt.
5. Die Beistandsperson ist gehalten:
a) der KESB alle zwei Jahre (nächstmals per 31. Oktober 2021) einen schriftlichen Rechenschaftsbericht (Ausführungen über die Lage von D._ und die Ausübung der Beistandschaft, Ausblick mit Empfehlungen) einzureichen;
b) bei Hinweisen auf massgebliche Veränderungen der Lebensumstände von D._ während der Rechenschaftsperiode die KESB mit einem Bericht zu informieren und allenfalls ein geeignetes Vorgehen zu empfehlen.
6. Für die Mandatsführung von L._ vom 1. November 2017 bis 31. Oktober 2019 wird zugunsten der Berufsbeistandschaft Landquart eine Entschädigung von Fr. 1'200.— festgesetzt.
7. Die Entschädigung gemäss Ziff. 6 im Totalbetrag von Fr. 1'200.— ist von den Eltern von D._ je hälftig zu tragen.
8. Zugunsten von Rechtsanwalt MLaw E._ (N._) wird eine Entschädigung im Umfang von Fr. 1'675.05 (inkl. Spesen und MWST) für die Mandatsführung vom 10. März 2020 bis 3. April 2020 in Sachen Kindesvertretung von D._ festgesetzt.
9. Betreffend Verfahrenskosten wird verfügt:
a) Die Kosten im Verfahren Entzug Aufenthaltsbestimmungsrecht etc. werden auf Fr. 2'175.05 (inkl. Kosten Kindesvertretung) festgesetzt.
b) Auf die Erhebung der Verfahrenskosten wird aufgrund der wirtschaftlichen Verhältnisse der Eltern verzichtet.

## Considerations