# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** ecc226b4-f699-4eae-a41d-095a3d37b252
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2022
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
1.1
Die 1982 geborene
X._
, welche über eine abgeschlossene Bürolehre ver
fügt (
Urk.
10/15/3) und zuletzt als Büroangestellte gearbeitet hatte (U
r
k.
10/32/2), meldete sich am 1
4.
April 2012
(Eingangsdatum)
bei der Sozialversicherungs
anstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, zum L
eistu
ngsbezug an (
Urk.
10/8). Nach Vornahme medizinische
r und erwerblicher Abklärungen und n
ach durchgeführ
tem Vorbescheidverfahren (
Urk.
10/47) verneinte
die IV-Stelle
mit Verfügung vom 2
2.
Mai 2014 einen Renten
anspruch der Versicherten (Urk.
10/50).
1.2
Am 1
3.
Juni 2018 (Eingangsdatum) meldete sich die Versicherte erneut bei der IV-Stelle zum Leistungsbezug an (
Urk.
10/59) und reichte einen Bericht des
Y._
(
Y._
;
Urk.
10/60,
Urk.
10/61) und einen Bericht von
Dr.
m
ed.
Z._
, Fachärzti
n Neurologie, (
Urk.
10/6
3
, Urk.
10/6
4
)
ein
. Mit Vorbescheid vom
4.
September 2018 (
Urk.
10/66) stellte die IV-Stelle in Aussicht, auf das Leistungsbegehren nicht einzutreten.
Dagegen er
hob die Versicherte Einwand (
Urk.
10/69) und reichte Berichte des
A._
(
A._
;
Urk.
10/72,
Urk.
10/
73) und weitere Bericht
e
von
Dr.
B._
(
Urk.
10/7
9,
Urk.
10/78
) und des
Y._
(
Urk.
10/85) ein. Zudem berichtete
Dr.
B._
der IV-Stelle (
Urk.
10/83). In der Folge gab die IV-Stelle beim
C._
(
C._
) ein polydisziplinäres Gutachten (All
gemeine Innere Medizin, Neurologie, Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates sowie Psychiatrie und Psychotherapie) in Auftrag (
Urk.
10/93), welches am 1
2.
Deze
mber 2019 erstattet wurde (Urk.
10/100).
Am 1
9.
Dezember 2019
(
Urk.
10/101) und am
4.
Februar 2020 (Urk. 10/104)
stellte die IV-Stelle
den Gutachtern
Ergänzungsfragen, auf welche
diese
am 3
0.
Januar 2020
(
Urk.
10/102) bzw. am
1
1.
Mai 2020 (
Urk.
10/112)
antworteten
. Die Versicherte liess in der Folge einen weiteren Bericht des
Y._
(
Urk.
10/113
/1-3
) sowie einen MRT-Bericht von
Dr.
med.
D._
, Facharzt FMH für Radiologie,
vom 3
0.
November 2018
einreichen (
Urk.
10/113/
4
,
Urk.
10/114). Am 5.
Oktober 2020 führte die IV-Stelle bei der Versicherten eine Haushaltsabklärung durch (
Urk.
10/118). Mit
Vorbescheid vom 1
1.
Dezember 2020
stellte die IV-Stelle in Aussicht, einen Anspruch auf eine Invalidenrente zu verneinen (
Urk.
10/123). Dagegen erhob die Ver
sicherte Einwand (Urk.
10/130). Mit Verfügung vom 1
7.
März 2021 verneinte die IV-Stelle wie vorbeschieden einen Renten
anspruch der Versicherten (Urk.
2).
2.
Dagegen liess die Versicherte mit Eingabe vom 2
9.
April 2021 (
Urk.
1) Beschwerde erheben und beantragen, es sei ihr ab Mai 2019 eine angemessene IV-Rente zuzusprechen, eventualiter sei das Verfahren zwecks weiterer Ab
klärungen an die
Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. In prozessualer Hinsicht ersuchte sie um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung und um Bestellung von Rechtsanwältin Mirja
m
Stanek Brändle als unentgeltliche Rechts
vertreterin. Mit Eingabe vom 2
0.
Mai 2021 zog die Beschwerdeführerin das Gesuch um unentgeltliche Prozessführung und unentgeltliche Rechtsvertretung wieder zurück (
Urk.
7). Die Beschwerdegegnerin beantragte mit Beschwerde
antwort vom
2
0.
August
2021 die Abweisung der Beschwerde (
Urk.
9
), was der Beschwerdeführerin mit Verfügung vom 2
5.
Au
gust 2021 angezeigt wurde (Urk.
11).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Akten wird, soweit erforderlich, im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Am 1. Januar 2022 sind die geänderten Bestimmungen des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG), der Verordnung über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSV), des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) sowie der Verordnung über die Invaliden
versicherung (IVV) in Kraft getreten.
In zeitlicher Hinsicht sind
vorbehältlich besonderer übergangsrechtlicher Regelungen
grundsätzlich diejenigen Rechtssätze massgebend, die bei Erfüllung des rechtlich zu ordnenden oder zu Rechtsfolgen führenden Tatbestandes Geltung haben (BGE 146 V 364 E. 7.1, 144 V 210 E. 4.3.1, je mit Hinweisen). Da ferner das Sozialversicherungsgericht bei der Beurteilung eines Falles in der Regel auf den bis zum Zeitpunkt des Erlasses der streitigen Verfügung beziehungsweise des streitigen Einspracheentscheids eingetretenen Sachverhalt abstellt (BGE 144 V 210 E. 4.3.1, 132 V 215 E. 3.1.1, je mit Hinweisen), sind vorliegend die bis 31. Dezember 2021 gültig gewesenen Rechtsvorschriften anwendbar, die nach
folgend auch in dieser Fassung zitiert werden.
1.2
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Fol
gen der
gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbs
unfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.3
Mit BGE 143 V 418 entschied das Bundesgericht, dass grundsätzlich sämtliche psychischen Erkrankungen für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit einem strukturierten Beweisverfahren nach BGE 141 V 281 zu unterziehen sind (E. 6 und 7, Änderung der Rechtsprechung; vgl. BGE 143 V 409 E. 4.5.2 speziell mit Bezug auf leichte bis mittelschwere Depressionen).
Das strukturierte Beweisverfahren definiert systematisierte Indikatoren, die es
–
unter Berücksichtigung leistungshindernder äusserer Belastungsfaktoren einer
seits und von Kompensationspotentialen (Ressourcen) andererseits
–
erlauben, das tatsächlich erreichbare Leistungsvermögen einzuschätzen (BGE 141 V 281 E. 2, E. 3.4-3.6 und 4.1; vgl. statt vieler: Urteil des Bundesgerichts 9C_590/2017 vom 15.
Februar 2018 E. 5.1). Die Anerkennung eines rentenbegründenden Invaliditätsgrades ist nur zulässig, wenn die funktionellen Auswirkungen der medizinisch festgestellten gesundheitlichen Anspruchsgrundlage im Einzelfall anhand der Standardindikatoren schlüssig und widerspruchsfrei mit (zumindest) überwiegender Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sind. Fehlt es an diesem Nach
weis, hat die materiell beweisbelastete versicherte Person die Folgen der Beweis
losigkeit zu tragen (BGE 141 V 281 E. 6; vgl. BGE 144 V 50 E. 4.3).
Die für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit bei psychischen Erkrankungen im Regelfall beachtlichen Standardindikatoren (BGE 143 V 418, 143 V 409, 141 V 281) hat das Bundesgericht wie folgt systematisiert (BGE 141 V 281 E. 4.3.1):
-
Kategorie «funktioneller Schweregrad» (E. 4.3)
-
Komplex «Gesundheitsschädigung» (E. 4.3.1)
-
Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde (E. 4.3.1.1)
-
Behandlungs- und Eingliederungserfolg oder -resistenz (E. 4.3.1.2)
-
Komorbiditäten (E. 4.3.1.3)
-
Komplex «Persönlichkeit» (Persönlichkeitsdiagnostik, persönliche Res
sourcen, E. 4.3.2)
-
Komplex «Sozialer Kontext» (E. 4.3.3)
-
Kategorie «Konsistenz» (Gesichtspunkte des Verhaltens, E. 4.4)
-
gleichmässige Einschränkung des Aktivitätenniveaus in allen vergleich
baren Lebensbereichen (E. 4.4.1)
-
behandlungs- und eingliederungsanamnestisch ausgewiesener Leidens
druck (E. 4.4.2)
Beweisrechtlich entscheidend ist der verhaltensbezogene Aspekt der Konsistenz (BGE 141 V 281 E. 4.4; vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_604/2017 vom 15. März 2018 E. 7.4).
1.4
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine Vier
telsrente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine Dreiviertelsrente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.
5
1.
5
.1
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog. Valideneinkommen).
1.
5
.
2
Gemäss dem in Art. 27
bis
Abs. 2–4 IVV per 1. Januar 2018 eingeführten Berechnungsmodell für die Festlegung des Invaliditätsgrads von teilerwerbs
tätigen Versicherten nach der gemischten Methode (Art. 28a Abs. 3 IVG) werden der Invaliditätsgrad in Bezug auf die Erwerbstätigkeit und der Invaliditätsgrad in Bezug auf die Betätigung im Aufgabenbereich – weiterhin – summiert (
Art.
27
bis
Abs. 2 IVV). Die Berechnung des Invaliditätsgrads in Bezug auf die Erwerbstätig
keit richtet sich nach
Art.
16 ATSG, wobei das Erwerbseinkommen, das die ver
sicherte Person durch die Teilerwerbstätigkeit erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre, auf eine Vollerwerbstätigkeit hochgerechnet wird (Art. 27
bis
Abs. 3 lit. a IVV) und die prozentuale Erwerbseinbusse anhand des Beschäftigungsgrads, den die versicherte Person hätte, wenn sie nicht invalid geworden wäre, gewichtet wird (Art. 27
bis
Abs. 3 lit. b IVV). Für die Berechnung des Invaliditätsgrads in Bezug auf die
Betätigung im Aufgabenbereich wird der prozentuale Anteil der Einschränkungen bei der Betätigung im Aufgabenbereich im Vergleich zur Situation, wenn die versicherte Person nicht invalid geworden wäre, ermittelt. Der Anteil wird anhand der Differenz zwischen dem Beschäftigungsgrad nach Absatz 3 lit. b und einer Vollerwerbstätigkeit gewichtet (
Art.
27
bis
Abs. 4 IVV).
1.6
War eine Rente wegen eines zu geringen Invaliditätsgrades verweigert worden und ist die Verwaltung auf eine Neuanmeldung eingetreten (Art. 87 Abs. 3 IVV), so ist im Beschwerdeverfahren zu prüfen, ob im Sinne von Art. 17 ATSG eine für den Rentenanspruch relevante Änderung des Invaliditätsgrades eingetreten ist (BGE 117 V 198 E. 3a mit Hinweis; Urteil des Bundesgerichts I 659/04 vom 9. Februar 2005 E. 1.1).
1.7
Versicherungsträger und das Sozialversicherungsgericht haben die Beweise frei, das heisst ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen.
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob er für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und Situation einleuchtet und ob die Schluss
folgerungen des Experten begründet sind. Zudem muss der Arzt über die not
wendigen fachlichen Qualifikationen verfügen. Ausschlaggebend für den Beweis
wert ist grundsätzlich weder die Herkunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a; Urteil des Bundesgerichts 8C_225/2021 vom 1
0.
Juni 2021 E. 3.2, je mit Hinweisen).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin
ging im angefochtenen Entscheid
(
Urk.
2
)
davon aus, dass die Beschwerdeführerin im Gesundheitsfall
zu 50
%
erwerbstätig und zu 50
% im Aufgabenbereich Haushalt tätig wäre. Die Beschwerdeführerin sei seit Mai 2018 in ihrer Arbeitsfähigkeit eingeschränkt. Per Mai 2019, das heiss
e
im Zeitpunkt des Ablaufs des gesetzlichen Wartejahres, sei sie zu 50
%
arbeitsfähig gewesen. Der Gesundheitszustand habe sich im weiteren Verlauf verbessert. Spätestens im Zeitpunkt der Begutachtung, mithin
im
November 2019, sei von einer 70%igen Arbeitsfähigkeit auszugehen.
Das
C._
-Gutachten inklusive der ergänzenden Auskünfte der Gutachter bilde
eine beweiskräftige Beurteilungs
grundlage. Im Haushalt bestehe eine
Einschränkung von 7,5
%
. Es
ergebe sich
so
bei Ablauf des
Wartejahres ein Invaliditätsgrad von 29
% und ab B
egutachtungs
zeitpunkt von 19
%
. Die Beschwerdeführerin habe daher keinen Rentenanspruch.
2.2
Die Beschwerdeführerin wendete dagegen im Wesentlichen ein (
Urk.
1),
i
m Gesundheitsfall
wäre sie zu
100
%
erwerbstätig
.
Angesichts der bestehenden finanziellen Schwierigkeiten und Schulden sei
eine 100%ige Erwerbstätigkeit im Gesundheitsfall
absolut nachvollziehbar und würde zu einer Entlastung
ihres
Ehemannes führen. Er müsste
so
weniger Überstunden- und Samstagsarbeit leisten und hätte entsprechend mehr Kapazität zur Verfügung.
E
s sei von einer
maximal 40%igen Arbeits
fähigkeit auszugehen. Eine
lediglich
30%ige Arbeitsunfähigkeit, wie dies vo
n den
C._
-Gutachtern
ausgeführt werde, könne aus Sicht der behandelnden Ärzte alleine schon gestützt auf den Umstand,
dass nach 30 Minuten bis
aller
längstens
60 Minuten eine längere Pause not
wendig werde, schlicht nicht vorliegen.
Dass sie nicht in dem von den Gutachtern angenommen Ausmass arbeitsfähig sei, habe sich auch in den gescheiterten Arbeitsversuchen gezeigt.
Im Haushalt gehe die Beschwerdegegnerin von einer Einschränkung vo
n 7,5
%
aus.
Ein
Grund für die
Annahme dieser
nur sehr minime
n
Einschränkung sei, dass den Familienangehörigen eine grosse Mit- und Unterstützungspflicht im Haushalt auferlegt worden sei. Dabei sei vergessen worden, dass diese bereits ohne zusätz
liche Übernahme des Haushaltes stark gefordert seien. Es s
ei unbestritten
, dass ein
e gesetzliche Unterstützungspfl
i
c
ht von Angehörigen bestehe. Trotzdem könne nicht pauschal und bei allen Aufgaben auf diese Mitwirkungspflicht verwiesen werden.
Die
älteren Kinder
seien
in der Schul
e und
in der Lehre
stark gefordert
. Die Familie habe infolge des Wohnungskaufes Schulden, welche belastend seien. Dieser Umst
a
nd führe nun dazu, dass ih
r Ehemann viele Überstunden und Wochenendeinsätze bei der Arbeit leiste, um die finanzielle Situation zu verbessern und nach Möglichkeit Schulden abzuzahlen. Diese berufliche Mehr
belastung bringe
ihn
bereits jetzt an und teilweise auch über die Grenze des Belast- und Zumutbaren. Von ihm noch das zusätzliche Leisten von Hausarbeit verlangen zu wollen, sei schlicht realitätsfremd und nicht zumutbar. Weiter sei darauf hinzuweisen, dass die von der Beschwerdegegnerin beurteilt
e, nur minime Ei
nsch
r
ä
n
kung im Haushaltsbereich in einem Zeitpunkt erfolgt sei, in welchem sie nicht arbeitstätig sei. Würde sie – wie
dies gefordert werde – 70
% arbeiten, wäre es ihr infolge der immer wieder notwendigen Pausen gar nicht möglich, neben dem Arbeitspensum no
ch Haushaltsarbeit zu erledigen
.
3.
3.1
Im mit Verfügung vom 2
2.
Mai 2014 (
Urk.
10/50) abgeschlossenen Verfahren war die Beschwerdegegnerin davon ausgegangen, dass die Beschwerdeführer
in
von Januar bis Mai 2012 zu 100
%
arbeitsunfähig gewesen sei. Nach Abschluss der Akutbehandlung hätten keine gesundheitlichen Einschränkungen mehr bestanden.
3.2
3.2.1
Im
C._
-
Gutachten vom
1
2.
Dezember 2019 (
Urk.
10/100
) werden die bis zur Begutachtung der Beschwerdeführerin aktenkundigen medizinischen Berichte zusammengefasst (
Urk.
10/100/14
ff.), weshalb sie an dieser Stelle nicht noch einmal wiedergegeben werden.
3.2.2
Die
C._
-Gutachter nannten in ihrem Gutachten
(
Urk.
10/100)
als Diagnose mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit
(
Urk.
10/100/8)
:
-
Somatisierungsstörung, unter anderem mit
-
c
hronischer linksseitiger
Hemicranie
und linksseitigen Nac
k
en-/Schulterschmerzen
-
r
echtsseitigen Unterbauchschmerzen ohne organische
s
Korrelat
Als Diagnosen ohne Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit führten die Gutachter an
(
Urk.
10/100/8):
-
c
ervicomyofasziales
Schmerzsyndrom
-
d
epressive S
t
ö
r
ung mit aktuell leichtgradiger Symptomatik
-
Syringohyd
ro
myelie
C2/C3
-
s
ensible
Trigerminusneuropathie
partiell VII/VIII links
-
Verdacht auf Medikamentenübergebrauchskopfschmerzen
-
Status nach
Tolosa
-
Hunt
-Syndrom links mit retroorbitalen Kopf
schmerzen links,
Abduzen
s
parese
links, Hypästhes
i
e V I/II links
-
g
emäss Akten Status nach Verdacht auf fokale Epilepsie mit symptom
armen, komplex-fokalen Anfällen, anamnestisch seit Jahren keine Bewusstseinsstörungen und Anfallsleiden mehr
-
S
tatus nach distaler Radiusfraktu
r links, konservativ therapiert 2013
-
Übergewicht (BMI 28,5)
-
Spreizfüsse rechts mehr als links
-
Nikotinabusus
Einschränkungen der Arbeitsfähigkeit ergäben sich aus der verminderten Belast
barkeit, der geringeren Umstellungsfähigkeit und dem erhöhten Schmerzerleben, wenn ein Anspruch an die Beschwerdeführerin gestellt werde. Die Teamfähigkeit sei gegeben, sofern das Team überschaubar sei. Insgesamt sollte die Beschwerde
führerin in einem eher ruhigen Büro mit wenig wechselnder Tätigkeit arbeiten. In
einem Grossraumbüro sei sie wahrscheinlich mit de
n
Geräuschen und den ständigen Störungen überfordert und reagiere dann mit einer Schmerzzunahme. Die Beschwerdeführerin könne sich an Regeln und Routinen anpassen. Sie könne Aufgaben planen und strukturieren. Die Flexibilität und Umstellungsfähigkeit seien reduziert. Fachliche Kompetenzen könne sie anwenden. In ihrer Urteils
fähigkeit sei sie nicht eingeschränkt, ebenso wie in der Entscheidungsfähigkeit. Sie habe Mühe bei der Durchhaltefähigkeit, dies vor allen Dingen durch auf
kommende Schmerzen bei Stress. Die Selbstbehauptungsfähigkeit
sei ein
geschränkt, die Beschwerdeführerin verhalte sich wahrscheinlich eher angepasst und passiv und könne Konflikte nicht gut aushalten. Sie richte negative Gefühle gegen sich selbst, sodass es zu einer Schmerzverstärkung komme. Die Kontakt
fähigkeit zu D
ri
tten sei erhalten, ebenso
wie
die Gruppenfähigkeit. Hier sei jedoch zu beachten, dass die einzelnen Gruppen nicht gross, sondern überschaubar seien (
Urk.
10/100/9).
Es
bestehe
eine eher zur Regression und Passivität neigende Persönlichkeit
. Eine Persönlichkeitsstörung liege nicht vor
(
Urk.
10/100/9).
Betreffend
Belastungsfaktoren und Ressourcen erklärten die Gutachter, die Beschwerdeführerin sei als Mutter, Hausfrau und arbeitstätige Person insgesamt überfordert. Die umfassende Versorgung durch die Familie stelle ein Hindernis in Bezug auf die Krankheitsbewältigung und bei der Reintegration in den Arbeits
prozess dar. Die Beschwerdeführerin zeige eine passive Einstellung. Sie habe eine Ausbildung und habe über längere Strecken im Büro gearbeitet. Sie könne an gewissen gesellschaftlichen sozialen Dingen teilnehme
n
, beispielsweise gehe sie auch mit Nachbarn oder Familienmitgliedern bzw. Freunden spazieren. Die Schulden der Familie durch den Hauskauf seie
n eine mögliche Belastung (Urk.
10/100/9-10).
Hinweise auf Inkonsistenzen lägen nicht vor. Allfällige Diskrepanzen seien unbewusster Natur und durch die Störung erklärbar
(
Urk.
10/100/10)
.
In der angestammten Arbeit mit überwiegend administrativer Tätigkeit sei die Beschwerdeführerin zu 70
%
arbeitsfähig. Auch in angepasster Tätigkeit besteh
e
eine 70%ige Arbeitsfähigkeit (
Urk.
10/100/10).
Die Arbeitsunfähigkeit von 30
%
besteh
e
aus psychiatrischer Sicht wegen der Somatisierungsstörung in Kombination mit der aktuell leichten Depression. Eine zusätzliche somatische begründete Teilarbeitsunfähigkeit liege nicht vor. Die Einschätzung gelte ab dem Gutachtensdatum. Gemäss Akten habe im Verlauf eine 50%ige Arbeitsfähigkeit ab 2015 im angestammten Arbeitsumfeld bestanden. Es sei jedoch
psychiatrischerseits
sowohl im Herbst 2018 als auch im Mai 2019 eine mittel
schwere Depression attestiert worden, allerdings ohne Berücksichtigung der von ihnen gestellten
Diagnose einer somatoformen Störung. Sie könnten im Nach
hinein bezüglich des präzisen Verlaufs der Arbeitsunfähigkeit in der erwähnten Periode keine genaueren Angaben machen, da sie die Beschwerdeführerin in diesem Z
ei
t
p
unkt nicht untersucht hätten und die Aktenlage dies nicht zulass
e (
Urk.
10/100/10).
Die gesundheitlichen Einschränkungen wirkten sich aus medizinischer Sicht im Haushalt nicht aus. Sowohl Ernährung als auch Wohnungs- und Hauspflege, Ein
kauf, Wäsche- und Kleiderpflege und Betreuung von Kindern seien ohne Ein
schränkungen möglich (
Urk.
10/100/11-12).
3.2.3
Mit Schreiben vom 1
9.
Dezember 2019 (
Urk.
10/101)
wandte sich die Beschwerdegegnerin mit diversen Fragen an die Gutachter. Die
se
antworteten
am
3
0.
Januar 2020 (
Urk.
10/102) und erklärten
im Wesentlichen
, die ICD-10 Nummer für
die psychiatrische Diagnose
mit Auswirkungen auf die Arbeits
fähig
keit
sei F45.
0.
Der Verlauf der Kopfschmerzen und derer Behandlung ab 2014 bis 2018 bleibe unklar, da keine Akten vorhanden seien und die B
e
schwer
d
eführerin nur unpräzi
s
e Angaben machen könne. Sie diagnostizierten die heute beschriebenen Kopfschmerzen mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit im Rahmen der Somatisierungsstörung
. O
bjektivierbar seien die Angaben der
Beschwerdeführerin nicht im Ei
nze
ln
en, aber im Kontext nachvollziehbar. Die beklagten Kopfschmerzen würden sei
t
fast vier Jahren durch Müdigkeit oder bei Stress ausgelöst, was typisch für Kopfschmerzen im Rahmen der Somatisierungs
störung sei. Der Einfluss des Medikam
entenüberg
eb
rauchs auf die beklag
ten Kopfschmerzen sei nicht präzise zu beziffern. Sie gingen jedoch davon aus, dass dies
e
ohne wesentlichen Einfluss auf
die Arbeitsfähigkeit seien.
Bei
Beurteilung der Arbeitsfähigkeit in der bisherigen Tätigkeit sei erwähnt worden, dass die an
gestammte Bürotätigkeit aus neurologischer Sicht als ideal zu werten sei. Diese Tätigkeit könne ganztags durchgeführt werden. Infolge der Kopfschmerzen sei von einem erhöhten Pausenbedarf von 20
%
auszugehen. Als Zeitpunkt sei Mitte Oktober 2012 angenommen worden. In der Tätigkeit als Hausfrau bestehe aus neurologischer Sicht keine Einschränkung.
Die Einschränkung der Arbeitsfähigkeit sei aus psychiatrischer Sicht auf 30
%
beziffert worden. In Bezug auf den Verlauf der Arbeitsfähigkeit könnten aus psychiatrischer Sicht keine ser
i
ösen Aussagen gemacht werden, da keine Berichte zwischen 2014 und 2018 vorlägen.
Trotz teilweise widersprüchlicher Ein
schätzungen ab Mai 2018 gingen sie davon aus, dass grösstenteils bis heute eine 50%ige A
r
beitsunfäh
igkeit
bestanden habe. Während S
c
hmerzexazerbationen, insbesondere der in diesem Zeitraum neu aufgetretenen rechtsseitigen Bauch
beschwerden, sei die Arbeitsunfähigkeit zeitweise möglicherweise auch höher
gewesen, präz
ise Angaben dazu könnten sie le
ider nicht machen. Die heutige Einschätzung einer 70%igen Arbeitsfähigkeit gelte ab dem Gutachtensdatum.
3.2.4
Dr.
B._
nannte mit
undatier
t
em, am
8.
Mai 2020 bei der Beschwerdegegnerin eingegangenem
Bericht an den damaligen Rechtsvertreter der Beschwerde
führerin als Diagnosen
(
Urk.
10/110)
:
-
c
hronische Migräne
-
c
hronische faziale Schmerzen (
trigeminoautonome
)
-
r
ezidivierende Depression
-
c
hronische abdominale Schmerzen rechts unbekannter Ätiologie (Erst
diagnose 2019)
-
Verdacht auf Endometriose
Bezüglich Migräne hätte
n
sie die Attacken zeitweise reduzieren können und mit Lamotrigin sei es zu einer partiellen Verbesserung der «
facial
pain
» gekommen. Bezüglich
der
Schmerzen im viszeralen Bereich hätten sie multiple Medikamente (inklusive Opiate) und Modalitäten ohne Erfolg versuc
ht. Diagnostisch seien auch MRI
erfolgt, aber die Ursache der Schmerzen sei unklar geblieben. Die
Schmerzen
seien für die Beschwerdeführerin invalidisierend.
Sie
sei nicht belastbar und ihre Konzentration sei reduziert (wegen der chronischen Schmerzen). In den letzten Monaten sei es zu einer Exazerb
ation
der Schmerzsymptomatik gekommen. Sie habe das Teilgutachten nicht gesehen. Sie halte aber eine Arbeitsunfähigkeit von 50 bis 60
%
für
sinnvoll. Chronische Schmerzen seien schwer objektivierbar
, führten
aber
zu einer deutlichen Reduzierung der Lebensqualität. Bei der Beschwerdeführerin bestehe zwar auch eine Anpassungsstörung, dies
e
sei aber oft eine Begleiterscheinung der chronischen Schmerzsymptomatik. Sie befürworte einen Rekurs bei der Beschwerdegegnerin.
3.2.5
Mit Schreiben vom
4.
F
e
bru
a
r 2020 war
die Beschwerdegegnerin erneu
t an die Gutachter
gelangt
und frag
t
e (
Urk.
10/104), woran sie die Verbesserung der A
r
beitsunfäh
i
gkeit von 50
%
im Mai 2018 auf jetzt 30
%
konkret festmachten.
Der Gutachter
Dr.
E._
, Facharzt FMH für Allgemeine Innere Medizin,
erklärte mit Schreiben vom 1
1.
Mai 2020
(
Urk.
10/112)
, bezüglich der Arbeits
unfähig
keit
von Mai 201
8 liege ein Bericht des
Y._
vor.
Dabei
sei eine 100%ige Arbeitsunfähig
keit
ab 2015 attestiert worden. Im
Juni 2018 sei von der Psychiatrie des
Y._
eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit festgehalten worden.
Von Seiten der Neurologin sei im Juli 2018 eine Arbeitsunfähigkeit von 50
%
attestiert worden. Die psychiatrische Diagnose vom Juni 2018 sei eine rezidivierende depressive Störung, mittelgradige Episode. Bei der Begutachtung habe sich eine leichtgradige depressive Episode, die per se keine Arbeitsunfähigkeit zur Folge habe, gezeigt. Es sei somit in der
Zwischenzeit zu einer Verbesserung des Zustandsbildes der Beschwerdeführerin gekommen.
Das
Hauptproblem sei jedoch die Somatisierungsstörung, die letztendlich neurologisch und psychiatrisch berücksichtigt worden sei. Bei der Begutachtung sei
e
n nur die IV-relevanten
Faktoren berücksichtigt worden. D
ie Einschätzung beruhe daher auf einer ver
sicherungsmedizinischen Sicht und nicht a
uf der
Sicht der behandelnden Ärzte. Es sei die depressive Symptomatik anders gewichtet worden. In Bezug auf die Somatisierung sei zu sagen, dass die neur
ologischen Diagnosen letztlich
zu den Einschränkungen, wie sie im psychiatrischen Teilgutachten aufgeführt seie
n
, führten.
Der Neurolog
e gehe von einem erhöhten Pausenbedarf von 20
%
aus.
Aufgrund dieser Einschränkungen sei die Besc
hwerdeführerin insgesamt als 70
% arbeitsfähig einzuschätzen. Konkret habe sich die depressive Symptomatik zurückgebildet, die restliche Einschätzung
sei
unter versicherungsmedizinischen Aspekten
erfolgt
.
3.2.6
Dipl. Ar
z
t
F._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, sowie
Dr.
phil.
G._
, Klinischer Psychologe, vom
Y._
nannten mit Bericht an den damaligen Rechtsvertreter der Beschwerde
führerin vom 2
5.
Mai 2020 (Urk.
10/113
/1-3
) als Diagnosen
-
r
ezidivierend
e
depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode (ICD-10 F33.1)
-
Status nach
Tolosa
-
Hunt
-Syndrom links mit deutlichen Folgen bis heute mit/bei
-
e
ntzündlichem Sinus-
c
avernosus
-Syndrom links (Erstdiagnose Januar 2012)
-
p
olynukleäre
r
Menin
gi
tis nach systemischer Steroidtherapie
-
Status nach Hirnnervenausfall
N.
abducens
links und V1/V2 links
-
t
rigemin
o
autonome
Kopfschmerzen
-
Schmerzen Füsse und Unterschenkel
Eine Verschlechterung sei seit 2019 eingetreten. Es sei betreffend Depression zu einer deutlichen
Verschlechterung
gekommen. Dazu werde von
Dr.
B._
von einer chronischen Migräne, chronischen fazialen Schmerzen und chronischen abdominalen Schmerzen rechts berichtet.
Zum
C._
-Gutachten erklärten die Fachpersonen des
Y._
, die Diagnose eines Status nach
Tolosa
-
Hunt
-Syndrom sei falsch. Es liege nach wie vor ein
Tolosa
-
Hunt
-Syndrom vor. Eine Somatisierungsstörung sowie eine leichtgradige depressive Symptomatik würden ohne nachvollziehbare Begründung geliefert. D
er begutachtende
Neuro
loge führe unter Diagnosen mit Aus
wirkungen auf die Arbeitsfähigkeit
einen
Status nach
Tolosa
-
Hunt
-Syndrom auf, in der Gesamt
diagnose sei die gleiche Diagnose
jedoch
unter
den
Diagnosen ohne Auswirkung auf
die Arbeitsfähigkeit aufgeführt.
Die psychiatrischen Symptome seien sehr oberflächlich erfragt. Die Behauptung, eine somatische Erklärung für
die
Beschwerden sei nicht gefunden worden
,
sei falsch. Richtig sei Folge
erscheinungen nach
Tolos
a
-
Hunt
-Syndrom (chronische Kopfschmerzen, nicht belastungsabhängige Schmerzen, Schwindel in Zusammenhang mit den möglicherweise betroffenen Hirnnerven II, IV, VI, V1 und V2). Auch die psychischen
Folgen
seien keineswegs «d
iffus» wie im Gutachten beschrie
ben, sondern klar erfragbar. Der Allt
ag sei für die Beschwerdeführerin nicht mehr zu bewältigen
. Es bestehe eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit seit 3
1.
Dezember 2014 bis heute. Die Merkmale/Symptome der rezidivierenden depressiven Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode (ICD-10 F33.1)
,
seien vollständig erfüllt.
Es werde behauptet, der Schwindel sei «psychogen», obschon
er
ein Symptom von
Tolosa-Hunt
sein könne. Insgesamt sei die Diagnose Somatisierungsstörung (ICD-10 F45.0) sowie depressive Episode, gegenwärtig leichtgradig (ICD-10 F32.0)
,
falsch. Richtig sei Status nach
Tolosa
-
Hunt
-Syndrom links mit deutlichen Folgen bis heute neben einer mittelgradigen Depression.
4.
4.1
Die Beschwerdegegnerin stützte sich b
ei der Beurteilung der Arbeits
fähigkeit der Beschwerdeführerin im Wesentlichen auf das
C._
-Gutachten vom 1
2.
Dezember 2019 (
Urk.
10/100
)
inklusive der ergänzenden
Auskünfte der Gutachter vom 30.
Januar 2020 (E. 3.2.3) und vom 1
1.
Mai 2020 (E. 3.2.5)
und
ging davon aus, dass die B
eschwerdeführerin seit Mai 2018 in ihrer Arbeitsfähigkeit eingeschränkt sei. Im
Mai 2019, das heisst gemäss Beschwerdegegnerin im Zeitpunkt
des Ab
laufs des Wartejahres, ging die Beschwerdegegnerin von einer 50%igen und im Zeitpunkt der Begutachtung von einer 70%
igen Arbeitsfähigkeit aus (vgl.
E
.
2.1).
4.2
Den von Versicherungsträgern im Verfahren nach Art. 44 ATSG eingeholten, den Anforderungen der Rechtsprechung entsprechenden Gutachten externer Spezial
ärzte (sogenannte Administrativgutachten) ist Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 137 V 210 E. 1.3.4, 135 V 465 E. 4.4; Urteil des Bundesgerichts 8C_77/2021 vom 20. April 2021 E. 3 mit Hinweisen).
Vorliegend bestehen keine Indizien, welche gegen die Zuverlässigkeit des
C._
-Gutachten vom 1
2.
Dezember 2019 (
Urk.
10/100
)
inklusive der ergänzenden Aus
künfte der Gutachter vom 3
0.
Januar 2020 (E. 3.2.3) und vom 1
1.
Mai 2020 (E.
3.2.5)
sprächen. Vielmehr beruht das Gutachten
inklusive Ergänzungen
auf den
erforderlichen allseitigen Untersuchungen, wurde in Kenntnis der und in Aus
einandersetzung mit den Vorakten erstattet, berücksichtigt die geklagten Beschwerden und setzt sich mit diesen sowie dem Verhalten der Beschwerde
führerin auseinander. Die Gutachter haben die medizinischen Zustände und Zusammenhänge zudem einleuchtend dargelegt und ihre Schlussfolgerungen nachvollziehbar begründet
(vgl. E. 1.
7
).
Die Gutachter haben dabei die funktionellen Auswirkungen medizinisch anhand der Indikatoren (vgl. E. 1.3) schlüssig und widerspruchsfrei festgestellt und haben somit den normativen Vor
gaben Rechnung getragen (vgl. BGE 144 V 50 E. 4.3).
Anzufügen ist jedoch, dass sich entgegen der Annahme der Beschwerdegegnerin aus
den Angaben der Gutachter
nicht ergibt, dass die Beschwerdeführerin erst seit Mai 2018 in der Arbeitsfähigkeit eingeschränkt ist
, konnten die Gutachter doch f
ür die Zeit vor Mai 2018 keine seriösen Angaben zur Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin machen (
Urk.
10/102/5).
Da
sich die Beschwerdeführerin am 1
3.
Juni 2018 (
Urk.
10/59) – erneut – bei der Beschwerdegegnerin zum Leistungs
bezug angemeldet hat, kann ihr Leistungsanspruch
frühestens im Dezember 2018 entstehen
(vgl.
Art.
29
Abs.
1 IVG). Ihr Leistungsanspruch kann daher -
wie nach
folgend zu zeigen –
trotz der unklaren Leistungsfähigkeit vor M
a
i 2018 rechts
genügend beurteilt werden.
4.3
4.3.1
Aus dem undatierten, am
8.
Mai 2020 bei der Beschwerdegegnerin eingegangenen Bericht von
Dr.
B._
(E. 3.2.4)
ergibt sich nichts, was
die Ein
schätzung der Gutachter infrage stellen würde.
Dr.
B._
führte zwar die Diagnosen Migräne und chronische
faziale Schmerzen (
trigeminoautonome
)
an
, welche von den Gutachtern nicht
gestellt
wur
den. Die Gutachter berücksichtigen jedoch
bei ihrer Beurteilung
die entsprechenden Beschwerden
, führten sie betreffend Kopfschmerzen doch die Diagnose chronische linksseitige
Hemikranie
verbunden mit linksseitigen Nacken-Schulterschmerzen an und massen d
en ent
sprechenden Beschwerden
im Rahmen der Somatisierungsstörung Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit zu.
S
ie erachteten jedoch die Ursache der geschilderten Kopfschmerzen als unklar und hielten fest, dass die Diagnose vom
trigemino
-autonomen-Kopfschmerzen nicht eindeutig gestellt werden könne (
Urk.
10/100/47)
.
Dass die Ursache der – unbestrittenen – Kopfschmerzen unklar ist
, wurde
denn auch
von Dr.
B._
bestätigt (
Urk.
10/110/1).
Die von
Dr.
B._
attestierte 50- bis 60%ige Arbeitsunfähigkeit weicht zwar von der Einschätzung der Gutachter, welche im Gutachtenszeitpunkt noch eine 30%ige Arbeitsunfähigkeit attestierten
,
ab. Es besteht jedoch kein eklatanter Widerspruch.
In Anbetracht der Tatsache, dass es bei der Würdigung des Bericht
s
von
Dr.
B._
der Erfahrungstatsache Rechnung zu tragen
gilt
, dass behandelnde Ärzte, mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauens
stellung, in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patientinnen und Patienten aus
sagen (BGE 135 V 465 E. 4.5, 125 V 351 E. 3b/cc)
und unter Berücksichtigung, dass die Beurteilung der Arbeitsfäh
i
gkeit unausweichlich Ermessenszüge trägt (BGE 145 V 361 E. 4.1.2), gibt die von
Dr.
B._
attestierte 50- bis 60%ige Arbeitsunfähigkeit kein
en
Anlass, die E
insch
ä
t
zung der
C._
-Gutachter infrage zu stellen.
Wie nachfolgend zu zeigen (E. 7) würde
im Übrigen
auch bei einer andauernden 50%igen – oder gar 60%igen – Arbeitsunfähigkeit kein Renten
anspruch besteh
en.
4.3.2
Die Fachpersonen des
Y._
kritisierten, die Gutachter hätten einen Status nach
Tolosa
-
Hunt
-Syndrom festgehalten, obwohl das Syndrom weiterhin bestehe
(E.
3.2.6)
. Die Fachpersonen des
Y._
begründe
te
n ihr Vorbringen nicht. Viel
mehr
wiesen sie auch selb
er
darauf hin (
Urk.
10/113/2)
, dass in der MRI-Untersuchung des
N
e
urocarainums
vom 2
0.
März 2013 das Syndrom nicht (mehr) feststellbar war (
vgl. auch
Urk.
10/100/46) u
nd die MRI-Untersuchung vom 30.
November 2018 keinen pathologischen Befund zeigte (
vgl.
Urk.
10/113/4
).
Die Fachpersonen des
Y._
führten denn auch selber die Diagnose Status nach
Tolosa
-
Hunt
-Syndrom links sowohl unter den Diagnosen (
Urk.
10/113/1) als auch unter den «richtigen» Diagnosen (
Urk.
10/113/3) an.
Es ist daher nicht nach
vollziehbar, weshalb sie die Diagnose Status nach
Tolosa
-
Hunt
-Syndrom
links
infrage stell
t
en. Der Verweis auf
Dr.
med.
H._
vom Schmerzzentrum
I._
ver
mag hieran nichts zu ändern.
Dass d
er
neurologische Teilgutachter den Status nach
Tolosa
-
Hun
t
-Syndrom
links unter den Diagnosen mit A
u
swirku
n
g
en auf die Arbeitsfähigkeit aufführte
(
Urk.
10/100/46)
, im Gesamtgutachten diese
Diagnose aber
unter den Diagnosen ohne
Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit
aufgelistet wurde
(
Urk.
10/100
/8), stellt entgegen dem Einwand der Fachpersonen des
Y._
kein
en
Widerspruch dar. Die unbestritten (weiter) bestehenden Beschwerden der Beschwerdeführerin, welche
der
Neurolog
e
– unter anderem -
dem Status nach
Tolosa
-
Hunt
-Syndrom zu
ordnete
, wurden im Gesamtgutachten (auch) unter d
e
r Diagnose
Somatis
ierungsstöru
ng
im Rahmen der Diagnosen mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit
berücksichtigt.
Aus
psychiatrischer Sicht
erklärten
die Fachpersonen des
Y._
, dass die Folgen keine
swegs
«diffus», sondern klar erfragbar
seien. Sie
führ
t
en
dabei
einen
psychiatrischen Befund an (
Urk.
10/113/2). Den wörtlich gleichen Befund hatten
sie
jedoch
bereits
in einem B
eri
cht vom 2
3.
Mai 2018 angeführt (
Urk.
10/58). E
s
handelt sich
somit bei den im Bericht vom 2
5.
Mai 2020 genannten Befunden
nicht um
aktuelle psychiatrische
Befunde
. Da
– wie dargelegt (E. 4.
2
)
-
der frühestmögliche
theoretische Rentenbeginn im Dezember 2018 ist, kann die Beschwerdeführerin aus allfälligen Befunden von
Mai 2018 von vornherein nichts
zu ihren Gunsten ableiten
.
4.4
Nach dem Gesagten erweist es sich als rechtens, dass die Beschwerdegegnerin auf das
C._
-Gutachten vom 1
2.
Dezember 2019 (
Urk.
10/100
)
inklusive der ergänzenden Auskünfte der Gutachter vom 3
0.
Januar 2020 (E. 3.2.3) und vom 1
1.
Mai 2020 (E. 3.2.5) abgestellt hat.
5
.
5
.1
Sowohl bei der erstmaligen Prüfung des Rentenanspruchs als auch bei der Rentenrevision und im Neuanmeldungsverfahren ist die Methode der Invaliditätsbemessung (Art. 28a IVG) zu bestim
men (BGE 144 I 28 E. 2.2, 117 V
198 E. 3b).
Die für die Methodenwahl (Einkommensvergleich, gemischte Methode, Betätigungsvergleich) entscheidende Statusfrage, nämlich ob eine versicherte Person als ganztägig oder zeitweilig erwerbstätig oder als nichterwerbstätig ein
zustufen ist, beurteilt sich danach, was die Person bei im Übrigen unveränderten Umständen täte, wenn keine gesundheitliche Beeinträchtigung bestünde. Ent
scheidend ist somit nicht, welches Ausmass der Erwerbstätigkeit der versicherten Person im Gesundheitsfall zugemutet werden könnte, sondern in welchem Pensum sie hypothetisch erwerbstätig wäre. Bei im Haushalt tätigen Versicherten im Besonderen (vgl. Art. 27 IVV) sind die persönlichen, familiären, sozialen und erwerblichen Verhältnisse ebenso wie allfällige Erziehungs- und Betreuungs
aufgaben gegenüber Kindern, das Alter, die beruflichen Fähigkeiten und die Aus
bildung sowie die persönlichen Neigungen und Begabungen zu berücksichtigen. Massgebend sind die Verhältnisse, wie sie sich bis zum Erlass der Verwaltungs
verfügung entwickelt haben, wobei für die hypothetische Annahme einer im Gesundheitsfall ausgeübten (Teil-)Erwerbstätigkeit der im Sozialversicherungs
recht übliche Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit erforderlich ist (BGE 144 I 28 E. 2.3, 141 V 15 E. 3.1, 137 V 334
E. 3.2, 125 V 146 E. 2c, 117 V
194 E. 3b).
Die Beantwortung der Statusfrage erfordert zwangsläufig eine hypothetische Beurteilung, die auch die hypothetischen Willensentscheidungen der versicherten Person zu berücksichtigen hat. Diese Entscheidungen sind als innere Tatsachen wesensmässig einer direkten Beweisführung nicht zugänglich und müssen in der Regel aus äusseren Indizien erschlossen werden (vgl. BGE 144 I 28 E. 2.4; Urteil des Bundesgerichts 8C_178/2021 vom 11.
Mai
2021 E. 3.2 mit Hinweisen).
5
.2
Die Beschwerdegegnerin qualifizierte die Beschwerdeführerin als im Gesundheits
fall zu 50
%
erwerbs
-
und zu 50
%
im Haushalt tätig (
E. 2.1
). Die Beschwerde
führerin macht demgegenüber geltend, dass sie im Gesundheitsfall zu 100
%
erwerbstätig wäre (
E. 2.2
).
Im
Ab
klärungsbericht betreffend die Erhebung vom
5.
Oktober 2020 (
Urk.
10/118) ist festgehalten, dass
die Beschwerdeführerin erklärt
habe, sie wolle einfach nur weg von zu Hause, daher würde sie im Gesundheitsfall in einem 100%-Pensum arbeiten. Wie sich das mit der Familie vereinbaren liesse, stehe nicht im Vordergrund. Gemäss Abklärungsbericht w
u
rde die Aussage von der Beschwerdeführerin
im Verlauf des Gesprächs
korrigiert. Mit den inzwischen drei Kindern könnte sie ja gar nicht voll erwerbstätig sein. Das habe sie bei Gesundheit und zwei Kindern ja auch nicht gemacht. Sie könne sich ein Leben bei Gesundheit nicht vorstellen.
Im
Abklärungsbericht
wird weiter ausgeführt, dass
der Ehemann erklärt
habe
, dass eine Erwerbstätigkeit am Morgen jeweils realistisch sei. Die
s
wäre genug, sei die Ferienzeit ja auch noch zu regeln. Finanziell habe sich die Familie mit einem geringen Einkommen arrangiert. Sie hätten sich eine grosse Wohnung gekauft und hätten damit eine Mietbelastung, welche sie tragen könnten (
Urk.
10/118/4).
Die Beschwerdeführerin lebt zusammen mit ihrem Ehemann, welcher in einem Pensum von 100
%
arbeitet, sowie einer 2004 geborenen Tochter, welche eine Lehre macht, einer 2006 geborenen Tochter, welche
– im Abklärungszeitpunkt -
noch zur Schule geht und einem 2015 geborene
n
Sohn (
Urk.
10/118/4
; Urk.
10/52
).
Die Beschwerdeführerin schloss 2001 eine Bürolehre ab (
Urk.
10/15/3).
Nach Lehrabschluss war sie bis August 2004 bei
der
J._
AG angestellt (U
r
k.
10/15/2). Sie erzielte dabei im Jahr 2003 ein Einkommen von Fr. 53'465.
(Urk.
10/
65
). N
a
chdem die Beschwerdeführerin
im Februar 2004
eine Tochter zur Welt gebra
c
ht hatte
(
Urk.
10/1)
, bezog sie ab Oktober 2004 bis März 2006 Arbeitslosenentschädigung
(
Urk.
10/65)
.
Im Juni 2006
wurde sie er
neut M
utter
(
Urk.
10/8/3)
. Im Jahr 2007 erzielte sie ein Einkommen von Fr. 575.--
(
Urk.
10/
65
)
. Ab Januar 2008 war die Beschwerdeführerin bei
K._
angestellt
(
Urk.
10/65)
.
Der Arbeitgeber gab
an, die Beschwerdeführerin habe in einem
Pensum von
20 Stunden
pro Woche
bei
einer betriebsüblichen Arbeitszeit von 42 Stunden pro Woche
gearbeitet (
Urk.
10/32/2)
. Anlässlich der aktuellen H
a
ushaltsabkl
ä
rung erklärt
e
die Beschwerdeführerin ebenfalls, sie sei
beim damaligen Arbeitgeber
für vier Stunden pro Tag angestellt gewe
s
en (U
r
k.
10/11
8/3).
Im Jahr 2012 hatte die Beschwerdeführerin jedoch anlässlich eines Gesprächs gegenüber der Beschwerdegegnerin erklärt, zuerst in einem 60%- und seit 2012 in einem 100%-Pensum gearbeitet zu haben
(
Urk.
10/21/3)
.
Eine 100%ige Arbeitstätigkeit ergibt sich aus den vom damaligen Arbeitgeber zu Händen der Beschwerdegegnerin deklarierten Lohnzahlungen
allerdings nicht (
Urk.
10/32/3)
.
Im IK-Auszug sind
ab 2008
folgende
Ei
n
k
ommen
aufgeführt
: 2008: Fr. 17'525.--, 2009: Fr. 19'000.--, 2010: Fr. 8
’
000.--, 2011: Fr. 30'000.--, 2012; Fr. 30'000.
--
; 2013 (bis April): Fr. 10’
000.--
(
Urk.
10/
65
)
.
Gemäss ihren eigenen Angaben erzielte die Beschwerdeführerin im Jahr 2012 einen Stunden
lohn von Fr. 30.-- (
Urk.
10/8/5,
Urk.
10/21/2). Das von ihr bis 2012 erzielte Ein
kommen entsprach
somit
knapp einem 50%-Pensum (Fr. 30.
x 8,4 x 21,7 x 12 = Fr.
65'620.80).
Mit Ausnahme der Angabe anlässlich des
Gesprächs im Jahr 2012
(
Urk.
10/21)
erg
e
ben sich
somit
keine
rlei
Hinweise darauf, dass die Beschwerdeführerin
nach Geburt ihres ersten Kindes je in
einem
höheren als einem 5
0%-Pensum gearbeitet hätte.
Im Jahr 2014 hat die Beschwerdeführerin
im Übrigen
nochmals für
Syilir
Cennet gearbeitet, gemäss ihren eigenen Angaben in einem Pensum von 40 bis 50
%
(
Urk.
10/100/26).
In Anbetracht des Gesagten und unter Berücksichtigung, dass die Beschwerde
führerin nach der Geburt ihres
3.
Kindes trotz der gesundheitlichen Möglichkeit
(vgl. E. 4)
keine
r
Erwerbstätigkeit
nachgegangen ist
, erweist
sich
die Annahme
der Beschwerdegegnerin, die Beschwerdeführerin wäre im Gesundheitsfall in einem 50%-Pensum arbeitstätig,
als nachvollziehbar. Hieran vermag auch nichts zu
ändern, dass ein
zusätzliches
E
rw
erbseinkommen die Familie der Beschwerde
führerin finanziell entlasten würde, hat die Beschwerdeführerin
doch
– wie
eben
dargelegt – ihr
e
verbliebene
Arbeitsfäh
igkeit
auch zuletzt nicht verwertet, obwohl
es ihr
zumutbar gewesen wäre.
Es erweist sich daher als rechtens, dass die Beschwerdegegnerin die Beschwerdeführerin als im Gesundheitsfall zu 50
%
erwerbs- und zu 50
%
im Haushalt tätig quali
f
i
zie
rte.
6.
6.1
Während die Beschwerdegegnerin gestützt auf den Abklärungsbericht betreffend die Abklärung vom
5.
Oktober 2020 davon ausging (
Urk.
10/118), dass die Beschwerdeführerin im Haushalt
zu 7,5
%
bzw. gewichtet zu 3,75
%
ein
geschränkt sei, macht
e
die Beschwerdeführerin geltend, es läge eine
weiter
gehende
Einschränkung vor
.
Sie begründete dies insbesondere damit, dass ihr Ehemann nicht im von der Beschwerdegegnerin angenommenen Umfang Unter
stützung leisten könne
(E. 2.2)
.
6.2
6.2.1
Die Arbeitsunfähigkeit im Sinne von Art. 28 Abs. 1 lit. b IVG entspricht der Ein
busse an funktionellem Leistungsvermögen im bisherigen Beruf oder Aufgaben
bereich
(Art. 6 ATSG; BGE 130 V 97 E. 3.2). Bei der Bemessung der Invalidität von im Haushalt tätigen Versicherten ist die Schadenminderungspflicht von erheblicher Relevanz. Nach der Rechtsprechung ist dabei vom Grundsatz auszu
gehen, dass einem Leistungsansprecher im Rahmen der Schadenminderungs
pflicht Massnahmen zuzumuten sind, die ein vernünftiger Mensch in der gleichen Lage ergreifen würde, wenn er keinerlei Entschädigung zu erwarten hätte. Für die im Haushalt tätigen Versicherten bedeutet dies, dass sie Verhaltensweisen zu ent
wickeln haben, welche die Auswirkungen der Behinderung im hauswirtschaft
lichen Bereich reduzieren und ihnen eine möglichst vollständige und unab
hängige Erledigung der Haushaltarbeiten ermöglichen. Kann die versicherte Person wegen ihrer Behinderung gewisse Haushaltarbeiten nur noch mühsam und mit viel höherem Zeitaufwand erledigen, so muss sie in erster Linie ihre Arbeit einteilen und in üblichem Umfang die Mithilfe von Familienangehörigen in An
spruch nehmen. Ein invaliditätsbedingter Ausfall darf bei im Haushalt tätigen Personen nur insoweit angenommen werden, als die Aufgaben, welche nicht mehr erfüllt werden können, durch Drittpersonen gegen Entlöhnung oder durch Angehörige verrichtet werden, denen dadurch nachgewiesenermassen eine Erwerbseinbusse oder doch eine unverhältnismässige Belastung entsteht. Die im Rahmen der Invaliditätsbemessung bei einer Hausfrau zu berücksichtigende Mit
hilfe von Familienangehörigen geht daher weiter als die ohne Gesundheits
schädigung üblicherweise zu erwartende Unterstützung. Geht es um die Mitarbeit von Familienangehörigen, ist danach zu fragen, wie sich eine vernünftige Familiengemeinschaft einrichten würde, wenn keine Versicherungsleistungen zu erwarten wären. Dabei darf nach der Rechtsprechung unter dem Titel der Schadenminderungspflicht nicht etwa die Bewältigung der Haushalttätigkeit in einzelnen Funktionen oder insgesamt auf die übrigen Familienmitglieder über
wälzt werden mit der Folge, dass gleichsam bei jeder festgestellten Einschränkung danach gefragt werden müsste, ob sich ein Familienmitglied finden lässt, das allenfalls für eine ersatzweise Ausführung der entsprechenden Teilfunktion
infrage
kommt. Schliesslich vermag die Tatsache, dass sich die der Recht
sprechung zugrunde liegenden, in Art. 159 Abs. 2 und 3 ZGB zwischen den Ehe
gatten und in Art. 272 ZGB zwischen Eltern und Kindern statuierten Beistands
pflichten nicht unmittelbar durchsetzen lassen (d.h. weder klagbar noch voll
streckbar sind), sondern nur freiwillig erfüllt werden können, an der Schaden
minderungspflicht der im Haushalt beschäftigten Versicherten nichts zu ändern. Denn wie auch im Erwerbsbereich darauf abzustellen ist, ob die verbleibende Erwerbsfähigkeit auf einem ausgeglichenen Arbeitsmarkt grundsätzlich verwert
bar ist, unabhängig davon, ob eine solche Anstellung rechtlich durchsetzbar ist, ist auch in Bezug auf den Haushaltbereich davon auszugehen, was
in der sozialen Realität üblich und zumutbar ist, unabhängig davon, ob eine Mithilfe rechtlich durchsetzbar ist (BGE 133 V 504 E. 4.2 mit Hinweisen).
6.2.2
Die von einer qualifizierten Person durchgeführte Abklärung vor Ort (nach Massgabe des Art. 69 Abs. 2 IVV; vgl. auch Rz. 3600 ff. des Kreisschreibens über Invalidität und Rente in der Invalidenversicherung, KSIR, gültig ab 1. Januar 2022) stellt für gewöhnlich die geeignete und genügende Vorkehr zur Bestimmung der gesundheitlichen Einschränkung im Haushalt dar.
Hinsichtlich des Beweiswerts der entsprechenden Berichterstattung ist wesentlich, dass sie durch eine qualifizierte Person erfolgt, die Kenntnis der örtlichen und räumlichen Verhältnisse sowie der aus den medizinischen Diagnosen sich ergebenden Beeinträchtigungen und Behinderungen hat. Weiter sind die Anga
ben der versicherten Person zu berücksichtigen, wobei divergierende Meinungen der Beteiligten im Bericht aufzuzeigen sind. Der Berichtstext schliesslich muss plausibel, begründet und angemessen detailliert bezüglich der einzelnen Ein
schränkungen sein sowie in Übereinstimmung mit den an Ort und Stelle erhobenen Angaben stehen.
6.3
Die Beschwerdeführerin beanstandet
e
nicht konkret, inwieweit die Ein
schätzungen der Abklärungsperson nicht zutreffen würden. Die gemachten Ein
schätzungen erweisen sich denn auch
als
nachvollziehbar.
So erweist es sich beispielsweise ohne Weiteres als zumutbar, dass der Ehemann
der Beschwerde
führerin
die Wochen
endeinkäufe erledigt, wobei es auch ohne
Weiteres
möglich wäre
,
dass die Beschwerdeführerin
diese
online
tätigt
(vgl.
https://www.srf.ch/news/schweiz/ende-der-corona-massnahmen-war-die-zer
tifikatspflicht-richtig-herr-berset
, wonach dies im Zusammenhang mit dem Coronavirus Risikogruppen zumutbar ist
).
Sodann
hält die Abklärungsperson zu
treffend fest, dass es der Beschwerdeführerin zumutbar wäre, Speisen vorrätig zu kochen, sodass sie nicht jeden Tag frisch kochen müsste (
v
gl.
Urk.
10/118/6)
.
Hinsichtlich der familiären Unterstützung gilt es zu beachten, dass diese nicht nur vom Ehemann, sondern auch
von den beiden älteren Kindern erwartet werden kann (
E. 6.2.1
).
Der Abklärungsbericht trägt
insgesamt
den Einschränkungen der Beschwerdeführerin und der Mitwirkungspflicht der Familienangehörigen an
gemessen Rechnung.
Es erweist sich nach dem Gesagten als rechtens, dass die Beschwerdegegnerin für den Aufgabenbereich von einer Einschränkung von 7,5
%
bzw. gewichtet von 3,75
%
ausgegangen ist.
7.
7.1
Für den Einkommensvergleich sind die Verhältnisse im Zeitpunkt des (hypothetischen) Beginns des Rentenanspruchs massgebend, wobei Validen- und Invalideneinkommen auf zeitidentischer Grundlage zu erheben und allfällige rentenwirksame Änderungen der Vergleichseinkommen bis zum Verfügungs
erlass zu berücksichtigen sind (BGE 143 V 295 E. 4.1.3, 129 V 222 E. 4.1 und E. 4.2, 128 V 174).
Nachdem die Beschwerdeführerin sich im Juni 2018 zum Leistungsbezug angemeldet hat
(
Urk.
10/5
9
)
,
ist der
frühestmögliche Rentenbeginn
– wie dar
gelegt (E. 4.2)
-
im
Dezember 201
8.
Dies bedeutet, dass der Invaliditätsgrad – lediglich - gemäss dem in
Art.
27
bis
Abs.
2–4 IVV p
er
1.
Januar 2018 eingeführten
Berechnungsmodell zu ermitteln ist.
7.2
Der Einkommensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt.
Sind indessen Validen- und Invalideneinkommen ausgehend vom gleichen Tabellenlohn zu berechnen, er
übrigt sich deren genaue Ermittlung. Diesfalls entspricht der Invaliditätsgrad dem Grad der Arbeitsunfähigkeit unter Berücksichtigung eines allfälligen Abzugs vom Tabellenlohn. Dies stellt keinen «Prozentvergleich» dar, sondern eine rein rechnerische Vereinfachung (Urteil des Bundesgerichts 8C_148/2017 vom 19. Juni 2017 E. 4 unter Hinweis auf Urteil 9C_675/2016 vom 18. April 2017 E. 3.2.1).
Die Beschwerdeführerin kann die angestammte Tätigkeit weiterhin ausüben, und zwar im
Dezember 2018
in einem Pensum von 50
%
. Entsprechend ergibt sich für den
Erwerbsbereich ab
Dezember 2018
ein Invaliditätsgrad von 50
%
bzw. gewichtet von 25
%
. Ab dem Zeitpunkt der Begutachtung, das heisst Ende Oktober 2019 (
Urk.
10/100/3), war der Beschwerdeführerin die angestammte Tätigkeit zu 70
%
zumutbar, woraus sich ein Invaliditätsgrad von 30
%
bzw. gewichtet von 15
%
ergibt. Diese Verbesserung ist ab Februar 2020 zu berücksichtigen (
Art.
88a
Abs.
1 IVV
;
vgl. Urteile des Bundesger
i
chts
I
569/06 vom 20. November 2006
E. 3.3 und
I
792/06 vom 26. September 2007
E. 8.2
)
.
8.
Zusammenfassend ist
die Beschwerdeführerin als im Gesundheitsfall zu 50
%
erwerbs- und zu 50
%
im Haushalt tätig zu qualifizieren. Während im Haushalt eine gewichtete Einschränkung von 3,75
%
besteht, beträgt die gewichtete Ein
schränkung im Erwerbsbereich bis Januar 2
020 25
%
und ab Februar 2020 15
%.
Insgesamt ergibt sich so bis Januar 2020 ein Invaliditätsgrad von 28,75
%
und ab Februar 2020 von 18,75
%
. Die Beschwerdeführerin hat daher keinen Renten
anspruch. Die
Beschwerde ist entsprechend ab
zuweisen.
9.
Gemäss
Art.
69
Abs.
1
b
is
IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um die Bewilligung oder die Verweigerung von Leistungen der Invalidenversicherung vor dem kantonalen Versicherungsgericht in Abweichung von
Art.
61 lit. a ATSG kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensaufwand und unab
hängig vom Streitwert festgelegt. Vorliegend erweist sich eine Kostenpauschale von
Fr.
900.-- als angemessen, welche ausgangsgemäss der Beschwerdeführerin aufzuerlegen ist.