# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 57da8943-fe9a-434a-bd0b-ff8a3ee50640
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2013
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
Die 1962 geborene
X._
war
vom
1.
September 2003
bis 1. Februar 2011
als Reinigungsmitarbeiterin bei der
Y._
AG
angestellt
und
dadurch
bei der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt (SUVA)
obligato
risch
unfall
versichert
(Urk. 8/1
,
Urk.
8/134/3
)
.
Nachdem
sie
ab
November 2006
insbesondere
krankheits
bedingt
in ihrer
Arbeitsfähigkeit
eingeschränkt gewesen war
(Urk. 8/11, Urk. 8/32
),
meldete
sie
sich
Ende
Oktober 2007 bei der Sozial
versicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, zum
B
ezug
von Leistungen der Invalidenversicherung
an
(
Urk.
8/51/2).
Am 6.
Dezember 2008
zog sich
X._
zuhause bei einem Sturz
auf die rechte Hand
eine distale intraartikuläre, nach dorsal dislozierte Radiusfraktur mit Abriss des
Processus
styloideus
uln
ae
zu, welche am 12.
Dezember 2008 im
Spital Z._
o
steosynthetisch
versorgt wurde (Urk. 8/9-10).
Wegen
persistierender
Beschwerden
wurde
das
Osteo
synthesematerial
am
11.
Mai 2010
im
Spital A._
entfernt (Urk. 8/97)
.
Hernach
klagte
die Versicherte über
eine Zunahme der Schmerzen
(Urk. 8/104).
Gestützt auf die kreisärztliche
Abschlussuntersuc
hung vom 19. Oktober 2010 (Urk. 8/113) eröffnete
ihr
die SUVA am 4.
November 2010, dass sie die Heilbehandlungsleistungen
per sofort
einstel
le und noch bis am 31.
Januar 2011 Taggeld ausrichten werde.
Überdies
werde sie prüfen, ob die Voraussetzungen für weitere
Leistungen erfüllt seien (Urk. 8/115). Mit Verfügung vom 31.
März 2011 sprach die SUVA der Versi
cherten eine Integritätsentschädigung auf der Basis einer Integritätseinbusse von 5
% zu, wogegen sie
den
Anspruch auf eine Invalidenrente
verneinte (Urk. 8/137).
Dagegen erhob d
ie
Versicherte am 2.
Mai 2011 Ei
nsprache
und be
antragte die
Zusprache
einer Rente
bei
eine
m
Invaliditätsgrad
von 33 %
(Urk. 8/149/
1-3)
.
Diese wies die SUVA gestützt auf die
Aktenbeurteilung
ihrer Abteilung Versicherungsmedizin
vom 11. April 2012 (Urk. 8/167)
mit
Entscheid vom
20.
April 2012
ab
(Urk.
2)
.
2.
Dag
egen
erhob
X._
am
25.
Mai 2012 Beschwerde und beantragte,
der
Einspracheentscheid
v
om 20. April 2012
sei aufzuheben
und ihr seien eine
R
ente
bei einem Invaliditätsgrad
von 50
% sowie eine Integritäts
entschädigung
aufgrund einer Integritätseinbusse
von mindestens 35 % zuzusprechen (Urk.
1). Die SUVA
schloss
in der
Beschwerdeantwort vom 27.
Juni 2012
auf
Abweisung der Beschwerde, soweit darauf
einzutreten sei (Urk.
7). Nach
dem sich die Ver
si
cherte innert der mit Verfügung vom 17.
Juli 2012
(Urk. 10)
angesetzten Frist zur
Einreichung einer Replik nicht hatte vernehmen lassen
(Urk.
12)
, reichte sie
am 26. September 2012 (Urk. 13) und 7. Februar 2013 (Urk.
16)
unaufgefordert weitere
Eingaben ein.
3.
Mit
rechtskräftiger
Verfügung
des hiesigen Gerichts
vom 21. Mai 2013 wurde das unter der Geschäftsnummer IV.2012.01119 angelegte Verfahren betreffend Rente der Invalidenversicherung als durch Rückzug der Beschwerde erledigt ab
geschrieben.
4.
Auf die Ausführungen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, so
weit erforderlich, in den nachstehenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Die Beschwerdegegnerin hat
im angefochtenen
E
ntscheid (Urk. 2)
die zur Beur
teilung der Streitsache massgebenden rechtlichen Grundlagen und die einschlä
gige Rechtsprechung zutreffend wiedergegeben. Es betrifft dies insbesondere die Bestimmungen über den Anspruch auf Leistungen der Unfallversicherung im Allgemeinen (Art. 6 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung [UVG]), den vorausgesetzten natürlichen und adäquaten Kausalzusammenhang zwischen dem Unfall und dem eingetretenen Schaden (BGE 129 V 177 E. 3 mit Hinweisen) sowie die Voraussetzungen für den Anspruch auf eine Invaliden
rente der Unfallversicherung und die Bemessung des Invaliditä
tsgrad
s mittels Einkommensvergleich
s
(Art. 18 Abs. 1 UVG in Verbindung mit Art. 16 des Bun
desgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG]).
Richtig sind
auch
die Darlegungen zu
r
Adäquanz des Kausalzusammenhangs namentlich bei psychischen Folgen von
banalen
und
leichten
Unfallereignissen
(BGE
115 V
133 E. 6
a).
Darauf kann verwiesen werden.
1.2
Ergänzend ist festzuhalten, dass
hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes entscheidend ist, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden be
rücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der me
dizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen in der Experti
se begründet sind (BGE 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c). Auch den Berichten
und Gutachten versicherungsinterner Ärzte und Ärztinnen kommt Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen.
Die Tatsache allein, dass der befragte Arzt oder die befragte Ärztin in einem Anstellungsverhältnis zum Versicherungsträger steht, lässt nicht schon auf mangelnde Objektivität und auf Befangenheit schliessen. Es bedarf vielmehr be
sonderer Umstände, welche das Misstrauen in die Unparteilichkeit der Beurtei
lung objektiv als begründet erscheinen lassen. Im Hinblick auf die erhebliche Bedeutung, welche den Arztberichten im Sozialversicherungsrecht zukommt, ist an die Unparteilichkeit des Gutachters oder der Gutachterin allerdings ein stren
ger Massstab anzulegen (RKUV 1999 Nr. U 356 S. 572; BGE 122 V 157 E. 1c; vgl. auch 123 V 331 E. 1c).
2.
2.1
Die am 31.
März 2011 verfügungsweise
(Urk. 8/137)
zugesprochene
Integritäts
entschädigung
nach Massgabe
einer Integritätseinbusse von 5 %
wurde im
Ein
spracheverfahren
(Urk
. 8/149
/1-3
)
nicht beanstandet
. Diesbezüglich ist die Ver
fügung mangels Anfechtung in Teil
rechtskraft erwachsen (vgl. BGE 119 V 347 E.
1b).
Soweit
in
der Beschwerde
schrift
eine
höhere als die
gewährte
Integritäts
entschädigung
verlangt
wird (U
rk. 1 S.
1)
, kann
daher
nicht darauf eingetreten werden.
Streitig und zu prüfen ist
im
vorliegend
en Verfahren
einzig
der Anspruch
der Be
schwerdeführerin
auf eine
Invalidenrente.
M
assge
bend sind
dabei die Ver
hält
nisse
ab de
m
Zeitpunkt des Fallabschlusses per 31. Januar 2011 (Urk. 8/115, Urk. 8/137/2) bis zum Erlass des angefochtenen
Einspracheentscheids
vom
20. April 2012 (Urk. 2)
, welcher die
zeitliche Grenze der richterlichen
Überprü
fungsbefugnis
bildet
(
BGE 129 V 167 E.
1
)
.
2.2
Die Beschwerdegegnerin
führte zur Begründung ihres abschlägigen
Rentenent
scheids
insbesondere
aus,
dass sie
für die psychischen
beziehungsweise
die nicht durch ein organisches Substrat erklärbaren Beschwerden nicht leistungspflichtig
sei
, da diese nicht in einem adäquate
n Kausalzusammenhang zum
Ereignis
vom 6. Dezember 2008 stünden.
Eine an die
objektivierbaren somatischen Unfall
fol
gen an der rechten Hand angepasste Tätigkeit könne die
Beschwerdeführerin laut
dem
Zumutbarkeitsprofil
ihrer Abtei
lung Versicherungsmedizin
ganztags
aus
üben
. Hieraus resultiere
im Lohnvergleich
kein Erwerbsunfähigkeitsgrad von mindestens 10 %,
weshalb keine
Invalidenr
ente
geschuldet
sei (Urk. 2
, Urk. 7
).
2.3
Dagegen brachte
die
Beschwerdeführerin
in ihren Rechtsschriften
im Wesentli
chen
v
or
,
dass
die rechte Hand und der rechte Arm weiterhin sehr schmerzhaft seien und im Erwerbsleben kaum gebraucht werden könnten. Da sie vor dem
Ereignis
vom 6. Dezember 2008
psychisch unauffällig gewesen sei, müsse da
von ausgegangen werden, dass es sich auch
bei den psychischen Beeinträchti
gungen
um
Unfallf
olgen handle
.
Sie habe d
en Funktionsverlust der rechten oberen Ex
tremität nicht verkraften können.
Unfallbedingt
sei sie mindestens
zu
50 % arbeitsunfähig.
Einzig die Ärzte der Beschwerdegegnerin hätten
sich dafür aus
gesprochen
, dass
für körperlich leichte Tätig
keiten
eine Arbeitsfähigkeit von 100 %
vorliege
n solle
(Urk. 1, Urk. 13, Urk. 16).
3.
3.
1
Nachdem
im Rahmen der
ab
dem
25. Aug
ust 2009
erfolgten
ambulanten Be
handlung
in der Schmerzsprechstunde des Instituts für Anästhesiologie und
In
tensivmedizin
,
Z._
,
die Verdachtsdiagnose einer
somatoformen
Schmerzstörung geäussert und die Therapie ohne Erfolg abgeschlossen worden war
(
B
ericht vom 11. Februar 2010 [
Urk. 8/87
]
)
,
wurde
die Beschwerdeführerin
am
17. Februar 2010
zwecks Einholung einer
Zweitmeinung
bei
Dr. med.
B._
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungs
apparates
sowie Handchirurgie
,
vorstellig.
Er stellte g
estützt auf die von ihm veranlassten bildgebenden Abklärungen (Röntgen und
Computertomografie [
CT
] vom 16. Februar 2010
[
Urk. 8/81-82
]
)
die Diagnose einer
Inkongruenz der Ge
lenkfläche des distalen Radius rechts und
befand
, dadurch seien die Be
l
astungs-
und
Bewegungsschmerzen der
Beschwerdeführerin
erklärt. Dr.
B._
nahm nicht zur Arbeitsfähigkeit Stellung und
empfahl eine Versorgung des rechten Handgelenks mit einem
Pyrocarbon
-Implantat (
Bericht vom 17. Februar 2010 [
Urk. 8/78
]
).
3.
2
Dr. med
.
C._
, Facharzt für Orthop
ä
dische Chirurgie und Traumatologie des Be
wegungsapparates, speziell Handchirurgie, welcher die Beschwerdeführerin am 17. September 2010 in Kenntnis der
Bildgebungen
vom 16. Februar 2010
erst
mals
untersucht hatte,
erachtete
i
n seine
m
Bericht vom 22. September 2010
an die zuweisende Hausärztin
weitere
operative Massnahmen
als kontraindiziert
.
Die
Hauptproblem
atik
liege
denn auch
nic
ht in den eher geringen struktu
rellen Veränderungen im Radiocarpalgelenk, sondern i
n eine
m chroni
schen
Schmerz
syndrom
.
Die
Fra
ge nach der Ar
beitsfähigkeit
von Seiten der rechten Hand
sei schwierig
zu beant
worten
. Rein aufgrund der strukturellen Veränderungen sei unter Berücksichtigung der Funktionsmesswerte eine
wenigstens 50%ige
Ein
satzfähigkeit
für leichte Tätigkeiten möglich. Wegen der chronischen
Schmerz
problematik
sei die Hand
aber
lediglich für sehr leichte Halte- und
Zu
dienfunk
tionen
einsatzfähig, so
d
ass praktisch von einer funktio
nellen
Einhändigkeit
ausgegangen werden müsse (Urk. 8/109).
3.
3
Nachdem
die Beschwerdeführerin bereits
am 13. Juli 2009
(Urk. 8/45
)
und 9. Februar 2010
(
Urk. 8/69-70)
kreisärztlich
untersucht worden war,
erfolgte
am
19. Oktober 2010
die Abschlussuntersuchung durch den
SUVA-Kreisarzt Dr. med.
D._
, Facharzt
für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates
.
Im Bericht vom
gleichen Datum (Urk. 8/113 S. 6-7)
beurteilte er
,
die
osteosy
nthetische Versorgung der distalen
Radiusfraktur rechts
, welche die
seit vier Jahren wegen multipler Beschwerden am Bewegungsapparat ar
beitsun
fähige Beschwerdeführerin beim Sturz
ereignis
vom 6. Dezember 2008 erlitten
habe
,
sei
zufriedenstel
lend gelungen.
Z
urückgeblieben
seien leichte
Un
regelmässigkeiten in der distalen Radiusgelenksfläche
.
Auf objektiver Ebene er
kläre dies eine leichte Bewegungseinschränkung und eine etwas verminderte Belastbarkeit,
sodass
insbesondere starke Schläge und Vibrationen zu vermeiden
seien. D
agegen lasse sich d
ie von der Beschwerdeführerin geschilderte starke Schmerzhaftigkeit mit partiellem, sicher nicht vollständigem
Funktionsaus
schluss
der Hand aufgrund dieser Befunde nicht erklären. Griffige weitere
Be
handlungsmöglichkeiten
bes
tünden nicht, wie dies auch Dr.
C._
einschätze. Von
weiteren
operativen Eingriff
en – insbesondere der von Dr.
B._
emp
-
fohlenen
Implantation eines
Kunststoffe
lements
ins Handgelenk
– sei dringend ab
zuraten
. Das zentrale Problem
der Beschwerdeführerin
sei
ihre
Schmerzkrank
heit
, welche sich multipel
und
hauptsächlich im Rücken
äussere
. Auf rein soma
tischer Ebene bestünde
n
am rechten Handgel
enk eine leicht gestörte
Gelenks
oberfläche
am distalen Radius, ein
e
etwas vermindert
e
B
elastbar
keit,
eine etwas eingeschränkte Beweglichkeit
sowie
eine
leicht
verminderte Kraft. Während Schläge und Vibrationen
mit Ein
wirkung auf
das rechte Handgelenk vermieden werden sollten, müsse das Halten von einigen Kilogramm Gewicht möglich sein. Dies sei eine Extrapolation und lasse sich aufgrund der psychischen Konstella
tion auch im Rahmen einer Evaluation der funktionellen Leistungsfähigkeit (EFL)
nicht weiter verifizieren
.
3.4
Auf Veranlassung
des Dr.
C._
– welcher
auch nach der
Konsultation vom 7. Februar 2011
die Hauptproblematik in einem chronischen Schmerzsyndrom im Bereich des rechten Handgelenks respektive der rechten Hand erblickt
hatte (
Bericht vom 9. Februar 2011 [
Urk. 8/134/1-2
]
)
–
wurde die Beschwerdeführerin am 28. Februar 2011
hinsicht
lich
der rechten Hand durch Dr. med.
E._
, Fachärztin für Neurologie, klinisch und elektrodiagnostisch untersucht.
In ihrer
Beurteilung vom
1. März 2011
bestätigte
sie
die Diagnose eines
chronische
n
Schmer
zsyndroms
und konstatierte, dieses könne neurologisch nicht erklärt werden.
H
inweise auf eine periphere Ner
venschädigung
beziehungsweise
auf
e
in anhalten
des komplexes regionales Schmerz
syndrom (
Complex
Regional
Pain
Syndrome [CRPS] Typ I)
lägen nicht vor
(Urk.
8/135).
3.
5
Während des
hängigen
Einspracheverfahrens
erging das
Gutachten der
M
edi
zi
nischen Abklärungsstelle (MEDAS)
F._
vom 25. November 2011
zu
handen der IV-Stelle
(
Urk. 8/158; vgl. auch
Urk. 8/156-
157, Urk. 8/
159)
.
Nebst einem chronischen komplexen Residualzustand im Bereich des rechten distalen Vorderarms und Handgelenks wurden darin als Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
eine s
chwere depressive Episode ohne psychotische Symp
tome
, eine c
hronische
Impingement
-S
ym
p
t
omatik
beider
Schultern linksbetont
sowie ein
c
hronifiziertes
therapiefraktäres
zerviko-thorakospondylogenes
Syn
drom linksbetont
genannt
(S. 23-24)
.
Die
Sachverständigen
hielten dafür
, dass
die Beschwerdeführerin
aufgrund des psychischen Leidens auch
in
eine
r
den
körperlichen Einschränkungen angepasste
n
Tätigkeit
(körperlich leicht
und wechselbelastend
, nicht in häufig rückenbelastenden Arbeitspositionen und nicht
an/über der Schulterhorizontalen mit dem linken Arm als funktionell Ein
händige/Einarmige)
nicht mehr
a
rbeitsfähig
sei
(S. 25).
3.6
Die beiden SUVA-Versicherungsmediziner
Dr. med.
G._
, Facharzt für Chirur
gie, und Dr. med.
H._
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumato
lo
gie des Bewegungs
apparates
,
verfassten ihre
B
eurteilung
vom
11. April
2012
(Urk.
8/167)
gestützt auf die Akten, nachdem diese mit den Magnetresonanz (MR)-Aufnahmen vom 6. Mai 2011
und
den konventionellen Röntgenbildern vom 13. Februar 2012 (Urk. 8/164
-165
) ergänzt worden waren
.
Nach
Darlegung der medizinischen Aktenlage (S. 2-8), Zusammenfassung des Verlaufs (S. 8-9) und
eigener
Befundung
der Bildgebungen (S. 9-10)
konstatierten
sie,
nach Os
teo
synthese und Entfernung des eingebrachten Materials zeige sich
eine zufrie
denstellende anatomische Rekonstruktion der am 6. Dezember 2008 erlittenen
Ra
dius
fraktur
.
Es
persistiere
eine Pseudoarthrose des
Prozessus
styloideus
ulnae
und
es
fänden sich
Hinweise auf eine mässige Arthrose radiokarpal mit unruhi
ger Gelenkfläche sowie kleinem Defekt (S. 11).
Zur
Einschätzung
der Arbeits
fä
hig
keit seien
nebst
den
Bildgebungen
vornehmlich die
Untersuchungsb
efunde
des SUVA-Kreisarztes Dr.
D._
(E. 3.3 hiervor)
und
des MEDAS-Gutach
ters
Dr. med.
I._
, Facharzt für Rheumatologie
(vgl.
Konsiliargutach
ten
vom 19. August 2011 [Urk. 8/156])
,
he
ranzuziehen.
Diese würden
bezüglich der Verletzungsfolgen im Bereich der rechten Hand nur unwesentlich
differie
ren
.
Ein entscheidender Unterschied bestehe
lediglich
in den Schlussfolgerungen der
beiden Stellungnahmen
. Während der
Kreisarzt ausschliesslich
unfallabhän
gige
Fol
gen berücksichtigt habe, hätten
die
Gutach
ter
der MEDAS
den allge
meinen Zustand beurteilt und auftragsgemäss nicht zwischen
krankheitsbe
dingten
und unfallkausalen Ursachen differenziert
(S. 12)
. Rein unfallabhängig
in Folge des Geschehens vom 6.
Dezember 2008 sei der Beschwerdeführerin eine ganztägige leichte Tätigkeit mit Heben und Tragen von Lasten bis zehn Kilogramm beid
seits
respektive
bis fünf Kilogramm ausschliess
lich rechts zuzu
muten. Schläge und Vibrationen seien
ebenso zu vermeiden wie
ein schweres Hantieren mit Werkzeugen und grobmanuelle Tätigkeiten
(S. 13)
.
4.
4.1
Vorwegzuschicken ist, dass
die Beschwerde
gegnerin
im angefochtenen
E
inspra
che
e
ntscheid
(Urk. 2 S. 6-7
) und in ihrer Beschwerdeantwort
(
Urk. 7 S. 4-5) die von der Beschwerdeführerin (Urk. 1 S. 2-4, Urk. 13 S. 2)
postulierte
Kausalität der psychischen
Beschwerden
sowie
der
nicht durch ein organisches Substrat erklärbaren
Schmerzen
mit zutreffender Begründung verneinte.
D
as Ereig
nis vom 6. Dezember 2008
ist
– als
gewöhnliche
r
Sturz
–
unbestrittenermassen
der Kategor
ie der leichten Unfälle zuzuord
nen. Rechtsprechungsgemäss kann bei dieser Unfallschwere der adäquate Kausalzusammenhang zwischen Unfall und psychischen Gesundheitsstörungen in der Regel ohne weiteres verneint werden, weil aufgrund der allgemeinen Lebenserfahrung
,
aber auch unter Ein
bezug
un
fallmedizinischer
Erkenntnisse davon ausgegangen werden darf, dass ein sol
cher Unfall nicht geeignet ist, einen erheblichen Gesundheitsschaden zu ver
ur
sachen (BGE 120 V 352 E. 5b/
aa
, 115 V 133 E. 6a).
Ein Grund, trotz V
orliegens eines leichten Unfall
s
die Adäquanzbeurteilung in Anwendung der von der Rechtsprechung für mittelschwere Unfälle entwickel
ten Kriterien (BGE 115 V 140 E.
6c/
aa
) vorzunehmen, ist nicht gegeben.
E
in Aus
nahmefall in dem Sinne, dass die unmittelbaren körperlichen Unfallfolgen eine psychische Fehlentwicklung nicht mehr als offensichtlich unfallunabhängig er
scheinen lassen
(RKUV 1998 Nr. U 297 S.
243 mit Hinweis auf nicht veröffent
lichtes Urteil
U
93/91
vom 6. Juli 1993;
Urteil
des Bundesgerichts
8C_887/2
009 vom 21. Januar 2010 E. 5.2),
liegt ni
cht vor. Dies wurde von der Be
schwerde
führer
in
auch nicht behauptet.
Demzufolge
sind die
über
Ende
Januar 2011
hinaus
anhaltend geklagten
Be
schwerden –
soweit sie
psychischer Natur oder nicht durch ein organisches Sub
strat erklärbar sind –
nicht als
adäquate
Unfallfolgen zu qualifizieren und somit bei der Anspruchsprüfung ausser Acht zu lassen.
Insofern
kann offen bleiben,
o
b sie in einem natürlichen Kausalzusammenhang zum
Ereignis
vom 6. Dezem
ber 2008
stehen
.
Dennoch ist
zu bemerken
, dass
sich ein solcher nicht
mit dem von der Beschwerdeführerin geltend gemachten Umstand,
sie sei vor dem Unfall psychisch unauffällig gewesen
(Urk. 1 S. 3),
begründen liesse,
da diese
Argu
mentation auf den beweisrechtlich unzulässigen Schluss "
post
hoc, ergo
propter
hoc" hinaus
liefe
, nach dessen Bedeutung eine gesundheitliche Schädigung schon als durch den Unfall verursacht gilt, weil sie nach diesem aufgetreten ist
(vgl. BGE
119
V 335 E.
2b/
bb
).
4
.2
4.2.1
Zu
prüfen
bleibt
, an welche
n objektivierbaren Unfallfolgen
die Beschwerdefüh
rerin leide
t und welche Auswirkungen diese
auf ihre Ar
beits
fähigkeit haben
.
Objektivierbar sind Untersuchungsergebnisse, die reprodu
zierbar sind und von der Person des Untersuchenden und den Angaben des Patienten unabhängig sind. Von organisch objektiv ausgewiesenen Unfallfolgen kann somit erst dann gesprochen werden, wenn die erhobenen Befunde mit apparativen/bildgebenden Abklärungen bestätigt wurden und die dabei angewendeten
Untersuchungsme
thoden
wissenschaftlich anerkannt sind (Urteil
des Bundesgerichts 8C_806/2007 vom 7.
August 2008
E.
8.2 mit zahlreichen Hinweisen).
4.2.2
Die Beschwerdegegnerin erachtete
diesbezüglich
die
v
ersicherungsmedizin
ische
Einschätzun
g
der
Dr
es
.
G._
und
H._
vom 11. April 2012
(E. 3.
6
hiervor)
als massgebend.
Danach sind der
Beschwerdeführer
in körperlich
leichte Tätigkeit
en
(
mit
den
angegebenen
Limiten
betreffend Heben und Tragen von Gewichten)
ganztags zumutbar, soweit damit keine Schläge und Vibrationen, kein
schweres Hantieren mit Werkzeugen und
keine
grobmanuelle
n
Tätigkeiten
einhergehen.
Die Versicherungsmediziner
erstellte
n
dieses Zumutbarkeitsprofil
gestützt auf die
relevanten
medizinischen
Vorakten
,
welche
ihrerseits auf umfassenden
kli
nischen und bildgebenden
Untersuchungen
beruhen und ein lückenloses Bild ergeben, sodass eine
direkte ärztliche Auseinandersetzung mit der
Beschwerde
führerin entbehrlich war.
Ausserdem ist i
hre
Beurteilung
nachvollziehbar und widerspruchslos.
Der in der Beschwerdeschrift erhobene Einwand (Urk. 1 S. 2), die
Dres
.
G._
und
H._
seien Angestellte der Beschwerdegegnerin und damit von ihr abhängig, erweist sich nicht als stichhaltig (vgl. E. 1.2 hiervor).
Es
ist
kein
Gr
und
ersichtlich, weshalb nicht auf das überzeugende Zumutbarkeitsprofil
der Versicherungsmediziner
abgestellt werden sollte
, zumal dieses durch weitere Arztbericht
e
gefestigt wird (vgl. nachstehend E. 4.2.3).
4.2.3
D
ie Beschwerdeführerin
brachte
gegen die Aktenbeurteilung vom
11. April 2012
im Einzelnen nichts
vor
, sondern
rief
diverse
ärztliche
Berichte
an
,
in welchen
indes
keine Auseinandersetzung mit der Einschätzung der
Dres
.
G._
und
H._
und de
ren Schlussfolgerungen
in Bezug auf die
Arbeitsfähigkeit
stattfand
. Sie vermögen
bereits deshalb
keine
begründeten
Zweifel am Zumutbarkeitsprofil der Versicherungsmedi
ziner zu wecken.
Ausserdem ergibt sich Folgendes:
D
er auf das Gebiet der Handchirurgie spezialisierte Dr.
C._
ging in seiner Be
richterstattung (Urk. 3/3, Urk. 8/109,
Urk. 8/134/1-2
) ebenfalls von nur gerin
gen strukturellen Veränderungen aus und sah das Hauptproblem in einem chro
nischen Schmerzsyndrom, welches
indes
nach dem
Ausgeführten
(E. 3.2.1 und E. 4.2.1 hiervor) nicht als organisch ausgewiesene Unfallfolge gelten kann.
Die
Arbeitsfähigkeit wollte
oder konnte er offenbar nicht
beziffern
.
Demgegenüber
äusserte sich d
er
Handchirurg Dr.
B._
i
m beschwerdeweise aufgelegten Be
richt vom 12. Juli 2011 (Urk.
3/2)
erstmals zur Arbeitsfähigkeit. Er hielt dafür, dass das rechte
Handgelenk für eine gröbere Belastung nicht ge
eignet
und die Beschwerdeführerin
im
angesta
mmten Beruf als Raumpflegerin
nicht mehr arbeitsfähig
sei. L
eichte, nicht manuelle Tätigkeiten
erachtete
jedoch
auch er
als zumutbar.
Wie
die Beschwerde
führerin
in ihrer Eingabe vom 26. September 2012
selber feststellte
(Urk. 13 S. 3), berücksichtigte der rheumatologische
Gutachter
der MEDAS
F._
bei
der
Einschätzung der Arbeitsfähigkeit
– welche er für
eine
Verweisungstätigkeit auf 50 % veranschlagte
(
Urk. 8/156 S. 19)
–
n
icht
bloss
die rechtsseitigen Hand
- und
Armbeschwerden, sondern auch die
unfall
fremde
Schulter- und Rückenproblematik
.
Bemerkenswert
erscheint
zudem
, dass
sich
Dr.
I._
nicht auf eine
seriöse
Untersuchung des Bewegungsappa
rates
stützen konnte
, da
eine solche durch
ein
groteskes Schmerz
verhalten
der Beschwerdeführerin
mit mimisch-akustischen Äusserungen und ausgepräg
tem Abwehrspannen verunmöglicht
worden sei
(Urk. 8/156 S. 3-7)
.
Dr. med.
J._
, Fach
arzt für Chirurgie,
und
Dr. med.
K._
, Fachärztin für
Physikalische Medizin und Rehabilitation
, berücksichtigte
n
i
n ihren
Berichten vom 30. Juni und 8. Juli 2010 (vgl. Urk. 8/158 S. 8)
ebenfalls
die
g
esamt
e
Lei
dens
situation
der Beschwerdeführe
rin
.
Gleiches gilt für den Bericht des
L._
vom 2. Mai 2011 (vgl. Urk. 8/158 S.
13-15
)
.
Die zuhanden der IV-Stelle verfasste (Urk. 8/12) Expertise
der
M._
in
N._
datiert s
chliesslich
vom 4. August
2009
(vgl.
Urk. 8/158 S.
2-4
)
und kann sich
folg
lich
nicht zum Gesundheits
zustand der rechten Hand
i
n der
vorliegend massgebenden Zeit
(E. 2.
1 hiervor)
äussern.
Soweit sich
die Beschwerdeführerin
auf medizinische Unterlagen beruft, worin ihr
aus
psychische
n
Gründen eine
Arbeitsunfähigkeit
bescheinigt
wird
–
etwa
den Bericht des
ab
Januar 2009
behandelnden
Dr. med.
O._
, Facharzt für
Psychiatrie und Psychotherapie
, vom 22. Juni 2009 (Urk. 8/149/16-17),
de
n
Be
richt des
L._
vom 4. Oktober 2010 (Urk.
8/118)
und
de
n
im Zuge der Begutachtung in der MEDAS
F._
ergangene
n
K
on
si
liarb
ericht
des
pract
. med.
P._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, vom 19. August 2011 (Urk. 8/159) –
vermag
sie
vorliegen
d
mit Blick auf die fehlende
Adäquanz (E. 4.1 hiervor)
nichts zu ihren Gunsten
ab
zu
leiten
.
5
.
Im Rahmen der
Bemessung der unfallbedingten Invalidität
(Urk. 2 S. 7
, Urk. 7 S. 7
) ging d
ie Beschwerdegegnerin gestützt auf die Lohnangaben der
Y._
AG (Urk.
8/127,
Urk.
8/129) und
anhand
ihrer
Dokumentation über Arbeitsplätze
(DAP
; Urk. 8/148
) davon aus
,
dass die
Beschwerdeführerin
wegen der Unfallfolgen keine
Erwerbseinbusse
von mindestens 10 %
zu gewärtigen habe
.
Dies
e
Schlussfolgerung
ist
im Einzelnen nicht
bemängelt
worden
und gibt
zu keiner Kritik Anlass. Insbesondere tragen
die fünf ausgewählten DAP-Stellen dem Zumutbarkeitsprofil hinreichend Rechnung
.
Soweit
die Beschwerdeführerin
die Gewäh
rung eines
Leidensa
bzugs
von 15
% fordert (Urk. 13 S.
2), verkennt sie, dass
nach der
bundesgerichtlichen
Rechtsprechung (vgl. BGE 129 V 472 E. 4.2.3)
b
ei der Ermittlung des Invalideneinkommens gestützt auf DAP-Profile
Abzüge
grundsätzlich
nicht sachgerecht und daher
nicht zulässig sind.
6
.
Folglich
erweist sich der angefochtene
E
ntscheid, mit welchem
ein
Rentena
n
spruch
der Beschwerdeführerin
mangels rentenbegründender Erwerbsunfähig
keit
verneint wurde
(Urk. 2)
, als rechtens. Damit ist die Beschwerde
in diesem Punkt
abzuweisen.