# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** e4090a10-4e2a-49a8-b608-32d83794adef
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2019
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1970, arbeitete
seit 2012
selb
ständig
erwerbend
als Kosmetikerin
und Masseurin (
Urk.
7/51/2)
. Wegen Knie
schmerzen meldete sie sich am 16. März 2017 (Eingangsdatum) bei der Invali
denversicherung zum Leistungsbezug an (Urk. 7/21). Am 2
8.
April 2017 (
Urk.
7/31) stellte die Kranken
taggeld
versicherung
Groupe
Mutuel
der Sozialver
sicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, ihre Akten zu (
Urk.
32/1-28) und stellte gleichzeitig Antrag auf Rück
erstattung der von ihr erbrachten Leistungen im Falle eines positiven Entscheides bezüglich des Anspruches gegenüber der Invalidenversicherung. Die IV-Stelle holte sodann die Arztberichte von
Dr.
A._
, Facharzt FMH für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, vom 1
2.
Mai 2017 (
Urk.
7/36) und von
Dr.
B._
, Allgemeine Medizin FMH, vom 1
7.
Juli 2017 (
Urk.
7/
38) ein. Am 23.
November 2017 reichte die
Groupe
Mutuel
weitere Akten betreffend die Ver
sicherte ein (
Urk.
7/43). Am
8.
Februar 2018 nahm die IV-Stelle eine Abklärung vor Ort im Betrieb der Versicherten vo
r (vgl. Abklärungsbericht
Selbständ
iger
werbende
vom
19. Februar 2018,
Urk.
7/51). Mit Vorbescheid vom 2
2.
März 2018 stellte die IV-Stelle der Versicherten die Abweisung des Leistungsbegehrens in Aussicht (
Urk.
7/56). Nachdem dagegen kein Einwand erhoben
worden war
, wies die IV-Stelle das Leistungsbegehren mit V
erfügung vom 17.
Mai 2018 ab (
Urk.
2).
2.
Gegen diese Verfügung erhob
X._
durch
Y._
,
Z._
GmbH, am 1
5.
Juni 2018 unter Beilage des Arztberichtes von
Dr.
A._
vom 1
4.
Juni 2018 (
Urk.
3) Beschwerde mit folgendem Antrag (
Urk.
1 S. 2):
«Den Beurteilungen und Empfehlungen des
Dr.
A._
sei zu folgen und eine Re-Evaluation der IV sei
durchzuführen.»
Die Beschwerdegegnerin ersuchte mit Beschwerdeantwort vom 2
7.
Juli 2018 um Abweisung der Beschwerde (
Urk.
6). Dies wurd
e der Beschwerdeführerin am 30.
Juli 2018 mitgeteilt (
Urk.
8).
Am 1
4.
Juni 2019 reichte die Beschwerdeführe
rin einen Bericht der
Klinik C._
vom 1
5.
Mai 2019 nach (
Urk.
10).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Akten wird, soweit erfor
derlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allge
meinen Teil des Sozialversicherungsrechts [
ATSG
]
).
Sie kann Folge von Geburts
gebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung [
IVG
]
).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgegliche
nen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beein
trächtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen
wieder herstellen
, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
Nach Art. 43 Abs. 1 ATSG prüft die IV-Stelle die Begehren, nimmt die not
wendi
gen Abklärungen von Amtes wegen vor und holt die erforderlichen Auskünfte ein (Satz 1). Das Gesetz weist dem Durchführungsorgan die Aufgabe zu, den rechtserheblichen Sachverhalt so abzuklären, dass gestützt darauf die Verfügung über die in Frage stehende Leistung ergehen kann (Art. 49 ATSG). Die IV-Stelle hat folglich den anspruchsrelevanten (medizinischen und erwerblichen) Sachver
halt mit der erforderlichen Sorgfalt zu untersuchen (vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_366/2016 vom 11. August 2016 E. 5.3).
1.4
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gege
benenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 256 E. 4). Im Weiteren sind die
ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, wel
che Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden können (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E. 4b/cc).
1.5
In Bezug auf Berichte von Hausärztinnen und Hausärzten wie überhaupt von behandelnden Arztpersonen beziehungsweise Therapiekräften ist auf die Erfah
rungstatsache hinzuweisen, dass diese mitunter im Hinblick auf ihre auftrags
rechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patientin
nen und Patienten aussagen (BGE 135 V 465 E. 4.5, 125 V 351 E. 3b/cc).
Wohl kann die einen längeren Zeitraum abdeckende und umfassende Behandlung oft wertvolle Erkenntnisse zeitigen; doch lässt es die unterschiedliche Natur von Behandlungsauftrag der therapeutisch tätigen (Fach-)Person einerseits und Begutachtungsauftrag des amtlich bestellten fachmedizinischen Experten ander
seits (BGE 124 I 170 E. 4) nicht zu, ein Administrativ- oder Gerichtsgutachten stets in Frage zu stellen und zum Anlass weiterer Abklärungen zu nehmen, wenn die behandelnden Arztpersonen bzw. Therapiekräfte zu anderslautenden Ein
schätzungen gelangen. Vorbehalten bleiben Fälle, in denen sich eine abwei
chende Beurteilung aufdrängt, weil die anderslautenden Einschätzungen wichtige – und nicht rein subjektiver Interpretation entspringende – Aspekte benennen, die bei der Begutachtung unerkannt oder ungewürdigt geblieben sind (Urteil des Bundesgerichts 8C_677/2014 vom 2
9.
Oktober 2014 E. 7.2 mit Hinweisen, u.a. auf SVR 2008 IV Nr. 15 S. 43 E. 2.2.1 [I 514/06]).
1.
6
Die regionalen ärztlichen Dienste (RAD) stehen den IV-Stellen zur Beurteilung der medizinischen Voraussetzungen des Leistungsanspruchs zur Verfügung. Sie setzen die für die Invalidenversicherung nach Art. 6 ATSG massgebende funkti
onelle Leistungsfähigkeit der Versicherten fest, eine zumutbare Erwerbstätigkeit oder Tätigkeit im Aufgabenbereich auszuüben. Sie sind in ihrem medizinischen Sachentscheid im Einzelfall unabhängig (Art. 59 Abs. 2
bis
IVG). Nach Art. 49 IVV beurteilen die RAD die medizinischen Voraussetzungen des Leistungsanspruchs. Die geeigneten Prüfmethoden können sie im Rahmen ihrer medizinischen Fach
kompetenz und der allgemeinen fachlichen Weisungen des Bundesamtes frei wählen (Abs. 1). Die RAD können Versicherte bei Bedarf selber ärztlich untersu
chen. Sie halten die Untersuchungsergebnisse schriftlich fest (Abs. 2; Urteil des Bundesgerichts 9C_406/2014 vom 31. Oktober 2014 E. 3.5 mit Hinweis auf BGE 135 V 254 E. 3.5).
Die Funktion interner RAD-Berichte besteht darin, aus medizinischer Sicht –
ge
-
wissermassen als Hilfestellung für die medizinischen Laien in Verwaltung und Gerichten, welche in der Folge über den Leistungsanspruch zu entscheiden haben – den medizinischen Sachverhalt zusammenzufassen und zu würdigen, wozu
namentlich auch gehört, bei widersprüchlichen medizinischen Akten eine Wer
tung vorzunehmen und zu beurteilen, ob auf die eine oder die andere Ansicht abzustellen oder aber eine zusätzliche Untersuchung vorzunehmen sei. Sie wür
digen die vorhandenen Befunde aus medizinischer Sicht (Urteil des Bundesge
richts 9C_406/2014 vom 31. Oktober 2014 E. 3.5 mit Hinweisen).
Der Beweiswert von RAD-Berichten nach Art. 49 Abs. 2 IVV ist mit jenem exter
ner medizinischer Sachverständigengutachten vergleichbar, sofern sie den pra
xisgemässen Anforderungen an ein ärztliches Gutachten (
BGE 134 V 231
E. 5.1) genügen und die Arztperson über die notwendigen fachlichen Qualifikationen verfügt (
BGE 137 V 210
E. 1.2.1). Allerdings kann auf das Ergebnis versiche
rungsinterner ärztlicher Abklärungen – zu denen die RAD-Berichte gehören – nicht abgestellt werden, wenn auch nur geringe Zweifel an ihrer Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit bestehen (Urteil des Bundesgerichts 8C_197/2014 vom 3. Oktober 2014 E. 4.2 mit Hinweisen auf
BGE 139 V 225
E. 5.2;
135 V 465
E. 4.4 und E. 4.7).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete die angefochtene Verfügung vom 1
7.
Mai 2018 (
Urk.
2) damit, dass die Beurteilung der von ihr eingeholten medizinischen Berichte ergebe, dass die Beschwerdeführerin in ihrer bisherigen Tätigkeit als Kos
metikerin seit dem
1.
März 2017 zu 50
%
arbeitsunfähig sei. In einer angepassten,
vorwiegend sitzenden Tätigkeit
sei ihr dagegen ein 100%-Pensum zumutbar. Da
mit
könne die Beschwerdeführerin ein rentenausschliessendes Einkommen erzielen.
2.2
Demgegenüber lässt die Beschwerdeführerin ausführen, die Arztberichte stellten Beschwerden sowohl beim Sitzen als auch beim Stehen fest und beurteilten diese als ungünstige Situation für die Kniegelenke. Trotz ihres relativ jungen Alters werde ein Gelenksersatz in Betracht gezogen.
Weitere Untersuchungen mit bild
gebenden Verfahren während den letzten Jahren hätten im
femoropatellären
Kompartiment progrediente Schäden gezeigt. Ein Zusammenhang zu dieser
negativen Entwicklung könne auch durch die Tätigkeit als Kosmetikerin herbei
geführt werden, welche die Beschwerdeführerin nicht nur im Stehen, sondern auch im Sitzen ausübe. Die Beschwerden seien glaubhaft, objektivierbar und behinderten die Beschwerdeführerin deutlich auch in der Arbeit als Kosmetikerin in sitzender Position (
Urk.
1).
3
.
3
.1
3
.1.1
Laut dem zu Händen der Kranken
taggeld
versicherung
Groupe
Mutuel
erstellten Bericht von
Dr.
A._
vom 1
3.
März 2017 (
Urk.
7/32/2-3)
besteht bei der Beschwerde
führerin eine ausgeprägte
Arthrose
situation
am Knie links seit Jahren
mit
eigentlich permanenter Einschränkung der Arbeitsfähigkeit als Kosmetikerin. Längeres Stehen und Sitzen sei
en
nicht möglich, auch nicht Therapiebemühun
gen. Die Diagnose bestehe schon
seit
mehr als zwei bis drei Jahre
n
. Aktuell sei keine Operation vorgesehen. Die Beschwerde
führerin sei nicht voll
gehfähig
. Eine Arthroskopie würde wahrscheinlich nicht viel verändern, da schon zu ausge
dehnte Knorpelschäden bestehen würden. In Frage käme ein Gelenksersatz, für welchen die Beschwerde
führerin aber noch zu jung sei. Die
Prognose sei eher eingeschränkt, eine Steigerung der Arbeitsfähigkeit auf 100
%
in der ange
stamm
ten Tätigkeit als Kosmetikerin scheine nicht möglich.
3
.1.2
Am 1
2.
Mai 2017 (
Urk.
7/36/1-6) berichtete
Dr.
A._
der Beschwerdegegnerin, dass die Beschwerdeführerin massive Kniebeschwerden aufgrund
einer ausge
prägten
Femoropatellararthrose
habe, mit bisher konservativer Behandlun
g. Eine operative Behandlung sei
im Moment nicht vorgesehen, je nach Beschwerdebild müsse aber eventuell doch ein Kunstgelenk eingesetzt werden. Als Kosmetikerin sei die Beschwerdeführerin nicht mehr voll arbeitsfähig, längeres Sitzen sei ihr nicht mehr möglich und sie könne keine Arbeiten in der Hocke verrichten. Arbeiten mit Gewichten seien auch nicht möglich. Die Beschwerdeführerin sei auf längere Sicht zu 50
%
arbeitsunfähig geschrieben, auch durch
Dr.
B._
(Urk. 7/36/6).
Aus der von
Dr.
A._
dem Arztbericht vom 1
2.
Mai 2017 beigelegten Kran
kengeschichte
(
Urk.
7/36/7-15)
ergibt sich,
dass die Beschwerdeführerin seit 2012 mehr oder weniger regelmässig wegen ihrer Kniebeschwerden
in Behandlung stand
.
Es
wurden ihr sodann Arbeitsunfähig
keitszeug
nisse, in der Regel im Umfang von 50
%
, für die Tätigkeit als Kosmetikerin ausgestellt.
Anlässlich der Sprechstunde
vom
1.
März 2017 hielt D
r.
A._
fest, der Beschwerdeführerin seien jedenfalls schwere Arbeiten nicht mehr möglich und auch nicht Arbeiten in der Hocke und längeres Herumstehen, ebenfalls mit Gewichten und
Treppengehen (
Urk.
7/36/14).
3.1.3
Im Bericht an die Krankentaggeldversicherung vom
1
5.
Juni 2017
hielt Dr.
A._
fest,
dass die aktuelle Tätigkeit offenbar als Kosmetikerin zu 50
%
noch zumutbar sein sollte, je nach Arbeit mit Klienten.
Ein Pensum von
50
%
erscheine ihm ang
epasst mit wechselnder Position (
Urk.
7/43/14).
3.1.4
Am 3
0.
Oktober 2017 berichtete
Dr.
A._
der Krankentaggeldversicherung, dass die Beschwerdeführerin aktuell bis auf weiteres zu 50
%
krankgeschrieben sei.
Die Prognose sei eher ungünstig bezüglich körperlicher Tätigkeit. Andere Tätigkeiten seien zumutbar, Überwachung, mit wechselnder Position, jedoch ohne Gewichte oder Patienten herumzutragen und ohne längeres Sitzen oder Stehen. Allenfalls müsste eine vertrauensärztliche Beurteilung stattfinden (
Urk.
7/43/26).
3
.1.
5
Gemäss dem nach Erlass der angefochtenen Verfügung vom 1
7.
Mai 2018 (Urk. 2) erstellten Bericht von
Dr.
A._
vom 1
4.
Juni 2018 (
Urk.
3) besteht bei der Beschwerdeführerin eine ausgeprägte
Femoropatellararthrose
links mehr als rechts, aktiviert, permanent. Er empfehle eine Re-Evaluation bei der IV bezüglich Berentung, weil längeres Sitzen, längeres Stehen in fester Position ungünstig sei für die Kniegelenke. Es dränge sich sogar ein Gelenksersatz auf
femoropatellär
, mit aber etwas unsicherer
Prognose. Die Beschwerden seien
glaubhaft, objek
ti
vierbar und behinderten die Beschwerdeführerin
offenbar deutlich auch in ihrem
Job als Kosmetikerin mit sitzender Position. Die Beschwerdeführerin sei weiterhin zu 50
%
arbeitsunfähig geschrieben auf Wunsch bis Ende August, dann werde eine Kontrolle mittels MRI beidseits durchgeführt.
3
.2
Laut dem Arztbericht von
Dr.
B._
vom 1
7.
Juli 2017 (
Urk.
7/38) bestehen bei der Beschwerdeführerin mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit ein
femoro
patella
res
Schmerzsyndrom links seit 2001, ein Status nach
arthroskopischem
Débride
ment
bei
Patellaspitzensyndrom
links am 1
5.
Oktober 2005 sowie eine Senkfuss
formation beidseits seit 200
0.
Ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit bestün
den ausserdem eine essentielle
Thrombozytämie
seit 1998 sowie eine chronische Obstipation seit ca. 200
0.
Seit der Operation im Jahr 2004 gebe es eine Persistenz von chronischen Kniebeschwerden, regelmässig auftretend nach längerer Belas
tung (ca. 4 Stunden gehen).
Schnelleres Laufen und Treppensteigen sei
en
schmerzbeding
t
eingeschränkt. Therapeutische Massnahmen hätten kaum eine anhaltende Verbesserung gebracht. Ohne definitiven Gelenksersatz dürfte sich an der Situation kaum etwas ändern.
Die Beschwerdeführerin sei vom
1.
März bis zum
1.
Mai 2016 zu 50
%
, vom 1
3.
Juni bis zum 3
1.
Juli 2016 zu 100
%
und seit dem
1.
März 2017 bis auf Weiteres zu 50
%
arbeitsunfähig. Eine behinderungs
angepasste Tätigkeit sei für 4 Stunden pro Tag möglich.
3.3.
Laut der Stellungnahme von
Dr.
D._
, Facharzt für Orthopädi
sche Chirurgie und Traumatologie, vom Regionalen Ärztlichen Dienst der IV-Stelle (RAD), vom 3
0.
November 2017 (
Urk.
7/55/3-4) ist anhand der
vorlie
-
gen
den
Arztberichte ausgewiesen, dass bei der Beschwerdeführerin ein
Gesund
-
heits
schaden
in Form eines
femoropatellaren
Schmerzsyndroms besteht und ihre funk
tionelle Leistungsfähigkeit deswegen eingeschränkt ist. Die Einschätzung der Arbeitsfähigkeit für die ausgeübte Tätigkeit als Kosmetikerin sei aus ver
siche
rungsmedizinischer Sicht plausibel unter der Voraussetzung, dass die Tätig
keit
vorwiegend im Stehen ausgeübt werde. Für eine behinderungs
ange
passte Tätig
keit, welche nicht im Stehen, sondern fast ausschliesslich im Sitzen ausgeübt werde, sei allerdings nicht von einer wesentlichen Einschränkung der Arbeits
fä
higkeit auszugehen. Die Angabe des Hausarztes
Dr.
B._
einer nur für vier Stun
den pro Tag möglichen Arbeit sei nicht nachvollziehbar, da in sitzender Körper
haltung – mit der Möglichkeit, die Kniegelenke nach Belieben zu beugen und zu strecken - aus funktionell-anatomischer Sicht keine wesentliche Belastung der Kniegelenke bestehe.
3
.
4
Gemäss dem Abklärungsbericht für
Selbständigerwerbende
vom 1
9.
Februar 2018 (
Urk.
7/51) war die Beschwerdeführerin von Februar 2011 bis Januar 2012 als Serviceangestellt
e
tätig. Weil ihr
Arbeitgeber Konkurs gegangen
und das Servie
ren für sie zu belastend gewesen sei, habe sie sich auf eine selbständige Tätigkeit als Kosmetikerin und Masseurin ausgerichtet. Sie biete in ihrem Studio Pediküre, Maniküre, Haarentfernungen, Körpermassagen, usw. an. Die Arbeiten würde sie sowohl stehend als auch sitzend ausüben. Sie sei stets zu 100
%
tätig gewesen.
Sie habe durchschnittlich 4 Kunden pro Tag bedient. Die Arbeit sei nachfrageab
hängig gewesen und es sei auch vorgekommen, dass sie an einem Tag gar keine Kunden gehabt habe. Im administrativen Bereich habe sie nur die Termine ver
einbart und mit den Kunden abgerechnet, ansonsten habe sie dafür einen Buch
halter gehabt. Die Knieprobleme bestünden schon seit 201
2.
Sie sei seit vielen Jahren nicht mehr ohne Beschwerden.
Sie übe
aber immer noch die gleiche Tätigkeit mit demselben Angebot aus. Mit den Händen könne
sie noch gut arbei
ten. Wegen der
sonstigen gesundheitlichen Probleme habe sie aber den Aufwand zeitlich
erheblich
reduzieren müssen.
Sie könne im Moment nur noch die Stamm
kundschaft berücksichtigen. Sie
nehme
ein oder zwei Kunden
pro Tag
mit unter
schied
lichen Behandlungswünschen. Es komme auch immer wieder zu gänzlichen Arbeitsausfällen bis zu zwei Tagen.
Sie müsse die Arbeit flexibel einteilen, je nach gesundheitlicher Verfassung. Ihr Geschäft laufe aber auch nicht mehr so gut, die Gründe dafür kenne sie nicht. Sie habe ihr Studio zu Hause eingerichtet. Sie würde alleine wohnen, vorübergehend halte sich ihr Sohn aber noch bei ihr auf.
Die Abklärungsperson stellte fest, die
Beschw
erdeführerin beschäftige sich im Umfang von
97
%
ihrer Arbeitszeit
mit den Hauptaufgaben als Kosmetikerin und Masseurin und sei bei diesen zu 50
%
eingeschränkt. Die übrigen 3
%
fielen auf administrative Arbeiten, in welchen sie keine Einschränkung erleide. Insgesamt sei die Be
schwerdeführerin damit in ihrer selbständigen Erwerbstätigkeit als Kos
meti
kerin/Masseurin zu 49
%
einge
schränkt.
Bei Gesundheit wäre die Beschwer
de
führerin unverändert bei dieser Tätigkeit geblieben. Sie sei auch aus finanziel
len Gründen auf eine Erwerbstätigkeit und damit auf ein regelmässiges Einkom
men angewiesen. Deshalb sei sie als Vollerwerbstätige zu qualifizieren. Weil sich
der Betrieb beim Eintritt des Gesundheitsschadens (Arbeitsunfähigkeit von 50
%
ab
3.
Juni 2015) immer noch in der Aufbauphase befunden habe, würden die Geschäftsabschlüsse zur Bestimmung des
Valideneinkommens
nicht berück
sich
tigt. Gemäss Lohnstrukturerhebung wäre im Bereich persönliche Dienst
leistungen ein Ein
kommen von
Fr.
45'120.-- bzw. bei durchschnittlich 41,7 Ar
beits
stunden pro Woche von
Fr.
47'037.60 möglich.
Der Beschwerdeführerin könne eine berufliche Umstellung auf eine behinderungsangepasste Tätigkeit zugemutet wer
den.
Das Invalideneinkommen sei
deshalb
nicht durch d
en Ab
klärungsdienst zu bestimmen.
4.
4.1
Gemäss den Angaben in den Berichten der behandelnden Ärzte (E. 3
; vgl. auch Bericht der
Klinik C._
vom 1
5.
Mai 2019,
Urk.
10
) besteht bei der Beschwerdeführerin eine ausgeprägte
Femoropatellaarthrose
links mehr als rechts, welche sie seit längerer
Zeit bei ihrer Arbeit als Kosmetikerin und Mas
seurin
behindert. Die Beschwerdegegnerin hat anerkannt, dass gesundheits
be
dingte Einschränkungen der Arbeitsfähigkeit vorhanden sind und die Beschwer
deführerin in ihrer angestammten Tätigkeit als Kosmetikerin
und Masseurin
nur noch zu 50
%
arbeitsfähig ist.
Streitig und zu prüfen ist jedoch, in welchem Umfang ihr eine behinderungsangepasste Tätigkeit zumutbar ist.
4.2
Die Beschwerdegegnerin geht davon aus, dass die Beschwerdeführerin in einer überwiegend sitzenden Tätigkeit zu 100
%
arbeitsfähig ist.
Diese Auffassung stützt sie au
f die Aktenbeurteilung von RAD-
Arzt
Dr.
D._
vom 3
0.
November 2017 (
Urk.
7/55/3-4).
Die Beschwerdeführerin macht dagegen geltend, sie sei auch in sitzenden Tätigkeiten nicht voll arbeitsfähig.
4.3
Wie bereits dargelegt (vgl. E. 1.5) können reine Aktenbeurteilungen des RAD grundsätzlich eine beweiskräftige
Entscheidgrundlage
darstellen. Voraussetzung dafür ist zum einen, dass sie die rechtsprechungs
gemässen Anforderungen an beweiskräftige ärztliche Entscheidungsgrundlagen erfüllen (E. 1.4).
Zudem muss ein lückenloser Befund vorliegen und darf es im Wesentlichen nur noch um die fachärztliche Beurteilung eines an sich feststehenden medizinischen Sachver
hal
tes gehen.
Aktengutachten sind insbesondere dann von Belang, wenn die rele
vanten Befunde mehrfach und ohne wesentlichen Widerspruch bereits erhoben worden sind, aber die Zuordnung zu einer Diagnose oder der Kausalzusammen
hang und das Ausmass der Behinderung verschieden bewertet werden. In diesen Fällen kann sehr wohl in einem Aktengutachten das Für und Wider der verschie
denen Meinungen erwogen und die überwiegende Wahrscheinlichkeit für
eine
bestimmten Beurteilung
deutlich gemacht werden (Urteil des Bundesgerichts
8
C_540/2007 vom 2
7.
März 2008, E. 3.2 mit Hinweisen).
4.4
RAD-Arzt
Dr.
D._
hielt in seiner Stellungnahme vom 3
0.
November 2017 (Urk. 7/55/4) fest, dass der Beschwerdeführerin eine fast ausschliesslich im Sitzen ausgeübte Tätigkeit ohne wesentliche Einschränkung zumutbar sei. Soweit sie die Möglichkeit habe, die Kniegelenke nach Belieben zu beugen und zu strecken
, sei nicht nachvollziehbar, weshalb eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit vorhan
den sein soll, da bei einer solchen Tätigkeit keine wesentliche Belastung der Knie
gelenke bestehe.
Dr.
D._
ist Facharzt für Orthopädische Chirurgie und verfügt damit über die nötige Fachkompetenz, um den Gesundheitsschaden der Beschwerdeführerin beurteilen zu können. Er
setzte sich mit der Einschätzung der behandelnden Ärzte
Dr.
A._
und
Dr.
B._
auseinander.
Aus deren Berichten geht hervor, dass
sich die eingeschränkte Belastbarkeit des linken Knies
vor allem
dahin
gehend auswirkt, dass der Beschwerde
führerin längeres Gehen
, Stehen
und Treppen
st
eigen nur beschränkt möglich ist
.
Nicht möglich sind sodann
auch Arbeiten in der Hocke und das Heben und Tragen von grösseren Gewichten.
Die Schmerzen treten aber vor allem bei Belastung des Knies auf. Inwiefern bei sit
zenden Tätigkeiten eine erhebliche Belastung des Knies bestehen soll, ist jedoch nicht ersichtlich und wird von den behandelnden Ärzten auch nicht begründet.
Es scheint zwar nachvollziehbar, dass
für
das
Knie
auch eine gewisse Belastung besteht, wenn es
gar nicht bewegt
und
während längerer Zeit
in gleich
er Position gehalten wird
. Die Einschätzung von
Dr.
D._
, dass keine wesentliche Einschrän
kung
der Arbeitsfähigkeit
besteht, soweit die Beschwerdeführerin die Möglichkeit hat, die Kniegelenke zu beugen und zu strecken
,
ist
aber
nachvollziehbar
begrün
det. Es liegt zudem ein lückenloser Befund vor, die Beschwerdegegnerin
ist einzig durch die erwiesener
massen bestehenden Arthrosen an ihren Knien, insbesondere links, in ihrer Arbeitsfähigkeit eingeschränkt.
Der medizinische Sachverhalt steht eindeutig fest.
RAD-Arzt
Dr.
D._
konnte sich aufgrund der Aktenlage ein gesamthaftes Bild machen. Weil es im Wesentlichen um die fachärztliche Beur
teilung eines an sich feststehenden medizinischen Sachverhaltes ging, ist nicht zu beanstanden, dass
Dr.
D._
auf eine persönliche Untersuchung der Beschwer
deführerin verzichtete (vgl
. Urteil des Bundesgerichts 8C_
46/2019 vom 1
0.
Mai 2019, E. 3.2.1 mit Hinweis).
Die Aktenbeurteilung von
Dr.
D._
ist lückenlos, nachvollziehbar und schlüssig.
Wie bereits festgehalten (vgl. E. 1.5), ist bei den Berichten der behandelnden Ärzte dem Umstand Rechnung zu tragen,
dass diese mitunter im Hinblick auf ihre auf
tragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Pati
entinnen und Patienten aussagen
. So erfolgte die Bescheinigung der ein
ge
schränkten Arbeitsfähigkeit
in Berücksich
tigung
des verständlichen Wunsches der
Beschwerdeführerin, dass sie ihre
selbständig
erwerben
de
Tätigkeit als Kosme
ti
ke
rin/Mass
eurin
weiter
führen möchte.
Immerhin hatte
Dr.
A._
in seinem Bericht an den Krankentaggeldversicherer vom 30. Oktober 2017 selbst bemerkt, dass andere (als körperliche) Tätigkeiten unter von ihm näher beschriebenen Kautelen zumutbar seien (vgl. E. 3.1.4).
Zumal die Beschwerdeführerin erst seit 2012 i
n diesem Bereich arbeitet und zu
vor andere Tätigkeiten
unselbständig
er
werbend
ausgeübt hat
(vgl.
IK
-Auszug,
act
. 7/26)
, ist die Aufgabe
der
selbstän
di
g
erwerbenden
und die Aufnahme einer anderweitigen, angepassten Tätigkeit zumutbar.
4.5
Zusammenfassend
ist festzuhalten, dass der Beschwerdeführerin die Ausübung einer sitzenden Tätigkeit –
ohne Belastung für die Kniegelenke und
mit der
Mög
lichkeit, diese
nach Belieben zu beugen und zu strecken – zu 100
%
zumutbar ist.
5.
Zu prüfen bleiben die
erwerblichen Auswirkungen des Gesundheits
schadens.
5.1
5.1.1
Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist für die Ermittlung des
Validen
einkommens
entscheidend, was die versicherte Person im Zeitpunkt des frühest
möglichen Rentenbeginns nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrschein
lichkeit als Gesunde tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung angepassten Verdienst angeknüpft, da es empirischer Erfahrung entspricht, dass die bisherige Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden fortgesetzt worden wäre. Aus
nahmen müssen mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt sein (BGE 139
V
28 E. 3.3.2; 135 V 58 E. 3.1; 134 V 322 E. 4.1 mit Hinweis).
5
.1
.2
Es ist davon auszugehen, dass die Beschwerdeführer
in
ohne Eintritt des Gesund
heitsschadens weiterhin als Kosmetikerin und Masseurin in selbständiger Erwerb
stätigkeit
zu einem Pensum von 100
%
tätig wäre.
Die Abklärungsperson der Beschwerdegegnerin hat im Abklärungsbericht für
Selbständigerwerbende
vom 1
9.
Februar
2018 (
Urk.
7/51/7) festgehalten, der Betrieb der Beschwerdeführerin sei bei Eintritt des Gesundheitsschadens bzw. der gesundheitsbedingten Ein
schränkung der Arbeitsfähigkeit noch in der Aufbauphase gewesen. Deshalb sei nicht vom zuletzt für die Jahre 2013 und 2014 ausgewiesenen AHV-pflichtigen Jahreseinkommen von rund Fr. 35'000.-- auszugehen, sondern das
Validenein
kommen
sei aufgrund der Tabellenlöhne festzulegen.
Gemäss aktueller Lohn
strukturerhebung (LSE 2014, TA1, Niveau 1, Frauen) wäre im Bereich persönliche
Dienstleistungen ein Einkommen von
Fr.
45'120.-- pro Jahr (
Fr.
3'760.-- pro Monat x 12) möglich.
Bei einer betriebsüblichen Arbeitszeit von 41,7 Stunden pro Woche belaufe sich das
Valideneinkommen
somit auf
Fr.
47'037.60 pro Jahr.
Diese Vorgehensweise ist nicht zu beanstanden. Zumal die Beschwerdeführerin nie ein AHV-beitrags
pflichtiges Jahreseinkommen von mehr als
Fr.
35'700.-- erzielt hat (Urk. 7/26), scheint jedenfalls die Anrechnung eines höheren
Validen
einkommens
nicht gerechtfertigt.
5.2
5
.2
.1
Für die Bestimmung des Invalideneinkommens können nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für Statistik periodisch herausgege
benen Lohnstrukturerhebungen (LSE) herangezogen werden (BGE 139 V 592 E. 2.3, 135 V 297 E. 5.2, 129 V 472 E. 4.2.1, 126 V 75 E. 3b). Dabei sind grund
sätzlich die im Verfügungszeitpunkt aktuellsten veröffentlichten Tabellen der LSE zu verwenden (BGE 143 V 295 E. 4.1.3). Der Griff zur Lohnstatistik ist subsidiär, das heisst deren
Beizug
erfolgt nur, wenn eine Ermittlung des Invalideneinkom
mens aufgrund und nach Massgabe der konkreten Gegebenheiten des Einzelfalles nicht möglich ist (vgl. BGE 142 V 178 E. 2.5.7, 139 V 592 E. 2.3, 135 V 297 E. 5.2; vgl. auch Meyer/
Reichmuth
,
Bundesgesetz
über die Invalidenversicherung
,
3.
Auflage 2014,
Rn
55 und 89 zu Art. 28a, mit weiteren Hinweisen auf die Recht
sprechung).
Wird das Invalideneinkommen auf der Grundlage von statistischen Durch
schnittswerten ermittelt, ist der entsprechende Ausgangswert (Tabellenlohn) allenfalls zu kürzen. Damit soll der Tatsache Rechnung getragen werden, dass persönliche und berufliche Merkmale, wie Art und Ausmass der Behinderung, Lebensalter, Dienstjahre, Nationalität oder Aufenthaltskategorie und Beschäfti
gungsgrad Auswirkungen auf die Lohnhöhe haben können (BGE 124 V 321 E. 3b/
aa
). Aufgrund dieser Faktoren kann die versicherte Person die verbliebene Arbeitsfähigkeit auch auf einem ausgeglichenen Arbeitsmarkt möglicherweise nur mit unterdurchschnittlichem erwerblichem Erfolg verwerten (BGE 126 V 75 E. 5b/
aa
). Der Abzug soll aber nicht automatisch erfolgen. Er ist unter Würdigung der Umstände im Einzelfall nach pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu schät
zen und darf 25
%
nicht übersteigen (BGE 135 V 297 E. 5.2; 134 V 322 E. 5.2 und 126 V 75 E. 5b/
bb
-cc). Die Rechtsprechung gewährt insbesondere dann einen Abzug auf dem Invalideneinkommen, wenn eine versicherte Person selbst im Rahmen körperlich leichter Hilfsarbeitertätigkeit in ihrer Leistungsfähigkeit ein
geschränkt ist (BGE 126 V 75 E. 5a/
bb
). Zu beachten ist jedoch, dass allfällige bereits in der Beurteilung der medizinischen Arbeitsfähigkeit enthaltene gesund
heitliche Einschränkungen nicht zusätzlich in die Bemessung des leidensbeding
ten Abzugs einfliessen und so zu einer doppelten Anrechnung desselben Gesichts
punkts führen dürfen (Urteil 9C_846/2014 vom 22. Januar 2015 E. 4.1.1 mit Hin
weisen; vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_805/2016 vom 22. März 2017 E. 3.1).
Nach ständiger Rechtsprechung darf das (kantonale) Sozialversicherungsgericht sein Ermessen, wenn es um die Beurteilung des Tabellenlohnabzuges gemäss BGE 126 V 75 geht, nicht ohne triftigen Grund an die Stelle desjenigen der Verwaltung setzen; es muss
sich
auf Gegebenheiten abstützen können, welche seine abwei
chende Ermessensausübung als naheliegender erscheinen lassen (BGE 137 V 71 E. 5.2 und 126 V 75 E. 6). Wurde bei der Festsetzung der Höhe des Abzugs vom Tabellenlohn ein Merkmal oder ein bestimmter Aspekt eines Merkmals zu Unrecht nicht berücksichtigt oder zu Unrecht berücksichtigt, hat die Beschwerdeinstanz den Abzug gesamthaft neu zu schätzen (vgl. Urteile des Bundesgerichtes
8C_113/2015 vom 26. Mai 2015 E. 3.2 und
8C_808/2013 vom 14. Februar 2014 E. 7.1.1 mit Hinweisen).
Bezog eine versicherte Person aus invaliditätsfremden Gründen (z.B. geringe Schulbildung, fehlende berufliche Ausbildung, mangelnde Deutschkenntnisse, beschränkte Anstellungsmöglichkeiten wegen
Saisonnierstatus
) ein deutlich unterdurchschnittliches Einkommen, ist diesem Umstand bei der Invaliditätsbe
messung nach
Art.
16 ATSG Rechnung zu tragen, sofern keine Anhaltspunkte dafür bestehen, dass sie sich aus freien Stücken mit einem bescheideneren Ein
kommensniveau begnügen wollte. Nur dadurch ist der Grundsatz gewahrt, dass die auf invaliditätsfremde Gesichtspunkte zurückzuführenden Lohneinbussen entweder überhaupt nicht oder aber bei beiden Vergleichseinkommen gleichmäs
sig zu berücksichtigen sind. Diese Parallelisierung der Einkommen kann praxis
gemäss entweder auf Seiten des
Valideneinkommens
durch eine entsprechende Heraufsetzung des effektiv erzielten Einkommens oder aber auf Seiten des Inva
lideneinkommens durch eine entsprechende Herabsetzung des statistischen Wer
tes erfolgen (BGE 135 V 58 E. 3.1, 134 V 322 E. 4.1 mit Hinweisen). Eine Paral
lelisierung ist indessen nur vorzunehmen, wenn die Differenz zum massgebenden Durchschnitt deutlich ist. Deutlich unterdurchschnittlich im Sinne von
BGE 134 V 322
E. 4 ist der tatsächlich erzielte Verdienst, wenn er mindestens 5
%
vom branchenüblichen LSE-Tabellenlohn abweicht (vgl. BGE 135 V
297
E. 6.1.2).
Die Grundüberlegung dieser Rechtsprechung ist die folgende: Wenn eine versicherte Person in derjenigen Tätigkeit, die sie als Gesunde ausgeführt hat, einen deutlich unterdurchschnittlichen Lohn erzielt, weil ihre persönlichen Eigenschaften (namentlich fehlende Ausbildung oder Sprachkenntnisse, ausländerrechtlicher Status) die Erzielung eines Durchschnittslohnes verunmöglichen, dann ist nicht anzunehmen, dass sie mit einer gesundheitlichen Beeinträchtigung behaftet einen
(anteilmässig) durchschnittlichen Lohn erzielen könnte (BGE 141 V 1 E. 5.4 mit Hinweisen).
5.2.2
Die Beschwerdegegnerin ist zur Bestimmung des Invalideneinkommens vom Tabellenlohn der LSE 2014, Tabelle TA1, Total, Frauen, Kompetenzniveau 1, von Fr. 4'300.-- pro Monat ausgegangen. Unter Berücksichtigung der betriebsübli
chen Wochenarbeitszeit von 41,7 Stunden sowie der Nominallohnentwicklung bis ins Jahr 2017 berechnete sie ein tabellarisches Jahreseinkommen von Fr. 54'930.40. Sie stellte sodann fest, dass das von der Abklärungsperson ermit
telte
Valideneinkommen
von Fr. 47'037.60 14,84 % unter dem – der betriebsüb
lichen Wochenzeit von 41,7 Stunden und der Nominallohnentwicklung bis ins Jahr 2017 angepassten – Tabellenlohn gemäss LSE 2014, T17, Ziffer 51 (Berufe im Bereich personenbezogener Dienstleistungen), Total, Frauen, von Fr. 55'237.-- liege. Sie setzte deshalb das ermittelte tabellarische Invalideneinkommen von Fr. 54'930.40 in Parallelisierung der Einkommen um den die
Erheblichkeitsgrenze
von 5 % unterschreitenden Wert, das heisst um 9,84 %, auf Fr. 49'523.-- herab. Einen leidensbedingten Abzug gewährte sie nicht, da die Einschränkungen bereits beim zumutbaren Pensum berücksichtigt worden seien (Urk. 7/54).
Dazu ist einerseits bemerken, dass die Abklärungsperson das von ihr ermittelte
Valideneinkommen
von Fr. 47'037.60 nicht aufgrund des von der Beschwerde
führerin vor Eintritt des Gesundheitsschadens tatsächlich erzielten Einkommens, sondern aufgrund der LSE berechnet hat (vgl. E. 5.1.2). Entgegen der Auffassung der Beschwerdegegnerin bestand unter diesen Umständen für eine Parallelisie
rung der Vergleichseinkommen gar kein Anlass (vgl. E. 5.2.1). Anderseits ist - da nach dem Gesagten in einer angepassten Tätigkeit von einer 100%igen Arbeits
fähigkeit auszugehen ist -– nicht ersichtlich, inwiefern Einschränkungen bereits beim zumutbaren Pensum berücksichtigt worden sein sollen. Ob ein leidensbe
dingter Abzug zu gewähren ist, kann allerdings offenbleiben, da selbst bei Vor
nahme des maximal möglichen Abzugs von 25 % vom tabellarischen Invaliden
einkommen von Fr. 54'930.40 kein Invaliditätsgrad von mindestens 40 % resul
tieren würde, ab welchem ein Anspruch auf eine Invalidenrente besteht. Ein ren
tenbegründender Invaliditätsgrad würde sich im Übrigen auch dann nicht erge
ben, wenn das
Valideneinkommen
aufgrund der Tabelle T17 der LSE 2014 berechnet würde, wozu allerdings kein Anlass besteht.
6.
Dass die Beschwerdegegnerin einen Rentenanspruch de
r
Beschwerdeführerin
ver
neinte, erweist sich damit als rechtens. Die Beschwerde ist abzuweisen.
7.
Da es im vorliegenden Verfahren um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskos
ten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert festzule
gen (
Art.
69
Abs.
1bis IVG) und auf
Fr.
600
.-- anzusetzen. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind sie der unterliegenden Beschwerdeführerin aufzu
erlegen.