# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** abe32a1b-7487-46a2-bdfd-a9dd798a6f3a
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2016
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1964,
war bis
Ende Juni
1998 als
Hilfs
pflegerin
im
Y._
tätig und meldete sich am
8.
März 1999 bei der Invalidenversicherung an (
Urk.
7/1
Ziff.
6.3.1). Die Sozial
versicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, sprach ihr mit Verfügung vom 1
7.
März 2000 (
Urk.
7/19) eine halbe Rente ab Dezember 1998 und mit Verfügungen vom 2
7.
Juni 2002 (
Urk.
7/56) und
5.
Dezember 2005 (
Urk.
7/68) eine ganze Rente ab Dezember 2000 zu.
Mit Verfügung vom 1
5.
Mai
2008 stellte die IV-Stelle die Rente ein (
Urk.
7/126);
die dagegen erhobene Beschwerde zog die Versicherte am 2
5.
November 2008
zurück
(
Urk.
7/138)
, worauf die IV-Stelle einen Anspruch auf berufliche Mass
nahmen prüfte (
Urk.
7/141) und mit
Verfügung
vom
1
2.
Juni 2009 (7/160)
eine
n Leistungsanspruch
der Versicherten
verneinte.
1.2
Nach
erneute
r
Anmeldung
am
1
3.
Februar 2012 (
Urk.
7/190)
holte die IV-Stelle unter anderem ein Gutachten ein, das am
2
5.
Januar 2013
erstattet wurde
(
Urk.
7/232)
. Nach durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(
Urk.
7/254,
Urk.
7/266)
verneinte
sie
mit Verfügung vom 2
8.
August 2014 einen Renten
anspruch (
Urk.
7/285 =
Urk.
2).
2.
Die Versicherte erhob am 2
9.
September 2014 Beschwerde gegen die Verfügung vom 2
8.
August 2014
(Urk. 2)
und beantragte, diese sei aufzuheben und die
Be
schwer
degegnerin
sei zu verpflichten, ihr eine Rente auszurichten (
Urk.
1 S. 2).
Die IV-Stelle beantragte mit Beschwerdeantwort vom 2
8.
Oktober 2014 (
Urk.
6) die Abweisung der Beschwerde
, was der Beschwerdeführerin am
4.
November 2014 zur Kenntnis gebracht wurde (
Urk.
8)
.
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG
). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Ge
sundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung ver
bleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die
Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die
Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Er
werbs
unfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwind
bar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversi
che
rung (IVG)
aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das
Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach
Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Einglie
de
rungs
massnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener
Ar
beits
marktlage
erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid gewor
den wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der Einkommensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die b
eiden hypothetischen Erwerbsein
kommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
1.3
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1
IVG
Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich min
des
tens 40 % arbeitsunfähig gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid sind.
1.4
Wurde eine Rente wegen eines zu geringen Invaliditätsgrades verweigert, so wird
bei einer neuen Anmeldung
geprüft, ob die von der versicherten Person glaubhaft gemachte Ver
änderung des Invaliditätsgrades eingetreten ist;
es ist
dem
nach in analoger Weise wie bei einem Revisionsfall nach
Art.
17
Abs.
1 ATSG vorzugehen (BGE 117 V 198 E. 3a, vgl. auch BGE 133 V 108 E. 5.2).
1.5
Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines
Rentenbe
zü
gers
erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die
Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (Art. 17 Abs. 1 ATSG).
Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tat
sächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Insbe
sondere ist die Rente nicht nur bei einer wesentlichen Änderung des Gesund
heitszustandes, sondern auch dann
revidier
bar
, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen des an sich gleich gebliebenen
Gesundheitszustandes erheblich verändert haben (BGE 130 V 343 E.
3.5 mit Hinweisen). Eine Veränderung der gesundheitlichen Verhältnisse liegt auch bei gleich gebliebener Diagnose vor, wenn sich ein Leiden in seiner Intensität und in seinen Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit verändert hat (Urteile des Bun
desgerichts 9C_261/2009 vom 11. Mai 2009 E. 1.2 und I 212/03 vom 28. August
2003 E. 2.2.3). Dagegen stellt die bloss unterschiedliche Beurteilung der Aus
wirkungen eines im Wesentlichen unverändert gebliebenen Gesundheits
zu
stan
des auf die Arbeitsfähigkeit für sich allein genommen keinen Revisionsgrund im Sinne von
Art.
17
Abs.
1 ATSG dar. Zeitliche Vergleichsbasis für die Beur
tei
lung einer anspruchserheblichen Ände
rung des Invaliditätsgrades bilden die letzte rechtskräftige Verfügung oder der letzte rechtskräftige
Einsprache
ent
scheid
, welche oder welcher auf einer materi
ellen Prüfung des Rentenanspruchs mit rechtskonformer Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und
Invaliditäts
bemessung
beruht (BGE 133 V 108; vgl. auch BGE 130 V 71 E. 3.2.3; Urteil des Bundesgerichts 9C_438/2009 vom 26. März 2010 E. 1 mit Hinweisen).
1.6
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vor
akten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zu
sammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuch
tet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin ging in der angefochtenen Verfügung (
Urk.
2) davon aus, die Beschwerdeführerin könnte ihre zuletzt ausgeübte Tätigkeit als Sekre
tärin sowie jegliche andere angepasste rückenadaptierte Tätigkeit im
Vollpen
sum
mit einer Leistungsminderung von 20
%
ausüben, womit der
Invaliditäts
grad
20
%
betrage (S. 2).
Betreffend
Valideneinkommen
sei auf Tabellenlöhne abzustellen, da die Beschwerdeführerin im Zeitpunkt der erneuten Anmeldung (im Februar 2012) nicht mehr erwerbstätig gewesen sei (S. 3).
2.2
Die Beschwerdeführerin stellte sich demgegenüber auf den Standpunkt (
Urk.
1),
auf das eingeholte Gutachten könne aus bestimmten Gründen nicht abgestellt werden (S. 5
Ziff.
3).
Im Gutachten werde angenommen, sie sei in ihrer ange
stammten Tätigkeit als OP-Schwester nicht eingeschränkt; diese habe jedoch auch Reinigungsarbeiten umfasst, von denen mit überwiegender Wahrschein
lichkeit anzunehmen sei, dass sie nicht mehr zumutbar seien (S. 5 f.
Ziff.
4). So
dann habe sie sich am 1
9.
November 2013 einer Operation unterziehen müssen; schon aufgrund der damit verbundenen temporären Erhöhung der Arbeits
un
fähig
keit resultiere ein Rentenanspruch (S. 6 f.
Ziff.
5). Schliesslich betrage das
Vali
deneinkommen
mindestens
Fr.
60‘000.-- (S. 7
Ziff.
6).
2.3
Strittig und zu prüfen
sind eine allfällige Verschlechterung der
Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin - und ob diesbezüglich auf das eingeholte Gutachten abgestellt werden kann - und die Invaliditätsbemessung.
3.
3.1
Am 3
1.
August 2007 erstatteten die Ärzte der Medizinischen
Begutachtungs
stelle
Z._
ein Gutachten im Auftrag der Beschwerdegegnerin (
Urk.
7/88/1-28).
Sie nannten eine
Somatisierungsstörung
(ICD-10 F45.0) als Diagnose mit Aus
wirkung auf die Arbeitsfähigkeit (S. 22
Ziff.
4.1).
Als Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit nannten sie ein chro
ni
sches lumbales Schmerzsyndrom mit
pseudoradikulärer
Symptomatik beid
seits, ein chronisches generalisiertes weichteilrheumatisches
Schmerzsyn
drom
mit
Akzentuierung eines
cervikozephalen
Schmerzsyndroms, eine Adipo
sitas Grad I, eine chronische Dyspepsie, einen Verdacht auf Colon
irritabile
so
wie akzen
tu
ierte Persönlichkeitszüge mit
histrionischen
Anteilen (S. 22
Ziff.
4.2-7).
Zusammenfassend und unter Berücksichtigung aller Gegebenheiten und Be
funde sei die Versicherte aus somatischer Sicht in einer
behinderungsangepass
ten
Tätigkeit wie auch in ihrer zuletzt ausgeübten Tätigkeit als Schwesternhel
ferin in einem OP zu 100
%
arbeitsfähig. Aufgrund der Vorgeschichte sowie der offensichtlich bestehenden Neigung zu psychosomatischen Reaktionen sollte das künftige Arbeitsfeld mobbingfrei sein, sonst sei die Beschwerdeführerin auch aus psychiatrischer Sicht uneingeschränkt arbeitsfähig (S. 25 Mitte).
3.2
Die Beschwerdegegnerin ging gestützt auf das
Z._
-Gutachten von einer vollen Arbeitsfähigkeit auch in der angestammten Tätigkeit aus (
Urk.
7/89 S. 3 unten,
Urk.
7/125 S. 4 oben) und hob dementsprechend die bisher gewährte Rente auf Ende Juni 2008 auf (
Urk.
7/126).
4.
4.1
Am 2
5.
Januar 2013 erstatteten die Ärzte der MEDAS
A._
ein Gutachten im Auftrag der Beschwerdegegnerin (
Urk.
7/232/1-82). Sie stützten sich auf die
ihnen überlassenen Akten
(S. 3 ff.), die Angaben der Beschwerdeführerin (S. 37 ff.)
und die von ihnen am 2
5.
September, 1
5.
November und 1
5.
Dezember 2012 (S.
1 Mitte) erhobenen internistischen, psychiatrischen, rheumatologischen und neurologischen Befunde (S. 43 ff.).
Berufsanamnestisch führten die Gutachter unter anderem aus, gemäss ihren Angaben habe die Versicherte ab 1996 in der Augenklinik des
Y._
vor allem als Hilfsschwester im OP gearbeitet, wo sie assistiert habe; körperlich sei die Ar
beit zu bewältigen gewesen, belasten
d
sei ein Mobbing gewesen (S. 38 Mitte).
Nach 2007 habe sie eine Teilzeitstelle in der
B._
angetreten, wo
sie als Sekretärin in einem Pensum von 50
%
voll gearbeitet habe. Nach einem Vorgesetztenwechsel Ende
2009 sei sie schikaniert worden und schliess
lich arbeits
unfähig geworden (S. 38 unten).
Die Gutachter nannten folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeits
fähig
keit (S. 57
Ziff.
1.1):
Somatisierungsstörung
mit/
bei
funktioneller Gastrointestinal- (GI) -Symptomatik (Colon
irritabile
, Dys
pepsie,
Rumination
ssyndrom
, Dysphagie,
anorektale
Funktions
störung)
funktioneller kardiovaskulärer Störung (Präsynkope, phobischer Schwindel, Atemnotsyndrom)
chronisch ausgeweitetem Schmerzsyndrom (Fibromyalgie,
somato
forme
Schmerzstörung,
Panvertebralsyndrom
, zervikal und lumbal betont) F45.0, dokumentiert seit 1999
Als Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit nann
ten sie (S. 57
Ziff.
1.2) eine
Diskopathie
L5/S1 ohne Nachweis neuraler Beteiligung
(
Erst
diagnose
2007
), ein s
ensibles
Sulcus
ulnaris
Syndrom links
(
Erstdiagnose 2003
),
vorbefundlich
eine
nichtalkoholische
Steatosis
hepatis
(
Erstdiagnose 2009
),
vorbefundlich
eine
MTP III-Arthrose links
(
dokumentiert seit 2005
) und eine
Hypästhesie distal lateral am rechten Fuss, kompatibel mit distaler Neuropathie
(
Erstmanifestation 2012
).
In ihrer Beurteilung führten sie unter anderem aus,
wesentliche Befunde und Beschwerden l
ä
gen auf psychiatrischem und psychosomatischem Gebiet,
die Versicherte leide aus Gutachtersicht an einer
klassische
n
Somatisierungsstörung
(S. 70 unten)
.
Die
Arbeits- und Leistungsfähigkeit
sei
durch keine
n
der in den Teilgebieten im Rahmen der Begutachtung objektivierten Befunde wesentlich beeinträchtigt (S. 71 unten)
. Qualitative Einschränkungen könnten in Bezug auf die Belastbarkeit der unteren Wirbelsäule, wo degenerative Veränderungen nachgewiesen seien, angenommen werden. Ausser für ausdrücklich rückenbelastende Tätigkeiten (ständige Vorneigehaltung des Rumpfes, häufiges oder dauerndes Heben von Las
ten) bestehe gesamtmedizinisch keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit,
sowohl
für die Tätigkeit als Schwesternhelferin im Operationsbereich der Augen
klinik noch als
auch als
angelernte Bürokraft
(S. 71 f.).
Auf der psychischen Ebene bestünden aufgrund der diagnostizierten
Somatisie
rungsstörung
subjektive Beeinträchtigungen,
bei welchen die Überwindbarkeit - bei fehlender relevanter Komorbidität und wenigen negativen Prognosefaktoren - aus Gutachtersicht nicht eingeschränkt
sei
(S. 75
Ziff.
2.1)
.
Die zuletzt ausgeübten Tätigkeiten (Hilfskraft im Büro, Schwesternhelferin) könn
ten theoretisch zeitlich uneingeschränkt ausgeübt werden (S. 76
Ziff.
3.4). Qualitativ bestünden Einschränkungen für schweres Heben und Tragen sowie
rückenbelastende Tätigkeiten, ferner allenfalls eine Leistungsminderung von 20
%
aufgrund der
Beschwerdechronifizierung
(S. 76
Ziff.
3.5).
4.2
Im psychiatrischen Teilgutachten (
Urk.
7/232/88-118) wurde unter anderem ausgeführt, festzustellen seien Klagen über Beschwerden in einem Ausmass, das weit über begründbare körperliche Beschwerden hinausgehe, dies auch mit einer typischen inneren Dynamik, mit einem Doktorshopping, mit unzähligen Unter
suchungen, mit dem subjektiven Erleben des von Krankheit
Bedrohtsein
, mit dys
funktionalem Krankheitserleben (Tagesstrukturierung hauptsächlich durch The
ra
pien), mit
Multisomatoformität
, mit einer vielleicht prädisponierten Per
sön
lichkeitsstruktur (biographische Belastung durch Migration, Scheidung von gewalttätigem Ehemann, Verlust der Tochter). Andererseits wirke die zu Begut
achtende nicht allzu leidend,
was
mit d
er diagnostischen Einschätzung einer etwa
seit 1997 bestehenden
somatoformen
Schmerzstörung, von anderen als Fibro
myalgie bezeichnet, kompatibel sei. Unter Berücksichtigung der
Multiso
mato
formität
erscheine auch die in der Begutachtung 2007 gestellte Diagnose einer
Somatisierungsstörung
(F45.0) gerechtfertigt. Der Verlauf erscheine fluk
tuierend und die Symptomatik durchaus überwindbar, was sich im Tagesablauf (vgl. S.
11 f.
Ziff.
3.2.8) zeige; auch die im Berichtsjahr absolvierte vierwöchige
C._-R
eise (vgl. S. 9
Ziff.
3.2.4) mit insgesamt mindestens vier Flügen spreche für eine nicht unerhebliche Funktionsfähigkeit (S. 20).
Das Kapitel F5 der ICD-10 beschäftige sich mit Verhaltensauffälligkeiten in Verbindung mit körperlichen Störungen und Faktoren. En
tsprechende Phäno
mene fänden sich auch bei der zu Begutachtenden, etwa eine
Verdeut
lich
ungs
tendenz
, die Symptomausweitung, die Selbstlimitierung, und nicht zuletzt auch eine final ausgerichtete Entschädigungshaltung sowie
Dekonditionierung
und übertriebe
nes Schonverhalten. Diese würden jedoch nicht separat codiert, da sie bereits mit der diagnostizierten
Somatisierungsstörung
erfasst seien (S. 21).
Nehme man die Inanspruchnahme psychiatrischer Angebote als Indiz für eine Schweregradeinschätzung der psychischen Störung, so spreche die Pharmako
therapie für ein nicht allzu ausgeprägtes psychisches Leiden; auch die aktuelle Therapiefrequenz spreche nicht für eine Krise (S. 22
Ziff.
6.2.2.1). Der - näher umschriebene - psychopathologische Befund spreche für eine hohe Funktions
fähig
keit der zu Begutachtenden (
S. 22
Ziff.
6.2.2.2). Betreffend
Beschwerde
validierung
führte der Gutachter aus, die Begutachtende berichte über zahl
reiche Beschwerden, in der Untersuchung präsentiere sie (jedoch) wenig Symp
tome, sondern schildere sich im Gegenteil als energisch, als therapieorientiert, als sehr beschäftigt. Auch ergäben sich Widersprüche zwischen ihrer Mobilität und ihrem Leistungsvermögen (Tagesablauf, Fernreisen) einerseits und ihrem subjektiven Krankheitserleben andererseits (S. 22
Ziff.
6.2.3).
Ressourcen seien vorhanden in Form von Ausbildung und Persönlichkeit.
Arbeits
platzbezogene
Ressourcen seien leider nicht vorhanden, die vormalige Arbeit werde kategorisch abgelehnt (S. 24
Ziff.
6.3.1.3).
Es sei keine anhaltende psychische Krankheit im Sinne einer
chronifizierten
Depression oder einer psychotischen Erkrankung zu erkennen, die es der zu Be
gutachtenden unmöglich machen würde, die Symptome mit Willensanstrengung bei Motivation zu überwinden. Auch gebe es weder eine anhaltende
komorbide
psychische Störung noch einen ausgewiesenen sozialen Rückzug in allen Belan
gen des Lebens noch einen therapeutisch nicht mehr angehbaren Verlauf (S.
24
Ziff.
6.3.1.4).
4.3
Am 1
1.
April
2013 wurde über eine gleichentags erfolgte Behandlung in der Klinik
und Poliklinik für Innere Medizin des
D._
berichtet
(
Urk.
7/246) und ausgeführt, die Patientin habe sich aufgrund von seit einigen Tagen bestehen
den thorakalen Schmerzen und
Dyspnoeattacken
selber vorgestellt (S.
2 oben). Die gestellten Diagnosen (S.
1 f.) entsprachen, bis auf ein Asthma bronchiale, weitgehend den im Gutachten vom Januar 2013 (vorstehend E.
4.1) gestellten. Eine Arbeitsunfähigkeit wurde nicht attestiert.
4.4
Eine am 2
5.
September 2013 erstellte MRT der Halswirbelsäule (HWS) ergab dege
nerative HWS-Veränderungen C5/6 und C3/4, mässige
osteodiskale
Fora
minalstenosen
auf Höhe C5/6 und weniger ausgeprägt C3/4 mit möglicher Komprimierung der Wurzel C6 und C4
intr
a
foraminal
beidseits linksbetont (
Urk.
7/264 =
Urk.
7/265).
4.5
Dr.
med.
E._
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Trau
matologie des Bewegungsapparates
, führte in seinem Bericht vom 1
0.
März 2014 (
Urk.
7/272)
unter anderem aus, die
Erstkonsultation
habe am
1
0.
Septem
ber 2013
stattgefunden
und die letzte Verlaufskontrolle am 1
7.
Februar 2014
(
Ziff.
1.2)
. Als
Diagnose
nannte er einen Status nach
Cloward
Spondylodese
C5/6 vom 1
9.
November 2013 (
Ziff.
1.1) und führte aus, die Be
schwerdeführerin
sei vom 1
8.
bis 2
5.
November 2013 hospitalisiert gewesen (
Ziff.
1.3). Die
Prog
nose
sei
günstig, postoperativ
seien
die
Cervicobrachialgien
nicht mehr vorhan
den (
Ziff.
1.4)
.
Zur Arbeitsfähigkeit
in der bisherigen Tätigkeit
führte er aus,
es sei von ihm aus kein Arbeitsunfähigkeits-Zeugnis benötigt worden (
Ziff.
1.6); es bestehe eine leicht verminderte Belastbarkeit der Halswirbelsäule, Arbeiten über Kopfhöhe
sollten gemieden werden, ebenso das Tragen von Gewichten über 10 kg (
Ziff.
1.7)
. I
n angepasster Tätigkeit mit wenig Belastung für die Halswi
rbelsäule und Meiden von Tragen/
Heben von Gewichten von über 10 kg wäre die Pati
en
tin, was rein die HWS-Problematik betreffe, vermutlich 3
-
4 Monate postope
rativ wieder in die Arbeitswelt integrierbar, im Vordergrund stehe jedoch an
geblich ein Rheumaleiden (
Ziff.
1.8).
4.6
Am 2
9.
April 2014 legte einer der MEDAS-Gutachter dar, dass und warum sich aus den neuen Unterlagen
k
eine neuen Aspekte ergäben und an der Beurteilung festgehalten werde
(
Urk.
7/274).
5.
5.1
Die Beschwerdeführerin bemängelte am Gutachten, dass die Frage der
Über
windbarkeit
angesichts der umfangreichen Befunde, des langjährigen Verlaufs und der zahllosen Diagnosen zu knapp behandelt worden sei (
Urk.
1 S.
5
Ziff.
3)
.
Dabei wird übersehen, dass die Gutachter ausdrücklich festhielte
n
, dass sich - auch wenn sich entsprechende
somatische
Diagnosen stellen liessen - die von der Beschwerdeführerin angegebenen Beeinträchtigungen anhand der erhobe
nen Befunde gerade nicht objektivieren liessen, weshalb ihnen keine Auswir
kung auf die Arbeitsfähigkeit zugeschrieben werden konnte, und weshalb eine nachgerade klassische
Somatisierungsstörung
zu diagnostizieren war.
Inwieweit aus psychiatrischer Sicht eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit anzunehmen oder zu verneinen sei, wurde sodann im entsprechenden
Teilgut
achten
einlässlich erörtert (vorstehend E. 4.2). Die dem Teilgutachten zu ent
nehmende Begründung vermag durchaus
den Anforderungen auch der neuen Rechtsprechung zu genügen, die verlangt, dass das funktionelle Leistungsver
mögen anhand einer Reihe von Standardindikatoren (Ausprägung der
diagno
serelevanten
Befunde,
Behandlungs- und Eingliederungserfolg oder -resistenz
,
Komorbiditäten
,
persönliche Ressourcen, sozialer Kontext, Konsistenz auf der Ebene des Verhaltens) beurteilt wird (BGE 141 V 281 E. 4.1.3).
5.2
Die Beschwerdeführerin machte
weiter
geltend,
die im Gutachten attestierte volle Arbeitsfähigkeit in der früheren
Tätigkeit als Schwesternhilfe im Opera
tionssaal
sei nicht damit vereinbar, dass diese
auch Reinigungsarbeiten umfasst
habe (
Urk.
1 S.
5 f.
Ziff.
4
).
In den eingereichten Arbeitszeugnissen (
Urk.
3/3-4) ist jedoch
lediglich von einer „Zwischenreinigung der Operationssäle nach den Eingriffen“, von der Reini
gung und Verwaltung des
Substeries
beziehungsweise von verschiedenen
Reini
gungsarbeiten
die Rede, dies nebst etlichen anderen, unschwer als
Haupt
tätig
keiten
erkennbaren Aufgaben.
Inwiefern dies mit dem gutachterlich formulierten Anforderungsprofil - keine aus
drücklich rückenbelastende Tätigkeiten (ständige Vorneigehaltung des Rump
fes,
häufiges oder dauerndes Heben von Lasten) - nicht vereinbar sein sollte, ist weder ersichtlich noch substantiiert dargetan worden.
5.3
Die gegenüber dem Gutachten vom Januar 2013 erhobenen Einwände erweisen sich somit als nicht stichhaltig. Es erfüllt alle praxisgemässen Kriteri
en (vorste
hend E. 1.6
) vollumfänglich, so dass darauf abzustellen ist.
Der medizinische Sachverhalt ist demnach dahingehend erstellt, dass
die
zuletzt ausgeübten Tätigkeiten (
Hilfskraft im Büro, Schwesternhilfe im Operationssaal
) zeitlich uneingeschränkt ausgeübt werden
können, dies mit
Einschränkungen für schweres Heben und Tragen sowie rückenbelastende Tätigkeiten
und
allen
falls eine
r
Leistungsminderung von 20
%
aufgrund der
Beschwerdechronifizie
rung
(vorstehend E. 4.1).
Damit steht auch fest, dass im Vergleich zur 2008 erfolgten Anspruchsprüfung keine Verschlechterung des Gesundheitszustandes eingetreten ist, die
revisions
rechtlich
(vorstehend E. 1.5) relevant wäre.
5.4
Mitte November 2013 wurde
eine Versteifung
an
der
Halswirbelsäule
(C5/6) vorgenommen.
Der
operierende Arzt hielt eine gute Prognose und lediglich eine leicht verminderte Belastbarkeit der Halswirbelsäule fest und erachtete in die
sem Rahmen eine Rückkehr in die Arbeitswelt 3
-
4 Monate postoperativ als möglich, wobei er darauf hinwies, dass sich dies auf die HWS-Problematik beziehe, im Vordergrund jedoch angeblich ein Rheumaleiden stehe (vorstehend E. 4.5).
Aus dem Bericht über die HWS-Versteifung ergibt sich klar, dass mit diesem Eingriff eine nur vorübergehende Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit verbun
den war und diesbezüglich einige Monate
da
nach keine Beeinträchtigung mehr bestand.
Es bestand für die Beschwerdegegnerin - welche dazu immerhin eine ergän
zen
de Stellungnahme der Gutachter einholte (vorstehend E. 4.6) - keine Veran
lassung zu weiteren Verlaufsabklärungen
,
und schon gar nicht ersichtlich ist, inwiefern in diesem Zusammenhang ein Rentenanspruch hätte resultieren können.
Den entsprechenden Vorbringen der Beschwerdeführerin (
Urk.
1 S. 6 f.
Ziff.
5) kann deshalb nicht gefolgt werden.
5.5
Schliesslich machte die Beschwerdeführerin geltend, bei der
Invaliditätsbemes
sung
sei das
Valideneinkommen
ausgehend von
ihrem zuletzt 1998 erzielten Einkommen zu bestimmen, weshalb es mindestens
Fr.
60‘000.-- betrage (
Urk.
1 S. 7
Ziff.
6).
Gemäss Auszug aus dem Individuellen Konto (IK) vom 1
1.
April
2012 (
Urk.
7/203)
war die Beschwerdeführerin bis Mitte 1998 als erwerbstätig, sodann bis und mit 2008 als nichterwerbstätig
und im Jahr 2009 sowie im März 2010 wiederum als erwerbstätig
erfasst.
Aufgrund der ab Dezember 1998 wirksamen
Rentenzusprache
kann die
dama
l
ige Abwesenheit der Beschwerdeführerin vom Arbeitsmarkt während der Dauer der Rentenberechtigung als gesundheitsbedingt eingestuft werden. Mit der Auf
hebung der Rente per Ende Juni 2008 (vgl.
Urk.
7/126) kann die Abwesenheit vom Arbeitsmarkt jedoch nicht mehr als gesundheitlich begründet
erachtet wer
den.
Vor diesem Hintergrund ist nicht zu beanstanden, dass die Beschwerdegegnerin auf Tabellenlöhne abgestellt hat.
Davon abgesehen würde auch ein Abstellen auf das zuletzt erzielte Einkommen am Ergebnis gar nichts ändern, denn bei einer - abgesehen von einer allfälligen Leistungsminderung von 20
%
-
vollen Arbeitsfähigkeit auch für die frühere Tätigkeit beträgt die korrespondierende Verdiensteinbusse maximal die ge
nannten 20
%
.
5.6
Zusammenfassend bleibt festzuhalten, dass die gegen die angefochtene Verfü
gung erhobenen Einwände nicht stichhaltig sind. Vielmehr erweist sich diese als rechtens, was zur Abweisung der dagegen erhobenen Beschwerde führt.
6.
Die Verfahrenskosten gemäss
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG sind ermessensweise auf
Fr.
800.-- festzusetzen und ausgangsgemäss der Beschwerdeführerin aufzuer
legen.