# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 6c36da27-f1b9-4f23-98e4-9fc617e1a237
**Court:** SG_VG
**Chamber:** SG_VG_001
**Year:** 2022
**Language:** de
**Jurisdiction:** SG / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Das Verwaltungsgericht stellt fest:
A.
A._, geb. 1988, stammt aus Nordmazedonien. Dort heiratete er am 10. August 2007
die in der Schweiz niederlassungsberechtigte Landsfrau B._. Ihrem Gesuch um
Familiennachzug entsprechend erhielt A._ am 22. März 2008 eine
Aufenthaltsbewilligung. Am 17. Februar 2010 kam der gemeinsame Sohn K._ zur Welt,
der in der Schweiz niederlassungsberechtigt ist. Seit 22. März 2013 besitzt auch A._
die Niederlassungsbewilligung.
B.
Mit Strafbefehlen vom 8. August 2013, vom 27. Januar 2014, vom 15. Mai 2014 und
vom 5. Februar 2016 wurde A._ wegen Widerhandlungen gegen das
Strassenverkehrsgesetz mit Bussen zwischen CHF 100 und 400 sowie mit einer
bedingten Geldstrafe von zwanzig Tagessätzen zu je CHF 80 bestraft. Das Obergericht
des Kantons Zürich verurteilte ihn am 3. Juni 2019 wegen schwerer Widerhandlungen
gegen das Betäubungsmittelgesetz – begangen in der ersten Hälfte des Jahres 2016 –
sowie wegen Widerhandlung gegen das Strassenverkehrsgesetz und geringfügigen
Diebstahls zu einer zu vollziehenden Freiheitsstrafe von drei Jahren und neun Monaten
sowie zu einer bedingten Geldstrafe von zehn Tagessätzen zu je CHF 80 – im Zusatz
zum Strafbefehl vom 5. Februar 2016 – und einer Busse von CHF 800. Der bedingte
Vollzug der am 5. Februar 2016 ausgesprochenen Geldstrafe wurde widerrufen. A._
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trat die Freiheitsstrafe am 2. März 2020 an. Mit Strafbefehl vom 19. Mai 2021 wurde er
wegen mehrfacher Übertretung des Betäubungsmittelgesetzes – er hatte seit Mai 2018,
letztmals zu einem nicht näher bestimmbaren Zeitpunkt in der Weihnachtszeit 2020 in
der Justizvollzugsanstalt Realta – Marihuana konsumiert.
C.
Das Migrationsamt widerrief die Niederlassungsbewilligung von A._ am 18. August
2020 und wies ihn auf den Termin der Haftentlassung aus der Schweiz weg. Den
dagegen erhobenen Rekurs wies das Sicherheits- und Justizdepartement mit
Entscheid vom 20. Dezember 2021 ab.
D.
A._ (Beschwerdeführer) erhob gegen den Rekursentscheid des Sicherheits- und
Justizdepartements (Vorinstanz) vom 20. Dezember 2021 durch seinen Rechtsvertreter
mit Eingabe vom 13. Januar 2022 und Ergänzung vom 16. Februar 2022 Beschwerde
beim Verwaltungsgericht mit den Anträgen, unter Kosten- und Entschädigungsfolge sei
der angefochtene Entscheid aufzuheben und dem Beschwerdeführer – allenfalls unter
Verwarnung – die Niederlassungsbewilligung zu belassen.
Die Vorinstanz verwies mit Vernehmlassung vom 28. Februar 2022 auf die Erwägungen
im angefochtenen Entscheid und beantragte, die Beschwerde sei abzuweisen. Der
Beschwerdeführer verzichtete am 21. März 2022 auf eine zusätzliche Stellungnahme.
Auf die Erwägungen im angefochtenen Entscheid und die Ausführungen des
Beschwerdeführers zur Begründung seiner Anträge sowie die Akten wird, soweit
wesentlich, in den Erwägungen eingegangen.

## Considerations

Darüber zieht das Verwaltungsgericht in Erwägung:
1. Eintreten
Das Verwaltungsgericht ist zum Entscheid in der Sache zuständig (Art. 59 Abs. 1 des
Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege; sGS 951.1, VRP). Der Beschwerdeführer,
dessen Rekurs gegen den Widerruf seiner Niederlassungsbewilligung die Vorinstanz
mit dem angefochtenen Entscheid abgewiesen hat, ist zur Erhebung der Beschwerde
befugt (Art. 64 in Verbindung mit Art. 45 VRP). Die Beschwerde gegen den
Rekursentscheid vom 20. Dezember 2021 wurde mit Eingabe vom 13. Januar 2021
unter Berücksichtigung des Fristenstillstandes über die Weihnachts- und Neujahrstage
rechtzeitig erhoben (Art. 64 in Verbindung mit Art. 47 Abs. 1 und Art. 30 Abs. 1 VRP
sowie Art. 145 Abs. 1 Ingress und lit. c der Schweizerischen Zivilprozessordnung, SR
bis
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272). Sie erfüllt zusammen mit der Ergänzung vom 16. Februar 2022 in formeller und
inhaltlicher Hinsicht die gesetzlichen Anforderungen (Art. 64 in Verbindung mit Art. 48
Abs. 1 und 2 VRP). Auf die Beschwerde ist deshalb einzutreten.
2. Widerrufsgrund
Der Beschwerdeführer anerkennt, dass mit seiner Verurteilung durch das Obergericht
des Kantons Zürich vom 3. Juni 2019 zu einer Freiheitsstrafe von drei Jahren und neun
Monaten der Grund für einen Widerruf seiner Niederlassungsberechtigung in der
Schweiz gemäss Art. 63 Abs. 1 Ingress und lit. a in Verbindung mit Art. 62 Abs. 1
Ingress und lit. b des Bundesgesetzes über die Ausländerinnen und Ausländer und
über die Integration (Ausländer- und Integrationsgesetz; SR 142.20, AIG) erfüllt ist (vgl.
anstelle vieler BGer 2C_55/2018 vom 6. Februar 2019 E. 2.1 mit Hinweis auf BGE 135 II
377 E. 4.2).
3. Verhältnismässigkeit
Rechtliche Ausgangslage
Ein Widerruf der Niederlassungsbewilligung rechtfertigt sich indessen selbst bei
Vorliegen eines Widerrufsgrundes nur, wenn die im Einzelfall vorzunehmende
Interessenabwägung den Widerruf auch als verhältnismässig erscheinen lässt (Art. 5
Abs. 2 der Bundesverfassung, SR 101, BV; Art. 96 Abs. 1 AIG). Bei Beschwerdeführern
mit Familie ergibt sich die Notwendigkeit der Interessenabwägung auch aus Art. 8 der
Europäischen Konvention zum Schutze der Menschenrechte und Grundfreiheiten (SR
0.101, EMRK) und Art. 13 Abs. 1 BV. Zur Beurteilung der Frage, ob dies der Fall ist,
sind namentlich (1) die Schwere des Delikts und das Verschulden des Betroffenen, (2)
der seit der Tat vergangene Zeitraum, (3) das Verhalten des Ausländers während
diesem, (4) der Grad seiner Integration gemäss den Kriterien nach Art. 58a Abs. 1 AIG
(Beachtung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung; Respektierung der Werte der
Bundesverfassung; Sprachkompetenzen; Teilnahme am Wirtschaftsleben oder am
Erwerb von Bildung) bzw. die Dauer der bisherigen Anwesenheit, (5) die sozialen,
kulturellen und familiären Bindungen zum Aufnahmestaat und zum Herkunftsland; (6)
der Gesundheitszustand, (7) die mit der aufenthaltsbeendenden Massnahme
verbundene Dauer der Fernhaltung sowie (8) die ihm und seiner Familie drohenden
Nachteile zu berücksichtigen. Unter dieses letzte Kriterium fällt insbesondere der
Schutz des Kindesinteresses, möglichst mit beiden Elternteilen gemeinsam
aufwachsen zu können. Keines dieser Elemente ist für sich allein ausschlaggebend;
erforderlich ist eine Würdigung bzw. Gewichtung der gesamten Umstände im Einzelfall
(vgl. BGer 2C_589/2021 vom 20. September 2021 zu VerwGE B 2021/80 vom 28. Juni
3.1.
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2021; 2C_1024/2020 vom 19. Mai 2021 E. 3.2; 2C_41/2019 vom 18. September 2019
E. 4.2).
Öffentliche Interessen3.2.
Schwere des Delikts und Verschulden/Rückfallgefahr
Die Vorinstanz hat im Zusammenhang mit der Darstellung des öffentlichen Interesses
an der Beendigung der Anwesenheit des Beschwerdeführers in der Schweiz das
strafrechtliche Verschulden, wie es im Strafurteil gewürdigt wurde, einlässlich
beschrieben (vgl. dazu E. 4a/aa und bb des angefochtenen Entscheides) und
festgehalten, in fremdenpolizeilicher Hinsicht wiege das Verschulden des
Beschwerdeführers sowohl angesichts der verhängten Strafe als auch der Art des
Hauptdelikts schwer. Er habe abschätzen können und in Kauf genommen, mit der
gehandelten Drogenmenge – von 2,2 Kilogramm Kokaingemisch beziehungsweise
etwa 1,48 Kilogramm reinem Kokain – die Gesundheit vieler Menschen in Gefahr zu
bringen. Er selbst sei weder drogenabhängig noch in einer finanziellen Notlage
gewesen, sondern habe einzig aus einem eigennützigen Profitstreben heraus
gehandelt. Während eines halben Jahres habe er mehrere deliktische Einzelhandlungen
ausgeführt und dabei zur Tarnung mehrere Rufnummern beziehungsweise
Mobiltelefone und eine codierte Sprache verwendet. Das zeige eine beträchtliche
kriminelle Energie, die für eine ernsthafte Rückfallgefahr spreche. Die qualifizierte
Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz, wie sie der Beschwerdeführer in
der ersten Hälfte des Jahres 2016 beging, würde – begangen nach 1. Oktober 2016 –
gemäss Art. 121 Abs. 3 BV und Art. 66 Abs. 1 Ingress und lit. o des Schweizerischen
Strafgesetzbuches (SR 311.0, StGB) zu einer obligatorischen Landesverweisung
führen. Daraus dürfe geschlossen werden, dass der Verfassungs- und Gesetzgeber
eine solche qualifizierte Betäubungsmitteldelinquenz als besonders verwerflich erachte
(Hinweis auf BGer 2C_270/2017 vom 30. November 2017 E. 3.3). Dass der
Beschwerdeführer sodann mit einer gewissen Regelmässigkeit – vier Strafbefehle
zwischen August 2013 und Mai 2021 – delinquiert habe, könne nicht bagatellisiert
werden, auch wenn es sich dabei mehrheitlich – ausgenommen eine Überschreitung
der zulässigen Höchstgeschwindigkeit auf der Autobahn um 37 km/h – um nicht sehr
schwer wiegende strassenverkehrsrechtliche Straftatbestände gehandelt habe.
Der Beschwerdeführer anerkennt die ausländerrechtliche Bedeutung des Umstandes,
dass der Strafrichter in Kenntnis sämtlicher Tatumstände von einem nicht mehr
leichten Tatverschulden ausgegangen ist (act. 6, Ziffer B/3). Zur Einschätzung der
Rückfallgefahr macht er geltend, er habe seine Lehren aus seinen schlimmen
3.2.1.
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Verfehlungen gezogen. Er sehe sich in der Pflicht, sein Leben in der Schweiz
rechtschaffen zu gestalten. Dank seinem familiären und wirtschaftlichen Umfeld könne
ihm eine gute Prognose gestellt werden. Gesellschaftlich sei er umfassend integriert.
Konkret weist er auf seine Arbeitsstätigkeit als Servicemitarbeiter bei der Q._ AG, die
er zur vollsten Zufriedenheit der Arbeitgeberin leiste, und auf die Besuche der
Trainings- und Meisterschaftsspiele seines Sohnes bei den Junioren des FC X._
zusammen mit seiner Ehefrau hin.
Die wirtschaftliche und soziale Integration des Beschwerdeführers verbunden mit einer
– weitgehenden – Deliktsfreiheit seit den schweren Widerhandlungen gegen das
Betäubungsmittelgesetz und der dazu ergangenen strafrechtlichen Verurteilung deutet
zwar insbesondere zusammen mit dem Strafvollzug mit Arbeitsexternat und der
mittlerweile erfolgten bedingten Entlassung (vgl. act. 9) auf eine nicht besonders
ausgeprägte Rückfallgefahr. Allerdings weist die Vorinstanz zu Recht darauf hin, dass
von jeder Person grundsätzlich Wohlverhalten und insbesondere im Strafvollzug
makelloses Verhalten erwartet wird. Ergänzend kann festgehalten werden, dass der
Beschwerdeführer auch im Zeitpunkt seines deliktischen Verhaltens Ehemann und
Vater sowie beruflich integriert – nach einer Anstellung in einem Gipsergeschäft
arbeitete er von 1. März 2011 bis 31. Dezember 2016 im Gastronomiebetrieb seines
Schwiegervaters als Pizzaiolo (vgl. act. 6/Beilage 5) – war. Im Dezember 2020, mithin
während des Strafvollzugs, konsumierte er Marihuana. Auch wenn der Konsum von
Marihuana ein Bagatelldelikt darstellt, fällt doch ins Gewicht, dass der
Beschwerdeführer nicht in der Lage war, sich an die nicht ungewöhnliche Regel,
während des Strafvollzugs keine verbotenen Betäubungsmittel zu konsumieren, zu
halten. Wenn die Vorinstanz unter diesen Umständen von einer ernsthaften
Rückfallgefahr ausging und das öffentliche Interesse an der Beendigung des
Aufenthalts als erheblich einstufte, ist dies nicht zu beanstanden.
Private Interessen3.3.
Vorbringen des Beschwerdeführers
Nach Auffassung des Beschwerdeführers hat die Vorinstanz seine privaten Interessen
nicht oder zu wenig gewürdigt. Er habe 2010/2011 die wichtigen Deutschkurse
besucht. Nach einer Anstellung in einem Gipsergeschäft habe er ab 1. März 2011 in die
Gastrobranche gewechselt. Nach dem Vollzug der Freiheitsstrafe arbeite er – wie
bereits nach der Untersuchungshaft und im Arbeitsexternat während des Strafvollzugs
– zur vollsten Zufriedenheit der Arbeitgeberin bei der Q._ AG als Servicemitarbeiter. In
der Freizeit besuche er zusammen mit seiner Frau die Trainings- und
3.3.1.
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Meisterschaftsspiele des Sohnes bei den Junioren des FC X._. Das Familienleben sei
intakt. Es bestünden weder Betreibungen noch Verlustscheine. Er sei mittlerweile
bedingt aus dem Strafvollzug entlassen worden. Seine Ehefrau arbeite trotz
Rheumabeschwerden nach ihrem Abschluss als Versicherungsvermittlerin bei der Y._
und sei voll integriert. Ihre nächsten Verwandten seien – mit Ausnahme der Mutter, die
wegen einer Rheumaerkrankung arbeitsunfähig und daher sprachlich zu wenig
integriert sei – in der Schweiz eingebürgert. Eine Rückkehr nach Mazedonien sei ihr
nicht zumutbar. Vielmehr möchte sie sich mit ihrem mittlerweile 12-jährigen, voll
integrierten Sohn, der einen Wohnortswechsel auch nur des Vaters nicht verkraften
würde, alsbald einbürgern lassen. Die Familie dürfe nicht getrennt werden, und mit
einer künftigen Sozialhilfeabhängigkeit sei nicht zu rechnen.
Aufenthaltsdauer
Der 1988 geborene Beschwerdeführer kam am 22. März 2008, mithin im Alter von
knapp zwanzig Jahren, in die Schweiz, nachdem er eine in der Schweiz
niederlassungsberechtigte Landsfrau geheiratet hatte. Sie sind die Eltern des 2010
geborenen Sohnes K._, der ebenfalls über eine Niederlassungsbewilligung verfügt.
Der Beschwerdeführer kann sich deshalb auf den Schutz seines Privat- und
Familienlebens im Sinn von Art. 8 Ziff. 1 EMRK berufen (vgl. 2C_81/2018 vom
14. November 2018 E. 1.3). Die privaten Interessen des Beschwerdeführers an einer
weiteren Anwesenheit in der Schweiz kommen vorab in seinem mittlerweile knapp 14
Jahre dauernden Aufenthalt zum Ausdruck. Nach einer rechtmässigen
Aufenthaltsdauer von zehn und mehr Jahren ist nach der bundesgerichtlichen
Rechtsprechung davon auszugehen, dass sich die sozialen Bindungen in der Schweiz
regelmässig so entwickelt haben, dass besondere Gründe erforderlich erscheinen, um
den Aufenthalt einer ausländischen Person zu beenden (vgl. BGE 144 I 266 E. 3.8 und
3.9). Das Interesse des Beschwerdeführers am weiteren Verbleib in der Schweiz ist
deshalb grundsätzlich gross.
3.3.2.
Berufliche Integration
Nach seiner Einreise war der Beschwerdeführer zunächst ab 1. Mai 2008 als
Küchenhilfe (Dossier Migrationsamt, Seite 10) und anschliessend von Oktober 2008 bis
November 2009 als Gipser unselbständig erwerbstätig. In der Folge war er beim RAV
X._ gemeldet, wobei er Zwischenverdienste als Küchenhilfe bei seiner früheren
Arbeitgeberin erzielte (Dossier Migrationsamt Seiten 14 und 23). Bei letzterer arbeitete
er schliesslich vom 1. März 2011 bis 31. Dezember 2016 als Pizzaiolo (act. 6/Beilage 5).
Seit 12. Oktober 2021 ist er – bis zur vorzeitigen bedingten Entlassung aus dem
Strafvollzug am 9. März 2022 – im Arbeitsexternat als Servicemitarbeiter bei der
3.3.3.
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Q._ AG tätig. Letztere stellte ihm am 7. Februar 2022 ein gutes Zwischenzeugnis aus
(act. 6/Beilage 6). Der Beschwerdeführer ist damit beruflich in der Schweiz seit seiner
Einreise im Jahr 2008 – unterbrochen durch eine Arbeitslosigkeit mit
Zwischenverdiensten von Dezember 2009 bis Februar 2011 – gut integriert.
Wirtschaftliche Integration
Den Akten kann nicht entnommen werden, dass der Beschwerdeführer und seine
Familie finanzielle Sozialhilfe bezogen hätte oder betrieben worden wäre (vgl. für den
Zeitpunkt der Erteilung der Niederlassungsbewilligung an den Beschwerdeführer im
Jahr 2013: Dossier Migrationsamt, Seiten 31/32). Der Beschwerdeführer und seine
Familie sind wirtschaftlich unabhängig.
3.3.4.
Sprachliche Integration
Im Jahr 2010 absolvierte der Beschwerdeführer je einen Deutschkurs auf dem Niveau
A1a, A1b und A2. Im Februar 2011 schloss er die Prüfung "telc Start Deutsch
2" (Niveau A2, vgl. www.telc.net) mit 81 von 100 Punkten (Hören 22/25, Lesen 20/25,
Schreiben 15/25, Sprechen 24/25; Prädikat 2) ab (act. 6/Beilage 4). Er weist
Sprachkompetenzen auf dem Referenzniveau A2 im mündlichen und auf dem
Referenzniveau A1 im schriftlichen Bereich (vgl. act. 6/Beilage 2). Der
Beschwerdeführer ist sprachlich damit in einem Ausmass integriert, welches die
minimalen Anforderungen an die Erteilung einer Niederlassungsbewilligung erfüllt (vgl.
Art. 58a Abs. 1 AIG und Art. 60 Abs. 2 der Verordnung über Zulassung, Aufenthalt und
Erwerbstätigkeit: SR 142.201, VZAE).
3.3.5.
Familiäre Integration
Die Ehefrau war während des Arbeitsexternats die Hauptbezugsperson und brachte
den Beschwerdeführer in dieser Zeit von seinem Arbeitsplatz zurück in die Strafanstalt
Saxerriet (vgl. act. 9). Zur Beziehung zu seinem Sohn wird in der Beschwerde
vorgebracht, er besuche, wenn immer möglich, zusammen mit seiner Frau dessen
Trainings- und Meisterschaftsspiele bei den Junioren des FC X._. Die Ehe des
Beschwerdeführers mit seiner in der Schweiz niederlassungsberechtigten Landsfrau
und die Beziehung zu seinem mittlerweile zwölfjährigen Sohn erscheinen nach der
Darstellung des Beschwerdeführers intakt. Die Bedeutung der Beziehung zum Vater ist
für die Entwicklung des Sohnes zweifellos von Bedeutung. Beweismittel, die
Rückschlüsse auf die konkrete Ausgestaltung der Beziehung zwischen Vater und Sohn
geben, liegen weder vor noch werden sie bezeichnet. Zur Beziehung zwischen den
Eheleuten ist den Akten zu entnehmen, dass im Februar 2019 eine polizeiliche
Intervention im häuslichen Bereich erforderlich war (vgl. Dossier Migrationsamt, Seite
3.3.6.
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97). Insgesamt sind kaum Tatsachen belegt, anhand derer sich die Qualität der
familiären Beziehungen konkretisieren liesse.
Familiäre Integration der Ehefrau und des Sohnes
Die Ausführungen des Beschwerdeführers betreffen hauptsächlich die Integration
seiner Ehefrau und des gemeinsamen Sohnes, die beide in der Schweiz
niederlassungsberechtigt sind. Die Ehefrau ist im Alter von elf Jahren im
Familiennachzug zu ihren Eltern in die Schweiz gereist und hält sich seit mittlerweile 23
Jahren hier auf. Dass sie – und ihre nächsten Verwandten, von denen die meisten
mittlerweile das Schweizer Bürgerrecht besitzen – in der Schweiz gut integriert sind,
ergibt sich aus den verschiedenen im Beschwerdeverfahren eingereichten
Beweismitteln (vgl. act. 6/Beilagen 9-23). Der 2010 in der Schweiz geborene Sohn ist –
aus den Akten ergeben sich keine gegenteiligen Hinweise – altersentsprechend
integriert (vgl. act. 6/Beilagen 24 und 25). Die Integration der Ehefrau und des
gemeinsamen Sohnes ist von Bedeutung für die Zumutbarkeit, künftig zusammen mit
dem Beschwerdeführer in dessen Heimat zu leben oder aber in der Schweiz zu bleiben
und das Familienleben auf Distanz weiterzuführen.
Das in Art. 8 Ziff. 1 EMRK geschützte Recht auf Achtung des Privat- und
Familienlebens kann verletzt sein, wenn einer ausländischen Person, deren
Familienangehörige hier weilen, die Anwesenheit untersagt und damit das
Familienleben vereitelt wird. Falls die Ausreise für die Familienangehörigen "nicht von
vornherein ohne weiteres zumutbar" erscheint, ist immer eine Interessenabwägung
geboten, welche sämtlichen Umständen des Einzelfalls umfassend Rechnung trägt (vgl.
BGer 2C_501/2013 vom 8. November 2013 E. 4.2). Nach der Praxis des EGMR und
des Bundesgerichts überwiegt bei Betäubungsmitteldelikten (ohne Konsum)
regelmässig das öffentliche Interesse an der Beendigung des Aufenthalts, falls keine
besonderen persönlichen oder familiären Bindungen im Aufenthaltsstaat bestehen oder
wenn das Strafmass drei Jahre Freiheitsstrafe erreicht oder weitere erhebliche Delikte
hinzukommen. Eine Ausweisung rechtfertigt sich schliesslich aber nur, wenn sie sich
gestützt auf die gesamten wesentlichen Umstände auch als verhältnismässig erweist,
wozu insbesondere auch die Zumutbarkeit der Rückkehr ins Heimatland gehört (vgl.
BGer 2C_588/2019 vom 30. Januar 2020 E. 4.2 mit Hinweisen).
Die Vorinstanz hat zutreffend festgehalten, der Ehefrau würde eine Rückkehr zwar nicht
leichtfallen, sei ihr aber zumutbar, zumal die Übersiedlung zusammen mit ihrem
Ehemann erfolgen könnte, dessen Familie dort lebe. Der Sohn befinde sich in einem
3.3.7.
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Alter, in welchem ein Umzug noch gut möglich sei, weil die freundschaftlichen
Beziehungen noch nicht so eng seien. Er kenne die Heimat von Ferien her und werde
die heimatliche Sprache im Elternhaus und im Kreis seiner Verwandtschaft in der
Schweiz gelernt haben. Ein Wechsel der Schule scheine ohne weiteres möglich, zumal
ein allfälliges Sprachmanko in diesem Alter noch einfach beseitigt werden könne.
Dass der Ehefrau, die im Alter von elf Jahren in die Schweiz kam, seit 23 Jahren hier
lebt und beruflich und sozial integriert ist, und insbesondere dem zwölfjährigen Sohn,
der hier geboren und aufgewachsen ist, eine die Ausreise nicht von vornherein ohne
weiteres zumutbar ist (vgl. dazu beispielsweise BGer 2C_699/2020 vom 25. November
2020 E. 5.2.5; BGE 130 II 176 E. 4.5.2), ist offenkundig. Die Ehefrau stammt wie der
Beschwerdeführer aus Nordmazedonien. Sprache und Kultur sind ihr deshalb vertraut.
In der Schweiz hat sie verschiedene berufliche und sprachliche Kompetenzen
erworben. Die Voraussetzung, auch in ihrer Heimat erwerbstätig zu sein, sind erfüllt.
Für den Sohn wäre eine Übersiedlung nach Mazedonien mit einer erheblichen Härte
verbunden.
Allerdings sind für die Beurteilung der Verhältnismässigkeit des Widerrufs der
Niederlassungsbewilligung und der damit verbundenen Wegweisung des
Beschwerdeführers aus der Schweiz in erster Linie die Auswirkungen auf den
Beschwerdeführer von Belang. Ehe und Vaterschaft des Beschwerdeführers
begründen grundsätzlich ein grosses Interesse am Verbleib in der Schweiz. Zur Qualität
und Intensität der familiären Beziehungen lässt sich allerdings den Vorbringen des
Beschwerdeführers – wie bereits ausgeführt – nur wenig entnehmen. Diesbezüglich
trifft den Beschwerdeführer entsprechend Art. 90 lit. a und b AIG eine Mitwirkungs- und
eine eigentliche Beweisbeschaffungspflicht, zumal Tatsachen in Frage stehen, die er
besser kennt als die Behörden und die diese ohne Mitwirkung der Betroffenen gar nicht
oder nicht mit vernünftigem Aufwand erheben können (vgl. BGer 2C_732/2021 vom
24. Februar 2022 E. 3.2; BGE 143 II 425 E. 5.1).
Bleiben die Ehefrau und der gemeinsame Sohn in der Schweiz, können – wie die
Vorinstanz zu Recht festhält – die familiären Beziehungen nur unter erschwerten
Bedingungen gelebt werden und werden erheblich beeinträchtigt. Die Vorinstanz hat –
ebenfalls zu Recht – auf die Bedeutung einer intakten Eltern-Kind-Beziehung
hingewiesen. Allerdings hat der Beschwerdeführer diese Beziehung mit seinem
strafrechtlichen Verhalten selbst gefährdet. Die familiären Kontakte können weiterhin im
Rahmen von Ferienbesuchen – bereits bis jetzt hat die Familie Ferien in
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Nordmazedonien verbracht, letztmals im April 2022 (act. 15.2) – und mittels moderner
Kommunikationsmittel aufrechterhalten werden.
Abwägung
In Anbetracht der langen Aufenthaltsdauer sowie der Familiensituation des
Beschwerdeführers stellt der Widerruf der Niederlassungsbewilligung zweifellos eine
besondere Härte dar. Dennoch kann ihm die Ausreise nach Nordmazedonien
zugemutet werden. Auch wenn der Beschwerdeführer in der Schweiz gut integriert ist,
fallen die wiederholten strafrechtlichen Verurteilungen und insbesondere jene wegen
qualifizierter Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz, die eine mehrjährige
vollziehbare Freiheitsstrafe nach sich zog, stark negativ ins Gewicht. Deshalb führen
auch seine besonderen familiären Bindungen in der Schweiz nicht zu einem
überwiegenden privaten Interesse am Verbleib in der Schweiz. Hinzu kommt, dass die
Qualität der Beziehungen zur Ehefrau und zum Sohn nicht konkretisiert werden. Wenn
die Ehefrau und der gemeinsame Sohn beschliessen, in der Schweiz zu bleiben,
bedeutet dies zwar die Trennung der Familie, nicht aber den Abbruch des Kontakts.
Der Reintegration des Beschwerdeführers in seiner Heimat stehen keine Hindernisse
entgegen. Dort hat er bis zum zwanzigsten Altersjahr gelebt und damit die prägende
Zeit der Kindheit und Jugend verbracht. Später hat er sich dort regelmässig auch
ferien- und besuchshalber aufgehalten. Es ist davon auszugehen, dass er in seinem
Heimatland über ein familiäres und soziales Netz verfügt und ihm seine beruflichen
Erfahrungen und seine Sprachkenntnisse den Einstieg ins Arbeitsleben erleichtern.
Aufgrund der konkreten Umstände darf davon ausgegangen werden, dass der
Beschwerdeführer in der Lage sein wird, sich in der nordmazedonischen Gesellschaft
zurechtzufinden.
3.4.
Zusammenfassung
Zusammenfassend ergibt sich, dass angesichts der Schwere der Delinquenz des
Beschwerdeführers und der – wenn auch nicht besonders ausgeprägten –
Rückfallgefahr das sicherheitspolizeiliche Interesse an der Nichtverlängerung des
Anwesenheitsrechts des Beschwerdeführers als hoch zu veranschlagen ist. Der
Beschwerdeführer ist zwar seinem langjährigen Aufenthalt entsprechend in der
Schweiz integriert, so dass auch seinem privaten Interesse daran, weiterhin zusammen
mit seiner Ehefrau und dem gemeinsamen Sohn, die in der Schweiz
niederlassungsberechtigt sind, in der Schweiz zu leben, beträchtliches Gewicht
zukommt. Allerdings vermochten selbst seine berufliche Integration – er war im
Tatzeitraum unselbständig erwerbstätig und die wirtschaftliche Existenz der Familie
3.5.
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