# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 958cb75c-5657-4791-829b-b1dbed3bede2
**Court:** GR_KG
**Chamber:** GR_KG_004
**Year:** 2009
**Language:** de
**Jurisdiction:** GR / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

hat sich ergeben:
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Sachverhalt
A. X. ist am 20. Juli 1961 in C. (D) geboren, mit Q. verheiratet und Vater zweier Kinder. Von Beruf ist er Arzt und erwirtschaftet ein Nettoeinkommen von Euro 4'500.00 pro Monat. Er ist nach eigenen Angaben Eigentümer eines Einfamilienhauses, welches mit einer Hypothek in Höhe von Euro 110'000.00 belastet ist. Weitere namhafte Vermögenswerte wie Wertschriften etc. besitzt er nach eigenen Angaben nicht.
X. ist im Schweizerischen Strafregister nicht verzeichnet.
B. Am 30. März 2004 ereignete sich im Skigebiet A. in B. eine Kollision zwischen X. und Y., bei welcher beide Unfallbeteiligten schwer verletzt wurden. Y. erlitt ein schweres Schädel-Hirn-Trauma mit mehreren punktförmigen Blutungen vorne beiderseits und seitlich links im Hirngewebe sowie multipelsten Komplikationen. Am 7. April 2004 wurde als Folge des Unfalles eine Flüssigkeitsansammlung zwischen Lunge und Brustkorb sowie ein Multiorganversagen diagnostiziert mit: akutem Nierenversagen, Leberversagen und Gerinnungsstörung, Lungenversagen bei Lungenentzündung, Kreislaufinstabilität und Herzrhythmusstörungen (vgl. act. 1.6). X. erlitt eine Hirnerschütterung und eine komplexe Mittelgesichts-Fraktur (act. 1.19). Am 26. April 2004 verzichtete X. auf die Stellung eines Strafantrages gegen den oder die Verantwortliche des Skiunfalls. Mit Verfügung vom 19. Mai 2004 eröffnete die Staatsanwaltschaft Graubünden eine Strafuntersuchung gegen X. und Y. wegen schwerer Körperverletzung gemäss Art. 125 StGB und führte das Verfahren ab 6. Oktober 2004 gegen X. weiter. Am 29. April 2005 wurde die Arbeitsgruppe für Unfallmechanik der ETH Zürich mit der Erstellung eines unfallmechanischen Gutachtens beauftragt, welches am 9. September 2005 zugestellt worden ist. Nachdem am 21. März 2006 die Schlussverfügung erlassen worden ist, ging fristgerecht die Adhäsionsklage von Y. vom 6. April 2006 beim Untersuchungsrichteramt Samedan ein, mit folgenden Rechtsbegehren:
„1. Herr Dr. X. sei zu verpflichten, der Klägerin CHF 3'000.40 zuzüglich 5% Zins seit 30. März 2004 Schadenersatz zu bezahlen. Es sei im Urteilsdispositiv davon Vormerk zu nehmen, dass sich die Klägerin weitere Ansprüche (Schadenersatz, Genugtuung, etc.) gegenüber Herrn Dr. X. ausdrücklich vorbehält.
2. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge zuzüglich 7,6 % MwSt. zu Lasten Herrn Dr. X..“
C. Am 30. Mai 2006 liess X. Anträge um Ergänzung der Untersuchung stellen. Er beantragte die Einvernahme von Dr. med. D., Dr. med. E., des SOS-Mannes, der zusammen mit G. zum Zeitpunkt des Unfalles auf dem Sessellift sass, sowie die
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nochmalige Einvernahme von G. als Zeugen, die Erstellung eines unfallanalytischen Gutachtens und die Befragung von Wachtmeister F.. Letzterer nahm mit Schreiben vom 25. Oktober 2006 Stellung zu den ihm schriftlich gestellten Fragen. Die Zeugen G. und H. wurden am 6. Dezember 2006 beziehungsweise 25. Oktober 2006 untersuchungsrichterlich einvernommen. Die Erstellung eines unfallanalytischten Gutachtens wurde abgelehnt, weil die dafür notwendigen Spuren an der Unfallstelle durch Retter und Schaulustige verwischt worden seien. Ebenfalls lehnte das Untersuchungsrichteramt Samedan mit Schreiben vom 25. Januar 2007 die Einvernahme von Dr. med. D. und Dr. med. E. ab, zumal deren schriftliche Stellungnahmen sich bei den Akten befänden.
D. Am 11. Mai 2007 wurde X. die Adhäsionsklage inklusive Beweismittel zur Stellungnahme zugestellt. In seiner Vernehmlassung vom 29. Juni 2007 beantragte er das Nichteintreten auf die Adhäsionsklage, eventualiter deren Abweisung.
E. Der Anklage liegt gemäss Anklageschrift vom 2. Mai 2007 folgender Sachverhalt zugrunde:
„X. wird angeklagt
Der fahrlässigen Körperverletzung gemäss Art. 125 Abs. 2 StGB
Am Dienstag, 30. März 2004, um ca. 10.15 Uhr, befand sich Y., eine Schülerin der Sportmittelschule I., mit weiteren Trainingspartnerinnen im Skigebiet A. in B., um auf der eigens dafür von den anderen Pisten abgetrennten und für Rennen homologisierten Piste „J.“ (Nr. 14) einige Riesenslalom-Testläufe zu absolvieren. Bevor sie mit dem Training begann, begab sie sich an den Start und besichtigte den von ihrem Trainer G. zuvor ausgesteckten Lauf. Nach der Besichtigung des Riesenslaloms hielt sie im Zielraum an, um sich den Kurs von unten erneut anzusehen. Anschliessend verliess sie das Zielgelände langsam, halb rutschend, halb fahrend, um sich zur Talstation des Sessellifts „K.“ zu begeben und um von dort wieder an den Start hochzufahren.
Zur gleichen Zeit befuhr X. die menschenleere Piste „L.“ (Nr. 13), welche rechts versetzt neben der Piste „J.“ hinunterführt. Die zwei Pisten vereinigen sich im unteren, flacheren Bereich, wenig oberhalb des Restaurants P.. Auf beiden Pisten war damals wenige Meter vor dieser Stelle das Gefahrensignal „Achtung Kreuzung“ aufgestellt. Zudem standen auf der von ihm befahrenen Abfahrt vor dem letzten steileren Stück, zuerst ca. 350 Meter und dann noch ca. 130 Meter vor dem Zusammentreffen der beiden Pisten, klar erkennbare Transparente mit einem Gefahrenzeichen und der Aufschrift „langsam“.
Während Y., seitlich rutschend fahrend, den abgesperrten Trainingsbezirk verliess und sich in Richtung „K.-Lift“ bewegte, schaute sie noch einmal zum Trainingshang zurück. Gleichzeitig nahte in zügiger Fahrt von oben der Angeklagte. Ohne abzubremsen fuhr dieser in die junge Frau hinein. Dabei erlitten beide Schneesportler schwere Körperverletzungen, welche ihre
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Hospitalisation und mehrere Operationen nach sich zogen. Y. ist seit dem Unfall schwerst behindert.“
F. Am 26. Februar 2008 fand im Skigebiet A. in B. ein Augenschein statt. Nebst dem Bezirksgerichtsausschuss Inn und der Aktuarin waren X., seine Ehefrau und der Verteidiger, Rechtsanwalt lic. iur. Franco Tramèr, der Untersuchungsrichter lic. iur. Erich Degiacomi, der Vater von Y., der Geschädigtenvertreter Rechtsanwalt lic. iur. Stefan Metzger sowie der Zeuge G. anwesend.
G. Mit Urteil vom 26. Februar 2008, mitgeteilt am 25. Juni 2008, erkannte der Bezirksgerichtsausschuss Inn:
„1. X. ist schuldig der fahrlässigen schweren Körperverletzung gemäss Art. 125 Abs. 2 StGB.
2. Dafür wird er bestraft:
- mit einer Geldstrafe von 30 Tagessätzen zu je CHF 100.00, wobei der Vollzug der Geldstrafe aufgeschoben und die Probezeit auf 2 Jahre angesetzt wird. - mit einer Busse von CHF 1'000.00, ersatzweise zu einer Freiheitsstrafe von 10 Tagen.
3. Die Adhäsionsklage wird gutgeheissen und X. verpflichtet, Y. Schadenersatz in Höhe von CHF 3'000.40 zuzüglich 5% Zins seit 30. März 2004 zu bezahlen. Im Weiteren wird davon Vormerk genommen, dass Y. weitere Ansprüche (Schadenersatz, Genugtuung, etc.) gegenüber dem Verurteilten ausdrücklich vorbehalten hat.
4. X. wird weiter verpflichtet, die Adhäsionsklägerin ausseramtlich mit CHF 13'662.20 zu entschädigen.
5. Die Kosten des Bezirksgerichts Inn, bestehend aus einer Gerichtsgebühr von CHF 5'918.50 Untersuchungskosten der Staatsanwaltschaft CHF 6'264.75 Total CHF 12'183.25 gehen zu Lasten von X.. Die Verfahrenskosten von insgesamt CHF 12'183.25 sind innert 30 Tagen dem Bezirksgericht Inn zu überweisen.

## Considerations