# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 8853a7e2-7570-4fc5-bb30-4387a75c5d56
**Court:** GR_VG
**Chamber:** GR_VG_003
**Year:** 2015
**Language:** de
**Jurisdiction:** GR / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

begründetem Antrag unterlassen habe. Der Sachverhalt sei ungenügend
abgeklärt und das rechtliche Gehör nicht gewährt worden. Das Gutachten
von Dr. med. C._ vom 19. März 2013 sei veraltet und nicht von der
Vorinstanz veranlasst worden. Es berücksichtige nur den Unfall und die
Hüfte, zu einer umfassenden Beurteilung der Arbeitsfähigkeit sei es
untauglich. Als Folge der Hüftoperation und des Unfalls vom 24. Juli 2011
leide die Beschwerdeführerin weiterhin an Knie- und Hüftbeschwerden.
Die Beurteilung einer Arbeitsfähigkeit von 50 % ab 12. März 2012 (Eintritt
status quo ante gemäss Unfallversicherung) sei nicht richtig und werde
selbst von Dr. med. D._ nicht übernommen. Auf das Gutachten von
Dr. med. C._ könne auch wegen der von Dr. med. D._ im 2013
und 2014 beschriebenen Verschlechterung an Hüfte und Kniegelenk nicht
mehr abgestellt werden. Eine teilweise gehende oder stehende Tätigkeit
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sei nicht möglich. Dafür fehle es an einem aktuellen Beweis. Es sei auf
die Beurteilung von Dr. med. D._ abzustellen bzw. müsse das
geforderte Gutachten eingeholt werden. Die Folgen der integralen
Funktionseinschränkung an der linken Hand müssten auch berücksichtigt
werden. Die Beschwerdeführerin sei auf die rechte Hand angewiesen,
weil sie damit Defizite am Gehapparat ausgleichen müsse; deswegen sei
sie zusätzlich eingeschränkt. Ihre Arbeitsfähigkeit sei auch aufgrund der
Beschwerden an der linken Hand vermindert. Es bestehe eine funktionelle
Einarmigkeit. Dazu komme die Schmerzproblematik. Der Zustand an der
linken Hand habe sich auch noch verschlechtert wegen der
Stockentlastung, welche zufolge Hüft- und Knieproblematik notwendig
geworden sei. Allein schon deshalb sei sie nur zu 50 % arbeitsfähig. Mit
den bestehenden Hand-, Hüft- und Kniebeschwerden sei es ihr nicht
möglich ein Einkommen von Fr. 24‘639.65 zu erzielen. Allein schon die
Einarmigkeit lasse dies nicht zu. Der von der Vorinstanz festgelegte
Einkommensbetrag sei daher unrealistisch.
8. In der Vernehmlassung beantragte die IV-Stelle (hiernach
Beschwerdegegnerin) die Abweisung der Beschwerde. Formell hielt sie
zunächst fest, dass EDV-gestützt ausgefertigte Verfügungen der
Invalidenversicherung praxisgemäss nicht unterschrieben sein müssten.
Die Ansichten des RAD und der Beschwerdegegnerin seien mit der neu
eingereichten E-Mail vom 3. Februar 2015 von Dr. med. D._ noch
bestätigt worden. Gemäss Dr. med. D._ seien die gegenwärtig
geklagten Handbeschwerden die gleichen wie diejenigen, die von Dr.
med. B._ festgestellt worden seien. Dr. med. D._ gehe,
abweichend von der rechtskräftigen Verfügung vom 12. November 2008,
davon aus, dass die Beschwerdeführerin aufgrund der von Dr. med.
B._ attestierten Handbeschwerden nicht arbeitsfähig sei. Dazu
existiere jedoch bereits eine rechtskräftige Verfügung und – gestützt auf
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das Gutachten der I._-Klinik – auch schon eine schlüssige
Beurteilung. Die RAD-Beurteilung werde durch die vorhandenen Arzt- und
Klinikberichte nicht erschüttert, weshalb auch keine weiteren Abklärungen
in Auftrag gegeben werden müssten. Diese Auffassung gelte umso mehr,
als der RAD die Einschätzung der Arbeitsunfähigkeit durch Dr. med.
C._ als hoch bewertet habe. Die Beschwerdegegnerin habe aber –
notabene zu Gunsten der Beschwerdeführerin – auf weitere Abklärungen
verzichtet.
Auf die weiteren Vorbringen und Argumente der Parteien in ihren
Rechtsschriften sowie die angefochtene Verfügung wird, soweit
erforderlich, in den nachstehenden Erwägungen eingegangen.

## Considerations

Das Gericht zieht in Erwägung:
1. a) Nach Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die
Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20) sind Verfügungen der kantonalen
IV-Stellen direkt vor dem Versicherungsgericht am Ort der IV-Stelle
anfechtbar. Anfechtungsobjekt des vorliegenden Verfahrens bildet die
Verfügung der IV-Stelle des Kantons Graubünden vom 21. Januar 2015
betreffend Gewährung einer Viertelsrente ab 1. Juli 2012, sodass die
örtliche Zuständigkeit des Verwaltungsgerichts des Kantons Graubünden
zu bejahen ist. Die sachliche Zuständigkeit des Verwaltungsgerichts
ergibt sich aus Art. 57 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil
des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 49 Abs. 2 lit.
a des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege (VRG; BR 370.100).
Als Adressatin der angefochtenen Verfügung betreffend Rentenkürzung
ist die Beschwerdeführerin berührt und weist ein schutzwürdiges
Interesse an ihrer Aufhebung auf (Art. 59 ATSG). Auf die zudem frist- und
formgerecht eingereichte Beschwerde ist somit einzutreten.
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b) Strittig und zu prüfen ist die Frage, ob die Beschwerdegegnerin die bisher
gewährte ganze Invalidenrente (für den Zeitraum 01.02.2012-30.06.2012;
IV-Grad 100 %) zu Recht mit Wirkung ab 1. Juli 2012 auf eine
Viertelsrente (IV-Grad 43.76 %) kürzte aufgrund der Verbesserung des
Gesundheitszustands und damit auch wiedergewonnenen Arbeitsfähigkeit
der Beschwerdeführerin. Beschwerdegegenstand sind somit die
Arbeitsfähigkeit in einer leidensangepassten Tätigkeit einerseits und das
trotz allfälliger Behinderungen noch erzielbare Jahreseinkommen
(Invalideneinkommen) der Beschwerdeführerin anderseits. Zuerst gilt es
aber noch den Einwand der fehlenden Unterschrift auf der angefochtenen
Verfügung zu klären, woraus die Beschwerdeführerin ableitet, dass die
Rentenverfügung nicht korrekt eröffnet worden und daher ungültig sei,
was antragsgemäss bereits aus formellen Gründen zu ihrer Aufhebung
(Nichtigkeit) und zur Gutheissung der Beschwerde führe.
2. Zum Formerfordernis von Verfügungen schreibt Art. 49 Abs. 3 ATSG vor: