# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** afff8963-28b0-4190-996d-ebd4e6a1a5bf
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2021
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1960, war bei der Suva obligatorisch unfallversichert, als er am 2
7.
April 2018 als Radfahrer mit einem Auto kollidierte (
Urk.
8/1 = Urk.
8/57/2 =
Urk.
8/58/2).
Die Suva stell
t
e die von ihr erbrachten Leistungen mit Verfügung vom
9.
Januar 2020 per 2
8.
Februar 2019 ein (
Urk.
8/199 (
S. 1 unten). Die dagegen am 10.
Feb
ruar 2020 erhobene Einsprache (
Urk.
8/200) wies sie mit
Einspracheentscheid
vom 1
8.
Juni 2020 ab (
Urk.
8/204 =
Urk.
2).
2.
Gegen den
Einspracheentscheid
vom 1
8.
Juni 2020 (
Urk.
2) erhob der Versicherte am 2
1.
August 2020 Beschwerde mit den Anträgen (
Urk.
1 S. 2), dieser sei auf
zuheben (
Ziff.
1)
,
und die Beschwerdegegnerin
sei zu verpflichten, ihm über den 2
7.
(richtig 28.) Februar 2019 hinaus die gesetzlichen Leistungen zu erbringen, insbesondere betreffend die Beschwerden an der Lendenwirbelsäule (LWS) und an der linken Hüfte sowie betreffend Beschwerden aufgrund des Distorsionstrau
mas der Halswirbelsäule (HWS) und der Commotio cerebri inklusive
postkommo
tionelles
Syndrom und Tinnitus (
Ziff.
2); eventuell
sei
die Sache zu weiteren Abklärungen an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen (
Ziff.
3).
Die Suva beantragte mit
Beschwerdeantwort
vom
1
8.
September 2020 (
Urk.
7)
die Abweisung der Beschwerde, was dem Beschwerdeführer am 2
1.
September 2020
zur Kenntnis gebracht wurde
(
Urk.
9)
.
Der Beschwerdeführer erstattete am 2
2.
Oktober 2020 eine Replik (
Urk.
10) und die Beschwerdegegnerin am 1
0.
November 2020 eine Duplik (
Urk.
13), die dem Beschwerdeführer am 1
1.
November 2020 zu Kenntnis gebracht wurde (
Urk.
14).
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss
de
m
Bundesgesetz über die Unfallversicherung (UVG)
setzt voraus, dass zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Invalidität, Tod) ein natürlicher Kausal
zusammenhang besteht. Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammen
hangs sind alle Umstände, ohne deren Vorhandensein der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der gleichen Weise beziehungsweise nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann. Entsprechend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des natürlichen Kausalzusammenhangs nicht
erforderlich, dass ein Unfall die alleinige oder un
mittelbare Ursache gesundheit
licher Störungen ist; es genügt, dass das schädi
gende Ereignis zusammen mit anderen Bedingungen die körperliche oder geis
tige Integrität der versicherten Person beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht weggedacht wer
den kann, ohne dass auch die eingetretene ge
sundheitliche Störung entfiele (BGE 129 V 177 E. 3.1, 402 E. 4.3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, worüber die Ver
waltung beziehungsweise im Beschwerdefall das Gericht im Rahmen der ihm obliegenden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt für die Begründung eines Leistungs
anspruches nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
1.2
Die Argumentation nach der Formel «
post
hoc ergo
propter
hoc», nach deren Bedeutung eine gesundheitliche Schädigung schon dann als durch den Unfall verursacht gilt, weil sie nach diesem aufgetreten ist, ist beweisrechtlich nicht zulässig und vermag zum Nachweis der Unfallkausalität nicht zu genügen (BGE 119 V 335 E. 2b/
bb
, Urteil des Bundesgerichts 8C_332/2013 vom 25. Juli 2013 E. 5.1).
1.3
Die Leistungspflicht des Unfallversicherers setzt im Weiteren voraus, dass zwi
schen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden ein adäquater Kausal
zusammenhang besteht. Nach der Rechtsprechung hat ein Ereignis dann als adä
quate Ursache eines Erfolges zu gelten, wenn es nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge und nach der allgemeinen Lebenserfahrung an sich geeignet ist, einen Erfolg von der Art des eingetretenen herbeizuführen, der Eintritt dieses Erfolges also durch das Ereignis allgemein als begünstigt erscheint (BGE 129 V 177 E. 3.2, 402 E. 2.2, 125 V 456 E. 5a).
1.4
Für die Beurteilung des adäquaten Kausalzusammenhangs zwischen einem Unfall und der infolge eines Schleudertraumas der Halswirbelsäule auch nach Ablauf einer gewissen Zeit nach dem Unfall weiterbestehenden Arbeits- beziehungsweise Erwerbsunfähigkeit, die nicht auf organisch nachweisbare Funktionsausfälle zurückzuführen ist, rechtfertigt es sich, im Einzelfall analog zur Methode vorzu
gehen, wie sie für psychische Störungen nach einem Unfall entwickelt worden ist (vgl. BGE 123 V 98 E. 3b, 122 V 415 E. 2c, 117 V 359 E. 5d/
bb
, vgl. auch 115
V
133 E. 6).
1.5
Die Beurteilung des adäquaten Kausalzusammenhangs zwischen einem Unfall und der infolge eines Schleudertraumas der Halswirbelsäule auch nach Ablauf einer gewissen Zeit nach dem Unfall weiterbestehenden gesundheitlichen Beein
trächtigungen, die nicht auf organisch nachweisbare Funktionsausfälle zurück
zuführen sind, hat nach der in BGE 117 V 359 begründeten Rechtsprechung des Bundesgerichts in analoger Anwendung der Methode zu erfolgen, wie sie für psy
chische Störungen nach einem Unfall entwickelt worden ist (vgl. BGE 123 V 98 E. 3b, 122 V 415 E. 2c). Es ist im Einzelfall zu verlangen, dass dem Unfall eine massgebende Bedeutung für die Entstehung der Arbeits- beziehungsweise der Erwerbsunfähigkeit zukommt. Das trifft dann zu, wenn er eine gewisse Schwere aufweist oder mit anderen Worten ernsthaft ins Gewicht fällt. Demnach ist zunächst zu ermitteln, ob der Unfall als leicht oder als schwer zu betrachten ist oder ob er dem mittleren Bereich angehört. Auch hier ist der adäquate Kausalzu
sammenhang zwischen Unfall und gesundheitlicher Beeinträchtigung bei leichten Unfällen in der Regel ohne Weiteres zu verneinen und bei schweren Unfällen ohne Weiteres zu bejahen, wogegen bei Unfällen des mittleren Bereichs weitere Kriterien in die Beurteilung mit einzu
beziehen sind. Je nachdem, wo im mittleren Bereich der Unfall einzuordnen ist und abhängig davon, ob einzelne dieser Kri
terien in besonders ausgeprägter Weise erfüllt sind, genügt zur Bejahung des adä
quaten Kausalzusammenhangs ein Kriterium oder müssen mehrere herangezogen werden.
Als Kriterien nennt die Rechtsprechung hier:
•
besonders dramatische Begleitumstände oder besondere Eindrücklichkeit des Unfalles;
•
die Schwere oder besondere Art der erlittenen Verletzungen;
•
fortgesetzt spezifische, belastende ärztliche Behandlung;
•
erhebliche Beschwerden;
•
ärztliche Fehlbehandlung, welche die Unfallfolgen erheblich verschlimmert;
•
schwieriger Heilungsverlauf und erhebliche Komplikationen;
•
erhebliche Arbeitsunfähigkeit trotz ausgewiesener Anstrengungen.
Diese Aufzählung ist abschliessend. Anders als bei den Kriterien, die das Bundes
gericht in seiner oben zitierten Rechtsprechung (BGE 115 V 133) für die Beurtei
lung des adäquaten Kausalzusammenhangs zwischen einem Unfall und einer psy
chischen Fehlentwicklung für relevant erachtet hat, wird bei der Beurteilung des adäquaten Kausalzusammenhangs zwischen einem Unfall mit Schleudertrauma der Halswirbelsäule und den in der Folge eingetretenen Beschwerden auf eine Differenzierung zwischen physischen und psychischen Komponenten verzichtet, da es bei Vorliegen eines solchen Traumas nicht entscheidend ist, ob Beschwerden
medizinisch eher als organischer und/oder psychischer Natur bezeichnet werden (BGE 134 V 109; RKUV 2001 Nr. U 442 S. 544 ff., 1999 Nr. U 341 S. 409 E. 3b, 1998 Nr. U 272 S. 173 E. 4a; BGE 117 V 359 E. 5d/
aa
und 367 E. 6a).
1.6
Nach der Rechtsprechung kommt auch den Berichten und Gutachten versiche
rungsinterner Ärztinnen und Ärzte Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen (BGE 125 V 351 E. 3b/
ee
). Das Anstellungsverhältnis einer versicherungsinternen Fachperson zum Versiche
rungsträger alleine lässt nicht schon auf mangelnde Objektivität und Befangen
heit schliessen (BGE 137 V 210 E. 1.4, 135 V 465 E. 4.4). Soll ein Versicherungs
fall jedoch ohne Einholung eines externen Gutachtens entschieden werden, so sind an die Beweiswürdigung strenge Anforderungen zu stellen. Bestehen auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der versicherungs
internen ärztlichen Feststellungen, so sind ergänzende Abklärungen vorzuneh
men (BGE 142 V 58 E. 5.1, 139 V 225 E. 5.2, 135 V 465 E. 4.4 und E. 4.7).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin ging im angefochtenen Entscheid (
Urk.
2) davon aus,
Beschwerden im Bereich der Hüfte seien Folge einer vorbestehenden
Coxarthrose
, dies ohne konkrete Hinweise dafür, dass diese durch den Unfall verschlimmert worden wäre (S. 8 ff.
Ziff.
4). LWS-Beschwerden stünden aus näher dargelegten Gründen nicht in natürlichem Kausalzusammenhang mit dem erlittenen Unfall (S. 10 ff.
Ziff.
5). Gemäss den medizinischen Unterlagen seien Restbeschwerden von Seiten der HWS-Distorsion und der Commotio cerebri am 2
8.
Februar 2019 weitgehend abgeklungen gewesen und weitere Behandlungen seien nicht mehr im Raum gestanden, so dass der Fall per 2
8.
Febr
uar 2019 abzuschliessen sei (S.
15 f.
Ziff.
6.3.3)
. Auch fehle es diesbezüglich aus näher dargelegten Gründen an einem adäquaten Kausalzusammenhang (S. 16 ff.
Ziff.
6.4). Dies gelte auch für als subjektiv zu qualifizierende Tinnitus-Beschwerden (S. 18 f.
Ziff.
7).
2.2
Der Beschwerdeführer stellte sich demgegenüber auf den Standpunkt (
Urk.
1), die Beschwerdegegnerin habe die Hüftbeschwerden initial als unfallkausal anerkannt (S. 17 f.
Ziff.
35) und diese seien gemäss de
n
von ihm eingeholten ärztlichen Beurteilungen und entgegen der kreisärztlichen Einschätzung unfallkausal (S. 18 ff.
Ziff.
38 ff.). Auch hinsichtlich der LWS-Beschwerden könne der kreisärztlichen Beurteilung aus näher dargelegten Gründen
nicht gefolgt werden (S. 25 ff.
Ziff. 46 ff.). Die Beschwerden aufgrund der HWS-Distorsion und des
postkontusionellen
Syndroms stünden in natürlichem Kausalzusammenhang zum
erlittenen Unfall (S. 30
Ziff.
57)
und der Endzustand sei am 2
8.
Februar 2019 noch längst nicht erreicht gewesen
, sondern erst im November 201
9.
Am 1
0.
November 2019 habe er die Arbeit wieder zu 100
%
aufnehmen können
(S. 32
Ziff.
61). Die im angefochtenen Entscheid erfolgte Adäquanzprüfung wirke konstruiert (S. 35
Ziff.
67) und die Adäquanz sei aus näher dargelegten Gründen zu bejahen (S. 37
Ziff.
72). Auch den Tinnitus betreffend sei der Endzustand am 2
8.
Februar 201
9
nicht erreicht gewesen (S. 37 f.
Ziff.
74).
2.3
Strittig und zu prüfen ist die Leistungseinstellung per 2
8.
Februar 2019.
3.
3.1
Laut Polizeirapport (
Urk.
8/71/3-8) wurde der Beschwerdeführer am 2
7.
April 2018 auf seinem Fahrrad von einem Auto angefahren, dessen Lenkerin ihn über
sehen hatte, als sie aus dem Stillstand in die Strasse einbog, auf welcher er
fuh
r (S. 6 oben).
Als Aussage des
Beschwerdeführer
s wurde unter anderem angegeben: «Ich kann es nicht mehr genau sagen, aber ich glaube, ich bin nach dem Aufprall linksseitig über die Motorhaube geflogen und mit der linken Körperseite auf dem Boden aufgeprallt. Mir scheint, als wäre ich dann einen Moment lang bewusstlos gewesen, denn an die ersten Sekunden nach dem Sturz kann ich mich nicht mehr erinnern. Tendenziell habe ich leichte Schmerzen in der linken Schulter und im Hüftbereich. Körperlich geht es mir gut. Sollte sich da etwas ändern, gehe ich umgehend zum
Arzt.»
(S. 3 unten).
Die beiden von der Polizei befragten Aus
kunftspersonen gaben übereinstimmend an, der Beschwerdeführer sei über die Motorhaube des Autos geflogen (S. 4).
Gemäss seinen eigenen Angaben vom 1
7.
August 2018 (
Urk.
8/37) ging er nach dem Unfall mit der Familie für 3 Tag
e
fischen, worauf er den Tinnitus bemerkte und die Ferien abbrach. Er nahm die Arbeit wieder auf und meldete sich beim Hausarzt, als der Tinnitus stärker wurde.
3.2
Laut Arztzeugnis vom
1.
Juni 2018 (
Urk.
8/9/1) erfolgte die Erstbehandlung am
4.
Mai 2018 durch
Dr.
med. Y._
, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, in der Praxis von
Dr.
Z._
(
Ziff.
1).
Al
s Diagnosen wurde eine Commotio/
Contusio
cerebri und eine HWS-Distorsion genannt (
Ziff.
5) und es wurde eine Arbeitsunfähigkeit von 50
%
vom 3
0.
April bis
3.
Juni 2018 attestiert (
Ziff.
8).
In der Krankengeschichte (
Urk.
3/4) vermerkte
Dr.
Y._
am
4.
Mai 2018 eine HWS-, Rücken- und Beckenkontus
ion sowie «Nackensymptoma
tik/
beschwerden
» und als subjektive Angaben «multiple Verletzungen, Amne
sie, Polizei war vor Ort, keine Einweisung ins Spital».
3.3
Ein CT des Schädels am 2
2.
Mai 2018 (
Urk.
8/10 =
Urk.
8/15/2-3) ergab als Befund ein unauffälliges Hirnparenchym, ein mittelständiges
Ventrikelsystem
, eine geringe generalisierte Hirnvolumenverminderung, keine
Liquorzirkulations
störung
und unauffällige
ossäre
Strukturen. Die Beurteilung lautete: keine intra
kranielle Blutung, keine Fraktur.
3.4
Dr.
med.
Z._
, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, nannte mit Bericht vom 1
2.
Juli 2018 (
Urk.
8/16/3-4 =
Urk.
8/23/6-7) folgende Diagnosen
(S.
1 Mitte):
Velounfall mit Beschleunigungstrauma der HWS mit
-
zunehmenden Verspannungen der Nackenwirbelsäule
-
starkem, sehr störendem Tinnitus mit konsekutiver Schlaflosigkeit
-
zunehmendem Schwindel
-
zunehmender unfallbedingter Arbeitsunfähigkeit, aktuell 100
%
-
Differentialdiagnose (DD) post-
kom
m
otionelles
Syndrom
Der Patient,
selbständigerwerbender
Zimmermann, habe die Arbeit zunehmend weniger gut bewältigen können und könne seit dem
9.
Juli 2018 nicht mehr arbeiten (S. 2 oben).
Im HWS-Fragebogen, datiert vom 1
1.
Juli 2018 (
Urk.
8/80), bejahte
Dr.
Z._
das Auftreten einer Bewusstlos
igkeit von zirka 1 Minute Dauer und verneinte
das Auftreten einer Gedächtnislücke (
Ziff.
2c). Kopf- und Nackenschmerzen und Hör
störungen seien nach 70 Stunden aufgetreten
, seit dem 2
0.
Juni 2018
seien zunehmende Rückenschmerzen aufgetreten
(
Ziff.
4).
Die Frage nach Schmerz/
Funktionseinschränkung an anderer Lokalisation als den im Fragebogen aufge
listeten verneinte er (
Ziff.
6b).
Er nannte
als Diagnose eine HWS-Distorsion
Grad II QTF (
Quebec Task Force)
und keine zusätzlichen Diagnosen
(
Ziff.
7).
3.5
Ein MRT des
Neurokraniums
mit inneren Gehörgängen vom
1
6.
Juli 2018 (Urk.
8/21 =
Urk.
8/23)
ergab einen unauffälligen zerebralen Befund, insbeson
dere keine intrakranielle Blutung oder
postkontusionelle
Parenchymverletzung
.
3.6
Dr.
A._
, Facharzt für Hals-, Nasen- Ohrenkrankheiten sowie für Hals- und Gesichtschirurgie,
nannte mit Bericht vom 2
0.
Juli 2018 (
Urk.
8/25 = Urk.
8/39/2-5)
über die am 1
7.
Juli 2018 erfolgte Untersuchung folgende Diag
nosen (S. 1 Mitte):
-
Schultergürtel-HWS-Trauma am 2
7.
April 2018
-
Tinnitus
auris
-
knappe psychische Kompensation
-
sensorineurale
Hochtonstörung beidseits
-
Schwindel
Eine augenärztliche Abklärung vom
2
0.
Juli 2018 (
Urk.
8/30 =
Urk.
8/39/6-7)
ergab an beiden Augen einen guten Status. Der Patient beschreibe die Wahrneh
mung von zeitweise aufgetretenen Trübungen, am ehesten passend zu Trübungen im Glaskörper-Raum (S. 1 unten).
Ein MRT der HWS vom
2
5.
Juli 2018 (
Urk.
8/28)
ergab keinen Hinweis auf eine
posttraumatische Wirbelkörper-/
Weichteilverletzung der HWS, keine Diskusher
nie mit Neurokompression oder Myelopathie, sowie eine
erosive
Osteochondrose
im Segment C6/7 mit mässiger Spinalkanal- und bilateralen
neuroforaminalen
Stenosen.
3.7
Dr.
med. B._
, Facharzt für Neurologie, nannte mit Bericht vom
2
2.
August 2018
über die am 1
7.
August 2018 erfolgte Untersuchung (
Urk.
8/42 = Urk.
8/43/2-3)
folgende Diagnosen
-
Unfall mit Velo durch Fremdverschulden am 2
8.
(richtig: 27.) April 2018
-
Commotio cerebri
-
postkommotionelles
Syndrom mit stark reduzierter kognitiver und kör
perlicher Belastbarkeit,
cervikozephalem
Schmerzsyndrom und Bewe
gungsintoleranz
-
Gedächtnisstörung und verstärkte Impulsivität
3.8
Dr.
med. C._
, Fachärztin für
Oto
-
Rhino
-Laryngologie sowie für Arbeits
medizin,
Suva Arbeitsmedizin,
führte mit Beurteilung vom
1
3.
September 2018 (
Urk.
8/77)
unter anderem aus, im Vergleich zu den 1995 und 1999 erfolgten Messungen hätten sich die Hörschwellen über alle Frequenzen nicht mehr als altersentsprechend verändert. Es bestehe eine symmetrische, hochtonbetonte Innenohrschwerhörigkeit beidseits, die mit Wahrscheinlichkeit auf eine 21
jäh
rige Exposition am Arbeitsplatz zurückzuführen sei. Es sei hier von einer Berufs
lärmschwerhörigkeit auszugehen (S. 1 unten). Sie halte bei unfallbedingter Com
motio
/
Contusio
cerebri mit wahrscheinlicher
Contusio
auris
internae
beidseits vorübergehende Ohrgeräusche und Schwindelbeschwerden für unfallkausal, wobei zumindest in Bezug auf die Schwindelbeschwerden nach zwei unauffälli
gen
otoneurologischen
Untersuchungen der Endzustand festgestellt werden könne. Die Arbeitsfähigkeit des Versicherten sei aus ORL-fachärztlicher Perspek
tive nicht eingeschränkt (S. 2 unten).
3.9
Dr.
B._
(vorstehend E. 3.7) nannte mit Bericht vom
1.
Oktober 2018 (
Urk.
8/84 =
Urk.
8/95/2)
über die am
7.
und 2
8.
September 2018 erfolgten Konsultationen die gleichen Diagnosen wie im August 201
8.
Er berichtete über eine weiterhin zögerliche, aber zumindest in den Morgenstunden deutliche Besserung, so dass der Patient inzwischen bis Mittag leichte Arbeiten in einem sehr reduzierten Pen
sum ausführen können. Demgegenüber müsse der Nachmittag weiterhin als Erholungszeit eingesetzt werden
3.10
Dr.
Z._
(vorstehend E. 3.4) erstellte am
6.
Dezember 2018
eine Zusammenfas
sung des Verlaufs für den Anwalt des Patienten
(
Urk.
8/108)
. Darin führte er unter anderem aus, der Patient sei von der Polizei nach dem Unfall nicht ins Spital geschickt worden, was aufgrund des Verletzungsbildes und der Tatsache, dass er unter Schock gestanden habe, aber sicher richtig gewesen wäre (S. 1 Mitte). Er habe anfänglich die (geschilderten) übers Wochenende aufgetretenen Beschwer
den
unterschätzt und es beim bereits bei
Dr.
Y._
abgemachten Termin vom
4.
Mai 2018 bewenden lassen (S. 1 unten). Dieser ha
b
e ihn sodann nur zu 50
%
arbeitsunfähig geschrieben, wobei eine volle Arbeitsunfähigkeit gerechtfertigt gewesen wäre (S. 2 oben). Beim nachträglichen Ausfüllen des Dokumentations
bogens am 1
1.
Juli 2018 habe er (
Dr.
Z._
) dann durch Missverständnisse und die zunehmende Überforderung des Patienten, sich aufgrund der zunehmenden Konzentrationsschwäche und der Unmöglichkeit sich klar an zeitliche Abläufe erinnern zu können, teilweise unzutreffende Angaben erfasst (S. 2). Der gesamte Verlauf der Beschwerden wie Schwindel, Konzentrationsstörungen, massiver Leistungseinbruch, Tinnitus und die Überforderung bei zu vielen Sinneseindrü
cken sei ein völlig klassischer Verlauf einer Commotio cerebri, also einer Hirner
schütterung ohne strukturelle Läsionen des Hirns (wie auch vom
neurologischen Konsilium gestützt).
Der Verlauf der Hirnerschütterung
sei
erfreulich, der Patient ha
be
weniger Beschwerden. Die
Konzentrationsfähigkeit ha
be
wieder zugenom
men, deswegen
habe
er die Arbeit auch zu 20
%
wieder aufnehmen
können
. Kein Problem stell
e
für den Patienten der
nach dem Unfall aufgetretene
Tinnitus dar, der sich übrigens auch gebessert
habe
.
E
in zunehmendes Problem
stellten
die lumbalen, muskulären Schmerzen (Verspannungen
der Hüftbeuger)
dar
, die durch eine Muskelzerrung beim Unfall ausgelöst
worden seien (S. 2 Mitte)
.
3.11
Ein MRI der LWS vom
7.
Dezember 2018 (
Urk.
8/122)
wurde wie folgt beurteilt:
Osteochondrosen
im Segment L4/5 und L5/S
1.
Infolge der
breitbasigen
Protrusion
als auch einer hypertrophen
Spondylarthrose
komme es zu einer
rezessalen
Ein
engung in diesem Segment beidseits, links mehr als rechts, mit möglicherweise Affektion der Nervenwurzel von L5 beidseits
rezessal
, links mehr als rechts. Die übrigen
Neuroforamina
und
Recessus
laterales
seien
frei.
3.12
In einer Besprechung vom 1
2.
Dezember 2018 (
Urk.
8/111) führte der Beschwer
deführer aus, insgesamt hätten sich seine Beschwerden verbessert. Heute stünden Rückenbeschwerden, welche sich auf den Bereich des Aufpralls lokalisierten, stark im Vordergrund (S. 2 Mitte). Hinsichtlich der Kopfbeschwerden habe er sich relativ gut erholt. Hier habe er eine deutliche Verbesserung bemerkt. Er sei aber nach wie vor vergesslich und müsse sich Dinge aufschreiben. Seine Wahrneh
mung habe sich aber
verbessert, er könne sich
nun während 3-4 Stunden am Stück konzentrieren
(S. 2)
.
Der Tinnitus
sei
in seiner Lautstärke
gleich geblieben
.
Er habe aber in der Zwi
schenzeit lernen können, mit diesem Geräusch besser umzugehen
(S. 2 unten)
.
Die Nackenbeschwerden hätten sich gebessert. Nach wie vor komme es manchmal zu Ausstrahlungen wie Nadelstiche in den rechten Arm. Die Physiotherapie löse diese Beschwerden. Die Eintrübung, wie wenn ein schwarzes Tuch über die Augen fahre, habe er nicht mehr. Der Schwindel habe sich zurückgebildet. Auch die Intoleranz bei Bewegungen wie Autofahren sei deutlich besser geworden (S. 3 oben).
3.13
Dr.
med. D._
, Facharzt für Rheumatologie, nannte mit Bericht vom
27.
Dezember 2018
über die Konsultation vom 2
1.
Dezember 2018 (
Urk.
8/193/3
4) folgende Diagnose (S. 1 Mitte):
-
lumbospondylogenes
Schmerzsyndrom L3 und partiell L4 links mit/bei
-
Spinalkanalverengung auf Niveau L 4/5,
foraminaler
Stenose L4/5
Er führte aus, der Patient habe am 2
7.
November (richtig: April) 2018 einen Velounfall mit Sturz auf die linke Körperseite erlitten, dabei sei es auch zu einer Commotio cerebri gekommen. Seither sei der Patient als Zimmermann 20
%
arbeitsfähig. Im Verlauf sei es wiederholt zu lumbalen Rückenschmerzen gekom
men, zurzeit anhaltend, mit einer massiven Ausstrahlung nach inguinal linkssei
tig den Oberschenkel medial links, verbunden mit passageren Kribbelparästhesien der linken Grosszehe (S. 1 Mitte). Am 2
1.
Dezember 2018 sei eine Steroidinfiltra
tion auf Niveau L4/5 und L3 erfolgt, der Verlauf bleibe abzuwarten (S. 1 unten).
3.14
Dr.
B._
(
vorstehend
E. 3.7) nannte mit Bericht vom
1
5.
Januar 2019
über die Konsultationen vom
5.
und 1
2.
Dezember 2019
(
Urk.
8/128)
folgende zusätzliche Diagnosen (S. 1 Mitte):
-
aktuell:
exazerbierende
lumbale Schmerzen, wahrscheinlich
lumboradi
kuläre
Reizung L5, eventuell L4
-
aktuell: invalidisierende Schmerzen im Hüftgelenk links
Er führte unter anderem aus, seit der lumbalen Infiltration gehe es bezüglich lum
baler Schmerzen deutlich besser, demgegenüber bestünden weiterhin sehr hart
näckige Schmerzen im Bereiche der linken Leiste mit Ausstrahlung in den Ober
schenkel und teils nach dorsal.
Die
Konzentrationsfähigkeit und
das
Gedächtnis seien inzwischen einiges besser, der Beschwerdeführer könnte sicher 50
%
arbei
ten, wenn die Hüftschmerzen links nicht wären (S. 1). Aufgrund der aktuellen Beschwerden (
postcommotionell
und Hüfte links) bestehe weiterhin eine Arbeits
unfähigkeit von 80
%
(S. 2 oben).
3.15
Ein MRI der linken Hüfte vom
1
8.
Januar 2019 (
Urk.
8/141)
wurde wie folgt beurteilt (S. 2 oben): Mittelschwere
C
oxarthrose
links mit tiefen Knorpeldefekten
anterosuperior
und
superior
und
langstreckigem
Labrumschaden, zudem kleine
subchondrale
Insuffizienzfraktur und Knochenmarksödem am
Femurkopf
. Kno
chenmarködem im
Acetabulum
. Hüftgelenkserguss links,
Synovialitis
und Reiz
zustand der Hüftgelenkkapsel. Leichter Reizzustand am Ansatz der Hüft-
Abduktorensehnen
am Trochanter
major
links.
3.16
Dr.
C._
(vorstehend E. 3.8) führte mit Beurteilung vom 2
4.
Januar 2019 (Urk.
8/137)
, aus der neuen Aktenlage betreffend den Zeitpunkt des Auftretens von Ohrgeräuschen ergebe sich im Wesentlichen keine Änderung ihrer Beurtei
lung vom September 2018 (S. 2 Mitte).
3.17
Dr.
D._
(vorstehend 3.13) nannte mit Bericht vom
4.
Februar 2019
über die Konsultation vom 2
2.
Januar
(
Urk.
8/139)
folgende Diagnosen (S. 1 Mitte):
-
coxogene
Problematik links mit/bei
-
langstreckigem
Labrumschaden,
subchondraler
Insuffizienzfraktur und Knochenmarksödemen am
Femurko
pf
und
Acetabulum
(MRI Hüfte 17.
Januar 2019)
-
lumbospondylogenes
Schmerzsyndrom bis
lumboradikuläres
Syndrom (LRS) L3 und L4 links mit/bei
-
foraminaler
Stenose L4/5
-
Status nach Velounfall am 2
7.
April 2018
Die Beschwerden
hätten
als
lumbospondylogenes
bis
lumboradikuläres
Schmerzsyndrom
L3 gedeutet werden
können. Zusätzlich stehe
eine
coxogene
Problematik zunehmend
im Vordergrund.
Zwecks weitergehender Evaluation eines möglichen operativen Vorgehens
beziehungsweise
des
weiteren Vorgehens habe
er
den Patienten an die Hüftsprechstunde der orthopädischen
E._
(vgl. nachstehend E. 3.18) weitergeleitet (S. 2 oben).
3.18
Die Ärzte der
E._
nannten mit Bericht vom
8.
Februar 2019
über die Konsultation vom
4.
Februar 2019
(
Urk.
8/144)
als Diagnose eine akti
vierte
Coxarthrose
links mit/bei Velounfall am 2
7.
April 2018 mit Direkttrauma der
Hüfte (S. 1 Mitte) und berichteten über die dem Patienten erläuterten Behand
lungsoptionen (S. 2).
Dr.
B._
(vorstehend E. 3.7) nannte mit Bericht vom 1
2.
Februar 2018 über die Konsultation vom Vortag (Urk. 8/143) als zusätzliche Diagnose invalidisierende Schmerzen im Hüftgelenk links. Aktuelles Hauptproblem seien die Hüftschmerzen links.
Kognitiv fühle sich der Patient wieder voll leistungsfähig, allerdings sollte bis zur definitiven Beurtei
l
ung
die Steigerung der
Arbeitsbelastung nach Beheben der Hüftproblematik abgewartet werden.
Aufgrund der Hüftschmerzen besteh
e
weiterhin eine
Arbeitsunfähigkeit
von 80
%
.
3.19
PD
Dr.
med. F._
, stellvertretender Chefarzt Orthopädie,
G._
, nannte mit Bericht vom 1
5.
Februar 2019
über die gleichentags erfolgte Konsultation
(
Urk.
8/145)
als Diagnose eine posttraumatische
Coxarthrose
und Beschwerden im
Ileosakralgelenk
(ISG) bei Status nach Velounfall 2
7.
April 2018 (S. 1 Mitte). Anamnestisch führte er aus, der Patient berichte, dass er seit dem Unfall vom 2
7.
April 2018 Schmerzen im Bereich der linken Hüfte und auch
posterior
habe. Vorher sei er vollständig beschwerdefrei gewesen. Aktuell berichte er starke Anlaufschmerzen vor allem über dem ISG, nachher bei längerer Belas
tung inguinal nach distal ausstrahlend in den Oberschenkel
und zum Teil diffuse
anteriore
Knieschmerzen. Insgesamt
bestehe ein
erheblicher Leidensdruck, so dass der Patient als
Zimmermann nicht vollständig arbeitsfähig
sei (S. 1). Als Beurtei
lung nannte er eine stark symptomatische, posttraumatische
Coxarthrose
links. Es bestehe zudem eine ISG-Irritation welche den Patienten sehr stark störe vor allem mit starken Anlaufschmerzen. Die Hüfte betreffend seien aufgrund der fort
geschrittenen Knorpelschäden keine gelenkserhaltenden Eingriffe mehr möglich, weshalb er mit dem Patienten die Implantation einer Hüft-Totalprothese bespro
chen habe, welche minimalinvasiv durch einen vorderen Zugang durchgeführt werden könne (S. 2).
3.
20
In einer kreisärztlichen Beurteilung vom 2
2.
Februar 2019 (
Urk.
8/146)
- durch
Dr.
med. H._
, Facharzt für Physikalische Medizin und Rehabilita
tion (vgl.
Urk.
8/182 S. 2,
Urk.
8/197 S. 1) -
wurde die Unfallkausalität
der Hüft
beschwerden mit der Begründung verneint, Beschwerden am linken Hüftgelenk seien echtzeitlich zeitnah zum Unfall nicht dokumentiert, jetzt finde sich einfach eine typische
Coxarthrose
, und es gebe keinerlei Hinweise, dass das Unfallereignis die
Coxarthrose
beeinflusst hätte, insbesondere gebe es keine richtunggebende Verschlimmerung (S. 2
Ziff.
1).
Im Bereich der HWS und Brustwirbelsäle (BWS)
- richtig wohl: LWS (vgl.
Urk.
8/197 S. 1 oben) -
seien jeweils mittels MRT jegliche strukturellen Unfallfol
gen ausgeschlossen worden, banale Kontusionsfolgen, welche sich nicht in den MRT darstellten, seien spätestens 6 Wochen nach dem Unfallereignis als vollstän
dig abgeheilt zu betrachten (S. 2
Ziff.
2).
3.2
1
Dr.
med.
I._
, Facharzt für
Neurologi
e, Suva Kompetenzzent
rum Versicherungsmedizin, erstattete am 2
0.
März 2019 eine neurologische
Beurteilung (
Urk.
8/161)
.
Er wies zusammenfassend auf Inkonsistenzen in der Schilderung der Geschehnisse hin, nämlich (S. 8):
-
«fast ungebremst» seitlich gegen PW geprallt, jedoch deutliche Bremsspur (an den Reifen des
Fahrrad
s
)
in der Bilddokumentation im Polizeirapport
-
Angaben des Versicherten zum Sturzgeschehen (links seitlicher Anprall mit Kopf und Körper) obwohl nach Angaben des Versicherten eine ein
-
bis dreiminütige Bewusstlosigkeit bestand
-
keinerlei dokumentierte Weichteilverletzungen
-
laut Polizeirapport verzichtete der Versicherte auf einen Transport ins Spi
tal bei lediglich leichten Schmerzen im Bereich der Schulter und Hüfte, so dass, obwohl nach Angaben des Versicherten am Folgetag Beschwerden auftraten, eine medizinische Versorgung erst nach einer Woche in Anspruch genommen wurde
Die diagnostisch durch den Neurologen
Dr.
B._
festgestellte HWS-Distorsion Grad II QTF und Commotio cerebri, bei kurzer Bewusstlosigkeit und somit erfüll
ten Kriterien im Sinne einer leichten traumatischen Hirnverletzung (LTHV)
,
werde bestätigt (S. 8 unten). Im Zusammenhang mit dem Unfallgeschehen sei bei einer LTHV mit Bewusstlosigkeit oder einer HWS-Distorsion QTF II jeweils ohne unfallbedingte strukturelle Verletzungsfolgen von einer Abheilung mit Decres
cendo der Beschwerden innerhalb von Wochen bis maximal drei Monaten aus
zugehen (S. 8 f.). Bei fehlenden strukturellen Verletzungsfolgen im Bereich des Schädels (CT vom 2
2.
Mai 2018, MRT vom 1
6.
Juli 2018) beziehungsweise der Halswirbelsäule (2
5.
Juli 2018)
bestehe aus neurologischer Sicht im Zusammen
hang mit einer LTHV oder einer HWS-Distorsion QTF II keine organische Grund
lage für die nunmehr seit 10 Monaten bestehenden protrahierten Beschwerden und die weiterhin bestehende Arbeitsunfähigkeit von 80
%
(S. 9 oben).
Ebenfalls ge
be es
aufgrund der fehlenden echtzeitlich dokumentierten Mitbeteili
gung im Unfallgeschehen und -mechanismus vom 2
7.
April 2018 der Hüfte links und der Lendenwirbelsäule keine Grundlage bei einer unfallfremden
C
oxarthrose
links, um durch den Neurologen
Dr.
B._
im Januar und Februar 2019 eine Arbeitsunfähigkeit
von 80
%
zu attestieren
(S. 9 oben)
.
In Beantwortung der ihm unterbreiteten Fragen führte er aus, die durch den Neu
rologen
Dr.
B._
weiterhin attestierte Arbeitsunfähigkeit von 80
%
sei über 10 Monate nach dem Unfallgeschehen durch eine HWS-Distorsion QTF II oder durch eine LTHV nicht begründet und bei Hüftbeschwerden in Zusammenhang mit dem Unfallgeschehen bei einer unfallfremden
C
oxarthrose
habe
Dr.
B._
fachfremd weiterhin eine Arbeitsunfähigkeit von 80
%
attestiert (S. 9
Ziff.
1). Unfallfolgen lägen maximal für eine Dauer von drei Monaten in Zusammenhang mit einer HWS-Distorsion QTF II beziehungsweise einer LTHV vor (S. 9
Ziff.
2).
3.22
PD
Dr.
F._
(vorstehend E. 3.19
) führte mit Bericht vom
3.
Mai 2019 über die gleichentags erfolgte Konsultation (
Urk.
8/166) aus, nach Implantation einer Hüfttotalprothese links am 2
0.
März 2019 bestehe betreffend die Hüfte ein regel
rechter Verlauf mit noch etwas
residueller
Symptomatik inguinal und
peritro
chantär
(S. 1 unten). Der Patient habe vor dem Velosturz vom 2
7.
April 2019 keinerlei
muskuloskelettalen
Beschwerden gehabt und die
arthrotischen
Verän
derungen im linken Hüftgelenk seien erst mit dem Sturzereignis aufgetreten, so dass ein kausaler Zusammenhang doch sehr plausibel erscheine
. Er bitte die Beschwerdegegnerin, die Übernahme des Falles als Unfallfolgen noch einmal zu prüfen (S. 2 oben).
3.2
3
Die Ärzte der
G._
(Manuelle Medizin und
interventionelle
Rheuma
tologie) nannten mit Bericht vom 2
2.
Mai 2019 über die Konsultation vom Vortag (
Urk.
8/180/19-20) als Diagnose ein
myofasziales
Schmerzsyndrom, wahrschein
lich ausgehend vom M.
gluteus
maximus
links (S. 1 Mitte).
In ihrer Beurteilung erwähnten sie
myofasziale
Schmerzen, ausgehend vom M.
gluteus
maximus
links. Auch sie seien der Meinung, dass die Koinzidenz ein starker Hinweis für einen Zusammenhang mit dem Unfall vom 2
7.
April 2018 sei (S. 1 unten).
Am
2
8.
Mai 2019 (
Urk.
8/180/21-42)
und
1
8.
Juni 2019 (
Urk.
8/180/23-24)
berichteten sie über die stattgefundene Behandlung.
3.24
Die Ärztinnen des
J._
nannten mit Bericht vom
4.
Juli 2019
über die gleichentags erfolgte Konsultation
(
Urk.
8/180/25-31)
als Diagnose eine HWS-Distorsion mit persistierenden posttraumatischen Beschwerden (bei) Status nach Velounfall (Kollision mit PKW) am 2
7.
April 2018 (S. 1). Als relevante Nebendiagnosen nannten sie (S. 2 Mitte):
-
Status nach Hüft-TP MIS links am 2
0.
März 2019 bei Lumbago
lumbo
sacral
linksbetont mit
Chondrose
und
Spondylarthrose
-
Chondrose
und
Spondylarthrose
in L4/5 und L5/S1
-
breitbasige
Diskushernie mit
rezessale
r
Einengung L4/5 beidseits sowie mediane
r
Diskushernie L5/S1
Sie führten aus, die aktuelle Zuweisung sei mit der Frage nach vestibulärer Ursa
che des persistierenden
Schwankschwindels
erfolgt (S. 2 unten).
Das vom Patienten berichtete Beschwerdebild aus Nacken- und (weniger) Kopf
schmerzen, Schwindel und Gleichgewichtsstörung, Lärm- und (weniger) Licht
empfindlichkeit sowie
Konzentrations- und Aufmerksamkeitsstörungen
lasse
sich durch das sturzbedingte Trauma
im Rahmen
der Kollision als Velofahrer mit einem PKW erklären
, d
ies insbesondere vor dem Hintergrund
der gegebenen zeit
lichen Korrelation zw
ischen
Trauma-Ere
i
gnis und Symptombeginn sowie dem
Fehlen ausreichender oder überzeugender Belege für eine andere Verursachung der Symptome.
Aufgrund der bisherigen klinischen Untersuchung
sei
das
zerv
i
ko-zephale
und
zerviko
-thorakale
Syndrom mit primär muskulärer Komponente (Verspannungen und
Myogelosen
der
oberflächlichen und tiefen Nacken-/Ok
zi
pital-Muskulatur l
inksbetont, Verspannungen der
Schultermuskulatur links)
ihrer
Meinung
nach massgebl
ich für
genannten Befunde verantwortlich.
Inwiefern eine peripher-vestibuläre Funktionsstörung zur Schwindel und Gleichgewichtsstörung
zusätzlich beitr
age
oder ob diese vollumfänglich durch das
zerviko-zephale
und
zerviko
-thorakale
Syndrom erklärt
sei
, bleib
e
offen
(S. 4).
3.25
Über weitere Behandlungen in der
G._
(vorstehend E. 3.22) wurde am 1
0.
Juli (
Urk.
8/180/32-33), 1
6.
Juli (
Urk.
8/180/34-35),
8.
August (Urk.
8/180/36-37), 2
3.
August (
Urk.
8/180/38-39),
1.
Oktober (
Urk.
8/183/1-2),
und
1
6.
Oktober 2019 (
Urk.
8/193/5-6)
berichtet.
3.2
6
Kreisarzt
Dr.
H._
(vorstehend E. 3.
20
) führte mit Stellungnahme vom 21.
Oktober 2019 (
Urk.
8/182)
aus, in
den Berichten
von
Dr.
Y._
und Dr
.
Z._
finde
er
keine
Angaben zu einer Beteiligung der Hüfte. Im
Aussendienst
-b
ericht 8 Monate nach dem
Unfall gebe
der Versicherte zwar an, dass er die linke Hüfte geprellt habe, es
seien
in diesem
Kontext aber dann keine Beschwerdean
gaben gemacht worden, weder im Ver
l
auf
noch aktue
l
l, obwoh
l
dort zu jedem anderen Beschwerdebereich ausführlich Stellung
genommen
werde
.
Nun
würden
noch eine Physiotherapeutin und ein
Osteopath
an
gegeben
, welche
frühzeitig aufgetretene Hüftbeschwerden bestätigen könnten
.
Dazu
fänden s
ich im
Do
ssier keine direkten Dokumente.
Dr.
Z._
gebe
lediglich
an,
den Versicherten
wegen Beschwerden zum
Chiropraktor
geschickt zu haben
(S. 2).
Am
2
2.
November 2019 erstattete die angefragte Physiotherapeutin den erbete
nen Bericht (
Urk.
8/195). Darin nannte sie als Überweisungsdiagnose einen Status nach multiplen Verletzungen nach Velounfall April 2018 (
Ziff.
1). Hüftbeschwer
den erwähnte sie im - handschriftlich verfassten - Bericht keine.
Am 1
9.
Dezember 2019
teilte die Administration dem Kreisarzt mit, der Beschwerdeführer sei gemäss den Angaben seines Rechtsvertreters doch nicht beim Chiropraktiker gewesen, daher gebe es keinen entsprechenden Bericht und das Dossier sei vollständig (
Urk.
8/182 S. 2 unten).
Im Behandlungsprotokoll, das die Physiotherapeutin am
3.
Februar 2020 dem Rechtsvertreter des Beschwerdeführers übermittelte (
Urk.
8/200/14), der dieses am 1
0.
Februar 2020 einreichte (
Urk.
8/200/15-19), ist die Hüfte in den Einträgen vom 2
4.
und vom 3
1.
Juli 2018 erwähnt, am 2
4.
Juli 2018 unter anderem mit dem Vermerk «abklären
Dr.
Z._
».
3.27
Kreisarzt
Dr.
med.
K._
, Facharzt für Radiologie, führte mit Beurteilung vom
7.
Januar 2020 (
Urk.
8/197)
aus, b
ezüglich der linksseitigen Hüftbeschwer
den
sei
zu beachten, dass die erste bildgebende Abklärung des Hüftgelenkes
rund
10 Monate nach dem angegebenen Unfall statt
gefunden habe
. Dabei
hätte
n sich ausgedehnte
arthrotische
Veränderungen mit meh
r
eren Defekten
,
aber auch einer diffusen Ausdünnung des Gelenkknorpels nachweisen
lassen
. Bei suboptimaler Taillierung des Schenkelhalses und somit wahrscheinlich mindestens leichtem
femoroazetabulärem
Impingement
zeig
t
en sich mehrere Einrisse im Lab
ru
m
ace
tabulare
. Weiter l
ie
ssen sich eine Insuffizienzfraktur des
superioren
Sektors des Caput
femoris
und ein relativ kleiner
Kragenosteophyt
am
Hüftkopf
erkennen. Auf der Gegenseite l
ie
ssen sich auch bereits degenerativ bedingte Veränderungen mit einer
subchondralen
Mehrsklerose des
Acetabulum
-Daches und einem klei
nen
Kragenosteop
hyten
am Caput
femoris
erkennen (S. 1 Mitte).
Die im linken Hüftgelenk nachgewiesenen Veränderungen könn
t
en schon rein aufgrund der Ausdehnung nicht auf ein einzelnes, etwa 10 Monate vor der Untersuchung erlittenes Ereignis zurückgeführt werden
(S. 1 unten)
. Gelegentlich
könne
sich eine Arthrose infolge eines Trauma
s
sehr rasch entwickeln, dazu komm
e
es aber praktisch nur dann, wenn zumindest einer der beiden Gelenkflä
che
n
durch eine Fraktur stark
dekonfiguriert
werde
, so
dass es zur Ausbildung von Stufen oder sonstigen gröberen Unregelmässigkeiten der Gelenkflächen komm
e
. In diesem Fall l
ä
gen aber keine solchen Unebenheiten vor.
D
ie Insuffi
zienzfraktur
könne ebenfalls
nicht auf das Trauma zurückgeführt werden.
Di
e multiplen Risse des Labrum
acetabulare
könn
t
en schon rein aufgrund der Anzahl nicht auf ein einzelnes Ereignis zurückgeführt werden, sondern
seien
die Folge einer chronischen Schädigung der Gelenklippe durch den rezidivierenden Kontakt mit dem suboptimal taillierten Schenkelhals im Rahmen eines
fem
oroacetabulä
ren
Impingement
s
(S. 1 f.).
Mit praktisch absoluter Sicherheit
hätten
die linksseitige und die leichtere rechts
seitige
C
oxarthrose
bereits zum Zeitpunkt des Unfalles
bestanden
. Dies
werde unter anderem
durch die am
4.
Februar
2019 angefertigten
- richtig: am 1
7.
Januar 2019 angefertigten (vorstehend E. 3.15) und im Bericht vom
4.
Februar 2019 erwähnten (vorstehend E. 3.17) -
Röntgenaufnahmen bekräftigt
, d
iese zeig
t
en nämlich sowohl am
Acetabulum
als auch am Caput
femoris
und am Schen
kelhals knöcherne Veränderungen, die sich nicht in der Zeitspanne zwis
c
hen dem Unfall und der Untersuchung entwickelt haben könn
t
en. Es kö
nn
e
zwar nicht mit Sicherheit ausgeschlossen werden, dass der Unfall zu einer Verschlimmerung geführt ha
be, konkrete Hinweise hierfür lie
ssen sich aber nicht erkennen
(S. 2 oben)
.
D
ie
in den Akten immer wieder vorzufinden
de
Aussage, die von PD
Dr.
F._
als Argument für den Kausalzusamme
n
hang zwischen Hüftbeschwerden und Unfall angeführt
werde (vorstehend E. 3.22
)
, wonach der Versicherte vor dem Unfall aus
muskuloskelettaler
Sicht beschwerdefrei gewesen sein soll
e
,
könne
nicht berücksichtigt werden, da man sonst einem in der Versicherungsmedizin unzulässigem post-hoc-ergo-
propter
-h
oc-Gedankengang verfallen würde (S. 2).
Bezüglich der Beschwerden an der Lendenwirbelsäule
sei
zu berücksichtigen, dass diese erstmals am 2
1.
Dezember
2018, also etwa 8 Monate nach dem Unfall
,
Erwähnung f
ä
nden. Ein Kausalzusammenhang zwischen einer
radikulären
Symp
tomatik und einer Traumatisierung der Wirbelsäule
sei
aber nur denkbar, wenn die Symptome innerhalb von zwei, maximal drei Tagen nach dem Trauma auf
tr
ä
ten. Und wenn man berücksichtig
e
,
dass
nach dem Unfall mehrere ärztliche,
teils
auch neurologische
,
Konsultationen statt
ge
f
u
nden
hätten
,
sei
anzunehmen, dass die Beschwerden an der Lendenwirbelsäule tatsächlich erstmals relativ zeit
nah zur erstmaligen Erwähnung und somit mehrere Monate nach dem Unfall auf
ge
tr
e
ten
seien
. Schon rein aufgrund dieser Tatsache
könne
ein Kausalzusam
menhang zum Unfall mit praktisch absoluter Sicherheit ausgeschlossen werden.
Z
udem
liessen
sich im MRT der Lendenwirbelsäule vom
7.
Dezember
2018 ledig
lich degenerativ bedingte Veränderungen mit
unter anderem
Chondrosen
und Vorfällen der beiden untersten Bandscheiben der Lendenwirbelsäule sowie
Spon
dylarthrosen
, aber keine einzige Läsion, die auf
ein
einige Monate
zuvor erlittenes Trauma zurückgeführt werden könnte
,
erkennen
(vgl. vorstehend E. 3.11)
. Daher
sei
ein bereits aufgrund des zeitlichen Verlaufes höchst unwahrscheinlicher Kau
salzusammenhang zwischen den Beschwerden im Bereich der Lendenwirbelsäule und dem Unfall bei Berücksichtigung des MRT mit praktisch absoluter Sicherheit ausgeschlossen
(S. 2 Mitte)
.
Zusammenfassend
könne
festgehalten werden, dass weder bezüglich der linkssei
tigen Hüftbeschwerden
noch bezüglich
der
LWS-Problematik ein überwiegend wahr
scheinlicher Kausalzusammenhang zu
m Unfall angenommen werden könne (S. 2 unten).
4.
4.1
Die Beschwerdegegnerin stellte ihre Leistungen per 2
8.
Februar 2019 ein (
Urk.
2), wogegen der Beschwerdeführer einwandte, er sei erst ab 1
0.
Oktober 2019 wieder voll arbeitsfähig gewesen, womit er sinngemäss postulierte, eine Leistungspflicht der Beschwerdegegnerin habe weiterhin, nämlich vom
1.
März bis
9.
Oktober 2019
,
bestanden.
4.2
Gemäss den vorliegenden Arztberichten bezogen sich die Behandlungen im strit
tigen Zeitraum auf die
im
Januar 2017 bildgebend festgestellte
Coxarthrose
(vor
stehend E. 3.15, E. 3.17 ff., E. 3.22) und ein im Februar 2019 diagnostiziertes
lumbospondylogenes
Syndrom (vorstehend
E. 3.17, E. 3.23, E. 3.25).
Die Beschwerdegegnerin verneinte die Unfallkausalität sowohl der Hüft- als auch der LWS-Problematik (vorstehend E. 2.1), der Beschwerdeführer bejahte sie aus näher dargelegten Gründen (vorstehend E. 2.2). Es bleibt zu prüfen, wie es sich damit verhält (nachstehend E. 5 und 6).
4.3
Die Beschwerdegegnerin begründete den Zeitpunkt der Leistungseinstellung damit, Ende Februar 2019 hätten keine
behandlungsbedürftigen
Folgen der erlit
tenen HWS-Distorsion mehr bestanden, was gleichbedeutend ist mit der Feststel
lung des medizinischen Endzustandes, prüfte die Adäquanz eines allfälligen Kau
salzusammenhangs und verneinte diese (vorstehend E. 2.1). Der Beschwerdefüh
rer machte geltend, der Endzustand sei erst im Zeitpunkt der wiedererlangten vollen Arbeitsfähigkeit (1
0.
Oktober 2019) erreicht gewesen, und die Adäquanz sei zu bejahen (vorstehend E. 2.2). Auch dies bleibt zu prüfen (nachstehend E. 7).
5.
5.1
Die Beschwerdegegnerin begründete ihren Standpunkt einerseits damit, dass in den in zeitlicher Nähe zum Unfall erstatteten Arztberichten keine Hüftproblema
tik erwähnt worden sei.
Dies ist zu bestätigen. Wohl erwähnte der Beschwerdeführer selber laut Polizei
rapport
unter anderem
tendenziell «leichte Schmerzen im Hüftbereich» (vorste
hend E. 3.1). Weder
Dr.
Y._
im Mai 2018 (vorstehend E. 3.2) noch Dr.
Z._
im
Juli (vorstehend E. 3.4) noch
Dr.
B._
im August 2018 (vorstehend E. 3.7) und im Oktober 2018 (vorstehend E. 3.9) noch
Dr.
Z._
im Dezember 2018 (vorste
hend E. 3.10) nannten jedoch eine die Hüfte betreffende Diagnose. Im Dezember 2018 machte der Beschwerdeführer wohl Angaben zu verschiedenen Beschwer
den, nannte aber ebenfalls keine die Hüfte betreffenden (vorstehend E. 3.12).
Im Behandlungsprotoll der Physiotherapeutin wurde im Juli 2018 die Hüfte erwähnt, einmal mit dem Vermerk «abklären
Dr.
Z._
» (vorstehend E. 3.26 am Ende), jedoch fand dies keinen Niederschlag in der Berichterstattung und Diag
nosestellung durch
Dr.
Z._
, auch nicht im Dezember 2018 (vorstehend E. 3.10).
Erstmals erfasst wurden Hüftbeschwerden diagnostisch durch
Dr.
B._
im Januar 2019 (vorstehend E. 3.14) und bildgebend im Februar 2019 (vorstehend E. 3.19). Mithin wurde bis Ende 2018 von behandelnder Seite keine Hüftproblematik diagnostiziert und es wurde - bezeichnenderweise - 2018 auch keine entspre
chende Bildgebung veranlasst.
5.2
Vor diesem Hintergrund erweist sich auch der Standpunkt des Beschwerdeführers, die Beschwerdegegnerin habe durch die Übernahme von Behandlungskosten (auch) für Hüftbeschwerden deren Unfallkausalität anerkannt und sei nun für deren Wegfall beweisbelastet (
Urk.
1 S. 16 f.
Ziff.
34)
,
als nicht stichhaltig. Recht
sprechungsgemäss
gilt die Beweislastverteilung bezüglich des Wegfalls der Unfallkausalität nur für Schädigungen, welche bei der Anerkennung einer Leis
tungspflicht des Unfallversicherers auch wirklich zur Diskussion standen
,
und d
er Nachweis des Dahinfallens der Unfallkausalität von Beschwerden, welche im Rahmen einer Leistungsanerkennung gar nicht thematisiert worden sind, trifft nicht den Unfallversicherer (Urteil
des Bundesgerichts
8C_855/2018
vom 14.
März 2019
E. 3.1).
5.3
Die Beschwerdegegnerin stützte ihren Standpunkt ferner mit dem Hinweis auf die kreisärztliche Beurteilung der im Februar 2019 erfolgten Bildgebung, wonach die im linken Hüftgelenk nachgewiesenen Veränderungen schon rein aufgrund ihrer Ausdehnung nicht auf das 10 Monate zurückliegende Ereignis zurückgeführt werden könnten,
wonach
Umstände fehlten, die eine
Arthrosebildung
innert nur 10 Monaten
annehmen liessen
,
und
dass
auch die multiplen Risse im Labrum
acetabulare
schon rein aufgrund ihrer Anzahl nicht auf
ein
einzelnes Ereignis zurückgeführt werden könnten (vorstehend E. 3.27).
Dem hielt der Beschwerdeführer den Standpunkt von PD
Dr.
F._
entgegen, der im Februar 2019 die diagnostizierte
Coxarthrose
als «posttraumatisch» bezeichnete (vorstehend E. 3.19) und im Mai 2019 einen kausalen Zusammen
hang als «doch sehr plausibel» beurteilte, weil der Patient vor dem Unfall keine
muskuloskelettalen
Beschwerden gehabt habe, die
arthrotischen
Veränderungen also «erst mit dem Sturzereignis aufgetreten» seien, weshalb die Beschwerdegeg
nerin eine Anerkennung als Unfallfolgen noch einmal prüfen möge (vorstehend E. 3.22). Ferner führte er Kommentare ins Feld, die er von PD
Dr.
F._
münd
lich erhalten habe (
Urk.
1 S. 18 ff.
Ziff.
38), auf deren schriftliche Abgabe aus Kostengründen
(!)
verzichtet worden sei (
Urk.
1 S. 21 f. Ziff. 40).
Die schriftlich festgehaltenen Äusserungen von PD
Dr.
F._
beschränken sich, wie die Beschwerdegegnerin richtig festhielt, auf eine reine «
post
hoc ergo
propter
hoc» Argumentation, was praxisgemäss für eine Kausalitätsbegründung nicht ausreicht (vorstehend E. 1.2). Seine
vom Beschwerdeführer referierten
mündli
chen Kommentare
(
Urk.
1 S. 18 ff.
Ziff.
38)
sodann beziehen sich ausgesprochen selektiv auf bestimmte Aspekte der kreisärztlichen Beurteilung
und basieren zu einem guten Teil auf einer abweichenden Interpretation der bildgebenden Befunde. Dies entbehrt nicht einer gewissen Ironie, machte doch der Beschwer
deführer geltend, dem Kreisarzt als Radiologen fehle die nötige Beurteilungskom
petenz (
Urk.
1 S. 18
Ziff.
37), während dies offenbar für die Kommentierung bild
gebender Befunde durch einen orthopädischen Chirurgen nicht gilt. Ferner hat sich PD
Dr.
F._
- was ihm nicht verwehrt sei - als Sachwalter der Interessen seines Patienten positioniert, so dass vom Einholen einer weiteren Stellungnahme (durch die Beschwerdegegnerin oder das Gericht) in antizipierter Beweiswürdi
gung
(vgl.
BGE 136 I 229 E. 5.3; Urteil des Bundesgerichts 8C_458/2014 vom 1
6.
September 2014 E. 5)
abgesehen werden konnte und kann.
5.4
Zusammenfassend bleibt festzuhalten, dass die Beschwerdegegnerin die Unfall
kausalität der Hüftbeschwerden zu Recht verneint hat.
6.
6.1
Bezüglich der LWS-Beschwerden
stützte sich
die Beschwerdegegnerin
auf die kreisärztliche Beurteilung, wonach diese erstmals im Dezember 2018 erwähnt worden seien und im Dezember 2018 bildgebend ausschliesslich degenerative Veränderungen
erfasst worden seien
, jedoch
keine Läsionen, die auf
ein
einige Monate
zuvor erlittenes Traum
a
zurückgeführt werden könnten (vorstehend E.
3.27).
Dem hielt der Beschwerdeführer entgegen, er habe - im Dezember 2018 (vgl. die von ihm als Fundstelle genannte
Urk.
8/111, vorstehend E. 3.12) - angegeben, er sei unter anderem mit «der ganzen linken Seite» seines Körpers auf den Boden geprallt
,
und die Ärzte der
E._
hätten im Mai 2019 ausge
führt, die Koinzidenz des
myofaszialen
Schmerzsyndroms sei ein starker Hinweis für einen Zusammenhang mit dem Unfall vom April 2018 (
Urk.
1 S.
25 f.
Ziff.
47).
6.2
Bis im Dezember 2018 wurde eine allfällige Rückenproblematik ärztlicherseits ein einziges Mal erwähnt, nämlich
im
von
Dr.
Z._
im Juli 2018 ausgefüllten HWS-Fragebogen (vorstehend E. 3.4) als seit
dem 2
0.
Juni 2018
zunehmende aufgetre
ten
e
Rückenschmerzen (
Ziff.
4)
; eine entsprechend
e
Diagnose stellte er
jedoch
, trotz dafür vorhandener Rubrik (
Ziff.
7), nicht.
Ein
lumbospondylogenes
Syndrom wurde erstmals im Dezember 2018 diagnosti
ziert (vorstehend E. 3.13) und bildgebend erfasst (vorstehend E. 3.11). Ebenfalls im Dezember 2018 erwähnte
Dr.
Z._
lumbale, muskuläre Schmerzen als zuneh
mendes Problem (vorstehend E. 3.10)
, und
auch der Beschwerdeführer
führte
aus, es stünden jetzt Rückenbeschwerden im Vordergrund (vorstehend E. 3.12).
6.3
Die Einwände des Beschwerdeführers vermögen nichts daran zu ändern, dass die im Dezember 2018 erfolgte Bildgebung der LWS ausschliesslich degenerative Ver
änderungen ergab und keine, die auf den Unfall vom April 2018 hätten zurück
geführt werden können.
Es ist deshalb nicht zu beanstanden, dass die Beschwerdegegnerin die Unfallkau
salität der ab Dezember 2018 in den Vordergrund getretenen Rückenbeschwerden verneint hat.
7.
7.1
Was die
Folgen der am 2
7.
April
2018 erlittenen HWS-Distorsion betrifft
,
war bezüglich der
anfänglich
g
eklagten Schwindelbeschwerden
im September 2018 der Endzustand erreicht (vorstehend E. 3.8).
Dr.
Z._
berichtete im Dezember 2018 einen erfreulichen Verlauf der Hirnerschütterung und eine Besserung des Tinnitus (vorstehend E. 3.10). Dies sowie eine Besserung der Nackenbeschwerden berichtete auch der Beschwerdeführer im Dezember 2018 (vorstehend E. 3.12).
In den Arztberichten vom Dezember 2018 (vorstehend E. 3.13
)
, Januar 2019 (vor
stehend E. 3.14) und Februar 2019 (vorstehend E. 3.17 und E. 3.18) wurden schliesslich gar keine mit der HWS-Distorsion in Zusammenhang stehende Diag
nosen
mehr
genannt, sondern ausschliesslich die Hüfte und die LWS betreffende.
Vor diesem Hintergrund ist nicht zu beanstanden, dass die Beschwerdegegnerin den Endzustand bezüglich HWS-Distorsion als Ende Februar 2019 erreicht erach
tete und die Adäquanz eines allfälligen Kausalzusammenhangs noch bestehender HWS-Beschwerden prüfte.
7.2
Die Beschwerdegegnerin hat den Unfall als höchstens mittelschwer im mittleren Bereich qualifiziert (
Urk.
2 S 17 E. 6.4.2). Dagegen wandte der Beschwerdeführer ein, ein «vergleichbarer Sachverhalt» sei vom Bundesgericht im Urteil 8C_134/2015 vom 1
4.
August 2015 als mittelschwer an der Grenze zu schwer qualifiziert
worden
(S. 35
Ziff.
68).
Der Hinweis geht fehlt, denn der genannte Sachverhalt ist mit dem vorliegenden
nicht
vergleichbar. Im erwähnten Urteil ging es um die Frontalkollision eines rund 50 km/h schnellen Motorrads mit einem rund 40-50 km/h schnellen Auto, und die Betroffenen wurden rund zehn Meter durch die Luft geschleudert (E. 3.5). Vorliegend fuhr der Beschwerdeführer nach eigenen Angaben mit rund 30 km/h
, wobei die durch die Bremspuren am Fahrrad belegte Verlangsamung nicht ein
gerechnet ist.
Da er seitwärts mit dem ihm den Weg versperrende
n
Auto kolli
dierte, ist dessen Geschwindigkeit mit 0 km/h einzusetzen. Ferner wurde er ledig
lich über die Motorhaube geschleudert (vorstehend E. 3.1), mithin
nur einige (wenige)
Meter und nicht deren zehn.
Mithin ist die Qualifizierung als mittelschwerer Unfall im mittleren Bereich nicht zu beanstanden.
7.3
Ob das Adäquanzkriterium der besonders dramatischen Begleitumstände oder der besonderen Eindrücklichkeit des Unfalls vorliegt, ist objektiv und nicht aufgrund des subjektiven Empfindens
beziehungsweise
Angstgefühls der Versicherten zu beurteilen. Zu beachten ist, dass jedem mindestens mittelschweren Unfall eine gewisse Eindrücklichkeit eigen ist, die somit noch nicht für eine Bejahung des Kriteriums ausreichen kann
. So verhält es sich auch hier.
Betreffend Schwere oder besondere Art der e
rlittenen Verletzungen fal
len -
entgegen dem beschwerdeweise vertretenen Standpunkt (
Urk.
1 S. 36 Ziff.
69) - mangels Unfallkausalität die LSW-Beschwerden (vorstehend E. 6) und die Hüftprobleme inklusive
C
oxarthrose
(vorstehend E. 5) ausser Betracht. Von den weiter genannten «multiplen Prellungen und Schürfungen am ganzen Kör
per» schliesslich ist den zeitnah zum Unfall erstattet
en Arztberichten (vorstehend E.
3.2) keine Rede. Mithin ist das Kriterium nicht erfüllt.
Eine fortgesetzt spezifische, belastende ärztliche Behandlung ist nicht aktenkun
dig, ebenso wenig (unfallkausal
e) erhebliche Beschwerden (vgl.
vorstehend E. 3.12). Gleiche
s
gilt für eine die Unfallfolgen erheblich verschlimmernde ärztliche Fehlbehandlung; dass der erstbehandelnde Arzt nach Einschätzung des anschlies
send involvierten Arztes initial eine zu geringe Arbeitsunfähigkeit attestiert hat (vorstehend E. 3.10)
,
stellt keine Fehlbehandlung dar.
Sodann sind aus den Akten weder ein schwieriger Heilungsverlauf noch erhebliche Komplikationen ersicht
lich. Hinsichtlich der Arbeitsfähigkeit sind die offenkundigen und achtenswerten Anstrengungen
des Beschwerdeführers
nicht in Frage zu stellen, jedoch bezog sich die attestierte erhebliche Arbeitsunfähigkeit seit Dezember 2018 auf unfall
fremde Leiden
(vgl. vorstehend E. 3.21)
, so dass auch das Kriterium einer erheb
lichen Arbeitsunfähigkeit nicht erfüllt ist.
7.4
Mangels Erfüllung der massgebenden Kriterien ist die Adäquanz eines allfälligen Kausalzusammenhangs somit zu verneinen, so dass der angefochtene Entscheid auch in dieser Hinsicht nicht zu beanstanden ist.
Demnach ist der angefochtene Entscheid zu bestätigen und die dagegen erhobene Beschwerde abzuweisen.