# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** d61b9843-dd1b-4925-b0ae-7c7627af9ee7
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2014
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** 

## Facts

Sachverhalt:
1.
1.1
Der 1962 geborene
X._
war als
Belader
bei der Stadt
Y._
und als Hauswart bei den
Z._
,
A._
,
angestellt und als solcher bei der Schweizerische
n
Unfallversicherungsanstalt (Suva) obligatorisch
un
fallversichert
. Am 1
3.
Oktober 2011 wurde er von einem Bügel eines
Contai
ner
wagens
am linken Knie getroffen (
Urk.
7/1). Der
behandelnde
Dr.
med.
B._
,
Facharzt für Innere Medizin,
schrieb den Versicherten
vom 1
7.
b
is
2
6.
Oktober
2011
zu 100
%
arbeitsunfähig (
Urk.
7/5
).
Anschliessend wurde die Behandlung abgeschlossen und der Versicherte nahm die Arbeit wie
der auf.
1.2
A
b
6.
Februar 2012
war der Versicherte wegen Beschwerden am linken Knie
wieder
zu
100
%
und ab dem 9. Februar 2012 zu 50 %
arbeitsunfähig
(Urk. 7/12)
.
Dr.
B._
veranlasste eine Bildgebung des linken Knies (
Urk.
7/14). Am
7.
Febru
ar 2012 erfolgte eine Rückfallmeldung
bei der Suva
(
Urk.
7/7).
Ein am
8.
Feb
ruar
2012
erstellte
s MRI
des linken Kniegelenks
zeigte
einen Riss am me
dialen
Men
is
kushinterhorn
und ein
en
leichtgradigen
Gelenkserguss
(
Urk.
7/40).
Dr.
B._
überwies den Versicherten an
Dr.
med.
C._
, Facharzt für Ortho
pä
dische Chirurgie,
A._
(
Urk.
7/14 und 21)
. Dieser führte am
6.
März 2012 eine Arthroskopie durch
und
nahm die
Nachbehandlung
vor
(
Urk.
7/30)
. Ab
7.
Mai 2012 war
X._
wieder zu 100
%
arbeitsfähig (
Urk.
7/41)
.
Mit Verfügung vom 2
3.
Juli 2012 verneinte die Suva den natürlichen Kausal
zu
sam
menhang zwischen den
ab
R
ückfall gemeldeten Kniebeschwerden und dem Un
fall vom 1
3.
Oktober 2011 und damit ihre Leistungspflicht (
Urk.
7/55). Daran hielt
sie mit
Einspracheentscheid
vom 1
7.
Oktober 2012 fest (
Urk.
7/65 =
Urk.
2).
2
.
Mit Eingabe vom 1
9.
November 2012 liess
X._
, vertreten durch
Rechtsanwalt Beat Wachter, Beschwerde erheben und
im Wesentlichen die Auf
hebung des angefochtenen
Einspracheentscheids
und die Ausrichtung der ge
setz
lichen Leistungen beantragen. Eventualiter liess er die Einholung ei
nes
Ge
richts
gutachtens
,
subeventualiter
die Rückweisung der Sache an die Suva zur An
ordnung einer Begutachtung beantragen. In verfahrens
-
rechtlicher Hin
sicht
beantragte
er die Sistierung des Verfahrens bis zur Einreichung eines be
reits angeforderten neuen medizinischen Berichts, eventualiter die Ansetzung einer an
gemessenen Frist für
die
Einreichung
des Berichts und einer
Begrün
dungs
er
gänzung
(
Urk.
1)
.
Die Beschwerdegegnerin schloss mit Stellungnahme vom
4.
Janu
ar 2013 mit der Begründung, es seien keine weiteren medizinischen Ab
klä
rungen notwendig
, auf Abweisung des Sistierungsbegehrens
(
Urk.
6).
Am 1
5.
August 2013 liess der Beschwerdeführer eine ergänzende Beschwerde
-
begründung mit einer Stellungnahme von
Dr.
C._
vom
6.
Juni 2013 ein
rei
chen
und an seinem Antrag festhalten
(
Urk.
8 und 9/5)
, ebenso mit seiner Replik
vom 1
9.
September 2013 (
Urk.
11). Die Beschwerdegegnerin legte mit ihrer Duplik vom 1
6.
Dezember 2013 eine ausführliche kreisärztliche Beurtei
lung vom
1
1.
Dezember 2013
(
Urk.
17/2)
zu den Akten und
schloss gestützt
darauf
auf Ab
weisung der Beschwerde (
Urk.
16).
Mit Stellungnahme vom
4.
April 2014 liess der Beschwerdeführer an seinem An
trag festhalten und legte eine Stellungnahme von
Dr.
med.
C._
vom
3.
April 2014 ins Recht (
act
. 22–23).
Die Beschwerde
gegne
rin hielt mit ihrer Stellung
nahme vom 2
3.
April 2014 an ihrem Standpunkt fest (
Urk.
26).
Auf die Begründungen der Rechtsschriften wird, soweit erforderlich, in den Er
wägungen Bezug genommen.
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Die Versicherungsleistungen werden auch für Rückfälle und Spätfolgen gewährt
(Art.
11 der Verordnung über die Unfallversicherung [UVV]). Bei einem Rück
fall
handelt es sich um das Wiederaufflackern einer vermeintlich geheilten Krank
heit, so dass es zu ärztlicher Behandlung, möglicherweise sogar zu (wei
terer) Arbeitsunfähigkeit kommt; von Spätfolgen spricht man, wenn ein schein
bar ge
heiltes Leiden im Verlaufe längerer Zeit organische oder auch psychische Ver
änderungen bewirkt, die zu einem anders gearteten Krankheitsbild führen können
(BGE 118 V 293 E. 2c mit Hinweisen).
Rückfälle und Spätfolgen schliessen sich
begrifflich an ein bestehendes
Unfall
ereignis
an. Entsprechend können sie eine
Leis
tungspflicht
der Unfallver
siche
rung nur auslösen, wenn zwischen den erneut
geltend gemachten Beschwerden und der seinerzeit beim versicherten Unfall
erlittenen Gesundheitsschädigung ein natürlicher und adä
quater Kausalzu
sam
men
hang besteht (BGE 118 V 293 E. 2c in
fine
).
1.2
Ursachen im Sin
ne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind alle Um
stände,
ohne deren Vorhandensein der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht
als in der gleichen Weise beziehungsweise nicht zur gleichen Zeit ein
ge
treten gedacht werden kann. Entsprechend dieser Umschreibung ist für die Be
jahung des natürlic
hen Kau
salzusammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall
die alleinige oder unmittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt,
da
ss das schä
digende Ereignis zu
sammen mit anderen Bedingungen die körper
liche
oder geistige
Integrität der versicherten Person beeinträchtigt hat, der U
n
fall
mit andern Worten nicht weggedacht werden kann, ohne dass auch die ein
getretene gesundheitliche Störung entfiele (BGE 129 V 177 E. 3.1, 406 E. 4.3.1).
Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, worüber die Ver
waltung beziehungsweise im Beschwerdefall das
Gericht
im Rahmen der ihm obliegenden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahr
schein
lich
keit zu befinden
hat
. Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs ge
nügt für die Begründung eines
Leistungs
anspruches
nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1
).
Bei objektiv ausgewiesenen organischen Unfallfolgen deckt sich die adäquate, d.h. rechtserhebliche Kausalität weitgehend mit der natürlichen Kausalität; die Adäquanz hat hier gegenüber dem natürlichen Kausalzusammenhang praktisch keine selbständige Bedeutung (BGE 134 V 109 E. 2.1).
1.3
Es kann nicht zwingend von der natürlichen Kausalität zwischen Unfall und Grundfall auf die natürliche Kausalität zwischen Unfall und Rückfall geschlos
sen werden, denn die unfallkausalen Faktoren können durch Zeitablauf wegfal
len. Vielmehr obliegt es dem Leistungsansprecher, das Vorliegen eines (
leis
tungs
begründenden
) natürlichen Kausalzusammenhangs zwischen dem neuen
Be
schwer
debild
und dem Unfall (mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahr
scheinli
chk
eit) nachzuweisen. Bei Beweislosigkeit fällt der Entscheid zu Lasten de
r
Versicherten
Person
aus (
Rumo-Jungo
, in: Rechtsprechung des Bundesge
richt
s zum Sozialversicherungsrecht, UVG,
4.
Auflage, Zürich 2012, S. 79).
3.
3.1
Der Schadenmeldung vom 2
0.
Oktober 2011 ist zu entnehmen, dass sich der Be
schwerdeführer am 1
3.
Oktober 2011 das linke Knie am Bügel eines Lastwa
gens angeschlagen habe.
Zur Art der Verletzungen wurde „Knie links“ und „Prellung,
Schwellung“ angegeben (
Urk.
7/1).
Dr.
B._
behandelte den Beschwerdeführer und
attestierte ihm
vom 1
7.
bis
2
6
.
Oktober 2011 eine 100
%
ige Arbeits
un
fähig
keit (
Urk.
7/
5)
.
3.2
In der Rückfallmeldung vom
7.
Februar 2012 finden sich die
selben Unfall-
und Verletzung
sbeschreibungen
wie bei der Schadenmeldung
(
Urk.
7/7).
3.3
Gemäss Rückfallmeldung von
Dr.
B._
vom 22. Februar 2012 hatte
der Be
schwerdeführer den medialen Anteil des linken Kniegelenks
an einem
Bügel des Containers an
ge
schlagen
.
Das Kniegelenk sei geschwollen und schmerze be
son
ders beim Biegen
. Er
stellte
als Befunde
einen leichten Kniegelenkserguss
rechts
(richtig: links
), ein
ligamentär
stabiles Knie, negative Meniskuszeichen und eine
Druckdolenz
über dem medialen
Femurkondylus
fest
.
Das
am
8.
Febr
uar 2012 erstellte MRI
zeige ein
en
Riss am medialen
Menis
kushinterhorn
. Er gab an, es handle sich um eine Unfallfolge und attestierte dem Beschwerdeführer ab
6.
Februar 2012 eine 100
%
ige Arbeitsunfähigkeit
. Zur Weiterbehandlung über
wies er den Beschwerdeführer an einen orthopädi
schen Chirurgen
(
Urk.
7/14).
3.4
In seinem
Bericht des
D._
, vom
8.
Februar 2012
zeigte
Dr.
med.
E._
, Facharzt für Radiologie
, auf, dass
ein Riss am medialen
Menis
kushinterhorn
a
m Übergang
zu
m
Pars
intermedia
vorliege
. Zu
dem bestehe ein
leichtgradiger
Gelenkserguss. Er äusserte einen Verdacht auf
ein
Ganglion im kranialen
dorsolateralen
Kniekehlenbereich
. Die Bänder seien intakt (
Urk.
7/40).
3.5
In seinem un
datierten Bericht über die Untersuchungen vom 2
1.
Februar und
6.
März 2012 hielt
Dr.
C._
fest, im Oktober
2011
habe eine Knieverdrehung links und vor al
lem eine Direktkontusion bei der Arbeit an einem Gerichtwagen stattgefunden. Seither habe der Beschwerdeführer Schmerzen. Er diagnostizierte einen media
len Meniskusriss im linken Kniegelenk (
Urk.
7/21 S. 2).
3.
6
Am
6.
März 2012 führte
Dr.
C._
eine Arthroskopie
durch. Im
Operations
bericht
vom
8.
März 2012 hielt er als Indi
k
ation einen Status nach
Kniekon
tusion
und als Diagnose einen medialen
Meniskushinterhornriss
, eine laterale zen
trale Menis
kus-Degeneration und eine
Plica
mediopatellaris
links
fest
. Den
Operationsvor
gang
beschrieb er als üblich.
Im medialen Kompartiment
hätten
sich leichte Knorpel-Unregelmässigkeiten
femoral
und
tibial
gezeigt
. Der medi
ale
Meniskus sei am
Hinterhorn
am freien Rand ausgefranst und zeige zusätzlich eine Längsrisszone an der Unterfläche, so dass schlussendlich eine
doppel
lappi
ge
Meniskusbegren
zung
gegen zentral im Sinne eines Horizontalrisses bestehe. Im lateralen Kom
partiment sei der Meniskus zentral und am angrenzenden Vorder- und
Hinter
horn
etwas ausgefranst (
Urk.
7/30).
3.7
Am 2
6.
Juni 2012 verneinte Kreisarzt
Dr.
med.
F._
,
Facharzt für Chirurgie,
das Vorliegen eines Rückfalles.
Er stellte fest, es habe
kein
adäquater Unfall statt
gefunden. Das Anstossen des Kniegelenks verursache keinen
Meniskushin
ter
horn
riss
. Ausserdem würden i
n
MRI und OP-Bericht deutliche degenerative Ver
änd
erungen beschrieben. Ein
Bone
b
ruise
, wie e
s
bei einer Kontusion zu er
war
ten gewesen wäre,
sehe
man auf dem MRI nicht. Die Kontusion sei nach 4 Wochen abgeheilt gewesen (
Urk.
7/43).
3.8
Nachdem die Suva tags darauf ihre Leistungspflicht formlos abgelehnt hatte (
Urk.
7/44),
gab
der Beschwerdeführer
am
4.
Juli 2012 gegenüber der
Beschwer
degegnerin
an, er habe vor dem Ereignis vom 1
3.
Oktober 2011 nie Störungen am linken Knie gehabt. Am Unfalltag sei er damit beschäftigt gewesen, die
Kom
post-Container an den Sammelwagen zu schieben / ziehen. Beim Öffnen eines Bü
gels am Sammelwagen, auf welchen
die Container zum Ausleeren hin
aufgehoben würden, sei das linke Knie (Innenseite) getroffen worden.
Es
habe sofort geschmerzt, sei rot geworden und leicht angeschwollen
(
Urk.
7/49).
3.9
Auch
Dr.
C._
wandte sich
mit Schreiben vom
6.
Juli 2012 an die
Be
schwerdegegnerin
und stellte sich auf den Standpunkt,
sie
sei
leistungspflich
tig
. Der Beschwerdeführer habe vor dem Unfallereignis keine Beschwerden am linken Knie gehabt. Bei der Arthroskopie sei ein klarer Meniskusriss zu Tage ge
treten. Die deutlichen
Arthrosezeichen
seien aufgrund des radiologischen Be
fun
des ebenfalls auf den Unfall zurückzuführen. Wenn kein Unfall bestehe, so
bestehe
mindestens ein unfallähnliches Ereignis (
Urk.
7/52).
3.
10
Die Beschwerdegegnerin legte daraufhin das Dossier dem Kreisarzt zur Beurtei
lung vor.
Dr.
F._
wies in seinem Bericht vom 1
8.
Juli 2012 auf die Schadens
- und Rückfallmeldung, welche beide das Anschlagen des linken Knies an einem Bügel eines Lastwagens beschrieben hätten. Im MRI vom
8.
Februar 2012 seien
keine verletzungsbedingten Schäden ersichtlich. Auch im OP-Berich
t
vom
8.
Mär
z
2012 würden als Diagnose unter anderem eine laterale zentrale
Menis
kusdegeneration
und ein medialer
Meniskushinterhornriss
sowie degene
rative Veränderungen im Bereich des medialen Kompartiments beschrieben
. Ein
Un
fall
ereignis
, das die beschriebene Rissbildung im Innenmen
is
kus hätte bewir
ken können, habe nie stattgefunden. Ein solcher Zusammenhang sei höchstens mög
lich
. Das Anstossen eines Kniegelenks verursache keinen
Meniskushinter
horn
riss
. Ein bei einer Kontusion zu erwarten
d
es
Bone
b
ruise
sei auf dem MRI
nicht
ersichtlich. Es handle sich deshalb um einen Bagatell-Unfall, welcher nach 4 -
6 Wochen abgeheilt gewesen sei. Eine richtungsweisende Verschlimmerung eines
vorbestehenden Zustandes könne aufgrund der fehlenden traumatischen Schäden
weitgehend ausgeschlossen werden (
Urk.
7/54).
3.1
1
Der Beschwerdeführer liess
Dr.
C._
im Beschwerdeverfahren einen
Fra
ge
katalog
(
Urk.
9/4) zuhanden des Gerichts beantworten.
Z
ur Anamnese
führte
dies
e
r
aus, am 1
3.
Oktober 2011 habe eine Kontusion des linken Kniegelenks
statt
gefunden. Die Abklärung habe einen medialen Meniskusriss gezeigt, wel
cher
mit einer ambulanten Operation behoben w
orden sei
. Es seien nun
arthro
tische
Veränderungen aufgetreten, welche auf das Unfallereignis zurückgeführt werden
könnten.
Zur Frage der (Teil-) Kausalität hielt er fest, der
Gesundheits
schaden
sei ganz
und nicht bloss teilweise
auf das Unfallereignis zurückzufüh
ren. Die
arthroskopischen
Befunde seien mit überwiegender Wahrscheinlichkeit durch
den Unfall bedingt
. Zur Frage, ob eine richtungsweisende Verschlimme
rung eines
Vorzustandes stattgefunden habe, sagte
Dr.
C._
, vor dem Unfallereign
i
s habe
keine Pathologie vorgelegen oder
eine solche
sei zumindest nicht nachweisbar. Zu den Ausführungen von
Dr.
F._
hielt er fest, der auf dem MRI vom
8.
Feb
ruar 2012 ersichtliche Riss am medialen
Meniskushinter
horn
am Übergang
zum
Pars
intermedi
und der Gelenkserguss seien ein
d
eutig als Unfall
folg
en zu deuten
. Er kritisierte, der Suva-Arzt habe nicht bewiesen, dass im Unfallzeitpunkt eine Vorschädigung bestanden habe. Zudem habe dieser die Videoprint- und Bild
analysen nicht durchgeführt. Dort sei
en
der Meniskusriss und die sehr leichte
Me
niskusdegeneration
zu se
hen. Der kreisärztlichen Meinung
, es habe kein einen Riss am Innenmeniskus bewirkendes Ereignis stattgefunden, widersprach er. Er wiederholte hierzu, die Kontusion des Kniegelenks mit gleichzeitiger
Knie
verdrehung
könne für die Entstehung eines
Meniskushin
t
erhornrisses
verant
wort
lich sein. Die beschriebe
nen degenerativen Veränderungen
seien
für die Ent
steh
ung der Beschwerden
nicht massgeblich
. Als Folge einer Kontusion
müsse nicht zwingend ein
Bone
b
ruise
auftreten. Weiter teilte er mit, ein Meniskusriss
heile nur ausnahmsweise nach 4 – 6 Wochen, sondern es müsse mit 2 – 3 Mona
ten
Genesungszeit ge
rechnet werden (
Urk.
9/5).
3.12
Die Beschwerdegegnerin legte das Dossier im Beschwerdeverfahren
Dr.
med.
G._
, Facharzt für Chirurgie, und
Dr.
med.
H._
, Facharzt für Chirurgie
, zur chirurgischen Beurteilung vor. Sie erstatteten am 1
1.
Dezember 2013 ein aus
führlic
hes Aktengutachten (
Urk.
17/2).
Die Fachärzte zeigten zunächst zum Unfallhergang auf, dass es sich um ein
An
pralltrauma
des linken Kniegelenks gehandelt habe. Die von
Dr.
med.
C._
a
m 2
1.
Februar 2012 festgehaltene Knieverdrehung w
e
rde weder in den
Unfall
mel
dungen
noch in anderen
Arztberichten genannt
und
sei
auch nicht vom Be
schwer
deführer
angegeben worden
.
Sowohl die Beurteilung des Radiologen als auch ihre ei
gene Beurteilung zeige einen ausgeprägten degenerativen
Innen
men
is
kus-Scha
den
im Sinne eines Horizontalrisses. Die von
Dr.
C._
zur Verfügung gestellten intraoperativen Printbilder und auch das Operationsvideo würden den Befund eines degenerativen Innen- und Aussenmeniskusrisses be
stä
tigen. Im Operationsbericht bezeichne
Dr.
C._
den Innenmeniskusriss auch
als Horizontalriss, was die Annahme eines degenerativen Meniskusschadens aus den vorhergehenden MRI-Bildern bestätige.
Anhand medizinischer Literatur machten sie grundsätzliche Ausführungen zu
M
e
nisken. So erklärten
s
ie den Aufbau des Gelenks und die Funktion der Me
nis
ken
. Diese würden
durch die das Gelenk umliegenden
Bänder
stabil gehalten. Sie
zeigten die wissenschaftliche Erkenntnis auf, dass degenerative Veränderun
gen des Meniskusgewebes mit dem 3
0.
Lebensjahr beginnen würden und
bei
ei
nem
Alter von über 40 Jahren die Regel seien. Degenerative Meniskusrisse wür
den im
Allgemeinen von einem horizontalen Spalt ausgehen und über einen
Lappen
riss
zu komplexen Rissen fortschreiten, während periphere Risse das Er
gebnis von traumatischen Einwirkungen seien. Risse innerhalb der
Meniskus
substanz
seien eher degenerativen Ursprungs. Bei Menschen über 40 würden spontane Menis
kus
risse auch ohne Trauma auftreten. Bei traumatischen Läsio
nen der Menisken handle es sich in der Regel um longitudinale oder radiäre Risse. Sie zeigten die verschiedenen Rissarten
anhand von Zeich
n
ungen
auf (horizontal, longitudinal, degenerati
v,
Flap
Tear
, radial). Zu den
Verletzungsme
chanismen
hielten sie fest, dass
nur ganz bestimmte Traumen
unfallbedingte Meniskusverletzungen
zur Folge hätten
. Es müss
t
e
sich um
perforierende
Gelenksver
letzungen
, Brüche der gelenkbildenden Knochen mit Meniskusbeteiligung oder
eine
direkte unmittel
bare Kraft
einwirkung
handeln
.
Bezüglich direkter Krafteinwirkung sei es so, dass diese nie einen isolierten Me
niskusriss verursache, sondern es s
eien
immer auch andere Strukturen des Knie
gelenks betroffen. Dies habe seinen Grund darin, dass der Meniskus in einem in
takten Kapselbandapparat und den Gelenkflächen so eingebette
t
sei, dass eine äussere Gewalt nur dann zur Zerreissung des Meniskusgewebes führen könne,
wenn auch diese umgebenden Strukturen mit geschädigt würden. Mit einer trau
matischen Rissbildung im Meniskusgewebe gingen somit immer auch
Be
gleit
verletzungen
wie
Bone
bruise
, Läsionen der Seiten- und/oder Kreuzbän
der, Kapsel
einrisse oder Knochenbrüche einher.
Bei Verletzungen mit indirekter Krafteinwirkung seien isolierte Zerreissungen des Meniskus möglich. Zu einer isolierten Zerreissung eines Meniskus könnten
aber nur Verletzungsmechanismen führen, welche durch Rotation des gebeug
ten
Kniegelenkes bewirkt w
orden seien.
Es sei eine indirekte erhebliche Gewalt
ein
wir
kung mit plötzlicher Richtungsänderung notwendig.
Der
Verletzungsme
cha
nis
mus
werde bei gebeugtem Kniegelenk durch mit Kraft ausgeführte Rotati
onen
(Drehungen) zwischen Unter-
und Oberschenkel
bewirkt.
Als Beispiele von
Er
eignisabläufen
, welche nicht geeignet seien, eine unfallbedingte
Meniskus
riss
bildung
zu verursachen, n
annten
sie anhand medizinischer Fachliteratur ei
nen
Stoss des Kniegelenks an eine Kante im Sinne einer Knieprellung, di
e
axiale Stau
chung des Gelenks, das Wegrutschen des Fusses mit Krafteinwirkung auf das Kniegelenk bei X- oder O-Beinstellung ohne Verdrehen des Gelenks und ei
nen Sturz nach vorne auf das gebeugte Knie.
Bezogen auf den konkreten Fall hielten sie fest, anhand der Akten habe der Be
schwerdeführer ein Anpralltrauma des linken Kniegelenks erlitten. Es l
iege
so
mit ei
ne direkte Gewalteinwirkung vor. Eine bei solchen Traumen vorausge
setzte
Begleitverletzung sei beim Beschwerdeführer aber nicht ausgewiesen und er be
haupte auch keine solche. Damit werde mit dem Anpralltrauma kein geeig
neter
Unfallhergang für die Verursachung eines (isolierten) Meniskusrisses be
schrie
ben.
Die von
Dr.
C._
angefertigten intraoperativen Printbilder und die MRI-Bilder zeigten einen degenerativen Meniskusschaden mit horizon
taler Rissbil
dung des Innenmeniskus und partiell des Aussenmeniskus. Eine fri
sche Rissbildung sei in der Bildgebung nicht nachweisbar. Bildgebend werde damit ein degenerativer Meniskusschadens bestätigt.
Sie hielten in ihrer Schlussfolgerung fest, dass
damit ein Kausalzusammenhang zwischen den
neu
gemeldeten
Kniebeschwer
den
links und dem Unfallereignis vom 1
3.
Oktober 2011 mit überwiegender Wahr
scheinlichkeit nicht gegeben sei. Die Operation sei wegen eines degenerativen Verschleissleidens erfolgt.
3.13
Mit Schreiben vom
3.
April 2014 hielt
Dr.
C._
fest, es habe eine medi
ale Kon
tusion des Kniegelenks am Container stattgefunden. Es sei einsehbar und überwiegend wahrscheinlich, dass bei der primären Kontusion eine gleich
zeitige
Rotation des Kniegelenks stattgefunden habe. D
a
s erkläre die
Meniskus
läsion
. Die
bei einer Distorsion gleichzeitig öfters vorhandene Kapsel- und me
diale
Kolla
te
ralbandüberdehnung
müsse sich nicht unbedingt im MRI nieder
schlagen. Er räum
te ein, dass die Ausfransung des medialen Meniskus als dege
nerative Ver
änderung interpretiert werden könne, auch die Längs- und vor al
lem die Hor
i
zontalrissbildung. Dass die Läsion nicht traumatisch bedingt sei, sei eine Mut
massung im Hinblick auf eine gewünschte Ablehnung der
Kostenüber
nahme
. Die Operation sei als Folge einer Kontusion / Distorsion des Kniegelenks erfolgt.
Im Gegensatz zu einer früheren Kontusion im Jahre 1997 ebenfalls am rechten (richtig: linken) Knie habe der Beschwerdeführer diesmal
therapieresis
tente
Schmer
zen entwickelt. Der direkte Zusammenh
ang
mit dem Unfallereignis sei mit überwiegender Wahrscheinlichkeit zu bejahen (
Urk.
23).
3.14
Die Beschwerdegegnerin wandte zur letzten Stellungnahme von
Dr.
C._
ein, dieser gehe von der tatsachenwidrigen Annahme einer stattgehabten Rotation des Kniegelenks aus. Seine Argumentation sei deshalb haltlos (
Urk.
26).
4.
Das Aktengutachten
der
Dres
.
G._
und
H._
ist für die Frage, ob die vom
Beschwerdeführer ab Februar 2012 geklagten Kniebeschwerden links mit dem Un
fall vom 1
3.
Oktober 2011 zusammenhängen, umfassend. So setzten sie sich eingehend mit der Anamnese und den Angaben des behandelnden Chirur
gen
und der Bildgebung auseinander. Sie berücksichtigten auch die Angaben des Be
schwerdeführers
,
und die Darlegung der medizinisc
hen Zusammenhänge leuch
tet ein.
Insbesondere
zeigten
sie anhand grundsätzlicher anatomischer Gegebenheiten
auf, dass
eine
isolierte
Verletzung im
i
nnern
des Meniskus durch einen Anprall, wie er übereinstimmend beschrieben wurde, nicht bewirkt werden kann.
Es fehlt eine Verletzung der umliegenden Strukturen, seien es Sehnen, Knochen oder andere Gelenkteile. Ein
Bone
bruise
war
bildgebend
ebenso wenig
sichtbar und damit
bewiesen
wie
andere Verletzungen. Darin sind sich alle
involvierten
Me
diziner einig. Damit bleibt nach den weiteren auch von
Dr.
C._
unbe
stritten gebliebenen
allgemeinen
Ausführungen der Gutachter nur noch eine re
flex
artige, mit grosser Kraft stattgehabte Verdrehung des Knies als mögliche Ursach
e für den beschriebenen
horizont
a
len, isolierten
Meniskusriss. Ob eine solche Ver
drehung stattgefunden hat, ist höchst fraglich.
Dr.
C._
sprach
anlässlich seines Berichts über die Behandlungen vom
2
1.
Februar
und vom
6.
März
2012
von einer Knieverdrehung
. Anlässlich
der
Unfallmeldungen und der
Erst
be
h
and
lung
im Oktober 2011 war aber nicht die Rede
von
einer Verdrehung
,
und der Beschwerdeführer selbst sprach durchgehend, zuletzt im Juli 2012, vom An
schlagen des Knies und erwähnte keine Verdrehung
.
Zwar ist die Beweisregel der
„Aussage der ersten Stunde“,
wonach bei sich wi
derspre
chenden Angaben des Versicherten die ersten Aussagen unbefangener und zu
verlässiger sind als spä
tere Darstellungen, die bewusst oder unbewusst von nachträglichen Überleg
ung
en versicherungs
-
rechtlicher oder anderer Art beein
flusst sein könnten, nur
auf den Beschwerdeführer selbst anwendbar. Jedoch kommt
in Anlehnung diese
s Grundsatzes auch
den Angaben des behandelnden Chirurgen, welcher für den
Beschwerdeführer spricht, geringeres Gewicht zu als
d
en
vormaligen, welche ein
heitlich von einem Anschlagen des linken Knies am Bügel eines
Con
tainer
wagens
sprachen
(vgl. BGE 121 V 47 E.
2a).
Es ist nach dem Gesagten über
wiegend
wahrscheinlich, dass keine Verdrehung des linken Kniegelenks statt
gefunden hat,
und schon gar keine abrupte. Damit ist die gut
achterliche Schlussfolgerung, dass
zwischen den ab Februar 2012 geklagten Beschwerden am linken Knie und dem Ereignis vom 1
3.
Oktober 2011 kein Zu
sammenhang besteht, logisch und nach
vollziehbar.
Hinzu kommt, dass
d
ie
Gutachter
anhand allgemeiner Gegebenheiten, den Be
funden und der Bildgebung überzeugend darlegten, dass beim Beschwerdeführer aus
schliesslich degenerative Meniskusschäden vorliegen.
Dr.
C._
räumte in seiner letzten Stellungnahme selber ein, dass die in seinem Operationsbericht fest
gestellten Befunde wie die Ausfransung des medialen Meniskus und die Längs- und Horizontalrissbildung als degenerative Veränderungen interpretiert
werden könnten.
Seine zuvor gemachten Äusserungen gegen einen degenerati
ven
Men
is
kusschaden überzeugen nicht, denn er bringt keine medizinischen Gründe
dafür an. Vielmehr verweist er regelmässig auf die
Formel
„
post
hoc ergo
prop
ter
hoc“
, wonach die Unfallkausalität deshalb zu bejahen sei, weil der Beschwer
de
führer vor dem Ereignis keine Schmerzen im linken Knie gehabt habe. Diese Beweisregel wird vom Bundesgericht regemässig als unz
u
lässig er
achtet (Urteil des Bundesgerichts 8C_119/2012 vom 3
0.
März 2012 E. 2), hätten es doch sonst
die
Versicherten in der Hand
,
mit
dieser Aussage Leistungen zu erwirken.
Im Übri
gen behauptet
Dr.
C._
pauschal, dass eine
Unfall
kausalität
vor
liege, was nicht überzeugt, weil eine medizinische Begründung fehlt.
Das Aktengutachten beruht zwar nicht auf eigenen Untersuchungen durch
Dres
.
G._
und
H._
. Nach der Rechtsprechung kommt aber auch reinen
Ak
ten
gutachten
voller Beweiswert zu, sofern ein lückenloser Befund vorliegt und es im Wesentlichen nur um die ärztliche Beurteilung eines an sich feststehenden medizinischen Sachverhalts geht (Urteil
des Bundesgerichts
8C_181/2012 vom
8.
Juni 2012 E.
5.2).
Die Ärzte und die Parteien sind sich einig, dass ein
be
hand
lungsbedürftiger
isolierter Horizontalriss vorlag und eine Untersuchung des Beschwerdeführers hätte, nachdem das linke Knie operiert und die Heilung ab
ge
schlossen war, keine neuen Erkenntnisse gebracht. Die chirurgische Beurtei
lung der
Dres
.
G._
und
H._
genügt damit sowohl den all
g
emeinen Anf
or
derungen des Bundesgerichts an ein beweiskräftiges
Gutachten (BGE 134 V 231 E. 5.1 und 125 V 351 E. 3) a
ls auch den erhöhten an ein
versicherungs
internes
(vgl. BGE 135 V 465 E. 4.4)
.
Gestützt auf das Gutachten ist das Ereignis vom 1
3.
Oktober 2011 nicht
über
wiegend wahrscheinlich
kausal zu den Kniebeschwerden links.
Die
Beschwerde
gegnerin
hat zu Recht einen Rückfall verneint.
Weitere Abklärungen erübrigen sich, da von ihnen keine neuen Erkenntnisse zu erwarten sind (antizipierte
Be
weiswürdigung
, BGE
124 V 90 E. 4b).
Die Be
schwerde erweist sich damit als un
begründet und ist abzuweisen.