# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** b5ad52ee-bc2f-4e35-91d1-2d3d281f0b1f
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2022
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
1.
1
Die 1986 geborene
X._
ist seit dem 1. Juni 2016 beim Spital
Y._
als Allgemeinkrankenpflegerin angestellt (Urk.
12
/
K1
) und damit bei der
HDI
Global SE, Hannover, Niederlassung Zürich/Schweiz (fortan:
HDI
Global) obligatorisch unfallversichert
(vgl. Urk. 12/
K3
)
.
Zur Behandlung einer multidirektionalen Kniegelenksinstabilität
, welche ursprünglich auf einen Reitunfall im Jahr 1997 zurückg
ing
, liess
sich die Versicherte nach einer langjährigen Leidensgeschichte mit zahlreichen Operatio
nen
am 14. April 2011 am rechten Knie eine
Knietotalendoprothese
(
KTEP
)
in
G._
(A)
einsetzen (vgl. Urk.
11/
M27
/2, Urk. 11/
M39
S. 45-48).
1.2
Mit Unfallmeldung vom 15. Februar 2017 (Urk. 12/
K1
) liess die Versicherte der
HDI
Global mitteilen, dass sie a
m 27. Januar 2017 beim Aussteigen aus dem Auto auf einer Eisfläche aus
gerutscht sei
und sich dabei das rechte Knie
verdreht habe
.
Ihr Hausarzt und Vater
Dr. med.
Z._
diagnostizierte
im ärztlichen Erstbericht vom
28. Februar 2017 (Urk.
11
/
M1
Ziff
.
5) eine Innenbandzerrung am rechten Knie.
Ab dem 6. März 2017 war die Versicherte wieder arbeitsfähig (Urk. 12/
K7
).
Am 26. Mai 2017 (Urk. 12/
K10
) meldete die Arbeitgeberin einen Rückfall. Die
Versicherte schilderte am 29. Juli 2017 (Urk. 12/
K25
), sie habe a
m 16. Mai
2017 während einer Drehbewegung bei der Arbeit einen vernichtenden Schmerz erlebt und ein Reissen im rechten inneren Knie
gehört
begleitet
von einer
sofortige
n
Knieprothesenblockade und
einer
starke
n Schwellung
.
Dr.
Z._
diagnostizierte daraufhin mit Bericht vom 29. Juni 2017 (Urk. 11/
M3
) einen partiellen Innenbandriss am rechten Knie am 27. Januar 2017 sowie einen totalen
Innenbandriss am 16. Mai 201
7.
Am 13. Juli 2017 wurde die Versicherte aufgrund einer
KTEP
-Instabilität
erneut
in
G._
am rechten Knie operiert
(Femur-Komponenten-Wechsel und Inlay Wechsel; Urk.
11
/
M5
-M6
)
.
Die
HDI
Global holte medizinische Berichte der Behandler ein und legte sie
Vertrauensarzt Dr. med.
A._
, Facharzt für
Allgemeine
Innere Medizin FMH, zur
versicherungsmedizinischen Beurteilung
vor
(vgl. Stellung
n
ahmen vom 17. Juli
und 16. August 2017 [Urk.
11
/
M4
, Urk.
11
/
M7
]).
Mit Verfügung vom 25. September 2017 (Urk.
12
/
K32
) lehnte die
HDI
Global eine ab dem 17. Mai 2017 bestehende Leistungspflicht für das Ereignis vom 27. Januar
2017 mit der Begründung ab, dass die behandelten Beschwerden mit überwiegender Wahrscheinlichkeit nicht mehr auf das Ereignis vom 27. Januar
2017
zurückzuführen seien und für das Ereignis vom 16. Mai 2017
keine Leistungspflicht bestehe, da für dieses die Voraussetzungen für die Anerken
nung als Körperschädigung nach
Art.
6
Abs.
2 des
Bundesgesetz
es
über die Unfall
versicherung (UVG)
nicht gegeben seien.
Gegen die
Verfügung vom 25. September 2017
erhob die Versicherte am 25. Oktober 2017 Einsprache (Urk.
12
/
K41
)
mit dem Begehren, es sei die Verfü
gung aufzuheben und ihr
seien
über den 16. Mai 2017 hinaus die gesetzlichen Leistungen auszurichten.
In der Folge ergänzte die
HDI
Global ihre Abklärungen (vgl. Urk. 12/
K42-K139
, Urk. 11/
M9-M38
). Nach erneuter Vorlage der medizinischen Berichte durch die
HDI
Global zog Vertrauensarzt Dr.
A._
Dr. med.
B._
, Fachärztin für Physikalische Medizin und Rehabilitation FMH, von der
C._
GmbH für die medizinische Beurteilung des Falles bei (Urk. 11/
M10
). Dr.
B._
holte sodann bei PD Dr
. med.
D._
, Facharzt für Radio
logie FMH,
eine detaillierte radiologische Stellungnahme ein, welche dieser am 5. Septem
ber 2019 (Urk. 11/
M37
) erstattete. Im Anschluss verfasste Dr.
B._
zusammen mit Dr. med.
E._
, Facharzt für Chirurgie so
wie
Orthopädische Chirurgie und Traumatologie FMH, ein versicherungs-medizinisches Aktengutachten (
C._
-Gutachten), welches sie der
HDI
Global am
17. September 2019 (Urk.
11
/
M39
) erstatteten.
Mit
E
ntscheid
vom
27. Septem
ber
2019
(Urk. 12/
K140
)
wies die
HDI
Global die Einsprache
vom 25. Oktober 2017 gestützt auf das
C._
-Gutachten
ab und hielt an ihrer Leistungseinstellung per 17. Mai 2017 fest
.
Die
dagegen erhobene Beschwerde
der Versicherten
(Urk. 12/
K
146
)
hiess das hiesige Gericht mit Urteil
UV.2019.00264
vom 27. Oktober 2020 (Urk. 12/
K148
) in dem Sinne gut, als es
den Einspracheent
scheid vom 27.
September 2019
aufhob
und die Sache an die
Beschwerdegegne
rin zurückwies
, damit
diese
in einem rechtsgenügenden Verfahren über den Leistungsanspruch der Beschwerdeführerin neu entscheide
.
Das hiesige Gericht begründete sein Urteil mit dem Umstand, dass der Versicherten vor dem Entscheid das
C._
-Gutachten nicht zur Stellungnahme unterbreitet worden war, was eine schwere Verletzung des rechtlichen Gehörs darstelle (E. 3.2).
1.3
I
m
Nachgang stellte die
HDI
Global der Versicherten das
C._
-Gutachten
am 29. Januar 2021
zur Wahrung des rechtlichen Gehörs
(Urk. 12/
K149
)
zu, worauf diese am 6. April 2021 (Urk. 12/
K153
) dazu Stellung nahm. Im anschliessenden Einspracheentscheid vom 19. Mai 2021 (Urk. 2) wies die
HDI
Global die Einspra
che wiederum ab.
2.
Dagegen erhob die Versicherte am
21
.
Juni 2021
Beschwerde (Urk. 1) und bean
tragte, der angefochtene Einspracheentscheid sei aufzuheben und es sei
ein
gerichtliches Gutach
ten einzuholen; alsdann sei die Sache an die Beschwerdegeg
nerin zur Entscheidung über die Versicherungsansprüche zurückzuweisen
(S. 2).
Mit Beschwerdeantwort vom
18
.
Oktober
202
1
(Urk.
10
) beantragte die
HDI
Global, die Beschwerde sei abzuweisen, was der Beschwerdeführerin mit Verfü
gung vom
21
.
Oktober
202
1
zur Kenntnis gebracht wurde (Urk.
13
).
Mit Eingabe vom 4. November 2021 (Urk. 14) äusserte sich die Versicherte zur Beschwerdeantwort der
HDI
Global, wozu
l
etztere am 22. November 2021 (Urk. 16) Stellung nahm
, w
oraufhin sich die Beschwerdeführer
in
am 30. Novem
ber 2021 (Urk. 18)
unter anderem unter Beilage eines Schreibens von Dr.
Z._
vom 29. November 2021 (Urk. 19/1)
neuerlich äusserte.
Die
se
Eingabe wurde der Beschwerdegegnerin mit Verfügung vom 8. Dezember 2021 (Urk. 20) zur Kennt
nis
zugestellt
.
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Gemäss Art. 6
UVG
werden – soweit das Gesetz nichts
anderes
bestimmt – die Versicherungsleistungen bei Berufsunfällen, Nichtberufsunfällen und Berufs
krankheiten gewährt (Abs. 1).
Die Versicherung erbringt ihre Leistungen auch bei den im Einzelnen in Abs. 2 aufgeführten Körperschädigungen, sofern sie nicht vorwiegend auf Abnützung oder Erkrankung zurückzuführen sind.
Nach Art. 10 Abs. 1 UVG hat die versicherte Person Anspruch auf die zweck
mässige Behandlung ihrer Unfallfolgen. Ist sie infolge des Unfalles voll oder teilweise arbeitsunfähig, so steht ihr gemäss
Art.
16 Abs. 1 UVG ein Taggeld zu.
1.2
Gemäss
Art.
6
Abs.
2 UVG erbringt die Versicherung ihre Leistungen auch
bei
folgenden
Körperschädigungen, sofern sie nicht vorwiegend auf Abnützung oder Erkrankung zurückzuführen sind: a. Knochenbrüche; b. Verrenkungen von Gelenken; c. Meniskusrisse; d. Muskelrisse; e. Muskelzerrungen; f. Sehnenrisse; g. Bandläsionen; h. Trommelfellverletzungen.
Gemäss BGE 146 V 51 hat der Unfallversicherer nach Meldung einer Listenverletzung gemäss Art. 6 Abs. 2 UVG in der seit 1. Januar 2017 geltenden Fassung die genauen Begleitumstände abzuklären. Ist die Listenverletzung auf ein Unfallereignis im Sinne von Art. 4
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen
Teil des Sozialversicherungsrechts (
ATSG
)
zurückzuführen, so ist der Unfallversicherer solange leistungspflichtig, bis der Unfall nicht mehr die natürliche und adäquate Ursache darstellt, der Gesundheitsschaden also nur noch und ausschliesslich auf unfallfremden Ursachen beruht. Sind hingegen nicht sämtliche Kriterien des Unfallbegriffs nach Art. 4 ATSG erfüllt, so wird der Unfallversicherer für eine Listenverletzung nach Art. 6 Abs. 2 UVG grundsätzlich leistungspflichtig, sofern er nicht den Nachweis dafür erbringt, dass die Verletzung vorwiegend auf Abnützung oder Erkrankung zurückzuführen ist (E. 9.1). Der Entlastungsbeweis des Unfallversicherers ist erbracht, wenn die Listendiagnose zu mehr als 50 % auf Abnützung oder Erkrankung beruht (E. 8.2.2.1, E. 8.6).
1.
3
Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss UVG setzt voraus, dass zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen
Schaden (Krankheit, Invalidität, Tod) ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht. Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne deren Vorhandensein der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der gleichen Weise beziehungsweise nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann. Entsprechend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des natürlichen Kausal
zusammenhangs nicht erforderlich, dass e
in Unfall die alleinige oder un
mittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen
ist; es genügt, dass das schädi
gende Ereignis zusammen mit anderen Beding
ungen die körperliche oder geis
tige Integrität der versicherten Person beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht weg
gedacht werden kann, ohn
e dass auch die eingetretene ge
sundheitliche Störung entfiele (BGE 129 V 177 E. 3.1, 402 E. 4.3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E.
1b
, je mit Hinweisen).
Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, worüber die Verwaltung beziehungsweise im Beschwerdefall das Gericht im Rahmen der ihm obliegenden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt für die Begründung eines Leistungs
anspruches nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E.
1b
, je mit
Hinweisen).
1.
4
Ist die Unfallkausalität einmal mit der erforderl
ichen Wahrscheinlichkeit nachge
wiesen, entfällt die deswegen anerkannte Leistungspflicht des Unfallversicherers erst, wenn der Unfall nicht die natürliche und a
däquate Ursache des Gesundheits
schadens darstellt, wenn also Letzterer nur noch und
ausschliesslich auf unfall
fremden Ursachen beruht. Dies trifft dann zu, wenn
entweder der (krankhafte) Gesundheitszustand, wie er unmittelbar vor dem Unfall bestanden hat (Status quo ante), oder aber derjenige Zustand, wie er sich nach dem schicksalsmässigen Verlauf eines krankhaften Vorzustandes auch ohne Unfall früher oder später eingestellt hätte (Status quo sine), erreicht ist.
Ebenso wie der leistungsbegrün
dende natürliche Kausalzusammenhang muss das Dahinfallen jeder kausalen Bedeutung von unfallbedingten Ursachen eines Gesundheitsschadens mit dem im Sozialversicherungsrecht allgemein üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sein. Die blosse Möglichkeit nunmehr gänzlich fehlender ursächlicher Auswirkungen des Unfalls genügt nicht. Da es sich hierbei um eine anspruchsaufhebende Tatsache handelt, liegt die entsprechende Beweislast
anders als bei der Frage, ob ein leistungs
begründender natürlicher Kausal
zusammenhang gegeben ist
nicht beim Versicherten, son
dern beim Unfallver
sicherer. Diese Beweisgrundsätze gelten sowohl im Grundfall als auch bei Rückfällen und Spätfolgen und sind für sämtliche Leistungsarten massgebend (Urteil des Bundesgerichts
8C_669
/2019 vom 25. März 2020 E. 2.2 mit Hinwei
sen).
Mit dem Erreichen des Status quo sine
vel
ante entfällt eine Teilursächlichkeit für die noch bestehenden Beschwerden. Solange jedoch dieser Zustand noch nicht wieder
erreicht
ist, hat der Unfallversicherer gestützt auf Art. 36 Abs. 1 UVG Leistungen zu erbringen (Urteil des Bundesgerichts
8C_589
/2017 vom 21. Februar 2018 E. 3.2.3 mit Hinweisen).
1.
5
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schluss
folgerungen der Experten begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E.
3a
mit Hinweis).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete den Einspracheentscheid (Urk. 2) gestützt auf das
C._
-Gutachten
vom 1
7.
September 2019
, welchem
sie
volle Beweiskraft
beimass,
damit, dass
nach dem Ereignis vom 27. Januar 2017 spätestens am 27. April 2017 der Status quo sine erreicht gewesen sei und daher die Knie
beschwerden
nicht mehr unfallkausal gewesen seien, weshalb die Einstellung
per 17. Mai 2017 zu
Recht erfolgt sei
. Beim Ereignis vom 16. Mai 2017 handle es sich nicht um einen Unfall im Rechtssinn und die Beschwerdeführerin habe sich dabei
auch keine Listenverletzung gemäss
Art.
6
Abs.
2 UVG
zugezogen
. Selbst wenn aber von einer Listendiagnose auszugehen wäre, wäre diese vorwiegend auf Abnützung oder Krankheit zurückzuführen, lasse sich doch im Geschehensablauf vom 1
6.
Mai 2017 kein initiales Ereignis erblicken respektive allerhöchstens ein solches von ganz untergeordneter Art
(S.
5
-
12
Ziff. 2; vgl. auch die Beschwerde
antwort vom
18
.
Oktober 2021
[Urk.
10
]).
2.2
Die Beschwerdeführerin machte demgegenüber in ihrer Beschwerde (Urk. 1)
eine Verletzung des Untersuchungsgrundsatzes geltend mit der Begründung, dass das versicherungsinterne Gutachten Mängel aufweise, was zu weiteren Abklärungen hätte führen müssen.
Es sei nicht geklärt, ob eine
blande
Sonographie ein Ausschlusskrit
er
i
um für eine Ruptur/Teilruptur sei. Die gutachterliche Schluss
folgerung der Nichtkausalität basiere aber auch auf
der als
bland
beurteilten
Sonographie vom 21. Februar 2017
und damit
auf einer Annahme, welche bis dato nicht rechtsgenüglich geklärt sei (S. 5-8).
Ein weiteres gewichtiges Argument de
s Gutachters sei der Vorzustand,
e
ine vorbestehende
Bandlaxität
des rechten medialen Seitenbandes, welche bereits vor dem Unfall zu chronischen Knie
schmerzen mit Schwellungsneigung geführt haben soll
e
. Diese Schlussfolgerung sei nicht statthaft.
A
nhand des Be
handlungsverlauf
s könne
die Annahme
eine
r
vorbestehende
n
chronische
n
Überlastung mit Schmerz-, Schwellungs- und Entzündungsfolgen nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit
aufrechterhalten
werden
(S. 8-10).
Zudem vertrete die Gutachterin eine
einseitige Betrachtungs
weise (S. 10 f.).
2.3
Strittig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegnerin
eine Leistungspflicht für die Zeit ab dem 17. Mai 2017
zu Recht verneinte, wobei im Zusammenhang mit
de
m
Ereignis
vom 27. Januar 2017
im Streite steht, ob der
status
quo sine spätestens per diesem Datum erreicht war
,
und im Zusammenhang mit dem
Ereignis
vo
m 16.
Mai 2017 (
Drehbewegung nach rechts stehend, als die Arbeits
kollegin nach ihr gerufen hatte [vgl. Urk. 12/
K25
]
)
das Vorliegen einer anspruchs
relevanten Listenverletzung
in Form einer Verletzung des medialen Seitenbandes am rechten Knie
.
Zu Recht u
nbestritten
steht
dabei
fest, dass es sich beim Ereignis vom 27. Januar 2017 um einen Unfall im Sinne von
Art.
4 ATSG handelt
e
, jedoch nicht beim Ereignis
vom 16.
Mai 2017
(vgl. Urk. 1, insbesondere Ziff. 34, und Urk. 2 Ziff. 2.3.2)
. So ist bei ersterem
Ereignis
ein
ungewöhnlicher äusserer Faktor
zu erkennen
(Ausrutschen auf dem Eis)
, nicht jedoch bei Letzterem
(stehend eine Drehung, als jemand rief)
.
3
.
3.1
3.1.1
Zur Behandlung einer multidirektionalen Kniegelenksinstabilität
, welche ursprünglich auf einen Reitunfall im Jahr 1997 zurückg
ing
, wurde der Beschwer
deführerin
im
Krankenhaus
F._
,
G._
,
am 14. April 2011 am rechten Knie eine
KTEP
eingesetzt
(vgl.
den Operationsbericht
vom
1
4. April 2011
[
Urk.
11/
M27
/2], vgl. auch Urk. 11/
M39
S. 45-48). Als Operationsindikation wurde im Operationsbericht festgehalten, dass alle gelenkerhaltenden Stabilisie
rungsoptionen teils mehrfach ausgenützt worden seien, sodass keine gelenk
erhaltende Rekonstruktionsmöglichkeit mehr bestanden habe, weshalb eine Versorgung mittels
KTEP
erfolge.
3.1.2
Dr. med.
H._
, Dr. med.
I._
und Dr. med.
J._
von
de
r Notfallstation der
chirurgischen Klinik
en
des
K._
nannten in ihrem Kurzbericht vom 22. August 2013 (Urk. 11/
M28
) folgende Diagnosen:
-
Knieschmerzen rechts; differentialdiagnostisch Prothesenlockerung, Infekt
-
Status nach Knie TP rechts
LCS
Complete
Modular Revision am
1
4. April 2011
-
Status nach insgesamt 16 Knie-Operationen bei multidirektionaler Kniegelenksinstabilität bei Status nach multiplen
Bandrekonstruk
-
tionen
mittels
Alograft
und
Larsbänder
n
Die
Ä
rzte hielten fest, die Beschwerdeführerin habe sich mit seit vier Tagen bestehenden Schmerzen und Instabilitätsgefühl im rechten Knie vorgestellt. Zusätzlich sei das rechte Knie geschwollen und überwärmt gewesen. Sie nehme regelmässig
Arthrotec
ein, welche
s
die Schmerzen teilweise lindern würde.
3.2
3.
2.1
Dr. med.
L._
, Facharzt für Radiologie, berichtete am 21. Februar 2017 (Urk. 11/
M2
) über einen Ultraschall vom rechten Knie des gleichen Tages,
s
upra
patellar sei kein Nachweis vermehrter Flüssigkeit im Gelenksraum feststellbar. Die Darstellung der Patellarsehne sei unauffällig. Es bestehe ein durchgängiges abgrenzbares mediales Kollateralband ohne Hinweis auf eine Ruptur oder Partialruptur.
3.2.2
Dr.
Z._
, der die Beschwerdeführerin
nach dem
Unfall
vom 27. Januar 2017 (Kniedistorsion rechts beim Ausrutschen auf dem Eis)
am
6. Februar 2017 als erster behandelt hatte,
nannte in seinem Bericht vom
28. Februar 2017 (Urk.
11
/
M1
Ziff
.
5)
als Diagnose
eine Innenbandzerrung am rechten Knie.
Als objektiven Befund führte er eine starke
Dolenz
der Innenbandansätze am rechten
medialen Knie an, der Röntgenbefund sei gut ausgefallen, der Ultraschall ohne
totale Innenbandruptur.
3.
2
.
3
Dr.
Z._
diagnostizierte mit Bericht vom 29. Juni 2017 (Urk. 11/
M3
)
einen Innenbandriss am rechten Knie (partiell am 27. Januar 2017; total am 16. Mai 2017).
Die Kausalität der Beschwerden sei alleine durch den Unfal
l vom 2
7.
Januar 2017 bedingt. W
egen des verzögerten Totalrisses des angerissenen Innenbandes am 1
6.
Mai 2017 sei die Beschwerdeführerin zunächst voll, seit 2
9.
Mai 2017
zu 50
%
arbeitsunfähig (gewesen). Aufgrund der zunehmenden Schmerzen und der Instabilität müsse die Prothese in naher Zukunft ersetzt werden.
3.2.
4
Am 13. Juli 2017 wurde die Versicherte aufgrund einer
KTEP
-Instabilität
erneut am rechten Knie operiert
(Femur-Komponenten-Wechsel und Inlay Wechsel; Urk.
11
/
M5
-M6
).
Dr. med.
M._
von der Klinik
N._
,
G._
, hielt im Operationsbericht vom 13. Juli 2017 (Urk. 11/
M5
/1-2)
unter anderem
fest, es habe sich bei der Exploration eine partielle Insuffizienz des medialen Seitenban
des korrespondierend zur Sturzverletzung im Winter gezeigt (S. 1). Radiologisch
hatte
sich
gemäss seinem Ordinationsbefund vom 1
3.
Juni 2017 noch
ein unauf
fälliges Bild gezeigt (Urk. 11/
M31
/1).
3.
2.
5
Prof.
Dr. med.
O._
, Fachärztin für Radiologie FMH,
führte in ihrem undatierten Schreiben (Urk. 11/
M40
[
eingereicht mit der Einsprache vom 25. Oktober 2017 (Urk. 12/
K41
) durch die Beschwerdegegnerin als Beilage 10
]
)
aus
,
den
Ultraschallbericht vom 21.
Februar 2017
(E. 3.2.1)
habe sie erhalten. Leider seien die Ultraschallbilder nicht dabei. Die Darstellung eines Bandes durch Ultraschall schliesse eine erhebliche Verletzung sicher nicht aus. Solche Befunde seien zwingend mit der klinischen Untersuchung in Einklang zu bringen.
Aufgrund des klinischen Befundes und des Verlaufs (die über mehrere Monate bis zum zweiten Ereignis anhaltenden Schmerzen und die anhaltende Instabilität) sei davon auszugehen, dass das Band nur noch durch wenige Fasern «zusammengehalten» worden sei, sprich eine erhebliche strukturelle Verletzung des Bandes stattgefun
den habe.
3.
2
.
6
Dr. med.
P._
, Facharzt für Chirurgie FMH, hielt in seiner
aktengestützten
Stellungnahme
zu Händen des Rechtsvertreters der
Beschwerdeführerin
am
4. Oktober 2017 (Urk. 11/
M41
) fest,
zwischen der
sono
graphischen
Untersuchung am 21.
Februar 2021
(E. 3.1
.2
)
- wofür ihm
ebenfalls
nur der Bericht, nicht jedoch die tatsächlichen Bilder vorlagen (vgl. S. 1 Mitte) -
und dem Unfall vom 27. Januar 2017 lägen 3,5 Wochen. In dieser Zeit sei es möglich, dass sich
unfallbedingte Flüssigkeitssammlungen (Ödem) oder
Einblutungen
als Begleit
erscheinungen von Bandverletzungen bereits wieder resorbiert hätten und nicht mehr nachweisbar gewesen seien. Eine Ultraschalluntersuchung allein sei kein zuverlässiges Diagnostikum für eine Bandverletzung und alleine nicht aussage
kräftig. Der Befund müsse immer in Korrelation zu einer klinischen Untersuchung gestellt werden (S. 2 Ziff.
C.1.2
-3.).
3.
2.
7
PD Dr.
D._
erklärte in seiner radiologischen Stellungnahme vom 5. September 2019 (Urk. 11/
M37
),
in den ihm vorliegenden Bildgebungen seien keine strukturellen Organkorrelate einer unfallbedingten Läsion objektivierbar, die überwiegend wahrscheinlich in einem natürlich
en
Kausalzusammenhang mit dem Ereignis vom 27. Januar und
/
oder vom 16. Mai 2017 stünden. Es fänden sich keinerlei posttraumatische Veränderungen in den bildgebenden radiolo
gischen Untersuchungen.
Insbesondere zeigten die zeitnah zu den geltend gemachten Ereignissen durchgeführten Bildgebungen keine Auffälligkeiten.
Die
sonographische
Untersuchung könne durchaus aussagekräftig sein. Eine Ruptur oder Partialruptur sei in den dokumentierten radiologischen Untersuchungen nicht nachweisbar. Sollte sich bei einer klinischen Untersuchung eine Insuffizienz des medialen Kollateralbandes zeigen, sei bei unauffälliger Sonographie n
icht
davon auszugehen, dass es sich um eine akute, posttraumatische Läsion des medialen Kollateralbandes handle, da eine solche Verletzung
sonographisch
mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit nachweisbar
gewesen wäre
(S. 9).
Die
sonographische
Beurteilung des medialen Kollateralbandes sei eine einfache
sonographische
Diagnostik. Das mediale Kollateralband sei in seiner Anatomie vergleichsweise simpel. Es finde sich ein kräftiges oberflächliches Blatt, welches den mechanisch wichtigsten Anteil ausmache. Dieser Anteil sei
sonographisch
sehr einfach darstellbar und dessen Kontinuität sehr einfach
sonographisch
feststellbar (S. 12 f.).
Dass eine tatsächlich vorliegende Partial- oder gar eine komplette Ruptur des medialen Kollateralbandes
sonographisch
von einem erfahrenen Radiologen wie Dr.
L._
nicht als solche diagnostiziert
werde
, sei als annähernd unmöglich zu beurteilen. Zudem seien weder
sonographisch
noch konventionell-
radiologisch
typische Begleitbefunde einer frischen traumatischen Kniegelenksläsion objektivierbar (S. 15).
3.
2.
8
Dr.
B._
und Dr.
E._
führten
in ihrem von der
Unfallversicherung
in Auftrag gegebenen
, aktengestützten
C._
-
Gutachten vom
17
.
September
2019 (Urk.
11
/
M39
)
im Rahmen der zusammengefassten versicherungsmedizi
nischen Würdigung
aus, insbesondere folgende, für die medizinische Kausalitäts
beurteilung relevante Vorzustände
seien
aktenkundig
(S. 155 f.)
:
1.
Klinisch und stressradiologisch objektivierbare, therapieresistente,
beidseitige, multidirektionale Kniegelenksinstabilität bei generalisierte
r
Hypermobilität mit beidseitigen Genua
valga
et
recurvata
(
Beighton
-Score
7-8/9).
2.
Verminderte
azetabuläre
Anteversion beider Hüftgelenke, verminderte
femorale
Antetorsion beider Schenkelhälse (links mehr als rechts) und
Labrumläsionen beidseits.
3.
Rezidivierende Subluxationen der rechten Patella bei Patella-Instabilität
rechts.
4.
Status nach offener medialer Seitenband-Raffung rechts am 25. Januar
2007 wegen
anteromedialer
Rotationsinstabilität mit in der zeitlichen
Folge (
antero
)medialer Rezidiv-Instabilität.
5.
Bereits am 3. Oktober 2011 (und somit fünf Monate und 19 Tage nach der
Operation vom 14. April 2011) hätten
anlässlich von Stressaufnahmen
des rechten Kniegelenks eine pathologische Aufklappbarkeit desselben
sowohl bei
Varus
- als auch
Valgusstress
objektiviert werden können. Dies
im Sinne einer medialen > lateralen Instabilität.
6.
Seit dem 18. August 2013 hätten im Bereich des rechten Kniegelenks
bestanden:
-
Schmerzen präpatellar und ab einer Beugung von 80°,
-
ein Instabilitätsgefühl,
-
eine Überwärmung,
-
eine Schwellung,
-
ein intraartikulärer Erguss.
-
Zusätzlich habe die Beschwerdeführer
in
bereits zu diesem Zeitpunkt regelmässig
Arthotec
ein
genommen
, sodass mit überwiegender Wahr
scheinlichkeit von einem vorbestehenden, chronischen Schmerz, einhergehend mit entzündlichen Anteilen wie einer Schwellneigung ausgegangen werden
müsse
[Anmerkun
g
:
Hätten «
nur
»
Schmerzen besta
nden, wäre ein rein schmerzmodul
ierendes Medikament aus
reichend gewesen]
.
Weiter
erläuterten
die Gutachter, das abschliessende Urteil anlässlich einer versicherungsmedizinischen Kausalitätsabklärung dürfe einzig auf gesicherte Unfallfolgen, das heisse auf de
m
unfallbedingten Körperschaden gründen. Bei der Beschwerdeführerin
hätten
indes zu keiner Zeit strukturelle Organkorrelate einer unfallbedingten Läsion objektiviert werden
können
, welche überwiegend wahr
scheinlich in einem natürlichen Kausalzusammenhang mit dem Ereignis vom 27. Januar 2017 und/oder dem
jenigen
vom 16. Mai 2017 stünden. Anlässlich des Ereignisses vom 27. Januar 2017 sei es allenfalls zu einer Zerrung des medialen Kollateralbands des rechten Kniegelenks gekommen. Das heisse, durch das Ereignis vom 27. Januar 2017 sei es allenfalls zu einer vorübergehenden, nicht jedoch zu einer richtunggebenden Verschlimmerung des erheblichen Vorzustands
gekommen
, dies mit nachfolgend eingetretener überholender Kausalität mit
zunehmender Symptomatik desselben. In Anlehnung an die Empfehlungen des Reintegrationsleitfadens Unfall und unter Würdigung des erheblichen Vorzu
stands sei der Status quo sine spätestens 3 Monate nach dem
Ereignis (und somit am 27. April 2017) erreicht gewesen (S. 156 f.).
Ferner hielten die Gutachter fest,
bei der Beschwerdeführerin sei eine strukturelle Läsion beziehungsweise eine Zusammenhangstrennung des medialen Kollateral
bands des rechten Kniegelenks postuliert worden.
Eine teilweise oder gar vollständige Zusammenhangstrennung des medialen Kollateralbandes habe aber
zu keiner Zeit objektiviert werden können (S. 15
8
f.).
Die
mediale (Rezidiv-)Instabilität des rechten Kniegelenks beziehungsweise die (Rezidiv-)Insuffizienz des medialen Kollateralbands sei bereits knapp fünfeinhalb Monate nach der
TEP
-Implantation im Jahr 2011 radiologisch nachweisbar
gewesen
. Diese sei mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit auf die generalisierte
Bandlaxität
und somit auf einen konstitutionellen beziehungsweise krankheitsbedingten Vorzu
stand zurückzuführen
, womit keine Listendiagnose ausgewiesen sei
(S.
153 f. und S.
159 oben).
3.2.9
Dr.
Z._
hielt in seiner Stellungnahme vom 29. November 2021 (Urk. 19/1) unter anderem fest, seit der totalen Knieprothesen-Implantation 2011 sei nicht regelmässig, sondern gelegentlich und nur bei Überlastung eine schmerzhafte leichte Knieschwellung aufgetreten, welche jeweils innert weniger Tage abgeklungen sei. Nur dann habe die Beschwerdeführerin
Arthrotec
-Tabletten gebraucht. Einzig am 22. August 2013 habe sie (vorsichtshalber zum Ausschluss eines Infektes) eine ambulante Untersuchung auf der Notfallstation des
K._
gebraucht. Bei Besserung innert wenigen Tagen sei dann keine spezial
ärztliche Nachkontrolle mehr erforderlich gewesen.
4
.
4.1
Die Beschwerdegegnerin verneinte ihre Leistungspflicht gestützt auf das
C._
-Gutachten
von Dr.
Q._
und Dr.
E._
(E. 3.
2.
8
)
.
4.2
Die Beurteilung der
C._
-Gutachter ist für die streitigen Belange
umfassend und wurde in Kenntnis der und in
eingehender
Auseinandersetzung mit den fallrele
vanten Vorakten
sowie
den
fachärztlichen Einschätzungen
erstellt
(Urk.
11/
M39
S. 5-42, S. 56 f. und S. 95-146
).
Die
C._
-Gutachter
setzten sich
insbesondere
mit den
Berichte
n
von Dr.
Z._
,
Dr.
P._
und von Dr.
O._
im Detail
auseinander
(
S. 55 f.,
S.
98
-146
).
Zutreffend wiesen die Gutachter
zudem
darauf hin, dass eine
Exploration der Beschwerdeführerin angesichts der bereits erfolgten Revisionsoperation vom 1
3.
Juli 2017 lediglich ein Bild über den
aktuellen medizinischen Status, nicht mehr aber
über
den relevanten Zustand nach dem Unfallereignis vom 2
7.
Januar 2017 und dem Ereignis vom 1
6.
Mai 2017
vermitteln könne
, dass mithin ein Aktengutachten den Umständen ange
messen Rechnung trägt, zumal die medizinischen Akten zusammen mit den übrigen Unterlagen ein vollständiges Bild vermittelten
(S. 159 f.)
. P
raxisgemäss
kann denn auch
auf Aktenbe
urteilungen
abgestellt werden, wenn ein lückenloser Befund vorliegt und es im Wesentlichen nur um die ärztliche Beurteilung eines an sich feststehenden medizinischen Sachverhalts geht (vgl. SVR 2010 UV Nr. 17 S. 63,
U
rteil
des Bundesgerichts
8C_183
/2020 vom 2
2.
April 2020 E. 4.1 mit Hinweisen
).
4.3
Was
die
Folgen des Unfalls vom 2
7.
Januar 2017
respektive des Ereignisses vom 1
6.
Mai 2017
anbelangt und dabei die
strittige
Frage, ob sich die Beschwerdefüh
rerin dabei eine strukturelle Verletzung im Sinne einer Innenbandläsion zugezo
gen hat,
legten die Gutachter in einlässlicher Auseinandersetzung mit der medizinischen Aktenlage einhergehend mit der Beurteilung von PD
Dr.
D._
(E.
3.2.7) nachvollziehbar dar, dass die zeitnah zum Unfall
wie auch die nach
dem
Ereignis vom 1
6.
Mai 2017
durchgeführten bildgebenden Verfahren keine strukturellen Läsionen
im Bereich des medialen Kollateralbandes
erkennen liessen
und solche auch zu keinem späteren Zeitpunkt bildgebend nachgewiesen wurden
(vgl. insbesondere
Urk.
11/
M39
S. 125)
. Sodann erweist sich
die
gutachterliche Beurteilung auch insofern als
nachvollziehbar
(S. 95
)
, als der von
Dr.
Z._
am
6.
Februar 2017 erhobene klinische
B
efund, welcher sich in einer starken
Dolenz
der Innenbandansätze am rechten medialen Knie erschöpfte
(E. 3.2.2)
,
ebenso wenig auf eine
Bandruptur schliessen lässt
wie der
Sonographiebefund
vom 2
1.
Februar 2017, welcher nicht nur keine Hinweise auf eine Ruptu
r
, sondern auch keinen Nachweis vermehrter Flüssigkeit
oder sonstige für eine Bandver
letzung typische Begleitverletzungen
erkennen liess
(E. 3.2.1).
So wiesen
die Gutachter denn auch
zu Recht
auf die Widersprüchlichkeit
in den Angaben
von Dr.
Z._
hin, welcher zuerst eine Innenbandzerrung
diagnosti
zierte
und später
mit Bericht vom 2
9.
Juni 2017
ohne
zwischenzeitlich
bestätigende
(
bildgebende
)
Diagnostik
oder nachvollziehbare Befundung einen
am 2
7.
Januar 2017 erlittenen
partiellen Innenbandriss
und ei
nen totalen
Riss, erlitten
am 1
6.
Mai 2017
,
postulierte (S. 107; vgl.
auch
E. 3.2.2-3).
Es ist unklar respektive wurde von Dr.
Z._
nicht
nachvollziehbar
aufgezeigt,
gestützt auf welche
klinischen oder bildgebenden
Befunde er diesen
Wandel in der Diagnose vollzog, zumal sich in keiner Bildgebung eine Teil-/Ruptur nachweisen
liess
und
Dr.
Z._
im Nachgang zum Ereignis vom 1
6.
Mai 2017 offensichtlich weder eine weitere Sonographie noch eine Kernspintomographie (
MRT
) in die Wege leitete,
um die diagnostizierte Bandverletzung zu verifizieren
. Dies ist
unter anderem
von Bedeutung, weil gerade Dr.
P._
und Prof. Dr.
O._
in ihren akten
gestützten Stellungnahmen
(E. 3.2.5 und 3.2.6)
diese
Ausgangslage
kritiklos
übernahmen und von einer Ruptur oder zumindest Teilruptur einzig gestützt auf die
Aussage
von Dr.
Z._
ausgingen.
Bezüglich der Einschätzung von Dr.
P._
(E. 3.2.6) legten die Gutachter zudem überzeugend dar, dass
Dr.
P._
entscheidende Akten zur Beurteilung des Vorzustandes nicht vorlagen (S. 118) und seine Aussagen zur
sonographischen
Darstellung des vorliegend zentralen medialen Kollateralbandes nicht überzeugen (S. 115; vgl. auch nachstehen
d
E. 4.3). Dies gilt umso mehr für die Einschätzung von Dr.
O._
, deren
Beurteilung
weder in Kenntnis der Vorakten oder Bildgebung erstellt, noch von ihr eine Darlegung der medizinischen Zusammenhänge gemacht wurde, wie die
C._
-Gutachten ebenfalls korrekt aufzeigten (
Urk.
11/
M39
S. 125-146).
4.4
Organisch objektiv ausgewiesene Unfallfolgen setzen Untersuchungsergebnisse voraus, die reproduzierbar und von der Person des Untersuchenden und den Angaben der versicherten Person unabhängig sind. Unfallfolgen werden somit nur dann als organisch objektiv ausgewiesen anerkannt, wenn die erhobenen Befunde durch apparative/bildgebende Abklärungen bestätigt wurden und die hierbei angewendeten Untersuchungsmethoden wissenschaftlich anerkannt sind (BGE 138 V 248 E. 5.1 mit Hinweisen). Dass sich die Beschwerdeführerin
bereits
am 1
3.
Juli 2017
der
operativen Revision ihrer Kniegelenksprothese
unterzog, ohne
sich mittels zusätzlicher bildgebender Verfahren Klarheit über
die
von den Behandlern als relevant erachtete
Bandverletzung zu verschaffen, wirft Fragen auf. Dies gilt umso mehr, als eine
Sonographie jedenfalls, aber auch eine Unter
suchung mittels
MRT
sowohl gemäss Beurteilung von PD
Dr.
D._
(
Urk.
11/
M37
S. 10)
als auch gemäss den
C._
-
Gutachtern (
Urk.
11/
M39
S. 145) zumutbar und geeignet gewesen wäre, eine strukturelle Bandläsion nachzuweisen
. Jedenfalls hat die Beschwerdeführerin die Folgen einer hieraus resultierenden Beweislosigkeit selber zu tragen
(Urteil des Bundesgerichts
8C_765
/2020 vom
4.
März 2021 E.
3.2.2 mit Hinweis auf BGE 144 V 427 E. 3.2).
Was die von
Dr.
M._
im Operationsbericht vom 1
3.
Juli 2017 angeführte partielle Insuffizienz des medialen Seitenbandes anbelangt (E. 3.2.4), wurde diese vom Operateur offensichtlich
ebenfalls
nicht bildgebend dokumentiert (vgl. dazu
Urk.
11/
M39
S. 59 f.)
.
Die
C._
-Gutachter zeigten
in diesem Zusammenhang
zudem
nachvollziehbar
auf, dass Dr.
M._
lediglich von einer «Insuffizienz» - also einer eingeschränkten Funktionsfähigkeit beziehungsweise einer
un
zu
reichenden Leistung des medialen Kollateralbandes - sprach, nicht aber
von
einer Ruptur
des medialen Seitenbandes
. Auch fehlt
es dem von ihm erstellten
Zusammenhang zur Sturzverletzung im Winter
(gemeint wohl: 2017)
an einer Auseinandersetzung mit den relevanten Vorzuständen, so insbesondere dem Umstand, dass es sich
beim medialen Seitenband der Beschwerdeführerin
um ein voroperiertes Band
handelt (zur medialen Seitenbandraffung rechts vom
7.
Februar 2007
vgl.
Urk.
11/
M32
/28 S. 2) und die Beschwerdeführerin an einer generalisierten
Bandlaxi
tät
/Hypermobilität leidet
(
Urk.
11/
M39
S. 55 f.
und S. 98-105
)
.
Eine organisch objektiv ausgewiesene Unfallfolge oder eine beim Ereignis vom 1
6.
Mai 2017 erlittene unfallähnliche Körperschädigung im Sinne einer (Teil-)R
uptur des medialen Seitenbandes, welche für die festgestellte Instabilität der
KTEP
verantwortlich gewesen wäre,
lässt sich damit jedenfalls nicht erstellen. Auch liesse sich ein solcher
(zeitlicher)
Zusammenhang durch eine nachträgliche Bildgebung nicht mehr
rechtsgenüglich
nachweisen.
4.5
Die
C._
-Gutachter
legte
n
die medizinischen Zusammenhänge
in voller Akten
kenntnis (vgl.
Urk.
11/
M39
S. 5-43)
einleuchtend dar und beurteilte
n
die medi
zi
nische Situation überzeugend.
So
zeigten Dr.
B._
und Dr.
E._
in
ihrer
Beurteilung schlüssig
auf
, dass
erhebliche
Vorzustände
des rechten Knies
auch im Bereich des medialen Bandes
aktenkundig
sind - insbesondere eine mediale Instabilität des rechten Kniegelenks beziehungsweise eine Insuffizienz des medialen Kol
l
ateralbandes seit dem Jahr 2011
–
und
dass
s
trukturelle Organ
korrelate einer unfallbedingten Läsion
in Sinne einer (Teil-)Ruptur des medialen Innenbandes rechts
im
Kausalzusammenhang mit den Ereignissen vom 27. Januar 2017
oder vom
16. Mai 2017
weder bildgebend noch mittels klinische
n
Befund
s
objektiviert
wurden
.
Sie
kam
en
entsprechend
zum überzeug
endenden Schluss, dass
es beim Ereignis vom 2
7.
Januar 2017
lediglich
zu einer Zerrung des medialen Kollateralbandes gekommen ist, was aber
nur
eine vorüber
gehende Verschlimmerung des erheblichen Vor
zustandes nach sich gezogen habe
, welcher spätestens nach drei Monaten ab
geheilt sei
(E
. 3.2.8
)
.
Ab dem 6. März 2017 war die
Beschwerdeführerin
denn
auch wieder arbeitsfähig (Urk. 12/
K7
).
4.6
Zudem zeigten
die Gutachter
schlüssig auf, dass eine
anspruchsrelevan
t
e
Listen
diagnose
im Sinne von
Art. 6
Abs.
2 UVG nicht ausgewiesen ist, da ein struktu
relles Organko
r
relat einer unfallbedingten Läsion des rechten Knies im Zusammenhang mit den Ereignissen
weder bildgebend noch im klinischen Befund objektiviert werden konnte
und
es sich bei
dem
in der radiologischen Untersuchung vom 16. Mai 2017 festgestellten Gelenkserguss
,
welcher in der Folgeuntersuchung vom 12. Juli 2017 wieder auf das Ausmass vor dem Ereignis vom 16. Mai 2017
zurückgeschrumpft war
, nicht um eine Läsion
im Sinne einer Listendiagnose
handelt
(Urk
.
11/
M39
S. 153-155
, vgl. auch Urk. 11/
M37
S. 7
)
.
Soweit die von
Dr.
M._
intraoperativ festgestellte partielle Insuffizienz des medialen Seitenbandes (
Urk.
3.2.4) zu Gunsten der Beschwerdeführerin als Bandläsion
im Sinne von
Art.
6
Abs.
2 lit. g UVG
zu interpretieren wäre
,
ist diese gemäss der ebenfalls überzeugenden gutachterlichen Einschätzung
mit an Sicher
heit grenzender
und damit jedenfalls über
50%iger
Wahrscheinlichkeit auf die generalisierte
Bandlaxität
bei voroperiertem Zustand
und somit auf einen konstitutionellen beziehungsweise krankheitsbedingten Vorzustand zurückzu
führen
(vgl. E. 3.2.8).
Die Aktenbeurteilung
der
C._
-Gutachter
entspricht damit den Voraussetzun
gen an einen beweiskräftigen Arztbericht (E. 1.
5
).
4.
7
4.
7
.1
Auch die von der Beschwerdeführerin an der Expertise vorgebrachte Kritik (E. 2.2) vermag an der Schlüssigkeit
derselben
nichts zu ändern.
4
.
7
.2
Was die in Frage gestellte Relevanz der
Sonographie
zur Feststellung einer Bandruptur anbelangt
(E. 2.2)
, ist
neuerlich
darauf hinzuweisen, dass die Beschwerdeführerin die Folgen einer Beweislosigkeit
in Bezug auf organisch nachweisbare Unfallfolgen
zu tragen hat
(obige E. 4.4). Sodann
ist in Überein
stimmung mit der Beschwerdegegnerin (Urk. 10 S. 11-13) zu entgegnen, dass
die
C._
-Gutachter die Sonographie
vom 21. Februar 2017 (E. 3.
2
.
1
), welche ein durchgängiges abgrenzbares mediales Kollateralband ohne Hinweis auf eine Ruptur oder Partialruptur
zeigte,
in
Zusammenschau
mit den übrigen
Momenten
interpretierten
und ihr nicht alleinige Aussagekraft beimassen
. Zudem
erläuterte der
Radiologe Dr.
D._
, dessen fachärztliche Expertenmeinung von den
C._
-Gutachtern übernommen wurde (vgl. Urk. 11/
M39
S.
116, S. 127 ff., S. 136-138
)
,
plausibel, dass eine
fachärztliche
sonographische
Untersuchung
- wie diejenige von Dr.
L._
vom 21. Februar 2017 -
durchaus aussagekräftig
ist
und eine
akute, posttraumatische Läsion des medialen Kollateralbandes
sonographisch
mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit nachweisbar
gewesen wäre. Die von der Beschwerdeführerin bezüglich der Sonographie vorgebrachte Argumentation verfängt
daher
nicht und vermag keine auch nur geringen Zweifel am
C._
-Gutachten zu wecken
.
4.7
.3
Weiter bemängelte die Beschwerdeführerin die Beurteilung des Vorzustandes durch die
C._
-Gutachter
(E. 2.2)
und dabei insbesondere die Interpretation des Berichts vom
K._
vom 2
2.
August 2013 (E. 3.1.2).
Die
C._
-Gutachte
r
leiteten
ihre Beurteilung des
Vorzustand
es
eingehend und überzeugend her. Sie gingen dabei
in
Kenntnis aller relevanten Vorakten
im Detail
auf den Beschwerdeverlauf des rechten Knies und dessen Entwicklung ein (Urk. 11/
M39
S. 43-52 und S. 63-74).
Sie legten denn
auch
nachvollziehbar
dar
, dass
nicht nur vor der
KTEP
-Operation
vom 1
4.
April 2011
, sond
ern insbesondere auch danach ein markanter Vorzustand mit Instabilitäten der Bänder und Anzeichen von Problemen
im medialen Bereich
vorlag. So zeigten sie
unter anderem unter Bezugnahme auf einen Bericht von
Dr.
med.
R._
, Facharzt FMH für Radiologie, des Medizinisch–Radiologischen Instituts vom
3.
Oktober 2011 (
Urk.
11/
M36
)
auf, dass bereits knapp ein halbes Jahr nach der
KTEP
-Implantation eine pathologische Aufklappbarkeit des rechten Kniegelenks
medial
sowohl bei
Varus
- als auch bei
Valgusstress
objektiviert werden konnte und
jedenfalls
ab
August
2013 (Bericht des
K._
E. 3.1.2)
im Bereich des rechten Kniegelenks
(zumindest zeitweise)
präpatellare Schmerzen, ein Instabili
tätsgefühl, Überwärmung, Schwellung und ein intraartikulärer Erguss bestanden (vgl. E. 3.2.
8
).
Der Bericht des
K._
bildete
dabei nur eine
von mehreren
Grundlagen
für
die gutachterliche Beurteilung des
Vorzustand
es
.
Die Beschwerdeführerin
störte sich
sodann
am Schluss der
C._
-Gutachter
auf eine
Regelmässigkeit
des Auftretens der
im Bericht des
K._
beschriebenen Knieleiden
und
der
Medikation mit
Arthrotec
. Die nachgereichte Stellungnahme von Dr.
Z._
vom 29. November 2021 (E. 3.2.9)
bestätigt
jedoch
nach
gerade die Ansicht der
C._
-G
utachter.
So hielt Dr.
Z._
ausdrücklich fest, dass
die
schmerzhaften Knieschwellung
en
, welche innert weniger Tage ab
geklungen seien
,
«gelegentlich»
aufgetreten seien
,
und
wies darauf hin
, dass die Beschwerdeführerin nur dann
Arthrotec
-Tabletten benötig
t habe
.
Dies untermauert gerade den Umstand, dass - wenngleich nur einmal eine notfallmässige Vorstellung wegen der Knieleiden nach der
KTEP
-Operation notwendig war - doch seither
einige Male («gelegent
lich»)
Kniebeschwerden
aufgetreten sind
und es sich im März 2013 nicht nur um einen einmaligen Zwischenfall handelte.
Auch
der
Hinweis
der Beschwerdeführerin, die Gutachter hätten
nicht beachtet
, dass
PD Dr.
D._
in seiner Stellungnahme eine chronische mediale Überlastung des Seitenbandes explizit ausgeschlossen habe, was gegen vorbestehende chronische Schmerzen sprechen würde (vgl. Urk. 1 S. 9), vermag an der gutachterlichen Beurteilung keine Zweifel zu wecken. So begründeten den
n
die Gutachter den Vorzustand nicht etwa mit einer Überlastung des Seitenbandes, sondern vielmehr mit der von ihnen ausführlich dargelegten
vorbestehenden
Instabilität.
4.7.
4.
Entgegen der Kritik der Beschwerdeführerin
(vgl. E. 2.2 und Urk. 1 S. 10 f.)
lässt sich
letztlich
überhaupt kein Hinweis darauf finden, dass die Gutachter
in ihrer
B
eg
u
t
achtung einseitig oder voreingenommen gewesen sind. Vielmehr zeichnet sich ihre Expertise durch eine überaus minuziöse und objektive Herleitung ihrer Schlüsse aus.
4.
8
Nach dem Gesagten ist auf
das
beweiskräftige
C._
-Aktengutachten
abzustellen
.
Der medizinische Sachverhalt ist damit erstellt und die von der Beschwerdefüh
rerin beantragten weiteren medizinischen Abklärungen (Urk.
1 S.
2) erübrigen sich. Weitere entscheidwesentliche Erkenntnisse sind davon nicht zu erwarten (antizipierte Beweiswürdigung; BGE 122 V 157 E.
1d
).
Demnach ist mit dem im Sozialversiche
rungsrecht massgeblichen Beweism
ass der überwiegenden Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass allfällige auf den Unfall vom
27
. Januar
2017
zurückgehende
Knieb
eschwerden spätestens am
27
.
April
201
7
abgeheilt waren
und
eine Listenverletzung nach Art. 6 Abs.
2 UVG
im Zusammenhang mit dem Ereignis vom 16. Mai 2017
nicht vorliegt
respektive vorwiegend auf eine Erkrankung zurückzuführen ist
(E. 4.1.2).
Der letztere Schluss rechtfertigt sich umso mehr, als es sich beim Ereignis vom 1
6.
Mai 2017 allerhöchstens um ein solches von ganz untergeordneter und harmloser Art handelte (BGE 146 V 51 E. 8.6).
Folglich
ist die von der Beschwerdegegnerin vorgenommene Leistungs
einstellung
per
16
. Mai 2017
(keine Leistungspflicht ab dem 17. Mai 2017)
nicht zu beanstan
den, was in
Abweisung der Beschwerde zur Be
stätigung des angefochtenen Einspracheentscheids führt.