# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 017bbff6-c2c3-4f80-9a07-c727a791fa7b
**Court:** GR_KG
**Chamber:** GR_KG_004
**Year:** 2016
**Language:** de
**Jurisdiction:** GR / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

hat sich ergeben:
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I. Sachverhalt
A. X._ wurde am _ 1975 in O.1_ geboren und wuchs im Kanton O.1_ auf. Seit Juli 2010 wohnt er in O.2_. Er ist Rechtsanwalt und arbeitet in der Industrie bei der Firma A._, O.1_. Eigenen Angaben zufolge beläuft sich sein Einkommen auf rund CHF 11'000.00 brutto pro Monat. Er verfügt weder über nennenswertes Vermögen noch hat er Schulden. X._ ist ledig und hat keine Unterhaltsverpflichtungen.
X._ ist weder im Schweizerischen Zentralstrafregister noch im Register für Administrativmassnahmen (ADMAS) verzeichnet.
B. Mit Strafbefehl vom 5. Oktober 2012, mitgeteilt am 12. Oktober 2012, wurde X._ von der Staatsanwaltschaft Graubünden der Verletzung von Verkehrsregeln gemäss Art. 27 Abs. 1 SVG in Verbindung mit Art. 90 Ziff. 1 SVG schuldig gesprochen und mit einer Busse von CHF 300.00 bestraft, ersatzweise mit einer Freiheitsstrafe von drei Tagen. Diesem Strafbefehl, der gemäss Art. 356 Abs. 1 StPO als Anklageschrift gilt, liegt folgender Sachverhalt zugrunde:
"Am 31. August 2012, um 19.39 Uhr, übersah der Beschuldigte als Lenker des Personenwagens _, GR _, aus Unaufmerksamkeit ein signalisiertes Überholverbot auf der _strasse in O.3_ und überholte einen in Richtung O.4_ fahrenden Personenwagen."
Gegen diesen Strafbefehl erhob X._ am 27. Oktober 2012 Einsprache. Am 31. Oktober 2012 eröffnete die Staatsanwaltschaft Graubünden eine Strafuntersuchung gegen X._ wegen der Verletzung von Verkehrsregeln im Sinne von Art. 90 Ziff. 1 aSVG. Die Staatsanwaltschaft Graubünden nahm in der Folge weitere Beweise ab (Art. 355 Abs. 1 StPO). Die Strafuntersuchung wurde mit Parteimitteilung im Sinne von Art. 318 Abs. 1 StPO vom 18. Dezember 2012 geschlossen. Mit Verfügung vom 5. Februar 2013, mitgeteilt am 7. Februar 2013, hielt die Staatsanwaltschaft am Strafbefehl fest und überwies die Akten dem Bezirksgericht Albula zur Durchführung des Hauptverfahrens (Art. 356 Abs. 1 StPO). Die Staatsanwaltschaft verzichtete sowohl auf eine Teilnahme an der Hauptverhandlung als auch auf die Einreichung eines Schlussberichts im Sinne von Art. 326 Abs. 2 StPO mit dem Hinweis, dass einzig die Frage strittig sei, ob das Vorschriftssignal "Überholen verboten" ausgangs O.3_ ordnungsgemäss angebracht worden sei und die Staatsanwaltschaft ihren Standpunkt bereits dargelegt habe.
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C. An der Hauptverhandlung vom 3. Dezember 2014 war X._ anwesend. Die Parteien stellten folgende Schlussanträge im Sinne von Art. 81 Abs. 2 lit. d StPO:
Anträge Staatsanwaltschaft Graubünden: "1. X._ sei der Verletzung der Verkehrsregeln gemäss Art. 27 Abs. 1
SVG in Verbindung mit Art. 90 Ziff. 1 aSVG schuldig zu sprechen.
2. X._ sei mit einer Busse von CHF 300.00 zu bestrafen. Bei schuldhafter Nichtbezahlung trete an Stelle der Busse eine Ersatzfreiheitsstrafe von 3 Tagen.
3. Die Kosten des Verfahrens seien der beschuldigten Person aufzuerlegen."
Anträge X._: "1. Es sei festzustellen, dass die Signalisationstafel "Überholen verboten"
nicht regelkonform angebracht war (insb. Erkennbarkeit nicht gegeben).
2. Der Beschuldigte sei freizusprechen.
3. Gesetzliche Kostenfolge."
D. Mit Urteil vom 3. Dezember 2014, gleichentags mündlich eröffnet, ohne schriftliche Begründung mitgeteilt am 5. Dezember 2014, erkannte das Bezirksgericht Albula:
"1. X._ ist schuldig der Verletzung von Verkehrsregeln gemäss Art. 27 Abs. 1 SVG in Verbindung mit Art. 90 Ziff. 1 SVG.
2.a) Dafür wird X._ mit einer Busse von CHF 200.00 bestraft.
b) Die Ersatzfreiheitsstrafe für die Busse beträgt 2 Tage. Sie tritt an die Stelle der Busse, soweit dieselbe schuldhaft nicht bezahlt wird.
3.a) Die Kosten des Verfahrens von CHF 2'660.00 (Untersuchungskosten der Staatsanwaltschaft Graubünden CHF 660.00, Gerichtskosten CHF 2'000.00) gehen zu Lasten von X._.
b) X._ schuldet dem Bezirksgericht Albula folglich:
Busse CHF 200.00
Verfahrenskosten CHF 2'660.00
Total CHF 2'860.00
In Rechtskraft erwachsene Bussen und Verfahrenskosten sind innert 30 Tagen nach der Zustellung des Entscheids mit beiliegendem Einzahlungsschein zu bezahlen.
c) Wird eine schriftliche Begründung verlangt, ist mit Gerichtskosten von CHF 4'000.00 zu rechnen.
4. Das Gericht stellt den Parteien nachträglich ein begründetes Urteil zu, wenn eine Partei dies innert 10 Tagen nach Zustellung des
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vorliegenden Dispositivs verlangt oder eine Partei ein Rechtsmittel ergreift (Art. 82 Abs. 2 lit. a und b StPO). Andernfalls wird das Urteil ohne schriftliche Begründung rechtskräftig.

## Considerations