# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 1f8beb0b-6b09-4d09-8587-f89025150d27
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2022
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1981, hat eine Ausbildung zum Landwirt absolviert und ist seit 2009 als solcher s
elbständig erwerbstätig (Urk. 6/8, 6
/13/2). Am 12. Juli 2016 meldete er sich unter Hinweis auf eine Erschöpfungsdepression sowie starke körperliche Beeinträchtigungen bei der Invalidenversicherun
g zum Leistungsbezug an (Urk. 6
/9). Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, holte nebst Auszügen aus
dem individuellen Konto (Urk. 6
/1-3
, 6/5 und 6
/13) Akten des Kra
nkentaggeldversicherers (Urk. 6/16, 6
/20) sowi
e einen Arzt
bericht ein (Urk. 6
/18). Im Rahmen
von Frühinterventionsmass
nahmen übernahm sie mit Mitteilung vom 3
0. Mai 2017 Beratungskosten des Y._
für die
Betriebsneuausrichtung (Urk. 6
/31). Mit Schreiben vom 4. Juli 2017 erklärte sie die Eingliederung für abgeschlossen und stellte betreffend Rente eine separat
e Verfügung in Aussicht (Urk. 6
/34).
Nach
Eingang
weiterer Unterlagen des Kra
nkentaggeldversicherers (Urk. 6
/39) gab die IV-Stelle dem Versicherten mit Vorbescheid vom 21. November 2017 bekannt, dass sie gedenke, das Leist
ungsbegehren abzuweisen (Urk. 6
/41). Nach
dem der Versicherte dagegen am 2. Dezemb
er 2017 Einwand erhoben (Urk. 6
/42) und die IV-Stelle weitere Arztberichte zu d
en Akten genommen hatte (Urk. 6/44, 6
/50/2-4
), holte sie beim Regionalen Ärztlichen Dienst (RAD)
eine Stellung
nahme ein (Urk. 6
/57/4
-5
). Mit Verfügung vom 2. Oktober 2018 wies sie das Leistungs
bege
hren wie angekündigt ab (Urk. 6/58
).
Die dagegen vom Versicherten am
2
9.
Oktober
2018
erhobene Beschwerde (Urk.
6/59/3-11
) hiess das Sozial
ver
sicherungs
gericht des Kantons Zürich
mit Urteil IV.201
8.00946 vom 6. April 2020
in dem Sinne gut, als es die angefochtene Verfügung aufhob und die Sache an die IV-Stelle zurückwies, damit diese nach ergänzenden
medizi
nischen
Abklä
rungen über den Leistungsanspruch neu ver
füge (Urk. 6/63
).
1.2
Im Rahmen der Umsetzung dieses unangefochten in Rechtskraft erwachsenen Urteils holte die IV-Stelle zunächst Berichte der behandelnden Ärzte ein (Urk. 6/
70
, 6/76
).
Danach gab sie bei
Dr.
med. Z._
, Facharzt für Psychi
atrie und Psychotherapie, ein psychiatrisches Gutachten in Auftrag (Urk. 6/79), welches am 1
2.
Januar 2021 erstattet wurde (
Urk.
6/81). Nach Rücksprache mit dem RAD (Stellungnahme vom 2
1.
Januar 2021,
Urk.
6/82/4-6) stellte sie dem Versicherten mit Vorbescheid vom 1
3.
April 2021 die Abweisung des Leistungs
begehrens in Aussicht (
Urk.
6/84). Nachdem dieser am 2
7.
April 2021 und ergän
zend am
6.
Mai 2021 dagegen Einwand erhoben hatte (Urk. 6/89, 6/93), verfügte die IV-Stelle am 2
2.
Juli 2021 im angekündigten Sinne (Urk. 2 = Urk. 6/96).
2.
D
agegen erhob X._
am
9.
September 2021 Beschwerde mit dem Rechtsbegehren, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben und ihm sei spätes
tens ab dem
1.
Januar 2017 eine ganze Invalidenrente, ab dem
1.
März 2018 mindestens eine halbe Invalidenrente und ab dem
1.
August 2020 mindestens eine unbefristete Viertelsrente zuzusprechen. Eventualiter sei ein neutrales psychiat
risches Gerichtsgutachten in Auftrag zu geben (
Urk.
1 S. 2).
Mit Beschwerde
antwort vom 1
4.
Oktober 2021 schloss die Beschwerdegegnerin auf Abweisung der Beschwerde (
Urk.
5), worüber der Beschwerdeführer mit Verfügung vom 1
8.
Oktober 2021 in Kenntnis gesetzt wurde (
Urk.
7).
Von Amtes wegen
erhob
das Sozialversicherungsgericht am 1
1.
Juli 2022 telefonisch,
dass
der Gutachter
Dr.
Z._
bis am 3
1.
Dezember 2020
für den RAD
A._
tätig
gewesen
war (
Urk.
8)
, was den Parteien m
it Verfügung vom
1
9.
Juli 2022
zur Kenntnis gebracht wurde (
Urk.
9)
. G
leichzeitig
lud
das Gericht
die Swiss Life
AG
zum Prozess bei
(Urk.
9), welche mit Eingabe vom
8.
August 2022 erklärte, dass sich ein allfälliger Anspruch aus beruflicher Vorsorge vorlie
gend gegen die
Agrisano
Prevos
richten würde, weshalb diese zum Verfahren hätte beigeladen werden müssen. In deren Namen und Auftrag erkläre die Swiss Life AG in ihrer Eigenschaft als rückdeckende Versicherungsgesellschaft, dass im vorliegenden Fall keine Veranlassung bestehe, sich bereits im invaliden
ver
sicherungs
rechtlichen Verfahren über einen allfälligen Anspruch der versicherten Person aus beruflicher Vorsorge vernehmen zu lassen. Deshalb werde auf eine Stellungnahme verzichtet (
Urk.
11). Mit Verfügung vom
12
.
August 2022 wurde die Swiss Life AG aus dem Prozess entlassen. Auf eine Beiladung der
Agrisano
Prevos
wurde verzichtet (Urk.
12).
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Am 1. Januar 2022 sind die geänderten Bestimmungen des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG), der Verordnung über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSV), des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) sowie der Verordnung über die Invaliden
versicherung (IVV) in Kraft getreten.
In zeitlicher Hinsicht sind
vorbehältlich besonderer übergangsrechtlicher Rege
lungen
grundsätzlich diejenigen Rechtssätze massgebend, die bei Erfüllung des rechtlich zu ordnenden oder zu Rechtsfolgen führenden Tatbestandes Geltung
haben (BGE 146 V 364 E. 7.1, 144 V 210 E. 4.3.1, je mit Hinweisen). Da die angefochtene Verfügung vor dem
1.
Januar 2022 erging, sind vorliegend die bis 31. Dezember 2021 gültig gewesenen Rechtsvorschriften anwendbar, die nach
folgend auch in dieser Fassung zitiert werden (vgl. statt vieler: Urteile des Bundes
gerichts 8C_251/2022 vom 11. Juli 2022 E. 3.1 und 8C_804/2021 vom 1. Juni 2022 E. 2.2).
1.2
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommen
den ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurtei
lung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.3
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen
wieder herstellen
, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine Vier
telsrente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine Dreiviertelsrente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.4
Die Annahme eines psychischen Gesundheitsschadens im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG sowie Art. 3 Abs. 1 und Art. 6 ATSG setzt eine psychiatrische, lege artis auf die Vorgaben eines anerkannten Klassifikationssystems abgestützte Diagnose voraus (vgl. BGE 145 V 215 E. 5.1, 143 V 409 E. 4.5.2, 141 V 281 E. 2.1, 130 V 396 E. 5.3 und E. 6). Eine fachärztlich einwandfrei festgestellte psychische Krank
heit ist jedoch nicht ohne Weiteres gleichbedeutend mit dem Vorliegen einer Invalidität. In jedem Einzelfall muss eine Beeinträchtigung der Arbeits- und Erwerbs
fähigkeit unabhängig von der Diagnose und grundsätzlich unbesehen der Ätiologie ausgewiesen und in ihrem Ausmass bestimmt sein. Entscheidend ist die
nach einem weitgehend objektivierten Massstab zu beurteilende Frage, ob es der versicherten Person zumutbar ist, eine Arbeitsleistung zu erbringen (BGE 145 V 215 E. 5.3.2, 143 V 409 E. 4.2.1, 141 V 281 E. 3.7, 139 V 547 E. 5.2, 127 V 294 E. 4c; vgl. Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.5
Nach der Rechtsprechung sind bei rückwirkender Zusprechung einer abgestuften oder befristeten Invalidenrente die für die Rentenrevision geltenden Bestimmun
gen (Art. 17 ATSG in Verbindung mit Art. 88a IVV) analog anzuwenden (BGE 133 V 263 E. 6.1 mit Hinweisen; Urteil des Bundesgerichts 9C_122/2020 vom 26. Februar 2021 E. 2). Ob eine für den Rentenanspruch erhebliche Ände
rung der tatsächlichen Verhältnisse eingetreten und damit der für die Abstufung oder Befristung erforderliche Revisionsgrund gegeben ist, beurteilt sich durch Vergleich des Sachverhalts im Zeitpunkt des Rentenbeginns mit demjenigen im – nach Massgabe des analog anwendbaren Art. 88a Abs. 1 IVV festzusetzenden – Zeitpunkt der Anspruchsänderung (vgl. BGE 125 V 413 E. 2d mit Hinweisen; vgl. statt vieler: Urteile des Bundesgerichts 8C_375/2017 vom 25. August 2017 E. 2.2 und 8C_350/2013 vom 5. Juli 2013 E. 2.2 mit Hinweis).
1.6
Versicherungsträger und das Sozialversicherungsgericht haben die Beweise frei,
das heisst ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Für das Beschwerdeverfahren bedeutet dies, dass das Sozialversicherungsgericht
alle Beweismittel, unabhängig davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruches gestat
ten. Insbesondere darf es bei einander widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizi
nische These abstellt (BGE 125 V 351 E. 3a).
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob er für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten begründet sind. Zudem muss der Arzt über die notwendigen fachlichen Qualifikationen ver
fügen. Ausschlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich weder die Herkunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gege
benen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a; Urteil des Bundesgerichts 8C_225/2021 vom 1
0.
Juni 2021 E. 3.2, je mit Hinweisen).
2.
2.1
In der angefochtenen Verfügung vom 2
2.
Juli 2021 hielt die Beschwerdegegnerin zusammengefasst fest,
ausgehend von den Ergebnissen der in Auftrag gegebenen medizinischen Untersuchung lägen keine Befunde vor, die eine erhebliche und langandauernde gesundheitliche Einschränkung mit Einfluss auf die Arbeits
fähigkeit auswiesen. Für die Arbeitsunfähigkeiten seien
aus Sicht der Invaliden
versicherung nicht relevante
soziale Belastungs
faktoren verantwortlich
. Der Beschwerde
führer könne auf gute Ressourcen zurückgreifen und die medizi
nischen Massnahmen seien nicht ausgeschöpft. Insgesamt liege keine Invalidität im Sinne des Gesetzes vor, weshalb auch kein Anspruch auf Leistungen der Invaliden
versicherung bestehe. Mit dem Einwand seien keine neuen, bisher unberücksichtigten medizinischen Tatsachen vorgebracht worden; von einer erneuten medizinischen Abklärung seien folglich keine weiteren Erkenntnisse zu erwarten (
Urk.
2 S. 2).
2.2
Dieser Beurteilung hielt der Beschwerdeführer in seiner Beschwerdeschrift vom 9. September 2021 im Wesentlichen entgegen,
die Therapierbarkeit einer psychi
schen Erkrankung sei
praxisgemäss
kein Ausschlussgrund für die Entstehung eines Rentenanspruchs (
Urk.
1 S. 13). Die Behauptung der Beschwerdegegnerin, wonach voraussichtlich
keine andauernde Einschränkung vorliege und daher kein Rentenanspruch bestehe, widerspreche den tatsächlichen Gegebenheiten und der höchstrichterlichen Rechtsprechung
. Zudem gelte es zu berücksichtigen, dass die Verwaltung von einer medizinisch attestierten Arbeitsunfähigkeit nicht abweichen dürfe, wenn die Ärzte den Kriterien des strukturierten Beweis
verfahrens Rechnung getragen hätten und deren Beurteilung nachvollziehbar sei. Vorliegend habe selbst der RAD erkannt, dass auf das psychiatrische Gutachten abgestellt werden könne (
Urk.
1 S. 14).
Auf der Grundlage der von
Dr.
Z._
ab Januar 2017 attestierten Arbeitsunfähigkeit sei daher der Rentenanspruch zu bejahen
(
Urk.
1 S. 15). Eventualiter sei
ein neutrales psychiatrisches Gerichts
gutachten in Auftrag zu geben, da
der massgebende medizinische Sachverhalt insbesondere in Missachtung des Einigungsverfahrens und des anwaltlichen Vertretungs
verhältnisses erstellt worden sei
(
Urk.
1 S. 15 f.).
3.
3.1
Im Rahmen der erstmaligen Beurteilung des Rentenanspruchs des Beschwerde
führers holte die Beschwerdegegnerin in medizinischer Hinsicht einerseits Berichte der behandelnden Ärzte (
Urk. 6/18, 6/44 und 6/50/2-4
) sowie die Akten des Krankentaggeldversicherers (
Urk. 6/16, 6/20 und 6/39
) ein. Andererseits
nahm der RAD
eine Aktenbeurteilung vor
(Urk. 6/
57-4-5
). In diesem Zusammen
hang kann auf die Ausführungen in E. 3
.1-3.7
des Urteils des hiesigen Gerichts vom
6.
April 2020
(IV.
2018.00946
) verwiesen werden (Urk.
6/63/6-9
).
Das Gericht
erw
og,
dass sich die
damalige
Aktenlage für eine abschliessende Beurteilung der Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers und damit des Invaliditäts
grades als unzureichend erweis
e
, da die Frage der Therapierbarkeit des Leidens allein zu kurz greife
. E
s erachtete e
ine psychiatrische Abklärung
für
unumgänglich
,
in de
r
en Rahmen ein
indikatorengeleitetes
Beweisverfahren zur Anwendung zu gelangen
habe und bei der Beurteilung der Arbeitsfähigkeit die
ursprünglich im Jahr 2015 vorgelegen
en
psychosozialen
Belastungsf
aktoren
zu beleuchten seien
. Zur entsprechenden Ergänzung de
s Sachverhalts
wurde die Angelegen
heit an die IV-Stelle zurückgewiesen (
Urk.
6/63 E. 4-5).
3
.2
3
.2.1
Im Zuge der Umsetzung des genannten Rückweisungsurteils
ging zunächst der Austrittsbericht des Spitals
B._
vom 1
5.
Februar
2018 betreffend die Hospi
tali
sation vom 2
9.
September 2017 bis 1
2.
Februar 2018 ein. Darin wurde eine rezidivierende depressive Störung, bei Eintritt schwere Episode ohne psycho
tische Symptome (ICD-10 F33.2), bei Austritt Teilremission und deutliche Besserung der Insomnie diagnostiziert (
Urk.
6/70).
In der Folge
gelangte die Beschwerdegegnerin
an den behandelnden
Dr.
med.
C._
, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, welcher in seinem Bericht vom 20. August 2020
die Diagnose der Ärzte des Spitals
B._
bestätigte
.
G
emäss
Dr.
C._
sei der Beschwerdeführer
gegenwärtig
nur noch alle drei bis sechs Monate bei
ihm in Behandlung; von seiner Seite sei noch nie eine Arbeits
unfähigkeit attestiert worden (
Urk.
6/76/2).
Während dem letzten Gespräch im Februar 2020 habe der Beschwerdeführer von einer rascheren Ermüdbarkeit sowie Konzentrationsstörungen bei administrativen Arbeiten berichtet, weshalb er seine Arbeit immer wieder unterbrechen müsse oder längere Pausen benötige.
Er leide teilweise unter Gedankendrängen, Grübeln und Zukunftssorgen. Zudem sei der Antrieb vermindert bei teilweise vorhandenen Schlafstörungen. Er fühle sich reduziert belastbar trotz der bereits reduzierten multiplen Aufgaben in der Land
wirtschaft (
Urk.
6/76/4). Die Frage, wie viele Stunden pro Tag die bisherige Tätigkeit zumutbar sei, könne nicht beantwortet werden; es komme auf den Tag und die Arbeit an (
Urk.
6/76/7).
3
.2.2
Dem psychiatrischen Gutachten von
Dr.
Z._
vom 1
2.
Januar 2021 ist folgende Diagnose mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit zu entnehmen (Urk. 6/81/16):
-
rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig noch leichte Restsympto
matik, die sich vor allem in rascher Erschöpfbarkeit und erhöhter Vulne
rabilität mit
Somatisierungstendenz
zeige (ICD-10 F33.0).
Anlässlich der Untersuchung habe der Beschwerdeführer leicht niedergeschlagen gewirkt, sei aber auslenkbar gewesen. Im Verlauf der Exploration habe sich ein guter affektiver Rapport etabliert.
Es seien keine Beeinträchtigungen des Bewusst
seins oder der Orientierung feststellbar gewesen. Anfängliche Konzentrations
störungen hätten sich im Verlauf gelegt. Ausgeprägte Antriebs-, Gedächtnis-, Aufmerksamkeits- oder Konzentrationsstörungen seien nicht feststellbar gewesen.
Das formale Denken sei geordnet und kohärent erschienen. Abgesehen von leichten Kontrollzwängen ohne Alltagsbeeinträchtigung hätten sich keine Zwänge eruieren lassen
. Zudem hätten sich keine Hinweise auf Sinnes
täuschungen, Ich-Störungen oder psychotische Symptome ergeben. Der Beschwerde
führer habe selten auftretende abendliche Ängste beschrieben, ohne diese jedoch konkret benennen zu können. Insgesamt sei der aktuelle psycho
pathologische Befund bis auf eine leichte Restdepressivität weitgehend unauf
fällig gewesen. Hauptsymptomatik stelle derzeit gemäss den Schilderungen des Beschwerdeführers die rasche Erschöpfbarkeit mit übermässigem Schlafbedürfnis dar (
Urk.
6/81/11).
Aus psychiatrischer Sicht sei aktuell einzig die Durchhalte
fähigkeit mittelgradig
eingeschränkt
. Leicht beeinträchtigt seien nebst der Anpassung an Regeln und Routinen sowohl die Planung und Strukturierung von Aufgaben als auch die Flexibilität und Umstellungsfähigkeit sowie Spontan
aktivitäten (
Urk.
6/81/16)
.
Der Beschwerdeführer könne in seiner angestammten Tätigkeit als Landwirt acht bis neun Stunden pro Tag anwesend sein. Aufgrund der erhöhten Erschöpfbarkeit bestehe
dabei
allerdings eine ungefähr 40%ige Leistungseinschränkung
. Gleiches gelte für eine optimal angepasste Tätigkeit (
Urk.
6/81/19 f.).
In Bezug auf den Verlauf der depressiven Entwicklung
hielt
Dr.
Z._
im Wesentlichen fest, der Beschwerdeführer sei erstmals im Jahr 2014/2015 vor dem Hintergrund einer psychosozialen Belastungssituation schwer depressiv erkrankt
und habe
vom 14.
Mai bis 2
6.
Juni 2015
psychiatrisc
h hospitalisiert werden müssen (Urk.
6/81/17). Die Diagnose einer schweren depressiven Episode sei aufgrund der Freud-, Interessen- und Antriebsverminderung, der Schlafstörung, des Gedanken
kreisens, der Appetit- und
Libidoverminderung
und der beschriebenen Suizidge
danken nachvollziehbar. Trotz der zum damaligen Zeitpunkt eher unterdosierten Medikation sei es im Verlauf zu einer Teilremission der depressiven Episode gekommen. Der harzige weitere Verlauf sei durch die fortbestehenden existenzi
ellen Sorgen beziehungsweise sozialen Belastungen und die suboptimale Behand
lung erklärbar. Dies habe zu einer erneuten Verschlechterung mit statio
närer Behandlungsbedürftigkeit geführt. Bei der zweiten stationären Behandlung vom 2
9.
September 2017 bis 1
2.
Februar 2018 sei erneut eine schwere depressive Episode bei rezidivierender depressiver Störung diagnostiziert worden. Es seien eine deutlich bedrückte Stimmung, Konzentrationsstörungen, eine ein
ge
schränkte Schwingungsfähigkeit,
Suizidgedanken, Schlafstörungen sowie Affekt
-
,
Antriebs- und Energiearmut beschrieben worden. Ver
schiedene Medikamenten
wechsel hätten nur zu einer vorübergehenden Aufhellung geführt. Selbst der Ein
satz von
Rohypnol
habe die Schlafstörung zunächst nicht verbessert. Unter einer Kombination von
Valdoxan
,
Sequase
, Mirtazapin und
Lithiofor
habe schliesslich eine Teilremission erreicht werden können (Urk. 6/81/17 f.).
Im weiteren Verlauf habe sich der Beschwerdeführer hausärztlich und alternativ-therapeutisch behandeln lassen. Er beschreibe eine langsame und kontinuierliche Besserung bis zum aktuellen Untersuchungszeitpunkt. Eine fachärztliche psychi
atrisch-psychotherapeutische Behandlung werde derzeit nicht durchgeführt. Zu vermuten sei, dass vor allem das Einsetzen einer Lithium-Behandlung mit zur Verbesserung beigetragen habe. Diese sollte beibehalten und der Spiegel sollte in den therapeutischen Zielbereich eingestellt werden. Unter der Hypothese, dass die chronische Erschöpfung respektive verminderte Leistungsfähigkeit
die bis aktu
ell trotz der weitgehend remittierten depressiven Symptomatik persistiere
einem atypischen und
somatisierten
Depressionsäquivalent en
t
spreche, sei von einer Inten
sivierung der antidepressiven medikamentösen Behandlung in Kombination mit einer fachärztlichen psychiatrisch-psychothera
peutischen Behandlung auch diesbezüglich durch Anpassung beziehungsweise Intensivierung der Therapie eine Steigerung der Arbeitsfähigkeit zu erwarten (
Urk.
6/81/18).
Für die Zeit von Janu
a
r 2017 bis Juli 2020 bescheinigte er zwischen
6
0
%
und
10
0
%
schwan
kende Arbeitsunfähigkeiten (
Urk.
6/
81/
19
f.
).
4
.
4.1
4
.1
.1
Strittig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegnerin den Anspruch des Beschwerde
führers auf eine Invalidenrente zu Recht verneint hat.
In medizini
scher Hinsicht bildet
in erster Linie
das psychiatrische Gutachten von D
r.
Z._
vom 1
2.
Januar
2021 (
Urk.
6/81) die massgebliche Entscheidungsgrundlage.
Vorab ist auf den Einwand des Beschwerdeführers einzugehen, wonach
das Gut
achten aus formellen Gründen nicht verwertbar sei, da es in Missachtung des Einigungsverfahrens und des anwaltlichen Vertretungsverhältnisses erstellt worden sei (
Urk.
1 S. 16).
4.1.2
Eine Partei kann sich,
wenn sie nicht persönlich zu handeln hat, jederzeit vertre
ten oder, soweit die Dringlichkeit einer Untersuchung es nicht ausschlie
sst, verbeiständen lassen (
Art.
37
Abs.
1 ATSG). Im Sozia
lversicherungsrecht gilt der in
Art.
37
Abs.
3 ATSG ausdrücklich verankerte Grundsatz, dass der Versicherungs
träger seine Mitteilungen an den Vertreter einer Partei zu richten hat, solange diese ihre Vollmacht nicht widerrufen hat. Dieser Grundsatz dient im Interesse der Rechtssicherheit dazu, allfällige Zweifel darüber zum Vornherein zu beseitigen, ob die Mitteilungen an die Partei selber oder an ihre Vertretung zu erfolgen haben, sowie um klarzustellen, welches die für einen Fristenlauf mass
gebenden Mitteilungen sein sollen
(Urteil des Bundesgerichts 9C_266/2020 vom 2
4.
November 2020 E. 2.2 mit Hinweisen)
.
Wird eine Verfügung trotz bekanntem Vertretungsverhältnis der versicherten Person direkt eröffnet und nicht ihrem Rechtsvertreter, darf ihr daraus kein Nach
teil erwachsen (
Art.
49
Abs.
3 letzter Satz ATSG). Nach der Rechtsprechung führt dieser Mangel nicht schlechthin zur Nichtigkeit des Verwaltungsaktes mit der Folge,
dass die Beschwerdefrist von 30
Tagen nach
Art.
60 ATSG
nicht zu laufen beginnen könnte. Vielmehr kann die fehlerhaft eröffnete Verfügung rechts
beständig werden, wenn sie nicht innert vernünftiger Frist seit Kenntnis von deren Inhalt in Frage gestellt wird. Dies ist Ausfluss des auch in diesem prozessu
alen Bereich geltenden Grundsatzes von Treu und Glauben, an dem die Berufung auf Formmängel in jedem Fall ihre Grenze findet. In der Regel muss sich die versicherte Person spätestens am dreissigsten Tage nach der erfolgten Zustellung bei ihrem Rechtsvertreter oder ihrer Rechtsvertreterin nach dem weiteren Vor
gehen erkundigen. Am folgenden Tag beginnt die Beschwerdefrist von 30 Tagen nach
Art.
60
Abs.
1 ATSG
zu laufen
(Urteil des Bundesgerichts 9C_266/2020 vom 2
4.
November 2020 E. 2.3 mit Hinweisen).
4.1.3
Aktenkundig ist, dass sowohl
die Mitteilung betreffend die Notwendigkeit einer
medizinischen
Begutachtung vom
4.
Dezember 2020 (
Urk.
6/79) als auch der Vor
bescheid vom 1
3.
April 2021 (
Urk.
6/84)
dem Beschwerdeführer persönlich und nicht dessen R
echtsvertreter
Rechtsanwalt Tobias
F
igi
zugestellt wurden, obwohl die Beschwerdegegnerin noch am 2
0.
August 2020 vom
Beschwerde
führer telefonisch über das weiterhin bestehende Mandatsverhältnis informiert worden war (
Urk.
6/72).
In der alleinigen Zustellung dieser Dokumente an den
Beschwerdeführer persönlich ist demnach grundsätzlich eine mangelhafte Eröff
nung der Verwaltungsakte zu erblicken.
Allerdings
lässt sich die in E. 4.1.2 zitierte Rechtsprechung ohne Weiteres auf die vorliegende Konstellation übertragen, zumal das Vertrauensprinzip einen im Sozialversicherungs
recht allgemein gültigen Rechts
grund
satz bildet. Es
ist weder ersichtlich noch wurde vom Beschwerdeführer dargelegt,
was ihn nach direkter Zustellung der Mitteilung vom
4.
Dezember 2020 hätte daran hindern können, sich innert
der in diesem Schreiben für die Einreichung von Z
usatzfragen bis 18.
Dezember 2020 angesetzten Frist
bei seinem Rechtsvertreter nach dem weiteren Vorgehen zu erkundigen beziehungsweise sich mit ihm über die weiteren Schritte zu beraten
(vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_18/2016 vom
7.
Oktober 2016 E. 5.3.2).
Der Beschwerdeführer
beziehungsweise sein Rechtsvertreter haben
jedenfalls
in der Folge
keine
konkrete
n
, dem Gutachter zu unterbreitende Ergänzungs
fragen
formuliert
. Es ist daher
nicht ersichtlich, inwiefern
die fehler
hafte Zustellung
dem Beschwerdeführer
zu
eine
m
Rechtsnachteil
gereicht
hätte.
Das gilt
umso mehr, als
sich der Beschwerdeführer der am 1
1.
Januar 2021 anberaumten gutachterlichen Untersuchung
klaglos
unterzog.
Rechtsprechungsgemäss hätten Ausstands- und Ablehnungsgründe gegen den medizinischen Sachverständigen zudem unverzüglich nach erstmaliger Kenntnis
nahme durch die versicherte Person geltend gemacht werden müssen, ansonsten das Recht auf Anrufung des betreffenden Grundes verwirkt. Dabei hat die Recht
spre
chung in einzelnen Urteilen eine Frist von sechs bis sieben Tagen als mass
geblich erachtet (Urteil des Bundesgerichts 8C_787/2021 vom 2
3.
März 2022 E. 6.2.1 mit Hinweisen).
D
er
Rechtsvertreter erlangte spätestens anlässlich der Akteneinsicht am 2
7.
April 2021 (
Urk.
6/85-86, 6/89) Kenntnis von de
n
fehlerhaften Zustellung
en und dem Gutachten vom
1
2.
Januar 2021
und erhob daraufhin
umgehend
mit der
Einwander
gänzung
vom
6.
Mai 2021 (
Urk.
6/93)
in Bezug auf
Dr.
Z._
den
Einwand, dieser
sei
aufgrund eines Anstellungsverhältnisses zum RAD
A._
nicht neutral
(
vgl. auch
Urk.
1 S. 16
Ziff.
7.3)
.
D
ie vom Gericht von Amtes wegen vorgenommenen Abklärungen
ergaben
, dass
Dr.
Z._
seit dem
1.
Januar 2021 nicht mehr für den RAD
A._
tätig ist (vgl. Urk.
8).
Die psychiatrische Begutachtung fand indes erst am 1
1.
Januar 2021 statt (vgl.
Urk.
6/81/1).
Ein erhöhtes Gefahrenpotenzial für eine Befangenheit des Gut
achters
oder auch nur den Anschein einer solchen ist
in einem Rentenstreit
mit der IV-Stelle Zürich
einzig aufgrund einer früheren Tätigkeit bei einem
anderen
RAD nicht auszumachen. Dies muss umso mehr in Anbetracht dessen gelten, dass
rechtsprechungsgemäss
die Tätigkeit von RAD-Ärztinnen und -Ärzten in erster
Linie eine solche im Interesse der Invalidenversicherung an sich ist und nicht der Wahrung der Interessen der jeweiligen IV-Stelle im eigentlichen engeren Sinne dient (vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_257/2016 vom 2
9.
Juni 2016 E. 4.2.2).
Gesamthaft besteht
somit
kein Anlass, d
em Gutachten von
Dr.
Z._
aus formellen Gründen die Beweiskraft abzusprechen.
Aus diesem Grund
erweist sich auch die eventualiter beantragte Einholung eines psychiatrischen Gerichts
gutachtens
(
Urk.
1 S. 2 und S. 16)
als nicht notwendig.
4.2
4.2.1
Die Parteien stellen
den Beweiswert des
psychiatrischen Gutachten
s
im Übrigen grundsätzlich nicht in Frage
(vgl.
Urk.
1 S. 14 f.,
Urk.
2 S. 2).
Es
erfüllt denn auch die von der Rechtsprechung vorgegebenen
Kriterien
(vgl. vorstehende E. 1.6), da es
insbesondere in Kenntnis der
Vorakten
(
Urk.
6/81/3-6)
erstellt wurde
und
den
vom Beschwerdeführer geklagten Beschwerden
Rechnung trägt
. D
r.
Z._
leitete die von ihm gestellte Diagnose zudem
auch mit Blick auf die Ergebnisse der von ihm durchgeführten Testverfahren (vgl.
Urk.
6/81/12 f.)
nachvollziehbar her und äusserte sich eingehend zur Krankheitsentwicklung
und dem Verlauf der Arbeitsfähigkeit seit dem Jahr 2014 respektive 2015 (Urk. 6/81/17-20).
4.2.2
Praxisgemäss liegt es
jedoch
nicht allein in der Zuständigkeit der mit dem kon
kreten Einzelfall (gutachterlich) befassten Arztpersonen, abschliessend und für die rechtsanwendende Stelle (Verwaltung, Gericht) verbindlich zu entscheiden, ob das medizinische festgestellte Leiden zu einer andauernden oder vorübergehenden Arbeitsunfähigkeit bestimmter Höhe oder Ausprägung führt (BGE 140 V 193 E. 3.1; vgl. auch BGE 145 V 361). Daher ist es im Grundsatz zulässig, einer medizinischen Einschätzung der Arbeitsunfähigkeit die rechtliche Massgeblichkeit abzusprechen, ohne dass das Gutachten seinen Beweiswert verliert (BGE 144 V 50 E. 4.3). D
er
Arbeitsunfähigkeitsschätzung der medizini
schen Gutachterperson ist indessen aus rechtlicher Sicht
insbesondere unter dem Gesichtswinkel der Konsistenz
zu folgen, falls sie ihrer Aufgabe unter Berücksichtigung der durch BGE 141 V 281 normierten Beweisthemen überzeugend nachgekommen ist. Andernfalls liegt ein triftiger Grund vor, der rechtlich ein Abweichen davon gebietet (BGE 148 V 49 E. 6.2.1, 145 V 361 E. 4.3; Urteil des Bundesgerichts 8C_84/2022 vom 1
9.
Mai 2022 E. 5.2 mit Hinweisen).
Grundsätzlich soll für sämtliche psychischen Leiden — namentlich auch für depressive Störungen — ein
indikatorengeleitetes
Beweisverfahren gemäss BGE 141 V 281 Anwendung finden (vgl. BGE 143 V 409 E. 4.5.3 und 143 V 418 E. 7.1), das Aufschluss über das tatsächlich erreichbare Leistungsvermögen geben
soll (BGE 141 V 281 E. 2, E. 3.4-3.6 und 4.1; vgl. statt vieler: Urteil des Bundes
gerichts 9C_590/2017 vom 15. Februar 2018 E. 5.1).
Die für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit bei psychischen Erkrankungen im Regelfall beachtlichen Standar
dindikatoren hat das Bundesgericht wie folgt systemati
siert (BGE 141 V 281 E. 4.3.1):
-
Kategorie «funktioneller Schweregrad» (E. 4.3)
-
Komplex «Gesundheitsschädigung» (E. 4.3.1)
-
Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde (E. 4.3.1.1)
-
Behandlungs- und Eingliederungserfolg oder -resistenz (E. 4.3.1.2)
-
Komorbiditäten (E. 4.3.1.3)
-
Komplex «Persönlichkeit» (Persönlichkeitsdiagnostik, persönliche Res
sourcen, E. 4.3.2)
-
Komplex «Sozialer Kontext» (E. 4.3.3)
-
Kategorie «Konsistenz» (Gesichtspunkte des Verhaltens, E. 4.4)
-
gleichmässige Einschränkung des
Aktivitätenniveaus
in allen vergleich
baren Lebensbereichen (E. 4.4.1)
-
behandlungs- und eingliederungsanamnestisch ausgewiesener Leidens
druck (E. 4.4.2)
Beweisrechtlich entscheidend ist der verhaltensbezogene Aspekt der Konsistenz (BGE 141 V 281 E. 4.4; vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_604/2017 vom 1
5.
März 2018 E. 7.4).
4.
2.3
In Nachachtung
der bundesgerichtlichen Rechtsprechung ist hervorzuheben, dass
grundsätzlich nur
schwere psychische
Störungen mit schweren Auswirkungen in wichtigen Funktionsbereichen in
validisierend sein
können
(BGE 143 V 418 E.
5.2.2; Urteil des Bundesgerichts 9C_303/2018 vom 30. August 2018 E. 4.1).
Präzisierend gilt es in diesem Zusammenhang in Bezug auf leicht- bis mittel
gradige depressive Störungen festzuhalten, dass sich diese ohne nennenswerte Interferenzen durch psychiatrische Komorbiditäten im Allgemeinen nicht als schwere psychische Krankheit definieren lassen.
Besteht dazu noch ein bedeuten
des therapeutisches Potential, so ist insbesondere auch die Dauerhaftigkeit des Gesundheitsschadens in Frage gestellt. Diesfalls müssen gewichtige Gründe vorliegen, damit dennoch auf eine invalidisierende Erkrankung geschlossen werden kann
.
Attestieren die psychiatrischen Fachpersonen bei diesen Konstella
tionen trotz Verneinung einer schweren psychischen Störung ohne
schlüssige Erklä
rung eine namhafte Einschränkung der Arbeitsfähigkeit, besteht für die Versicherung oder das Gericht Grund dafür, der medizinisch-psychiatrischen Folgen
abschätzung die rechtliche Massgeblichkeit zu versagen
(BGE 148 V 49
E. 6.2.2 mit Hinwei
s; Urteil des Bundesgerichts 8C_404/2021 vom 2
2.
März 2022 E. 6.2
).
Dr.
Z._
diagnostizierte eine rezidivierende depressive Störung mit gegen
wärtig noch leichter Restsymptomatik (ICD-10 F33.0;
Urk.
6/81/16)
;
im Begutachtungs
zeitpunkt lagen
unbestrittenermassen
weder somatische noch psychi
atrische Komorbiditäten vor.
Von gutachterlicher Seite wurde zudem darauf hingewiesen, dass die Arbeitsfähigkeit durch medizinische Massnahmen wie insbesondere eine regelmässige fachärztliche ambulante psychiatrisch-psycho
therapeutische Behandlung und Anpassung der antidepressiven Medika
tion noch relevant verbessert werden könne (
Urk.
6/81/18, 6/81/20).
In Anbe
tracht der zitierten höchstrichterlichen Praxis
müssten daher gewichtige Gründe vorliegen, damit trotzdem auf eine invalidisierende Erkrankung geschlossen werden k
önnte
.
Dies ist namentlich mit B
lick auf den psychopathologischen
B
efund
nicht
der Fall
,
zumal
Dr.
Z._
diesen
bis auf eine leichte Restdepressi
vität als weitgehend unauffällig einstufte (
Urk.
6/81/11)
.
Darüber hinaus ist dem Umstand Rechnung zu tragen, dass
sich
der Beschwerdeführer
nur noch alle drei bis sechs Monate in hausärztlicher
- aber nicht in psychiatrischer -
sowie in alternativ-therapeutischer und medikamentöser
Behandlung befindet
(
Urk.
6/72, 6/76/2
,
6/81/10
, 6/81/18
)
, was gegen einen gewichtigen Leidensdruck spricht.
Im Übrigen
ist auch keine gleichmässige Einschränkung des
Aktivitätenniveaus
in allen vergleichbaren Lebensbereichen erkennbar
. So verfügt
der
Beschwerde
führer über eine
geordnete T
agesstruktur, wobei er seiner selbständigen Erwerbs
tätigkeit als Landwirt nachgeht und an zwei bis vier Tagen seine drei Kinder (
Urk.
6/81/1
, 6/81/9
) auf dem Hof zu Besuch hat. Er
trifft sich des Weiteren gele
gentlich mit Kolleg
en aus der Schule
und beschäftigt sich in seiner Freizeit mit alten Landmaschinen.
Darüber hinaus
pflegt
er
ein stabiles soziales
Netzwerk. Sowohl seine Mutter als auch seine Schwester und Bekannte unter
stützen ihn
(punktuell)
bei der Hofarbeit oder der Haushaltsführung
(Urk.
6/76/3, 6/81/7 und
6/81/9 f.).
Vor diesem Hintergrund
mit aktiver Tagesgestaltung und einem stützenden sozialen Umfeld
ist die angefochtene Verfügung
i
nsoweit nicht zu beanstanden, als
der
von
Dr.
Z._
ab August 2020
bis auf Weiteres
attestierten 40%igen Arbeits
unfähigkeit
(
Urk.
6/81/19-22)
die rechtliche Relevanz
ab
zusprechen
und
festzustellen ist
,
dass
kein invalidisierender Gesundheitsschaden vor
liegt
.
In Anbe
tracht der fehlenden schweren psychischen Störung lässt das
Gutachten eine schlüssige Auseinandersetzung mit diesen
tatsächlichen
Verhältnissen
und
den bundesgerichtlich vorgegebenen
Indikatoren
vermissen, weshalb der beschei
nigten
nicht unerheblichen
Einschränkung der Arbeitsfähigkeit
von 40
%
die rechtliche Massgeblichkeit
abgesprochen
werden darf
.
Die Argumentation der
Beschwerde
gegnerin, wonach
daher
gleichsam
für den gesamten
entscheid
relevanten
Zeitraum keine Invalidität im Sinne des Gesetzes vor
gelegen habe
, greift allerdings
zu kurz
, wie nachfolgend aufzuzeigen ist.
4.2.4
Zunächst
ist darauf hinzuweisen, dass es generell und namen
tlich bei psychischen Störungen
schwierig ist, rückwirkend und überdies für einen weit zurück
liegenden Zeitraum die Arbeitsfähigkeit zuverlässig zu beurteilen (Urteil des
Bundes
gerichts 8C_167/2014 vom
8. August 2014 E. 6.2 mit Hinweis). Mit anderen Worten ist die retrospektive Beurteilung von Gesundheitszustand und Arbeitsfähigkeit naturgemäss mit Unsicherheiten behaftet, was jedoch nicht dazu führt, diesbezüglichen Aussagen von vornherein jeg
liche Beweiskraft abzu
sprechen
(Urteil des Bundesgerichts 8C_419/2021 vom 16. Dezember 2021 E. 6 mit Hinweisen).
Dr.
Z._
nahm zum
zeitlichen
Verlauf der Arbeitsfähigkeit ab Januar 2017
sowohl
für die angestammte
Tätigkeit als Landwirt
als auch
für
leidens
angepasste Tätigkeiten
folgende Einschätzung vor
(
Urk.
6/81/19 f.)
:
-
20
%
von Januar bis März 2017
-
40
%
von April bis Mai 2017
-
20
%
von Juni bis September 2017
-
0
%
während der stationären Behandlung vom 2
9.
September 2017 bis Februar 2018
-
50
%
von März 2018 bis Juli 2020.
Dieser retrospektiven Beurteilung kann aus Sicht des Rechtsanwenders
teilweise gefolgt werden.
So
ist aktenkundig, dass
sich
der Beschwerdeführer vom 29. September 2017 bis 1
2.
Februar 2018
stationär im Spital
B._
in psychi
atrischer Behandlung befand, wobei gemäss Austrittsbericht vom 15. Februar 2018 bei Eintritt eine schwere depressive Episode ohne psychotische Symptome
vorgelegen habe (
Urk.
6/70/1
).
Erst nach mehrmaliger Medikamentenumstellung und suizidalen Krisen
sei ab Januar 2018 eine Befundbesserung eingetreten (
Urk.
6/
70/2
).
Die zuvor
gutachterlich
ab Januar
2017 attestierte Arbeits
unfähigkeit
zwischen 60
%
und 80
korrespondiert einerseits mit den
echtzeit
lichen Angaben des Beschwerdeführers
zu seiner Leistungsfähigkeit
(vgl.
Urk.
6/26, 6/29
; vgl. auch
Urk.
6/81/7
)
und ist insofern gestützt von de
n zeit
nahen
ärztlichen Einschätzung
en
, als im Austrittsbericht des Spitals
B._
vom 2
6.
August 2016 eine Arbeitsunfähigkeit von 80
%
ab 30.
Juni 2015 bescheinigt und eine Erhöhung der Arbeitsfähigkeit auf 30
%
bis 40
%
ab Herbst 2016
bloss als möglich erachtet
wurde (Urk. 6/18/3-4). Sodann war im Bericht des Spitals
B._
vom 1
4.
Dezember 2017 von einer Arbeits- und Erwerbs
unfähigkeit von mehr als 50
%
die Rede (Urk. 6/44)
.
Andererseits
geht aus den Akten hervor, dass der Beschwerdeführer damals nicht nur
beim Y._
um Unterstützung ersucht hat (
vgl. Urk.
6/26 f.
), sondern bei der Bewältigung der Hofarbeit
anders als vor Eintritt der Erkrankung
auch auf externe Hilfe von Teilzeitarbeitnehmern angewiesen war (Urk. 6/22/5, 6/35/4).
Darüber hinaus
nahm er alle ein bis zwei Wochen eine psychiatrische Behandlung im Spital
B._
wahr (Urk. 6/22/4
; vgl. auch Urk.
6/35/4-5).
Insgesamt
erscheinen
die von
Dr.
Z._
für den Zeitraum vom 1.
Januar
2017
bis
zum Klinikaustritt am
1
2.
Februar 2018 attestierte
n
Arbeits
unfähigkeit
en zwischen 60
%
und 100
%
somit
in Anbetracht der damals
vom Beschwerdeführer
in Anspruch genommenen therapeutischen Optionen und
des Bedarfs an
personell
er
Unterstützung bei der Erledigung der Hofarbeit
plausibel.
Im Rahmen des stationären Aufenthalts im Spital
B._
konnte
n
unbestrittener
massen eine
wesentliche B
esserung des psychischen Gesundheits
zustands
und demzufolge eine Steigerung der Arbeitsfähigkeit
erreicht werden
(vgl.
Urk.
1 S. 15)
.
Gemäss
entsprechendem
Austrittsbericht
sei es zu einer Teilremission
der depressiven Symptomatik
mit deutlicher Besserung der Insomnie gekommen (
Urk.
6/70/1). A
b Januar 2018
seien
zunehmend die psycho
sozialen Belastungsfaktoren in den Vordergrund getreten
wie die Frage der Zukunft des Bauernhofs
, die Verantwortung für die Familie
oder die angespannte Beziehung zu seiner Ehefrau (
Urk.
6/70/2).
Gemäss psychiatrischem Gutachten
habe bei Klinikaustritt noch eine mittelgradige depressive Episode
vorgelegen. Im weiteren Verlauf sei es zu einer weiteren Stabilisierung und Aufhellung des depressiven Syndroms gekommen (Urk.
6/81/21).
Wie jedoch bereits zuvor in E. 4.2.3 aufgezeigt,
sind mittelgradige depressive Störungen ohne nennenswerte Komorbiditäten
und bedeutendem therapeutischen Potential
in invalidenversicherungsrechtlicher Hinsicht nicht als schwere psychi
sche Krankheit zu qualifizieren.
Gewichtige Gründe, weshalb trotzdem von einer invalidisierenden psychischen Störung ausgegangen werden sollte, ergeben sich weder aus dem Gutachten noch
aus
den anderen medizinischen Akten.
Insbeson
dere ist dem Umstand Rechnung zu tragen, dass ab Januar 2018 invaliditäts
fremde psychosoziale Faktoren in den Vordergrund traten und sich der Beschwerde
führer auch nur noch hausärztlich beziehungsweise alternativ-thera
peutisch behandeln liess (vgl.
Urk.
6/81/18).
Des Weiteren
erweist sich die Einschätzung der Arbeitsfähigkeit durch
Dr.
Z._
wie ebenfalls bereits
ausgeführt
ab August 2020 aus rechtlicher Sicht als
nicht massgeblich.
Gleiches hat für
die
rückblickend für den Zeit
abschnitt
von März 2018 bis Juli 2020 attestierte 50%ige Arbeitsunfähigkeit zu gelten
, zumal sich auch
keine Anhalts
punkte
ergeben
, dass sich die Alltagsgestaltung des Beschwerdeführers ab März
2018
noch in
wesentlich
em Masse
verändert hätte.
Insgesamt ist es daher nicht gerechtfertigt, auf
die von
Dr.
Z._
für die Zeit von
März 2018
bis im Juli 2020
bescheinigte 50%ige Arbeitsunfähigkeit abzustellen.
4.2.5
Im Sinne eines Zwischenfazits kann somit festgehalten werden, dass d
ie
von gut
achter
licher Seite
retrospektiv für den
Zeitraum vom
1.
Januar
2017
bis 12. Februar 2018 bescheinigte Arbeits
un
fähigkeit
aus juristischer Sicht zu
bestätigen
ist.
Dies gilt jedoch nicht für die
im weiteren Verlauf
attestierte Arbeits
unfähigkeit
, da
dieser
mangels Vorliegens eines invalidisierenden Gesund
heitsschadens
die rechtliche Relevanz abzusprechen ist.
5.
Auf der Grundlage der obigen Erkenntnisse sind die erwerblichen Auswirkungen
der gesundheitlichen Einschränkung
zu prüfen.
Den Zeitpunkt des frühest
möglichen Rentenbeginns bildet der 1. Januar 2017, da der Rentenanspruch gemäss
Art.
29
Abs.
1 IVG frühestens nach Ablauf von sechs Monaten nach Geltend
machung des Leistungsanspruchs entsteht (vorliegend 1
2.
Juli 2016, vgl.
Urk.
6/9)
und
auch
d
as Wartejahr
im Sinne von
Art.
28
Abs.
1 lit. b IVG mit Blick auf die bereits ab Mai 2015 von den behandelnden Ärzten
ohne wesentlichen Unterbruch
bescheinigte
Arbeitsunfähigkeit
von 80
%
erfüllt war (vgl. Urk. 6/16/7-9
,
6/18/3 und
6/
39/3).
Vom
1.
Januar bis 2
8.
September 2017
ist
mit überwiegender Wahrscheinlichkeit von
eine
r
80%ige
n
Erwerbs
unfähigkeit
a
uszugehen
; die in
dieser Periode
vorüber
gehend
für zwei Monate
April und Mai 2017
attestierte 60%ige
Erwerb
sunfähigkeit
(
Urk.
6/19/3)
ist aus juristischer Sicht
mangels hinreichender Dauer
unbeachtlich (vgl.
Art.
88a
Abs.
1 IVV).
Danach
lag bis zum
Klinikaustritt am 12.
Februar 2018 eine vollständige
Erwerb
sunfähigkeit vor. Die
anschliessend
unbestrittenermassen
eingetretene Verbesserung der Erwerbsfähigkeit ist zu berücksichtigen, nachdem sie ohne wesentliche Unterbrechung drei Monate gedauert hat (
Art.
88a
Abs.
1 IVV).
Folglich
hat der Beschwerdeführer ausgehend von einem Invaliditätsgrad von mindestens 80
%
im Zeitraum vom
1.
Januar 2017 bis 3
1.
Mai 2018 Anspruch auf eine ganze Invalidenrente (vgl. vorstehende E. 1.3).
Danach besteht mangels eines invalidisierenden Gesundheitsschadens kein Rentenanspruch mehr.
6
.
Zusammenfassend hat die Beschwerdegegnerin den Rentenanspruch in der ange
fochtenen Verfügung vom 2
2.
Juli 2021 (
Urk.
2) zu Unrecht gänzlich verneint. Der Beschwerdeführer hat befristet von Januar 2017 bis
und mit Mai
2018
Anspruch auf eine ganze Rente der Invalidenversicherung. Dies führt zur teilweisen Gutheissung der Beschwerde.
7
.
7
.1
Das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten über IV-Leistungen vor dem kanto
nalen Versicherungsgericht ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrens
aufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG). Art. 69 Abs. 1
bis
IVG enthält (anders als Art. 61 lit. g ATSG) keine Kostenverteilungsregeln, also keine Anwei
sungen an die kantonalen Versicherungsgerichte, nach welchen Grundsätzen sie die Verfahrenskosten auf die Parteien aufzuteilen haben (BGE 137 V 57 E. 2.2). Massgebend für die Kostenverteilung im kantonalen Prozess ist ausschliesslich kantonales Recht (Urteile des Bundesgerichts 8C_176/2020 vom 9. April 2021 E. 3, 9C_254/2018 vom 6. Dezember 2018 E. 2.1). Gemäss § 28 lit. a
des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht (GSVGer)
finden unter anderem Art. 104 ff.
der Zivilprozessordnung (
ZPO
)
sinngemäss Anwendung (vgl. Urteil des Bundes
gerichts 8C_304/2018 vom 6. Juli 2018 E. 4.2.2). Demnach werden die Prozess
kosten grundsätzlich der unterliegenden Partei auferlegt beziehungsweise nach dem Ausgang des Verfahrens verteilt, wenn keine Partei vollständig obsiegt (Art. 106 Abs. 1 und 2 ZPO).
Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens rechtfertigt es si
ch, die ermes
sens
wei
se auf
Fr.
8
00.-- festzusetzenden Kosten
den
Parteien je zur Hälfte (
Fr.
400.--)
aufzuerlegen. Die zur Parteientschädigung ergangene bundesgerichtliche Recht
sprechung zum «Überklagen» ist nicht auf die Verteilung der Gerichtskosten im kantonalen Verfahren übertragbar (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_568/2010 vom
3.
Dezember 2010 E. 4.2).
7
.2
Nach
Art.
61 lit. g ATSG
in Verbindung mit
§
34
Abs.
1 GSVGer
hat die obsie
gende Beschwerde führende Person Anspruch auf Ersatz der Parteikosten. Diese werden ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache, der Schwierigkeit des Prozesses und dem Mass des Obsiegens bemessen (§ 34 Abs. 3 GSVGer).
Mangels Vorliegens einer Honorarnote
sowie
unter Berücksichtigung der genann
ten Kriterien
und des Umstands, dass die rund 16-seitige Beschwerdeschrift in wesentlichen Teilen wortwörtlich der
vom
selben
Rechtsvertreter
verfassten
Ergänzung des Einwandes vom
6.
Mai 2021 entspricht (vgl.
Urk.
6/93),
ist die von der Beschwerdegegnerin an den anwaltlich vertretenen Beschwerdeführer zu leistende Entschäd
igung ermessensweise auf Fr. 1'1
00.-- (inkl. Barauslagen und Mehrwertsteuer) festzusetzen.
Diese ist nicht
weiter
zu reduzieren, da das Haupt
begehren des Beschwerdeführers, soweit über die zuzusprechende befristete Invaliden
rente hinausgehend (
«
Überklagen
»
), den Prozessaufwand nicht wesent
lich beeinflusst hat (BGE 117 V 401 E. 2c; Urteil des Bundesgerichts 9C_486/2015 vom
2.
März 2016 E. 3).