# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** af825559-1b63-5be6-b5aa-da6070ca533d
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2019
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
Der 1974 geborene
X._
war als Mitarbeiter Hauswartdienst bei der
Y._
,
Z._
, angestellt und in dieser Funktion bei der Suva unfallver
sichert, als er am 23. Mai 2017 beim Fussballspielen mit einem
anderen Spieler zusammen
stiess
und sich dabei am
rechten Knie verletzte
(Urk.
7/1).
Die
Suva erbrachte daraufhin die gesetzlichen Versicherungsleistungen und
tätigte insbe
sondere medizinische Abklärungen
.
Nach einer Operation am rechten Knie am 15. September 2017 (
Urk.
7/18) erfolgte am 25. Oktober 2017 eine Rückfallmel
dung
(
Urk.
7/14)
. Am 1
3.
November 2017 (
Urk.
7/20) nahm
Kreisarzt
Dr.
med.
A._
, Facharzt für Radiologie, ein erstes Mal
zur Kausalität
der am 15. Sep
tember 2017 erfolgten Operation zum Unfallereignis vom 23. Mai 2017 Stellung. Daraufhin teilte die Suva
X._
am 14. November 2017 (
Urk.
7/21) mit,
d
ass gemäss kreisärztlicher Beurteilung kein sicherer oder wahrscheinlicher Kausalzusammenhang zwischen dem Ereignis vom 23. Mai 2017 und der durch
geführten Operation vom 15. September 2017 bestehe. Die Suva sei demzufolge für die durchgeführte Operation und die daraus entstandene Arbeitsunfähigkeit inklusive Nachbehandlungen nicht leistungspflichtig.
Hierzu
sowie betreffend
Übernahme
der Behandlungskosten
bis am
14. Septem
ber 2017
erliess die Suva nach Einwendungen der Krankenversicherung von
X._
, der
Swica
(
Urk.
7/25),
sowie Rücksprache mit
Dr.
A._
(
Urk.
7/27) am 5. Februar 2018 eine
einsprachefähige
Verfügung
(
Urk.
7/28)
.
Die hiergegen erhoben
e
Einsprache
der
Swica
(
Urk.
7/29)
wies sie
mit
Einspracheent
sc
heid
vom 25. Juni 2018 (
Urk.
2)
ab
.
2.
Gegen den
Einspracheentscheid
der Suva erhob die
Swica
mit Eingabe vom 16. Juli 2018 Beschwerde (
Urk.
1) und stellte folgende Anträge (S. 2):
«1.
Der
Einspracheentscheid
vom 25. Juni 2018 sei aufzuheben;
2.
Die Beschwerdegegnerin sei zu verpflichten, für die Schulterbeschwerden [
richtig
: Kniebeschwerden
] des
Versicherten aufzukommen;
3.
Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten der
Be
s
chwerde
gegne
rin.»
In ihrer Beschwerdeantwort vom 13. September 2018 (
Urk.
6)
beantragte die Beschwerdegegnerin die Abweisung der Beschwerde (S. 2).
Mit Verfügung vom 18. September 2018 (
Urk.
8) wurde
X._
zum Prozess beigeladen.
Eine Stellungnahme sei
tens des Beigeladenen blieb aus (Urk. 11).
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Am 1. Januar 2017 sind die am 25. September 2015 beziehungsweise am 9. November 2016 verabschiedeten geänderten Bestimmungen des Bundes
ge
setzes über die Unfallversicherung (UVG) und der Verordnung über die Unfall
versicherung (UVV) in Kraft getreten.
Gemäss den allgemeinen übergangsrechtlichen Regeln sind der Beurteilung jene Rechtsnormen zu Grunde zu legen, die in Geltung standen, als sich der zu den materiellen Rechtsfolgen führende und somit rechtserhebliche Sachverhalt ver
wirklicht hat (vgl. BGE 127 V 466 E. 1, 126 V 134 E. 4b, je mit Hinweisen). Dem
entsprechend sehen die Übergangsbestimmungen zur Änderung vom 25. Septem
ber 2015 des UVG vor, dass Versicherungsleistungen für Unfälle, die sich vor dem 1. Januar 2017 ereignet haben, und für Berufskrankheiten, die vor diesem Zeit
punkt ausgebrochen sind, nach bisherigem Recht gewährt werden (Absatz 1 der genannten Übergangsbestimmungen).
Der hier zu beurteilende Unfall hat sich am 23. Mai 2017 ereignet (
Urk.
7/1), wes
halb die
ab
1. Januar 2017 gültigen Normen auf den vorliegenden Fall Anwen
dung finden und in dieser Fassung zitiert werden.
1.2
1.2.1
Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss UVG setzt voraus, dass zwi
schen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Invalidität, Tod) ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht. Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne deren Vorhanden
sein der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der gleichen Weise beziehungsweise nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann. Entsprechend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des natürlichen Kausal
zusammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleinige oder un
mittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schädi
gende Ereignis zusammen mit anderen Bedingungen die körperliche oder geis
tige Integrität der
versicherten Person beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht weg
gedacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene ge
sundheitliche Störung entfiele (BGE 129 V 177 E. 3.1, 402 E. 4.3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, worüber die Ver
waltung beziehungsweise im Beschwerdefall das Gericht im Rahmen der ihm obliegenden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt für die Begründung eines Leistungs
anspruches nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
1.2.
2
Gemäss Art. 6 Abs. 2 UVG erbringt die Versicherung ihre Leistungen auch
bei folgenden
Körperschädigungen, sofern sie nicht vorwiegend auf Abnützung oder Erkrankung zurückzuführen sind: Knochenbrüche (
lit
. a); Verrenkungen von Gelenken (
lit
. b), Meniskusrisse (
lit
. c), Muskelrisse (
lit
. d), Muskelzerrungen (
lit
. e), Sehnenrisse (
lit
. f), Bandläsionen (
lit
. g) und Trommelfellverletzungen (
lit
. h).
Diese Aufzählung der den Unfällen gleichgestellten Körperschädigungen ist abschliessend (BGE 116 V 136 E. 4a, 147 E. 2b, je mit Hinweisen; Maurer, Schweizerisches Unfallversicherungsrecht, 2. Auflage, Bern 1989, S. 202).
1.2.3
Seit dem Inkrafttreten der Revision des UVG und der dazugehörigen Verordnung (UVV) per 1. Januar 2017 ist das Bestehen einer vom Unfallversicherer zu über
nehmenden unfallähnlichen Körperschädigung nicht länger vom Vorliegen eines äusseren Ereignisses abhängig. Die Tatsache, dass eine in Art. 6 Abs. 2 UVG ge
nannte Körperschädigung vorliegt, führt zur Vermutung, dass es sich hierbei um eine unfallähnliche Körperschädigung handelt, die vom Unfallversicherer über
nom
men werden muss. Dieser kann sich aber von der Leistungspflicht befreien, wenn er beweist, dass die Körperschädigung vorwiegend auf Abnützung oder Krankheit zurückzuführen ist (Zusatzbotschaft zur Änderung des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung [Unfallversicherung und Unfallverhütung; Organisa
tion und Nebentätigkeiten der Suva] vom 19. September 2014,
BBl
2014 7922 7934 f.).
1.3
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in
der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schluss
folgerungen der Experten begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a mit Hinweis).
Nach der Rechtsprechung kommt auch den Berichten und Gutachten versiche
rungs
interner Ärztinnen und Ärzte Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen (BGE 125 V 351 E. 3b/
ee
). Das Anstellungsverhältnis einer versicherungsinternen Fachperson zum Versiche
rungs
träger alleine lässt nicht schon auf mangelnde Objektivität und Befangen
heit schliessen (BGE 137 V 210 E. 1.4, 135 V 465 E. 4.4). Soll ein Versicherungs
fall jedoch ohne Einholung eines externen Gutachtens entschieden werden, so sind an die Beweiswürdigung strenge Anforderungen zu stellen. Bestehen auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der versicherungs
internen ärztlichen Feststellungen, so sind ergänzende Abklärungen vor
zu
nehmen (BGE 142 V 58 E. 5.1, 139 V 225 E. 5.2, 135 V 465 E. 4.4 und E. 4.7).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete ihren
Einspracheentscheid
vom 25. Juni 2018 (
Urk.
2) damit, dass gestützt auf die beweiswertige Beu
r
teilung von Dr.
A._
vom 23. Januar 2018 darauf zu schliessen sei,
dass die
geklagten
Kniebeschwerden rechts nicht mehr auf den Unfall vom 23. Mai 2017 zurückzu
führen seien, sondern vielmehr degenerativ bedingt seien. Mit dem Kreisarzt sei davon auszugehen, dass die Kontusio
nsfolgen ohne nachweisbare trau
matische Läsion zwei Wochen nach dem Ereignis folgenlos abgeheilt seien, mithin der Status quo sine am 6. Juni 2017 erreicht gewesen sei. Die Ver
sicherungs
leistungen
seien
somit zu Recht per 14. Septembe
r 2017 eingestellt worden (S. 4 f.).
2.2
Dagegen machte die Beschwerdeführerin in ihrer Beschwerdeschrift vom 16. Juli 2018 (
Urk.
1
) im Wesentlichen geltend,
unbestritten sei vorliegend, dass der Bei
geladene beim Fussballspiel eine
K
ontusion am rechten Kniegelenk erlitten habe und dies einen Unfall im Rechtssinne darstelle. Aus diesem Grund habe die Beschwerdegegnerin ihre Leistungspflicht zu Recht anerkannt und die gesetzli
chen Versicherungsleistungen erbracht. Gemäss bundesgerichtlicher Recht
spre
chung sei die Beschwerdegegnerin für den Wegfall der natürlichen Kausalität beweispflichtig.
Die Beschwerdegegnerin sei in ihrer Verfügung von einer falschen Vorstellung über das Beweismass ausgegangen.
So hätte sie begründen müssen, dass der natürliche Kausalzusammenhang zwischen dem Unfall und den Kniebeschwerden mit überwiegender Wahrscheinlichkeit entfallen sei.
Statt
dessen habe sie ausgeführt, dass kein sicherer oder wahrscheinlicher Kausalzu
sammenhang zwischen dem Unfall und den Kniebeschwerden gegeben sei.
Der
Nachweis
des Wegfalls der Kausalität
sei daher nicht erbracht worden
.
Dr.
A._
habe bei seiner Beurteilung vom 13. November 2017 weder die Anamnese noch den intraoperativen Befund berücksichtigt.
Dieser Mangel führe dazu, dass sein Bericht den bundesgerichtlichen Anforderungen an eine ärztliche Beurteilung nicht standhalte.
In seiner Beurteilung vom 23. Januar 2018 habe der Kreisarzt die Läsion des Meniskus
medialis
sodann als komplex und ausgedehnt eingestuft, sei jedoch davon ausgegangen, dass sich der Beigeladene bloss eine leichte Kniekontusion oder -distorsion zugezogen habe, die spontan und ohne Residuen in maximal zwei Wochen abheile. Dies
er
scheine widersprüchlich.
Ent
scheidend sei, dass
Dr.
A._
den Unfall für die Knieschäden als teilkausal ein
gestuft habe. Dies reiche aus, um die Leistungspflicht der Beschwerdegegnerin zu begründen.
Zum anderen sei als erstellt zu betrachten, dass die Beschwerde
gegnerin nicht habe beweisen können, dass der von ihr anerkannte Unfall mit überwiegender Wahrscheinlichkeit keine Teilursache für die Kniebeschwer
den des Beigeladenen darstelle (S. 3-6).
Die Aktenb
eurteilung
des externen
Facharztes
Dr.
med.
B._
, Facharzt für Ortho
pädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, vom 14. Dezem
ber 2017 ergebe, dass die Kniebeschwerden nicht degenerativ, sondern
über
wiegend wahrscheinlich unfallbedingt
seien.
Diese Stellungnahme sei begründet. Am 11. Februar 2018
und 29. Juni 2018
habe
Dr.
B._
an seiner Schlussfolgerung festgehalten, dass die Kniebeschwerden unfallbedingt seien.
Aus diesen schlüssi
gen und nachvollziehbaren Stellungnahmen könne aus juristischer Sicht abgelei
tet werden, dass die Kniebeschwerden des Beigeladenen mindestens teilweise unfallbedingt seien. Da die Beschwer
d
egegnerin zudem nicht habe beweisen können, dass die natürliche Kausalität zwischen den Kniebeschwerden und dem Unfall vom 23. Mai 2017 mit überwiegender Wahrscheinlichkeit weggefallen sei, bleibe sie gegenüber dem Beigeladenen leistungspflichtig (S. 6-8).
Abschliessend sei auch auf die Tatsache hinzuweisen, dass selbst wenn nicht von einer unfallbedingten Schädigung ausgegangen würde, der komplexe laterale Korbhenkelriss als unfallähnliche Körperschädigung zu qualifizieren wäre, die nicht
ausschliesslich
auf Degeneration zurückzuführen sei, weshalb die Beschwerde
gegnerin aufgrund der revidierten Gesetzesbestimmung dafür leistungs
pflichtig wäre (S. 8).
2.3
In ihrer Beschwerdeantwort vom 13. September 2018 (
Urk.
6)
führte die Beschwerdegegnerin aus, die medizinische Beurteilung von
Dr.
A._
erfülle die rechtsprechungsgemässen Anforderungen an beweistaugliche medizinische Berichte. Sie sei umfassend und nachvollziehbar und sei in Kenntnis der medizi
nischen
Vorakten
erstattet worden.
Die Beurteilung, wonach am rechten
K
nie des Beigeladenen mit klar überwiegender Wahrscheinlichkeit ein degenerativ beding
ter Meniskusschaden bestehe, sei sorgfältig begründet und leuchte ein. Die and
erslau
tende
Kausalitätseinschätzung
des beratenden Arztes der Beschwerde
führerin
Dr.
B._
vermöge die sorgfältige Beurteilung von
Dr.
A._
nicht in Frage zu stellen.
Insbesondere
habe der Kreisarzt entgegen dem
Vorbringen
von
Dr.
B._
neben
den
Magnetresonanztomographie
(MRI)
-Befunden vom 26. Sep
tember 2017 auch den Opera
tionsbericht vom 15. September
2017 berücksichtigt und das gesamte Ausmass des komplexen, ausgedehnten Knieschadens geprüft. Es sei daher auf seine Beurteilung abzustützen und davon auszugehen, dass der Knieschaden mit überwiegender Wahrscheinlichkeit auf degenerative Ursachen (Abnützung, Erkrankung) zurückzuführen sei und nicht auf den Unfall vom 23. Mai 2017 (S. 4 f.).
3.
3.1
Hinsichtlich der Knieproblematik rechts ist den Akten Folgendes zu entnehmen:
3.2
In der MR
I
-Bildgebung vom 6. September 2017 (
Urk.
7/10) wurde folgender Befund festgehalten:
«Mediales Kompartiment:
Int
akte Darstellung des medialen Me
niskus sowie des Kollat
eralbandes, re
izlose Sehneninsertionen. Gut erhaltener Gelenkknorpel
mit umschrieben
er Verdickung des
femoralen
Knorpels auf knapp 7
mm im Bereich des zentralen
Femur
kon
dylus
, reizloses
subchondrales
Knochenmark. Längliches,
lobulier
tes
Ganglion von etwa 3 x 2 x 1
cm Durchmesser unmittelbar angrenzend an die
posteriore
Gelenkkapsel auf Höhe des
Femurkondylus
bzw. des
meniskokapsulä
ren
Über
gangs.
Interkondyläres
Kompartiment:
Intakte Darstellung von VKB und HKB, keine
Bakerzyste
.
Laterales Kompartiment:
Komplexer, schräg vertikal verlaufender Riss des Aussenmeniskus im Über
gangs
bereich vom Vorderhorn zur Pars
intermedia
. Kein Nachweis dislozierter Menis
k
usanteile. Unauffälliges, schmales aber durchgängig abgrenzbares laterales Kollateralband. Intakte signalangehobene
Popliteussehne
. Begleitende diffuse ödematöse Veränderungen ohne abgrenzbare Verletzung im Bereich der
posterolateralen
Stützstrukturen. Regelrechter Gelenkknorpel, reizloses Knochen
mark.
Femoropatellares
Kompartiment:
Regelrechte
Patellaform
und Zentrierung mit gut erhaltenem Gelenkknorpel. Intakter patellarer Bandapparat mit weitgehend reizlosem
Hoffa’schen
Fettkörper. Geringer Gelenkerguss mit
synovialen
Proliferationen.»
«Beurteilung:
- Komplexer, schräg vertikal verlaufender Riss des lateralen Meniskus im Über
gangsbereich vom Vorderhorn zur Pars
intermedia
.
- Begleitende Signalanhebung der
Popliteussehne
, vereinbar
m
it einer
Tendino
pathie
sowie kaliberreduzierte Darstellung des lateralen Kollateralbandes, mög
licherweise bei Z. n. Partialläsion
.
- Intakte Kreuzbänder, keine Knorpelschäden bei umschriebener, unspezifischer Knorpel Verdickung im Bereich des zentralen, medialen
Femurkondylus
.
-
Lobuliertes
Ganglion dorsal des medialen
Femurkon
d
ylus
.
»
3.3
Im Operationsbericht vom 15. September 2017
betreffend die gleichentags durch
geführte Kniegelenks-Arthroskopie rechts sowie eine
Teilmeniskektomie
des mittleren Drittels/Vorderhorns rechts
(
Urk.
7/18) wurde festgehalten, der
Beigela
dene
habe sich als Torwart beim Fussballspielen eine komplexe laterale Menis
kusvorde
r
horn-Läsion zugezogen,
bei dazu passenden Beschwerden und Klinik sei die
Indikation
zur Arthroskopie und
Teilmeniskektomie
gegeben.
Im
Recessus
suprapatellaris
medialis
zeigten sich vermehrte Gefässinjektionen und Gelenkzotten als Zeichen eines gewissen Reizzustandes. Das mediale Kompartiment war unauffällig und normal wie auch im MRI bekannt.
Interkon
dylär
war das vordere Kreuzband schwierig zu sehen wegen Gelenkzotten. Das Knie war aber stabil. Im lateralen Komparti
ment zeigte sich eine komplexe
Läsion beginnend am Übergang vom
Hinterhorn
zum mittleren Drittel. Dort bestand eine horizontale Korbhenkelläsion, die Läsion
ging bis ins Vorderhorn hinein (S. 2).
Der postoperative Verlauf war problemlos, so dass der Beigeladene am 16. Sep
tember 2017 nach Hause entlassen werden konnte (
Urk.
7/15).
3.4
Am 13. November
2017
(
Urk.
7/20) führte Kreisarzt
Dr.
A._
aus,
die am 15. September 2017 durchgeführte Operation sei aus medizinischer Sicht nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit kausal zum Unfall vom 23. Mai 2017 gewesen. Der Riss des Meniskus
lateralis
sei mit überwiegender Wahrscheinlich
keit degenerativ bedingt. Hierfür sprächen nicht nur die Komplexität und Aus
dehnung des Risses, sondern auch das Fehlen j
egli
cher weiterer mit
überwiegen
der Wahrsch
e
i
nlichkeit unfallbedingter Läsion.
3.5
Am 14. Dezember 2017 (
Urk.
3/4 S. 1 f.)
legte
D
r.
B._
dar
,
der 43-jährige
Beige
ladene
habe eine Kniedistorsion e
rlitten, womit gemäss UVG der U
n
f
allbegriff erfüllt sei. Die MRI-Bildgebung habe in der Folge einen lateralen Meniskusriss am rechten Kniegelenk sowie begleitend ödematöse Veränderungen an den
poste
ro
lateralen
Kapselbandstrukturen gezeigt. Im Operationsbericht sei ein komplexer lateraler Korbhenkelriss diagnostiziert worden bei ansonsten unauf
fälligem Gelenkstatus. Ein Korbhenkelriss entstehe bei einer belasteten Torsions
bewegung und sei praktisch immer eine Unfallfolge. Typisch seien auch die ödematösen Veränd
erungen der
posterolateralen
Strukturen, die als
postdistor
sionell
interpretiert
werden müssten. Degenerative Me
niskusveränderu
n
gen zeig
ten ein völlig anderes Bild. Ge
g
en
eine degenerative Pathologie sp
reche auch, dass ausser der Meniskusläsion keinerlei weitere degenerative Veränd
erungen am Kniegelenk beschrieb
en worden seien. Der Meniskusschaden sei somit über
wiegend wahrscheinlich unfallbedingt. Die Ablehnung der Kostenübernahme durch die Beschwerdegegnerin beruhe auf einer Fehlbeurteilung.
3.
6
Mit Beurteilung vom 24. Januar 2018 (
Urk.
7/27) führte
Dr.
A._
aus, in dem am 6. September 2017 angefertigten MRT des rechten Kniegelenkes lasse sich eine ausgedehnte, vom
Cornu
anterius
über die Pars
intermedia
mar
g
inal bis in den
Cornu
posterius
reichende komplexe, vorwiegend horizontal verlaufende Läsion des Meniskus
medialis
(
richtig
:
lateralis
,
Urk.
3.2
) erkennen, die eine schräg in die Unterfläche des
Cornu
anterius
ziehende Komponente aufweise. Sowohl aufgrund der Ausdehnung als auch aus morphologischer Sicht handle es sich dabei um einen mit klar überwiegender Wahrscheinlichkeit degenerativ bedingten Meniskus-Schaden. Unters
t
ützt werde dies unter anderem durch das Fehlen von weiteren Läsionen des Kniegelenkes. Wenn nämlich eine derart aus
gedehnte Läsion durch ein Makrotrauma entstanden wäre - was schon höchst unwahrsche
i
nlich sei - dann wären mit grosser Wahrscheinlichkeit auch weitere schwerwiegende Läsionen aufgetreten. Solche seien
aber nicht erkennbar. Zudem sei zu bedenken, dass makrotraumatisch bedingte Läsionen des Meniskus
lateralis
deutlich seltener seien als jene des Meniskus
medialis
.
Wenn man nun die oben erwähnten Überlegungen beachte, müsse man davon ausgehen, dass auch wenn eine makrotraumatisch bedingte Läsion eines vorge
schädigten Meniskus
lateralis
, also eine Teilkausalität zwar nicht ausgeschlossen werden könne, diese auch nicht überwiegend wahrscheinlich sei, da Zeichen, die auf ein stattgehabtes relevantes Trauma auf das laterale Kompartiment deuten würden, fehlten.
Aus diesen Gründen könne eine Teilkausalität im Sinne einer unfallbedingten Läsion des vorgeschädigten Meniskus
lateralis
zwar
nicht ausgeschl
o
s
sen werden, eine über
wiegende
W
ahrsch
e
i
nlich
keit
sei aber
nicht gegeben. Und die Wahr
sch
e
i
nlichkeit, dass die komplette Läsion des Meniskus
lateralis
durch
das gemel
dete Unfallereignis verursacht worden sei, sei noch wesentlich geringer.
Somit sei davon auszugehen, dass sich der Beigeladene beim
Unfall
vom 23. Mai 2017 eine leichte Kniekontusion oder -distorsion zugezogen habe. Diese heile spontan und ohne Residuen in maximal zwei Wochen ab. Daher könne der Status quo sine am 6. Juni 2017
als erreicht betrachtet werden (S. 2).
3.
7
Am 11
. Februar 2018 (
Urk.
3/4 S. 2)
legte
Dr.
B._
dar
, in der am 6. September 2017 durchgeführten MRI-Diagnostik werde ein komplexer schräg vertikal ver
laufender Riss des lateralen Meniskus beschrieben. In der am 15. September 2017 durchgeführten Arthroskopie mit
Teilmeniskektomie
lateral habe der Operateur eine Kor
b
henkelverletzung des lateralen Meniskus mit einer horiz
onta
len Komponente beschrieben.
Die Entscheidung der Beschwerdegegnerin basiere vorwiegend auf dem MRI
Befund. Gemäss diesem habe am lateralen Meniskus eine ausgedehnte, vom Vor
derhorn über die Pars
intermedia
bis ins
Hinterhorn
reichende, horizontal verlau
fende Läsion
bestanden. Dieser Läsionstyp sei tatsächlich vorwiegend degenera
tiver Natur. Andererseits beschreibe der Operateur in seinem
Arthro
skopie
bericht
eine Korbhenkelläsion des lateralen Meniskus. Wie in der ersten Beurteilung (E. 3.5) festgehalten, seien Korbhenkelläsionen mit über
wiegender Wahrschein
lichkeit traumatische Läsionen. Es sei durchaus möglich, dass eine reponierte Korbhenkelläsion im MRI nicht als solche habe erkannt werden können, weshalb die
arthroskopische
Befundaufnahme hier zuverlässiger sei. Er sei deshalb weiterhin der Ansicht, dass die
arthroskopisch
beschriebene Korb
henkel
ver
letzung des lateralen
Meniskus mit überwiegender Wahr
scheinlich
keit unfallbe
dingt sei. In diesem Sinne halte er an seiner Erstbeurteilung (E. 3.5) fest.
3.8
Mit Stellungnahme vom 2
9
. Juni 2018 (
Urk.
3/4 S. 3)
beschrieb
Dr.
B._
schliess
lich,
der beurteilende Kreisarzt der Beschwerdegegnerin,
ein
Fa
charzt für Radio
logie, habe sich auch in seiner jüngsten Beurteilung ausschliesslich auf die MRI
Befunde vom 26. September 2017 abgestützt und weder die Anamnese noch den intraoperativen Befund berücksichtigt. Auch die im MRI beschriebenen
post
distor
s
ionellen
V
eränderungen am lateralen Bandapparat seien nicht in den korrekten Kontext gestellt worden. Er (
Dr.
B._
) habe in seiner langjährigen Tätigkeit als
trau
m
atologisch
tätiger Orthopäde leider immer wieder feststellen müssen, dass sich Radiologen vorwiegend auf die Bildgebung verliessen und die Klinik zu wenig in die Gesamtbeurte
i
lung einbezögen.
Er verweise nochmals darauf, dass der Operateur intraoperativ eine Korb
henkel
läsion des lateralen Meniskus diagnostiziert habe, und diese sei definitiv trau
ma
tischer Natur. Von einer dege
n
erativen K
omponente stehe im Operationsbericht nichts, das sei eine rein radiologische Diagnose. Im Weiteren werde das Fehlen von Begleitverletzungen als Argument gegen eine traumatische Genese ange
führt. Abgesehen davon, dass hier eine Begleitverletzung am lateralen Band
apparat bestehe, sei diese Behauptung falsch. Der
Ein
sprache
entscheid
sei nicht zu akzeptieren. Es gehe nicht an, dass ein Entscheid ausschliesslich auf den Befunden der Bildgebung basiere ohne Berücksichtigung der Klinik.
4.
Entgegen der Ansicht der Beschwerdegegnerin (E. 2.1, 2.3) kann die Beurteilung von
Dr.
A._
vorliegend nicht als beweiswertig im Sinne der bundesgerichtli
chen Rechtsprechung
(E. 1.3) angesehen werden.
Mit Blick auf die dargelegte medizinische Aktenlage (E. 3)
fällt auf, dass
der Kreis
arzt
in seiner
Stellungnahme
vom 24. Januar 2018 (E. 3.6)
lediglich auf die MRI
Aufnahme vom 6. September 2017 Bezug nahm.
Insbesondere zu der im Rahmen der durchgeführten Arthroskopie festgestellten Korbhenkelläsion
(E. 3.3)
äusserte sich der Kreisarzt
nicht
. Hinsichtlich der Korbhenkelläsion ist den begründeten Beurteilungen von
Dr.
B._
(E.
3.5, 3.7, 3.8
) zu entnehmen, dass er diese
über
wiegend wahrscheinlich
respektive definitiv
als traumatisch
bedingt
erachtet
.
Damit bestehen mindestens geringe
Zweifel an der kreisärztlichen
Beurteilung (E. 1.3). Hinzu kommt, dass es sich bei der beim Beschwerdeführer erhobenen Meniskusläsion um eine
Verletzung im Sinne von Art. 6 Abs. 2 UVG
handelt
. Bei diesen ist eine Leistungspflicht der Unfallversicherung zu bejahen, sofern die Problematik nicht vorwiegend auf Abnützung oder Erkrankung zurückzuführen ist, was vom Versicherer zu beweisen ist (E. 1.
2.3; vgl. zum ganzen auch Samuelsson, Neuregelung der unfallähnlichen Körperschädigung, in SZS 2018 S. 335-366
).
Eine explizite Stellungnahme hierzu lassen die Beurteilungen von Dr.
A._
insbesondere
in Bezug auf die laut
Dr.
B._
anlässlich der Arthrosko
pie festgestellte Korbhenkelverletzung vermissen.
Zusammenfassend ist festzuhalten, dass eine Verneinung der Leistungspflicht der Beschwerdegegnerin gestützt auf die Beurteilungen von Dr.
A._
, an denen aufgrund der Aktenlage mindestens geringe Zweifel bestehen und welche die in Frage stehende medizinische Sachlage im Zusammenhang mit der aktuellen Rechtslage nicht beurteilen, nicht hätte erfolgen dürfen.
Weil auch die übrigen medizinischen Berichte keine abschliessende Beurteilung hinsichtlich der Frage der Leistungspflicht der Beschwerdegegnerin für die rechts
seitigen Kniebeschwerden zulassen, ist die Sache
an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. Diese hat eine externe Beurteilung hinsichtlich der Frage der Kausalität der am rechten Knie des Beigeladenen vorgefundenen Befunde in Auf
trag zu geben. Dabei wird insbesondere zu berücksichtigen sein, dass es sich bei
d
er beim Beigeladenen eingetretenen Verletzung um eine
Verletzung
gemäss Art. 6
A
bs. 2
lit
. c UVG handelt. Es wird ärztlicherseits somit die Frage zu klären sein, ob der Befund vorwiegend auf Abnützung oder Erkrankung
zurückzuführen ist oder nicht
(E. 1.2.2).
Danach wird die Beschwerdegegnerin neu über ihre Leistungspflicht entscheiden müssen.
In diesem Sinn ist die Beschwerde gutzu
heissen und die Sache zur ergänzenden Abklärung und neuem Entscheid an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.
5.
Im Verfahren der Verwaltungsgerichtsbeschwerde darf obsiegenden Behörden oder mit
öf
fent
lichrechtlichen
Aufgaben betrauten Organisationen in der Re
gel keine Parteientschädigung zugesprochen werden. In An
wen
du
ng dieser Bestimmung hat das Bundesgericht der SUVA und den privaten UVG-Versiche
rern so
wie – von Sonderfällen abgesehen – den Krankenkassen keine Partei
ent
schädigungen zugesprochen, weil sie als Orga
nisa
tionen mit
öffentlichrechtlichen
Aufgaben zu qua
lifizieren sind (BGE 112 V 356 E. 6 mit Hinweisen). Das hat grund
sätzlich auch für
die Trägerinnen oder Versicherer der berufli
chen Vorsorge gemäss BVG zu gelten (BGE 128 V 124 E. 5b, 126 V 143 E. 4a, 118 V 158 E. 7, 117 V 349 E. 8 mit Hinweis).