# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 243e4b09-985e-5630-9b4a-931746549220
**Court:** AR_OG
**Chamber:** AR_OG_004
**Year:** 2017
**Language:** de
**Jurisdiction:** AR / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt
A A.1
Am 6. April 2016 fällte der Gemeinderat D_ einen Beschluss in Sachen Wiederaufnahme
wirtschaftlicher Sozialhilfe.1 Gegen diesen Beschluss erhob B_ am 18. April 2016 Rekurs
an das Departement Gesundheit und Soziales (mit Ergänzung vom 29. April 2016).2 Die
Stellungnahme des Gemeinderates D_ datiert vom 24. Juni 2016.3 Am 4. August 2016
ging die Replik von B_ ein.4 Die Duplik des Gemeinderates D_ datiert vom 11. Oktober
2016.5
A.2
Am 10. August 2016 erhob B_, vertreten durch C_, Rechtsverweigerungsbeschwerde
beim Departement Gesundheit und Soziales betreffend Auszahlung der im Schreiben der
Gemeinde D_ vom 21. Juni 2016 versprochenen Beträge.6 Die Vernehmlassung des
Gemeinderates D_ ging am 13. Oktober 2016 ein.7 Mit Entscheid vom 24. November
2014 schrieb das Departement die Rechtsverweigerungsbeschwerde vom 10. August 2016
zufolge Gegenstandslosigkeit als erledigt ab.8
1 Act. 9.1 2 Act. 9.2 und act. 9.4 3 Act. 9.9 4 Act. 9.11 5 Act. 9.15 6 Act. 9.36 und act. 9.37 7 Act. 9.42 8 Act. 12.1
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A.3
Am 10. August 2016 erhob B_, vertreten durch C_, Rechtsverweigerungsbeschwerde
beim Departement Gesundheit und Soziales betreffend fehlende Beträge des Jahres
2014.9 Die Vernehmlassung des Gemeinderates D_ ging am 28. Oktober 2016 ein.10
B B.1
Am 20. August 2016 (Posteingang: 23. August 2016) erhob A_ Rechtsverweigerungs-
beschwerde beim Departement Gesundheit und Soziales betreffend Rest SAK-Rechnung
vom 30. September 2015 und Brennholzquittung vom 30. September 2015.11 Die Vernehm-
lassung des Gemeinderates D_ ging am 13. Oktober 2016 ein.12 Mit Entscheid vom
24. November 2014 schrieb das Departement die Rechtsverweigerungsbeschwerde vom
20. August 2016 zufolge Gegenstandslosigkeit als erledigt ab.13
B.2
Am 20. August 2016 (Posteingang: 23. August 2016) erhob A_ Rechtsverweigerungs-
beschwerde beim Departement Gesundheit und Soziales betreffend Semesterrechnung
vom 18. Juli 2016 der Universität St. Gallen für das Herbstsemester 2016.14 Die Vernehm-
lassung des Gemeinderates D_ ging am 12. Oktober 2016 ein.15 Mit Verfügung vom
27. Oktober 2016 schrieb das Departement die Rechtsverweigerungsbeschwerde vom
20. August 2016 zufolge Gegenstandslosigkeit als erledigt ab.16
C. In sämtlichen oben erwähnten fünf Verfahren ersuchte das Sozialamt D_ das Departe-
ment Gesundheit und Soziales per Mail vom 30. August 2016 um Fristverlängerung bis
Ende September 2016.17 Das Departement gewährte per Mail vom 1. September 2016 die
Fristverlängerung und erstreckte die Frist zur Stellungnahme beziehungsweise zur Duplik
antragsgemäss bis zum 30. September 2016.18
D. Mit Eingabe vom 26. September 2016 erhoben A_ und B_, vertreten durch C_,
Rechtsverzögerungsbeschwerde mit dem eingangs wiedergegebenen Antrag beim Ober-
gericht Appenzell Ausserrhoden.19 Sie stellten sich auf den Standpunkt, dass in den
9 Act.9. 45 10 Act. 9.51 11 Act. 9.17 12 Act. 9.23 13 Act. 12.3 14 Act. 9.25 15 Act. 9.34 16 Act. 9.35 17 Act. 2 18 Act. 2 19 Act. 1
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erwähnten fünf Verfahren das Beschleunigungsgebot bestehe und die Fristverlängerungen
nicht verbindlich seien und auf eine Verschleppung hinausliefen. Es sei nicht fristgerecht
um die Fristverlängerungen ersucht worden, da E-Mails nicht fristwahrend seien.
E. Per Mail vom 27. September 2016 ersuchte das Sozialamt D_ das Departement Gesund-
heit und Soziales in den erwähnten fünf Verfahren um eine zweite Fristverlängerung bis
Ende Oktober 2016.20 Das Departement gewährte per Mail vom 29. September 2016 die
erneute Fristverlängerung und erstreckte die Frist zur Stellungnahme beziehungsweise zur
Duplik antragsgemäss bis zum 31. Oktober 2016 mit dem Hinweis, dass eine weitere Frist-
erstreckung nur mit Zustimmung der Gegenpartei erteilt würde.21
F. Das Departement Gesundheit und Soziales entgegnete in der Vernehmlassung vom
21. November 2016, die Gesuche um Fristerstreckung seien in sämtlichen Verfahren
schriftlich und rechtzeitig eingegangen. Die gewährten Fristerstreckungen entsprächen den
üblichen Fristen, weshalb der Vorhalt der Verschleppung der Verfahren abwegig sei. Des
Weiteren teilte das Departement den Verfahrensstand in den einzelnen Verfahren mit.22
G. Mit Entscheid vom 23. November 2016 trat der Einzelrichter des Obergerichts auf das
Gesuch betreffend unentgeltliche Rechtspflege für das vorliegende Verfahren nicht ein.23
H. Das Departement Gesundheit und Soziales reichte per Mail vom 25. November 2016 dem
Obergericht drei Abschreibungsverfügungen ein, in welchen über Teilbereiche der vorlie-
genden Rechtsverzögerungsbeschwerde entschieden worden ist.24
I. Die Replik von B_ und A_, vertreten durch B_, vom 3. März 2017 ging am 7. März
2017 beim Obergericht ein.25 Mit Schreiben vom 30. März 2017 verzichtete das Departe-
ment Gesundheit und Soziales auf eine Duplik.26
20 Act. 9.14 21 Act. 9.14 22 Act. 9 23 Act. 30, Verfahren Nr. ERV 16 54 24 Act. 11 und act. 12 25 Act. 33 26 Act. 37
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## Considerations

Erwägungen
1. 1.1
Die von Amtes wegen vorzunehmende Prüfung der Prozessvoraussetzungen ergibt, dass
diese sowohl hinsichtlich der Beschwerdeberechtigung als auch hinsichtlich der Formerfor-
dernisse erfüllt sind. Insoweit ist auf die Beschwerde einzutreten.
1.2
Die Replik der Beschwerdeführer vom 3. März 2017 erfolgte verspätet.27 Aufgrund des Ein-
gangsstempels auf der Replik ist erstellt, dass diese am 3. März 2017 – und damit innert
der für die Replik bis am 5. März 2017 erstreckten Frist – bei der Kantonskanzlei Appenzell
Ausserrhoden in Herisau abgegeben wurde.28 In der Folge wurde die Replik durch die ver-
waltungsinterne Post an das Obergericht weitergeleitet, wo sie gemäss Eingangsstempel
am 7. März 2017 einging.29 Die Übergabe der Replik am 3. März 2017 an die Kantonskanz-
lei, welche zweifellos unzuständig ist, war nicht fristwahrend. Vielmehr wurde die Replik am
7. März 2017 verspätet beim Obergericht eingereicht.30 Aus der verspäteten Eingabe der
Replik ergeben sich jedoch keine Auswirkungen für das vorliegende Verfahren, da eine
richterlich erstreckte Frist – soweit ersichtlich – bis anhin vom Obergericht als Ordnungsfrist
angesehen wurde.
1.3
Soweit in der Beschwerde die Frage gestellt wird, ob eine per E-Mail beantragte Fristerstre-
ckung verwaltungsintern zulässig ist, ist auf die Rechtsverzögerungsbeschwerde nicht ein-
zutreten. Diese Frage kann erst mit der Beschwerde gegen die noch zu erlassende Verfü-
gung aufgeworfen werden, da dort über das korrekte Vorgehen beziehungsweise Handeln
der Verwaltung zu entscheiden ist.
1.4
Gemäss E-Mail-Mitteilung der Vorinstanz vom 25. November 2016 hat sie in der Zwischen-
zeit die Rechtsverweigerungsbeschwerde von B_ vom 10. August 2016, die Rechtsver-
weigerungsbeschwerde von A_ vom 9. August 2016 sowie die Rechtsverweigerungsbe-
schwerde von A_ vom 20. August 2016 je zufolge Gegenstandslosigkeit als erledigt
abgeschrieben.31 Es stellt sich die Frage, ob diese Abschreibungsverfügungen die vorlie-
gende Rechtsverzögerungsbeschwerde gegenstandslos machen. Diese Frage ist zu ver-
27 Act. 33 28 Act. 10, act. 32 und act. 33. 29 Act. 33 30 Urteil des Obergerichts Appenzell Ausserrhoden O4V 12 28 vom 26. Februar 2014 E. 1.2 31 Act. 11 und act. 12
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neinen. Eine Rechtsverzögerungsbeschwerde wird nur gegenstandslos, wenn die Sach-
verfügung ergeht.32 Solche sind nicht erlassen worden, weshalb die vorliegende Rechtsver-
zögerungsbeschwerde allein aufgrund der Abschreibungsverfügungen der Vorinstanz nicht
abgeschrieben werden kann.
2. Nach Art. 42 Abs. 1 VRPG33 kann mit der Rechtsverweigerungsbeschwerde die Verweige-
rung oder ungebührliche Verzögerung einer Amtshandlung gerügt werden, sofern kein
ordentliches Rechtsmittel gegeben ist. Die Beschwerde wegen ungebührlicher Verzögerung
einer Amtshandlung ist an keine Frist gebunden (Abs. 2 2. Satz). Die Beschwerde ist an die
übergeordnete Verwaltungsbehörde im Sinne von Art. 30 Abs. 1 VRPG zu richten (Abs. 3).
Im Übrigen sind die Vorschriften über den Rekurs (Art. 30 ff. VRPG) sinngemäss anwend-
bar (Abs. 4).
Die Rechtsverweigerungs- oder Rechtsverzögerungsbeschwerde hat zum Ziel, die Behörde
zu einem aktiven Handeln zu bewegen.34 Eine Rechtsverzögerung ist anzunehmen, wenn
behördliches Handeln nicht grundsätzlich in Frage steht, sondern lediglich nicht binnen
gesetzlicher oder binnen angemessener Frist erfolgt und für das „Verschleppen“ keine
objektive Rechtfertigung vorliegt. Anfechtungsobjekt der Rechtsverzögerungsbeschwerde
ist der „verzögerte“ Akt beziehungsweise das Verzögern einer Verfügung.35
Beim Obergericht kann man sich mit der Rechtsverzögerungsbeschwerde nur gegen die
Untätigkeit einer Vorinstanz im Sinne von Art. 54 Abs. 1 VRPG zur Wehr setzen.36 Daher
hat das Obergericht im vorliegenden Fall nur das Verhalten des Departementes Gesundheit
und Soziales zu prüfen, nicht jedoch dasjenige der Gemeinde D_ oder dessen Sozial-
amtes.
Aufgrund der Akten ist festzustellen, dass, selbst wenn das von den Beschwerdeführern
geltend gemachte Beschleunigungsverbot gelten sollte, in der Gewährung einer erstmali-
gen Fristerstreckung durch die Vorinstanz keine unzulässige Rechtsverzögerung liegt. Nur
dieser Punkt wurde in der am 27. September 2016 erhobenen Beschwerde thematisiert.
32 MARKUS MÜLLER, in: Auer/Müller/Schindler [Hrsg.], Kommentar zum Bundesgesetz über das
Verwaltungsverfahren, 2008, N. 12 zu Art. 46a VwVG 33 Gesetz vom 9. September 2002 über die Verwaltungsrechtspflege (VRPG, bGS 143.1) 34 MARKUS MÜLLER, a.a.O., N. 1 zu Art. 46a VwVG 35 MARKUS MÜLLER, a.a.O., N. 6 und N. 7 zu Art. 46a VwVG; ebenso UHLMANN/WÄLLE-BÄR, in:
Waldmann/Weissenberger [Hrsg.], Praxiskommentar Verwaltungsverfahrensgesetz, 2. Aufl. 2016, N. 2 und N. 21 zu Art. 46a VwVG
36 Vgl. hierzu au Art. 31 lit. a VPRG
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Das spätere Vorgehen der Vorinstanz in der Behandlung der Rekurse ist vorliegend nicht
zu prüfen.
Somit ist die Rechtsverzögerungsbeschwerde der Beschwerdeführer abzuweisen, soweit
darauf eingetreten werden kann.
3. 3.1
Vorliegend geht es im Kern um die Vergütung von diversen Kosten im Rahmen der Sozial-
hilfe. Nach Art. 53 Abs. 1 i.V.m. Art. 22 Abs. 2 lit. b VRPG wird im Bereich der öffentlichen
Fürsorge in der Regel auf die Erhebung von Verfahrenskosten verzichtet. Demnach werden
keine Kosten erhoben.
3.2
Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen (Art. 53 Abs. 3 und Art. 24 Abs. 3
lit. a VRPG).
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