# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 9506205f-5b4c-56e0-84be-fb769e468898
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2019
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1976,
ist verheiratet und Mutter von zwei Kindern (geboren 1999 und 2001; Urk. 8/2).
Nach ihrer Schulausbildung hat
sie
in ver
schi
edenen Branchen gearbeitet (unter anderem
im Gastgewerbe und in der Reinigung). Zuletzt war sie
von April bis November 2013
in einem 60%-Pensum
als Sachbearbeiterin
für den Physiotherapeuten
Y._
sowie
ab
August 2011
stundenweise für die
Z._
als Reinigungsmitarbeiterin
tätig (Urk. 8/4/5, 8/7/2 f., 8/8
/2
, 8/19/1, 8/21/1
).
Am 18. Juni 2014 meldete
sie
sich wegen M
orbus Osler-Weber-
Rendu
sowie ischämischem
Insult
bei
der Sozialver
sicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, zum Leistungsbezug an (Urk. 8/4). Zur Klärung der aktuellen Situation führte die IV-Stelle am 15. Juli 2014 zunäc
hst ein Standortgespräch mit der
Versicherten durch (Urk. 8/7).
Mit Schreiben vom 18. Juli 2014 teilte sie der Versicherten mit, dass aufgrund ihres Gesundheitszustandes keine beruflichen Eingliederungsmassnahmen möglich seien und der Rentenanspruch geprüft werde (Urk. 8/11).
Im Folgenden zog die IV-Stelle die Akten der Suva
, die wegen eines Sturzes vom
7.
März 2014 angelegt worden waren
(Urk. 8/16
), Berichte der
Hausärztin Dr. med.
A._
, Fachärztin FMH für Allgemeine Innere Medizin
, und Berichte anderer Ärzte
(Urk. 8/17, 8/18, 8/28, 8/31)
,
Bericht
e
der
Arbeitgeberinnen (Urk. 8/19, 8/21)
und
Auszüge aus dem individuellen Konto (IK-Auszug; Urk. 8/1, 8/8)
bei
.
Die Allianz Suisse
Lebensver
sicherungs
-Gesellschaft AG
, bei der
X._
eine Einzel-Lebensver
sicherung abgeschlossen hatte (
Urk.
8/37/1),
gab – nachdem
die
IV-Stelle
hatte
Zusatzfragen stellen
können
(Urk. 8/
34-
35) - ein psychiatrisches, neurologisches und neuropsychologisches Gutachten bei der
B._
in Auftrag, welches am 29. Juni 2015 erstattet wurde (Urk. 8/37
/3-25
). Nachdem
der
RAD-Arzt med.
pract
.
C._
, Facharzt
FMH
für Neurologie, am 11. August 2015 dazu Stellung genommen
(Urk. 8/38/6)
und die IV-Stelle eine Ressourcenprüfung durchgeführt hatte
(Urk. 8/38/6 f.)
, stellte
diese
der Versicherten
mit
Vorbescheid vom 13. August 2015
die Verneinung des Anspruchs auf eine Invalidenrente in Aussicht (Urk. 8/39). Die Versicherte erhob dagegen am 28. August 2015 sowie ergänzend am 14. Oktober 2015 Einwand (Urk. 8/41, 8/47
)
.
Am 26. Oktober 2015 informierte d
ie Rechtsvertreterin der Versicherten die IV-Stelle darüber, dass ihre Mandantin einen schweren Herzinfarkt erlitten habe (Urk. 8/49), woraufhin die IV-Stelle
am
17. März 2016 das Verfahren
sistierte
(Urk. 8/59). Die Rechtsvertreterin der
Versicherten
reicht
e
mit Schreiben vom 14. April
2016 e
rgänzende Unterla
gen ein
(
Urk. 8/64). Zu
weitere
n
Abklärungen
(vgl.
Urk.
8/67)
nahm
diese
am
31. Mai 2016
Stellung (Urk. 8/69). In der Folge erliess
die IV-Stelle
am 19. September 2016 einen neuen Vorbescheid, worin sie der
Versicherten
ab Oktober 2016
die Zusprechung
eine
r
ganze
n
Rente der Inva
lidenve
rsicherung in Aussicht stellte
(Urk. 8/77
). Gegen diesen Vorbescheid liess die
Versicherte
am 20. Oktober
2016 erneut Einwand erheben (Urk. 8/83).
In diesem Zusammenhang
ersuchte
die IV-Stelle nach einer
Stellungnahme des RAD vo
m
9. November 2016
(Urk
. 8/101/2
)
um
die
Beantwortung von Zusatzfragen
durch die
B._
-Gutachter
(Urk. 8/85),
was
am 16. Mai 2017 erfolgte (Urk. 8/92). Am 9. Juni 2017 teilte die
IV-Stelle
der
Versicherten
mit,
sie beabsichtige
,
eine erneute polydisziplinäre Untersuchung
durchzuführen
(Urk. 8/94); die
Versicherte
liess dazu mit Schreiben vom 23. Juni 2017 eine Ergänzungsfrage stellen (Urk. 8/95). Mit Schreiben vom 15. August 2017 teilte die
IV-Stelle
– nachdem
die
RAD
-Ärztin Dr. med.
D._
am 8. August 2017 zur Sache
Stellung genommen hatte (Urk. 8/101/3
f.
) -
mit,
auf
weitere Abklärung
en
werde verzichtet
(Urk. 8/97)
.
In der Folge nahm die Versicherte am 4. September 2017
erneut zur Sache
Stellung (Urk. 8/100).
Mit Verfügung vom 22. November 2017 sprach die IV-Stelle der Versicherten
mit Wirkung ab dem 1. Oktober 2016
eine ganze Rente zu (
Urk. 2 =
Urk.
8/120
).
2.
Dagegen liess die Versicherte am 15. Januar 2018 B
eschwerde erheben und beantragen
, die Verfügung vom 22. November 2017 sei dahingehend abzuän
dern, dass sie ab dem 1. Dezember 2014 Anspruch auf eine ganze Invalidenrente habe. Eventualiter sei die Sache zu weiteren Abklärungen an die Beschwerdegeg
nerin zurückzuweisen und diese
sei
zu
verpflichten, über das Ausmass
der
Erwerbsunfähigkeit seit September 2013 bis September 2015 zu befinden (Urk. 1 S. 2).
Mit Beschwerdeantwort vom 2
8.
Februar 2018 schloss
die
Beschwerdegeg
nerin auf Abweisung der Beschwerde (Urk. 6 und 7), was der Beschwerdeführerin mit Verfügung vom 1. März 2018 zur
Kenntnis gebracht wurde (Urk. 9
).
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allge
meinen Teil des Sozialversicherungsrecht
s
; ATSG). Sie kann Folge von Geburts
gebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung; IVG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgegliche
nen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beein
trächtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen
wieder herstellen
, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine Vier
telsrente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine Dreiviertelsrente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusam
menhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin hielt in der angefochtenen Verfügung fest, nachdem die Beschwerdeführerin am 2
3.
Oktober 2015 einen schweren Herzinfarkt erlitten habe, stehe aus medizinischer Sicht fest, dass keine Erwerbstätigkeit mehr zumut
bar sei. Unter Berücksichtigung des Wartejahres habe die Beschwerdeführerin somit ab Oktober 2016 Anspruch auf eine ganze Rente. Für die Zeit davor bestehe kein Anspruch auf eine Rente. Es habe noch eine verwertbare Restarbeitsfähigkeit bestanden. Diese lasse sich anhand des
B._
-Gutachtens vom 2
9.
Juni 2016 beur
teilen. Eine erneute polydisziplinäre Begutachtung sei nicht erforderlich. Eine gemeinsame Ursache für den Hirnschlag im Jahr 2013 und den Herzinfarkt im Jahr 2015
im Sinne der
Blutgerinnungsstörung
aufgrund
des Morbus Osler sei n
icht erwiesen. Dies sei auch den
Bericht
en
des
E._
nicht zu entnehmen.
Die vorgelegten
Berichte seit Mai 2014 würden mit den darin dokumentierten objektiven Befunden keine wesentliche Veränderung des Gesundheitszustandes begründen. Die von Dr.
A._
definierte Depression könne aufgrund unzureichender und fehlender Befund
e
nicht nachvollzogen wer
den
.
Eine
Aff
ektinkontinenz und eine psychomotorische
Verlangsamung begründe – wie
von
Dr. med.
F._
,
Fachärztin FMH für Neurologie,
in ihrem Bericht vom 21. November 2014 eingeschätzt – überwiegend wahrscheinlich keine vollumfängliche Arbeitsunfähigkeit.
Weil keine invalidisierend
e gesund
heitliche Einschränkung, sondern vielmehr eine
volle Arbeitsfähigkeit
vorgelegen habe
, sei der Anspruch auf Leistungen der Invalidenversicherung für die Zeit vor dem Herzinfarkt am 23. Oktober 2015 nicht gegeben. Die
Beschwerdeführerin
habe demnach
ab
Oktober 2016 Anspruch auf eine ganze
Rente (Urk. 2 S. 4 f.).
2.2
Die
Beschwerdeführerin
wandte
in ihrer Beschwerdeschrift ein,
relevant sei, in welchem Ausmass die Arbeitsfähigkeit bereits vor dem erlittenen Herzinfarkt, das heisst zwischen September 2013 und Oktober 2015 beeinträchtigt gewesen sei
. Von Bedeutung sei sodann
, inwiefern zwischen der Grunderkrankung Morbus Osler und den erlittenen Hirn
schlägen
und
dem Herzinfarkt
ein Zusammenhang bestehe. Nur wenn dies nicht der Fall sei,
sei
ab Oktober 2015
wiederum
ein Wartejahr zu bestehen gewesen. Die RAD-Ärztin Dr.
D._
habe sich nicht zur Arbeitsfähigkeit vor Oktober 2015 geäussert und im
Widerspruch zum Ber
icht des
E._
vom 30. April 2014
einen solchen Zusammenhang verneint. N
ach den erlit
tenen Hirnschlägen
im September 2013 habe aufgrund der psychischen Entwick
lung und der anhaltend
behandlungsbedürftigen
Grunderkrankung keine verwertbare Arbeitsfähigkeit mehr vorgelegen. Selbst wenn im weiteren Verlauf bis zum Herzinfarkt im Oktober 2015
nur noch eine Teila
rbeitsunfähigkeit von 40 % vorgelegen hätte, bestünde nach Ablauf des Wartejahres, welches im September 2013 zu eröffnen sei, mindestens Anspruch
auf
eine Teilrente. Nach dem Herzinfarkt im Oktober 2015, welcher zu einer nochmals massiven Ver
schlechterung des Gesundheitszustandes geführt habe, sei die Rente gemäss
Art.
88a
Abs.
2 der
Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV)
nach drei Monaten, also ab Januar 2016, auf eine ganze Rente zu erhöhen.
Hinsichtlich des
B._
-Gutachtens sei anzumerken, dass die Gutachter nicht über alle fallrelevanten medizinischen Unterlagen
verfügt hätten
, weshalb auch keine Auseinander
setzung mit den abweichenden Beurteilungen erfolgt
und das Gutachten schon allein deshalb unvollständig und nicht beweiskräftig sei.
Überdies seien die beiden Unfallereignisse vom Dezember 2012 und vom März 2013 nicht berück
sichtigt worden
. Insbesondere der neurologisch-
neuropsychologische
Bericht von Dr.
F._
vom
November 2014
habe den
B._
-Gutachtern nicht vorgelegen und auch vom behandelnden Psychiater
Dr. med.
G._
, Facharzt FMH für Psychiatrie und Psychotherapie,
habe man keinen Bericht angefordert, obwohl
der Beschwer
degegnerin die laufende
psychotherapeutische Behandlung
bekannt gewesen sei
.
Dr.
G._
habe im Grundsatz die Diagnose einer Anpassungsstörung
und einer
län
geren (schweren) depressiven Reaktion au
f die erlittenen Schlaganfälle
bestätigt.
Die
Anpassungsstörung und die depressive Reaktion
seien
Folge der gravierende
n
Erkrankung und der weiterhin bestehenden Einbussen.
Die komplexe Beschwer
desituation sei im
B._
-Gutachten auch nicht annä
her
nd voll
ständig erfasst und diskutiert worden. Vielmehr hätten die Gutachter ausgeführt, dass eine ausge
prägte subjektive Krankheitsüberzeugung vorliege, was angesichts des weiteren Verlaufs selbstverständlich nicht zutreffe (Urk. 1 S. 6
f
f.).
3.
3.1
In medizinischer Hinsicht lässt sich den Akten entnehmen,
dass
die
Beschwerde
führerin
am 7. Dezember 2012 auf beide Kniegelenke stürzte
und a
ls Grund dafür Schwindel angab (Urk. 8/16/24, 8/23/3
f.
).
Am 1
3.
September 2013 begab
sie
sich aufgrund eines Schwächegefühls mit Heiserkeit, leichter Leukozytose und
Lymphopenie
ins
E._
.
Aufgrund der Beschwerden wurde zunäch
st ein viraler Infekt vermutet
(
Urk. 8/17/8). N
ach einem weiteren
Anfall von Schwäche
am 1
9. September 2013
und
weiteren
Untersuchung
en
gingen
die
Ärzte des
E._
von einem
zweifachen
is
chämischen Insult
cerebral
rechts
aus und stellten
die Diag
nose einer hereditären hämorrhagischen Teleangiek
tasie (Morbus Osler-Weber-
Rendu
;
Urk.
8/17/9). Am 7. März 2014
stürzte die Versicherte wiederum auf beide Knie
und schlug sich die rechte Schulter an
(Urk. 8/23/5
ff.).
3.2
Nach einer Konsultation am 3
0.
Juli 2014 erstattete
Dr.
A._
zu
Handen
der Beschwerdegegnerin einen nicht datierten Bericht. Darin nannte sie die
folgende
n
Diagnosen mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit (Urk. 8/17/1):
-
Status nach zweifach-ischämis
chem Insult
cerebral
rechts
mit/bei
-
Verlangsamung, schnelle
r Erschöpfung und
Schwindel
-
Depression, Schlafstör
ung, Ängste
n und
Konzentrationsschwäche
-
Schmerzen z
ervikal und
am
O
berarm beidseits
-
verlangsamtem
Sprechen
-
h
ereditäre hämorrhagische Teleangiektasie (Morbus Osler-Weber-
Rendu
)
-
Asthma bronchiale
-
Status nach Sturz mit Lumbago am 7. März 2014
Mit Bericht vom 20. November 2014 beziehungsweise mit Schreiben vom 12. Februar 2015
quantifizierte
sie
die
Depression als
mittelschwer
(Urk. 8/28/1, 8/31/1).
Aufgrund des zweifach erlittenen
Hirninfarkts ging Dr.
A._
zunächst
von einer mindestens 80
-
100%
igen Arbeitsunfähigkeit aus. Es sei offen, wie lange
die Beschwerdeführerin
ihre
derzeitige Arbeit abends während zwei Stunden
n
och ausführen könne
(Urk. 8/17/3).
Schliesslich attestierte
sie
mit Bericht vom 20. November 2014 eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit (Urk. 8/28/1).
3.3
Dr. med.
F._
, Fachärztin für Neurologie,
und die Neuropsychologin Prof.
Dr.
phil. H._
berichteten am 2
1.
November 2
0
14
über ihre gleichentags durchgeführte Untersuchung
der Beschwerdeführerin
(Urk. 8/46).
Sie hielten fest,
im Vordergrund der Befunde
stehe
eine labile Stimmungslage mit schnellen Wechseln der Affekte, eine psychomotorische Verlangsamung und eine verminderte Belastbarkeit. Die kognitiven Leistungen seien infolge der einge
schränkten Kooperationsfähigkeit vermindert. Hinweise auf primäre k
ortikale Hirnleistungsdefizite
lägen nicht vor
.
Phänomenologisch li
essen sich die affekti
ven Symptome und die kognitiven Dysfunktionen als CCAS (
cerebellar
cognitive
affektive
syndrome
) beschreiben. Eine
verwertbare Arbe
itsfähigkeit
bestehe nicht
(Urk. 8/46/2).
3.4
3.4.1
Am 29. Juni 2015 erstattete das
B._
das polydisziplinäre Gutachten
vom 2
9.
Juni 2015
in den Fachgebieten Psychiatrie, Neurologie und Neuropsychologie. Dabei nannten die Gutachter als Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine Anpassungsstörung mit längerer depressiver Reaktion (ICD-10: F43.21) bei leichten kognitiven Leistungseinbussen (Urk. 8/37/18). Als Diagnosen ohne Aus
wirkung auf die Arbeitsfähigkeit nannten sie (Urk. 8/37/19):
-
rechtsbetontes
zervikozephales
und rechtsseitiges brachiales Schmerz
syndrom (ICD-10: M53.0)
mit
-
unspezifischer Begleitsymptomatik von Müdigkeit, Antriebslosigkeit, Konzentrationsstörungen und Sensibilitätsstörungen
über der rechten Körperseite
-
psychische
r
Komorbidität (Depression)
-
Status nach
zerebellärem
Infarkt rechts v
om 13. September 2013 (ICD-10: I
63)
mit/bei
-
wahrscheinlich
thromboembolischer
Ursache bei offenem
Foramen
ovale sowie hereditärer hämorrhagischer Teleangiektasie (Morbus Osler-Weber-
Rendu
)
-
r
esiduelle
r
Heiserkeit
-
Entwicklung körperlicher Symptome aus psychischen Gründen (ICD-10: F68.0)
3.4.2
Dr. med.
I._
, Facharzt FMH für Psychiat
rie und Psychotherapie, hielt im
psy
chiatrischen Teilgutachten fest, die
Beschwerdeführerin
habe sich dahingehend geäussert, ihr Zustand
sei
seit ihrem Hirninfarkt im September
2013 sehr wechselhaft. Es gä
be Tage, an welchen sie einkaufen gehen und koch
en
könne, und Tage, an welchen sie keine Energie habe, müde sei und auch Mühe habe, die richtigen Wörter zu finden. Ausserdem leide sie seit dem Hirninfarkt an Asthma, Nasenbluten und Schwindel (Urk. 8/37/7). Während der Untersuchung habe die
Beschwerdeführerin
wieder
holt geweint, als sie über ihr Leiden
berichtet habe. Die Stimmung sei bedrückt, herabge
setzt und leicht depressiv, di
e Psychomotorik und der Antrieb
jedoch
seien
unauffällig gewesen. Die Explorandin habe einen wachen, bewusstseinsklaren Eindruck gemacht. Zeitlich, örtlich, situativ und zur eigenen Person sei sie gut orientiert gewesen.
V
on Suizidgedanken und Suizidim
pulsen
habe sie sich
distanziert. Es hätten sich weder Anzeichen für eine Konzentrationsstörung, Merkfähigkeitsstörung, Gedächtnis- oder Denkstörung, noch für Wahnvorstellungen oder Halluzinationen ergeben (Urk. 8/37/9). Es bestehe eine Anpassungsstörung mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit, gekennzeichnet durch eine längere depressive Reaktion, sowie eine Entwicklung körperlicher Symptome aus psychischen Gründen ohne Einfluss auf die Arbeits
fähigkeit (Urk. 8/37/9). Die Beschwerdeführerin
erlebe
sich selbst als nicht mehr arbeitsfähig. Während der Untersuchung hätten allerdings keine schweren depressiven Verstimmungen
festgestellt werden können. Diese
Selbsteinschät
zung könne
indessen
durch die erhobenen Befunde nicht objektiviert werden. Aus psychiatrischer Sicht sei davon auszugehen, dass die Arbeitsfähigkeit seit Sep
tember 2013 um 20 % vermindert sei (Urk. 8/37/10).
3.4.3
Dr. med.
J._
, Facharzt FMH für Neurologie,
führte aus
,
bei der Untersuchung habe
die Beschwerdeführerin
von vielfältigen Beschwerden und Symptomen seit dem
Schlaganfall
im September 2013
berichtet
. So
leide
sie
unter einer heiseren Stimme und habe starke
Kopf- und rechtsseitig Nacken- und
Armschmerzen.
Es seien
Konzent
rationsstörungen vorhanden, sie
sei rasch ermüdbar und habe wenig Energie. Weiter habe sie
über
häufige
Atemnot
und häufige Stürze
geklagt und ebenso
über eine durchgehende Sensibilitätsverminderung
im Bereich
der rechten Körperseite
.
Die
g
eklagten chronischen Kopfschmerzen,
die
rechtsbeton
ten Nackenschmerzen mit Ausbreitung in die rechte Schulter und den rechten Arm
könnten
nicht dem
Schlaganfall
vom Jahr 2013 zugeordnet werden. Aus neurologischer Sicht würden sich
auch
keine Hinweis
e auf eine
radikuläre
Reiz- beziehungsweise
sensomotorische Ausfallsymptomatik finden. Ebenfalls würden Anhaltpunkte für eine Störung der langen Bahnen fehlen. Es müsse davon aus
gegangen werden, dass es sich um eine unspezifische Begleitsymptomatik im Rahmen des rechtsbetonten
zervikozephalen
Schmerzsyndroms handle. Die Angaben hinsichtlich der Stürze seien ebenfalls sehr schwierig einzuordnen. Bei der aktuellen Untersuchung
hätten
sich keine Hinweise auf eine Polyneuropathie oder eine Störung des Gleichgewichtssinns
ergeben
. Auch eine epileptische Ursache erscheine als unwahrscheinlich, da die Stürze nicht mit einem Bewu
sst
seinsverlust einhergegangen seien
. Anhaltspunkte für eine Kataplexie
fehlten
. Bei der Untersuchung sei
indessen
eine deutliche psychomotorische Verlangsamung aufgefallen. Die Explorandin zeige eine bedrückte Stimmung, weswegen diesbe
züglich auf die psychiatrische Beurteilung verwiesen werde. Es sei möglich, dass nach der stationären Behandlung des Schlaganfalles im Jahre 2013 eine leichte Einschränkung der Arbeitsfähigkeit bestanden habe. Eine neurologische Verlaufs
beurteilung liege jedoch erst mit Datum vom 30. April 2014 vor. Auf
der
Grund
lage dieses Berichts könne davon ausgegangen werden, dass die Arbeitsfähigkeit zumindest ab diesem Zeitpunkt nicht mehr relevant eingeschränkt gewesen
sei
. Prognostisch bestehe ein erhöhtes Risiko für weitere
thromboembolische
Ereig
nisse. Zusammenfassend bestehe aus neurologischer Sicht
kein Leiden
mit Ein
fluss auf die Arbeitsfähigkeit (Urk. 8/37/13 ff.).
3.4.4
Den Darlegungen zur
neuropsychologischen Untersuchung durch
lic
. phil.
K._
, Fachpsychologe für Psychotherapie und Neuropsychologie, ist
zu entnehmen, aufgrund des
neuropsychologische
n
Testprofil
s sei
eine im Bereich der Intelligenz durchschnittlich
e Leistungsfähigkeit gegeben
.
V
erschiedene Leistungsbereiche
seien indessen
durch eine Verlangsamung und eine zunehmend reduzierte Belastbarkeit der Explorandin tangiert. Spezifische Ausfallmuster
hätten
aber nicht eruiert werden können. Da es für die unspezifischen Einbussen keine neurologischen Korrelate gäbe, seien die leichten kognitiven Leistungseinbussen im Rahmen des depressiven Geschehens zu verstehen. Die Arbeitsunfähigkeit aus neuropsychologischer Sicht sei in der Arbeitsunfähigkeit aus psychiatrischer Sicht enthalten (Urk. 8/37/17 f.).
3.4.5
Im interdisziplinären Konsens gelangten die
B._
-Gutachter zur Auffassung, dass
für jegliche
mittelschwere
Tätigkeit
, so auch
für die zuletzt ausgeübte
,
eine
Arbeitsfähigkeit von 80 %
bestehe. Das
zumutbare
Pensum
sei vorzugsweise voll
schichtig und unter Einlegung einer Pause
von fü
nf bis zehn Minuten pro Stunde
umzusetzen
. A
lternativ könn
t
e eine Reinigu
ngstätigkeit auch stundenweise pro Tag durchgeführt und dabei
die Pausen individuell um die Reinigungstätigk
eit
herum bezogen
werden
. Diese Einschätzung
gelte
seit
September 2013
, nachdem die Arbeitsfähigkeit
während
einige
r
Wochen gänzlich aufgehoben gewesen
sei
.
Die retrospektive
Zuordnung sei schwierig, da
die
initial begründbare Einschrän
kung zunehmend von funktionellen Symptomen beziehungsweise einer reaktiven depressiven Störu
ng abgelöst worden sei. Arbiträr
könne retrospektiv von
September bi
s Dezember 2013 von einer vollständigen
Arbeitsunfähigkeit, von Januar bis April 2014 von einer Arbeitsfähigkeit
von 50 %
und spätestens ab Mai 2014 von der aktuell
gegebenen
Arbeitsfähigkeit
von 80 %
ausgegangen werden. Bei freier Zeiteinteilung und in vertrauter Umgebung
lasse sich für den
Haushalt keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit
begründen
(Urk. 8/37/20).
3.5
Nachdem die Beschwerdeführerin am
23. Oktober 2015 einen Herzinfarkt erlitten hatte,
musste sie mehrfach reanimiert, sofort operiert und während einer Woche mit offenem Brustkorb intensivbehandelt und mechanisch beatmet werden.
Schliesslich kam noch eine Lungenembolie nach
einer
Beinvenenthrombose hinzu
. E
inzelheiten dazu können den
Bericht
en
des
E._
,
L._
, vom
3
0.
Oktober und
5.
November 2015
entnommen werden (Urk.
8/52/2 ff.
)
. V
om 23. November bis 20. Dezember 2015
befand sich
die Beschwerdeführerin
zur
kardialen Rehabilitation im
M._
. Gemäss Austrittsbericht vom 30. Dezember 2015 habe sie
zu Beginn über sehr starke Müdigkeit und Schwindel beim Aufstehen berichtet. Zuletzt
sei sie jedoch
in leicht reduziertem Allgemeinzustand,
aber
afebril
und kardiopulmonal kompensiert nach Hause entlassen
worden
(Urk. 8/57/1 ff.
).
3.6
Im von der IV-Stelle neu eingeholten undatierten Bericht der Hausärztin Dr.
A._
, mit letzter Kontrolle vom 29. April 2016, stellte
diese
folgende Diagnosen mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit (Urk. 8/67/1):
-
Status nach zweifach-ischämischem
Insult
cerebral
rechts im
September 2013 mit/bei
-
Verlangsamung, schnelle
r
Erschöpfung, Schwindel
-
Depression, Schlafstörung, Ängste
n
, Konzentrationsschwäche
-
Schmerzen
z
ervikal und
am
Oberarm beidseits
-
verlangsamtem
Sprechen
-
hereditäre
r
hämorrhagische Teleangiektasie (Morbus Osler-Weber-
Rendu
)
-
Asthma bronchiale
-
Status nach Sturz mit Lumbago am 7. März 2014
-
zentrale
r
Lungenembolie mit Rechtsherzbelastung am 9. November 2015
-
Beinvenenthrombose im November 2015
-
akute
r
Hauptstamm und RIVA-
Dissektion
am 23. Oktober 2015
-
out-
of
-hospital Reanimation am 23. Oktober 2015
-
ASD-
Occluder
seit dem 9. September 2015 bei
persistierendem
Foramen
ovale
(Erstdiagnose vo
m 30. September 2013)
-
Critical
Illness
Myopathie
-
FE-Mangelanämie
-
Hirnleistungsstörung: mentale Erschöpfung,
Vergesslichkeit, Einschrän
kung des
Kurzzeitgedächtnis
ses
, teils Auslöschung des Langzeitgedächt
nisses, langes Warten auf Antworten
-
Angststörung
Dr.
A._
attestierte der Beschwerdeführerin
aufgrund der schweren, im Rahmen der Diagnosen genannten Befunde
eine
vollständige
Arbeitsunfähigkeit
hinsichtlich aller Tätigkeiten
(Urk. 8/67/3).
3.7
Vor
Erlass des zweiten V
orbescheides vom 1
9.
September 2016 hielten
Dr.
med. et
Dr.
rer
. pol. N._
, Facharzt für Innere Medizin, und
Dr.
med.
C._
, Facharzt FMH für Neurologie, fest,
nach
der zweifachen Apoplexie, der zweimaligen Reanimation bei Kammerflimmern
und
bei
nunmehr bestehender
Hirnleistungsstörung
sei der Beschwerdeführerin
aktuell
keine Tätig
keit mehr zumutbar.
Im Vordergrund stünden
Störungen des Gedächtnisses und Störungen der Koordination
. Der kardiale Gesundheitsschaden sei
im
Oktober
2015 als Notfall erstmalig aufgetreten und sei somit getrennt zum bisherigen auch gutachterlich erfassten Krankheitsverlauf zu betrachten (Urk. 8/75/2 ff.).
3.8
Die
Gutachter
des
B._
beantworteten
am
1
6.
Mai
2017
Ergänzungsfragen der Beschwerdegegnerin (vgl.
Urk.
8/85).
Sie führte
n
aus, d
e
r Liste der Diagnosen im Gutachten lasse sich
unschwer entnehmen
, dass der
Insult
vom September 2013 berücksichtigt worden sei
. Insbesondere bei der neurologischen Untersuchung sei dieses Ereignis beachtet worden. Sodann führten sie aus, das Gutachten sei gemäss den Vorgaben psychiatrisch, neurologisch und neuropsychologisch erstellt worden, weswegen der Status nach Lungenembolie und Beinvenenthrom
bose nicht
weiter beachtet
worden sei.
Der neuropsychologische Testbericht von
Dr.
F._
habe bei der Begutachtung nicht zur Verfügung gestanden. Zur Frage betreffend den psychiatrischen Bericht von
Dr.
G._
sei schliesslich unklar, um welchen es sich handle. Gemäss Aktenverzeichnis habe ein solcher nicht zur Ver
fügung gestanden (Urk. 8/92).
3.9
In ihrer Stellungnahme vom 8. August 2017 führte RAD-Ärztin Dr.
D._
aus,
den Berichten des
E._
lasse sich nicht entnehmen, ob beide Ereignisse
(Hirn
schlag
2013 und Herzinfarkt 2015)
auf die im
Rahmen des Morbus Osler vorhan
dene
Blutg
erinnungsstörung
zurückzuführen seien
.
Die von
Dr.
A._
definierte
Depression
sodann
könne aufgrund unzureichender/fehlender Befunde nicht nachvollzogen werden. Das Vorliegen von Affektinkontinenz und psycho
motorischer Verlangsamung begründe überwiegend wahrscheinlich keine vollumfängliche Arbeitsunfähigkeit (Urk. 8/101/4).
4.
4.1
De
n
gesundheitliche
n
Zustand der Beschwerdeführerin und dessen Verlauf nach dem am 2
3.
Oktober 2015 erlittenen schweren Herzinfark
t (Kammerflimmern mit zweifacher
Reanimation) haben die RAD-Ärzte
Dr.
C._
und
Dr.
N._
vor Erlass der angefochtenen Verfügung im Feststellungsblatt vom 1
9.
September 2016 unter detaillierter Bezugnahme auf die Berichte der behandelnden Ärzte gewürdigt. Sie kamen nachvollziehbar zum Schluss, dass sei
t diesem Zeitpunkt und bis auf W
eiteres keine Erwerbstätigkeit mehr zumutbar
ist
(Urk. 8/75/2 ff.).
Diese Beurteilung ist denn auch nicht strittig. Bemängelt wird vielmehr
die Eröffnung des
Wartejahr
es
per
2
3.
Oktober 2015
und der Standpunkt der Beschwerdegegnerin, f
ür die Zeit davor sei aufgrund des
B._
-Gutachtens davon auszugehen, dass kein relevanter Gesundheitsschaden
vorgelegen
habe, was einen Leistungsanspruch ausschliesse (Urk. 8/38/6 f.,
Urk.
8/75/6).
4.2
Konkret
rügt
die Beschwerdeführerin
, es sei kein Bericht des behandelnden Psychiaters
Dr.
G._
eingeholt worden, weswegen die Abklärungen
und damit auch das Gutachten
nicht vollständig seien (
Urk.
1 S. 7
Rz
27 ff.). Es trifft zu, dass die Beschwerdegegnerin
Dr.
G._
zunächst
nicht
um einen Bericht ersuchte, obschon
Dr.
A._
am 12.
Februar
2015 darauf hingewiesen hatte,
sie habe
die Beschwerdeführerin
zur
psychiatrisch
en
Behandlung
an diesen Arzt
überwie
sen
(Urk.
8/21/1). Vor Erlass der angefochtenen Verfügung
indessen ersuchte
die Beschwerdegegnerin
Dr.
G._
am 1
9.
Dezember 2016 und erneut am 1
6.
Februar
2017
um
einen Bericht
(Urk. 8/87
f.), woraufhin dieser
aber am 8.
Mai 2017 mit
teilte, die Beschwerdeführerin befinde sich nicht mehr in seiner Behandlung (
Urk.
8/90).
Gleichwohl liegen
hinreichende
Erkenntnisse zum psychischen Gesundheitszu
stand der Beschwerdeführerin vor.
Im Rahmen der Begutachtung durch das
B._
erfolgte eine psychiatrische Untersuchung (
Urk.
8/37/7 ff.). Da den Ärzten des
B._
gemäss Verzeichnis im Gutachten
der undatierte, be
i der Beschwerdegegnerin am 5. August 20
14 eingegangene Berich
t von
Dr.
A._
zur Verfügung stand
(vgl.
Urk.
8/17,
Urk.
8/37/5)
,
war
den Gutachtern
die
Überweisung
der Beschwer
deführerin
an
Dr.
G._
bekannt. Auf eine fremdanamnestische Auskunft
von
Dr.
G._
verzichteten sie in der Folge aber
.
Dies ist nicht zu beanstanden, liegt es doch im Ermessen der Experten zu entscheiden, ob solche Auskünfte erforderlich sind (Urteil des Bundesgerichts 9C_65/2012 vom 2
8.
Februar 2012 E. 4.3). Für den Rechtsanwender entscheidend ist allein, ob
die Darlegungen
im Gutachten
schlüssig und nachvollziehbar sind. Dies ist mit Bezug auf die psychiatrische Beurteilung der Fall. Zu beachten ist sodann, dass zwischen der Überweisung an
Dr.
G._
und der Begutachtung durch die Ärzte des
B._
rund ein Jahr verging und damit keine über Jahre andauernde Behandlungshistorie vorlag. Letzteres hätte eher zur Einholung fremdanamnestischer Auskünfte Anlass gegeben. Dass
Dr.
G._
im Grundsatz die Diagnose
n
einer längeren Anpassungsstörung und eine
r
längere
n
schwere
n
depressive
n
Reaktion auf die erlittenen Schlaganfälle
gestellt
habe, wird von der Beschwerdeführerin
im Übrigen nur behauptet (Urk. 1 S. 7
Rz
27), nicht aber durch entsprechende
ärztliche
Angaben belegt.
In Bezug auf die von ihr vorgebrachten Tatsachenbehauptungen ist sie beweispflichtig.
Zu ergänzen ist sodann, dass selbst eine
fachärztlich einwandfrei fes
tgestellte psychische Krankheit
nicht ohne weiteres gleichbedeutend
ist
mit dem Vorliegen einer Invalidität. In jedem Einzelfall muss eine Beeinträchtigung der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit unabhängig von der Diagnose und grundsätzlich unbesehen der Ätiologie ausgewiesen und in ihrem Ausmass bestimmt sein.
Anhaltspunkte dafür, dass
die Arbeitsfähigkeit nicht zutreffend festgelegt wurde, sind weder ersichtlich noch geltend gemacht.
4.3
Sodann bemängelt die Beschwerdeführerin, den Gutachtern habe der
neuropsy
chologische
Bericht von
Dr.
F._
und Prof.
H._
vom 21.
November 2014 (
Urk.
8/46) nich
t vorgelegen (Urk. 1 S. 7
Rz
25
f.). Dies ist zutreffend. In der Aktenzusammenstellung im
B._
-Gutachten ist
der Bericht nicht
vermerkt
(Urk.
8/37/5 f.). Indessen führte die Beschwerdeführerin nicht näher aus, in welcher Hinsicht die Qualität der gutachterlichen Beurteilung unter diesem Umstand leidet.
Als limitierend hoben
Dr.
F._
und Prof.
H._
insbesondere eine labile Stimmungslage mit schnellen Wechseln der Affekte, eine psychomotorische Ver
langsamung und eine verminderte Belastbarkeit
hervor
.
Hierbei handelt es sich indess
en nicht um neuropsychologische
Befunde im engeren Sinne. Diesb
ezüg
lich
kamen
Prof.
H._
und
Dr.
F._
einerseits und der Experte des
B._
lic
. phil.
K._
andererseits
zur
übereinstimmenden
Schlussfolgerung
, es liege eine Beeinträchtigung der kognitiven Leistungsfä
higkeit vor (
Urk.
8/37/46, Urk.
8/46/2).
Prof.
H._
und
Dr.
F._
hielten ferner fest,
die kognitiven Dysfunktionen
seien
im Rahmen eines CCAS zu interpr
etieren
,
und sie kamen zum Schluss, es liege
keine verwertbare Arbeitsfähigkeit
vor (Urk. 8/46/2). Dies erläuterten sie aber nicht weiter.
Vor dem Hintergrund der
insgesamt
nicht schwer ausgeprägten Befunde und dem Umstand, dass
die
angestammte Tätigkeit der Beschwerdeführerin
als Reinigerin
kognitiv keine besonderen Anforderungen st
ellt
, leuchtet die Schlussfolgerung
nicht ein. Überzeugender ist diejenige der
B._
-Gutachter,
es liege in geringe
m Ausmass eine erwerbliche Beeinträchtigung vor, die zusammen mit den aus psychiatrischer S
icht relevanten Befunden mit
insgesamt
20
% zu quantifizieren sei (
Urk.
8/37/10,
Urk.
8/37/18,
Urk.
8/37/20). Dass den Gutachtern des
B._
der Bericht von
Dr.
F._
und Prof.
H._
nicht zur Verfügung stand, vermag die Beweiskraft des Gutachtens somit nicht zu erschüttern.
4.4
Sodann macht die Beschwerdeführerin geltend, die
B._
-Gutachter hätten die Folgen der beiden Sturzereignisse vom Dezember 2012 und vom März 2013 nicht in ihre Beurteilung einbezogen (Urk. 1 S. 6 f.). Zum Vorfall vom
7.
Dezember 2012 ist auf die Darlegungen in nachstehender Erwägung 5.2 zu verweisen und festzuhalten, dass dieser Sturz keine bleibenden Folgen nach sich zog.
Auch
die Beschwerdeführerin
legte nicht
näher
dar, welche bleibenden gesundheitlichen Folgen der Vorfall vom
7.
Dezember 2012 nach sich zog.
Ein Sturzereignis vom März 2013 sodann ist nicht aktenkundig, sondern ein solches vom
7.
März 2014 (vgl.
Urk.
8/23/5 f.,
Urk.
8/23/11 f.). Dieses führte gemäss den Abklärungen durch die Suva als zuständige Unfallversicherung abgesehen
von o
berflächlichen Prellungen zu keinen längerdauernden Beein
trächtigungen, weswegen das Ereignis als
ba
gatellär
eingestuft wurde (vgl.
Urk.
8/23/8 f.).
Es erweist sich somit als
nicht wesentlicher Mangel, dass
dieses Ereignis
wie auch dasjenige vom
7.
Dezember 2012
im Rahmen der Begut
achtung durch die Ärzte des
B._
konkret
keine Berücksichtigung fand
en
.
Da auch sonst keine Gründe ersichtlich sind, die die gutachterlichen Darlegungen
e
ntkräf
ten,
sondern vielmehr die Schlussfolgerungen
der Gutachter
in den jeweiligen Teilgutachten und in der Konsensbeurteilung nachvollziehbar sind,
ist es nicht zu beanstanden, dass die Beschwerdegegnerin das
B._
-Gutachten
insgesamt
als
überzeugend
einstufte (Urk. 8/38/6).
5.
5.1
Zum strittigen Aspekt
,
ob
sowohl die
ischämischen Insulte
im Jahr 2013 als auch der Herzinfarkt vom Oktober 2015 Folge derselben Grunderkrankung
sind und des
wegen das Wartejahr bere
its 2013 zu laufen begonnen hat
(Urk. 1 S. 8 f.
Rz
30 ff.)
, ist zunächst zu beachten, dass
in der Invalidenversicherung nicht die Diagnose, sondern die Auswirkung des Leidens auf die Erwerbsfähigkeit massge
bend ist
(
Art.
7
Abs.
2 ATSG)
. Somit
ist ein medizinischer Zusammenhang zwischen den Ereignissen von September 2013 und Oktober 2015 nicht per se bestimmend für
den
Lauf des Wartejahres. Ausschlaggebend ist, in welchem Umfang und wie lange sich die jeweiligen Ereignisse auf die Arbeitsfähigkeit aus
gewirkt haben.
Die Darlegungen der Beschwerdegegnerin in diesem Zusammenhang sind wenig aufschlussreich.
Im Feststellungsblatt vom 2
5.
September 2017 (vor Erlass der angefochtenen Verfügung) hielt
Dr.
D._
fest, eine gemeinsame Genese der Insulte im Jahr 2013 und des Infarkts im Ja
hr 2015 sei nicht nachgewiesen
(Urk. 8/101/4). Vor Erlass des Vorbescheides vom 1
9.
September 2016 hatten die RAD
-Ärzte
Dr.
C._
und
Dr.
N._
festgehalten, der kardiale Gesundheits
schaden ab dem 2
3.
Oktober 2015 beruhe auf einer von den vorherigen Ereignis
sen getrennten Ursache (Urk. 8/75/6). Vor Erlass des Vorbescheides vom 1
3.
August 2015 hatte RAD-Arzt
Dr.
C._
auf den im Gutachten attestierten retrospektiven Verlauf verwiesen (Urk. 8/38/6).
5.2
Ein erster
Vorfall
ereignete sich am
7.
Dezember 2012, als die Beschwerdeführerin
auf
ihre
Knie
stürzte
.
Das Sturzereignis hatte
gemäss
den
Akten der Unfallver
sicherung (Suva) einen Arbeitsausfall bis Frühling 2013 zur Folge (Aufnahme der Arbeit im März 2013 und Einstellung der Leistungen per 3
1.
Mai 2013;
Urk.
8/16/24,
Urk.
8/23/3 ff.). Dem Ar
beitgeberbericht der
Z._
ist allerdings zu entnehmen, dass die Beschwerdeführerin effektiv nur in der Zeit ab dem 2
4.
Dezember 2012 bis zum 3
1.
Januar 201
3
unfallbedingt und am 2
1.
Februar 2013 krankheitshalber fehlte (
Urk.
8/21/9). Zwar betrug das Arbeits
pensum
bei dieser Arbeitgeberin
pro Woche nur 11,25 Stunden,
jedoch
arbeitete die Beschwerdeführerin täglich (während
2,25 Stunden;
Urk.
8/21/2)
. Dies
er Umstand
stellt die attestierte vollständige Arbeitsunfähigkeit in Frage, weswegen offenbleibt, in welchem Umfang die Beschwerdeführerin seinerzeit effektiv arbeitsunfähig war.
Zusätzlich zur Ste
lle bei der
Z._
trat die Beschwerdeführerin am 2
2.
April 2013 bei
Y._
,
O._
, eine Stelle an (Administrativtätigkeiten, Unterstützung des Therapeuten, Reinigungsarbei
ten). Die Beschwerdeführerin arbeitete dort während 8 Stunden an jedem zweiten Tag (insgesamt 24 Stunden pro Woche;
Urk.
8/19/1 f.). Zusammen mit dem Wochenpensum von 11,25 Stunden respektive von 10,8 Stunden ab dem
1.
Mai 2013
bei der
Z._
(Urk. 8/21/2) lei
stete die Beschwerdeführerin ab dem 2
2.
April 2013 ein Wochenpensum von 35,25 Stunde
n
, was einem Beschäf
tigu
ngsgrad von knapp 90 % entspricht
.
Sodann
übte die Beschwerdeführerin in geringfügigem Umfang eine Reinigungs
tätigkeit in einem Privathaushalt aus (zweimal pro Monat während 3 Stunden; Urk. 8/16/23 f.). Dazu passend finden sich
im IK-Auszug
Einträge ab dem Jahr 2012 (
P._
;
Urk.
8/73/2).
Ein Beginn des Wartejahres im Zusam
menhang mit den Folgen des Sturzes vom Dezember 2012 fällt
aufgrund
der genannten
Umstände
ausser Betracht.
Hinzu kommt, dass die Beschwerdeführerin in der Anmeldung zum Leistungsbezug als Beginn des relevanten Gesundheits
schadens den September
2013 angab (Urk.
8/4/6).
5.3
Gemäss
B._
-Gutachten bestand
als Folge
der Vorfälle
vom
1
3.
und
vom 19.
Sep
tember 2013 bis
und mit
Dezember 2013
eine
vollständige Arbeitsunfähigkeit, von Januar bis April 2014 eine Arbeitsunfähigkeit von 50
%
und ab Mai 2014
eine
Arbeitsunfähigkeit von 20
%
(
Urk.
8/37/20). Die Ärzte des
E._
und später
die Hausärztin
Dr.
A._
stellten ab dem 2
4.
September 2013 Atteste
über
eine vollständige Arbeitsunfähigkeit aus (
Urk.
8/19/8 ff.). Der letzte effektive Arbeitstag bei
Y._
und bei der
Z._
war der 23.
Sep
tember 2013 (
Urk.
8/19/1,
Urk. 8/19/8 ff.,
Urk.
8/21/10).
). Die Arbeit bei
Y._
nahm die Beschwerdeführerin in der Folge nicht wieder auf. Der Arbeitgeber kündigte das Arbeitsverhältnis per Ende November 2013 (Urk. 8/19/1,
Urk.
8/19/7).
Bei der
Z._
fiel die Beschwerdeführerin laut
deren
Arbeitgeber
bericht
krankheitsbedi
ngt
bis
zum
3
1.
Dezember 2013
aus (Urk. 8/21/10
f
f
.). Danach arbeitete sie wieder während jeweils 2,16 Stunden pro Tag (10,8 Wochen
stunden;
Urk.
8/21/2). Krankheits- respektive unfallbedingte Ausfälle verzeich
nete die Arbeitgeberin hernach einzig noch für die Zeit ab dem
7.
bis zum 1
5.
und ab dem 1
8.
bis zum 2
2.
August 2014 (
Urk.
8/21/9, Urk.
8/21/12).
Das
Wochen
pensum von 10,8 Stunden entsprach
einem Beschäftigungsgrad von 25,7
%
, bez
ogen auf das bei der
Z._
übliche Wochenpensum von 42 Stun
den (U
rk.
8/21/2).
Auch die Tätigk
eit für
P._
übte d
ie
Beschwer
deführerin
2014 weiterhin aus (
Urk.
8/73/2).
Das
Pensum
belief sich auf
zweimal 3 Stunden pro Mo
nat
(
Urk.
8/16/23
f.).
V
or diesem Hintergrund
erweist sich
die Beurteilung von
Dr.
A._
in ihrem nicht datierten, bei der Beschwerdegegnerin am
5.
August 2014 eingegangen
en
Bericht, in der zuletzt ausgeübten Tätigkeit bestehe eine volle Arbeitsunfähigkeit, als
nicht überzeugend
.
Auch im Bericht vom 2
0.
November 20
1
4 attestiere
Dr.
A._
eine Arbeitsunfähigkeit von 100
%
(Urk.
8/28/1).
Sie
wies
zwar
auf d
ie Tätigkeit bei der
Z._
hin,
stufte
diese aber als angepasst
ein
(
Urk.
8/17/2 f.). Inwiefern
das seinerzeitige
Anforderungsprofil von einem all
fälligen früheren
abwich
, erschliesst sich nicht.
Dem Arbeitgeberbericht der
Z._
lassen sich keine Hinweise auf eine
qualitative
Anpassung des Tätigkeitsprofils entnehmen, sondern nur solche auf eine geringfügige zeitliche
Reduktion
(
Urk.
8/21/2,
Urk.
8/2
1/5).
Für die Beurteilung vom August 2014 stützte sich
Dr.
A._
auf Berichte des
E._
vom 1
3.
September 2013, vom 1
3.
November 2013 und vom
2.
Mai 2014 (
Urk.
8/17/6 ff.). In demjenigen vom 1
3.
November 2013 erwähnten die Ärzte, gemäss Angaben der Beschwerdeführerin sei ihre Leistungsfähigkeit stark redu
ziert. Ohne Dyspnoe könne sie nur ein Stockwerk
überwinden
. Auch in der Ebene
trete rasch Kurzatmigkeit auf
(
Urk.
8/17/11). Im Bericht
des
E._
vom 2.
Mai 2014 ist davon nichts mehr erwähnt. Vielmehr wurde auf psychische Symptome (Ver
dacht auf eine depressive Anpas
sungsstörung) hingewiesen (Urk.
8/17/6 f.). Auch
im
Bericht des
E._
vom 3
0.
April 2014, den
Dr.
A._
ihrem Verlaufsbericht vom 2
0.
November 201
4 beilegte, ist von einer erheblichen
Limitation nichts erwähnt (
Urk.
8/28/5 ff.). Die Einschätzung der Allgemeinmedizinerin
Dr.
A._
, die Beschwerdeführerin sei aufgr
und der erlittenen ischämischen
Insulte
längerfristig
vollständig in der Arbeitsfähigkeit eingeschränkt, findet
damit in den
fachärztlichen Beurteilungen keine ausreichende Stütze. Ebenso wenig kann aufgrund der von
Dr.
A._
im Verlaufsbericht
vom 2
0.
November 2014
nicht näher umschriebenen psychischen Symptome (Urk.
8/28/1)
auf
eine Arbeitsun
fähigkeit in erheblichem Umfang
geschlossen
werden.
Zusammenfassend ergibt sich, dass nichts gegen die Beurteilung der
B._
-Gutachter spricht. Da in den Berichten der Ärzte des
E._
, die die Beschwerde
führerin im Zusammenhang mit den erlittenen ischämischen Insulten behandel
ten, im weiteren Verlauf
von einem
stabilisierten gesu
ndheitlichen Zustand
die Rede war
und keine wesentlichen B
eeinträchtigungen mehr erwähnt wurden
, ist die Einschätzung der
B._
-Gutachter nachvollziehbar, dass nach anfänglicher vollständiger Arbeitsunfähigkeit
nach den Insulten im September 2013
von einer
stufenweisen
Steigerung
der Arbeitsfähigkeit
auszugehen
war
.
5.4
Frühester Beginn des
Wartejahr
es
ist nach dem Gesagten der
2
3.
September 201
3.
Ab dann war die Beschwerdeführerin
gemäss
B._
-Gutachten
bis Ende Dezember 2013 vollständig arbeitsunfähig. Ab dem
1.
Januar bis zum 3
0.
April 2014 betrug die Arbeitsunfähigkeit 50
%
und ab dem
1.
Mai 2014 noch 20
%
.
Im Jahresverlauf, das heisst
im September 2014 betrug die durchschnittliche Arbeits
unfähigkeit
somit
gerundet 52
%
(100 Tage à 100
%
+ 120 Tage à 50
%
+ 145 Tage à 20
%
:
365
Tage
= 51,78
%
). Damit ist
die Voraussetzung gemäss Art.
28
Abs.
1 lit. b IVG erfüllt.
Allerdings war zu diesem Zeitpunkt und auch hernach die
Arbeitsfähigkeit
der Beschwerdeführerin um lediglich
20
%
eingeschränkt
, womit die Voraussetzung einer Invalidität von mindestens 40
%
im Sinne von
Art.
28
Abs.
1 lit. c IVG nicht gegeben ist. Dies steht dem Anspruch auf eine Rente entgegen
. Diese Voraus
setzung erfüllte die Beschwerdeführerin erst nach Ablauf eines Jahr
es seit dem Herzinfarkt vom 23.
Oktober 201
5.
Ab dem 2
3.
Oktober 2015
und auch nach Ablauf eines Jahres seither war die Beschwerdeführerin nicht in der Lage, eine Erwerbstätigkeit auszuüben.
Damit
hat die
Beschwerdegegnerin der Beschwerde
führerin
richtigerweise
ab Oktober 2016
eine ganze Rente zugesprochen
.
D
a d
ie Anmeldung zum Leistungsbezug am 1
8.
Juni 2014 erfolgte (Eingang bei der Beschwerdegegnerin am 2
3.
Juni 2014; Urk. 8/4), war im Oktober 2016 die Frist von sechs Monaten
gemäss
Art.
29
Abs.
1 IVG
abgelaufen
.
Der
angefochtene Entscheid der Beschwerde
gegnerin
ist nicht zu beanstanden.
Weitere Abklärungen, wie sie die Beschwerdegegnerin vor Erlass der Verfügung zunächst in Betracht gezogen hat (
Urk.
9/94) und wie sie von der Beschwerde
führerin eventualiter beantragt wurden (Urk. 1 S. 2), sind damit entbehrlich. Viel
mehr erweist sich die
gegen
die Verfügung vom 2
2.
November 2017
erhobene Beschwerde
als unbegründet und ist daher
abzuweisen.
5.
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrens-aufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1‘000.-- festzulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG) und auf Fr. 8
00.-- anzusetzen.
Ausgangsgemäss sind die Kosten der Beschwerdeführerin aufzuerlegen
.