# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 7a94fde3-27c7-50f9-a739-c1b4aab647e0
**Court:** SG_VG
**Chamber:** SG_VG_001
**Year:** 2019
**Language:** de
**Jurisdiction:** SG / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Das Verwaltungsgericht stellt fest:
A. A._ reichte am 16. November 2015 bei der Studienadministration der Universität St.
Gallen seine Bachelor-Arbeit ein. Nachdem die Studienadministration die Annahme der
Arbeit wegen fehlender Anmeldung verweigert hatte, sandte A._ die Arbeit
gleichentags per Einschreiben. Mit Verfügung vom 3. Dezember 2015 hielt der
Studiensekretär fest, dass die Abgabe der Bachelor-Arbeit nicht akzeptiert werde, da
sich A._ nicht fristgerecht angemeldet habe. Die Anmeldefrist sei am 30. Oktober 2015
abgelaufen und die Studienadministration habe die Annahme der Arbeit deshalb zu
Recht verweigert. Auf das Wiedererwägungsgesuch von A._ vom 24. November 2015
werde nicht eingetreten. Den dagegen erhobenen Rekurs vom 16. Dezember 2015 wies
die Rekurskommission der Universität St. Gallen mit Entscheid vom 21. April 2016
(Versand am 26. August 2016) ab. Sie stellte zusammengefasst fest, dass die Frist
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betreffend Anmeldung zu Prüfungen bzw. Abgabe einer wissenschaftlichen Arbeit nicht
verlängert werden könne. Eine Wiederherstellung der Frist sei nicht möglich, da A._
die Frist selbstverschuldet versäumt habe.
B. Am 12. September 2016 legte A._ durch seinen Rechtsvertreter Rekurs gegen den
Entscheid vom 21. April 2016 beim Universitätsrat ein. Mit Schreiben vom 28.
November 2016 wurde A._ gebeten, zum aktuellen Rechtsschutzinteresse Stellung zu
nehmen. Diese Stellungnahme reichte der Rechtsvertreter am 14. Dezember 2016 ein.
Der Universitätsrat schrieb den Rekurs mit Beschluss vom 11. Dezember 2017 mangels
aktuellem schutzwürdigem Interesse als gegenstandslos ab. A._ habe am 1. Oktober
2016 seinen Bachelor-Abschluss erhalten. Zudem stellte der Universitätsrat fest, dass
die Rekurskommission den Anspruch auf Beurteilung innert angemessener Frist nicht
verletzt habe.
Gegen diesen Beschluss erhob der Rechtsvertreter für A._ (Beschwerdeführer) am 16.
Januar 2018 Beschwerde vor Verwaltungsgericht. Er stellte die Anträge, dass der
Beschluss des Universitätsrates vom 11. Dezember 2017, der Entscheid der
Rekurskommission vom 21. April 2016 und die Feststellungsverfügung des
Studiensekretärs vom 3. Dezember 2015 unter Kosten- und Entschädigungsfolge
aufzuheben und festzustellen sei, dass die Bachelor-Arbeit des Beschwerdeführers
rechtzeitig am 16. November 2015 eingereicht worden sei, so dass er zur Diplomierung
im März 2016 hätte zugelassen werden können und dass die Rekursverfahren vor der
Rekurskommission und dem Universitätsrat den verfassungsmässigen Anspruch auf
Beurteilung innert angemessener Zeit verletzt hätten.
Der Universitätsrat (Vorinstanz) verzichtete stillschweigend auf eine Vernehmlassung
und überwies mit Schreiben vom 9. Februar 2018 die Vorakten.
Auf die Vorbringen des Beschwerdeführers zur Begründung seiner Anträge sowie die
Akten wird, soweit für den Entscheid relevant, in den nachstehenden Erwägungen
eingegangen.

## Considerations

Darüber zieht das Verwaltungsgericht in Erwägung:
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1. Die sachliche Zuständigkeit des Verwaltungsgerichts ist gegeben (Art. 59 Abs. 1
des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege, sGS 951.1; VRP). Die
Beschwerdeeingabe vom 16. Januar 2018 erfüllt die gesetzlichen Anforderungen in
zeitlicher, sachlicher und inhaltlicher Hinsicht (Art. 64 in Verbindung mit Art. 47 Abs. 1
und Art. 48 Abs. 1 und 2 VRP).
Nicht einzutreten ist auf die Beschwerde, soweit der Beschwerdeführer beantragt, der
Entscheid der Rekurskommission vom 21. April 2016 und die Feststellungsverfügung
des Studiensekretärs vom 3. Dezember 2015 seien aufzuheben. Denn der
angefochtene Beschluss ist an die Stelle des ihm zugrundeliegenden
Rekursentscheides bzw. der Feststellungsverfügung getreten und diese gelten
inhaltlich als mitangefochten (Devolutiveffekt, BGer 2C_249/2014 vom 27. März 2015
E. 1.3 mit Hinweis auf BGE 138 II 169 E. 3.3).
1.1. Die Vorinstanz wies darauf hin, dass die Bachelor-Arbeit des Beschwerdeführers in
der nachfolgenden Abgabeperiode korrigiert worden sei und er am 1. Oktober 2016
seinen Bachelor-Abschluss erlangt habe. Wenn das Rechtsschutzinteresse während
der Hängigkeit des Verfahrens dahinfalle, werde es als gegenstandslos abgeschrieben.
Zu prüfen ist, ob der Beschwerdeführer ein Rechtsschutzinteresse an der Behandlung
seiner Beschwerde hat. Diese Frage deckt sich wiederum weitgehend mit der Frage,
ob auch im Rekursverfahren vor der Vorinstanz ein Rechtsschutzinteresse des
Beschwerdeführers bestanden hat.
1.2. Die Beschwerdebefugnis setzt ein eigenes schutzwürdiges Interesse an der
Aufhebung oder Änderung des angefochtenen Entscheids voraus (vgl. Art. 64 in
Verbindung mit Art. 45 Abs. 1 VRP). Das Anfechtungsinteresse muss aktuell sein, d.h.
die rechtliche oder tatsächliche Situation des Beschwerdeführers muss durch den
Ausgang des Verfahrens beeinflusst werden können (Cavelti/Vögeli,
Verwaltungsgerichtsbarkeit im Kanton St. Gallen, 2. Aufl. 2003, Rz. 400; B. Waldmann,
in: Niggli/Uebersax/Wiprächtiger [Hrsg.], Basler Kommentar Bundesgerichtsgesetz,
2. Aufl. 2011, N 17 zu Art. 89). Vom Erfordernis des aktuellen schutzwürdigen
Interesses ist ausnahmsweise abzusehen, wenn sich die mit der Beschwerde
aufgeworfenen grundsätzlichen Fragen unter ähnlichen Umständen wieder stellen
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können, ohne dass im Einzelfall rechtzeitig eine richterliche Prüfung möglich wäre, und
deren Beantwortung im öffentlichen Interesse liegt (BGE 139 I 206 E. 1.1, 135 I 79
E. 1.1, VerwGE B 2015/6 vom 23. August 2016 E. 1, B 2014/247 vom 30. Juni 2015 E.
1.2 mit Hinweisen, www.gerichte.sg.ch).
1.3. Wie die Vorinstanz zu Recht ausführt, wurde die Bachelor-Arbeit des
Beschwerdeführers in der nachfolgenden Abgabeperiode korrigiert und er erhielt
unbestrittenermassen am 1. Oktober 2016 seinen Bachelor-Abschluss. Folglich liegt
zwar kein aktuelles Rechtsschutzinteresse mehr vor. Allerdings wendet der
Beschwerdeführer zu Recht ein, dass ein Feststellunginteresse besteht, ob das
Verpassen der Anmeldefrist und die damit verbundene Annahmeverweigerung der
Bachelor-Arbeit als überspitzer Formalismus zu werten sei. Gemäss der Stellungnahme
des Studiensekretärs vom 21. Januar 2016 gibt es das Problem, dass Studierende die
Anmeldefrist verpassen und ihre Arbeit am selben Tag anmelden und einreichen
wollen, immer wieder. Der Beschwerdeführer bringt zudem vor, dass die Vorinstanz
durch lange Verfahren erreichen könne, dass das Rechtsschutzinteresse nicht mehr
gegeben sei. Dementsprechend zeigt sich, dass sich die Frage unter gleichen oder
ähnlichen Umständen wieder stellen könnte, ohne dass im Einzelfall rechtzeitig eine
richterliche Prüfung möglich wäre. Überdies ist der Einwand des Beschwerdeführers,
dass er unter Umständen aus beruflichen Gründen bzw. aus der
Erklärungsbedürftigkeit der sich aus dem verspäteten Bachelor-Abschluss ergebenden
Lücke im Lebenslauf ein Feststellungsinteresse hat, stichhaltig (vgl. VerwGE B
2016/251 vom 16. März 2018 E. 1, www.gerichte.sg.ch). Weiter legt der
Beschwerdeführer nachvollziehbar dar, dass die Wahlmöglichkeiten zur Fortsetzung
seines Studiums in einem ausländischen Master-Programm durch die verzögerte
Graduation eingeschränkt und dadurch wesentlich längere Wartezeiten für eine
Einschreibung an einer ausländischen Universität entstanden seien. Folglich ist auf die
Beschwerde einzutreten.
1.4. Die Vorinstanz schrieb das Verfahren wegen Gegenstandslosigkeit ab, weil das
Rechtsschutzinteresse während der Hängigkeit des Verfahrens dahingefallen sei.
Gemäss Art. 40 des Gesetzes über die Universität St. Gallen (sGS 217.11, UG) wurde
das VRP für anwendbar erklärt. Nach Art. 57 Abs. 1 VRP wird ein Rekurs
abgeschrieben, wenn er zurückgezogen oder sonst gegenstandslos geworden ist.
http://www.gerichte.sg.ch
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Gegenstandslosigkeit liegt vor, wenn die Grundlagen der Streitigkeit im Lauf des
Verfahrens dahinfallen und/oder die Beteiligten jedes rechtliche Interesse an einer
Entscheidung verloren haben (Cavelti/Vögeli, a.a.O., Rz. 1045). Bei einer nachträglichen
Änderung des Sachverhalts sind zwei gedankliche Schritte zu unterscheiden: Erstens
stellt sich die Frage, ob das aktuelle Interesse weiterhin bestehen bleibt oder ob es
dahingefallen ist; nur im letzteren Fall ist zweitens zu prüfen, ob deshalb auch das
Rechtsschutzinteresse weggefallen ist oder ob ausnahmsweise auf das Erfordernis des
aktuellen Interesses zu verzichten sei (M. Bertschi, in: A. Griffel [Hrsg.], Kommentar
zum Verwaltungsrechtspflegegesetz des Kantons Zürich [VRG], 3. Aufl. 2014, N 24 zu
Art. 21 VRG). Im vorliegenden Fall besteht seitens des Beschwerdeführers nach wie vor
ein Interesse an der Behandlung des Streitfalls. Bei der Beurteilung der Frage nach
dem Rechtschutzinteresse des Beschwerdeführers handelt es sich um eine
Eintretensfrage im Sinne der Frage nach der Legitimation. Die Abschreibung des
Verfahrens infolge Gegenstandslosigkeit durch die Vorinstanz ist demnach
rechtswidrig. Wie bereits ausgeführt, ist das Rechtsschutzinteresse des
Beschwerdeführers unter den gegebenen Umständen zu bejahen. Die Vorinstanz ist
daher gehalten, den Rekurs des Beschwerdeführers in der Sache materiell zu prüfen.
Die Beschwerde ist demnach in diesem Punkt zu schützen und Ziff. 1 Satz 1 des
angefochtenen Beschlusses der Vorinstanz aufzuheben.
1.5. Gegen einen solcherart begründeten gerichtlichen Rückweisungsentscheid könnte
eingewendet werden, er habe einen formalistischen Leerlauf zur Folge bzw. das Gebot
der Verfahrensbeschleunigung gebiete direkt eine materielle Entscheidung. Diesem
Gebot ist aber nur dann durch eine "Heilung" des formalen Fehlers Rechnung
getragen, wenn das "heilende" Gericht dadurch in die Lage versetzt ist, in der Sache
selbst abschliessend zu entscheiden. Der Beschwerdeführer rügt vorliegend unter
anderem, dass die Anmeldefrist aufgrund leichten Verschuldens wiederherzustellen
und die Handhabung der Anmeldefrist überspitzt formalistisch sei. Die Vorinstanz hat in
der Sache noch nicht materiell entschieden. Ein Entscheid betreffend die
Wiederherstellung der Anmeldefrist liegt im Ermessen der verfügenden Instanz,
welches ihr über Art. 148 Abs. 1 ZPO (in Verbindung mit Art. 30ter Abs. 1 VRP)
eingeräumt wird (vgl. N. Gozzi, in: Spühler/Tenchio/Infanger [Hrsg.], Basler Kommentar
zur Schweizerischen Zivilprozessordnung, 3. Aufl. 2017, N 4 zu Art. 148). Vor
Verwaltungsgericht können gemäss Art. 61 Abs. 1 und Abs. 2 VRP nur
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Rechtsverletzungen sowie die unrichtige Feststellung des Sachverhalts gerügt werden;
die Rüge der Unangemessenheit ist ausgeschlossen. Aufgrund der eingeschränkten
Kognition sowie der bisher fehlenden materiellen Behandlung des Rekurses ist daher
davon abzusehen, den formellen Fehler zu heilen und trotz des Gebots der
beförderlichen Behandlung bereits in der Sache selbst zu entscheiden.
2. Zu prüfen bleibt, ob der Vorinstanz und der Rekurskommission Rechtsverzögerung
vorzuwerfen ist. Der Beschwerdeführer ist der Ansicht, dass in beiden Rekursverfahren
der Anspruch auf Beurteilung innert angemessener Frist verletzt worden sei. Gegen die
Feststellungsverfügung vom 3. Dezember 2015 habe er am 16. Dezember 2015 Rekurs
bei der Rekurskommission eingelegt. Dieser Rekurs sei zwar am 21. April 2016
entschieden, aber erst am 29. August 2016 verschickt worden. Diese Verfahrensdauer
sei mit Sicherheit nicht angemessen, zumal im Merkblatt „Rekurskommission/
Rekurswesen“ explizit darauf hingewiesen werde, dass die Dauer des
Rekursverfahrens ab Eingang der Rekursschrift bis zur Erstellung des
Rekursentscheides zwei bis drei Monate in Anspruch nehmen könne. Wenn der Rekurs
innert der zwei bis drei Monate behandelt worden wäre, wäre gar noch eine
Diplomierung mit dem Bachelor-Grad im März 2016 möglich gewesen. Dasselbe gelte
für das Rekursverfahren vor der Vorinstanz. Der Schriftenwechsel sei am 19. Dezember
2016 als beendet erklärt worden. Es sei ihm vom Dienst für Recht und Personal des
Bildungsdepartements in Aussicht gestellt worden, dass an der nächsten Sitzung der
Vorinstanz Antrag zum Entscheid gestellt werde. Am 20. September 2017 habe er sich
nach dem Stand der Dinge erkundigt. Mit Schreiben vom 22. September 2017 sei auf
die anhaltende hohe Geschäftslast und personelle Wechsel verwiesen worden, was zu
einer Verzögerung der Bearbeitung des Rekurses geführt habe. Entschieden worden
sei der Rekurs erst am 11. Dezember 2017, also rund ein Jahr nach Eingang der letzten
Rechtsschrift. Es könne nicht angehen, ein Rekursverfahren so lange zu verschleppen.
2.1. Die Vorinstanz hält die Gesamtdauer des vorinstanzlichen Verfahrens gerade noch
für angemessen. Der Schriftenwechsel sei einigermassen straff geführt worden. Ab
Abschluss des Schriftenwechsels bis zur Eröffnung des Entscheids seien 28 Wochen
vergangen. Die gesundheitliche Beeinträchtigung des juristischen Sekretärs vermöge
zwar die lange Verfahrensdauer nicht zu relativieren, doch sei eine Verletzung des
Anspruchs auf Beurteilung innert angemessener Frist nicht ersichtlich.
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2.2. Gemäss Art. 29 Abs. 1 BV hat jede Person in Verfahren vor Gerichts- und
Verwaltungsinstanzen Anspruch auf gleiche und gerechte Behandlung sowie auf
Beurteilung innert angemessener Frist. Der gleichlautende Anspruch ist auch
konventionsrechtlich garantiert (vgl. Art. 6 Ziff. 1 Satz 1 der Konvention zum Schutze
der Menschenrechte und Grundfreiheiten, SR 0.101, EMRK). Nach Art. 77 Abs. 3 der
Verfassung des Kantons St. Gallen (sGS 111.1, KV) gewährleisten
Rechtspflegeverfahren und Gerichtsorganisation, dass rasch und verlässlich Recht
gesprochen wird. Besteht keine gesetzliche Frist, wird der Anspruch auf Beurteilung
innert angemessener Frist verletzt, wenn eine Sache über Gebühr verschleppt wird und
die Gesamtdauer des Verfahrens nicht mehr angemessen ist. Die Angemessenheit der
Verfahrensdauer beurteilt sich nach der Art des Verfahrens und den konkreten
Umständen einer Angelegenheit (vgl. auch die Übersicht von Steinmann, a.a.O., N 22
ff. zu Art. 29, BGE 135 I 265 E. 4.4). Innerhalb dieses Kreises ist auf den Umfang und
die Komplexität der aufgeworfenen Sachverhalts- und Rechtsfragen abzustellen
(Steinmann, a.a.O., N 25 zu Art. 29). Chronische Arbeitsüberlastung und strukturelle
Mängel können eine überlange Verfahrensdauer nicht rechtfertigen, sondern erfordern
organisatorische Massnahmen (Müller, a.a.O. S. 841, Steinmann, a.a.O., N 25 zu Art.
29).
Nach Abschluss des Verfahrens kann eine nachträglich durch die Rechtsmittelinstanz
konstatierte Rechtsverzögerung nicht mehr beseitigt werden. In diesem Fall fällt die
blosse Feststellung als Wiedergutmachung in Betracht (Steinmann, a.a.O., N 26 zu Art.
29). Die Rechtsverzögerung kann und soll im Dispositiv förmlich festgestellt werden.
Darüber hinaus kann der Verfassungsverletzung mit einer vorteilhaften Kostenregelung
Rechnung getragen werden (BGE 138 II 513 E. 6.5, BGer 1C_370/2013 vom 14.
Oktober 2013 E. 6).
2.3. Betreffend das Rekursverfahren vor der Rekurskommission verfügt die Vorinstanz
über ein Merkblatt „Rekurskommission/Rekurswesen“ (https://www.unisg.ch/de
Universitaet/Über-uns/Strukturen/Rechtspflegeorgane/Rekurskommission). Darin wird
festgehalten, dass die Behandlung eines Rekurses ab Eingang der Rekursfrist bis zur
Zustellung des Rekursentscheides in den vergangenen Jahren zwei bis drei Monate in
Anspruch genommen hat (Ziff. 3.3). Der Rekurs ging vorliegend am 16. Dezember 2015
bei der Rekurskommission ein. Der Schriftenwechsel wurde in Anbetracht der Feiertage
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straff und zügig geführt und Mitte Februar 2016 abgeschlossen. Auf Nachfrage des
Beschwerdeführers am 9. Mai 2016 hin, teilte die Rekurskommission am 13. Mai 2016
per E-Mail mit, dass der Rekurs an der Sitzung vom 21. April 2016 behandelt worden
sei. Die entsprechende Entscheidbegründung werde ihm so bald als möglich
zugeschickt. Versandt wurde der begründete Entscheid am 25. August 2016. Zwischen
dem Abschluss des Schriftenwechsels und der Eröffnung des Entscheides vergingen
also sechs Monate. Wie die Vorinstanz zu Recht bemerkt, vermag die gesundheitliche
Beeinträchtigung des juristischen Sekretärs die lange Verfahrensdauer nicht zu
relativieren. Die für die Entscheidredaktion beanspruchte Zeitspanne ist daher im
oberen zeitlich vernünftigen Rahmen anzusiedeln, erscheint aber – wie auch die
Vorinstanz ausführt – gerade noch angemessen.
Im Verfahren vor der Vorinstanz wurde der Rekurs am 12. September 2016 erhoben
und der Schriftenwechsel am 19. Dezember 2016 abgeschlossen. Die Vorinstanz
entschied erst ein Jahr später, am 11. Dezember 2017 (Versand am 20. Dezember
2017), über den Rekurs. Der Beschwerdeführer erhielt am 1. Oktober 2016 seinen
Bachelor-Abschluss. Das aktuelle Rechtschutzinteresse fiel damit praktisch unmittelbar
nach der Rekurserhebung dahin. Zwar bestand – wie bereits unter E. 1.3 und 1.4
ausgeführt – nach wie vor ein Interesse an der Behandlung des Rekurses,
nichtsdestotrotz kommt der beförderlichen Behandlung eines Rechtsmittelverfahrens in
einer solchen Konstellation nicht mehr dieselbe Bedeutung zu. Es ist daher
nachvollziehbar, dass die Vorinstanz ihre Prioritäten zulasten dringenderer Geschäfte
anders gewichtete. Daher kann der Vorinstanz trotz der einjährigen Verfahrensdauer
unter Berücksichtigung des fehlenden aktuellen Rechtsschutzinteresses keine
Rechtsverzögerung vorgeworfen werden. Insoweit ist die Beschwerde deshalb
abzuweisen.
3. Zusammenfassend ergibt sich, dass die Beschwerde, soweit darauf einzutreten ist,
teilweise gutzuheissen, Ziff. 1 Satz 1 des angefochtenen Beschlusses der Vorinstanz
aufzuheben und entsprechend dem Eventualbegehren des Beschwerdeführers die
Sache zur materiellen Behandlung des Rekurses an die Vorinstanz zurückzuweisen ist.
Die Aufhebung des angefochtenen Abschreibungsbeschlusses der Vorinstanz führt
dazu, dass von Amtes wegen auch über die Kosten des vorinstanzlichen Verfahrens zu
befinden ist (vgl. R. Hirt, Die Regelung der Kosten nach st. gallischem
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Verwaltungsrechtspflegegesetz, Lachen SZ/St. Gallen 2004, S. 103 und 182).
Folgerichtig können nicht die Kostenfolgen gemäss Abschreibungsbeschluss bestehen
bleiben, wenn die Vorinstanz neu in der Sache entscheiden muss. Zwangsläufig ist
deshalb die Kostenregelung gemäss Ziff. 2 und 3 des angefochtenen Beschlusses der
Vorinstanz ebenfalls aufzuheben, und diese wird auch darüber neu zu befinden haben.
Hinsichtlich der vom Beschwerdeführer geltend gemachten Rechtsverzögerung durch
die Vorinstanzen ist festzuhalten, dass sowohl die Vorinstanz als auch die
Rekurskommission die Rekurse innert angemessener Frist beurteilt haben.
4.
4.1. Dem Verfahrensausgang entsprechend – Rückweisung an die Vorinstanz zu
erneutem Entscheid mit offenem Ausgang gilt als vollständiges Obsiegen (VerwGE
B 2017/76 vom 16. August 2018 E. 5 und B 2017/179 vom 22. Oktober 2018 E. 4.1,
www.gerichte.sg.ch) und der abgewiesene Antrag auf Feststellung einer
Rechtsverzögerung ist ohne Auswirkung auf die Kostenfolge – sind die amtlichen
Kosten des Beschwerdeverfahrens der Universität St. Gallen aufzuerlegen (Art. 95 Abs.
1 VRP). Eine Entscheidgebühr für das Beschwerdeverfahren von CHF 2'000 erscheint
angemessen (Art. 7 Abs. 1 Ingress und Ziff. 222 der Gerichtskostenverordnung, sGS
941.12). Auf die Erhebung ist zu verzichten (Art. 95 Abs. 3 VRP). Der geleistete
Kostenvorschuss in der Höhe von CHF 2‘000 ist dem Beschwerdeführer
zurückzuerstatten.
4.2. Der Beschwerdeführer hat im Beschwerdeverfahren mehrheitlich obsiegt, weshalb
ihn die Universität St. Gallen ausseramtlich zu entschädigen hat (Art. 98 Abs. 1 VRP in
Verbindung mit Art. 98 VRP). Sein Rechtsvertreter hat keine Kostennote eingereicht,
und somit ist die Entschädigung nach Ermessen festzulegen (vgl. Art. 30 lit. b Ziff. 1
und Art. 31 Abs. 1 und 2 des Anwaltsgesetzes, sGS 963.70, AnwG, sowie Art. 6 und 19
der Honorarordnung für Rechtsanwälte und Rechtsagenten, sGS 963.75, HonO). Zu
berücksichtigen ist, dass lediglich ein einfacher Schriftenwechsel stattgefunden hat.
Eine Entschädigung von CHF 2'500 für das Beschwerdeverfahren erscheint als
angemessen (Art. 22 Abs. 1 lit. b HonO). Hinzu kommen pauschale Barauslagen in
Höhe von CHF 100 (vier Prozent von CHF 2'500, Art. 28 Abs. 1 HonO) sowie die
bis
bis
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Mehrwertsteuer von 7,7% (Art. 29 HonO). Dass der Beschwerdeführer die
Entschädigung nicht zuzüglich Mehrwertsteuer beantragt hat, schadet nicht, da der
Antrag noch vor Inkrafttreten der revidierten Honorarordnung am 1. Januar 2019
gestellt wurde.