# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** ff9ececf-d807-566a-8fc0-7897fddf77cb
**Court:** ZH_SVG
**Chamber:** ZH_SVG_001
**Year:** 2016
**Language:** de
**Jurisdiction:** ZH / Zürich
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1961, verfügt über keine berufliche Ausbildung. Zuletzt war sie zwischen dem 3. Juni 1980 und dem 28. Februar 2011 (Urk. 10/18/1) als Mitarbeiterin Produktion in der Metzgerei der
Z._
AG tätig, wobei der letzte
effektive Arbeitstag am 2
8
. Februar
2010 war (Urk. 10/18/2). Am 7. Oktober 2010
(Urk. 10/15/10) meldete sie sich wegen Schmerzen im rechten Arm, im Rücken,
in der Schulterregion und im Nacken, Problemen mit Kopfbewegungen (Schmer
zen, Brechreiz, Schwindel), Schmerzen beim Gehen, sozialem Rückzug sowie Schlafproblemen bei der Eidgenössischen Invalidenversicherung zum
Leis
tungs
bezug
an. Die Beschwerdegegnerin tätigte erwerbliche (Urk. 10/18, 10/24) sowie medizinische (Urk. 10/14, 10/25, 10/31, 10/33) Abklärungen
. Ge
stütz
t
auf
das durch die
A._
GmbH (nachfolgend:
A._
) in Basel am 9. August
2011 (Urk. 10/43) erstattete polydisziplinäre
(allge
mein-internis
tisch, orthopädisch und psychiatrisch)
Gutachten
wurde
mit Ver
fügung vom 29. März 2012 (Urk. 10/71) ein Rentenanspruch der Versicherten verneint. Die dagegen erhobene Beschwerde wurde durch das hiesige Gericht mit Urteil vom 13. November 2013 (Urk. 10/83) abgewiesen
.
2.
Mit Neuanmeldung vom 20. Mai 2015 (Urk. 10/96)
beantragte die Versicherte unter Beilage diverser ärztlicher Berichte (Urk. 10/95)
wiederum
Leistungen der Eidgenössischen Invalidenversicherung.
Mit Vorbescheid vom 12. August 2015 (Urk. 10/98) wurde der Versicherten das Nichteintreten auf die Neuanmeldung in Aussicht gestellt. Dagegen wurden am 8. September 2015 (Urk. 10/100) und am 12. Oktober
2015 (Urk. 10/103) Einwände erhoben. Mit Verfügung vom 20. Oktober
2015 (Urk. 10/105) trat die Beschwerdegegnerin wie angekündigt nicht auf das erneute Leistungsbegehren ein.
3.
Mit Beschwerde vom 19. N
ovember 2015 (Urk. 1) beantragt
die Beschwerde
führerin das Eintreten auf das Leistungsbegehren vom 20. Mai 2015 unter Auf
hebung des Vorbescheides vom 12. August
2015 sowie der Verfügung vom 20. Oktober
2015, was der Beschwerdegegnerin mit Verfügung vom 23. November 2015
(Urk. 5)
unter Ansetzung einer Frist zur Beschwerdeantwort zur Kenntnis gebracht wurde.
Mit Schreiben vom 23. November 2015 (Urk. 6) reichte die Beschwerdeführerin ein Schreiben ihres behandelnden Psychiaters vom 17. November 2015 (Urk. 7) ein, was der Beschwerdegegnerin mit Verfü
gung vom 24. November 2015 (Urk. 8) zur Kenntnis gebracht wurde. Mit
Be
schwerdeantwort
vom 23. Dezember 2015 (Urk. 9) beantragt die
Beschwerde
gegnerin
die Abweisung der Beschwerde, was der Beschwerdeführerin mit Ver
fügung vom 4. Januar 2016 (Urk. 11) zur Kenntnis gebracht wurde.
Das Gericht

## Considerations

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG
).
Sie kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung, IVG)
.
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beein
trächtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verur
sachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommen
den ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesund
heitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Jede psychogene Störung, ob einfache oder neurotische Form, kann im Einzel
fall Krankheitswert haben, weshalb jeder Einzelfall sorgfältig geprüft werden muss. Notwendig sind in jedem Fall ein ausführlicher ärztlicher Bericht oder ein entsprechendes fachärztliches Gutachten sowie die Abklärung der erwerblichen Umstände (AHI 1997 S. 43 E. 5c). Dabei müssen psychiatrische Berichte in der Regel auf einer persönlichen Untersuchung beruhen (RKUV 2001 Nr. U 438 S.
345, Urteile des Bundesgerichts 9C_602/2007 vom 11. April 2008 E. 5.3 und I 169/06 vom 8. August 2006 E.
4.4 mit Hinweisen). Für die verlässliche Beurtei
lung des psychischen Gesundheitszustandes und seiner Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit sind in der Regel psychiatrische Fachärzte beizuziehen (BGE 130 V 352 E.
2.2.3., Urteil des Bundesgerichts 8C_989/2010 vom 16. Februar 2011 E. 4.4.2 mit Hinweisen).
1.3
Ergibt die Prüfung durch die Verwaltung, dass die Vorbringen der versicherten Person nicht glaubhaft sind, so erledigt sie das Gesuch ohne weitere Abklärun
gen durch Nichteintreten. Stellt sie fest, dass der Invaliditätsgrad, die Hilflosig
keit, der invaliditätsbedingte Betreuungsaufwand oder der Hilfebedarf seit Erlass
der früheren rechtskräftigen Verfügung keine Veränderung erfahren hat, so weist
sie das neue Gesuch ab. Im Beschwerdefall obliegt die gleiche materielle
Prü
fungspflicht
auch dem Gericht (BGE 117 V 198 E. 3a, 109 V 108 E. 2a und b).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin
trat auf
das erneute Leistungsbegehren der Beschwer
deführerin vom 20. Mai 2015 (10/96)
durch Erlass der angefochtenen Verfü
gung vom 20. Oktober 2015 nicht ein
(Urk. 10/105
= Urk. 2
)
.
Nachfolgend ist des
halb zu prüfen, ob aufgrund der mit der Neuanmeldung eingereichten medi
zinischen Akten
(Urk. 10/95)
eine anspruchserhebliche Änderung des Ge
sund
heitszustandes
glaubhaft
gemacht wurde.
2.2
Die Beschwerdegegnerin begründete ihr Nichteintreten auf die Neuanmeldung
damit, dass nicht glaubhaft dargelegt worden sei, dass sich die tatsächlichen Verhältnisse seit der letzten Verfügung wesentlich verändert hätten, sondern
es liege
eine andere Beurteilung desselben Sachverhalts vorliege.
Gemäss dem Regionalen Ärztlichen Dienst (RAD
) l
a
sse
sich auf
grund des Fehlens objektiver Befunde keine Veränderung zur Begutachtung im Jahr 2011 feststellen. Der Tagesablauf sei in etwa gleich und die Beschwerde
führerin könne in die Ferien reisen, wobei sich ihr gesundheitlicher Zustand bessere, was nicht mit einer anhaltenden schweren depressiven Störung zu ver
einbaren sei
(Urk. 2 S. 1 f.)
.
2.
3
Die Beschwerdeführerin bringt dagegen vor, dass sich gemäss Bericht des
B._
eine deutlich
e
Verschlechterung des Gesund
heitszustandes ergeben habe. Es sei unter anderem eine rezidivierende depres
sive Störung, gegenwärtig schwere depressive Episode ohne psychotisch
e
Symp
tome (ICD-10: F33.2)
,
diagnostiziert worden. Der Tagesablauf habe sich stark verändert, da
s
ie fast den ganzen Tag schlafe. Es sei offensichtlich, dass sich im Vergleich zum Gutachten aus dem Jahr 2011 eine erhebliche Verschlechterung ergeben habe und neue Krankheitssymptome hin
zugetreten seien
wie
Konzen
trationsstörung
, Schwindel, verminderte
Affekt
steuerung
,
Impulskontroll
störung
, Suizidideen, dauerndes Schlafen auch tags
über.
Dr.
C._
, Facharzt für Chirurgie, habe in seinem Be
richt vom 17. November 2015 ausgeführt, dass sich der Gesamtzustand seit der Begutachtung klinisch deutlich verschlechtert habe und aus somatischer Sicht eine Arbeitsfähigkeit von 30 % in einer
behin
derungsangepassten
Tätigkeit attestiert
(Urk. 1 S. 3 ff.)
.
3.
3.1
Die Beschwerdegegnerin stützte ihre rentenverneinende Verfügung vom 29. März
2012 (Urk. 10/70) in medizinischer Hinsicht auf das polydisziplinäre
A._
-Gut
achten, welches
den Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin in
de
n
Fach
bereiche
n
Allgemeine Innere Medizin, Orthopädie und Psychiatrie be
leuchtete.
Der Allgemein-Internistische Gutachter
,
Dr.
med.
D._
, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin,
erhob mit Ausnahme einer Adipositas mit einem BMI von 30 kg/m
2
durchwegs unauffällige Befunde
.
Der psychiatrische Gutachter,
Dr.
E._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, hielt als psychopathologischen Befund fest, dass der aktive Kontakt mit der Beschwerdeführerin gut herstellbar gewesen sei. Während des ganzen Gespräches sei sie in leidender und trauriger Haltung geblieben. Die Stimmung sei depressiv gewesen.
Jedo
ch seien weder die Aufmerksamkeit noch die Auffassung oder das Gedächtnis beeinträchtigt gewesen. Das Denken sei formal geordnet
und inhaltlich seien keine Wahnideen, Halluzinationen oder Ich-Störungen vorhanden gewesen. Hinweise auf Suizidalität hätten nicht be
standen. Sie hätte erhöhte Ermüdbarkeit, Schlafstörungen und
frühmorgend
liches
Erwachen angegeben. Ausserhalb der Familie habe sie praktisch keine Kontakte angegeben. Die Beziehungsfähigkeit sei nicht gestört gewesen
. Es hätten keine Hinweise auf eine deutlich verminderte Affektsteuerung oder
Im
pulskontrollstörungen
bestanden. Bei erhaltener Intentionalität sei der Antrieb herabgesetzt gewesen. Der Selbstwert sei mit negativen Zukunftsperspektiven bezüglich der gesundheitlichen Situation sowie einer Erwerbstätigkeit
leicht vermindert, aber die Selbstwertregulation sei erhalten gewesen. Die
Abwehrme
chanismen
seien nicht deutlich auffällig gewesen.
Es bestehe ein sekundärer Krankheitsgewinn sowie eine deutlich ausgeprägte Krankheitsüberzeugung, welche den chronischen Verlauf wesentlich mitbe
stimmten. Die angegebenen Schlafstörungen würden durch das wiederholte Hinlegen tagsüber sowie möglicherweise die Einnahme eines Benzodiazepins zum Einschlafen verstärkt. Anstelle des Benzodiazepins werde die regelmässige Einnahme eines Antidepressivums mit sedierender und schmerzmodulierender Komponente auf die Nacht sowie das Beachten der Schlafhygiene empfohlen.
Er hielt fest, dass auch der behandelnde Psychiater,
Dr.
med.
F._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, Probleme in Verbindung mit Berufstätigkeit und Arbeitslosigkeit, und damit psychosoziale Belastungen, ge
nannt habe.
Der orthopädische Gutachter,
Dr.
med.
G._
, Facharzt für Orthopädi
sche Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates,
berichtete
dass die Beschwerdeführerin b
ei der gesamten Prüfung ein unablässiges Schmerzgebaren mit äusserst diffuser Schmerzäusserung gezeigt und über eine völlig diffuse
Druckdolenz
der gesamten Körperoberfläche mit Ausnahme der Stirn ohne eigent
liches
Punctum
maximum
geklagt habe
.
Fünf von fünf
Waddell’s
Signs
seien positiv gewesen.
Die Explorandin beklage sei eineinhalb Jahren unverändert auftretende
Nacken
schmerzen
samt Ausstrahlung in den Hinterkopf, zwischen die Schulterblätter und die oberen Extremitäten. Zudem bestünden tieflumbal lokalisierte Schmer
zen samt rechtsbetonter Ausstrahlung in den gesamten Fuss.
Bei der Untersuchung der Wirbelsäule habe sich eine weitgehend freie Beweg
lichkeit in sämtlichen Abschnitten gezeigt, indem der anfänglich erheblich vermehrte Finger-Boden-Abstand später durch den
Langsitz
habe relativiert wer
den können, in welchem die Explorandin die Fingerspitzen bei gestreckten Kniegelenke
n
bis knapp an die
Malleolen
herangeführt habe. Auch die bei der expliziten Prüfung verminderte Kopfrotation habe sich unter Ablenkung als weitgehend frei erwiesen. An den oberen und unteren Extremitäten liege gleich
falls eine freie Beweglichkeit bei guter Kraftentfaltung vor.
Neurologisch hätten sich keine klaren Hinweise für das Vorliegen einer Patho
logie im Bereich des peripheren Nervensystems ergeben. Eine spinale
Kom
pressi
onsproblematik
oder die Läsion eines grösseren peripheren Nervs könne klinisch weitestgehend ausgeschlossen werden
. Die in diffuser Weise ange
ge
bene
Ge
fühlsminderung
der rechten oberen Extremität könne am ehesten dem
Derma
tom
C6 zugeordnet werden, wobei Reflexdifferenzen oder Paresen fehlten. Ge
mäss Austrittsbericht der Rheumaklinik des Stadtspitals
H._
vom 26. Juli 2010 habe eine im Februar 2010 durchgeführte
Elektromyographie
keine Hin
weise für eine
Denervation
ergeben. Auf radiologischer Ebene be
stün
den deutli
che degenerative Veränderungen HWK4-6 samt rechtsseitiger
Diskus
protrusion
HWK4/5 und Diskushernie HWK5/6, an der Lendenwirbelsäule ledig
lich eine leichtgradige
Diskusprotrusion
LWK5/SWK1 ohne
Nervenwurzel
kom
pression
. In Anbetracht der äusserst diffusen Schmerzsymptomatik einerseits und des kli
nisch objektiv weitgehen
d
blanden
Befundes andererseits sei auf die Anfertigung neuer Bilddokumente verzichtet worden. Zusammenfassend könne gesagt wer
den, dass sich die von der Explorandin angegebenen, völlig diffusen Beschwer
den durch die klinischen und radiologischen Befunde keinesfalls voll
ständig be
gründen liessen. Das unablässige Stöhnen während der gesamten kör
perlichen Untersuchung, massive Inkonsistenzen sowie das fehlende Anspre
chen
auf
anamnestisch
nach wie vor intensiv durchgeführte konservative
Therapie
mass
nahmen
sowie die mittlerweile langandauernde körperliche Schonung könnten jedoch als erheblicher Hinweis für eine im Vordergrund stehende nicht-organi
sche Beschwerdekomponente angesehen werden
.
Die Gutachter diagnostizierten mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit:
1.
Chronisches panvertebrales Schmerzsyndrom ohne klare
radikuläre
Symp
tomatik (ICD-10: M54.80)
degenerative Veränderungen HWK4/5/6 mit
Osteochondrose
und
Un
kovertebralarthrose
,
Diskusprotrusion
HWK4/5 rechts und
Diskusher
nie
HWK5/6 rechts (MRI vom 5. Januar 2010)
anamnestisch mässiges Ansprechen auf Wurzelinfiltration C6 rechts am 4. März 2010 und Facettengelenksinfiltration HWK4/5/6 am 25. Mai 2010 (
I._ Klinik
)
leichtgradige
Diskusprotrusion
LWK5/SWK1 ohne
Nervenwurzelkom
pression
(MRI vom 10. Juni 2010)
aktenanamnestisch keine Hinweise für
Denervation
(
Elektromyogra
phie
Februar 2010)
weitgehend freie Beweglichkeit sämtlicher Wirbelsäulenabschnitt
e
2.
Leichte bis mittelgradige depressive Episode (ICD-10: F32.0, F32.1)
Als Diagnosen ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit hielten sie fest:
1.
Anhaltende somatoforme Schmerzstörung (ICD-10: F45.4)
2.
Adipositas mit BMI von 30 kg/m
2
(ICD-10: E66.0)
3.
Nikotinabusus (ICD-10: F17.1)
4.
Katarakt links (ICD-10: H26.9)
5.
Leichte CRP-Erhöhung unklarer
Äthiologie
(ICD-10: R77.8)
Die Beschwerdeführerin
habe
während 30 Jahren in der Wurstproduktion gear
beitet, indem sie in stets stehender Position bei Temperaturen von 7-9°C Maschinen für die Salamiproduktion mit Fleisch befüllt und Lasten bis 20 Kilo
gramm gehoben habe. Für diese Tätigkeit bestehe aus orthopädischer Sicht aufgrund der Untersuchungsergebnisse wie für jede andere körperlich mittel
schwere und schwere Tätigkeit eine vollständige Arbeitsunfähigkeit. Für körperlich leichte, intermittierend mittelschwere Tätigkeiten unter
Wechsel
belas
tung
liege dagegen aus rein orthopädischer Sicht eine zeitlich und
leis
tungs
mässig
uneingeschränkte Arbeitsfähigkeit vor. Das Heben und Tragen von Las
ten über 10 Kilogramm, intermittierend 15 Kilogramm, sollte dabei ebenso wie der wiederholte Einsatz der oberen Extremitäten oberhalb der Horizontalen vermieden werden. In Anbetracht der erhobenen Befunde soll
t
e bei einer derar
tigen Tätigkeit im Vergleich zum jetzigen Alltagsleben kaum eine wesentliche
Schmerzprovokation entstehen, so dass diese auch zumutbar sei. Auch für
Haus
haltstätigkeiten
könne keine zeitliche oder leistungsmässige Einschränkung atte
stiert werden.
Aus psychiatrischer Sicht bestünden deutlich ausgeprägte psychosoziale und emotionale Belastungen. Neben einer anhaltenden somatoformen
Schmerzstö
rung
(ICD-10: 45.4) bestehe eine leichte bis mittelgradige depressive Episode mit depressiven Verstimmungen, Antriebsstörung, Schlafstörungen und verminder
tem Selbstwert mit negativen Zukunftsperspektiven. Aufgrund der leichten bis mittelgradigen depressiven Episode bestehe eine Einschränkung der Arbeits
fähigkeit von 20 %.
Insgesamt seien die Gutachter aus polydisziplinärer Sicht zum Schluss gekom
men, dass der Explorandin körperlich mittelschwer bis schwer belastende beruf
liche Tätigkeiten sowie die angestammte Tätigkeit als Produktionsmitarbeiterin in einer Metzgerei nicht mehr zugemutet werden könnten. Für angepasste körperlich leichte bis intermittierend mittelschwere Tätigkeiten bestehe eine Arbeits- und Leistungsfähigkeit von 80 %. Das Pensum könne vollschichtig um
gesetzt werden mit reduziertem Rendement.
3.2
Im Rahmen der Neuanmeldung reichte die Beschwerdeführerin einen Bericht des
B._
, unterzeichnet von
med.
pract
.
J._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, und
Dr.
K._
, Psychologe, vom 15. Mai 2015 (Urk. 10/95/1-3),
Berichte über eine ebenfalls im
B._
durchgeführte interdis
ziplinäre Schmerzbehandlung vom 3. Januar 2014 (Urk. 10/95/10-16) und 16. März 2015 (Urk. 10/95/4-9) sowie zwei Berichte des behandelnden Psychia
ters
Dr.
med.
L._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, vom 4. März
2012 (Urk. 10/95/20-23) sowie 9. April
2015 (Urk. 10/95/17-19) ein.
3.3
Dr.
L._
informierte
de
n
Hausarzt der Beschwerdeführerin,
Dr.
med.
M._
, Facharzt für Innere Medizin,
am 4. März 2012
(Urk. 10/95/20-23)
über die Be
handlung der Beschwerdeführerin. Er berichtet
e
über eine 50jährige, vorgealtert wirkende Patientin in mässigem Allgemein- und übergewichtigem Ernährungs
zustand, die wach und zu allen Qualitäten orientiert gewesen sei. Im Kontakt sei
sie zurückhaltend und wirke energielos. Aufmerksamkeit und Konzentration seien
deutlich herabgesetzt und es bestünden ausgeprägte Merk- und Gedächt
nis
störungen. Das formale Denken sei verlangsamt, umständlich und auf die
Schmerz
symptomatik
eingeengt. Es bestünden keine Hinweise auf Zwänge, wahn
haftes Erleben, Ich- oder Wahrnehmungsstörungen. Die Patientin sei
affekt
arm
, in der
Stimmungslage
gedrückt
sowie
in Antrieb und Psychomotorik reduziert. Sie
klage
über Ein- und Durchschlafstörungen sowie mässigen Appe
tit. Nikotin- oder Alkoholabusus bestehe ebenso wenig wie eine Selbst- oder Fremdgefährdung. Er empfahl bei Bedarf eine stationäre psychiatrische Be
hand
lung.
Die Beschwerdeführerin habe über dauernde Kopf-, Hals- und Rückenschmerzen geklagt. Die Schlafstörungen zeigten sich durch mehrfaches nächtliches Erwa
chen, wobei sie nachher lange nicht mehr einschlafen könne. Sie erwache morgens meistens um 5 Uhr. Sie sorge sich um ihre Gesundheit und habe Angst, dass es noch schlimmer werde. Sie leide zudem unter grossen Zukunfts- und Existenzängsten. Sie habe sich von sozialen Kontakten zurückgezogen
,
sei oft
mals schlecht gelaunt und vergesslich.
Für eine psychiatrische
Hospitalisation
lasse sie sich nicht motivieren, da solche Behandlungen ihre Mutter und Tante nicht vor dem Tod hätten retten können.
In letzter Zeit befürchte sie, das gleich
e
Schicksal wie ihre verstorbene Mutter und Tante zu erleben.
Er stellte auf seinem Fachgebiet
- ohne Angaben zur Arbeitsfähigkeit zu machen -
die Diagnose einer mittelschweren bis schweren depressiven Störung
ohne psychotische Symptome (ICD-10: F32.1, 32.2), eine somatoforme
Schmerz
s
törung
(ICD-10: F45.4) sowie Probleme in Verbindung mit Berufstätig
keit und Arbeitslosigkeit (ICD-10: Z56
)
.
3.4
Mit ärztlichem Bericht vom 3. Januar 2014
(Urk. 10/95/10-16)
hielten
Dr.
med.
C._
, Facharzt für Chirurgie,
Dr.
med.
N._
, Fach
arzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates,
Dr.
med.
O._
, Facharzt für Anästhesiologie,
Dr.
med.
P._
, Facharzt für
Physikalische Medizin und
Reh
abi
litation
sowie
Facharzt für
Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungs
apparates
, med.
pract
.
J._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychothera
pie, sowie
Dr.
phil.
K._
, Psychologe, ihre Erkenntnisse aus der
im
B._
durchgeführten i
nterdisziplinären
Schmerz
behandlung
fest.
Sie stellten folgende Diagnosen:
1.
Cervikozephales
Syndrom
2.
Lumbovertebrales
Syndrom
3.
Verdacht auf Fibromyalgie (Stadtspital
H._
25. Juni 2010)
4.
Schwere depressive Episode (ICD-10: F32.2)
5.
Anhaltende somatoforme Schmerzstörung (ICD-10: F45.4)
Die Patientin hab
e sich
subjektiv
auch für angepasste Tätigkeiten als 100 % arbeitsunfähig und im Haushalt zu 50 % eingeschränkt
gehalten
.
Sie könne im Haushalt bei leichten Arbeiten mitarbeiten, wobei die Pausen deut
lich länger geworden seien,
könne rund 30 Minuten spazieren und beim Einkauf mithelfen. Seit 2009 fahre sie trotz Führerausweis nicht mehr Auto. Sie ertrage weder Stress noch Publikumsverkehr oder längere einseitige Tätigkeiten.
Aufgrund der neuropsychologisch bestätigten Depression, der Fremdanamnese und des positiven sowie negativen Leistungsbildes sei sie auch für angepasste Tätigkeiten zu 100 % arbeitsunfähig.
Aus somatischer Sicht
sei
en
sämtliche
Tätigkeiten mit schwerem Heben oder Tragen von Lasten
,
die Wirbelsäule belastenden Tätigkeiten
,
Tätigkeiten
in Zwangshaltung, Tätigkeiten mit langem Stehen insbesondere in
vornüber
ge
neigter
Körperhaltung, alle Tätigkeiten mit repetitiven rotieren
den
Stereotypien des
Rumpf
es
oder
der Halswirbelsäule sowie Arbeiten über
wiegend im
Über
kopf
bereich
aufgrund der medizinischen Diagnose nicht geeig
net. Zumutbar seien körperlich leichte Tätigkeiten in
wirbelsäuleadaptierten
Wechselpositionen mit der Möglichkeit zum Wechsel zwischen Sitzen, Stehen und Gehen. Insbe
sondere
könne
d
ie
Beschwerdeführerin
keine
schweren Lasten
heben;
das heisse
nicht mehr als fünf Kilogramm kurzfristig und zwei Kilogramm längerfristig.
Aus somatischer Sicht bestehe i
n einer solchen Tätigkeit eine Arbeitsfähigkeit von 50 %. Aus psychiatrischer Sicht bestehe wegen der schweren Depression eine Arbeitsunfähigkeit von 100 %. Der Beschwerdeführerin sei keine Tätigkeit mehr zumutbar, da sie auch in angepassten Tätigkeiten zu 100 % arbeitsunfähig sei.
3.5
Am 16. März
2015
(Urk. 10/94/4-9)
wurde wiederum von
Dr.
C._
,
Dr.
N._
, Dr.
P._
,
Dr.
K._
,
med.
pract
.
J._
sowie von
Dr.
med.
Q._
, Facharzt für Anästhesiologie, über die im
B._
durchgeführte interdisziplinäre
Schmerz
be
handlung
berichtet.
Bei unveränderten Diagnosen wurde festgehalten, die Patientin betrachte sich nach vier gescheiterten Arbeitsversuchen subjektiv als 50 % arbeitsunfähig
. Von ärztlicher Seite wurde
ihr
hingegen
weiterhin
eine Arbeitsunfähigkeit von 100 %
in angepassten Tätigkeiten
attestiert
.
3.6
Dr.
L._
berichte
te
Dr.
M._
am 9. April 2015 (Urk. 10/95/17-19) über den Verlauf der seit März 2012 durchgeführten psychiatrischen Behandlung der Beschwerdeführerin.
Er beschri
e
b die Beschwerdeführerin als bewusstseinsklar, allseits orientiert und psychomotoris
ch verlangsamt. Sie wirke vorge
a
l
tert, müde und traurig ge
stimmt. Ihr Gesichtsausdruck weise nur wenig Mimik auf und sie sei bei redu
ziertem Allgemeinzustand übergewichtig. Der verbale Kontakt habe sich zögernd entwickelt und der Redefluss sei verlangsamt gewesen. Inhaltlich habe sie sich auf die körperlichen Beschwerden und Schmerzen fokussiert, wobei Leidensdruck und Überforderung im Zusammenhang mit den chronischen und neu entstandenen gesundheitlichen Problemen spürbar gewesen seien. Sie habe über ihre schlechte und ausweglose
soziale Situation, Vergesslichkeit sowie
Kon
troll
zwänge
geklagt. Aufmerksamkeit und Konzentration seien reduziert gewesen. Es hätte weder ein Wahn noch Sinnestäuschungen oder
Fremdge
fähr
dung
bestan
den. Sie habe Gedanken des Lebensüberdrusses und passive
Todes
wünsche
ohne konkrete Suizidplanung genannt.
Er stellte die Diagnosen mittelschwere bis schwere depressive Störung mit
Chroni
fizierungstendenz
(ICD-10: F32.1, 32.2), chronische Schmerzstörung mit
somatischen und psychischen Faktoren (ICD-10: F45.41) sowie Probleme in Ver
bindung mit Berufstätigkeit und Arbeitslosigkeit (ICD-10: Z56).
Ungünstig auf den Verlauf und die Behandlungsmöglichkeiten der seit Jahren anhaltenden, therapieresistenten depressiven Störung wirkten sich die chroni
schen körperlichen Erkrankungen verbunden mit der chronischen Belastung durch Schmerzen im Bewegungsapparat aus. Zudem sei sie seit Jahren durch anhaltende soziale Probleme wie die Krankheit des Ehemannes, Arbeitslosigkeit und finanzielle Probleme belastet. Sowohl bezüglich der somatischen als auch der psychischen Leiden habe seit Jahren keine namhafte Besserung erreicht werden können. Die Beschwerdeführerin stagniere auf einem reduzierten
Funk
tionsniveau
, wobei aufgrund der bisherigen Erfahrung eher mit einer weiteren Ver
schlechterung und ungünstiger Prognose zu rechnen sei. Eine stationäre psychiatrische Behandlung sei empfehlenswert und sollte versucht werden, leider habe die Beschwerdeführerin aufgrund der Erfahrungen ihrer Mutter und Tante Angst und widersetze sich einer solchen Behandlung.
3.7
Am 1
5.
Mai
2015 (Urk. 10/95/1-3) berichteten med.
pract
.
J._
und
Dr.
K._
vom
B._
der Beschwerdegegnerin über den Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin. Sie brachten vor, dass sich der psychische Gesund
heitszustand der Beschwerdeführerin seit 2011 deutlich verschlechtert habe. Die Beschwerdeführerin sei neu in der Affektsteuerung deutlich vermindert und leide unter einer Impulskontrollsteuerung, indem sie sich selber schlage. Sie habe deutliche Suizidideen und nehme unkontrolliert Medikamente ein. 2014 hätten Arbeitsversuche stattgefunden
.
W
egen Gedankenkreisen um Fehler und
verspätetem
Arbeitsantritt
sowie
wegen Schmerzen und
Konzentrationsstörun
gen
habe sie
versagt, was zu einer Verstärkung der Depressionen geführt habe. Die Patientin müsse sich nach vier Stunden leichter Reinigungsarbeit wegen Schmerzen der Hals- und Lendenwirbelsäule drei Stunden hinlegen. Sie liege praktisch nur noch. Leide unter Schwindel, Schlafstörungen
(ca. ein bis zwei Stunden Durchschlaf), Lust- und Interesselosigkeit, Müdigkeit, Konzentrations
störungen, Vergesslichkeit, Rückzug (keine Kollegen), Antriebslosigkeit (nur wenig
spazieren mit dem Ehemann), fahre seit etwa 2009 nicht mehr Auto, Gedankenkreisen, Sinnlosigkeitsgedanken, Appetitzunahme um etwa 8 Kilo
gramm auf aktuell BMI 34 kg/m
2
.
Damit seien die Kriterien für eine schwere Dep
ression gemäss ICD-10 erfüllt. Es bestehe ein u
nterschiedlicher
Nikotin
kon
sum
,
jedoch
weder Alkohol- noch Drogenkonsum.
Es sei k
ein Medikamenten
miss
brauch
feststellbar
, hingegen
erfolge die
Medikamenteneinnahme bei Schmer
zen teil
weise unkontrolliert. Suizidideen seien anamnestisch vorhanden, jedoch seien weder Suizidversuche erfolgt noch bestehe akute Suizidalität.
2011 hätten die Söhne und der Ehemann die Haushaltung übernommen und in der Familie habe Kontakt bestanden. In der Nacht sei
sie
jede Stunde aufgestan
den. 2015 schlafe die Patientin dauernd auch während dem Tag ein, eine Ab
klärung wegen Schlafapnoe habe 2015 keinen Befund ergeben
. Sie gehe kaum mehr alleine aus dem Haus und sei auf die Begleitung des Ehemannes ange
wiesen. Mit den Söhnen bestehe kaum mehr Kontakt. Der Ehemann habe über zunehmende
starke
Veränderungen seit 2010 berichtet.
Die Depression sei mit 28 Punkten auf der Hamilton Depressionsskala als schwer zu qualifizieren, was auch der klinischen Erfahrung entspreche.
Die Patientin sei aufgrund der neuropsychologisch bestätigten Depression, der Fremdanamnese, sowie des positiven und negativen Leistungsbildes auch in an
gepassten Tätigkeiten 100 % arbeitsunfähig. Es sei daher ausgewiesen, dass sich der Zustand der Patientin seit dem Jahr 2011 wesentlich verändert habe, wes
halb die Diagnose einer mittelgradigen Depression mit Sicherheit nicht mehr aufrecht zu erhalten sei.
3.8
Dr.
C._
berichtete der Rechtsvertreterin der Beschwerdeführerin am 17. November 2015
(Urk. 3/4)
durch Beantwortung der gestellten Fragen.
Die Beschwerdeführerin stehe seit dem 23. April 2012 bei ihm in Behandlung. Seit der Begutachtung am 16. August 2011 habe sich ihr Gesamtzustand klinisch deutlich verschlechtert bei komplexer Problematik mit diversen soma
tischen wie psychischen Diagnosen. Insbesondere habe sich eine Verschlech
terung betreffend
das chronisch rezidivierende zervikal und lumbal betonte
Pan
vertebralsymptom
eingestellt, welches von einer deutlich progredienten depres
siven Entwicklung überlagert werde.
Unter Hinweis auf eine vermindert
e Belastbarkeit des Achsenorgan
s gab er das
in den
Bericht
en
des
B._
vom
3. Januar 2014 (Urk. 10/95/15) sowie
16. März 2015 (Urk. 10/95/9)
definierte Tätigkeitsprofil
wieder und attestierte der Be
schwerdeführerin in einer solchen Tätigkeit aus somatischer Sicht eine Arbeits
fähigkeit von 30 %.
Aufgrund der komplexen Problematik mit vor allem belastungsabhängigen soma
tischen Beschwerden einerseits sowie einer deutlichen Überlagerung durch
psychische Beschwerden (Depression) andererseits sei die Patientin nur teil
weise
, das heisst höchstens zu 30 % arbeitsfähig.
Er könne aus medizinischen Gründen bestätigen, dass die Patientin
sich aus
therapeutischen Gründen ins Ausland begeben habe. Gemäss ihren Angaben habe
sie eine Kurbehandlung absolviert und sei vor allem wegen starke
r
Rü
cken
schmerzen im Ausland behandelt worden
.
4.
4.1
4.1.1
Nachfolgend ist zu prüfen, ob
durch
die von der Beschwerdeführerin einge
reichten Arztberichte eine
Verschlechterung ihres Gesundheitszustandes in
an
spruchserheblichem
Ausmass glaubhaft gemacht wird.
Zunächst
ist
anhand der neu eingereichten ärztlichen Berichte
zu prüfen,
wie sich der somatische
Gesundheitszustand
entwickelt hat
.
Sowohl im Vorbescheid vom 12. August 2015 (Urk. 10/98) als auch in der Verfügung vom 20. Oktober 2015 (Urk. 10/105) und den dazugehörigen Feststellungsblättern (Urk. 10/97, 10/104) fehlt eine Auseinandersetzung
der Beschwerdegegnerin
mit dem soma
tischen Gesundheitszustand.
4.1.2
D
ie rentenverneinende Verfügung vom 29. März 2012 (Urk. 10/71)
basierte
auf der Diagnose eines chronischen panvertebralen
Schmerzsyn
droms
ohne klare
radikuläre
Symptomatik (ICD-10: M54.80) in Verbindung mit degenerativen Veränderungen
der HWK
4, 5 und 6 mit
Osteochondrose
und
Un
koverte
bral
arthrose
,
Diskusprotrusion
im Bereich der
HWK
4 und 5 rechts sowie einer
Dis
kushernie
im Bereich der
HWK
5 und 6 rechts (MRI vom 5. Januar 2010) sowie einer leichtgradigen
Protrusion
der Bandscheibe
LWK 5/SWK1
ohne
Nerven
wurzel
kompression
(MRI vom 10. Juni 2010).
4.
1.
3
Dr.
C._
berichtete der Rechtsvertreterin der Beschwerdeführerin am 17. November 2015
(Urk. 3/4)
über eine
deutliche Verschlechterung des z
ervi
k
al und lumbal betonten
Panvertebralsyndroms
, welches von einer deutlich progre
dienten depressiven Entwicklung überlagert werde. Er diagnostizierte
in Abwei
chung vom
A._
-Gutachten
ein
Z
ervi
koz
ephalsyndrom
mit mässigen spinalen Engen in den Bereichen C4/C5 sowie C5/C6 ohne Schädigung des Rückenmarks
,
Modic
I-Veränderungen (Einlagerung von Flüssigkeit
in die Bandscheibe
) im Zusammenhang mit der
Osteochondrose
der Wirbelkörper C5/C6 und ein
osteo
diskogenbedingt
mässig eingeengtes rechtes
Neuroforamen
mit Irritation der austretenden Nervenwurzel C6 rechts sowie einem vorwiegend
diskogen
bedingt leicht eingeengtes linkes
Neuroforamen
mit möglicher Irritation der Wurzel C6 links gemäss MRI vom 3. Mai 201
2.
Das diagnostizierte
lumbovertebrale
Syn
drom sei begleitet von einem partiell
sakralisierten
L5 mit Verdacht auf
Neo
arthrose-Bildung
rechts, einer leichten
subchondralen
Mehrsklerosierung
im rechten
Iliosakralgelenk
, einer wahrscheinlich degenerativ bedingten
starken
Osteochond
r
ose
L4/5 mit mässiger Spondylose und
Spondylarthrose
(Röntgen
bild und MRI vom 2
4.
April 2012)
sowie eine
Polyarthropathie
, insbesondere
eine
rechts betonte
beidseitige
Rhizarthrose
.
Damit
sind
in somatischer Hin
sicht im Vergleich zur Begutachtung im Jahr 2011 neue Diagnosen
gestellt worden
, welche teilweise auch durch bil
dgebende Verfahren belegt sind. Dr.
C._
erachtete zudem nur noch körperlich leichte Tätigkeiten in
wirbelsäuleadap
tierten
Wechselpositionen mit der Möglichkeit zum Wechseln zwischen Sitzen, Stehen und Gehen, ohne Heben von schweren Lasten, das heisst kurzfristig ma
ximal fünf Kilogramm und längerfristig maxi
mal zwei Kilogramm
,
als zumut
bar. Er attestiert
e
der Beschwerdeführerin in einer dergestalt angepassten Tätig
keit aus somatischer Sicht eine Arbeitsfähig
keit von 30 %.
Dr.
C._
war auch an der Erstellung der beiden Berichte des
B._
vom 3. Januar 2014 (Urk. 10/95/10-16) sowie 16. März 2015 (Urk. 10/95/4-9) betei
ligt. Trotz einem im Vergleich zum Bericht vom 3. Januar 2014 wortwörtlich identischen Befund attestierte er ihr
am 16. März 2015
, wie nachfolgend auch im Bericht vom 17. November 2015 (Urk. 3/4), nur noch eine Arbeitsfähigkeit von 30 %
anstelle von
ursprünglich 50 %. Es fehlt in sämtlichen Berichten eine Begründung, weshalb die somatischen Beschwerden im Gegen
satz zum
A._
-Gutachten nicht nur Auswirkungen auf das Belastungsprofil son
dern auch auf die in diesem mögliche Leistungsfähigkeit haben sollten.
Hingegen
haben die
neu hinzugekommenen somatischen Diagnosen
eine wei
tere
Anpassung des Tätigkeitsprofils
zur Folge
. Nachdem der
rentenverneinen
den
Verfügung noch eine Belastbarkeit für körperlich leichte bis intermittierend mittelschwere Tätigkeiten beziehungsweise eine Beschränkung der zu hebenden oder tragenden Lasten auf zehn, intermittierend fünfzehn Kilogramm zugrunde lag, nannte
Dr.
C._
in seinem Bericht zwei, intermittierend fünf Kilo
gramm als Belastungsgrenze.
Gemäss der von der Interessengemeinschaft
Versi
cherungsmedizin
Schweiz (SIM) herausgegebenen Wegleitung zur Einschätzung der zumutbaren Arbeitsfähigkeit nach Unfall und bei Krankheit sind Tätigkeiten mit einer maximalen Belastung von fünf Kilogramm als sehr leicht zu qualifi
zieren (2. Auflage, 2013, S. 10).
Zudem diagnostizierte
er
eine beidseitige, rechts betonte
Rhizarthrose
und damit neu auch eine Erkrankung der Hände
.
Es bestehen damit Anhaltspunkte für eine
Verschlechterung des s
omatischen Gesundheitszustandes.
4.2
4.2.1
In Bezug auf den psychischen Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin ging die Beschwerdegegnerin
in der angefochtenen Verfügung
davon aus, dass der Behandlungsbericht des
B._
vom 15. Mai 2015 (Urk. 10/93)
mangels objektiver Befunde nicht geeignet sei, eine Verschlechterung glaubhaft zu machen.
Auch sei der Tagesablauf in etwa gleich.
Überdies
sei
auch die Tatsache, dass die Be
schwerdeführerin
in die Ferien gehen könne, nicht mit einer
schwere
n
depressi
ve
n
Störung zu vereinbaren.
Die Beschwerdeführerin
entgegnet
dem,
ihr
Tagesablauf habe sich stark verän
dert, da sie jetzt auch fast den ganzen Tag schlafe. Zudem hätten sich auch die sozialen Kontakte ver
ring
ert, da nicht einmal mehr Kontakt zu den Söhnen bestehe. Es sei offensichtlich, dass sich im Vergleich zum Gutachten aus dem Jahr 2011 eine erhebliche Verschlechterung ergeben habe und neue
Krank
heits
symptome
hinzugetreten seien, wie Konzentrationsstörung, Schwindel, vermin
derte Affektsteuerung, Impulskontrollstörung, Suizidideen.
4.2.2
Zunächst ist festzuhalten, dass es sich bei den von der Beschwerdegegnerin the
matisierten Auslandaufenthalten der Beschwerdeführerin gemäss Akten um Besuche beim im Herkunftsland lebenden Bruder gehandelt ha
t
, welche sie mit Kurbehandlungen gegen ihre Rückenschmerzen verbunden ha
t
(Urk. 7)
. Damit
greift die beschwerdegegnerische Argumentation gegen die Annahme einer schwe
ren depressiven Episode bereits aus diesem Grund zu kurz
. Gegen die Stich
haltigkeit d
ies
er Argumentation spricht auch die Tatsache, dass
d
ie
Be
schwerdeführerin
diese Reisen jeweils in Begleitung ihres Ehemannes unter
nommen hat.
4.2.3
In Bezug auf den Tagesablauf wird geltend gemacht, dass die Beschwerdeführe
rin neu auch am Tag schlafe. Diesbezüglich ist einerseits darauf hinzuweisen, dass die
Beschwerdeführerin sich bereits zum Zeitpunkt der
A._
-Begutachtung wiederholt tagsüber hinlegte, weshalb der psychiatrische Gutachter die Einhal
tung der Schlafhygiene empfahl (
Urk.
10/43/9, 10/43/12).
Die vagen Angaben im Bericht des
B._
vom 15. Mai 2015 (Urk. 10/93) betreffend Schlafaktivitäten während des Tages sind
damit
nicht geeignet, eine wesentliche Änderung im Vergleich
mit
den Verhältnissen im Zeitpunkt der Begutachtung glaubhaft zu machen.
Zudem
wird in diesem Bericht geltend gemacht, zu den beiden Söhnen bestehe kaum mehr Kontakt. Diesbezüglich ist
jedoch
zu berücksichtigen,
dass
beide S
öhne zwischen dem Zeitpunkt der Begutachtung im Jahr 2011 und der Erstat
tung des Berichtes im Mai
2015 aus dem elterlichen Hausha
lt auszogen
(Urk. 10/95/6). Die
Verringerung des Kontakts
ist damit krankheitsfremder Natur
.
4.2.4
Weiter wird da
von berichtet, dass in Bezug auf die depressive Erkrankung ver
schieden
e Symptome
hinzugekommen
seien
. In Übereinstimmung mit der Stel
lungnahme von
RAD-Arzt
dipl.
med.
R._
, Facharzt für Neurologie,
Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie,
vom 1
1.
August
2015 (Urk. 10/97
/3)
ist festzuhalten, dass im Bericht des
B._
Valid
e
Befunde fehlen.
Der Bericht beschränkt sich grossmehrheitlich auf die
Zusammenfassung
,
der
anamnes
tischen Schilderungen der Beschwerdeführerin
.
Zudem fanden
die gemäss
A._
-
Gutachten
vom 9. August 2011
deutlich ausgeprägten psychosozialen Faktoren (Urk. 10/43/20)
keine Erwähnung
, obwohl dieses
Gutachten
den berichtenden Behandlungspersonen vor
lag
und
die psychosozialen Faktoren
im Übrigen auch vom behandelnden Psychiater the
matisiert wurde
n
. Auch ist aus dem Bericht nicht ersichtlich, ob und in welcher Weise die Beschwerdeführerin im
B._
in
psychiatrischer
Behandlung stand und auf welcher Grundlage der Bericht erstellt wurde.
Auf den
Bericht des
B._
vom 15. Mai
2015 (Urk. 10/93)
kann zur Beant
wortung der Frage, ob
eine Verschlechterung des psychischen Gesundheitszu
standes glaubhaft
gemacht wurde, nicht abgestellt werden
.
4.2.5
Die Beschwerdeführerin hat im Rahmen der Neuanmeldung
auch
zwei Berichte des behandelnden Psychiaters
Dr.
L._
eingereicht.
Der erste Bericht vom 4. März 2012 (Urk. 10/95/20-23) entspricht einerseits in Bezug auf die Befunde
wesen
tlich dem Bericht seines Praxiskollegen
Dr.
F._
vom 28. November 2010 (Urk. 10/43/30-33), welcher den
A._
-Gutachtern zur Verfügung stand
,
und wurde andererseits nur rund dreieinhalb Wochen vor Erlass der ursprüng
lichen rentenverneinenden Verfügung erlassen.
Der andere Bericht datiert vom 9. April 2015 (Urk. 10/95/17-19).
Damit e
rweisen
sich
die Berichte in zeitlicher Hinsicht
als
besonders
geeignet, um die
zwischen dem Erlass der
ren
tenver
nei
nen
den
Verfügung und der
Verfügung betreffend Nichteintreten auf die
Neu
anmeldung eingetretene
Veränderung
des psychischen Gesundheitszu
standes aufzuzeigen.
Einleitend führte
Dr.
med.
L._
im Bericht vom 9. April 2015 (Urk. 10/95/17-19)
aus, dass es gemäss eigenanamnestischen Angaben der Beschwerdeführerin zu einer Verschlechterung der vorbestehenden Erkrankungen des Bewegungs
apparates gekommen sei und neue Beschwerden wie Schwindel, Ohrensausen, Haut
ausschläge und eine Harnwegsinfektion aufgetreten seien. Auf die neuen gesundheitlichen Probleme und die stärkere Belastung durch die chronischen Schmerzen habe sie mit einer Verstärkung der vorbestehenden chronischen de
pressiven Beschwerden reagiert.
S
ie habe vorübergehend während kurzer Zeit als Putzfrau arbeiten können, sei aber aufgrund gesundheitlicher Probleme nicht in der Lage gewesen, eine Stelle länger zu halten. Diese kurzen
Arbeits
e
insätze
hätten schnell zu einer Verschlechterung der körperlichen und psychi
schen Beschwerden geführt und sich in diesem Sinne ungünstig auf den Verlauf der Depression ausgewirkt.
Im Vergleich zum psychiatrischen
A._
-Gutachten und zu seinem eigenen früheren Bericht erwähnte Dr.
L._
als Befund neu einen verlangsamten Rede
fluss, Vergesslichkeit, reduzierte Aufmerksamkeit und Konzentration sowie
Kon
troll
zwänge
(Urk. 10/95/18). Inwiefern diese Befunde nunmehr die Diagnose einer schweren bis mittelschweren depressiven Störung rechtfertigen, legte Dr.
L._
nicht näher dar. Indessen wies er darauf hin, die depressive Störung der Beschwerdeführerin sei seit Jahren therapieresistent. Dies sei das Haupt
problem. Ungünstig für den Verlauf und die Behandlungsmöglichkeiten sei nebst den belastenden psychosozialen Problemen die somatische Erkrankung, die mit chronischen Schmerzen verbunden sei. Seit Jahren habe sich aus diesem Grund keine Verbesserung erzielen lassen und die Prognose sei ungünstig (Urk. 10/95/18).
Gewisse von Dr.
L._
erwähnte Befunde sprechen für eine Verschlechterung des depressiven Leidens. Ob diese die Diagnose einer mittelschweren bis schweren depressiven Störung zulassen, erschliesst sich aus den Ausführungen von Dr.
L._
nicht ohne weiteres, zumal er bereits 2012 diese Diagnose stellte (Urk. 10/95/22). Klar ergibt sich aus den Darlegungen von Dr.
L._
, dass die Behandlung des depressiven Leidens in den vergangenen Jahren keine Besse
rung herbeizuführen vermochte. Grundsätzlich stellten leichte bis mittelgradige depressive Störungen ein im Sinne von Art. 7 Abs. 2 IVG überwindbares und damit ein nicht invalidisierendes Leiden dar. Anders verhält es sich
recht
spre
chungsgemäss
, wenn die zur Verfügung stehenden therapeutischen Möglich
keiten ausgeschöpft wurden und keine Besserung eingetreten ist (vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_13/2016 vom 14. April 2016, E. 4.2 mit Hinweisen). Da aus psychiatrischer Sicht trotz seit Jahren fortgeführter Behandlung keine Besserung erzielt werden konnte, ist eine mögliche Therapieresistenz nicht auszuschliessen. Unter diesem Gesichtspunkt ist dem Aspekt der Glaubhaftmachung einer Verschlechterung Genüge getan.
Da die Beschwerdeführerin mit den eingereichten ärztlichen Berichten sowohl somatisch wie auch psychisch eine gesundheitliche Verschlechterung glaubhaft dargelegt hat, hat die Beschwerdegegnerin auf die Neuanmeldung einzutreten und den Anspruch auf Leistungen zu prüfen. Zu diesem Zweck ist die Sache an diese zurückzuweisen.
5.
Der Streitgegenstand des Verfahrens betrifft die Bewilligung oder Verweigerung von Leistungen der Invalidenversicherung. Das Verfahren ist daher kosten
pflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhän
gig vom Streitwert festzulegen (
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG) und ermessensweise auf
Fr.
700.-- anzusetzen. Ausgangsgemäss sind die Verfahrenskosten der
Be
schwerdegegnerin
aufzuerlegen.
Zudem hat die obsiegende Beschwerdeführerin Anspruch auf Ersatz der
Partei
kosten
(
§
34
Abs.
1
GSVGer
).
Nachdem
lic
.
iur
.
Y._
keine Zusammen
stellung über ihre Bemühungen als Rechtsvertreterin der Beschwerdeführerin einreichte, erfolgt die Festsetzung ihrer Entschädigung nach Ermessen. Unter Berücksichtigung der Tatsache, dass sie die Beschwerdeführerin bereits im
Ein
wandverfahren
vertrat, seither nur in sehr beschränktem Mass Aktenstudium erforderlich war und die Argumentation in der Beschwerdeschrift vom 19. November 2015 (Urk. 1) im Wesentlichen wortwörtlich derjenigen in der er
gänzenden
Ein
wandbegründung
vom 12. Oktober 2015 (Urk. 10/103) entspricht, ist die
Pro
zessentschädigung
auf der Grundlage des praxisgemässen
Stunden
an
satzes
von Fr. 1
85.-- ermessensweise auf Fr. 1’2
00.-- (inklusive Barauslagen un
d 8 % Mehrwertsteuer) festzusetzen.