# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 716f22eb-60cf-43be-9d52-b1637f96a271
**Court:** GR_VG
**Chamber:** GR_VG_003
**Year:** 2011
**Language:** de
**Jurisdiction:** GR / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

Invalidenrente, welche nicht zu befristen sei. Zur Klärung des Sachverhaltes
beantragte die Versicherte die Einholung eines Obergutachtens.
7. Am 24. Juni 2010 verfügte die IV-Stelle, dass das Leistungsbegehren um
Kostengutsprache für Umschulung abgelehnt werde. Mit Verfügung vom 6.
August 2010 sprach sie der Versicherten eine Viertelsrente vom 1. April 2008
bis 30. September 2009 zu und bestätigte damit vollumfänglich den
Vorbescheid. Die Verfügung wurde direkt der Versicherten anstatt ihrem
Rechtsvertreter eröffnet. Am 11. Oktober 2010 erhob die Versicherte
Rechtsverzögerungsbeschwerde beim Verwaltungsgericht des Kantons
Graubünden (Verfahren S 10 138), weil sie betreffend Rentenleistungen
angeblich nie eine Verfügung erhalten habe. Die Instruktionsrichterin schrieb
das Verfahren dann allerdings ab, nachdem die IV-Stelle ihre Verfügung
betreffend Zusprache einer Invalidenrente am 25. Oktober 2010 auch dem
Rechtsvertreter mitgeteilt hatte. Als medizinische Entscheidungsgrundlage
stützte sich die IV-Stelle in ihrer Verfügung auf den Austrittsbericht der Klinik
... vom 22. Juni 2009 (inkl. Ergänzung vom 29. September 2009) sowie auf
das interdisziplinäre IME-Gutachten vom 30. Juli 2009 ab. Seit April 2007
(Beginn der einjährigen Wartezeit) sei die Versicherte nur noch zu 60%
arbeitsfähig. Der Vergleich des Erwerbseinkommens ohne Behinderung von
Fr. 62'945.20 mit dem Erwerbseinkommen mit Behinderung von Fr. 37'767.10
führe ab dem 1. April 2008 zu einem IV-Grad von 40%. Nach einem
erfolgreichen Rehabilitationsaufenthalt könne davon ausgegangen werden,
dass der Versicherten ab dem 11. Juni 2009 ein Pensum von 88% zumutbar
sei. Daraus resultiere ab dem 1. Oktober 2009 ein IV-Grad von 12%, weshalb
nur bis zum 30. September 2009 Anspruch auf eine Rente bestehe.
8. Gegen die Verfügung vom 25. Oktober 2010 erhob die Versicherte am
29. November 2010 Beschwerde beim Verwaltungsgericht des Kantons
Graubünden. Sie beantragte, dass ihr aufgrund einer invaliditätsbedingten
Erwerbseinbusse von mindestens 50% eine halbe Invalidenrente ab April
2007 (recte: April 2008) zuzusprechen sei. Eventualiter sei die
Beschwerdegegnerin anzuweisen, zwecks Klärung des invaliditätsbedingten
Grades der Erwerbseinbusse ein Obergutachten – vorzugsweise vom
Servizio Accertamento Medico (SAM) in Bellinzona – einzuholen. Die
Beschwerdeführerin brachte vor, dass sich ihre gesundheitliche Situation seit
dem Vorbescheid vom 1. Dezember 2009 verschlechtert habe. Die
physischen Einschränkungen hätten zugenommen und neu seien psychische
Beschwerden aufgetreten. Als Beweis reichte die Beschwerdeführerin ein
ärztliches Zeugnis von Dr. med. ..., FMH Innere Medizin, speziell
Rheumatologie, vom 22. November 2010 ein. Weiter machte sie geltend, dass
sich das IME-Gutachten vom 30. Juli 2009 hinsichtlich der Beuteilung der
Arbeitsunfähigkeit als widersprüchlich erweise. Einerseits werde im
Gutachten auf S. 14 festgehalten, dass eine korrekte Beurteilung der
Arbeitsunfähigkeit schwierig sei und trotzdem werde von der Einschätzung
der behandelnden Ärzte abgewichen. Das IME masse sich an, aufgrund der
Akten und einer einzigen rheumatologischen Untersuchung am 1. April 2009
beurteilen zu können, dass seit April 2007 eine Arbeitsunfähigkeit von 40%
anstatt 50% bestanden habe. In einem ersten Schritt halte der Gutachter fest,
dass eine korrekte Beurteilung nicht einfach sei und anschliessend könne er
trotzdem rückwirkend auf zwei Jahre die Arbeitsfähigkeit scheinbar besser
und präziser einschätzen als alle bisher behandelnden Ärzte. Zudem verstehe
sich von selbst, dass die durch die Folgen der Krankheit hervorgerufenen
nervösen und aggressiven Zustände (vgl. S. 15 des Gutachtens) ebenfalls
einen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit hätten. Dies sei aber bei der Beurteilung
der Arbeitsfähigkeit vom IME vollumfänglich ausser Acht gelassen worden.
Auch der Austrittsbericht der Klinik ... vom 22. Juni 2009 erweise sich als
oberflächlich und voller Widersprüche. Angaben zum Umfang der
Arbeitsfähigkeit seien erst in einem Zusatzbericht über drei Monate nach dem
Austritt erfolgt. In diesem Bericht behaupte die Klinik ..., dass sie hinsichtlich
der ausgeübten Tätigkeit keine Ausführungen machen könne (S. 2 des
Zusatzberichts vom 29. September 2009). Dieselbe Klinik erwähne jedoch im
Austrittsbericht vom 22. Juni 2009 auf S. 2 ein positiv verlaufenes
Vorstellungsgespräch, was zeige, dass sie sich offenkundig nicht eingehend
mit den Akten auseinandergesetzt habe. Schliesslich weist die
Beschwerdeführerin darauf hin, dass sowohl der Hausarzt Dr. med. ... am
31. Juli 2008 als auch der behandelnde Rheumatologe Dr. med. ... am
10. September 2008 den Gesundheitszustand als stationär bezeichnet
hätten. Zum gleichen Schluss komme auch das IME-Gutachten (S. 17),
welches feststelle, dass durch die empfohlenen medizinischen Massnahmen
lediglich von einer Stabilisierung und nicht einer Verbesserung der aktuellen
Arbeitsfähigkeit auszugehen sei. Trotzdem habe die Klinik ... erhebliche
gesundheitliche Fortschritte registriert. Während also im IME-Gutachten vom
30. Juli 2009 eine Arbeitsfähigkeit von 60% attestiert worden sei, habe die
Klinik ... am 22. Juni 2009 bzw. 29. September 2009 bereits eine nahezu
vollständige Arbeitsfähigkeit bescheinigt. Weder das bidisziplinäre Gutachten
noch die Berichte der Klink ... könnten ein Abweichen von den Beurteilungen
von Dr. med. ... und Dr. med. ... rechtfertigen. Deshalb sei seit dem 3. April
2007 von einer Arbeitsunfähigkeit von 50% und ab April 2008 von einer halben
Rente auszugehen. Dies auch aufgrund der Tatsache, dass der momentan
behandelnde Arzt Dr. med. ... in seinem Bericht vom 22. November 2010
ebenfalls zum Schluss komme, dass die Patientin bis heute stets nur 50%
arbeitsfähig gewesen sei.
9. In ihrer Vernehmlassung vom 4. Januar 2011 beantragte die
Beschwerdegegnerin, die Beschwerde sei abzuweisen, soweit sie nicht
anerkannt werde. Begründend führte sie aus, dass sie an ihrer Verfügung vom
25. Oktober 2010 vollumfänglich festhalte, was den Zeitraum bis mindestens
30. November 2009 betreffe. Aufgrund des ärztlichen Zeugnisses von Dr.
med. ... vom 22. November 2010 könne frühestens ab dem Zeitraum vom 1.
Dezember 2009 nicht mehr auf den Bericht der Klinik ... abgestellt werden.
Deshalb seien weitere medizinische Abklärungen notwendig, was die
Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin ab dem 1. Dezember 2009 betreffe.
Auf die weiteren Ausführungen in der angefochtenen Verfügung sowie in den
Rechtsschriften wird, soweit erforderlich, in den nachstehenden Erwägungen
eingegangen.

## Considerations

Das Gericht zieht in Erwägung:
1. a) Anfechtungsobjekt im vorliegenden Beschwerdeverfahren bildet die
Verfügung der Beschwerdegegnerin vom 25. Oktober 2010. Streitig und zu
prüfen ist, ob der Beschwerdeführerin ab dem 1. April 2008 zu Recht eine
befristete Viertelsrente zugesprochen worden ist. Die Beschwerdeführerin
vertritt die Ansicht, dass sie Anspruch auf eine halbe Invalidenrente habe,
welche nicht zu befristen sei.
b) Die Beschwerdegegnerin hat anerkannt, dass gestützt auf den Bericht von Dr.
med. ... vom 22. November 2010 nicht mehr auf den Bericht der Klinik ...
abgestellt werden könne, was den Zeitraum ab dem 1. Dezember 2009
betreffe. Ohne weitere medizinische Abklärungen könne die Frage, welche
Auswirkungen die geltend gemachten Verschlechterungen des
Gesundheitszustandes der Beschwerdeführerin auf ihre Arbeitsfähigkeit
haben, nicht beantwortet werden. Es erscheint dem Gericht richtig, dass der
1. Dezember 2009 als Zeitpunkt für die neue Abklärung der Arbeitsfähigkeit
gewählt worden ist. Einerseits geht die Beschwerdeführerin selbst von einer
Verschlechterung des Gesundheitszustands seit diesem Zeitpunkt aus.
Anderseits entspricht dies auch dem Bericht von Dr. med. ... Er hält fest, dass
die Beschwerden sich in der Zwischenzeit erheblich verstärkt hätten, was die
Leistungsfähigkeit deutlich und zunehmend subjektiv einschränke. Neu
hinzugekommen seien Beschwerden im Zusammenhang mit den Arthrosen
der Kiefergelenke. Daneben habe sich die psychische Situation der Patientin
im Jahre 2009/2010 zunehmend verschlechtert. Somit erweist sich die
Beschwerde als gegenstandslos, was den Zeitraum ab dem 1. Dezember
2009 betrifft, da die Beschwerdegegnerin anerkannt hat, dass diesbezüglich
weitere Abklärungen vorzunehmen seien.
2. a) Als Invalidität gilt die durch einen körperlichen oder geistigen
Gesundheitsschaden als Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall
verursachte, voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde
Erwerbsunfähigkeit (Art. 4 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die
Invalidenversicherung [IVG] in Verbindung mit Art. 8 des Bundesgesetzes
über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG]). Die
versicherte Person hat bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40%
Anspruch auf eine Viertelsrente, ab 50% auf eine halbe Rente, ab 60% auf
eine Dreiviertelsrente und ab 70% auf eine ganze Rente (Art. 28 Abs. 2 IVG).
Bei erwerbstätigen Personen erfolgt die Bemessung der Invalidität aufgrund
eines Einkommensvergleichs (Art. 28a Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 16
ATSG). Bei dieser Methode wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte
Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen
Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr
zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitslage erzielen könnte (sog.
Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie
erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen). In der Regel erfolgt der Einkommensvergleich in der
Weise, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig
möglichst genau bestimmt und einander gegenübergestellt werden, worauf
sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad ermitteln lässt (BGE
130 V 343 E. 3.4.2 S. 349, 128 V 29 E. 1 S. 30). Für die Festsetzung des
Invaliditätsgrades kommt es primär auf die wirtschaftliche Erwerbsunfähigkeit
und nicht auf die medizinische Arbeitsunfähigkeit an (PVG 2005 Nr. 11 E. 1a
S. 48 f., 1982 Nr. 80 S. 170). Ohne verlässliche medizinische
Entscheidungsgrundlagen ist es jedoch nicht möglich, die Erwerbsunfähigkeit
(Invaliditätsgrad) zu bestimmen.
b) Bei der Ermittlung des Invaliditätsgrades nach Art. 16 ATSG ist die Verwaltung
und im Beschwerdefall das Gericht auf Unterlagen angewiesen, die ihnen
Ärzte oder allenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben.
Aufgabe der Ärztin oder des Arztes ist es, den Gesundheitszustand zu
beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich
welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist. Die ärztlichen
Auskünfte und Befunde sind im Weiteren eine wichtige Grundlage für die
Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person
noch zugemutet werden können (BGE 125 V 256 E. 4 S. 261, 115 V 133 E. 2
S. 134, 114 V 310 E. 3c S. 314 f., 105 V 156 E. 1 S. 158 f.; EVG-Urteil I 640/02
vom 6. Mai 2003, E. 2.1). Es ist hinsichtlich des Beweiswertes eines
Arztberichtes entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange
umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten
Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese)
abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen
Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation
einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten begründet sind.
Somit ist grundsätzlich weder die Herkunft eines Beweismittels noch die
Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahmen
als Bericht oder Gutachten ausschlaggebend für den Beweiswert (BGE 125 V
351 E. 3a S. 352). In Bezug auf Berichte von Hausärzten darf und soll das
Gericht der Erfahrungstatsache Rechnung tragen, dass diese mitunter im
Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher
zugunsten ihrer Patienten aussagen (vgl. BGE 124 I 170 E. 4 S. 175 mit
Hinweisen).
3. a) Streitgegenstand bildet die Frage, wie hoch die Arbeitsunfähigkeit zwischen
dem 1. April 2007 und dem 30. November 2009 gewesen ist. Die
Beschwerdegegnerin gelangte in der angefochtenen Verfügung vom
25. Oktober 2010 zum Schluss, dass die Beschwerdeführerin seit dem 3. April
2007 zu 40% arbeitsunfähig gewesen sei und seit dem 11. Juni 2009 zu 12%.
Sie stützt sich dabei auf den Austrittsbericht der Klinik ... vom 22. Juni 2009
(inkl. Evaluation der funktionellen Leistungsfähigkeit [EFL] und Ergänzung
vom 29. September 2009), das IME-Gutachten vom 30. Juli 2009 sowie die
RAD-Abschlussbeurteilung vom 17. November 2009. Demgegenüber beruft
sich die Beschwerdeführerin unter Hinweis auf die Einschätzungen von Dr.
med. ... und Dr. med. ... auf eine Arbeitsunfähigkeit von 50% während des
ganzen Zeitraums. Aus den Akten geht hervor, dass sowohl der Hausarzt Dr.
med. ... (vgl. Arztbericht vom 31. Juli 2008) als auch der behandelnde
Rheumatologe Dr. med. ... (vgl. unter anderem Anfangszeugnis vom 19. Juni
2007 sowie Arztbericht vom 10. September 2008) eine Arbeitsunfähigkeit von
50% ab dem 3. April 2007 als erwiesen angesehen haben.
b) Die Kritik am IME-Gutachten vom 30. Juli 2009 hält das Gericht in Bezug auf
die rheumatologische Beurteilung für nicht gänzlich unbegründet. Der
Gutachter ..., Facharzt für Rheumatologie und Innere Medizin FMH, Manuelle
Medizin SAMM, ging von einer 40%igen Einschränkung der Arbeitsfähigkeit
ab April 2007 aus. Er setzte sich mit den Beurteilungen des Hausarztes und
des Rheumatologen auseinander, welche beide eine Arbeitsunfähigkeit von
50% attestiert hatten. Aufgrund der Gesamtkonstellation und dem Fehlen
einer ausgeprägten humoralen Entzündung und dem Fehlen von
grossvolumigen Synovitiden schätzte er die Einschränkung auf die
Arbeitsfähigkeit um 10% geringer ein als die behandelnden Ärzte. Das Fehlen
einer humoralen Entzündung und von Synovitiden wurde jedoch bereits im
Austrittsbericht des Kantonsspitals Graubünden vom 18. Juni 2007 und im
Bericht der Rheumaklinik und des Instituts für Physikalische Medizin des
Universitätsspitals Zürich vom 7. Februar 2008 erwähnt. Diese beiden
Berichte lagen Dr. med. ... und Dr. med. ... vor, als sie die Arbeits- und
Leistungsfähigkeit der Beschwerdeführerin beurteilten. Bei der Einschätzung
des IME handelt es sich deshalb lediglich um eine andere Beurteilung der
Arbeitsfähigkeit bei unverändertem Gesundheitszustand. Ausserdem hält der
Gutachter ... fest, dass es nicht einfach sei, dass Ausmass der effektiven
Einschränkung bei einer derartigen Erkrankung abzuschätzen. Die
Beurteilungen von Dr. med. ... und Dr. med. ... vermögen deshalb mehr zu
überzeugen als das IME-Gutachten. Nach dem Grundsatz der antizipierten
Beweiswürdigung ist auf die Abnahme weiterer Beweise zu verzichten, wenn
ein bestimmter Sachverhalt als überwiegend wahrscheinlich zu betrachten ist
und wenn anzunehmen ist, dass weitere Beweismassnahmen an diesem
Ergebnis nichts mehr ändern können (BGE 122 II 464 E. 4a S. 469).
Vorliegend erachtet das Gericht weitere medizinische Abklärungen für nicht
erforderlich bzw. ungeeignet, weil die Arbeitsfähigkeit rückwirkend beurteilt
werden müsste Es ist stattdessen von einer Arbeitsfähigkeit von 50% seit dem
3. April 2007 auszugehen. Dies gilt zumindest bis zur stationären
Rehabilitationsbehandlung in der Klinik ...
c) Bezüglich der psychischen Beschwerden wird im IME-Gutachten vom 30. Juli
2009 keine psychiatrische Diagnose gestellt (vgl. psychiatrisches
Teilgutachten von Dr. med. ..., Facharzt FMH für Psychiatrie und
Psychotherapie). Deshalb wird im Gutachten auch keine psychisch bedingte
Einschränkung auf die Arbeitsfähigkeit erwähnt. Dies ist nicht zu
beanstanden, weil sich in den Akten, abgesehen von einem stationären
Aufenthalt in der Psychiatrischen Klinik Waldhaus im Mai 1993 wegen einer
Polytoxikomanie (Abhängigkeit von mehreren Suchmitteln), keine Hinweise
für das Vorliegen einer psychiatrischen Problematik finden lassen. Zum
gleichen Schluss kam auch Dr. med. ... in seinem psychiatrischen
Teilgutachten (S. 22 f.). Er hielt zudem fest, die Patientin selber gehe auch
nicht davon aus, psychisch krank zu sein. Im Rahmen der Untersuchung habe
er keinerlei Hinweise für das Vorliegen einer organischen, einschliesslich
einer symptomatischen psychischen Störung, einer Schizophrenie, einer
schizotypen oder wahnhaften Störung gefunden. Die Patientin sei
psychopathologisch unauffällig und ihre Stimmung gut gewesen. Anlässlich
der psychiatrischen Untersuchung gab die Beschwerdeführerin an, dass
grosse Schmerzen sie psychisch belasten würden. Wenn sie starke
Schmerzen habe, fühle sie sich aufgewühlt und nervös. Sie sei dann häufig
aggressiv. Gemäss Dr. med. ... handelt es sich dabei zwar um depressive
Reaktionen, welche jedoch sicherlich nie das Ausmass einer eigentlichen
depressiven Episode erreicht haben. Weiter führte Dr. med. ... aus, dass sich
keine Hinweise für das Vorliegen einer neurotischen, Belastungs- oder
somatoformen Störung, insbesondere auch nicht einer anhaltenden
somatoformen Schmerzstörung finden würden. Einerseits hätten die
Schmerzen einen organisch fassbaren Kern und anderseits liessen sich auch
keine emotionalen Konflikte oder psychosozialen Probleme identifizieren, die
schwerwiegend genug wären, um als entscheidende ursächliche Einflüsse bei
der Entstehung der Schmerzen zu gelten. Ausserdem gebe es keine
Hinweise, die für eine Persönlichkeitsstörung sprechen würden und mit
grosser Wahrscheinlichkeit bestehe auch keine Störung durch psychotrope
Substanzen. Ein psychisches Leiden wurde erstmals durch Dr. med. ... in
seinem ärztlichen Zeugnis vom 22. November 2010 diagnostiziert. Er stellte
dabei fest, dass sich die psychische Situation der Patientin im Jahre
2009/2010 zunehmend verschlechert habe. Dies entspricht auch den
Angaben der Beschwerdeführerin selbst. Es ist somit nicht zu bemängeln,
wenn die psychiatrischen Aspekte erst ab dem 1. Dezember 2009
berücksichtigt werden (vgl. vorstehende Erwägung 1b).
d) Die Klink ... attestierte der Beschwerdeführerin in ihrem Zusatzbericht vom
29. September 2009 eine ganztägige Arbeitsfähigkeit mit zusätzlichem
Kurzpausenbedarf von nicht mehr als einer Stunde pro Tag. Dies entspricht
einer Arbeitsfähigkeit von 88%. Die Einschätzung der Klinik ... ist
nachvollziehbar. Im Gegensatz zum IME-Gutachten, dem behandelnden
Rheumatologen und dem Hausarzt stützte sich die Klinik ... auf objektive
Abklärungsergebnisse ab. Sie nahm eine Evaluation der funktionellen
Leistungsfähigkeit (EFL) vor. Im Austrittsbericht vom 22. Juni 2009 hält Dr.
med..., Leitender Arzt Rheumatologie, fest, dass unter der stationären
Rehabilitationsbehandlung vom 14. Mai 2009 bis 10. Juni 2009 eine deutliche
Steigerung der allgemeinen Kraft und Ausdauer sowie auch eine mässige
Verbesserung der myofaszialen Symptomatik und weniger auch der
athralgiformen Beschwerdesymptomatik habe erzielt werden können. Die
Patientin habe sich sehr erfreut über den Erfolg der Rehabilitation gezeigt (S.
2). Es wird also von einer Verbesserung des Gesundheitszustandes mit
objektiver Leistungssteigerung berichtet. Auch das IME-Gutachten geht
davon aus, dass durch eine stationäre Rehabilitationsbehandlung die
allgemeine Leistungsfähigkeit und allenfalls die Arbeitsfähigkeit verbessert
werden könne (S. 14 und 16). Es ist nicht zu beanstanden, dass die im
Austrittsbericht umschriebene Arbeitsfähigkeit erst im Zusatzbericht von Dr.
med. ... vom 29. September 2009 prozentual beziffert worden ist. Ebenfalls
nicht zu bemängeln ist, dass im Zusatzbericht keine Angaben zur aktuell
ausgeübten Tätigkeit der Beschwerdeführerin gemacht werden konnten,
obwohl im Austrittsbericht von einem positiv verlaufenen
Vorstellungsgespräch die Rede ist. Im Austrittsbericht wird nämlich nicht
erwähnt, um was für eine neue Arbeitsstelle es sich handelt, weshalb der
Klinik ... nicht vorgeworfen werden kann, sie habe sich nicht mit den Akten
auseinandergesetzt. Somit ergibt sich, dass die Beschwerdegegnerin zu
Recht ab dem 11. Juni 2009 (Austritt Klinik ...) von einer Arbeitsfähigkeit von
88% ausgegangen ist und den Rentenanspruch damit ab dem 1. Oktober
2009 (gemäss Art. 88a Abs. 1 der Verordnung über die Invalidenversicherung
[IVV] dreimonatige Anpassungsfrist nach Verbesserung des
Gesundheitszustandes) verneint hat.
e) Zusammenfassend ergibt sich, dass die Beschwerdeführerin ab dem 1. April
2008 einen bis 30. September 2009 befristeten Anspruch auf eine halbe
Invalidenrente bei einem IV-Grad von 50% hat und hernach ein Anspruch
entfällt. Ohne Gesundheitsschaden könnte die Beschwerdeführerin in ihrer
angestammten Tätigkeit als Anwaltssekretärin ein Jahresgehalt von Fr.
62'945.20 erzielen. Die medizinischen Abklärungen haben ergeben, dass ihr
diese Tätigkeit seit April 2007 bis Juni 2009 nur mit einem Pensum von 50%
zumutbar gewesen ist. Gemäss RAD-Abschlussbeurteilung vom 17.
November 2009 ist die angestammte Tätigkeit als Anwaltssekretärin einer
adaptierten gleichzusetzen. Aus dem Einkommensvergleich resultiert damit
für diesen Zeitraum ein IV-Grad von 50%. Diese Berechnung wird von der
Beschwerdeführerin nicht beanstandet. Die Beschwerdegegnerin hat sodann
anerkannt, dass aufgrund einer Verschlechterung des Gesundheitszustandes
die Restarbeitsfähigkeit ab dem 1. Dezember 2009 neu abgeklärt werden
müsse. Deshalb ist die Beschwerde teilweise gutzuheissen und die
Beschwerdegegnerin zu verpflichten, anstelle einer Viertelsrente eine halbe
Rente ab dem 1. April 2008 bis 30. September 2009 zu bezahlen. Im Übrigen
ist die Beschwerde abzuweisen, soweit sie nicht gegenstandslos geworden
ist.
5. Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten
um die Bewilligung oder die Verweigerung von IV-Leistungen kostenpflichtig.
Die Gerichtskosten werden nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig
vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festgelegt. Vorliegend
setzt das Gericht die Kosten auf Fr. 700.-- fest. Entsprechend dem Ausgang
dieses Verfahrens werden die Gerichtskosten der Beschwerdegegnerin
auferlegt. Die Beschwerdegegnerin hat die anwaltlich vertretene
Beschwerdeführerin gemäss Art. 61 lit. g ATSG aussergerichtlich für das
Verfahren vor Versicherungsgericht zu entschädigen. Gemäss Art. 3 der
kantonalen Verordnung über die Bemessung des Honorars der
Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälte (Honorarverordnung, HV; BR
310.250) gilt ein Stundenansatz zwischen Fr. 210.-- und Fr. 270.-- als üblich.
Der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin hat mit Schreiben vom 12.
Januar 2011 eine Honorarnote im Umfang von Fr. 3'670.56 eingereicht.
Dieser Betrag setzt sich zusammen aus einem Honorar von Fr. 3'384.-- für
14.1 Arbeitsstunden à Fr. 240.-- zuzüglich Spesen und Mehrwertsteuer. Zu
Recht wies die Beschwerdegegnerin in ihrem Schreiben vom 14. Januar 2011
darauf hin, dass in der Honorarnote Positionen enthalten seien, die nicht im
Zusammenhang mit dem vorliegenden Verfahren stehen würden. Die
angefochtene Verfügung wurde am 25. Oktober 2010 erlassen. Die
Positionen vom 18. Dezember 2009 bis 8. Juni 2010 können somit das
vorliegende Verfahren nicht betreffen. Dementsprechend ist die Honorarnote
auf einen Zeitaufwand von 6.2 Stunden zu kürzen. Der vereinbarte
Stundenansatz von Fr. 240.-- erweist sich hingegen als üblich. Deshalb ergibt
sich eine aussergerichtliche Entschädigung von Fr. 1'630.45 (Honorar
Fr. 1'488.--, Spesen Fr. 27.30, 7.6% MWST 115.15).