# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** 88753ace-9f8c-4a43-a322-768766477fb7
**Court:** GR_KG
**Chamber:** GR_KG_006
**Year:** 2015
**Language:** de
**Jurisdiction:** GR / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

hat sich ergeben:
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I. Sachverhalt
A. Y._ reichte am 16. Oktober 2014 beim Bezirksgericht Landquart ein Gesuch um Erlass eines superprovisorischen Verbots mit sofortiger Wirkung gemäss Art. 261 ff. ZPO mit folgenden Rechtsbegehren ein:
"1. Es sei der Gesuchsgegnerin und ihren Organen superprovisorisch unter Androhung der Bestrafung mit einer Busse gegen eine amtliche Verfügung gemäss Art. 292 StGB, richterlich mit sofortiger Wirkung zu verbieten, gegenüber Dritten oder sonstwie öffentlich nachfolgende Äusserungen zu tätigen:
1.1 "Die Gesuchstellerin habe ein absolutes Verkaufsverbot von Produkten der Marke A._ und dürfe diese nicht an Verkaufsberaterinnen und Verkaufsberater und Wiederverkäuferinnen oder Verkäufer sowie deren Partner und Mitarbeiter veräussern."
1.2 "Alle Wiederverkäuferinnen oder Verkäufer, die mit der Gesuchstellerin bezüglich Produkte der Marke A._ arbeiten oder Produkte der Marke A._ durch Facebook oder andere Webseite bewerben und verkaufen, seien verfolgbar."
2. Eventualiter seien die Anträge gemäss Ziff. 1.1 und 1.2 provisorisch, d.h. nach Anhörung der Gesuchsgegnerin zu verfügen.
3. Es seien die Anträge gemäss Ziff. 1.1 und 1.2 vorstehend bis zum rechtskräftigen Abschluss des ordentlichen Verfahrens aufrechtzuerhalten.
4. Die Kosten des vorliegenden Verfahrens seien der Gesuchsgegnerin aufzuerlegen.
5. Die Gesuchsgegnerin sei zu verpflichten, der Gesuchstellerin die anwaltlichen Kosten, zuzüglich 8% Mehrwertsteuer, zu ersetzen."
Streitgegenstand des Hauptverfahrens werde eine Klage auf Unterlassung/Beseitigung einer durch die X._SA zum Nachteil von Y._ begangenen Persönlichkeitsverletzung sein. Zusätzlich werde sich das Begehren auf Art. 2 ff. UWG stützen, da die Äusserungen der X._SA auch das UWG verletzt hätten. Die X._SA werfe Y._ in aller Öffentlichkeit vor, sie habe ein absolutes Verkaufsverbot von Produkten der Marke A._ und sie dürfe diese nicht an Verkaufsberaterinnen und Verkaufsberater und Wiederverkäuferinnen oder Verkäufer sowie deren Partner und Mitarbeiter veräussern. Diese Aussage werde dadurch verstärkt, dass die X._SA wider besseres Wissens behaupte, dass alle Wiederverkäuferinnen oder Verkäufer, die mit Y._ bezüglich Produkte der Marke A._ arbeiten oder Produkte der Marke A._ durch Facebook oder andere Webseiten bewerben und verkaufen würden, verfolgbar seien. Diese Aussagen seien schlichtweg unwahr und damit
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auch ehrverletzend. Die Äusserungen der X._SA hätten aber auch das UWG verletzt. Y._ habe ein durch das UWG geschütztes eigenes wirtschaftliches Interesse, nicht durch unlautere Handlungen eines Mitbewerbers oder eines Dritten beeinträchtigt zu werden. Im Vordergrund stehe vorliegend die gemäss Art. 3 lit. a UWG verbotene Herabsetzung einer Person oder ihrer Geschäftsverhältnisse durch unrichtige, irreführende oder unnötig verletzende Äusserungen.
B. Mit prozessleitender Verfügung und Entscheid vom 17. Oktober 2014 wurde Y._ aufgefordert, bis zum 4. November 2014 einen Gerichtskostenvorschuss von Fr. 2'500.00 zu bezahlen. Der X._SA wurde eine Frist zur Einreichung einer schriftlichen Stellungnahme bis zum 10. November 2014 eingeräumt. Gleichzeitig wurde im Sinne einer superprovisorischen Anordnung der X._SA unter der Androhung von Art. 292 StGB verboten, gegenüber Dritten oder sonst wie öffentlich nachfolgende Äusserungen zu tätigen:
"Y._ habe ein absolutes Verkaufsverbot von Produkten der Marke A._ und dürfe diese nicht an Verkaufsberaterinnen und Verkaufsberater und Wiederverkäuferinnen oder Verkäufer sowie deren Partner und Mitarbeiter veräussern."
"Alle Wiederverkäuferinnen oder Verkäufer, die mit Y._ bezüglich Produkte der Marke A._ arbeiten oder Produkte der Marke A._ durch Facebook oder andere Webseiten bewerben und verkaufen, seien verfolgbar."
C. Mit Eingabe vom 10. November 2014 erhob die X._SA eine Unzuständigkeitseinrede und beantragte was folgt:
"1. Es sei das eröffnete Massnahmeverfahren auf die Prüfung der Prozessvoraussetzungen der Zuständigkeit zu beschränken.
2. Es sei auf das Massnahmegesuch mangels Zuständigkeit des angerufenen Massnahmegerichts nicht einzutreten und es sei die mit Verfügung vom 17. Oktober 2014 superprovisorisch angeordnete Massnahme zu widerrufen.
3. Eventualiter: Für den Fall der Nichtbeschränkung des Verfahrens auf die Unzuständigkeitseinrede und / oder der Bejahung der Zuständigkeit und des Eintretens auf das Gesuch um Erlass vorsorglicher Massnahmen sei der Gesuchsgegnerin eine neue Frist für die Einreichung einer umfassenden materiellen Stellungnahme zur Sache einzuräumen.
4. Die Gesuchstellerin sei zu verpflichten, für den Fall der Aufrechterhaltung der superprovisorisch angeordneten Massnahme eine Sicherheitsleistung von CHF 200'000.-- gerichtlich zu hinterlegen.
5. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (letztere zuzüglich MwSt) zu Lasten der Gesuchstellerin.
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und folgendem
PROZESSUALEN ANTRAG:
Über die Zuständigkeit sei zu befinden, nachdem die Gesuchstellerin die Sicherheitsleistung geleistet hat."
Zur Begründung wurde unter anderem ausgeführt, dass gemäss Art. 13 ZPO das Gesuch um Anordnung vorsorglicher Massnahmen entweder am Ort der Zuständigkeit für die Hauptsache oder am Ort des Vollzugs der Massnahme einzureichen sei. Vorliegend sei keiner dieser beiden Alternativgerichtsstände im Gerichtskreis Graubünden gegeben. Vollzugsort sei das Rechtsdomizil der Gesuchsgegnerin, O.1_, im Kanton B._, als der Ort, wo dem Inhalt der Massnahme durch Anwendung von Rechtszwang unmittelbare Wirkung verschafft werden soll. Die Hauptsachezuständigkeit für Streitigkeiten im Zusammenhang mit Daten- und Persönlichkeitsschutz sei gestützt auf die Gerichtsstandsvereinbarung auf O.2_ prorogiert worden. Neben der örtlichen sei auch die sachliche Zuständigkeit des Bezirksgerichts Landquart vorliegend nicht gegeben. Gestützt auf Art. 5 Abs. 1 lit. d ZPO sei für Streitigkeiten gestützt auf das UWG bei einem Streitwert über Fr. 30'000.00 die obere kantonale Gerichtsinstanz sachlich zuständig und nicht ein erstinstanzliches Gericht. Es würden vorliegend ausschliesslich wettbewerbsbezogene Aspekte der Persönlichkeit im Streite liegen und Art. 28 ZGB falle ausser Betracht. Da der Streitwert über Fr. 30'000.00 liege, sei das obere kantonale Gericht am örtlichen Gerichtsstand O.2_, das heisse das Tribunale d'appello des Kantons B._, örtlich und sachlich zuständig. Schliesslich hafte die gesuchstellende Partei für den aus einer ungerechtfertigten vorsorglichen Massnahme erwachsenen Schaden. Das Gericht könne die Anordnung vorsorglicher Massnahmen von der Leistung einer Sicherheit durch die gesuchstellende Partei abhängig machen, falls ein Schaden für die Gegenpartei zu befürchten sei. Angesichts der bereits eingetretenen Umsatzeinbussen seien sowohl Eintritt als auch Höhe eines Schadens glaubhaft gemacht worden.
D. 1. Die X._SA reichte dem Kantonsgericht von Graubünden am 20. November 2014 ein Gesuch um Anordnung vorsorglicher Massnahmen ein mit den Anträgen, es seien gegen Y._ (Gesuchsgegnerin 1), die C._GmbH (Gesuchsgegnerin 2) und D._ (Gesuchsgegner 3) superprovisorisch beziehungsweise provisorisch verschiedene Massnahmen gestützt auf das Bundesgesetz gegen den unlauteren Wettbewerb auszusprechen. Zur Begründung führte die X._SA unter anderem aus, sie sei vertragliche Exklusiv-Vertriebspartnerin der amerikanischen Gesellschaft A._ Bag LLC, der Inhaberin verschiedener Marken und Patente in zahlreichen Ländern; die
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Gesuchsgegnerinnen 1 und 2 hätten seit ihrem Weggang von der X._SA Anfang Juni 2014 unter Beihilfe des Gesuchsgegners 3 einen von der Marken- und Patentinhaberin nicht autorisierten eigenen Handel mit "A._ bags" aufgezogen.
2. Mit Verfügung ERZ 14 390 vom 30. Dezember 2014 wies der Einzelrichter in Zivilsachen des Kantonsgerichts von Graubünden das Gesuch um Anordnung vorsorglicher Massnahmen vom 20. November 2014 ab, soweit er darauf eintrat. Der Einzelrichter führte zur Begründung insbesondere aus, der X._SA sei es nicht gelungen, glaubhaft darzulegen, dass sie nicht nur autorisierte Distributorin, sondern vielmehr ausschliessliche Lizenznehmerin der A._ Bag LLC sei, weshalb ihr kein selbständiges Klagerecht zustehe.
3. Mit Beschwerde in Zivilsachen vom 5. Februar 2015 beantragte die X._SA dem Bundesgericht, es sei die Verfügung des Kantonsgerichts von Graubünden vom 30. Dezember 2014 aufzuheben und es sei die Vorinstanz anzuweisen, einen neuen Entscheid in Berücksichtigung ihrer Replikschrift vom 31. Dezember 2014 und aller darin angebotenen Urkundenbeweise sowie allfälliger weiterer Rechtsschriften der Prozessparteien in Gewährung des rechtlichen Gehörs zu fällen.
4. Mit Urteil des Bundesgerichts 4A_87/2015 vom 9. Juni 2015 wurde auf die Beschwerde der X._SA vom 5. Februar 2015 nicht eingetreten. Die Beschwerdeführerin lege in keiner Weise dar, inwiefern ihr im konkreten Fall ein rechtlicher Nachteil drohe, der auch durch einen für sie günstigen Entscheid in der Zukunft nicht mehr behoben werden könne. Abgesehen davon beziffere sie die angeblich als Folge des beanstandeten Verhaltens von Y._, der C._GmbH und D._ erlittene Umsatzeinbusse in ihrer Beschwerdebegründung für das Geschäftsjahr 2013 auf Fr. 259'308.10 beziehungsweise für das Geschäftsjahr 2014 auf Fr. 329'432.83 und bringe vor, die Januarumsätze 2015 betrügen nur noch 23 % des Umsatzes von Januar 2014. Das Bundesgericht führte weiter aus, dass unter diesen Umständen es keineswegs als ausgeschlossen erscheine, dass der Schaden hinreichend belegt oder wenigstens in Anwendung von Art. 42 Abs. 2 OR geschätzt werden könne, sollte sich in der Folge herausstellen, dass Y._, der C._GmbH und D._ tatsächlich ein widerrechtliches Verhalten vorzuwerfen sei.
E. Am 18. Dezember 2014 reichte Y._ dem Einzelrichter am Bezirksgericht Landquart eine auf die Frage der Unzuständigkeit und der geltend
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gemachten Sicherheitsleistung beschränkte Stellungnahme mit folgenden prozessualen Rechtsbegehren ein:
"1. Auf das vorliegende Massnahmegesuch sei einzutreten.
2. Auf die Anordnung einer Sicherheitsleistung sei zu verzichten.
3. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten der Gesuchsgegnerin."
F. Nachdem diese Stellungnahme der X._SA zur Kenntnis gebracht worden war, reichte diese am 29. Dezember 2014 eine Replik hierzu mit folgenden Rechtsbegehren ein:
"1. Es sei auf das Massnahmegesuch mangels Zuständigkeit des angerufenen Massnahmegerichts nicht einzutreten und es sei die mit Verfügung vom 17. Oktober 2014 superprovisorisch angeordnete Massnahme zu widerrufen.
Eventualiter: Das Verfahren sei bis zur rechtskräftigen Erledigung des Massnahmeverfahrens ERZ 14/390 am Kantonsgericht von Graubünden zu sistieren.
Subeventualiter: Für den Fall der Bejahung der Zuständigkeit, des Eintretens auf das Gesuch und des abgewiesenen Sistierungsgesuchs um Erlass vorsorglicher Massnahmen und der Nichtsistierung sei der Gesuchsgegnerin eine neue Frist für die Einreichung einer umfassenden materiellen Stellungnahme zur Sache einzuräumen.
2. Die Gesuchstellerin sei zu verpflichten, für den Fall der Aufrechterhaltung der superprovisorisch angeordneten Massnahme eine Sicherheitsleistung von CHF 200'000.-- gerichtlich zu hinterlegen.
3. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (letztere zuzüglich MwSt) zu Lasten der Gesuchstellerin.
und folgendem
PROZESSUALEN ANTRAG:
Über die Zuständigkeit sei zu befinden, nachdem die Gesuchstellerin die Sicherheitsleistung geleistet hat."
G. In der Duplik vom 2. Februar 2015 hielt die gesuchstellende Partei unverändert an den Rechtsbegehren gemäss Stellungnahme vom 18. Dezember 2014 fest. Die X._SA habe stets behauptet, dass sie Lizenznehmerin sei und über einen gültigen Vertrag verfüge. So führe sie ausdrücklich aus, dass sie über einen Exklusivvertrag verfüge und damit exklusive vertragliche Distributorin für das Gebiet der Schweiz und des Fürstentums Liechtenstein und weitere Länder sei. Diese Tatsachen würden nach Ansicht von Y._ nicht der Wahrheit entsprechen. Offenbar seien die Rechte an der Marke A._ und den Patenten an eine neue Firma übertragen worden. Y._ gehe davon aus, dass die bisherigen Vertragspartner allesamt per sofort ohne Marke und ohne Vertrag
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dastünden. Es gebe ab sofort eine neue Firma, welcher die Marken- und Patentrechte übertragen worden seien. Es gebe daher gar keine Vertragspartnerin der X._SA mehr. Somit gebe es sicherlich auch keinen Lizenzvertrag mehr.
H. Mit Zwischenentscheid und prozessleitender Verfügung vom 3. Februar 2015, mitgeteilt am 4. Februar 2015, erkannte der Einzelrichter am Bezirksgericht Landquart wie folgt:
"1. Die Unzuständigkeitseinrede wird abgewiesen.
2. Das Gesuch um Sicherheitsleistung von CHF 200'000.00 wird vollumfänglich abgewiesen.
3. Der gesuchsgegnerischen Partei wird Frist zur Einreichung einer schriftlichen Stellungnahme bis zum 25. Februar 2015 eingeräumt, um materiell zum Gesuch der Gegenpartei Stellung zu nehmen.
4. Die Kosten für die vorliegende Verfügung bleiben bei der Prozedur (Art. 104 Abs. 3 ZPO).
5. Auf die Durchführung einer Verhandlung wird verzichtet (Art. 256 Abs. 1 ZPO). Nach Eingang der Stellungnahme erfolgt ein Entscheid aufgrund der Akten, der den Parteien schriftlich zugestellt wird. Die Rechtsvertreter der Parteien werden aufgefordert, ihre detaillierten Honorarnoten bis zum 25. Februar 2015 einzureichen.

## Considerations