# Swiss Legal Decision

**Decision ID:** a9d0ea07-0f0d-5c17-974e-11706c1431b7
**Court:** SG_VG
**Chamber:** SG_VG_001
**Year:** 2008
**Language:** de
**Jurisdiction:** SG / Eastern_Switzerland
**Law Area:** $law_area
**Law Sub-area:** nan

## Facts

hat das Verwaltungsgericht festgestellt:
A./ H.L., geb. 1983, ist indischer Staatsangehöriger. Er heiratete am 15. Juni 2004 in
seinem Heimatstaat die in Rorschach wohnhafte Schweizer Bürgerin E.S., geb. 1971.
Am 14. Januar 2005 reiste er in die Schweiz ein und meldete sich in Rorschach an. Das
Ausländeramt erteilte ihm in der Folge eine Jahresaufenthaltsbewilligung im Rahmen
des Familiennachzugs. Im Jahr 2006 leitete das Ausländeramt eine Untersuchung
wegen Verdachts des Eingehens einer Scheinehe ein. Mit Verfügung vom 8. Mai 2008
wies es das Gesuch von H.L. vom 15. November 2007 um Verlängerung der
Aufenthaltsbewilligung ab und forderte ihn auf, die Schweiz bis spätestens 17. Juli
2008 zu verlassen. Zur Begründung führte es im wesentlichen an, H.L. sei eine
Scheinehe eingegangen; dessen ungeachtet sei das Festhalten an der nur noch formal
bestehenden Ehe rechtsmissbräuchlich.
B./ Mit Eingabe seines Rechtsvertreters vom 22. Mai 2008 erhob H.L. Rekurs, der vom
Sicherheits- und Justizdepartement mit Entscheid vom 8. Juli 2008 abgewiesen wurde.
C./ Mit Eingabe seines Rechtsvertreters vom 26. August 2008 erhob H.L. Beschwerde
beim Verwaltungsgericht mit dem Antrag, der Entscheid des Sicherheits- und
Justizdepartements vom 8. Juli 2008 sei aufzuheben und die Aufenthaltsbewilligung sei
zu verlängern, ausserdem sei der Beschwerde die aufschiebende Wirkung zu erteilen
und es sei ihm zu gestatten, den Beschwerdeentscheid in der Schweiz abzuwarten,
unter Kosten- und Entschädigungsfolge zuzüglich MWSt. Der Beschwerdeführer
bestreitet, mit E.S. eine Scheinehe eingegangen zu sein. Er habe jahrelang in einer
ehelichen Gemeinschaft gelebt, auch wenn der Arbeitsort nicht am Wohnort gewesen
sei. Eine Rückkehr in sein Heimatland könne ihm nicht zugemutet werden. Es liege ein
Härtefall vor. Der Entscheid der Vorinstanz verstosse gegen Art. 7, 9, 10 Abs. 2, 24 und
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29 der Bundesverfassung (SR 101, abgekürzt BV), gegen Art. 8 der Europäischen
Menschenrechtskonvention (SR 0.101, abgekürzt EMRK) und gegen Art. 7 Abs. 1 und
Art. 11 Abs. 3 des Bundesgesetzes über Aufenthalt und Niederlassung der Ausländer.
Auf die einzelnen Vorbringen wird, soweit wesentlich, in den nachstehenden
Erwägungen eingegangen.
Die Vorinstanz schliesst in ihrer Vernehmlassung vom 16. September 2008 unter
Hinweis auf die Erwägungen des angefochtenen Entscheids auf Abweisung der
Beschwerde.

## Considerations

Darüber wird in Erwägung gezogen:
1. Die sachliche Zuständigkeit des Verwaltungsgerichts ist gegeben (Art. 59bis Abs. 1
des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege, sGS 951.1, abgekürzt VRP). Der
Beschwerdeführer ist zur Ergreifung des Rechtsmittels legitimiert (Art. 64 Abs. 1 in
Verbindung mit Art. 45 Abs. 1 VRP). Die Beschwerdeeingabe vom 26. August 2008
erfüllt zeitlich, formal und inhaltlich die gesetzlichen Anforderungen (Art. 64 Abs. 1 in
Verbindung mit Art. 47 Abs. 1 und Art. 48 Abs. 1 VRP). Auf die Beschwerde ist daher
einzutreten.
2. Der Beschwerdeführer beantragt, der Beschwerde sei die aufschiebende Wirkung zu
erteilen und es sei ihm zu gestatten, den Beschwerdeentscheid in der Schweiz
abzuwarten.
Nach Art. 64 Abs. 1 in Verbindung mit Art. 51 Abs. 1 VRP hat die Beschwerde von
Gesetzes wegen aufschiebende Wirkung. Im vorliegenden Fall ist die
Aufenthaltsbewilligung des Beschwerdeführers am 13. Januar 2008 abgelaufen. Die
Verlängerung dieser Bewilligung wurde verweigert. Bei der Verweigerung einer
Verlängerung der Bewilligung kann die aufschiebende Wirkung nicht zum Tragen
kommen (vgl. Cavelti/Vögeli, Verwaltungsgerichtsbarkeit im Kanton St. Gallen, 2. Aufl.,
St. Gallen 2003, Rz. 1105). Der Aufenthalt nach Ablauf der Bewilligung wäre mittels
einer vorsorglichen Massnahme zu regeln. Der Erlass einer solchen erübrigte sich
indessen, da das Ausländeramt bei hängigen Beschwerden in der Regel auf
Vollzugsmassnahmen verzichtet, selbst wenn der Betroffene keinen förmlichen
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Anspruch hat, den Entscheid in der Schweiz abzuwarten. Mit dem Entscheid in der
Hauptsache ist das Begehren ohnehin gegenstandslos.
3. Der Beschwerdeführer hat sich in der Beschwerdeschrift im einzelnen mit dem
angefochtenen Entscheid bzw. dessen Begründung auseinanderzusetzen (Art. 64
Abs. 1 in Verbindung mit Art. 48 Abs. 1 VRP; Cavelti/Vögeli, a.a.O., Rz. 921). Soweit der
Beschwerdeführer pauschal auf Vorbringen im Verfahren vor dem Ausländeramt
verweist, kann nicht darauf eingetreten werden (vgl. GVP 2000 Nr. 49).
4. Am 1. Januar 2008 trat das Bundesgesetz über die Ausländerinnen und Ausländer
(SR 142.20, abgekürzt AuG) in Kraft. Gemäss Art. 126 Abs. 1 AuG bleibt für Gesuche,
die vor dem Inkrafttreten dieses Gesetzes eingereicht worden sind, das bisherige Recht
anwendbar. Das Verfahren richtet sich dagegen nach dem neuen Recht (Abs. 2). Im
vorliegenden Fall wurde das Gesuch um Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung am
15. November 2007 eingereicht (Frepo act. 131). Somit ist die Streitsache nach
früherem Recht zu beurteilen.
4.1. Nach Art. 7 des Bundesgesetzes über Aufenthalt und Niederlassung der Ausländer
(BS 1, 121 mit seither ergangenen Änderungen, abgekürzt ANAG) hat der ausländische
Ehegatte einer Schweizer Bürgerin Anspruch auf Erteilung und Verlängerung der
Aufenthaltsbewilligung. Kein Anspruch besteht nach Abs. 2 dieser Vorschrift, wenn die
Ehe eingegangen worden ist, um die Vorschriften über Aufenthalt und Niederlassung
von Ausländern und namentlich jene über die Begrenzung der Zahl der Ausländer zu
umgehen. Erfasst wird davon die sog. Scheinehe bzw. Ausländerrechtsehe, bei der die
Ehegatten von vornherein keine echte eheliche Gemeinschaft beabsichtigten
(BGE 128 II 151, 127 II 55 mit Hinweisen). Die Bestimmung ist dem früheren Art. 120
Ziff. 4 ZGB betreffend die sogenannte Bürgerrechtsehe nachgebildet, welcher mit der
Revision des Bürgerrechtsgesetzes (SR 141.0) vom 23. März 1990 seine Grundlage
verloren hat und aufgehoben wurde. Dem ausländischen Ehegatten eines Schweizer
Bürgers wurde im revidierten Art. 7 Abs. 1 ANAG ein Anspruch auf Erteilung und
Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung eingeräumt. Da die Gefahr, diese Vorschrift
könnte durch Eingehen einer blossen Scheinehe umgangen werden, in gleicher Weise
besteht wie im Falle des früheren Bürgerrechtserwerbs durch Heirat, wurde für solche
"Aufenthalts-" bzw. "Niederlassungsehen" in Art. 7 Abs. 2 ANAG ein ähnlicher
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Missbrauchstatbestand geschaffen, wie er in Art. 120 Ziff. 4 ZGB für die früheren
Bürgerrechtsehen vorgesehen war (BGE 122 II 294 mit Hinweisen).
Auch wenn die Ehe nicht bloss zum Schein eingegangen worden ist, heisst dies nicht
zwingend, dass dem ausländischen Ehegatten der Aufenthalt ungeachtet der weiteren
Entwicklung gestattet werden muss. Zu prüfen ist insbesondere, ob sich die Berufung
auf die Ehe nicht anderweitig als missbräuchlich erweist (BGE 128 II 151).
4.2. Das Bundesgericht hat in verschiedenen Urteilen die Anforderungen an den
Nachweis einer Scheinehe bzw. Ausländerrechtsehe umschrieben. Es erwog, der
Nachweis, dass die Ehe zur Umgehung der Vorschriften über Aufenthalt und
Niederlassung der Ausländer geschlossen wurde und nicht der Begründung einer
Lebensgemeinschaft diene, sei in der Regel nicht direkt zu erbringen und könne nur
durch Indizien geführt werden. Solche Indizien seien etwa darin zu erblicken, dass dem
Ausländer die Wegweisung gedroht habe, etwa weil er ohne Heirat keine
Aufenthaltsbewilligung erhalten hätte oder sie ihm nicht verlängert worden wäre.
Sodann könnten die Umstände und die kurze Dauer der Bekanntschaft sowie die
Tatsache, dass die Ehegatten eine Wohngemeinschaft gar nie aufgenommen hätten,
für das Vorliegen einer Ausländerrechtsehe sprechen. Umgekehrt könne aus einer
gewissen Zeit des Zusammenlebens und des Unterhalts intimer Beziehungen nicht
ohne weiteres abgeleitet werden, es sei eine wirkliche Lebensgemeinschaft gewollt
gewesen. Ein solches Verhalten könne auch nur vorgespiegelt sein, um die Behörde zu
täuschen (BGE 122 II 295 mit Hinweisen auf Literatur und Judikatur). Wenn aber nicht
genügend Anhaltspunkte bestehen, die auf eine Scheinehe hindeuten, so darf nicht
einzig aufgrund dieser ungenügenden Anhaltspunkte die Berufung auf eine bestehende
Ehe als rechtsmissbräuchlich qualifiziert werden (BGE 123 II 49 ff.).
4.3. Der Beschwerdeführer bringt verschiedene Einwendungen zu den von der
Vorinstanz bzw. vom Ausländeramt festgestellten Indizien vor und macht Gründe
geltend, weshalb diese Indizien die Annahme einer Scheinehe nicht rechtfertigen. Allein
für sich vermag ein einzelnes Indiz den Nachweis einer Tatsache nicht zu erbringen. Es
liegt bei Indizienbeweisen in der Natur der Sache, dass jedes einzelne Merkmal für sich
allein nicht genügen würde, um eine Scheinehe nachzuweisen. Wenn jedoch eine
Vielzahl von Indizien gegeben ist, können sich diese je nach Art und Anzahl zum
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rechtsgenüglichen Beweis verdichten. Es ist daher bei den einzelnen Indizien einer
Scheinehe nicht von entscheidender Bedeutung, ob sie auch bei einer normalen Ehe
vorliegen können. Dies kann bei jedem einzelnen Sachverhaltsmerkmal allein durchaus
zutreffen. Entscheidend ist die Gesamtheit der vorliegenden Tatumstände (vgl. statt
vieler VerwGE B 2007/127 vom 5. November 2007 i.S. S.O. in: www.gerichte.sg.ch).
4.4. Der Beschwerdeführer rügt, sein Anspruch auf rechtliches Gehör sei verletzt
worden. Die von ihm angerufenen Zeugen seien nicht zur Aussage bzw. zum Beweis
zugelassen worden. Die Vorinstanz stütze sich ausschliesslich auf Indizien und auf die
Aussagen seiner Ehefrau ab. Diese einseitige Gewichtung müsse als rechtswidrig und
willkürlich bezeichnet werden. Zu Unrecht habe die Vorinstanz die Zeugeneinvernahme
mit dem Argument verweigert, die angerufenen Personen könnten nicht
unvoreingenommen zur Ermittlung des Sachverhalts beitragen. Dabei werde
übersehen, dass die Zeugen unter Hinweis auf die Straffolgen falschen Zeugnisses zur
Wahrheit verpflichtet seien. Ausserdem könnten die Aussagen entsprechend gewichtet
werden.
Der Beschwerdeführer hat im Verfahren vor dem Ausländeramt schriftliche Erklärungen
verschiedener Personen, unter anderem seines Vorgesetzten, des Geschäftsführers
des Arbeitgeberbetriebs sowie zweier Mitarbeiter eingereicht. Diese Personen
bestätigten zuhanden des Rechtsvertreters schriftlich, dass die Ehefrau des
Beschwerdeführers zusammen mit diesem im Personalhaus des Hotels Sternen in D.
gewohnt habe, dass die beiden als Ehepaar aufgetreten seien und häufig die Freizeit
gemeinsam verbracht hätten. In seiner Stellungnahme an das Ausländeramt beantragte
der Beschwerdeführer, diese Personen seien als Zeugen zu befragen. In der
Beschwerde wiederholt er diesen Antrag.
Werden beim Verdacht einer Scheinehe die Eheleute als direkt Beteiligte im Rahmen
des erstinstanzlichen Verfahrens eingehend befragt, so vermögen in der Regel weitere
Befragungen und Einvernahmen, auch solche von Drittpersonen, keine neuen und
entscheidrelevanten Tatsachen hervorzubringen. Im Streitfall ist davon auszugehen,
dass die vom Beschwerdeführer angerufenen Personen ihre schriftlichen Angaben
bestätigen werden. Das Vorliegen einer Scheinehe ist aufgrund objektiver
Sachverhaltsmerkmale und Indizien festzustellen. Insbesondere sind die Aussagen der
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Eheleute zu würdigen, wobei von erheblicher Bedeutung ist, dass die Eheleute vor der
Einvernahme keine Kenntnis über die Fragestellung haben. Aussagen von
Drittpersonen über gewisse Verhaltensweisen der Eheleute haben erfahrungsgemäss
keine erhebliche Bedeutung. Im vorliegenden Fall kommt hinzu, dass die Ehefrau
offenbar zu Beginn der Ehe durchaus davon ausgegangen war, dass der
Beschwerdeführer mit ihr eine Lebensgemeinschaft eingehen will. Sie selber hatte sich
nach eigenen Angaben öfters in D. aufgehalten. Offenbar wohnen ihre Eltern dort. Es ist
daher naheliegend, dass sie dort zusammen mit dem Beschwerdeführer gesehen
werden konnte und sie Drittpersonen als Ehepaar erschienen. Unter diesen Umständen
vermöchten Aussagen, welche die schriftlichen Aeusserungen bestätigen, keine neuen
Erkenntnisse zu bringen. Daher durften Vorinstanz und Ausländeramt ohne Verletzung
des rechtlichen Gehörs von den beantragten Zeugeneinvernahmen absehen. Auch im
Beschwerdeverfahren ist auf weitere Erhebungen, namentlich auf Einvernahmen, zu
verzichten. Der Vorwurf der Verletzung des rechtlichen Gehörs erweist sich daher als
unbegründet.
4.5. Zu prüfen ist im folgenden, ob Ausländeramt und Vorinstanz zu Recht davon
ausgegangen sind, der Beschwerdeführer sei eine Scheinehe eingegangen. Dabei ist
entscheidend, ob beim ausländischen Ehegatten die Absicht bestand, die Ehe nur zur
Erlangung eines Aufenthaltsrechts in der Schweiz einzugehen. Ob die Schweizer
Ehegattin die Absicht hatte, eine echte Lebensgemeinschaft einzugehen, ist nicht
ausschlaggebend. Art. 7 Abs. 2 ANAG schliesst einen Anspruch auf eine
Aufenthaltsbewilligung ausdrücklich aus, wenn die Ehe eingegangen worden ist, um die
Vorschriften über Aufenthalt und Niederlassung zu umgehen. Einen solchen Anspruch
kann nur der ausländische Ehegatte haben (statt vieler VerwGE B 2006/51 vom 8. Juni
2006 mit Hinweisen, in: www.gerichte.sg.ch).
Zutreffend erwog die Vorinstanz, der Beschwerdeführer habe durch die Heirat seinen
fremdenpolizeilichen Status erheblich verbessert. Der Beschwerdeführer wendet
dagegen ein, damit werde unterstellt, dass jeder Ausländer, der eine Schweizerin
heirate, lediglich seinen Aufenthaltsstatus verbessern wolle. Dieser Einwand geht fehl.
Nicht jedem Ausländer, der eine Schweizerin heiratet, wird unterstellt, dass die
Erlangung einer Bewilligung Hauptmotiv der Heirat ist. Formal trifft es allerdings zu,
dass ein Ausländer ohne Aufenthaltsanspruch durch die Heirat einer Schweizerin eine
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Bewilligung erlangen kann. Dies allein ist aber nicht ausschlaggebend. Wenn die
Ehegatten tatsächlich eine Lebensgemeinschaft eingehen wollen, so ist der Anspruch
auf Erteilung einer Aufenthaltsbewilligung allein kein Grund für Abklärungen hinsichtlich
einer allfälligen Scheinehe. Bei der Prüfung des Vorliegens einer Scheinehe darf die
Verbesserung des Status' aber als Indiz gewertet worden. Von einem willkürlichen
Verhalten der Vorinstanz kann in diesem Punkt keine Rede sein. Zu Recht hat
ausserdem die Vorinstanz den erheblichen Altersunterschied von rund zwölf Jahren als
weiteres Indiz für eine Scheinehe betrachtet. Daran ändert der Umstand nichts, dass
der erhebliche Altersunterschied allein nicht ins Gewicht fallen würde (vgl. oben E. 4.3).
Weitere Indizien für das Vorliegen einer Scheinehe bilden die widersprüchlichen
Aussagen der Eheleute zu den Umständen des Kennenlernens. Der Beschwerdeführer
hielt anlässlich der Befragung am 26. März 2007 fest, er habe seine Ehefrau Ende 2003
in Indien kennengelernt. Die Ehefrau hingegen sagte aus, sie habe ihren Mann in D.
kennengelernt, als dieser zu Besuch bei seinem Cousin im Restaurant Sternen
gewesen sei. Dies sei im Jahr 2004 gewesen. Wenn die Eheleute über einen solchen
Sachverhalt derart unterschiedliche Angaben machen, muss dies als weiteres Indiz für
eine Scheinehe betrachtet werden. Dabei wird nicht ausser Acht gelassen, dass die
Aussagen der Ehefrau zurückhaltend zu würdigen sind. Die Ehefrau hatte nach ihren
eigenen Aussagen wohl durchaus die Absicht, eine Lebensgemeinschaft mit dem
Beschwerdeführer einzugehen. Sie hielt denn auch fest, sie habe dem
Beschwerdeführer einen Heiratsantrag gemacht und wäre eh am liebsten in Indien
geblieben. Sie schildert denn auch ausführlich ihre Enttäuschung, dass sie nach der
Hochzeitsfeier von der Familie ihres Mannes in ein Hotel gebracht wurde, wo sie allein
habe übernachten müssen. Die Ehefrau war zudem bereits 1999/2000 mit einem Inder
verheiratet gewesen. Sie gab ausserdem ohne weiteres zu, dass der Beschwerdeführer
ihre Wohnung bezahlt, damit er die Adresse bei ihr lassen könne. Sodann erklärte sie,
sie habe jeweils ihren Ehemann angerufen, als sie finanzielle Schwierigkeiten gehabt
habe, und ihn zum Bezahlen von Rechnungen ersucht, worauf er ihr Geld gegeben
habe. Mit diesen Aussagen bezichtigt sich die Ehefrau u.a. selber eines
fremdenpolizeilich verpönten, nach heutigem Recht mitunter strafbaren Verhaltens (vgl.
Art. 118 AuG). Dies bildet aber auch ein Merkmal, dass die Aussagen glaubwürdig sind.
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Im weiteren stellte die Vorinstanz zutreffend fest, dass objektive Anhaltspunkte fehlen,
dass der Beschwerdeführer mit seiner Ehefrau in deren Wohnung in Rorschach lebte.
Die Ehefrau fungierte als alleinige Mieterin der Wohnung in Rorschach. Diese war nur
mit ihrem Namen beschriftet. Die polizeilichen Abklärungen ergaben keine
Anhaltspunkte, dass die Eheleute zusammenwohnten. Zwar wurde die Ehefrau vom
Beschwerdeführer sporadisch aufgesucht, was auch erklären würde, dass der
Vermieter beide gemeinsam angetroffen hat. Ein längerer Aufenthalt in der Wohnung
der Ehefrau ist aber nicht ausgewiesen. Es wäre wohl nachvollziehbar, dass der
Ehemann aufgrund des weit entfernten Arbeitsorts im Kanton Graubünden nicht jeden
Abend nach Rorschach zurückkehrte. Es fragt sich allerdings, weshalb der
Beschwerdeführer als Hilfskraft im Gastgewerbe eine Tätigkeit in I. und D. aufnahm
und dort ein Logis zahlte und nicht eine Arbeit in der Nähe des geltend gemachten
Wohnorts Rorschach suchte. Der Wirt des Restaurants Sternen in D. ist ein Cousin des
Beschwerdeführers. Diesem war es offenbar wichtiger, bei seinem Cousin zu arbeiten
als nach der Uebersiedlung von Indien mit seiner Ehefrau zusammen zu wohnen. Auch
dies bildet ein Indiz für eine Scheinehe.
Zutreffend ist, dass die Ehefrau unter psychischen Problemen leidet. Sie bestätigte
dies und erklärte selbst, sie habe sich in einer Klinik aufhalten müssen. Dies bedeutet
allerdings nicht, dass ihre Aussagen generell unglaubwürdig sind. Die Ehefrau hielt
detailliert fest, wie der Beschwerdeführer gemeinsam mit seinem Cousin auf sie
einwirkte, damit er seinen fiktiven Wohnort in Rorschach beibehalten konnte. Im
übrigen sind Menschen mit psychischen Problemen bevorzugte Zielpersonen von
Scheinheiraten. Der Beschwerdeführer hat seiner Ehefrau offenbar vor der Hochzeit
vorgegaukelt, eine echte Ehegemeinschaft eingehen zu wollen, und die Ehefrau glaubte
seinen Versprechungen. Es spricht daher auch nicht gegen das Vorliegen einer
Scheinehe, dass die Ehefrau nach Indien reiste, dem Beschwerdeführer einen
Heiratsantrag machte und in Indien eine Hochzeitszeremonie veranstaltet wurde.
Allerdings sagte die Ehefrau wie erwähnt aus, ihr Ehemann und dessen Angehörige
hätten sie nach dem Fest in ein Hotel verbracht, wo sie die Nacht allein verbracht habe.
Sie erklärte sogar, sie habe nie intime Beziehungen mit ihrem Ehemann gehabt. Ob
dies zutrifft, ist allerdings nicht von entscheidender Bedeutung. Die Ehefrau hielt
ausdrücklich fest, der Beschwerdeführer habe sich nach der Hochzeit verändert.
Solange er sich in Indien aufgehalten habe, habe er sich bei ihr gemeldet und habe ihr
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SMS geschrieben. Kaum sei er in der Schweiz gewesen, sei nie mehr etwas
gekommen. Sein Cousin habe angerufen und für ihn gesprochen. Ihr sei es immer
schlechter gegangen. Die Ehefrau wurde offenbar bald nach der Eheschliessung
gewahr, dass sie vom Beschwerdeführer getäuscht wurde. Dies erklärt auch ihr
Verhalten, insbesondere das Verfassen anonymer Schreiben an das Ausländeramt
sowie ihren Entschluss, vom Beschwerdeführer Geld zu fordern, damit er ihre
Wohnadresse benutzen konnte. Das Aussageverhalten der Beschwerdeführerin spricht
unter den dargelegten Umständen nicht gegen eine Scheinehe.
Fest steht ausserdem, dass der Beschwerdeführer nur wenige Angaben zur Person
sowie zur Familie und zu weiteren Eigenschaften des Partners machen konnte. Er
wusste beispielsweise nichts über Hobbies und Freizeitaktivitäten seiner Ehefrau. Auch
konnte er weder über die Eltern noch über den Sohn der Ehefrau genauere Angaben
machen. Der Beschwerdeführer hielt im übrigen als gemeinsame Freizeitaktivität fest,
sie würden meistens dem See entlang gehen. Solche vagen Angaben bzw. fehlenden
Kenntnisse über Vorlieben des Ehegatten bilden gewichtige Indizien für das Fehlen
einer ehelichen Gemeinschaft. Der Einwand des Beschwerdeführers, seine Ehefrau
habe ihm gegenüber keine Angaben zum familiären Hintergrund gemacht, erscheint
nicht stichhaltig. Zumindest über Freizeitaktivitäten und persönliche Interessen hätte
der Beschwerdeführer Auskünfte geben können, falls er tatsächlich mit seiner Ehefrau
zusammen lebte.
Aufgrund der vorstehenden Erwägungen gelangt das Verwaltungsgericht zum Schluss,
dass die Vorinstanz zu Recht davon ausging, der Beschwerdeführer habe mit der
Heirat von E.S. keine Lebensgemeinschaft begründen, sondern ausschliesslich eine
Aufenthaltsbewilligung in der Schweiz erlangen wollen. Der Beschwerdeführer kann
daher gestützt auf Art. 7 Abs. 1 ANAG, Art. 8 und Art. 13 BV sowie Art. 8 EMRK keinen
Anspruch auf Erteilung bzw. Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung geltend machen.
Inwiefern der Entscheid der Vorinstanz gegen die Menschenwürde verstossen,
willkürlich ist oder das Recht auf persönliche Freiheit verletzt, wird im übrigen nicht
substantiiert dargelegt.
4.6. Das Eingehen einer Scheinehe bildet einen Verstoss gegen eine zentrale
ausländerrechtliche Norm (vgl. statt vieler BGE 2A.275/2005 vom 17. Oktober 2005,
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E. 4.2 mit Hinweisen). Nach dem neuen Ausländergesetz (Art. 118 Abs. 2 AuG) ist das
Eingehen einer Scheinehe sogar ein Straftatbestand. Nach der Praxis rechtfertigt das
Eingehen einer Scheinehe den Widerruf einer Aufenthaltsbewilligung (BGE 2A.275/2005
vom 17. Oktober 2005 mit Hinweisen auf weitere Urteile; VerwGE B 2005/86 vom
13. September 2005, B 2006/15 vom 12. April 2006; B 2006/51 vom 8. Juni 2006,
publiziert in: www.gerichte.sg.ch). Umso mehr ist auch die Verweigerung der
Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung gerechtfertigt.
Der Entscheid über die Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung lag aufgrund der
vorliegenden Umstände im Ermessen der Ausländerbehörden (Art. 4 ANAG). Der
Beschwerdeführer hält sich seit weniger als vier Jahren und damit erst kurze Zeit in der
Schweiz auf. Die Ehe blieb kinderlos. Von einer nennenswerten Integration des
Beschwerdeführers kann unter diesen Umständen nicht gesprochen werden. Für die
Befragung benötigte er einen Dolmetscher, was bedeutet, dass er keine guten
Deutschkenntnisse hat. Soweit ersichtlich hat er sich zwar an seiner Arbeitsstelle
bewährt und sich, abgesehen von einer Verkehrsregelverletzung, keine Straftaten
zuschulden kommen lassen. Aufgrund der Arbeitstätigkeit als Hilfskraft im
Gastgewerbe bestehen aber auch in wirtschaftlicher bzw. arbeitsmarktlicher Hinsicht
keine zwingenden Gründe für eine Verlängerung der Bewilligung. Stichhaltige Gründe,
weshalb eine Rückkehr nach Indien nicht zumutbar ist und gar ein Härtefall vorliegen
soll, werden nicht vorgebracht. Dass in Art. 50 Abs. 1 lit. a AuG eine Ehegemeinschaft
von mindestens drei Jahren verlangt wird, damit nach deren Auflösung der weitere
Aufenthalt zugelassen wird, ist vorliegend nicht ausschlaggebend. Wie erwähnt, ist im
Streitfall die frühere gesetzliche Ordnung anwendbar, und zudem sieht das Gesetz in
Art. 50 Abs. 1 AuG ausdrücklich vor, dass zusätzlich zur Ehegemeinschaft von drei
Jahren eine gute Integration vorliegen muss, um einen Anspruch auf Verlängerung des
Aufenthalts geltend machen zu können. Dies bedeutet, dass die Dauer der ehelichen
Gemeinschaft allein den Nachweis einer guten Integration nicht erfüllt.
4.7. Aufgrund der vorstehenden Erwägungen kann der Widerruf bzw. die Verweigerung
der Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung nicht als Missbrauch bei der
Ermessensausübung bzw. der Abwägung der für die Angemessenheit einer
Ausweisung gemäss Art. 11 Abs. 3 ANAG massgebenden Kriterien betrachtet werden,
weshalb die Beschwerde als unbegründet abzuweisen ist.
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5. Dem Verfahrensausgang entsprechend sind die amtlichen Kosten des
Beschwerdeverfahrens dem Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 95 Abs. 1 VRP). Eine
Entscheidgebühr von Fr. 2'000.-- ist angemessen (Ziff. 382 Gerichtskostentarif,
sGS 941.12). Sie ist mit dem geleisteten Kostenvorschuss in gleicher Höhe zu
verrechnen.
Ausseramtliche Entschädigungen sind nicht zuzusprechen (Art. 98 Abs. 1 in
Verbindung mit Art. 98bis VRP).
Demnach hat das Verwaltungsgericht